# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 703200ee-9509-50cd-804f-3d45b259313a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2022 D-5765/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5765-2022_2022-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5765/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Yannick Antoniazza-Hafner; 

Gerichtsschreiber Martin Scheyli 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am [...], 

Syrien,  

[...],  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 6. Dezember 2022  

 

 

 

D-5765/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer, ein syrischer Staatsangehöriger, am 30. Ok-

tober 2022 unkontrolliert in die Schweiz einreiste und am 1. November 

2022 beim Bundesasylzentrum Region Zürich ein Asylgesuch stellte, 

dass der Beschwerdeführer am 7. November 2022 den Rechtsschutz für 

Asylsuchende im Bundesasylzentrum Region Tessin-Zentralschweiz mit 

seiner Rechtsvertretung mandatierte, 

dass er gemäss Einträgen in der Datenbank „Eurodac“ am 21. Oktober 

2022 in Italien daktyloskopisch erfasst worden war, 

dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 15. November 2022 an 

die zuständige italienische Behörde die Mitteilung richtete, gestützt auf die 

einschlägigen Staatsverträge (Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemein-

schaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 

Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz 

gestellten Asylantrags [Dublin-Assoziierungsabkommen, SR 0.142.392. 

68]; Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 

Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin-III-VO]; Verordnung 

[EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durch-

führungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 

[DVO Dublin]) werde Italien als zur Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig erachtet, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer am 15. November 2022 das recht-

liche Gehör zur Anwendung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Re-

gimes gewährte, 

dass die zuständige italienische Behörde am 25. November 2022 der 

Übernahme des Beschwerdeführers zustimmte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 6. Dezember 2022 (Datum der Eröff-

nung: 9. Dezember 2022) gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylge-

setzes (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

nicht eintrat, dessen Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug anord-

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nete und ihn anwies, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Be-

schwerdefrist zu verlassen, wobei es festhielt, dass eine Beschwerde ge-

gen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung habe, 

dass die damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit Erklärung 

vom 12. Dezember 2022 ihr Mandat niederlegte, 

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Eingabe vom 12. Dezem-

ber 2022 (Datum des Poststempels: 13. Dezember 2022) beim Bundesver-

waltungsgericht anfocht,  

dass er dabei sinngemäss beantragte, die angefochtene Verfügung sei auf-

zuheben und es sei auf sein Asylgesuch einzutreten, 

dass er zudem mit Eingabe vom 14. Dezember 2022 eine Ergänzung sei-

ner Beschwerde einreichte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 19. De-

zember 2022 den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer superprovisori-

schen Massnahme einstweilen aussetzte, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-

schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet, 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),  

dass das Bundesverwaltungsgericht – mit einer vorliegend nicht zutreffen-

den Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, wo-

mit er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG; 

Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

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vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wird, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, 

die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2), 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz, falls sie den Nichteintretens-

entscheid als unrechtmässig erachtet, einer selbständigen materiellen Prü-

fung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2014/39 E. 3), 

dass gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf Asylgesuche in der Regel 

nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat ausreisen 

können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

staatsvertraglich zuständig ist, 

dass das SEM zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates 

die Zuständigkeitskriterien gemäss der Dublin-III-VO prüft,  

dass das SEM auf das Asylgesuch nicht eintritt, sofern die Prüfung der Zu-

ständigkeitskriterien zur Feststellung führt, dass ein anderer Mitgliedstaat 

für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, und der betreffende Mit-

gliedstaat einer Übernahme zugestimmt hat oder von dessen Zustimmung 

infolge unterlassener Antwort innerhalb der einschlägigen Frist auszuge-

hen ist (Art. 22 Abs. 7 sowie Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die zuständige italienische Behörde am 25. November 2022 innert 

der dafür vorgesehenen Frist (Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO) der Übernahme 

des Beschwerdeführers zustimmte, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

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dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs zur An-

wendung der Rechtsbestimmungen des Dublin-Regimes sowie mit seinen 

beschwerdeweisen Eingaben vorbrachte, sein Ziel sei nicht Italien, son-

dern die Schweiz gewesen,  

dass nämlich in der Schweiz seit sieben Jahren und mit einer Aufenthalts-

bewilligung eine Schwester sowie seit zwei Monaten ein derzeit im Asyl-

verfahren befindlicher Bruder leben würden, und dass zudem ein weiterer 

Bruder in Begleitung seiner Familie am 30. November 2022 im Rahmen 

des Resettlement-Programms des UNHCR für syrische Flüchtlinge hier 

eintreffen werde, 

dass er weiter geltend machte, die daktyloskopische Erfassung in Italien 

mittels eines Fingerabdrucks sei unter der Drohung erfolgt, andernfalls 

müsse er auf der Insel Lampedusa – wo er nach Italien gelangt war – ver-

bleiben, wobei ihm ausserdem gesagt worden sei, dies habe keinen Ein-

fluss auf sein Asylverfahren in einem anderen Land, 

dass diese Vorbringen an der Zuständigkeit Italiens nichts zu ändern ver-

mögen,  

dass in diesem Zusammenhang festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO 

den Schutzsuchenden grundsätzlich kein Recht einräumt, den ihren Antrag 

prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3),  

dass zwar gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO ein Mitgliedstaat in der Re-

gel entscheidet, die antragstellende Person nicht von ihren Kindern, Ge-

schwistern oder einem Elternteil zu trennen, wenn sie wegen Schwanger-

schaft, eines neugeborenen Kindes, schwerer Krankheit, ernsthafter Be-

hinderung oder hohen Alters auf deren Unterstützung angewiesen ist und 

sich diese rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhalten, oder wenn umge-

kehrt ihr Kind, eines ihrer Geschwister oder ein Elternteil, das/der sich 

rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhält, auf die Unterstützung der an-

tragstellenden Person angewiesen ist, 

dass, sind die Voraussetzungen von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben 

und halten sich die betroffenen Personen in demselben Mitgliedstaat auf, 

die entscheidende Behörde, ausserordentliche Umstände vorbehalten, 

sich für zuständig zu erklären hat (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 8.3.3; zuletzt 

Urteil des BVGer D-5358/2022 vom 29. November 2022 E. 6.2, m.w.N.), 

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dass im vorliegenden Fall durch den Beschwerdeführer keinerlei Abhän-

gigkeitsverhältnis im erwähnten Sinn bezüglich seiner in der Schweiz sich 

aufhaltenden Familienangehörigen geltend gemacht wird, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung aus humanitären Gründen auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden kann, Italien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass keine Gründe für die Annahme vorhanden sind, Italien werde im Falle 

des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-Refoulements missach-

ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben 

oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 

sind oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land 

gezwungen zu werden, 

dass der Beschwerdeführer mit der Beschwerdeschrift und deren Ergän-

zung zwar geltend macht, er befürchte, aus Italien nach Syrien zurückge-

schickt zu werden, 

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dass er mit der Eingabe vom 14. Dezember 2022 eine auszugsweise Kopie 

einer Verfügung der Polizeibehörde der italienischen Provinz Crotone 

übermittelte,  

dass aus diesem Dokument hervorgeht, der Beschwerdeführer habe im 

Rahmen einer Kontrolle durch die italienische Grenzbehörde erklärt, kei-

nen Antrag auf internationalen Schutz stellen zu wollen, und dass ange-

sichts dessen seine Zurückweisung in den Herkunftsstaat verfügt wurde,  

dass diese Verfügung einer italienischen Polizeibehörde nicht zum Schluss 

zu führen vermag, dem Beschwerdeführer drohe im Falle seiner Überstel-

lung nach Italien eine Verletzung des Non-Refoulement-Gebots, nachdem 

er dort noch gar kein Asylgesuch gestellt hat, 

dass es dem Beschwerdeführer vielmehr zuzumuten ist, in Italien entweder 

einen Antrag auf internationalen Schutz zu stellen oder gegebenfalls gegen 

die genannte Anordnung ein Rechtsmittel einzulegen,  

dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Durchführbarkeit des Vollzugs 

der Wegweisung im vorinstanzlichen Verfahren sowie mit seinen Eingaben 

auf Beschwerdeebene des Weiteren geltend machte, er wolle nicht nach 

Italien zurückkehren, weil er im dortigen Aufnahmezentrum schlecht be-

handelt worden sei, zu wenig zu essen erhalten habe und nicht gefragt 

worden sei, ob er medizinische Unterstützung benötige,  

dass er in Syrien inhaftiert und gefoltert worden sei, was bei ihm zu Prob-

lemen mit der Wirbelsäule, häufiger Vergesslichkeit und psychischen 

Schwierigkeiten geführt habe, 

dass er zudem eine dreijährige Tochter habe, die an einer Entwicklungs-

störung leide, und er nicht in der Lage gewesen sei, für sie im Libanon die 

notwendigen Medikamente zu beschaffen, 

dass in Bezug auf diese Vorbringen des Beschwerdeführers zunächst fest-

zustellen ist, dass er anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 15. November 

2022 angab, es gehe ihm trotz Schmerzen in der Wirbelsäule – nachdem 

er im Jahr 2015 in Syrien inhaftiert gewesen sei – körperlich gut, 

dass er bei dieser Gelegenheit durch das SEM darauf hingewiesen wurde, 

es liege in seiner Verantwortung, sich mit allen gesundheitlichen Proble-

men, die sich im Asylverfahren als wesentlich erweisen könnten, an die 

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Krankenstation des Bundesasylzentrums zu wenden, die über die erforder-

lichen medizinischen Behandlungen und Untersuchungen entscheiden 

werde, 

dass aus den Akten weder hervorgeht, er habe sich im Bundesasylzentrum 

Region Tessin-Zentralschweiz an die medizinische Betreuung gewandt, 

noch irgendwelche anderweitige konkrete Hinweise auf entscheidwesent-

liche gesundheitliche Probleme vorhanden sind, 

dass folglich kein konkreter Anlass zur Annahme besteht, dem Beschwer-

deführer drohe im Falle seiner Überstellung nach Italien aus gesundheitli-

chen Gründen ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, 

mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte [EGMR]; vgl. aus der neueren Rechtsprechung das Urteil 

des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Grosse 

Kammer], Beschwerde Nr. 41738/10, Ziff. 180–193, m.w.N.), 

dass Italien im Übrigen grundsätzlich über eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur verfügt, wobei der Zugang für asylsuchende Personen zum 

italienischen Gesundheitssystem über die Notversorgung hinaus derzeit 

grundsätzlich gewährleistet ist, auch wenn es in der Praxis zu zeitlichen 

Verzögerungen kommen kann (vgl. Urteile des BVGer E-962/2019 vom 

17. Dezember 2019 E. 6.2.7 und F-6330/2020 vom 18. Oktober 2021 

E. 10.5 [jeweils als Referenzurteile publiziert]), 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach in Italien dem Beschwerdeführer 

eine adäquate medizinische Behandlung verweigert würde, sollte er eine 

solche tatsächlich benötigen,  

dass dem Beschwerdeführer zugemutet werden kann, in Italien seine 

Rechte in Bezug auf die medizinische Versorgung und sonstige Unterstüt-

zung gemäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie gegebenenfalls bei den zuständi-

gen staatlichen Stellen geltend zu machen, 

dass der Frage, ob in Syrien oder im Libanon (von wo der Beschwerdefüh-

rer aufgrund der Akten am 26. September 2022 auf dem Luftweg nach 

Ägypten reiste) eine minderjährige Tochter lebt, die auf medizinische Un-

terstützung angewiesen sein könnte, im Zusammenhang der zu treffenden 

Beurteilungen offensichtlich keine Bedeutung zukommen kann, 

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dass auch die aktuelle Lage im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pan-

demie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet ist, die Durchführbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen, 

dass es sich in diesem Zusammenhang um ein Vollzugshindernis mit tem-

porärem Charakter handelt, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten 

Rechnung zu tragen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d f.), 

dass es somit den kantonalen Behörden obliegt, der Entwicklung der Situ-

ation bei der Wahl des Zeitpunkts des Vollzugs in angemessener Weise 

Rechnung zu tragen, 

dass weder den Angaben des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Ver-

fahren noch in der Beschwerdeschrift sonstige konkrete Gründe zu entneh-

men sind, die gegen den Vollzug der Wegweisung nach Italien sprechen 

könnten,  

dass dem SEM im Übrigen bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

ein Ermessen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine 

Hinweise auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 

Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist 

und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Abs. 1 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, 

dass der am 19. Dezember 2022 angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegen-

dem Urteil dahinfällt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Martin Scheyli 

 

 

Versand: