# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 603662fb-f860-5caf-a4d9-542f6732b46b
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-07-19
**Language:** de
**Title:** Lärmimmissionen einer Sportanlage. Vollständig oder wesentlich geänderte Anlage gemäss Art. 2 Abs. 2 bzw. Art. 8 Abs. 3 LSV. Beurteilung nach der Vollzugshilfe des BAFU. Separate Beurteilung des Bar- und Discobetriebs anlässlich des jährlichen Grümpelturniers.
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0107/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0107-2016_vom_19._juli_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2016.00008 
0107/2016 

Entscheid vom 19. Juli 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Ersatzrichter Peter Schuster, Baurich-
ter Stefano Terzi, Gerichtsschreiberin Sara Ramp-Burkhalter     

in Sachen 

Rekurrenten 

1.  S. E., [….] 
2.  A. N., [….]  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baukommission X, [….] 

2.  Politische Gemeinde X, [….]  

betreffend 

Baukommissionsbeschluss  vom  30.  November  2015;  Anpassung  Benüt-
zungsreglement Sportplatz  
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit Beschluss vom 30. November 2015 verpflichtete die Baukommission X 

die  Politische  Gemeinde  X  zur  Anpassung  und  Anwendung  des  Benüt-

zungsreglements für den Sportplatz L. in im Beschluss festgelegter Weise. 

B. 

S. E. und A. N. wandten sich mit gemeinsamer Rekurseingabe vom 13. Ja-

nuar 2016 an das Baurekursgericht und stellten folgende Anträge: 

"1.  Der angefochtene Entscheid der Baukommission X vom 30. November 
2015  sei  aufzuheben  und  es  seien  Massnahmen  zu  verfügen,  welche 
(ohne  Gewährung  von  Erleichterungen)  die  Anforderungen  der  Voll-
zugshilfe  BAFU,  Lärm  von  Sportanlagen,  2013,  an  neue  Anlagen  ein-
halten, inklusive sämtlicher Grossanlässe. 

2.  Eventualiter  sei  der  angefochtene  Entscheid  der  Baukommission  X 
vom 30. November 2016 aufzuheben und die Baukommission X sei un-
ter  Vorgabe  der  rechtlichen  Voraussetzungen  anzuweisen,  Massnah-
men  zu  verfügen,  welche  (ohne  Gewährung  von  Erleichterungen)  die 
Anforderungen der Vollzugshilfe BAFU, Lärm von Sportanlagen, 2013, 
an neue Anlagen einhalten, inklusive sämtliche Grossanlässe. 

  Der Baukommission X seien kurze Fristen für die Verfügung der erfor-

derlichen Massnahmen zu setzen. 

3.  Die Baukommission X sei anzuweisen, das vorliegende Immissionskla-
geverfahren  auch  in  Bezug  auf  die  Lichtimmissionen  materiell  zu  ent-
scheiden, unter Wahrung der vollen Parteistellung der Rekurrenten und 
ihres vollen rechtlichen Gehörs. 

  Auch  für  diese  Entscheidung  sei  der  Baukommission  X  eine  kurz  be-

messene Frist anzusetzen. 

4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

C. 

Das  Baurekursgericht  nahm  mit  Präsidialverfügung  vom  18.  Januar  2016 

vom  Rekurseingang  Vormerk  und  eröffnete  das  Vernehmlassungsverfah-

ren. 

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D. 

Die  Vorinstanz  schloss  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  17.  März  2016  auf 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrenten. Die private Rekursgegne-

rin (Politische Gemeinde X) liess sich nicht vernehmen. 

Im  Rahmen  des  weiteren  Schriftenwechsels  hielten  die  Parteien  an  ihren 

eingangs gestellten Anträgen fest, soweit sie sich nochmals äusserten. 

E. 

Auf die Vorbringen der Parteien ist, soweit für die Entscheidbegründung er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  private  Rekursgegnerin  betreibt  auf  dem  Baugrundstück,  welches  mit 

seiner  nördlichen  Hälfte  der  Zone  für  öffentliche  Bauten  (OeB  a)  und  mit 

dem  Rest  der  Erholungszone  (E  a),  ES  III  gemäss  kommunaler  Bau-  und 

Zonenordnung zugewiesen ist, eine Sportanlage. Diese besteht aus einem 

grossen  und  einem  kleinen  Kunstrasenfeld,  einem  Naturrasenfeld,  einem 

Universalplatz, einem Hartplatz sowie drei Parkfeldern. Bei Bedarf werden 

auch  der  Universal-  und  der  Hartplatz  zum  Parkieren  benutzt.  Die  Zu-

schauerbereiche befinden sich an der nördlichen und westlichen Seite des 

grossen  Kunstrasenfeldes  und  des  Naturrasenfeldes.  In  Zusammenhang 

mit dem jährlich stattfindenden Grümpelturnier wird auf dem Universalplatz 

eine Festwirtschaft mit Zelt aufgebaut, die mobile Lautsprecheranlage wird 

an den Längsseiten der beiden Spielfelder aufgestellt. Dem Lärmgutachten 

lässt sich entnehmen, dass die beiden Spielfelder und das kleine Kunstra-

senfeld  werktags  von  17.00  bis  20.00  Uhr  zu  Trainingszwecken  genutzt 

werden,  unregelmässig  finden  mittwochs  und  freitags  von  20.00  bis 

22.00 Uhr  Meisterschaftsspiele  statt.  Samstags  finden  zwischen  9.00  und 
21.00 Uhr  vier  bis fünf  Meisterschaftsspiele  statt,  sonntags  deren  zwei  bis 

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zwischen 9.00 und 18.00 Uhr. Lautsprecher kommen dabei nicht zum Ein-

satz.  Bei  Trainings  ist  von  rund  10  Zuschauern  auszugehen,  während  bei 

Meisterschaftsspielen  30  (Naturrasenfeld)  bzw.  125  (Kunstrasenfeld)  Zu-

schauer vor Ort sind. Die Kapazität der Parkplätze wird jeweils voll ausge-

schöpft, wobei auch der Hartplatz grösstenteils als Parkplatz  genutzt  wird. 

Während  des  Grümpelturniers  finden  auf  beiden  Spielfeldern  am  Freitag 

von  13.00  bis  22.00  Uhr,  am  Samstag  von  9.00  bis  21.00  Uhr  und  am 

Sonntag  von  9.00  bis  16.00  Uhr  Spiele  statt.  Das  kleine  Kunstrasenfeld 

steht die ganze Zeit zur freien Benutzung zur Verfügung, ebenso die beiden 

grossen  Felder ausserhalb  der Spielzeiten. Während des  gesamten  Spiel-

betriebs sind gegen die Spielfelder gerichtete mobile Lautsprecheranlagen 

in Betrieb, zu 10 % für Durchsagen und im Übrigen mit Hintergrundmusik. 

Es ist von rund 700 anwesenden Zuschauern auszugehen, wobei die Fest-

wirtschaft  freitags  und  samstags  bis  20.00  Uhr  sowie  sonntags  bis  19.00 

betrieben wird. Im Anschluss daran findet am Freitag- und Samstag-Abend 

jeweils bis 2.00 Uhr im Festzelt ein Bar- und Discobetrieb statt. 

Auf  eine  Immissionsklage  der  heutigen  Rekurrenten  hin  erliess  die  Vorin-

stanz  das  nun  angefochtene  Betriebsreglement,  mit  welchem  der  Spiel- 

und Trainingsbetrieb so weit eingeschränkt werden soll, als dies die Lärm-

schutzbestimmungen erfordern. 

2. 

Zum Rekurs und zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochte-

ne Anordnung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an ihrer Aufhe-

bung  oder  Änderung  hat  (§  338a  Satz  1  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

[PBG]). Diese Bestimmung umschreibt die Rechtsmittellegitimation bei der 

Anfechtung  von  Anordnungen,  die  in  Anwendung  des  Raumplanungsge-

setzes,  des  Umweltschutzgesetzes  oder  des  Planungs-  und  Baugesetzes 

ergangen  sind  (vgl.  §  329  Abs.  1  PBG;  Martin  Bertschi,  in:  Kommentar 

VRG,  3.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2014,  §  21  Rz.  10  ff.,  auch  zum  Folgen-

den). 

Anwohner in der Umgebung einer Anlage sind wegen Lärmbelastung dann 

rekursberechtigt,  wenn  sie  in  der  Nähe  wohnen,  den  Lärm  deutlich  wahr-

nehmen  und  dadurch  in  ihrer  Ruhe  gestört  werden.  Nicht  erforderlich  ist, 

dass  auf  der  betroffenen  Liegenschaft  der  Immissionsgrenzwert  oder  gar 
der Alarmwert überschritten wird. Massgebend ist einzig, ob nach den Um-

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ständen des Einzelfalles die Lärm verursachende Tätigkeit zu Immissionen 

auf Grundstücken der Rekurrierenden führt, die von ihrer Art und Intensität 

so beschaffen sind, dass sie auch bei objektivierter Betrachtungsweise als 

Nachteil  empfunden  werden  müssen  (vgl.  VB.2003.00421,  E.2.2  vom 

18. März 2004, www.vgr.zh.ch). 

Der Rekurrent 2 ist Eigentümer einer Stockwerkeigentumseinheit auf einem 

nur  durch  den  Sportweg  von  der  streitbetroffenen  Anlage  getrennten 

Grundstück (vgl. act. 16.2). Das grösste Parkfeld der Sportanlage befindet 

sich  in  einer  Entfernung  von  rund  25  m  vom  rekurrentischen  Grundstück. 

Damit ist er ohne weiteres zur Rekurserhebung legitimiert. Der Rekurrent 1 

ist  Eigentümer eines  gegenüber dem  Sportplatz  an  erhöhter Lage gelege-

nen Grundstücks, welches eine Entfernung von rund 175 m zur streitbetrof-

fenen  Anlage  aufweist.  Gerade  bei  Lärmemissionen  grösserer  Anlagen  ist 

der Kreis der Betroffenen weiter zu ziehen. Es darf daher davon ausgegan-

gen werden, dass auch der Rekurrent 1 mehr als die Allgemeinheit von den 

Immissionen betroffen und daher zur Rekurserhebung legitimiert ist. Ob ih-

re Vorbringen in materiell-rechtlicher Hinsicht zutreffend sind, wird nachfol-

gend  zu  prüfen  sein.  Auf  den  Rekurs  ist  daher,  da  auch  die  übrigen  Pro-

zessvoraussetzungen erfüllt sind, einzutreten. 

3. 

Die  Rekurrenten  rügen  zunächst  eine  formelle  Rechtsverweigerung,  weil 

die  Vorinstanz  den  Ergänzungsbericht  zum  Gutachten  vor  ihnen  geheim 

gehalten  habe.  Es  wäre  ihnen  nur  in  Kenntnis  des  Berichts  möglich,  die 

entwickelten Massnahmen selber oder beispielsweise Überlegungen in Be-

zug  auf  die  Verhältnismässigkeit  von  verfügten  oder  nicht  verfügen  Mass-

nahmen nachzuvollziehen. Alleine diese Verweigerung des rechtlichen Ge-

hörs  bzw.  diese  formelle  Rechtsverweigerung  müsse  zur  Aufhebung  des 

angefochtenen Beschlusses führen.  

Mit  der  Vorinstanz  ist  dem  entgegen  zu  halten,  dass  das  erstinstanzliche 

Baubewilligungsverfahren  im  Kanton  Zürich  nicht  als  Einspracheverfahren 

ausgestaltet ist (§ 315 Abs. 3 PBG). Den Rekurrenten kam als ursprüngli-

che Immissionskläger bzw. Anzeigeerstatter keine Parteistellung und damit 

auch  keine  Mitwirkungsrechte bei der Sachverhaltsermittlung  zu.  Dass  die 

Vorinstanz  in  Anbetracht  der  im  Rahmen  eines  Rechtsverzögerungsent-
scheides (BRGE II Nr. 0101/2015 vom 11. August 2015) statuierten Auffor-

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derung,  innert dreier Monate  zu  einem  Entscheid  zu  kommen,  auf  weitere 

Stellungnahmen seitens der Rekurrenten verzichtet hat, ist durchaus nach-

vollziehbar, liegt es doch in ihrem Ermessen, über die Anordnung weiterer 

Schriftenwechsel zu entscheiden. Dem angefochtenen Beschluss lässt sich 

zudem  entnehmen,  dass  sämtliche  entscheidrelevanten  Unterlagen  auf 

dem  Bauamt  zur Einsicht  aufgelegen haben (vgl.  Disp.  Ziff.  IX). Von  einer 

Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  bzw.  einer  Rechtsverweigerung  kann 

somit nicht die Rede sein, und der Rekurs ist diesbezüglich abzuweisen. 

4. 

Die Rekurrenten bringen zur Begründung ihres Rekurses in materieller Hin-

sicht vor, es handle sich bei der streitbetroffenen Sportanlage nicht um eine 

bestehende  ortsfeste  Anlage,  die  mit  dem  Einbau  des  Kunstrasens  eine 

wesentliche Änderung erfahren habe, sondern um eine neue ortsfeste An-

lage. Neben nach dem 1. Januar 1985 erstellten Anlagen und solchen, de-

ren Zweck vollständig geändert worden sei, gälten gemäss bundesgerichtli-

cher  Rechtsprechung  auch  diejenigen  Anlagen  als  neu,  die  am  1.  Januar 

1985 vorbestanden hätten, in konstruktiver oder funktionaler Beziehung je-

doch soweit verändert worden seien, dass das, was von der bisherigen An-

lage weiterbestehe, von geringerer Bedeutung erscheine als der erneuerte 

Teil.  Für  die  Abgrenzung  seien  vor  allem  umweltrelevante  Kriterien,  im 

Speziellen  des  Lärmschutzes,  massgebend.  Bei  der  streitbetroffenen 

Sportanlage habe sich alleine die Fläche der Fussballfelder und Trainings-

plätze seit dem 1. Januar 1985 mehr als verdoppelt. Deutlich mehr als das 

Doppelte  mache  der  heutige  Lärm  aus,  denn  aufgrund  des  Kunstrasens 

und  der  Beleuchtung  sei  der  Betrieb  im  Gegensatz  zu  vor  dem  1.  Januar 

1985  weder  wetterabhängig  noch  auf  Tageslicht  angewiesen.  Die  nach 

dem Stichtag  erfolgten  Änderungen  seien  damit  speziell in  Bezug  auf  den 

Lärm  eindeutig  überwiegend,  dies  umso  mehr,  als  eine  wirkliche  Gesamt-

beurteilung grundsätzlich auch den Skaterplatz sowie sämtliche nach dem 

1.  Januar  1985  dazugekommenen  Parkplätze  berücksichtigen  müsse.  Ein 

Vergleich  der  Investitionen  führe  zu  demselben  Ergebnis.  Die  vorliegende 

Anlage  habe  damit  klarerweise  als  Neuanlage  im  Sinne  von  Art.  25  des 

Umweltschutzgesetzes (USG) und Art. 7 der Lärmschutzverordnung (LSV) 

zu gelten. Entsprechend habe die Anlage die Planungswerte und nicht den 

Immissionsgrenzwert  einzuhalten.  Die  Berufung  der  Vorinstanz  auf  die 
rechtskräftige  Bewilligung  des  Kunstrasens  verstosse  gegen  Treu  und 

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Glauben,  sei  der  Kunstrasen  damals  doch  unzulässigerweise  im  Anzeige-

verfahren  bewilligt  worden,  und  ihr  Rekurs  dagegen  sei  nicht  etwa  abge-

wiesen worden, sondern das Baurekursgericht habe nur über die Rechtzei-

tigkeit des Rekurses entschieden.  

Demgegenüber  stellt  sich  die  Vorinstanz  auf  den  Standpunkt,  es  handle 

sich  um  eine  bestehende  ortsfeste  Anlage,  welche  mit  dem  Einbau  des 

Kunstrasens  eine  wesentliche  Änderung  erfahren  habe.  Aus  der  im  ange-

fochtenen  Beschluss  dargelegten  Geschichte  des  streitbetroffenen  Sport-

platzes gehe ohne weiteres hervor, dass er spätestens Anfang der 1980er 

Jahre  seine  angestammte  und  im  Wesentlichen  bis  heute  unveränderte 

Funktion  aufweise.  Daran  vermöge  auch  die  Installation  der  Beleuchtung 

und  der  Einbau  des  Kunstrasens  nichts  zu  ändern,  weil  dies  der  üblichen 

Weiterentwicklung  des  Sportplatzes  entspreche.  Die  wenigsten  kommuna-

len  Sportplätze  seien  vor  30  Jahren  mit  modernen  Beleuchtungsanlagen 

und Allwetterbelägen ausgerüstet gewesen, und gleichwohl seien sie schon 

damals intensiv genutzt worden, so namentlich auch bei schlechterem Wet-

ter  und  in  der  Dämmerung.  Im  Laufe  der  Zeit  möge  zwar  eine  Intensivie-

rung  der  Nutzung  des  Sportplatzes  stattgefunden  haben,  dach  lasse  sich 

daraus  keinesfalls  eine  umweltrechtliche  Neuanlage  ableiten.  Der  Sport-

platz  sei  weder  baulich  oder  betrieblich  derart  weitgehend  verändert  wor-

den, dass das Alte gegenüber dem Neuen von untergeordneter Bedeutung 

erscheine,  noch  sei  andererseits  dessen  Zweck  vollständig  geändert  wor-

den.  Im  Übrigen  sei  der  Einbau  des  Kunstrasens  sehr  wohl  rechtskräftig 

bewilligt,  weshalb  in  der  Regel  eine  Beseitigung  der  Anlage  nicht  mehr  in 

Frage komme. 

5.1. 

Zunächst  sind  die  Rekurrenten  darauf  hinzuweisen,  dass  auch  der  Kunst-

rasen rechtskräftig bewilligt wurde. Ob damals zu Unrecht das Anzeigever-

fahren gewählt worden war, wurde nie gerichtlich geklärt. Die Rekurrenten 

können aus ihrer Behauptung nichts zu ihren Gunsten ableiten, haben sie 

es  doch  verpasst,  rechtzeitig  gegen  die  Bewilligung  des  Kunstrasens  vor-

zugehen. 

Verursacht  eine  rechtskräftig  bewilligte  Anlage  nachträglich  unzulässige 

Emissionen,  kommt  wegen  der  Rechtskraft  der  Bewilligung  in  der  Regel 
keine Beseitigung der Anlage mehr infrage. Die Rechtskraft der Baubewilli-

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gung  steht  der  Anordnung  zusätzlicher  Massnahmen  zur  Begrenzung  der 

Emissionen  jedoch  nicht  von  vornherein  entgegen.  Diese  sind  auch  nach-

träglich noch anzuordnen, soweit sie unter dem Gesichtspunkt der Verhält-

nismässigkeit  zumutbar  sind.  Bei  der  Interessenabwägung  zwischen  der 

richtigen  Durchsetzung  des  Rechts  auf  der  einen  und  der  Wahrung  der 

Rechtssicherheit  sowie  dem  Vertrauensschutz  auf  der  andern  Seite  darf 

berücksichtigt werden, dass sich die künftigen Auswirkungen einer Anlage 

im Voraus oft nicht genau ermitteln lassen. Auch die Wirksamkeit von bau-

lichen und betrieblichen Massnahmen zur Lärmbegrenzung lässt sich nicht 

immer  ausreichend  vorausbestimmen  (vgl.  BRGE  I  Nr.  0002/2015  vom 

6. Januar 2015 in BEZ 2015 Nr. 16). 

Die  Bestimmungen  über  den  Umweltschutz  sollen  u.a.  Menschen,  Tiere, 

Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume gegen schädliche 

oder  lästige  Einwirkungen  schützen  (Art.  1  Abs.  1  USG).  Bei  der  Bestim-

mung der Anforderungen an die Begrenzung der Lärmemissionen knüpfen 

Umweltschutzgesetz  und  Lärmschutzverordnung  an  den  Zeitpunkt  der  Er-

stellung  der  Anlage  an.  Während  die  Sanierung  von  Anlagen,  die  vor  In-

krafttreten der vorgenannten Normen bereits bestanden hatten (sog. Altan-

lagen),  nur  angeordnet  werden,  wenn  die  Anlage  wesentlich  zur  Über-

schreitung der Immissionsgrenzwerte beiträgt (Art. 13 Abs. 1 LSV), werden 

an die Erstellung von neuen Anlagen bzw. die Änderung von bestehenden 

Anlagen  höhere  Anforderungen  gestellt.  So  dürfen  die  Lärmemissionen 

neuer Anlagen die Planungswerte grundsätzlich nicht überschreiten (Art. 25 

Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV) und müssen wesentlich geänderte An-

lagen  die  Immissionsgrenzwerte  respektieren  (Art.  8  Abs.  2  LSV).  Bei  un-

tergeordneten  Änderungen  an  bestehenden  Anlagen  sind  die  Lärmemissi-

onen der neuen oder geänderten Anlageteile nur soweit zu begrenzen, als 

dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 8 

Abs. 1 LSV).  

Als  bestehend  gelten  alle  Anlagen,  die  vor  dem  1.  Januar  1985  errichtet 

wurden. Unter den Begriff der neuen Anlage fallen alle neu erstellten Anla-

gen  sowie  alle  bestehenden  Anlagen,  die  baulich  oder  betrieblich  derart 

weitgehend verändert werden, dass das  Bestehende in lärmmässiger Hin-

sicht im Vergleich zum Neuen nur noch von untergeordneter Bedeutung ist 

(übergewichtige Anlage; vgl. dazu BGE 115 Ib 466, BGE 133 II 181. E. 7.2) 

oder  deren  Zweck  vollständig  geändert  wird  (Art.  2  Abs.  2  LSV).  Als  we-
sentliche Änderungen ortsfester Anlagen gelten Umbauten, Erweiterungen 

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und  vom Inhaber der Anlage  verursachte Änderungen  des  Betriebs,  wenn 

zu  erwarten  ist,  dass  die  Anlage  selbst  oder  die  Mehrbeanspruchung  be-

stehender  Verkehrsanlagen  wahrnehmbar  stärkere  Lärmimmissionen  er-

zeugen (Art. 8 Abs. 3 LSV). 

5.2. 

Die  streitbetroffene  Sportanlage  wurde  unbestrittenermassen  lange  vor 

dem 1. Januar 1985 erstellt. Dem angefochtenen Beschluss lässt sich ent-

nehmen,  dass  die  Gemeinde  1968  das  Fussballfeld  erstellte.  1975  wurde 

der lokale Fussballclub gegründet, und der Sportplatz wurde für ihn freige-

geben.  Das  erste  Meisterschaftsspiel  fand  1976  statt,  und  seit  1977  wird 

jeweils das Dorf- und Grümpelturnier durchgeführt. In den folgenden Jahren 

fanden verschiedene Erweiterungen statt, sodass sich die Anlage am Stich-

tag  folgendermassen  präsentierte:  Neben  einem  Garderobengebäude  und 
einem Clubhüttli stand den Spielern ein erneuerter und vergrösserter Fuss-

ballplatz  sowie  ein  Trainingsplatz  zur  Verfügung.  Seither  wurde  im  Jahr 

1985  eine  Beleuchtung  für  das  Spielfeld  und  den  Trainingsplatz  errichtet, 

und drei Jahre später wurde eine Sitzplatzüberdachung am Clubhüttli reali-

siert  und  dieses  umgebaut.  Der  Trainingsplatz  wurde  zu  einem  zweiten 

Spielfeld ausgebaut und schliesslich wurden 2007 der Fussballplatz sowie 

ein  Trainingsplatz  mit  Kunstrasen  ausgestattet.  Heute  besteht  die  Anlage 

aus  zwei  Spiel-  und  zwei  deutlich  kleineren  Trainingsfeldern,  je  eines  mit 

Kunstrasen  und  eines  mit  Naturrasen,  sowie  einem  Hartplatz  und  einer 

Skateranlage. Neben dem Clubhaus steht ein Garderobengebäude zur Ver-

fügung. 

Es  handelte  sich  bei  der  streitbetroffenen  Sportanlage  am  1.  Januar  1985 

demnach  um  eine  vollständig  ausgestattete  Einrichtung.  Es  fanden  regel-

mässig  Trainings-  und  Meisterschaftsspiele  sowie  das  jährliche  Dorf-  und 

Grümpelturnier statt. Es ist den Rekurrenten soweit zuzustimmen, dass die 

Errichtung  der  Beleuchtung  und  der  Einbau  des  Kunstrasens  neben  einer 

Erhöhung  des  Komforts  auch  mehr  Trainings  zulassen.  Damit  haben  un-

bestrittenermassen  auch  die  von  der  Sportanlage  ausgehenden  Emissio-

nen zugenommen. Von einer übergeordneten Erweiterung, welche das Alte 

gegenüber  dem  Neuen  von  untergeordneter  Bedeutung  erscheinen  lässt, 

kann jedoch nicht die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um eine wesent-

lich geänderte Anlage im Sinne von Art. 8 LSV.  

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Die Vorinstanz ist damit zu Recht davon ausgegangen, dass die Sportanla-

ge  die  Immissionsgrenzwerte  einhalten  muss.  Mit  anderen  Worten  dürfen 

die von der Sportanlage ausgehenden Lärmemissionen die Bevölkerung in 

ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören (Art. 15 USG). 

6. 

Im  Weiteren  stellen  sich  die  Rekurrenten  auf  den  Standpunkt,  die  Vorin-

stanz  habe  unzulässigerweise  Erleichterungen  von  der Einhaltung  der Im-

missionsgrenzwerte  gewährt.  Das  unbestrittenermassen  vorhandene  öf-

fentliche  Interesse  am  Sport  sei  bei  der  Festlegung  der  Richtwerte  in  der 

Tabelle 1 der Vollzugshilfe BAFU bereits vollständig berücksichtigt worden. 

Die  Vollzugshilfe handle  von  nichts  anderem als von Sportlärm,  womit auf 

dieser Basis nicht noch einmal Erleichterungen im Zusammenhang mit der 

konkreten Prüfung einer Sportanlage gewährt werden könnten. Zudem gäl-

ten Sportanlagen nur so weit als öffentlich, als sie dem Schulsport dienten, 

vorliegend  ergäben  sich  die  festgestellten  Richtwertüberschreitungen  je-

doch aus der privaten Nutzung der Anlage. Es bestehe kein Spielraum für 

eine Ermessensausübung, vielmehr müssten die LSV und das USG ange-

wendet  werden.  Die  einzelnen  Massnahmen,  welche  mit  dem angefochte-

nen Beschluss festgelegt wurden, halten die Rekurrenten für ungenügend. 

Sie seien allesamt nur darauf ausgerichtet, den zu lauten Betrieb zeitmäs-

sig nicht einzuschränken. All diese Massnahmen hätten bereits im Rahmen 

des Vorsorgeprinzips umgesetzt werden müssen. Die Begründung für den 

Verzicht  auf  Massnahmen  am  Samstag  sei  unzulässig.  Es  komme  weder 

darauf  an,  bei  wie  vielen  Liegenschaften  Richtwertüberschreitungen  vor-

kämen, noch spiele die Eigenschaften der Eigentümer von Liegenschaften 

eine  Rolle.  Lärmschutz  sei  zwingendes  öffentliches  Recht,  selbst  wenn 

heutige  Besitzer  einzelner  Liegenschaften  subjektiv  keine  oder  geringere 

Störungen empfinden sollten.  

Dem hält die Vorinstanz entgegen, dass es sich bei den in der Vollzugshilfe 

des  BAFU  festgelegten  Werten  nicht  um  Grenzwerte  im  Sinne  von  USG 

und LSV, sondern vielmehr um Richtwerte handle. Sodann ergebe sich aus 

der Vollzugshilfe, dass mit den besagten Richtwerten den zuständigen Be-

hörde  sehr  wohl  ein  Ermessensspielraum  v.a.  hinsichtlich  der  Stipulierung 
von Betriebsbeschränkungen bei bestehenden Anlagen eingeräumt werden 
solle. Im Weiteren sei es nicht so, dass das öffentliche Interesse am Sport 

bei  der  Festlegung  der  Richtwerttabelle  bereits  vollständig  berücksichtigt 

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Seite 10 

 
 
worden  sei;  der  Sportlärm  werde  im  Gegenteil  insbesondere  während  der 
Ruhezeiten  Abend  (20.00  bis  22.00  Uhr)  mit  dem  Leq  von  zwei  Stunden 
strenger  beurteilt,  als  dies  beispielsweise  für  Strassen-  und  Industrielärm 

der Fall sei, bei welchem die Lärmbelastung über einen Zeitraum von zwölf 

Stunden gemittelt werde. Schliesslich treffe es nicht zu, dass die Vollzugs-

hilfe  BAFU  von  nichts  anderem  als  Sportlärm  handeln  solle.  Auch  andere 

Lärmarten,  die  im  Zusammenhang  mit  der  betreffenden  Sportanlage  stün-

den, seien zu berücksichtigen. Schliesslich verteidigt die Vorinstanz die von 

ihr stipulierten Lärmschutzmassnahmen als durchaus wirksam, zielführend 

und verhältnismässig. 

7.1. 

Für  die  Beurteilung,  ob  von  Sportanlagen  übermässige  Immissionen  aus-

gehen, liegen keine vom Bundesrat festgelegten Belastungsgrenzwerte vor. 

Fehlen Grenzwerte, so sind die Emissionen direkt aufgrund von Art. 15 des 

Umweltschutzgesetzes  (USG)  und  Art. 40  Abs. 3  der  Lärmschutzverord-

nung  (LSV)  zu  beurteilen  und  so  zu  beschränken,  dass  die  Bevölkerung 
− unter  Berücksichtigung  der  Personengruppen  gemäss  Art. 13  Abs. 2 
LSV −  in  ihrem  Wohlbefinden  nicht  erheblich  gestört  wird.  Der  Anlage  ist 
dabei der Lärm zuzurechnen, der mit ihrem Betrieb unmittelbar  verbunden 

ist,  im  Weiteren  aber  auch  jene  Immissionen,  die  von  den  Benützern  der 

Anlage ausserhalb derselben verursacht werden und die der Anlage eben-

falls zuzurechnen sind (sog. Sekundärimmissionen, vgl. zu alledem Robert 

Wolf, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl., Hrsg. Vereinigung für 

Umweltrecht/Helen  Keller,  Zürich  1998  ff.,  Art.  25  Rz.  34  ff.).  Auf  die  be-

sondere subjektive Empfindlichkeit einzelner Personen ist nicht abzustellen, 

sondern  es  ist  ein  objektiver  Massstab  zu  verwenden.  Sind  Immissions-

grenzwerte  einzuhalten,  so  gelten  diese  als  respektiert,  wenn  die  Anlage 

keine  erheblichen  Störungen  verursacht.  Dabei  sind  der  Charakter  des 

Lärms,  Zeitpunkt  und  Häufigkeit  seines  Auftretens  sowie  in  sinngemässer 

Anwendung der Regeln, die den Belastungsgrenzwerten der LSV zugrunde 

liegen, die Lärmempfindlichkeit bzw. die Lärmvorbelastung der Zone, in der 

die  Immissionen  auftreten,  zu  berücksichtigen.  Die  Lärmemissionen  müs-

sen des Weiteren im Sinne der Vorsorge so weit begrenzt werden, als dies 

technisch  und  betrieblich  möglich  sowie  wirtschaftlich  tragbar  ist  (Art. 11 

Abs. 2 USG). Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass jeder im stren-
gen Sinne nicht nötige Lärm untersagt werden müsste. Es gibt keinen ab-

R2.2016.00008 

Seite 11 

 
 
soluten  Anspruch  auf  Ruhe;  vielmehr  sind  geringfügige,  nicht  erhebliche 

Störungen  hinzunehmen.  Selbst  wenn  eine  Beschränkung  technisch  mög-

lich und wirtschaftlich tragbar ist, darf sie jedenfalls nicht in einem krassen 

Missverhältnis zum Nutzen für die Umwelt sein. Besteht ein überwiegendes 

öffentliches, namentlich raumplanerisches Interesse an der Errichtung einer 

Neuanlage  oder  würde  die  Einhaltung  der  Immissionsgrenzwerte  zu  einer 

unverhältnismässigen Belastung für das Projekt führen, so können gemäss 

Art. 17  Abs. 1  USG  im  Einzelfall  Erleichterungen  gewährt  werden,  wobei 

die Obergrenze für solche Erleichterungen bei den Alarmwerten liegt. 

Als  Entscheidhilfen  können  ausländische  Regelwerke  herangezogen  wer-

den.  Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  kann  bei  Sportanlagen  auf  die 

deutsche  Sportanlagenlärmschutzverordnung  (18. BlmSchV)  zurückgegrif-

fen  werden 

(vgl.  zu  alledem  VB.2005.00481  und  VB.2007.00240, 

www.vgrzh.ch). Das BAFU hat hierfür die Vollzugshilfe "Lärm von Sportan-

lagen,  Vollzugshilfe 

für 

die  Beurteilung 

der 

Lärmbelastung" 

(www.bafu.admin.ch 

[nachfolgend:  Vollzugshilfe])  ausgearbeitet.  Die 

Grundzüge der Lärmbeurteilung von Sportanlagen lassen sich wie folgt zu-

sammenfassen: 

Die  deutsche  Verordnung  kennt  im  Gegensatz  zur  LSV  fünf  Nutzungszo-

nen,  wobei  das  BAFU  die  deutschen  Richtwerte  in  ein  schweizerisches 

Richtwertschema überführt hat.  Des Weiteren  unterscheidet  sich die  deut-

sche  Norm  insofern  von  der  LSV,  als  sie  nicht  nur  zwischen  Tag-  und 

Nachtphase  unterscheidet,  sondern  auch  tagsüber  Ruhezeiten  kennt  und 

auch Geräuschspitzen separat behandelt. Zudem differenziert sie zwischen 

Normalbetrieb,  seltenen  Ereignissen  und  Veranstaltungen  von  herausra-

gender Bedeutung. Da es sich bei diesen im schweizerischen Recht grund-

sätzlich  unbekannten  Unterscheidungen  um  elementare  Bestandteile  der 

deutschen  Berechnungsvorschrift  handelt,  sind  diese  Unterscheidungen 

auch  hierzulande  bei  der  lärmrechtlichen  Prüfung  von  Sportanlagen  zu 

übernehmen. Eine Abweichung drängt sich einzig hinsichtlich der Zeitspan-

ne für die Ruhezeiten auf. Die 18. BlmSchV setzt die Ruhezeit auf die Zeit 

von  13:00  Uhr  bis  15:00  Uhr  an.  Da  in  der  Schweiz  eher  die  Zeitspanne 

zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr als Ruhezeit betrachtet wird, rechtfertigt 

es sich, den schweizerischen Gepflogenheiten diesbezüglich Rechnung zu 

tragen  (vgl.  hierzu  Vollzugshilfe  Ziff.  3.1,  3.2.7,  sowie  BGE  133  II  292, 

E. 4.3  [Fall  Würenlos]).  Des  Weiteren  ist  bei  Sportplätzen  nicht  auf  einen 

R2.2016.00008 

Seite 12 

 
 
jährlichen Durchschnittsbetrieb abzustellen, sondern es ist der jeweils ma-

ximal zulässige Tagesbetrieb massgeblich (vgl. Ziff. 3.2.1 Vollzugshilfe). 

Für die ES III ergeben sich gestützt auf die besagte deutsche Verordnung 

folgende Richtwerte für bestehende Anlagen (vgl. Vollzugshilfe Ziff. 4.1): 

tags ausserhalb der Ruhezeiten 
tags innerhalb der Ruhezeiten 
nachts 

kurzzeitige Geräuschspitzen tags 
ausserhalb Ruhezeit 

kurzzeitige Geräuschspitzen tags 
innerhalb Ruhezeit 

  65 dB(A) 
  60 dB(A) 
  50 dB(A) 

  90 dB(A) 

  85 dB(A) 

Dabei handelt es sich nicht um Belastungsgrenzwerte, sondern lediglich um 

Richtwerte.  Ihnen  kommt  nicht  die  Verbindlichkeit  von  in  der  LSV  festge-

setzten  Belastungsgrenzwerten  zu,  was  den  Vollzugsbehörden  einen  ge-

wissen  Handlungsspielraum  gewährt  (vgl.  Ziff.  2.2.2  Vollzugshilfe).  Dieser 

Handlungsspielraum kann nichts anderes bedeuten, als dass Erleichterun-

gen  gewährt  werden  können.  Dies  ist  im  Übrigen  unter  gewissen  Voraus-

setzungen  auch  in  der  Umweltschutzgesetzgebung  so  vorgesehen.  Dass 

die Vorinstanz eine Interessenabwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der 

Anwohner  und  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  angestammten  Nutzung 

des  Sportplatzes  insbesondere  durch  den  örtlichen  Fussballclub  vorge-

nommen hat, erweist sich als zulässig. 

7.2. 

Aus  dem  Lärmgutachten  ergeben  sich  Richtwertüberschreitungen  im  Nor-

malbetrieb  von  Montag  bis  Freitag  während  den  abendlichen  Ruhezeiten 

(20.00  bis  22.00  Uhr)  in  der  unmittelbaren  unüberbauten  Umgebung  (d.h. 
auf dem Sportplatz selbst) und in direkt angrenzenden Gebäuden der ers-

ten Bautiefe. Am Samstag wird der Richtwert tagsüber in der unmittelbaren 

unüberbauten  Umgebung  und  in  acht  direkt  angrenzenden  Gebäuden 

überschritten.  Sodann  wird  der  einschlägige  Richtwert  am  Sonntag  in  der 

Ruhezeit am Mittag (12.00 bis 14.00 Uhr) in der unmittelbaren unüberbau-

ten Umgebung und in acht direkt angrenzenden Gebäuden überschritten. In 

den übrigen Zeiten des Normalbetriebs wird der relevante Richtwert einge-
halten  bzw.  finden  die  Überschreitungen  nur  auf  dem  Sportplatz  selbst 
statt. 

R2.2016.00008 

Seite 13 

 
 
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Beschluss mehrere Massnahmen ver-

fügt,  welche  zu  einer  Reduktion  der  Lärmbelastung  führen.  So  müssen 

Trainings  ohne  Schiedsrichterpfiffe  stattfinden,  auf  dem  Fussballplatz  mit 

Kunstrasen finden unter der Woche abends keine Meisterschaftsspiele der 

1. - 3. Mannschaft der Herren statt, auf dem Trainingsplatz finden dann gar 

keine  Spiele  statt  und  der  Zuschauerbereich  auf  der  Kopfseite  (Nordwes-

ten,  beim  Parkplatz)  des  Fussballfeldes  mit  Kunstrasen  wird  aufgehoben. 

Nach wie vor werden allerdings in den abendlichen Ruhezeiten von Montag 

bis  Freitag  bei  sechs  Gebäuden  ausserhalb  der  Sportanlage  Richtwert-

überschreitungen zu verzeichnen sein, diese jedoch in deutlich geringerem 

Mass  als  dies  ohne  die  Massnahmen  der  Fall  wäre.  Zudem  werden  die 

Richtwertüberschreitungen  in  der  Ruhezeit  am  Sonntag  Mittag  durch  eine 

Einstellung  des  Spielbetriebs  auf  dem  Kunstrasenfeld  von  12.15  bis 

13.45 Uhr unterbunden. Im Rahmen einer Interessenabwägung hat die Vor-

instanz  weitere  Massnahmen  wie  die  Begrenzung  der  Nutzung  der  Sport-

anlage  auf  21.30  Uhr  unter  der  Woche,  Beschränkungen  am  Samstag 

tagsüber oder den Bau einer 2 m hohen Lärmschutzwand geprüft und ver-

worfen.  Dieser  Entscheid  ist  angesichts  des  geringen  Nutzens  und  des 

doch  grossen  Eingriffs  in  die  Nutzung  der  Sportanlage  bzw.  das  Ortsbild 

nachvollziehbar.  Insgesamt  erweisen  sich  die  verfügten  Massnahmen  als 

zielführend,  sind  doch  mit  deren  Umsetzung  nur  noch  bei  einzelnen  Ge-

bäuden  in  unmittelbarer  Nähe  der  Sportanlage  deutlich  reduzierte  Richt-

wertüberschreitungen  zu  verzeichnen.  Andererseits  bleibt  die  Sportanlage 

sinnvoll  nutzbar  und  der  durchaus  im  öffentlichen  Interesse  liegende  Be-

trieb des örtlichen Fussballclubs kann aufrecht erhalten bleiben. 

Auch  die  vorgesehenen  präventiven  Massnahmen  zur  Vermeidung  von 

übermässigem  Lärm  durch  die  Benutzung  der  Parkplätze  der Sportanlage 

sind genügend. Dies gilt auch in formeller Hinsicht. Die private Rekursgeg-

nerin  wird  mit  dem  angefochtenen  Beschluss  verbindlich  zur  Anpassung 

des  Benützungsreglements  der  Parkfelder  verpflichtet.  Ohne  Zustimmung 

der Vorinstanz kann die private Rekursgegnerin das Benützungsreglement 

nicht  einfach  "in  eigener  Kompetenz  und  nach  Gutdünken"  wieder  abän-

dern.  Vielmehr  wäre  dafür  die  Rücknahme  bzw.  Änderung  der  Anordnung 

durch  die  Vorinstanz  in  einem neuerlichen baurechtlichen Verfahren  erfor-

derlich. 

Auch bezüglich der getroffenen Massnahmen im Normalbetrieb erweist sich 
der Rekurs somit als unbegründet. 

R2.2016.00008 

Seite 14 

 
 
8. 

Die Rekurrenten beanstanden sodann die bezüglich Grossanlässen getrof-

fenen Massnahmen als Selbstverständlichkeiten, welche die frühere unver-

ständliche  und  schrankenlose  Lärmausbreitung  verdeutlichten.  Die  Einhal-

tung  der  Art.  5  und  5a  der  Schall-  und  Laserverordnung  wäre  seit  Jahren 

Pflicht  gewesen.  Dies  stelle  keine  Massnahme  im  Sinne  der  Lärmschutz-

verordnung dar. Auch die Optimierung des Aufstellens der Lautsprecher sei 

eine klassische Vorsorgemassnahme, welche unabhängig von jeder Lärm-

beurteilung  ergriffen  werden müsse.  Dasselbe  gelte für den  zusätzlich  an-

geordneten  Sicherheitsdienst  zwischen  Mitternacht  und  4.00  Uhr.  Der  ei-

gentliche Betrieb des Grümpelturniers werde nicht einmal einer Prüfung un-

terzogen,  es  würden  ausschliesslich  kosmetische  Massnahmen  in  der  Or-

ganisation  geprüft.  Es  finde  auch  keine  Interessenabwägung  statt,  obwohl 

zumindest  nach  Mitternacht  auch  an  einem  Grümpelturnier  kein  nachvoll-

ziehbares Interesse an einer Lärmverursachung mehr bestehe. Die von der 

Baukommission verfügten Massnahmen seien völlig unzureichend und be-

ruhten weder auf einer seriösen Lärmbeurteilung noch auf irgendeiner Inte-

ressenabwägung. 

Mit der Vorinstanz ist demgegenüber darauf hinzuweisen, dass die Gross-

anlässe im Rahmen des Gutachtens eingehend untersucht wurden. Neben 

dem  Grümpelturnier  sind  dies  die  beiden  einwöchigen  Fussballcamps  für 

Kinder  und  Jugendliche  (Axpo-Erlebnis-Camp  und  Meitli-Camp).  Während 

das Grümpelturnier mit anschliessendem Festbetrieb unbestrittenermassen 

und  offensichtlich  zu  Richtwertüberschreitungen  führt,  konnte  dies  für  die 

Fussball-Camps  nicht  festgestellt  werden.  Für  Letztere  waren  demnach 

keine Massnahmen zu ergreifen. 

Das  Grümpelturnier  ist  als  seltenes  Ereignis  zu  qualifizieren.  Besondere 

Ereignisse und Veranstaltungen gelten als seltene Ereignisse, wenn sie an 

höchsten  18  Kalendertagen  eines  Jahres  auftreten  (vgl.  Ziff.  3.2.2  Voll-

zugshilfe).  Gemäss  §  5  Abs.  BlmSchV  dürfen  die  Geräuschimmissionen 

ausserhalb von Gebäuden die Richtwerte um nicht mehr als 10 dB(A), kei-

nesfalls aber 70 dB(A) tags ausserhalb der Ruhezeiten bzw. 65 dB(A) tags 

innerhalb der Ruhezeiten überschreiten. Diese erhöhten Richtwerte werden 

auf dem Gelände der Sportanlage sowie bei einzelnen Gebäuden der ers-

ten  Bautiefe  überschritten.  In  Anbetracht  der  grossen  Bedeutung,  welche 

das Grümpelturnier offenbar für das Dorfleben hat, und der Tatsache, dass 
es sich um ein Ereignis handelt, welches sich auf ein einziges Wochenende 

R2.2016.00008 

Seite 15 

 
 
beschränkt, dessen Datum frühzeitig bekannt ist, erweist sich der Verzicht 

der  Vorinstanz  auf  lärmreduzierende  Massnahmen  –  in  Frage  käme  wohl 
nur eine Beschränkung des Spielbetriebs – klar als im Rahmen des ihr zu-
stehenden Ermessens. 

Der Bar- und Disco-Betrieb im Anschluss an das Grümpelturnier wurde zu 

Recht getrennt vom Betrieb des Grümpelturniers betrachtet. Den Rekurren-

ten ist darin zuzustimmen, dass die Einhaltung des Maximalpegels gemäss 

Art. 5 und 5a der Schall- und Laserverordnung sowie die optimale Ausrich-

tung der Lautsprecher selbstverständlich ist. Im Übrigen ist sowohl für den 

Betrieb der Festwirtschaft als auch für den Betrieb der Bar und Disco wäh-

rend  der  Nachtruhe  von  22.00  bis  7.00  Uhr  und  den  Gebrauch  von  Laut-

sprechern  eine  Ausnahmebewilligung  des  Ressorts  Sicherheit  einzuholen 

(vgl. kommunale Polizeiverordnung, Art. 21 und 24). Diese kann mit Aufla-

gen verbunden werden.  

9. 

Schliesslich  bemängeln  die  Rekurrenten,  dass  bis  heute  keine  materielle 

Entscheidung  über  die  Lichtemissionen  vorliege,  ja  dass  nicht  einmal  die 

Grundlagen für eine materielle Entscheidung erarbeitet worden seien. Erst 

sechs Monate nach Rechtskraft des angefochtenen Entscheides müsse ein 

Beleuchtungskonzept vorliegen, über das die Vorinstanz dann zu befinden 

habe.  Das  Immissionsklageverfahren  könne  jedoch  erst  abgeschlossen 

werden,  wenn  eine  materielle  Entscheidung  über  die  Lichtemissionen  ge-

troffen  worden  sei.  Es  müsse  sichergestellt werden,  dass  die  Rekurrenten 

in  einem  späteren  Verfahren  betreffend  Festlegung  des  Beleuchtungskon-

zeptes  wiederum  vollständige  Parteistellung  mit  vollständiger  Gewährung 

des rechtlichen Gehörs hätten. 

Mit  der  Vorinstanz  ist  diesbezüglich  darauf  hinzuweisen,  dass  mit  dem  im 

angefochtenen Beschluss vorgesehenen zweistufigen Vorgehen – Überprü-
fung  der  Beleuchtung  und  Optimierung  soweit  technisch  möglich  sowie 

Ausarbeitung  eines  mittel-  und  langfristigen  Beleuchtungs-/Sanierungs-

konzepts  innert  sechs  Monaten  nach  Rechtskraft  des  angefochtenen  Be-
schlusses  –  eine  zeitnahe  Umsetzung  der  Sanierungsmassnahmen  ge-
währleistet  ist.  Dieses  Vorgehen  entspricht  im  Übrigen  auch  den  Empfeh-

lungen  im  Gutachten.  Selbstverständlich  können  die  Rekurrenten,  soweit 
sie  dazu  legitimiert  sind,  den  dannzumal  zu  fällenden  Beschluss  über  die 

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Seite 16 

 
 
Genehmigung des Beleuchtungskonzepts wiederum mit Rekurs anfechten. 

Weitere Parteirechte kommen ihnen im Bewilligungsverfahren nicht zu. 

Auch in diesem Punkt ist der Rekurs damit abzuweisen. 

10.1. 

Zusammenfassend  ist  die  vollumfängliche  Abweisung  des  Rekurses  fest-

zuhalten.  

[….] 

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