# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db966e91-ce5d-5f1d-a859-40fe8f88c1ce
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 14.12.2021 460 21 214 (460 2021 214)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-21-214_2021-12-14.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

14. Dezember 2021 (460 21 214)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht  

 

 

Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl / Strafzumessung  

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 

 
Parteien 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  

Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

Privatklägerschaft 
  

gegen 

 
 

A.____,   
vertreten durch Rechtsanwältin Clivia Wullimann, Bettlachstrasse 8, 

Postfach 1221, 2540 Grenchen,  

Beschuldigter und Berufungskläger 
 

Gegenstand 
Gewerbs- und bandenmässiger Diebstahl etc. 

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts 
Basel-Landschaft vom 3. August 2021)  

 
 
 

 

 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 3. August 2021 wurde der Beschuldigte 

A.____ des mehrfachen, teilweise banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen 

Sachbeschädigung und des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig 

erklärt und ‒ unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft und des verbüssten 

vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 369 Tagen ‒ zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten 

verurteilt; dies in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindung mit Art. 139 

Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB (teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 StGB. In Bezug auf die 

Anklageziffer 2 wurde A.____ von den Vorwürfen des versuchten Diebstahls, der Sachbeschä-

digung sowie des versuchten Hausfriedensbruchs freigesprochen (Ziff. 1.1). Des Weiteren wur-

de der Beschuldigte gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c und lit. d StGB für die Dauer von zehn 

Jahren des Landes verwiesen (Ziff. 2.1). Ferner wurde A.____ in solidarischer Haftung mit 

B.____ dazu verurteilt, folgende Zivilforderungen zu bezahlen: CHF 1'355.85 an die Gebrüder 

C.____ AG (Fall 6 der Anklageschrift) sowie CHF 200.-- an die D.____ AG (Fall 8 der Anklage-

schrift). Demgegenüber wurden folgende Zivilforderungen auf den Zivilweg verwiesen: E.____ 

GmbH über CHF 2'700.-- (Fall 5 der Anklageschrift), F.____ GmbH über CHF 5'000.-- (Fall 7 

der Anklageschrift), Einwohnergemeinde G.____ über CHF 800.-- (Fall 9 der Anklageschrift) 

und H.____ AG über CHF 2'284.36 (sic!) (Fall 10 der Anklageschrift) (Ziff. 3). Das Honorar der 

amtlichen Verteidigerin von A.____ in der Höhe von insgesamt CHF 10'288.-- (inklusive Ausla-

gen und Mehrwertsteuer) wurde, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beschul-

digten nach Art. 135 Abs. 4 StPO, aus der Gerichtskasse entrichtet (Ziff. 4.1). Schliesslich wur-

den die A.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens 

von CHF 10'780.--, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von CHF 350.-- und der Ge-

richtsgebühr von CHF 4'000.--, dem Beschuldigten auferlegt, wobei auf deren Erhebung ge-

stützt auf Art. 425 StPO zufolge Aussichtslosigkeit verzichtet wurde (Ziff. 5.1). Auf die Begrün-

dung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, 

im Rahmen der Erwägungen eingegangen.  

 

B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 3. August 2021 meldete A.____ mit Schreiben 

vom 11. August 2021 die Berufung an und stellte dabei in seiner Berufungserklärung an das 

Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 20. September 2021 die folgenden 

Anträge: Es seien die Ziffern 1.1 und 2.1 des angefochtenen Urteils aufzuheben (Ziff. 1), und er 

sei zu einer Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten zu verurteilen, wobei die Freiheitsstrafe im 

 
 
 

 
 
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Umfang von einem Jahr unbedingt und im Umfang von sechs Monate bedingt zu vollziehen sei 

(Ziff. 2). Ausserdem sei dem Beschuldigten der bereits ausgestandene Freiheitsentzug an seine 

Strafe anzurechnen (Ziff. 3). Sodann sei ihm die amtliche Verteidigung zu gewähren (Ziff. 4), 

und es sei zu einer mündlichen Berufungsverhandlung vorzuladen (Ziff. 5); dies alles unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 6).  

 

C. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 21. Oktober 2021 wurde festgestellt, dass die 

übrigen Parteien weder einen Antrag auf Nichteintreten noch die Anschlussberufung erklärt ha-

ben. Gleichzeitig wurde die Durchführung des mündlichen Verfahrens angeordnet, und es wur-

den die Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte verpflichtet, vor Kantonsgericht persönlich 

zu erscheinen. In der Folge wurde auf die Einholung weiterer Stellungnahmen verzichtet.  

 

D. Anlässlich der Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht vom 14. Dezember 2021 sind 

der Beschuldigte mit seiner amtlichen Verteidigerin, Rechtsanwältin Clivia Wullimann, sowie 

Monika Genovese als Vertreterin der Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die von den Anwesen-

den getätigten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.   

 

 

Erwägungen 

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru-

fungsinstanz zur Beurteilung des vorliegenden Rechtsmittels ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zuläs-

sig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-

schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt wer-

den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das 

Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach 

 
 
 

 
 
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Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 

zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen. Die Legitimation des Beschuldigten zur Ergreifung des 

Rechtsmittels wird in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil 

ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, der Beschuldigte berufungslegitimiert ist, zulässige 

Rügen erhebt und die Rechtsmittelfristen gewahrt hat sowie der Erklärungspflicht nachgekom-

men ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf dessen Berufung einzutreten.  

 

1.2 Gegen das erstinstanzliche Urteil hat lediglich der Beschuldigte A.____ ein Rechtsmittel 

ergriffen, wobei er dieses im Rahmen seiner Berufungserklärung zunächst auf die Strafzumes-

sung (Ziff. 1.1 des angefochtenen Urteils) und die Landesverweisung (Ziff. 2.1 des angefochte-

nen Urteils) beschränkt hat. Anlässlich der mündlichen Parteiverhandlung hat der Beschuldigte 

sodann seine Berufung auf die Anfechtung der Strafzumessung reduziert, weshalb gestützt auf 

Art. 404 Abs. 1 StPO im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch dieser Punkt Gegenstand 

der richterlichen Überprüfung bildet (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO).  

 

 

2. Ausführungen der Parteien  

 

2.1 (...).  

 

2.2 (...).  

 

 

3. Strafzumessung  

 

3.1.1 Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerhalb des massgebenden Strafrah-

mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-

 
 
 

 
 
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nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge-

wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2).  

 

3.1.2 Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Diese 

ist zunächst danach zu bestimmen, wie stark das betroffene Rechtsgut beeinträchtigt worden 

ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, das Risiko sowie die Art und Weise 

des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Intensität der durch die Tat 

und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie, sowie die Grösse des Tatbeitrags bei meh-

reren Tätern und die hierarchische Stellung (HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung 

der subjektiven Tatschwere bilden namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, der bei 

der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit massgebende 

Strafzumessungskriterien (WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Ge-

richt hat die objektive Tatschwere zu bewerten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob 

diese aufgrund der Beurteilung der subjektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht wer-

den soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 StGB festhalten, welche die für die Strafzumessung 

erheblichen Umstände sind und wie es diese gewichtet. Hierzu muss das Gericht in seinem 

Urteil darlegen, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe 

im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in 

welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht 

auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei 

der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet 

(BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen 

oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 

144 IV 313 E. 1.2; BGE 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden 

qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausdrücklich benen-

nen, wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (sehr 

leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). Im Übrigen betont das Bun-

desgericht in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung des Verschuldens und die Fest-

setzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 

vom 7. Juli 2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.).  

 

 
 
 

 
 
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3.1.3 In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, 

innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe 

kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten, 

d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 

E. 5.7; BGE 134 IV 132 E. 6.1). 

 

3.2.1 Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra-

fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 

angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden. Die Vorschrift von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die 

Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre-

re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschrift regelt das methodische Vorgehen 

der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudimentär; ihr selbst lässt sich nicht entneh-

men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist 

und wie diese zu ermitteln und erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2).  

 

3.2.2 Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen 

Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann auf 

eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwenden-

den Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 vom 

7. Oktober 2020 E. 3.2).  

 

3.2.3 Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt an-

hand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu 

ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist von derje-

nigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange-

messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) 

anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller 

 
 
 

 
 
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Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. 

Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Strafrahmen 

durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzuset-

zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu 

milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

 

3.2.4 In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb 

des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der objektiven und subjektiven Tatschwere 

bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat 

das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe 

vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be-

stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7).   

3.2.5 In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – wiederum anhand der Tatschwere bzw. 

den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausführungen – zu beurteilen, wobei für 

jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung 

des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede 

(zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestim-

men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 

30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist 

zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen eine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge-

samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurteilende Straftaten jeweils gleichartige 

Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine 

hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 

144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 

E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten innerhalb des 

(allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewürdigt werden. Dabei sind namentlich das 

Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere 

Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und die 

Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird 

 
 
 

 
 
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dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem 

engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; BGer 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.2).  

3.2.6 Bei einem qualifizierten Fall ist sodann zu beachten, dass die Umstände, die zur Anwen-

dung eines höheren Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noch 

einmal als Straferhöhungsgründe berücksichtig werden dürfen (sogenanntes Doppelverwer-

tungsverbot; BGE 118 IV 342 E. 2b; vgl. auch WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 102 f. zu 

Art. 47 StGB, mit Hinweisen). Demgegenüber ist das Gericht nicht daran gehindert, in seine 

Würdigung miteinzubeziehen, in welchem Ausmass ein qualifizierender Tatumstand gegeben 

ist (BGE 141 IV 61 E. 6.1.3; 120 IV 67 E. 2b; 118 IV 342 E. 2b; WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., 

N 102 zu Art. 47 StGB), namentlich in welcher Intensität Gewerbsmässigkeit betrieben (BGer 

6B_708/2017 vom 13. November 2017 E. 3.3.1; 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 5.4.2) 

oder in welcher Art und Weise bandenmässig vorgegangen worden ist (BGer 6B_237/2018 vom 

24. August 2018 E. 1.4.2). Ebenso darf das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Qualifikations-

gründe innerhalb des Strafrahmens der Qualifikation Berücksichtigung finden (BGE 120 IV 330 

E. 1c/aa; BGer 6B_708/2017 vom 13. November 2017 E. 3.3.1; 6B_662/2015 vom 12. Januar 

2016 E. 2.4.3; 6B_683/2012 vom 17. Juli 2013 E. 3.5; jeweils mit Verweisen).  

 

3.2.7 Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind 

schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei der Bestimmung der Täterkompo-

nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte gesamthaft für sämtliche begangenen 

Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gleicher oder vergleichbarer Weise Geltung 

beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 

19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfassen die persönlichen Verhältnisse 

und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis 

(WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB).  

 

3.3 Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt der Beschuldigte vor, er sei zu einer 

Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten zu verurteilen, unter Anrechnung des bereits ausge-

standenen Freiheitsentzugs von insgesamt 503 Tagen (vgl. oben E. 2.1). Demgegenüber be-

gehrt die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung und demnach die Bestätigung des 

 
 
 

 
 
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angefochtenen Urteils, mittels welchem der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe 

von 28 Monaten verurteilt worden ist (vgl. oben E. 2.2).   

 

3.4.1 Die Tatsache, dass der Beschuldigte das erstinstanzliche Strafmass beanstandet, erhellt, 

dass von Seiten des Kantonsgerichts eine neue Strafzumessung vorzunehmen ist. Dies gilt in 

casu umso mehr, als die Vorinstanz bei ihrer Strafzumessung die vorgängig dargelegten Vor-

gaben des Bundesgerichts nicht beachtet und somit Bundesrecht verletzt hat. Da gemäss 

Art. 408 StPO die Berufungsinstanz ein neues Urteil zu fällen hat, welches das erstinstanzliche 

ersetzt, ist auf die vorinstanzliche Bemessung der Strafe nicht weiter einzugehen. Das Beru-

fungsgericht hat sowieso die Strafe nach eigenem Ermessen festzusetzen und muss sich auch 

nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet 

hat (BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2).  

 

3.4.2 Im vorliegenden Fall ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte vom Strafgericht in den 

Fällen 5 - 16 der Anklageschrift wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls (Art. 139 

Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB), im Fall 1 der Anklageschrift wegen 

Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB), in den Fällen 1, 5 - 8 und 10 - 16 wegen mehrfacher Sachbe-

schädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) sowie in den Fällen 1, 5, 7, 8 und 10 - 16 wegen mehrfa-

chen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB, teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig erklärt worden ist. Diese Schuldsprüche sind vom Kantonsgericht 

mangels Anfechtung nicht zu überprüfen. Gestützt auf die genannten Verurteilungen hat das 

Kantonsgericht hingegen nunmehr anstelle des Strafgerichts eine bundesrechtskonforme Straf-

zumessung vorzunehmen.  

 

3.5.1 Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kantonsgericht zunächst den Straf-

rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weist der 

bandenmässige Diebstahl den höchsten abstrakten Strafrahmen auf. So reicht dieser gemäss 

Art. 139 Ziff. 3 StGB von sechs Monaten Freiheitsstrafe am unteren bis zu zehn Jahren Frei-

heitsstrafe am oberen Ende. Aussergewöhnliche Umstände, welche es angezeigt erscheinen 

lassen würden, diesen Strafrahmen zu verlassen, liegen auch unter Berücksichtigung der Tat- 

und Deliktsmehrheit nicht vor. Die Strafe ist daher innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 

festzulegen. Für den bandenmässigen Diebstahl ist somit eine Einsatzstrafe festzusetzen. Hin-

zu kommen der gewerbsmässige Diebstahl mit einem Strafrahmen von 90 Tagessätzen Geld-

 
 
 

 
 
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strafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe (welcher in casu allerdings in die Einsatzstrafe mitein-

zubeziehen ist; vgl. nachfolgend E. 3.6.1), der Diebstahl mit einem Strafrahmen von drei Ta-

gessätzen Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, die Sachbeschädigung mit einem Straf-

rahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe sowie der Hausfrie-

densbruch mit dem nämlichen Strafrahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren 

Freiheitsstrafe.   

 

3.5.2 Wie dargelegt, führt die Deliktsmehrheit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht zu einer 

Erhöhung der abstrakten Strafrahmen, ist aber innerhalb des ordentlichen Strafrahmens des 

schwersten Delikts bei der Gesamtstrafenbildung straferhöhend zu gewichten. Dabei kommt, 

wie ebenfalls bereits erwähnt, die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nur in Betracht, wenn gleichartige Strafen auszusprechen 

sind. Nicht ausgeschlossen ist, dass namentlich bei Tatserien, d.h. bei tatsächlich und zeitlich 

verknüpften Straftaten, eine Kategorisierung erfolgen kann, soweit sich identische Überlegun-

gen hinsichtlich der Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion aufdrängen (BGer 

6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.3). Für den gewerbsmässigen Diebstahl, den 

Diebstahl, die jeweiligen Sachbeschädigungen und die jeweiligen Hausfriedensbrüche ist in 

casu zwar im Gegensatz zum bandenmässigen Diebstahl aufgrund der jeweils ermittelten 

Strafeinheit die Ausfällung von Geldstrafen möglich, aufgrund der Tatsache, dass sämtliche 

Tathandlungen zeitlich, sachlich, situativ und deliktisch in einem ausgesprochen engen Konnex 

zueinander stehen und die Sachbeschädigungen sowie die Hausfriedensbrüche bloss Begleit-

delikte zum banden- und gewerbsmässigen Diebstahl sowie zum Diebstahl darstellen, kommt 

vorliegend aber hinsichtlich sämtlicher Tatbestände nur eine Freiheitsstrafe in Frage. Dies gilt 

umso mehr, als bei der Wahl der Sanktion auf die Zweckmässigkeit, die Auswirkungen auf den 

Beschuldigten sowie die präventive Effizienz zu achten und in diesem Zusammenhang festzu-

stellen ist, dass der Beschuldigte trotz mehrfacher einschlägiger Verurteilungen zu teilweise 

mehrjährigen Freiheitsstrafen vorliegend wiederum mit Einbruchdiebstählen in Erscheinung 

getreten ist, woraus deutlich erhellt, dass die nötige präventive Wirkung durch eine blosse 

Geldstrafe in keiner Weise erzielt werden könnte. Im Ergebnis ist damit das Asperationsprinzip 

zur Bildung einer Gesamtfreiheitsstrafe ohne Weiteres anwendbar.  

 

3.5.3 Die von der Vorinstanz vorgenommene Gesamtbetrachtung ist angesichts des Umstands, 

dass der Beschuldigte des mehrfachen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des 

 
 
 

 
 
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mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig gesprochen worden ist, nach 

der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1422/2019 vom 28. Mai 2021 

E. 6.4.1) unzulässig. Vielmehr müssen die einzelnen Tathandlungen vor der Bildung einer allfäl-

ligen Gesamtstrafe ‒ wie es das Kantonsgericht vorliegend gemacht hat ‒ in einem selbststän-

digen Schritt vorab gewürdigt werden (vgl. BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 

E. 4.2.4). Die enge Verknüpfung der einzelnen Delikte entbindet nicht von dieser Vorgehens-

weise (BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Wenngleich bei der Bemessung der hy-

pothetischen Gesamtstrafe die einzelnen Straftaten in einem selbstständigen Schritt gewürdigt 

werden müssen, ist bei Vorliegen einer Tatserie eine punktuelle Kategorisierung gleichgelager-

ter Delikte (z.B. nach Schadenshöhe, Tatvorgehen) nicht ausgeschlossen. Sie hat sich aber 

immer am Mass des der konkreten Tat immanenten Verschuldens zu orientieren. Eine gemein-

same Bewertung unterschiedlicher Taten widerspricht der Gesamtstrafenbildung nach dem As-

perationsprinzip (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4).  

 

3.6.1 Einsatzstrafe für den banden- und gewerbsmässigen Diebstahl:  

aa) Zunächst ist festzustellen, dass es sich vorliegend im Zusammenhang mit den rubrizierten 

Anklagepunkten um zwölf (Ziffern 5 - 16 der Anklageschrift) gleichwertige Serientaten handelt, 

welche alle die banden- und gewerbsmässige Qualifikation erfüllen, womit es sowohl zweck-

mässig als auch gerechtfertigt ist, für die banden- und gewerbsmässigen Einbruchdiebstähle 

eine einheitliche Einsatzstrafe festzusetzen (BGer 6B_797/2011 vom 13. April 2012 E. 3.1.2; 

MARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafrecht II,  StGB, 

4. Auflage, Basel 2019, N 136 zu 139 StGB). Bei der Festlegung der Einsatzstrafe würdigt das 

Kantonsgericht auf der Seite der objektiven Tatkomponenten, dass der Beschuldigte während 

rund zwei Wochen, konkret im Zeitraum vom 17. Juli 2020 bis zum 31. Juli 2020, zwölf Ein-

bruchdiebstähle, teilweise versucht, verübt und dabei einen Deliktsbetrag von rund 

CHF 11'560.-- erbeutet hat. Entgegen der Ansicht des Beschuldigten definiert sich dabei seine 

verschuldenserhöhend zu gewichtende kriminelle Energie nicht allein anhand der tatsächlich 

erbeuteten Vermögenswerte, welchen angesichts der Einbruchsobjekte faktisch etwas Zufälli-

ges anhaftet, sondern vielmehr durch die stattliche Anzahl der ihm zur Last gelegten zwölf De-

likte innerhalb von nur zwei Wochen bzw. anlässlich dreier Deliktserien (17./18. Juli 2020, 

20. Juli 2020 und 30./31. Juli 2021) sowie durch die im Zusammenhang mit dieser hohen Inten-

sität aufgewendeten Zeit und Tatkraft. Weiter ist bei der Verschuldensbewertung zu berücksich-

tigten, dass der Beschuldigte die Einbruchdiebstähle sowohl banden- wie auch gewerbsmässig 

 
 
 

 
 
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begangen hat. Verschuldenserhöhend ist zu gewichten, dass er als Kriminaltourist ohne jegli-

chen Bezug zur Schweiz ausschliesslich zur Begehung der fraglichen Delikte eingereist ist. 

Keine Rolle spielt demgegenüber bei der Beurteilung der rubrizierten Delikte der verursachte 

Sachschaden, welcher vielmehr im Zusammenhang mit der Festlegung der Einzelstrafe(n) be-

züglich den Sachbeschädigungen zu werten ist. Neutral zu beurteilen sind sodann die Umstän-

de, dass der Beschuldigte "bloss" in Geschäfts- und nicht in Wohnliegenschaften eingebrochen 

ist (vgl. nachfolgend E. 3.6.4) sowie, dass nicht bekannt ist, auf welcher Hierarchiestufe er in-

nerhalb der Bande agiert hat, wobei zu vermuten ist, dass er keine Führungsfunktion einge-

nommen hat. Aufgrund dieser geschilderten Umstände ist die objektive Tatschwere als leicht im 

mittleren Bereich einzustufen.  

 

bb) In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er direktvorsätzlich und 

offensichtlich aus rein finanziellem Interesse bzw. gewinnsüchtigen Motiven gehandelt hat. 

Letzteres ist indessen dem Qualifikationsgrund der Gewerbsmässigkeit inhärent, weshalb es 

sich nicht weiter auf die Verschuldensbewertung auswirkt. Gleichwohl ist festzuhalten, dass der 

Beschuldigte nicht aus einer rein finanziellen Notlage heraus gehandelt hat. Dem deliktischen 

Handeln des Beschuldigten ist schliesslich erst durch dessen Verhaftung ein Ende gesetzt wor-

den, er hat mithin nicht aus eigenem Antrieb davon abgelassen. Die subjektive Schwere der Tat 

relativiert somit das objektive Tatverschulden in keiner Weise.  

 

cc) Im Rahmen der Gesamtqualifikation des Tatverschuldens hinsichtlich der Einsatzstrafe ist 

somit das Verschulden des Beschuldigten in Bezug auf den banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahl betreffend die Anklageziffern 5 - 16 als leicht im mittleren Bereich zu qualifizieren, 

was bei einer Mindeststrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe und einer Maximalstrafe von 

zehn Jahren Freiheitsstrafe zu einer hypothetischen schuldangemessenen Einsatzstrafe von 20 

Monaten Freiheitsstrafe führt.   

 

3.6.2 Einzelstrafe für den Diebstahl:  

aa) Bezüglich des Vorwurfes des Diebstahls gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift ist betreffend 

die objektive Tatschwere zu veranschlagen, dass der Beschuldigte zusammen mit I.____ in 

Mittäterschaft in der Nacht vom 24. oder 25. März 2018 in ein Restaurant eingebrochen ist und 

dabei ein Serviceportemonnaie samt Bargeld im Umfang von rund CHF 500.-- gestohlen hat. 

Der Höhe des Deliktsbetrags kommt dabei keine primäre Bedeutung zu, haftet dieser doch 

 
 
 

 
 
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auch hier etwas Zufälliges an. Verschuldenserhöhend ist wiederum zu gewichten, dass der Be-

schuldigte als Kriminaltourist ohne jeglichen Bezug zur Schweiz ausschliesslich zur Begehung 

des fraglichen Deliktes eingereist ist. Neutral zu werten ist demgegenüber der Umstand, dass 

der Beschuldigte "bloss" in eine Geschäftsliegenschaft eingebrochen ist (vgl. nachfolgend 

E. 3.6.4). Aufgrund dieser geschilderten Umstände ist die objektive Tatschwere als leicht zu 

qualifizieren.  

 

bb) In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten anzulasten, dass er direktvorsätzlich und 

offensichtlich aus rein finanziellem Interesse bzw. gewinnsüchtigen Motiven gehandelt hat. 

Festzuhalten ist dabei, dass keine Hinweise darauf bestehen, wonach der Beschuldigte aus 

einer finanziellen Notlage heraus gehandelt hat, zumal er unbestrittenermassen zum fraglichen 

Zeitpunkt an seinem damaligen Wohnort in J.____ über eine Arbeitsstelle verfügt hat. Die sub-

jektive Schwere der Tat hat somit keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden.  

 

cc) In Bezug auf die hypothetische Einzelstrafe betreffend den Diebstahl gemäss Ziffer 1 der 

Anklageschrift ist somit das Tatverschulden gesamthaft als leicht einzustufen. Als Strafart wäre 

zwar theoretisch eine Geldstrafe möglich, wie bereits dargelegt (vgl. oben E. 3.5.2), kommt in 

casu aber nur die Ausfällung einer Freiheitsstrafe in Betracht, wobei eine solche in der hypothe-

tischen Höhe von eineinhalb Monaten als angemessen erachtet wird. Im Rahmen der Asperati-

on ist zu Gunsten des Beschuldigten zu beachten, dass der Gesamtschuldbeitrag des vorlie-

genden Deliktes im Verhältnis zum banden- und gewerbsmässigen Diebstahl angesichts der 

Gleichheit der verletzten Rechtsgüter und der Begehungsweisen geringer zu veranschlagen ist. 

Die engen sachlichen und situativen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Tatkomplexen 

berücksichtigend erachtet es das Kantonsgericht daher im Ergebnis als angebracht, die hypo-

thetische Einsatzstrafe für den banden- und gewerbsmässigen Diebstahl von 20 Monaten um 

lediglich einen halben Monat für den weiteren Diebstahl zu erhöhen.  

 

3.6.3 Einzelstrafen für die mehrfache Sachbeschädigung:  

aa) Bezüglich des Schuldspruchs wegen mehrfacher Sachbeschädigung ist zu konstatieren, 

dass ‒ unter Berücksichtigung der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 16. Dezember 

2020 und der darin konkret aufgelisteten Delikte samt entsprechender Täterschaft ‒ durch die 

Vorinstanz betreffend den Beschuldigten A.____ offenbar eine Verurteilung in Bezug auf die 

Anklageziffern 1, 5 - 8 sowie 10 - 16 erfolgt ist, wenngleich dies nicht explizit ausgeführt wird. 

 
 
 

 
 
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Wie vorstehend dargelegt (oben E. 3.5.3), ist es nach der Praxis des Bundesgerichts zulässig, 

bei Vorliegen einer Tatserie eine punktuelle Kategorisierung gleichgelagerter Delikte (z.B. nach 

Schadenshöhe, Tatvorgehen) vorzunehmen, wobei sich diese am Mass des der konkreten Tat 

immanenten Verschuldens zu orientieren hat. Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Sachbe-

schädigungen bezüglich der Anklageziffern 5 - 8 sowie 10 - 16 diejenige Deliktserie betreffen, 

welche vorgängig im Rahmen der Würdigung des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls 

beurteilt worden ist, während die Sachbeschädigung hinsichtlich Ziffer 1 der Anklageschrift im 

Zusammenhang mit der Würdigung des Diebstahls gemäss Anklagepunkt 1 steht. Infolgedes-

sen rechtfertigt es sich in casu, in einem ersten Schritt hypothetische Einzelstrafen für die 

Sachbeschädigung gemäss Anklageziffer 1 und für die jeweiligen Sachbeschädigungen nach 

den Anklageziffern 5 - 8 sowie 10 - 16, bei welchen ohne Zweifel sehr vergleichbare Vorge-

hensweisen manifestiert und zudem auch vergleichbare Schäden verursacht worden sind, fest-

zulegen, und diese danach einzeln zu asperieren.  

 

bb) Bezüglich des Vorwurfes der Sachbeschädigung gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift ist 

betreffend die objektive Tatschwere zu veranschlagen, dass der Beschuldigte zusammen mit 

I.____ in Mittäterschaft in der Nacht vom 24. oder 25. März 2018 in ein Restaurant eingebro-

chen ist und dabei einen Schaden an der Alarmanlage und am aufgehebelten Fenster in der 

Höhe von total CHF 5'892.-- verursacht hat. Dieser Schaden steht in einem krassen Missver-

hältnis zum erbeuteten Deliktsbetrag von rund CHF 500.-- und lässt auf eine hohe Rücksichts-

losigkeit gegenüber fremden Rechtsgütern schliessen. Keine entlastende Rolle spielt in casu 

der Umstand, dass der Beschuldigte "bloss" eine Geschäftsliegenschaft beschädigt hat. Auf-

grund dieser geschilderten Umstände ist die objektive Tatschwere als leicht zu qualifizieren. In 

subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten anzulasten, dass er direktvorsätzlich gehandelt hat 

zwecks Förderung des eigentlich angestrebten Diebstahls, weshalb die subjektive Schwere der 

Tat das objektive Tatverschulden nicht zu relativieren vermag.  

 

cc) Im Hinblick auf die übrigen Sachbeschädigungen gemäss den Ziffern 5 - 8 sowie 10 - 16 

der Anklageschrift ist betreffend die objektive Tatschwere zu erwägen, dass der Beschuldigte 

zusammen mit B.____ und teilweise I.____ in Mittäterschaft im Zeitraum vom 17. Juli 2020 bis 

zum 31. Juli 2020 zwölf Einbruchdiebstähle, teilweise versucht, begangen und dabei in elf Fäl-

len einen Sachschaden (im Einzelfall variierend zwischen CHF 500.-- und CHF 2'500.--) an den 

Fenstern, den Türen, den Schränken und den Tresoren von insgesamt ca. CHF 12'600.-- verur-

 
 
 

 
 
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sacht hat. Dieser Schaden steht ebenfalls in einem Missverhältnis zum gleichzeitig erbeuteten 

Deliktsbetrag von rund CHF 11'560.-- und lässt auf eine ausgeprägte Gleichgültigkeit gegen-

über fremdem Eigentum schliessen. Auch hier spielt keine Rolle der Umstand, dass der Be-

schuldigte "bloss" Geschäftsliegenschaften beschädigt hat. Aufgrund der geschilderten Um-

stände ist die objektive Tatschwere jeweils als leicht, aber nicht immer am unteren Rand zu 

qualifizieren. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten anzulasten, dass er jeweils direkt-

vorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderung der eigentlich angestrebten Diebstähle, weshalb 

die subjektive Schwere der Tat jeweils das festgestellte objektive Tatverschulden nicht zu relati-

vieren vermag. Im Ergebnis führen die jeweils ermittelten Strafeinheiten mit Blick auf das Ver-

hältnis der Einzelsubsumptionen zueinander bzw. darauf, dass die jeweiligen Sachbeschädi-

gungen in einem engen zeitlichen, sachlichen und situativen Konnex zum Diebstahl bzw. zum 

banden- und gewerbsmässigen Diebstahl stehen, im Hinblick auf den Vorwurf der mehrfachen 

Sachbeschädigung nach erfolgter Einzelasperation der entsprechenden Einheiten zu einer As-

peration im Umfang von total zweieinhalb Monaten Freiheitsstrafe.  

 

3.6.4 Einzelstrafen für den mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruch:   

aa) Bezüglich des Schuldspruchs wegen mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-

bruchs ist zu konstatieren, dass ‒ unter Berücksichtigung der Anklageschrift der Staatsanwalt-

schaft vom 16. Dezember 2020 und der darin konkret aufgelisteten Delikte samt entsprechen-

der Täterschaft ‒ durch die Vorinstanz betreffend den Beschuldigten A.____ offenbar eine Ver-

urteilung in Bezug auf die Anklageziffern 1, 5, 7, 8 und 10 - 16 erfolgt ist, wenngleich dies wie-

derum nicht explizit ausgeführt wird. Wie vorstehend dargelegt (oben E. 3.5.3), ist es nach der 

Praxis des Bundesgerichts zulässig, bei Vorliegen einer Tatserie eine punktuelle Kategorisie-

rung gleichgelagerter Delikte (z.B. nach Schadenshöhe, Tatvorgehen) vorzunehmen, wobei 

sich diese am Mass des der konkreten Tat immanenten Verschuldens zu orientieren hat. Im 

vorliegenden Fall steht fest, dass die Hausfriedensbrüche bezüglich der Anklageziffern 5, 7 und 

8 sowie 10 - 16 diejenige Deliktserie betreffen, welche vorgängig im Rahmen der Würdigung 

des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls beurteilt worden ist, während der Hausfriedens-

bruch hinsichtlich Ziffer 1 der Anklageschrift im Zusammenhang mit der Würdigung des Dieb-

stahls gemäss Anklagepunkt 1 steht. Infolgedessen rechtfertigt es sich in casu, in einem ersten 

Schritt hypothetische Einzelstrafen für den Hausfriedensbruch gemäss Anklageziffer 1 und für 

die jeweiligen Hausfriedensbrüche nach den Anklageziffern 5, 7 und 8 sowie 10 - 16, bei wel-

chen ohne Zweifel sehr vergleichbare Vorgehensweisen manifestiert worden sind, allerdings 

 
 
 

 
 
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auch zu berücksichtigen ist, dass teilweise nur der Versuch (so in den Fällen 8, 12 und 14) hier-

zu stattgefunden hat, festzulegen, und diese danach einzeln zu asperieren.  

 

bb) Bezüglich des Vorwurfes des Hausfriedensbruchs gemäss Ziffer 1 der Anklageschrift ist 

betreffend die objektive Tatschwere zu veranschlagen, dass der Beschuldigte zusammen mit 

I.____ in Mittäterschaft in der Nacht vom 24. oder 25. März 2018 auf der Suche nach Deliktsgut 

in ein Restaurant eingebrochen ist. Neutral zu werten ist in casu der Umstand, dass der Be-

schuldigte "bloss" in eine Geschäftsliegenschaft eingedrungen ist. Aufgrund dieser geschilder-

ten Umstände ist die objektive Tatschwere als leicht zu qualifizieren. In subjektiver Hinsicht ist 

dem Beschuldigten anzulasten, dass er direktvorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderung des 

Diebstahls, weshalb die subjektive Schwere der Tat das objektive Tatverschulden nicht zu rela-

tivieren vermag.  

 

cc) Im Hinblick auf die übrigen, teilweise versuchten Hausfriedensbrüche gemäss den Ziffern 

5, 7 und 8 sowie 10 - 16 der Anklageschrift ist betreffend die objektive Tatschwere zu erwägen, 

dass der Beschuldigte zusammen mit B.____ und teilweise I.____ in Mittäterschaft im Zeitraum 

vom 17. Juli 2020 bis zum 31. Juli 2020 zwölf Einbruchdiebstähle, teilweise versucht, verübt 

und dabei in sieben Fällen (Ziffern 5, 7, 10, 11, 13, 15 und 16) vollendete Hausfriedensbrüche 

und in weiteren drei Fällen (Ziffern 8, 12 und 14) versuchte Hausfriedensbrüche begangen hat. 

Diese Häufung innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums lässt auf eine ausgeprägte Gleichgül-

tigkeit gegenüber dem Eigentum anderer im Generellen sowie dem fremden Hausrecht im Spe-

ziellen schliessen. Nicht zu übersehen ist dabei, dass die Hausfriedensbrüche keinen Selbst-

zweck gehabt haben, sondern vielmehr Voraussetzung gewesen sind für die eigentlich ange-

strebten Diebstähle. Diejenigen Fälle, in welchen es beim Versuch geblieben ist, sind jeweils 

verschuldensminder zu veranschlagen als die vollendeten Delikte, wenngleich dies wohl mehr 

dem Zufall als dem Zutun des Beschuldigten zu verdanken ist. Neutral zu werten ist der Um-

stand, dass der Beschuldigte "bloss" in Geschäftsliegenschaften eingebrochen ist. Aufgrund der 

geschilderten Umstände ist die objektive Tatschwere jeweils als leicht, aber nicht immer am 

unteren Rand zu qualifizieren. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten anzulasten, dass er 

jeweils direktvorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderung des banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahls, weshalb die subjektive Schwere der Tat jeweils das festgestellte objektive Tatver-

schulden nicht zu relativieren vermag. Im Ergebnis führen die jeweils ermittelten Strafeinheiten 

mit Blick auf das Verhältnis der Einzelsubsumptionen zueinander bzw. darauf, dass die jeweili-

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen, teilweise versuchten Hausfriedensbrüche in einem engen zeitlichen, sachlichen und situa-

tiven Konnex zum Diebstahl bzw. zum banden- und gewerbsmässigen Diebstahl stehen, im 

Hinblick auf den Vorwurf des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs nach er-

folgter Einzelasperation der entsprechenden Einheiten zu einer Asperation im Umfang von total 

einem Monat Freiheitsstrafe.  

 

dd) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist damit im Ergebnis für den mehrfachen, 

teilweise banden- und gewerbsmässigen Diebstahl, die mehrfache Sachbeschädigung und den 

mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruch eine tatbezogene hypothetische Gesamt-

strafe in der Höhe von 24 Monaten Freiheitsstrafe festzusetzen.  

 

3.6.5  

aa) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese hypothetische Gesamtstrafe aufgrund 

der besonderen Täterkomponenten anzupassen ist. Einleitend festzuhalten ist hierbei, dass die 

diesbezüglich massgeblichen Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten 

und Verhalten im Strafverfahren für alle Straftaten grundsätzlich gleichermassen gelten. In Be-

zug auf die Faktoren Vorleben und persönliche Verhältnisse sind in erster Linie die zahlreichen 

und einschlägigen Vorstrafen ganz erheblich zu Ungunsten des Beschuldigten zu würdigen. So 

ist dieser mit Urteil des Gerichtshofes Alba (Rumänien) vom 4. Mai 2011 wegen Diebstahls zu 

einer Freiheitsstrafe von insgesamt sechs Jahren verurteilt worden (act. 25 f., A 1 ff.). Weiter ist 

er mit Urteil des Gerichtshofes Limburg (Niederlande) vom 13. August 2016 wegen qualifizier-

ten Diebstahls zu Freiheitsstrafen von drei und 90 Tagen sowie zu einer Busse verurteilt wor-

den (act. 25 f., A 1 ff.). Schliesslich ist der Beschuldigte mit Urteil des Amtsgerichts Deggendorf 

(Deutschland) vom 19. Januar 2017 wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu 

einer unbedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Gestützt auf diese Fak-

ten muss der Beschuldigte als offensichtlich unbelehrbarer Berufsdelinquent bezeichnet wer-

den. Die Tatsache, dass der Beschuldigte in drei verschiedenen Ländern einschlägig und teil-

weise wegen qualifizierten Delikten vorbestraft und dabei insgesamt zu über sieben Jahren 

Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, ohne dass er sich erkennbar hiervon distanziert hätte, fällt 

beachtlich straferhöhend ins Gewicht.  

 

bb) Die übrigen Umstände bezüglich den Faktoren Vorleben und persönliche Verhältnisse 

fallen demgegenüber nicht ins Gewicht. So ist der Beschuldigte am ____ 1987 in L.____ (Ru-

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mänien) geboren und aufgewachsen, wo er die Schule besucht und eine normale Kindheit so-

wie Jugend verbracht hat. Danach arbeitete er zunächst in M.____ und später in J.____, zu-

meist auf dem Bau oder als Tagelöhner. Der Beschuldigte ist geschieden und hat eine minder-

jährige Tochter, welche bei seiner Ex-Frau in Rumänien wohnt. Gesundheitliche Beeinträchti-

gungen sind nicht bekannt (act. 27 ff., Protokoll KG S. 3 f.). Ebenfalls neutral zu werten ist die 

anlässlich der Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht eingereichte, nicht verifizierbare Be-

stätigung, wonach der Beschuldigte nach seiner Haftentlassung angeblich eine Arbeitsstelle in 

M.____ antreten könne.  

 

cc) Im Hinblick auf die Faktoren Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren ist hinge-

gen zu konstatieren, dass dem Beschuldigten eine gewisse Geständigkeit zu Gute zu halten ist. 

Relevant ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte mit seinen Aussagen zwar keine 

neuen Delikte aufgedeckt, aber immerhin das Strafverfahren in Bezug auf die bereits bekannten 

Straftaten vereinfacht hat. Diese, nicht in besonderem Masse ausgeprägte Geständigkeit führt 

zu einer leichten Strafminderung. Eine besondere Strafempfindlichkeit, welche nicht die logi-

sche und adäquate Folge des strafbaren Verhaltens ist, ist sodann nicht auszumachen.  

 

dd) Insgesamt sind somit die Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten 

und Verhalten im Strafverfahren gestützt auf diese Darlegungen als eindeutig negativ zu wer-

ten, weshalb sich aufgrund der besonderen Täterkomponenten eine Erhöhung der tatbezoge-

nen hypothetischen Gesamtstrafe um insgesamt vier Monate aufdrängt.  

 

3.6.6  

aa) Tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren (Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes nach Art. 5 StPO; Zeitablauf gemäss Art. 48 lit. e StGB) sind in casu keine zu berück-

sichtigen, womit sich im Ergebnis in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten eine 

Freiheitsstrafe von 28 Monaten als angemessen erweist.  

 

bb) Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug nach Art. 42 Abs. 1 StGB bereits aus 

formellen Gründen ausgeschlossen, möglich ist hingegen der teilbedingte Vollzug. Diesbezüg-

lich bestimmt Art. 43 Abs. 1 StGB, dass das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von min-

destens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben kann, wenn dies notwen-

dig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen. Damit eine teilbedingte 

 
 
 

 
 
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Strafe verhängt werden kann, müssen die materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des 

bedingten Strafvollzuges gemäss Art. 42 StGB erfüllt sein. Erst wenn das Gericht die Anwen-

dung zunächst einer bedingten und anschliessend einer teilbedingten Strafe verneint hat, 

kommt eine unbedingte Strafe zum Zuge. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters 

ist wie nach Art. 42 Abs. 1 StGB anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände 

vorzunehmen. In die Beurteilung einzufliessen haben neben den Tatumständen das Vorleben 

und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des 

Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Die persönlichen Verhältnisse sind bis 

zum Zeitpunkt des Entscheids, also bis zum Urteilsdatum, miteinzubeziehen. Wenn und soweit 

die Legalprognose des Täters nicht schlecht ausfällt, verlangt Art. 43 StGB, dass zumindest ein 

Teil der Strafe auf Bewährung ausgesetzt wird (ROLAND M. SCHNEIDER / ROY GARRÉ, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 11 ff. zu Art. 43 StGB, mit zahlreichen Hin-

weisen). Wenn der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder 

unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt worden ist, so ist der Auf-

schub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 Abs. 2 StGB). Wie 

vorstehend dargelegt, ist der Beschuldigte mit Urteil des Amtsgerichts Deggendorf vom 19. Ja-

nuar 2017 wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu einer unbedingten Freiheits-

strafe von zehn Monaten verurteilt worden. Damit ist in casu ein Strafaufschub nur bei beson-

ders günstigen Umständen möglich. Solche liegen bereits angesichts der weiteren einschlägi-

gen Vorstrafen offensichtlich nicht vor, weshalb in concreto ausschliesslich eine unbedingte 

Strafe in Frage kommt und folglich die festgesetzte Freiheitsstrafe von 28 Monaten unbedingt 

zu verhängen ist.  

 

cc) Einer Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs in Form der Untersuchungshaft 

sowie des vorzeitigen Strafvollzugs bis zum heutigen Urteilszeitpunkt von insgesamt nunmehr 

502 Tagen nach Art. 51 StGB steht nichts im Wege.  

 

dd) Abschliessend ist zu konstatieren, dass diese Strafe unter Berücksichtigung aller strafzu-

messungsrelevanten Faktoren bei einer Gesamtbetrachtung im Rahmen eines hypothetischen 

Vergleichs im Einklang steht zu derjenigen des Mitbeschuldigten B.____, welcher vom Strafge-

richt ebenfalls mit Urteil vom 3. August 2021 wegen gewerbs- und teilweise bandenmässigen 

Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen, teilweise versuchten Hausfrie-

 
 
 

 
 
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densbruchs gleichermassen ‒ unter Anrechnung des ausgestandenen Freiheitsentzugs ‒ zu 

einer unbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten verurteilt worden ist.  

 

ee) Demzufolge ist in Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie in Bestätigung des 

erstinstanzlichen Urteils der Berufungskläger des mehrfachen, teilweise banden- und gewerbs-

mässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen, teilweise ver-

suchten Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären und ‒ unter Anrechnung der ausgestandenen 

Untersuchungshaft und des verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs im Umfang von insgesamt 502 

Tagen ‒ zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 28 Monaten zu verurteilen.  

  

 

4. Kosten  

 

Bei diesem Verfahrensausgang gehen in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen 

Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 5'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von 

CHF 4'875.-- [3,25 Stunden Hauptverhandlung zu CHF 1'500.--/h] sowie pauschale Auslagen 

von CHF 125.--) zu Lasten des Beschuldigten. Die Kosten der Dolmetscherin in der Höhe von 

CHF 315.-- gehen gestützt auf Art. 426 Abs. 3 lit. b StPO zu Lasten des Staates. Zufolge Bewil-

ligung der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren wird der Rechtsvertreterin des 

Beschuldigten, Rechtsanwältin Clivia Wullimann, ein Honorar gemäss ihrer Honorarnote vom 

13. Dezember 2021 in der Höhe von insgesamt CHF 3'898.75 (inklusive Hauptverhandlung, 

Auslagen und CHF 278.75 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Der Beschul-

digte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung an den Kanton Ba-

sel-Landschaft verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a StPO). Abschliessend ist festzustellen, dass angesichts der Bestätigung des erstin-

stanzlichen Urteils keine Veranlassung besteht, an der Kostenverteilung des Strafgerichts eine 

Änderung vorzunehmen.  

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 3. August 2021, 

auszugsweise lautend:  

 

"1.1 

A.____ wird schuldig erklärt des mehrfachen, teilweise banden- 

und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädi-

gung und des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-

bruchs und verurteilt zu   

 

einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, 

 

unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft und des 

verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 369 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 139 

Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, 

teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 

StGB sowie Art. 51 StGB. 

 

A.____ wird in Bezug auf die Anklageziffer 2 von den Vorwürfen 

des versuchten Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des ver-

suchten Hausfriedensbruchs freigesprochen.  

 

Das wegen Hausfriedensbruchs geführte Strafverfahren wird in 

Bezug auf Anklageziffer 9 zufolge Fehlens des Strafantrags einge-

stellt. 

 

2.1 

A.____ wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. c und d StGB für die 

Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen. 

 

3. 

(...) 

A.____ wird verurteilt, folgende Zivilforderungen zu bezahlen: 

- Fr. 1'355.85 an die Gebrüder C.____ AG [AS 6]; 

-  Fr. 200.-- an D.____ AG [AS 8].  

 

In Bezug auf die Zivilforderungen gemäss Anklageziffer 6 und 8 

 
 
 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

haften B.____ und A.____ solidarisch. 

 

Folgende Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen: 

-  Zivilforderung der E.____ GmbH über Fr. 2'700.-- [AS 5]; 

-  Zivilforderung der F.____ GmbH über Fr. 5'000.-- [AS 7]; 

-  Zivilforderung der Einwohnergemeinde G.____ über Fr. 800.- 

 gegenüber A.____ [AS 9]; 

-  Zivilforderung der H.____ AG über Fr. 2'284.36 [AS 10]. 

 

4.1 

Das Honorar der amtlichen Verteidigerin von A.____ in Höhe von 

Fr. 10'288.-- (vor Anklageerhebung: Fr. 3'915.95; nach Anklageer-

hebung: Fr. 6'372.05; inkl. Auslagen und MwSt.) wird aus der Ge-

richtskasse entrichtet, unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflich-

tung von A.____ gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

 

5.1 

Die A.____ betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den 

Kosten des Vorverfahrens von Fr. 10'780.--, den Kosten des 

Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 350.-- und der Gerichtsge-

bühr von Fr. 4'000.--, gehen grundsätzlich zulasten von A.____. 

Gestützt auf Art. 425 StPO wird hingegen auf deren Erhebung zu-

folge Aussichtslosigkeit verzichtet." 
 

 

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten A.____ vollum-

fänglich bestätigt und von Amtes wegen in Ziffer 1.1 wie folgt aktu-

alisiert:  

 

1.1 
A.____ wird schuldig erklärt des mehrfachen, teilweise banden- 
und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädi-
gung und des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-
bruchs und verurteilt zu   
 
einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, 
 
unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft und des 
verbüssten vorzeitigen Strafvollzugs von insgesamt 502 Tagen, 
 

 
 
 

 
 
Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise i.V.m. Art. 139 
Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 2 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB, 
teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 
StGB sowie Art. 51 StGB. 

  

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 5'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 4'875.-- sowie 

Auslagen von CHF 125.--) gehen zu Lasten des Beschuldigten.  

 

Die Kosten der Dolmetscherin in der Höhe von CHF 315.-- gehen zu 

Lasten des Staates.  

 

 

 

III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Berufungs-

verfahren wird der Rechtsvertreterin des Beschuldigten, Rechtsan-

wältin Clivia Wullimann, ein Honorar in der Höhe von insgesamt 

CHF 3'898.75 (inklusive Hauptverhandlung, Auslagen und 

CHF 278.75 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet.  

 

Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a StPO). 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Pascal Neumann 

 

 
 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig