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**Case Identifier:** 6c0dad25-e43c-5a74-bdc1-08c3c65607a1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 26.05.2015 200 2015 140
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-140_2015-05-26.pdf

## Full Text

200 15 140 IV
LOU/PRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 26. Mai 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 16. November 2010 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 2). Nach Einholung diverser medizinischer und erwerblicher Unterla-
gen verfügte die IVB am 25. September 2012 die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen. Es 
werde der Anspruch auf eine Rente geprüft (AB 33). In der Folge veran-
lasste die IVB unter anderem eine interdisziplinäre Begutachtung durch Dr. 
med. D.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation 
sowie Rheumatologie FMH, und Dr. med. E.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie FMH, vom 6. Mai 2014 (AB 67.1, S. 21; vgl. 
rheumatologisches Gutachten vom 15. April 2014 [AB 66.1] und psychiatri-
sches Gutachten vom 6. Mai 2014 [AB 67.1]) und einen Abklärungsbericht 
Haushalt vom 13. Juni 2014 (AB 70). Nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (AB 73, 77, 80) verfügte die IVB am 9. Januar 2015 die Zuspra-
che einer Viertelsrente ab 1. Oktober 2012 und einer ganzen Rente vom 
1. Januar 2013 bis am 31. August 2014 (AB 82).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch den B.________, lic.iur. 
C.________, mit Eingabe vom 9. Februar 2015 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde und beantragte insofern die Aufhebung der 
Verfügung vom 9. Januar 2015 als eine ganze Rente auch nach dem 
1. September 2014 auszurichten sei. Zur Begründung liess sie im Wesent-
lichen vorbringen, dass auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
E.________ vom 6. Mai 2014 nicht abgestellt werden könne bzw. die Ar-
beitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht ungenügend abgeklärt worden sei. 
Zudem rügt sie den Status von 80% Erwerb und 20% Haushalt. Die Be-
schwerdeführerin würde bei guter Gesundheit in einem 100%-Pensum ar-
beiten und sei daher ausschliesslich als Erwerbstätige einzustufen. Glei-

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chentags stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Am 23. 
bzw. 26. Februar 2015 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht von 
med. pract. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, vom 20. Februar 2015 (Beschwerdebeilage [BB] 5) zu den Akten.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. März 2015 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 9. Januar 2015 betref-
fend die rückwirkende Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Oktober 2012 
und einer ganzen Rente vom 1. Januar 2013 bis 31. August 2014 (AB 82). 

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In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413 E. 2d S. 418). Folglich ist vorliegend über den Antrag in der Be-
schwerde (S. 2) hinaus nicht nur der Zeitraum ab 1. September 2014 zu 
prüfen, sondern die ganze hier für eine Rentenzusprache in Frage kom-
mende Zeit.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

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bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150).

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2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verord-
nung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Die Ärzte des Spitals G.________ diagnostizierten (im undatierten 
Bericht; Eingang bei der IVB am 2. Dezember 2010) mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts 
bei einem Status nach Prothesenimplantation C5/6 im Juli 2007 und aktuell 
den Verdacht auf eine psychosoziale Belastungssituation und Überlage-
rung (AB 10, S. 3). Es wurde eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in der zu-
letzt ausgeübten Tätigkeit vom 27. September bis 10. Oktober 2010 attes-
tiert (AB 10, S. 4; vgl. auch AB 6, S. 2). Bei erfolgreicher Schmerztherapie 
könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung 
der Einsatzfähigkeit gerechnet werden. Der Zeitpunkt sei noch zu bestim-
men (AB 10, S. 5).

3.1.2 Im Bericht vom 7. Dezember 2010 diagnostizierte Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches cervikobrachiales Schmerzsyndrom 
rechts mit deutlicher Chronifizierungstendenz bei Prothesenimplantation 
C5/6 im Juli 2007 und aktuell einen Verdacht auf eine psychosoziale Belas-
tungssituation und Überlagerung (AB 12, S. 7). Beim Abklingen der 
Schmerzproblematik sei die bisherige Tätigkeit in der … sowie in der … 
noch zumutbar (AB 12, S. 9). 

3.1.3 Dr. med. I.________, Facharzt für Anästhesiologie, Spital 
J.________, diagnostizierte im Bericht vom 8. Juni 2012 mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom 
(vor allem an der rechten Schulter), eine Depression bei einem Zustand 
nach traumatischen Kindheitserlebnissen und eine psychosoziale Belas-
tungssituation (AB 30, S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei noch zu 50% bis 
60% zumutbar (vgl. auch AB 14, S. 5). Eine angepasste Tätigkeit sei ca. 

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vier bis viereinhalb Stunden pro Tag möglich. Durch eine Physiotherapie 
sei eine stufenweise Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis auf 70% bis 80% 
möglich (AB 30, S. 6). Rein „stehende“ Tätigkeiten sowie die Rotation im 
Sitzen und Stehen seien nicht mehr zumutbar (AB 30, S. 8).

3.1.4 Vom 3. Juli bis 22. August 2012 war die Beschwerdeführerin in der 
Klinik K.________ in stationärer Behandlung (AB 37.5, S. 2; vgl. auch 
AB 41, S. 8 ff.). Die Ärzte diagnostizierten im Bericht vom 3. Oktober 2012 
eine rezidivierende depressive Episode, gegenwärtig schwere Episode mit 
psychotischen Symptomen leichter Ausprägung, ängstlich-selbstunsicheren 
Persönlichkeitsanteilen, Verarmungsgedanken und familiärer Belastung für 
Depressionen (ICD-10: F33.3) und eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10: F45.41; AB 37.5, S. 1). Aufgrund der funktionel-
len Einschränkungen bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit (vgl. auch 
AB 37.4, S. 7 f.). Langfristig sei das Erlangen einer Arbeitsfähigkeit von 
bestenfalls 50% bis 60% in einer angepassten Tätigkeit zu erwarten 
(AB 37.5, S. 3). 

3.1.5 Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Spital M.________ diagnostizier-
te im Bericht vom 13. Februar 2013 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (ICD-10: F45.41), eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig mani-
sche Episode mit psychotischem Symptom (ICD-10: F31.2) und einen Fer-
sensporn rechts (AB 41, S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zu-
mutbar. Da die Beschwerdeführerin schon bisher nur in einem sehr be-
schränkten Rahmen habe beruflich tätig sein können, sei es mehr als frag-
lich, ob sie je wieder im freien Arbeitsmarkt eine Anstellung finden werde 
(AB 41, S. 4). Rein „sitzende“ und „stehende“ sowie vorwiegend im Gehen 
ausgeübte Tätigkeiten sowie auf Leitern und Gerüste steigen und das He-
ben und Tragen seien nicht mehr zumutbar (AB 41, S. 6). 

3.1.6 Im Bericht vom 28. Februar 2013 führten die Ärzte der Klinik 
K.________ aus, die bisherige Tätigkeit als … und … sei noch zumutbar. 
Bei Klinikaustritt (22. August 2012) habe noch eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit bestanden. Die Arbeitsfähigkeit sei zuerst im geschützten Rahmen 
langsam und schrittweise zu steigern. Sie empfahlen, die bisherige Tätig-

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keit nicht mehr an verschiedenen Stellen (mehrere …), sondern an einer 
bis maximal drei Stellen auszuüben. Die Leistungsfähigkeit sei mindestens 
zur Hälfte durch die depressive Symptomatik und die Schmerzproblematik 
eingeschränkt (AB 43, S. 4). Ab dem 1. August 2012 könne wahrscheinlich 
mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von ca. 
20% im geschützten Rahmen gerechnet werden (AB 43, S. 5).

3.1.7 Dr. med. D.________ diagnostizierte im rheumatologischen Gutach-
ten vom 15. April 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni-
sches cervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts seit 28 Jahren (ICD-10: 
M54.0; AB 66.1, S. 24). Wegen den Veränderungen an der Halswirbelsäule 
sei die Beschwerdeführerin nur noch vermindert belastbar. Bei einer adap-
tierten Tätigkeit lasse sich keine Beeinträchtigung des Arbeitspensums 
oder der Leistungsfähigkeit begründen (AB 66.1, S. 28).

Dr. med. E.________ diagnostizierte im psychiatrischen Gutachten vom 
6. Mai 2014 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F31.7; AB 67.1, S. 14). Unter 
Berücksichtigung des bisherigen Verlaufs der Beschwerden von Seiten der 
bipolaren Störung müsse insgesamt, obwohl aktuell eine Remission festge-
stellt werden könne, dennoch, aufgrund einer bestehenden Vulnerabilität, 
längerfristig mit einer 20%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit gerechnet wer-
den, unter der Voraussetzung, dass keine weiteren depressiven oder mani-
schen Episoden mehr auftreten. Aktuell befinde sich die Beschwerdeführe-
rin immer noch in teilstationärer Behandlung. Bis zum Austritt, der etwa im 
Mai 2014 geplant sei, müsse von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit seit 
dem 3. Juli 2012 ausgegangen werden (AB 67.1, S. 18).

In der interdisziplinären Beurteilung vom 6. Mai 2014 führten die Dres. 
med. D.________ und E.________ aus, aus rein rheumatologischer Sicht 
seien der Beschwerdeführerin keine körperlich schweren oder rückenbelas-
tenden Tätigkeiten mehr zumutbar. Die Beschwerdeführerin könne nur 
leichte Arbeiten, welche an die Wirbelsäule adaptiert seien, ausführen, dies 
unter Berücksichtigung des Belastbarkeitsprofils im rheumatologischen 
Gutachten. Darüber hinaus könne als gemeinsame interdisziplinäre Beur-

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teilung diejenige des psychiatrischen Gutachtens uneingeschränkt über-
nommen werden (AB 67.1, S. 21).

3.1.8 Vom 9. Dezember 2013 bis 15. Mai 2014 war die Beschwerdeführe-
rin in den psychiatrischen Dienste N.________ hospitalisiert. Im Bericht 
vom 15. Mai 2014 diagnostizierte Dr. med. O.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, eine bipolare affektive Störung, gegenwär-
tig mittelgradige Episode und Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit 
und Ausbildung (ICD-10: F31.3; Z55.0; Z56.0; AB 77, S. 7). Aktuell arbeite 
die Beschwerdeführerin zu 30% im geschützten Rahmen in der Ab-
klärungsstelle P.________. Es sei ab Anfang Juli eine Steigerung auf 40%, 
dann auf 50% geplant (AB 77, S. 8). 

3.1.9 Im Schreiben vom 27. August 2014 führte Dr. med. I.________ aus, 
die Einschätzung von Dr. med. O.________ vom 15. Mai 2014 sei realis-
tisch, zumal man davon ausgehen könne, dass „nur“ die psychiatrische 
Morbiditäten berücksichtigt worden seien und sich die somatische Kompo-
nente additiv auswirke. Er attestierte eine 40%-50%-ige Arbeitsfähigkeit im 
geschützten Rahmen (AB 77, S. 6).

3.1.10 Dr. med. Q.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte im Bericht vom 22. Sep-
tember 2014 aus, dass weiterhin auf die Gutachten der Dres. med. 
D.________ und E.________ vom 15. April und 6. Mai 2014 bzw. die inter-
disziplinäre Beurteilung vom 6. Mai 2014 abgestellt werden könne (AB 80, 
S. 2).

3.1.11 Im Bericht vom 20. Februar 2015 führte med. pract. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem die Be-
schwerdeführerin seit dem 6. Juni 2013 wegen einer bipolaren affektiven 
Störung in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung ist, aus, 
die Beschwerdeführerin sei zurzeit zu 50% arbeitsfähig im geschützten 
Rahmen (BB 5, S. 2; vgl. auch AB 77, S. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Die Gutachten der Dres. med. D.________ und E.________ vom 
15. April und 6. Mai 2014 (AB 66.1, 67.1) bzw. die interdisziplinäre Beurtei-
lung vom 6. Mai 2014 (AB 67.1, S. 21) erfüllen die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen 
Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Fest-
stellungen basieren auf eingehenden psychiatrischen und rheumatologi-
schen Untersuchungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-
führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum aktuellen Gesund-
heitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. 
Auch stehen die Fachbeurteilungen in Übereinstimmung untereinander und 
flossen in die interdisziplinäre Beurteilung ein, so dass darauf abzustellen 
ist.

3.3.2 In somatischer Hinsicht legte der rheumatologische Gutachter Dr. 
med. D.________ schlüssig und nachvollziehbar dar, dass aufgrund des 

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chronischen cervikobrachialen Schmerzsyndroms bzw. der Veränderungen 
an der Halswirbelsäule nur noch leichte, die Wirbelsäule nicht belastende 
Arbeiten ohne Belastungskonstanz zumutbar sind. Rein sitzende Tätigkei-
ten, insbesondere wenn diese in Zwangshaltungen ausgeübt werden müs-
sen, sind nicht mehr zumutbar. Die Beschwerdeführerin benötigt einen Ar-
beitsplatz, wo sie zwischendurch bzw. ca. halbstündlich aufstehen kann 
und keine Tätigkeiten mit Reklination des Kopfes und Über-Kopf-Arbeiten 
ausüben muss (AB 66.1, S. 24, 28; 67.1, S. 21). Diese Beurteilung wird von 
der Beschwerdeführerin denn auch nicht bestritten.

3.3.3 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-
10: F31.7; AB 67.1, S. 14). Er führte nachvollziehbar aus, dass aufgrund 
dieser Störung bzw. des Verlaufs von Ende 2011 bis heute von einer 
leichtgradigen Einschränkung der psychophysischen Belastbarkeit auszu-
gehen ist (AB 67.1, S. 17). Obwohl im Zeitpunkt der Begutachtung eine 
Remission festgestellt werden konnte, muss aufgrund einer bestehenden 
Vulnerabilität längerfristig mit einer 20%-igen Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit 
gerechnet werden, vorausgesetzt, dass keine weiteren depressiven oder 
manischen Episoden mehr auftreten. Im Zeitpunkt der Begutachtung be-
fand sich die Beschwerdeführerin in teilstationärer Behandlung in den 
psychiatrischen Dienste N.________. Bis zum Austritt am 15. Mai 2014 
muss von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 3. Juli 2012 ausge-
gangen werden (AB 67.1, S. 18).

An dieser Beurteilung vermag die Einschätzung von Dr. med. O.________, 
Dr. med. I.________ und med. pract. F.________, wonach die Beschwer-
deführerin aufgrund einer längeren depressiven Phase, von welcher sie 
sich bis heute nicht erholte habe, lediglich im geschützten Rahmen zu 
40%-50% arbeitsfähig sei (AB 77, S. 5 f., 8; BB 5, S. 2), nichts zu ändern. 
Wie manische gehören anschliessende längere depressive Phasen zum 
Beschwerdebild der bipolaren Störung (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel 
V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 164 f.). Die erwähn-
te Depression wurde im psychiatrischen Gutachten vom 6. Mai 2014 unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 13

der Diagnose der bipolaren Störung miteinbezogen (vgl. auch AB 80, S. 2). 
Der Umstand, dass der Gutachter Dr. med. E.________ keine Beurteilung 
des behandelnden Psychiaters med. pract. F.________ veranlasste, ändert 
ebenfalls nichts, zumal die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutach-
tung nicht durch med. pract. F.________, sondern durch einen Psychiater 
der psychiatrischen Dienste N.________ behandelt worden ist (vgl. 
AB 67.1, S. 17). In diesem Zusammenhang ist schliesslich darauf hinzu-
weisen, dass es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes - hier med. pract. F.________ - einer-
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 
Experten anderseits nicht zulässt, ein medizinisches Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige 
- und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte 
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 
geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Dies ist jedoch vorlie-
gend nicht der Fall.

3.4 Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin vom 
3. Juli bzw. 1. Oktober 2012 (Ablauf des Wartejahres; vgl. E. 5.1 hiernach) 
bis 15. Mai 2014 zu 100% und ab dem 16. Mai 2014 in einer angepassten 
Tätigkeit zu 20% arbeits- und leistungsunfähig ist.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 14

fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Be-
sonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig 
Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat er-
werbstätig war oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheits-
fall mit Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig 
oder im Haushalt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen 
sind sämtliche weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichti-
gen, wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kin-
dern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 
persönlichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 
137 V 334 E. 3.2 S. 338, 125 V 146 E. 2c S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). 
Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbringen der versicherten Per-
son nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 
117 V 194 E. 3b S. 195).

4.2 In der angefochtenen Verfügung vom 9. Januar 2015 (AB 82) stützt 
sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf den Abklärungsbericht 
Haushalt vom 13. Juni 2014 (AB 70). Darin wurde die Beschwerdeführerin 
zu 80% als Erwerbstätige und zu 20% als Hausfrau eingestuft (AB 70, S. 7 
Ziff. 4).

Gegenüber der Abklärungsperson gab die Beschwerdeführerin anlässlich 
der Erhebung vom 29. Mai 2013 an, für sie sei immer klar gewesen, dass 
sie entweder Kinder habe oder arbeiten gehe. Sie habe bereits damals 
gewusst, dass sie nicht 100% arbeiten könne, weil sie vor 25 Jahren schon 
unter Schmerzen gelitten habe. Sie wäre nach dem Schulaustritt der Kinder 
wieder voll in die Berufstätigkeit eingestiegen. Wenn sie keine Schmerzen 
hätte und die Tochter nicht mehr zu Hause leben würde, würde sie gerne 
mit einem Pensum von 100% arbeiten (AB 70, S. 5 Ziff. 3.4).

Der Auffassung der Beschwerdeführerin kann nicht gefolgt werden. Zwar 
ging die Beschwerdeführerin vor ihrer Heirat im Juni 1991 (vgl. AB 5, S. 1) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 15

zu 100% einer Erwerbstätigkeit nach (vgl. AB 67.1, S. 10). Dieses Pensum 
reduzierte sie jedoch noch vor der Geburt ihrer Kinder in den Jahren 1992 
und 1995 (vgl. AB 4, S. 2 f.). Die Frage, ob die Pensumsreduktion aufgrund 
ihrer Schmerzen erfolgte, wie die Beschwerdeführerin geltend macht (vgl. 
AB 19, S. 8), kann und muss nicht abschliessend beurteilt werden. Immer-
hin ist die erwerbliche Situation vor der Heirat nach der Rechtsprechung 
nicht ein wesentliches Kriterium für die Festsetzung des Status. Hingegen 
gab die Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson an, dass sie 
zu 100% arbeiten würde, wenn sie keine Schmerzen hätte und ihre Tochter 
nicht mehr zu Hause leben würde. Diese wohnt jedoch im Zeitpunkt der 
Abklärung und damit im hier massgebenden Zeitpunkt seit dem Jahr 2012 
(vgl. E. 5.1 hiernach) immer noch bei der Beschwerdeführerin. Den Akten 
sind zudem keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die Beschwerde-
führerin im Gesundheitsfall 100% arbeiten würde. Das von der Beschwer-
degegnerin festgesetzte Pensum von 80% ist somit nicht zu beanstanden. 
Immerhin bleibt zu erwähnen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der 
Wechselwirkung bei den Einschränkungen im Haushalt eine zusätzliche 
Einschränkung von 10% gewährt wurde (vgl. E. 6.2 hiernach).

4.3 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-
stellt, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80% einer Er-
werbstätigkeit nachgehen würde und zu 20% im Haushalt tätig wäre. Infol-
ge dessen ist der Invaliditätsgrad entsprechend der gemischten Methode 
(vgl. E. 2.4 hiervor), im Erwerbsbereich mittels eines Einkommensverglei-
ches (vgl. E. 5 hiernach) und im Aufgabenbereich Haushalt mittels eines 
Betätigungsvergleichs (vgl. E. 6 hiernach), zu bestimmen.

5.

5.1 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-
spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Zusätzlich muss das Wartejahr gemäss 
Art. 28 Abs. 1 IVG abgelaufen sein. Die Versicherten haben Anspruch auf 
eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf-
gabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 16

nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Die Dres. med. D.________ und E.________ haben in ihren Gutachten 
vom 15. April und 6. Mai 2014 (AB 66.1, 67.1) bzw. der interdisziplinären 
Beurteilung vom 6. Mai 2014 (AB 67.1, S. 21) die Arbeitsunfähigkeit wie 
folgt festgelegt: 100% für die Zeit vom 3. Juli 2012 bis zum 15. Mai 2014 
und 20% ab dem 16. Mai 2014. Zudem führten sie aus, dass aufgrund des 
Verlaufs von Ende 2011 bis heute vor dem Hintergrund der bipolaren 
Störung von einer leichtgradigen Einschränkung der psychophysischen 
Belastbarkeit von 20% auszugehen ist (AB 67.1, S. 17 f.). Gestützt auf die-
se Angaben ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen, 
dass frühestens am 2. Oktober 2012 (Beginn des Wartejahres: 3. Oktober 
2011) während eines Jahres eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 
40% vorgelegen hat und die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
in diesem Zeitpunkt erfüllt war (AB 70, S. 11 Ziff. 9). Auf diesen Zeitpunkt 
hin ist der erste Einkommensvergleich vorzunehmen. Da auch die An-
spruchsvoraussetzung gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG gegeben war, er-
weist es sich als korrekt, dass ihr die Beschwerdegegnerin unter Berück-
sichtigung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit für das abgelaufene 
Jahr von 40% ab 1. Oktober 2012 (zunächst) eine Viertelsrente zugespro-
chen hat (vgl. Kreisschreiben über die Invalidität und Hilflosigkeit in der 
Invalidenversicherung [KSIH; in der ab 1. Januar 2015 gültigen Fassung], 
Rz. 4001). Da die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 3. Juli 2012 bis zum 
Austritt aus den psychiatrischen Diensten N.________ am 15. Mai 2014 
dauerte und seither eine 20%-ige Arbeitsunfähigkeit gegeben ist, ist per 
Mai 2014 ein weiterer Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.2

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 17

passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, 
I 517/02, E. 1.2).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV 
Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens an-
hand von Tabellenlöhnen bei Versicherten, die nach Eintritt des Gesund-
heitsschadens lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle 
Arbeiten verrichten können, ist in der Regel vom durchschnittlichen monat-
lichen Bruttolohn („Total“) für Männer oder Frauen bei einfachen und repeti-
tiven Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) auszugehen. Dabei sind in erster 
Linie die Lohnverhältnisse im privaten Sektor massgebend (SVR 2002 UV 
Nr. 15 S. 50 E. 3c cc).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 18

nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

5.3 Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt stundenweise als … und 
als …. Diese Tätigkeiten musste sie gemäss eigenen Angaben im Juni 
2012 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben (vgl. AB 19, S. 3; 26, S. 3; 
27; 67.1, S. 10; 70, S. 3 f.). Da gestützt auf die Akten bzw. mangels Berich-
te der ehemaligen Arbeitgeber nicht ersichtlich ist, ob die Beschwerdefüh-
rerin diese Anstellungen tatsächlich aus gesundheitlichen oder invaliditäts-
fremden Gründen aufgegeben hat - immerhin gab die Beschwerdeführerin 
an, ihre Erwerbstätigkeit bereits im Jahr 1991 aus gesundheitlichen Grün-
den reduziert zu haben (vgl. AB 19, S. 8; 70, S. 5) - und in welchem Ge-
samtpensum sie effektiv tätig war, lässt sich das ohne gesundheitliche Be-
einträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern. 
Folglich ist das Valideneinkommen gestützt auf den Tabellenlohn zu ermit-
teln (vgl. E. 5.2.1 hiervor). Dabei ist auf die LSE 2012, Tabelle TA1, Niveau 
1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art), Frauen, To-
tal, abzustellen. Für das Invalideneinkommen ist ebenfalls dieser Wert her-
anzuziehen, da damit zumutbare Verweistätigkeiten abgebildet werden 
(vgl. E. 3.3.2 hiervor). Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend 
vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermitt-
lung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad im erwerblichen Bereich dem 
Grad der Arbeitsunfähigkeit - hier per 2. Oktober 2012 100% und per 
16. Mai 2014 20% - unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 
(Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). 

Da in der Verweistätigkeit nur noch leichte Arbeiten möglich sind (vgl. 
E. 3.3.2 hiervor) rechtfertigt sich ein zusätzlicher Abzug von 10%, wie er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 19

auch von der Beschwerdegegnerin festgesetzt worden ist. Ein weiterer Ab-
zug ist nicht zu gewähren. Die Beschwerdeführerin ist Schweizer Bürgerin 
und im hier massgebenden Zeitpunkt 49 Jahre alt (vgl. E. 5.2.2 hiervor).

5.4 Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad per 2. Oktober 2012 von 100%, 
gewichtet 80% und per 16. Mai 2014 von 22%, gewichtet 18% (80% Er-
werb).

6.

6.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

6.2 Der Abklärungsbericht vom 13. Juni 2014 (AB 70) ist nicht zu bean-
standen; er erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung (vgl. E. 6.1 hier-
vor), weshalb auf ihn abzustellen ist. Dies wird von der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht bestritten. Die Einschränkung im Aufgabenbereich beträgt 
per Oktober 2012 16% (AB 70, S. 9 f. Ziff. 6). Für die Invaliditätsbemes-
sung per 16. Mai 2014 wurde eine zusätzliche Einschränkung von 10% 
aufgrund der Wechselwirkung bei den Einschränkungen im Haushalt ange-
rechnet (insgesamt 26%; vgl. KSIH, Rz. 3099), was ebenfalls nicht zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 20

anstanden ist. Gewichtet führt dies zu einem Invaliditätsgrad von 3.2% bzw. 
5.2% (20% Aufgabenbereich).

7. Nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung eines Status von 
80% Erwerbstätigkeit und 20% Haushaltstätigkeit beträgt der Gesamtinva-
liditätsgrad per Oktober 2012 83% (80% [vgl. E. 5.4 hiervor] und 3.2% [Ein-
schränkung Aufgabenbereich; vgl. E. 6.2 hiervor]). Dies berechtigt unter 
Berücksichtigung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 2 IVV ab Januar 
2013 zu einer ganzen Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor).

Entsprechend dem Zumutbarkeitsprofil ist die Beschwerdeführerin seit dem 
Klinikaustritt am 16. Mai 2014 zu 80% arbeits- und leistungsfähig, was ei-
nen Revisionsgrund darstellt (vgl. E. 2.5 hiervor). Per Mai 2014 resultiert 
ein Invaliditätsgrad von insgesamt 23% (18% [vgl. E. 5.4 hiervor] und 5.2% 
[Einschränkung Aufgabenbereich; vgl. E. 6.2 hiervor]). Dies berechtigt zu 
keiner Invalidenrente (mehr; vgl. E. 2.3 hiervor). In Anbetracht der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV ist die ganze Rente somit per 1. Septem-
ber 2014 aufzuheben. Diesbezüglich ist zu erwähnen, dass selbst bei An-
nahme einer 100%-igen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im Ge-
sundheitsfall und damit der Anwendung der allgemeinen Methode (vgl. 
E. 2.4 hiervor) per 16. Mai 2014 ein rentenausschliessender Invaliditäts-
grad von 22% resultieren würde.

8. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 
ab 1. Oktober 2012 Anspruch auf eine Viertelsrente und vom 1. Januar 
2013 bis 31. August 2014 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden-
versicherung hat.

Die angefochtene Verfügung vom 9. Januar 2015 (AB 82) erweist sich da-
her als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

9.

9.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 21

wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 
Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 
E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist mit dem Sozialhilfebudget 
(BB 3) ausgewiesen. Des Weiteren kann das Verfahren nicht von vornher-
ein als aussichtslos bezeichnet werden. Der Beschwerdeführerin ist somit 
die unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten zu ge-
währen.

9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird die Beschwerdeführerin - unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) - jedoch von der Zahlungspflicht befreit 
(Art. 113 VRPG).

9.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 26. Mai 2015, IV/2015/140, Seite 22

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.