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**Case Identifier:** a47e3eee-5226-5b03-a81f-081537b32018
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.03.2012 LY110046
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY110046_2012-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY110046-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichter Dr. P. 

Higi und Ersatzrichterin Prof. Dr. Jent-Sørensen sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Wili. 

Urteil vom 15. März 2012 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

sowie 

 
1. B._____,  

2. C._____,  

Verfahrensbeteiligte 

 

1 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____  

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____  

 

 
betreffend Berufung gegen eine Verfügung der 7. Abteilung des Einzelge-

richts des Bezirkes Zürich vom 14. Dezember 2011 i.S. B._____ und C._____ 
betr. Ehescheidung / Kindesschutzmassnahmen; Proz. FE100096 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Eltern der Berufungsklägerin (nachfolgend Verfahrensbeteiligte 1 

und 2) stehen sich seit 2010 beim Einzelgericht der 7. Abteilung des Bezirksge-

richtes Zürich im Scheidungsverfahren gegenüber (vgl. act. 11). Die gemeinsame 

Tochter der Parteien (nachfolgend Berufungsklägerin) wurde Ende Novem-

ber 2011 zum fünften Mal ins D._____, …klinik für Psychiatrie und Psychothera-

pie, eingewiesen (act. 11/167). Die Berufungsklägerin leidet an einer Persönlich-

keitsstörung vom Borderline-Typ mit zum Teil vitalen Selbstverletzungen und 

Mutilationen, an Polytoxikomanie (v.a. Kokain), einer Essstörung, einer anamneti-

schen Anorexia nervosa und nach wiederholten Suizidversuchen einer Störung 

des Sozialverhaltens mit zunehmenden Verwahrlosungstendenzen (act. 11/167). 

Am 5. Dezember 2011 trat die Berufungsklägerin zum Zwecke des Drogenent-

zugs in die Psychiatrische Klinik E._____ über (act. 11/171 = act. 11/172). 

2. Bereits mit Verfügung vom 1. Februar 2011 errichtete das Einzelgericht 

der 7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich für die Berufungsklägerin eine Erzie-

hungsbeistandschaft gemäss Art. 308 ZGB (act. 11/91). Am 10. März 2011 ver-

fügte es ferner die Zuteilung der Obhut über die Berufungsklägerin an die Verfah-

rensbeteiligte 1 (act. 11/123). 

3. Mit Auszug aus dem Protokoll vom 1. November 2011 überwies die 

Vormundschaftsbehörde F._____ dem Einzelgericht der 7. Abteilung des Bezirks-

gerichtes Zürich zuständigkeitshalber einen bei ihr eingegangenen Antrag auf 

Präzisierung des Auftrages der mit Verfügung der Vorinstanz vom 1. Febru-

ar 2011 (act. 11/91) und des Beschlusses des Vormundschaftsbehörde vom 

10. Februar 2011 eingesetzten Beiständin, G._____ (act. 11/115), sowie ein Ge-

such der Berufungsklägerin um Aufhebung der bestehenden Beistandschaft 

(act. 11/162-163, act. 11/168-169).  

4. Mit Verfügung vom 14. Dezember 2011 entzog das Einzelgericht der 

7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich im Rahmen einer vorsorglichen Mass-

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nahme den Verfahrensbeteiligten die elterliche Sorge über die Berufungsklägerin 

(Ziff. 1), errichtete für diese eine Vormundschaft nach Art. 368 ZGB (Ziff. 2.a), be-

auftragte die Vormundschaftsbehörde F._____ mit deren Vollzug (Ziff. 2.b), hob 

die mit Verfügung vom 1. Februar 2011 für die Berufungsklägerin errichtete Bei-

standschaft nach Art. 308 ZGB auf (Ziff. 2.c) und wies die Ausgestaltung des per-

sönlichen Verkehrs der Verfahrensbeteiligten mit der Berufungsklägerin dem 

Vormund zu (Ziff. 3), unter Hinweis darauf, dass dabei das Kindeswohl zu berück-

sichtigen und in enger Zusammenarbeit sowie mit dem Einverständnis der be-

handelnden Ärzte/Fachpersonen zu entscheiden sei (act. 3 = act. 11/185 = 

act. 12). 

5. Hiergegen erhob die Berufungsklägerin mit Eingabe vom 26. Dezem-

ber 2011 Berufung (act. 2). Sie führt zusammengefasst aus, sie benötige keinen 

Vormund, da ihre Eltern in der Lage seien, für sie zu sorgen, und sie ihre Angele-

genheiten sehr gut selber mit ihren Eltern und den Ärzten regeln könne. 

6. Am 28. Dezember 2011 wurden die vorinstanzlichen Akten beigezogen 

(act. 11/1-191). Mit Beschluss vom 30. Dezember 2011 wurde der Berufungsklä-

gerin in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche 

Rechtsbeiständin bestellt und davon Vormerk genommen, dass der Berufung kei-

ne aufschiebende Wirkung zukommt (act. 5).  

7. Mit Eingabe vom 9. Januar 2012 liess die Berufungsklägerin ein Wie-

derherstellungsgesuch für die Frist zur Erstattung bzw. Ergänzung der Berufung 

stellen (act. 10). Diesem Gesuch wurde mit Beschluss vom 12. Januar 2012 ent-

sprochen, und es wurde der Berufungsklägerin eine Nachfrist von 10 Tagen ab 

Zustellung des Beschlusses angesetzt, um die Berufungsanträge abschliessend 

zu stellen und zu begründen (act. 13). 

8. Am 26. Januar 2012 teilte die Vormundschaftsbehörde F._____ der 

Kammer ihre Verfügung vom 19. Januar 2012 mit, worin gestützt auf den ange-

fochtenen Entscheid für die Berufungsklägerin für die Dauer des Berufungsverfah-

rens eine Vertretung gemäss Art. 386 ZGB angeordnet und als Vertreterin die 

bisherige Beiständin, G._____, eingeladen und beauftragt wird, die persönlichen 

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und vermögensrechtlichen Interessen der Berufungsklägerin zu wahren und sie 

zu vertreten sowie nach Abschluss des Berufungsverfahrens der Vormund-

schaftsbehörde einen schriftlichen Bericht über ihre Tätigkeit und die persönlichen 

Verhältnisse der Berufungsklägerin einzureichen (act. 17). 

9. Mit Eingabe vom 30. Januar 2012 liess die Berufungsklägerin ihre Be-

rufung ergänzen, mit den folgenden Anträgen (act. 18): 

"1. In Aufhebung von Dispositiv Ziffer 1 sowie Dispositiv Ziffer 2a) und 2b) der angefoch-
tenen Verfügung sei den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 die elterliche Sorge nicht zu 
entziehen. 

Es sei die elterliche Sorge der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 insoweit einzuschrän-
ken, als der Verfahrensbeteiligten 1 das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Beru-
fungsklägerin sowie den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 sämtliche Rechte in Bezug auf 
die medizinische Behandlung der Berufungsklägerin zu entziehen seien. 

 2. In Aufhebung von Dispositiv Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung sei den Verfah-
rensbeteiligten 1 und 2 ein Besuchsrecht einzuräumen von je 2 Wochenenden, even-
tualiter je einem Wochenende pro Monat. 

 3. In Aufhebung von Dispositiv Ziffer 2c) der angefochtenen Verfügung sei: 

a) von der Errichtung einer Vormundschaft abzusehen und die bereits errichtete 
Beistandschaft zu belassen. 

b) die besonderen Befugnisse der Beiständin wie folgt festzulegen: 

Bestimmung des Aufenthaltsortes der Berufungsklägerin sowie Regelung des-
sen Finanzierung. 

