# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f27a7e7f-9f40-5747-8c17-f2d51261fd7a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2020 E-2975/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2975-2020_2020-07-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2975/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler;  

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl)  

zugunsten von B._______, C._______ und D._______,  

alle Eritrea;  

Verfügung des SEM vom 7. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-2975/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung des SEM vom 5. Januar 2018 

als Flüchtling anerkannt und es wurde ihm in der Schweiz Asyl gewährt. 

B.  

Mit Eingabe an das SEM vom 3. April 2020 ersuchte der Beschwerdeführer 

um Bewilligung der Einreise seiner Ehefrau B._______ und der beiden  

gemeinsamen Kindern C._______ und D._______ zwecks Familienverei-

nigung. Zur Begründung dieses Gesuchs gab er an, die vorgelegte Hei-

ratsurkunde vom (…) 2007 (eritreischer Kalender: […] 1999) belege die 

gültige Trauung nach eritreischem Recht. Im Jahr 2014 seien er und seine 

Ehefrau kurzzeitig getrennt gewesen, sie hätten sich anschliessend jedoch 

wieder versöhnt. Der Beschwerdeführer unterstütze – insbesondere finan-

ziell – seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder bis heute. Überdies ver-

trete seine Ehefrau ihn in sämtlichen Belangen im Heimatland. Daraus, so-

wie aus einer Urkunde des Gerichts in E._______ vom (…) Oktober 2018 

gehe hervor, dass er und seine Ehefrau in ihrem Heimatland zusammen-

gelebt und eine Ehe geführt hätten. Während seiner Zeit im Militär habe er 

mehrere Gefängnisstrafen absitzen müssen; während einer dieser Haft-

strafen sei ihm die Flucht gelungen, worauf er sich umgehend zur Ausreise 

entschlossen habe. Seine Familie habe er zu deren Schutz nicht über seine 

Ausreise informiert, damit sie dafür nicht zur Rechenschaft hätten gezogen 

werden können. Durch seine notwendige Flucht sei die Familie zwar aus-

einandergerissen wurde, dennoch sei das familiäre Zusammenleben auch 

nach der Flucht, wenn immer möglich geführt worden mitunter etwa durch 

einen Besuch des Beschwerdeführers bei seiner Ehefrau und den gemein-

samen Kindern in Äthiopien im Sommer 2019.  

C.  

Mit Verfügung vom 7. Mai 2020 – am Folgetag eröffnet – lehnte das SEM 

das Gesuch des Beschwerdeführers um Familienzusammenführung ge-

mäss Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG ab und verweigerte seiner Ehefrau und 

den beiden gemeinsamen Kindern die Einreise in die Schweiz. 

D.  

In der gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerde vom 8. Juni 2020 

liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben, der Ehefrau und den Kindern sei die Einreise in die Schweiz 

zu bewilligen und dem Gesuch um Familienasyl sei stattzugeben.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

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Seite 3 

Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sowie um Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher 

Rechtsbeistand. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5).  

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb der Beschwer-

deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

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Seite 4 

4.  

4.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen und 

ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegensprechen (Familienasyl). Wur-

den die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und be-

finden sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen 

(Art. 51 Abs. 4 AsylG).  

4.2 Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 51 Abs. 4 AsylG setzt 

eine vorbestandene Familiengemeinschaft, die Trennung der Familie durch 

die Flucht sowie die feste Absicht der Vereinigung der Familie in der 

Schweiz voraus (vgl. BVGE 2012/32 E. 5).  

4.3 Zentrale Bedingung für den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft im 

Sinn von Art. 51 Abs. 4 AsylG ist, dass bereits vor der Flucht aus dem Ver-

folgerstaat eine Familiengemeinschaft zwischen der gesuchstellenden und 

der anspruchsberechtigten Person bestanden hat. Das Familienasyl dient 

insbesondere nicht der Aufnahme von vor der Flucht noch gar nicht geleb-

ten familiären Beziehungen oder der Wiederaufnahme zuvor abgebroche-

ner Beziehungen (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2 m.w.H.).  

Bei Familien, die bereits vor der Ausreise des asylberechtigten Mitglieds im 

Heimatstaat getrennt lebten, geht das Gericht ausnahmsweise gleichwohl 

von einer vorbestandenen gelebten Familiengemeinschaft aus, wenn zwin-

gende Gründe für das Getrenntleben in der Heimat vorgelegen haben (vgl. 

hierzu BVGE 2018 VI/6 E. 5.2). 

4.4 Der Erteilung einer Einreisebewilligung dürfen sodann keine besonde-

ren Umstände entgegenstehen. Dem Einbezug in die Flüchtlingseigen-

schaft und der Asylgewährung entgegenstehende besondere Umstände 

sind gemäss der Rechtsprechung unter anderem dann anzunehmen, wenn 

das Familienleben während einer längeren Zeit nicht gelebt wurde und er-

kennbar ist, dass die Familienmitglieder nicht den Willen haben, als Familie 

zusammenzuleben (BVGE 2012/32 E.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM im Wesentlichen 

aus, es sei insbesondere aufgrund von Aussagen des Beschwerdeführers 

im ordentlichen Asylverfahren davon auszugehen, dass die Beziehung des 

Beschwerdeführers zu seiner Ehefrau und den Kindern über mehrere 

Jahre hinweg unterbrochen gewesen und erst nach dem positiven Asyl-

entscheid wiederaufgenommen worden sei. 

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5.2 Der Beschwerdeführer begründete sein Rechtsmittel im Wesentlichen 

damit, dass er die infrage stehende Familienbeziehung bis zu seiner Aus-

reise in einem gemeinsamen Haushalt gelebt habe, wobei zahlreiche In-

haftierungen und sein Militärdienst immer wieder zu räumlichen Trennun-

gen geführt hätten. Nach einer kurzzeitigen Trennung hätten er und seine 

Ehefrau wieder zusammengefunden und die Familie sei durch seine Aus-

reise getrennt worden. Seither habe er seine Familie finanziell unterstützt 

und sie sofort nach deren Ausreise aus Eritrea in Äthiopien besucht. Kurz 

nach seiner Rückkehr in die Schweiz habe er das Verfahren zur Familien-

vereinigung eingeleitet. Insgesamt habe er den Kontakt mit seiner Familie 

im Rahmen des Möglichen gepflegt. Diese Beziehung sei somit als schüt-

zenswert einzustufen. 

6.  

Nach Durchsicht der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Verfügung des SEM zu bestätigen ist und vorab zur Ver-

meidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz zu verweisen ist. 

6.1 Zunächst ist fraglich, ob zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerde-

führers aus Eritrea überhaupt eine Familiengemeinschaft im Sinne des 

Art. 51 Abs. 4 AsylG bestanden hat und ob die Familie durch die Flucht 

getrennt wurde. 

6.1.1 Der Beschwerdeführer macht im Rahmen seines Gesuchs um Fami-

liennachzug geltend, mit seiner Ehefrau seit dem (…) 2007 rechtsgültig 

verheiratet zu sein und bis zu seiner Ausreise im Jahr 2014 mit ihr und den 

beiden Kindern in einem gemeinsamen Haushalt gelebt zu haben, sofern 

ihm dies aufgrund seines Militärdienstes und verschiedentlicher Gefäng-

nisaufenthalte möglich gewesen sei. Diesbezüglich ist vorab festzuhalten, 

dass insbesondere die Inhaftierungen sowie der Militärdienst des Be-

schwerdeführers angesichts seines positiven Asylentscheids unbestritten 

sind. Dennoch machte der Beschwerdeführer im Rahmen seines ordentli-

chen Asylverfahrens Aussagen, die zu seiner behaupteten Familienbezie-

hung im Widerspruch stehen. So gab der Beschwerdeführer etwa anläss-

lich der Befragung zur Person (BzP) vom 14. September 2015 zu Protokoll, 

von seiner Frau seit 2014 geschieden zu sein (vgl. act. A6/12 1.14). Zudem 

führte er bei seiner Anhörung vom 20. Juni 2017 aus, die beiden Mütter 

seiner insgesamt (…) Kinder seit seiner Ankunft in der Schweiz nicht mehr 

unterstützt zu haben (vgl. act. A22/22 F32 f.). Er habe mit keiner der beiden 

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Frauen (und folglich den Kindern) weiteren Kontakt gehabt, da sie telefo-

nisch nicht zu erreichen seien (vgl. act. A22/22 F29–F31). Obwohl die An-

hörungen im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens des Beschwerde-

führers in erster Linie auf die Erfragung seiner Asylgründe abzielten und 

Fragen zu seiner Familiensituation lediglich eine untergeordnete Rolle 

spielten, sind die diesbezüglichen Aussagen zur Beurteilung des Gesuchs 

um Familiennachzug dennoch heranzuziehen (vgl. Beschwerde S. 5). 

6.1.2 Auf Beschwerdeebene wendet der Beschwerdeführer hiergegen ein, 

bei der Verwendung des Begriffs "Scheidung" handle es sich um eine Un-

genauigkeit in der Übersetzung. Die Rede sei von einem kirchlich geleite-

ten Prozess, mit dem die Eheleute für eine gewisse Zeit voneinander  

getrennt würden. Nach Bedenkzeit hätten er und seine Ehefrau sich 

schliesslich für die Fortführung der Ehe entschieden, was insbesondere 

auch aus der mit dem Gesuch eingereichten gerichtlichen Urkunde vom 

(…) Oktober 2018 hervorgehe, die laut Übersetzung eine "Versöhnung" 

zum Gegenstand habe (vgl. Beschwerde S. 5).  

6.1.3 Gestützt auf die protokollierten Aussagen des Beschwerdeführers ist 

davon auszugehen, dass die erwähnte Trennung – deren begriffliche Defi-

nition an dieser Stelle offenbleiben kann – im Jahr 2014 erfolgte. Weder 

aus dem Gesuch noch aus der Beschwerde gehen bis zur gerichtlichen 

Urkunde vom (…) Oktober 2018 Bemühungen der Eheleute hervor, die 

Ehegemeinschaft wiederaufleben zu lassen respektive an ihr festhalten zu 

wollen. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers (vgl. Gesuch 

S. 3 und Beschwerde S. 5) kann bei einer rund vierjährigen Dauer nicht 

von einer kurzzeitigen Trennung ausgegangen werden. Der Vorinstanz ist 

in ihrer Einschätzung zuzustimmen, dass weder die Dauer der Trennung 

noch die Umstände der Wiedervereinigung im Gesuch substanziiert darge-

legt werden. Sodann finden sich auch in der Beschwerde keine Ausführun-

gen, die insbesondere den Zeitpunkt des Wiederauflebens der Familienge-

meinschaft plausibilisieren würden oder aus denen hervorginge, dass über 

mehrere Jahre an der Familiengemeinschaft festgehalten wurde und Be-

mühungen um deren Fortbestand ersichtlich wären. Der diesbezügliche 

Einwand, der Kontaktabbruch sei dem Umstand geschuldet, die Ehefrau 

des Beschwerdeführers habe über kein Telefon verfügt (vgl. Beschwerde 

S. 5), vermag angesichts der obenstehenden Erwägungen die mangeln-

den Bestrebungen weder aufzuwiegen noch diese zu erklären. 

6.1.4 Im Übrigen bestehen für das Gericht ernsthafte Zweifel am Beweis-

wert der gerichtlichen Versöhnungsurkunde vom (…) Oktober 2018, da 

diese von einem Zeitpunkt datiert, zu dem der Beschwerdeführer Eritrea 

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bereits seit rund vier Jahren verlassen hatte. Zudem soll die gerichtliche 

Urkunde laut eingereichter Übersetzung die Unterschrift des Beschwerde-

führers tragen, was angesichts seiner Landesabwesenheit unmöglich ist. 

Ebenso fragwürdig erscheint, weshalb eritreische Behörden den Wohnsitz 

des Beschwerdeführers am gemeinsamen Wohnsitz der Eheleute bestäti-

gen sollten, wenn dieser infolge seiner Desertion zu diesem Zeitpunkt be-

reits während längerer Zeit gesucht worden sein soll (vgl. Gesuch S. 4 und 

Beschwerde S. 4).  

6.1.5 Insgesamt bestehen erhebliche Zweifel am Bestand einer gelebten 

Familienbeziehung in einem gemeinsamen Haushalt zum Zeitpunkt der 

Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem Heimatland (vgl. auch 

A22/22 F136, wonach der Beschwerdeführer sich nach seiner Flucht aus 

F._______ noch rund vier Monate bei seiner Schwester aufgehalten habe, 

ehe er ausgereist sei). Letztlich reicht allerdings auch der rechtliche Be-

stand einer Ehe alleine nicht aus, um von einer gefestigten und bis heute 

bestehenden Beziehung auszugehen (vgl. nachfolgende Erwägung). 

6.2 Zusätzlich zu den Zweifeln am Vorliegen einer tatsächlich bestehenden 

Familienbeziehung vor der Ausreise des Beschwerdeführers spricht auch 

das Verhalten des Beschwerdeführers nach seiner Ausreise gegen eine 

tatsächlich gelebte Beziehung, und es ist vielmehr von einer abgebroche-

nen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufgenommenen Beziehung 

auszugehen: 

6.2.1 Der Beschwerdeführer wurde am 5. Januar 2018 als Flüchtling aner-

kannt und es wurde ihm in der Schweiz Asyl gewährt. Das Gesuch um Be-

willigung der Einreise zwecks Familienvereinigung zugunsten seiner Ehe-

frau und der gemeinsamen Kinder reichte er am 6. April 2020 – also mehr 

als zwei Jahre nach seiner Asylgewährung – ein. Aus den Akten ergeben 

sich keine Anhaltspunkte, wonach der Beschwerdeführer in diesem Zeit-

raum den Nachzug seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern ange-

strebt hätte. Je länger das Getrenntleben andauert, desto höher werden 

letztlich die Anforderungen an den Nachweis der Kontaktpflege im Rahmen 

des Möglichen.  

6.2.2 Dem Gesuch um Familiennachzug liegen zwar ein Flugticket und ein 

äthiopisches Touristenvisum des Beschwerdeführers bei, womit dessen 

Besuch bei seiner Familie in Äthiopien vom (…) Juni 2019 bis zum (…) Juli 

2019 belegt werden soll. Diesbezüglich ist allerdings anzumerken, dass es 

sich bei diesem Besuch – nebst der eritreischen Gerichtsurkunde, die ins-

besondere das Erbringen finanzieller Unterstützung beweisen soll –  

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um den einzigen Nachweis der Kontaktpflege sei der Ausreise des Be-

schwerdeführers im Jahr 2014 handelt. Nicht zuletzt angesichts der recht-

lichen Vertretung des Beschwerdeführers sowohl im Zeitpunkt der Gesuch-

stellung als auch während des vorliegenden Beschwerdeverfahren genü-

gen die Vorbringen, die sich zumeist in unbelegten Parteibehauptungen 

erschöpfen, den Anforderungen an den Nachweis der Kontaktpflege im 

Rahmen des Möglichen nicht.  

6.2.3 Insbesondere wird nicht ersichtlich, wann der Beschwerdeführer wie-

der Kontakt mit seiner Familie aufgenommen haben will, zumal der Kontakt 

jedenfalls im Zeitpunkt der Anhörung offensichtlich abgebrochen war (vgl. 

act. A22/22 F29 – F31). Aus der erschwerten telefonischen Erreichbarkeit 

kann zwar, wie in der Beschwerdeschrift dargelegt wird, tatsächlich nicht 

darauf geschlossen werden, der Beschwerdeführer habe keinen Kontakt 

zu seiner Familie gewünscht (vgl. Beschwerde S. 5) oder sich nicht um 

solchen bemüht. Dennoch ist den Akten auch kein Hinweis auf regelmäs-

sigen Kontakt zu entnehmen, seit die Familie des Beschwerdeführers sich 

in Äthiopien aufhält, wobei dieser Zeitpunkt nicht näher bestimmt, sondern 

lediglich in den Kontext der Grenzöffnung zwischen Eritrea und Äthiopien 

gestellt wird (vgl. Beschwerde S. 4). Der Beschwerdeführer verkennt offen-

sichtlich, dass es im Rahmen seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht ihm 

oblegen hätte, das Erfüllen der Voraussetzungen für eine Familienvereini-

gung in geeigneter Weise nachvollziehbar und glaubhaft zu machen. Der 

Wille zur schnellstmöglichen Familienvereinigung manifestiert sich auch 

nicht allein durch die Mandatierung des Rechtsvertreters im November 

2019, einige Monate nach seinem Besuch in Äthiopien (vgl. Beschwerde 

S. 7). Vielmehr zeugt der Besuch im Lichte des dargelegten Kontakt- 

abbruchs von einer Wiederaufnahme der Familienbeziehung, die ange-

sichts der langen – und für das Gericht definitiven – Trennung, einer Fami-

lienvereinigung im Sinn eines besonderen Umstands nach Art. 51 Abs. 1 

AsylG entgegensteht (vgl. oben E. 4.4).  

6.3 Nach dem Gesagten ist insgesamt kein ernsthafter Wille zur Aufrecht-

erhaltung der ehelichen Verbindung und schnellstmöglichen Wiederverei-

nigung der Familie nach der Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem 

Heimatstaat erkennbar, weshalb davon auszugehen ist, dass die Familien-

beziehung zumindest über einen längeren Zeitraum abgebrochen war, so-

fern überhaupt von einer schützenswerten Wiederaufnahme der Bezie-

hung gesprochen werden kann. Ungeachtet eines allfälligen rechtlichen  

 

  

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Bestands der Ehe sind somit besondere Umstände im Sinne des Art. 51 

Abs. 1 und 4 AsylG vorhanden, welche gegen einen Familiennachzug 

sprechen. 

6.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen von 

Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, weshalb das SEM das Gesuch 

um Bewilligung der Einreise von B._______, C._______ und D._______ in 

die Schweiz und um Familienzusammenführung mit dem Beschwerdefüh-

rer zu Recht abgelehnt hat.  

6.5 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es dem Be-

schwerdeführer offensteht, bei den dafür zuständigen kantonalen Migrati-

onsbehörden ein Gesuch um Familiennachzug für seine Frau und die ge-

meinsamen Kinder gestützt auf Art. 44 AIG (SR 142.20) einzureichen (vgl. 

BVGE 2017 VI/4 E. 3.1 m.w.H.; Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 6 und 2006 

Nr. 8).  

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

8.  

8.1 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdebegehren des Be-

schwerdeführers schon bei Einreichung des Rechtsmittels als aussichtslos 

zu gelten hatten. Damit ist – ungeachtet der Frage der prozessualen Be-

dürftigkeit des (erwerbstätigen) Beschwerdeführers – eine der kumulativ zu 

erfüllenden Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt und das entspre-

chende Gesuch abzuweisen. Aus demselben Grund fällt auch die Beiord-

nung einer amtlichen Rechtsverbeiständung von vornherein ausser Be-

tracht. Das Gesuch um Verzicht auf die Kostenvorschusserhebung ist mit 

dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um 

Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain