# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ce1a581-8d28-540f-857d-4f1d83e450b7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2008 B-6352/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6352-2007_2008-09-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-6352/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans Urech (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, 
Richter Bernard Maitre, 
Gerichtsschreiber Marc Hunziker.

Z._______, 
vertreten durch Luchs & Partner, Patentanwälte, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, 
Vorinstanz.

teilweise Schutzverweigerung IR 844 225 AdRank.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-6352/2007

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der am 8. Juli 2004 aufgrund ei-
ner in Deutschland eingetragenen Basismarke registrierten internatio-
nalen Marke Nr. 844 225 AdRank. Sie beansprucht für dieses Zeichen 
auch Schutz in der Schweiz, und zwar für die folgenden Dienstleistun-
gen:

Klasse 35: Publicité;  conseils  en  gestion;  analyse  de 
marché; expertises en productivité; analyse 
du potentiel de marché; traitement de don-
nées  numériques;  traitement  de  données 
électroniques pour le compte de tiers; mise 
à disposition d'informations sur l'internet en 
matière  de  recherches  de  marché, 
d'expertises  en  productivité  et  d'analyses 
du potentiel de marché.

Klasse 38: Télécommunications; courrier électronique; 
services de courrier électronique; transmis-
sion de messages et  images assistée par 
ordinateur;  services  d'une  base  de  don-
nées,  notamment  transmission  d'informa-
tions. 

Klasse 42: Services scientifiques et technologiques et  
services de recherche et développement y 
relatifs; conception et mise au point de ma-
tériel  et  logiciels  informatiques;  ingénierie 
en  matière  de  logiciels;  conception  d'arts  
graphiques;  recherche  et  développement 
pour  le  compte  de  tiers;  conception 
d'animations  informatiques; études scienti-
fiques; mise à disposition de plates-formes 
sur l'internet. 

Die Registrierung der  Marke wurde den Behörden der  bezeichneten 
Bestimmungsländer am 7. April 2005 mitgeteilt. 

Seite 2

B-6352/2007

B.
Die  Vorinstanz  erliess  am  24. März  2006  gegen  den  Schutz  dieser 
Marke in der Schweiz eine partielle provisorische Schutzverweigerung 
mit der Begründung, dass das Zeichen abgesehen von Télécommuni-
cations; courrier électronique; services de courrier électronique; trans-
mission  de  messages  et  images  assistée  par  ordinateur;  services  
d'une  base  de  données,  notamment  transmission  d'informations in 
Klasse 38 und conception et mise au point de matériel et logiciels in-
formatiques; ingénierie en matière de logiciels; conception d'arts gra-
phiques; mise à disposition de plates-formes sur l'internet in Klasse 42 
bezüglich der vorgesehenen Dienstleistungen beschreibend und daher 
nicht unterscheidungskräftig sei und an ihm ein Freihaltebedürfnis be-
stehe. 

C.
Mit Stellungnahme vom 16. Juli  2006 bestritt  die Beschwerdeführerin 
den Gemeingutcharakter des Zeichens AdRank. Die sich aus den bei-
den jeweils mehrdeutigen Bestandteilen „ad“ und „rank“ zusammenset-
zende Wortkombination finde sich in keinem Wörterbuch. Auch sei die 
Marke im Ausland für  die beanstandeten Dienstleistungen registriert 
worden. 

D.
Mit Schreiben vom 18. Dezember 2006 hielt die Vorinstanz an der teil-
weisen  Zurückweisung  des  Zeichens  fest.  Es  handle  sich  um einen 
Fachbegriff aus dem Bereich der Internetwerbung. Dieser werde in Zu-
sammenhang mit den strittigen Dienstleistungen im Sinne von „Anzei-
genrang“  verstanden. Das Zeichen erschöpfe sich  demnach in  einer 
beschreibenden Angabe, weshalb ihm die erforderliche konkrete Un-
terscheidungskraft fehle und es freihaltebedürftig sei. 

E.
Mit  Eingabe  vom  19. Februar  2007  machte  die  Beschwerdeführerin 
geltend,  dass  es  sich  bei  der  Marke  AdRank  um  ein  Fantasiewort 
handle, dem es, selbst wenn darin ein Zusammenzug der beiden Be-
griffe „advertisement“ und „ranking“ erblickt würde, nicht an der erfor-
derlichen minimalen Unterscheidungskraft mangelte. 

F.
Mit Verfügung vom 23. August 2007 gewährte die Vorinstanz der inter-
nationalen  Registrierung  für  Télécommunications;  courrier  électro-
nique; services de courrier électronique; transmission de messages et  

Seite 3

B-6352/2007

images  assistée  par  ordinateur;  services  d'une  base  de  données,  
notamment transmission d'informations in Klasse 38 und conception et  
mise  au  point  de  matériel  et  logiciels  informatiques;  ingénierie  en  
matière de logiciels; conception d'arts graphiques; mise à disposition 
de plates-formes sur l'internet  in Klasse 42 die Eintragung. Dagegen 
verweigerte  sie  dem  Zeichen  für  die  weiteren  in  Frage  stehenden 
Dienstleistungen  mangels  Kennzeichnungskraft  den  Schutz  in  der 
Schweiz. 

G.
Mit Eingabe vom 21. September 2007 reichte die Beschwerdeführerin 
beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein.  Sie  beantragte  die 
definitive teilweise Schutzverweigerung zurückzunehmen und die Mar-
ke unter Kosten- und Entschädigungsfolgen uneingeschränkt zu regist-
rieren. Zur Begründung führte sie aus, dass das Zeichen AdRank eine 
Wortneuschöpfung  sei,  die  sich  aus  den  jeweils  mehrdeutigen  Be-
standteilen „ad“ und „rank“ zusammensetze. Der Endabnehmer könne 
daher die Marke nicht ohne besondere Überlegungen derart ableiten, 
dass ein dem Gemeingut zuzuschreibendes Wort entstehe. Im Übrigen 
sei  das Zeichen für  die umstrittenen Dienstleistungen in  verschiede-
nen,  insbesondere auch in  englischsprachigen,  Ländern  eingetragen 
worden.

H.
Mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 2007 verzichtete die Vorinstanz 
auf  die Einreichung einer  Stellungnahme und beantragte,  unter  Hin-
weis auf die Begründung der angefochtenen Verfügung, die Beschwer-
de unter Kostenfolge abzulehnen. 

I.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt.

Auf die Argumente der Parteien wird, soweit sie für den Entscheid er-
heblich erscheinen, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Seite 4

B-6352/2007

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 23. August 2007 stellt  eine Verfü-
gung im Sinne des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren  dar  (VwVG,  SR 172.021;  Art. 5  Abs. 1  Bst. c). 
Diese Verfügung kann im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen der 
Bundesverwaltungsrechtspflege beim Bundesverwaltungsgericht ange-
fochten werden (Art. 44 ff. VwVG i.V.m. Art. 31 ff. des Verwaltungsge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

2.
Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfü-
gung durch diese beschwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
ihrer Aufhebung oder Änderung. Sie ist daher zur Beschwerdeführung 
legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Eingabefrist und -form sind gewahrt 
(Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde frist-
gerecht  bezahlt  (Art. 63  Abs. 4 VwVG),  und  die  übrigen  Sachurteils-
voraussetzungen liegen vor (Art. 48 ff. VwVG).

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

3.
Nach der Legaldefinition von Art. 1 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes 
vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) ist die Marke ein Zeichen, 
das  geeignet  ist,  Waren  oder  Dienstleistungen  eines  Unternehmens 
von  solchen  anderer  Unternehmen  zu  unterscheiden.  Art. 1 
Abs. 2 MSchG zählt Beispiele von Markenformen auf. Danach können 
Marken  aus  Wörtern,  Buchstaben,  Zahlen,  bildlichen  Darstellungen, 
dreidimensionale Formen oder Verbindungen solcher Elemente unter-
einander oder mit Farben bestehen.

4.
Zwischen Deutschland und der Schweiz gelten das Madrider Abkom-
men über  die internationale Registrierung von Marken (MMA) sowie 
die Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigen-
tums  (PVÜ)  gemäss  den  am 14. Juli  1967  in  Stockholm  revidierten 
Fassungen (SR 0.232.112.3 und 0.232.04). Die Beurteilung internatio-
naler  Markenregistrierungen  mit  Gesuch  um  Schutzausdehnung  auf 
das Gebiet der Schweiz richtet sich nach Art. 6quinquies lit. B Ziff. 2 und 

Seite 5

B-6352/2007

3 PVÜ.  Demgemäss  können  Marken,  die  der  Unterscheidungskraft 
entbehren und folglich als Gemeingut zu qualifizieren sind oder die ge-
gen die guten Sitten verstossen, weil sie geeignet sind, das Publikum 
zu täuschen, vom Markenschutz ausgeschlossen werden. Dieser zwi-
schenstaatlichen Regelung entsprechen die in Art. 2 MSchG vorgese-
henen  Ablehnungsgründe,  nach  denen  namentlich  Zeichen,  die  Ge-
meingut  sind  (lit. a),  sowie  irreführende Zeichen (lit. c)  vom Marken-
schutz ausgeschlossen sind (BGE 128 III 454 E. 2  Yukon; 117 II 327 
E. 1a Montparnasse).

5.
Gemäss  Art. 2  lit. a MSchG sind  Zeichen,  die  Gemeingut  sind,  vom 
Markenschutz  ausgeschlossen,  sofern  sie  sich  nicht  im  Verkehr  als 
Marke  für  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  durchgesetzt  ha-
ben. Als Gemeingut gelten nach ständiger Praxis Hinweise auf Eigen-
schaften,  die  Beschaffenheit,  die  Zusammensetzung,  die  Zweckbe-
stimmung oder die Wirkung der Ware oder Dienstleistung, welche die 
Marke  kennzeichnet.  Dass  die  Marke  Gedankenassoziationen  weckt 
oder Anspielungen enthält, die nur entfernt auf die Ware oder Dienst-
leistung hindeuten, reicht freilich nicht aus, sie zur Beschaffenheitsan-
gabe werden zu lassen. Der gedankliche Zusammenhang mit der Ware 
oder Dienstleistung muss vielmehr derart sein, dass der beschreiben-
de Charakter der Marke ohne besonderen Aufwand an Fantasie zu er-
kennen ist. Dabei genügt, dass das Zeichen in einem einzigen Sprach-
gebiet der Schweiz als beschreibend verstanden wird (BGE 127 III 160 
E. 2b aa Securitas/Securicall).

6.
Die  Vorinstanz  verneinte  die  Eintragungsfähigkeit  des  Zeichens  Ad-
Rank für publicité; conseils en gestion; analyse de marché; expertises 
en  productivité;  analyse  du  potentiel  de  marché;  traitement  de don-
nées numériques; traitement de données électroniques pour le compte 
de tiers; mise à disposition d'informations sur l'internet en matière de  
recherches de marché, d'expertises en productivité et d'analyses du 
potentiel de marché in Klasse 35 und services scientifiques et techno-
logiques et services de recherche et développement y relatifs; recher-
che et  développement  pour  le  compte  de tiers; conception  d'anima-
tions informatiques; études scientifiques in Klasse 42 im Wesentlichen 
mit der Begründung, dass dieses mit „Anzeigenrang“ übersetzt und da-
her von den Abnehmerkreisen nicht als Fantasiebezeichnung sondern 
als beschreibende Angabe verstanden werde. Demgegenüber vertritt 

Seite 6

B-6352/2007

die Beschwerdeführerin  die Auffassung,  dass es sich bei  der  Marke 
um eine mehrdeutige Wortneuschöpfung handle. Um zur Interpretation 
der Vorinstanz zu gelangen, müsse der Endabnehmer einige Überle-
gungen anstellen. Auch sei die Buchstabenkombination derart sprach-
lich verfremdet, dass es schwierig sei, einen eindeutigen Begriff  dar-
aus abzuleiten. Im Übrigen gelte es zu berücksichtigen, dass die Mar-
ke insbesondere auch in englischsprachigen Ländern registriert  wor-
den sei. 

7.
Die Marke AdRank setzt sich aus den beiden englischen Wörtern „ad“ 
und „rank“ zusammen. Beim ersten handelt  es sich um die Kurzform 
von „advertisement“, welche mit Anzeige, Inserat bzw. Annonce über-
setzt werden kann. Das zweite lässt sich demgegenüber mit Reihe, Li-
nie bzw. Rang übersetzen (vgl. Langenscheidt  Handwörterbuch Eng-
lisch,  2005  Berlin  und  München).  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet 
denn auch nicht,  dass  die  Marke im Sinne von „Anzeigenrang“  ver-
standen werden könne, sondern vertritt die Meinung, dass ihr ebenso-
gut die Bedeutung „an der Wegbiegung“ zugeschrieben werden könne. 
Dem Bundesverwaltungsgericht  scheint  ein solches Verständnis,  ins-
besondere auch unter Berücksichtigung der in Frage stehenden Wa-
ren,  fernliegend. Die Dienstleistungen richten sich sowohl  an Durch-
schnittsabnehmer  als  auch an Fachleute,  was ebenfalls  nicht  strittig 
ist. Zumindest  letztere dürften über die erforderlichen Englischkennt-
nisse verfügen, um der Marke den Sinn „Anzeigenrang“ beizumessen. 
Umstritten bleibt,  ob es sich dabei um einen Gattungsbegriff  handelt 
und ob allenfalls die sprachliche Verfremdung dem Zeichen Kennzeich-
nungskraft verschaffen kann. 

8.
Das Internet hat in den letzten Jahren erheblich an wirtschaftlicher und 
gesellschaftlicher  Bedeutung  gewonnen.  Damit  einhergehend  stieg 
auch der Stellenwert  der Onlinewerbung (http://www.welt.de/webwelt/ 
article1242489/Online-Werbung_steigt_2007_auf_Rekordhoch.html). 
Wie  in  anderen  Medien,  ist  man  auch  im  Internet  bedacht,  die 
Werbung  so  zu  platzieren,  dass  sie  auf  die  Kosten  bezogen  eine 
möglichst hohe Zahl potentieller Kunden erreicht. Das Medium bietet 
denn auch neue Möglichkeiten zu solch gezielter Reklame. So werden 
bei  einer  Suche  auf  Google,  der  Marktführerin  des  Onlinewerbe-
marktes,  nicht  nur  die  Ergebnisse,  sondern  auch  zur  Anfrage 
passende kostenpflichtige Anzeigen aufgeführt. Sowohl die Resultate 

Seite 7

B-6352/2007

als  auch  die  Inserate  werden  ihrer  Relevanz  nach  aufgelistet.  Bei 
letzteren  bestimmt  sich  diese  anhand  einer  Formel,  die  neben  dem 
Maximalpreis,  den  der  Inserent  pro  Anklick  zu  bezahlen  bereit  ist, 
unter anderem auch die Anklickhäufigkeit der Annonce berücksichtigt. 
Google  bezeichnet  das  Positionieren  der  Anzeigen  in  ihrer 
Werbeplattform Google AdWords als „ad ranking“ und die vorgenom-
mene Positionierung als „ad rank“ (http://adwords.google.com/support/
bin/answer.py?hl=en&answer=6111;  http://adsense.blogspot.com/ 
2006/02/ad-rank-explained.html;  http://adwords.google.com/support/ 
bin/answer.py?hl=en-au&answer=6300).  Dabei  benutzt  Google 
letzteren  Begriff  entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin 
nicht  markenmässig,  was  auch  daraus  ersichtlich  ist,  dass  auf  der 
deutschsprachigen Google AdWords Seite an dessen Stelle das Wort 
„Anzeigenrang“  verwendet  wird  (http://adwords.google.com/support/ 
bin/answer.py?hl=de&answer =6111). Ebenfalls finden sich im Internet 
verbreitet  die  zusammengeschriebenen  Bezeichnungen  „adranking“ 
und „adrank“, wobei letztere in den allermeisten Fällen nicht als Marke 
der  Beschwerdeführerin  gebraucht  wird.  Es  lässt  sich  demnach 
festhalten, dass unter dem Terminus „adrank“ eine Bezeichnung für die 
Positionierung  von  Internetwerbung  und  somit  ein  Gattungsbegriff 
verstanden  wird.  An  dessen  Gemeingutcharakter  vermag  auch  der 
Umstand, dass der Ausdruck nicht bzw. noch nicht die Aufnahme ins 
Wörterbuch gefunden hat, nichts zu ändern. 

