# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1698887a-d14e-56b3-9e7c-08db6eee7565
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.05.2008 E-1352/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1352-2008_2008-05-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1352/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M a i  2 0 0 8

Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 
Richter Walter Lang, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, 
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

X._______, Sri Lanka, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 16. Januar 2008 / N._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  ersuchte  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Colombo mit handschriftlichem Schreiben vom 17. November 2006 um 
Erteilung von Visa für seine Familie zwecks Migration in die Schweiz. 
Sein  Gesuch  begründete  er  mit  der  allgemeinen  Sicherheitslage  in 
A._______,  den  tödlichen  Zusammenstössen  von  Shingalesen  und 
Tamilen sowie dem Leidensdruck seiner Familie. 

B.
Mit  Schreiben der  Schweizerischen Botschaft  vom 15. Februar  2007 
bestätigte diese den Erhalt des Schreibens vom 17. November 2007. 
Sie  teilte  dem  Beschwerdeführer  mit,  die  Eingabe  werde  als 
Asylgesuch entgegengenommen und dem BFM unterbreitet,  welches 
die Einreise in die Schweiz jedoch nur bei Vorliegen einer ernsthaften 
Gefahr  aus  asylrelevanten Gründen bewillige. Der  Beschwerdeführer 
wurde zum Zwecke dieser Prüfung aufgefordert, sämtliche Missstände 
bis zum 15. März 2007 aufzulisten und alle Beweismittel sowie Kopien 
von Identitätspapieren einzureichen. 

C.
Mit Eingabe vom 26. Februar 2007 brachte der Beschwerdeführer vor, 
er  sei  in  A._______  aufgewachsen,  verheiratet  und  Vater  von  drei 
Kindern. Im Juli  1983 seien landesweite Unruhen ausgebrochen und 
es sei zu Brandschatzungen seitens von singhalesischen Extremisten 
gekommen. Er  und  weitere  Tamilen  seien  davon betroffen  gewesen. 
Seine Familie habe als verdächtig gegolten. Sie hätten in Angst gelebt. 
Der  Beschwerdeführer  ersuchte  erneut  um  Bewilligung  der  Einreise 
und Asylgewährung in der Schweiz. Dem Schreiben lagen diverse die 
Identität  des  Beschwerdeführers  und  seiner  Familie  belegende 
Dokumente (in Kopie) bei.

D.
Das  Bundesamt  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung 
vom 16. Januar 2008, eröffnet am 14. Februar 2008, die Einreise in die 
Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. Als Begründung führte es an, 
der  Beschwerdeführer  habe  bloss  geltend  gemacht,  wegen  der 
Situation im Jahre 1983 und wegen der allgemeinen Sicherheitslage 
für  Tamilen  Befürchtungen  für  die  Zukunft  zu  hegen.  Aus  diesem 
Vorbringen  sei  klar  zu  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer 

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deswegen keine landesweite asylbeachtliche Verfolgung zu befürchten 
habe.  Insbesondere  könne  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  davon 
ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit in einem absehbaren Zeitraum mit einem gezielten 
Verfolgungsinteresse  von  Seiten  der  srilankischen  Behörden  oder 
tamilischer  Organisationen  rechnen  müsse.  Dies  lasse  sich 
beispielsweise  damit  begründen,  dass  die  vom  Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  konkreten  Nachteile  weit  über  zwanzig  Jahre 
zurücklägen  und  somit  unerheblich  seien.  Ausserdem  seien  der 
Eingabe  bezüglich  des  Wohnortes  Colombo  keine  konkreten 
Befürchtungen zu entnehmen. 

E.
Mit  undatiertem,  beim  BFM  am  25.  Februar  2008  eingegangenem 
Schreiben  erhob  der  Beschwerdeführer  Beschwerde  gegen  den 
vorinstanzlichen  Entscheid.  Diese  Beschwerdeschrift  wurde  in  der 
Folge  zuständigkeitshalber  dem  Bundesverwaltungsgericht 
überwiesen. Der Beschwerdeführer machte darin geltend, täglich mit 
Problemen  konfrontiert  zu  sein.  Es  komme  zu  Entführungen  mit 
anschliessender  Gelderpressung.  Fast  alle  Geschäftsleute  seien 
davon  betroffen.  Die  Polizei  und  die  Armee  würden  oft  Razzien  im 
Haus  durchführen.  Er  sei  von  der  Polizei  und  der  Armee  schon 
wiederholt  unter  Verdacht  festgenommen  und  aufgefordert  worden, 
nirgends  hinzugehen.  Er  fürchte  sich  dermassen,  dass  er  nun  bei 
Freunden wohne. Heutzutage könnten sie nicht mehr in Ruhe leben. 
Täglich hörten sie von neuen furchterregenden Geschehnissen rund 
um  die  Stadt.  Er  habe  sich  zwischenzeitlich  beim  Roten  Kreuz 
beschwert.  Der  Beschwerdeführer  ersuchte  abschliessend  um  eine 
neue Würdigung seiner Vorbringen und Regelung seines Aufenthaltes 
in der Schweiz. 

F.
Mit  Schreiben  vom 7. März  2008  lud  das  Bundesverwaltungsgericht 
das BFM zur Vernehmlassung ein. Dabei verwies es einerseits auf das 
zur Veröffentlichung vorgesehene, mittlerweile als BVGE 2007 Nr. 30 
publizierte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 27. November 
2007 i.S. M., Sri Lanka, beinhaltend die Frage der Notwendigkeit einer 
Befragung von Gesuchstellern,  sowie andererseits  auf  die  Erhebung 
eines falschen Sachverhaltselementes.

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G.
In seiner Vernehmlassung vom 20. März 2008 beantragte das BFM die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  es  aus,  der 
Beschwerde  seien  "keine  rekurrierenden  Ansätze"  und  insgesamt 
keine  Hinweise  auf  eine  persönliche,  zielgerichtete  Verfolgung  zu 
entnehmen.  Auch  gebe  es  keine  Hinweise  darauf,  dass  der 
Beschwerdeführer  weitere  Vorbringen  gehabt  hätte.  Die 
Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer bisher noch nicht zur 
Kenntnis gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 
172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das neue Verfahrensrecht 
an  (vgl.  Art.  53  Abs. 2  VGG). Für  die  am 1. Januar  2007  hängigen 
Asylverfahren  gelten  zudem  die  auf  diesen  Zeitpunkt  in  Kraft 
getretenen Bestimmungen der Asylgesetzänderung vom 16. Dezember 
2005  (vgl.  Abs. 1  der  Übergangsbestimmungen  zur  Änderung  vom 
16. Dezember 2005).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur 
Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48 
Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die  Vernehmlassung  vom  20.  März  2008  wurde  dem 
Beschwerdeführer  bisher noch nicht  zur Kenntnis  gebracht. Auf  eine 
vorgängige  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  kann  angesichts 
des Ausgangs des vorliegenden Verfahrens jedoch verzichtet werden 
(vgl.  Art.  30  Abs.  2  Bst.  c  VwVG);  die  Vernehmlasung  wird  dem 
Beschwerdeführer zusammen mit dem vorliegenden Urteil zugestellt. 

4.  
4.1 Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft 
machen  kann  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem Drittstaat  zugemutet 
werden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 
20  Abs. 2 AsylG bewilligt  das Bundesamt einem Asylsuchenden die 
Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihm nicht zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise 
zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für 
Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 
1 AsylG bestehe. 

4.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind 
grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben,  wobei  den  Behörden  ein 
weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die 
Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen 
Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen 
(vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK / EMARK 1997 Nr. 15 
E. 2.e.-g.  S. 131 ff.,  welcher  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor Gültigkeit hat).

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4.3 Das  Bundesamt  führte  zur  Begründung  seiner  abweisenden 
Verfügung vom 16. Januar 2008 Folgendes aus: Der Beschwerdeführer 
habe  sinngemäss  ausschliesslich  geltend  gemacht,  er  und  seine 
Familie  hegten  wegen  der  Situation  von  1983  und  der  allgemeinen 
Sicherheitslage  für  Tamilen  Befürchtungen  für  die  Zukunft.  Den  von 
ihnen  eingereichten  Beweismitteln  seien  keine  zusätzlichen 
Sachverhaltselemente  zu  entnehmen.  Aufgrund  der  Aktenlage  sei 
somit  zu  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie 
keine  landesweite  asylbeachtliche  Verfolgung  zu  befürchten  hätten. 
Insbesondere  könne  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  davon 
ausgegangen werden,  dass sie mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  in 
einem absehbaren Zeitraum mit einem gezielten Verfolgungsinteresse 
von  Seiten  der  srilankischen  Behörden  oder  seitens  tamilischer 
Organisationen rechnen müssten. Dies lasse sich beispielsweise damit 
begründen,  dass  die  im  Schreiben  vom  26.  Februar  2007  geltend 
gemachten  konkreten  Nachteile  über  zwanzig  Jahre  zurücklägen. 
Ausserdem  seien  der  Eingabe  bezüglich  des  Wohnortes  Colombo 
keine konkreten Befürchtungen zu entnehmen. An diesen Erwägungen 
könnten  auch  die  eingereichten  Dokumente  nichts  ändern.  Die 
dargelegten  Vorbringen  vermöchten  im  heutigen  Zeitpunkt  nicht  zu 
einer  Einreisebewilligung  zu  führen.  Zusammenfassend  sei  somit 
festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  und  seine  Familie  nicht 
schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes  seien.  Daher  sei  das 
Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  zu 
bewilligen.

4.4 In  der  Beschwerdeschrift  hält  der  Beschwerdeführer  der 
vorinstanzlichen  Argumentation  im  Wesentlichen  entgegen,  er  habe 
auch heute täglich Probleme. Die Polizei  und die Armee hätten sein 
Haus schon öfters durchsucht. Es werde überall gesucht und jeder sei 
betroffen.  Er  sei  verschiedentlich  unter  Verdacht  festgenommen 
worden. Er  sei  verpflichtet  worden,  nirgends hinzugehen. Aus Angst 
lebe er nun bei Freunden. Gegenwärtig sei es unmöglich, in Ruhe zu 
leben.  Täglich  hörten  sie  von  beängstigenden  Neuigkeiten  aus  der 
Stadt. Er habe sich zwischenzeitlich beim Roten Kreuz beschwert. 

4.5 In der Vernehmlassung vom 20. März 2008 hält die Vorinstanz an 
ihren  Erwägungen  fest  und  führt  weiter  aus,  der  Beschwerde  seien 
keine  Hinweise  auf  eine  persönliche,  zielgerichtete  Verfolgung  zu 
entnehmen.  Nach  der  schriftlichen  Aufforderung  der  Botschaft,  alle 
Vorbringen  geltend  zu  machen,  sei  davon  auszugehen,  dass  der 

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Beschwerdeführer  nebst  den  genannten  keine  weiteren  Vorbringen 
habe. 

5.  
5.1 In einem Auslandverfahren führt die schweizerische Vertretung im 
Ausland mit  der asylsuchenden Person in der Regel  eine Befragung 
durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 
11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird 
die  asylsuchende  Person  von  der  schweizerischen  Vertretung 
aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 
AsylV 1).  Die  Anhörung  des  Gesuchstellers  hat  den  Zweck,  dem 
Asylbewerber  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren,  indem  ihm  die 
Gelegenheit gegeben wird, sein Gesuch zu begründen. Neben der zu-
verlässigen Sachverhaltserstellung soll  auch garantiert  werden,  dass 
die Entscheidung nicht über den Kopf der Betroffenen hinweg ergeht. 
Das Recht auf vorgängige Anhörung vor Ergehen eines negativen Ent-
scheides stellt einen Teilbereich des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
dar  und  ist  als  solches  formeller  Natur:  Der  Anspruch  besteht 
unabhängig davon, ob die Durchführung der Anhörung einen Einfluss 
auf die Entscheidung hat oder nicht. Demgemäss hat eine Anhörung 
auch  bei  erkennbar  unbegründeten  Asylgesuchen  stattzufinden  (vgl. 
BVGE 2007 Nr. 30 E. 5.5 mit weiteren Hinweisen). 

5.2 Im  vorliegenden  Verfahren  hat  keine  Befragung  des 
Beschwerdeführers  stattgefunden.  Grundlage  der  Entscheidfindung 
bildeten  zwei  handschriftliche,  in  schlechtem Englisch verfasste  und 
daher  nicht  immer  klar  verständliche,  drei  Seiten  umfassende 
Schreiben. Das Bundesverwaltungsgericht machte das BFM anlässlich 
des  Schriftenwechsels  im  Rahmen  des  Vernehmlassungsverfahrens 
auf die Vorgehensweise bei Auslandverfahren aufmerksam und räumte 
ihm Gelegenheit  zur  Stellungnahme ein. Dabei  wies  es  auf  das  zur 
Publikation vorgesehene, mittlerweile als BVGE 2007 Nr. 30 publizierte 
Urteil  vom 27. November 2007 i.S. M. gegen BFM hin, welches sich 
einlässlich zum Auslandverfahren und den Voraussetzungen für einen 
Befragungsverzicht äussert. So stellt  der Verzicht auf eine Befragung 
laut  Asylverordnung  1  -  wie  unter  E.  5.1  bereits  erwähnt  -  den 
Ausnahmefall  dar. Verzichtet werden darf  nur in zwei Fällen, nämlich 
erstens  bei  Unmöglichkeit  der  Befragung,  wobei  sich  die 
Unmöglichkeit  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen 
Gründen  bei  der  Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im 
betreffenden  Land  oder  aus  beim  asylsuchenden  liegenden, 

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persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. a.a.O., E. 5.2 und 5.3); da 
die  Anhörung  der  Sachverhaltsermittlung  und  der  Gewährung  des 
rechtlichen  Gehörs  dient,  ist  die  gesuchstellende  Person  bei 
Unmöglichkeit der Befragung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht 
in  einem  individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter  Fragen 
aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (vgl.  a.a.O.,  E. 
5.4).  Zweitens  kann  sich  eine  Befragung  oder  eine  schriftliche 
Sachverhaltsabklärung dann erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits 
aufgrund des eingereichten Asylgesuches als entscheidreif erscheint. 
Zu  dieser  Einschätzung  ist  der  asylsuchenden  Person  jedoch  das 
rechtliche Gehör zu gewähren (vgl. a.a.O., E. 5.7). In jedem Fall ist der 
Verzicht  auf  eine Befragung vom BFM zu begründen (a.a.O.,  E. 5.6 
und 5.7).

5.3 Das BFM hat in seiner Vernehmlassung vom 20. März 2008 keinen 
Bezug  auf  diese  ihm  unterbreiteten  Erwägungen  zum  korrekten 
Verfahrensablauf  bei  Auslandsgesuchen  genommen.  Es  hat  sich 
darauf  beschränkt,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als 
abschliessend  zu  qualifizieren  und  ihnen  die  Asylrelevanz 
abzusprechen. Was die ihm seitens des Bundesverwaltungsgerichts im 
Schriftenwechsel  vorgehaltene,  falsche  Sachverhaltsermittlung 
betreffend  den  Wohnort  des  Beschwerdeführers  angeht  –  in  der 
angefochtenen  Verfügung  wird  vom  Wohnort  Colombo  gesprochen, 
obwohl  der  Beschwerdeführer  in  Wirklichkeit  in  A._______  wohnt  -, 
führte  das  BFM  schliesslich  an,  dieser  Umstand  vermöge  die 
inhaltliche Richtigkeit der fraglichen Erwägung nicht zu tangieren.

5.4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der BFM-Entscheid 
in  Missachtung  der  unter  E.  5.1  dargelegten  Verfahrensgrundsätze 
ergangen  ist.  Das  BFM  hat  dem  des  hiesigen  Asylverfahrens 
unkundigen Beschwerdeführer weder das bei einem Verzicht auf eine 
Befragung notwendige, individualisierte Schreiben zugestellt, noch hat 
es  im  Entscheid  seine  Vorgehensweise  mit  der  geforderten 
Begründung  versehen.  Eine  Begründung  wird  auch  in  der 
Vernehmlassung  nicht  dargelegt.  Zudem  hat  es  seinem  Entscheid 
teilweise  einen  falschen  Sachverhalt  zugrunde  gelegt,  indem  es 
wiederholt  Colombo  als  Wohnsitz  angeführt  und  überdies  noch 
erwogen  hat,  der  Beschwerdeführer  mache  hinsichtlich  seines 
Wohnortes  Colombo  keine  konkreten  Befürchtungen  geltend. 
Unverständlich  ist  in  diesem  Zusammenhang,  dass  das  BFM  auch 
nach dem Hinweis auf diese unrichtige Sachverhaltsermittlung in der 

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Einladung zur  Vernehmlassung an der  inhaltlichen Richtigkeit  seiner 
diesbezüglichen Erwägung – neu in Bezug auf A._______ - festhielt, 
nachdem  doch  sämtliche  geltend  gemachten  Nachteile  und 
Befürchtungen eben gerade den Wohnort A._______ betreffen. Nicht 
nachvollziehbar  ist  übrigens  auch  die  spätere  Argumentation  auf 
Vernehmlassungsstufe, wonach die Mitnahmen und Auflagen an den 
Beschwerdeführer nicht persönlich bzw. zielgerichtet gewesen seien. 

Da aus den bisherigen Eingaben weder die Häufigkeit noch die Dauer 
der Mitnahmen des Beschwerdeführers hervorgehen und ihnen nichts 
über die genaue Motivation der Inhaftierungen und der Auflagen, den 
Ort nicht zu verlassen, zu entnehmen ist, wäre die Vorinstanz gehalten 
gewesen, den Sachverhalt  mittels Befragung des Beschwerdeführers 
durch  die  Schweizerische  Botschaft  genauer  abzuklären.  Bei  einer 
allfälligen Unmöglichkeit einer Befragung hätte der Beschwerdeführer 
jedenfalls  mit  gezielten  Fragen  zur  Darlegung  des  gesamten, 
asylrelevanten  Sachverhaltes  aufgefordert  werden  müssen.  Ein 
Auslassen  der  Befragung  hätte  das  BFM  im  Entscheid  sodann 
begründen müssen. Die Missachtung dieser Verfahrensschritte stellt – 
wie  bereits  festgestellt  -  eine  Verletzung  des  Anspruches  auf 
rechtliches  Gehör  des  Beschwerdeführers  dar.  Zudem  erweist  sich 
beim heutigen Aktenstand der Sachverhalt als nicht vollständig erstellt.

5.5 Eine Heilung kommt vorliegend schon deshalb nicht in Frage, weil 
der  Sachverhalt  nach  wie  vor  nicht  hinlänglich  erstellt  ist  und  die 
versäumte Handlung (Begründung des Verzichts auf eine Befragung) 
vom BFM bisher nicht nachgeholt worden ist (vgl. zur Voraussetzung 
für  eine  Heilung  generell  EMARK  2004  Nr.  38,  mit  weiteren 
Hinweisen).

5.6 Das Bundesverwaltungsgericht  hat  weiter  über die Verweigerung 
der  Einreisebewilligung durch die  Vorinstanz  zu  befinden. Es  hat  zu 
prüfen, ob aus den Akten eine derartige Gefährdung hervorgeht, dass 
der  Beschwerdeführer  für  die  Dauer  des  Verfahrens  in  die  Schweiz 
einreisen  müsste.  Diesbezüglich  gelangt  es  zum  Schluss,  dass 
aufgrund der heute bestehenden Aktenlage eine aktuelle Gefährdung 
des  Beschwerdeführers  nicht  erstellt  ist.  Gemäss  Beschwerdeschrift 
lebt der Beschwerdeführer gegenwärtig bei Freunden. Dass er dort in 
akuter  Gefahr  wäre,  macht  er  nicht  geltend.  Auch  die  allgemeine 
Sicherheitslage  in  A._______  stellt  sich  nicht  derart  dar,  dass 
deswegen eine Einreisebewilligung zu erteilen wäre. 

Seite 9

6. Zusammenfassend  lässt  sich  festhalten,  dass  die  Vorinstanz  im 
vorliegenden  Fall  dadurch,  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die 
Schweizer Vertretung vor dem erstinstanzlichen negativen Entscheid 
nicht befragt wurde, den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt hat. 
Da  eine  Heilung  der  Gehörsverletzung  vorliegend  nicht  in  Frage 
kommt,  wird  der  Entscheid  aufgehoben  und  zur  Fortsetzung  des 
erstinstanzlichen  Verfahrens  sowie  zur  Neubeurteilung  an  die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

7. Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen,  die 
vorinstanzliche Verfügung vom 16. Januar 2008 aufzuheben und das 
BFM anzuweisen, das Verfahren fortzusetzen und in der Sache neu zu 
entscheiden.

8.  
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

8.2 Dem  Beschwerdeführer  wäre  angesichts  des  Obsiegens  im 
Beschwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art.  64  Abs. 1  VwVG eine 
Parteientschädigung  für  ihm  erwachsene  notwendige 
Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des Reglements vom 11. 
Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Nachdem  dieser 
anwaltlich  nicht  vertreten  war,  ist  nicht  vom  Entstehen  derartiger 
Kosten  auszugehen.  Folglich  ist  keine  Parteientschädigung  zu 
entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 16. Januar  2008 wird aufgehoben und 
das BFM angewiesen,  das Verfahren fortzusetzen und in  der  Sache 
neu zu entscheiden.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (durch  Vermittlung  der  Schweizerischen 
Botschaft in Colombo; mit Kopie der Vernehmlassung der Vorinstanz 
vom 20. März 2008 zur Kenntnisnahme)

- die Schweizerische Botschaft in Colombo (mit der Bitte, das Urteil 
dem  Beschwerdeführer  gegen  Unterzeichnung  der  beigelegten 
Empfangsbestätigung  oder  gegen  postalischen  Rückschein  zu 
eröffnen und den Eröffnungsbeleg dem Bundesverwaltungsgericht 
zuzustellen)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten (Ref. N._______)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

Versand: 

Seite 11

Seite 12