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**Case Identifier:** 0a960745-a95b-5d2f-9f15-1aefaaad14ef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.04.2021 200 2021 94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-94_2021-04-08.pdf

## Full Text

200 21 94 IV
JAP/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. April 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Sozialdienst B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Dezember 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1978 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich, unterstützt durch den Sozialdienst 
B.________, am 23. März 2017 unter Hinweis auf unfallbedingte 
Beschwerden, bestehend seit 2012, bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; act. II] 1). Die IVB nahm in der Folge erwerbliche und 
medizinische Abklärungen vor, holte vom Sozialdienst B.________ einen 
Bericht sowie die Akten der C.________ ein und führte ein Erstgespräch 
durch (act. II 7 f., 11 - 16, 17.1 - 17.46, 19.1 - 19.93, 21 - 23, 25 f., 29 - 32). 
Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes 
(RAD; act. II 34) stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
5. September 2017 (act. II 37) bei einem Invaliditätsgrad von 20 % die Ver-
neinung des Rentenanspruchs in Aussicht und verwies darauf, dass ein 
Auftrag an die Abteilung berufliche Eingliederung erteilt worden sei. Auf-
grund unentschuldigten Fernbleibens an einem Termin für eine Laborkon-
trolle forderte die IVB den Versicherten mit Schreiben vom 26. September 
2017 (act. II 39) unter Hinweis auf die Folgen bei Verletzung der entspre-
chenden Pflicht zur Mitwirkung auf. Nach durchgeführter Laboruntersu-
chung und der weiteren Einholung einer Stellungnahme des RAD (act. II 40 
f.) verfügte die IVB am 17. Oktober 2017 (act. II 44) wie vorbescheidweise 
angekündigt. Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Rahmen der beruflichen Integration wurde der Versicherte mit Schrei-
ben vom 17. November 2017 (act. II 48) dahingehend zur Schadenminde-
rung aufgefordert, während mindestens drei Monaten eine komplette 
Abstinenz von Cannabis unter Beweis zu stellen, dies unter Hinweis auf die 
Folgen bei Verletzung der ihm obliegenden Verpflichtung. Nachdem der 
Versicherte einer neuerlichen Laborkontrolle unentschuldigt ferngeblieben 
war, stellte die IVB mit Vorbescheid vom 12. Januar 2018 (act. II 52) das 

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Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht. Eine in der Folge am 
31. Januar 2018 durchgeführte Laborkontrolle zeigte eine Abstinenz bezüg-
lich Cannabis zum Untersuchungszeitpunkt (act. II 55 f.). Am 14. Februar 
2018 teilte die IVB dem Versicherten den Abschluss der beruflichen Mass-
nahmen mit, da aufgrund seiner aktuellen gesundheitlichen Situation zur-
zeit und in naher Zukunft keine berufliche Integration möglich sei (act. II 
58).

Mit Schreiben vom 23. März bzw. 13. April 2018 stellte der Versicherte un-
ter Mithilfe des behandelnden Dr. med. D.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, ein Gesuch um Kostengutsprache für eine 
neuropsychologische Abklärung (act. II 61, 63), welches von der IVB ab-
gewiesen wurde (act. II 64). Dr. med. D.________ stellte mit Schreiben 
vom 4. Juni 2018 (act. II 71) ein Wiedererwägungsgesuch (hinsichtlich der 
Rentenablehnung gemäss Verfügung vom 17. Oktober 2017 [act. II 44]), 
welches von der IVB ebenfalls abgewiesen wurde (act. II 70), dies unter 
Hinweis darauf, dass sich der Versicherte bei entsprechender gesundheitli-
cher Stabilität und Belastbarkeit für die Aufnahme der beruflichen Einglie-
derung melden könne. 

C.

Am 11. Oktober 2018 stellte Dr. med. D.________ für den Versicherten ein 
Gesuch um berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen (act. II 76). Die 
IVB holte in der Folge einen Auszug aus dem Individuellen Konto sowie die 
aktualisierten Akten der C.________ ein (act. II 79, 80.1 - 80.58). Zudem 
erteilte die IVB Kostengutsprache für ein Belastbarkeitstraining vom 
4. März bis 3. Juni 2019 in der Abklärungsstelle E.________ in … (act. II 
92), welches per 8. März 2019 aufgrund der vom Versicherten erlebten 
Überforderung abgebrochen wurde (act. II 93 - 96), was wiederum den Ab-
schluss der beruflichen Eingliederung zur Folge hatte (vgl. Mitteilung vom 
4. April 2019 [act. II 98]).

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D.

Mit Schreiben vom 26. Mai 2019 (act. II 99) stellte der Versicherte, unter-
stützt durch Dr. med. D.________, ein Gesuch um Neubeurteilung einer 
Berentung. Am 27. November 2019 teilte die IVB dem Versicherten mit, 
dass keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien, weshalb der An-
spruch auf eine Rente geprüft werde (act. II 118). Die IVB liess den Versi-
cherten in der Folge durch die F.________ (MEDAS) psychiatrisch und 
neuropsychologisch begutachten (Expertise vom 19. März 2020 [act. II 
123.1] inklusive psychiatrisches Teilgutachten vom 7. Oktober 2019 [act. II 
123.3] und neuropsychologisches Teilgutachten vom 3. Dezember 2019 
[act. II 123.4]). Mit Eingabe vom 8. April 2020 (act. II 126) reichte Dr. med. 
D.________ eine Stellungnahme zum Gutachten der MEDAS ein, zu wel-
cher sich die Gutachter der MEDAS mit Schreiben vom 3. September 2020 
(act. II 141) äusserten. Von der IVB gestellte Rückfragen (act. II 125) be-
antworteten die Gutachter der MEDAS am 4. September 2020 (act. II 136). 
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IVB mit Verfü-
gung vom 18. Dezember 2020 einen Rentenanspruch mit der Begründung, 
einerseits gelte mangels einer wesentlichen Gesundheitsverschlechterung 
der in der Verfügung vom 17. Oktober 2017 ermittelte Invaliditätsgrad von 
20 % weiterhin, andererseits könne sie auf die besagte Verfügung auch 
nicht wiedererwägungsweise zurückkommen (act. II 142, 147, 149, 151). 

E.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch den Sozialdienst 
B.________, am 28. Januar 2021 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zwecks Ergänzung des 
Sachverhalts sowie Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung in dem Sinne aufzu-
heben, dass dem Beschwerdeführer ab dem 3. Juni 2019 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen sei. Weiter sei dem Beschwerdeführer für das 
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, alles 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

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Aufforderungsgemäss reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
10. Februar 2021 das Unterstützungsbudget des zuständigen Sozialdiens-
tes und die Versicherungspolice der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung ein und teilte mit, dass er keinen Rechtsschutz durch Dritte erhal-
te.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2021 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. März 2021 wurden die Eingabe vom 
10. und 22. Februar 2021 wechselseitig unter den Parteien ausgetauscht.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehält-
lich der Ausführungen in E. 1.2 hiernach – auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 18. Dezember 2020 (act. II 151). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zusammen-
hang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine seit der 
ursprünglichen Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 44) eingetretene 
relevante Gesundheitsveränderung verneinte. 

Soweit die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung ein im 
Einwand vom 1. Dezember 2020 (act. II 149) sinngemäss gestelltes Wie-
dererwägungsgesuch thematisiert, ist Folgendes festzuhalten: Die Verfü-
gung vom 17. Oktober 2017 (act. II 44) erwuchs unangefochten in 
Rechtskraft. Die Beschwerdegegnerin hat zutreffend auf ihr formloses 
Schreiben vom 13. Juni 2018 (act. II 70) hingewiesen (Beschwerdeantwort 
S. 3 Ziff. 9), aus welchem sich der eindeutige Wille ergibt, keine Wiederer-
wägung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG vorzunehmen. In der angefoch-
tenen Verfügung (act. II 151) brachte sie zwar nochmals zum Ausdruck, 
dass sie keine Wiedererwägung vorzunehmen gedenkt. Sie prüfte die ma-
teriellen Wiedererwägungsgründe indes nicht und wies im Dispositiv einzig 
das Leistungsbegehren bezüglich der Neuanmeldung ab. Mithin trat sie auf 
das sinngemäss gestellte Wiedererwägungsgesuch nicht ein (vgl. THOMAS 
FLÜCKIGER in FRÉSARD-FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.], Basler Kommen-
tar zum Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 1. Aufl. 2019, 
Art. 53 N. 92; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 53 
N. 85 - 87). Dieser Entscheid lag im Ermessen der Beschwerdegegnerin 
und ist einer gerichtlichen Überprüfung nicht zugänglich (BGE 133 V 50 
E. 4 S. 52; SVR 2018 IV Nr. 33 S. 107 E. 5.4, 2014 IV Nr. 7 S. 29 E. 3.3). 
Schliesslich ist zu beachten, dass hinsichtlich der Frage der Wiedererwä-
gung in der Beschwerde kein Rechtsbegehren gestellt, sondern vielmehr 
eine Rente (erst) ab Juni 2019 beantragt wurde. Dass der Beschwerdefüh-
rer in seiner Beschwerdebegründung geltend macht, die erste Verfügung 
vom 17. Oktober 2017 (act. II 44) sei zweifellos unrichtig, ändert daran 
nichts und es kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer gemäss den 
Ausführungen in der Beschwerde, S. 8 Ziff. 3.1, sinngemäss einen Antrag 
hinsichtlich der Wiedererwägung stellt, denn selbst wenn dies zu bejahen 
wäre, hätte diesbezüglich ein Forumsverschluss zu erfolgen. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 

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zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger 
Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich ge-
bliebenen Sachverhaltes (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 
11; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Auch eine neue Verwaltungs- oder 
Gerichtspraxis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des laufenden Ren-
tenanspruchs zum Nachteil des Versicherten (BGE 135 V 201 E. 6.4 S. 
210, 115 V 308 E. 4a bb S. 313).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5

2.5.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.5.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.3 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 10

len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 
31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.

3.1 Da die Verwaltung auf die Neuanmeldung vom 26. Mai 2019 (act. II 
99) eingetreten ist, ist die Eintretensfrage nicht richterlich zu prüfen (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114). Vorliegend ist zu klären, ob seit dieser leistungs-
ablehnenden Verfügung bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Ver-
fügung vom 18. Dezember 2020 (act. II 151) eine anspruchsbegründende 
Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten 
ist (vgl. E. 2.4.1 und 2.4.3 hiervor).

3.2 Der Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 44) lagen die folgen-
den medizinischen Unterlagen zu Grunde:

3.2.1 In der Stellungnahme vom 25. August 2017 (act. II 34) führte die 
RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie sowie Neurologie, keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit auf. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
hielt sie die Folgenden fest:

 Mittelgradige depressive Episode F32.1, DD: Posttraumatische Belastungs-
störung (PTBS)

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, aktueller Status 
unklar F12.2

Die RAD-Ärztin führte aus, die von den psychiatrischen Diensten 
H.________ gestellte Diagnose einer einzelnen depressiven Episode mit 
zum damaligen Zeitpunkt mittelgradiger Ausprägung (vgl. act. II 29/88 - 94) 
erscheine fachlich nachvollziehbar. Die aktuellen differential-diagnostischen 
Überlegungen des ambulant behandelnden Psychiaters Dr. med. 

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D.________ mit Benennung einer PTBS überzeugten streng nach den Kri-
terien des ICD-10 für eine PTBS (Kriterium A - E) wenig. Auch falle bei der 
Sichtung des IV-Berichtes von Dr. med. D.________ vom 28. Juli 2017 
(act. II 32) auf, dass keine leitliniengerechte Psychopharmakotherapie (bei 
fraglichem Misstrauen des Beschwerdeführers gegenüber Psychopharma-
ka) erfolge. Das Misstrauen gegenüber Psychopharmaka erstaune umso 
mehr, als offensichtlich bereits 2013 eine Cannabisabhängigkeit diagnosti-
ziert worden sei. Im Rahmen des missbräuchlichen Nutzens verschiedens-
ter Noxen scheine der Beschwerdeführer auch strafrechtlich bei Fahren 
unter dem Einfluss von Drogen auffällig geworden zu sein. Zunächst sei 
der aktuelle Status bei Cannabisabhängigkeit durch ein entsprechendes 
einmaliges Drogenscreening im Hause zu klären. Eine absolute Abstinenz 
von jedweder Noxe (ausser Nikotin) sei zu fordern. Funktionelle Einschrän-
kungen seien in Form einer psychischen Belastbarkeitsminderung, anzu-
nehmender Medikamenten-Incompliance und Craving vorhanden. Als 
Ressource sei die therapeutische Einbindung zu nennen. Die bisherige 
Tätigkeit eines … sei bei der differential-diagnostischen Überlegung einer 
PTBS im Rahmen des Unfalls vom 5. Dezember 2012 nicht mehr zumut-
bar. Anderweitige mittelschwere angepasste Tätigkeiten auf … seien je-
doch eingedenk der nachfolgend aufgeführten qualitativen Einschränkungen 
zumutbar. Dem Beschwerdeführer könne eine mittelschwere angepasste 
Tätigkeit ganztags mit einer maximalen Minderung der Leistung von 20 % 
zugemutet werden. Folgende qualitative Einschränkungen seien zu beach-
ten: Kein Zeitdruck, keine häufig wechselnden Arbeitszeiten, kein Zugriff 
auf Noxen, keine Tätigkeit an ….

3.2.2 Am 2. Oktober 2017 hielt die RAD-Ärztin Dr. med. G.________ als 
Interpretation des Laborbefundes vom 28. September 2017 fest (act. II 40), 
die Kontrolle des Drogenscreenings zeige, dass ein aktueller Konsum bei 
Cannabisabhängigkeit vorliege. Grundsätzlich sei eine Abstinenz von allen 
Noxen (ausser Nikotin) zu fordern. Beim Beschwerdeführer liege darüber 
hinaus ein Zumutbarkeitsprofil für mittelschwere angepasste Tätigkeiten 
ganztags mit einer maximalen Minderung der Leistung von 20 % vor. 

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 18. Dezember 2020 (act. II 151) 
basiert im Wesentlichen auf den folgenden medizinischen Unterlagen:

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3.3.1 Med. pract. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, von der C.________ führte im Bericht vom 7. September 2018 (act. II 
80.12) zur psychiatrischen Untersuchung vom 10. und 17. Juli 2018 die 
folgende Diagnose auf:

 Agitiert-depressive Störung (ICD-10 F32.11), vor dem Hintergrund einer PTBS 
(ICD-10 F43.1) und einer teils vorbestehenden psychosozialen Belastungssi-
tuation.

Med. pract. I.________ gab an, die Frage, welche Tätigkeiten und Verrich-
tungen der Beschwerdeführer in Anbetracht der Unfallfolgen zumutbarer-
weise in welchem zeitlichen und leistungsmässigen Rahmen 
(leicht/mittel/schwer) noch ausüben könne, sei zum heutigen Zeitpunkt aus 
fachpsychiatrischer Sicht nicht adäquat zu beantworten. Voraussetzung 
wäre eine qualifizierte Abklärung der beruflichen Fähigkeiten und Möglich-
keiten und insbesondere der Belastbarkeit. Der Beschwerdeführer sei bis 
anhin noch nicht einmal in der Lage gewesen, selbständig eine regelmäs-
sige Tagesstruktur durchgängig aufrecht zu erhalten. Deshalb wäre ein 
erneuter Anlauf in Richtung einer Betätigung im geschützten Rahmen 
dringlich zu empfehlen. Dem Beschwerdeführer sei eine körperlich leichte 
Arbeitstätigkeit halbtags zumutbar. Allerdings seien ein Kontakt mit …, wel-
che auch nur im Entferntesten an die Unfallmaschine vom 5. Dezember 
2012 erinnerten bzw. eine Arbeitsplatzsituation, welche beim Beschwerde-
führer die Erinnerung an die damaligen Erlebnisse auslöse, nicht zumutbar. 
Eine solche vorerst niedrigschwellige Tätigkeit in geschütztem Rahmen sei 
erstens sinnvoll im Sinne einer regelmässigen Tages- und Wochenstruktur. 
Zweitens sei sie unabdingbare Voraussetzung für weitere Schritte, die dann 
eher in Richtung einer beruflichen Abklärung gehen könnten. Drittens wäre 
ein solcher Schritt auch geeignet, mit dem Beschwerdeführer schrittweise 
ein erstrebenswertes Ziel entwickeln zu können. Sein heutiger, eigentlich 
desolater Zustand werde durch eine grosse Ratlosigkeit in Bezug auf die 
persönliche und berufliche Zukunft mit unterhalten.

3.3.2 Im Bericht des Spitals J.________ vom 10. September 2018 (act. II 
80.6/1 - 3) wurden die folgenden Diagnosen aufgeführt:

 PTBS (ED 2012)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 13

 zum Zeitpunkt der Untersuchung mittelschwere bis schwere neurokognitive 
Minderleistungen mit Auffälligkeiten in allen geprüften Bereichen

 Verdacht auf Migräne mit visueller Aura

Es wurde festgehalten, im Vordergrund der aktuellen Untersuchung hätten 
die ausgeprägten Symptome der PTBS gestanden. Sowohl im Gespräch 
als auch während den Tests sei es zu Schwitzen, Zittern, stockendem 
Sprechen, kognitiven Blockaden und dem Gefühl gekommen, nicht gut at-
men zu können. Klinisch falle eine allgemeine Verlangsamung, Unsicher-
heit und erhöhte Ablenkbarkeit auf. Im Vergleich zu den entsprechenden 
Alters- und Bildungsnormen bestünden zum Zeitpunkt der Untersuchung 
mittelschwere bis schwere neurokognitive Minderleistungen, wobei in allen 
geprüften Bereichen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, 
Sprache, Visuokonstruktion) Beeinträchtigungen feststellbar seien. Da sich 
in der MR-Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine sonstige Ätiologie 
ergeben hätten, seien die ausgeprägten kognitiven Störungen am ehesten 
im Rahmen der PTBS zu interpretieren. 

3.3.3 Med. pract. I.________ gab in der psychiatrischen Beurteilung vom 
18. Juni 2019 (act. II 107) an, eine namhafte Besserung im Sinne einer 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bzw. des Wiedererlangens einer wirt-
schaftlich verwertbaren Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Stellenmarkt könne 
in einem absehbaren Zeitraum von zwei Jahren nicht erwartet werden. Be-
züglich der Frage, welche Tätigkeiten und Verrichtungen der Beschwerde-
führer in Anbetracht der Unfallfolgen zumutbarerweise in welchem 
zeitlichen und leistungsmässigen Umfang (leicht/mittel/schwer) noch aus-
üben könne, führte der Psychiater der C.________ aus, der Beschwerde-
führer könne grundsätzlich alle seinem Bildungs- und beruflichen 
Erfahrungsstand angepassten Tätigkeiten ausüben. Der zeitliche Umfang 
werde auch bei günstigstem Verlauf und idealen Rahmenbedingungen mit-
telstark eingeschränkt sein, sodass höchstens eine Halbtagestätigkeit zu-
mutbar sei. Innerhalb dieser zeitlichen Einschränkung sei aber eine volle 
Leistungsfähigkeit gegeben. Abgesehen von somatisch-medizinisch be-
gründeten Einschränkungen, sei aus psychiatrischer Sicht eine Tätigkeit an 
… oder in einem …, welcher auch nur entfernt an die Unfallsituation vom 
Dezember 2012 erinnere bzw. damit verbundene Intrusionen antriggere, 
nicht zumutbar. Dies müsste im Einzelfall mit dem Beschwerdeführer be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 14

sprochen und gegebenenfalls auch getestet werden. Aufgrund der Erfah-
rung bei Menschen nach durchgemachten PTBS bzw. bei Residualzustän-
den solcher Störungen, seien vor allem hektische Arbeitssituationen mit 
kurzfristigem Termindruck und/oder unvorhersehbaren Stressspitzen zu 
vermeiden. Dieses Zumutbarkeitsprofil sei zurzeit als rein theoretisch zu 
bezeichnen. Der Beschwerdeführer sei in seinem aktuellen Zustand und 
ohne weitere Vorbereitung und Wiedereingliederungs-Begleitung für den 
ersten Stellenmarkt nicht vermittlungsfähig. Voraussetzung wäre weiterhin 
eine schrittweise Wiedereingliederung, mit Beginn mit niedrigschwelliger 
Anforderung, wie dies im Januar/März dieses Jahres eigentlich geplant 
gewesen sei und bereits nach einer Woche habe abgebrochen werden 
müssen. Aus diesem frühen Abbruch dürfe aber deshalb nicht ohne weite-
res eine volle, andauernde Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden, weil dieser 
Abbruch auf mannigfaltigen Faktoren beruht haben dürfte. Neben einem 
schon oben erwähnten schwer dysfunktionalen Umgang mit den psychi-
schen Beschwerden dürften auch Umgebungsfaktoren und eine ungeklärte, 
belastende Obhuts-, Sorge- und Besuchsrechtsituation bezüglich der Kin-
der mit eine Rolle gespielt haben. Die Tatsache, dass der Beschwerdefüh-
rer wiederholt in der Lage gewesen sei, selbständig nach … zu fliegen und 
offenbar phasenweise auch regelmässig ein Fitnesscenter habe besuchen 
können, sei immerhin ein ernst zu nehmender Hinweis darauf, dass das 
Vermeidungsverhalten bzw. die heftigen Reaktionen bei Fahrten im öV 
(und die damit begründete Unzumutbarkeit auch einer solchen niedrig-
schwelligen Tätigkeit) nicht durchgängig vorhanden und im günstigen Falle 
auch überwindbar schienen.

3.3.4 In der Konsensbeurteilung zum psychiatrisch-neuropsychologischen 
Gutachten der MEDAS vom 19. März 2020 (act. II 123.1) führten die Exper-
ten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf 
(act. II 123.1/5):

1. PTBS (ICD-10 F43.1) nach Arbeitsunfall vom 5. Dezember 2012
2. Leichte depressive Episode (bei ehemals mittelgradig depressiver Episode; 

ICD-10 F32.0)
3. Mittelgradige bis schwere neurokognitive Leistungsminderung

 am ehesten bei Diagnose 1, zusätzlich eventuell als Folge eines Status 
nach langjährigem regelmässigem Cannabiskonsum

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 15

Die Gutachter gaben an (act. II 123.1/5 ff.), aufgrund der Diagnosen einer 
PTBS sowie einer depressiven Episode (unterschiedlichen Schweregrades 
im Verlauf) und der dazugehörigen Symptomatik, sei die Funktionalität des 
Beschwerdeführers mittelgradig eingeschränkt. Unter anderem aufgrund 
der Schlafstörungen, der affektiven Störungen, der kognitiven Störungen 
und der Albträume, bestehe u.a. eine Einschränkung darin, den Tagesab-
lauf suffizient zu planen, zu strukturieren und die geplanten Arbeitsabläufe 
wie geplant durchzuführen und auch zu beenden. Ebenfalls sei die Fähig-
keit aufgrund des erlebten Misstrauens und der veränderten Affektivität 
eingeschränkt, sich im Verhaften, Denken und Erleben an wechselnde Si-
tuationen anzupassen. Dies könne sowohl inhaltliche als auch zeitliche 
oder personelle Veränderungen im Alltag oder am Arbeitsplatz betreffen. 
Gesamthaft sei somit das Aufrechterhalten eines durchgehenden Leis-
tungsniveaus erheblich reduziert. Des Weiteren seien vorbeschriebene und 
fortbestehende Einschränkungen im zwischenmenschlichen Bereich zu 
erwarten. Unter anderem sei ein erhöhtes Misstrauen im Kontakt zu Mit-
menschen, welches die Teamfähigkeit bzw. die Beziehung zu Vorgesetzten 
oder anderen Mitarbeitern beeinflussen könne, zu erwähnen. Ausserdem 
sei die Fähigkeit reduziert, in Konfliktsituationen ohne Befangenheit für die 
eigene Überzeugung einstehen zu können, beeinträchtigt. Auch im fami-
liären Bereich gelinge es dem Beschwerdeführer nicht durchgehend, emo-
tionale Zuwendungen zu geben bzw. diese zu empfangen und den Rollen-
erwartungen als Vater gerecht zu werden. Durch das Vermeidungs-
verhalten und den sozialen Rückzug sei auch das spontane Initiieren von 
Freizeitaktivitäten reduziert. Im Rahmen der neuropsychologischen Defizite 
seien insbesondere die allgemeine Reaktionsbereitschaft, die Informati-
onsgeschwindigkeit und die exekutiven Funktionen sowie die gedächtnis-
bezogenen Leistungen vermindert. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 
Tätigkeit als … sei nicht mehr gegeben. Dies werde mit dem Vorhanden-
sein der Symptomatik einer PTBS und einer depressiven Episode, im Ver-
lauf unterschiedlichen Schweregrades, begründet. Anhand der bisher 
gescheiterten Arbeitsversuche sei gut erkennbar gewesen, inwieweit die 
Symptomatik den Beschwerdeführer einschränke. Die volle Arbeitsunfähig-
keit in der angestammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfall im Dezember 
2012. Aus gutachterlicher Sicht bestehe beim Beschwerdeführer eine 
Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 50 % seit dem Un-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 16

fallereignis im Dezember 2012. In diesem Zusammenhang sei zu beachten, 
dass diese in keiner Weise an die trauma-auslösende Situation erinnere 
(…). Auch seien Arbeiten unter Zeitdruck und mit erhöhter Anforderung an 
die Flexibilität und erhöhte Anforderung im Umgang im zwischenmenschli-
chen Bereich zu meiden. Aus aktueller gutachterlicher Sicht sei es nicht 
nachvollziehbar, warum zukünftig überhaupt keine berufliche Tätigkeit mehr 
möglich sein sollte. Der Beschwerdeführer verfüge hinsichtlich seines Bil-
dungsstandes und seiner beruflichen Vorerfahrung über eine Basis, die 
zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit bedingen würde.

3.3.5 Der behandelnde Psychiater Dr. med. D.________ hielt in der Stel-
lungnahme vom 8. April 2020 (act. II 126) zum Gutachten der MEDAS fest, 
dieses weise einige grundlegende Mängel und Fehler auf, welche die 
Schlussfolgerungen entsprechend beeinflussten. Die Gutachter bestätigten 
– wie die allermeisten der bisher involvierten Ärzte – die Diagnose einer 
PTBS, sie postulierten aber, dass sich keine Hinweise für das Vorliegen 
von relevanten Persönlichkeitsaspekten ergeben hätten. Im Gutach-
ten/Psychostatus werde kein Wort über das Selbstvertrauen, das Selbst-
wertgefühl und die psychische Belastbarkeit des Beschwerdeführers 
erwähnt. Das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen habe durch die Unfälle 
und deren umfassenden Folgen extrem gelitten, diesbezüglich sei er nur 
noch ein Schatten seiner selbst. Die (negativen) Veränderungen seiner 
Persönlichkeit seien so komplex und umfassend/gravierend, dass sie nur 
sehr schwer erfassbar und beschreibbar seien. Die erwähnten Tatsachen 
(Studium, Sprachbegabung etc.) liessen darauf schliessen, dass der Be-
schwerdeführer vor den Unfällen gut bis sehr intelligent gewesen sein dürf-
te, also bestehe auch im intellektuellen Bereich eine gravierende 
Persönlichkeitsänderung. Die Resultate der neuropsychologischen Tests 
zeigten in fast allen Bereichen mittelgradig bis schwerwiegende Beeinträch-
tigungen. Die bisherigen Darlegungen legten den Schluss nahe, dass auch 
in Bezug auf die Persönlichkeit mittel- bis schwergradige Beeinträchtigun-
gen vorlägen und somit auch die Ausprägung der PTBS und die Ein-
schränkung der Funktionalität mittelschwer bis schwerwiegend seien. 
Umso mehr erstaune es, dass die Gutachter diese beiden nur als mittel-
schwer postulierten. Weiter habe der Beschwerdeführer bezüglich den Flü-
gen nach … und den Besuchen im Fitnessstudio glaubwürdig ausgeführt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 17

dass die Flüge für ihn eine sehr starke Überforderung, eine extreme Reizü-
berflutung dargestellt hätten. Weil ihm aber sein (betagter und schwer 
herzkranke) Vater derart viel bedeute und er diesen in seiner schwierigen 
Lebensphase beistehen wolle, nähme er diese kaum aushaltbaren Strapa-
zen (selten) auf sich. Als Kontrast zum völligen Rückzug in seine Wohnung 
bedeuteten ihm die Besuche im Fitnessstudio sehr viel; dank dieser Akti-
vität könne er seinen Depressionen entgegenwirken. Leider seien in den 
letzten Jahren vielfältige (äussere) Belastungsfaktoren dazugekommen, 
welche der Beschwerdeführer als "Nackenschläge" erlebt habe: Die Belas-
tungen mit der schweren Erkrankung seines Vaters und die sehr schwierige 
politische und wirtschaftliche Lage in …, verschiedene spezielle Todesfälle 
von langjährigen Bekannten, Schwierigkeiten mit Administrativmassnah-
men bezüglich Führerausweis und eine belastete finanzielle Situation (So-
zialhilfebezüger). 

3.3.6 In der Stellungnahme vom 3. September 2020 (act. II 141) hielt die 
Gutachterin der MEDAS Dr. med. K.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, gegenüber Dr. med. D.________ zu dessen Kritik am 
Gutachten (act. II 126) fest, hinsichtlich der Diagnose einer PTBS bestehe 
aus fachpsychiatrischer Sicht Konsens, wobei Dr. med. D.________ den 
Schweregrad als mittelgradig bis schwerwiegend einschätze, wohingegen 
die gutachterliche Einschätzung auf mittelgradig laute. Wie im Gutachten 
dargelegt, gründe diese Einschätzung auf den Ressourcen (u.a. im Sinne 
einer gewissen Überwindbarkeit), welche im Alltagsverhalten des Be-
schwerdeführers zu eruieren gewesen seien. Aufgezählt worden seien da-
bei u.a. die Möglichkeit, das Fitnessstudio zu besuchen, die Reisen nach … 
zu bewältigen, die zurückkehrende Möglichkeit, Neues erlernen zu wollen 
bzw. sich darauf einzulassen und auch die positiven affektiven Verände-
rungen im Umgang mit anderen Personen, welches auch von der Beglei-
tung seiner Kinder wohlwollend bemerkt worden sei. Im Gutachten werde 
dies als leichte Verbesserung der sozialen Funktionsfähigkeit in verschie-
denen Teilbereichen interpretiert. Es werde im Gutachten mehrfach darauf 
hingewiesen, dass die genannten Ressourcen weder den Leidensdruck in 
Verbindung mit der Diagnose schmälern sollten noch dass es als Aggrava-
tionstendenz gedeutet werden könne. Hinsichtlich der Diagnose einer Per-
sönlichkeitsänderung werde die Auffassung vertreten, dass diese ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 18

Vorhandensein von objektiven, fachärztlichen Befunden oder sonstigen 
objektiven Dokumenten (Urkunden, Stipendien, Zeugnissen etc.), welche 
einen subjektiv geschilderten Vorzustand verifizierten könnten, nicht in ei-
nem gutachterlichen Kontext vergeben werden sollten. Darüber hinaus 
werde im Gutachten bei der diagnostischen Einschätzung erläutert, dass 
die geschilderte Symptomatik des Beschwerdeführers mit den gestellten 
Diagnosen (PTBS und depressive Störung) erklärt werden könne. 

3.3.7 Die psychiatrische Gutachterin der MEDAS Dr. med. K.________ 
beantwortete am 4. September 2020 (act. II 136) zudem die von der Be-
schwerdegegnerin gestellten Ergänzungsfragen (act. II 125). Zur Frage, ob 
sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verglichen mit der 
Situation zum Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Oktober 2017 wesentlich 
verändert hätten, gab die Gutachterin an, aus fachpsychiatrischer Sicht 
habe sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwer-
deführers verglichen mit der Situation zum Zeitpunkt der Verfügung vom 
17. Oktober 2017 insofern wesentlich verändert, als dass die Diagnosen 
einer PTBS und einer depressiven Symptomatik, welche im Verlauf auch 
das Ausmass einer depressiven Störung (mittelgradig, nun mehr leichtgra-
dig) erreicht hätte, gestellt worden seien. In der Verfügung vom 17. Oktober 
2017 sei unter anderem die Diagnose einer PTBS bzw. die damit verge-
sellschaftete Symptomatik, nicht hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Explo-
randen berücksichtigt worden. Zur Frage, wenn ja, worin bestehe diese 
Veränderung und wie wirke sich diese auf die Arbeitsfähigkeit – in der bis-
herigen und in einer angepassten Tätigkeit – aus, fasste sie unter Bezug-
nahme auf das fachpsychiatrische Gutachten (act. II 123.3) im 
Wesentlichen zusammen, was auch in der Konsensbeurteilung vom 19. 
März 2020 (act. II 123.1/5 ff.) bereits festgehalten wurde (vgl. E. 3.3.4 hier-
vor). 

3.3.8 Dr. med. D.________ führte ihm Bericht vom 27. Januar 2021 aus 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4), es gehe dem Beschwerdeführer 
seit 2017 deutlich schlechter: All die Fehleinschätzungen, welche er als 
grosse Verletzungen und Kränkungen, auch als (rassistisch motivierte?) 
Ablehnung erlebe (weil er sich in seinem grossen Leiden nicht wahrge-
nommen und ernstgenommen fühle), all das lange Warten und die damit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 19

verbundenen Ungewissheiten, auch die zunehmende Zuspitzung seiner 
finanziellen Situation, die schwere Herzkrankheit seines Vaters und die 
Coronasituation, welche ihn daran hinderten, seinen schwerkranken Vater 
wieder einmal zu besuchen, hätten ihn total zermürbt und geschlagen ge-
macht, so dass seine Symptome – trotz der regelmässigen psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung – immer stärker geworden seien. 
Seine Schlafstörungen seien extrem geworden; wegen seiner Atemnot-
/Hustenattacken liege er die meiste Zeit in der Nacht wach und tagsüber 
sei er entsprechend erschöpft, dünnhäutig, verunsichert und depressiv. 
Sein Misstrauen sei manchmal so stark ausgeprägt, dass er manchmal 
ansatzweise schon paranoide Züge zeige (zu Beginn der Behandlung sei 
dies noch überhaupt nicht zu beobachten gewesen). Er leide sehr häufig 
unter rasenden Kopfschmerzen und neu seit einiger Zeit auch unter massiv 
erhöhtem Blutdruck (angeblich bis Werte von über 200/120). Seine Stim-
mung sei niedergeschlagen, hoffnungslos-verzweifelt und er sehe keinerlei 
Möglichkeit und Lichtblick für seine berufliche und private Zukunft. Wieder-
holt habe er auch Suizidgedanken geäussert, weil er „das alles" gar nicht 
mehr aushalte. Seine Gesichtshaut sei blass, er wirke erschöpft und krank. 
Seine Schilderungen über extreme Schlafstörungen, Albträume und nächt-
liche Hustenanfälle hätten in den letzten Monaten weiter zugenommen.

4.

4.1 Das hauptsächlich der angefochtenen Verfügung vom 18. Dezem-
ber 2020 (act. II 151) zu Grunde liegende bidisziplinäre Gutachten der ME-
DAS vom 19. März 2020 (act. II 123.1) erfüllt – zusammen mit der 
Ergänzung vom 4. September 2020 (act. II 136) – die höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Es ist voll beweiskräftig, da es 
– beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der 
geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt und 
in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der me-
dizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen 
werden eingehend begründet. Die Sachverständigen berücksichtigen ins-
besondere auch die Erkenntnisse aus den psychiatrischen Untersuchungen 
der C.________ (act. II 80.12, 107; vgl. act. II 123.1/3 f. und 7) und setzen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 20

sich auch mit der Kritik des Dr. med. D.________ gemäss Schreiben vom 
8. April 2020 auseinander (act. II 126, 140 f.). Der Letztere vermochte auch 
in seiner aktuellen Stellungnahme vom 27. Januar 2021 (act. I 4) keine 
wesentlichen Aspekte zu benennen, die im Rahmen der Begutachtung un-
beachtet oder ungewürdigt geblieben wären, weshalb diese Einschätzung 
das Gutachten der MEDAS nicht in Frage zu stellen vermag (vgl. E. 2.5.3 
hiervor). 

4.2 Was das Vorliegen eines allfälligen Neuanmeldungsgrundes betrifft, 
macht der Beschwerdeführer unter Bezugnahme auf die Einschätzung von 
Dr. med. D.________ eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation 
geltend (Beschwerde S. 5 Ziff. 2.2, S. 6 Ziff. 2.5 und S. 8 Ziff. 3.2). Die von 
ihm postulierte Gesundheitsverschlechterung basiert hauptsächlich auf den 
subjektiven Angaben seines Patienten und nicht auf einer Änderung der 
psychopathologischen Befundlage. So hielt med. pract. I.________ in der 
psychiatrischen Beurteilung vom 18. Juni 2019 (act. II 107) fest, angesichts 
zweier persönlich durchgeführter Explorationsgespräche im Juli 2018 und 
aufgrund der in den Akten vorliegenden, wiederholten ausführlichen Beur-
teilungen des behandelnden Psychiaters sei über die letzten zweieinhalb 
Jahre gesehen von einer kaum veränderten psychiatrischen Befundlage 
auszugehen. Soweit Dr. med. D.________ die geltend gemachte Gesund-
heitsverschlechterung zudem mit invaliditätsfremden psychosozialen Belas-
tungsfaktoren begründet, ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer 
bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Oktober 2017 (act. II 44), wie 
Dr. med. D.________ mit seiner Eingabe vom 28. Juli 2017 auch schon 
damals geltend machte (act. II 32/8 ff.), mit mannigfachen psychosozialen 
Belastungen (zerrüttete Familien- und Betreuungsverhältnisse mit stetiger 
häuslicher Gewalt, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeabhängigkeit, nicht entspre-
chend der in der Heimat erworbenen Ausbildung gelungene berufliche In-
tegration, Administrativ- und Strafverfahren etc.) konfrontiert sah, mithin 
sich auch diesbezüglich die Verhältnisse nicht wesentlich verändert haben. 
Aus dem Gutachten der MEDAS vom 19. März 2020 (act. II 123.1) und der 
Beantwortung der Ergänzungsfragen vom 4. September 2020 (act. II 136) 
geht unzweifelhaft hervor, dass eine im revisionsrechtlichen Kontext uner-
hebliche andere Beurteilung des im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhalts vorliegt (vgl. E. 2.4.1 hiervor). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 21

4.3 Da nach dem Dargelegten kein Neuanmeldungsgrund auszuma-
chen ist, verneinte die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch zu 
Recht. Die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

5.1.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.1.2 Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des nachge-
wiesenen Sozialhilfebezuges erstellt ist (Akten des Beschwerdeführers [act. 
Ia] 2) und dieser Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien, 
sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf unentgeltliche 
Rechtspflege erfüllt. Das entsprechende Gesuch des Beschwerdeführers 
ist somit gutzuheissen.

5.2

5.2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

5.2.2 Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden 
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 5.1.2 hiervor) ist der Beschwerdefüh-
rer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (ZPO; SR 272) – von der Pflicht zur Zahlung der Verfahrenskos-
ten zu befreien.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. April 2021, IV/21/94, Seite 22

5.3 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Sozialdienst B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.