# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97fca55d-d6d6-5757-b242-c07f3ccac9ff
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.10.2017 IV 2015/64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-64_2017-10-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/64

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 31.10.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 31.10.2017
Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Art. 17 IVG. Eingliederung vor Rente. 
Schadenminderungspflicht. Umschulungspflicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2017, IV 
2015/64). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2017.

Entscheid vom 31. Oktober 2017

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2015/64

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch den Rechtsdienst Inclusion Handicap,

lic.iur. Claudia Bretscher, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 30. Mai 2011 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Sie gab an, sie verfüge über ein Diplom als 

Fächergruppenlehrkraft und sie habe in den letzten Jahren in einem Pensum von 50 

Prozent als Fächergruppenlehrerin gearbeitet. Ihr Lohn habe sich auf 4'439.55 Franken 

belaufen. Seit Oktober 2007 leide sie an einem Morbus Crohn. Etwa Ende Februar 

2011 habe sie ein „Burnout“ erlitten. Seit dem 4. März 2011 sei sie vollständig 

arbeitsunfähig. Am 27. Juni 2011 untersuchte Dr. med. B.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD) die Versicherte persönlich. In seinem Bericht vom 1. 

Juli 2011 hielt er fest (IV-act. 17), die Versicherte habe in ihrem neunjährigen 

Berufsleben zahlreiche als Stressoren wirkende belastende berufliche Situationen 

(unter anderem „Mobbing“) erlebt, die sie nur schwer habe verarbeiten können. Sie sei 

eigentlich „mit Herzblut“ Lehrerin, aber nun wisse sie nicht mehr, wie es beruflich 

weitergehen solle. Bezüglich des Morbus Crohn befinde sie sich immer noch in 

Behandlung. An sich würde sie gerne wieder zu 50 Prozent arbeiten. Ihr heute vier 

Jahre alter Sohn werde gut betreut; angesichts ihrer gesundheitlichen Situation habe 

sie den Wunsch nach weiteren Kindern zurückgestellt. Beurteilend empfahl Dr. B.___ 

angesichts einer drohenden Invalidität die Durchführung von beruflichen Massnahmen. 

Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am 22. März 2012 nach einem 

persönlichen Gespräch mit der Versicherten (IV-act. 34), diese könne sich eine 

Umschulung, die zum Beispiel drei Jahre dauere oder vollzeitig absolviert werden 

müsse, aufgrund des Kräftehaushaltes nicht vorstellen. Diverse Berufsvorschläge seien 

daher nicht weiter verfolgt worden. Die Versicherte habe eine Ausbildung zur 

diplomierten „Wellnesstrainerin“ in Verbindung mit einer Ausbildung zur diplomierten 

Ernährungsberaterin vorgeschlagen. Mit kranken Leuten wolle sie allerdings nicht 

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arbeiten. Sie könne sich auch einen Lehrgang zur Mentaltrainerin oder eine Ausbildung 

im Bereich des autogenen Trainings vorstellen. Entsprechende Kurse könnten 

problemlos absolviert werden. Es stelle sich aber die Frage nach der Verwertbarkeit. 

Ausserdem dürfte es schwierig werden, den vorherigen hohen Lohn damit zu erreichen. 

Im April 2012 teilte die Versicherte mit (IV-act. 36), dass sie sich eine künstlerische 

Tätigkeit im Zusammenhang mit Photographie vorstellen könnte. Diese könnte sie als 

selbständig Erwerbstätige ausüben. In der Folge reichte sie Unterlagen zur avisierten 

Tätigkeit ein und sie ersuchte um die Vergütung der Kosten für entsprechende Kurse 

(IV-act. 37 f. und 44 ff.). Am 27. Juli 2012 teilte ihr die IV-Stelle mit, dass sie im Sinne 

einer Frühinterven¬tionsmassnahme die Kosten der Kurse vergüten werde (IV-act. 70).

A.b  Am 7. September 2012 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. 

Die Abklärungsbeauftragte hielt in ihrem Bericht fest (IV-act. 80), die Versicherte habe 

seit der Geburt ihres Sohnes in einem Pensum von 50 Prozent gearbeitet und nun 

angegeben, dass sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin zu 50 Prozent 

erwerbstätig wäre. Wegen des Morbus Crohn und den dadurch bedingten Durchfällen 

sei ihre Leistung im Haushalt in sämtlichen Bereichen durchschnittlich um 50 Prozent 

reduziert. Dem Ehemann, der abends jeweils um 18 Uhr zuhause sei, könne aber eine 

tägliche Mithilfe von 60 Minuten zugemutet werden, was bei einem durchschnittlichen 

täglichen Aufwand von acht Stunden einem Anteil von 12,5 Prozent entspreche. Die 

Einschränkung im Haushalt betrage also 37,5 Prozent. Am 4. April 2013 beauftragte die 

IV-Stelle die medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz mit der Erstellung 

eines polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 102). Die entsprechenden Untersuchungen 

fanden am 7./8. August 2013 statt. In ihrem Gutachten vom 18. September 2013 

hielten die Sachverständigen fest (IV-act. 109), die Versicherte leide an einer 

gemischten Angst- und depressiven Störung sowie – ohne wesentliche Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit – an einem Morbus Crohn, an einem Status nach einer 

Cholezystektomie und an einer Endometriose. Aus allgemein-internistischer und aus 

gastroenterologischer Sicht seien die beklagten Beschwerden (Bauchschmerzen und 

Durchfälle) eindeutig auf den Morbus Crohn zurückzuführen. Die Prognose sei 

insgesamt günstig, da eine komplette Remission erreicht werden könne. Aus 

internistischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt. Aus 

orthopädischer Sicht sei das Vorliegen eines Morbus Bechterew zu verneinen. Es liege 

keine Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würde. 

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Aus psychiatrischer Sicht erreichten weder die depressiven Symptome noch die 

ängstlich vermeidenden Symptome das Ausmass, das die Diagnose einer depressiven 

Störung oder eine selbständigen Angststörung rechtfertigen würde. Die Versicherte sei 

wegen ihrer Unsicherheit, ihrer Ängstlichkeit und ihrer Vermeidungstendenz in ihrer 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit eingeschränkt. Dasselbe gelte für die 

Durchhaltefähigkeit. Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei beeinträchtigt und die 

Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Gruppenfähigkeit seien durch die Unsicherheit, 

das Misstrauen und die Tendenz, sich im Arbeitsumfeld sozial zu isolieren, 

herabgesetzt. Für die erlernte Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent. 

Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei zu 70 Prozent zumutbar. Als leidensadaptiert gälten 

Tätigkeiten, die möglichst nicht im Rahmen eines Schul- oder Lehrbetriebs stattfänden. 

Die Versicherte sollte möglichst in der Lage sein, alleine zu arbeiten. Die Tätigkeit sollte 

der somatischen Erkrankung und der psychischen Befindlichkeit angepasst werden. 

Wegen der Befürchtung der Versicherten, dass sie ohne ein unmittelbar verfügbares 

WC die Kontrolle über die Darmfunktion verlieren könnte, sollte die Tätigkeit in der 

unmittelbaren Nähe einer Toilette ausgeübt werden können. Da die Versicherte seit 

langem eine Vermeidungsstrategie zeige, könnte die psychische Erkrankung eine 

Flucht im Sinne einer Vermeidungsstrategie der zwischenmenschlichen Konflikte in der 

Arbeitssituation betrachtet werden. Es empfehle sich, dieses Verhalten durch gezielte 

verhaltenstherapeutische Massnahmen zu verändern. Um einer Chronifizierung der 

Flucht in die Krankheit entgegen zu wirken, sei aus psychiatrischer Sicht der Versuch 

einer beruflichen Eingliederung als stationäre Rehabilitation allenfalls empfehlenswert. 

Die Eingliederung sollte ein Belastbarkeitstraining und ein Aufbautraining von 

genügender Dauer beinhalten. Der RAD-Arzt Dr. med. C.___ erachtete das Gutachten 

als überzeugend (IV-act. 110).

A.c  Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle fragte im Oktober 2013 eine 

Eingliederungsberaterin der IV-Stelle an (IV-act. 111), ob es Arbeitsstellen gebe, an 

denen die Versicherte als Lehrerin tätig sein könne und die gleichzeitig die vom 

psychiatrischen Sachverständigen genannten Kriterien an eine leidensadaptierte 

Tätigkeit erfüllten. Die Eingliederungsberaterin antwortete, dass es keine solchen 

Arbeitsstellen gebe. Das Attest einer Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent für den erlernten 

Beruf als Lehrerin stehe deshalb im Widerspruch zu den Kriterien für eine 

leidensadaptierte Tätigkeit. Am 21. Oktober 2013 notierte die Sachbearbeiterin (IV-act. 

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112), im erwerblichen Bereich liege eine Invalidität von 54 Prozent vor, wenn man das 

von der Versicherten zuletzt erzielte Einkommen mit den statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne vergleiche. Unter Berücksichtigung der Gewichtung des 

Erwerbsbereichs und der (gewichteten) Einbusse im Haushalt resultiere insgesamt ein 

Invaliditätsgrad von 46 Prozent. Die Versicherte müsse unter Hinweis auf den Art. 21 

Abs. 4 ATSG verpflichtet werden, die psychotherapeutische Behandlung fortzusetzen. 

Am 7. November 2013 hielt die Sachbearbeiterin dann allerdings fest (IV-act. 114), es 

frage sich, ob nicht ein Umschulungsanspruch bestehe. Bevor das Verfahren 

abgeschlossen werde, seien deshalb berufliche Massnahmen zu prüfen. Eine 

Eingliederungsverantwortliche notierte am 20. November 2013, die beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten seien bereits geprüft worden, weshalb nun direkt die 

Rentenprüfung erfolgen könne (IV-act. 118). Im Dezember 2013 sprach die Versicherte 

persönlich bei der IV-Stelle vor. Sie gab an (IV-act. 121), sie würde ohne eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung in einem Pensum von 80 Prozent arbeiten, da ihr Sohn 

schon im zweiten Kindergartenjahr sei und von den Grosseltern betreut werde. Ab 

Januar 2014 werde sie wohl in einem Pensum von 30–40 Prozent in der 

Kindertagesstätte D.___ arbeiten können. Mit ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit habe 

sie in den Monaten März bis November 2013 einen Gewinn von 1'294.55 Franken 

erzielt. Am 17. Januar 2014 notierte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle (IV-act. 126), 

unter Berücksichtigung einer Gewichtung von 80 Prozent Erwerb und 20 Prozent 

Haushalt sowie der aktuellsten Lohnangaben der ehemaligen Arbeitgeberin (vgl. IV-act. 

123) resultiere ein Invaliditätsgrad von 56 Prozent. Am 21. März 2014 hielt diese 

Sachbearbeiterin dann aber fest (IV-act. 128), die psychische Erkrankung sei 

„therapeutisch angehbar“ und habe deshalb rechtsprechungsgemäss keine 

„invalidisierende Wirkung“. Folglich müsse von einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten ausgegangen werden.

A.d  Mit einem Vorbescheid vom 31. März 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades die Abweisung des 

Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 130). Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene 

Versicherte am 11. Juni 2014 einwenden (IV-act. 135), die im März 2014 erfolgte 

Abänderung des Invaliditätsgrades sei nicht nachvollziehbar. Gestützt auf das 

Gutachten der MEDAS Ostschweiz und angesichts der darauf aufbauenden 

Berechnung des Invaliditätsgrades im Januar 2014 stehe fest, dass die Versicherte ab 

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März 2012 einen Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung habe. Der 

psychiatrische Sachverständige der MEDAS Ostschweiz habe zudem sozialberufliche 

Rehabilitationsmassnahmen empfohlen. Solche müssten nun durchgeführt werden, 

damit die Versicherte ihre Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt verwerten 

könne. Am 16. Juni 2014 hielt der behandelnde Gastroenterologe Dr. med. E.___ fest 

(IV-act. 138), das Gutachten der MEDAS Ostschweiz sei nicht überzeugend. Der 

Morbus Crohn befinde sich zwar klinisch in Remission, aber endoskopisch zeige sich 

weiterhin eine Aktivität. Zudem leide die Versicherte aktuell an einer invalidisierenden 

Diarrhoe, die nicht allein durch den Morbus Crohn erklärt werden könne. Die 

Versicherte könnte nur dann einer Erwerbstätigkeit nachgehen, wenn sie einen freien 

Zugang zu einer Toilette hätte. In einem Schul- und Lehrbetrieb könne sie nicht 

arbeiten. Am 9. Juli 2014 nahm der behandelnde Psychiater Dr. med. F.___ Stellung 

zum Gutachten der MEDAS Ostschweiz. Er führte aus (IV-act. 140), sowohl in den 

Jahren 2005/2006 als auch in den Jahren 2010/2011 seien die Diagnosekriterien einer 

mittelgradigen depressiven Episode vollumfänglich erfüllt gewesen. Nach den 

Traumatisierungen in jenen Zeiträumen seien auch die Symptome einer nicht näher 

bezeichneten Angststörung erfüllt gewesen. Aktuell liege wieder eine mittelgradige 

depressive Episode bei einem invalidisierenden Durchfall vor. Hinsichtlich der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht nachvollziehbar, weshalb der psychiatrische 

Sachverständige der MEDAS Ostschweiz für die angestammte Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent attestiert und bezüglich der leidensadaptierten 

Tätigkeiten festgehalten habe, diese müssten ausserhalb eines Schul- oder 

Lehrbetriebs stattfinden. Für leidensadaptierte Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit 

nur 20–50 Prozent. Ein Belastungs- und Aufbautraining sei nicht notwendig. Im Juni 

2014 hatte die Versicherte einen Arbeitsvertrag abgeschlossen, laut dem sie ab August 

2014 (befristet) zehn Lektionen pro Woche in einer Primarschule unterrichtete (IV-act. 

144). Das entsprach einem Pensum von 33 Prozent (IV-act. 145). Auf eine 

entsprechende Frage der IV-Stelle hin liess die Versicherte am 20. November 2014 

mitteilen (IV-act. 147), dass sie ihre Arbeit seit August 2014 ohne Fehlzeiten habe 

verrichten können. Sie sei aber von diesem Pensum sehr erschöpft und brauche lange 

Erholungszeiten. Mit einer Verfügung vom 26. Januar 2015 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 150).

B. 

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B.a  Am 24. Februar 2015 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Januar 2015 erheben (act. G 1). Ihre 

Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der Verfügung, die Zusprache einer Rente 

ab dem 1. März 2012 und eventualiter die Zusprache einer befristeten Rente für die Zeit 

vom 1. März 2012 bis zum 30. November 2014. Zur Begründung führte sie an, die IV-

Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe keine überzeugende Begründung 

für die vom Gutachten der MEDAS Ostschweiz abweichende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung anführen können. Zudem sei die Arbeitsunfähigkeit bereits 

im März 2011 eingetreten. Sie habe bis zur Begutachtung im August 2013 bestanden, 

obwohl sich die Beschwerdeführerin während der ganzen Zeit in einer adäquaten 

Behandlung befunden habe. Der Rentenanspruch sei ausgewiesen.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 12. Mai 2015 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie aus, gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zähle die Diagnose einer gemischten Angst- und 

depressiven Störung zum „Grenzbereich dessen (…), was noch als krankheitswertig im 

Sinne des Gesetzes anerkannt werden“ könne. Eine invalidisierende Wirkung der 

Störung müsse folglich verneint werden. Auch der wiedergegebene Tagesablauf und 

die objektiven Befunde sprächen für die „Zumutbarkeit der Überwindbarkeit des 

psychischen Leidens“.

B.c  Die Beschwerdeführerin liess am 16. Juni 2015 an ihren Anträgen festhalten (act. 

G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen

1. 

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Als Invalidität gilt laut dem Art. 8 

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Abs. 1 ATSG i.V.m. dem Art. 7 Abs. 1 ATSG ein voraussichtlich bleibender oder längere 

Zeit dauernder ganzer oder teilweiser Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht worden ist und 

der nach der zumutbaren Behandlung und Eingliederung fortbesteht. Für die 

Bemessung des Invaliditätsgrades wird gemäss dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre.

2. 

2.1  Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin nicht 

anhand eines (reinen) Einkommensvergleichs, sondern in Anwendung der sogenannten 

gemischten Methode berechnet. Dieses Vorgehen ist rechtswidrig, denn es steht im 

Widerspruch zum Wortlaut des Art. 5 Abs. 1 IVG und des Art. 8 Abs. 3 ATSG, im 

Widerspruch zum Sinn und Zweck der Invalidenrente, im Widerspruch zum 

Rentensystem der Invalidenversicherung und im Widerspruch zum Willen des 

historischen Gesetzgebers. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in 

seinem (vom Bundesgericht mit dem Urteil 9C_431/2016 bestätigten) Entscheid IV 

2014/125 vom 24. Mai 2016 mit einer ausführlichen Begründung aufgezeigt, dass sich 

der durch eine Rente der Invalidenversicherung gedeckte Schaden sowohl für 

Erwerbstätige als auch für Nichterwerbstätige anhand der Erwerbsunfähigkeit der 

versicherten Person bemisst und dass das Gesetz nur für jene Fälle eine Ausnahme 

von diesem Grundsatz vorsieht, in denen die versicherte Person bereits vor dem Eintritt 

der Gesundheitsbeeinträchtigung (überhaupt) nicht erwerbstätig gewesen ist und in 

denen ihr die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aufgrund der Bedeutung des 

Familienlebens nicht zugemutet werden kann. Mit diesem Entscheid hat das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen seine frühere Praxis zur 

Invaliditätsbemessung wieder aufgenommen. Weil die vorübergehende Aufgabe jener 

Praxis nur auf Druck des Bundesgerichtes hin erfolgt war, ändert sie nichts daran, dass 

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es sich dabei um eine ständige Rechtsprechung des Versicherungsgerichtes des 

Kantons St. Gallen handelt. Zusammengefasst begründet sich diese Praxis wie folgt: 

Die Invalidenversicherung ist eine Volksversicherung, deren Rentenleistungen einen 

Schaden des versicherten Gutes „Erwerbsfähigkeit“ abdecken. Als eine 

Erwerbsunfähigkeit gilt der Verlust an Erwerbsmöglichkeiten auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt. Der Frage, ob eine versicherte Person diese Möglichkeiten vor dem 

Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung genutzt hat, kommt dabei keine Bedeutung 

zu. Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund bei der Schaffung des IVG explizit 

festgehalten, dass sich die Invalidität auch für Haustöchter, Privatiers und Hausfrauen, 

die teilweise erwerbstätig gewesen sind, anhand eines reinen Einkommensvergleichs 

zu bemessen habe. Nur jenen Hausfrauen, die nie erwerbstätig gewesen waren, wollte 

der Gesetzgeber die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zumuten (vgl. BBl 1958 II 

1162 und den Bericht der Expertenkommission vom 30. November 1956, S. 27 und 

116 ff. und zum Ganzen auch den Entscheid IV 2014/125 des St. Galler 

Versicherungsgerichtes vom 24. Mai 2016, E. 2.2, mit zahlreichen Hinweisen). Die 

Beschwerdeführerin ist vor und beim Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

erwerbstätig gewesen. Sie kann folglich nicht als eine Hausfrau qualifiziert werden, 

deren Invalidität in Abweichung vom allgemeinen Grundsatz nicht anhand eines reinen 

Einkommensvergleichs zu bemessen wäre. Vielmehr ist der Invaliditätsgrad anhand 

eines reinen Einkommensvergleichs zu berechnen.

2.2  Die Beschwerdeführerin verfügt über eine gute berufliche Qualifikation, was es ihr 

vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erlaubt hat, ein verhältnismässig 

hohes Erwerbseinkommen von fast 9'000 Franken pro Monat (hochgerechnet auf ein 

Vollpensum) zu erzielen. Sowohl der behandelnde Psychiater als auch der 

psychiatrische Sachverständige der MEDAS Ostschweiz haben überzeugend 

dargelegt, dass die Beschwerdeführerin die erlernte Tätigkeit jedenfalls nicht mehr 

ohne wesentliche Einschränkungen ausüben kann. Für jene Tätigkeit besteht gemäss 

dem Gutachten der MEDAS Ostschweiz eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent, 

während leidensadaptierte Tätigkeiten im Umfang von 70 Prozent zumutbar sind. Die 

Beschwerdeführerin hat zwar geltend gemacht, sie könne ihren erlernten Beruf gar 

nicht mehr ausüben, ist aber im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung 

entgegen ihrer entsprechenden Behauptung doch wieder als Fächergruppenlehrkraft 

(allerdings auf der Primarstufe) tätig gewesen. Dieser Umstand verleiht der 

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überzeugend begründeten Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen 

Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz zusätzliche Beweiskraft, weshalb 

gesamthaft mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung ihren 

erlernten Beruf zu 50 Prozent oder eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit zu 70 Prozent 

hat ausüben können. Würde die weitere Ausübung des erlernten Berufs bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 50 Prozent als die massgebende Invalidenkarriere qualifiziert, 

würde augenscheinlich ein Invaliditätsgrad von (mindestens) 50 Prozent resultieren. Auf 

den ersten Blick scheint die alternative Invalidenkarriere – die Verrichtung einer ideal 

leidensadaptierten Tätigkeit in einem Pensum von 70 Prozent – ein höheres 

Invalideneinkommen und damit einen niedrigeren Invaliditätsgrad zu versprechen. Die 

Beschwerdeführerin hat allerdings keinen weiteren Beruf erlernt, der die vom 

psychiatrischen Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz definierten Kriterien einer 

leidensadaptierten Tätigkeit erfüllen würde. Folglich kommt als Alternative zur – nicht 

leidensadaptierten – Arbeit als Fächergruppenlehrkraft nur die Verrichtung einer – ideal 

leidensadaptierten – Hilfsarbeit in Frage. Das Lohnniveau einer Hilfsarbeiterin ist aber 

deutlich tiefer als jenes einer Fächergruppenlehrkraft. Gemäss den Ergebnissen der 

Schweizer Lohnstrukturerhebung 2012 hat der Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne 

4'646 Franken (Kompetenzniveau 2) beziehungsweise 4'112 Franken 

(Kompetenzniveau 1) pro Monat betragen (LSE 2012, TA1). Als gesunde Hilfsarbeiterin 

hätte die Beschwerdeführerin also lediglich etwa die Hälfte ihres früheren Einkommens 

erzielen können. Da ihre Arbeitsfähigkeit selbst für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten 

wesentlich eingeschränkt ist, kann sie damit offensichtlich kein Erwerbseinkommen 

erzielen, das höher als jenes wäre, das sie erzielen könnte, wenn sie ihre 

Restarbeitsfähigkeit von 50 Prozent im erlernten Beruf verwerten würde. Entgegen dem 

ersten Eindruck würde bei der Berücksichtigung einer ideal leidensadaptierten 

Hilfsarbeit als Invalidenkarriere also nicht ein tieferer, sondern ein höherer 

Invaliditätsgrad als bei der Weiterausübung des erlernten Berufs in einem Pensum von 

50 Prozent resultieren. Die zumutbare Invalidenkarriere besteht also in der 

Weiterausübung des erlernten Berufs. Dabei ist kein Abzug vom Tabellenlohn zu 

berücksichtigen, denn erstens wird für die Berechnung des entsprechenden 

Invalideneinkommens nicht auf einen Tabellenlohn abgestellt und zweitens ist die 

Annahme am plausibelsten, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit bei 

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der öffentlichen Hand verwerten würde. Diese vergütet die Arbeitsleistung – anders als 

ein privater Arbeitgeber – nicht strikt nach ökonomisch-betriebswirtschaftlichen 

Kriterien, weshalb sich ein allfälliger Nachteil, für den an sich ein Tabellenlohnabzug 

gewährt werden müsste, nicht auf den Lohn der Beschwerdeführerin auswirken dürfte. 

Bei der im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung aktuellen Sachlage ist 

die Beschwerdeführerin also zu 50 Prozent invalid gewesen.

2.3  Die Beschwerdegegnerin hat eingewendet, die Beschwerdeführerin leide an 

Symptomen, die gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gerade noch als 

„krankheitswertig“ qualifiziert werden könnten. Das spricht offensichtlich nicht gegen 

das Attest einer Arbeitsunfähigkeit, denn es ist unerheblich, ob eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung ohne weiteres oder nur knapp als „krankheitswertig“ 

qualifiziert werden kann; das Gesetz unterscheidet nur zwischen den Folgen einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung und Einschränkungen, die ihre Ursache nicht in einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung finden. Die erwähnte bundesgerichtliche Rechtsprechung 

kann aber für den vorliegenden Fall ohnehin nicht massgebend sein, denn gestützt auf 

das überzeugende Gutachten der MEDAS Ostschweiz steht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin 

im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung an einer relevanten 

Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten hat, die ihre Arbeitsfähigkeit wesentlich 

eingeschränkt hat. Dieser für den vorliegenden Fall erbrachte Beweis kann 

selbstverständlich nicht durch eine (angebliche) allgemeine Erfahrungstatsache 

widerlegt werden. Es besteht keine Veranlassung, von der überzeugenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz 

abzuweichen, die im Übrigen auch vom RAD als zuverlässig qualifiziert worden ist.

2.4  Allenfalls kann der Invaliditätsgrad aber mit einer Umschulung in einen 

gleichwertigen Beruf (vgl. dazu UELI MEYER-BLASER/MARCO REICHMUTH, 

Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl. 2014, Art. 17 N 14 ff.) reduziert 

werden. Eine solche Umschulung drängt sich insbesondere auch deshalb auf, weil die 

Beschwerdeführerin noch jung ist. Diese hat zwar angegeben, sie würde eine 

Umschulung kräftemässig nicht durchstehen. Eine entsprechende 

Umschulungsunfähigkeit steht aber nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, denn die Beschwerdegegnerin hat es 

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versäumt, die Sachverständigen der MEDAS Ostschweiz nach der 

U¬schulungsfähigkeit zu fragen. Jedenfalls könnte eine Umschulung den 

Invaliditätsgrad aber nur für die Zukunft beeinflussen. Da damit zu rechnen ist, dass bis 

zum Abschluss einer allfälligen Umschulung noch mehrere Jahre vergehen dürften, und 

da die Beschwerdeführerin bereits seit Jahren im aktuellen Umfang invalid ist, liegt 

selbst im idealsten Fall eine insgesamt mehrere Jahre dauernde Invalidität von 50 

Prozent vor. Damit ist die Beschwerdeführerin zwar vielleicht nicht voraussichtlich 

dauernd, aber sicherlich zumindest eine längere Zeit erwerbsunfähig und damit invalid 

im Sinne des Art. 8 Abs. 1 ATSG. Das bedeutet, dass sie einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung hat und dass mit einer Umschulung nur (aber 

immerhin) auf eine revisionsweise Rentenherabsetzung oder Rentenaufhebung 

hingewirkt werden kann. Die obigen Ausführungen zur Umschulung sind deshalb nur 

ein obiter dictum. Sollte die Beschwerdeführerin ein entsprechendes Verfahren 

eröffnen, empfehlen sich vertiefte Abklärungen hinsichtlich der Fragen nach der 

Umschulungsfähigkeit, nach geeigneten neuen Berufen und nach der Arbeitsfähigkeit 

für jene Berufe, bevor entsprechende berufliche Massnahmen in die Wege geleitet 

werden. Nötigenfalls müsste die Beschwerdeführerin mittels der Androhung einer 

Rentensistierung gestützt auf den Art. 21 Abs. 4 ATSG dazu angehalten werden, 

geeignete und zumutbare berufliche Massnahmen zu absolvieren. Diese Fragen 

gehören aber nicht zum Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens.

2.5  Da die Arbeitsunfähigkeit gemäss dem Gutachten der MEDAS Ostschweiz seit Mai 

2011 besteht, hat das sogenannte Wartejahr am 30. April 2012 geendet. Weil auch die 

Anmeldung zum Leistungsbezug bereits im Mai 2011 erfolgt ist, liegt keine sogenannte 

verspätete Anmeldung vor, was bedeutet, dass der Rentenanspruch am 1. Mai 2012 

entstanden ist. Die Beschwerdeführerin hat also rückwirkend ab dem 1. Mai 2012 einen 

Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad 

von 50 Prozent. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3. 

Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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600 Franken zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin 

eine Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts des durchschnittlichen 

Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3'500 Franken (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 26. Januar 

2015 aufgehoben und der Beschwerdeführerin wird rückwirkend ab dem 1. Mai 2012 

eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen; die Sache wird zur 

Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'500.-- zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 31.10.2017
	Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Art. 17 IVG. Eingliederung vor Rente. Schadenminderungspflicht. Umschulungspflicht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Oktober 2017, IV 2015/64). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2017.

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