# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69b839de-2865-528d-8bbd-bb3e9900c4d1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 21.09.2011 110 2011 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2011-100_2011-09-21.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

RA Nr. 110/2011/100 Bern, 21. September 2011

In den Beschwerdesachen zwischen

Herrn A._______
Beschwerdeführer 1

Einwohnergemeinde Jegenstorf, Bernstrasse 13, 3303 Jegenstorf
Beschwerdeführerin 2

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

Herrn D.________
Beschwerdeführer 3

Herrn E.________
Beschwerdeführer 4

Frau F.________
Beschwerdeführerin 5

Herrn G.________
Beschwerdeführer 6

alle vier vertreten durch Herrn Rechtsanwalt H.________

und

I.________ 
Beschwerdegegner 1

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt J.________

sowie
Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

2

und

110/2011/107

I.________
Beschwerdeführer 7

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Herrn D.________
Beschwerdegegner 2

Herrn E.________
Beschwerdegegner 3

Frau F.________
Beschwerdegegnerin 4

Herrn G.________
Beschwerdegegner 5

alle vier vertreten durch Herrn Rechtsanwalt H.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

Einwohnergemeinde Jegenstorf, Bernstrasse 13, 3303 Jegenstorf 

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland vom 
31. Mai 2011 (bbew 4218/2010; Modellflugplatz)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer 7 / Beschwerdegegner 1 (in der Folge: Beschwerdeführer 7) 

reichte am 22. Februar 2010 bei der Gemeinde Jegenstorf ein Baugesuch ein für einen 

Modellflugplatz (unbefestigte Graspiste 115 x 10 m, unbefestigter Fernsteuerplatz 10 x 5 m 

3

und unbefestigter Fahrzeugparkplatz 10 x 8 m) auf Parzelle Jegenstorf Grundbuchblatt 

Nr. K.________. Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone. Gegen das Bauvorhaben 

erhoben unter anderen der Beschwerdeführer 1 und die Beschwerdeführenden 3 bis 6 / 

Beschwerdegegner 2 bis 5 (in der Folge: Beschwerdeführende 3 bis 6) Einsprache.

Mit Gesamtentscheid vom 31. Mai 2011 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-

Mittelland die Baubewilligung, befristet auf sechs aufeinanderfolgende Monate ab 

Inbetriebnahme des Flugbetriebs.

2. Dagegen gingen bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern 

(BVE) insgesamt vier Beschwerden ein. Der Beschwerdeführer 1 beantragt in seiner 

Beschwerde vom 27. Juni 2011, dem Bauvorhaben sei die Ausnahmebewilligung gemäss 

Art. 24 RPG1 zu verweigern und der Bauabschlag zu erteilen. Die Gemeinde Jegenstorf 

(Beschwerdeführerin 2) stellt in ihrer Beschwerde vom 29. Juni 2011 das Rechtsbegehren, 

es sei der Gesamtentscheid aufzuheben und dem Bauvorhaben der Bauabschlag zu 

erteilen. Die Beschwerdeführenden 3 bis 6 verlangen in ihrer Beschwerde vom 30. Juni 

2011 ebenfalls die Aufhebung des Bauentscheids und die Erteilung des Bauabschlags; 

zudem beantragen sie, der Beschwerdeführer 7 sei anzuweisen, den rechtmässigen 

Zustand wiederherzustellen. Der Beschwerdeführer 7 schliesslich stellt in seiner 

Beschwerde vom 1. Juli 2011 folgende Rechtsbegehren: Die Befristung der Baubewilligung 

sei aufzuheben; eventualiter sei die angefochtene Verfügung dahingehend zu ergänzen, 

dass der Flugbetrieb nach Ablauf der Befristung bis zur rechtskräftigen Beurteilung des 

neuen Baugesuchs betreffend den unbefristeten Betrieb aufrechterhalten bleiben könne; 

subeventualiter sei die angefochtene Verfügung zur Anordnung des Eventualbegehrens an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Da die vier Beschwerden den gleichen 

Gegenstand betreffen, vereinigte es die Verfahren mit Verfügung vom 5. Juli 2011 unter 

RA Nr. 110/2011/100.

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)

4

Die Gemeinde Jegenstorf beantragt in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2011 die 

Abweisung der Beschwerde des Beschwerdeführers 7. Das Amt für Gemeinden und 

Raumordnung (AGR) verzichtet in seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2011 auf einen 

Antrag. Die Beschwerdeführenden 3 bis 6 verlangen in ihrer Beschwerdeantwort vom 

20. Juli 2011 die Abweisung der Beschwerde des Beschwerdeführers 7 und wiederholen 

im Übrigen die Anträge aus ihrer Beschwerde. Der Beschwerdeführer 7 schliesslich 

beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 4. August 2011 die Abweisung der drei 

Beschwerden der Beschwerdeführenden 1 bis 6, soweit darauf eingetreten werden könne.

4. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintreten

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der vier Beschwerden 

gegen den Gesamtentscheid zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer 

Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG in Verbindung mit 

Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer 7 als Baugesuchsteller, dessen Baugesuch 

lediglich befristet bewilligt wurde, ist hinsichtlich dieser Befristung durch den 

vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung 

3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

5

legitimiert. Ohne weiteres zur Beschwerde berechtigt ist auch die Gemeinde Jegenstorf, 

die im vorinstanzlichen Verfahren mehrfach den Bauabschlag gefordert hat, letztmals in 

ihrer Stellungnahme vom 28. März 2011. Soweit ist die Beschwerdelegitimation 

unbestritten.

c) Der Beschwerdeführer 7 bezweifelt jedoch die Beschwerdebefugnis des 

Beschwerdeführers 1 und der Beschwerdeführenden 3 bis 6. Es sei zu prüfen, ob diese 

durch das Bauvorhaben in genügender Art und Weise betroffen seien. Die 

Beschwerdeführenden 1, 3, 4 und 6 haben sich am vorinstanzlichen Verfahren als 

Einsprecher beteiligt und den Bauabschlag gefordert. Die Beschwerdeführerin 5 tritt 

gemäss Aussage in der Beschwerde vom 30. Juni 2011 als Rechtsnachfolgerin ihrer 

Mutter, die als Einsprecherin ebenfalls den Bauabschlag gefordert hatte, in das Verfahren 

ein (Art. 13 Abs. 2 VRPG5).

Somit sind die Beschwerdeführenden 1 und 3 bis 6 als Einsprecher bzw. als 

Rechtsnachfolgerin einer Einsprecherin durch die befristete Baubewilligung beschwert und 

insoweit zur Beschwerde befugt. Ihre Legitimation setzt aber weiter voraus, dass sie sich 

befugtermassen als Einsprecher beteiligt haben.6 Die Vorinstanz hat die 

Einsprachebefugnis der über 50 Einsprecher nicht abschliessend geprüft – darauf konnte 

verzichtet werden, da alle Einsprachen grundsätzlich dieselben Punkte rügten und einige 

Einsprecher sicher legitimiert waren.

d) Nach Art. 35 Abs. 2 lit. a BauG sind nur Personen zur Einsprache befugt, welche 

durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen sind. 

Nach Lehre und Rechtsprechung ist eine Person in schutzwürdigen Interessen berührt, 

wenn sie durch ein Bauvorhaben in höherem Mass als die Allgemeinheit betroffen ist und 

zum Streitgegenstand eine besondere Beziehungsnähe hat. Die Betroffenheit kann 

rechtlicher oder auch nur tatsächlicher Natur sein. Sie muss aber hinreichend sein, d.h. 

eine bestimmte Intensität erreichen, so dass von der Abwendung eines materiellen oder 

ideellen Nachteils gesprochen werden kann. Der Nachteil muss persönlich und unmittelbar 

sein. Diese Anforderungen grenzen die Beschwerden betroffener Drittpersonen von der 

5 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band I, Bern 2007, Art. 40 
N. 5a

6

unzulässigen Popularbeschwerde ab.7

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss die besondere Beziehungsnähe zum 

Streitgegenstand bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein. In 

einer besonders nahen Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des 

Baugrundstücks. Unter Nachbarn versteht die Verwaltungs- und Gerichtspraxis vorab die 

Eigentümer von Nachbargrundstücken sowie Personen, die an solchen Grundstücken 

dinglich berechtigt sind; grundsätzlich wird aber auch die Einsprachebefugnis der Mieter 

und Pächter anerkannt. Der Kreis der betroffenen Nachbarschaft kann nicht allgemein 

festgelegt werden, sondern muss im Einzelfall nach den konkreten Verhältnissen bestimmt 

werden. Die Einsprachebefugnis des Nachbarn ist in der Regel zu bejahen, wenn dessen 

Liegenschaft unmittelbar an das Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen 

Verkehrsträger davon getrennt wird. Darüber hinaus reicht die Nachbarschaft so weit wie 

die allfälligen nachteiligen Auswirkungen des Bauvorhabens. Bei grossflächigen 

Immissionen kann ein sehr weiter Kreis von Betroffenen einsprachelegitimiert sein. Die 

mögliche Störung muss aber deutlich wahrnehmbar sein und objektiv betrachtet als 

Nachteil empfunden werden.8

e) Der Beschwerdeführer 1 wohnt knapp 700 m vom geplanten Modelflugplatz, also der 

Graspiste sowie dem Fernsteuer- und Parkplatz, entfernt. Der nächstgelegene Punkt der 

Flugzone befindet sich in einer Distanz von knapp 500 m. Für die Beschwerdeführenden 3 

bis 5 bzw. die Rechtsvorgängerin der Beschwerdeführerin 5 betragen die Abstände zum 

Flugplatz und zur Flugzone etwa 750 m und gut 500 m, für den Beschwerdeführer 6 fast 

900 m und rund 650 m. Die Beschwerdeführenden 1 und 3 bis 5 haben zwar vermutlich 

keine Sichtverbindung zum Flugplatz, dieser ist anscheinend hinter einem Wald gelegen. 

Zur Flugzone haben sie jedoch freien Sichtkontakt. Anders der Beschwerdeführer 6. Von 

seiner Adresse aus liegt der Flugplatz anscheinend ebenfalls hinter dem Wald. Zusätzlich 

scheint ihm die freie Sicht sowohl auf den Flugplatz als auch auf die Flugzone durch 

Liegenschaften verstellt zu sein.

Aufgrund der relativ grossen Distanz und der Abschirmung durch den Wald reichen die 

nachteiligen Auswirkungen des Flugplatzes wohl nicht bis zu den Beschwerdeführenden 1 

und 3 bis 6, weshalb sie insoweit nicht beschwerdebefugt wären.

7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35/35a N. 16 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35/35a N. 17 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung

7

Die möglichen Störungen durch die Flugzone sind jedoch für die Beschwerdeführenden 1 

und 3 bis 5 voraussichtlich deutlich wahrnehmbar. Es ist allgemein bekannt, dass 

motorisierte Modellflugzeuge erhebliche Lärmemissionen erzeugen. Deshalb ist aufgrund 

der Distanz und der direkten Sichtverbindung zur Flugzone davon auszugehen, dass die 

Modellflugzeuge von den Beschwerdeführenden 1 und 3 bis 5 objektiv betrachtet als 

Nachteil empfunden werden können. Somit sind sie letztlich zur Beschwerdeführung 

legitimiert.

f) In Bezug auf den Beschwerdeführer 6 ist aufgrund der grösseren Distanz und der 

Abschirmung durch Nachbarliegenschaften dagegen unklar, ob der Lärm der 

Modellflugzeuge von ihm objektiv betrachtet als Nachteil empfunden werden kann. Da auf 

die gemeinsame Beschwerde ohnehin einzutreten ist, braucht diese Frage aber nicht 

abschliessend geklärt zu werden. Dies gilt auch mit Blick auf die Verfahrens- und 

Parteikosten: Eine Berücksichtigung im Kostenpunkt wäre selbst dann nicht gerechtfertigt, 

wenn der Beschwerdeführer 6 nicht legitimiert sein sollte. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, 

dass die Legitimation in einem allfälligen Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren 

nachgewiesen werden müsste.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Zulässigkeit des Verfahrenseintritts der 

Beschwerdeführerin 5 als Rechtsnachfolgerin ihrer Mutter. Die Zulässigkeit dieses 

Verfahrenseintritts wäre insofern näher zu prüfen, als die Beschwerdeführerin 5 das 

Grundstück Jegenstorf Grundbuchblatt Nr. L.________ (Stockwerkeigentum) gemäss 

Grundbuchauszug bereits am 26. April 2010 und damit vor Einreichung der Einsprache am 

24. Juni 2010 gekauft zu haben scheint.9

g) Demzufolge wird auf die vier Beschwerden, die alle form- und fristgerecht eingereicht 

wurden, grundsätzlich eingetreten. Nicht eingetreten werden kann dagegen auf das 

Rechtsbegehren der Beschwerdeführenden 3 bis 6, der Beschwerdeführer 7 sei 

anzuweisen, den rechtmässigen Zustand wiederherzustellen. Die erstmalige Anordnung 

der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands liegt nicht in der Kompetenz der BVE, 

sie kann diesbezüglich lediglich als Beschwerdeinstanz urteilen (Art. 49 Abs. 1 BauG).

9 Auszug vom 25. August 2011 aus dem Grundstückdaten-Informationssystem des Kantons Bern (GRUDIS)

8

2. Planungspflicht

a) Gegen die Erteilung der Ausnahmebewilligung für Bauten und Anlagen ausserhalb 

der Bauzonen gemäss Art. 24 RPG wird zunächst vorgebracht, angesichts der 

Auswirkungen einer solchen Anlage bestehe dafür eine Planungspflicht. Die 

Zonenwidrigkeit dürfe deshalb nicht über eine Ausnahme korrigiert werden.

b) Der Vorrang der Planung besagt, dass die Bewilligung von Bauvorhaben auf dem 

Ausnahmeweg nicht zulässig ist, wenn das Vorhaben nach der gesetzlichen Ordnung eine 

besondere planungsrechtliche Regelung voraussetzt. Ausserhalb der Bauzone ist dies 

gemäss Praxis bei all jenen Bauten und Anlagen der Fall, die ihrer Natur nach nur in einem 

Planungsverfahren angemessen erfasst werden können, d.h. wenn ein nicht 

zonenkonformes Vorhaben durch seine Ausmasse oder seine Natur bedeutende 

Auswirkungen auf die bestehende Nutzungsordnung hat. Dies trifft beispielsweise auf 

Deponien, Golfplätze und Einkaufszentren zu.10

c) Das vorliegende Bauvorhaben besteht lediglich aus einer Piste sowie dem 

Fernsteuer- und Parkplatz, wobei alle diese Elemente unbefestigt sind. Die räumliche 

Ausdehnung dieser Anlagen ist relativ gering. Deutlich grösser ist zwar die Flugzone, diese 

betrifft aber lediglich den Luftraum und lässt den Boden unberührt. Der Benutzerkreis der 

Anlage bewegt sich in der Grössenordnung von 20 Personen. Die Anlage ist also auch 

erschliessungstechnisch von bescheidenem Ausmass. Der Betrieb eines Modellflugzeuges 

ist zwar mit nicht unerheblichen Lärmemissionen verbunden. Aufgrund der relativ kleinen 

Zahl der Benutzer ist aber nicht damit zu rechnen, dass die Anlage insgesamt zu 

ausserordentlichen grossen Lärmemissionen führt. Somit kann nicht davon gesprochen 

werden, dass der Modellflugplatz so bedeutende Auswirkungen auf die bestehende 

Nutzungsordnung hat, dass diese Auswirkungen eine Planungspflicht zur Folge hätten. 

Dies verdeutliche auch ein Vergleich mit einem Golfplatz, für welchen eine Planungspflicht 

angenommen wurde. Die Auswirkungen des geplanten Modellflugplatzes auf die 

bestehende Nutzungsordnung sind in keiner Art und Weise mit den entsprechenden 

Auswirkungen eines Golfplatzes zu vergleichen. Somit besteht für den Modellflugplatz 

10 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Vorbemerkungen zu den Art. 26-31 N. 1a mit Hinweisen auf die 
Rechtsprechung

9

keine Planungspflicht und er kann grundsätzlich auf dem Weg einer Ausnahme nach Art. 

24 RPG bewilligt werden – davon geht auch das Bundesgericht in seinem Entscheid 

1C_107/2010 vom 17. Juni 2010 implizit aus. Dass der Modellflugplatz einer solchen 

Ausnahmebewilligung bedarf, weil er in der Landwirtschaftszone zonenwidrig ist (vgl. Art. 

16a RPG), ist zu Recht unbestritten.

3. Standortgebundenheit, Alternativstandorte

a) Weiter wird gerügt, die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG hätte auch wegen 

mangelnder Standortgebundenheit nicht erteilt werden dürfen. Es habe keine seriöse 

Prüfung von möglichen Alternativstandorten stattgefunden, Angaben zu effektiv erfolgten 

Abklärungen würden fehlen. Die Alternative, beim bereits bestehenden Modellflugplatz in 

der Umgebung unterzukommen, sei überhaupt nicht geprüft worden.

b) Nach Art. 24 RPG setzt die Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das 

zonenwidrige Bauen ausserhalb der Bauzone voraus, dass der Zweck der Anlage einen 

Standort ausserhalb der Bauzone erfordert. Die Standortgebundenheit ist nach ständiger 

Praxis zu bejahen, wenn eine Anlage aus technischen oder betriebswirtschaftlichen 

Gründen oder wegen der Bodenbeschaffenheit auf einen Standort ausserhalb der Bauzone 

angewiesen ist (sogenannte positive Standortgebundenheit), oder wenn ein Werk aus 

bestimmten Gründen, namentlich wegen starker Immissionen, in einer Bauzone 

ausgeschlossen ist (sogenannte negative Standortgebundenheit). Dabei genügt eine 

relative Standortgebundenheit, d.h. es ist nicht erforderlich, dass überhaupt kein anderer 

Standort in Betracht kommt. Es müssen jedoch besonders wichtige und objektive Gründe 

vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegenüber Standorten innerhalb der Bauzone 

als viel vorteilhafter erscheinen lassen. Ob ein Bauvorhaben aus objektiven Gründen auf 

einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen ist, lässt sich nur gestützt auf eine 

umfassende Berücksichtigung möglicher Alternativstandorte beantworten. Eine 

umfassende Prüfung möglicher Alternativstandorte ist demnach bereits im Rahmen der 

Prüfung der Standortgebundenheit nach Art. 24 Bst. a RPG vorzunehmen.11

11 VGE Nr. 100.2010.419 vom 6. April 2011 E. 3.3

10

Die Evaluation von Alternativstandorten bezweckt zweierlei. Zum einen soll sichergestellt 

werden, dass nur jene Bauten, die auch tatsächlich auf einen Standort ausserhalb der 

Bauzone angewiesen sind, in der Nichtbauzone erstellt werden. Zum andern soll zugleich 

erreicht werden, dass das Projekt in der Art und an jenem Standort ausserhalb der 

Bauzone realisiert wird, dass es insgesamt die beste Lösung mit möglichst geringen 

Auswirkungen auf Raum und Umwelt darstellt. Wenn für beabsichtigte Bauprojekte 

ausserhalb der Bauzone keine alternativen Standorte geprüft würden, liesse sich weder die 

vom Gesetzgeber prinzipiell gewollte Beschränkung baulicher Vorrichtungen auf die 

Bauzonen noch die Minimierung der Auswirkungen auf den Raum und die Umwelt solcher 

Vorhaben umsetzen. Voraussetzung dafür ist eine taugliche und nicht bloss Pro-Forma-

Prüfung von Alternativstandorten. Eine rechtsgenügliche Prüfung von Alternativstandorten 

verlangt zwar keinen strikten Beweis dafür, dass überhaupt kein besser geeigneter 

Alternativstandort vorhanden ist. Ein solcher Beweis wäre kaum je zu erbringen, 

grundsätzlich lässt sich jeder Standort mit dem Argument in Frage stellen, dass sich ein 

noch besserer finden liesse. Erforderlich, aber auch hinreichend ist, dass konkrete, 

realistische Alternativstandorte aufgrund einer Interessenabwägung nicht besser geeignet 

erscheinen als der gewählte Standort. Als standardisierter Denkprozess hat die Evaluation 

von Alternativstandorten den Sinn, die Ausübung von Handlungsspielräumen plausibel, 

nachvollziehbar und überprüfbar zu machen.12

c) Zunächst kann festgestellt werden, dass Modellflugplätze auf einen Standort 

ausserhalb des Baugebiets angewiesen sind. Aus Sicherheitsgründen und mit Blick auf die 

Lärmimmissionen können sie nicht im Baugebiet errichtet werden und sind damit negativ 

standortgebunden. Zudem bedürfen sie eines freien Luftraums von erheblicher Grösse, der 

nur ausserhalb der Bauzone zu finden ist. Damit sind Modellflugplätze auch positiv 

standortgebunden. Dies entspricht der Praxis des AGR, welches in seiner Verfügung vom 

1. Dezember 2010 ebenfalls davon ausgeht, dass Modellflugzeugplätze sowohl positiv als 

auch negativ standortgebunden sind. Die grundsätzliche Standortgebundenheit des 

Modellflugplatzes ausserhalb der Bauzone wird im Übrigen auch von den 

Beschwerdeführenden 1 bis 6 nicht bestritten.

d) Hinsichtlich der Abklärung von Alternativstandorten hat sich das AGR in seiner 

Verfügung auf das Schreiben des Beschwerdeführers 7 vom 12. November 2010 gestützt. 

12 VGE Nr. 100.2010.419 vom 6. April 2011 E. 4.1 und 4.2

11

Darin habe er nachvollziehbar dargelegt, wie die Prüfung von Alternativstandorten erfolgt 

sei. Die Standortwahl sei somit hinlänglich begründet und das Ergebnis der Abklärung 

spreche für den geplanten Standort. Nach seiner Praxis seien Modellflugzeugplätze 

mindestens auf dem Gemeindegebiet der Standortgemeinde zu koordinieren. Daraus leite 

es ab, dass in einer Gemeinde maximal ein solcher Platz als standortgebunden bezeichnet 

werden könne. Es könne zwar sein, dass die Suche nach geeigneten Alternativstandorten 

auch ausserhalb des Gemeindegebiets erfolgen müsse, dies sei vorliegend aber nicht der 

Fall.

In diesem Schreiben vom 12. November 2010 führt der Beschwerdeführer 7 zunächst aus, 

Ziel des Vereins sei es, den Mitgliedern die Ausübung ihres Hobbys in der Nähe ihres 

Wohnorts zu gewährleisten. Was unter „Nähe zum Wohnort“ gemeint ist, ergibt sich aus 

der Beschwerdeantwort vom 4. August 2011: Der Vorstand habe frühzeitig alle möglichen 

Bereiche in einem Umkreis von 5 km um Bäriswil/Mattstetten/Jegenstorf intensiv 

abgesucht, sowohl auf der Karte als auch vor Ort. Namentlich auf dem Gebiet der 

Gemeinde Bäriswil seien keine genügend flachen Wiesen vorhanden. Aus Sicht der 

Flugtopologie, der Nähe zu Wohngebieten und der Zugänglichkeit habe sich das Gebiet 

um Jegenstorf als einzig mögliches erwiesen, wobei auf dem Gemeindegebiet bis heute 

kein Modellflugplatz bewilligt worden sei. Die Standortwahl innerhalb des Gemeindegebiets 

sei in Zusammenarbeit mit der Gemeinde erfolgt, der Vorschlag für den nun gewählten 

Standort sei vom Leiter der Bauverwaltung gemacht worden. Eine Dokumentation dieser 

Standortevaluation in einem Umkreis von 5 km um Bäriswil/Mattstetten/Jegenstorf, welche 

diese Abklärungen belegen und nachvollziehbar machen würden, fehlt jedoch.

Zwar findet sich im Schreiben vom 12. November 2010 eine Tabelle zur Abklärung von 

Alternativstandorten. Darin wird dokumentiert, weshalb eine Verschiebung des Standorts in 

sämtliche Himmelsrichtungen weniger geeignet wäre. Dazu wird in der Tabelle für acht 

Himmelsrichtungen angegeben, wie sich eine Verschiebung einerseits bezüglich 

Lärmbelastung und andererseits hinsichtlich Beeinträchtigung der Natur auswirkt. Aus den 

einleitenden Erklärungen zur Tabelle lässt sich aber ableiten, dass dabei eine 

Verschiebung des Standorts in einem Radius von lediglich etwa einem Kilometer rund um 

den gewählten Standort geprüft wurde.

e) Somit stellt sich die Frage, ob diese Evaluation von Alternativstandorten ausreicht, 

um die konkrete Standortgebundenheit des Modellflugplatzes bezüglich des gewählten 

12

Platzes ausserhalb der Bauzone bejahen zu können. Dazu muss zunächst festgelegt 

werden, in welchem Gebiet alternative Standorte geprüft werden müssen. Dabei scheint 

ein Umkreis von rund fünf Kilometer als angemessen, diese Distanz ist für die 

Vereinsmitglieder ohne weiteres zumutbar. Ein mögliches Zentrum des Perimeters ist 

Jegenstorf, hier hat der Beschwerdeführer 7 seinen Sitz und hier liegt auch der 

vorgesehene Standort für den Modellflugplatz. Nach Norden reicht der fragliche Perimeter 

somit bis nach Büren zum Hof, nach Westen bis Moosaffoltern, nach Süden bis in den 

Sand und nach Osten bis Mötschwil. Von einem solchen Perimeter geht im Übrigen auch 

der Beschwerdeführer 7 implizit aus: Gemäss seiner Angabe wurde auch die Gemeinde 

Bäriswil als möglicher Standort ins Auge gefasst und das Gebiet dieser Gemeinde reicht 

ziemlich genau bis an den Rand eines Fünf-Kilometer-Perimeters um Jegenstorf herum; 

gleichzeitig haben der Beschwerdeführer 7 bzw. einzelne Mitglieder dieses Vereins bereits 

auf dem Gebiet der Gemeinde Iffwil eine gewisse Zeit einen Modellflugplatz betrieben,13 

wobei diese Gemeinde rund drei Kilometern nordwestlich von Jegenstorf liegt.

Die mit der Tabelle ausgewiesene Standortevaluation reicht somit nicht aus, da damit nicht 

annähernd der gesamte Perimeter abgedeckt wird, in welchem alternative Standorte 

gesucht werden müssen. Diese Tabelle behandelt vielmehr lediglich einen einzigen der 

möglichen Standorte im Perimeter und dient lediglich der Optimierung dieses einen 

Standorts „Glaschpe“. Die pauschale Behauptung, andere Standorte hätten sich nicht 

finden lassen, wird durch keine Unterlagen wie Fotografien oder Pläne dokumentiert. 

Gestützt auf die knappen Ausführungen des Beschwerdeführers 7, welche den Charakter 

unbelegter Parteibehauptungen haben, ist es nicht möglich, sich ein hinreichendes Bild 

möglicher alternativer Standorte im fraglichen Perimeter zu machen. Dennoch hat das 

AGR im Rahmen der Prüfung der Alternativstandorte die Parteibehauptungen des 

Beschwerdeführers 7 unbesehen übernommen und auf weitere Sachverhaltsabklärungen 

verzichtet. Diese ungenügende Sachverhaltsabklärung hat dazu geführt, dass eine 

nachvollziehbare und taugliche Prüfung möglicher Alternativstandorte unterblieben ist. 

Damit fehlt es an einer wesentlichen Voraussetzung für eine Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24 RPG, weshalb deren Erteilung rechtsfehlerhaft ist.14

f) Hier kommt erschwerend hinzu, dass der Standort des Modellflugplatzes in einem 

überregionalen Wildtierkorridor gemäss kantonalem Landschaftsentwicklungskonzept 

13 Vgl. dazu den Entscheid der BVE RA Nr. 120/2009/35 vom 15. Dezember 2009
14 Siehe dazu VGE Nr. 100.2010.419 vom 6. April 2011 E. 4.3

13

(KLEK) liegt, den die Gemeinde in ihrem Teilrichtplan „ökologische Vernetzung“ gemäss 

Art. 4 Abs. 2 ÖQV15 übernommen hat. Dieser Umstand ist zwar grundsätzlich erst im 

Rahmen der Interessenabwägung von Art. 24 Bst. b RPG zu berücksichtigen. Der Standort 

im Wildtierkorridor hat aber auch Rückwirkungen auf die Abklärung von 

Alternativstandorten im Rahmen der Prüfung von Art. 24 Bst. a RPG. An einem solch 

heiklen Standort muss besonders gründlich abgeklärt und dargelegt werden, weshalb es 

keinen besser geeigneten Standort gibt. Diesen erhöhten Anforderungen vermögen die 

hier gemachten oder zumindest die dokumentierten Abklärungen von Alternativstandorten 

erst recht nicht zu genügen. Weshalb in der Region kein Standort ausserhalb eines 

Wildtierkorridors zur Verfügung steht, ist aufgrund der vorhandenen Unterlagen nicht 

nachvollziehbar.

g) Vermisst wird im Übrigen auch eine Prüfung, ob die Mitglieder des 

Beschwerdeführers 7 nicht die Möglichkeit haben, ihr Hobby auf einem bereits 

bestehenden Modellflugplatz auszuüben. Ähnlich wie bei Mobilfunkanlangen ausserhalb 

der Bauzone muss auch für Modellflugplätze eine Art Bedürfnisnachweis verlangt werden: 

Noch besser als ein besser geeigneter Alternativstandort für eine Neuanlage ist aus 

raumplanerischer Sicht der Verzicht auf eine Neuanlage, weil eine bestehende Anlage 

unter zumutbaren Bedingungen genutzt werden kann. In diese Richtung zielt wohl die 

Praxis des AGR, auf einem Gemeindegebiet maximal einen Modellflugplatz zuzulassen. 

Allerdings scheint diese Praxis schon alleine aufgrund der sehr unterschiedlichen Grössen 

der Gemeinden zu pauschal. Zudem wäre es wohl auch kaum zulässig, zwei Anlagen in 

nächster Nähe zueinander zuzulassen, nur weil eine Gemeindegrenze dazwischen liegt. 

Da es sich bei Modellflugplätzen nicht um eine kommunale Aufgabe handelt, ist ein 

Abstellen auf die Gemeindegrenze auch insofern nicht angezeigt.

Sinnvollerweise muss vielmehr auch im Rahmen des Bedürfnisnachweises auf einen 

Perimeter mit einem bestimmten Radius abgestellt werden. Im vorliegenden Fall müssen 

somit zunächst sämtliche vorhandenen Modellflugplätze aufgelistet werden, die sich 

innerhalb des Perimeters befinden, in welchem alternative Standorte geprüft werden 

müssen. In einem zweiten Schritt muss für jeden dieser Modellflugplätze begründet und 

belegt werden, weshalb eine Nutzung für die Vereinsmitglieder nicht in Frage kommt.

15 Verordnung vom 4. April 2001 über die regionale Förderung der Qualität und der Vernetzung von 
ökologischen Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft (Öko-Qualitätsverordnung, ÖQV; SR 910.14)

14

Eine solche Abklärung wurde im vorinstanzlichen Verfahren nicht vorgenommen. Bekannt 

ist lediglich, dass im fraglichen Perimeter anscheinend bereits eine Anlage in Wiggiswil 

existiert. Dazu macht der Beschwerdeführer 7 in seinem Schreiben vom 15. Juli 2010 

geltend, dieser Modellflugplatz werde als kommerzielle Anlage von einem 

Modellflugzeuggeschäft betrieben. Für Nicht-Kunden sei das Fliegen dort nur gegen eine 

Gebühr von rund Fr. 400.-- pro Person und Flugsaison möglich. Eine Benützung der 

Anlage durch den Beschwerdeführer 7 bzw. dessen Mitglieder wäre somit grundsätzlich 

möglich, wenn auch nicht gratis. Rein finanzielle Gründe rechtfertigen zwar gemäss 

Wegleitung des AGR keine Bewilligung als standortgebundenes Vorhaben.16 Allerdings ist 

damit wohl der Fall angesprochen, dass ein Ausweichen in die Landwirtschaftszone aus 

finanziellen Gründen nicht zulässig ist, weil Bauland zu teuer wäre. Dem ist hier aber nicht 

so, Modellflugplätze sind wie erläutert auf einen Standort ausserhalb der Bauzone 

angewiesen. Finanzielle Überlegungen des Beschwerdeführers 7 sind deshalb im Rahmen 

des Bedürfnisnachweises nicht von vornherein irrelevant. Entscheidend ist dabei, ob die 

Kosten für die Benutzung der bestehenden Anlage zumutbar sind. Sind sie es, fehlt es an 

der Standortgebundenheit des Bauvorhabens, weil kein Bedürfnis für eine neue Anlage 

besteht. Ein Vergleich mit anderen Hobbys zeigt, dass jährliche Kosten von Fr. 400.-- für 

die Benutzung einer Anlage wohl zumutbar sind, dies scheint im Rahmen des Üblichen zu 

liegen. Für eine abschliessende Beurteilung ist aber auch der Bedürfnisnachweis für eine 

Neuanlage noch zu wenig abgeklärt.

h) In diesem Zusammenhang ist auch die Aussage des AGR zu beachten, wonach es 

sich bei der Anlage in Wiggiswil um einen unbewilligten Modellflugplatz handle. Das AGR 

schliesst daraus, dass eine Koordination mit dieser Anlage von vornherein nicht möglich 

gewesen sei. Es ist jedoch widersprüchlich und aus raumplanerischer Sicht unhaltbar, 

wenn eine unbewilligte Anlage von den Behörden geduldet wird und man gleichzeitig 

argumentiert, diese sei bei der Prüfung von Alternativstandorten nicht relevant. Als faktisch 

bestehende Anlage ist sie vielmehr im Rahmen des Bedürfnisnachweises zumindest 

solange zu berücksichtigen, als gegen sie nicht behördlich vorgegangen wird. Wird eine 

solche Anlage später wegen fehlender Bewilligung geschlossen, kann dies dannzumal in 

einem neuen Bewilligungsverfahren berücksichtigt werden. Ob die Anlage aber tatsächlich 

unbewilligt ist und falls ja, ob eine Schliessung zur Diskussion steht bzw. rechtlich 

16 Wegleitung des AGR für das Bauen ausserhalb der Bauzone S. 52:
http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone.assetref/con
tent/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/AGR_BAUEN_BABZ_wegleitung_bauen_ausserhalb_bz_
de.pdf (Zuletzt besucht am: 22. August 2011)

http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone.assetref/content/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/AGR_BAUEN_BABZ_wegleitung_bauen_ausserhalb_bz_de.pdf
http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone.assetref/content/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/AGR_BAUEN_BABZ_wegleitung_bauen_ausserhalb_bz_de.pdf
http://www.jgk.be.ch/jgk/de/index/baubewilligungen/baubewilligungen/bauen_ausserhalb_bauzone.assetref/content/dam/documents/JGK/AGR/de/Baubewilligungen/AGR_BAUEN_BABZ_wegleitung_bauen_ausserhalb_bz_de.pdf

15

überhaupt möglich wäre, ist nicht klar. Auch diesbezüglich bedarf es somit weiterer 

Abklärungen.

i) Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Abklärung von alternativen 

Standorten bisher in verschiedener Hinsicht nicht zu genügen vermag. Aufgrund der 

vorhandenen Abklärungen hätte die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG deshalb nicht 

erteilt werden dürfen. Dass die Bewilligung von der Vorinstanz vorerst lediglich befristet für 

sechs Monate erteilt wurde, vermag daran nichts zu ändern: An die Erteilung einer 

befristeten Bewilligung sind unter den gegebenen Umständen dieselben Anforderungen zu 

stellen wie an eine unbefristete Bewilligung.17

4. Rückweisung an die Vorinstanz

a) Nach Art. 72 Abs. 1 VRPG entscheidet die Beschwerdeinstanz in der Sache oder 

weist die Akten ausnahmsweise mit verbindlichen Anordnungen an die Vorinstanz zurück. 

Erweist sich die Beschwerde als begründet, soll die Beschwerdeinstanz das streitige 

Rechtsverhältnis wenn möglich nach ihrer eigenen Erkenntnis abweichend von der 

angefochtenen Verfügung neu regeln. Für ein solches Vorgehen sprechen vor allem 

prozessökonomische Überlegungen. Das Gesetz verbietet der Beschwerdebehörde also 

nicht, kassatorisch zu entscheiden. Sie soll aber von der Möglichkeit der Rückweisung nur 

ausnahmsweise Gebrauch machen. Es müssen besondere Gründe, die 

prozessökonomische Gesichtspunkte in den Hintergrund treten lassen, dafür sprechen, 

dass die Vorinstanz noch einmal zum Entscheid über das streitige Rechtsverhältnis 

aufgerufen wird. Mangelnde Entscheidreife der Angelegenheit kann einen solchen Grund 

darstellen, sofern die Beschwerdebehörde selber allzu umfangreiche Beweismassnahmen 

durchführen müsste.18

b) Hier muss der Sachverhalt zur Beurteilung der Standortgebundenheit im Sinne von 

Art. 24 Bst. a RPG genauer abgeklärt werden. Insbesondere sind Alternativstandorte zu 

erheben und zu bewerten. Dazu sind Ortskenntnisse notwendig. Die Sache wird deshalb 

an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland als Baubewilligungsbehörde und an das 

17 Vgl. dazu den Entscheid des Bundesgerichts 1C_107/2010 vom 17. Juni 2010, E. 3.3
18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 2 f.

16

AGR als zuständige kantonale Behörde für die Erteilung der Ausnahmebewilligung nach 

Art. 24 RPG zurückgewiesen.

c) Die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden 1 bis 6 gegen die Bewilligung des 

Bauvorhabens müssen vorerst nicht geprüft werden. Insbesondere kann offen bleiben, ob 

der Erteilung einer Ausnahmebewilligung für das Bauen ausserhalb der Bauzone 

überwiegende Interessen in Sinne von Art. 24 Bst. b RPG entgegenstehen und ob die 

forstrechtliche Bewilligung für Bauten und Anlagen in Waldnähe und die 

Gewässerschutzbewilligung zu Recht erteilt wurden. Eine unbefristete Bewilligung, wie sie 

der Beschwerdeführer 7 verlangt, steht unter den gegebenen Umständen nicht zur 

Diskussion, so dass auch seine Rügen an dieser Stelle nicht geprüft werden müssen.

5. Kosten

a) Die amtlichen Kosten für das erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren vor der 

Vorinstanz müssen in diesem Entscheid nicht geregelt werden. Zwar werden der 

angefochtene Entscheid und damit auch die entsprechende Kostenverfügung in Ziffer 4.3 

aufgehoben. Die Sache geht jedoch zur Fortsetzung des Baubewilligungsverfahrens 

zurück an die Vorinstanz, so dass sie ihre Kosten selber wird neu verlegen können.

b) Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, 

es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder 

die besonderen Umstände rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 

Abs. 1 VRPG). Soweit über die vier Beschwerden in diesem Entscheid befunden wird, 

obsiegen die Beschwerdeführenden 1 bis 6 und unterliegt der Beschwerdeführer 7: Die 

drei Beschwerden der Beschwerdeführenden 1 bis 6 werden gutgeheissen, die 

Beschwerde des Beschwerdeführers 7 wird abgewiesen. Dass auf das Rechtsbegehren 

der Beschwerdeführenden 3 bis 6 hinsichtlich der Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands nicht eingetreten werden kann, ist von untergeordneter Bedeutung und deshalb 

im Kostenpunkt nicht zu berücksichtigen; dafür spricht im Übrigen auch, dass über eine 

Wiederherstellung aufgrund des Rückweisungsentscheids ohnehin noch nicht entschieden 

werden könnte.

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr (Art. 103 

17

Abs. 1 VRPG). Für Entscheide in einer Verwaltungsjustizsache wird eine Pauschalgebühr 

von Fr. 200.-- bis Fr. 4’000.-- je Beschwerde erhoben (Art. 19 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 Abs. 2 

GebV19). In Anwendung dieser Bestimmung wird die Pauschale für die vier Beschwerden 

auf je Fr. 600.-- festgelegt und gestützt auf Art. 21 Abs. 3 GebV auf zwei Drittel, d.h. je 

Fr. 400.-- gekürzt. Somit betragen die Verfahrenskosten insgesamt Fr. 1’600.--. Diese sind 

vom Beschwerdeführer 7 zu tragen.

c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei im oberinstanzlichen 

Beschwerdeverfahren die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht deren prozessuales 

Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder die Wettschlagung 

gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 

erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Beschwerdeführer 1 war nicht anwaltlich vertreten, 

weshalb ihm keine Parteikosten im Sinn des Gesetzes entstanden sind (Art. 104 Abs. 1 

und 2 VRPG). Die Gemeinde Jegenstorf (Beschwerdeführerin 2) war zwar anwaltlich 

vertreten, hat jedoch keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 4 VRPG).

Die Kostennote des Anwaltes der Beschwerdeführenden 3 bis 6 beläuft sich auf 

Fr. 5'223.95 und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer 7 hat somit 

den Beschwerdeführenden 3 bis 6 die Parteikosten von Fr. 5'223.95 (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die drei Beschwerden der Beschwerdeführenden 1 bis 6 vom 27., 29. und 30. Juni 

2011 werden gutgeheissen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der 

Bauentscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 31. Mai 2011 und 

die Ausnahmebewilligung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 

1. Dezember 2010 werden aufgehoben. Die Sache wird zur Fortsetzung des 

Verfahrens im Sinne der Erwägungen an das Regierungsstatthalteramt Bern-

Mittelland und an das AGR zurückgewiesen.

19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

18

2. Die Beschwerde des Beschwerdeführers 7 vom 1. Juli 2011 wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'600.-- werden dem 

Beschwerdeführer 7 zur Bezahlung auferlegt. Die Zahlungseinladung folgt, sobald 

dieser Entscheid rechtskräftig wird.

4. Die Beschwerdeführer 7 hat den Beschwerdeführenden 3 bis 6 die Parteikosten in 

der Höhe von Fr. 5'223.95 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, als Gerichtsurkunde

- Herrn Rechtsanwalt C.________, als Gerichtsurkunde

- Herrn Rechtsanwalt H.________, als Gerichtsurkunde

- Herrn Rechtsanwalt B.________, als Gerichtsurkunde

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, A-Post

- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Kurier

- Amt für Wasser und Abfall (AWA), Fachbereich Boden, zur Kenntnis, im Haus

- Amt für Wald (KAWA), Waldabteilung 6 Burgdorf-Oberaargau, Bern-Zürichstrasse 18, 

3425 Koppigen, zur Kenntnis

- Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT), Jagdinspektorat, Schwand, 3110 

Münsingen, zur Kenntnis

- Kantonspolizei Bern, Fachstelle Lärmakustik / Lasertechnik, Schermenweg 5, 

Postfach 7571, 3001 Bern, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin