# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 822edf8a-4566-5409-b4c1-252cc83ad8a3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.02.2025 SB240051
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240051_2025-02-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240051-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Sieber

Urteil vom 13. Februar 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin

sowie

5. B._____,
6. C._____,
7. D._____,
8. E._____,
Privatkläger und Anschlussberufungskläger

5, 6, 7, 8, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____

betreffend mehrfache versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung, 
vom 6. September 2023 (DG230005)

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Anklage:
(Urk. D1/21)

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 3. Januar 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 68 S. 75 ff.)

Es wird erkannt:

1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB einge-

stellt.

2. Der Beschuldigte ist schuldig

 der mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 

und 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,

 des räuberischen Diebstahls im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB,

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB,

 des Raufhandels im Sinne von Art. 133 StGB,

 der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB,

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB,

 des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,

 der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB,

 der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB,

 der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. c WG,

 des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG sowie

 der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG.

3. Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. Januar 2018 ausgefällte 

bedingte Vollzug der Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu CHF 30.– wird widerrufen.

4. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 63 Monaten 

Freiheitsstrafe, wovon bis zum 26. September 2022 insgesamt 465 Tage durch Unter-

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suchungshaft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind, mit einer Geldstrafe von 

180 Tagessätzen zu CHF 30.– als Gesamtstrafe sowie mit einer Busse von CHF 300.–.

5. Die Geldstrafe wird vollzogen.

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an 

deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 3 Tagen.

7. Für den Beschuldigten wird im Sinne von Art. 61 StGB eine Massnahme für junge Erwach-

sene angeordnet unter gleichzeitiger Anordnung einer ambulanten Suchtbehandlung (Art. 63 

StGB).

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck aufgeschoben.

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit dem 26. September 2022 

im vorzeitigen Massnahmenvollzug befindet.

8. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen.

9. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird angeord-

net.

10. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen hin herausgegeben, sofern sie dem 

Beschuldigten nicht bereits ausgehändigt wurden, oder nach Ablauf von 3 Monaten der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

 Schuhe "Nike Tn Air" (Asservat Nr. A015'281'591)

 Schwarzes T-Shirt (Asservat Nr. A015'281'626)

 Blaue Jeanshose (Asservat Nr. A015'281'648)

 Kleider (Asservat Nr. A014'950'711)

 Kleider (Asservat-Nr. A013'796'275)

 Jeanshose mit Gürtel (Asservat-Nr. A013'796'297)

 Gelbes T-Shirt (Asservat-Nr. A013'796'300)

11. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden dem Privatkläger 1 (F._____) nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen hin herausgegeben, sofern 

sie diesem nicht bereits ausgehändigt wurden, oder nach Ablauf von 3 Monaten der Lager-

behörde zur Vernichtung überlassen:

 Weisse Turnschuhe (Asservat Nr. A015'278'725)

 Blaue Jeanshose (Asservat Nr. A015'278'736)

 Blaue Fleecejacke (Asservat Nr. A015'278'747)

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12. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen:

 Besteckmesser (Asservat Nr. A012'772'202)

 Stein Nr. 1 (Asservat Nr. A012'664'276)

 Stein Nr. 2 (Asservat Nr. A012'664'287)

 Stein Nr. 3 (Asservat Nr. A012'664'298)

 Stein Nr. 4 (Asservat Nr. A012'664'301)

 Stein Nr. 5 (Asservat Nr. A012'664'312)

 Stein Nr. 6 (Asservat Nr. A012'664'334)

 zerbrochene Glasflasche/Scherben (Asservat Nr. A013'796'253)

13. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 7. Dezember 2022 be-

schlagnahmte Neck-Knife "Albainox" (Asservat-Nr. A015'281'433) sowie das mit Verfügung 

der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 7. Dezember 2022 beschlagnahmte Messer 

(Asservat-Nr. A015'058'829) werden eingezogen und dem Forensischen Institut Zürich (FOR) 

zur gutscheinenden Verwendung überlassen.

14. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 1 (F._____) aus den 

eingeklagten Ereignissen dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen 

Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privatkläger 1 (F._____) 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

15. Der Privatkläger 13 (G._____) wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 (F._____) CHF 8'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 7. August 2021 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

17. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 (H._____) CHF 3'000.– zuzüglich 5 % 

Zins ab 24. April 2021 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

18. Die Genugtuungsbegehren der Privatkläger 5 (B._____), Privatkläger 6 (C._____), Privatklä-

ger 7 (D._____) und Privatkläger 8 (E._____) werden abgewiesen.

19. Der Beschuldigte wird gemäss seiner Anerkennung verpflichtet, der Privatklägerin 11 

(I._____) CHF 200.– als Genugtuung zu bezahlen.

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 12 (J._____) CHF 1'500.– als Genugtu-

ung zu bezahlen.

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21. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

CHF 10'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

CHF 6'000.– Gebühr für das Vorverfahren;

CHF 42'146.90 Auslagen Polizei / IRM & FOR / Externe;

CHF 2'800.– Gerichtsgebühr Beschwerdeverfahren (UE200346-O);

CHF 43'785.– Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X1._____);

CHF 592.35 Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X2._____);

CHF 25'577.90 Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X2._____);

CHF 366.65 Entschädigung amtliche Verteidigung (RA X3._____);

CHF 5'124.25 Entschädigung Rechtsbeiständin Privatkläger 1;

CHF 3'002.50 Entschädigung Rechtsbeistand Privatkläger 3.

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

22. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigungen sowie der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten auferlegt.

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen sowie der unentgeltlichen Vertretungen der Privat-

klägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nachforde-

rung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO.

23. (Mitteilungen)

24. (Rechtsmittel)

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Berufungsanträge:

a) des Beschuldigten:

(Urk. 126 S. 19 und Prot. II S. 15, Ergänzung 10)

1. Die Anträge der Staatsanwaltschaft I seien abzuweisen.

2. Die Anträge der Privatklägerschaft seien abzuweisen.

3. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen versuchten 

schweren Körperverletzung freizusprechen.

4. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des räuberischen Diebstahls 

freizusprechen.

5. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen 

Beamte und Behörden freizusprechen.

6. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raufhandels, insbesondere 

des Raufhandels z.Nt. des Privatklägers 3, freizusprechen.

7. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der Sachbeschädigung sowie 

der mehrfachen Drohung freizusprechen.

8. Der Beschuldigte sei angemessen zu bestrafen. Der Beschuldigte 

sei mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten zu bestrafen.

9. Die Massnahme nach Art. 61 StGB sei weiterzuführen bzw. zu be-

stätigen.

10. Von einer Massnahme nach Art. 63 StGB sei abzusehen.

11. Von einer Landesverweisung sowie von der Ausschreibung im SIS 

sei abzusehen.

12. Die Zivilforderungen der Privatkläger 1 und 3 seien auf den Zivil-

weg zu verweisen.

13. Die amtliche Verteidigung sei gemäss separat eingereichter Hono-

rarnote unter allfälliger Anpassung der geschätzt bezeichneten 

Positionen zu entschädigen.

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14. Die Kosten des Verfahrens seien anteilsmässig durch den Staat zu 

tragen. 

b) der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 128 S. 1)

1. Der Beschuldigte sei betreffend Dossier 2 neben versuchter 

schwerer Körperverletzung anstelle des Raufhandels des Angriffs 

schuldig zu sprechen.

2. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen, jedoch sei 

von einer Massnahme für junge Erwachsene abzusehen.

3. Formeller Antrag: Der Beschuldigte sei in Sicherheitshaft zu belas-

sen.

c) der Privatkläger 5, 6, 7 und 8:

(Urk. 85 und Urk. 118, sinngemäss)

Der Beschuldigte sei hinsichtlich der Anklageziffer 1.7 der Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig zu sprechen.

Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin 5 eine Genugtuung 

von Fr. 200.–, dem Privatkläger 6 eine Genugtuung von Fr. 300.–, dem 

Privatkläger 7 eine Genugtuung von Fr. 200.– und dem Privatkläger 8 eine 

Genugtuung von Fr. 250.–, zuzüglich 5 % Zinsen seit dem 30. Juni 2019, zu 

bezahlen.

Den Privatklägern 5, 6, 7 und 8 sei für das Beschwerdeverfahren gegen die 

Einstellungsverfügung der Staasanwaltschaft vom 28. September 2020 vor 

dem Obergericht des Kantons Zürich (UE200346-O) gesamthaft oder zu je 

einem Viertel eine Parteientschädigung von Fr. 6'522.75 aus der 

Gerichtskasse zuzusprechen, eventualiter sei diese dem Beschuldigten 

aufzuerlegen.

Es sei eine angemessene Parteientschädigung für die Vertretung im 

Berufungsverfahren zuzusprechen.

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d) der Privatkläger 1 und 2:

(Urk. 78, Urk. 79 und Urk. 82)

Je keine Anträge.

e) des Privatklägers 3:

(Urk. 80)

Verzicht auf Anschlussberufung.

f) des Privatklägers 4:

(Urk. 78 und Urk. 79)

Keine Anträge.

g) der Privatkläger 9 und 10:

(Urk. 78 und Urk. 79)

Je keine Anträge.

h) des Privatklägers 11:

(Urk. 78)

Keine Anträge.

i) der Privatkläger 12 und 13:

(Urk. 78 und Urk. 79)

Je keine Anträge.

j) der Privatkläger 14, 15, 16 und 17:

(Urk. 78 und Urk. 79)

Je keine Anträge.

k) der Privatklägerin 18:

(Urk. 78 und Urk. 79)

Keine Anträge.

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Erwägungen:

I.  Verfahrensgang, Berufungsumfang, Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Am 3. Januar 2023 erhob die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

gegen A._____ (nachfolgend: der Beschuldigte) beim Bezirksgericht Zürich An-

klage (Urk. D1/21). Der Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich 

aus dem Entscheid vom 6. September 2023 (Urk. 68 S. 8 f.).

1.2. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 6. September 2023 wurde den 

Parteien am 8. September 2023 mündlich eröffnet (Urteilsdispositiv: Urk. 56; Prot. I 

S. 24). Der Beschuldigte meldete sogleich mündlich sowie mit Eingabe vom 8. Sep-

tember 2023 fristgerecht Berufung an (Prot. I S. 24 und Urk. 57; Art. 399 Abs. 1 

StPO). Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 66/2, am 11. Januar 2024) 

liess der Beschuldigte am 31. Januar 2024 fristgerecht die Berufungserklärung ein-

reichen. Gleichzeitig liess er den Beweisantrag stellen, es sei K._____ von der 

"L._____" [Kirche] zu befragen (Urk. 69; Art. 399 Abs. 3 StPO). 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 9. Februar 2024 wurde der Staatsanwaltschaft 

sowie den Privatklägern ein Doppel der Berufungserklärung des Beschuldigten 

zugestellt und Frist angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben 

oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde ihnen 

Frist angesetzt, um zum Beweisantrag des Beschuldigten Stellung zu nehmen 

(Urk. 78). Mit Eingabe vom 21. Februar 2024 teilte Rechtsanwalt MLaw Y2._____ 

mit, dass der Privatkläger 3 auf Anschlussberufung verzichte (Urk. 80). 

Rechtsanwältin MLaw Y3._____ teilte mit Eingabe vom 1. März 2024 mit, dass sie 

den Privatkläger 1 nicht mehr vertrete, die Verfügung vom 9. Februar 2024 diesem 

jedoch weitergeleitet habe (Urk. 82). Mit Eingabe vom 4. März 2024 teilte die 

Staatsanwaltschaft mit, Anschlussberufung zu erheben, und nahm ferner zum Be-

weisantrag des Beschuldigten Stellung (Urk. 83). Mit Eingabe vom 4. März 2024 

reichte Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ die Anschlussberufung der Privatkläger 5, 

6, 7 und 8 ein (Urk. 85). Die übrigen Privatkläger liessen sich nicht vernehmen.

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1.4. Mit Präsidialverfügung vom 3. April 2024 wurde der Beweisantrag des 

Beschuldigten abgewiesen und die Anschlussberufungen der Staatsanwaltschaft 

sowie der Privatkläger 5, 6, 7 und 8 den übrigen im Berufungsverfahren aktiv 

beteiligten Parteien zugestellt (Urk. 87).

1.5. Mit Eingabe vom 26. September 2024 ersuchte der amtliche Verteidiger um 

Sistierung des Verfahrens, da der Beschuldigte seit einigen Monaten aus der 

Massnahme nach Art. 61 StGB im Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) abgängig 

sei und sich vermutlich im Ausland befinde (Urk. 90). Am 27. September 2024 

wurde unter dem Hinweis, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die 

Berufung als zurückgezogen gelte, wenn die Berufung führende Partei nicht 

vorgeladen werden könne, mit dem amtlichen Verteidiger telefonisch vereinbart, 

dass er bis zum 7. Oktober 2024 versuche, Kontakt zum Beschuldigten 

herzustellen (Urk. 91). Am 2. Oktober 2024 wurde von Herrn M._____ des MZU 

telefonisch bestätigt, dass der Beschuldigte seit dem 31. Mai 2024 abgängig sei 

(Urk. 92). Mit Eingabe vom 8. Oktober 2024 (Datum Poststempel) teilte der 

amtliche Verteidiger mit, dass der Kontakt zum Beschuldigten bestehe und gab 

zudem die Zustelladresse des Beschuldigten bekannt (Urk. 93).

1.6. Am 23. Oktober 2024 wurde der Beschuldigte verhaftet und gestützt auf 

§ 22a StJVG in Sicherheitshaft gesetzt (Urk. 94-96). Am 4. November 2024 wurde 

der Beschuldigte gemäss Mitteilung der Bewährungs- und Vollzugsdienste des 

Justizvollzugs und Wiedereingliederung des Kantons Zürich (nachfolgend: BVD) 

ins Gefängnis Affoltern versetzt (Urk. 98).

1.7. Am 15. November 2024 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 13. Fe-

bruar 2025 vorgeladen. 

1.8. Mit Eingabe vom 20. Dezember 2024 beantragten die BVD die Aufhebung 

des bewilligten vorzeitigen Massnahmenvollzugs nach Art. 61 StGB (Massnahme 

für junge Erwachsene) und gleichzeitig die Prüfung einer allfälligen Anordnung von 

Sicherheitshaft bei Aufhebung des vorzeitigen Massnahmenvollzugs (Urk. 101). 

Nachdem den Parteien mit Präsidialverfügung vom 7. Januar 2025 Frist zur 

Stellungnahme gesetzt worden war (Urk. 102), ging am 9. Januar 2025 die 

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Stellungnahme der Staatsanwaltschaft fristgerecht ein (Urk. 104). Innert erstreckter 

Frist und nach gewährter Akteneinsicht (Urk. 105) ging sodann die Stellungnahme 

der Verteidigung ein (Urk. 110). Die Verteidigung stellte gleichentags drei Beweis-

anträge (Urk. 111). 

1.9. Am 23. Januar 2025 verlängerten die BVD die Sicherheitshaft um drei 

Monate, längstens bis zum Entscheid des hiesigen Gerichts betreffend Aufhebung 

des vorzeitigen Massnahmenvollzugs (Urk. 107A). In Gutheissung des entsprech-

enden Beweisantrags der Verteidigung wurde sodann beim Gefängnis Affoltern ein 

Führungsbericht über den Beschuldigten eingeholt und den Parteien des 

Berufungsverfahrens zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 116 und Urk. 117). Im 

Übrigen teilte die Verfahrensleitung den Parteien mit, dass angesichts der zeit-

lichen Umstände über die weiteren noch offenen Anträge anlässlich der Berufungs-

verhandlung entschieden werde (Urk. 114).

1.10. Zur Berufungsverhandlung vom 13. Februar 2025 erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X1._____, der Staatsanwalt lic. iur. N._____ sowie O._____, welche mit einem der 

Beweisanträge der Verteidigung als Zeugin offeriert worden war (Prot. II S. 7). 

Vorfragen waren keine zu entscheiden. In Gutheissung des entsprechenden 

Beweisantrags wurde O._____ als Zeugin einvernommen (Urk. 124). Nach der 

Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 125) waren keine weiteren Beweise 

abzunehmen. Der Beweisantrag der Verteidigung auf erneute Befragung von 

P._____ wurde abgewiesen (Prot. II S. 11 ff.). Das Urteil erging im Anschluss an 

die Berufungsverhandlung zusammen mit dem Entscheid auf Aufhebung des 

vorzeitigen Massnahmenvollzugs und Verlängerung der Sicherheitshaft und wurde 

mündlich eröffnet und erläutert (Prot. II S. 18 ff.).

2. Umfang der Berufung

2.1. Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch von den Vorwürfen der mehr-

fachen versuchten schweren Körperverletzung (Dossiers 1 und 2), des räuberi-

schen Diebstahls (Dossier 1), der Gewalt und Drohung gegen Beamte und Behör-

den (alt Dossier 2), des Raufhandels (Dossier 2) sowie der Sachbeschädigung und 

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der mehrfachen Drohung (alt Dossier 3; Dispositivziffer 2, 1., 2., 4.-6. und 8. 

Spiegelstrich). Ferner wendet sich der Beschuldigte gegen den Strafpunkt und 

beantragt eine angemessene Strafe sowie das Absehen von einer Massnahme 

nach Art. 63 StGB (Dispositivziffer 3, 4, 5, 6 und 7). Zudem ficht er die Anordnung 

einer Landesverweisung sowie deren Ausschreibung im SIS (Dispositivziffer 8 und 

9), die Entscheide in Bezug auf die Zivilforderungen der Privatkläger 1 und 3 (Dis-

positivziffer 14, 16 und 17) sowie die erstinstanzliche Kostenauflage an (Dispositiv-

ziffer 22; vgl. Urk. 69 S. 1 ff.).

Die Staatsanwaltschaft beantragt im Rahmen ihrer Anschlussberufung anstelle des 

Schuldspruchs wegen Raufhandels (Dossier 2) einen Schuldspruch wegen Angriffs 

(Dispositivziffer 2, 4. Spiegelstrich) und im Übrigen die Bestätigung des 

angefochtenen Entscheids (vgl. Urk. 83 S. 3).

Die Privatkläger 5, 6, 7 und 8 beantragen mit ihrer Anschlussberufung zunächst die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs wegen Gewalt und Drohung 

gegen Beamte und Behörden (alt Dossier 2; Dispositivziffer 2, 8. Spiegelstrich) und 

fechten die Abweisung der von ihnen gestellten Genugtuungsbegehren an 

(Dispositivziffer 18). Ausserdem beantragen sie für das Beschwerdeverfahren 

gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. September 2020 

vor dem Obergericht des Kantons Zürich die Zusprechung einer 

Parteientschädigung von Fr. 6'522.75 (gesamthaft oder zu je einem Viertel) aus der 

Gerichtskasse (UE200346-O; vgl. Urk. 85; Urk. 118).

2.2. Unangefochten blieben die Verfahrenseinstellung bezüglich des Vorwurfs 

der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB (Dispositivziffer 1), die Schuldsprüche der 

einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB, des Hausfriedensbruchs 

i.S.v. Art. 186 StGB, der Hinderung einer Amtshandlung i.S.v. Art. 286 StGB, der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 

Abs. 1 lit. c WG, des Fahrens ohne Berechtigung i.S.v. Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG 

sowie der vorsätzlichen Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 1 SVG 

(Dispositivziffer 2, 3., 7., 9.-12. Spiegelstrich), die Entscheide zu den beschlag-

nahmten Gegenständen (Dispositivziffern 10 bis 13), die Entscheide zu den Zivil-

forderungen der Privatkläger 11, 12 und 13 (Dispositivziffer 15, 19 und 20) sowie 

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die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 21). In diesem Umfang ist 

der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab vorzumerken 

ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). 

2.3. In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid – unter Vorbehalt 

des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO; vgl. hierzu die Erwägungen 

im Zusammenhang mit der Sanktion in E. III.1.4.) – grundsätzlich zur Disposition.

2.4. Die unangefochtenen vorinstanzlichen Schuldsprüche gemäss Dossier 3 

(Sachbeschädigung), alt Dossier 5 (Drohung), alt Dossier 4 und alt Dossier 8 (je 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) haben trotz Anfechtung der 

Schuldsprüche der mehrfachen Sachbeschädigung, der mehrfachen Drohung und 

der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte weiterhin 

Bestand.

3. Prozessuales

3.1. Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft 

(AS 2023 468; BBl 2019 6697). Gemäss Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel 

gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten der neuen Regelungen gefällt wurden, nach 

bisherigem Recht beurteilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelver-

fahren das frühere Prozessrecht massgebend.

3.2. Auf die seit 1. Juli 2023 geltende Harmonisierung der Strafrahmen für 

Gewalttaten (Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 

Strafrahmen; AS 2023 259, BBl 2018 2827) wird im Zusammenhang mit den 

betroffenen Straftatbeständen einzugehen sein.

3.3. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, ohne dass dies explizit Erwähnung findet.

3.4. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

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das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in 

der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert 

würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, mit Hinweisen).

II.  Sachverhalt und rechtliche Würdigung

1. Ausgangslage

1.1. Im vorliegenden Berufungsverfahren sind nur noch die Sachverhalte 

gemäss Dossier 1 (versuchte schwere Körperverletzung und räuberischer 

Diebstahl), Dossier 2 (versuchte schwere Körperverletzung und Raufhandel), alt 

Dossier 2 (Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte) und alt Dossier 3 

(Sachbeschädigung und mehrfache Drohung) umstritten. 

1.2. Im Folgenden ist nochmals zu prüfen, ob sich diese Vorwürfe der Anklage 

gestützt auf die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung in Berücksichtigung 

der verwertbaren und relevanten Beweismittel rechtsgenügend erstellen lassen.

2. Beweisgrundsätze

Die Vorinstanz hat die massgebenden Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend 

dargestellt (Urk. 68 S. 13), worauf in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verwie-

sen werden kann. 

3. Dossier 1

3.1. Anklagevorwurf

3.1.1.  Zusammengefasst wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 7. August 2021 

um ca. 01:40 Uhr an der Seepromenade in … Zürich Q._____ (nachfolgend: dem 

Privatkläger 2) dessen Plastiksack mit alkoholischen Getränken aus der Hand ge-

- 15 -

rissen und in der Folge dessen Kollege F._____ (nachfolgend: dem Privatkläger 1) 

unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben, nachdem dieser ver-

sucht habe, dem Beschuldigten den Plastiksack wieder abzunehmen. In der Folge 

sei der Privatkläger 1 durch die Kollegen und den Bruder des Beschuldigten ge-

schlagen und an beiden Armen festgehalten worden, während der Beschuldigte vor 

dem Gesicht des Privatklägers 1 mit einem Messer (einem sog. "Neck knife") mit 

einer Klingenlänge von ca. 7.5 cm herumgefuchtelt und seitliche Schnittbewegun-

gen gemacht habe. Dabei habe der Beschuldigte den Privatkläger 1 mindestens 

einmal mit dem Messer im Gesicht getroffen. Durch den Faustschlag sowie die 

Schnittbewegungen mit dem Messer habe der Privatkläger 1 eine tiefgreifende 

Rissquetschwunde an der Nase (samt Teilamputation des Nasendornfortsatzes), 

eine leichte Beschädigung von zwei Schneidezähnen sowie ein leichtes Schädel-

Hirn-Trauma mit multiplen Kontusionen im Gesicht erlitten. Die Verletzung an der 

Nase habe eine bleibende Narbe hinterlassen (Urk. D1/21 S. 2 f.).

3.1.2.  In rechtlicher Hinsicht wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine 

versuchte schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB sowie einen räuberischen Diebstahl i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB vor (Urk. D1/21 S. 2 f. und 10).

3.2. Standpunkt des Beschuldigten

3.2.1.  Der Beschuldigte zeigte sich hinsichtlich des Anklagevorwurfes teilweise 

geständig. Er anerkannte, den Privatkläger 1 bei deren Auseinandersetzung wegen 

eines Sackes mit Getränken mit der rechten Faust geschlagen (Urk. D1/3/3 F/A 10, 

23, 27, 74; Urk. 47A S. 10) und sein Messer eingesetzt (Urk. D1/3/3 F/A 92) bzw. 

damit herumgefuchtelt zu haben (Urk. D1/3/3 F/A 10, 13 f. und 17; Urk. 47A S. 11). 

Zudem anerkannte der Beschuldigte, den Privatklägern 1 und 2 einen Plastiksack 

entrissen zu haben (Urk. D1/3/3 F/A 10, 56 und 72 f.).

3.2.2.  Der Beschuldigte stellte jedoch in Abrede, den Privatkläger 1 mit dem 

Messer verletzt zu haben. Er führte indes aus, er habe den Privatkläger 1 mit dem 

Messer lediglich auf Distanz halten wollen, da er sich in Gefahr gesehen habe. Er 

habe von einer unbekannten Person rufen gehört, dass der Privatkläger 1 etwas 

- 16 -

auspacke und habe nicht verletzt werden wollen (Urk. D1/3/3 F/A 10, 17 und 113 

f.; Urk. 47A S. 11 und 13). Der Beschuldigte gab sodann an, dass der weisse 

Plastiksack mit den Getränken ihm gehört und er die Getränke zuvor im R._____ 

selber gekauft habe (Urk. D1/3/3 F/A 10, 27, 42 f., 56 und 72 f.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesentlichen den bereits 

geschilderten Standpunkt (Urk. 125 S. 21 f.).

3.2.3.  Ergänzend führte die Verteidigung aus, der Faustschlag erfülle höchstens 

den Tatbestand der versuchten einfachen Körperverletzung. Ferner mangle es an 

einem Vorsatz des Beschuldigten betreffend eine schwere Körperverletzung. Der 

Beschuldigte habe das Messer gezogen, um Distanz zu schaffen und sich selbst 

zu schützen (Urk. 50 S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Vertei-

digung ferner aus, dass das Nachtatverhalten des Beschuldigten – er habe dem 

Privatkläger 1 Wasser angeboten und ihm geholfen, das Mobiltelefon zu suchen – 

nicht dafür spreche, dass der Beschuldigte den Privatkläger 1 (zumindest schwer) 

verletzt haben könnte. Der Privatkläger 1 sei von fünf bis sechs Personen festge-

halten und geschlagen worden. Es liege der Verdacht nahe, dass es eine dritte 

Person mit einem Messer gegeben haben könnte. Ausserdem würde sich das Ver-

letzungsbild eher durch eine kontrollierte Handlung erklären lassen (Urk. 126 

S. 5 ff.)

3.3. Beweismittel

3.3.1.  Zum Anklagevorwurf gemäss Dossier 1 liegen die Aussagen des 

Beschuldigten (Urk. D1/3/1-3; Urk. D1/20/1 F/A 7 ff.; Urk. D1/20/2 F/A 8 ff.; 

Urk. 47A S. 10 ff.; Urk. 125 S. 21 f. und 27 ff.) sowie diejenigen des Privatklägers 2 

(Urk. D1/4/1/1-3) und des Privatklägers 1 vor (Urk. D1/4/2/1-3, inkl. Videoaufnahme 

Urk. D1/4/2/4 zu Urk. D1/4/2/3). Ferner wurden die Beschuldigten S._____ und 

T._____ (je separate Verfahren) am 7. August 2021 polizeilich einvernommen 

(Urk. D1/5/1+2). Neben den Personalbeweisen liegen verschiedene objektive Be-

weismittel in den Akten; die Fotodokumentation u.a. des Tatortes, der Verletzungen 

des Privatklägers 1 und der polizeilich kontrollierten Personen (Urk. D1/2/1), ein 

ärztlicher Bericht zur Blutalkoholanalyse des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) 

(Urk. D1/6/4) und ein pharmakologisch-toxikologisches Gutachten des IRM je über 

- 17 -

den Beschuldigten (Urk. D1/6/5), ein zahnärztlicher Bericht (Urk. D1/7/2) sowie ein 

ärztlicher Austrittsbericht des Instituts für Notfallmedizin des Universitätsspitals Zü-

rich über den Privatkläger 1 (Urk. D1/7/3) sowie ein Gutachten zur Auswertung von 

DNA-Spuren des IRM (Urk. D1/8/5).

3.3.2.  Auf die einzelnen Beweismittel ist nachfolgend im Rahmen der Beweiswür-

digung weiter einzugehen, soweit ihnen Relevanz zukommt.

3.4. Würdigung der Beweismittel

3.4.1.  Unangefochten blieb und erstellt ist, dass der Beschuldigte im Rahmen einer 

Auseinandersetzung wegen eines Sackes mit Getränken dem Privatkläger 1 mit 

der Faust ins Gesicht geschlagen hat. 

3.4.2.  Die Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatkläger 1 und 2 zu den 

Schnittverletzungen im Gesicht des Privatklägers 1 hat die Vorinstanz zutreffend 

zusammengefasst, worauf verwiesen werden kann (Urk. 68 S. 18). Die Vorinstanz 

kommt zusammengefasst zum Schluss, gestützt auf die glaubhaften Aussagen der 

Privatkläger 1 und 2 könne erstellt werden, dass der Beschuldigte dem Privatklä-

ger 1 durch einen Faustschlag und das Herumfuchteln mit einem Messer vor des-

sen Gesicht die in der Anklage vorgeworfenen Verletzungen, mithin eine Schnitt-

wunde an der Nase, mehrere oberflächliche Schnittverletzungen an der linken 

Wange und eine Teilamputation des Nasendornfortsatzes, zugefügt habe. Es 

dränge sich für die Ursache der Verletzungen des Privatklägers 1 keine andere 

Erklärung auf. Die Ausführungen des Beschuldigten würden sodann nicht überzeu-

gen (Urk. 68 S. 19 f.). 

3.4.3.  Auf die zutreffende vorinstanzliche Beweiswürdigung kann verwiesen 

werden. Die nachfolgenden Erwägungen sind deshalb teilweise ergänzend und 

rekapitulierend.

3.4.4.  Der Privatkläger 2 konnte den Beschuldigten aufgrund der polizeilichen 

Nahbereichsfahndung nach dem Vorfall beim Hauptbahnhof Zürich bei den Gleisen 

als Haupttäter, welcher als Erster zugeschlagen habe, identifizieren (vgl. den 

Polizeirapport vom 7. August 2021, Urk. D1/1/1 S. 1 ff. und 6; vgl. Aussagen des 

- 18 -

Privatklägers 2 in Urk. D1/4/1/1 F/A 43 ff. und Urk. D1/4/1/2 F/A 10). Darauf wurde 

der Beschuldigte zusammen mit seinem Bruder T._____ und mit S._____, welche 

ebenfalls als Tatbeteiligte identifiziert werden konnten, verhaftet (Urk. D1/1/1 S. 1 

f.; vgl. Fotos 7-12 in Urk. D1/2/1). Von drei weiteren Personen, welche mit dem 

Beschuldigten anlässlich dessen Anhaltung im Gespräch gewesen seien, wurden 

die Personalien erhoben und Fotos gemacht (vgl. Urk. D1/1/1 S. 7; vgl. Fotos 13-

15 in Urk. D1/2/1).

3.4.5.  Bei seiner Verhaftung vom 7. August 2021 trug der Beschuldigten ein mit 

Blut behaftetes "Neck knife" um den Hals, welches sichergestellt und sodann mit 

staatsanwaltschaftlicher Verfügung vom 7. Dezember 2022 beschlagnahmt wurde 

(Urk. D1/1; Urk. D1/12/1/1 S. 2; Urk. D1/11/7). Dieses Messer, die ebenfalls mit 

Blut behafteten Sneaker sowie Blutanhaftungen ab den Daumen des Beschuldigten 

wurden zur Auswertung von DNA-Spuren dem IRM übergeben. Mit dem DNA-Gut-

achten des IRM konnte das Blut des Privatklägers 1 am linken Daumen und an den 

Sneakers des Beschuldigten festgestellt werden (Urk. D1/8/5 S. 2 f.).

3.4.6.  Gemäss dem Austrittsbericht des Instituts für Notfallmedizin des Universi-

tätsspitals Zürich vom 7. August 2021 erlitt der Privatkläger 1 eine tiefgreifende 

Rissquetschwunde an der Nase, samt Teilamputation der "Spina nasalis" und des 

"Vestibulum nasalis", mehrere oberflächliche Schnittwunden an der linken Wange 

und ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma mit multiplen Kontusionen am Gesicht 

(Urk. D1/7/3 S. 1 f.). Gemäss dem Bericht der Zahnarztpraxis von U._____ vom 

4. November 2022 musste der Privatkläger 1 am 27. August 2021 aufgrund der 

Schlägerei zwei von sieben beschädigten Zähne behandeln lassen (Urk. D1/7/2). 

Die Verletzungen des Privatklägers 1 wurden sodann auch polizeilich festgehalten, 

wobei Schnittwunden an der Nase und der linken Wange erkennbar sind (vgl. 

Urk. D1/2/1 Fotos 4-6). Auf den vom Privatkläger 1 eingereichten Fotos sind selbst 

nach der Wundheilung Narben an der Nase und linken Wange ersichtlich (vgl. 

Urk. 46/9). 

3.4.7.  Mit der Vorinstanz sind die Aussagen der Privatkläger 1 und 2 widerspruchs-

frei, eindeutig und wirken in Bezug auf das Kerngeschehen glaubhaft und lassen 

sich zudem mit den weiteren Beweismitteln ohne weiteres in Einklang bringen. 

- 19 -

Beide schildern – im Übrigen in Übereinstimmung mit dem Beschuldigten –, wie der 

Beschuldigte dem Privatkläger 2 eine Tasche bzw. einen Sack mit den Getränken 

aus der Hand genommen und sodann, als der Privatkläger 1 ihm den Sack wieder 

habe entnehmen wollen, dem Privatkläger 1 einen Faustschlag ins Gesicht ver-

passt habe. Daraufhin hätten sich die Kollegen des Beschuldigten eingemischt und 

auf den Privatkläger 1 eingeschlagen (Urk. D1/4/1/1 F/A 3 ff. und 16; Urk. D1/4/1/3 

F/A 23; Urk. D1/4/2/1 F/A 6; Urk. D1/4/2/3 F/A 23).

3.4.8.  Auch der Privatkläger 1 konnte den Beschuldigten sicher als Haupttäter iden-

tifizieren (Urk. D1/4/2/3 F/A 102 ff.). Anlässlich seiner ersten polizeilichen 

Einvernahme vom 7. August 2021 beschrieb der Privatkläger 1 den Haupttäter, der 

ihm eine Faust versetzt habe, als einen nordafrikanischen Typen im Alter von 18-

24 Jahren, 185-190 cm gross, mit schlanker Figur und schwarzem T-Shirt und 

Jeans (Urk. D1/4/2/1 F/A 10). Diese Signalemente passen auf den gleichentags 

verhafteten Beschuldigten (vgl. Urk. D1/2/1, Foto 7; Urk. D1/12/1/1 S. 1). Sodann 

konnte sich der Privatkläger 1 daran erinnern, dass der Haupttäter einen schwar-

zen Gegenstand in der Hand gehabt habe, womit er ihm womöglich die Wunden 

zugefügt habe (Urk. D1/4/2/1 F/A 25 und 28). Anlässlich der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme sagte der Privatkläger 1 aus, seine Verletzungen seien durch 

einen spitzen Gegenstand durch den Haupttäter und durch Schläge des Täters 

rechts von ihm entstanden (Urk. D1/4/2/3 F/A 78). Die Beschädigung zweier 

Schneidezähne konnte er klar dem "Täter rechts von ihm" zuordnen (Urk. D1/4/2/3 

F/A 20; vgl. Urk. D1/4/2/2 F/A 8 ff., der Privatkläger 1 identifizierte den Täter rechts 

als den Bruder des Beschuldigten), die Schnittwunden hingegen dem "Haupttäter", 

dem Beschuldigten (Urk. D1/4/2/3 F/A 69 ff. und 78). Zum Tatbeitrag weiterer 

Personen der Gruppe des Beschuldigten erklärte der Privatkläger 1 durchgehend, 

diese hätten ihn festgehalten und ihn ebenfalls am Kopf bzw. ins Gesicht geschla-

gen (Urk. D1/4/2/1 F/A 6 und 21; Urk. D1/4/2/3 F/A 20).

3.4.9.  Der Standpunkt des Beschuldigten, er habe sich selber in Gefahr gesehen 

und sich mit dem Messer lediglich verteidigt bzw. Distanz schaffen wollen, weil 

jemand gerufen habe, dass der Privatkläger 1 "etwas" auspacke (Urk. D1/3/3 

F/A 10 und 17; Urk. 47A S. 11 und Urk. 125 S. 28), erscheint in Anbetracht seines 

- 20 -

aggressiven Auftritts gegenüber dem Privatkläger 1 anlässlich der vorangegange-

nen Konfrontation und der Übermacht der Gruppe des Beschuldigten nicht plausi-

bel. Dieses Vorbringen ist bei der gegebenen Beweislage klar als Schutzbehaup-

tung zu qualifizieren. So denn der Beschuldigte damit sinngemäss eine Notwehr-

situation geltend machen wollte, ist darauf hinzuweisen, dass er dieselbe mit 

seinem ersten Faustschlag gegen den Privatkläger 1 ohnehin selbst konstelliert 

hätte. Mit der Vorinstanz und entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 126 S. 5 

ff.) drängt sich als Ursache der Schnittverletzungen des Privatklägers 1 keine 

andere Erklärung auf als das Herumfuchteln bzw. Stechen mit dem sichergestellten 

"Neck knife" ins Gesicht des Privatklägers 1 durch den alkoholisierten Beschuldig-

ten (vgl. Urk. D1/6/4, zum Zeitpunkt des Ereignisses lag eine Blutalkoholkonzentra-

tion von mindestens 1.64 ‰ vor). Dieses Beweisergebnis wird nicht umgestossen 

und der Beschuldigte nicht entlastet, nur weil der Privatkläger 1 betreffend die blut-

verdächtigen Anhaftungen an der Messerklinge als Spurengeber ausgeschlossen 

wurde (Urk. D1/8/5 S. 3). Ausserdem gab der Beschuldigte selber zu Protokoll, 

dass der Privatkläger 1 geblutet habe, nachdem er sein Messer gezogen und damit 

vor dem Privatkläger 1 herumgefuchtelt habe (Urk. D1/3/3 F/A 10). Aus dem 

Umstand, dass er im Nachgang zur Tat dem Privatkläger 1 beim Waschen des 

Gesichts und bei der Suche nach dem vermissten Mobiltelefon geholfen habe 

(Urk. D1/3/3 F/A 10; Urk. 47A S. 12 f. und Urk. 125 S. 22), kann der Beschuldigte 

für sich nichts Entlastendes ableiten. So ist es naheliegend, dass der Beschuldigte 

bei bereits laufenden Strafverfahren kein Interesse daran hatte, dass die Privatklä-

ger die Polizei herbeiriefen, zumal die Privatkläger übereinstimmend schilderten, 

der Beschuldigte habe sie gebeten, nicht die Polizei zu rufen (Urk. D1/4/1/1 F/A 5; 

Urk. D1/4/3 F/A 23; Urk. D1/4/2/3 F/A 20). Dies bestätigte auch der Beschuldigte 

im Übrigen anlässlich der Berufungsverhandlung explizit (Urk. 125 S. 27).

3.4.10.  Ferner kann auch auf die zutreffenden vorinstanzlichen Zusammenfassun-

gen der Aussagen des Beschuldigten sowie der Privatkläger 1 und 2 zur Frage, 

wem der Sack bzw. die Tasche mit den Getränken gehörte, verwiesen werden 

(Urk. 68 S. 20 f.). Die Vorinstanz erwog diesbezüglich, die übereinstimmenden Dar-

stellungen der Privatkläger 1 und 2 würden im Gegensatz zur vom Beschuldigten 

vorgebrachten Verwechslung des Plastiksacks glaubhaft erscheinen. Sie kommt 

- 21 -

zum Schluss, dass sich der Beschuldigte die alkoholischen Getränke der Privat-

kläger direktvorsätzlich habe aneignen wollen, nachdem diese ihm keine mit 

alkoholischen Getränken gefüllten Becher hätten geben wollen (Urk. 68 S. 21 f.). 

3.4.11.  Die Darstellung der Privatkläger wurde von beiden gleichlautend, detailliert 

und glaubhaft geschildert: Einer von der Gruppe des Beschuldigten sei zu ihnen 

gekommen und habe gefragt, ob er eine Mischung für sich und die Mädchen haben 

könne. Dies hätten sie verneint, der Privatkläger 2 habe die Flaschen wieder in den 

Sack verstaut und sie hätten weggehen wollen. Daraufhin sei der Beschuldigte 

gekommen und habe dem Privatkläger 2 den Sack aus den Händen gerissen. Als 

der Privatkläger 1 versucht habe, dem Beschuldigten den Sack wieder abzuneh-

men, habe der Beschuldigte ihm einen Faustschlag verpasst (vgl. Urk. D1/4/2/1 

F/A 6 und 8 f.; Urk. D1/4/2/3 F/A 20 und 53 ff.; Urk. D1/4/1/1 F/A 3 und 8; 

Urk. D1/4/1/3 F/A 59 ff.).

3.4.12.  Der Beschuldigte machte hingegen geltend, mit Kollegen im R._____ eine 

weitere Flasche gekauft und diese sodann bei der Seepromenade im Sack unter 

eine Bank gelegt zu haben. Er sei dann in eine verbale Auseinandersetzung mit 

nordafrikanischen Personen geraten. Plötzlich habe er gesehen, wie sich zwei Per-

sonen mit einem Sack in der Hand wegbewegt hätten. Er sei zu den beiden hinge-

gangen und habe den Sack sofort weggerissen, weil er gedacht habe, es sei sein 

eigener. Daraufhin habe ihm einer der beiden Personen den Sack wieder aus der 

Hand gerissen und er habe diesem einen Faustschlag gegeben (Urk. D1/3/3 

F/A 10, 27 und 56; Urk. 47A S. 10). Vor Vorinstanz gab er ferner an, er habe seine 

alkoholischen Getränke versteckt, weil er diese niemandem zum Trinken habe 

geben wollen (Urk. 47A S. 10). 

3.4.13.  Mit der Vorinstanz erscheint die Darstellung der Privatkläger, dass der 

Beschuldigte verärgert gewesen sei, weil sie ihre Getränke nicht mit ihm bzw. sei-

ner Gruppe hätten teilen wollen, sehr plausibel. Dass der bereits verärgerte und 

alkoholisierte Beschuldigte den Privatkläger 1 sodann angegriffen habe, um an die 

Getränke zu kommen, passt gut ins Gesamtbild. Die Darstellung des Beschuldigten 

erscheint hingegen wenig glaubhaft und als – erst in der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme vom 25. November 2021 und in Kenntnis der Aussagen der Privat-

- 22 -

kläger konstruierte – Schutzbehauptung. Insbesondere erschliesst sich nicht, wes-

halb die gesamte Gruppe des Beschuldigten auf den Privatkläger 1 losgegangen 

sein soll, wenn – wie der Beschuldigte angab – er und seine Kollegen zuvor mit den 

beiden Privatklägern keine Interaktion gehabt hätten und der versteckte Sack mit 

den Getränken nur dem Beschuldigten gehört habe. Es ist auf die glaubhafte 

Darstellung der Privatkläger 1 und 2 abzustellen. 

3.4.14.  Zusammenfassend lässt sich aufgrund der glaubhaften Aussagen der 

Privatkläger 1 und 2 zweifelfrei erstellen, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 1 

einen Faustschlag ins Gesicht verpasst hat, nachdem er dem Privatkläger 2 einen 

den Privatklägern gehörenden Sack mit Getränken weggenommen hatte. Ferner 

lässt sich erstellen, dass der Beschuldigte insbesondere durch das Herumfuchteln 

mit seinem "Neck knife" vor dem Gesicht des Privatklägers 1 diesem eine Riss-

quetschwunde an der Nase (samt Teilamputation des Nasendornfortsatzes) sowie 

mehrere oberflächliche Schnittverletzungen an der linken Wange zufügte. Nicht 

erstellen bzw. den Handlungen des Beschuldigten zuordnen lässt sich hingegen 

die Beschädigung der Schneidezähne sowie das leichte Schädel-Hirn-Trauma. Mit 

dieser Präzisierung gilt der angeklagte Sachverhalt gemäss Dossier 1 als erstellt.

3.5. Rechtliche Würdigung des (erstellten) Sachverhalts

3.5.1.  Versuchte schwere Körperverletzung

3.5.1.1.  Unbestrittenermassen erlitt der Privatkläger 1 durch den Vorfall keine 

schweren Verletzungen, sondern glücklicherweise nur eine tiefgreifende Riss-

quetschwunde an der Nase, eine Schnittwunde an der linken Wange und – wie 

erwähnt nicht den Handlungen des Beschuldigten zuzuordnen – eine leichte 

Beschädigung von zwei Schneidezähnen sowie ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma 

mit multiplen Kontusionen im Gesicht (Urk. D1/7/3), weswegen die Staatsanwalt-

schaft eine versuchte schwere Verletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB zur Anklage brachte (Urk. D1/21 S. 2 f.). Die Vorinstanz folgte dieser 

Auffassung, wohingegen die Verteidigung vor Vorinstanz wegen des eingestande-

nen Faustschlages einen Schuldspruch wegen versuchter einfacher Körperver-

letzung postuliert (Urk. 50 S. 2). 

- 23 -

3.5.1.2.  Im Rahmen der seit 1. Juli 2023 geltenden Harmonisierung der Strafrah-

men für Gewalttaten (Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisie-

rung der Strafrahmen, AS 2023 259) wurde auch der Tatbestand der schweren 

Körperverletzung nach Art. 122 StGB revidiert und zusätzlich mit lit. a-c versehen. 

Abgesehen von der Umstrukturierung haben sich die Tatbestandsvoraussetzungen 

nicht geändert. Da das neue Recht aber eine Mindeststrafe von einem Jahr anstatt 

sechs Monaten Freiheitsstrafe vorsieht, erweist sich vorliegend das alte Recht als 

das mildere (Art. 2 Abs. 2 StGB), weshalb nachfolgend aArt. 122 StGB zu prüfen 

ist. 

3.5.1.3.  Bezüglich der objektiven und subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen 

einer schweren Körperverletzung (Art. 122 StGB) sowie der Voraussetzungen des 

Versuchs kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 

S. 15 ff.). 

3.5.1.4.  Im vorliegenden Fall ist der Taterfolg der schweren Körperverletzung nicht 

eingetreten. Zwar sind auch nach der Wundversorgung weiterhin Narben im 

Gesicht des Privatklägers erkennbar, es kann jedoch noch nicht von einer argen 

und bleibenden Entstellung des Gesichts gesprochen werden (vgl. Urk. D1/2/1, 

Foto 6 und Urk. 46/9). Das Ausbleiben des Erfolgs ist hingegen nicht auf ein 

Handeln des Beschuldigten zurückzuführen, sondern vielmehr dem glücklichen 

Zufall zu verdanken. Es bestand eine grosse Gefahr für schwere Körperverletzun-

gen. Entgegen der Darstellung der Verteidigung (Urk. 126 S. 5 ff.) handelte es sich 

um kein statisches, sondern um ein dynamisches Geschehen. Es bestand die 

Möglichkeit, dass der unter Alkohol stehende Beschuldigte, aber auch der Privat-

kläger 1, der von der Gruppe des Beschuldigten festgehalten und geschlagen 

wurde, unkontrollierte Bewegungen hätte machen können. Indem der Beschuldigte 

mit einem Messer vor dem Gesicht des Privatklägers 1 herumfuchtelte, bestand 

deshalb eine grosse Gefahr, dass er dem Privatkläger 1 eine schwere Körperver-

letzung im Sinne von aArt. 122 Abs. 1 und 2 StGB, wie eine arge Gesichtsent-

stellung, eine Verletzung des Auges oder gar eine lebensgefährliche arterielle 

Verletzung, wie etwa eine Durchtrennung der Halsschlagader mit Verbluten, hätte 

zufügen können.

- 24 -

3.5.1.5.  In subjektiver Hinsicht bleibt Folgendes festzuhalten. Es kann nicht ernst-

haft bestritten werden, dass der Beschuldigte wie jeder Durchschnittsmensch 

wusste, dass bei einem Herumfuchteln mit einem Messer mit einer Klingenlänge 

von ca. 7.5 cm vor dem Gesicht des Gegners – zumal noch in einer dynamischen, 

körperlichen Auseinandersetzung – dieser damit hätte schwer verletzt werden 

können. Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte selber zu, dass leider alles passieren 

könne, wenn jemand unkontrolliert mit dem Messer vor dem Gesicht eines anderen 

herumfuchtelt (Urk. 47A S. 12). Indem der Beschuldigte während einer tätlichen 

Auseinandersetzung vor dem Gesicht des Privatkläger 1 mit seinem "Neck knife" 

herumfuchtelte, nahm er die dem Privatkläger zugefügten Verletzung sowie 

schwere Körperverletzungen im Sinne von aArt. 122 Abs. 1 und 2 StGB in Kauf. 

Der Beschuldigte wusste um die Gefährlichkeit seines Vorgehens und konnte auf-

grund der Dynamik des Geschehens nicht darauf vertrauen, den Privatkläger 1 

nicht zu verletzen. Auch wenn der Beschuldigte dies nicht tun wollte, nahm er mit 

seinem gefährlichen Tun billigend in Kauf, dass er durch eine unkontrollierte Bewe-

gung seinerseits oder des Privatklägers 1 andererseits tiefer in dessen Gesicht 

hätte stechen oder schneiden können (vgl. zum Eventualvorsatz BGE 149 IV 248 

E. 6.3 mit Hinweisen; vgl. zum Rückschluss von den äusseren Umständen auf die 

innere Einstellung des Täters BGE 135 IV 12 E. 2.3.2; 134 IV 26 E. 3.2.2; je mit 

Hinweisen).

3.5.1.6.  Der Versuch einer schweren Körperverletzung i.S.v. aArt. 122 Abs. 1 und 

2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist daher zu bejahen. Die erfolgte Tätlichkeit 

durch den Faustschlag zum Nachteil des Privatklägers 1 tritt infolge unechter 

Konkurrenz zurück.

3.5.2.  Räuberischer Diebstahl

3.5.2.1.  Bezüglich der objektiven Tatbestandsvoraussetzungen des räuberischen 

Diebstahls (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB) kann vollumfänglich auf die zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S. 20).

3.5.2.2.  Ausgehend vom erstellten Sachverhalt entwendete der Beschuldigte den 

Sack mit den Getränken dem Privatkläger 2 und verpasste dem Privatkläger 1 

- 25 -

sodann einen Faustschlag, als dieser den Sack wieder zurücknehmen wollte. 

Mithin beging er – auf frischer Tat ertappt – einen Diebstahl und wendete eine 

Nötigungshandlung (Gewaltausübung) an, um die gestohlene Sache zu behalten. 

3.5.2.3.  In subjektiver Hinsicht ist für die Erfüllung des Tatbestandes zum einen 

Vorsatz hinsichtlich der Wegnahme einer fremden beweglichen Sache sowie 

Aneignungs- und Bereicherungsabsicht erforderlich. Zudem muss der Täter 

Vorsatz bezüglich der Nötigungshandlung aufweisen. Diese Handlung muss in der 

Absicht erfolgen, die Beute zu sichern. Dies wird allerdings regelmässig vermutet, 

wenn der Täter mit der Beute flieht (NIGGLI/RIEDO-BSK StGB/JStGB, 4. Aufl., Basel 

2019, Art. 140 StGB N 55 f.). 

3.5.2.4.  Sowohl hinsichtlich der Wegnahme der fremden Getränke sowie des 

Faustschlags liegt Vorsatz vor. Mit der Aneignungsabsicht bezüglich der alkoholi-

schen Getränke der Privatkläger Hand in Hand ging die Absicht des Beschuldigten, 

sich unrechtmässig zu bereichern. Dass der Beschuldigte womöglich noch eine 

weitere Absicht hatte, einen Streit zu provozieren oder Dominanz zu demonstrieren 

(so die Verteidigung in Urk. 50 S. 9 und Urk. 126 S. 8), schliesst die Erfüllung des 

Tatbestands nicht aus.

3.5.2.5.  Der Beschuldigte hat den objektiven und subjektiven Tatbestand des 

räuberischen Diebstahls i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt.

4. Dossier 2

4.1. Anklagevorwurf

4.1.1.  Ferner wird dem Beschuldigten in Bezug auf Dossier 2 zusammengefasst 

vorgeworfen, am 24. April 2021 um ca. 02:00 Uhr in der V._____-anlage beim 

W._____ in Zürich an einer Schlägerei zwischen zwei Personengruppen teilgenom-

men zu haben, wobei der Privatkläger H._____ (nachfolgend: der Privatkläger 3) 

aufgrund eines Schlages ins Gesicht kurzzeitig bewusstlos geworden sei und eine 

Rissquetschwunde am linken Jochbein erlitten habe, welche im Spital habe genäht 

werden müssen und eine Narbe hinterlassen habe. Während dieser Schlägerei hät-

ten ca. acht Personen auf einen weiteren, unbekannten Mann am Boden einge-

- 26 -

schlagen und eingetreten. Der Beschuldigte habe mehrmals mit voller Wucht in 

Richtung des Kopfes und des Oberkörpers des wehrlosen Mannes getreten, wäh-

rend dieser versucht habe, sich mit den Händen zu schützen (Urk. D1/21 S. 3 f.).

4.1.2.  In rechtlicher Hinsicht wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine 

versuchte schwere Körperverletzung i.S.v. Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB sowie einen Raufhandel i.S.v. Art. 133 StGB vor (Urk. D1/21 

S. 3 und 10). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie mit ihrer 

Anschlussberufung beantragte die Staatsanwaltschaft einen Schuldspruch wegen 

Angriffs i.S.v. Art. 134 StGB anstelle wegen Raufhandels (Urk. 49 S. 1 und 13; 

Urk. 83).

4.2. Standpunkt des Beschuldigten

4.2.1.  Der Beschuldigte bestreitet den Anklagevorwurf vollumfänglich (Urk. D2/3/1 

F/A 7 f.; Urk. D2/3/2 S. 3 ff.; Urk. D1/20/1 F/A 14; Urk. D1/20/2 F/A 14; Urk. 47A 

S. 14 f.; Urk 125 S. 23 f.).

4.2.2.  Der Beschuldigte führte im Wesentlichen aus, an der Schlägerei nicht betei-

ligt gewesen, sondern erst zum Schluss, als Pfefferspray zum Einsatz gekommen 

sei, dort hingerannt zu sein, da er seinen Kollegen P._____ (Mitbeschuldigter mit 

separatem Verfahren) vom Pfefferspray habe wegziehen wollen (Urk. D2/3/2 S. 3, 

5 und 16; Urk. 47A S. 14). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte der Be-

schuldigte seinen bereits geschilderten Standpunkt (Urk. 125 S. 23). 

4.2.3.  Ergänzend führte die Verteidigung aus, dass nicht erstellt werden könne, 

dass die von den Polizisten beschriebenen Handlungen des Beschuldigten konkret 

geeignet gewesen wären, Verletzungen i.S.v. Art. 122 StGB hervorzurufen. Es 

fehle an einer konkreten Verletzung, da das unbekannte mutmassliche Opfer nach 

den von den Polizisten geschilderten massiven Fusstritten sofort habe flüchten 

können. Ferner habe der Polizist AA._____ beobachtet, wie eine Drittperson den 

Privatkläger 3 angegangen sei. Ausserdem lasse es sich nicht erstellen, dass sich 

der Beschuldigte in einem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem 

Privatkläger 3 befunden habe. Der Privatkläger 3 belaste nicht den Beschuldigten. 

Gemäss Aussage des Polizisten AA._____ habe eine Drittperson den Privatklä-

- 27 -

ger 3 angegangen. Ferner sei der Beschuldigte 20 bis 25 Meter von der Verhaftung 

des angeblichen Mittäters verhaftet worden (Urk. 50 S. 10 ff.). Vor dem Berufungs-

gericht führte die Verteidigung zudem aus, dass die beiden Polizisten unter grösster 

Anspannung und Adrenalinausstoss und somit unter Stress gestanden hätten, wes-

halb ihre Aussagen und Wahrnehmungen kritisch zu beurteilen seien. Dies auch 

unter dem Gesichtspunkt, dass gemäss der Aussage des Polizisten AB._____ die 

Sichtverhältnisse extrem dunkel bzw. schlecht gewesen seien und ferner auch Aus-

sagen und Wahrnehmungen des angeblichen Opfers fehlen würden (Urk. 126 

S. 9 f.).

4.3. Beweismittel

4.3.1.  Zum Anklagevorwurf gemäss Dossier 2 liegen die Aussagen des Beschul-

digten (Urk. D2/3/1; Urk. D2/3/2 S. 2 ff.; Urk. D1/20/1 F/A 12 ff.; Urk. D1/20/2 

F/A 12 ff.; Urk. 47A S. 14 f.; Urk. 125 S. 23 f.), des weiteren Beschuldigten P._____ 

(Urk. D2/5/1; Urk. D2/3/2 S. 7 ff.) und des Privatklägers 3 (Urk. D2/4/1+2) sowie der 

Zeugen AA._____ (Urk. D2/5/2) und AB._____ vor (Urk. D2/5/3). Neben den Per-

sonalbeweisen liegen die Polizeirapporte vom 24. April 2021 (Urk. D2/1/1+2) und 

Fotodokumentationen der angetroffenen Situation sowie der Verletzungen des Pri-

vatklägers 3 (Urk. D2/2/1+2) sowie der Verhaftsrapport des Beschuldigten 

(Urk. D1/12/2/1) bei den Akten. 

4.3.2.  Sämtliche Beweismittel wurden korrekt erhoben und können für die Erstel-

lung des Sachverhalts vollumfänglich verwertet werden.

4.3.3.  Der mit Eingabe vom 30. Januar 2025 gestellte Beweisantrag der Verteidi-

gung auf Befragung von P._____ wurde anlässlich der Berufungsverhandlung man-

gels einer Begründung des Beweisantrags abgewiesen (vgl. Urk. 111 und Prot. II 

S. 12 f.). Abgesehen von der fehlenden Begründung wurde P._____ bereits partei-

öffentlich einvernommen und mit dem Beschuldigten konfrontiert (Urk. D2/3/2). Es 

ist weder ersichtlich noch wurde vorgebracht, weshalb eine Wiederholung der Be-

fragung notwendig sei.

4.3.4.  Der gleichzeitig gestellte Beweisantrag der Verteidigung auf Befragung von 

O._____ wurde indessen anlässlich der Berufungsverhandlung gutgeheissen und 

- 28 -

O._____ sogleich als Zeugin einvernommen (Urk. 124 und Prot. II S. 13 f.). Gefragt 

nach der Beziehung zum Beschuldigten gab die Zeugin zu Protokoll, der Beschul-

digte sei ein guter Kollege. Entgegen der Aussage des Beschuldigten, er habe die 

Frauen, die mit ihm anlässlich des Vorfalls unterwegs gewesen seien, erst an dem 

Abend kennengelernt (Urk. D2/3/2 S. 4), gab die Zeugin an, sie kenne den Beschul-

digten seit vier bis fünf Jahren und habe ihn vor dem Vorfall bereits ein halbes oder 

ein Jahr gekannt (Urk. 124 S. 2 f. und 5). 

Auch wenn es sich bei der Glaubwürdigkeit der aussagenden Person um ein unter-

geordnetes Kriterium handelt – die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen bzw. 

deren Überzeugungskraft im Lichte der weiteren Beweismittel steht im Vorder-

grund –, gilt es im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit der Zeugin zu berücksichtigen, 

dass sie angesichts der freundschaftlichen Bindung zum Beschuldigten geneigt 

sein könnte, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzustellen. Dies 

umso mehr, als die Zeugin selber zu Protokoll gab, dass sie den Beschuldigten 

unterstützen und Gerechtigkeit für den Beschuldigten wolle, da er unschuldig sei 

(Urk. 124 S. 4 und 14). Ferner ist nicht auszuschliessen, dass sich die Zeugin im 

Hinblick auf ihre Einvernahme mit dem Beschuldigten abgesprochen hat. So 

räumte sie offen ein, mit dem Beschuldigten auch während dessen Inhaftierung 

telefonisch Kontakt gepflegt zu haben und von ihm angefragt worden zu sein, an-

lässlich der Berufungsverhandlung Aussagen zum Vorfall zu machen, wobei sie 

auch über den Vorfall gesprochen hätten (Urk. 124 S. 3 f.). Vor dem Hintergrund, 

dass die Zeugin und der Beschuldigte sich offenbar schon seit längerem kennen, 

verwundert zudem die späte Beweisofferte fast vier Jahre nach dem Vorfall. Ange-

sichts dieser Erwägungen ist bei der Würdigung der Aussagen der Zeugin beson-

dere Vorsicht geboten. In erster Linie wird aber die Glaubhaftigkeit respektive der 

materielle Gehalt ihrer Aussagen zu prüfen sein.

4.4. Würdigung der Beweismittel

4.4.1.  Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte (Urk. 68 S. 26 f.), geht aus den über-

einstimmenden Aussagen der beiden Polizeibeamten AA._____ und AB._____ klar 

hervor, dass sie sich auf die beiden Personen konzentriert haben, die am brutalsten 

auf den wehrlos am Boden liegenden Unbekannten eingetreten hätten. Eine 

- 29 -

Verwechslung kann aufgrund der Beobachtungen der Polizeibeamten und deren 

Fokussierung auf die Haupttäter ausgeschlossen werden. Der Polizeibeamte 

AA._____ sagte in Übereinstimmung mit dem Polizeibeamten AB._____ aus, dass 

sie auf die Personengruppe aufmerksam geworden seien, die auf eine wehrlos am 

Boden liegende Person eingeschlagen und eingekickt hätte (vgl. Urk. D2/5/2 

F/A 12; vgl. die Aussagen des Zeugen AB._____ in Urk. D2/5/3 F/A 15). Der 

Polizist AA._____ gab an, sie hätten Pfefferspray eingesetzt, das Gewaltpotential 

sei sehr hoch gewesen und er habe sehr schwere Verletzungen befürchtet, da es 

Fusstritte gegen den Kopf gegeben habe (Urk. D2/5/2 F/A 14). Der Beschuldigte 

sei eher beim Oberkörper und der weitere Beschuldigte P._____ eher beim Unter-

körper der am Boden liegenden Person gestanden (Urk. D2/5/2 F/A 19). Vom 

Beschuldigten habe er zwei klare, wuchtige Kickbewegungen gegen den Oberkör-

perbereich gesehen, wobei er sich auf P._____ konzentriert habe, den er ansch-

liessend arretiert habe (Urk. D2/5/2 F/A 22 ff. und 46 f.). Der Polizist AB._____ er-

klärte, es sei von der Intensität her eine der deftigeren Ereignisse gewesen, die er 

je gehabt habe (Urk. D2/5/3 F/A 14). Er habe sich auf die Person fixiert, die auf den 

Kopf gekickt habe, nämlich auf den Beschuldigten (Urk. D2/5/3 F/A 15, 18 und 28). 

Er habe beobachten können, wie der Beschuldigte mehrmals massiv auf den 

unbekannten Geschädigten eingewirkt habe (Urk. D2/5/3 F/A 28). Der Beschul-

digte habe mit dem Fuss in Richtung Kopf, Oberkörper und Schulterbereich einge-

kickt und das mit einer Intensität nahe bei zehn auf einer Skala von eins bis zehn. 

Es grenze an ein Wunder, dass der Unbekannte überhaupt noch habe abhauen 

können (Urk. D2/5/3 F/A 30 f.).

4.4.2.  Aus dem Verhaftsrapport des Beschuldigten vom 24. Januar 2021, verfasst 

durch den Polizeibeamten AB._____, ergibt sich in Übereinstimmung mit dessen 

Zeugenaussagen, dass er habe beobachten können, wie ca. acht Personen eine 

am Boden liegende Person mit Fäusten und Fusstritten traktiert hätten. Er habe 

sich auf den Beschuldigte fixiert und beobachtet, wie dieser mit drei Fusstritten den 

auf dem Boden liegenden Unbekannten, der sich mit den Armen zu schützen 

versucht habe, gegen den Kopf und gegen den Oberkörper traktiert habe. Ferner 

ergibt sich, dass sich der Beschuldigte mit voller Körpergewalt gegen die Arretie-

rung gewehrt habe. Ausserdem habe der Beschuldigte beim Alkoholtest auf der 

- 30 -

Regionalwache AC._____ um 03:19 Uhr eine Wert von 0.55 mg/l (= ca. 1.1 ‰) 

aufgewiesen (Urk. D1/12/2/1 S. 2).

4.4.3.  Aufgrund der klaren und übereinstimmenden Aussagen der Polizeibeamten, 

insbesondere den Ausführungen des Polizeibeamten AB._____, lässt sich zwei-

felsohne erstellen, dass der Beschuldigte massive Fusstritte gegen den Kopf sowie 

gegen den Oberkörper und den Schulterbereich des wehrlos am Boden liegenden 

unbekannten Geschädigten verübt hat. Entgegen der Ansicht der Verteidigung war 

die Wahrnehmungsfähigkeit der Stadtpolizisten angesichts der Sichtverhältnisse 

oder der adrenalingeladener Situation nicht in massgeblicher Weise eingeschränkt. 

Wäre dem so gewesen, wäre dies unter anderem auch dem Verhaftsrapport des 

Beschuldigten zu entnehmen. Ferner geht aus den Aussagen der Polizisten klar 

hervor, dass sie wussten, was sie machten, als sie sich auf die beiden Beschuldig-

ten fixierten. Diesbezügliche Unsicherheiten sind keine auszumachen (vgl. bspw. 

Urk. D2/5/2 F/A 13 und Urk. D2/5/3 F/A 28).

4.4.4.  Die Darstellung des Beschuldigten, er sei mit zwei Frauen etwas weiter weg 

von dieser Auseinandersetzung gewesen und hingerannt, um seinen Kollegen 

– den weiteren Beschuldigten P._____ – vom Pfefferspray wegzuziehen (vgl. 

Urk. D2/3/2 S. 3), erscheint indes völlig unglaubhaft. Abgesehen von den glaubhaf-

ten Aussagen der Polizeibeamten findet die Darstellung des Beschuldigten nicht 

einmal in den Aussagen des weiteren Beschuldigten eine Stütze. P._____ gab 

nämlich an, er habe den Beschuldigten vor dem Vorfall kurz gesehen und ihn kurz 

begrüsst. Dann habe er ihn erst nach seiner eigenen Verhaftung bei der Kaserne 

wieder gesehen (Urk. D2/3/2 S. 12 f.). Auch die Aussagen der Zeugin O._____, die 

zwar in Übereinstimmung mit dem Beschuldigten angab, der Beschuldigte habe nur 

seinen Kollegen von der Schlägerei trennen wollen (Urk. 124 S. 6 und 9), erschei-

nen wenig glaubhaft. Anders als der Beschuldigte gab sie indessen an, sehr nahe, 

ca. zwei, drei Meter, daneben gestanden zu sein und zugeschaut zu haben 

(Urk. 124 S. 7 und 11). Angesichts des geschilderten Pfeffersprayeinsatzes ("…es 

war ein sehr grosser Pfefferspray…"), des Alkoholkonsums der Zeugin sowie des 

geschilderten Chaos ist dies schwer nachvollziehbar und kaum realistisch, zumal 

sie sich nicht mehr daran erinnern wollte, ob sie auch Pfefferspray abbekommen 

- 31 -

habe oder nicht. Ihre weiteren Aussagen, es habe niemand auf die am Boden lie-

gende Person gekickt, der Beschuldigte habe nur trennen wollen und habe bei der 

Verhaftung nur geschrien (vgl. Urk. 124 S. 6, 9 und 11), stehen sodann – wie auch 

die Aussagen des Beschuldigten – in einem kompletten Widerspruch zu den über-

zeugenden Aussagen der beiden Stadtpolizisten. Wie bereits erwähnt, erweckt 

auch Zweifel an der Objektivität der Aussagen der Zeugin, dass sie zum Abschluss 

ihrer Einvernahme von sich aus (nochmals) betonte, der Beschuldigte sei "wirklich 

unschuldig", es solle "Gerechtigkeit siegen" und sie sei deshalb hier, um ihn zu 

unterstützen (Urk. 124 S. 14). Weder die Aussagen des Beschuldigten noch dieje-

nigen der Zeugin O._____ vermögen jedenfalls die glaubhaften Aussagen der Po-

lizeibeamten in Zweifel zu ziehen.

4.4.5.  Zur Situation vor dem Polizeieinsatz führte der weitere Beschuldigte P._____ 

aus, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe aus Zürich ge-

kommen sei (Urk. D2/5/1 F/A 34). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit 

dem Beschuldigten präzisierte er, dass es eine Gruppenschlägerei gewesen sei, 

bei der zwei Gruppen aufeinander losgegangen seien. Eine Gruppe habe sich dann 

aber aufgelöst bzw. seien die Jugendlichen weggerannt bis auf eine Person, die in 

der Folge "drunter" gekommen sei (Urk. D2/3/2 S. 11). Wie auch der Beschuldigte, 

weist P._____ jegliche Beteiligung an der Auseinandersetzung von sich und gab 

an, bloss zu schlichten versucht zu haben (Urk. D2/5/1 F/A 34, 36 und 42 ff.; Urk. 

D2/3/2 S. 7 und 12).

In Übereinstimmung mit P._____ beschrieb auch der Privatkläger 3, dass die Aus-

einandersetzung als Rangelei zwischen zwei Gruppen gestartet habe (Urk. D2/4/2 

F/A 13 ff.). Er sei in eine Rangelei bzw. ein Schubsen geraten und habe plötzlich 

einen Schlag an den Kopf erhalten, worauf er bewusstlos geworden sei 

(Urk. D2/4/1 F/A 6 und 13 ff.). Nach dem Schlag habe er wegzulaufen versucht und 

sei dann auf einer Bank aufgewacht, wobei die Polizisten vor ihm gestanden seien 

(Urk. D2/4/2 F/A 13). Selbiges wird durch den Zeugen AB._____ beschrieben. Als 

er sich dem "Angriff" genähert habe, habe er den Privatkläger 3 auf dem Boden 

kauernd und sich leicht schützend wahrgenommen. Nach der Verhaftung der 

Beschuldigten sei der Privatkläger 3 auf einer Bank gesessen. Er – der Zeuge 

- 32 -

AB._____ – habe gesehen, dass jemand aus der Personengruppe den Privat-

kläger 3 traktiert habe. Es sei aber sicher nicht der Beschuldigte gewesen 

(Urk. D2/5/3 F/A 24 und 38 ff.).

4.4.6.  Der Privatkläger 3 erlitt in der geschilderten Auseinandersetzung zweier 

Gruppen ein blaues Auge, ein geschwollenes Jochbein, eine Rissquetschwunde an 

der linken Wange und einen Abbruch von Splittern der Wangenzähne (Urk. D2/4/1 

F/A 34 f. und 49 ff.; Urk. D2/4/2 F/A 36 ff.). Die Verletzungen des Privatklägers 3, 

namentlich die Schnittverletzung an der linke Wange sowie ein Bluterguss unter-

halb des linken Auges, wurden polizeilich festgehalten (Urk. D2/2/1 Foto 1; 

Urk. D2/2/2 Foto 1-3). 

4.4.7.  Aufgrund der Beschreibungen des Privatklägers 3 sowie des weiteren 

Beschuldigten P._____ der Situation vor dem Polizeieinsatz ist davon auszugehen, 

dass es anklagegemäss zunächst zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen 

zwei Personengruppen gekommen ist, in deren Rahmen der Privatkläger 3 verletzt 

worden ist. Im weiteren Verlauf des Geschehens hat sich die tätliche Auseinander-

setzung nur noch gegen eine wehrlos auf dem Boden liegende Person gerichtet, 

wobei der Beschuldigte, wie oben erstellt, massive Fusstritte gegen den Kopf, den 

Oberkörper und den Schulterbereich des Geschädigten ausgeführt hat. Entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. 126 S. 11 f.) ergeht aus den übereinstimmenden 

Aussagen des Privatklägers 3 und des weiteren Beschuldigten P._____, dass es 

sich bei dem gesamten Geschehen um ein und desselben Vorfall handelte und 

nicht etwa zwei, weshalb der Beschuldigte vom Vorwurf des Raufhandels freizu-

sprechen sei (vgl. dazu sogleich).

4.5. Rechtliche Würdigung des (erstellten) Sachverhalts

4.5.1.  Versuchte schwere Körperverletzung

4.5.1.1.  Die Vorinstanz hat das Eintreten des Beschuldigten gegen den Kopf und 

den Oberkörperbereich des wehrlos am Boden liegenden Unbekannten zu Recht 

als versuchte schwere Körperverletzung qualifiziert. Darauf kann vorab verwiesen 

werden (Urk. 68 S. 27 f.).

- 33 -

4.5.1.2.  Entgegen der Verteidigung kann aus der Tatsache, dass sich das Opfer 

entfernen konnte, nicht geschlossen werden, dass die Tritte des Beschuldigten nur 

leicht oder von vornherein ungeeignet gewesen wären, eine schwere Körperverlet-

zung zu verursachen. Es ist denn auch nicht entscheidend, wie und wo das Opfer 

effektiv getroffen worden ist. So entlastet den Täter tatbeständlich nicht, wenn er 

mit einem gegen den Kopf geführten Fusstritt nicht (voll) trifft oder es dem Opfer 

gelingt, den Tritt abzuwehren. Beide Polizeibeamten beschreiben eine hohe 

Gewaltbereitschaft und der Zeuge AB._____ massive Fusstritte seitens des 

Beschuldigten, unter anderem gegen den Kopf gerichtet, mit einer Intensität nahe 

bei zehn auf einer Skala von eins bis zehn. Die vom Beschuldigten mit massiver 

Wucht ausgeführten Fusstritte gegen den Kopf und den Oberkörper des Opfers 

waren zweifellos geeignet, um diesem lebensbedrohliche bzw. schwerwiegende 

Körperverletzungen im Sinne von aArt. 122 Abs. 1 und 2 StGB zuzufügen, wobei 

dieses Risiko umso grösser ist, wenn das Opfer – wie vorliegend – ohne Reaktions- 

oder Abwehrmöglichkeit am Boden liegt (vgl. die vorinstanzlich angeführten Urteile 

des Bundesgerichts 6B_526/2020 vom 24. Juni 2021 E. 1.2.2; 6B_529/2020 vom 

14. September 2020 E. 3.2.2; 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 4.1; mit Hinwei-

sen). 

4.5.1.3.  Mit der Vorinstanz ist dem Beschuldigten das Wissen um die Gefährlichkeit 

von Schlägen und Tritten gegen den Kopf einer Person zuzurechnen, diese ist all-

gemein bekannt. Im Wissen um die Gefährlichkeit seines Vorgehens konnte er auf-

grund der Dynamik des Geschehens nicht darauf vertrauen, den am Boden 

liegenden Unbekannten nicht zu verletzen. Es ist von einem eventualvorsätzlichen 

Handeln auszugehen.

4.5.1.4.  Der Versuch einer schweren Körperverletzung im Sinne von aArt. 122 Abs. 

1 und 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB ist zu bejahen. 

4.5.2.  Angriff oder Raufhandel

4.5.2.1.  Im Gegensatz zur schweren Körperverletzung, wurden die Bestimmungen 

gemäss Art. 133 StGB und Art. 134 StGB mit dem Bundesgesetz über die Harmo-

nisierung der Strafrahmen vom 17. Dezember 2021 (AS 2023 259) nicht verändert. 

- 34 -

4.5.2.2.  Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den Tatbestandsvoraus-

setzungen des Angriffs (Art. 134 StGB) sowie des Raufhandels (Art. 133 StGB) 

gemacht. Darauf kann vorab verwiesen werden (Urk. 68 S. 24 f.). Rekapitulierend 

gilt es festzuhalten, dass sowohl der Angriff als auch der Raufhandel den Tod oder 

eine Körperverletzung eines Angegriffenen oder eines Dritten zur Folge haben 

muss, was eine objektive Strafbarkeitsbedingung darstellt (MÄDER-BSK 

StGB/JStGB, a.a.O., Art. 134 StGB N 10; BGE 135 IV 152 E. 2.1; MÄDER-BSK 

StGB/JStGB, a.a.O., Art. 133 StGB N 22). 

4.5.2.3.  Die durch den Privatkläger 3 sowie den weiteren Beschuldigten P._____ 

beschriebene Situation stellte anfänglich eine tätliche, wechselseitige Auseinander-

setzung zwischen mindestens drei Personen dar. Die an der Auseinandersetzung 

aktiv Beteiligten – so auch der Beschuldigte – schlugen in der Folge auf eine Person 

ein, die wehrlos am Boden lag. 

4.5.2.4.  Die Annahme, dass in Bezug auf den unbekannten am Boden liegenden 

Mann ein einseitiger Angriff vorgelegen habe, der vom vorherigen Tatgeschehen 

abzutrennen sei, führt dazu, dass es an einer (nachgewiesenen) objektiven Straf-

barkeitsbedingung – einer Körperverletzung oder dem Tod des Angegriffenen oder 

Dritten – fehlt. Mit der Vorinstanz (Urk. 68 S. 28) kann gestützt auf die Beweismittel 

nicht erstellt werden, in welchem Stadium der Auseinandersetzung der Privat-

kläger 3 verletzt wurde. Der Privatkläger 3 beschrieb, noch vor dem polizeilichen 

Einsatz mit Pfefferspray im Rahmen der anfänglichen Rangelei bzw. des Schub-

sens zweier Personengruppen einen Schlag an den Kopf erhalten zu haben 

(Urk. D2/4/1 F/A 6 und 14). Der Zeuge AB._____ beschrieb dagegen, im Rahmen 

des "Angriffs" beobachtet zu haben, wie jemand aus der Personengruppe den auf 

dem Boden kauernden Privatkläger 3 traktiert habe (Urk. D2/5/3 F/A 24 f. und 

38 f.). Der unbekannte Geschädigte indessen konnte nach dem Vorfall nicht mehr 
angetroffen werden, weshalb auch nicht davon ausgegangen werden darf, dass er 

zumindest eine einfache Körperverletzung erlitten habe. Ein Angriff i.S.v. Art. 134 

StGB betreffend diesen Geschehensteil fällt somit bereits mangels objektiver Straf-

barkeitsbedingung ausser Betracht.

- 35 -

4.5.2.5.  Die Tatbestandsvoraussetzungen des Raufhandels im Sinne von Art. 133 

StGB sind hingegen zweifellos geben. Raufhandel ist eine tätliche, wechselseitige 

Auseinandersetzung zwischen mindestens drei Personen, wobei jede Seite aktiv 

am Streit beteiligt sein muss. Im Sinne einer objektiven Strafbarkeitsbedingung wird 

ein Teilnehmer nur bestraft, wenn der Raufhandel den Tod oder zumindest die 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB eines Beteiligten oder einer Drittper-

son zur Folge hat. Unerheblich ist, wer die Verletzung verursacht hat (MÄDER-BSK 

StGB/JStGB, a.a.O., Art. 133 StGB N 10-13 und 22). Und ebenso unerheblich ist, 

ob der Täter vor oder nach dem Eintritt der Strafbarkeitsbedingung in den Raufhan-

del eintritt (BGE 139 IV 172 ff.). Gemäss erstelltem Sachverhalt beteiligte sich der 

Beschuldigte aktiv und wissentlich und willentlich an der tätlichen Auseinander-

setzung, in deren Verlauf der Privatkläger 3 diverse Körperverletzungen im Sinne 

von Art. 123 StGB erlitt.

4.5.2.6.  Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz ein Raufhandel i.S.v. Art. 133 

StGB zu bejahen.

5. alt Dossier 2

5.1. Anklagevorwurf

5.1.1.  Ferner wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, am 30. Juni 

2019, ca. 23:50 Uhr, die in den Innenhof der Wohnung des Beschuldigten aufgrund 

einer gemeldeten Schlägerei ausgerückten Stadtpolizisten C._____ und E._____ 

(die Privatkläger 6 und 8) durch das Wohnungsfenster angeschrien und mit etwas 

in der Hand eine Wurfbewegung in Richtung der Polizisten gemacht zu haben. Auf-

grund des aggressiven Verhaltens des Beschuldigten hätten die Polizisten zwecks 

Eigensicherung Pfefferspray in Richtung des Beschuldigten gesprayt und Verstär-

kung (die Stadtpolizisten B._____ und D._____ bzw. die Privatkläger 5 und 7) her-

beigerufen. Die (damalige) Freundin des Beschuldigten, AD._____, sei sodann im 

Innenhof aufgetaucht und habe behauptet, der Beschuldigte drehe durch. In der 

Folge sei der Beschuldigte mit einem Messer in der rechten Hand in den Innenhof 

gekommen, sei auf die mit Schildern ausgerüsteten nunmehr vier Stadtpolizisten 

zugegangen und habe den polizeilichen Aufforderungen, das Messer wegzulegen, 

- 36 -

keine Folge geleistet. C._____ bzw. der Privatkläger 6 habe seine Waffe gezogen 

und es sei nochmals Pfefferspray gegen den Beschuldigten gesprüht worden. Die 

Freundin sei zum Beschuldigten gerannt und habe versucht, diesen zu beruhigen. 

Der Beschuldigte habe sodann mit dem Messer Schnittbewegungen an seinen Hals 

und seinen Armen gemacht und gerufen, dass er sich umbringe. Erst nach erneu-

tem Pfefferspray-Einsatz gegen den Beschuldigten habe dieser das Messer weg-

gelegt und habe mit passivem Widerstand arretiert werden können (Urk. D1/21 S. 6 

f.).

5.1.2.  In rechtlicher Hinsicht wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB vor (Urk. D1/21 S. 6 f. und 10).

5.2. Standpunkt des Beschuldigten

5.2.1.  In der Untersuchung anerkannte der Beschuldigte, die Polizisten durch das 

Wohnungsfenster angeschrien zu haben, mit einem Messer in der Hand in den 

Innenhof gegangen zu sein, dieses gegen sich gerichtet und gegenüber den Poli-

zisten angedroht zu haben, sich selbst zu verletzen (Urk. aD2/3/1 F/A 6 und 21; 

Urk. aD2/3/4 F/A 6 und 18 f.). Im Rahmen des Vorhalts aller Anklagesachvorwürfe 

vom 3. Februar 2022 anerkannte der Beschuldigte den objektiven Anklagesachver-

halt ausdrücklich (Urk. D1/20/1 F/A 31). Indessen bestritt der Beschuldigte, die 

Polizisten mit dem Messer bedroht zu haben (Urk. aD2/3/1 F/A 28 f.; Urk. D1/20/1 

F/A 31). Gemäss Darstellung des Beschuldigten habe er nur seine Freundin zurück 

gewollt, weshalb er zu den Polizisten gesagt habe, dass er sich etwas antue, wenn 

sie seine Freundin nicht zu ihm schicken würden. Dies hätten die Polizisten nicht 

getan und er habe sich deshalb auch verletzt (Urk. aD2/3/4 F/A 6 und 25; 

Urk. D1/20/1 F/A 31). Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies der Beschul-

digte zunächst auf seine Verteidigung und führte im Rahmen des Schlusswortes 

aus, er habe den Sachverhalt nur anerkannt, weil er sich für sein Verhalten 

geschämt habe (Urk. 125 S. 25 und Prot. II S. 17).

5.2.2.  Die Verteidigung machte vor Vorinstanz geltend, der Beschuldigte sei in 

dubio pro reo freizusprechen, da noch weitere Beweiserhebungen nötig gewesen 

- 37 -

wären, womit sich die Darstellung der Geschädigten nicht erhärtet habe. Ferner 

habe der Beschuldigte keinen subjektiven Tatbestand verwirklicht (Urk. 50 S. 13). 

Vor dem Berufungsgericht führte die Verteidigung aus, dass sich der Beschuldigte 

in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe und weder den Polizei-

einsatz habe behindern noch die Polizisten habe bedrohen wollen (Urk. 126 S. 12).

5.3. Beweismittel

5.3.1.  Zum Anklagevorwurf gemäss alt Dossier 2 liegen die Aussagen des 

Beschuldigten (Urk. aD2/3/1+2; Urk. aD2/3/4; Urk. D1/20/2 F/A 28 ff.; Urk. 47A 

S. 18 f.; Prot. II S. 17) sowie die Wahrnehmungsberichte der involvierten 

Stadtpolizisten B._____, C._____ und E._____ bzw. der Privatkläger 5, 6 und 8 

(Urk. aD2/1/3-5) vor. Ferner liegen die Polizeirapporte vom 1. und 2. Juli 2019 

(Urk. aD2/1/1+2), Fotodokumentationen der angetroffenen Situation sowie der Ver-

letzungen des Beschuldigten (Urk. aD2/4/1+2), ärztliche Berichte der Psychiatri-

schen Universitätsklinik Zürich (Urk. aD2/6/3) und des Spitals Zollikerberg 

(Urk. aD2/6/6) sowie die fürsorgerische Unterbringung des Beschuldigten durch 

einen SOS-Arzt (Urk. aD2/6/7) bei den Akten. 

5.3.2.  Sämtliche Beweismittel wurden korrekt erhoben und können für die Erstel-

lung des Sachverhalts vollumfänglich verwertet werden.

5.4. Würdigung der Beweismittel

5.4.1.  Die Vorinstanz stellte im Wesentlichen auf die Wahrnehmungsberichte der 

Privatkläger (Urk. aD2/1/3-5) sowie die Anerkennung des Beschuldigten des objek-

tiven Tatgeschehens (Urk. D1/20/1 F/A 31) ab. Aufgrund dessen erachtete sie den 

Anklagevorwurf als erstellt (Urk. 68 S. 32 f.). Auf diese zutreffende Beweiswürdi-

gung kann verwiesen werden. Die folgenden Erwägungen sind lediglich wiederho-

lender und teilweise ergänzender Natur.

5.4.2.  Aus den Wahrnehmungsberichten der Polizeibeamten C._____ und 

E._____ bzw. der Privatkläger 6 und 8 geht übereinstimmend hervor, dass sie auf 

der Suche nach der gemeldeten Auseinandersetzung auf den Beschuldigten ge-

stossen seien. Beide beschrieben, wie der Beschuldigte auf ihre Nachfrage, was 

- 38 -

geschehen sei, sie aggressiv aus dem Fenster seiner Wohnung angeschrien habe. 

Der Polizist C._____ beschrieb, dass er den grossen Pfefferspray behändigt habe, 

weil er befürchtet habe, der Beschuldigte springe aus dem Fenster und gehe auf 

sie los. Als der Beschuldigte eine Wurfbewegung mit etwas in der Hand gemacht 

habe, habe der Polizist C._____ den Pfefferspray eingesetzt. Ferner schilderten 

sie, dass die Freundin des Beschuldigten zu ihnen gekommen sei und gesagt habe, 

sie hätten vorher einen heftigen Streit gehabt und der Beschuldigte sei sehr aufge-

bracht bzw. "am Durchdrehen" (Urk. aD2/1/4 S. 1 f.; Urk. aD2/1/5 S. 1 f.). Überein-

stimmend mit der Wahrnehmung der Polizistin B._____ bzw. der Privatklägerin 5, 

die zur Verstärkung herbeigerufen wurde, schilderten sie, dass der Beschuldigte 

plötzlich mit einem Messer in der Hand über den Kopf haltend aus dem Fenster 

gesprungen und auf sie zugelaufen sei. Den polizeilichen Aufforderungen, das 

Messer fallen zu lassen, sei der Beschuldigte nicht gefolgt, worauf die Polizistin 

B._____ Pfefferspray eingesetzt und der Polizist C._____ seine Dienstpistole be-

händigt habe. Die Freundin des Beschuldigten sei zum Beschuldigten gerannt und 

habe ihn zu beruhigen versucht, worauf sich dieser mit dem Messer am Hals und 

am Arm selber verletzt und gerufen habe, er bringe sich um. Nach einem weiteren 

Sprühstoss mit Pfefferspray habe der Beschuldigte schliesslich das Messer fallen 

gelassen und habe arretiert werden können (Urk. aD2/1/3 S. 1 f; Urk. aD2/1/4 S. 2; 

Urk. aD2/1/5 S. 2 f.).

5.4.3.  Mit der Vorinstanz decken sich die detaillierten Aussagen der involvierten 

Polizisten und erscheinen insgesamt glaubhaft. Auch der Beschuldigte bestä-

tigte den Ablauf schliesslich explizit (Urk. D1/20/1 F/A 31). Sodann gab er zu-

nächst auch zu, das Messer hochgehalten zu haben. Er gab jedoch an, dass er 

dieses habe zeigen wollen und dass er sich wirklich verletzen werde (Urk. aD2/3/1 

F/A 28). Unbestrittenermassen hielt der Beschuldigte beim Vorfall ein Messer in der 

Hand, das er auf Aufforderung der Polizeibeamten zunächst nicht weglegte. Beim 

Messer handelte es sich um ein Besteckmesser mit einer zehn Zentimeter langen 

Klinge (Urk. aD2/4/1 S. 3 f.). Mit diesem Messer fügte sich der Beschuldigte anläss-

lich des Vorfalles diverse oberflächliche Schnittverletzungen am Unter- und Ober-

arm, Brustbereich sowie in der Kniegegend ohne bleibende Schädigungen zu (vgl. 

Urk. aD2/4/2 und Urk. aD2/6/6). Vor dem Hintergrund der geschilderten schlechten 

- 39 -

Sichtverhältnisse und der angespannten Situation war es für die Polizeibeamten 

offensichtlich schwer erkennbar, was der Beschuldigte effektiv in seiner Hand hielt 

oder welches seine konkreten Absichten waren. In Anbetracht des geschilderten 

aggressiven Verhaltens des Beschuldigten erscheint es glaubhaft, dass die 

handelnden Polizeibeamten sich durch den Beschuldigten effektiv bedroht gefühlt 

haben.

5.4.4.  Dass der Beschuldigte ein aggressives Verhalten aufgewiesen habe, ergibt 

sich auch aus der ärztlich angeordneten fürsorgerischen Unterbringung. Durch 

einen SOS-Arzt wurde festgehalten, dass sich der Beschuldigte auch im Nachgang 

an den Vorfall in einem persistierenden aggressiven und suizidalen Zustand befun-

den habe. Er habe wiederholt Drohungen gegen unbestimmt ausgesprochen. 

Dabei habe er einen Atemalkoholgehalt von 0.86 ‰ aufgewiesen. Der Beschuldigte 

wurde als selbst- und fremdgefährdend eingestuft. Aufgrund seines Verhaltens 

habe der Beschuldigte nicht über die Gründe der Anordnung der Unterbringung 

sowie über die Einrichtung aufgeklärt werden können, er habe jegliche Aufklärun-

gen überschrien (Urk. aD2/6/7). 

5.4.5.  Im Gegensatz zu den übereinstimmenden Aussagen der Polizeibeamten 

überzeugen die eine Drohung abstreitenden Aussagen des Beschuldigten nicht. 

Die während der Untersuchung gemachten diesbezüglichen Schilderungen des 

Beschuldigten zum Vorgefallenen sind nicht in sich stimmig und lassen sich auch 

nicht mit den übereinstimmenden Wahrnehmungsberichten in Einklang bringen. So 

gab der Beschuldigte zunächst noch an, dass seine Freundin, nachdem er in der 

Wohnung "eingepfeffert" worden sei, herausgegangen sei, um die Polizei zu fragen, 

was los sei. Unter diesen Umständen leuchtet sodann nicht ein, weshalb der 

Beschuldigte sich eines Messers behändigte, bevor er ebenfalls in den Innenhof 

ging. Seine Freundin sei ja gemäss Aussage des Beschuldigten freiwillig zu den 

Polizisten gegangen (vgl. zum Ganzen Urk. aD2/3/1 F/A 6). Ferner ist die Aussage 

des Beschuldigten, die Polizei habe seine Freundin zurückbehalten, völlig unglaub-

haft, während sich die Schilderung des Polizisten C._____, die Freundin des 

Beschuldigten sei zu ihnen gerannt und habe von einem vorangehenden heftigen 

Streit mit dem Beschuldigten im Hinterhof berichtet (Urk. aD2/1/5 S. 2), stimmig ins 

- 40 -

Gesamtbild fügen lässt. Aufgrund eines solchen Streits bzw. einer Schlägerei 

gingen auch zwei Telefonanrufe bei der Einsatzzentrale der Stadtpolizei ein 

(Urk. aD2/1/1 S. 4). Schliesslich erscheint seine abschliessende Darstellung, er 

habe nur seine Freundin zurückgewollt und niemanden bedrohen wollen 

(Urk. D1/20/1 F/A 31), insbesondere auch vor dem Hintergrund der Wahrneh-

mungsberichte wenig glaubhaft. Der Beschuldigte habe sich gemäss übereinstim-

mender Wahrnehmung der Polizeibeamten die Verletzungen erst dann zugefügt, 

nachdem seine Freundin zu ihm gerannt sei bzw. ihn umarmt habe (vgl. 

Urk. aD2/1/3 S. 2; Urk. aD2/1/4 S. 2; Urk. aD2/1/5 S. 3). Dass er sein Messer 

gerade nicht umgehend weggelegt hat, als seine Freundin zu ihm gerannt sei, 

spricht gegen die Darstellung des Beschuldigten. Vielmehr entsteht aufgrund des 

Verhaltens des Beschuldigten sowie seiner Aussagen der Eindruck, dass er auf die 

Handlungen der Polizisten einwirken und diese zumindest vorübergehend an 

seiner Verhaftung hindern wollte. So gab er bezeichnenderweise an, dass er 

gedacht habe, wenn drohen würde, sich etwas anzutun, die Polizei seine Freundin 

zu ihm lassen würde (Urk. aD2/3/4 F/A 18), und dass er nur gewollt habe, dass sie 

Angst hätten, dass er sich etwas antun könne (Urk. aD2/3/4 F/A 24). 

5.4.6.  Mit der Vorinstanz waren bei der gegebenen Beweislage keine weiteren 

Beweisabnahmen notwendig, zumal der Beschuldigte anlässlich der Schlussein-

vernahme vom 3. Februar 2022 auf weitere Beweisabnahmen, insbesondere die 

parteiöffentliche Einvernahme der Polizisten, verzichtet hat (Urk. D1/20/1 F/A 32). 

Aufgrund der übereinstimmenden, glaubhaften Wahrnehmungen der involvierten 

Polizisten bzw. der Privatkläger 5, 6 und 8 (Urk. aD2/1/3-5) und der grundsätzlichen 

Anerkennung des Beschuldigen des objektiven Tatgeschehens (Urk. D1/20/1 

F/A 31) besteht kein Zweifel, dass sich der Sachverhalt anklagegemäss verwirklicht 

hat. 

5.5. Rechtliche Würdigung des (erstellten) Sachverhalts

5.5.1.  Die seit 1. Juli 2023 geltende Harmonisierung der Strafrahmen für Gewalt-

taten wirkt sich in Bezug auf den Straftatbestand der Gewalt und Drohung nicht 

milder auf den Beschuldigten aus, da nArt. 285 Ziff. 1 StGB nur noch in leichten 

- 41 -

Fällen Geldstrafe vorsieht, weshalb nachfolgend aArt. 285 Ziff. 1 StGB zu prüfen 

ist.

5.5.2.  Die Vorinstanz hat richtige theoretische Erwägungen zum Tatbestand der 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemacht und das Verhalten des 

Beschuldigten zutreffend entsprechend qualifiziert (Urk. 68 S. 32 f.). Darauf kann 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.5.3.  Rekapitulierend gilt es festzuhalten, dass sich der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte unter anderem schuldig macht, wer einen Beamten 

durch Gewalt oder Drohung u.a. an einer Amtshandlung hindert oder zu einer Amts-

handlung nötigt. Die Hinderung einer Amtshandlung liegt bereits vor, wenn diese in 

einer Art und Weise beeinträchtigt wird, dass sie nicht reibungslos durchgeführt 

werden kann (HEIMGARTNER-BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 285 StGB N 5). Bei der 

Tatbestandsvariante der sog. Beamtennötigung zwingt der Täter die Amtsperson 

zur Vornahme einer Amtshandlung, d. h. er bewirkt diese durch den Amtsträger 

gegen dessen Willen (HEIMGARTNER-BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 285 StGB 

N 12). Unter "Drohung" wird gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung wie 

bei der Nötigung gemäss Art. 181 StGB eine "Androhung ernstlicher Nachteile" 

verstanden. Der Geschädigte muss die Verwirklichung des angedrohten Übels 

befürchten, die Androhung also nicht lediglich für einen Bluff halten (DELNON/RÜDY-

BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 181 StGB N 36). Auch die Androhung von ernstli-

chen Nachteilen für Rechtsgüter Dritter oder der Täterschaft selbst sind taugliche 

Nötigungsmittel, falls die Androhung mit Wissen und Willen der Täterschaft 

geeignet ist, dem Nötigungsopfer seinen eigenen Willen aufzuoktroyieren (DELNON/ 

RÜDY-BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 181 StGB N 33 m.w.H.). Die Androhung muss 

geeignet sein, einen besonnenen Beamten in der Lage des Betroffenen gefügig zu 

machen (HEIMGARTNER-BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 285 StGB N 10 f.). In subjek-

tiver Hinsicht muss die Handlung, die Drohung, mit Vorsatz erfolgen, wobei Even-

tualvorsatz ausreicht. Ferner muss die Handlung des Täters mit Wissen und Willen 

um die möglicherweise hindernde bzw. nötigende Wirkung erfolgen (HEIMGARTNER-

BSK StGB/JStGB, a.a.O., Art. 285 StGB N 23).

- 42 -

5.5.4.  Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte die polizeiliche Inter-

vention, gegen welche er sich sodann gewaltsam widersetzte, durch sein aggres-

sives, selbst- und fremdgefährdendes Verhalten provoziert und erschwert. Der 

Beschuldigte drohte den eingerückten Stadtpolizisten während des Polizeieinsat-

zes, zunächst indem er eine Wurfbewegung mit einem unbekannten Gegenstand 

in der Hand machte und sodann mit einem Messer über seinen Kopf haltend auf 

diese zuging. Auch die darauffolgende Androhung einer Selbstverletzung reicht für 

die Qualifizierung als Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte aus. Die 

Stadtpolizisten fühlten sich aufgrund seines Verhaltens in ihrer Sicherheit bedroht 

und waren gezwungen bzw. genötigt, sich zum Eigenschutz entsprechend auszu-

rüsten, Pfefferspray einzusetzen und ihre Dienstwaffe zu ziehen, und auch die für 

den Beschuldigten erkennbar bevorstehende Verhaftung und Kontrolle wurde deut-

lich erschwert. Dies hat der Beschuldigte mit seinem Verhalten zumindest in Kauf 

genommen. 

5.5.5.  Der Beschuldigte hat sich somit ferner der Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte i.S.v. aArt. 285 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht.

6. alt Dossier 3

6.1. Anklagevorwurf

6.1.1.  Gemäss Anklagevorwurf des alt Dossiers 3 sei der Beschuldigte am 25. Mai 

2019 um ca. 20:15 Uhr zusammen mit seinem Bruder T._____ mit den sich auf 

ihrem Balkon am AE._____-weg … in … Zürich aufhaltenden AF._____ und 

AG._____ (nachfolgend: die Privatkläger 9 und 10) in eine verbale Auseinander-

setzung geraten, worauf der Beschuldigte rund fünf bis sechs Steine in deren Rich-

tung geworfen habe. Durch das aggressive Auftreten des Beschuldigten sollen die 

Privatkläger 9 und 10 ernsthaft befürchtet haben, dass der Beschuldigte sie verlet-

zen wolle. Durch die Steinwürfe sei ferner ein Sachschaden an der Fassade sowie 

des Glasvordachs im Betrag von über Fr. 300.– entstanden (Urk. D1/21 S. 7).

6.1.2.  In rechtlicher Hinsicht wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten mehr-

fache Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und Sachbeschädigung i.S.v. 

Art. 144 Abs. 1 StGB vor (Urk. D1/21 S. 7 und 10).

- 43 -

6.2. Standpunkt des Beschuldigten

6.2.1.  Im Rahmen des Vorhalts aller Anklagesachvorwürfe vom 3. Februar 2022 

bestätigte der Beschuldigte, am 18. August 2020 im Hinblick auf ein abgekürztes 

Verfahren den Sachverhalt eingestanden zu haben und anerkannte den Anklage-

sachverhalt ausdrücklich erneut (Urk. D1/20/1 F/A 34 ff.). Anlässlich der Hauptver-

handlung vom 1. September 2023 sowie anlässlich der Berufungsverhandlung 

bestritt er den Sachverhalt hingegen und sagte aus, er habe damals im abgekürzten 

Verfahren ein Geständnis nur deshalb abgelegt, um entlassen zu werden, alle Fälle 

abschliessen und den vorzeitigen Strafvollzug antreten zu können. In der 

Berufungsverhandlung gab er sodann an, dass sein Bruder Steine geworfen habe, 

dieser aber niemanden habe verletzen wollen (Urk. 47A S. 19; Urk. 125 S. 25 f.).

6.2.2.  Die Verteidigung führte ergänzend aus, dass die Aussagen der Privatkläger 

mangels Konfrontation nicht zulasten des Beschuldigten verwendet werden dürfen. 

Abgesehen davon lasse sich aufgrund der Aussagen der Privatkläger sowie des 

Bruders des Beschuldigten nicht nachweisen, dass der Beschuldigte Steine gewor-

fen habe (Urk. 50 S. 14).

6.3. Beweismittel

6.3.1.  Zum Anklagevorwurf liegen die Aussagen des Beschuldigten (Urk. D1/20/1 

F/A 34 ff.; Urk. 47A S. 19; Urk. 125 S. 25 f.), des Bruders des Beschuldigten 

(Urk. aD3/3/1) sowie der Privatkläger 9 und 10 (Urk. aD3/4/1+2) vor. Ferner liegen 

die Polizeirapporte vom 1. und 2. Juli 2019 (Urk. aD2/1/1+2), eine Fotodokumenta-

tion der angetroffenen Situation sowie der Beschuldigten anlässlich des Vorfalles 

(Urk. aD3/5/1) sowie ein Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich zur Spuren-

sicherungen an sechs sichergestellten Steinen (Urk. aD3/7/1) bei den Akten. 

6.3.2.  Im Übrigen liegen gültige Strafanträge gegen den Beschuldigten (wegen 

Hausfriedensbruchs, versuchter Körperverletzung und Drohung durch Betreten des 

Grundstücks und mehrfachen Steinwurfs; Urk. aD3/2/2) und gegen den Bruder des 

Beschuldigten (wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Drohung 

durch Betreten des Grundstücks, Beschädigung des Cheminées und Wurf eines 

Holzstumpfes; Urk. aD3/2/3) je vom 26. Mai 2019 im Recht.

- 44 -

6.3.3.  Die Befragungen des Bruders des Beschuldigten sowie der Privatkläger 9 

und 10 fanden einzig in einer polizeilichen Einvernahme statt, ohne spätere 

Wahrung des Konfrontationsanspruchs des Beschuldigten (Urk. aD3/3/1; 

Urk. aD3/4/1+2). Vorliegend hat die Staatsanwaltschaft keine Konfrontationsein-

vernahmen veranlasst, da der Beschuldigte im Untersuchungsverfahren stets 

geständig war. Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, 

wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens 

angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu 

ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. 

Die Rechtsprechung hat wiederholt betont, dass auf das Konfrontationsrecht 

vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet 

werden kann, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger 

ausgehen kann. Die beschuldigte Person kann den Behörden grundsätzlich nicht 

vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben, wenn 

sie es unterlässt, rechtzeitig (d.h. spätestens im Berufungsverfahren) und 

formgerecht entsprechende Anträge zu stellen (vgl. anstatt vieler die Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1110/2023 vom 23. Mai 2024 E.3.3.5; 7B_259/2022 vom 8. 

April 2024 E. 2; 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5; je mit Hinweisen). 

Entscheidend ist nämlich, dass es sich beim Konfrontationsrecht um ein 

Mitwirkungsrecht der beschuldigten Person handelt. Dessen Ziel ist die Wahrung 

der Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens (BGE 131 I 476 

E. 2.2, mit Hinweis). Nicht eigentlicher Sinn und Zweck des Konfrontationsrechts 

ist es dagegen, der beschuldigten Person bei unterlassener Konfrontation die 

Entfernung eines womöglich belastenden Beweismittels aus den Akten zu 

ermöglichen. Ob die beschuldigte Person das Recht auf Konfrontation effektiv 

wahrnehmen will, steht ihr demnach frei (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5, mit weiteren Hinweisen).

Da der Beschuldigte es unterlassen hat, einen Antrag auf Befragung der Zeugen 

rechtzeitig, das heisst bis spätestens vor Abschluss des Beweisverfahrens des 

Berufungsverfahrens, und formgerecht zu stellen, ist von einem Verzicht auf 

- 45 -

Ausübung des Konfrontationsrechts auszugehen. Die polizeilichen Einvernahmen 

der Privatkläger 9 und 10 sind einschränkungslos verwertbar.

6.4. Würdigung der Beweismittel

6.4.1.  Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass der Sachverhalt als rechtsgenü-

gend erstellt gelte. Der Beschuldigte habe den anklagegemässen Sachverhalt 

anerkannt. Ferne liege eine Fotodokumentation vor, bei der der Beschuldigte zum 

Tatzeitpunkt am Tatort zu erkennen sei. Der Widerruf seines Geständnisses an-

lässlich der Hauptverhandlung sei angesichts der klaren Beweislage nicht plausibel 

(Urk. 68 S. 35). Auf die vorinstanzliche Würdigung kann ohne Weiteres abgestellt 

werden. Die folgenden Erwägungen sind teilweise wiederholender und teilweise 

ergänzender Natur.

6.4.2.  Ein Geständnis fällt mit einem Widerruf nicht dahin. Wie das Geständnis ist 

auch der Widerruf frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO; GUNHILD GODENZI, in: Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO), 3. Aufl. 2020, Art. 160 

StPO N 5). Es sind keine Anhaltspunkte vorhanden, dass der Beschuldigte auf 

"Empfehlung" oder unter Druck des Staatsanwalts ein falsches Geständnis abge-

legt hätte. Der Beschuldigte war anlässlich der Einvernahme vom 3. Februar 2022 

anwaltlich verteidigt und Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ nahm an der Einvernahme 

ebenfalls teil (Urk. D1/20/1 S. 1). Der im Zeitpunkt seiner Befragung im vorzeitigen 

Strafvollzug befindliche Beschuldigte war nicht etwa körperlich oder geistig ge-

schwächt (Urk. D1/20/1 F/A 1 und 5) und konnte die Anklagesachverhalte vorgän-

gig mit seinem Verteidiger besprechen (Urk. D1/20/1 F/A 6). Drucksituationen (wie 

beispielsweise Untersuchungshaft, Einflussnahme durch Personen aus dem eige-

nen Umfeld oder demjenigen der Privatkläger) lagen keine vor. Entgegen der Be-

hauptung des Beschuldigten erfolgte sein Geständnis vom 3. Februar 2022 im Rah-

men des Vorhalts aller Anklagesachverhalte und damit nicht im Rahmen des abge-

kürzten Verfahrens (vgl. Urk. D1/20/1). Ebenso wenig ginge aus dem Protokoll der 

besagten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme und damit aus der Vernehmungs-

methode hervor, dass der Beschuldigte seine Variante nach hartnäckigem Leugnen 

und langer Befragung geändert hätte. Vielmehr bestätigte der Beschuldigte, den 

Anklagevorwurf bereits gestanden zu haben und bekräftigte den Anklagesachver-

- 46 -

halt erneut. Ferner fügte er bei, dass das Verhältnis zu den Nachbarn vorbelastet 

sei, da diese seine Familie terrorisieren und andauernd beschimpfen würde 

(Urk. D1/20/1 F/A 35 f.). Die vorgebrachten Motive des Beschuldigten für ein an-

geblich falsches Geständnis ergeben auch deshalb keinen Sinn, weil sich der Be-

schuldigte zum Zeitpunkt des Geständnisses bereits im vorzeitigen Strafvollzug be-

funden hat und demnach gar keine Entlassung mehr zur Debatte stand. Insgesamt 

kann festgehalten werden, dass das Geständnis des Beschuldigten frei und ohne 

Druck erfolgte und durchaus einer Beweiswürdigung zugänglich ist. Der Widerruf 

des Geständnisses erfolgte sodann erst vor Schranken zusammen mit dem anwalt-

lichen Vorbringen, die Aussagen der Belastungspersonen seien unverwertbar. Es 

ist evident, dass der Widerruf bloss aus taktischen Gründen erfolgt ist. 

6.4.3.  Aus den Aussagen der Privatkläger 9 und 10 geht sodann übereinstimmend 

hervor, dass der Bruder des Beschuldigten einen Holzstumpf und der Beschuldigte 

ca. fünf oder sechs Steine geworfen habe (Urk. aD3/4/1 F/A 6 und 10; Urk. aD3/4/2 

F/A 8 f. und 16).

6.4.4.  Der Sachverhalt lässt sich aufgrund der Aussagen der Privatkläger 9 und 

10, der Anerkennung des Beschuldigten sowie der Fotodokumentation, welche den 

Tatort, die Steineinschläge, die sichergestellten Steine und den Beschuldigten 

sowie seinen Bruder am Tatzeitpunkt beim Tatort zeigt (Urk. aD3/5/1 Foto 9-24), 

ohne weiteres anklagegemäss erstellen.

6.5. Rechtliche Würdigung des (erstellten) Sachverhalts

6.5.1.  In Bezug auf die zutreffende rechtliche Würdigung des Verhaltens des 

Beschuldigten kann auf die korrekten und unbestritten gebliebenen Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 68 S. 35 f.).

6.5.2.  Die gegen die beiden Privatkläger gerichteten Würfe mit Steinen mit einem 

Gewicht von ca. 49 bis 155 Gramm (Urk. aD3/7/1 S. 2 f.) waren durchaus geeignet, 

die Geschädigten in Schrecken oder Angst zu versetzen. Diese Würfe wurden 

durch die Privatkläger 9 und 10 klar als Drohungen wahrgenommen. Der Beschul-

digte gab zu, vorsätzlich gehandelt zu haben.

- 47 -

6.5.3.  Hinsichtlich der Sachbeschädigung sind die entsprechenden Schäden der 

Fotodokumentation zu entnehmen (Urk. aD3/5/1, Foto 9-10, 12-13, 16 und 18). Der 

Sachschaden an der Hausfassade und am Glasdach wurde insgesamt auf 

Fr. 1'500.– geschätzt (Urk. aD3/1/1 S. 7).

6.5.4.  Der Beschuldigte hat sich somit der mehrfachen Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB und der Sachbeschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB schul-

dig gemacht.

7. Fazit

Nach dem Gesagten sind sämtliche mit der Berufung des Beschuldigten angefoch-

tenen Schuldsprüche zu bestätigen. Der Beschuldigte hat sich demnach ferner der 

mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung i.S.v. aArt. 122 Abs. 1 und 2 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossiers 1 und 2), des räuberischen Diebstahls 

i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Dossier 1), des Raufhandels i.S.v. Art. 133 StGB 

(Dossier 2), der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

i.S.v. aArt. 285 Ziff. 1 StGB (alt Dossiers 2, 4 und 8), der mehrfachen Drohung i.S.v. 

Art. 180 Abs. 1 StGB (alt Dossiers 3 und 5) sowie der mehrfachen Sachbeschädi-

gung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 3 und alt Dossier 3) schuldig gemacht.

III.  Sanktion

1. Ausgangslage

1.1. Mit seiner Berufung hat der Beschuldigte die Schuldsprüche gemäss 

Dossier 3 (Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch), Dossier 4 (Hinderung einer 

Amtshandlung, Fahren ohne Berechtigung, vorsätzliche Verletzung der Verkehrs-

regeln), Dossier 5 (Widerhandlung gegen das Waffengesetz), alt Dossier 4 (Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte), alt Dossier 5 (einfache Körperverlet-

zung und Drohung) und alt Dossier 8 (Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte) anerkannt, welche wie erwähnt bereits in Rechtskraft erwachsen sind bzw. 

Bestand haben (vgl. voranstehend in E. I.2.2./2.4.). Die mit der Berufung des 

Beschuldigten angefochtenen Schuldsprüche sind, wie oben dargetan, zu bestäti-

gen.

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1.2. Für sämtliche Schuldsprüche bestrafte die Vorinstanz den Beschuldigten mit 

einer Freiheitsstrafe von 63 Monaten und unter Einbezug de