# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 718e672d-754a-5b9a-ae30-edcb3d549fdf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.10.2009 C-4046/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4046-2008_2009-10-23.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4046/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Urs Lienhard, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4046/2008

Sachverhalt:

A.
Am  18.  März  2008  beantragte  die  kosovarische  Staatsangehörige 
B._______  (geboren  1960;  nachfolgend  Gesuchstellerin)  bei  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Pristina  ein  Visum  für  einen  drei-
monatigen Besuchsaufenthalt  bei  ihrem im Kanton Aargau lebenden 
Sohn A.______ (nachfolgend Gastgeber oder Beschwerdeführer) und 
dessen Familie. Nach formloser Verweigerung des Visums übermittelte 
die Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an 
die Vorinstanz.

B.
Nachdem  das  Migrationsamt  des  Kantons  Aargau  beim  Gastgeber 
weitere Auskünfte eingeholt hatte, überwies es die Unterlagen mit der 
Empfehlung, das Gesuch abzulehnen, an die Vorinstanz. In der Folge 
wies  die  Vorinstanz  das  Visumsgesuch  mit  Verfügung  vom  19.  Mai 
2008  ab. Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  an,  die  allge-
meine Lage im Herkunftsland und  die  persönlichen Verhältnisse der 
Gesuchstellerin  liessen  den  Schluss  auf  eine  fristgerechte  Wieder-
ausreise nicht zu.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  17.  Juni  2008  beantragt  der  Rechts-
vertreter  namens  seines  Mandanten  die  Aufhebung  der  vorinstanz-
lichen  Verfügung  und  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  an  die 
Gesuchstellerin. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, in 
der Verfügung werde einzig auf Verdachtsmomente und auf Erfahrun-
gen mit anderen, nicht näher umschriebenen Personen abgestellt. Die 
detaillierten  Schilderungen zum Grund für  den Besuch der  Gesuch-
stellerin seien nicht berücksichtigt  worden. Auch habe die Vorinstanz 
die Garantieerklärung des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau zur 
Wiederausreise der Gesuchstellerin nicht gewürdigt.

D.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 15. Juli  2008 beantragt  die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. In Ergänzung der Begründung der an-
gefochtenen Verfügung wird ausgeführt, die Gesuchstellerin sei einer-
seits erwerbslos, weshalb sie keine beruflichen Verpflichtungen habe; 
andererseits  habe sie  keine familiären Bindungen,  die  sie  von einer 
Emigration abzuhalten vermöchten,  da  der in  der gleichen Ortschaft 

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wohnhafte Sohn erwerbstätig sei und deshalb keine Zeit habe, sich um 
sie zu kümmern. Ferner führt die Vorinstanz an, der Beschwerdeführer 
sei  im  Jahre  2003  wegen  Erleichterns  des  illegalen  Aufenthalts 
polizeilich verzeigt worden. Zudem sei er ehemaliger Asylsuchender.

E.
Mit Eingabe vom 21. August 2008 bekräftigt der Beschwerdeführer die 
gestellten Rechtsbegehren und nimmt zur Vernehmlassung der Vorin-
stanz  Stellung. Er  bestreitet,  dass  die persönliche Situation  der  Ge-
suchstellerin das Risiko einer nicht fristgerechten Ausreise birgt.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  sofern entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde  berechtigt.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 - 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

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erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung  eines  Visums.  Die  Schweiz  ist  daher  –  wie  alle  anderen 
Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 
über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  (VEV,  SR  142.204)  am 
12. Dezember 2008 (dem Datum auch des Inkrafttretens des Abkom-
mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1])  hängig sind,  werden gemäss Art. 57 VEV nach neuem 
Recht fortgeführt (und damit insbesondere nach dem übergeordneten 
Schengen-Recht).

5.
5.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 
den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 

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Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] 
Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex 
bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 
Bst. a AuG). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände 
ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichen-
de finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informati-
onssystem (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und 
keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. c AuG). 

5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche,  lediglich  im  nationalen  Recht  verankerte  Einreisevor-
aussetzung  aufgestellt.  Vielmehr  handelt  es  sich  dabei  um dieselbe 
Fragestellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen 
Überprüfung des Aufenthaltszwecks. Die  Angabe des vorübergehen-
den Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung 
dar,  nach  Erfüllung  dieses  Zwecks  wieder  auszureisen.  So  verlangt 
insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo-
matischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die  von 
Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden  (vgl.  hierzu  auch  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 sowie C-3013/2008 vom 14. Fe-
bruar 2009 jeweils E. 5.2 und E. 5.3).

6.
In den Anhängen I und II zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates 
vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) sind diejenigen 
Staaten  aufgelistet,  deren  Staatsangehörige  beim Überschreiten  der 
Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums 
sein müssen (Anhang I) bzw. diejenigen, die keines Visums bedürfen 

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(Anhang II). Zwar findet sich die Republik Kosovo weder in Anhang I 
noch in Anhang II, entscheidend ist jedoch, dass sie nicht in der Liste 
der  von  der  Visumspflicht  befreiten  Staaten  aufgeführt  ist.  Die  Ge-
suchstellerin als kosovarische Staatsangehörige unterliegt deshalb der 
Visumspflicht.

7.
7.1 Wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  das  Kriterium  der  gesicherten 
Wiederausreise  erfüllt  ist,  muss  ein  zukünftiges  Verhalten  beurteilt 
werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern 
lediglich Prognosen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des Ein-
zelfalles zu würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – aus 
der allgemeinen Lage des Herkunfts- oder Heimatlandes der Gesuch-
stellerin oder des Gesuchstellers ergeben. Kommt die gesuchstellende 
Person  aus  einem  Land  oder  einer  Region  mit  politisch  oder  wirt-
schaftlich  vergleichsweise  ungünstigen  Verhältnissen,  so  kann  dies 
darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage nicht mit  dem 
Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in  Ein-
klang steht.

7.2.1 Die  Gesuchstellerin  lebt  in  der  inzwischen  unabhängigen  und 
von  der  Schweiz  als  Staat  anerkannten  Republik  Kosovo.  Die 
Sicherheitslage in dieser Region konnte zwar im Verlaufe der letzten 
Jahre  weitgehend  stabilisiert  werden  und  der  Wiederaufbau  von 
Administration  und  Infrastruktur  ist  unter  Beteiligung  internationaler 
Organisationen  und  Staatengemeinschaften  in  Gang  gekommen.  In 
wirtschaftlicher  Hinsicht  ist  das  Land  jedoch  eines  der  ärmsten  in 
Europa; es herrscht wirtschaftliche Stagnation und die Arbeitslosigkeit 
bleibt hartnäckig hoch. So sind mehr als die Hälfte der Erwerbsfähigen 
ohne  oder  zumindest  ohne  regelmässiges  Einkommen. Zudem stellt 
die Armut ein weitverbreitetes Phänomen dar: Der Anteil der in Armut 
lebenden Bevölkerung lag im Jahr 2008 bei hohen rund 45 %, wobei 
15 % der Einwohner gar von extremer Armut betroffen waren (Quelle: 
Weltbank,  www.worldbank.org  >  Countries  >  Kosovo  >  Overview  > 
Kosovo Brief 2009, Stand: April  2009, besucht am 8. Oktober 2009). 
Die  Tendenz  zur  Auswanderung  zeigt  sich  zwar  erfahrungsgemäss 
besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen, aber auch 
sozial eingebundene Menschen reiferen Alters fassen oft diesen Weg 

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ins  Auge.  Ein  im  Ausland  bereits  bestehendes,  minimales  soziales 
Beziehungsnetz (Verwandte oder Freunde) ist ein wichtiges Element, 
das den Entscheid auszuwandern erleichtern kann. Es gilt nach Mög-
lichkeit  zu  verhindern,  dass  Gesuchsteller  ihre  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  –  entgegen  ihrer  ursprünglichen  Absichtserklärung  –  dazu 
nutzen, ein Asylgesuch einzureichen oder die fristgerechte Wiederaus-
reise auf andere Weise zu umgehen. Die anhaltend schwierige Lage 
des  Landes  wird  durch  die  schweizerische  Asylstatistik  gestützt:  So 
stammten im Jahre 2008 7,8 % der Asylsuchenden aus Serbien und 
Kosovo. Damit  stand dieses  Gebiet  in  der  Statistik  der  Asylgesuche 
nach Nationen an vierter Stelle (vgl. kommentierte Asylstatistik 2008, 
S. 2 und 9; Kosovo wird erst  seit  November  2008 als  eigener  Staat 
ausgewiesen,  vgl. kommentierte  Asylstatistik  1. Quartal  2009  S. 2.). 
Auch in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres wurden 468 
Asylgesuche  von  Staatsangehörigen  des  Kosovo  eingereicht  (vgl. 
Monatsstatistik August  2009; die Statistiken des BFM finden sich im 
Internet unter: www.bfm.admin.ch > Themen > Statistiken, besucht am 
8. Oktober 2009). 

7.2.2 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland der Gesuch-
stellerin ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer 
nicht  fristgerechten Wiederausreise von Besuchern  aus dem Kosovo 
generell als hoch einschätzt. 

7.3 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles  zu  berücksichtigen. Obliegt  dem Gesuch-
steller  oder  der  Gesuchstellerin  im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  bei-
spielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre 
Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine 
anstandslose  Wiederausreise  begünstigen.  Umgekehrt  muss  bei 
Gesuchstellerinnen  und  Gesuchstellern,  die  keine  besonderen  Ver-
pflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten 
könnten, aufgrund entsprechender Erfahrungen das Risiko eines frem-
denpolizeilich  nicht  vorschriftsgemässen  Verhaltens  nach  bewilligter 
Einreise zu einem Besuchsaufenthalt als hoch eingeschätzt werden.

7.3.1 Die Gesuchstellerin ist 49 Jahre alt. Aus den Akten geht hervor, 
dass sie seit mittlerweile fünf Jahren verwitwet ist und überdies einen 
ihrer Söhne durch einen Unfall verloren hat. Sie hat offenbar noch drei 
weitere Söhne, von denen zwei in der Schweiz und einer im Kosovo 

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leben.  Die  Gesuchstellerin  ist  Hausfrau.  Gemäss  den  Angaben  des 
Beschwerdeführers soll  der Besuch in der Schweiz dazu dienen, die 
Sorgen und das Gefühl von Einsamkeit nach dem Tod von Ehemann 
und Sohn zu mildern.

7.3.2 Diese Angaben lassen auf familiäre Bindungen der Gesuchstel-
lerin sowohl im Kosovo als auch in der Schweiz schliessen. Im Kosovo 
lebt einer ihrer Söhne, der jedoch nach Angaben des Beschwerdefüh-
rers  gegenüber  der  kantonalen  Migrationsbehörde  keine  Zeit  habe, 
sich um sie zu kümmern, da er arbeiten müsse. Dagegen wird in der 
Beschwerdeschrift  hervorgehoben, dass familiäre Verpflichtungen vor 
allem gegenüber dem Enkelkind bestünden. In der Schweiz verfügt die 
Gesuchstellerin über familiäre Beziehungen zu den beiden hier leben-
den Söhnen und deren Familien. Somit ist davon auszugehen, das die 
familiären Bindungen zu Personen im Herkunftsland und zu solchen in 
der Schweiz gleichwertig sind. Die geltend gemachten familiären Bin-
dungen im Kosovo können daher die aufgrund der allgemeinen Lage 
im Herkunftsstaat negative Prognose betreffend die fristgerechte Wie-
derausreise nicht positiv beeinflussen. 

Zweifel an der fristgerechten Wiederausreise der Gesuchstellerin erge-
ben sich zudem aus einem sich bei den vorinstanzlichen Akten befin-
denden Schreiben des Beschwerdeführers mit dem Titel "Der genaue 
Grund des Besuches meiner Mutter", das vermutlich dem Fragebogen 
der kantonalen Migrationsbehörde beigelegt wurde. Dort führte der Be-
schwerdeführer aus, der im Kosovo lebende Sohn habe keine Zeit für 
die Gesuchstellerin, weil er arbeiten müsse. Diese sei den ganzen Tag 
alleine und sehr traurig. Er wolle sie in die Schweiz holen, damit sie 
nicht  mehr  so alleine sei. In  der  Beschwerdeschrift  (Ziffer  3)  ist  von 
psychischen Problemen nach den Todesfällen die Rede, die durch den 
persönlichen Kontakt mit den in der Schweiz lebenden Söhnen gemil-
dert  werden sollen. In diesem Zusammenhang stellt  sich deshalb die 
Frage nach der gesundheitlichen Verfassung der Gesuchstellerin. Be-
findet sie sich im Kosovo in einer schwierigen Situation, so erscheint 
es nicht abwegig, die sozialen Kontakte und eine allenfalls notwendige 
Unterstützung  wegen  der  bestehenden  psychischen  Probleme  auf 
Dauer bei den anderen, in der Schweiz lebenden Söhnen und deren 
Familien  zu  suchen.  Auch  hierin  ist,  neben  den  kaum  vorhandenen 
Verpflichtungen  im  Kosovo,  ein  Indiz  zu  sehen,  welches  die  fristge-
rechte Wiederausreise in Frage stellt.

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Verpflichtungen  beruflicher  oder  gesellschaftlicher  Art  werden  nicht 
geltend gemacht und sind auch aus den Akten nicht ersichtlich.

7.4 Vor  diesem  Hintergrund  durfte  die  Vorinstanz  davon  ausgehen, 
dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstands-
lose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufent-
halt  besteht. Daran vermögen die  vom Gastgeber  abgegebenen Zu-
sicherungen  nichts  zu  ändern.  Diese  sind  rechtlich  nicht  verbindlich 
und wären faktisch auch nicht durchsetzbar. Als Gastgeber kann der 
Beschwerdeführer  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im  Zusam-
menhang  mit  dem Besuchsaufenthalt,  aus  nahe  liegenden  Gründen 
aber  nicht  für  ein  bestimmtes  Verhalten  seines  Gastes  garantieren 
(anstelle  vieler  vergleiche  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-6923/2007 vom 6. April 2009 E. 10 mit Hinweisen).

8.
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff.  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv S. 10)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind von dem am 18. August 2008 geleisteten Kosten-
vorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Aargau (ad [...] und [...])

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand:

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