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**Case Identifier:** 6910244d-8e4e-59af-8110-f646d838002d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.10.2025 B-5601/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5601-2025_2025-10-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-5601/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Eva Schneeberger,    

Gerichtsschreiberin Corine Knupp. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

armasuisse,  

Vergabestelle,  

  

B._______ AG,  

Beschwerdegegnerin. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen 

Zuschlag betreffend Projekt 

"Fett-/Ölbüchse mit Schraubdeckel und Pinsel" 

SIMAP-Meldungsnummer 5506-02. 

 

 

B-5601/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

  

A.a Am 20. Mai 2025 schrieb armasuisse (im Folgenden: Vergabestelle) 

auf der Internetplattform SIMAP unter dem Projekttitel «Fett-/Ölbüchse mit 

Schraubdeckel und Pinsel» einen Lieferauftrag im offenen Verfahren aus 

(Meldungsnummer 5506-01). Der Auftrag beinhaltete folgende Leistungen: 

Herstellung der Fett-/Ölbüchsen mit Schraubdeckel und Pinsel, Labeling, 

Befüllen und Verpackung der Fett-/Ölbüchsen sowie Lieferung. 

A.b Innert der bis am 30. Juni 2025 gesetzten Frist gingen bei der Verga-

bestelle drei Angebote ein. Der Zuschlag wurde am 22. Juli 2025 der 

B._______ AG (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin) zum Preis von 

Fr. 1'939'962.60 erteilt. Zur Begründung hielt die Vergabestelle in der am 

23. Juli 2025 auf der Internetplattform SIMAP publizierten Zuschlagsverfü-

gung fest, dass nach der Prüfung der Eignungskriterien das günstigste gül-

tige Angebot den Zuschlag erhalten habe.  

A.c Das Angebot der A._______ AG wurde vom Verfahren ausgeschlos-

sen. Die Vergabestelle informierte A._______ AG mit E-Mail vom 23. Juli 

2025 über ihren Ausschluss und erklärte, sie habe gemäss ihrer Deklara-

tion den Beschaffungsvertrag inkl. Annexe nicht akzeptiert, womit dieses 

Eignungskriterium nicht erfüllt sei. 

A.d Gleichentags teilte A._______ AG der Vergabestelle mit, sie habe «das 

Kreuz für die vollumfängliche Akzeptanz des Vertrages und aller Annexe 

irrtümlich am falschen Ort gesetzt».  

  

B.a Mit Eingabe vom 28. Juli 2025 erhob A._______ AG (im Folgenden: 

Beschwerdeführerin) gegen den oben erwähnten Zuschlagsentscheid vom 

22. Juli 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt 

eine Neubeurteilung zu ihren Gunsten. 

B.b Zur Begründung machte sie geltend, sie habe ein vollständiges und 

detailliertes Angebot ausgearbeitet und alle erforderlichen Unterlagen ein-

gereicht. Ihr fristgerecht eingegebenes Angebot zum Preis von Fr. […] er-

fülle alle Vorgaben und sei offensichtlich deutlich günstiger als jenes der 

Zuschlagsempfängerin. Den Beschaffungsvertrag inkl. aller Annexe habe 

sie in der Deklaration aus Versehen abgelehnt. Selbstverständlich akzep-

tiere sie diesen vollumfänglich. Für die Vergabestelle sei es leicht erkenn-

bar gewesen, dass sie den Vertrag irrtümlicherweise nicht akzeptiert habe. 

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Seite 3 

Daher hätte die Vergabestelle mit ihr Rücksprache nehmen müssen. Dies 

hätte sich u.a. auch deshalb aufgedrängt, weil ihr Angebot deutlich günsti-

ger ausgefallen sei als jenes der Zuschlagsempfängerin.  

  

C.a Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Zwischenverfügung vom 

29. Juli 2025 den Eingang der Beschwerde vom 28. Juli 2025 und stellte 

fest, dass die Beschwerde kein Gesuch um aufschiebende Wirkung ent-

hielt.  

C.b Die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin beantragte darauf-

hin mit Eingabe vom 31. Juli 2025, der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen.   

C.c Mit Zwischenverfügung vom 4. August 2025 ordnete die Instruktions-

richterin an, dass bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts über 

den Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung bzw. bis zum Urteil 

in der Hauptsache alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des 

hängigen Beschwerdeverfahrens präjudizieren könnten, namentlich der 

Vertragsabschluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben haben.  

  

D.a Am 20. August 2025 reichte die Vergabestelle die Vernehmlassung 

und die Vergabeakten ein. Sie beantragte unter Kostenfolgen zu Lasten 

der Beschwerdeführerin, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei. 

D.b Zur Begründung führte die Vergabestelle im Wesentlichen aus, es sei 

für die vorliegende Ausschreibung lediglich ein Eignungskriterium, das Kri-

terium «Vertrag», definiert worden. Demnach hätten die Anbieterinnen be-

stätigen müssen, den Beschaffungsvertrag inkl. aller Annexe uneinge-

schränkt zu akzeptieren. Die Anbieterinnen seien hierfür angehalten wor-

den, im Dokument «Ausschreibungsangebot» den Vertrag durch Ankreu-

zen der unter dem Titel «Eignungskriterium Vertrag» vorgesehenen Schalt-

fläche «ja» zu akzeptieren. Es sei in der Ausschreibung zudem explizit da-

rauf hingewiesen worden, dass eine Anbieterin ausgeschlossen werde, 

wenn ein Eignungskriterium nicht erfüllt sei. Die Beschwerdeführerin habe 

die Akzeptanz des Vertrags jedoch nicht bestätigt, sondern die Schaltfläche 

«nein» angekreuzt. Daher habe sie vom Verfahren ausgeschlossen wer-

den müssen.  

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Seite 4 

D.c Die Vergabestelle müsse eine Anbieterin nur bei unwesentlichen Feh-

lern auf Verfahrensfehler hinweisen bzw. ihr Gelegenheit zur Verbesserung 

einräumen. Seien wesentliche Punkte des Angebots betroffen und weise 

der Ausschlussgrund ein gewisses Gewicht auf, sei ein Ausschluss ohne 

Rückfrage gerechtfertigt und nicht überspitzt formalistisch. Vorliegend sei 

die Akzeptanz des 22-seitigen Vertragsentwurfes mit detaillierten Vorschrif-

ten für die Vergabestelle von zentraler Bedeutung gewesen. Die gewichtige 

Rolle ergebe sich namentlich auch aus dem Umstand, dass die Vergabe-

stelle – wie erwähnt – nur dieses eine Eignungskriterium definiert und auf 

den Ausschluss bei Nichterfüllen des Eignungskriteriums explizit hingewie-

sen habe.  

D.d Ferner sei in der Rechtsprechung anerkannt, dass eine Anbieterin, 

welche die mit der Ausschreibung kommunizierten allgemeinen Geschäfts-

bedingungen (AGB) der Vergabestelle nicht akzeptiere, vom Vergabever-

fahren ausgeschlossen werden könne. Dies müsse umso mehr auch für 

die Zustimmung zum Vertragsentwurf gelten, da letzterer – anders als etwa 

die AGB – nicht nur allgemeine Rahmenbedingungen enthalte, sondern 

speziell auf den konkreten Einzelfall zugeschnitten sei.  

D.e Schliesslich unterscheide sich der vorliegende Fall von jenem, den das 

Bundesverwaltungsgericht im Urteil B-985/2015 vom 12. Juli 2015 i.S. 

«Studien Schienengüterverkehr» zu beurteilen hatte. Die Beschwerdefüh-

rerin habe vorliegend gerade nicht vergessen eine Erklärung abzugeben. 

Vielmehr habe sie das Dokument «Ausschreibungsangebot» ausgefüllt 

und die Akzeptanz des Vertragsentwurfs ausdrücklich verneint. Bei einer 

solchen Konstellation sei nicht von einem Versehen auszugehen und die 

Vergabestelle müsse die Richtigkeit der Angaben auch nicht durch Rück-

spräche mit der Anbieterin überprüfen.  

D.f Die Zuschlagsempfängerin reichte innert Frist keine Stellungnahme 

ein. 

  

E.a Mit Replik vom 5. September 2025 hielt die Beschwerdeführerin an ih-

ren Rechtsbegehren fest. Sie bekräftigte ihre bisherigen Vorbringen, dass 

es sich bei ihrer Angabe, den Vertrag nicht zu akzeptieren, um ein Verse-

hen gehandelt habe und dieser Fehler für die Vergabestelle leicht erkenn-

bar gewesen sei. Es handle sich vorliegend zwar um ein wesentliches Eig-

nungskriterium. Dieses habe im konkreten Einzelfall aber ein geringes Ge-

wicht. Die Vergabestelle hätte deshalb bei ihr rückfragen müssen, zumal 

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dies mit einem minimalen Aufwand möglich gewesen wäre und der Mangel 

sofort hätte behoben werden können. Indem die Vergabestelle auf eine 

Rückfrage verzichtet und das Angebot der Beschwerdeführerin ausge-

schlossen habe, habe sie gegen das Verbot des überspitzten Formalismus 

verstossen und das öffentliche Interesse sowie die Verhältnismässigkeit 

missachtet.  

E.b Ferner machte die Beschwerdeführerin geltend, die Vergabestelle 

ziehe die falschen Schlüsse aus der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts. Stelle die Akzeptanz des Beschaffungsvertrags das einzige 

Eignungskriterium dar und werde mehrfach darauf hingewiesen, dass die 

Nicht-Akzeptanz den Ausschluss aus dem Verfahren zur Folge habe, 

müsse zwingend angenommen werden, dass sich eine Anbieterin, die die 

Bestimmungen des Beschaffungsvertrags ausdrücklich ablehne, in einem 

Irrtum befinde bzw. versehentlich eine falsche Erklärung abgegeben habe. 

Andernfalls würde eine Anbieterin gar kein Angebot einreichen.  

  

F.a Am 26. September 2025 reichte die Vergabestelle ihre Duplik ein. Sie 

machte geltend, das Ankreuzen von «nein» beim Eignungskriterium «Ver-

trag» stelle eine klare, eindeutige Handlung der Beschwerdeführerin dar. 

Es handle sich nicht um einen flüchtigen oder interpretationsbedürftigen 

Formfehler. Der Beschwerdeführerin könne auch nicht gefolgt werden, 

wenn sie behaupte, die Ablehnung der Vertragsbestimmungen stehe in ei-

nem klaren Widerspruch zur Abgabe eines Angebots. Denn nach der Er-

fahrung der Vergabestelle komme es immer wieder vor, dass Anbieterinnen 

den Vertrag, AGB oder einzelne Klauseln derselben nicht oder nur unter 

Vorbehalt(en) akzeptierten und so versuchten, einzelne Geschäftskonditi-

onen bzw. Klauseln zu verhandeln.  

  

Mit abschliessender Stellungnahme vom 6. Oktober 2025 hielt die Be-

schwerdeführerin an ihren Ausführungen fest. Ergänzend führte sie aus, es 

habe eine Beurteilung im Einzelfall zu erfolgen, selbst wenn es gemäss 

den Erfahrungen der Vergabestelle immer wieder vorkomme, dass Anbie-

terinnen den Vertrag oder einzelne Klauseln davon nicht akzeptierten.  

  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

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Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

  

1.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind bzw. ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes 

wegen und mit freier Kognition (BVGE 2017/IV/4 E. 1.1 «Publicom»; 

TRÜEB/CLAUSEN, in: Oesch/Weber/Zäch, Wettbewerbsrecht II, 2. Aufl. 

2021, Art. 52 N. 8). 

1.2 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 2019 über das öf-

fentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) findet dieses Gesetz 

Anwendung auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auf-

traggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs. 

1.3 Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. a BöB können Verfügungen (Art. 53 BöB, 

s. E. 1.4 unten) dieser Auftraggeberinnen (Art. 4 BöB, s. E. 1.5 unten) beim 

Bundesverwaltungsgericht angefochten werden, wenn sie – wie vorliegend 

– Lieferungen betreffen, deren Wert den für das Einladungsverfahren  

massgebenden Schwellenwert erreichen (Anhang 4 Ziff. 1 BöB, s. E. 1.6 

unten), und der betreffende Auftrag nicht unter eine der Ausnahmen ge-

mäss Art. 10 BöB fällt oder eine öffentliche Beschaffung gemäss Anhang 5 

Ziff. 1 Bst. c und d BöB darstellt (Art. 52 Abs. 5 BöB; s. E. 1.8 unten; Urteile 

des BVGer B-1714/2022 vom 19. September 2023 E. 1.2 und B-4157/2021 

vom 24. Januar 2022 E. 1.1 «Gare de Gruyères / travaux de génie civil»). 

Bei Aufträgen ausserhalb des Staatsvertragsbereichs kann mit der Be-

schwerde allerdings nur die Feststellung beantragt werden, dass die Ver-

fügung Bundesrecht verletzt (Art. 52 Abs. 2 BöB; sog. Sekundärrechts-

schutz). Fällt die Beschaffung hingegen in den Anwendungsbereich der 

Staatsverträge, greift der Primärrechtsschutz, d.h. es kann die Aufhebung 

oder Änderung des Zuschlags beantragt werden (Art. 52 Abs. 2 BöB e 

contrario; vgl. JÄGER CHRISTOPH, Das neue Rechtsschutzsystem Überblick 

und ausgewählte Elemente / I. - III., in: Zufferey/Beyeler/Scherler, Aktuelles 

Vergaberecht 2022 / Marchés publics 2022, 2022, S. 385 und 389). Eine 

Lieferung untersteht dem Staatsvertragsbereich, wenn sie in Anhang 2 

Ziff. 1 BöB erwähnt ist und die Schwellenwerte nach Anhang 4 Ziff. 1 BöB 

erreicht werden (Art. 8 Abs. 4 BöB; s. E. 1.7 unten). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist ausschliesslich zuständig für Be-

schwerden gegen die in Art. 53 Abs. 1 BöB aufgelisteten Verfügungen, ins-

besondere gegen den Zuschlag (Art. 53 Abs. 1 Bst. e BöB) und den Aus-

schluss aus dem Verfahren (Art. 53 Abs. 1 Bst. h BöB). Vorliegend hat die 

Beschwerdeführerin die auf www.simap.ch publizierte Zuschlagsverfügung 

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vom 22. Juli 2025 angefochten, welche implizit auch den Ausschluss ihres 

Angebotes beinhaltete (PASCAL BIERI, in: Trüeb, Handkommentar zum 

Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020, Art. 51 N. 15), weshalb diese  

Voraussetzung erfüllt ist. 

1.5 Die angefochtene Verfügung muss sodann von einer dem Gesetz un-

terstellten Vergabebehörde stammen (Art. 4 BöB). Die Vergabestelle un-

tersteht als Verwaltungseinheit der zentralen Bundesverwaltung dem BöB 

(Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB i. V. m. Art. 2 des Regierungs- und Verwaltungs-

organisationsgesetzes vom 21. März 1997 [RVOG, SR 172.010)], Anhang 

1 der Regierungs- und Verwaltungsorganisationsverordnung vom 25. No-

vember 1998 [RVOV, SR 172.010.1]). 

1.6 Die Vergabestelle hat die ausgeschriebene Leistung zu Recht als Lie-

ferauftrag eingestuft. Der Wert der Lieferung übersteigt den für das Einla-

dungsverfahren massgebenden Schwellenwert von Fr. 150'000.– (Anhang 

4 Ziffer 2 BöB; vgl. auch E. 1.7.3 unten). 

1.7  

1.7.1 Im Folgenden ist zusätzlich zu prüfen, ob die ausgeschriebene Liefe-

rung dem Staatsvertragsbereich untersteht. Da es sich vorliegend um eine 

Beschaffung durch eine mit der Verteidigung und Sicherheit beauftragte 

Auftraggeberin handelt, trifft dies dann zu, wenn die entsprechenden Wa-

ren in der Liste des zivilen Materials für Verteidigung und Sicherheit in An-

hang 2 Ziff. 1.2 BöB bzw. in der Positivliste in Annex 4 des revidierten 

WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen vom 

15. April 1994, Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012 

(Government Procurement Agreement [GPA 2012, SR 0.632.231.422]) 

aufgelistet sind (vgl. Art. 8 Abs. 4 i. V. m. Anhang 2 Ziff. 1.1 a BöB).  

1.7.2 Gegenstand des vorliegend angefochtenen Zuschlags ist die Liefe-

rung von Fett-/Ölbüchsen mit Schraubdeckel und Pinsel für die Armee. Die 

mit 25 g Mg- und Geschützöl bzw. 25 g Automatenfett befüllten Büchsen 

dienen den Angehörigen der Armee als Putzzeug von Waffen (s. Präambel 

des Vertragsentwurfes sowie S. 3 der Technischen Anforderungen). Aus 

den Technischen Anforderungen zu den Fett-/Ölbüchsen geht hervor, dass 

diese wie bisher aus Kunststoff oder gleichwertigem Material beschaffen 

sein mussten. Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung unter der 

CPV (Common Procurement Vocabulary)-Referenznummer «44618000 – 

Leichte Behälter, Kronenkorken, Verschlüsse für Behälter, Bottiche und 

Deckel» ausgeschrieben. Die zu beschaffenden Fett-/Ölbüchsen fallen 

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Seite 8 

daher im Ergebnis in die Kategorie 3923 «Transport- oder Verpackungs-

mittel, aus Kunststoffen; Stöpsel, Deckel, Kapseln und andere Ver-

schlüsse, aus Kunststoffen» gemäss Kapitel 39 («Kunststoffe und Waren 

daraus») der Nomenklatur des internationalen Übereinkommens vom 

14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Co-

dierung der Waren (SR 0.632.11). Diese ist gemäss Anhang 2 Ziff. 1.2 

Nr. 15 BöB bzw. Annex 4 des GPA 2012 dem Staatsvertragsbereich unter-

stellt.  

1.7.3 Vorliegend wurde der Zuschlag zum Preis von Fr. 1'939'962.60 erteilt. 

Damit ist der für Lieferungen geltende Schwellenwert im Staatsvertragsbe-

reich von Fr. 230'000.– ohne Weiteres überschritten (Art. 52 Abs. 1 Bst. a 

i. V. m. Art. 8 Abs. 4 BöB i. V. m. Art. 16 Abs. 1 BöB i. V. m. Anhang 4 Ziff. 1 

BöB). 

1.8 Eine Ausnahme vom Geltungsbereich im Sinne von Art. 10 BöB liegt 

nicht vor. Auch handelt es sich beim vorliegenden Auftrag nicht um eine 

öffentliche Beschaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d BöB, bei wel-

chen kein Rechtsschutz besteht (Art. 52 Abs. 5 BöB). 

1.9 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig. Es greift der Primärrechtsschutz. 

  

2.1 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese grundsätzlich nach dem allgemei-

nen Verfahrensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 55 BöB bzw. Art. 37 

VGG i.V.m. Art. 48 VwVG). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor 

der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit 

zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die ange-

fochtene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG).  

2.2 Die Beschwerdeführerin ist formell beschwert, denn sie hat am Verfah-

ren vor der Vergabestelle teilgenommen. Weil der Zuschlag nicht ihr erteilt 

wurde, ist sie durch die angefochtene Verfügung auch besonders berührt.   

2.3  

2.3.1 Ein schutzwürdiges Interesse hat eine unterlegene Anbieterin praxis-

gemäss nur dann, wenn sie bei Gutheissung ihrer Anträge eine reelle 

Chance besitzt, selbst den Zuschlag zu erhalten, oder wenn die 

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Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsver-

fahrens führt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kann (BGE 141 

II 14 E. 4 ff. «Monte Ceneri» m.w.H.). Diese Frage ist aufgrund der von der 

Beschwerdeführerin gestellten Anträge und vorgebrachten Rügen zu be-

antworten.  

2.3.2 Wie erwähnt, beantragt die nicht anwaltlich vertretene Beschwerde-

führerin eine Neubeurteilung des Zuschlagsentscheides zu ihren Gunsten. 

Ihr Angebot sei zu Unrecht ausgeschlossen worden. Sie habe ein günsti-

geres Angebot eingereicht als die Zuschlagsempfängerin.  

2.3.3 Würde das Bundesverwaltungsgericht der Argumentation der Be-

schwerdeführerin folgen und den Ausschlussgrund verneinen, so hätte die 

Beschwerdeführerin eine reelle Chance, den Zuschlag selber zu erhalten. 

Denn es sind nur drei Angebote eingegangen, die Beschwerdeführerin hat 

effektiv das günstigste Angebot eingereicht und der Angebotspreis wurde 

gemäss den Zuschlagskriterien mit 80% gewichtet. Die Beschwerdeführe-

rin hat somit ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. 

2.4 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 56 

Abs. 1 und 2 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Kostenvorschuss 

wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.5 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

  

3.1 In materieller Hinsicht ist vorliegend einzig umstritten, ob die Vergabe-

stelle die Beschwerdeführerin zu Recht wegen Nichterfüllung eines Eig-

nungskriteriums vom Verfahren ausgeschlossen hat. 

3.2 Zur Begründung des Ausschlusses des Angebots der Beschwerdefüh-

rerin hielt die Vergabestelle, wie erwähnt, fest, die Beschwerdeführerin 

habe angegeben, den Vertrag inkl. aller Annexe nicht (uneingeschränkt) zu 

akzeptieren. Damit sei das Eignungskriterium «Vertrag», mithin das einzige 

Eignungskriterium und ein wesentlicher Punkt der Ausschreibung, nicht er-

füllt. Bei dieser Ausgangslage habe das Angebot der Beschwerdeführerin 

ausgeschlossen werden müssen. Die Vergabestelle sei auch nicht zu einer 

Rückfrage verpflichtet gewesen, zumal die Beschwerdeführerin nicht aus 

Versehen keine Angaben gemacht habe, sondern explizit «nein» angege-

ben und die Richtigkeit ihrer Angaben unterschriftlich bestätigt habe.  

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Seite 10 

Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, sie habe im Dokument 

«Ausschreibungsangebot» versehentlich angegeben, den Vertrag nicht zu 

akzeptieren. Dieser Irrtum sei für die Vergabestelle leicht erkennbar gewe-

sen, zumal die Ausschreibungsunterlagen festgehalten hätten, dass die 

Nicht-Akzeptanz den Ausschluss zur Folge habe und damit eine Anbieterin 

gar kein Angebot einreichen würde, wenn sie den Vertrag inkl. Annexe nicht 

akzeptiere. Die Vergabestelle hätte kurz mit ihr Rücksprache nehmen müs-

sen. Der Ausschluss ihres Angebotes sei unverhältnismässig und über-

spitzt formalistisch.  

3.3 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BöB legt die Vergabestelle in der Ausschreibung 

oder in den Ausschreibungsunterlagen die Kriterien zur Eignung der Anbie-

terin abschliessend fest. Die Kriterien müssen im Hinblick auf das Beschaf-

fungsvorhaben objektiv erforderlich und überprüfbar sein. Die Eignungskri-

terien können insbesondere die fachliche, finanzielle, wirtschaftliche, tech-

nische und organisatorische Leistungsfähigkeit sowie die Erfahrung der 

Anbieterin betreffen (Art. 27 Abs. 2 BöB). Diese Bestimmung wird durch 

Art. 4 Abs. 4 der Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffentliche 

Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) konkretisiert, wonach die Auf-

traggeberin für die Überprüfung der Eignung der Anbieter die in Anhang 3 

der VöB beispielhaft genannten Unterlagen oder Nachweise erheben und 

einsehen kann.  

3.4 Nach Art. 34 Abs. 1 BöB müssen Angebote schriftlich, vollständig und 

fristgerecht gemäss den Angaben in der Ausschreibung oder in den Aus-

schreibungsunterlagen eingereicht werden. Dieser Regel liegt der Ge-

danke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offer-

ten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (vgl. Urteil des 

BGer 2C_241/2012 vom 28. Juni 2012 E. 4.1 «Bioggio»; BVGE 2007/13 

E. 3.1 «Vermessung Duchmesserlinie» und Urteil des BVGer B-8115/2015 

vom 6. Oktober 2016 E. 3.8.1 «Gewölbearbeiten im Furkatunnel»). Nach 

der Angebotsöffnung prüft die Vergabestelle die eingegangenen Angebote 

auf die Einhaltung der Formerfordernisse (Art. 38 Abs. 1 BöB).  

3.5 Dementsprechend sind die Offerten grundsätzlich aufgrund der innert 

Frist eingereichten Angaben und Nachweise zu prüfen (vgl. Urteil des 

BVGer B-4199/2021 vom 29. März 2022 E. 2.1 m.w.H. «Elementwandsys-

teme ETH»). 

3.6 Die Auftraggeberin kann ein Angebot vom Vergabeverfahren nament-

lich dann ausschliessen, wenn die Anbieterin die Teilnahmebedingungen 

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Seite 11 

nicht erfüllt (Art. 44 Abs. 1 Bst. a BöB), das Angebot wesentliche Formfeh-

ler aufweist oder wesentlich von den verbindlichen Anforderungen der Aus-

schreibung abweicht (Art. 44 Abs. 1 Bst. b BöB).  

3.7 Eignungskriterien sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

grundsätzlich als Ausschlusskriterien zu definieren (BGE 143 I 177 E. 2.3.1 

m.H. «Sammlung und Transport von Siedlungsabfall»; Urteil des BGer 

2D_24/2023 vom 7. Mai 2025 E. 3.2). Bei Nichterfüllen auch nur eines Eig-

nungskriteriums muss deshalb ein Ausschluss vom Vergabeverfahren er-

folgen, es sei denn, die Mängel sind geringfügig und der Ausschluss wäre 

unverhältnismässig (BGE 145 II 249 E. 3.3 «système de levage»; Urteil 

des BGer 2C_576/2022 vom 3. August 2023 E. 4.3 «Brandschutzkleidung 

Feuerwehren Kanton Aargau»; Urteile des BVGer B-6023/2023 vom 

20. März 2024 E. 4.3.3 «Weiterentwicklung und Sanierung EAZ Schwar-

zenburg»; B-415/2023 vom 16. Mai 2023 E. 5.1 und 5.1.4 «Roaming / IMS 

Plattform 4G»; LAURA LOCHER, Handkommentar, Art. 44 N. 12). 

3.8 Die Vergabestelle formulierte für das vorliegende Vergabeverfahren le-

diglich ein Eignungskriterium («Vertrag»). Mit diesem verlangte sie, dass 

die Anbieterinnen die uneingeschränkte Akzeptanz des Vertrages (Doku-

ment Beschaffungsvertrag) inkl. aller Annexe bestätigen. Gemäss Aus-

schreibung wurden hierfür folgende Nachweise vorausgesetzt: (1) Bestäti-

gung der Akzeptanz im Dokument «Ausschreibungsangebot»; (2) gültiges 

Qualitätsmanagementzertifikat gemäss ISO 9001 oder gleichwertig. 

3.9 Das Dokument «Ausschreibungsangebot» sah unter Ziffer 2 mit dem 

Titel «Eignungskriterium Vertrag» daher folgende Angabe vor: 

«Der Anbieter bestätigt die uneingeschränkte Akzeptanz des Vertra-

ges inkl. aller Annexe. 

□ ja 

□ nein 

Beilage: gültiges Qualitätsmanagementzertifikat gemäss ISO 9001 

oder gelichwertig liegt dem Angebot bei» 

3.10 Der fragliche Vertragsentwurf umfasste 22 Seiten. Er enthielt 41 Ver-

tragsbestimmungen, u.a. zu teuerungsbedingten Preisanpassungen, Kon-

ventionalstrafen, zum Versand inkl. Zoll, Erfüllungsort, Gewährleistung, 

Haftung, geistiges Eigentum, Rücktrittsrecht, Abtretung, Gerichtsstand, 

usw. 

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Seite 12 

3.11 Die Beschwerdeführerin hat unbestritten ein bis am 20. Mai 2026 gül-

tiges Zertifikat betreffend «Qualitätsmanagementsystems entsprechend 

den Forderungen der ISO 9001:2015» eingereicht. Im Weiteren hat sie im 

von ihr eingereichten «Ausschreibungsangebot» bei der oben wieder ge-

gebenen Ziffer 2 die Antwort «nein» angekreuzt, womit das Eignungskrite-

rium «Vertrag» an sich nicht erfüllt ist.  

3.12 Die Nichterfüllung von Eignungskriterien führt, wie erwähnt, grund-

sätzlich zum Ausschluss, sofern sich der Ausschluss nicht als unverhältnis-

mässig und überspitzt formalistisch erweist. Dies gilt auch dann, wenn in 

der Folge das wirtschaftlich günstigste Angebot nicht berücksichtigt werden 

kann (BVGE 2007/13 E. 3.3 «Vermessung Durchmesserlinie»; Urteil des 

BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.1 «Studie Schienengüterver-

kehr»).  

3.13 Gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) liegt ein überspitzter 

Formalismus vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufge-

stellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, oder 

wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe hand-

habt. Durch ein derartiges Vorgehen wird die Formstrenge zum blossen 

Selbstzweck, womit die Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltba-

rer Weise erschwert oder gar verhindert werden kann (BGE 149 I 271 

E. 2.3; 145 I 201 E. 4.2.1; 135 I 6 E. 2.1; 132 I 249 E. 5; Urteil B-985/2015 

E. 4.3.2.1 «Studie Schienengüterverkehr»).  

3.14 Die Praxis unterscheidet bei unvollständigen oder nicht den Anforde-

rungen entsprechenden Offerten drei Kategorien (vgl. Urteile des BVGer 

B-5403/2023 vom 1. Februar 2024 E. 5.3.2 «Geologische Vektordaten Ge-

oCover 3» und B-2431/2020 vom 7. September 2020 E. 2.3 m.w.H. «Re-

chenleistungen ZEM»). Eine erste Kategorie umfasst Angebote, welche die 

Vergabestelle aufgrund ihrer Mängel nicht ohne Verletzung des Transpa-

renz- und Gleichbehandlungsgebots in die Bewertung einbeziehen kann, 

also ausschliessen muss. Dabei ist an jene Fälle zu denken, in welchen die 

Unvollständigkeit wesentliche Punkte des Angebots betrifft und der Aus-

schlussgrund ein gewisses Gewicht aufweist (sog. schwer fehlerhafte bzw. 

unvollständige Offerten). Insbesondere Offerten, die unvollständig sind in 

Bezug auf Angaben, die sich auf das Preis-Leistungs-Verhältnis auswirken, 

sind grundsätzlich auszuschliessen, ohne Gelegenheit zur Ergänzung. Die 

zweite Kategorie umfasst mittelschwer fehlerhafte Offerten. Diese Katego-

rie ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Vergabestelle durch 

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Seite 13 

Rückfragen auf den verlangten Stand bringen darf, aber nicht muss; die 

Vergabestelle verfügt demnach in diesem Rahmen über einen gewissen 

Ermessensspielraum (BVGE 2007/13 E. 6.2 «Vermessung Durchmesser-

linie»), welchen sie pflichtgemäss und widerspruchsfrei auszuüben hat. Die 

dritte Kategorie lässt sich schliesslich so umschreiben, dass die Mängel 

des Angebots derart geringfügig sind, dass der Zweck, den die in Frage 

stehende (Form-)Vorschrift verfolgt, dadurch nicht ernstlich beeinträchtigt 

wird, so dass aus Gründen der Verhältnismässigkeit vom Ausschluss der 

Offerte abgesehen werden darf und soll (vgl. BGE 141 II 353 E. 8.2.2 

«Krankenhaus Riviera Chablais»). In derartigen Fällen muss die Vergabe-

stelle zur Bereinigung der Mängel Hand bieten (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2007/13 E. 3.3 «Vermessung Durchmesserlinie»). 

3.15 Das Bundesverwaltungsgericht leitet aus dem Verbot des überspitz-

ten Formalismus wie auch aus Art. 9 BV entsprechend ab, dass dem An-

bieter in gewissen vergaberechtlichen Verfahren Gelegenheit gegeben 

werden muss, um den ihm vorgehaltenen Formmangel zu beheben. Vo-

raussetzung dafür ist, dass der Fehler leicht zu erkennen ist und rechtzeitig 

behoben werden kann. Eine derartige Pflicht zur Rückfrage und Einräu-

mung einer Gelegenheit zur Verbesserung besteht daher nur bei unwe-

sentlichen Formfehlern (BVGE 2007/13 E. 3.2 «Vermessung Durchmes-

serlinie»; Urteile des BVGer B-1662/2020 vom 8. Juni 2020 E. 3.1 «Elekt-

roinstallationen Müllheim»; B-3084/2016 vom 5. April 2017 E. 4 «Energie-

verbrauchserhebung 2016-2020»; B-2599/2016 vom 17. August 2016 

E. 4.1 m.H. «Baumeisterarbeiten N1 Anschluss Baden/Dättwil»). In diesem 

Sinne kann der Ausschluss namentlich dann als unverhältnismässig er-

scheinen, wenn lediglich Bescheinigungen (etwa betreffend Bezahlung der 

Steuern) fehlen, deren Nachreichung sich nicht auf das Preis-/Leistungs-

verhältnis der Offerte auswirkt (BVGE 2007/13 E. 3.3 «Vermessung Durch-

messerlinie»).  

3.16 Im Urteil B-985/2015 erwog das Bundesverwaltungsgericht im Zu-

sammenhang mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), eine Anbie-

terin könne in der Regel vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden, 

wenn sie die AGB nicht akzeptiere (Urteil B-985/2015, E. 5.2.3 «Studie 

Schienengüterverkehr»; vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan-

tons Graubünden U 22 83 vom 11. Januar 2023 E. 1.7.3; Urteil des Kan-

tonsgerichts Basel-Landschaft 810 14 27 vom 4. Juni 2014 E. 7.4; 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 

2013, Fn. 1232). Handle es sich jedoch lediglich um eine Erklärung, die 

von der Anbieterin (mittels Ankreuzen) zu bestätigen sei und seien zur 

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Prüfung, ob die Anforderungen erfüllt seien, keine vertieften Abklärungen 

erforderlich, sei ein Ausschluss allerdings zumindest dann nicht gerecht-

fertigt, wenn aus dem Gesamtkontext hervorgehe, dass die Vergabestelle 

der Erklärung, die AGB einzuhalten, nicht besonders grosses Gewicht bei-

messe (Urteil B-985/2015 E. 5.2.3 «Studie Schienengüterverkehr»).  

3.17 Vorliegend hat die Vergabestelle nur ein Eignungskriterium, nämlich 

jenes der Erklärung der Akzeptanz des Vertrages inkl. aller Annexe defi-

niert. Sie hat ferner in der Ausschreibung und in den Ausschreibungsunter-

lagen explizit darauf hingewiesen, dass Angebote bei Nichterfüllen des Eig-

nungskriteriums vom Vergabeverfahren ausgeschlossen würden. Bereits 

daraus erhellt, dass es sich bei der Erklärung, den Vertrag inkl. aller An-

nexe zu akzeptieren, aus Sicht der Vergabestelle um einen wesentlichen 

Punkt handelte. Kommt hinzu, dass hier nicht nur AGB, sondern der Ent-

wurf des Beschaffungsvertrages insgesamt zu akzeptieren war. Generell 

gelten die Vertragsgrundlagen für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit ei-

nes Angebots als ebenso wichtig wie technische Vorgaben (vgl. Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 22 83 vom 11. Januar 

2023 E. 1.6.4; BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 2012, 

Rz. 1927 f. m.H.a. Rz. 2051 ff. und insbesondere Rz. 2055). Namentlich im 

Hinblick auf die (juristische) Vergleichbarkeit der Offerten und in Bezug auf 

allfällige Risiken bei späteren Problemen in der Vertragserfüllung kommt 

der Akzeptanz des Vertrages inkl. aller Annexe grosse Bedeutung zu. Da 

nur das Eignungskriterium «Vertrag» formuliert wurde, konnte sich dieses 

allerdings nicht auf das Preis-Leistungsverhältnis auswirken. 

3.18 Die Vorgaben wurden vorliegend transparent und klar in der Aus-

schreibung und den Ausschreibungsunterlagen festgehalten. Das einzige 

Eignungskriterium war klar und eindeutig formuliert. Die Anbieterinnen 

wussten, welche Angaben zu machen und welche Nachweise und Unter-

lagen einzureichen waren. Der Beschwerdeführerin war zudem bekannt, 

dass Angebote, welche das Eignungskriterium nicht erfüllen, vom Verfah-

ren ausgeschlossen werden.  

3.19 Die Beschwerdeführerin macht – wie erwähnt – nun aber geltend, es 

sei für die Vergabestelle leicht erkennbar gewesen, dass sie den Vertrag 

inkl. aller Annexe versehentlich nicht akzeptiert habe. Nach der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts kann ein leicht erkennbarer Fehler 

namentlich dann angenommen werden, wenn der Anbieter vergessen hat, 

gewisse Erklärungen abzugeben, die lediglich durch Ankreuzen eines Fel-

des des Offertformulars hätten erfolgen sollen (Urteile des BVGer  

B-5601/2025 

Seite 15 

B-1662/2020 vom 8. Juni 2020 E. 3.2 «Elektroinstallationen Müllheim»;  

B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.2 f. «Studie Schienengüterverkehr»; 

BVGE 2007/13 E. 3.3 «Vermessung Durchmesserlinie»; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 447 f.). Auch hier war lediglich durch An-

kreuzen der Felder «ja» bzw. «nein» zu erklären, ob der Vertrag inkl. aller 

Annexe von den Anbieterinnen akzeptiert wird. Die Beschwerdeführerin hat 

vorliegend zwar nicht vergessen, ein Kreuz beim entsprechenden Feld des 

Offertformulars zu setzen. Das heisst, sie hat die Frage zur Akzeptanz des 

Vertrages nicht unbeantwortet gelassen, sondern das Feld «nein» ange-

kreuzt. Gleichzeitig reichte sie aber auch das verlangte Zertifikat ein 

(s. E. 3.11 oben). Zudem war sie sich bewusst, dass es sich um das einzige 

Eignungskriterium handelte, und ihr war bekannt, dass neben dem Preis 

nur ein weiteres Zuschlagskriterium formuliert wurde («Umweltmanage-

mentsystem»). Entgegen der Ansicht der Vergabestelle drängt sich bei ei-

ner solchen Ausgangslage ebenfalls die Annahme eines unbeabsichtigten 

Versehens oder eines Verschriebs auf. Der Beschwerdeführerin kann des-

halb gefolgt werden, wenn sie implizit geltend macht, im vorliegenden Ein-

zelfall müsse ihr Angebot, welches eine (irrtümlich) falsche Angabe ent-

hielt, gleich behandelt werden wie Angebote mit (irrtümlich) fehlenden An-

gaben.  

3.20 Auch der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Umstand, 

dass sie ein vollständiges und detailliertes Angebot eingereicht hat, deutet 

auf ein offenkundiges Versehen bei der Ablehnung des Vertrages hin. Es 

mag zwar sein, dass bei Vergabestellen regelmässig Angebote eingehen, 

welche die in der Ausschreibung definierten Anforderungen (offensichtlich) 

nicht erfüllen. Auch kommt es – wie von der Vergabestelle dargelegt – im-

mer wieder vor, dass Anbieterinnen AGB oder einzelne Klauseln derselben 

nicht oder nur unter Vorbehalt(en) akzeptieren (s. Bst. F.a oben; vgl. bei-

spielhaft auch Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

U 22 83 vom 11. Januar 2023 E. 1.6.5, U 21 98 vom 21. April 2022 E. 2 ff.; 

Urteile des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 810 19 25 vom 29. April 

2020 E. 8.1 ff.; 810 14 27 vom 4. Juni 2014 E. 3). Wird jedoch wie vorlie-

gend nur das Eignungskriterium «Vertrag» formuliert und explizit auf den 

Ausschluss bei Nichterfüllung hingewiesen, ist es sinnlos, wenn eine An-

bieterin ein vollständiges Angebot einreicht und gleichzeitig die Nichtak-

zeptanz des gesamten Vertrages erklärt. Dies hat umso mehr zu gelten, 

wenn die Erklärung – wie hier – «nur» durch Ankreuzen eines Feldes im 

Offertformular zu erfolgen hatte und die Beschwerdeführerin zu ihrer ver-

meintlichen Nicht-Akzeptanz auch keine weiteren Anmerkungen gemacht 

hat.  

B-5601/2025 

Seite 16 

3.21 Bei dieser speziellen Ausgangslage hätte sich eine Nachfrage bei der 

Beschwerdeführerin aufgedrängt, zumal der Mangel sehr einfach, rasch 

und noch rechtzeitig hätte behoben werden können. Es kann kein (relevan-

ter) Vorteil darin gesehen werden, wenn vorformulierte Erklärungen der 

Vergabestelle betreffend AGB oder Vertragsinhalte nicht mit der Offerte, 

sondern erst später abgegeben werden, solange sie wie verlangt abgege-

ben werden (BEYELER MARTIN/SCHERLER STEFAN/ZUFFEREY JEAN-BAP-

TISTE, Angebot und Variante, in Baurecht 2016 S. 52 ff., S. 53). Eine Nach-

frage bei der Beschwerdeführerin hätte folglich nicht zu einer Ungleichbe-

handlung der Anbieterinnen geführt.  

3.22 Als Fazit ergibt sich daher, dass der geforderten Erklärung, den Ver-

trag zu akzeptieren, zwar nicht blosser Bagatellcharakter zukam, auch 

wenn diese lediglich mittels Ankreuzen der Felder «Ja» oder «Nein» abzu-

geben war. Der Mangel des Angebotes der Beschwerdeführerin (Erklärung 

der Nicht-Akzeptanz des Vertrages inkl. Annexe) erweist sich unter Würdi-

gung der konkreten Umstände auch nicht als geringfügig. Dennoch hat die 

Vergabestelle das ihr zustehende Ermessen im vorliegenden speziellen 

Einzelfall nicht pflichtgemäss ausgeübt.  

3.23 Im Ergebnis hat die Vergabestelle das Angebot der Beschwerdefüh-

rerin daher zu Unrecht (ohne Rückfrage) vom Vergabeverfahren ausge-

schlossen.  

  

4.1 Die Beschwerde erweist sich damit als begründet, weshalb sie gutzu-

heissen ist. Die angefochtene Zuschlagsverfügung vom 22. Juli 2025 ist 

daher aufzuheben. 

4.2 Gemäss Art. 58 Abs. 1 BöB entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

in der Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisungen an die 

Vergabestelle zurück. Ersteres erfolgt nur dann, wenn die Sache nach Auf-

hebung des angefochtenen Zuschlags als offenkundig spruchreif erscheint 

(vgl. Urteil des BVGer B-597/2023 vom 2. Juni 2023 E. 6 «Baumeisterar-

beiten Flughafen Zürich»). Vorliegend hat die Vergabestelle die Offerte der 

Beschwerdeführerin weder geprüft, noch hat sie sich bisher inhaltlich zu ihr 

geäussert. Bei dieser Ausgangslage ist die Sache an die Vergabestelle zu-

rückzuweisen, damit sie unter Einbezug des Angebotes der Beschwerde-

führerin erneut über den Zuschlag befindet. 

B-5601/2025 

Seite 17 

4.3 Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung wird mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos. Es erübrigt sich 

somit, über ihn zu entscheiden. 

  

5.1 Es bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden. 

5.2 Die Verfahrenskosten sind den Parteien nach Massgabe ihres Unter-

liegens aufzuerlegen (Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. des Reglements über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 

21. Februar 2008, VGKE, SR 173.320.2). 

5.3 Die Beschwerdeführerin hat vorliegend obsiegt, weshalb sie keine Ver-

fahrenskosten zu tragen hat. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der 

Höhe von Fr. 2'000.– ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils zurückzuerstatten. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Parteirechte 

nicht aktiv wahrgenommen und keine eigenen Anträge gestellt, weshalb ihr 

keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Urteil des BVGer 

B-1483/2022 vom 13. Juli 2022 E. 7 «Erneuerung Weissensteintunnel II»). 

Der Vergabestelle werden als Bundesbehörde ebenfalls keine Verfahrens-

kosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

5.4 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG kann die Beschwerdeinstanz der ganz 

oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zusprechen. 

5.5 Die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat trotz Obsiegens 

keinen Anspruch auf Kostenersatz, da weder ersichtlich ist noch geltend 

gemacht wird, dass ihr ausserordentlich hoher Aufwand entstanden wäre. 

Die Beschwerdegegnerin hat wie erwähnt ihre Parteirechte nicht aktiv 

wahrgenommen, womit sie keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

hat. Die Vergabestelle hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteient-

schädigung (vgl. auch Art. 7 Abs. 3 VGKE).  

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

Der am 23. Juli 2025 publizierte Zuschlag vom 22. Juli 2025 in der Aus-

schreibung "Fett-/Ölbüchse mit Schraubdeckel und Pinsel" wird aufgeho-

ben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die 

Vergabestelle zurückgewiesen. 

  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh-

rerin einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'000.– wird ihr 

nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die 

Beschwerdegegnerin. 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kathrin Dietrich Corine Knupp 

 

 

  

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Seite 19 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-

sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-

scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Par-

tei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 4. November 2025 

 

  

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Seite 20 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde;  

Beilage: Rückerstattungsformular) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID #5506; Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)