# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3be2bc79-c173-526f-8c76-eb5bdc304b2d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240227-O1
**Docket/Reference:** SB240227-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240227-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240227-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. 

Weder und Oberrichter lic. iur. Amsler sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Gitz

Urteil vom 19. März 2025

in Sachen

A._____,

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin M.A. HSG in Law and Economics 

X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Angriff und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 29. Februar 

2024 (DG230049)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. Septem-

ber 2023 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 

StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 15 

3.

4.

Tage durch Haft erstanden sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel Stadt vom 30. September 

2021 für eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend 

Fr. 2'100.–), wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind, gewährte be-

dingte Strafvollzug wird widerrufen. 

5.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird mit dem Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 

30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut 

Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8010 Zürich, zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu 

erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird 

die Kantonspolizei hiermit verpflichtet, ihn – auf entsprechende Mitteilung 

des Forensischen Instituts Zürich hin – zwangsweise vorzuführen. Der Be-

schuldigte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

- 3 -

6.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.00   Gebühr für das Vorverfahren;

692.85   Auslagen (Gutachten);

13'955.25

  Honorar amtliche Verteidigung, Rechtsanwältin 
  M.A. HSG X._____ (inkl. MwSt. und Barauslagen).

20'748.10   Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

Wird auf eine schriftliche Begründung dieses Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr um einen Drittel. 

7.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf die 

Staatskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten B._____:

(Urk. 48, Urk. 59 S. 1 f. in SB240207; Urk. 50 in SB240227)

[…]

b)

Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 60 S. 1 in SB240207; Urk. 41 S. 1, Urk. 51 S. 1 in SB240227)

1.

Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 29. Februar 2024 

(DG230049-K) sei betreffend die Ziffern 2 und 3 aufzuheben.

2.

Der Beschuldigte sei für den Schuldspruch wegen Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten zu bestra-

fen.

- 4 -

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 

3 Jahren aufzuschieben.

Unter ausgangsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.).

c)

Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 51 betr. SB240207; Urk. 46 betr. SB240227; je schriftlich)

Bestätigung der vorinstanzlichen Urteile.

_________________________________

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte/Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Gegen das vorstehend wiedergegebene, mündlich eröffnete und schriftlich 

im Dispositiv mitgeteilte Urteil vom 29. Februar 2024 (Urk. 34) meldete die amtliche 

Verteidigung namens des Beschuldigten noch vor Schranken Berufung an (Prot. I 

S. 44). Das begründete Urteil (Urk. 35 = 39) wurde den Parteien am 23. April 2024 

zugestellt (Urk. 36/1-2). Mit Schreiben vom 10. Mai 2024 ging die Berufungserklä-

rung der amtlichen Verteidigung namens des Beschuldigten fristgerecht ein, wobei 

keine Beweisanträge gestellt wurden (Urk. 41). Mit Präsidialverfügung vom 17. Mai 

2024 wurde der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsan-

waltschaft) Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein 

Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen  (Urk. 44).  Die  Staatsanwaltschaft 

verzichtete mit Eingabe vom 23. Mai 2024 auf Anschlussberufung und beantragte 

die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils  (Urk. 46).  Am  21. Juni  2024  wurden 

die  Parteien  auf  den  19. März  2025  zur  Berufungsverhandlung  vorgeladen 

(Urk. 53), wobei angesichts des Sachzusammenhangs gleichzeitig zur Berufungs-

verhandlung  des  Mitbeschuldigten  B._____  (SB240207)  vorgeladen  wurde.  Der 

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Geschädigte C._____ verzichtete ausdrücklich auf die Teilnahme am Verfahren als 

Privatkläger (Urk. 10/2).

1.2.

Zur Berufungsverhandlung vom 19. März 2025 erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin M.A. HSG in Law and 

Economics X._____, und der Mitbeschuldigte B._____ in Begleitung dessen amtli-

chen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ (Prot. II S. 3). Das Urteil erging 

gleichentags nach erfolgter Beratung im Anschluss an die Berufungsverhandlung 

(Prot. II S. 50 ff.).

2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss  Art. 402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung  auf-

schiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im Um-

fang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht erfass-

ten  Punkte  in  Rechtskraft  erwachsen  (vgl.  BÜHLER,  in:  Niggli/Heer/Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Auflage 2023, 

Art. 402 N 1 f., m.w.H.). Mit der Berufungserklärung ist deshalb verbindlich anzu-

geben, auf welche Teile des angefochtenen Urteils sich die Berufung gegebenen-

falls beschränkt (Art. 399 Abs. 3 lit. a sowie Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 3 

lit. b StPO sind mit der Berufungserklärung zudem reformatorische Anträge in der 

Sache  selbst  zu  stellen,  d.h.  vom  Berufungskläger  ist  anzugeben,  wie  das  Urteil 

nach seiner Ansicht richtigerweise lauten soll (BGE 149 IV 284 E. 2.2; 143 IV 408 

E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 7B_539/2023 vom 3. November 2023 E. 3.1.2). 

Die gestellten Rechtsbegehren sind dabei stets nach Treu und Glauben auszule-

gen,  insbesondere  im  Lichte  der  dazu  gegebenen  Begründung  (BGE  147  V  369 

E. 4.3.1; Urteile des Bundesgerichts 7B_293/2022 vom 6. Januar 2024 E. 2.2.1 f.; 

6B_881/2021 vom 27. Juni 2022 E. 1.2).

2.2. Die Verteidigung ficht das vorinstanzliche Urteil mit ihrer Berufung bezüglich 

der Dispositivziffern 2 und 3 an (Urk. 41 S. 1). 

2.3. Von  der  Berufung  nicht  umfasst  sind  somit  die  Dispositivziffern 1 (Schuld-

punkt), 4 (Widerruf), 5 (DNA-Probe und DNA-Profil) sowie 6 und 7 (Kostendisposi-

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tiv). Das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 29. Februar 2024 ist mithin be-

züglich  jener  Dispositivziffern  in  Rechtskraft  erwachsen,  was  vorab  mittels  Be-

schluss festzustellen ist.

3.

Formelles

Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen 

einzugehen. Dabei muss sich das Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen 

Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es 

sich  auf  die  für  die  Entscheidfindung  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken 

(BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 141 IV 249 E. 1.3.1, mit Hinweisen). Ferner kann das 

Gericht zur Begründung im Folgenden auf Erwägungen der Vorinstanz im ange-

fochtenen Entscheid verweisen, wenn es diesem beipflichtet (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_1349/2022 vom 24. Ja-

nuar  2025  E. 2.1;  6B_1087/2022  vom  16. Januar  2023  E. 4.2;  je  mit  Hinweisen, 

sowie  NYDEGGER,  Der  Verweis  auf  die  Entscheidbegründung  der  Vorinstanz  ge-

mäss  Art. 82  Abs. 4  StPO,  recht  2021,  S. 15  ff.).  Dies,  zumal  das  strafrechtliche 

Berufungsverfahren  keine  Wiederholung  des  erstinstanzlichen  Erkenntnisverfah-

rens darstellt und das Berufungsgericht auch keine Erstinstanz ist. Vielmehr knüpft 

das Berufungsverfahren an das erstinstanzliche Verfahren, namentlich die bereits 

durchgeführten  Beweiserhebungen,  an  und  baut  darauf  auf  (BGE  143  IV  408 

E. 6.2.1;  143  IV  288  E. 1.4.1;  140  IV  196  E. 4.4.2;  Urteil  des  Bundesgerichts 

7B_289/2023 vom 7. Februar 2025 E. 4.2.2; je mit Hinweisen).

II. Strafzumessung

1.

Ausgangslage

1.1. Die  Staatsanwaltschaft  beantragte  vor  Vorinstanz  die  Bestrafung  des  Be-

schuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten (Urk. 18 S. 3; Urk. 30 S. 3). 

Im Rahmen des Berufungsverfahrens beantragt sie die Bestätigung des vorinstanz-

lichen Urteils (Urk. 46).

1.2. Die Verteidigung beantragt berufungshalber die Bestrafung des Beschuldig-

ten mit 6 Monaten Freiheitsstrafe (Urk. 41 S. 1; Urk. 51 S. 1). 

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1.3. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit 10 Monaten Freiheitsstrafe 

(Urk. 39 S. 12).

2.

Strafzumessungsgrundsätze

2.1. Verschulden

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksich-

tigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe 

auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Die Bewertung des Verschuldens 

richtet sich gemäss Art. 47 Abs. 2 StGB nach der Schwere der Verletzung oder der 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach, wie weit der Täter nach 

den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-

letzung zu vermeiden. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung 

nach  Art. 47  ff.  StGB  wiederholt  dargelegt  (BGE  149  IV  217  E.   1.1;  144  IV  313 

E. 1.1; 141 IV 61 E. 6.1.2; 136 IV 55 E. 5.4; je mit Hinweisen). Darauf kann verwie-

sen werden.

2.2. Massgeblicher Strafrahmen

Angriff im Sinne von Art. 134 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe bestraft. Ausserordentliche Gründe, die eine Erweiterung des Strafrah-

mens erforderten, sind keine gegeben.

3.

Tatkomponenten 

3.1. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht schloss sich der Beschuldigte dem Mitbeschuldigten B._____ 

an, indem er zusammen mit diesem nahe an den Geschädigten herantrat, diesen 

bedrängte und sich so positionierte, dass der Geschädigte "halb" umzingelt war und 

sich sodann nach dem kräftigen Schlag von B._____ gegen den Hals zusammen 

mit B._____ zum gestürzten Geschädigten begab, sich zu ihm hinunter beugte und 

– nachdem es diesem gelungen war, sich vom Boden aufzurappeln – von hinten 

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packte, wegzerrte und ihm Pfefferspray in die Augen sprühte, wodurch er zusätzlich 

auf  den  bereits  verletzten  Geschädigten  einwirkte.  Die  einzelnen  Tathandlungen 

sind für sich alleine betrachtet zwar nur als Tätlichkeiten zu qualifizieren, auch wenn 

sich  das  Sprühen  von  Pfefferspray  in  die  Augen  im  Grenzbereich  zur  einfachen 

Körperverletzung befunden haben dürfte. Durch sein weiteres eigenes Einwirken 

auf den soeben mit dem harten Faustschlag gegen den Hals traktierten Geschä-

digten manifestierte der Beschuldigte aber doch eine gewisse Rücksichtslosigkeit, 

Brutalität und Heimtücke, indem der Geschädigte, auch wenn er noch aufzustehen 

vermochte, weitgehend wehrlos war, als der Beschuldigte ihn zusammen mit dem 

Mitbeschuldigten B._____ zusätzlich attackierte. Nachdem der Beschuldigte dem 

Geschädigten aber nicht selbst Verletzungen zufügte und nicht selbst mit den Tät-

lichkeiten begann, sondern sich nur aber immerhin dem Angriff des Mitbeschuldig-

ten  B._____  vorbehaltlos  anschloss,  ist  die  objektive  Tatschwere  als  nicht  mehr 

leicht zu qualifizieren. Die Einsatzstrafe aufgrund des objektiven Verschuldens ist 

auf 12 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

3.2. Subjektives Verschulden 

3.2.1. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz hin-

sichtlich  der  aktiven  Mitwirkung  am  Angriff  gegen  den  Geschädigten.  Dies  bleibt 

verschuldensneutral, d.h. eine Strafminderung wegen Eventualvorsatz kommt nicht 

in Betracht.

3.2.2. Hinsichtlich des Tatmotivs brachte der Beschuldigte (vgl. u.a. Urk. 4/1 S. 2; 

Prot.  II  S. 43  f.)  –  wie  auch  der  Mitbeschuldigte  B._____  (vgl.  u.a.  Urk. 5/1  S. 4; 

Prot. II S. 26) – vor, aus Angst vor dem Geschädigten gehandelt zu haben, nach-

dem der Geschädigte Drohungen, u.a. bezüglich eines vermeintlich mitgeführten 

Messers, ausgestossen habe. Auf der Videoaufnahme (Urk. 2/1) ist klar ersichtlich, 

wie der Geschädigte auf einem Fahrrad sitzend mit zunächst nicht im Bild ersicht-

lichen  Personen  diskutiert  (00:20-00:30)  und  anschliessend  vom  Fahrrad  steigt, 

währendem er weiter diskutiert und gestikuliert (00:31-01:02). Daraufhin erschei-

nen der Mitbeschuldigte B._____ und der Beschuldigte im Bild und gehen auf den 

Geschädigten zu (01:03-01:08). Der Geschädigte wird vom Beschuldigten und dem 

Mitbeschuldigten B._____ bedrängt, indem sie gemeinsam unmittelbar auf den Ge-

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schädigten zugehen und sich so nahe zu ihm hinbewegen, dass dieser schliesslich 

sein  Fahrrad,  das  er  zunächst  immer  noch  in  der  Hand  gehalten  hatte  (01:04-

01:06),  fallen  lässt  (01:09).  Der  Beschuldigte  und  der  Mitbeschuldigte  B._____ 

suchten  die  Konfrontation  somit  aktiv.  Dabei  diskutierten  der  Beschuldigte  und 

B._____ weiterhin mit dem Geschädigten, wobei der Geschädigte den Blick vom 

Mitbeschuldigten  B._____  abgewandt  hatte  und  ruhig  und  ohne  grössere  Bewe-

gung  dastand  (01:10- 01:11).  Hierauf  ist  ersichtlich,  wie  der  Mitbeschuldigte 

B._____ mit einem Bein einen Schritt zurücktritt und mit dem rechten Arm weit aus-

holt, wobei er sich leicht zur Seite dreht, und dem Geschädigten, während jener 

den Blick weiterhin vom Mitbeschuldigten B._____ ab- und dem Beschuldigten zu-

wendet, mit erheblicher Wucht den Schlag gegen den Hals versetzt (01:12). Der 

Schlag kam für den Geschädigten offensichtlich unerwartet, war er doch nicht in 

einer Kampf- oder Abwehrhaltung, sondern er hatte im Moment des Schlages seine 

Arme gesenkt. Nachdem der Geschädigte aufgrund des Faustschlags rücklings zu 

Boden gegangen war, traten der Beschuldigte und B._____ auf den am Boden sit-

zenden Geschädigten zu und bückten sich zu ihm hinunter, wobei es dem Geschä-

digten trotz deren Zugriffs gelang, wieder auf die Beine zu kommen (01:13-01:14). 

Als sich der Geschädigte wieder aufgerappelt hatte, ist zu sehen, wie er vom Be-

schuldigten von hinten gepackt und gezerrt wird. Es gelingt dem Geschädigten, den 

Beschuldigten wegzustossen (01:17). Der Beschuldigte und B._____ treten darauf-

hin erneut auf den Geschädigten zu, der ihnen von Angesicht zu Angesicht gegen-

übersteht,  woraufhin  er  rückwärtsgehend  versucht,  von  ihnen  wegzukommen 

(01:20). Nachdem der Beschuldigte ihm mit dem Pfefferspray ins Gesicht gesprüht 

hat, gelingt ihm dies schliesslich (01:21-01:27). Anzumerken ist, dass beide Mitbe-

schuldigten jedenfalls äusserlich während des gesamten ersichtlichen Handlungs-

ablaufs nie den Eindruck erweckten, in irgendeiner Weise verängstigt oder gar in 

Panik zu sein. Vielmehr lief das Ganze bis zum Faustschlag des Mitbeschuldigten 

B._____ rein verbal und äusserlich vergleichsweise langsam ab. Auch nach den 

Tatereignissen – nachdem sich der Geschädigte entfernt hatte – gingen der Be-

schuldigte,  der  Mitbeschuldigte  B._____  und  D._____,  welche  nach  dem  Vorfall 

dazu stiess (01:29), ganz normal und ohne irgendwelche Hast lachend weg. Die 

auf der Videoaufnahme ersichtliche Körpersprache des Geschädigten zeigt eindeu-

- 10 -

tig, dass dieser bis zum Fallenlassen des Fahrrads entspannt war und die Aggres-

sion ausschliesslich vom Beschuldigten und B._____ ausging. Die Behauptung des 

Beschuldigten, er sei aufgrund von Drohungen seitens des Geschädigten verängs-

tigt gewesen und habe aus dieser Gefühlsregung heraus gehandelt, erweist sich 

vor dem Hintergrund der Videoaufzeichnung als objektives Beweismittel indessen 

als Schutzbehauptung. Es kann zwar nicht ausgeschlossen werden, dass der Ge-

schädigte  gegenüber  dem  Beschuldigten  und  B._____  äusserte,  ein  Messer  mit 

sich zu führen. Auf der Videoaufnahme ist aber seitens des Geschädigten weder 

eine Aggression noch eine Bedrohung gegenüber dem Beschuldigten und dem Mit-

beschuldigten B._____ ersichtlich. So wurde seitens des Geschädigten insbeson-

dere nie ein Messer hervorgenommen oder eine entsprechende Bewegung ange-

deutet. Vielmehr gingen der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte B._____ aggres-

siv und aktiv auf den Geschädigten zu und bedrängten ihn. Ein solches Verhalten 

ist mit der vom Beschuldigten behaupteten Angst und Panik nicht vereinbar. Hätte 

der Beschuldigte effektiv Angst vor dem Geschädigten gehabt, hätte er sich schlicht 

von der Situation entfernen können. Dies tat er aber nicht, sondern er bewegte sich 

im Gegenteil auf den sich aufrappelnden Geschädigten zu, packte ihn, zerrte ihn 

weg  und  sprühte  ihm  Pfefferspray  ins  Gesicht.  Die  Tat  erfolgte  augenscheinlich 

spontan und aus der Situation des zunächst verbal geführten Gesprächs heraus. 

Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte bei seinem spontanen Han-

deln seine Reaktion und Gefühle nicht unter Kontrolle hatte. Das Tatmotiv bleibt 

insgesamt verschuldensneutral.

3.3.

Zwischenfazit 

Unter  Berücksichtigung  auch  des  subjektiven  Verschuldens  bleibt  es  bei  einem 

nicht mehr leichten Verschulden und einer Einsatzstrafe von 12 Monaten Freiheits-

strafe.

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4.

Täterkomponenten 

4.1. Persönliche Verhältnisse/Vorleben

Der Beschuldigte machte sowohl im Rahmen der Untersuchung wie auch anläss-

lich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung Angaben zu seinen persönlichen Ver-

hältnissen  und  zu  seinem  Vorleben.  Er  wuchs  zusammen  mit  seiner  Familie  als 

Ältester von vier Geschwistern in E._____ auf. Nach Absolvierung der obligatori-

schen Schulzeit machte der Beschuldigte eine  Lehre als Produktionsmechaniker 

EFZ, welche er erfolgreich abschloss. In der Folge arbeitete der Beschuldigte je-

doch nicht auf seinem erlernten Beruf, sondern machte sich mit zwei Firmen zu-

sammen mit seinem Vater selbständig, wobei eine einen …[Einzelhandelsgeschäft] 

betreibt und es sich bei der anderen um eine Firma handelt, die … [Einzelhandels-

geschäfte] mit Lebensmitteln und Zeitungen beliefert (Prot. II S. 18). Im Zeitpunkt 

der vorinstanzlichen Hautverhandlung zahlte sich der Beschuldigte einen Lohn von 

rund Fr. 3'000.– pro Monat aus (Urk. 4/1 S. 11 f.; Prot. I S. 17 ff.; vgl. auch Prot. II 

S. 17  ff.).  Im  Rahmen  der  Berufungsverhandlung  ergänzte  der  Beschuldigte,  er 

zahle sich seit ca. eineinhalb bis zwei Jahren monatlich einen Lohn von Fr. 4'200.– 

aus. In Bezug auf die Halbgefangenschaft führte er aus, es sei ihm dort einerseits 

nicht gut gegangen, andererseits habe er viel daraus lernen können (Prot. II S. 19) 

und die Halbgefangenschaft sei jedenfalls nichts zum Wiederholen (Prot. II S. 20). 

Er sei früher auf dem falschen Weg gewesen, bis er die Strafe abgesessen habe 

(Prot. II S. 21). Er sei naiv gewesen und habe sich schnell provozieren lassen. Es 

habe früher einfach eine gewisse Impulskontrolle gefehlt. Das sei heute nicht mehr 

der Fall (Prot. II S. 22). Die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Be-

schuldigten bleiben insgesamt zumessungsneutral. 

4.2. Vorstrafen

Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

des  Kantons  Basel-Stadt  vom  30.  September  2021  wurde  er  wegen  Vergehens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG verur-

teilt und mit einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.–, bei einer 

Probezeit  von  2  Jahren,  sowie  mit  einer  Busse  von  Fr. 400.–  bestraft.  Sodann 

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wurde der Beschuldigte mit Urteil des Jugendgerichts Winterthur vom 24. Februar 

2022 wegen mehrfacher Drohung im Sinne von Art. 180 StGB, grober Verletzung 

der  Verkehrsregeln  im  Sinne  von  Art. 90  Abs. 2  SVG  sowie  der  Gehilfenschaft 

dazu, Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, Erpressung im Sinne von 

Art. 156 Ziff. 1 StGB, mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderli-

chen Führerausweis im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG sowie mehrfacher Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 StGB verurteilt und mit einem unbedingt vollziehbaren 

Freiheitsentzug von 165 Tagen nach Jugendstrafrecht bestraft (Urk. 49). Der Be-

schuldigte wurde vorliegend am 20. März 2023, d.h. während laufender Probezeit 

und kurz bevor er seine Strafe nach Jugendstrafrecht in Halbgefangenschaft antrat, 

erneut straffällig (vgl. Prot. I S. 22; Prot. II S. 43). Die Vorstrafen und das Delinquie-

ren während laufender Probezeit sind stark straferhöhend zu berücksichtigen.

4.3. Geständnis/Reue und Einsicht

Ein Geständnis führt nicht zwingend zu einer Strafreduktion, sondern es steht wie 

bei den übrigen Strafzumessungsfaktoren im Ermessen des Sachgerichts zu beur-

teilen, ob und in welchem Ausmass das Geständnis eine strafmindernde Folge ha-

ben soll (Urteile des Bundesgerichts 6B_799/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 3.1; 

6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3 [nicht publ. in BGE 149 IV 161]; je mit Hin-

weisen). Dabei berücksichtigt das Gericht ein Geständnis, wenn es auf Einsicht in 

das begangene Unrecht oder auf Reue schliessen lässt oder der Täter zur Tatauf-

deckung über seinen eigenen Tatanteil hinaus beiträgt (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). 

Hat ein Geständnis die Strafverfolgung nicht erleichtert oder ist die geständige Per-

son  nur  aufgrund  einer  erdrückenden  Beweislage  oder  gar  erst  nach  Ausfällung 

des erstinstanzlichen Urteils geständig geworden, ist eine Strafminderung nicht an-

gebracht  (Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1135/2023  vom  19. Februar  2025 

E. 3.5.1; 6B_156/2023 vom 3. April 2023 E. 1.3.1 [nicht publ. in BGE 149 IV 161]). 

Der Beschuldigte zeigte sich im äusseren Sachverhalt voll geständig, auch wenn 

ein  Bestreiten  angesichts  der  Videoaufzeichnung,  die  sämtliche  relevanten  Tat-

handlungen  zeigt,  kaum  Sinn  ergeben  hätte,  und  das  Geständnis  im  äusseren 

Sachverhalt das Verfahren damit nicht massgeblich erleichterte. Das Nachtatver-

halten bleibt daher zumessungsneutral. 

- 13 -

4.4.

Fazit bezüglich Täterkomponenten

Unter den Täterkomponenten ist somit ein stark straferhöhendes Zumessungskri-

terium  festzustellen,  während  keine  Strafminderungsgründe  gegeben  sind.  Die 

nach der Tatkomponente erhaltene Einsatzstrafe ist daher aufgrund der Täterkom-

ponenten auf 18 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.

5.

Gesamtwürdigung

5.1. Strafhöhe

Angemessen erscheint somit in Berücksichtigung sämtlicher Zumessungskriterien 

eine Bestrafung des Beschuldigten mit 18 Monaten Freiheitsstrafe. Aufgrund des 

Verbots der reformatio in peius gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO bleibt es jedoch bei 

den vorinstanzlich ausgesprochenen 10 Monaten Freiheitsstrafe.

5.2. Anrechnung von Haft

Der Beschuldigte befand sich vom 5. Juni 2023, 06.05 Uhr, bis 19. Juni 2023, 13.40 

Uhr, und damit insgesamt 15 Tage in Haft (Urk. 13/3-14). Die erstandene Haft ist 

gemäss Art. 51 StGB auf die ausgesprochene Freiheitsstrafe anzurechnen.

III. Vollzug

1.

Ausgangslage

1.1. Die Vorinstanz erklärte die Strafe für vollziehbar (Urk. 39 S. 14).

1.2. Seitens  der  Verteidigung  wird  beantragt,  die  auszusprechende  Freiheits-

strafe aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren (vgl. Urk. 32 

S. 1; Urk. 41 S. 1; Urk. 51 S. 1).

1.3. Die  Staatsanwaltschaft  beantragt  im  Berufungsverfahren  die  Bestätigung 

des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 46).

- 14 -

2.

Rechtliche Grundlagen

2.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von  höchstens  zwei  Jahren  in  der  Regel  auf,  wenn  eine  unbedingte  Strafe  nicht 

notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten 

fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mehr 

als  sechs  Monaten  verurteilt,  so  ist  der  Aufschub  nur  zulässig,  wenn  besonders 

günstige  Umstände  vorliegen  (Art. 42  Abs. 2  StGB).  Unter  "besonders  günstigen 

Umständen" sind solche Umstände zu verstehen, die ausschliessen, dass die Vor-

tat  die  Prognose  verschlechtert.  Die  Gewährung  des  bedingten  Vollzugs  ist  nur 

möglich, wenn eine Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss 

zulässt,  dass  trotz  der  Vortat  eine  begründete  Aussicht  auf  Bewährung  besteht. 

Das trifft etwa zu, wenn die neuerliche Straftat mit der früheren Verurteilung in kei-

nerlei Zusammenhang steht oder bei einer besonders positiven Veränderung in den 

Lebensumständen des Täters. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Ge-

samtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich (BGE 144 IV 277 E. 3.2; 135 IV 180 

E. 2.1; 134 IV 140 E. 4.4 je mit Hinweisen). Dabei hat das Gericht eine Gesamtwür-

digung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen und insbesondere auch seit der 

Tat eingetretene positive Veränderungen (wie den Erhalt einer festen Arbeitsstelle, 

das Eingehen einer stabilen Beziehung) zu berücksichtigen. In erster Linie ist dabei 

die strafrechtliche Vorbelastung relevant, namentlich wenn der Täter sog. einschlä-

gige Vorstrafen aufweist, wobei diese erheblich zu gewichten sind. Sie schliessen 

aber den bedingten Vollzug nicht notwendig aus (BGE 145 IV 137 E. 2.2; 134 IV 1 

E. 4.2.3;  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_80/2024  vom  9. Januar  2025; 

6B_1153/2021  vom  29. März  2023  E. 2.3.4;  6B_617/2021  vom  8. Oktober  2021 

E. 1.3.1; je mit Hinweisen; HEIMGARTNER, in: Donatsch/Heimgartner/Isenring/Weder 

[Hrsg.], OFK Kommentar zum StGB, 21. Auflage 2022, Art. 42 StGB N 7 f. m.w.H.; 

SCHNEIDER/GARRÉ, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.] Basler Kommentar, Strafrecht I, 

4. Auflage 2019, Art. 42 StGB N 46). Besteht keinerlei Aussicht, dass der Täter sich 

durch den – ganz oder teilweise – gewährten Strafaufschub im Hinblick auf sein 

zukünftiges Legalverhalten positiv beeinflussen lässt, ist die Strafe in voller Länge 

- 15 -

zu  vollziehen  (BGE  144  IV  277  E. 3.1.1;  134  IV  1  E. 5.2.2  und  5.3.1;  Urteil  des 

Bundesgerichts 6B_962/2023 vom 26. Februar 2024 E. 2.3.2; mit Hinweisen).

2.2. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so be-

stimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB).

3.

Subsumtion 

In objektiver Hinsicht sind die Voraussetzungen des bedingten Vollzugs erfüllt, da 

der  Beschuldigte  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  weniger  als  zwei  Jahren  verurteilt 

wird. In subjektiver Hinsicht ist, nachdem der Beschuldigte nie eine Freiheitsstrafe 

von  mehr  als  sechs  Monaten  zu  verbüssen  hatte,  eine  günstige  Legalprognose 

grundsätzlich  zu  vermuten.  Wie  soeben  dargelegt  (E. II.4.2.),  weist  der  Beschul-

digte jedoch zwei Vorstrafen auf, wobei er am 20. März 2023 während laufender 

Probezeit und kurz bevor er seine Strafe nach Jugendstrafrecht in Halbgefangen-

schaft anzutreten hatte, erneut straffällig wurde. Beide Verurteilungen lagen dabei 

lediglich  rund  eineinhalb  bzw.  gut  ein  Jahr  vor  dem  vorliegend  zu  beurteilenden 

Delikt. Der Umstand, dass er sich während laufender Probezeit und kurz vor Antritt 

einer Freiheitsstrafe in Halbgefangenschaft befand, vermochte den Beschuldigten 

somit nicht von der Begehung eines neuerlichen Delikts abzuhalten. Allerdings hat 

der Beschuldigte in der Zwischenzeit den unbedingten Freiheitsentzug in Halbge-

fangenschaft verbüsst und befand sich im vorliegenden Verfahren 15 Tage in Haft, 

was ihn offensichtlich genügend beeindruckt hat. So ist er seit zwei Jahren straf-

rechtlich nicht mehr in Erscheinung getreten und lebt privat in stabilen Verhältnis-

sen. Ausserdem war der Vollzug der Jugendstrafe nach seinen Angaben lehrreich 

(s.  vorne  E.  II.4.1.).  Da  zudem  aufgrund  des  heute  zu  beurteilenden  Delikts  der 

Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt festgesetzten be-

dingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.– angeordnet wird (vgl. Urk. 39 

S. 15), kann davon ausgegangen werden, dass sich der Beschuldigte in Zukunft 

auch ohne Anordnung des teilbedingten Vollzugs bewähren wird. Der Vollzug der 

Freiheitsstrafe ist daher aufzuschieben. Den Vorstrafen ist durch die Ansetzung ei-

ner längeren Probezeit von 4 Jahren Rechnung zu tragen.

- 16 -

IV. Kosten

1.

Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu veran-

schlagen. Im Berufungsverfahren werden die Kosten nach Obsiegen und Unterlie-

gen auferlegt (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). 

2.

Da die Gewährung des bedingten Vollzugs unter Ansetzung einer längeren 

Probezeit  anstelle  des  unbedingten  Vollzugs  auf  richterlichem  Ermessen  beruht, 

erscheint  es  gerechtfertigt,  dem  Beschuldigten  die  Kosten  des  Berufungsverfah-

rens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, vollumfänglich aufzu-

erlegen,  zumal  der  Beschuldigte  praktisch  vollständig  unterliegt.  Die  Kosten  der 

amtlichen  Verteidigung  sind  einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen.  Die 

diesbezügliche  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  gemäss  Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

3.

Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten ist für das Berufungsverfahren 

mit Fr. 4'008.80 (Urk. 52) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

29. Februar 2024 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldpunkt), 4 (Wider-

ruf), 5 (DNA-Probe und DNA-Profil) sowie 6 und 7 (Kostendispositiv) in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit 10 Monaten Freiheitsstrafe, wo-

von 15 Tage durch Haft erstanden sind.

2.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt. 

- 17 -

3.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

4'008.80   amtliche Verteidigung (inkl. MwSt.).

4.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten.

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an









die Vorinstanz [mit dem Ersuchen um Vornahme der notwendigen Mit-
teilungen an die Behörden, insbesondere an das Forensische Institut 
Zürich, Erkennungsdienst, betreffend Abnahme der DNA-Probe]

die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Geschäfts-
Nr. VT.2021.9310, im Dispositiv im Doppel für sich und zuhanden der 
Vollzugsbehörde betreffend Widerruf

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks 
Vernichtung des ED-Materials

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B.

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

- 18 -

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 19. März 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

MLaw Gitz