# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8507005-ff4a-5f98-af15-964102bc0e6b
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-26
**Language:** de
**Title:** Revisionstatbestand  erfüllt. Somatoforme Schmerzstörung auch unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung überwindbar. 100 % angestammt und angepasst arbeitsfähig.
**Docket/Reference:** IV.2014.00783
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00783.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00783
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Schwegler
Urteil
vom
26. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch TCL Treuhand Consulting Liegenschaften AG
Rautistrasse
33, 8047 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1963, meldete sich erst
mals am
5.
September 1997
(Eingangsdatum)
bei der Eidgenössischen Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
8/1)
. Nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen lehnte die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
5.
August 1999 ab (
Urk.
8/16). Die
am
2.
September 1999
hiergegen erhobene Beschwerde (
Urk.
8/17) wies das hiesige Gericht mit Urteil IV.1999.00484 vom 1
9.
Januar 2001 ab (
Urk.
8/21).
Die Versicherte teilte der IV-Stelle mit Schreiben vom
4.
März 2002 mit, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe (
Urk.
8/22). Nach medizini
schen und erwerblichen Abklärungen
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 1
1.
Februar 2003 (
Urk.
8/44; Verfügungsteil 2,
Urk.
8/39)
ab dem 1. Oktober 2002
eine halbe Invalidenrente gestützt auf einen
Invaliditäts
grad
von 59 %
zu
.
Am 3
0.
September 2004 (
Urk.
8/51) teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, ihr Gesundheitszustand habe sich erneut verschlechtert.
Nach Einholen des
Arztbe
richtes
von
Dr.
med.
Y.___
,
FMH Physikalische Medizin und Rehabili
tation speziell Rheuma-Erkrankungen, vom
6.
Dezember 2004 (
Urk.
8/58)
hielt
die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2004 fest, dass keine wesentli
che Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliege und weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente bestehe
,
weshalb d
as Erhöhungsgesuch abge
wiesen
werde
(
Urk.
8/60).
Die Versicherte erhob hiergegen am 1
1.
Januar 2005 Einsprache (
Urk.
8/61), welche mit
Einspracheentscheid
vom 2
5.
Januar 2005 abgewiesen wurde (
Urk.
8/67).
Im Rahmen der von Amtes wegen eingeleiteten Revision im Jahr 2006 (
Revi
sions
fragebogen
vom 1
1.
März 20
06,
Urk.
8/71)
bestätigte
die IV-Stelle
nach Einholen eines
Verlaufberich
tes
von
Dr.
Y.___
vom
4.
September 2006
(
Urk.
8/82)
die halbe Rente gestützt auf einen
unveränderten
Invaliditäts
grad
von 59
%
(Mitteilung vom 2
2.
Januar 2007,
Urk.
8/84).
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle erneut von Amtes wegen eine Revision ein (Revisionsfragebogen vom 2
9.
Februar 2012,
Urk.
8/89).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen, so insbesondere der Einholung des
bidisziplinären
Gutachtens vom 2
2.
Juni 2013 (
Urk.
8/115; Internistisches-rheumatologisc
hes Gutachten vom 1
4.
Juni 2013
von
Dr.
med.
Z.___
, Innere Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen,
Urk.
8/113; Psychiatrisches Fachgutachten vom 2
1.
Juni 2013,
von Prof.
Dr.
med.
A.___
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Neurologie FMH,
Urk.
8/114) stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 2
8.
August 2013 (
Urk.
8/123) die Rentenaufhebung in Aussicht. Die
Versicherte
erhob hiergegen am
4.
September 2013 Einwand
(
Urk.
8/126
; ergänzende
Einwandbegründung
vom
1
0.
Oktober 2013,
Urk.
8/129) und reichte eine Stellungnahme
zum
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
Y.___
vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
8/128)
ein, woraufhin die IV-Stelle
Stellung
nahmen der
begutachtenden
Ärzte
einholte
(
Urk.
8/134;
Urk.
8/135).
Nach ungenutzte
r
Frist zur Stellungnahme seitens der
Versicherten
(
Urk.
8/137) hob die IV-Stelle mit
Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 (
Urk.
2) die Rente nach Zustellung der Verfügung au
f Ende des folgenden Monats auf
.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
2.
August 2014 Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte, die Verfügung vom 1
2.
Juni 2014 sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten. Eventualiter sei sie im
Haushaltsbe
reich
abzuklären und eine Evaluation ihrer funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vorzunehmen.
Mit Beschwerdeantwort vom
9.
September 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
8/1-140), was der Beschwerdeführerin am 2
6.
September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfol
genden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten erheblich verbessert habe und für die bisherige Tätigkeit als
Verpa
ckungsmitarbeiterin
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Gestützt auf einen Einkommensvergleich liege ein
Invaliditätsgrad von 10
%
vor, w
omit kein Anspruch auf eine Rente mehr bestehe (
Urk.
2).
Die Beschwerdeführerin führte demgegenüber im Wesentlichen
(
Urk.
1)
aus, es sei nicht auf das
bidisziplinäre
Gutachten abzustellen, sondern auf die Aus
führungen
von
Dr.
Y.___
.
Auch könne aufgrund des erheblichen Risikos einer gesundheitlichen Verschlechterung nicht erwartet werden, dass sie sich einem operativen Eingriff unterziehe. Das
bidisziplinäre
Gutachten würde sich insbe
sondere nicht dazu äussern, inwiefern sich der Gesundheitszustand zum
Arzt
bericht
von
Dr.
Y.___
vom 2
9.
August 2002 und dem Gutachten von
Dr.
med.
B.___
,
FMH für Innere Medizin
, vom
6.
November 2002 geändert haben solle, es handle sich damit um eine bloss unterschiedliche und unausge
wogene Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhaltes, womit kein Revisionsgrund vorliege. Auch sei zu bemängeln, dass die
Beschwerdegeg
nerin
vor Erlass des Vorbescheides keine berufliche Abklärung vorgenommen und keine EFL durchgeführt habe.
Die
angefochtene Verfügung
sei
schon des
halb aufzuheben, weil die Beschwerdegegnerin es versäumt habe, die Beschwer
deführerin vorgängig mit beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen zu unterstützen.
2.
2.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sionsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
2.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung,
IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
2.3
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vor
zukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen). Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der
Schadenmin
derungspflicht
(vgl. BGE 120 V 368 E. 6b, 117 V 275 E. 2b), wobei jedoch von der versicherten Person nur Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E. 1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur
Selbst
eingliederung
zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
Für die Beantwortung der Frage nach der Zumutbarkeit der Behandlung oder Eingliederungsmassnahme im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG kann auf die zu Art. 31
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in der bis 3
1.
Dezember 2002 gültig gewesenen Fassung ergangene Rechtsprechung verwiesen werden, da sich diesbezüglich mit dem neuen Recht nichts geändert hat (vgl. auch SVR 2007 IV Nr. 34 S. 121, E. 3.1, I 744/06; Urteile des Bundes
gerichts I 1068/06 vom 3
1.
August 2007 E. 2.2 und I 824/06 vom 13. März 2007 E. 3.1.1). Danach sind die gesamten persönlichen Verhältnisse, namentlich die berufliche und soziale Stellung der versicherten Person, zu berücksichtigen. Massgebend ist aber das objektiv Zumutbare, nicht die subjektive Wertung des Versicherten (ZAK 1982 S. 495, E. 3; Urteil des Bundesgerichts I 105/93 vom 11. März 1994 E. 2a; Meyer-Blaser, Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsr
echt,
Diss
. Bern 1985, S. 189).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem
sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.1
Die letzte materielle Prüfung des Rentenans
pruchs mit rechtskonformer
Sach
ver
haltsabklärung
, Beweiswürdigun
g und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
erfolgte bei erstmaliger
Rentenzusprache
mit
Verfügung vom 1
1.
Februar 2003
(vgl. Feststellungsblatt vom
1
6.
Januar 2003,
Urk.
8/38
). Anlässlich der Revisionen in den Jahren 200
4
und 2006
wurde keine
rechts
konforme
Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung v
orgenommen womit die Verfügung vom 1
1.
Februar 2003 der relevante Vergleichszeitpunkt ist.
Die Verfügung vom 1
1.
Februar 2003 stützte sich in medizinischer Hinsicht auf den Arztbericht von
Dr.
Y.___
vom 2
8.
August 2002 (
Urk.
8/32) sowie der vertrau
ensärz
t
lichen Untersuchung und Begutachtung von
Dr.
B.___
vom 6.
No
vember 2002
zuhanden der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich (
Urk.
8/34; vgl. Feststellungsblatt vom 2
2.
Oktober 2002,
Urk.
8/38).
3.1.1
Dr.
Y.___
stellte in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin erstellten
Arztbe
richt
vom 2
9.
August 2002 folgende Diagnosen
(
Urk.
8/32 S. 5)
:
-
Chronisches, belastungsabhängig zusätzlich verstärktes,
lumbospondy
loge
nes
, teilweise
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom rechts bei/mit
-
r
adikulärer
Reizung L3 und L4 rechts bei kleiner Diskushernie L3/L4 rechts
-
Inguinalschmerz
rechts bei Status nach Pfannenstielinzision bei EUG, fraglich kleine
Inguinalhernie
/Narbenhernie
-
Chronisches
Cervik
obrachialsyndrom
mit/bei
-
l
eichter
Osteochondrose
C5/C6 und C6/C7, intermittierend
radikuläre
Reizung C6 wahrscheinlich
-
Beginnende, zentrale
Coxarthrose
beidseits
-
Verdacht auf
Osteopoikilose
bei feinfleckigen
Skleroseherden
diffus in bei
den
Femurköpfen
und im linken Os
ilium
, sowie im Bereiche der Schambeine
-
Generalisiertes
Fibromyalgiesyndrom
rechtsbetont
Bei der Beschwerdeführerin bestünden verschiedene Befunde, welche wieder
holt, speziell unter Belastung, zu somatischen Schmerzen geführt hätten. Eine Erklärung des Beschwerdeausmasses sei nur im Rahmen eines
Fibromyalgiesyn
dromes
möglich. Der
Chronifizierungsprozess
des Beschwerdebildes sei bereits recht fortgeschritten. Die Problematik sei durch alle beteiligten Ärzte objekti
vierbar geworden, die Einstellung der Beschwerdeführerin sei stets positiv, ohne dass die Belastbarkeit aber
habe
verbessert werden könne
n
- diese habe in den letzten Monat
en deutlich abgenommen. Nach der
, aus Sicht von
Dr.
Y.___
als Fehlentscheid der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) zu interpretierenden Ablehnung von 1998, habe keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erzielt wer
den können. Ob je eine Arbeitsfähigkeit zu erreichen sei, scheine fraglich. Die Beschwerdeführerin sei lediglich noch für eine leichte Tätigkeit in
Wechselhal
tungen
(Stehen, Gehen, Sitzen) einzusetzen und auch dies nur halbtags (
Urk.
8/32 S. 6 f.).
3.1.2
Dr.
B.___
diagnostizierte in seiner zuhanden der Beamtenversicherungskasse des Kantons Zürich erstellten Begutachtung vom
6.
November 2002 (
Urk.
6/34 S. 2 ff.) 1) ein chronisches
lumbospondylogenes
, teilweise
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom rechts, 2) ein chronisches
Zervikobrachialsyndrom
und 3) eine beginnende, zentrale
Coxarthrose
beidseits. Nach Rücksprache mit
Dr.
Y.___
attestierte er der Beschwerdeführerin eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit als Pflegerin
, i
n einer leichten Tätigkeit im Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen und halbtags eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Es sei jedoch anzunehmen, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelingen werde, eine entsprechende Stelle zu finden (
Urk.
8/34 S. 7).
3.2
Die aktuelle medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:
3.2.1
Die bis zur
bidisziplinären
Begutachtung aufliegenden Arztberic
hte wurden in den Teilgutachten
zusammengefasst (
Urk.
8/113 S. 5 ff.; vgl.
Urk.
8/114 S. 4
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden.
3.2.2
Dr.
Z.___
und Prof.
A.___
hielten fest, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Sie diagnostizierten
F
olgendes mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/115):
-
Cervik
ospondylogenes
Syndrom beidseits bei
-
Osteochondrose
C5/C6 und C6/C7 mit
Retrospondylophyten
(SPECT-CT
05/2013) mit
-
vermehrter
szin
t
igraphischer
Aktivität (05/2013) vor allem im Facettengelenk C3/C4 rechts und geringer auch C4/C5 links und C5/C6 links mit
-
m
öglicher Nervenwurzelirritation C7 links durch
Unkovertebral
arthrose
und medio-lateraler
Diskusprotrusion
C6/C7 (MRI 01/2012)
-
o
hne
radikuläre
Zeichen
-
Lumbospondylogenes
Syndrom beidseits rechts mehr als links bei
-
m
ässigen degenerativen Veränderungen und
Bandscheibenprotru
sionen
L3/L4 und L4/L5 mit
-
möglicher
foraminaler
Irritation der Nervenwurzel L3 rechts und L4 links sowie möglicher
recessaler
Irritation der
Nerven
wurzeln
L4 rechts mehr als links (MRI 05/2013)
-
s
zintigraphisch
gering aktiv (05/2013)
-
o
hne
radikuläre
Zeichen
-
Schmerzen der linken Schulter bei
-
l
eichter AC-Gelenksarthrose mit
arthrotisch
verändertem Os
acromiale
mit
Reizödem
im
Acromion
bei intakter
Rotatorenmanschette
sowie
-
i
ntakter
glenohumeraler
Knorpelschicht und intaktem Labrum
-
MR-
Arthrographie
06/2013
-
s
zintigraphisch
gering vermehrt aktiv (05/2013)
-
m
it normaler Beweglichkeit der Schultern
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit notierte
Dr.
A.___
eine
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4;
Urk.
8/114 S. 19).
Dr.
Z.___
hielt fol
gende Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/113 S. 66):
-
Ausgedehnte chronische Schmerzen
-
Vitamin D-Mangel (38nmol/l)
-
Kongenitale
Abducens
-Parese links
-
Asthma bronchiale mit
-
Heuschnupfen und Allergie auf Hundehaare
-
Osteopoikilose
Dr.
Z.___
konstatierte, die Beschwerdeführerin sei eine kräftige 50-jährige Frau, die seit Jahren über ausgedehnte Schmerzen praktisch im ganzen Körper klage. In der klinischen Untersuchung würden Diskrepanzen auffallen. Die Beweglichkeit der
Lendewirbelsäule
(LWS) könne mangels Kooperation nicht geprüft werden, die Brustwirbelsäule (BWS) sei normal beweglich. Bei der direkten Prüfung sei die Beweglichkeit der Halswirbelsäule deutlich vermindert, was sich unter Ablenkung normalisiere.
Radikuläre
Zeichen seien keine vorhan
den. Alle grossen peripheren Gelenke seien normal beweglich, so auch die Hüft
und Kniegelenke beidseits. Die Beweglichkeit beider Schultern sei bei der direk
ten Untersuchung deutlich eingeschränkt, was sich unter Ablenkung normali
siere. Es seien keine Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke vorhanden, so wiesen insbesondere weder die Knie noch die Schultern einen Gelenkserguss auf. Die ganze Muskulatur sei liegend geprüft nirgends ver
spannt, was die Beschwerdeführerin darauf zurückführe, dass es ihr gut gehe. In der
Dolorimetrie
seien alle 18 Tender Points sowie alle acht Kontrollpunkte pathologisch. Dies entspreche einem pathologischen
Dolorimetrie
-Befund im Sinne einer Schmerzausweitung. Die B
i
o-impedanz-Analyse zeige eine erfreu
lich grosse Muskelmasse von 48
%
, welche den Normwert von 40
%
deutlich übertreffe. Eine lang andauernde körperliche Schonung könne daraus nicht abgeleitet werden.
Die ausgedehnten bildgebenden Untersuchungen zeigten die oben detailliert beschriebenen Befunde, welche im Bereich der HWS und BWS sowie im linken Schultergelenk nicht besonders gravierend seien. Eine
Kreuz
bandruptur
oder ein anderer wesentlicher Befund der Kniebinnenstrukturen habe in der MRI-Untersuchung (05/2013) nicht gesehen werden können. Da die Röntgenuntersuchung beider Knie und des Beckens im wesentlichen
altersent
sprechende
Befunde ergä
be
n und auch der klinische Befund
normal sei, sei keine Cox- oder Gonarthrose zu diagnostizieren. In der ausgedehnten Blutun
tersuchung sei ein mässiger Vitamin D-Mangel der wesentlichste Befund. Dies sei häufig am Ende einer langen lichtarmen Periode und könne mit einer Vita
min D-Substitution leicht behoben werde. Keines der beiden geprüften Medika
mente (
Brufen
bzw.
Sirdalud
) sei im Blut nachweisbar. Entgegen der Angabe der Beschwerdeführerin habe sie mindestens die
Brufen
Tablette am Morgen des
Untersuchungstages vergessen. Die vorhandenen Befunde würden das Ausmass der Beschwerden nicht erklären. Bei der Untersuchung sei der Handeinsatz beidseits normal, die mitgebrachte schwere Mappe mit medizinischen Bildern hantiere sie beidseits problemlos. Diskrepant dazu sei die gezeigte maximale Handkraft von rechts 30
%
und links 42
%
der Norm.
Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits, hier bestehe sicher eine Selbstlimitierung (
Urk.
113 S. 67).
Dr.
A.___
hielt in psychiatrischer Hinsicht im Wesentlichen fest, dass der aktuelle Psychostatus auf keine schwere psychiatrische Störung hinweise. Die Beschwerdeführerin
gebe an, dass sich ihre Ganzkörperschmerzsymptomatik, die somatisch nicht ausreichend erklärbar sei, im Rahmen einer Mehrfachbelastung Mitte der 90er Jahre entwickelt habe. Auch sei zu erfahren, dass sich der
Ganz
körperschmerz
unter anderem durch psychosoziale und emotionale Reizfaktoren in der Intensität verstärke.
Bei der Beschwerdeführerin bestünden die Kriterien einer
somatoformen
Schmerzstörung. Das subjektive Schmerzerleben sei anam
nestisch beeinflusst von den emotionalen und/oder psychosozialen Umweltfak
toren.
Dr.
A.___
überprüfte die Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerz
störung
anhand der Förster-Kriterien und legte dar, dass die zumutbare
Willens
anstrengung
zur Überwindung der psychiatrischen Störung aus psychi
atrisch-versicherungsmedizinischer Sicht als gegeben angenommen werden könne (
Urk.
8/114 S. 16 ff.).
Bidisziplinär
sei die Beschwerdeführerin in den angestammten Tätigkeiten im
C.___
bzw. in der
D.___
zu 100
%
bzw. ganz
tags arbeitsfähig. In einer angepassten HWS- und LWS-schonenden Tätigkeit mit Schonung der linken Schulter könne sie Lasten bis zu zehn Kilogramm heben oder tragen. In ihrem Zweipersonenhaushalt sei sie nicht eingeschränkt, bei schwereren Tätigkeiten helfe ihr Ehemann (
Urk.
8/115 S. 2).
3.2.3
Dr.
Y.___
hielt in seiner Stellungnahme zum
bidisziplinären
Gutachten zuhan
den der Vertreterin der Beschwerdeführerin vom
7.
Oktober 2013
(
Urk.
8/128)
im Wesentlichen fest,
dass er in psychiatrischer Hinsicht zustimme, dass keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe. Er könne jedoch nicht nachvollzi
e
hen, dass eine
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden sei. Es seien verschiedene Inter
ventionen vorgenommen w
o
rden,
welche
je
weils zu einer Reduktion der
radikulären
Symptomatik geführt hätten, auch bestün
den
multilokuläre
Probleme. Zum Teilgutachten von
Dr.
Z.___
führte er aus, dass die Knieproblematik Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit habe
Dr.
Z.___
sei nicht darauf eingega
n
gen, ob
myofasziale
Befunde vorlägen bzw. Hinweise auf
artikuläre
Einschränkungen vorhanden gewesen seien.
Dr.
Y.___
vertritt die
Ansicht, dass nicht sachlich auf die Möglichkeiten der Beschwerdeführerin eingegangen worden sei. Eine Abduktion/Elevation von knapp 90° sei keine normale Schulterbeweglichkeit für eine 50-jährige. Es könne aufgrund der Halswirbelsäulenveränderungen und der Nervenwurzelrei
zungen lumbal, die radiologisch möglich seien, sowie die
szintigrafisch
geringe Aktivität
davon ausgegangen werden, dass
phasisch
, auch bei geringerer kör
perlicher Aktivität, massivere Schmerzschübe bestünden, wie sie in der Vergan
genheit aufgetreten und schmerztherapeutisch behandelt worden seien. Auch zu verlangen, die linke Schulter zu operieren, sei ebenfalls wenig realistisch. Die Beschwerdeführerin trage bereits zur Schadenminderung bei, die 50%ige Arbeits
fähigkeit in leichten körperlichen Tätigkeiten sei gerechtfertigt. Bürotä
tigkeiten seien aufgrund der Ausbildung nicht verfügbar. Hinzu komme, dass die Erwerbsfähigkeit im Alter der Beschwerdeführerin zwar gegeben, der Arbeits
markt jedoch nicht dem entsprechend sei. Aus seiner Sicht sei demnach keine Änderung der Arbeitsfähigkeit eingetreten (
Urk.
8/128).
4.
4.1
Zu prüfen ist
, ob zwischen dem Zeitpunkt der de
r
Beschwerdeführer
in
eine ganze Invalidenrente zusprechenden Verfügung vom
2
8.
August 2002
und der angefochtenen ren
tenaufhebenden Verfügung vom 1
2.
Juni 2014
(
Urk.
2) eine anspruchserhebliche Änderung der Verhältnisse stattgefunden hat.
Dr.
Y.___
und
Dr.
B.___
diagnostizierten in ihren Berichten aus den Jahren 2002 jeweils eine b
eginnende, zentrale
Coxarthrose
beidseits
(E. 3.1.1 und E. 3.1.2).
Dr.
Z.___
dagegen hielt fest, dass die Röntgenuntersuchung des
Beckens im W
esentlichen alt
ersentsprechende Befunde ergeben habe
und auch der klinische Befund normal sei,
so dass keine
Coxarthrose
zu diagnostizieren
sei (E. 3.2.2). Hinzu kommt, dass d
ie von
Dr.
Z.___
festgehaltenen Schmerzen in der
lin
ken Schulter bei leichter AC-Gelenksarthrose
mit Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit
im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
noch nicht vorhanden
waren
(vgl. E.
3.1 und E. 3.2).
Eine anspruchsrelevante Veränderung des Sachverhalts im Sinne ihrer Eignung, zu einer abweichenden Beurteilung des Rentenan
spruchs zu führen, liegt hier mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vor.
Die Voraussetzung für eine Rentenrevision ist somit
gegeben
.
Liegt
ein
Revisions
grund
vor
, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend (“allseitig“) zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht
(
BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
4.2
Die Beschwerdeführerin brachte im Wesentlichen vor, es könne nicht auf das Gutachten abgestützt werden, da
Dr.
A.___
keine nachvollziehbaren Diag
nosen
gestellt habe und die
Vorakten
nicht berücksich
ti
gt habe. Auch
Dr.
Z.___
Bericht beruhe nicht auf allseitigen Abklärungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden in ungenügender Weise, sei in der Darstellung der medizinischen Zusammenhänge nicht einleuchtend und enthalte keine nach
vollziehbare Beurteilung der medizinischen Situation. Das Gutachten erfasse damit die streitigen Belange nicht umfassend und sei nicht geeignet, die Aber
kennung einer Rente zu rechtfertigen (
Urk.
1 S. 6 f.).
Das
bidisziplinäre
Gutachten
vom
2
2.
Juni 2014
beruht auf fachärztlichen Unter
suchungen durch die Gutachter
, so untersuchte
Dr.
Z.___
die Beschwerdeführerin am 1
5.
Mai 20
13,
erhob
und dokumentierte
dabei ausführ
lich
die
internistisch-rheumatologische
n
Befunde (
Urk.
8/113 S. 60 ff.) sowie die Anamnese
(
Urk.
8/113 S. 3 ff.) und berücksichtigte die
Vorakten
(
Urk.
8/113 S.
6 ff.)
.
Des Weiteren nahm sie zu den vorliegenden medizinischen Berichten,
ins
besondere den Berichten von
Dr.
Y.___
umfassend Stellung (
Urk.
8/113 S.
71
f.).
Auch
Dr.
A.___
untersuchte die Beschwerdeführerin ausführlich, berücksich
tig
t
e die
Vorakten
(
Urk.
8/11
4
S. 4), erhob eine detaillierte Anamnese (
Urk.
8/11
4
S. 4 ff.) und dokumentierte die psychiatrischen Befunde genau (
Urk.
8/114 S. 13 ff.).
Die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ist
sowohl im internistisch-rheumatologischen als auch im psychiatrischen
Teilgut
achten
einleuchtend
und schlüssig
.
Es
erfüllt
damit
sämtliche
rechtsprechungs
gemäss
erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Ents
cheidungs
grundlagen
(vgl. E. 2.
4
).
Daran vermögen auch die Stellungnahmen von
Dr.
Y.___
vom
7.
Oktober 2013 (
Urk.
8/128) und vom 1
0.
Juli 2014 (
Urk.
3/13) nichts zu ändern. Zum
Einen
verfügt
Dr.
Y.___
über keinen Facharzttitel in Psychiatrie oder Psychotherapie, womit seine Ausführungen das schlüssige und nachvollziehbare psychiatrische Teilgutachten nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. Zum Anderen führte
Dr.
Y.___
aus, die im
bidisziplinären
Gutachten genannten Diagnosen mit Aus
wirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit seien durchaus korrekt, er könne sich jedoch nicht mit den daraus gezogenen Schlussfolgerungen einverstanden erklären, da die Veränderungen im Bereich der HWS und LWS sowie auch der linken Schul
ter anerkanntermassen belastungsabhängig seien und daher unter Belastung, auch bei Wechselhaltungen etc. im Tagesverlauf symptomatisch würden.
Unter Berücksichtigung der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Arztpersonen
mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl
len eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc) und der nachvollziehbaren und schlüssigen Begrün
dung der Arbeitsfähigkeit durch d
ie begutachtenden Ärzte vermögen die Aus
führungen von
Dr.
Y.___
die gutachterlich vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu entkräften.
4.3
4.3.1
Dr.
A.___
diagnostizierte eine
somatoforme
Schmerzstörung, welche er nach Prüfung der Förster-Kriterien als ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit qualifizierte.
Vollständigkeitshalber ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesge
richt mit BGE
141 V 281
seine bisherige Rechtsprechung zur
Invaliditätsbe
messung
bei psychosomatischen Störungen neu gefasst hat. Das vorliegende
bidisziplinäre
Gutachten erlaubt auch eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss dem kürzlich ergangenen
BGE:
4.3.2
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht i
n
BGE 141 V 281
wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten
(E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
4.3.3
Aus dem psychiatrischen Gutachten
ergibt sich hinreichend, dass die Ausprä
gung der psychi
schen diagnoserelevanten Befunde ni
cht stark ins Gewicht fällt (
Urk.
8/113 S. 13 ff.).
Die Beschwerdeführerin steh
t
darüber hinaus in keiner ambulanten, tagesklinischen oder stationären psychiatrischen Behandlung (
Urk.
8/113 S. 12).
Sie pflegt regelhafte soziale Kontakte zu allen Familienmit
gliedern und sie und ihr Mann pflegten einen guten Kontakt zu einem Schwei
zer Ehepaar. Gerne würde sie noch mehr am sozialen Leben teilhaben, werde
jedoch durch ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse diesbezüglich limitiert (
Urk.
8/114 S. 8). Ihr Tagesablauf ist ausgefüllt, so arbeitet sie in der Regel vormittags. Auf dem Heimweg von der Arbeit erledige sie bei Bedarf noch kleine Einkäufe, bei schönem Wetter gehe sie noch spazieren. Zu Hause ange
kommen wärme sie sich das vorgekochte Essen, manchmal mache sie etwas Frisches. Dann koche sie sich einen Kaffee und blättere gern in einer Frauen
zeitschrift. Sie gönne sich so ca. eine halbe Stunde Pause. Zweimal in der Woche gehe sie in die Physiotherapie, sonst mache sie ihr
Hausübungspro
gramm
. Gegen 16.00 Uhr komme der Ehemann nach Hause, dann reden sie, fahren einkaufen oder unternehmen etwas, je nach Wet
ter. Nach dem K
ochen des Abendessens erledige sie noch etwas an Hausarbeit und der Ehemann helfe ihr bei den schweren Arbeiten (Wäschekorb tragen, Staubsaugen). Danach wür
den sie gemeinsam noch spazieren. Manchmal würden sie fern
sehen
oder sie lese etwas. Zwischen 22.00-22.30 Uhr gehe sie dann zu Bett
(
Urk.
8/114 S. 11)
.
Gesamthaft ist aufgrund dieser Feststellungen
nur von einem geringen
Schwere
g
rad
und
einer geringen
Konsistenz der funktionellen Auswirkungen der Schmerzstörung auszugehen.
Damit ist auch unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon auszugehen, dass diese keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt.
4.4
Entsprechend der
bidisziplinären
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten HWS- und LWS-schonenden Tätigkeit mit Schonung der linken Schulter bis zu zehn Kilogramm heben oder tragen kann. Die ange
stammte Tätigkeit am
C.___
sowie die aktuelle Tätigkeit in der
D.___
sind
ihr damit zu 100
%
bzw. ganztags zumutbar (
Urk.
8/115 S. 2).
Die Beschwerdeführerin arbeitet halbtags bei der
D.___
(vgl. E.
4.3.3;
Urk.
8/128) und war seit 2005 nie über einen längeren Zeitraum arbeitslos (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto,
Urk.
8/91). Unter Berück
sichtigung der bereits teilzeitlichen Erwerbstätigkeit und der geringen Ein
schränkungen der Beschwerdeführerin ist die Zumutbarkeit der
Selbstein
gliederung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. E. 2.3).
Da der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit im Spital vollumfänglich zumutbar ist,
liegt keine Einkommenseinbusse und damit auch kein
rentenrele
vanter
Invalditätsgrad
vor. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens und
die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.--) auf
Fr.
600.-- festzusetzen und der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
TCL Treuhand Consulting Liegenschaften AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in H
änden hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstSchwegler