# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7b00d3f-90f5-53c4-9345-1e83ae22dde3
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-20
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2014
**Docket/Reference:** ST.2016.70
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2016_70_pa.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2016.70 

Entscheid 

20. Juni 2016 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2014 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Pflichtige) arbeitet als Unternehmensberaterin bei der B 

AG in C. Ihr Arbeitsplatz befindet sich am … 7, direkt neben dem Bahnhof D. Im Sep-

tember 2014 zog sie von der …strasse 12 in E in das ihr hälftig gehörende, eben erst 

fertig gestellte Einfamilienhaus am … 21 in F.  

Am 8. Januar 2016 schätzte sie das kantonale Steueramt für die Steuerperio-

de 2014 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 130'400.- und einem steuerbaren 

Vermögen  von  Fr. 180'000.-  ein.  Abweichend  von  der  Steuererklärung  liess  die  Steu-

erkommissärin  u.a.  statt  der  deklarierten  Autofahrkosten  von  Fr. 10'080.-  für  den  Ar-

beitsweg nur Kosten von Fr. 7'560.- zum Abzug zu. Sie begründete die Kürzung damit, 

dass für die rund drei Monate nach dem Umzug nach F die von der Pflichtigen berech-

nete  Zeitersparnis  von  über  einer  Stunde  pro  Arbeitsag  gegenüber  der  Reisezeit  mit 

öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr gegeben sei. Abzugsfähig sei für den erwähn-

ten Zeitraum lediglich der Betrag von Fr. 720.-, welcher drei ZVV-Monatsabonnements 

(alle Zonen) entspreche (= 3 Monate x Fr. 240.-).  

B. Eine dagegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Ent-

scheid vom 17. Februar 2016 ab.  

C.  Mit  Rekurs  vom  17.  März  2016  beantragte  die  Pflichtige  dem 

Steuerrekursgericht,  die  deklarierten  Autofahrkosten  für  die  Monate  Oktober  bis  De-

zember zum Abzug zuzulassen.  

In der Rekursantwort vom 11. April 2016 schloss das kantonale Steueramt auf 

Abweisung des Rechtsmittels. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Nach § 26 Abs. 1 lit. a des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den  als  Berufskosten  u.a.  die  notwendigen  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn-  und 

Arbeitsstätte  abgezogen.  Die  kantonale  Finanzdirektion  legt  Pauschalansätze  fest  

(je Abs. 2).  

b) Gemäss  Art.  5  Abs.  1  der  Verordnung  des  Eidgenössischen  Finanzdepar-

tementes über den Abzug von Berufskosten der unselbstständigen Erwerbstätigkeit bei 

der  direkten  Bundessteuer  vom  10.  Februar  1993  (Stand  am  1.  Januar 2009;  Berufs-

kostenverordnung) bzw. Ziff. I. 1. lit. a der Verfügung der Finanzdirektion über die Pau-

schalierung  von  Berufsauslagen  Unselbstständigerwerbender  bei  der  Steuereinschät-

zung vom 27. Oktober 2008 (ZStB Nr. 17/203; Verfügung der Finanzdirektion) können 

als  notwendige  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn-  und  Arbeitsstätte  bei  Benützung 

der  öffentlichen  Verkehrsmittel  die  tatsächlich  entstehenden  Auslagen  bzw.  die  not-

wendigen  Abonnementskosten  abgezogen  werden.  Steht  kein  öffentliches  Verkehrs-

mittel zur Verfügung oder ist dessen Benützung objektiv nicht zumutbar, können aus-

nahmsweise  die  Kosten  des  privaten  Fahrzeugs  abgezogen  werden  (Art.  5  Abs.  2 

Berufskostenverordnung).  

Objektive  Unzumutbarkeit  liegt  gemäss  Ziff.  I.1  der  Verfügung  der  Finanzdi-

rektion insbesondere dann zu, wenn der Steuerpflichtige gebrechlich oder kränklich ist, 

die  nächste  Haltestelle  eines  öffentlichen  Verkehrsmittels  mindestens  1  km  von  der 

Wohn-  oder  Arbeitsstätte  entfernt  ist,  Arbeitsbeginn  und  Arbeitsschluss  nicht  zu  fahr-

planmässigen Zeiten erfolgen, der Steuerpflichtige für die Berufsausübung auf ein Mo-

torfahrzeug angewiesen ist oder wenn sich mit dem privaten Motorfahrzeug eine Zeit-

ersparnis  von  über  einer  Stunde  (gemessen  von  der  Haustüre  zum  Arbeitsplatz  und 

zurück)  ergibt.  Massgebend  ist  eine  objektive  Betrachtungsweise  unter  Berücksichti-

gung  der  Verhältnisse  in  der  streitbetroffenen  Steuerperiode.  Dies  gilt  nicht  nur  hin-

sichtlich der Wahl mehrerer in Betracht kommender (längerer oder kürzerer) Fahrstre-

cken  (VGr, 22. Mai  2013,  SB.2012.00168),  sondern  auch  hinsichtlich  der  Wahl 

mehrerer  in  Betracht  kommender  Abfahrts-  und  Rückfahrtszeiten,  die  gerade  in  Ag-

glomerationen wie C und G aufgrund des Verkehraufkommens zu beträchtlichen Zeit-

differenzen bei der Reisezeit führen können. Ist der Steuerpflichtige in der Arbeitszeit-

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gestaltung  frei,  genügt  es  nicht,  wenn  nur  zu  bestimmten  Saison-  oder  Tageszeiten, 

d.h.  bei  besonders  günstigen  Fahrbedingungen  auf  den  Strassen  eine  Stunde  einge-

spart  werden  kann.  Notwendig  ist  vielmehr,  dass  der  Steuerpflichtige  mit  dem  Privat-

fahrzeug  regelmässig  über  eine  Stunde  Fahrzeit  einspart  (StRK  II,  27. Januar  2000, 

ST.1999.424).  

Nur  in  diesen  Fällen  gelten  Autofahrkosten  als  notwendig  im  Sinn  von  §  26 

Abs. 1 lit. a StG und ist der Steuerpflichtige berechtigt, für die Fahrten zwischen Wohn- 

und Arbeitsstätte mit dem Auto 70 Rappen pro Fahrkilometer in Abzug zu bringen.  

2. Eine solche Notwendigkeit ist vorliegend nicht gegeben.  

a)  Die  als  Unternehmensberaterin  für  die  B  AG,  …  7,  in  C  tätige  Pflichtige 

wohnt am … 21 in F. Ihr Beruf bringt es mit sich, dass sie zu unregelmässigen Zeiten 

am Arbeitsplatz anwesend ist. Sie kann ihren Arbeitsweg deshalb nicht immer zu den 

Stosszeiten antreten.  

Die  reine  Fahrzeit  für  die  morgendliche  Hinfahrt  zwischen  der  Bushaltestelle 

…strasse in F und dem Bahnhof D beträgt gemäss ZVV-Fahrplan mit öffentlichen Ver-

kehrsmitteln 45 Minuten. Diese Verbindung steht bereits frühmorgens ab 06.16 Uhr zur 

Verfügung und von diesem Zeitpunkt an im Halbstundentakt während des ganzen Ta-

ges.  Hinzu  kommt  der  Fussmarsch  von  sechs  Minuten  zwischen  Haus  und  Bushalte-

stelle (450 Meter). Das moderne Bürohaus, in welchem die Pflichtige in C arbeitet, ist 

bahntechnisch  bestens  erschlossen  und  befindet  sich  direkt  neben  den  Gleisen  am 

Bahnhof D. Im Jahr 2011 wurde für das Gebäude eine eigene Unterführung gebaut, die 

von  den  Gleisen  direkt  zum  Eingang  führt.  Die  auf  den  Perrons,  Treppen  und  in  der 

Unterführung zurückzulegende Distanz dürfte sich auf kaum mehr als 150 Meter belau-

fen,  weshalb  hierfür  –  grosszügig  gerechnet  –  zwei  Minuten  zu  veranschlagen  sind. 

Der Weg zur Arbeit ist somit von Tür zu Tür mit Bus und Bahn regelmässig in 53 Minu-

ten zu bewältigen. 

Abends steht bis 19.26 Uhr (Abfahrt) die umgekehrte Verbindung Bahnhof D - 

…strasse zur Verfügung, die 50 Minuten dauert (reine Fahrzeit). Das Perron im Bahn-

hof D ist wie bereits ausgeführt zu Fuss in zwei Minuten zu erreichen. Wohl wegen der 

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Steigung sind für den abendlichen Fussmarsch in F dagegen sieben statt sechs Minu-

ten einzusetzen. Die Strecke ist damit, jedenfalls bis 20.23 Uhr (Ankunftszeit zu Hau-

se),  regelmässig  in  59  Minuten  zurückzulegen.  Sollte  die  Pflichtige  wie  behauptet  ab 

und an später arbeiten müssen, so bietet sich die stündliche Verbindung Bahnhof D zur 

Busstation  I  an  (53  Minuten  reine  Fahrzeit).  Von  hier  führt  der  Fussweg  via  …  und 

…strasse in 14 Minuten nach Hause (900 Meter), welche Distanz, auch wenn es berg-

auf  gehen  sollte,  für  eine  gesunde  erwachsene  Person  durchaus  zumutbar  ist.  Der 

Zeitbedarf  für  diese  alternative  Spätverbindung  beträgt  somit  insgesamt  69  Minuten  

(=  2  +  53  +  14  Minuten).  Für  die  abendliche  Rückreise  ist,  um  den  unregelmässigen 

Arbeitszeiten Rechnung zu tragen, ein Durchschnitt der beiden Varianten als Massstab 

zu nehmen, der rein rechnerisch 64 Minuten beträgt.  

Die  regelmässig  mit  öffentlichen  Verkehrsmitteln  benötigte  Zeit  für  den  Ar-

beitsweg  beträgt  für  die  Pflichtige  demnach  im  Durchschnitt  117  Minuten  pro  Tag  

(= 53 Minuten am Morgen + durchschnittlich 64 Minuten am Abend).  

b) aa) Die Fahrstrecke mit dem Auto vom Haus der Pflichtigen in F zum Tief-

garageneingang an der …strasse in C beträgt rund 26 Kilometer. Die Pflichtige stützt 

sich  auf  verschiedene  Routenplaner,  die  Fahrzeiten  von  23  Minuten  (im  Auto  einge-

bautes  Navigationsgerät),  25  Minuten  (www.tcs.ch)  und  29  Minuten  (www.reisen.ch) 

angeben,  und  beziffert  die  reine  Fahrzeit  auf  26  Minuten  pro  Weg.  Unter  Beizug  

der  Ergebnisse  des  ADAC  (www.maps.adac.de;  29  Minuten),  von  Google  Maps 

(www.maps.google.ch; Ergebnis ohne Verkehr von 27 bzw. 28 Minuten) und search.ch 

(www.map.search.ch; 33 Minuten) erhöht sich der Zeitbedarf für die Strecke gegenüber 

der  Rechnung  der  Pflichtigen  leicht  auf  27,5  Minuten,  was  ziemlich  genau  dem  von 

Google  Maps  errechneten  Resultat  entspricht,  allerdings  ausdrücklich  ohne  Berück-

sichtigung der aktuellen Verkehrsverhältnisse. 

bb) Google Maps ist das einzige hier verwendete, allgemein zugängliche Rou-

tenberechnungsprogramm, das zusätzlich zur rein statischen, oben genannten Ermitt-

lung  der  Fahrzeit  eine  ungefähre  Berechnung  unter  Berücksichtigung  des  anzuneh-

menden  Verkehrsaufkommens  anstellt.  Die  anderen  Programme  errechnen  für  eine 

Fahrt ungeachtet der Tages- oder Nachtzeit durchwegs genau die gleiche Dauer: De-

ren  Ergebnisse  sind  damit  vor  allem  zu  Stosszeiten  für  eine  realistische  Feststellung 

der Autofahrzeiten untauglich, denn es ist gerichtsnotorisch, dass das durch den Pend-

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lerverkehr verursachte hohe Verkehrsaufkommen in den Ballungszentren wie C oder G 

zu Staus oder jedenfalls zu stockendem bzw. zähflüssigem Verkehrsfluss führt. Insbe-

sondere  die  von  der  Pflichtigen täglich  befahrene  Strecke  zwischen  dem  …  und  dem 

Aus-  bzw.  Eingang  des  …  (inkl.  …-  und  …strasse)  stellt  ein  bekanntes  Nadelöhr  im 

Strassenverkehrsnetz der C dar.  

Google  Maps  verwendet  hingegen  zur  Errechnung  der  durch  das  Ver-

kehrsaufkommen  verursachten  Verzögerungen  eine  Vielzahl  von  Daten  aus  mobilen 

Geräten  der  Autofahrer  selber,  was  eine  einigermassen  realistische  Schätzung  der 

Fahrzeiten  zu  bestimmten  Zeiten  erlaubt.  Für  die  Hinfahrt  zwischen  07.05  Uhr  und 

09.40 Uhr (Ankunftszeit) rechnet das Programm für die Strecke vom Haus der Pflichti-

gen in F zum Tiefgarageneingang an der …strasse in C mit einem durchschnittlichen 

Zeitbedarf (reine Fahrzeit) von rund 40 Minuten, was der Realität nahe kommen dürfte. 

Für die Heimfahrt veranschlagt Google Maps zwischen 18.25 Uhr und 22.55 Uhr (An-

kunftszeit) durchschnittlich etwa 35 Minuten, was ebenfalls als realistisch erscheint. Die 

von  der  Steuerkommissärin  getroffene  Annahme  von  39  Minuten  reine  Fahrzeit  pro 

Weg erweist sich damit als angemessen.  

cc) Zu diesem Wert ist schliesslich die Zeit hinzuzurechnen, die für die lang-

same  Fahrt  (Schrittempo)  und  das  Parkiermanöver  in  der  Tiefgarage  bzw.  für  den 

Fussmarsch zwischen Parkplatz und Bürogebäude anfällt, die mindestens drei Minuten 

betragen dürfte. Zu Hause ist ein entsprechend geringerer Wert von einer Minute ein-

zusetzen,  womit  sich  der  durchschnittliche  Zeitbedarf  für  die  Verwendung  des  Autos 

vorliegend auf durchschnittlich 43 Minuten pro Weg bzw. 86 Minuten pro Tag erhöht.  

c)  Der  Zeitgewinn,  welcher  durch  Verwendung  des  Autos  realistischerweise 

regelmässig erreicht werden kann, beträgt vorliegend somit durchschnittlich 31 Minuten 

pro Tag (= 117 - 86 Minuten). Die Pflichtige erreicht damit durch die Verwendung des 

Autos  gegenüber  dem  öffentlichen  Verkehr  die  erforderliche  regelmässige  Zeiterspar-

nis  von  einer  Stunde  bei  Weitem  nicht,  weshalb  es  ihr  zuzumuten  ist,  sich  mit  Bahn 

und Bus zur Arbeit zu begeben.  

Dies führt zur Abweisung des Rechtsmittels. 

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3. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens der 

Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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