# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1093bd3d-9c44-53f8-ab90-54a014479bfb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-01-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.01.2003 VB 2002 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_VB-2002-14_2003-01-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 13. Januar 2003 Schriftlich mitgeteilt am:
VB 02 14 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Bochsler, Kantonsrichter Heinz-Bommer und Rehli, Aktuarin ad hoc 
Bäder.

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In der verwaltungsstrafrechtlichen Berufung

der S., Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt R.,

gegen

die Strafverfügung des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartementes Graubünden 
vom 7. Oktober 2002, mitgeteilt am 7. Oktober 2002, in Sachen gegen die Beru-
fungsklägerin,

betreffend Widerhandlung gegen das Giftgesetz,

hat sich ergeben:

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A. S. wurde am 3. Februar 1950 in Zürich geboren und absolvierte eine 
Ausbildung als Sozialpädagogin. Zur Zeit arbeitet sie halbtageweise in der Kanzlei 
ihres Rechtsvertreters, Rechtsanwalt R.. S. verfügte im Jahr 2000 über ein steuer-
bares Einkommen von Fr. 15'200.-- und über ein steuerbares Vermögen von Fr. 
26'000.--. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist S. mit insgesamt fünf Eintra-
gungen verzeichnet. Die Einträge aus den Jahren 1993 bis 2000 betreffen mehrfa-
che Verurteilungen wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, 
Sachbeschädigung, Landfriedensbruch und Vergehen gegen das Waffengesetz. 
Ergänzend hielt Rechtsanwalt R. anlässlich der Hauptverhandlung fest, es handle 
sich hierbei um politisch motivierte Vorwürfe. S. sei überzeugte Kommunistin in un-
unterbrochenem politischem Kampf.

B. Anlässlich des „World Economic Forum“ (WEF) 2001 in Davos wurden 
am 24. Januar 2001 am Bahnhof in Klosters Personenkontrollen durchgeführt. Be-
amte der Genfer und der Bündner Polizei durchschritten den Zug nach Davos, in 
welchem sich auch S. befand. Die Polizeibeamten führten sie aus dem Zug und 
brachten sie in ein Büro im Bahnhof Klosters, wo man sie kontrollierte und das von 
ihr mitgeführte Gepäck durchsuchte. Bei dieser Gelegenheit entdeckte man im 
Handgepäck von S. drei Fläschchen mit der Aufschrift „Bastelkleber“. Eine Analyse 
des Inhaltes der drei Fläschchen ergab, dass es sich dabei um Buttersäure han-
delte.

Am 5. April 2001 wurde über den Vorfall von Kpl C. ein Polizeirapport ver-
fasst. Bereits am 24. Januar 2001 war vor Ort in Klosters eine Personenkontrollkarte 
erstellt worden. Diese existiert nicht mehr; das Ergebnis der Personenkontrolle 
wurde nach Auskunft der Kantonspolizei Graubünden jedoch im Polizeirapport auf-
genommen, da im Zusammenhang mit der Personenkontrolle gleichzeitig ein straf-
rechtliches Verhalten festgestellt wurde, weswegen ein Rapport erstellt wurde. Mit 
Verfügung vom 31. Mai 2001 ersuchte die Kriminaladministration der Kantonspolizei 
Graubünden das Polizeikommando des Kantons Zürich, gegen S. zu ermitteln und 
sie über den Vorfall befragen zu lassen. Am 11. Juli 2001 wurde S. von der Kan-
tonspolizei Zürich zur Sache befragt, gab indes auf keine der gestellten Fragen eine 
Antwort und verweigerte die Unterschrift auf dem Befragungsprotokoll. Mit Kompe-
tenzentscheid vom 25. Februar 2002 leitete die Staatsanwaltschaft des Kantons 
Graubünden die Akten zuständigkeitshalber an das Justiz-, Polizei- und Sanitätsde-
partement Graubünden weiter. Dieses gab S. mit Schreiben vom 21. März 2002 
Gelegenheit zur Stellungnahme. Ihr Rechtsvertreter beantragte nach mehrmaliger 
Fristerstreckung am 25. Juli 2002 die Einstellung des Verfahrens, da keine Beweise 

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für das Vorliegen eines strafrechtlich relevanten Verhaltens aus den Akten ersicht-
lich seien. Die erhobenen Vorwürfe und die rechtliche Würdigung würden bestritten.

C. Mit Strafverfügung vom 7. Oktober 2002, mitgeteilt am 7. Oktober 
2002, erkannte das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement Graubünden, was 
folgt:

„1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Widerhandlung ge-
gen die Art. 14 und 15 des Giftgesetzes.

2. Sie wird mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft.

3. Die Buttersäure aus den drei Fläschchen „Bastelkleber“ ist durch 
das Kantonale Labor Graubünden zu vernichten.

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- einer Busse von Fr. 500.--
- einer Staatsgebühr von Fr. 300.--
- Kanzlei- und Ausfertigungsgebühren von Fr. 75.--
- Laboranalyse Fr. 120.--

Total Fr. 995.--
werden der Verurteilten auferlegt.

Die Busse und die Verfahrenskosten, total Fr. 995.--, sind innert 
30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides der Finanzverwal-
tung des Kantons Graubünden mit beiliegendem Einzahlungs-
schein zu überweisen.

4. Gegen diese Strafverfügung kann innert 20 Tagen seit der Mittei-
lung Berufung beim Kantonsgerichtsausschuss des Kantons 
Graubünden eingereicht werden. Die Rechtsschriften sind in drei-
facher Ausfertigung, unter Beilage des angefochtenen Entschei-
des, einzureichen (Art. 142 Abs. 1 StPO).

5. (Mitteilung).“

Mit Schreiben vom 8. Oktober 2002 an den Rechtsvertreter von S. hielt das 
Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement fest, dass die Busse in den Erwägungen 
der Strafverfügung auf Fr. 300.-- festgesetzt worden sei und daher das Dispositiv 
ebenfalls auf Fr. 300.-- Busse laute.

D. Gegen diese Strafverfügung liess S. durch Rechtsanwalt R. mit Ein-
gabe vom 28. Oktober 2002 Berufung an den Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden erheben. Sie beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-
gung. Im Weiteren liess sie darauf hinweisen, dass gestützt auf Art. 6 Abs. 1 EMRK 
über eine strafrechtliche Anklage öffentlich zu urteilen sei. Sie verzichte jedoch auf 
die Durchführung einer öffentlichen Berufungsverhandlung insofern, als sie ohne 

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Weiterungen freigesprochen oder die Sache zwecks Durchführung der Strafunter-
suchung an die Vorinstanz zurückgewiesen würde.

E. Die Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden fand am 13. Januar 2003 in Anwesenheit des Rechtsvertreters der Be-
rufungsklägerin statt. Die Berufungsklägerin selbst verzichtete gestützt auf Art. 122 
Abs. 1 StPO auf eine persönliche Teilnahme an der Berufungsverhandlung, obwohl 
sie eine mündliche Hauptverhandlung anbegehrt hatte. Gegen die Zuständigkeit 
und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände vorgebracht, so 
dass sich diese als in der Sache legitimiert erklärte. Anlässlich der Hauptverhand-
lung wurden die Polizeibeamten S. und B. als Zeugen zur Sache befragt.

In seinem Plädoyer hielt Rechtsanwalt R. unter Verweis auf die Berufungs-
eingabe fest, dass Polizeirapporte und Wahrnehmungsberichte von Polizeibeamten 
nicht als rechtsgenügliche Beweismittel gelten würden, solange die Polizeibeamten 
über ihre Wahrnehmungen nicht als Zeugen einvernommen worden seien. Gerade 
der vorliegende Fall, in welchem der Polizeirapport Monate später und von einem 
Beamten verfasst worden sei, der nicht vor Ort war, zeige, dass dieser Rapport nicht 
tel quel übernommen werden könne. Seine Forderung nach einer Zeugeneinver-
nahme sei daher nicht als überspitzter Formalismus zu werten. Der Zeuge A. habe 
vorliegend nicht viel Sachdienliches ausgesagt, sei er doch bei der Anhaltung und 
der Kontrolle der Berufungsklägerin nicht dabei gewesen, sondern liefere nur ein 
Zeugnis vom Hörensagen. Er habe überdies nicht ausschliessen können, dass das 
Handgepäck nicht der Berufungsklägerin gehört habe. Der Zeuge B., der im Zug 
gewesen sei, als die Berufungsklägerin angehalten und einer Personenkontrolle un-
terzogen wurde, habe ausgeschlossen, dass die besagten Fläschchen von jemand 
anders stammen könnten. Er habe festgehalten, dass die Personen einzeln und 
separat kontrolliert wurden. Dies gelte jedoch nur in Bezug auf die Kontrolle im 
Bahnhofsgebäude. Der Zeuge habe indes nicht bestätigt, dass das Handgepäck, 
welches mitgenommen wurde, der Berufungsklägerin gehört habe. Infolge von Art. 
6 EMRK obliege der Beweis der Schuld der Anklage. Aufgrund der Unschuldsver-
mutung müssten vernünftige Zweifel ausgeschlossen sein, dass eine Verwechslung 
vorliegen könnte. Vorliegend bestehe jedoch keine mit an Sicherheit grenzende 
Wahrscheinlichkeit, dass das Handgepäck, in welchem die drei fraglichen Fläsch-
chen gefunden wurden, der Berufungsklägerin gehört habe. In Bezug auf den Be-
richt des Kantonalen Labors vom 30. September 2002 hielt Rechtsanwalt R. fest, 
es handle sich dabei nicht um einen gutachterlichen Bericht, da der Auftrag nicht 
unter Hinweis auf die Strafdrohung gemäss Art. 307 StGB erfolgt sei. Er bestreite 

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und stelle in Frage, dass aus dem Bericht rechtlich schlüssig gefolgert werden 
könne, dass es sich um Buttersäure handle. Im Sinne eines Eventualstandpunktes 
hielt er fest, dass - selbst wenn das Handgepäck von S. stammen würde - diese 
keine Kenntnis davon gehabt habe, dass Buttersäure in der geforderten Art hätte 
verpackt werden müssen. Er schloss mit dem Antrag auf Gutheissung der Berufung, 
da nicht erwiesen sei, dass das Handgepäck bzw. die drei Fläschchen mit Butter-
säure der Berufungsklägerin zugeordnet werden könnten.

Das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement hatte sich mit Eingabe vom 27. 
November 2002 schriftlich zur Berufung vernehmen lassen und deren Abweisung 
beantragt. Das Departement habe sämtliche für die Entscheidung erheblichen, fest-
stellungsbedürftigen Tatsachen ermittelt und die zur Wahrheitsfindung erforderli-
chen Beweise erhoben. Vorliegend würden das festgestellte Deliktsgut, der Analy-
sebericht desselben, der Augenschein und das Fotoblatt die Hauptbeweise darstel-
len, so dass auf die Einvernahme der Polizisten als nicht ausschlaggebenden Be-
weis habe verzichtet werden können. Bei objektiver Würdigung des gesamten Be-
weisergebnisses bestünden im Sinne von Art. 6 EMRK keine offensichtlich erhebli-
chen Zweifel, dass sich der Sachverhalt wie in der angefochtenen Verfügung dar-
gestellt zugetragen habe.

Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften, die weiteren 
Ausführungen des Rechtsvertreters anlässlich der Hauptverhandlung sowie die Er-
wägungen in der angefochtenen Verfügung wird, sofern erforderlich, nachfolgend 
eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Im Verwaltungsstrafverfahren können der Verurteilte und der Staats-
anwalt gegen Strafverfügungen der Departemente beim Kantonsgerichtsausschuss 
Berufung gemäss Art. 141 ff. StPO einreichen (Art. 180 Abs. 1 StPO, Art. 141 Abs. 
2 StPO). Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung der 
Strafverfügung unter Beilage des angefochtenen Entscheides einzureichen. Sie ist 
zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des vorinstanzlichen Entscheides 
oder Verfahrens gerügt werden und ob die ganze Verfügung oder lediglich Teile 
davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag 

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die am 28. Oktober 2002 eingereichte Berufungsschrift zu genügen, so dass darauf 
eingetreten werden kann.

2.a) Nach Art. 37 des Bundesgesetzes über den Verkehr mit Giften (Gift-
gesetz) ist die Strafverfolgung bei Verstössen gegen das genannte Gesetz Sache 
der Kantone. Im Kanton Graubünden obliegt die Beurteilung von Übertretungen im 
Sinne von Art. 32 Ziff. 2 und Art. 33 Giftgesetz, bei denen keine Freiheitsstrafe in 
Betracht fällt, dem Sanitätsdepartement (vgl. Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den 
Verkehr mit Giften in Verbindung mit Art. 6 des Gesetzes über das Gesundheitswe-
sen des Kantons Graubünden). Auf Strafverfahren vor den Verwaltungsbehörden 
finden Art. 177 f. StPO und die allgemeinen Grundsätze Anwendung. Beurteilen die 
kantonalen Departemente Übertretungen im Verwaltungsverfahren in den ihnen 
durch die Gesetzgebung zugewiesenen Sachgebieten, erlassen sie nach durchge-
führter Untersuchung eine direkt gerichtlich anfechtbare Strafverfügung. Das Man-
datsverfahren entfällt (Padrutt Willy, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kan-
tons Graubünden [StPO], 2. Aufl., Chur 1996, S. 459, Ziff. 1.2.1.). In Bezug auf die 
Prozessgarantien gelten in Verwaltungsstrafverfahren die Prinzipien der EMRK und 
des Strafverfahrens, so u.a. auch die Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts, der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung und des rechtlichen Gehörs sowie das Prin-
zip „in dubio pro reo“ (Padrutt, a.a.O., S. 462, Ziff. 2).

b) Die vorliegende Berufung richtet sich in erster Linie auf die Frage, ob 
der Berufungsklägerin das ihr zur Last gelegte Verhalten rechtsgenüglich nachge-
wiesen wurde. Jene hatte den Vorfall von Anfang an bestritten bzw. sich dazu nicht 
geäussert. Es ist daher im Folgenden zuerst zu prüfen, ob der S. zur Last gelegte 
Sachverhalt bewiesen ist.

Die Beweislast für eine dem Angeschuldigten zur Last gelegte Tat liegt 
grundsätzlich beim Staat (vgl. Padrutt, a.a.O., S. 306 f., Ziff. 2). Die im Strafverfah-
ren geltende Unschuldsvermutung (Art. 6 Ziff. 2 EMRK) besagt, dass eine Verurtei-
lung nur erfolgen darf, wenn sie auf der Überzeugung des Gerichts beruht, dass die 
im Verfahren vorgebrachten Beweise die Schuld des Angeklagten in einer vernünf-
tige Zweifel ausschliessenden Weise stützen. Diese richterliche Überzeugung be-
ruht auf einer die Besonderheiten des Einzelfalls berücksichtigenden und somit 
freien Würdigung der Beweise. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt 
sich bereits aus Art. 249 BStP. Das Gericht hat von Bundesrechts wegen frei von 
gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung auf-
grund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, 

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ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). Ist für die 
Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann 
für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Gerichts massgebend sein (vgl. Ro-
bert Hauser/ Erhard Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 
1999, § 54 N 2, S. 215). Allein auf diese Weise kann das Gericht ein für jeden Ein-
zelfall zutreffendes Urteil fällen.

Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Gericht die Frage, wann 
es eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. Nach 
Lehre und Rechtsprechung darf blosse Wahrscheinlichkeit für eine Verurteilung 
nicht genügen, absolute Sicherheit ist für eine solche aber auch nicht erforderlich 
und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der Sachverhalt anders sein 
könnte, rechtfertigt keinen Freispruch (vgl. Hauser /Schweri, a.a.O., § 54 N 11, S. 
217). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Gerichts ist es, ohne Bindung an 
Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeu-
gung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Über-
zeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten 
muss sich auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in 
ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, 
a.a.O., Seite 307; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 
289). Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweis-
würdigungsregel "in dubio pro reo" muss der Sachrichter (nur) dann von dem für 
den Angeklagten günstigen Sachverhalt ausgehen, wenn erhebliche und nicht zu 
unterdrückende Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen eines verurteilen-
den Erkenntnisses bestehen. Bloss theoretische Zweifel sind indessen nicht mass-
gebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt wer-
den kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zwei-
fel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-
gen (BGE 124 IV 87 f.; 120 Ia 37). Liegen zwei widersprüchliche Sachverhaltsdar-
stellungen vor, ist vorerst anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Um-
stände zu untersuchen, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft oder jene des 
Angeklagten das Gericht zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeu-
gung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss 
gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sach-
verhalt angenommen werden (Padrutt, a.a.O., Seite 307 f.).

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Im Folgenden sind nun die dem Gericht vorliegenden Beweismittel und Indi-
zien einer eingehenden Prüfung und Würdigung zu unterziehen, um abzuklären, ob 
der S. zur Last gelegte Sachverhalt beweismässig erstellt ist.

3.a) Die Berufungsklägerin bringt einerseits vor, es sei nicht rechtsgenüg-
lich erstellt, dass sie bei ihrer Kontrolle am 24. Januar 2001 beim Bahnhof Klosters 
drei mit Buttersäure gefüllte Fläschchen mit der Aufschrift „Bastelkleber“ auf sich 
getragen habe. Polizeirapporte und Wahrnehmungsberichte von Polizeibeamten 
stellten bei Bestreiten des Sachverhaltes durch den Beschuldigten keine rechts-
genüglichen Beweismittel dar. Die Vorinstanz hätte vielmehr förmliche Zeugenein-
vernahmen durchführen müssen. Das Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement 
hielt dem entgegen, man habe auf die förmliche Einvernahme der Kantonspolizisten 
als Zeugen verzichtet, weil deren Zeugnis nicht den einzigen oder wesentlichen Be-
weis darstelle und ihm daher keine ausschlaggebende Bedeutung zukomme.

Der Kantonsgerichtsausschuss erachtete es unter den gegebenen Umstän-
den als wesentlich, zwei am Vorfall direkt beteiligt gewesene Kantonspolizisten als 
Zeugen einzuvernehmen. Verzeigende Polizisten sind als Zeugen zu hören, wenn 
ihre Beobachtungen umstritten sind (Padrutt, a.a.O., S. 211, Ziff. 1.3). Nach Art. 145 
Abs. 3 StPO ist der Kantonsgerichtsausschuss befugt, auf Antrag oder von Amtes 
wegen das Beweisverfahren zu ergänzen. Anlässlich der Hauptverhandlung vor 
dem Kantonsgerichtsausschuss wurden daher die beiden Kantonspolizisten S. und 
B. als Zeugen einvernommen. 

Der Zeuge B. sagte aus, er habe zusammen mit Genfer Polizisten im Zug die 
Personenkontrolle durchgeführt. Sie seien in Klosters in den Zug gestiegen, hätten 
diesen durchschritten und kontrolliert, wer im Zug war und was die Personen mit 
sich führten. Die Genfer Kollegen hätten die Berufungsklägerin kontrolliert, worauf 
er mit ihr und ihrem Gepäck den Bahnwagen verlassen und sie in einen Raum im 
Bahnhof geführt habe. Die Berufungsklägerin habe eine Tasche auf sich getragen. 
Er habe gewusst, dass es sich um die Berufungsklägerin gehandelt habe, da er 
ihren Ausweis eingesehen habe. Er habe auch die drei besagten Fläschchen gese-
hen, jedoch nicht wahrgenommen, ob diese aus dem Gepäck der Berufungsklägerin 
stammten. Da die Personen einzeln und separat mit ihrem Gepäck kontrolliert wor-
den seien, sei es aber nicht möglich, dass diese von jemand anderem stammten. 
Der Zeuge erkannte die drei Fläschchen anhand des Fotoblattes (act. 26) wieder.

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Der Zeuge S. leitete anlässlich des WEF 2001 die Bahnhofkontrolle in Klos-
ters. Gemäss seiner Aussage konnte er sich erinnern, dass die Genfer Kollegen, 
die im Zug die Kontrolle durchgeführt hatten, mit der Berufungsklägerin in den Auf-
enthaltsraum des Bahnhofs Klosters gekommen waren und ihn informiert hatten, 
jene gerade angehalten zu haben. Er kenne S. von früheren WEF her. Von einer 
Polizeibeamtin sei die Berufungsklägerin alsdann einer Personenkontrolle unterzo-
gen worden, wobei in ihrem Handgepäck drei Fläschchen, aussehend wie Leimdo-
sen, entdeckt worden seien. Als er sich dann in das Büro, in welchem sich die Be-
rufungsklägerin befand, begeben habe, habe er die drei Fläschchen auf dem Tisch 
stehen sehen und einen seltsamen Geruch festgestellt. Das von der Berufungsklä-
gerin mitgeführte Gepäck, eine Tasche oder ein Rucksack, habe sich im Büro, wo 
jene kontrolliert worden sei, auf dem Tisch oder am Boden neben ihr befunden. 
Auch er erkannte die drei Fläschchen auf dem Fotoblatt (act. 26) wieder.

Aufgrund dieser Aussagen bestehen für den Kantonsgerichtsausschuss 
keine begründeten Zweifel, dass S. am 24. Januar 2001 in Klosters im Zug kontrol-
liert und in ein Büro im Bahnhofsgebäude geführt wurde. Ebenso bestehen keine 
Zweifel, dass jene das Gepäckstück, in welchem alsdann die drei Fläschchen mit 
der Aufschrift „Bastelkleber“ entdeckt wurden, auf sich getragen hatte und dass es 
sich um ihr Gepäck handelte. Zwar konnte der Zeuge A. nicht mit Sicherheit aus-
schliessen, dass das Handgepäck von einer anderen Person stammte, die mit der 
Berufungsklägerin im Zug gesessen hatte. Es ist jedoch nach objektiven Gesichts-
punkten nicht davon auszugehen, dass die Berufungsklägerin beim Verlassen des 
Zuges in Begleitung der Polizisten irgendein Gepäckstück einer anderen Person 
mitgenommen hat. Zu erwarten gewesen wäre im Gegenteil, dass sie versucht 
hätte, dieses im Zug zurückzulassen, um sich dessen Durchsuchung zu entziehen. 
Da beide Zeugen überdies aussagten, nach ihrem Wissen seien anlässlich des 
WEF 2001 keine weiteren Fläschchen mit der Aufschrift „Bastelkleber“ beschlag-
nahmt worden, ist es nach Ansicht des Gerichts ausgeschlossen, dass es sich bei 
den beschlagnahmten drei Fläschchen um andere als diejenigen handelt, die im 
Gepäck der Berufungsklägerin festgestellt wurden.

b) Die Berufungsklägerin macht im Weiteren geltend, beim Bericht des 
Kantonalen Labors vom 30. September 2002 handle es sich nicht um einen gutach-
terlichen Bericht, da der Auftrag nicht unter Hinweis auf die Strafdrohung gemäss 
Art. 307 StGB erfolgt sei. Er könne daher nicht als Beweismittel gelten.

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Im Rahmen der Sachverhaltsabklärungen hatte das Justiz-, Polizei- und Sa-
nitätsdepartement dem Kantonalen Labor, einer kantonalen Amtsstelle, mit Schrei-
ben vom 19. September 2002 den Auftrag erteilt, den Inhalt der drei mit „Bastelkle-
ber“ beschrifteten Fläschchen zu analysieren. Ein Hinweis auf Art. 307 StGB findet 
sich im erwähnten Schreiben nicht. Art. 307 StGB regelt die Folgen für denjenigen, 
der in einem gerichtlichen Verfahren als Sachverständiger ein falsches Gutachten 
angibt. Er bestimmt allerdings nicht, in welchen Fällen die Pflicht besteht, die zu 
bestellenden Sachverständigen auf die Straffolgen eines falschen Gutachtens auf-
merksam zu machen. Die Frage, ob ein Gutachter auf Art. 307 StGB aufmerksam 
zu machen ist, ist eng verknüpft mit der Frage, welcher Beweiswert einem Gutach-
ten zukommt. Einige Autoren vertreten die Ansicht, dass es sich bei der Pflicht, ei-
nen Sachverständigen auf Art. 307 StGB aufmerksam zu machen, um eine Gültig-
keitsvorschrift handelt und ein Gutachten bei fehlendem Hinweis auf die Straffolgen 
gemäss Art. 307 StGB nicht verwertbar ist (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. 
Auflage, Zürich 1997, N 667; Robert Hauser / Erhard Schweri, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 5. Auflage, Basel 2002, § 64 N 8, S. 285 f.; Andreas Donatsch / 
Niklaus Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 
2000, N 8 zu § 113 StPO). Andere Autoren erachten die Androhung der Straffolgen 
gegenüber Sachverständigen als Ordnungsvorschrift, so dass ein Gutachten bei 
fehlender Inpflichtnahme des Experten nicht nichtig, sondern gleichwohl verwertbar 
ist (Niklaus Oberholzer, Grundzüge des Strafprozessrechts, Bern 1994, S. 246, 292; 
Padrutt, a.a.O., S. 232). Die vorgenannten Aussagen beziehen sich allesamt auf 
das ordentliche Strafverfahren gemäss den jeweiligen kantonalen Verfahrensvor-
schriften. Vorliegend handelt es sich jedoch um ein Übertretungsstrafverfahren vor 
Verwaltungsbehörden, so dass die Frage, ob die Pflicht besteht, die Gutachter auf 
Art. 307 StGB aufmerksam zu machen bzw. was die unterlassene Inpflichtnahme 
eines Experten für Konsequenzen hätte, zunächst unter diesem Blickwinkel zu be-
urteilen ist. 

In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass sich Art. 307 StGB 
nur auf gerichtliche Verfahren bezieht. Unter den Begriff des gerichtlichen Verfah-
rens fällt u.a. zwar auch das Verfahren vor dem Untersuchungsrichter (Delnon 
Vera/Rüdy Bernhard, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 16 zu 
Art. 307 StGB), nicht jedoch das Verfahren vor Verwaltungsbehörden. Diesbezüg-
lich ist Art. 309 StGB zu beachten, der bestimmt, dass die Artikel 306 - 308 StGB 
auch auf das Verwaltungsgerichtsverfahren, das Schiedsgerichtsverfahren und das 
Verfahren vor Behörden und Beamten der Verwaltung, denen das Recht zur Zeu-
genabhörung zusteht, Anwendung finden. Mit Bezug auf Behörden und Beamte der 

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Verwaltung ist die Formulierung des Gesetzes indes nur auf die Zeugenabhörung 
zugeschnitten. Damit jene Übersetzungen und Expertisen unter dem Regime von 
Art. 307 StGB einholen können, muss ihnen dieses Recht in einem eidgenössischen 
oder kantonalen Gesetz ausdrücklich eingeräumt werden (Delnon/Rüdy, a.a.O., N 
11 zu Art. 309 StGB).

Das eidgenössische Giftgesetz überlässt den Vollzug des Gesetzes zu ei-
nem grossen Teil den Kantonen (Art. 21 Giftgesetz). Auch die Strafverfolgung bei 
Widerhandlungen gegen seine Bestimmungen obliegt den Kantonen (Art. 37 Gift-
gesetz). Das Giftgesetz enthält keine eigenen Bestimmungen, was das Einholen 
von Gutachten in seinem Anwendungsbereich betrifft. Das kantonale Verfahrens-
recht schreibt seinerseits in Art. 92 Abs. 3 StPO vor, dass ein Sachverständiger 
unter Hinweis auf die strafrechtlichen Folgen eines wissenschaftlich falschen Gut-
achtens auf die Pflicht aufmerksam gemacht wird, sein Gutachten nach bestem Wis-
sen und Gewissen abzugeben. Dies betrifft indes den ordentlichen Strafprozess. Da 
es sich vorliegend um ein Übertretungsstrafverfahren vor Verwaltungsbehörden 
handelt, stellt sich die Frage, ob diese Vorschrift überhaupt zur Anwendung gelangt. 
Die Bestimmung von Art. 92 StPO wird nämlich in Art. 177 StPO, welche die sinn-
gemäss anwendbaren Verfahrensvorschriften im Verwaltungsstrafverfahren auf-
zählt, nicht erwähnt. Dieser Artikel nimmt hingegen ausdrücklich auf die Bestimmun-
gen über die Zeugeneinvernahme (Art. 89 f. StPO) Bezug. Daraus ist zu schliessen, 
dass die kantonale Strafprozessordnung Art. 92 StPO im Übertretungsstrafverfah-
ren vor Verwaltungsbehörden gerade nicht als anwendbar erklärt. Die Folge davon 
ist, dass ein Gutachter im Übertretungsstrafverfahren vor Verwaltungsbehörden 
nicht auf Art. 307 StGB aufmerksam zu machen ist bzw. der Verwaltungsbehörde 
mangels gesetzlicher Grundlage gar nicht das Recht zukommt, einen solchen Hin-
weis anzubringen.

Geht man davon aus, dass subsidiär zur StPO das VVG zur Anwendung ge-
langt, führt dies zu keinem anderen Ergebnis. Was die Einvernahme von Zeugen 
betrifft, enthält Art. 4 Abs. 3 VVG einen ausdrücklichen Hinweis auf die Vorschriften 
der ZPO über den Zeugenbeweis, somit auch auf Art. 180 Abs. 1 ZPO, gemäss 
welchem die Zeugen auf Art. 307 StGB aufmerksam zu machen sind. Art. 4 Abs. 2 
VVG, der den Beizug von Sachverständigen als Instrument der Sachverhaltsermitt-
lung nennt, enthält seinerseits jedoch keinen Hinweis auf die ZPO, weshalb Art. 190 
Abs. 3 ZPO, gemäss welchem der Sachverständige auf Art. 307 StGB aufmerksam 
zu machen ist, nicht zur Anwendung gelangt. Daher führt auch der subsidiäre Bei-

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zug des VVG zum Ergebnis, dass Gutachter im Übertretungsverfahren vor Verwal-
tungsbehörden nicht auf Art. 307 StGB aufmerksam zu machen sind.

Bestand demnach keine Pflicht bzw. gar kein Recht der kantonalen Verwal-
tungsbehörde, den Analyseauftrag an das Kantonale Labor mit einem Hinweis auf 
Art. 307 StGB zu verbinden, so ist der Analysebericht des Kantonalen Labors vom 
30. September 2002 durchaus als taugliches Beweismittel anzusehen, welches der 
freien Beweiswürdigung unterliegt. Entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin ist 
das ohne Hinweis auf Art. 307 StGB in Auftrag gegebene Gutachten als Beweismit-
tel verwertbar. Die Frage, ob es sich bei der Inpflichtnahme des Experten nach Art. 
307 StGB im ordentlichen Strafverfahren um eine Gültigkeits- oder eine Ordnungs-
vorschrift handelt, ist im vorliegenden Fall nicht zu beurteilen. Wohl mag dem Be-
richt vom 30. September 2002 nicht dieselbe Beweiskraft zukommen, wie einem 
Gutachten, welches in einem gerichtlichen Verfahren unter Hinweis auf Art. 307 
StGB eingeholt wird. Vorliegend wird die Überzeugungskraft des Analyseberichtes 
jedoch noch durch den Umstand verstärkt, dass es sich dabei um einen amtlichen 
Bericht des Kantonalen Laboratoriums handelt. Dieses ist gemäss Art. 1 der kanto-
nalen Verordnung über den Verkehr mit Giften für den Vollzug der eidgenössischen 
Vorschriften über den Verkehr mit Giften zuständig und ist demnach auf die Analyse 
von Giften spezialisiert. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, die den Kantonsge-
richtsausschuss an der Fachkompetenz des Kantonalen Labors oder an der Rich-
tigkeit des Laborergebnisses zweifeln lassen.

Im vorliegenden Fall deuten zusätzliche Umstände und Indizien darauf hin, 
dass sich in den drei fraglichen Fläschchen Buttersäure befand. Aufgrund des fest-
gestellten Geruchs ging die Polizei, wie dem Rapport vom 5. April 2001 zu entneh-
men ist, schon damals davon aus, dass es sich bei der fraglichen Flüssigkeit um 
Buttersäure handelte. Dies bildete auch den Anlass, gegen S. überhaupt ein Straf-
verfahren zu eröffnen. Der Zeuge B. hielt anlässlich seiner Befragung fest, die in 
den Fläschchen enthaltene Flüssigkeit habe keinen „normalen“ Geruch aufgewie-
sen. Er habe daher ein paar Stunden nach der Beschlagsnahme der Fläschchen 
seiner Frau, welche Laborantin sei, telefoniert und ihr den Geruch geschildert. Diese 
sei der Ansicht gewesen, es handle sich um Buttersäure. Der Zeuge A. äusserte 
sich dahingehend, dass er im Raum, in welchem die Berufungsklägerin kontrolliert 
und die drei Fläschchen entdeckt wurden, einen seltsamen Geruch festgestellt 
habe. Gemäss einer Aktennotiz des Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartementes 
vom 28. August 2002 hatte die juristische Mitarbeiterin H. an diesem Tag bei der 
Kantonspolizei einen Augenschein der drei sichergestellten Fläschchen vorgenom-

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men. Sie nahm dabei bereits beim Betreten des Gebäudes einen penetranten, 
höchst unangenehmen Geruch wahr, wobei sich herausstelle, dass dieser von den 
drei Fläschchen stammte. Es bestanden somit schon vor der chemischen Analyse 
des Kantonalen Laboratoriums gewichtige Indizien, dass es sich bei der fraglichen 
Flüssigkeit um Buttersäure handelte. Der Analysebericht vom 30. September 2002 
diente in erster Linie noch dazu, diesen Verdacht zu bestätigen.

Zusammenfassend bestehen daher für den Kantonsgerichtsausschuss keine 
Zweifel, dass sich in den im Gepäck von S. entdeckten Fläschchen Buttersäure be-
funden hat.

c) Aufgrund der vorangehenden Erwägungen erachtet der Kantonsge-
richtsausschuss für erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie die 
Vorinstanz angenommen hat.

4.a) Nach Art. 14 Giftgesetz ist jemand, der mit Giften verkehrt, grundsätz-
lich verpflichtet, alle zum Schutz von Leben oder Gesundheit notwendigen Mass-
nahmen zu treffen. Als Gift gelten gemäss Art. 2 Giftgesetz unbelebte Stoffe und 
daraus hergestellte Erzeugnisse, die, vom Körper aufgenommen oder mit ihm in 
Berührung gebracht, schon in verhältnismässig geringen Mengen durch chemische 
oder chemisch-physikalische Wirkung das Leben oder die Gesundheit von Men-
schen und Tieren gefährden können und deren Handhabung daher besondere Vor-
sicht verlangt. Buttersäure, auch Butansäure genannt, ist in der Giftliste 1 des Bun-
desamtes für Gesundheit aufgeführt und wird der Giftklasse 5 zugeordnet. Es han-
delt sich bei der Buttersäure demnach um ein Gift. Als Verkehr mit Gift gilt unter 
anderem auch das Beziehen und Aufbewahren von Gift (Art. 3 Abs. 1 Giftgesetz). 

Verpackungen und Behälter von Giften müssen so beschaffen, bezeichnet 
und gekennzeichnet sein, dass eine Gefährdung von Leben oder Gesundheit, ins-
besondere durch Verwechslung mit Lebensmitteln, anderen ungiftigen Stoffen oder 
Heilmitteln, nach Möglichkeit ausgeschlossen ist (Art. 15 Abs. 1 Giftgesetz). Aus der 
Beschriftung von Verpackungen und Behältern, in denen Gifte abgegeben werden, 
müssen unter anderem die Art des Giftes und die Giftklasse hervorgehen (Art. 15 
Abs. 2 Giftgesetz). Verpackungen und Behälter müssen überdies je nach Giftklasse 
mit einem farbigen Band (Giftband) gekennzeichnet und mit den vorgeschriebenen 
Angaben beschriftet werden (Art. 44 ff. Giftverordnung).

b) S. hat am 24. Januar 2001 drei Fläschchen mit Buttersäure auf sich 
getragen. Die Säure war in Fläschchen abgefüllt worden, welche mit der Aufschrift 

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„Bastelkleber“ versehen waren. Dadurch hat die Berufungsklägerin mit Giften ver-
kehrt, da sie die Säure bezogen, aufbewahrt und mit sich geführt hat. Die Fläsch-
chen, in denen sie die Säure transportiert hatte, entsprachen nicht der vorgeschrie-
benen Beschriftung und den weiteren Schutzmassnahmen im Sinne des Giftgeset-
zes und der Giftverordnung. Folglich hat die Berufungsklägerin nicht alle zum 
Schutz von Leben oder Gesundheit notwendigen Massnahmen im Verkehr mit Gif-
ten getroffen und gegen die Art. 14 und 15 des Giftgesetzes und gegen Art. 44 ff. 
der Giftverordnung verstossen.

5.a) Wer die in Art. 15 Giftgesetz vorgeschriebenen Schutzmassnahmen 
ganz oder teilweise unterlässt, wird, wenn er vorsätzlich handelt, mit Haft oder 
Busse bis zu Fr. 5‘000.-- bestraft (Art. 32 Ziff. 1 Giftgesetz). Handelt der Täter fahr-
lässig, so ist die Strafe Busse bis zu Fr. 2‘000.-- (Art. 32 Ziff. 2 Giftgesetz).

Gemäss Art. 33 Abs. 1 Giftgesetz wird mit Haft oder Busse bis zu Fr. 5‘000.-- 
bestraft, wer in anderer Weise als den in Art. 32 des Giftgesetzes aufgezählten 
Straftatbeständen den Vorschriften des Giftgesetzes oder den gestützt darauf er-
lassenen Ausführungsbestimmungen vorsätzlich zuwiderhandelt. Handelt der Täter 
fahrlässig, so ist die Strafe Busse bis zu Fr. 1‘000.-- (Art. 33 Abs. 2 Giftgesetz).

Vorsätzlich handelt, wer eine Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 18 Abs. 
2 StGB). Ist die Tat darauf zurückzuführen, dass der Täter die Folge seines Verhal-
tens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht 
genommen hat, so begeht er die Tat fahrlässig (Art. 18 Abs. 3 StGB).

b) Im Sinne eines Eventualstandpunktes machte der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin anlässlich der Hauptverhandlung geltend, dass jene keine 
Kenntnis davon gehabt habe, dass Buttersäure in der geforderten Art hätte verpackt 
werden müssen. An die Einhaltung der Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung 
vor Giften werden im Interesse der öffentlichen Gesundheit hohe Anforderungen 
gestellt. Entsprechend hat der Einzelne, der mit Giften verkehrt, abzuklären, welche 
Schutzmassnahmen er in diesem Zusammenhang zu ergreifen hat. Dieser Ver-
pflichtung ist die Berufungsklägerin nicht nachgekommen. Sie hat in pflichtwidriger 
Unvorsichtigkeit die Folgen ihres Verhaltens nicht bedacht und dadurch zumindest 
fahrlässig gegen das Giftgesetz verstossen. Die Verurteilung durch die Vorinstanz 
erfolgte daher zu Recht und die angefochtene Verfügung ist zu bestätigen.

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6. Gemäss Art. 63 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen.

Grundlage für die Bemessung der Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei 
der Beurteilung der Tatkomponente werden insbesondere das Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, 
mit welcher der Täter gehandelt hat und die Beweggründe des Schuldigen berück-
sichtigt. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das Mass des Verschuldens variiert unter ande-
rem mit der Schwere des deliktischen Erfolges, den unterschiedlich gravierenden 
Modalitäten der Tatbegehung und dem Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem 
Täter zugeschrieben werden muss. Je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechts-
gutverletzung zu vermeiden, je grösser also sein Handlungsspielraum war, desto 
grösser wiegt das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff.).

Das Verschulden der Berufungsklägerin wiegt nicht leicht. Die in Frage ste-
henden Bestimmungen des Giftgesetzes bezwecken den Schutz von Leben und 
Gesundheit der Bevölkerung. Es ist zudem bekannt, dass Buttersäure gesundheits-
gefährdend ist, da sie eine starke Reizwirkung auf die Haut hat und die Augen ver-
ätzen kann. Die Berufungsklägerin hat sich mit der Buttersäure unter eine grosse 
Ansammlung von Menschen begeben und dadurch, zumindest fahrlässig, eine ent-
sprechende Gefährdung hervorgerufen. Erschwerend fällt das Vorstrafenregister 
von S. ins Gewicht. Zu ihren Ungunsten spricht schliesslich auch die Uneinsichtig-
keit und das unkooperative Verhalten während des Verfahrens.

Unter Würdigung dieser Umstände sowie der finanziellen Verhältnisse von 
S. erscheint die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von Fr. 300.-- durchaus 
als angemessen.

7. Nach Art. 177 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 160 Abs. 1 StPO 
hat, wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat, in der Regel die Kosten des 
Rechtsmittelverfahrens zu tragen. Nachdem die Berufung von S. vollumfänglich ab-
zuweisen ist, rechtfertigt es sich, ihr die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuer-
legen. Zwar hat es der Kantonsgerichtsausschuss in Übereinstimmung mit der Be-
rufungsklägerin als notwendig befunden, die beteiligten Kantonspolizisten als Zeu-
gen zu befragen. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin hätte dies jedoch durch 

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das Stellen entsprechender Beweisanträge bereits im vorinstanzlichen Verfahren 
veranlassen können. Dort hat er sich indes auf das pauschale Bestreiten des Sach-
verhaltes beschränkt und weder in Bezug auf die Einvernahme von Zeugen noch 
auf das Einholen eines förmlichen Gutachtens Anträge gestellt bzw. Einwände vor-
gebracht. Obwohl die Beweislast für eine dem Angeschuldigten zur Last gelegten 
Tat grundsätzlich beim Staat liegt, besteht eine gewisse Mitwirkungspflicht des An-
geschuldigten. Dieser kann den Behörden grundsätzlich keinen Vorwurf machen, 
gewisse Zeugen nicht vorgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und 
formgerecht die entsprechenden Beweisanträge zu stellen (BGE 125 I 134, m.w.H.).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 700.-- gehen zu Lasten der Be-
rufungsklägerin.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin ad hoc