# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7c3e0f6-0733-5f98-ab8e-09e6bc42f7fa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.10.2014 SB140209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140209_2014-10-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB140209-O/U/gs 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Ersatzoberrichter 

lic. iur. Muheim und Ersatzoberrichterin lic. iur. Affolter sowie 

der Gerichtsschreiber lic. iur. Brülhart 

 

Urteil vom 21. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
Beschuldigte und Berufungskläger 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

2 erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend einfache Körperverletzung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 18. November 2013 (GG130012) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 10. April 

2013 (Urk. 41) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. a) Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, sowie des Hausfriedens-

bruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

b) Von den Vorwürfen der Drohung sowie der Sachbeschädigung wird der 

Beschuldigte A._____ freigesprochen. 

2. a) Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, sowie des Hausfriedens-

bruchs im Sinne von Art. 186 StGB. 

b) Vom Vorwurf der Sachbeschädigung wird der Beschuldigte B._____ 

freigesprochen. 

3. a) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 

150 Tagessätzen zu je Fr. 50.– (wovon 25 Tagessätze als durch Haft 

geleistet gelten), sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

b) Der Vollzug der dem Beschuldigten auferlegten Geldstrafe wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

c) Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

-   3   - 

4. a) Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 

120 Tagessätzen zu je Fr. 50.– (wovon 25 Tagessätze als durch Haft 

geleistet gelten), sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

b) Der Vollzug der dem Beschuldigten auferlegten Geldstrafe wird aufge-

schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

c) Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte, und bei der hiesigen Be-

zirksgerichtskasse lagernde Armbanduhr "Festina", mit Metallarmband 

(SK …) wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils dem Beschuldigten 

A._____ auf erstes Verlangen innerhalb von drei Monaten herausgegeben 

und ansonsten der Bezirksgerichtskasse zur gutscheinenden Verwendung 

überlassen. 

6. Das von der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte, und bei der hiesi-

gen Bezirksgerichtskasse lagernde T-Shirt wird nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Urteils dem Privatkläger C._____ auf erstes Verlangen innerhalb von 

drei Monaten herausgegeben und ansonsten der Bezirksgerichtskasse zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

7. Die Beschuldigten werden verpflichtet, dem Privatkläger C._____ unter soli-

darischer Haftung Fr. 400.– zuzüglich 5 % Zins ab 13. September 2009 als 

Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen. 

8. Im Übrigen wird der Privatkläger C._____ mit seinen Zivilansprüchen auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

9. Die Beschuldigten werden unter solidarischer Haftung verpflichtet, dem Pri-

vatkläger C._____ eine Prozessentschädigung von Fr. 6'669.50 zu bezah-

len. 

-   4   - 

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr.         Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 1'467.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 10'233.90   amtliche Verteidigung A._____ 

Fr. 18'549.20   amtliche Verteidigung B._____. 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten A._____ aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 6'468.15 (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

12. Rechtsanwältin lic. iur. X3._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche 

Verteidigerin des Beschuldigten B._____ aus der Gerichtskasse mit 

Fr. 11'715.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens (exklusive 

der Kosten der amtlichen Verteidigung) werden den Beschuldigten jeweils 

zur Hälfte auferlegt.  

Zusätzlich werden die Kosten der amtlichen Verteidigungen den jeweiligen 

Beschuldigten auferlegt, jedoch einstweilen auf die Staatskasse genommen. 

Eine Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

(Urk. 108 S. 2) 

1. Der Beschuldigte 1 (und Berufungskläger 1) sei von den Vorwürfen der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

-   5   - 

sowie des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB freizuspre-

chen. 

2. Die Zivilansprüche des Privatklägers seien vollumfänglich abzuweisen. 

3. Die Kosten der Untersuchung und der erst- und zweitinstanzlichen ge-

richtlichen Verfahren, inkl. der amtlichen Verteidigung, seien auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

4. Dem Beschuldigten 1 sei eine Genugtuung für die Untersuchungshaft 

von Fr. 200.– pro Tag, total Fr. 5'200.–, zuzüglich 5% Zins ab 13. Sep-

tember 2009 aus der Gerichtskasse zu bezahlen. 

5. Dem Beschuldigten 1 sei für die erbetene Verteidigung eine Entschädi-

gung von Fr. 2'779.40 inkl. MwSt. zu entrichten. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten B._____: 

(Urk. 109 S. 26) 

1. Das Urteil vom 18. November 2013 sei aufzuheben und der Angeklagte 

vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Es sei dem Angeklagten eine Haftentschädigung im Betrag von 

Fr. 9'731.95 nebst 5% Zins seit dem 7. Oktober 2009 zuzusprechen. 

3. Es sei die Löschung des DNA-Profils des Angeklagten anzuordnen. 

4. Die Zivilforderungen des Privatklägers seien vollumfänglich abzuwei-

sen. 

5. Es seien die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen. 

6. Es sei festzustellen, dass die erstinstanzliche Parteientschädigung als 

wohlbezahlt gilt und es sei dem Angeklagten für das zweitinstanzliche 

Verfahren eine Parteientschädigung im Umfang der eingereichten Ho-

norarnote zuzusprechen. 

-   6   - 

c) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 93 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

d) Des Vertreters des Privatklägers: 

(Urk. 104 S. 1 f.) 

1. Die Beschuldigten seien in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

vom 18. November 2013 – sowie diesbezüglich gemäss der Anklage-

schrift vom 10. April 2013 – der einfachen Körperverletzung im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie des Hausfriedensbruchs im Sin-

ne von Art. 186 StGB schuldig zu sprechen und angemessen zu be-

strafen. 

2.1. Die Beschuldigten seien – in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

vom 18. November 2013 – unter solidarischer Haftung für den gesam-

ten Betrag zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ eine Prozessent-

schädigung bzw. Schadenersatz in der Höhe von CHF 6'669.50 für 

Anwaltskosten zu bezahlen. 

2.2. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Haftung für den gesamten 

Betrag zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ eine Prozessent-

schädigung bzw. Schadenersatz in der Höhe von CHF 1'562.50 (inkl. 

8.0% MWST) für Anwaltskosten im Zusammenhang mit dem oberge-

richtlichen Berufungsverfahren zu bezahlen. 

3. Die Beschuldigten seien – in Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

vom 18. November 2013 – unter solidarischer Haftung für den gesam-

ten Betrag zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ eine Genugtuung 

von CHF 400.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 13. September 2009 

zu bezahlen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschul-

digten. 

-   7   - 

Das Gericht erwägt: 

I. Prozessverlauf und Gegenstand der Berufung 

1. Das Verfahren entspringt einem Konflikt zwischen zwei Familien, die im 

Zeitpunkt des strittigen Geschehens in der Liegenschaft D._____-Strasse … in 

E._____ wohnten. Es kam gegenseitig zu mehreren Strafanzeigen mit insgesamt 

fünf involvierten Personen. Die anschliessenden Strafuntersuchungen wurden in-

zwischen teilweise eingestellt und in einem Fall sistiert. Vorliegend zu beurteilen 

ist die auf Anschuldigungen des Privatklägers C._____ basierende Anklage ge-

gen die Brüder A._____ und B._____. Für Einzelheiten zur Prozessgeschichte bis 

zum erstinstanzlichen Urteil ist auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen 

(Urk. 84 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. hinten III. 1.3.3 - 1.3.5). 

2.1 Mit Urteil des Bezirksgerichts Dietikon, Einzelgericht, vom 18. November 

2013 wurde der Beschuldigte A._____ der einfachen Körperverletzung im Sinne 
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Hausfriedensbruchs im Sinne von 

Art. 186 StGB schuldig gesprochen. Von den Vorwürfen der Drohung und der 

Sachbeschädigung sprach das Gericht ihn frei. A._____ wurde mit einer auf zwei 

Jahre bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 50.--, 

wovon 25 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.-- bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall schuldhaften Nichtbezah-

lens der Busse bemass das Gericht auf 5 Tage (Urk. 84 S. 69 f.).  

2.2 Mit dem gleichen Urteil wurde der Beschuldigte B._____ der einfachen Kör-
perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Hausfriedens-

bruchs im Sinne von Art. 186 StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Sach-

beschädigung sprach das Gericht ihn frei. B._____ wurde mit einer auf zwei Jahre 

bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 50.--, wovon 

25 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten, sowie mit einer Busse von Fr. 500.-

- bestraft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall schuldhaften Nichtbezahlens der 

Busse bemass das Gericht auf 5 Tage (Urk. 84 S. 69 f.). 

-   8   - 

2.3 Sodann entschied die Vorinstanz, dass die von der Staatsanwaltschaft be-

schlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde Armbanduhr "Festina" 

mit Metallband (SK …) nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils dem Beschuldig-

ten A._____ auf erstes Verlangen innerhalb von drei Monaten herausgegeben 

und ansonsten der Bezirksgerichtskasse zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen wird. Analog wurde entschieden, dass das von der Staatsanwaltschaft be-

schlagnahmte und bei der Bezirksgerichtskasse lagernde T-Shirt nach Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils dem Privatkläger C._____ auf erstes Verlangen innerhalb 

von drei Monaten herausgegeben und ansonsten der Bezirksgerichtskasse zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen wird. Die Beschuldigten A._____ und 

B._____ wurden ferner verpflichtet, dem Privatkläger C._____ unter solidarischer 

Haftung eine Genugtuung von Fr. 400.-- zuzüglich 5 % Zins ab 13. September 

2009 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wies die Vorinstanz das Genugtuungsbegehren 

ab und verwies den Privatkläger C._____ mit seinen weiteren Zivilansprüchen auf 

den Weg des Zivilprozesses. Zudem verpflichtete die Vorinstanz die Beschuldig-

ten unter solidarischer Haftung, dem Privatkläger C._____ eine Prozessentschä-

digung von Fr. 6'669.50 zu bezahlen. Den amtlichen Verteidigern, Rechtsanwalt 

lic. iur. X1._____ (A._____) und Rechtsanwältin lic. iur. X3._____ (B._____), 

sprach die Vorinstanz für ihre Aufwendungen Fr. 6'468.15 bzw. Fr. 11'715.-- (je 

inkl. Barauslagen und MwSt.) aus der Gerichtskasse zu. Schliesslich auferlegte 

das Bezirksgericht die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens 

– ausgenommen die Verteidigerkosten – den Beschuldigten je zur Hälfte, wäh-

rend die Kosten der amtlichen Verteidigungen den jeweiligen Beschuldigten aufer-

legt, jedoch unter Rückforderungsvorbehalt einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen wurden.  

3.1 Gegen dieses Urteil meldeten beide amtlichen Verteidiger namens und im 

Auftrag der Beschuldigten rechtzeitig Berufung an, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

mit Schreiben vom 26. November 2013 (Urk. 70) und Rechtsanwältin  

lic. iur. X3._____ mit Schreiben vom 27. November 2013 (Urk. 71). Seit 28. No-

vember 2013 ist der Beschuldigte B._____ neu erbeten verteidigt durch Rechts-

anwalt Dr. X2._____ (Urk. 72-75; Urk. 88/2). Die Berufungserklärungen der Ver-

-   9   - 

teidiger vom 23. Mai 2014 und 26. Mai 2014 erfolgten ebenfalls fristgerecht 

(Urk. 87-89).  

3.2 Der Beschuldigte A._____ lässt grundsätzlich das gesamte Urteil anfechten. 

Er verlangt einen Freispruch von den Vorwürfen der einfachen Körperverletzung 

und des Hausfriedensbruchs sowie eine angemessene Genugtuung für die erlit-

tene Haft. Das Genugtuungsbegehren sowie die übrigen Zivilansprüche des Pri-

vatklägers seien abzuweisen bzw. auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. 

Hinsichtlich der Kosten der Untersuchung und beider Gerichtsinstanzen beantragt 

A._____, diese auf die Gerichtskasse zu nehmen und ihm für die erbetene Vertei-

digung [offensichtlich gemeint betreffend die Verteidigung durch Rechtsanwalt lic. 

iur. X1._____ vor dessen Bestellung zum amtlichen Verteidiger mit Wirkung ab 

8. April 2013 (vgl. Urk. 22/9 und Urk. 22/24)] eine angemessene Entschädigung 

zu bezahlen (Urk. 89 S. 3). An diesen Anträgen wurde auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung festgehalten, wobei die Genugtuung für die Untersuchungshaft 

auf Fr. 5'200.-- und die Entschädigung für die erbetene Verteidigung auf 

Fr. 2'779.40 beziffert wurde (Urk. 108 S. 2; Prot. II S. 3 f.). Nicht beanstandet wer-

den die Freisprüche betreffend Drohung und Sachbeschädigung (Dispositiv-Ziffer 

1 lit. b) sowie die Herausgabe der Armbanduhr (Dispositiv-Ziffer 5; vgl. Urk. 89). 

Unangefochten sind überdies die Herausgabe des T-Shirts (Dispositiv-Ziffer 6) 

sowie die Entschädigung des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____ (Dispositiv-Ziffer 11).  

A._____ stellt zudem den Beweisantrag, seinen Sohn F._____, geb. tt.mm.1993, 

der beim Geschehen ebenfalls in der Wohnung des Privatklägers C._____ anwe-

send war, als Zeuge einzuvernehmen, nachdem das Verfahren gegen ihn rechts-

kräftig eingestellt worden ist (Urk. 89 S. 3; Urk. 33/2).  

3.3 Auch der Beschuldigte B._____ verlangt einen vollumfänglichen Freispruch 

und ficht entsprechend die Sanktion, die Regelung der Zivilansprüche des Privat-

klägers, die diesem zugesprochene Prozessentschädigung sowie die Kostenfest-

setzung und -auflage an. An diesen Anträgen wurde auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung festgehalten. Überdies wurde die Löschung des DNA-Profils 

verlangt. Ferner wurde eine Haftentschädigung von Fr. 9'731.95 beantragt 

-   10   - 

(Urk. 109 S. 26; Prot. II S. 4). Nicht angefochten sind der Freispruch betreffend 

Sachbeschädigung (Dispositiv-Ziffer 2 lit. b), die Herausgabe von Armbanduhr 

und T-Shirt (Dispositiv-Ziffern 5 und 6) sowie die Entschädigung der damaligen 

amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. X3._____ (Dispositiv-Ziffer 12; vgl. 

Urk. 87 S. 2 ff.).  

B._____ stellt zudem die folgenden Beweisanträge: er sei durch das Obergericht 

persönlich zu befragen; es sei seine Ehefrau, G._____, durch das Obergericht als 

Zeugin zu befragen und es sei bei der Vorinstanz das Protokoll der Hauptver-

handlung vom 18. November 2013 edieren zu lassen (Urk. 87 S. 4). Da beide Be-

schuldigten an der Berufungsverhandlung ohnehin zur Person und zur Sache be-

fragt werden (Prot. II S. 6 ff.) und das vorinstanzliche Protokoll bei den Akten liegt, 

wobei dieses dem Verteidiger eigens zugestellt wurde (Urk. 102), erweisen sich 

die diesbezüglichen Anträge als gegenstandslos.  

3.4 Mit Eingaben vom 23. bzw. 26. Juni 2014 liessen die Beschuldigten je ihre 

ausgefüllten und unterzeichneten Datenerfassungsblätter einreichen (Urk. 94; 

Urk. 96/2).  

3.5 Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Privatkläger beantragen mit 

Schreiben vom 5. Juni und vom 23. Juni 2014 die Bestätigung des vorinstanzli-

chen Urteils. Beweisanträge stellen sie keine (Urk. 93; Urk. 95). Der Vertreter des 

Privatklägers verlangt mit Eingabe vom 20. Oktober 2014 zudem eine Prozess-

entschädigung für das Berufungsverfahren in der Höhe von Fr. 1'562.50 

(Urk. 104). 

3.6 Das vorinstanzliche Urteil ist in den Dispositiv-Ziffern 1 lit. b, 2 lit. b, 5, 6, 11 

und 12 rechtskräftig geworden. Das ist vorab mit Beschluss festzustellen.  

4. Auf die Argumente der Beschuldigten und ihrer Verteidigungen ist im Rah-

men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht 

nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-

wand auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen; 

vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung wesentlichen Gesichts-

-   11   - 

punkte beschränken (BGE 138 I 232 E. 5.1 und BGE 133 I 270 E. 3.1, je mit Hin-

weisen; Urteile 6B_484 /2013 vom 3. März 2014 E. 3.2, 6B_441/2013 vom 

4. November 2013 E. 7.6 und 6B_526/2009 vom 2. September 2009 E. 3.2).  

II. Prozessuales 

1. Der zu den Tatbeständen der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und des Hausfriedensbruches gemäss Art. 186 StGB 

erforderliche Strafantrag des Privatklägers liegt vor (Urk. 26/1).  

2. Durch seine Erklärungen vom 24. September 2009 und 31. Januar 2011 hat 

sich der Privatkläger als Straf- und Zivilkläger konstituiert (Urk. 26/5-7). 

III. Schuldpunkt – eingeklagte Sachverhalte 

1. Anklagesachverhalt 

1.1 Die eingeklagten Sachverhalte ergeben sich aus der Anklageschrift vom 

10. April 2013 (Urk. 41 S. 2 ff.). Zusammengefasst und soweit noch Verfahrens-

gegenstand in zweiter Gerichtsinstanz sollen die Beschuldigten A._____ und 

B._____ unangekündigt und unberechtigterweise nacheinander die unverschlos-

sene Wohnung der Familie CH._____ betreten und den dort im Elternschlafzim-

mer vorgefundenen Privatkläger C._____ in die Ecke gedrängt, gepackt, festge-

halten, gewürgt und geschlagen sowie ihn anschliessend gegen den offenstehen-

den rechten Fensterflügel gedrängt haben, wobei dieser aus den Scharnieren fiel. 

Gegen den Versuch der Beschuldigten, ihn mit dem Oberkörper durch das offen-

stehende Fenster zu stossen, habe sich C._____ mit Festhalten am Heizkörper 

zu wehren versucht. C._____ sei schliesslich mit seinem Oberkörper ausserhalb 

des Fensters gehangen, wobei er vom Beschuldigten B._____ am Unterkörper 

und vom Beschuldigten A._____ am Oberkörper festgehalten worden sei. Die 

beiden Beschuldigten hätten vom Privatkläger abgelassen und die Wohnung 

nacheinander verlassen, nachdem sich dessen Ehefrau H._____ auf sein Zurufen 

hin im Nebenzimmer ans Telefon begeben habe, um die Polizei zu avisieren. Die 

-   12   - 

Anklageschrift listet sodann dem Privatkläger C._____ durch den Angriff zugefüg-

te Verletzungen an verschiedenen Körperteilen auf.  

1.2 Da die Beschuldigten diese Vorwürfe nach wie vor bestreiten (Prot. II S. 15 

und S. 19 sowie S. 21 und S. 24) und auch die Verteidigungen vollumfängliche 

Freisprüche beantragen (Urk. 87 S. 2; Urk. 89 S. 3; Urk. 108 S. 2; Urk. 109 S. 26), 

ist aufgrund der vorhandenen Beweismittel – soweit für die Urteilsfindung relevant 

– zu prüfen, ob die strittigen Sachverhalte erstellt werden können.  

1.3.1  Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Privatklägers C._____ 

(Urk. 5/1-4) und jenen der Beschuldigten A._____ (Urk. 2/1-5; Urk. 35/1; Prot. I 

S. 4 ff.; Prot. II S. 15 ff.) und B._____ (Urk. 3/1-5; Urk. 35/2; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II 

S. 21 ff.) diejenigen des älteren Sohnes von A._____, F._____, als – damals – 

ebenfalls Beschuldigter (Urk. 4/1-3) sowie die Aussagen der Zeuginnen H._____, 

Ehefrau des Privatklägers (Urk. 6/1-3), I._____, Schwiegermutter des Privatklä-

gers (Urk. 7/1-3) und G._____, Ehefrau des Beschuldigten B._____ (Urk. 8/1-2), 

bei den Akten. Die Anklage stützt sich im Wesentlichen auf die belastenden Aus-

sagen des Privatklägers C._____ sowie jene der Zeuginnen H._____ und I._____. 

Wie schon von der Vorinstanz zutreffend erwähnt, können hinsichtlich der Aussa-

gen von F._____ nur allfällige für die Beschuldigten entlastende Momente Be-

rücksichtigung finden, da F._____ nie direkt mit ihnen konfrontiert wurde resp. die 

Beschuldigten keine Gelegenheit hatten, Ergänzungsfragen zu stellen (Art. 6 

Ziff. 3 lit. d EMRK).  

Ob den im Berufungsverfahren gestellten Beweisanträgen auf erneute Zeugen-

einvernahme von G._____ und Zeugeneinvernahme von F._____ zu entsprechen 

ist, ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu entscheiden (vgl. hinten Ziffern III. 4.6 

und III. 8.2).  

1.3.2  Als objektive Beweismittel stehen das Gutachten zur körperlichen Untersu-

chung durch das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich und der ärztliche 

Befund von Dr. med. J._____ in Bezug auf den Privatkläger zur Verfügung 

(Urk. 12/3 und Urk. 12/7). Zudem befinden sich ein ärztlicher Befund und ein Ak-

tengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich über die Ver-

-   13   - 

letzungen des Beschuldigten A._____ in den Akten (Urk. 13/4-5). Bei den ärztli-

chen Befunden handelt es sich zwar nicht um Gutachten im Sinne von Art. 182 ff. 

StPO, jedoch wurden die Verfasser jeweils auf die Straffolgen der Abgabe eines 

falschen Befundes im Sinne von Art. 307 StGB hingewiesen (Urk. 12/6; Urk.13/3). 

Hinzu kommt eine Fotodokumentation betreffend die aus dem strittigen Vorfall re-

sultierenden Verletzungen von C._____ und A._____ (Urk. 11/2 = Urk. 13/5 An-

hang).  

1.3.3 Weiter liegen die Einstellungsverfügung der Jugendanwaltschaft 

Limmattal/Albis vom 9. Dezember 2010 (Urk. 33/2) und die Einstellungsverfügung 

des Statthalteramtes Dietikon vom 27. Januar 2010 inkl. Akten (ST.2009.4031; 

Urk. 31/5) vor.  

Im letztgenannten Verfahren des Statthalteramtes Dietikon wurde gegen den Pri-

vatkläger C._____ wegen Tätlichkeiten zum Nachteil von K._____, geb. 

tt.mm.1998, dem jüngeren Sohn des Beschuldigten A._____, rapportiert. Es han-

delt sich um die Begebenheiten, welche sich kurz vor dem hier zu prüfenden An-

klagesachverhalt ereignet haben sollen. Dieses Verfahren wurde mit Einstel-

lungsverfügung vom 27. Januar 2010 erledigt, unter Kostenauflage an den durch 

seine Mutter, L._____, vertretenen Antragsteller K._____ (Urk. 31/5).  

Die Einstellungsverfügung der Jugendanwaltschaft vom 9. Dezember 2010 betrifft 

das Verfahren gegen F._____ zum hier zu prüfenden Geschehen. Die Strafunter-

suchung wurde hinsichtlich der geltend gemachten Tätlichkeiten zufolge Verjäh-

rung eingestellt, und in den übrigen Tatvorwürfen konnte ihm kein anklagegenü-

gendes Verhalten nachgewiesen werden. Allerdings wurden F._____ aufgrund 

seines Verhaltens die Verfahrenskosten auferlegt (Urk. 33/2 S. 1 f. und 13).  

1.3.4  Ebenfalls eingestellt wurden das mit Strafanzeige von F._____ am 9. No-

vember 2009 gegen den Privatkläger C._____ initiierte Verfahren betreffend Dro-

hung (Urk. 37/2 = ND 2) und das mit Strafanzeige von H._____, der Ehefrau des 

Privatklägers, am 14. Dezember 2009 gegen die Beschuldigten A._____ und 

B._____ (sowie F._____) ausgelöste Verfahren betreffend vorsätzliche einfache 

-   14   - 

Körperverletzung (Urk. 37/3 = ND 3). Diese Verfahrenseinstellungen erfolgten je 

am 10. April 2013 und ohne Kostenfolge (Urk. 37/2 und 37/3). 

1.3.5  Hingegen sistiert wurde das vom vorliegenden Verfahren abgetrennte Ver-

fahren, welches auf der Strafanzeige des Beschuldigten A._____ vom 5. Oktober 

2009 gegen den Privatkläger C._____ wegen Körperverletzung – blaues Auge 

aufgrund eines Faustschlages anlässlich der hier gegenständlichen Auseinander-

setzung vom 13. September 2009 – beruht (Urk. 37/4 = ND 1).  

1.4 Mit den Grundsätzen der Beweiswürdigung, insbesondere der Würdigung 

von Aussagen, hat sich die Vorinstanz ausführlich und korrekt befasst, so dass 

darauf zu verweisen ist (Urk. 84 S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.5 Sodann hat die Vorinstanz die allgemeine Glaubwürdigkeit der involvierten 

Personen beleuchtet, worauf – mit einer Relativierung – ebenfalls verwiesen wer-

den kann (Urk. 84 S. 11 f., 17, 19 f., 25, 28 und 31 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). So 

wurde zutreffend festgehalten, dass die Beschuldigten aufgrund ihrer Position als 

nicht der Wahrheit verpflichtete direkt Betroffene sowie familiär verstrickte Perso-

nen bzw. der Privatkläger als Beschuldigter im sistierten Parallelverfahren zum 

gleichen Lebenssachverhalt ein natürliches und legitimes Interesse daran haben 

dürften, den Sachverhalt in einem ihnen günstigen Licht erscheinen zu lassen, 

weshalb ihre Aussagen mit gewisser Vorsicht und Zurückhaltung zu würdigen 

sind. Letzteres gilt angesichts der offensichtlich starken emotionalen Involvierung 

und familiären Solidarisierung auch für die Zeuginnen H._____, I._____ und 

G._____. Abweichend zur Vorinstanz ist zu bemerken, dass den Zeuginnen nicht 

schon deswegen generell eine gesteigerte Glaubwürdigkeit zukommt, weil ihnen 

die strenge Strafandrohung von Art. 307 StGB vorgehalten wurde (vgl. Urk. 84 

S. 25, 28, 31). Die Zivilforderungen wurden vom Privatkläger erstmals anlässlich 

der Hauptverhandlung geltend gemacht, so dass jedenfalls nicht primär von ei-

nem finanziellen Interesse auszugehen ist. Abgesehen davon steht dem Privat-

kläger grundsätzlich das Recht zu, adhäsionsweise Zivilansprüche geltend zu 

machen. Insgesamt ist die Glaubwürdigkeit der beiden Beschuldigten, des Privat-

klägers C._____ und der befragten Zeuginnen auf der gleichen Stufe anzusiedeln. 

Der allgemeinen Glaubwürdigkeit eines Zeugen respektive einer einvernommen 

-   15   - 

Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kommt im Übrigen 

kaum mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus gewichtiger für die Wahrheitsfin-

dung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist der materielle Gehalt und damit die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage, welche durch methodische Analyse ihres 

Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen 

Angaben einem tatsächlichen Erleben des Zeugen entspringen (BGE 133 I 33 

E. 4.3 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 6B_692/2011 vom 9. Februar 

2012 E. 1.4, je mit Hinweisen).  

1.6.1  Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten A._____ brachte anlässlich der 

Berufungsverhandlung zusammenfassend vor, dass die Glaubwürdigkeit des Pri-

vatklägers und seiner Verwandten tief und deren Aussagen unglaubhaft seien, 

während die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten A._____ hoch und dessen Aus-

sagen glaubhaft seien. Insbesondere unglaubhaft und widersprüchlich seien die 

Aussagen des Privatklägers und der Zeugin H._____ zur unmittelbaren Vorge-

schichte. Der Privatkläger habe dem Beschuldigten A._____ vor der Wohnungstü-

re einen Faustschlag aufs Auge versetzt, was sich auch aus dem Gutachten er-

gebe. Weiter sei es gut möglich, dass der Privatkläger den Beschuldigten 

A._____ in die Wohnung gezogen habe. Es sei nicht erstellt, dass die Beschuldig-

ten versucht hätten den Privatkläger aus dem Fenster zu werfen. Da diesbezüg-

lich der Privatkläger und die Zeuginnen H._____ und I._____ nachweislich gelo-

gen hätten, gehe es nicht an, dass die Vorinstanz zum eigentlichen Kerngesche-

hen ansonsten auf deren Aussagen abstelle (Urk. 108). 

1.6.2  Der Verteidiger des Beschuldigten B._____ brachte anlässlich der Beru-

fungsverhandlung zusammenfassend vor, die Vorinstanz missachte, dass 

B._____ nichts mit der Vorgeschichte zu tun gehabt habe. Die entlastenden Aus-

sagen von F._____ zugunsten des Beschuldigten B._____ seien nicht berücksich-

tigt worden. Die Beweiswürdigung der Aussagen der Zeugin G._____ sei tenden-

ziös und die Vorinstanz missachte den zeitlichen Ablauf des Geschehens. Die Vo-

rinstanz unterstelle dem Beschuldigten B._____, einen ihm unbekannten Tatplan 

übernommen und damit ein inexistentes Tatmotiv gehabt zu haben. Das Ausei-

nanderfallen von Anklageschrift und Verurteilung sei in Form der Verletzung des 

-   16   - 

Anklageprinzips bei der Frage der Mittäterschaft zu kritisieren. Zu Unrecht tue die 

Vorinstanz das offensichtliche und einzige Handlungsziel des Beschuldigten 

B._____, seinen Bruder und den Privatkläger vom Streit abzuhalten, als Schutz-

behauptung ab. Die Vorinstanz operiere bei ihrem Schuldspruch mit einem aus-

gesprochen verwerflichen Menschenbild von B._____. Der Tatbestand des Haus-

friedensbruchs sei nicht erfüllt, allenfalls sei B._____ diesbezüglich einem Sach-

verhaltsirrtum unterlegen (Urk. 109). 

2. Aussagen des Beschuldigten A._____ und Würdigung 

2.1 Der Beschuldigte A._____ wurde in der Untersuchung und vor beiden Ge-

richtsinstanzen mehrmals zur Sache befragt (vgl. Urk. 2/1-5; Urk. 35/1; Prot. I S. 6 

ff.; Prot. II S. 15 ff.).  

2.2 In der ersten Befragung bei der Kantonspolizei Zürich vom 13. September 

2009, wenige Stunden nach dem eingeklagten Geschehen, schilderte der Be-

schuldigte A._____ zusammengefasst (vgl. Urk. 2/1 S. 1 ff.), er sei mit seiner Frau 

und seinem älteren Sohn F._____ am Fernsehschauen gewesen, als sein kleiner 

Sohn K._____ nach Hause gekommen sei und weinend gesagt habe, der Privat-

kläger habe ihn geschlagen. Ein Kollege seines kleinen Sohnes habe dies bestä-

tigt. Darauf sei er mit seinem älteren Sohn zum Privatkläger gegangen. Er – 

A._____ – habe an der Tür geklingelt, worauf der Privatkläger diese geöffnet ha-

be, es zu einem kurzen Wortgefecht gekommen sei ("Arschlochvater", "behin-

dert") und der Privatkläger ihm unvermittelt die Faust ins Auge geschlagen habe. 

Der Privatkläger habe ihn sodann gepackt und in die Wohnung hineingezogen. Er 

– A._____ – habe sich gewehrt. Das sei dann hin und her gegangen. Eigentlich 

habe er wieder aus der Wohnung hinaus wollen. Das Gerangel sei bis ins Schlaf-

zimmer des Privatklägers C._____ gegangen. Der habe dort das Fenster geöffnet 

und er – A._____ – habe gedacht, C._____ wolle ihn aus dem Fenster werfen. Er 

habe Angst gehabt und sich gewehrt. Es sei weiter hin und her gegangen. Man 

habe sich gestossen. Plötzlich sei C._____ auf seinen Sohn F._____ losgegan-

gen. Dieser sei hinunter gerannt zu seinem Bruder, dem Beschuldigten B._____, 

welcher heraufgekommen und zwischen ihn und den Privatkläger C._____ ge-

gangen sei respektive den Privatkläger und ihn auseinandergebracht habe. 

-   17   - 

B._____ habe, glaube er, auch einen Schlag von C._____ erhalten. Nachdem die 

Mutter des Privatklägers, I._____, im Schlafzimmer erschienen sei und sich der 

Privatkläger beruhigt habe, hätten er, sein Sohn F._____ und der Beschuldigte 

B._____ die Wohnung verlassen können. Er sei sofort nach Hause gegangen und 

habe sein Auge versorgt. Als er sich etwas beruhigt habe, habe er die Polizei an-

gerufen (Urk. 2/1 S. 2). Die in die Anklage geflossenen Vorwürfe des Privatklä-

gers verneinte er allesamt. Er habe den Privatkläger weder gewürgt noch ge-

schlagen noch versucht, diesen aus dem Fenster zu werfen, sondern sich nur ge-

gen dessen Angriffe gewehrt. Ebenso wenig hätten B._____ oder F._____ den 

Privatkläger geschlagen (Urk. 2/1 S. 3). Vielmehr habe der Privatkläger C._____ 

ihn im engen Schlafzimmer gepackt und herumgeschlagen (Urk. 2/1 S. 4). Viel-

leicht sei F._____ verwirrt gewesen und habe einen Schock gehabt, dass er 

nichts von einem Angriff gegen sich gesagt habe (Urk. 2/1 S. 3). F._____ habe 

ihm später gesagt, dass der Privatkläger irgend etwas von einem Messer gesagt 

habe (Urk. 2/1 S. 2).  

2.3 Anlässlich der Hafteinvernahme vom folgenden Tag, 14. September 2009 

(Urk. 2/2), äusserte er sich in den Grundzügen gleich und blieb bei seinem Stand-

punkt, sich nur gewehrt zu haben. Er habe zusammen mit seinem Sohn F._____ 

beim Haus des Privatklägers geläutet und ein Gespräch verlangt zur Frage, ob 

der Privatkläger wirklich seinen kleinen Sohn geschlagen habe. Der Privatkläger 

habe ihn heraufgebeten um mit ihm zu diskutieren. Er wisse nicht mehr, ob er vor 

der Wohnungstüre des Privatklägers geklingelt oder ob der Privatkläger die Türe 

einfach geöffnet habe. Nach dem Wortgefecht habe der Privatkläger mit dem 

Faustschlag auf sein Auge reagiert. Er habe den Privatkläger weggeschubst und 

sei dabei ausgerutscht. Daraufhin habe der Privatkläger ihn – A._____ – gepackt 

und in die Wohnung hineingezerrt (Urk. 2/2 S. 2). F._____ habe ihm zu Hilfe 

kommen wollen, doch er habe seinen in Panik geratenen Sohn weggeschickt. 

F._____ habe erklärt, er gehe den Onkel, den Beschuldigten B._____, rufen. Er  

selber habe das nicht gehört, aber sein Sohn habe gesagt, der Privatkläger habe 

zu seiner Frau gesagt, sie solle ihm ein Messer bringen. Plötzlich habe er seinen 

Bruder B._____ gesehen. Der Privatkläger habe ihn Richtung Schlafzimmer ge-

zerrt und er habe sich mit Fäusten und Füssen gewehrt, weil das Schlafzimmer-

-   18   - 

fenster offen gewesen sei. Als die Mutter des Privatklägers, I._____, gekommen 

sei und verbal interveniert habe, habe sich der Privatkläger beruhigt und er – 

A._____ – habe freie Bahn gehabt und die Chance benutzt um wegzurennen. Er 

habe dabei seinen Sohn gepackt und auch seinen Bruder aufgefordert mitzu-

kommen, bevor diesem etwas zustosse. Zum gebrochenen Daumen und den 

Kratzern am Hals und in der Nierengegend des Privatklägers wusste er keine Er-

klärung ("Keine Ahnung"). Er selber habe einfach versucht sich zu wehren, als er 

das Fenster gesehen habe. Sogleich fügte er an zu glauben, dass sein Bruder 

B._____ am Daumen etwas von einem Messer verletzt sei. Er glaube, dieser ha-

be versucht, der Frau des Privatklägers das Messer wegzunehmen (Urk. 2/2 

S. 3).  

2.4 Am 2. Oktober 2009 (Urk. 2/3) konnte der Beschuldigte A._____ an den Ein-

vernahmen der Zeuginnen H._____, I._____ und G._____ teilnehmen und sich 

dazu äussern. Er bezeichnete deren Schilderungen mehrheitlich als unzutreffend 

und wiederholte unter anderem, an der Wohnungstüre des Privatklägers geklin-

gelt und nach Beruhigung des Privatklägers durch die Zeugin I._____ die Flucht 

ergriffen zu haben (Urk. 2/3 S. 2). 

2.5 In seiner Stellungnahme zu den Aussagen des Privatklägers als Auskunfts-

person vom 7. Oktober 2009 (Urk. 2/4) blieb der Beschuldigte A._____ dabei, an 

dessen Wohnungstüre geklingelt zu haben, worauf der Privatkläger geöffnet ha-

be. Zusätzlich führte er aus, durch den Faustschlag sei es ihm schwarz vor den 

Augen geworden und er sei im Gerangel zu Boden gefallen. Er habe gemerkt, 

dass der Privatkläger ihn Richtung Zimmer zerre. Dabei habe der Privatkläger ihn 

um den Bauch gedrückt, so dass er keine Luft bekommen habe. Zwei Tage später 

habe er noch Schmerzen in der Brust verspürt. Im Schlafzimmer habe er versucht 

sich zu befreien, versucht, mit dem Kopf nach hinten zu schlagen, worauf der Pri-

vatkläger ihn aber immer fester gedrückt habe. Er habe dann versucht, den Pri-

vatkläger an den Haaren bzw. am Kopf zu packen. Später habe er den Privatklä-

ger am Hals gepackt. In dieser Zeit sei sein Sohn F._____ weggewesen. Plötzlich 

sei sein Bruder B._____ aufgetaucht und habe ihn und den Privatkläger getrennt. 

Das sei alles was er noch wisse, denn es sei ihm ja schwarz vor den Augen ge-

-   19   - 

worden und er sei sich da nicht mehr ganz bewusst gewesen. Zuletzt fügte er an, 

vom Beschuldigten B._____ gehört zu haben, dass der Privatkläger C._____ 

nach einem Messer gerufen habe und sein Bruder an der Hand verletzt gewesen 

sei. Gesehen habe er selber nichts (Urk. 2/4 S. 1 f.).  

2.6 In der Befragung vom 26. November 2010 (Urk. 2/5) bestätigte der Beschul-

digte A._____ gegenüber der Staatsanwältin zunächst seine bisherigen Aussagen 

und verneinte, dass er Ergänzungen oder Korrekturen anzubringen habe. Neu 

brachte er indessen vor, laut Erzählung seines Sohnes K._____ habe der Privat-

kläger ihn an den Haaren gezerrt, ihn im Lift am Kopf gepackt und diesen gegen 

die Wand bzw. an die Lifttüre geschlagen. Auch die zwei andern dabei anwesen-

den Kinder hätten ihm das berichtet (Urk. 2/5 S. 5). Nach der gegenseitigen Be-

schimpfung unter der Wohnungstür des Privatklägers sei dann dessen Faust auf 

sein – A._____s – Auge geflogen, worauf er halb bewusstlos geworden und grad 

neben der Wohnungstüre beim Treppenhaus auf die Seite gefallen sei. Er habe 

gespürt, wie der Privatkläger ihn zwischen Gang und Eingangstüre von hinten ge-

packt und gewürgt habe, so dass er keine Luft bekommen habe. Er habe nachher 

sicher noch eine ganze Woche lang den Druck auf dem Oberkörper gespürt 

(Urk. 2/5 S. 4). Vor der Wohnungstür habe er sonst niemanden gesehen und 

glaube, F._____ sei erst später erschienen, er wisse nicht, um welche Zeit dieser 

gekommen sei. Bei der ganzen Sache sei er nicht so ganz bei Bewusstsein ge-

wesen, habe nicht wirklich alles mitbekommen. Auf Nachfrage bezeichnete er es 

als richtig, dass F._____ mit ihm zur Wohnung des Privatklägers gegangen sei 

(Urk. 2/5 S. 3 f.). Als er bewusstlos bzw. halb bewusstlos gewesen sei, habe der 

Privatkläger ihn in seine Wohnung hinein und bis ins Schlafzimmer gezerrt. Auf 

den Grund für solches Handeln angesprochen, mutmasste er, der Privatkläger 

habe wohl damit gerechnet, er würde zurückschlagen. Es stimme nicht, dass sich 

der Privatkläger bei seiner Ankunft bereits im Schlafzimmer befunden und er bei 

der Wohnungstüre die Frau des Privatklägers gefragt habe, wo denn ihr Mann sei 

(Urk. 2/5 S. 5). Im Schlafzimmer habe der Privatkläger ihn von hinten um den 

Bauch gehalten und gegen die Schranktüre geschlagen, so hin und her gemacht. 

Er sei etwas mehr zu sich gekommen und habe sich zur Wehr gesetzt, dem Pri-

-   20   - 

vatkläger mit seinen Händen nach hinten ins Gesicht greifen und den Privatkläger 

irgendwann am Hals wegdrücken können. Schlagen könne man dem nicht sagen.  

Dann sei sein Sohn F._____ hereingekommen. Er habe Angst um ihn gehabt, ihn 

weggeschickt, er solle Hilfe holen. Darauf sei der Beschuldigte B._____ zusam-

men mit F._____ erschienen und B._____ habe sie auseinander gebracht bzw. 

versucht, den Privatkläger und ihn auseinanderzubringen. So viel er wisse, habe 

B._____ vom Privatkläger auch ein paar kassiert. Dass er selber den Privatkläger 

C._____ von hinten mit der Armbeuge gewürgt habe, verneinte er, denn daran 

könnte er sich erinnern (Urk. 2/5 S. 6 ff.). Ebenso wenig habe er versucht – wie 

und warum auch – den Privatkläger aus dem Fenster zu werfen. Vielmehr habe 

C._____ in der Kampfszene ihn aus dem Fenster werfen wollen, wie dies seine 

Anwältin in der Anzeige vom 5. Oktober 2009 [vgl. sistiertes Parallelverfahren, ND 

1] behaupte. Das habe er nicht so genau detailliert gesagt, man könne das las-

sen. Er habe einfach sein blaues Auge beanzeigt haben wollen (Urk. 2/5 S. 9).   

2.7 Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 8. April 2013 (Urk. 35/1) und vor 

Vorinstanz (Prot. I S. 6 ff.) verharrte der Beschuldigte A._____ auf seiner Position 

der reinen Abwehr und verwies auf seine bisherigen Ausführungen. Er sei nicht 

zum Privatkläger hinaufgegangen um ihn zu schlagen, sondern um mit ihm zu 

sprechen. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung blieb A._____ bei seinen 

Aussagen, wonach nicht er und sein Bruder den Privatkläger geschlagen hätten, 

sondern der Privatkläger ihm ein blaues Auge verpasst und er sich nur gewehrt 

habe (Prot. II S. 19). 

2.8 Auch wenn sein Standpunkt grundsätzlich konstant bleibt, indem A._____ 

stets behauptete, sich nur gewehrt zu haben, präsentieren sich seine Schilderun-

gen keineswegs einheitlich, sondern sind in sich selber mehrfach widersprüchlich 

und teilweise unrealistisch. Solche Ungereimtheiten schwächen die Glaubhaf-

tigkeit von A._____s Sachdarstellung.   

2.8.1  So gibt es unterschiedliche Versionen, was genau dem kleinen Sohn 

K._____ laut dessen Mitteilung durch den Privatkläger zugefügt worden sein soll 

und ob noch weitere Kinder und wie viele vom Privatkläger angegangen worden 

-   21   - 

sein sollen. Hat der damals 11-jährige K._____ nun zu Hause berichtet, der Pri-

vatkläger habe ihn geschlagen oder an den Haaren gezogen und/oder seinen 

Kopf an die Lifttüre geschlagen? Wurden damals auch andere Kinder und wie vie-

le vom Privatkläger geschlagen? Haben ein oder zwei Kollegen von K._____ die-

sen im Anschluss an den Vorfall nach Hause begleitet und das Geschehene be-

stätigt? Zudem fällt auf, dass A._____ nicht etwa den 11-jährigen Sohn K._____, 

welcher ja vom Privatkläger geschlagen worden sein soll, sondern seinen 16-

jährigen Sohn F._____ mitnahm, um mit dem Privatkläger zu diskutieren resp. 

diesen zur Rede zu stellen. Wenn es A._____ tatsächlich darum gegangen wäre, 

den Privatkläger nur zur Rede zu stellen, wäre in einer solchen Situation vielmehr 

zu erwarten gewesen, dass er seinen Sohn K._____ mitgenommen hätte, um den 

Privatkläger direkt mit diesem zu konfrontieren. Nicht besonders glaubhaft ist zu-

dem seine Aussage, dass er F._____ lediglich mitgenommen habe, weil er nicht 

genau gewusst habe, wo der Privatkläger gewohnt habe. Denn A._____ gab ei-

nerseits zwar zu Protokoll, er habe den Privatkläger vom Sehen her nur flüchtig 

gekannt, andererseits aber, er habe mit ihm bereits Diskussionen wegen den Kin-

dern gehabt (Prot. I S. 8; Prot. II S. 16). Zudem wohnte der Privatkläger erwiese-

nermassen im angrenzenden Block, im selben Block wie sein Bruder B._____ 

(Prot. II S. 20). A._____ räumte denn auch ein, dass er dies wusste (Prot. I S. 8; 

Prot. II S. 20 f.). Zudem war der Privatkläger – bis zu diesem Vorfall – ein Kollege 

seines Bruders und wohnte an der D._____-Strasse … im Stockwerk gleich über 

B._____. Schliesslich sind bei grösseren Wohnblöcken die Klingeln an der Haus-

türe normalerweise nach Stockwerk angeordnet, so dass ziemlich einfach ersicht-

lich wäre, in welcher Etage sich die gesuchte Wohnung befindet.  

2.8.2  Widersprüchlich ist die Aussage von A._____ sodann in Bezug auf die Fra-

ge, wie er ins Haus D._____-Strasse …, wo der Privatkläger wohnte, gelangte. 

Einen Tag nach dem Vorfall schilderte er ausführlich, dass er zum Haus gegan-

gen sei und geläutet habe. Nachdem er gesagt habe, er wolle mit ihm sprechen, 

habe der Privatkläger zu ihm gesagt, er solle hochkommen und mit ihm diskutie-

ren (Urk. 2/2 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte 

A._____, auch auf erneute Nachfrage, explizit zu Protokoll, dass die Haustüre of-

fen gewesen sei (Prot. II S. 16 und S. 19 f.). Ebenso unklar bleibt, ob der Be-

-   22   - 

schuldigte A._____ an der Wohnungstür des Privatklägers geklingelt oder ob die-

ser die Wohnungstür ohne vorheriges Klingeln geöffnet hat, letzteres allenfalls, 

nachdem A._____ unten an der Haustüre geläutet, ihm vom Privatkläger ein Ge-

spräch offeriert und von oben aufgemacht worden war. Die Differenz zur Aussage 

von Sohn F._____, sein Vater habe an der Wohnungstür des Privatklägers ge-

klopft (vgl. Urk. 4/1 S. 2 und Urk. 4/2 S. 2 f.), erklärte A._____ alles andere als 

stichhaltig dahin, der Sohn werde dies falsch im Kopf haben (Urk. 2/1 S. 2) bzw. 

das Deutsch von Vater und Sohn sei total verschieden (Urk. 2/2 S. 3). Nach da-

mals annähernd zwei Jahrzehnten Aufenthalt und Familienleben in der Schweiz 

muss dies als untaugliche Ausrede qualifiziert werden.  

2.8.3  Ungleich äusserte sich A._____ zur Präsenz seines Sohnes F._____ wäh-

rend des eingeklagten Geschehens.  

Laut den früheren Aussagen ging der Beschuldigte zusammen mit F._____ zur 

Wohnungstür des Privatklägers, da er nicht gewusst habe, wo C._____ wohne 

(Urk. 2/1 S. 1; Urk. 2/2 S. 2). In der Einvernahme vom 26. November 2010 ver-

neinte er, dass vor der Wohnungstüre noch jemand dabei gewesen sei. Er wisse 

nicht, um welche Zeit F._____ gekommen sei (Urk. 2/5 S. 3 f.).  

Weiter ist aufgrund der Aussagen A._____s fraglich, ob F._____ zum Onkel 

B._____ hinunter rannte, weil der Privatkläger im Schlafzimmer auch auf den 

Jüngling losgegangen war oder weil A._____ den Sohn bereits beim Wohnungs-

eingang oder dann im Schlafzimmer des Privatklägers (vgl. Urk. 2/5 S. 5 und 8) 

weggeschickt hatte. Oder war es vielmehr so, dass F._____ aus eigenem Ent-

schluss den Wohnungseingangsbereich bzw. erst später das Schlafzimmer ver-

liess, ohne vom Privatkläger angegriffen worden zu sein, zumal der Privatkläger 

gemäss späterer Darstellung von A._____ damit beschäftigt gewesen sein soll, 

ihn von hinten zu halten und ihm ständig bis zur Atemlosigkeit den Bauch zuzu-

drücken, was wiederum klar gegen eine gleichzeitige Attacke auf F._____ spre-

chen würde. Um unter solchen Umständen parallel F._____ schlagen zu können, 

müsste der Privatkläger den Beschuldigten A._____ zumindest partiell und kurz-

zeitig losgelassen haben. Sodann will A._____ einerseits den Sohn aufgefordert 

-   23   - 

haben, Hilfe zu holen, während er an anderer Stelle ausführte, F._____ habe sel-

ber erklärt, er gehe den Onkel holen. 

Wenig erhellend erscheint in diesem Zusammenhang auch die ausweichende 

Antwort des Beschuldigten A._____ auf den Hinweis des befragenden Polizisten, 

der Sohn F._____ habe nichts von einem Angriff auf seine Person durch C._____ 

erwähnt: Vielleicht sei er, gemeint F._____, verwirrt gewesen, habe einen Schock 

gehabt (Urk. 2/1 S. 3). 

2.8.4  Teilweise verschwommen präsentieren sich ferner die Schilderungen des 

Beschuldigten A._____ betreffend seinen Bruder B._____.  

Zum einen deutete A._____ an, sein Bruder B._____ sei vom Privatkläger auch 

geschlagen worden. Später brachte er eine allfällige Messerverletzung an der 

Hand des Bruders durch die Ehefrau des Privatklägers ins Spiel. Dabei blieb er 

auffällig vage, betonte, selber weder Messer noch Verletzung gesehen, sondern 

dies nur nachträglich gehört zu haben, wobei er sich ebenso uneinheitlich dazu 

äusserte, von wem (Sohn oder Bruder) er erfahren habe, dass der Privatkläger 

nach einem Messer gerufen habe. Mit diesen konturlosen Anschuldigungen ge-

genüber dem Privatkläger und dessen Ehefrau wollte der Beschuldigte offensicht-

lich die Familie CH._____ allgemein anschwärzen und entsprechend die Rolle der 

eigenen Familienmitglieder beschönigen. In diese Richtung gehen auch die gene-

rell herablassenden Andeutungen von A._____ bezüglich des Privatklägers 

C._____ und dessen Ehefrau H._____ (z.B. in Urk. 2/5 S. 11). 

Ähnlich wie hinsichtlich F._____ ist nach A._____s Ausführungen obendrein un-

klar, wann und wo der Beschuldigte B._____ dazu gestossen ist, ob noch im 

Gang der Wohnung, als der Privatkläger A._____ in Richtung Schlafzimmer zerrte 

oder erst im Schlafzimmer (Urk. 2/2 S. 2; Urk. 2/5 S. 5).     

2.8.5  Sodann ist den Aussagen A._____s nicht schlüssig zu entnehmen, ob das 

Schlafzimmerfenster bei der Ankunft im Schlafzimmer bereits offen war (Urk. 2/2 

S. 3) oder aber vom Privatkläger zuerst geöffnet werden musste (Urk. 2/1 S. 2). 

Würde letzteres zutreffen, hätte der Privatkläger für diese Handlung den behaup-

-   24   - 

teten festen Bauchgriff gegenüber A._____ jedenfalls lockern oder A._____ vo-

rübergehend sogar ganz loslassen müssen. Dass A._____ trotz seiner ziemlich 

dramatisch umschriebenen Angst, der Privatkläger wolle ihn aus dem Fenster 

werfen, diesen von Verteidigerseite gegenüber dem Privatkläger explizit erhobe-

nen Vorwurf vorliegend wieder fallen liess, könnte mit fehlender Beschreibbarkeit 

des konkreten Vorfalles erklärbar sein, kann aber offen bleiben. Jedenfalls wird 

seine Sachdarstellung durch diese Diskrepanzen zusätzlich verwässert und ver-

liert noch mehr an Plausibilität.    

2.8.6  Uneinheitlich fielen weiter die zu Protokoll gegebenen eigenen Abwehr-

handlungen des Beschuldigten A._____ im Schlafzimmer des Privatklägers aus. 

Sie reichen von Wehren mit Fäusten und Füssen über das Schlagen mit dem 

Kopf nach hinten und den Versuch, den teils kahlen resp. kurzhaarigen Privatklä-

ger an den Haaren zu packen sowie nach rückwärts Greifen an Kopf und Hals 

des Privatklägers bis zu Packen und Zudrücken von dessen Hals (Urk. 2/2 S. 3; 

Urk. 2/4 S. 1 f.; Urk. 2/5 S. 11).  

2.8.7  Zuletzt werden auch das Ende der Auseinandersetzung und der Abgang 

aus der Wohnung des Privatklägers von A._____ diffus dargestellt: Es ist keines-

wegs dasselbe, ob A._____, F._____ und B._____ nach I._____s mündlichem 

Einmischen und/oder B._____s Schlichten zusammen (hintereinander) die Woh-

nung einfach verlassen konnten oder ob A._____ – Sohn F._____ packend und 

Bruder B._____ zum Mitkommen auffordernd – regelrecht aus der Wohnung rann-

te resp. floh. Zudem blieb völlig im Dunkeln, wie genau B._____ seinen Bruder 

A._____ und den Privatkläger C._____ auseinandergebracht haben soll. Eine 

solch leere Behauptung spricht gegen tatsächlich Stattgefundenes. 

2.8.8  Um schliesslich wieder zum Beginn der körperlichen Auseinandersetzung 

zurückzukehren, ist zu konstatieren, dass A._____ auch den Dialog, d.h. die ge-

genseitige Beschimpfung, die sich zwischen den beiden Hauptakteuren vor der 

Wohnungstüre des Privatklägers abgespielt haben soll, in seinen Einvernahmen 

uneinheitlich wiedergab (dazu Urk. 2/1 S. 1 f.; Urk. 2/2 S. 2; Urk. 2/5 S. 3).    

-   25   - 

2.9  Die Glaubhaftigkeit von A._____s Aussagen wird überdies beeinträchtigt 

durch eine auffällige Verschlimmerung seiner Schilderungen und Gegenanschul-

digungen an den Privatkläger im Verlaufe des Verfahrens.  

2.9.1  Zunächst soll (nur) sein eigener kleiner Sohn K._____ vom Privatkläger ge-

schlagen worden sein (Urk. 2/1 S. 1). Dann gab A._____ an, es seien auch noch 

zwei andere Kinder vom Privatkläger geschlagen worden, und bezüglich seines 

Sohnes sei es nicht das erste Mal gewesen (Urk. 2/2 S. 2).  

2.9.2  Die angebliche Messerverletzung des Beschuldigten B._____ stand auch 

nicht von Anfang an zur Debatte. Vom blossen Erwähnen eines Messers durch 

den Privatkläger mutierte die Darstellung von A._____ zur Messerbestellung des 

Privatklägers bei seiner Ehefrau und mündete schliesslich in eine mutmassliche 

Blessur an der Hand seines Bruders B._____ durch das von H._____ tatsächlich 

apportierte gefährliche Werkzeug. 

2.9.3  Eine Steigerung findet sich auch im eigenen Erleben des Beschuldigten. So 

will A._____ laut seiner vierten Einvernahme einen knappen Monat nach dem 

Tatgeschehen durch den Privatkläger vor der Wohnungstüre nicht nur mit einem 

Faustschlag aufs Auge bedacht, sondern dadurch gar zu Boden geschlagen wor-

den sein und fortan unter getrübtem Bewusstsein gelitten haben. Gemäss seiner 

Aussage in der Hafteinvernahme hatte A._____ nach dem Faustschlag des Pri-

vatklägers diesen noch weggeschubst, wobei er ausgerutscht sei (Urk. 2/2 S. 2). 

Auch das beschriebene Vorgehen des Privatklägers wurde augenfällig rabiater: 

Aus dem ursprünglichen "Hin und Her" mit  gegenseitigem Stossen ("wir stiessen 

uns"; vgl. Urk. 2/1 S. 2), was auf Ausgeglichenheit in der Rauferei deutet, wurde 

eine klare Dominanz des Privatklägers, der den Beschuldigten A._____ wie ein 

besinnungs- und willenloses Objekt Richtung Schlafzimmer zerrte und gleichzeitig 

bis zur Atemlosigkeit um den Bauch drückte, was diesem noch zwei Tage bzw. – 

erneut steigernd – sicher eine Woche lang Brustschmerzen bereitet haben soll 

(Urk. 2/4 S. 1; Urk. 2/5 S. 3 f.). Anlässlich der fünften Einvernahme rund ein Jahr 

später im November 2010 gesellte sich noch ein Würgen dazu (Urk. 2/5 S. 3). 

A._____ umschrieb die Situation in der Wohnung des Privatklägers mit fortschrei-

tendem Verfahren so, dass er dem Privatkläger bis ins Schlafzimmer praktisch 

-   26   - 

ausgeliefert gewesen und erst dort wieder etwas zu sich gekommen sei und sich 

habe wehren können (Urk. 2/5 S. 4 ff.). Angst vor dem offenen Schlafzimmerfens-

ter erwähnte er angesichts der geltend gemachten halben Bewusstlosigkeit folge-

richtig nicht mehr. Vielmehr bezeichnete er auf Vorhalt seiner eigenen diesbezüg-

lichen Anzeige vom Oktober 2009 das mit dem Fenster sinngemäss als vernach-

lässigbar (Urk. 2/5 S. 9).   

2.10  Die Sachdarstellung von A._____ ist sodann in verschiedenen Teilen 

schwierig nachvollziehbar und auch aus diesem Grund sehr fragwürdig.  

2.10.1  So erscheint es entgegen der amtlichen Verteidigung (Urk. 108 S. 14) rea-

litätsfern, dass der Privatkläger C._____ den Beschuldigten A._____ in die eigene 

Wohnung und bis ins Schlafzimmer hereingezogen haben soll, nachdem er die-

sem – immer nach A._____s Schilderung – gerade einen (wirkungsvollen) Faust-

schlag aufs Auge versetzt hatte und allenfalls dessen Rache befürchten musste. 

Dies gilt umso mehr, als A._____ laut seiner tatnäheren Darstellung nicht allein, 

sondern von seinem damals 16-jährigen Sohn F._____ flankiert war. Zudem hiel-

ten sich in der Wohnung des Privatklägers dessen Ehefrau, seine Schwiegermut-

ter und seine drei kleinen Kinder auf. Für den Privatkläger wäre bei der behaupte-

ten Sachdarstellung vielmehr naheliegend gewesen, so rasch wie möglich die Tü-

re vor dem ungebetenen nachbarlichen Widersacher samt Begleiter zu schlies-

sen, um eine Eskalation der Auseinandersetzung und eine allfällige Gefährdung 

der eigenen Familie zu verhindern, vor allem da A._____ gemeinsam mit seinem 

bald erwachsenen Junior den Privatkläger überraschend aufgesucht hatte und 

nicht umgekehrt. Ob die zwei direkt vor der Wohnungstüre des Privatklägers er-

schienen waren oder sich mit Klingeln von der Haustüre unten angekündigt hatten 

– wiederum eine Variation in A._____s Aussagen – ist insoweit nebensächlich. 

Und weshalb sollte jemand, der einen laut A._____s eigener Darstellung bereits 

erheblich angeschlagenen Rivalen noch mehr verprügeln oder sonst plagen will 

("er zeige mir, wo das nächste Leben sei", vgl. Urk. 2/2 S. 2; oder "Ich zeige dir, 

wo es langgeht", vgl. Urk. 2/5 S. 3), diesen von seiner Wohnungstür zuerst über 

eine Distanz von acht oder mehr Metern sowie um eine rechtwinklige Abbiegung 

bis zu einer hinteren Ecke seines engen Schlafzimmers und damit in seine inners-

-   27   - 

te Privatsphäre zerren (vgl. den Planausschnitt mit dem Wohnungsgrundriss der 

Wohnung CH._____; Urk. 10/1)? Auch der Beschuldigte A._____ wusste keine 

vernünftige Erklärung dafür (Urk. 2/2 S. 4; 2/5 S. 4 f.). Seine schon genannte 

Mutmassung für solches Vorgehen, der Privatkläger habe wohl mit einem Zurück-

schlagen seinerseits gerechnet und die Geschichte nach aussen hin anders aus-

sehen lassen wollen, erscheint angesichts seiner gleichzeitigen Behauptung, da-

mals total benommen, ja praktisch bewusst- und damit wehrlos gewesen zu sein 

(Urk. 2/5 S. 4; Prot. II S. 18), geradezu grotesk. 

2.10.2  Ferner vermag nicht einzuleuchten, weshalb der Beschuldigte A._____ die 

Wohnung nicht verliess, nachdem er gemäss eigener Aussage diese eigentlich 

wieder verlassen wollte, sondern sich weiterhin und bis ins Schlafzimmer des Pri-

vatklägers hinein am Gerangel beteiligte. Laut seiner tatnäheren Umschreibung 

der Geschehnisse, wonach sich die zwei Hauptpersonen auf dem Weg ins 

Schlafzimmer gleichermassen traktierten, wäre ihm dies fraglos möglich gewesen, 

wenn er es tatsächlich beabsichtigt hätte. Spätestens aber als der Privatkläger 

nach einer der Varianten von A._____ im Schlafzimmer den rechten Fensterflügel 

öffnete, sich dazu zwangsläufig etwas abdrehen musste und der angebliche Griff 

gegenüber dem Beschuldigten A._____ auf einen Arm beschränkt gewesen sein 

dürfte, hätte sich dieser lösen und aus dem Schlafzimmer bzw. der Wohnung ent-

fernen können (vgl. Urk. 1/3 Foto 1 Übersichtsaufnahme Tatort). Dazu hätte 

A._____ laut eigenem Standpunkt auch allen Grund gehabt, befürchtete er doch, 

C._____ wolle ihn aus dem Fenster werfen (Urk. 2/1 S. 2).   

2.10.3  Schwer vorstellbar ist weiter, dass – immer gemäss A._____ – der von der 

unteren Etage zur Hilfe herbeigeeilte Beschuldigte B._____ lediglich mit den Wor-

ten "C._____ spinnen Sie" reagiert habe, als sein Bruder A._____ dem Privatklä-

ger körperlich regelrecht ausgeliefert gewesen sein soll, und dass letztlich (allein) 

die mündliche Zurechtweisung des Privatklägers durch seine Schwiegermutter 

den Privatkläger besänftigte und dem Beschuldigten A._____ ein Wegrennen aus 

der Wohnung ermöglichte (Urk. 2/2 S. 3). Oder bedurfte es doch  eines vermit-

telnden und/oder physischen Eingreifens des Beschuldigten B._____, um den 

Fluchtweg zu eröffnen?  

-   28   - 

2.11  Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die Darlegungen des Beschuldigten 

A._____ schon für sich allein betrachtet einen ziemlich zwiespältigen Eindruck 

hinterlassen und wenig überzeugend sind. Ergänzend ist auf das angefochtene 

Urteil zu verweisen. Die Einschätzung der Vorinstanz ist zu teilen, wonach auf-

grund der reichlich widersprüchlichen, bruchstückhaften, lediglich pauschalen und 

nicht nachvollziehbaren Ausführungen einschliesslich der Dramatisierungsten-

denz im Verfahrensverlauf die Tatversion des Beschuldigten als lebensfremd und 

konstruiert erscheint und sich erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aus-

sagen von A._____ ergeben (Urk. 84 S. 12-17; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2.12  Weiter herabgemindert wird die Tatversion von A._____ durch die Aussa-

gen der Zeugin G._____ (nachfolgende Ziffern 4 und 4.5).  

2.13  Nur am Rande sei erwähnt, dass die Glaubhaftigkeit von A._____s Ausfüh-

rungen auch durch verschiedene Diskrepanzen im Vergleich zu den Depositionen 

des Beschuldigten B._____ eine Relativierung erfährt, auch wenn sich die zwei 

Brüder nicht gegenseitig belasteten. Diese Differenzen in der Sachdarstellung 

durch die beiden Beschuldigten tangieren dabei ebenso die Glaubhaftigkeit von 

B._____s Aussagen (nachfolgende Ziffer 3.1).  

3. Aussagen des Beschuldigten B._____ und Würdigung 

3.1 Im Gegensatz zu A._____ (vgl. Ziffer III. 2.13 hiervor) umschrieb der Be-

schuldigte B._____ wiederholt und gleichbleibend den von ihm wahrgenommenen 

Kampf zwischen seinem Bruder A._____ und dem Privatkläger in dessen Schlaf-

zimmer als ebenbürtige Angelegenheit, bei welcher keiner der beiden die Ober-

hand hatte (vgl. Urk. 3/1 S. 3; Urk. 3/2 S. 2; Urk. 3/5 S. 2 f.; auch Urk. 84 S. 15). 

Dieser durch B._____ ungewohnt gut erinnerte Umstand und die entsprechend 

konstante Aussage korrespondieren überdies mit dessen offensichtlichem Bemü-

hen um eine neutrale Positionierung zwischen den beiden Kontrahenten. So be-

lastete der Beschuldigte B._____ weder seinen Bruder A._____, dem er bloss als 

Schlichter zur Hilfe geeilt sein will, noch den Privatkläger, mit dem er "früher wirk-

lich mega gut befreundet" gewesen sei (Urk. 3/5 S. 7). Vielmehr erklärte er, nicht 

gesehen zu haben, wer wen geschlagen habe (Urk. 3/5 S. 3). Keiner der beiden 

-   29   - 

sei ein Heiliger, er habe um beide Angst gehabt (Urk. 3/5 S. 5). Das vom Be-

schuldigten A._____ mit fortschreitendem Verfahren gezeichnete Bild einer völlig 

einseitigen Täter/Opfer-Konstellation beim fraglichen Duell wird durch die Darstel-

lung von B._____ jedenfalls nicht gestützt. Die Aussagen der Brüder differieren im 

Ergebnis zudem so deutlich, dass die Unterschiede nicht bloss einem andern 

Blickwinkel zugeschrieben werden können. 

Während A._____ selber stets verneinte, den Privatkläger geschlagen zu haben, 

erwähnte der Beschuldigte B._____, als er nach dem Vorfall seinen Bruder zu 

Hause aufgesucht und gefragt habe, was genau passiert sei, habe dieser berich-

tet, zuerst habe der Privatkläger C._____ auf ihn eingeschlagen und er habe dann 

zurückgeschlagen. So sei eine Schlägerei entstanden (Urk. 3/1 S. 4). Am Vor-

handensein dieser Diskrepanz ändert nichts, dass B._____ stets bestritt, einen 

Schlagabtausch der Streitenden persönlich gesehen zu haben und dass er gene-

rell alle Anschuldigungen des Privatklägers zurückwies.  

Gemäss konstanter Darstellung von A._____ haben die beiden Beschuldigten und 

F._____ die Wohnung des Privatklägers zusammen, d.h. gleichzeitig und hinter-

einander, verlassen (vgl. Urk. 2/1 S. 2; Urk. 2/2 S. 3; Urk. 2/3 S. 2; Urk. 2/5 S. 2), 

was im Übrigen auch seitens des Privatklägers und der Zeugin H._____ so ge-

schildert wurde und entsprechend in die Anklage floss (vgl. Urk. 41 S. 3). B._____ 

gab jedoch ebenso stetig und im Gegensatz zu allen Involvierten zu Protokoll, er 

sei der letzte gewesen, der die Wohnung verlassen habe. A._____ und F._____ 

seien zuerst hinausgegangen (Urk. 3/1 S. 4; Urk. 3/2 S. 2 f.; Urk. 3/5 S. 6). Dazu 

erläuterte er, nach dem Trennen der Kämpfenden und bevor er aus der Wohnung 

gegangen sei, habe er den Privatkläger – der hässig und nervös gewesen sei – 

noch beruhigt bzw. zu beruhigen versucht, dies obwohl C._____ ihn bedroht ha-

be. Er kenne ihn ja als Nachbarn. Dann sei vom Privatkläger das Wort "Messer" 

gefallen. H._____ habe zu ihrem Mann "hör auf" oder ähnlich gesagt. Er wisse 

noch, dass er den Privatkläger bis zur Küche hin begleitet und ihm dort gesagt 

habe "hör uf C._____, lönd de Scheiss". Dessen Frau sei ganz in der Nähe ge-

standen. Er habe Glück gehabt, dass der Privatkläger ihn nicht geschlagen habe 

(Urk. 3/5 S. 6). Diese Darstellung impliziert, dass der Beschuldigte B._____ nach 

-   30   - 

dem Weggang von Bruder und Neffe noch eine gewisse Zeit in der Wohnung ver-

blieb. B._____s Schilderung erscheint allein schon gestützt auf seine eigene 

Sachdarstellung als klar übertrieben und überzeugt aus mehreren Gründen nicht: 

Einerseits steht er auf dem Standpunkt, dass er seinem Bruder A._____, der 

durch das Verhalten des Privatklägers in Todesgefahr schwebte (Urk. 3/5 S. 2), 

zu Hilfe geeilt sei und dass er selber bei seiner Schlichtungsaktion auch ein paar 

Schläge abbekommen habe, nicht wissend vom wem (vgl. die nachstehende Zif-

fer 3.2). Weiter hatte er, als das ganze fertig gewesen sei, das blaue Auge seines 

Bruders A._____ realisiert (Urk. 3/5 S. 4). Ferner lag die Küche gar nicht auf dem 

Weg zum Wohnungsausgang, sondern vielmehr vis-à-vis der beiden Schlafzim-

mer in noch grösserer Distanz zur Wohnungstür als der Ort des angeklagten Ge-

schehens (vgl. den Grundriss der Wohnung C._____, Urk. 10/1). Dass der Be-

schuldigte B._____ unter all diesen Umständen nach dem (eiligen) Weggang von 

A._____ und F._____ noch in der Wohnung des Privatklägers verweilte und zu 

einer Art Friedensmission ansetzte – quasi als eine Fortsetzung der geltend ge-

machten Streitintervention und -beilegung – ist als lebensfremd zu bezeichnen. 

Abgesehen davon hat er diese ausführliche Beschreibung mit den genannten 

Wortwechseln und der Begleitung bis zur Küche erst in der fünften Einvernahme 

über ein Jahr nach dem Vorfall zu Protokoll gegeben und anlässlich der Beru-

fungsverhandlung erneut wiederholt (Prot. II S. 23 f.).  

Der Beschuldigte B._____ hat im Gegensatz zum Beschuldigten A._____ nie et-

was dahin geäussert, dass der Privatkläger seine Frau H._____ um ein Messer 

gebeten habe bzw. dass er selber von einem Messer am Daumen verletzt worden 

sei, so etwa beim Versuch, der Zeugin H._____ das Messer wegzunehmen, wie 

dies A._____ andeutete (vgl. Urk. 2/2 S. 3). Hätte der Beschuldigte B._____ sol-

ches erlebt, hätte er dies fraglos thematisiert und eine allfällige Verletzung vorge-

zeigt. Es ist jedoch nichts dergleichen aktenkundig. Bei den diesbezüglichen Spe-

kulationen von A._____ (vgl. Ziffer 2.9.2 hiervor) dürfte es sich auch aus diesem 

Grund um blosse Ausflüchte handeln.   

Abschliessend ist festzuhalten, dass die Sachdarstellungen der Beschuldigten 

A._____ und B._____ auch unabhängig von den eben aufgezeigten Unterschie-

-   31   - 

den insgesamt je wenig plausibel und der Erstellung des eingeklagten Sachver-

halts kaum dienlich sind.   

3.2 Die Vorinstanz hat in den Erwägungen des angefochtenen Entscheides die 

Aussagen des Beschuldigten B._____, wie er sie im bisherigen Verfahren depo-

niert hat, wie folgt wiedergegeben und gewürdigt (Urk. 84 S. 17-19 = nachstehen-

de Ziffern 3.2.1 bis 3.2.5):  

3.2.1  Der Beschuldigte B._____ wurde sowohl während der Untersuchung als 

auch an der heutigen Hauptverhandlung zur Sache befragt (Urk. 3/1-5; Urk. 35/2; 

Prot. I S. 12 ff.). Zum Tatgeschehen führte er im Wesentlichen aus, er habe sich 

in seiner Wohnung befunden, welche sich unterhalb derjenigen des Privatklägers 

befinde. Es habe plötzlich an seiner Wohnungstüre geklingelt, und als er diese 

geöffnet habe, sei F._____ vor der Türe gestanden, habe um Hilfe gebeten und 

gesagt, der Privatkläger bringe den Beschuldigten A._____ um. Hierauf sei er – 

der Beschuldigte B._____ – in die Wohnung des Privatklägers gegangen, wo er 

gesehen habe, wie der Beschuldigte A._____ und der Privatkläger im Schlafzim-

mer "aufeinander losgegangen" respektive "am Kämpfen" gewesen seien. Er sei 

dazwischen gegangen, um die Streitenden zu trennen, wobei auch er Schläge er-

halten habe. Der Beschuldigte B._____ machte weiter geltend, er habe sich ledig-

lich in die Wohnung des Privatklägers begeben, um zu helfen und zu schlichten, 

was ihm auch gelungen sei. Danach hätten der Beschuldigte A._____, F._____ 

und er selber die Wohnung verlassen. 

3.2.2  Die Ausführungen des Beschuldigten B._____ sind im Grundsatz zurück-

haltend. So gab er wiederholt zu Protokoll, er habe auch Schläge erhalten, als er 

den Privatkläger und den Beschuldigten A._____ getrennt habe, wisse jedoch 

nicht von wem (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/2 S. 2). Jedoch sind seine Aussagen zum ei-

gentlichen Geschehensablauf bei genauerer Betrachtung verallgemeinernd, un-

genau und sehr spärlich.  

3.2.3  Insbesondere bei der Beschreibung der von ihm geltend gemachten Ausei-

nandersetzung zwischen dem Beschuldigten A._____ und dem Privatkläger fallen 

seine Aussagen unbestimmt aus, und es fehlen jegliche anschaulichen Details. 

-   32   - 

Stattdessen wiederholte der Beschuldigte B._____ lediglich allgemein, sie seien 

"aufeinander", "am Kämpfen" oder "am Schlägle" gewesen. Gleiches gilt auch be-

züglich der Beschreibung seiner Intervention, welche der Beschuldigte B._____ 

nur unspezifisch mit "Dazwischengehen", "Trennen" und "Auseinandernehmen" 

beschrieb (Urk. 3/1 S. 2 ff.; Urk. 3/2 S. 2 f.; Urk. 3/5 S. 2 ff.). Zuletzt machte er 

hierzu geltend, er habe beide Beteiligten mit den Armen auseinandergestossen. 

An ein Zupacken oder Ähnliches könne er sich aber nicht mehr erinnern (Urk. 3/5 

S. 7). Dies fällt besonders ins Gewicht, wenn – wie in vorliegender Konstellation – 

die Aussagen zu Begebenheiten, die nicht unmittelbar das Tatgeschehen betref-

fen, im Zeitverlauf detailreicher und bestimmter ausfallen. So erklärte der Be-

schuldigte B._____ erstmals in der Hafteinvernahme, die Ehefrau des Privatklä-

gers habe sich bei seinem Eintreffen vor der WC-Türe befunden, um Hilfe ge-

schrien und ihm auf seine Frage "wo" mit der Hand die Richtung gezeigt. In der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2010 führte er sodann 

aus, die Ehefrau des Privatklägers habe gesagt "B._____, bitte hilf, sie sind da" 

(Urk. 3/2 S. 2; Urk. 3/5 S. 2). Dies hatte der Beschuldigte B._____ anlässlich der 

ersten Befragung mit keinem Wort erwähnt. 

3.2.4  In einzelnen Teilen erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten B._____ 

sodann als widersprüchlich. Führte er in der polizeilichen Befragung aus, die bei-

den Männer seien im Bereich des Schlafzimmerfensters am Kämpfen gewesen, 

worauf er dazwischen gegangen sei, gab er anlässlich der staatsanwaltschaftli-

chen Einvernahme zu Protokoll, sie hätten den Privatkläger gar nicht aus dem 

Fenster werfen können, da er dazwischen gegangen sei und sie sich in der Mitte 

des Zimmers, zwischen Schrank und Bett, befunden hätten (Urk. 3/1 S. 2; 

Urk. 3/5 S. 7). Auch führte der Beschuldigte B._____ anlässlich der Hafteinver-

nahme vom 14. September 2009 aus, bevor er von F._____ zu Hilfe geholt wor-

den sei, habe er aus der Wohnung des Privatklägers Lärm gehört. Dies sei jedoch 

nichts besonderes, da man dort immer Lärm höre (Urk. 3/2 S. 2). Andererseits er-

klärte der Beschuldigte B._____, seine Ehefrau habe bei besagtem Vorfall die 

Kinder im Wohnzimmer aufgrund des Lärms beruhigen müssen, da man den 

Lärm höre und ab und zu Panik bekomme (Urk. 3/5 S. 9). 

-   33   - 

3.2.5  Bei gesamthafter Betrachtung ist auch der Umstand miteinzubeziehen, 

dass der Beschuldigte B._____ das ihm Vorgeworfene im Verlauf der Untersu-

chung nicht nur bestritt, sondern den Privatkläger (wie auch teilweise die übrigen 

Zeuginnen) wiederholt bezichtigte, nicht die Wahrheit zu sagen und negative 

Äusserungen tätigte (Urk. 3/1 S. 2; Urk. 3/3; Urk. 3/5 S. 8). Beispielhaft führte er in 

der Hafteinvernahme aus, er hätte den Privatkläger "verrecken lassen" sollen, 

dieser sei ein "Arschloch" (Urk. 3/2 S. 3). Sodann sei das blaue Auge des Be-

schuldigten A._____ dem Privatkläger zuzuschreiben; wenn dieser Kinder schla-

ge, schlage er auch Erwachsene (Urk. 3/5 S. 8).  

3.2.6  Gesamthaft sind die Aussagen des Beschuldigten B._____ zwar nicht von 

Vornherein als unglaubhaft anzusehen, jedoch ergeben sich auch gewisse Zwei-

fel an deren Glaubhaftigkeit. 

3.3 Diesen Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 84 S. 17-19) ist grundsätzlich zu-

zustimmen, jedoch mit den folgenden Relativierungen und Ergänzungen, was die 

Glaubhaftigkeit von B._____s Aussagen zusätzlich reduziert: 

3.3.1  Wie vorstehend in Ziffer 3.1 dargelegt, haben die drei ABF._____s laut der 

erst spät berichteten und schlecht nachvollziehbaren Version von B._____ die 

Wohnung des Privatklägers nicht gleichzeitig verlassen, sondern B._____ folgte 

den andern beiden aufgrund des behaupteten Versuchs, die CH._____s zu beru-

higen, erst mit einiger zeitlicher Verzögerung.  

3.3.2  Zudem ist in der Tat auffällig, dass B._____ vor allem bei Fragen zum 

Kerngeschehen seine Antworten sehr unbestimmt und pauschal hielt, zum Bei-

spiel "Ich habe die beiden getrennt" (Urk. 3/1 S. 4) oder "Ich ging dazwischen" 

(Urk. 3/5 S. 4), anderseits aber Nebensächlichkeiten von sich aus hervorhob und 

breit umschrieb – etwa, seine Frau und er seien damals daran gewesen, Winter-

kleider aus dem Keller zu holen oder indem er einlässlich beschrieb, wie die Zeu-

gin H._____ ihm damals den Weg zu den Streitenden gewiesen und mit welchen 

Worten sie ihn um Hilfe ersucht habe (Urk. 3/2 S. 2; Urk. 3/5 S. 2 f.). Damit sei 

nicht gesagt, dass solch periphere Begebenheiten der Wirklichkeit widersprechen 

-   34   - 

würden, aber als Ablenkungsmanöver erscheint deren ausführliche Wiedergabe 

sehr wohl.  

Weiter stellte B._____ die eigene Rolle ausnahmslos und weitschweifig äusserst 

positiv dar. So sei er einzig zum Helfen, d.h. zum Schlichten erschienen und auch 

dies nur, nachdem er gerufen worden sei – F._____ sei ganz bleich gewesen und 

habe "Hilfe, Hilfe, Hilfe" geschrien (Urk. 3/2 S. 3; Urk. 3/5 S. 4) – und weil er in der 

Feuerwehr gelernt habe zu helfen, damit nichts Schlimmeres passiere. Ohne ihn 

– B._____ – wäre es weitergegangen und schlimm herausgekommen (Urk. 3/2 

S. 2; Urk. 3/5 S. 5). Und er verwies auf "Balkanleute", die nicht viel überlegen und 

solche Sachen, Messerstechereien, machen würden (Urk. 3/5 S. 5). Auf Ergän-

zungsfrage seiner Verteidigung fügte er an, es könnte sein, dass einer sterbe, 

man könne durch Schläge sterben (Urk. 3/5 S. 9). Dank ihm als Kleinerem, 1.68 

m oder so, seien die zwei grossen und recht schweren Personen auseinanderge-

gangen und jetzt – fast selbstbemitleidend – müsse er für seine Dummheit noch 

büssen. Er schlichte nicht mehr, nie wieder (z.B. Urk. 3/2 S. 2 f.; Urk. 3/5 S. 3 f., 5 

und 7). Selbstkritik oder gar Selbstbelastung sind bei B._____ nicht ansatzweise 

erkennbar.  

Sobald ihm konkrete Beschreibungen oder handfeste Angaben abverlangt wur-

den, zum Beispiel zur angetroffenen Kampfsituation oder wie er die beiden Streit-

hähne genau getrennt habe, blieb er kurz und inhaltsleer (exemplarisch: Urk. 3/2 

S. 2 f.; Urk. 3/5 S. 2 f. und S. 7). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung wur-

de B._____ mehrmals ausdrücklich gefragt, ob er das Schlichten genau beschrei-

ben könne bzw. wie man sich das vorstellen müsse. Er beantwortete diese Fra-

gen ausweichend, erging sich dabei in Ausflüchten und konnte das Schlichten 

wiederum nicht konkret beschreiben (Prot. II S. 24 ff.). Nicht anders verhält es 

sich mit seiner diesbezüglichen Gestik: So räumte er lediglich ein, beide gestos-

sen zu haben, wobei er seine Hände zur Seite bewegte und damit ein Trennen 

andeutete (Urk. 3/5 S. 6 f.). Auch sonst wollte B._____ nichts gesehen (Schläge) 

oder gehört (Drohungen) haben, was einem der Kontrahenten im vorliegenden 

Verfahren zum Nachteil gereichen könnte. Das legte er ungeschminkt offen mit 

seiner Aussage, er wolle weder den Privatkläger noch A._____ beschuldigen, und 

-   35   - 

er tat dies auch nicht (Urk. 3/5 S. 5). Soweit er – ungefragt – nähere Ausführun-

gen zum Privatkläger machte, betraf dies sachfremde Negativanwürfe, womit er 

den Privatkläger allgemein zu diffamieren trachtete. Ausser der bereits durch die 

Vorinstanz erwähnten zählen dazu seine Bemerkungen, andere Nachbarn hätten 

ebenfalls Ärger mit C._____ wegen der Kinder gehabt und nach dessen Auszug 

aus der Wohnung habe ihm die Verwaltung gesagt, dass sie froh sei, dass er und 

sein Bruder (gemeint A._____) weg seien (Urk. 3/5 S. 9).  

3.3.3  Derartiges Aussageverhalten kann nur als klares Lügensignal gedeutet 

werden, was die hier massgeblichen Ereignisse anbetrifft. Dies insbesondere, 

nachdem seine Beteiligung am Vorfall gerade und einzig darin bestanden haben 

soll, zu schlichten und die Kämpfenden zu trennen. Nach seiner konstanten Dar-

stellung sah sich B._____ aus zwei Gründen in der Pflicht zu intervenieren: Zum 

einen soll es gemäss Hilferuf seines Neffens F._____ um Leben und Tod seines 

Bruders, des Beschuldigten A._____, gegangen sein, und zudem habe er, 

B._____, in seiner Funktion als Feuerwehrmann helfen müssen. Wenn B._____ 

unter derart gravierenden und von ihm angeblich sehr ernst genommenen Um-

ständen sein zentrales Handeln nicht ansatzweise beschreiben konnte oder woll-

te, indem er entweder Nicht(mehr)wissen behauptete oder äusserst rudimentär 

blieb, umgekehrt aber durchaus detaillierte Schilderungen zu Vorgängen aus-

serhalb des Tatablaufes zu Protokoll gab, kommt dies gezieltem Ausweichen 

gleich.  

3.4 Damit erweisen sich auch die Schilderungen von B._____ zum Tatablauf be-

reits bei separater Betrachtung als wenig plausibel. Vor allem aber konnte 

B._____ nicht erklären, weshalb ihn der Privatkläger zu Unrecht hätte belasten 

sollen, wenn er tatsächlich nur geschlichtet und die zwei Streithähne getrennt hät-

te, da er ja angibt, dass das Verhältnis zum Privatkläger bis zum besagten Vorfall 

kollegial gewesen sei. Wie es sich mit der Wahrhaftigkeit seiner ausführlichen 

Darlegungen ausserhalb des eingeklagten Geschehens verhält, zum Beispiel hin-

sichtlich seiner Beschäftigung unmittelbar vor dem Ereignis oder wie das Verhält-

nis unter den Familien in der Wohnüberbauung allgemein war, kann vorliegend 

mangels Relevanz offenbleiben. 

-   36   - 

3.5 Der Verteidiger des Beschuldigten B._____ macht zu Recht geltend, dass 

B._____ nichts mit der Vorgeschichte zu tun gehabt habe. Die Vorinstanz unter-

stelle B._____, einen ihm unbekannten Tatplan übernommen und damit ein 

inexistentes Tatmotiv gehabt zu haben (Urk. 109 S. 3 ff. und S. 12 ff.). Denn wie 

unter Ziffer 4.4.1 aufzuzeigen sein wird, ist davon auszugehen, dass A._____ und 

F._____ wortlos an der Wohnungstüre von B._____ und G._____ vorbei zur 

Wohnung des Privatklägers hochgingen, wobei ihnen B._____ in kurzem zeitli-

chen Abstand nacheilte. Es trifft somit zu, dass B._____ zu diesem Zeitpunkt von 

der Vorgeschichte gar keine Kenntnis haben konnte. Demnach konnte er auch 

keine Absicht hegen, sich den Privatkläger wegen dessen vorgängiger Auseinan-

dersetzung mit K._____ vorzunehmen. Insofern ist dem Verteidiger beizupflichten, 

dass nicht erstellt werden kann, dass sich B._____ und sein Bruder A._____ zur 

Wohnung des Privatklägers begaben, in der – gemeinschaftlichen – Absicht, sich 

diesen wegen des vorgängigen Vorfalls vorzunehmen (Urk. 41 S. 2 Anklageziffer 

2 Zeilen 4 und 5). 

3.6 Abgesehen von den Ausführungen zur gemeinschaftlichen Absicht wird die 

Sachdarstellung von B._____ zum Tatgeschehen durch die Zeugenaussage von 

G._____ weiter relativiert (nachfolgende Ziffer 4, namentlich 4.4). 

4. Aussagen der Zeugin G._____ und Würdigung, Beweisantrag 

4.1 G._____ ist die Ehefrau des Beschuldigten B._____. Die vierköpfige Familie 

wohnte damals im dritten Stock, genau unterhalb der Wohnung des Privatklägers 

C._____, in einer Wohnung mit gleichem Grundriss. Die Zeugin befand sich stets 

mit ihren Kindern in der eigenen Wohnung. Dabei hatte sie die Wohnungstüre 

teilweise geöffnet und konnte von den Ereignissen in der vierten Etage bei der 

Wohnungstüre der Familie CH._____ und in deren Wohnung akustisch etwas 

mitbekommen (Dialoge und "Gerumpel"). Von den Vorgängen im oberen Stock 

etwas gesehen hat sie nicht (Urk. 8/1 S.1 ff.; Urk. 8/2 S. 4 ff.).  

4.2 Sie führte im Wesentlichen aus (vgl. Urk. 8/1 S.1 ff.; Urk. 8/2 S. 4 ff.), sie sei 

mit dem Beschuldigten B._____ in der gemeinsamen Wohnung gewesen, als es 

unten an der Haustür geläutet habe. Die Klingel unten läute länger, die oben sei 

-   37   - 

nur ganz kurz. B._____ sei zur Wohnungstür gegangen, habe mit F._____ über 

die Gegensprechanlage gesprochen. F._____ habe auf Albanisch "Mach die Türe 

auf" gesagt. B._____ habe die Wohnungstüre geöffnet, offengelassen und gewar-

tet bis jemand heraufkam, denn sie hätten gemeint, sie würden zu ihnen zu Be-

such kommen. Sie selber sei im hinteren Teil des Korridors gewesen mit der Klei-

nen auf dem Arm. Von da aus habe sie den Beschuldigten A._____ und F._____ 

gesehen, welche ohne ein Wort zu reden an ihnen vorbeigelaufen bzw. -gerannt 

seien. A._____ sei hoch gerannt, sie habe ihn von hinten, d.h. nur seinen Rücken 

gesehen. Der diesem folgende F._____ habe einen ängstlichen Blick gehabt. Sie 

– der Beschuldigte B._____ und die Zeugin G._____ – hätten sich gegenseitig 

angeschaut und sich gewundert, weshalb die beiden nicht zu ihnen kommen wür-

den (Urk. 8/1 S. 1 und 4; Urk. 8/2 S. 5 f.).  

Dann hätten sie auf einmal einen Krach gehört. B._____ habe darauf gesagt, er 

gehe nach oben um zu schauen, was los sei und habe sie geheissen zu warten. 

Er sei nach oben gerannt und währenddessen habe sie den Beschuldigten 

A._____ auf Albanisch die Zeugin H._____ fragen gehört, "wo ist dein Mann?" 

und diese habe mit "wieso" geantwortet (Urk. 8/1 S. 1 und Urk. 8/2 S. 4 und 6). 

B._____ sei nur kurz, ungefähr fünf Sekunden nach A._____ und F._____ auch 

nach oben gegangen (Urk. 8/1 S. 4). Dann habe sie, G._____, die Wohnungstüre 

zumachen und ihre damals 5- und 1 ½-jährigen Kinder im Wohnzimmer beruhigen 

müssen, denn sie seien auch nervös geworden und hätten rausgehen wollen. 

Dann habe sie nochmals die Wohnungstür geöffnet um zu schauen bzw. zu hören 

was los sei. Da habe sie die Zeugin H._____ zweimal nacheinander sagen hören 

"B._____, nimm sie bitte auseinander". Die Zeugin H._____ habe dabei geweint, 

die Frau habe ihr Leid getan. Dann habe sie, G._____, wieder ihren Sohn ins 

Wohnzimmer bringen und ablenken müssen. Danach sei sie wieder die Woh-

nungstüre öffnen gegangen und habe B._____ zu A._____ sagen hören: "Hör auf, 

es bringts nicht". Gleichzeitig habe sie ein Stöhnen vernommen. Dann habe sie 

die Türe wieder zumachen und die Kinder beruhigen müssen.  

Als sie das nächste Mal die Türe geöffnet habe, sei A._____ mit einem riesen Au-

ge wieder runter gekommen und ohne zu sprechen an ihr vorbeigelaufen, und 

-   38   - 

nach nicht einmal fünf Sekunden sei B._____ auch erschienen und sei anschlies-

send, wie er ihr gesagt habe, zu A._____ gegangen um zu schauen, wie es die-

sem gehe, denn der habe ein blaues Auge gehabt. Ihr Mann B._____ habe ihr 

nicht erzählt, was sich da zugetragen habe; er habe einfach gesagt, er hätte 

nichts gemacht (Urk. 8/2 S. 7). F._____ habe sie beim Hinuntergehen nicht gese-

hen (Urk. 8/1 S. 2 f.; Urk. 8/2 S. 5).  

4.3 Wie bereits die Vorinstanz korrekt erwog, hat die Zeugin G._____ konstant, 

widerspruchsfrei, im Grundsatz klar, nachvollziehbar und zurückhaltend ausge-

sagt (Urk. 84 S. 32; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ihre Schilderungen wirken durchgehend 

authentisch und überzeugend.  

4.3.1  So gab sie zunächst von sich aus und auch auf wiederholtes Nachfragen zu 

Protokoll, selber nichts vom Streit gesehen zu haben, weil sie nie nach oben in 

die vierte Etage gegangen sei (Urk. 8/1 S. 3 f.; Urk. 8/2 S. 6). Weder von ihrem 

Ehemann B._____ noch vom wiederum schweigend an ihrer Wohnungstür vorbei 

nach unten gehenden A._____ hatte sie Erläuterungen erhalten, was oben vor 

sich gegangen war. B._____ habe ihr einfach gesagt, er habe nichts gemacht 

(Urk. 8/2 S. 7). Ebenso deklarierte sie offen, nicht gesehen zu haben, wann 

F._____ wieder hinunter gegangen sei (Urk. 8/1 S. 2). Gleichermassen diskret 

verneinte die Zeugin G._____, je selber erlebt zu haben, dass der Privatkläger 

schon ein paar Mal andere Kinder angegriffen habe, wie dies Kinder und Eltern 

aus der Nachbarschaft berichteten. Sie habe nur gesehen, wie er mit den Kindern 

geschimpft habe, nicht aber, dass er handgreiflich geworden sei (Urk. 8/2 S. 6 f.). 

Ihr Verhältnis zur Familie CH._____ bezeichnete sie als neutral. Die Kinder hätten 

sich gegenseitig ab und zu zum Spielen besucht, hätten ein freundschaftliches 

Verhältnis zueinander gehabt (Urk. 8/2 S. 3, 8 und 10). Dagegen wusste sie von 

gegenseitigem Jammern und "Gifteln" der Familie des Beschuldigten A._____ 

und der Familie CH._____ betreffend die Kinder. Ob Streit bestehe, konnte sie 

nicht sagen (Urk. 8/1 S. 3; Urk. 8/2 S. 6 und 8). Dieses Aussageverhalten zeigt, 

dass sich die Zeugin aufrichtig bemühte, nur selbst Wahrgenommenes darzule-

gen und nicht einfach Mutmassungen anzustellen oder in einen allgemeinen Te-

nor miteinzustimmen.  

-   39   - 

4.3.2  Entsprechend sind ihre Schilderungen zu dem, was sie selber beobachtet 

hat – etwa nur den Rücken des vorbeieilenden A._____, den ängstlichen Blick 

von dessen Sohn F._____ verbunden mit ihrem Eindruck, dieser würde einfach 

dem Vater hinterher laufen; A._____s riesiges bzw. blaues Auge beim Vorbeige-

hen nach unten – oder hören konnte – z.B. die junge Stimme F._____s in der Ge-

gensprechanlage, man solle die Türe aufmachen; die erwähnten Fragen, Antwor-

ten, Bitten und Bemerkungen der beiden Beschuldigten und von H._____ in der 

vierten Etage; rumpelnder Lärm in der oberen Wohnung wie bei einer Schlägerei 

(vgl. Urk. 8/2 S. 6 und 9) – prägnant, in ihren zwei Einvernahmen inhaltlich prak-

tisch deckungsgleich, mit den vom Privatkläger und dessen Familienmitgliedern 

berichteten Vorgängen im wesentlichen im Einklang und daher glaubhaft.  

4.3.3  Ebenso verhält es sich mit den von G._____ angeführten eigenen Empfin-

dungen, die mit dem Geschehen korrelieren und lebensnah sind. Hierzu zählen 

namentlich das verwunderte gegenseitige Anschauen mit ihrem Ehemann 

B._____, als A._____ und F._____ wider Erwarten schweigend bei ihnen vorbei-

liefen, was die Zeugin erkennbar und verständlicherweise befremdete (Urk. 8/1 

S. 1), ihr Mitleid mit H._____ oder ihre mit Angst erfüllte Ratlosigkeit, weil sie nach 

dem Ereignis nicht wusste, was tun und "was dort oben passiert ist" (Urk. 8/2 

S. 8). Dabei handelt es sich – wie bei den wiedergegebenen Gesprächen – auch 

um signifikante Einzelheiten mit fraglos realem Hintergrund.  

Hinzu gesellt sich die sehr anschaulich geschilderte, greifbare Nervosität und Un-

sicherheit, die sich der Zeugin bemächtigt hatte, nachdem der Beschuldigte 

B._____ kurz nach seinem Bruder und Neffen ebenfalls ins obere Stockwerk los-

gerannt war: Sie ging mit den Kindern im eigenen Korridor hin und her, musste 

diese, wenn sie weinten, zwischendurch mit Spielen und Trickfilmschauen im 

Wohnzimmer trösten und beruhigen, begab sich aber immer wieder zur Woh-

nungstüre um diese zu öffnen und zu lauschen, denn sie wollte wissen, was los 

sei (Urk. 8/2 S. 4 ff. und 9). Gerade weil sie – was einleuchtet – so besorgt und 

angespannt war, die Kinder aber nicht alleine lassen wollte, war sie besonders 

aufmerksam und darauf bedacht, wenigstens via Gehör am Geschehen teilzuha-

ben. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass ihre zu Protokoll erklärten akustischen 

-   40   - 

Wahrnehmungen zutreffen, zumal sie sich nur eine Etage tiefer befand, schon 

länger schwelende emotionsgeladene Auseinandersetzungen wie die vorliegend 

zu beurteilende zwischen der Familie von A._____ und der Familie CH._____ er-

fahrungsgemäss verbal hörbar ausgetragen werden und Treppenhäuser in 

Wohnblocks den Schall bekanntlich gut leiten. Dass die Kinder durchgehend ge-

weint oder gar geschrien hätten, lässt sich der Zeugenaussage gerade nicht ent-

nehmen, und ebenso wenig ergibt sich daraus, dass die Zeugin ständig bei offe-

ner Wohnungstür gelauscht hätte. Charakteristisch für die Zeugenaussage ist 

vielmehr das wirklichkeitsnahe und ebenso einfühlbare Hin und Her einer fürsorg-

lichen Mutter einerseits und einer durch Bedenken sowie Neugier angetriebenen 

Ehefrau anderseits. Die von den Verteidigungen betonte Skepsis, die genannten 

Wortwechsel seien für die Zeugin gar nicht hörbar gewesen, erscheint fehlt am 

Platz. Dasselbe gilt zu F._____s via Gegensprechanlage geäussertem Wunsch, 

die Haustüre zu öffnen: Auch im hinteren Bereich des Flurs, wenige Meter von der 

Wohnungstüre entfernt und mit ihrer kleinen Tochter im Arm konnte die Zeugin 

das Gesprochene über das eingeschaltete Mikrofon zweifellos hinreichend ver-

stehen und dem Neffen zuordnen (vgl. Urk. 8/1 S. 1; Urk. 10/1). Dass damals 

schon Kinderlärm oder -geschrei geherrscht hätte, wurde von keiner Seite be-

hauptet. Auch ist nicht daran zu zweifeln, dass ein Rumpeln exakt eine Etage hö-

her als dumpfes Geräusch wahrnehmbar ist, dies selbst bei allfälligem Kinderge-

schrei.  

Als einleuchtend und real einzustufen ist sodann das Verhalten der Zeugin 

G._____ nach dem Ereignis. Da weder die Protagonisten noch die Polizei oder 

die Staatsanwaltschaft ihr erklärt hätten, was passiert sei, wandte sie sich in ihrer 

Angst, gemeinsam mit der Ehefrau des Beschuldigten A._____, an den Privatklä-

ger. Dieser sei anständig aufgetreten und sie – G._____ – habe auch seither kei-

nen Streit mit der Familie CH._____. Der Privatkläger habe ruhig geredet und 

nicht gesagt, dass er mit ihnen nichts mehr zu tun haben wolle oder so. Er habe 

ausgeführt, es sei nicht korrekt, dass man im eigenen Haus angegriffen werde 

bzw. er finde es nicht korrekt, in ein fremdes Haus einzudringen. Sie habe darauf 

erklärt, B._____ habe gar nichts getan. Dann habe der Privatkläger erwidert, nicht 

zu wissen oder gesehen zu haben, wer zugeschlagen habe; das habe sie anstän-

-   41   - 

dig gefunden. Sie habe zu weinen angefangen und nicht mehr reden können 

(Urk. 8/1 S. 4; Urk. 8/2 S. 8 und 10).   

4.3.4  Die Aussagen der Zeugin G._____ wirken auf der ganzen Linie offen und 

aufrichtig, sind zudem beständig und in sich stimmig. Sie erweisen sich insgesamt 

als sehr glaubhaft, auch wenn sie nicht ausnahmslos kongruent sind, die Zeugin 

z.B. den konkreten Auslöser, weshalb B._____ ebenfalls in die obere Etage eilte, 

in den Befragungen leicht unterschiedlich schilderte. Ob nun der Krach im oberen 

Stock oder der gehörte Dialog zwischen A._____ und H._____ (die Frage, wo 

sich der Privatkläger befinde etc.) B._____s Wegrennen bewirkte oder ob der Dia-

log stattfand, als sich B._____ bereits auf der Treppe nach oben befand (vgl. Urk. 

8/1 S. 1; Urk. 8/2 S., 4 und 6), ist völlig untergeordnet. Es handelt sich um nicht 

mehr als eine Nuance, die den Gesamteindruck mitnichten trübt. Es besteht mit 

der Vorinstanz keinerlei Anlass, auf die Aussagen von G._____ nicht abzustellen.  

4.4 Vergleicht man die Aussagen von B._____ und G._____, ergibt sich das fol-

gende Bild: 

4.4.1  Im Gegensatz zum Standpunkt des Beschuldigten B._____ deutet die Zeu-

genaussage von G._____ klar darauf hin, dass B._____ von sich aus in die vierte 

Etage zur Wohnung des Privatklägers eilte, dies bereits ganz kurz nachdem 

A._____ und F._____ wortlos an der Wohnungstüre vorbei nach oben gegangen 

waren und ohne dass er (später) von F._____ gerufen bzw. mit Klingeln an der 

Wohnungstüre herbeigeholt werden musste, wie B._____ als einziger aller vorlie-

gend befragten Personen stets geltend machte. Ein Irrtum der Zeugin zum Klin-

gelton kann ausgeschlossen werden, wusste sie doch genau zu differenzieren 

zwischen dem Klang der Haus- und der Wohnungsglocke. Auch hatte sie 

F._____s junge Stimme in der Gegensprechanlage erkannt und seine Worte ver-

standen. Abwegig ist weiter die Behauptung von B._____, die Zeugin habe ihn 

gar nicht hinaufgehen sehen und F._____ nicht an der (Wohnungstüre) klingeln 

hören, weil sie, glaube er, im Wohnzimmer gewesen sei, um die Kinder zu beru-

higen (Urk. 3/3 S. 1; Urk. 3/5 S. 9). Gemessen an den unmissverständlichen Aus-

führungen von G._____, wonach sie die Kinder (sporadisch) im Wohnzimmer be-

ruhigen musste, nachdem der Beschuldigte B._____ ebenfalls nach oben geeilt 

-   42   - 

war, ist diese Aussage einerseits reichlich vage. Überdies hat B._____ in der Ein-

vernahme vom 26. November 2010 auf Vorhalt von abweichenden Aussagen sei-

ner Frau G._____ wiederholt erklärt, das könne schon sein oder dann hat er sich 

auf fehlende Erinnerung berufen (Urk. 3/5 S. 3 f.). Die ungefähre Zeitangabe der 

Zeugin, bis B._____ dem Bruder und dem Neffen in den vierten Stock nachsetzte, 

erscheint mit fünf Sekunden durchaus real wenn man bedenkt, auf welche Art und 

Weise die zwei Verwandten eben in Richtung obere Etage vorbei geeilt waren zu 

einem Nachbarn, mit welchem sich die Familie von A._____ bekanntermassen 

schon seit längerem im Zwist befand. Ausserdem ist aufgrund der familiären Ban-

de naheliegend, dass B._____ interessiert war, präsent zu sein, wenn auch ge-

mäss seinem eigenen (nicht glaubhaften) Standpunkt nur zum Schlichten. Es ist 

somit unzweifelhaft, dass der Beschuldigte B._____ seinem Bruder A._____ und 

dessen Sohn F._____ mit kaum nennenswerter zeitlicher Differenz in den vierten 

Stock zur Familie CH._____ nacheilte.  

4.4.2  Die Darstellung von G._____ stimmt zudem mit den Aussagen des Privat-

klägers C._____ sowie jenen der Zeuginnen H._____ und I._____ überein, aus 

welchen sich einhellig ergibt, dass die beiden Beschuldigten und F._____ über-

fallsmässig zur gleichen Zeit bzw. unmittelbar nacheinander in der Wohnung er-

schienen (Urk. 5/1 S. 1; Urk. 5/3 S. 3 ff.; Urk. 5/4 S. 3; Urk. 6/1 S. 1; Urk. 6/2 S. 2; 

Urk. 6/3 S. 4 und 6; Urk. 7/1 S. 1 und 3; Urk. 7/2 S. 1 f.). Dass die Zeugin I._____ 

die drei nicht mit eigenen Augen hereinkommen sah, weil sie sich in jenem Mo-

ment im Wohnzimmer befand und erst anschliessend ebenfalls ins Schlafzimmer 

ging, ändert daran nichts (Urk. 7/3 S. 3; Urk. 7/3 S. 6; Urk. 10/1; vgl. auch die 

nachfolgenden Ziffern 5, 6 und 7). Die Zeugin G._____ gab zu Protokoll, dass sie 

gehört habe, wie die Zeugin H._____ zu B._____ gesagt habe, er solle bitte 

A._____ und den Privatkläger auseinandernehmen (vgl. vorne Ziffer 4.2; Urk. 8/1 

S. 2; Urk. 8/2 S. 5), während sich die Zeugin H._____ nicht mehr daran erinnern 

konnte (vgl. hinten Ziffer 6.7; Urk. 6/3 S. 15). Wie es sich damit verhält, kann je-

doch offen bleiben, auch wenn dieser Umstand vom Verteidiger von B._____ als 

Argument dafür angeführt wird, dass bei ihm kein Tatentschluss, sich den Privat-

kläger vorzunehmen, vorgelegen habe und er sich lediglich in die Wohnung des 

Privatklägers begeben habe, um zu schlichten (Urk. 109 S. 10 und S. 22). Selbst 

-   43   - 

wenn die Zeugin H._____ dies so gesagt hätte, änderte sich nichts daran, dass 

B._____ kurz nach A._____ in der Wohnung des Privatklägers erschien und die 

beiden nicht etwa trennte, sondern gemeinsam mit A._____ gewaltsam auf den 

Privatkläger einwirkte.  

4.4.3  Desgleichen ergeben die präzisen Schilderungen von G._____, dass ihr 

Ehemann B._____ wiederum sehr kurz nach A._____ – sie sprach von "nicht 

einmal fünf Sekunden" (Urk. 8/2 S. 5) – von der vierten Etage zurück kam. Es be-

steht auch hier kein Grund, den Wahrheitsgehalt dieser Äusserung in Frage zu 

stellen, zumal es sich für die Zeugin beim hier zu beurteilenden Vorfall um ein 

ebenso aussergewöhnliches wie einprägsames Erlebnis handelte: Die schon 

während des Vorfalls beunruhigte G._____ blieb damals wie gesehen ratlos und 

ohne Information zurück, weil B._____ anschliessend noch eine Viertelstunde o-

der auch länger zum Beschuldigten A._____ ins Nachbarhaus ging, nur knapp vor 

Eintreffen der Polizei in die eigene Wohnung zurückkehrte und darauf sogleich 

abgeführt wurde sowie – wider die Hoffnung der Zeugin, welche die ganze Nacht 

auf ihn wartete – nicht nach Hause kam (Urk. 8/1 S. 2; Urk. 8/2 S. 5 und 7). Damit 

kann auch die Version des Beschuldigten B._____ als widerlegt gelten, wonach er 

die Wohnung des Privatklägers erst später, d.h. nach und nicht zusammen mit 

seinem Bruder (wie letzterer ausgesagt hatte) verliess, weil er noch den Privat-

kläger in dessen Küche beruhigte oder zu beruhigen versuchte, was sicher erheb-

lich mehr als nur ein paar Sekunden in Anspruch genommen hätte.  

4.4.4  Auch in diesem Aspekt trifft sich die Schilderung von G._____ mit den Aus-

führungen des Privatklägers C._____ sowie jenen der Zeuginnen H._____ und 

I._____, die allesamt davon sprachen, dass die drei Eindringlinge die Wohnung 

wieder gemeinsam verliessen (Urk. 5/1 S. 3 f.; Urk. 5/3 S. 3 und 12; Urk. 6/3 S. 11 

f. und 14;  Urk. 7/1 S. 3; Urk. 7/2 S. 4; vgl. auch die nachfolgenden Ziffern  5, 6 

und 7). 

4.5 Soweit sich die Ausführungen von G._____ und jene des Beschuldigten 

A._____ widersprechen, ist ebenfalls von der überzeugenden Darstellung der 

Zeugin G._____ auszugehen. So ist namentlich nicht daran zu zweifeln, dass 

A._____ in der Wohnung des Privatklägers dessen Ehefrau H._____ angetroffen 

-   44   - 

und dass er diese nach dem Verbleib ihres Mannes gefragt hat, was im übrigen 

auch der Privatkläger so schilderte (siehe nachfolgende Ziffer 5). Die Bestreitung 

von A._____ (vgl. Urk. 2/3 S. 1 und Urk. 2/5 S. 5) entpuppt sich somit als unwahr.  

4.6 Der Antrag der Verteidigung von B._____, G._____ – die durchgehend kon-

stant, widerspruchsfrei, realitätsnah und damit glaubhaft ausgesagt hat und deren 

Aussagen auch mit den Angaben weiterer Beteiligter übereinstimmen – erneut als 

Zeugin zu befragen (Urk. 87 S. 4), ist unter all den genannten Umständen abzu-

weisen. Selbst wenn die Zeugin heute konträre Angaben zu ihren früheren, ereig-

nisnäheren Depositionen machen oder sich auf fehlende Erinnerung berufen wür-

de, könnte dies an der richterlichen Überzeugung nichts ändern.  

5. Aussagen des Privatklägers C._____ und Würdigung 

5.1 Die Aussagen von C._____, der drei Mal zur Sache befragt wurde (vgl. 

Urk. 5/1 und Urk. 5/3-4), finden sich in den wesentlichen Zügen samt der Würdi-

gung im angefochtenen Urteil. Darauf ist vorab zustimmend zu verweisen, soweit 

nicht explizit davon abgewichen wird (Urk. 84 S. 20-25; Urk. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachstehenden Erwägungen, welche sich auf die im Berufungsverfahren zu beur-

teilenden Punkte beschränken und somit die geltend gemachten verbalen Dro-

hungen und Sachbeschädigungen nicht mehr enthalten, verstehen sich als Zu-

sammenfassung und teilweise Ergänzung dazu.  

5.2 Der Privatkläger hat den strittigen Vorfall im Grossen und Ganzen wider-

spruchsfrei, weitestgehend gleichbleibend und nachvollziehbar berichtet. Laut 

C._____ sind A._____ – aus seiner Sicht der Anführer (Urk. 5/1 S. 4; Urk. 5/3 S. 5 

f.; Urk. 5/4 S. 7) –, B._____ und F._____ ohne zu klingeln durch die unverschlos-

sene Tür in seine Wohnung eingedrungen. Er befand sich im Schlafzimmer und 

hörte, wie A._____ seine Frau, H._____, fragte, wo ihr Mann sei und dass seine 

Frau wissen wollte, worum es gehe (Urk. 5/1 S. 1; Urk. 5/3 S. 3 und 6 f.; Urk. 5/4 

S. 3). Die drei sind ins Schlafzimmer gekommen und haben sofort angefangen, 

ihn, den Privatkläger, zu schlagen. A._____ hat ihn von hinten gewürgt, indem er 

seinen Hals in der Armbiege zudrückte, und ihn gegen das offene Fenster gezo-

gen. B._____ hat ihm vorne die Hände bzw. Arme zusammengehalten und 

-   45   - 

F._____ hat versucht, seine Füsse resp. Beine zusammenzuhalten. Durch das 

Würgen zeigte sein Kopf nach hinten, so dass er nicht sehen konnte, wer ihn ge-

schlagen hat. Aber er hat die Schläge überall am Körper gespürt, wobei er die 

Faustschläge auf den Kopf dem F._____ zuordnet (Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/3 S. 3 

und 7). Das Würgen bewirkte Atemschwierigkeiten und es kam zu Urinabgang, 

wobei er erst im Spital merkte, dass er nass war (Urk. 5/1 S. 2 f.; Urk. 5/3 S. 3, 7 f. 

und 12; Urk. 5/4 S. 3 f.). Die drei wollten ihn aus dem Fenster werfen und er war 

mit dem halben Körper, genauer mit dem Oberkörper, schon draussen (Urk. 5/1 

S. 2; Urk. 5/3 S. 3, 9 f. und 12; Urk. 5/4 S. 4). Der Privatkläger hat probiert sich 

dagegen zu wehren, indem er versuchte, sich ständig zu bewegen. Seine Kinder 

sind schreiend und weinend im Schlafzimmer erschienen und seine Frau H._____ 

ist ebenfalls mehrmals gekommen, um die Kinder aus dem Zimmer zu bringen 

(Urk. 5/1 S. 3 f.; Urk. 5/3 S. 3). Derweil hat die ebenfalls im Schlafzimmer anwe-

sende Schwiegermutter, die Zeugin I._____, versucht zu schlichten, d.h. die 

ABF._____s gebeten, aufzuhören (Urk. 5/1 S. 4; Urk. 5/3 S. 7; Urk. 5/4 S. 5). Ob 

er bei den Abwehrversuchen jemanden tätlich angegangen und getroffen hat 

kann der Privatkläger nicht sagen, ist ihm nicht bewusst. Er hat sich am Heizkör-

per festgehalten, um nicht aus dem Fenster gestossen zu werden (Urk. 5/1 S. 3; 

Urk. 5/3 S. 7 f. und 9 f.; Urk. 5/4 S. 4 f.). Das blaue Auge von A._____ ist gemäss 

dem Privatkläger darauf zurückzuführen, dass dieser beim Versuch, ihn – den 

Privatkläger – aus dem Fenster zu werfen, den Kopf an der Ecke des Fensters so 

stark anschlug, dass der Fensterflügel aus den Scharnieren fiel. Er verneint je-

doch, dem Beschuldigten A._____ die Verletzung durch einen Faustschlag aufs 

Auge zugefügt zu haben (Urk. 5/1 S. 3; Urk. 5/3 S. 3 und 12; Urk. 5/4 S. 6 f.). 

Vielmehr hat er die ganze Zeit geschrien, seine Frau solle die Polizei rufen. Den 

Grund für das Ende der Auseinandersetzung sieht der Privatkläger darin, dass die 

drei ABF._____s mitbekommen haben, dass H._____ die Polizei anrief, weshalb 

sie die Wohnung verliessen (Urk. 5/1 S. 3 f.; Urk. 5/3 S. 3, 7 und 12; Urk. 5/4 

S. 5).  

5.3 Die Schilderungen des Privatklägers sind – mit drei Ausnahmen, welche die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen ein Stück weit abschwächen (vgl. Ziffer 5.4 hier-

nach) – generell einleuchtend und passen zur angespannten Grundstimmung 

-   46   - 

zwischen den Familien von A._____ und C._____