# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eea22437-29d9-5e9d-8316-efaf38846240
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 26.06.2001 U 111/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-111-99_2001-06-26.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 111/99 Vr 

 

 

II. Kammer 

 

Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; 

Gerichtsschreiber Signorell 

 

 

Urteil vom 26. Juni 2001 

 

in Sachen 

 

B.________, 1948, Beschwerdeführer, vertreten durch die 

Beratungsstelle X.________, 

 

gegen 

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse 

1, 6004 Luzern, Beschwerdegegnerin, 

 

und 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Zug 

 

 

Der 1948 geborene B.________ liess der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) einen am 11. Mai 1993 

erlittenen Unfall (Sturz von der Ladebrücke eines Lastwagens) 

anmelden. Die SUVA erbrachte die gesetzlichen 

Leistungen. Mit Verfügung vom 7. Juli 1995 sprach sie ihm 

eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5 % zu. Während 

des Einspracheverfahrens zog er sich als Mitfahrer in 

einem Car am 28. Oktober 1995 bei einem Verkehrsunfall und 

bei einem Sturz am 9. Juni 1996 zusätzliche Verletzungen 

zu. Mit einer weiteren Verfügung vom 3. Oktober 1996 bestätigte 

die SUVA die bereits zugesprochene Integritätsentschädigung, 

verweigerte indessen die Gewährung einer Invalidenrente, 

da die Restfolgen der Unfälle keine erhebliche 

Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zur Folge hätten. Daran 

hielt sie im Einspracheentscheid vom 13. Oktober 1997 fest. 

Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug hiess eine dagegen 

erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 11. Februar 

1999 teilweise gut und erhöhte die Integritätsentschädigung auf insgesamt 10 %. 

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt B.________ 

beantragen, es sei die SUVA zur Leistung einer Rente von 

50 % und einer Integritätsentschädigung von 20 % zu verpflichten. 

 

Die SUVA und das Verwaltungsgericht des Kantons Zug 

schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) hat sich nicht vernehmen lassen. 

 

 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- Streitig und zu prüfen sind der Anspruch auf eine 

Invalidenrente sowie die Höhe der Integritätsentschädigung. 

 

2.- Die Vorinstanz hat die Bestimmungen über den Anspruch 

auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG) 

sowie jenen auf eine Integritätsentschädigung (Art. 24 

Abs. 1 UVG, Art. 36 Abs. 1 UVV und Anhang 3 zur UVV) und 

die hiezu ergangene Rechtsprechung zutreffend dargelegt. 

Darauf wird verwiesen. 

 

3.- a) Die medizinische Aktenlage ist im vorinstanzlichen 

Entscheid eingehend dargestellt. Darauf wird verwiesen. 

 

 

b) Der Beschwerdeführer beruft sich auf Berichte einerseits 

seines Hausarztes, Dr. med. L.________, Spezialarzt 

FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 2. Mai 1996 und 

andererseits des Dr. med. S.________, Spezialarzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, vom 30. Januar 1999. 

 

aa) Hinsichtlich der Rentenfrage ist festzuhalten, 

dass Dr. L.________ in seiner Beurteilung ausdrücklich 

erwähnte, aufgrund des aktuellen Zustandsbildes könne "eine 

namhafte unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

verneint werden". Im Weiteren vertrat auch er die Auffassung, 

bei der aktuellen, neurologisch blanden Situation sei 

eine ergänzende neurologische Befundaufnahme nicht erforderlich. 

 

Erstmals wird mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

nun unter Berufung auf den Bericht des Dr. S.________ eine 

unfallbedingte psychische Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 

geltend gemacht. Damit die Unfallversicherung bei 

Vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 

leistungspflichtig wird, müssen nach der Rechtsprechung 

(BGE 115 V 133 mit Hinweisen) zwischen dem Unfallereignis 

und der daraufhin eingetretenen Arbeitsunfähigkeit ein 

natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben 

sein. Ob vorliegend der natürliche Kausalzusammenhang 

zwischen einem der drei Unfälle und den geltend gemachten 

psychischen Schäden gegeben ist, braucht nicht geprüft zu 

werden. Wie im Folgenden zu zeigen ist, fehlt es nämlich an 

der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs. Nach 

der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen 

Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art 

des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt 

erscheint (BGE 117 V 382 Erw. 4a, 115 V 135 Erw. 4a, je mit 

Hinweisen). Massgebende Bedeutung kommt einem Unfall zu, 

wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit 

anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung 

dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 

wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - 

folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale bzw. leichte 

Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und 

schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich. 

Die Unfälle vom 11. Mai 1993 (Sturz von der Ladebrücke 

eines Lastwagens aus etwa einem Meter) und vom 9. Juni 1996 

(Sturz an einer Trottoirkante) fallen zweifellos in die Kategorie 

der leichten Unfälle. Der Carunfall vom 28. Oktober 

1995 ist hingegen als mittelschweres Ereignis einzustufen. 

Bei derartigen Unfällen lässt sich die Frage, ob zwischen 

Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, 

nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. 

Weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar 

mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte oder 

indirekte Folgen davon erscheinen, müssen erfüllt sein (BGE 

115 V 140 Erw. 6c/aa) und sind in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. 

Vorliegend kann dem Unfallgeschehen zwar eine 

gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden, doch 

liegen nicht besonders dramatischen Umstände vor. Die Art 

der Verletzungen (vgl. den Austrittsbericht des Spitals 

Y.________ vom 6. November 1995 und das Arztzeugnis UVG des 

Dr. B.________ vom 11. Januar 1995) kann nicht als schwer 

bezeichnet werden. Die ärztliche Behandlung hat nicht ungewöhnlich 

lang gedauert. Ärztliche Fehlbehandlungen mit 

Verschlimmerung der Unfallfolgen oder ein schwieriger Heilungsverlauf 

mit erheblichen Komplikationen haben sich 

nicht ergeben. Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit waren 

nicht von besonderem Ausmass. Demnach ist keines der von 

der Rechtsprechung für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs 

bei mittelschweren Unfällen entwickelten Kriterien 

erfüllt. Das Ereignis vom 28. Oktober 1995 war nach 

seiner Art und Schwere daher nicht geeignet, psychische 

Störungen hervorzurufen, wie sie der Beschwerdeführer geltend 

macht. Nach dem Gesagten besteht somit kein Anspruch 

auf eine Invalidenrente. Der vorinstanzliche Entscheid ist 

daher im Rentenpunkt nicht zu beanstanden. 

 

bb) Was die Integritätsentschädigung anbelangt, wird 

auf die sorgfältigen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen. Weder aus den nur summarisch begründeten 

Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde noch aus 

den Akten ergeben sich Hinweise dafür, dass die rechtliche 

Würdigung fehlerhaft sein könnte. 

 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht 

des Kantons Zug und dem Bundesamt für Sozialversicherung zugestellt. 

 

Luzern, 26. Juni 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der II. Kammer: 

 

 

 

Der Gerichtsschreiber: