# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02db5dc1-fe0a-5180-9003-2b0ad10ac220
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.08.2020 F-5196/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5196-2017_2020-08-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5196/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,  

Richterin Regula Schenker Senn,  

Gerichtsschreiber Julius Longauer. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Peter Nideröst, Rechtsanwalt,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. 

 

 

 

F-5196/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin (geb. 1983) ist g.´sche Staatangehörige. Am 23. 

März 2008 heiratete sie in ihrer Heimat den Schweizer Bürger B._______ 

(geb. 1983) und am (…) zog sie zu ihm in die Schweiz, wo sie zunächst 

eine Aufenthalts- und später die Niederlassungsbewilligung erhielt (Akten 

der Vorinstanz [SEM-act.] 1) 

B.  

Am 7. Januar 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin um erleichterte Ein-

bürgerung nach Art. 27 des bis zum 31. Dezember 2017 in Kraft gestande-

nen Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (altes Bürgerrechts-

gesetz, aBüG, AS 1952 1087) (SEM-act. 1). 

Nachdem sie bereits am 7. Januar 2014 eine solche Bestätigung abgege-

ben hatten, unterzeichneten die Ehegatten am 19. August 2014 zuhanden 

des Einbürgerungsverfahrens erneut eine Erklärung, wonach sie in einer 

tatsächlichen, ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an dersel-

ben Adresse zusammenlebten und weder Trennungs- noch Scheidungs-

absichten bestünden. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kennt-

nis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder 

während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung 

oder Scheidung beantragt hat oder keine tatsächliche eheliche Gemein-

schaft mehr besteht, und dass die Verheimlichung solcher Umstände zur 

Nichtigerklärung der Einbürgerung führen kann (SEM-act. 1). 

Mit Verfügung der Vorinstanz vom 26. August 2014 wurde die Beschwer-

deführerin erleichtert eingebürgert. Mit dem Schweizer Bürgerrecht erwarb 

sie die Bürgerrechte des Kantons und der Gemeinde Bern (SEM-act. 1). 

C.  

Am 28. November 2014 trennte sich die Beschwerdeführerin von ihrem 

Ehemann und zog nach C._______, später nach D._______. Kurz nach 

der Trennung, am 15. Dezember 2014, ersuchte die Beschwerdeführerin 

das Bezirksgericht E._______ um Eheschutz. Dem Ersuchen wurde am 

25. Februar 2015 entsprochen (SEM-act. 34). Am 12. Mai 2016 schliesslich 

reichten die Ehegatten ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein, und 

mit Urteil des Bezirksgerichts E._______ vom 12. August 2016, rechtskräf-

tig seit 6. September 2016, wurde ihre kinderlos gebliebene Ehe geschie-

den (SEM-act. 31). 

F-5196/2017 

Seite 3 

D.  

Die Vorinstanz wurde bereits am 20. Februar 2015 von der Gemeinde 

F._______, der damaligen Wohngemeinde der Ehegatten, von deren Tren-

nung und der Abmeldung der Beschwerdeführerin nach C._______ orien-

tiert (SEM-act. 2).  

Nachdem die Vorinstanz bei der Gemeinde F._______ und der Stadt 

C._______ weitere Auskünfte eingeholt hatte (SEM-act. 5, 8, 10), zeigte 

sie der Beschwerdeführerin am 8. Januar 2016 die Eröffnung eines Verfah-

rens auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung an, unterbreitete 

ihr einen Fragenkatalog zur Beantwortung und gab ihr Gelegenheit zur 

Stellungnahme (SEM-act. 9). 

Der Aufforderung zur Beantwortung der Fragen und zur Stellungnahme 

kam die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 10. Juni 2016 nach 

(SEM-act. 18). Mit einer weiteren Eingabe vom 15. Juli 2016 beantwortete 

sie eine Reihe von Ergänzungsfragen (SEM-act. 20). Der ebenfalls ange-

fragte Ex-Ehemann äusserte sich am 26. August 2016 (SEM-act. 23) und 

28. September 2016 (SEM-act. 25). Auf eine Stellungnahme hierzu ver-

zichtete die Beschwerdeführerin am 26. Oktober 2016 (SEM-act. 27). 

Im weiteren Verlauf des Verfahrens nahm die Vorinstanz mit Zustimmung 

der Beschwerdeführerin (SEM-act. 29) Einsicht in die Akten des Ehe-

schutzverfahrens (…) (SEM-act. 34) und des Scheidungsverfahrens (…) 

(SEM-act. 31) vor dem Bezirksgericht E._______. 

E.  

Am 13. Juli 2017 erteilte der Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kan-

tons Bern seine Zustimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbür-

gerung der Beschwerdeführerin (SEM-act. 36). 

F.  

Mit Verfügung vom 31. Juli 2017 erklärte die Vorinstanz die erleichterte 

Einbürgerung der Beschwerdeführerin für nichtig und stellte fest, die Nich-

tigkeit erstrecke sich auf alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürger-

recht auf der nichtig erklärten Einbürgerung beruhe (SEM-act. 39). 

G.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. September 2017 gelangte die Beschwer-

deführerin über ihren Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte die ersatzlose Aufhebung der vorgenannten Verfügung, 

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Seite 4 

eventualiter deren Aufhebung und die Rückweisung an die Vorinstanz zu 

neuer Entscheidung (Akten des Rechtsmittelverfahrens [Rek-act.] 1). 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 22. November 2017 schloss die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde (Rek-act. 6). 

I.  

Mit Replik vom 14. März 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem 

Rechtsmittel fest (Rek-act. 12). 

J.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetz vom 

20. Juni 2014 (BüG, SR 141.0) wurde der gleichnamige Erlass vom 

29. September 1952 aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG i.V.m. Ziff. I seines An-

hangs). Gemäss der Übergangsbestimmung des Art. 50 Abs. 1 BüG richten 

sich Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das 

bei Eintritt des massgebenden Tatbestandes in Kraft steht. Das ist in der 

vorliegenden Streitsache das bisherige Recht, weshalb diese nach dem 

alten Bürgerrechtsgesetz zu beurteilen ist.  

2.  

2.1 Verfügungen des SEM über die Nichtigerklärung einer erleichterten 

Einbürgerung unterliegen der Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt (Art. 51 Abs. 1 aBüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG, vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG). 

2.3 Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert. 

Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 48 ff. VwVG). 

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Seite 5 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 aBüG kann eine ausländische Person nach der 

Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 

Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz ge-

wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Ge-

meinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. In allgemeiner, für alle For-

men der erleichterten Einbürgerung geltender Weise setzt Art. 26 Abs. 1 

aBüG voraus, dass die ausländische Person in der Schweiz integriert ist 

(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die in-

nere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Sämtli-

che Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl bei Einreichung des 

Gesuchs als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt 

es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen Gemein-

schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden 

(BGE 140 II 65 E. 2.1 m.H.). 

4.2 Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft bedeutet nach der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung mehr als das formelle Bestehen einer Ehe. Ver-

langt wird vielmehr eine tatsächliche Lebensgemeinschaft, die vom beid-

seitigen Willen der Ehepartner getragen wird, ihre Ehe auch künftig auf-

recht zu erhalten. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemein-

schaft aufrecht zu erhalten, können sich dann ergeben, wenn kurze Zeit 

nach der erleichterten Einbürgerung die Trennung erfolgt oder die Schei-

dung eingeleitet wird (BGE 135 II 161 E. 2 m.H.), ein Ehegatte während 

der Ehe ein aussereheliches Kind zeugt (vgl. Urteil des BGer 1C_27/2011 

vom 21. März 2011 E. 6.4.1) oder eine Zweitehe schliesst, der Prostitution 

nachgeht oder sich in einer anderen Weise verhält, die in grobem Wider-

spruch steht zum traditionellen Bild der Ehe als einer ungeteilten, von 

Treue und Beistand getragenen Geschlechtergemeinschaft zwischen 

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Seite 6 

Mann und Frau (vgl. Urteil des BVGer F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 

E. 3.2 m.H.). 

5.  

5.1 Nach Art. 41 Abs. 1 aBüG kann die Einbürgerung vom Bundesamt mit 

Zustimmung der Behörde des Heimatkantons nichtig erklärt werden, wenn 

sie durch falsche Angaben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen er-

schlichen worden ist. Das blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzun-

gen genügt nicht. Die Nichtigerklärung der Einbürgerung setzt voraus, dass 

diese „erschlichen“, das heisst mit einem unlauteren und täuschenden Ver-

halten erwirkt worden ist. Andererseits ist keine Arglist im Sinne des Straf-

rechts erforderlich. Es genügt, dass die gesuchstellende Person bewusst 

falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst in einem falschen Glau-

ben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, über 

eine erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2 m.H.). 

5.2 Weiss die betroffene Person, dass die Voraussetzungen für die erleich-

terte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen müssen, so 

muss sie die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung 

der Verhältnisse orientieren, von der sie weiss oder wissen muss, dass sie 

einer Einbürgerung entgegensteht. Die Pflicht dazu ergibt sich aus dem 

Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 5 Abs. 3 BV und aus der ver-

fahrensrechtlichen Mitwirkungspflicht nach Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG. Die 

Behörde ihrerseits darf sich darauf verlassen, dass die vormals erteilten 

Auskünfte bei passivem Verhalten der gesuchstellenden Person nach wie 

vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2 m.H.). 

5.3 Die Täuschungshandlung der gesuchstellenden Person muss sich auf 

einen erheblichen Sachverhalt beziehen. Erheblich im Sinne von Art. 41 

Abs. 1 aBüG ist ein Sachverhalt nicht nur, wenn seine pflichtgemässe Of-

fenlegung dazu geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste Be-

hörde das Vorliegen einer Einbürgerungsvoraussetzung verneint und die 

Einbürgerung verweigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er 

der Behörde bekannt gewesen, begründete Zweifel am Vorliegen einer sol-

chen Voraussetzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage ge-

stellt hätte bzw. eine solche nicht ohne weitere Beweismassnahmen hätte 

verfügt werden können (vgl. Urteil des BVGer F-2375/2016 vom 29. März 

2018 E. 5.3 m.H.). 

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Seite 7 

5.4 Die Möglichkeit der Nichtigerklärung geht durch Zeitablauf unter. 

Art. 41 Abs. 1bis aBüG statuiert hierfür seit dem 1. März 2011 eine differen-

zierte Fristenregelung, die im Übrigen vom neuen Recht übernommen 

wurde (vgl. Art. 36 Abs. 2 BüG). Demnach kann die Einbürgerung innert 

zwei Jahren, nachdem das SEM vom rechtserheblichen Sachverhalt 

Kenntnis erhalten hat, spätestens aber innert acht Jahren nach dem Er-

werb des Schweizer Bürgerrechts, nichtig erklärt werden. Nach jeder Un-

tersuchungshandlung, die der eingebürgerten Person mitgeteilt wird, be-

ginnt eine neue zweijährige Verjährungsfrist zu laufen. Während eines Be-

schwerdeverfahrens stehen die Fristen still (vgl. Urteil des BVGer 

F-2182/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 5). 

6.  

6.1 Das Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung 

richtet sich nach dem VwVG (vgl. Art. 1 Abs. 1 und 2 Bst. a VwVG). Es gilt 

namentlich der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG). Die Behörde hat 

daher von Amtes wegen zu untersuchen, ob der betroffenen Person die 

Täuschung über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden 

kann, wozu insbesondere die Existenz eines beidseitig intakten und geleb-

ten Ehewillens gehört. Da die Nichtigerklärung in die Rechte der betroffe-

nen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. Allerdings geht 

es in der Regel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörige Sach-

verhalte, die der Behörde nicht bekannt und einem direkten Beweis natur-

gemäss kaum zugänglich sind. Sie können regelmässig nur indirekt durch 

Indizien erschlossen werden. Die Behörde kann sich darüber hinaus auch 

veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbe-

kannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche sogenannten natürlichen 

bzw. tatsächlichen Vermutungen stellen eine besondere Form des Indizi-

enbeweises dar und können sich in allen Bereichen der Rechtsanwendung 

ergeben, namentlich auch im öffentlichen Recht. Dabei handelt es sich um 

Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezo-

gen werden. Die betroffene Person ist bei der Sachverhaltsabklärung mit-

wirkungspflichtig (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.2, BGE 135 II 161 E. 3 je m.H.). 

6.2 Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (Art. 19 

VwVG i.V.m. Art. 40 BZP [SR 273]). Sie stellt eine Beweiserleichterung dar, 

indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlüssigkeit mögli-

che Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehr der Beweislast hat sie 

nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte Tatsachen – bspw. die Chronologie 

der Ereignisse – die natürliche Vermutung begründen, dass die erleichterte 

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Seite 8 

Einbürgerung erschlichen wurde, muss die betroffene Person nicht den Be-

weis für das Gegenteil erbringen. Sie bringt die natürliche Vermutung be-

reits mit dem Gegenbeweis zu Fall (HANS PETER WALTER, Berner Kommen-

tar, 2012, N. 476 zu Art. 8 ZGB). Hierfür genügt es, dass die betroffene 

Person einen Grund anführt, der es dem Gericht plausibel erscheinen lässt, 

dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich 

um ein ausserordentliches, nach der erleichterten Einbürgerung eingetre-

tenes Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern einer vormals intakten 

Ehe führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, dass sie 

die Ernsthaftigkeit der ehelichen Probleme nicht erkannte und den wirkli-

chen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer 

stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 m.H.; 

Urteil des BVGer C-333/2012 vom 21. August 2014 E. 4.2). 

7.  

Vorliegend sind die Fristen von Art. 41 Abs. 1bis aBüG – sowohl die zwei-

jährige relative als auch die achtjährige absolute Verjährungsfrist – einge-

halten. Auch die von Art. 41 Abs. 1 aBüG verlangte Zustimmung des zu-

ständigen Heimatkantons liegt vor. Die formellen Voraussetzungen für die 

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung sind somit erfüllt. 

8.  

8.1 Zwischen der gemeinsamen Erklärung zum Zustand der ehelichen Ge-

meinschaft vom 19. August 2014 und der erleichterten Einbürgerung vom 

26. August 2014 einerseits sowie der am 28. November 2014 erfolgten 

Trennung der Ehegatten als äusserem Ausdruck des Scheiterns ihrer Ehe 

andererseits vergingen gerade mal drei Monate. Etwas mehr als zwei Wo-

chen später, am 15. Dezember 2014, reichte die Beschwerdeführerin eine 

Eheschutzklage ein, und 20 Monate später, am 12. August 2016, erging 

das Scheidungsurteil des Bezirksgerichts E._______. 

8.2 Die kurze Zeitspanne zwischen der Einbürgerung der Beschwerdefüh-

rerin und der Trennung der Ehegatten von gerade drei Monaten begründet 

ohne weiteres die natürliche Vermutung, dass die Ehe zum Einbürgerungs-

zeitpunkt nicht intakt war (vgl. dazu statt vieler Urteil BGer 1C_220/2019 

vom 30. Oktober 2019 E. 4.2 m.H.) und die Einbürgerungsbehörde über 

diesen Umstand getäuscht wurde. Denn einerseits stellte das Scheitern ei-

ner intakten und auf die Zukunft ausgerichteten Ehe einen Prozess dar, der 

– besondere Umstände vorbehalten – regelmässig wesentlich längere Zeit 

in Anspruch nimmt, und andererseits kann davon ausgegangen werden, 

dass den Ehegatten der Zustand ihrer Ehe in aller Regel bewusst ist. Die 

http://links.weblaw.ch/BGE-135-II-161

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Beschwerdeführerin irrt deshalb, wenn sie im Rahmen des Rechtsmittel-

verfahrens davon auszugehen scheint, die Beantwortung der Frage, ob die 

Behörde von ihr getäuscht wurde, dürfe im Gegensatz zum Zustand der 

Ehe nicht auf der natürlichen Vermutung beruhen, sondern die beweisbe-

lastete Behörde müsse in diesem Punkt den Vollbeweis erbringen. 

8.3 Nach dem weiter oben Gesagten ist es an der Beschwerdeführerin, die 

natürliche Vermutung zu erschüttern, indem sie ein ausserordentliches, 

nach der erleichterten Einbürgerung eingetretenes Ereignis aufzeigt, das 

den nachfolgenden raschen Zerfall einer zuvor intakten ehelichen Bezie-

hung plausibel erklärt oder, falls die Ehe zum Zeitpunkt der erleichterten 

Einbürgerung nicht mehr intakt war, glaubwürdig darlegt, dass sie zum Zeit-

punkt der erleichterten Einbürgerung in guten Treuen von einer intakten 

Ehe ausging und deshalb die Behörden weder aktiv noch passiv täuschte. 

Die von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwendete und 

von der Beschwerdeführerin kritisierte Begrifflichkeit – wonach es ihr ob-

liege, den Gegenbeweis durch erhebliche Zweifel an der Vermutung zu 

führen, bzw. überzeugende, nachvollziehbare Gründe für einen anderen 

Ablauf der Ereignisse vorzutragen – ist wörtlich einer bundesgerichtlichen 

Rechtsprechungslinie entnommen (BGE 130 II 482 E. 3.2; ferner Urteil 

BGer 1C_236/2008 vom 27. August 2008 E. 2.1; vgl. auch Urteil BGer 

2C_400/2015 vom 31. Mai 2016 E. 5.1), ohne dass damit etwas Anderes 

zum Ausdruck gebracht worden wäre.  

9.  

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin äusserte sich in seiner Stel-

lungnahme vom 10. Juni 2016 (SEM-act. 18/62) wie folgt zur Sache: 

9.1 Die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Ehemann hätten sich im Jahr 2000 

in G._______ kennen gelernt und seit 2006 eine feste Beziehung gehabt. 

Nach der Heirat und der Wohnsitznahme in der Schweiz im Jahr 2008 habe 

sich das Eheleben schwieriger als erwartet gestaltet: Der Ex-Ehemann sei 

in seinem Beruf als Vermögensberater wegen der Finanzkrise und einer 

intensiven Weiterbildung unter starkem Erfolgsdruck gestanden. Die Be-

schwerdeführerin ihrerseits habe grössere Schwierigkeiten bei der ihr be-

sonders wichtigen beruflichen Integration gehabt, als sie aufgrund ihrer gu-

ten Ausbildung erwartet habe. Nach ihrem Studienabschluss in (…) im Feb-

ruar 2008 habe sie darauf gedrängt, möglichst bald berufstätig zu werden. 

Aus sprachlichen Gründen habe sie jedoch keine Arbeitsstelle finden kön-

nen. Erst im Februar 2012 habe sie die Gelegenheit erhalten, bei der Firma 

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Seite 10 

H._______ in I._______ ein Praktikum zu absolvieren, das in der Folge zu 

einer Festanstellung geführt habe. Hierzu seien Schicksalsschläge getre-

ten, die sie vor diesem Hintergrund besonders hart getroffen hätten. Im (…) 

sei ihr geliebter (…) gestorben und im (…) ihre (…), bei der sie in 

G._______ vom 9. bis 24. Altersjahr gelebt habe. Nach bestandener Auf-

nahmeprüfung habe die Beschwerdeführerin ab September 2013 an der 

Fachhochschule J._______ studiert, um ein Schweizer Diplom zu erwer-

ben. Nach einem Semester sei ihr das Studium jedoch zu viel geworden, 

weshalb sie es abgebrochen habe. 

Beeinflusst durch zahlreiche persönliche und gesellschaftliche Schwierig-

keiten und Schicksalsschläge sei die Ehe der Beschwerdeführerin von Hö-

hen und Tiefen geprägt gewesen. Die Ehegatten hätten viele schwere Zei-

ten erlebt, aber durchaus auch bessere, so zum Zeitpunkt der gemeinsa-

men Erklärung vom August 2014 zum Zustand der Ehe. Kurz zuvor, im Juli 

2014, hätten die Ehegatten – wie schon bei früheren Gelegenheiten – 

schöne gemeinsame Ferien verbracht, und ihre Beziehung habe sich in 

einem Hoch befunden. Die gemeinsame Erklärung, wonach sie in einer 

intakten und stabilen Beziehung lebten, und sie keine Trennungs- oder 

Scheidungsabsichten hegten, habe daher der Wahrheit entsprochen. Die 

Beschwerdeführerin habe demnach die erleichterte Einbürgerung nicht er-

schlichen. Im Übrigen habe sie während der gesamten Dauer der eheli-

chen Gemeinschaft intensiv und ausdauernd an einer positiven Entwick-

lung der Beziehung gearbeitet. Ab Anfang 2011 habe sich der Ex-Ehemann 

daran leider nicht mehr beteiligt, weil er – so seine Begründung – dafür 

keine Zeit habe. 

Nach der erleichterten Einbürgerung habe sich das Verhalten des Ex-Ehe-

mannes geändert und die Beschwerdeführerin damit zur Trennung ge-

drängt: Er habe ein «verstärktes» Drängen auf Nähe mit Anschreien, Bet-

teln und Kontrollieren des Aufenthaltsortes der Beschwerdeführerin ge-

zeigt. «Aufgrund seiner persönlichen Geschichte» habe die verbesserte 

soziale Situation der Beschwerdeführerin seine starken Verlustängste ak-

tiviert, und er habe gerade nach der Einbürgerung «wieder mehr» Zwang 

in der Beziehung ausgeübt, was die Beschwerdeführerin sehr verängstigt 

und bei ihr Panikattacken ausgelöst habe. Zusätzlich habe das Drängen 

des Ex-Ehemannes, sie solle ihre therapeutische Beziehung zu Frau 

Dr. med. K._______ abbrechen, bei ihr Angst ausgelöst. Denn sie habe die 

psychotherapeutische Hilfe während fünf Jahren gerne und regelmässig in 

Anspruch genommen, um mit zahlreichen Belastungen besser zurechtzu-

kommen. Es sei zu vermuten, dass die verstärken Verlustängste des Ex-

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Seite 11 

Ehemannes auf ihre zunehmende Eigenständigkeit und Selbstsicherheit 

zurückzuführen gewesen seien. Sie habe unter diesen Umständen zur Sta-

bilisierung ihrer persönlichen Situation und zur Rettung der Ehe keine an-

dere Möglichkeit gesehen, als sich durch Auszug aus der ehelichen Woh-

nung räumlich von ihrem Ex-Ehemann zu trennen. Für die Beschwerdefüh-

rerin sei das Verhalten ihres Ex-Ehemannes nicht ohne weiteres nachvoll-

ziehbar. Sie könne allerdings nicht ausschliessen, dass sein Verhalten 

auch mit psychischen und/oder psychiatrischen Problemen zu erklären sei. 

9.2 Als Beweis reichte der Rechtsvertreter den Bericht der langjährigen 

Psychotherapeutin der Beschwerdeführerin, Dr. med. K._______, Fachärz-

tin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 8. Juni 2016 zu den Akten 

(SEM-act. 18/67). In diesem Bericht, dessen praktisch wörtlich übernom-

mener Inhalt den zentralen Teil der Stellungnahme vom 10. Juni 2016 aus-

macht, äussert sich die Psychotherapeutin aus ärztlicher Sicht zur Person 

der Beschwerdeführerin und ihren Beweggründen, den Ex-Ehemann drei 

Monate nach der Einbürgerung zu verlassen.  

Dem Bericht kann zusätzlich entnommen werden, dass die Beschwerde-

führerin am 3. Juli 2009 gemeinsamen mit ihrem Ex-Ehemann wegen Ehe-

schwierigkeiten erstmals die Psychotherapeutin aufgesucht habe. Ansons-

ten nennt der Bericht die äusseren Belastungsfaktoren der Ehe (starker 

Erfolgsdruck beim Ex-Ehemann, schwierige berufliche Integration der Be-

schwerdeführerin), erwähnt die Schicksalsschläge (Tod des […] und der 

[…] der Beschwerdeführerin], äussert sich zu den gelungenen gemeinsa-

men Ferien im Juli 2014 und beschreibt mit denselben Ausdrücken das 

Verhalten des Ex-Ehemannes nach der erleichterten Einbürgerung der Be-

schwerdeführerin, namentlich, dass er «verstärktes» Drängen auf Nähe mit 

Anschreien, Betteln und Kontrollieren des Aufenthaltsorts der Beschwer-

deführerin gezeigt habe, dass die verbesserte soziale Position der Be-

schwerdeführerin aufgrund seiner «persönlichen Geschichte» beim Ex-

Ehemann starke Verlustängste aktiviert und er «wieder mehr» Zwang in 

der Beziehung ausgeübt habe, ferner dass er darauf gedrängt habe, die 

Beschwerdeführer solle die therapeutische Beziehung abbrechen.  

Der Bericht bestätigt des Weiteren, im Rückblick habe die Beschwerdefüh-

rerin intensiv und ausdauernd an einer positiven Entwicklung der Bezie-

hung gearbeitet, während sich der Ex-Ehemann bereits ab Januar 2011 

nicht mehr an dieser Arbeit beteiligt habe, vorgeblich weil er dafür keine 

Zeit gehabt habe, und schliesst, dass das Paar aus persönlichen und ge-

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Seite 12 

sellschaftlichen Gründen viele schwere Zeiten, aber durchaus auch bes-

sere Zeiten erlebt habe, so z.B. zum Zeitpunkt der Bestätigung vom August 

2014, als es annahm, man lebe in einer «stabilen ehelichen Gemein-

schaft». Die Bedingungen, dass die Ehe «tatsächlich und ungetrennt» ge-

wesen sei und das Paar an derselben Adresse lebte, seien stets erfüllt ge-

wesen. Trennungsabsichten seien zwar in früheren Jahren, wie bei vielen 

anderen Ehepaaren auch, zeitweise vorhanden gewesen, jedoch nicht 

zum Zeitpunkt der Bestätigung. 

9.3 Als weitere Beilage reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

eine Stellungnahme des geschiedenen Ex-Ehemannes vom 13. April 2016 

ein (SEM-act. 18/69). Darin bestätigt Letzterer ohne irgendwelche Erläute-

rungen, dass die gemeinsame Erklärung zum Zustand der ehelichen Ge-

meinschaft vom 19. August 2014 den Tatsachen entsprochen habe, und 

der Grund für die spätere Trennung Ende November 2014 in einer sich 

zuspitzenden Ehekrise gelegen habe, die ihren Anfang erst nach der er-

leichterten Einbürgerung der Beschwerdeführerin genommen habe. 

10.  

In einer weiteren Eingabe vom 15. Juli 2016 (SEM-act. 20/82) beantwortete 

der Rechtsvertreter die Ergänzungsfragen der Vorinstanz wie folgt: 

10.1 Auf die Frage, wie der Ausdruck «aufgrund seiner persönlichen Ge-

schichte» im Zusammenhang mit dem Ex-Ehemann zu verstehen sei, ant-

wortete er, diese Formulierung sei wörtlich aus dem Bericht der Psycho-

therapeutin vom 8. Juni 2016 übernommen. Für die Beschwerdeführerin 

sei das veränderte Verhalten Ihres Ex-Ehemannes nach ihrer Einbürge-

rung nur bedingt nachvollziehbar und erklärbar. Sie könne darüber nur mut-

massen. Sie gehe davon aus, dass die Verhaltensänderung ihres Ex-Ehe-

mannes nach der Einbürgerung in seiner persönlichen Geschichte und sei-

ner Persönlichkeitsstruktur begründet sei, ohne diese Vermutung konkreti-

sieren zu können. Sie verfüge lediglich über entsprechende Hinweise auf-

grund von Gesprächen mit ihren Schwiegereltern. Als sie sich im Zuge ei-

ner Beziehungskrise an ihre Schwiegereltern gewandt habe, hätten diese 

ihr bzw. ihrem Sohn geraten, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. 

Diese erstaunliche Reaktion ihrer Schwiegereltern komme der Beschwer-

deführerin in den Sinn, wenn sie gehalten sei, das nicht ohne weiteres 

nachvollziehbare Verhalten Ihres Ex-Ehemannes zu erklären. 

10.2 Auf eine weitere entsprechende Frage gab der Rechtsvertreter zur 

Auskunft, die Ehegatten hätten im Jahr 2007 einmal und seither mehrmals 

F-5196/2017 

Seite 13 

jährlich gemeinsame Ferien gebracht. Im Jahr 2014, dem Jahr der Einbür-

gerung und Trennung, seien sie zusammen in Wien (3. bis 6. April 2014), 

auf Mallorca (3. bis 6. Juli 2014) und im Tirol (9. bis 13. Juli 2014) gewesen. 

Für die Ferienaufenthalte im Jahr 2014 wurden verschiedene Beweismittel 

ins Recht gelegt (Fotodokumentation, Kreditkartenabrechnung des Ex-

Ehemannes, Reiseplan für den Aufenthalt auf Mallorca). 

10.3 Darauf angesprochen, warum die Beschwerdeführerin nach Auffas-

sung des Ex-Ehemannes die therapeutische Hilfe beenden sollte, antwor-

tete der Rechtsvertreter, auch darüber könne die Beschwerdeführerin letzt-

lich nur mutmassen. Sie gehe davon aus, dass er in ihrer Therapie einen 

stabilisierenden, persönlichkeitsstärkenden Faktor erblickt habe. Die zu-

nehmende soziale und wirtschaftliche Selbstständigkeit der Beschwerde-

führerin sei aus seiner Sicht durch die Therapie zusätzlich gefördert wor-

den. Die Zunahme der Selbstständigkeit habe zu einer Abnahme der Ab-

hängigkeit geführt. Diese Dynamik habe wohl bei ihrem Ex-Ehemann Ei-

fersuchtsgefühle und Verlustängste ausgelöst. Gegenüber der Beschwer-

deführerin habe sich der Ex-Ehemann dahingehend geäussert, dass die 

Therapie nichts nütze. 

10.4 Die Frage, warum der Ex-Ehemann anfangs 2011 keine Zeit mehr für 

die gemeinsame Arbeit an der Ehe gehabt habe, obwohl die Therapie zur 

Überwindung der ehelichen Schwierigkeiten eingeleitet worden sei, und 

welche Ersatzmassnahmen er anerboten habe, beantwortete der Rechts-

vertreter mit der Mehrbelastung des Ex-Ehemannes als Folge der Finanz-

krise. Die Mitarbeitenden seien unter Druck gestanden, mit grösserem Ar-

beitseinsatz rückläufige Umsatzzahlen zu kompensieren. Zudem seien bei 

den Finanzinstituten viele Stellen gestrichen worden, was bei den Mitarbei-

tenden Ängste vor einem Verlust der Arbeitsstelle ausgelöst habe. Der Ex-

Ehemann habe der Beschwerdeführerin sodann keine Ersatzmassnahmen 

angeboten, und es seien auch keine realisiert worden. Der Rechtsvertreter 

stellte bei gleicher Gelegenheit klar, dass die Therapie bei Frau 

Dr. K._______ keine gemeinsame Ehetherapie gewesen sei. Es habe le-

diglich zu Beginn einige gemeinsame Therapiesitzungen gegeben. In der 

Folge habe die Beschwerdeführerin Frau Dr. K._______ im Rahmen einer 

Einzeltherapie aufgesucht. Gegenstand der Therapie seien auch – aber bei 

weitem nicht nur – Eheprobleme gewesen. 

10.5 Zu weiteren Belastungen, die es neben den bereits erwähnten Prob-

lemen auch noch gegeben habe, führte der Rechtsvertreter aus, der Ex-

F-5196/2017 

Seite 14 

Ehemann der Beschwerdeführerin sei, wie bereits erwähnt, im Zug der Fi-

nanzkrise 2008/2009 unter grossem Arbeitsstress gestanden. Zusätzlich 

habe er neben der 100%-Stelle als Bankangestellter eine Ausbildung mit 

Abendkursen ausserhalb der Arbeitszeiten absolviert. 

10.6 Der Rechtsvertreter bestätigte sodann ausdrücklich die Interpretation 

der Vorinstanz, wonach es in der Zeit zwischen der erleichterten Einbürge-

rung und dem Auszug der Beschwerdeführerin aus dem ehelichen Haus-

halt zu keinem plötzlichen, unerwarteten Ereignis gekommen sei. Vielmehr 

sei nach der erleichterten Einbürgerung ein Prozess in Gang gesetzt wor-

den, der eine Erosion des gegenseitigen Vertrauens und schliesslich die 

Trennung zur Folge gehabt habe. 

10.7 Die Beschwerdeführerin wurde unter Hinweis auf ihre Mutmassung, 

wonach das Verhalten des Ex-Ehemannes nach der erleichterten Einbür-

gerung mit psychischen und/oder psychiatrischen Problemen zu erklären 

sein könnte, gefragt, wann sie solche Probleme beim Ex-Ehemann erst-

mals festgestellt habe und wie sie sich diese geäussert hätten. Der Rechts-

vertreter führte dazu aus, die Beschwerdeführerin könne bis heute nicht mit 

Sicherheit beurteilen, ob ihr Ex-Ehemann an einer psychischen und/oder 

psychiatrischen Störung leide. Sie könne sich aber den Umstand, dass ihr 

Ex-Ehemann mit grossem Nachdruck von ihr verlangte, die jahrelange Psy-

chotherapie zu beenden, nicht anders erklären. Nach dem Tod ihrer (…), 

die für sie wie eine Mutter gewesen sei, habe die Beschwerdeführerin oft 

geweint. Ihr Ex-Ehemann habe von ihr in jener Zeit jeweils verlangt, nicht 

mehr zu weinen, da er keine Tränen sehen könne. Auch darüber sei die 

Beschwerdeführerin sehr erstaunt gewesen. Sie könne sich diese Haltung 

ihres Ex-Ehemannes nicht erklären. Schliesslich hätten ihre Schwiegerel-

tern empfohlen, dass ihr Sohn wegen den Eheproblemen einen Arzt aufsu-

chen solle. Auch dieser Umstand deute darauf hin, dass ihr Ex-Ehemann 

psychische Probleme haben könnte. 

11.  

Der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin wurde von der Vorinstanz zwei 

Mal angeschrieben und um Beantwortung diverser Fragen zu der geschie-

denen Ehe gebeten.  

In seinen Antwortschreiben vom 26. August 2016 (SEM-act. 23/123) und 

28. September 2016 (SEM-act. 25/125) bestätigte er, dass zum Zeitpunkt 

der gemeinsamen Erklärung zum Zustand der ehelichen Gemeinschaft 

eine tatsächliche und stabile eheliche Gemeinschaft bestanden habe. Er 

F-5196/2017 

Seite 15 

verwahrte sich in aller Form gegen den Vorwurf, im Verfahren auf erleich-

terte Einbürgerung der Beschwerdeführerin falsche Angaben gemacht 

oder erhebliche Tatsachen verheimlicht zuhaben, und stellte fest, dass die 

Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter die ihnen gestellten Fragen 

wahrheitsgemäss beantwortet hätten. Er habe dem nichts beizufügen. 

Dazu sei er auch nicht bereit. Für ihn sei die Sache abgeschlossen, und er 

wolle sich damit nicht mehr auseinandersetzen. Seiner Auffassung nach 

sei das Verfahren auf Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung der 

Beschwerdeführerin sinnlos und einzustellen. 

12.  

Den von der Vorinstanz beigezogenen Eheschutz- und Scheidungsakten 

des Bezirksgerichts E._______ (SEM-act. 31/139 ff. und 34/152 ff.) ist fol-

gendes zu entnehmen: 

12.1 Am 15. Dezember 2014 gelangte die damalige Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin mit einem Eheschutzbegehren an das Gericht und bat 

darum, dem Ex-Ehemann die Wohnadresse der Beschwerdeführerin nicht 

bekannt zu geben. Diese habe nach wiederholten gewaltsamen Übergrif-

fen des Ex-Ehemannes die eheliche Wohnung verlassen. Da sie seit ihrem 

Auszug mit unzähligen Telefonanrufen sowie Nachrichten bedrängt werde, 

befürchte sie, dass er bei Bekanntwerden der Wohnadresse sie auch per-

sönlich an ihrem Wohnort aufsuchen und bedrängen könnte.  

In ihren Plädoyer-Notizen zuhanden der Hauptverhandlung vom 12. Feb-

ruar 2015 führte die Rechtsvertreterin aus, die Beschwerdeführerin habe 

am 29. November 2014 die eheliche Wohnung verlassen, nachdem sich 

der Ex-Ehemann bei Differenzen wiederholt nicht habe beherrschen kön-

nen und ihr gegenüber tätlich geworden sei. Das Zusammenleben mit ihm 

habe ihre physische und psychische Integrität tangiert. Des Weiteren habe 

die Beschwerdeführerin das im Herbst 2013 angefangene Masterstudium 

im Bereich (…) wegen der zunehmend unerträglichen ehelichen Situation 

nach einem Semester nicht mehr fortsetzen können und sich im Februar 

2014 wieder exmatrikulieren lassen.  

12.2 Im Gesuch vom 12. Mai 2016 um Scheidung auf gemeinsames Be-

gehren mit umfassender Einigung führte die Rechtsvertreterin aus, dass 

die Beschwerdeführerin einer Weitergabe ihrer Wohnadresse an den Ex-

Ehemann angesichts der mit ihm gemachten Erfahrungen nach wie vor ab-

F-5196/2017 

Seite 16 

lehnend gegenüberstehe. Dementsprechend hielt das Gericht in einer Ak-

tennotiz fest, es dürfe keine Weitergabe der Wohnadresse der Beschwer-

deführerin an den Ex-Ehemann erfolgen. 

13.  

Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, der Beschwerde-

führerin sei es nicht gelungen, die gegen sie sprechende natürliche Vermu-

tung zu erschüttern. Es sei davon auszugehen, dass sie bereits im Einbür-

gerungszeitpunkt nicht mehr in einer stabilen ehelichen Beziehung gelebt 

und ihre Einbürgerung durch falsche Angaben und Verheimlichung erheb-

licher Tatsachen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBüG erschlichen habe. Die 

Voraussetzungen für eine Nichtigerklärung seien daher erfüllt. 

So habe die Beschwerdeführerin ausdrücklich erklärt, zwischen der er-

leichterten Einbürgerung und der Trennung sei es zu keinem plötzlichen, 

unerwarteten Ereignis gekommen. Nach der Einbürgerung sei vielmehr ein 

Prozess in Gang gesetzt worden, der zur Erosion des gegenseitigen Ver-

trauens geführt und schliesslich die Trennung der Ehegatten zur Folge ge-

habt habe. Diese Darstellung sei jedoch mit Blick auf die sehr kurze Zeit-

spanne zwischen der erleichterten Einbürgerung und der Trennung der 

Ehegatten wenig nachvollziehbar. Es müsse im Gegenteil davon ausge-

gangen werden, dass der zur Trennung führende Prozess im Herbst 2014 

nicht begonnen, sondern seinen Abschluss gefunden habe. 

Die Vorinstanz erwähnt in diesem Zusammenhang das Eingeständnis der 

Beschwerdeführerin, dass sich das Eheleben in der Schweiz schwieriger 

gestaltet habe, als gedacht, und dass die Ehegatten im Jahr 2009 wegen 

Schwierigkeiten eine Eheberatung in Anspruch genommen hätten, wobei 

der Ex-Ehemann seit 2011 nicht mehr an dieser Arbeit teilgenommen habe. 

Es sei jedoch wenig glaubhaft, dass sich das problematische, von der Be-

schwerdeführerin vermutungsweise auf zunehmende Verlustängste zu-

rückgeführte und mit dessen persönlicher Geschichte und Persönlichkeits-

struktur begründe Verhalten – wie behauptet – erst nach der erleichterten 

Einbürgerung offenbart habe. Es werde sich spätestens mit der Einleitung 

des Einbürgerungsverfahrens angebahnt haben. 

Die Vorinstanz weist darauf hin, dass im Eheschutzbegehren vom 15. De-

zember 2014 der Wegzug der Beschwerdeführerin aus der ehelichen Woh-

nung mit wiederholten gewaltsamen Übergriffen des Ex-Ehemannes be-

gründet wurde. Hätte es sich um eine neue Seite des Ex-Ehemannes ge-

handelt, hätte die Beschwerdeführerin im Verfahren auf Nichtigerklärung 

F-5196/2017 

Seite 17 

der erleichterten Einbürgerung nicht ausgesagt, dass es nach ihrer Einbür-

gerung zu keinem plötzlichen unerwarteten Ereignis gekommen sei. Im 

späteren Scheidungsbegehren sei vermerkt worden, dass aufgrund der in 

der Vergangenheit gemachten Erfahrungen die Beschwerdeführerin ihre 

Wohnadresse nicht ihrem Ex-Ehemann bekannt geben wolle. Die Ehegat-

ten hätten zwar im Sommer 2014 noch gemeinsame Ferien verbracht. Dort 

hätte aber auch die Eheauflösung nach der Einbürgerung verabredet wor-

den sein können. Dafür spreche die sehr rasche Auflösung des ehelichen 

Haushalts. 

14.  

Der Rechtsvertreter besteht in seiner Rechtsmittelschrift darauf, dass die 

Beschwerdeführerin die erleichterte Einbürgerung nicht mit einem unlaute-

ren und täuschenden Verhalten erschlichen habe. Sie habe bei der Unter-

zeichnung der Erklärung am 19. August 2014 weder gelogen noch wesent-

liche Tatsachen verschwiegen. Vielmehr habe sie plausibel erklären kön-

nen, dass die Gründe, die relativ kurze Zeit nach der erleichterten Einbür-

gerung zur Trennung geführt hätten, erst nach Unterzeichnung der Erklä-

rung betreffend eheliche Gemeinschaft am 19. August 2014 und der am 

26. August 2014 erfolgten erleichterten Einbürgerung eingetreten seien. 

In diesem Zusammenhang wird auf die gemeinsamen Ferien der Ehegat-

ten kurz nach der Unterzeichnung der Erklärung verwiesen, ferner auf den 

Bericht der langjährigen Psychotherapeutin der Beschwerdeführerin vom 

8. Juni 2016, der sich zu den Ferienaufenthalten und der Qualität der ehe-

lichen Gemeinschaft im Zeitpunkt der Unterzeichnung der gemeinsamen 

Erklärung äussere. Die Annahme, die gemeinsamen Ferien im Juli 2014 

hätten den Ehegatten dazu gedient, die Eheauflösung nach der Einbürge-

rung zu verabreden, sei haltlos und finde in den Akten keine Stütze. Viel-

mehr liessen es die Umstände als plausibel erscheinen, dass die Be-

schwerdeführerin nicht gelogen habe, als sie am 19. August 2014 erklärt 

habe, mit ihrem Ex-Ehemann in einer intakten und stabilen ehelichen Ge-

meinschaft ohne Trennungs- oder Scheidungsabsichten zu leben. 

Die Beschwerdeführerin habe sodann im erstinstanzlichen Verfahren er-

klärt, wie die erleichterte Einbürgerung bei ihr selbst die Eigenständigkeit 

und Selbstsicherheit gestärkt und beim Ex-Ehemann eine Zunahme der 

Verlustängste und ein stärkeres Kontrollbedürfnis bewirkt habe. Die Psy-

chotherapeutin beschreibe in ihrem Bericht vom 8. Juni 2016 die damit ein-

hergehende Verhaltensänderung des Ex-Ehemannes, die durch verstärk-

F-5196/2017 

Seite 18 

tes Drängen auf Nähe mit Anschreien, Betteln und Kontrollieren des Auf-

enthaltsorts der Beschwerdeführerin sowie durch vermehrte Ausübung von 

Zwang geprägt gewesen sei. Auch diese Ausführungen liessen es als plau-

sibel erscheinen, dass die Ehekrise, die schliesslich zur Trennung geführt 

habe, erst nach der erleichterten Einbürgerung eingetreten sei. 

Weshalb sich die durch die erleichterte Einbürgerung bewirkte Verhaltens-

änderung des Ex-Ehemannes spätestens mit Beginn des Einbürgerungs-

verfahrens hätte angebahnt haben sollen, sei nicht einsichtig und finde in 

den Akten keine Stütze. Vielmehr bestätige die Psychotherapeutin in ihrem 

Bericht vom 8. Juni 2016 das Gegenteil. Die Beschwerdeführerin habe im 

Übrigen zu keinem Zeitpunkt behauptet, das in der persönlichen Ge-

schichte und Persönlichkeit begründete Verhalten des Ex-Ehemannes 

habe sich erst nach der erleichterten Einbürgerung offenbart. Sie habe 

stets eingeräumt, dass sie mit ihm bereits vor der erleichterten Einbürge-

rung Höhen und Tiefen erlebt habe. Das problematische Beziehungsver-

halten des Ex-Ehemannes habe sich aber nach der erleichterten Einbür-

gerung derart verstärkt, dass es innert relativ kurzer Zeit zur Trennung ge-

kommen sei.  

15.  

In ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2017 bezeichnet die Vor-

instanz ihre Vermutung, wonach die Ehegatten in den gemeinsamen Fe-

rien im Sommer 2014 die Auflösung der Ehe verabredet haben könnten, 

mit Blick auf die sehr rasche Auflösung des ehelichen Haushalts und die 

Aussage der Beschwerdeführerin, nach der erleichterten Einbürgerung sei 

es zu keinem plötzlichen unerwarteten Ereignis gekommen, als durchaus 

zulässig.  

Die Akten des Eheschutzverfahrens (die Begründung des Eheschutzbe-

gehrens und die Plädoyer-Notizen der damaligen Rechtsvertreterin) deu-

teten im Übrigen auf ein vorbestandenes und fortwährendes, für die Be-

schwerdeführerin unerträgliches Verhalten des Ex-Ehemannes hin. Viel-

leicht sei sein Verhalten in der entspannten Ferienzeit weniger problema-

tisch gewesen, was jedoch ihre Ehe noch nicht zu einer stabilen und zu-

kunftsgerichteten ehelichen Gemeinschaft gemacht habe. 

Die Beschwerdeführerin mutmasse sodann selbst, dass das Verhalten des 

Ex-Ehemannes auch in seiner persönlichen Geschichte und Persönlich-

keitsstruktur begründet sein könnte. Nachdem sich die Ehegatten seit Kind-

F-5196/2017 

Seite 19 

heit kennen würden und seit dem Jahr 2006 in einer festen Beziehung ge-

standen seien, sei es unter Berücksichtigung aller Argumente wenig glaub-

würdig, dass die Verhaltensänderung des Ex-Ehemannes erst nach der 

Einbürgerung eingetreten und trotzdem unerwähnt geblieben sei. Der aus-

drückliche Hinweis der Beschwerdeführerin auf eine Verstärkung negativer 

Verhaltensweisen bedeute, dass das Verhaltensmuster des Ex-Eheman-

nes vorbestanden habe. 

Schliesslich werde in der angefochtenen Verfügung offengelassen, wann 

das problematische Verhalten des Ex-Ehemannes begonnen habe. Auf-

grund der Reaktion der Beschwerdeführerin nach der Einbürgerung dürfte 

es spätestens mit der Gesuchstellung eingesetzt haben. Die Beschwerde-

führerin erwähne zudem, dass sie sich im Zuge einer Beziehungskrise an 

ihre Schwiegereltern gewandt habe und diese ihr resp. ihrem Sohn geraten 

hätten, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Gemäss Auskunft der 

Psychotherapeutin sei das Ehepaar am 3. Juli 2009 gemeinsam wegen 

Eheschwierigkeiten zu einem ersten Gespräch in der Arztpraxis erschie-

nen. 

16.   

Der Rechtsvertreter trägt in der Replik vom 14. März 2018 vor, die Behaup-

tung der Vorinstanz, der Ex-Ehemann habe sich gegenüber der Beschwer-

deführerin fortwährend unerträglich verhalten, lasse sich mit den beigezo-

genen Akten aus dem Eheschutzverfahren nicht erhärten.  

Es sei unstrittig und werde nicht in Abrede gestellt, dass der Ex-Ehemann 

gegenüber seiner Ehefrau während der sieben Jahre dauernden ehelichen 

Gemeinschaft auch problematische Seiten gezeigt habe, die zu vorüber-

gehenden Eheproblemen geführt hätten. Daraus lasse sich allerdings nicht 

der Schluss ziehen, die Beschwerdeführerin habe am 19. August 2014 mit 

ihrer Erklärung, wonach sie mit ihrem Ex-Ehemann in einer intakten eheli-

chen Gemeinschaft lebe, bewusst falsche Angaben gemacht bzw. bewusst 

wesentliche Tatsachen verschwiegen. 

Folgende Umstände sprächen entgegen der Ansicht der Vorinstanz dafür, 

dass im Zeitpunkt der Erklärung betreffend eheliche Gemeinschaft vom 

19. August 2014 die Beschwerdeführerin von einer intakten, vom gemein-

samen Willen getragenen stabilen ehelichen Gemeinschaft habe ausge-

hen dürfen:  

F-5196/2017 

Seite 20 

Kurz vor der Erklärung vom 14. August 2014 habe das Ehepaar im Juli 

2014 gemeinsame Ferien auf Mallorca und im Tirol verbracht. Hätte sich 

der Ex-Ehemann in jenem Zeitraum gegenüber der Beschwerdeführerin 

«fortwährend unerträglich» verhalten, wäre es sicher nicht zu diesen ge-

meinsamen Ferienaufenthalten gekommen. Sie hätten im Übrigen bereits 

zuvor teilweise mehrmals jährlich gemeinsame Ferien gemacht. 

Ferner bestätige die Psychotherapeutin der Beschwerdeführerin in ihrem 

Bericht vom 8. Juni 2016, dass die gemeinsamen Ferien im Juli 2014 – wie 

bereits vorangegangene – gut verlaufen seien, das Paar schöne Ausflüge 

auch in der Schweiz unternommen habe. Die Ehegatten hätten aus per-

sönlichen und gesellschaftlichen Gründen viele schwere Zeiten erlebt, aber 

durchaus auch bessere, so zum Beispiel zum Zeitpunkt der Bestätigung im 

August 2014, wonach man in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft lebe. 

Die Psychotherapeutin betreute die Beschwerdeführerin bereits seit Juli 

2009. Sie habe das Eheleben der Beschwerdeführerin aus ärztlicher Sicht 

während Jahren verfolgen können. Ihre fachärztlichen Erkenntnisse seien 

deshalb als besonders zuverlässig zu werten.  

Nach dem Gesagten beruhe die angefochtene Verfügung auf unbewiese-

nen Behauptungen, Mutmassungen und Thesen, die sich durch die Akten 

nicht untermauern liessen. Es sei nicht von Belang, ob die Verhaltensän-

derungen des Ex-Ehemannes, die zur Trennung geführt hätten, auf einer 

vorbestehenden Persönlichkeitsstruktur basierten oder nicht. Entschei-

dend sei einzig, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Erklärung 

betreffend eheliche Gemeinschaft vom 19. August 2014 keine falschen 

oder irreführenden Angaben gemacht habe. Sie habe in jenem Zeitpunkt in 

guten Treuen von einer stabilen und zukunftsgerichteten ehelichen Ge-

meinschaft ausgehen können und müssen. 

17.  

Nach einer Prüfung der Sach- und Rechtslage teilt das Bundesverwal-

tungsgericht die Auffassung der Vorinstanz, wonach es der Beschwerde-

führerin nicht gelingt, die gegen sie sprechende natürliche Vermutung zu 

erschüttern, dass ihre Ehe im massgebenden Zeitpunkt nicht intakt war und 

sie die Behörden darüber täuschte.  

17.1 Die in dieser Hinsicht eindeutigen Akten zeichnen ein düsteres Bild 

der Ehe der Beschwerdeführerin. Nach eigener Darstellung der Beschwer-

deführerin gestaltete sich das Eheleben von Anfang an schwerer als erwar-

F-5196/2017 

Seite 21 

tet, und nur etwas mehr als ein Jahr nach dem Zuzug der Beschwerdefüh-

rerin in die Schweiz nahmen die Ehegatten wegen Eheproblemen psycho-

therapeutische Hilfe in Anspruch. Während die Beschwerdeführerin nach 

Darstellung ihrer Psychotherapeutin weiter an der Verbesserung ihrer Ehe 

arbeitete, stellte der Ex-Ehemann seine Bemühungen bereits im Januar 

2011 ein. Die beigezogenen Eheschutzakten lassen erahnen, wie sehr die 

Ehe der Beschwerdeführerin auch in der Folgezeit belastet war. Die eheli-

che Situation wurde nach Darstellung in den Plädoyer-Notizen der damali-

gen Rechtsvertreterin dermassen unerträglich, dass die Beschwerdeführe-

rin im Februar 2014 ein Masterstudium der (…) nach nur einem Semester 

habe aufgeben müssen. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass die Be-

schwerdeführerin kurz zuvor, am 7. Januar 2014, zusammen mit dem Ein-

bürgerungsgesuch eine erste gemeinsame Erklärung zum Zustand der 

Ehe abgab und dass die Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 10. 

Juni 2016 und der Bericht der Psychotherapeutin vom 8. Juni 2016 die de-

solate eheliche Situation als Grund für den Studienabbruch verschweigen. 

Etwas mehr als neun Monate nach dem Studienabbruch, Ende November 

2014, trennten sich die Ehegatten, dies jedoch erst, nachdem die Be-

schwerdeführerin drei Monate zuvor erleichtert eingebürgert worden war. 

Die Trennung wurde im Eheschutzbegehren und den Plädoyer-Notizen da-

mit begründet, der Ex-Ehemann sei gegenüber der Beschwerdeführerin 

wiederholt gewalttätig geworden. Das Zusammenleben mit ihm habe ihre 

physische und psychische Integrität beeinträchtigt. Bezeichnend ist, dass 

die Beschwerdeführerin das Gericht um Geheimhaltung ihrer aktuellen 

Wohnadresse ersuchte. Sie sei von ihrem Ex-Ehemann nach dem Auszug 

mit unzähligen Telefonaten und Textnachrichten bedrängt worden und be-

fürchte, bei Bekanntwerden ihrer Wohnadresse von ihrem Ex-Ehemann 

auch persönlich an ihrem Wohnort aufgesucht und bedrängt zu werden. 

17.2 Die Beschwerdeführerin stellt unterstützt von ihrem Ex-Ehemann de-

zidiert in Abrede, dass nach ihrer erleichterten Einbürgerung etwas Beson-

deres geschehen sei. Sie spricht von einem nach der Einbürgerung in 

Gang gesetzten Prozess, der zur Erosion des gegenseitigen Vertrauens 

und schliesslich zur Trennung geführt habe. Gleichzeitig räumt sie ein, 

dass der Ex-Ehemann, bedingt durch seine persönliche Geschichte und 

Persönlichkeit, bereits vor der erleichterten Einbürgerung ein problemati-

sches Beziehungsverhalten an den Tag gelegt habe, das zu ehelichen 

Schwierigkeiten geführt habe. Ihre Ehe habe denn auch viele schwere Zei-

ten erlebt. Es habe aber auch bessere Zeit gegeben, so zum Beispiel im 

August 2014 zum Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung zum Zustand der 

ehelichen Gemeinschaft. Damals habe sich das Ehepaar, beeinflusst durch 

F-5196/2017 

Seite 22 

die gelungenen Sommerferien im Juli 2014, in einem Hoch befunden, und 

seine gemeinsame Erklärung habe den Tatsachen entsprochen. Das prob-

lematische Beziehungsverhalten des Ex-Ehemannes habe sich jedoch 

nach der erleichterten Einbürgerung derart verstärkt, dass es innerhalb kur-

zer Zeit zur Trennung gekommen sei. Später modifizierte die Beschwerde-

führerin ihre Darstellung dahingehend, dass zumindest sie zum Zeitpunkt 

der Erklärung in guten Treuen von einer intakten Ehe habe ausgehen kön-

nen und daher nicht bewusst irreführende Angaben gemacht habe. Die 

Verhaltensänderung des Ex-Ehemannes habe darin bestanden, dass er 

ein «verstärktes» Drängen auf Nähe mit Anschreien, Betteln und Kontrollen 

gezeigt und «wieder mehr» Zwang in der Beziehung ausgeübt habe.  

17.3 Die dargestellte Aktenlage lässt bei objektiver Betrachtungsweise kei-

nen anderen Schluss zu, als dass die Ehe der Beschwerdeführerin im mas-

sgebenden Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung und der wenige Tage 

später erfolgten erleichterten Einbürgerung nicht (mehr) intakt war. Weder 

die gemeinsam verbrachten Ferien im Jahr 2014 noch die Beurteilung 

durch die Psychotherapeutin, die den Ex-Ehemann im Berichtszeitpunkt 

offenbar bereits mehrere Jahre nicht gesehen hatte und sich knapp zu den 

Anforderungen an eine intakte Ehe äussert, können an dieser Schlussfol-

gerung etwas ändern. Sie sind als Indizien von zu geringer Beweiskraft, als 

dass sie gegen die ansonsten klare, auf einen desolaten Zustand der Ehe 

weisende Beweislage aufkommen könnten. Es stellt sich daher nur die 

Frage, ob die Beschwerdeführerin entgegen der natürlichen Vermutung zu-

mindest in guten Treuen von einer intakten Ehe ausgehen konnte. Hierzu 

ist zunächst festzustellen, dass die Beschwerdeführerin bereits am 7. Ja-

nuar 2014 eine erste vorbehaltlose Erklärung zum Zustand der Ehe abgab, 

obschon sie – so ihre Rechtsvertreterin im Eheschutzverfahren – im Fol-

gemonat das Masterstudium wegen der zunehmend unerträglichen eheli-

chen Situation nach nur einem Semester aufgeben musste. Dessen unge-

achtet hätte die Beschwerdeführerin die Probleme im Zusammenleben mit 

ihrem Ex-Ehemann in Bezug auf Gründe, Art und Auswirkungen in sub-

stantiierter Weise offenlegen müssen. Das hat sie jedoch unter Verletzung 

ihrer Mitwirkungspflicht nicht getan. Ihr augenfälliges Bestreben war es 

stets, diesen belastenden Aspekt ihres ehelichen Zusammenlebens aus-

zuklammern beziehungsweise – wenn es nicht anders ging – mit Allge-

meinplätzen kleinzureden oder mit Nichtwissen zu überspielen. So erfuhr 

die Vorinstanz von der zunehmend unerträglichen ehelichen Situation als 

Grund für den Studienabbruch im Februar 2014, der Gewalterfahrung wäh-

rend der Ehe und den Belästigungen durch den Ex-Ehemann nach dem 

F-5196/2017 

Seite 23 

Auszug aus der ehelichen Wohnung erst durch Einsicht in die beigezoge-

nen Gerichtsakten, und die Beschwerdeführerin äusserte sich dazu – wenn 

auch knapp und verharmlosend – erst in ihrer Replik. Konkret äusserte sie 

sich jedoch dazu zu keinem Zeitpunkt. Der Abbruch des Studiums wurde 

vor dem Beizug der Eheschutzakten gar allein damit begründet, das Stu-

dium sei der Beschwerdeführerin neben der Arbeit zu viel geworden. 

18.  

Der Beschwerdeführerin ist es somit nicht gelungen, die natürliche Vermu-

tung in Frage zu stellen, wonach zwischen ihr und ihrem Ex-Ehemann zum 

Zeitpunkt der gemeinsamen Erklärung und der wenige Tage später erfolg-

ten erleichterten Einbürgerung keine stabile und auf Zukunft ausgerichtete 

eheliche Gemeinschaft mehr bestand und sie die Behörde über diesen Um-

stand täuschte, sei es weil sie in der gemeinsamen Erklärung zum Zustand 

der Ehe falsche Angaben machte, sei es weil sie eine Änderung des Sach-

verhalts nicht anzeigte. Sie hat demnach ihre erleichterte Einbürgerung im 

Sinne von Art. 41 Abs. 1 aBüG erschlichen.  

Gründe, die es rechtfertigten, ermessensweise von der Regelfolge der 

Nichtigerklärung abzusehen, werden keine geltend gemacht und sind auch 

nicht ersichtlich. Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass eheliche Gewalt-

erfahrung unter bestimmten Voraussetzungen einen solchen ermessens-

weisen Verzicht auf die Nichtigerklärung rechtfertigen könnte. Wie jedoch 

bereits ausgeführt, unterlässt es die Beschwerdeführerin in Verletzung ih-

rer Mitwirkungspflicht, die problematische Beziehung zu ihrem Ex-Ehe-

mann und namentlich die offenbar erlittene eheliche Gewalt offen und sub-

stantiiert in das vorliegende Verfahren einzubringen. 

19.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich solchermassen als rechtmässig 

(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

20.  

Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdeführerin 

kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind auf 

Fr. 1'200.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

F-5196/2017 

Seite 24 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (…) 

– die Vorinstanz (…) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Julius Longauer 

 

 

F-5196/2017 

Seite 25 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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