# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62ae59ef-c698-5af9-926b-e08197f48fb8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.06.2009 IV 2007/416
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-416_2009-06-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/416

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.07.2020

Entscheiddatum: 25.06.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2009
Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG Selbstständigerwerbender Architekt; Bestimmung 
des Valideneinkommens aufgrund IK-Auszug; keine Anwendung der 
ausserordentlichen Bemessungsmethode, sondern allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; keine (invaliditätsbedingte) Erwerbseinbusse 
nachweisbar trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung infolge kognitiver 
Funktionsstörungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2007/416)

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Bruno Räbsamen

Entscheid vom 25. Juni 2009

in Sachen

G.___, Erbin des G.___ sel.,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.   

A.a Der 1945 geborene G.___ sel. arbeitete als Architekt in der ihm gehörenden G.___ 

AG. Diese beschäftigte ausser ihm zuletzt noch ein bis zwei Mitarbeiter (IV-act. 48-4/9). 

Am 17. Juli 2006 meldete er sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung 

(Hilfsmittel und Rente) an. Dabei führte er aus, seit Jahren an Diabetes zu leiden und 

nur noch 50% arbeitsfähig zu sein (IV-act. 1). Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. 

A.___, diagnostizierte in seinem Arztbericht vom 7. August 2006 (mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit) ein "minimales" psychoorganisches Hirnsyndrom, einen Diabetes 

mellitus Typ 1 sowie eine koronare Herzerkrankung bei Status nach AC-Bypass-

Operation 1996 und Carotis-TEA links 2005. Der Versicherte sei seit dem 1. Januar 

2006 50% arbeitsunfähig (IV-act. 11-5/35). Mit Mitteilung vom 12. Dezember 2006 

leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für orthopädische Änderungen an 

Konfektionsschuhen oder orthopädische Spezialschuhe (IV-act. 20). Im Bericht der 

Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen vom 16. Januar 2007 wurde 

zusätzlich die Diagnose von leichten bis mittelschweren kognitiven Funktionsstörungen 

und Störungen der Emotionalität/Persönlichkeit im Rahmen einer leichten kognitiven 

Störung, bestehend seit März 2006, diagnostiziert. Die Leistungsfähigkeit sei je nach 

den Anforderungen zwischen 30 und 50 % vermindert (IV-act. 23-4/8). Die IV-Stelle zog 

die Buchhaltungsunterlagen der G.___ AG bei und ordnete eine Abklärung der 

Verhältnisse im Betrieb an, welche am 28. Juni 2007 stattfand.

A.b Gestützt auf die Angaben im Abklärungsbericht vom 25. Juli 2007 (IV-act. 48) 

sowie der Geschäftsergebnisse in den vergangenen Jahren setzte sie den 

Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich fest. Mangels einer 

anspruchsbegründenden Invalidität (IV-Grad 0%) teilte sie dem Versicherten mit 

Vorbescheid vom 2. August 2007 mit, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde 

(IV-act. 52). Es bestehe keine invaliditätsbedingte Verminderung des 

Betriebseinkommens. Mit Verfügung vom 27. September 2007 wies die IV-Stelle den 

Rentenanspruch wie im Vorbescheid angekündigt ab (IV-act. 58).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

B.   

B.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 29. Oktober und Ergänzung 

vom 29. November 2007 mit dem Antrag, die Verfügung vom 27. September 2007 sei 

aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen, 

insbesondere eine Invalidenrente, zuzusprechen (act. G 1.1 und G 3). Der 

Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, die starken Schwankungen der 

Betriebsergebnisse in seinem Architekturbüro resultierten auch aus der wechselnden 

Auftragslage, welche wiederum nicht allein von der Konjunktur abhängig sei. Es sei 

nicht möglich, die konjunkturelle Entwicklung des Baumarktes aus den vorhandenen 

Zahlen zu extrapolieren. Zudem müssten immer wieder Pauschalvergütungen 

vereinbart werden, was ebenfalls zu Schwankungen führe. Er sei vor allem in den nicht 

an Mitarbeiter delegierbaren Aufgaben als Geschäftsführer gesundheitlich 

eingeschränkt. Dem Beschwerdeführer bleibe nichts anderes, als das Geschäft trotz 

der gesundheitlichen Limiten weiterzuführen. Es könne keinem Zweifel unterliegen, 

dass sich diese Limiten im Ergebnis niederschlagen würden, auch wenn die nicht 

aussagekräftigen Zahlen aus den Erfolgsrechnungen 1999 bis 2006 es nicht 

auszuweisen scheinen. Noch weniger aussagekräftig sei der IK-Auszug; aber man 

gewinne doch den Eindruck, dass längerfristig ein deutlicher Einkommensrückgang 

stattgefunden habe. Es stehe somit fest, dass eine zuverlässige Ermittlung der beiden 

Vergleichseinkommen im Rahmen einer ordentlichen Invaliditätsbemessung vorliegend 

nicht möglich sei. Deshalb habe die Bemessung nach der ausserordentlichen Methode 

zu erfolgen.

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 7. Februar 

2008 die Abweisung der Beschwerde. Unbestritten sei, dass die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers einzig aufgrund seiner kognitiven Funktionsstörungen 

eingeschränkt sei. Aufgrund der vorliegenden Zahlen für die Geschäftsjahre 1999 bis 

2006 ergebe sich für das massgebliche Jahr 2006 kein Einkommensverlust. Das 

Betriebseinkommen sei im Gegenteil seit 2004 von rund Fr. 38'000.- auf fast Fr. 

106'000.- im Jahr 2006 gestiegen. Für das Jahr 2005 betrage der entsprechende Wert 

Fr. 87'082.-. Gemäss Abklärungsbericht setze der Beschwerdeführer seine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vorhandenen Ressourcen optimal ein und habe die ihn invaliditätsbedingt belastenden 

Tätigkeiten an seine Mitarbeiter delegiert. Er habe diesbezüglich im Abklärungsbericht 

selbst ausgeführt, dass er die ihn konzentrationsmässig zunehmend belastende Arbeit 

mit PC-Programmen einem Mitarbeiter abgetreten habe. Ein invaliditätsbedingter 

Einkommensausfall sei aufgrund der vorliegenden Zahlen nicht zu belegen. Die 

kognitiven Einschränkungen hätten somit bis zum massgeblichen Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung (noch) nicht zu einem Erwerbsausfall geführt. Ein 

Betätigungsvergleich sei vorliegend nicht vorzunehmen, da ein solcher – gleich wie 

eine Haushaltsabklärung – schwergewichtig zur Beurteilung der Invalidität infolge 

körperlicher Gebrechen ausgerichtet sei. Die Auswirkungen der kognitiven 

Einschränkungen auf den Betrieb des Beschwerdeführers könnten mittels einer 

Abklärung in seinem Architekturbüro nicht zuverlässig erfasst werden. Der 

Invaliditätsgrad sei somit zu Recht gestützt auf den Einkommensvergleich bestimmt 

worden, zumal die entsprechenden Zahlen eindeutig seien (act. G 6).

B.c In der Replik vom 6. Mai 2008 hält der Beschwerdeführer an seinem Antrag fest. Er 

bezweifelt insbesondere den Beweiswert des Abklärungsberichts. Es treffe nicht zu, 

dass sich der Beschwerdeführer optimal habe organisieren können. Wenn man eine 

Aufgabe, die man früher selbst erledigt habe, einem Angestellten delegiere, sei dies 

eine einschneidende Veränderung der Einkommensstruktur. Zudem sei der 

Beschwerdeführer nicht nur beim Zeichnen am Computer, sondern in allen 

wesentlichen Bereichen der Geschäftsführung eingeschränkt. In der Zeit zwischen 

2004 und 2006 habe das Architekturbüro einen grossen Auftrag für die erste 

Bauetappe der B.___ erhalten, den es in Zusammenarbeit mit einem weiteren 

Architekten bearbeitet habe. Deshalb habe damals trotz gesundheitlicher 

Beeinträchtigungen ein erheblicher Umsatz und Ertrag erwirtschaftet werden können. 

Wenn sich der Beschwerdeführer richtig erinnere, sei der grosse Zahlungseingang im 

Jahr 2006 erfolgt. Die zweite Bauetappe sei nicht mehr dem Beschwerdeführer 

zugesprochen worden und das Team sei auseinandergebrochen. Heute arbeite der 

Beschwerdeführer lediglich noch mit einem Bauleiter objektbezogen vor Ort 

zusammen. Die Behauptung, die gesundheitlichen Beeinträchtigungen hätten sich 

erwerblich nicht ausgewirkt, sei nicht haltbar (act. G 12).

B.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde verzichtet (act. G 14).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.e Mit Schreiben vom 8. September 2008 teilte der Rechtsvertreter mit, dass der 

Beschwerdeführer am 10. Juli 2008 verstorben sei (act. G 16). Das Verfahren wird von 

der Ehefrau als Alleinerbin und Beschwerdeführerin weitergeführt.

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 

E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen 

Bestimmungen anzuwenden.

2.  

Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen 

Versicherten ist gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für 

die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 

zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 

und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im 

Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. 

BGE 114 V 312 E. 3a). Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische 

Methode für Nichterwerbstätige (aArt. 28 Abs. 2  IVG; Art. 27 IVV) ein 

Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der 

erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten 

erwerblichen Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1; AHI 1998 S. 119).

3.  

3.1  Aufgrund der medizinischen Unterlagen ist unbestritten, dass der Versicherte 

infolge seiner kognitiven Funktionsstörungen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. 

Streitig ist hingegen die konkrete Auswirkung auf das Erwerbseinkommen des als 

selbständiger Architekt tätig gewesenen Versicherten und somit ein allfälliger IV-Grad.

3.2  Gemäss dem neuropsychologischen Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 

16. Januar 2007 führten die Beschwerden erstmals ab März 2006 zu einer 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (IV-act. 23-1/8). Der Hausarzt Dr. A.___ 

hielt in seinem Bericht vom 7. August 2006 fest, der Patient stelle in der letzten Zeit 

eine gewisse Unduldsamkeit und Unkonzentriertheit fest, schon kleine Stressoren 

könnten ihn überfordern. Die Beschwerden seien schleichend aufgetreten, ein genauer 

Beginn sei nicht klar (IV-act. 11-6/35). Schliesslich setzte Dr. A.___ den Beginn der 

Arbeitsunfähigkeit auf den 1. Januar 2006 fest (IV-act. 11-5/35). Dr. C.___ vom 

regionalen ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung legte in seiner Stellungnahme 

vom 15. März 2007 den Beginn der Arbeitsunfähigkeit gestützt auf den Bericht der 

Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen auf März 2006 fest (IV-act. 26-2/3). 

Anlässlich der Abklärung beim Versicherten vom 28. Juni 2007 führte dieser aus, seine 

Leistungsfähigkeit habe in den letzten Jahren schleichend abgenommen. Heute sei er 

bei komplexen Aufgaben schnell überfordert. Die EDV-Entwicklung bereite ihm heute 

grosse Mühe. Er verspüre heute auch eine schnelle Ermüdung (IV-act. 48-1/9). Unter 

diesen Umständen ist der Beginn der relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 

anfangs 2006 festzulegen. Ein früherer Zeitpunkt lässt sich nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eruieren. Daran vermag auch die subjektive 

Einschätzung des Versicherten im Abklärungsbericht, wonach er selber schon seit 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

spätestens dem Jahr 2000 zunehmende Einschränkungen gespürt habe (IV-act. 

48-7/9), nichts zu ändern.

4.  

4.1  Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 2 

IVG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte 

(BGE 131 V 51 neues Fenster E. 5.1.2 S. 53; Urteil 9C_560/2008 vom 12. Dezember 

2008 E. 3.1 mit Hinweis). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu 

erfolgen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im 

Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung 

des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der 

Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 neues Fenster E. 4.1 

S. 325, 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen). Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV 

vorgeschriebenen Gleichsetzung der IV-rechtlich massgebenden hypothetischen 

Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen kann das 

Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden grundsätzlich auf Grund der IK-

Einträge bestimmt werden (Urteil 8C_515/2008 vom 23. März 2009 E. 4.1 mit 

Hinweisen). Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und 

verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf 

den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen 

(ZAK 1985 S. 464 E. 2c, I 370/84; vgl. auch AHI 1999 S. 237 E. 3b, I 377/98, mit 

Hinweisen; Urteil 8C_515/2008 vom 23. März 2009 E. 4.1).

4.2  Der Versicherte erzielte aufgrund der IK-Einträge in den letzten vier Jahren vor 

Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung ein durchschnittliches Einkommen von 

rund Fr. 72'800.- (2002: Fr. 72'908.-; 2003: Fr. 72'807.-; 2004: Fr. 74'318.-; 2005: Fr. 

71'161.-; IV-act. 7-1/7). Für das Jahr 2006 und mithin für den Zeitraum nach Beginn der 

eingeschränkten Arbeitsfähigkeit wird für den Versicherten in der Erfolgsrechnung ein 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_576%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-V-51%3Ade&number_of_ranks=0#page51
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=8C_576%2F2008&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-322%3Ade&number_of_ranks=0#page322

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Lohn von Fr. 79'279.50 ausgewiesen (IV-act. 45-1/2, Kto-Nr. 4000). Aus dem Vergleich 

dieses Invalideneinkommens mit dem durchschnittlich in den Vorjahren ausgewiesenen 

Valideneinkommen resultiert kein IV-Grad. Nichts anderes ergibt sich, wenn 

vergleichsweise auf den in den Jahresrechnungen ausgewiesenen Reinerfolg (ohne 

Liegenschaftsrechnung) zuzüglich Eigenlohn des Versicherten abgestellt wird (vgl. IV-

act. 48-5/9 und act. G 3.1, jeweils letzte Spalte). Auch dieser Vergleich zeigt, dass im 

Jahr 2006 jedenfalls kein geringeres Einkommen erzielt worden ist als im Durchschnitt 

der letzten Jahre. Die Behauptung, dass dieses positive Ergebnis im Jahr 2006 nur 

deshalb zustande gekommen sei, weil damals ein aussergewöhnlich hoher 

Zahlungseingang aus einem Grossauftrag verbucht werden konnte, wurde durch nichts 

belegt. Ein Vergleich der in den Erfolgsrechnungen ausgewiesenen Honorarerträge der 

letzten Jahre zeigt lediglich die üblichen konjunkturellen und auftragsbedingten 

Schwankungen. Ein gesundheitsbedingter Umsatz- und damit Gewinnrückgang lässt 

sich jedenfalls daraus nicht ableiten. Was das Invalideneinkommen betrifft, kann zudem 

bei Selbstständigerwerbenden, die weiterhin im Betrieb tätig sind und bei denen sich 

keine erhebliche invaliditätsbedingte Verminderung des Betriebseinkommens 

feststellen lässt, eine Invalidität nur insoweit angenommen werden, als für die Erfüllung 

bestimmter Aufgaben nach Eintritt des Gesundheitsschadens eine oder mehrere 

Personen zusätzlich oder vermehrt in massgeblicher Weise im Betrieb tätig sind 

(erhöhter Personalaufwand). Aus der vorliegenden Aktenlage lässt sich schliessen, 

dass das mit der selbstständigerwerbenden Tätigkeit erwirtschaftete Einkommen des 

Versicherten nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung anfangs 2006 

zumindest das frühere durchschnittliche Niveau erreichte. Ein (gesundheitsbedingter) 

Rückgang ist nicht erfolgt. Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich die 

Personalkosten im Jahr 2006 sogar in geringem Umfang (IV-act. 45-1/2, Kto-Nr. 4010).

4.3  Zusammenfassend ist aufgrund der Betriebsergebnisse der G.___ AG und der 

ausgewiesenen Einkommen des Versicherten in Übereinstimmung mit der 

Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Versicherte trotz der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung ab 2006 seine vorhandenen Ressourcen optimal 

einsetzen und die für ihn ungeeigneten Arbeiten auf seine Mitarbeiter übertragen 

konnte und damit keine (invaliditätsbedingte) Erwerbseinbusse erzielte. Dass die 

Beschwerdegegnerin die ausserordentliche Bemessungsmethode nicht angewandt hat, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ist unter den vorliegenden Umständen ebenfalls nicht zu beanstanden, da die beiden 

Vergleichseinkommen genügend zuverlässig ermittelt werden konnten.

5.  

5.1  Demzufolge ist die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente gemäss 

Verfügung der IV-Stelle vom 27. September 2007 im Ergebnis nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis 

Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint 

als angemessen. Sie ist der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von 

ihr geleistete Kostenvorschuss in derselben Höhe ist anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird angerechnet.

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.06.2009
	Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG Selbstständigerwerbender Architekt; Bestimmung des Valideneinkommens aufgrund IK-Auszug; keine Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode, sondern allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; keine (invaliditätsbedingte) Erwerbseinbusse nachweisbar trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung infolge kognitiver Funktionsstörungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2007/416)

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:43:23+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen