# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d9439ad-2947-5f46-9e9a-d0334dacfafa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-16
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 16.11.2023 SK 2023 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-23_2023-11-16.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 23

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. November 2023 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Knecht, Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiber Lüthi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwalt H.________, Kantonale Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern

Anschlussberufungsführerin

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger 1 

und

E.________ AG (Bank)
v.d. Rechtsanwalt Dr. F.________

Straf- und Zivilklägerin 2

Gegenstand mehrfache qualifizierte Veruntreuung, alternativ Betrug, Wider-
handlung gegen das Waffengesetz

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Kollegialgericht) vom 10. November 2022 (WSG 21 8)

2

Inhaltsübersicht

I. Formelles ___________________________________________________________3

II. Veruntreuung, alternativ Betrug, eventualiter ungetreue Geschäftsbesorgung (Vorwurf 
gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift) _____________________________________13

III. Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Vorwurf gemäss Ziff. 1.2. der 
Anklageschrift) ______________________________________________________37

IV. Ergebnis ___________________________________________________________42

V. Strafzumessung _____________________________________________________42

VI. Zivilpunkt___________________________________________________________51

VII. Beschlagnahmte Gegenstände und Vermögenswerte ________________________62

VIII. Kosten und Entschädigungen___________________________________________73

IX. Erkennungsdienstliche Behandlung ______________________________________77

X. Dispositiv___________________________________________________________78

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht (Kollegialgericht in Dreierbesetzung; nach-
folgend Vorinstanz) fällte am 10. November 2022 über den Beschuldigten 
A.________ (nachfolgend Beschuldigter) das folgende Urteil (pag. 19 353 ff.); Her-
vorhebungen im Original; Auslassungen in Klammern):

I.

A.________, vgt., wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Veruntreuung, mehrfach begangen zwischen dem 18. September 2013 und 
dem 5. Februar 2016 im Gesamtdeliktsbetrag von CHF 2'555'000.00 und EUR 50'000.00 in 
I.________(Ort) (Ziff. 1.1.1 der Anklageschrift);

2. der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen im September 2017 in 
J.________(Ort) und anderswo (Ziff. 1.2 der Anklageschrift);

und er wird in Anwendung der 
aArt. 29, 34, 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51 StGB
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 und Ziff. 2 StGB
aArt. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 WG
sowie Art. 422, 426 Abs. 1 sowie 433 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 9 Tagen wird auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 100.00, ausmachend total CHF 3'000.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zur Bezahlung einer Ersatzforderung von CHF 2'555’000.00 an den Kanton Bern (Art. 71 Abs. 
1 StGB). Die Ersatzforderung wird der Privatklägerin 2, der E.________ AG (Bank), in Anrech-
nung an ihre Zivilforderungen herausgegeben (Art. 73 Abs. 1 lit. c StGB).

4. Zur Bezahlung der Verfahrenskosten, bestehend aus

[Zusammenstellung der Verfahrenskosten]

II.

A.________, vgt., hat dem Kanton Bern die an Fürsprecher K.________ ausgerichtete Entschädi-
gung für die amtliche Verteidigung von CHF 21'819.40 zurückzuzahlen und Fürsprecher K.________ 
die Differenz von CHF 14'859.40 zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu 
erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

4

III.

1. Die Zivilklage des Privatklägers 1, C.________, vgt., wird teilweise gutgeheissen und 
A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO verurteilt, dem Privat-
kläger 1 folgende Beträge zu bezahlen:
- EUR 48'146.36 zuzüglich 5% Zins seit dem 30.01.2015;
- EUR 111'524.16 zuzüglich 5% Zins seit dem 11.08.2015;
- EUR 50'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 05.02.2016.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. b 
StPO).

2. A.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von total CHF 26’758.35 (100 h 
x CHF 250.00 + Auslagen von CHF 1'758.35) an den Privatkläger 1, C.________, vgt., verur-
teilt (Art. 433 Abs. 1 StPO).

3. Die Zivilklage der Privatklägerin 2, E.________ AG (Bank), vgt., wird teilweise gutgeheissen 
und A.________, vgt., wird in Anwendung von Art. 41 OR und Art. 126 StPO verurteilt, der Pri-
vatklägerin 2 folgende Beträge inkl. Zins zu bezahlen:
- CHF 900'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 18.09.2013;
- CHF 85'000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 17.01.2014;
- EUR 792'326.94 zuzüglich 5% Zins seit dem 01.05.2014;
- EUR 351'434.36 zuzüglich 5% Zins seit dem 18.09.2014;
- CHF 27'500.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 12.03.2021.

Soweit weitergehend wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. b 
StPO).

4. A.________, vgt., wird zur Bezahlung einer Parteientschädigung von total CHF 26’925.00 (100 h 
x CHF 250.00 zuzüglich 7.7% MWST) an die Privatklägerin 2, die E.________ AG (Bank), vgt., 
verurteilt (Art. 433 Abs. 1 StPO).

5. Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine Verfahrenskosten ausgeschieden. 

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung bleibt die Beschlagnahme des Grunds-
tücks J.________(Ort) Gbbl.-Nrn. ________ aufrechterhalten, bis im Zwangsvollstreckungs-
verfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen entschieden wurde, längstens je-
doch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

2. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung bleibt die Kontosperre auf dem Konto 
IBAN ________ bei der E.________ AG (Bank), lautend auf A.________, vgt., aufrechterhalten, 
bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen ent-
schieden wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

3. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung bleibt die Kontosperre auf dem Konto 
IBAN ________ bei der E.________ AG (Bank), lautend auf A.________, vgt., aufrechterhalten, 
bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen ent-
schieden wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

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4. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung bleibt die Kontosperre auf dem Konto 
IBAN ________ bei der P.________ AG (Bank), lautend auf A.________, vgt., aufrechterhalten, 
bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen ent-
schieden wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

5. Die mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 beschlagnahmte Selbstladepistole SIG P210 inkl. 8 
Patronen 9mm wird gestützt auf Art. 31 WG i.V.m. Art. 1 ff. KMV zwecks Prüfung verwaltungs-
rechtlicher Schritte der Kantonspolizei Bern (Fachbereich Waffen, Sprengstoff und Gewerbe) 
überlassen.

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________, vgt., (PCN-Nr. ________) 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Verordnung über die 
Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

7. Sämtliche beschlagnahmten Unterlagen bleiben als Beweismittel bei den Akten.

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt L.________ mit Eingabe vom 21. No-
vember 2021 namens und im Auftrag des Beschuldigten fristgerecht die Berufung 
an (pag. 19 372 f.). Die Urteilsbegründung datiert vom 18. Januar 2023. Am 8. Fe-
bruar 2023 erklärte der Beschuldigte form- und fristgerecht die (sinngemäss voll-
umfängliche) Berufung (pag. 19 502 ff.).

Mit Schreiben vom 19. Januar 2023 betraute die Generalstaatsanwaltschaft des 
Kantons Bern (nachfolgend Generalstaatsanwaltschaft) Staatsanwalt H.________, 
Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte (nachfolgend Staatsanwalt-
schaft), mit der Wahrnehmung der generalstaatsanwaltschaftlichen Aufgaben vor 
den Strafkammern des Obergerichts (pag. 19 491). Staatsanwalt H.________ er-
klärte mit Eingabe vom 28. Februar 2023 form- und fristgerecht die Anschlussberu-
fung, beschränkt auf die folgenden Punkte (pag. 19 514):
- die Bemessung der Strafe des Beschuldigten A.________;

- die Festsetzung der Ersatzforderung resp. die Nichtverurteilung von G.________ zur Bezahlung 
einer Ersatzforderung (unter solidarischer Haftung mit dem Beschuldigten A.________)

- die nicht festgesetzte Verrechnung der Forderung aus den Verfahrenskosten gegen A.________ 
mit den beschlagnahmten Vermögenswerten von A.________ auf dem Konto der E.________ AG 
(Bank), IBAN ________, lautend auf A.________;

- die nicht verfügte Verwertung des mit Verfügung vom 21. September 2017 beschlagnahmten 
Grundstücks J.________(Ort)-Gbbl Nr. ________ im Gesamteigentum von A.________ und 
G.________

- die nicht verfügte Einziehung des die Hypothekarschulden bei der E.________ AG (Bank) über-
steigenden Verwertungserlöses des Grundstücks J.________(Ort)-Gbbl Nr. ________ im Umfang 
von mind. CHF 250'000.00.

C.________ (nachfolgend teilweise Straf- und Zivilkläger) sowie die E.________ 
AG (Bank) (nachfolgend teilweise Straf- und Zivilklägerin) liessen sich innert Frist 

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nicht vernehmen (vgl. Ziff. 3 der Verfügung vom 10. März 2023, pag. 19 519). 
Ebenso wenig liessen sich die Parteien (einschliesslich des Beschuldigten) bezüg-
lich allfälliges Nichteintreten auf die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 
vernehmen (vgl. Ziff. 2 der Verfügung vom 3. Mai 2023, pag. 19 546).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über den Beschuldigten 
von Amtes wegen die folgenden Unterlagen eingeholt respektive Akten ediert:

- ein aktueller Strafregisterauszug (dat. 1. November 2023, pag. 19 613 f.);

- ein aktueller Betreibungsregisterauszug (dat. 13. Oktober 2023, pag. 19 570 
f.);

- ein Leumundsbericht inkl. Erhebungsformular über die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse (dat. 12. Oktober 2023, pag. 19 606 ff.);

- aktuelle Auszüge aus dem Grundbuch des Kantons Bern (Liegenschaft 
J.________(Ort), M.________strasse, Grundstücknr. ________; dat. 13. Okto-
ber 2023, pag. 19 572 f.) sowie des Kantons Freiburg (Liegenschaft 
N.________strasse, Grundbuchamt des Seebezirks, O.________(Ort); dat. 16. 
Oktober 2023, pag. 19 574 f.);

- bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern – soweit vorhanden – sämtliche 
Steuererklärungen sowie Veranlagungsverfügungen ab dem Jahr 2021 
(pag. 19 588 ff.). Die Steuerverwaltung teilte am 20. Oktober 2023 per E-Mail 
mit, dass für das Steuerjahr 2022 noch keine Steuererklärung und Veranla-
gungsverfügung vorliege (pag. 19 586);

- bei der E.________ AG (Bank) die aktuellen Kontostände der zwei bei ihr ge-
führten, durch die Staatsanwaltschaft gesperrten und auf den Beschuldigten 
lautenden Konti IBAN ________ sowie IBAN ________ (pag. 19 583 ff.);

- bei der P.________ AG (Bank) der aktuelle Kontostand des bei ihr geführten, 
ebenfalls gesperrten Kontos des Beschuldigten IBAN ________ (pag. 19 610 
f.);

- beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland das Urteil im Verfahren PEN 22 7 
betreffend einfache Verletzung der Verkehrsregeln sowie pflichtwidriges Ver-
halten bei Unfall (fahrlässig begangen; pag. 19 579 ff.);

- bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg die Akten des Verfahrens 
D 23 192 (pag. 19 730 ff.; hängiges Verfahren wegen Veruntreuung; vormals 
Verfahren BA 23 96 bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern für Besonde-
re Aufgaben). Staatsanwalt H.________ machte die Kammer mit Schreiben 
vom 2. November 2023 auf die neue Zuständigkeit der freiburgischen Strafver-
folgungsbehörden aufmerksam und beantragte seinerseits die Edition der Ak-
ten bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg (pag. 19 648).

Schliesslich wurde der Beschuldigte im Rahmen der oberinstanzlichen Verhand-
lung vom 14. November 2023 vor der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kan-
tons Bern erneut einvernommen (pag. 19 662 ff.).

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4. Weitere verfahrensleitende Entscheide und Vorgänge im oberinstanzlichen 
Verfahren

4.1 Betreffend beschlagnahmte Vermögenswerte

Am 13. März 2023 ging bei der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern 
ein an die Staatsanwaltschaft adressiertes und von dieser zuständigkeitshalber an 
die 2. Strafkammer weitergeleitetes Schreiben der Freizügigkeitsstiftung der 
P.________ AG (Bank) ein (pag. 19 520 ff.). Die Freizügigkeitsstiftung der 
P.________ AG (Bank) teilte in ihrem Schreiben bezugnehmend auf die beigelegte 
staatsanwaltschaftliche Beschlagnahmeverfügung vom 10. Januar 2018 (Be-
schlagnahme sämtlicher Auszahlungen / Vorsorge- und Freizügigkeitsleistungen 
des Beschuldigten bei ihr, verbunden mit der Anweisung, diese auf das gesperrte 
P.________ AG (Bank)-Privatkonto des Beschuldigten zu überweisen) mit, dass 
der Beschuldigte einen Auszahlungsantrag aufgrund «Erreichens des Alters» ge-
stellt habe, welcher nun fällig sei. Gleichzeitig ersuchte sie um Mitteilung, ob die 
besagte Verfügung nach wie vor Gültigkeit habe oder ob die Auszahlung an den 
Beschuldigten vorgenommen werden könne. Die Verfahrensleitung wies die Frei-
zügigkeitsstiftung der P.________ AG (Bank) mit Verfügung vom 17. März 2023 
an, eine allfällige Auszahlung von Vorsorge-/Freizügigkeitsleistungen verfügungs-
gemäss nur auf das vorgenannte (gesperrte) Privatkonto vorzunehmen (pag. 19 
532).

4.2 Teilnahme von G.________ am oberinstanzlichen Verfahren

Die Parteien wurden am 30. Mai 2023 zur oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vorgeladen (pag. 19 547). Mit Verfügung vom 2. Oktober 2023 stellte die Verfah-
rensleitung fest, dass G.________, Ehefrau des Beschuldigten, gestützt auf die 
Ziff. IV.1. und IV.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie auf die An-
schlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft als (allfällig) beschwerte Drittper-
son i.S.v. Art. 105 Abs. 1 lit. f der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 
312.0) am Berufungsverfahren zu beteiligen sei und ihr die zur Wahrung ihrer In-
teressen erforderlichen Verfahrensrechte zustünden. Gleichzeitig wurde sie formell 
zur Berufungsverhandlung vorgeladen, wobei ihr das Erscheinen freigestellt wurde 
(pag. 19 552). G.________ liess sich weder vernehmen noch nahm sie an der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung teil.

4.3 Wechsel der Verteidigung / Gesuch um Beiordnung eines amtlichen Verteidigers

Mit Eingabe vom 7. November 2023 stellte der private Verteidiger des Beschuldig-
ten, Rechtsanwalt L.________, ein Gesuch um Einsetzung von Rechtsanwalt Dr. 
B.________ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten. Letzterer sei nicht mehr in 
der Lage, seine Verteidigung aus privaten Mitteln zu finanzieren. Rechtsanwalt 
B.________ habe den Fall von Anfang an mitbetreut, weshalb mit seiner Bestellung 
kein Mehraufwand verbunden sei. Rechtsanwalt B.________ teilte auf Aufforde-
rung der Verfahrensleitung am 10. November 2023 mit, dass er den angesetzten 
Verhandlungstermin wahrnehmen könne. Daraufhin wurde der Antrag gutgeheis-
sen und Rechtsanwalt B.________ als (notwendiger) amtlicher Verteidiger des Be-
schuldigten rückwirkend per 7. November 2023 eingesetzt (pag. 19 648).

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4.4 Hauptverhandlung

Die Verhandlung vor der 2. Strafkammer fand vom 14. bis 16. November 2023 
statt.

5. Anträge der Parteien

5.1 Die Verteidigung stellte an der Berufungsverhandlung für den Beschuldigten die 
folgenden Anträge (pag. 19 693 ff.; Hervorhebungen im Original):
In Abänderung der Dispositiv-Ziff. I, II, III, IV des Urteils des Kantonalen Wirtschaftsgerichts vom 
10. November 2022 sei

1. A.________ im Anklagepunkt 1.1 freizusprechen, eventualiter sei er wegen mehrfachen Betruges 
im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

2. Im Anklagepunkt 1.2 sei A.________ wegen einer versuchten Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 WG sowie Art. 22 Abs. 1 StGB 
begangen am 21. September 2017 schuldig und im Übrigen freizusprechen.

3. Soweit A.________ schuldig zu sprechen ist, sei er, unter Anrechnung der erstandenen Haft mit 
einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu Fr. 100.- eventualiter zusätzlich hierzu mit ei-
ner bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten zu bestrafen. Die Probezeit sei auf zwei Jahre an-
zusetzen.

4. Die Privatklage der Privatklägerschaft 1 sei abzuweisen eventualiter sei diese auf den Zivilweg zu 
verweisen subeventualiter sei A.________ zu verurteilen an diese, folgende Beträge zu zahlen:

- EUR 132'265.77 zzgl. Zins zu 5% seit dem 18. September 2014,

- EUR 48'146.36 zzgl. Zins zu 5% seit dem 30. Januar 2015

- EUR 111'524.16 zzgl. Zins zu 5% seit dem 11. August 2015 sowie

- EUR 50'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 5. Februar 2016,

sowie eine angemessene Parteientschädigung für das Verfahren.

5. Auf die Privatklage der Privatklägerschaft 2 sei nicht einzutreten und diese mit ihren Forderungen 
auf den Zivilweg zu verweisen, eventualiter sei die Privatklage abzuweisen. Eine Parteientschädi-
gung sei nicht zuzusprechen.

6. a. Es sei eine Ersatzforderung zugunsten des Kantons Bern in Höhe von Fr. 1 Mio. eventualiter 
von Fr. 2'555'000.00 festzusetzen.

b. Es sei festzuhalten, dass die Ersatzforderung des Staates in dem Umfang erlischt, in dem 
A.________ auf den angeklagten Ereignissen basierende Zivilforderungen von C.________ 
sowie der E.________ AG (BANK) erfüllt respektive diese im Wege der Zwangsvollstreckung 
befriedigt werden.

7. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte und Gegenstände von A.________ seien freizuge-
ben

eventualiter

seien von den beschlagnahmten Kontoguthaben der Betrag von Fr. 100'000.- freizugeben im Üb-
rigen sei die Beschlagnahme der Kontoguthaben und der Liegenschaft J.________(Ort), Gbbl.-
Nrn. ________ aufrecht zu erhalten, bis im Zwangsvollstreckungsverfahren gemäss SchKG über 
die Sicherungsmassnahmen entscheiden wurde, längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren 
ab Rechtskraft des Urteils.

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8. Die Kosten des gegen A.________ geführten Strafverfahrens, einschliesslich der Kosten der amt-
lichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen und er sei für seine Verteidigungskos-
ten angemessen zu entschädigen

eventualiter

seien die Verfahrenskosten bis einschliesslich der ersten Instanz A.________ aufzuerlegen. Die 
Kosten der zweiten Instanz seien ihm Verhältnis seines Unterliegens aufzuerlegen und im Übrigen 
auf die Staatskasse zu nehmen.

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien entsprechend dem zu treffenden Kostenentscheid 
definitiv bzw. unter dem Vorbehalt der Nachforderung vorläufig auf die Staatskasse zu nehmen.

5.2 Die Staatsanwaltschaft beantragte ihrerseits das Folgende (pag. 19 697 f.; Hervor-
hebungen im Original):

I.

1. A.________ sei schuldig zu erklären:

1.1. Der Veruntreuung, mehrfach qualifiziert begangen zwischen ca. September 2013 und ca. 
Februar 2016 zum Nachteil von Q.________ und zum Nachteil der E.________ AG (Bank) 
im Betrag von insgesamt CHF 2'555'000.00 sowie EUR 50'000.00 (oder einer entspre-
chenden Äquivalenz) sowie

1.2. wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 27 
Abs. 1 WG), begangen vor dem und am 19. September 2017.

2. A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen zu verurteilen:

2.1. zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 2 Monaten, unter Anrechnung der ausgestande-
nen Untersuchungshaft im Umfang von 9 Tagen;

2.2. zu einer Geldstrafe in der Höhe von 30 Tagessätzen; unter Gewährung des bedingten 
Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren;

2.3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten.

II.

3. A.________ und G.________ seien (unter solidarischer Haftung) zur Bezahlung einer Ersatzfor-
derung in der Höhe von insgesamt CHF 2'260'000.00 sowie EUR 5'000.00 (oder einer entspre-
chenden Äquivalenz) zu verurteilen, wobei diese zu 80% an die Privatklägerschaft 2 
(E.________ AG (Bank)) und zu 20% an die Privatklägerschaft 1 (C.________), je in Anrech-
nung an ihre Zivilforderung, herzugeben sei.

III.

1. A.________ sei zu verpflichten, dem Kanton Bern die Entschädigung des amtlichen Verteidigers 
(Fürsprecher K.________) gemäss Verfügung vom 27. November 2018 zurückzuzahlen sowie 
diesem die Differenz zwischen der amtlichen Verteidigung und dem vollen Honorar zu erstatten 
(Art. 135 StPO).

2. Die Forderung aus den Verfahrenskosten gemäss Ziffer I.2.3. und III.1. sei mit den beschlag-
nahmten Vermögenswerten von A.________ auf dem Konto der E.________ AG (Bank), IBAN 
________, lautend auf A.________, vorab zu verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO).

3. Das mit Verfügung vom 21. September 2017 beschlagnahmten Grundstück J.________(Ort)-
Gbbl Nr. ________, im Gesamteigentum von A.________ und G.________, sei zu verwerten:

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a. Der die Hypothekarschulden bei der E.________ AG (Bank) übersteigende Verwertungser-
lös sei im Umfang von CHF 250'000.00 einzuziehen und zu 80% an die Privatklägerschaft 
2 sowie zu 20% an die Privatklägerschaft herauszugeben, je in Anrechnung an ihre Zivil-
forderung;

b. Die Beschlagnahme eines sich darüber hinaus ergebenden Verwertungserlöses sei im 
Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung aufrechtzuerhalten, bis im Zwangsvoll-
streckungsverfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen entschieden wurde, 
längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

4. Im Hinblick auf die Durchsetzung der Ersatzforderung seien zudem die Kontosperren bei der 
E.________ AG (Bank) und der P.________ AG (Bank) aufrechtzuerhalten, bis im Zwangsvoll-
streckungsverfahren gemäss SchKG über die Sicherungsmassnahmen entscheiden wurde, 
längstens jedoch für die Dauer von zwei Jahren ab Rechtskraft des Urteils.

5. Die mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 beschlagnahmte Selbstlade-Pistole, SIG P210, 9 mm, 
A164439 (P) inkl. 8 Patronen Kaliber 9mm (Ass.-Nr. 1015) sei gemäss Art. 31 WG in Verbindung 
mit Art. 1 ff. KMV (Kantonale Waffenverordnung) zwecks Prüfung verwaltungsrechtlicher Schritte 
der Kantonspolizei Bern, Fachbereich Waffen, Sprengstoff und Gewerbe, zu überlassen.

5.3 Die Anträge von Rechtsanwalt D.________ für den Straf- und Zivilkläger lauteten 
einerseits wie folgt (pag. 19 682):
1. Die Anträge der Staatsanwaltschaft in der Erklärung der Anschlussberufung vom 28. Februar 

2023 vom seien gutzuheissen.

2. Eventualiter sei das Urteil der ersten Instanz zu bestätigen resp. der Beschuldigte gemäss dem 
vom Wirtschaftsstrafgericht festgestellten Sachverhalt schuldig zu sprechen und angemessen zu 
bestrafen.

3. Adhäsionsweise sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger den folgenden Vermö-
gensschaden zu ersetzen:

- EUR 48’146.36 zzgl. Zins zu 5% seit dem 30. Januar 2015;
- EUR 111'324.16 zzgl. Zins zu 5% seit dem 11. August 2015;
- EUR 50'000.00 zzgl. Zins zu 5% seit dem 5. Februar 2016;
- EUR 132'265.77 zzgl. 5% ab dem 18. September 2014;

4. Sämtliche beschlagnahmten und vom Gericht einzuziehenden Vermögenswerte sowie etwaige 
Bussen und Geldstrafen seien bis zur Höhe der Zivilforderung dem Privatkläger zuzusprechen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beschuldigten -

Andererseits reichte Rechtsanwalt D.________ namens seines Klienten mit 
Schreiben vom 13. November 2023 den folgenden Antrag i.S.v. Art. 70 / 71 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) inkl. der Abtretungserklärung 
i.S.v. Art. 73 Abs. 2 StGB zu den Akten (pag. 19 699 f.):
1. es seien sämtliche im rubrizierten Verfahren beschlagnahmten Vermögenswerte gemäss Art. 70 

oder 71 StGB zugunsten des Kantons Bern einzuziehen, und

2. es seien sämtliche im rubrizierten Verfahren beschlagnahmten und vom Gericht gemäss Art. 70 
oder 71 StGB einzuziehenden Vermögenswerte sowie etwaige Bussen bzw. Geldstrafen bis zur 
Höhe der adhäsionsweise geltend gemachten Zivilforderung des Privatklägers 1 (zzgl. der Kos-
ten- und Entschädigungsansprüche zzgl. MWST), gemäss Art. 73 Abs. 1 lit. a-c StGB dem Pri-
vatkläger 1 zuzusprechen.

11

5.4 Rechtsanwalt F.________ beantragte schliesslich für die Straf- und Zivilklägerin die 
vollumfängliche Abweisung der Berufung sowie die Gutheissung der Anschlussbe-
rufung (pag. 19 685).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

6.1 Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten. Die 
Kammer hat somit das Urteil der Vorinstanz gesamthaft neu zu beurteilen. Sie ver-
fügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO).

6.2 Bei der oberinstanzlichen Beurteilung gelangt grundsätzlich das Verschlechte-
rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO zur Anwendung. Dies betrifft vorliegend 
mangels eigeständiger Berufung resp. Anschlussberufung der beiden Straf- und Zi-
vilkläger insbesondere den Zivilpunkt gemäss Ziff. III. (inkl. Höhe der Parteien-
tschädigungen) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, welcher nicht zu Unguns-
ten des Beschuldigten abgeändert werden darf. Eine Ausnahme vom Verschlechte-
rungsverbot bildet vorliegend zu Teilen der Sanktionenpunkt (Ziff. 1. und 3.; Höhe 
der Freiheitsstrafe), da in diesem Punkt die Generalstaatsanwaltschaft zu Unguns-
ten des Beschuldigten Anschlussberufung erhoben hat. Infolgedessen kann die 
Kammer die Sanktion (mit nachfolgender Ausnahme) auch zum Nachteil des Be-
schuldigten abändern.

6.3 Was die nach dem Wortlaut der Anschlussberufung mitumfasste Geldstrafe betrifft 
(«Bemessung der Strafe»), so ist aus zwei Gründen nicht von einer rechtsgültigen 
Anschlussberufung auszugehen: Zum einen ist mit Blick auf die oberinstanzlichen 
Anträge der Staatsanwaltschaft (Gelstrafe von 30 Tagessätzen bei einer Probezeit 
von 2 Jahren, ergo Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils) nicht davon auszuge-
hen, dass sie die Geldstrafe überhaupt anfechten wollte, beantragt sie doch keine 
Erhöhung gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil. Eine Anschlussberufung zum 
Nachteil des Beschuldigten wäre in diesem Punkt ohnehin als widersprüchlich zu 
werten und damit nicht zuzulassen, nachdem dem erstinstanzlichen Antrag der 
Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen 
zu verurteilen, vollumfänglich entsprochen wurde (vgl. BGE 147 IV 505 E 4.4.3.). In 
Bezug auf die Geldstrafe wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (WG; 
SR 514.54) greift damit das Verschlechterungsverbot. 

Davon ausgenommen ist die Höhe der vorinstanzlich festgesetzten Tagessatzhöhe 
der Geldstrafe. Art. 391 Abs. 2 zweiter Satz StPO behält eine strengere Bestrafung 
aufgrund von Tatsachen vor, die dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein 
konnten. Solche Tatsachen können beispielsweise die persönlichen oder wirt-
schaftlichen Verhältnisse, die für die Bemessung der Höhe des Tagessatzes 
massgebend sind, betreffen (BGE 146 IV 172 E. 3.3.3; BGE 144 IV 198 E. 5.4.3).

6.4 Soweit sich die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft ferner auf die Verurtei-
lung von G.________ zur solidarischen Haftung für die Ersatzforderung bezieht, 
liegt nach Auffassung der Kammer aus zwei Gründen eine unzulässige Ausdeh-
nung des Verfahrensgegenstandes auf eine bisher nicht am Verfahren beteiligte 
und nicht berufungsführende Drittperson i.S.v. Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO vor:

12

Einerseits ist festzustellen, dass G.________ im gesamten Verfahren nie befragt 
wurde und sich zumindest zur solidarischen Haftung für die Ersatzforderung nicht 
äussern konnte. Im erstinstanzlichen Hauptverfahren wurde ihr von der Vorinstanz 
erstmals Gelegenheit gegeben, sich zum Schicksal der beschlagnahmten, im Ge-
samteigentum der Ehegatten stehenden Liegenschaft zu äussern (pag. 18 077). 
G.________ teilte daraufhin mit Schreiben vom 6. Juni 2021 mit, sie wäre durch die 
Verwertung der Liegenschaft zwangsweise mit voller Härte betroffen, obwohl ihr 
unbestrittenermassen kein strafrechtlicher Vorwurf gemacht werde (pag. 18 082). 
Von einer solidarischen Haftung für die Ersatzforderung war keine Rede. Schliess-
lich findet G.________ auch in der Anklageschrift keine Erwähnung. Eine Verurtei-
lung von G.________ in diesem Verfahrensstadium und im Lichte des bisherigen 
Verfahrensverlaufs wäre mit ihrem Anspruch auf rechtliches Gehör nicht vereinbar 
(vgl. auch Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO). Bereits aus diesem 
Grund ist auf die Anschlussberufung – soweit G.________ betreffend – nicht einzu-
treten.

Andererseits ist der Entscheid des Bundesgerichts BGE 140 IV 92 E 2.2. f. nach 
Auffassung der Kammer und entgegen der Meinung des Kantonsgerichts Luzern in 
seinem vergleichbaren Urteil vom 7. August 2020 [4M 20 3] auf die vorliegende 
Konstellation anwendbar. Demgemäss steht es der Staatsanwaltschaft nicht zu, 
Anschlussberufung betreffend einen Mitbeschuldigten zu erheben, der selbst nicht 
Berufungskläger ist. Dasselbe gilt, wenn die Privatklägerschaft Berufung führt; eine 
Anschlussberufung ist in diesem Fall nur möglich in Bezug auf Straftaten, durch 
welche diese in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (vgl. auch BÄHLER, in: 
Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, N 3 zu Art. 401). Die 
Berufung bestimmt mithin die Parteien im Berufungsverfahren. Damit soll dem ak-
zessorischen Charakter der Anschlussberufung Rechnung getragen und eine Um-
gehung des Verschlechterungsverbots verhindert werden. 

Bei G.________ handelt es sich zwar – anders als in den erwähnten Beispielen – 
nicht um eine (Mit-)Beschuldigte, sondern um eine allfällig beschwerte Drittperson. 
Die vorliegende Konstellation ist indes mit den genannten Beispielen vergleichbar: 

In casu hat einzig der Beschuldigte ein Rechtsmittel eingelegt, die Staatsanwalt-
schaft hingegen hat darauf verzichtet. Durch den akzessorischen Charakter der 
Anschlussberufung liegt damit das Schicksal von G.________ vollumfänglich in 
den Händen des Beschuldigten, der mit dem Rückzug seiner Berufung gleichzeitig 
seine Ehefrau entlasten könnte, damit aber rechtskräftig verurteilt werden würde. 
G.________ ist der Anschlussberufung damit schutzlos ausgeliefert, obgleich sie 
selber kein Rechtsmittel eingelegt hat (und auch nicht Berufungsgegnerin ist). Zwar 
handelt es sich bei der Einziehung und Ersatzforderung um strafrechtlich sachliche 
Massnahmen, die zwingend anzuordnen sind, wenn deren gesetzlichen Vorausset-
zungen erfüllt sind (etwa Urteil BGer 6B_910/2019 E 6.1.1.). Der (allfällig) repressi-
ve und pönale Charakter einer Ersatzforderung ist indes nicht von der Hand zu 
weisen und vom Bundesgericht anerkannt (vgl. SCHÖDLER, Dritte im Beschlagnah-
me- und Einziehungsverfahren, Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft, 2012, 
S. 12; BAUMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht, N 6 ff. zu Art. 70/71 mit Verweis 
auf die Bundesgerichtsrechtsprechung). Entsprechend stehen einer beschwerten 

13

Drittperson von Gesetzes wegen die zur Wahrung ihrer Interessen erforderlichen 
Verfahrensrechte zu (Art. 105 Abs. 2 StPO) und ist sie grundsätzlich zur Erhebung 
eines Rechtsmittels legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO, vgl. auch Art. 406 Abs. 1 lit. e 
StPO). Die Stellung der beschwerten Drittperson ist mithin, wie das Bundesgericht 
festhält, vergleichbar mit derjenigen einer beschuldigten Person (Urteil BGer 
6B_1356/2017 E 2.4, wobei es um die Frage ging, ob die beschwerte Drittperson 
im Rechtsmittelverfahren zur Leistung einer Sicherheit verpflichtet werden kann). 
Folgt man sodann der Lehrmeinung von SCHÖDLER (a.a.O., S. 185), so muss das 
Verschlechterungsverbot auch in Bezug auf beschwerte Dritte gelten. Folgerichtig 
müsste der eingangs erwähnte BGE 140 IV 94, der die Anschlussberufung zum 
Nachteil von nicht berufungsführenden Mitbeschuldigten ausschliesst, auch auf be-
schwerte Drittpersonen Anwendung finden. 

Wäre die Staatsanwaltschaft folglich mit der Nichtverurteilung von G.________ zur 
solidarischen Haftung für die Ersatzforderung nicht einverstanden gewesen, hätte 
sie diese bereits im Vorverfahren unter Gewährung der entsprechenden Parteirech-
te am Verfahren beteiligen sowie eigenständig Berufung erheben müssen. 

Im Ergebnis kommt eine erstmalige Verurteilung von G.________ zur solidarischen 
Haftung für die Ersatzforderung im oberinstanzlichen Verfahren nicht in Betracht. 
Auf die Anschlussberufung ist in diesem Punkt nicht einzutreten.

6.5 Im Weiteren zielt die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Nachho-
lung von vorinstanzlich unterlassenen Verfügungen (Verrechnung von Forderungen 
aus den Verfahrenskosten mit beschlagnahmten Vermögenswerten; Verwertung 
des beschlagnahmten Grundstücks; Einziehung eines Teils des Verwertungserlö-
ses ebendieses Grundstücks). Auf die Anschlussberufung ist in den genannten 
Punkten einzutreten und das Verschlechterungsverbot greift nicht.

7. Legitimation der Straf- und Zivilkläger (Geschädigte Partei)

Die weiterhin strittige formelle Frage der Geschädigtenstellung resp. der Klagelegi-
timation der Straf- und Zivilkläger wird der besseren Übersicht halber im Zivilpunkt 
abgehandelt (E. 23. hiernach). Es kann vorweggenommen werden, dass die Kam-
mer sowohl C.________ wie auch die E.________ AG (Bank) als geschädigte und 
insofern zur Straf- und Zivilklage legitimierte Partei erachtet.

II. Veruntreuung, alternativ Betrug, eventualiter ungetreue Geschäftsbesorgung 
(Vorwurf gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift)

8. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

In Ziff. 1.1. der Anklageschrift wird dem Beschuldigten eine mehrfache qualifizierte 
Veruntreuung, alternativ gewerbsmässiger Betrug, eventualiter mehrfache unge-
treue Geschäftsbesorgung vorgeworfen, begangen jeweils in den (früheren) Räum-
lichkeiten der E.________ AG (Bank) an der R.________strasse in I.________(Ort) 
sowie evtl. anderswo und zum Nachteil von Q.________ sel. (nachfolgend: 
Q.________) und/oder zum Nachteil der E.________ AG (Bank) im Betrag von 

14

insgesamt CHF 2'555'000.00 sowie EUR 50'000.00 (pag. 16 001 001 f.). Nach der 
Darlegung der Ausgangslage, für welche an dieser Stelle auf die Anklageschrift 
bzw. auf die nachfolgenden Ausführungen zum unbestrittenen Sachverhalt sowie 
zur Beweiswürdigung zu Ziff. 1.1. der Anklageschrift verwiesen wird, legte die 
Staatsanwaltschaft den jeweiligen Tatbestandsvarianten im Wesentlichen folgende 
Sachverhalte zugrunde:

Veruntreuung, mehrfach qualifiziert begangen (Ziff. 1.1.1. der Anklageschrift): Der 
Beschuldigte, Angestellter bei der E.________ AG (Bank) und seit 1996 «Betreuer 
Private Kunden V4» der Bankkundin Q.________, soll mit dieser ab ca. September 
2013 vereinbart haben, die auf ihrem CHF-Sparkonto und EUR-Kontokorrent vor-
handenen, der E.________ AG (Bank) und dem Beschuldigten als deren verfü-
gungsberechtigter Angestellter zur Erhaltung anvertrauten Guthaben in ein/en (vom 
Beschuldigten oder von der E.________ AG (Bank) verwalteten/es) Tresor, Depot 
o.ä. bei der E.________ AG (Bank) zu übertragen und ihr Vermögen dort (weiter-
hin) zu verwalten resp. ständig zur Verfügung zu erhalten. Zu diesem Zweck soll 
Q.________ die folgenden Barabhebungen quittiert und die entsprechenden Bar-
geldbeträge dem Beschuldigten bzw. der E.________ AG (Bank) anvertraut haben:

- per Valuta 18. September 2013 CHF 900'000.00 vom CHF-Sparkonto; 
- per Valuta 17. Januar 2014 CHF 85’000.00 vom CHF-Sparkonto; 
- per Valuta 1. Mai 2014 CHF 950’000.00 vom EUR-Kontokorrent; 
- per Valuta 18. September 2014 CHF 450'000.00 vom EUR-Kontokorrent; 
- per Valuta 30. Januar 2015 CHF 50'000.00 vom EUR-Kontokorrent; 
- per Valuta 11. August 2015 CHF 120’000.00 vom EUR-Kontokorrent; 
- per Valuta 5. Februar 2016 EUR 50’000.00 vom EUR-Kontokorrent. 

In der Folge soll der Beschuldigte die ihm übergebenen Barbeträge allenfalls kurz-
zeitig in sein Tresorfach bei der E.________ AG (Bank) überführt, sich diese ange-
eignet und in der Folge für eigene Zwecke, insbesondere zur Bestreitung seines 
persönlichen Lebensunterhaltes und desjenigen seiner Familie, verbraucht haben. 
Mit diesem Vorgehen habe der Beschuldigte Q.________ und/oder die E.________ 
AG (Bank) an ihren/m Vermögen geschädigt. Der Beschuldigte habe in unrecht-
mässiger Bereicherungsabsicht und ohne zu irgendeinem Zeitpunkt in der Lage 
bzw. bereit gewesen zu sein, fristgerecht gegenüber Q.________ und/oder der 
E.________ AG (Bank) Ersatz zu leisten, gehandelt. Am 5. April 2017 habe der 
Beschuldigte schliesslich CHF 45’000.00 auf das CHF-Sparkonto und CHF 
48’847.50 (im Wert von EUR 45’000.00) auf das EUR-Kontokorrent von 
Q.________ zurückgezahlt, womit der Schaden CHF 2'510'000.00 und EUR 
5'000.00 betrage.

Alternativ Betrug, gewerbsmässig begangen (Ziff. 1.1.2. der Anklageschrift), mit 
dem soeben beschriebenen Vorgehen, wobei der Beschuldigte Q.________ über 
seinen Willen getäuscht haben soll, die ihm von ihr zu überlassenden Vermögens-
werte in ein/en Tresor, Depot o.ä. bei der E.________ AG (Bank) zu übertragen 
und ihr Vermögen zu verwalten resp. ständig zur Verfügung zu erhalten. Der Be-
schuldigte habe Q.________ zudem tatsachenwidrig vorgespiegelt, dass die zu 
den jeweiligen Zeitpunkten ihm bereits überlassenen Vermögenswerte allesamt 
noch vorhanden seien resp. ihr ständig zur Verfügung stünden und habe ihr hierzu 

15

Vermögensübersichten/Bestätigungen erstellt resp. bearbeitet. Eine Überprüfung 
des Willens des Beschuldigten, ihr Vermögen zu verwalten resp. ständig zur Verfü-
gung zu erhalten, sei für Q.________ nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich 
respektive ihr nicht zumutbar gewesen. Der Beschuldigte habe zudem gewusst, 
dass Q.________, geboren am ________, insbesondere aufgrund ihres fortge-
schrittenen Alters sowie als treue, langjährige Kundin der E.________ AG (Bank) 
im Allgemeinen und ihm als Kundenberater und AN.________ (Stellung in der 
Bank) im Besonderen, aufgrund seines Wissensvorsprungs und seiner Kaderfunk-
tion innerhalb der E.________ AG (Bank), ein erhöhtes Vertrauen geschenkt habe 
und er habe dieses Vertrauen bewusst ausgenutzt. Aufgrund der seit Jahren fort-
währenden und beständigen Vertrauensbasis habe er auch fest damit gerechnet, 
dass die in S.________(Land) domizilierte Q.________ seine Angaben nicht über-
prüfen würde. Zudem habe er seine Täuschungen durch die von ihm erstellten re-
sp. bearbeiteten Vermögensübersichten/Bestätigungen abgesichert, welche er 
Q.________ gezeigt und mind. teilweile ausgehändigt habe. 

Die Täuschungen des Beschuldigten hätten dazu geführt, dass Q.________ die 
hiervor aufgeführten sieben Barabhebungen ab dem CHF-Sparkonto sowie dem 
EUR-Kontokorrent quittiert und dem Beschuldigten bzw. der E.________ AG 
(Bank) die entsprechenden Bargeldbeträge überlassen habe, um sie zu verwalten 
resp. ständig zur Verfügung zu erhalten. Dies jeweils in der irrigen Annahme, der 
Beschuldigte wäre vereinbarungsgemäss dafür besorgt, dass ihre Vermögenswerte 
in einem Tresor, Depot o.ä. bei der E.________ AG (Bank) verwahrt und ihr jeder-
zeit in vollem Betrage zur Verfügung stehen würden.

Weil der Beschuldigte zum Zeitpunkt, als ihm die Bargeldbeträge von Q.________ 
überlassen worden waren, nicht willens gewesen sei, diese zu verwalten resp. 
ständig zur Verfügung zu erhalten, sondern beabsichtigt habe, sich die Vermö-
genswerte anzueignen bzw. zu verbrauchen, sei die (Rück-)Forderung von 
Q.________ bereits bei der jeweiligen Quittierung der Barabhebung resp. Überlas-
sung des Bargeldbetrags erheblich gefährdet und infolgedessen in ihrem Wert we-
sentlich herabgesetzt gewesen; dadurch habe sich Q.________ an ihrem Vermö-
gen geschädigt.

Schliesslich habe der Beschuldigte (abgesehen von der unrechtmässigen Berei-
cherungsabsicht) auch in der Absicht gehandelt, sich und seiner Familie aus dem 
Erlös der deliktischen Tätigkeiten ein relativ regelmässiges Einkommen für die Fi-
nanzierung des Lebensunterhaltes oder zumindest eines namhaften Teils hiervon 
zu verschaffen, wobei er die deliktische Tätigkeit, insbesondere aufgrund der Häu-
figkeit und Höhe der Einzelakte, nach der Art eines (Neben-)Berufs ausgeübt und 
mit einer konstanten Regelmässigkeit über längere Zeit Einkünfte erzielt habe, die 
geeignet gewesen seien, einen namhaften Teil der Kosten des Lebensunterhaltes 
von ihm und seiner Familie zu decken.

Eventualiter ungetreue Geschäftsbesorgung, mehrfach begangen (Ziff. 1.1.3. der 
Anklageschrift), mit hiervor beschriebenem Vorgehen, wobei der Beschuldigte als 
.________ (Stellung in der Bank) der E.________ AG (Bank) insbesondere damit 
betraut gewesen sei, selbständig über (nicht unerhebliche) Vermögenswerte der 
E.________ AG (Bank) zu verfügen und verpflichtet gewesen sei, im Interesse der 

16

E.________ AG (Bank) zu handeln und deren Vermögen zu erhalten. Mit seinem 
hiervor beschriebenen Vorgehen habe er sich die genannten Geldbeträge in un-
rechtmässiger Bereicherungsabsicht und entgegen seiner Pflicht, im Interesse der 
E.________ AG (Bank) zu handeln und deren Vermögen zu erhalten, angeeignet 
und für eigene Zwecke verbraucht. Dadurch habe er die E.________ AG (Bank) an 
ihrem Vermögen geschädigt. 

8.2 Unbestrittener/bestrittener Sachverhalt 

Unbestritten ist zunächst die Ausgangslage gemäss Ziff. 1.1. der Anklageschrift: 
Q.________ (* ________; † ________) und ihr Ehemann V.________ sel. (* 
________; † ________) gingen am 12. Dezember 1996 eine Geschäftsbeziehung 
mit der E.________ AG (Bank) ein. Das Ehepaar war auf den gemeinsamen Konti 
je einzelzeichnungsberechtigt, führte unter anderem ein CHF- und ein EUR-Konto 
und mietete ein Tresorfach. V.________ starb im Jahr ________, so dass dessen 
Witwe und einzige Erbin Q.________ die Bankbeziehung alleine weiterführte. 
Q.________ bevollmächtigte in der Folge ihren späteren Adoptivsohn C.________ 
gegenüber der E.________ AG (Bank), wo sie anfangs September 2013 über Ver-
mögen in der Höhe von CHF 987'109.85 und EUR 1'113'340.80 verfügte (wobei 
dem EUR-Konto monatlich EUR 8'109.00 von der Lebensversicherung T.________ 
gutgeschrieben wurden). Unbestritten ist weiter, dass der Beschuldigte 1994 in die 
E.________ AG (Bank) eingetreten ist, im Jahr 2006 zum Leiter U.________ (Ab-
teilung) befördert wurde und spätestens ab März 2012 den Rang eines 
AN.________ (Stellung in der Bank) innehatte. Ferner ist unbestritten, dass der 
Beschuldigte ab Beginn der Geschäftsbeziehung als Bankkundenberater von 
Q.________ fungierte.

Was den Kernsachverhalt betrifft, so ist unbestritten, dass Q.________ mit den 
sieben konkret vorgenommenen und hiervor sowie in der Anklageschrift aufgeführ-
ten Bargeldbezügen einverstanden war; sie unterzeichnete alle Auszahlungsquit-
tungen selbst.

Unklarheiten bestehen hingegen bezüglich des weiteren Kernsachverhalts. Der 
Beschuldigte legte im Vorverfahren gegenüber der Staatsanwaltschaft, nachdem er 
anfänglich die Existenz eines besonderen Tresors sowie sämtliche Vorwürfe abge-
stritten hatte (pag. 05 001 005 ff.), ein Geständnis im Sinne der Anklageschrift ab 
(Abhebung von CHF 2.555 Mio. und EUR 50'000.00 von den Konti von 
Q.________ zwischen September 2013 und Februar 2016, Ablegen des Geldes in 
sein Tresorfach bei der E.________ AG (Bank), Verwendung des Geldes für seine 
persönlichen Bedürfnisse), welches er im vorinstanzlichen Verfahren bestätigte. 
Oberinstanzlich bestätigte er das Geständnis zunächst ebenfalls und bestritt es an-
schliessend wieder, bevor er es in seinem letzten Wort wieder implizit bestätigte. 
Damit einhergehend ist insbesondere unklar, ob der Beschuldigte das abgehobene 
Bargeld zunächst in seinen eigenen oder aber sogleich in den Tresor von 
Q.________ legte. In seinem vorinstanzlich letzten Wort brachte er diesbezüglich 
neu vor, das Geld sei in ihrem Tresor gelegen. Oberinstanzlich führte er sodann 
aus, er wisse nicht, was Q.________ mit dem abgehobenen Geld gemacht habe, 
dieses habe jedenfalls nie in seinem Tresor gelegen. Die Verteidigung hingegen 
stützte sich auf das Geständnis und plädierte ihrerseits dafür, auf dieses abzustel-

17

len. So oder anders gilt es, das ursprüngliche Geständnis nachfolgend auf seine 
Glaubhaftigkeit hin zu überprüfen (vgl. Art. 160 StPO). Der Inhalt des Geständnis-
ses wird jedenfalls aufgrund des widersprüchlichen Verhaltens des Beschuldigten 
als bestritten erachtet.

Des Weiteren werden von der Verteidigung hauptsächlich rechtliche Fragen bestrit-
ten. 

8.3 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die ihrem Urteil zugrunde gelegten Dokumente sorgfältig und 
umfassend wiedergegeben, namentlich die Strafanzeige von Q.________ und 
C.________ inkl. Beilagen («Dienstleistungsübersicht per 18.09.2013», neutrales 
Papier mit dem Vermögensstand per 10.08.2015 sowie per 17.08.2016, hand-
schriftliche Notiz vom 11.08.2015 betreffend Auflösung des Tresorfachs und Abhe-
bung zuhanden des Tresorfachs von EUR 110'000.00); Bankunterlagen betreffend 
Q.________ (Kontoeröffnung vom 12.12.1996, Depotvertrag vom 22.04.2014 und 
bankinterne Löschung der Vollmacht von Q.________ für das Tresorfach 
________ per 11.08.2015, «Kundenkontakt-Übersicht» mit internen Notizen, Pass-
kopie von Q.________ sowie Kontoauszüge ihrer beiden Konti und weitere interne 
Dokumente); Unterlagen betreffend Werdegang des Beschuldigten wie etwa Ar-
beitsvertrag, Zwischenzeugnis und solche im Zusammenhang mit der frühzeitigen 
Pensionierung des Beschuldigten; Steuer-, Bank- und Kreditkartenunterlagen die 
Familie A.________ betreffend; schliesslich weitere Dokumente im Zusammen-
hang mit der Kundenbeziehung, so u.a. die wiederhergestellte Protokollierung der 
Kundenbeziehung, handschriftliche Zettel, Polizeirapport zur Auswertung der si-
chergestellten elektronischen Datenträger, SMS-Wechsel zwischen dem Beschul-
digten und C.________, vom Beschuldigten während der Untersuchungshaft er-
stellte handschriftliche Übersicht über die Barabhebungen und seine Ausgaben, 
schliesslich eine GwG-Meldung der Meldestelle für Geldwäscherei vom 
28.12.2020. Es kann diesbezüglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwie-
sen werden (pag. 19 394 – 19 406, Ziff. II.A.1. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung).

Ferner hat die Vorinstanz die Aussagen des Beschuldigten (pag. 19 406 – 
pag. 19 411), von Q.________ (pag. 19 411 f.), von C.________ (pag. 19 412 f.) 
sowie von W.________ (pag. 19 414) korrekt zusammengefasst wiedergegeben. 
Auch darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.

Der Beschuldigte wurde anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme erneut zur 
Sache befragt. Wie bereits angesprochen, bestätigte er zunächst seine bisher ge-
machten Aussagen und gab an, es gebe keinen Grund für ihn, sein Geständnis zu 
ändern (pag. 19 665 Z. 35). Anschliessend korrigierte er es wie folgt: Q.________ 
habe zwei Arten von Vermögen gehabt, eines davon in Lebensversicherungen an-
gelegt und eines davon unversteuert. Als die Barabhebungen begonnen hätten, sei 
das Steuerabkommen mit S.________(Land) bekannt geworden, weshalb er ihr 
gesagt habe, sie könne es sich nicht leisten, das unversteuerte Geld auf demsel-
ben Konto zu haben wie das Einkommen aus den Lebensversicherungen. Er habe 
ihr geraten, entweder zu einer anderen Bank zu gehen oder aber das Geld abzu-

18

heben und nach S.________(Land) zu nehmen. Weil sie dies nicht gewollt habe, 
habe sie sich entschieden, es in ihr eigenes, privates Tresorfach zu legen, zu wel-
chem er keinen Zugang gehabt habe (pag. 19 666 Z. 14 ff. und 32 ff., auch Z. 39, 
wonach das Geld nie in seinem Tresorfach gewesen sei). Das Geld habe dann an-
scheinend gefehlt, als Herr C.________ aufgetaucht sei (pag. 19 666 Z. 32). Wo 
sich das Geld heute befinde, wisse er nicht (pag. 19 667 Z. 9). Im Weiteren bestritt 
er die Aufstellungen von Rechtsanwalt F.________ zu seinen Ausgaben im Delikt-
szeitraum und mithin zur angeblichen Verwendung des Geldes, oder aber gab er 
an, sich Ausgaben in dieser Höhe nicht vorstellen zu können, es nicht zu wissen, 
oder zu dieser Zeit über Geld verfügt zu haben, dies aber nicht von Frau 
Q.________ (pag. 19 667 Z. 15 ff., etwa auch durch die Erhöhung der Hypothek). 

8.4 Vorbringen der Parteien

Sämtliche Parteien gingen davon aus, dass der Sachverhalt unbestritten sei und 
verwiesen in den jeweiligen Parteivorträgen mitunter auf das Geständnis des Be-
schuldigten. 

Insbesondere die Verteidigung führte in ihrem Parteivortrag explizit aus, der Be-
schuldigte habe ein umfassendes Geständnis abgegeben, den Sachverhalt weitge-
hend eingeräumt und vor- sowie oberinstanzlich bestätigt. Die Verteidigung erklärte 
sich das zwischenzeitliche Abkommen vom Geständnis mit der psychischen Ver-
fassung des Beschuldigten sowie dem langen Zeitablauf und plädierte ihrerseits 
dafür, auf das ursprüngliche Geständnis abzustellen. Demnach sei erstellt, dass 
der Beschuldigte sich in Täuschung von Frau Q.________ das ihm übergebene 
Geld angeeignet habe, indem er es vorübergehend in sein eigenes Tresorfach ge-
legt habe. Im Hinblick auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts unter den 
Tatbestand des Betrugs argumentierte die Verteidigung sodann, der Beschuldigte 
habe sich keines arglistigen Verhaltens, sondern bloss einfacher Lügen bedient, 
nämlich, dass er das Bargeld in sein Tresorfach legen würde. Das täuschende 
Verhalten stehe im Vordergrund, weil das Geld vor dem S.________ (Land) Fiskus 
versteckt werden sollte. Im Übrigen argumentierte die Verteidigung auf rein rechtli-
cher Ebene (zum Ganzen pag. 19 676).

Die Staatsanwaltschaft führte im Zusammenhang mit dem im Raum stehenden 
Geständnis aus, dieses sei weder das einzige noch das entscheidende Beweismit-
tel und verwies etwa in objektiver Hinsicht auf die Vermögensbestätigungen, SMS, 
die Einzahlungen von je CHF und EUR 45'000.00, die Gegenüberstellungen von 
Einkommen und Ausgaben sowie in subjektiver Hinsicht auf die Aussagen von 
Frau Q.________ und Herrn C.________. Auch das Protokoll der Kundenbezie-
hung, von welchem fünf Versionen mit teils unterschiedlichen Inhalten (z.B. bezüg-
lich der beiden erwähnten Einzahlungen sei deren Zweck mehrfach geändert wor-
den) wiederhergestellt werden konnten, sei interessant (pag. 19 679).

Rechtsanwalt F.________ führte für die Straf- und Zivilklägerin auf sachverhaltli-
cher Ebene im Wesentlichen aus, das Vertrauensverhältnis zwischen dem Be-
schuldigten und Frau Q.________ sei von Ersterem nicht durch Täuschung erschli-
chen worden, sondern Resultat einer jahrzehntelangen Bankbeziehung gewesen. 
Ebenfalls gegen die These der Täuschung spreche, dass nach Angaben des Be-

19

schuldigten die Idee zur Behändigung des Geldes aus dem Tresor für die eigenen 
Bedürfnisse erst nach der Übergabe des Geldes entstanden sei, sowie die oberin-
stanzliche Aussage des Beschuldigten, wonach Frau Q.________ selbst entschie-
den habe, das Geld in den Tresor zu legen (pag. 19 685).

Rechtsanwalt D.________ verwies schliesslich für den Straf- und Zivilkläger eben-
falls auf das Geständnis des Beschuldigten und betonte, dass dieser sogar aufge-
listet habe, welche Beträge er wann geplündert und wie ausgegeben habe (pag. 19 
682). 

8.5 Würdigung durch die Kammer

8.5.1 Theoretische Grundlagen der und Vorbemerkung zur Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen 
in der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (S. 33; pag. 19 415).

Die Vorinstanz hat eine ausführliche Beweiswürdigung vorgenommen, welcher sich 
die Kammer zu weiten Teilen anschliesst. Im Nachfolgenden wird entsprechend 
grösstenteils dem Aufbau der Vorinstanz gefolgt. In einem ersten Schritt wird der 
allgemeine Teil der Anklageschrift bzw. werden die persönlichen Verhältnisse von 
Q.________ sowie des Beschuldigten dargelegt und anschliessend das Geständ-
nis geprüft, bevor schliesslich in tatsächlicher Hinsicht auf die einzelnen Tatbe-
standsvarianten eingegangen wird. Zumal der allgemeine Teil der Anklageschrift 
(Ziff. 1.1.) grundsätzlich unbestritten ist, werden weitgehend die Erwägungen der 
Vorinstanz dargelegt und – wo angezeigt – mit zusätzlichen oder abweichenden 
Überlegungen der Kammer ergänzt.

8.5.2 Persönliche Verhältnisse von Q.________ und des Beschuldigten

Die Vorinstanz führte zunächst korrekt aus, dass sich aus den Aussagen der im 
Befragungszeitpunkt 84-jährigen Q.________ ergebe, dass diese den Gegenstand 
nur beschränkt verstanden habe und entsprechend über ihre Persönlichkeit, ihr 
Verhältnis zum Beschuldigten und vor allem ihren geistigen Zustand in den mass-
geblichen Jahren (2013 – 2016; Tatzeitraum) nur wenig bekannt sei. Die Vorin-
stanz legte die privaten Verhältnisse von Q.________ wie folgt dar (S. 34 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung, pag. 19 416):

Sie [Anmerkung der Kammer: gemeint Q.________] war laut den übereinstimmenden Aussagen 
von C.________ und dem Beschuldigten AG.________ (Beruf) und war kinderlos mit dem 
berühmten AH.________ (Beruf) V.________ verheiratet. Welches Wissen sie in Bankangele-
genheiten hatte, ist unbekannt, auch sind keine Details zu ihren Vermögensverhältnissen be-
kannt. Jedoch ist davon auszugehen, dass sie und V.________ relativ vermögend waren und sie 
auch in S.________(Land) über genügend flüssige Mittel bzw. Vermögen verfügt haben muss, 
denn sie benötigte die Leibrente der T.________ nicht, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. 
2013, als die massiven Bargeldbezüge begannen, war Q.________ 83 Jahre alt. C.________ 
sagte aus, sie sei nach dem Tod ihres Mannes noch einige Jahre sehr selbständig gewesen, erst 
ca. ab Ende 2014 habe sie nicht mehr allein reisen können und er habe sie jeweils nach Bern be-
gleitet. Mindestens in dubio pro reo muss folglich davon ausgegangen werden, dass Q.________ 
im Herbst 2013 zwar eine ältere Dame war, jedoch noch allein von AC.________ (Stadt) nach 
Bern reisen konnte und geistig voll zurechnungsfähig war. In den folgenden Jahren baute sie of-

20

fenbar gesundheitlich und mental relativ stark ab: Übereistimmend sagten der Beschuldigte und 
C.________ aus, dieser habe Q.________ ab 2015 bei ihren Besuchen bei der E.________ AG 
(Bank) begleitet, C.________ sagte aus, sie habe nicht mehr allein in die Schweiz reisen können. 
Gemäss den Angaben des Beschuldigten habe C.________ sich am Anfang im Hintergrund ge-
halten, später sei Q.________ aber nur noch teilnahmslos dabeigesessen, was ebenfalls dafür 
spricht, dass sie je länger je weniger verstand, worum es ging.

Angaben zur Persönlichkeit des Beschuldigten seien – so die Vorinstanz weiter – 
aufgrund seines Aussageverhaltens und der fehlenden Befragung von weiteren 
Personen aus dem (Arbeits-)Umfeld ebenfalls schwierig zu machen (wobei ihn 
W.________ als kollegial, offen, freundlich und aufrecht beschrieben habe, was 
sich mit den Attributen im Zwischenzeugnis decke). Zum Werdegang führte die 
Vorinstanz aus, der Beschuldigte habe eine klassische «Bankkarriere» gemacht, 
d.h. eine Banklehre absolviert, sei einige Zeit im Ausland tätig gewesen und habe 
dann für verschiedene Bankinstitute gearbeitet, bevor er 1994 zur E.________ AG 
(Bank) gekommen und bis zu seiner Frühpensionierung geblieben sei. Der Be-
schuldigte verfüge über ausgezeichnete Zwischenzeugnisse, die ihm nicht nur 
fachliches Können attestierten, sondern auch eine hohe Sozialkompetenz und 
überdurchschnittliche empathische Fähigkeiten. Auch mit Blick auf die Zeugnisse 
könne festgestellt werden, dass der Beschuldigte ein gewinnendes Wesen gewe-
sen sei und ein gutes Gespür für seine Mitmenschen haben müsse, er fähig gewe-
sen sei, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen und auch mit schwierigeren, reichen 
Kunden gut habe umgehen können. 

Stark zu relativieren ist die Feststellung der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte 
trotz seiner Fähigkeiten in der E.________ AG (Bank) keinen beruflichen Aufstieg 
erreicht und dies allenfalls Frust und Neid bei ihm ausgelöst habe. Während für 
letztere rein spekulative Annahme der Vorinstanz keine Anhaltspunkte bestehen, 
ist zur Karriere des Beschuldigten anzumerken, dass dieser immerhin eine Kader-
stellung bei der E.________ AG (Bank) innehatte (und insbesondere AN.________ 
(Stellung in der Bank) der Bank war und damit zum sog. «Senior Management» der 
Bank gehörte). Er hatte damit auch zweifelsfrei eine Führungsposition inne. Dass 
er bei der Leitung der neu geschaffenen bzw. aus zwei Einheiten zusammenge-
führten Abteilung seinem Kontrahenten den Vorrang lassen musste, dürfte weniger 
an seinen fachlichen Fähigkeiten als vielmehr daran gelegen haben, dass seine 
Pensionierung in absehbarer Zeit anstand.

Ferner ist mit der Vorinstanz, der Staatsanwaltschaft und den Straf- und Zivilklä-
gern evident, dass der Beschuldigte über seinen finanziellen Verhältnissen lebte. 
Dies geht bereits aus der Gegenüberstellung von Ausgaben und Einkommen her-
vor. Namentlich ist den Steuerdokumenten zu entnehmen, dass der Beschuldigte in 
den Jahren 2013 – 2017 folgendes steuerbares Einkommen erzielte, gesamthaft in 
fünf Jahren ergebend CHF 593'801.00:

- CHF 70'154.00 im Jahr 2013 (pag. 07 100 094); 
- CHF 94'794.00 im Jahr 2014 (pag. 07 100 098); 
- CHF 96'362.00 im Jahr 2015 (pag. 07 100 067); 
- CHF 170'760.00 im Jahr 2016 (pag. 07 101 021) und 
- CHF 161'731.00 im Jahr 2017 (pag. 18 046).

21

Im selben Zeitraum hat der Beschuldigte demgegenüber für seine Lebenshaltung 
bzw. diejenige seiner Familie insgesamt CHF 2.183 Mio. verbraucht (vgl. etwa die 
Auswertung der aktenkundigen Bankkonten und Kreditkarten durch Rechtsanwalt 
F.________ – Beilagen zum Plädoyer vor der Vorinstanz, pag. 19 052 ff.). Sodann 
ergibt sich die finanzielle Situation des Beschuldigten auch aus der Zusammenstel-
lung der E.________ AG (Bank), die bei der internen Aufarbeitung eine Finanzana-
lyse vorgenommen und als Beweismittel zu den Akten gereicht hat (siehe pag. 07 
378 373). Dass der Beschuldigte über seinen Verhältnissen gelebt hat, kann damit 
als erstellt gelten. Die Vorinstanz schrieb hierzu das Folgende (S. 35 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 19 417):

Nicht spekuliert werden muss dagegen darüber, dass der Beschuldigte viel mehr Geld ausgab, 
als er legal verdiente: Aus den Analysen der Bankkonto- und Kreditkartenunterlagen ergibt sich 
eindeutig, dass er ein Luxusleben führte, das er sich mit seinem Lohn nicht hätte leisten können 
und dass er sehr auf sein Äusseres bedacht sein muss. Er gab Unsummen für neue Kleider und 
Schuhe aus, fuhr immer nur Autos der Luxusklasse, gönnte sich nur die besten Restaurants, hat-
te immer die neuesten HiFi- und EDV-Gadgets, verwöhnte Frau und Töchter und lebte in einem 
Haus, für das nur das Beste gut genug war. Daneben unterhielt er ein "Parallel-Leben" in Osteur-
opa, hatte mit X.________ ein Kind, pflegte aber auch Beziehungen zu anderen Frauen, die min-
destens teilweise aus dem "Cabaret-Tänzerinnen-Milieu" kommen dürften. Aus den Aussagen 
von W.________ ist denn auch zu schliessen, dass der Beschuldigte dazu stand, nebst seiner 
Frau noch eine weitere "Lebenspartnerin" zu haben. Er hat allerdings angegeben, diese lebe in 
S.________(Land), was nicht der Wahrheit entsprach. 

Rechtsanwalt F.________ hingegen sprach oberinstanzlich von einem «präzedenz-
losen Dauerkonsumexzess» mit einem Parallel-Leben mit mehreren Frauen und 
ausserehelichem Kind in Y.________ (Land) (Ausgaben von rund CHF 
110'000.00), protzigen Autos (über CHF 760'000.00), Kleidern (über 
CHF 190'000.00), Tabak, Wein und Restaurants (über CHF 90'000.00), prunkvollen 
Umbauten des Anwesens (rund CHF 260'000.00), üppigen Ferienreisen 
(CHF 243'000.00) etc. 

Staatsanwalt H.________ bezeichnete das Gebaren des Beschuldigten sodann 
treffend als «Gier nach Luxus, Konsum und Sex».

Aus welchen Gründen der Beschuldigte Gelder an Frauen in Osteuropa (etwa 
AR.________(Land), AS.________(Land) oder AT.________(Land)) überwiesen 
hat, bleibt für die Kammer unklar. Bei den Überweisungsbelegen werden u.a. Zah-
lungsgründe wie «school money», «medical help», «gift», «cost for stay in hospi-
tal», «social help», «Feriengeld» etc. angegeben (pag. 08 003 052 ff.). Aus den Ak-
ten ergibt sich zumindest, dass der Beschuldigte regelmässig nach Osteuropa 
(insb. Y.________(Land)) zu diversen Frauen flog, die er anschliessend finanziell 
unterstützt hat (vgl. insb. die auf den Kontoauszügen und Kreditkartenbelegen er-
sichtlichen Flugbuchungen und weiteren Kaufdetails sowie die soeben erwähnten 
Überweisungsbelege, zur besseren Übersicht vgl. die Zusammenstellung von 
Rechtsanwalt F.________ auf pag. 19 129 ff.). Aktenkundig ist ferner ein regel-
mässiger Aufenthalt mit X.________ aus Y.________(Land) in Z.________ (Stadt) 
(vgl. hierzu den Mailverkehr zwischen dem Beschuldigten und dem Hotel 
AA.________ mit dem Betreff «Reservation A.________ und X.________», in wel-

22

chem der Beschuldigte von «wir sind Stammgäste» und «unsere mehrmaligen Auf-
enthalte pro Jahr in Z.________ (Stadt)» schreibt, pag. 08 003 066). Dass der Be-
schuldigte tatsächlich Vater des Kindes von X.________ ist, wie die Vorinstanz 
vermutet, lässt sich dagegen aus den Akten nicht erstellen. 

Vor diesem Hintergrund erscheint die Aussage des Beschuldigten, wonach es sich 
bei diesen Frauen um ehemalige Pflegerinnen der kranken Mutter gehandelt habe 
(pag. 13 100 007), wenig plausibel. Ob der Beschuldigte zudem gelogen hat, als er 
gegenüber seiner persönlichen Assistentin W.________ von einer Lebenspartnerin 
in S.________(Land) sprach, ist entgegen der Überzeugung der Vorinstanz nicht 
erstellt. So könnte es durchaus sein, dass der Beschuldigte mehrere Partnerschaf-
ten in ganz Europa pflegte. Oberinstanzlich sprach der Beschuldigte jedenfalls von 
einem 5-jährigen unehelichen Sohn, welcher in I.________(Ort) wohne und finan-
ziell nicht durch ihn unterstützt werde, weil die Kindsmutter über genügend Vermö-
gen verfüge (pag. 19 664). 

Letzten Endes spielen die Liebeleien des Beschuldigten für die Beurteilung der vor-
liegenden Angelegenheit keine Rolle; wesentlich und erstellt ist, dass grössere 
Geldbeträge ins Ausland abflossen und insgesamt ein Leben geführt wurde, das 
den legal erzielten Lohn des Beschuldigten bei Weitem überstieg.

Die Vorinstanz nahm schliesslich Stellung zum Verhalten des Beschuldigten 
während und nach der Untersuchungshaft. Sie führte aus was folgt (S. 35 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 10 417 f.):

Er war schon nach einer Woche in Haft (also fern von jeden persönlichen Annehmlichkeiten) ge-
ständig und beteuerte, er sei willens, Q.________ das Geld zurückzubezahlen, werde einen ver-
mögenden Freund anfragen, ihm die Mittel vorzuschiessen. Aus der Haft entlassen (und damit 
wieder zu Hause im gewohnten Leben) verweigerte er in der Folge nicht nur die Aussage zur Sa-
che, sondern nahm sein altes Leben (wenn auch in etwas bescheidenerem Umfang) wieder auf: 
Er leistete sich weiterhin ein Parallel-Leben in Y.________(Land) und überwies diversen Frauen 
Geld ins Ausland, gönnte sich nach wie vor für tausende von Franken Kleider, Restaurantbesu-
che, Wein, HiFi-Geräte und leaste weiterhin teure Mercedes'. Zudem liess sich erst noch die Hy-
pothekarzinsen über das gesperrte Konto bei der E.________ AG (Bank) (das ja eigentlich zur 
Deckung des Schadens von Q.________ gesperrt wurde) bezahlen, indem er angab, er habe 
nicht einmal das Existenzminimum. Statt Geld seines (angeblichen?) Freundes für die Rückzah-
lung an Q.________ zu verwenden, gab er es für seine private Verteidigung aus, obwohl er zuvor 
einen engagierten amtlichen Anwalt gehabt hatte. Auch war er offensichtlich nicht bereit, über 
seine Einkünfte nach der Haftentlassung wahrheitsgemäss Auskunft zu geben. Woher die rund 
CHF 400'000.00 Bargeld stammen, die er ab 2018 auf sein AI.________ (Bank)-Konto einzahlte, 
ist offen. Bis dato bemühte er sich in keiner Weise um einen Vergleich mit der Privatklägerschaft 
und bezahlte keinen Rappen zurück. Dieses Verhalten spricht nicht nur gegen jede Reue und 
Einsicht, sondern zeigt klar, dass einer der Hauptwesenszüge des Beschuldigten ein grosser 
Egoismus ist und dass ihm materielle Werte, ein möglichst luxuriöses Leben, über allem stehen.

Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die in Aussicht gestellten Wieder-
gutmachungszahlungen bis heute ausgeblieben sind bzw. es seitens des Beschul-
digten keine Bemühungen gegeben hat, sich mit den Privatklägern aussergericht-
lich zu einigen. Da dies für den angeklagten und zu beurteilenden Sachverhalt nicht 

23

weiter relevant ist, wird hierfür auf die Täterkomponenten bei der Strafzumessung 
verwiesen.

8.5.3 Prüfung des Geständnisses

Wie eingangs erwähnt, war der Beschuldigte bis zur oberinstanzlichen Hauptver-
handlung geständig, die CHF 2.555 Mio. und EUR 50'000.00 zwischen September 
2013 und Februar 2016 bar von den Konti von Q.________ bezogen und für sich 
selbst verwendet zu haben. Oberinstanzlich hielt er am Geständnis nach anfängli-
cher Bestätigung nicht weiter fest und wies stattdessen jegliche Schuld von sich, 
indem er angab, Q.________ habe entschieden, das Geld in ihr eigenes Tresor-
fach zu legen, um es vor dem S.________(Land) Fiskus zu verstecken. Dort sei es 
später aus ihm nicht bekannten Gründen nicht mehr aufzufinden gewesen (pag. 19 
666 Z. 14 ff.). 

Die zwischenzeitliche Abkehr vom Geständnis überzeugt nicht und steht nicht nur 
im Widerspruch zu seinen bis zu diesem Zeitpunkt gemachten Aussagen, sondern 
auch zu seinem oberinstanzlichen letzten Wort, in dessen Rahmen er angab, seine 
Frau habe nicht gewusst, dass er Geld gestohlen habe, da er ihr immer gesagt ha-
be, er verdiene das Geld mit Börsengeschäften (pag. 19 690). Darüber hinaus steht 
das gegenüber der Staatsanwaltschaft mündlich zu Protokoll gegebene Geständnis 
nicht nur im Einklang mit den Akten und der erdrückenden Beweislage (siehe nach-
folgend), sondern wurde vom Beschuldigten mit folgenden drei gleichentags hand-
schriftlich erstellten Dokumenten untermauert: 

- Eine handschriftliche Zusammenstellung aller privaten Ausgaben im Deliktszeit-
raum («Sept. 2013 – Sept./Aug. 2017»), namentlich für Rechnungen, Au-
tos/Motorrad, Steuern, PC/Video/Wifi, Unterstützung Töchter, Uhren/Schmuck, 
ergebend einen ebenfalls niedergeschriebenen Gesamtbetrag von 
CHF 2'483'400.00 (pag. 03 002 000);

- Eine weitere handschriftliche Zusammenstellung nur die Fahrzeuge betreffend 
mit einem Gesamtbetrag von CHF 703'400.00; aufgeführt sind drei Anzahlungen 
Leasing für zwei Fahrzeuge (für «G.________» und «A.________»), zwei 
Barkäufe (für «2 AJ.________ (Automarke) für Kinder», «1 AK.________ (Au-
tomarke)», «AM.________ (Motorradmarke)» sowie «Kleintransporter») und 
Leasingraten in der Höhe von «ca.» CHF 2'150.00 pro Monat für 48 Monate 
(pag. 003 002 004);

- Schliesslich eine Auflistung aller sieben Barabhebungen, ergebend einen Betrag 
von CHF 2'609'000.00 bzw. abzüglich der im April 2017 eingezahlten 
CHF 94'000.00 die rund CHF 2.5 Mio. Dieser Auflistung folgt die handschriftliche 
Notiz «Wie habe ich das Geld seit Sept. 13 verbraucht: monatliche Rechnungen, 
Gärtner, Handwerker, Sanierungen + Unterhalt, Neuanschaffungen, Möbel, Fe-
rien. Zwischen 25’ + 30’ pro Monat» gefolgt von der Zahl «1'440’000» (pag. 03 
002 003).

Es erscheint vor diesem Hintergrund undenkbar, dass der Beschuldigte über das 
Ablegen eines falschen Geständnisses hinaus gleich drei damit korrelierende fal-
sche Dokumente mit detaillierten und betragsmässig genau definierten Aufstellun-
gen erstellt hätte. Hinsichtlich dieser Aufstellungen bleibt zu erwähnen, dass der 

24

Beschuldigte oberinstanzlich auf Vorhalt der Hochrechnung von Rechtsanwalt 
F.________, wonach er rund CHF 700'000.00 für Fahzeugleasings ausgegeben 
habe, angab, dies sei «unmöglich» (pag. 19 667 ff.), derweil dieser Betrag mit sei-
ner eigenen handschriftlichen Zusammenstellung übereinstimmt.

Auch die objektiven Beweismittel sprechen für sich und lassen keinen anderen 
Schluss zu, als dass das Geständnis des Beschuldigten der Wahrheit entspricht. 
Die Vorinstanz hat die objektiven Beweismittel, nachdem sie drei (a priori wenig 
plausible) Alternativhypothesen aufgestellt und diese – zu Recht – wieder verwor-
fen hat (1. Q.________ nahm die Gelder in bar mit, ohne dass C.________ davon 
wusste, 2. C.________ als Täter und 3. unbekannte Dritttäterschaft), wie folgt zu-
treffend gewürdigt (S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 19 419 
ff.):

- Primär sind dies [Anmerkung der Kammer: gemeint sind die objektiven Beweismittel] die vom 
Beschuldigten verfassten und teilweise auch unterzeichneten "Vermögensbestätigungen" vom 
10.08.2015 und vom 17.08.2016 sowie die "Dienstleistungsübersicht" vom 18.09.2013. Hätte 
Q.________ das Geld tatsächlich für sich bar abgehoben und mitgenommen, so hätte es kei-
nen Grund gegeben, solche zu erstellen, im Gegenteil: Es ist geradezu absurd, wenn ein 
Bankkundenberater eine Bestätigung von Barvermögen ausstellt, wenn dieses nicht auf der 
Bank verwahrt wird, zumal Q.________ ja dann das Geld, den Auszahlungsbeleg und diese 
Bestätigung erhalten hätte. Diese Bestätigungen machen nur Sinn, wenn der Beschuldigte 
Q.________ gegenüber ein "Barvermögen" in einem angeblichen besonderen "Tresor" der 
E.________ AG (Bank) bestätigten wollte. Bereits das Zwangsmassnahmengericht wies denn 
auch darauf hin, dass den "Vermögensbestätigungen" eigentlich kein Aussagewert zukomme, 
da der Aussteller ja (ginge man von der Wahrheit seiner Erklärungen aus) weder habe wissen 
können, welche Barbeträge Q.________ nach der Auszahlung mit sich genommen oder in ihr 
bis August 2015 noch vorhandenes Tresorfach gelegt hatte noch, ob sie weiteres (aus ande-
ren Quellen stammendes) Bargeld in dieses gelegt hatte.

- Die Notiz vom 11.08.2015, auf welcher der Beschuldigte handschriftlich festgehalten hatte, 
das Tresorfach von Q.________ werde aufgehoben und „110'000.00 bar bezogen und in Tre-
sor kommen." Diese Notiz kann nur so verstanden werden, dass der Beschuldigte 
Q.________ zu verstehen gab, es existiere ein zweiter, eben "geheimer" Tresor, in den weite-
res Bargeld komme. Sonst würde die Notiz schlicht keinen Sinn machen.

- Aus den SMS-Wechseln mit C.________ ergibt sich, dass der Beschuldigte auf dessen Auf-
forderung hin, den genauen Betrag des sich im Tresor befindlichen Bargeldes anzugeben 
bzw. das Geld vom "Depot" von Q.________ auf ein Konto zu überweisen, nicht etwa erwider-
te, es gebe keinen Tresor mit Bargeld bzw. kein solches Depot, sondern nur antwortete, er 
könne momentan diese Information nicht liefern, weil er sich im Spital befinde. Daraus ist zum 
einen zu schliessen, dass der Beschuldigte Q.________ und C.________ tatsächlich ange-
geben hatte, das Bargeld befinde sich in einem Tresor bzw. Depot, zum anderen, dass nie-
mand sonst in der E.________ AG (Bank) darüber Bescheid wusste, denn sonst hätte er vom 
Spital aus (wenn er sich denn tatsächlich in einem solchen befunden haben sollte) einfach 
seine Assistentin beauftragen können, die entsprechenden Informationen an C.________ wei-
terzuleiten.

- Die Einzahlungen von CHF 45'000.00 und EUR 45'000.00 am 05.04.2017 nur wenige Stun-
den vor dem Eintreffen C.________ in der Bank, machen, geht man von der Erklärung des 

25

Beschuldigten aus (er habe das Geld fast zwei Jahre nach der Auflösung des Tresorfachs 
Q.________ zwischen Versicherungspapieren gefunden) wenig Sinn. Hingegen sind die Ein-
zahlungen einfach mit dem Wunsch C.________, Geld aus dem speziellen "Tresor" der 
E.________ AG (Bank) auf das Konto Q.________ zurück zu übertragen, in Einklang zu brin-
gen.

Es ist an dieser Stelle auch noch ganz kurz auf die Behauptung des Beschuldigten, bei den Ver-
mögenswerten Q.________ habe es sich um Schwarzgeld gehandelt und diese habe das Geld 
bar bezogen, um es vor den Steuerbehörden in Sicherheit zu bringen, einzugehen: Abgesehen 
davon, dass es keinen Grund gibt, an der Aussage C.________, das Geld sei "sauber", d.h. ver-
steuert gewesen, zu zweifeln, würden die konkreten Bargeldbezüge (nämlich CHF 900'000.00, 
dann CHF 85'000.00, dann wieder CHF 950'000.00, dann CHF 450'000.00, dann CHF 50'000.00, 
CHF 120'000.00 und EUR 50'000.00) vor diesem Hintergrund wenig Sinn machen. Hätte 
Q.________ das Geld schwarz über die Grenze nehmen wollen, so hätte sie es regelmässiger 
gestückelt, in kleineren Summen über die Grenze genommen bzw. allenfalls von Drittpersonen 
über die Grenze bringen lassen, so dass der Verlust bei einer Entdeckung an der Grenze weniger 
gross gewesen wäre, zumal sie ja gemäss den Angaben des Beschuldigten bis zu vier Mal jähr-
lich in die Schweiz reiste. Oder sie hätte eine noch grössere Summe bei der T.________ einbe-
zahlt und sich eine höhere Rente nach S.________(Land) überweisen lassen, aber sie hätte mit 
allergrösster Wahrscheinlichkeit nicht zwei Mal fast eine Million in bar abgehoben und mit sich 
herumgetragen bzw. gar über die Grenze genommen. Die Frage, ob das Geld von Q.________ 
versteuert war oder nicht, kann aber letztlich offengelassen werden, da auch die Veruntreuung 
von unversteuertem Geld tatbestandsmässig ist. 

Hinzu kommt, dass sich Q.________ die Bargeldbeträge, wären die Bezüge 
tatsächlich durch sie bestimmt gewesen und hätte sie beabsichtigt, das Geld nach 
S.________(Land) zu überführen, schwerlich in Schweizer Franken, sondern viel-
mehr in Euro hätte auszahlen lassen. Ebenso wenig ist anzunehmen, dass sie das 
Geld, hätte sie es im Hinblick auf das Steuerabkommen mit S.________(Land) vor 
dem S.________(Land) Fiskus verstecken wollen, über einen mehrjährigen Zeit-
raum hinweg sukzessive abgehoben hätte.

Darüberhinausgehend stützen folgende objektiven Beweismittel das Geständnis:

- Der Beschuldigte liess einen Tag vor dem Kundenbesuch am 17. August 2016 
durch W.________ ein neues Depot eröffnen (siehe pag. 07 350 009 und dazu 
den Vorhalt der Staatsanwaltschaft auf pag. 05 004 004 Z. 113 ff.). Dies deutet 
stark darauf hin, dass der Beschuldigte das Depot am Vortag des Besuchs 
eröffnet hat, um in der Folge angeben zu können, bei diesem Depot würde es 
sich um das geheime Konto handeln, auf dem die Vermögenswerte von 
Q.________ hinterlegt seien. Dazu passt auch, dass dieses Depot in der Folge 
nie genutzt wurde. Der Beschuldigte sagte hierzu aus, das Depot sei eröffnet 
worden, um Bankbelege zu hinterlegen (mithin in elektronischer Form). Dies 
wiederum macht wenig Sinn, zumal nicht einzusehen ist, weshalb die physisch 
vorhandenen Bankbelege nicht einfach in ihr bereits bestehendes Tresorfach 
hätten gelegt werden können (siehe zum Ganzen auch den Vorhalt der Staats-
anwaltschaft auf pag. 05 004 005 Z. 149 ff.). 

26

- Mit undatiertem Schreiben (aufgefunden in den Unterlagen des Beschuldigten, 
pag. 08 003 049) beauftragte der Beschuldigte einen «AB.________» (gemeint 
ist AB.________, ein Mitarbeiter der E.________ AG (Bank), der mit 
C.________ in Kontakt stand [siehe dazu bspw. die Konversation zwischen dem 
Beschuldigten und AB.________, pag. 08 003 039]), er solle ein Schreiben an 
Q.________ verfassen, wonach die Bankbeziehung mit ihr gekündigt werde. 
Dabei sollten keine Gründe angegeben und auch keine Termine mehr zwischen 
dem Beschuldigten und C.________ vereinbart werden. Es sind keine stichhal-
tigen Gründe ersichtlich, weshalb der Beschuldigte – wenn nicht, um sie als 
Kundin loszuwerden und damit seine illegalen Machenschaften zu vertuschen – 
die möglichst rasche Auflösung der langjährigen Bankbeziehung gewollt hätte. 
Die vom Beschuldigten als «internen Grund» für die Kündigung angegebene 
Namens-Problematik erscheint vor dem Hintergrund der langjährigen, problem-
los verlaufenen Geschäftsbeziehung vorgeschoben. Und noch wenn der Name 
der Kundin tatsächlich ein Problem gewesen wäre, so erschliesst sich der 
Kammer nicht, weshalb keine Termine mehr mit C.________ vereinbart werden 
sollten.

Im Ergebnis gibt es keine andere sinnvolle Erklärung für das Geschehene als die 
vom Beschuldigten gestandene, die da wäre, dass er das Geld von Q.________ 
tatsächlich wie angeklagt in sein Tresorfach legte und es anschliessend in vollem 
Umfang für sich selbst verwendete. Zudem lässt sich aus den umfangreichen Akten 
zweifelsfrei entnehmen, dass der Beschuldigte im Nachgang zu den Geldbezügen 
viele Hebel in Bewegung setzte und selbst seine Mitarbeitenden instrumentalisier-
te, um die Kundin und deren für den Beschuldigten unliebsamen Adoptivsohn mög-
lichst rasch loszuwerden bzw. seine Taten zu vertuschen.

8.5.4 Veruntreuung (Vorwurf gemäss Ziff. 1.1.1. der Anklageschrift)

Hierzu hielt die Vorinstanz zutreffend fest was folgt (S. 38 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 19 420 ff.):

In Absatz 1 wird einleitend angeklagt, Q.________ und der Beschuldigte hätten ab ca. September 
2013 vereinbart, die auf dem CHF-Sparkonto und dem EUR-Kontokorrentkonto vorhandenen Mit-
tel Q.________ in einen Tresor, ein Depot oder ähnliches zu übertragen und das Vermögen dort 
weiterhin zu verwalten respektive ständig zur Verfügung Q.________ zu halten. Der Beschuldigte 
gab zu, dass er Q.________ vorgeschlagen habe, ihr Geld in sein Tresorfach zu legen. Auch 
Q.________ sagte aus, der Beschuldigte habe ihr gesagt, das Geld komme in einen Tresor. Es 
gibt keinen Grund, an diesen insoweit übereinstimmenden Aussagen zu zweifeln, so dass in ei-
nem ersten Schritt als erstellt gilt, dass die Initiative zu den Bargeldbezügen vom Beschuldigten 
ausging. Weiter ist erstellt, dass Q.________ mit den sieben konkret vorgenommenen Bargeld-
bezügen auch einverstanden war: Sie unterzeichnete alle Auszahlungsquittungen selbst und 
machte auch weder selbst noch durch C.________ geltend, die Barabhebungen ab ihren Konti 
seien gegen ihren Willen geschehen. Mit anderen Worten ist erstellt, dass der Beschuldigte und 
Q.________ wie angeklagt vereinbarten, ihr Geld ab den Konti zu beziehen und in bar in Räum-
lichkeiten der E.________ AG (Bank) aufzubewahren, wo es Q.________ weiterhin zur Verfü-
gung stehen sollte. Sowohl der Beschuldigte als auch Q.________ sprachen davon, das Geld sol-
le in einen Tresor kommen. Der Beschuldigte erwähnte zudem, er habe C.________ in dem 
Glauben gelassen, das Geld sei in einem Tresor in Zürich. Dass daneben teilweise auch von ei-

27

nem Depot die Rede war, bewog den Staatsanwalt wohl zu seiner Formulierung in der Anklage-
schrift. Das Gericht erachtet es aber als erstellt, dass der Beschuldigte gegenüber Q.________ 
von einem Tresor sprach und sie daher glaubte, ihr Geld sei dort sicher verwahrt. Weder der Be-
schuldigte noch Q.________ nannten ein konkretes Datum, wann sie vereinbarten, die sich auf 
den Konti befindlichen Vermögenswerte sukzessive in den Tresor zu transferieren. Da der erste 
Barbezug am 18.09.2013 stattfand, ist die Umschreibung in der Anklageschrift, dies sei "ca. im 
September 2013" gewesen, nachvollziehbar.

Der in Absatz 2 umschriebene Sachverhalt ergibt sich aus den Bankunterlagen. Ob 
Q.________ dem Beschuldigten die Vermögenswerte "anvertraute", wird unter Ziff. III.C. zu 
klären sein. Ab den Konti von Q.________ wurden die folgenden sieben Bargeldbezüge vorge-
nommen, für die sie alle quittierte:

1. Valuta 18.09.2013 CHF 900'000.00, dies ab dem CHF-Konto;

2. Valuta 17.01.2014 CHF 85'000.00, ebenfalls ab dem CHF-Konto;

3. Valuta 01.05.2014 CHF 950'000.00 ab dem EUR-Konto, das mit EUR 792'326.94 belastet 
wurde (der Wechsel auf das EUR-Konto erklärt sich damit, dass das CHF-Konto nach dem 
zweiten Bargeldbezug praktisch leer war);

4. Valuta 18.09.2014 CHF 450'000.00 ab dem EUR-Konto, das mit EUR 377'835.75 belastet 
wurde;

5. Valuta 30.01.2015 CHF 50'000.00 ab dem EUR-Konto, das mit EUR 48'146.36 belastet wur-
de;

6. Valuta 11.08.2015 CHF 120'000.00 ab dem EUR-Konto, das mit EUR 111'524.16 belastet 
wurde;

7. Valuta 05.02.2016 EUR 50'000.00 ab dem EUR-Konto.

Ob der Beschuldigte das Geld Q.________ jeweils zeigte, d.h. es physisch in seinem Büro hatte, 
wenn sie die Auszahlungsquittung unterzeichnete, wird aus den vorhandenen Aussagen nicht 
ganz klar: C.________, der bei den drei letzten Bargeldbezügen anwesend war, sagte, er habe 
das Geld jeweils nicht gesehen. Q.________ selbst war nicht klar in ihren Aussagen. Der Be-
schuldigte sagte aus, er habe das Geld vorgängig der Besuche von Q.________ bezogen und 
habe es jeweils auf dem Tisch oder in einem Couvert gehabt. Ob Q.________ es effektiv sah, 
wird aber auch aus seinen Aussagen nicht klar. Die Aussagen von W.________ konnten zur 
Klärung dieser Frage ebenfalls nichts beitragen. Es ist folglich beweiswürdigend offen zu lassen, 
ob Q.________ das Bargeld jeweils sah oder nicht. 

Folgende Ergänzung drängt sich auf: Ungeklärt bleibt der Grund für die Barabhe-
bungen bzw. für die Übertragung von Bankguthaben in einen physischen Tresor. 
Q.________ gab im Rahmen ihrer Einvernahme an, sie habe die Barbeträge im 
Tresor lagern wollen, weil es besser gewesen sei wegen der Konditionen. Der Be-
schuldigte habe ihr gesagt, dass es nicht mehr gut sei, das Geld auf den Konti zu 
belassen, weil es fast keinen Zins mehr gegeben habe (pag. 05 010 004 Z. 112 ff. 
und Z. 122 f.). Der Umstand, dass Q.________ ehrlicherweise davon ausging, die 
Übertragung des Geldes vom Bankkonto in einen physischen Tresor würden ihr 
(höhere) Zinsen garantieren, dürfte einerseits ihrem fortgeschrittenen Alter ge-
schuldet sein und lässt andererseits beachtenswerte Rückschlüsse auf ihr immen-
ses Vertrauen in den Beschuldigten, seit 17 Jahren ihr und ihres verstorbenen 
Ehemannes Vermögensberater, zu. Dass er sie mit rentableren Konditionen über-
reden konnte, das Geld in seinen Tresor zu legen, ergibt denn auch durchaus Sinn, 
nachdem die durch keine Anhaltspunkte gestützte These des Schwarzgeldes be-

28

seitigt werden konnte und insofern kein Anlass dazu bestand, das Geld zu verste-
cken. 

Die von Q.________ vorgebrachte Erklärung mit den Zinsen im Tresor wird im Üb-
rigen gestützt durch die oberinstanzlichen Aussagen des Beschuldigten: Dieser 
brachte auf Vorhalt des neuen, im Kanton Freiburg hängigen Strafverfahrens, wel-
ches wiederum Barbezüge in Millionenhöhe von den Konti diverser Kunden des 
Beschuldigten zwecks Deponierung der Gelder in einem Tresorfach zum Gegen-
stand hat, und auf die diesbezügliche Frage, was der Vorteil eines Tresorfachs sei, 
von selbst die Zinsen ins Spiel (pag. 19 668 Z. 24 ff.). Die Verknüpfung zwischen 
Tresorfach und Zinsen scheint dem Beschuldigten zumindest nicht fremd zu sein 
und es ist anzunehmen, dass er Q.________ (wie von ihr behauptet) mit höheren 
Zinsen von den Barabhebungen überzeugte. 

Insofern war Q.________ vereinbarungsgemäss der Meinung, durch das Ablegen 
ihres Bargeldes ins Tresorfach würde ihr Geld analog eines Bankkontos durch Zin-
sen vermehrt. Eine grundlegende Veränderung ihrer Geldanlagestrategie war somit 
nicht beabsichtigt; vielmehr wollte sie ihren Kontostand (nunmehr in physischer 
Form) wie bisher von der Bank verwaltet haben und dieser sollte ihr wie bis anhin 
jederzeit zur Verfügung stehen. In Anlehnung an die Aussagen des Beschuldigten 
ist sodann anzunehmen, dass das Geld vorgängig von ihm abgehoben und entwe-
der offen auf dem Tisch oder (unversiegelt) im Couvert Q.________ vorgelegt wur-
de. 
Die Vorinstanz erwog weiter:

In Absatz 3 wird angeklagt, der Beschuldigte habe die Bargeldbeträge "allenfalls" kurzfristig in 
sein Tresorfach bei der E.________ AG (Bank) "überführt", evtl. an einen unbekannten Ort ge-
bracht, sie sich angeeignet und sie für eigene Zwecke verbraucht. Der Beschuldigte selbst hatte 
ausgesagt, er habe das Bargeld in sein Tresorfach in der Filiale in der R.________strasse gelegt 
und dann angefangen, es für sich zu verbrauchen. Es gibt vorliegend keinen Grund, an dieser 
Aussage zu zweifeln. Es ist nämlich nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte z.B. am 
18.09.2013 CHF 900'000.00 in bar aus der Bank trug und damit durch die R.________strasse 
lief. Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass er das Geld in der Bank lagerte und immer dann Geld 
holte, wenn er welches brauchte. Aus den vorhandenen Kontoauszügen ergibt sich denn auch, 
dass er nur sehr selten wirklich grosse Bargeldbeträge auf seine Konti einzahlte (einzig am 
22.11.2013 zahlte er CHF 125'000.00 auf sein P.________ AG (Bank)-Konto ein, wobei er 
EUR 100'000.00 gleich wieder bar bezog), sondern in unregelmässigen Abständen Einzahlungen 
von einigen Tausend bis einigen Zehntausend Franken vornahm. Es ist daher erstellt, dass er 
sein eigenes Tresorfach als eine Art "Zwischenlager" für das Geld von Q.________ verwendete, 
wobei sich nie wird klären lassen, wann er wie viel Geld darin hatte. Dies ist jedoch auch nicht re-
levant, denn es besteht keinen [sic!] Zweifel daran, dass der Beschuldigte spätestens vom Mo-
ment des jeweiligen Barbezugs an beabsichtigte, das Geld für sich selbst zu verwenden und das 
denn auch tat. 

Entgegen seiner ursprünglichen Darstellung, wonach er das Bargeld in sein Tresor-
fach in der Filiale in der R.________strasse gelegt und dann angefangen habe, es 
für sich zu verbrauchen, führte der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung in seinem letzten Wort sowie oberinstanzlich im Rahmen seiner 
Einvernahme aus, das bezogene Geld sei nie in seinem Tresorfach, sondern nur in 

29

demjenigen von Q.________ gewesen. Vorinstanzlich spezifizierte er, dass das 
Geld erst in sein Tresorfach gekommen sei, als das Tresorfach von Q.________ 
aufgelöst wurde, wohingegen er oberinstanzlich ausführte, das Geld sei nie in sei-
nem Tresor gewesen. Diesen Versionen kann von vornherein nicht gefolgt werden: 
Wie hiervor dargelegt, tut die oberinstanzliche Abkehr vom Geständnis diesem und 
insofern den Ausführungen der Vorinstanz keinen Abbruch (vgl. etwa auch die ex-
plizite Aussage des Beschuldigten auf pag. 05 002 003 Z. 70, wonach es sein Tre-
sorfach gewesen sei, in welches das Geld gekommen sei). Zwischen den Parteien 
wurde vereinbart, das Geld komme in einen Tresor der E.________ AG (Bank) (al-
lenfalls sogar in Zürich, was aber nicht abschliessend beurteilt werden kann), so 
dass der Beschuldigte auch ohne Mitwirkung der Kundin über diese Geldbeträge 
verfügen konnte, ihm mithin Zugriff auf ihr Vermögen eingeräumt worden ist. Dass 
der Beschuldigte entgegen seinen ursprünglichen Aussagen und erst im letzten 
Wort anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erstmals eine neue Version 
vorbrachte, lässt auf eine prozesstaktisch platzierte Schutzbehauptung schliessen, 
zumal er damit implizit in Abrede stellte, die Gelder seien der Bank bzw. ihm nach 
dem Bezug vom Konto anvertraut gewesen. Dieses prozesstaktische Vorgehen ist 
dem Beschuldigten alleine zuzurechnen, zumal auch seine Verteidiger in ihren vor- 
und oberinstanzlichen Parteivorträgen nur vom Tresor des Beschuldigten sprachen 
(vorinstanzlich pag. 19 289 und oberinstanzlich pag. 19 676). Auf diese nachge-
schobene Behauptung des Beschuldigten kann nach dem Gesagten nicht abge-
stellt werden und es ist – entsprechend seiner ersten Aussage – davon auszuge-
hen, dass das Geld vom Konto von Q.________ abgehoben und danach in den 
Tresor des Beschuldigten gelegt wurde, von wo aus es vom Beschuldigten sukzes-
sive entwendet und verbraucht wurde. 

Schliesslich ist wiederum der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie in Bezug auf den 
Absatz 4 der Anklageschrift festhält, dass der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt in 
der Lage und willens gewesen sei, fristgerecht Ersatz für die bezogenen Vermö-
genswerte zu leisten, was sich aus den dargelegten Geldverwendungen und den 
Angaben in den Steuererklärungen ergebe. Der Beschuldigte habe das Geld von 
Q.________ für seinen luxuriösen Lebenswandel verprasst, selbst aber nie über 
hohe flüssige Reserven verfügt. Das zeige sich denn auch darin, dass der Be-
schuldigte auf die Aufforderungen C.________ hin, das Geld zurückzuführen, erst 
nach langem Zögern und nur Stunden vor dessen Auftauchen in der Bank am 5. 
April 2017 CHF 45'000.00 bzw. EUR 45'000.00 auf die Konti von Q.________ ein-
gezahlt habe. Sodann erachtete es die Vorinstanz keiner weiteren Ausführungen 
mehr bedürfend, dass der Beschuldigte wie in Absatz 5 angeklagt in der Absicht, 
sich selbst und Dritte (seine Familie, aber auch diverse andere Frauen) zu berei-
chern, gehandelt habe. Ebenfalls sei offensichtlich, dass der Beschuldigte wie in 
Absatz 6 der Anklageschrift ausgeführt als Leiter U.________ (Abteilung) der 
E.________ AG (Bank) beruflich Vermögen verwaltet und Q.________ ihm wegen 
seiner Tätigkeit bei einer Bank und ihrer langjährigen Beziehung besonderes Ver-
trauen entgegengebracht habe. Diesen Ausführungen ist nichts mehr hinzuzufü-
gen.

Zusammenfassend erachtet die Kammer in Anlehnung an die Vorinstanz den in 
Ziff. 1.1.1 der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt als erstellt. Erneut ist auf 

30

die Präzisierung hinzuweisen, wonach der Grund für die Übertragung des Geldes 
die Q.________ vom Beschuldigten eingetrichterte Überzeugung war, ihr Geld sei 
im Tresor gegenüber einem Bankkonto höher verzinslich.

8.5.5 Betrug (Vorwurf gemäss Ziff. 1.1.2. der Anklageschrift)

Nach dem bereits Ausgeführten sind die zum Betrugstatbestand angeklagten 
Sachverhaltselemente und Vorgänge ohne Weiteres erstellt. Entsprechend kann 
vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (S. 40 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 19 422 f.):

Absatz 1 dieser Ziffer entspricht grundsätzlich Absatz 1 der vorangegangenen Ziffer, es kann auf 
das dazu Ausgeführte verwiesen werden. In Absatz 2 wird einleitend zusammengefasst ange-
klagt, der Beschuldigte habe Q.________ über seinen Willen, die ihm überlassenen Vermögens-
werte in einen Tresor zu übertragen und ihr Vermögen ständig zu ihrer Verfügung zu halten, 
getäuscht. Gestützt auf die bereits erfolgten Ausführungen kann dies ohne Weiteres als erstellt 
erachtet werden: Q.________ ging zweifellos nicht davon aus, dass der Beschuldigte das Geld 
für sich selbst verwenden würde, sonst hätte sie dem Ganzen nie zugestimmt. Aufgrund der vom 
Beschuldigten angefertigten "Vermögensübersichten" ist sodann auch erstellt, dass er 
Q.________ vorspiegelte, die ihm zum jeweiligen Zeitpunkt bereits überlassenen Vermögenswer-
te seien noch vorhanden bzw. stünden ihr zur Verfügung.

Zu Absatz 3 der Anklageschrift gilt es beweiswürdigend festzuhalten, dass über die geistigen 
Fähigkeiten von Q.________ im Jahr 2013 nur sehr wenig bekannt ist, daher auch nur schwer 
einzuschätzen ist, welche Überprüfungen ihr damals möglich und zumutbar gewesen waren. Er-
stellt ist, dass Q.________ dem Beschuldigten als ihrem sehr langjährigen Vermögensverwalter 
vertraute. Sie ging davon aus, dass ihr Geld bei der E.________ AG (Bank) als seriösem Schwei-
zer Bankinstitut sicher sei. Auch stellte sie die Angaben und "Vermögensübersichten" des Be-
schuldigten nicht in Frage. Erst C.________, welcher die Betreuung von Q.________ ab 2015 
immer mehr übernahm, stellte kritische Fragen.

In Absatz 4 werden die einzelnen Bargeldbezüge dargelegt, es kann auf das oben zu Ziff. 1.1.1 
Ausgeführte verwiesen werden. Absatz 5 umschreibt die Vermögensgefährdung. Beweiswürdi-
gend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte wie umschrieben die Absicht hatte, die 
Vermögenswerte von Q.________ für sich selbst zu verbrauchen und nicht jederzeit hätte Ersatz 
leisten können und wollen. Dass der Beschuldigte in Bereicherungsabsicht handelte (Absatz 6) 
wurde ebenfalls bereits erstellt. Angesichts der Summe von CHF 2'555'000.00 und EUR 
50'000.00, die der Beschuldigte für sich "abzweigte", kann auch kein Zweifel daran bestehen, 
dass er in der Absicht handelte, sich ein "Einkommen" für die Finanzierung seines Luxus-Lebens 
zu verschaffen. Ob er "nach der Art eines Berufes" handelte, ist wiederum eine Rechtsfrage.

Das Gericht erachtet zusammenfassend den angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. 1.1.2 der An-
klageschrift als erstellt.

8.5.6 Ungetreue Geschäftsbesorgung (Vorwurf gemäss Ziff. 1.1.3. der Anklageschrift)

Wie die Vorinstanz bereits zutreffend festgehalten hat, ergeht in Bezug auf die Al-
ternativanklage ein Schuldspruch, weshalb sich weitergehende Ausführungen zum 
eventualiter angeklagten Sachverhalt in Ziff. 1.1.3. der Anklageschrift erübrigen.

31

9. Rechtliche Würdigung

9.1 Theoretische Grundlagen

9.1.1 Qualifizierte Veruntreuung (Art. 138 StGB) und gewerbsmässiger Betrug (Art. 146 
StGB)

Hierzu kann zunächst auf die korrekten Ausführungen in der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung verwiesen werden (S. 43 ff. und 46 ff.; pag. 19 425 ff. und 428 ff.).

Ergänzend sind die Vermögensveruntreuung und deren Unterschiede zur Sachver-
untreuung näher zu beleuchten. Gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB macht sich 
der Sachveruntreuung strafbar, wer sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche 
Sache aneignet, um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, 
wohingegen die Tathandlung bei der Vermögensveruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB darin besteht, dass der Täter ihm anvertraute Vermögenswerte un-
rechtmässig in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet. Der qualifizierten 
Veruntreuung macht sich schliesslich schuldig, wer die Tat u.a. als berufsmässiger 
Vermögensverwalter begeht.

Nach der Rechtsprechung gilt als anvertraut, was jemand mit der Verpflichtung 
empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des Treugebers zu verwenden, 
insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder einem anderen abzuliefern (BGE 
120 IV 117 E. 2b). Dabei genügt nach der Rechtsprechung, dass der Täter ohne 
Mitwirkung des Treugebers über die Werte verfügen kann, ihm mithin Zugriff auf 
das fremde Vermögen eingeräumt worden ist.

Der Tatbestand von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfasst Fälle, in denen – anders als 
bei der Veruntreuung von Sachen gemäss Abs. 1 derselben Bestimmung – zivil-
rechtlich die Fremdheit der anvertrauten Werte nicht gegeben oder zumindest zwei-
felhaft ist. Voraussetzung ist aber, dass der Fall mit der Veruntreuung von Sachen 
vergleichbar ist. Abs. 2 soll nur jenes Unrecht erfassen, das mit dem in Abs. 1 um-
schriebenen strukturell gleichwertig ist. In den Fällen, in denen Abs. 2 zur Anwen-
dung kommt, erwirbt der Treuhänder an den erhaltenen Werten Eigentum. Er er-
langt daher nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Verfügungs-
macht. Die ins Eigentum des Treuhänders übergegangenen Werte sind jedoch be-
stimmt, wieder an den Berechtigten zurückzufliessen. In diesem Sinne sind sie 
wirtschaftlich fremd. Der Treuhänder ist deshalb verpflichtet, dem Treugeber den 
Wert des Empfangenen ständig zu erhalten. Nur wo diese besondere Werterhal-
tungspflicht besteht, befindet sich der Treuhänder in einer vergleichbaren Stellung 
mit demjenigen, der eine fremde bewegliche Sache empfangen und das Eigentum 
des Treugebers daran zu wahren hat. Die Werterhaltungspflicht, d.h. das Anver-
trauen eines Vermögenswerts im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, kann auf 
ausdrücklicher oder stillschweigender Abmachung beruhen. Massgeblich ist, ob 
dem Täter die Verfügungsmacht über den Vermögenswert von einem anderen be-
wusst und freiwillig übertragen wird (zum Ganzen: BGE 133 IV 21 E. 6.2. m.w.H.).

Entsprechend gelangt die Tatbestandsvariante der Vermögensveruntreuung zur 
Anwendung, wenn die anvertraute bewegliche Sache nicht sachenrechtlich, son-
dern nur wirtschaftlich fremd ist (ACKERMANN/VOGLER/BAUMANN/EGLI, Strafrecht In-
dividualinteressen, Gesetz, System und Lehre im Lichte der Rechtsprechung, 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2023&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IV-117%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page117
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2023&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IV-117%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page117

32

2019, S. 121). Der Vermögenswert ist an und für sich nichts anderes als ein (rein) 
obligatorischer Anspruch des Treugebers. Praktisch handelt es sich häufig um For-
derungen und Buchgeld (Urteil BGer 6B_66/2008 vom 9. Mai 2008). 

Bei der Sachveruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB besteht die Tathand-
lung in der Aneignung der fremden Sache. Erforderlich ist, dass der – vorhandene 
– Aneignungswille manifestiert, eben betätigt wird. Eine Manifestation des Aneig-
nungswillens liegt dann vor, wenn der Täter nach aussen erkennbar seinen Willen 
bekundet, über die Sache zu verfügen wie ein Eigentümer (zum Ganzen: 
NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar, Strafgesetzbuch, N 103 f. zu Art. 138 m.w.H). 
Die Tathandlung in Ziff. 1 Abs. 2 hingegen besteht naturgemäss nicht in einer An-
eignung (die ja begrifflich nicht möglich ist), sondern analog «in einem Verhalten 
des Täters, durch welches er eindeutig seinen Willen bekundet, den obligatori-
schen Anspruch des Treugebers zu vereiteln» (BGE 133 IV 21, 27; 121 IV 25, Re-
geste). Einen solchen Willen bekundet der Täter bei nicht vertretbaren Sachen z.B. 
durch Verfügung über die Sache wie Verkauf, Verpfändung, Schenkung etc. Bei 
vertretbaren Sachen bekundet der Täter seinen Willen, die Vermögenswerte un-
rechtmässig zu verwenden, indem er sie z.B. verbraucht, verpfändet etc., ohne 
dass er gleichzeitig jederzeit über eine entsprechende Quantität von Sachen zur 
Verfügung des Treugebers hält. Der Täter muss die Vermögenswerte indes nicht 
völlig aus der Hand geben. Es reicht aus, dass er sie so «bindet, dass er nicht 
mehr frei darüber verfügen kann» oder dass er sie beiseiteschafft, ihren Eingang 
leugnet oder verschleiert, vortäuscht, er habe sie pflichtgemäss verwendet oder 
habe entsprechende Auslagen gehabt (zum Ganzen NIGGLI/RIEDO, in: Basler 
Kommentar, Strafgesetzbuch, N 105 ff. zu Art. 138 m.w.H.).

Im Bankgeschäft gilt gemäss Bundesgericht ein Bankkonto, diesbezüglich dem 
Täter eine Vollmacht erteilt wurde, als anvertrauter Vermögenswert – unabhängig 
davon, ob der Kontoinhaber noch darüber verfügen kann oder nicht. Die auf Bank-
konten deponierten Guthaben und die hinterlegten Wertschriften sind den Banken 
anvertraut (vgl. etwa Urteil BGer 6B_199/2011 vom 10. April 2012 E. 5.3.3. f.). Das 
Bundesgericht erwog in seinem Urteil, dass die Vermögenswerte nebst der Bank 
auch dem bei der Bank angestellten Portfoliomanager anvertraut gewesen seien. 
Die Bank sowie den Portfoliomanager habe eine vertraglich begründete Werterhal-
tungspflicht getroffen. Durch die unautorisierten, weisungswidrigen Handelstrans-
aktionen, Geld- und Wertschriftentransfers sowie Barbezüge habe Letzterer seinen 
Willen, den obligatorischen Anspruch der Bankkunden zu vereiteln, bekundet.

9.1.2 Konkurrenz zwischen der Veruntreuung und dem Betrug

Auch hierzu kann auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (S. 48 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 19 43