# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4da9b71-57ca-5a34-93bb-09a8bb698de4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 08.10.2020 ZK1 2020 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2020-136_2020-10-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Entscheid vom 8. Oktober 2020

Referenz ZK1 20 136

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Straumann, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____, 
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar lic. iur. Kaspar Noser, 
Waisenhausstrasse 14, 9000 St.Gallen

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung und Behandlung ohne Zustimmung

Anfechtungsobj. Ablehnung des Entlassungsgesuchs vom 23.September 2020 so-
wie Verfügung vom 24.September 2020 betreffend Behandlung 
ohne Zustimmung, jeweils gleichentags mitgeteilt

Mitteilung 20. Oktober 2020

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I. Sachverhalt

A. Am 18. September 2020 wurde A._____, geboren am _____ 1975, 
L.1_____ Staatsbürgerin, wohnhaft in O.1_____, durch Dr. med. B._____, 
O.2_____, notfallärztlich in die Klinik C._____, in O.3_____ eingewiesen. Dies 
aufgrund ihres psychotischen Zustands mit verbal geäussertem aggressivem Ver-
halten, dies insbesondere auch gegenüber ihren beiden minderjährigen Kindern. 
Es bestand Verdacht auf katatone Schizophrenie. 

B. Mit Beschluss vom 21. September 2020 erklärte das Fürstliche Landgericht 
des Fürstentums Liechtenstein in Vaduz die bei Gefahr in Verzug angeordnete 
sofortige Unterbringung von A._____ für zulässig.

C. Mit Schreiben vom 23. September 2020 verlangte A._____ ihre sofortige 
Entlassung aus der Klinik C._____. Das Gesuch wurde von Dr. med. D._____, 
Chefärztin Akutpsychiatrie Rehabilitation in der Klinik C._____, aufgrund des aku-
ten psychotischen Zustands und der damit einhergehenden Eigengefährdung aus-
serhalb der Klinik gleichentags abgelehnt.

D. Tags darauf, am 24. September 2020, ordnete der stellvertretende Chefarzt 
der Akutpsychiatrie, Dr. med. E._____, in Anwendung von Art. 434 ZGB eine Be-
handlung ohne Zustimmung an. 

E. Gegen die Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung sowie gegen die 
Ablehnung des Entlassungsgesuchs liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdefüh-
rerin) mit Schreiben vom 28. September 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht 
von Graubünden erheben.

F. Mit Schreiben vom gleichen Tag forderte der Vorsitzende der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden die ärztliche Leitung der Klinik C._____ auf, 
einen kurzen Bericht bezüglich den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, 
die Art ihrer Behandlung und die Notwendigkeit ihrer fürsorgerischen Unterbrin-
gung einzureichen. 

G. Dieser Aufforderung kam die Klinik C._____ mit Eingabe vom 29. Septem-
ber 2020 nach. Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund von Schizophrenie bereits 2017 in Behandlung war. Aktuell sei sie wegen 
akuter Psychose erneut eingewiesen worden und verhalte sich fremdaggressiv, 
angetrieben, sprunghaft, umständlich und logorrhöisch. Sie habe sowohl formale 
Denkstörungen als auch paranoide Gedanken und sei weder krankheits- noch be-

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handlungseinsichtig. Mildere Massnahmen als die fürsorgerische Unterbringung 
gepaart mit medikamentöser Behandlung seien nicht ersichtlich.

H. Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Oktober 2020 beauftragte der Vor-
sitzende Dr. med. F._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(nachfolgend: Gutachterin), mit der Erstellung eines Kurzgutachtens über den ak-
tuellen psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin.

I. Im Kurzgutachten vom 5. Oktober 2020 beschrieb die Gutachterin den da-
maligen Zustand der Beschwerdeführerin als psychosebedingte Realitätsverzer-
rung und bestätigte die bereits zuvor mehrfach gestellte Diagnose der schizophre-
nen Störung. Aufgrund der akuten Psychose seien eine fürsorgerische Unterbrin-
gung und eine medizinisch-psychiatrische Behandlung inklusive Medikation not-
wendig.

J. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2020 lud der Vorsitzende in dieser Sache zur 
Hauptverhandlung, welche am 8. Oktober 2020 in Anwesenheit der Beschwerde-
führerin und ihrem Rechtsvertreter stattfand. Letzterer verlangte im Namen der 
Beschwerdeführerin unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Kan-
tons Graubünden die sofortige Entlassung der Beschwerdeführerin aus der Klinik 
C._____ sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bzw. seine Ein-
setzung als ihr Beistand gemäss Art. 450e Abs. 4 ZGB. Bezüglich der richterlichen 
Befragung wird auf das separat angefertigte Protokoll verwiesen. Nach der Durch-
führung der Urteilsberatung wurde der Beschwerdeführerin sowie der Klinik 
C._____ gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

K. Auf die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen in den Eingaben, Gutachten und beigezoge-
nen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen. 

II. Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Ablehnung der Entlas-
sung aus einer fürsorgerischen Unterbringung (Art. 426 ZGB) sowie die Anord-
nung einer Behandlung ohne Zustimmung (Art. 434 ZGB). Gemäss Art. 439 Abs. 1 
Ziff. 1 und 4 ZGB i.V.m. Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetz-
buch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden in diesen 
Fällen die gerichtliche Beschwerdeinstanz und dementsprechend für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerden zuständig.

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1.2. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB in beiden Fällen 
10 Tage. Eine Begründung der Beschwerden ist nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 
ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Die vorliegenden Beschwerden wurden von der 
betroffenen Person eingereicht und richten sich gegen die Ablehnung des Entlas-
sungsgesuchs vom 23. September 2020 sowie gegen die Anordnung der Behand-
lung ohne Zustimmung vom 24. September 2020. Mit Eingabe vom 28. September 
2020 (IncaMail) wurde die Beschwerdefrist in beiden Fällen gewahrt und auf die 
Beschwerden ist einzutreten.

2.1 Für das vorliegende Beschwerdeverfahren sind gemäss Art. 439 Abs. 3 
ZGB die Bestimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdein-
stanz, d.h. Art. 450 ff. ZGB, sinngemäss anwendbar. Zu beachten sind sodann die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. 
ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften 
enthält (vgl. Lorenz Droese/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies 
gilt namentlich für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersu-
chungs- und Offizialmaxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip 
der Rechtsanwendung von Amtes wegen (vgl. Luca Maranta/Christoph Au-
er/Michèle Marti, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB 
sowie aus Art. 5 Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- 
und Rechtsfragen sowie die Angemessenheit mit voller Kognition frei überprüft. Da 
die Vorinstanz entweder ein Arzt oder eine Einrichtung ist, hat das Gericht die Sa-
che endgültig zu entscheiden und diese nicht an die Vorinstanz zu neuer Ent-
scheidung zurückzuweisen. Das Urteil lautet entweder auf Aufhebung oder Auf-
rechterhaltung der Massnahme (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 39 und 41 zu Art. 439 ZGB).

2.2 Das Gesetz schreibt in Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB aus-
drücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines Gutachtens entscheiden muss, 
sofern die betroffene Person an einer psychischen Störung leidet. Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss (BGE 
143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger a.a.O., N 48 ff. zu Art. 
439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zi-

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vilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit dem Kurzgut-
achten vom 5. Oktober 2020 von Dr. med. F._____, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, (act. 07) welche die Beschwerdeführerin am 1. Oktober 
2020 persönlich untersuchte, wurde dieser Vorschrift Genüge getan. 

2.3 Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 8. Oktober 2020 wurde 
diese Vorgabe umgesetzt. 

2.4. Da die Beschwerdeführerin anwaltlich vertreten ist, ist die Einsetzung einer 
Vertretung gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 2 ZGB nicht zu prüfen. In diesem Sinne 
ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf Ernennung ihres Rechtsvertreters zum 
Beistand gemäss Art. 450e Abs. 4 ZGB obsolet, zumal sie durch diesen bereits 
gehörig vertreten ist.

3.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an einer geistigen Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in 
einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung 
oder Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von 
Angehörigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person 
wird entlassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt 
sind (Abs. 3). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und 
sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein ver-
mag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur 
zusammen mit der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei 
Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur 
gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen 
Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unter-
bringung für den angestrebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario 
Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung 
dient dem Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Bot-
schaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenen-
schutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, 
S. 7062 [zitiert: Boschaft]).

3.2. Im Kurzgutachten vom 5. Oktober 2020 bestätigte die Gutachterin aufgrund 
der Vorakten, den Fremdauskünften des einweisenden Arztes und ihrer eigenen 

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Beobachtungen, die bereits zuvor gestellte Verdachtsdiagnose der schizophrenen 
Störung bei der Beschwerdeführerin (act. 07, Ziff. 6). Dies entspricht einer psychi-
schen Störung im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB, womit der für die fürsorgerische 
Unterbringung erforderliche Schwächezustand der Beschwerdeführerin gegeben 
ist.

3.3. Betreffend die Notwendigkeit der stationären Behandlung hält die Gutachte-
rin fest, dass sich die Beschwerdeführerin zurzeit in einem psychischen Ausnah-
mezustand mit Realitätsverkennung und Orientierungsproblemen befinde. Die Ex-
ploration am 1. Oktober 2020 habe nur im Stehen in der offenen Tür des Zimmers 
der Beschwerdeführerin stattfinden können, wobei die Beschwerdeführerin 
während 20 Minuten zusammenhanglos geredet habe, ohne sich je unterbrechen 
zu lassen. Die Beschwerdeführerin sei zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen, 
auf gestellte Fragen stringent zu antworten und sei weder krankheits- noch be-
handlungseinsichtig gewesen. Daher sei zurzeit nur eine stationäre Therapie in 
einer psychiatrischen Fachklinik denkbar. Ohne den Schutz der Klinik seien die 
Gesundheit und Sicherheit der Beschwerdeführerin gefährdet und es bestehe die 
Möglichkeit einer erheblichen Beeinträchtigung des familiären Umfeldes, insbe-
sondere bestehe die Gefahr der sekundären Fremdgefährdung der beiden Kinder 
(vgl. insbesondere act. 07, Ziff. 4 und 7). Auch die Klinik C._____ beschrieb die 
Unterbringung der Beschwerdeführerin auf der Akutpsychiatrie in ihrem Bericht 
vom 29. September 2020 (act. 04) als notwendig, da ausserhalb des klinischen 
Settings aufgrund der akuten Psychose potentielle Selbst- und Fremdgefährdung 
bestehe. Das von der Gutachterin und der Klinik C._____ gezeichnete Bild des 
psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bestätigte sich auch 
anlässlich der Hauptverhandlung weitestgehend. Die Beschwerdeführerin konnte 
zwar auf Fragen antworten, war jedoch oft sehr emotional und weitschweifig in 
ihren Ausführungen, sprach sehr schnell und undeutlich und kam immer wieder 
vom Thema ab. Krankheits- und Behandlungseinsicht zeigte sie auch anlässlich 
der Verhandlung nicht. 

3.4. Vor diesem Hintergrund wäre eine Entlassung der Beschwerdeführerin 
nach der Auffassung des Gerichts momentan verfrüht. Die Voraussetzungen der 
fürsorgerischen Unterbringung der Beschwerdeführerin sind noch immer gegeben. 
Die Klinik C._____ in O.3_____ stellt darüber hinaus objektiv gesehen eine geeig-
nete Einrichtung für die Unterbindung dar. Das Entlassungsgesuch der Beschwer-
deführerin vom 23. September 2020 wurde zu Recht abgewiesen, womit die dies-
bezügliche Beschwerde abzuweisen ist.

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4.1. Weiter hat die Beschwerdeführerin auch Beschwerde gegen die Anordnung 
der Behandlung ohne Zustimmung eingereicht. Eine Behandlung ohne Zustim-
mung setzt im Allgemeinen voraus, dass die zu behandelnde Person aufgrund 
einer psychischen Störung fürsorgerisch untergebracht ist und der im Behand-
lungsplan vorgesehenen Behandlung nicht zustimmt (Art. 434 Abs. 1 ZGB). Diese 
allgemeinen Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Im Besonderen wird kumula-
tiv vorausgesetzt, dass der betroffenen Person ohne Behandlung ein ernsthafter 
gesundheitlicher Schaden droht oder das Leben oder die körperliche Integrität 
Dritter ernsthaft gefährdet ist (Ziff. 1), dass die betroffene Person bezüglich ihrer 
Behandlungsbedürftigkeit urteilsunfähig ist (Ziff. 2) und dass keine angemessene, 
weniger einschneidende, Massnahme zur Verfügung steht (Ziff. 3).

4.2. Damit eine Behandlung ohne Zustimmung zulässig ist, muss die betroffene 
Person bezüglich ihrer Behandlungsbedürftigkeit urteilsunfähig sein. Die Urteilsun-
fähigkeit bezüglich der Behandlungsbedürftigkeit ist immer in Bezug auf die kon-
krete Behandlung zu beurteilen (BGE 127 I 6 E. 7 b). Grund dafür können nament-
lich Wahnvorstellungen sein, welche die betroffene Person daran hindern, den 
Zusammenhang zwischen ihrem Zustand und der Behandlung zu begreifen. Er-
fasst werden davon auch Personen, die einen Willen ausdrücken können, dieser 
aber nicht, wie in Art. 16 ZGB gefordert, auf einem Mindestmass an Rationalität 
beruht (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 18 zu Art. 434/435 ZGB; 
Botschaft, S. 7068 f.). 

Im Kurzgutachten wird dargelegt, dass die Beschwerdeführerin zurzeit krankheits-
bedingt die Realität verkenne und deshalb momentan nicht in der Lage sei, 
adäquat über ihre Behandlung zu entscheiden (act. 07, Ziff. 7). Weiter würden der 
Beschwerdeführerin auch Krankheits- und Behandlungseinsicht fehlen, was von 
den Berichten der ärztlichen Leitung der Klinik C._____ bestätigt wird. Wie die Be-
schwerdeführerin an der Hauptverhandlung selbst mitteilte, nehme sie grundsätz-
lich keine Medikamente, sondern vertraue auf natürliche Wirkstoffe und positive 
Gedanken. Demgegenüber nahm sie aber nach eigenen Angaben in der Klinik 
C._____ mehrfach freiwillig Clopin ein und verlangte vor ihrer Einweisung auch 
von ihrem Mann, dass er ihr klare Regeln aufstelle, damit die Situation – nicht wie 
in der Vergangenheit – wieder ausser Kontrolle gerate. Die Beschwerdeführerin ist 
offensichtlich krankheitsbedingt nicht in der Lage, ihre Behandlungsbedürftigkeit 
konstant einzusehen und so selbst wirksam einer Therapie zu folgen. Unter diesen 
Umständen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin aktuell in Bezug 
auf die im Behandlungsplan vorgesehene medikamentöse Behandlung urteilsun-
fähig ist.

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4.3. Weiter setzt die Behandlung ohne Zustimmung einen ernstlich drohenden 
gesundheitlichen Schaden oder eine Gefährdung der körperlichen Integrität Dritter 
voraus. Ernstlich ist ein drohender gesundheitlicher Schaden dann, wenn er zu 
einer langen Beeinträchtigung wichtiger körperlicher oder psychischer Funktionen 
führt. Die Drittgefährdung ist regelmässig bereits durch die blosse Unterbringung 
der betroffenen Person in einer Anstalt abgewendet. Die Behandlung ohne Zu-
stimmung soll hier jedoch eine reine Verwahrung des Patienten verhindern und 
ermöglichen, dass die betroffene Person aufgrund der Behandlung wieder in der 
Lage ist, ausserhalb der Anstalt ein (wenigstens teil-)autonomes Leben zu führen. 
Die Anordnung einer Behandlung rechtfertigt sich dann, wenn diese die Möglich-
keit einer Entlassung aus der Klinik erheblich erhöht und beschleunigt, oder wenn 
es darum geht, andere Personen innerhalb der Klinik zu schützen (Thomas Gei-
ser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 19 ff. zu Art. 434/435 ZGB; Botschaft S. 7069 
f.). 

Dem Gutachten vom 2. Oktober 2020 (act. 07, Ziff. 7) ist zu entnehmen, dass die 
Behandlung der Beschwerdeführerin notwendig sei, um ihre Krankheitssymptome 
zu reduzieren, ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten, ihre spätere Entlas-
sung vorzubereiten und im weitesten Sinne ihre Familie zu schützen. Auch die 
ärztliche Leitung der Klinik C._____ vertritt die Ansicht, dass eine Besserung des 
psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin ohne medikamentöse Behand-
lung in absehbarer Zukunft nicht erwartet werden könne (vgl. act. 03.3). Es droht 
somit eine lange Beeinträchtigung wichtiger psychischer Funktionen der Be-
schwerdeführerin, womit auch diese Voraussetzung gegeben ist.

4.3. Für die Zulässigkeit der Anordnung einer Behandlung ohne Zustimmung 
darf zudem keine andere, weniger einschneidende, angemessene Massnahme 
zur Verfügung stehen. Weniger einschneidend sind Massnahmen, die dem 
tatsächlichen oder mutmasslichen Willen des Patienten mehr entsprechen als die 
vorgeschlagene. Die Beurteilung, welche Massnahme angemessen ist, muss nach 
dem neuesten Stand der Wissenschaft erfolgen. Damit eine alternative Behand-
lung in Frage kommt, muss diese selbstverständlich wirksam und zweckmässig 
sein (Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 22, 24 zu Art. 434/435 ZGB; 
Botschaft, S. 7069 f.).

Aufgrund des psychischen Zustands der Beschwerdeführerin und ihres krank-
heitsbedingten Misstrauens sieht weder die Gutachterin noch die ärztliche Leitung 
der Klinik C._____ eine weniger einschneidende Massnahme, welche ebenfalls 
wirksam und zweckmässig wäre (vgl. act. 7 Ziff. 7 und act. 4). Die Verhältnismäs-
sigkeit der vorgesehenen Behandlung ohne Zustimmung ist daher zu bejahen.

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5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sowohl die Voraussetzungen 
für eine fürsorgerische Unterbringung nach Art. 426 ff. ZGB als auch diejenigen für 
eine Behandlung ohne Zustimmung gemäss Art. 434 ZGB erfüllt sind, weshalb die 
Beschwerden abzuweisen sind.

6.1. Bezüglich die Kostenauflage im erwachsenenschutz-rechtlichen Beschwer-
deverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB subsidiär auf 
die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Prozesskosten gemäss 
Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt. Die Be-
schwerdeführerin ist mit ihren Anträgen auf Aufhebung der fürsorgerischen Unter-
bringung in der Klinik C._____ und der Aufhebung der Anordnung der Behandlung 
ohne Zustimmung unterlegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kos-
ten von insgesamt CHF 2'595.00 (Gerichtskosten CHF 1'500.00 und CHF 1'095.00 
Gutachterkosten) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.

6.2. Die Gesuchstellerin hat ein Gesuch um Gewährung der unentgetlichen 
Rechtspflege gestellt. Gemäss Art. 119 Abs. 2 Satz 1 ZPO hätte sie daher ihre 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse darlegen und sich zur Sache sowie 
über ihre Beweismittel äussern müssen, da sie eine umfassende Mitwirkungsob-
liegenheit trifft (Urteil 4A_270/2017 vom 1. September 2017 E. 4.2). Es gilt im Ver-
fahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege nur ein durch die umfassende 
Mitwirkungsobliegenheit eingeschränkter Untersuchungsgrundsatz (Urteil 
5A_417/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2). Vorliegend hat sich die anwaltlich ver-
tretene Beschwerdeführerin damit begnügt, die unentgeltliche Rechtspflege und 
Rechtsverbeiständung zu beantragen. Sie hat weder Unterlagen betreffend ihre 
Einkommens- und Vermögensverhältnisse eingereicht noch anlässlich er Haupt-
verhandlung diesbezügliche Ausführungen gemacht. Gemäss Praxis des Kan-
tonsgerichts von Graubünden wird einer anwaltlich vertretenen Partei in Anleh-
nung an die bundesgerichtliche Praxis keine Nachfrist angesetzt, um ein unvoll-
ständiges oder unklares Gesuch zu verbessern respektive um weitere Unterlagen 
zum Nachweis der Bedürftigkeit einzureichen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
4A_44/2018 vom 5. März 2018 E. 5.3 mit zahlreichen Hinweisen). Das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ist somit abzuweisen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-
wiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'595.00 (Ge-
richtskosten CHF 1'500.00 und CHF 1'095.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten von A._____.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: