# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2deb4efe-f0cc-5a50-91a9-1b41da2da763
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.11.2010 E-7314/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7314-2010_2010-11-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7314/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

A._______,
Weissrussland (Belarus),
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 4. Oktober 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7314/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der – eigenen Angaben zufolge etwa 17-jährige – Beschwerde-
führer seinen Heimatstaat am 20. August 2010 versteckt im Anhänger 
eines Lastwagens verlassen habe und unkontrolliert durch ihm unbe-
kannte  Länder  gereist  sei,  um  am  26. August 2010  in  die  Schweiz 
einzureisen und gleichentags um Asyl zu ersuchen,

dass er im Rahmen der summarischen Befragung vom 8. September 
2010 und der Anhörung vom 21. September 2010 dieses Gesuch im 
Wesentlichen  damit  begründete,  dass  er  in  seinem  Heimatland  an 
einem Anlass,  an dem Fussball  mit  einem Motorrad gespielt  werde, 
zusammen mit einem Kollegen die alte Fahne von Belarus geschwenkt 
habe,

dass er nach Spielende von zwei Männern in ziviler Kleidung auf einen 
B._______ mitgenommen und zu der Fahne befragt worden sei; dabei 
habe er ein Blatt Papier unterschrieben,

dass  er  einen  Monat  später  von  der  Staatsanwaltschaft  vorgeladen 
worden sei und dabei ein Geständnis unterschrieben habe; deswegen 
drohe ihm nun eine Gefängnisstrafe von drei bis zehn Jahren,

dass  er  sich  deshalb  auf  dem Heimweg  zur  Ausreise  entschlossen 
habe,

dass  nach  einem  diesbezüglichen  Auftrag  des  Bundesamtes  ein 
Facharzt  am  8. September  2010  das  chronologische  Alter  des  Be-
schwerdeführers  mittels  einer  Knochenaltersanalyse  nach  Greulich-
Pyle auf 19 Jahre oder mehr einschätzte,

dass das BFM mit Verfügung vom 4. Oktober 2010 – am gleichen Tag 
persönlich  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylge-
such  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  nicht  innerhalb  von  48 Stunden  nach  Einrei-
chung des Asylgesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgegeben,

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dass er nicht habe glaubhaft machen können, er sei aus entschuldba-
ren Gründen dazu nicht in der Lage gewesen, da erstens jeder weiss-
russische Bürger über 16 Jahre gesetzlich über einen Reisepass ver-
fügen  müsse;  zweitens  habe  er  widersprüchliche  Angaben  zur  Be-
gründung gemacht, weshalb er seine Geburtsurkunde nicht habe mit-
nehmen können,

dass  der  Beschwerdeführer  zudem  die  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle,

dass  auch  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegwei-
sungsvollzugshindernisses nicht erforderlich seien,

dass  das  BFM  aufgrund  der  Knochenaltersanalyse,  des  Aussehens 
des  Beschwerdeführers  und  infolge  des  Umstandes,  dass  er  seine 
wahre  Identität  sowie  den  tatsächlichen  Reiseweg  zu  verheimlichen 
versuche, von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausging,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und  dabei  unter  anderem beantragte,  die  Verfügung  vom 4. August 
2010 sei  aufzuheben und das Asylgesuch sei  an die  Vorinstanz zur 
materiellen  Überprüfung  zurückzuweisen;  in  prozessrechtlicher  Hin-
sicht  sei  dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu 
gewähren,

dass die vorinstanzlichen Akten am 12. Oktober 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom 13. Oktober 
2010 dem Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  Beschwerdeergänzung 
einräumte, welche er mit  Eingabe vom 18. Oktober 2010 fristgerecht 
wahrnahm,

dass er  seine Beschwerde im Wesentlichen damit  begründete,  dass 
seine Vorbringen keineswegs tatsachenwidrig seien,  da bekannt  sei, 
dass  das  Hissen  der  alten  weissrussischen  Fahne  ein  Zeichen  der 
Opposition sei, 

dass  ferner  der  mangelnde  Detailreichtum seiner  Schilderungen  mit 
seinem Alter zu erklären sei, 

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dass sein Verbleib bei  seiner Grossmutter  (nach dem Tod seiner El -
tern)  in  Weissrussland  wohl  behördlich  nicht  geregelt  gewesen  sei, 
weswegen  sich  die  behördliche  Aufforderung  zur  Passausstellung 
verzögert haben könnte,

dass er seine Verwandten durch eine – die Beschaffung der Geburts-
urkunde vorangehende – Kontaktaufnahme nicht gefährden wolle,

dass das angegebene Alter  durchaus im Rahmen der  zeitlichen Ab-
weichung von drei Jahren, die bei einer Knochenaltersanalyse möglich 
sei, liege,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des 
BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass die mit  Eingabe vom 18. Oktober 2010 eingereichte Beschwer-
deergänzung  vom  Beschwerdeführer  nicht  unterzeichnet  wurde,  in-
dessen  praxisgemäss  dieser  Mangel  als  durch  die  Eingabe  vom 
11. Oktober 2010 enthaltenen Original-Unterschrift behoben zu erach-
ten  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 16),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einem verein-
fachten Verfahren entschieden wird und die vorliegende Beschwerde, 
wie  nachfolgend  aufgezeigt,  offensichtlich  unbegründet  ist,  weshalb 
ein Einzelrichterentscheid mit Zustimmung eines zweiten Richters er-
folgt, auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 
Bst. e und Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

dass vorfrageweise abzuklären ist, ob es sich beim Beschwerdeführer 
um eine minderjährige Person handelt,

dass  die  Beweislast  dafür  beim  Beschwerdeführer  liegt  (Art. 8  des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 
210]),  wobei  das  angegebene Alter  im Rahmen einer  Gesamtwürdi-
gung  als  glaubhaft  erscheinen  muss  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 30 
E. 5.3.4),

dass  die  von  der  Vorinstanz  veranlasste  Knochenaltersanalyse  bei 
angeblich 17-jährigen Personen als  Beweis  der  Volljährigkeit  als  un-
tauglich zu bezeichnen ist, da eine Abweichung von bis zu drei Jahren 
noch als innerhalb des Normalbereichs betrachtet  werden kann (vgl. 
EMARK 2000 Nr. 19 E. 7c),

dass  zur  Beurteilung  des  Alters  insbesondere  selbst  abgegebene 
Identitätspapiere  in  Betracht  kommen,  wobei  bei  Nichtabgabe  noch 
nicht davon ausgegangen werden darf, dass die Minderjährigkeit nicht 
zutrifft, sondern zuvor die angegebenen Gründe für dieses Versäumnis 
zu prüfen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.1; 2001 Nr. 22 E. 3b),

dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist – wie in der Folge 
noch  dargelegt  wird  –,  plausible  Gründe  für  dieses  Versäumnis 
(Nichtabgeben von Identitätspapieren) anzugeben, 

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dass  die  Beweislosigkeit  der  Behauptung  der  Minderjährigkeit  sich 
zuungunsten des  Beschwerdeführers  auswirkt  und daher  von seiner 
Volljährigkeit auszugehen ist, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht  innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldba-
ren Gründen nicht in der Lage, auf Grund der Anhörung sowie gestützt 
auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder 
sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur 

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Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvoll -
zugshindernis nötig sind (Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass der Beschwerdeführer weder ein Reisepapier, welches zur Ein-
reise in einen Staat berechtigt, noch ein Identitätspapier, das zwecks 
Identitätsbeweis von den heimatlichen Behörden ausgestellt wird (vgl.  
BVGE 2007/7 E. 6), den schweizerischen Behörden vorgelegt hat,

dass er dies mit  dem Umstand entschuldigt,  er  besitze kein solches 
Dokument und sei von den heimatlichen Behörden auch nie aufgefor-
dert worden, sich ein solches ausstellen zu lassen,

dass  er  einzig  eine  Geburtsurkunde  im  Hause  seiner  Grossmutter 
habe, die er indes durch eine Kontaktaufnahme nicht gefährden wolle,

dass  er  indes  versucht  habe,  für  die  Beschaffung  dieser  Geburts-
urkunde zwei Freunde per Telefon oder E-Mail zu erreichen (A12, S. 2 
und 11 f.),

dass  nicht  nachvollziehbar  erscheint,  weshalb  er  damit  ihre  Gefähr-
dung in Kauf nahm, nachdem er bei der Grossmutter eine solche zu 
vermeiden versucht haben will, 

dass seine Gründe, wieso er nicht in der Lage sein sollte, mindestens 
die  Geburtsurkunde  zu  beschaffen,  daher  nicht  glaubhaft  sind  (vgl. 
Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),

dass das BFM zu Recht davon ausging, der Beschwerdeführer erfülle 
die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  und 7  AsylG  nicht  (Art. 32 
Abs. 3 Bst. b AsylG), da seine Vorbringen nicht überzeugen,

dass  vorab  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  werden 
kann,  denen  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  vollumfänglich  an-
schliesst, ohne diese im Einzelnen zu wiederholen (vgl. Art. 109 Abs. 3 
BGG i.V.m. Art. 6 AsylG), 

dass  sich  der  Beschwerdeführer  insbesondere  widersprüchlich  über 
die vorgebrachten Geschehnisse äusserte  (beispielsweise betreffend 
die  Vorladung  der  Staatsanwaltschaft  oder  das  Verhör)  und  seine 
Schilderungen  jegliche  Realkennzeichen  (beispielsweise  persönliche 
Färbungen, Detailreichtum) vermissen lassen, 

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dass er in seinen Rechtsmitteleingaben den von der Vorinstanz darge-
tanen Unglaubhaftigkeitselementen lediglich entgegen hält, diese sei-
en mit seinem Alter zu erklären, ohne Konkreteres dazu auszuführen,

dass dieser Einwand indessen die Einschätzung des Gerichts nicht zu 
ändern vermag, da – selbst bei angenommener Minderjährigkeit – ein 
grösserer  Detailreichtum der  Vorbringen, ohne die erwähnten Wider-
sprüche hätte erwartet werden können, 

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-
chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach offensichtlich nicht gelungen 
ist  darzutun,  inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht  ver-
letzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig 
feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist, 

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dass die Beschwerde aufgrund der obigen Erwägungen als aussichts-
los zu bezeichnen ist, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 
1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM und  die  zu-
ständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

Versand:

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