# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0bccf4d-73a1-5559-a93f-4d12793d397e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-03-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 07.03.2005 ZF 2005 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-2_2005-03-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 7. März 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 2

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Möhr
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Vazerolgasse 2, Postfach 731, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 8. November 2004, mitge-
teilt am 16. Dezember 2004, in Sachen der V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e  des 
Kreises D., Beschwerdegegnerin und Berufungsbeklagte, gegen die Beschwerde-
führerin und Berufungsklägerin,

betreffend Beiratschaft,

hat sich ergeben:

2

A.1. Am 14. März 2001 schloss X., geboren am B., mit ihrer Tochter A. 
einen Leibrentenvertrag mit Abtretung einer Stockwerkeinheit ab. In diesem Vertrag 
verpflichtete sich X., die von ihr bewohnte und unbelastete 3 ½-Zimmerwohnung an 
der C.-Strasse in D. (StWE-Nr. E., Grundbuch der Stadt D.) an A. abzutreten. Diese 
verpflichtete sich, ihrer Mutter als Gegenleistung eine lebenslängliche Leibrente von 
monatlich Fr. 2'500.-- zu leisten. X. wurde ferner das Recht eingeräumt, die abge-
tretene Wohnung weiterhin zu bewohnen, wobei hierfür ein monatlicher Mietzins 
von Fr. 1'870.-- von der Leibrente in Abzug gebracht werden sollte. Der Vertrag 
wurde am 16. März 2001 im Grundbuch der Stadt D. eingetragen. In der Folge ver-
langte X. von A. die Aufhebung des Leibrentenvertrags, da sie zur Ansicht gelangt 
war, aufgrund eines offensichtlichen Missverhältnisses der Leistungen übervorteilt 
worden zu sein. Da A. der Rückübertragung der Wohnung nicht zustimmte, leitete 
X. am 23. Mai 2001 ein Verfahren gegen ihre Tochter ein. Die Sühneverhandlung 
fand am 6. September 2001 statt, indes ohne Erfolg. Am 10. September 2001 stellte 
A. bei der Vormundschaftsbehörde des Kreises D. das Gesuch, es sei über ihre 
Mutter X. eine Vermögensbeiratschaft nach Art. 395 ZGB zu errichten. In der Folge 
zeichnete sich eine vergleichsweise Lösung zwischen X. und A. im Sinne einer Auf-
hebung des Leibrentenvertrags bei gleichzeitiger Errichtung einer Vermögensbei-
ratschaft über X. ab. Die Letztere erklärte sich am 21. September 2001 unterschrift-
lich mit der Errichtung einer Beiratschaft gemäss Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB, ver-
bunden mit einer Einkommensverwaltung, einverstanden, unter der Bedingung, 
dass die betreffende Massnahme auf den Zeitpunkt wirksam werde, an dem der 
Leibrentenvertrag Ungültigkeit erlange und sie wieder Eigentümerin der übertrage-
nen Wohnung geworden sei.

2. Am 2. Oktober 2001, mitgeteilt am 8. Oktober 2001, fasste die Vor-
mundschaftsbehörde des Kreises D. folgenden Beschluss:

„1. Für X. wird auf den Zeitpunkt der Rückübertragung des Eigentums an 
der 3 ½-Zimmerwohnung C.-Strasse in D. eine Beiratschaft gemäss Art. 
395 Abs. 1 und 2 ZGB, verbunden mit einer Einkommensverwaltung, 
errichtet.

2. Zum Beirat von X. wird Amtsvormund F., D., bestellt.

3. Amtsvormund F. wird ersucht, der Behörde auf den Zeitpunkt der Wirk-
samkeit der vormundschaftlichen Massnahme ein Eingangsinventar 
über die Vermögenswerte von X. einzureichen.

4. Die Ernennung des Beirates kann innert 10 Tagen seit Mitteilung dieses 
Beschlusses schriftlich bei der unterzeichneten Behörde nach Art. 388 
ZGB abgelehnt oder als gesetzeswidrig angefochten werden.

3

5. Die Kosten dieses Beschlusses in Höhe von Fr. 350.-- gehen zulasten 
von X. und sind innert 30 Tagen nach Zustellung an die Vormund-
schaftsbehörde des Kreises D., PC 70-147-2, zu überweisen.

6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung)“

Die Vormundschaftsbehörde war zur Erkenntnis gelangt, X. benötige zum 
Schutz ihrer wirtschaftlichen Interessen eine vormundschaftliche Betreuung durch 
eine unabhängige Fachperson, und zwar im Rahmen einer Beiratschaft gemäss Art. 
395 Abs. 1 und 2 ZGB, verbunden mit einer Einkommensverwaltung. Diese Not-
wendigkeit ergebe sich aufgrund einer angezeigten latent vorhandenen Gefahr zu 
unüberlegten finanziellen Transaktionen und einer nicht zu unterschätzenden leich-
ten Beeinflussbarkeit sowie angesichts von festgestellten innerfamiliären Spannun-
gen.

3. Da die Vergleichsverhandlungen zwischen X. und A. hinsichtlich der 
Aufhebung des Leibrentenvertrags in der Folge scheiterten, erneuerte X. mit Ver-
mittlungsbegehren vom 8. Januar 2002 ihre Klage. Mit Urteil vom 3. Juni 2003, mit-
geteilt am 10. März 2004, stellte das Bezirksgericht Plessur fest, dass der Leibren-
tenvertrag mit Abtretung einer Stockwerkeinheit vom 14. März 2001 infolge Über-
vorteilung nach Art. 21 OR ungültig sei und X. demnach Eigentümerin der besagten 
3 ½-Zimmerwohnung geblieben sei.

4. Mit Beschluss vom 13. Juli 2004, mitgeteilt am 28. Juli 2004, verfügte 
die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. wie folgt:

„1. Vom Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 3.6.2003, mitgeteilt am 
10.3.2004, in Sachen X. gegen A. betreffend Nichtigkeit bzw. Ungültig-
keit eines Vertrags wird Kenntnis genommen.

2. Es wird davon Kenntnis genommen, dass mit der Rückübertragung des 
Wohneigentums an X. gemäss Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 
3.6.2003/10.3.2004 die für Letztgenannte am 2.10.2001 errichtete Bei-
ratschaft nach Art. 395 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB, verbunden mit einer 
Einkommensverwaltung, ihre Wirksamkeit entfaltet.

3. Amtsvormund F. wird als Beirat von X. ersucht, der Behörde ein Ein-
gangsinventar über die Vermögenswerte der Verbeirateten einzurei-
chen, welches Grundlage der zu führenden Verwaltungsrechnung bil-
det.

4. Die Kosten dieses Beschlusses in Höhe von Fr. 150.00 gehen zulasten 
von X. und sind innert 30 Tagen nach Zustellung an die Vormund-
schaftsbehörde des Kreises D., PC 70-147-2, zu überweisen.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

4

6. (Mitteilung)“

5. Vor der Mitteilung des genannten Beschlusses hatte der Rechtsver-
treter von X., Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, mit Schreiben vom 15. Juli 
2004 beantragt, die Beiratschaft über seine Mandantin aufzuheben. 

B.1. Am 9. August 2004 reichte X. gegen den Beschluss der Vormund-
schaftsbehörde des Kreises D. vom 13. Juli 2004 beim Bezirksgerichtsausschuss 
Plessur eine Beschwerde ein mit dem Antrag, den genannten Beschluss unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge aufzuheben.

In der Beschwerde wurde geltend gemacht, X. habe seinerzeit der Errichtung 
der Beiratschaft nur zugestimmt, weil sie gehofft habe, eine langwierige Auseinan-
dersetzung mit ihrer Tochter A. vermeiden zu können. So sei im Hinblick auf eine 
vergleichsweise Lösung zwischen Mutter und Tochter die Aufhebung des Leibren-
tenvertrages bei gleichzeitiger Errichtung einer Vermögensbeiratschaft über X. zur 
Diskussion gestanden. Da sich die Parteien in der Folge nicht geeinigt hätten, seien 
die Voraussetzungen, unter welcher X. ihre Zustimmung zur Vermögensbeiratschaft 
gegeben habe, nicht mehr gegeben, weshalb auf diese Zustimmung nicht abgestellt 
werden dürfe. Auch sonst seien keine Gründe ersichtlich, die eine Aufrechterhaltung 
der Beiratschaft rechtfertigten, da X. durchaus in der Lage sei, ihren Haushalt selbst 
zu führen und auch die finanziellen Angelegenheiten allein zu regeln.

2. Die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. beantragte in ihrer Ver-
nehmlassung vom 24. August 2004 die Abweisung der Beschwerde, da sie auf-
grund der Schutzbedürftigkeit von X. die vormundschaftliche Begleitung im Rahmen 
einer kombinierten Beiratschaft mit Einkommensverwaltung als gerechtfertigt erach-
tete. X. sei aufgrund ihrer Gutmütigkeit und Gutgläubigkeit latent gefährdet, zuguns-
ten von ihr nahe stehenden Drittpersonen Geschäfte zu tätigen, welche ihr zum 
Nachteil gereichen könnten. So habe sie damit zu rechnen, mit verschiedenen For-
derungen seitens ihrer Tochter A. konfrontiert zu werden. Auch beständen die fi-
nanziellen Schwierigkeiten ihrer anderen Tochter G., die X. bis anhin stark belastet 
hätten, weiterhin. Durch diese psychischen Belastungen könne die Entscheidungs-
freiheit von X. erheblich beeinträchtigt werden. Daher sei wesentlich, ihr Wohnei-
gentum, das als einziges Aktivum Sicherheit dafür biete, dass sie ihre Lebenshal-
tungskosten längerfristig umfassend decken könne, vor unüberlegten Belastungen 
zu schützen. 

5

3. Mit Urteil vom 8. November 2004, mitgeteilt am 16. Dezember 2004, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur als 1. Aufsichtsbehörde in Vor-
mundschaftssachen wie folgt:

„1. Die von der Vormundschaftsbehörde am 2. Oktober 2001 errichtete Bei-
ratschaft nach Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB, verbunden mit einer Einkom-
mensverwaltung, wird weitergeführt.

2. Die Kosten dieses Verfahrens von Fr. 1'204.85 (Gerichtsgebühren Fr. 
1'000.--, Schreibgebühren Fr. 83.--, Barauslagen Fr. 121.85) gehen zu 
Lasten der Beschwerdeführerin. Sie sind innert 30 Tagen auf das PC-
Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“

C. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 8. No-
vember 2004 liess X. am 6. Januar 2005 bei der Zivilkammer des Kantonsgerichts 
Berufung einlegen. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. Von der Errichtung einer Beiratschaft im Sinne von Art. 395 Abs. 1 + 2 
ZGB sei abzusehen.

Eventualiter sei allerhöchstens eine Mitwirkungsbeiratschaft im Sinne 
von Abs. 1 des Art. 395 ZGB zu errichten.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Die Vormundschaftsbehörde des Kreises D. verzichtete gemäss Schreiben 
vom 28. Januar 2005 auf das Einreichen einer Berufungsantwort. Mit Schreiben 
vom 31. Januar 2005 gab auch die Vorinstanz den Verzicht auf Einreichung einer 
Vernehmlassung bekannt. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Ausführungen der 
Berufungsklägerin in der Berufungsschrift wird, soweit erforderlich, nachfolgend ein-
gegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1. Im vorliegenden Fall wird ein gestützt auf 63 EGzZGB ergangener Be-
schwerdeentscheid des Bezirksgerichtsausschusses Plessur als 1. Aufsichts-
behörde in Vormundschaftssachen angefochten. In diesem Entscheid wurde eine 
Beschwerde nach Art. 61 EGzZGB abgewiesen, mit der sich X. dagegen zur Wehr 
gesetzt hatte, dass sie gemäss einem Beschluss der Vormundschaftsbehörde des 

6

Kreises D. unter Beiratschaft nach Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB, verbunden mit einer 
Einkommensverwaltung, gestellt worden war. Gegen solche Erkenntnisse der Be-
zirksgerichtsausschüsse steht nach Art. 64 EGzZGB die Berufung an die Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts zur Verfügung, wie sie denn auch von X. frist- und form-
gerecht ergriffen wurde. Auf das Rechtsmittel ist somit einzutreten.

2.a. Wenn für die Entmündigung einer Person kein genügender Grund vor-
liegt, gleichwohl aber zu ihrem Schutz eine Beschränkung der Handlungsfähigkeit 
als notwendig erscheint, kann ihr nach Art. 395 Abs. 1 ZGB ein Beirat gegeben 
werden, dessen Mitwirkung für die in der genannten Bestimmung erwähnten Fälle 
erforderlich ist. Unter den gleichen Voraussetzungen kann dem Schutzbedürftigen 
nach Art. 395 Abs. 2 ZGB die Verwaltung des Vermögens entzogen werden, 
während er über die Erträgnisse die freie Verfügung behält. Das Institut der Beirat-
schaft geht davon aus, dass bei mündigen, urteilsfähigen Personen vornehmlich in 
wirtschaftlicher Hinsicht eine Schutzbedürftigkeit gegeben sein kann, die zwar keine 
Entmündigung rechtfertigt, jedoch ohne Beschränkung der Handlungsfähigkeit nicht 
oder nur ungenügend überwunden werden kann. Dieses Bedürfnis nach einer 
Handlungsfähigkeitsbeschränkung kann sich laut Gesetz sowohl in der Notwendig-
keit äussern, dass eine Drittperson bei wichtigen, in Art. 395 Abs. 1 Ziff. 1-9 ZGB 
aufgezählten Geschäften mitwirkt (Mitwirkungsbeiratschaft), als auch darin, dass 
wie bei der Entmündigung dem Schutzbedürftigen die Verwaltung über die Vermö-
genssubstanz entzogen und einem gesetzlichen Vertreter anvertraut wird (Verwal-
tungsbeiratschaft, Art. 395 Abs. 2 ZGB) (PKG 1999 Nr. 1). Bei der Mitwirkungsbei-
ratschaft nach Art. 395 Abs. 1 ZGB kann die verbeiratete Person die aufgeführten 
Geschäfte nicht ohne Mitwirkung des Beirats abschliessen. In diesem beschränkten 
Umfang wird Einkommen und Vermögen der verbeirateten Person geschützt, die 
ansonsten aber Verfügungsbefugnis und Verwaltung behält. Der Mitwirkungsbeirat 
ist nicht gesetzlicher Vertreter des Verbeirateten, kann somit ebenfalls nicht allein 
handeln; vielmehr müssen Beirat und Verbeirateter im Sinne einer notwendigen Er-
gänzung zusammenwirken (vgl. BGE 119 V 268; Ernst Langenegger, Basler Kom-
mentar zum Zivilgesetzbuch I, 2. A., Basel 2002, N 9 zu Art. 395 ZGB). Bei der 
Verwaltungsbeiratschaft nach Art. 395 Abs. 2 ZGB ist der Verwaltungsbeirat bezüg-
lich der Verwaltung des Vermögens hingegen ausschliesslicher gesetzlicher Vertre-
ter der verbeirateten Person. Diese ist von der Verwaltung ausgeschlossen. Keine 
Beschränkung der Handlungsfähigkeit wird durch die Verwaltungsbeiratschaft aber 
bezüglich Verfügungen über das Einkommen und die Vermögenserträgnisse be-
wirkt (Langenegger, a.a.O., N 14 ff. zu Art. 395 ZGB).

7

Die kombinierte Beiratschaft nach Art. 395 Abs. 1 und 2 ZGB vereinigt die 
Wirkungen der beiden anderen Beiratschaftsarten und bildet in der Stufenfolge der 
vormundschaftlichen Massnahmen die der Entmündigung am nächsten stehende 
Massnahme. Sie beschränkt im Vergleich mit den anderen beiden Beiratschaften 
die Handlungsfähigkeit am stärksten (Langenegger, a.a.O., N 17 zu Art. 395 ZGB). 
Bezüglich der Wirkung der kombinierten Beiratschaft wird heute nach unbestrittener 
Auffassung das Schwergewicht nicht auf die schwächere, sondern auf die stärkere 
der beiden Beiratschaftsarten, die Verwaltungsbeiratschaft, gelegt (vgl. Riemer, 
Grundriss des Vormundschaftsrechts, 2. Aufl., Bern 1997, § 5 N 31; Schnyder/Mu-
rer, Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band II, 3. Abteilung, 1. Teilband, 
Bern 1984, N 147 ff. zu Art. 395). Der Verbeiratete verliert seine Handlungsfähigkeit 
in Bezug auf die Verwaltung der Vermögenssubstanz (Art. 395 Abs. 2 ZGB; BGE 
119 V 269) und der Beirat wird diesbezüglich zum gesetzlichen Vertreter des Ver-
beirateten. Für diejenigen Geschäfte, die der Verbeiratete mit seinen freien Mitteln 
(Erträgnisse, Arbeitserwerb etc.) tätigen will, benötigt er die Mitwirkung des Beirates 
insofern, als sie unter den Katalog der in Art. 395 Abs. 1 Ziff. 1-9 ZGB aufgezählten 
Geschäfte fallen. Folglich ist der Bereich, in dem sich der Verbeiratete völlig frei 
verpflichten kann, stark eingeschränkt. Nur Entscheidungen bezüglich der Erwerbs-
tätigkeit, der Eingehung der alltäglichen Rechtsgeschäfte, der persönlichen Lebens-
gestaltung etc. kann der Verbeiratete frei treffen (PKG 1999 Nr. 1). Die kombinierte 
Beiratschaft kommt daher zum Zug, wenn die Personensorge über das mit der wirt-
schaftlichen Fürsorge nach Art. 395 notwendigerweise verbundene Mass hinaus-
geht, eine Beschränkung der Handlungsfähigkeit im persönlichen Bereich aber nicht 
notwendig ist (BGE 96 II 375).

Zur Entziehung der Verfügung über das Einkommen führt keine der drei ge-
nannten Beiratschaftsarten (Schnyder/Murer, a.a.O., N 29 zu Art. 395 ZGB). Wird 
aber - wie durch die Vorinstanzen im vorliegenden Fall gemacht - eine kombinierte 
Beiratschaft zusätzlich mit einer Einkommensverwaltung verbunden, kann der Ver-
beiratete auch über sein Einkommen und den Vermögensertrag nicht mehr frei, son-
dern nur noch mit Zustimmung des Beirats, verfügen. Fraglich ist allerdings, ob in 
einer derartigen Situation - namentlich wenn sich das dringende Bedürfnis zeigt, 
einer mündigen Person zu ihrem Schutz die Verfügung über das Einkommen zu 
entziehen - nicht zu einer Entmündigung Anlass bestände (vgl. BGE 108 II 94; 
Schnyder/Murer, a.a.O., N 29, 114 und 119 zu Art. 395 ZGB).

In allen Fällen kommt eine Beiratschaft nur in Betracht, wenn die zu verbei-
ratende Person durch die Art und Weise ihrer Vermögensverwaltung ihre eigene 

8

wirtschaftliche Existenz oder diejenige der Familie, für die sie zu sorgen hat, ernst-
lich gefährdet. Sie ist aber nicht dazu bestimmt, den künftigen Erben das anwart-
schaftliche Vermögen zu erhalten (BGE 88 II 249 f.). Die Schutzbedürftigkeit ist nicht 
leichthin zu bejahen; sind grössere Ersparnisse vorhanden und laufen ausreichende 
Einnahmequellen weiter, ist der Ermessensspielraum bei der Verwendung der Mittel 
sehr gross (Langenegger, a.a.O., N 5 zu Art. 395 ZGB). Im Allgemeinen ist sodann 
zu beachten, dass vormundschaftliche Massnahmen stets einen Eingriff in die per-
sönliche Freiheit der betroffenen Person darstellen. Bei der Anwendung des Vor-
mundschaftsrechts kommt daher dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit, wonach 
ein Eingriff gerade so stark sein soll, dass damit das angestrebte Ziel erreicht wird, 
aber nicht stärker, eine zentrale Bedeutung zu (Langenegger, a.a.O., N 7 vor Art. 
360-456 ZGB). Bei der Anordnung der Beiratschaft, die als wesentliche Wirkung 
eine Beschränkung der Handlungsfähigkeit nach sich zieht, hat sich die Prüfung der 
Verhältnismässigkeit insbesondere mit der Frage auseinanderzusetzen, ob die Ge-
fahr besteht, dass sich die betroffene Person selbst schadet, indem sie unvorteil-
hafte rechtsgeschäftliche Dispositionen auf dem Gebiet der Vermögensverwaltung 
bzw. durch einzelne Rechtsgeschäfte nach Art. 395 Abs. 1 ZGB treffen würde (Lan-
genegger, N 6 zu Art. 395 ZGB). Zu beachten ist schliesslich auch das Subsidia-
ritätsprinzip, wonach vormundschaftliche Massnahmen nur angeordnet werden sol-
len, wenn nicht andere Mittel geeignet sind, die negativen Folgen der fraglichen 
Schwächezustände abzuwenden oder ausreichend zu mildern (Langenegger, 
a.a.O., N 8 vor Art. 360-456 ZGB).

b. Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob bei X. die gesetzlichen Vorausset-
zungen für die Anordnung beziehungsweise den Weiterbestand der kombinierten 
Beiratschaft mit Einkommensverwaltung gegeben sind oder ob allenfalls weniger 
einschneidende Massnahmen anzuordnen sind. Da es sich bei der kombinierten 
Beiratschaft, wie bereits dargelegt, um diejenige Massnahme handelt, die einer Ent-
mündigung am nächsten kommt, sind an die Voraussetzungen für deren Anordnung 
hohe Anforderungen zu stellen. Nicht zu berücksichtigen ist bei der Beurteilung der 
Notwendigkeit einer Beiratschaft, dass und unter welchen Bedingungen sich X. im 
Jahr 2001 mit der Errichtung einer Beiratschaft einverstanden erklärte, da für deren 
Anordnung nicht der Wille der zu betreuenden Person, sondern das Ausmass deren 
Schutzbedürftigkeit massgebend ist. Die Verbeiratung muss bei Vorliegen der ge-
setzlichen Voraussetzungen angeordnet werden beziehungsweise darf bei deren 
Fehlen nicht angeordnet werden. In dem von Amtes wegen einzuleitenden und von 
der Offizial- und Untersuchungsmaxime beherrschten Verfahren zur Errichtung ei-
ner Beiratschaft besitzen die Parteien keine Befugnis, über den Prozessgegenstand 

9

zu verfügen (Thomas Geiser, Basler Kommentar zum ZGB I, 2. A., Basel 2002, N 
2, 7 und 12 zu Art. 397 ZGB).

3.a. X. ist mittlerweile bald 85 ½ jährig und lebt immer noch in ihrer eigenen 
Wohnung, führt also einen eigenen Haushalt. Gemäss einem ärztlichen Zeugnis 
von H. Bhend vom 8. Juli 2004 leidet sie an verschiedenen Beschwerden von Seiten 
des Bewegungsapparats. Als 84-jährige Hausfrau habe sie auch dem Alter entspre-
chend leichte Kurzzeitgedächtnisstörungen. Sie sei aber durchaus im Stande, ihren 
Haushalt selbst zu führen und auch die finanziellen Angelegenheiten zu regeln, so-
fern es sich nicht um komplizierte Transaktionen oder andere Geschäfte handle. X. 
verfügt über eine monatliche Rente von AHV und SUVA von Fr. 2'600.--. Was ihre 
Vermögensverhältnisse betrifft, so weist das von der Vormundschaftsbehörde mit 
Beschluss vom 11. Januar 2005 zur Kenntnis genommene Eingangsinventar ein 
Nettovermögen von Fr. 434'091.75 aus. Zu den vorhandenen Aktiven zählen die 3 
½-Zimmer-Eigentumswohnung an der C.-Strasse in D. samt Autoeinstellplatz im 
Gesamtwert von rund Fr. 400'000.--, zwei Grundstücke in H. im Wert von rund Fr. 
54'000.-- sowie ein Bankkonto mit einem Guthaben von rund Fr. 4'000.--. Die Pas-
siven schlagen mit rund Fr. 22'000.-- zu Buche. 

b. Die Vorinstanz gelangte aufgrund des von X. im März 2001 abge-
schlossenen und später vom Bezirksgericht infolge Übervorteilung wieder aufgeho-
benen Leibrentenvertrags sowie der Tatsache, dass jene aus ihrem Vermögen be-
reits früher beträchtliche Schenkungen an ihre Nachkommen vorgenommen hatte, 
zum Schluss, dass die entsprechenden Vermögensdispositionen zu einem raschen 
Vermögensverzehr geführt hätten und die Berufungsklägerin ihr Restvermögen bei 
weiterhin zu erwartendem Druck seitens ihrer Töchter wohl über kurz oder lang ver-
äussern würde. Dadurch sei es ihr nicht mehr möglich, längerfristig mit ihrem Ein-
kommen für den bis anhin geführten Lebensstil aufzukommen. Unter diesen Um-
ständen erweise sich die Errichtung einer Mitwirkungsbeiratschaft als notwendig 
und begründet. Ausreichend Rechnung getragen könne dem vorhandenen Schutz-
bedürfnis von X. indes nur mittels einer kombinierten Beiratschaft mit Einkommens-
verwaltung, da sichergestellt werden müsse, dass sie nicht ohne Zustimmung des 
Beirats über ihr Vermögen und Einkommen verfüge. Allein auf diese Weise könnten 
nachteilige finanzielle Dispositionen verhindert und eine Verarmung ausgeschlos-
sen werden.

Dieser Erkenntnis kann sich das Kantonsgericht nicht anschliessen. Bei X. 
handelt es sich, wie den vorhandenen Akten zu entnehmen ist, zweifellos um eine 

10

gütige und grosszügige Person. Dies ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass sie ihren 
Kindern Erbvorbezüge in der Höhe von mehreren Fr. 100'000.-- ausgerichtet und 
auch ihren Urenkeln Geld zur Verfügung gestellt hat. Diese Vorbezüge erwiesen 
sich für X. indes als finanziell tragbar, würde die Berufungsklägerin ansonsten 
heute, im Alter von 85 Jahren, nicht immer noch über ein nicht unbedeutendes Ver-
mögen von über Fr. 400'000.-- verfügen. Sie hat durch die genannten Vorbezüge 
ihre wirtschaftliche Existenz nicht gefährdet. Vielmehr war sie - auch als allein er-
ziehende Mutter - über alle Jahre offenbar immer in der Lage, ohne fremde Hilfe für 
ihren und den Unterhalt ihrer Familie aufzukommen. Negativ ins Gewicht fällt aller-
dings der im Jahr 2001 von X. mit ihrer Tochter abgeschlossene Leibrentenvertrag 
mit Abtretung der Eigentumswohnung, durch den die Berufungsklägerin gemäss ge-
richtlicher Feststellung übervorteilt wurde. Es handelte sich hierbei offensichtlich um 
eine finanzielle Transaktion, deren negative Folgen für die Berufungsklägerin nicht 
beurteilbar waren. Eine gewisse Gefahr, dass X. erneut eine für sie nicht einschätz-
bare, nachteilige finanzielle Verpflichtung eingehen würde, ist nach Ansicht des 
Kantonsgerichts nun nicht von der Hand zu weisen. Einerseits ist die Berufungsklä-
gerin nach Ansicht ihres Hausarztes nicht mehr in der Lage, komplizierte finanzielle 
Transaktionen oder Geschäfte auszuführen. Anderseits ist nicht ausgeschlossen, 
dass X. ihren Töchtern weitere Vermögenswerte zukommen lassen möchte, sei es, 
dass sie von diesen unter Druck gesetzt wird oder einfach aus ihrer Grosszügigkeit 
heraus. Aus diesem Grund erweist es sich nach Ansicht des Kantonsgerichts zum 
Schutz von X. als notwendig, dass ihr eine Drittperson bei wichtigen finanziellen 
Geschäften zur Seite steht. Hierzu ist ihr ein Mitwirkungsbeirat nach Art. 395 Abs. 1 
ZGB zu bestellen. Durch eine Mitwirkungsbeiratschaft kann sichergestellt werden, 
dass die Beschwerdeführerin ohne Einwilligung des Beirats die ihr gehörende Woh-
nung - der Hauptbestandteil ihres Vermögens - weder verkaufen, verpfänden noch 
anderweitig dinglich belasten kann. Ebenso wenig kann sie ohne Zustimmung des 
Beirats rechtsgültig Schenkungen ausrichten, so dass - entgegen der Ansicht der 
Vorinstanz - auch sichergestellt ist, dass die Berufungsklägerin nicht grössere, 
durch allfällige Aufnahme einer Hypothek auf die Wohnung zur Verfügung stehende 
Barmittel verschenken würde. 

Eine weitergehende Schutzbedürftigkeit von X. ist indessen zu verneinen. 
Zunächst ist jene offenbar in der Lage, ihr monatliches Renteneinkommen zu ver-
walten, bestehen doch keine Anzeichen, dass sie ihre Rente verschleudern oder 
beispielsweise anfallende Rechnungen nicht bezahlen würde. Ferner ergibt sich 
aus dem ärztlichen Zeugnis, dass X. trotz ihres Alters geistig und körperlich in guter 
Verfassung ist. Die Fähigkeit der Berufungsklägerin, ihre persönlichen Angelegen-

11

heiten selbst zu besorgen sowie ihre Rente selbständig zu verwalten, wird ihr im 
Übrigen auch von der Vormundschaftsbehörde und von der Vorinstanz zugestan-
den. Die von dieser vorgenommene Anordnung einer Einkommensverwaltung er-
weist sich unter diesen Umständen aber als unzulässig. Ist die Berufungsklägerin 
zurzeit in der Lage, ihre Einkünfte selbständig zu verwalten, so darf keine Einkom-
mensverwaltung angeordnet werden. Allein die Möglichkeit, dass X. in Zukunft hier-
für nicht mehr in der Lage sein könnte, erlaubt es nicht, eine Einkommensverwal-
tung quasi auf Vorrat anzuordnen.

Für die Anordnung einer Verwaltungsbeiratschaft über X. wäre einerseits vor-
ausgesetzt, dass sie für die Verwaltung ihrer Vermögenssubstanz des Schutzes be-
darf, d.h. dass sie durch die Art und Weise ihrer Vermögensverwaltung ihre eigene 
wirtschaftliche Existenz gefährdet. Eine derartige Schutzbedürftigkeit ist bei Vorhan-
densein grösserer Ersparnisse und ausreichenden Einnahmequellen, wie bereits 
dargelegt, nicht leichthin zu bejahen. Anderseits ist für die Anordnung einer Verwal-
tungsbeiratschaft erforderlich, dass überhaupt ein Vermögen vorliegt, das der Ver-
waltung bedarf (Schnyder/Murer, a.a.O., N 110 zu Art. 395 ZGB). X. verfügt über 
ein grösseres Vermögen von über Fr. 400'000.--, das in erster Linie aus Grundei-
gentum besteht, nämlich einer unbelasteten Eigentumswohnung in D. und unüber-
bauten Grundstücken in H.. Das Bankkonto im Betrag von ca. Fr. 4'000.-- fällt nicht 
entscheidend ins Gewicht. In dieser Zusammensetzung bedarf der Besitz von X. 
nun aber nicht einer Verwaltung durch Drittpersonen, wie es beispielsweise bei ei-
nem Vermögen mit vermieteten Liegenschaften, Wertschriftenportefeuilles oder 
grösseren Geldanlagen der Fall wäre. Dafür, dass X. zur Verwaltung ihrer Grunds-
tücke im vorliegend erforderlichen, eher geringen Mass nicht in der Lage wäre, sind 
nach Ansicht des Kantonsgerichts keine Anzeichen vorhanden. Sobald grössere 
Verfügungen über die Liegenschaften - wie bspw. der Verkauf, die Verpfändung 
oder eine andere dingliche Belastung des Grundstücks oder die Aufnahme eines 
Darlehens - zur Diskussion stehen, greift alsdann die Mitwirkungsbeiratschaft, in-
dem X. derartige Geschäfte nicht ohne Zustimmung des Beirats tätigen darf. Auf 
diese Weise ist der Schutz von X. ausreichend gewährleistet. Ein rascher Vermö-
gensverzehr, der zu einer Verarmung der Berufungsklägerin führen könnte, er-
scheint ausgeschlossen, insbesondere da auch allfällige durch Aufnahme einer Hy-
pothek zur Verfügung stehende Barmittel - was die Vorinstanz übersieht - durch X. 
nicht ohne Mitwirkung des Beirats verschenkt werden dürfen. Selbst wenn es sich 
bei der Berufungsklägerin daher um eine gütige und grosszügige Person handelt 
und selbst wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass jene unter dem Druck 
stehen sollte, ihr nahe stehenden Dritten finanzielle Zuwendungen auszurichten, so 

12

wird diesen Umständen in der konkreten Situation durch eine Mitwirkungsbeirat-
schaft genügend Rechnung getragen. Schliesslich verfügt X., wie bereits erwähnt, 
über erhebliche Vermögenswerte sowie ein regelmässiges Renteneinkommen. 
Letztlich darf es auch nicht darum gehen, jeglichen Vermögensverzehr, sondern 
lediglich einen zu raschen, zu einer Verarmung führenden Abbau des Vermögens 
zu verhindern. So wäre X. beispielsweise ohne Weiteres zuzugestehen, dass sie 
ihren Lebensunterhalt unter Aufnahme einer Hypothek etwas aufwändiger gestaltet, 
ist sie doch nicht verpflichtet, die Eigentumswohnung zu Gunsten ihrer künftigen 
Erben unbelastet zu erhalten. Neben einer fehlenden Schutzbedürftigkeit verbietet 
es aber auch der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, X. unter eine kombinierte Bei-
ratschaft mit Einkommensverwaltung zu stellen, mit der Folge, dass jene weder über 
ihr Vermögen, noch über ihre Einkünfte ohne Zustimmung des Beirats verfügen 
könnte, was praktisch einer Bevormundung gleichkommt. Die Berufungsklägerin 
kann vor nachteiligen finanziellen Dispositionen betreffend ihre Hauptaktiven durch 
eine Mitwirkungsbeiratschaft ausreichend geschützt werden. 

c. Aus den genannten Überlegungen erweist sich die von der Vorinstanz 
angeordnete kombinierte Beiratschaft mit Einkommensverwaltung als unzulässig. 
Gerechtfertigt ist hingegen die Anordnung einer Mitwirkungsbeiratschaft. Die Beru-
fung ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen, das angefochtene Urteil im ent-
sprechenden Punkt aufzuheben und die Ziffer 1 des Beschlusses der Vormund-
schaftsbehörde des Kreises D. vom 2. Oktober 2001 derart anzupassen, dass einzig 
eine Mitwirkungsbeiratschaft gemäss Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet wird.

4. Für das vormundschaftsrechtliche Berufungsverfahren verweist Art. 
64 Abs. 4 EGzZGB sinngemäss auf die Bestimmungen über die Berufung gemäss 
Art. 218 ff. ZPO. Dort wiederum gelten gemäss Art. 223 ZPO grundsätzlich die Vor-
schriften über das Verfahren vor Bezirksgericht, so auch bezüglich der Kostenver-
teilung. Hierbei bestimmt Art. 122 Abs. 1 ZPO, dass der unterliegende Teil in der 
Regel zur Übernahme der Kosten des Gerichtsverfahrens verpflichtet wird. Hat 
keine der Parteien vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt 
werden. Zu demselben Ergebnis führt die analoge Anwendung von Art. 63 Abs. 2 
EGzZGB auf das vormundschaftliche Berufungsverfahren (vgl. PKG 2000 Nr. 6). 
Die Grundsätze von Art. 122 Abs. 1 ZPO gelten nach Art. 64 Abs. 4 EGzZGB in 
Verbindung mit 223 ZPO bzw. 122 Abs. 2 ZPO auch für die aussergerichtlichen 
Kosten der Parteien (vgl. auch Art. 58 Abs. 3 und 4 EGzZGB).

13

Im vorliegenden Fall wurde die Berufung teilweise gutgeheissen und die Be-
rufungsklägerin ist mit ihrem Eventualantrag auf Errichtung einer Mitwirkungsbeirat-
schaft durchgedrungen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Kosten 
des Berufungsverfahrens X. hälftig zu überbinden und die andere Hälfte auf die 
Kantonsgerichtskasse zu nehmen. X. ist für das Berufungsverfahren vor dem Kan-
tonsgericht zudem eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 600.-- zu Lasten der 
Kantonsgerichtskasse zu entrichten.

Im Beschwerdeverfahren vor dem Bezirksgerichtsausschuss sind die Kosten 
des Verfahrens in der Regel dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, wenn die Be-
schwerde abgewiesen wird. Wird sie gutgeheissen, gehen die Kosten zu Lasten der 
Gerichtskasse, ausser der Beschwerdeführer habe durch grobfahrlässiges Verhal-
ten unnötige Kosten verursacht (Art. 63 Abs. 2 EGzZGB). Der im Beschwerdever-
fahren angefochtene Beschluss der Vormundschaftsbehörde des Kreises D. lässt 
sich aufgrund vorstehender Erwägungen nur insoweit aufrecht erhalten, als über X. 
eine Mitwirkungsbeiratschaft errichtet wurde. Im Ergebnis rechtfertigt es sich des-
halb auch im Verfahren vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur, X. die Kosten 
zur Hälfte aufzuerlegen und die andere Hälfte der Bezirksgerichtskasse zu belasten. 
Überdies ist der im Beschwerdeverfahren ebenfalls anwaltlich vertretenen Beru-
fungsklägerin zu Lasten der Bezirksgerichtskasse eine reduzierte Parteientschädi-
gung von Fr. 600.-- auszurichten (Art. 58 Abs. 3 und 4 EGzZGB). 

Da nach den obigen Erwägungen im Jahr 2001 berechtigte Gründe zur An-
ordnung einer Mitwirkungsbeiratschaft gegeben waren, ist nicht zu bemängeln, 
dass die Vormundschaftsbehörde für ihre Bemühungen im Beschluss vom 2. Okto-
ber 2001 eine Gebühr von Fr. 350.-- in Rechnung stellte (Art. 46 Abs. 1 EGzZGB in 
Verbindung mit Art. 25 der Verordnung über die Geschäftsführung und Entschädi-
gung der vormundschaftlichen Organe). Im Berufungsverfahren wurden hiergegen 
denn auch keinerlei Rügen erhoben.

14

Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, die Ziffern 1 und 2 des angefoch-
tenen Urteils werden aufgehoben und die Ziffer 1 des Beschlusses der Vor-
mundschaftsbehörde des Kreises D. vom 2. Oktober 2001 wird wie folgt an-
gepasst:

Für X. wird auf den Zeitpunkt der Rückübertragung des Eigentums an der 3 
½-Zimmerwohnung C.-Strasse in D. eine Mitwirkungsbeiratschaft gemäss 
Art. 395 Abs. 1 ZGB errichtet.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur von 
Fr. 1'204.85 (Gerichtsgebühren Fr. 1'000.--, Schreibgebühren Fr. 83.--, Bar-
auslagen Fr. 121.85) gehen je hälftig zu Lasten von X. und der Bezirksge-
richtskasse.

X. ist für das Verfahren vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur eine Ent-
schädigung von Fr. 600.-- zu Lasten der Bezirksgerichtskasse zu entrichten.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. Fr. 2'225.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
2'000.--; Schreibgebühr Fr. 225.--) gehen je hälftig zu Lasten von X. und der 
Kantonsgerichtskasse. 

X. ist für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 600.-- zu Las-
ten der Kantonsgerichtskasse zu entrichten.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident Die Aktuarin ad hoc