# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2420004-9762-5742-a77f-b37532b233c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.12.2021 SK 2021 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-25_2021-12-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 25

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Dezember 2021 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident)
Oberrichterin Falkner, Obergerichtssuppleant Sarbach
Gerichtsschreiberin Hebeisen

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern 

und

C.________
amtlich vertreten durch Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 28. November 2019 (PEN 19 
625/626)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht; nachfolgend 
Vorinstanz) vom 28. November 2019 wurde das Verfahren gegen den Beschuldig-
ten und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen Wider-
handlung gegen das Eisenbahngesetz, angeblich begangen am 20. Oktober 2018 
in F.________, gestützt auf Art. 8 Abs. 2 lit. a StPO ohne Ausrichtung einer Ent-
schädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten eingestellt (pag. 998, 
Ziff. I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter wurde der Beschuldigte frei-
gesprochen von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung, angeblich mehrfach 
und teilweise versucht begangen am 20. Oktober 2018 in F.________ z.N. von 
C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin), unter Auferlegung von zwei Drit-
tel der Verfahrenskosten von insgesamt CHF 16'706.25 (Gebühren und Auslagen, 
exkl. der anteilsmässigen Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 
und der unentgeltlichen Verbeiständung der Straf- und Zivilklägerin) an den Kanton 
Bern (pag. 998, Ziff. II des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Schuldig erklärt wurde der Beschuldigte demgegenüber der versuchten schweren 
Körperverletzung, begangen am 20. Oktober 2018 in F.________ z.N. der Straf- 
und Zivilklägerin, und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel zu einer 
Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt, wobei für eine Teilstrafe von 15 Monaten 
der Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt wurde 
(pag. 999, Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Weiter wurde gegen 
den Beschuldigten eine Landesverweisung von 6 Jahren ausgesprochen und ihm 
die auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten in der Höhe von insge-
samt CHF 8'353.15 (exkl. der anteilsmässigen Kosten der amtlichen Verteidigung 
sowie der unentgeltlichen Vertretung der Straf- und Zivilklägerin) zur Bezahlung 
auferlegt (pag. 1000, Ziff. III.2 und III.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Ebenso wurde die amtliche Entschädigung und das volle Honorar sowohl für die 
amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Fürsprecherin B.________ wie 
auch die unentgeltliche Vertretung der Straf- und Zivilklägerin durch Fürsprecherin 
D.________ festgesetzt (pag. 1000 ff., Ziff. IV des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs). 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten ferner zur Bezahlung einer Genugtu-
ung in der Höhe von CHF 5'000.00 zzgl. 5% Zins seit dem 20. Oktober 2018 an die 
Straf- und Zivilklägerin (pag. 1002, Ziff. V des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) 
und traf die weiteren Verfügungen (pag. 1002, Ziff. VI des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs).

Am 17. Dezember 2020 erfolgte hinsichtlich der für den Schuldspruch einschlägi-
gen Gesetzesartikel eine Urteilsberichtigung (pag. 1010.1 ff.).

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Fürsprecherin B.________ mit Eingabe vom 10. De-
zember 2019 namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgerecht Berufung an 
(pag. 1015). Die Berufungserklärung datiert vom 10. Februar 2021 und langte am 
11. Februar 2021 form- und fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 1165 ff.).

Mit Schreiben vom 26. Februar 2021 teilte Fürsprecherin D.________ namens und 
im Auftrag der Straf- und Zivilklägerin mit, weder Nichteintretensgründe geltend zu 
machen noch Anschlussberufung zu erklären (pag. 1173).

Die Generalstaatsanwaltschaft ihrerseits teilte mit Eingabe vom 1. März 2021 eben-
falls mit, dass sie weder Anschlussberufung erkläre noch Nichteintretensgründe 
geltend mache (pag. 1175 f.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Blick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten von 
Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 22. November 2021, 
sowie ein aktualisierter ergänzender Bericht hinsichtlich der Prüfung der strafrecht-
lichen Landesverweisung, datierend vom 30. November 2021, eingeholt (pag. 1217 
und pag. 1225 ff.). Auch bei den Einwohner- und Spezialdiensten der Stadt 
G.________ wurden Unterlagen über den Beschuldigten ediert (pag. 1360 ff.).

Fürsprecherin B.________ reichte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung für 
den Beschuldigten diverse Unterlagen ein (u.a. Arbeitszeugnisse sowie Unterlagen 
in Bezug auf einen Deutschkurs), die daraufhin zu den Akten erkannt wurden 
(pag. 1423 ff.).

Sowohl der Beschuldigte als auch die Straf- und Zivilklägerin wurden oberinstanz-
lich nochmals zur Sache und zur Person befragt (pag. 1402 ff. bzw. pag. 1408 ff.). 
Ebenfalls nochmals vorgeladen und befragt wurde der Zeuge E.________

4. Anträge der Parteien

Fürsprecherin B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung folgende Anträge (pag. 1415):

A. Mein Klient sei schuldig zu erklären der einfachen Körperverletzung, begangen am 20. Oktober 
2018 am Bahnhof in F.________, indem er der Privatklägerin einen Faustschlag versetzte

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen: 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Monaten, die Strafe sei bei einer Probezeit von 2 Jahren auf-
zuschieben, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft, 

2. zu den erstinstanzlichen Verfahrenskosten und 

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und es sei 
meinem Klienten eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Verteidigungskosten zuzu-
sprechen.

B. Von einer Landesverweisung sei abzusehen.

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C. Es sei ihm eine Entschädigung für die ausgestandene Überhaft im Umfang von 336 Tagen à 
CHF 100.00 zuzusprechen.

D. Die Zivilforderung sei abzuweisen.

E. Weiter seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte und begründete an der oberinstanzli-
chen Verhandlung demgegenüber Folgendes (pag. 1417 f., Hervorhebungen im 
Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura - Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 28. November 2019 in Rechtskraft erwachsen ist,

1. hinsichtlich der Einstellung des Strafverfahrens gegen A.________ wegen Widerhandlung gegen 
das Eisenbahngesetz, begangen am 20. Oktober 2018 in F.________, ohne Ausscheidung von 
Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung; 

2. hinsichtlich des Freispruchs von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung, angeblich mehrfach 
und teilweise versucht begangen am 20. Oktober 2018 in F.________ z.N. von C.________ un-
ter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten in der Höhe von zwei Dritteln der auf 
A.________ entfallenden Verfahrenskosten an den Kanton Bern; 

3. als verfügt wurde, dass der beschlagnahmte Stein bei den Akten belassen werde.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären der versuchten schweren Körperverletzung begangen am 
20. Oktober 2018 in F.________ z.N. von C.________,

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 
15 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 456 Tagen;

2. zu einer Landesverweisung von 6 Jahren;

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und den oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl, 
eine angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) an-
zuordnen.

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA Profils (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-Profil-
Gesetz). 

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3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist sei vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Ver-
ordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

4. Die Honorare der amtlichen Verteidigerin und der unentgeltlichen Rechtsbeiständin seien ge-
richtlich zu bestimmen (Art. 135, 138 StPO).

Fürsprecherin D.________ schliesslich stellte namens und im Auftrag der Straf- 
und Zivilklägerin die folgenden Anträge (pag. 1419 f.):

1. Der Beschuldigte A.________ sei zu verurteilen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, 
begangen am 20.10.2018 in F.________ zum Nachteil von C.________.

2. Er sei gestützt auf diese Schuldsprüche zu einer gerichtlich zu bestimmender Sanktion zu verur-
teilen.

3. Der Beschuldigte sei zu verurteilen, der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 5000.00 zu-
züglich Zins zu 5% seit dem 20.10.2018 zu bezahlen.

4. Der Beschuldigte sei zu verurteilen, die Partei- und Verfahrenskosten für das erstinstanzliche 
Verfahren gemäss Urteil vom 28. November 2019 und sämtliche Partei- und Verfahrenskosten 
für das Berufungsverfahren zu übernehmen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil nur teilweise angefochten. Seine 
Berufung richtet sich gegen den Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körper-
verletzung und die Sanktion zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten (Ziff. III.1. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), gegen die Anordnung einer Landesverweisung 
von 6 Jahren (Ziff. III.2 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und die damit zu-
sammenhängende Ausschreibung im Schengener Informationssystem (Ziff. VI.5. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Ebenfalls angefochten wird vom Beschul-
digten die Verurteilung zur Bezahlung der anteilsmässigen, auf den Schuldspruch 
fallenden Verfahrenskosten sowie die damit zusammenhängenden Folgepunkte 
des Urteils betreffend die Entschädigung der amtlichen Verteidigung und der un-
entgeltlichen Rechtsbeiständin, namentlich in Bezug auf den Rückerstattungs- und 
Nachzahlungsvorbehalt sowie die Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtuung in 
der Höhe von CHF 5'000.00 inkl. 5% Zins seit dem 20. Oktober 2018 an die Straf- 
und Zivilklägerin (Ziff. V des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; vgl. zum Ganzen 
pag. 1165 und pag. 1429). Mit Berufungserklärung vom 10. Februar 2021 hat der 
Beschuldigte zudem die vorzeitige Erteilung der Zustimmung zur Löschung des er-
stellten DNA-Profils sowie der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen 
Daten und sämtliche zusammenhängende Folgepunkte des Urteils angefochten 
(pag. 1165 f).

In Rechtskraft erwachsen sind damit Ziff. I. (Einstellung des Strafverfahrens wegen 
Widerhandlung gegen das Eisenbahngesetz ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten) und Ziff. II. (Freispruch von 
der Anschuldigung der sexuellen Nötigung unter Auferlegung der auf den Frei-
spruch entfallenden Verfahrenskosten von CHF 16'706.25).

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Durch die Kammer zu überprüfen sind die angefochtenen Punkte Ziff. III.1. 
(Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten), Ziff. III.2. (Anordnung einer Landesverwei-
sung von 6 Jahren) sowie Ziff. VI.5. (Ausschreibung im Schengener Informations-
system) und Ziff. V. (Verurteilung zur Bezahlung einer Genugtuung). Neu zu befin-
den ist auch über Ziff. III.3. (Verurteilung zu den anteilsmässigen, auf den Schuld-
spruch entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten) und Ziff. IV. (Bestimmung 
der amtlichen Entschädigung und des vollen Honorars der Verteidigung und unent-
geltlichen Vertretung). Nicht der Rechtskraft zugänglich und durch die Kammer 
ebenfalls neu zu beurteilen sind schliesslich die Ziff. VI.3. (Verfügung betreffend die 
erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten) und VI.4. (Verfügung be-
treffend das erstellte DNA-Profil).

Die Kammer verfügt hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels eigenständiger Berufung oder Anschlussberufung 
sowohl der Generalstaatsanwaltschaft als auch der Straf- und Zivilklägerin darf das 
erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; es 
gilt das Verschlechterungsverbot (sog. Verbot der reformatio in peius, Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Sachverhalt

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Mit Anklageschrift vom 16. Juli 2019 wird dem Beschuldigten folgendes Verhalten 
vorgeworfen (pag. 775 ff.):

Versuchte schwere Körperverletzung (Art. 22 Abs. 1, Art. 122 StGB)

begangen am 20.10.2018 um ca. 05:50 Uhr am Bahnhof F.________, beim Billettautomaten vor dem 
Coop Pronto, zum Nachteil von C.________, indem der Beschuldigte dem Opfer mit einem harten 
Stein mit scharfkantigen Abbrüchen, der im Durchmesser ca. 8cm mass und ca. 500 Gramm schwer 
war, auf die linke Seite schlug, was beim Opfer ein Hämatom von 4 cm Durchmesser mit einer 1 cm 
langen Risswunde zur Folge hatte. Der Beschuldigte nahm eine schwere Körperverletzung des Op-
fers durch eine arge und bleibende Entstellung des Gesichts oder durch eine schwere Schädigung 
des Gehirns, die insbesondere zur Invalidität hätte führen können, zumindest in Kauf.

Am 25. November 2019 wurde die Anklageschrift mit folgendem Zusatz im Sach-
verhalt ergänzt (pag. 833 f.):

[…] indem der Beschuldigte dem Opfer mit einem harten Stein mit scharfkantigen Abbrüchen, der im 
Durchmesser ca. 8 cm mass und ca. 500 Gramm schwer war, evtl. mit einem ca. faustgrossen Stein 
mit rundlicher Form, evtl. mit einem ca. 20 – 30 cm, evtl. ca. 25,5 cm langen Stein mit länglicher Form, 
evtl. mit einem harten Gegenstand, auf die linke Seite der Stirne schlug, […]

Anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung behielt sich die Vorinstanz auf Antrag 
von Fürsprecherin D.________ vor, den angeklagten Sachverhalt auch unter dem 
Gesichtspunkt der vollendeten schweren Körperverletzung zu würdigen. Dieser 
Würdigungsvorbehalt ist für die Kammer nicht mehr beachtlich, da sie an das Ver-

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schlechterungsverbot gebunden ist, worunter auch eine härtere rechtliche Qualifi-
kation fällt (vollendetes Delikt statt Versuch, vgl. BGer 6B_712/2012 vom 26. Sep-
tember 2013 E. 2.5).

6.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte bestreitet nicht, die Straf- und Zivilklägerin am Morgen des 
20. Oktobers 2018 mit der Faust geschlagen zu haben. Hingegen wird von ihm be-
stritten, sich dafür eines Steines als Tatwerkzeug bedient und die Straf- und Zivil-
klägerin damit geschlagen zu haben (vgl. die Ausführungen der Verteidigung, 
pag. 1413).

7. Beweiswürdigung

Sowohl die objektiven als auch die subjektiven Beweismittel wurden von der Vorin-
stanz ausführlich wiedergegeben (pag. 1048 ff., S. 27 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Nachfolgend wird deshalb weitgehend darauf verwiesen und, so-
fern entscheidrelevant, mit Anmerkungen sowie Präzisierungen der Kammer er-
gänzt.

7.1 Objektive Beweismittel

7.1.1 Anzeigerapport vom 21. März 2019

Zum Anzeigerapport vom 21. März 2019 führte die Vorinstanz aus, in diesem sei 
festgehalten, dass am 20. Oktober 2018 um 05:57 Uhr eine Mitarbeiterin des Coop 
Pronto im Bahnhof F.________ telefonisch gemeldet habe, wonach eine Frau 
durch einen Mann geschlagen worden sei. Dem Opfer sei mit einem Stein gegen 
den Kopf geschlagen worden. In einer ersten Phase habe C.________ angegeben, 
den Täter nicht zu kennen. Aufgrund dessen seien umfassende Ermittlungshand-
lungen vorgenommen worden. Unter anderem seien die Videobilder der Überwa-
chungskameras aus dem Coop Pronto sowie dem SBB Kundenschalter sicherge-
stellt worden. Ebenso sei ein Zeugenaufruf gestartet worden. A.________ sei so-
dann am 22. Oktober 2018 auf dem Polizeiposten erschienen, um den Diebstahl 
seines Mobiltelefons und seines Portemonnaies zu melden. In der Folge habe er 
als beschuldigte Person identifiziert werden können (pag. 1054, S. 33 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend dazu hält die Kammer fest, dass im Spital H.________ die Verletzun-
gen der Straf- und Zivilklägerin durch den KTD sowie den Amtsarzt Dr. med. 
I.________ untersucht wurden. Am Tatort wurden sodann diverse Fotos erstellt 
und aus dem Schotter des Perrons 1 und 2 ein Stein sichergestellt. Ein Vortest er-
gab am Stein anhaftende Blutrückstände, wobei bei der späteren Analyse im Labor 
kein Blut auf dem Stein nachgewiesen werden konnte. Der Zeuge E.________ 
meldete sich am 20. Oktober 2018 um 06.50 Uhr bei der Einsatzzentrale der 
Polizei und gab an, dass er eine Auseinandersetzung am Bahnhof F.________ 
beobachtet habe und diese melden möchte (pag. 100). Gemäss Anzeigerapport 
konnten aus den Videobildern des SBB Kundenschalters keine tatrelevanten 
Hinweise erhoben werden. Die Videobilder des Coop Pronto am 20. Oktober 2018 
um 06:00:54 Uhr hätten hingegen eine auf das Signalement des Täters passende 
Person, die vor dem Seiteneingang vorbeischleiche, gezeigt (pag. 100). 

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Weil sich anlässlich der ersten Einvernahme Zweifel bildeten, dass die Straf- und 
Zivilklägerin die Täterschaft tatsächlich nicht kenne, wurde ihr Mobiltelefon 
durchsucht. Der Beschuldigte meldete am 22. Oktober 2018 auf der Polizeiwache 
in F.________, dass ihm am 20. Oktober 2018 durch die Straf- und Zivilklägerin 
das Mobiltelefon und das Portemonnaie gestohlen worden seien (pag. 100). Am 
24. Oktober 2018 wurde in der Wohnung des Beschuldigten eine Haussuchung 
durchgeführt, am Folgetag im Zimmer in der Asylunterkunft der Straf- und 
Zivilklägerin in J.________. Dabei konnten u.a. das Portemonnaie des 
Beschuldigten und zwei Mobiltelefone sichergestellt werden, die allerdings nicht 
dem Beschuldigten gehörten (pag. 104). Die Durchsuchung des Mobiltelefons der 
Straf- und Zivilklägerin ergab, dass sie die Täterschaft – entgegen ihren ersten 
Aussagen – bereits vor der Tat kannte, da mindestens seit dem 12. Oktober 2018 
Telefonanrufe und Textnachrichten untereinander getätigt wurden. Es konnten 
auch Chats mit unbekannten Personen gesichtet werden, aus denen hervorgeht, 
dass die Straf- und Zivilklägerin von Personen für Treffen gegen Entgelt in 
eindeutig sexueller Absicht angefragt wurde und diverse Male auf solche Treffen 
eingegangen war.  Beim Mobiltelefon Samsung Galaxy S8 des Beschuldigten 
wurde nach der Körperverletzung die SIM-Karte der Straf- und Zivilklägerin 
eingelegt.

Weiter kann dem Anzeigerapport entnommen werden, dass gemäss Polizei der 
Tatvorwurf der Körperverletzung gesichert und dem Beschuldigten nachgewiesen 
werden konnte. Der Beschuldigte, so der Rapport, gebe zu, die Straf- und 
Zivilklägerin verfolgt und am Bahnhof F.________ geschlagen zu haben, allerdings 
per Hand. Den Einsatz eines Steines streite der Beschuldigte ab. Der Zeuge 
E.________ sei sich sicher, dass der Beschuldigte einen Stein auf sich getragen 
habe. Weiter lasse sich das Verletzungsbild an der Stirn der Straf- und Zivilklägerin 
nicht mit Schlägen der blossen Faust vereinbaren. Der Beschuldigte habe 
anlässlich der Einvernahmen am 24. Oktober 2018 und am 15. März 2019 
unterschiedliche Angaben bezüglich der Art und Weise, wie er die Straf- und 
Zivilklägerin geschlagen habe, gemacht (pag. 109).

7.1.2 Berichtsrapport vom 20. Oktober 2018

Dem Berichtsrapport vom 20. Oktober 2018 kann entnommen werden, dass sich 
die Straf- und Zivilklägerin bei Ankunft der Polizei vor Ort in einem Schockzustand 
befunden habe und kein normales Gespräch mit ihr geführt habe werden können. 
Ein mit ihr im Spital durchgeführter Alkoholtest habe einen negativen Wert von 
0.00 mg/l ergeben. Die Straf- und Zivilklägerin habe den Mitarbeitern der Ambulanz 
mitgeteilt, dass ein Stein im Spiel gewesen sei. Im Bereich rund um die 
Billettautomaten sowie im Bereich des Gleis 1 habe kein Stein, der mögliche 
Blutspuren aufgewiesen hätte, festgestellt werden können (pag. 128 f.).

7.1.3 Rapporte des Kriminaltechnischen Dienstes

Zu den Rapporten des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD) erwog die Vorinstanz 
Folgendes (pag. 1054 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Im Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes (KTD) vom 05.11.2018 (pag. 132 ff.) ist festgehalten, 
dass bei der rechtsmedizinischen Untersuchung von C.________ im Regionalspital H.________ an 

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deren stark angeschwollenen linken Stirnseite eine oberflächliche Riss-/Quetschwunde (ca. 4cm) 
habe festgestellt werden können. Der Tatort sei durch den KTD untersucht worden. Unweit des 
Tatorts, im Schotterbeet des Bahngleises sei ein Stein sichergestellt worden. Gemäss einem Vortest 
haben an diesem Stein Blutrückstände gehaftet. Allerdings ist kein DNA-Profil erstellbar gewesen (vgl. 
auch pag. 134 ff.). 

Im Rapport des KTD vom 12.03.2019 (pag. 138 ff.) ist vermerkt, dass auch an der sichergestellten 
Jacke des Beschuldigten Blutanhaftungen festgestellt werden konnten. Während das erstellte 
Hauptprofil mit jenem des Beschuldigten übereinstimme, decke sich die Nebenkomponente 
grösstenteils mit dem DNA-Profil von C.________, womit diese als Mitspurengeberin nicht 
ausgeschlossen werden könne.

Präzisierend dazu ist festzuhalten, dass dem Material- / Spurenverzeichnis des 
KTD entnommen werden kann, wonach der Direktvergleich des Profils des 
Beschuldigten mit dem WSA des Opfers, also der Straf- und Zivilklägerin, gezeigt 
habe, dass die Merkmale grösstenteils – mithin 11 bis 14 der 16 STR-Loci – in der 
Nebenkomponente ersichtlich seien (pag. 142). Der Rapport vom 5. November 
2018 hält zudem fest, dass gemäss Aussagen des IRM-Arztes die beschriebene 
Wunde trotz ihrer Unscheinbarkeit als nicht ungefährlich bezeichnet werden dürfe 
(pag.  133). 

7.1.4 Bericht Dr. I.________

Die Straf- und Zivilklägerin wurde am 20. Oktober 2018 durch Dr. med. I.________ 
untersucht. Die Vorinstanz hielt zu dessen gleichentags erstelltem Bericht fest, die 
Straf- und Zivilklägerin sei aufgrund des Vorfalles weder bewusstlos gewesen noch 
habe sie eine retrograde Amnesie erlitten. Sie habe einen depressiven Eindruck 
gemacht und sei in leicht reduziertem Allgemeinzustand gewesen. Ihr Kreislauf sei 
stabil gewesen und es habe keine neurologischen Ausfälle gegeben. Sie habe ein 
frisches Hämatom von 4 cm Durchmesser mit einer 1 cm langen Risswunde an der 
Stirn links aufgewiesen. Die Verletzung der Straf- und Zivilklägerin verheile ohne 
bleibenden Schaden oder entstellende Narbenbildung. Mit der Lokalisation am 
Kopf habe der Täter aber eine schwere Verletzung mit möglicher Todesfolge in 
Kauf genommen. Im medizinischen Gutachten vom 3. Juli 2019 habe Dr. med. 
I.________ sodann ausgeführt, dass die von ihm am 20. Oktober 2018 untersuchte 
Verletzung höchstens drei bis vier Stunden alt gewesen sei. Vorbestehende 
Verletzungen habe er keine finden können (pag. 1055, S. 34 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung).

7.1.5 Notfallbericht Chirurgie vom 16. November 2018

Zum Notfallbericht Chirurgie des Spitals H.________ vom 16. November 2018 führ-
te die Vorinstanz zutreffend aus, wesentlich sei insbesondere, dass sich bei der 
Straf- und Zivilklägerin keine intrakranielle Blutung, keine Kalottenfraktur oder Frak-
tur des miterfassten Gesichtsschädels gezeigt hätten. Im CT des Schädels habe 
sich allerdings ein subgaleales Hämatom (Blutung unter dem Schädel, aber über 
der Knochenhaut) mit einem kleinen knochendichten Fremdkörper im Hämatom bei 
erhaltener Knochenstruktur der Schädelkalotte und des miterfassten Gesichts-
schädels gezeigt (pag. 1055, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

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7.2 Subjektive Beweismittel

7.2.1 Aussagen des Beschuldigten

Für die Zusammenfassung der Einvernahmen des Beschuldigten am 23. Oktober 
2018 kann vorab vollumfänglich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 1048 ff., S. 27 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Zur delegierten Einvernahme vom 23. Oktober 2018 ist ergänzend und präzisie-
rend anzufügen, dass der Beschuldigte seine Aussagen erst machte, als die Polizei 
ihn erneut aufgefordert hatte, zu erzählen, was an jenem Morgen geschehen sei 
und nachdem er mit seiner Pflichtverteidigung Rücksprache genommen hatte (pag. 
168 Z. 124 ff.). Zuvor führte der Beschuldigte aus, weil die Straf- und Zivilklägerin 
kein drittes Mal Sex gewollt und ihn weggestossen und beleidigt habe, habe er 
gewollt, dass sie seine Wohnung verlasse, was sie aber nicht getan habe. Sie habe 
sich aufs Sofa gelegt und sei dann eingeschlafen (pag. 168 Z. 58 ff.). Weiter erklär-
te der Beschuldigte, als er aufgewacht sei, habe er bemerkt, dass die Straf- und Zi-
vilklägerin nicht mehr da sei und er habe versucht, sie anzurufen. Sie habe das Te-
lefon zuerst nicht abgenommen. Als er sie gegen 04:00 Uhr angerufen habe, habe 
sie den Anruf dann entgegengenommen und er habe sie gebeten, ihm seine 
Ausweise und sein Telefon zu schicken (pag. 168 Z. 68 ff.). Nun, nach 
Rücksprache mit der Verteidigung, führte der Beschuldigte aus, das wegen 05:50 
Uhr am Morgen sei er. Er erklärte, als er am Morgen aufgestanden sei und die Frau 
[die Straf- und Zivilklägerin] nicht da gewesen sei, habe er sie angerufen, aber nicht 
erreichen können. Da habe er gedacht, sie könne nur am Bahnhof in F.________ 
sein. Er sei an den Bahnhof in F.________ gegangen, wo er die Straf- und 
Zivilklägerin gesehen und geschlagen habe (pag. 170 Z. 137 ff.). Er sei direkt auf 
sie zugegangen, habe sie an den Haaren gepackt und geschlagen. Die Frage, ob 
er einen Gegenstand in den Händen gehabt habe, verneinte der Beschuldigte und 
gab an, die Straf- und Zivilklägerin mit der Hand geschlagen zu haben. Für eine 
Frau brauche man kein Messer und auch keinen Gegenstand. Er habe an der 
Hand auch Spuren, wo er sich verletzt habe (pag. 170 Z. 159 ff.). Auch nach 
mehrmaligem Vorhalt, wonach er nicht mit der Hand geschlagen habe, blieb der 
Beschuldigte dabei, die Straf- und Zivilklägerin mit der Hand und nur damit 
geschlagen zu haben (pag. 172 Z. 244 ff.). 

Hervorzuheben ist an dieser Stelle nochmals die auch bereits von der Vorinstanz 
zitierte Aussage des Beschuldigten auf die Frage, was er sagen würde, wenn seine 
Spuren auf dem Stein gefunden würden. Er gab dazu an, wenn das wahr sei, wenn 
seine Spuren gefunden würden, würde er es akzeptieren (pag. 173 Z. 326).

Zu den Einvernahmen anlässlich der Hafteröffnung vom 25. Oktober 2018 ist 
zusätzlich zu den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz festzuhalten, dass der 
Beschuldigte behauptete, alles was die Straf- und Zivilklägerin ausgesagt habe, sei 
falsch (pag. 182 Z. 96 f.). Die Frage, wer der Straf- und Zivilklägerin die 
Rissquetschwunde und das Hämatom am Kopf zugefügt habe, beantwortete der 
Beschuldigte mit der Gegenfrage, nämlich, weshalb die Verletzung nicht in 
F.________, sondern in J.________ behandelt worden sei, wenn sie in 

11

F.________ zugefügt worden sei. Die Frau [die Straf- und Zivilklägerin] habe eine 
schlechte Aussage gemacht, weil sie schlecht sei (pag. 185 Z. 219 f.). 

Was die Einvernahme des Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft am 29. Mai 
2019 betrifft, hält die Kammer ergänzend lediglich fest, dass der Beschuldigte sich 
dahingehend äusserte, sich gegenüber der Straf- und Zivilklägerin schuldig zu 
fühlen für das, was er getan habe (pag. 238 Z. 311 f.). Der Beschuldigte wurde an 
dieser Einvernahme zudem von der befragenden Staatsanwältin gemessen. Dabei 
stellte sich heraus, dass er eine Grösse von 159 cm aufwies (pag. 235 Z. 223 f.).

Zu den Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung vom 
27. November 2019 ist zu den Ausführungen der Vorinstanz schliesslich zu ergän-
zen, dass der Beschuldigte unter anderem zu Protokoll gab, nicht erwartet zu ha-
ben, dass die Straf- und Zivilklägerin am Bahnhof sei. Dort habe er dann einen 
Fehler gemacht und sie geschlagen. Auf die Frage, weshalb er denn an den 
Bahnhof gegangen sei, wenn er nicht erwartet habe, dass sie dort sei, antwortete 
der Beschuldigte, damit ihr nichts passiere und um zu schauen, wohin sie 
gegangen sei. Sie hätten vorher keine Probleme gehabt und sich nicht gestritten 
(pag. 950 Z. 38 ff.). Weiter führte der Beschuldigte aus, die Straf- und Zivilklägerin 
mit der rechten Hand, mit der Faust geschlagen zu haben (pag. 951 Z. 7). Zur 
Frage, weshalb er sie geschlagen habe, wenn sie doch keinen Streit gehabt hätten, 
äusserte er sich dahingehend, dass die Straf- und Zivilklägerin erstens die 
Wohnung offengelassen habe und zweitens er auch Stress gehabt habe, er habe 
nicht erwartet, dass sie so schnell am Bahnhof ankommen würde (pag. 951 Z. 12 
f.). In der Folge blieb der Beschuldigte dabei, keinen Stein gehabt zu haben 
(pag. 951 Z. 38).

Neu kommen zu den bisherigen Aussagen des Beschuldigten auch jene anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung hinzu. Zur Sache gab er im Wesentlichen zu 
Protokoll, es sei etwa 04:00 oder 05:00 Uhr morgens gewesen, als die Straf- und 
Zivilklägerin seine Sachen genommen habe und rausgegangen sei. Er sei ihr bis 
an den Bahnhof gefolgt. Er habe nicht gedacht, dass er sie bis an den Bahnhof 
verfolgen würde. Dann habe er sie angesprochen bzw. sie gefragt, was sie hier 
mache. Die Straf- und Zivilklägerin habe ihn beschimpft, ihn als Esel bezeichnet. 
Dann habe er einen Fehler begangen, indem er sie geschlagen habe. Auf Frage, 
was danach geschehen sei, antwortete der Beschuldigte, sie habe geschrien, 
nachdem er sie geschlagen habe. Er sei erschrocken und nach Hause zurück. Auf 
konkrete Nachfrage, wie oft er sie geschlagen habe, gab der Beschuldigte an, dies 
sei einmal, zweimal gewesen, er wisse es nicht. Es könne einmal, aber auch 
zweimal gewesen sein. Auf Frage, wie er sie geschlagen habe, gab der 
Beschuldigte an, es bringe nichts. Er sage, er habe einen Fehler begangen, aber 
es bringe nichts, wenn er viermal sage, wie er sie geschlagen habe. Im Anschluss 
führte er dann dennoch aus, er habe sie per Faust, „mit einem Box“ geschlagen. 
Auf Vorhalt, wonach ihm vorgeworfen werde, er habe die Straf- und Zivilklägerin 
mit einem Stein geschlagen, gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe sie mit den 
Händen geschlagen. Er stellte sodann die Frage in den Raum, weshalb er sie mit 
einem anderen Gegenstand schlagen müsse, was sie ihm gemacht habe. Der 
Beschuldigte wurde sodann gefragt, wieso er die Straf- und Zivilklägerin überhaupt 

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geschlagen habe. Nach dreimaliger Wiederholung der Frage gab er zu Protokoll, er 
habe sie geschlagen, weil sie ihn nicht um Erlaubnis gefragt habe, als sie 
weggegangen sei (pag. 1409 ff. Z. 24 ff.) 

7.2.2 Aussagen der Straf- und Zivilklägerin

Für die Wiedergabe der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin kann vorab ebenfalls 
vollumfänglich auf die Erwägungen in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung ver-
wiesen werden (pag. 1049 ff., S. 28 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Den Ausführungen der Vorinstanz hinsichtlich der Aussagen der Straf- und Zivilklä-
gerin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Oktober 2018 ist anzufü-
gen, dass diese zu Protokoll gab, der Mann [der Beschuldigte] habe den Stein in 
der Hand gehabt und unten habe vom Stein noch etwas herausgeschaut. Sie mei-
ne damit, dass beim Handende, wo der kleine Finger sei, noch etwas vom Stein 
herausgeschaut habe. Damit habe er von oben herab auf sie geschlagen (pag. 244 
Z. 173 ff.). 

Zu den Aussagen anlässlich der delegierten Einvernahme vom 25. Oktober 2018 
ist ergänzend zu den Ausführungen der Vorinstanz festzuhalten, dass die Straf- 
und Zivilklägerin zusätzlich zu Protokoll gab, der Beschuldigte habe sie vorgestern 
angerufen und ihr gedroht, er werde sie umbringen (pag. 251 Z. 44 f.). Die Frage, 
wie es komme, dass der Beschuldigte ihre Rufnummer habe, konnte die Straf- und 
Zivilklägerin nicht beantworten. Es sei noch nie vorgekommen, dass sie von 
Unbekannten angerufen worden sei (pag. 254 Z. 170 ff.). 

Was die delegierte Einvernahme vom 31. Januar 2019 betrifft, hält die Kammer 
zusätzlich zur vorinstanzlichen Urteilsbegründung fest, dass die Straf- und 
Zivilklägerin auf die Frage, ob sie öfters von wildfremden Menschen angerufen 
werde, angab, es würden sie schon einige Leute anrufen und fragen, ob sie Zeit für 
einen Kaffee habe, sie habe sich aber nur mit dem Beschuldigten getroffen (pag. 
282 Z. 181 f.). Erst nach Ermahnung durch die Polizei und nach Rücksprache mit 
ihrer unentgeltlichen Vertreterin gab die Straf- und Zivilklägerin in dieser 
Einvernahme schliesslich zu Protokoll, sie habe schon mit mehreren Männern 
geschlafen, die dann ihre Versprechen ihr gegenüber nicht eingehalten hätten. Sie 
mache all diese Sachen nur, da sie finanziell nicht zurechtkomme (pag. 284 Z.245 
ff.).

Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin anlässlich der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme vom 6. Mai 2019 gab die Vorinstanz ausführlich wieder. 
Hinzuzufügen ist, dass die Straf- und Zivilklägerin auf Frage, weshalb sie bei der 
Polizei von den sexuellen Handlungen des Beschuldigten zunächst nichts gesagt 
habe, als sie am Tag des Vorfalls mit dem Stein befragt worden sei, zu Protokoll 
gab, sie habe sich geschämt. Die Polizisten seien auch Männer gewesen, weshalb 
sie nichts gesagt habe. Sie habe sich auch vor der Dolmetscherin geschämt (pag. 
319 Z. 370 ff.). Etwas später beschrieb die Straf- und Zivilklägerin, wie sie von 
einem Kollegen vom Beschuldigten telefonisch bedroht worden und wie der 
Beschuldigte im Hintergrund ebenfalls zu hören gewesen sei. Man habe ihr 
gedroht, sie umzubringen (pag. 323 Z. 506 ff.). Bei dieser Aussage blieb die Straf- 
und Zivilklägerin auch, als die Staatsanwältin ihr mitteilte, dass dieses 

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Telefongespräch aufgezeichnet worden sei, man jedoch keine Drohung habe 
feststellen können. Zum Vorfall bzw. zu den Verletzungen führte die Straf- und 
Zivilklägerin aus, sie habe vor dem Vorfall keine Wunde am Kopf gehabt, musste 
dann allerdings auf Vorhalt der Aussage von K.________, wonach sie bei einem 
gemeinsamen Treffen am 17. Oktober 2018 eine Verletzung an der Stirn gehabt 
habe, von einem Velounfall berichten. Die Straf- und Zivilklägerin präzisierte dabei, 
bei der von K.________ erwähnten Verletzung habe es sich nicht um eine frische 
Wunde, sondern eine alte Verletzung gehandelt (pag. 326 Z. 639 ff.). Die Straf- und 
Zivilklägerin wurde an dieser Einvernahme gemessen; ihre Grösse betrug 161 cm 
(pag. 321 Z. 462).

Was die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin anlässlich der erstinstanzlichen 
Verhandlung anbelangt, ist den Erwägungen der Vorinstanz lediglich beizufügen, 
dass die Straf- und Zivilklägerin gegen Ende ihrer Einvernahme berichtete, dass sie 
fachliche Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen und noch in Behandlung sei und 
zudem Medikamente einnehme (pag. 946 Z. 7 ff.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung wurde auch die Straf- und Zivilkläge-
rin nochmals zur Sache befragt. Im Wesentlichen gab sie zu Protokoll, sie sei an 
den Bahnhof in F.________ gegangen und der Beschuldigte habe sie verfolgt. Sie 
habe ein Ticket lösen wollen und habe in Richtung des Billettautomaten gestanden. 
Danach sei der Beschuldigte von hinten gekommen. Es sei alles sehr schnell ge-
gangen, es sei eine Sache von Sekunden gewesen. Er [der Beschuldigte] habe sie 
gehalten und sie geschlagen. Es sei sehr schnell gegangen. Sie habe nicht ge-
wusst, wer sie angegriffen habe. Sie habe ihre Augen nur wenig offen gehabt, habe 
aber sehen können, dass es der Beschuldigte gewesen sei. Dann sei sie zu Boden 
gefallen, was danach geschehen sei, wisse sie nicht. Ob der Beschuldigte sie 
mehrmals geschlagen habe, wisse sie ebenfalls nicht. Auf Frage, wie der Beschul-
digte sie geschlagen habe, gab die Straf- und Zivilklägerin an, er habe sie von hin-
ten an den Haaren gehalten und sie dann geschlagen. Sie habe gesehen, dass er 
mit einem Stein geschlagen habe (pag. 1403 Z. 32 ff.).

7.2.3 Aussagen weiterer Personen

Die Vorinstanz gab schliesslich auch sämtliche Aussagen weiterer befragter Per-
sonen korrekt wieder; darauf kann vorab wiederum integral verwiesen werden 
(pag. 1053 f., S. 32 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Zu den Aussagen des Zeugen E.________ hält die Kammer ergänzend fest, dass 
dieser anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. Oktober 2018 auch schil-
derte, wie es ihm im Zug nach Bern zunehmend schlechter gegangen sei und er 
sich Vorwürfe gemacht habe, wieso er nicht mehr gemacht habe. Als er in Bern 
angekommen sei, habe er um etwa 06:50 Uhr noch die Polizei verständigt. 
Daraufhin habe er sich übergeben müssen (pag. 339 Z. 44 ff.). Auf Vorhalt, wonach 
gemäss bisherigen Angaben noch von einem Messer gesprochen worden sei, 
führte er aus, er habe am Telefon ein solches erwähnt, sei sich aber wirklich nicht 
ganz sicher, ob eines vorhanden gewesen sei. Der Mann habe in der linken Hand 
den Stein und die rechte Hand zu einer Faust geballt gehabt. Für ihn habe es 

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einfach so ausgesehen, als hätte er [der Beschuldigte] noch etwas in der Hand 
gehabt (pag. 340 Z. 80 ff.).

Zur vorinstanzlichen Zusammenfassung der Aussagen des Zeugen anlässlich der 
delegierten Einvernahme vom 5. Dezember 2018 ist sodann präzisierend 
festzuhalten, dass der Zeuge angab, die Kopfhörer leiser gestellt und es hinter sich 
„prätschen“ gehört zu haben, es sei ein hässliches Geräusch gewesen (pag. 344 
Z. 32 ff.). Den Stein in der Hand des Täters habe er gesehen, als dieser ihn 
hervorgeholt habe. Der Stein sei recht gross gewesen und zum Ende spitzig (pag. 
345 Z. 55 ff.). Auf Frage, ob er die Umrisse des Steines als solche gut erkannt 
habe, meinte der Zeuge, er sei sich eigentlich schon sicher (pag. 346 Z. 116).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung wurde der Zeuge erneut zur Sache 
befragt. Zusammengefasst gab er zu Protokoll, er sei auf dem Weg zur Arbeit 
gewesen und habe ins Coop Pronto gewollt. Rechts neben dem Eingang habe eine 
Frau am Boden gesessen. Er habe sich nichts dabei gedacht und sei im Coop 
einkaufen gegangen. Als er rausgegangen sei, sei eine dunkelhäutige Person 
direkt auf ihn zugekommen. Er [die Person] habe die Jacke aufgemacht und einen 
Gegenstand rausgeholt und sei auf die Frau zugegangen. Er [der Zeuge] sei 
danach weitergegangen, habe zurückgeschaut und er [die Person] habe dann mit 
dem Gegenstand in den Kopf … die Frau habe angefangen zu schreien. Er [die 
Person] habe sich danach umgedreht und ihn gesehen. Er sei der Einzige 
gewesen, der sich am Bahnhof aufgehalten habe um diese Zeit. Er [die Person] 
habe etwas aus der Brusttasche geholt, es sei ein Messer gewesen. Er [der Zeuge] 
sei danach aufs Gleis rauf und zu anderen Leuten hingestanden. Die Person sei 
ihm nachgekommen, sei dann aber weggerannt. Auf konkrete Nachfrage nach dem 
Gegenstand führte der Zeuge aus, er sei steinartig gewesen und schon recht 
gross, wie eine Rübe / Zuckerrübe. Auf Frage, ob er gesehen habe, wie der 
Beschuldigte auf die Straf- und Zivilklägerin eingeschlagen habe, führte er aus, er 
habe sich umgedreht und er habe auf sie eingeschlagen. Sie habe dann zu 
schreien begonnen. Er [der Zeuge] sei im Schock gewesen. Auf Vorhalt, wonach er 
bisher angegeben habe, ein dumpfes Geräusch gehört, nicht jedoch gesehen zu 
haben, wie der Beschuldigte auf die Straf- und Zivilklägerin eingeschlagen habe, 
gab der Zeuge an, er habe Kopfhörer dringehabt, habe die Musik danach aber 
ausgeschaltet und das Geräusch gehört. Er höre dieses Geräusch heute noch, die 
Situation beschäftige ihn heute noch und er denke noch viel daran, wenn er in 
F.________ ins Coop gehe. Auf erneute konkrete Frage, ob er gesehen habe, wie 
der Beschuldigte die Straf- und Zivilklägerin geschlagen habe, gab der Zeuge an, 
er habe sich einfach einmal umgedreht und dann gesehen, wie er sie geschlagen 
habe. Danach sei er weggelaufen. Der Zeuge bestätigte, sich hinsichtlich des von 
ihm erwähnten Messers sicher zu sein, konnte hingegen nicht sagen, um welche 
Art von Messer es sich gehandelt habe bzw. wie gross dieses gewesen sei. Auf 
Frage, ob er sagen könne, wo sich die Straf- und Zivilklägerin befunden habe, als 
sie angegriffen worden sei, führte der Zeuge aus, diese habe sich vor dem Eingang 
rechts, sitzend am Boden befunden. Bei dieser Aussage blieb der Zeuge auch, 
nachdem ihm vorgehalten wurde, dass die Straf- und Zivilklägerin angegeben 
habe, sie habe sich beim Automaten befunden und der Beschuldigte sei von hinten 
gekommen. Der Zeuge verneinte die Frage, ob die Straf- und Zivilklägerin 

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aufgestanden sei, als er [der Zeuge] sich umgedreht habe. Im Weiteren konnte er 
nicht mehr sagen, wie genau der Beschuldigte den steinähnlichen Gegenstand in 
der Hand gehabt habe und ob es ein Gegenstand gewesen sei, welchen der 
Beschuldigte in einer Hand oder in zweien gehabt habe. Auf Frage der Vertretung 
der Straf- und Zivilklägerin präzisierte der Zeuge schliesslich noch, es sei nach wie 
vor so, dass es am Bahnhof in F.________ rechts nach unten in die Unterführung 
gehe und links der Coop sei. Vor dem Eingang ins Coop habe es einen Automaten. 
Die Straf- und Zivilklägerin habe sich links vom Automaten, also näher beim 
Eingang, befunden (pag. 1405 ff. Z. 22 ff.).

7.3 Würdigung in concreto

7.3.1 Aussagen der Beteiligten

Die Kammer erachtet mit der Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten 
insgesamt als widersprüchlich und wenig präzis, mithin als unglaubhaft.

Zwar beschrieb der Beschuldigte zunächst konstant, wie er und die Straf- und 
Zivilklägerin abgemacht und den Preis für die sexuellen Dienstleistungen festgelegt 
hätten, die Straf- und Zivilklägerin nach F.________ gefahren sei, allerdings später 
als zunächst vorgesehen, weil es günstiger gewesen sei, wie er sie anschliessend 
am Bahnhof abgeholt habe und sie zusammen in seiner Wohnung gegessen und 
zwei Flaschen Bier getrunken hätten und es dann zweimal zu einvernehmlichem 
Sex gekommen sei. Beim dritten Mal Sex habe sie ihn dann weggestossen und 
nicht mehr gewollt. Der Beschuldigte schilderte sodann auch weitgehend gleich, 
wie er sich schlafen gelegt habe, aufgewacht sei und bemerkt habe, dass die Straf- 
und Zivilklägerin nicht mehr da war. 

Umso mehr erstaunt, dass der Beschuldigte in der Folge mehrere Versionen zu 
Protokoll gab, weshalb er der Straf- und Zivilklägerin an den Bahnhof in 
F.________ gefolgt sei. Anlässlich der Einvernahme vom 23. Oktober 2018 
schilderte er zunächst, er habe probiert, die Straf- und Zivilklägerin anzurufen, 
nachdem er bemerkt habe, dass sie weg gewesen sei. Sie habe das Telefon aber 
nicht abgenommen, worauf er sich gedacht habe, dass sie nur am Bahnhof in 
F.________ sein könne. Er sei dorthin gegangen, habe sie dort gesehen und sie 
geschlagen. Er sei sehr wütend gewesen (pag. 170 Z. 140 ff.). Weshalb er wütend 
gewesen sei, gab der Beschuldigte nicht an. Fünf Tage später, am 25. Oktober 
2018, führte er anlässlich seiner Hafteröffnung aus, er habe die Straf- und 
Zivilklägerin an den Bahnhof verfolgt. Sie habe seine Wohnung ohne seine 
Einwilligung verlassen und sie habe seine Sachen gestohlen (pag. 184 Z. 172 ff.). 
Anlässlich der delegierten Einvernahme bei der Polizei vom 15. März 2019 gab der 
Beschuldigte dann zu Protokoll, es habe ihn geärgert, dass sie die Türe und das 
Fenster offengelassen habe und einfach gegangen sei, er habe aber nie gesagt, er 
sei wegen des fehlenden Handys und Portemonnaies an den Bahnhof gegangen. 
Er habe nicht gewusst, dass sie es [das Portemonnaie und das Handy] 
mitgenommen habe (pag. 214 f. Z. 938 ff.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft 
sagte der Beschuldigte am 16. Mai 2019 schliesslich aus, er sei in Richtung 
Bahnhof gegangen, weil er Angst gehabt habe, dass die Straf- und Zivilklägerin ihm 
Probleme machen würde. Zudem sei er sie suchen gegangen, weil sie den Ort 

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nicht kenne und Probleme bekommen könnte (pag. 226 Z. 53 ff.). Oberinstanzlich 
erklärte der Beschuldigte schliesslich, er habe sie an den Bahnhof verfolgt, weil er 
der Überzeugung gewesen sei, sie würde den Weg nicht finden (pag. 1410 Z. 17 
f.). Wieso der Beschuldigte der Straf- und Zivilklägerin an den Bahnhof gefolgt war, 
kann gestützt auf seine diesbezüglich stets wechselnden Aussagen nicht 
abschliessend beurteilt werden. 

In den Aussagen des Beschuldigten sind zahlreiche Lügensignale auszumachen. 
So gab er beispielsweise auf Vorhalt, wonach ein Zeuge ihn mit einem Stein 
gesehen habe, lediglich pauschal zu Protokoll, die Zeugen könnten dies sagen, er 
könne jedoch nur sagen, was er gemacht habe (pag. 172 Z. 257 f.). Gleichzeitig 
führte er aber auf Frage, was er sagen würde, wenn man am Stein seine Spuren 
finden würde, aus, wenn seine Spur am aufgefundenen Stein zu finden sein würde, 
würde er dies akzeptieren (pag. 173 Z. 326). Als dem Beschuldigten im Rahmen 
einer späteren Einvernahme die Ermittlungsergebnisse vorgehalten wurden, tat er 
diese pauschal als falsch ab. Konkret bezeichnete er die Ergebnisse der 
medizinischen Untersuchung, wonach die Straf- und Zivilklägerin wahrscheinlich 
mit einem Stein an den Kopf geschlagen worden sei sowie die Ergebnisse der 
Untersuchung des Blutes an seiner Jacke, welches der Straf- und Zivilklägerin 
zugeordnet werden konnte, als falsch (pag. 213 Z. 856 ff. und Z. 871 f.). Diese 
Externalisierung ist klar als Lügensignal zu bezeichnen. Der Beschuldigte scheute 
auch nicht davor zurück, Fragen mit Gegenfragen zu beantworten (bspw. pag. 185 
Z. 208 f.; pag. 1410 Z. 9 f.) oder auf die ihm gestellten Fragen gar nicht erst 
einzugehen (bspw. pag. 193 Z. 99 ff.). Auf Frage, warum er denke, dass die Straf- 
und Zivilklägerin Aussagen gegen ihn gemacht habe, führte der Beschuldigte aus, 
die Frau [die Straf- und Zivilklägerin] sei schlecht, darum habe sie solche falsche 
Aussagen gemacht. Sie habe einfach eine schlechte Aussage gemacht, weil sie 
schlecht sei (pag. 185 Z. 219 f.). Auch in dieser Aussage ist ein Lügensignal 
erkennbar.

Widersprüche lassen sich in den Aussagen des Beschuldigten ebenfalls finden. 
Wie die Vorinstanz bereits korrekt ausführte, bestritt der Beschuldigte, gesehen zu 
haben, ob die Straf- und Zivilklägerin nach seinem Schlag geblutet hatte oder nicht, 
was in Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte den Tatort nur verliess, weil die 
Straf- und Zivilklägerin mittels Schreie auf sich aufmerksam gemacht hatte, er aber 
noch weiter geschlagen hätte und ihr somit lange genug gegenübergestanden 
hatte, wenig überzeugt. Deutliche Widersprüche lassen sich – wie hiervor bereits 
aufgezeigt – auch in seinen Aussagen zur Frage finden, wieso er die Straf- und 
Zivilklägerin nach Verlassen des Hauses an den Bahnhof verfolgt habe. Weiter gab 
der Beschuldigte anlässlich der Ersteinvernahme zu Protokoll, er wisse noch, dass 
er sie [die Straf- und Zivilklägerin] an den Haaren gepackt und geschlagen habe 
(pag. 170 Z. 165 f.). Vom Umstand, sie an den Haaren gepackt zu haben, wollte er 
rund fünf Monate später jedoch nichts mehr wissen und behauptete – selbst nach 
Vorhalt seiner eigenen, protokollierten Aussage – er habe nichts von an den 
Haaren gepackt gesagt (pag. 213 Z. 847 f.). Und schliesslich steht die Aussage des 
Beschuldigten ebenfalls anlässlich seiner ersten Einvernahme, wonach er es 
akzeptieren würde, wenn seine Spur am Stein gefunden würde, gänzlich im 
Widerspruch zu seinen übrigen Beteuerungen, die Straf- und Zivilklägerin nicht mit 

17

einem Stein, sondern mit seiner Faust geschlagen zu haben (vgl. pag. 173 Z. 326), 
zumal kaum jemand, der sich sicher ist, nichts mit einem Stein zu tun gehabt zu 
haben, eine solche Aussage machen würde.

Wie die Verteidigung oberinstanzlich zutreffend vorbrachte (pag. 1414), waren die 
Aussagen des Beschuldigten hinsichtlich der Frage, ob er die Straf- und 
Zivilklägerin mit einem Stein geschlagen habe, durch alle Einvernahmen 
gleichbleibend. Er verneinte die Frage konsequent. Nicht zu verkennen ist 
allerdings, dass der Beschuldigte es lediglich dabei beliess, pauschal zu bestreiten, 
die Straf- und Zivilklägerin mit einem Stein geschlagen zu haben; eine eigene 
Schilderung der Geschehnisse nahm er – wie von der Vorinstanz korrekt 
festgehalten – nur sehr oberflächlich vor. Anlässlich der oberinstanzlichen 
Verhandlung behauptete er gar, es bringe nichts, wenn er viermal sage, wie er sie 
geschlagen habe. Unbehelflich ist sodann seine Erklärung, wonach man für eine 
Frau weder einen Gegenstand noch ein Messer brauche.

Was das Kerngeschehen am Bahnhof in F.________ am Morgen des 20. Oktobers 
2018 anbelangt, kann auf die unglaubhaften Aussagen des Beschuldigten 
insgesamt nicht abgestellt werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte versuchte, eine für ihn günstigere Version zu Protokoll zu geben, bei 
welcher er dann auch bleiben konnte.

In den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin sind ebenfalls Widersprüche 
auszumachen und Aggravierungstendenzen ersichtlich. So wies die Verteidigung 
oberinstanzlich zu Recht darauf hin, dass die Straf- und Zivilklägerin angegeben 
habe, der Täter habe hinter ihr gestanden. Anlässlich einer weiteren Einvernahme 
habe sie davon gesprochen, dass der Täter von hinten gekommen sei und sie 
zusätzlich auch noch an den Haaren gezogen habe. Später habe sie dann 
ausgesagt, der Täter habe sie an den Haaren gepackt und sei beim Zuschlagen 
neben ihr gestanden, was ein Widerspruch zu den vorgängigen Aussagen sei. Der 
Stein sei gemäss der Straf- und Zivilklägerin rundlich und schwarz gewesen. An 
der nächsten Einvernahme habe sie nur davon gesprochen, geschlagen worden zu 
sein. Erst später habe die Straf- und Zivilklägerin ergänzt, der Beschuldigte habe 
einen Stein gehabt. Hinzu sei gekommen, dass sie Blitze gesehen habe und ihr 
schwindlig geworden sei. Der Stein sei noch grösser geworden, wobei bereits der 
Stein gemäss pag. 1062 nicht mehr einfach so in eine Hand gepasst habe 
(pag. 1413 f.). Hinzu kommt, dass die Straf- und Zivilklägerin den Beschuldigten 
anlässlich der ersten Einvernahme weder kennen noch jemals zuvor gesehen 
haben wollte, was sich später aber nachweislich als falsch herausstellte. Anlässlich 
der Einvernahme vom 25. Oktober 2018 bei der Polizei erklärte sie, sie habe bei 
der Polizei nicht gesagt, dass sie bei ihm [beim Beschuldigten] übernachtet habe, 
weil sie ihn habe schützen wollen, was vor dem Hintergrund, dass er sie am 
Bahnhof in F.________ geschlagen haben soll, kaum Sinn macht (pag. 252 Z. 55 
f.). Und schliesslich äusserte die Straf- und Zivilklägerin im Rahmen der 
oberinstanzlichen Verhandlung vermehrt, der Beschuldigte habe sie töten wollen 
(pag. 1403 Z. 25 f.; pag. 1404 Z. 23 f.) bzw. bedroht (u.a. pag. 323 Z. 526 ff.), wofür 
es allerdings keine Anzeichen gab.

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Für die Kammer von gewichtiger Bedeutung ist jedoch, dass die Straf- und 
Zivilklägerin von Beginn weg, mithin bereits in ihrer ersten Einvernahme am 20. 
Oktober 2018, von einem Stein sprach, mit welchem sie geschlagen worden sei 
(pag. 241 Z. 52 f.; pag. 243 Z. 152 f.; pag. 244 Z. 167). Auch gegenüber Dr. med. 
I.________ äusserte die Straf- und Zivilklägerin am 20. Oktober 2018 um 08:45 
Uhr, mithin nur wenige Stunden nach dem Vorfall, sie sei durch einen faustgrossen 
Stein am Kopf verletzt worden (pag. 145). Diese zum Kerngeschehen wesentlichen 
Aussagen stimmen mit den Aussagen des Zeugen E.________ sowie den 
objektiven Beweismitteln (vgl. dazu hiernach) überein, was trotz Widersprüchen 
und Ungereimtheiten in ihren eigenen Aussagen um das Kerngeschehen herum für 
die Glaubwürdigkeit der Straf- und Zivilklägerin spricht. Im Wesentlichen kann 
deshalb – zumindest was das Kerngeschehen anbelangt – auf ihre Aussagen 
abgestellt werden.

Die Kammer erachtet sodann auch die Aussagen des Zeugen E.________ als 
weitgehend nachvollziehbar und überzeugend und damit als glaubhaft. Wie die 
Vorinstanz zutreffend begründete, vermochte er nachvollziehbar und in 
anschaulicher Art und Weise zu schildern, was sich am Morgen des 20. Oktobers 
2018 am Bahnhof in F.________ abgespielt hatte. Er bediente sich dabei origineller 
Details, indem er beispielsweise beschrieb, er habe einen ganz dumpfen und 
widerlichen Ton gehört und das Geräusch sei hässlich gewesen (pag. 1057, S. 36 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung mit Verweis auf pag. 339 Z. 31 ff. und pag. 
344 Z. 31 ff.). Diese Auffassung teilt die Kammer. Eindrücklich ist zudem, wie der 
Zeuge schilderte, dass ihn im Zug nach Bern ein schlechtes Gewissen geplagt und 
er deshalb die Polizei angerufen habe und wie er sich danach habe übergeben 
müssen.

Die Vorinstanz verkannte nicht, dass bei den Aussagen des Zeugen zur 
Steingrösse Übertreibungen auszumachen sind, führte jedoch zu Recht aus, dass 
dieser Umstand nichts daran ändere, dass dessen Aussagen grundsätzlich als 
glaubhaft einzustufen seien (pag. 1057, S. 36 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Zu dieser Überzeugung kommt auch die Kammer. Zwar sprach 
der Zeuge entgegen seiner früheren Aussagen oberinstanzlich plötzlich davon, den 
Schlag des Beschuldigten gegen die Straf- und Zivilklägerin gesehen zu haben. Die 
unentgeltliche Vertreterin Letzterer wies im Rahmen ihres oberinstanzlichen 
Plädoyers allerdings zu Recht darauf hin, wonach Zeugen dazu tendieren würden, 
gemachte Aussagen im Verlaufe der Zeit – bewusst oder unbewusst – zu ergänzen 
(pag. 1419). Die Kammer geht gestützt darauf ebenfalls nicht davon aus, dass der 
Zeuge den Schlag des Beschuldigten hatte beobachten können. Gleich verhält es 
sich mit seiner Aussage, ebenfalls vor oberer Instanz, wonach er sich sicher sei, 
dass der Beschuldigte ein Messer aus seiner Brusttasche gezogen habe (pag. 
1405 f. Z. 30 ff.). Ein solches erwähnte er zwar beim Anruf bei der Polizei kurz nach 
dem Vorfall, war sich bei der kurz darauffolgenden Einvernahme jedoch bereits 
nicht mehr sicher (vgl. pag. 340 Z. 80 ff.). Mit der Verteidigung erscheint 
unwahrscheinlich, dass sich der Zeuge gut drei Jahre später besser an ein solches 
zu erinnern vermochte als kurze Zeit nach dem Vorfall. Auf die im Übrigen 
detailreichen, nachvollziehbaren und konstanten Aussagen des Zeugen kann 
hingegen abgestellt werden.

19

7.3.2 Würdigung des Geschehens

Wie eingangs unter Ziff. 6.2 bereits ausgeführt, gilt es vorliegend zu klären, wie der 
Beschuldigte die Straf- und Zivilklägerin schlug, mithin mit einem Stein oder wie 
von ihm angegeben mit der Faust. 

Der Beschuldigte legte anlässlich seiner ersten Einvernahme bereits ein 
Geständnis ab, die Straf- und Zivilklägerin am 20. Oktober 2018 am Bahnhof in 
F.________ geschlagen zu haben. Die Frage, ob er die Straf- und Zivilklägerin mit 
einem Stein geschlagen habe, verneinte er demgegenüber jederzeit. Die Straf- und 
Zivilklägerin hingegen sprach – wie ebenfalls bereits erwähnt – von Beginn weg 
von einem Stein, mit welchem sie geschlagen worden sei. Ihre Aussagen dazu 
werden nicht nur von denjenigen des Zeugen E.________ gestützt, sondern auch 
die Mitarbeiterin des Coop Pronto, welche die Polizei nach dem Vorfall informierte, 
erwähnte gegenüber dieser einen Stein (vgl. pag. 98). Dieses Detail konnte die 
Mitarbeiterin nur von der Straf- und Zivilklägerin erfahren haben, womit feststeht, 
dass Letztere bereits da von einem Stein gesprochen hatte. Gegenüber den 
Mitarbeitern der Ambulanz, welche ebenso kurz nach dem Geschehen am Ort 
eintrafen, erwähnte die Straf- und Zivilklägerin ebenfalls einen Stein (pag. 128 f.). 
Diese Umstände sprechen dafür, dass der Beschuldigte für den Schlag gegen die 
Straf- und Zivilklägerin einen Stein benutzte. Es liesse sich auch kaum erklären, 
wieso die Straf- und Zivilklägerin den Beschuldigten mit diesem Detail zu Unrecht 
belasten sollte (Schlag mit einem Stein statt mit einer Faust), zumal sie ihn 
anfänglich (und möglicherweise aufgrund von vorhandenen Schamgefühlen) nicht 
der Polizei ausliefern wollte und stattdessen angegeben hatte, die Täterschaft nicht 
gekannt zu haben.

Die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin werden wie ebenfalls bereits ausgeführt 
auch von den glaubhaften Aussagen des Zeugen gestützt. Auch er sprach bereits 
von Beginn weg und konstant vom Einsatz eines Steines. Dass diesbezüglich eine 
Absprache mit der Straf- und Zivilklägerin stattgefunden hätte, erscheint höchst 
unwahrscheinlich, zumal sich die beiden – soweit ersichtlich – nicht kennen. Der 
Zeuge meldete sich sodann von sich aus rund eine Stunde nach dem Vorfall bei 
der Polizei, nachdem er mit dem Zug nach Bern gefahren war und ihn gemäss 
eigenen Angaben Selbstvorwürfe geplagt hatten, was ebenfalls dafür spricht, dass 
er mehr als nur zwei streitende Personen beobachten und die von ihm 
geschilderten Geräusche hören konnte. Wie bereits unter Ziff. 7.3.1 hiervor 
ausgeführt, ist nicht zu verkennen, dass es in den Aussagen des Zeugen auch 
Widersprüche und Ungereimtheiten gibt. So erscheint, wie die Vorinstanz 
zutreffend ausführte, nebst den bereits hiervor erwähnten Ungereimtheiten die 
Beschreibung des Zeugen, wonach der Stein in etwa 20 bis 30 cm gemessen 
habe, übertrieben. Ein Stein dieser Grösse könnte, wie die Verteidigung des 
Beschuldigten zu Recht einwendete (pag. 1414), nur mit Mühe einfach so unter 
einer Jacke versteckt werden. Diese Übertreibungen vermögen für die Kammer am 
Ergebnis jedoch nichts zu ändern. Ausschlaggebend ist, dass auch der Zeuge von 
Beginn weg und nur drei Stunden nach dem Vorfall von einem Stein sprach, der 
gegenüber der Straf- und Zivilklägerin eingesetzt worden sei, was mit deren 
Aussagen übereinstimmt. 

20

Dass der Taxifahrer L.________ im Übrigen keinen Stein gesehen hatte, sondern 
lediglich beobachten konnte, wie der Beschuldigte mit seinen Händen gefuchtelt 
habe, ist nicht relevant (vgl. die Ausführungen der Verteidigung, pag. 1414). Wie 
die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend ausführte, befand sich L.________ 
wesentlich weiter bzw. zu weit vom Geschehen entfernt, als dass er hätte 
beobachten können, wie der Beschuldigte einen Stein unter seiner Jacke 
hervorgezogen hatte (pag. 1416).

Für den Einsatz eines Steines und gegen einen Schlag mit der Hand bzw. der 
Faust sprechen schliesslich auch die objektiven Beweismittel. Anlässlich der 
rechtsmedizinischen Untersuchung am 20. Oktober 2018 konnte bei der Straf- und 
Zivilklägerin eine oberflächliche Riss-/Quetschwunde von rund 4 cm an der stark 
angeschwollenen linken Stirnseite festgestellt werden. Das Hämatom von 4 cm 
Durchmesser sowie die 1 cm lange Risswunde konnten gemäss Dr. med. 
I.________ zudem maximal drei bis vier Stunden alt gewesen sein (pag. 145 und 
pag. 152). Die Kammer teilt die vorinstanzliche Überzeugung, wonach sich ein 
solches Verletzungsbild kaum mit einem reinen Schlag von Hand erklären lässt. 

Die Verteidigung wies im Zusammenhang mit dem Verletzungsbild oberinstanzlich 
auf die Aussagen von K.________ hin, welcher zu Protokoll gab, die Straf- und 
Zivilklägerin habe an der Stirn und am Ellbogen eine Verletzung gehabt (pag. 356 
Z. 96 f.). Sie führte aus, der Chatverlauf zwischen der Straf- und Zivilklägerin und 
K.________ habe ergeben, dass die beiden zwischen dem 10. und 17. Oktober 
2018 in Kontakt gestanden hätten. Drei bis zehn Tage vor dem Vorfall habe somit 
eine frische Verletzung an der Stirn der Straf- und Zivilklägerin bestanden, womit 
deren Aussage, wonach sie eine frühere Verletzung an der Stirn gehabt habe, 
widerlegt werde. Bei der [zwischen dem 10. und 17. Oktober 2018 gesehenen] 
Verletzung habe es sich um eine frische gehandelt. Das Verletzungsbild sei mit 
dieser erst ein paar Tage alten Verletzung daher nicht typisch und lasse keine 
Rückschlüsse auf einen Schlag mit einem Stein zu. Es könne auch sein, dass die 
Verletzung durch den Schlag wieder aufgegangen sei und daher ein 
Verletzungsbild zeige, welches schlimmer aussehe, als es wirklich gewesen sei 
(pag. 1414 f.). Diesen Ausführungen ist entgegenzuhalten, dass der untersuchende 
Arzt, Dr. med. I.________, entgegen den Aussagen von K.________ keine 
vorbestehenden Verletzungen feststellen konnte. Er führte gar aus, wenn es sich 
um eine alte Wunde gehandelt hätte, diese nur gelbes Sekret, nicht jedoch 
Frischblut gebildet hätte, und dass diesfalls sicher eine Verschorfung der Ränder 
vorhanden gewesen wäre (pag. 152). Mit der Vermutung, wonach eine bestehende 
Verletzung möglicherweise wieder aufgesprungen sei, vermag die Verteidigung 
damit nicht durchzudringen.

Ferner sind auch die Blutanhaftungen insbesondere an der Jacke des 
Beschuldigten sowie am sichergestellten Stein zu würdigen. Die Vorinstanz führte 
dazu zutreffend Folgendes aus (pag. 1056 f., S. 35 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung):

Erschwerend kommt hinzu, dass im Rapport des KTD vom 12.03.2019 (pag. 138 ff.) vermerkt ist, 
dass auch an der sichergestellten Jacke des Beschuldigten Blutanhaftungen festgestellt werden 
konnten. Während das erstellte Hauptprofil mit jenem des Beschuldigten übereinstimmt, deckt sich die 

21

Nebenkomponente grösstenteils mit dem DNA-Profil von C.________, womit diese als 
Mitspurengeberin nicht ausgeschlossen werden kann. Entgegen der Auffassung der Verteidigung des 
Beschuldigten erachtet das Gericht es als höchst unwahrscheinlich, dass sich die Blutanhaftungen auf 
der Jacke des Beschuldigten mit dem vorangegangenen Geschlechtsverkehr erklären lassen. Weder 
C.________ noch der Beschuldigte haben ausgesagt, dass C.________ während der sexuellen 
Handlungen geblutet hätte; ebenfalls ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie das Blut während des 
Geschlechtsverkehrs auf die Jacke des (nackten) Beschuldigten gelangt sein soll. Mit anderen Worten 
geht das Gericht davon aus, dass die Blutanhaftungen erst beim tätlichen Übergriff am Bahnhof 
F.________ entstanden sind, was wiederum gegen einen Faustschlag und für den Schlag mit einem 
Stein spricht. Immerhin führt ein Faustschlag gegen die Stirn sicherlich nur sehr selten dazu, dass das 
Opfer zu bluten beginnt. Ausserdem wurde im Schotterbeet des Bahngleises ein Stein sichergestellt; 
an welchem gemäss durchgeführtem Vortest Blutrückstände gehaftet haben (vgl. pag. 132 ff.). Auch 
wenn kein DNA-Profil erstellt werden konnte, liegt mit dem Fund dieses Steines ein weiteres Indiz für 
den Wahrheitsgehalt der von C.________ gemachten Aussagen vor.

Oberinstanzlich wendete die Verteidigung ein, die Polizei habe einen Stein 
sichergestellt, an welchem aber kein Blut habe nachgewiesen werden können. Mit 
diesem Stein lasse sich somit nichts nachweisen. An der Jackentasche des 
Beschuldigten sei ebenfalls Blut gefunden worden, wovon ein paar Komponenten 
mit demjenigen der Straf- und Zivilklägerin übereingestimmt hätten. Dennoch 
beweise auch dieser Befund nichts. Aus kriminaltechnischer Sicht hätten der 
Beschuldigte und die Straf- und Zivilklägerin Kontakt gehabt, was ja auch zutreffe. 
Dennoch könne damit nicht bewiesen werden, wie der Beschuldigte zugeschlagen 
habe. Es könne sein, dass das Blut an der Jacke vom Beschuldigten selber 
gewesen sei und er DNA der Straf- und Zivilklägerin an sich gehabt habe. Die 
Vorinstanz sei davon ausgegangen, dass es sich um Blut der Straf- und 
Zivilklägerin gehandelt habe, was aber nirgends so stehe (pag. 1413). 

Am von der Polizei sichergestellten Stein konnte mittels Vortest Blut gefunden 
werden. Eine spätere Untersuchung zeigte kein Ergebnis hinsichtlich einer DNA, 
weil zu wenig oder nur zerstörte DNA vorhanden war (pag. 140). Ob es sich also 
beim aufgefundenen Stein um die Tatwaffe des Beschuldigten gehandelt hatte, 
konnte nicht abschliessend festgestellt werden. Für die Beurteilung, ob der 
Beschuldigte mit einem Stein zugeschlagen hatte oder nicht, ist dies jedoch nicht 
entscheidend. Die Straf- und Zivilklägerin sowie der Zeuge gaben beide zu 
Protokoll, der Beschuldigte habe einen Stein bei sich gehabt. Ähnliche Aussagen 
gaben beide zudem auch hinsichtlich der Tatsache, dass es sich um einen 
zumindest faustgrossen Stein bzw. um einen solchen gehandelt hatte, welcher in 
die Hand des Beschuldigten passte, zu Protokoll (pag. 244 Z. 170, pag. 247 Z. 314 
[Straf- und Zivilklägerin]; pag. 339 Z. 22 ff., pag. 340 Z. 81 f. [Zeuge]). Zwar 
überschätzte der Zeuge wie bereits ausgeführt die Grösse des Steines, indem er 
angab, dieser habe eine Grösse von rund 20 bis 30 cm gehabt, und auch in Bezug 
auf die Form divergierten die Beschreibungen der Straf- und Zivilklägerin sowie des 
Zeugen. Während Erstere eher von einem rundlichen Stein sprach (pag. pag. 247 
Z. 314), war sich der Zeuge sicher, einen länglichen, eher spitzen Stein gesehen zu 
haben (pag. 339 Z. 26 ff., pag. 1405 Z. 41). Zudem war sich der Zeuge anlässlich 
der oberinstanzlichen Einvernahme – entgegen seiner früheren Einvernahmen – 
plötzlich nicht mehr sicher, ob der Beschuldigte den Stein in einer oder in beiden 

22

Händen gehalten hatte, was angesichts des Zeitablaufs allerdings nicht weiter 
erstaunt. Für die Kammer steht gestützt darauf, dass die Straf- und Zivilklägerin 
von einem Stein sprach, welcher in ihre Hand passe und der Stein auch gestützt 
auf die Beschreibungen des Zeugen in einer solchen Platz gehabt haben muss 
(keine 20 bis 30 cm gross, jedoch grösser als ein Schotterstein [pag. 345 Z. 81 f.]), 
fest, dass es sich beim vom Beschuldigten verwendeten Stein um einen etwa 
faustgrossen Stein gehandelt haben muss. Ob dieser eine runde oder eher spitze 
Form hatte, kann vorliegend offenbleiben.

Wenn die Verteidigung vorbringt, es könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, 
dass es sich beim Blut auf der Jackentasche des Beschuldigten um jenes der Straf- 
und Zivilklägerin gehandelt habe, so ist ihr entgegenzuhalten, dass die 
kriminaltechnische Untersuchung eine nicht unbeachtliche Übereinstimmung von 
11 bis 14 der 16 STR-Loci ergab. Dass es sich somit um eine Vermischung von 
Blut des Beschuldigten und einer allfällig bereits vorhandenen DNA der Straf- und 
Zivilklägerin handelte, ist für die Kammer nicht wahrscheinlich. Vielmehr ist gestützt 
auf dieses Ergebnis davon auszugehen, dass das Blut auf der Jacke des 
Beschuldigten von der Straf- und Zivilklägerin stammte, was wiederum eher für 
einen Schlag mit einem Stein als mit einer Hand bzw. Faust spricht. Denn wie die 
Vorinstanz richtigerweise ausführte, führt ein Faustschlag gegen die Stirn nur 
selten zu einer Wunde, wie sie die Straf- und Zivilklägerin erlitt.

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin sowie des 
Zeugen E.________, die medizinischen Untersuchungsberichte und die 
aufgefundenen Blutspuren an der Jackentasche des Beschuldigten ist mit der 
Vorinstanz auch für die Kammer erstellt, dass der Beschuldigte die Straf- und 
Zivilklägerin am Morgen des 20. Oktobers 2018 mit einem etwa faustgrossen Stein 
schlug.

Für die Kammer ist weiter ebenfalls erstellt, dass der Beschuldigte die Straf- und 
Zivilklägerin am Bahnhof in F.________ am Boden sitzend vorfand. Diesbezüglich 
gab die Straf- und Zivilklägerin erst an, sie habe am Boden neben dem Abfalleimer 
gesessen (pag. 253 Z. 129 f.), änderte die darauffolgenden Aussagen dazu aber 
dahingehend, wonach sie am Billettautomaten gestanden habe (pag. 260 Z. 462 f., 
pag. 320 Z. 411, pag. 1403 Z. 34 f.). Der Beschuldigte hingegen gab konstant zu 
Protokoll, die Straf- und Zivilklägerin habe am Boden gesessen, als er auf sie 
eingeschlagen habe (vgl. u.a. pag. 170 Z. 149 ff., pag. 171 Z. 185, pag. 172 Z. 
242), was sich mit den glaubhaften Aussagen des Zeugen, der sich ebenfalls 
sicher war, dass die Straf- und Zivilklägerin am Boden gesessen hatte, als der 
Angriff stattfand, deckt (vgl. pag. 339 Z. 21 f., pag. 334 Z. 27 f., pag. 1406 Z. 34 ff.). 
Bei dieser Konstellation – der Beschuldigte stehend, die Straf- und Zivilklägerin 
sitzend – ist auch davon auszugehen, dass die Straf- und Zivilklägerin mit dem 
Stein von oben nach unten geschlagen wurde, so wie sie es anlässlich ihrer 
Ersteinvernahme zu Protokoll gab (pag. 244 Z. 175 f.) und wofür auch die Grösse 
des Beschuldigten (159 cm, pag. 235 Z. 221) bzw. der Straf- und Zivilklägerin 
spricht (161 cm, pag. 321 Z. 462).

Hinsichtlich der Anzahl Schläge, mit welcher der Beschuldigte die Straf- und 
Zivilklägerin traktierte, liegen die jeweiligen Aussagen nicht weit auseinander. Der 

23

Beschuldigte sprach anlässlich seiner Einvernahmen von ein bis zwei Schlägen, 
war sich jedoch nicht sicher (vgl. u.a. pag. 212 Z. 825, pag. 1409 Z. 43). Die Straf- 
und Zivilklägerin sprach dagegen konstant von einem Schlag (pag. 244 Z. 184, 
pag. 254 Z. 152). Gestützt auf die Aussagen der Straf- und Zivilklägerin hat als 
erstellt zu gelten, dass der Beschuldigte diese einmal schlug. Obwohl der 
Beschuldigte anlässlich seiner zweiten Einvernahme und entgegen seiner 
Erstaussagen nichts mehr davon wissen wollte, die Straf- und Zivilklägerin an den 
Haaren gepackt zu haben, ist ebenfalls als erstellt zu erachten, dass er sie kurz vor 
dem Schlag mit dem Stein an den Haaren gepackt hatte. Die Straf- und 
Zivilklägerin machte diesbezüglich konstante Aussagen (vgl. bspw. pag. 253 Z. 139 
f., pag. 260 Z. 462 f., pag. 280 Z. 85 f.). 

7.3.3 Rechtserheblicher Sachverhalt

Die Kammer geht nach Würdigung sämtlicher objektiven und subjektiven 
Beweismittel von folgendem rechtserheblichen Sachverhalt aus:

Der Beschuldigte folgte der Straf- und Zivilklägerin, welche sich ohne sein Wissen 
aus der Wohnung entfernt hatte, am frühen Morgen des 20. Oktobers 2018 an den 
Bahnhof in F.________. Dort angekommen, fand er die Straf- und Zivilklägerin 
sitzend in der Nähe der Billettautomaten. Der Beschuldigte packte daraufhin die 
Straf- und Zivilklägerin an den Haaren und schlug ihr mit einem etwa faustgrossen 
Stein von oben nach unten einmal auf den Kopf. Daraus resultierte bei der Straf- 
und Zivilklägerin ein Hämatom von 4 cm Durchmesser sowie eine 1 cm lange 
Risswunde. 

III. Rechtliche Würdigung

8. Theoretische Grundlagen zum Tatbestand der versuchten schweren Körper-
verletzung

Für die theoretischen Grundlagen zum Tatbestand der versuchten schweren Kör-
perverletzung kann vorab vollumfänglich auf die umfassenden und korrekten Aus-
führungen in der erstinstanzlichen Begründung verwiesen werden (pag. 1058 f., 
S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Der versuchten schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB macht sich 
schuldig, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt (Abs. 1), wer 
vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstüm-
melt oder ein wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen 
bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines 
Menschen arg und bleibend entstellt (Abs. 2) oder wer vorsätzlich eine andere 
schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit 
eines Menschen verursacht (Abs. 3).

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss 
sich auf die schwere Schädigung selbst beziehen. Gefordert ist indessen nicht, 
dass sich der Täter gerade die tatsächlich eingetretene Folge vorgestellt hat. Die 
Abgrenzung des Willensinhaltes gegenüber einem blossen Vorsatz auf einfache 
Körperverletzung einerseits oder gegenüber einem dolus eventualis auf Tötung des 

24

Opfers andererseits kann schwierig sein. Wie bei der einfachen Körperverletzung 
müssen deshalb nicht selten vom Tatvorgehen aus Rückschlüsse auf den Willens-
inhalt des Täters gezogen werden (ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar, 
Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, N 25 zu Art. 122).

Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-
hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollen-
dung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann 
das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB).

9. Subsumtion

Für die Subsumtion unter den Tatbestand von Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB kann 
vorab vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 1059 f., S. 38 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte hat durch den Schlag mit einem mindestens faustgrossen Stein gegen den Kopf von 
C.________ an deren linken Stirnseite ein frisches Hämatom von 4cm Durchmesser mit einer 1cm 
langen Risswunde verursacht. Aus dem Bericht von Dr. med. I.________ (pag. 145 ff.) geht hervor, 
dass diese Verletzung ohne bleibenden Schaden oder entstellende Narbenbildung verheilen werde. 
Allerdings war an der Stirn von C.________ noch an der Hauptverhandlung eine deutliche Narbe 
ersichtlich (vgl. pag. 970 f.), weshalb das Gericht sich – auf Antrag der Verteidigung von C.________ 
– die Würdigung des als versuchte schwere Körperverletzung angeklagten Sachverhalts als 
vollendete schwere Körperverletzung vorbehalten hat. 

Diesbezüglich ist zu sagen, dass der Vorfall bei seiner Beurteilung durch das Gericht rund ein Jahr 
zurücklag. Die verursachte Narbe ist bei aktueller Betrachtung noch deutlich sichtbar, wobei aber im-
merhin fraglich ist, ob sie unter den vorgenannten Kriterien als arge und bleibende Entstellung i.S. 
Art. 122 Abs. 2 StGB qualifiziert werden könnte. Letztlich ist das Gericht jedoch der Auffassung, dass 
diese Frage offenbleiben kann. Da eine Abheilung ohne entstellende Narbenbildung nicht nur durch 
Dr. med. I.________ prognostiziert worden, sondern im weiteren Verlauf immer noch möglich ist, kann 
nach dem Grundsatz in dubio pro reo nicht von einer vollendeten schweren Körperverletzung ausge-
gangen werden. Lediglich der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass 
C.________ gemäss eigenen Aussagen vor ca. drei Jahren einen Velounfall gehabt habe, welcher 
ebenso zu einer Narbe an der Stirn geführt habe (pag. 326, Z. 648; pag. 327, Z. 654 ff.). Allerdings 
wird diese Tatsache wiederum dadurch relativiert, dass Dr. med. I.________ keine vorbestehenden 
Verletzungen hat feststellen können. 

Eine vollendete schwere Körperverletzung kann aus den obenstehend genannten Gründen – und 
aufgrund der Tatsache, dass C.________ weder lebensgefährlich verletzt wurde noch bleibende 
Schäden davontrug - nicht angenommen werden. Die Verletzungen, welche C.________ erlitten hat, 
sind objektiv als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB einzuordnen. Allerdings stellt 
sich die Frage, ob der Beschuldigte eine schwere Körperverletzung von C.________ in Kauf genom-
men hat. Dies ist wiederum klarerweise zu bejahen. Die Beweiswürdigung hat ergeben, dass der Be-
schuldigte mit einem mindestens faustgrossen Stein auf den Kopf von C.________ eingeschlagen 
hat. Durch diesen Schlag hätte C.________ ohne weiteres schwerwiegende Verletzungen, wie bei-
spielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma mit bleibenden Schäden oder eine lebensbedrohliche Hirnblu-
tung, erleiden können. Ebenso hätte der Schlag mit dem Stein auf den Kopf bzw. die Stirn von 
C.________ zu einer noch grösseren bzw. tieferen Wunde führen können, welche nur unter entstel-
lender Narbenbildung abgeheilt wäre. Dass die gesamte Kopfregion höchst empfindlich ist und eine 

25

gewaltsame Einwirkung darauf ohne Weiteres zu bleibenden Entstellungen oder dauerhaften Schädi-
gungen der geistigen und körperlichen Gesundheit führen kann, kann dabei als allgemein bekannt 
vorausgesetzt werden. Entsprechend ist davon auszugehen, dass sich auch der Beschuldigte über 
die möglichen Folgen seines Handelns durchaus im Klaren war. Das Gericht geht jedoch nicht davon 
aus, dass der Beschuldigte betreffend die schwere Körperverletzung mit direktem Vorsatz handelte. 
Vordergründiges Ziel des Beschuldigten war es, C.________ für ihr Verhalten zu bestrafen, dieser al-
so einen Denkzettel zu verpassen. Darauf, dass er beabsichtigte, sie durch seine Handlungen 
tatsächlich schwer zu verletzen, gibt es demgegenüber keine Hinweise. Der Beschuldigte nahm aber 
durch den Schlag mit dem Stein gegen den Kopf von C.________ deren schwere Verletzung aber je-
denfalls zumindest in Kauf, weshalb der Eventualvorsatz zu bejahen ist. Der subjektive Tatbestand 
der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 bzw. 2 StGB ist erfüllt. Da in objektiver 
Hinsicht der tatbestandmässige Erfolg ausgeblieben ist, liegt ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 
StGB vor.

Bei der Straf- und Zivilklägerin lag eine einfache Körperverletzung vor, so dass die 
Vorinstanz die schwere Körperverletzung zu Recht in der Form des Versuchs prüf-
te. 

Indem der Beschuldigte der Straf- und Zivilklägerin mittels eines etwa faustgrossen 
Steines von oben nach unten auf den Kopf schlug, nahm er zweifelsohne eine 
schwere Verletzung in Kauf. Dass ein Schlag dieser Art unter Zuhilfenahme eines 
solchen Gegenstandes zu lebensgefährlichen Verletzungen am Kopf oder bleiben-
den Entstellungen (Narben im Gesicht) führen kann, darf als bekannt vorausgesetzt 
werden, zumal es sich beim Kopf um eine empfindliche Körperstelle handelt, wo 
sich lebenswichtige Organe (Gehirn, Blutgefässe) befinden. Der hohen Verlet-
zungsgefahr war sich der Beschuldigte bewusst und es war ihm bekannt, dass er 
mit einem Schlag mittels eines etwa faustgrossen Steines schwere Verletzungen 
herbeiführen kann, gab er doch bei der Staatsanwaltschaft auf Frage, was passie-
re, wenn man jemandem mit einem Stein auf die Stirn schlage, zu Protokoll, man 
sterbe, man könne nicht überleben (pag. 236 Z. 245). Der Beschuldigte hat eine le-
bensgefährliche Verletzung bzw. eine bleibende Entstellung zumindest in Kauf ge-
nommen und verwirklichte damit den subjektiven Tatbestand von Art. 122 Abs. 1 
und 2 StGB.

Rechtfertigungsgründe sind, wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt, keine 
ersichtlich. Insbesondere stellt die Tatsache, dass die Straf- und Zivilklägerin die 
Wohnung des Beschuldigten ohne dessen Einwilligung verlassen hatte, keinen 
Rechtfertigungsgrund dar. Zudem bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass 
der Beschuldigte nicht schuldhaft gehandelt hätte.

Der Beschuldigte ist gestützt auf Art. 122 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
der versuchten schweren Körperverletzung, begangen am 20. Oktober 2018 am 
Bahnhof in F.________, schuldig zu erklären.

IV. Strafzumessung

10. Anwendbares Recht

26

Der hier zu beurteilende Vorfall ereignete sich am 20. Oktober 2018 und damit 
nach Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des Straf-
gesetzbuches. Es gelangt daher integral neues Recht zur Anwendung.

11. Allgemeine Grundlagen zur Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundlagen zur Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1061, S. 40 ff. der erstin-
stanzlichen Ausführungen). Asperationsfragen stellen sich aufgrund des einzelnen 
Schuldspruchs, welchen es hier zu beurteilen gilt, keine.  

12. Strafart, Strafrahmen und methodisches Vorgehen

Das Gesetz sieht als Strafart für einen Schuldspruch wegen schwerer Körperver-
letzung lediglich die Ausfällung einer Freiheitsstrafe vor (vgl. Art. 122 StGB). Der 
abstrakte Strafrahmen reicht dabei von Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 
zehn Jahren. Umstände, die es gebieten würden, den ordentlichen Strafrahmen zu 
verlassen, sind vorliegend nicht ersichtlich.

Ist die Strafe für ein versuchtes Delikt zu bemessen, so ist dabei vorerst vom hypo-
thetisch vollendeten Delikt auszugehen. Die daraus resultierende (hypothetische) 
Strafe ist sodann aufgrund der versuchten Begehungsweise angemessen zu redu-
zieren (vgl. Art. 22 Abs. 1 StGB). 

13. Strafzumessung in concreto

13.1 Objektives Tatverschulden

Unter dem Titel der Schwere der Verletzung bzw. Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts hält die Kammer fest, dass der Beschuldigte die Straf- und Zivilklägerin 
mit einem etwa faustgrossen Stein auf den Kopf schlug und sich damit eine hoch-
sensible Stelle des Körpers ausgesucht hatte. Im Rapport vom 5. November 2018 
wurde festgehalten, dass gemäss Aussagen des IRM-Arztes die beschriebene 
Wunde trotz ihrer Unscheinbarkeit als nicht ungefährlich bezeichnet werden dürfe 
(pag. 133). Dass nicht mehr passierte, ist einzig dem Zufall zu verdanken bzw. der 
Tatsache, dass die Straf- und Zivilklägerin mittels Schreien auf sich aufmerksam 
gemacht hatte. Mit dem eingesetzten Werkzeug des Beschuldigten hätte ohne 
Weiteres eine schwerwiegendere und lebensbedrohliche Verletzung einhergehen 
können. Auch eine bleibende Entstellung hätte ohne Weiteres aus der Tat resultie-
ren können. Beides ist dem vollendeten Tatbestand indes immanent. Entgegen der 
Vorinstanz steht für die Kammer fest, dass der Angriff des Beschuldigten für die 
Straf- und Zivilklägerin nicht völlig überraschend kam, zumal sie mehrfach ausge-
sagt hatte, sie habe den Beschuldigten gesehen (vgl. bspw. pag. 243 Z. 134 f., 
pag. 1403 Z. 34 ff.). Ein Überraschungsmoment hatte der Beschuldigte somit nicht 
ausgenutzt. Überraschend war für die Straf- und Zivilklägerin hingegen, dass der 
Beschuldigte mit einem Stein zuschlug. 

Zur Verwerflichkeit kann – wie von der Vorinstanz richtig erwogen – von einer 
spontanen, nicht geplanten Tat ausgegangen werden. Dafür spricht auch der Stein, 
welcher dem Beschuldigten als Tatwerkzeug diente. Aus den Akten ergeben sich 
keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte den Stein bereits von zu Hause 

27

mitgenommen hätte; vielmehr ist davon auszugehen, dass er diesen auf dem Weg 
zum Bahnhof aufgelesen hat.

Insgesamt ist für das hypothetisch vollendete Delikt gestützt auf diese Erwägungen 
von einem gerade noch leichten objektiven Tatverschulden auszugehen.

13.2 Subjektives Tatverschulden

Was das subjektive Tatverschulden anbelangt, ist zunächst festzuhalten, dass der 
Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte, was sich leicht strafmindernd auf das 
Strafmass auszuwirken hat. Zu seinen Beweggründen bzw. Zielen ist mangels kla-
rer Aussagen wenig bekannt. Nach Überzeugung der Kammer können das 
Zurückholen des gestohlenen Handys und Portemonnaies des Beschuldigten aller-
dings kaum Tatauslöser gewesen sein, zumal es dafür einer Verletzung der Straf- 
und Zivilklägerin nicht bedurft hätte. Gleich verhält es sich mit der Tatsache, dass 
die Straf- und Zivilklägerin sowohl Tür als auch Fenster beim Verlassen der Woh-
nung offengelassen und – nach Ansicht des Beschuldigten – ohne dessen Einwilli-
gung die Wohnung verlassen hatte.  

Gründe, die dafür sprechen würden, dass die Tat nicht vermeidbar gewesen wäre, 
sind vorliegend nicht ersichtlich. Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich 
die eventualvorsätzliche Vorgehensweise leicht strafmindernd auf die Strafe aus-
wirkt. Insgesamt ist von einem leichten subjektiven Tatverschulden auszugehen.

13.3 Fazit Tatverschulden

Die Vorinstanz gelangte nach erfolgter Strafzumessung zu einer Strafe von insge-
samt 30 Monaten Freiheitsstrafe. Da diese jedoch auch bereits die Strafmilderung 
für die versuchte Begehung sowie eine Reduktion aufgrund des Geständnisses des 
Beschuldigten enthielt, musste die von der Vorinstanz für das hypothetisch vollen-
dete Delikt festgesetzte Einsatzstrafe über den im Ergebnis ausgesprochenen 
30 Monaten liegen, was als zu hoch erscheint. Die Kammer erachtet eine Einsatz-
strafe von 30 Monaten als dem insgesamt als leicht einzustufenden objektiven und 
subjektiven Tatverschulden des Beschuldigten (und vorerst noch ohne Berücksich-
tigung der fakultativen Strafmilderung für die versuchte Begehung) angemessen.

13.4 Fakultativer Strafmilderungsgrund Versuch

Die Vorinstanz hielt zum Versuch als fakultativen Strafmilderungsgrund zutreffend 
fest, das Mass der zulässigen Reduktion der hypothetischen Strafe hange beim 
vollendeten Versuch unter anderem von der Nähe zum tatbestandsmässigen Erfolg 
und den tatsächlichen Folgen ab. Je näher der Erfolg sei und je schwerer die Kon-
sequenzen wiegen würden, desto geringer sei die Strafreduktion. Gestützt darauf 
hielt die Vorinstanz sodann fest, der tatbestandsmässige Erfolg sei vorliegend in 
greifbare Nähe gerückt; dass es nicht zu schwereren Verletzungen gekommen sei, 
sei lediglich glücklichen Umständen zu verdanken, auf welche der Beschuldigte 
keinen Einfluss mehr gehabt habe. Die Strafe sei deshalb nur in sehr geringem 
Umfang zu reduzieren (pag. 1062 f., S. 41 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

Diesen Ausführungen kann sich die Kammer weitgehend anschliessen und erach-
tet eine nur geringe Reduktion für den Versuch ebenfalls als angemessen. Dass 

28

die Straf- und Zivilklägerin keine gravierenderen Verletzungen davontrug, hing le-
diglich vom Zufall ab und nicht von den Handlungen des Beschuldigten selbst. Hin-
zu kommt, dass auch andere Personen vor Ort waren, die auf das Geschehen 
aufmerksam wurden und die Straf- und Zivilklägerin zu schreien anfing, was den 
Beschuldigten gemäss eigenen Angaben dazu zwang, mit dem Schlagen auf-
zuhören. Zu seinen Gunsten festzuhalten ist immerhin, dass er sein Vorhaben nicht 
mit letzter Konsequenz durchführte und von der Straf- und Zivilklägerin relativ 
schnell abliess. 

Insgesamt hat aufgrund der lediglich versuchten Begehung eine geringfügige Re-
duktion der Strafe, nämlich im Umfang von drei Monaten, zu erfolgen.

13.5 Fazit

Die Strafe beläuft sich unter Berücksichtigung der Tatkomponenten sowie der fa-
kultativen Strafmilderung aufgrund der versuchten Begehung, vorläufig aber noch 
ohne Berücksichtigung der Täterkomponenten, auf 27 Monate Freiheitsstrafe.

13.6 Täterkomponenten

Für die Täterkomponenten kann vorab vollumfänglich auf die korrekten Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1063, S. 42 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung):

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (pag. 542). Gemäss Asylakten hat er aber sowohl im Durch-
gangszentrum M.________ als auch im Durchgangszentrum N.________ ein Hausverbot (pag. 582, 
pag. 584). Der Beschuldigte ist in Eritrea aufgewachsen und hat dort gemäss eigenen Angaben die 
Schule bis zur sechsten Klasse besucht (pag. 558, Z. 1.17.04). Er geht in der Schweiz keiner Arbeit 
nach und wird von der Sozialhilfe finanziell unterstützt. Auf die Frage, ob er erwerbstätig sei, gab er 
an, in der Schule zu sein, d.h. dass er aktuell die deutsche Sprache erlerne (pag. 181, Z. 58 ff.). Er ist 
ledig und hat keine Kinder (pag.557, Z. 1.14). Insgesamt wirken sich dieses Vorleben und diese per-
sönlichen Verhältnisse des Beschuldigten neutral auf die Strafzumessung aus.

Der Beschuldigte hat sich nach der Tat und im Strafverfahren immer korrekt verhalten. Auch der ein-
geholte Führungsbericht des Regionalgefängnisses O.________ fiel positiv aus (pag. 881 ff.), was 
sich jedoch neutral auf die Strafzumessung auswirkt, da ein korrektes Verhalten in der Haft vorausge-
setzt werden kann (BGer 6B_674/2009 vom 18.02.2010, E. 5.5; BGer 6B_426/2010 vom 22.07.2010, 
E. 1.7).

Der Beschuldigte war zudem bereit, zu den angeklagten Tatvorwürfen Aussagen zu machen und hat 
zugegeben, C.________ am Bahnhof F.________ geschlagen zu haben. Dieses Teilgeständnis des 
Beschuldigten ist in geringem Ausmass strafmindernd zu berücksichtigen.

Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine besondere Strafempfindlichkeit des Beschuldig-
ten. Dieser Umstand wirkt sich neutral auf die Strafzumessung aus.

An den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten hat sich seit der erstinstanz-
lichen Verhandlung nichts geändert, was sich auf die Strafzumessung auswirken 
würde. Dem Beschuldigten geht es gemäss eigenen Angaben gesundheitlich gut. 
Er lebt nach wie vor alleine. Nach der Haftentlassung arbeitete er während neun 
Monaten in der Landwirtschaft und besuchte nebenbei einen Deutschkurs. Danach 
habe er für sechs Monate bei der P.________ gearbeitet. Aktuell arbeitet der Be-

29

schuldigte in Q.________ in der R.________ (pag. 1408 Z. 17 ff.). Im Schweizeri-
schen Strafregister sind über ihn nach wie vor keine Vorstrafen verzeichnet, was 
sich indes nicht zusätzlich positiv auf das Strafmass auszuwirken hat (pag. 1342). 
Eine besondere Strafempfindlichkeit ist bei ihm nach wie vor nicht auszumachen.

Das Teilgeständnis des Beschuldigten – mithin, dass er die Straf- und Zivilklägerin 
geschlagen habe – ist unter dem Titel des Verhaltens nach der Tat marginal zu 
berücksichtigen.

Insgesamt wirken sich die Täterkomponenten leicht strafmindernd auf das Straf-
mass aus. Aufgrund des Teilgeständnisses hat eine leichte Reduktion der unter 
Ziff. 13.5 hiervor festgesetzten Strafe, nämlich um drei Monate, zu erfolgen.

13.7 Konkretes Strafmass

Aufgrund der leicht strafmindernden Täterkomponenten beläuft sich die Strafe ins-
gesamt auf Freiheitsstrafe von 24 Monaten (27 Monate – 3 Monate).

13.8 Vollzug und Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht not-
wendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Ver-
gehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der Vollzug einer Freiheitsstrafe von min-
destens einem Jahr und höchstens drei Jahren kann teilweise aufgeschoben wer-
den, wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rech-
nung zu tragen (Art. 43 Abs. 1 StGB).

Die Vorinstanz prüfte gestützt auf die von ihr ausgesprochene Freiheitsstrafe von 
30 Monaten den teilbedingten Vollzug und hielt dazu fest, was folgt (pag. 1063 f., 
S. 42 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Im Hinblick auf die Legalprognose von A.________ ist zunächst von Belang, dass dieser nicht vorbe-
straft ist und sein Vorleben dementsprechend positiv zu bewerten ist. Negativ fällt jedoch betreffend 
seine persönlichen Verhältnisse ins Gewicht, dass der Beschuldigte über kein gefestigtes Bezie-
hungsnetz in der Schweiz verfügt, welches ihn positiv beeinflussen könnte. Ebenfalls bezieht der Be-
schuldigte in der Schweiz Sozialhilfe, ist also auch beruflich nicht eingegliedert. Diese Faktoren kön-
nen die Legalprognose ungünstig beeinflussen. Demgegenüber ist, wie bereits erwähnt, zu 
berücksichtigen, dass erwartet werden kann, dass der Teilvollzug einer Strafe die Bewährungsaus-
sicht grundsätzlich erhöhen kann, da dem zu vollziehenden Teil in der Regel eine gewisse Warnwir-
kung zukommt. Auch beim Beschuldigten besteht, insbesondere aufgrund seines guten Leumunds, 
die Aussicht, dass er sich durch einen teilweise gewährten Strafaufschub positiv beeinflussen lassen 
wird. Vor diesem Hintergrund kann dem Beschuldigten keine ungünstige Prognose gestellt werden. 
Es erscheint nicht angezeigt, die Freiheitsstrafe vollumfänglich unbedingt auszusprechen, womit ihm 
der teilbedingte Vollzug der Freiheitsstrafe zu gewähren ist. […]

Aufgrund des «doch erheblichen Verschuldens» sah es die Vorinstanz für gerecht-
fertigt, den unbedingt zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe auf das gesetzliche 
Maximum – nämlich die Hälfte der ausgesprochenen Strafe – festzusetzen, aus-
machend 15 Monate. Für die Dauer von 15 Monaten gewährte sie dem Beschuldig-
ten den bedingten Vollzug und bestimmte die Probezeit auf zwei Jahre (pag. 1064, 
S. 43 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

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Die von der Kammer ausgesprochene Freiheitsstrafe beläuft sich auf 24 Monate, 
womit der vollbedingte Vollzug grundsätzlich noch möglich und zu prüfen ist.

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft und hat sich seit dem Vorfall vom 20. Oktober 
2018 wohlverhalten bzw. sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen 
(vgl. Strafregisterauszug vom 22. November 2021, pag. 1217), was für eine günsti-
ge Legalprognose spricht. Seinerseits sind zudem zumindest gewisse Bemühun-
gen ersichtlich, sich in der Schweiz eine Alltagsstruktur zu schaffen: Wie bereits 
unter Ziff. 13.6 hiervor erwähnt, arbeitete der Beschuldigte in den letzten Jahren an 
verschiedenen Orten, aktuell als ________ bei der S.________. Hinzu kommt, 
dass sein Verschulden, anders als die Vorinstanz meint, nicht als erheblich, son-
dern mit Blick auf den weiten Strafrahmen nach wie vor im leichten Bereich einzu-
stufen ist. Gestützt darauf kann dem Beschuldigten der bedingte Vollzug gewährt 
werden. Die Probezeit ist dabei auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren fest-
zusetzen. 

Die ausgestandene Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt 456 Tagen wird 
in Anwendung von Art. 51 StGB vollumfänglich auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

V. Landesverweisung

14. Theoretische Grundlagen zur Landesverweisung

Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen schwerer Körperverletzung 
(Art. 122 StGB) verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe für 5-15 Jahre 
aus der Schweiz (Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB). Die obligatorische Landesverweisung 
wegen einer Katalogtat im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich un-
abhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 144 IV 332 
E. 3.1.3). Sie muss entsprechend den allgemeinen Regeln des StGB zudem 
grundsätzlich bei sämtlichen Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie unabhän-
gig davon ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die 
Strafe bedingt, unbedingt oder teilbedingt ausfällt (vgl. BGE 1461V 105 E. 3.4.1; 
144 IV 168 E. 1.4.1).

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur "ausnahmsweise" unter den 
kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren 
persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der 
Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib 
in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind 
(Art. 66a Abs. 2 StGB; sog. Härtefallklausel). Die Härtefallklausel dient der Umset-
zung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 146 IV 105 
E. 3.4.2, 144 IV 332 E. 3.1.2 und E. 3.3.1). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 146 
IV 105 E. 3.4.2, 144 IV 332 E. 3.3.1 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des Härtefalls im Sinne 
von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den "schwer-
wiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Okto-
ber 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) 

31

heranziehen. Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und 
wirtschaftlichen) Integration, einschliesslich familiäre Bindungen des Ausländers in 
der Schweiz bzw. in der Heimat, die Aufenthaltsdauer, der Gesundheitszustand 
und die Resozialisierungschancen. Ebenso ist der Rückfallgefahr und wiederholter 
Delinquenz Rechnung zu tragen. Das Gericht darf auch vor dem Inkrafttreten von 
Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; 
144 IV 332 E. 3.3.2; Urteil 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.1).

Die Sachfrage entscheidet sich mithin in einer Interessenabwägung nach Massga-
be der "öffentlichen Interessen an der Landesverweisung". Nach der gesetzlichen 
Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuordnen, wenn die Kata-
logtaten einen Schweregrad erreichen, so dass die Landesverweisung zur Wah-
rung der inneren Sicherheit notwendig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich straf-
rechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die verschulden-
smässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin manifestierende Ge-
fährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalprognose ab-
gestellt wird (Urteile 6B_748/2021 vom 8. September 2021 E. 1.1.1; 6B_81/2021 
vom 10. Mai 2021 E. 8.3.2; je mit Hinweisen).

Art. 66d StGB regelt den Vollzug der obligatorischen Landesverweisung i.S.v. 
Art. 66a StGB. Allfällige Vollzugshindernisse spielen schon bei der strafgerichtli-
chen Anordnung der Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 2 StGB, d.h. bei der 
dort vorgesehenen Interessenabwägung, eine Rolle (BGE 145 IV 455 E. 9.4; vgl. 
144 IV 332 E. 3.3; Urteile 6B_551/2021 vom 17. September 2021 E. 3.3.3; 
6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.1.2; je mit Hinweisen; BUSSLIN-
GER/UEBERSAX, Härtefallklausel und migrationsrechtliche Auswirkungen der Lan-
desverweisung, in: Plädoyer 5/16 S. 99). Das Sachgericht berücksichtigt solche 
Hindernisse, soweit die unter Verhältnismässigkeitsaspekten erheblichen Verhält-
nisse stabil und die rechtliche Durchführbarkeit der Landesverweisung definitiv be-
stimmbar sind (Urteile 6B_38/2021 vom 14. Februar 2022 E. 5.5.3; 6B_105/2021 
vom 29. November 2021 E. 3.4.2; vgl. 6B_551/2021 vom 17. September 2021 
E. 3.3.3; 6B_74712019 vom 24. Juni 2020 E. 2.1.2; je mit Hinweisen). Es ist dem 
Non-refoulement-Gebot (Art. 25 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung 
[BV; SR 101], Art. 5 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG; 
SR 142.31]; Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der 
Flüchtlinge [Flüchtlingskonvention, FK; SR 0.142.30]; Art. 3 des UN-Überein-
kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [SR 0.105; nachfolgend 
UN-Übereinkommen gegen Folter]) und anderen völkerrechtlich zwingenden Be-
stimmungen auf der Ebene des Vollzugs Rechnung zu tragen (vgl. Art. 66d Abs. 1 
StGB; vorbehalten Art. 5 Abs. 2 AsylG und Art. 33 Ziff. 2 FK; Urteil 6B_747/2019 
vom 24. Juni 2020 E. 2.1.2). Liegt ein definitives Vollzugshindernis vor, so hat der 
Sachrichter auf die Anordnung der Landesverweisung zu verzichten (BGE 147 IV 
453 E. 1.4.5, 145 IV 455 E. 9.4 und 144 IV 332 E. 3.3; Urteil 6B_38/2021 vom 
14. Februar 2022 E. 5.5.3; je mit Hinweisen). Im Übrigen sind die Vollzugsbehör-
den zur Prüfung allfälliger Vollzugshindernisse, welche zum Zeitpunkt des Sach-
urteils noch nicht feststehen, zuständig (Urteile 6B_551/2021 vom 17. September 
2021 E. 3.3.3; 6B_747/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.1.2; 6B_1024/2019 vom 

32

29. Januar 2020 E. 1.3.5; je mit Hinweisen; betreffend Gesundheitszustand auch 
BGE 145 IV 455 E. 9.4).

Der Vollzug der obligatorischen Landesverweisung kann gemäss Art. 66d Abs. 1 
lit. a erster Teilsatz StGB aufgeschoben werden, wenn der Betroffene ein von der 
Schweiz anerkannter Flüchtling ist und durch die Landesverweisung sein Leben 
oder seine Freiheit wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner bestimmten sozialen Gruppe oder seiner politischen Anschauungen gefährdet 
wäre; davon ausgenommen ist der Flüchtling, der sich gemäss Art. 5 Abs. 2 AsylG 
nicht auf das Rückschiebungsverbot berufen kann (Art. 66d Abs. 1 lit. a zweiter 
Teilsatz StGB). Gemäss Art. 66d Abs. 1 lit. b StGB kann der Vollzug auch aufge-
schoben werden, wenn andere zwingende Bestimmungen des Völkerrechts entge-
genstehen.

Das (flüchtlingsrechtliche) Non-refoulement-Gebot i.S.v. Art. 66d Abs. 1 lit. a StGB 
stellt ein relatives Vollzugshindernis dar, welches an die Flüchtlingseigenschaft des 
Betroffenen anknüpft (vgl. Urteil 6B_38/2021 vom 14. Februar 2022 E. 5.5.4; vgl. 
CAMILLE PERRIER DEPEURSINGE/HADRIEN MONOD, Commentaire romand, Code 
pénal I, 2. Aufl. 2021, N. 5 zu Art. 66d StGB). Die Ausnahme vom Non-
refoulement-Gebot i.S.v. Art. 66d Abs. 1 lit. a zweiter Teilsatz StGB ist restriktiv an-
zuwenden. Voraussetzung ist, dass vom Täter für die Allgemeinheit des Zufluchts-
staates eine schwerwiegende Gefährdung