# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8b487d5-efe0-59ce-942f-e58eb6f953d6
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-14
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 14.12.2022 P1 22 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-22-15_2022-12-14.pdf

## Full Text

P1 22 15 

P2 22 14 

 

URTEIL VOM 14. DEZEMBER 2022 

 

Kantonsgericht Wallis 

I. Strafrechtliche Abteilung 

 

Dr. Thierry Schnyder, Einzelrichter; Marion Leiggener, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt, 1951 Sitten 

 

gegen 

 

X _________, Beschuldigter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwältin Gra-

ziella Walker Salzmann, Kanzlei Walker Salzmann, Furkastrasse 3, 3904 Naters 

 

(Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz) 

Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Leuk und Westlich-Raron 

vom 5. November 2021 [S1 21 13] 

  

- 2 - 

Verfahren  

 

A.  Die Kantonspolizei führte am 4. März 2021 eine Gewichtskontrolle des Sattelschlep-

pers von X _________ durch. Aufgrund der anlässlich dieser Begutachtung festgestell-

ten Gewichtsüberschreitungen erstattete die Kantonspolizei bei der Dienststelle für 

Strassenverkehr und Schifffahrt Strafanzeige (S. 63 f.). Die Behörde verurteilte  

X _________ mit Strafbefehl vom 4. Mai 2021 zu einer Busse von Fr. 1'500.00 und auf-

erlegte ihm die Verfahrenskosten von Fr. 68.00 (S. 47). Der Gebüsste erhob am 12. Mai 

2021 fristgerecht Einsprache gegen diesen Strafbefehl (S. 43).  

B.  Nach Überweisung des Strafbefehls und nach Erhebung von weiteren Beweisen, ins-

besondere einer Nachstellung der Messung, fällte das Bezirksgericht Leuk und Westlich-

Raron am 5. November 2021 folgendes Urteil, welches es den Parteien am 10.  

November 2021 im Dispositiv (S. 127) und am 26. Januar 2022 in begründeter Form 

eröffnete (S. 146): 

1. X _________ wird der Verkehrsregelverletzung durch Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts 

im Sinne von Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG i.V.m. Art. 30 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen.  

2. X _________ wird mit einer Busse von Fr. 1'500.00 verurteilt, die bei schuldhafter Nichtbezahlung in 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen umzuwandeln ist.  

3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 868.00 (Gebühren Dienststelle Fr. 68.00; Gebühren Bezirks-

gericht Fr. 800.00) werden X _________ auferlegt. 

C.  X _________ meldete die Berufung am 15. November 2021 an (S. 130) und reichte 

am 16. Februar 2022 beim Kantonsgericht Wallis die Berufungserklärung mit folgenden 

Anträgen ein (S. 166): 

1. Das Urteil vom 05.11.2021 ist vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte ist von Schuld und 

Strafe freizusprechen. 

2. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Gebühren Dienststelle und Gebühren Bezirksgericht) 

sowie die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Staates Wallis. 

3. Dem Beschuldigten ist eine angemessene Parteientschädigung gemäss GTar zuzusprechen. 

D.  Die Dienststelle für Strassenverkehr und Schifffahrt reichte am 23. Februar 2022  

einen Nichteintretensantrag ein (S. 191), woraufhin das Kantonsgericht dem Berufungs-

kläger eine Frist zur Stellungnahme gewährte (S. 193). Gleichzeitig setzte es ihn über 

- 3 - 

die Durchführung eines schriftlichen Verfahrens in Kenntnis. Der Beschuldigte hinter-

legte nach gewährter Fristerstreckung am 10. März 2022 eine abschliessende Stellung-

nahme und hielt an seinen Anträgen fest (S. 196 ff.). 

 

Erwägungen 

1. 

1.1  Nach der vorliegend anwendbaren StPO (Art. 1 Abs. 1 StPO) ist gegen Urteile erst-

instanzlicher Gerichte, d.h. des Bezirksrichters als Einzelrichter und des Kreisgerichts 

als Kollegialgericht (Art. 19 StPO; Art. 12 EGStPO), mit denen das Verfahren ganz oder 

teilweise abgeschlossen worden ist, gemäss Art. 398 Abs. 1 i.V.m. Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO die Berufung zulässig. Das Kantonsgericht ist Rechtsmittelinstanz (Art. 14 Abs. 1 

EGStPO). Bei Berufungen gegen Urteile der Bezirksrichter darf ein Kantonsrichter allein 

entscheiden, wenn als Hauptstrafe eine Busse, eine Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit 

oder eine bedingte Freiheitsstrafe auszufällen und keine vorausgehende bedingte Frei-

heitsstrafe zu widerrufen ist (Art. 19 Abs. 2 StPO; Art. 14 Abs. 2 Satz 1 EGStPO). Der 

mit der Behandlung betraute Kantonsrichter kann den Fall vor den Gerichtshof bringen, 

welcher auch die übrigen Berufungen beurteilt (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 und Abs. 3 

EGStPO).  

Die Zuständigkeit des Einzelrichters ist angesichts der erstinstanzlich ausgesprochenen 

Strafe gegeben. 

1.2  Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände-

rung eines Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen. Der Beschuldigte ist vom 

erstinstanzlichen Schuldspruch direkt betroffen. Er ist damit in seinen rechtlich geschütz-

ten Interessen berührt und folglich zur Berufung legitimiert (Art. 392 Abs. 1 StPO). 

1.3  Die Berufung ist innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils beim erstinstanzlichen 

Gericht entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden (Art. 399 Abs. 1 

StPO). Innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils hat die Partei, die 

Berufung angemeldet hat, dem Berufungsgericht eine schriftliche Berufungserklärung 

einzureichen und darin anzugeben, inwieweit sie das Urteil anficht und dessen Abände-

rung verlangt (Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO). Die anderen Parteien können innert 20 Ta-

gen seit Empfang der Berufungserklärung Anschlussberufung erklären (Art. 400 Abs. 3 

StPO). Wurde das erstinstanzliche Urteil dagegen direkt schriftlich und begründet eröff-

net, so entfällt die Berufungsanmeldung und ist einzig innert 20 Tagen die Berufungser-

klärung einzureichen (BGE 138 IV 157). 

- 4 - 

Das Urteil des Bezirksgerichts vom 5. November 2021 wurde den Parteien am 26. Ja-

nuar 2022 begründet eröffnet (S. 146). Mit Einreichung der Berufungserklärung am 16. 

Februar 2022 (S. 165 ff.) erfolgte die Berufung fristgerecht. 

1.4  Mit der Berufung können im Regelfall Rechtsverletzungen, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts 

sowie Unangemessenheit gerügt werden (Art. 398 Abs. 3 StPO). Bildeten ausschliess-

lich Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der 

Berufung nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststel-

lung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig resp. beruhe auf einer Rechtsverlet-

zung. Neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 Abs. 

4 StPO). Klare Versehen bei der Sachverhaltsermittlung wie namentlich Irrtümer oder 

offensichtliche Diskrepanzen zwischen der sich aus den Akten sowie der Hauptverhand-

lung ergebenden Akten- sowie Beweislage und der Urteilsbegründung sind relevant. 

Weiter kommen insbesondere Fälle in Betracht, in denen die gerügte Sachverhaltsfest-

stellung auf einer Verletzung von Bundesrecht, in erster Linie von Verfahrensvorschriften 

der StPO selbst, beruht (vgl. Schmid/Jositsch, StPO-Praxiskommentar, 3. A., 2018, N. 

13 zu Art. 398 StPO; Urteil des Kantonsgerichts Freiburg 501 2014 146 vom 18. März 

2015 E. 1b). Willkür bei der Beweiswürdigung liegt namentlich vor, wenn der angefoch-

tene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder mit der tatsächlichen Situation in klarem 

Widerspruch steht. Dass eine andere Lösung oder Würdigung ebenfalls als vertretbar 

oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.4). 

1.4.1  Der Beschuldigte macht geltend, der Sachverhalt sei offensichtlich unrichtig fest-

gestellt worden und in Bezug auf die Nachstellung sei eine Rechtsverletzung zu prüfen. 

Die Rügen sind damit von der Überprüfungsbefugnis gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO ge-

deckt. Ob der Sachverhalt von der Vorinstanz offensichtlich unrichtig festgestellt wurde, 

ist keine Frage des Eintretens, sondern als materielle Frage zu prüfen. Der Nichteintre-

tensantrag der DSUS ist demnach abzuweisen und auf die Berufung ist einzutreten. 

1.5  Zu erwähnen ist schliesslich, dass neue Behauptungen und Beweise im Berufungs-

verfahren nicht mehr vorgebracht werden können, wenn – wie hier – ausschliesslich 

Übertretungen Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens bildeten (Art. 398 

Abs. 4 Satz 2 StPO). 

1.5.1  Der Beschuldigte beantragt in seiner Berufungserklärung einerseits seine Befra-

gung und anderseits die Zeugenbefragung von A _________. Soweit der Beschuldigte 

seine Einvernahme verlangt, ist dieser Beweisantrag mit der Begründung abzulehnen, 

dass er bereits erstinstanzlich einvernommen wurde. In Bezug auf die Befragung von  

- 5 - 

A _________ ist festzuhalten, dass dieser Beweismittelantrag im Verfahren vor Bezirks-

gericht nicht vorgebracht wurde und dieser Beweis als neu im Sinne von Art. 398 Abs. 4 

Satz 2 StPO gilt. Ohnehin ist von dieser Zeugenbefragung keine wesentlichen Erkennt-

nisse zu erwarten, zumal A _________ bei der entscheidenden Kontrolle vom 4. März 

2021 nicht zugegen war. Die Beweisanträge sind somit abzuweisen. 

1.6  Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich anzuge-

ben, auf welche der in Art. 399 Abs. 4 lit. a bis g StPO aufgezählten Teile sich die Beru-

fung beschränkt. Das Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten 

umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Seine Kontrolle bleibt jedoch im Prinzip 

auf die beanstandeten Teile beschränkt (Art. 404 Abs. 1 StPO). Es kann aber zugunsten 

der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen, um gesetzwid-

rige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO; zur Ausdehnung 

gutheissender Rechtsmittelentscheide vgl. Art. 392 StPO). Im Umfang der Anfechtung 

hat die Berufung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). 

1.7  Das Berufungsgericht fällt bei Eintreten auf das Rechtsmittel ein neues Urteil 

(Art. 408 StPO) oder weist die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück,  

sofern das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungs-

verfahren nicht geheilt werden können (Art. 409 StPO). 

2.   

2.1  Dem Beschuldigten wird folgender Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 4. Mai 2021 

vorgeworfen: 

«Sie fuhren am 04.03.2021 gegen 15:00 Uhr innerorts B _________ am Steuer der Fahrzeugkombination 

bestehend aus dem Lastwagen der Marke Scania und der Kontrollschildnummer XXX1 sowie dem Anhänger 

der Marke Schmitz und der Kontrollschildnummer XXX2 und wurden beim Bahnhof SBB einer Schwerver-

kehrskontrolle unterzogen. Dabei musste festgestellt werden, dass Sie das zulässige Gesamtzugsgewicht 

gemäss Fahrzeugausweis von 40000 kg um 4571.5 kg (oder 11.42 %) überschritten hatten. Darüber hinaus 

waren die Höchstbelastung und das Garantiegewicht (9000 kg) der 1. Achse des Aufliegers um 1379 kg 

(oder 15.32%) überschritten, sowie die Höchstbelastung und das Garantiegewichts der 2. Achse (ebenfalls 

9000 kg) des Aufliegers um 3028 kg (oder 33.64 %). Somit war die Höchstbelastung und das Garantiege-

wicht von Achspaketen (1. und 2. Achse des Aufliegers) um 4407 kg (oder 24.48 %) überschritten.» 

2.2  Hinsichtlich des Sachverhalts ist unbestritten, dass der Beschuldigte am 4. März 

2021 mit einem Lastwagen und einem Anhänger unterwegs gewesen ist und es beim 

Bahnhof in B _________ zu einer Gewichtskontrolle kam. In Bezug auf die getätigte 

Gewichtskontrolle rügt der Beschuldigte, diese sei nicht gesetzesmässig durchgeführt 

worden. Der Beschuldigte habe die Handbremse anziehen müssen. Die von der  

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Vorinstanz angeordnete Nachstellung der Kontrolle sei mit der Situation vom 4. März 

2021 nicht vergleichbar. So sei der Beschuldigte bei der Nachkontrolle nicht selbst im 

Lastwagen gesessen, es sei ein dritter Polizist anwesend gewesen und der Standort 

sowie die Reihenfolge der Messungen seien unterschiedlich gewesen. Der Beschuldigte 

habe den Lastwagen zu Beginn der Nachkontrolle dort parkiert, wo er am 4. März 2022 

kontrolliert worden sei. Er habe dann den Lastwagen umparken müssen. Bei der Nach-

kontrolle seien die Weisungen nicht beachtet worden, weshalb das Ergebnis nicht ver-

wertet werden dürfe. Die Vorinstanz stelle allein auf die Ausführungen des Kantonspoli-

zisten ab und qualifiziere die Ausführungen des Beschuldigten als reine Schutzbehaup-

tungen. Damit habe das Bezirksgericht den Sachverhalt willkürlich festgestellt. Der Sach-

verhalt sei durch die Nachstellung offensichtlich unrichtig geprüft worden. Zudem gehe 

aus dem Protokoll der Nachstellung nicht hervor, ob der digitale Fahrtenschreiber auf 

«OUT» umgestellt worden sei, so dass diesbezüglich eine Rechtsverletzung zu prüfen 

sei und bejahendenfalls das Beweisergebnis nicht verwertet werden dürfe. 

2.3  Die Vorinstanz sieht die Gewichtsüberlastung als erwiesen an. Sie führt zur Begrün-

dung zusammengefasst und im Wesentlichen an, die Nachstellung an der Hauptver-

handlung habe gerade aufgezeigt, dass das Fahrzeug für die Gewichtskontrolle derart 

manövriert werden könne, dass es selbst bei gelöster Handbremse nicht wegrolle. Die 

Behauptung des Beschuldigten, dass der Polizist, der während der Nachstellung im Last-

wagen gesessen habe, die (Fuss-)Bremse gedrückt gehalten habe, sei als reine Schutz-

behauptung zu werten. Weder der Beschuldigte noch seine Verteidigerin hätten vor Ort 

eine unkorrekte Durchführung der Kontrolle moniert. Auch hätte bei der Nachstellung bei 

der Lösung der Handbremse gut ein Zischen wahrgenommen werden können. Im Übri-

gen sei der Einwand auch wenig behilflich. Fahrzeugen mit Achsgruppen könnten Seite 

um Seite gewogen werden. Die Gewichtskontrolle sei somit entsprechend den Weisun-

gen durchgeführt worden. Weshalb dies vorliegend zu verfälschten Messresultaten hätte 

führen sollen, lege der Beschuldigte nicht dar, und solche Gründe seien auch nicht  

ersichtlich. C _________ habe bei seiner gerichtlichen Befragung glaubhaft zu Protokoll 

gegeben, dass er dem Beschuldigten zu Beginn der Gewichtskontrolle mitgeteilt habe, 

dass er sowohl die Hand- als auch Fussbremse gelöst habe müsse. Selbst wenn man 

davon ausgehe, dass der Beschuldigte während der Gewichtskontrolle vom 4. März 

2021 die Hand- und/oder die Fussbremse angezogen gehabt habe, spiele das letztlich 

keine grosse Rolle. Wie an der Nachstellung festgestellt worden sei, habe die angezo-

gene Handbremse nur minimale Auswirkungen – vorliegend weniger als 1 % – auf das 

Messresultat. Der Lastwagen des Beschuldigten sei am 4. März 2021 stark überladen 

- 7 - 

gewesen. Bei diesen Resultaten spiele die Abweichung von 1 % höchstens beim  

Verschulden eine Rolle.  

2.4  Der Berufungskläger sieht die Unrechtmässigkeit der Kontrolle vom 4. März 2021 

insbesondere darin, dass der Standort, an welchem die Kontrolle durchgeführt worden 

ist, aufgrund der Neigung nicht geeignet gewesen sei und dass er bei der Kontrolle die 

Handbremse angezogen gehabt habe. Der Berufungskläger bringt insbesondere vor, die 

Nachkontrolle sei nicht am gleichen Standort durchgeführt worden, wie die Kontrolle vom 

4. März 2021. Die Vorinstanz kommt in Bezug auf den Messplatz zum Schluss, dass die 

Nachstellung an der Hauptverhandlung gerade aufgezeigt habe, dass das Fahrzeug für 

die Gewichtskontrolle derart manövriert werden könne, dass es selbst bei gelöster Hand-

bremse nicht wegrolle. Auch hätte bei der Nachstellung bei der Lösung der Handbremse 

gut ein Zischen wahrgenommen werden können. Damit ist gesagt, dass der Platz beim 

Bahnhof in D _________ nicht per se ungünstig für eine Gewichtskontrolle ist, was auch 

der Berufungskläger so nicht bestreitet. Auch wenn der Standort der Kontrolle ein ande-

rer gewesen ist, ist nicht ersichtlich, inwiefern dieser Standort die Messung hätte beein-

flussen sollen. Die Vorinstanz kommt denn auch zum Schluss, dass die Handbremse bei 

der massgebenden Kontrolle vom 4. März 2021 nicht angezogen gewesen war. Sie 

stützt sich dabei auf die Aussagen des Polizisten C _________, welcher bei seiner  

richterlichen Befragung angab, dass er dem Beschuldigten mitgeteilt habe, dass er so-

wohl die Hand- als auch die Fussbremse gelöst haben müsse. Dass die Vorinstanz die 

Aussagen des Polizisten als glaubhaft erachtet und die Aussagen der Beschuldigten als 

reine Schutzbehauptung qualifiziert, ist nicht schlechterdings unhaltbar. Aus den Verwal-

tungsberichten vom 18. April 2022 (S. 49) und vom 11. Juli 2021(S. 6) geht ebenfalls 

hervor, dass der Beschuldigte gebeten worden ist, die Bremsen zu lösen. Was der  

Berufungskläger im Berufungsverfahren dagegen vorbringt, ist damit nicht geeignet, die 

vorinstanzliche Beweiswürdigung bzw. Feststellung des Sachverhalts als willkürlich  

erscheinen zu lassen.  

2.5  Was die Einwände in Bezug auf die Rechtmässigkeit der Nachstellung betrifft, ist 

dem Berufungskläger zunächst entgegenzuhalten, dass die Nachstellung im Rahmen 

einer Ortsschau erfolgte und diese nicht das entscheidende Beweismittel darstellt. Das 

Protokoll der Nachstellung hatte denn auch nicht die Rahmenbedingungen darzulegen. 

Die Messdaten sind dem Protokoll der Messung vom 4. März 2021 zu entnehmen,  

welches an sich nicht als falsch gerügt wird. Ohnehin wären Messungen nicht zwingend 

unverwertbar, wenn die Protokollierung nicht regel- bzw. weisungskonform erfolgt sind, 

- 8 - 

zumal den Weisungen des ASTRA kein Gesetzescharakter zukommt (vgl. Bundesge-

richtsurteil 6B_260/2011 vom 31. Mai 2011 E. 2.3). Wie die Vorinstanz zutreffend fest-

gehalten hat, kann eine Kontrolle nicht reproduziert werden. Die Vorinstanz hat sich vor 

diesem Hintergrund in ihrer Beweiswürdigung insofern auf die Nachstellung gestützt, als 

sie darlegt, dass die Nachstellung aufgezeigt habe, dass das Fahrzeug derart manövriert 

werden könne, dass es selbst bei gelöster Handbremse nicht wegrolle. Eine Rechtsver-

letzung ist mit dieser Feststellung des Sachverhaltes nicht auszumachen, zumal – wie 

in E. 2.4 ausgeführt – die Vorinstanz gestützt auf die Aussagen des kontrollierenden 

Polizeibeamten ohnehin zum Schluss kommt, dass die Handbremse bei der Kontrolle 

vom 4. März 2021 nicht angezogen gewesen sei. Die Vorinstanz hat sich bei ihrer Alter-

nativbegründung ein weiteres Mal auf die Resultate der Nachstellung gestützt und kor-

rekterweise dargelegt, dass eine angezogene Handbremse nur minimale Auswirkungen 

auf das Messresultat habe, weshalb es letztlich keine grosse Rolle spiele, ob die Hand- 

und/oder die Fussbremse getätigt wurde. Inwiefern die Reihenfolge der Messung, die 

Tatsache, dass der Beschuldigte bei der Nachstellung nicht selbst im Lastwagen geses-

sen ist und ein anderer Polizist anwesend war, die Nachstellung als unverwertbar er-

scheinen lässt, ist für das Gericht nicht ersichtlich und wurde vom Berufungskläger auch 

nicht dargetan. Dasselbe gilt in Bezug auf den digitalen Fahrtenschreiber. Dass eine 

Drittperson den persönlichen Fahrtenschreiber des Beschuldigten bewegt haben soll, 

was gesetzlich nicht erlaubt sei, ist für die Verwertbarkeit der Nachstellung nicht ent-

scheidend, zumal ein solches Verhalten weder strafbar wäre noch eine Gültigkeitsvor-

schrift oder eine Ordnungsvorschrift im Sinne von Art. 141 StPO verletzt. Bei der Nach-

stellung anlässlich der Hauptverhandlung ist somit keine Rechtsverletzung auszu-

machen, welche dieses Beweismittel als unverwertbar qualifizieren würde.  

2.6  Der angeklagte Sachverhalt ist damit erwiesen. Der Beschuldigte vermag eine will-

kürliche bzw. rechtsfehlerhafte Sachverhaltsfeststellung nicht darzutun. Die Vorinstanz 

hat damit auch nicht den Grundsatz «in dubio pro reo» verletzt. Die Berufung ist nach 

dem Gesagten abzuweisen.   

3.  In Bezug auf die rechtliche Würdigung ist auf das vorinstanzliche Urteil zu verweisen, 

welche so nicht gerügt wurde. Der Beschuldigte ist demnach der Verkehrsregelverlet-

zung durch Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts im Sinne von Art. 96 Abs. 

1 lit. c SVG i.V.m. Art. 30 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen. 

4.   

- 9 - 

4.1  Steht die Schuld des Beschwerdeführers fest, ist noch das Strafmass zu bestimmen. 

Art. 96 SVG sieht als Strafe eine Busse vor. Diese kann bis zu einem Höchstbetrag von 

Fr. 10'000.00 festgelegt werden (Art. 106 Abs. 1 StGB). Daneben muss das Gericht eine 

Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen dieser Busse aussprechen, die 

zwischen einem Tag und drei Monaten liegt (Art. 106 Abs. 2 StGB). Für die Bemessung 

der Busse und der Ersatzfreiheitsstrafe sind einerseits die (finanziellen) Verhältnisse des 

Verurteilten sowie dessen Verschulden zu beachten (Art.106 Abs. 3 StGB). Bei der Be-

wertung des Verschuldens ist nach den Grundsätzen der Art. 47 ff. StGB vorzugehen. 

Das Bezirksgericht hat die Strafe in Anwendung dieser Grundsätze auf eine Busse von 

Fr. 1'500.00 und eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen festgelegt.  

4.2  Im Rahmen der möglichen Verstösse gegen Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG i.V.m. Art. 30 

Abs. 2 SVG ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass das Verhalten des Beschuldigten 

mit Blick auf das nicht unerhebliche Übergewicht als nicht mehr leicht zu qualifizieren ist. 

Es wäre mittels einer vorgängigen Wägung zwar ein Leichtes gewesen, den Lastwagen 

gesetzeskonform zu beladen. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass die Arbeitgeberin erst 

nach diesem Vorfall eine entsprechende Waage installiert hat. Was die Täterkomponen-

ten anbelangt, wirkt sich die einschlägige Vorstrafe leicht straferhöhend aus. Die persön-

lichen Verhältnisse sind weder strafmindernd noch straferhöhend zu berücksichtigen. 

Insbesondere begründen – wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat – allfällige nega-

tive Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis keine besondere Strafempfindlichkeit. Der 

Angeklagte zeigte sich schliesslich im gesamten Strafverfahren uneinsichtig. 

4.3  In Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponenten und des von der Vorinstanz 

festgestellten monatlichen Nettoeinkommens in der Höhe von Fr. 6'269.00 erscheint die 

erstinstanzlich festgesetzte Busse von Fr. 1'500.00 als nicht zu hoch angesetzt. Dies 

auch unter Berücksichtigung der Prozessdauer. Das gilt auch für die Ersatzfreiheitsstrafe 

von 10 Tagen. Das angefochtene Urteil ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.  

4.4  Die Busse ist zwingend unbedingt auszusprechen (Art. 42 f. StGB). Hingegen ist die 

Verurteilung nicht im Strafregister einzutragen (Art. 3 Abs. 1 lit. c Verordnung über das 

Strafregister vom 29. September 2006 [SR 331]). 

 

5. 

5.1  Die Strafbehörde legt im Endentscheid die Kostenfolgen fest (Art. 421 Abs. 1 StPO). 

Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des 

- 10 - 

Aufwandes und den Auslagen im konkreten Straffall, worunter u.a. die Kosten für 

Gutachten, die amtliche Verteidigung oder anderer Behörden, namentlich der Polizei, 

fallen (Art. 422 StPO; vgl. hierzu Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Art. 422 StPO N. 

8). Grundsätzlich werden die Verfahrenskosten vom Bund oder dem Kanton getragen, 

der das Verfahren geführt hat (Art. 423 StPO). Die beschuldigte Person trägt die 

Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Bei einem 

Teilfreispruch hat sie die Kosten grundsätzlich anteilsmässig, d.h. im Rahmen des 

Schuldspruchs zu tragen. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person 

freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten jedoch dann ganz oder teilweise 

auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens 

bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). Die Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder 

Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen 

Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene 

Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Der Anspruch auf Parteientschädigung richtet 

sich nach dem Verfahrensausgang; bei einem Teilfreispruch ist nach den für die 

Kostentragung geltenden Grundsätzen zu prüfen, ob die beschuldigte Person eine 

Entschädigung für die Taten, die mit einem Freispruch endeten, beanspruchen kann (Art. 

429 f., 433 f. und 436 StPO; Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 

21. Dezember 2005, BBl 2006, S. 1329). Die Strafbehörden können ihre Forderungen 

aus Verfahrenskosten mit Entschädigungsansprüchen der zahlungspflichtigen Partei 

aus dem gleichen Strafverfahren sowie mit beschlagnahmten Vermögenswerten 

verrechnen (Art. 442 Abs. 4 StPO). Nach Art. 424 Abs. 1 StPO regeln Bund und Kantone 

die Berechnung der Verfahrenskosten und legen die Gebühren fest. Im Wallis gilt das 

Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen vor Gerichts- und 

Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 173.8).  

5.2  Die Gerichtskosten umfassen die Auslagen sowie die Gerichtsgebühr. Die 

Gerichtsgebühr wird in Straffällen aufgrund des Umfangs und der Schwierigkeit des 

Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation im 

gesetzlichen Gebührenrahmen unter Berücksichtigung des Kostendeckungs- und 

Äquivalenzprinzips festgesetzt (Art. 13 und 14 GTar). Für das Untersuchungsverfahren 

beträgt die Gebühr Fr. 90.00 bis Fr. 6'000.00, für jenes vor dem Bezirksgericht Fr. 90.00 

bis Fr. 2‘400.00 (Art. 22 lit. b und c GTar). Für das Berufungsverfahren vor 

Kantonsgericht bewegt sich die Gebühr zwischen einem Minimum von Fr. 380.00 und 

einem Maximum von Fr. 6'000.00 (Art. 22 lit. f GTar).  

- 11 - 

5.3  Vorliegend hat die Vorinstanz die Verfahrenskosten auf insgesamt Fr. 868.00  

(Gebühren Dienststelle Fr. 68.00; Gebühren Bezirksgericht Fr. 800.00) festgesetzt. Die 

Gerichtsgebühr bewegt sich im Rahmen des Tarifs, weshalb für das Kantonsgericht kein 

Anlass besteht, hier eine Änderung vorzunehmen. Eine solche wurde vom Berufungs-

kläger auch nicht verlangt. Aufgrund des Ausgangs des Verfahrens ist die Gerichtsge-

bühr von Fr. 868.00 dem Berufungskläger aufzuerlegen. 

5.4  Für die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens ist zu berücksichtigen, dass das 

Dossier nicht besonders umfangreich war und einzig eine Übertretung zu überprüfen 

war. Es wurde zudem keine mündliche Berufungsverhandlung durchgeführt. Mit Rück-

sicht auf die vorgenannten Bemessungskriterien erscheint eine Gerichtsgebühr von 

Fr. 800.00 angemessen. Entsprechend dem Verfahrensausgang werden diese Kosten 

dem Berufungskläger auferlegt. 

5.5  Ausgangsgemäss hat der Berufungskläger als unterliegende Partei keinen  

Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 429 StPO e contrario).  

 

Das Kantonsgericht erkennt 

- in Abweisung der Berufung – 

 

1. X _________ wird der Verkehrsregelverletzung durch Überschreitung des zulässi-

gen Gesamtgewichts im Sinne von Art. 96 Abs. 1 lit. c SVG i.V.m. Art. 30 Abs. 2 

SVG schuldig gesprochen. 

2. X _________ wird zu einer Busse von Fr. 1'500.00 verurteilt, die bei schuldhafter 

Nichtbezahlung in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen umzuwandeln ist. 

3. Die Kosten des Vorverfahrens von Fr. 68.00, jene des Hauptverfahrens vor Bezirks-

gericht von Fr. 800.00 und jene des Berufungsverfahrens von Fr. 800.00 werden  

X _________ auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 

5. Alle weiteren Anträge werden abgewiesen. 

Sitten, 14. Dezember 2022