# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6269c4cf-ed69-5d7f-9f16-410494bcc300
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 13.02.2018 A 2017 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2017-38_2018-02-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 17 38

4. Kammer

Vorsitz Racioppi
RichterIn Meisser, Moser 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 13. Februar 2018

in der Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Grundstückgewinnsteuer

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1. A._____ verkaufte am 8. Juli 2014 die 1.5-Zimmerwohnung (StWE-Einheit 

57'854) in der Gemeinde X._____ für Fr. 680'000.-- an die ihm gehörende 

B._____ AG. Am 8. Februar 2013 hatte er das Gesamtgrundstück (Par-

zelle 5205) für Fr. 1'800'000.-- käuflich erworben, anschliessend Stock-

werkeigentum begründet und einige Investitionen daran vorgenommen.

2. Mit definitiver Veranlagungsverfügung für die kantonale und kommunale 

Grundstückgewinnsteuer vom 15. Februar 2016 veranlagte die Steuer-

verwaltung des Kantons Graubünden einen Grundstückgewinn von 

Fr. 224'019.--, woraus auf Stufe Kanton und Gemeinde je eine Grunds-

tückgewinnsteuer von Fr. 40'995.50, gesamthaft somit Fr. 81'991.--, resul-

tierte. 

3. Dagegen erhob A._____ am 9. März 2016 Einsprache und beantragte die 

Gewährung eines Mobiliarabzugs von Fr. 30'000.--. Einer Veranlagung 

auf der Basis eines Kaufpreises von Fr. 650'000.-- mit einem Grundstück-

gewinn von netto Fr. 194'019.-- könne er zustimmen und würde er akzep-

tieren. Falls nötig würde er auch den Kaufvertrag abändern.

4. Mit Auflage vom 15. März 2016 forderte die kantonale Steuerverwaltung 

von A._____ weitere Unterlagen ein, worauf dieser mit Schreiben vom 

5. April 2016 eine Inventarabrechnung über gesamthaft Fr. 147'090.95 

einreichte und geltend machte, dass davon rund Fr. 30'000.-- auf die ver-

äusserte Studio-Wohnung entfielen.

5. Am 12. Mai 2016 stellte die kantonale Steuerverwaltung A._____ eine 

korrigierte Veranlagungsverfügung mit dem Betreff "Details zum Einspra-

cheentscheid" zu. Wie in der Einsprache vom 9. März 2016 gefordert 

brachte die kantonale Steuerverwaltung vom Gesamterlös von 

Fr. 680'000.-- den Betrag von Fr. 30'000.-- für Mobiliar in Abzug, woraus 

ein steuerbarer Grundstückgewinn von Fr. 194'019.-- und daraus Grunds-

tückgewinnsteuern von kantonal und kommunal je Fr. 35'162.15, gesamt-

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haft somit Fr. 70'324.30, resultierten. Die korrigierte Veranlagungsverfü-

gung enthielt als Rechtsmittel den Verweis "siehe Einspracheentscheid". 

Auf Seite 2 der korrigierten Veranlagungsverfügung hielt die Steuerver-

waltung was folgt fest: "Es wird wie beantragt ein Mobiliaranteil am Ver-

äusserungspreis von Fr. 30'000.-- anerkannt. Die Einsprache wird gutge-

heissen. Es wird kein separater Einspracheentscheid ausgefertigt".

6. Aufgrund eines Systemfehlers wurde die entsprechende Steuerrechnung 

erst im Frühjahr 2017 versandt. Gemäss Aussage der kantonalen Steuer-

verwaltung habe sich A._____ gestützt auf die ihm im Frühjahr 2017 zu-

gestellte Steuerrechnung telefonisch erneut bei der Steuerverwaltung 

gemeldet und dabei eine unkorrekte Veranlagung bemängelt. Der zustän-

dige Sachbearbeiter der kantonalen Steuerverwaltung ging dabei irrtümli-

cherweise davon aus, dass die korrigierte Veranlagungsverfügung ohne 

Rechtsmittelbelehrung erst kürzlich versandt wurde und erliess am 

26. Juni 2017 einen gleichlautenden Einspracheentscheid, worin wieder-

um die Rüge aus der Einsprache vom 9. März 2016 anerkannt und die 

Einsprache gutgeheissen wurde. 

7. Mit Schreiben vom 29. Juni 2017 gelangte A._____ erneut an die kanto-

nale Steuerverwaltung und machte geltend, der Anteil der Anlagekosten 

sei bei der Festlegung der Grundstückgewinnsteuer falsch ermittelt wor-

den. Die gesamten Anlagekosten betrügen Fr. 4'539'299.--. Davon wür-

den Fr. 641'422.68 auf die veräusserte Wohnung entfallen. 

8. Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 retournierte die kantonale Steuerverwal-

tung das Schreiben vom 29. Juni 2017 samt Beilagen an A._____ und 

teilte ihm mit, dass er sich gegebenenfalls an das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden wenden müsse. Gleichzeitig wurde ihm mitgeteilt, 

dass der neue Einspracheentscheid vom 26. Juni 2017 aus Versehen 

versandt worden und der erste Entscheid vom 12. Mai 2016 in Rechts-

kraft erwachsen sei. 

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9. Am 10. Juli 2017 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem 

sinngemässen Antrag auf Aufhebung der Veranlagung und Feststellung, 

dass aus der Handänderung vom 8. Juli 2014 kein Gewinn resultiert ha-

be. Von der Erhebung einer Grundstückgewinnsteuer sei daher abzuse-

hen. 

10. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin) beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 25. Juli 2017, auf 

die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei diese abzuweisen. 

Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass sie dem Antrag des 

heutigen Beschwerdeführers auf Anerkennung von Mobiliarkosten in der 

Höhe von Fr. 30'000.-- mit Entscheid vom 12. Mai 2016 entsprochen ha-

be. Dieser Entscheid weise zwar eingestandenermassen einen formellen 

Mangel auf, indem er keine Rechtsmittelbelehrung enthalte. Dies mache 

ihn aber nicht ungültig, sondern höchstens anfechtbar. Zwei Monate nach 

Zustellung desselben sei dieser in Rechtskraft erwachsen. Auf die nun-

mehr geltend gemachten Rügen könne aufgrund der Rechtskraft des Ein-

spracheentscheids vom 12. Mai 2016 und aufgrund der Dispositionsma-

xime nicht eingetreten werden.

11. In insgesamt vier weiteren Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren 

Anträgen fest und vertieften ihre Argumentationen. Am 7. Februar 2018 

stellte der Beschwerdeführer dem Gericht noch seine Einsprache vom 

5. Februar 2018 gegen die von der Beschwerdegegnerin am 29. Januar 

2018 erlassene Pfandrechtsverfügung zu.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. In Bezug auf das Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahrens gilt es vorweg was folgt zu beachten:

a) Nachdem der Beschwerdeführer am 8. Juli 2014 seine in der Gemeinde 

X._____ gelegene 1.5-Zimmerwohnung für Fr. 680'000.-- an die ihm 

gehörende B._____ AG verkauft hatte, veranlagte die Beschwerdegegne-

rin am 15. Februar 2016 einen aus dem Grundstücksverkauf resultieren-

den Grundstückgewinn von Fr. 224'019.--, woraus auf Stufe Kanton und 

Gemeinde je eine Grundstückgewinnsteuer von Fr. 40'995.50 resultierte. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 9. März 2016 Einsprache mit 

dem Antrag auf Berücksichtigung eines Mobiliarabzugs von Fr. 30'000.--. 

In seiner Einsprache führte der Beschwerdeführer explizit aus, dass er ei-

ner Veranlagung auf Basis eines Kaufpreises von Fr. 650'000.-- mit einem 

Grundstückgewinn von netto Fr. 194'019.-- zustimmen könne und eine 

solche akzeptieren würde. Falls nötig würde er den Kaufvertrag auch 

abändern. Nach einer vorgängigen Auflage der Beschwerdegegnerin vom 

15. März 2016 und einem Antwortschreiben des Beschwerdeführers vom 

5. April 2016 erliess die Beschwerdegegnerin am 12. Mai 2016 unter dem 

Betreff "Details zum Einspracheentscheid" eine korrigierte Veranlagungs-

verfügung, mit welcher der vom Beschwerdeführer in der Einsprache vom 

9. März 2016 geforderten Betrag von Fr. 30'000.-- für Mobiliar vom Ge-

samterlös von Fr. 680'000.-- in Abzug gebracht wurde und ein steuerbarer 

Grundstückgewinn von Fr. 194'019.-- bzw. daraus resultierend Grunds-

tückgewinnsteuern von kantonal und kommunal je Fr. 35'162.15 veranlagt 

wurden. Die korrigierte Veranlagungsverfügung vom 12. Mai 2016 erging 

ohne Rechtsmittelbelehrung bzw. enthielt unter dem Titel "Rechtsmittel" 

den Verweis "Siehe Einspracheentscheid". Weiter wurde festgehalten, 

dass die korrigierte Veranlagungsverfügung die früheren Verfügungen mit 

dem gleichen Gegenstand ersetze. Unter dem Titel "Abweichungen zur 

Selbstdeklaration/Bemerkungen" wurde sodann festgehalten, dass wie 

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beantragt ein Mobiliaranteil am Veräusserungspreis von Fr. 30'000.-- an-

erkannt werde. Die Einsprache werde gutgeheissen. Es werde kein sepa-

rater Einspracheentscheid ausgefertigt. Ob es sich beim Entscheid vom 

12. Mai 2016 um einen Einspracheentscheid oder eine korrigierte Veran-

lagungsverfügung handelt, ist somit nicht ganz klar. Jedenfalls wurde der 

fragliche Entscheid vom heutigen Beschwerdeführer nicht angefochten 

(auch weil die Einsprache einzig den von der Beschwerdegegnerin 

berücksichtigten Mobiliarabzug von Fr. 30'000.-- betraf und daher der Be-

schwerdeführer nicht mehr beschwert war) und erwuchs in Rechtskraft. In 

der Folge wurde die Steuerrechnung aufgrund eines Systemfehlers offen-

bar erst im Frühjahr 2017 versandt, worauf sich der Beschwerdeführer − 

gemäss Aussage der Beschwerdegegnerin − telefonisch erneut bei der 

Beschwerdegegnerin meldete und eine unkorrekte Veranlagung bean-

standete. Weil der zuständige Sachbearbeiter der Beschwerdegegnerin 

irrtümlicherweise davon ausging, dass der Einspracheentscheid ohne 

Rechtsmittelbelehrung vom 12. Mai 2016 erst kürzlich versandt wurde, er-

liess dieser am 26. Juni 2017 einen formellen Einspracheentscheid inkl. 

Rechtsmittelbelehrung, wobei der Einspracheentscheid vom 26. Juni 

2016 inhaltlich der korrigierten Veranlagungsverfügung bzw. dem Ein-

spracheentscheid vom 12. Mai 2016 vollumfänglich entsprach. Nachdem 

der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 29. Juni 2017 mit dem Antrag 

auf Berücksichtigung von Anlagekosten von gesamthaft Fr. 641'422.68 

erneut an die Beschwerdegegnerin gelangt war und diese das entspre-

chende Schreiben samt Beilagen am 6. Juli 2017 an den Beschwerdefüh-

rer retourniert hatte, erhob der Beschwerdeführer am 10. Juli 2017 Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem 

sinngemässen Antrag auf Aufhebung der Veranlagung und Feststellung, 

dass aus der Handänderung vom 8. Juli 2014 kein Gewinn resultiert ha-

be, weshalb von der Erhebung einer Grundstückgewinnsteuer abzusehen 

sei. Vor diesem Hintergrund stellt sich im vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Beschwerdeverfahren zunächst die Frage, ob auf die am 

10. Juli 2017 erhobene Beschwerde überhaupt eingetreten werden kann. 

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b) Die korrigierte Veranlagungsverfügung bzw. der Einspracheentscheid 

vom 12. Mai 2016 erging erwiesenermassen ohne Rechtsmittelbelehrung 

und ohne korrekte Bezeichnung als Einspracheentscheid. Inhaltlich wurde 

mit dem fraglichen Entscheid die Einsprache des heutigen Beschwerde-

führers vom 9. März 2016 vollumfänglich gutgeheissen, indem vom Ge-

samterlös von Fr. 680'000.-- gemäss Kaufvertrag vom 5. Juli 2014 wie 

beantragt ein Mobiliaranteil von Fr. 30'000.-- in Abzug gebracht wurde. 

Zwar steht im fraglichen Entscheid vom 12. Mai 2016, dass die korrigierte 

Veranlagungsverfügung die früheren Verfügungen mit dem gleichen Ge-

genstand ersetze, was gegen das Vorliegen eines Einspracheentscheids 

spricht. Tatsache ist aber, dass sowohl im Betreff des fraglichen Ent-

scheids vom 12. Mai 2016 als auch auf der zweiten Seite "Details zum 

Einspracheentscheid" steht. Zudem wurde unter dem Titel "Abweichun-

gen zur Selbstdeklaration/Bemerkungen" − wie gesehen − explizit ausge-

führt, dass wie beantragt ein Mobiliaranteil von Fr. 30'000.-- anerkannt 

worden sei und dass die Einsprache gutgeheissen werde, ohne dass ein 

neuer Einspracheentscheid ausgefertigt werde. Vor diesem Hintergrund 

ist davon auszugehen, dass es sich beim fraglichen Entscheid vom 

12. Mai 2016 um einen Einspracheentscheid handelt, welcher aber man-

gels Rechtsmittelbelehrung sowie mangels korrekter Bezeichnung als 

Einspracheentscheid als fehlerhaft zu qualifizieren ist. 

c) In der Regel bewirkt die Fehlerhaftigkeit einer Verfügung deren Anfecht-

barkeit, was bedeutet, dass die fehlerhafte Verfügung an sich gültig ist, 

aber von den Betroffenen während einer bestimmten Frist in einem förm-

lichen Verfahren angefochten werden kann; wird von diesem Recht Ge-

brauch gemacht, so wird die Verfügung aufgehoben oder geändert. Ist die 

Anfechtungsfrist abgelaufen, so erwächst die Verfügung in formelle 

Rechtskraft. Die Privaten können dann die Änderung der Verfügung nicht 

mehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel erwirken. Unter Umständen ist 

jedoch noch ein Widerruf durch die Verwaltungsbehörde oder eine Revi-

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sion auf Begehren der Betroffenen (bzw. eine Wiedererwägung) denkbar. 

Diese Rechtsinstitute dürfen in der Regel aber nicht dazu verwendet wer-

den, ein versäumtes Rechtsmittel zu ersetzen (vgl. HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 

2016, Rz. 1088 ff.). Von der Anfechtbarkeit zu unterscheiden ist die Nich-

tigkeit einer Verfügung. Nichtigen Verfügungen geht jede Verbindlichkeit 

und Rechtswirksamkeit ab. Die Nichtigkeit ist jederzeit und von sämtli-

chen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten. Nach der 

auch vom Bundesgericht regelmässig angewendeten Evidenztheorie ist 

eine Verfügung nur ausnahmsweise nichtig, wenn der ihr anhaftende 

Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht er-

kennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit 

nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund fallen hauptsächlich 

funktionelle und sachliche Unzuständigkeit einer Behörde sowie schwer-

wiegende Verfahrensfehler in Betracht (BGE 139 II 243 E.11, 132 II 21 

E.3.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1096 ff.). Vorliegend wurde 

der fragliche Entscheid vom 12. Mai 2016 dem Beschwerdeführer − wie 

gesehen − ohne Rechtsmittelbelehrung und ohne korrekte Bezeichnung 

als Einspracheentscheid eröffnet. Solche Formfehler führen grundsätzlich 

nicht zum Wegfall des Verfügungscharakters. Massgebend ist vielmehr 

ein materieller Verfügungsbegriff. Mit Formfehler behaftete Verfügungen 

sind in der Regel denn auch bloss anfechtbar; nur schwerwiegende Form-

fehler können die Nichtigkeit der Verfügung zur Folge haben (BGE 

137 I 273 E.3.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1078). Das Fehlen 

einer Rechtsmittelbelehrung stellt gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung kein Nichtigkeitsgrund dar (BGE 104 V 162 E.3; Urteil des 

Bundesgerichtes 1C_270/2011 vom 29. August 2011 E.5.2). Dies hat 

auch für den vorliegenden Fall zu gelten, zumal mit dem Einspracheent-

scheid vom 12. Mai 2016 den Anträgen des Beschwerdeführers in dessen 

Einsprache vom 9. März 2016 vollumfänglich entsprochen wurde und der 

Beschwerdeführer daher kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhe-

bung oder Abänderung des fraglichen Entscheids hatte. Auch die nicht 

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korrekte Bezeichnung des fraglichen Entscheids vom 12. Mai 2016 als 

Einspracheentscheid führt nicht zur Nichtigkeit desselben, ziehen doch − 

wie gesehen − nur schwerwiegende Form- oder Eröffnungsfehler die 

Nichtigkeit einer Verfügung nach sich. Bei der nicht korrekten Bezeich-

nung als Einspracheentscheid handelt es sich − wenn überhaupt − um ei-

nen leichten Formfehler, welcher bloss die Anfechtbarkeit der Verfügung 

bewirkt. Vor diesem Hintergrund ist der fragliche Entscheid vom 12. Mai 

2016 mangels Rechtsmittelbelehrung sowie mangels korrekter Bezeich-

nung als Einspracheentscheid zwar als fehlerhaft, nicht aber als nichtig zu 

qualifizieren, was zur Anfechtbarkeit desselben führt. 

d) Anfechtbare Verfügungen müssen von den Betroffenen innert der Anfech-

tungsfrist und nach Massgabe der gesetzlichen Formvorschriften ange-

fochten werden. Gegen Einspracheentscheide kann der Steuerpflichtige 

gemäss Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden 

(StG; BR 720.000) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes über die Gemeinde- 

und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) innert 30 Tagen seit Zustellung 

des Entscheids beim Verwaltungsgericht schriftlich Beschwerde erheben. 

Weil der fragliche Einspracheentscheid vom 12. Mai 2016 keine Rechts-

mittelbelehrung enthielt, ist vorliegend aber nicht die ordentliche 30-tägige 

Beschwerdefrist von Art. 139 Abs. 1 StG bzw. Art. 29 Abs. 2 GKStG, son-

dern vielmehr die Spezialbestimmung von Art. 22 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) einschlägig, welche 

für den Fall, dass die Rechtsmittelbelehrung unterblieben ist, vorsieht, 

dass der Weiterzug innert zwei Monaten seit der Mittelung des Entscheids 

zulässig ist. Vorliegend wurde der fragliche Einspracheentscheid vom 

12. Mai 2016 dem Beschwerdeführer erwiesenermassen am 13. Mai 2016 

zugestellt (vgl. der bei den Akten liegende Zustellnachweis [Akten der Be-

schwerdegegnerin {Bg-act.} 9]). Weil mit dem fraglichen Entscheid die 

Einsprache des Beschwerdeführers vom 9. März 2016 vollumfänglich 

gutgeheissen wurde und der Beschwerdeführer damit nicht mehr be-

schwert war, hat er den fraglichen Entscheid nach Erlass desselben nicht 

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angefochten. Nach unbenutztem Ablauf der zweimonatigen Anfechtungs-

frist von Art. 22 Abs. 2 VRG ist der Einspracheentscheid vom 12. Mai 

2016 daher in formelle Rechtskraft erwachsen, was bedeutet, dass dieser 

vom Beschwerdeführer nicht mehr mit ordentlichen Rechtsmitteln ange-

fochten werden kann (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1091). 

Dementsprechend kann aber im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen 

Beschwerdeverfahren auf die am 10. Juli 2017 und damit mehr als ein 

Jahr nach Erlass des Einspracheentscheids vom 12. Mai 2016 erhobene 

Beschwerde infolge Nichteinhaltung der zweimonatigen Beschwerdefrist 

von Art. 22 Abs. 2 VRG nicht eingetreten werden.

e) An diesem Ergebnis vermag die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin 

irrtümlicherweise am 26. Juni 2017 und damit mehr als ein Jahr nach Er-

lass des Einspracheentscheids vom 12. Mai 2016 einen erneuten, gleich-

lautenden Einspracheentscheid inkl. Rechtsmittelbelehrung erlassen hat, 

nichts zu ändern. Mit dem Entscheid vom 12. Mai 2016 liegt nämlich be-

reits ein formell rechtskräftiger Entscheid vor. Wenn die Beschwerdegeg-

nerin in derselben Angelegenheit über ein Jahr später einen formellen 

Einspracheentscheid erlässt, hebt dieser den formell in Rechtskraft er-

wachsenen, ursprünglichen Einspracheentscheid nicht einfach auf. Weil 

eine Wiedererwägung im Sinne des Zurückkommens auf die formell 

rechtskräftige Veranlagung bzw. den formell rechtskräftigen Einspra-

cheentscheid ausserhalb der form- und fristgebundenen Einsprache bzw. 

Beschwerde im Bereich des Steuerrechts nur im Rahmen der form- und 

fristgebundenen Revision möglich ist und die (einfache) Wiedererwägung 

im Steuerrechtsbereich keine Daseinsberechtigung hat (vgl. LOOSER, in: 

ZWEIFEL/BEUSCH [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., Basel 2017, 

Art. 147 Rz. 4), wäre einzig möglich, dass die Beschwerdegegnerin mit 

Erlass des Einspracheentscheids vom 26. Juni 2017 ihren ursprünglichen 

Entscheid vom 12. Mai 2016 in Revision gezogen hat. Weil aber der Inhalt 

des Einspracheentscheids vom 26. Juni 2017 identisch ist mit demjenigen 

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vom 12. Mai 2016 kann eine Revision im Sinne von Art. 141 StG nicht 

vorliegen, wird doch bei einer Revision der ursprüngliche Entscheid stets 

abgeändert, ansonsten ja gar keine Revision durchgeführt zu werden 

bräuchte. Dementsprechend kann aber der neue Einspracheentscheid 

vom 26. Juni 2017 den formell rechtskräftigen Entscheid vom 12. Juni 

2016 nicht wieder "öffnen" bzw. diesen nicht ersetzen. Der Beschwerde-

führer verstösst mit seinem Verhalten im Übrigen auch gegen den aus 

Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft (BV; SR 101) fliessenden Grundsatz von Treu und Glauben, wenn 

er sich − nachdem er am 12. Mai 2016 einen Entscheid mit vollumfängli-

cher Gutheissung seiner Einsprache vom 9. März 2016 erhalten hat − nun 

auf die Rechtsmittelbelehrung im neuen Einspracheentscheid vom 

26. Juni 2017 beruft und geltend macht, dass die Anlagekosten bei der 

Festlegung der Grundstückgewinnsteuer falsch ermittelt worden seien. 

Dies zumal die Anträge des heutigen Beschwerdeführers in der Einspra-

che vom 9. März 2016 mit Entscheid vom 12. Mai 2016 − wie gesehen − 

vollumfänglich gutgeheissen wurden und sich der Beschwerdeführer in 

seiner Einsprache vom 9. März 2016 mit einer Veranlagung der Grunds-

tückgewinnsteuer auf der Basis eines Kaufpreises von Fr. 650'000.-- bzw. 

mit einem Grundstückgewinn von Fr. 194'019.-- explizit einverstanden er-

klärt hatte. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen entfaltet 

der neue Einspracheentscheid vom 26. Juni 2017 keine Rechtswirkun-

gen. Dementsprechend bleibt es dabei, dass auf die vom Beschwerdefüh-

rer am 10. Juli 2017 erhobene Beschwerde nicht einzutreten ist. 

2. Gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG hat im Rechtsmittelverfahren in der Regel die 

unterliegende Partei die Kosten zu tragen. Vorliegend gilt es indes zu 

berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin zum Grossteil ein Ver-

schulden am vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfah-

ren trägt, hat sie doch dem Beschwerdeführer trotz Vorliegens eines for-

mell rechtskräftigen Einspracheentscheids vom 12. Mai 2016 am 26. Juni 

2017 und damit mehr als ein Jahr später einen neuen formellen Einspra-

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cheentscheid inkl. Rechtsmittelbelehrung zugestellt, was den Beschwer-

deführer wiederum veranlasst hat, dagegen Beschwerde beim Verwal-

tungsgerichtes des Kantons Graubünden zu erheben. Diese Tatsache 

rechtfertigt es, die Gerichtskosten zu zwei Dritteln der Beschwerdegegne-

rin und zu einem Drittel dem Beschwerdeführer, welcher trotz der im Be-

schwerdeverfahren abgegebenen Stellungnahmen der Beschwerdegeg-

nerin noch zahlreiche Rechtsschriften verfasst und das Verfahren wieder 

als eröffnet erachtet hat, aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche Entschä-

digung steht dem Beschwerdeführer nicht zu, da er nicht anwaltlich ver-

treten ist. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen 

Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in 

der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorlie-

gend kein Anlass, weshalb auch der Beschwerdegegnerin keine ausser-

gerichtliche Entschädigung zusteht. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 2‘266.--

gehen zu zwei Dritteln zulasten des Kantons Graubünden (Steuerverwal-

tung) und zu einem Drittel zulasten von A._____. Die entsprechenden 

Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheids an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]