# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 537d0c47-5248-52f9-9d7a-07cdbbb38223
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2009 D-5243/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5243-2009_2009-08-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5243/2009
law/rep
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 0 9

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Mauretanien,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. August 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5243/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer Mauretanien eigenen Angaben zufolge im 
Jahr 1991 verliess,  danach bis  zum 31. Dezember  2008 in  Marokko 
lebte und am 6. Januar 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er bei der Kurzbefragung, die am 15. Januar 2009 im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel  stattfand,  und  der  Anhörung  zu 
den Asylgründen vom 7. Juli 2009 im Wesentlichen geltend machte, im 
April  1989 seien seine Mutter, sein Neffe und seine Schwestern von 
weissen Mauretaniern (Mauren) umgebracht worden,

dass man ihm die Zähne herausgeschlagen habe und er sich hernach 
zwei Jahre lang in Mauretanien in Spitalpflege befunden habe,

dass man ihn nach Marokko transferiert habe, wo er weitere neun Mo-
nate im Spital gewesen sei,

dass er, nachdem er sich eigenmächtig aus dem Spital entfernt habe, 
in Marokko geblieben sei, wo er sich illegal aufgehalten habe,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  7.  Juli  2009  in  Anwendung  von 
Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, 
die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und ihn - unter Androhung 
von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  -  aufforderte,  die  Schweiz 
nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen, 

dass es die dem Protokoll der Anhörung vom 7. Juli 2009 beigefügte 
Verfügung dem Beschwerdeführer im Anschluss an die Anhörung so-
gleich mündlich eröffnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht die gegen diese Verfügung einge-
reichte  Beschwerde  vom 14.  Juli  2009  mit  Urteil  D-4518/2009  vom 
17. Juli 2009 guthiess, die angefochtene Verfügung aufhob und die Sa-
che zur Neubeurteilung an das BFM zurückwies, 

dass das BFM mit Verfügung vom 11. August 2009 auf das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers erneut nicht eintrat, die Wegweisung aus der 
Schweiz verfügte und ihn - unter Androhung von Zwangsmitteln im Un-

Seite 2

D-5243/2009

terlassungsfall - aufforderte, die Schweiz nach Eintritt der Rechtskraft 
zu verlassen, 

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 19. August 2009 gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich 
aufzuheben, die Sache sei zur Prüfung des Asylgesuchs (Eintreten) an 
das BFM zurückzuweisen, es sei  auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu be-
willigen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 21. August 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m. Art. 31-34 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  des 
BFM vom 11. August 2009 besonders berührt ist, ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und da-
her  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG 
i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

Seite 3

D-5243/2009

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  -  einer  selbständigen  materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass der  Beschwerdeführer  ausführt,  die  Frist  von fünf  Arbeitstagen 
zur Anfechtung der Nichteintretensverfügung sei extrem kurz bemes-
sen und es habe ihm keine genügende Infrastruktur zur Verfügung ge-

Seite 4

D-5243/2009

standen, weshalb er nicht in der Lage gewesen sei, seine Fluchtgrün-
de im Detail wiederzugeben,

dass ihm innert Beschwerdefrist kein Zugang zu freiberuflichen Anwäl-
ten  möglich  gewesen  sei,  die  er  zufolge  fehlender  Geldmittel  auch 
nicht hätte bezahlen können,

dass er  das Bundesverwaltungsgericht  bitte,  sich für  die Beurteilung 
seiner Beschwerde auf die Akten zu stützen, d.h. insbesondere auf die 
Protokolle der Befragungen,

dass er angesichts der rechtsstaatlich bedenklich kurzen Beschwerde-
frist und der geschilderten Lage das Bundesverwaltungsgericht darum 
bitte,  dem Untersuchungsgrundsatz  mit  grösstmöglichem Wohlwollen 
nachzukommen und sich ein von der Wertung der Vorinstanz unabhän-
giges Bild seiner Akten zu machen,

dass  diesem Anliegen  im  Rahmen  der  Würdigung  der  vorliegenden 
Beschwerde Rechnung getragen wird,

dass der  Beschwerdeführer  nicht  ausführt,  aus welchen Gründen er 
trotz der grundsätzlich bestehenden Möglichkeit, einen Rechtsvertreter 
zu konsultieren, nicht in der Lage gewesen sein soll, dies zu tun,

dass mithin nicht ersichtlich ist, inwiefern dem Beschwerdeführer auf-
grund der Beschwerdefrist von fünf Arbeitstagen (vgl. Art. 108 Abs. 2 
AsylG) konkret ein Rechtsnachteil erwachsen sein soll, zumal er offen-
sichtlich in der Lage war, innerhalb von fünf Arbeitstagen Beschwerde 
zu erheben (vgl. EMARK 2004 Nr. 25 E. 3c S. 165 ff.),

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-

Seite 5

D-5243/2009

stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass der Beschwerdeführer geltend macht, es sei ihm gelungen, über 
Angehörige in Mauretanien seinen Geburtsschein zu beschaffen,  die 
Vorinstanz gehe in ihrem Entscheid aber mit keinem Wort auf das per 
Telefax eingereichte Dokument ein,

dass es sich bei dem vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren 
D-4518/2009 in Form einer Telefaxkopie eingereichten Acte de Nais-
sance (...)  offensichtlich nicht um ein Reise- oder Identitätspapier im 
Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG handelt (Art. 1a Bstn. b und c der 
Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
[AsylV 1, SR 142.311], BVGE 2007/7 E. 4-6 S. 58 ff.),

dass somit festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer bis heute kei-
ne gültigen Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten gereicht hat,

dass das BFM festhält, der Beschwerdeführer habe sich widersprüch-
lich zum Verbleib seiner Identitätskarte sowie bezüglich der Anzahl der 
mauretanischen  Dokumente,  welche  er  besessen  habe,  geäussert, 
und anfügt, er habe keine weiteren Informationen über den Aufbewah-
rungsort seiner Identitätsdokumente machen können, 

dass  es  ferner  ausführt,  es  sei  nicht  nachvollziehbar,  wie  der  Be-
schwerdeführer  ohne  Ausweisdokumente  17  Jahre  lang  in  Marokko 
habe leben und einer bezahlten Arbeit nachgehen können, 

dass es schliesslich darauf hinweist, es sei nicht erklärbar, wie der Be-
schwerdeführer ohne Papiere von Marokko in die Schweiz gelangt sei 
bzw. jeweils die Landesgrenzen bzw. EU-Aussengrenzen habe durch-
queren können,

dass  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  wonach  es  möglich  sei, 
sich in Marokko über längere Zeit ohne Ausweisdokumente aufzuhal-
ten,  sowie seine Entgegnung,  die Grenzübertritte  versteckt  in  einem 
Camion hinter  sich gebracht  zu haben, wofür  man keine Dokumente 
brauche, nicht geeignet sind, glaubhaft zu machen, dass er aus ent-
schuldbaren Gründen nicht in der Lage war, innerhalb von 48 Stunden 
seit Einreichung des Asylgesuches Reise- oder Identitätspapiere abzu-
geben,

Seite 6

D-5243/2009

dass zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass die Reise 
von Marokko in die Schweiz in einem Lastwagen versteckt zurückge-
legt werden kann, ohne bei Grenzkontrollen entdeckt zu werden,

dass  es  jedoch  in  der  Tat  unwahrscheinlich  anmutet,  dass  der  Be-
schwerdeführer  während  17 Jahren in  Marokko gelebt  und  während 
dieser Zeit dort gearbeitet, geheiratet und eine Familie gegründet hat, 
ohne über eine Aufenthaltsberechtigung zu verfügen,

dass der Beschwerdeführer im EVZ zu Protokoll gab, seine Identitäts-
karte sei in Marokko geblieben, er habe sie der Person gegeben, wel-
che ihn hierher gebracht habe (vgl. act. A1/10 S. 4), wogegen er in Wi-
derspruch dazu anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen erklärte, 
seine Identitätskarte  sei  in  Mauretanien im Elternhaus zurückgeblie-
ben, und weiter anfügte, vielleicht habe das Spital diese Identitätskarte 
verlangt, weil ohne Identitätskarte normalerweise kein Pass ausgestellt 
werde; in Marokko habe er die Identitätskarte aber nie gesehen (vgl. 
act. A12/20 S. 5 F39 ff.),

dass  er  bei  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  erklärte,  er  habe  in 
Mauretanien einen Pass und eine Identitätskarte sowie einen Geburts-
schein,  einen Nationalitätenausweis und eine Copie intégrale beses-
sen (vgl. act. A12/20 S. 3 F5), die drei letztgenannten Dokumente in-
dessen  im  EVZ  unerwähnt  liess,  obwohl  nach  sonstigen  Ausweisen 
gefragt wurde (vgl. act. A1/10 S. 4),

dass das BFM zu Recht davon ausgegangen ist, der Beschwerdefüh-
rer  setze  sich  unter  diesem Umständen  dem  begründeten  Verdacht 
aus, über authentische Reise- und Identitätspapiere zu verfügen, die 
er  den  schweizerischen  Behörden  in  Verletzung  seiner  gesetzlichen 
Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) vorenthalte,

dass das BFM ausführt, die Angaben des Beschwerdeführers zum tät-
lichen Angriff vom 29. April 1989 auf seine Person sowie seine Famili-
enangehörigen seien in Bezug auf die Anzahl der getöteten Personen 
widersprüchlich  und  hinsichtlich  der  zugefügten  Verletzungen  sowie 
der  Dauer  der  Spitalaufenthalte  in  Mauretanien  und  Marokko  wenig 
detailliert ausgefallen,

dass der Beschwerdeführer an der Glaubhaftigkeit seiner Schilderun-
gen festhält, ohne sich substanziell mit den diesbezüglichen Erwägun-
gen des BFM auseinanderzusetzen,

Seite 7

D-5243/2009

dass  sich  die  Erwägungen  des  BFM hinsichtlich  der  Glaubhaftigkeit 
der Vorbringen aufgrund der protokollierten Aussagen des Beschwer-
deführers als vollumfänglich zutreffend erweisen und dieses die Anfor-
derungen an Art. 3 und 7 AsylG zu Recht als nicht erfüllt erachtet hat,

dass deshalb ohne weitere Erörterungen und unter Hinweis auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung festzustellen 
ist,  dass das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in 
Verbindung  mit  Art. 32  Abs. 3  AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch 
nicht  eingetreten  ist,  ohne  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernis-
ses zu treffen,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), der Kanton vorliegend keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb das BFM die Weg-
weisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,

dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Auslän-
der [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 

Seite 8

D-5243/2009

ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die ihm in Mauretanien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Mauretanien  noch  individuelle 
Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle 
einer Rückkehr schliessen lassen,

dass  der  Beschwerdeführer,  der  aktuell  keine  schwerwiegenden  ge-
sundheitlichen  Probleme  beklagt,  in  Mauretanien  offenbar  nach  wie 
vor über Familienmitglieder verfügt und mit anderen Personen in Kon-
takt steht (vgl. act. A12/20 S. 7), die ihn im Falle der Rückkehr beim 
Aufbau einer eigenen Existenz unterstützen können,

dass sich der Vollzug der Wegweisung mithin nicht als unzumutbar er-
weist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers schliesslich 
möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2 
AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gül-
tiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  durch das vorliegende Urteil  gegenstandslos wird,  weshalb  dar-
über nicht mehr zu befinden ist,

Seite 9

D-5243/2009

dass  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aus-
sichtslos zu qualifizieren und daher das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzu-
weisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-5243/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N  (...) (in 

Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: 

Seite 11