9.
Es gilt  weiter  zu prüfen,  ob die von der Beschwerdeführerin  geltend 
gemachte sprachliche Verfremdung des Zeichens geeignet ist, diesem 
Kennzeichnungskraft zu verschaffen. So sind bei der strittigen Marke 
AdRank die Anfangsbuchstaben der beiden zu einem Wort verbunde-
nen  Bestandteile  gross  geschrieben.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
kann sich der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht anschliessen. 
Einerseits  ist  das  Zusammenschreiben  der  Begriffe  „ad“  und  „rank“ 
verbreitet  und auch nicht  geeignet, den Sinngehalt  des Zeichens zu 
kaschieren, zumal der Zusammenzug akustisch gar nicht wahrnehm-
bar ist. Andererseits ist das Aneinanderschreiben zweier Wortelemen-
te  und  die  Verwendung  eines  grossen  Anfangsbuchstabens  für  das 
zweite ungeeignet, einem an sich gemeinfreien Zeichen einen unter-
scheidungskräftigen Gesamteindruck zu verleihen (RKGE in sic! 2004, 
222 smartModule und smartCore). Der Grossbuchstabe „R“ erleichtert 
im Gegenteil sogar die Lesbarkeit der beiden einzelnen Wortbestand-
teile. Im Übrigen können auch Wortneuschöpfungen Gemeingut sein, 

Seite 8

B-6352/2007

wenn ihr Sinn für die Kreise, an die sie sich richten, auf der Hand liegt 
(RKGE in sic! 2004, 775 Ready2Snack). 

10.
Die Beschwerdeführerin  beruft  sich ferner  darauf,  dass das Zeichen 
AdRank  in  verschiedenen  Ländern,  namentlich  in  Deutschland,  den 
Vereinigten  Staaten,  Australien,  Japan  und  als  Gemeinschaftsmarke 
eingetragen worden sei. Indessen haben nach ständiger Praxis aus-
ländische Eintragungsentscheide keine präjudizielle Wirkung (E.  MAR-
BACH, SIWR III, Basel 1996, 30). Auch handelt es sich vorliegend nicht 
um einen Grenzfall, der es nahe legen würde, die ausländischen Ent-
scheidungen als  Indizien zu berücksichtigen (vgl. BGer in  sic!  2005, 
280 Firemaster und RKGE in sic! 2003, 903 Proroot).

11.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz der internationalen 
Registrierung Nr. 844 225 AdRank den Schutz in der Schweiz für die 
beanspruchten Dienstleistungen publicité; conseils en gestion; analyse 
de marché; expertises en productivité; analyse du potentiel de marché; 
traitement  de  données  numériques;  traitement  de  données  électro-
niques pour le compte de tiers; mise à disposition d'informations sur  
l'internet  en matière  de recherches de marché,  d'expertises  en pro-
ductivité et d'analyses du potentiel de marché in Klasse 35 und servi-
ces scientifiques et technologiques et services de recherche et déve-
loppement y relatifs; recherche et développement pour le compte de 
tiers;  conception  d'animations  informatiques;  études  scientifiques  in 
Klasse 42 zu Recht verweigert hat.  Die Beschwerde ist daher als un-
begründet abzuweisen. 

12.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem 
geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die  Gerichtsgebühren 
sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozess-
führung  und  finanzieller  Lage  der  Parteien  festzulegen  (Art. 63 
Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Markeneintragungen geht es um Ver-
mögensinteressen. Die Gerichtsgebühr bemisst sich folglich nach dem 
Streitwert (Art. 4 VGKE). Die Schätzung des Streitwertes hat sich nach 
Lehre und Rechtsprechung an Erfahrungswerten aus der Praxis zu ori-

Seite 9

B-6352/2007

entieren, wobei bei einem eher unbedeutenden Zeichen grundsätzlich 
ein  Streitwert  zwischen  Fr. 50'000.-  und  Fr. 100'000.-  angenommen 
werden  darf  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A.116/2007  vom  27. Juni 
2007 E. 3.3  mit  Hinweisen). Von diesem Erfahrungswert  ist  auch im 
vorliegenden Verfahren auszugehen. Es sprechen keine konkreten An-
haltspunkte  für  einen  höheren  oder  niedrigeren  Wert  der  strittigen 
Marke.

13.
Eine Parteientschädigung ist  der  unterliegenden Beschwerdeführerin 
nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 ff. VGKE).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3'000.- ver-
rechnet. Der Beschwerdeführerin werden demnach Fr. 500.- nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse zurückerstat-
tet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Seite 10

B-6352/2007

Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref. IR-Nr. 844 225; Gerichtsurkunde)
- dem Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Urech Marc Hunziker

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden  (Art. 72 ff.,  90 ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-
sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-
gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch-
tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 8. September 2008

Seite 11