# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5e49b38-12d1-5136-a780-f47a5b3d96b5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.10.2011 D-4367/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4367-2009_2011-10-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4367/2009/wif

U r t e i l   v om   2 4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richter Hans Schürch, Richter Walter Lang;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien 1. A._______, geboren (…), 
alias B._______, geboren (…), 
alias C._______, geboren (…), 
alias D._______, geboren (…), 
dessen Ehefrau
2. E._______, geboren (…), 
alias F._______, geboren (…), 
alias G._______, geboren (…), 
alias H._______, geboren (…), 
und deren Kinder
3. I._______, geboren (…),
4. J._______, geboren (…), 
5. K._______, geboren (…),
Afghanistan, 
alle vertreten durch lic. iur. Isabelle A. Müller, 
c/o Caritas Schweiz, (…)
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. Juni 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Am 6. Februar 2009 reisten die Beschwerdeführenden in die Schweiz ein, 
wo  sie  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
L._______  um  Asyl  nachsuchten.  Dazu  wurden  die 
Beschwerdeführenden 1 und 2 vom BFM am 20. Februar 2009  im EVZ 
L._______ befragt (Kurzbefragung) und am 27. Mai 2009 am selben Ort 
angehört (Anhörung).

B. 
Im  Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführende  1  anlässlich  der 
Kurzbefragung  sowie  der  Anhörung  geltend,  er  sei  ein  ethnischer 
Paschtune  aus  der  Provinz M._______  und  habe  in  N._______  gelebt, 
wo  er  als  Taxifahrer  gearbeitet  habe.  Am  24.  Januar  2008  habe  er  die 
Beschwerdeführende  2,  eine  Witwe  tadschikischer  Ethnie,  als  zweite 
Frau genommen. Als er zwei Monate später mit seinem Taxi unterwegs 
gewesen sei, seien vier Männer in sein Taxi eingestiegen und hätten ihn 
mit einer Schusswaffe gezwungen, nach O._______ zu  fahren. Um sich 
zu retten, sei er mit seinem Taxi in den Strassengraben gefahren. Als das 
Taxi im Graben zum Stillstand gekommen sei, sei er von dem hinter ihm 
sitzenden Mann  stranguliert  worden  und  der  neben  ihm  sitzende Mann 
habe  ihm mit  der Waffe  die  Nase  gebrochen.  Da  die  Polizei  nicht  weit 
entfernt  gewesen  sei,  seien  die  vier  Männer  geflohen.  Nachdem  ihm 
einige Leute geholfen hätten, sein Auto aus dem Graben zu ziehen, sei er 
nach  Hause  gefahren.  Fünf  Tage  nach  diesem  Ereignis  habe  er  sich 
Familienfotos seiner zweiten Ehefrau angeschaut, auf denen er eine der 
Personen  wiedererkannt  habe,  die  an  der  Entführung  fünf  Tage  zuvor 
beteiligt gewesen sei. Seine zweite Frau habe ihm daraufhin gesagt, dass 
es  sich bei  dieser Person um  ihren Ex­Schwager P._______ handle.  In 
der  Folge  habe  er  nicht  mehr  in  N._______  als  Taxifahrer  gearbeitet, 
sondern er sei die Strecke (…) gefahren. Eines Tages sei Q._______, der 
Sohn  seiner  zweiten  Frau, mit  blutender  Nase  und  verbranntem Bauch 
nach  Hause  gekommen,  ohne  ihm  jedoch  zu  sagen,  woher  er  diese 
Verletzungen habe. Kurz darauf habe  ihm seine zweite Frau gesagt, sie 
erhalte  störende  Anrufe.  Als  er  versucht  habe  herauszufinden,  von 
welcher  Nummer  diese  Anrufe  gekommen  seien,  habe  er  auf  ihrem 
Handy  eine  SMS­Nachricht  entdeckt,  worin  ihr  gedroht  worden  sei,  ihn 
das  nächste Mal  zu  töten.  Um  sich  zu  schützen,  sei  die  ganze  Familie 
anschliessend  in  sein  Heimatdorf  in  der  Provinz  M._______  gezogen. 
Nach wenigen Tagen  hätten  dort  die  Taliban  an  ihre  Türe  geklopft  und 

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verlangt,  dass  entweder  er  oder  R._______,  der  älteste  Sohn  seiner 
zweiten  Frau,  mit  ihnen  gegen  die  Amerikaner  kämpfen  müsse. 
Deswegen sei die ganze Familie wieder zurück nach N._______ gereist. 
Nachdem  sie  sich  dort  drei  Tage  lang  aufgehalten  hätten,  hätten  sie 
Afghanistan am 2. Oktober 2008 mit der Hilfe eines Schleppers verlassen 
und seien via den Iran, Griechenland und Italien in die Schweiz gereist.

C. 
Anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der  Anhörung  machte  die 
Beschwerdeführende  2  im Wesentlichen  geltend,  sie  sei  eine  ethnische 
Tadschikin aus der Provinz S.________ und habe  in N._______ gelebt. 
Nach dem Tod  ihres ersten Ehemannes sei sie von dessen männlichen 
Verwandten  bedrängt  worden,  sie  zu  heiraten.  Nachdem  sie  den 
Beschwerdeführenden 1, ein ethnischer Paschtune, geheiratet habe, sei 
sie von ihren Ex­Schwagern bedroht worden. Zirka zwei Monate nach der 
Heirat  hätten  diese  ausserdem  ihren  zweiten  Ehemann 
zusammengeschlagen. Eines Abends sei zudem ihr Sohn Q._______ mit 
verbranntem  Bauch  und  blutender  Nase  nach  Hause  gekommen,  ohne 
ihr jedoch zu sagen, was passiert sei. Aus Angst vor ihren Ex­Schwagern 
sei sie mit ihren Kindern aus erster Ehe – ausser ihrem Sohn Q._______, 
der Afghanistan bereits verlassen habe,– und ihrem zweiten Ehemann in 
dessen  Heimatdorf  in  der  Provinz  M._______  gezogen.  Wenige  Tage 
später  seien  dort  jedoch  die  Taliban  bei  ihnen  erschienen  und  hätten 
ihren ältesten Sohn R._______ mitnehmen wollen, weswegen sie sofort 
nach  N._______  zurückgekehrt  seien.  Nachdem  sie  einen  Schlepper 
organisiert  hätten,  hätten  sie  am  23.  September  2008  Afghanistan 
verlassen. 

Die  Beschwerdeführende  2  reichte  anlässlich  der  Anhörung  einen 
fremdsprachigen Brief  zu den Akten, der  in der Folge vom BFM  in eine 
Amtssprache übersetzt wurde. 

D. 
Im Verfahren vor der Vorinstanz reichten die Beschwerdeführenden 1 und 
2 eine Vielzahl von Dokumenten ein. 

E. 
Mit Verfügung vom 4. Juni 2009 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das 
BFM  fest, die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden 1 und 2 hielten 
den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des 
Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand. 

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Demzufolge  verneinte  es  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführenden,  lehnte  die  Asylgesuche  ab  und  verfügte  die 
Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. 

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  die 
Beschwerdeführenden 1 und 2 hätten sich im Verlaufe des Verfahrens zu 
wesentlichen  Punkten  unterschiedlich  geäussert.  So  habe  der 
Beschwerdeführende  1  anlässlich  der  Kurzbefragung  ausgesagt,  zuerst 
die Nachrichten auf dem Mobiltelefon der Ehefrau entdeckt zu haben und 
erst danach sich dazu entschlossen zu haben, nicht mehr  innerhalb der 
Stadt  N._______  als  Taxifahrer  zu  arbeiten,  sondern  die  Route  (…)  zu 
fahren. Demgegenüber habe er bei der Anhörung zu Protokoll gegeben, 
sofort, nachdem er vom Verwandten seiner Frau geschlagen worden sei, 
nicht mehr  in  der Stadt N._______ Taxi  gefahren  zu  sein. Zudem habe 
der  Beschwerdeführende  1  anlässlich  der  Kurzbefragung  vorgebracht, 
der  Sohn  seiner  zweiten  Frau  sei  mit  einer  Verbrennung  und  einer 
blutenden Nase  nach Hause  gekommen, während  er  bei  der  Anhörung 
die  blutende  Nase  nicht  mehr  erwähnt  habe.  Ein  weiterer Widerspruch 
des Beschwerdeführenden 1 stelle die Aussage dar, wonach die Taliban 
sein  Haus  am  vierten  Abend  oder  aber  am  fünften  Abend  seines 
Aufenthalts in M._______ aufgesucht hätten. Die Beschwerdeführende 2 
habe  sich  darin  widersprochen,  dass  sie  anlässlich  der  Kurzbefragung 
ausgesagt  habe,  der Schwager  ihres  ersten Ehemannes habe  sie  nach 
ihrer zweiten Heirat via SMS­Nachrichten belästigt und bedroht, während 
sie dies  in der Anhörung verneint habe. Ausserdem habe sie anlässlich 
der  Kurzbefragung  ausgesagt,  ein  anderer  Schwager  sei  zu  ihr 
gekommen,  um  sie  zu  beleidigen,  was  sie  in  der  Anhörung  bestritten 
habe. Überdies habe sich die Beschwerdeführende 2 in Bezug auf die an 
ihrer  Trauung  anwesenden  Personen  in  Widersprüche  verwickelt.  Zum 
einen  habe  sie  ausgesagt,  ausser  dem  Geistlichen  seien  ihre  neue 
Schwiegermutter und der Ehemann ihrer Schwester anwesend gewesen, 
während sie bei der Anhörung angegeben habe, nur die Schwiegermutter 
sei zugegen gewesen. 

Ausserdem  widersprächen  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  1 
und 2 in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung oder der Logik 
des Handelns. Sie hätten am 24. Februar 2008 geheiratet. Gemäss ihren 
Aussagen sei eben diese Ehe der Grund für ihre Ausreise gewesen. Etwa 
zwei Monate nach der Trauung sei der Beschwerdeführende 1 von einem 
männlichen Verwandten des ersten Ehemannes seiner Frau geschlagen 
worden. Nach  diesem Vorfall  habe  sich  kein  asylrelevantes Geschehen 

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mehr in N._______ zugetragen. Es sei daher nicht verständlich, weshalb 
die gemischt ethnische Familie im Herbst 2008 in die Provinz M._______ 
umgezogen  sei.  Es  entspreche  zudem  nicht  dem  Verhalten  von 
Personen, die in der Schweiz um Schutz nachsuchen wollten, sich vorher 
über  drei  Monate  lang  in  Griechenland  aufzuhalten.  Die 
Beschwerdeführenden  hätten  weder  die  Vorkommnisse  noch  ihre 
Befürchtungen  bei  den  zuständigen  afghanischen  Behörden  angezeigt. 
Die  Erklärung  des  Beschwerdeführenden  1,  er  habe  keine  Anzeige 
erstatten  können,  weil  er  das  Autokennzeichen  seiner  Angreifer  nicht 
habe  lesen können, entspreche nicht der Realität,  denn  fünf Tage nach 
dem  Angriff  habe  er,  nach  eigenen  Angaben,  seinen  Widersacher  auf 
einem  Foto  erkannt.  Zu  diesem  Zeitpunkt  hätte  er  Anzeige  erstatten 
können  und  angeben  können,  wer  sein  Angreifer  gewesen  sei. 
Hinsichtlich  der  Wegweisung  hielt  das  BFM  fest,  dass  deren  Vollzug 
zulässig, zumutbar und möglich sei. 

F. 
Die Beschwerdeführenden reichten am 6. Juli 2009 gegen die Verfügung 
vom  4.  Juni  2009  bei  der  Vorinstanz  eine  Beschwerde  ein,  die 
zuständigkeitshalber  an  das  Bundesverwaltungsgericht  überwiesen 
wurde. Auf  die Begründung  der Beschwerde wird,  soweit wesentlich,  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Mit  der  Beschwerde  wurden  mehrere  fremdsprachige  Dokumente  in 
Kopie eingereicht. 

G. 
Die  Beschwerdeführenden  reichten  mit  Eingabe  vom  7.  Juli  2009 
(Poststempel)  beim  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Beschwerdeergänzung  ein.  Darin  beantragten  sie,  der  Entscheid  des 
BFM vom 4. Juni 2009 sei aufzuheben, es sei ihre Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen  und  ihnen  sei  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei 
festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzulässig und unzumutbar 
sei. Als Folge davon sei  ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchten  die  Beschwerdeführenden  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschwerdeergänzung wird, 
soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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Mit  der  Beschwerdeergänzung  wurden  ein  Anerkennungsschreiben  der 
Caritas  Germany,  ein  Zertifikat  der  Caritas  Germany,  eine  Taskara 
(Identitätskarte), ein Führerausweis, mehrere fremdsprachige Dokumente 
in  Kopie  (bereits  mit  der  Beschwerde  eingereicht)  sowie  eine 
Fürsorgebestätigung vom 7. Juli 2009 (in Kopie) zu den Akten gereicht.

H. 
Mit Schreiben vom 9. Juli 2009 wandte sich Familie T._______ bezüglich 
der  Beschwerdeführenden  an  die  Vorinstanz,  welche  die  Eingabe 
zuständigkeitshalber ans Bundesverwaltungsgericht weiterleitete.

I. 
In  ihrem  Schreiben  vom  16.  Juli  2009  ans  Bundesverwaltungsgericht 
machten  die  Beschwerdeführenden  –  handelnd  durch  ihre  neu 
mandatierte  Rechtsvertreterin  –  ergänzende  Ausführungen  zu  ihrer 
Beschwerde.  Diesem  Schreiben  lag  ein  Bericht  über  die  Situation  von 
Frauen (in Afghanistan) bei.

J. 
Mit Verfügung vom 17. Juli 2009  teilte der zuständige  Instruktionsrichter 
des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Beschwerdeführenden  mit,  sie 
könnten  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten. 
Gleichzeitig  verfügte  er,  dass  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Endentscheid  befunden  und  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet werde. 

K. 
Mit  Verfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  14.  Januar  2010 
wurde  dem BFM  die Möglichkeit  gewährt,  bis  zum  29.  Januar  2010  zu 
den  Eingaben  der  Beschwerdeführenden  im  Beschwerdeverfahren  eine 
Stellungnahme einzureichen. 

L. 
Namentlich aufgrund der allgemeinen Sicherheitslage in Afghanistan zog 
das BFM im Rahmen der Vernehmlassung mit Verfügung vom 15. Januar 
2010  seinen Entscheid  vom  4.  Juni  2009  teilweise  in Wiedererwägung, 
hob  die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  auf  und  nahm  die 
Beschwerdeführenden vorläufig auf.

M. 
Aufgrund  der  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  ersuchte  der 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die 

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Beschwerdeführenden mit  Verfügung  vom  22.  Januar  2010,  bis  zum  5. 
Februar  2010 mitzuteilen,  ob  sie  an  der  Beschwerde  vom  6.  Juli  2009, 
soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden  sei,  festhielten  oder  diese 
allenfalls zurückziehen wollten. 

Die Beschwerdeführenden liessen sich dazu nicht vernehmen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Die 
Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die Beschwerdeführenden führten  im Schreiben vom 7. Juli und 16. Juli 

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2009  aus,  der  "minderjährige"  Sohn  der  Beschwerdeführenden  2, 
Q._______ (N (…)), befinde sich ebenfalls  in der Schweiz. Gegen einen 
ihn  betreffenden  ablehnenden  Entscheid  sei  zur  Zeit  auch  eine 
Beschwerde  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  hängig.  Da  im 
Asylverfahren  dem  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  Rechnung  zu 
tragen  sei,  seien  die  beiden  Beschwerdeverfahren  zu  koordinieren. 
Diesbezüglich  ist  festzustellen,  dass  über  die  Beschwerde  betreffend 
Q._______  (N (…))  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­
7503/2008  vom  2.  August  2011  bereits  entschieden  wurde,  weswegen 
sich  vorliegend  die  Frage  einer  allfälligen  Koordination  der  beiden 
Beschwerdeverfahren nicht mehr stellt. 

4. 
4.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG). 

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

4.3.  Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft  gemacht,  wenn  sie 
genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig und plausibel  sind. Sie dürfen 
sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten 
nicht  widersprüchlich  sein,  der  inneren  Logik  entbehren  oder  den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  wichtige  Tatsachen 

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unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die 
nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet 
ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass 
und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 
7  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 
190 f.).

5. 
5.1. Vorab ist  festzustellen, dass die Beschwerdeführenden 1 und 2 den 
Wortlaut sämtlicher Protokolle mit ihrer Unterschrift genehmigt haben und 
sich  deshalb  ihre  Aussagen  grundsätzlich  entgegenhalten  lassen 
müssen.  Die  Behauptung  in  der  Beschwerde  respektive  in  der 
Beschwerdeergänzung,  wonach  es  bei  den  Befragungen  zu 
Verständigungsschwierigkeiten  gekommen  sei,  da  jeweils  Iranerinnen 
übersetzt  hätten,  deren  Farsi  die  Beschwerdeführenden  1  und  2  zwar 
verstünden,  es  jedoch  gewisse  typische  afghanische  Ausdrücke  gebe, 
welche  Iraner  nicht  verstehen  würden,  findet  in  den  Protokollen  keine 
Stütze.  In  diesen  sind  keinerlei  Hinweise  vorhanden,  welche  auf 
Verständigungsprobleme  zwischen  den  Beschwerdeführenden  1  und  2 
sowie  den  übersetzenden Personen  hindeuten. Überdies  lässt  sich  den 
Befragungsprotokollen entnehmen, dass die Beschwerdeführenden 1 und 
2  die  Sprache  Farsi  sehr  gut  beherrschen  und  sie  die  übersetzenden 
Personen gut verstanden haben (Akten BFM A 1/13, S. 2, 10; A 2/12, S. 
2,  10; A  23/13, S.  2; A  24/12, S. 2 f.). Die  sinngemässe Behauptung  in 
der  Beschwerde  respektive  der  Beschwerdeergänzung  bezüglich 
fehlerhafter  Einträge  in  den  Befragungsprotokollen  findet  somit  in  den 
Akten  keine  Stütze  und  ist  daher  lediglich  als  Schutzbehauptung  der 
Beschwerdeführenden  1  und  2  zu  werten,  um  ihre  widersprüchlichen 
Aussagen zu rechtfertigen. 

5.2.  Im  Weiteren  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  den  Aussagen  einer 
asylsuchenden  Person  in  der  Empfangsstelle  beziehungsweise  im 
Empfangszentrum  zu  den  Asylgründen  angesichts  des  summarischen 
Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein 
beschränkter Beweiswert  zukommt  (vgl. EMARK 2005 Nr.  7 E.  6.2.1 S. 
66  und  dort  zitierte,  weiterhin  gültige  Praxis).  Widersprüche  dürfen  nur 

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dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen im Empfangszentrum 
in  wesentlichen  Punkten  der  Asylbegründung  von  den  späteren 
Aussagen  in  der  Anhörung  beim  Kanton  oder  beim  BFM  diametral 
abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Befürchtungen, welche 
später  als  zentrale  Asylgründe  genannt  werden,  nicht  bereits  in  der 
Befragung im Empfangszentrum zumindest ansatzweise erwähnt werden.

5.3. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit der Vorinstanz – festzustellen, dass sich die Beschwerdeführenden 1 
und  2  im  Laufe  des  Asylverfahrens  zu  ihren  Asylvorbringen  in 
wesentlichen  Punkten  widersprüchlich  geäussert  haben.  So  sagte  der 
Beschwerdeführende 1 anlässlich der Kurzbefragung aus, an den Tagen 
nach  der  Entführung  durch  die  vier  Männer  habe  er  wieder  gearbeitet 
(Akten BFM A 2/12, S. 7), während er bei der Anhörung geltend machte, 
nach  dem  Ereignis  mit  den  vier  Männern  sei  er  fünf  Tage  zu  Hause 
geblieben,  da  es  ihm  nicht  gut  gegangen  sei  und  er  sich  habe  erholen 
wollen (Akten BFM A 24/12, S. 6). Zudem gab er anlässlich der Anhörung 
zuerst zu Protokoll, als er mit dem Auto in den Strassengraben gefahren 
sei und die vier Männer geflohen seien, habe sich die Polizei ganz in der 
Nähe aufgehalten. Dennoch habe er  keine Anzeige  erstattet,  da  er  das 
Kennzeichen  des  Autos,  mit  dem  die  Entführer  geflohen  seien,  nicht 
gesehen habe (Akten BFM A 24/12, S. 6). Demgegenüber führte er wenig 
später  in  der  Anhörung  aus,  er  habe  gegen  die  Entführer  Anzeige 
erstatten wollen, was  ihm  jedoch nicht möglich gewesen sei,  da er weit 
hätte fahren müssen, um zur Polizei zu gelangen (Akten BFM A 24/12, S. 
9).  Abgesehen  davon,  dass  diese  Erklärung  das  Gericht  nicht  zu 
überzeugen  vermag,  ist  mit  der  Vorinstanz  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführende 1 einen der Angreifer auf dem Foto erkannt haben 
will  und  dementsprechend  hätte  Anzeige  erstatten  können.  Überdies 
schilderte der Beschwerdeführende 1 den  Inhalt der SMS­Nachricht, die 
er  auf  dem Handy  seiner  Frau  gelesen  haben will,  in widersprüchlicher 
Weise. So sagte er anlässlich der Kurzbefragung aus, die SMS­Nachricht 
habe begonnen mit:  "Como sta  tuo marito?"  (Akten BFM A 2/12, S.  7), 
wohingegen er bei der Anhörung geltend machte, der Anfang der SMS­
Nachricht  habe  gelautet:  "Como  sta  il  vostro  paziente?"  (Akten  BFM  A 
24/12, S. 6). Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführende 1 
den Anfangssatz der betreffenden SMS­Nachricht übereinstimmend hätte 
wiedergeben  können,  hätten  sich  die  Ereignisse  tatsächlich  wie 
behauptet  zugetragen.  Die  Beschwerdeführende  2  sagte  anlässlich  der 
Kurzbefragung aus, P._______, einer  ihrer Ex­Schwager, habe sie nach 
der Hochzeit mit ihrem zweiten Ehemann immer nur per Telefon bedroht 

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(Akten BFM A 1/13, S. 8), während sie bei der Anhörung vorbrachte, ihre 
Ex­Schwager  hätten  sie nach der Hochzeit mit  ihrem zweiten Ehemann 
nie  angerufen  (Akten  BFM  A  23/13,  S.  7).  Zudem  machte  die 
Beschwerdeführende 2 anlässlich der Kurzbefragung geltend, sie sei von 
allen  ihren  Ex­Schwagern  bedroht  worden  (Akten  BFM  A  1/13,  S.  8), 
wohingegen  sie  bei  der  Anhörung  zu  Protokoll  gab,  U._______,  einer 
ihrer  Ex­Schwager,  habe  sie  nicht  bedroht  (Akten  BFM  A  23/13,  S.  8). 
Überdies sagte sie anlässlich der Anhörung aus, ihre Ex­Schwager hätten 
ihr durch dritte Personen  ihre Missbilligung über  ihre Hochzeit mit  ihrem 
zweiten Ehemann ausrichten lassen (Akten BFM A 23/13, S. 4), was sie 
bei  der  Kurzbefragung  noch  mit  keinem  Wort  erwähnte,  obwohl  sie 
damals  ausreichend  Gelegenheit  dazu  hatte.  Es  ist  insgesamt 
festzustellen,  dass  sich  die  Beschwerdeführenden  1  und  2  in 
widersprüchlicher und unklarer Weise zur behaupteten Bedrohung durch 
die Ex­Schwager der Beschwerdeführenden 2 geäussert haben. 

Widersprüchlich äusserten sich die Beschwerdeführenden 1 und 2 auch 
hinsichtlich  des  geltend  gemachten  Ereignisses  mit  den  Taliban  in  der 
Provinz M._______. Während der Beschwerdeführende 1 vorbrachte, die 
Taliban hätten ihm gesagt, dass entweder er oder R._______, der älteste 
Sohn  seiner  zweiten  Frau,  sich  bei  ihnen melden müsse,  um mit  ihnen 
gegen  die  Amerikaner  zu  kämpfen  (Akten  BFM  A  2/12,  S.  8;  A  24/12, 
S. 7),  gab  die Beschwerdeführende  2  lediglich  zu Protokoll,  die  Taliban 
hätten  ihren Sohn R._______ mitnehmen wollen  (Akten BFM A 1/13, S. 
9; A 23/13, S. 5).

Nicht plausibel  ist  zudem die Aussage der Beschwerdeführenden 1 und 
2,  wonach  sie  erst  im  September  2008  in  die  Provinz  M._______ 
gezogen  seien,  zumal  sie  angeblich  bereits  am  24.  Januar  2008 
geheiratet  haben,  seither  bedroht  worden  sein  wollen  und  der 
Beschwerdeführende 1 schon zirka zwei Monate nach der Hochzeit, das 
heisst  Ende  März/Anfang  April  2008,  von  einem  Ex­Schwager  der 
Beschwerdeführenden 2 entführt und misshandelt worden sein soll. Es ist 
anzunehmen, dass die Beschwerdeführenden N._______ schon viel eher 
verlassen  hätten,  wären  sie  tatsächlich  – wie  behauptet  –  von  den  Ex­
Schwagern der Beschwerdeführenden 2 bedroht worden. 

In  ihrem  Schreiben  vom  16.  Juli  2009  beantragen  die 
Beschwerdeführenden, es sei V._______, die ehemalige Vorgesetzte der 
Beschwerdeführenden  2  bei  Caritas  Germany,  als  Auskunftsperson 
anzuhören.  Da  V._______  gemäss  den  eigenen  Aussagen  der 

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Beschwerdeführenden  über  die  Probleme  der  Beschwerdeführenden  2 
keine "genaue" Kenntnis hat, kann darauf verzichtet werden, V._______ 
als  Auskunftsperson  zu  befragen  (antizipierte  Beweiswürdigung;  FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 274; BGE 
130  II  425  E.  2.1,  BVGE  2008/24  E.  7.2  S.  357),  weshalb  der 
diesbezügliche Beweisantrag abzuweisen ist.

Gestützt  auf  das  vorstehend  Ausgeführte  –  insbesondere  aufgrund  der 
offensichtlichen  Widersprüche  in  den  Aussagen  der 
Beschwerdeführenden 1 und 2 –  ist zu schliessen, dass es sich bei der 
von  ihnen  geltend  gemachten  Verfolgung  durch  die  Ex­Schwager  der 
Beschwerdeführenden  2  sowie  die  Taliban  lediglich  um  ein  Konstrukt 
handelt.  An  dieser  Einschätzung  vermag  auch  das  Vorbringen  der 
Beschwerdeführenden  in  ihrem  Schreiben  vom  16.  Juli  2009  nichts  zu 
ändern,  wonach  es  in  Afghanistan  üblich  sei,  dass  eine  hinterbliebene 
Ehefrau  an  einen  Schwager  weiterverheiratet  werde,  zumal  alleine 
daraus nicht abgeleitet werden kann, dass die Beschwerdeführenden  in 
Afghanistan verfolgt werden.

Sofern die Beschwerdeführende 2  in der Beschwerdeergänzung geltend 
macht,  sie  könne  ihr  Land  in  Afghanistan  nicht  nutzen,  weil  zwei 
Kommandanten, die dieses Gebiet kontrollierten,  ihr Land beanspruchen 
würden, ist festzustellen, dass dieses Vorbringen als nachgeschoben und 
damit  unglaubhaft  zu  beurteilen  ist,  zumal  sie Derartiges  anlässlich  der 
Befragungen mit keinem Wort erwähnte. Gleich verhält es sich mit  ihrer 
Behauptung  in  der  Beschwerdeergänzung,  wonach  sie  als Mitarbeiterin 
eines Hilfswerks weiteren Gefahren ausgesetzt sei, da sie sich als Frau 
übermässig eingesetzt habe. 

5.4.  Zusammenfassend  ist  somit  festzustellen,  dass  es  den 
Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen  oder  glaubhaft 
zu machen,  dass  sie  in  der  Heimat  ernsthafte  Nachteile  gemäss  Art.  3 
AsylG  erlitten  haben  oder  solche  bei  der  Ausreise  zu  befürchten  hatte 
oder  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Afghanistan  befürchten  müssten. 
Nach  dem  Gesagten  erübrigt  es  sich,  auf  die  Ausführungen  und 
Einwände  in  den Eingaben  der Beschwerdeführenden  beziehungsweise 
die eingereichten Beweismittel weiter einzugehen, weil sie nicht zu einer 
von der Vorinstanz veränderten Betrachtungsweise führen. Das BFM hat 
die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  demnach  zu  Recht 
abgelehnt. 

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6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2.  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/51 E. 5.1).

7. 
7.1.    Mit  Verfügung  vom  15  Januar  2010  wurden  die 
Beschwerdeführenden  von  der  Vorinstanz  wiedererwägungsweise 
vorläufig  aufgenommen,  so  dass  die  Anordnungen  des  Bundesamtes 
betreffend den Vollzug der Wegweisung (Ziffern 4 und 5 des Dispositivs 
der angefochtenen Verfügung) gegenstandslos geworden sind.

Die  Beschwerde  ist  somit  zufolge  Wegfalls  des  Streitgegenstandes 
insofern  gegenstandslos  geworden,  als  darin  die  Aufhebung  der 
Verfügung vom 4. Juni 2009 im Umfange des Vollzugs der Wegweisung 
beantragt  wurde.  Es  erübrigt  sich  daher,  auf  die  Vorbringen  in  den 
Eingaben  der  Beschwerdeführenden  hinsichtlich  des 
Wegweisungsvollzuges einzugehen.

7.2.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 
Verfügung  hinsichtlich  der Nichterfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft,  der 
Ablehnung  der  Asylgesuche  sowie  der  Anordnung  der  Wegweisung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Verfügung 
der  Vorinstanz  vom  4.  Juni  2009  ist  demzufolge  in  Bezug  auf  die 
Nichterfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft,  der Abweisung  des Asyls  und 
der  Anordnung  der  Wegweisung  zu  bestätigen  und  die  Beschwerde 
abzuweisen. Hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung ist sie jedoch als 
gegenstandslos geworden abzuschreiben.

8. 
8.1. Nach dem Gesagten sind die Beschwerdeführenden  im Hauptpunkt 
als unterlegene Partei anzusehen.

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8.2.  Die  Beschwerdeführenden  beantragen  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  VwVG.  Gemäss  dieser  Bestimmung 
befreit  die  Beschwerdeinstanz  nach  Einreichung  der  Beschwerde  eine 
Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der 
Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern  ihr Begehren nicht aussichtslos 
erscheint. 

8.3. Aus  der  Datenbank  des  "Zentralen  Migrationsinformationssystems" 
des  BFM  (ZEMIS,  vgl.  ZEMIS­Verordnung  vom  12.  April  2006 
[SR 142.513])  ist  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführende  1  seit  Juni 
2011  erwerbstätig  ist,  weshalb  die  Beschwerdeführenden  nicht  als 
bedürftig  zu  erachten  sind.  Mangels  Erfüllen  der  kumulativen 
Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG (bedürftig/nicht aussichtslos) 
ist  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
abzuweisen.

8.4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten praxisgemäss 
zur  Hälfte,  ausmachend  Fr.  300.–,  den  Beschwerdeführenden 
aufzuerlegen  (Art.  1­3  des Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]).

9. 
9.1.  Bei  Gegenstandslosigkeit  des  Verfahrens  ist  der 
beschwerdeführenden Partei eine Entschädigung für die ihr erwachsenen 
notwendigen Kosten  zuzusprechen,  sofern  sie  die Gegenstandslosigkeit 
nicht durch ihr eigenes Verhalten bewirkt hat (Art. 15 i.V.m. Art. 5 VGKE). 
Diese  Voraussetzungen  sind  vorliegend  gegeben,  da  die 
Gegenstandslosigkeit  im  Eventualbegehren  durch  die 
wiedererwägungsweise Gewährung der vorläufigen Aufnahme durch das 
BFM  herbeigeführt  wurde.  Den  vertretenen  Beschwerdeführenden  ist 
folglich  eine  wegen  des  nur  teilweisen  Obsiegens  reduzierte 
Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Vorinstanz  zuzusprechen  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 2 VGKE).

9.2.  Nachdem  die  Rechtsvertreterin  keine  Kostennote  zu  den  Akten 
gereicht  hat,  ist  auf  die  Einforderung  einer  solchen  zu  Gunsten  einer 
Festsetzung aufgrund der Akten zu verzichten (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), 
zumal  sich  diese  mit  hinreichender  Zuverlässigkeit  abschätzen  lässt. 
Unter Berücksichtigung der massgebenden Bemessungssfaktoren (Art. 9­
11  und  13  VGKE)  sowie  des  bloss  teilweise  Obsiegens  ist  die 

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praxisgemäss um die Hälfte zu reduzierende Parteientschädigung auf Fr. 
500.–  (inklusive  Auslagen  und  allfälliger  Mehrwertsteuer)  festzusetzen. 
Das  BFM  ist  entsprechend  anzuweisen,  den  Beschwerdeführenden 
diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos 
geworden abgeschrieben wird.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3. 
Die Verfahrenskosten  von Fr.  300.­­ werden  den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  eine 
Parteientschädigung von Fr. 500.­­ auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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