# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8a6e0bf9-526c-5c69-b281-5b04d8df6983
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-07
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 07.11.2023 BS 2023 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-28_2023-11-07.pdf

## Full Text

20231025_111404_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 28

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiberin D. Huber Stüdli

Beschluss vom 7. November 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

1. A.________, 
2. B.________ AG, 
3. C.________, 
4. D.________,
alle vertreten durch Rechtsanwalt E.________ und/oder Rechtsanwalt F.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch Staatsanwältin G.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Sistierung und Einstellung

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Sachverhalt

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug führte eine Strafuntersuchung gegen H.________ 
und I.________ sowie weitere sechs Beschuldigte u.a. wegen des Verdachts auf Anlagebe-
trug zum Nachteil der Anleger der J.________ AG (Verfahren 2A 2015 121). 

2. Am 22. November 2017 erstatteten die K.________, A.________, die B.________ AG, die 
L.________ und D.________ (nachfolgend: Privatkläger) bei der Staatsanwaltschaft des 
Kantons Zug Strafanzeige gegen die M.________ AG, die N.________ AG und unbekannt 
wegen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei, der mangelnden Sorgfalt bei Finanz-
geschäften sowie der Verletzung der Meldepflicht (Art. 9 GwG). Zur Begründung führten sie – 
zusammengefasst – aus, sie seien Opfer des J.________-Anlagebetrugs. Die Beschuldigten 
hätten im Zeitraum von 2012 bis 2015 diejenigen Konten von H.________ und I.________ 
geführt, über welche die Deliktserlöse in zweistelliger Millionenhöhe transferiert worden sei-
en. Die Beschuldigten hätten ausreichend Anhaltspunkte gehabt, dass die genannten Trans-
aktionen deliktisch seien (Verfahren 2A 2017 184). Dieses Verfahren wurde mit Verfügung 
der Staatsanwaltschaft vom 5. Februar 2018 sistiert. 

3. Am 29. August 2019 schloss die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug das Strafverfahren 
gegen die Beschuldigten H.________, I.________, O.________ und P.________ ab und er-
hob Anklage beim Strafgericht des Kantons Zug. 

4. Mit Urteil vom 30. August 2022 sprach das Strafgericht des Kantons Zug die Beschuldigten 
des gewerbsmässigen Betrugs und der Urkundenfälschung (H.________) bzw. der Ge-
hilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug (I.________, O.________, P.________) schuldig 
(Verfahren SG 2019 13-16). 

5. Dagegen erhoben drei der vier Beschuldigten (H.________, O.________ und P.________) 
Berufung beim Obergericht des Kantons Zug und beantragten Freisprüche. Auch drei der 
Privatkläger (A.________, B.________ AG, Q.________) erklärten Berufung gegen das Ur-
teil des Strafgerichts (S 2022 54, 56-58, 63, 65, 69-72). 

6. Mit Eingabe vom 15. September 2022 beantragten die K.________, A.________, die 
B.________ AG, die L.________ und D.________ bei der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Zug, die Sistierung des Verfahrens 2A 2017 184 sei aufzuheben und die Strafuntersuchung 
weiterzuführen. Zudem sei die Strafuntersuchung auf R.________ (Compliance M.________) 
und auf S.________ (T.________ AG) auszuweiten. 

7. Mit Einstellungs- und Sistierungsverfügung vom 8. März 2023 sistierte die Staatsanwaltschaft 
des Kantons Zug die Strafuntersuchung gegen R.________ und S.________ betreffend Ver-
dacht auf qualifizierte Geldwäscherei, mangelnde Sorgfalt bei Finanzgeschäften sowie Wi-
derhandlung gegen das Geldwäschereigesetz. Weiter hielt sie fest, dass auch das bereits 
sistierte Strafverfahren gegen die N.________ AG und die M.________ AG sistiert bleibe. 
Schliesslich verfügte sie, dass die Sistierung nicht befristet werde. Erfolge bis zum Eintritt der 
Verfolgungsverjährung keine Wiederaufnahme des Verfahrens, werde die Sistierungsverfü-
gung zur definitiven Einstellungsverfügung (Verfahren 2A 2022 153/154). 

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8. Dagegen erhoben A.________, die B.________ AG, die C.________ und D.________ (nach-
folgend: Beschwerdeführer) Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und stellten fol-
gende Anträge: 

1. Die Einstellungs- und Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, 
vom 8. März 2023 im Strafverfahren 2A 2022 153/154 sei vollumfänglich aufzuheben. 

2. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, sei anzuweisen, die Strafuntersuchung ge-
gen R.________ und S.________ umgehend an die Hand zu nehmen, die Untersuchung fortzu-
führen, die notwendigen Beweise zu erheben und den Fall durch Anklageerhebung zur Beurteilung 
an den Sachrichter zu unterbreiten oder durch Strafbefehl abzuschliessen, es sei ihr hierfür eine 
Frist zu setzen. 

3. Verfahrensantrag: Es seien sämtliche Verfahrensakten der Vorinstanz beizuziehen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zulasten der Staatskasse. 

9. In der Beschwerdeantwort vom 19. April 2023 beantragte die Staatsanwaltschaft, die Be-
schwerde sei abzuweisen und die Kosten seien den Beschwerdeführern zu gleichen Teilen 
aufzuerlegen. 

10. R.________ und S.________ verzichteten auf eine Vernehmlassung. 

11. Die Akten der Staatsanwaltschaft (Verfahren 2A 2022 153/154) wurden beigezogen. 

Erwägungen

1. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellungs- und Sistierungsverfügung wie folgt: In-
zwischen sei zwar ein erstinstanzliches Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug ergangen. 
Jedoch seien Berufungen der Beschuldigten – mit Ausnahme der Beschuldigten I.________ 
– mit Anträgen auf vollumfängliche Freisprüche eingelegt worden. Mithin sei die Frage der 
Vortat(en) zum nunmehr gegen die N.________ AG bzw. die M.________ AG und zwei An-
gestellte derselben gerichteten Tatverdacht auf qualifizierte Geldwäscherei, mangelnde Sorg-
falt bei Finanzgeschäften und Widerhandlungen gegen das Geldwäschereigesetz noch nicht 
rechtswirksam gerichtlich geklärt bzw. könne ein diesbezügliches Strafverfahren noch nicht 
an die Hand genommen werden. Demgemäss habe das bereits sistierte Strafverfahren ge-
gen die N.________ AG und die M.________ AG sistiert zu bleiben. Dies habe folgerichtig 
auch für die neue Strafanzeige gegen die Angestellten der M.________ AG, R.________ und 
S.________, zu gelten (vgl. act. 1/2). 

2. Die Beschwerdeführer erachten die Sistierung als nicht rechtens. Der Sachverhalt der Vortat 
sei im Urteil des Strafgerichts Zug vom 30. August 2022, welches 203 Seiten umfasse, mehr 
als genügend dargestellt. Die Feststellung, dass gewerbsmässiger Betrug vorliege, reiche 
vollkommen aus, um eine Strafuntersuchung wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei einzu-
leiten. Es bestehe keine Bindungswirkung des "Geldwäschereigerichts" an eine (rechtskräfti-
ge) Entscheidung zur Vortat. Fehle ein rechtskräftiges Urteil, könne das mit der Geldwäsche-

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rei befasste Gericht das Vorliegen der Vortat selbständig beurteilen. Dementsprechend sei 
es ausreichend, dass I.________ der Gehilfenschaft zu gewerbsmässigem Betrug schuldig 
gesprochen worden sei und ein erstinstanzliches Urteil in Bezug auf den gewerbsmässigen 
Betrug und die Urkundenfälschung gegen H.________ ergangen sei. Bei der Verurteilung 
wegen gewerbsmässiger Geldwäscherei gelte ein viel strengerer Massstab als für die Einlei-
tung und Fortführung der Strafuntersuchung. Hinzu komme, dass der Sachverhalt auf die 
Jahre 2012 bis 2015 zurückdatiere und sich die Abklärung und Beurteilung der Vortat nun 
bereits über acht Jahre hinwegziehe. Es drohe innert naher Zeit die Verfolgungsverjährung 
bezüglich der angezeigten Delikte. Das Beschleunigungsgebot werde ebenfalls verletzt. Aus 
all diesen Gründen verstosse die Einstellungs- und Sistierungsverfügung gegen Art. 314 
StPO sowie Art. 5 StPO und sei aufzuheben (vgl. act. 1 Rz 17 ff.). 

2.1 Gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO kann die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung sistieren, 
namentlich wenn der Ausgang des Strafverfahrens von einem anderen Verfahren abhängt 
und es angebracht erscheint, dessen Ausgang abzuwarten. Eine Sistierung ist nur möglich, 
wenn das Strafverfahren vom Ergebnis des konnexen Verfahrens abhängt, das Beschleuni-
gungsgebot nicht verletzt wird und insbesondere nicht die Verjährung droht. So ist ein Geld-
wäschereiverfahren zu sistieren, wenn in einem anderen Verfahren abgeklärt wird, ob eine 
strafbare Vortat gegeben ist (vgl. Landshut/Bosshard, in: Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 3. A. 2020, Art. 314 StPO N 23; Schmid/Jositsch, Schweizeri-
sche Strafprozessordnung [StPO], Praxiskommentar, 3. A. 2017, Art. 314 StPO N 6; Vogel-
sang, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 314 StPO N 15; Beschluss des Bundesstrafgerichts, 
Beschwerdekammer, BB.2014.124-125 vom 6. Februar 2015 E. 3.2 ff.). Die Sistierung des 
Strafverfahrens steht immer im Spannungsverhältnis zum Beschleunigungsgebot (Art. 29 
Abs. 1 BV, Art. 5 StPO), weshalb grundsätzlich nur zurückhaltend von der Möglichkeit der 
Sistierung Gebrauch zu machen ist und im Zweifel das Beschleunigungsgebot Vorrang hat 
(vgl. Landshut/Bosshard, a.a.O., Art. 314 StPO N 4). Das Beschleunigungsverbot wird ver-
letzt, wenn die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ohne objektiven Grund sistiert (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 1C_188/2019 vom 17. September 2019 E. 2.2). Im Zweifelsfall ist 
zugunsten des Beschleunigungsgebots auf eine Sistierung zu verzichten (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 2C_804/2019 vom 21. April 2020 E. 3.1). 

2.2 Am 30. August 2022 erging das Urteil des Strafgerichts Zug zu den Vortaten der qualifizier-
ten Geldwäscherei. Demgemäss sollen H.________, I.________, O.________ und 
P.________ ein Betrugsmodell über die J.________ AG betrieben haben. Hierbei habe 
H.________ der J.________ AG Wandeldarlehen gewährt, welche sie daraufhin in Aktienka-
pital umgewandelt habe, in der Regel zu einem in den Darlehensverträgen festgesetzten 
Umwandlungspreis von CHF 1.00 pro Aktie, was zu einer entsprechenden Kapitalerhöhung 
durch Verrechnung geführt habe. Daraufhin habe H.________ mit Hilfe verschiedener (Tele-
fon-)Vermittlungsgesellschaften diese so gezeichneten Aktien zum Preis von in der Regel 
CHF 3.50 an Drittinvestoren weiterverkauft. Die Vermittler hätten den Käufern der Aktien ge-
zielt falsche Unternehmensinformationen über die J.________ AG zugestellt, welche ein un-
realistisches, absolut geschöntes Bild der J.________ AG aufgezeigt hätten. Die Provision 
der J.________-Aktien habe zwischen 50 % und 60 % betragen. Einen Teil der Kaufpreiser-
löse habe H.________ der J.________ AG in der Folge wieder als ein neues Wandeldarle-
hen zur Verfügung gestellt. Dieser Finanzierungskreislauf habe sich mehrfach wiederholt. 
Der grösste Teil der Zahlungen soll über Konti bei der M.________ AG abgewickelt worden 

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sein (vgl. act. 1 Rz 6 ff.). Dieses Urteil ist bezüglich I.________ rechtskräftig, welche keine 
Berufung erhoben hat. I.________ wurde der Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug 
gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB schuldig gesprochen und mit einer Frei-
heitsstrafe von 24 Monaten, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs für eine Probezeit 
von zwei Jahren, bestraft. Damit liegen genügend Anhaltspunkte für eine Vortat im Sinne der 
Geldwäschereibestimmung von Art. 305bis StGB vor. Art. 305bis StGB verlangt als Vortat ein 
Verbrechen. Mit "Verbrechen" nimmt das Gesetz Bezug auf die technische Definition von 
Art. 10 Abs. 2 StGB. Die Einteilung der Tatbestände erfolgt prinzipiell nach der abstrakten 
Methode; Strafmilderungsgründe des Allgemeinen Teils des StGB wie Gehilfenschaft (Art. 25 
StGB) werden beispielsweise nicht berücksichtigt (vgl. Pieth, Basler Kommentar, 4. A. 2019, 
Art. 305bis StGB N 13). Folglich lässt sich entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht 
sagen, der Schuldspruch im Zusammenhang mit I.________ bilde keine Vortat für den 
Haupttatverdacht der qualifizierten Geldwäscherei gemäss den Strafanzeigen vom 22. No-
vember 2017 und vom 15. September 2022 (vgl. act. 11 Ziff. 2.2). Vielmehr hat die Staats-
anwaltschaft das Strafverfahren ohne objektiven Grund sistiert. 

2.3 Hinzu kommt Folgendes: Die Strafanzeige gegen die N.________ AG, die M.________ AG 
und unbekannt datiert vom 22. November 2017 und wurde mit Verfügung vom 5. Februar 
2018 bis zum Vorliegen eines erstinstanzlichen Urteils gegen H.________ et. al. im Verfah-
ren 2A 2015 121 sistiert (vgl. act. 1/3 S. 1 und act. 1/4). Die neue Strafanzeige gegen die 
Angestellten der N.________ AG, R.________ und S.________, wurde am 15. September 
2022 eingereicht (vgl. act. 1/3). Am 30. August 2022 erging das erstinstanzliche Urteil und 
verschiedene Beschuldigte wurden wegen gewerbsmässigen Betrugs und Urkundenfäl-
schung (H.________) bzw. der Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug (I.________, 
O.________ und P.________) verurteilt (vgl. act. 1/1). Seit der Strafanzeige vom 22. No-
vember 2017 sind fast sechs Jahre vergangen und auch aufgrund der Strafanzeige vom 
15. September 2022 wurden noch keine Untersuchungshandlungen vorgenommen. Zwar 
droht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Verfolgungsverjährung. Die Geldwäschereihand-
lungen sollen in den Jahren 2012 bis 2015 gewerbsmässig begangen worden sein (vgl. 
act. 1/4 S. 5 und 32 ff.). Für gewerbsmässige Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 2 
lit. c StGB wird eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren angedroht. Wenn die für die Tat 
angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist, verjährt die Straf-
verfolgung in 15 Jahren (Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB). Folglich tritt die Verfolgungsverjährung 
erst in 15 Jahren ein, mithin im Jahr 2030. Dennoch liegen seit dem erstinstanzlichen Urteil 
vom 30. August 2022 genügend Anhaltspunkte für eine Vortat im Sinne der Geldwäscherei-
bestimmung von Art. 305bis StGB vor (vgl. vorne E. 3.1 f.), weshalb das Beschleunigungsver-
bot verletzt wäre, wenn das Strafverfahren 2A 2022 153/154 sistiert bliebe.  

2.4 Nach dem Gesagten ist die Einstellungs- und Sistierungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
des Kantons Zug vom 8. März 2023 aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das 
Strafverfahren 2A 2022 153/154 fortzusetzen. Rechtsbegehren Nr. 1 (Aufhebung der Einstel-
lungs- und Sistierungsverfügung) erweist sich daher als begründet. 

3. Mit dem Rechtsbegehren Nr. 2 ersuchen die Beschwerdeführer darum, der Staatsanwalt-
schaft im Strafverfahren 2A 2022 153/154 eine angemessene Frist zur Anklageerhebung an-
zusetzen oder sich zumindest über eine angemessene Frist zu äussern, um weitere Verzöge-
rungen in diesem Strafverfahren zu vermeiden (vgl. act. 1 Rz 28). Diesem Begehren kann 

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nicht entsprochen werden. Die bevorzugte Behandlung eines Strafverfahrens darf nicht zur 
Folge haben, dass andere, möglicherweise noch ältere Verfahren länger liegen bleiben. In-
des ist die Staatsanwaltschaft aufzufordern, das Strafverfahren 2A 2022 153/154 innert nütz-
licher Frist abzuschliessen.  

4. Anzumerken bleibt Folgendes: 

4.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die automatische Umwandlung der Sistierungsverfü-
gung in eine definitive Einstellungsverfügung sei unzulässig. Durch die automatische Um-
wandlung fehle es an einer unbedingten verfahrenserledigenden Verfügung, die in Form und 
Inhalt Art. 80 f. StPO genüge. Jede Einstellungsverfügung sei gemäss Art. 320 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 81 Abs. 2 lit. b StPO zu datieren. Diese Angabe fehle bei dem in der Verfügung propa-
gierten Vorgehen. Daher könnten sich Schwierigkeiten mit Bezug auf die Rechtsmittelmög-
lichkeiten der Betroffenen ergeben. Wenn die Sistierungsverfügung bei Eintritt der Verfol-
gungsverjährung automatisch als Einstellungsverfügung gelten würde, hätten die Betroffenen 
keine genaue Kenntnis, wann die Rechtsmittelfrist gegen die (definitive) Einstellungsverfü-
gung zu laufen beginne. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft zwinge die Parteien, ein allfäl-
liges Rechtsmittel bereits gegen die Sistierungsverfügung zu ergreifen, obwohl noch gar nicht 
sicher sei, ob das Strafverfahren gegen die Beschuldigten tatsächlich definitiv eingestellt 
werden könne. Die Einstellungs- und Sistierungsverfügung verstosse auch gegen Art. 319 
StPO und den Grundsatz in dubio pro duriore. Zum jetzigen Zeitpunkt führe die unbefristete 
Sistierung und die automatische Umwandlung in eine Einstellung zum gleichen Resultat, wie 
wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren ohne die Gründe nach Art. 319 StPO einstellen 
würde (vgl. act. 1 Rz 22 und 24). 

4.2 Die Sistierung des Verfahrens erfolgt durch einen verfahrensleitenden Entscheid und führt zu 
einer vorübergehenden Aussetzung der Strafverfolgung. Die Sistierung stellt eine Verfah-
renserledigung lediglich prozessualer Natur dar und gilt daher nicht als eigentliche oder ech-
te Erledigungsart. Dies unterscheidet sie von der Nichtanhandnahme gemäss Art. 310 StPO 
und der Verfahrenseinstellung gemäss Art. 319 ff. StPO, die gemäss Art. 321 StPO einem 
freisprechenden Urteil gleichzusetzen ist. Dementsprechend bedingen die Sistierung und die 
Einstellung zwei Verfahrensschritte. Erst wenn die Voraussetzungen für die Sistierung weg-
gefallen sind, kann die definitive Einstellung verfügt werden (vgl. Urteil des Obergerichts des 
Kantons Thurgau SW.2015.91 vom 24. September 2015 E. 2a). Tritt in einer sistierten Stra-
funtersuchung die Verfolgungsverjährung ein, ist folglich die Untersuchung wieder aufzu-
nehmen und mit Einstellungsverfügung abzuschliessen (vgl. Weisung der Oberstaatsanwalt-
schaft des Kantons Zürich für das Vorverfahren [WOSTA] vom 24. Januar 2023 Ziff. 12.7.7). 

4.3 Die Anordnung der Staatsanwaltschaft in Ziff. 2 der Verfügung vom 8. März 2023, wonach 
die Sistierungsverfügung zur definitiven Einstellungsverfügung wird und das Strafverfahren 
als definitiv eingestellt gilt, wenn bis zum Eintritt der Verfolgungsverjährung keine Wiederauf-
nahme des Verfahrens erfolgt, ist somit nicht mit Art. 319 StPO vereinbar. Das von der 
Staatsanwaltschaft gewählte Vorgehen mag zwar pragmatisch und prozessökonomisch sein. 
Es fehlt aber eine unbedingte verfahrenserledigende Verfügung, die in Form und Inhalt 
Art. 80 f. StPO genügt. Jede Einstellungsverfügung muss gemäss Art. 320 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 81 Abs. 2 lit. b StPO datiert werden. An diesem Erfordernis fehlt es bei dem von der 
Staatsanwaltschaft gewählten Vorgehen. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Erhebung von 

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Rechtsmitteln führen. Gemäss Art. 322 Abs. 2 StPO können die Parteien die Einstellungsver-
fügung innert 10 Tagen bei der Beschwerdeinstanz anfechten. Wenn die Sistierungsverfü-
gung bei Eintritt der Verfolgungsverjährung automatisch als Einstellungsverfügung gelten 
würde, hätten die Betroffenen keine genaue Kenntnis, wann die Rechtsmittelfrist gegen die 
(definitive) Einstellungsverfügung zu laufen beginnt. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft 
zwingt zudem die Parteien, ein allfälliges Rechtsmittel bereits gegen die Sistierungsverfü-
gung zu ergreifen, obwohl noch gar nicht sicher ist, ob das Strafverfahren gegen die Be-
schuldigten tatsächlich definitiv eingestellt werden kann (vgl. Urteil des Obergerichts des 
Kantons Thurgau SW.2015.91 vom 24. September 2015 E. 2b). Hinzu kommt, dass die Lei-
tung der Staatsanwaltschaft gemäss § 3 Abs. 3 lit. j der Verordnung über die Staatsanwalt-
schaft (VO STA; BGS 161.3) die Einstellungsverfügungen bei Verbrechen und Vergehen zu 
genehmigen hat. Auch aus diesem Grund ist eine automatische Umwandlung einer Sistie-
rungsverfügung, die nicht zu genehmigen ist, in eine Einstellungsverfügung mehr als proble-
matisch. Somit wäre Ziff. 2 der Einstellungs- und Sistierungsverfügung vom 8. März 2023 
ohnehin aufzuheben gewesen. 

5. Im Ergebnis ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die Einstellungs- und Sistierungs-
verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 8. März 2023 aufzuheben und die 
Sache im Sinne der Erwägungen an diese zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde 
abzuweisen. 

Die Beschwerdeführer dringen mit ihren Anträgen fast vollumfänglich durch. Bei diesem Aus-
gang sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen und die 
Beschwerdeführer für ihre Aufwendungen angemessen zu entschädigen (Art. 428 Abs. 4 
StPO; Art. 436 Abs. 3 StPO). 

Beschluss

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Einstellungs- und Sistierungsverfügung 
der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 8. März 2023 aufgehoben und die Sache im 
Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Im Übrigen wird die 
Beschwerde abgewiesen.  

2. Die Kosten dieses Verfahrens betragen

CHF 1'000.00Gebühren
CHF 60.00 Auslagen
CHF 1'060.00Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

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3. Die Beschwerdeführer werden für ihre Aufwendungen im Beschwerdeverfahren mit 
CHF 2'000.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. 
Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

5. Mitteilung an:
- Beschwerdeführer 
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug
- Rechtsanwalt U.________ (zuhanden von R.________) 
- Rechtsanwalt V.________, (zuhanden von S.________) 
- Rechtsanwalt W.________, (zuhanden der M.________ AG und der N.________ AG) 
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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