# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d432dce-00c5-5819-891e-4d54d0efd599
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 31.01.2024 SBK.2023.354
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2023-354_2024-01-31.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2023.354  
(ST.2023.89; STA.2023.1191)  

Art. 35 

 

 

Entscheid vom 31. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichterin Massari  

Oberrichter Giese 

Gerichtsschreiber Huber 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

[…]  

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,  

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichts Lenzburg vom  

15. November 2023 betreffend Rückzug der Einsprache / Rechtskraft  

des Strafbefehls ST.2023.1191 der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

vom 3. Mai 2023 

 

im Strafverfahren gegen A._____ betreffend Vereitelung von  

Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, Hinderung  

einer Amtshandlung 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verurteilte A._____ mit Strafbefehl 

ST.2023.1191 vom 3. Mai 2023 wegen Vereitelung von Massnahmen zur 

Feststellung der Fahrunfähigkeit (Art. 91a Abs. 1 SVG) und Hinderung ei-

ner Amtshandlung (Art. 286 Abs. 1 StGB) zu einer bedingt vollziehbaren 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 160.00 (unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von zwei Jahren) und zu einer Busse von Fr. 4'000.00.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diesen ihm am 12. Mai 2023 zugestellten Strafbefehl erhob A._____ 

mit Eingabe vom 18. Mai 2023 (Postaufgabe am 19. Mai 2023) bei der 

Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau Einsprache. 

 

2.2. 

Am 25. Mai 2023 überwies die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau die Ein-

sprache samt Akten an das Bezirksgericht Lenzburg zur Durchführung des 

Hauptverfahrens. 

 

2.3. 

Mit am 16. August 2023 erlassener Vorladung wurde A._____ auf den 

15. November 2023, 14.00 Uhr, zur Hauptverhandlung vorgeladen. Diese 

Vorladung wurde A._____ am 14. September 2023 zugestellt. 

 

2.4. 

Am 25. Oktober 2023 und 14. November 2023 reichte A._____ dem Präsi-

dium des Bezirksgerichts Lenzburg je eine Eingabe ein. 

 

2.5. 

Zur Hauptverhandlung vom 15. November 2023 erschien A._____ unent-

schuldigt nicht. 

 

2.6. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Lenzburg entschied mit Verfügung vom 

15. November 2023:  

 

" 1. 
Das Verfahren wird infolge Rückzugs der Einsprache als erledigt von der 
Kontrolle abgeschrieben. 
 
2. 
Der Strafbefehl ST.2023.1191 der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 
vom 3. Mai 2023 erwächst damit in Rechtskraft. 
 
 
 

 - 3 - 

 

 

3. 
Die Gerichtskosten für das Verfahren vor dem Bezirksgericht Lenzburg, 
bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 300.00 und Auslagen von 
CHF 12.00, zusammen CHF 312.00, werden dem Beschuldigten aufer-
legt. 
 
4. 
Es wird keine Anklagegebühr gesprochen. 
 
5. 
Der Beschuldigte hat seine Parteikosten selber zu tragen." 

 

3. 

3.1. 

Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 24. November 2023 zu-

gestellte Verfügung am 1. Dezember 2023 bei der Beschwerdekammer in 

Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau Beschwerde und bean-

tragte, dass das Urteil "abzuweisen" sei.  

 

3.2. 

Es wurden keine Stellungnahmen eingeholt. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO sind die Verfügungen und Beschlüsse 

sowie die Verfahrenshandlungen der erstinstanzlichen Gerichte mit Be-

schwerde anfechtbar; ausgenommen sind verfahrensleitende Entscheide. 

Vorliegend angefochten ist eine das erstinstanzliche Verfahren abschlies-

sende Verfügung des Präsidenten des Bezirksgerichts Lenzburg. Nach-

dem keine Beschwerdeausschlussgründe i.S.v. Art. 394 StPO bestehen, 

ist die Beschwerde zulässig.  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz erwog, die Vorladung zur Hauptverhandlung vom 15. No-

vember 2023 sei dem Beschwerdeführer am 14. September 2023 zuge-

stellt worden. In der Vorladung sei ausdrücklich angedroht worden, dass 

bei Nichterscheinen ohne genügende Entschuldigung die Einsprache ge-

gen den Strafbefehl als zurückgezogen gelte. Der Beschwerdeführer sei 

unentschuldigt nicht zur Hauptverhandlung erschienen und habe sich auch 

nicht vertreten lassen. Die Einsprache gegen den Strafbefehl gelte deshalb 

als zurückgezogen, womit der Strafbefehl in Rechtskraft erwachse.  

 

2.2. 

Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vor, es entspreche 

nicht der Wahrheit, dass "die Person [Herr A._____]" bei der Hauptver-

 - 4 - 

 

 

handlung nicht anwesend gewesen sei. Nach erfolgter Handlung und Iden-

titätsfeststellung sei die Person umgehend mit dem Schreiben des Bezirks-

gerichts vom 15. November 2023 per Post nach Hause geschickt worden, 

weil er nicht mobil gewesen sei. Weiter macht der Beschwerdeführer in der 

Beschwerde Ausführungen betreffend die angebliche Umwandlung von 

Behörden und Ämtern zu Privatfirmen, die angebliche Aufhebung der par-

lamentarischen Oberaufsicht, die Gewaltenteilung etc.  

 

2.3. 

2.3.1. 

Die Beschwerde ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Be-

schwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Diese gesetzliche 

Frist kann nicht erstreckt werden (Art. 89 Abs. 1 StPO). Die Partei, die das 

Rechtsmittel ergreift, hat in der Beschwerdeschrift genau anzugeben, wel-

che Punkte des Entscheids sie anficht, welche Gründe einen anderen Ent-

scheid nahelegen, und welche Beweismittel sie anruft (Art. 385 Abs. 1 

StPO). Erfüllt die Eingabe diese Anforderungen nicht, so weist die Rechts-

mittelinstanz sie zur Verbesserung innerhalb einer kurzen Nachfrist zurück. 

Genügt die Eingabe auch nach Ablauf der Nachfrist den Anforderungen 

nicht, so tritt die Rechtsmittelinstanz auf das Rechtsmittel nicht ein (Art. 385 

Abs. 2 StPO). 

 

Nicht jeder Begründungsmangel, der nicht mehr innert der gesetzlichen 

Rechtsmittelfrist behebbar ist, kann indessen zu einer Nachfrist nach 

Art. 385 Abs. 2 StPO führen. Es kann nicht Sinn und Zweck einer Nachfrist 

sein, grundlegend mangelhafte Rechtsschriften gegenüber prinzipiell 

rechtsgenüglichen Eingaben zu privilegieren, zumal Letztere unter Um-

ständen die inhaltlichen Eintretenserfordernisse auch nicht in allen Punkten 

erfüllen. Die Beschwerdemotive müssen daher in jedem Fall, auch in Lai-

enbeschwerden, bis zum Ablauf der zehntägigen Frist (Art. 396 Abs. 1 

StPO) so konkret dargetan sein, dass klar wird, aus welchen Gründen der 

angefochtene Entscheid falsch sei. Ebenso müssen sich die innert gesetz-

licher Frist gemachten Ausführungen wenigstens ansatzweise auf die Be-

gründung des angefochtenen Entscheids beziehen. Anträge indessen kön-

nen insbesondere in Laieneingaben auch aus der Begründung hervorge-

hen (Urteil des Bundesgerichts 6B_280/2017 vom 9. Juni 2017 E. 2.2.2; 

PATRICK GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-

nung, 3. Aufl. 2023, N. 9c und 9e zu Art. 396 StPO). 

 

2.3.2. 

Der Beschwerdeführer hielt in der Eingabe an die Vorinstanz vom 14. No-

vember 2023 fest: "Da diese Person selbst nicht Mobil ist, senden wir sie 

Ihnen per Post zu. Somit ist die Person (Fiktion) persönlich bei Ihnen an-

wesend". Was der Beschwerdeführer damit zum Ausdruck bringen wollte, 

erschliesst sich nicht. Im Protokoll der Hauptverhandlung vom 15. Novem-

ber 2023 ist vermerkt, dass der Beschwerdeführer zum anberaumten 

 - 5 - 

 

 

Verhandlungstermin unentschuldigt nicht erschienen ist und kein Verhand-

lungsunfähigkeitszeugnis nachgereicht hat. Der Beschwerdeführer hat dies 

in der Beschwerde nicht bestritten. Eine "fiktive Anwesenheit" ist in der 

StPO nicht vorgesehen. Das Einreichen der schriftlichen Stellungnahme 

vom 14. November 2023 vermag die persönliche Anwesenheit des Be-

schwerdeführers an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht zu erset-

zen. Der Beschwerdeführer wurde in der Vorladung vom 16. August 2023 

darauf hingewiesen, dass das Erscheinen vor Gericht zum angesetzten 

Termin gemäss Art. 205 Abs. 1 StPO obligatorisch ist. Folglich ist die Vor-

instanz zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer zur 

Hauptverhandlung vom 15. November 2023 unentschuldigt nicht erschie-

nen ist. Weshalb die Vorinstanz unter diesen Umständen das Verfahren zu 

Unrecht gestützt auf Art. 356 Abs. 4 StPO als durch Rückzug der Einspra-

che erledigt abgeschrieben haben soll, legt der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde nicht im Ansatz dar. Seine weitschweifigen Ausführungen ent-

halten lediglich Vorbringen, wie sie aus dem Umfeld von Staatsverweige-

rerbewegungen bekannt sind. So machte er im Wesentlichen geltend, die 

Gerichte und die anderen Behörden in der Schweiz seien seit der im Jahre 

2001 erfolgten Abschaffung des Beamtenstatus im Bundespersonalgesetz 

private Firmen, weshalb ihnen die hoheitliche Legitimation fehle. Die Fir-

mengründungen seien illegal, weil ihnen die Zustimmung des Parlaments 

und des Volkes fehle. Diese Firmen seien mangels Publikation im Handels-

register überdies handlungsunfähig. Das Bezirksgericht Lenzburg sei da-

her weder handelsrechtlich noch hoheitlich legitimiert zu handeln. Somit 

gelte nicht mehr das öffentliche Recht, sondern nur noch das Handelsrecht. 

Weiter äussert sich der Beschwerdeführer zur (angeblichen) Aufhebung 

der parlamentarischen Oberaufsicht, zu Gewaltenteilung und Herrschaft, 

zur Unterscheidung Mensch/Person etc. Diese Ausführungen stellen keine 

Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Entscheid dar. Es genügt 

nicht, den vorinstanzlichen Erwägungen bloss die eigene Weltanschauung 

entgegenzuhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5D_75/2022 vom 

13. Juni 2022 E. 3). Im Übrigen hatte die Abschaffung des Beamtenstatus 

auf Bundesebene lediglich Auswirkungen auf die dienstrechtliche Stellung 

des Bundespersonals, aber keinerlei Folgen für die Rechtsform der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft sowie der Kantone und Gemeinden, 

welche dadurch nicht in privatrechtliche Gesellschaften (Aktiengesellschaf-

ten, Gesellschaften mit beschränkter Haftung o.ä.) umgewandelt wurden, 

sondern nach wie vor öffentlich-rechtliche Körperschaften sind (ULRICH  

HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Aufl. 2020, Rz. 1634 ff., 1641).  

 

Die Beschwerde erfüllt damit die in E. 2.3.1 dargelegten Anforderungen an 

die Begründungspflicht offensichtlich nicht. Vorliegend konnte daher vom 

Ansetzen einer Nachfrist zur Verbesserung abgesehen werden. Auf die Be-

schwerde ist deshalb nicht einzutreten.  

 

 - 6 - 

 

 

3. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-

fahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und 

es ist ihm keine Entschädigung auszurichten. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 200.00 und den Auslagen von Fr. 37.00, zusammen 

Fr. 237.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

  

 - 7 - 

 

 

   

Aarau, 31. Januar 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Richli Huber