Bestimmung der medizinischen Behandlung in Zusammenarbeit mit den be-
handelnden Fachärztinnen und Fachärzten und der Berufungsklägerin. Infor-
mation der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 in regelmässigen Abständen (mindes-
tens alle 2 Monate) über die getroffenen Massnahmen sowie sobald ein wichti-
ger Entscheid getroffen wurde. 

Festlegung der Modalitäten der Besuchsregelung und, falls für die Berufungs-
klägerin medizinisch indiziert, der Einschränkung der festgelegten Besuchs-
ordnung. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. 8 % MwSt) zu Lasten der Gerichts-
kasse, eventualiter der Verfahrensbeteiligten 1 und 2." 

10. Mit Verfügung vom 6. Februar 2012 wurde den Verfahrensbeteiligten 

Gelegenheit zur Stellungnahme zur Berufung gegeben (act. 19). Die Stellung-

nahme der Verfahrensbeteiligten 1 ging bei der Kammer am 17. Februar 2012 ein 

(act. 21), diejenige des Verfahrensbeteiligten 2 am 20. Februar 2012 (act. 22). 

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II. 

1.1 Ist ein Verfahren über die Ehescheidung anhängig und hat das Gericht 

die Beziehung der Eltern zu den Kindern zu gestalten, so trifft es bei Gefährdung 

des Kindeswohls auch die nötigen Kindesschutzmassnahmen bzw. passt allfällig 

bestehende Kindesschutzmassnahmen neuen Verhältnissen an (Art. 315a ZGB). 

Als Massnahmen zum Schutze des Kindeswohls sieht das Gesetz nach der 

Schwere des Eingriffes, in aufsteigender Reihenfolge geordnet, ein Weisungs-

recht vor (Art. 307 Abs. 3 ZGB), die Errichtung einer Beistandschaft 

(Art. 308 ZGB), die Aufhebung der elterlichen Obhut (Art. 310 ZGB) und – als ul-

tima ratio – den Entzug der elterlichen Sorge (Art. 311 ZGB). Einzelne der ersten 

drei Massnahmen können kombiniert werden (CYRIL HEGNAUER, Grundriss des 

Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 27.08; BSK ZGB I-BREITSCHMID, 

4. Aufl. 2010, Art. 307 N 2). Zu berücksichtigen ist dabei der Verhältnismässig-

keitsgrundsatz. Im Sinne der daraus fliessenden Proportionalität hat die angeord-

nete Massnahme dem Grad der Gefährdung des Kindeswohls zu entsprechen 

und die elterliche Sorge so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig einzuschrän-

ken (CYRIL HEGNAUER, Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 27.12). 

Es ist also die mildeste im Einzelfall Erfolg versprechende Massnahme zu treffen 

(BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 307 N 8).  

1.2 Mit der Beistandschaft wird aktiv, autoritativ und kontinuierlich auf die 

Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des Kindes eingewirkt, und die el-

terliche Sorge wird insofern beschränkt (BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, 

Art. 308 N 2). Die Erziehungsbeistandschaft dient im Konkreten dem Abbau von 

erzieherischen Missständen durch Vermittlung, Anleitung und Weisung gegen-

über den Eltern (BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 308 N 4). Dem Bei-

stand können zudem besondere Befugnisse übertragen werden (Art. 308 

Abs. 2 ZGB), die durch Formulierung eines Auftrages präzise festzulegen sind 

(BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 308 N 6). Die Befugnisse des Bei-

standes konkurrieren grundsätzlich mit denjenigen der Inhaber der elterlichen 

Sorge (BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 308 N 7), Letztere können 

aber auch entsprechend beschränkt werden, wenn sich die Eltern wenig koopera-

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tiv zeigen und Gefahr besteht, dass sie Anordnungen des Beistands unterlaufen 

(Art. 308 Abs. 3 ZGB; BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 308 N 20). Rei-

chen diese Massnahmen zum Schutze des Kindes nicht aus, so kann den Eltern 

die Obhut über das Kind entzogen werden (Art. 310 Abs. 1 ZGB). Als einschnei-

denste, letzte Massnahme kann den Eltern die elterliche Sorge vollständig entzo-

gen werden (Art. 311/312 ZGB). Ordentliche Entziehungsgründe sind die unge-

nügende erzieherische Eignung oder Pflichtversäumnisse der Eltern (BSK ZGB I-

BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 311/312 N 6 ff.).  

2.1 Die Vorinstanz begründet ihren Entscheid über den Entzug der elterli-

chen Sorge und der Errichtung einer Vormundschaft über die Berufungsklägerin 

im Wesentlichen mit dem gesundheitlichen Zustand der Berufungsklägerin und 

dem Verhalten der Eltern, welche durch mangelhafte Unterstützung eine adäqua-

te Behandlung der Berufungsklägerin verhindern würden (act. 12). Sie stützt sich 

diesbezüglich massgeblich auf die Ausführungen der behandelnden Ärztin des 

D._____, med. pract. H._____, in ihrer Stellungnahme an die Vormundschaftsbe-

hörde F._____ vom 1. Dezember 2011 (act. 11/167). 

Entsprechend den Schilderungen von med. pract. H._____ zeigt sich die Er-

krankung der Berufungsklägerin mit deutlicher Tendenz, unerwartet und ohne Be-

rücksichtigung von Konsequenzen zu handeln, Neigung zu Wutausbrüchen ohne 

Kontrolle über das explosive Verhalten, Schwierigkeiten Handlungen beizubehal-

ten, die nicht unmittelbar belohnt werden, sowie einer unbeständigen und launi-

schen Stimmung. Die Berufungsklägerin leide unter grosser Unsicherheit bezüg-

lich Selbstbild, Zielen und inneren Präferenzen sowie einem anhaltenden Gefühl 

der Leere. Die Berufungsklägerin bemühe sich übermässig, das Gefühl von Ver-

lassenwerden zu vermeiden, unter anderem auch hierfür drohe sie mit oder verü-

be sie teils schwerste Verletzungen. In der Folge empfiehlt die Ärztin nach erfolg-

tem Drogenentzug eine längerfristige Unterbringung der Berufungsklägerin in ei-

nem sozialpädagogischen, schliessbaren Heim, vorzugsweise in einer Institution 

für Erwachsene, gegebenenfalls mittels einer fürsorgerischen Freiheitsentziehung. 

Ständig wechselnde Aufenthaltsorte und Behandler würden die Symptomatik ten-

dentiell verschlechtern. Die Eltern seien auf Grund der Schwere der Erkrankung 

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der Berufungsklägerin nicht in der Lage, diese notwendigen therapeutischen Mas-

snahmen adäquat zu unterstützen, weshalb auch eine Vormundschaft für die Be-

rufungsklägerin zu prüfen sei (act. 11/167).  

2.2 Zur Veranschaulichung der Überforderung der Verfahrensbeteiligten 1 

und 2 weist die Vorinstanz im Übrigen beispielhaft einerseits auf das Protokoll der 

Besprechung zwischen den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 und Vertretern der So-

zialbehörde sowie der Beiständin vom 1. Dezember 2011 (act. 11/183 = 

act. 11/186) und anderseits auf diverse Mails der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 

(act. 11/176/8-11) hin (act. 12). 

3.1 Gegen diesen Entscheid lässt die Berufungsklägerin in der Ergän-

zungsschrift ausführen, dass alle involvierten Personen – nebst den Eltern auch 

die medizinisch Spezialisierten und die Behörden – von ihrer schlechten gesund-

heitlichen Situation und der schnellen und drastischen Entwicklung in der letzten 

Zeit überfahren worden seien (act. 18 S. 4 und S. 6). Es treffe nicht zu, dass die 

Verfahrensbeteiligten 1 und 2 eine therapeutische Behandlung mangelhaft unter-

stützen würden. Das belege die Vorinstanz auch nicht. Sie selber fühle sich durch 

die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 unterstützt; deren Hilfestellungen seien ihr wich-

tig (act. 18 S. 6). Wenn auch die behandelnden Ärzte an ihre Grenzen stossen 

würden, könne nicht den Eltern vorgeworfen werden, sie seien überfordert 

(act. 18 S. 6). Zudem begegne die von der Vorinstanz vorgesehene Regelung ih-

rer gesundheitlichen Gefährdung nicht, im Gegenteil. Sie belaste ihr Selbstwert- 

und auch ihr Selbstgefühl ungemein (act. 18 S. 5).  

3.2 In Bezug auf das von der Vorinstanz erwähnte Protokoll der Vormund-

schaftsbehörde F._____ vom 1. Dezember 2011 (act. 11/186) lässt die Beru-

fungsklägerin sodann darauf hinweisen, dass daraus ebenfalls hervorgehe, dass 

die Klinik sie, die Berufungsklägerin, angesichts ihres Zustandes unbeaufsichtigt 

joggen gelassen habe und generell alle beteiligten Fachkräfte versagt hätten, in-

dem die Fachleute des D._____ und der Klinik E._____ hin und her kommuniziert, 

aber nicht gehandelt hätten, der Hausarzt ebenfalls hin und her verwiesen worden 

sei und auch die Behörde hilflos gewesen sei (act. 18 S. 7). Dass die Verfahrens-

beteiligten 1 und 2 in Bezug auf einzelne Fragen des Vorgehens unterschiedliche 

- 8 - 

Ansichten hätten, lasse auch nicht darauf schliessen, sie seien überfordert. Denn 

sie hätten immer wieder eine gemeinsame Lösung für die einzuleitenden Thera-

pien gefunden. Die von der Vorinstanz genannten Mails würden sich im Übrigen 

nicht bei den Akten befinden (act. 18 S. 8).  

3.3 Die vorliegenden Kindesschutzmassnahme solle der Durchführung der 

therapeutischen Behandlung und der Konstanz der Therapie dienen. Die Vo-

rinstanz irre aber, wenn sie die Ansicht vertrete, die bereits errichtete Beistand-

schaft vermöge dem nicht zu genügen. Es habe sich eindeutig ergeben, dass der 

Aufgabenbereich der Beiständin einfach zu wenig klar festgelegt worden sei. Mit 

einer griffigeren, umfassenderen Umschreibung des Aufgabenbereichs der Bei-

ständin könne mit einer weniger weitgehenden Massnahme als der angeordneten 

das Ziel auch erreicht werden. Damit würde dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 

und der Subsidiarität genüge getan (act. 18 S. 8 f. und S. 14). Dass die Eltern in 

Bezug auf die nicht medizinischen Fragen nicht fähig wären, die elterliche Sorge 

auszuüben, werde ferner von der Vorinstanz nicht dargetan. Es sei daher nicht 

ersichtlich, warum die gesamte elterliche Sorge entzogen werden sollte (act. 18 

S. 14). 

3.4 Damit die laufende Behandlung im D._____ durchgeführt und gewähr-

leistet werden könne, reiche es aus, wenn die Beiständin nebst den bisherigen 

Aufgaben den Aufenthalt der Berufungsklägerin bestimmen könne. Denn damit 

könne sie die konstante längerfristig notwendige Behandlung garantieren. Der 

vollständige Entzug der elterlichen Sorge sei dafür nicht notwendig, der Entzug 

des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Verfahrensbeteiligten 1 reiche aus (act. 18 

S. 8 f.). Dies insbesondere dann, wenn der Beiständin zudem die Befugnis über-

tragen werde, die medizinisch therapeutische Behandlung alleine bestimmen zu 

können. Dabei sei aber das Informationsrecht der Eltern zu gewährleisten. Aller-

dings müsse in einem zusätzlichen Verfahren geklärt werden, ob ein Wechsel der 

Person der Beiständin angezeigt sei (act. 18 S. 13 f.).  

3.5 Unzulässig sei sodann, die Regelung des Besuchsrechts der Beistän-

din zu überlassen. Diese habe nur im Rahmen der gerichtlich festgelegten Be-

suchsordnung die Modalitäten des persönlichen Verkehrs zu regeln (act. 18 

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S. 10). Mit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts der Verfahrensbetei-

ligten 1 sei das Besuchsrecht sowohl für diese als auch den Verfahrensbeteiligten 

2 zu regeln, und zwar abwechslungsweise jedes Wochenende bei einem Eltern-

teil, allenfalls in einem reduzierten Masse (act. 18 S. 11). Einschränkungen zeitli-

cher oder räumlicher Art sollten durch die Beiständin zulässig sein oder es könn-

ten auch besondere Auflagen erteilt werden, allerdings nur, wenn sie medizinisch 

oder therapeutisch indiziert seien und der Berufungsklägerin nachvollziehbar dar-

gelegt würden (act. 18 S. 12). 

4.1 Die Verfahrensbeteiligte 1 stellt sich in ihrer Stellungnahme auf den 

Standpunkt, sie habe die behandelnden Ärzte immer adäquat und intensiv unter-

stützt. Sie sei aber zur Vermeidung von schwierigen und konfliktträchtigen Dis-

kussionen zwischen den Verfahrensbeteiligten und dem damit zusammenhän-

genden Loyalitätskonflikt der Berufungsklägerin bereit gewesen, den Entzug des 

Sorgerechts zu akzeptieren. Es sei zutreffend, dass der Aufgabenbereich der Bei-

ständin zu wenig klar festgelegt worden sei und sie stimme dem Vorschlag, eine 

klare Besuchsordnung festzuhalten, bei (act. 21).  

4.2 Auch der Verfahrensbeteiligte 2 nimmt insofern Stellung, als er zuguns-

ten der Tochter auf eine Anfechtung des Sorgerechtsentzugs verzichtet habe. Er 

unterstütze jedoch die Anträge der Berufungsklägerin, welche einwandfrei be-

gründet seien und sowohl das Selbstbestimmungsrecht der Berufungsklägerin als 

auch die Elternrechte angemessen berücksichtigen würden. Dabei weist er wie-

derholend darauf hin, dass die Beiständin vor Festsetzung (zumindest nichtdring-

licher) Entscheidungen die Eltern aber anhören solle. Im Sinne des Wohlergehens 

der Tochter stelle sich überdies die Frage, wer die Funktion der Beiständin ausü-

ben solle, zumal die bisherige Beiständin die gestellten Anforderungen nicht erfül-

le (act. 22).  

5.1 Die Vorinstanz errichtete bereits mit Verfügung vom 1. Februar 2011 

auf Grund einer Gefährdungsmeldung des … [Spital] vom 27. Januar 2011 mit 

dem wesentlichen Zweck, die Berufungsklägerin aus den elterlichen Konflikten 

herauszunehmen und dadurch bei ihr entstehende Loylitätskonflikte zu vermin-

dern (act. 11/91), für die Berufungsklägerin eine Erziehungsbeistandschaft nach 

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Art. 308 ZGB und beauftragte die Vormundschaftsbehörde F._____ mit dem Voll-

zug (act. 11/92). Der involvierte Arzt, Dr. med. I._____, hielt zum Zustand der Be-

rufungsklägerin damals fest, diese stehe noch am Anfang der Genesung. Aller-

dings würden bei der Berufungsklägerin erste Anzeichen für eine Änderung im 

Selbst- und Fremdempfinden bestehen, was einen Meilenstein im Genesungspro-

zess darstelle und unterstützt werden müsse (act. 11/91).  

5.2 In der Folge ernannte die Vormundschaftsbehörde F._____ G._____ 

als Beiständin und übertrug dieser die folgenden Aufgaben (act. 11/115): 

"Sie [die Beiständin] hat in enger Zusammenarbeit mit A._____, der externen Psychothera-

peutin und allfälligen involvierten psychotherapeutischen Institutionen (bei erneuter vorübergehen-

der Therapie) die geeigneten Entscheidungen und Massnahmen vorzunehmen. Je nach Verlauf 

der erneuten stationären Therapie sind in Absprache mit psychotherapeutischen Fachpersonen 

auch allfällige ausserfamiliäre Anschlusslösungen in Betracht zu ziehen. Eine solche nachfolgende 

Platzierung, falls indiziert, ist durch die Beiständin zu organisieren. Im Rahmen dieser Massnahme 

ist insbesondere darauf zu achten, dass A._____ nicht erneut zwischen elterliche Konflikte gerät, 

welche die Loyalitätskonflikte verstärken und sich hinderlich auf den Genesungsprozess auswir-

ken." 

5.3 Nachdem die Beschwerdeführerin erneut hospitalisiert werden musste, 

wies die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. März 2011 in Gutheissung des ent-

sprechenden Antrags der Verfahrensbeteiligten 1 und in Abweisung des Antrags 

des Verfahrensbeteiligten 2 auf beidseitigen Obhutsentzug die Obhut über die Be-

rufungsklägerin der Verfahrensbeteiligten 1 zu und verzichtete unter Hinweis auf 

die Abwicklung des Kontaktes über die Beiständin auf die Regelung eines Be-

suchsrechts (act. 11/123). 

5.4 Im Verlaufe des Jahres 2011 verschlechterte sich der gesundheitliche 

Zustand der Berufungsklägerin stetig, bei Einweisung der Berufungsklägerin in 

das D._____ am 28. November 2011 gar rasant. Die behandelnde Ärztin des 

D._____, med. pract. H._____, beschreibt die Krankheit der Berufungsklägerin 

am 1. Dezember 2011 in einer Stellungnahme zuhanden der Vormundschaftsbe-

hörde F._____ als rasch progredient und ihren Zustand insofern als prekär, als 

bei anhaltend rapider Verschlechterung die erhebliche Gefahr bestehe, dass die 

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Berufungsklägerin versterbe, sei es durch Suizidversuch, einer übermässigen 

Selbstverletzung oder wegen Drogenkonsums (act. 11/167). Auch die sie in der 

Psychiatrischen Klinik E._____ betreuende Assistenzärztin, J._____, bezeichnet 

die Berufungsklägerin sowohl in körperlicher als auch psychischer Hinsicht als 

sehr instabil und nicht belastbar (act. 11/172). 

5.5 Das Leben der Berufungsklägerin ist offensichtlich in hohem Masse ge-

fährdet, dessen sind sich auch alle Beteiligten bewusst. Augenscheinlich ist auch, 

dass mit der errichteten Beistandschaft und der Zuteilung der alleinigen Obhut an 

die Verfahrensbeteiligte 1 der sich zunehmend entwickelten Lebensgefährdung 

der Berufungsklägerin nicht begegnet werden konnte. Daher erweist sich zum 

Schutze der Berufungsklägerin die Abänderung der bestehenden Massnahme 

und/oder die Anordnung einer zusätzlichen Massnahme als notwendig. 

6.1 Die Vorinstanz entschied sich für den vom Gesetz als letzte Massnah-

me vorgesehenen Sorgerechtsentzug. Nebst der Äusserung von med. pract.  

H._____, die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 seien nicht in der Lage, die notwendi-

gen therapeutischen Bemühungen adäquat zu unterstützen (act. 11/167), und 

dem Protokoll der Vormundschaftsbehörde F._____ vom 1. Dezember 2011 

(act. 11/186), stützt die Vorinstanz ihren Entscheid auf Mails, welche sie mit 

act. (11/)176/8-11 bezeichnet (act. 12). Tatsächlich finden sich unter den von der 

Vorinstanz genannten Akten-Nummern jedoch keine Mails, wie es auch die Beru-

fungsklägerin zutreffend feststellen lässt. In den Akten befinden sich als 

act. 11/177/19-23 allerdings eine E-Mail des Verfahrensbeteiligten 2 an die Bei-

ständin vom Mai 2011, eine E-Mail der Beiständin an die Verfahrensbeteiligten 1 

und 2 vom August 2011, eine E-Mail vom Verfahrensbeteiligten 2 an die Vor-

mundschaftsbehörde F._____ vom August 2011, eine E-Mail vom Verfahrensbe-

teiligten 2 an die ambulante Psychiaterin der Berufungsklägerin und eine Ärztin 

des KJPD (Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst des Kantons Zürich) vom 

Oktober 2011 sowie eine Mail vom Verfahrensbeteiligten 2 an die Psychiatrische 

Klinik E._____ vom Dezember 2011. Eine Überforderung der Eltern im Umgang 

mit den Schwierigkeiten in Bezug auf die Berufungsklägerin, wie es die Vorinstanz 

ausführt, lässt sich aus diesen Mails aber nicht lesen.  

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6.2 Aus den erwähnten Mails ergibt sich jedoch, dass die Zusammenarbeit 

zwischen den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 einerseits und derjenigen zwischen 

den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 und der Beiständin andererseits nicht reibungs-

los funktionierte. Im Besonderen ist zu erkennen, dass Probleme und Unsicher-

heiten im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Beiständin bestehen. Darauf weist 

auch die Berufungsklägerin selber und weisen die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 

hin (vgl. act. 18 S. 9, act. 21, act. 22). Diese Feststellung wird ferner durch das 

Schreiben der Mitarbeiterin des Amtes für Jugend und Berufsberatung des Kan-

tons Zürich an die Vormundschaftsbehörde F._____ vom 29. September 2011 

gestützt (act. 11/163/1). In diesem Schreiben wird ein mit den Verfahrensbeteilig-

ten 1 und 2 und der Beiständin am 20. September 2011 geführtes Gespräch zur 

Klärung der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Erwartungen erwähnt und 

unter Bezugnahme auf eine bereits am 4. April 2011 gemachte Mitteilung erneut 

auf die Notwendigkeit der Konkretisierung der Aufgaben und Kompetenzen der 

Beiständin hingewiesen. Schliesslich teilt auch die Vormundschaftsbehörde die 

Ansicht, dass der der Beiständin erteilte Auftrag in der Praxis nicht entsprechend 

den berechtigten Interessen der Berufungsklägerin wahrgenommen und umge-

setzt werden könne und stellte deshalb am 1. November 2011 bei der Vorinstanz 

einen Antrag auf Anpassung des Aufgabenkatalogs (act. 11/162). Unklar ist an 

dieser Stelle, warum die Vormundschaftsbehörde nicht bereits zu einem früheren 

Zeitpunkt den Aufgabenkatalog konkretisierte bzw. mit einem entsprechenden 

Begehren an die Vorinstanz gelangte.  

6.3 Dass bei allen Beteiligten ein Bedürfnis nach einer Konkretisierung 

bzw. Abänderung des formulierten Auftrages der Beiständin besteht, erstaunt 

nicht: Die Erziehungsbeistandschaft wurde vor dem Hintergrund errichtet, dass 

die Berufungsklägerin – im damaligen Zeitpunkt, im Gegensatz zu heute – psy-

chisch stabiler war und der Eindruck bestand, sie wolle ihr Leben in die Hand 

nehmen und etwas verändern. Man sprach (zum Zwecke der Vermeidung von 

Loyalitätskonflikten gegenüber den Eltern) über eine allfällige Unterbringung in ei-

ner anderen Familie oder in einem Internat. Man ging von einer Realisierung in-

nert einiger Wochen aus (act. 11/117). Dementsprechend wurde der Aufgabenka-

talog formuliert. Die Arbeit der Beiständin wurde massgeblich auf die Berufungs-

- 13 - 

klägerin ausgerichtet und diese wurde miteinbezogen. Die Verhältnisse begannen 

sich aber kurz danach zu verändern und die Berufungsklägerin musste bereits 

nach kurzer Zeit hospitalisiert werden (act. 11/117). In der Folge wurde die Obhut 

über die Berufungsklägerin alleine der Mutter zugeteilt (Verfügung vom 

10. März 2011, act. 11/123), ohne jedoch den Auftrag der Beiständin anzupassen. 

Danach hat sich die Situation der Berufungsklägerin wie beschrieben noch mehr 

verschlechtert, so dass mittlerweile ein Drogenentzug und eine längerfristige Un-

terbringung in einem sozialpädagogischen, schliessbaren Heim unumgänglich ist. 

Der damals formulierte und bis jetzt geltende Aufgabenkatalog ist nicht auf solche 

Verhältnisse ausgerichtet. Er wurde bald den damaligen Verhältnissen und wird 

umso mehr den heutigen Verhältnissen nicht mehr gerecht. Dementsprechend 

führte er zu den von den Parteien beschriebenen Anwendungsproblemen und 

Unsicherheiten. 

6.4 Auch das von der Vorinstanz genannte Protokoll der Vormundschafts-

behörde F._____ vom 1. Dezember 2011 lässt keinen anderen Schluss zu. Es 

lässt ebenfalls die Problematik im Zusammenhang mit dem Anwendungsbereich 

des Aufgabenkatalogs der Beiständin und die Unsicherheiten der Beteiligten er-

kennen (act. 11/186):  

Das Protokoll gibt die Ereignisse vom 1. Dezember 2011 wieder. Die Beru-

fungsklägerin war aus dem D._____, in welches sie mittels fürsorgerischen Frei-

heitsentzugs eingewiesen worden war, entwichen, als ihr die Möglichkeit gegeben 

worden war, ausserhalb der Klinik unbeaufsichtigt zu joggen. Sie hatte sich an-

schliessend in Zürich an der …strasse im Drogenmilieu aufgehalten und war dann 

zur Verfahrensbeteiligten 1 gegangen. Diese hatte die Berufungsklägerin zwar 

zunächst überreden können, in die Klinik zurückzukehren, dazu war es aber nicht 

gekommen, weil die Berufungsklägerin erneut entwich. Sie hielt sich im Zeitpunkt 

der Besprechung nach Angaben des Verfahrensbeteiligten 2 bei Dr. med. 

K._____ in L._____ auf, um eine Blutvergiftung behandeln zu lassen. Die Beru-

fungsklägerin hatte der Verfahrensbeteiligten 1 telefonisch mitgeteilt, sie gehe 

nicht ins D._____ zurück, sei aber bereit in die Klinik E._____ einzutreten. Der 

Verfahrensbeteiligte 2 gab an, dass er am gleichen Tag mit der Berufungsklägerin 

- 14 - 

in E._____ gewesen sei. Ein Eintritt der Berufungsklägerin in die Klink mittels 

Überweisung durch med. pract. H._____ wäre möglich. Med. pract. H._____ sei 

aber nur bereit eine Überweisung vorzunehmen, wenn sie die Berufungsklägerin 

noch einmal begutachten könnte. Er führte weiter aus, die Berufungsklägerin kön-

ne erst am Montag in der Klinik E._____ eintreten, weshalb er das Wochenende 

mit der Berufungsklägerin in den Bergen verbringen wolle. Daraufhin wurde auf 

Anweisung der Präsidentin der Vormundschaftsbehörde F._____, M._____, nach 

Rücksprache mit der vormundschaftlichen Aufsichtsbehörde und entgegen der 

Meinung des Verfahrensbeteiligten 2 über das weitere Vorgehen, die Polizei ver-

ständigt. Derweil informierte die Beiständin telefonisch das D._____ über die ak-

tuelle Situation. Dieses gab an, der fürsorgerische Freiheitsentzug bestehe immer 

noch, allerdings habe ihrerseits die Klinik E._____ nicht kontaktiert werden kön-

nen. Sodann rief die Verfahrensbeteiligte 1 die Praxis von Dr. med. K._____ an. 

Der anwesende Praxisassistent führte aus, die Wunden seien gut versorgt wor-

den und die Berufungsklägerin habe Antibiotika und Dafalgan (Schmerzmittel) er-

halten. Im Anschluss meldete das D._____, dass zwischenzeitlich mit der Klink 

E._____ Kontakt aufgenommen werden konnte und diese die mögliche Aufnahme 

der Berufungsklägerin bestätigt habe. Zudem habe auch Dr. med. K._____ Kon-

takt mit der Klink E._____ gehabt. Anlässlich dieses Kontaktes sei er gebeten 

worden, das D._____ zu verständigen, sobald die Berufungsklägerin bei im sei. 

Das geschah indes nicht. Die verständigte Polizeipatrouille traf die Berufungsklä-

gerin an dem von ihr mit dem Verfahrensbeteiligten 2 vereinbarten Ort nicht an.  

6.5 Es bleibt damit festzustellen, dass die errichtete Erziehungsbeistand-

schaft mit dem entsprechenden Aufgabenkatalog nicht griff und eine Verschlech-

terung des Zustandes der Berufungsklägerin auch mit der Obhutszuteilung an die 

Verfahrensbeteiligte 1 nicht verhindert werden konnte. Die gestützt auf ärztliche 

Berichte ergangenen gerichtlichen Interventionen vermochten also nichts zu er-

reichen. Die Erziehungsbeistandschaft erfolgte im Nachgang an eine Empfehlung 

des …spitals … und die Obhut wurde gestützt auf Ansichten der behandelnden 

Ärzte/-innen Dr. med. I._____ und Dr. med. N._____ – wenn auch unter den Spe-

zialisierten damals umstritten (act. 11/99, act. 11/117, act. 11/121) – der Verfah-

rensbeteiligten 1 zugeteilt (act. 11/123 S. 14 f.). Es scheint, auch die Ärzte wuss-

- 15 - 

ten nicht mit Sicherheit, jedenfalls nicht mit Einigkeit, was zu tun war. Mit Blick auf 

die Geschehnisse am 1. Dezember 2011 ist im Besonderen auch festzustellen, 

dass die Kommunikation und Absprachen zwischen den beteiligten Spezialisten 

nicht reibungslos funktioniert. Vor diesem Hintergrund kann den Verfahrensbetei-

ligten 1 und 2 ihr Handeln und ihre Uneinigkeit nicht als Unfähigkeit oder Pflicht-

versäumnis vorgeworfen werden. Es bestehen zudem auch keine Anhaltspunkte, 

dass in den übrigen Bereichen der elterlichen Sorge überhaupt eine Gefährdung 

der Berufungsklägerin besteht, welche ein behördliches Eingreifen, wie es die Vo-

rinstanz anordnete, rechtfertigen würden.  

6.6 Aus diesen Gründen ist insgesamt nicht ersichtlich, warum vorliegend 

ein umfassender Sorgerechtsentzug notwendig sein soll. Auch die von der Vo-

rinstanz angeführte, bloss pauschale, in einem Satz gemachte Äusserung der be-

handelnden Ärztin des D._____ vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 

Vielmehr wäre von der Vorinstanz im Sinne der Proportionalität zu prüfen gewe-

sen, ob der gesundheitlichen Gefährdung der Berufungsklägerin auch mit einer 

milderen, partiellen Massnahme als dem umfassenden Sorgerechtsentzug be-

gegnet werden könnte.  

7.1 Ausgangspunkt stellt alleine die notwendige medizinisch therapeuti-

sche Behandlung der Berufungsklägerin dar. Dabei sollte gemäss Ausführungen 

von med. pract. H._____ sichergestellt werden, dass eine Stabilität erreicht wird 

und häufige Wechsel der behandelnden Personen und Aufenthaltsorte, wie sie in 

der Vergangenheit geschahen, vermieden werden. Empfohlen wird nach dem 

derzeit durchgeführten Drogenentzug ein längerfristiger Aufenthalt in einem Heim 

(act. 11/167).  

7.2 Wie die Darstellungen zeigen, besteht im vorliegenden Fall die Prob-

lematik darin, dass einerseits die Entscheidkompetenz betreffend medizinische 

und therapeutische Belange der Berufungsklägerin auf die Verfahrensbeteiligten 1 

und 2 aufgeteilt ist, sich diese angesichts der Schwere der Erkrankung aber nicht 

auf einen Weg einigen können, oder zumindest nicht innerhalb der angemesse-

nen Reaktionszeit. Zudem war der bisherige Weg mal von der Verfahrensbeteilig-

ten 1 und mal vom Verfahrensbeteiligten 2 geprägt, so dass sich keine Konstanz 

- 16 - 

einstellen konnte. Gleichzeitig ist es der Erziehungsbeiständin nicht möglich, ent-

scheidend einzugreifen. Der gegenwärtige Aufgabenkatalog der Beiständin ist 

auch massgeblich auf die Zusammenarbeit mit der Berufungsklägerin ausgerich-

tet, die hierzu nicht mehr in der Lage ist. Andererseits liegt das Aufenthaltsbe-

stimmungsrecht alleine bei der Verfahrensbeteiligten 1. Insgesamt führte das da-

zu, dass bisher alle Beteiligten handelten, indes ohne Koordination und Koopera-

tion. Exemplarisch dafür stehen die Ereignisse vom 1. Dezember 2011 (vgl. 

E. 6.4). Es lässt sich auch Fragen, ob mit der damals gestalten Erziehungsbei-

standschaft die Konfliktsituation um die Berufungsklägerin in den letzten Monaten 

nicht gerade noch verschärft wurde, indem eine zusätzliche Person involviert war, 

ohne dass diese aber Entscheidungskompetenzen innehatte. Es zeigt sich jeden-

falls, dass mit der im Frühjahr 2011 angeordneten Massnahme und der hinzu-

kommenden Obhutszuteilung an die Verfahrensbeteiligte 1 die Berufungsklägerin 

nicht, zumindest nicht wie beabsichtigt, aus dem Spannungsfeld der Eltern ge-

nommen werden konnte. Es konnte auch keine Konstanz in der Behandlung der 

Berufungsklägerin erreicht werden. Im Gegenteil, die Situation spitzte sich zu, wie 

der gegenwärtige Zustand der Berufungsklägerin zeigt. 

7.3 Um die geforderte Stabilität in der Behandlung der Berufungsklägerin 

verbunden mit einem längerfristigen Aufenthalt in einem Heim zu gewährleisten, 

erscheint es deshalb notwendig, die Entscheidungsbefugnis sowohl betreffend die 

Behandlung als auch den Aufenthaltsort der Berufungsklägerin bei einer Person 

zu konzentrieren. Aus den Gründen, die bereits zur Errichtung der Beistandschaft 

führten, namentlich der Loyalitätskonflikt bei der Berufungsklägerin, sollte diese 

Person weder die Verfahrensbeteiligte 1 noch der Verfahrensbeteiligte 2, sondern 

die Beiständin sein. Es kann diesbezüglich auf die entsprechenden Erwägungen 

in der Verfügung vom 1. Februar 2011 verwiesen werden (act. 11/91). Zu bemer-

ken ist ergänzend, dass in Bezug auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht bereits 

am 11. Februar 2011 auch schon der behandelnde Oberarzt beim KJPD, Dr. med. 

O._____, eine solche Lösung favorisierte (act. 11/99). 

7.4 Die elterliche Sorge der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 ist deshalb ge-

mäss Art. 308 Abs. 3 ZGB partiell in Bezug auf die medizinischen und therapeuti-

- 17 - 

schen Belange der Berufungsklägerin einzuschränken. Die diesbezügliche Ent-

scheidbefugnis ist auf die Beiständin zu übertragen. Damit verbunden ist der Ver-

fahrensbeteiligten 1 gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB die Obhut über die Berufungs-

klägerin zu entziehen und ebenfalls der Beiständin zu übertragen. Die Aufgaben 

der bereits ernannten Beiständin, G._____, sind entsprechend anzupassen. 

8.1 Mit der Beschränkung der elterlichen Sorge zu den medizinischen und 

therapeutischen Belange und betreffend die Obhut verbleiben den Verfahrensbe-

teiligten 1 und 2 diesbezüglich ein Informations- und Auskunftsrecht gemäss 

Art. 275a ZGB und ein Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr ge-

mäss Art. 273 ZGB (vgl. BSK ZGB I-SCHWENZER, 4. Aufl. 2010, Art. 310 N 1). 

8.2 Die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 haben von Gesetzes wegen nebst 

dem Recht, über laufende Entscheide und besondere Ereignisse informiert zu 

werden, das Recht, eigene Anregungen und Wünsche anzubringen und vor wich-

tigen Entscheiden angehört zu werden, wenn es die zeitlichen Umstände zulas-

sen (BSK ZGB I-SCHWENZER, 4. Aufl. 2010, Art. 275a N 4 f.). Dem hat die Bei-

ständin bei Ausübung der ihr übertragenen Entscheidbefugnisse Rechnung zu 

tragen. 

8.3 In Bezug auf das Umgangsrecht führt die Berufungsklägerin zutreffend 

aus, dass im Scheidungsverfahren im Falle der Strittigkeit das Gericht eine Rege-

lung zu treffen hat und das nicht vollständig der Beiständin überlassen kann 

(act. 18 S. 10 f.; vgl. auch BSK ZGB I-SCHWENZER, 4. Aufl. 2010, Art. 275 N 3 und 

7). Das Kind ist im Vorfeld anzuhören (BSK ZGB I-SCHWENZER, 4. Aufl. 2010, 

Art. 275 N 9).  

8.3.1  Die Vorinstanz überliess in ihrem Entscheid die Regelung der Kontak-

te der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 mit der Berufungsklägerin vollständig der 

Vormundschaftsbehörde F._____ Das ist nach dem Gesagten nicht zulässig, 

weshalb die Anordnung einer Besuchsrechtsregelung an dieser Stelle nachzuho-

len ist. 

- 18 - 

8.3.2  Die Berufungsklägerin wurde von der Vorinstanz vor Erlass des ange-

fochtenen Entscheids nicht angehört. Begründet wurde dieser Entscheid mit dem 

Umstand, dass eine Anhörung aus medizinischer Sicht nicht vertretbar sei 

(act. 12), was zutrifft (vgl. act. 11/172).  

8.3.3  Allerdings führte die Berufungsklägerin im Vorfeld der angefochtenen 

Verfügung mit ihren eigenen Worten in diversen Schreiben an Frau M._____, 

Präsidentin der Vormundschaftsbehörde F._____, vom 24. August 2011 und 

15. September 2011 zur Situation, der Beiständin und ihrer Beziehung zu den El-

tern aus, sie könne den Kontakt zu ihren Eltern selber regeln, es sei dafür keine 

Beiständin notwendig, denn diese verunmögliche es ihr, jedes zweite Wochenen-

de (mindestens jedes dritte Wochenende) mit ihrem Vater zu verbringen und ma-

che ihr Leben dadurch nur schwerer, anstatt sie zu unterstützen (act. 11/163/3-4, 

act. 11/169). Der Vorinstanz teilte sie mit Schreiben vom 11. Dezember 2011 zu-

dem mit, ihr Vater besuche sie oft und gebe ihr Kraft, Mut und Hoffnung. Er sei 

zur Zeit der wichtigste Pfeiler und Stützpunkt in ihrem Leben, weshalb sie seine 

Besuche brauche (act. 11/174). 

8.3.4  Diese Aussagen der Berufungsklägerin qualifizierte die Vorinstanz an-

gesichts des bestehenden Krankheitsbildes und der problembehafteten Bezie-

hung zum Vater indes als Fehleinschätzung (act. 12). Dieser Erwägung legt sie 

die Gefährdungsmeldung der … [Spital] vom 27. Januar 2011 zugrunde 

(act. 11/91), welche zur Errichtung der Beistandschaft mit Verfügung vom 

1. Februar 2011 führte (act. 11/92) und unter anderem zum Anlass genommen 

wurde, mit Verfügung vom 10. März 2011 die Obhut über die Berufungsklägerin 

der Verfahrensbeteiligten 1 zuzuteilen und auf eine Regelung des Besuchsrechts 

des Verfahrensbeteiligten 2 zu verzichten (act. 11/123). 

8.3.5  Die Gefährdungsmeldung bestätigt nicht ein grundsätzlich problembe-

haftetes Verhältnis der Berufungsklägerin zum Vater. Allerdings geht aus der Ge-

fährdungsmeldung hervor, dass die Berufungsklägerin von Momenten und Berüh-

rungen berichtete, die sie nicht wolle und bei welchen ihr unwohl sei. Aus diesem 

Grund wünsche sie, den Kontakt mit dem Vater selber von sich aus regeln zu 

können. Ein Abgrenzungsproblem von der Berufungsklägerin zum Verfahrensbe-

- 19 - 

teiligten 2 ist daher nicht abzusprechen (vgl. auch die Aussagen der Berufungs-

klägerin in einem Schreiben an die Vorinstanz vom 20. Januar 2011, act. 11/87). 

Die Verfasser der Gefährdungsmeldung interpretieren diesen Wunsch der Beru-

fungsklägerin aber als erstes Anzeichen für einen entstehenden Veränderungs- 

und Selbstbestimmungswillen bei der Berufungsklägerin. Dieser Wille müsse aktiv 

gehalten werden, um weitere Erfolgserlebnisse im Hinblick auf die Genesung zu 

ermöglichen (act. 11/91). Gilt es, den Selbstbestimmungswillen der Berufungsklä-

gerin aufrecht zu halten und zu fördern, so kann ihr derzeitiger Wunsch nach ei-

nem regelmässigen Besuchsrecht aber nicht ignoriert werden. Die heutige Situa-

tion unterscheidet sich indes gravierend, weshalb dennoch nicht unbesehen auf 

geäusserte Wünsche abgestellt werden kann, zumal davon auszugehen ist, dass 

gerade der angesprochene damalige Selbstbestimmungswillen mit der zuneh-

menden Verschlechterung des Zustandes der Berufungsklägerin als nicht mehr 

existent betrachtet werden müsste. Dass dem heute so ist, kann aufgrund der Ak-

ten indes nicht festgestellt werden. Immerhin spricht aber med. pract. H._____ 

von einer grossen Unsicherheit der Berufungsklägerin bezüglich Selbstbild, Zielen 

und inneren Präferenzen (act. 11/167). Es bestehen allerdings keine Anhaltspunk-

te, dass die zitierten Schreiben der 16-jährigen Berufungsklägerin nicht ihrem 

derzeitigen Willen entsprächen, weshalb der Wunsch, den Verfahrensbeteiligten 2 

regelmässig zu sehen, nicht ignoriert werden kann. 

8.3.6  Die im Frühling 2011 getroffene Regelung, dass die Berufungsklägerin 

den Kontakt mit dem Verfahrensbeteiligten 2 selber bestimme, führte nicht zur 

beabsichtigten Genesung der Berufungsklägerin. Das deckt sich im Übrigen  

mit der bereits damals gemachten Einschätzung des Oberarztes beim KJPD,  

Dr. med. O._____, anlässlich eines Telefonates mit der Vorinstanz am 

11. Februar 2011, wonach die Berufungsklägerin bei Fragen des Kontaktes zu 

den Eltern – ohne Unterscheidung zwischen Kontakten mit der Verfahrensbeteilig-

ten 1 und dem Verfahrensbeteiligten 2 – schwere suizidale Impulse zeige 

(act. 11/99). Auch med. pract. H._____ macht keine Unterscheidung zwischen der 

Verfahrensbeteiligten 1 und dem Verfahrensbeteiligten 2 (act. 11/167). 

- 20 - 

8.3.7  Demnach sollten die Kontakte zwischen der Berufungsklägerin und 

den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 nicht der Berufungsklägerin überlassen, son-

dern autoritativ bestimmt werden. Zudem erscheint eine unterschiedliche Behand-

lung der Kontakte mit der Verfahrensbeteiligten 1 und denjenigen mit dem Verfah-

rensbeteiligten 2 aus ärztlicher Sicht nicht als angezeigt. Daher ist auch nicht ein-

zusehen, warum der – wenn vielleicht auch nur in der heutigen Situation – geäus-

serte Wunsch der Berufungsklägerin nach einem regelmässigen Kontakt zum Va-

ter nicht berücksichtigt werden soll. Davon ausgehend, dass eine grundsätzliche 

Distanzierung der Berufungsklägerin von ihren Eltern von den Fachärzten über-

dies nicht als notwendig erachtet wird (so explizit Dr. med. N._____, act. 11/121), 

ist entsprechend dem Antrag der Berufungsklägerin das Besuchsrecht der Verfah-

rensbeteiligten 1 und 2 deshalb auf je zwei Wochenende pro Monat in alternie-

render Reihenfolge festzulegen. Sollte diese Besuchsrechtsregelung oder die 

konkrete Ausübung der Besuchsrechte nach Meinung der Fachärztinnen oder 

Fachärzte einer Genesung der Berufungsklägerin aber entgegenstehen, so hat 

die Beiständin die notwendigen Einschränkungen umzusetzen. Sie kann bei me-

dizinischer Indikation, nach Absprache mit den behandelnden Ärztinnen oder Ärz-

ten, die Besuchsrechte der Verfahrensbeteiligten 1, des Verfahrensbeteiligten 2 

oder von beiden zeitweise ganz oder teilweise aufheben, in zeitlicher oder räumli-

cher Hinsicht einschränken oder für die Durchführung besondere Auflagen ertei-

len. Die Besuchsrechte an den Feiertagen regelt die Beiständin ebenfalls nach 

Rücksprache mit den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten. 

8.4 Abschliessend ist zu bemerken, dass sowohl von der Berufungskläge-

rin als auch vom Verfahrensbeteiligten 2 verschiedentlich der Wunsch nach  

einem Wechsel in der Person der Beiständin geäussert wurde (act. 11/169, 

act. 11/182/22, act. 18 S. 13 f., act. 22). Da das gegenseitige Vertrauen die Basis 

für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Beteiligten und der Beiständin darstellt 

(vgl. BSK ZGB I-BREITSCHMID, 4. Aufl. 2010, Art. 308 N 4) und mit der vorliegen-

den Anordnung die Kompetenzen der Beiständin ausgebaut werden, erscheint es 

angezeigt, die Einsetzung von G._____ als Beiständin zumindest einer neuen 

Prüfung zu unterziehen. Wie die Berufungsklägerin und der Verfahrensbeteiligte 2 

aber bereits selber zutreffend bemerken, ist die Frage nach der Person der Bei-

- 21 - 

ständin nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Entsprechende Anträge sind an die 

Vormundschaftsbehörde zu richten.  

9.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in Ergänzung der mit Verfü-

gung vom 1. Februar 2011 errichteten Beistandschaft, die elterliche Sorge der 

Verfahrensbeteiligten 1 und 2 bezüglich der medizinischen und therapeutischen 

Belange der Berufungsklägerin gemäss Art. 308 Abs. 3 ZGB einzuschränken und 

der Verfahrensbeteiligten 1 die Obhut über die Berufungsklägerin gemäss 

Art. 310 Abs. 1 ZGB zu entziehen ist. Die diesbezüglichen Entscheidbefugnisse 

sind der Beiständin zu übertragen. Den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 ist ein Be-

suchsrecht von je zwei Wochenenden pro Monat in alternierender Reihenfolge 

einzuräumen. Die Beiständin hat im Falle, dass diese Regelung oder die konkrete 

Ausübung der Besuchsrechte nach Meinung der Fachärztinnen oder Fachärzte 

einer Genesung der Berufungsklägerin entgegenstehen, die notwendigen Ein-

schränkungen der Besuchsrechte umzusetzen. Sie regelt zudem nach Absprache 

mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Besuchsrechte an den Feiertagen. 

9.2 Die Aufgaben der Beiständin sind im Konkreten demnach wie folgt zu 

umschreiben: 

a) Die Beiständin bestimmt die medizinische und therapeutische Behand-

lung der Berufungsklägerin in Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachärz-

tinnen und Fachärzten.  

b) Die Beiständin bestimmt in Koordination mit der medizinischen Be-

handlung den Aufenthaltsort der Berufungsklägerin sowie die Regelung seiner  

Finanzierung.  

c) Die Beiständin informiert die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 in regel-

mässigen Abständen (mindestens alle 2 Monate) über die getroffenen Massnah-

men und nach jedem wichtigen Entscheid. Sie hört die Verfahrensbeteiligten 1 

und 2 im Vorfeld von wichtigen Entscheidungen an, wenn es die zeitlichen Um-

stände zulassen. 

- 22 - 

d) Die Beiständin hat nach Absprache mit den Fachärztinnen und Fach-

ärzten im Falle der medizinischen Indikation die angeordnete Besuchsregelung 

einzuschränken, indem sie die Besuchsrechte der Verfahrensbeteiligten 1, des 

Verfahrensbeteiligten 2 oder von beiden zeitweise ganz oder teilweise aufhebt, in 

zeitlicher oder räumlicher Hinsicht einschränkt oder für die Durchführung beson-

dere Auflagen erteilt, und in gleicher Weise die die Besuchsrechte an Feiertagen 

zu regeln. 

III. 

Ausgangsgemäss ist auf die Erhebung einer Entscheidgebühr zu verzichten. 

Die Kosten der Kindsvertretung als Teil der Gerichtskosten sind vorab aus der 

Staatskasse zu finanzieren (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO). Die unentgeltliche Rechts-

beiständin der Berufungsklägerin wird nach Vorlage ihrer Honorarnote mit separa-

tem Beschluss zu entschädigen sein. Es wird im Scheidungsurteil darüber zu be-

finden sein, in welchem Umfang die Eltern die Kosten der Kindsvertretung zu 

übernehmen haben.  

Es wird erkannt:  

1. Die mit Verfügung des Einzelgerichts der 7. Abteilung des Bezirksgerichtes 

Zürich vom 1. Februar 2011 errichtete Erziehungsbeistandschaft wird inso-

fern abgeändert bzw. ergänzt, als die elterliche Sorge der Verfahrensbetei-

ligten 1 und 2 in Bezug auf die medizinischen und therapeutischen Belange 

der Berufungsklägerin gemäss Art. 308 Abs. 3 ZGB eingeschränkt werden.  

2. Die Obhut über die Berufungsklägerin wird der Verfahrensbeteiligten 1 ge-

mäss Art. 310 Abs. 1 ZGB entzogen und auf die Beiständin übertragen.  

3. Den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 wird ein Besuchsrecht von je zwei Wo-

chenenden pro Monat in alternierender Reihenfolge eingeräumt.  

4. Der Beiständin kommen die folgenden Aufgaben zu: 

- 23 - 

a) Die Beiständin bestimmt die medizinische und therapeutische Behand-

lung der Berufungsklägerin in Zusammenarbeit mit den behandelnden 

Fachärztinnen und Fachärzten.  

b) Die Beiständin bestimmt in Koordination mit der medizinischen Be-

handlung den Aufenthaltsort der Berufungsklägerin sowie die Regelung 

seiner Finanzierung.  

c) Die Beiständin informiert die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 in regel-

mässigen Abständen (mindestens alle 2 Monate) über die getroffenen 

Massnahmen und nach jedem wichtigen Entscheid. Die Verfahrensbe-

teiligten 1 und 2 sind von der Beiständin im Vorfeld von wichtigen Ent-

scheidungen anzuhören, wenn es die zeitlichen Umstände zulassen. 

d) Die Beiständin hat nach Absprache mit den Fachärztinnen und Fach-

ärzten im Falle der medizinischen Indikation die angeordnete Besuchs-

regelung einzuschränken, indem sie die Besuchsrechte der Verfah-

rensbeteiligten 1, des Verfahrensbeteiligten 2 oder von beiden zeitwei-

se ganz oder teilweise aufhebt, in zeitlicher oder räumlicher Hinsicht 

einschränkt oder für die Durchführung besondere Auflagen erteilt, und 

in gleicher Weise die Besuchsrechte an Feiertagen zu regeln. 

5. Auf die Erhebung einer Entscheidgebühr wird verzichtet. 

6. Die Kosten der Kindsvertretung werden vorab aus der Staatskasse finan-

ziert. Es wird im Scheidungsurteil darüber zu befinden sein, in welchem Um-

fang die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 die Kosten der Kindsvertretung zu 

übernehmen haben. 

7. Die Rechtsbeiständin der Berufungsklägerin, Rechtsanwältin lic. iur. 

X._____, wird nach Vorlage ihrer Honorarnote mit separatem Beschluss aus 

der Staatskasse entschädigt werden. 

8. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, an die Verfahrensbeteiligten 

1 und 2, an die Vormundschaftsbehörde F._____, an die Beiständin der Be-

- 24 - 

rufungsklägerin (Frau G._____, Jugend- und Familienberatung L._____, … 

[Adresse]) sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten – an das 

Einzelgericht der 7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich, je gegen Emp-

fangsschein. 

9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. K. Wili 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 15. März 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die mit Verfügung des Einzelgerichts der 7. Abteilung des Bezirksgerichtes Zürich vom 1. Februar 2011 errichtete Erziehungsbeistandschaft wird insofern abgeändert bzw. ergänzt, als die elterliche Sorge der Verfahrensbeteiligten 1 und 2 in Bezug auf...
	2. Die Obhut über die Berufungsklägerin wird der Verfahrensbeteiligten 1 gemäss Art. 310 Abs. 1 ZGB entzogen und auf die Beiständin übertragen.
	3. Den Verfahrensbeteiligten 1 und 2 wird ein Besuchsrecht von je zwei Wochenenden pro Monat in alternierender Reihenfolge eingeräumt.
	4. Der Beiständin kommen die folgenden Aufgaben zu:
	a) Die Beiständin bestimmt die medizinische und therapeutische Behandlung der Berufungsklägerin in Zusammenarbeit mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten.
	5. Auf die Erhebung einer Entscheidgebühr wird verzichtet.
	6. Die Kosten der Kindsvertretung werden vorab aus der Staatskasse finanziert. Es wird im Scheidungsurteil darüber zu befinden sein, in welchem Umfang die Verfahrensbeteiligten 1 und 2 die Kosten der Kindsvertretung zu übernehmen haben.
	7. Die Rechtsbeiständin der Berufungsklägerin, Rechtsanwältin lic. iur. X._____, wird nach Vorlage ihrer Honorarnote mit separatem Beschluss aus der Staatskasse entschädigt werden.
	8. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, an die Verfahrensbeteiligten 1 und 2, an die Vormundschaftsbehörde F._____, an die Beiständin der Berufungsklägerin (Frau G._____, Jugend- und Familienberatung L._____, … [Adresse]) sowie – unter Rü...
	9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...