# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 198f6f19-800e-5fcb-852f-1b60dd422b92
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.01.2013 S 2012 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-84_2013-01-14.pdf

## Full Text

S 12 84

Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. Januar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. Mit Bagatellunfallmeldung vom 7. Oktober 2011 wurde der … Versicherungen 

AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) mitgeteilt, dass sich … (nachfolgend 

Beschwerdeführerin), geboren  1952, am 6. Oktober 2011 durch einen 

unerwartet aus dem Schuhgestell gerutschten Stahlschuh (Arbeitsschuh), der 

sie in der Folge im Gesicht/Mund traf, an den Zähnen verletzt hat. 

2. Am 10. Oktober 2011 begab sich die Beschwerdeführerin in zahnärztliche 

Behandlung. Anlässlich dieser Befundaufnahme wurde festgestellt, dass die 

Backe der Beschwerdeführerin blau und angeschwollen war und die Zähne Nr. 

45, 44 und 43 kontusiert wurden. Der behandelnde Zahnarzt, Dr. med. dent. …, 

stellte eine Kronenfraktur ohne Pulpabeteiligung am Zahn Nr. 45 fest und bei 

Zahn Nr. 44 eine Wurzelfraktur.

3. Im Fragebogen der Unfallversicherung vom 25. Oktober 2011 schilderte die 

Beschwerdeführerin, der Stahlschuh der Marke … sei beim Vorbeigehen am 

Gestell unerwartet vom Gestell gerutscht und ihr direkt ans Gesicht 

beziehungsweise an den Mund gefallen. Abgesehen vom Aufprall habe sie 

keine direkten Schmerzen verspürt, jedoch sei ihr beim Aufprall des Schuhs auf 

den Mund ein Stück Zahn abgebrochen. Die Beschwerdeführerin erklärte im 

Fragebogen zudem, das Gestell sei in einer leichten Schräglage und direkt 

daneben befände sich eine Türe. Durch das Zuknallen der Türe sei es möglich, 

dass der Schuh immer wieder ein wenig nach vorne gerückt sei. 

4. Der behandelnde Zahnarzt hielt zur Krankengeschichte der Beschwerdeführerin 

sowie zur erfolgten Behandlung Folgendes fest:

a) Am 31. Oktober 2011 sei eine unfallbedingte vertikale Wurzelfraktur am Zahn 

Nr. 44 festgestellt worden. Die Kunststoffkrone sei locker und mesiobuccal habe 

sich ein Zahnfragment selbständig gemacht. 

b) Am 5. November 2011 sei eine „Alveolitis sicca dolorosa“ am Zahn Nr. 44 

diagnostiziert und der Beschwerdeführerin gegen die starken Schmerzen … 

verschrieben worden. 

c) Am 7. November 2011 habe die Beschwerdeführerin keine Schmerzen mehr 

verspürt, so dass die Tamponade habe entfernt werden können.

d) Am 12. Dezember 2011 sei eine definitive Versorgung mittels einer VMK-

Brücke (45xx43) durchgeführt worden. 

e) Die Kostenschätzung der zahnärztlichen Behandlung vom 14. Dezember 2011 

beläuft sich auf total Fr. 4‘216.10. 

5. Die Beschwerdegegnerin legte die vorliegende Angelegenheit in der Folge 

ihrem Vertrauensarzt, Dr. med. dent. …, vor. Dieser hielt in seiner Beurteilung 

vom 10. Februar 2012 fest, die beim Ereignis betroffenen Zähne seien bereits 

vorgeschädigt gewesen. In Anbetracht der geschwächten Zähne der 

Beschwerdeführerin hätten diese jederzeit bei einer normalen Kaubelastung 

brechen können. Aufgrund dieses Vorzustandes sei die Beschwerdegegnerin 

vorliegend nicht leistungspflichtig, so der Vertrauensarzt abschliessend. 

6. a) Mit Verfügung vom 6. März 2012 lehnte die Beschwerdegegnerin die 

Kostenübernahme der Zahnbehandlung durch die obligatorische 

Unfallversicherung infolge unterbrochenem adäquatem Kausalzusammenhang 

ab. 

b) Am 27. März 2012 erhob die Beschwerdeführerin dagegen Einsprache und 

beantragte sinngemäss die Kostenübernahme der zahnärztlichen Behandlung. 

Sodann wandte sich mit Schreiben vom 14. Juni 2012 der behandelnde 

Zahnarzt, Dr. med. dent. …, an die Beschwerdegegnerin und rügte, es sei 

unverständlich und erstaunlich, dass sie die Behandlungskosten nicht 

übernehme. 

c) Mit Einspracheentscheid vom 13. Juli 2012 wies die Beschwerdegegnerin die 

Einsprache ab. Begründet wurde der Entscheid damit, es sei schwer 

nachvollziehbar, wie ein Schuh auf den Mund der Beschwerdeführerin habe 

fallen und dabei deren Zähne haben schädigen können. Bei der Prüfung des 

adäquaten Kausalzusammenhanges sei der Vorzustand des geschädigten 

Zahnes zu berücksichtigen, denn ein bereits reparierter Zahn biete nicht mehr 

die gleiche Widerstandsfähigkeit wie ein gesunder Zahn. Zu beachten sei 

sodann, dass auch ein behandelter Zahn immer noch funktionstüchtig sei. 

Vorbehalten blieben die Fälle, wo der Zahn so geschwächt sei, dass er auch 

einer normalen Belastung nicht standgehalten hätte. Die Zähne Nr. 44 und 45 

der Beschwerdeführerin seien behandelt. Zahn Nr. 45 sei bereits geschwächt 

und Zahn Nr. 44 sei durch eine Kunststoffkrone saniert gewesen, was auch die 

Röntgenbilder zeigten. Gestützt auf die Ausführungen ihres Vertrauensarztes 

Dr. med. dent. … sei festzuhalten, dass die Zähne so geschwächt gewesen 

seien, dass sie jederzeit einer normalen Kaubelastung nicht mehr 

standgehalten hätten, so die Beschwerdegegnerin weiter. Aufgrund dessen sei 

der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen und die Leistungspflicht für 

den geltend gemachten Zahnschaden abzulehnen. 

7. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 8. August 2012 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten der Zahnreparatur im 

Betrag von Fr. 4‘216.10 zu bezahlen. Sie machte geltend, die Begründung 

wonach der adäquate Kausalzusammenhang vorliegend nicht gegeben sein 

soll, sei aus der Luft gegriffen. Gestützt auf die Beurteilung des behandelnden 

Zahnarztes sei die bundesgerichtliche Rechtsprechung betreffend „Nussschale 

im Nussbrot“ auf vorliegende Angelegenheit nicht anwendbar. Der Zahn der 

Beschwerdeführerin hätte gemäss Dr. med. dent. … noch jahrelang einer 

normalen Belastung standgehalten, weil er auch vor dem Unfall lange Jahre 

einwandfrei funktioniert habe. Durch den Unfall sei der Zahn kurz und heftig 

einer sehr starken Belastung ausgesetzt worden. Da sich ein Stift im Zahn 

befunden habe, sei die Wurzel dabei gespalten worden. 

8. In ihrer Vernehmlassung vom 24. September 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und verwies auf die 

Ausführungen im Einspracheentscheid. Weiter führte die sie aus, die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur „Nussschale im Brot“ sei durchaus auf 

vorliegende Angelegenheit anwendbar, zumal darin die Problematik der 

Kausalität gut aufgezeigt werde, welche nicht nur bei Kauschäden angewendet 

werden könne, sondern bei Zahnschäden im Allgemeinen. Entgegen der 

Auffassung des behandelnden Zahnarztes könne nicht davon ausgegangen 

werden, dass der Zahn jahrelang einer normalen Belastung standgehalten 

hätte. Ein bereits reparierter Zahn biete nicht mehr die gleiche 

Widerstandsfähigkeit wie ein gesunder Zahn. Weiter macht die 

Beschwerdegegnerin geltend, beim beigezogenen Vertrauensarzt handle es 

sich um einen besonders qualifizierten Zahnarzt. Er sei mit den typischen 

Versicherungsfällen vertraut und verfüge über die nötige Erfahrung zur 

kompetenten Beurteilung des vorliegenden Falles. Überdies sei darauf 

hinzuweisen, dass Vertrauensärzte den Versicherungen lediglich beratend zur 

Verfügung stünden und von diesen unabhängig seien. Der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 6. Oktober 2011 und dem 

geltend gemachten Zahnschaden sei unterbrochen und eine Leistungspflicht 

ihrerseits bestehe nicht. 

9. Anlässlich der Replik vom 1. Oktober 2012 nahm die Beschwerdeführerin zur 

geltend gemachten Neutralität des Vertrauensarztes Stellung. Sowohl der 

eigene Zahnarzt als auch der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin seien 

aus rechtlicher Sicht als nicht genügend unabhängig zu qualifizieren, weshalb 

eine neutrale Beurteilung vorzunehmen sei. 

10. Am 12. Oktober 2012 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik ein. Darin hielt 

sie fest, es bestehe keinerlei Anlass, die Kompetenz und Unabhängigkeit des 

Vertrauensarztes in Frage zu stellen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie auf 

den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 13. Juli 2012. Streitig und 

zu prüfen ist, ob gestützt auf das Bundesgesetz über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht, die 

Kosten der Zahnreparatur der Beschwerdeführerin im Umfang von Fr. 4‘216.10 

zu übernehmen. 

b) Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG, BR 370.100) entscheidet das 

Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 

5'000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Wie 

eingangs erwähnt, liegt der Streitwert bei Fr.4‘216.10 und eine Fünferbesetzung 

gemäss Art. 43 Abs. 2 VRG ist nicht vorgesehen, womit die vorliegende 

Angelegenheit in die Kompetenz der Einzelrichterin fällt (Art. 43 Abs. 3 lit. a 

VRG). 

2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach den Bundesgesetzen 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

sowie der Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten 

Gesundheitsschaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 

und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall die 

Richterin nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1; 118 V 286 E. 1b; 

117 V 369 E.3a; Sozialversicherungsrecht Rechtsprechung [SVR] 8-9/2003 

Unfallversicherung [UV] Nr. 11 E. 3.1; SVR 8-9/2003 UV Nr. 12 E.3.1.1).

b) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 

Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E.3.2; 125 V 456 

E.5a; 123 V 137 E. 3c; 122 V 415 E. 2a; 121 V 45 E. 3a; SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 E. 3.2.1; SVR 8-9/2003 UV Nr. 11 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 129 V 177 E.3.3; 125 V 456 E. 5c; 123 V 98 E. 3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen (SVR 

9/2002 UV Nr. 11 E. 2b). Die Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage (vgl. 

BGE 117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, 

sondern von der Richterin zu beurteilen.

c) Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet 

sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

3. a) Unbestritten in vorliegender Angelegenheit ist, dass es sich beim Schlag ins 

Gesicht/Mund der Beschwerdeführerin durch den unerwartet aus dem Gestell 

gerutschten Stahlschuh um eine plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 

Körper handelt, der eine körperliche Beeinträchtigung zur Folge hat. Folglich 

handelt es sich beim hier zu beurteilenden Streitfall unbestrittenermassen um 

ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG. Ebenfalls unbestritten ist, dass es 

sich bei den durch das schädigende Ereignis betroffenen Zähne, Nr. 44 und 45, 

um bereits vorbeschädigte respektive vorbehandelte Zähne handelt. Streitig 

und zu prüfen ist hingegen, ob der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

dem schädigenden Ereignis vom 6. Oktober 2011 und dem geltend gemachten 

Zahnschaden durch den Vorzustand der betroffenen Zähne (vorbehandelte 

Zähne Nr. 44 und 45; durch Kunststoffkrone sanierter Zahn Nr. 44) 

unterbrochen wurde. 

b) aa) Die Beschwerdeführerin rügt, die Begründung des ablehnenden 

Einspracheentscheides, wonach die betroffenen Zähne auch einer normalen 

Kaubelastung nicht standgehalten hätte sei „aus der Luft gegriffen“. In 

Anlehnung an die zahnärztliche Einschätzung von Dr.med. dent. … hätte der 

Zahn noch jahrelang einer normalen Belastung standgehalten, zumal er auch 

vor dem Unfall jahrelang einwandfrei funktioniert habe. Die Beschwerdeführerin 

macht sodann geltend, durch den Unfall sei der Zahn kurz und heftig von einer 

sehr starken Belastung getroffen worden und weil ausserdem ein Stift im Zahn 

war, sei die Wurzel dabei gespalten worden. 

bb) Die Beschwerdegegnerin hält dem entgegen, die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung „Nussschale in einem Brot“ zeige die Problematik der 

Kausalität gut auf, welche nicht nur auf Kauschäden Anwendung finde, sondern 

auch bei Zahnschäden im Allgemeinen. Der Auffassung von Dr.med. dent. …, 

wonach der Zahn der Beschwerdeführerin noch jahrelang einer normalen 

Belastung standgehalten hätte könne nicht gefolgt werden. Die Zähne 44 und 

45 seien gestützt auf die zahnärztliche Einschätzung ihres Vertrauensarztes Dr. 

med. dent. … so geschwächt gewesen, dass sie selbst einer normalen 

Belastung nicht standgehalten hätten. Ein bereits reparierter Zahn bilde 

schliesslich nicht mehr die gleiche Widerstandsfähigkeit wie ein gesunder Zahn. 

cc) Im Rahmen einer Aktenbegutachtung vom 10. Februar 2012 führte der 

Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. dent. …, unter anderem aus, 

es sei wenig wahrscheinlich, dass das Unfallereignis verantwortlich für den 

Zahnschaden sei, zumal der Vorzustand der Zähne schlecht sei. Seinen 

Ausführungen zufolge hätten die betroffenen Zähne 44 und 45 selbst einer 

normalen Beanspruchung (beispielsweise beim Essen) nicht standgehalten, 

wobei er bemerkte, dass die Zähne 46 und 47 nicht mehr existierten. Weitere 

detaillierte Angaben zum schlechten Vorzustand der Zähne fehlen in der 

Beurteilung. Diese rudimentären Ausführungen des Vertrauensarztes Dr. med. 

dent. …, die der Beschwerdegegnerin als Grundlage für den ablehnenden 

Einspracheentscheid dienen, sind weder schlüssig noch nachvollziehbar. 

Insbesondere ist nicht rechtsgenüglich dargelegt und damit nicht 

nachgewiesen, dass die durch das Ereignis betroffenen Zähne der 

Beschwerdeführerin sich in derart schlechtem Zustand befunden haben sollen, 

dass diese selbst einer normalen Beanspruchung nicht mehr standgehalten 

hätten. Damit kann dem Vertrauensarztbericht nicht der Beweiswert zuerkannt 

werden, den er bräuchte, um gestützt darauf die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers rechtmässig abzulehnen können.

dd) Hingegen kann den Ausführungen der Beschwerdegegnerin, wonach die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung „Nussschale in Nussbrot“ (BGE 114 V 169) 

auf Zahnschäden im Allgemeinen und somit auch auf vorliegende 

Angelegenheit Anwendung findet, gefolgt werden. Die Rechtsfolge, die sich 

daraus ergibt, ist jedoch eine andere, als die von der Beschwerdegegnerin 

geltend gemachte. Im genannten Entscheid führt das Bundesgericht aus, es 

lasse sich nicht rechtfertigen, die Erfüllung des Unfallbegriffs davon abhängig 

zu machen, ob das schädigende Ereignis einen völlig intakten oder aber einen 

bereits behandelten Zahn betreffe. Dass einzelne oder sogar eine Anzahl von 

Zähnen infolge zahnärztlicher Behandlung im Hinblick auf mechanischen Druck 

relativ geschwächt seien, bilde im Erwachsenenalter wohl die Regel, wogegen 

ein völlig intaktes Gebiss eher die Ausnahme sein dürfte. Zwar sei davon 

auszugehen, dass ein völlig gesunder Zahn stärkeren Belastungen standhalte 

als ein sanierter. Indessen bleibe aber auch ein behandelter Zahn für den 

normalen Kauakt in der Regel funktionstüchtig. Wenn ein solcher Zahn einer 

plötzlichen, nicht beabsichtigten und aussergewöhnlichen Belastung nicht 

standhalte, dürfe die Annahme eines Unfalles nicht mit der Begründung 

ausgeschlossen werden, ein völlig intakter Zahn hätte diese Belastung 

überstanden. Vorbehalten blieben dabei Fälle, wo ein Zahn so geschwächt sei, 

dass er auch eine normale Belastung nicht ausgehalten hätte (BGE 114 V 169 

E.3b m.w.H.). Das Bundesgericht hielt im genannten Entscheid sodann 

konkretisierend fest, zwar seien diese rechtlichen Ausführungen in früheren 

Entscheiden im Zusammenhang mit der Erörterung des Unfallbegriffs erfolgt, 

sie seien jedoch für die davon zu unterscheidende Frage des adäquaten 

Kausalzusammenhangs ebenfalls massgebend (BGE 114 V 169 E.3b m.w.H.). 

Vorliegend lehnt die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht jedoch genau 

mit der Begründung ab, bei den beschädigten Zähnen handle es sich um 

behandelte und bereits sanierte Zähne und ein gesunder Zahn hätte dieser 

Belastung standgehalten. Diese Ausführungen sind nicht stichhaltig. Bereits 

anlässlich der ersten Befundaufnahme durch Dr. med. dent. … am 10. Oktober 

2011 wurde festgehalten, dass die Backe der Beschwerdeführerin blau und 

angeschwollen sei. Dies deutet auf einen so heftigen Schlag hin, bei dem mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden kann, dass 

auch ein gesunder Zahn der Einwirkung des herabfallenden Stahlschuhes nicht 

standgehalten hätte. Überdies bestehen – entgegen der Behauptung der 

Beschwerdegegnerin – keine Anzeichen dafür, dass die Zähne 44 und 45 

derart geschwächt gewesen wären, dass sie auch einer normalen Belastung 

nicht standgehalten hätten, so auch die Einschätzung von Dr. med. dent. … 

vom 14. Juni 2012 und 7. August 2012, die für das Gericht nachvollziehbar und 

schlüssig sind. Darin hielt er fest, sicherlich sei ein wurzelbehandelter Zahn mit 

einem Stiftaufbau schwächer als ein gesunder Zahn. Dass der Zahn jedoch 

einer normalen Belastung nicht standgehalten hätte, wie die 

Beschwerdegegnerin selber ausführe, sei schlicht und einfach nicht wahr, so 

Dr. med. dent. … weiter. Der Zahn habe vor dem Unfall jahrelang einwandfrei 

funktioniert und selbstverständlich wohl normaler Belastung standgehalten. 

Durch den Unfall sei der Zahn kurz und heftig von einer zu starken Belastung 

getroffen worden. Da sich ausserdem ein Stift im Zahn befunden habe, sei die 

Wurzel dabei gespalten worden. Abschliessend führte Dr. med. dent. … aus, 

ohne den fraglichen Unfall wäre den zur Diskussion stehenden Zähnen nichts 

passiert. Selbst wenn der Zahn von Karies geschwächt wäre, hätte man den 

Zahn flicken können und er würde weiterhin seinen Dienst tun. Ergänzende 

Abklärungen erübrigen sich vorliegend.

c) Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der adäquate 

Kausalzusammenhang des Unfallereignisses vom 6. Oktober 2011 

(Zahnschaden verursacht durch Schlag eines unerwartet aus dem Gestell 

gerutschten Stahlschuhes ins Gesicht/Mund) durch den Vorzustand der Zähne 

der Beschwerdeführerin nicht als unterbrochen gelten kann und die 

Beschwerdegegnerin als Unfallversicherung für den erlittenen Zahnschaden 

aufzukommen hat beziehungsweise Zahnarztkosten von Fr. 4‘216.10 zu 

übernehmen hat. Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen. 

4. a) Gerichtskosten werden keine erhoben, da das kantonale Beschwerdeverfahren 

in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss Art. 61 lit. a ATSG grundsätzlich 

kostenlos ist. 

b) Die obsiegende Beschwerdeführerin hat sodann Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

reichte dem Gericht am 26. Oktober 2012 eine Honorarrechnung für seine 

anwaltlichen Aufwendungen im Zeitraum vom 16. März bis 20.Oktober 2012 in 

der Höhe von Fr. 1‘422.-- (4.92 Std. à Fr. 260.-- zuzüglich 3 % Pauschale für 

Kleinspesen und zuzüglich MWST 8 %) ein. Der Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin ist am 13. Juli 2012 ergangen. Die Honorarrechnung des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin umfasst demnach auch seine 

anwaltlichen Aufwendungen für das Einspracheverfahren. In Art. 52 Abs. 3 

ATSG ist bestimmt, dass das Einspracheverfahren kostenlos ist und 

Parteientschädigungen in der Regel nicht ausgerichtet werden. Da vorliegend 

besondere Umstände weder ersichtlich sind noch geltend gemacht werden, 

aufgrund welcher es sich von der gesetzlichen Regelung abzuweichen 

rechtfertigen würde, ist die Honorarnote entsprechend zu kürzen (vgl. Kieser, 

ATSG Kommentar, 2.Auflage, 2009, Art. 52 N 44). Demnach besteht der 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ersatz der Parteikosten lediglich für den 

Zeitraum vom 17. Juli bis 20. Oktober 2012. Der anwaltlich geltend gemachte 

Aufwand im genannten Zeitraum beträgt 3.33 Std. à Fr. 260.--, somit Fr.865.80 

zuzüglich 3 % Pauschale für Kleinspesen (Fr. 26.--) zuzüglich 8 % MWST (Fr. 

71.35), total Fr. 963.15. Die Beschwerdegegnerin hat demnach die 

Beschwerdeführerin aussergerichtlich mit Fr. 963.15 zu entschädigen. 

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 13. Juli 2012 wird aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, 

die Zahnarztkosten im Umfang von Fr.4‘216.10. zu übernehmen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 963.15 (inkl. 

MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.