# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27a5fbde-f34f-54ee-a735-174826e99c70
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.02.2021 (publiziert) 60/2019/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2019-1_2021-02-10.pdf

## Full Text

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Kostentragung bei ausserkantonalen Fremdplatzierungen; Rückforderung 

durch den Kanton; Entscheidkompetenz; Rechtsmittelweg; Parteientschädi-

gung an obsiegende Behörde – Art. 19 IVSE; Art. 48 Abs. 2 VRG; Art. 44 JG; 

Art. 8 Abs. 1 und Art. 34 Abs. 1 SHEG; §§ 2a, 5 Abs. 2 und 72 Abs. 3 SHEV. 

Übernimmt der Kanton Schaffhausen im interkantonalen Verhältnis die Kosten 

einer Fremdplatzierung, so kommt im innerkantonalen Verhältnis der Entscheid 

darüber, ob dem Kanton die übernommenen Kosten zurückzuerstatten sind, der 

jeweiligen Gemeinde zu (E. 1.2.1 und E. 1.2.2). 

Ersucht das kantonale Sozialamt eine Gemeinde um Rückerstattung von Fremd-

platzierungskosten, hat es einen ablehnenden Beschluss der Gemeinde zunächst 

mit Rekurs beim Departement des Innern anzufechten (E. 1.2.3 und E. 1.2.4). 

Keine Abweichung vom Grundsatz, wonach obsiegenden Behörden keine Partei-

entschädigung zugesprochen wird (E. 2). 

OGE 60/2019/1 vom 30. Juli 2019  

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht  

Sachverhalt 

Der Kanton Schaffhausen übernahm in einer interkantonalen Vereinbarung die 

Kosten einer Fremdplatzierung und ersuchte im innerkantonalen Verhältnis die 

Gemeinde X. um Übernahme der entsprechenden Kosten. Die Gemeinde X. lehnte 

die Übernahme ab. Gegen den ablehnenden Beschluss erhob der Kanton 

Schaffhausen, vertreten durch das kantonale Sozialamt, Verwaltungsgerichts-

beschwerde an das Obergericht. Dieses trat auf die Beschwerde nicht ein. 

Aus den Erwägungen 

1. Das Obergericht prüft seine Zuständigkeit als Eintretensvoraussetzung  

von Amtes wegen (Art. 50 Abs. 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in 

Verwaltungssachen vom 20. September 1971 [Verwaltungsrechtspflegegesetz, 

VRG, SHR 172.200] i.V.m. Art. 59 Abs. 2 lit. b und Art. 60 ZPO). 

[…] 

1.2.1. Das kantonale Sozialamt ist gemäss Art. 15 Abs. 3 des Gesetzes über die 

öffentliche Sozialhilfe und soziale Einrichtungen vom 28. Oktober 2013 (Sozial-

hilfegesetz, SHEG, SHR 850.100) i.V.m. § 6 Abs. 1 der Verordnung über die 

öffentliche Sozialhilfe und soziale Einrichtungen vom 18. Februar 2014 (Sozial-

hilfeverordnung, SHEV, SHR 850.111) das kantonale Organ für die öffentliche So-

zialhilfe und soziale Einrichtungen sowie die Vollzugsstelle der öffentlichen 

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Sozialhilfe, soweit diese nicht durch kommunale Sozialhilfebehörden oder andere 

kantonale Verwaltungsbehörden oder Dritte ausgeführt werden. Insbesondere 

nimmt es nach § 69 SHEV alle Aufgaben gemäss Interkantonaler Vereinbarung für 

soziale Einrichtungen IVSE vom 13. Dezember 2002 (IVSE, SHR 850.130) wahr, 

soweit im Rahmen der Sozialhilfeverordnung oder anderer Erlasse keine abwei-

chenden Regelungen bestehen. Das kantonale Sozialamt übernimmt namentlich 

die Aufgaben der Verbindungsstelle nach Art. 10 IVSE. Demnach ist es unter an-

derem zuständig für das Einholen der Kostenübernahmegarantie nach Art. 19 

IVSE, mittels welcher der Wohnkanton der Einrichtung des Standortkantons die 

Leistungsabgeltung zu Gunsten der Person für die zu garantierende Periode 

zusichert, und für die Entgegennahme und Bearbeitung von Gesuchen um Kosten-

übernahmegarantie und den Entscheid über dieselben (Art. 11 Abs. 1 lit. a und b 

IVSE; § 72 Abs. 1 SHEV). Die Leistungsabgeltung wird indes von den zahlungs-

pflichtigen Stellen und Personen des Wohnkantons geschuldet und kann diesen 

von der Einrichtung des Standortkantons monatlich in Rechnung gestellt werden 

(Art. 19 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IVSE). 

1.2.2. Die Kostenübernahmegarantie nach Art. 19 IVSE stellt dementsprechend 

die Berechtigung, die Zuständigkeit und die Zahlungspflicht der Kostenträger fest 

(§ 72 Abs. 3 Satz 2 SHEV). Voraussetzung für die Erteilung der Kostenübernah-

megarantie durch das kantonale Sozialamt ist gemäss § 72 Abs. 3 Satz 1 SHEV 

jedoch das Vorliegen eines "positiven Entscheids" bzw. ein "positives Resultat" 

(§ 72 Abs. 3 Satz 1 SHEV in der Fassung vom 18. Februar 2014; Amtsblatt 2014, 

S. 303). Anders als bei ausserkantonalen Unterstützungsanzeigen (vgl. § 27 SHEV 

i.V.m. Art. 33 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unter-

stützung Bedürftiger vom 24. Juni 1977 [Zuständigkeitsgesetz, ZUG, SR 851.1]) 

sind im innerkantonalen Verhältnis das verfahrensmässige Vorgehen und der 

Rechtsmittelweg in Bezug auf die Erteilung der Kostenübernahmegarantie nach 

IVSE nicht weiter geregelt. Namentlich schweigen sich Gesetz und Verordnung 

darüber aus, ob das kantonale Sozialamt die innerkantonale Zuständigkeit und die 

Zahlungspflicht der Kostenträger zu bestimmen hat, mithin ob diesem gegenüber 

den Sozialhilfebehörden Entscheidungskompetenz zukommt, oder ob die jeweilige 

Gemeinde – wie vorliegend geschehen – darüber zu befinden hat. 

Für Letzteres spricht, dass die Zusprechung von Leistungen der öffentlichen 

Sozialhilfe an zu unterstützende Personen nach Art. 8 Abs. 1 SHEG den Gemein-

den obliegt und die IVSE – anders als das Zuständigkeitsgesetz (vgl. Art. 33 Abs. 1 

ZUG) – im interkantonalen Verhältnis hierfür keine kantonale Entscheidinstanz vor-

schreibt. Entsprechend sieht etwa § 26 Abs. 2 SHEV vor, dass bei rückerstattungs-

pflichtigen Massnahmen innerhalb des Kantons die fallführende Gemeinde ent-

scheidet, wobei negative Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Gemeinden seit 

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dem 1. Juli 2018 ausdrücklich durch das zuständige Departement des Innern als 

Rekursinstanz zu entscheiden sind (Art. 34 Abs. 1bis SHEG und § 5 Abs. 2 SHEV 

i.V.m. § 1 Abs. 1 lit. i der Verordnung über die Organisation der kantonalen Ver-

waltung vom 6. Mai 1986 [Organisationsverordnung, OrgV, SHR 172.101]). In 

Bezug auf die Erteilung der Kostenübernahmegarantie nach Art. 19 IVSE scheint 

das kantonale Sozialamt in der Vergangenheit sodann jeweils das Vorliegen einer 

Kostengutsprache des innerkantonalen Kostenträgers – in aller Regel der zustän-

digen Sozialhilfebehörde – vorausgesetzt zu haben (vgl. Bericht und Antrag des 

Regierungsrates an den Kantonsrat betreffend die Änderung des Gesetzes über 

die öffentliche Sozialhilfe und soziale Einrichtungen und des Gesetzes über die 

Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, Amtsdruckschrift 16-128, 

S. 5) und somit ebenfalls davon ausgegangen zu sein, dass die innerkantonale 

Entscheidkompetenz (grundsätzlich) bei den Gemeinden liegt. Nichts anderes 

ergibt sich schliesslich auch aus den am 1. Juli 2018 in Kraft getretenen sozialhil-

ferechtlichen Bestimmungen. So sieht § 2a SHEV bei unrechtmässiger Verzöge-

rung oder Verweigerung von Leistungen durch die Gemeinde zwar eine Rücker-

stattung von vorerst durch den Kanton erbrachten Leistungen nach Art. 8 Abs. 4 

SHEG, aber keine Kompetenz des Kantons, die Rückerstattung gegenüber den 

Gemeinden anzuordnen, vor (vgl. auch Bericht und Antrag des Regierungsrates, 

S. 5 f.; ferner Bericht und Antrag der Spezialkommission 2017/1 betreffend 

"Sozialhilfegesetz", Amtsdruckschrift 17-77, S. 1 f.). Somit kommt die Entscheid-

kompetenz zusammenfassend den Gemeinden zu. 

1.2.3. Gemäss den allgemeinen Regeln über das Beschwerde- und Rekursver-

fahren nach Art. 34 Abs. 1 SHEG entfällt die Möglichkeit eines Rekurses an den 

Regierungsrat, da unbestritten kein erstinstanzlicher Entscheid des Departements 

des Innern vorliegt (Art. 34 Abs. 2 SHEG). Demnach entscheidet das Departement 

über alle Rekurse und Beschwerden in Sozialhilfeangelegenheiten, die bereits von 

einer untergeordneten Behörde beurteilt worden sind, vorbehältlich der Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde an das Obergericht in letzter Instanz. Folglich wäre zu-

nächst das Departement des Innern für die Behandlung des Rekurses gegen den 

angefochtenen Beschluss zuständig. Dies entspricht im Übrigen auch dem eben-

falls auf den 1. Juli 2018 in Kraft getretenen § 5 Abs. 2 SHEV, wonach das Depar-

tement des Innern insbesondere Rechtsmittelinstanz bei Streitigkeiten zwischen 

Sozialhilfebehörden und dem kantonalen Sozialamt ist. 

1.2.4. Zu prüfen bleibt somit, ob vom gesetzlich vorgesehenen Rechtsmittelweg 

an das Departement des Innern im vorliegenden Fall abzuweichen ist. 

Das geltende Verwaltungsrechtspflegegesetz sieht keine Sprungbeschwerde 

ans Obergericht vor (vgl. demgegenüber Art. 17 aVRG [OS 22, S. 386 f.]; Arnold 

Marti, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton Schaffhausen, Diss. Zürich 1986, 

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S. 100 ff.). Eine Beschwerde ans Obergericht als allgemeines Verwaltungsgericht 

setzt dementsprechend grundsätzlich einen letztinstanzlichen Entscheid einer kan-

tonalen Verwaltungsbehörde voraus (Art. 44 Abs. 1 lit. a des Justizgesetzes vom 

9. November 2009 [JG, SHR 173.200]). Erstinstanzliche Entscheide unterer Ver-

waltungsbehörden können nur dann direkt mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

angefochten werden, wenn dies in der Spezialgesetzgebung vorgesehen ist (vgl. 

Art. 44 Abs. 4 und 5 JG). Entsprechend kann die verwaltungsgerichtliche Zustän-

digkeit des Obergerichts auch nicht durch Einlassung begründet werden (vgl. 

Kaspar Plüss, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege-

gesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 5 N. 7, S. 78). 

Zwar macht das kantonale Sozialamt geltend, es liege ein letztinstanzlicher Ent-

scheid vor und der Kanton Schaffhausen könne infolge unmittelbarer Betroffenheit 

direkt ans Obergericht gelangen. Zudem scheint es den vorliegenden Fall mit 

demjenigen einer aufsichtsrechtlichen Anweisung des Regierungsrats in OGE 

60/2014/15 und 60/2015/1 zu vergleichen. Indes liegt hier keine derartige Anwei-

sung vor. Von einer solchen ging offensichtlich auch das kantonale Sozialamt nicht 

aus, hatte es doch die Einwohnergemeinde X. im Namen das Kantons Schaff-

hausen am 11. Oktober 2018 ausdrücklich um Übernahme der Kosten der Fremd-

platzierung bzw. (eventualiter) um den Erlass einer anfechtbaren Verfügung durch 

die Gemeinde ersucht. Folglich trat das kantonale Sozialamt bzw. der von diesem 

vertretene Kanton Schaffhausen gegenüber der Einwohnergemeinde X. als 

Gesuchsteller auf. Der Umstand, dass der Kanton Schaffhausen mit Vereinbarung 

vom 5. Februar 2018 gegenüber den Kantonen […] im interkantonalen Verhältnis 

die Kosten der Fremdplatzierung übernommen hat, ändert daran nichts. Soweit mit 

der geltend gemachten direkten Betroffenheit des Kantons Schaffhausen impliziert 

werden soll, der Kanton könne nicht gleichzeitig Gesuchsteller sein und über sei-

nen eigenen Rekurs entscheiden, ist dies unbehelflich. Denn es kann keinen Un-

terschied machen, ob das kantonale Sozialamt gegenüber einer Sozialhilfebe-

hörde als verfügende Behörde oder als Gesuchsteller aufritt. In beiden Fällen ist 

der Kanton als Rechtsperson betroffen, und in beiden Fällen hat das Departement 

des Innern als unvoreingenommene Rechtsmittelinstanz zu walten. 

1.3. Nach dem Gesagten war gegen den angefochtenen Beschluss zunächst 

Rekurs an das Departement des Innern zu erheben. Mangels Vorliegens eines 

letztinstanzlichen Entscheids einer kantonalen Verwaltungsbehörde nach Art. 44 

Abs. 1 lit. a JG ist das Obergericht als Verwaltungsgericht für die Behandlung der 

Beschwerde gegen den Entscheid der Einwohnergemeinde X. funktionell nicht zu-

ständig. Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten. Der Nichteintretensent-

scheid ist durch die Kammer zu treffen, da die Beschwerde nicht offensichtlich un-

zulässig war (Art. 53 Abs. 2 JG e contrario). 

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2. Dem Kanton Schaffhausen werden als unterliegende Partei keine Verfah-

renskosten auferlegt (Art. 48 Abs. 1 VRG i.V.m. Art. 92 JG). Obsiegenden Behör-

den wird in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 48 Abs. 2 

VRG). Von diesem Grundsatz kann nur in besonderen Fällen abgewichen werden. 

So kann nach der Praxis des Obergerichts etwa einer kleinen Gemeinde, die über 

keinen ständigen rechtskundigen Mitarbeiter verfügt und daher wegen der Schwie-

rigkeit eines Falles die Hilfe eines aussenstehenden Rechtsvertreters beanspru-

chen muss, ausnahmsweise eine Prozessentschädigung zugesprochen werden 

(OGE 60/2002/4 vom 1. November 2002 E. 4, Amtsbericht 2002, S. 141; OGE vom 

21. Juni 1979 i.S. Baugesellschaft T., E. 5b in fine, Amtsbericht 1979, S. 100; vgl. 

ferner BGer 1C_44/2017 vom 19. Juli 2017 E. 4.3). Die Einwohnergemeinde X. 

macht geltend, sie verfüge über keinen gemeindeeigenen Rechtsdienst und sei auf 

rechtlichen Beistand angewiesen gewesen. Indes verfügt sie über eine Gemeinde- 

und Erbschaftsschreiberin mit juristischem Hochschulabschluss […]. Angesichts 

dessen rechtfertigt es sich vorliegend nicht, ausnahmsweise vom Grundsatz nach 

Art. 48 Abs. 2 VRG abzuweichen. Folglich ist der Einwohnergemeinde X. keine 

Parteientschädigung zuzusprechen.