# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90cb5b55-d61c-585b-a50f-72f8536c874d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-10-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.10.2020 E-3646/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3646-2020_2020-10-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3641/2020, E-3643/2020,  
E-3645/2020 E-3646/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  O k t o b e r  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richterin Constance Leisinger;   

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

Kolumbien, 

(…), 

sowie 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

F._______, geboren am (…), 

Kolumbien,  

(…),  

Beschwerdeführende, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügungen des SEM 

vom 2. Juli 2020 /  

N (…), N (…), N (…), N (…). 

 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden sind gemäss eigenen Angaben am (…) 2020 

von G._______ mit einem Flugzeug über H._______ nach Madrid gereist. 

Einen Tag später seien sie in die Schweiz eingereist und suchten gleichen-

tags bei den hiesigen Behörden um Asyl nach. Am 30. März beziehungs-

weise 1. April 2020 wurden sie dem erweiterten Verfahren und Kanton 

I._______ zugewiesen. 

B.  

B.a Am 5. März 2020 wurden von A._______ (Beschwerdeführerin 1, N 

[…]; E-3646/2020) und ihrem minderjährigen Sohn B._______ die Perso-

nalien aufgenommen und am 17. März 2020 wurden beide befragt (SEM 

Vorhabens-Nr. […]). Am 18. Juni 2020 wurde die Beschwerdeführerin 1 er-

gänzend angehört. 

Die Beschwerdeführerin 1 brachte vor, sie sei in J._______ bei K._______ 

(Departamento Cauca) aufgewachsen. Nach ihrer Volljährigkeit habe sie 

sich in G._______ (Departamento Valle del Cauca) zur Hilfskranken-

schwester ausbilden lassen und später in verschiedenen Spitälern gear-

beitet. Während einer Wirtschaftskrise seien sie und ihr Partner 

(L._______) – der Vater ihrer beiden Kinder – arbeitslos geworden, wes-

halb dieser nach M._______ ausgewandert sei (SEM-Akte A33 F40 ff.; A47 

F16 ff.), während sie Ende 2014 respektive anfangs 2015 (A33 F8) mit den 

gemeinsamen Kindern in ihren Geburtsort zurückgekehrt sei. Dort habe sie 

während fünf Jahren in einer illegalen (…)mine gearbeitet. Dabei habe sie 

mit einem Mann namens N._______ und fünf (immer wechselnden) Arbei-

tern zusammengearbeitet. Alle (…) Wochen habe sie Schutzgeld bezahlen 

müssen. Nachdem am (…) 2019 N._______ während der Arbeit erschos-

sen worden sei, habe sie sich zwei Tage zuhause versteckt. Anschliessend 

sei sie informiert worden, dass Flugblätter von Dissidenten der FARC 

(Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) mit einer Drohung im 

Umlauf seien, wonach jeder, der N._______ gekannt habe, innert wenigen 

Stunden zu verschwinden habe. Die Minenarbeiter hätten dabei je einen 

Übernamen erhalten, so sei die Beschwerdeführerin 1 mit «(…)» als ein-

zige Schwarze gemeint gewesen (vgl. Bst. b.c hiernach). Sodann sei sie 

am (…) 2019 mit ihren Kindern zu ihrer Schwester aufgebrochen (A33 F5, 

28 ff. und 69; SEM-Akten A34 F36 ff. und A47 F23 ff.). 

Die Schwester D._______ (Beschwerdeführerin 2, N […], E-3641/2020) 

habe mit ihrem Sohn E._______ (Beschwerdeführer 3, N […],  

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

Seite 3 

E-3645/2020) und ihrem Stiefsohn respektive Adoptivsohn F._______ (Be-

schwerdeführer 4, N […], E-3643/2020) in O._______ (Departamento Valle 

del Cauca) gelebt (A33 F9 ff.). Am (…) 2019 habe die Beschwerdeführe-

rin 1 – in der Wohnung ihrer Schwester – ein neues Flugblatt mit einer Dro-

hung erhalten. Die Schwestern hätten 72 Stunden Zeit, um die Region zu 

verlassen, danach werde die Region von Personen, welche nicht mit den 

Dissidenten der FARC zusammenarbeiten würden, gereinigt (vgl. Beweis-

mittel 18). Später hätten sie bei der Staatsanwaltsanwaltschaft («Fiscalía 

General de la Nación») in G._______ eine Anzeige erstattet (vgl. Beweis-

mittel 7). Sie habe ein Dokument erhalten, welches ihr in O._______ Poli-

zeischutz garantiert hätte. Sodann sei ihr auf der Polizeistelle in O._______ 

gesagt worden, sie solle sich telefonisch melden, wenn etwas «Komi-

sches» passieren würde (vgl. Beweismittel 8). Ende (…) 2019 habe sie mit 

einem ihrer Arbeiter an ihrem früheren Wohnort Kontakt aufgenommen, der 

erzählt habe, es gebe unbekannte "Typen" im Dorf, welche sie suchen wür-

den. Die Schwestern hätten darauffolgend bei verschiedenen Stellen ver-

sucht, Schutz zu erhalten (vgl. Beweismittel 9 bis 17). Im (…) 2020 hätten 

sie sich letztlich entschieden im Ausland um Asyl nachzusuchen. Nachdem 

sie alle ihre Sachen verkauft hätten, hätten sie am (…) 2020 ein drittes 

Drohschreiben der FARC erhalten (vgl. Beweismittel 19). Zwei Tage später 

hätten sie Kolumbien verlassen (A33 F70; A47 F48 ff.). 

B.b Folgende Beweismittel wurden vom SEM im Aktenverzeichnis aufge-

nommen (alle in Kopie bis auf die Beweismittel 1 bis 6): 

 Reispässe und Identitätskarten der Beschwerdeführerin 1 und ihrer 

Kinder (Beweismittel 1 bis 6); 

 Dokumente bezüglich der Anzeigeerstattung bei der «Fiscalía Ge-

neral de la Nación» vom (…) 2019 und des Polizeischutzes der 

«Estación de la Policía O._______» (Beweismittel 7 und 8); 

 Briefe an verschiedene Staatsanwaltschaften in Bogotá jeweils 

vom (…) 2019, samt Antwortschreiben (Beweismittel 9 und 15); 

 Brief vom (…) 2019 an die nationale Volksverteidungsbehörde, 

samt Antwortschreiben (Beweismittel 10); 

 Briefe an das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) und 

das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) in Bo-

gotá, samt Antwortschreiben, jeweils vom (…) 2019 (Beweismit-

tel 11 und 16); 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

Seite 4 

 Bestätigungsschreiben der Menschenrechtsbehörde der Regie-

rung des Departamento Valle del Cauca (Beweismittel 12); 

 Briefe an das kolumbianische Aussenministerium, samt Antwort-

schreiben, sowie an das Innenministerium in Bogotá jeweils vom 

(…) 2019 (Beweismittel 13 und 17); 

 Brief an die nationale Schutzbehörde vom (…) 2019 (Beweismit-

tel 14); 

 drei Drohschreiben der FARC vom (…) 2019, (…) 2019 und (…) 

2020 (Beweismittel 18 bis 20; vgl. bezüglich Übersetzung A33 F70). 

B.c Mit Eingabe vom 11. Juni 2020 reichte die Beschwerdeführerin 1 eine 

Kopie einer WhatsApp-Nachricht mit Datum vom (…) 2019 ein. In dieser 

Nachricht warnt die Organisation «Ejército de liberación popular» (ELN) im 

Wesentlichen die Bevölkerung von J._______ (und Umgebung), dass ge-

wisse Personen (mit Alias-Namen genannt, wie z.B. «[…]»), welche mit 

dem verstorbenen N._______ zu tun hatten, Schutzgeld im Namen dieser 

Organisation einziehen würden. Ab Stunde null werde das «Ejército de 

liberación popular» diese Feinde, welche Paramilitärs seien, angreifen und 

so die Bevölkerung beschützen (SEM-Akte A45; A47 F22 ff.). 

C.  

Die Personalien der Beschwerdeführerin 2 (Schwester der Beschwerde-

führerin 1) wurden am 5. März 2020 aufgenommen. Sie sei Witwe und 

habe einen Sohn (Beschwerdeführer 3) und einen Stiefsohn (Beschwerde-

führer 4). An der Anhörung vom 18. März 2020 (SEM-Vorhabens-Nr. […]) 

brachte sie im Wesentlichen vor, nachdem ihr Ehemann vor einem Jahr 

verstorben sei, sei ihr Stiefsohn bei ihr eingezogen (SEM-Akte A19 F21 f.). 

Weil ihre Schwester nach dem Tod ihres Geschäftspartners – sie sei Zeu-

gin dieses Mordes gewesen – von bewaffneten Dissidenten der FARC be-

droht worden sei, habe sie mit ihren Kindern bei der Beschwerdeführerin 2 

in O._______ Schutz gesucht (A19 F63 ff.). Doch sie seien auch in 

O._______ – das erste Mal am (…) 2019 – bedroht worden (A19 F66 ff.). 

Weil sie Angst um ihr Leben gehabt hätten, hätten sie – jedoch erfolglos – 

versucht, bei verschiedenen Behörden Schutz zu suchen. Schliesslich 

seien sie aus Kolumbien ausgereist (A19 F78 ff.). 

Im Aktenverzeichnis wurden von der Vorinstanz der Reisepass, die Identi-

tätskarte und der Führerausweis der Beschwerdeführerin 2 sowie der Rei-

sepass ihres Vaters als Beweismittel aufgenommen. Weitere Unterlagen, 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

Seite 5 

welche sie einzureichen habe, seien im Dossier N […] der Beschwerdefüh-

rerin 1 (A19 F12; vgl. Bst. B.b). 

D.  

Die Beschwerdeführenden 3 und 4, von welchen am 5. März 2020 die Per-

sonalien aufgenommen wurde und welche am 18. März 2020 einzeln an-

gehört wurden (SEM-Vorhabens-Nr. […] und […]), brachten als Ausreise-

grund ebenfalls die Morddrohungen vor, mit welchen sie – seit ihre Tante 

(Beschwerdeführerin 1) zu ihnen nach O._______ gezogen sei – konfron-

tiert gewesen seien. Diese Drohungen seien von einer paramilitärischen 

Gruppe namens ELN («Éjercito de Liberación Nacional») gekommen, wel-

che überall in Kolumbien tätig sei. 

Die Beschwerdeführenden 3 und 4 reichten neben bereits erwähnten An-

zeigen (vgl. Bst. B.b) verschiedene Identitätsausweise zu den Akten der 

Vorinstanz. 

E.  

Mit separaten Verfügungen vom 2. Juli 2020 stellte das SEM fest, dass die 

Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen würden, 

lehnte ihre Asylgesuche ab, wies sie aus der Schweiz weg und ordnete den 

Vollzug der Wegweisung an. Auf die Details dieser Verfügungen wird – so-

weit entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-

gen. 

F.  

Mit separaten Beschwerdeeingaben vom 16. Juli 2020 an das Bundesver-

waltungsgericht beantragten die Beschwerdeführenden, ihnen sei nach 

Aufhebung der Verfügungen ihre Flüchtlingseigenschaft unter Asylgewäh-

rung anzuerkennen. Eventualiter sei ein Vollzugshindernis festzustellen 

und sie seien vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei der Entscheid 

zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ein amtlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen. Auf Details dieser Rechtsmittel wird – soweit 

entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

G.  

Am 14. Juli 2020 bestätigte das Amt für Migration und Zivilrecht I._______ 

die Fürsorgeabhängigkeit der Beschwerdeführenden. 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

Seite 6 

H.  

Mit Zwischenverfügungen vom 30. Juli 2020 vereinigte das Bundesverwal-

tungsgericht die Beschwerdeverfahren der verschiedenen Familienmitglie-

der. Gleichzeitig wies es die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes ab 

und erhob im Verfahren der Beschwerdeführerin 1 (E-3646/2020) einen 

Kostenvorschuss für die gesamten vereinigten Verfahren. Der Betrag 

wurde fristgerecht einbezahlt. 

I.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

20. Juli 2020 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

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3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf 

Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-

sels verzichtet. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden rügten eine Verletzung der vorinstanzlichen 

Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts. Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt 

von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben 

a-e aufgelisteten Beweismittel. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie 

allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu 

bewirken. 

4.2 Die Beschwerdeführenden wiesen darauf hin, dass die Asylgesuche 

unter anderem deswegen abgelehnt worden seien, weil die Vorinstanz 

fälschlicherweise von einer funktionierenden Schutzinfrastruktur des ko-

lumbianischen Staates ausgehe. Ihnen sei jedoch einzig eine Telefonnum-

mer der Polizei in O._______ gegeben worden, was kein effektiver Polizei-

schutz sei. Ausserdem habe das SEM offensichtlich keine Berichte zur ak-

tuellen Lage in Kolumbien konsultiert, weswegen es nicht abschätzen 

könne, welchen Gefahren die Bevölkerung ausgesetzt sei. 

4.3 Das SEM hat sich in den Verfügungen vom 2. Juli 2020 mit der Schutz-

infrastruktur von Kolumbien auseinandergesetzt und nachvollziehbar und 

differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich hat leiten las-

sen. Dadurch war es denn auch den Beschwerdeführenden möglich, den 

Entscheid sachgerecht anzufechten. Ausserdem ist eine Konsultation von 

Berichten zur Sicherheitslage in Kolumbien im vorliegenden Fall schon aus 

dem Grund nicht notwendig, weil nach Ansicht des SEM die Massnahmen 

nicht auf einem Motiv gemäss Art. 3 AsylG beruhen würden. Die Argumen-

tation der Beschwerdeführenden, weshalb das SEM den Sachverhalt un-

vollständig und unrichtig festgestellt habe, ist schliesslich eine Vermen-

gung der sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebenden Frage der 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit jener einer rechtli-

chen Würdigung der Sicherheitslage von Kolumbien. Der blosse Umstand, 

dass die Beschwerdeführenden die materielle Auffassung der Vorinstanz 

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nicht teilen, ist keine Verfahrensverletzung. Die diesbezügliche Rüge 

schlägt daher fehl, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das SEM lehnte die Asylgesuche mangels Erfüllung der Flüchtlingsei-

genschaft (Art. 3 AsylG) ab. Im Einzelnen hielt es Folgendes fest: 

6.1.1 Bezüglich der Beschwerdeführerin 1 bezweifle es grundsätzlich 

nicht, dass sie in Kolumbien aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit in einer 

(…)mine einer gewissen Gefahr ausgesetzt gewesen sei. Weil keine offizi-

elle Schürflizenz vorgelegen habe und verschiedene Gruppierungen ein 

Interesse an den Einnahmen der Mine hätten, sei davon auszugehen, dass 

der vorgebrachte Konkurrenzkampf mit Drohungen und Gewalt geführt 

worden sei. Ob diese Drohungen tatsächlich von der FARC stammen wür-

den oder einfach unter deren Namen ausgesprochen worden seien, könne 

indes nicht mit abschliessender Sicherheit festgestellt werden.  

Indes sei vorliegend von Übergriffen respektive Drohungen durch Dritte 

auszugehen. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass der kolumbianische 

Staat über eine funktionierende Schutzinfrastruktur verfüge. Massnahmen 

gegen Leib und Leben könnten bei einer Behörde zur Anzeige gebracht 

werden. Diese Erwägung werde durch die zahlreichen Anzeigen und 

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Briefe, welche die Beschwerdeführenden als Beweismittel eingebracht hat-

ten, bestätigt. Als Schutzmassnahme sei vorliegend die lokale Polizeistelle 

in O._______ von der Staatsanwaltschaft instruiert worden, ihnen Schutz 

zu gewähren. Diese habe darauffolgend eine Telefonnummer ausgehän-

digt und die Beschwerdeführerenden aufgefordert, sich in Not zu melden. 

Dieser Aufforderung seien sie indes nach der letzten Drohung im (…) 2020 

nicht nachgekommen, sondern seien aus Kolumbien ausgereist. Folglich 

könne nicht gesagt werden, der kolumbianische Staat sei weder fähig noch 

willens, Schutz zu bieten. Überdies handle es sich vorliegend um einen 

lokal sehr begrenzten Konflikt, an welchen die Beschwerdeführerin 1 durch 

ihre illegale Tätigkeit ein Stück weit auch ihre Mitverantwortung trage. Zu 

unterstreichen sei, dass sie dieses Risiko bewusst eingegangen sei, da sie 

mittels dieser Tätigkeit mehr verdient habe, als wenn sie als Kranken-

schwester gearbeitet hätte. 

Letztlich sei auch erwähnt, dass in den Vorbringen kein flüchtlingsrechtli-

ches Motiv erkennbar sei (Art. 3 AsylG). 

6.1.2 Bezüglich der Ausreisegründe der Beschwerdeführenden 2 bis 4 

stellte die Vorinstanz ebenfalls fest, dass keine Verfolgung wegen Rasse, 

Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 

oder politischer Anschauung bestehen würde, sondern dass diese Behelli-

gung rein krimineller Natur sei. Folglich seien die Vorbringen nicht asylre-

levant (Art. 3 AsylG). An dieser Einschätzung vermöge auch die Konsulta-

tion der Dossiers der weiteren Familienmitglieder nichts zu ändern. 

6.2 Diesen Erwägungen wurde im Wesentlichen entgegengehalten, dass 

die Beschwerdeführerin 1 diese illegale Arbeit nur aufgrund einer Wirt-

schaftskrise ausgeübt habe. Ein Umzug zu ihrer Schwester nach 

O._______ als Fluchtalternative habe sich offensichtlich als unnütz erwie-

sen. Die darauffolgenden ständigen Morddrohungen hätten die ganze Fa-

milie stark belastet und einen enormen psychischen Druck zur Folge ge-

habt. Deshalb hätten sie eine begründete Furcht, bei einer Rückkehr nach 

Kolumbien an Leib und Leben gefährdet zu sein. Ferner sei Kolumbien kei-

neswegs als schutzfähig respektive -willig zu bezeichnen, zumal die Über-

reichung einer Telefonnummer keinen Polizeischutz darstelle. Das Ver-

sprechen der Polizei, regelmässig einen Kontrollbesuch abzustatten, sei 

überdies nie eingehalten worden. Die Beschwerdeführenden hätten sich 

nach dem dritten Drohschreiben nicht an die Polizei gewandt, weil sie darin 

als Verräterinnen bezeichnet worden seien, da sie sich im Vorfeld bei der 

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Polizei gemeldet hätten (vgl. Beweismittel 19). Daraus hätten sie geschlos-

sen, dass es bei der Polizei undichte Stellen gebe, weshalb es für sie kei-

nen effektiven Schutz durch diese gebe. 

Ferner sei generell darauf hinzuweisen, dass auch nach der Unterzeich-

nung des Friedensvertrages gewisse Regionen von Kolumbien immer 

noch von Konfliktdynamiken beherrscht würden, welche die Regierung ig-

noriere, sodass es für die Bevölkerung dieser Regionen keinen Schutz sei-

tens des Staates gebe. Auch wenn Schutzmassnahmen zugestanden wür-

den, seien diese nur reaktiv und nicht präventiv ausgestaltet. 

7.  

7.1 Nach Prüfung der Akten ist festzustellen, dass die Beschwerdeführen-

den die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, weil die dargelegte Gefähr-

dung im Zusammenhang mit der Tötung des Geschäftspartners N._______ 

steht und ihr damit kein asylrelevantes Motiv (Rasse, Religion, Nationalität, 

Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politische An-

schauung) zugrunde liegt (Art. 3 AsylG). 

7.2 Es liegt auch keine Reflexverfolgung der Beschwerdeführenden 2 bis 4 

vor. Bei einer Reflexverfolgung erstrecken sich Verfolgungsmassnahmen 

auch auf Familienangehörige und Verwandte der primär betroffenen Per-

son, was vorliegend nur schon deswegen nicht erfüllt ist, weil die Be-

schwerdeführerin 1 nicht von einer asylrelevanten Verfolgung betroffen ist. 

7.3 Bei den von den Beschwerdeführenden dargelegten Bedrohungen sei-

tens Guerillaorganisationen handelt es sich um Übergriffe Dritter. Im Sinne 

der sogenannten Schutztheorie ist eine nichtstaatliche Verfolgung nur dann 

asylrelevant, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, Schutz vor be-

sagter Verfolgung zu bieten, beziehungsweise trotz allgemeiner Schutzfä-

higkeit und allgemeinem Schutzwillen, die Betroffenen aus einem asyl-

rechtlichen Motiv im Konkreten nicht geschützt werden. Es ist dabei nicht 

eine faktische Garantie für langfristigen individuellen Schutz der von nicht-

staatlicher Verfolgung bedrohten Personen zu verlangen, weil es keinem 

Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bür-

ger jederzeit und überall zu garantieren. Erforderlich ist aber, dass eine 

funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, wo-

bei in erster Linie an polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe wie an 

ein Rechts- und Justizsystem zu denken ist, welches eine effektive Straf-

verfolgung ermöglicht. Ob das bestehende Schutzsystem als in diesem 

Sinne effizient erachtet werden kann, hängt letztlich auch davon ab, dass 

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der Schutz die von Verfolgung betroffene Person tatsächlich erreicht (vgl. 

BVGE 2011/51 E. 7.3 m.w.H.). Die Inanspruchnahme dieses Schutzsys-

tems muss der betroffenen Person demnach objektiv zugänglich und indi-

viduell zumutbar sein, was jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung unter 

Berücksichtigung des länderspezifischen Kontextes zu beurteilen ist. 

7.4 Das SEM hat zu Recht festgestellt, dass im vorliegenden Fall von der 

Schutzfähigkeit und -willigkeit der kolumbianischen Strafverfolgungs- und 

Justizbehörden auszugehen ist. Im Grossen und Ganzen kann denn auch 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden. Den Beschwer-

deführenden ist in jedem Fall zuzugestehen, dass sie viel unternommen 

haben, um einen adäquaten Schutz zu erhalten. Als Folge davon haben 

sie eine bestimmte Telefonnummer der Polizeistelle in O._______ erhalten, 

die sie indes nach der dritten Drohung im (…) 2020 nicht kontaktiert haben. 

Dass es bei dieser Polizeistelle eine "undichte Stelle" gebe, kann im Kon-

text von Kolumbien nicht ausgeschlossen werden. Indes ist vorliegend re-

levant, dass die Beschwerdeführenden schon gar nicht versucht haben, 

polizeilichen Schutz zu erhalten. Vor diesem Hintergrund bestehen keine 

Anhaltspunkte für die Annahme, dass die kolumbianischen Behörden be-

züglich der Beschwerdeführenden nicht schutzwillig gewesen wären. 

7.5 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführenden zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

E-3641/2020, E-3643/2020, E-3645/2020, E-3646/2020 

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Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh-

renden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr («real risk») 

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nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, § 124 ff. m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 

im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Weder die allgemeine Lage in Kolumbien noch individuelle Gründe wirt-

schaftlicher oder sozialer Natur lassen auf eine konkrete Gefährdung der 

Beschwerdeführenden im Falle einer Rückkehr schliessen. Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich zu Recht auf das soziale Beziehungsnetz der Familien-

mitglieder und die langjährige Berufserfahrung insbesondere der Be-

schwerdeführerinnen 1 und 2 hingewiesen. Der auf Beschwerdeebene 

vertretenen Ansicht, das (…)geschäft der Beschwerdeführerin 2 könne 

nicht einfach so wiedereröffnet werden, ist entgegenzuhalten, dass sich 

eine sehr gute Freundin um das Geschäft kümmert. Während der (…) und 

das Lager mit den (…)produkten vermietet ist, ist der (…) verkauft worden 

(Vorhabens-Nr. […], SEM-Akte A19 F30 und 37). Ausserdem besitzt die 

Beschwerdeführerin 2 ein Haus und eine Wohnung in O._______ (A19 

F23 f. und 34 f.). Überdies ist die Beschwerdeführerin 1 schon immer von 

ihrem Lebenspartner, der sich derzeit in M._______ aufhalte, finanziell un-

terstützt worden (Vorhabens-Nr. […], SEM-Akte A33 F41). 

Hinsichtlich der vorgebrachten gesundheitlichen Aspekte ist Folgendes 

festzuhalten: Der Sohn der Beschwerdeführerin 1 leidet seit seiner Kind-

heit an Asthma, doch nimmt er derzeit keine Medikamente dagegen ein 

(Vorhabens-Nr. […], SEM-Akte A34 F31 ff.). Der Hypothyreoidismus der 

Beschwerdeführerin 2, eine mangelhafte Versorgung des Körpers durch 

ein Schilddrüsenhormon aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion, kann 

auch in Kolumbien mittels Medikamenten behandelt werden (Vorhabens-

Nr. […], SEM-Akte A19 F8 ff.). Somit ist auch aus gesundheitlicher Sicht 

kein Vollzugshindernis erkennbar. 

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Folglich erweist sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführen-

den auch als zumutbar. 

9.4 Im Übrigen könnten die Beschwerdeführenden nach G._______ oder 

Bogotá umsiedeln und sich dort ein neues Leben aufbauen. In G._______ 

haben die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 schon ein paar Jahre gelebt 

und gearbeitet (Vorhabens-Nr. […], SEM-Akte A33 F5; Vorhabens-Nr. […], 

SEM-Akte A19 F17). Ausserdem leben die biologischen Eltern des Be-

schwerdeführers 4 in G._______, wo er, bevor das Geschilderte gesche-

hen sei, beabsichtigte, ein Studium zu beginnen (Vorhabens-Nr. […], SEM-

Akte A18 F16 und 22 ff.). 

9.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, die alle über Reise-

pässe verfügen, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die 

für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 

Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug 

der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.   

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 950.– den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher 

Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten ist 

hierfür zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerden werden abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 950.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

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