# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbc9e4c3-610d-514b-aa0d-b9eecb550441
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2008 C-4085/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4085-2007_2008-12-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4085/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

L._______,
vertreten durch lic. iur. Daniel Beeler, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4085/2007

Sachverhalt:

A.
Die  philippinische  Staatsangehörige  B._______  (geboren  1978, 
nachfolgend  Gesuchstellerin  bzw.  Eingeladene)  beantragte  am 
23. April  2007  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Manila  die  Er-
teilung  eines  Einreisevisums  für  die  Dauer  von  zwei  Monaten.  Als 
Zweck der beabsichtigten Reise gab sie an, ihren im Kanton St. Gallen 
wohnhaften  Freund,  den  Schweizerbürger  L._______  (nachfolgend: 
Gastgeber bzw. Beschwerdeführer), besuchen zu wollen. Nach formlo-
ser Verweigerung übermittelte die Schweizerische Vertretung das Ge-
such zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons St. Gallen beim Gastge-
ber  ergänzende  Auskünfte  eingeholt  und an das  BFM weitergeleitet 
hatte,  wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom 
25. Mai 2007 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die Ge-
suchstellerin  stamme aus  einer  Region,  aus  welcher  der  Zuwande-
rungsdruck als Folge der dort  herrschenden wirtschaftlichen und so-
ziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. 
Viele ihrer Landsleute versuchten – einmal in der Schweiz – ihren Auf-
enthalt  durch  Ausschöpfung  sämtlicher  rechtlicher  Mittel  zu  verlän-
gern,  um  sich  so  in  Umgehung  der  bundesrätlichen  Begrenzungs-
massnahmen eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Der Ge-
suchstellerin oblägen im Heimatland keine zwingenden gesellschaftli-
chen  und  familiären  Verpflichtungen,  die  gegebenenfalls  Gewähr  für 
eine  fristgerechte  Rückkehr  bieten  könnten.  Zudem  sei  bereits  am 
15. Februar 2007 ein gleich lautendes Begehren abgewiesen worden; 
an der damaligen Beurteilung habe sich nichts geändert.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. Juni 2007 beantragt der Beschwerde-
führer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung 
des gewünschten Besuchervisums. Im Wesentlichen lässt er zur Be-
gründung vorbringen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die 
Wiederausreise  der  Gesuchstellerin  nach  einem  Besuchsaufenthalt 
wäre nicht  gesichert. Entgegen deren Annahme sei  die Eingeladene 
an ihr Heimatland gebunden, befinde sich doch ihr gesamtes familiä-
res Umfeld auf den Philippinen. So komme sie für den Unterhalt ihrer 
beiden jüngeren Geschwister und ihrer Mutter auf. Für Letztere habe 

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sie ein Grundstück gekauft und darauf ein Haus errichten lassen. Der 
Beschwerdeführer  führt  im Weitern aus,  er  habe die Gesuchstellerin 
anlässlich eines Ferienaufenthaltes im Dezember 2004 auf den Philip-
pinen kennen gelernt und sie seither mehrere Male dort besucht. Nun-
mehr  möchte  er  seiner  Freundin  sein  Lebensumfeld  in  der  Schweiz 
zeigen; eine Heirat sei zurzeit nicht geplant. In formeller Hinsicht rügt 
der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungspflicht, indem 
die Vorinstanz die angefochtene Verfügung lediglich mit einem nebulö-
sen Satz begründe, der in keiner Weise auf die spezifischen Verhält-
nisse eingehe.

Der Eingabe beigelegt war unter anderem ein Wohnsitzausweis bzw. 
eine  Leumundsbestätigung  der  Wohnsitzgemeinde  des  Beschwerde-
führers.

D.
In  ihrer  Vernehmlassung vom 2. August  2007 spricht  sich die Vorin-
stanz für die Abweisung der Beschwerde aus.

E.
Mit  verfahrensleitender Anordnung vom 10. August  2007 wurde dem 
Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  gewährt,  zur  Vernehmlassung  der 
Vorinstanz Stellung zu nehmen. 

In der Folge verzichtete der Beschwerdeführer ausdrücklich auf eine 
Stellungnahme.

F.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

G.
Am 19. November 2008 zog das Bundesverwaltungsgericht die kanto-
nalen Akten bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1  Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einreisebewil-
ligung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 

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(Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde legitimiert;  auf  die  frist-  und formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 50 ff. VwVG).

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verlet-
zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 
des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts sowie, wenn nicht eine kantonale Be-
hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren das  Bundesrecht  von Amtes wegen an. Es  ist 
gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-
tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 
– unter Vorbehalt von Ziff. 2 nachstehend – grundsätzlich die Sachlage 
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 
teilweise publ. Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkrafttreten des AuG eingereicht worden sind, das bishe-
rige Recht anwendbar. Die (materielle) Beurteilung erfolgt somit noch 
nach  dem  alten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(ANAG, BS 1 121, zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des 
Anhangs zum AuG) und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die 
Einreise  und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern  (VEA, 

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AS 1998 194,  zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV). 
Das  Verfahren  hingegen  richtet  sich  nach  dem  neuen  Recht  (vgl. 
Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Der  Beschwerdeführer  rügt  in  formeller  Hinsicht  eine  Verletzung 
der Begründungspflicht,  indem die Vorinstanz die angefochtene Verfü-
gung lediglich mit einem nebulösen Satz begründe, der in keiner Wei-
se auf die spezifischen Verhältnisse eingehe.

3.2 Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind schriftliche Verfügungen zu be-
gründen.  Die  Begründungspflicht  soll  unter  anderem  sicherstellen, 
dass der Entscheid von der betroffenen Partei sachgerecht angefoch-
ten und von der Rechtsmittelinstanz umfassend beurteilt werden kann. 
Die verfügende Behörde muss daher kurz die Überlegungen nennen, 
von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt 
(vgl.  PIERRE TSCHANNEN / ULRICH ZIMMERLI,  Allgemeines Verwaltungsrecht, 
2. Aufl., Bern 2005, § 29 Rz. 13;  ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER, Verwal-
tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zü-
rich 1998, S. 128).

3.3 Das BFM geht  in  der  angefochtenen Verfügung insofern  auf  die 
Verhältnisse der Gesuchstellerin ein, als es wertend feststellt, sie habe 
in ihrem Heimatland weder gesellschaftliche Verpflichtungen noch fa-
miliäre Verantwortlichkeiten,  die  verlässlich  von einer  Emigration ab-
halten könnten. Diese Feststellungen liessen erkennen, welche Mass-
stäbe die Vorinstanz im Zusammenhang mit der Gewähr für eine frist-
gerechte Wiederausreise setzt und erlaubten dem Beschwerdeführer, 
sachgerecht Einwände zu erheben. Die diesbezügliche Rüge erweist 
sich somit als offensichtlich unbegründet.

4.
4.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch  auf  Bewilligung  der  Einreise. Der  Entscheid  darüber  ist  – 
vorbehältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der 
Bewilligungsbehörde (in casu dem BFM) in pflichtgemässer Ausübung 
ihres  Ermessens  zu  fällen  (Art.  4  und  Art.  16  Abs. 1  ANAG,  Art.  9 
Abs. 1 und Art. 18 VEA, PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: 
PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER /  MARTIN ARNOLD (Hrsg.), 
Ausländerrecht, Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, 
Privatrecht,  Steuerrecht  und  Sozialrecht  der  Schweiz,  Basel/ 
Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ,  Rechtsschutz  im Ausländer- 

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und  Asylrecht,  Basel  und  Frankfurt  a.M.  1990,  S.  29  mit  weiteren 
Hinweisen;  PHILIP GRANT,  La protection de la vie familiale et de la vie 
privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).

4.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 VEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen er-
füllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wieder-
ausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA). 

5.
5.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise 
in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

5.2 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

5.3 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besu-
cherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

5.4 Auf den Philippinen sind fraglos breite Bevölkerungsschichten von 
vergleichsweise  kargen  wirtschaftlichen  und  sozialen  Lebensbedin-
gungen betroffen. Immer wiederkehrende politische Turbulenzen und 
die hohe Staats- und Auslandverschuldung haben das Land in der Ent-
wicklung  und  im  Vergleich  zu  den  Nachbarländern  zurückgeworfen. 
Mittlerweile zeichnet sich zwar wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung 
mit Wachstumsraten von 5-6% ab. Die innenpolitische Lage ist jedoch 
immer noch instabil. Die Bevölkerung leidet unter einer hohen Krimina-

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litätsrate und krassen Ungleichheiten bei  der Einkommensverteilung. 
Nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank hatten im Jahr 2003 
44,1% der Bevölkerung weniger als zwei US-Dollar (USD) pro Tag zur 
Verfügung  und  11,1%  waren  von  absoluter  Armut  (weniger  als  ein 
USD pro Tag) betroffen. Angesichts des starken Bevölkerungswachs-
tums stellt die Arbeitslosigkeit ein zunehmendes Problem dar. Zwar ist 
die Arbeitslosenrate 2005 offiziell  von 11,8% auf 7,4% zurückgegan-
gen,  doch  dürfte  dieser  Rückgang  auf  eine  neue  Definition  von  Ar-
beitslosigkeit zurückzuführen und die tatsächliche Arbeitslosenrate un-
verändert geblieben sein. Zu den offiziellen Arbeitslosen kommen rund 
21% Unterbeschäftigte hinzu. So darf  denn auch bezüglich des wirt-
schaftlichen Wachstums nicht ausser Acht gelassen werden, dass die-
ses zu einem erheblichen Teil auf dem steigenden Inlandkonsum be-
ruht,  der  durch  hohe  Rücküberweisungen  von im  Ausland  lebenden 
Bürgern – rund 10% der Bevölkerung – angekurbelt wird. Arbeitslosig-
keit,  starkes  Bevölkerungswachstum und  Armut  sind  denn  auch  ein 
grosser Motivationsfaktor  für  die erwerbsfähige Bevölkerung,  sich im 
Ausland Arbeit zu suchen. Selbst die Regierung fördert gezielt die Ent-
sendung von Gastarbeitern ins Ausland. So verlassen rund eine Million 
Menschen jährlich die Philippinen, um ausserhalb ihres Heimatlandes 
Arbeit  zu  suchen. Von im  Ausland  beschäftigten  Philippinos  werden 
schätzungsweise 12-15 Mrd. USD jährlich zurück in ihre Heimat über-
wiesen  (Quelle:  www.auswaertiges-amt.de,  Stand  Februar  2007; be-
sucht am 4. Dezember 2008). Diese Tendenz zur Auswanderung wird 
erfahrungsgemäss dort noch begünstigt, wo im Zielland durch die Prä-
senz von Verwandten, Freunden oder Bekannten bereits ein soziales 
Beziehungsnetz besteht. 

5.5 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch, wie oben erwähnt, sämtli-
che Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Ob-
liegt  einer  Gesuchstellerin  oder  einem Gesuchsteller  im  Heimatland 
beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder famili-
äre Verantwortung,  kann dieser Umstand durchaus die Prognose für 
eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei 
Antragstellerinnen und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine beson-
deren  Verpflichtungen  haben,  das  Risiko  für  ein  fremdenpolizeilich 
nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Be-
suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden.

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6.
6.1 Bei der Eingeladenen handelt es sich um eine 30-jährige, unver-
heiratete Frau, welche anlässlich der Gesuchseinreichung weder An-
gaben zu ihrer beruflichen Tätigkeit noch zu einem allfälligen Arbeitge-
ber machte (vgl. Ziff. 8 und 9 des persönlichen Einreisegesuches vom 
23. April 2007). Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer gegenüber 
der  kantonalen  Migrationsbehörde  bzw.  der  Auslandvertretung  fest, 
seine Freundin arbeite als sog. „Philippine-Worker“ im Ausland, wo sie 
etwa als Verkäuferin, Köchin oder Hausangestellte tätig sei. Zwischen-
zeitlich sei  sie bei  ihrem Onkel in Manila  beschäftigt  und arbeite  an 
weiteren  Stellen  als  Verkäuferin.  Entsprechende  Belege,  welche  die 
angeblichen beruflichen Bindungen der Eingeladenen im Ausland oder 
in  ihrem  Heimatland  zweifelsfrei  nachgewiesen  hätten,  wurden  von 
den Beteiligten allerdings weder während des vorinstanzlichen Verfah-
rens noch auf Beschwerdeebene vorgewiesen. Von einer starken Ver-
wurzelung im Berufsleben, welche die Gesuchstellerin verlässlich von 
einer Emigration abzuhalten vermöchte, kann jedenfalls zum heutigen 
Zeitpunkt (noch) nicht ausgegangen werden. Dies umso weniger, als 
die Eingeladene in einem früheren Verfahren um Erteilung einer Ein-
reisebewilligung darauf hingewiesen hatte, bei ihren Arbeitsstellen im 
Ausland handle es sich vornehmlich um befristete Arbeitseinsätze im 
arabischen Raum. Dass die Arbeitsbedingungen als Gastarbeiterinnen 
oder Gastarbeiter  in arabischen Ländern und dazu noch in den Ein-
satzbereichen der Gesuchstellerin vergleichsweise hart  sind, darf  als 
bekannt vorgesetzt werden.

6.2 Soweit  der  Beschwerdeführer  vorbringt,  das  gesamte  familiäre 
Umfeld seiner Freundin befinde sich auf den Philippinen, gilt es festzu-
halten, dass sich die Gesuchstellerin – berufsbedingt – ohnehin mehr-
heitlich im Ausland oder im fernen Manila aufhält, womit die Beziehun-
gen zu ihrer in der Provinz Sultan Kudarat (im südlichsten Teil der Phi-
lippinen) lebenden Familie zumindest gelockert  sein dürften. Es kann 
demnach  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass  im  persönlichen 
oder familiären Umfeld der Eingeladenen Verpflichtungen oder gar Ab-
hängigkeiten  vorhanden sind,  die  besondere  Gewähr  für  eine  Rück-
kehr  ins  Heimatland geben könnten. Demgegenüber  verfügt  die  Ge-
suchstellerin  mit  dem Beschwerdeführer,  ihrem Freund,  bereits  über 
eine wichtige Bezugsperson in der Schweiz.

6.3 Berücksichtigt  man  zudem  die  oben  erwähnte  allgemeine  wirt-
schaftliche  Lage  auf  den  Philippinen,  dürften  die  mittelfristigen  Zu-

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kunftsaussichten der Eingeladenen zumindest als schwierig einzustu-
fen sein. In  Anbetracht  feststellbarer  Differenzen  betreffend  Lebens-
qualität,  soziale  Absicherung  und  Lohnniveau könnte  nämlich  selbst 
eine feste Arbeitsstelle im Heimatland für sich alleine nicht verlässlich 
vom Entschluss abhalten zu emigrieren, ebenso wenig zurückbleiben-
de  Familienangehörige.  Vielmehr  könnte  die  Absicht  auszuwandern 
gar von der Hoffnung getragen sein, die auf den Philippinen lebenden 
Angehörigen aus dem Ausland wirtschaftlich  besser  unterstützen zu 
können.  Vor  diesem  Hintergrund  müssen  die  Beteuerungen  auf  Be-
schwerdeebene,  wonach  genügend  Garantien  für  eine  fristgerechte 
Wiederausreise vorhanden seien, als nicht ausschlaggebend bezeich-
net werden.

6.4 Zu berücksichtigten gilt es im Weitern, dass die Vorinstanz in der 
Vergangenheit wiederholt Begehren der Gesuchstellerin um Erteilung 
eines mehrmonatigen Einreisevisums mit der Begründung abgewiesen 
hat, die fristgerechte und anstandslose Rückkehr ins Heimatland kön-
ne keineswegs als einwandfrei gesichert betrachtet werden (vgl. Verfü-
gung vom 28. März 2006, vom damals zuständigen Eidgenössischen 
Justiz- und Polizeidepartement bestätigt mit Entscheid vom 20. Okto-
ber 2006, Verfügung vom 15. Februar 2007). An dieser Einschätzung 
ist  auch heute festzuhalten, ergeben sich doch aus den Akten keine 
Hinweise, in den persönlichen Verhältnissen der Eingeladenen hätten 
sich seither wesentliche Veränderungen im Sinne einer neuen Verwur-
zelung im Heimatland ergeben.

6.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz – 
ohne gegen das Willkürverbot zu verstossen – zu Recht davon ausge-
hen, die Wiederausreise der Eingeladenen sei im Sinne von Art. 1 Abs. 
2 Bst. c  VEA nicht  gesichert. Die  Rüge des Beschwerdeführers,  die 
Ablehnung  des  Visums erfolge  ohne  gesetzliche  Grundlage,  erweist 
sich damit  als  unbehelflich. An der Richtigkeit  der Einschätzung des 
BFM ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer die 
rechtzeitige  Rückkehr  der  eingeladenen  Freundin  zugesichert  hat, 
denn  eine  solche  Garantie  ist  trotz  bester  und  ehrlicher  Absichten 
nicht  möglich  bzw.  rechtlich  nicht  durchsetzbar.  Gastgeber  können 
zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit  dem Be-
suchsaufenthalt,  nicht  aber  –  mangels  rechtlicher  und  faktischer 
Durchsetzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten ihrer Gäste garantie-
ren  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-6493/2007 vom 9. Juni 2008 E. 5.3). Der (durchaus verständliche) 

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Wunsch des Beschwerdeführers, der Eingeladenen sein Lebensumfeld 
in der Schweiz zeigen zu können, hat demnach in den Hintergrund zu 
treten. Als  Schweizerbürger steht ihm weiterhin die Möglichkeit offen, 
die Gesuchstellerin in deren Heimatland zu besuchen.

7.
Aus den dargelegten Gründen ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass 
die Vorinstanz das öffentliche Interesse sowie die Beachtung der gel-
tenden Bestimmungen entsprechend gewichtete und der Gesuchstel-
lerin  die  Einreise  verweigerte.  Die  angefochtene  Verfügung  verletzt 
kein Bundesrecht. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde richtig und 
vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat das ihr zustehende Er-
messen pflichtgemäss und zutreffend gehandhabt (Art. 49 VwVG). Die 
Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

8.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten  sind  auf  Fr. 600.-  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2  und Art.  3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 11

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 3. Juli 2007 geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour)
- das Ausländeramt des Kantons St. Gallen

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Daniel Brand

Versand: 

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