# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7c79032-bd34-5f21-8188-6579c0491480
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 09.05.2025 WBE.2025.195/196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2025-195-196_2025-05-09.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

1. Kammer 

 

WBE.2025.195 
WBE.2025.196 / ae / jb 
Art. 72 

 

Urteil vom 9. Mai 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Cotti, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Dommann 

Verwaltungsrichterin Schöb 

Gerichtsschreiberin Erny    

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

Zustelladresse: Psychiatrische Dienste Aargau AG, Königsfelderstrasse 1, 

5210 Windisch   

Beiständin: B._____, Berufsbeiständin KESD 

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend fürsorgerische Unterbringung 

(Klinikeinweisung/Behandlung ohne Zustimmung) 

 

1. Entscheid von C._____, Dipl. Arzt,  vom 18. März 2025 

(Klinikeinweisung) 

2. Entscheid von D._____, Leitende Ärztin PDAG, 

vom 10. April 2025 (Behandlung ohne Zustimmung) 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten und zieht in Erwä-

gung: 

 

1. 

A._____ wurde mit Entscheid von C._____, dipl. Arzt,  vom 18. März 2025 

mittels fürsorgerischer Unterbringung in die Klinik der Psychiatrischen 

Dienste Aargau AG (PDAG) eingewiesen. Die dagegen erhobene 

Beschwerde wies das Verwaltungsgericht nach durchgeführter 

Verhandlung mit Urteil vom 4. April 2025 ab (WBE.2025.137). 

 

2. 

Mit Entscheid vom 10. April 2025 ordnete D._____, Leitende Ärztin PDAG, 

eine Behandlung ohne Zustimmung mit Fluanxol (Depot 2 % Inj Lös 20 

mg/ml Amp 1 ml) und Abilify Maintena (Depot 300 mg Rek-Set Amp) an. 

Dieser Entscheid wurde befristet bis zum 22. Mai 2025. 

 

3. 

Das Familiengericht Q._____ hat die Entlassungszuständigkeit ab dem 

29. April 2025 mit Entscheid vom 22. April 2025 an die Klinik der PDAG 

übertragen. 

 

4. 

Mit Eingabe vom 9. Mai 2025 (Eingang gleichentags per Mail) erhob 

A._____ gegen den Unterbringungsentscheid und gegen den Entscheid 

betreffend Behandlung ohne Zustimmung (Medikation) vom 10. April 2025 

Beschwerde. 

 

5. 

5.1. 

Gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 und Ziff. 4 sowie Abs. 2 des Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) i.V.m. 

§ 59 Abs. 1 lit. a und e Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuch vom 27. Juni 2017 (EG ZGB; SAR 210.300) kann 

sowohl gegen eine ärztlich angeordnete Unterbringung als auch bei Be-

handlung einer psychischen Störung ohne Zustimmung innert zehn Tagen 

seit Mitteilung des Entscheids Beschwerde beim Verwaltungsgericht erho-

ben werden. 

 

5.2. 

Vorliegend ordnete C._____, dipl. Arzt,  die fürsorgerische Unterbringung 

am 18. März 2025 an. Die Anordnung der Zwangsmedikation seitens der 

PDAG erfolgte am 10. April 2025. Damit ist die am 8. Mai 2025 erfolgte 

Beschwerde gegen den Unterbringungsentscheid als auch gegen den 

Entscheid betreffend Behandlung ohne Zustimmung verspätet erfolgt, 

weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. 

 - 3 - 

 

 

6. 

Beschwerden gegen Unterbringungsentscheide sind bei Nichteinhaltung 

der Beschwerdefrist grundsätzlich als Entlassungsbesuch zu behandeln 

(Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwach-

senenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 06.063, 

S. 7072). Ist die Unterbringung, wie vorliegend, durch einen zur Berufsaus-

übung im Kanton Aargau berechtigten Arzt angeordnet worden, ist grund-

sätzlich während sechs Wochen die Einrichtung für die Entlassung zustän-

dig (Art. 429 Abs. 3 ZGB i.V.m. § 46 Abs. 1 EG ZGB; vgl. auch § 52 Abs. 2 

EG ZGB). Das Familiengericht Q._____ hat die Entlassungszuständigkeit 

ab dem 29. April 2025 mit Entscheid vom 22. April 2025 an die Klinik der 

PDAG übertragen. Folglich ist die Einrichtung bzw. die ärztliche Leitung der 

Klinik der PDAG zur Behandlung des Entlassungsgesuchs zuständig. 

 

7. 

Sofern eine über längere Zeit dauernde Behandlung ohne Zustimmung  

in einem einzigen Entscheid angeordnet wird (vgl. BGE 143 III 337, 

Erw. 2.4.3), kann es vorkommen, dass die 10-tägige Beschwerdefrist be-

reits abgelaufen ist, obwohl noch weitere medizinische Interventionen 

(etwa die Weiterführung einer medikamentösen Behandlung) angeordnet 

und geplant sind. In solchen Konstellationen, wenn die Behandlung ohne 

Zustimmung weitergeführt werden soll, besteht gemäss der Rechtspre-

chung des Verwaltungsgerichts jederzeit die Möglichkeit, beim zuständigen 

Kaderarzt ein Gesuch um Wiedererwägung zu stellen (Urteile des Verwal-

tungsgerichts WBE.2020.409/410 vom 2. Dezember 2020, Erw. 8, 

WBE.2020.316 vom 28. Oktober 2020, Erw. 4). Diese auf dem Gebiet des 

Straf- und Massnahmenvollzugs zur elektiven Behandlung ohne Zustim-

mung (§ 47 Abs. 3 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung vom 16. März 2010 [EG StPO; SAR 251.200]) ergangene 

Rechtsprechung kann auch auf die Behandlung einer psychischen Störung 

im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung übertragen werden. So-

weit eine der bereits angeordneten Behandlung ohne Zustimmung weiter-

geführt werden soll, steht es dem Beschwerdeführer somit frei, beim zu-

ständigen Kaderarzt ein Gesuch um Wiedererwägung des ursprünglichen 

Entscheides über die Anordnung der betreffenden Behandlung ohne Zu-

stimmung zu stellen. Dies betrifft vorliegend insbesondere die bis zum 

22. Mai 2025 befristete Anordnung von D._____ vom 10. April 2025 

(Fluanxol und Abilify Maintena). Der Beschwerdeführer wurde unmittelbar 

vor seiner Beschwerdeeinreichung am 8. Mai 2025 gegen seinen Willen mit 

Fluanxol und Abilify Maintena behandelt. Ein allenfalls negativer Wiederer-

wägungsentscheid könnte wiederum innert der gesetzlichen Frist von 

10 Tagen beim Verwaltungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 439 

Abs. 2 ZGB; THOMAS GEISER/MARIO ETZENSBERGER, in: THOMAS GEISER/ 

CHRISTIANA FOUNTOULAKIS [Hrsg.], Basler Kommentar Zivilgesetzbuch I, 

6. Aufl. 2018, Art. 439 N 15).  

 

 - 4 - 

 

 

8. 

An falsche amtliche Stellen eingereichte Eingaben sind unverzüglich an die 

zuständige Behörde weiterzuleiten (siehe auch die Weiterleitungspflicht ge-

mäss Art. 439 Abs. 4 ZGB). Die Eingabe von A._____ vom 8. Mai 2025 ist 

deshalb der Klinik der PDAG zur umgehenden Behandlung als 

Entlassungs- sowie als Wiedererwägungsgesuch gegen den Entscheid 

betreffend Behandlung ohne Zustimmung zu überweisen.  

 

9. 

Gestützt auf § 37 Abs. 3 lit. b EG ZGB werden in Verfahren betreffend für-

sorgerische Unterbringung keine Gerichtskosten erhoben. Eine Parteient-

schädigung fällt ausser Betracht. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Auf die Eingabe vom 8. Mai 2025 wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Die Eingabe vom 8. Mai 2025 wird zuständigkeitshalber an die Klinik der 

PDAG zur umgehenden Behandlung als Entlassungsgesuch sowie als 

Wiedererwägungsgesuch gegen den Entscheid betreffend Behand-

lung ohne Zustimmung vom 10. April 2025 überwiesen. 

 

3. 

Das Verfahren ist kostenlos. 

 

4. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer 

die Beiständin: B._____ 

die PDAG (samt Eingabe vom 8. Mai 2025; vorab per SecureMail) 

 

Mitteilung an: 

das Familiengericht Q._____ 

 

  

 - 5 - 

 

 

   

Beschwerde in Zivilsachen 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten und interkantonalem Recht in-

nert 30 Tagen seit Zustellung mit der Beschwerde in Zivilsachen beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten wer-

den. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 2. Ja-

nuar. Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Ent-

scheid zu ändern ist, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern 

der angefochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthal-

ten. Der angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkun-

den sind beizulegen (Art. 72 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesge-

richt [Bundesgerichtsgesetz, BGG] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

   

Aarau, 9. Mai 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

i.V. 

 

Cotti Erny