# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0ea7305-7dab-538a-9984-d96545259068
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 25.03.2021 20-10161
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_20-10161_2021-03-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/24

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 20-10161

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 08.04.2021

Entscheiddatum: 25.03.2021

BDE 2021 Nr. 25
Art. 7 ArG, Art. 7 VRP, Art. 15 Abs. 2 VRP, Art. 45 VRP, Art. 29 EG-USG. Beim 
strittigen Betrieb handelt es sich nicht um einen planungspflichtigen Betrieb 
im Sinn des Arbeitsgesetzes, weshalb die Lärmklage zu Recht von der 
Gemeinde behandelt worden ist (Erw. 2.2). Die Tatsache, dass die juristische 
Sachbearbeiterin der Vorinstanz 200 m vom strittigen Betrieb entfernt 
wohnt, reicht für sich alleine nicht aus, um den Anschein der Befangenheit 
zu erwecken (Erw. 4.3 ff.). Die Rekurrentinnen wurden jedoch nicht darüber 
informiert, welche der verschiedenen lärmbeschränkenden Massnahmen die 
Vorinstanz letztlich anzuordnen gedenkt. Unter Würdigung der konkreten 
Interessenlage der Rekurrentinnen – insbesondere auch weil es sich um 
einen rechtskräftig bewilligten Betrieb handelt – hätten sie vorgängig über 
die beabsichtigten Massnahmen informiert werden müssen. Damit hat die 
Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Erw. 6.3). Eine 
Heilung ist ausgeschlossen. Bei der Festlegung der möglichen 
Betriebszeitenbeschränkung besteht grosser Spielraum (Erw. 6.5).

BDE 2021 Nr. 25 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

20-10161 

 

Entscheid Nr. 25/2021 vom 25. März 2021 

Rekurrentin 1 

 

Rekurrentin 2 

 

Rekurrent 3 

 A.___ AG 

 

B.___ AG 

 

C.___ 

 

alle vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, 

Museumstrasse 35, 9000 St.Gallen 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Beschluss vom 21. Dezember 2020) 

vertreten durch lic.oec. HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt, Oberer 

Graben 16, 9001 St.Gallen 

 

Rekursgegner  D.___ und E.___ 

Erbengemeinschaft F.___, bestehend aus 

 G.___ 

 H.___ 

 I.___ 

 D.___ 

 J.___ 

 K.___ 

 L.___ 

 M.___ 

 N.___ 

beide vertreten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, 

Rechtsanwalt, Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans 

 

Grundeigentümerin 

 

 O.___ AG 

Betreff  Lärmklage (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung)  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 2/23 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die A.___ AG ist Baurechtsnehmerin am Baurechtsgrundstück 

Nr. 001, welches das im Eigentum der O.___ AG stehende Grundstück 

Nr. 002 belastet. Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan 

der Gemeinde Z.___ vom 16. August 2002 in der Industriezone.  

 

b) D.___ und E.___ sind Eigentümer von Grundstück Nr. 003, wel-

ches südöstlich des Grundstücks Nr. 002 liegt und mit einem Wohn-

haus überbaut ist. Es liegt im übrigen Gemeindegebiet (üG). Das 

ebenfalls südöstlich gelegene Grundstück Nr. 004 befindet sich im Ei-

gentum der Erbengemeinschaft F.___, bestehend aus G.___, H.___, 

I.___, D.___, J.___, K.___, L.___, M.___, und N.___. Das Grundstück 

der Erbengemeinschaft ist der Landwirtschaftszone zugewiesen. 

 

c) Die A.___ AG vermietet das im Baurecht stehende Grundstück 

Nr. 002 an die B.___ AG, welche auf einem Teil des Grundstücks ei-

nen Lager- und Werkplatz (nachfolgend Werkplatz) für Gerüstteile be-

treibt. Der Werkplatz basiert auf der Baubewilligung, welche der Ge-

meinderat Z.___ am 30. September 2015 der P.___ AG erteilt hat. Der 

bewilligte Werkplatz erstreckt sich über eine Fläche von 1'900 m2 und 

befindet sich im westlichen Bereich des Grundstücks. Im Jahr 2017 

wurde die P.___ AG in die heutige B.___ AG umfirmiert. 

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 29. Mai 2018 beantragte die A.___ AG bei 

der Gemeinde Z.___ die Baubewilligung für die Erweiterung des Werk-

platzes. Im Baugesuch wurde das Grundstück Nr. 002 in drei Teilflä-

chen unterteilt. Die Teilfläche 1 entspricht dem bestehenden und im 

Jahr 2015 bewilligten Werkplatz. Die Teilfläche 2 schliesst direkt an 

den bestehen Werkplatz an und reicht bis zum Q.___bach. Die Teilflä-

che 3 liegt östlich des Q.___bachs.  

 

b) Innert der Auflagefrist erhoben mehrere Anwohner Einsprache 

gegen die Erweiterung des Werkplatzes. Daraufhin konkretisierte die 

A.___ AG das Baugesuch dahingehend, dass die geplante Erweite-

rung des Werkplatzes nur noch die Teilfläche 2 umfasste. Für die Teil-

fläche 3 reichte die A.___ AG am 20. Juli 2018 ein konkretisiertes Bau-

gesuch ein. Die Teilfläche 3 sollte planiert und gekoffert werden, um 

darauf einen allgemeinen offenen Lagerplatz zu betreiben. Die Nut-

zung des Lagerplatzes für Gerüste wurde im Baugesuch ausdrücklich 

ausgeschlossen. 

 

c) Da in beiden Baugesuchsverfahren insbesondere die Einhal-

tung der massgeblichen Belastungsgrenzwerte für Lärm strittig war, 

gab die Gemeinde Z.___ bei der R.___ AG (nachfolgend R.___ AG) 

ein Lärmgutachten in Auftrag. Bei den daraufhin von der R.___ AG 

durchgeführten Messungen wurde der Lärmpegel des bestehenden 

Betriebs auf Teilfläche 1 gemessen. Gestützt auf sechs Messungen 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 3/23 

 

kam die R.___ AG mit Gutachten vom 4. Dezember 2018 (nachfolgend 

Gutachten R.___ AG) zum Schluss, dass die massgeblichen Pla-

nungswerte für Industrie- und Gewerbelärm von 60 dB(A) [Tag] bzw. 

50 dB(A) [Nacht] bei einem mittleren Beurteilungspegel von 

64,5 dB(A) [Tag] bzw. 50,5 dB(A) [Nacht] überschritten seien. Die 

Lärmemissionen schätzte die R.___ AG nicht als ein primäres Problem 

des Gerüstlagers und Umschlagplatzes, sondern als ein Personal-

problem ein. Sofern mittels Personalschulung hinsichtlich lärmarmer 

Arbeitsweise keine entscheidenden Verbesserungen erreicht werden 

könnten, empfehle sich der Bau einer Halle. 

 

d) Mit Einsprache- und Bauentscheid vom 4. Februar 2019 erteilte 

der Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für die Teilfläche 3 unter 

Bedingungen und Auflagen und wies die Einsprachen ab. Den hierge-

gen von D.___ und E.___ sowie der Erbengemeinschaft F.___ erho-

benen Rekurs wies das Baudepartement mit BDE Nr. 39/2020 vom 

8. Mai 2020 ab. Der Entscheid erwuchs in Rechtskraft.  

 

e) Mit Beschluss vom 7. März 2019 hiess der Gemeinderat Z.___ 

die Einsprachen gegen das Vorhaben auf Teilfläche 2 gut und verwei-

gerte die Baubewilligung für die Erweiterung des Werkplatzes. Den 

hiergegen von der A.___ AG erhobenen Rekurs wies das Baudepar-

tement mit BDE Nr. 40/2020 vom 8. Mai 2020 ab. Der Entscheid wurde 

vom Verwaltungsgericht mit Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 in 

der Sache bestätigt.  

 

C.  

Parallel zu den Baubewilligungs- und den nachfolgenden Rechtsmit-

telverfahren reichten D.___ und E.___ beim Kreisgericht S.___ eine 

zivilrechtliche Klage auf Immissionsschutz ein. Mit einzelrichterlichem 

Entscheid vom 20. Mai 2020 wurde die A.___ AG unter Strafandro-

hung verpflichtet, sicherzustellen, dass der Gerüstbaubetrieb die 

Lärmbelastung auf maximal 60 dB(A) am Tag bzw. 50 dB(A) in der 

Nacht beschränkt. Der Entscheid wurde von der A.___ AG mit Beru-

fung ans Kantonsgericht weitergezogen, wo die Sache derzeit noch 

hängig ist. 

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 31. August 2020 erhoben D.___ und E.___ 

sowie die Erbengemeinschaft F.___, beide – wie bereits in den vor-

gängigen öffentlich-rechtlichen und zivilrechtlichen Verfahren – vertre-

ten durch M.A. HSG in Law Peter Schumacher, Rechtsanwalt, 

Sargans, schliesslich beim Gemeinderat Z.___ eine Immissionsklage. 

Die Kläger stellten folgende Anträge: 

 
1. Der B.___ AG als Pächterin bzw. Inhaberin und Betrei-

berin des Gerüstbaubetriebes auf dem Grundstück-
Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001 sei das Verursachen 
von mehr als 60 dB(A) am Tag und mehr als 50 dB(A) 
in der Nacht unter Androhung der Betriebsschliessung 
im Widerhandlungsfalle unverzüglich zu verbieten. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 4/23 

 

2. Die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Lärmschutz-
vorschriften auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Bau-
rechts-Nr. 001 sei unverzüglich hoheitlich durchzuset-
zen. 

3. Es seien geeignete Massnahmen an der Lärmquelle 
auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001 
gemäss den nachstehenden Anträgen anzuordnen. 

4. Es seien geeignete lärmschützende bauliche Mass-
nahmen auf dem Grundstück-Nr. 002 bzw. Baurechts-
Nr. 001 namentlich der Bau einer Werkhalle, anzuord-
nen. 

5. Soweit für eine Reduktion der übermässigen Lärmbe-
lastung erforderlich, seien weitere Massnahmen der 
Emissionsbegrenzung, namentlich zeitliche und örtli-
che Betriebseinschränkungen auf dem Grundstück-
Nr. 002 bzw. Baurechts-Nr. 001 nötigenfalls ein Verbot 
des Gerüstumschlags auf offener Fläche bzw. eine 
Betriebsschliessung anzuordnen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(zzgl. MWST) zulasten der B.___ AG. 

Die Immissionsklage wurde im Wesentlichen damit begründet, dass 

zwischenzeitlich drei Instanzen, nämlich das Kreisgericht S.___, das 

Baudepartement sowie der Gemeinderat Z.___, bestätigt hätten, dass 

die aktuelle Situation den geltenden privatrechtlichen und öffentlich-

rechtlichen Bestimmungen widerspreche. 

 

b) Mit Schreiben vom 1. September 2020 stellte der Gemeinderat 

Z.___ lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen die Immissionsklage 

zur Stellungnahme zu und stellte zugleich folgende Fragen zum Be-

trieb: (1) Was hat das Unternehmen seit dem Gutachten R.___ AG in 

Bezug auf die Lärmsituation unternommen? (2) Wie haben sich die 

getroffenen Massnahmen ausgewirkt? (3) Wie sieht die Situation aus 

Sicht der Betreiberin bald zwei Jahre später aus? 

 

c) Mit Schreiben vom 30. September 2020 nahm lic.iur. Urs Pfister 

in Vertretung seiner Mandantschaft Stellung und beantragte, dass auf 

die Immissionsklage nicht einzutreten sei. Eventualiter sei das Verfah-

ren zu sistieren bis das öffentlich-rechtliche Verfahren vor Verwal-

tungsgericht und das zivilrechtliche Verfahren vor Kantonsgericht 

rechtskräftig entschieden seien. Subeventualiter seien die Anträge ab-

zuweisen. Sofern die Sache materiell behandelt werde, sei die R.___ 

AG aufzufordern, dem Gemeinderat sämtliche Messdaten zur Verfü-

gung zu stellen. Zur Frage (1) teilte der Rechtsvertreter mit, dass die 

Betriebsfläche verkleinert und der Abstand zur Liegenschaft der Lärm-

kläger vergrössert worden sein. Sodann sei das Personal geschult 

worden. Hinsichtlich der Frage (2) wurde festgehalten, dass die Pla-

nungswerte stets eingehalten worden seien. Durch die getroffenen 

Massnahmen sei die Situation verbessert worden. Abschliessend zur 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 5/23 

 

Frage (3) machte der Rechtsvertreter geltend, dass der Gerüstbaube-

trieb in der Industriezone zonenkonform sei und trotz zahlreicher 

Rechtsverfahren seiner Mandantschaft auch nach zwei Jahren noch 

immer nicht alle Messdaten offengelegt worden seien.  

 

d) Nach zwei weiteren Stellungnahmen der Beteiligten wies der 

Gemeinderat Z.___ mit Beschluss vom 18. Oktober 2020 den Sistie-

rungsantrag ab.  

 

e) Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 ersuchte der Gemeinderat 

Z.___ die R.___ AG um Beurteilung der Frage, wie der bestehende 

Gerüstbaubetrieb auf der Teilfläche 1 unter Berücksichtigung der Pla-

nungswerte betrieben werden müsste. Mit Schreiben vom 5. Novem-

ber 2020 teilte die R.___ AG mit, dass aufgrund der zwischenzeitlich 

eingeleiteten Massnahmen (gemeint Personalschulung sowie Verklei-

nerung und Verschiebung der Betriebsfläche) wiederum umfassende 

Messungen notwendig seien. Hierzu reiche eine Messung nicht aus, 

sondern es müsste eine Messserie unter verschiedenen Bedingungen 

durchgeführt werden. Die technischen Randbedingungen solcher 

Messungen seien im Gutachten R.___ AG sowie im Schreiben der 

R.___ AG vom 25. Mai 2019 eingehend beschrieben worden. Um die 

Emissionen wirksam einzuschränken, gebe es nur wenige Möglichkei-

ten. Als Massnahmen nennt der Gutachter die Einhausung des ge-

samten Areals oder mindestens des lärmintensiven Teils, die Verlage-

rung des Betriebs in eine andere Industriezone sowie die Personal-

schulung, welche anscheinend bereits durchgeführt worden sei. Letzt-

lich bestünde noch die Möglichkeit, die Emissionen durch eine zeitli-

che Beschränkung des Betriebs zu reduzieren. Damit der Planungs-

wert von 60 dB(A) am Tag eingehalten werden könnte, müsste – aus-

gehend vom mittleren Beurteilungspegel von 64,5 dB(A) gemäss Gut-

achten R.___ AG – die tägliche Betriebsdauer von derzeit 2,57 Stun-

den auf 0,9 Stunden reduziert werden. In der Nacht sei eine Reduktion 

der Betriebszeit um zwei Minuten notwendig. 

 

f) Der Rechtsvertreter der Lärmkläger nahm mit Schreiben vom 

13. November 2020 zur Einschätzung der R.___ AG Stellung. Der 

Rechtsvertreter der Lärmbeklagten nahm mit Schreiben vom 

3. Dezember 2020 ebenfalls Stellung und brachte unter anderem vor, 

dass seiner Mandantschaft das von der R.___ AG erwähnte Schreiben 

vom 25. Mai 2019 nicht bekannt sei und er daher um dessen 

Zustellung bitte. 

 

g) Mit E-Mail vom 9. Dezember 2020 wurde den Beteiligten an-

tragsgemäss das Schreiben der R.___ AG vom 25. Mai 2019 zuge-

stellt.  

 

h) Mit Beschluss vom 21. Dezember 2020 (versandt am 24. De-

zember 2020) hiess der Gemeinderat Z.___ die Lärmklage mit folgen-

dem Dispositiv gut: 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 6/23 

 

1. Die Beklagte wird angewiesen, erforderliche bauliche 
Massnahmen zu ergreifen, die den Lärm nachhaltig 
und dauerhaft auf das zulässige Mass reduzieren. Im 
Vordergrund steht die Einhausung mindestens der 
lärmintensiven Arbeiten (Gerüstumschlag) auf dem 
Werkplatz auf Grundstück Nr. 002. 

2. Bis zur Bauvollendung der lärmreduzierenden Mass-
nahmen (Ziffer 1) darf der Gerüstumschlag auf offener 
bewilligter Fläche nur unter Einhaltung der Planungs-
werte erfolgen und zwar werktags während drei Stun-
den zwischen 13.30 und 16.30 Uhr. Die zeitliche Ein-
schränkung gilt ab 1.2.2021. 

3. Der verfahrensrechtliche Antrag zur Herausgabe der 
Messdaten wird abgewiesen. Die Unterlagen sind voll-
ständig. 

4. Nichtbefolgung wird nach Art. 292 StGB unter Strafe 
gestellt: "Wer der von einer zuständigen Behörde oder 
einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfü-
gung nicht Folge leistet, wird mit Busse bestraft." Aus-
serdem bleiben bei wiederholten Verstössen weitere 
verwaltungsrechtliche Massnahmen (insbesondere 
Erlass eines Nutzungsverbots) vorbehalten. 

5. Einem allfälligen Rekurs gegen Ziff. 2 des vorliegen-
den Entscheids wird die aufschiebende Wirkung ent-
zogen. 

6. Die Kosten für diesen Entscheid werden der Beklagten 
in Rechnung gestellt. Sie betragen CHF 3'021.80 
(CHF 1'500 Entscheidgebühr, CHF 1'521.80 Auslagen 
R.___ AG für Stellungnahme). 

Seinen Beschluss begründete der Gemeinderat damit, dass der der-

zeitige Betrieb die massgebenden Planungswerte überschreite. Dabei 

sei auf das Gutachten R.___ AG abzustellen, welches auch vom Bau-

department sowie vom Kreisgericht S.___ bestätigt worden sei. Weil 

die Planungswerte nicht eingehalten werden könnten, seien Massnah-

men notwendig. Als mögliche Massnahmen erwog der Gemeinderat 

die zeitliche Einschränkung des Betriebs, die Einhausung des Areals 

oder zumindest des lärmintensiven Teils sowie die Verlegung des 

Werkbetriebs. Er beurteilte die baulichen Massnahmen als technisch 

und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich zumutbar. Bis zur Fertig-

stellung der baulichen Massnahmen sei aber zum Schutz der Gesund-

heit der Anwohner übergangshalber eine zeitliche Beschränkung des 

Betriebs notwendig. Werktags werde durchschnittlich neun Stunden 

gearbeitet. Zumal der Gutachter R.___ AG eine Reduzierung auf 35% 

empfehle, ergebe sich eine tägliche Nutzung von drei Stunden. Sinn-

vollerweise sollten die Stunden zusammenhängend geleistet werden 

können. Idealerweise sollte der Arbeitseinsatz auf den Nachmittag ver-

legt werden, so könnten Gerüstteile des Vortags abgeladen und Fahr-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 7/23 

 

zeuge mit den Gerüstteilen für den Folgetag beladen werden. Hinsicht-

lich des Entzugs der aufschiebenden Wirkung erwog der Gemeinde-

rat, dass die gesundheitliche Situation der Kläger keinen weiteren Auf-

schub rechtfertige. Weil im Fall des Weiterzugs des Beschlusses wie-

derum weitere Monate vergehen würden, rechtfertige es sich die auf-

schiebende Wirkung in Bezug auf die zeitliche Beschränkung für ein 

allfälliges Rekursverfahren zu entziehen.  

 

E.  

Gegen diesen Beschluss erhoben die A.___ AG, die B.___ AG und 

C.___, alle vertreten durch lic.iur. Urs Pfister, Rechtsanwalt, St.Gallen, 

mit Schreiben vom 27. Dezember 2020 Rekurs beim Baudepartement. 

Mit Rekursergänzung vom 11. Januar 2021 werden folgende Anträge 

gestellt:  

 
1. Die Verfügung des Gemeinderates Z.___ vom 21. De-

zember 2020 sei aufzuheben, soweit diese nicht von 
vornherein nichtig ist; 

2. Dem Rekurs sei die aufschiebende Wirkung wieder zu 
gewähren; Ziff. 5 der angefochtenen Verfügung vom 
21. Dezember 2020 sei aufzuheben; 

Über das Rechtsbegehren Nr. 2 sei vorneweg und um-
gehend zu entscheiden; 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, für das 
Rekursverfahren wie für das erstinstanzliche Verfah-
ren. 

Zur Begründung wird geltend gemacht, dass die Vorinstanz für lärm-

begrenzende Massnahmen nicht zuständig sei und sie die Vorschrif-

ten über die Ausstandspflicht sowie das rechtliche Gehör der Rekur-

renten verletzt habe. Materiell bringen die Rekurrenten vor, dass der 

Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt worden sei und der 

Entscheid insbesondere hinsichtlich der Festlegung der Betriebszeiten 

willkürlich sei. Schliesslich wird gerügt, dass die Gebührenrechnung 

auf den Rekurrenten 3 persönlich ausgestellt worden sei. Für einen 

Entzug der aufschiebenden Wirkung würden desweilen keine wichti-

gen Gründe im Sinn von Art. 51 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (sGS 951.1; abgekürzt VRP) vorliegen. Damit sei 

Ziff. 5 des angefochtenen Beschlusses rechtswidrig und entsprechend 

aufzuheben.  

 

F.  

a) Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2021 beantragt die 

Vorinstanz, vertreten durch lic.oec. HSG Thomas Frey, Rechtsanwalt, 

St.Gallen, den Rekurs unter Kostenfolge abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten sei. Sofern auf den Rekurs eingetreten werde, sei das Ge-

such um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abzuweisen. 

Die formellen und materiellen Einwände der Rekurrenten werden von 

der Vorinstanz bestritten. Hinsichtlich der aufschiebenden Wirkung 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 8/23 

 

bringt die Vorinstanz vor, dass die übermässige Lärmbelastung seit 

dem Gutachten R.___ AG vom 4. Dezember 2018 feststehe, ohne das 

etwas dagegen unternommen worden sei. Die Gesundheit der Nach-

barn gehe fraglos den wirtschaftlichen Interessen der Rekurrenten vor.  

 

b) Mit Vernehmlassung vom 25. Januar 2021 beantragen die 

Rekursgegner, weiterhin vertreten durch M.A. HSG in Law Peter 

Schumacher, Rechtsanwalt, Sargans, den Rekurs unter Kostenfolge 

abzuweisen. Der Entzug der aufschiebenden Wirkung sei zu bestäti-

gen. Die formellen und materiellen Einwände der Rekurrenten werden 

ebenfalls bestritten. Hinsichtlich der aufschiebenden Wirkung wird gel-

tend gemacht, dass Lärm die Lebensqualität einschränke und phy-

sisch wie auch psychisch krank mache. Folge davon seien hohe Kos-

ten für Medikamente, Arztbesuche und Kuraufenthalte. Diese externen 

Folgen würden seit nunmehr drei Jahren die Nachbarn des Gerüst-

baubetriebs bezahlen. Die Situation der Rekursgegner sei vor Einrei-

chung der vorliegend strittigen Lärmklage derart akut gewesen, dass 

notfallmässige Klinikaufenthalte notwendig geworden seien. 

 

c) Weil die in Ziff. 2 des angefochtenen Beschlusses vorgesehene 

Beschränkung der täglichen Betriebszeiten ab dem 1. Februar 2021 

gelten sollte und die Vorinstanz diesbezüglich die aufschiebende Wir-

kung des Rekurses entzogen hat, entschied das Baudepartement 

vorab über den Antrag zur Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung des Rekurses, und zwar vor Abschluss des Schriftenwechsels. 

Mit Entscheid Nr. 11/2021 vom 28. Januar 2021 hiess das Baudepar-

tement das Begehren der A.___ AG, der B.___ AG und von C.___ um 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses gut und 

hob Ziff. 5 des angefochtenen Beschlusses auf. Die Kosten verblieben 

bei der Hauptsache. Der Entscheid wurde damit begründet, dass der 

bestehende Betrieb rechtskräftig bewilligt sei und die Änderung der 

Baubewilligung klar überwiegende öffentliche Interessen voraussetze. 

Das private Interesse an der vorgängigen Überprüfung der Änderung 

müsse daher höher gewichtet werden. Dies umso mehr, als es sich 

um einen länger bestehenden Zustand handle.  

 

d) Mit Schreiben vom 29. Januar 2021 beantragen die Rekursgeg-

ner Einsicht in die Rekursakten, weshalb ihnen die Akten zusammen 

mit dem Abschluss des Schriftenwechsels zugestellt wurden.  

 

e) Gegen den Entscheid über die aufschiebende Wirkung erhoben 

die Rekursgegner mit Eingabe vom 9. Februar 2021 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht, wo die Sache derzeit noch hängig ist. 

 

f) Mit Schreiben vom 23. Februar 2021 reichen die Rekurrenten 

eine weitere Stellungnahme ein.  

 

g) Mit Schreiben vom 2. März 2021 reichen die Rekurrenten die 

erhaltene Mahnung für die Gebührenrechnung der Vorinstanz ein.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 9/23 

 

h) Mit Schreiben vom 4. März 2021 reicht die Vorinstanz ebenfalls 

eine weitere Stellungnahme ein.  

 

G.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 

eingegangen. 

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis VRP.  

 

1.2 Die Rekursberechtigung (Art. 45 VRP) der Rekurrentinnen 1 und 

2 ist gegeben und auch unbestritten. Vorinstanz und Rekursgegner 

bringen jedoch vor, dass der Rekurrent 3 nicht beschwert sei.  

 

1.2.1 Der Rekurrent 3 begründet seine Legitimation damit, dass die 

Vorinstanz die Gebührenrechnung für das vorinstanzliche Verfahren 

dem Rekurrenten 3 persönlich zugestellt habe. Der Rekurrent 3 sei 

lediglich der Rechtsvertreter der Rekurrentinnen 1 und 2 und daher 

auch nicht Partei des vorinstanzlichen Verfahrens. Entsprechend 

könne er auch nicht zur Zahlung der Gebühren verpflichtet werden.  

 

1.2.2 Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung eines Rekurses be-

rechtigt, wer an der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des 

Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse dartut. Schutzwür-

dig ist es, wenn der Betroffene rechtlich geschützte Interessen geltend 

macht oder wenn eine Verfügung oder ein Entscheid seine tatsächli-

che Interessenlage mehr berührt als irgendeinen Dritten oder die All-

gemeinheit (GEISSER/ZOGG, in: Rizvi/Schindler/Cavelti [Hrsg.], Praxis-

kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 

Zürich/St.Gallen 2020, Art. 45 N 12; CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsge-

richtsbarkeit im Kanton St.Gallen – dargestellt an den Verfahren vor 

Verwaltungsgericht, St.Gallen 2003, Rz. 390 mit Hinweisen). Das 

schutzwürdige Interesse besteht im praktischen Nutzen, den ein er-

folgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen 

oder tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materiel-

ler, ideeller oder sonstiger Nachteile, den ein Bestand der angefochte-

nen Verfügung oder des Entscheids mit sich bringen würde 

(GEISSER/ZOGG, a.a.O., Art. 45 N 12; CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 391; 

Urteil des Bundesgerichtes 1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 

Erw. 1.3 ff.).  

 

1.2.3 In Ziff. 6 des angefochtenen Beschlusses auferlegte die 

Vorinstanz der "Beklagten" Gebühren in Höhe von Fr. 3'021.80. Im 

Dispositiv wird die Beklagte nicht näher konkretisiert. Aus den Erwä-

gungen geht jedoch eindeutig hervor, dass es sich bei der Beklagten 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 10/23 

 

um die Rekurrentin 2 handelt. Der Rekurrent 3 ist somit nicht Adressat 

der Kostenauferlegung und damit vom angefochtenen Entscheid auch 

nicht mehr berührt als irgendein Dritter oder die Allgemeinheit. Daran 

ändert auch die Tatsache nichts, dass die Gebührenrechnung vom 

22. Dezember 2020 wie auch die Mahnung vom 23. Februar 2021 auf 

das Advokaturbüro des Rekurrenten 3 ausgestellt worden ist. Rech-

nungen ziehen im Allgemeinen keine Rechtswirkungen nach sich 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auf-

lage, Zürich/St.Gallen 2020, N 866). Es fehlt ihm damit an der materi-

ellen Beschwer zur Ergreifung des Rechtsmittels. Auf den Rekurs des 

Rekurrenten 3 ist somit nicht einzutreten.  

 

1.3 Da im Übrigen die weiteren formellen Anforderungen an den 

Rekurs – namentlich die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 

Abs. 1 und Art. 48 VRP – gegeben sind, ist auf den Rekurs der Rekur-

rentinnen 1 und 2 einzutreten. 

 

2.  

Die Rekurrentinnen 1 und 2 (nachfolgend der Einfachheit halber 

Rekurrentinnen) vertreten die Auffassung, dass die Vorinstanz zur Be-

urteilung der Lärmsituation auf dem Gerüstbaubetrieb sowie zur  

Anordnung entsprechender Massnahmen nicht zuständig sei und sich 

die angefochtene Verfügung daher als nichtig erweise. Die  

Rekurrentinnen begründen ihren Standpunkt damit, dass gemäss 

Art. 29 Abs. 1 Bst. g des Einführungsgesetzes zur eidgenössischen 

Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1; abgekürzt EG-USG) die Zu-

ständigkeit im vorliegenden Fall beim Kanton liege.  

 

2.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 EG-USG vollzieht grundsätzlich die poli-

tische Gemeinde die eidgenössischen Vorschriften über den Lärm-

schutz, soweit keine besonderen Vorschriften gelten. Art. 29 EG-USG 

regelt diejenigen Fälle, in welchen der Kanton zuständig ist. Unter an-

derem ist der Kanton für Verfügungen betreffend Lärm aus Industrie 

und Gewerbe zuständig, wenn auch eine kantonale Stelle nach der 

Gesetzgebung über den Arbeitnehmerschutz für die Anlage zuständig 

ist (Art. 29 Abs. 1 Bst. g EG-USG). Die kantonale Zuständigkeit nach 

der Gesetzgebung über den Arbeitnehmerschutz ist im Bundesgesetz 

über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel (SR 822.11; abge-

kürzt ArG) und den dazugehörigen Verordnungen geregelt. Der kan-

tonalen Zuständigkeit unterliegen grundsätzlich sog. plangenehmi-

gungspflichtige Betriebe. Das Plangenehmigungsverfahren nach 

Art. 7 ArG betrifft alle industriellen Betriebe gemäss Art. 5 Abs. 2 ArG 

sowie die nichtindustriellen Betriebe mit erheblichen Betriebsgefahren 

gemäss Art. 1 der eidgenössischen Verordnung 4 zum Arbeitsgesetz 

(SR 822.114; abgekürzt ArGV 4). 

 

2.2 Der vorliegende Gerüstbaubetrieb dient weder der Herstellung, 

Verarbeitung oder Behandlung von Gütern im Sinn von Art. 5  

Abs. 1 ArG noch der Erzeugung, Umwandlung oder Übertragung von 

Energie. Ebenfalls fehlt es an der gemäss Art. 5 Abs. 2 ArG erforderli-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 11/23 

 

chen Arbeitsweise, Arbeitsorganisation und serienmässigen Verrich-

tung (vgl. Wegleitung zum Arbeitsgesetz, I. Geltungsbereich, Art. 5 

Sondervorschriften für industrielle Betriebe, abrufbar unter 

www.seco.admin.ch). Ebenso wenig handelt es sich um einen nichtin-

dustriellen Betrieb mit erheblichen Betriebsgefahren wie er in Art. 1 

Abs. 2 ArGV 4 abschliessend aufgezählt wird. Es handelt sich somit 

von vornherein nicht um einen planungspflichtigen Betrieb, so dass 

auch keine kantonale Zuständigkeit nach Art. 29 Abs. 1 Bst. g EG-

USG gegeben ist. Entsprechend hat im vorliegenden Fall auch die Ge-

meinde die eidgenössischen Vorschriften über den Lärmschutz zu 

vollziehen (Art. 28 Abs. 1 EG-USG). Die Rüge der Rekurrentinnen, der 

angefochtene Beschluss sei zufolge Unzuständigkeit nichtig, erweist 

sich als unbegründet.  

 

3.  

Weiter bringen die Rekurrentinnen vor, dass die Vorinstanz auch auf-

grund anderweitiger Rechtshängigkeit der Streitfrage nicht zuständig 

sei. Die Streitfrage, ob vom bestehenden Gerüstbaubetrieb übermäs-

sige Lärmemissionen ausgehen würden, sei derzeit vor zwei Instan-

zen – nämlich dem Verwaltungsgericht (öffentlich-rechtlich) und dem 

Kantonsgericht (zivilrechtlich) – hängig. Die Vorinstanz hätte somit auf 

die Lärmklage der Rekursgegner nicht eintreten dürfen.  

 

Dagegen bringen Vorinstanz und Rekursgegner vor, dass vor Verwal-

tungsgericht die Erteilung der Baubewilligung für die Erweiterung des 

bestehenden Betriebs strittig sei. Die im angefochtenen Beschluss be-

handelte Lärmklage der Rekursgegner habe dagegen den bestehen-

den Betrieb zum Gegenstand. Damit liege ein anderer Verfahrensge-

genstand vor. Das hängig gemachte zivilrechtliche Verfahren stehe 

der öffentlich-rechtlichen Lärmklage ebenfalls nicht entgegen. Der pri-

vatrechtliche und der öffentlich-rechtliche Immissionsschutz seien un-

abhängig voneinander und deshalb auch eigenständig zu beurteilen.  

 

3.1 Rechtsmittel mit Devolutiveffekt überwälzen das ganze Verfah-

ren auf eine andere Instanz. Die Herrschaft über den Streitgegenstand 

geht an die Beschwerdeinstanz über. Im Einzelnen betrifft die Devolu-

tivwirkung die Befugnisse, über die Sache materiell zu entscheiden, 

vorsorgliche Massnahmen (einschliesslich der aufschiebenden Wir-

kung) zu treffen und verfahrensleitende Massnahmen anzuordnen, 

Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen und Akteneinsicht zu gewäh-

ren oder andere Parteirechte einzuräumen (R. RHINOW ET AL., Öffent-

liches Prozessrecht, 2. Aufl., Basel 2010, N 684 f.). Die Devolutivwir-

kung kommt nach dem st.gallischen Verwaltungsverfahrensrecht den 

ordentlichen Rechtsmitteln, der Kassations- und Minderheitsbe-

schwerde sowie der Rechtsverweigerungsbeschwerde zu 

(CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 935). Die Herrschaft über den Streitge-

genstand geht wieder auf die Verwaltung über, wenn die Beschwer-

deinstanz den angefochtenen Entscheid aufhebt und die Sache an die 

Vorinstanz zurückweist (H-J. SEILER, in: Waldmann/Weissenberger, 

Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 54 N 15). Gegenstand der 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 12/23 

 

Devolutivwirkung kann jedoch nur das sein, was Gegenstand der an-

gefochtenen Verfügung ist. Anfechtungsgegenstand ist eine Verfü-

gung, die ein bestimmtes Rechtsverhältnis regelt. Streitgegenstand im 

Anfechtungsverfahren ist somit das durch die Verfügung geregelte  

(oder zu regelnde) Rechtsverhältnis – allerdings nur insoweit, als es 

im Verfahren noch umstritten ist (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 478). 

 

3.2 Die Rekurrentinnen stützen sich einerseits auf die anderweite 

Rechtshängigkeit vor Verwaltungsgericht. Streitgegenstand des mit 

Urteil B 2020/94 vom 17. Februar 2021 vom Verwaltungsgericht beur-

teilten Beschwerdeverfahrens war die Nichterteilung der ersuchten 

Baubewilligung für die Erweiterung des bestehenden Gerüstbaube-

triebs. Die Devolutivwirkung vor Verwaltungsgericht umfasst deshalb 

auch nur das Rechtsverhältnis in Zusammenhang mit der Nicht-ertei-

lung der ersuchten Baubewilligung. Demgegenüber hat der vorliegend 

im Rekurs angefochtene Beschluss einen völlig anderen Streitgegen-

stand; nämlich die gestützt auf eine Lärmklage angeordneten lärmre-

duzierenden Massnahmen hinsichtlich des bestehenden und rechts-

kräftig bewilligten Betriebs. Die von der Vorinstanz angeordneten Mas-

snahmen waren deshalb nicht von der Devolutivwirkung des verwal-

tungsgerichtlichen Verfahrens erfasst. Daran ändert auch die Tatsa-

che nichts, dass in beiden Verfahren das gleiche Lärmgutachten her-

angezogen wurde. Der Verfahrensgegenstand bleibt ein anderer. Die 

Rüge der Rekurrentinnen hinsichtlich des verwaltungsgerichtlichen 

Verfahrens erweist sich als unbegründet.  

 

3.3 Andererseits stützen sich die Rekurrentinnen auf die Rechts-

hängigkeit vor Kantonsgericht. Zwar bestehen zwischen dem privat-

rechtlichen und dem öffentlich-rechtlichen Immissionsschutz Berüh-

rungspunkte und Überschneidungen. So bildet das öffentliche Recht 

etwa ein Indiz für den Ortsgebrauch. Zudem ist es bei der Anwendung 

von Art. 684 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210; abge-

kürzt ZGB) insofern mitzubedenken, als die Einheit der Rechtsordnung 

ein beziehungsloses Nebeneinander von privatem und öffentlichem 

Recht verbietet. Nichtsdestotrotz besteht aber der privatrechtliche Im-

missionsschutz grundsätzlich selbstständig neben dem öffentlich-

rechtlichen und ist entsprechend auch eigenständig zu beurteilen  

(M. MÖHR, in: Bereuter/Frei/Ritter (Hrsg.), Kommentar zum Planungs- 

und Baugesetz des Kantons St.Gallen, Basel 2020, Art. 154 N 14). 

Somit steht auch die Devolutivwirkung in Zusammenhang mit dem 

kantonsgerichtlichen Verfahren der öffentlich-rechtlichen Anordnung 

von lärmreduzierenden Massnahmen nicht entgegen. Somit erweist 

sich auch die Rüge hinsichtlich des kantonsgerichtlichen Verfahrens 

als unbegründet.  

 

4.  

Die Rekurrentinnen bringen weiter vor, dass die Vorinstanz gegen die 

Vorschriften über die Ausstandspflicht gemäss Art. 7 VRP verstossen 

habe. Die Rekurrentinnen begründen ihre Rüge damit, dass T.___ als 

zuständige juristische Sachbearbeiterin der Vorinstanz am angefoch-

tenen Beschluss im Sinn von Art. 7 VRP mitgewirkt habe. T.___ wohne 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 13/23 

 

rund 200 m Luftlinie nördlich vom strittigen Gerüstbaubetrieb und habe 

daher ein persönliches Interesse am Erlass der lärmreduzierenden 

Massnahmen. Das persönliche Interesse zeige sich auch in der ra-

schen Behandlung der Lärmklage. 

 

Dagegen bringen Vorinstanz und Rekursgegner vor, dass T.___ als 

juristische Sachbearbeiterin nicht dem Gemeinderat als entschei-

dende Behörde angehöre. Ohnehin stelle das persönliche Empfinden 

einer Partei noch keinen Ausstandsgrund dar. Das Misstrauen in die 

Unabhängigkeit und Unparteilichkeit müsse vielmehr durch objektive 

Gründe gerechtfertigt sein. Der Wohnort in 200 m Entfernung genüge 

hierzu sicherlich nicht.  

 

4.1 Als Ausfluss des in Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung 

(SR 101; abgekürzt BV) enthaltenen Anspruchs auf eine unabhängige 

und unparteiliche Verfahrensführung in Verfahren vor Gerichts- und 

Verwaltungsinstanzen durch eine ordnungsgemäss zusammenge-

setzte Behörde ergibt sich eine allgemeine Ausstandspflicht für Behör-

denmitglieder oder öffentlich Angestellte, welche ein persönliches In-

teresse an dem zu behandelnden Geschäft haben, mit einem Verfah-

rensbeteiligten nahe verwandt sind oder für die sich aus anderen Um-

ständen eine Befangenheit ergibt; eine tatsächliche Befangenheit 

muss nicht gegeben sein, es genügt bereits, wenn bei objektiver Be-

trachtung der Anschein der Befangenheit entstehen kann 

(CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 175). Dementsprechend bestimmt Art. 7 

Abs. 1 VRP, dass Behördenmitglieder, öffentliche Angestellte und 

amtlich bestellte Sachverständige, die Anordnungen treffen, solche 

vorbereiten oder daran mitwirken, von sich aus in den Ausstand zu 

treten haben, 

 

a) wenn sie selbst, ihre Verlobten oder Ehegatten, 

ihre eingetragenen Partner, ihre Verwandten und 

Verschwägerten bis und mit dem dritten Grad, ihre 

Adoptiv-, Pflege- oder Stiefeltern oder ihre  

Adoptiv-, Pflege- oder Stiefkinder, der einge-

tragene Partner eines Elternteils oder die Kinder 

des eingetragenen Partners an der Angelegenheit 

persönlich beteiligt sind. Der Ausstandsgrund der 

Verschwägerung besteht nach Auflösung der Ehe 

oder der eingetragenen Partnerschaft fort; 

 
b) wenn sie Vertreter, Beauftragte, Angestellte oder 

Organe einer an der Angelegenheit beteiligten 
Person sind oder in der Sache Auftrag erteilt 
haben;  
 

bbis) wenn sie bei einer Anordnung einer Vorinstanz 
mitgewirkt haben;  

 
c) wenn sie aus anderen Gründen befangen 

erscheinen.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 14/23 

 

Der Ausstandsgrund nach Art. 7 Abs. 1 Bst. c VRP verlangt nicht, dass 

die betroffene Person tatsächlich befangen ist. Es genügt, wenn sie 

befangen sein könnte oder befangen erscheint. Allein das persönliche 

Empfinden einer Partei reicht dafür aber nicht aus. Das Misstrauen in 

die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit muss durch vernünftige 

Gründe objektiv gerechtfertigt sein (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 191). 

Misstrauen in die Unparteilichkeit kann namentlich in einem bestimm-

ten subjektiven Verhalten der betroffenen Person oder in funktionellen 

und organisatorischen Gegebenheiten begründet sein. Funktionelle 

und organisatorische Gründe werden aber nicht grundsätzlich als Aus-

standsgründe anerkannt (I. HÄNER, Die Beteiligten im Verwaltungsver-

fahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, N 448). Befangenheit ist 

in der Regel zu bejahen, wenn eine besonders ausgeprägte Freund-

schaft oder Feindschaft besteht. Als befangen gilt auch, wer ein unmit-

telbares persönliches Interesse am Ausgang des Verfahrens hat 

(CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., Rz. 192). 

 

4.2 Wie aus den Vorakten hervorgeht, instruierte T.___ als juristi-

sche Sachbearbeiterin das vorinstanzliche Verfahren. Damit hat sie 

die angefochtenen Anordnungen vorbereitet bzw. daran mitgewirkt. 

Als Sachbearbeiterin gehört T.___ zwar nicht der entscheidenden Be-

hörde an. Jedoch umfasst die allgemeine Ausstandspflicht nicht nur 

Behördenmitglieder, sondern auch öffentliche Angestellte. Es ist un-

bestritten, dass T.___ in der Liegenschaft U.___weg (Grundstück 

Nr. 005 in Z.___ wohnhaft ist. Das Grundstück liegt etwa 200 m Luftli-

nie vom Gerüstbaubetrieb entfernt an erhöhter Lage. Zwischen dem 

Grundstück Nr. 005 und dem Gerüstbaubetrieb befinden sich diverse 

Industrie- und Wohngebäude. Es ist daher davon auszugehen, dass 

die Lärmemissionen des Gerüstbaubetriebs durch die Gebäude teil-

weise gebrochen bzw. gedämpft werden. Jedenfalls ist T.___ den 

Emissionen nicht gleich ausgesetzt, wie etwa die Rekursgegner auf 

Grundstück Nr. 003. Ebenso wenig kann aber ausgeschlossen wer-

den, dass T.___ die Lärmemissionen auch trotz weiterer Entfernung 

wahrnimmt. 

 

4.3 Die vorliegende räumliche Nähe von 200 m reicht für sich alleine 

nicht aus, um den Anschein der Befangenheit zu erwecken. Denn für 

den Anschein der Befangenheit sprechende Umstände müssen 

jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der Funktion und Organi-

sation der betroffenen Verwaltungsbehörde gewichtet werden (BGE 

137 II 431 Erw. 5.2). Vielerorts ist es üblich, dass Behördenmitglieder 

wie auch öffentliche Angestellte – teils auch aufgrund einer Wohnsitz-

pflicht – im Zuständigkeitsgebiet der politischen Gemeinde leben. 

Würde alleine auf die räumliche Nähe abgestellt werden, müssten Be-

hördenmitglieder und öffentliche Angestellte – vor allem in kleinräumi-

gen Gemeinden – mit einer hohen Regelmässigkeit in den Ausstand 

treten. Das alleinige Kriterium der räumlichen Nähe würde die beför-

derliche Behandlung der Geschäfte aufgrund zahlreicher Ausstands-

begehren massgeblich erschweren. Aus diesem Grund sind auch Ab-

lehnungs- und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche Justizper-

sonen bzw. gegen Personen die an einem Verwaltungsentscheid in 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 15/23 

 

irgendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, grundsätzlich 

nicht leicht gutzuheissen (BGE 137 II 431 Erw. 5.2).  

 

4.4 Aufgrund der grossen Distanz zum lärmemittierenden Betrieb 

braucht es im vorliegenden Fall noch weitere Umstände, welche auf 

ein persönliches Interesse am Erlass der angefochtenen Massnahmen 

hinweisen. Die Rekurrentinnen bringen vor, dass sich das persönliche 

Interesse auch aus dem Verfahrensablauf ergebe. Die Behandlung 

von Lärmklagen sei üblicherweise Sache des Bauamtes. Dennoch sei 

der Fall T.___ als Mitarbeiterin der Gemeindekanzlei zugewiesen wor-

den. Sodann sei auffällig, dass die Lärmklage am Tag der Anhängig-

machung sogleich durch T.___ behandelt worden sei.  

 

Von der beförderlichen Behandlung einer Lärmklage kann selbstver-

ständlich nicht auf ein persönliches Interesse der zuständigen Sach-

bearbeiterin geschlossen werden. Ebenso wenig deutet die Tatsache, 

dass das Verfahren von der juristischen Mitarbeiterin der Gemeinde-

kanzlei – und nicht etwa der Bauverwaltung – instruiert wurde, auf ein 

persönliches Interesse hin. Dies umso mehr, als die entscheidende 

Behörde ja auch der Gemeinderat ist.  

 

4.5 Aufgrund des Gesagten ist festzuhalten, dass die vorgebrachten 

Umstände weder für sich alleine, noch in ihrer Gesamtheit ausreichen, 

um den Anschein der Befangenheit zu begründen. Entsprechend hätte 

T.___ auch nicht in den Ausstand treten müssen; die Rüge der Rekur-

rentinnen erweist sich als unbegründet.  

 

5.  

Die Rekurrentinnen rügen in zwei Fällen die Verletzung ihres An-

spruchs auf rechtliches Gehör.  

 

5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör dient einerseits der Sach-

aufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwir-

kungsrecht der Parteien dar. Sein Umfang richtet sich primär nach 

kantonalem Recht und subsidiär nach Art. 29 Abs. 2 BV. Zu den we-

sentlichen Inhalten gehören die Orientierung und die Möglichkeit zur 

Äusserung vor Erlass einer Verfügung, das Recht auf Akteneinsicht, 

das Recht auf Teilnahme am Beweisverfahren und der Anspruch auf 

Prüfung und auf begründeten Entscheid (G. STEINMANN, in: St.Galler 

Kommentar BV, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N 23 ff.). Eine Entscheidempfän-

gerin soll zu den wesentlichen Punkten Stellung nehmen können, be-

vor der Entscheid gefällt wird. Dazu muss sie vorweg auch Kenntnis 

von den massgeblichen Akten nehmen können. Der Anspruch auf 

rechtliches Gehör enthält somit insbesondere auch das Recht, zu je-

der Eingabe von Vorinstanz oder Gegenpartei Stellung nehmen zu 

können (S. RIZVI/S. RISI, in: Rizvi/Schindler/Cavelti, Praxiskommentar 

zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Zürich/St.Gallen 2020, 

Art. 15-17 N 18 und 39).  

 

5.2 Die Rekurrentinnen rügen zum einen, dass V.___ mit Eingabe 

vom 9. Dezember 2020 ebenfalls eine übermässige Immission gerügt 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 16/23 

 

habe. Diese Eingabe hätten die Rekurrentinnen jedoch erst mit Schrei-

ben vom 18. Dezember 2020 zugestellt erhalten. Zumal die Vorinstanz 

den angefochtenen Beschluss bereits am 21. Dezember 2020 gefasst 

habe, habe sie das zehntägige Replikrecht und damit den Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt. 

 

Das Vorbringen der Rekurrentinnen geht von vornherein an der Sache 

vorbei. Wie Vorinstanz und Rekursgegner zu Recht ausführen, war 

V.___ nicht Partei des vorinstanzlichen Verfahrens. Auch wurde seine 

Eingabe vom 18. Dezember 2020 nicht im vorliegend angefochtenen 

Beschluss behandelt. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann 

somit nicht vorliegen. 

 

5.3 Zum anderen rügen die Rekurrentinnen, dass ihnen die Rech-

nungen der R.___ AG in Zusammenhang mit den Gutachterkosten 

nicht zur Kenntnisnahme zugestellt worden seien. Dies obwohl die 

Gutachterkosten den Rekurrentinnen auferlegt worden seien.  

 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör erstreckt sich – entgegen der An-

sicht der Vorinstanz und der Rekursgegner – auch auf Rechnungen 

betreffend Gutachterkosten (Urteil des Bundesgerichtes 8C_446/2018 

vom 18. Dezember 2018 Erw. 4.2). Wie aus den Vorakten hervorgeht, 

stellte die R.___ AG der Vorinstanz zwei Rechnungen in Höhe von 

Fr. 1'183.60 und Fr. 338.20. Daraus resultieren die Barauslagen in 

Höhe von Fr. 1'521.90, welche die Vorinstanz den Rekurrentinnen auf-

erlegt hat. Weiter geht aus den Vorakten hervor, dass die Rechnungen 

der R.___ AG den Rekurrentinnen nicht zugestellt wurden. Damit ver-

letzte die Vorinstanz das rechtliche Gehör. Auf diese Weise blieb es 

den Rekurrentinnen verwehrt, Einwände gegen die Kostenauflage vor-

zubringen. Daran ändert auch nichts, dass die Vorinstanz wenigstens 

die Kostenüberbindung im Sistierungsbeschluss vom 19. Oktober 

2020 in Aussicht gestellt hat. Ob eine Heilung der Gehörsverletzung 

vorliegend möglich wäre, kann aufgrund der nachfolgenden Ausfüh-

rungen offenbleiben. 

 

6.  

Bezugnehmend auf den Anspruch auf rechtliches Gehör rügen die Re-

kurrentinnen weiter, dass die Anordnung gemäss Ziff. 2 – wonach der 

Gerüstumschlag auf offener Fläche nur noch werktags zwischen 13.30 

und 16.30 Uhr erfolgen dürfe – einem Nutzungsverbot gleichkomme. 

Damit sei der angefochtene Beschluss offenkundig "belastend" für die 

Rekurrentinnen. Sie hätten jedoch keine Gelegenheit gehabt, um zu 

den beabsichtigten zeitlichen Nutzungsbeschränkungen vorgängig 

Stellung zu nehmen. 

 

6.1 Dagegen bringen Vorinstanz und Rekursgegner zusammenge-

fasst vor, dass bereits im Verfahren betreffend Baubewilligung auf 

Teilfläche 2 auf mögliche zeitliche Beschränkungen hingewiesen wor-

den sei. Damit hätten die Rekurrentinnen von vornherein mit vorüber-

gehenden zeitlichen Beschränkungen rechnen müssen. Zudem hätten 

sich die Rekurrentinnen ausführlich zu den Ausführungen der R.___ 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 17/23 

 

AG, den möglicherweise in Frage kommenden Massnahmen, dem 

weiteren Verfahren und auch zu sonst allem äussern können, was sie 

für verfahrensrelevant hielten. 

 

6.2 Gemäss Art. 15 Abs. 2 VRP sind erheblich belastende Verfü-

gungen nur zulässig, wenn die Betroffenen den wesentlichen Sach-

verhalt kennen und Gelegenheit zur Stellungnahme hatten. Art. 15 

Abs. 2 VRP bestimmt, dass eine Partei über beabsichtigte behördliche 

Anordnungen vorgängig orientiert werden muss, damit sie sich zu al-

len wesentlichen Aspekten auch vorgängig äussern kann. Sinn und 

Zweck des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit der Eröffnung 

einer Verfügung ist, dass Betroffene nicht von einer hoheitlichen An-

ordnung getroffen werden, ohne dass sie sich vorgängig dazu respek-

tive zum zugrundeliegenden Sachverhalt äussern und allenfalls bei 

der noch nötigen Sachverhaltsermittlung mitwirken konnten (S. RIZVI/ 

S. RISI, a.a.O., Art. 15-17 N 34). Um den Betroffenen eine Stellung-

nahme zu ermöglichen, muss ihnen die Verwaltungsbehörde den vo-

raussichtlichen Inhalt der Verfügung (zumindest die wesentlichen Ele-

mente) bekannt geben, sofern sie diese nicht selbst beantragt haben 

oder deren Inhalt voraussehen konnten (HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, 

a.a.O., N 1011). Der Anspruch auf rechtliches Gehör kann erforderlich 

machen, dass eine Behörde, bevor sie in Anwendung einer unbe-

stimmt gehaltenen Norm oder in Ausübung eines besonders grossen 

Ermessensspielraums einen Entscheid von grosser Tragweite für die 

Betroffenen fällt, diese über ihre Rechtsauffassung orientiert und ihnen 

Gelegenheit bietet, dazu Stellung zu nehmen. Im Allgemeinen besteht 

jedoch kein Anspruch auf genaue Kenntnis der schlussendlich ge-

troffenen Massnahme und ihrer rechtlichen Begründung. Vom Anhö-

rungsrecht ebenfalls nicht erfasst ist die Beweiswürdigung. In diesem 

Sinn ist die Behörde nicht verpflichtet, der betroffenen Person mitzu-

teilen, wie sie den Sachverhalt zu würdigen gedenkt. Der Gehörsan-

spruch verlangt auch nicht, dass eine Partei die Gelegenheit erhalten 

muss, sich zu jedem möglichen Ergebnis zu äussern, das von der ent-

scheidenden Behörde geprüft wird. Es lässt sich nicht generell, son-

dern nur unter Würdigung der konkreten Interessenlage beurteilen, 

wie weit das Äusserungsrecht geht. Wegleitend muss der Gedanke 

sein, einer Partei zu ermöglichen, ihren Standpunkt in einem Verfah-

ren wirksam zur Geltung zu bringen (Urteil des Bundesverwaltungsge-

richtes A-727/2016 vom 13. Juli 2016 Erw. 3.2.4. mit weiteren Hinwei-

sen). 

 

Weiter verlangt Art. 16 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Umwelt-

schutz (SR 814.01; abgekürzt USG), dass eine Behörde, bevor sie er-

hebliche Sanierungsmassnahmen anordnet, beim Inhaber der Anlage 

Sanierungsvorschläge einholt. Abs. 3 überlässt so den Inhabern von 

sanierungspflichten Anlagen einen Teil des Entscheidungsspielraums 

bei der Anwendung von Sanierungsvorschriften (A. SCHRADE/ 

H. WIESTNER, in: A. Kölz [Hrsg.], Kommentar zum Umweltschutzge-

setz, Zürich 2001, Art. 16 N 89). Angesichts der Entwicklung des Ge-

hörsanspruchs zum umfassenden Partizipationsrecht besteht zwar 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 18/23 

 

keine Notwendigkeit, Art. 16 Abs. 3 USG als eigenständige Mitwir-

kungsbefugnis aufzufassen (A. GRIFFEL/H. RAUSCH, Kommentar zum 

Umweltschutzgesetz, Ergänzungsband 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 

2011, Art. 16 N 34). Jedoch bildet die Bestimmung einen Referenz-

punkt für den Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehörs. Darüber 

hinaus ist sie für die Verhältnismässigkeit des behördlichen Vorgehens 

(Art. 5 Abs. 2 BV) beachtlich (B. WAGNER PFEIFER, Umweltrecht – All-

gemeine Grundlagen, Zürich/St.Gallen 2017, S. 59). 

 

6.3 Mit Ziff. 2 wird die Nutzung eines rechtskräftig bewilligten Be-

triebs beschränkt. Die Beschränkung ist erheblich, zumal in der Bau-

bewilligung aus dem Jahr 2015 keinerlei zeitliche Beschränkung vor-

gesehen war. Damit handelt es sich offensichtlich um eine erheblich 

belastende Verfügung im Sinn von Art. 15 Abs. 2 VRP. Zwar hat die 

Vorinstanz im vorangegangen Verfahren den Rekurrentinnen die An-

ordnung von geeigneten Massnahmen in Aussicht gestellt; so etwa im 

Schreiben vom 1. September 2020 oder im Sistierungsbeschluss vom 

19. Oktober 2020. Mit Schreiben vom 5. November 2020 zeigte so-

dann die R.___ AG mögliche emissionsbeschränkende Massnahmen 

auf. Die R.___ AG zählte die Einhausung, Verlegung des Lagerplat-

zes, Personalschulung sowie die Reduktion der Betriebsdauer als 

mögliche Massnahmen auf. Bezüglich der Betriebsdauer hielt die 

R.___ AG fest, dass ausgehend von den Messungen im Gutachten 

R.___ AG vom 18. Dezember 2018 der Tageswert von 64,5 dB(A) auf 

den Planungswert von 60 dB(A) zu senken sei. Nach der Berech-

nungsformel der eidgenössischen Lärmschutz-Verordnung (SR 

814.41; abgekürzt LSV) ergäbe dies eine maximale tägliche Betriebs-

zeit von 0,9 Stunden. Den Bericht der R.___ AG stellte die Vorinstanz 

mit E-Mail vom 12. November 2020 den Beteiligten zur Stellungnahme 

zu. Die Vorinstanz räumte sodann die Möglichkeit ein, sich hinsichtlich 

der möglichen Massnahmen zu äussern. Vor diesem Hintergrund 

mussten die Rekurrentinnen ohne Weiteres davon ausgehen, dass die 

Vorinstanz lärmreduzierende Massnahmen anordnen könnte und 

auch werde. Die Rekurrentinnen wurden jedoch völlig im Dunkeln ge-

lassen, welche der verschiedenen Massnahmen die Vorinstanz letzt-

lich anzuordnen gedenkt. Auch über die Modalitäten der gewählten 

Massnahme konnten sich die Rekurrentinnen kein Bild machen. Es 

war den Rekurrentinnen somit unmöglich, die zu erwartende Mass-

nahme vorherzusehen und dieser den eigenen Standpunkt wirksam 

entgegen zu halten. Unter Würdigung der konkreten Interessenlage 

der Rekurrentinnen – insbesondere auch weil es sich um einen rechts-

kräftig bewilligten Betrieb handelt – hätten die Rekurrentinnen vorgän-

gig über die beabsichtigten Massnahmen informiert werden müssen. 

Dies umso mehr, als bei der Festlegung der Betriebszeiten ein grosser 

Spielraum bestand. Wie die zulässige Betriebszeit auf den Tag verteilt 

wird, spielt – zumindest unter dem Gesichtspunkt der LSV – keine 

Rolle. Hinzukommt, dass Art. 16 Abs. 3 USG den Inhabern von sanie-

rungspflichtigen Anlagen einen Teil des Entscheidungsspielraums zu-

kommen lässt. Auch liegt kein Fall von besonderer zeitlicher Dringlich-

keit im Sinn von Art. 15 Abs. 3 VRP vor. Damit hat die Vorinstanz den 

Anspruch der Rekurrentinnen auf rechtliches Gehör verletzt.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 19/23 

 

6.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist nach der Rechtspre-

chung formeller Natur und führt bei seiner Verletzung grundsätzlich zu 

einer Aufhebung des betreffenden Entscheids und zur Rückweisung 

der Streitsache an die Vorinstanz. Eine nicht besonders schwerwie-

gende Verletzung kann jedoch geheilt werden, wenn der Betroffene 

die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, 

die sowohl den Sachverhalt aus auch die Rechtslage mit mindestens 

gleicher Kognition wie die Vorinstanz prüfen kann. So ist die Verwei-

gerung des rechtlichen Gehörs oder die Verletzung der Begründungs-

pflicht durch die erstentscheidende Behörde im Rekursverfahren heil-

bar, da die Rekursbehörden mit umfassender Kognition entscheiden 

(Art. 46 VRP). Die Heilung soll gleichwohl die Ausnahme bleiben, weil 

dem Betroffenen damit eine Instanz verloren gehen kann. Die Gehörs-

verletzung kann aber selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung 

geheilt werden, wenn und soweit die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 

Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichge-

stellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Be-

urteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären. Auch in diesem Fall 

muss die Rechtsmittelinstanz aber über die gleiche Kognition wie die 

Vorinstanz verfügen (GVP 2014 Nr. 45 mit weiteren Verweisen). 

 

6.5 Zwar verfügt die Rekursinstanz über die gleiche Kognition wie 

die Vorinstanz. Eine Heilung der Gehörsverletzung ist jedoch ausge-

schlossen. Wie oben beschrieben, besteht bei der Festlegung der 

möglichen Betriebszeitenbeschränkung ein grosser Spielraum. So er-

klärte sich selbst die Vorinstanz im Rahmen ihrer Vernehmlassung be-

reit, die Betriebszeiten anders zu verfügen, wenn sichergestellt sei, 

dass fixe und letztlich auch ohne weiteren Aufwand durchsetzbare 

Zeitfenster definiert würden. Die Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz würde somit keinen formalistischen Leerlauf darstellen. Dem-

gegenüber würden die Rekurrentinnen bei der Heilung der Gehörsver-

letzung einer Rechtsmittelinstanz verlustig werden. Der Rückweisung 

kann auch nicht die Tatsache entgegengehalten werden, dass die Re-

kurrentinnen im vorinstanzlichen Verfahren ihrerseits keine Betriebs-

zeiten vorgeschlagen hätten. Aufgrund der fehlenden vorgängigen Ori-

entierung über die beabsichtigte Betriebszeitenbeschränkung, hatten 

die Rekurrentinnen ja auch keine Möglichkeit sich – zumindest im Rah-

men eines Eventualstandpunktes – hierzu zu äussern. Der angefoch-

tene Beschluss ist somit aufzuheben und zur erneuten Entscheidung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Neben der Gewährung des recht-

lichen Gehörs werden eventuell weitere Sachverhaltsabklärungen not-

wendig sein, um die Verhältnismässigkeit der Massnahme beurteilen 

zu können. 

 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass auf den Rekurs des Rekurren-

ten 3 mangels Beschwer nicht einzutreten ist. Auf den Rekurs der Re-

kurrentinnen 1 und 2 ist einzutreten, wobei sich deren Rügen hinsicht-

lich Unzuständigkeit, anderweitiger Rechtshängigkeit sowie Befan-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 20/23 

 

genheit als unbegründet erweisen. Jedoch hat die Vorinstanz den An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie die Gutachterrech-

nungen den Beteiligten nicht zugestellt hat. Gravierender fällt jedoch 

aus, dass die Vorinstanz die Rekurrentinnen über die beabsichtigte 

Einschränkung der Betriebszeiten nicht vorgängig orientiert hat. Die 

Gehörsverletzung kann nicht im Rahmen des Rekursverfahrens ge-

heilt werden. Der angefochtene Beschluss ist deshalb aufzuheben und 

zur erneuten Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der 

Rekurs erweist sich damit als begründet und ist im Sinn der Erwägun-

gen gutzuheissen.  

 

8.  

8.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. In Verfahren, bei denen sich ähnlich wie im Zivilprozess direkt 

und indirekt Betroffene mit entgegengesetzten Interessen am Verfah-

rensausgang gegenüberstehen, werden in aller Regel diese beiden für 

die Auferlegung von amtlichen Kosten herangezogen, während dem 

erstverfügenden Gemeinwesen, selbst wenn es mit seinen Anträgen 

unterliegt, keine amtliche Kosten auferlegt werden (R. HIRT, Die Rege-

lung der Kosten nach st.gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, 

Lachen/St.Gallen 2004, S. 76). Indessen ist zu beachten, dass das Er-

folgsprinzip in gewissen, vom Gesetz ausdrücklich geregelten Fällen 

durch das Verursacherprinzip durchbrochen wird (R. HIRT, a.a.O., 

S. 93 und S. 110). So gehen unter anderem Kosten, die ein Verfah-

rensbeteiligter durch Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschriften 

verursacht hat, unabhängig vom Prozessausgang zu dessen Lasten 

(Art. 95 Abs. 2 VRP). Dies kann insbesondere bei einer Verletzung des 

rechtlichen Gehörs als verfassungsmässiger Grundnorm der Fall sein 

(R. VON RAPPARD-HIRT in: Rizvi/Schindler/Cavelti (Hrsg.), Praxiskom-

mentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP), Zü-

rich/St.Gallen 2020, Art. 95 N 9). 

 

8.2 Im Zwischenverfahren war entgegen dem Antrag der Vorinstanz 

und der Rekursgegner mit Entscheid Nr. 11/2021 vom 28. Februar 

2021 die aufschiebende Wirkung des Rekurses wiederherzustellen. 

Die Kosten des Zwischenverfahrens verblieben bei der Hauptsache, 

so dass nun auch über diese zu entscheiden ist. Eine Entscheidgebühr 

von Fr. 1'000.– erscheint angemessen (Nr. 20.13.02 des Gebührenta-

rifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung [sGS 821.5; abgekürzt 

GebT]). Zumal sich die Rekurrentinnen und die Rekursgegner ähnlich 

wie in einem Zivilprozess mit entgegengesetzten Interessen gegen-

überstehen, sind dem Ausgang des Verfahrens entsprechend die amt-

lichen Kosten den Rekursgegnern zu überbinden. Die Rekursgegner 

bezahlen unter solidarischer Haftung für das Zwischenverfahren eine 

Entscheidgebühr von Fr. 1'000.–. 

 

8.3 Die amtlichen Kosten des Hauptverfahrens betragen Fr. 3'000.– 

(Nr. 20.13.01 GebT). Weil der Rekurs aufgrund einer wesentlichen 

Gehörsverletzung gutgeheissen wird, sind die amtlichen Kosten nach 

Art. 95 Abs. 2 VRP der Vorinstanz aufzuerlegen. Zumal die Vorinstanz 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 21/23 

 

nicht finanzielle Ziele verfolgte, ist auf deren Erhebung zu verzichten 

(Art. 95 Abs. 3 VRP).  

 

8.4 Der von der Rekurrentin 1 am 7. Januar 2021 geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

9.  

Die Rekurrentinnen 1 und 2, Rekursgegner und Vorinstanz stellen ein 

Begehren um Ersatz der ausseramtlichen Kosten. 

 

9.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP). Nach Art. 22 Abs. 1 Bst. a der Honorarordnung 

(sGS 963.75; abgekürzt HonO) beträgt das Honorar in der Verwal-

tungsrechtspflege vor Verwaltungsbehörden pauschal Fr. 500.– bis 

Fr. 6'000.–. Für ein aussergewöhnlich aufwendiges Verfahren kann 

das Honorar um 100 Prozent erhöht werden (Art. 22 Abs. 2 HonO). 

Innerhalb des für eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grund-

honorar nach den besonderen Umständen, namentlich nach Art und 

Umfang der notwendigen Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls 

und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen 

(Art. 19 HonO). Nach ständiger Praxis des Baudepartementes wird für 

durchschnittlich schwierige Rekursverfahren (ohne Rekursaugen-

schein) regelmässig ein mittleres Honorar von Fr. 2'750.–, bzw. von 

Fr. 3'250.– mit Rekursaugenschein, zuzüglich Mehrwertsteuer festge-

setzt, sofern ein begründeter Antrag auf Entschädigung der Mehrwert-

steuer gestellt wurde. 

 

9.2 Die Rekurrentinnnen 1 und 2 obsiegen mit ihren Anträgen. Da 

das Verfahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwie-

rigkeiten bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, be-

steht grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung 

(Art. 98bis VRP). Die Rekurrentinnen 1 und 2 beantragen eine ausser-

ordentliche Entschädigung in Höhe von Fr. 3'750.– sofern kein Augen-

schein durchgeführt wird bzw. Fr. 4'250.– bei Durchführung eines Au-

genscheins, zuzüglich 4% Barauslagen. Der Antrag auf einen höheren 

Pauschalbetrag wird zum einen damit begründet, dass wegen dem 

Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ein zweiter 

Rekurs geführt werden musste. Zum anderen wird die Erhöhung damit 

begründet, dass der angefochtene Beschluss unmittelbar vor den 

Weihnachtsfesttagen eröffnet worden sei. Darüber hinaus beantragen 

die Rekurrentinnen eine ausseramtliche Entschädigung für das  

vorinstanzliche Verfahren von Fr. 2'000.–, zuzüglich 4% Barauslagen. 

Diesen Antrag begründen die Rekurrentinnen damit, dass Gegenstand 

des angefochtenen Beschlusses eine Enteignung sei, weshalb voller 

Ersatz für ausseramtliche Aufwendungen zuzusprechen sei.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 22/23 

 

9.3 Zumal sich im vorliegenden Fall die Rekursgegner dem  

rekurrentenischen Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung mit eigenen Anträgen widersetzt haben, ist es sachgerecht, 

im Rahmen von Art. 98 VRP einen Anspruch auf ausseramtliche Ent-

schädigung anzuerkennen (vgl. R. HIRT, a.a.O., S. 166). Es ist jedoch 

nicht ersichtlich, inwiefern durch die Verfügungseröffnung kurz vor 

Weihnachten Mehraufwand entstanden sein soll. Die Frage der Ent-

eignung war sodann nicht Gegenstand des vorinstanzlichen Verfah-

rens, so dass sich die Entschädigungsfrage diesbezüglich erübrigt.  

 

9.4 Die ausseramtliche Entschädigung für das Zwischenverfahren 

ist in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 HonO ermes-

sensweise auf Fr. 1'000.– zuzüglich der beantragten 4% Barauslagen 

(Fr. 40.–), insgesamt also Fr. 1'040.–, festzulegen; sie ist von den 

Rekursgegnern unter solidarischer Haftung zu bezahlen.  

 

9.5 In der Hauptsache erscheint eine Entschädigung in der Höhe 

des mittleren Honorars dem erforderlichen Aufwand angemessen. Die 

ausseramtliche Entschädigung ist ermessensweise auf Fr. 2'750.– 

zuzüglich der beantragten 4% Barauslagen (Fr. 110.–), insgesamt also 

Fr. 2'860.–, festzulegen; sie ist von der Vorinstanz zu bezahlen.  

 

Weil die zu entschädigenden Rekurrentinnen selber mehrwertsteuer-

pflichtig sind, können sie die der Honorarrechnung ihres Anwalts be-

lastete Mehrwertsteuer von ihrer eigenen Steuerschuld abziehen, 

ohne dass ihnen dadurch eine Mehrbelastung entsteht. Daher muss 

die Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen Entschä-

digung nicht zusätzlich berücksichtigt werden (R. HIRT, a.a.O., S. 194). 

 

9.6 Da die Rekursgegner mit ihren Anträgen unterliegen, haben sie 

von vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädi-

gung. Ihr Begehren ist deshalb abzuweisen. 

 

9.7 Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten (R. HIRT, a.a.O., S. 176). Sie bringt keine 

Gründe vor, die ein Abweichen von dieser Regel rechtfertigen. Ihr Be-

gehren ist daher abzuweisen. 

  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 25/2021), Seite 23/23 

 

Entscheid 

1.  

a) Auf den Rekurs von C.___ wird nicht eingetreten. 

 

b) Der Rekurs der A.___ AG und der B.___ AG wird im Sinn der 

Erwägungen gutgeheissen.  

 

c) Der Beschluss des Gemeinderates Z.___ vom 21. Dezember 

2020 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinn der Erwägungen an 

den Gemeinderat Z.___ zu neuer Entscheidung zurückgewiesen. 

 

2.  

a) D.___ und E.___ und die Erbengemeinschaft F.___, bestehend 

aus G.___, H.___, I.___, D.___, J.___, K.___, Z.___, L.___, M.___, 

und N.___ bezahlen für das Zwischenverfahren (Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung) unter solidarischer Haftung eine Ent-

scheidgebühr von Fr. 1'000.–. 

 

b) Auf die Erhebung der amtlichen Kosten im Hauptverfahren in der 

Höhe von Fr. 3'000.– bei der Politischen Gemeinde Z.___ wird ver-

zichtet. 

 

c) Der am 7. Januar 2021 von der A.___ AG geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

a) Das Begehren der A.___ AG und der B.___ AG, um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten im Zwischenverfahren wird gutgeheissen. 

D.___ und E.___ und die Erbengemeinschaft F.___, entschädigen die 

A.___ AG und die B.___ AG ausseramtlich mit insgesamt Fr. 1'040.–. 

 

b) Das Begehren der A.___ AG und der B.___ AG, um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten im Hauptverfahren wird gutgeheissen. Die 

Politische Gemeinde Z.___ entschädigt die A.___ AG und die B.___ 

AG ausseramtlich mit insgesamt Fr. 2'860.–. 

 

c) Das Begehren von D.___ und E.___ und der Erbengemeinschaft 

F.___ um Ersatz der ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. 

 

d) Das Begehren der Politischen Gemeinde Z.___ um Ersatz der 

ausseramtlichen Kosten wird abgewiesen. 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2021 Nr. 25
	Art. 7 ArG, Art. 7 VRP, Art. 15 Abs. 2 VRP, Art. 45 VRP, Art. 29 EG-USG. Beim strittigen Betrieb handelt es sich nicht um einen planungspflichtigen Betrieb im Sinn des Arbeitsgesetzes, weshalb die Lärmklage zu Recht von der Gemeinde behandelt worden ist (Erw. 2.2). Die Tatsache, dass die juristische Sachbearbeiterin der Vorinstanz 200 m vom strittigen Betrieb entfernt wohnt, reicht für sich alleine nicht aus, um den Anschein der Befangenheit zu erwecken (Erw. 4.3 ff.). Die Rekurrentinnen wurden jedoch nicht darüber informiert, welche der verschiedenen lärmbeschränkenden Massnahmen die Vorinstanz letztlich anzuordnen gedenkt. Unter Würdigung der konkreten Interessenlage der Rekurrentinnen – insbesondere auch weil es sich um einen rechtskräftig bewilligten Betrieb handelt – hätten sie vorgängig über die beabsichtigten Massnahmen informiert werden müssen. Damit hat die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt (Erw. 6.3). Eine Heilung ist ausgeschlossen. Bei der Festlegung der möglichen Betriebszeitenbeschränkung besteht grosser Spielraum (Erw. 6.5).

		2024-05-27T01:30:16+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen