# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89908765-3d1c-5470-9e50-83f21db8eb32
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.03.2024 D-1208/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1208-2019_2024-03-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1208/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  M ä r z  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, 

Richter Daniele Cattaneo, 

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Christian Jungen, 

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 8. Februar 2019 / N (…). 

 

 

 

D-1208/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer gelangte am 12. September 2016 in die 

Schweiz und ersuchte tags darauf um Asyl nach. 

A.b Am 22. September 2016 wurde er summarisch vom SEM befragt (Be-

fragung zur Person [BzP]). Am 24. November 2016 wurde eine Anhörung 

zu seinen Asylgründen durchgeführt und am 20. Dezember 2016 erfolgte 

eine ergänzende Anhörung. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er geltend, nach dem (…)ab-

schluss im Jahr 2010 habe er für die (…) Firma (…) (nachfolgend: […]), 

welche in Afghanistan als Vertretungsfirma des Militärs tätig und den (…) 

Truppen respektive dem (…) unterstellt sei, als (…) gearbeitet. (…) 2011 

sei er in die Provinz B._______ entsandt worden, wobei er bei Einsätzen 

zur Bekämpfung des illegalen Betäubungsmittelhandels (…) habe. Wäh-

rend eines Einsatzes sei es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung ge-

kommen, wobei er auf der Flucht sein privates Telefon verloren habe. Nach 

rund einem Jahr während eines Urlaubs in C._______, sei er von Männern, 

welche er von einer Drogenrazzia aus B._______ gekannt habe, bedroht 

und aufgefordert worden, seine Tätigkeit als (…) bei den ausländischen 

Truppen aufzugeben. Diese hätten sein privates Handy, welches er in 

B._______ verloren habe, dabeigehabt. In der Folge habe er sich zusam-

men mit seinen Eltern und Geschwistern bei seinem Onkel väterlicherseits, 

welcher ein paar Strassen weiter im selben Quartier gewohnt habe, ver-

steckt. In derselben Nacht sei ihr zu Hause angegriffen worden. Nach sei-

ner Rückkehr nach B._______ habe er seinem Sicherheitsberater von den 

Vorkommnissen in C._______ berichtet. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass 

er seine Familie nicht schützen könne. Als er dann um einen Sonderurlaub 

gebeten habe, sei ihm gekündigt worden. (…) 2012 sei er deshalb wieder 

zu seiner Familie nach C._______ zurückgekehrt. In seinem Wohnquartier 

seien Plakate mit einem Foto von ihm aufgehängt worden, worauf er unter 

anderem als „Ungläubiger“ beschimpft worden sei. Obwohl er die Bedro-

hungslage bei der Polizei zur Anzeige gebracht habe, sei diese untätig ge-

blieben. Aufgrund der schwierigen Situation in C._______ sei er schliess-

lich mit seiner Familie in die Stadt D._______ geflohen. Nach (…) Monaten 

habe er bei der Firma (…) als (…) zu arbeiten begonnen. Nur wenige Wo-

chen später sei er wiederum ins Blickfeld seiner Verfolger geraten. Die Ta-

liban hätten versucht, ihn während der Taxifahrt zu seiner Arbeitsstelle zu 

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entführen. Dieser erste Entführungsversuch sei jedoch an einer Polizeikon-

trolle gescheitert. Beim zweiten Versuch sei er in ein abgelegenes Haus 

gebracht worden. Durch Angehörige der (…) sei er schliesslich befreit wor-

den. Nach diesem Vorfall sei er nach C._______ versetzt worden, wobei er 

für das Unternehmen (…) im Militärcamp der (…) tätig gewesen sei. Nach-

dem er wiederum ins Blickfeld der Taliban und Al-Qaida geraten sei, wobei 

es zu Zwischenfällen bei der Zugangskontrolle ins Militärcamp gekommen 

sei, er auf seinem Arbeitsweg und in seinem Wohnquartiert verfolgt worden 

sei und zudem neue Plakate mit seinem Bild aufgehängt worden seien, 

habe er im (…) 2014 schliesslich mit seiner Tätigkeit aufgehört. Er habe 

sich daraufhin mit seiner Familie in C._______ versteckt. Im Jahr 2015 sei 

sein Antrag für ein (…) Visum, welches er bereits im Jahr 2011 beantragt 

habe, endgültig abgelehnt worden. Aufgrund der weiterhin fortdauernden 

Bedrohungslage sei er schliesslich im (…) 2015 illegal aus Afghanistan via 

Pakistan in den Iran geflüchtet. Nach acht Monaten sei er von dort aus 

weiter in die Türkei gereist und anschliessend via Griechenland in die 

Schweiz gelangt. 

A.c Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens wurden die nachfolgenden 

Unterlagen als Beweismittel zu den Akten gereicht: 

- eine afghanische ID-Karte (Tazkara) mit englischer Übersetzung, 

- zwei Bankkarten (in Kopie, wobei ihm die beiden Originale wieder aus-

gehändigt wurden), 

- ein Zugangsbadge für das Militärcamp "(…)" (im Original), 

- ein Ausweis des (…) (im Original), 

- ein Matura-Zeugnis des (…) (im Original), 

- eine Teilnahmebestätigung eines (…)-Kurses vom (…) 2011 (im Origi-

nal), 

- ein Zertifikat eines (…)-Trainings vom (…) 2011 (im Original), 

- drei Empfehlungsschreiben des (…) vom (…) 2011, (…) 2011 und 

(…) 2011 (im Original), 

- ein Anerkennungszertifikat des (…) (im Original), 

- eine Arbeitsbestätigung der (…) vom (…) 2014 (in Kopie), 

- ein Sicherheitszertifikat vom (…) (im Original), 

- ein Empfehlungsschreiben des (…) vom (…) 2014 (in Kopie), 

- zwei Arbeitsbestätigungen der (…) vom (…) 2014 und vom (…) 2014 

(in Kopie), 

- ein Anerkennungszertifikat der (…) (im Original), 

- eine Kopie eines gefälschten (…) Reisepasses, 

- diverse Unterlagen von der Registrierung in Griechenland (im Original). 

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Seite 4 

B.  

Mit Verfügung vom 8. Februar 2019 – eröffnet am 12. Februar 2019 – 

stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch 

seinen Rechtsvertreter – mit Eingabe vom 11. März 2019 (Datum Post-

stempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die 

Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung betreffend Ablehnung Asylge-

such und Wegweisung, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und 

die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme und subeventualiter die Rückweisung der Angelegenheit zur ver-

tieften Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Weiter sei der Vollzug der Wegweisung bis zum Entscheid über die Be-

schwerde auszusetzen und die kantonalen Behörden entsprechend anzu-

weisen. 

Der Beschwerde beigelegt waren eine Kopie der angefochtenen Verfü-

gung, eine Vollmacht vom 4. März 2019 sowie eine Substitutionsvollmacht 

vom 22. Juli 2018, Kopien der Protokolle der BzP, der Anhörung und der 

ergänzenden Anhörung, eine Kopie des Beweismittelverzeichnisses des 

N-Dossiers des Beschwerdeführers, drei Kopien von Fotos, Referenz-

schreiben von E._______, F._______, G._______ und H._______ sowie 

eine Fürsorgebestätigung der (…) vom 27. Februar 2019.

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Seite 5 

D.  

D.a Mit Zwischenverfügung vom 21. März 2019 stellte die Instruktionsrich-

terin fest, dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zukommt und der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in 

der Schweiz abwarten darf. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gut 

und verzichtet auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Ferner wurde 

die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

D.b Das SEM nahm in seiner Vernehmlassung vom 4. April 2019 zur Be-

schwerde Stellung. 

E.  

E.a Die Instruktionsrichterin stellte dem Beschwerdeführer die Vernehm-

lassung am 8. April 2019 zu und räumte ihm Gelegenheit ein, eine Replik 

sowie entsprechende Beweismittel einzureichen. 

E.b Der Beschwerdeführer replizierte innert erstreckter Frist mit Eingabe 

vom 8. Mai 2019. 

In der Beilage wurde eine Kopie eines Schreibens von I._______ vom 

5. Mai 2019, einen Auszug einer (…)-Konversation zwischen dem Be-

schwerdeführer und J._______ sowie zwei Fotokopien, worauf der Be-

schwerdeführer mit J._______ zu sehen sein soll, zu den Akten gereicht. 

F.  

Mit Eingabe vom 10. Juni 2019 liess der Beschwerdeführer einen ärztli-

chen Bericht von K._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-

pie am (…), vom 25. April 2019 ins Recht legen. 

G.  

G.a Mit Verfügung vom 8. Dezember 2020 gab die Instruktionsrichterin 

dem Beschwerdeführer die Möglichkeit allfällige Ergänzungen und Beweis-

mittel zu seiner aktuellen gesundheitlichen Situation einzureichen. 

G.b Innert erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am 25. Ja-

nuar 2021 einen weiteren ärztlichen Bericht von K._______, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie am (…), vom 21. Januar 2021 ein.

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Seite 6 

H.  

H.a Mit Verfügung vom 18. Februar 2021 lud die Instruktionsrichterin das 

SEM zu einer weiteren Vernehmlassung ein. 

H.b Am 4. März 2021 liess sich die Vorinstanz vernehmen. 

I.  

I.a Mit Verfügung vom 8. März 2021 wurde dem Beschwerdeführer Gele-

genheit eingeräumt, eine Triplik und allfällige entsprechende Beweismittel 

einzureichen. 

I.b Mit seiner zweiten Replik vom 23. März 2021 nahm der Beschwerde-

führer durch seinen Rechtsvertreter zur Duplik des SEM Stellung. 

J.  

J.a Mit Schreiben vom 23. August 2021 erkundigte sich der Beschwerde-

führer nach dem Verfahrensstand und machte mit Verweis auf entspre-

chende Links von diversen Webseiten auf die aktuelle und veränderte Lage 

in Afghanistan seit der Machtübernahme der Taliban aufmerksam, welche 

beim Entscheid zu berücksichtigen sei. 

J.b Die Instruktionsrichterin beantwortete die Verfahrensstandsanfrage am 

25. August 2021. 

K.  

K.a Am 8. Februar 2022 wurde der Vorinstanz erneut die Gelegenheit zu 

einer weiteren Vernehmlassung gegeben. 

K.b Mit Verfügung vom 17. Februar 2022 hob das SEM die Dispositivzif-

fern 3–5 des Asylentscheids vom 8. Februar 2019 wiedererwägungsweise 

auf und gewährte dem Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. 

K.c In der Folge forderte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer 

mit Zwischenverfügung vom 23. Februar 2022 auf, innert Frist mitzuteilen, 

ob er an seiner Beschwerde angesichts der veränderten Sachlage (vgl. 

Bst. K.b hiervor) zurückziehen wolle, soweit sie nicht gegenstandslos ge-

worden sei, und teilte mit, bei ungenutzter Frist werde vom (vollumfängli-

chen) Festhalten an der Beschwerde ausgegangen. 

K.d Der Beschwerdeführer liess die angesetzte Frist ungenutzt verstrei-

chen.  

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Seite 7 

L.  

Am 10. Oktober 2023 ersuchte die Instruktionsrichterin die Vorinstanz um 

Einreichen einer ergänzenden Vernehmlassung. Am 23. Oktober reichte 

die Vorinstanz eine Vernehmlassung zu den Akten, wobei sie an ihren Er-

wägungen festhielt. Mit Eingabe vom 23. November 2023 replizierte der 

Beschwerdeführer.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des Asylgesetzes (AsylG) vom 

26. Juni 1998 in Kraft getreten (AS 2016 3101). Für das vorliegende Ver-

fahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 des Asylgesetzes [AsylG, SR 142.31]) 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Nachdem das SEM mit Verfügung vom 17. Februar 2022 die Dispositivzif-

fern 3–5 der angefochtenen Verfügung wiedererwägungsweise aufgeho-

ben und dem Beschwerdeführer infolge Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges die vorläufige Aufnahme gewährt hat (vgl. Bst. K.b hiervor), 

ist die Beschwerde – soweit sie den Vollzug der Wegweisung betrifft – als 

gegenstandslos abzuschreiben. Als materiell zu beurteilender Verfahrens-

gegenstand verbleibt somit vorliegend die Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft, des Asyls und der Wegweisungsanordnung als solcher. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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Seite 8 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

4.  

4.1 In der Beschwerdeeingabe wurden formelle Rügen erhoben, welche 

vorab zu beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sein könnten, eine 

Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 

E. 4.2). 

4.2  

4.2.1 Der Beschwerdeführer brachte auf Beschwerdeebene vor, er sei 

gleich im Anschluss an die zweite Anhörung über die Modalitäten der Rück-

kehrhilfe aufgeklärt worden (vgl. Beschwerde S. 11, Rz. 38 und erste Rep-

lik, S. 4). Dies sei im Anschluss an eine Asylanhörung völlig verfehlt und 

erwecke den Anschein, dass die für den Entscheid verantwortliche Fach-

spezialistin des SEM sich bereits über die Angelegenheit entschieden 

habe. Dementsprechend müssten die zuständige Sachbearbeiterin und ihr 

Sektionschef in den Ausstand treten. 

4.2.2 Der Anspruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung 

ergibt sich aus Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. Urteile des BVGer D-35/2019 vom 

11. März 2019 E. 8.2; D-5754/2018 vom 29. November 2018 E. 4.2, je 

m.w.H.). Danach hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwal-

tungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf 

Beurteilung innert angemessener Frist. Art. 29 Abs. 1 BV wird durch Art. 10 

Abs. 1 VwVG konkretisiert, welcher die Gründe für den Ausstand von Per-

sonen benennt, die eine Verfügung zu treffen oder vorzubereiten haben 

(vgl. STEPHAN BREITENMOSER/MARION SPORI FEDAIL in: Bernhard Wald-

mann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 

2. Aufl. 2016, Art. 10, N 17). 

Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Beurteilung durch eine unpar-

teiische und unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Aus-

standsvorschriften sind sowohl auf Personen anwendbar, welche einen 

Entscheid alleine oder zusammen mit anderen zu fällen haben, als auch 

auf Personen, welche an einem Entscheid in irgendeiner Form mitwirken 

und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können, sei es be-

ratend oder instruierend (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der 

Verwaltung, 2002, S. 74; RETO FELLER/PANDORA KUNZ-NOTTER, in: 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2018 N 5 zu Art. 10 VwVG). Für die 

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Annahme von Zweifeln an der Unparteilichkeit genügen nach gefestigter 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung Umstände, welche objektiv geeignet 

sind, den Anschein einer Voreingenommenheit oder einer Gefährdung der 

Unparteilichkeit aufkommen zu lassen. Das Misstrauen in die Unparteilich-

keit muss objektiv und durch vernünftige Gründe gerechtfertigt sein 

(vgl. BGE 127 I 196 E. 2b, BGE 119 V 456 E. 5b; SCHINDLER, a.a.O., 

S. 91 f.). Eine tatsächliche Befangenheit wird laut bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung für den Ausstand nicht verlangt. Es genügt, wenn Um-

stände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befan-

genheit zu begründen vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_234/2007 vom 31. Januar 2008 E. 4.3, mit Hinweisen; Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts B-4632/2010 vom 21. April 2011 E. 3.2). 

4.2.3 Im Zusammenhang mit der geltend gemachten Voreingenommenheit 

der Fachspezialistin des SEM ist dem Protokoll der ergänzenden Anhörung 

zu entnehmen, dass nach Abschluss der zur Erstellung des Sachverhalts 

gestellten Fragen zunächst eine Rechtsbelehrung und anschliessend eine 

Information zur Rückkehrhilfe erfolgte. Dabei teilte die Befragerin dem Be-

schwerdeführer mit, dass für Personen aus dem Asylbereich, die selbstän-

dig und pflichtgemäss in ihr Heimatland zurückkehren, in der Schweiz ein 

Rückkehrhilfeangebot existiere. Überdies wurde auch auf die Möglichkeit 

der Rückkehrberatung hingewiesen, wobei jedoch ausdrücklich darauf auf-

merksam gemacht wurde, dass eine solche keinen Einfluss auf ein noch 

hängiges Verfahren habe (vgl. SEM-Akte A17, S. 10). Allein in dieser Infor-

mation lässt sich keine Befangenheit der Befragerin erkennen. So ist 

durchaus zulässig, dass die Befragerin oder der Befrager einer asylsu-

chenden Person nach der Anhörung Auskünfte über die Rückkehrhilfe er-

teilen kann. Solche haben mit der gebotenen Vorsicht und Zurückhaltung 

zu erfolgen. Dies trifft im vorliegend zu beurteilenden Fall zu, erging der 

Hinweis doch in neutraler Weise, ohne den Verfahrensausgang zu präjudi-

zieren. Demgemäss ist das Verhalten der Fachspezialistin bei der zweiten 

Anhörung in keiner Weise zu beanstanden. Damit ist dem Ausstandsbe-

gehren in Bezug auf den Sektionschef von vornherein die Grundlage ent-

zogen. 

4.3  

4.3.1 Des Weiteren rügte der Beschwerdeführer in seinen Rechtsmittelein-

gaben die Qualität der vorinstanzlichen Befragungen (vgl. Beschwerde 

S. 9, Rz. 28 und Replik S. 3). Das SEM habe, wenn überhaupt, nur äus-

serst vage Detailfragen gestellt und nicht nach Sachverhalten geforscht, 

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Seite 10 

welche für seine Aussagen sprechen würden. Durch diese ungenügende 

Befragungstechnik sei sein rechtliches Gehör verletzt worden. 

4.3.2  

4.3.2.1 Im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsverfahren auch – gilt 

der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Danach 

muss die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus abklären. 

Sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den Entscheid notwendi-

gen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsrelevanter Tatsachen 

(vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUSKOPF/EMMENEG-

GER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Ver-

waltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG). Der 

Untersuchungsgrundsatz gilt nicht uneingeschränkt, er findet seine Grenze 

an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG; 

vgl. zum Ganzen BVGE 2012/21 E. 5.1 m.w.H.). 

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet 

einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und ak-

tenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt 

wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Untersuchungsma-

xime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder nicht alle für 

die Entscheidung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl. 

dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BINDER, in: Kommentar zum Bundes-

gesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 

N 16). 

4.3.2.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; 

BVGE 2013/23 E. 6.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1). 

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Seite 11 

4.3.3 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zu Beginn der 

beiden Anhörungen über seine Rechte und Pflichten im Asylverfahren auf-

merksam gemacht wurde (vgl. SEM-Akten A14, S. 2 und A17, S. 2). Ent-

sprechend durfte ihm die Tragweite der vertieften Anhörungen bewusst ge-

wesen sein, zumal er ebenfalls am Anfang jeweils auf deren Zweck 

– Sammlung aller Angaben, die eine Behandlung des Asylgesuchs ermög-

lichen – offenbar explizit hingewiesen wurde (vgl. SEM-Akten A14, S. 1 

und A17, S. 1). Gemäss Protokoll der ersten Anhörung konnte sich der Be-

schwerdeführer ausführlich und über weite Strecken in freier Rede zu sei-

nen Gesuchsgründen äussern (vgl. SEM-Akte A14, F78, F80 und F100). 

Anschliessend erhielt er Gelegenheit, seine freien Angaben auf zahlreiche 

Nachfragen der Vorinstanz zu ergänzen (vgl. SEM-Akte A14, F81 ff und 

F101 ff.). Angesichts der fortgeschrittenen Zeit – die Anhörung wurde um 

19:25 Uhr beendet (vgl. SEM-Akte A14, S. 17) – wurde die vertiefte Befra-

gung unterbrochen. In der darauffolgenden Anhörung wurden ihm dann 

weitere Ergänzungsfragen zu seinen Asylmotiven gestellt (vgl. SEM-

Akte A17, F3 ff.). Als er am Schluss der zweiten Anhörung gefragt wurde, 

ob es noch weitere Gründe gebe, die er nicht erwähnt habe, welche gegen 

eine Rückkehr nach Afghanistan sprechen würden, antwortete er mit einer 

Gegenfrage und wollte wissen, ob all die Gründe, welche er dargelegt und 

all die Dokumente, welche er eingereicht habe, nicht genug gewesen 

seien, denn er habe all seine Asylgründe vorgebracht (vgl. SEM-Akte A17, 

F62). Nach eingehender Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwal-

tungsgericht zum Schluss, dass die Anhörungen nicht zu beanstanden sind 

und die entscheidwesentlichen Fragen zur Ermittlung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts gestellt wurden. Dass die Vorinstanz dabei nur vage 

Detailfragen gestellt oder nicht nach Sachverhalten geforscht haben soll, 

welche für seine Aussagen gesprochen hätten, findet in den Anhörungs-

protokollen keine Stütze. Abgesehen davon ist aus dem Untersuchungs-

grundsatz keine konkrete Befragungstechnik abzuleiten. Der Beschwerde-

führer wäre im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht denn auch 

gehalten gewesen, allfällige und aus seiner Sicht wesentliche Sachverhalt-

selemente selbständig vorzubringen. Vorliegend hat das SEM demnach 

den Sachverhalt hinreichend erstellt und ist dabei seiner Abklärungspflicht 

in rechtsgenügender Weise nachgekommen. Der Vollständigkeit halber ist 

festzuhalten, dass die Vorinstanz nicht gehalten war, sich in ihrem Ent-

scheid mit sämtlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinanderzu-

setzen. Sie hat sich – in Erfüllung ihrer Begründungspflicht als Teilgehalt 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör – mit den für sie entscheidrelevanten 

Angaben des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihm mit der vor-

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Seite 12 

liegenden Begründung ermöglicht, den Entscheid sachgerecht anzufech-

ten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder der Untersuchungsma-

xime liegt nach dem Gesagten nicht vor. 

4.4 Schliesslich ist auch die Rüge des Beschwerdeführers, wonach es 

während den beiden Anhörungen zu Verständigungsschwierigkeiten mit 

der Dolmetscherin gekommen sei, weshalb er befürchte, dass sie seine 

Aussagen unvollständig übersetzt habe (vgl. Beschwerde, S. 11, Rz. 39), 

unbegründet. Den Anhörungsprotokollen sind keine Missverständnisse zu 

entnehmen, die auf eine mangelhafte Übersetzung zurückzuführen wären. 

Hätte es tatsächlich Verständigungsschwierigkeiten gegeben, hätte der 

Beschwerdeführer dies in jenen Momenten oder zumindest zeitnah vor-

bringen müssen. Stattdessen hat er sich mit einer Befragung in diesem 

Setting einverstanden erklärt. So hat er zu Beginn der Anhörungen jeweils 

versichert, die Dolmetscherin zu verstehen (vgl. SEM-Akten A14, F1 und 

A17, F1). Sodann hat er nach den Rückübersetzungen unterschriftlich be-

stätigt, dass die Protokolle vollständig und richtig seien sowie seinen freien 

Ausführungen entsprechen würden (vgl. SEM-Akten A14, S. 17 und A17, 

S. 11). Bezeichnenderweise sah sich die während den Anhörungen anwe-

sende Hilfswerkvertretung (HWV) nicht zu Beobachtungen, Anmerkungen 

oder Einwänden in Bezug auf Übersetzungsprobleme veranlasst 

(vgl. SEM-Akten A/14 und A17, Unterschriftenblätter der HWV gemäss 

Art. 30 Abs. 4 AsylG). Der Beschwerdeführer muss sich folglich auf seine 

Aussagen an der BzP und der Anhörung und daraus allenfalls resultierende 

Unstimmigkeiten behaften lassen. 

4.5 Nach dem Gesagten erweisen sich die erhobenen Rügen der Verlet-

zung des formellen Rechts als unbegründet. Das Subeventualbegehren, 

es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Abklä-

rung und Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen 

Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen 

(Rechtsbegehren 4), ist demzufolge abzuweisen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

D-1208/2019 

Seite 13 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG, wenn sie Nachteile bestimmter Intensität erlitten hat respektive mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeter-

weise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss entfernte 

Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen konkrete 

Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch und nach-

vollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Massgeblich für 

die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des 

Asylentscheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu dienen, einen 

Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern bezweckt, Schutz 

vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4). Verände-

rungen der objektiven Situation im Heimat- oder Herkunftsstaat zwischen 

Ausreise und Asylentscheid sind zugunsten und zulasten der asylsuchen-

den Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.6, 2008/34 E. 7.1 

und 2008/12 E. 5.2). Objektive Nachfluchtgründe sind dann gegeben, 

wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Ein-

fluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von Verfol-

gung bedrohten Person ist in diesen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zu-

zuerkennen und Asyl zu gewähren. 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 

Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. beispielsweise BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz kam in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch an die Flüchtlingseigen-

schaft gemäss Art. 3 AsylG standhalten würden. Das SEM erachtete die 

Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er aufgrund seiner Tätigkeit 

D-1208/2019 

Seite 14 

für verschiedene ausländische Unternehmen respektive aufgrund der mit 

dieser Tätigkeit einhergehenden Zusammenarbeit mit internationalen Trup-

pen wiederholt ins Blickfeld von nichtstaatlichen Gruppen und/oder Perso-

nen geraten sei und in ständiger Angst vor gegen ihn und seine Familien-

angehörigen gerichteten Verfolgungsmassnahmen gelebt habe, als un-

glaubhaft. Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids wurde ausge-

führt, der Beschwerdeführer habe die Bedrohungslage, welche für seine 

Ausreise kausal gewesen sei, unsubstantiiert, vage und ohne erlebnisba-

sierte Details geschildert. Gezielte Nachfragen habe er ausweichend be-

antwortet und er habe wiederholt von Vorfällen berichtet, welche nicht ihn 

persönlich, sondern seine Arbeitskollegen betroffen hätten. Insgesamt 

habe er die dargelegten Befürchtungen nicht an konkreten Anhaltspunkten 

festmachen können. Inwiefern die dargelegte Bedrohungslage für seine 

Ausreise kausal gewesen sein soll, habe er nicht substantiiert darzulegen 

vermocht. Ausgesprochen pauschal habe er hierzu erklärt, die Lage habe 

sich zusätzlich verschlechtert, nachdem er im (…) 2014 seine Tätigkeit als 

(…) aufgegeben habe. Auch seine Angaben zum wiederholten Umzug in-

nerhalb seines Wohnquartiers in C._______ seien vage geblieben. Ferner 

seien seine Aussagen zu den angeblich erfolglosen Bemühungen, bei den 

heimatlichen Behörden Schutz zu suchen, schemenhaft geblieben. Auch 

wenn sich die Sicherheitslage in C._______ in den letzten Jahren eher ver-

schlechtert als verbessert habe, bestünden keine Anhaltspunkte dafür, 

dass die Schutzwilligkeit und -fähigkeit der Behörden bei Verfolgungs-

massnahmen durch nichtstaatliche Dritte nicht gewährleistet sei. Damit 

entstehe der Eindruck, dass es sich bei der dargestellten Bedrohungssitu-

ation lediglich um ein Konstrukt handle. Angesichts der dargelegten Un-

glaubhaftigkeit der Vorbringen werde unter Vorbehalt auf eine vertiefte Prü-

fung der Asylrelevanz verzichtet. Die eingereichten Beweismittel würden 

an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, zumal diese zwar die 

vorgebrachten Anstellungen als (…), nicht aber allfällige daraus resultie-

rende Verfolgungsmassnahmen belegen würden. Zwar werde grundsätz-

lich nicht angezweifelt, dass er im geltend gemachten Umfang als (…) für 

die erwähnten Unternehmen gearbeitet habe, und auch wenn nicht in Ab-

rede gestellt werde, dass Personen, welche für internationale Sicherheits-

kräfte arbeiten einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien zur Zielscheibe von 

Angriffen nichtstaatlichen Gruppen zu werden, vermöchten seine Tätigkei-

ten als (…) kein Profil zu begründen, welches per se eine flüchtlingsrele-

vante Gefährdung im Heimatstaat befürchten liessen. Die geltend gemach-

ten Schwierigkeiten, welche sich im Iran und damit einem Drittstaat ereig-

net hätten, beziehungsweise den geltend gemachten Befürchtungen, wel-

D-1208/2019 

Seite 15 

che sich auf künftige Ereignisse im Iran beziehen würden, könnten asyl-

rechtlich nicht in Betracht gezogen werden. Demzufolge erfülle der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, sodass sein Asylgesuch 

abzulehnen sei. 

6.2 Der Beschwerdeführer wendete in seiner Rechtsmitteleingabe hinsicht-

lich der Flüchtlingseigenschaft ein, zur Situation von (…) in Afghanistan 

gebe es eine reichhaltige Gerichtspraxis. Exemplarisch wurde hierbei auf 

das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3394/2014 vom 26. Okto-

ber 2015 verwiesen. Nach wie vor seien Personen, welche mit internatio-

nalen Truppen zusammenarbeiten würden, asylrelevanter Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz 

sei auch er in Afghanistan einer Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt ge-

wesen. So sei er sowohl in C._______ als auch in D._______ mehrmals 

bedroht und aufgefordert worden, seine Arbeit für die internationalen Trup-

pen aufzugeben. In der Folge sei er in D._______ zweimal gekidnappt wor-

den, was von seinem ehemaligen Arbeitgeber bestätigt werde, und an sei-

nem Wohnort in C._______ seien Plakate mit seinem Konterfei aufgehängt 

worden. Ausschlaggebend für seine Flucht nach D._______ sei denn auch 

die Tatsache gewesen, dass bewaffnete Männer vor seinem Haus in 

C._______ aufgetaucht seien, nachdem diese ihn gleichentags auf der 

Strasse angesprochen und bedroht hätten. Indem die Vorinstanz die asyl-

rechtliche Relevanz dieses Sachverhalts nicht berücksichtige, verletzte sie 

Art. 3 AsylG. Sodann erachtete der Beschwerdeführer die Argumentation 

der Vorinstanz, wonach seine Aussagen die Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht erfüllen würden, als nicht überzeu-

gend. Hierzu wurde ausgeführt, die Vorinstanz habe sich fälschlicherweise 

darauf beschränkt, seine Aussagen auf inhaltliche Besonderheiten zu prü-

fen und habe es unterlassen, einen Strukturvergleich, welcher bei der in-

haltlichen Analyse von Aussagen entscheidend sei, vorzunehmen. Unter 

Verweis auf einzelne Passagen in den Befragungen machte er geltend, er 

habe faktenbasiert und effizient, aber doch mit der nötigen Detailgenauig-

keit über Kernbereich und Nebensächlichkeiten berichtet und dennoch 

würden sich seine Aussagen im Kernbereich qualitativ nicht von denjeni-

gen zu Nebensächlichkeiten unterscheiden. Seine Erzählkompetenz spre-

che für eine erlebnisbasierte Aussage. Seine Ausführungen würden zudem 

Realkennzeichen enthalten, welche von der Vorinstanz nicht berücksichtigt 

worden seien. Seine Aussagen seien logisch konsistent, widerspruchsfrei 

und in zeitlicher und örtlicher Hinsicht nachvollziehbar. Das SEM habe mit 

seiner Würdigung des Sachverhalts Art. 7 AsylG verletzt und zahlreiche 

D-1208/2019 

Seite 16 

Fakten, welche für den Beschwerdeführer sprechen würden, unbeachtet 

gelassen. 

6.3 In ihrer Vernehmlassung vom 4. April 2019 führte die Vorinstanz zur 

heutigen Situation der Familienangehörigen des Beschwerdeführers und 

zu den fortdauernden Suchaktionen aus, diese seien nicht überprüfbar und 

könnten daher an der Glaubhaftigkeitseinschätzung in der angefochtenen 

Verfügung nichts ändern. Die eingereichten Scankopien der Fotos, womit 

er in C._______ von seinen Verfolgern gesucht worden sei, seien ebenfalls 

nicht geeignet die vermeintlich weiterhin bestehende Bedrohungssituation 

zu belegen, denn die Angaben, wonach sich die Fotos in den Händen sei-

ner Verfolger befunden hätten und vom Bruder sichergestellt worden seien, 

seien ebenfalls nicht nachprüfbar. Des Weiteren könne er aus dem Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts D-3846/2017 vom 17. Juli 2017 nichts ab-

leiten, denn wie bereits im angefochtenen Asylentscheid festgehalten wor-

den sei, könne ihm die als kausal dargestellte Bedrohungslage in 

C._______ nicht geglaubt werden. Auch die geltend gemachten Vorfälle in 

D._______ seien nicht kausal für seine Ausreise gewesen, da er sich bis 

zu seiner Ausreise noch ein (…) Jahr in C._______ aufgehalten habe. Folg-

lich könne diesbezüglich auch auf eine vertiefte Glaubhaftigkeitsprüfung 

verzichtet werden. Bei den vorgebrachten Ereignissen in D._______ würde 

es sich ohnehin um lokal begrenzte Verfolgungsmassnahmen im Zusam-

menhang mit seiner kurzzeitigen Tätigkeit im Militärcamp der ISAF han-

deln. Soweit er schliesslich vorgebracht habe, er sei nicht angehalten wor-

den, die Bedrohungssituation genauer zu beschreiben, entgegnete das 

SEM, es sei ihm anlässlich der ersten Anhörung Gelegenheit gegeben wor-

den, sich frei zur angeblichen Bedrohungssituation zu äussern und die in 

der Beschwerdeschrift dargelegten Zusammenhänge aufzuzeigen. 

6.4 Mit seiner Replik reichte der Beschwerdeführer neue Beweismittel zu 

den Akten, welche sich auf die Bedrohungslage, der er in D._______ aus-

gesetzt gewesen sei, beziehen würden. Hierzu führte er aus, auch wenn 

diese Ereignisse nicht unmittelbar kausal für seine Ausreise gewesen 

seien, könne er damit die glaubhaft gemachten erlittenen Verfolgungen mit-

tels handfesten Beweisen untermauern. Alsdann stimmte er zwar dem 

SEM zu, dass sich die aktuelle Situation seiner Familie und die fortdauern-

den Suchaktionen nach ihm nicht mit unabhängigen Quellen überprüfen 

lassen würden, brachte jedoch auch vor, es könne nicht angehen, dass er 

die Folgen dieser Beweislosigkeiten tragen müsse. Er belege diese Vor-

bringen durch seine glaubhaften Aussagen und die eingereichten Bilder, 

womit er seine Mitwirkungspflicht vollumfänglich erfülle. Sodann würden 

D-1208/2019 

Seite 17 

auch weiterhin keine besonders günstigen Umstände für seine Rückkehr 

nach C._______ vorliegen. Die Vorinstanz bringe weiterhin keine konkre-

ten Aspekte vor, welche auf solche hinweisen, geschweige denn solche 

glaubhaft machen oder beweisen würden. Ferner sei das Urteil des BVGer 

D-3846/2017 vom 17. Juli 2017 zu berücksichtigen, weil das Bundesver-

waltungsgericht darin anerkenne, dass es in Afghanistan Personengrup-

pen gebe, welche einem höheren Risiko der Verfolgung ausgesetzt seien 

als der Rest der afghanischen Bevölkerung und er unbestrittenermassen 

zu einer Risikogruppe gehöre. Im Unterschied zu diesem Entscheid be-

stehe in seinem Fall jedoch eine Bedrohungslage. Er werde seit seiner Be-

teiligung an Drogenrazzien in B._______ verfolgt, was er durch diverse In-

dizien und Beweismittel belegt habe. Er sei denn auch in D._______ ge-

kidnappt worden, was er ebenfalls mit Beweismitteln bestätigt habe. Seine 

diesbezüglichen Tätigkeiten seien denn auch von der Vorinstanz nicht in 

Abrede gestellt worden. Alsdann gehe das SEM in seiner Vernehmlassung 

bezeichnenderweise mit keinem Wort auf die von ihm kritisierte Würdigung 

seiner Aussagen ein. 

6.5 In der Duplik vom 4. März 2021 hielt die Vorinstanz daran fest, dass die 

Ereignisse in D._______ für die Ausreise des Beschwerdeführers nicht als 

kausal erachtet würden, weshalb bewusst auf eine vertiefte Glaubhaftig-

keitsprüfung verzichtet worden sei. Es sei daher nicht ersichtlich, inwiefern 

die in diesem Zusammenhang neu eingereichten Beweismittel geeignet 

seien, an der Glaubhaftigkeitsbeurteilung in Bezug auf die (aktuelle) Be-

drohungslage in C._______ etwas zu ändern. Ein allfälliger Zusammen-

hang zwischen der Verfolgung in D._______ und der Bedrohungslage in 

C._______ werde in der Replik jedoch nicht dargelegt. Vor diesem Hinter-

grund könne darauf verzichtet werden, die Beweismittel vertieft zu würdi-

gen. Alsdann sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine aktuelle 

beziehungsweise fortdauernde Bedrohungslage glaubhaft zu machen. Es 

treffe nicht zu, dass sie aufgrund der Beweislosigkeit in Bezug auf die ak-

tuelle Situation auf die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen schliesse. Den-

noch sei es bisher auch auf Beschwerdeebene unterlassen worden, die 

vorgebrachten fortdauernden Suchaktionen und die damit zusammenhän-

gende Situation der Familie des Beschwerdeführers zu beschreiben. Fer-

ner sei es korrekt, dass sie sich in ihrer Vernehmlassung nicht mehr zur 

Beurteilung der Aussagequalität geäussert habe. Ergänzend hielt sie 

hierzu fest, die Glaubhaftigkeitsbeurteilung respektive die Beurteilung der 

Aussagequalität beruhe auf einer Gesamtbeurteilung. Dies bedeute jedoch 

nicht, dass sämtliche Instrumente beziehungsweise Methoden angewen-

D-1208/2019 

Seite 18 

det werden müssten. Je nach fallspezifischer Konstellation sei den ver-

schiedenen Beurteilungskriterien unterschiedliches Gewicht beizumessen. 

Jedenfalls gelange sie auch unter Berücksichtigung der Ausführungen in 

der Beschwerde zum Schluss, dass die Aussagen des Beschwerdeführers 

keine nennenswerten Realkennzeichen aufwiesen, welche für die Glaub-

haftigkeit einer fortwährenden Bedrohungssituation und der damit zusam-

menhängenden Befürchtungen sprechen würden.  

6.6 In seiner Triplik wurde zunächst vorgebracht, der Umstand, dass es 

dem Beschwerdeführer gelungen sei, für die Vorkommnisse in D._______ 

Beweise zu beschaffen, müsse zu einer neuen Würdigung der von ihm gel-

tend gemachten Geschehnisse führen. Der Vorwurf des SEM, wonach das 

gesamte Erlebnis konstruiert sei, sei bei dieser Ausgangslage nicht mehr 

haltbar. Es liege ein logischer und homogener Geschehnisablauf vor. Wei-

ter wurde hinsichtlich der Beurteilung der Aussagequalität unter Verweis 

auf die Ausführungen in der Beschwerde festgehalten, es könne nicht an-

gehen, dass die Vorinstanz lediglich sechs von 19 Kriterien würdige und 

etliche Kriterien, welche für den Beschwerdeführer sprechen würden, nicht 

berücksichtige. 

6.7 In der ergänzenden Vernehmlassung hielt die Vorinstanz im Wesentli-

chen fest, der Verweis auf politische Entwicklungen und hypothetische Zu-

kunftsszenarien reiche für die Annahme einer Verfolgungsgefahr nicht aus, 

es brauche weitere individuelle Risikofaktoren, die eine Gefährdung im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermögen. Praxisgemäss liessen sich 

Gruppen von Personen definieren, die in Afghanistan aufgrund ihrer Expo-

niertheit einem erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt seien. Seit August 

2021 seien zahlreiche Übergriffe gegenüber Personen aus diesen Risiko-

gruppen dokumentiert. Diese seien jedoch weder systematisch noch ein-

heitlich. Ein erhöhtes Risikoprofil vermöge für sich alleine eine Furcht vor 

flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung nicht zu begründen. Es bedürfe 

zusätzlicher risikoschärfender Elemente, um die abstrakte Gefährdung in-

dividuell zu konkretisieren. Beim Beschwerdeführer könne aufgrund seiner 

Tätigkeit als Dolmetscher in den Jahren 2010 bis 2014 nicht ausgeschlos-

sen werden, dass ihm eine gewisse Sichtbarkeit zugekommen sei, den vor-

liegenden Akten seien jedoch keine Hinweise zu entnehmen, wonach er 

aufgrund seiner Tätigkeit eine besondere Exponiertheit aufweise. Ange-

sichts des Umstands, dass er seine Tätigkeit vor bald zehn Jahren nieder-

gelegt haben wolle, erscheine es wenig wahrscheinlich, dass seitens der 

Taliban ein anhaltendes Interesse an seiner Person bestehe. Den vorlie-

D-1208/2019 

Seite 19 

genden Akten seien sodann auch keine konkreten Hinweise zu entneh-

men, wonach er persönlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt von den Taliban 

in Afghanistan gezielt gesucht würde. In Bezug auf eine allfällige Kollektiv-

verfolgung von ethnischen Hazara schiitischen Glaubens wurde festgehal-

ten, diese würden bei den Taliban zwar als ungläubig und minderwertig 

gelten und immer wieder Diskriminierungen erfahren, jedoch gebe es keine 

Berichte, wonach die Taliban Hazara ausschliesslich aus ethnischen oder 

konfessionellen Gründen festnehmen oder töten würden. Somit müsse 

derzeit nicht von einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden. Auch ku-

mulativ und unter Berücksichtigung der aktuellen Lage in Afghanistan ver-

möge das Profil des Beschwerdeführers, das ihm aufgrund seiner früheren 

Tätigkeit zukomme, sowie seine ethnische Zugehörigkeit keine objektive 

Furcht vor künftigen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen.  

6.8 Anlässlich seiner Replik informierte der Beschwerdeführer über den 

Tod seiner Ehefrau. Diese sei am 30. April 2022 von den Taliban umge-

bracht worden. Sie habe aufgrund der Machtübernahme der Taliban im Au-

gust 2021 bereits damals versucht zum Flughafen zu gelangen um auszu-

reisen, sei jedoch in eine Strassensperre der Taliban geraten, wo man sie 

durchsucht und die Dokumente zum Nachweis der Tätigkeit ihres Mannes, 

des Beschwerdeführers, gefunden habe. Sie sei in der Folge zurück nach 

Hause begleitet worden. In der Folge habe sich die ganze Nachbarschaft 

von der Familie distanziert. Diese habe ihren Wohnort gewechselt, sei aber 

dennoch gefunden worden von den Taliban. Sowohl die Ehefrau des Be-

schwerdeführers als auch deren Vater seien regelmässig von den Taliban 

drangsaliert worden und sie habe ihm mitgeteilt, sie fühle sich verfolgt. So 

sei sie am 30. April 2022 schliesslich umgebracht worden. Zum Beleg ihres 

Todes reichte der Beschwerdeführer Nachrichten ihres Bruders ein, da ein 

Todesschein zum aktuellen Zeitpunkt nicht erhältlich gemacht werden 

könne. Ferner ergebe sich aus internationalen Berichten, dass sich die Si-

tuation für Dolmetscher in Afghanistan seit der Machtübernahme durch die 

Taliban erneut verschlechtert habe. Als ehemaliger Dolmetscher, der Eth-

nie der Hazara angehörig und nun vor dem Hintergrund, dass seine Ehe-

frau Opfer der Verfolgung durch die Taliban geworden sei, bestehe eine 

klare Gefahr der Verfolgung für ihn. Die Schlussfolgerungen der Vo-

rinstanz, wonach für den Beschwerdeführer keine Verfolgungsgefahr be-

stehe, seien im Hinblick auf die aktuelle Situation in Afghanistan und die 

diesbezügliche Berichterstattung nicht nachvollziehbar und widerspreche 

sämtlichen Quellen. 

D-1208/2019 

Seite 20 

Dem mit der Eingabe eingereichten ärztlichen Verlaufsbericht vom 15. No-

vember 2023 ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass sich der Beschwer-

deführer seit dem 12. Februar 2021 in ambulanter Behandlung befinde, 

aufgrund depressiver Reaktion, Alkoholmissbrauchs, Schlafstörungen und 

latenter Suizidalität. Sein Zustand habe sich vorübergehend stabilisiert, 

wobei er nach der Machtübernahme durch die Taliban ein Stimmungstief 

erlitten und sich grosse Sorgen um seine Familie und seine Frau gemacht 

habe. Seine Herkunftsfamilie habe letztendlich nach Pakistan fliehen kön-

nen. Eine erneute Krise habe im Frühling 2022 stattgefunden, als seine 

Frau von den Taliban ermordet worden sei. Neben Trauer und Wut leide er 

unter massiven Schuldgefühlen. Im Sommer 2022 habe er sich psychisch 

wieder stabilisieren können im Rahmen des Beginns einer Vorlehre. Die 

Arbeit tue ihm gut. Im Sommer 2023 habe er eine zweijährige Lehre begin-

nen können.  

7.  

7.1  

7.1.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die während mehreren 

Jahren ausgeübten Tätigkeiten des Beschwerdeführers als (…) für auslän-

dische Unternehmen mit Bezug zu den (…) Streitkräften beziehungsweise 

den internationalen Sicherheitskräften nicht bezweifelte. Auch das Bundes-

verwaltungsgericht sieht keinen Anlass, diese Angaben in Frage zu stellen. 

So äusserte er sich in den Befragungen substantiiert zu seinen Tätigkeiten 

(vgl. SEM-Akten A8, Ziff. 1.17.05 und A14, F45 ff. und F80) und belegte 

seine Anstellungen mit zahlreichen Beweismitteln (vgl. SEM-Akte A18 [Be-

weismittelcouvert], Beweismittel 2, 3, 7–10 und 12–14).  

7.1.2 Gemäss langjähriger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts lassen sich bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan 

Gruppen von Personen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem 

erhöhten Verfolgungsrisiko ausgesetzt sind (vgl. hierzu Referenzurteil des 

Bundesverwaltungsgerichts D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 E. 6 ff.). 

Dazu gehören unter anderem Personen, welche der afghanischen Regie-

rung oder der internationalen Gemeinschaft inklusive den internationalen 

Militärkräften nahestehen oder als Unterstützer derselben wahrgenommen 

werden sowie westlich orientierte oder der afghanischen Gesellschaftsord-

nung aus anderen Gründen nicht entsprechende Personen (vgl. hierzu 

United Nations High Commissioner for Refugees [UNHCR], Eligibility Gui-

delines for Assessing the International Protection Needs of Asylum-See-

kers from Afghanistan, 30. August 2018, S. 40 ff. sowie die beiden Berichte 

des European Asylum Office [EASO], Country of Origin Information Report, 

D-1208/2019 

Seite 21 

Afghanistan, Individuals targeted by armed actors in the conflict, Dezem-

ber 2017, S. 34 f. und Country Guidance, Afghanistan, Guidance note and 

common analysis, Juni 2018, S. 41–43). Für Mitarbeitende der afghani-

schen Regierung oder internationale Organisationen besteht ein erhöhtes 

Risiko gezielten Angriffen oder einem anderen Gewaltakt – insbesondere 

durch die Hände der Taliban – ausgesetzt zu werden (vgl. Australian De-

partement of Foreign Affairs and Trade [DFAT], Country Information Report 

Afghanistan, 18. September 2017, Ziff. 3.19 und 3.23; ACCORD, Aktuelle 

Sicherheitslage in Afghanistan und Chronologie für C._______, 11. Sep-

tember 2018, Kapitel 1.2; Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH], Afgha-

nistan, Gefährdungsprofile, 12. September 2019, S. 10 ff.; vgl. ferner statt 

vieler Urteile des BVGer D-2161/2021 vom 12. Januar 2022 E. 7.2 sowie 

D-5594/2018 vom 8. März 2021 E. 5.2.1). 

7.1.3 Der Beschwerdeführer ist aufgrund seiner Tätigkeiten für die auslän-

dischen Organisationen MEP, DRS Technologies und Sediqi Radio Tech-

nology als Dolmetscher den vorstehend umschriebenen Risikogruppen zu-

zurechnen. 

7.2 Nachfolgend ist die Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer vorge-

brachten gezielt gegen ihn gerichteten Verfolgung seitens Mitglieder der 

Taliban und der Al-Qaida im Zeitpunkt der Ausreise zu prüfen. 

7.2.1 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die 

Ausführungen des Beschwerdeführers betreffend die geltend gemachten 

Bedrohungen und die einzelnen Verfolgungshandlungen – gemessen an 

seinem Bildungsstand – insgesamt wenig konkret und unsubstantiiert aus-

gefallen sind. Zwar äusserte er sich in den freien Erzählungen seiner 

Fluchtgründe in den Befragungen relativ ausführlich (vgl. SEM-Akten A8, 

Ziff. 7.01, A14, F78 ff.), wobei seine Darlegungen stellenweise durchaus 

Detailangaben und Realkennzeichen enthalten, dennoch erwecken seine 

Schilderungen nicht den Eindruck, als hätte er von persönlichen Erlebnis-

sen berichtet. Insbesondere seine Ausführungen zu den beiden Entführun-

gen in D._______ blieben auffallend kurz und erstreckten sich nur auf we-

nige Sätze (vgl. SEM-Akten A8, Ziff. 7.01, A14, F100 f. und A19, F38 f.). 

Seinen diesbezüglichen Aussagen sind überdies keinerlei Emotionen im 

Sinne von persönlichen Eindrücken oder Gefühlen, welche einem Sach-

verhaltsvortrag die für die Glaubhaftigkeit nötige Originalität sowie Präzi-

sion verleihen und auf ein persönliches Erleben schliessen lassen, zu ent-

nehmen. Ebenso fielen seine Angaben zu den Bedrohungen in C._______ 

nach seiner Rückkehr aus D._______ nur sehr oberflächlich und allgemein 

D-1208/2019 

Seite 22 

aus (vgl. SEM-Akten A8, Ziff. 7.01 sowie A19, F7 f. und F15 ff.). Weiter ver-

mochte er die wiederholten Behelligungen in C._______ und D._______ 

zeitlich nicht genauer einzuordnen. Selbst unter Berücksichtigung, dass 

sich die geltend gemachten Bedrohungen über einen Zeitraum von mehre-

ren Jahren erstreckten und im Zeitpunkt der Befragungen bereits einige 

Zeit zurücklagen, wäre zu erwarten gewesen, dass er präzisere Daten und 

Zeitangaben zu den vorgebrachten Vorfällen machen könnte, zumal diese 

Ereignisse ihn schliesslich veranlasst haben sollen, sein Heimatland zu 

verlassen. 

7.2.2 Alsdann erscheint es nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Be-

schwerdeführer nach der Nichtverlängerung seines Arbeitsvertrages ge-

gen Ende Juli 2014 noch ein knappes Jahr lang in C._______ aufhielt, ob-

wohl er weiterhin von den Taliban und den Al-Qaida mit dem Tod bedroht 

worden sein soll. Dieses Vorgehen widerspricht der Logik des Handelns 

einer Person, die an Leib und Leben gefährdet ist. Darüber hinaus fielen 

seine Ausführungen, wo und wie er nach Beendigung seines Arbeitsver-

hältnisses Ende Juli 2014 bis zu seiner Ausreise im Juli 2015 in C._______ 

gelebt haben will, ohne festgenommen worden zu sein, sehr vage und sub-

stanzarm aus (vgl. hierzu SEM-Akten A8, Ziff. 7.01, A14, F75 sowie A19, 

F4, F30 und F35 f.). Angesichts der Tatsache, dass er sich über einen der-

art langen Zeitraum versteckt gehalten haben soll, wäre zu erwarten gewe-

sen, dass seine diesbezüglichen Schilderungen emotionale Vorgänge, In-

teraktionen und auch quantitativ mehr Details enthalten würden; seine Aus-

sagen blieben indes durchwegs oberflächlich. 

7.2.3 Auch die im Verlaufe des Asylverfahrens zu den Akten gereichten Be-

weismittel vermögen die Zweifel an der geltend gemachten Gefährdungs-

situation nicht aufzuwiegen. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Ent-

scheid in überzeugender Weise aufgezeigt, dass den im vorinstanzlichen 

Verfahren ins Recht gelegten Dokumenten keine Anhaltspunkte für eine 

gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfolgungssituation entnommen 

werden können, da es sich bei diesen ohnehin überwiegend um nicht ver-

folgungsrelevante respektive nicht bestrittene Unterlagen über die Ausbil-

dung sowie die beruflichen Tätigkeiten des Beschwerdeführers handelt 

(vgl. hierzu E. II, Ziff. 1). Die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweis-

mittel sind ebenfalls nicht geeignet, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 

Vorbringen zu beseitigen. So dienen die mit der Beschwerde eingereichten 

Fotokopien des Beschwerdeführers nicht dazu, die Glaubhaftigkeit der an-

geblich seit 2012 anhaltenden Suche der Taliban nach ihm zu festigen. Da 

aus dem Bestätigungsschreiben des ehemaligen leitenden Dolmetschers 

D-1208/2019 

Seite 23 

bei DRS Technologies, I._______, vom 5. Mai 2019 keine Detailangaben 

zu den beiden Entführungen in D._______ hervorgehen, obwohl solche zu 

erwarten gewesen wären, ist davon auszugehen, dass es sich bei dem 

vorgelegten Schreiben um ein Gefälligkeitsschreiben handelt, dem kein 

Beweiswert beigemessen werden kann. Des Weiteren lässt sich aus den 

undatierten Fotokopien, auf welchen der Beschwerdeführer mit seinem 

(…) Vorgesetzten J._______ zu sehen sein soll, einzig ableiten, dass sich 

die beiden getroffen haben. Schliesslich kann der Beschwerdeführer auch 

aus dem eingereichten Auszug der Facebook-Konversation mit J._______ 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, da die Nachrichten leicht selber verfasst 

oder als Gefälligkeit von Dritten zugesendet werden könnten, womit ihnen 

ebenfalls nur ein eingeschränkter Beweiswert beizumessen ist. Der Voll-

ständigkeit halber bleibt anzufügen, dass der darin in Aussicht gestellte Be-

richt zu den Ereignissen in D._______ im Übrigen nicht abgewartet zu wer-

den braucht, zumal der Beschwerdeführer seit Beschwerdeeinreichung 

auch genügend Zeit hatte, diesen bei seinem ehemaligen Vorgesetzten 

einzufordern und beim Gericht nachzureichen (sog. antizipierte Beweis-

würdigung, BVGE 2008/24 E. 7.2). 

7.2.4 Angesichts dieser Sachlage erscheint die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachte jahrelange Verfolgung ab 2012 bis zu seiner Ausreise im 

(…) 2015 durch die Taliban und die Al-Qaida trotz seines Risikoprofils als 

(…) und unter Berücksichtigung des Beweismassstabes der Glaubhaftma-

chung im Sinne von Art. 7 AsylG sowie der damaligen Umstände in Afgha-

nistan als konstruiert und damit unglaubhaft. Es erübrigt sich, die Vorbrin-

gen auf ihre Asylrelevanz zu prüfen. Daran vermögen auch die Ausführun-

gen auf Beschwerdeebene nichts zu ändern. 

7.3 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer zwar ein 

gewisses Risikoprofil und eine subjektive Furcht vor Verfolgung zuzuspre-

chen ist. Jedoch konnte er bis zu seiner Ausreise noch rund ein Jahr nach 

Beendigung seiner Dolmetschertätigkeit keine konkrete Verfolgungshand-

lungen glaubhaft machen. Ferner konnte er ebenso wenig glaubhaft ma-

chen, dass seine im Heimatland verbliebenen Angehörigen noch Verfol-

gungshandlungen ausgesetzt gewesen wären. Diesbezüglich hat er wäh-

rend des mehrjährigen Verfahrens nichts eingereicht – lediglich in der ak-

tuellen Eingabe wird berichtet, seine Herkunftsfamilie habe inzwischen 

nach Pakistan ausreisen können und seine Ehefrau sei im April 2022 durch 

die Taliban ermordet worden. Dass dieses Ereignis für den Beschwerde-

führer einen Schock darstellte und ihn in eine weitere Krise warf, wie es 

auch von ärztlicher Seite bestätigt wurde, ist nachvollziehbar. Jedoch ist 

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Seite 24 

weder belegt, wie die Ehefrau umgekommen ist, noch, dass dies aufgrund 

der vergangenen Tätigkeiten des Beschwerdeführers gewesen sein 

könnte. Im Gegenteil wird in der aktuellsten Replik erwähnt, die Ehefrau 

sei schon immer äusserst progressiv gewesen und habe dies auch gezeigt. 

Dies allein könnte genug Grund sein für die Taliban, gegen diese vorzuge-

hen, ohne dass dies in irgendeinem Zusammenhang mit dem Beschwer-

deführer gestanden haben muss. Demgegenüber erscheint ein heute noch 

aktuelles Verfolgungsinteresse, mehr als neun Jahre nach Beendigung der 

Dolmetschertätigkeit, auch nach der Machtübernahme durch die Taliban 

als nicht realistisch. Die abstrakte Gefährdung durch die Dolmetschertätig-

keit ist vorliegend nicht individuell konkretisiert, da beim Beschwerdeführer 

keine besondere Exponiertheit vorliegt. Dafür, dass alle Personen, die je-

mals in untergeordneter Form für internationale Firmen gearbeitet haben, 

bei den heutigen Machthabern registriert wären, bestehen keine Anhalts-

punkte. Ferner macht der Beschwerdeführer keine objektiven Hinweise da-

für geltend, er wäre heute noch im Visier der Taliban. 

7.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Das SEM hat demzu-

folge das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt. Daraus 

ergibt sich, dass die vorinstanzliche Verfügung – soweit sie nicht wiederer-

wägungsweise aufgehoben worden ist – Bundesrecht nicht verletzt und 

den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 

106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.  

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indes mit Verfügung vom 

21. März 2019 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung gutgeheissen wurde und weiterhin von der Bedürftigkeit auszuge-

hen ist, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

8.2 Nachdem die Vorinstanz ihre Verfügung teilweise in Wiedererwägung 

gezogen und den Beschwerdeführer vorläufig aufgenommen hat, ist von 

einem hälftigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Par-

teientschädigung ist grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und 

Unterliegen aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 

und Art. 64 VwVG; und Art. 7–13 VGKE). Dem seit dem 4. März 2019 ver-

tretenen Beschwerdeführer ist im Rahmen seines Obsiegens eine anteils-

mässige Parteientschädigung zuzusprechen. Am 23. November 2023 

wurde eine Kostennote zu den Akten gereicht; die entstandenen Kosten 

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Seite 25 

sind bis zur Wiedererwägung durch die Vorinstanz vom 17. Februar 2022 

zu berücksichtigen. Aus der Honorarnote ergeben sich bis zum 17. Februar 

2022 Kosten in der Höhe von Fr. 3'480.–. Angesichts des hälftigen Obsie-

gens ist das SEM demnach anzuweisen, dem Beschwerdeführer für das 

Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung 

von Fr. 1'574.– (inklusive anteilsmässigen Auslagen) auszurichten. 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie nicht durch Wiedererwägung 

gegenstandslos geworden ist. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'574.– 

auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel 

 

 

 

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