# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1da4758-3737-5364-bbf2-cccfc3c31ac6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.05.2010 D-2951/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2951-2010_2010-05-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2951/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  M a i  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richter Hans Schürch; 
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Kolumbien,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 1. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2951/2010

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin – eine kolumbianische Staatsangehörige aus 
B._______ – ersuchte mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá 
gerichtetem,  spanischsprachigem  Schreiben  vom  28. August  2006, 
ergänzt durch einen am 21. Dezember 2006 ausgefüllten Frage-bogen 
der  schweizerischen  Vertretung,  sinngemäss  um  Bewilligung  der 
Einreise in die Schweiz und um Asylgewährung. 

Zur  Begründung brachte  sie  im Wesentlichen vor,  ihre  Familie  habe 
viel  Leid  erfahren.  Ihr  Ehemann  sei  von  Unbekannten  erschossen 
worden; auf  den einen Sohn seien drei  erfolglose Attentatsversuche 
verübt  worden  und  der  andere  Sohn  gelte  als  vermisst,  seit  er  von 
einer  Besorgung  nicht  zurückgekehrt  sei.  Als  ihr  Vater  vom  Ver-
schwinden seines Enkels erfahren habe, habe er einen Herzinfarkt er-
litten und sei gestorben. Zuvor sei bereits ihre Mutter bei einem Unfall 
ums  Leben  gekommen  (Hirnblutung  nach  einem  Schlag  mit  einem 
Fussball).  All  diese  Ereignisse  hätten  sich  in  ihrem  Wohnviertel 
C._______ zugetragen. Die erwähnten Straftaten seien ungesühnt ge-
blieben;  sie  habe  von  den  Justizbehörden  von  B._______ dies-
bezüglich nie eine Antwort  erhalten. Nach den kummervollen Jahren 
wünsche sie sich nun, die ihr verbleibenden Jahre in Ruhe verbringen 
zu  können.  In  der  Schweiz  habe  sie  keine  Verwandten  oder  Be-
kannten, hingegen lebe eine Cousine in Spanien, eine Tante in Puerto 
Rico und eine Freundin in den Vereinigten Staaten. 

B.
Am  28. Dezember  2006  überwies  die  schweizerische  Vertretung  in 
Bogotá die Akten zuständigkeitshalber an das BFM. 

C.
Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Dezember  2009  teilte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin  mit,  es  erachte  den  entscheidrelevanten  Sach-
verhalt  aufgrund  der  schriftlichen  Begründung  des  Asylgesuchs  und 
der  beigelegten  Dokumentation  als  erstellt,  weshalb  sich  eine  An-
hörung  auf  der  Botschaft  als  nicht  notwendig  erweise.  Im  Weiteren 
erwäge es unter Berücksichtigung aller Faktoren (Beziehungsnähe zur 
Schweiz und hiesige Assimilationsmöglichkeiten, aktuelle Gefährdung 
im Heimatstaat, Möglichkeit der Schutzsuche in einem anderen Staat, 
öffentliches Interesse der Schweiz), das Asylgesuch abzulehnen und 

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die Einreise zu verweigern. Insbesondere erachte es die Möglichkeit 
anderweitiger  Schutzsuche  als  gegeben.  Das  BFM  räumte  der  Be-
schwerdeführerin Gelegenheit ein, sich dazu innert dreissig Tagen zu 
äussern und allfällige neue Gründe, die seit der Einreichung des Ein-
reise- und Asylgesuchs eingetreten seien, darzulegen, verbunden mit 
dem  Hinweis,  dass  bei  ungenutztem  Fristablauf  aufgrund  der  be-
stehenden Aktenlage entschieden werde. 

D.
Mit  Schreiben  vom  8. Februar  2010  teilte  die  schweizerische  Ver-
tretung in Bogotá dem BFM mit, dass die Beschwerdeführerin von der 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme  zur  Zwischenverfügung  vom 
8. Dezember 2009 innert Frist keinen Gebrauch gemacht habe. 

E.
Mit Verfügung vom 1. März 2010 – eröffnet am 17. März 2010 – ver-
weigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz 
und lehnte deren Asylgesuch ab. 

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Voraus-
setzungen  für  ein  Absehen  von  einer  Anhörung  der  Beschwerde-
führerin  seien  gegeben  und  sie  habe  die  Möglichkeit  erhalten,  sich 
dazu  zu  äussern.  Die  Gefährdungssituation  könne  aufgrund  der 
Aktenlage  abschliessend  beurteilt  werden.  Gemäss  dem  Subsidiari-
tätsprinzip seien Personen mit einer innerstaatlichen Fluchtalternative 
nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen. Die Beschwerde-
führerin  nenne  Unfälle,  Tötungen  und  Gewaltakte  im  Kreis  ihrer 
Familie. Vieles bleibe jedoch unklar, beispielsweise ob zwischen den 
genannten Ereignissen ein Zusammenhang bestehe, und aus welchen 
Motiven und von wem die genannten Taten verübt worden seien. Hin-
weise  auf  eine  zielgerichtete  Verfolgung  ihrer  eigenen  Person  seien 
ihren Äusserungen jedoch nicht zu entnehmen. Da es sich bei ihr nicht 
um eine  landesweit  bekannte  Persönlichkeit  handle,  sei  nicht  davon 
auszugehen,  dass  sie  im  Falle  einer  tatsächlichen  Verfolgung  an 
einem beliebigen Ort in Kolumbien ausfindig gemacht werden könnte. 
Dementsprechend  hätte  sie  die  Möglichkeit,  sich  an  einem anderen 
Ort  den  Übergriffen  möglicher  Verfolger  zu  entziehen.  Da  sie  daher 
keiner  unmittelbaren  Gefahr  im  Sinne  des  Asylgesetzes  ausgesetzt 
sei, bedürfe sie nicht des Schutzes der Schweiz. 

Zudem könnte  das Asylgesuch auch gestützt  auf  Art. 52 Abs. 2  des 

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Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) abgelehnt 
werden. Die Beschwerdeführerin mache keine nahen Beziehungen zur 
Schweiz  geltend  und  es  sei  ihr  zuzumuten,  sich  schutzsuchend  an 
einen  anderen  Staat  zu  wenden,  beispielsweise  an  einen  Nachbar-
staat  Kolumbiens.  Die  Nachbarstaaten  erschienen  bereits  aus  geo-
grafischen,  sprachlichen  und  kulturellen  Gründen  als  offensichtlich 
näher liegend. Da die Beschwerdeführerin damit nicht schutzbedürftig 
im Sinne des Asylgesetzes sei (Art. 3 und 7 AsylG), und auch die An-
forderungen  an  eine  Aufnahme  in  der  Schweiz  nicht  erfüllt  seien 
(Art. 52 Abs. 2 AsylG), sei die Einreise zu verweigern und das Asyl-
gesuch abzulehnen. 

F.
Mit  am  9. April  2010  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá 
eingetroffener und von dieser am 14. April  2010 zuständigkeitshalber 
an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter, spanischsprachiger 
Beschwerdeschrift vom 6. April 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin 
sinngemäss  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  um 
Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  sowie  um  Gewährung  des 
Asyls. 

Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, sie sei von klein auf 
ein Opfer der Gewalt in Kolumbien gewesen. Ihr Vater habe viele Jahre 
bei  der Polizei  gedient,  bis seine Karriere aufgrund einer Intrige be-
endet  worden  sei.  Nach  den  tragischen  Ereignissen  um  ihren  Ehe-
mann und ihren Sohn habe sie es nur dank der Barmherzigkeit Gottes 
geschafft,  weiterzuleben. In  Kolumbien könnten es  sich  lediglich  die 
Politiker und Regierungsangehörigen leisten, gut zu leben und in die 
Länder  ihrer  Wahl  zu  reisen.  Dem  einfachen  Bürger  stünden  diese 
Möglichkeiten nicht offen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Aus-

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nahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet  im Bereich des Asyls 
endgültig  (Art. 105  AsylG; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst und trägt  zudem nicht die eigenhändige Unterschrift  der Be-
schwerdeführerin. Auf  die  Ansetzung einer  Frist  zur  entsprechenden 
Beschwerdeverbesserung im Sinne von Art. 52 VwvG kann indessen 
aus  prozessökonomischen Gründen verzichtet  werden. Die  Urheber-
schaft  ergibt  sich klar  aus der  Fusszeile  der  Beschwerdeschrift  vom 
6. April  2010  (Name  und  vollständige  Adresse  der  Beschwerde-
führerin), verbunden mit der von der Beschwerdeführerin am 17. März 
2010 unterzeichneten Empfangsbestätigung bezüglich der vorinstanz-
lichen  Verfügung.  Zudem  ist  die  spanischsprachige  Beschwerdeein-
gabe verständlich,  so dass ohne weiteres darüber  befunden werden 
kann.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher 
Sprache (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  demnach  –  mit  Ausnahme  der  genannten, 
jedoch  nicht  als  wesentlich  erachteten  Mängeln  (vgl.  E. 1.2)  –  frist- 
und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene 
Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie  ist  daher  zur Ein-
reichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.
3.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt  werden, die es mit einem Bericht 
an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des 
Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10  der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über  Verfahrens-
fragen (AsylV 1, SR 142.311)  vor, dass diese mit der asylsuchenden 
Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art. 10  Abs. 1 

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AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person auf-
gefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 
AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachver-
haltsabklärung  kann  sich  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits 
aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als entscheidreif  erstellt  er-
scheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls  im  Sinne  des 
rechtlichen  Gehörs  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu  einem abzu-
sehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. 
Entscheide des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/30 E. 5.7). 

3.2 Vorliegend  wurde  die  Beschwerdeführerin  von  der  schweizeri-
schen Vertretung in Bogotá nicht zu ihrem Asylgesuch befragt. Sie hat 
ihre  Vorbringen  jedoch  bereits  in  ihrem  Asylgesuch  schriftlich  dar-
gelegt  und  dokumentiert  und  erhielt  danach  mit  Zwischenverfügung 
des  BFM  vom  8. Dezember  2009  Gelegenheit  zur  weiteren 
Konkretisierung  ihrer  Asylgründe;  gleichzeitig  wurde  ihr  auch  das 
rechtliche Gehör im Hinblick auf die in Erwägung gezogene Abweisung 
des Asylgesuchs gewährt. Sie hat von ihrem Recht auf Stellungnahme 
zwar  keinen  Gebrauch  gemacht,  doch  der  entscheidwesentliche 
Sachverhalt erscheint – wie das BFM in der angefochtenen Verfügung 
zu  Recht  ausführt  –  angesichts  der  schriftlichen  Darlegung  und 
Dokumentierung  der  Asylgründe  soweit  erstellt,  dass  die  entscheid-
relevanten  Elemente  vorliegen.  Das  BFM  hat  den  verfahrensrecht-
lichen Anforderungen damit Genüge getan. 

3.3 Die  Beschwerdeführerin  hat  in  dem  von  ihr  am  21. Dezember 
2006  ausgefüllten  Fragebogen  der  schweizerischen  Vertretung  in 
Bogotá auch ihren Sohn D._______, aufgeführt, auf den gemäss ihrem 
Asylgesuch  vom  28. August  2006  drei  erfolglose  Attentatsversuche 
verübt worden seien. Ob sie damit auch für ihn um Asyl nachsuchen 
wollte,  geht  aus  den  Unterlagen  nicht  klar  hervor.  Da  der  Sohn  im 
damaligen  Zeitpunkt  jedoch  bereits  volljährig  war,  hätte  er  selber  – 
falls gewünscht – ein Asylgesuch einreichen müssen. Die vorliegende 
Verfügung  des  BFM  vom  1. März  2010  bezieht  sich  denn  auch  zu 
Recht nur auf die Beschwerdeführerin. 

4.
4.1 Das Bundesamt  kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-
lehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden 

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kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  BFM  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen. 

4.2 Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspiel-
raum zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive 
Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussicht-
lichen Eingliederungs-  und Assimilationsmöglichkeiten in  Betracht  zu 
ziehen (vgl. die weiterhin zutreffende Praxis gemäss Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997  Nr. 15,  insbesondere  S. 131 ff.,  die  angesichts  bloss 
redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asyl-
gesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die  Er-
teilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der 
betreffenden Person (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die 
Prüfung der Fragen,  ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die 
Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. 

5.
5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, 
die Beschwerdeführerin habe in ihrem Gesuch keine besonders nahen 
Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Gemäss  dem  von  der 
Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2006 ausgefüllten Fragebogen 
der schweizerischen Vertretung in Bogotá verfügt sie in der Schweiz 
weder über Verwandte noch Bekannte.  Im Weiteren hat das BFM zu 
Recht  erwogen,  dass  es  der  Beschwerdeführerin  zuzumuten  sei,  in 
einem anderen Land um Asylgewährung nachzusuchen (Art. 52 Abs. 2 
AsylG). So sind beispielsweise die Nachbarstaaten Brasilien, Ecuador, 
Panama  und  Peru  Vertragsparteien  sowohl  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30)  als  auch  des  betreffenden  Zusatzprotokolls  vom 
31. Januar 1967; Venezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst 
nicht  ratifiziert,  wohl  aber  das  Protokoll.  Diese  Länder  verfügen  mit 

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Ausnahme Venezuelas  über  ein  eigenes,  gesetzlich  geregeltes  Ver-
fahren zur Anerkennung von Flüchtlingen. Zudem halten sie sich ge-
mäss  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  grundsätz-
lich an das Gebot des Non-Refoulements von Art. 33 FK, auch wenn 
als  Einschränkung festgestellt  werden muss,  dass es  in  den Grenz-
gebieten – insbesondere in denjenigen zu Panama und Venezuela – in 
den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten  Rückschiebungen  durch  die 
Grenzbehörden gekommen ist. Für die praktische Möglichkeit und die 
Zumutbarkeit  der anderweitigen Schutzsuche spricht im Weiteren die 
Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  nach  Brasilien,  Ecuador  und 
Peru sowie der Umstand, dass jährlich mehrere tausend kolumbiani-
sche  Staatsangehörige  in  den  Nachbarländern  –  namentlich  in 
Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil 
auch tatsächlich als Flüchtlinge anerkannt werden. Insgesamt ergeben 
sich  keine  Anhaltspunkte,  die  darauf  schliessen  liessen,  es  sei  der 
Beschwerdeführerin  praktisch  unmöglich  oder  objektiv  unzumutbar, 
sich  in  einen  anderen  Staat  –  insbesondere  in  einen  der  Nachbar-
staaten Kolumbiens – zu begeben (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 und 1997 
Nr. 15). Dies  gilt  umso mehr,  als  dass es sich  bei  der  Beschwerde-
führerin nicht um eine landesweit bekannte Persönlichkeit handelt, die 
aufgrund einer besonders exponierten Stellung auch bei einer Flucht 
ins nahe Ausland allenfalls befürchten müsste, verfolgt zu werden. Die 
Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  vermögen  an  dieser  Ein-
schätzung nichts zu ändern. 

5.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführerin  allfälligen Bedrohungen – sie brachte leidvolle Ge-
schehnisse in  ihrem Familienkreis  vor,  machte jedoch keine persön-
liche  Verfolgungssituation  geltend  –  allenfalls  durch  eine  innerstaat-
liche Wohnsitzverlegung entziehen könnte. 

5.3 Zusammenfassend ist  damit  festzuhalten,  dass  die  Beschwerde-
führerin aufgrund der Akten über keine Beziehungsnähe zur Schweiz 
verfügt, hingegen die Möglichkeit der anderweitigen Schutzsuche hat. 
Das  BFM  hat  der  Beschwerdeführerin  daher  zu  Recht  die  Einreise 
verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  im Er-

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gebnis richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art. 106 
Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  ist  indessen  in  Anwendung  von 
Art. 6  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Vertretung in Bogotá (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in Bogotá, mit der Bitte um Eröffnung 
des Urteils an die Beschwerdeführerin und um Zustellung der bei-
liegenden Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht 
(per EDA-Kurier; in Kopie)

- das BFM, Abteilung Asylverfahren, mit den Akten Ref.-Nr. (...)
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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