# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1470e76e-8793-574a-85b8-d94c3a7ac29e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.12.2018 200 2018 710
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-710_2018-12-13.pdf

## Full Text

200 18 710 IV
KNB/ABE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 13. Dezember 2018

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch B.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. September 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2018, IV/18/710, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ meldete sich im Februar 2016 erstmals bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug 
an, wobei sie auf eine Lungenerkrankung, Lumbalgien/Schmerzen, Mus-
kelverspannungen und eine Mobbingerfahrung hinwies (Antwortbeilage 
[AB] 6). Die IVB tätigte diverse Abklärungen (AB 13 ff.) und forderte die 
Versicherte zur Mitwirkung (psychiatrische Behandlung) auf (AB 37). Ab 
dem 1. August 2016 ging die Versicherte wieder einer Erwerbstätigkeit 
(100%) nach (AB 38, 40). Daraufhin wies die IVB das Leistungsbegehren 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens ab (unangefochten 
gebliebene Verfügung vom 16. November 2016 [AB 41]).

B.

Am 27. März 2018 ging via den zuständigen Unfallversicherer 
(C.________) eine neue Anmeldung bei der IVB ein (AB 42), worin auf ein 
Ereignis vom 13. Juli 2017 (vgl. AB 42/10) und auf eine Schulteroperation 
(vgl. AB 42/6) verwiesen wurde. Die IVB machte die Versicherte darauf 
aufmerksam, dass das neue Leistungsgesuch nur geprüft werde, wenn seit 
der letzten Verfügung eine erhebliche Veränderung eingetreten sei. Ent-
sprechende Unterlagen seien bis zum 11. Mai 2018 zuzustellen; sonst 
werde auf das Gesuch nicht eingetreten (AB 44).

Am 24. April 2018 orientierte die C.________ die IVB über ihre Leistungs-
ablehnung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 13. Juli 2017 bzw. der 
im Oktober 2017 erfolgten Schulteroperation (AB 45).

Mit Vorbescheid vom 25. Mai 2018 (AB 46) stellte die IVB der Versicherten 
ein Nichteintreten auf das neue Leistungsbegehren in Aussicht; Einwand 
könne innert 30 Tagen erhoben werden.

Am 20. Juni 2018 ging bei der IVB eine weitere Anmeldung ein (AB 49). 
Darin verwies die Versicherte auf Bewegungsstörungen im rechten Arm, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2018, IV/18/710, Seite 3

eine schwere Depression, eine schwere Einschränkung der Lungenfunktion 
und eine chronische Bronchitis, bestehend seit Juli 2017. Zudem stellte sie 
der IVB ein (zu Handen der Arbeitslosenversicherung ausgestelltes) ärztli-
ches Arbeitsunfähigkeitszeugnis zu (AB 51).

Mit Schreiben vom 25. Juni 2018 (AB 52) teilte die IVB der Versicherten 
mit, sie betrachte das weitere Leistungsgesuch vom Juni 2018 (AB 49) „als 
Anhörung zum Vorbescheid“ vom 25. Mai 2018, weil zum (via C.________ 
eingereichten) Gesuch vom 27. März 2018 (AB 42) „noch nicht abschlies-
send Stellung bezogen“ worden sei. Sollten die „Einwände“ nicht bis zum 
10. Juli 2018 näher begründet werden, werde wie angekündigt verfügt.

Mit Verfügung vom 4. September 2018 (AB 60) trat die IVB auf das Leis-
tungsbegehren vom 27. März 2018 nicht ein, da keine Veränderung in der 
beruflichen oder medizinischen Situation feststellbar sei.

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch die B.________ AG, 
Rechtsanwältin G.________, am 1. Oktober 2018 Beschwerde. Sie bean-
tragt, es sei auf das Leistungsbegehren vom 27. März 2018 einzutreten 
und es seien ihr Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen, unter Kosten- 
und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend 
gemacht, mit der neuen Schulterproblematik habe die Beschwerdeführerin 
eine Veränderung seit der letzten Anspruchsablehnung glaubhaft gemacht. 
Indes beantrage sie keine Rentenleistungen; sie wolle sich beruflich umori-
entieren.

Mit Beschwerdeantwort vom 21. November 2018 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
Die Beschwerdeführerin habe die Frist zur Einreichung weiterer Arztberich-
te ungenutzt verstreichen lassen, womit eine Veränderung nicht glaubhaft 
gemacht sei.

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Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de grundsätzlich (vgl. E. 1.2 hiernach) einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. September 2018 
(AB 60). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die 
Neuanmeldung vom 27. März 2018 (AB 42) hätte eintreten müssen. Soweit 
in der Beschwerde (S. 2) die direkte Zusprechung von Eingliederungs-
massnahmen beantragt wird, steht dieser materielle Leistungsanspruch 
ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 
S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Folglich ist auf die Beschwerde 
insoweit nicht einzutreten.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Nichteintretensverfügungen oder 
-entscheide (Art. 57 Abs. 2 lit. c GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 
3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach 
vorausgegangener rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungs-
massnahme beantragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 
E. 1a). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat sie unter anderem zu berück-
sichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit 
zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder 
weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beur-
teilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu respektieren hat. 
Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung ist deshalb vom 
Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114).

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2.3 Die versicherte Person muss mit der Neuanmeldung die massgebli-
che Tatsachenänderung glaubhaft machen. Der Untersuchungsgrundsatz, 
wonach die Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt inso-
weit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein Eintretenstatbestand geltend 
gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arzt-
berichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwal-
tung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene 
Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt 
voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den ent-
sprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, 
dass ansonsten gegebenenfalls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht 
eine Nichteintretensverfügung im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, 
das diesen Erfordernissen betreffend Fristansetzung und Androhung der 
Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Über-
prüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (BGE 
130 V 64 E. 5.2.5 S. 69).

2.4 Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte 
Anforderungen an den Beweis verbunden; der Sachverhalt muss also nicht 
nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend 
gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse Anhalts-
punkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen 
ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdar-
stellung nicht erstellen lassen (SVR 2017 IV Nr. 57 S. 188 E. 2.2, 2014 IV 
Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.5 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b), wobei vorliegend 
das blosse Glaubhaftmachen genügt. 

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3.

Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin eine erhebliche Änderung des 
Sachverhalts – seit der Leistungsablehnung vom 16. November 2016 
(AB 41) –, die geeignet ist, ihren Leistungsanspruch zu beeinflussen, in 
zureichender Weise glaubhaft gemacht hat.

3.1 Im Zeitpunkt des Erlasses der hier angefochtenen Nichteintretens-
verfügung vom 4. September 2018 (AB 60) war der Beschwerdegegnerin 
im Zusammenhang mit der Neuanmeldung vom 27. März 2018 Folgendes 
bekannt:

3.1.1 In der UV-Verfügung vom 24. April 2018 (AB 45), welche der Be-
schwerdegegnerin durch die Unfallversicherung gleichentags – also inner-
halb der auf den 11. Mai 2018 angesetzten Frist (vgl. AB 44) – zugestellt 
wurde, führte die C.________ aus, gemäss Unfallmeldung habe die Be-
schwerdeführerin am 13. Juli 2017 eine … in das bodennahe Bett setzen 
wollen. Dabei habe sich jene fallen lassen und sich am Arm der Beschwer-
deführerin festgeklammert. Dadurch sei Letztere über den Rollstuhl auf den 
Boden gefallen und habe in der rechten Schulter einen heftigen Schmerz 
verspürt. In der Krankengeschichte habe die Hausärztin zwar vermerkt, es 
sei kein Trauma eruierbar. Wegen Schmerzen könne der rechte Arm aber 
nicht mehr angehoben werden. Eventuell handle es sich um repetitive Be-
wegungen, da die Beschwerdeführerin beruflich viel herumtrage. In der 
MRT-Untersuchung vom 18. August 2017 habe sich eine Partialruptur der 
Supraspinatussehne gezeigt. Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, könne den 
Unfallmechanismus nicht genau nachvollziehen. Die Läsion der Supraspi-
natussehne sei sehr klein und nicht operationswürdig. Indessen habe am 
21. September 2017 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Schultersteife 
diagnostiziert, worauf am 31. Oktober 2017 eine operative Rekonstruktion 
der Supraspinatussehne durchgeführt worden sei.

3.1.2 Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
bescheinigte am 19. Mai 2018 zu Handen der Arbeitslosenversicherung 
eine unfallbedingte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 1. Juli 2018 

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(AB 51). Gleichzeitig führte sie aus, eine Umschulung wäre sinnvoll; die 
Arbeit in der … sei nicht mehr möglich.

3.1.3 Am 26. Juni 2018 orientierte der zuständige Krankentaggeldversi-
cherer die Beschwerdegegnerin über die Erbringung von Leistungen 
(AB 53).

3.2 Weil das Gericht der beschwerdeweisen Überprüfung der angefoch-
tenen Verfügung den Sachverhalt zu Grunde legt, wie er sich der Verwal-
tung bot (BGE 130 V 64 E. 5.2.5 S. 69), hat das von der zuständigen 
Krankentaggeldversicherung in Auftrag gegebene rheumatologische Gut-
achten vom 6. September 2018 (AB 65.2), gestützt auf welches jene die 
Taggelder per 30. September 2018 einstellte (vgl. AB 65.1/2), im vorliegen-
den Verfahren unberücksichtigt zu bleiben. Gleiches gilt für die erst im Be-
schwerdeverfahren aufgelegten Arztberichte (Beschwerdebeilage [BB] 3 f.).

3.3 Wie nachfolgend aufgezeigt wird, hat die bezüglich des Eintretens-
tatbestands beweisführungsbelastete (vgl. E. 2.3 hiervor) Beschwerdefüh-
rerin – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – eine relevante 
Veränderung glaubhaft gemacht:

Die im Neuanmeldungsverfahren geltend gemachte Schulterproblematik 
mit Krankschreibung (AB 42, 45, 47, 49, 51, 53) und Stellenverlust Ende 
April 2018 (AB 42/6, 49/6, 58) ist geeignet, den Grad der Invalidität in einer 
für einen Anspruch erheblichen Weise zu ändern (vgl. E. 2.1 hiervor). Denn 
der leistungsablehnenden Referenzverfügung (AB 41) lag eine volle Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit zugrunde, welche 
die Beschwerdeführerin durch die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit 
damals denn auch verwertete (vgl. AB 38-41).

Während die Beschwerdeführerin im Referenzzeitpunkt (16. November 
2016 [AB 41]) insbesondere unter Rückenschmerzen (AB 17/62, 17/102), 
einer Leistenhernie (AB 17/77), Lungenproblemen (AB 14/1) und einer
Depressivität (AB 27) litt, macht sie nun eine Schulterproblematik geltend, 
welche sie auf einen „Arbeitsunfall“ (AB 42/6) vom 13. Juli 2017 zurück-
führt. Bis zum Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 27. März 2018 (AB 42) 
waren Schulterprobleme in den Verwaltungsakten nicht erwähnt. Dass die 
Schulterproblematik nicht irrelevant sein konnte, zeigt sich bereits daran, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2018, IV/18/710, Seite 9

dass der Krankentaggeldversicherer Leistungen erbrachte (vgl. AB 53) und 
der BVG-Versicherer Ansprüche aus beruflicher Vorsorge prüfte (AB 47), 
was der Beschwerdegegnerin während dem Neuanmeldungsverfahren zur 
Kenntnis gebracht wurde. Alsdann hat der zuständige Unfallversicherer 
kurz nach Eingang der (von ihm veranlassten [vgl. AB 42/10]) IV-
Neuanmeldung die Beschwerdegegnerin – innert der von dieser angesetz-
ten Frist – mit einer Orientierungskopie seiner Verfügung bedient (AB 45), 
worin die Schulterläsion ebenfalls thematisiert und auf die operative Re-
konstruktion der Supraspinatussehne am 31. Oktober 2017 hingewiesen 
wurde (S. 2). Ob der entsprechende Gesundheitsschaden traumatisch be-
dingt oder auf degenerative Verschleissfaktoren zurückzuführen ist, steht 
für den invalidenversicherungsrechtlichen – anders als für den unfallversi-
cherungsrechtlichen (vgl. AB 45) – Leistungsanspruch nicht im Vorder-
grund. Damit vermag die Beschwerdegegnerin aus der Leistungsablehnung 
durch den Unfallversicherer (AB 45) für die Eintretensfrage nichts abzulei-
ten. Ob die Schulterprobleme – allenfalls im Verbund mit den bisherigen 
gesundheitlichen Einschränkungen – invalidisierend sind, ist materiell ab-
zuklären. Es bestanden jedenfalls hinreichende Anhaltspunkte für eine 
Veränderung im Vergleich zur Situation Ende 2016 bzw. diese erscheint 
zumindest glaubhaft gemacht.

Zusammenfassend ist mit der neuen Diagnose eine wesentliche Verände-
rung seit der Verfügung vom 16. November 2016 (AB 41) glaubhaft ge-
macht worden. Ob eine solche effektiv vorliegt bzw. ob daraus ein 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung resultiert, bleibt einer 
materiellen Prüfung vorbehalten, welche die Beschwerdegegnerin in 
Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) vorzuneh-
men hat.

3.4 Bezüglich der vorzunehmenden materiellen Prüfung bzw. soweit die 
Beschwerdeführerin berufliche Eingliederungsmassnahmen beantragt (vgl. 
auch E. 1.2 hiervor), ist an dieser Stelle auf Folgendes hinzuweisen: Als 
Gesunde wäre die Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht in ihrem 
Wunschberuf als ... tätig, für den ihr in der Schweiz die Zulassung (noch) 
fehlt (vgl. AB 21/22, 65.2/2), sondern weiterhin als ... (vgl. AB 11/2, 21/14, 
21/16-21). Soweit aus der materiellen Prüfung überhaupt ein Anspruch auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2018, IV/18/710, Seite 10

berufliche Eingliederungsmassnahmen resultiert, könnten solche allenfalls 
auch in weniger kostspieligen Massnahmen (als in einer [beantragten] Um-
schulung) bestehen.

3.5 Nach dem Dargelegten hätte die Beschwerdegegnerin auf die Neu-
anmeldung vom 27. März 2018 (AB 42) eintreten müssen. Folglich ist die 
angefochtene Verfügung vom 4. September 2018 (AB 60) aufzuheben und 
die Beschwerde ist – soweit darauf einzutreten ist – gutzuheissen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist der
Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuer-
statten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

In der Kostennote vom 6. Dezember 2018 hat Rechtsanwältin G.________ 
von der B.________ AG einen zeitlichen Aufwand von 5 Stunden à 
Fr. 185.-- und damit ein Honorar von Fr. 925.-- sowie Auslagen von 27.75 
geltend gemacht. Dies ist nicht zu beanstanden. Der Parteikostenersatz 
wird somit auf Fr. 952.75 festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Dez. 2018, IV/18/710, Seite 11

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Soweit auf die Beschwerde eingetreten werden kann, wird sie gutge-
heissen. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 4. Sep-
tember 2018 wird aufgehoben und die Sache wird an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie auf die Neuanmeldung 
eintrete und den Leistungsanspruch materiell prüfe.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 952.75 (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG  z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.