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**Case Identifier:** 1c45aaf0-40ae-5593-9f72-f28f3366029c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 19.08.2015 810 14 349 (810 2014 349)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-14-349_2015-08-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 19. August 2015 (810 14 349)  

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 

 

 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Edgar Schürmann, 
Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advokatin  
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, Be-
schwerdegegner 
 
 

  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung  

(RRB Nr. 1698 vom 11. November 2014) 
 
 
 
A. Der 1983 in Liestal geborene türkische Staatsangehörige A.____ besitzt seit Geburt 
eine Niederlassungsbewilligung. Er wuchs in B.____ auf, wo er auch die obligatorische Schule 
besuchte. Seit 2001 wohnt er mit seiner Familie in C.____.  
 
Mit Urteil vom 23. April 2003 wurde A.____ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln sowie 
mehrfacher einfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten Busse von Fr. 1‘000.--, 

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mit einer Probezeit von einem Jahr, verurteilt. Mit Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft vom 23. November 2011 wurde A.____ des Fahrens in fahrunfähigem Zustand, der 
mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der mehrfachen Wider-
handlung gegen das kantonale Gastgewerbegesetz schuldig erklärt und zu einer bedingt voll-
ziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- verurteilt, unter Auferlegung einer Probe-
zeit von zwei Jahren. Zudem wurde er zu einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. Mit Urteil des 
Strafgerichts Basel-Stadt vom 12. Oktober 2012 wurde A.____ der mehrfachen versuchten 
schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung mit einer Waffe sowie des Angriffs 
schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, unter Einrech-
nung der Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft seit dem 20. Januar 2012, davon zwei Jahre mit 
bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von drei Jahren. In solidarischer Haf-
tung wurde A.____ zudem zu Fr. 2‘244.-- Schadenersatz und zu Fr. 2‘500.-- Genugtuung zu-
züglich Zins zu 5% seit dem 30. September 2011 an D.____ verurteilt. Dieses Urteil erwuchs in 
Rechtskraft.  
 
B. Nachdem das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) A.____ das 
rechtliche Gehör gewährt hatte, widerrief es mit Verfügung vom 27. Mai 2014 die Niederlas-
sungsbewilligung von A.____ und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an, wobei die 
Ausreise bis spätestens zum 31. Juli 2014 zu erfolgen habe. Zur Begründung wurde im We-
sentlichen ausgeführt, dass A.____ zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wor-
den sei. Damit seien der Widerrufsgrund der längerfristigen Freiheitsstrafe sowie derjenige des 
Verstosses oder der Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gegeben. Der Be-
schwerdeführer könne sich nicht auf das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens 
berufen. Es fehle auch am Erfordernis einer besonderen intensiven, über eine normale Integra-
tion hinausgehenden privaten Bindung gesellschaftlicher oder beruflicher Natur. Die Wegwei-
sung erscheine als verhältnismässig und es läge keine überdurchschnittliche Eingliederung in 
die schweizerischen Verhältnisse vor. Auch sei die Ausreise nicht unzumutbar.  
 
C. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nunmehr und nachfolgend immer vertreten 
durch Elisabeth Maier, Advokatin, mit Eingaben vom 4. Juni 2014 und vom 28. Juli 2014 beim 
Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Beschwerde und verlangte die 
Aufhebung der Verfügung des AfM vom 27. Mai 2014 und die Belassung respektive Verlänge-
rung der Niederlassungsbewilligung. Eventualiter sei aufgrund des Vorliegens eines persönli-
chen Härtefalls eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erteilen respektive das AfM an-
zuweisen, dem Bundesamt für Migration (ab dem 1. Januar 2015 neu Staatssekretariat für Mig-
ration [SEM]) einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten; alles unter o/e-Kostenfolge. Im 
Wesentlichen wurde vorgebracht, die angefochtene Verfügung sei weder recht- noch verhält-
nismässig und trage den im vorliegenden Fall auf dem Spiel stehenden Interessen nicht ange-
messen Rechnung. Der Widerrufsgrund der Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicher-
heit gelange nur subsidiär zur Anwendung. Somit liege allenfalls nur der Widerrufsgrund der 
längerfristigen Freiheitsstrafe vor. A.____ sei Ausländer der “dritten Generation“. Den privaten 
Interessen sei bei der Interessenabwägung ein ganz erhebliches Gewicht beizumessen. In 
strafrechtlicher Hinsicht sei A.____ der Tatbeitrag als Mittäter angerechnet worden, da er sich 
habe einspannen lassen. Unter den Mittätern habe ihn das geringste Verschulden getroffen. Im 

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migrationsrechtlichen Kontext werde sodann bestritten, dass A.____ ein besonders schweres 
Gewaltdelikt zur Last gelegt werden könne. A.____ habe einen absolut gewaltlosen Lebenslauf. 
Er stehe ausserdem seit sieben Jahren in einer festen Beziehung zu einer Schweizerin und das 
Paar habe seit Mitte 2011 ernsthaft in Erwägung gezogen zu heiraten. Durch das laufende Ver-
fahren werde aber das definitive Zusammenleben blockiert. A.____ unterstütze seine Partnerin 
zudem seit geraumer Zeit finanziell. Er könne sich somit auf das Recht auf Achtung des Privat- 
und Familienlebens stützen. Auch zu seinen Eltern bestehe ein sehr intensives Verhältnis. 
A.____ wohne immer noch im Haushalt der Eltern. Falls die Erkrankung des Vaters einen nega-
tiven Verlauf nehme, müsse A.____ schon bald den Familienbetrieb übernehmen. Bei korrekter 
Würdigung wiege das öffentliche Interesse an einer Ausweisung nicht besonders schwer. 
A.____ sei in der Schweiz wirtschaftlich gut integriert und habe keinen grossen Bezug zur Tür-
kei.  
 
D. Mit Beschluss Nr. 1698 vom 11. November 2014 wies der Regierungsrat die Be-
schwerde gegen die Verfügung des AfM vom 27. Mai 2014 ab und ordnete an, dass A.____ die 
Schweiz innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Regierungsratsbeschlusses zu verlassen habe.  
 
E. Mit Eingabe vom 18. November 2014 erhob A.____ dagegen beim Kantonsgericht, 
Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde und beantragte, 
es seien der regierungsrätliche Beschluss vom 11. November 2014 und die Verfügung des AfM 
vom 27. Mai 2014 aufzuheben und das AfM anzuweisen, dem Beschwerdeführer die Niederlas-
sungsbewilligung zu belassen resp. zu verlängern; unter o/e-Kostenfolge. In der ergänzenden 
Beschwerdebegründung vom 21. Januar 2015 hielt A.____ an den in der Beschwerde gestell-
ten Rechtsbegehren fest und stellte zudem den Antrag, es sei der Beschwerde die aufschie-
bende Wirkung zu erteilen und eine Parteiverhandlung durchzuführen.  
 
In seiner Vernehmlassung vom 24. März 2015 beantragte der Regierungsrat die kostenpflichti-
ge Abweisung der Beschwerde.  
 
Mit Verfügung vom 27. März 2015 überwies das Gerichtspräsidium den Fall der Kammer und 
ordnete das persönliche Erscheinen des Beschwerdeführers zur Parteiverhandlung an. Die Be-
weisanträge des Beschwerdeführers auf Befragung seiner langjährigen Freundin sowie seiner 
Eltern als Zeugen bzw. Auskunftspersonen wurden abgewiesen.  
 
F. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen der Beschwerdeführer und seine 
Rechtsvertreterin sowie E.____ vom AfM als Vertreterin des Regierungsrates teil. Die Parteien 
halten an ihren in den Rechtsschriften gestellten Rechtsbegehren fest. Auf die Ausführungen 
der Parteien wird – soweit erforderlich – in den Urteilserwägungen eingegangen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange-
fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte-

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resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges 
Interesse an die Aufhebung des angefochtenen Entscheides hat, die übrigen formellen Voraus-
setzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erfüllt sind und die Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
sowohl örtlich als auch sachlich gegeben ist, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 
 
2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die 
Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den 
angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prü-
fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Wei-
teren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt 
hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 
Abs. 1 lit. c VPO e contrario).  
 
3.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 
eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG] vom 
16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet ge-
mäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit 
dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne 
Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung hat die 
ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche 
Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189; MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli 
[Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 3. Auflage, Zürich 2012, Rz 1 ff. zu Art. 3 AuG). Gemäss 
Art. 3 Abs. 2 AuG wird Ausländerinnen und Ausländern der Aufenthalt in der Schweiz bewilligt, 
wenn völkerrechtliche Verpflichtungen, humanitäre Gründe oder die Vereinigung der Familie es 
erfordern.  
 
3.2. Zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Türkei besteht kein Staats-
vertrag, der dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz gewähren 
würde. Es sind entsprechend die Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer völkerrechtli-
cher Verträge, anwendbar. 
 
3.3. Gemäss Art. 34 Abs. 1 AuG verleiht die Niederlassungsbewilligung ihrem Inhaber 
grundsätzlich einen zeitlich unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der 
Schweiz. Es ist somit von einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Aufenthalt in der Schweiz auszugehen. 
 
4.1. Der Beschwerdeführer macht einen Anwesenheitsanspruch aus dem Grundrecht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens geltend. Der Beschwerdegegner verneinte im ange-
fochtenen Beschluss einen entsprechenden grundrechtlichen Anspruch, da der Beschwerdefüh-
rer erwachsen und kinderlos sei und er über keine Kernfamilie in der Schweiz verfüge. Hinweise 
auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Familie würden nicht bestehen, da er 
finanziell unabhängig von seinen Eltern lebe. Damit sei der Schutzbereich dieses Grundrechts 
nicht eröffnet.  

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4.2. Aus dem in Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 sowie dem 
inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft (BV) vom 18. April 1999 geschützten Recht auf Achtung des Privat- und Familienle-
bens können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen Anspruch auf Aufent-
halt oder Verbleib in einem andern Staat ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme 
zur Trennung von Familienmitgliedern führt (vgl. ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Aufent-
haltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem 
Aspekt des Privat- und Familienlebens, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, 
S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Garantien können somit dann verletzt sein, wenn einer 
ausländischen Person, deren Familienangehörige in der Schweiz weilen, die Anwesenheit un-
tersagt und damit das gemeinsame Familienleben vereitelt wird. Gemäss ständiger bundesge-
richtlicher Rechtsprechung müssen die sich hierzulande aufhaltenden Angehörigen über ein 
gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie das Schwei-
zer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzen oder über eine Aufenthaltsbewil-
ligung verfügen, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht. Zudem müssen 
diese Personen zur Kernfamilie (Ehegatte oder im gleichen Haushalt lebende, minderjährige 
Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Beziehung zu ihnen bestehen 
(vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Indessen gehen 
der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und das Bundesgericht in ihrer 
Rechtsprechung in Fällen von aufenthaltsbeendenden Massnahmen erwachsener Ausländer 
der zweiten Generation von einem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben 
aus (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2013 
vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1; Urteil des EGMR M.P.E.V. et al. gegen die Schweiz 
[3910/2013] vom 8. Juli 2014 § 32; Urteil des EGMR Maslov gegen Österreich [1638/03] vom 
23. Juni 2008 § 63). Dabei wird nicht verlangt, dass notwendigerweise die Bedingungen für ei-
nen allein aus dem Schutz des Privatlebens abgeleiteten Bewilligungsanspruch (überdurch-
schnittliche, besondere Integration) vorliegen müssten (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.2; Urteil des 
Bundesgerichts 2C_451/2009 vom 7. Dezember 2009 E. 2.2). Nach der Rechtsprechung fallen 
die sozialen Bindungen eines Ausländers im Aufenthaltsstaat und zur Gemeinschaft, in der er 
lebt – insbesondere wenn er im Aufenthaltsstaat geboren wurde –, in den Schutzbereich des 
Privatlebens. Unabhängig vom Bestehen eines Familienlebens wird deshalb bei im Aufenthalts-
staat geborenen und aufgewachsenen (erwachsenen) Ausländerinnen und Ausländern der 
zweiten Generation insbesondere dann ein Anspruch aus der kombinierten Garantie des Privat- 
und Familienlebens angenommen, wenn eine aufenthaltsbeendende Massnahme die Trennung 
von den hier lebenden Eltern und Geschwistern bedeutet (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 
2C_445/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 2.3; 2C_1193/2013 vom 27. Mai 2014 E. 2.2; 
2C_551/2013 vom 24. Februar 2014 E. 2.4; Urteil des EGMR Emre gegen die Schweiz 
[42034/04] vom 23. Juni 2008 § 60; Urteil des EGMR Üner gegen die Niederlande [46410/99] 
vom 18. Oktober 2006 § 59; MARTIN BERTSCHI/THOMAS GÄCHTER, Der Anwesenheitsanspruch 
aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, Schweizerisches Zentralblatt für Staats- 
und Verwaltungsrecht [ZBl] 2003, S. 231; Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- 

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und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 4. März 2015 [810 14 305] E. 3.4 ff.; vom 4. März 2015 
[810 14 255] E. 4.4.1) 
 
4.3. Bereits die Mutter des Beschwerdeführers wurde nach Angaben des Beschwerdefüh-
rers in der Schweiz geboren. So hält der Regierungsrat in seinem Beschluss auch fest, dass 
der Beschwerdeführer ein in der Schweiz geborener Ausländer “dritter Generation“ sei. Die El-
tern, die Schwester und beinahe die gesamte Verwandtschaft sowie der Bekanntenkreis des 
Beschwerdeführers wohnen in der Schweiz. Die Mutter, der Vater und die Schwester des Be-
schwerdeführers besitzen das Schweizer Bürgerrecht. Auf Frage antwortet der Beschwerdefüh-
rer anlässlich der heutigen Verhandlung, seine Eltern würden seit dem Jahre 1980 in der 
Schweiz leben und er besitze seit Geburt die Niederlassungsbewilligung. Seine Eltern hätten 
sich einbürgern lassen, als gegen ihn das Verfahren betreffend Strassenverkehrsdelikte hängig 
gewesen sei. Ihm sei mitgeteilt worden, dass er deshalb keine Chance auf Einbürgerung habe, 
weshalb er damals den Antrag auf Einbürgerung nicht gestellt habe.  
 
Der Beschwerdeführer ist zweifelsohne “zumindest“ als Ausländer der zweiten Generation zu 
bezeichnen. Er ist in F.____ geboren und in B.____ aufgewachsen, wo er auch die obligatori-
sche Schulzeit absolviert hat. Seit dem Wegzug von B.____ wohnt er in C.____. Er hat in der 
Schweiz das Eidgenössische Wirtepatent erlangt. Aus den Verfahrensakten und der heutigen 
Parteiverhandlung geht hervor, dass die Beziehung zumindest zu seinen Eltern gelebt wird. Die 
aufenthaltsbeendende Massnahme würde die Trennung von den hier lebenden Eltern und der 
hier lebenden Schwester bedeuten. Der Beschwerdeführer kann sich folglich auf seinen An-
spruch aus dem kombinierten Schutzbereich von Privat- und Familienleben gemäss Art. 8 
Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV berufen. Es kann folglich offen bleiben, ob sich der Be-
schwerdeführer auf diesen Anspruch auch aufgrund seiner langjährigen Beziehung zu seiner 
Partnerin, welche Schweizerbürgerin ist, berufen kann.  
 
4.4 Zusammenfassend kann sich der Beschwerdeführer vorliegend somit auf den durch 
die Niederlassungsbewilligung im Rahmen des Ausländergesetzes gewährten Rechtsanspruch 
auf Aufenthalt in der Schweiz sowie auf das Grundrecht auf Achtung des Privat- und Familien-
lebens berufen. 
 
5.1. Indes gelten weder der gesetzliche Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 34 Abs. 1 AuG 
noch der grundrechtliche Anspruch auf Privat- und Familienleben absolut. Der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung ist selbst dann möglich, wenn die ausländische Person in der 
Schweiz geboren wurde und ihr ganzes bisheriges Leben hier zugebracht hat (BGE 139 I 31 
E. 2.3.1; BGE 139 I 16 E. 2.2.1). 
 
5.2. Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG kann die Nieder-
lassungsbewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer län-
gerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der Län-
gerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Freiheits-
strafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der Berechnung 
nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2; BGE 135 II 377 E. 4.2). Keine Rolle spielt, 

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ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil des Bundes-
gerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist ebenfalls möglich, wenn 
die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b 
AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn sie durch ihr Handeln besonders hochwertige Rechts-
güter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beein-
drucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie auch künftig weder 
gewillt noch fähig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3; Urteil 
des BGer 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). Aus beiden Gründen kann die Nieder-
lassungsbewilligung auch bei Ausländern widerrufen werden, die sich seit mehr als fünfzehn 
Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). 
Nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK darf in das durch Ziff. 1 geschützte Rechtsgut eingegriffen werden, 
soweit der Eingriff gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demo-
kratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirt-
schaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafba-
ren Handlungen, zum Schutz der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Freiheiten an-
derer notwendig ist. 
 
5.3.1. Der Regierungsrat kommt in seinem Entscheid zum Schluss, dass der Widerrufsgrund 
Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG aufgrund der Verurteilung des Be-
schwerdeführers zu zweieinhalb Jahren gegeben ist. Er führt aus, dass die Art der Verurteilung 
und die Form der Tatbegehung bei der Beurteilung, ob ein Widerrufsgrund vorliege, nicht be-
rücksichtigt werden könne. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer in Mittäterschaft gehan-
delt habe, werde (allenfalls) bei der ermessensweisen Prüfung des Widerrufes der Niederlas-
sungsbewilligung sowie bei der Beurteilung der Verhältnismässigkeit der Wegweisung berück-
sichtigt.  
 
5.3.2. Der Beschwerdeführer erklärt in seiner Beschwerde an das Kantonsgericht, der Regie-
rungsrat führe in seinem Entscheid aus, dass die Form der Tatbegehung nicht berücksichtigt 
werden könne. Grundsätzlich könne diese formale Betrachtungsweise in Erwägung gezogen 
werden. Da die Vorinstanz diesen Standpunkt aber mit keinen Fundstellen aus der Rechtspre-
chung oder der Literatur belege, werde der Standpunkt der Vorinstanz bestritten und auch vor 
Kantonsgericht bestritten, dass der Widerrufsgrund des Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit 
Art. 62 lit. b AuG vorliege. Dem Beschwerdeführer sei strafrechtlich als Mittäter das Verhalten 
anderer Beteiligter bei einer Auseinandersetzung zweier Gruppen angerechnet worden. Im um-
fangreichen Beweisverfahren hätten dem Beschwerdeführer keine einzige Körperverletzung 
und auch kein Waffenbesitz zugeordnet werden können. In strafrechtlicher Hinsicht sei ihm der 
Tatbeitrag als Mittäter angerechnet worden, da er sich primär habe einspannen lassen, aber 
seine Rolle – so das Strafgericht – offenbar darin gesehen habe, den anderen den Rücken frei 
zu halten. Es sei sodann festgestellt worden, dass ihn unter den Mittätern das geringste Ver-
schulden getroffen habe. Dass sein eigener Tatbeitrag sich vergleichsweise bescheiden ausge-
nommen habe, sei zwar zu berücksichtigen, helfe dem Beschwerdeführer aber nur beschränkt, 
da er sich aufgrund der mittäterschaftlichen Tatbegehung grundsätzlich auch die Handlungen 
seiner Mittäter als seine eigenen anrechnen lassen müsse. Weiter sei zu beachten, dass die 

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Strafe teilbedingt und zwar bei einem bedingten Strafanteil von zwei Jahren ausgefallen sei. 
Der Beschwerdeführer sei für sein wohl unkritisches Verhalten im Zusammenhang mit den Vor-
gängen, die zur Verurteilung geführt hätten, strafrechtlich zu einer beinahe gleich hohen Strafe 
wie die anderen Beteiligten verurteilt worden. Das Strafgericht habe in diesem Zusammenhang 
festgestellt, dass der Umstand, dass sich sein eigener Tatbeitrag “vergleichsweise bescheiden 
ausgenommen“ habe, zwar zu berücksichtigen sei, dem Beschwerdeführer aber nur beschränkt 
helfe. Im migrationsrechtlichen Kontext werde dagegen bestritten, dass dem Beschwerdeführer 
bei dieser Konstellation ein – wie im vorliegenden Verfahren erforderlich – besonders schweres 
Gewaltdelikt zur Last gelegt werden könne.  
 
5.4.1. Das Bundesgericht hat sich mit der Frage auseinandergesetzt, was unter längerfristiger 
Freiheitsstrafe gemäss Art. 62 lit. b AuG zu verstehen sei (BGE 135 II 376 f. E. 4.2, mit weiteren 
Hinweisen). Es führt aus, dass sich zu dieser Frage sowohl das Gesetz als auch die Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 ausschweigen 
(Bundesblatt [BBl] 2002 3709 ff., insb. 3810). Die vorberatende Kommission des Nationalrates 
habe diese offene Formulierung als problematisch erachtet, da sie zu einer unterschiedlichen 
Interpretation in den Kantonen und mithin zu Rechtsungleichheiten führen könne. Die Kommis-
sionsmehrheit habe daher dem Nationalrat vorgeschlagen, den unbestimmten Begriff der "län-
gerfristigen Freiheitsstrafe" zu vermeiden und stattdessen die Formulierung "wenn die Auslän-
derin oder der Ausländer zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten oder wiederholt zu einer 
kurzen Freiheits- oder Geldstrafe verurteilt wurde" in den Gesetzestext aufzunehmen. Die eid-
genössischen Räte hätten dies jedoch aufgrund eines entsprechenden Antrags des Bundesra-
tes ablehnt. Dieser habe sinngemäss damit argumentiert, dass der von der Kommission vorge-
schlagene Wortlaut zu starr sei, während der Begriff "längerfristig" eine flexible, den Umständen 
des Einzelfalls und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit gerecht werdende Auslegung er-
laube. In der Lehre werde dagegen die Ansicht vertreten, dass die Auslegung eines unbestimm-
ten Rechtsbegriffes nicht mit der Frage der Verhältnismässigkeit einer Massnahme vermengt 
werden dürfe. Der Terminus "längerfristig" sei daher von der Rechtsprechung klar und vom 
konkreten Anwendungsfall losgelöst zu definieren. Hierbei rechtfertige es sich, auf einen 
Grenzwert von einem Jahr abzustellen, zumal ab dieser Strafhöhe die Geldstrafe als Sankti-
onsart ausscheide und ausschliesslich eine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden könne. Die 
genannten Lehrmeinungen würden überzeugen: Dass ausländerrechtliche Fernhaltemassnah-
men stets dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu genügen haben, ergebe sich bereits aus 
Art. 96 Abs. 1 AuG, welcher die behördliche Ermessensausübung regelt, sowie aus Art. 8 Ziff. 2 
EMRK. Es sei daher nicht erforderlich, die Auslegung von Art. 62 lit. b erster Satzteil AuG von 
den Umständen des Einzelfalls abhängig zu machen. Vielmehr erscheine es im Interesse der 
Rechtssicherheit und einer einheitlichen Anwendung des Bundesrechts als geboten, den ge-
nannten Widerrufsgrund in einer allgemeingültigen Weise zu präzisieren und einen feststehen-
den Grenzwert zu bestimmen, ab wann eine Freiheitsstrafe als "längerfristig" im Sinne des Ge-
setzeswortlauts zu gelten hat. Hierbei würden die strafrechtlichen Normen über das zulässige 
Mass der verschiedenen Sanktionen als geeigneter Anknüpfungspunkt erscheinen: Es leuchte 
ein, dass eine Freiheitsstrafe kaum als "längerfristig" zu bezeichnen sei, wenn sie sich in einem 
Rahmen bewege, der grundsätzlich auch die Verurteilung zu einer Geldstrafe zugelassen hätte. 
Anders sei dagegen dort zu entscheiden, wo aufgrund des hohen Strafbedürfnisses keine 

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Wahlmöglichkeit zwischen Freiheitsstrafe und Geldstrafe mehr besteht, sondern als Sanktion 
zwingend eine Freiheitsstrafe auszusprechen ist. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB sei dies der Fall, 
wenn die Dauer der auszusprechenden Strafe ein Jahr bzw. 360 Tage überschreite. Ein Wider-
rufsgrund i.S.v. Art. 62 lit. b erster Satzteil AuG (gegebenenfalls in Verbindung mit Art. 63 
Abs. 1 lit. a AuG) liege daher vor, wenn gegen eine ausländische Person eine Freiheitsstrafe 
von mehr als einem Jahr ausgesprochen worden sei. In jedem Fall rechtfertige sich ein Widerruf 
bzw. die Nichtverlängerung der Bewilligung aber nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzuneh-
mende Interessenabwägung die entsprechende Massnahme auch als verhältnismässig er-
scheinen lasse. Dabei seien namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integrati-
on bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie 
drohenden Nachteile zu berücksichtigen. Die Notwendigkeit einer Verhältnismässigkeitsprüfung 
ergebe sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK: Danach sei ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK 
geschützte Familienleben dann statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen sei und eine Mass-
nahme darstelle, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale Sicherheit, die öf-
fentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur 
Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der 
Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheine. Bei der Interessenabwägung im Rahmen 
von Art. 8 Ziff. 2 EMRK seien unter anderem die Schwere des begangenen Delikts zu berück-
sichtigen.  
 
5.4.2. Die Begründung des Bundesgerichts, dass der Terminus "längerfristig" losgelöst vom 
konkreten Anwendungsfall zu definieren sei, weil er als unbestimmter Rechtsbegriff nicht mit 
der Frage der Verhältnismässigkeit einer Massnahme vermengt werden dürfe, kann nur dazu 
führen, dass auch die Art der durch die Straftat verletzten Rechtsgüter und die Tatbeteiligung 
des Straftäters nicht entscheidend sein können für die Frage, ob der Widerrufsgrund erfüllt ist. 
Massbeglich für die Frage, ob ein Widerrufsgrund infolge einer längerfristigen Freiheitsstrafe 
gegeben ist, ist somit nur das Vorliegen einer mindestens einjährigen Freiheitsstrafe. Die Art 
der verletzten Rechtsgüter, die Beteiligungsart des Straftäters, die Tatumstände und die Länge 
der um ein Jahr überschreitenden Freiheitsstrafe sind anschliessend und ausschliesslich bei 
der Prüfung der Verhältnismässigkeit bzw. bei der Ermessensausübung zu berücksichtigen.  
 
5.5. Der Beschwerdeführer wurde gemäss rechtskräftigem Strafgerichtsurteil vom 12. Okto-
ber 2012 zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, demzufolge liegt den obigen Ausfüh-
rungen entsprechend – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – ein Widerrufsgrund im 
Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG vor. Ob sein Verhalten zu-
gleich als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne 
von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu werten ist, bedarf – wie der Regierungsrat korrekt festgehalten 
hat – keiner näheren Betrachtung, weil dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung kommt, 
wenn es an den Voraussetzungen für einen Widerruf aufgrund der Verurteilung zu einer länger-
fristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2; Urteil des BGer 2C_888/2012 vom 
13. März 2013 E. 3; 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). In der vorliegenden Konstellati-
on kommt ihm somit nur subsidiäre und damit keine entscheidwesentliche Bedeutung zu. Der 
gesetzliche Anwesenheitsanspruch ist damit grundsätzlich erloschen. Die Verurteilung zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe rechtfertigt dem Grundsatz nach gleichzeitig einen Eingriff in den 

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grundrechtlich begründeten Anwesenheitsanspruch, denn der angefochtene Entscheid stützt 
sich auf eine gesetzliche Grundlage und bezweckt die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ord-
nung sowie die Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen. Er verfolgt damit öffentliche Inte-
ressen, die in Art. 8 Ziff. 2 EMRK ausdrücklich erwähnt sind. 
 
6.1. Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nach Art. 63 AuG führt – wie bereits festgehal-
ten – nicht zwingend zum Entzug der Niederlassungsbewilligung. Vielmehr rechtfertigt sich der 
Widerruf und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) nach Art. 96 
Abs. 1 AuG nur dann, wenn diese Massnahme im Einzelfall gestützt auf eine umfassende Gü-
terabwägung verhältnismässig erscheint. Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berück-
sichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen 
(MARTINA CARONI, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen 
und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/
Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.48). Verlangt ist inso-
fern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen am Belassen der Bewil-
ligung und der öffentlichen Interessen an deren Widerruf, wobei Letztere in dem Sinne überwie-
gen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinwei-
sen). Zur Beurteilung der Frage, ob dies der Fall ist, sind namentlich die Schwere des Delikts 
und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten 
des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen 
Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE 
135 II 377 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 2C_1033/2013 vom 4. Juli 2014 E. 4.3). Die Nie-
derlassungsbewilligung eines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll zwar 
nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. 
schwerer Straffälligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein 
ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. z.B. das Urteil des BGer 2C_562/2011 
vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen, 
wiederholt straffällig gewordenen 43-jährigen Türken]). Bei schweren Straftaten, Rückfall und 
wiederholter Delinquenz, insbesondere bei Gewalt- und Betäubungsmitteldelikten, besteht ein 
wesentliches öffentliches Interesse, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verhütung von 
(weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausländers zu beenden (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 
137 II 233 nicht publizierte E. 3.1). Was das Fernhalteinteresse anbetrifft, so muss gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei schweren Straftaten – wozu auch gravierende Delikte 
gegen Leib und Leben gehören – selbst ein geringes Restrisiko weiterer Delinquenz nicht in 
Kauf genommen werden (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGE 130 II 176 E. 4.2 - 4.4 mit Hinweisen). In 
diesem Zusammenhang ist auch auf die Bestimmungen von Art. 121 Abs. 3 - 6 BV hinzuwei-
sen. Gemäss diesen Bestimmungen verlieren Ausländerinnen und Ausländer unabhängig von 
ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht sowie alle Rechtsansprüche auf Aufent-
halt in der Schweiz, wenn sie unter anderem wegen eines "Gewaltdelikts" rechtskräftig verurteilt 
worden sind (Art. 121 Abs. 3 lit. a BV). Zwar sind diese Verfassungsbestimmungen gemäss der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht direkt anwendbar, das Bundesgericht hat aber fest-
gehalten, der vom Verfassungsgeber zum Ausdruck gebrachten Wertung sei insoweit Rech-
nung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu übergeordnetem Recht bzw. zu keinen Kon-
flikten mit dem Beurteilungsspielraum führe, den der EGMR den einzelnen Konventionsstaaten 

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bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausländerpolitik zugestehe (BGE 139 I 31 E. 2.3.2; 
BGE 139 I 16 E. 5.3). Gleich wie Art. 96 Abs. 1 AuG verlangt auch die EMRK in diesem Zu-
sammenhang eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Belas-
sung der Niederlassungsbewilligung und den öffentlichen Interessen an deren Widerruf. Der 
EGMR stützt sich bei der Beurteilung der Zulässigkeit aufenthaltsbeendender Massnahmen im 
Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK auf die gleichen Aspekte wie die bundesgerichtliche Praxis 
(ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., S. 13; BGE 139 I 31 E. 2.3.3). Daraus folgt, dass eine Massnahme, die 
sich im Sinne von Art. 96 Abs. 1 AuG als verhältnismässig erweist, grundsätzlich auch vor Art. 8 
EMRK standhält (vgl. Urteil des BGer 2C_218/2010 vom 27. Juli 2010 E. 4). 
 
6.2. Somit bleibt nachfolgend anhand der dargelegten Rechtslage zu prüfen, ob unter Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die öffentlichen Interessen am 
Widerruf der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an ei-
nem Verbleib in der Schweiz überwiegen. 
 
7.1. Der Beschwerdeführer ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen und lebt somit 
seit über 32 Jahren in der Schweiz. Bis im Jahr 2001 hat er in B.____ gelebt, wo er auch seine 
gesamte Schulzeit verbracht hat. Anschliessend ist er mit seiner Familie nach C.____ gezogen, 
wo er jetzt noch mit seiner Familie lebt. Nach Absolvierung der obligatorischen Schule war er in 
den durch die Familie geführten Restaurationsbetrieben engagiert. 2001 erlangte er das Eidge-
nössische Wirtepatent und war seither an verschiedenen Stellen in verschiedenen Betrieben 
tätig. In der Zeit von 2004 bis 2010 arbeitete er zusätzlich als Sicherheitsdienstmitarbeiter. Seit 
dem 3. März 2014 ist er gemäss Arbeitsvertrag vom 21. Februar 2014 und gemäss dem anläss-
lich der Verhandlung eingereichten Zwischenzeugnis vom 14. August 2015 mit einem 100% 
Pensum als Büromitarbeiter bei der Firma G.____ GmbH in Basel angestellt. Der Beschwerde-
führer spricht Schweizerdeutsch und bezeichnet in seinem mit der Stellungnahme vom 7. April 
2014 an das AfM eingereichten Lebenslauf Deutsch als seine 1. Muttersprache und Türkisch 
als seine 2. Muttersprache. Die Eltern, die Schwester, weitere 30 Familienmitglieder, seine 
langjährige Schweizer Freundin H.____ und sein Bekanntenkreis leben in der Schweiz. Die 
grosse Mehrheit der 30 Familienmitglieder besitzt das Schweizer Bürgerrecht. Der Beschwerde-
führer war nie auf Arbeitslosengelder angewiesen und musste auch nicht auf andere Weise von 
der öffentlichen Hand unterstützt werden. Er verfügt gemäss Betreibungsregisterauszug für den 
Zeitraum vom 1. Januar 1992 bis 14. Mai 2014 abgesehen von einer Betreibung über 
Fr. 361.60 über einen ungetrübten betreibungsrechtlichen Leumund. Die Eltern des Beschwer-
deführers erklären in ihrem Schreiben vom 21. Juli 2014, vor Jahren in C.____ die Liegen-
schaft, in welcher sich das Restaurant I.____ befinde, gekauft und renoviert zu haben und das 
Restaurant selber zu führen. In dieser Liegenschaft würden sie und ihr Sohn leben. Ihr Sohn 
könne nach ihrer Pensionierung bzw. schon früher, wenn das Krebsleiden des Vaters des Be-
schwerdeführers negativ verlaufen sollte, den Betrieb übernehmen. Im Schreiben vom 13. Juni 
2014 an den Regierungsrat bittet die Gemeindeverwalterin der Gemeinde J.____, K.____, auf 
den Wegweisungsentscheid zurückzukommen. In diesem Schreiben erklärt sie, die Familie des 
Beschwerdeführers seit mehr als 20 Jahren zu kennen und zu der ganzen Familie einen sehr 
engen Kontakt zu pflegen. Die Familie sei in der Schweiz “sehr integriert“. In der Türkei leben 
zwar vier weitere Familienmitglieder, gemäss den Angaben des Beschwerdeführers besteht 

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aber zu diesen kein Kontakt. Der Beschwerdeführer war bisher nach eigenen Angaben fünf Mal 
in der Türkei, drei Mal um dort Ferien zu verbringen, einmal um die Augen zu lasern und einmal 
um die Leiche eines türkischen Kollegen in die Türkei zu überführen und sie beerdigen zu las-
sen. Viele der vom Beschwerdeführer genannten Bekannten und Freunden in der Schweiz tra-
gen einen Familiennamen, der auf einen türkischen Migrationshintergrund schliessen lässt. Ei-
ne Verbundenheit zu der Türkei und der türkischen Kultur ist aufgrund der gesamten Umstände 
zweifelsohne gegeben. Wie er selber mitteilt, ist die Schweiz aber seine Heimat. Aufgrund der 
ganzen Umstände ist die Verbundenheit zur Schweiz um ein vielfaches stärker als jene zur Tür-
kei. Aufgrund der lebenslangen Anwesenheitsdauer in der Schweiz, der familiären Situation, der 
Beziehungsverhältnisse, der Arbeits- und Ausbildungssituation, der Integration (mit Ausnahme 
der begangenen Straftaten), der finanziellen Lage, der Sprachkenntnisse und des persönlichen 
Umfeldes, sind die privaten Interessen des Beschwerdeführers, in der Schweiz bleiben zu kön-
nen, äusserst hoch zu gewichten.  
 
7.2.1. Das öffentliche Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung 
liegt in der Delinquenz des Beschwerdeführers. 
 
7.2.2. Aus der vom Beschwerdegegner erstmals anlässlich der Parteiverhandlung eingereich-
ten Urteilsliste ist ersichtlich, dass je ein Verfahren gegen den Beschwerdeführer wegen Dro-
hung und Tätlichkeit und wegen Tätlichkeit und Körperverletzung am 19. Januar 2001 bzw. am 
27. April 1998 eingestellt wurde. Wegen unberechtigten Verwendens eines Motorfahrrades bzw. 
Verletzung sonstiger SVG-Bestimmungen wurde der Beschwerdeführer am 11. November 1998 
zur Erbringung einer Arbeitsleistung von 4 halben Tagen verpflichtet. Wegen der Entwendung 
eines Fahrrades zum Gebrauch wurde er am 9. Oktober 2000 zur Bezahlung einer bedingten 
Busse von Fr. 100.-- verurteilt. Am 4. März und am 24. März 1994 wurde er wegen Diebstahls 
zu jeweils einer Arbeitsleistung von 3 halben Tagen verpflichtet. Die Verfahren im Zusammen-
hang mit Drohung, Tätlichkeit und Körperverletzung wurden eingestellt. Bei den nicht eingestell-
ten Verfahren handelt es sich um geringfügige Delikte, welche nicht der Kategorie Gewalt- oder 
Betäubungsmitteldelikte angehören, und für die der Beschwerdeführer gesamthaft zur Erbrin-
gung einer Arbeitsleitung von 10 halben Tagen und einer Busse von Fr. 100.-- verurteilt wurde. 
Überdies liegen diese alle über 14 Jahre zurück. Zudem hat der Beschwerdeführer diese als 
Minderjähriger begangen. Diese können somit im vorliegenden Fall als unbeachtlich qualifiziert 
werden. Die Frage, ob diese Liste nicht verspätet eingereicht worden ist, kann folglich offen 
gelassen werden.  
 
7.2.3. Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil vom 23. April 2003 wegen grober Verletzung 
der Verkehrsregeln sowie mehrfacher einfacher Verletzung der Verkehrsregeln zu einer beding-
ten Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Mit Urteil vom 23. November 2011 wurde er wegen Fahren 
in fahrunfähigem Zustand, mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz so-
wie mehrfacher Widerhandlung gegen das kantonale Gastgewerbegesetz zu einer bedingt voll-
ziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.-- und einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. 
Wie aus dem Journal der Polizei ersichtlich ist, kam es zu der Verurteilung wegen Fahren in 
fahrunfähigem Zustand und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
aufgrund einer Verkehrskontrolle vom 13. März 2011, bei welcher beim Beschwerdeführer ein 

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Drogenschnelltest durchgeführt wurde, der auf THC und Kokain positiv verlief. Der Drägertest 
ergab einen Wert von 0.13 Promille.  
 
Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Stadt vom 12. Oktober 2012 wurde der Beschwerdeführer der 
mehrfachen versuchten schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung mit einer 
Waffe sowie des Angriffs schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren 
verurteilt, davon zwei Jahre mit bedingtem Strafvollzug, unter Auferlegung einer Probezeit von 
drei Jahren. Gemäss Strafgerichtsurteil vom 12. Oktober 2012 wog das Verschulden der Be-
schuldigten 1 bis 4 (der Beschwerdeführer war der Beschuldigte 4) ausserordentlich schwer. 
Fusstritte und Schläge mit einer Schlagrute gegen den Kopf würden das Risiko verheerender 
Verletzungen mit Todes- oder lebenslangen Verletzungsfolgen bergen und müssten als beson-
ders gravierend und verwerflich bezeichnet werden. Die Beschuldigten 1 bis 4 hätten planmäs-
sig gehandelt, indem sie sich in Absicht, ihre Opfer zu verprügeln, formiert hätten, ihre Opfer 
abgepasst, diese verfolgt und sie schliesslich mit unerbittlicher Härte verdroschen hätten. Ihr 
Verschulden wiege umso schwerer, als sie ihren Opfern nicht nur in Überzahl (vier Angreifer, 
zwei Angegriffene) gegenüber getreten seien, sondern mit den Beschuldigten 3 und 4 (und so-
mit u.a. mit dem Beschwerdeführer) zwei kampftüchtige Security-Leute sowie überdies eine 
gefährliche Schlagwaffe auf ihrer Seite gewusst hätten.  
 
Weiter ist im Strafurteil zu lesen, dass den Beschwerdeführer unter den vier Mittätern das ge-
ringste Verschulden treffe. Indessen habe auch er sich in Kenntnis des gemeinsamen Vorha-
bens in dieses einspannen lassen und sei bis zuletzt bei der Gruppe der Mittäter geblieben, 
wenngleich sein Tatbeitrag in jeder Phase der Vergeltungsaktion am bescheidensten ausgefal-
len sei. Insbesondere hätte er während den eigentlichen Kampfhandlungen längst nicht in der 
Weise zugelangt wie es ihm “als Security-Mann“ ohne weiteres möglich gewesen wäre. Auch er 
habe – ähnlich wie der Beschuldigte 3 – seine Rolle offenbar primär darin gesehen, den Be-
schuldigten 1 und 2 den Rücken freizuhalten und diese möglichst ungestört Vergeltung üben zu 
lassen. Dem Tat- und Täterverschulden des Beschwerdeführers entspreche eine Freiheitsstrafe 
von 2 ½ Jahren. Dass sein eigener Tatanteil sich vergleichsweise bescheiden “ausnahm“, sei 
zwar zu berücksichtigen, helfe dem Beschwerdeführer aber nur beschränkt, da er sich aufgrund 
der mittäterschaftlichen Tatbegehung grundsätzlich auch die Handlungen seiner Mitttäter als 
seine eigenen anrechnen lassen müsse.  
 
Die Beschuldigten 1 und 2 wurden jeweils zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, der Beschul-
digte 3 zu einer von 2 ¾ Jahren und der Beschwerdeführer zu einer von 2 ½ Jahren verurteilt. 
Bei allen vier Beschuldigten wurde der bedingte Strafvollzug jeweils im Rahmen von 2 Jahren 
gewährt. 
 
7.2.4. Eine Minderheit des Gerichts kommt zum Schluss, dass das Verschulden im auslän-
derrechtlichen Verfahren anders als im strafrechtlichen beurteilt werden kann und im vorliegen-
den ausländerrechtlichen Verfahren das Verschulden des Beschwerdeführers als geringer als 
im strafrechtlichen Verfahren zu bewerten ist, da er sich aufgrund der mittäterschaftlichen Tat-
begehung grundsätzlich auch die Handlungen seiner Mittäter als seine eigenen anrechnen las-
sen musste und sein Tatanteil sich im Vergleich zu demjenigen Tatanteil der anderen Beschul-

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digten vergleichsweise bescheiden gestaltete. Eine weitere Minderheit des Gerichts kommt zum 
Schluss, dass im Strafgerichtsurteil bei der Frage der Strafzumessung die Schwere der durch 
den Beschwerdeführer begangenen Tat und seines Verschuldens nicht genügend beurteilt wur-
den. Dies könne dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen.  
 
Der Beschwerdeführer wurde zu einer teilbedingten Strafe verurteilt. Dies zeigt, dass das Straf-
gericht dem Beschwerdeführer keine schlechte Prognose gestellt hat, ansonsten (bei der Vor-
strafe von 60 Tagessätzen) keine teilbedingte Strafe hätte ausgesprochen werden dürfen. Aus 
den Akten und auch anlässlich der heutigen Verhandlung hat der Beschwerdeführer – wie die 
Vorinstanzen festhalten – bedauerlicherweise zwar nie sein Bedauern ausgesprochen, den 
zwei Opfern Leid zugefügt zu haben, ausserdem wurde ihm vorgeworfen, die Tat bagatellisiert 
zu haben. Er hat jedoch glaubwürdig wiederholt, dass seine Lebensqualität und diejenige seiner 
Eltern und seiner Freundin durch die Straftat und deren Folgen stark beeinträchtigt worden sei 
und er alles daran setze, nie mehr eine derartige Straftat zu begehen. Des Weiteren war der 
Beschwerdeführer vor der Verurteilung vom 12. Oktober 2012 nie wegen Gewaltdelikten verur-
teilt worden. Zudem hat sich der Beschwerdeführer seit der Entlassung aus der Untersuchungs- 
bzw. Sicherheitshaft im Jahr 2012 nichts zu Schulden kommen lassen. 
 
7.3. Die Mehrheit des Gerichts kommt zum Schluss, dass bei einer Gesamtwürdigung die 
privaten Interessen des Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz höher zu gewichten 
sind, als die öffentlichen Interessen am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und an der 
Wegweisung. Dabei haben vor allem die Tatsache, dass der Beschwerdeführer sein ganzes 
Leben hier verbracht hat, seine Eltern, seine Schwester und die Mehrheit seiner Verwandten 
hier wohnen und abgesehen von der begangenen Straftat, – welche keinesfalls verharmlost 
werden darf, – als gut integriert zu gelten hat, den Ausschlag gegeben. In Anbetracht der ge-
samten Umstände erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung somit nicht als ver-
hältnismässig.  
 
8. Gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG können Ausländerinnen und Ausländer unter Androhung 
einer Massnahme verwarnt werden, wenn diese begründet, aber nach den Umständen nicht 
angemessen ist (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2C_446/2014 vom 5. März 2015 E. 4). Die 
vom Beschwerdeführer begangene Straftat richtet sich gegen die Rechtsgüter “Leib und Le-
ben“, ist nicht von unbeachtlicher Schwere und keinesfalls zu verharmlosen. Die Tatsache, dass 
der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als unverhältnismässig qualifiziert wird, liegt im 
vorliegenden Fall darin, dass die privaten Interessen des Beschwerdeführers aufgrund seiner 
Eigenschaft als Ausländer der zweiten Generation, der Anwesenheit seiner eingebürgerten Fa-
milie und des grossen Teils seiner Verwandtschaft, seiner beruflichen und wirtschaftlichen In-
tegration als besonders hoch gewichtet wurden. In Anbetracht der gesamten Umstände recht-
fertigt es sich, anstelle des Widerrufs den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 96 Abs. 2 AuG 
förmlich zu verwarnen, was hiermit erfolgt. Sollte der Beschwerdeführer danach erneut in rele-
vanter Weise straffällig werden oder in relevanter Weise gegen die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährden oder die innere oder 
die äussere Sicherheit gefährden und damit das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen 

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missbrauchen, muss er trotz seiner langen Anwesenheit mit dem Widerruf seiner Niederlas-
sungsbewilligung rechnen.  
 
9.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver-
bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden 
Partei auferlegt. Da den kantonalen Behörden gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahrens-
kosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen, werden keine Ver-
fahrenskosten erhoben.  
 
9.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts bzw. 
einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugespro-
chen werden. In ihrer Honorarnote vom 27. April 2015 macht die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers für die Zeit vom 18. November 2014 bis 8. April 2015 einen Aufwand von 
8 Stunden und 15 Minuten à Fr. 250.-- sowie Spesen in der Höhe von Fr. 113.-- geltend. In ihrer 
Honorarnote vom 19. August 2015 stellt sie für den Zeitraum vom 18. Mai 2015 bis 18. August 
2015 einen Aufwand von 2 Stunden und 15 Minuten à Fr. 250.-- und Spesen in der Höhe von 
Fr. 4.-- in Rechnung. Beide Honorarnoten sind nicht zu beanstanden. Für die heutige Parteiver-
handlung und die Vorbereitung derselben werden der Rechtsvertreterin 3.5 Stunden zugespro-
chen. Der Regierungsrat hat demzufolge dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 
Fr. 3‘906.30 (14 Stunden à Fr. 250.-- inklusive Fr. 117.-- Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen.  
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 1698 vom 11. November 2014 aufgehoben. 
   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrecht-

lich verwarnt.  
   
 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli-

chen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen.  
 

 
 

4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- wird dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet. 
 

 5. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwer-
deführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘906.35 (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin