# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06243960-d517-5c49-a274-16e0633a2900
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-15
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 15.04.2008 RR.2007.146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2007-146_2008-04-15.pdf

## Full Text

Entscheid vom 15. April 2008   
II. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Cornelia Cova, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Jean-Luc Bacher, 
Gerichtsschreiberin Lea Unseld 

   
 
Parteien 

  
A. LTD., vertreten durch Rechtsanwälte 
Andres Baumgartner und Susanne Hasse 

Beschwerdeführerin 
 

 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Russland 
 
Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  RR.2007.146 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die russischen Behörden haben im Mai 2004 ein Strafverfahren gegen B. 
eröffnet wegen betrügerischen Konkurses gemäss Art. 196 des russischen 
Strafgesetzbuches. In diesem Zusammenhang ist die russische General-
staatsanwaltschaft mit einem Rechtshilfeersuchen vom 3. September 2004 
an die Schweiz gelangt. 

 
Aus dem Rechtshilfeersuchen geht hervor, dass B. als Präsident der russi-
schen Gesellschaft C. SA einen Kreditvertrag über USD 15 Mio., rückzahl-
bar innert 18 Monaten, bei der Bank D. SA unterzeichnet haben soll. Zwi-
schen 1997 und 1998 soll die C. SA, vertreten durch B., ihre Aktiven ver-
äussert haben, darunter ihre Beteiligungen an der E. SA, F. SA, G. SA und 
H. SA. Die 100%-igen Beteiligungen an der E. SA, F. SA und H. SA sollen 
je mit Vertrag vom 10. November 1997 zum Nominalwert von RUB 55 bzw. 
56 Mio. (umgerechnet ca. CHF 13'000.--) auf die I. AG, vertreten durch J., 
übertragen worden sein, dies obschon sämtliche Gesellschaften Eigentü-
merinnen von Immobilien im Zentrum von Moskau gewesen seien. Die 
C. SA habe den Kredit von USD 15 Mio. der Bank D. SA nie zurückbezahlt. 
Am 10. November 1999 sei über die C. SA der Konkurs eröffnet worden. Im 
Rahmen dieses Konkursverfahrens sei am 15. März 2000 eine Vereinba-
rung abgeschlossen worden, wonach die C. SA in zwei Gesellschaften auf-
geteilt würde, die C. SA und die K. SA. Sämtliche Kreditverpflichtungen 
seien auf die K. SA übertragen worden, welche in eine GmbH umgewandelt 
und schliesslich am 10. November 2001 ebenfalls zahlungsunfähig erklärt 
worden sei. Die Ermittlungen der russischen Behörden hätten ergeben, 
dass die Entscheidungen der C. SA, darunter auch die Eingehung der Kre-
ditverbindlichkeit mit der Bank D. SA und der Verkauf der Aktien der Toch-
tergesellschaften, im Hinblick auf die vorsätzliche Herbeiführung der Zah-
lungsunfähigkeit getätigt worden seien. Die I. AG, vertreten durch B., soll 
die Aktien der E. SA, der F. SA und der H. SA am 17. April 2002 zum No-
minalwert von je RUB 55'000.-- bzw. 56'000.-- (ca. CHF 2'900.--) an die 
A. Ltd., vertreten durch L., verkauft haben, welche die Aktien an die M. Inc., 
vertreten durch L. und N., weiterveräussert haben soll. Wirtschaftlich Be-
rechtigter sowohl der A. Ltd. als auch der M. Inc. sei B. Diverse Liegen-
schaften in Besitz der E. SA, F. SA und H. SA sollen am 31. Oktober 2003 
an die O. Srl. verkauft worden sein, deren Gründer wiederum B. sei. 

 
 

B. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat die Schweiz im Rechtshilfeer-
suchen vom 3. September 2004 u.a. um Zeugeneinvernahme von L., J. 
und N., um Durchführung einer Hausdurchsuchung bei der I. AG in Z. und 

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am Wohnsitz von L. sowie um Erhebung von Bankunterlagen bei der Bank 
P. AG in Y. ersucht (act. 7.1). Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend “Bun-
desamt“) hat das Rechtshilfeersuchen am 27. Oktober 2004 zur Prüfung 
und Erledigung an die Bundesanwaltschaft übertragen, welche mit Verfü-
gung vom 19. April 2005 darauf eingetreten ist (act. 7.2). Die Bundesan-
waltschaft hat am 13. Juli 2005 die Edition verschiedener Kontoeröffnungs- 
und weiterer Unterlagen für den Zeitraum ab dem 1. Januar 1995 bis “heu-
te“ u.a. betreffend die Konten der A. Ltd. bei der Bank Q. AG verfügt 
(act. 7.3). 

 
Mit Schlussverfügung vom 9. August 2007 hat die Bundesanwaltschaft dem 
Rechtshilfeersuchen vom 3. September 2004 entsprochen, die Herausgabe 
von Bankunterlagen betreffend das auf die A. Ltd. lautende Konto Nr. 1 bei 
der Bank Q. AG verfügt und der A. Ltd. die Kosten für die Schlussverfü-
gung von CHF 1'000.-- auferlegt (act. 1.2). 

 
 
C. Die A. Ltd. gelangt mit Beschwerde vom 7. September 2007 an die II. Be-

schwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit den Anträgen: 
 

“1. Es sei die Schlussverfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. August 2007 
betreffend die Herausgabe der Kontounterlagen in Bezug auf das Konto Nr. 1 
der Beschwerdeführerin bei der Bank Q. AG aufzuheben; 

2. es sei der Russischen Föderation die Rechtshilfe gemäss Rechtshilfeersuchen 
vom 3. September 2004 nicht zu gewähren; 

 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin.“ 

 
 

In prozessualer Hinsicht beantragt die A. Ltd. sodann: 
 
“1. Es sei bei der rechtshilfeersuchenden Behörde Rücksprache betreffend die 

Einstellung des Strafverfahrens Nr. 196829 zu nehmen; 

2. es seien alle fünf Beschwerden gegen die fünf Schlussverfügungen der Be-
schwerdegegnerin betreffend das Rechtshilfeersuchen vom 3. September 
2004 (Verfahrensnummer BA/RIZ/4/04/0122) aus prozessökonomischen 
Gründen zu vereinen oder in der Gesamtheit zu beurteilen.“ 

 
Die Bundesanwaltschaft stellt in der Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 
2007 Antrag auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 7). Das 
Bundesamt beantragt in der Vernehmlassung vom 19. Oktober 2007, es sei 

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die Beschwerde abzuweisen und von einer Rückfrage an die ersuchende 
Behörde abzusehen, unter Kostenfolge (act. 8). Die A. Ltd. hält mit Replik 
vom 6. November 2007 an ihren Anträgen fest (act. 11). Die Bundesan-
waltschaft und das Bundesamt haben auf eine Duplik verzichtet (act. 13 
und 15). Die Parteien wurden am 2. Januar 2008 sodann aufgefordert, un-
ter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesstrafgerichts zur Auf-
erlegung der Verfahrenskosten an die A. Ltd. gemäss Ziff. 5 der angefoch-
tenen Schlussverfügung Stellung zu nehmen (act. 17). Die Parteien haben 
am 4., 7. und 8. Januar 2008 ihren Verzicht auf eine zusätzliche Stellung-
nahme zur Kostenfrage erklärt (act. 18 - 20). 
 
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen. 
 
 
 
Die II. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Für die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Russland sind in erster Linie 
die Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshil-
fe in Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1) massgebend, 
welchem beide Staaten beigetreten sind. Soweit das Staatsvertragsrecht 
bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt, gelangt das schweizerische 
Landesrecht zur Anwendung, namentlich das Bundesgesetz vom 20. März 
1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und 
die Verordnung vom 24. Februar 1982 über internationale Rechtshilfe in 
Strafsachen (IRSV; SR 351.11). Das innerstaatliche Recht gilt nach dem 
Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere Anforderungen an 
die Rechtshilfe stellt (BGE 129 II 462 E. 1.1 S. 464 m.w.H.). 

 
2.  
2.1 Gegen Schlussverfügungen der ausführenden Bundesbehörde kann innert 

30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der II. Beschwerdekammer des 
Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. 
Art. 80k IRSG; Art. 28 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 
2002 über das Bundesstrafgericht, SGG, SR 173.71; Art. 9 Abs. 3 des Reg-
lements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht, SR 173.710). Zur 
Beschwerde legitimiert ist, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfe-
massnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Personen, gegen die sich 
das ausländische Strafverfahren richtet, sind unter denselben Bedingungen 
beschwerdelegitimiert (Art. 21 Abs. 3 IRSG). Als persönlich und direkt be-

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troffen im Sinne der Art. 21 Abs. 3 und 80h IRSG gilt bei der Erhebung von 
Kontoinformationen der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV). 

 
2.2 Die Beschwerdeführerin ist als Inhaberin des von der angefochtenen 

Schlussverfügung betroffenen Kontos Nr. 1 bei der Bank Q. AG im Sinne 
von Art. 80h lit. b IRSG i.V.m. Art. 9a lit. a IRSV zur Beschwerde legitimiert. 
Die Beschwerde wurde zudem fristgerecht eingereicht, weshalb darauf ein-
zutreten ist. 

 
 
3. Die Beschwerdeführerin verlangt in prozessualer Hinsicht, das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sei aus prozessökonomischen Gründen mit den Ver-
fahren betreffend die Beschwerden der R. SA, I. AG, M. Inc. und der S. AG 
zu vereinen, respektive die Verfahren seien in ihrer Gesamtheit zu beurtei-
len. Zwar seien verschiedene Beschwerdeführerinnen zur Beschwerde legi-
timiert, die wirtschaftliche Berechtigung an sämtlichen Gesellschaften sei 
jedoch auf dieselbe Person zurückzuführen und sämtlichen Schlussverfü-
gungen liege derselbe Sachverhalt zugrunde, weshalb die Beschwerden 
gemeinsam zu beurteilen seien (act. 1 Ziff. 10). 

 
Ob verschiedene Beschwerden in einem einzigen oder je einem separaten 
Entscheid behandelt werden, steht im freien Ermessen der urteilenden Be-
hörde. Eine Vereinigung verschiedener Beschwerdeverfahren kann ange-
bracht erscheinen, wenn sich verschiedene Beschwerden gegen denselben 
Entscheid richten und dieselben Rechtsfragen aufwerfen (vgl. BGE 126 V 
283 E. 1 S. 285; Urteile des Bundesgerichts 6S.709+710/2000 vom 26. Mai 
2003, E. 1; 1A.60-62/2000 vom 22. Juni 2000, E. 1a). Vorliegend bilden die 
fünf Beschwerden je Gegenstand einer separaten Schlussverfügung. So-
wohl die Beschwerdelegitimation als auch die gerügte Verletzung des Ver-
hältnismässigkeitsprinzips sind sodann in Bezug auf sämtliche Beschwer-
den bzw. betroffenen Konten gesondert zu prüfen. Die Behandlung der fünf 
Beschwerden in einem einzigen Entscheid erscheint daher aus Gründen 
der Verständlichkeit nicht zweckmässig. Dem Antrag der Beschwerdeführe-
rin auf Vereinigung der Beschwerdeverfahren ist daher nicht stattzugeben. 

 
 
4.  
4.1 Die Beschwerdeführerin hat mit ihrer Beschwerde eine Verfügung über das 

Absehen von der Einleitung eines Strafverfahrens gegen B. vom 13. Juni 
2007 und eine Verordnung über die Einstellung der Strafverfolgung gegen 
B. vom gleichen Tag sowie eine Verfügung der Strafverfahrenseinstellung 
gegen Unbekannt vom 28. August 2007 eingereicht (act. 1.3 - 1.8). Ge-

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stützt auf diese Entscheide der russischen Strafverfolgungsbehörden 
macht sie geltend, das Strafverfahren in Russland gegen B. und Unbekannt 
sei aufgrund fehlender Tatbestandsmässigkeit bzw. Verjährung eingestellt 
worden, weshalb die Rechtshilfe in Anwendung von Art. 5 Abs. 1 lit. a 
Ziff. 1 IRSG zu verweigern sei (act. 1 Ziff. 5 ff. und 30 f.). 

4.2 Die Beschwerdegegnerin und das Bundesamt halten dem entgegen, die 
russischen Behörden hätten sich letztmals mit einem Mahnschreiben vom 
3. Juli 2007 (act. 7.5) nach dem Stand des Rechtshilfeersuchens in der 
Schweiz erkundigt. Daraus sei zu schliessen, dass Russland an der Be-
handlung des Rechtshilfeersuchens und Übermittlung der verlangten Do-
kumente nach wie vor interessiert sei. Das Bundesamt sei zudem in der 
gleichen Sache, auf Drängen u.a. der Beschwerdeführerin, bereits im Juni 
2005 und im Februar 2006 mit einer entsprechenden Rückfrage an die er-
suchende Behörde gelangt. Die russischen Behörden hätten dabei jeweils 
ausdrücklich ihr Interesse an der Weiterführung des Rechtshilfeersuchens 
bekundet. 

 
4.3 Die internationale Rechtshilfe in Strafsachen kann nur gewährt werden, 

wenn dies der strafrechtlichen Verfolgung im ersuchenden Staat dient, was 
voraussetzt, dass im ersuchenden Staat ein Strafverfahren eröffnet wurde 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.149/2006 vom 27. November 2006, 
E. 3.2; BGE 123 II 161 E. 3a S. 165; 118 Ib 457 E. 4b S. 460; TPF 
RR.2007.89 vom 20. August 2007 E. 3.2). Das Rechtshilfeerfordernis des 
hängigen Strafverfahrens im ersuchenden Staat ergibt sich auch aus Art. 1 
Ziff. 1 EUeR e contrario (Urteil des Bundesgerichts 1A.32/2000 vom 
19. Juni 2000, E. 7). Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 IRSG, wonach die Rechtshilfe 
zu verweigern ist, wenn der Richter im Tatortstaat das Verfahren eingestellt 
hat, gelangt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch im Rah-
men des Anwendungsbereichs des EUeR zur Anwendung (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 1A.69/2006 vom 28. Juli 2006, E. 4.1; 1A.191/2005 und 
weitere vom 24. Februar 2006, E. 3.1; 1A.145/2005 vom 20. Oktober 2005, 
E. 4.1). Ist in der Schweiz ein gültiges Rechtshilfeersuchen eingegangen, 
so hat sich die ersuchte Behörde jedoch grundsätzlich nicht zu den zwi-
schenzeitlich im ersuchenden Staat ergangenen Entscheiden zu äussern. 
Das Rechtshilfeersuchen ist im Prinzip zu erledigen, es sei denn, die zu-
ständige Behörde hätte den Rückzug des Ersuchens bekannt gegeben 
(TPF RR.2007.99+111 vom 10. September 2007 E. 5). 

 
4.4 In Anwendung der zuletzt zitierten Rechtsprechung hat sich die ersuchte 

Behörde grundsätzlich nicht zu den nach Eingang des Rechtshilfeersu-
chens in Russland am 13. Juni und 28. August 2007 ergangenen Einstel-
lungsentscheiden zu äussern, welche überdies weder eine Rechtskraftbe-

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scheinigung noch Angaben zu allfälligen dagegen erhobenen Rechtsmitteln 
enthalten. Aus dem Rechtshilfeverkehr mit Russland ist zudem bekannt, 
dass das russische Strafverfahrensrecht mit dem schweizerischen insofern 
nicht vergleichbar ist, als ein russisches Untersuchungsverfahren periodi-
schen Verlängerungsbeschlüssen unterliegt und die Wiederaufnahme ei-
nes eingestellten Verfahrens bei Vorliegen neuer Beweise in der Regel 
möglich ist. Das dem russischen Rechtshilfeersuchen zugrunde liegende 
Verfahren wurde gemäss der Beschwerdeführerin bereits wiederholt einge-
stellt und in der Folge wieder aufgenommen. Aus den von der Beschwerde-
führerin ins Recht gelegten Entscheiden ergibt sich, dass das Verfahren 
gegen B. am 13. Juni 2007 mangels Beweisen eingestellt wurde. Selbst 
wenn gegen den Entscheid vom 13. Juni 2007 kein Rechtsmittel ergriffen 
und das Verfahren daher tatsächlich rechtskräftig eingestellt worden wäre, 
so könnte das Mahnschreiben vom 3. Juli 2007 nicht anders interpretiert 
werden, als dass die russische Generalstaatsanwaltschaft auf die Beweis-
mittel aus der Schweiz angewiesen ist, um das eingestellte Verfahren wie-
der aufnehmen zu können. Die Rüge der Beschwerdeführerin, wonach die 
vorliegend zu übermittelnden Dokumente für die russischen Strafverfol-
gungsbehörden von keinerlei Nutzen mehr seien, erscheint daher auch ge-
stützt auf die eingereichten Einstellungsentscheide unbegründet. Da die er-
suchende Behörde den Rückzug des Ersuchens nicht bekannt gegeben 
hat, ist das Rechthilfeersuchen grundsätzlich zu vollziehen. Eine erneute 
Nachfrage bei den russischen Behörden ist nicht erforderlich, zumal sich 
die Beschwerdegegnerin und das Bundesamt auf Drängen u.a. der Be-
schwerdeführerin bereits im Juni 2005 (act. 8.1, 8.2 und 8.4) und im Febru-
ar 2006 (act. 8.5 und 8.6) nach dem Stand des russischen Verfahrens er-
kundigt haben. Auch die von der Beschwerdeführerin angerufene nahende 
Verjährung nach russischem Recht würde eine erneute Nachfrage und 
Verzögerung der Erledigung des Rechtshilfeersuchens nicht rechtfertigen. 

 
Insgesamt ergibt sich, dass weder Art. 5 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 IRSG noch 
Art. 1 Ziff. 1 EUeR e contrario einer Übermittlung der ersuchten Dokumente 
entgegenstehen. Die Beschwerde ist daher in Bezug auf die Rüge, die 
Rechtshilfe sei mangels eines hängigen Strafverfahrens in Russland zu 
verweigern, abzuweisen. 

 
 

5.  
5.1 Die Beschwerdeführerin argumentiert weiter, der im Rechtshilfeersuchen 

vom 4. September 2004 dargelegte Sachverhalt entspräche nach schwei-
zerischem Recht allenfalls dem Tatbestand des betrügerischen Konkurses 
im Sinne von Art. 163 StGB bzw. der Gläubigerschädigung durch Vermö-

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gensverminderung im Sinne von Art. 164 StGB, Tatbestände für welche 
Russland die Rechtshilfe beantragt habe. Hingegen sei keine Rechtshilfe 
wegen Geldwäscherei erbeten worden, ein Tatbestand welcher erst am 
7. August 2001 in der Form des schweizerischen Tatbestandes im russi-
schen Strafgesetzbuch aufgenommen bzw. erst am 1. Februar 2002 in 
Kraft gesetzt worden sei. In Bezug auf mögliche Geldwäschereihandlungen 
fehle es daher am Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit, da Russland 
zur Zeit der Tatbegehung diesen Tatbestand nicht gekannt habe und dies-
bezüglich gegenüber dem Täter im ersuchenden Staat auch keine Strafver-
folgung eingeleitet werden konnte (act. 1 Ziff. 32 ff.). 

 
5.2 Die Vertragsparteien des EUeR können sich das Recht vorbehalten, die Er-

ledigung von Ersuchen um Durchsuchung oder Beschlagnahme der Bedin-
gung zu unterwerfen, dass die dem Ersuchen zugrunde liegende strafbare 
Handlung sowohl nach dem Recht des ersuchenden als auch nach dem 
des ersuchten Staates strafbar ist (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR). Die Schweiz 
hat für die Vollziehung von Rechtshilfeersuchen, mit welchen Zwangs-
massnahmen beantragt werden, einen entsprechenden Vorbehalt ange-
bracht. Art. 64 Abs. 1 IRSG bestimmt, dass prozessuale Zwangsmassnah-
men nur angewendet werden dürfen, wenn aus der Sachverhaltsdarstel-
lung im Ersuchen hervorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die 
objektiven Merkmale eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbe-
standes aufweist. Werden Unterlagen dem ersuchenden Staat herausge-
geben, darf dieser im Strafverfahren darüber grundsätzlich umfassend ver-
fügen, dies selbst für die Verfolgung von Sachverhalten, die nach schwei-
zerischem Recht straflos sind. Anders als im Bereich der Auslieferung, ist 
der ersuchende Staat bei einer gestützt auf Art. 74 IRSG oder eine ent-
sprechende staatsvertragliche Bestimmung erfolgten Herausgabe von Be-
weismitteln nicht auf die Verfolgung jener Delikte beschränkt, für welche die 
Schweiz die beidseitige Strafbarkeit bejaht hat, und hat einzig den Speziali-
tätsvorbehalt zu beachten, den die schweizerischen Behörden bei der  
Übergabe der Unterlagen erklärt haben (BGE 124 II 184 E. 4b/cc und dd 
S. 188; Urteil des Bundesgerichts 1C.138/2007 vom 17. Juli 2007, 
E. 2.3.2). 

 
5.3 Der im Rechtshilfeersuchen vom 3. September 2004 geschilderte Sachver-

halt kann, wie dies die Beschwerdeführerin selbst ausführt, nach schweize-
rischem Recht unter die Tatbestände des betrügerischen Konkurses im 
Sinne von Art. 163 StGB bzw. der Gläubigerschädigung durch Vermögens-
verminderung im Sinne von Art. 164 StGB subsumiert werden. Das Rechts-
hilfeerfordernis der doppelten Strafbarkeit ist damit erfüllt. Es kann daher 

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offen gelassen werden, ob die doppelte Strafbarkeit auch in Bezug auf den 
Tatbestand der Geldwäscherei zu bejahen wäre. 

 
 
6.  
6.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, die im Rechtshilfeersuchen vom 

3. September 2004 verlangte Herausgabe von Beweismitteln würde sich in 
keiner Weise auf die Kontounterlagen der Beschwerdeführerin bei der 
Bank Q. AG beziehen. Entgegen der unrichtigen Feststellung der Be-
schwerdegegnerin in Erwägung III. 5. der Schlussverfügung, welche die 
Herausgabe der Kontounterlagen auf Ziff. 6 des Rechtshilfeersuchens vom 
3. September 2004 stütze, sei dort mit Verweis auf die dem Ersuchen bei-
gelegten Entscheide des Moskauer Gerichts einzig von der Beschlagnah-
me von Auszügen betreffend das Konto der I. AG bei der Bank P. AG in Y. 
die Rede. Kontounterlagen betreffend die Konten der Beschwerdeführerin 
bei der Bank Q. AG seien somit nicht verlangt worden. Die Beschwerde-
gegnerin sei in der Schlussverfügung vom 9. August 2007 daher in Verlet-
zung des Verhältnismässigkeitsprinzips über die Anträge der ersuchenden 
Behörde hinausgegangen. Auch sei nicht ersichtlich, inwiefern die betroffe-
nen Kontounterlagen Aufschluss über die mit dem betrügerischen Konkurs 
zusammenhängenden Fragen geben, mithin zur Klärung des im Rechtshil-
feersuchen geschilderten Sachverhalts beitragen könnten, da einzig die 
Veräusserung der Aktien der E. SA, F. SA und H. SA an die I. AG am 
10. November 1997 eine mögliche tatbestandsmässige Handlung darstelle. 
Insbesondere würde die Herausgabe der Formulare A bzw. die Bekanntga-
be des wirtschaftlich Berechtigten der Kontoinhaberin an der Strafbarkeit 
der vorgeworfenen Handlungen nichts ändern. Bei den edierten Kontoun-
terlagen handle es sich um vertrauliche Dokumente, welche grundsätzlich 
unter dem Schutz des Bankgeheimnisses gemäss Art. 47 BankG stehen 
würden (act. 1 Ziff. 38 ff.). 

 
6.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit zu genügen (ROBERT ZIMMERMANN, a.a.O., S. 513 f. N. 475 mit Ver-
weisen auf die Rechtsprechung; TPF RR.2007.64 vom 3. September 2007 
E. 3.2). Die akzessorische Rechtshilfe ist nur zulässig, soweit sie für ein 
Verfahren in strafrechtlichen Angelegenheiten im Ausland erforderlich er-
scheint oder dem Beibringen der Beute dient (vgl. Art. 63 Abs. 1 IRSG). Die 
internationale Zusammenarbeit ist gestützt auf das Verhältnismässigkeits-
prinzip abzulehnen, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten 
Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet 
sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen als Vorwand 
für eine unzulässige Beweisausforschung (“fishing expedition“) erscheint. 

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Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es 
ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise 
im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung 
der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu 
ersetzen. Er ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Akten-
stücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten 
Sachverhalt beziehen können und potentiell geeignet sind, die Straftat zu 
beweisen, mögliche Beteiligte und Begünstigte ausfindig zu machen oder 
die Verwendung deliktischer Gegenstände und Vermögenswerte zu ermit-
teln im Hinblick auf deren Einziehung oder Rückerstattung an die Geschä-
digten (sog. potentielle Erheblichkeit). Nicht zulässig ist es, den ausländi-
schen Behörden nur diejenigen Unterlagen zu überlassen, die den im 
Rechtshilfeersuchen festgestellten Sachverhalt mit Sicherheit beweisen 
(zum Ganzen BGE 122 II 367 E. 2c S. 371; 121 II 241 E. 3a S. 242 f.; Urtei-
le des Bundesgerichts 1A.115/2000 vom 16. Juni 2000, E. 2a; 1A.182/2001 
vom 26. März 2002, E. 4.2; 1A.234/2005 vom 31. Januar 2006, E. 3.2; 
1A.270/2006 vom 13. März 2007, E. 3.2; TPF RR.2007.24 vom 8. Mai 2007 
E. 4.1; RR.2007.90 vom 26. September 2007 E. 7.2). Zielt das Rechtshilfe-
ersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmittel strafbarer 
Herkunft verschoben worden sind, so sind die Behörden des ersuchenden 
Staates grundsätzlich über alle Transaktionen zu informieren, die von Ge-
sellschaften und über Konten getätigt worden sind, welche in die Angele-
genheit verwickelt sind (BGE 121 II 241 E. 3c S. 244; Urteile des Bundes-
gerichts 1A.7/2007 vom 3. Juli 2007, E. 7.2; 1A.79/2005 vom 27. April 
2005, E. 4.1). 

 
Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verbietet es der ersuchten Behör-
de auch über die an sie gerichteten Ersuchen hinauszugehen und dem er-
suchenden Staat mehr zu gewähren als er verlangt hat (BGE 121 II 241 
E. 3a S. 243 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 1A.303/2004 vom 29. März 
2005, E. 4.2). Um festzustellen, ob der ersuchende Staat eine bestimmte 
Massnahme verlangt hat, muss die ersuchte Behörde das Rechtshilfeersu-
chen nach dem Sinn auslegen, der ihm vernünftigerweise zukommt. Dabei 
spricht nichts gegen eine weite Auslegung, soweit erstellt ist, dass auf die-
ser Grundlage alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe er-
füllt sind. Dieses Vorgehen vermeidet auch ein allfälliges Nachtragsersu-
chen (BGE 121 II 241 E. 3a S. 243; TPF RR.2007.89 vom 20. August 2007 
E. 4 m.w.H.). Es ist Sache des Betroffenen, klar und genau aufzuzeigen, 
inwiefern die zu übermittelnden Unterlagen und Auskünfte den Rahmen 
des Ersuchens überschreiten oder für das ausländische Verfahren von kei-
nerlei Interesse sein sollen (BGE 122 II 367 E. 2c S. 371 f.). 

 

- 11 - 

 

 

6.3 Vorliegend wurde die Frage der doppelten Strafbarkeit in Bezug auf den 
Tatbestand der Geldwäscherei offen gelassen (vgl. supra Ziff. 5.3). B. wird 
vorgeworfen, die C. SA finanziell ausgehöhlt und auf diese Weise Gläubi-
ger zu Schaden gekommen lassen zu haben. Unabhängig von der Verfol-
gung möglicher Geldwäschereidelikte können die vorliegend zu übermit-
telnden Dokumente für die ersuchende Behörde auch im Rahmen der Be-
urteilung der B. zur Last gelegten Konkursdelikte von Nutzen sein. So ha-
ben die russischen Behörden insbesondere ein Interesse zu erfahren, auf 
welchem Wege, unter welchen Bedingungen und zu wessen Gunsten B. 
der C. SA Vermögenswerte allenfalls entzogen hat. Deliktisch erlangte Ge-
genstände und Vermögenswerte können beim bösgläubigen Dritten be-
schlagnahmt und eingezogen werden, wenn der ursprüngliche Erlös der 
Straftat sicher und dokumentiert festgestellt, d.h. die Papierspur (“paper 
trail“) nachvollzogen werden kann (vgl. Art. 74a IRSG; BGE 133 IV 215 
E. 2.2.1 S. 220; 129 II 453 E. 4.1 S. 461 m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 
1A.53/2007 vom 11. Februar 2008, E. 3.4). Die Übermittlung der Bankaus-
züge des Kontos der Beschwerdeführerin ermöglicht den russischen Be-
hörden, die Begünstigten allfälliger deliktischer Vermögenswerte, worunter 
u.a. die Beteiligungen an der E. SA, F. SA und H. SA und die diesen Ge-
sellschaften gehörenden Immobilien im Zentrum von Moskau bzw. der Er-
lös aus deren Verkauf fallen, zu ermitteln. Diese Kontoauszüge sind für die 
ersuchende Behörde daher potentiell erheblich. Die Tatsache, dass B., wie 
im russischen Rechtshilfeersuchen geschildert, wirtschaftlich Berechtigter 
der begünstigen Gesellschaften und betroffenen Konten war, ist zudem ge-
eignet, den Verdacht gegebenenfalls zu erhärten, dass die Vermögensver-
äusserungen im Hinblick auf die vorsätzliche Herbeiführung der Zahlungs-
unfähigkeit getätigt worden sein könnten und durch Rückführung auf die-
sem Wege der unrechtmässigen Bereicherung von B. dienten. Für die rus-
sischen Behörden ist daher ebenfalls von Bedeutung, wer hinter den an der 
Vermögensverminderung beteiligten Gesellschaften steht und wer letztlich 
Begünstigter dieser Vermögensverminderung war. Die vorliegend zu über-
mittelnden Formulare A und weiteren Bankunterlagen sind geeignet, diese 
Tatsachen zu erhellen. Die zu übermittelnden Unterlagen geben zudem in 
verschiedener Hinsicht Antwort auf die gemäss Rechtshilfeersuchen vom 
3. September 2004 an L., J. und N. zu stellenden Fragen und sind daher 
ebenfalls vom Rechtshilfeersuchen erfasst. In deren Herausgabe kann da-
her keine unzulässige Beweisausforschung gesehen werden, und es würde 
sich nicht rechtfertigen, deren Übermittlung zu verweigern mit der Begrün-
dung, die russischen Behörden hätten die Bankunterlagen betreffend die 
Konten der Beschwerdeführerin bei der Bank Q. AG nicht ausdrücklich be-
antragt. Nach ständiger Rechtsprechung steht auch das Bankgeheimnis 
gemäss Art. 47 des Bundesgesetzes vom 8. November 1934 über die Ban-

- 12 - 

 

 

ken und Sparkassen (BankG; SR 952.0) einer Herausgabe der genannten 
Bankunterlagen nicht entgegen (vgl. BGE 123 II 153 E. 7b S. 160 m.w.H.; 
Urteile des Bundesgerichts 1A.234/2005 vom 31. Januar 2006, E. 4; 
1A.269/2005 vom 2. Dezember 2005, E. 5; TPF RR.2007.143 vom 3. De-
zember 2007 E. 6.4). 

 
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten auch in Bezug auf die gerügte 
Verletzung des Verhältnismässigkeitsprinzips sowie des schweizerischen 
Bankgeheimnisses gemäss Art. 47 BankG als unbegründet abzuweisen. 

 
 
7.  
7.1 Die Beschwerdeführerin führt schliesslich aus, die Beschwerdegegnerin 

hätte zwar den üblichen Spezialitätsvorbehalt angebracht, es bestehe je-
doch nicht die geringste Möglichkeit, die Einhaltung dieses Spezialitätsvor-
behalts zu kontrollieren, geschweige denn im Falle einer Eröffnung eines 
fiskalpolitisch motivierten Strafverfahrens irgendwelchen Einfluss auf des-
sen Einstellung auszuüben. Aus anderen Rechtshilfefällen sei bekannt, 
dass die russischen Behörden nicht davor zurückschreckten, derartig er-
langte Informationen zu wirtschaftlichen Zwecken zu missbrauchen (act. 1 
Ziff. 50). 

 
7.2 Das Spezialitätsprinzip ist in Art. 2 EUeR geregelt. Danach kann die 

Rechtshilfe u.a. verweigert werden, wenn sich das Ersuchen auf strafbare 
Handlungen bezieht, die vom ersuchten Staat als politische, als mit solchen 
zusammenhängende oder als fiskalische strafbare Handlungen angesehen 
werden (Art. 2 lit. a EUeR). Die Schweiz hat sich in Bezug auf diese Be-
stimmung insbesondere das Recht vorbehalten, Rechtshilfe auf Grund des 
EUeR nur unter der ausdrücklichen Bedingung zu leisten, dass die Ergeb-
nisse der in der Schweiz durchgeführten Erhebungen und die in herausge-
gebenen Akten oder Schriftstücken enthaltenen Auskünfte ausschliesslich 
für die Aufklärung und Beurteilung derjenigen strafbaren Handlungen ver-
wendet werden dürfen, für die die Rechtshilfe bewilligt wird (Vorbehalt zu 
Art. 2 lit. a EUeR). Diese Regelung entspricht jener von Art. 67 Abs. 1 
i.V.m. Art. 3 IRSG (TPF RR.2007.14 vom 25. April 2007 E. 5.2).  

 
7.3 Die Einhaltung des Spezialitätsprinzips durch die Vertragsstaaten des  

EUeR wird nach dem völkerrechtlichen Vertrauensprinzip als selbstver-
ständlich vorausgesetzt, ohne dass die Einholung ausdrücklicher Zusiche-
rungen notwendig wäre (vgl. BGE 115 Ib 373 E. 8 S. 377; Urteil des Bun-
desgerichts 1A.112/2004 vom 17. September 2004, E. 5.2; TPF 
RR.2007.60 vom 25. Juli 2007 E. 3.2; RR.2007.112 vom 19. Dezember 

- 13 - 

 

 

2007 E. 5.1). Diese Rechtsprechung wurde in Bezug auf Russland auch 
jüngst wiederholt bestätigt (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 
1C.205/2007 vom 18. Dezember 2007, E. 8.3; 1A.10+12/2007 vom 3. Juli 
2007, E. 5.2; TPF RR.2007.142 vom 22. November 2007 E. 5 sowie das 
Urteil des Bundesgerichts 1C.432/2007 vom 17. Dezember 2007, E. 2.4 
dazu). Anhaltspunkte, dass Russland den Spezialitätsvorbehalt missachten 
und die gewonnenen Erkenntnisse etwa zur Verfolgung von nicht rechtshil-
fefähigen fiskalischen Delikten verwenden könnte sind vorliegend nicht er-
sichtlich. Die Beschwerdeführerin bzw. ihre Rechtsvertreter legen schliess-
lich auch nicht dar, worauf sie ihre Behauptung, wonach bekannt sei, dass 
die russischen Behörden rechtshilfeweise erlangte Informationen für wirt-
schaftliche Zwecke verwenden würden, stützen. 

 
 
8. Die Rechtshilfe erweist sich nach dem Gesagten im verfügten Umfang als 

zulässig und eine vorgängige erneute Rücksprache betreffend die geltend 
gemachte Einstellung des russischen Strafverfahrens ist nicht erforderlich. 
Insbesondere kann der Beschwerdeführerin auch nicht gefolgt werden, 
wenn sie behauptet (vgl. act. 1 Ziff. 54 ff.), das russische Strafverfahren sei 
rechtsmissbräuchlich und diene nur der Sammlung möglichst umfangrei-
cher Informationen über die Geschäftstätigkeit von B. 

 
 

9.  
9.1 Das Bundesstrafgericht hat im Entscheid RR.2007.96 vom 24. September 

2007 E. 4, bestätigt in RR.2007.160 vom 13. Dezember 2007 E. 3 und 
RR.2007.112 vom 19. Dezember 2007 E. 7, erkannt, dass dem von der 
Rechtshilfemassnahme Betroffenen grundsätzlich keine Gebühren aufer-
legt werden können, es sei denn, dieser hätte durch sein querulatorisches 
und rechtsmissbräuchliches Verhalten zusätzliche Kosten verursacht. Zwar 
können Bundesverwaltungsbehörden gestützt auf Art. 46a des Regierungs- 
und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997 (RVOG; 
SR 172.010) i.V.m. Art. 2 ff. der Allgemeinen Gebührenverordnung vom 
8. September 2004 (AllgGebV; SR 172.041.1) unter Berücksichtigung des 
Äquivalenz- und Kostendeckungsprinzips Gebühren erheben (vgl. dazu 
auch die entsprechenden kantonalen Gebührenbestimmungen, welche 
gemäss Art. 12 Abs. 1 IRSG für Verfahren vor der kantonalen Ausfüh-
rungsbehörde im Prinzip sinngemäss zur Anwendung gelangen). Gebühren 
werden vom Staat jedoch für einzelne Leistungen, welche dieser gegen-
über einem Privaten erbringt, erhoben und können daher entsprechend 
dem Verursacherprinzip nur der Partei auferlegt werden, welche eine Ver-
fügung veranlasst oder vom Staat eine Leistung in Anspruch genommen 

- 14 - 

 

 

hat (vgl. Art. 2 Abs. 1 AllgGebV; BGE 99 Ia 594 E. 3a; 95 I 504 E. 1; XAVIER 
OBERSON, Droit fiscal suisse, 3. Aufl., Basel/Genf/Monaco 2007, S. 4; PE-
TER LOCHER/ERNST BLUMENSTEIN, System des Schweizerischen Steuer-
rechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 2; ADRIAN HUNGERBÜHLER, Grundsätze des 
Kausalabgabenrechts, in: ZBl 10/2003, S. 507; WALTER RYSER/BERNHARD 
ROLLI, Précis de droit fiscal suisse, 4. Aufl., Bern 2002, S. 4; KLAUS A. VAL-
LENDER, Grundzüge des Kausalabgabenrechts, Bern/Stuttgart 1976, S. 50; 
ROLAND MULLER, La notion d’émolument dans la jurisprudence du Tribunal 
fédéral, Diss. Lausanne 1943, S. 25). In internationalen Rechtshilfeangele-
genheiten in Strafsachen ist die ausführende Behörde gemäss Art. 80d 
IRSG verpflichtet, eine begründete Schlussverfügung über die Gewährung 
und den Umfang der Rechtshilfe zu erlassen. Als Verursacher der Kosten 
für die Schlussverfügung hat grundsätzlich der ersuchende Staat zu gelten, 
nicht jedoch die von der Rechtshilfemassnahme betroffene (natürliche oder 
juristische) Person, welche der Behörde bei der Ausführung des Rechtshil-
feersuchens Hand zu bieten hat und in diesem Zusammenhang die Wah-
rung ihrer Interessen geltend machen kann (vgl. Art. 80b und 80h IRSG). 
Die Tatsache, dass der Betroffene die Möglichkeit hat, in Anwendung von 
Art. 80c IRSG einer vereinfachten Ausführung des Rechtshilfeersuchens 
zuzustimmen und auf den Erlass einer begründeten und anfechtbaren 
Schlussverfügung zu verzichten, rechtfertigt es ebenfalls nicht, diesem die 
Kosten für die Schlussverfügung aufzuerlegen (zum Ganzen TPF 
RR.2007.96 vom 24. September 2007 E. 4; RR.2007.160 vom 13. Dezem-
ber 2007 E. 3). 

9.2 Die Beschwerdeführerin hat die integrale Aufhebung der Schlussverfügung 
verlangt. Deren Ziff. 5 betreffend die Kostenauflage ist damit auch vom 
Rechtsbegehren erfasst. Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die Be-
schwerdeführerin durch ein querulatorisches oder rechtsmissbräuchliches 
Verhalten zusätzliche Kosten verursacht haben könnte. In Anwendung der 
zuvor zitierten Rechtsprechung rechtfertigt es sich folglich nicht, dieser die 
Kosten für das Verfahren vor der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die 
Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und Ziff. 5 der angefochtenen 
Schlussverfügung aufzuheben. 

 
 
10.  
10.1 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin im Umfang ihres teil-

weisen Obsiegens für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnis-
mässigen Parteikosten zu entschädigen (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. Art. 64 
Abs. 1 und 2 VwVG). Die Beschwerdeführerin hat nur zu einem kleinen Teil 
obsiegt, weshalb eine Entschädigung von Fr. 500.-- inkl. MwSt. angemes-
sen erscheint (Art. 3 des Reglements vom 26. September 2006 über die 

- 15 - 

 

 

Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht; 
SR 173.711.31). 

 
10.2 Der Beschwerdeführerin ist, angesichts ihres überwiegenden Unterliegens, 

eine leicht reduzierte Gerichtsgebühr aufzuerlegen (Art. 30 lit. b SGG i.V.m. 
Art. 63 Abs. 1 VwVG), wobei für die Berechnung der Gerichtsgebühr das 
Reglement vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem 
Bundesstrafgericht (SR 173.711.32) zur Anwendung gelangt (TPF 
RR.2007.6 vom 22. Februar 2007 E. 5). Die Gerichtsgebühr ist auf 
Fr. 3'500.-- anzusetzen (Art. 3 des Reglements), unter Anrechnung des ge-
leisteten Kostenvorschusses von Fr. 4'000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse 
ist anzuweisen, der Beschwerdeführerin den Restbetrag von Fr. 500.-- zu-
rückzuerstatten. 

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die II. Beschwerdekammer: 
 
1. Ziff. 5 der Schlussverfügung vom 9. August 2007 wird in teilweiser Gutheis-

sung der Beschwerde aufgehoben und es werden für das Verfahren vor der 
ausführenden Behörde keine Kosten erhoben. 

 
2. Die Beschwerde wird im Übrigen abgewiesen. 
 
3. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin im Umfang ihres teil-

weisen Obsiegens für das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht mit 
Fr. 500.-- inkl. MwSt. zu entschädigen. 

 
4. Die reduzierte Gerichtsgebühr von Fr. 3’500.-- wird der Beschwerdeführerin 

auferlegt, unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von 
Fr. 4'000.--. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, der Beschwer-
deführerin den Restbetrag von Fr. 500.-- zurückzuerstatten. 

 
 
 

Bellinzona, 16. April 2008  
 
Im Namen der II. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwälte Andres Baumgartner und Susanne Hasse 
- Bundesanwaltschaft 
- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 
 
 

- 17 - 

 

 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).