# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 657c781c-2c78-548b-a53e-79b19c5daaa5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 04.08.2017 BK 2017 212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-212_2017-08-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 212

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. August 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
terin Bratschi
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

C.________
a.v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung 

Strafverfahren wegen sexueller Nötigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 9. Mai 2017 (EO 13 10156)

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Erwägungen:

1. Am 9. Mai 2017 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren gegen A.________ (nachfolgend: 
Beschuldigter) wegen sexueller Nötigung durch Herunterreisen der Trainerhose 
und Manipulieren am Glied, angeblich begangen im Herbst/Winter 2012 zum Nach-
teil von C.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), ein. Dagegen erhob Letzte-
rer am 23. Mai 2017 Beschwerde. Er beantragte die Aufhebung der staatsanwalt-
schaftlichen Verfügung, den Ausstand der Staatsanwälte E.________ und 
F.________, die Durchführung einer neuen Untersuchung sowie die Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege. Soweit der Beschwerdeführer den Ausstand der 
Staatsanwälte beantragt, läuft ein gesondertes Ausstandsverfahren (BK 17 213).

In ihrer Stellungnahme beantragte die Generalstaatsanwaltschaft die kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Der Beschuldigte bean-
tragte am 27. Juni 2017, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen abzuweisen. Innert Frist hat der Beschwerdeführer keine Replik eingereicht. 

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schwei-
zerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] 
i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 
162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar 
in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Be-
schwerde – der 25. Mai 2017 war ein Feiertag (Auffahrt) – ist einzutreten.

3.

3.1 Der Beschwerdeführer schildert zunächst, wie er nach dem angezeigten Vorfall 
Meldung bei G.________ gemacht und diese ihm geraten habe, über den Vorfall zu 
schweigen; er werde von jetzt an beschützt werden. Er macht hierzu geltend, 
G.________ stehe in dringendem Verdacht, dass sie von oben herab unter Druck 
gesetzt und ihr auferlegt worden sei, was sie sagen dürfe und was nicht. 

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, diesen Einwand habe der Beschwerde-
führer bereits wiederholt vorgebracht. In der Einstellungsverfügung werde indes 
aufgezeigt, dass G.________ erst ungefähr ein Jahr nach dem Vorfall vom Be-
schwerdeführer über eine Drohung informiert worden sei, er ihr gegenüber jedoch 
keine sexuelle Nötigung geschildert und sie auch keine Verletzung am Hals des 
Beschwerdeführers festgestellt habe (Einstellungsverfügung S. 3 unten, S. 4 Mitte). 
Sie habe somit zu den Vorwürfen des Beschwerdeführers bereits umfassend aus-
gesagt, weshalb eine erneute Befragung keine neuen Erkenntnisse bringe (vgl. 
Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Juni 2015, Fasz. «Frist 318»). Die Ein-
vernahme sei ausserdem für den Beschwerdeführer parteiöffentlich erfolgt, selbst 
wenn sein amtlicher Rechtsbeistand auf eine Teilnahme verzichtet habe (vgl. Nach-
trag der Kantonspolizei vom 13. März 2014, Fasz. «Tatbestand»).

3

3.2 Im Weiteren schildert der Beschwerdeführer, dass er sich – weil ihn das Schweigen 
über das Tatgeschehen schwer belastet habe – der Seelsorgerin H.________ der 
Anstalten I.________ anvertraut habe. Er habe sie von ihrer Schweigepflicht ent-
bunden und trotzdem habe sie im Verfahren nicht aussagen wollen und sich unter 
das Amtsgeheimnis versetzen lassen. Es bestehe der dringende Verdacht, dass 
auch H.________ zum Schweigen unter Druck gesetzt worden sei. 

Dem hält die Generalstaatsanwaltschaft entgegen, dass H.________ die Entbin-
dung vom Amtsgeheimnis durch ihre vorgesetzte Behörde verweigert worden sei 
(vgl. Verfügung POM vom 15. März 2016, Fasz. «Frist 318»). Eine dagegen erho-
bene Beschwerde habe das Verwaltungsgericht am 9. Januar 2017 abgewiesen. 
Dieser Entscheid sei rechtskräftig. Auf die Beschwerde mit dem Antrag, die Akten 
betreffend das Verfahren um Entbindung von H.________ vom Amtsgeheimnis 
seien aus den Strafakten zu weisen, sei die Beschwerdekammer am 7. März 2017 
nicht eingetreten. Die Staatsanwaltschaft habe somit keine Möglichkeit gehabt, die 
Seelsorgerin H.________ – wie vom Beschwerdeführer verlangt – zu seinen ihr 
gegenüber gemachten Schilderungen zu befragen. 

3.3 Ferner ergänzt die Generalstaatsanwaltschaft, die Beschwerdekammer habe am 
6. Juni 2017 festgestellt, dass die Beiordnung des amtlichen Rechtsbeistands des 
Beschwerdeführers, Rechtsanwalt D.________, auch im Beschwerdeverfahren ihre 
Gültigkeit behalte. Mit Blick auf die Aussichtlosigkeit der Beschwerde (Art. 136 Abs. 
1 Bst. b und Art. 137 i.V.m. 134 Abs. 1 StPO) vertrete die Generalstaatsanwalt-
schaft indessen die Ansicht, dass die unentgeltliche Rechtspflege zu widerrufen sei 
und dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten aufzuerlegen seien.

4. Der Beschuldigte bringt im Wesentlichen Folgendes vor: Die Staatsanwaltschaft 
lege ausführlich dar, warum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Freispruch 
zu erwarten sei. Der Beschwerdeführer entkräfte diese Begründung mit keinem 
Wort. Vielmehr übe er allgemeine Kritik an der aus seiner Sicht ungenügenden Un-
tersuchung sowie an den Betreuungs- und Überwachungsverhältnissen in den An-
stalten I.________. Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern diese Kritik-
punkte dazu führen sollten, dass der Beschuldigte in einem allfälligen Hauptverfah-
ren schuldig gesprochen werden könnte. Er zeige keine Aktenstelle auf, welche 
aus seiner Sicht Beweismittel enthalte, die mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit 
zu einer Verurteilung führen könnten. 

Des Weiteren sei festzuhalten, dass das einzige belastende Beweismittel die Aus-
sage des Beschwerdeführers vom 11. Dezember 2013 sei. Diese Aussagen habe 
er indes im Rahmen einer nicht parteiöffentlichen polizeilichen Befragung gemacht. 
Anlässlich der parteiöffentlichen Befragung vom 22. April 2015 habe er lediglich auf 
seine früheren Aussagen verwiesen (EV S. 2, Z. 38-40). Auf Aufforderung hin, die 
Tat erneut zu schildern, sei der Beschwerdeführer bei dieser Haltung geblieben, 
auch nachdem er ausdrücklich auf die Unverwertbarkeit seiner früheren Aussagen 
hingewiesen worden sei (EV S. 6 und 7, Z. 199-210). Das Recht auf Konfrontation 
mit Belastungszeugen setze voraus, dass diese sich in der Gegenüberstellung mit 
der beschuldigten Person (nochmals) eingehend und substanziell zur Sache äus-
sern müssten, da eine wirksame Verteidigung nur dann gewährleistet sei, wenn die 

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beschuldigte Person die Gelegenheit habe, in kontradiktorischer Weise die Glaub-
haftigkeit von belastenden Aussagen auf die Probe zu stellen. Diese Möglichkeit 
werde ihr genommen, wenn sich Belastungszeugen in der Konfrontation nicht sub-
stanziell zur Sache äussern, sondern die Vorwürfe nur auf Vorhalt hin pauschal 
bestätigten. Solche rein formalen Konfrontationen hätten die Unverwertbarkeit 
früherer, nicht konfrontativ erfolgter Einvernahmen zur Folge, so dass sie auch 
nicht ergänzend zur Begründung einer Verurteilung herangezogen werden könnten 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013). Da der Be-
schwerdeführer eine einlässliche Aussage in der parteiöffentlichen Befragung ver-
weigert habe, sei dessen vorherige Aussage am 11. Dezember 2013 nicht verwert-
bar. Damit falle das einzige potentiell belastende Beweismittel dahin, was die 
Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs im Falle einer Überweisung umso grösser 
mache.  

Der Beschwerdeführer zeige ebenfalls nicht auf, durch welche weiteren Untersu-
chungshandlungen sich an diesem Ergebnis etwas ändern könnte. Nur am Rande 
habe er mögliche Untersuchungshandlungen erwähnt oder Beweisanträge gestellt. 
Der Vollständigkeit halber sei aufzuzeigen, dass auch diese nicht geeignet wären, 
am Ausgang des Verfahrens etwas zu ändern: Soweit der Beschwerdeführer den 
Beizug eines Berichts der ihn einweisenden Behörde des Kantons L.________ be-
antrage, könne dieser höchstens die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers im 
Sinne einer Hilfstatsache tangieren. Da seine Aussagen ohnehin unverwertbar sei-
en, brauche dessen Glaubwürdigkeit aber nicht gewürdigt zu werden. Und selbst 
wenn seine Aussagen verwertbar wären, genügten diese aus anderen Gründen 
nicht für eine Verurteilung als wegen einer angeblichen Verunglimpfung des Be-
schwerdeführers. Sie würden vor einem Sachgericht nicht als Beweismittel ausrei-
chen. Der Beizug des Berichts des Kantons L.________ vermöchte somit keinen 
Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens zu haben. Implizit beantrage der Be-
schwerdeführer zudem nochmals die Befragung von H.________ und G.________. 
G.________ sei jedoch bereits polizeilich befragt worden und habe die Vorwürfe 
nicht bestätigen können (Seite 3 der angefochtenen Verfügung). Es sei somit klar 
nicht erforderlich, sie nochmals parteiöffentlich einzuvernehmen. Zudem behaupte 
nicht einmal der Beschwerdeführer, dass G.________ den Vorfall beobachtet habe. 
Selbst wenn sie wider Erwarten die Darstellung des Beschwerdeführers in einer 
weiteren Befragung und entgegen ihren früheren Aussagen bestätigen würde, so 
würde dies an der Belastungssituation nichts ändern. Alleine die Aussage einer Be-
treuerin, dass der Beschwerdeführer die gegenüber der Polizei erhobenen Vorwür-
fe früher auch ihr gegenüber erwähnt habe, hätte nicht dazu geführt, dass sich die 
Wahrscheinlichkeit eines Schuld- und eines Freispruchs in etwa die Waage gehal-
ten hätte. Auf eine nochmalige Befragung von G.________ habe somit in antizipier-
ter Beweiswürdigung verzichtet werden können. Der Antrag auf Einvernahme der 
Pfarrerin H.________ sei rechtskräftig abgewiesen worden und stehe somit nicht 
mehr zur Diskussion (vgl. Beschluss der Beschwerdekammer BK 16 124 vom 
7. März 2017). Inwiefern der Zeitpunkt, in welchem die Versetzung des Beschwer-
deführers aus den Anstalten I.________ erstmals beantragt worden sei, für den 
Ausgang des Verfahrens von Bedeutung sein sollte, sei ferner nicht ersichtlich.

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5.

5.1 Die Staatsanwaltschaft verfügt die Einstellung des Verfahrens unter anderem dann, 
wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt, oder kein Straftat-
bestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 Bst. a und b StPO). Der Entscheid über die Ein-
stellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz in dubio pro duriore zu 
richten. Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätz-
lich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvorausset-
zungen angeordnet werden darf. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem 
Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung 
wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch gleich wahrschein-
lich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren De-
likten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 86 E. 4.1.1). Bei der Prüfung der 
Frage, ob nach der Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die 
Staatsanwaltschaft die Beweise würdigen (Beschluss des Obergerichts BK 16 279 
vom 4. Oktober 2016 E. 7.1).

Wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuel-
len Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter 
psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird gemäss 
Art. 189 Schweizerisches Strafgesetzbuch (StGB; SR 311) mit Freiheitsstrafe bis 
zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft.

5.2 Die Einstellungsverfügung erweist sich als rechtmässig. Es kann vorab auf die Aus-
führungen des Beschuldigten und der Generalstaatsanwaltschaft zur Sache ver-
wiesen werden (vorne E. 3 und 4). 

Wie bereits die Einstellungsverfügung vom 9. Mai 2017 darlegt, gab der Beschul-
digte anlässlich seiner Einvernahmen an, er sei erst einmal, vor circa drei Jahren, 
im Zusammenhang mit einer Unterschriftensammlung in der Zelle des Beschwer-
deführers gewesen. Er habe kaum Kontakt mit ihm gehabt. Man habe keine fünf 
Wörter miteinander gewechselt, sondern er habe ihn einzig gegrüsst. Er habe ihn 
nicht sexuell genötigt. Er sei nicht sein Typ. Zudem sei er seit 2008 chemisch ka-
striert, weshalb er kein sexuelles Verlangen habe. Nach dem Essen ziehe er sich 
oft in seine Zelle zurück, weil er seine Ruhe haben wolle. Diese liege weit entfernt 
von derjenigen des Beschwerdeführers. Mit diesem habe er nie Streit gehabt. Der 
Zellennachbar J.________ sagte zusammengefasst aus, er habe von einer sexuel-
len Nötigung nichts mitbekommen. Die Pflegefachfrau G.________ und die Thera-
peutin K.________ schliesslich sagten im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer 
habe ihnen erst im Oktober 2013 – das heisst rund ein Jahr nach den angeblichen 
Vorkommnissen – von diesen berichtet.  

Insgesamt fehlt es mithin an jeglichen Beweismitteln für eine sexuelle Nötigung, 
welche über die Behauptungen des Beschwerdeführers hinausgehen. Da dieser 
erst ein knappes Jahr nach dem angeblichen Übergriff jemanden darüber informier-
te und zudem den Namen des Beschuldigten anfänglich nicht nennen wollte, konn-
ten keine tatnahen Ermittlungen getätigt werden. Es konnte beispielsweise nicht 
geklärt werden, ob der Beschwerdeführer eine Verletzung am Hals aufwies. Der-
weil vermochte sich G.________ an keine Verletzung oder an ein Gespräch darü-

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ber zu erinnern (EV G.________ vom 21.01.2014, Z. 108 ff.). Der Beschuldigte be-
stritt, die sexuelle Nötigung begangen zu haben. Seine Aussagen erscheinen – wie 
die Staatsanwaltschaft richtig festhält – aufgrund der von ihm selbst offengelegten 
«chemischen Kastration» und seiner Aussage, dass der Beschwerdeführer nicht 
sein Typ sei, als glaubwürdig. Die Aussagen von J.________, G.________ und 
K.________ stützen allesamt eher die Aussagen des Beschuldigten. Zudem haben 
sie teilweise die Vermutung geäussert, dass die Anzeige des Beschwerdeführers 
den Grund gehabt haben könnte, eine Verlegung in eine andere Vollzugsanstalt zu 
erwirken, was er dann auch erreicht hat (EV J.________ vom 05.06.2015, Z. 94; 
EV A.________ vom 05.06.2015, Z. 125).  

Schliesslich nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag der Beschwerdeführer, 
wenn er ausführt, die Seelsorgerin H.________ und/oder G.________ seien «von 
oben herab zum Schweigen und Druck gesetzt» worden und es hätte für die Berner 
Justiz zu einem Skandal geführt, wenn an die Öffentlichkeit gekommen wäre, dass 
es in einer Massnahmenabteilung zu einem Sexualverbrechen durch einen Sexual-
verbrecher gekommen sei. Erstens nämlich lassen sich – wie nun einlässlich aus-
geführt wurde – keinerlei ernstlichen Anzeichen für eine sexuelle Nötigung finden, 
woran sich durch zusätzliche Untersuchungshandlungen nichts ändern würde. Und 
zweitens ist die Argumentation bezüglich des behaupteten Justizskandals ein klas-
sischer Zirkelschluss. 

5.3 Nach dem Ausgeführten ist nicht davon auszugehen, dass sich die Wahrschein-
lichkeit eines Freispruchs und einer Verurteilung des Beschuldigten bei einer An-
klageerhebung die Waage halten würde. Vielmehr ist – käme der Fall vor ein 
Sachgericht – von einer klar überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs 
auszugehen. Daran änderte das beantragte Einholen des Berichts des Kantons 
L.________ nichts. Darauf ist zu verzichten. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6. Bei diesem Verfahrensausgang wird grundsätzlich der Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Allerdings wurde ihm die unentgeltliche Rechts-
pflege für die Privatklägerschaft nach Art. 136 StPO gewährt. Diese ist – anders als 
es die Generalstaatsanwaltschaft verlangt – nicht zu widerrufen. Immerhin wurde 
ein Schriftenwechsel durchgeführt, sodass nicht von vornherein von einer klaren 
Aussichtslosigkeit der Beschwerde ausgegangen werden kann. Der Beschwerde-
führer hat dem Kanton Bern indes die vorläufig getragenen Verfahrenskosten zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 
StPO analog). Eine Entschädigung ist dem Beschwerdeführer keine auszurichten, 
da sein amtlicher Rechtsbeistand in diesem Beschwerdeverfahren keinen Aufwand 
generiert hat.  

Fernerhin hat der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt 
B.________, Anspruch auf Entschädigung seiner durch das Beschwerdeverfahren 
entstandenen Aufwendungen. Diese wird gemäss seiner Kostennote auf 
CHF 793.80 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt.  

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘000.00, trägt der Kanton 
Bern. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diesen Betrag zurück zu erstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

3. Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt B.________, wird eine 
Entschädigung von CHF 793.80 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwalt D.________
- der Generalstaatsanwaltschaft 

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin 

E.________ Vogelsang (mit den Akten)  

Bern, 4. August 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

 

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Vertretung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Adresse: Pretorio, Viale Stefano Franscini 3, 6500 Bellinzona) 
schriftlich und begründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 Bst. b StPO).