# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce1609fe-d377-592d-9251-4fd0b4c62881
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-28
**Language:** de
**Title:** Reduktion der ganzen auf Dreiviertelsrente rechtens, da gestützt auf polydisziplinäres Gutachten vom Wiedererlangen einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen ist; Abweisung. (BGE 8C_339/2014)
**Docket/Reference:** IV.2013.01059
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.01059.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.01059
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
28. Februar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
Schaffhauserstrasse
345, Postfach 6734, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1959 geborene
X.___
meldete sich am 20. Februar 2007 zum Bezug von Leistungen (Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeits
vermittlung) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 5/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, gewährte in der Folge
nach beruflichen, erwerblichen und medizinischen Abklärungen - Kosten
gut
sprache für eine lerntechnische Vorbereitung und Abklärung bei einer Han
delsschule (Urk. 5/20)
sowie
für eine Umschulung bis zum Handels
diplom (Urk. 5/33
-
36, Urk. 5/49). Nachdem der Versicherte die Umschulung am 31. Mai 2010 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgebrochen hatte, er
klärte die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen am 11. Juni 2010 für beendet (Urk. 5/58).
Nach weiteren Abklärungen und Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (Urk. 5/89) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2. Oktober 2012 (Urk. 5/94) mit, dass er ab 1. Juni 2011 Anspruch auf eine ganze und ab 1. April 2012 auf eine halbe Invalidenrente habe. Auf diesen Vor
bescheid kam sie
-
auf
hiegegen
erhobenen Einwand (Urk. 5/98, Urk. 5/103) hin
am 9. Januar 2013 zurück und stellte dem Versicherten nun ab April 2012 statt einer halben eine
Dreiviertelsrente
in Aussicht (Urk. 5/107). Auf dessen erneuten Einwand (Urk. 5/109) hin verfügte
s
ie am 15. beziehungsweise am 26. März 2013 für die Zeit von Juni 2011 bis März 2012 eine
auf einem
Invali
ditätsgrad
von 100 %
basierende
ganze Rente
und ab April 2012
eine auf
einem Invaliditätsgrad von 62 %
basierende
Dreiviertelsrente
(
Urk. 5/113,
Urk. 5/114 S. 14-17, Urk. 5/115 S. 13-18).
Gegen diese drei Rentenverfügungen liess
X.___
a
m 2
9. April 2013
in den Prozessen Nr. IV.2013.00386-00388
Beschwerde erheben und sinngemäss beantragen, es sei ihm ab 1. Juni 2011 eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen
(Urk. 5/114 S.
3-13
, Urk. 5/115 S. 3-12, Urk. 5/116 S. 3-13
)
. Die IV-Stelle schloss am 24. Mai 2013 – unter Hin
weis darauf, dass dem
Versicherten
versehentlich ein unvollständiges Exemplar der Rentenverfügung(en) zugestellt worden sei – auf Abweisung aller drei Beschwerden (Urk.
5/117
).
Mit Beschluss und Urteil vom 31. Mai 2013 (Urk. 5/120) vereinigte das hiesige Gericht die Prozesse Nr. IV.2013.00387 und Nr. IV.2013.00388 mit dem Prozess Nr. IV.2013.00386, schrieb die beiden erst
genannten Prozess
e
als dadurch erledigt ab und hiess die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die angefochtenen Verfügungen aufhob und die Sache
an
die IV-Stelle zurückwies
,
damit diese dem
Versicherten
eine Verfügung mit voll
ständiger Begründung zustelle
.
1.2
Nach erneuter Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 5/125,
Urk. 5/130, Urk. 5/133) sprach die IV-Stelle dem Versicherten daraufhin mit Verfügungen vom 15. Oktober 2013 (Urk. 2/1-2) abermals eine ganze Rente für die Periode vo
m
1. Juni 2011 bis 31. März 2012 und eine
Dreiviertelsrente
f
ür die Zeit ab 1. April 2012 zu.
2.
Gegen diese Verfügungen (Urk. 2/1-2) liess
X.___
am 19. November 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 15. Oktober 2013 aufzuheben und eine Rente über den bereits anerkannten Invaliditätsgrad von 62 % hinaus basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % zu gewähren – und zwar für die gesamte Periode vor April 2012, aber auch für die Jahre danach sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die vollschichtige Rente zu verfügen.
2.
Eventualiter
: Es
sei die Verfügung vom 15. Oktober 2013 au
f
zuheben, an die Vorinstanz zurückzuweisen zwecks Vornahme neuer Abklärun
gen und Zulassung von Ergänzungsfragen.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz.“
Die IV-Stelle schloss am 18. Dezember 2013
-
unter Hinweis auf die Begrün
dung in der angefochtenen Verfügung und auf die Akten
-
auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 4), was dem Beschwerdeführer am 19. Dezember 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
begründete ihre Verfügungen vom 15. Oktober 2013 im Wesentlichen – unter Hinweis auf das Gutachten
der MEDAS
Y.___
vom 10. Juli 2012 (Urk. 5/89) -
damit, dass
der Beschwerdeführer nach Ablauf des Wartejahrs a
b
1. Juni 2011 in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei und demnach Anspruch auf
eine
ganze Rente gehabt habe. Infolge einer per 1. Januar 2012 eingetretenen Verbesserung des Gesundheitszustandes sei er seither wieder in der Lage
,
im Pensum von 50 % einer leidensangepassten Tätigkeit nachzugehen und damit ein 62 % unter dem
Validenlohn
liegendes Einkommen zu erzielen.
Seit
1. April 2012 bestehe demnach noch Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 2/2 S. 6 ff., Urk. 4).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
sein Gesundheitszusta
nd habe sich nicht ver
bessert.
Wegen
der massiven Rückenschmerzen sei seine Konzentrationsfähigkeit derart einge
schränkt, dass er nicht länger als eine Stunde pro Tag zu arbeiten imstande sei. Es sei demnach von einer medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit von maximal 20 % auszugehen (Urk. 1 S. 8 f.). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei er – selbst unter Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und ohne Gewährung eines leidensbedingten Abzugs
– höchstens noch in der Lage, ein 75 % unter dem
Valideneinkommen
lieg
endes Salär zu erzielen. Daher
habe er auch über den 31. März 2012 hinaus Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 1 S. 9 ff.). Eventualiter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese ihm die Möglichkeit einräume, den Gutachtern der MEDAS Ergänzungsfragen zu stellen, und hernach über seinen Rentenanspruch ab Juni 2012 neu verfüge (Urk. 1 S. 11 f.).
3.
3.1
Dr. med.
Z.___
,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, stellte am 29. März 2007 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/13 S. 1):
-
Psoriasis-Arthritis, unter Langzeittherapie aktuell relativ stabil
-
Psychosymptom-Komplex
-
Intermittierende Lumbalgien bei massiver Skoliose der Wirbelsäule,
Spon
dylolyse
von L5/S1 mit
Listhesis
und intermittierend Reizung und Irritation der Nervenwurzeln L4 bis S1 beidseits
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe das überdies bestehende Überge
wicht (75 kg bei 167 cm). Körperlich belastende Tätigkeiten seien – insbeson
dere wegen der Psoriasis-Arthritis und
aufgrund
der Befunde im Bereich der Wirbelsäule – ungeeignet (Urk. 5/13 S. 2). Eine leichtere Tätigkeit, etwa im administrativen beziehungsweise Bürobereich, sei dem Beschwerdeführer
, der derzeit zu 100 % als Aushilfskraft in einem Spital arbeite (Urk. 5/13 S. 1),
indes
im Pensum von 30 bis 40 Stunden pro Woche zumutbar (Urk. 5/13 S. 2 und S. 4).
3.2
Dr.
A.___
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte in seinem Bericht vom 5. April 2007 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/14 S. 1):
-
Depressive Reaktion mit psychotischen Symptomen, ICD-10 F32.3, beste
hend seit 1997
-
Anpassungsstörung nach Verlust des Arbeitsplatzes bei der
B.___
;
ICD-10 F43.2, seit 1. Januar 2007
Der Gesundheitszustand des – seit 17. November 2004 bei ihm in Behandlung stehenden (Urk. 5/14 S. 2) – Beschwerdeführers habe sich
infolge des definitiven
Verlusts der Stelle bei der
B.___
Ende 2006
drastisch verschlechtert
. Bei der Arbeit im Archiv eines Spitals sei die Leistungsfähigkeit gemäss dem dortigen Vorgesetzten in der Folge von 100 auf 20 % abgesackt (Urk. 5/14 S. 5).
Um die Arbeitsfähigkeit wieder zu trainieren, gehe der Beschwerdeführer nun s
eit dem 2. April 2007 einer Beschäftigung
im Rahmen des Projekts ‚Chance‘
nach (Urk. 5/14 S. 6).
3.3
Dr. med.
C.___
,
Fachärztin
FMH
für Neurochirurgie, stellte am 28. Oktober 2010 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (Urk. 5/71 S. 3):
-
Verdacht auf Instabilität mit Rekurrenz-Lumbago und
pseudoradikulärer
Schmerzausstrahlung am
Nervus
glutaeus
major
rechts
-
Lumboradikuläres
Schmerz- und schweres motorisches
Ausfallsyn
drom
L5 rechts bei
Spondylolyse
beidseits mit
Anteriolisthese
L5 Grad I und
foraminale
Einengung beidseits bei
Protrusion
, zusätzlich mit Kom
pression L5 rechts
-
Status nach mikrochirurgischer Dekompression L5 beidseits,
Fenestration
L5/S1 beidseits,
Hemilaminektomie
L5 beidseits,
Neurolyse
L5 beidseits,
Foraminotomie
L5 beidseits und Diskektomie L5 beidseits am 21. Juli 2009
-
Status nach
transpedikulärer
und
interkorporeller
Repositionsspondylo
dese
L5 bis S1 mit Click-X-System, zwei monoaxialen Sch
rauben, zwei polyaxialen Repositionsschrauben, zwei Stäben und zwei
interkorporel
len
Kontakt-Fusion-Cages am 21. Juli 2009
-
Status nach Acht-Kanal EMG-Monitoring während der ganzen Operation
-
Gute Erholung der motorischen Ausfälle am
Musculus
tibialis
anterior
rechts
-
Status nach Mikrodiskektomie
(MD)
L4/5 rechts (
Fenestration
L4/5 rechts, Diskektomie,
Neurolyse
L4 rechts) am 30. September 2010
-
Status nach
transpedikulärer
und
interkorporeller
Re-
Spondylodese
und
Spondylodese
-Aufbau L4 bis S1 am 3
0.
September 2010
-
Status nach EMG
-
Monitoring (acht Kanäle), EMG-Tastsonde für
Schrau
benkanäle
am 30. September 2010
Seit der Operation vom 30. September 2010 und noch bis zum 15. Dezember 2010 sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig.
Eine Arbeitsprogn
ose lasse sich noch nicht stellen. Es werde noch abgeklärt,
weshalb postoperativ intermittierend massive, ins
Dermatom
L5 rechts ausstrahlende Schmerzen auf
träten (Urk. 5/71 S. 2).
3.4
Die Ärzte des
D.___
stellte
n
am 15. Dezember 2010 fol
gende Diagnosen (Urk. 5/72 S. 5):
-
Residuelle
Gesässschmerzen recht
s
bei Status nach Re-
Spondylodese
am 30. September 2010
-
Status nach MD L4/5 und
transpedikulärem
und
interkorporellem
Spondy
lodesenaufbau
L4-S1 vom 30. September 2010
-
Status nach MD L5 beidseits und
transpedikulärer
und
interkorporeller
Repositionsspondylodese
L5-S1 vom 21. Juli 2009
-
Schraubenlockerung L5 rechts
-
Berufliche Umschulung in Büroberuf unterbrochen
Die Schmerzen hätten sich
soweit
gebessert
, dass der Beschwerdeführer nun gut damit umgehen könne. N
eurologische Ausfälle und
radikuläre
Reizzeichen bestünden keine mehr. Anfangs 20
1
1 werde mit einer kräftigenden Therapie begonnen. Mittelfristig
sei
wo
hl die
Wiederaufnahme der
– wegen der
Rücken
symptomatik
unterbrochene
n
– Umschulung
sinnvoll
(Urk. 5/72 S. 6)
.
3.5
Dr.
C.___
gab am 31. März 2011 an, seit der letzten Operation am 30. September 2010 sei es zu keiner Verbesserung der
Lumboischialgie
-Schmer
zen mit Ausstrahlung ins
Dermatom
L5 rechts gekommen. Bis auf
Weiteres
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 5/78 S. 2).
3.6
Dr.
Z.___
gab am 7. Mai 2011 an,
zusätzlich zur
bekannten schweren
Rücken
problematik
bestehe eine Multimorbidität
(vgl. dazu
Urk.
5/79/2-8)
. Unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden habe vom 1. Juni 2010 bis 26. April 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit 27. April 2011 sei der Beschwerdeführer noch zu 70 % arbeitsunfähig (Urk. 5/79 S. 1).
3.7
Gestützt auf die Ergebnisse ihrer anfangs März 2012 durchgeführten
poly
diszipli
nären
Untersuchung stellten die Ärzte der MEDAS
Y.___
im Gutachten vom 10. Juli 2012 nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/89 S. 22):
-
Ausgeprägtes
Lumbovertebralsyndrom
, partiell
regredient
, bei Status nach Revisions-
Spondylodese
L3 bis S1 von
dorsal am 19. September 2011
-
Status nach
transpedikulärer
und
interkorporeller
Re-
Spondylodese
,
Spondylodesenaufbau
L4 bis S1 sowie Mikrodiskektomie L4/5 rechts am 30. September 2010
-
Status nach
transpedikulärer
und
interkorporeller
Repositions-Spon
dy
lodese
L5 bis S1 sowie mikrochirurgischer Dekompression L5 beid
seits am 21. Juli 2009
-
ungünstige vertebrale Statik: rechtskonvexe
thorakolumbale
Skoliose, Flachrücken
-
mögliche Mitbeteiligung der
Spondarthropathie
-
Psoriasis-assoziierte
Spondarthropathie
mit peripherem sowie möglichem axialem Gelenksbefall
-
aktuell polyarthritischer Schub (erhöhte humorale
Entzündungszei
chen
, kleine und mittelgrosse Gelenke)
-
mit
erosiv
destruktiven Veränderungen, vor allem
Dig
. II
I
/IV links
-
mit ISG-Veränderungen: möglicherweise entzündlich bedingte Rücken
schmerzen, schwierig abgrenzbar von vorangehender
Hauptdi
agnose
Die zudem bestehende
Immunthyreopathie
mit grenzwertiger Funktion beein
trächtige die Arbeitsfähigkeit nicht.
Gemäss der Beurteilung der Ärzte der
E.___
vom 7. Dezember 2011 (vgl. Urk. 5/89 S. 14) sei der Beschwerdeführer v
om 1. Juni 2010 bis 31. Dezember 2011 in jeglicher Tätig
keit gänzlich arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. Januar 2012 bestehe i
n der angestammten und jeder anderen körperlich mittelschweren oder schweren Tätigkeit aufgrund der massiv verminderten Belastbarkeit des Achsenorgans und der aktiven Psoriasis
-
A
rthropathie
mit hauptsächlich peripherem
Gelenks
befall
dauerhaft eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine leichte, sitzende oder stehende Tätigkeit
mit
einer maximalen Sitzdauer von einer Stunde
und
der Möglichkeit
,
die Lage zu wechseln,
sei dem Beschwerdeführer aufgrund der rheumatologischen Befunde noch zu maximal 50 % zumutbar (Urk. 5/89 S. 23
und S. 35
).
Aus psychiatrischer Sicht sei gestützt auf die Berichte des behan
delnden Psychiaters davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer wegen einer depressiven Anpassungsstörung höchstens bis zum Beginn der Umschulung am 7. Februar 2009
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei
.
Im Zeit
punkt der Begutachtung habe – abgesehen von einer akzentuierten Persönlich
keit (ICD-10 Z73.1) – ein psychopathologisch unauffälliger Zustand vorgelegen (Urk. 5/89 S. 20).
4.
4.1
4.1.1
Der Beschwerdeführer teilte der IV-Stelle am 13. März 2012, mithin rund eine Woche
nach
den am
6.,
7.
und 8. März 2012
erfolgten Untersuchungen durch die MEDAS
(vgl. Urk. 5/85)
, mit,
dass er
nun anwaltlich vertreten werde (Urk. 5/86).
Auf
das
entsprechende Gesuch hin stellte d
ie
Beschwerdegegnerin daraufhin am 27. April 2012 seinem Rechtsvertreter
die
Akten (einschliesslich
der
Fragen an
die
Gutachter [Urk. 5/81 S. 3 f.])
zu
(Urk. 5/86, Urk. 5/88).
In der Folge hätte dieser
bis zum Vor
liegen der Expertise der MEDAS v
om 10. Juli 2012 (Urk. 5/89)
noch rund zweieinhalb Monate Gelegenheit gehabt
, Ergän
zungsfragen zu stellen
, tat dies aber nicht
.
D
er Vorwurf, die IV-Stelle habe ihm – in Verletzung des rechtlichen Gehörs – keine Möglichkeit gegeben, den Gut
achtern Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 1 S. 12),
erweist sich demnach
als haltlos.
4.
1.
2
Das Gutachten der
MEDAS
basiert einerseits auf den
Vorakten
(Urk.
5/89
S.
2
ff.
und S. 14
) und andererseits auf den Ergebnissen der a
nfangs März 2012
durch
geführten
allgemeinmedizinischen
(Urk.
5/89
S. 1
9
f.), psychiatrischen
(Urk.
5/89
S.
38
ff.) und rheumatologischen Untersuchung
en
(Urk.
5/89
S.
29
f
f.). Die Exper
ten der MEDAS
nahmen
-
unter Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (Urk.
5/89 S. 16 ff.
) - umfassend Stellung
zu den vor
handenen
gesundheitlichen Beeinträchtigung (Urk.
5/89
S. 21
ff.
)
und
zu deren Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk.
5/89
S. 2
3
f.). Da s
i
e ihre Schlussfol
gerungen
überdies
nachvollziehbar und einleuchtend begründeten (Urk.
5/89
S. 21 ff.), kommt ihrem Gutachten grundsätzlich Beweiskraft zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
4.
1.
3
Die Gutachter der MEDAS gelangten aufgrund der echtzeitlichen Berichte des damals behandelnden Psychiaters, der im Rahmen der – ausschliesslich
–
wegen Rückenbeschwerden am
31. Mai 2010
abgebrochenen
Handelsschule
gezeigten Leistungsfähigkeit
,
der Angaben des Beschwerdeführers selbst
(vgl. Urk. 5/89 S. 39
und S. 44
)
sowie
der am 7.
März 2012 erhobenen Befunde
(Urk. 5/89 S. 42 f.)
zum Schluss, dass
die depressive Anpassungsstörung nach dem Verlust der Stelle bei der
B.___
wieder
vollständig
abklang
(Urk. 5/89 S. 45)
, so dass
spätestens seit
Februar 2009
kein
die
Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigender
psy
chische
r
Gesundheitsschaden
mehr best
and
(Urk. 5/89 S. 45 und S. 46)
. Dies
wurde vom Beschwerdeführer, der
sich
nach Lage der Akten seit längerem
kei
ner psychiatrischen Behandlung mehr unterzieht
(vgl.
Urk.
5/64)
,
auch gar
nicht bestritten (Urk. 1). Was die A
uswirkungen des Rückenleidens und der
Psoriasis-
Arthropathie
mit Gelenksbefall auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, legten die Experten der MEDAS überzeugend
– und in Übereinstimmung mit der Selbst
einschätzung des Beschwerdeführers anlässlich der Exploration (Urk. 5/89 S. 39)
–
dar,
dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (jedenfalls) seit dem Begutachtungszeitpunkt
und trotz des aktuellen
Arthritisschubes
wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe.
Mit dieser Beurteilung trugen sie sämtlichen erhobenen Befunden beziehungsweise der daraus resultierenden Symptomatik Rechnung. Da sich im Rahmen der Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine (schmerzbedingte) erhebliche Beeinträchtigung der Konzentration ergaben
(vgl. insbesondere Urk. 5/89 S. 42 f.)
, ist auch nicht von einer durch ein derartiges Defizit bedingten weitergehenden Einschränkung des funktionellen Leistungs
vermögens auszugehen (Urk. 1 S.
8 f.
). Hinzuweisen
ist in diesem Zusammen
hang darauf, dass die Ärzte der
E.___
dem Beschwerde
führer nach dem operativen Eingriff vom 19. September 2011 ab Januar 2012
aufgrund des LWS-Leidens gar wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich nicht schweren Tätigkeit attestiert
en
(vgl. Urk. 5/89 S. 14)
.
Dass die Gutachter
der MEDAS
tatsächlich nur von einer Restarbeitsfähigkeit im Umfang von
lediglich
einer Stunde pro Tag ausgegangen seien (Urk. 1 S. 9), ist unzu
treffend
. V
ielmehr hielten sie sinngemäss fest, dem Beschwerdeführer sei es im Rahmen einer
Positions
wechsel
zulassenden
Verweist
ätigkeit nicht zumut
bar, ohne
Unter
bruch
länger als eine Stunde zu sitzen (vgl. Urk. 5/89 S. 23 und S. 35).
Entgegen den beschwerdeweisen Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 8) erhellt aus den medizinischen Akten, dass seine Rückenschmerzen nach der Revisionsoperation vom 19. September 2011 und der anschliessenden Reha
bilitation besser geworden sind (vgl.
Urk.
5/89 S. 14), was der Beschwerdeführer gegenüber den Gutachtern denn auch anerkannte (
Urk.
5/89 S. 17). Unter diesen Umständen leuchtet ein, wenn die Experten ab Januar 2012 eine höhere Arbeitsfähigkeit bescheinigten (
Urk.
5/89 S. 23) und die Beschwerdegegnerin von einer wesentlichen Veränderung ausging, welche die Überprüfung des Rentenanspruches auf diesen Zeitpunkt hin rechtfertigt.
4.2
Demnach ging die
Beschwerdegegnerin
bei er
Ermittlung
des
Invaliden
ein
kommens
zu Recht
davon aus, dass der Beschwerdeführer – nach einer
nach dem Abbruch der beruflichen Massnahmen im Juni 2010
anhalten
den
100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit –
ab Januar 2012
wieder in der Lage sei, zu 50 % einer leidensangepassten Tätigkeit nachzugehen
(Urk. 2)
.
Für die Zeit bis 31. März 2012
hat der Beschwerdeführer – unbestritte
nermassen (Urk. 1
S. 3
, Urk. 2
/1
) – Anspruch auf eine auf einem
Invaliditäts
grad
von 100 % beruhende ganze Rente.
Für die Zeit a
b 1.
April
2012 (drei Monate nach Wiedererlangen
d
er 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer
Verweistä
tigkeit
; vgl. Urk. 5/89 S. 23
;
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [IVV])
ging die IV-Stelle
zu Recht
d
avon aus, dass der
Beschwerde
führer, der über das Bürofachdiplom verfügt und die Handelsschule nur deshalb nicht abschliessen konnte, weil die beruflichen Massnahmen wegen der damals aufgetretenen
(und i
n der Folge operativ behandelten
)
massiven Rückenschmer
zen im Mai 2010 abgebrochen werden mussten (vgl. etwa Urk. 5/57 S. 1), im Pensum von 50 % einer kaufmännisch-administrativen Tätigkeit,
Anforde
rungsniveau
zwischen 3 und 4 gemäss LSE
2010
nachzugehen in der Lage sei.
Gestützt auf
den Mittelwert der entsprechenden Tabellenlöhne und unter Berücksichtigung der zwischen 2010 und 2012 eingetretenen
Nominallohnent
wicklung
und der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit für Männer
im Jahr 2012
sowie eines leidensbedingten Abzugs von 10 % errechnete sie ein
Invalidenein
kommen
von Fr. 33‘694.
4
0.
Es
besteht kein Grundsatz, wonach stets die Tabelle
TA1 beizuziehen ist. Welche Tabelle zur Anwendung gelangt, bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls.
Die
Beschwerde
gegnerin
stellte hier auf die Tabelle
TA7
ab
("
23 Andere kaufmännische Tätig
keiten“, Männer, Durchschnitt des
Medians
der Anforderungsniveaus 3 und 4;
Urk.
5/104), was in Anbetracht der dem Beschwerdeführer offen stehenden Verweistätigkeiten im kaufmännischen Bereich eine
genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und
überdies gerechtfertigt erscheint, weil er während Jahren im
öffentliche
n
Sektor
tätig war (
Urteil
des Bundesgerichts 8C_704/2009 vom 27. Januar 2010 E. 4.2.1.1).
Ein höherer als der
-
aufgrund der lediglich noch teilzeitlich möglichen Aus
übung einer Arbeitstätigkeit
-
gewährte 10%ige Abschlag rechtfertigt sich weder wegen des Alters von 53 Jahren im Jahr 2012 noch aufgrund des
-
schon mit dem Abstellen auf den Mittelwert der bei Tätigkeit
en
gemäss
Anforderungs
niveau
3 und 4 erzielten statistischen Durchschnittslöhne
Rechnung getrage
nen
Bildungsstandes (Urk. 1 S. 9).
Diesem Invalideneinkommen stellte die
Be
schwerde
gegnerin
den
-
aufgrund der
Angaben der früheren Arbeitgeberin
(Urk. 5/12
S. 3
)
und
unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung - mit Fr.
87‘903.30
bezifferten
Validenlohn
gegenüber
und ermittelte so einen
Invali
ditätsgrad
von 62 %
(Urk. 2/2 S. 6, Urk. 5/91 S. 1, Urk. 5/104)
,
was nicht zu beanstanden ist.
Die Reduktion der ganzen auf eine
Dreiviertelsrente
per
April
2012 erweist sich demnach als rechtens.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61
lit
. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG) vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Philip
Stolkin
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Pensionskasse
B.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer