# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffab98e8-0d02-5361-933c-f85f958c16ae
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.06.2021 LZ200039
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LZ200039_2021-06-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LZ200039-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, 

 Oberrichter Dr. M. Kriech und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga 

 sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Beschluss und Urteil vom 15. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
Kläger und Berufungsbeklagte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

2 vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge B._____,  

 

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 
7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 (FP180215-L) 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Der Kläger gemäss Replik (Urk. 94 S. 1): 

"1. Es sei das Kind C._____ unter die alleinige Obhut der Mutter zu 
stellen; 

 2. Es sei auf die Regelung eines Besuchsrechtes des Vaters zu ver-
zichten; 

 3. Der Vater / Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin an die Kos-
ten der Erziehung und des Unterhaltes des Kindes C._____ mo-
natliche Bar-Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 1'000.00 
pro Monat, zuzüglich allfälliger Ausbildungszulagen, zu bezahlen, 
zahlbar auch über die Mündigkeit des Kindes C._____ hinaus bis 
zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung 
des Kindes; 

 4. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7% Mehr-
wertsteuer, zulasten des Beklagten." 

 

Des Beklagten gemäss Duplik (Urk. 97 S. 2): 

"1. Die Anträge der Kläger seien abzuweisen soweit sie von den An-
trägen des Beklagten abweichen. 

 2. Das Kind C._____ sei unter der gemeinsamen elterlichen Sorge 
der Parteien zu belassen. 

 3. Die Kindsmutter sei zu ermahnen, sich an die Informationspflich-
ten zu halten und den Kindsvater regelmässig über das Kind 
C._____ zu informieren. 

 4. Es sei dem Kindsvater ein Besuchsrecht jedes Wochenende von 
Freitagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntagabend 17.00 Uhr zu gewäh-
ren. Weiter sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, das Kind 
C._____ die Hälfte der Schulferien zu sich oder mit sich zu Be-
such zu nehmen. 

 5. Es sei festzustellen, dass der Kindsvater derzeit keinen Kindesun-
terhalt leisten kann. 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu 
Lasten der Kläger." 

  

- 3 - 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am  
Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020: 

(Urk. 121 S. 50 ff. = Urk. 126 S. 50 ff.) 

1. Die Obhut für den Sohn C._____, geboren am tt.mm.2008, wird der Mutter 

allein zugeteilt. 

2. Auf die Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet. Der Beklagte ist je-

doch berechtigt, den Kläger 2 auf eigene Kosten vierteljährlich im Rahmen 

von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, erstmals im Mai 2021. 

3. Für den Kläger 2 mit Verfügung vom 25. Februar 2019 vorsorglich angeord-

nete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB wird beibehalten und 

die der bereits ernannten Beistandsperson vorsorglich übertragenen Aufga-

ben, verbunden mit den entsprechenden Kompetenzen, werden wie folgt 

aufrecht erhalten bzw. angepasst:  

− die Modalitäten der begleiteten vierteljährlichen Erinnerungskontakte, 
zu organisieren und festzulegen sowie um die Einsetzung eines geeig-
neten Begleiters bemüht zu sein; 

− Überwachung der begleiteten Erinnerungskontakte insofern, als sie die 
Einhaltung und die Durchführung der Kontakte in Erfahrung bringt, 

− zusätzlich mit den Eltern und dem Sohn auf die Ausübung unbegleite-
ter Besuche des Sohnes und des Vaters hinzuwirken und deren Instal-
lation bei der Behörde zu beantragen, sobald sie dem Sohn zugemutet 
werden können; 

− Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten den Sohn betreffend; 
− Vermittlung zwischen dem Sohn und den Eltern in Konfliktsituationen; 
− Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Eltern in Bezug auf die 

Kinderbelange z.B. durch Moderation von gemeinsamen Gesprächen 
mit den Eltern; 

− Förderung der Kommunikationsfähigkeit zwischen dem Sohn und den 
Eltern. 

4. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich wird ersucht, 

die mit Beschluss vom 28. März 2019 vorgemerkte Beistandschaft nach 

Art. 308 Abs. 2 ZGB aufrecht zu erhalten und der Beistandsperson die unter 

Dispositiv Ziffer 3 genannten Aufgaben zu übertragen bzw. die als vorsorgli-

che Massnahme übertragenen Aufgaben entsprechend anzupassen. 

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5. Die Erziehungsgutschrift für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden al-

lein der Mutter angerechnet.  

6. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin 1 an den Unterhalt und die Er-

ziehung des Klägers 2 folgende Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Fami-

lien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen: 

− Fr. 515.40  rückwirkend ab 1. Dezember 2018 bis 31. Dezember 
2019; 

− Fr. 518.20  rückwirkend ab 1. Januar 2020 bis 31. Januar 2021; 
− Fr. 1'013.65 ab 1. Februar 2021 bis zum ordentlichen Ab-

schluss einer angemessenen Ausbildung des Klä-
gers 2 (auch über die Volljährigkeit hinaus). 

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin 1 zahlbar, und zwar monatlich im 

Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten 

gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klä-

gerin 1 lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt 

bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

7. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 vorstehend (ab 

1. Februar 2021) basiert auf folgenden Grundlagen:  

− Erwerbseinkommen des Beklagten (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich 
Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, hypothetisch): 
Fr. 6'630.– netto; 

− Vermögen des Beklagten: Fr. 0.–; 
− Bedarf des Beklagten: Fr. 1'903.75; 
− Erwerbseinkommen der Klägerin 1 (inkl. 13. Monatslohn, zuzüglich 

Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, hypothetisch): 
Fr. 3'600.– netto; 

− Vermögen der Klägerin 1: Fr. 0.–; 
− Bedarf der Klägerin 1: Fr. 2'658.85; 
− Erwerbseinkommen des Klägers 2 (Familienzulage): Fr. 250.–netto; 
− Vermögen des Klägers 2: Fr. 0.–; 
− Bedarf des Klägers 2: Fr. 1'263.65.–. 

8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6 basieren auf dem Landesindex der 

Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende September 

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2020 von 101.2 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind je-

weils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 

2022, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupas-

sen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

101.2 

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr 

Einkommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unter-

haltsbeiträge gemäss Ziffer 6 nur proportional zur tatsächlichen Einkom-

menssteigerung angepasst. 

Fällt der Index unter den Stand von Ende September 2020, berechtigt dies 

nicht zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge. 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Gerichtskosten betragen  

Fr. 996.60   ärztlicher Bericht Dr. D._____. 

10. Die Kosten werden der Klägerin 1 und dem Beklagten je zur Hälfte auferlegt, 

jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Die Klägerin und der Beklagte werden auf die 

Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 

11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

12. [Mitteilungssatz]  

13. [Rechtsmittelbelehrung] 

 

Berufungsanträge: 

Des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 125 S. 2 f.): 
 

"1. Dispositiv-Ziffern 2, 3, 4, 6, und 7 des Urteils des Einzelgerichts 
Zürich, 7. Abteilung, vom 27.10.2020 [Geschäfts-Nr. FP180215-

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L/U], seien aufzuheben und es sei im Sinne nachfolgender 
Rechtsbegehren neu zu entscheiden. 

 2. Es sei dem Kindsvater ein Besuchsrecht mit dem Kind C._____ 
jedes Wochenende von Freitagmorgen 09.00 Uhr bis Sonntag-
abend 17.00 Uhr zu gewähren. Weiter sei der Kindsvater für be-
rechtigt zu erklären, das Kind C._____ während vier Wochen Fe-
rien pro Jahr zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen. Der 
Beistandsperson sei unter anderem die Aufgabe zu übertragen, 
für diese Besuchsregelung zwischen den Eltern vermittelnd zu 
wirken [Dispositivziffern 2-4] 

 3. Es sei für die Frage des angemessenen Besuchsrechts zwischen 
Vater und Sohn ein Gutachten beim KJPD im Sinne von Art. 183 
ZPO in Auftrag zu geben. [Dispositivziffern 2-4] 

 4. Es sei festzustellen, dass der Kindsvater einen monatlichen Kin-
desunterhalt von maximal CHF 300.00 bezahlen kann, zahlbar ab 
Rechtskraft des Urteils. [Dispositivziffer 6] 

 5. Grundlagen der Unterhaltsberechnung bilden insbesondere der 
Bedarf von CHF 2'315.85 des Berufungsklägers sowie das Ein-
kommen von CHF 2'520.00 des Berufungsklägers. [Dispositivzif-
fer 7] 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu 
Lasten der Berufungsbeklagten." 

 
 
Der Kläger und Berufungsbeklagten (Urk. 132 S. 2): 
 

"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen, soweit überhaupt 
auf sie eingetreten werden kann; 

 2. Das vorinstanzliche Urteil sei vollumfänglich zu bestätigen; 
 3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7% Mehr-

wertsteuer, zulasten des Beklagten und Berufungsklägers." 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Die Klägerin 1 und Berufungsbeklagte 1 (nachfolgend: Klägerin 1) und 

der Beklagte und Berufungskläger (nachfolgend: Beklagter) sind die unverheirate-

ten Eltern des am tt.mm.2008 geborenen Klägers 2 und Berufungsbeklagten 2 

(nachfolgend: Kläger 2). Der Beklagte ist zudem Vater eines weiteren Sohnes, 

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E._____, geboren am tt.mm.2016, und einer Tochter, F._____, geboren am 

tt.mm.2019 (Urk. 121 E. I.1. [S. 4]). 

2. Mit Eingabe vom 30. November 2018 machten die Kläger unter Einrei-

chung der Klagebewilligung vom 31. Oktober 2018 (Urk. 1) bei der Vorinstanz ein 

Verfahren betreffend Sorgerecht, Obhut, Betreuung und Unterhalt hängig (Urk. 2). 

Für den vorinstanzlichen Prozessverlauf ist auf das angefochtene Urteil zu ver-

weisen (Urk. 121 E. I.2. ff. [S. 4 ff.]). Am 27. Oktober 2020 erging das eingangs 

aufgeführte Urteil in begründeter Form (Urk. 121 = Urk. 126). 

3. Gegen das Urteil erhob der Beklagte am 26. November 2020 innert 

Frist (siehe Urk. 123) Berufung mit den eingangs aufgeführten Anträgen 

(Urk. 125). Mit Verfügung vom 16. Dezember 2020 wurde den Klägern Frist ange-

setzt, um die Berufung zu beantworten (Urk. 131). Die Berufungsantwort datiert 

vom 18. Januar 2021 (Urk. 132); sie wurde dem Beklagten mit Verfügung vom 

11. Februar 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 135). Am 15. Februar 2021 

beschloss die Kammer, den Kläger 2 anzuhören (Urk. 136). Die Kinderanhörung 

fand am 10. März 2021 statt (Prot. II, S. 5 ff.). Mit Verfügung vom 11. März 2021 

wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zur Kinderanhörung zu äussern 

(Urk. 141). Beide Parteien liessen sich am 19. März 2021 vernehmen (Urk. 142; 

Urk. 144). Die Stellungnahmen wurden mit Verfügung vom 22. März 2021 der je-

weiligen Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 145). Am 31. März 2021 

äusserten sich die Kläger erneut (Urk. 146). Die Stellungnahme wurde der Ge-

genpartei zur Kenntnis gebracht (Urk. 146). Weitere Eingaben der Parteien erfolg-

ten nicht. 

4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–124). Das Ver-

fahren erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Die Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Umfang der 

Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 1 

(Obhut), 5 (Anrechnung der Erziehungsgutschriften) und 8 (Bindung der Unter-

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haltsbeiträge an den Landesindex für Konsumentenpreise) des vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 125 S. 2; Urk. 132 S. 2), weshalb sie nach Ablauf der Anschlussberu-

fungsfrist am 2. Februar 2021 (siehe Urk. 131) in Rechtskraft erwachsen sind. 

Dies ist vorzumerken. 

2. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als 

auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition be-

züglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensaus-

übung (Angemessenheitsprüfung; siehe BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, 

E. 3.1). 

3. In der Berufungsschrift (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei-

gen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als 

fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt 

(im Sinne einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, 

dass der Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er an-

ficht, sich argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präzi-

ser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, 

Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Ak-

tenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale 

Verweisung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen 

nicht (siehe BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, 

E. 3.2; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in ei-

ner den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise bean-

standet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese 

hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beur-

teilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung 

formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (siehe BGer 

4A_290/2014 vom 1. September 2014, E. 3.1 und E. 5; BGer 4A_258/2015 vom 

21. Oktober 2015, E. 2.4.3; BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; 

BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Diese Grundsätze gelten 

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auch im Bereich der unbeschränkten Untersuchungsmaxime (BGer 5A_800/2019 

vom 9. Februar 2021, E. 5.1). 

4. Für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie 

vorliegend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersu-

chungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sach-

verhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge ent-

scheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungsmaxime unter-

stehen, können die Parteien zudem im Berufungsverfahren neue Tatsachen und 

Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt in diesen Ver-

fahren nicht zum Tragen (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; BGer 5A_800/2019 vom 

9. Februar 2021, E. 2.2). 

III. Besuchsrecht 

1. Berücksichtigung diverser Berichte 

1.1. Die Vorinstanz erwog, dass auf den Abklärungsbericht des Sozialzent-

rums G._____ vom 17. Januar 2019 abgestellt werden könne. Die Abklärenden 

äusserten sich zwar wiederholt kritisch über den Beklagten bzw. dessen Verhal-

tensweisen, jedoch würden sie durchaus anerkennen, dass der Beklagte seinen 

Sohn liebe und unter der Situation (wenig bis kein Kontakt) erheblich leide. Es sei 

nicht ersichtlich, dass sie die Abklärungen nicht mit der nötigen Neutralität vorge-

nommen hätten (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Dasselbe gelte für den Bericht von 

Dr. med. D._____ vom 12. April 2019. Es sei nicht ersichtlich, dass der Arzt den 

Bericht nicht nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse des Klägers 2 er-

stellt hätte. Der Beklagte bringe nicht vor, weshalb Dr. med. D._____ konkret be-

fangen sei. Er mache einzig geltend, dieser sei nicht neutral, weil er von der Klä-

gerin 1 im Hinblick auf das vorliegende Verfahren beauftragt worden sei. Dies ge-

nüge jedoch nicht für eine Befangenheit. Dass Dr. med. D._____ in seinem Be-

richt nicht näher auf die Sichtweise des Beklagten eingegangen sei, habe sich 

dieser selbst zuzuschreiben, da er nicht mit dem Arzt habe zusammenarbeiten 

wollen (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Zum Bericht der Beiständin vom 27. November 

2019 führte die Vorinstanz aus, dass eine Sozialarbeiterin entgegen der Auffas-

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sung des Beklagten sehr wohl in der Lage sei, die nötigen Abklärungen betreffend 

den massgebenden Sachverhalt zu machen, die Interessen des Kindes zu beur-

teilen und daraus die nötigen Schlüsse zu ziehen. Solche Aufgaben gehörten 

auch zu den Kernaufgaben einer Beistandsperson. Es liege in der Natur der Sa-

che, dass bei der Abklärung einer familiären (Konflikt-)Situation allenfalls ein El-

ternteil negativ beurteilt werde (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13 f.]). 

1.2. Der Beklagte moniert, dass Dr. med. D._____ bereits vorprozessual 

von der Klägerin 1 engagiert worden sei und mit dieser in einem Auftragsverhält-

nis gestanden habe. Damit sei er nicht neutral. Sinn und Zweck eines durch das 

Gericht in Auftrag gegebenen Gutachtens sei es gerade, die Neutralität des Be-

richts zu gewährleisten (Urk. 125 Rz. 7). Der Beklagte lehnt die Einschätzungen 

von Dr. med. D._____ wie auch den Bericht des Sozialzentrums G._____ ab, weil 

sie tendenziös und zu wenig fundiert seien. Die Abklärenden würden sich wieder-

holt kritisch gegenüber dem Beklagten äussern und hätten von Beginn weg nicht 

die nötige Distanz und Neutralität in der Sache gehabt (Urk. 125 Rz. 8). Die Bei-

ständin sei sodann einzig dem Kindeswohl verpflichtet und dürfe entsprechend 

gar nicht neutral sein (Urk. 125 Rz. 9). Die Sichtweise des Beklagten werde in den 

Berichten zu wenig berücksichtigt. Dass er Dr. med. D._____ infolge dessen Be-

fangenheit abgelehnt habe, sei nachvollziehbar und dürfe nicht zu seinem Nach-

teil gereichen (Urk. 125 Rz. 10). Die Berichte von Dr. med. D._____ wie auch die 

Berichte der Beiständin liessen die erforderliche Tiefe vermissen. Dr. med. 

D._____ habe nur ein einziges Gespräch mit dem Beklagten geführt und die Bei-

ständin habe sich an dieser ärztlichen Einschätzung orientiert (Urk. 125 Rz. 12). 

1.3. Die Kläger wenden ein, dass Dr. med. D._____ der behandelnde Arzt 

des Klägers 2 gewesen sei. Gerade deshalb habe er die Fragen des Gerichts be-

sonders kompetent beantworten können (Urk. 132 S. 7). Dass sich Dr. med. 

D._____ und die Beiständin kritisch über den Beklagten geäussert hätten, liege 

nicht an der fehlenden Neutralität, sondern am befremdlichen Verhalten des Be-

klagten. So habe dieser die Klägerin 1 während des Verfahrens gestalkt und sei 

mehrmals pro Tag mit dem Fahrrad vor ihr Wohnhaus gefahren; dann habe er sie 

wieder vor dem Kläger 2 beschimpft. Auch auf den Überweisungsbelegen für den 

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Kinderunterhalt bringe der Beklagte regelmässig Beschimpfungen an, zum Bei-

spiel "crazy dumb" (Urk. 132 S. 8). Die Sichtweise des Beklagten werde in den di-

versen Berichten (Abklärungsbericht des Sozialzentrums G._____ vom 

17. Januar 2019; Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. April 2019; Bericht der 

Beiständin vom 27. November 2019) sehr wohl berücksichtigt, leider nicht zu des-

sen Vorteil (Urk. 132 S. 8). Der Beklagte habe der Einholung eines Berichtes beim 

Kinderpsychiater Dr. med. D._____ zugestimmt, dann aber eine vernünftige Ko-

operation verweigert (Urk. 132 S. 9). 

1.4. Wie bereits erwähnt, gilt im vorliegenden Verfahren die Untersu-

chungsmaxime (E. II.4.). Diese verpflichtet das Gericht, von sich aus alle Elemen-

te in Betracht zu ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den 

Anträgen der Parteien Beweise zu erheben. Art. 296 Abs. 1 ZPO schreibt dem 

Gericht indessen nicht vor, mit welchen Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist. 

Ebenso wenig erfasst diese Bestimmung die Art der Erhebung von Beweismitteln 

(BGer 5A_505/2013 vom 20. August 2013, E. 5.2.1). Das Gericht kann nach ei-

genem Ermessen auch auf unübliche Art Beweise erheben und von sich aus Be-

richte einholen. In Frage kommen beispielsweise informelle Auskünfte von Be-

zugspersonen (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 20), die Einholung eines Sozi-

alberichts einer Abklärungsstelle (Müller, DIKE-Komm-ZPO, Art. 168 N 9) oder ei-

nes Berichts einer Lehrperson (BSK ZPO-Hafner, Art. 168 N 11). 

1.5. Die Vorinstanz stützte ihren Entscheid auf den Abklärungsbericht des 

Sozialzentrums G._____ vom 17. Januar 2019 (Urk. 19), die gerichtliche Anhö-

rung des Klägers 2 vom 1. März 2019 (Urk. 48), den Bericht von Dr. med. 

D._____ vom 12. April 2019 (Urk. 63) und den Bericht der Beiständin vom 27. No-

vember 2019 (Urk. 86; Urk. 121 E. III.2.8. ff. [S. 14 ff.]). Entgegen den beklagti-

schen Vorbringen (Urk. 125 Rz. 7) und gemäss zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]) bestellte sie Dr. med. D._____ nicht zum 

Sachverständigen; der Auftrag an ihn erging insbesondere ohne die in Art. 184 

Abs. 2 ZPO vorgesehene Strafandrohung (Urk. 47). Damit galten für Dr. med. 

D._____ auch keine Ausstandsgründe (Art. 183 Abs. 2 ZPO e contrario). Eine 

gewisse Nähe des Arztes zu den Klägern ist nicht von der Hand zu weisen. Dies 

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wird allerdings dadurch relativiert, dass die Vorinstanz seinen Bericht als eines 

von mehreren Beweismitteln berücksichtigte. Dr. med. D._____ erstellte den Be-

richt sodann nicht im Auftrag der Klägerin 1, sondern in jenem der Vorinstanz 

(Urk. 47). Letztere führte aus, dass keine Gründe ersichtlich seien, dass Dr. med. 

D._____ den Bericht nicht nach bestem Wissen und Gewissen im Interesse des 

Klägers 2 erstellt hätte (Urk. 121 E. III.2.7. [S. 13]). Der Beklagte nennt in seiner 

Berufung nichts Konkretes, was dies in Frage stellen würde (siehe Urk. 125 

Rz. 7 f.). Dies ist auch nicht ersichtlich: So bemühte sich der Facharzt für Kinder- 

und Jugendpsychiatrie darum, die Sichtweise beider Eltern wie auch des Kindes 

in seinen Bericht einfliessen zu lassen (siehe Urk. 63 S. 2). Er wollte sich somit 

ein objektives Bild machen, was für seine Neutralität spricht. Unbehelflich ist es in 

diesem Zusammenhang, die Zusammenarbeit mit dem Arzt (mit Ausnahme eines 

Gesprächs; Urk. 63 S. 2) zu verweigern und ihm anschliessend vorzuwerfen, er 

habe die Sichtweise des Beklagten zu wenig berücksichtigt (Urk. 125 Rz. 10 f.). 

Wenn der Beklagte den Arztbericht pauschal als tendenziös und zu wenig fundiert 

ablehnt (Urk. 125 Rz. 8), genügt er den Begründungsanforderungen nicht 

(E. II.3.). Dasselbe gilt hinsichtlich des beklagtischen Vorbringens, wonach auch 

das Sozialzentrum G._____ nicht die nötige Distanz und Neutralität gehabt habe 

(Urk. 125 Rz. 8); der Beklagte nennt keinen konkreten Grund, woraus sich dieser 

Schluss ziehen liesse. Ein solcher ist auch nicht ersichtlich: Das Sozialzentrum 

G._____ stützte sich auf die Aussagen der Eltern, von C._____, von Dr. med. 

D._____, der Schulsozialarbeiterin, eines Behördenmitglieds der KESB Zürich 

und bezog auch Korrespondenz mit der neuen Partnerin des Beklagten sowie ei-

ne Rückmeldung von C._____' Lehrperson mit ein (Urk. 19). Unklar ist, worauf der 

Beklagte hinauswill, wenn er vorbringt, die Beiständin sei einzig dem Kindeswohl 

verpflichtet und dürfe gar nicht neutral sein (Urk. 125 Rz. 9): Wie die Vorinstanz 

korrekt ausführte, ist das Kindeswohl für die Ausgestaltung des Besuchsrechts 

oberste Richtschnur (Urk. 121 E. III.2.1. [S. 9]); entsprechend ist es nicht unüb-

lich, Berichte involvierter Beistände zu berücksichtigen (Daniel Rosch, Bedeutung 

und Standards von sozialarbeiterischen Gutachten bzw. gutachtlichen Stellung-

nahmen in kindes(schutz)rechtlichen Verfahren, AJP 2012, S. 173 ff., S. 174). 

Unbelegt ist das beklagtische Vorbringen, wonach sich die Beiständin an der Ein-

- 13 - 

schätzung von Dr. med. D._____ orientiert habe (Urk. 125 Rz. 12); letztere er-

wähnt den Arzt in ihrem Bericht vom 27. November 2019 mit keinem Wort 

(Urk. 86). Im Ergebnis ist es zwar verständlich, wenn der Beklagte die Berichte 

ablehnt (Urk. 125 Rz. 8); aus der Tatsache allein, dass sich Abklärende kritisch 

äussern, folgt indessen nicht, dass man nicht auf deren Berichte abstellen dürfte. 

1.6. Zusammenfassend ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz 

vorliegend die Berichte des Sozialzentrums G._____, von Dr. med. D._____ und 

der Beiständin berücksichtigt hat. 

2. Gutachten des KJPD 

2.1. Die Vorinstanz erwog in ihrer Verfügung vom 20. Juli 2020, dass ein 

kinderpsychiatrisches Gutachten nicht erforderlich sei (Urk. 107 E. 4.3. [S. 11]). 

Der Kläger 2 sei bereits knapp 11 Jahre alt gewesen, als das Gericht ihn am 

1. März 2019 angehört habe. Er habe einen aufgeweckten, intelligenten Eindruck 

gemacht und seine eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen äussern können. Aus 

den drei Berichten habe man weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen können. 

Namentlich lasse sich dem Bericht von Dr. med. D._____, einem Kinder- und Ju-

gendpsychiater, eine fachmännische Einschätzung der Situation des Klägers 2 

entnehmen (Urk. 107 E. 4.4. [S. 11]). Ein Gutachten würde im Übrigen zu einer 

wesentlichen Verzögerung des Verfahrens führen, was nicht dem Kindeswohl 

entspräche (Urk. 107 E. 4.5. [S. 12]). 

2.2. Der Beklagte empfindet es als stossend, dass die Vorinstanz keine um-

fassenden Abklärungen vorgenommen habe, obwohl ihm im Ergebnis ein Be-

suchsrecht verwehrt werde. Es erscheine unabdingbar, ein Gutachten in Auftrag 

zu geben, um die Frage zu klären, welches Besuchsrecht zwischen Vater und 

Kind vorliegend angemessen sei. Die Vorinstanz sei der Untersuchungsmaxime 

nur ungenügend nachgekommen (Urk. 125 Rz. 6). Vorliegend fehle ein neutraler 

Bericht (Urk. 125 Rz. 7). Es gehe um zentrale Fragen in der Lebensgestaltung 

von Vater und Sohn, weshalb es nicht rechtens sei, in einem ordentlichen Verfah-

ren auf nicht neutrale Kurzberichte abzustellen (Urk. 125 Rz. 8). 

- 14 - 

2.3. Die Kläger verweisen auf die Verfügung der Vorinstanz vom 20. Juli 

2020, wonach sich aus den drei Berichten ein detailliertes Bild der gesamten Si-

tuation des Klägers 2 ergebe (Urk. 132 S. 6). Ein kinderpsychiatrisches oder ein 

kinderpsychologisches Gutachten sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

nicht erforderlich, wenn der massgebliche Sachverhalt auf andere Weise abge-

klärt werden könne. Der Beklagte präzisiere nicht einmal, was denn begutachtet 

werden solle (Urk. 132 S. 7). 

2.4. Hinsichtlich der Voraussetzungen, unter welchen auf die Anordnung 

eines Gutachtens zu verzichten ist, zitiert die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 

20. Juli 2020 (Urk. 107 E. 4.1. [S. 9 f.]) zutreffend die bundesgerichtliche Recht-

sprechung (BGer 5A_505/2013 vom 20. August 2013, E. 5.2). Darauf kann ver-

wiesen werden. Zu ergänzen ist, dass der uneingeschränkte Untersuchungs-

grundsatz die Behörde nicht zu endlosen Beweiserhebungen und Abklärungen 

verpflichtet; verfügt das Gericht über genügende Grundlagen für eine sachgerech-

te Entscheidung, kann es auf weitere Beweiserhebungen verzichten (BGer 

5A_922/2017 vom 2. August 2018, E. 5.2). Dies gilt auch in Fällen wie dem vor-

liegenden, in dem die Vorinstanz das Besuchsrecht auf begleitete Erinnerungs-

kontakte beschränkte. 

2.5. Der Beklagte legt nicht dar, inwiefern weitere Abklärungen sachdienlich 

sein könnten und welche zusätzlichen Erkenntnisse er sich daraus erhofft. Wenn 

er vorbringt, dass die Frage zu klären sei, welches Besuchsrecht zwischen Vater 

und Kind angemessen sei (Urk. 125 Rz. 6), genügt er den Begründungsanforde-

rungen nicht (E. II.3.); er müsste konkret aufzeigen, welche Faktoren die Vorin-

stanz zu Unrecht nicht oder falsch berücksichtigt hat und inwiefern das Gutachten 

geeignet ist, die eigenen Behauptungen zu beweisen. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass die Vorinstanz drei verschiedene Berichte und eine Kinderanhörung in ihren 

Entscheid hat einfliessen lassen (E. III.1.5.). Die Beweismittel widersprechen sich 

nicht. Damit hatte die Vorinstanz genügend Grundlagen zur Verfügung, um einen 

sachgerechten Entscheid fällen zu können. 

- 15 - 

2.6. Vor diesem Hintergrund ist der Antrag betreffend Einholung eines Gut-

achtens beim KJPD abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden 

kann. 

3. Schlussfolgerungen der Vorinstanz 

3.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Kläger 2 gegenüber verschiedenen 

Personen (Hort, Schulsozialarbeiterin, Therapeut, Abklärende) geäussert habe, 

dass er weniger Zeit im Haushalt des Beklagten verbringen wolle. Er wolle hinge-

gen gerne mehr Zeit mit ihm alleine verbringen. Seit August 2019 [recte: 2018 

{Urk. 19 S. 2}] sei es dem Kläger 2 zusehends schlechter gegangen. Er habe ge-

genüber der Schulsozialarbeiterin und der Lehrperson gesagt, dass er nicht gerne 

zum Vater gehe, da dieser schlecht über seine Mutter spreche. Im August 2019 

[recte: 2018] habe der Kläger 2 der Hortleitung mitgeteilt, dass er nicht zum Vater 

wolle, er habe dabei gezittert und Tränen in den Augen gehabt. Der Vater habe 

den Kläger 2 vor dem Hort persönlich konfrontiert und ihm mit Konsequenzen 

"gedroht", wenn er nicht mitkomme. Der Beklagte übe erheblichen Druck aus und 

bringe den Kläger 2 wiederholt in eine schwierige emotionale Lage. Im Laufe der 

Abklärung [durch das Sozialzentrum G._____] habe der Kläger 2 den Kontakt 

zum Vater komplett verweigert (Urk. 121 E. III.2.8. [S. 14 f.]). Nach einem ersten 

Besuch beim Vater am 23. Februar 2019 habe die gerichtliche Kinderanhörung 

stattgefunden. Damals habe der Kläger 2 geäussert, es sei gut gewesen, den Be-

klagten wieder zu sehen. Er wolle dies auch weiterhin, allerdings nicht so viel, weil 

der Beklagte nicht so viel Zeit mit ihm alleine verbracht habe. Dem Kläger 2 sei es 

beim Beklagten zu Hause unwohl gewesen (Urk. 121 E. III.2.9. [S. 15 f.]). In der 

Folge sei es erneut zu einem Bruch gekommen: Im Sommer 2019 habe der Klä-

ger 2 sich nach wenigen Besuchen geweigert, den Beklagten zu sehen. Das 

Problem liege nach Darstellung des Beklagten nicht bei ihm, sondern offenbar in 

seinem Haushalt und der derzeit herrschenden Situation mit der neuen Partnerin 

und deren Kind. Dennoch habe bereits der erste Besuch am 23. Februar 2019 in 

Anwesenheit der neuen Partnerin des Beklagten, der Halbschwester F._____ so-

wie der "Stiefschwester" H._____ stattgefunden. Der Beklagte habe somit keine 

Rücksicht auf den Kläger 2 genommen (Urk. 121 E. III.2.10. [S. 16]). Zusammen-

- 16 - 

fassend folgerte die Vorinstanz, dass sich die Beziehung zwischen dem Kläger 2 

und dem Beklagten während des Verfahrens laufend verschlechtert habe, wobei 

es im Februar 2019 immerhin zu einer kurzfristigen Verbesserung gekommen sei 

(Urk. 121 E. III.2.13. [S. 18]). Zum Kläger 2 erwog die Vorinstanz, dass er seit ge-

raumer Zeit den Wunsch habe, den Beklagten allein zu sehen. Hinsichtlich dieser 

Frage sei davon auszugehen, dass der Kläger 2 urteilsfähig sei (Urk. 121 

E. III.2.14. [S. 19]). Der Kläger 2 wolle aber keinen Kontakt zur neuen Partnerin 

des Beklagten, da sich diese angeblich negativ über ihn und die Klägerin 1 äusse-

re (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 20]). Es lägen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass die 

Klägerin 1 den Kläger 2 instrumentalisiere und manipuliere. Auch beziehe sie den 

Kläger 2 nicht massiv in den Paarkonflikt mit ein. Vielmehr sei es der Beklagte, 

der beim Kläger 2 einen erheblichen Loyalitätskonflikt auslöse und diesen mit 

Forderungen unter Druck setze. So habe er offenbar nicht davon zurückge-

schreckt, dem Kläger 2 vor dem Hort mit Konsequenzen zu drohen, wenn er nicht 

mitkomme (Urk. 121 E. III.2.16. [S. 21]). Somit sei aktenkundig, dass der Kläger 2 

den Kontakt zum Beklagten gegenwärtig vehement ablehne (Urk. 121 E. III.2.17. 

[S. 22]). 

3.2. Der Beklagte bringt vor, dass er mit dem Kläger 2 in der Vergangenheit 

ein überaus gutes und liebevolles Verhältnis gepflegt habe. Im Zeitraum 2013 bis 

November 2018 und damit während fünf Jahren habe er den Kläger 2 zu 50 % 

betreut. Bereits dadurch werde klar, dass der Kontakt gefördert und nicht beendet 

werden sollte (Urk. 125 Rz. 14). Der Kläger 2 habe gemäss Abklärungsbericht 

und auch in der Kinderanhörung geäussert, dass er den Beklagten sehen wolle 

(Urk. 125 Rz. 15–17). Das Problem habe nicht beim Beklagten, sondern offenbar 

in der Situation mit der neuen Partnerin und deren Kind gelegen (Urk. 125 

Rz. 15). Selbst Dr. med. D._____ habe geschrieben, dass der Aufbau eines neu-

en Vertrauensverhältnisses angestrebt werden solle (Urk. 125 Rz. 19). Die 

Schlussfolgerung im Urteil, wonach der Kläger 2 den Kontakt zum Beklagten ve-

hement ablehne, sei aufgrund der Abklärungsergebnisse nicht nachvollziehbar 

(Urk. 125 Rz. 20). Letztlich stütze das Bezirksgericht seinen Entscheid primär auf 

die Aussagen des Klägers 2 ab, was nicht rechtens sei. Seine Urteilsfähigkeit sei 

in diesem Punkt nicht gegeben. Zudem sei die Meinung des Kindes nur ein Teil-

- 17 - 

aspekt beim Entscheid über das Besuchs- und Betreuungsrecht. In der vorliegen-

den Konstellation, in welcher sich der Kläger 2 ganz offensichtlich in einem erheb-

lichen Loyalitätskonflikt befinde, sei die von ihm geäusserte Ansicht mit Zurück-

haltung zu würdigen (Urk. 125 Rz. 21). Zu beachten sei sodann, dass die Vo-

rinstanz im Urteil auf einen rund einjährigen Bericht abgestellt habe. Auch diesbe-

züglich erscheine die Untersuchungsmaxime verletzt (Urk. 125 Rz. 23). Es könne 

nicht ausgeschlossen werden, dass die Klägerin 1 den Kläger 2 während des be-

zirksgerichtlichen Verfahrens beeinflusst habe (Urk. 125 Rz. 26). Eine Kindes-

wohlgefährdung sei vorliegend klar nicht gegeben (Urk. 125 Rz. 27). Der Kläger 2 

habe die Kontakte offensichtlich nicht wegen der Person oder der Erziehungsfä-

higkeit des Beklagten abgelehnt, sondern wegen dessen neuen Partnerin und 

weil schlecht über die Klägerin 1 gesprochen worden sei. Es sei keine Lösung, 

dem Beklagten unter diesen Umständen das Besuchsrecht zu versagen (Urk. 125 

Rz. 28). 

3.3. Die Kläger erwidern unter Verweis auf den Abklärungsbericht der Bei-

ständin vom 27. November 2019, dass die Beziehung zwischen dem Kläger 2 und 

dem Beklagten schon lange vor den Streitigkeiten betreffend Unterhalt und Be-

suchsrecht belastet gewesen sei (Urk. 132 S. 10). Die Aussagen, wonach der 

Kläger 2 den Beklagten sehen wolle, seien aus dem Zusammenhang gerissen 

(Urk. 132 S. 10 f.). Dr. med. D._____ habe auch festgehalten, wovon die ange-

strebte Zielerreichung abhänge: Der Beklagte müsse den Kläger 2 ernst nehmen. 

Weder der Beklagte noch dessen Partnerin dürften die Klägerin 1 entwerten 

(Urk. 132 S. 11). Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz stimmten mit sämtlichen 

Abklärungen überein (Urk. 132 S. 11). Dass die Vorinstanz ihren Entscheid primär 

auf die Aussagen des Klägers 2 abstütze, sei aktenwidrig; sie habe nämlich auch 

die drei Berichte miteinbezogen (Urk. 132 S. 12). Dass die Klägerin 1 den Klä-

ger 2 beeinflusst habe, werde bestritten. Der Einwand sei völlig unsubstantiiert 

(Urk. 132 S. 13). Mit Verweis auf die drei Berichte sei das Wohl des Klägers 2 

akut gefährdet (Urk. 132 S. 13). Die aktuelle Partnerin des Beklagten habe zu-

sätzlich Öl ins Feuer gegossen und der Beklagte habe dies unterstützt. Er sei mit 

ihr vor der Wohnungstür der Kläger aufgetaucht und beide hätten die Klägerin 1 

massiv beschimpft (Urk. 132 S. 13). 

- 18 - 

3.4. Gemäss dem Abklärungsbericht des Sozialzentrums G._____ ver-

schlechterte sich das Verhältnis zwischen der Klägerin 1 und dem Beklagten ab 

etwa Mai 2018. Beide Eltern würden vermuten, dass die neue Partnerin des Be-

klagten der Grund dafür sei, wenn auch aus verschiedenen Gründen (Urk. 19 

S. 5). Der Kläger 2 äusserte in der Folge gegenüber verschiedenen Personen, 

dass er sich mit der neuen Partnerin des Beklagten nicht verstehe (Urk. 19 S. 9; 

Urk. 86 S. 1 f.). Dies stellte auch die Vorinstanz fest (Urk. 121 E. III.2.10. [S. 17]), 

was unangefochten blieb (siehe Urk. 125 Rz. 15). Als problematisch werden die 

Entwertungen aus dem Umfeld des Beklagten gegenüber der Klägerin 1 be-

schrieben (Urk. 19 S. 8; Urk. 63 S. 3); auch die diesbezüglichen Feststellungen 

der Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.8. [S. 15]) blieben unangefochten (siehe Urk. 125 

Rz. 14 f.). Aus den Berichten geht sodann übereinstimmend hervor, dass es den 

Kläger 2 belaste, wenn der Beklagte ihm gegenüber die Besuchskontakte einfor-

dere (Urk. 19 S. 7; Urk. 63 S. 3; Urk. 86 S. 2 f.); die entsprechenden Feststellun-

gen der Vorinstanz (Urk. 121 E. III.2.11. [S. 17]) stellte der Beklagte in seiner Be-

rufungsschrift nicht substantiiert in Frage (siehe Urk. 125 Rz. 15). Aufgrund der 

psychischen Belastung sehen alle abklärenden Personen eine Gefährdung des 

Kindeswohls des Klägers 2 (Urk. 19 S. 10; Urk. 63 S. 5; Urk. 86 S. 4). Die Vorin-

stanz hat ausführlich dargelegt, weshalb sie den Kläger 2 für urteilsfähig erachte 

(Urk. 121 E. III.2.14. [S. 19 f.]). Der Beklagte verneint die Urteilsfähigkeit, ohne 

sich mit diesen Erwägungen auseinanderzusetzen (Urk. 125 Rz. 21). Damit ge-

nügt er den Begründungsanforderungen nicht (E. II.3.). Dasselbe gilt hinsichtlich 

des Vorbringens, wonach nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Kläge-

rin 1 den Kläger 2 während des bezirksgerichtlichen Verfahrens beeinflusst habe 

(Urk. 125 Rz. 26); der Beklagte geht mit keinem Wort auf die ausführlichen vorin-

stanzlichen Erwägungen (Urk. 121 E. III.2.16. [S. 21]) ein. Gegen eine Beeinflus-

sung spricht im Übrigen auch das Verhalten der Klägerin 1 im erstinstanzlichen 

Verfahren: So hatte sie am 30. November 2018 und am 15. Februar 2019 noch 

ein Besuchsrecht beantragt (Urk. 2 S. 2; Urk. 27 S. 1); erst in der Replik vom 

27. Mai 2020 ersuchte sie darum, auf die Regelung eines Besuchsrechts zu ver-

zichten (Prot. I, S. 16; Urk. 94 S. 1). Je neuer die Berichte sind, desto eher spre-

chen sie sich gegen ein Besuchsrecht aus: So empfahl das Sozialzentrum 

- 19 - 

G._____ am 17. Januar 2019, dem Beklagten ein Besuchsrecht einzuräumen, 

beispielsweise jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend 

und dazwischen einen Abend unter der Woche mit Übernachtung (Urk. 19 S. 10); 

Dr. med. D._____ schrieb am 12. April 2019, dass der eine Wochenendtagbesuch 

beizubehalten und der Aufbau eines neuen Vertrauensverhältnisses zwischen Va-

ter und Sohn anzustreben sei (Urk. 63 S. 4); die Sozialarbeiterin und Beiständin 

I._____ empfahl schliesslich am 27. November 2019 die Sistierung der Besuche 

von C._____ beim Beklagten (Urk. 86 S. 4). 

3.5. Vor diesem Hintergrund sind die Schlussfolgerungen der Vorinstanz 

nicht zu beanstanden. 

4. Noven im Berufungsverfahren 

4.1. Der Kläger 2 berichtete anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 

2021, dass er zufrieden sei (Prot. II, S. 5). Wenn ihn etwas bedrücke, spreche er 

mit der Schulsozialarbeiterin, mit Kollegen oder mit der Mutter. Auf das Verhältnis 

zum Vater angesprochen meinte er, dass der Beklagte ihm Postkarten sende, 

was ihn – den Kläger 2 – wütend und traurig mache. Er wolle keinen Kontakt zum 

Vater. Letzterer habe komische SMS geschrieben, die ihm auch nicht gefallen 

hätten. Sehr getroffen habe den Kläger 2, als J._____, die Partnerin des Vaters, 

in dessen und C._____' Anwesenheit gesagt habe, sie würde die Klägerin 1 am 

liebsten umbringen, und der Vater nichts darauf entgegnet habe (Prot. II, S. 6 f.). 

Wenn der Kläger 2 zum Beklagten gegangen sei, habe dieser keine Zeit für ihn 

gehabt. Der Kläger 2 wünschte sich, dass er selber sagen könne, wann er wieder 

mit dem Beklagten zusammen sein wolle. Der Beklagte solle respektieren, dass 

er nicht zu ihm wolle. Es liege am Beklagten und an J._____ (Prot. II, S. 7). 

4.2. Der Kläger 2 reichte anlässlich der Anhörung eine Karte zu den Akten 

(Prot. II, S. 6). Absender ist der Beklagte, Adressat der Kläger 2; der Poststempel 

datiert vom 25. Februar 2021. Die Vorderseite enthält folgenden Text in weisser 

Schrift auf schwarzem Hintergrund (Urk. 140): 

"Es ist keine Weihnachten mehr 

- 20 - 

 die Brillianz erdolcht, besser zerbombt 

 Was da noch ist, 

 nennen wir es Mondeslicht 

 Nicht zu grell zum Reinblicken 

 Die Tiefe erfährst mit viel Geduld 

 Jenes Scheit im Feuer muss man drehen 

 Wieder und wieder 

 Bis es so klein und dicht ist 

 Wie der Traum der dich erfährt 

 Die Glut erlischt und wird kalt 

 Das Abbild der Sonne bleibt 

 Ewiglich. 

 Den Sohn trag ich noch immer im Schosse 

 Ist hinübergangen in meine Körperlichkeit 

 Ja ich meine Dich" 

Sowohl das Erscheinungsbild (weisser Text auf schwarzem Hintergrund) als 

auch der Textinhalt wirken sehr düster. 

4.3. Der Beklagte wendet ein, dass sich der Kläger 2 immer über Postkar-

ten gefreut habe. Ein Brief vom vergangenen November, den C._____ dem Vater 

geschrieben habe, zeige ein anderes Bild der Situation und belege den gegensei-

tigen Briefverkehr. Das Gedicht habe der Beklagte als Antwort auf den Brief ver-

fasst. Der Kläger 2 habe das Gedicht in WhatsApp mit "Cool" betitelt und nach 

seinen Aussagen verstanden (Urk. 142 S. 2). Im undatierten Brief erzählt der Klä-

ger 2, was er in den Herbstferien und am Wochenende gemacht habe sowie was 

aktuell Thema in der Schule sei. Der Kläger 2 fragt sodann, wie es dem Vater ge-

he und was er in den Herbstferien gemacht habe. Der Text endet mit "Ps. Hab 

dich Lieb ". Darunter hat der Kläger 2 eine Sonne gezeichnet (Urk. 143). 

- 21 - 

4.4. Der Beklagte erachtet die Postkarte vom 25. Februar 2021 als Antwort 

auf den undatierten Brief (Urk. 142 S. 2). Die Kläger bestreiten dies ebenso wie 

die gegnerische Behauptung, der Brief stamme vom November 2020 (Urk. 146 

S. 3). Wie es sich genau verhält, kann offenbleiben. Selbst wenn man der beklag-

tischen Darstellung folgen würde, würde dies bedeuten, dass der "Briefverkehr" 

höchstens sporadisch ist; ebenso wäre davon auszugehen, dass Vater und Sohn 

über die Festtage nicht brieflich kommunizierten. Es ist erfreulich, wenn der Klä-

ger 2 dem Beklagten ein positiv formuliertes Schreiben (mit Smiley und Sonne) 

zukommen lässt. Umso mehr erstaunt die düstere Postkarte, deren Text man 

kaum als dem Alter eines zwölfjährigen Kindes entsprechend bezeichnen kann. 

Wenn der Kläger 2 die Karte gegenüber dem Beklagten als "cool" bezeichnet ha-

ben sollte (Urk. 142 S. 2), liegt es möglicherweise daran, dass er den Weg des 

geringsten Widerstands geht und sich so für kurze Zeit Ruhe erhofft (Urk. 86 

S. 2). Anlässlich seiner Anhörung hat der Kläger 2 – wie bereits erwähnt – über-

zeugend darauf hingewiesen, dass ihn die Postkarten wütend und traurig machen 

würden (Prot. II, S. 6). 

4.5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass der bald 13-jährige Kläger 2 

anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 2021 klar äusserte, den Beklagten 

nicht sehen zu wollen. Daran ändert auch der Brief des Klägers 2 nichts.  

5. Rechtliche Würdigung 

5.1. Die Vorinstanz erwog, dass es in der Regel nicht mit dem Zweck des 

Umgangsrechts vereinbar sei, einen Besuchskontakt gegen den Widerstand des 

Kindes zu erzwingen. Dies gelte in Fällen, in denen ein urteilsfähiges Kind den 

Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener Erfahrungen und mit nachvollzieh-

barer Begründung ablehne. Vorliegend könne eine Normalisierung nur erreicht 

werden, wenn Ruhe einkehre. Es erscheine daher derzeit nicht sinnvoll, eine Be-

suchsrechtsregelung gegen den Willen des Klägers 2 durchzusetzen (Urk. 121 

E. III.2.18. [S. 22]). Damit sich Vater und Sohn nicht völlig aus den Augen verlö-

ren, scheine es aber zweckmässig und dem Kläger 2 auch zumutbar, den Beklag-

ten im Rahmen eines begleiteten Erinnerungskontakts zu sehen (Urk. 121 

E. III.2.19. [S. 23]). 

- 22 - 

5.2. Der Beklagte kritisiert, dass es beim von der Vorinstanz zitierten Ent-

scheid (BGer 5A_23/2020 vom 3. Juni 2020) um eine 14-jährige Gymnasiastin 

gegangen sei, welche ihren Willen unmissverständlich geäussert habe. Vorlie-

gend gehe es um die Meinungsäusserung eines damals elfjährigen Primarschü-

lers, der seine Meinung missverständlich und ambivalent geäussert und immer 

wieder den Kontakt zum Vater gesucht habe (Urk. 125 Rz. 22). 

5.3. Die Kläger bestreiten dies und wenden ein, dass der Kläger 2 bald 

13 Jahre alt sei (Urk. 132 S. 12). 

5.4. Der Wille des Kindes ist eines von mehreren Kriterien beim Entscheid 

über den persönlichen Verkehr. Es steht aber nicht in dessen freiem Belieben, ob 

es persönliche Kontakte zu dem nicht betreuenden Elternteil wünscht oder nicht; 

dies gilt namentlich dort, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstel-

lung des anderen Elternteils geprägt ist. Bei der Berücksichtigung des Kindeswil-

lens ist das Alter des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung 

zu berücksichtigen. Vom Vorliegen dieser Fähigkeit ist ungefähr ab dem 12. Al-

tersjahr auszugehen. Lehnt das Kind den nicht betreuenden Elternteil ab, ist im 

Einzelfall zu prüfen, worin diese Haltung begründet liegt und ob die Ausübung des 

Besuchsrechts den Interessen des Kindes tatsächlich widerspricht. Nur wo das 

urteilsfähige Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund seiner Erfahrungen 

mit dem persönlichen Verkehr kategorisch verweigert, ist dieser Umgang aus 

Gründen des Kindeswohls auszuschliessen. Ein gegen den starken Widerstand 

erzwungener Besuchskontakt ist nämlich mit dem Zweck des Umgangsrechts im 

Allgemeinen ebenso unvereinbar wie mit dem Persönlichkeitsschutz des Kindes 

(BGer 5A_875/2017 vom 6. November 2018, E. 3.3; BGer 5A_111/2019 vom 

9. Juli 2019, E. 2.3; BGer 5A_984/2019 vom 20. April 2020, E. 3.3; BGer 

5A_56/2020 vom 17. August 2020, E. 4.1). 

5.5. Die Vorinstanz berücksichtigte bei ihrem Entscheid drei Berichte 

(E. III.1.6.). Zudem hörte sie den Kläger 2 am 1. März 2019 an (Urk. 48), mithin 

zwei Monate, bevor er das elfte Altersjahr erreichte. Sie kam zum Schluss, dass 

der Kläger 2 urteilsfähig gewesen sei (Urk. 121 E. III.2.14. [S. 19 f.]), was der Be-

klagte nicht rechtsgenügend in Frage stellte (E. III.3.4.). Die Schlussfolgerung der 

- 23 - 

Vorinstanz steht im Einklang mit der bundesgerichtlichen Praxis: So ist die Urteils-

fähigkeit im Einzelfall zu prüfen, wobei als Richtschnur davon auszugehen ist, 

dass sie etwa ab dem 12. Altersjahr vorliegt (E. III.5.4.). Dies schliesst nicht aus, 

dass ein Kind seinen Willen bereits früher (oder auch erst später) autonom bilden 

kann. Zu beachten ist sodann, dass der Kläger 2 am 10. März 2021, als er durch 

eine Delegation der hiesigen Kammer angehört wurde (Prot. II, S. 5), kurz vor 

Vollendung des 13. Altersjahrs stand. Es waren keine Anhaltspunkte ersichtlich, 

die gegen eine Urteilsfähigkeit sprechen würden (siehe Prot. II, S. 8). Je länger 

das Verfahren dauert, desto mehr verfestigt sich die Meinung des Klägers 2, den 

Beklagten nicht sehen zu wollen (Urk. 19 S. 7; Urk. 48 S. 3; Urk. 63 S. 2 f.; 

Urk. 86 S. 1 f.; Prot. II, S. 6–8). Wenn er gelegentlich mit dem Beklagten über 

SMS, WhatsApp (Prot. I, S. 27 und 37) oder brieflich (Urk. 143) Kontakt hatte, ist 

dies noch kein Ausdruck einer ambivalenten Haltung bezüglich des Besuchs-

rechts. So sagte der Kläger 2 anlässlich der Kinderanhörung vom 10. März 2021, 

dass er zum Beklagten eigentlich auch keinen Kontakt über Nachrichten wün-

sche; er habe die drei Nummern, von denen aus der Vater ihn zu erreichen ver-

sucht habe, auf dem Mobiltelefon gesperrt (Prot. II, S. 7). Es bestehen keine An-

haltspunkte dafür, dass die Klägerin 1 den Kläger 2 beeinflusst (E. III.3.4.). Der 

Kläger 2 versteht sich mit der neuen Partnerin des Beklagten nicht (E. III.3.4.). 

Dies scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen: So hat sich letztere gegenüber dem 

Sozialzentrum G._____ befremdend und abwertend über den Charakter und das 

Befinden des Klägers 2 geäussert (Urk. 19 S. 3). Es ist vor diesem Hintergrund 

ohne Weiteres nachvollziehbar, wenn der Kläger 2 den Beklagten zunächst allein 

sehen wollte (Urk. 19 S. 7; Urk. 48 S. 3) und dann, als er merken musste, dass 

der Beklagte diesem Wunsch nicht entsprechen konnte oder wollte (Urk. 121 

E. III.2.10. [S. 16]; Urk. 125 Rz. 25), den Kontakt zu ihm ganz verweigerte 

(Urk. 86 S. 1 f.; Prot. II, S. 6–8). Ein Besuchsrecht, wie es der Beklagte beantragt, 

würde den Kläger 2 erneut der Partnerin des Beklagten aussetzen, was mit dem 

Kindeswohl einstweilen nicht vereinbar wäre. Anhaltspunkte dafür, dass der Be-

klagte über seinen Anteil an der aktuellen Situation reflektiert hätte, sind nicht er-

sichtlich, im Gegenteil: Der Text der Postkarte (E. III.4.2.) erweckt eher den Ein-

druck, dass der Beklagte keine Fehler bei sich sieht. Vor diesem Hintergrund 

- 24 - 

würde die Ausübung des Besuchsrechts den Interessen des Klägers 2 widerspre-

chen. 

5.6. Zusammenfassend ist das vorinstanzliche Urteil, soweit auf die Rege-

lung eines Besuchsrechts verzichtet und der Beklagte berechtigt wird, den Klä-

ger 2 vierteljährlich im Rahmen von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, 

nicht zu beanstanden. Aufgrund der Dauer des Berufungsverfahrens ist der erste 

Erinnerungskontakt indessen vom Mai 2021 auf den Juli 2021 zu verschieben. 

Die Dispositiv-Ziffer 2 des Urteils des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren 

am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Oktober 2020 ist aufzuheben und 

wie folgt neu zu fassen: 

"2. Auf die Regelung eines Besuchsrechts wird verzichtet. Der Beklagte ist 

jedoch berechtigt, den Kläger 2 auf eigene Kosten vierteljährlich im 

Rahmen von begleiteten Erinnerungskontakten zu treffen, erstmals im 

Juli 2021." 

6. Beistandschaft 

6.1. Die Vorinstanz erwog, dass die mit Verfügung vom 25. Februar 2019 

als vorsorgliche Massnahme errichtete Besuchsrechtsbeistandschaft "nach den 

vorstehenden Erwägungen" fortzuführen sei, damit Erinnerungskontakte erfolgen 

könnten und schliesslich der Kontakt zwischen dem Kläger 2 und dem Beklagten 

wiederhergestellt werden könne (Urk. 121 E. III.3.2. [S. 24]). 

6.2. Der Beklagte verlangt die Aufhebung der entsprechenden Dispositivzif-

fern 3 und 4 (Urk. 125 S. 2), ohne sich in der Folge explizit zur Beistandschaft zu 

äussern (siehe Urk. 125 Rz. 3 ff.). Damit genügt er den Begründungsanforderun-

gen nicht (E. II.3.). Soweit er seinen Antrag mit einer fehlenden Kindeswohlge-

fährdung begründen will (Urk. 125 Rz. 27), ist festzuhalten, dass eine solche vor 

dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen (E. III.3.4. und III.5.5.) besteht. 

6.3. Zusammenfassend ist auf die Berufung nicht einzutreten, soweit sie 

sich gegen die vorinstanzlichen Dispositivziffern 3 und 4 richtet. Die entsprechen-

den Dispositiv-Ziffern sind zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

- 25 - 

IV. Unterhalt 

1. Berufungsanträge 

1.1. Der Beklagte verlangt hinsichtlich der Unterhaltsbeiträge die Feststel-

lung, dass er maximal Fr. 300.– pro Monat bezahlen könne; Grundlagen bildeten 

insbesondere sein Bedarf von Fr. 2'315.85 sowie sein Einkommen von Fr. 2'520.– 

(Urk. 125 S. 2 f.). 

1.2. Die Kläger wenden ein, dass sich die Frage des angemessenen Kin-

derunterhalts nicht mit einem Feststellungsbegehren klären lasse. Das Rechtsbe-

gehren müsse auch unter der Herrschaft des Untersuchungs- und des Offizial-

grundsatzes klar beziffert so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung 

zum Urteil erhoben werden könne. Das sei bei den Rechtsbegehren 4 [Feststel-

lung hinsichtlich des Unterhalts] und 5 [Grundlagen] nicht der Fall (Urk. 132 S. 5). 

1.3. Es ist zutreffend, dass die Berufungsanträge so gestellt werden müs-

sen, dass sie im Falle der Gutheissung zum Urteil erhoben werden können (BGE 

137 III 617 E. 4.3). Auf formell ungenügende Begehren ist nicht einzutreten. Diese 

Rechtsfolge steht indessen unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus: 

Daraus folgt, dass auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren 

ausnahmsweise einzutreten ist, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Ver-

bindung mit dem angefochtenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in 

der Sache verlangt oder – im Falle zu beziffernder Rechtsbegehren – welcher 

Geldbetrag zuzusprechen ist. Rechtsbegehren sind zusammen mit der Begrün-

dung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). 

1.4. Problematisch ist die Formulierung "maximal CHF 300.00" im Beru-

fungsbegehren 4 (Urk. 125 S. 2). Zudem ist die Feststellungsklage subsidiär zur 

Leistungsklage (BGer 4A_464/2019 vom 30. April 2020, E. 1.3; BK ZPO-Markus, 

Art. 88 N 15). Aus der Tatsache, dass die Gegenpartei vor Vorinstanz "mindes-

tens CHF 1'000.00" verlangt hat (Urk. 121 S. 3), wird aber ersichtlich, dass der 

Beklagte einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 300.– beantragt. Indem er das Wort "be-

zahlen" verwendet, bringt er zum Ausdruck, dass er den Betrag leisten will. Das 

Berufungsbegehren 5 hinsichtlich der Grundlagen ist zwar unvollständig, kann 

- 26 - 

aber in Verbindung der vorinstanzlichen Dispositiv-Ziffer 7 (Urk. 121 S. 52) zum 

Urteil erhoben werden. 

1.5. Vor diesem Hintergrund ist auf die Berufungsanträge zum Unterhalt 

einzutreten. 

2. Arbeitspensum des Beklagten 

2.1. Die Vorinstanz erwog, dass man ein hypothetisches Einkommen an-

rechnen dürfe, wenn der Pflichtige bei zumutbarer Anstrengung ein höheres als 

das effektive Einkommen zu erzielen vermöge (Urk. 121 E. III.5.7.4. [S. 31]). Mit 

Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGer 5A_98/2016 vom 

25. Juni 2018, E. 3.5) führte sie aus, dass es in einer Konstellation mit Kindern 

aus mehreren Beziehungen und knappen finanziellen Verhältnissen keinen abso-

luten Anspruch auf Eigenbetreuung gebe. Vielmehr müsse man schauen, wie 

man die Leistungskraft des pflichtigen Elternteils in billiger Weise auf die unter-

haltsberechtigten Kinder verteilen könne. Bestehe die Leistungspflicht gegenüber 

einem Teil der Kinder aufgrund der fehlenden Obhut in Geldzahlung, bedeute 

dies, dass die Aufnahme oder Ausdehnung der Fremdbetreuung für das andere 

Kind zu prüfen sei, damit nach Möglichkeit die grundsätzlich gleichgeordneten 

Obligationen gegenüber allen Kindern erfüllt werden könnten (Urk. 121 

E. III.5.7.6. [S. 32]). Der Beklagte sei nicht die Hauptbetreuungsperson von 

F._____, geboren am tt.mm.2019, denn diese werde auch von der Mutter betreut. 

Der Beklagte habe anfangs 60 % gearbeitet und sein Pensum erst im Früh-

ling 2019 auf 50 % reduziert. Die Mutter von F._____ arbeite seit Mai 2020 in ei-

nem 40 %-Pensum. Der Beklagte betreue F._____ unter der Woche an andert-

halb Tagen sowie am Wochenende. Dass F._____ besondere Betreuungsbedürf-

nisse hätte, sei nicht geltend gemacht worden. Der Beklagte habe vielmehr aus-

gesagt, es sei geplant, dass F._____ in die Krippe gehen werde, voraussichtlich 

wenn sie zwei bis drei Jahre alt sei. In Nachachtung der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung könne sich der Beklagte nicht darauf berufen, F._____ persön-

lich zu betreuen. Würde dem Beklagten kein Arbeitspensum von 100 % ange-

rechnet, wäre er gegenüber dem Kläger 2 (wie auch dessen Halbbruder 

E._____), der nicht unter seiner Obhut stehe, gar nicht unterhaltspflichtig, wäh-

- 27 - 

rend er gegenüber F._____ seiner Unterhaltspflicht nicht nur finanziell, sondern 

auch durch Naturalleistung nachkommen würde. Die Klägerin 1 müsste die ge-

samte Unterhaltslast des Klägers 2 alleine übernehmen. Dies würde den Grund-

satz der Gleichbehandlung der Geschwister verletzen (Urk. 121 E. III.5.7.7. 

[S. 33]). Im Verhältnis zu unmündigen Kindern seien nach der Rechtsprechung 

(BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2) besonders hohe Anforderungen 

an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen. Dies gelte insbesondere in engen 

wirtschaftlichen Verhältnissen (Urk. 121 E. III.5.7.8. [S. 34]). Dem Beklagten sei 

es in der vorliegenden Konstellation als Vater von drei unmündigen Kindern zu-

mutbar, seine Erwerbstätigkeit auf ein Pensum von 100 % auszudehnen (Urk. 121 

E. III.5.7.9. [S. 34]). 

2.2. Der Beklagte macht geltend, dass er die jüngste Tochter "aktuell" zu 

50 % betreue, nämlich am Dienstagvormittag, Donnerstag ganztags und Samstag 

ganztags (Urk. 125 Rz. 34). Eine Fremdbetreuung sei nicht installiert. Damit kön-

ne er zusammen mit der Kindsmutter als Hauptbetreuungsperson von F._____ 

bezeichnet werden (Urk. 125 Rz. 35). Es erscheine als Eingriff in die persönliche 

Freiheit, ihm die Möglichkeit zu rauben, F._____ selber betreuen zu können. 

Schliesslich habe er dies auch beim Kläger 2 getan. Die persönliche Betreuung 

sei mit einer Erwerbsarbeit gleichzusetzen (Urk. 125 Rz. 37). Das Modell der al-

ternierenden Betreuung respektive der gemeinsamen Betreuung der Eltern ent-

spreche sowohl dem Grundrecht der persönlichen Freiheit wie auch dem Grund-

recht der Gleichbehandlung der Geschlechter. Wollte man der bezirksgerichtli-

chen Begründung folgen, würde das im Ergebnis bedeuten, dass in sämtlichen 

Mankofällen von beiden Elternteilen verlangt werden müsste, ihre Arbeitskraft zu 

100 % auszunützen (Urk. 125 Rz. 38). 

2.3. Die Kläger erwidern, der Beklagte habe die Kindesbetreuung selber 

gewählt. Die jüngste Tochter könne auch fremdbetreut werden. Das Bundesge-

richt gehe inzwischen von der Gleichwertigkeit der Selbst- und der Fremdbetreu-

ung aus. Es stimme nicht, dass die Parteien den Kläger 2 zu irgend einem Zeit-

punkt hälftig betreut hätten. Wer drei Kinder versorgen müsse, könne sein Er-

werbspensum nicht nach Belieben reduzieren. Die finanzielle Versorgung eigener 

- 28 - 

Kinder komme vor der Selbstverwirklichung. Die Berufung auf Grundrechte sei 

völlig unbehelflich (Urk. 132 S. 14). 

2.4. Die Vorinstanz hat den Entscheid des Bundesgerichts zur Zumutbarkeit 

einer Erwerbstätigkeit bei mehreren Kindern aus verschiedenen Beziehungen 

(BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.5) zutreffend wiedergegeben, sodass 

darauf verwiesen werden kann (Urk. 121 E. III.5.7.6. [S. 32]). Zu ergänzen ist, 

dass dieser Entscheid unter dem früheren Kinderunterhaltsrecht erging (BGer 

5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.4); indessen hat das Bundesgericht ange-

deutet, dass es auch nach der Revision an dieser Rechtsprechung festhalten wol-

le (BGE 144 III 481 E. 4.7.5). Zu betonen ist sodann, dass einem Unterhaltspflich-

tigen mit Kindern aus mehreren Beziehungen und knappen finanziellen Verhält-

nissen [in Abweichung vom Schulstufenmodell] grundsätzlich nur im ersten Le-

bensjahr des neugeborenen Kindes eine Erwerbsarbeit nicht zumutbar ist, wenn 

er denn das Kind selber betreut (BGer 5A_98/2016 vom 25. Juni 2018, E. 3.5; 

BGE 144 III 481 E. 4.7.5). Hinsichtlich der besonderen Anstrengungspflicht kann 

auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 121 

E. III.5.7.8. [S. 34]). Bei gegebenen Voraussetzungen kann diese Pflicht auch die 

Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und der Realisierung beruflicher 

Wunschvorstellungen einschränken (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 

2020, E. 7.4). Dies bedeutet keine Verletzung verfassungsmässiger Rechte (BGer 

5A_90/2017 vom 24. August 2017, E. 5.3.1; BGer 5A_899/2019 vom 17. Juni 

2020, E. 2.2.2). 

2.5. Der Beklagte setzt sich nicht mit der im vorinstanzlichen Entscheid zi-

tierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung auseinander (siehe Urk. 125 

Rz. 33 ff.). Er zeigt nicht auf, inwiefern die Vorinstanz diese Praxis falsch berück-

sichtigt hätte. Stattdessen wiederholt er das bereits berücksichtigte (Urk. 121 

E. III.5.7.7. [S. 33]) Argument, wonach er F._____ betreue und dies auch weiter-

hin tun wolle (Urk. 125 Rz. 34 und 37). Damit genügt er den Begründungsanforde-

rungen nicht (E. II.3.). Unbehelflich ist es sodann, wenn er sich auf das Grund-

recht der persönlichen Freiheit und jenes der Gleichbehandlung der Geschlechter 

beruft (Urk. 125 Rz. 38); verfassungsmässige Rechte können nämlich nicht ver-

- 29 - 

letzt sein, wenn die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypothetischen 

Einkommens erfüllt sind (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017, E. 5.3.1; BGer 

5A_899/2019 vom 17. Juni 2020, E. 2.2.2). Dass dies vorliegend nicht der Fall 

wäre, wird nicht substantiiert geltend gemacht und es ist auch nicht ersichtlich. 

2.6. Vor diesem Hintergrund bleibt es beim von der Vorinstanz festgelegten 

Pensum von 100 %. 

3. Rückwirkende Anrechnung des hypothetischen Einkommens 

3.1. Die Vorinstanz erwog, dass es grundsätzlich unzulässig sei, rückwir-

kend ein hypothetisches Einkommen anzurechnen. Vorliegend habe der Beklagte 

aber während des laufenden Verfahrens und in Kenntnis der Unterhaltsforderun-

gen im Frühling 2019 sein Arbeitspensum von 60 auf 50 % reduziert. Damit sei 

sein Einkommen von Fr. 3'188.35 auf Fr. 2'100.– gesunken. Eine rückwirkende 

Anrechnung eines hypothetischen Einkommens sei zulässig, wenn dem Unter-

haltsschuldner ein unredliches Verhalten vorgeworfen werden könne oder wenn 

die geforderte Umstellung seiner Lebens- bzw. Einkommensverhältnis vorherseh-

bar gewesen sei. Dasselbe gelte, wenn der Schuldner freiwillig sein Einkommen 

vermindere, obwohl er wisse oder wissen müsste, dass er werde Unterhalt zahlen 

müssen. Vorliegend sei daher auf für die Zeit nach Frühling 2019 vom höheren 

Einkommen, das heisst Fr. 3'188.35 netto pro Monat, auszugehen (Urk. 121 

E. III.5.7.10. [S. 34 f.]). 

3.2. Der Beklagte wendet ein, es könne ihm kein unredliches Verhalten 

vorgeworfen werden und die geforderte Umstellung seiner Lebens- bzw. Ein-

kommensverhältnisse sei nicht voraussehbar gewesen. Die Parteien hätten sich 

vielmehr am 8. Juli 2019 im Rahmen vorsorglicher Massnahmen auf Unterhalts-

zahlungen über Fr. 300.– verständigt. Dabei seien sie von einem 60 %-Pensum 

ausgegangen (Urk. 125 Rz. 44). Der Beklagte habe darauf vertrauen dürfen, dass 

dieser Unterhaltsbetrag für die Dauer des Verfahrens gelten würde. An dieser 

Vereinbarung habe er sich beim Verhältnis Arbeit / Betreuung orientiert, das er 

angestrebt habe (Urk. 125 Rz. 45). 

- 30 - 

3.3. Die Kläger verweisen auf die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 132 

S. 15 f.). Das Verhalten des Beklagten sei durch und durch unredlich. Er unter-

nehme alles, um sich vor seinen Unterhaltspflichten zu drücken. Die vorläufige 

Einigung auf einen Unterhaltsbeitrag für den Kläger 2 von Fr. 300.– pro Monat sei 

einzig aufgrund der Macht des Faktischen erfolgt. Die Alimente hätten sodann 

nicht auf erhärteten Einkommenszahlen des Beklagten basiert. Letzterer habe 

damals wie heute seinen Lohn aus einer von ihm beherrschten Einzelfirma und / 

oder GmbH bezogen, deren Buchhaltungen nie ediert worden seien (Urk. 132 

S. 16). 

3.4. Die Kläger machten in der ergänzenden Klagebegründung vom 15. Fe-

bruar 2019 Unterhalt rückwirkend ab dem 1. Dezember 2018 geltend (Urk. 27 

S. 1), was mit Blick auf Art. 279 ZGB und die Klageschrift vom 30. November 

2018 (Urk. 2) zulässig ist. Am 8. Juli 2019 unterzeichneten die Klägerin 1 und der 

Beklagte im Sinne vorsorglicher Massnahmen mit unpräjudizieller Wirkung eine 

Vereinbarung, in welcher sich der Beklagte verpflichtete, für die Dauer des Ver-

fahrens für den Kläger 2 Alimente (zuzüglich allfällige Familienzulagen) von 

Fr. 300.– pro Monat zu bezahlen, erstmals auf den 1. Oktober 2019; die Parteien 

hielten fest, dass damit der gebührende Unterhalt des Klägers 2 nicht gedeckt sei 

(Urk. 72). Fraglich ist, ob und gegebenenfalls wie sich die vorsorglichen Mass-

nahmen vorliegend auf die Hauptsache auswirken, in welcher die Kläger Unterhalt 

ab Einleitung des Verfahrens verlangt haben: Im Rahmen vorsorglicher Mass-

nahmen genügt die Glaubhaftmachung (Art. 261 Abs. 1 ZPO). Aus dem reduzier-

ten Beweismass folgt eine beschränkte materielle Rechtskraft: Diese gilt nur für 

ein Verfahren derselben Erkenntnisstufe. Sie präjudiziert keine Prozesse, in de-

nen der Beweis strikte zu erbringen ist, wie dies in der Regel im ordentlichen und 

im vereinfachten Verfahren der Fall ist (siehe Samuel Baumgartner / Annette Dol-

ge / Alexander R. Markus / Karl Spühler, Schweizerisches Zivilprozessrecht mit 

Grundzügen des internationalen Zivilprozessrechts, 10. Aufl. 2018, Kap. 11 

Rn 210 f.). Im vereinfachten Verfahren betreffend Kinderunterhalt gilt das Regel-

beweismass, weshalb ein Entscheid (oder ein Vergleich), der im Rahmen vorsorg-

licher Massnahmen erging, für den Endentscheid keine Rolle spielt. Dies gilt auch 

in den Fällen, in denen im Endentscheid über Alimente während des Verfahrens 

- 31 - 

zu befinden ist (im Ergebnis gleich BK ZGB-Hegnauer, Art. 281–284 N 43 f.; ZK 

ZPO-Schweighauser, Art. 303 N 27; siehe BK ZPO-Güngerich, Art. 262 N 4). Vor 

diesem Hintergrund durfte der Beklagte nicht darauf vertrauen, dass es bei den 

monatlichen Kinderalimenten von Fr. 300.– bleibt. 

3.5. Ein hypothetisches Einkommen kann ausnahmsweise rückwirkend an-

gerechnet werden, wobei zwei Grundkonstellationen voneinander zu unterschei-

den sind: In der ersten belässt der Pflichtige die bisherigen Verhältnisse, obwohl 

er sein Einkommen erhöhen müsste (BGer 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014, 

E. 5.1; OGer ZH LY170039 vom 16.05.2018 E. III.B.3.1.7 [S. 18] mit weiteren 

Hinweisen); in der zweiten verschlechtert er seine Einkommenssituation, obwohl 

er sie beibehalten müsste (BGer 5A_720/2011 vom 8. März 2012, E. 6.1; BGer 

5A_692/2012 vom 21. Januar 2013, E. 4.3; BGer 5A_372/2016 vom 18. Novem-

ber 2016, E. 3.1). Vorliegend steht diese letztere Variante im Mittelpunkt, bei der 

die Vorhersehbarkeit keine Rolle spielt: Wer bis anhin gearbeitet hat, bedarf kei-

ner Übergangs- oder Anpassungsfrist, um seine Lebensverhältnisse umzustellen. 

Vielmehr muss der Alimentenschuldner alles in seiner Macht Stehende tun und 

insbesondere seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen, um seiner 

Unterhaltspflicht nachzukommen. Begnügt er sich selbst bei einem unfreiwilligen 

Stellenwechsel wissentlich mit einer nur ungenügend einträglichen Erwerbstätig-

keit, so hat er sich anrechnen zu lassen, was er unter den gegebenen Umständen 

zu erwirtschaften vermöchte. Versagt das Gericht der unterhaltspflichtigen Partei 

aus den beschriebenen Gründen eine Übergangs- oder Anpassungsfrist, so muss 

sich diese ein höheres als das tatsächlich erzielte Einkommen gegebenenfalls 

von einem Zeitpunkt an anrechnen lassen, der – schon vom Datum der Erhebung 

der Unterhaltsklage aus gesehen – in der Vergangenheit liegt (BGer 5A_184/2015 

vom 22. Januar 2016, E. 3.3; BGer 5A_59/2016 vom 1. Juni 2016, E. 3.2). Einer 

so verstandenen rückwirkenden Anrechnung eines höheren Einkommens steht 

nicht entgegen, dass die unterhaltspflichtige Partei die Verminderung ihrer Leis-

tungsfähigkeit für eine bereits verstrichene Zeitspanne nicht rückgängig und die in 

der Vergangenheit unterbliebene Erzielung des ihr zumutbaren Einkommens nicht 

ungeschehen machen kann. Hat der Unterhaltspflichtige in einem bestimmten 

Abschnitt der Vergangenheit also nicht das Einkommen erzielt, das er bei gutem 

- 32 - 

Willen zu erwirtschaften vermocht hätte, so ist ihm zuzumuten, mit seinen künftig 

erzielten Einkünften nachzuholen, was er in der Vergangenheit zu erwirtschaften 

verpasst hat. Eine Ausnahme gilt in Fällen, in denen sich sein Versäumnis für die-

se konkrete Zeitperiode mit einer Anpassung an veränderte Lebensverhältnisse 

rechtfertigen lässt (BGer 5A_184/2015 vom 22. Januar 2016, E. 3.4; BGer 

5A_59/2016 vom 1. Juni 2016, E. 3.3; siehe BGer 5A_372/2016 vom 18. Novem-

ber 2016, E. 3.1). Der Beklagte gab anlässlich der Verhandlung vom 27. Mai 2020 

zu Protokoll, dass Frau J._____ begonnen habe, mehr zu arbeiten und er daher 

mehr betreue (Prot. I, S. 16 ff., S. 48 f.). Bei vorbestehenden Unterhaltspflichten 

steht es indessen nicht im Belieben des Pflichtigen, infolge der Geburt eines wei-

teren Kindes das Pensum zu reduzieren, um das Kind persönlich zu betreuen 

(BGer 5A_273/2018 und 5A_281/2018 vom 25. März 2019, E. 6.3.1.2). Nicht zu 

hören ist der Beklagte, wenn er vorbringt, die Pensumsreduktion sei "auch dem 

Wegfall von Aufgaben" geschuldet gewesen (Urk. 125 Rz. 45): Zum einen wird 

der Einwand nicht substantiiert vorgebracht, indem nicht dargelegt wird, welche 

Aufgaben konkret wegfielen und weshalb; zum anderen macht der Beklagte gera-

de nicht geltend, alles in seiner Macht Stehende getan zu haben, um seine wirt-

schaftliche Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen. 

3.6. Zusammenfassend ging die Vorinstanz zu Recht auch nach Frühling 

2019 von einem Einkommen des Beklagten in Höhe von Fr. 3'188.35 netto pro 

Monat für ein 60 %-Pensum aus. 

4. Höhe des hypothetischen Einkommens des Beklagten 

4.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beklagte im Jahr 2002 ein Architektur-

studium an der ETH abgeschlossen habe. Von 2003 bis 2006 habe er als Archi-

tekt gearbeitet. Danach sei er ein Jahr lang als Velokurier tätig gewesen. Von zir-

ka 2007 bis 2008 habe er den Master an der ETH absolviert. In der Folge habe er 

erneut während eines Jahres in einem Architekturbüro gearbeitet und danach ein 

Jahr lang eine Jugendherberge geleitet. Ungefähr in den Jahren 2010 / 2011 sei 

er nochmals als Architekt tätig gewesen, bevor er wieder als Velokurier gearbeitet 

habe. Er verfüge somit über ein abgeschlossenes Architekturstudium (inklusive 

Masterabschluss) und fünf Jahre Berufserfahrung als Architekt, wobei er letztmals 

- 33 - 

2010 / 2011 in diesem Beruf tätig gewesen sei (Urk. 121 E. III.5.7.12. [S. 35]). 

Gemäss Salarium betrage der Lohn für einen angestellten Architekten zwischen 

Fr. 7'780.– und Fr. 8'400.– brutto pro Monat (Urk. 121 E. III.5.7.13. [S. 36]). Es sei 

davon auszugehen, dass der Beklagte nach Abzug der üblichen Sozialabgaben 

(inklusive Beiträge an die 2. Säule) von rund 15 % ein monatliches Einkommen 

von netto Fr. 6'630.– erzielen könne (Urk. 121 E. III.5.7.14. [S. 36]). 

4.2. Der Beklagte wendet ein, dass seine Teilzeittätigkeit als Architekt rund 

zehn Jahre her sei. Er verfüge weder über aktuelles Know-how noch über den 

Lebenslauf, um eine Anstellung als Architekt zu finden (Urk. 125 Rz. 49). Die 

Coronakrise verunmögliche es dem Beklagten sodann faktisch, wieder in den Ar-

chitekturberuf einzusteigen (Urk. 125 Rz. 50). Dort habe er zwischen 2005 und 

2011 auf ein 100 %-Pensum gerechnet durchschnittlich Fr. 4'632.– netto verdient. 

Die Annahme eines höheren Lohns sei nicht realistisch und damit nicht rechtens 

(Urk. 125 Rz. 51 ff.). Die Lohnerhebung der Vorinstanz (Urk. 119 f.) vermische die 

Löhne von Architektur- mit jenen von Ingenieurbüros. Dabei dürfe als gerichtsno-

torisch gelten, dass die Löhne als Ingenieur bedeutend höher seien; ein wesentli-

cher Bestandteil der Arbeit von Architekten bestehe nämlich darin, an Wettbewer-

ben und Ausschreibungen mitzuwirken. Nur wer es in die ersten Ränge schaffe, 

erhalte den Auftrag oder alternativ die Auslagen zurück. Das Salarium führe die 

Architektenlöhne nicht konkret auf und zeige die Einstiegslöhne nicht (Urk. 125 

Rz. 53). Aus der Lohnerhebung 2017 des Schweizerischen Ingenieur- und Archi-

tektenvereins (Urk. 120) ergebe sich ein Einstiegslohn für Architekten von 

Fr. 66'550.– brutto, was Fr. 4'400.– netto pro Monat entspreche. Dieses Ergebnis 

stimme mit den tatsächlich erzielten Löhnen des Beklagten überein und wäre ihm 

als maximum anzurechnen (Urk. 125 Rz. 54). Der Durchschnittslohn liege ge-

mäss der Lohnerhebung 2017 bei rund Fr. 80'000.– brutto pro Jahr bzw. 

Fr. 5'173.– netto pro Monat. Es sei davon auszugehen, dass wegen der Corona-

krise ein Negativtrend einsetze. Auch darin zeige sich, dass die Fr. 6'630.– der 

Vorinstanz viel zu hoch seien (Urk. 125 Rz. 55). 

4.3. Die Kläger erachten die Anrechnung eines hypothetischen Einkom-

mens als gerechtfertigt. Sie weisen darauf hin, dass der Beklagte keine Bewer-

- 34 - 

bungen eingereicht habe. Zudem floriere gerade in Zeiten der Corona-Pandemie 

das Kurierdienstgewerbe wie nie zuvor. Gemäss seiner Webseite beschäftige der 

Beklagte ein Team von sieben Kurieren (Urk. 132 S. 16). Als Kurierdienst-Inhaber 

könne er heute ein gleich hohes Einkommen erzielen wie als angestellter Archi-

tekt. Der Lohnrechner Salarium sei ferner ein zuverlässiges Instrument des Bun-

desamtes für Statistik (Urk. 132 S. 17). 

4.4. Der Beklagte hat Bewerbungen für die Zeit ab November 2020 zwar 

zum Beweis offeriert (Urk. 125 Rz. 49), jedoch bis heute keine solchen einge-

reicht. Vor diesem Hintergrund erscheint sein Einwand, er werde keine Anstellung 

als Architekt finden können, unbegründet. Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann 

der Beklagte von den ins Recht gelegten Zeitungsartikeln (Urk. 129/4–5). So 

ergibt sich daraus, dass vor allem Mitarbeitende der Gastronomie und der Reise-

branche von Arbeitslosigkeit betroffen sind (Urk. 129/5 S. 3 f.). Besonders gut ha-

be sich dagegen der Trend in den Sektoren Handel und Baugewerbe entwickelt 

(Urk. 129/5 S. 4). 

4.5. Es ist zutreffend, dass der Salariumrechner den Durchschnittslohn in 

Architektur- und Ingenieurbüros angibt (Urk. 119). Gestützt auf die Lohnerhebung 

2017 des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins ist davon auszuge-

hen, dass die Einstiegslöhne der Architekten tiefer sind als jene der Bauingenieu-

re (Urk. 120). Der Beklagte kann sich indessen nicht für die gesamte Zeit, in wel-

cher er unterhaltspflichtig ist, einen Einstiegslohn anrechnen lassen. Nicht aussa-

gekräftig sind sodann die geltend gemachten früher erzielten Löhne (Urk. 125 

Rz. 51): Einerseits liegen sie mindestens rund zehn Jahre zurück und lassen die 

seitherige Lohnentwicklung ausser Acht; andererseits arbeitete der Beklagte bei 

keinem der aufgeführten Arbeitgeber länger als 1.5 Jahre, womit allfällige Lohner-

höhungen aufgrund des Dienstalters unberücksichtigt blieben. Die Grafiken der 

Lohnerhebung 2017 sind zu ungenau, um den Lohn bestimmen zu können. In-

dessen stellt auch das Lohnbuch Schweiz 2020 auf diese Lohnerhebung ab 

(Lohnbuch Schweiz 2020, S. 394). Gemäss dem Lohnbuch verdient ein Architekt 

in der Alterskategorie des Beklagten (41 bis 50 Altersjahre) Fr. 7'351.– brutto pro 

Monat, wobei ein 13. Monatslohn berufsüblich ist (Lohnbuch Schweiz 2020, S. 33 

- 35 - 

und 393 f.). Berücksichtigt man dies, resultiert ein monatlicher Bruttolohn von 

Fr. 7'964.–, was netto (unter Berücksichtigung von 15 % Lohnabzügen) 

Fr. 6'769.– entspricht. Vor diesem Hintergrund ist das von der Vorinstanz ange-

nommene monatliche Nettoeinkommen von Fr. 6'630.– grundsätzlich nicht zu be-

anstanden. Da der Beklagte über längere Zeit nicht als Architekt gearbeitet hat, 

erscheint es indessen angemessen, ihm während des ersten Jahres einen tiefe-

ren Lohn anzurechnen. Der Einstiegslohn beläuft sich auf Fr. 66'550.– brutto pro 

Jahr (Urk. 120), was Fr. 4'714.– netto pro Monat entspricht. Aufgrund der gerin-

gen, aber dennoch vorhandenen Berufserfahrung ist davon auszugehen, dass der 

Beklagte im ersten Jahr ein monatliches Einkommen von netto Fr. 5'000.– (inklu-

sive 13. Monatslohn) erzielen kann. 

5. Übergangsfrist 

5.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Übergangsfrist in der Regel drei bis 

sechs Monate betrage. Der Beklagte sei seit September 2018 mit der Unterhalts-

forderung der Kläger konfrontiert. Die Kläger hätten im Übrigen wiederholt vorge-

bracht, dass er mehr arbeiten bzw. ein höheres Einkommen erzielen müsse. Dass 

er mit einem Einkommen von Fr. 2'100.– seiner Unterhaltspflicht nicht nachkom-

men könne, habe der Beklagte ohne Weiteres voraussehen können. Daher seien 

ihm im heutigen Zeitpunkt [27. Oktober 2020] drei Monate zu gewähren. Ab dem 

1. Februar 2021 sei ihm ein Einkommen von netto Fr. 6'630.– anzurechnen 

(Urk. 121 E. III.5.7.16. [S. 37 f.]). 

5.2. Der Beklagte rügt, dass die Übergangsfrist viel zu kurz sei. Eine solche 

von neun Monaten ab Rechtskraft des Urteils erscheine demgegenüber sachge-

recht (Urk. 125 Rz. 56). Der Beklagte sei Geschäftsführer eines Unternehmens, 

der K._____ GmbH. Von seinem Engagement und der Existenz der Firma hingen 

Arbeitsplätze ab. Solange kein neuer Geschäftsführer gefunden sei, könne er kei-

nen neuen Job antreten (Urk. 125 Rz. 57). Die Bezirksrichterin habe ihm sodann 

zu keinem Zeitpunkt in den Gerichtsverhandlungen in Aussicht gestellt, dass er 

seine aktuelle Tätigkeit würde beenden und einen Job als Architekt suchen müs-

sen. Die Voraussehbarkeit sei unter diesen Umständen nicht gegeben (Urk. 125 

- 36 - 

Rz. 58). Zudem werde es dem Beklagten in der Coronakrise faktisch unmöglich 

sein, den Wiedereinstieg zu schaffen (Urk. 125 Rz. 59). 

5.3. Die Kläger verweisen auf die Erwägungen der Vorinstanz. Der Kurier-

dienst floriere, weshalb der Beklagte gar nicht ins Architekturwesen zurückkehren 

müsse. Er könne als Kurierdienst-Inhaber den vorinstanzlich angenommenen hy-

pothetischen Lohn verdienen (Urk. 132 S. 17 f.). 

5.4. Verlangt das Gericht die Umstellung der Lebensverhältnisse einer Par-

tei, so hat er ihr hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat 

umzusetzen. Die Übergangsfrist muss nach ihrem Zweck und den Umständen 

angemessen sein (BGE 129 III 417 E. 2.2). In der Regel beträgt sie drei bis sechs 

Monate. Sie beginnt frühestens mit der erstmaligen gerichtlichen Eröffnung der 

Umstellungsfrist zu laufen (OGer ZH LE150008 vom 26.10.2015, E. III.4.2 [S. 30]; 

OGer ZH LZ180029 vom 14.06.2019, E. II.B.2.3). 

5.5. Vom Beklagten wird verlangt, die Geschäftsführung der K._____ 

GmbH abzugeben und eine Arbeit als Architekt aufzunehmen. Erfahrungsgemäss 

hängen kleinere Unternehmen stark von der Persönlichkeit des Geschäftsführers 

ab, weshalb es nicht ganz einfach sein dürfte, einen Nachfolger oder eine Nach-

folgerin zu finden. Vor diesem Hintergrund erscheinen drei Monate als zu kurze 

Übergangsfrist. Angemessen sind vielmehr sechs Monate. Eine längere Frist in-

folge der Corona-Pandemie rechtfertigt sich nicht, zumal diese das Baugewerbe 

gerade nicht trifft (E. IV.4.4.). Der Beklagte musste spätestens seit Eröffnung des 

erstinstanzlichen Urteils damit rechnen, mehr verdienen zu müssen. Der Fristbe-

ginn ist daher unverändert zu belassen (siehe auch OGer ZH LZ170009 vom 

31.01.2018, E. II.4.8 ff. [S. 19 f.]). Dies bedeutet, dass dem Beklagten ab dem 

1. Mai 2021 ein Architektenlohn (100 %-Pensum) anzurechnen ist. 

6. Zwischenergebnis: Einkommen des Beklagten 

Dem Beklagten ist bis zum 30. April 2021 ein monatliches Nettoeinkommen 

von Fr. 3'188.35 (60 %-Pensum) anzurechnen (E. IV.3.6. und IV.5.5.). Danach ist 

von einem 100 %-Pensum als Architekt auszugehen (E. IV.2.6. und IV.5.5.). Vom 

- 37 - 

1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 ist das Einkommen auf Fr. 5'000.– und ab 

dem 1. Mai 2022 auf Fr. 6'630.– festzusetzen (E. IV.4.5. und IV.5.5.). 

7. Miete des Beklagten 

7.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Miete für das Einfamilienhaus, in dem 

der Beklagte mit seiner Lebenspartnerin, deren Tochter H._____ aus einer frühe-

ren Beziehung sowie der gemeinsamen Tochter F._____ zusammenlebe, 

Fr. 1'392.– betrage. Dem Beklagten sei davon ein Drittel (entsprechend Fr. 465.–) 

anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 39]). 

7.2. Der Beklagte rügt, dass er in einer Genossenschaftswohnung wohne. 

Die Höhe der Miete sei einkommensabhängig. Es sei davon auszugehen, dass 

die Miete bei einem höheren Einkommen um 15 % steigen würde. Dabei erschei-

ne es als stossend, dem Beklagten nur einen Drittel der Gesamtmiete anzurech-

nen. Sein Bedarf werde dadurch unter das betreibungsrechtliche Existenzmini-

mum gesetzt und es werde der Umstand ausser Acht gelassen, welche tatsächli-

chen Kosten er bezahlen müsse. Entsprechend sei ihm im Minimum die Hälfte der 

Miete anzurechnen (Urk. 125 Rz. 62). 

7.3. Die Kläger bestreiten, dass die Miete des Beklagten einkommensab-

hängig sei. Das FGZ-Reglement sehe "soziale Mietumlagen" vor, die den Beklag-

ten beim angenommenen hypothetischen Einkommen nicht treffen würden 

(Urk. 132 S. 18). 

7.4. Der Bar- und der Betreuungsunterhalt gehen gegenüber dem (nach-) 

ehelichen und dem Volljährigenunterhalt vor (BGer 5A_311/2019 vom 11. Novem-

ber 2020, E. 7.3). Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sind gegen-

seitig nicht unterhaltsberechtigt (Heinz Hausheer / Thomas Geiser / Regina E. 

Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 6. Aufl. 

2018, Rn 03.45). Für jedes Kind ist ein (bei den Wohnkosten des Obhutsinhabers 

abzuziehender) Wohnkostenanteil einzusetzen (BGer 5A_311/2019 vom 11. No-

vember 2020, E. 7.2). 

- 38 - 

7.5. Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägung ist nicht zu bean-

standen, dass die Vorinstanz dem Beklagten einen Drittel der Wohnkosten ange-

rechnet hat. Die Anrechnung von mindestens der Hälfte würde im Ergebnis dazu 

führen, dass der Beklagte insbesondere zu Lasten seiner beiden älteren Kinder 

für einen Teil des Unterhalts seiner Lebenspartnerin aufkäme, ohne dass diese 

darauf einen Anspruch hat. Der Beklagte erläutert nicht, wie er zur Annahme ge-

langt, dass seine Miete bei einem höheren Einkommen um exakt 15 % steigen 

würde. Damit erfüllt er die Begründungsanforderungen nicht (E. II.3.). Im Übrigen 

sieht der Anhang zum FGZ-Reglement abhängig vom steuerbaren Einkommen 

und dem steuerbaren Vermögen eine Mietzinsreduktion von bis zu 15 % oder ei-

nen Mehrzins von Fr. 125.– pro Monat vor (Urk. 129/9). Der Beklagte wird den 

grössten Teil des Mehreinkommens aufwenden müssen, um die Alimente zu be-

zahlen. Diese sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar (Art. 33 Abs. 1 lit. c 

DBG; § 31 Abs. 1 lit. c StG). Sollte er in der Folge immer noch über ein zu hohes 

steuerbares Einkommen verfügen, könnte er dieses durch Einzahlungen in die 

2. Säule und / oder die Säule 3a weiter reduzieren (Art. 33 Abs. 1 lit. d und e 

DBG; § 31 Abs. 1 lit. d und e StG). Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuwei-

sen, dass Ansprüche der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und der gebundenen 

Selbstvorsorge (Säule 3a) vor Fälligkeit von der Einkommens- und Vermögens-

steuer befreit sind (Art. 84 BVG; Jacques-André Schneider / Nicolas Merlino / Di-

dier Mange, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, BVG 

und FZG, 2. Aufl. 2019, Art. 84 BVG N 2). Es ist vor diesem Hintergrund nicht an-

zunehmen, dass das Gesamteinkommen oder das Vermögen des Haushalts des 

Beklagten eine relevante Schwelle überschreiten wird. 

8. Arbeitswegkosten des Beklagten 

8.1. Die Vorinstanz rechnete dem Beklagten ab dem Zeitpunkt, in dem ihm 

ein hypothetisches Einkommen als Architekt angerechnet wird, die Kosten eines 

Abonnements für die Stadt Zürich (Fr. 85.–) an (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 42]). 

8.2. Der Beklagte macht geltend, es sei mit durchschnittlichen Kosten von 

Fr. 300.– für den Arbeitsweg zu rechnen. Würde man ihm die hypothetischen Ar-

beitswegkosten nicht anrechnen, würde man in sein Existenzminimum eingreifen. 

- 39 - 

Im Minimum wäre ihm der Netzpass des ZVV für alle Zonen mit jährlichen Kosten 

von Fr. 2'226.– anzurechnen (Urk. 125 Rz. 63). 

8.3. Die Kläger bestreiten dies. Arbeite der Beklagte weiterhin mit seinem 

Kurierdienst, benütze er für den Arbeitsweg das Fahrrad (Urk. 132 S. 18). 

8.4. Wird für eine Person ein hypothetisches Einkommen festgesetzt, so 

sind die zu erwartenden Mobilitätskosten in den Bedarf aufzunehmen (OGer ZH 

LY140053 vom 08.05.2015, E. III.2.4.d) [S. 15]). Die vorhandene Arbeitskapazität 

ist umfassend auszuschöpfen, wobei für den Kindesunterhalt eine besondere An-

strengungspflicht gilt (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.4 mit 

weiteren Hinweisen). 

8.5. Der Beklagte erläutert nicht, weshalb für den Arbeitsweg mit durch-

schnittlichen Kosten von Fr. 300.– zu rechnen sei. Damit genügt er den Begrün-

dungsanforderungen nicht (E. II.3.). Aufgrund der besonderen Anstrengungs-

pflicht wird der Beklagte seine Suchbemühungen indessen nicht auf die Stadt Zü-

rich beschränken können. Erst mit einem Netzpass für alle Zonen ist auch Win-

terthur erfasst. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, dem Beklagten 

ab dem 1. Mai 2021 (E. IV.5.5.) Arbeitswegkosten von Fr. 2'226.– / 12 = (gerun-

det) Fr. 186.– pro Monat anzurechnen. 

9. Kommunikations- und Versicherungskosten des Beklagten 

9.1. Die Vorinstanz erwog, dass die vom Beklagten geltend gemachten 

Kommunikationskosten von Fr. 120.– gerichtsüblich seien. Da der Beklagte aber 

im Konkubinat mit der Mutter seiner Tochter F._____ lebe, sei ihm lediglich die 

Hälfte dieses Betrags anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 41]). Es sei sodann ge-

richtsnotorisch, dass für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung Prämien von 

Fr. 30.– pro Monat anfielen. Entsprechend sei dem Beklagten die Hälfte davon 

anzurechnen (Urk. 121 E. III.5.8. [S. 41]). 

9.2. Der Beklagte rügt, die Kommunikationskosten fielen bei ihm persönlich 

an. Insbesondere die Handykosten könne er nicht mit seiner Partnerin teilen. 

Dasselbe gelte für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Insbesondere die 

- 40 - 

Privathaftpflichtversicherung könne er nicht mit der Partnerin teilen. Die Kostenre-

duktion infolge Konkubinats sei bereits beim Grundbetrag erfolgt. Eine weitere 

Reduktion erweise sich als ungesetzlich. Der Bedarf werde dadurch unter das be-

treibungsrechtliche Existenzminimum gesetzt. Es seien dem Beklagten Fr. 120.– 

für Kommunikationskosten und Fr. 30.– für die Hausrat- und Haftpflichtversiche-

rung anzurechnen (Urk. 125 Rz. 64). 

9.3. Die Kläger bestreiten dies und verweisen auf die Erwägungen der Vor-

instanz (Urk. 132 S. 19). 

9.4. Kann das betreibungsrechtliche Existenzminimum nicht gedeckt wer-

den, liegt ein Mankofall vor. In diesen Fällen sind keine Kommunikations- und 

Versicherungspauschalen zu berücksichtigen; diese gehören nämlich zum fami-

lienrechtlichen Existenzminimum (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, 

E. 7.2). 

9.5. Soweit nachfolgend in den einzelnen Phasen ein Manko resultiert, sind 

keine Kommunikations- und Versicherungspauschalen zu berücksichtigen. Dies 

gilt aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes auch für die beiden Kläger. Wie 

die Vorinstanz zutreffend festhielt, umfassen die Kommunikationskosten im Übri-

gen die Auslagen für Telefon, Internet, Fernsehen und Radio (Urk. 121 E. III.5.8. 

[S. 41]). Einige davon fallen pro Haushalt nur einmal an (beispielsweise Internet, 

Festnetz und Serafe), andere (beispielsweise das Mobiltelefon) können auch eine 

Person alleine betreffen. Vor diesem Hintergrund erscheint es angemessen, die 

Kommunikationspauschale von Fr. 120.– auf Fr. 80.– zu reduzieren. Bezüglich 

der Versicherung ist denkbar, dass ein Paar zumindest eine gemeinsame Haus-

ratversicherung hat. Weil vorliegend aber keine entsprechenden Anhaltspunkte 

ersichtlich sind, sind beim Beklagten Fr. 30.– einzusetzen. 

10. Aufteilung des Umfangs der Leistungsfähigkeit 

10.1. Die Vorinstanz erwog, dass der Beklagte Vater von drei minderjährigen 

Kindern sei, nämlich dem zwölfjährigen Kläger 2, dem vierjährigen E._____ sowie 

der fast zweijährigen F._____. Es verstehe sich von selbst, dass diese drei Kinder 

- 41 - 

aufgrund ihres Alters unterschiedliche Bedürfnisse hätten. So seien bei jüngeren 

Kindern die Fremdbetreuungskosten höher als bei älteren, dafür erhöhe sich der 

Grundbetrag für Kinder ab zehn Jahren. Die unterschiedlichen Bedürfnisse dürf-

ten sich daher grundsätzlich etwa die Waage halten. Dass eines der Kinder einen 

deutlich höheren Bedarf im finanziellen oder erzieherischen Bereich habe, habe 

der Beklagte nicht geltend gemacht und es bestünden dafür auch keine Anhalts-

punkte. Daher seien die Geldbeträge für alle drei Kinder gleich festzusetzen. Ent-

sprechend sei die Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf des Be-

klagten auf die drei Kinder aufzuteilen, wobei dem Kläger 2 nicht mehr als sein 

Bar- und Betreuungsbedarf zugesprochen werden könne (Urk. 121 E. III.5.11.2. 

[S. 47 f.]). 

10.2. Der Beklagte rügt, dass bei einem Arbeitspensum von 100 % Fremdbe-

treuungskosten von 50 % entstünden. Die Kosten betrügen unter Berücksichti-

gung der Subventionen geschätzt Fr. 600.–. Wenn der Beklagte die Tochter 

F._____ nicht mehr unter der Woche betreuen dürfe, müsse eine Fremdbetreu-

ung installiert werden. Damit bestehe bei F._____ ein deutlich grösserer Bedarf 

als beim Kläger 2. Dies entspreche im Übrigen auch dem Grundsatz der Gleich-

behandlung, schliesslich seien im Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

27. Oktober 2020 (Geschäfts-Nr. FP180229) bei E._____ Fr. 671.50 an Fremdbe-

treuungskosten im Bedarf einberechnet worden (Urk. 125 Rz. 66). Als Konse-

quenz sei die Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf des Beklagten 

nicht gleichmässig vorzunehmen, sondern es sei der Anteil von F._____ am 

Überschuss angemessen zu erhöhen (Urk. 125 Rz. 67). 

10.3. Die Kläger bestreiten dies. Die Partnerin des Beklagten arbeite offen-

bar zu Hause als Künstlerin und könne F._____ ohne Weiteres betreuen. Allfällige 

Fremdbetreuungskosten würden in der Stadt Zürich stark subventioniert (Urk. 132 

S. 19). 

10.4. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt (Urk. 121 E. III.5.11.1. [S. 47]), 

sind alle unterhaltsberechtigten Kinder eines Elternteils im Verhältnis zu ihren ob-

jektiven Bedürfnissen finanziell gleich zu behandeln. Die minderjährigen Kinder 

stehen grundsätzlich auf derselben Anspruchsstufe und müssen sich einen allfäl-

- 42 - 

ligen Überschuss beim Unterhaltspflichtigen nach Massgabe ihrer objektiven Be-

dürfnisse teilen (BGer 5A_78/2019 vom 25. Juli 2019, E. 5.3). Fremdbetreuungs-

kosten gehören in den Bedarf des jeweiligen Kindes und können somit nicht vorab 

vom Überschuss in Abzug gebracht werden (BGer 5A_311/2019 vom 11. No-

vember 2020, E. 7.2). 

10.5. Der Beklagte betreut F._____ nach eigenen Angaben jeweils am 

Dienstagvormittag, Donnerstag ganztags und Samstag ganztags (Urk. 125 

Rz. 34). Samstags muss er auch bei einem Pensum von 100 % nicht arbeiten, 

womit F._____ im Umfang von maximal 30 % fremdbetreut werden muss. Der 

Beklagte hat keine Belege eingereicht, aus denen hervorginge, dass die Fremd-

betreuungskosten für F._____ rund Fr. 600.– betrügen. Zudem könnte er für 

F._____ nur dann einen höheren Betrag geltend machen, wenn ihr gesamter Be-

darf höher wäre als jener der jeweils anderen beiden Kinder. Der Beklagte hat 

den Gesamtbedarf seiner Tochter indessen weder behauptet noch belegt, womit 

er den Begründungsanforderungen nicht genügt (E. II.3.). Im Übrigen ging die Vo-

rinstanz trotz der offenbaren Fremdbetreuungskosten auch bei E._____ nicht von 

einem höheren Bedarf aus. Damit bleibt es bei der von der Vorinstanz vorge-

nommenen Drittelung der Leistungsfähigkeit des Beklagten (siehe Urk. 121 

E. III.5.11.3. ff. [S. 48]). 

10.6. Offensichtlich unzutreffend (E. II.3.) ist es, wenn die Vorinstanz 

schreibt, dass dem Kläger 2 nicht mehr als sein Bar- und Betreuungsbedarf zuge-

sprochen werden könne (Urk. 121 E. III.5.11.2. [S. 48]): Übersteigt die Leistungs-

fähigkeit des Beklagten den Geldunterhalt, so hat der Kläger 2 grundsätzlich An-

spruch darauf, am Überschuss zu partizipieren (BGer 5A_311/2019 vom 11. No-

vember 2020, E. 7.3). Da der Bedarf des Beklagten höher ist als jener des Klä-

gers 2, rechtfertigt es sich, dem Beklagten einen grösseren Anteil zuzuweisen. 

Dies wird erreicht, indem die Leistungsfähigkeit des Beklagten zunächst durch 

drei dividiert wird. Sodann wird der Geldunterhalt des jeweiligen Kindes subtra-

hiert. Die verbleibende Differenz wird hälftig auf den Beklagten und das jeweilige 

Kind aufgeteilt. 

- 43 - 

11. Unterhaltsbeiträge in den einzelnen Phasen 

11.1. Unter Berücksichtigung der unangefochtenen Bedarfspositionen ist für 

die Zeit ab dem 1. Mai 2021 (Anrechnung eines 100 %-Arbeitspensums als Archi-

tekt beim Beklagten; E. IV.6.) von folgenden Bedarfszahlen der Parteien auszu-

gehen (E. IV.8.5. und IV.9.5.; siehe Urk. 121 E. III.5.8. [S. 38]): 

ab Mai 2021 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter 

a) Grundbetrag  Fr. 1'350.00  Fr. 600.00  Fr. 850.00 

b) Wohnkosten, inkl. Neben-
kosten  Fr. 782.00  Fr. 390.00  Fr. 465.00 

c) Krankenkasse (KVG)  Fr. 328.85  Fr. 13.65  Fr. 218.75 

d) Krankenkasse (VVG)  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

e) Zusätzl. Gesundheitskosten  Fr. 0.00  Fr. 30.00  Fr. 0.00 

f) Telefon/Internet/Radio/TV  Fr. 120.00  Fr. 30.00  Fr. 80.00 

g) Hausratversicherung  Fr. 28.00  Fr. 0.00  Fr. 30.00 

h) auswärtige Verpflegung  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 210.00 

i) Mobilität / öV  Fr. 50.00  Fr. 30.00  Fr. 186.00 

j) Fremdbetreuungskosten  Fr. 0.00  Fr. 100.00  Fr. 0.00 

k) Hobbys  Fr. 0.00  Fr. 70.00  Fr. 0.00 

l) Bedarf F._____  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

m) Steuern  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

Total  Fr. 2'658.85  Fr. 1'263.65  Fr. 2'039.75 

11.2. Zusammengefasst ergeben sich für die Zeit ab dem 1. Mai 2022 fol-

gende Einkommens- und Bedarfszahlen (E. IV.6. und IV.11.1.; Urk. 121 

E. III.5.10.1. [S. 43]): 

  Klägerin 1  Kläger 2  Beklagter 

Einkommen  Fr. 3'600.00  Fr. 250.00  Fr. 6'630.00 

Bedarf  Fr. - 2'658.85  Fr. - 1'263.65  Fr. - 2'039.75 

Differenz  Fr.  941.15  Fr. -1'013.65  Fr. 4'590.25 

- 44 - 

Der Beklagte ist im Umfang von Fr. 4'590.25 leistungsfähig. Der Betrag ist 

auf alle drei Kinder aufzuteilen, sodass Fr. 1'530.– auf den Kläger 2 entfallen. 

Subtrahiert man seinen Barunterhalt von Fr. 1'013.65, verbleibt ein Überschuss 

von Fr. 516.35. Dieser ist hälftig auf den Beklagten und den Kläger 2 aufzuteilen 

(E. IV.10.6.). Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den Kläger 2 ab dem 

1. Mai 2022 einen Barunterhalt von (gerundet) Fr. 1'272.– zu bezahlen. Die Klä-

gerin 1 kann für ihren Bedarf selber aufkommen, womit kein Betreuungsunterhalt 

geschuldet ist. 

11.3. Für die Zeit vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 ist dem Beklagten 

ein tieferes Einkommen von Fr. 5'000.– anzurechnen (E. IV.6.). Die übrigen Zah-

len bleiben unverändert (siehe E. IV.11.2. und Urk. 121 E. III.5.10.1. [S. 43]): 

  Klägerin 1  Kläger 2  Beklagter 

Einkommen  Fr. 3'600.00  Fr. 250.00  Fr. 5'000.00 

Bedarf  Fr. - 2'658.85  Fr. - 1'263.65  Fr. - 2'039.75 

Differenz  Fr.  941.15  Fr. -1'013.65  Fr. 2'960.25 

Die Leistungsfähigkeit des Beklagten beträgt Fr. 2'960.25. Der Anteil des 

Klägers 2 beträgt einen Drittel oder Fr. 986.75. Der Beklagte ist nicht in der Lage, 

für den gesamten Barunterhalt von Fr. 1'013.65 aufzukommen. Die Klägerin 1 

kann die Differenz indessen mit ihrem Überschuss decken, womit kein Manko vor-

liegt. Zwar gilt der Grundsatz, dass der Naturalunterhalt und der Geldunterhalt 

(Bar- und Betreuungsunterhalt) gleichwertig sind (BGer 5A_727/2018 vom 22. Au-

gust 2019, E. 4.3.1); derjenige, der das Kind hauptsächlich betreut, soll nicht auch 

für dessen Kosten aufkommen müssen. Dieses Prinzip findet jedoch seine Gren-

ze an der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners (BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 7.4). Kann der nicht hauptbetreuende Elternteil finanziell 

nicht für den gesamten Barunterhalt des Kindes aufkommen, so kann das Gericht 

den anderen Elternteil verpflichten, neben dem Naturalunterhalt einen Teil des 

Barbedarfs des Kindes zu decken (siehe BGer 5A_727/2018 vom 22. August 

2019, E. 4.3.2.2). Dies rechtfertigt sich vorliegend, da die Klägerin 1 selbst so 

noch einen Überschuss erzielt. Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den 

- 45 - 

Kläger 2 vom 1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022 monatliche Unterhaltsbeiträge 

von (gerundet) Fr. 987.– (nur Barunterhalt) zu bezahlen. 

11.4. Die Vorinstanz rechnete der Klägerin 1 ab dem 1. Februar 2021 ein 

Einkommen von Fr. 3'600.– an (Urk. 121 E. III.5.5.3. [S. 28]), was unangefochten 

blieb. Für die Zeit vom 1. Februar 2021 bis zum 30. April 2021 beträgt das Ein-

kommen des Beklagten Fr. 3'188.35 (E. IV.6.). Die Bedarfszahlen präsentieren 

sich wie folgt: 

ab Februar 2021 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter 

a) Grundbetrag  Fr. 1'350.00  Fr. 600.00  Fr. 850.00 

b) Wohnkosten, inkl. Neben-
kosten  Fr. 782.00  Fr. 390.00  Fr. 465.00 

c) Krankenkasse (KVG)  Fr. 328.85  Fr. 13.65  Fr. 118.75 

d) Krankenkasse (VVG)  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

e) Zusätzl. Gesundheitskosten  Fr. 0.00  Fr. 30.00  Fr. 0.00 

f) Telefon/Internet/Radio/TV  Fr. 120.00  Fr. 30.00  Fr. 80.00 

g) Hausratversicherung  Fr. 28.00  Fr. 0.00  Fr. 30.00 

h) auswärtige Verpflegung  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 125.00 

i) Mobilität / öV  Fr. 50.00  Fr. 30.00  Fr. 0.00 

j) Fremdbetreuungskosten  Fr. 0.00  Fr. 100.00  Fr. 0.00 

k) Hobbys  Fr. 0.00  Fr. 70.00  Fr. 0.00 

l) Bedarf F._____  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

m) Steuern  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

Total  Fr. 2'658.85  Fr. 1'263.65  Fr. 1'668.75 

c) Aufgrund der individuellen Prämienverbilligung sinken die Krankenkassenkosten 

des Beklagten um Fr. 100.– auf Fr. 118.75 (Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 44]). 

h) Die Kosten für auswärtige Verpflegung des Beklagten reduzieren sich von Fr. 210.– 

(E. IV.11.1.) auf Fr. 125.– (Urk. 121 E. III.5.10.2. [S. 44]). 

- 46 - 

i) Die Mobilitätskosten des Beklagten reduzieren sich von Fr. 186.– (E. IV.8.5.) auf 

Fr. 0.– (Urk. 121 E. III.5.8. und III.5.10.2. [S. 42 und 44]). 

Die übrigen Bedarfspositionen bleiben gegenüber den späteren Phasen 

(E. IV.11.1.) unverändert. Damit ergeben sich folgende Einkommens- und Be-

darfszahlen: 

  Klägerin 1  Kläger 2  Beklagter 

Einkommen  Fr. 3'600.00  Fr. 250.00  Fr. 3'188.35 

Bedarf  Fr. - 2'658.85  Fr. - 1'263.65  Fr. - 1'668.75 

Differenz  Fr.  941.15  Fr. -1'013.65  Fr. 1'519.60 

Der Beklagte ist im Umfang von Fr. 1'519.60 gegenüber allen Kindern bzw. 

im Umfang von Fr. 506.55 gegenüber dem Kläger 2 leistungsfähig. Er kann somit 

nicht für den gesamten Barunterhalt von Fr. 1'013.65 aufkommen. Die Klägerin 1 

kann die Differenz indessen mit ihrem Überschuss decken, womit kein Manko vor-

liegt. Der Beklagte ist mithin zu verpflichten, für den Kläger 2 vom 1. Februar 2021 

bis zum 30. April 2021 monatliche Unterhaltsbeiträge von (gerundet) Fr. 507.– 

(nur Barunterhalt) zu bezahlen. 

11.5. Für die Zeit vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Januar 2021 ging die Vor-

instanz von einem Einkommen der Klägerin 1 von Fr. 2'800.– und einem solchen 

des Klägers 2 von Fr. 230.75 aus (Urk. 121 E. III.5.10.2 [S. 44 f.]), was unange-

fochten blieb. Das Einkommen des Beklagten beträgt Fr. 3'188.35 (E. IV.6.). Die 

Bedarfszahlen präsentieren sich wie folgt: 

ab Januar 2020 Klägerin 1 Kläger 2 Beklagter 

a) Grundbetrag  Fr. 1'350.00  Fr. 600.00  Fr. 850.00 

b) Wohnkosten, inkl. Neben-
kosten  Fr. 782.00  Fr. 390.00  Fr. 465.00 

c) Krankenkasse (KVG)  Fr. 328.85  Fr. 13.65  Fr. 118.75 

d) Krankenkasse (VVG)  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

e) Zusätzl. Gesundheitskosten  Fr. 0.00  Fr. 30.00  Fr. 0.00 

f) Telefon/Internet/Radio/TV  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

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g) Hausratversicherung  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 00.00 

h) auswärtige Verpflegung  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 125.00 

i) Mobilität / öV  Fr. 50.00  Fr. 30.00  Fr. 0.00 

j) Fremdbetreuungskosten  Fr. 0.00  Fr. 100.00  Fr. 0.00 

k) Hobbys  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

l) Bedarf F._____  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

m) Steuern  Fr. 0.00  Fr. 0.00  Fr. 0.00 

Total  Fr. 2'510.85  Fr. 1'163.65  Fr. 1'558.75 

f) Da ein Mankofall vorliegt, sind bei keiner der Parteien Kommunikationskosten zu 

berücksichtigen (E. IV.9.5.). 

g) Aus demselben Grund sind keine Versicherungskosten einzusetzen (E. IV.9.5.). 

k) Die Vorinstanz hat die Fr. 70.– für Hobbys gestrichen (Urk. 121 E. III.5.10.2. 

[S. 44]), was un