# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 038e5d24-bb81-5459-bd02-5fb81c0d5c54
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 14.12.2016 810 16 126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-126_2016-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 14. Dezember 2016 (810 16 126) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Verweigerung der Einreisebewilligung bzw. des Gesuchs um Familiennachzug/Scheinehe 

 
 

Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Claude  
Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Yves Thommen, 
Gerichtsschreiberin i.V. Irmgard Mostert Meier 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin 
 
B.____, Beschwerdeführer 
 
beide vertreten durch Mehmet Sigirci, Advokat 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 

  
  

Betreff Verweigerung der Einreisebewilligung bzw. des Gesuchs um Familien-
nachzug (RRB Nr. 0573 vom 26. April 2016) 

 
 
  

 

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A. Der kosovarische Staatsbürger B.____ (geboren 1986) heiratete am 29. Oktober 2014 

im Kosovo die Schweizerin A.____ (geboren 1972). A.____ war zuvor bereits dreimal verheira-

tet. Am 11. Dezember 2014 stellte B.____ bei der Schweizer Botschaft in Pristina/Kosovo ein 

Gesuch um Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Mit Schreiben vom gleichen Tag teilte die 

Schweizer Botschaft dem Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM) mit, aufgrund diverser Indi-

zien müsse davon ausgegangen werden, dass die Eheschliessung dem Gesuchsteller lediglich 

dazu diene, sich den Aufenthalt in der Schweiz zu sichern; sie empfehle deshalb, die Ehegatten 

zu befragen. 

 

B. Am 19. März 2014, ein halbes Jahr vor ihrer Heirat, wurden A.____ und B.____ von 

der Kantonspolizei Aargau bei einer Verkehrskontrolle angehalten. Dabei wurde festgestellt, 

dass sich B.____ illegal in der Schweiz aufhielt, nachdem er sich gegenüber der Polizei zu-

nächst als früherer Ehemann von A.____ ausgegeben und damit eine falsche Identität vorge-

spielt hatte. 

 

C. Am 8. Mai 2015 reichte A.____ beim AfM ein Gesuch um Familiennachzug ein. Im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs wurden B.____ und A.____ am 28. Oktober 2015 getrennt be-

fragt. 

 

D. Mit Verfügung vom 27. November 2015 verweigerte das AfM die Einreisebewilligung 

von B.____ bzw. wies das Gesuch um Familiennachzug von A.____ ab. Zur Begründung wurde 

im Wesentlichen vorgebracht, es bestünden gewichtige Indizien für eine Scheinehe zwischen 

B.____ und A.____. 

 

E. Mit Eingabe vom 8. Dezember 2015 erhoben A.____ und B.____, vertreten durch 

Mehmet Sigirci, Advokat, Beschwerde beim Regierungsrat Basel-Landschaft (Regierungsrat) 

und beantragten, die Verfügung des AfM vom 27. November 2015 sei, unter o/e-Kostenfolge, 

vollumfänglich aufzuheben, B.____ sei die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und es sei das 

Gesuch um Bewilligung des Familiennachzugs gutzuheissen. 

 

F. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 0573 

vom 26. April 2016 ab. Er kam bei einer Gesamtwürdigung der Indizien zum Schluss, dass vor-

liegend eine Scheinehe anzunehmen sei. Die damit einhergehende Verweigerung der Einreise- 

bzw. Aufenthaltsbewilligung erweise sich als rechtmässig und verhältnismässig. 

 

G. Mit Eingabe vom 9. Mai 2016 erhoben A.____ und B.____, weiterhin vertreten durch 

Mehmet Sigirci, Advokat, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrates 

vom 26. April 2016. Sie beantragen, es sei der Regierungsratsbeschluss unter o/e-Kostenfolge 

vollumfänglich aufzuheben und es sei dem Gesuch der Beschwerdeführer um Bewilligung des 

Familiennachzugs sowie der Einreise von B.____ in die Schweiz zu entsprechen. 

 

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H. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 15. Juli 2016 vernehmen und bean-

tragt die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Mit verfahrensleitender Verfügung 

vom 23. August 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-

ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-

rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. § 47 Abs. 1 

lit. a VPO sieht vor, dass zur Beschwerde befugt ist, wer durch die angefochtene Verfügung 

oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Än-

derung oder Aufhebung hat. Da die Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse an der 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids haben und die übrigen formellen Voraussetzungen 

erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 

 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 

VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 

Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-

den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 

hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 

 

3. Streitgegenstand ist die Frage, ob die Gesuche um Familiennachzug bzw. Bewilligung 

der Einreise in die Schweiz zu Recht abgewiesen wurden. 

 

4.1  Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 

(AuG) vom 16. Dezember 2005 hat der Ehemann einer Schweizer Bürgerin grundsätzlich einen 

Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG erlöscht 

dieser Anspruch, wenn er rechtsmissbräuchlich geltend gemacht wird, namentlich um Vorschrif-

ten dieses Gesetzes und seiner Ausführungsbestimmungen über die Zulassung und den Auf-

enthalt zu umgehen. Erfasst wird davon die sog. Schein- oder Ausländerrechtsehe. Ihr Vorlie-

gen darf nicht leichthin angenommen werden und ist nicht bereits dann gegeben, wenn auslän-

derrechtliche Motive für den Eheschluss mitentscheidend waren (vgl. BGE 128 II 145 E. 2.2). 

Ein Bewilligungsanspruch entfällt vielmehr erst dann, wenn die Ehe einzig geschlossen wurde, 

um die ausländerrechtlichen Bestimmungen zu umgehen, indem zumindest einer der Ehegatten 

nie eine dauerhafte Lebensgemeinschaft begründen wollte (Urteil des Bundesgerichts 2C_75/

2013 vom 29. August 2013 E. 3.1, mit Hinweisen). 

 

4.2  Ob eine Scheinehe geschlossen wurde bzw. ob die Ehe bloss formell besteht, entzieht 

sich in der Regel dem direkten Beweis und ist nur durch Indizien zu erstellen (BGE 130 II 113 

E. 10.2 und 10.3 mit Hinweisen). Solche Indizien können äussere Gegebenheiten, aber auch 

innere, psychische Vorgänge betreffen (Wille der Ehegatten). Für die Annahme einer Schein-

ehe bedarf es konkreter Hinweise darauf, dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensge-

meinschaft führen wollen, sondern die Ehe nur aus ausländerrechtlichen Überlegungen ge-

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schlossen haben. Zu diesen Indizien zählen namentlich folgende Umstände: Die Tatsache, 

dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine 

Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwi-

schen den Ehegatten; die Umstände des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kur-

ze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten über den anderen; 

die Vereinbarung einer Bezahlung für die Heirat; die Tatsache, dass die Ehegatten nie eine 

Wohngemeinschaft aufgenommen haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_75/2013 vom 

29. August 2013 E. 3.3).  

 

4.3 Lässt die Indizienlage keinen klaren und unzweideutigen Schluss zu, ist das Vorliegen 

einer Scheinehe nicht erstellt. In diesem Fall ist dem ausländischen Ehegatten trotz allenfalls 

bestehender Zweifel die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, auf das Risiko hin, dass sich die 

Ehe aufgrund des späteren Verhaltens der Beteiligten (z.B. fehlendes eheliches Zusammenle-

ben in der Schweiz) in Verbindung mit den bereits heute bekannten, in diese Richtung weisen-

den Indizien als Scheinehe herausstellt und die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf die dann-

zumaligen Erkenntnisse widerrufen werden muss bzw. nicht mehr zu verlängern ist. Hatten die 

Ehegatten noch gar keine Gelegenheit, die Absicht der Begründung einer Lebensgemeinschaft 

durch Zusammenleben unter Beweis zu stellen, ist dies gebührend zu berücksichtigen, schliesst 

jedoch nicht aus, dass – bei entsprechender Indizienlage – bereits im Zeitpunkt der erstmaligen 

Gesuchseinreichung auf eine Scheinehe geschlossen werden darf und die Erteilung einer frem-

denpolizeilichen Nachzugsbewilligung von Anfang an zu verweigern ist (Urteile des Bundesge-

richts 2C_75/2013 vom 29. August 2013 E. 3.3; 2C_125/2011 vom 31. August 2011 E. 3.5). 

 

4.4 Die Behörden haben den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen festzustellen. 

Der Untersuchungsgrundsatz wird jedoch durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert. 

Diese kommt naturgemäss gerade für solche Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser 

kennt als die Behörden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernünftigem Auf-

wand erhoben werden können. Das gilt umso mehr, wenn gewichtige Hinweise für eine Auslän-

derrechtsehe sprechen; diesfalls kann von den Eheleuten erwartet werden, dass sie von sich 

aus Umstände vorbringen, die den echten Ehewillen belegen (Urteil des Bundesgerichts 

2C_125/2011 vom 31. August 2011 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. zur Mitwirkungspflicht 

BGE 132 II 113 E. 3.2). 

 

5.1 Vorliegend haben die Vorinstanzen angenommen, dass seitens des Ehemanns kein 

Ehewille vorhanden sei. Als Indizien für das Vorliegen einer Umgehungsabsicht – namentlich 

seitens des Ehemanns – führen sie an, dass der Beschwerdeführer mehrfach versucht habe, in 

Westeuropa Fuss zu fassen. Da ihm dies nicht gelungen sei, versuche er nun über die Heirat 

eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Sodann sei seinen Aussagen bei der polizeilichen Be-

fragung vom 19. März 2014, er wolle die Beschwerdeführerin nicht heiraten und er habe sie 

lediglich für die Fahrt nach Frankreich benutzt, zwar mit Vorsicht zu begegnen, jedoch seien sie 

hinsichtlich seines Ehewillens glaubhaft, auch wenn die Beschwerdeführerin dies bestreite. Ein 

weiteres Indiz sei der Altersunterschied von 14 Jahren. Es entspreche nicht der albanischen 

Tradition, dass die Frau deutlich älter und dreimal geschieden sei und bereits ein Kind habe. 

Auch bei den letzten zwei Ehen habe es sich bei den Ehemännern um jeweils jüngere Albaner 

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gehandelt und es habe der Verdacht auf Scheinehen bestanden. Bei der einen Ehe habe sich 

dieser Verdacht nachträglich bestätigt. Zudem seien bei der Trauung im Kosovo keine Ver-

wandten anwesend gewesen. lm Übrigen seien auch die Aussagen betreffend die Umstände 

des sich Kennenlernens zwischen den Ehegatten widersprüchlich. 

 

5.2 Die Beschwerdeführer machen demgegenüber geltend, die von der Vorinstanz aufge-

führten Indizien genügten nicht für die Annahme einer Scheinehe. Vielmehr bestünden genü-

gend konkrete Anhaltspunkte, welche auf eine lebendige Beziehung zwischen den Eheleuten 

schliessen liessen. So handle es sich beim Beschwerdeführer nicht um eine Person, der in der 

Schweiz die Wegweisung drohe und der einer Wegweisung nur durch eine Heirat mit einer 

Schweizerin entgehen könne. Auch die Art des Kennenlernens verweise nicht auf ein typisches 

Element der Scheinehe. So hätten sich die Beschwerdeführer nicht etwa durch Vermittlung, 

sondern rein zufällig in einem Lokal, in dem der Beschwerdeführer als Kellner gearbeitet habe, 

kennengelernt. Die Beziehung habe sodann bis zur effektiven Eheschliessung mehrere Jahre 

gedauert. Die Beschwerdeführer hätten sich nicht Hals über Kopf zur Heirat entschlossen, son-

dern es sei eine wohlüberlegte Entscheidung gewesen. Die Befragung vom 28. Oktober 2015 

habe denn auch ergeben, dass die Ehegatten einander relativ gut kennen würden und über die 

gegenseitigen Lebensverhältnisse (insbesondere die familiären, persönlichen sowie beruflichen 

Verhältnisse) sehr gut Bescheid wüssten. Da der Beschwerdeführer gut deutsch spreche, sei 

die Basis für eine gute Kommunikation schon von Anfang an gegeben gewesen. Zu erwähnen 

seien auch die konkreten Pläne bezüglich der Gestaltung des zukünftigen Zusammenlebens. 

Auch habe die Beschwerdeführerin auf sehr glaubwürdige Weise erklärt, weshalb keine pom-

pöse Hochzeit mit vielen Gästen stattgefunden habe. Sie hätten es sich schlicht nicht leisten 

können. Das Ehepaar stehe dank den modernen Kommunikationsmitteln ständig in Kontakt. 

Zudem habe die Beschwerdeführerin ihren Ehemann mehrmals besucht. Zum Teil hätten die 

Besuche bis zu vier Wochen gedauert, was die Ernsthaftigkeit und Bedeutung der Beziehung 

untermauere. Schliesslich machen die Beschwerdeführer sinngemäss geltend, dass im Zwei-

felsfall die Einreise zu bewilligen und den Eheleuten damit die Möglichkeit des Tatbeweises des 

ehelichen Willens zu ermöglichen sei. 

 

6.1 Die Beschwerdeführerin ist 14 Jahre älter als ihr Ehemann. Damit liegt ein erheblicher 

Altersunterschied vor, der nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Indiz darstellt, dass die 

Ehe nur aus ausländerrechtlichen Überlegungen geschlossen wurde. 

 

6.2.1 Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer bereits mehrfach vergeblich versucht hat, in 

Westeuropa Fuss zu fassen. Zunächst hielt er sich illegal in Deutschland auf, wo er illegal als 

Kellner arbeitete. Im Rahmen dieses illegalen Aufenthalts hat er seine heutige Ehefrau kennen-

gelernt, die im damaligen Zeitpunkt noch verheiratet war. Am 19. März 2014 wurde der Be-

schwerdeführer sodann in der Schweiz von der Polizei kontrolliert, als er als Beifahrer im Auto 

der Beschwerdeführerin angetroffen wurde. Dabei gab er sich als der dritte Ex-Ehemann der 

Beschwerdeführerin aus. Nachdem bei der fahndungsmässigen Überprüfung festgestellt wer-

den konnte, dass er nicht der Vorgegebene war, führte der Beschwerdeführer aus, er sei mit 

Hilfe einer Schlepperorganisation illegal nach Österreich gereist. Da die Schlepper ihn dort im 

Stich gelassen hätten, habe er die Beschwerdeführerin benachrichtigt, damit diese ihn nach 

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Frankreich fahre. Dort habe er Asyl beantragen wollen. Weiter gab der Beschwerdeführer da-

mals an, er habe seine heutige Ehefrau lediglich benutzt, um von Österreich nach Frankreich zu 

gelangen. Zwar habe er ursprünglich beabsichtigt, mit ihr zusammen zu sein, er habe sie je-

doch nicht heiraten wollen. Gemäss dem Wunsch seiner Mutter müsse er eine Albanerin heira-

ten. Da er nun in der Schweiz wegen illegalen Aufenthalts aufgegriffen worden sei, wolle er 

wieder zu seiner Mutter in den Kosovo zurückkehren. 

 

6.2.2 Anlässlich der Befragung vom 28. Oktober 2015 wollte der Beschwerdeführer dagegen 

nicht mehr gewusst haben, dass er gesagt habe, er müsse eine Albanerin heiraten, vielmehr 

habe er in Frankreich Asyl beantragen wollen, um mit seiner heutigen Ehefrau zusammen leben 

zu können. Das Asylgesuch habe nur dazu dienen sollen, die bestehende Beziehung auch tat-

sächlich zu leben. 

 

6.2.3 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass dieses Vorgehen und die Aussagen erhebliche 

Zweifel am Ehewillen des Beschwerdeführers und an der angeblich bereits während dieser Zeit 

geführten Beziehung aufkommen lassen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die 

Beschwerdeführerin im damaligen Zeitpunkt bereits von ihrem dritten Ehemann geschieden 

war. Damit hätten die Beschwerdeführer ohne weiteres die Möglichkeit gehabt, für den Be-

schwerdeführer ein Gesuch um Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Ehe in der 

Schweiz zu stellen. Stattdessen hat der Beschwerdeführer – gemäss eigenen Angaben – 

EUR 3'000.-- an Schlepper bezahlt, damit diese ihn nach Frankreich bringen sollten, um dort ein 

Asylverfahren anzustreben. Dies spricht klar dagegen, dass die Beschwerdeführer bereits da-

mals eine Beziehung geführt haben und beim Beschwerdeführer ein echter Ehewillen bestand. 

Vielmehr liegt in diesem Fall der Schluss nahe, dass für den Heiratsentschluss des Beschwer-

deführers die polizeiliche Kontrolle bzw. die Rückweisung in den Kosovo am 19. März 2014 

entscheidend war. Damit fiel die Heirat für den Beschwerdeführer als letztes Mittel in Betracht, 

um hier eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. 

 

6.3 Die Beschwerdeführerin ist zum vierten Mal eine Ehe eingegangen. Aus der ersten 

Ehe entstammt eine Tochter, die bei ihrem Vater lebt. Von 2004 bis 2007 sowie von Dezember 

2008 bis Februar 2014 war sie jeweils mit einem jüngeren Albaner aus dem Kosovo verheiratet. 

Bei beiden Ehen bestand der Verdacht auf eine Scheinehe. Bei der Befragung vom 28. Oktober 

2015 sagte die Beschwerdeführerin selbst aus, dass ihr zweiter Ehemann sie lediglich wegen 

der "Papiere" geheiratet habe. Bei ihrem jetzigen Ehemann sei sie aber überzeugt, dass es sich 

um eine Liebesheirat handle und dieser sie auch keineswegs ausnütze, zumal er mit seinem 

Beruf als Gipser selbst für sich sorgen könne. Dennoch ist festzuhalten, dass, wie sie selbst 

einräumt, zumindest einer ihrer jüngeren albanischen Ehemänner sie dazu benützt hat, sich 

einen Aufenthalt in der Schweiz zu beschaffen. Diese Bedenken bestehen auch gegenüber ih-

rem jetzigen Ehemann, die sie mit dem Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer selbst für 

sich sorgen könne, nicht ausräumen kann. 

 

6.4 Bei den gleichzeitig stattfindenden Befragungen vom 28. Oktober 2015 ergaben sich 

zudem einige Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdeführer. So sagte die Beschwerde-

führerin aus, sie habe den Beschwerdeführer irgendwann im Jahr 2012 in einem Lokal, in dem 

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er als Kellner arbeitete, kennengelernt. Der Beschwerdeführer sagte demgegenüber aus, sie 

hätten sich in besagtem Lokal im Herbst 2011 kennengelernt. Er sei im Sommer 2010 nach 

Deutschland gereist und Ende 2011 wieder in den Kosovo zurückgekehrt. Gemäss Aussage der 

Beschwerdeführerin sei er aber erst 2013 in den Kosovo zurückgekehrt. 

 

6.5 Unbestritten ist, dass zwischen den Eheleuten in sprachlicher Hinsicht eine gute Ver-

ständigung in deutscher Sprache möglich ist. Die Ehegatten kannten sich zudem bereits länge-

re Zeit, ehe sie im Kosovo heirateten. Auch sind keine Indizien ersichtlich, die auf eine Bezah-

lung zur Eingehung der Ehe hindeuten würden. Der Ehewille der Beschwerdeführerin ist so-

dann unbestrittenermassen vorhanden, was sich auch daraus ergibt, dass sie den Beschwerde-

führer mehrmals im Kosovo besucht hat. 

 

6.6 Gesamthaft betrachtet vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführer die von den 

Vorinstanzen vorgebrachten Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe hingegen nicht zu er-

schüttern. Erhebliche Zweifel bestehen insbesondere am Ehewillen des Beschwerdeführers. So 

ist aus seinem Vorleben ersichtlich, dass mehrere Versuche, in einem westeuropäischen Land 

Fuss zu fassen, scheiterten. Folglich ist die Heirat als Weiterführung seiner diesbezüglichen Be-

mühungen anzusehen. Ebenso erhärten der Altersunterschied, die teilweise widersprüchlichen 

Aussagen, vor allem die Aussage des Ehemanns anlässlich der polizeilichen Befragung vom 

19. März 2014, die Beschwerdeführerin nicht heiraten zu wollen, die Indizien für das Vorliegen 

einer Ausländerrechtsehe. Sodann ist auffällig, dass bei der Trauungszeremonie lediglich zwei 

Kollegen des Beschwerdeführers anwesend waren, aber niemand von seiner Familie. Dass der 

Beschwerdeführer seine Ehefrau in der Schweiz nie besucht hat, spricht ebenfalls nicht für ei-

nen echten Ehewillen des Beschwerdeführers. Daran vermögen auch die eingereichten Fotos 

und der umfangreiche Chatverlauf betreffend den Zeitraum vom 23. März 2015 bis 

15. Juni 2016 nichts zu ändern. 

 

6.7 Zusammengefasst vermochten die Beschwerdeführer die Hinweise für eine Ausländer-

rechtsehe nicht zu entkräften, weshalb die Vorinstanz darauf schliessen durfte, dass der Be-

schwerdeführer die Ehe bloss eingegangen ist, um sich ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz 

zu verschaffen. Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AuG entfällt somit der Anspruch der Beschwerde-

führerin auf Familiennachzug bzw. auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung an den Be-

schwerdeführer. Angesichts der gewichtigen Indizien durfte die Vorinstanz sodann die Erteilung 

einer Nachzugsbewilligung von Anbeginn an verweigern und davon absehen, dem Beschwer-

deführer eine Aufenthaltsbewilligung vorerst "auf Probe" zuzusprechen (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 2C_125/2011 vom 31. August 2011 E. 4.5). Der angefochtene Entscheid verletzt somit 

weder Art. 42 Abs. 1 AuG noch Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 

Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950. Die 

Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

7. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren 

vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren 

und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 

Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von 

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Fr. 1'400.-- den unterliegenden Beschwerdeführern in solidarischer Verbindung aufzuerlegen 

und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Nach 

§ 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines An-

walts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei 

zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 

VPO). Die Parteikosten sind demzufolge wettzuschlagen. 

 

 

 

 

 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

   

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden den Be-

schwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt und mit dem ge-

leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 

 
 
 

 

Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

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