# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 169646d5-9507-559d-a2f9-57e9318fc511
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 13.01.2023 UV 2021/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-35_2023-01-13.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/21

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.02.2023

Entscheiddatum: 13.01.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 13.01.2023
Art. 6 UVG. Art. 10 UVG. Würdigung eines Gerichtsgutachtens und ärztlicher 
Berichte. Frage, ob eine richtunggebende Verschlimmerung vorliegt, bejaht. 
Die Beschwerdegegnerin hat über das Einstellungsdatum hinaus für die 
Unfallfolgen, insbesondere für die Kosten der durchgeführten Operation 
sowie die nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende 
Arbeitsunfähigkeit, aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin wird weitere 
medizinische Abklärungen tätigen und gestützt darauf den Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung neu festlegen sowie die weiteren Ansprüche des 
Beschwerdeführers beurteilen müssen. Gutheissung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. 
Januar 2023, UV 2021/35).

Entscheid vom 13. Januar 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

UV 2021/35

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Heilbehandlung / Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ war bei der B.___ AG als technischer Kaufmann tätig und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen versichert, als er am 13. September 2020 über ein 

Staubsaugerkabel stolperte, stürzte und sich dabei "ruckartig auf der rechten Schulter" 

abstützte (Suva-act. 1).

A.a. 

Der Versicherte hatte am 28. Januar 2016 bereits einen Fahrradunfall erlitten und 

war dabei auf die rechte Schulter gestürzt. Die am 2. Februar 2016 erstbehandelnden 

Ärzte des Spitals C.___ hatten eine Schulterkontusion diagnostiziert (vgl. Suva-act. 52). 

In der Folge war er wegen einer chronischen Bursitis subacromialis rechts bzw. einem 

subacromialen Impingement, einer AC-Gelenksarthrose und einer Bicepstendinopathie 

der rechten Schulter im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) behandelt worden (Suva-act. 

32 f.). Am 20. Februar 2017 hatte er sich dort einer Schulterarthroskopie, einer 

Bicepstenotomie, einem subacromialen Débridement, einer Acromioplastik und einer 

AC-Gelenksresektion rechts unterzogen (vgl. Suva-act. 32). Darauf waren zahlreiche 

Infiltrationen (vgl. Suva-act. 18 ff., 22, 24, 27 ff., 31) und mehrere 

Kontrolluntersuchungen im KSSG (vgl. Suva-act. 21, 23, 25, 26, 30) erfolgt.

A.b. 

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Der Versicherte hatte sich aufgrund einer Rotatorenmanschetten-Ruptur (Supra­

spinatussehne transmural, Infraspinatussehne artikularseitig anteriore 2/3) und einer 

AC-Gelenksarthropathie am 25. Juni 2020 im KSSG einer Schulterarthroskopie, einem 

subacromialen Débridement, einer lateralen Acromioplastik und einer AC-Re-Resektion 

rechts unterzogen. Die behandelnden Ärzte hatten ihm vom 25. Juni bis 9. August 2020 

eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Suva-act. 6 f.). Nach einer Untersuchung 

vom 7. August 2020 hatte der behandelnde Arzt des KSSG berichtet, der 

Heilungsverlauf sei etwas protrahiert. Er habe ein neues Rezept für Physiotherapie 

ausgestellt. Bis zur Verlaufskontrolle in sechs Wochen sei der Versicherte weiterhin zu 

100 % arbeitsunfähig (Suva-act. 15).

A.c. 

In ihrem Bericht über die Untersuchung vom 18. September 2020 hielten die 

behandelnden Ärzte des KSSG fest, der Heilungsverlauf sei generell nun regelrecht. 

Eine Arbeitsfähigkeit im Büro bestehe mittlerweile wieder. Aufgrund des neuerlichen 

Traumas am 13. September 2020 gingen sie am ehesten von einer muskulären Zerrung 

respektive intramuskulären Hämatombildung aus (Suva-act. 16).

A.d. 

Eine am 15. Oktober 2020 erfolgte MR-Arthrographie des Schultergelenks rechts 

zeigte eine subtotale Ruptur und grösstenteils Retraktion der ehemals refixierten 

Supraspinatussehne im distalen Abschnitt mit grossem transmuralem Defekt und 

lediglich am Vorder- und Hinterrand noch filigran verbliebenen Sehnenzügeln. Nahe der 

Refixationsstelle war eine höhergradige Tendinose der Infraspinatussehne mit kleinen 

gelenkseitigen und interstitiellen Einrissen ohne Kontinuitätsunterbrechung sichtbar. 

Weiter zeigte sich eine deutlich progrediente, fortgeschrittene Atrophie des Musculus 

supraspinatus und geringgradig der übrigen Rotatorenmanschette (Suva-act. 35). Die 

behandelnden Ärzte des KSSG berichteten am 4. November 2020, unerfreulicherweise 

sei es durch das Trauma mit nachfolgender Abstützbewegung der rechten Schulter im 

September 2020 zu einer Re-Ruptur der refixierten Sehnen (Supraspinatus total, 

Infraspinatus partiell) gekommen. Aufgrund des jungen Alters des Versicherten sei 

sicherlich eine Rekonstruktion der Sehnen anzustreben. Er sei aufgrund der 

bestehenden Schmerzsymptomatik zu 50 % arbeitsunfähig (Suva-act. 17, vgl. auch 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse in Suva-act. 2, 40).

A.e. 

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Der Versicherte teilte der Suva am 12. November 2020 mit, er werde 

voraussichtlich am 1. Dezember 2020 erneut an der rechten Schulter operiert (Suva-

act. 8).

A.f. 

Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___, Facharzt für Orthopädie, beurteilte am 25. 

November 2020, der Unfall vom 13. September 2020 habe mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu keinen zusätzlichen strukturellen Läsionen geführt. Der Schaden, 

welcher operiert werde, sei überwiegend wahrscheinlich nicht auf den Unfall 

zurückzuführen. Die Unfallfolgen vom 13. September 2020 spielten nach vier bis sechs 

Wochen im Beschwerdebild keine Rolle mehr (Suva-act. 37).

A.g. 

Mit Schreiben vom 26. November 2020 teilte die Suva dem Versicherten mit, sie 

habe bis jetzt für die Folgen des Unfalls vom 13. September 2020 die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen erbracht. Sie müsse jedoch den Fall per 31. Oktober 2020 

abschliessen und den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Taggelder und 

Heilkosten) ablehnen. Für die Kosten der Operation vom 1. Dezember 2020 komme sie 

nicht mehr auf (Suva-act. 41).

A.h. 

Der Versicherte unterzog sich am 1. Dezember 2020 im KSSG einer 

Schulterarthroskopie, einem Débridement, einer Rotatorenmanschetten-Re-

Rekonstruktion (Supraspinatus und Infraspinatus) sowie einer Augmentation mit Patch 

(Pitch-Patch-IST) rechts (act. G17.2).

A.i. 

Nachdem sich der Versicherte am 11. Januar 2021 mit der Leistungsabweisung 

nicht einverstanden erklärt hatte (vgl. Suva-act. 50), legte die Suva den Fall erneut Dr. 

D.___ zur Beurteilung vor (Suva-act. 51). Dieser befand am 18. Januar 2021, der Unfall 

vom 13. September 2020 habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinen 

zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt. Die subtotale 

Ruptur mit grösstenteils Retraktion der ehemals refixierten Supraspinatussehne sei 

nicht überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen. Vier bis sechs 

Wochen nach dem Unfallereignis vom 13. September 2020 spielten Unfallfolgen im 

Beschwerdebild mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Rolle mehr. Auch das 

Sturzereignis vom 28. Januar 2016 mit Schulterkontusion rechts habe zu keinen 

A.j. 

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B.  

C.  

unfallbedingten strukturellen Traumafolgen an der rechten Schulter geführt (Suva-act. 

52).

Mit Verfügung vom 18. Januar 2021 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

(Taggeld und Heilkosten) per 31. Oktober 2020 ein und lehnte die Übernahme der 

Kosten der Operation vom 1. Dezember 2020 ab (Suva-act. 54).

A.k. 

Dagegen erhob der Versicherte am 18. Februar 2021 Einsprache (Suva-act. 61-1 

ff.).

B.a. 

Dr. D.___ hielt am 23. Februar 2021 an seiner Beurteilung vom 18. Januar 2021 

fest (Suva-act. 67).

B.b. 

Mit Entscheid vom 16. April 2021 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 70).B.c. 

Am 17. Mai 2021 erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. S. Meier Rhein, Procap Schweiz, Olten, dagegen 

Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 16. April 2021 sowie die 

Verfügung vom 18. Januar 2021 seien aufzuheben. Es sei das Vorliegen von kausalen 

Unfallfolgen über den 31. Oktober 2020 hinaus festzustellen und es seien ihm die ihm 

zustehenden Versicherungsleistungen, namentlich Heilbehandlung und Taggelder, 

auszurichten. Eventualiter sei durch das Gericht ein spezialärztliches Gutachten 

einzuholen und hernach über seine Rechtsbegehren zu befinden. Subeventualiter sei 

die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(act. G1).

C.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. Juni 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G3).

C.b. 

Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G5).C.c. 

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Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs (vgl. act. G10; die Parteien erhoben 

keine Einwände gegen die in Aussicht gestellte Begutachtung, vgl. act. G11) 

beauftragte das Versicherungsgericht Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie und 

Traumatologie, medexperts AG, St. Gallen, mit einer orthopädischen Begutachtung 

(act. G12). Der Beschwerdeführer wurde am 5. September 2022 von Dr. E.___ 

untersucht. Im Gerichtsgutachten vom 5. Oktober 2022 führte dieser bzgl. der rechten 

Schulter als Diagnose eine Re-Re-Ruptur der Supraspinatussehne (ICD-10: S46.0) bei 

Status nach Schulterkontusion vom 28. Januar 2016 und Rotatorenmanschetten-Re-

Ruptur vom 13. September 2020 sowie den operativen Eingriffen vom 20. Februar 

2017, 25. Juni 2020 und 1. Dezember 2020 auf. Der Beschwerdeführer habe sich am 

13. September 2020 eine subtotale Ruptur mit Retraktion von 3 cm an der ehemals 

refixierten Supraspinatussehne im distalen Abschnitt mit grossem transmuralem Defekt 

zugezogen. Die nach dem 31. Oktober 2020 noch vorhandenen objektiven Befunde 

seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als alleinige Ursache auf den Unfall vom 

13. September 2020 zurückzuführen. Es lägen keine unfallfremden Faktoren oder 

Folgen von Krankheiten/anderen Unfällen vor, die sich auch ohne das Ereignis vom 13. 

September 2020 über den 31. Oktober 2020 auf den Gesundheitszustand ausgewirkt 

hätten (act. G17.1).

C.d. 

Der Beschwerdeführer reichte am 28. Oktober 2022 eine Stellungnahme zum 

Gutachten ein und hielt an seinen Anträgen auf Feststellung der Unfallkausalität und 

Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung von Versicherungsleistungen 

fest. Er beantragte weiter, in Gutheissung der Beschwerde sei die Angelegenheit zur 

Ausrichtung von Versicherungsleistungen - namentlich Taggeld und Heilbehandlung 

sowie allfälliger weiterer Leistungen, deren Umfang noch festzulegen sein werde - an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. G19).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin reichte am 2. Dezember 2022 eine tags zuvor von Dr. 

D.___ verfasste ärztliche Beurteilung (act. G22.1) ein und bat das Gericht unter 

Berücksichtigung derselben um eine kritische Würdigung des Gutachtens von Dr. E.___ 

(act. G22).

C.f. 

Nach Aufforderung der Verfahrensleitung (act. G23) nahm Dr. E.___ am 14. 

Dezember 2022 Stellung zu den Eingaben der Parteien, insbesondere zur Beurteilung 

von Dr. D.___ vom 1. Dezember 2022 (act. G24).

C.g. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin auf vorübergehende 

Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Taggelder) über den 31. Oktober 2020 

hinaus.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Die versicherte Person 

hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG).

1.1. 

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG). Eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser 

[Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben medizinischer 

Sachverständiger angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang 

ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung 

der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen 

auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Das Vorliegen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

1.2. 

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von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

verneint werden können bzw. nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Thomas Locher/Thomas Gächter, 

Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N. 58 f.; Rumo-Jungo/ 

Holzer, a.a.O., S. 4).

Eine durch einen Unfall verursachte Gesundheitsschädigung oder eine auftretende 

Beschwerdesymptomatik kann einen zuvor intakten oder einen bereits 

vorgeschädigten Körperteil betreffen. Ist letzteres der Fall kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtunggebende 

Verschlimmerung eines Vorzustandes in Betracht. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers bei einem verschlimmerten oder überhaupt erst manifest 

gewordenen Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt. Dies trifft zu, wenn entweder 

der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall oder dem Eintreten der 

Beschwerdesymptomatik bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Eine 

richtunggebende Verschlimmerung liegt vor, wenn medizinischerseits feststeht, dass 

weder der Status quo sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können 

(vgl. KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54).

1.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Bei Gerichtsgutachten 

weicht das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von den Einschätzungen des 

1.4. 

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2.

Unbestritten ist, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der mindestens schon seit 

Beginn des Jahres 2016 bestehenden Schulterbeschwerden rechts (vgl. 

Sprechstundenbericht der Universitätsklinik Balgrist vom 20. Januar 2016; act. G17.2), 

der am 28. Januar 2016 erlittenen Verletzung an der rechten Schulter (vgl. Suva-act. 

52) sowie den in der Folge notwendigen operativen Eingriffen vom 20. Februar 2017 

(vgl. Suva-act. 32) und vom 25. Juni 2020 (vgl. Suva-act. 7) ein Vorzustand vorlag. Die 

Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, der Unfall vom 13. September 2020 habe 

lediglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt und 

der Status quo sine sei am 31. Oktober 2020 erreicht gewesen (vgl. Suva-act. 41, 54, 

70). Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, es sei zu einer richtunggebenden 

Verschlimmerung im Sinne einer Re-Ruptur der Rotatorenmanschette gekommen und 

die Beschwerdegegnerin sei über den 31. Oktober 2020 hinaus leistungspflichtig (act. 

G1). Unbestritten und aktenmässig ausgewiesen besteht keine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem früheren Unfall vom 28. Januar 2016 

mehr (vgl. Suva-act. 52, act. G17.1; vgl. auch act. G8.1 - 4).

medizinischen Experten ab. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die 

Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes 

Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine 

abweichende Beurteilung kann gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 

Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, 

die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die 

Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne 

Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen 

zieht (BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.6; BGE 125 V 351 E. 3a und 3b/aa mit Hinweis; Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Auflage 2020, N 64 zu Art. 43).

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3.

Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 5. Oktober 2022 eine 

rechtsgenügliche Beurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers gegenüber der 

Beschwerdegegnerin auf vorübergehende Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, 

Taggelder) über den 31. Oktober 2020 hinaus erlaubt. Die Beschwerdegegnerin spricht 

dem Gutachten die Beweiskraft ab und stellt diesem die Beurteilungen von Dr. D.___ 

entgegen (act. G22, G22.1, Suva-act. 37, 52, 67).

Dr. E.___ beurteilte, der Beschwerdeführer habe sich am 13. September 2020 eine 

subtotale Ruptur mit Retraktion von 3 cm an der ehemals refixierten 

Supraspinatussehne im distalen Abschnitt mit grossem transmuralem Defekt 

zugezogen. Lediglich am Vorder- und Hinterrand der Supraspinatussehne seien noch 

filigrane Sehnenzügel verblieben. Die nach dem 31. Oktober 2020 noch vorhandenen 

objektiven Befunde seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als alleinige Ursache 

auf den Unfall vom 13. September 2020 zurückzuführen. Ein Status quo sine sei weder 

am 31. Oktober 2020, noch zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt erreicht 

gewesen (act. G17.1). Diese Beurteilung erscheint aufgrund der nachfolgenden 

Erwägungen als überzeugend.

3.1. 

 3.2. 

Zufolge einer Rotatorenmanschetten-Ruptur (Supraspinatussehne transmural, 

Infraspinatussehne artikularseitig anteriore 2/3) sowie einer AC-Gelenksarthropathie bei 

Status nach AC-Resektion Schulter rechts und Status nach mehrfachen Infiltrationen 

mit jeweils positivem Ansprechen unterzog sich der Beschwerdeführer am 25. Juni 

2020 im KSSG einer Schulterarthroskopie, einem subacromialen Débridement, einer 

lateralen Acromioplastik und einer AC-Re-Resektion rechts (Suva-act. 6 f.). Am 12. 

August 2020 berichtete der behandelnde Arzt des KSSG über einen etwas 

protrahierten Heilungsverlauf. Der Beschwerdeführer gebe noch recht starke 

Schmerzen und einen recht hohen Schmerzmittelverbrauch an. Bei der klinischen 

Untersuchung hätten sich eine Flexion passiv sowie eine Abduktion von 30 Grad und 

eine Innenrotation von 60 Grad gezeigt. Es bestehe eine deutliche Atrophie der 

Deltamuskulatur sowie der Supra- und Infraspinatusmuskulatur. Er stellte ein neues 

Rezept für die Physiotherapie aus und hielt fest, dort sollten nun aktiv assistiv 

Bewegungsübungen durchgeführt werden (Suva-act. 15). Am 18. September 2020, 

mithin fünf Tage nach dem Ereignis vom 13. September 2020, fand die nächste 

planmässige Verlaufskontrolle im KSSG statt. Die behandelnden Ärzte hielten 

3.2.1. 

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anamnestisch fest, der Beschwerdeführer habe über einen generell guten Verlauf mit 

nun deutlicher Bewegungssteigerung berichtet. Vor knapp einer Woche habe er jedoch 

einen kleinen Unfall gehabt, im Rahmen dessen er sich ruckartig mit der rechten 

Schulter habe abstützen müssen. Dies habe zu einschiessenden Schmerzen und nun 

einer neuerlichen Bewegungseinschränkung geführt. Auch der Analgetikabedarf, 

welcher zunächst habe reduziert werden können, habe wieder angepasst werden 

müssen. Die behandelnden Ärzte erhoben klinisch eine gesteigerte aktive 

Beweglichkeit mit einer Anteversion und Abduktion bis 50 Grad, dann gebe der 

Beschwerdeführer Schmerzen an. Die Aussenrotation sei bis 20 Grad möglich, die 

Innenrotation bis L4. Sie schlussfolgerten, es bestehe nun generell ein regelrechter 

Heilungsverlauf drei Monate postoperativ. Aufgrund des neuerlichen Traumas gingen 

sie am ehesten von einer muskulären Zerrung respektive einer intramuskulären 

Hämatombildung aus. Sie hätten mit dem Beschwerdeführer einen analgetischen 

Ausbau besprochen und ein entsprechendes Rezept abgegeben sowie die Fortführung 

der Physiotherapie zur Analgesie und weiteren Steigerung der Beweglichkeit empfohlen 

(Suva-act. 16). Eine am 15. Oktober 2020 im H.___ durchgeführte MR-Arthrographie 

des Schultergelenks rechts ergab sodann im Vergleich zur Untersuchung vom 28. 

Februar 2020 unter anderem neu einen ausgedehnten transmuralen Defekt der distalen 

Supraspinatussehne nahe der Fussplatte mit einem noch filigran adhärenten, ehemals 

refixierten Sehnenzügel am Vorder- und Hinterrand und grösstenteils bis auf Höhe des 

Collum anatomicum retrahierten übrigen Sehnenanteilen. Nahe der Refixationsstelle am 

Humeruskopf fand sich eine verdickte und signalalterierte Infraspinatussehne mit 

gelenksseitigen und interstitiellen Einrissen ohne vollständige 

Kontinuitätsunterbrechung. Es bestand eine fortgeschrittene Atrophie des Musculus 

supraspinatus und geringfügig der übrigen Rotatorenmanschette bei zunehmend 

verringertem Muskelvolumen mit Muskelqualität Grad I nach Goutallier. Die für die 

Untersuchung zuständige Oberärztin Dr. med. F.___ befand, im Vergleich zur 

Untersuchung vom 28. Februar 2020 finde sich eine subtotale Ruptur und grösstenteils 

Retraktion (3 cm) der ehemals refixierten Supraspinatussehne im distalen Abschnitt mit 

grossem transmuralem Defekt und lediglich am Vorder- und Hinterrand noch filigran 

verbliebenen Sehnenzügeln (Suva-act. 35). Die behandelnden Ärzte des KSSG hielten 

in ihrem Untersuchungsbericht vom 4. November 2020 fest, unerfreulicherweise sei es 

durch das Trauma mit nachfolgender Abstützbewegung der rechten Schulter zu einer 

Re-Ruptur der refixierten Sehnen gekommen (Suva-act. 17).

Dr. D.___ befand am 18. Januar 2021, bei einer unfallbedingten subtotalen 

Ruptur mit grösstenteils Retraktion der knapp vier Monate zuvor am 25. Juni 2020 

3.2.2. 

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rekonstruierten Rotatorenmanschette wäre zeitnah fünf Tage nach dem Unfallereignis 

vom 13. September 2020 keine deutliche Bewegungssteigerung der Schulter zu 

erwarten gewesen. Die Beweglichkeit der rechten Schulter habe sich entsprechend der 

Beurteilung des KSSG vom 18. September 2020 im postoperativen dreimonatigen 

Verlauf verbessert gehabt, was überwiegend wahrscheinlich gegen eine traumatische 

Verursachung der MR-morphologisch am 15. Oktober 2020, also fünf Wochen nach 

dem Unfallereignis, festgestellten subtotalen Ruptur mit grösstenteils Retraktion der 

ehemals refixierten Supraspinatussehne spreche (Suva-act. 52). Er zitierte bei dieser 

Aussage jedoch - wie Dr. E.___ richtig bemerkte (vgl. act. G17.1) - den Bericht des 

KSSG über die Untersuchung vom 7. August 2020 nicht korrekt und ging von einer 

damals möglichen klinisch objektivierbaren passiven Flexion/Abduktion von jeweils 20 

Grad, statt der im Bericht tatsächlich vermerkten je 30 Grad aus (vgl. Suva-act. 15, 52). 

Wie Dr. E.___ ausführte, wurde damit in den sechs Wochen vom 7. August bis 18. 

September 2020 eine Steigerung der Abduktion und Anteversion von nur 20 Grad 

erreicht, was keine bedeutende Bewegungssteigerung darstelle. Nach sechs Wochen 

Physiotherapie stelle dies nur einen minimalen Fortschritt dar. Dies spreche dafür, dass 

zwischen dem 7. August und dem 18. September 2020 ein Ereignis geschehen sei. Im 

Untersuchungsbericht vom 18. September 2020 werde daher auch ausdrücklich 

festgehalten, dass der Unfall vom 13. September 2020 zu einer neuerlichen 

Bewegungseinschränkung geführt habe und auch der Analgetikabedarf zugenommen 

habe (vgl. Suva-act. 16). Dr. E.___ hielt weiter fest, der anlässlich der Untersuchung 

vom 18. September 2020, mithin zwölf Wochen nach der Rotatorenmanschettennaht, 

gemessene aktive Bewegungsumfang von 50 Grad Anteversion und Abduktion sei 

nicht normal. Eine Schmerzangabe bei einer Bewegung in diesem Umfang spreche 

gegen einen normalen postoperativen Verlauf (Suva-act. 16, act. G17.1). Wie Dr. E.___ 

am 14. Dezember 2022 zudem bemerkte, spricht der Ausbau der Analgetika durch die 

behandelnden Ärzte des KSSG auch dafür, dass ihnen die Schmerzangabe beim 

genannten Bewegungsumfang nicht als normal erschien (act. G24). Dr. E.___ führte 

weiter aus, für die Tatsache, dass der Beschwerdeführer trotz Ruptur der refixierten 

Supraspinatussehne aktiv bis 50 Grad abduzieren und flektieren habe können, gebe es 

zwei Erklärungen. Erstens handle es sich um eine subtotale Ruptur der ehemals 

refixierten Supraspinatussehne im distalen Abschnitt mit am Vorder- und Hinterrand 

noch filigran verbliebenen Sehnenzügeln. Zweitens könne eine aktive Anteversion und 

Abduktion bis 60 Grad auch bei vollständig gerissenem Supraspinatus durch den 

Deltoideusmuskel (vor allem Pars acromialis) erreicht werden. Daher werde im Status 

vom untersuchenden Arzt unter anderem auch ausdrücklich festgehalten, dass der 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/21

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Deltamuskel gegen Widerstand gut aktiviert werden könne (vgl. Suva-act. 16, act. 

G17.1).

Die in den Behandlungsberichten des KSSG festgehaltenen klinischen Befunde 

und anamnestischen Angaben sprechen damit - gemäss der überzeugenden 

Beurteilung von Dr. E.___ - dafür, dass der Beschwerdeführer am 13. September 2020 

die MR-arthrographisch am 15. Oktober 2020 festgestellte Re-Ruptur der 

Rotatorenmanschette (ausgedehnter transmuraler Defekt der distalen 

Supraspinatussehne) erlitt.

3.2.3. 

Dr. D.___ führte am 18. Januar 2021 aus, der zeitliche Verlauf spreche vorliegend 

gegen eine traumatische Ruptur der ehemals refixierten Supraspinatussehne. Bei einer 

solchen wäre aus medizinischer Sicht eine zeitnahe deutliche 

Bewegungseinschränkung zu erwarten gewesen. Die traumatisch nach akuter 

Gewalteinwirkung verursachte Rotatorenmanschettenzerreissung führe unmittelbar zu 

Schmerzen, Kraft- und Funktionsverlust mit charakteristischem zeitlichen Verlauf. Da 

bei einer Zerreissung die Kraftübertragung vom Muskel auf die Sehne, und von dieser 

auf Knochen und Gelenk unterbrochen sei, sei die aktive Beweglichkeit der Schulter 

typischerweise so massiv eingeschränkt, dass man von einer Pseudoparalyse, also 

einer scheinbaren Lähmung des Armes, spreche. In der subakuten Phase (etwa bis 14 

Tage nach dem Unfallereignis) liessen die Beschwerden nach, der Betroffene leide 

unter einer schmerzhaften Einschränkung der aktiven Beweglichkeit und es bestehe 

eine Kraftminderung der verletzten Schulter. Erst in der nachfolgenden postakuten 

Phase komme es zu einem weiteren Rückgang der Beschwerden und die initiale 

Bewegungseinschränkung könne durch die verbliebene Schultermuskulatur häufig 

kompensiert werden, was zu einer Besserung der aktiven Gelenksbeweglichkeit führe 

(Suva-act. 52). Dr. E.___ bestätigt in seinem Gutachten vom 5. Oktober 2022 den von 

Dr. D.___ dargestellten üblichen Verlauf nach einer traumatischen Ruptur einer ehemals 

refixierten Supraspinatussehne. Im Gegensatz zu Dr. D.___ führt er jedoch 

überzeugend aus, dass es beim Beschwerdeführer zum üblichen Verlauf gekommen 

sei. Er habe anlässlich der Begutachtung angegeben, er habe nach dem Unfall vom 13. 

September 2020 wegen der Schmerzen und dem Kraftverlust in der Physiotherapie die 

aktiv-assistiven Übungen nicht mehr durchführen können. Auch im 

Untersuchungsbericht des KSSG vom 18. September 2020 sei festgehalten worden, 

dass der Unfall vom 13. September 2020 zu einschiessenden Schmerzen und einer 

neuerlichen Bewegungseinschränkung geführt hätten (vgl. Suva-act. 16). Man dürfe 

also davon ausgehen, dass vor dem Unfall vom 13. September 2020 ein besserer 

aktiver Bewegungsumfang bestanden habe, auch wenn diesbezüglich keine schriftliche 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/21

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Dokumentation bestehe. Eine subtotale Ruptur, wie sie der Beschwerdeführer erlitten 

habe, führe auch nicht zu einer Pseudoparalyse der Schulter (act. G17.1). Der zeitliche 

Verlauf der Beschwerden spricht damit insgesamt nicht gegen eine traumatische 

Ruptur der Supraspinatussehne. Dr. D.___ hatte in seiner Kurzbeurteilung vom 25. 

November 2020 zudem befunden, der Unfall vom 13. September 2020 habe unter 

anderem deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich zu einer zusätzlichen 

objektivierbaren strukturellen Läsion geführt, weil unfallbedingt eine fortgeschrittene 

Atrophie des Musculus supraspinatus und geringgradig der übrigen 

Rotatorenmanschette bestanden habe (vgl. MRI-Bericht vom 15. Oktober 2020), 

welche nicht überwiegend wahrscheinlich nach vier Wochen zu erwarten wäre (Suva-

act. 37). Dr. E.___ hielt in seinem Gutachten diesbezüglich fest, es sei zwar korrekt, 

dass nach vier Wochen Schonung noch keine fortgeschrittene Atrophie des Musculus 

supraspinatus zu erwarten sei. Beim Beschwerdeführer sei jedoch am 25. Juni 2020 

die Supraspinatussehne genäht worden und er habe den Arm über drei Monate 

schonen müssen. Dies erkläre die fortgeschrittene Atrophie des Musculus 

supraspinatus im Vergleich zur präoperativen Untersuchung (act. G17.1).

Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Begutachtung gegenüber Dr. E.___ an, 

er habe nach dem Unfall vom 13. September 2020 sofort versucht, einen Termin im 

KSSG zu erhalten. Es sei ihm mitgeteilt worden, dass es nicht möglich sei, den fünf 

Tage später angesetzten Kontrolltermin vorzuziehen. Die Physiotherapie habe nach 

dem Unfall vom 13. September 2020 aufgrund der starken Schmerzen nicht mehr 

normal, das heisse mit aktiv-assistiven Bewegungsübungen, fortgeführt werden 

können. Er habe nach dem Sturz wegen der Schmerzen auf die nach dem Spitalaustritt 

erhaltene Notfallmedikation zurückgreifen müssen (act. G17.1). Dr. D.___ stellte diese 

Angaben des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 in 

Frage. Stattdessen verwies er auf die Angaben im Rapport eines Mitarbeiters der 

Beschwerdegegnerin über eine Befragung vom 25. November 2020 (vgl. Suva-act. 36). 

In jenem sei lediglich festgehalten, dass der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 

13. September 2020 weitergearbeitet habe, am Tag unmittelbar nach dem Ereignis in 

der Physiotherapie gewesen sei und am 18. September 2020 direkt zur geplanten 

Kontrolle ins KSSG gegangen sei. Die in diesem Rapport geschilderten Angaben zum 

Sachverhalt vom 13. September 2020 entsprächen nicht einer notfallmässigen 

Situation mit allfällig traumatischem Abriss der refixierten Supraspinatussehne (act. 

G22.1). Mit Dr. E.___ (act. G24) ist jedoch darauf hinzuweisen, dass der am 25. 

November 2020, mithin rund 2.5 Monate nach dem Ereignis vom 13. September 2020, 

erstellte Rapport entgegen der Ansicht von Dr. D.___ nicht als "zeitnahe Befragung" 

interpretiert werden kann. Die Tatsache, dass Dr. E.___ in seinem Gutachten nicht 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/21

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konkret auf diesen Rapport einging, sondern sich stattdessen insbesondere auf die 

Angaben in den Untersuchungsberichten des KSSG vom 18. September und 30. 

Oktober 2020 stützte, ist damit nicht zu beanstanden. Zudem ist darauf hinzuweisen, 

dass der Beschwerdeführer auch gegenüber dem Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin 

am 25. November 2020 erhebliche, nach dem Ereignis vom 13. September 2020 

eingetretene, Beschwerden angegeben hatte. So ist im Rapport festgehalten, der 

Beschwerdeführer habe seinen Arm wohl noch einigermassen bewegen, aber nicht 

mehr belasten können. Er habe nur noch mit Schmerzmitteln einigermassen 

funktionieren können. Er habe einen Kraftverlust und könne den rechten Arm seither 

auch nicht mehr wirklich anheben, über Kopf sei es unmöglich. Zudem könne er nicht 

mehr auf der rechten Körperseite schlafen. Er habe nach dem Ereignis wohl 

weitergearbeitet, aber das sei nur mit Schmerzmitteln und aufgrund der Tatsache, dass 

er einen Bürojob habe, gegangen (Suva-act. 36). Auch die Angaben im Rapport 

sprechen damit für ein am 13. September 2020 erlittenes Trauma mit erheblichen 

Auswirkungen.

Dr. D.___ hatte in seiner Beurteilung vom 18. Januar 2021 auf die S2e-Leitlinie 

"Rotatorenmanschette" der Fachgesellschaft für Orthopädie und Orthopädische 

Chirurgie (abrufbar unter: https://register.awmf.org/assets/guidelines/

033-041l_S2e_Rotatorenmanschette_2017-04_01-abgelaufen_01.pdf, S.38, zuletzt 

abgerufen am 6. Januar 2023) hingewiesen, gemäss welcher es nach operativer 

Rekonstruktion der Sehnenmanschette in vielen Fällen schon frühzeitig zu einer 

sogenannten Re-Ruptur oder einem Re-Defekt in Abhängigkeit von der initialen 

Rupturgrösse, der fettigen Degeneration und dem Alter der ursprünglichen Läsion 

komme. Re-Rupturen der Sehnenmanschette nach operativer Rekonstruktion träten 

gemäss der gängigen Lehrmeinung in einer Vielzahl von Fällen auf. PD Dr. med. G.___ 

habe in der Fachzeitschrift Orthopädie und Rheuma im Jahr 2019 über eine Inzidenz 

von 10 bis 40 % der operierten Fälle berichtet, von denen aber nur etwa 25 % 

revisionsbedürftig seien. Verantwortlich für die hohe Rate von Re-Rupturen seien 

intrinsische Faktoren wie zum Beispiel schlechte Sehnenqualität, aber auch 

extrinsische Faktoren wie zum Beispiel ungünstige Operationstechniken (Suva-act. 52). 

Rein aufgrund der theoretischen Möglichkeit einer postoperativen Re-Ruptur ohne 

traumatisches Ereignis lässt sich jedoch nicht schliessen, dass es beim 

Beschwerdeführer tatsächlich zu einer solchen kam. Dr. E.___ hielt in seinem 

Gutachten vom 5. Oktober 2022 fest, das Auftreten von Re-Rupturen nach Refixation 

der Supraspinatussehne sei vor allem abhängig von Sehnenqualität, Grösse der Läsion, 

zugarmer Refixation, Verfettung des Muskels (Goutallier), Alter der Läsion und 

Compliance des Patienten. Im Operationsbericht vom 25. Juni 2020 (vgl. Suva-act. 7) 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

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sei ausdrücklich erwähnt worden, dass eine gute Sehnenqualität vorgelegen habe und 

eine zugarme Refixation möglich gewesen sei. Für die gute Sehnenqualität und die 

zugarme Refixation sprächen auch, dass vom Operateur postoperativ keine 

Einschränkung des passiven Bewegungsumfangs (range of movement [ROM]) 

verordnet worden sei und dass keine Abduktionsschiene, sondern nur eine Mitella 

verordnet worden sei. Bei schlechter Sehnenqualität oder Refixation unter Zug werde 

hingegen üblicherweise eine Abduktionsschiene abgegeben, welche der Patient sechs 

Wochen Tag und Nacht tragen müsse. Auch gegen eine Re-Ruptur ohne Unfall 

spreche, dass es sich initial um eine kleine Ruptur gehandelt habe, nur eine geringe 

fettige Degeneration (Goutallier Grad I) vorgelegen habe und eine Operationstechnik 

lege artis angewendet worden sei (act. G17.1). Dr. D.___ wendete am 1. Dezember 

2022 (act. G22.1) dagegen ein, es sei nicht überzeugend, dass beim Beschwerdeführer 

keine Hinweise auf eine schlechte Sehnenqualität bestanden hätten. Aus der 

medizinischen Aktenlage gehe eindeutig hervor, dass präoperativ vor dem am 25. Juni 

2020 durchgeführten Eingriff eine kleine, transmurale Rotatorenmanschettenruptur 

vorgelegen habe. Dies hätten die behandelnden Kollegen des KSSG bereits in ihrem 

Bericht über die Untersuchung vom 8. Mai 2020 festgehalten (vgl. Suva-act. 13). 

Weitere Hinweise auf eine vorgeschädigte Supraspinatussehne ergäben sich insofern 

indirekt aus den Angaben im Operationsbericht vom 25. Juni 2020, als dass lediglich 

die Sehnenqualität der Infraspinatussehne explizit als gut beschrieben worden sei. Eine 

gute Qualität der rupturierten Supraspinatussehne sei den Angaben des Operateurs im 

Operationsbericht nicht zu entnehmen. Deshalb sei die Interpretation von Dr. E.___ 

betreffend die gute Sehnenqualität spekulativ (act. G22.1). Es ist korrekt, dass im 

genannten Operationsbericht die Sehnenqualität der Supraspinatussehne nicht explizit 

beschrieben wird (vgl. Suva-act. 7). Dr. E.___ führte jedoch am 14. Dezember 2022 - 

wie schon in seinem Gutachten - überzeugend aus, es habe mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine gute Sehnenqualität vorgelegen. Dies insbesondere, da die 

postoperative Behandlung nach einem Schema erfolgt sei, wie es bei guter 

Sehnenqualität und zugfreier Refixation üblich sei (act. G24). Daraus ist zu folgern, 

dass beim Beschwerdeführer keine Faktoren vorlagen, welche für eine nicht 

traumatische postoperative Re-Ruptur der Rotatorenmanschette sprechen würden 

bzw. deren Wahrscheinlichkeit als hoch erscheinen liessen.

Dr. E.___ machte in seinem Gutachten im Zusammenhang mit der Beurteilung, ob 

eine Re-Ruptur ohne Trauma vorliege, Ausführungen zum Grad der fettigen 

Degeneration des Musculus supraspinatus (Stadien nach Goutallier; act. G17.1). Dr. 

D.___ stellte diese in seiner Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 in Frage und kam 

zum Schluss, beim Beschwerdeführer habe eine stärkere Verfettung des Musculus 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

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supraspinatus vorgelegen, als von Dr. E.___ angenommen (act. G22.1). Dieser hielt am 

14. Dezember 2022 jedoch fest, ob eine Degeneration nach Goutallier Stadium I oder II 

vorliege, spiele bezüglich der Ursache der Re-Ruptur der Supraspinatussehne keine 

entscheidende Rolle (act. G24). Dies ist insofern überzeugend, als wie in der 

vorstehenden Erwägung 3.5 diskutiert, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

eine nicht traumatische postoperative Re-Ruptur der Rotatorenmanschette vorlag. 

Daran würde auch eine leicht andere Beurteilung des Verfettungsgrades nichts ändern.

Weiter machte Dr. D.___ am 1. Dezember 2022 geltend, ein weiteres 

entscheidendes Kriterium zum Ausschluss einer traumatischen Genese eines 

Rotatorenmanschettenrisses sei die vorliegend im MRT fehlende Darstellung einer 

wellenförmig retrahierten Supraspinatussehne, des sogenannten "Kinking-Zeichens" 

mit zugleich vorliegendem Ödem des Musculus supraspinatus. In der entsprechenden 

koronaren Bildgebung im vorliegenden MRI vom 15. Oktober 2020 sei dieser MR-

morphologisch klare Hinweis auf ein traumatisches Geschehen nicht erkennbar (act. 

G22.1). Dr. E.___ hielt dieser Kritik am 14. Dezember 2022 entgegen, in der 

Beurteilung, ob es sich eher um eine degenerative oder frische traumatische Läsion der 

Supraspinatussehne handle, werde gelegentlich das "Kinking-Zeichen" angeführt. 

Dieses sei jedoch nur ein Puzzleteil bei der Beurteilung, ob eine traumatische oder 

degenerative Ursache einer Supraspinatussehne vorliege, könne aber für sich alleine 

nie als Beweis für oder gegen eine traumatische Läsion angeführt werden (act. G24). 

Demzufolge lässt sich alleine aufgrund des Fehlens des "Kinking-Zeichens" die 

Ursache der vorliegenden Läsion nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

bestimmen.

3.7. 

Dr. D.___ hatte beurteilt, vier bis sechs Wochen nach dem Unfallereignis vom 13. 

September 2020 spielten Unfallfolgen im Beschwerdebild überwiegend wahrscheinlich 

keine Rolle mehr, ohne dies jedoch zu begründen (Suva-act. 37, 52). Dr. E.___ hält 

diese Aussage für nicht nachvollziehbar. Vom Erreichen eines Status quo ante vier bis 

sechs Wochen nach dem Unfall dürfte man nur dann ausgehen, wenn sich der 

Beschwerdeführer beim Unfall vom 13. September 2020 eine Kontusion/Prellung der 

rechen Schulter zugezogen hätte. Der Beschwerdeführer sei bei diesem Unfall jedoch 

nicht auf die rechte Schulter gestürzt, sondern habe den Sturz mit dem rechten Arm 

aufgefangen, das heisse, er habe in diesem Moment die Muskeln ruckartig an der 

rechten Schulter maximal angespannt. Der akute Schmerz weise darauf hin, dass es in 

dem Moment zu einer Zerrung von Muskeln, Bändern oder Sehnen gekommen sei. Die 

Ärzte des KSSG hätten sich anlässlich der Nachkontrolle fünf Tage nach dem Unfall 

wohl ähnliche Überlegungen gemacht und daher in ihrem Untersuchungsbericht auch 

3.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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festgehalten, sie gingen aufgrund des neuerlichen Traumas am ehesten von einer 

muskulären Zerrung, resp. einer intramuskulären Hämatombildung aus (vgl. Suva-act. 

16). Im MRI der rechten Schulter vom 15. Oktober 2020 (vgl. Suva-act. 35) habe sich 

dann aber kein Hinweis auf eine Muskel- oder Bänderzerrung, sondern eine Re-Ruptur 

der knapp vier Monate zuvor refixierten Supraspinatussehne gefunden. Es sei 

insgesamt nicht nachvollziehbar, weshalb Dr. D.___ vom Erreichen des Status quo sine 

vier bis sechs Wochen nach dem als Unfall anerkannten Ereignis ausgegangen sei (act. 

G17.1). Dies ist angesichts der vorstehenden Erwägungen und der sich daraus 

ergebenden überwiegend wahrscheinlich traumatisch (Ereignis vom 13. September 

2020) bedingten Re-Ruptur der Rotatorenmanschette überzeugend. Dr. E.___ führte 

zudem am 14. Dezember 2022 ergänzend aus, er stelle zwar die fachliche Kompetenz 

der behandelnden Ärzte des KSSG grundsätzlich nicht in Frage. Es erstaune jedoch ein 

wenig, dass sie nach der Untersuchung vom 18. September 2020 von einem 

neuerlichen Trauma mit einer muskulären Zerrung, resp. intramuskulärem Hämatom 

gesprochen hätten, aber gleichzeitig keine lokal auslösbare Druckdolenz und keine 

Schwellung gefunden hätten. An der Schulter könne man sich die Anatomie wie eine 

viergliedrige Kette vorstellen mit Knochen, Bändern, Sehnen und Muskeln. Das 

schwächste Glied in dieser Kette sei beim Beschwerdeführer zweifelsohne die zwölf 

Wochen zuvor operierte Rotatorenmanschettensehne gewesen. Wieso die 

behandelnden Ärzte davon ausgegangen seien, dass anlässlich des Sturzes vom 13. 

September 2020 ausgerechnet ein intakter und nicht vorgeschädigter Muskel statt der 

refixierten Sehne gezerrt worden sein solle, sei schwierig nachzuvollziehen (act. G24).

Dr. D.___ kritisierte in seiner Stellungnahme vom 1. Dezember 2022 unter anderem 

die im Gutachten von Dr. E.___ enthaltene Sachverhaltsdarstellung und warf diesem 

vor, er habe die Berichte des KSSG tendentiell interpretiert. Zudem enthalte der 

Sachverhalt gewisse - näher umschriebene - spekulative Aspekte (act. G22.1). Es ist 

jedoch darauf hinzuweisen, dass der im Gutachten erwähnte "Sachverhalt" nicht von 

Dr. E.___ stammt und nur teilweise seiner Beurteilung entspricht. Er hatte darin 

lediglich den Gutachtensauftrag des Versicherungsgerichts auszugsweise 

widergegeben (vgl. act. G12, act. G17.1, S. 3). Das Gericht hatte dargestellt, aus 

welchen Gründen es den Sachverhalt in der vorliegenden Streitigkeit als nicht 

spruchreif abgeklärt erachtet hatte und gewisse Ungereimtheiten in den medizinischen 

Akten aus Sicht eines medizinischen Laien aufgezählt. Weitere Bemerkungen zu der 

diesbezüglich von Dr. D.___ an Dr. E.___ gerichteten Kritik erübrigen sich damit. Es ist 

jedoch darauf hinzuweisen, dass Dr. E.___ in seinem Gutachten die im 

Gutachtensauftrag durch das Gericht geäusserten Bedenken bezüglich der Spruchreife 

3.9. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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4.

Die Beschwerdegegnerin hat die Versicherungsleistungen am 31. Oktober 2020 

deshalb zu Unrecht eingestellt. Sie hat über dieses Datum hinaus für die 

richtunggebende Verschlimmerung der Schulterproblematik rechts, insbesondere für 

die Kosten der am 1. Dezember 2020 durchgeführten Operation sowie die 

nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit, 

aufzukommen. Aus den Akten lässt sich nicht abschliessend feststellen, bis zu 

welchem Datum der Beschwerdeführer aufgrund der Schulterbeschwerden rechts 

arbeitsunfähig war und wie lange er sich in medizinischer Behandlung befand 

(aktenkundig fand am 24. März 2022 ein weiterer operativer Eingriff an der rechten 

Schulter statt; vgl. act. G17.2). Die Beschwerdegegnerin wird diesbezüglich weitere 

Abklärungen tätigen, gestützt darauf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung neu 

festlegen und die weiteren Ansprüche des Beschwerdeführers beurteilen müssen.

der Streitsache mindestens teilweise bestätigte und zu einer von Dr. D.___ 

abweichenden Beurteilung kam.

Insgesamt vermögen die Ausführungen von Dr. D.___ die Beweiskraft des 

Gutachtens von Dr. E.___ damit nicht zu schmälern. Bei der Würdigung des 

Gerichtsgutachtens vom 5. Oktober 2022 fällt weiter ins Gewicht, dass es auf 

eigenständigen gründlichen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange 

umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und diskutiert. 

Insbesondere hat sich Dr. E.___ ausführlich und schlüssig mit den abweichenden 

Beurteilungen von Kreisarzt Dr. D.___ auseinandergesetzt. Die vom Beschwerdeführer 

geklagten Leiden wurden berücksichtigt und nachvollziehbar gewürdigt. Die vom 

Gerichtsgutachter vorgenommene Einschätzung leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 

Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Aus medizinischer Sicht ist deshalb davon auszugehen, 

dass es aufgrund des Unfalls vom 13. September 2020 zu einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung des Vorzustandes kam und die nach dem Fallabschluss vom 31. 

Oktober 2020 noch vorhandenen objektiven Befunde überwiegend wahrscheinlich auf 

den Unfall vom 13. September 2020 zurückzuführen waren. Aus rechtlicher Sicht 

bestehen keine Gründe, von der Beurteilung im Gerichtsgutachten abzuweichen.

3.10. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 

16. April 2021 insofern gutgeheissen, als die Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, 

über den 31. Oktober 2020 hinaus für die Folgen des Unfalls vom 13. September 2020 

aufzukommen. Die Sache wird zur Prüfung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 16. April 2021 insofern gutzuheissen, als die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist, über den 31. Oktober 2020 hinaus für die 

Folgen des Unfalls vom 13. September 2020 aufzukommen. Die Sache ist zur Prüfung 

und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

5.2. 
bis

In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 8C_71/2013, E. 2.2.3) hat die Beschwerdegegnerin 

die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von total Fr. 6'129.95 (Fr. 5'078.-- + 

Fr. 1'051.95) zu tragen (act. G17.4, G24.1).

5.3. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen.

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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3.

Die Beschwerdegegnerin hat die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von 

Fr. 6'129.95 zu bezahlen.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.01.2023
	Art. 6 UVG. Art. 10 UVG. Würdigung eines Gerichtsgutachtens und ärztlicher Berichte. Frage, ob eine richtunggebende Verschlimmerung vorliegt, bejaht. Die Beschwerdegegnerin hat über das Einstellungsdatum hinaus für die Unfallfolgen, insbesondere für die Kosten der durchgeführten Operation sowie die nachfolgende Behandlung und die damit zusammenhängende Arbeitsunfähigkeit, aufzukommen. Die Beschwerdegegnerin wird weitere medizinische Abklärungen tätigen und gestützt darauf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung neu festlegen sowie die weiteren Ansprüche des Beschwerdeführers beurteilen müssen. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2023, UV 2021/35).

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		2024-05-26T21:05:51+0200
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