# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6eb70f9-2d46-5e75-b005-50604b4832da
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.05.2017 200 2016 1033
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1033_2017-05-29.pdf

## Full Text

200 16 1033 IV
FUR/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. Mai 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 27. Januar 2009 mit Hinweis auf eine seit 
dem 1. Juli 2008 wegen Herzproblemen bestehende Arbeitsunfähigkeit für 
berufliche Eingliederungsmassnahmen (Berufsberatung, Umschulung auf 
eine neue Tätigkeit und Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit) bei 
der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) an (Akten 
der IVB [act. II] 1). Diese tätigte in der Folge berufliche und medizinische 
Abklärungen. Insbesondere wurde vom 8. Juni bis 3 Juli 2009 eine Ar-
beitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA) durchgeführt (AB 22) und der 
Versicherte am 22. Juni 2009 durch den Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) untersucht (act. II 27, 29, 31). Mit Schreiben vom 5. August 2009 
(act. II 39) forderte die IVB den Versicherten im Sinne der Schadenminde-
rungspflicht auf, sich für eine Behandlung in Form einer psychiatrisch-
psychotherapeutischen sowie physiotherapeutischen Behandlung bei ei-
nem Psychiater und seinem Hausarzt zu melden. Gleichzeitig wies sie den 
Versicherten auf die Mitwirkungspflicht sowie die Rechtsfolgen im Unterlas-
sungsfall hin und leitete das Mahn- und Bedenkzeitverfahren ein. Mit Verfü-
gung vom 12. Januar 2010 (act. II 54) wies die IVB das Leistungsbegehren 
ab, da der Versicherte weiterhin seiner Schadenminderungspflicht nicht 
nachgekommen sei, indem er die von der IVB geforderten Therapie-
bemühungen nicht adäquat und konsequent durchführe. Die beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen könnten aus diesem Grund nicht durchgeführt 
werden. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 55/3) wies das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, 
mit Urteil vom 28. Juli 2010, IV/2010/194 (act. II 67), ab (E. 3.4), überwies 
jedoch die Akten an die IVB zur Prüfung der Frage, ob der Versicherte, 
sollte er mit der Wiederaufnahme der psychiatrischen Behandlung seiner 
Schadenminderungspflicht in der geforderten Weise tatsächlich nachkom-
men, wegen seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen mit Bezug 
auf die beantragten Leistungen der Invalidenversicherung relevanten Er-
werbsausfall erleide (Ziff. 4). Das Urteil erwuchs unangefochten in Recht-
kraft. Die hiernach eingegangenen medizinischen Unterlagen (act. II 72) 

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gingen für eine einfache, manuelle und den körperlichen Beschwerden an-
gepasste Tätigkeit von einer psychiatrischen Einschränkung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 20-30% aus.

B.

Mit Schreiben vom 10. September 2012 (act. II 76) liess der Versicherte, 
vertreten durch die Sozialen Dienste der Einwohnergemeinde ..., beantra-
gen, gemäss E. 4 von VGE IV/2010/194 über allfällige Leistungsansprüche 
zu befinden. Nachdem die IVB medizinische Berichte eingeholte hatte (act. 
II 79 f. und Akten der IVB [act. IIA] 81), stelle sie dem Versicherten mit Vor-
bescheid vom 27. November 2012 (act. IIA 83) in Aussicht, wegen 
Nichtumsetzung bzw. lediglich vereinzelter Umsetzung der verlangten me-
dizinischen Massnahmen das Leistungsbegehren abzuweisen. Hiergegen 
erhob dieser schriftlich (act. IIA 84) und mündlich (act. IIA 89) Einwände. In 
der Folge erteilte die IVB Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining 
vom 6. Januar bis 30. März 2014 (act. IIA 98), welches bis zum 22. Juni 
2014 (act. IIA 104) verlängert wurde. Wegen einer bevorstehenden Opera-
tion mit anschliessender Reha wurden die beruflichen Massnahmen mit 
Mitteilung vom 14. April 2014 (act. IIA 109) abgeschlossen und den Versi-
cherten darauf hingewiesen, sollten sich die Verhältnisse ändern, könne er 
ein neues Leistungsgesuch einreichen. 

Am 19. August 2014 (act. IIA 113) liess der Versicherte eine Verschlechte-
rung seines Gesundheitszustandes geltend machen. Daraufhin tätigte die 
IVB weitere Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie eine polydisziplinä-
re Begutachtung durch Fachärzte der MEDAS I.________ (MEDAS; Gut-
achten vom 11. Juli 2016 [act. IIA 155.1]). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (act. IIA 157) verneinte die IVB mit Verfügung vom 26. 
September 2016 (act. IIA 158) bei einem Invaliditätsgrad von 20% den An-
spruch auf eine Invalidenrente. 

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C.

Mit Eingabe vom 26. Oktober 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. B.________, hiergegen Beschwerde. Er beantragt, in 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Sache an die IVB zurück-
zuweisen, damit sie ihm eine ganze Invalidenrente ausrichte. Weiter stellt 
er das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von 
Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ als amtlicher Anwalt.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 28. Novem-
ber 2016 auf Nichteintreten auf die Beschwerde. Eventualiter sei die Be-
schwerde abzuweisen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Dezember 2016 stellte die Instrukti-
onsrichterin fest, dass die Eingabe vom 26. Oktober 2016 den Anforderun-
gen an eine Beschwerde gemäss Gesetz und Rechtsprechung genügt, 
wenn auch nur knapp. Sie gewährte den Parteien Gelegenheit, Schluss-
bemerkungen einzureichen. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 15. Dezember 
2016 auf das Einreichen von Schlussbemerkungen, der Beschwerdeführer 
reichte solche am 6. Januar 2017 ein. Darin stellte er neben den bereits in 
der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren, den Antrag, eventualiter sei in 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung die Sache zur Vornahme weiterer 
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 26. September 
2016 (AB 158). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invaliden-
rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-

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unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Er-
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Be-
einträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur 
vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Liegt eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor, sind die 
nachfolgenden Grundsätze zu beachten, wobei diese auch für vergleichba-
re Beschwerden gelten, denn aus Gründen der Rechtssicherheit ist es ge-
boten, sämtliche psychosomatischen Leiden den gleichen sozialversiche-
rungsrechtlichen Anforderungen zu unterstellen (BGE 141 V 281 E. 4.2 
S. 298, 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 
S. 283). Die zu den somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grund-
sätze sind deshalb u.a. analog anwendbar auf eine Hypochondrie (Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. Mai 2009, 9C_170/2009, E. 2.2). 

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden soma-
toformen Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomatischen 
Leidens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, 
ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 142 
V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Dem diagnoseinhärenten 

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Schweregrad der somatoformen Schmerzstörung ist vermehrt Rechnung 
zu tragen (BGE 142 V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 286). 

2.3.2 Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Vermutung, wonach 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer 
ätiologisch unklarer syndromaler Zustand mit zumutbarer Willensanstren-
gung überwindbar ist, aufgegeben (E. 3.5). Unverändert ist jedoch auch in 
Zukunft dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-
hen ist (E. 3.7.2) und die materielle Beweislast für Invalidität bei ihr liegt 
(BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3.3 Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes, 
normatives Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikato-
ren erfolgt eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
neu im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Stan-
dardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funk-
tioneller Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). 
Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines ren-
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).

2.3.4 Die sachverständige Person schätzt das Leistungsvermögen an-
hand der einschlägigen Indikatoren ein. Die Rechtsanwender überprüfen 
die betreffenden Angaben frei, insbesondere dahin, ob die Ärzte sich an die 
massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das 
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, 
welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (Art. 7 Abs. 2 er-
ster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeits-

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beurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter 
Satz ATSG; BGE 141 V 281 E. 5.2.2 S. 307).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Verfügung vom 12. Januar 2010 (act. II 54) wies die Beschwer-
degegnerin das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers mit der Be-
gründung, er sei trotz Aufforderung seiner Schadenminderungspflicht wei-
terhin nicht nachgekommen, indem er die geforderten Therapiebemühun-
gen nicht adäquat und konsequent durchführe, ab. Das Verwaltungsgericht 
kam in VGE IV/2010/194 (act. II 67) zum Schluss, dass eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung für den Beschwerdeführer zumutbar ist 
(E. 3.1) und der Erfolg der vorgeschlagenen Massnahme – prospektiv be-
trachtet – mindestens als möglich erschien (E. 3.2). Weiter sah das Verwal-
tungsgericht eine Verletzung der zumutbaren Schadenminderungspflicht in 
der Zeit zwischen der Einleitung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens (AB 
39) und der angefochtenen Verfügung als gegeben (E. 3.3). Da es zusätz-
lich die Verhältnismässigkeit der Leistungsverweigerung bejahte, wies es 

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die erhobene Beschwerde ab (E. 3.4). Allerdings überwies das Verwal-
tungsgericht die Akten an die Beschwerdegegnerin, da den im Beschwer-
deverfahren eingereichten medizinischen Unterlagen zu entnehmen sei, 
dass der Beschwerdeführer nach Erlass der Verfügung vom 12. Januar 
2010 die Behandlung wieder aufgenommen habe und auch fortsetze. Mit-
hin sei nicht auszuschliessen, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
mit dem Erlass der Verfügung seine Wirkung gezeigt habe und der Be-
schwerdeführer die sich auf seinen Gesundheitszustand günstig auswirken-
den Therapiemassnahmen auch in der geforderten Arte und Weise befolge. 
Daher habe die Beschwerdegegnerin die Frage zu prüfen, ob der Be-
schwerdeführer, sollte er mit der Wiederaufnahme der Behandlung bei Dr. 
med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, seiner 
Schadenminderungspflicht in der geforderten Weise tatsächlich nachkom-
men, wegen seinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen mit Bezug 
auf die beantragten IV-Leistungen relevanten Erwerbsausfall erleide. Was 
den Gesundheitszustand nach Erlass der Verfügung vom 12. Januar 2010 
betrifft, ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Wie der von Dr. med. C.________ eingereichten Krankengeschichte 
(act. II 60/8) entnommen werden kann, erfolgten am 15. Januar, 11. März 
und 23. April 2010 bei ihm Konsultationen. 

3.1.2 Der behandelnde Hausarzt med. pract. D.________, Facharzt für 
Anästhesiologie, attestierte am 9. Juni 2010 und am 14. November 2011 
jeweils eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auf unbestimmte Zeit, am 19. 
Juni 2012 und 10. September 2012 eine solche für je rund 3 Monate (act. II 
73/2 und act. IIA 82/4) sowie am 23. Januar 2014 (act. IIA 102/2) eine für 
zehn Tage und am 3. Februar 2014 (act. IIA 102/1) eine solche für 3 Tage.

3.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
führte im Arztzeugnis vom 14. Oktober 2010 (act. II 69) aus, der Versicher-
te sei seit dem 6. Oktober 2010 bei ihm in ambulanter psychiatrischer Be-
handlung. Im Bericht vom 15. Oktober 2010 (act. IIA 88/21) sah Dr. med. 
E.________ die Kriterien einer Somatisierungsstörung mit dysthym-
depressiven-hypochondrischen Anteilen als erfüllt an. Der Leidensdruck sei 
jedoch nicht sehr gross. Der Patient fühle sich nicht arbeitsfähig. Er (Dr. 
med. E.________) versuche in den kommenden Gesprächen die Behand-

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lungsmotivation zu verbessern. Falls dies scheitern würde, seien seines 
Erachtens die Wiedereingliederungsmassnahmen wenig versprechend. Für 
eine stationäre integrative psychosomatisch orientierte Behandlung sei der 
Versicherte derzeit nicht motiviert (S. 22 Ziff. 5). Am 29. November 2010 
(act. IIA 72) hielt Dr. med. E.________ fest, der Versicherte sei seit April 
2008 wegen zunehmenden Herzbeschwerden, verminderter Ausdauer, 
rascher Ermüdbarkeit, ständiger Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen 
keiner Tätigkeit mehr nachgegangen. Er habe Ängste von einem neuen 
Herzinfarkt und mache sich viele Sorgen um die Familie und um die Zu-
kunft. Der Schlaf sei nicht erholsam. Das Krankheitsbild erfülle die Kriterien 
einer Somatisierungsstörung mit dysthym-depressiven-hypochondrischen 
Anteilen. Rein aus psychiatrischer Sicht liege derzeit für eine einfache ma-
nuelle und den körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 20-30% vor, wobei Wiedereinglie-
derungsmassnahmen in Betracht gezogen werden sollten.

3.1.4 Dr. med. C.________ hielt im Bericht vom 21. Oktober 2012 (act. II 
79) fest, er habe den Versicherten zuletzt am 23. April 2010 gesehen.

3.1.5 Dr. med. E.________ legte im Bericht vom 22. Oktober 2012 (act. II 
80/3) dar, seit dem 29. Januar 2010 habe sich der Versicherte insgesamt 
sechs Mal bei ihm gemeldet, zuletzt am 28. Juni 2011. In dieser Zeit habe 
er keine neuen Aspekte feststellen können. Im Bericht vom 2. September 
2013 (act. IIA 94) hielt Dr. med. E.________ fest, seit dem letzten Bericht 
seien keine signifikanten Veränderungen eingetreten. Es habe allerdings 
eine längere affektiv-emotionale Stabilisierung sowie eine bessere Verän-
derungsmotivation erreicht werden können (S. 1). Es bestehe bis auf Wei-
teres eine gesundheitlich begründete Arbeitsunfähigkeit von 30-35% (S. 2 
Ziff. 5). 

3.1.6 Dem Bericht von Dr. med. F.________, Facharzt für Kardiologie, 
vom 20. Juni 2014 (act. IIA 128/11) ist zu entnehmen, dass bei komplexer 
kardiologischer Vorgeschichte und Status nach Vorderwand-Infarkt 2003 
sowie Status nach mehreren perkutanen Interventionen, kürzlich eine Re-
Koronarographie durchgeführt wurde. Wegen signifikanten zum Teil kom-
plexen Stenosen sei die Indikation für eine Operation gestellt worden. Da 

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der Versicherte diese nicht machen lassen möchte, werde eine perkutane 
Teilrevaskularisation indiziert (S. 12). 

3.1.7 Med. pract. D.________ führte im Bericht vom 17. Dezember 2014 
(act. IIA 128) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kardiale Probleme, 
Knistern der Kniegelenke, Rückenschmerzen, eine arterielle Hypertonie, 
eine Magenhyperazidität sowie eine Adipositas auf (S. 2 Ziff. 1.1). Seit Mit-
te April 2008 und bis auf Weiteres sei der Versicherte zu 100% arbeitsun-
fähig (S. 3 Ziff. 1.4). Er könne maximal Gewichte von 5-10 kg heben (Ziff. 
1.5). Sitzende Tätigkeiten seien ihm zumutbar (S. 4 Ziff. 1.6). 

3.1.8 Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 2. April 2015 (act. IIA 
133) fest, der Versicherte befinde sich nicht bei ihm in ambulanter psychia-
trischer Behandlung. Seit der letzten Konsultation vom 21. März 2014 habe 
er sich bei ihm nicht mehr gemeldet. 

3.1.9 Wie Dr. med. G.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemei-
ne Innere Medizin, im Bericht vom 16. April 2015 (act. IIA 142/8) festhielt, 
liege ein schweres Schlafapnoe-Syndrom vor. Entsprechend sei die Indika-
tion zur therapeutischen Massnahme in Form einer nächtlichen Überbrü-
ckungsbeatmung mittels CPAP-Maske gegeben.

3.1.10 Der behandelnde Hausarzt med. pract. D.________ statuierte im 
Verlaufsbericht vom 30. November 2015 (act. IIA 142) einen sich ver-
schlechterten Gesundheitszustand (S. 1 Ziff. 1). Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit hätten das Schlafapnoe-Syndrom schweren Grades sowie 
die Dyspnoe NYHA-Klasse II (Ziff. 2). Seit 2008 und bis auf weiteres beste-
he eine gesundheitlich begründete vollständige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 5). 
Die Adipositas, die koronare Herzkrankheit sowie die „Arbeitsunfähigkeit 
seit 2008“ würden sich auf die Arbeit auswirken (Ziff. 1). Die bisherige Er-
werbstätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar (Ziff. 2), jedoch 
eine ruhige sitzende Arbeit (Ziff. 3). 

3.1.11 RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 27. Januar 2016 (act. IIA 146) aus, dem 
Versicherten sollte eine körperlich leichte, auf die geringen ausbildungs-
mässigen Ressourcen abgestimmte, psychisch nicht belastende Tätigkeit 

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im Sinne einfacher Hilfsarbeiten medizinisch-theoretisch eigentlich möglich 
sein (S. 5). 

3.1.12 2016 wurde der Versicherte von Fachärzten der MEDAS interdiszi-
plinär begutachtet.

Im pneumologischen Teilgutachten vom 9. Juni 2016 (act. IIA 155.4) wurde 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein schweres obstruktives 
Schlafapnoesyndrom diagnostiziert (S. 2 IV). Aus rein pneumologischer 
sowie schlafmedizinischer Sicht sei der Versicherte für sämtliche Tätigkei-
ten zu 100% arbeitsfähig. Die Lungenvolumina seien normal hoch und die 
Schlafapnoe therapiert. Allerdings sei die Tagesschläfrigkeit minimal er-
höht. Für die letzte berufliche Tätigkeit als … sei der Patient zu 100% ar-
beitsfähig (V). 

Im kardiologischen Teilgutachten vom 13. Juni 2016 (act. IIA 155.2) wurde 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Dreigefässerkrankung 
diagnostiziert (S. 2 IV). Als … und bei stehenden Arbeiten ohne Heben von 
schweren Lasten bestehe aus rein kardiologischer Sicht seit 2008 eine Ar-
beitsfähigkeit von 70%. Bei rein sitzenden Tätigkeiten bestehe eine 100%-
ige Arbeitsfähigkeit (S. 2 f. V). 

Im polydisziplinären Gutachten vom 11. Juli 2016 (act. IIA 155.1) wurde 
aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine hy-
pochondrische Störung (ICD-10 F45.2) diagnostiziert (S. 31 Ziff. 5.4.3). 
Deswegen und unter Berücksichtigung, dass der Versicherte in anderen 
Bereichen deutlich aktiver sei, bestehe in der bisherigen und in einer adap-
tierten Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% (S. 32 
Ziff. 5.4.3). Diese Einschränkung bestehe seit der Arbeitsaufgabe 2009 (S. 
33 Ziff. 5.6.2). 

In der polydisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum 
Schluss, die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit richte sich vorwiegend nach 
der kardialen Beurteilung (S. 36 Ziff. 7.1.1).

3.1.13 Der behandelnde Hausarzt med. pract. D.________ diagnostizierte 
im Bericht vom 31. August 2016 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 13

eine koronare 3-Gefässerkrankung mit erhaltener Globalfunktion des LV 
trotz einer minimalen anterolateralen Hypokinesie, ein obstruktives 
Schlafapnoe-Hypopnoe-Syndrom sowie eine Depression. Der Versicherte 
sei seit ca. fünf Jahren arbeitsunfähig. Es bestehe keine Aussicht auf Ver-
besserung des jetzigen Zustandes. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). Eine von ande-
ren mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung 
vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört 
vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenma-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 14

terial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. 
Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Ver-
waltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweis-
würdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der Verfügung vom 26. 
September 2016 (act. IIA 158) im Wesentlichen auf das polydisziplinäre 
MEDAS-Gutachten inkl. Teilgutachten (act. IIA 155.1 ff.). Diese erfüllen die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), wes-
halb ihnen – in rein medizinischer Hinsicht – grundsätzlich volle Beweiskraft 
zukommt. Die Fachärzte haben sich in ihren Beurteilungen sorgfältig mit 
den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt sowie ihre 
Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Untersuchung 
und die Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dargelegt. Sie 
hatten Kenntnis von allen Vorakten und würdigten in ihrer Beurteilung 
sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informationen. Die Ausführungen 
in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind einleuch-
tend sowie die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 
überzeugend begründet. Die dagegen vom Beschwerdeführer vorgebrach-
ten Einwände vermögen – wie nachfolgend gezeigt – den Beweiswert des 
polydisziplinären Gutachtens inkl. Teilgutachten indessen nicht zu schmä-
lern, weshalb von ergänzenden Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 7 Art. 6) 
abgesehen werden kann. In der Folge ist darauf abzustellen.

Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 3) legt 
sich der psychiatrische Teilgutachter bei der Ätiologie der Müdigkeit nicht 
fest, sondern er vermutet lediglich deren Ursprung im Schlafapnoe-
Syndrom bzw. bezeichnet dies aus seiner Sicht als am wahrscheinlichsten 
(act. IIA 155.1 S. 31). Weiter ändert der pauschale Hinweis des Beschwer-
deführers auf die Beurteilungen der behandelnden Ärzte mit Verweis auf S. 
9, 10, 12, 15, 17, 21 des polydisziplinären Gutachtens sowie den Bericht 
von med. pract. D.________ vom 31. August 2016 (BB3) nichts an der 
Schlüssigkeit der gutachterlichen Schlussfolgerungen. Einerseits betreffen 
die Berichte auf den Seiten 9 und 10 des Gutachtens den hier nicht mass-
gebenden Zeitraum vor der Verfügung vom 12. Januar 2010 (act. II 54; vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 15

E. 3.1 hiervor). Weiter sprechen die sich auf S. 12 des Gutachtens befin-
denden Berichte von Dr. med. E.________ nicht gegen die gutachterliche 
MEDAS-Einschätzung, zumal dieser am 15. Oktober 2010 ausführte, der 
Leidensdruck sei nicht sehr gross, der Beschwerdeführer selbst fühle sich 
nicht arbeitsfähig (act. IIA 88/21). Seine Einschätzung der Einschränkung in 
einer angepassten Tätigkeit von 20-30% vom 29. November 2010 (act. II 
72) weicht denn auch nicht bzw. nicht wesentlichen von der fachpsychia-
trisch-gutachterlichen Einschätzung von 20% (act. IIA 155.1 S. 33 Ziff. 
5.6.1) ab. Auf S. 15, 17 und 21 befinden sich im Wesentlichen Berichte 
bzw. Arztzeugnisse des behandelnden Arztes med. pract. D.________. 
Diese vermögen die gutachterlichen Feststellungen in keinster Weise zu 
entkräften. Einerseits enthalten die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse (act. II 
73/2, act. IIA 82/4, 102/1 und 102/2) weder Angaben zu den Befunden 
noch zur Einschränkung in einer angepassten Tätigkeit. Gleich verhält es 
sich mit seinem Verlaufsbericht vom 30. November 2015 (act. IIA 142) so-
wie dem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 31. August 
2016 (BB 3), welche für die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
gänzlich ungeeignet sind und denn auch keine Zweifel an der Einschätzung 
der MEDAS-Gutachter zu begründen vermögen. So gibt med. pract. 
D.________ im Verlaufsbericht vom 30. November 2015 an, dem Be-
schwerdeführer sei eine ruhige sitzende Tätigkeit zumutbar. In welchem 
zeitlichen Rahmen und zu welchem Pensum macht er – obwohl er explizit 
danach gefragt wurde – keine Angaben. Im Bericht vom 31. August 2016 
werden zudem lediglich drei Diagnosen aufgeführt und danach ohne Anga-
ben von Befunden und dem Darlegen, ob der Beschwerdeführer in einer 
angepassten Tätigkeit arbeits- und leistungsfähig wäre, die Schlussfolge-
rung gezogen, es bestehe seit ca. fünf Jahren eine Arbeitsunfähigkeit aus 
den „oben zitierten Gründen“. Weiter enthält das Gutachten – anders als 
vom Beschwerdeführer behauptet (vgl. Beschwerde S. 4 f.) – keine „nicht 
übersehbare tendenziösen Züge“. Es ist Aufgabe eines Gutachters ein lü-
ckenloses Bild der zu untersuchenden Person und insbesondere auch zu 
den geklagten Beschwerden und Einschränkungen zu erheben. Hierzu 
gehört neben den erwerblichen Aspekten auch jene der Freizeitgestaltung 
unter welche auch die Frage fällt, ob eine zu begutachtende Person Auto 
fährt. Diese Frage ist umso wichtiger, da sich der Beschwerdeführer selbst 
wegen der kardialen Probleme andauernd arbeitsunfähig hält, und bei einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 16

Indikatorenprüfung nach BGE 142 V 106 auch zu prüfen ist, ob die Ein-
schränkungen im Beruf/Erwerb auch in den sonstigen Lebensbereichen wie 
insbesondere der Freizeitgestaltung gleich ausgeprägt sind. Weiter ist dem 
Beschwerdeführer nicht zu folgen, wenn er vorbringt, die Gutachter würden 
ihn auf die „psychiatrische Schiene leiten“ obwohl er keine psychischen 
Defizite zu beklagen habe (Beschwerde S. 5). Neben dem MEDAS-
Gutachter werden auch von den anderen Ärzten psychische Beschwerden 
angegeben so etwa von früher behandelnden Psychiater Dr. med. 
E.________ (act. IIA 72, 88/21 S. 22 Ziff. 5), vom behandelnden Pneumo-
logen Dr. med. G.________ (act. IIA 142/8) und dem behandelnden Haus-
arzt med. pract. D.________ (BB 3). Zudem wurde beim Belastbarkeitstrai-
ning vom 6. Januar bis 30. März 2014 die psychische Stabilität des Be-
schwerdeführers als weiterhin labil bezeichnet (vgl. definitiver Schlussbe-
richt vom 4. April 2014 [act. II 107] S. 6). Dass er sich selbst nicht als psy-
chisch beeinträchtigt sieht (vgl. act. IIA 155.1 S. 29), ändert daran nichts. 
Eine andere Frage ist allerdings, ob der psychischen Problematik Krank-
heitswert im Sinne der Invalidenversicherung zukommt (vgl. nachfolgend).

3.4 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer 
seit Mitte 2008 in seiner angestammter Tätigkeit kardial zu 30% und psych-
iatrisch zu 20% eingeschränkt ist. Polydisziplinär richtet sich die Arbeits-
fähigkeit vorwiegend nach der kardialen Beurteilung (act. IIA 155.1 S. 36 
Ziff. 7.1.1). Dies ist dahingehend zu verstehen, dass sich die Einschränkun-
gen überschneiden und daher von einer Gesamteinschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 30% auszugehen ist. In einer adaptierten Verweistätigkeit 
bestehe – gemäss den Gutachtern – lediglich eine Einschränkung aus 
psychiatrischer Sicht und zwar im Umfang von 20% (act. IIA 155.1 S. 36 
Ziff. 7.2.1). Nachfolgend ist gemäss BGE 141 V 281 anhand einer Prüfung 
der massgebenden Standardindikatoren (vgl. E. 2.3.3 hiervor) zu prüfen, ob 
bezüglich der hypochondrischen Störung rechtlich die Voraussetzungen zur 
Annahme einer invalidisierenden Gesundheitsschädigung erfüllt sind. Es 
liegt eine fachärztlich einwandfrei diagnostizierte Gesundheitsbeeinträchti-
gung vor. Ausschlussgründe bestehen keine, waren anlässlich der Begut-
achtung doch weder Aggravation noch ähnliche Erscheinungen eruierbar 
(act. IIA 155.1 S. 31). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 17

3.5 Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hinweist (vgl. Be-
schwerdeantwort S. 3 Ziff. 7) fällt die Anerkennung eine rentenbegründen-
den Invalidität nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung (Entscheid vom 
25. April 2016, 8C_28/2016, E. 4.2.2) nur in Betracht, wenn die Aktenlage 
ein stimmiges Gesamtbild zeichnet, das auf eine therapeutisch nicht an-
gehbare erhebliche funktionelle Behinderung schliessen lässt. Von einer 
leistungsrelevanten Erwerbseinbusse ist jedenfalls solange nicht auszuge-
hen, als die zumutbare therapeutische Option einer fachärztlich angeordne-
ten intensiven Psychotherapie nicht konsequent und motiviert verfolgt wur-
de. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Aufgrund des Gutachtens ist erstellt, 
dass wegen der Erkrankung kein Grund besteht, dass der Beschwerdefüh-
rer nicht eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung antreten 
könnte (act. IIA 155.1 S. 37 Ziff. 7.3). Der psychiatrische Gutachter sieht 
grundsätzlich eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung für 
sinnvoll, eventuell auch im stationären Rahmen (S. 35 Ziff. 6.2.3). Nur der 
Beschwerdeführer geht davon aus, dass er lediglich kardial eingeschränkt 
ist. So gab er anlässlich der MEDAS-Untersuchung an, Psychotherapie sei 
„nichts für ihn“. Letztmals sei er 2014 in psychiatrisch-psychotherapeuti-
scher Behandlung gewesen. Medikament für die Psyche nehme er nicht ein 
(act. IIA 155.1. S. 26 Ziff. 5.2.1). Damit sind die therapeutischen Behand-
lungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft, d.h. es ist nicht von einer schweren 
und therapeutisch nicht (mehr) angehbaren psychischen Störung auszuge-
hen. Auch die weiteren Indikatoren sprechen gegen einen invalidisierenden 
Gesundheitsschaden. So wurde die Persönlichkeit des Beschwerdeführers 
als unauffällig eingestuft (vgl. S. 28 Ziff. 5.3.1). Weiter sprechen die von 
ihm gegenüber den Gutachtern geschilderten Alltagsaspekte für eine nur 
leichte Ausprägung des Gesundheitsschadens. Er ist verheiratet, hat zwei 
Kinder (act. IIA 155.1 S. 21 Ziff. 3.1.1) und pflegt soziale Kontakte mit 
Nachbarn, Kollegen und seinem Bruder (S. 26 Ziff. 5.2.1). Weiter hat er 
regelmässig Kontakt zu seiner Mutter im ... (S. 27 Ziff. 5.2.3). Auch gab er 
an, mehrmals am Tag Spaziergänge durchzuführen und im Haushalt (act. 
IIA 155.2) sowie beim Einkauf (act. IIA 155.1 S. 22 Ziff. 3.1.4) mitzuhelfen. 
Zudem fährt er gemäss eigenen Angaben Auto (S. 26 Ziff. 5.2.1) und be-
gleitet seine Söhne zum Fussball (S. 22 Ziff. 3.1.3). Somit besteht kein so-
zialer Rückzug. Vielmehr liegt eine Diskrepanz hinsichtlich der Konsistenz 
des Aktivitätsniveaus in Beruf und Erwerb einerseits und im Freizeitverhal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 18

ten andererseits vor. Dazu passt, dass sich der Beschwerdeführer keiner 
psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie unterzieht. 

In Würdigung sämtlicher dieser Umstände sind die Auswirkungen der dia-
gnostizierten Somatisierungsstörung überwindbar und es besteht diesbe-
züglich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, resp. es liegt kein invali-
disierender Gesundheitsschaden vor. Somit ist nachfolgend lediglich zu 
prüfen, ob die kardialen Beschwerden einen Rentenanspruch begründen. 

4.

4.1 Aufgrund des vollständig beweiskräftigen MEDAS-Gutachtens vom 
11. Juli 2016 (act. IIA 155.1) ist der Beschwerdeführer aus kardiologischer 
Sicht in seiner angestammten Tätigkeit als … zu 30% eingeschränkt. Damit 
sind sowohl die Voraussetzung des Wartejahres als auch jene der dauern-
den 40%-igen Einschränkung (vgl. E. 2.4 hiervor) und damit die rentenbe-
gründenden Voraussetzungen nicht erfüllt. Selbst wenn – wie nachfolgend 
gezeigt – der Invaliditätsgrad aufgrund einer angepassten Verweistätigkeit 
berechnet wird, resultiert kein Rentenanspruch. 

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 19

strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

4.4 Mit Blick auf die frühere Leistungsverweigerung mit Verfügung vom 
12. Januar 2010 (act. II 54) liegt der Zeitpunkt des frühest möglichen Ren-
tenbeginns im Februar 2010. Somit ist der Einkommensvergleich auf das 
Jahr 2010 hin vorzunehmen.

4.5 Da dem Beschwerdeführer seine Anstellung als ... am 30. April 
2008 aus wirtschaftlichen Gründen per 30. Juni 2008 gekündigt wurde (act. 
II 15/4), wäre er auch im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit nicht mehr beim damaligen Arbeitgeber angestellt. Da somit die 
„gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ nicht ursächlich für die Kündigung 
waren, rechtfertigt sich für die Bestimmung des Valideneinkommens recht-
sprechungsgemäss ein Abstellen auf Tabellenlöhne (Entscheid des BGer 
vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1). Bei der Ermittlung des Vali-
deneinkommens ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer eine 
Weiterbildung zum … absolvierte (vgl. act. II 4/2). Dies führt bei der Tabelle 
TA1 der LSE 2010 zur Berücksichtigung des Anforderungsniveaus 3 (Be-
rufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt). Im Sektor 2 (Produktion) hätte er 
2010 ein monatliches Einkommen von Fr. 5‘981.-- erzielt. Aufgerechnet auf 
ein Jahr und angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im 
Sektor II (vgl. Tabelle betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilun-
gen in Stunden pro Woche) von 41.4 Stunden 2010 ergibt ein massgeben-
des Valideneinkommen von Fr. 74‘284.-- (Fr. 5‘981.-- x 12 Monate / 40 
Stunden x 41.4 Stunden). 

4.6 Was das Invalideneinkommen betrifft, hätte der Beschwerdeführer 
im Jahre 2010 in einer leichten sitzenden Verweistätigkeit gemäss dem To-
talwert der Tabelle TA1 im Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive 
Tätigkeiten) ein monatliches Einkommen von Fr. 4‘901.-- erzielen können. 
Aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst an die betriebsübliche wöchentli-
che Arbeitszeit von 41.6 Stunden 2010 (vgl. Totalwert der Tabelle betriebs-
übliche wöchentliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden) 
ergibt ein Invalideneinkommen von Fr. 61‘164.50 (Fr. 4‘901.-- x 12 Monate / 
40 Stunden x 41.6 Stunden). Hier beruhen beide Vergleichseinkommen auf 
statistischen Grössen, weshalb invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 20

re, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) bei beiden Ein-
kommen zu berücksichtigen wären (Urteil des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5), mithin keinen Abzug zur Folge hätte. Die Beschwerde-
gegnerin gewährte einen behinderungsbedingten Abzug von 20%. Ob vor-
liegend ein behinderungsbedingter Tabellenlohnabzug zu gewähren ist, ist 
fraglich, da praxisgemäss eine Leistungseinschränkung bei einer ganztags 
ausübbaren Verweistätigkeit keinen Abzug rechtfertigt (vgl. Entscheid des 
BGer, 8C_14/2017, E. 6.3) und auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für Personen die nur noch 
leichte, sitzende Arbeiten verrichten können, zu finden sind. Bei einer inva-
liditätsbedingten Einbusse von Fr. 13‘119.50 (Fr. 74‘284.-- - Fr. 61‘164.50) 
resultiert ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 18% 
(Fr. 13‘119.50 / Fr. 74‘284.-- x 100). Die Frage des behinderungsbedingten 
Abzugs vom Tabellenlohn braucht jedoch nicht abschliessend beantwortet 
zu werden. Selbst wenn ein behinderungsbedingter Abzug von 20% ge-
währt würde, was mindestens zu einem Invalideneinkommen von Fr. 
48‘931.60 (Fr. 61‘164.50 x 80%) führt, läge bei einer maximalen invali-
ditätsbedingten Einbusse von Fr. 25‘352.40 (Fr. 74‘284.-- - Fr. 48‘931.60) 
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von höchstens 34% (Fr. 
25‘352.40 / Fr. 74‘284.-- x 100) vor.

4.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass der Beschwerdeführer auf-
grund eines Invaliditätsgrads von 18% bzw. maximal 34% keinen Anspruch 
auf eine Rente hat. Die gegen die Verfügung vom 26. September 2016 
erhobene Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 
sie abzuweisen ist. 

5.

5.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Dr. iur. B.________ als amtlicher Anwalt.

5.1.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 21

gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Praxis Prozessbegeh-
ren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind 
als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 
werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 
sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-
tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu 
einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde (BGE 140 V 
521 E. 9.1 S. 537).

5.1.2 Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aktenmässig erstellt 
(vgl. BB 4). Obwohl das MEDAS-Gutachten vom 11. Juli 2016 (act. IIA 
155.1) umfassend und schlüssig ist und ein klares Bild der gesundheitli-
chen Situation des Beschwerdeführers gibt und dieser ausser wenig sub-
stantiierter Kritik am Gutachten zu üben, lediglich auf die Kurzbeurteilungen 
seines behandelnden Arztes Dr. med. D.________, welcher weder Kardio-
loge noch Psychiater ist, verweist, ist das vorliegende Verfahren „nicht ge-
radezu aussichtslos“. Daher sind die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt, ist das entspre-
chende Gesuch gutzuheissen und Dr. iur. B.________ dem Beschwerde-
führer als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Unter Berücksichtigung des gutgeheissenen Gesuchs 
um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. E. 5.1 hiervor) wird er – unter Vorbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 22

halt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivil-
prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von 
der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

5.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-
chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Die Kostennote vom 10. Januar 2017, in welcher Rechtsanwalt Dr. iur. 
B.________ einen Aufwand von 10 Stunden à Fr. 270.-- und Auslagen von 
Fr. 47.20 geltend macht, ist nicht zu beanstanden. Somit ist der tarifmässi-
ge Parteikostenersatz auf Fr. 2‘967.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzule-
gen. Entsprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 2‘211.-- (Fr. 2‘000.-- [10 
Stunden à Fr. 200.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 47.20 und MWSt. von Fr. 
163.80 [8% von Fr. 2‘047.20]) festzusetzen und Rechtsanwalt Weissberg 
aus der Gerichtskasse zu vergüten. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton 
Bern diese Kosten nach den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO - d.h. so-
bald er innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzah-
lung in der Lage ist - nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘967.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 
Davon wird Rechtsanwalt Weissberg nach Eintritt der Rechtskraft die-
ses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘211.-- festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2017, IV/16/1033, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.