# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e80c63a-4b60-56c6-82da-7a9808392353
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.10.2009 D-5968/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5968-2009_2009-10-01.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5968/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren B._______,
Somalia,
vertreten durch lic. iur. Dominique Wetli, 
Berner Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
C._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gesuch um Kantonswechsel; Verfügung des BFM vom 
4. September 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5968/2009

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge verliess  der  Beschwerdeführer,  ein  in  der 
Ortschaft  D._______  geborener  und  in  E._______  wohnhafter 
somalischer  Staatsangehöriger,  seinen  Herkunftsstaat  am 
14. September 2007 auf dem Landweg. Über Somalia, F._______ und 
G._______ sei er unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz 
gelangt,  wo  er  am 31. Oktober  2007  im H._______  ein  Asylgesuch 
einreichte. Nach der Kurzbefragung vom 12. November 2007 und der 
Anhörung  durch  das  BFM  am  22.  November  2007  wurde  der 
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. November 2007 für den Auf-
enthalt  während des Asylverfahrens dem Kanton I._______ zugewie-
sen.

B.

B.a Mit Eingabe vom 24. Oktober 2008 stellte der Beschwerdeführer 
ein  Gesuch  um  Wechsel  in  den  Kanton  J._______,  um  mit  Frau 
K._______  und  deren  L._______  Kindern  leben  zu  können.  In  Er-
mangelung von gültigen Identitätsdokumenten hätten sie bisher noch 
nicht  zivilstandsamtlich  heiraten  können;  sie  hätten  jedoch  am 
M._______ im N._______ in J._______ das Ehezeugnis abgelegt.

B.b Das BFM unterbreitete am 4. November 2008 dieses Gesuch den 
Kantonen J._______ und I._______ zur Stellungnahme.

B.c In seinem Schreiben vom 7. November 2008 erhob das Migrati-
onsamt  des  Kantons  I._______  -  das  Einverständnis  des 
Migrationsamtes  des  Kantons  J._______  vorausgesetzt  -  keine 
Einwände gegen einen Kantonswechsel.

B.d Mit Schreiben vom 11. November 2008 teilte der Migrationsdienst 
des  Kantons  J._______  mit,  dass  im  heutigen  Zeitpunkt  einem 
Kantonswechselgesuch  nicht  zugestimmt  werden  könne. Sobald  der 
Beschwerdeführer  zivilrechtlich  verheiratet  sei,  würde  ein  erneutes 
Gesuch geprüft.

B.e Mit  Schreiben  des  BFM  vom  15.  Januar  2009  wurde  dem  Be-
schwerdeführer  mitgeteilt,  dass  der  Migrationsdienst  des  Kantons 
J._______ zum Kantonswechselgesuch eine negative Stellungnahme 

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eingereicht habe. Es werde daher seitens des BFM entschieden, dass 
der Kanton I._______ Zuweisungskanton bleibe.

B.f Auf schriftliche Nachfrage des Beschwerdeführers vom 15. Januar 
2009 zu einem allfälligen Entscheid betreffend sein Kantonswechsel-
gesuch teilte die Vorinstanz diesem am 27. Januar 2009 mit, dass ihm 
bereits mit Schreiben vom 15. Januar 2009 die negative Stellungnah-
me  des  Migrationsdienstes  des  Kantons  J._______  zur  Kenntnis 
gebracht  worden  sei,  die  Kantone  ihre  Stellungnahmen  direkt  dem 
Bund  weiterleiteten  und  er  also  keine  Antwort  von  den  Kantonen 
erhalten werde.

B.g Mit  Eingabe  vom  12.  Juni  2009  stellte  der  Beschwerdeführer 
durch die mittlerweile beauftragte Rechtsvertretung den Antrag, es sei 
ihm der Kantonswechsel in den Kanton J._______ zu bewilligen. Zur 
Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  an,  Frau 
K._______  sei  {.....}.  Für  die  gewünschte  Heirat  fehlten  ihnen  die 
gültigen Papiere. Ein Verfahren zur Feststellung des Personenstandes 
und der Identität für Frau K._______ werde eingeleitet, dürfte jedoch 
einige  Zeit  in  Anspruch  nehmen.  Da  sie  in  einer  eheähnlichen 
Gemeinschaft lebten und er der Vater des noch ungeborenen Kindes 
sei, bestehe gestützt auf Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101)  für  ihn  der  Anspruch,  mit  seinem  Kind  und  Frau  K._______ 
zusammen zu leben. Da der Anspruch auf Einheit der Familie berührt 
sei, habe das BFM den Kantonswechsel zu bewilligen.

B.h Mit Schreiben vom 23. Juni 2009 teilte das BFM dem Beschwer-
deführer  mit, dass er während seiner Erstbefragung ausgesagt habe, 
bereits seit  der zweiten Hälfte der neunziger Jahre mit  einer Frau in 
Somalia religiös getraut worden zu sein. Er werde daher aufgefordert, 
zu gegebener Zeit den Eheschein oder die Geburtsurkunde des Kin-
des, aus dem seine Vaterschaft hervorgehe, dem BFM einzureichen.

B.i Mit Eingabe vom 18. August 2009 teilte der Beschwerdeführer un-
ter  Beilage eines  Todesscheines  mit,  dass  seine in  Somalia  religiös 
angetraute Frau O._______ verstorben sei.

B.j Mit  Schreiben  des  BFM  vom  31.  August  2009  wurde  dem  Be-
schwerdeführer mitgeteilt, dass der von ihm eingereichte Ausdruck des 
Totenscheins der ersten Frau nicht dazu geeignet sei, seine Beziehung 
zu  der  in  der  Schweiz  lebenden  Partnerin  zu  beweisen.  Er  werde 

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daher erneut aufgefordert, zu gegebener Zeit den Eheschein oder die 
Geburtsurkunde des Kindes, aus dem seine Vaterschaft  hervorgehe, 
dem BFM einzureichen.

B.k Mit Schreiben vom 1. September 2009 teilte der Beschwerdefüh-
rer mit, dass mit dem Totenschein lediglich der Tod seiner ersten Frau 
habe dargelegt werden sollen. Ferner sei  der gemeinsame Sohn am 
P._______  zur  Welt  gekommen,  wobei  die  Beurkundung  in  Erman-
gelung von gültigen Papieren noch nicht habe vorgenommen werden 
können.  Frau  K._______  sei  -  nicht  zuletzt  auch  aufgrund  ihrer 
psychischen  Probleme -  dringend  auf  seine  Unterstützung  angewie-
sen. Das Gesuch um Kantonswechsel sei unbürokratisch und rasch zu 
bewilligen. Andernfalls werde um Erlass einer anfechtbaren Verfügung 
ersucht.

C.
Mit  Verfügung  vom 4.  September  2009  -  eröffnet  am  7.  September 
2009 - lehnte das BFM das Kantonswechselgesuch ab. 

D.
Mit Eingabe vom 17. September 2009 beantragte der Beschwerdefüh-
rer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 4. September 
2009 sowie die Bewilligung des Kantonswechsels. In prozessualer Hin-
sicht  wurden die  Gewährung  der  unentgeltlichen Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  der  Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 

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(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Ein  Zuweisungsentscheid  des  Bundesamts  kann  gemäss  Art.  27 
Abs. 3 letzter Satz AsylG - welcher als lex spezialis der allgemeinen 
Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vorgeht (vgl. Art. 106 Abs. 2 AsylG) - 
in materieller Hinsicht nur mit der Begründung angefochten werden, er 
verletze den Grundsatz der Einheit der Familie; diese Rüge wird vorlie-
gend vom Beschwerdeführer unter Verweis auf Art. 8  EMRK erhoben 
(vgl. BVGE 2008/47 E. 1.2 S. 672).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1 Gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG weist das BFM die Asylsuchenden 
den Kantonen zu und trägt dabei den schützenswerten Interessen der 
Asylsuchenden sowie der Kantone Rechnung. Gemäss Art. 22 Abs. 1 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1,  SR 142.311)  berücksichtigt  das  BFM  dabei  bereits  in  der 
Schweiz  lebende  Familienangehörige  und  die  Staatsangehörigkeit 
Asylsuchender sowie besonders betreuungsintensive Fälle. Die Vertei-
lung  erfolgt  nach  einem  Schlüssel  gemäss  Art. 21  AsylV 1.  Nach 
Art. 22 Abs. 2 AsylV 1 wird ein Kantonswechsel vom BFM nur bei Zu-

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stimmung beider Kantone, bei Anspruch auf Einheit der Familie oder 
bei schwerwiegender Gefährdung der asylsuchenden Person oder an-
derer Personen verfügt. 

Der von Art. 27 Abs. 3 AsylG erfasste Begriff der Familieneinheit orien-
tiert  sich dabei am grundsätzlich im Asylrecht geltenden Familienbe-
griff,  wonach gemäss Art. 1  Bst. e  AsylV 1 in  erster  Linie Ehegatten 
und deren minderjährige Kinder, mithin also die Kernfamilie, als Fami-
lie  zu  verstehen sind,  wobei  eingetragene Partnerinnen und Partner 
sowie  die  in  dauernder  eheähnlicher  Gemeinschaft  lebenden Perso-
nen den Ehegatten gleichgestellt sind. Über die Kernfamilie hinausge-
hend umfasst der Familienbegriff  gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG i.V.m. 
Art. 38 AsylV 1 auch andere nahe Angehörige, wenn sie eine Behinde-
rung haben oder aus einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, 
die  in  der  Schweiz  lebt,  angewiesen  sind  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1995 Nr. 24). Nach der Rechtsprechung der ARK ist darunter - im Rah-
men des Familienasyls - eine Person zu verstehen, welche der Unter-
stützung bedarf, die durch ein in der Schweiz lebendes (asylberechtig-
tes)  Familienmitglied  und  nicht  durch  die  Schweizer  Behörden  oder 
durch Dritte zu erbringen ist. Dazu wird ein besonderes Engagement 
des in der Schweiz lebenden Angehörigen verlangt, indem dieser sei-
ne verwandte Person nicht bloss finanziell oder moralisch unterstützt, 
sondern  sich  persönlich  um  sie  kümmert  (vgl. EMARK  2000  Nr. 21 
E. 6c S. 200 f.; EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191 f.).

In  BVGE  2008/47  kam  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Ergebnis 
zum Schluss, dass die Berufung auf den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie im Sinne von Art. 27 Abs. 3 letzter Satz AsylG entweder die An-
wesenheit eines Angehörigen der Kernfamilie der asylsuchenden Per-
son oder - so dies nicht der Fall ist - ein Abhängigkeitsverhältnis ge-
mäss Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK beziehungsweise Art. 51 Abs. 2 
AsylG voraussetzt  (a.a.O.,  insbesondere  E. 4.1  mit  weiteren Hinwei-
sen). 

4.2 Das  BFM führte  in  seiner  ablehnenden  Verfügung  aus,  gemäss 
Art. 22 Abs. 2 AsylV 1 i.V.m. Art. 27 Abs. 3 AsylG verfüge das BFM ei-
nen Kantonswechsel auf Anfrage einer Gesuch stellenden Person bei 
Anspruch auf Einheit der Familie oder schwerwiegender Gefährdung. 
Würden andere Gründe geltend gemacht, setze dies die Zustimmung 
der betreffenden Kantone voraus. In casu sei weder die Einheit der Fa-

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milie im Sinne von Art. 1 Abs. 1 Bst. e AsylV 1 betroffen noch bestehe 
eine schwerwiegende Gefährdung. Da sich die Gesuchsteller erst seit 
dem Jahre Q._______ kennen würden,  könne auch nicht  von einem 
andauernden  eheähnlichen  Verhältnis  gesprochen  werden.  Zudem 
seien  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine  Unterlagen  eingereicht 
worden,  welche  die  Vaterschaft  des  Beschwerdeführers  belegen 
würden. Aus diesem Grund sei der Anspruch auf Einheit  der Familie 
vorliegend  nicht  gegeben.  Auch  von  einem  Abhängigkeitsverhältnis 
könne  nicht  gesprochen  werden,  da  die  beiden  Personen  sich  laut 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  erst  seit  dem  Jahre  Q._______ 
kennen würden. Es sei  weiterhin zu bemerken,  dass aus den Akten 
nicht  hervorgehe,  dass  die  beiden  Gesuchsteller  die  für  die 
Eheschliessung notwendigen Schritte eingeleitet hätten, obwohl ihnen 
schon im Oktober 2008 mitgeteilt worden sei, dass kein Anspruch auf 
Einheit der Familie bestehe. Das Kantonswechselgesuch werde daher 
abgelehnt.

4.3 In seiner Beschwerdeschrift macht der Beschwerdeführer im We-
sentlichen  geltend,  er  sei  in  I._______  wohnhaft.  Seit  längerer  Zeit 
lebe  er  in  einer  eheähnlichen  Beziehung  mit  seiner  Partnerin,  einer 
vorläufig  aufgenommenen  Asylsuchenden  mit  hängigem 
Beschwerdeverfahren,  die  in  R._______  im  Kanton  J._______ 
wohnhaft sei. Am P._______ habe diese ihr erstes gemeinsames Kind 
geboren. Da  es  ihm bisher  verweigert  worden  sei,  nach  R._______ 
umzuziehen, könne er sich dort  offiziell  nur besuchsweise aufhalten. 
Gleichwohl  versuche  er,  sämtliche  Funktionen  und  Aufgaben  eines 
Ehegatten und  Vaters zu  übernehmen. Zusätzlich  übernehme er  die 
Vaterrolle auch für {.....} seiner Partnerin. Da diese an {.....} leide, sei 
sie besonders unterstützungsbedürftig. Entgegen der vorinstanzlichen 
Auffassung würden er und seine Partnerin seit längerer Zeit  in einer 
gefestigten Beziehung leben. Er übernehme, soweit ihm dies aufgrund 
der  Kantonszuteilung  möglich  sei,  sämtliche  daraus  für  ihn 
erwachsenden  Aufgaben  und  er  werde  von  den  Kindern  sehr 
geschätzt.  Schliesslich  versuche  er,  seine  Partnerin  auch  in  den 
alltäglichen Dingen soweit wie möglich zu entlasten, da diese aufgrund 
ihrer {.....} ohne Unterstützung den Alltag kaum bewältigen könne.

4.4 Auch  wenn  der  Wunsch  des  Beschwerdeführers,  bei  Frau 
K._______  und  deren  Kindern  respektive  dem  angeblich 
gemeinsamen  Kind  zu  leben,  verständlich  ist,  lässt  sich  aus  dem 
vorliegend massgeblichen Art. 27 Abs. 3 AsylG kein Rechtsanspruch 

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auf Zuteilung zu einem bestimmten Kanton ableiten. 

Vorliegend ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass den Asylakten kei-
ne Hinweise für die Annahme zu entnehmen sind, der Beschwerdefüh-
rer  habe  nach Aufnahme der  Beziehung  mit  Frau K._______ in  der 
Schweiz seither in einer eheähnlichen Gemeinschaft mit ihr und deren 
Kindern gelebt. Ohne die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers zu 
verkennen, die sich aus der zu beurteilenden aktuellen und für ihn un-
befriedigenden  Kantonszuteilung  ergeben,  stellt  die  mit  Frau 
K._______  und  deren  Kindern  seit  Ende  des  Jahres  Q._______ 
unterhaltene  Beziehung  (vgl.  E.  4.3)  noch  keine  nahe,  echte  und 
tatsächlich  gelebte  Beziehung beziehungsweise Lebensgemeinschaft 
dar,  welche  zufolge  ihrer  Intensität  und  Dauer  nach  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (BGE  126  II  433  f.  E. 4c.bb) 
einen Schutzanspruch schaffen würde. Zudem ist  mit  der Vorinstanz 
einig  zu  gehen,  dass  bis  dato  in  den  Akten  keine  Unterlagen 
vorhanden  sind,  welche  die  geltend  gemachte  Vaterschaft  des 
Beschwerdeführers  zum  angeführten  Kind  belegen  könnten.  Der 
Beschwerdeführer und Frau K._______ sowie deren Kinder respektive 
das angeblich gemeinsame Kind bilden demnach keine Kernfamilie im 
Sinne von Art. 1 Bst. e AsylV 1 und können daher keinen Anspruch auf 
Einheit  der  Familie  im  Sinne  von  Art.  8  EMRK beziehungsweise  im 
Rahmen von Art. 27 Abs. 3 AslyG geltend machen.

Ein solcher Anspruch ergibt sich vorliegend auch nicht aus dem ange-
führten  Abhängigkeitsverhältnis  von  Frau  K._______.  So  macht  der 
Beschwerdeführer insbesondere geltend, da sie psychisch stark ange-
schlagen sei, bedürfe diese seiner Unterstützung, indem er sie soweit 
als  möglich  in  den  alltäglichen  Dingen  entlaste.  Diese  Gründe  -  so 
nachvollziehbar sie auch sind - vermögen jedoch nicht dazu zu führen, 
dass Frau K._______ zwingend und notwendigerweise auf die physi-
sche  Anwesenheit  des  Beschwerdeführers  angewiesen  ist  und  dau-
ernd in  Abhängigkeit  und in Gemeinschaft  mit  ihm leben muss (vgl. 
EMARK 2000 Nr. 21 E. 6c.cc S. 201). Auch ergibt sich weder aus dem 
in  den  Asylakten  von  Frau  K._______  befindlichen  aktuellsten 
ärztlichen  Zeugnis  vom  4.  Februar  2009  noch  aus  den  in  der  Be-
schwerdeschrift  gemachten  Äusserungen  zu  ihrem  Gesundheitszu-
stand,  dass  der  dauernde  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  bei  ihr 
der  entscheidende  Faktor  für  ihre  Gesundung  wäre.  Die  allgemeine 
Betreuung sowie die medizinische Versorgung beziehungsweise eine 

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{.....}  von  Frau  K._______  sind  in  ihrem  Aufenthaltskanton 
gewährleistet. 

4.5 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Kantonszuweisung 
des Beschwerdeführers den Grundsatz der Einheit der Familie im Sin-
ne von Art. 27 Abs. 3 AsylG nicht verletzt, das Kantonswechselgesuch 
vom BFM zu Recht abgewiesen wurde und die Beschwerde demnach 
abzuweisen ist. 

5.  

5.1 Eine Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen Mittel  verfügt,  wird 
auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Dabei 
verfügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie 
ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die  Pro-
zesskosten  nicht  zu  bestreiten  vermag. Eine  Beschwerde  gilt  ferner 
dann als aussichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich gerin-
ger sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft  be-
zeichnet werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275).

Das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerdebe-
gehren unter diesen Umständen als aussichtslos erscheinen, womit es 
an den materiellen  Voraussetzungen zur  Gewährung der  unentgeltli-
chen Rechtspflege fehlt.

Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses gegenstandos geworden.

Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von  Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- das S._______ (in Kopie)
- den T._______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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