# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f303bfae-f6da-596e-a30a-74acc5eca5f3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.03.2014 200 2013 741
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-741_2014-03-27.pdf

## Full Text

200 13 741 UV
SCJ/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. März 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
Postfach, 8010 Zürich-Mülligen Postzentrum
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 4. Juli 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
über seine Arbeitgeberin bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft 
AG (Allianz bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von 
Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert (Akten 
der Allianz, Antwortbeilage [AB] 1).

Gemäss Unfallmeldung vom 18. April 2012 verlor der Versicherte am 
28. August 2011 auf einer Treppe in seinem Garten das Gleichgewicht, fiel 
auf den Boden und schlug sich dabei die Zehen, die Knie, die Handballen, 
den linken Arm und den Mund auf. Als betroffener Körperteil wurde ein ver-
letzter Stiftzahn angeführt (AB 1). Daraufhin holte die Allianz medizinische 
Unterlagen ein und liess den Sachverhalt durch ihren beratenden Zahnarzt 
Dr. med. dent. C.________ beurteilen (Bericht vom 8. Juli 2012; AB 10). 
Gestützt darauf verneinte sie mit Schreiben vom 24. Juli 2012 (AB 11) ei-
nen Kausalzusammenhang zwischen der zahnärztlichen Behandlung des 
Zahnes 21 und dem Ereignis vom 28. August 2011. Nachdem sich der be-
handelnde Zahnarzt Dr. med. dent. D.________ im Bericht vom 27. August 
2012 (AB 13) mit dieser Beurteilung nicht einverstanden erklärt hatte, holte 
die Allianz eine weitere Stellungnahme des beratenden Zahnarztes ein 
(Bericht vom 29. September 2012; AB 18).

Mit Verfügung vom 18. Oktober 2012 (AB 19) verneinte die Allianz eine 
Leistungspflicht ihrerseits hinsichtlich der zahnärztlichen Behandlung des 
Zahnes 21. Dagegen erhoben sowohl der Versicherte wie auch dessen 
Krankenversicherer Einsprache (AB 25 und 26), wobei letzterer seine Ein-
sprache am 12. Dezember 2012 wieder zurück zog (AB 29).

Nach Einholen eines weiteren Berichts von Dr. med. dent. C.________ 
(Bericht vom 17. Februar 2013; AB 33), zu welcher der Versicherte am 
28. Februar 2013 unter Hinweis auf einen Bericht von Dr. med. dent. 
D.________ vom 5. März 2013 (AB 34) Stellung nahm (AB 35), hielt die 
Allianz an ihrer Verfügung fest und wies die Einsprache mit Entscheid vom 
4. Juli 2013 (AB 37) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 3

B.

Hiergegen liess der Versicherte am 29. August 2013 Beschwerde erheben 
und folgende Anträge stellen:

1. Der Einspracheentscheid vom 4. Juli 2013 und die Verfü-
gung vom 18. Oktober 2012 seien aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Be-
schwerdeführer die Leistungen nach UVG zuzusprechen, 
insbesondere die Kosten der Behandlung des Zahnes 21 zu 
übernehmen.

3. Eventualiter sei eine gerichtliche Begutachtung bei einem 
Zahnarzt anzuordnen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Mit Beschwerdeantwort vom 27. September 2013 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 4

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 4. Juli 2013 
(AB 37). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der Unfallversicherung und dabei insbesondere, ob die 
zahnärztliche Behandlung des Zahnes 21 in der Zeit vom 20. August 2012 
bis 5. Juli 2013 (AB 38) in einem natürlichen und adäquaten Kausalzu-
sammenhang zum Ereignis vom 28. August 2011 steht.

1.3 Der Streitwert des vorliegenden Verfahrens liegt bei Fr. 5'642.45 
(AB 38) und somit unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). 

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 5

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). 

2.2.3 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustan-
des auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 6

erreicht ist (SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2; RKUV 1994 U 206 S. 328 
E. 3b).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Hinsichtlich des Geschehensablaufs hat gestützt auf die konsisten-
ten Angaben des Beschwerdeführers und insbesondere auch gestützt auf 
die drei schriftlichen Zeugenaussagen (Beschwerdebeilagen [BB 4 – 6]) als 
erstellt zu gelten, dass der Beschwerdeführer am 28. August 2011 in sei-
nem Garten auf einer Treppe gestolpert und anschliessend gestürzt ist und 
sich dabei Verletzungen im Bereich der Ellbogen, der Füsse, der Knie, der 
Hände und des Mundes zugezogen hat. Dementsprechend hat er 
– entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (AB 37 S. 5 Ziff. 2.3 
und Beschwerdeantwort S. 6 f. ad. 2) – einen Unfall im Rechtssinne erlitten 
(vgl. E. 2.1 hiervor). Eine ärztliche Behandlung dieser Verletzungen oder 
gar eine diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit ist jedoch nicht aktenkundig und 
wird auch nicht geltend gemacht. Somit besteht bezüglich dieser Verlet-
zungen – unbestrittenermassen – kein Anspruch auf Leistungen der Unfall-
versicherung. 

Zu prüfen ist aber, ob beim besagten Unfall – entsprechend der Auffassung 
in der Beschwerde – auch der obere Frontzahn (Zahn 21) des Beschwer-
deführers geschädigt worden ist und bejahendenfalls, ob die zahnärztliche 
Behandlung vom 20. August 2012 bis 5. Juli 2013 (AB 38) in einem natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Sturz vom 28. August 
2011 steht. 

3.2 Die massgeblichen medizinischen Unterlagen zeigen diesbezüglich 
das folgende Bild:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 7

3.2.1 Dr. med. dent. C.________ führte im Bericht vom 8. Juli 2012 
(AB 10) aus, die zahnärztliche Behandlung habe erst sieben Monate nach 
dem Unfall vom 28. August 2011 (am 20. März 2012; vgl. AB 3) stattgefun-
den. Das Röntgenbild zeige einen vorgeschädigten Zahn 21, der wurzelge-
füllt und parodontal sei. Da die Wurzelbehandlung nicht erfolgreich gewe-
sen sei, sei eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt worden. Auf dem 
aktuellen Röntgenbild sei ein parodontaler Einbruch sichtbar, der höchst-
wahrscheinlich auf eine Paro-Endoläsion zurückzuführen sei. Der Verlust 
des Zahnes 21 sei nicht die Folge des Unfalls, sondern diejenige der Paro-
Endoläsion. 

3.2.2 Dr. med. dent. D.________ führte im Bericht vom 27. August 2012 
(AB 13) aus, der Zahn 21 sei nach einem vor Jahren erlittenen …Unfall 
wurzelbehandelt worden. Dieser sei bis zum Unfall vom 28. August 2011 
symptomlos, fest, nur leicht parodontal geschädigt und funktionstüchtig 
gewesen. In der Jahreskontrolle vom März 2012 habe der Zahn 21 palati-
nal eine 9 mm Lasche aufgewiesen und sei locker gewesen. Die auf dem 
Röntgenbild sichtbaren wolkigen Schatten im mittleren Wurzelbereich wür-
den auf Resorptionen hindeuten. Diese könnten durchaus auf das erste 
Zahntrauma zurückzuführen sein, wo der Zahn subluxiert und das Par-
odontalgewebe geschädigt worden sei. Ein leichteres Trauma könne dann 
zum Verlust bzw. zur Funktionsstörung des Frontzahnes führen. Somit 
scheine ein Zusammenhang vorzuliegen. 

3.2.3 Dr. med. dent. C.________ hielt im Bericht vom 29. September 
2012 (AB 18) an seiner vorherigen Beurteilung fest. Er teile die Ansicht des 
behandelnden Zahnarztes, dass der Verlust des Zahnes 21 auf den vor 
Jahren erlittenen …Unfall zurückzuführen sei. 

3.2.4 Am 7. November 2012 nahm Dr. med. dent. D.________ nochmals 
Stellung (Beilage 2 von AB 25). Er führte an, der Zahn 21 sei vor dem Un-
fall vom 28. August 2011 stabil gewesen und es hätten keine weiteren 
zahnmedizinischen Behandlungen getroffen werden müssen. Es handle 
sich nicht um eine Paro-Endoläsion, da die Resorption mit der Tasche in 
Verbindung gestanden sei. Eher habe die Resorption durch ihre Ausdeh-
nung die Verbindung zum marginalen Sulcus geschaffen. Somit sei ganz 
viel Attachment verloren gegangen und es hätten sich Infekte ausgebreitet. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 8

Ein relativ leichtes Trauma könne dann zur Lockerung des Zahnes führen. 
Was genau im Moment des Treppensturzes traumatisiert worden sei, kön-
ne kaum rekonstruiert werden, aber die Wahrscheinlichkeit eines Schlages 
auf die Frontzähne sei sehr hoch. 

3.2.5 Im Rahmen des Einspracheverfahrens nahm Dr. med. dent. 
C.________ zur Unfallkausalität nochmals Stellung. Er diagnostizierte im 
Bericht vom 17. Februar 2013 (AB 33) einen Status nach Unfall 21, ver-
sorgt mit Wurzelfüllung und Krone, einen Status nach Wurzelspitzenresek-
tion 21 mit retrograder Wurzelfüllung, einen verbreiteten Parodontalspalt 
distal 21, einen vertikalen und horizontalen Knochenabbau sowie eine Pa-
ro-Endoläsion (S. 1). Der Zahn 21 sei als Folge der Paro-Endoläsion locker 
geworden und verloren gegangen. Schon zu einem früheren Zeitpunkt ha-
be die Wurzelfüllung Probleme gemacht, so dass eine Wurzelspitzenresek-
tion mit retrograder Wurzelfüllung habe gemacht werden müssen. Da diese 
nicht erfolgreich gewesen sei, sei es zu einer Paro-Endoläsion gekommen, 
die schliesslich zum Verlust geführt habe. Somit sei der Verlust nicht auf 
den Unfall, sondern auf die Vorschädigung zurückzuführen. Es sei unwahr-
scheinlich, dass der Unfall zu einer vorübergehenden Verschlimmerung 
geführt habe, da der Zahn höchstwahrscheinlich nur subluxiert worden sei, 
da er sonst geschient hätte werden und der Zahn hätte Beschwerden ver-
ursachen müssen. Der Zahn 21 habe sich zum Zeitpunkt des Ereignisses 
in einem schlechten Zustand befunden. Es sei davon auszugehen, dass 
dieser auch ohne Unfall in absehbarer Zeit verloren gegangen wäre. 
Schliesslich gab Dr. med. dent. C.________ an, das Ereignis vom 28. Au-
gust 2011 habe höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung 
geführt. Der Status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nach zwei Monaten, am 31. Oktober 2012, erreicht worden (S. 2).

3.2.6 Auf Ersuchen des Beschwerdeführers nahm Dr. med. dent. 
D.________ am 5. März 2013 zum Bericht von Dr. med. dent. C.________ 
vom 17. Februar 2013 (AB 33) Stellung (Beilage zu AB 34). Darin verneinte 
er wiederum das Vorliegen einer Paro-Endoläsion, da palatinal von Zahn 
21 eine massive Resorption bestehe. Die Resorption sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit die Ursache des Zahnverlustes in Kombination mit dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 9

erneuten Trauma im August 2011. Bereits anlässlich der Jahreskontrolle im 
September 2011 sei eine Lockerung des Zahnes 21 festgestellt worden. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.4 Entgegen der Darstellung in der Beschwerde hat gestützt auf die 
vorliegenden Akten nicht als erstellt zu gelten, dass beim Sturz vom 
28. August 2011 auch der Zahn 21 geschädigt worden ist. 

Aus der Krankengeschichte des Beschwerdeführers geht zwar hervor, dass 
dieser im September 2011 – und somit kurz nach dem Unfall vom 28. Au-
gust 2011 – bei Dr. med. dent. D.________ in Behandlung war. Dabei fin-
den sich jedoch keine Hinweise darauf, dass bei dieser Konsultation eine 
allfällige Schädigung des Zahnes 21 thematisiert worden wäre. Zweck der 
entsprechenden Behandlung war eine Jahreskontrolle und eine Zahnreini-
gung (AB 31 und 34, jeweils in der Beilage). Soweit Dr. med. dent. 
D.________ im Bericht vom 5. März 2013 (Beilage zu AB 34) nunmehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 10

behauptet, dass bereits anlässlich der Konsultation vom September 2011 
die Unfallfolgen am Zahn 21 beurteilt worden seien und der Beschwerde-
führer beunruhigt gewesen sei, dass sich die erhöhte Beweglichkeit des 
betroffenen Zahnes nicht gebessert habe, findet dies in der Krankenge-
schichte keine Stütze. Zudem steht dies auch im Widerspruch zu den An-
gaben, welche der behandelnde Zahnarzt im Bericht vom 6. Mai 2012 
(AB 3) gemacht hat. In diesem gab er nämlich den 20. März 2012 als Da-
tum der ersten Befundaufnahme an. Dies steht wiederum im Einklang mit 
der Krankengeschichte des Beschwerdeführers. Auch in dieser wird erst-
mals unter dem Datum der Konsultation vom 20. März 2012 eine Locke-
rung des Zahnes 21 erwähnt, wobei sich auch in diesem Eintrag kein Hin-
weis auf ein Ereignis vom 28. August 2011 als Ursache für die festgestellte 
Zahnlockerung findet (Beilage zu AB 31). Die Unfallmeldung erfolgte denn 
auch erst im Anschluss an die weitere Konsultation vom 16. April 2012 (vgl. 
Beilage zu AB 31) als klar wurde, dass eine kostspielige zahnärztliche Be-
handlung bevor stand. 

Ebenfalls kann den drei Zeugenaussagen nicht entnommen werden, dass 
der Beschwerdeführer beim Sturz vom 28. August 2011 eine Verletzung 
des Zahnes 21 erlitten hat (vgl. BB 4 – 6). Dieser scheint somit gegenüber 
den drei Zeugen weder etwas Entsprechendes erwähnt zu haben noch 
scheinen diese entsprechende Feststellungen gemacht zu haben. 

Und schliesslich kann auch nicht aufgrund der Natur der Schädigung 
(Zahnlockerung), welche zur zahnärztlichen Behandlung geführt hat, ohne 
weiteres auf einen Sturz resp. ein traumatisches Ereignis geschlossen 
werden. Dies gilt umso mehr, als der betreffende Zahn eine massive Vor-
schädigung aufwies (Wurzelbehandlung, parodontal geschädigt, Wurzel-
spitzenresektion; vgl. u.a. AB 10) und der beratende Zahnarzt Dr. med. 
dent. C.________ den Verlust des Zahnes 21 als Folge der Paro-
Endoläsion bezeichnete (AB 10, 18, 33). Darüber hinaus liegen auch keine 
– und insbesondere keine echtzeitlichen – ärztlichen Unterlagen über die 
Art der Verletzungen vor, die der Beschwerdeführer beim Sturz vom 
28. August 2011 erlitten hat, gestützt auf welche Rückschlüsse auf eine 
mögliche Zahnverletzung gezogen werden könnten. Zudem widerspricht es 
der allgemeinen Lebenserfahrung, dass keine sofortige Unfallmeldung er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 11

folgt, wenn sich die versicherte Person bei einem Unfallereignis eine Zahn-
verletzung zuzieht und absehbar ist, dass eine zahnärztliche Behandlung 
mit erheblichen Kostenfolgen zur Diskussion stehen könnte. Mit dem Zu-
warten der Unfallmeldung läuft die versicherte Person das Risiko, dass 
infolge Zeitablaufs der Nachweis eines Unfallereignisses nicht mehr er-
bracht werden kann.

3.5 Unter diesen Umständen ist bloss möglich, aber nicht überwiegend 
wahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer beim Sturz vom 28. Au-
gust 2011 eine Verletzung des Zahnes 21 zugezogen hat, welche zumin-
dest als Teilursache der vom 20. August 2012 bis 5. Juli 2013 (AB 38) 
durchgeführten zahnärztlichen Behandlung gelten kann. Der Beschwerde-
führer hat somit hinsichtlich der Behandlung des Zahnes 21 keinen An-
spruch auf Leistungen der Unfallversicherung.

Da von weiteren Beweismassnahmen keine neuen Erkenntnisse zu erwar-
ten sind, zumal der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Sturz vom 
28. August 2011 keinen Arzt aufgesucht hat und die anwesenden Zeugen 
ihre Aussagen bereits getätigt haben, kann von solchen – insbesondere 
von der beantragten gerichtlichen Begutachtung durch einen Zahnarzt (Be-
schwerde S. 2 Ziff. 3) – abgesehen werden (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.6 Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass auch dann kein An-
spruch auf Leistungen der Unfallversicherung bestünde, wenn sich der Be-
schwerdeführer – entsprechend der Auffassung in der Beschwerde – beim 
Sturz vom 28. August 2011 eine Schädigung des Zahnes 21 zugezogen 
hätte.

In diesem Fall wäre gestützt auf den Bericht des Dr. med. dent. 
C.________ vom 17. Februar 2013 (AB 33), welcher die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen 
Berichts gestellten Anforderungen erfüllt (vgl. E. 3.3 hiervor), davon auszu-
gehen, dass es beim Ereignis vom 28. August 2011 höchstens zu einer 
Subluxation (Lockerung ohne Lageveränderung) und nicht zu einer ernst-
haften Schädigung – insbesondere zu einer ausgeprägten Lockerung – des 
Zahnes 21 gekommen ist. Denn der beratende Zahnarzt hat nachvollzieh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 12

bar dargelegt, dass der besagte Zahn beim Vorliegen einer ernsthaften 
Schädigung im Anschluss an die Konsultation vom September 2011 mittels 
Schiene (oder ähnlichem) hätte behandelt werden müssen und dass der 
Beschwerdeführer an Schmerzen gelitten hätte (AB 33 S. 2). Eine solche 
Behandlung wurde jedoch nicht durchgeführt und Beschwerden nach dem 
Sturz vom 28. August 2011 – nebst der angeblich festgestellten Lockerung 
des Zahnes – werden vom Beschwerdeführer nicht erwähnt. Da folglich 
nicht von einer ernsthaften Schädigung im Sinne einer massiven Lockerung 
auszugehen ist, ist die Auffassung des beratenden Zahnarztes überzeu-
gend, wonach es beim Ereignis vom 28. August 2011 – wenn überhaupt – 
höchstens zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines massiven 
Vorzustandes gekommen ist und der status quo mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit spätestens nach zwei Monaten erreicht war (AB 33 S. 2).

An dieser schlüssigen Einschätzung des beratenden Zahnarztes ändert die 
Auffassung des behandelnden Zahnarztes Dr. med. dent. D.________ 
nichts, welcher einen (Teil-)Kausalzusammenhang zwischen dem Zahnver-
lust und dem Sturz vom 28. August bejahte (AB 13, Beilage 2 zu AB 18, 
Beilage zu AB 34). Denn eine nachvollziehbare Begründung, weshalb ein 
solcher gegeben sein soll, obwohl eine Lockerung des Zahnes 21 – akten-
mässig – erstmals rund sieben Monate nach dem besagten Sturz, am 
20. März 2012, erstellt ist, fehlt in den Berichten.

4.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
4. Juli 2013 nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
unbegründet und abzuweisen.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. März 2014, UV/13/741, Seite 13

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):

- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers

- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 

- Bundesamt für Gesundheit 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.