# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dc26356-f394-570a-ba0b-3e7a22140015
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 11.02.2025 SBK.2025.32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2025-32_2025-02-11.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2025.32  
(HA.2025.63)  

Art. 45 

 

 

Entscheid vom 11. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiber Huber  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…] 

z.Zt. Bezirksgefängnis Baden, Ländliweg 2, 5400 Baden  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Luc Humbel,  

[…]   

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg,  

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

31. Januar 2025 betreffend Anordnung von Untersuchungshaft 

 

im Strafverfahren gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg führt gegen A._____ eine 

Strafuntersuchung wegen des Verdachts des versuchten Raubs gemäss 

Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen am 29. Januar 2025 

um 07.00 Uhr im B._____-Tankstellenshop in Q._____.  

 

A._____ wurde am 29. Januar 2025 um 07.08 Uhr polizeilich angehalten 

und um 08.13 Uhr vorläufig festgenommen. 

 

2. 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg vom 30. Ja-

nuar 2025 versetzte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau 

A._____ mit Verfügung vom 31. Januar 2025 einstweilen bis am 29. April 

2025 in Untersuchungshaft. 

 

3. 

3.1. 

Gegen diese Verfügung erhob A._____ mit Eingabe vom 3. Februar 2025 

bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 

Aargau Beschwerde mit folgenden Anträgen: 

 

" 1. 
Der Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts Rheinfelden-Laufenburg 
vom 31. Januar 2025 sei in Ziffer 1 aufzuheben und stattdessen sei wie 
folgt zu entscheiden: 
 

1. 
Der Antrag der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg auf Anord-
nung der Untersuchungshaft sei abzuweisen und der Beschuldigte sei 
unverzüglich aus der Haft zu entlassen. 
 
2. 
Eventualiter sei der Beschuldigte als Ersatzmassnahme zu verpflich-
ten: 
 
- Sich jeweils Montags und Donnerstags persönlich bei einem Polizei-

posten zu melden 
 
oder 
 
- sich nur in der Wohnung der Familie an der R-Strasse in S._____ auf-

zuhalten und eine elektronische Hand- oder Fussfessel zu tragen, mit 
der seine An- und/oder Abwesenheit jederzeit festgestellt werden 
kann. 

 
2. 
Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien gemäss Strafprozessord-
nung festzulegen." 

 

 - 3 - 

 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg ersuchte mit Beschwerde-

antwort vom 5. Februar 2025 um Abweisung der Beschwerde unter Kos-

tenfolgen. 

 

3.3. 

Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete mit Eingabe vom 5. Februar 

2025 auf eine Vernehmlassung. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die verhaftete Person kann Entscheide über die Anordnung, die Verlänge-

rung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der 

Beschwerdeinstanz mit Beschwerde anfechten (Art. 222 i.V.m. Art. 393 

Abs. 1 lit. c StPO). 

 

Mit Verfügung vom 31. Januar 2025 ordnete das Zwangsmassnahmenge-

richt die Untersuchungshaft gegen den Beschwerdeführer einstweilen bis 

am 29. April 2025 an. Beschwerdeausschlussgründe gemäss Art. 394 

StPO liegen nicht vor. Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die gegen 

diese Verfügung gerichtete Beschwerde sind erfüllt und geben zu keinen 

Bemerkungen Anlass, so dass auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) einzutreten 

ist. 

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangsmass-

nahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Untersuchungshaft 

i.S.v. Art. 220 Abs. 1 StPO – als eine der von Gesetzes wegen ausdrücklich 

vorgesehenen Zwangsmassnahmen (Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO) – ist ge-

mäss Art. 221 Abs. 1 StPO nur zulässig und darf mithin lediglich dann an-

geordnet oder aufrechterhalten werden, wenn die beschuldigte Person ei-

nes Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt ist (Tatverdacht) 

und (ausserdem) ernsthaft zu befürchten ist, dass sie sich durch Flucht 

dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entzieht (Fluchtge-

fahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die 

Wahrheitsfindung zu beeinträchtigen (Kollusionsgefahr; lit. b), oder durch 

Verbrechen oder schwere Vergehen die Sicherheit anderer unmittelbar er-

heblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straftaten verübt 

hat (Wiederholungs- bzw. Fortsetzungsgefahr; lit. c). Nach Art. 221 

Abs. 1bis StPO ist Untersuchungshaft ausserdem zulässig, wenn die be-

schuldigte Person dringend verdächtig ist, durch ein Verbrechen oder ein 

schweres Vergehen die physische, psychische oder sexuelle Integrität 

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einer Person schwer beeinträchtigt zu haben (lit. a) und die ernsthafte und 

unmittelbare Gefahr besteht, die beschuldigte Person werde ein gleicharti-

ges, schweres Verbrechen verüben (lit. b). Haft ist ferner zulässig, wenn 

die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, eine Person werde ihre 

Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Ausfüh-

rungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO). Freiheitsentziehende Zwangsmass-

nahmen sind aufzuheben, sobald ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt 

sind (Art. 212 Abs. 2 lit. a StPO), die von der StPO vorgesehene oder von 

einem Gericht bewilligte Dauer abgelaufen ist (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) 

oder Ersatzmassnahmen zum gleichen Ziel führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c 

und Art. 237 ff. StPO). Untersuchungshaft darf nicht länger dauern als die 

zu erwartende Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). 

 

3. 

Das Zwangsmassnahmengericht hat den vom Beschwerdeführer aner-

kannten allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts eines Ver-

brechens oder Vergehens (Art. 221 Abs. 1 Ingress StPO) in der angefoch-

tenen Verfügung (S. 4, E. 2.2) bejaht.  

 

Der dringende Tatverdacht des versuchten Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist nach wie vor unbestritten (Beschwerde S. 4). 

Da sich in den Akten keine Hinweise finden, die auf das Gegenteil schlies-

sen lassen müssten, ist er weiterhin zu bejahen.  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Das Zwangsmassnahmengericht sah in der angefochtenen Verfügung 

(S. 5, E. 2.3) den besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr als gegeben an. 

Zur Begründung führte es aus, der Beschwerdeführer sei zwar in der 

Schweiz aufgewachsen und lebe mit seiner Ehefrau und den beiden Kin-

dern in S._____. Jedoch sei er kosovarischer Staatsbürger und gehe zur 

Zeit keiner geregelten Arbeit nach. Angeblich laufe die Anmeldung eines 

IV-Verfahrens. Es möge zwar fraglich sein, ob er im Kosovo dieselbe me-

dizinische Betreuung erhalten könnte wie in der Schweiz. Dies sei aber 

nicht ausgeschlossen, verfüge auch der Kosovo über eine medizinische 

Infrastruktur. Gemäss seiner Aussage anlässlich der Hafteröffnung vom 

30. Januar 2025 sei der Beschwerdeführer im letzten Sommer im Kosovo 

gewesen. Es sei ihm somit offensichtlich möglich, ins Ausland zu reisen, 

insbesondere in sein Heimatland. Zudem habe er nach eigenen Angaben 

zumindest entfernte Verwandte und Bekannte im Kosovo. Sein Lebensmit-

telpunkt liege zwar in der Schweiz, da sich hier auch seine Kernfamilie be-

finde. Wie jedoch die eher nicht von langer Hand geplante Tat vom 29. Ja-

nuar 2025 zeige, könne nicht ausgeschlossen werden, dass er zu Kurz-

schlusshandlungen neige. Dies könne im Zusammenhang mit seiner ge-

sundheitlichen Diagnose stehen, welche ihm gemäss eigenen Angaben zu 

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schaffen mache, sowie mit seiner offenbar schlechten wirtschaftlichen Si-

tuation. Es sei daher wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer auch in 

Bezug auf eine Flucht zu unüberlegten Handlungen neige, zumal er ange-

sichts einer drohenden Freiheitsstrafe sowie der drohenden Landesverwei-

sung wenig zu verlieren habe. Zu seiner Familie könnte er überdies auch 

aus dem Ausland den Kontakt aufrechterhalten. 

 

4.1.2. 

Der Beschwerdeführer brachte dagegen in seiner Beschwerde im Wesent-

lichen vor, das Zwangsmassnahmengericht begnüge sich mit einem sehr 

schemenhaften Vorgehen, indem es ausführe, der Beschwerdeführer sei 

in der Schweiz aufgewachsen, aber kosovarischer Staatsbürger, welcher 

aktuell weder über Arbeit noch über ein Einkommen verfüge. Ein derartiges 

Vorgehen sei nicht rechtmässig, da die Verhältnismässigkeit einer Mass-

nahme im Einzelfall und individuell geprüft werden müsse. Die Ausführun-

gen der Vorinstanz erwiesen sich in weiten Teilen als allgemein und ab-

strakt. Wie in der Stellungnahme zum Haftantrag ausgeführt, leide der Be-

schwerdeführer an einer schweren myofibrillären Myopathie (MFM), wel-

che eine sehr engmaschige medizinische Betreuung notwendig mache. In 

das Betreuungssetting seien seine Hausärztin, ein Facharzt für Neurologie, 

ein Facharzt für Kardiologie und innere Medizin sowie ein Psychiater invol-

viert. Ein solches Zusammenwirken von Fachkräften könne nicht über 

Nacht aufgegleist werden. Es erscheine geradezu zynisch, wenn die Vor-

instanz diesbezüglich einzig ausführe, dass der Kosovo auch über eine me-

dizinische Infrastruktur verfüge. Weiter sei davon auszugehen, dass die 

schweizerische Krankenkasse die Konsultationen von Ärzten im Kosovo 

kaum finanzieren würde. Der Beschwerdeführer sei auf das hier etablierte 

medizinische Setting angewiesen. Die fortschreitende Muskelschwäche sei 

bei ihm augenfällig; er könne sich nur schwerlich fortbewegen. Er sei be-

strebt, das laufende IV-Verfahren in der Schweiz zu einem Abschluss zu 

bringen, damit die Familie wieder über eine wirtschaftliche Perspektive ver-

füge. All dies würde er mit einer Flucht zunichtemachen. Mit keinem Wort 

erwähne das Zwangsmassnahmengericht eine konkrete Wahrscheinlich-

keit für eine Flucht. Es sei nicht ersichtlich, warum der Beschwerdeführer 

sein ganzes familiäres Umfeld mitsamt Ehefrau und zwei Kindern hinter 

sich lassen sollte. Er wisse, wie unüberlegt seine Aktion vom 29. Januar 

2025 gewesen sei, und sei sich bewusst, dass er sich nur durch ein ausge-

zeichnetes Wohlverhalten vor einer obligatorischen Landesverweisung ret-

ten könne. Auch mit dieser Argumentation setze sich das Zwangsmassnah-

mengericht nicht einmal ansatzweise auseinander. Gesamthaft erweise 

sich die Abwägung des Zwangsmassnahmengerichts als sehr einseitig und 

nicht objektiv. Es habe einzig Argumente für eine Fluchtgefahr in die Waag-

schale gelegt, anstatt die unterschiedlichen Indizien gegeneinander abzu-

wägen. Wäge man ab, könne eine konkrete Fluchtgefahr gerade nicht be-

jaht werden. 

 

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4.1.3. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg verwies in ihrer Beschwer-

deantwort auf ihren Haftantrag vom 30. Januar 2025 und die angefochtene 

Verfügung. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Beim besonderen Haftgrund der Fluchtgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a 

StPO geht es um die Sicherung der Anwesenheit der beschuldigten Person 

im Verfahren. Die Annahme von Fluchtgefahr setzt ernsthafte Anhalts-

punkte dafür voraus, dass die beschuldigte Person sich durch Flucht dem 

Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion entziehen könnte 

(Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO). Im Vordergrund steht dabei eine mögliche 

Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. 

Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten 

Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe bestehen, die eine 

Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. 

Die Schwere der drohenden Strafe ist zwar ein Indiz für Fluchtgefahr, ge-

nügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Miteinzube-

ziehen sind die familiären und sozialen Bindungen, die berufliche und fi-

nanzielle Situation und die Kontakte zum Ausland. Selbst bei einer befürch-

teten Reise in ein Land, welches die beschuldigte Person grundsätzlich an 

die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen könnte, ist die An-

nahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit ei-

ner Flucht nimmt in der Regel mit zunehmender Verfahrens- bzw. Haft-

dauer ab, da sich auch die Dauer des allenfalls noch abzusitzenden straf-

rechtlichen Freiheitsentzugs mit der bereits geleisteten prozessualen Haft, 

die auf die mutmassliche Freiheitsstrafe anzurechnen wäre (Art. 51 StGB), 

kontinuierlich verringert (BGE 143 IV 160 E. 4.3; vgl. auch MARC FORSTER, 

in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, 

N. 5 zu Art. 221 StPO). 

 

4.2.2. 

Wie das Zwangsmassnahmengericht zutreffend ausführte, ist der Be-

schwerdeführer kosovarischer Staatsangehöriger. Er ist im Kosovo gebo-

ren und lebt nach eigenen Angaben seit fast 30 Jahren in der Schweiz. Sein 

Vater und sein Bruder leben ebenfalls in der Schweiz. Seine Grosseltern 

sind verstorben; zu Onkel und Tanten hat er keinen Kontakt. Zu seinem 

Heimatland Kosovo, wo er noch entfernte Verwandte hat und alle zwei bis 

drei Jahre Ferien verbringt, hat er erklärtermassen keine enge Beziehung. 

Der Beschwerdeführer ist seit 2006 verheiratet und hat zwei Kinder im Alter 

von 12 und 17 Jahren, die in der Schweiz geboren sind. Er ist von Beruf 

[…], zur Zeit jedoch arbeitslos. Er leidet an einer angeborenen Muskeler-

krankung (myofibrilläre Myopathie) und hat ein Gesuch um Zusprechung 

einer IV-Rente gestellt. Während seine Ehefrau in einem 100 %-Pensum 

arbeitet, betreut er die Kinder. Die finanzielle Situation der Familie ist zur 

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Zeit angespannt, da lediglich seine Ehefrau Einkünfte erzielt. Die Schulden 

des Beschwerdeführers bei Verwandten und beim Betreibungsamt betra-

gen ca. Fr. 20'000.00 (Akten HA.2025.63, act. 14 ff., 41 f., 57).  

 

Bei den myofibrillären Myopathien handelt es sich um eine Gruppe seltener 

angeborener Muskelerkrankungen, welche bei den Betroffenen zu einer 

meist langsam voranschreitenden Muskelschwäche (Parese) führt. Diese 

kann – je nach Erkrankungssubtyp – sowohl rumpfnahe als auch rumpf-

ferne Skelettmuskeln einbeziehen. Der Herzmuskel ist häufig ebenso be-

troffen (Kardiomyopathie), bei manchen Formen auch die Atemmuskulatur. 

Entsprechend können Herzinsuffizienzen als auch Atemstörungen auftre-

ten (https://de.wikipedia.org/wiki/Myofibrilläre_Myopathie). Aufgrund dieser 

Krankheit hat der Beschwerdeführer wöchentlich Arzttermine in T._____ 

wahrzunehmen. Je nach Akutsituation sind alle 14 Tage Röntgenbilder 

oder Ultraschalluntersuchungen von Herz und Lunge notwendig. Der Be-

schwerdeführer ist deswegen bei seiner Hausärztin, einem Facharzt für 

Neurologie, einem Facharzt für Kardiologie und allgemeine innere Medizin 

sowie einem Psychiater in Behandlung und benötigt Medikamente (Akten 

HA.2025.63, act. 10, 17, 55 f.; Beschwerde S. 5).  

 

4.2.3. 

Für die Annahme einer Fluchtgefahr spricht, dass der Beschwerdeführer 

kosovarischer Staatsangehöriger ist, im Kosovo entfernte Verwandte hat 

und alle zwei bis drei Jahre dort seine Ferien verbringt, womit nach wie vor 

eine gewisse, wenn auch eher lose Beziehung zu seinem Heimatland be-

steht. Der Umstand, dass er zur Zeit keiner geregelten Arbeit nachgeht, 

stellt hingegen kein Indiz für eine Fluchtgefahr dar, da die Arbeitslosigkeit 

mit seiner Muskelerkrankung zusammenhängen dürfte. Gegen die Gefahr, 

dass sich der Beschwerdeführer durch Flucht in sein Heimatland dem Straf-

verfahren entziehen wird, spricht, dass seine Ehefrau, seine beiden min-

derjährigen Kinder sowie sein Vater und sein Bruder – mithin seine engsten 

Bezugspersonen – in der Schweiz leben. Die von ihm übernommene Kin-

derbetreuung ist Voraussetzung dafür, dass seine Ehefrau ihrer Erwerbs-

tätigkeit nachgehen kann. Schliesslich ist der Beschwerdeführer aufgrund 

seiner Krankheit auf permanente ärztliche Behandlung und Überwachung 

(wöchentliche Arzttermine und je nach Akutsituation 14-täglich Röntgen- 

oder Ultraschalluntersuchungen) sowie die Einnahme von Medikamenten 

angewiesen. Diese abgestimmte medizinische Betreuung liesse sich im 

Kosovo nicht kurzfristig aufbauen, zumal gerade in öffentlichen Kranken-

häusern längere Wartezeiten bestehen (vgl. S.1 der Länderkurzinformation 

Kosovo, Medizinische Versorgung, Stand 06/2024, des deutschen Bundes-

amts für Migration und Flüchtlinge, abrufbar unter www.bamf.de/Shared-

Docs/Anlagen/DE/Behoerde/Informationszentrum/Laenderkurzinformatio-

nen/2024/laenderkurzinfo-kosovo-06-24-medizinische-versorgung.pdf?__ 

blob=publicationFile&v=3). Auch bei einem Untertauchen im Inland würde 

der Gesundheitszustand den Beschwerdeführer vor erhebliche Probleme 

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stellen, da es kaum möglich erscheint, eine adäquate medizinische Betreu-

ung aufzubauen, ohne entdeckt zu werden. Aufgrund der Tatumstände, 

seiner Vorstrafenlosigkeit und des Umstands, dass es sich lediglich um ei-

nen versuchten Raub i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB han-

delt, ist schliesslich fraglich, ob der Beschwerdeführer eine längerdauernde 

und unbedingte Freiheitsstrafe zu gewärtigen hat, so dass die zu erwar-

tende Strafe keinen grossen Fluchtanreiz darstellt. Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer vollumfänglich geständig ist, seine Tat nach eigenen 

Aussagen sehr bedauert und bereut (Akten HA.2025.63, act. 15, 42). 

 

In Anbetracht der gesamten konkreten Verhältnisse bestehen somit keine 

ernsthaften Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer durch 

Flucht ins Ausland oder Untertauchen im Inland dem Strafverfahren oder 

der zu erwartenden Sanktion entziehen könnte. Der besondere Haftgrund 

der Fluchtgefahr (Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO) ist deshalb zu verneinen. 

 

4.3. 

Andere besondere Haftgründe i.S.v. Art. 221 StPO (Kollusionsgefahr, ein-

fache oder qualifizierte Wiederholungsgefahr, Ausführungsgefahr) wurden 

von der Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg nicht geltend gemacht 

und können auch nicht erkannt werden.  

 

4.4. 

Zusammenfassend sind die gesetzlichen Anforderungen für die Anordnung 

von Untersuchungshaft gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO im vorliegenden Fall 

nicht erfüllt. Die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 31. Ja-

nuar 2025 ist deshalb in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es 

ist die umgehende Entlassung des Beschwerdeführers aus der Untersu-

chungshaft anzuordnen. 

 

5. 

Ersatzmassnahmen i.S.v. Art. 237 StPO fallen ausser Betracht, da kein be-

sonderer Haftgrund gemäss Art. 221 StPO gegeben ist.  

 

6. 

Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Anwen-

dung von Art. 428 Abs. 1 StPO auf die Staatskasse zu nehmen. Der amtli-

che Verteidiger des Beschwerdeführers ist für das vorliegende Verfahren 

am Ende des Hauptverfahrens zu entschädigen (Art. 135 Abs. 2 StPO), 

wobei die Entschädigung für dieses Rechtsmittelverfahren vom Beschwer-

deführer nicht zurückzufordern ist. 

 

  

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Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung des Zwangsmassnah-

mengerichts des Kantons Aargau vom 31. Januar 2025 aufgehoben und 

der Beschwerdeführer wird per sofort aus der Untersuchungshaft entlas-

sen. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

Mitteilung an: 

[…] 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

  

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Aarau, 11. Februar 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Huber