# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20592f2a-4423-53e6-a543-a15b56324492
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-25
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 25.11.2005 60/2005/69°
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2005-69-_2005-11-25.pdf

## Full Text

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Art. 7 Abs. 1 Ziff. 10 und Art. 18 Abs. 1 BauG. Bedeutung des Begriffs 

"Einfriedung" in einem Quartierplan (OGE 60/2005/69 vom 25. Novem-

ber 2005) 

 

Keine Veröffentlichung im Amtsbericht. 

 

 Unter "Einfriedungen" in einem Freihaltegebiet sind nicht lediglich Vor-

richtungen gemeint, die das Freihaltegebiet unterteilen. Vielmehr sind ins-

besondere (auch) Zäune, Mauern oder Buschwerk gemeint, die das gesamte 

Gebiet gegen aussen begrenzen. 

 

Aus den Erwägungen: 

 

 2.–  Die privaten Beschwerdegegner beabsichtigen, ihr Grundstück ... 

einzuzäunen. Hierfür erhielten sie vom Stadtrat die nachgesuchte Bewilligung 

mit Ausnahme im Bereich der Grenze zu den Grundstücken ... Demgegenüber 

bewilligte ihnen der Regierungsrat die Einzäunung auch im Bereich dieser 

Grundstücke. Dies im wesentlichen mit der Begründung, der Sinn des Ver-

bots von Einfriedungen gemäss Quartierplan bestehe darin, ein zusammen-

hängendes (durchgehendes) Gebiet zu erhalten. Deshalb dürfe dieses Gebiet 

nicht durch Einfriedungen unterteilt werden, hingegen sei die Einfriedung des 

gesamten Freihaltegebiets erlaubt. 

 Die Beschwerdeführerinnen beanstanden diesen Entscheid und führen in 

erster Linie aus, der Quartierplan ... erlaube in Freihalteflächen weder Ein-

pflanzungen noch Einfriedungen. Da sich das Grundstück ... zum überwie-

genden Teil, sicher aber im Grenzbereich ihrer Grundstücke, im Freihalte-

gebiet befinde, sei die geplante Umzäunung verboten. 

 a)  Gemäss Art. 7 Abs. 1 Ziff. 10 des Gesetzes über die Raumplanung 

und das öffentliche Baurecht im Kanton Schaffhausen vom 1. Dezember 1997 

(Baugesetz, BauG, SHR 700.100) können die Gemeinden, soweit es ein  

überwiegendes öffentliches Interesse erfordert, in den Bauordnungen Vor-

schriften über Einfriedungen und Geländeveränderungen aufstellen. Art. 18 

Abs. 1 BauG hält sodann fest, dass im Quartierplan die Bau-, Schutz-, 

Ge_staltungs- und Nutzungsvorschriften der Bauordnung geändert, ergänzt 

oder ausser Kraft gesetzt werden können. Dementsprechend sieht der Quar-

tierplan ... in Art. 1 Abs. 3 unter anderem ein Freihaltegebiet (Teilgebiet E) 

vor. Die Freihalteflächen sind als durchgehender Obstgarten zu gestalten und 

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als Wiese oder Extensivrasen anzulegen. Es sind weder Einpflanzungen noch 

Einfriedungen erlaubt (Art. 21 Abs. 2 lit. c des Quartierplans).  

 b)  Unbestritten ist, dass das Grundstück ... der privaten Beschwerdegeg-

ner zum überwiegenden Teil im Teilgebiet E (Freihaltegebiet) des Quar-

tierplanperimeters liegt, insbesondere der Grenzbereich zu den Grundstücken 

... In diesem Grenzbereich sind somit Einfriedungen nicht erlaubt (vgl. Art. 

21 Abs. 2 lit. c des Quartierplans). Der Regierungsrat vertritt jedoch die Auf-

fassung, dass mit diesem Verbot lediglich Einfriedungen gemeint sind, die 

das Freihaltegebiet unterteilen. Die Einfriedung des gesamten Freihaltegebiets 

sei hingegen erlaubt. Dieser Auffassung kann indes nicht gefolgt werden: 

 Eine Rechtsnorm ist in erster Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen. Ist 

der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen möglich, so 

muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Berücksichtigung 

aller Auslegungselemente, namentlich des Zwecks, des Sinns und der dem 

Text zugrunde liegenden Wertung. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmiss-

verständlichen Wortlaut darf hingegen nur ausnahmsweise abgewichen wer-

den. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn triftige Gründe dafür vor-

liegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt 

(Häfelin/Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. A., Zürich 2005, Rz. 

92, S. 31 mit Hinweisen). 

 Das Begriff "einfrieden" bedeutet im allgemeine Sprachgebrauch "ein-

hegen". Eine "Einfriedung" dient demnach dem äusseren Abschluss einer 

Liegenschaft, d.h. eine Grundstücksfläche wird gegen aussen mit einem Zaun, 

einer Mauer oder mit Buschwerk räumlich begrenzt. Der Zweck einer Ein-

friedung kann das Verhindern des Zutritts, des Einblicks, des Entlaufens oder 

Eindringens von Tieren, das Verhüten von Unfällen an gefährlichen Stellen, 

Windschutz u.a. sein (Fritzsche/Bösch, Zürcher Planungs- und Baurecht, 3. 

A., Zürich 2003, Ziff. 20.4.3.1 [20-11] und Ziff. 28 [28-8]; Erich Zimmerlin, 

Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, 2. A., Aarau 1985, § 72 N. 

7, S. 177 mit Hinweisen; vgl. hierzu auch Arthur Meier-Hayoz, Berner Kom-

mentar, ZGB, 3. A., Bern 1975, Art. 697 N. 1, S. 416, und 

Haab/Simonius/Scherrer/Zobl, Zürcher Kommentar, ZGB, 2. A., Zürich 

1977, Art. 697 N. 1, S. 505, welche den Begriff "Einfriedigung" – eine veral-

tete Bezeichnung für "Einfriedung" – definieren). Demnach ist die Bedeutung 

des Begriffs "Einfriedung" klar, und sie steht der Auffassung des Regierungs-

rats offensichtlich entgegen. Mit dem Verbot von "Einfriedungen" können 

definitionsgemäss nicht lediglich Vorrichtungen gemeint sein, die das Freihal-

tegebiet unterteilen. Vielmehr sind insbesondere (auch) Zäune, Mauern oder 

Buschwerk gemeint, die das gesamte Gebiet gegen aussen begrenzen. Allein 

der Umstand, dass in Art. 21 Abs. 2 lit. c des Quartierplans von "Einfriedun-

gen" (Mehrzahl) die Rede ist, vermag daran nichts zu ändern.  

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 Sodann sprechen wohl aber auch Sinn und Zweck des Freihaltegebiets 

gegen die Auffassung des Regierungsrats: In Freihalteflächen sind definiti-

onsgemäss weder oberirdische Bauten und Anlagen noch unterirdische bau-

liche Massnahmen zulässig. Damit sollen Flächen ausgeschieden werden, die 

entweder der Erholung der Bevölkerung dienen, die ein Natur- oder Heimat-

schutzobjekt bewahren oder die – wie vorliegend – Bauzonen, Stadt- und 

Dorfteile trennen und gliedern sowie mittels Grünflächen auflockern (Fritz-

sche/Bösch, Ziff. 3.5.1 [3-11]). Die Umzäunung des gesamten Freihalte-

gebiets wäre jedoch eine bauliche Massnahme, die der angestrebten Auf-

lockerung des Siedlungsgebiets zuwiderlaufen würde. Zudem wird gemäss 

Quartierplan ein ruhiges Wohnquartier mit einem hohen Wohnwert sowie ei-

ne hohe Qualität bezüglich architektonischer Gestaltung der Gebäude und der 

Umgebung angestrebt (Art. 2 Abs. 2 des Quartierplans). Aus diesem Grund 

sind denn auch in denjenigen Flächen, in denen Einfriedungen zulässig sind, 

diese möglichst in Form von Grünhecken zu erstellen. Allfällige Zäune sind 

mit locker wachsenden Wildgehölzen einzugrünen (Art. 21 Abs. 4 lit. g des 

Quartierplans). Die geplante Umzäunung des gesamten Freihaltegebiets wür-

de somit auch diesen Zielen und Vorschriften des Quartierplans klar wider-

sprechen.  

 Unerheblich ist sodann, dass gewisse Anstösser ... ihr Grundstück ein-

gefriedet haben und dass damit ebenfalls eine Begrenzung der Freihaltefläche 

stattfindet. Diese Grundstücke befinden sich unbestrittenermassen nicht in der 

Freihaltefläche. Dort sind Einfriedungen – unter Vorbehalt von Art. 21 Abs. 4 

lit. g des Quartierplans – erlaubt.  

 In dieser Situation sind keine triftigen Gründe ersichtlich, die eine Ab-

weichung von der klaren Bedeutung des Begriffs "Einfriedung" rechtfertigen 

würden. Die Umzäunung ... kann somit nicht bewilligt werden. Die Be-

schwerde erweist sich als begründet, sie ist gutzuheissen.