# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb5ef788-12a6-532d-b01d-baf0ca390d25
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.05.2024 SK 2023 169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-169_2024-05-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 169

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Mai 2024 

Besetzung Oberrichter Wuillemin (Präsident i.V.), 
Obergerichtssuppleantin Scheer, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Kilchenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 15. November 2022 (PEN 21 848)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 15. November 2022 (pag. 996 ff.) erklärte das Regionalgericht Bern-
Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Be-
schuldigter) schuldig des Betrugs, gewerbsmässig begangen in der Zeit vom 
15. April 2017 bis 7. Juli 2017 in Bern zum Nachteil von C.________ und verurteilte 
ihn in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer Freiheits-
strafe von 23.5 Monaten unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probe-
zeit von zwei Jahren, zu einer Landesverweisung von fünf Jahren und zu den erst-
instanzlichen Verfahrenskosten von CHF 10'000.00. Weiter bestimmte die Vor-
instanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Vertei-
digung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ und traf die weiteren 
Verfügungen (Einziehung diverser Gegenstände zur Vernichtung und Ausschrei-
bung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt B.________, mit Schreiben vom 16. November 2022 form- und fristgerecht die 
Berufung an (pag. 1002). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 4. April 
2023 und wurde den Parteien mit Verfügung vom gleichen Tag zugestellt 
(pag. 1063 f.). Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 25. April 2023 
focht der Beschuldigte das Urteil vollumfänglich an (pag. 1068 ff.). Die General-
staatsanwaltschaft erklärte weder Anschlussberufung noch beantragte sie ein 
Nichteintreten auf die Berufung (pag. 1125). 

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 27./28. Mai 2024 statt 
(pag. 1299 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug (datierend vom 6. Mai 2024 [pag. 1289 f.]), ein Leumundsbe-
richt samt Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kantonspolizei Neuen-
burg (datierend vom 25. April 2024 [pag. 1150 ff. / 1293 ff.]) und ein ergänzender 
Bericht betreffend die Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung beim Staats-
sekretariat für Migration (datierend vom 2. April 2024 [pag. 1148 f.]) über den Be-
schuldigten eingeholt. Der beim Migrationsdienst des Kantons Neuenburg ebenfalls 
verlangte Bericht wurde von diesem nicht erstellt, stattdessen liess das Migrations-
amt dem Obergericht die Migrationsakten des Beschuldigten zukommen mit dem 
Hinweis, dort seien sämtliche dem Migrationsamt bekannten Elemente enthalten 
(E-Mail vom 6. Mai 2024 [pag. 1158 ff.]). Schliesslich wurde der Beschuldigte an-
lässlich der Berufungsverhandlung zur Person und zur Sache ergänzend einver-
nommen (pag. 1303 ff.) sowie die von ihm eingereichten Unterlagen (Attest von 
Dr. D.________ vom 11. Dezember 2023 [pag. 1329 f.], Vergleich des Bezirksge-

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richts Dielsdorf vom 25. August 2023 [pag. 1331 ff.], Urteil des Bezirksgerichts Aar-
au vom 19. Januar 2023 [pag. 1335 ff.]) antragsgemäss zu den Akten erkannt 
(pag. 1300, pag. 1302). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung namens und auftrags des Beschuldigten folgende Anträge 
(pag. 1339):

1. Der Beschuldigte sei von den Vorhalten gemäss der Anklageschrift vom 2. August 2021 vollum-
fänglich freizusprechen. 

3. Die Kosten der amtlichen Verteidigung seien gemäss der heute eingereichten Honorar- und 
Spesennote festzusetzen und auf die Gerichtskasse zu nehmen.

4. Die Verfahrenskosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.

4.2 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete anlässlich der Berufungsver-
handlung ihrerseits folgende Anträge (pag. 1342):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären des Betrugs, gewerbsmässig begangen in der Zeit vom 
15. April 2017 bis 7. Juli 2017 in Bern z. N. von C.________,

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 23.5 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren; 

2. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

II.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten (Art. 69 StGB).

2. Das Honorar der amtlichen Verteidigung sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem anzuord-
nen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Aufgrund der vollumfänglichen Berufung des Beschuldigten ist 
das gesamte Urteil zu überprüfen. Die Kammer verfügt dabei als Berufungsgericht 

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über umfassende Kognition (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Aufgrund der allei-
nigen Berufung des Beschuldigten darf das Urteil nicht zu seinem Nachteil abge-
ändert werden; es ist das Verschlechterungsverbot zu beachten (Art. 391 Abs. 2 
StPO).

6. Anklagegrundsatz

Wie bereits vor der Vorinstanz rügte die Verteidigung auch im oberinstanzlichen 
Verfahren eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Konkret machte die Verteidi-
gung geltend, dass sich der Beschuldigte bei dieser Ausgangslage nicht verteidi-
gen könne, namentlich könne er ja nicht ein Alibi für eine Zeitspanne von mehr als 
zwei Monaten vorlegen. Anders als in dem von der Vorinstanz zitierten Bundesge-
richtsurteil würde sich aus den Akten nicht ergeben, welche Zahlungen dem Be-
schuldigten genau vorgeworfen werden. Wann was verkauft worden sei, wisse heu-
te niemand und lasse sich auch nicht anhand der Unterlagen erstellen (pag. 1300 
f., pag. 1321). 

Der Anklagegrundsatz bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Um-
grenzungsfunktion) und bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 
beschuldigten Person (Informationsfunktion). Gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO kann eine 
Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine 
bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts Anklage erho-
ben hat. Die Anklageschrift bezeichnet möglichst kurz aber genau die der beschul-
digten Person vorgeworfene Tat mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und 
Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO). Entscheidend ist, dass die 
beschuldigte Person genau weiss, was ihr konkret vorgeworfen wird, damit sie ihre 
Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann (zum ganzen bisherigen Absatz 
BGE 143 IV 63 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts [nachfolgend BGer] 
6B_1033/2021 vom 12. Januar 2022 E. 3.1.1). Ungenauigkeiten sind solange nicht 
von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldigte Person keine Zweifel 
darüber bestehen, welches Verhalten ihr angelastet wird (BGer 6B_460/2020 vom 
10. März 2021 E. 1.4, BGer 6B_49/2019 vom 2. August 2019 E. 1.2, nicht publ. in: 
BGE 145 IV 329). Auch eine exakte Datums- und Zeitbeschreibung ist entbehrlich, 
wenn für die beschuldigte Person kein Zweifel besteht, welches Verhalten ihr vor-
geworfen wird (BGer 6B_466/2021 vom 13. Oktober 2021 E. 1.3 mit Hinweisen). 

Die Kammer kann sich den zutreffenden und nachfolgend wiedergegebenen Erwä-
gungen der Vorinstanz vorbehaltlos anschliessen (pag. 1017 f.; S. 6 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung):

Vorliegend wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zusammengefasst auf rund vier Seiten 
und in verschiedenen Phasen gegliedert (Forderung gemäss Rechnung E.________ GmbH, Forde-
rungen betreffend Sukzessivlieferung und Weiterverkauf gegen Provision) Wucher eventuell Betrug in 
der Gesamthöhe von CHF 133'854.00 (= CHF 5'854.00 [Rechnung E.________ GmbH] + 
CHF 60'000.00 + CHF 68'000.00) vor. Der Zeitraum wird von Mitte April 2017 bis 7. Juli 2017 einge-
grenzt. Die Staatsanwaltschaft konkretisierte in der Anklageschrift weiter, dass die Barzahlungen der 
ersten CHF 60'000.00 zwischen Mitte April und Mitte Mai unter 13 Malen und in Teilsummen bis zu 
CHF 8'000.00 erfolgten (Phase Forderung aus Sukzessivlieferung). Die weiteren CHF 68'000.00 sei-

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en sodann in der Zeit von Mitte Mai 2017 bis zum 7. Juli 2017 und unter 11 Malen in bar erfolgt. Die 
Beträge seien jeweils von der Geschädigten persönlich ausgehändigt worden.

Mit dieser Darstellung ist das dem Beschuldigten vorgeworfene Verhalten und der diesbezügliche Le-
benssachverhalt in sachlicher, persönlicher und zeitlicher Hinsicht hinreichend konkretisiert. Bei 
gehäuften und regelmässigen Delikten und/oder wenn sich die zeitlichen Verhältnisse nicht exakt re-
konstruieren lassen, genügt nach der Rechtsprechung die Angabe eines bestimmten Zeitraums, so-
lange für die beschuldigte Person kein Zweifel darüber besteht, welches Verhalten ihr vorgeworfen 
wird […].

Nach dem Gesagten ist erhellt, dass der Anklagegrundsatz vorliegend nicht verletzt ist. 

C.________ erstellte eine Liste mit dem Titel «Ausgaben für Düfte von F.________ 
(Marke) (pag. 104), welche sie der Polizei überreichte. Diese Liste wurde ihr dann 
auch anlässlich der beiden Einvernahmen vom 20. September 2017 und 24. Juni 
2020 vorgehalten (pag. 162 Z. 277 f., pag. 170, pag. 188 Z. 813, pag. 206). Be-
trachtet man die Anklage, wird klar, dass die in der Anklageschrift enthaltenen Be-
träge von CHF 60'000.00, zusammengesetzt aus 13 Übergaben zwischen Mitte 
April und ca. Mitte Mai 2017, sowie CHF 68'000.00, zusammengesetzt auf 11 
Übergabe zwischen ca. Mitte Mai 2017 und 7. Juli 2017, aus der Liste von 
C.________ stammen. Die Liste findet sich mehrfach in den Akten und wurde dem 
Beschuldigten auch von der Vorinstanz vorgehalten (pag. 980 Z. 37 f.). Somit war 
dem Beschuldigten und auch dem Verteidiger immer klar, welche Geldübergabe, 
d.h. welcher Betrag an welchem einzelnen Tag, ihm vorgeworfen wird. Entspre-
chend war es dem Beschuldigten auch möglich, sich zu verteidigen. Der Umstand, 
dass diese Liste von C.________ erstellt wurde, ändert nichts daran, zumal die 
Frage, ob die darin enthaltenen Geldübergabe zutreffen oder nicht, die Beweiswür-
digung und nicht den Anklagegrundsatz beschlägt. Zwar wäre es vorliegend mög-
lich gewesen, die einzelnen Beträge in der Anklageschrift wiederzugeben. Da sich 
diese aber klar aus den Akten ergeben und der Beschuldigte mit den konkreten 
Vorwürfen konfrontiert wurde, ist dies vorliegend nicht zwingend. Der Anklage-
grundsatz ist nicht verletzt. 

7. Ne bis in idem

Die Verteidigung machte weiter geltend, es sei das Verbot der doppelten Strafver-
folgung verletzt. Der Anklageschrift sei zu entnehmen, dass der Beschuldigte 
C.________ im November 2016 Schlafutensilien verkauft und bei dieser Gelegen-
heit auch beabsichtigt habe, ihr Raumdüfte und Diffuser zu verkaufen. Das Verfah-
ren betreffend Bettenverkäufe sei eingestellt worden. Weil die vorliegende Ankla-
geschrift auf dem gleichen Sachverhalt fusse, müsse die Sperrwirkung eintreten. 
Die Vorinstanz verkenne, dass die Anklageschrift und die Teileinstellung nicht 
gleichzeitig ergangen seien und anhand des umschriebenen Anklagesachverhalts 
weder in zeitlicher noch in inhaltlicher Hinsicht eine Abgrenzung möglich sei. Es sei 
unbestritten, dass der Beschuldigte C.________ in einem gewissen Zeitraum Bett-
waren und Düfte verkauft habe. Wann aber was verkauft worden sei, wisse heute 
niemand und lasse sich auch nicht anhand der Unterlagen erstellen. Die Geschich-
te rund um die Düfte könne nicht isoliert von derjenigen der Betten betrachtet wer-
den, eine isolierte Betrachtung gehe auch nicht aus der Anklageschrift hervor. Die 

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Konsequenz sei daher klar; sei ein Sachverhalt nicht abgrenzbar und werde ein 
Teil eingestellt, trete auch für den anderen Teil die Sperrwirkung ein (pag. 1300 f.). 

Nach Art. 11 StPO darf wegen der gleichen Straftat nicht erneut verfolgt werden, 
wer in der Schweiz rechtskräftig verurteilt oder freigesprochen worden ist (Abs. 1); 
vorbehalten bleiben die Wiederaufnahme eines eingestellten oder nicht anhand 
genommenen Verfahrens und die Revision (Abs. 2). Dieser Grundsatz «ne bis in 
idem» (Verbot der doppelten Strafverfolgung) verbietet die Wiederholung eines 
durch rechtskräftige Entscheidung abgeschlossenen Verfahrens. Er bildet mithin 
ein Verfahrenshindernis, das in jedem Verfahrensstadium von Amtes wegen zu 
berücksichtigen ist (BGE 144 IV 362 E. 1.3.2 mit Hinweisen, BGer 6B_56/2020 
vom 16. Juni 2020 E. 1.3.1). 

Einem freisprechenden Endentscheid gleichgestellt ist nach Art. 320 Abs. 4 StPO 
eine rechtskräftige Einstellungsverfügung. Will die Staatsanwaltschaft nur hinsicht-
lich eines Teils des inkriminierten Sachverhalts einen Strafbefehl ausfällen oder 
Anklage erheben, muss sie eine beschwerdefähige, formelle Teileinstellungsverfü-
gung mit entsprechender Rechtsmittelbelehrung erlassen (BGE 138 IV 241 E. 2.4 
f., bestätigt in BGE 148 IV 124 E. 2.6.5). Eine explizite Teileinstellungsverfügung, 
die nicht den ganzen Lebenssachverhalt, sondern lediglich einzelne, erschwerende 
Tatvorwürfe betrifft, kann zur Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft erforder-
lich sein, da diese damit mittels Beschwerde (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 
Bst. b StPO) die für den von ihr angestrebten Schuldspruch erforderliche Änderung 
oder Ergänzung der Anklage erreichen kann (BGE 138 IV 241 E. 2, BGE 148 IV 
124 E. 2.6.5). 

In BGE 144 IV 362 (E. 1.3.1 S. 365 f. mit Hinweisen) führte das Bundesgericht aus, 
eine Teileinstellung komme grundsätzlich nur in Betracht, wenn mehrere Lebens-
vorgänge oder Taten im prozessualen Sinne zu beurteilen seien, die einer separa-
ten Erledigung zugänglich seien; soweit es sich lediglich um eine andere rechtliche 
Würdigung des ein und desselben Lebensvorgangs handle, scheide eine teilweise 
Verfahrenseinstellung aus. In seiner jüngeren Rechtsprechung (BGE 148 IV 124 
E. 2.6.6 mit Hinweisen) hat das Bundesgericht nun präzisiert, Teileinstellungsver-
fügungen machten, auch wenn sie ebenfalls den zur Anklage gebrachten Lebens-
sachverhalt betreffen und letztlich unangefochten blieben, einen Schuldspruch be-
züglich der im gleichen Verfahren angeklagten Taten nicht unmöglich. Entschei-
dend ist danach, dass die Teileinstellungsverfügung auf die gleichzeitig erhobene 
oder bereits hängige Anklage bzw. den gleichzeitig erlassenen Strafbefehl Bezug 
nimmt und folglich als solche deklariert wird. Aus der Teileinstellungsverfügung 
muss hervorgehen, dass das Verfahren nicht als Ganzes, sondern lediglich bezüg-
lich einzelner, nicht angeklagter, erschwerender Tatumstände betreffend etwa vom 
Opfer behauptete weitere Tathandlungen, zusätzliche Tatfolgen (bspw. zusätzliche 
Verletzungen) oder zusätzliche innere Tatsachen (bspw. ein über die verursachten 
Verletzungen hinausgehender Tötungswille des Täters) etc. eingestellt wird. Solche 
Teileinstellungsverfügungen dienen folglich nicht der Einstellung des gesamten 
Verfahrens, sondern der Fixierung des Gegenstands des gerichtlichen Verfahrens 
(BGE 148 IV 124 E. 2.6.6 mit Hinweisen).

Der erwähnte Passus der Anklageschrift lautet wie folgt (pag. 930): 

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Von November 2016 bis April 2017 verkaufte A.________ der damals 77-Jährigen Rentnerin 
C.________ als Vertreter der Firma G.________ GmbH zu ihrer vollen Zufriedenheit über fünf Monate 
hinweg zwei neue Betten, eines davon mit elektrischem Lattenrost, Auflagen und Matratzen sowie 
zehn massgeschneiderte Sitz- und Rückenkissen für ihre Stühle für insgesamt ca. CHF 30'000.-- (s. 
Teileinstellungsverfügung vom 27.07.2021). In der Absicht, sich am Vermögen von C.________ un-
rechtmässig zu bereichern und sich einen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten zu ver-
schaffen, bot er ihr bei dieser Gelegenheit für das gewerbliche Neuromarketing konzipierte Raumdüfte 
und Diffuser der Marke F.________ von der E.________ GmbH an, deren Produkte er auf Provisi-
onsbasis zu verkaufen beabsichtigte.

Mit Verfügung vom 27. Juli 2021 wurde das Verfahren gegen den Beschuldigten 
zum Nachteil von C.________ betreffend Wucher, angeblich begangen in der Zeit 
vom November 2016 bis April 2017 an der H.________ (Strasse) in I.________ 
(Ortschaft) (betr. Bettwaren) eingestellt (pag. 923 ff.). Mit Anklageschrift vom 2. Au-
gust 2021 wurde gegen den Beschuldigten demgegenüber wegen Wuchers evtl. 
Betrugs, gewerbsmässig und evtl. mehrfach begangen in der Zeit von Mitte April 
bis ca. Mitte Mai 2017 im Betrag von gesamthaft CHF 60'000.00 zum Nachteil von 
C.________ (Ziff. 1) sowie wegen Betrugs, gewerbsmässig und evtl. mehrfach be-
gangen in der Zeit von ca. Mitte Mai 2017 bis zum 7. Juli 2017 im Betrag von ge-
samthaft CHF 68'000.00 zum Nachteil von C.________ (Ziff. 2) Anklage erhoben 
(pag. 930 ff.). Damit betrifft die Einstellungsverfügung einen zeitlich und sachlich 
klar abgrenzbaren und vom angeklagten Sachverhalt unterschiedlichen Sachver-
halt, nämlich der zeitlich vorgelagerte Verkauf von Betten und Auflagen – deren 
Verkauf sich vom November 2016 bis April 2017 hinzog, während schlussendlich 
nur die Geldeintreibungen des Beschuldigten im Zusammenhang mit den Raum-
düften über total CHF 128'000.00 gemäss der Liste von C.________ (pag. 104) 
angeklagt wurden. Dabei wird der Bettenverkauf lediglich erwähnt, um den Ge-
samtkontext aufzuzeigen, wobei explizit darauf hingewiesen wird, dass diesbezüg-
lich eine Verfahrenseinstellung erfolgte. Soweit die Verteidigung vorbringt, anläss-
lich des Verkaufs der Betten seien C.________ auch Raumdüfte verkauft worden, 
weshalb Anklage und Einstellung auf der gleichen Sachverhaltsbasis fussen wür-
den, ist überdies klarzustellen, dass – anders als die Vorinstanz offenbar meinte – 
der einzig offizielle Kauf von C.________ durch das am 19. April 2017 handschrift-
lich ausgefüllte Bestellformular (pag. 806) über CHF 5'854.00 von vier Aroma-
Diffusern (Duftverteiler) und 48 Raumdüften (siehe dazu eingehend Ziff. I.13.2 un-
ten) gar nicht angeklagt wurde. Im Ergebnis wird hier das Verbot der doppelten 
Strafverfolgung durch die Anklage im Verbund mit der Teileinstellungsverfügung in 
keiner Weise tangiert. Daher ist auch keine Verletzung des Verbots der doppelten 
Strafverfolgung auszumachen. 

8. Verwertbarkeit Erstaussagen von C.________

Die Verteidigung rügte an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung die Verwertbar-
keit der polizeilichen Einvernahme vom 20. September 2017 von C.________ 
(pag. 157 ff.), weil der Beschuldigte nicht an der Einvernahme habe teilnehmen 
können (pag. 972). Durch diese Verletzung des Teilnahmerechts seien die Aussa-
gen von C.________ unverwertbar, soweit sie nicht an der delegierten und parteiöf-
fentlichen Einvernahme vom 24. Juni 2020 wiederholt worden seien (für die konkre-

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ten Stellen vgl. die Auflistung, welche die Verteidigung anlässlich der Hauptver-
handlung zu den Akten gab, pag. 988). Im Berufungsverfahren stellte die Verteidi-
gung die Verwertbarkeit der Erstaussagen von C.________ zwar nicht mehr in 
Frage. Weil sie aber von Amtes zu beachten ist, wird nachfolgend auf diesen erst-
instanzlichen Einwand nochmals eingegangen. 

Die Vorinstanz erwog, das Teilnahmerecht der Parteien gestützt auf Art. 147 StPO 
bestehe erst ab Eröffnung der Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft (mit 
Verweis auf BGer 6B_780/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.2). Die polizeiliche 
Ersteinvernahme von C.________ vom 20. September 2017 im Nachgang zu ihrer 
Anzeige vom 10. Juli 2017 habe im Rahmen eines polizeilichen Ermittlungsverfah-
rens nach Art. 306 StPO stattgefunden, während die Voruntersuchung erst am 
2. Oktober 2017 eröffnet worden sei. Deshalb habe im Zeitpunkt der polizeilichen 
Einvernahme am 20. September 2017 noch kein Teilnahmerecht des Beschuldig-
ten bestanden. Zu jenem Zeitpunkt habe die Staatsanwaltschaft noch keine 
Zwangsmassnahmen verfügt, die eine Eröffnung der Untersuchung bewirkt hätten 
(Art. 309 Abs. 1 Bst. b StPO). Sodann habe auch keine unmittelbare Meldepflicht 
der befragenden Kantonspolizisten wegen einer schweren Straftat bestanden, die 
ebenfalls die Eröffnung der Untersuchung bewirkt hätte (Art. 309 Abs. 1 Bst. c 
i.V.m. Art. 307 Abs. 1 StPO). Schliesslich erinnerte die Vorinstanz daran, dass am 
24. Juli 2020 eine von der Staatsanwaltschaft delegierte und parteiöffentliche Ein-
vernahme von C.________ durchgeführt worden sei, weshalb der Beschuldigte 
genügend Möglichkeiten gehabt habe, sein Fragerecht wahrzunehmen (pag. 1029; 
S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz ist beizupflichten. Ergänzend dazu 
ist nachfolgend auf zwei Punkte hinzuweisen:

Die beschuldigte Person hat gemäss Art. 6 Ziff. 3 Bst. d der Konvention zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) ein Recht 
darauf, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen. Auf eine Konfrontation kann vor-
gängig oder im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend verzichtet werden. 
Ein Verzicht ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die beschuldigte Person es 
unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen. Wird die 
beschuldigte Person im erstinstanzlichen Verfahren klar und ausdrücklich aufgefor-
dert, Beweisanträge zu stellen, kann von einem Verzicht auf das Konfrontations-
recht ausgegangen werden, wenn in der Folge kein Antrag auf Einvernahme der in-
frage stehenden Auskunftsperson gestellt wird (Regeste forumpoenale zu 
BGer 7B_186/2022 vom 14. August 2023 E. 2; vgl. auch die Kommentierung die-
ses Urteils und die weiteren Hinweise von LANGENEGGER in: forumpoenale 2/2024, 
S. 86 ff.). Vor diesem Hintergrund darf mithin davon ausgegangen werden, dass 
die Verteidigung, welche weder erst- noch oberinstanzlich die Einvernahme von 
C.________ beantragte, es ohnehin verwirkt hat, mangelnde Konfrontationsrechte 
bezüglich C.________ geltend zu machen. 

Sodann ist mit Blick auf die Ausführungen von C.________ anlässlich ihrer dele-
gierten Einvernahme vom 24. Juni 2020 (pag. 171 ff.) festzustellen, dass sie dort 
ebenfalls die wesentlichen Kernpunkte des dem Beschuldigten zu Last gelegten 
Sachverhalts schilderte (Beginn Verkauf der Betten und Auflagen; sodann Anprei-

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sung und Kauf der Raumdüfte als Schutz der neuen Betten vor Milben sowie zur 
Erfrischung der Luft, wobei sie nicht so viele Düfte habe kaufen wollen; Abhebung 
des Bargelds und Übergabe an den Beschuldigten gemäss separater Auflistung; 
Angebot des Beschuldigten zum Weiterverkauf der Raumdüfte gegen Provision). 
Die Liste mit den gemäss Darstellung von C.________ erfolgten Bargeldübergaben 
an den Beschuldigten wurde ihr auch ausdrücklich vorgehalten (pag. 188 Z. 813 
ff.), wobei C.________ dazu ausführte, dies seien die Einzelbeträge, die sie erfasst 
habe; die einzelnen Zahlungen seien eben erfolgt, wie sie es beschrieben habe 
(pag. 188 Z. 830 ff.). Der Beschuldigte habe sich vorab angemeldet und sei dann 
vorbeigekommen, dann habe sie ihm jeweils die aufgeführten Beträge in bar über-
reicht (pag. 188 Z. 833 f.). Damit ist dem Erfordernis, dass sich die befragte Person 
an der Konfrontationseinvernahme inhaltlich nochmals zur Sache äussert 
(BGE 140 IV 172 E. 1.5; BGer 6B_315/2020 vom 18. Mai 2022 E. 3.3), und sich die 
Konfrontation nicht auf eine formale Bestätigung der früheren Aussagen beschränkt 
(zum Ganzen mit weiteren Hinweisen SCHLEIMINGER/SCHAFFNER, Basler Kommen-
tar zur Schweizerischen StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 38 zu Art. 147 StPO), hinrei-
chend genüge getan. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach 
seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jedes verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften 
Überzeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. 
Die freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und 
logischen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse 
Vermutung stützen (TOPHINKE, Basler Kommentar zur Schweizerischen 
StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, 3. Aufl. 2023, N 58 und N 61 zu Art. 10 StPO mit Hin-
weisen). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vor-
aussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldig-
te Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Der Grundsatz «in du-
bio pro reo» als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich das Gericht nicht von 
einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so ver-
wirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massge-
bend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt wer-
den kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. Steht 
Aussage gegen Aussage, so bedeutet das nicht zwingend, dass die beschuldigte 
Person in Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» freizusprechen ist. 
Vielmehr hat das Gericht die Darstellung der Verfahrensbeteiligten auf ihren inne-
ren Gehalt und ihre Überzeugungskraft hin zu werten (WOHLERS, Schulthess 
Kommentar zur Schweizerischen StPO, 3. Aufl. 2020, N 12 und N 25 f. zu Art. 10 
StPO mit weiteren Hinweisen).

10

Bei der Würdigung von Aussagen ist grundsätzlich zu beachten, dass jede 
(Zeugen-) Aussage eine Leistung ist, die gewisse Sinnes- und Geistesangaben zur 
Wahrnehmung einer Tatsache sowie zur Mitteilung des Wahrgenommenen voraus-
setzt. Die drei notwendigen Bestandteile dafür sind Wahrnehmungs-, Erinnerungs- 
und Ausdrucksfähigkeit. Die Gefahr einer irrtümlich falschen Aussage liegt in der 
allgemeinen Unzulänglichkeit menschlichen Erkennens absoluter Wahrheit und in 
der Subjektivität des Zeugenbeweises (vgl. zum Ganzen BÄHLER, Basler Kommen-
tar zur Schweizerischen StPO/JStPO, 3. Aufl. 2023, N 1 ff. zu Art. 163 StPO).

Wenn die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu überprüfen ist, ist nach Massgabe der 
modernen Aussagepsychologie weniger die allgemeine Glaubwürdigkeit oder 
Wahrhaftigkeit der jeweiligen Aussageperson an sich, als vielmehr die spezielle 
Glaubhaftigkeit ihrer im Einzelfall zu überprüfenden, konkreten Aussage von Be-
deutung (NACK, Kriminalistik 4/95, Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit, in Krimina-
listik 4/95, S. 257 ff. mit Hinweisen; BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellung 
vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 5. Aufl. 2020, 
N 219 ff.). Die Aussageanalyse stellt die konkrete Aussage in den Mittelpunkt ihrer 
Untersuchung. Dabei wird der Inhalt der Aussage anhand bestimmter Kriterien ana-
lysiert. Dahinter steht die Überlegung, dass jemand, der ein reales Erlebnis schil-
dert, dies quantitativ und qualitativ anders tut, als jemand, der eine Phantasieges-
chichte erzählt. Eine Aussage hat umso mehr die Vermutung für sich, dass ein «re-
alitätsbegründetes Ereignis» geschildert wird, umso weniger der Auskunftsper-
son/dem Zeugen zuzutrauen ist, dass sie/er die Geschehensabläufe, so wie von 
ihr/ihm dargestellt, aus eigener Kraft erfinden könnte (BENDER/NACK/TREUER, 
a.a.O., N 288 ff.).

Die Analyse des Aussageinhaltes erfolgt anhand spezieller Textmerkmale oder in-
haltlicher Qualitäten, den so genannten Realkennzeichen oder Glaubwürdigkeitskri-
terien. Zu den allgemeinen Realkennzeichen gehören etwa die Konstanz der Aus-
sage im zentralen Handlungsablauf, die Strukturgleichheit, die logische Konsistenz, 
Homogenität und Folgerichtigkeit der Aussagen, deren Anschaulichkeit und Wirk-
lichkeitsnähe, die Freiheit von Widersprüchen, die Detailgenauigkeit der Angaben, 
deren qualitativer Detailreichtum sowie das Fehlen von Phantasiesignalen wie Ver-
legenheit oder Übertreibungen. Zu den inhaltsspezifischen Realkennzeichen 
gehören weiter die räumliche-zeitliche Verknüpfung der Aussagen, die Interakti-
onsschilderung und die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung von Kompli-
kationen im Handlungsablauf und von ausgefallenen nebensächlichen Einzelhei-
ten, die Schilderung eigener psychischer Vorgänge und von psychologischen Vor-
gängen beim Beschuldigten. Auch die spontane Verbesserung der eigenen Aussa-
ge, das Eingeständnis von Erinnerungslücken, Selbstbelastungen und Entlastun-
gen des Beschuldigten sind Realkennzeichen. Demgegenüber stellen Wider-
sprüchlichkeiten, Strukturbrüche, Kargheit und Verarmung der Aussagen, die Aus-
sagenverweigerung, die Abstraktheit und Zielgerichtetheit der Aussagen sowie de-
ren Stereotypie Lügensignale dar. Zu beachten sind schliesslich immer auch die 
Tatnähe der Aussagen und eine allfällige reduzierte Wahrnehmungsfähigkeit we-
gen Alkohol- oder Drogeneinflusses (vgl. z.B. Urteil des Obergerichts des Kantons 
Bern SK 22 147 vom 17. Mai 2023 E. 7).

11

10. Angeklagter Sachverhalt

Unter Ziff. 1 der Anklageschrift vom 2. August 2021 wurde dem Beschuldigten Wu-
cher, evtl. Betrug, gewerbsmässig, evtl. mehrfach begangen in der Zeit von Mitte 
April bis ca. Mitte Mai 2017 in Bern im Betrag von gesamthaft CHF 60’000.00 zum 
Nachteil von C.________ vorgeworfen (pag. 930 ff.).

Unter dem Titel Hauptanklage Wucher führte die Anklageschrift folgenden Sach-
verhalt auf (pag. 930 f.):

Vom November 2016 bis April 2017 verkaufte A.________ der damals 77-jährigen Rentnerin 
C.________ als Vertreter der Firma G.________ GmbH zu ihrer vollen Zufriedenheit über fünf Monate 
hinweg zwei neue Betten, eines davon mit elektrischem Lattenrost, Auflagen für Matratzen sowie 
zehn massgeschneiderte Sitz- und Rückenkissen für ihre Stühle für insgesamt ca. CHF 30'000.-- 
(s. Teileinstellungsverfügung vom 27.07.2021). In der Absicht, sich am Vermögen von C.________ 
unrechtmässig zu bereichern und sich einen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten zu 
verschaffen, bot er ihr bei dieser Gelegenheit für das gewerbliche Neuromarketing konzipierte Raum-
düfte und Diffuser der Marke F.________ von der E.________ GmbH an, deren Produkte er auf Pro-
visionsbasis zu verkaufen beabsichtigte. Dabei erklärte er C.________ nicht nur, dass diese Düfte 
geeignet seien, die Luft zu reinigen, sondern wahrheitswidrig auch, dass sie den Milbenbefall ihrer 
neuen Bettwaren verhindern würden. Da C.________ vor allem auf die zweitgenannte Wirkung hoffte 
und aus dem Kauf der Bettwaren volles Vertrauen in A.________ hatte, erklärte sie sich grundsätzlich 
bereit, Raumdüfte und einen Diffuser zu kaufen. Den von ihm empfohlenen Kauf von zwei weiteren 
Diffusern mit Raumdüften für ihre Küche und ihr Bad, lehnte sie ab. Dennoch liess er C.________ auf 
seinem Laptop eine Bestellung über 48 Duftfläschchen und 4 Diffuser im Wert von gesamthaft 
CHF 5’854.-- unterschreiben, von deren Umfang sie keine Kenntnis nehmen konnte, und von welcher 
er ihr auch keine Papierversion zur Verfügung stellte. Nachdem er ihr in der Folge zuerst kleine 
Fläschchen brachte, erklärte er ihr bald einmal, dass «es besser sei mit grossen» Flaschen. In der 
Folge brachte A.________ fast wöchentlich sukzessive neue Duftfläschchen, darunter auch grössere 
und teurere vorbei, bot sie C.________ mit dem Argument, «dies wäre auch noch gut», zum Kauf an. 
Ihrem Wunsch, nur Raumdüfte für ein Jahr zu kaufen, entgegnete A.________ wahrheitswidrig und 
ohne Begründung, dass man diese Düfte drei Jahre benötige und sie deshalb eine Menge kaufen 
müsse, die für drei Jahre reiche. Nachdem C.________ diesem Einwand nichts entgegnete, lieferte er 
weitere Fläschchen und liess sie sich jeweils mit Beträgen von CHF 200.-- bis 8'000.-- bar bezahlen. 
Gesamthaft bezahlte ihm C.________ dafür unter 13 Malen CHF 60'000.--.

Mit seinem häufigen Erscheinen bei C.________, mit dem Vorenthalten der von ihr unterschriebenen 
Bestellung, welche mehr Produkte enthielt, als sie kaufen wollte, mit seinen aufdringlichen Angeboten, 
ihr immer mehr und grössere Flaschen mit Raumdüften zu verkaufen, mit seinen immer neuen, z.T. 
mehrmals wöchentlich und auch per Telefon gestellten Forderungen, denen er mit den fiktiven Rück-
sprachen mit seinem angeblichen «Chef» Nachdruck verlieh, überforderte A.________ C.________ 
bei der Ein- und Zuordnung ihrer Zahlungen und seiner Forderungen, worauf sie die «Relation» zwi-
schen den Sachen, die sie erhielt und den Beträgen, die sie bezahlte verlor. Indem A.________ diese 
von ihm herbeigeführte Überforderung von C.________ ausnützte und sich für die von ihr gekauften 
Neuromarketingprodukte und allfällige damit zusammenhängende Dienstleistungen Preise bezahlen 
liess, die wirtschaftlich in einem offenbaren Missverhältnis zu deren Marktwert standen, beutete er die 
Unerfahrenheit und Schwäche im Urteilsvermögen von C.________ aus.

12

Unter dem Titel Eventualanklage Betrug wurde dem Beschuldigten in der Anklage-
schrift alternativ folgender Sachverhalt angelastet (pag. 931 ff.): 

Vom November 2016 bis April 2017 verkaufte A.________ der damals 77-jährigen Rentnerin 
C.________ als Vertreter der Firma G.________ GmbH zu ihrer vollen Zufriedenheit über fünf Monate 
hinweg zwei neue Betten, eines davon mit elektrischem Lattenrost, Auflagen für Matratzen sowie 
zehn massgeschneiderte Sitz- und Rückenkissen für ihre Stühle für insgesamt ca. CHF 30'000.-- 
(s. Teileinstellungsverfügung vom 27.07.2021). In der Absicht, sich am Vermögen von C.________ 
unrechtmässig zu bereichern und sich einen namhaften Beitrag an seine Lebenshaltungskosten zu 
verschaffen, bot er ihr bei dieser Gelegenheit für das gewerbliche Neuromarketing konzipierte Raum-
düfte und Diffuser der Marke F.________ von der E.________ GmbH an, deren Produkte er auf Pro-
visionsbasis zu verkaufen beabsichtigte. Dabei erklärte er C.________ nicht nur, dass diese Düfte 
geeignet seien, die Luft zu reinigen, sondern wahrheitswidrig auch, dass sie den Milbenbefall ihrer 
neuen Bettwaren verhindern würden. Da C.________ vor allem auf die zweitgenannte Wirkung hoffte 
und aus dem Kauf der Bettwaren volles Vertrauen in A.________ hatte, erklärte sie sich grundsätzlich 
bereit, Raumdüfte und einen Diffuser zu kaufen. Den von ihm empfohlenen Kauf von zwei weiteren 
Diffusern mit Raumdüften für ihre Küche und ihr Bad, lehnte sie ab. Dennoch liess er C.________ auf 
seinem Laptop eine Bestellung über 48 Duftfläschchen und 4 Diffuser im Wert von gesamthaft 
CHF 5’854.-- unterschreiben, von deren Umfang sie keine Kenntnis nehmen konnte, und von welcher 
er ihr auch keine Papierversion zur Verfügung stellte. Nachdem er ihr in der Folge zuerst kleine 
Fläschchen brachte, erklärte er ihr bald einmal, dass «es besser sei mit grossen» Flaschen. Nachdem 
er eine davon geöffnet hatte, sagte er ihr später wahrheitswidrig, dass sein «Chef» ihm gesagt, habe, 
dass er das nicht hätte tun dürfen und die Flasche «einschicken» müsse, wofür er von C.________ 
zusätzlich CHF 200.—verlangte, die [s]ie ihm bar bezahlte.

In der Folge brachte A.________ fast wöchentlich sukzessive neue Duftfläschchen, darunter auch 
grössere und teurere vorbei, bot sie C.________ mit dem Argument, «dies wäre auch noch gut», zum 
Kauf an. Ihrem Wunsch, nur Raumdüfte für ein Jahr zu kaufen, entgegnete A.________ wahrheitswid-
rig und ohne Begründung, dass man diese Düfte drei Jahre benötige und sie deshalb eine Menge 
kaufen müsse, die für drei Jahre reiche. Nachdem C.________ diesem Einwand nichts entgegnete, 
lieferte er weitere Fläschchen und liess sie sich jeweils mit Beträgen von CHF 200.-- bis 8'000.-- bar 
bezahlen. Gesamthaft bezahlte ihm C.________ dafür unter 13 Malen CHF 60'000.--.

Mit seinem häufigen Erscheinen bei C.________, mit dem Vorenthalten der von ihr unterschriebenen 
Bestellung, welche mehr Produkte enthielt, als sie kaufen wollte, mit seinen aufdringlichen Angeboten, 
ihr immer mehr und grössere Flaschen mit Raumdüften zu verkaufen, mit seinen immer neuen, z.T. 
mehrmals wöchentlich und auch per Telefon gestellten Forderungen, denen er mit den fiktiven Rück-
sprachen mit seinem angeblichen «Chef» Nachdruck verlieh, überforderte A.________ C.________ 
bei der Ein- und Zuordnung ihrer Zahlungen und seiner Forderungen, worauf sie die «Relation» zwi-
schen den Sachen, die sie erhielt und den Beträgen, die sie bezahlte verlor. Durch diese arglistige 
Überforderung täusche A.________ C.________ über die Höhe und den Bestand der tatsächlich von 
ihr aus Vertrag geschuldeten Geldbeträge. 

Bei all dem wusste A.________, dass die Überprüfung seiner ungerechtfertigten Forderungen und 
falschen Angaben für die betagte und überforderte C.________ nicht oder nur mit besonderer Mühe 
möglich und nicht zumutbar war. Darüber hinaus rechnete er damit, dass C.________ darauf verzich-
tet, den Bestand seiner Forderungen sowie seinen Rückzahlungswillen - soweit für sie überhaupt 
möglich - zu überprüfen, da sie ihm aufgrund der vorangegangenen Geschäfte betreffend die Bettwa-
ren grosses Vertrauen schenkte und an seine Ehrlichkeit glaubte.

13

Als Folge dieser arglistigen Täuschungen händigte C.________ A.________ unter 13 Malen insge-
samt CHF 60'000.-- in bar aus und bezahlte eine Rechnung der E.________ GmbH im Betrag von 
CHF 5'854.--, ohne die darin aufgeführten Produkte vollständig erhalten zu haben, wodurch sie sich 
selber am Vermögen schädigte.

Unter Ziff. 2 der Anklageschrift vom 2. August 2021 wurde dem Beschuldigten Be-
trug, gewerbsmässig, evtl. mehrfach begangen in der Zeit von Mitte Mai 2017 bis 
zum 7. Juli 2017 in Bern im Betrag von gesamthaft CHF 68’000.00 zum Nachteil 
von C.________ vorgeworfen, wobei ihm folgender Sachverhalt zur Last gelegt 
wurde (pag. 933 f.):

Als C.________ A.________ sagte, dass sie ja all diese Flaschen gar nicht benötigen würde, bot er 
ihr an, ihre Düfte gegen eine Provision zum halben Preis weiterzuverkaufen. Als Sie den Lieferungen 
schliesslich Einhalt gebieten wollte, erklärte er ihr mehrfach, dass Ihre Zahlungen zuerst einen be-
stimmten Betrag erreichen müssten, damit sie wieder etwas zurückerhalte. Daraufhin forderte 
A.________ von ihr weiterhin Geldbeträge von jeweils bis zu CHF 8'000.--, ohne diesen Forderungen 
eine adäquate Gegenleistung gegenüber zu stellen. Als ihre Zahlungen den Gesamtbetrag von 
CHF 60'000.-- erreicht hatten, erklärte ihr A.________, dass er ihr von diesem Betrag nichts zurück-
zahlen könne. Wenn sie etwas zurückerhalten wolle, müssen sie insgesamt CHF 96'000.-- oder mehr 
bezahlen, sie habe die Wahl. Nachdem C.________ sich dafür entschied, es mit den CHF 60'000.-- 
bewenden zu lassen, täuschte er erneut Telefongespräche mit seinem «Chef» vor, welcher angeblich 
weitere Zahlungen verlangte. In der Folge forderte A.________ von C.________ weiterhin Geld und 
gab ihr dabei wahrheitswidrig zu verstehen, dass er daran arbeite, ihr das Geld wieder zurückzuge-
ben, namentlich mit dem Gewinn aus Verkäufen an «diese oder jene wohlhabende Frau», eine davon 
«am Zürichsee», oder an andere der «reichsten» Personen. In diesem Zusammenhang anerkannte er 
ihre bisherigen Zahlungen von CHF 128'000.-- und bezifferte den Gesamtbetrag, den er von ihr 
benötige, um ihr das Geld zurückzahlen zu können, mit CHF 143'000.--. 

Erst als C.________ ihm erklärte, dass ihre Bank ihr kein Geld mehr auszahlen wolle, bis sie eine Ab-
rechnung über die Verwendung dieser Beträge vorlege, stellte A.________ seine Forderungen ein.

Mit seinem häufigen Erscheinen bei C.________, mit dem Vorenthalten der von ihr unterschriebenen 
Bestellung, welche mehr Produkte enthielt, als sie kaufen wollte, mit seinen aufdringlichen Angeboten, 
ihr immer mehr und grössere Flaschen mit Raumdüften zu verkaufen, mit seinen immer neuen, z.T. 
mehrmals wöchentlich und auch per Telefon gestellten Forderungen, denen er mit den fiktiven Rück-
sprachen mit seinem angeblichen «Chef» Nachdruck verlieh, überforderte A.________ C.________ 
bei der Ein- und Zuordnung ihrer Zahlungen und seiner Forderungen, worauf sie die «Relation» zwi-
schen den Sachen, die sie erhielt und den Beträgen, die sie bezahlte verlor. 

Mit seinen wahrheitswidrigen Erzählungen über seine Geschäfte mit wohlhabenden Leuten u.a. vom 
Zürichsee und dem Versprechen, ihr das Geld zurückzuzahlen, wenn sie ihm vorher bis zur Summe 
von CHF 143'000.-- noch mehr Geld gebe, täuschte A.________ die von ihm überforderte (s. Ziff. 1 
hiervor) C.________ arglistig über seinen Rückzahlungswillen und seine Rückzahlungsfähigkeit.

Bei all dem wusste A.________, dass die Überprüfung seiner falschen Angaben für die betagte und 
überforderte C.________ nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich und nicht zumutbar war. Darü-
ber hinaus rechnete er damit, dass C.________ darauf verzichtet, seinen Rückzahlungswillen und 
seine Rückzahlungsfähigkeit - soweit für sie überhaupt möglich - zu überprüfen, da sie ihm aufgrund 
der vorangegangenen Geschäfte betreffend die Bettwaren grosses Vertrauen schenkte und an seine 
Ehrlichkeit glaubte.

14

Als Folge dieser arglistigen Täuschungen und motiviert von der falschen Hoffnung, zumindest einen 
Teil ihres Geldes wieder zurückzuerhalten, händigte C.________ A.________ unter 11 Malen weitere 
insgesamt CHF 68'000.— in bar aus, wodurch sie sich selber am Vermögen schädigte.

11. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel ausführlich und zutreffend darge-
stellt (pag. 1028; S. 17 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Der Vollständig-
keit halber ist ergänzend auf die obergerichtlichen Beweisergänzungen (Ziff. I.3. 
oben) hinzuweisen.

12. Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte als Vertreter der Firma G.________ 
GmbH im Frühjahr 2017 der damals 76 bzw. 77-jährigen C.________ zwei neue 
Betten, eines davon mit elektrischem Lattenrost, eine Auflage für Matratzen sowie 
zehn massgeschneiderte Sitz- und Rückenkissen für ihre Stühle für insgesamt 
CHF 19'484.00 (pag. 42 ff.) verkaufte und C.________ (auch im Nachhinein) mit 
den gekauften Produkten zufrieden war und das Preis/Leistungs-Verhältnis als in 
Ordnung bezeichnete (vgl. pag. 161 Z. 190 ff., pag. 172 Z. 52 ff.).

Weiter ist mit der Vorinstanz als unbestritten festzustellen, dass der Beschuldigte 
C.________ nach den Betten und Auflagen/Kissen zusätzlich Raumdüfte und Dif-
fuser der Marke F.________ verkaufte (pag. 977 Z. 18 ff.). Dabei handelte es sich 
gemäss dem (zumindest teilweise) von C.________ an ihrem 77. Geburtstag am 
19. April 2017 handschriftlich ausgefüllten Bestellformular (pag. 806) resp. der da-
mit übereinstimmenden Zahlungserinnerung von F.________ (Marke) resp. 
E.________ GmbH vom 26. Juni 2017 über CHF 5'854.00 (pag. 166) um vier Aro-
ma-Diffuser (Duftverteiler) sowie um 48 Raumdüfte, im Einzelnen: 3 x F.________ 
(Marke) 2 in 1 à CHF 290.00, 1 x F.________ (Marke) Classic CHF 280.00, 12 
Sweat Heart à CHF 98.00, 12 x Oriental Musk à CHF 98.00, 12 x Lemon Garden à 
CHF 98.00, 12 x Elvictus à CHF 98.00 (pag. 1026 f., S. 15 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung). Ebenfalls unbestritten ist, dass C.________ den gemahnten 
Betrag mit Zahlungsauftrag vom 26. Juni 2017 bezahlte (pag. 182 Z. 549 ff., vgl. 
handschriftlicher Vermerk auf der Zahlungserinnerung [pag. 166]) und es sich da-
bei um die einzige Bestellung von C.________ bei der E.________ GmbH handelte 
(vgl. Auskunft der E.________ GmbH vom 22. Januar 2021 [pag. 805]). Schliess-
lich geht aus dem Vergleich zwischen dem Bestellformular resp. der Zahlungserin-
nerung vom 26. Juni 2017 und den bei C.________ zu Hause durch die Polizei si-
chergestellten Produkte (vgl. Verzichtserklärung von C.________ vom 6. Juni 2018 
[pag. 31] sowie Beschlagnahmungsverfügung vom 28. Juni 2021 [pag. 807.2], wo-
bei auf der Verzichtserklärung von C.________ eine Plastikflasche sowie ein Aro-
ma-Diffuser weniger erwähnt wird) hervor, dass sich die bestellten von den sicher-
gestellten Produkten sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch der Grösse und Mate-
rialbeschaffenheit teilweise unterschieden.

Wie bereits die Vorinstanz ausführte (pag. 1027; S. 16 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung) ist schliesslich unbestritten, dass die Raumdüfte von F.________ 
(Marke) nicht für die Bekämpfung von Milben geeignet sind (vgl. Aussagen des Be-

15

schuldigten [pag. 978 Z, 3 ff.]) und der Beschuldigte seinen Kunden erklärte, sie 
würden die Luftqualität verbessern (pag. 1320 Z. 4 ff.). 

Der Beschuldigte bestreitet demgegenüber, C.________ die Raumdüfte als gegen 
Milben wirksam angepriesen (pag. 978. Z. 3), von ihr Bargeld in der Höhe von 
CHF 128'000.00 verlangt resp. ausgehändigt erhalten sowie ihr angeboten zu ha-
ben, die Duftflaschen weiterzuverkaufen (pag. 987 Z. 11 f.). 

13. Beweiswürdigung

13.1 Vorbemerkungen zum Aufbau

Die Vorinstanz würdigte vorab die Aussagen von C.________ und des Beschuldig-
ten. Anschliessend gliederte sie die Beweiswürdigung in vier Themenbereiche (An-
preisung der Raumdüfte als gegen Milben wirksam, tranchenweise Übergabe von 
Bargeld über CHF 128'000.00, angeblich beabsichtigter Weiterverkauf der Raum-
düfte gegen Provision, persönliche Verfassung von C.________ im Tatzeitraum). 
Dieser Aufbau erweist sich als zweckmässig und wird nachfolgend grundsätzlich 
übernommen, wobei es nach Ansicht der Kammer beim Beweisthema der Provisi-
on im Ergebnis vielmehr um einen vergeblichen Versuch von C.________ geht, 
von den Geldzahlungen des Beschuldigten Abstand zu nehmen.

13.2 Einleitende Bemerkungen zum Sachverhalt

Das erwähnte Bestellformular (pag. 806) ist nach Ansicht der Kammer ziemlich 
aufschlussreich: C.________ bestellte in Ziff. 1 des Formulars (pag. 806) 
1 F.________ (Marke) Classic Gerät für CHF 280.00 und 3 Geräte F.________ 
(Marke) 2 in 1 für je CHF 290.00. Diesbezüglich dürfte sie gewusst haben, was auf 
sie zukommt, da auf dem Formular unter Ziff. 1 die Preise für die Düfte erwähnt 
sind. Demgegenüber steht unter Ziff. 2 des Formulars, «Kreuzen Sie bitte Ihren 
Duft an, welches Sie GRATIS zum Gerät erhalten.» Es liegt auf der Hand, dass 
dieses Formular nicht in diesem Sinn verwendet wurde, da C.________ – beraten 
durch den Beschuldigten – total viermal jeweils 12, insgesamt also 48 Düfte bestell-
te, ohne einen Preis dafür zu kennen und auch ohne einen Duft davon gratis zu er-
halten. Anstatt gratis kosteten je 12 der bestellten vier Düfte dann jeweils 
CHF 1‘176.00, zusammen also knapp CHF 4'800.00. Hier ist aber zu erwähnen, 
dass die entsprechende Vermögensverschiebung, d.h. die Bezahlung des gemahn-
ten Betrags über CHF 5'854.00 an die E.________ GmbH, von der Anklage nicht 
erfasst ist und beim Schaden, der C.________ entstand, entsprechend auch nicht 
aufgeführt wurde. Dieser Sachverhaltsteil ist dennoch relevant, da er am Ursprung 
des angeklagten und täuschenden Verhaltens des Beschuldigten gegenüber 
C.________ steht.

13.3 Aussagen von C.________

13.3.1 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz fasste die Aussagen von C.________ zusammen und würdigte sie 
wie folgt (pag. 1029 ff.; S. 18 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhe-
bungen im Original): 

16

Im Nachgang an die mündliche Anzeige vom 10. Juli 2017 (pag. 4 ff.) folgte die polizeiliche Einver-
nahme vom 20. September 2017 der Geschädigten (pag. 157 ff.). Es handelt sich dabei um die tat-
nächsten Aussagen, weshalb diesen besonders Gewicht zu schenken ist.

Die Geschädigte machte in ihrer freien Erzählung ausführliche und detaillierte Aussagen. So be-
schrieb sie eingehend und bildhaft, wie der Verkauf der Betten und Topper vonstatten gegangen sei 
und konnte die Vorgänge zeitlich einordnen (zur zeitlichen Einordnung vgl. pag. 160, Z. 142 bis 191; 
so auch an der delegierten Einvernahme, pag. 180, Z. 442 ff.). Sie beschrieb äusserst detailliert das 
Aussehen des Beschuldigten und dessen Auftreten (pag. 161, Z. 197 ff., pag. 162, Z. 272 in fine). Im 
Unterschied dazu sind die Aussagen der Geschädigten zu Frau J.________ undurchsichtig und wirr 
(vgl. pag. 158 65 ff., pag. 159, Z. 78 ff, 86 ff.). Umso mehr überzeugen gerade die konstanten Schilde-
rungen über den Beschuldigten.

Die Geschädigte erklärte ohne Suggestion, dass die Düfte nicht nur zur Erfrischung der Luft dienen, 
sondern auch gegen Milbenbefall in den neugekauften Betten nützen würden (pag. 158 Z. 24 f. sowie 
pag. 161, Z. 222). In diesem Zusammenhang erwähnte sie mehrmals, dass sie nicht so viele Düfte 
hätte haben wollen. Ihr sei mehr aufgedrängt worden, als sie hätte haben wollen. Sie habe nur für ein 
Jahr oder maximal 1,5 Jahre Düfte kaufen wollen (pag. 158, Z. 29 f; pag. 163, Z. 313). 

Die Geschädigte erwähnte wiederholt den Chef des Beschuldigten, welcher (per Telefon via den Be-
schuldigten) «dazwischengeredet» und gemeint habe, es seien Düfte für drei Jahre notwendig 
(pag. 158, Z. 28, 40; pag. 162, Z. 252; sowie pag. 163, Z. 313 ff.). Sie konnte dies in den Gesamtzu-
sammenhang mit dem Bettenkauf setzen und differenzieren. So habe der Beschuldigte bei den Düf-
ten einen anderen Chef gehabt als bei den Betten (pag. 161, Z. 214). Eine solche Einordnung und 
Differenzierung spricht für die Glaubhaftigkeit der Aussage.

Weiter machte die Geschädigte detaillierte Angaben, wie sie das Bargeld und in welchen Teilsummen 
abgehoben und dem Beschuldigten übergeben habe (pag. 158, Z. 31 ff., pag. 162, Z. 253, 260-266; 
pag. 163, 324 ff.; pag. 164, Z. 335 ff.). Die letzte Zahlung in der Höhe von CHF 8’000.00 habe er nicht 
verlangt. Sie habe ihm diese CHF 8’000.00 gegeben, weil sie gedacht habe, ihm diese noch zu schul-
den (pag. 158, Z. 41 ff.; pag. 163; nochmals bestätigt pag. 164, Z. 339 f.).

Der Beschuldigte habe ihr angeboten, die Düfte gegen Provision weiterzuverkaufen, wenn sie eben 
eine gewisse Gesamtsumme bezahlt habe, führt die Geschädigte weiter aus (pag. 158, Z. 50, 52 ff.; 
pag. 163, Z. 280-297).

Insgesamt erscheinen die Aussagen in ihrer Gesamtheit betrachtet detailliert, konsistent und konzise, 
was als Realitätskriterium zu würdigen ist.

Die Geschädigte war dem Beschuldigten nicht per se negativ eingestellt, obschon sie dazu Grund ge-
habt hätte. Vielmehr strich sie die positiven Eigenschaften des Beschuldigten hervor und erklärte, 
dass er ein sehr guter Vertreter gewesen sei. Er habe ihr die Betten gut erklären könne. Der Beschul-
digte sei höflich und freundlich gewesen und habe gut reden können (pag. 162, Z. 272 in fine, 
pag. 164, Z. 345 ff.). Sie belastete den Beschuldigten nicht übermässig, sagte aber, was ihr an ihm 
gestört habe ohne zu übertreiben. So sagte sie, dass es sie gestört habe, dass der Beschuldigte ihr 
einen Zettel zum Unterschreiben vorgelegt habe, er ihr aber keine Kopie davon gegeben habe, son-
dern den Zettel nur auf dem Handy gezeigt habe (pag. 164, Z. 346 f.). Sie nimmt den Beschuldigten 
teilweise sogar in Schutz, so z.B., dass dieser ihr Düfte für drei Jahre gebracht habe, weil der Chef 
das so gesagt habe oder betreffend den Vorfall mit dem Öffnen der grossen (Duft-)Flasche, die an-
schliessend zwecks Instandsetzung habe eingeschickt werden müssen. Das habe der Beschuldigte 
zuvor auch noch nicht gewusst, da er neu im Geschäft gewesen sei, meinte die Geschädigte 

17

(pag. 162, Z. 233 f.). Solch differenzierte Aussagen und das Fehlen von Aggravationstendenzen, ge-
rade dort wo sie sich aus Sicht einer geschädigten Person anbieten würden, deutet auf einen rea-
litätsbasierenden Inhalt der Aussagen und eben als Realitätskriterium.

Die Geschädigte hat dem Beschuldigten nicht die Schuld gegeben, dass sie so viel Geld für Düfte 
ausgegeben habe. Mit der Zeit habe sie gedacht, dass sie einfach etwas viel Geld ausgegeben habe. 
Sie wäre froh gewesen, wenn sie nur die Hälfte dafür ausgegeben hätte. Aber: «Es isch irgendwie e 
chli so cho» (pag. 164, Z. 348 f.). Die Geschädigte wiederholte, dass sie von sich aus nicht zur Polizei 
gegangen wäre (pag. 165, Z. 383; so bereits bestätigt anlässlich der mündlichen Anzeigeerstattung). 
Als sie dem Beschuldigten von der Anzeige erzählt gehabt habe, habe dieser ihr gesagt, dass sie 
aufpassen solle, dass sie nicht bevormundet werde, vor allem von der Bank. Es habe ihm schon nicht 
gefallen, sagte die Geschädigte über den Beschuldigten (pag. 165, Z. 382 f.). Hier schildert sie eine 
typische Aktion-Reaktion, welche einleuchtend, detailliert und lebensnah erscheint, und somit als wei-
teres Realitätskriterium zu werten ist.

Am 24. Juni 2020 fand die delegierte Einvernahme der Geschädigten statt (pag. 171 ff.). Dabei gilt 
vorderhand zu berücksichtigen, dass von der ersten zur zweiten Einvernahme fast drei Jahre vergan-
gen sind, und, dass es sich bei der Geschädigten um eine betagte Frau handelt, sie nicht Privatkläge-
rin ist und somit keine Akteneinsicht vor der zweiten Einvernahme hatte. Sie konnte deshalb nur das 
schildern, was ihr nach drei Jahren noch in Erinnerung geblieben ist. Gleichwohl konnte sie über den 
Ablauf wie sie den Beschuldigten kennengelernt habe (pag. 172, Z. 36 ff.), weswegen sie die Düfte 
gekauft habe (pag. 172, Z. 48 ff.; pag. 180 Z. 443 ff.), und wie der Beschuldigte stetig Geld gefordert 
habe (pag. 173, Z. 77-85; pag. 181, Z. 461 ff. und Z. 479 ff.; pag. 184, Z. 636, pag. 185, Z. 688), aus-
führliche Angaben machen, welche sich mit ihren früheren Aussagen decken und stimmig sind. 

Auch hier machte sie den Beschuldigten nicht schlecht (pag. 181, Z. 504; pag. 190, Z. 891 und 
Z. 926), sondern suchte gar noch nach Erklärungen für dessen Handeln: «er hat, was Buchhaltungen 
anbelangt, vermutlich zu wenig Ahnung gehabt» (pag. 192, Z. 1015 ff.); «er ist selber in eine Sache 
hineingeraten, die ich als schwierig erachte» (pag. 192, Z. 1011). Auf Frage, was die Geschädigte da-
zu sage, dass sie doch offenbar über den Tisch gezogen wurde, meinte sie: «ein wenig schon aber 
ich weiss nicht, ob Herr A.________ das richtig eingeschätzt hat»; (pag. 192, Z. 1029). 

Die Geschädigte gab zu Protokoll, wenn sie sich an bestimmte Punkte nicht erinnern konnte. Entge-
gen der Argumentation der Verteidigung geschah dies nicht durchwegs, sondern punktuell auf be-
stimmte Fragen hin. Ihre Angaben zum Kerngeschehen waren nach wie vor detailreich und ausführ-
lich. Dass sie nicht mehr alles wusste, ist nachvollziehbar, und dass sie dies auch so zugab, unter-
mauert ihre Glaubwürdigkeit.

Die Beschuldigte wiederholte, dass sie keine Quittungen für ihre Käufe erhalten habe (pag. 188, 
Z. 792 ff.) und schilderte eindrücklich, dass sie die Relationen verloren habe, von den Sachen, die sie 
erhalten habe und was sie dafür bezahlt habe (pag. 173, Z. 68, pag. 181, Z. 459 f.), und ihr nicht ganz 
klar war, warum der Beschuldigte diese Forderungen gestellt habe (pag. 173, Z. 77 ff., pag. 184, 
Z. 636; pag. 184, Z. 688). In diesem Zusammenhang erwähnte sie wiederholt, dass der Beschuldigte 
ihr gesagt habe, dass sie nach Erreichen eines bestimmten Betrags auch etwas zurückerhalten wür-
de. Die Kongruenz zwischen der Erst- und der Zweiteinvernahme – trotz der langen Zeitdauer, ihres 
fortgeschrittenen Alters und der fehlenden Aktenkenntnis – verlangt eine besondere intellektuelle 
Leistung und ist damit als starkes Realitätskriterium zu werten.

Wie bereits an der Ersteinvernahme schilderte die Geschädigte auch an der Zweiteinvernahme ihr 
Gefühle; nun mit etwas Distanz vom Geschehenen noch deutlicher. So sei ihr zunehmend nicht mehr 

18

wohl bei der Sache gewesen. Für sie sei die Sache wie eine Art von Depression gewesen (pag. 186, 
Z. 708 ff.). Die Schilderung innerer Vorgänge gilt als weiteres Realitätskriterium.

Schliesslich ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen, dass die Aussagen der Ge-
schädigten nicht isoliert im Raum stehen, sondern von verschiedenen objektiven Beweismitteln un-
termauert werden. Die Geschädigte hat zwei Zusammenstellungen über ihre Ausgaben angefertigt. 
Eine hat sie der Polizei übergeben (pag. 206), eine andere diente als Beilage zum Schreiben vom 
9. November 2018 zuhanden der Steuerverwaltung (pag. 768). In den Zusammenstellungen führte die 
Geschädigte Datum und Höhe der Barzahlungen auf. Eine Gegenüberstellung der Zusammenstellun-
gen zeigt, dass sie inhaltlich kongruent sind. Sie unterscheiden sich materiell einzig im Datum der 
zehnten Barzahlung (Zeile 11, pag. 206, bzw. Zeile 13, pag. 768). Im Übrigen ist angesichts der For-
matierung und den ergänzenden Ausführungen ersichtlich, dass es sich um zwei unterschiedliche Zu-
sammenstellungen handelt. Der Zusammenstellung als Beilage zum Schreiben vom 9. November 
2018 (pag. 766 ff.) kommt eine besondere Beweiskraft zu, da die Geschädigte diese nicht im Sinne 
eines den Beschuldigten belastenden Beweismittels erstellte, sondern sich damit vor der Steuer-
behörde für (den Vermögensschwund) rechtfertigte. Im Schreiben vom 9. November 2018 führte die 
Geschädigte aus, dass sie sehr teure Düfte gegen Milben gekauft habe, sodass eine Bank von Wu-
cher geredet habe. In der beiliegenden Zusammenstellung sind einerseits die Rechnung der 
E.________ GmbH in der Höhe von CHF 5’854.00 und andererseits Barzahlungen zwischen dem 
18. April 2017 und dem 7. Juli 2017 im Gesamtwert von CHF 128’000.00 aufgeführt. 

Die beiden Zusammenstellungen der Geschädigten lassen sich im Weiteren lückenlos mit den Barbe-
zügen ab dem Aktionärs-Sparkonto und dem Privatkontoplus der K.________ (Bankinstitut) sowie 
dem Sparkonto der L.________ (Bankinstitut) zusammenfügen. Die Geschädigte bezog im fraglichen 
Zeitraum vom Aktionärs-Sparkonto der K.________(Bankinstitut) insgesamt CHF 5’000.00, vom Pri-
vatkontoplus der K.________(Bankinstitut) circa CHF 75’000.00 und vom Sparkonto der 
L.________(Bankinstitut) CHF 54’00.00. Der Zeitpunkt und die Höhe der einzelnen Barbezüge korre-
spondieren mit den beiden Zusammenstellungen.

Der letzte Bezug erfolgte am 7. Juli 2017 und damit nur kurz vor der Anzeige am 10. Juli 2017, mit 
welcher die Geschädigte eben die Geldforderungen des Beschuldigten zu stoppen versuchte, was ihr 
auch gelang. Im Rahmen der Anzeige vom 10. Juli 2017, und damit nur drei Tage nach der letzten 
Barzahlung deponierte die Geschädigte bei der Polizei, dass nach dem Kauf der Betten der Beschul-
digte ihr Raumdüfte von F.________ (Marke) verkauft habe. Diese würden helfen, die Pollen aus der 
Wohnungsluft zu filtern. Ergänzend habe sie noch zwei Diffuser gekauft, wofür sie eine Rechnung von 
insgesamt CHF 5’854.00 bezahlt habe. Zudem habe sie dem Beschuldigten bei dessen «Hausbesu-
chen» wiederholt Bargeldbeträge bis zu CHF 8’000.00 in bar übergeben. Die Gesamtsumme belaufe 
sich auf CHF 128’000.00. Als ihr Bruder davon erfahren habe, habe dieser sie zur Polizei geschickt 
(pag. 5).

Die Zusammenstellungen der Geschädigten, die Kontoauszüge und insbesondere die tatnahe Anzei-
ge stützen die Aussagen der Geschädigten, weswegen das Gericht insgesamt von deren Glaubhaf-
tigkeit ausgeht.

Vor diesem Hintergrund gelangte die Vorinstanz zu folgendem Zwischenfazit 
(pag. 1034; S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Insgesamt stellt das Gericht fest, dass die Aussagen der Geschädigten trotz ihres fortgeschrittenen 
Alters und ihren Erinnerungslücken glaubhaft sind und zahlreiche Realitätskriterien aufweisen. Die 
Nullhypothese, wonach das Gericht methodisch von nicht realitätsbegründeten Aussagen ausgeht 

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(vgl. statt vieler Urteil [des Bundesgerichts] 6B_1020/2021 vom 25. Januar 2022 E. 2.3.2.), lässt sich 
angesichts der zahlreichen Realitätskriterien bei der Geschädigten nicht mehr aufrechterhalten. Viel-
mehr muss daraus geschlossen werden, dass ihre Aussage dem wirklich Erlebten entsprechen und 
wahr sind.

13.3.2 Erwägungen der Kammer

Die vorinstanzliche Würdigung der Aussagen von C.________ erweist sich als 
sorgfältig, detailliert, umfassend und mithin überzeugend. Die Kammer schliesst 
sich dieser zutreffenden Beweiswürdigung grundsätzlich an. Ergänzend und teil-
weise wiederholend ist Folgendes festzuhalten:

Aus dem Anzeigerapport geht hervor, dass C.________ nicht von sich aus Anzeige 
erstattete, vielmehr sei sie von ihren Geschwistern zur Polizei geschickt worden 
(pag. 5). So gab C.________ bei ihrer zweiten Einvernahme denn auch an, ihre 
Geschwister hätten gewollt, dass sie zur Polizei gehe; ihre (eigene) Absicht sei ein-
fach gewesen, dass die Bezahlungen aufhörten (pag. 192 Z. 1050 ff.). Entspre-
chend machte sie zwar eine Anzeige, konstituiert sich aber nicht als Privatklägerin 
(pag. 32 f.). Wie sie erwähnte, ging es ihr darum, die Geldforderungen des Be-
schuldigten zu stoppen, was ihr mit der Anzeige auch gelang. Darüber hinaus 
schien sie aber den Beschuldigten nicht belasten zu wollen. Vielmehr hielt sie ihm 
zu Gute, dass er ihre Aufstellung über die bezahlten Geldbeträge «wirklich aner-
kannt und auf dem aufgebaut» habe, er freundlich gewesen und sie mit ihm 
«dschlag cho» sei; mit der Zeit habe sie gedacht, sie «hätte jetzt einfach etwas viel 
Geld ausgegeben» (pag. 164 Z. 348 ff.). Im Ergebnis scheint sich C.________ vor 
allem daran gestört zu haben, dass der Beschuldigte ihr keine Quittungen ausstell-
te (vgl. pag. 164 Z. 346 ff.). Auch mit den nach Ansicht der Kammer überbezahlten 
Betten (davon eines statt des Sofas im Wohnzimmer) und den Stuhlauflagen war 
sie demgegenüber – auch im Nachhinein – zufrieden (vgl. pag. 161 Z. 190 ff., 
pag. 172 Z. 52 ff.). Weiter geht aus der handschriftlichen Auflistung von 
C.________, was sie am Beschuldigten schätze und was sie ihm «ankreide» 
(pag. 11 f., pag. 208), eindrücklich hervor, dass sie ihm gegenüber nicht negativ 
eingestellt war. Auch anlässlich der zweiten Einvernahme – die drei Jahre später 
stattfand – gab C.________ nicht dem Beschuldigten die Schuld für das Vorgefal-
lene, vielmehr ging sie davon aus, dieser habe zu wenig von Buchhaltung verstan-
den (pag. 192 Z. 1015) und sei in etwas hineingeraten (pag. 192 Z. 1011). Ange-
sichts dieser Umstände kann ausgeschlossen werden, dass C.________ den Be-
schuldigten wissentlich mit etwas belastete, das so nicht geschah. 

Entsprechend kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, 
C.________ hätte wohl ein schlechtes Gewissen gehabt und den Beschuldigten 
daher nicht übermässig belastet und sich nicht als Privatklägerin konstituiert. Die 
von der Verteidigung vermutete Falschbelastung als Begründung für eine andere 
Verwendung der abgehobenen Gelder überzeugt nicht: Zum einen ist C.________ 
das Aufrechterhalten einer nicht erlebten Geschichte ohne Akteneinsicht über zwei 
Einvernahmen, die drei Jahre auseinanderliegen, nicht zuzumuten. Zum anderen 
sind ihre Aussagen hierfür viel zu detailliert und lebendig. Unter Berücksichtigung 
der erstellten Listen, insbesondere der handschriftlichen Pro- und Contra-Liste, 
wird klar, dass für ein solches Täuschungsmanöver erhebliche kriminelle Energie 

20

notwendig gewesen wäre. Ein Grund, welcher hierfür Anlass gegeben hätte, ist 
weder ersichtlich noch dargetan. Das Argument der Verteidigung, wonach der Be-
schuldigte als Sündenbock habe herhalten müssen, um sich vor den Geschwistern 
für die Geldzahlungen zu rechtfertigen, erscheint zudem wenig stichhaltig, zumal 
sie ihre Geschwister erst gar nicht über die Geldzahlungen in Kenntnis hätte setzen 
müssen (pag. 181 Z. 502 ff., pag. 187 Z. 780 ff.) und ihr damit auch jegliche Er-
klärungen für die Zahlungen erspart geblieben wären. 

Mit Blick auf den Inhalt ihrer Aussagen ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass 
C.________ den Kern des Geschehens in beiden Aussagen grundsätzlich konstant 
schilderte (zu Beginn Verkauf der Betten und Auflagen; sodann Anpreisung und 
Kauf der Raumdüfte als Schutz der neuen Betten vor Milben sowie zur Erfrischung 
der Luft, wobei sie nicht so viele Düfte habe kaufen wollen; Abhebung des Bargelds 
und Übergabe an den Beschuldigten gemäss separater Auflistung; Hinweis, dass 
es ab ca. CHF 60'000.00 darum gegangen sei, ob C.________ aussteige, wofür sie 
sich eigentlich ausgesprochen habe, während sie dann aber weiterbezahlt habe). 
Angesichts des fortgeschrittenen Alters von C.________ und des Umstands, dass 
sie keine Akteneinsicht hatte, spricht diese Konstanz zwischen der ersten und der 
drei Jahre später erfolgten zweiten Einvernahme stark für die Glaubhaftigkeit ihrer 
Aussagen. Der Umstand, dass C.________ in der zweiten Einvernahme die Inter-
aktionen des Beschuldigten mit seinem Chef nicht mehr erwähnte, vermag daran 
nichts zu ändern: Es erscheint nicht erstaunlich, dass sich C.________ in der zwei-
ten Einvernahme nicht mehr an alles erinnern konnte, zumal die – angesichts des 
Umstands, dass der Beschuldigte nur eine Bestellung tatsächlich über die Firma 
E.________ GmbH abwickelte, offensichtlich vorgetäuschte – Kommunikation mit 
«seinem Chef» und dessen Anweisungen kein zentrales Handlungselement war 
und von C.________ auch nicht unmittelbar wahrgenommen werden konnte, son-
dern nur indirekt anhand der entsprechenden Mitteilung und fingierten Telefonge-
spräche des Beschuldigten. 

Ob die Aussagen von C.________ in Bezug auf Frau J.________ als undurchsich-
tig und wirr zu bezeichnen sind – wie dies verschiedentlich vorgebracht wurde – 
muss vorliegend offen bleiben, zumal die Hintergründe dieser Bekanntschaft unbe-
kannt sind und entsprechend auch nicht ausgeschlossen werden kann, dass 
C.________ lediglich einer Phantasiegeschichte hinsichtlich der Herkunft und 
Tätigkeit dieser Frau seitens der Involvierten aufgetragen wurde. 

Schliesslich lassen sich die Geldbeträge in der Auflistung von C.________ «Aus-
gaben für Düfte von F.________ (Marke)» (pag. 206) mit den von ihr getätigten 
Geldbezüge (pag. 101 f., pag. 615 ff.) in Übereinstimmung bringen (dazu einge-
hend Ziff. II.13.6.2 unten). 

Insgesamt sind die Aussagen von C.________ ausführlich und detailliert, ihre 
Schilderungen erscheinen facettenreich sowie selbsterlebt und sind damit glaub-
haft.

21

13.4 Aussagen des Beschuldigten

13.4.1 Ausführungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten zusammen und würdigte sie 
wie folgt (pag. 1033 f.; S. 22 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhe-
bungen im Original):

An der delegierten Einvernahme vom 28. Oktober 2019 machte der Beschuldigte von seinem Aussa-
geverweigerungsrecht Gebrauch (pag. 154 ff.).

Der Beschuldigte äusserte sich erstmals anlässlich der Hauptverhandlung vom 10. November 2022 
zu den Vorwürfen (pag. 977 ff.). Er gab an, sich nicht mehr erinnern zu können, wie er die Geschädig-
te kennengelernt habe (pag. 977, Z. 13) oder wie oft er bei dieser gewesen sei, bis die Geschädigte 
die Bestellung für die Düfte aufgegeben habe, und wie der Kontakt abgebrochen sei (pag. 979, Z. 45). 
Das liege zu lange zurück. Die Geschädigte sei aber eine freundliche, zuvorkommende und nette 
Dame (pag. 977, Z. 16 sowie pag. 981, Z. 25 f.). Nebst der Bestellung habe er ihr auch die Probe-
fläschchen von seinem Arbeitgeber überlassen (pag. 980, Z. 8 f. und 16 f.; plausibilisiert mit dem 
Schreiben der E.________ GmbH, pag. 805). Der Beschuldigte gab zu Protokoll, dass er sich nicht an 
die Grösse oder Menge Fläschchen erinnern könne und auch keine Schätzung machen könne 
(pag. 980, Z. 19-30). 

Der Beschuldigte glaubte sich hingegen erinnern zu können, dass die Geschädigte die Düfte habe 
weiterverschenken wollen. Andernfalls hätte sie nicht drei Diffuser gebraucht, mutmasste er 
(pag. 978, Z. 24 ff.).

Der Beschuldigte sagte auch aus, dass die Geschädigte ihn mehrfach angerufen habe und er wirklich 
sehr oft bei ihr gewesen sei. Bei den Besuchen ging es dann darum, einen Kaffee zu trinken, oder um 
das Bett, welches nicht eingesteckt war, oder um Probleme mit dem Diffuser (pag. 979, Z. 34 ff.). Die-
se Aussagen stimmen soweit mit jenen der Geschädigten überein.

Schliesslich erwähnte der Beschuldigte en passant, dass am Tag, an welchem er der Geschädigten 
die Düfte habe vorstellen wollen, zugleich noch zwei weitere Verkäufer, einer für Weine und einer für 
Würste und Backwaren, bei der Geschädigten gewesen seien. Er sei deswegen später wiederge-
kommen. Die Geschädigte habe ihm dann eine Packung mit sechs Flaschen Wein geschenkt, welche 
sie an diesem Tag bezogen habe. Hierzu habe diese ihn in den Keller geführt, wo sie mehr Wein als 
etwas Anderes gehabt habe. Sie trinke diesen Wein nie selber, habe die Geschädigte gesagt 
(pag. 979, Z. 4 bis Z. 14). Diese ausgefallene Aussage über zwei Verkäufer, die Schenkung des 
Weins und die Wiedergabe von Gesprächsfetzen könnten isoliert betrachtet als Realitätskriterium gel-
ten. Gleichzeitig wirken sie aber auch überzeichnet. Zwar ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass 
gleich drei Vertreter die Geschädigte gleichzeitig aufsuchten, jedoch erscheint es dem Gericht als 
eher unwahrscheinlich. Das gilt auch für die Aussage, dass einer der Verkäufer sowohl Back- wie 
auch Wurstwaren verkauft haben soll. Es ist auffällig, dass sich der Beschuldigte zu diesem Neben-
punkt angeblich sehr präzise erinnern kann. Gleichzeitig will er sich an zentralere Punkte, wie etwa 
den abrupten Kontaktabbruch zur Geschädigten nach den doch sehr häufigen und regelmässigen 
Hausbesuchen, nicht erinnern können. Die Aussagen des Beschuldigten wirken konstruiert, mit dem 
einzigen Ziel, Zweifel zu streuen und die Geschädigte dezent zu diskreditieren. Schlussendlich ist 
nicht entscheidrelevant, ob die Geschädigte tatsächlich von zwei weiteren Vertretern besucht wurde 
oder nicht. Dieser Umstand schliesst weder die Täterschaft des Beschuldigten aus, noch beweist er 
sie.

22

Vor diesem Hintergrund gelangte die Vorinstanz zu folgendem Zwischenfazit be-
züglich der Aussagen des Beschuldigten (pag. 1034; S. 23 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung):

Die Aussagen des Beschuldigten sind hingegen karg und wirken konstruiert, weswegen sie insgesamt 
als wenig glaubhaft einzustufen sind.

13.4.2 Erwägungen der Kammer

Die Kammer schliesst sich der zutreffenden Würdigung der Vorinstanz an. Ergän-
zend und teilweise wiederholend ist Folgendes festzuhalten:

Während der Beschuldigte bei der polizeilichen Einvernahme am 28. Oktober 2019 
die Aussage verweigerte (pag. 155), konnte er sich rund drei Jahre später an der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung erinnern (pag. 977 ff.). Der Beschuldigte be-
streitet, C.________ angegeben zu haben, die Raumdüfte von F.________ (Marke) 
würden gegen Milben wirken. Weiter bestreitet er, von C.________ Geldbeträge 
von über CHF 128'000.00 erhalten zu haben. Entsprechend erweist es sich als 
schwierig, seine Aussagen zum Kerngeschehen zu würdigen. Indes geben seine 
Aussagen, wie es zum Verkauf von Raumdürften an C.________ gekommen sei 
und in welchem Umfang er sie später besucht habe, Anlass zu den nachfolgenden 
Bemerkungen:

Zuerst gab der Beschuldigte an, nach dem Verkauf der Betten habe C.________ 
ihn angerufen und sie hätten zusammen einen Kaffee getrunken. Dabei habe er ihr 
gesagt, dass er nicht mehr für die «Betten» arbeite, und ihr erklärt, worum es bei 
den Raumdüften gehe. Er habe es ihr dann erklärt und ein Gerät mit einem Raum-
duft dagelassen. Am nächsten Tag sei er wieder zu ihr gegangen, worauf sie ge-
sagt hätte, sie nehme das Gerät gerne. Er wisse nicht mehr wie es gelaufen sei. 
Das sei es aber auch schon gewesen (pag. 977 Z. 29 ff.). Genau wisse er es nicht 
mehr, glaublich habe C.________ die Bestellung von 12 Flaschen à vier Duftnoten 
am erwähnten zweiten Tag aufgegeben (pag. 978 Z. 31 ff.). Folglich kam es 
gemäss dieser Darstellung des Beschuldigten innert zwei Tagen zur (unbestritte-
nen) Bestellung von C.________ von vier Aroma-Diffusern und 48 Raumdüften 
über CHF 5'854.00. Mit den Worten des Beschuldigten «war es [das] auch schon». 

Im Gegensatz dazu bestätigte der Beschuldigte im Laufe seiner vorinstanzlichen 
Einvernahme die Angabe von C.________, wonach er sie regelmässig, rund zwei-
mal pro Woche, besucht habe (pag. 979 Z. 32 ff.). Nach den Ausführungen des 
Beschuldigten habe sie ihn an einem Tag viermal angerufen, weil ein Gerät kaputt 
gegangen sei. Er sei wirklich sehr oft bei ihr gewesen. Einmal habe sie auch für ei-
nen Kaffee angerufen. Einmal sei es um das Bett gegangen. Einmal habe sie ein 
Raumduftgerät kaputt gemacht. Sie sei öfters nicht zu Recht gekommen mit den 
Einstellungen, immer wenn das Gerät aus- und wieder eingesteckt werde, müsse 
es neu eingestellt werden; da habe sie ihn öfters angerufen (pag. 979 Z. 32 ff.). 
Nach der (bereits erwähnten und gemäss Darstellung des Beschuldigten einzigen) 
Bestellung vom 19. April 2017 habe C.________ keine weiteren Flaschen gekauft, 
wobei er ihr noch einige geschenkt habe, die er von seinem ehemaligen Arbeitge-
ber erhalten habe. Hätte sie noch weitere Flaschen gekauft, so würde es einen 
(weiteren) Vertrag geben (pag. 980 Z. 5 ff.). 

23

Die Darstellung des Beschuldigten, wonach er nach der Bestellung vom 19. April 
2017 für CHF 5'854.00 C.________ nichts mehr verkaufte, sie aber dennoch bis im 
Frühsommer mindestens zweimal pro Woche besuchte, um ihr im Wesentlichen 
nur Geräte wieder eingesteckt oder wieder neu eingestellt oder Kaffee getrunken 
zu haben, erscheint für einen berufsmässigen Verkäufer mit einer rein geschäftli-
chen Beziehung zu C.________ unglaubhaft, zumal der Beschuldigte in der West-
schweiz wohnte. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, aus welcher Motivation sich 
der Beschuldigte nach dem abgewickelten Verkauf vom 19. April 2017 derart inten-
siv um C.________ hätte kümmern sollen, wenn es zu keinen weiteren Geschäften 
gekommen wäre. Dass der Beschuldigte ein derart sozialer Verkäufer gewesen wä-
re, welcher sich – ohne an seinen Umsatz zu denken – noch während Monaten bis 
im Juli 2017 resp. bis zur Anzeigeerstattung durch C.________ zu unzähligen wei-
teren Besuchen bei ihr eingefunden hätte, geht denn auch aus der Schilderung 
seines ehemaligen Vorgesetzen M.________, Geschäftsführer der G.________ 
GmbH, nicht hervor. Im Gegenteil bezeichnete M.________ den Beschuldigten 
vom Umsatz her als einen ihrer besten Verkäufer; wenn es nur um den Umsatz ge-
gangen wäre, hätte man den Beschuldigten nicht entlassen (pag. 588 Z. 176 ff.). 
Dass der Beschuldigte als Verkäufer grosse Umsätze generiert, kann auch mit 
Blick auf seine aktuelle Stelle als Verkäufer für Betten, Matratzen und Lattenroste 
mit einem Fixum von CHF 12'500.00 pro Monat (vgl. pag. 1297; pag. 1304 Z. 16 ff.) 
angenommen werden. 

Aus den hiervor dargestellten Aussagen des Beschuldigten geht implizit hervor, 
dass der Beschuldigte nach dem bereits erwähnten Verkauf vom 19. April 2017 
noch unzählige Male bei C.________ war, weil diese ihn jeweils benötigte 
(oder zum Kaffeetrinken). Mit Blick auf die Verbindungsnachweise zwischen dem 
13. April 2017 und dem 22. Mai 2017 (pag. 853 ff.) ist hingegen festzustellen, dass 
C.________ im April 2017 viermal versuchte, den Beschuldigten anzurufen. Im Mai 
2017 stehen vier Anrufe (zweimal angenommen, zweimal entgangen) von 
C.________ 17 Anrufen (zwölfmal angenommen, fünfmal entgangen) des Beschul-
digten gegenüber. Dies deutet nicht darauf hin, dass es jeweils C.________ war, 
welche den Beschuldigten wegen Schwierigkeiten mit den gekauften Waren kon-
taktierte.

Soweit die Verteidigung geltend machte, die Aussagen des Beschuldigten bezüg-
lich der Häufigkeit der Besuche sei aus dem Kontext gerissen worden, er sei gar 
nicht so oft bei ihr gewesen, ist auf seine Aussagen hinzuweisen, welche ein ande-
res Bild ergeben: Auf Vorhalt der Aussagen von C.________, wonach er sie regel-
mässig besucht habe, rund zweimal pro Woche, führte der Beschuldigte aus, dass 
dies stimme und es auch öfters gewesen sein könne und nennt dann als Beispiel 
einen Tag, an welchem C.________ ihn viermal angerufen habe. Anschliessend 
führte er aus, dass er wirklich sehr oft bei ihr gewesen sei (pag. 979 Z. 32 ff.). Die-
se Aussage ist somit nicht anders zu verstehen, als dass er sehr oft bei ihr gewe-
sen war. Auch die Verbindungsnachweise untermauern dieses Bild (pag. 853 f.). 
Dass der Beschuldigte auch am 14. und 19. Juni 2017 in O.________(Ortschaft) 
war, wird denn auch durch die Belege von N.________ (Dienstleister für Geldtrans-
fer) bestätigt (pag. 828 f.). 

24

Hinsichtlich der Verbindungsnachweise ist zudem noch auf Folgendes hinzuwei-
sen: Unbestrittenermassen war der Beschuldigte bereits im Herbst 2016 und vor 
April 2017 bei C.________, so hat sie beispielsweise 7. März 2017 und 9. März 
2017 Verträge resp. Quittungen für die Betten oder die Entsorgung der alten Ware 
unterschrieben (pag. 52 ff.). Weiter geht die Liste der Verbindungsnachweise dar-
auf zurück, dass bei der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten am 4. Oktober 
2017 ein Smartphone HTC in einem Sideboard sichergestellt wurde (pag. 815). Bei 
dieser Hausdurchsuchung war der Beschuldigte nicht anwesend, gemäss seiner 
Frau habe er sich im Kosovo aufgehalten (pag. 7). Entsprechend ist auch davon 
auszugehen, dass es sich beim gefundenen Mobiltelefon um ein damals nicht mehr 
aktuelles Handy handelte. Daher erklärt es sich, dass sämtliche Verbindungsnach-
weisen, nicht nur bezüglich C.________, sondern auch für alle anderen Nummern, 
für die die Polizei die Anrufe zusammenstellte (vgl. pag. 855 ff.), am 22. Mai 2017 
abbrechen. Der Beschuldigte muss das Mobiltelefon, vermutungsweise kurz nach 
dem 22. Mai 2017 gewechselt haben. Dies führt zum Schluss, dass die Verbin-
dungsnachweise nur eine Momentaufnahme darstellen und Anrufe vorher sowie 
nachher nicht ausschliessen, und vermutlich auch weitere Anrufe im April und Mai 
2017 nicht ausgeschlossen werden können. 

Auch anlässlich der Berufungsverhandlung konnte oder wollte sich der Beschuldig-
te kaum noch zu den Vorwürfen äussern und führte stattdessen aus, dass er sich 
nicht daran erinnern könne (pag. 1314 ff.). Sein fehlendes Erinnerungsvermögen ist 
angesichts des Zeitablaufs zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, vermag aber 
vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte hinsichtlich der verkauften Düfte nebst 
C.________ gemäss eigenen Angaben nur noch einen weiteren Kunden hatte 
(pag. 1319 Z. 39 ff.), zu erstaunen. Wenig nachvollziehbar ist denn auch, dass sich 
der Beschuldigte an eine rund 1.5 Jahre zurückliegende Gerichtsverhandlung im 
Zusammenhang mit dem Vorwurf des Wuchers nicht erinnern konnte (pag. 1307 
Z. 37 ff., pag. 1308 Z. 1 ff.), was vielmehr auf unwahre Angaben als auf in Verges-
senheit geratene Tatsachen schliessen lässt.

Im Ergebnis scheinen die Aussagen des Beschuldigten wenig glaubhaft und es 
bleiben erhebliche Zweifel an der Darstellung des Beschuldigten, wonach er nach 
der Bestellung vom 19. April 2017 bis mindestens im Juni 2017, vermutungsweise 
noch länger, bloss als uneigennütziger Verkäufer mit gutem Service oder aus sozi-
alen Gründen derart intensiven Kontakt mit C.________ führte. 

Insgesamt kommt die Kammer aus den dargelegten Gründen zum Schluss, dass 
auf die Aussagen von C.________ abgestellt werden kann, während die Darstel-
lung des Beschuldigten dazu, dass er nach dem 19. April 2017 keine Geschäfte 
mehr mit C.________ führte, grundsätzlich zweifelhaft erscheinen. 

13.5 Anpreisung der Raumdüfte als gegen Milben wirksam

13.5.1 Ausführungen der Vorinstanz

Bezüglich des Beweisthemas, ob der Beschuldigte gegenüber C.________ er-
wähnte, die Raumdürfte F.________ (Marke) würden auch gegen Milben wirken, 
fasste die Vorinstanz die Aussagen von C.________ und des Beschuldigten zu-

25

sammen und würdigte sie wie folgt (pag. 1034 ff.; S. 23 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung; Hervorhebungen der Vorinstanz):

[…] Aussagen der Geschädigten

Die Geschädigte deponierte an der polizeilichen Einvernahme vom 20. September 2017 (pag. 157 ff.), 
dass der Beschuldigte mit Düften gekommen sei. Weil es in den Betten so Milben habe, könne man 
diese mit diesen Düften bekämpfen. Zudem reinige es auch die Luft. Dann habe er sie an solchen 
Düften riechen lassen. So ein kleines Fläschchen habe CHF 180.00 gekostet. Zudem habe er ihr 
noch drei für zwei Diffuser angeboten, mit denen man die Düfte in die Luft geben könne. Dann sei es 
jedoch so weitergegangen. Sie habe nicht so viel gewollt. Sein Chef habe dann gesagt, dass man 
dies für drei Jahre benötigten würde. Sie habe dann gesagt, dass sie nur für ein Jahr wolle (pag. 158, 
Z. 23 ff.).

Auf Frage, wie es mit den Düften weitergegangen sei, schilderte die Geschädigte, dass der Beschul-
digte ihr diese verkauft habe. Es sei eine andere Firma und nicht die G.________ GmbH (Anm.: für 
den Bettenkauf) gewesen. Sie habe sich daran gestört, dass der Beschuldigte ihr einen Zettel zum 
Unterschreiben gegeben habe. Sie habe eine Kopie davon gewollt. Er habe es ihr aber nur auf dem 
Handy gezeigt. Das habe sie gestört (pag. 161, Z. 208 ff.). 

Auf Frage, wie der Geschädigten die Düfte verkauft worden seien, erklärte sie, dass man sie gegen 
die Milben und als Raumduft brauche, so dass man immer einen guten Duft in der Wohnung habe 
(pag. 161, Z. 221 ff.). Der Beschuldigte habe ihr dann die Düfte gezeigt und sie habe etwas unter-
schrieben. Sie habe keine Kopie und wisse nicht genau, was sie unterschrieben habe. Sie habe ein-
fach gedacht, dass sie von diesen Düften beziehen wolle (pag. 162, Z. 249 ff.).

Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 24. Juni 2020 (pag. 171 ff.) wiederholte die Geschädig-
te, dass sie Raumdüfte gekauft habe. Diese hätten einerseits gut riechen und zudem die Milben ver-
treiben sollen. Das Produkt habe zu den gekauften Betten gepasst (pag. 172, Z. 44 ff.). Der Beschul-
digte sei zu ihr gekommen und habe ihr erklärt, dass er so Raumdüfte habe. Diese seien für den Ge-
ruch in der Wohnung gut und sie würden Milben bekämpfen. Der Beschuldigte habe ihr verschiedene 
Duftprodukte gezeigt. Sie habe dann auf dem Computer des Beschuldigten unterschreiben müssen. 
[…] All dies mit den Raumdüften habe sich nach den Käufen der Bettwaren ereignet. Dies mit den 
Düften sei wirklich nur noch über den Beschuldigten gegangen (pag. 180, Z. 442 ff.).

Auf Frage, wie viel Zeit zwischen dem Kauf der Bettwaren und den Raumdüften vergangen sei, erklär-
te die Geschädigte, dass der Übergang fliessend gewesen sei. Der Beschuldigte habe ihr gesagt, 
dass er nun selber mit diesen Sachen mache und sie habe es als sinnvoll empfunden, auch solche 
Duftprodukte zu kaufen, wenn man schon so gutes Bettzeug habe (pag. 181, Z. 467 ff.).

Schliesslich führte die Geschädigte im Schreiben vom 9. November 2018 zuhanden der Steuerverwal-
tung aus, dass die Düfte dank Diffusern die Räume mit angenehmen Düften ausfüllen und gleichzeitig 
die Milben bekämpfen sollten (pag. 766).

[…] Aussagen des Beschuldigten

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 10. November 2022 erklärte der Beschuldigte, dass die Ge-
schädigte ihn angerufen habe und sie einen Kaffee getrunken hätten. Er habe ihr gesagt, dass er 
nicht mehr für die «Betten» arbeite. Da habe er ihr gesagt, wo er jetzt arbeite. Sie habe gefragt, was 
das genau sei. Er habe es ihr erklärt und dann auch ein Gerät mit einem Raumduft dagelassen. Kurze 
Zeit später sei er wieder für die «Betten» tätig gewesen, daher wisse er nicht, wann was genau war 
bzw. in welcher Reihenfolge. Nachdem er den Raumduft dagelassen habe, sei er am nächsten Tag 

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wieder zu ihr gegangen. Sie habe gesagt, dass sie das Gerät gerne hätte. Er wisse nicht mehr genau, 
wie es «gelaufen» sei. 

Der Beschuldigte bestritt, dass die Düfte etwas mit Milben zu tun gehabt hätten. Wenn er sich richtig 
erinnere – es sei schon so lange her; so wie es ihm der damalige Raumlufthersteller dargestellt habe 
– seien die Raumdüfte für bessere Luft. Die schlechte Luft komme rein und werde besser «rausgege-
ben» (pag. 978, Z. 3 ff.).

[…] Aussagewürdigung und Beweisergebnis

Die Geschädigte sagte bereits an der Ersteinvernahme und ohne Suggestion aus, dass die Düfte Mil-
ben bekämpfen würden. Sie ergänzte dabei auch, dass die Düfte zudem für ein gutes Raumklima 
sorgen würden. Bei der angeblichen Wirkung gegen Milbenbefall handelt es sich um ein ausgefalle-
nes Detail, welches nicht ohne weiteres zu erfinden ist. Auf den Produkten (pag. 34 ff. bzw. Asserva-
te) und der aktenkundigen Bestellung (pag. 806) sind zudem keine Hinweise auf eine solche oder 
auch nur ähnliche Wirkung ersichtlich. Es ist damit auch ausgeschlossen, dass die Geschädigte et-
was vermischt, verwechselt oder schlicht falsch verstanden haben könnte. Ergänzend steht dem Ge-
richt mit dem Schreiben vom 9. November 2017 an die kantonale Steuerverwaltung ein objektives 
Beweismittel zur Verfügung, in welchem die Geschädigte auch ausserhalb des vorliegenden Strafver-
fahrens von der angeblichen Wirkung der Düfte erzählt und ihre Aussage weiter stützt.

Die Geschädigte begründete ihre Bestellung sodann damit, dass sie doch nun neue und gute Bettwa-
ren und Topper habe. Diese seien nicht billig gewesen (pag. 160 Z. 170 [polizeiliche Einvernahme]; so 
bestätigt anlässlich der delegierten Einvernahme, pag. 173, Z. 95). Es sei daher sinnvoll gewesen, 
diese auch entsprechend vor Milbenbefall zu schützen. Die Geschädigte setzt ihre Aussage damit in 
einen sachlichen Kontext, nämlich den Bettenkauf bei der G.________ GmbH. Gleichzeitig zeugt die 
Verknüpfung des Bettenkaufs mit der Bestellung der Düfte über die inneren Vorgänge der Geschädig-
ten, d.h. welche Gedanken sie sich bei der Bestellung gemacht hat bzw. von welcher Motivation sie 
sich angetrieben sah. Diese Verknüpfung ist logisch, nachvollziehbar und daher als Realitätskennzei-
chen zu werten.

Auch wenn die Geschädigte aufgrund ihres hohen Alters in gewissen Aspekten ungenaue oder sogar 
wirre Aussagen macht (bspw. betreffend Frau J.________), ist sie hinsichtlich der Wirkung der Düfte 
klar und konsistent. Sie widerspricht sich nicht und wiederholt anlässlich der delegierten Einvernahme 
und damit knapp drei Jahre später in ihren eigenen Worten, dass der Beschuldigte ihr gesagt habe, 
die Düfte würden den Milbenbefall bekämpfen. Dabei ist zu erinnern, dass die Geschädigte sich nicht 
als Privatklägerin konstituierte und damit auch keine Akteneinsicht hatte. Vor diesem Hintergrund 
überzeugt die gleichbleibende Aussage rund zwei Jahre später umso mehr.

Der Beschuldigte äusserte sich zu diesem Punkt einzig dahingehend, dass die Düfte nicht diese Wir-
kung (Bekämpfung von Milben) erzielen würden. Weiter ist davon auszugehen, dass er als Verkäufer 
von Produkten der Marke F.________ genau wusste, dass es sich um Raumdüfte aus dem Neur-
omarketing handelte. 

Das Gericht erachtet die Aussagen hinsichtlich ihrer Motivation die Düfte zu kaufen als glaubhaft. Es 
geht davon aus, dass der Beschuldigte wusste, dass die Düfte für das Neuromarketing entwickelt 
worden waren und der Geschädigten die Düfte im Nachgang an den Bettenkauf mit der Begründung 
veräusserte, sie würden u.a. den Milbenbefall bekämpfen.

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13.5.2 Erwägungen der Kammer

Die Kammer schliesst sich dieser zutreffenden Beweiswürdigung vollumfänglich an. 
Ergänzend und teilweise wiederholend ist festzuhalten, dass C.________ die Wir-
kung der Raumdüfte gegen Milben mehrmals und konstant schilderte und dies 
überdies auch mit Schreiben vom 9. November 2017 gegenüber der kantonalen 
Steuerverwaltung so darstellte (pag. 766). Angesichts der bereits getätigten Fest-
stellung, wonach kein Grund für eine willentliche Falschbelastung C.________ vor-
liegt, ist angesichts ihrer diesbezüglichen konstanten Darstellung, die auch bei ihrer 
zweiten Einvernahme mehr als drei Jahre später die Wirkung der Raumdüfte gegen 
Milben von sich aus erwähnte, davon auszugehen, dass der Beschuldigte die 
Raumdüfte als gegen Milben wirkend anpries.

13.6 Tranchenweise Übergabe von Bargeld über CHF 128'000.00

13.6.1 Ausführungen der Vorinstanz

Bezüglich des Beweisthemas, ob C.________ dem Beschuldigten in der Zeit vom 
18. April 2017 bis am 7. Juli 2017 Bargeld im Umfang von total CHF 128'000.00 
aushändigte, fasste die Vorinstanz die Aussagen von C.________ und des Be-
schuldigten zusammen und würdigte sie wie folgt (pag. 1037 ff.; S. 26 ff. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

[…] Aussagen der Geschädigten

Die Geschädigte sagte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 20. September 2017 
(pag. 157 ff.) aus, dass der Chef des Beschuldigten gesagt habe, dass man die Düfte für drei Jahre 
benötigen würden (pag. 158, Z. 28 ff., so auch pag.163, Z. 313 f.). Sie werfe ihm vor, dass der Be-
schuldigte ihr mehr aufgedrängt habe, als sie eigentlich hätte haben wollen. Dann sei es so weiterge-
gangen. Der Beschuldigte habe dann das Geld eingezogen und zwar meistens bar. So CHF 2’000.00, 
CHF 4’000.00 bis CHF 8’000.00 aufs Mal (pag. 158, Z. 28 ff., so auch bestätigt auf pag. 162, 
Z. 260 f.).

Es sei kein Verkauf gewesen. Der Beschuldigte sei einfach gekommen und habe gesagt, noch 
CHF 8’000.00, noch das, noch das, noch das (pag. 163, Z. 324 ff.). Der Beschuldigte habe einfach 
angerufen. Er habe die Möglichkeit die Flaschen noch zu verkaufen (pag. 164, Z. 330). Er habe immer 
vorher angerufen. Dabei habe er auch gesagt, wie viel Geld er brauche und wann er kommen würde, 
um das Geld abzuholen. Es sei auch vorgekommen, dass er einen Termin abgesagt habe, etwa, weil 
er noch einen anderen Kunden gehabt habe und es nicht reichen würde (vgl. dazu pag. 162, Z. 264 
und pag. 164, Z. 360 f.)

Eine zeitlang sei er regelmässig, circa zwei Mal in der Woche gekommen. Später sei es weniger ge-
wesen (pag. 164, Z, 354 f.).

Die Geschädigte gab auch zu Protokoll, dass sie dem Beschuldigten einmalig einen Betrag von circa 
CHF 100.00 bis 200.00 übergeben habe. Grund dafür sei gewesen, dass der Beschuldigte bei der 
Produktevorstellung eine «grosse Flasche» geöffnet habe. Der Beschuldigte habe erst nachträglich 
von seinem Chef erfahren, dass er dies nicht hätte tun dürfen, so die Geschädigte. Die «Flasche» ha-
be eingeschickt werden müssen und sie habe etwas bezahlen müssen (pag. 162, Z. 230 ff.).

An der delegierten Einvernahme vom 24. Juni 2020 (pag. 171 ff.) erklärte die Geschädigte, dass ihr 
nicht ganz klar gewesen sei, weshalb der Beschuldigte die Geldforderungen gestellt habe. Der Be-

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schuldigte habe ihr mitgeteilt, dass sie einen bestimmten Betrag erreichen müsse, damit sie wieder 
etwas zurückerhalte. Es sei immer wieder zu Geldforderungen gekommen. Dabei sei es um Beträge 
von CHF 7’000.00 oder auch CHF 8’000.00 gegangen (pag. 175, Z. 77 ff., so auch pag. 181, 
Z. 461 ff., wonach der Beschuldigte mehrmals Geld zwischen CHF 1’000.00 und mehreren tausend 
Franken bezogen habe. Ebenfalls bestätigt auf pag. 184, Z. 634 ff., wonach es mal CHF 3’000.00, mal 
CHF 5’000.00 oder auch CHF 8’000.00 gewesen seien). Insgesamt seien es CHF 128’000.00, even-
tuell ein paar Franken mehr, gewesen (pag. 186, Z. 750 f.).

Es sei eine Zeit gekommen, da sei der Beschuldigte wöchentlich zu ihr gekommen (pag. 181, Z. 461, 
so auch pag. 479. Ebenso pag. 185, Z. 693 und 697, wonach der Beschuldigte manchmal auch 
zweimal die Woche vorbeigekommen sei). Der Beschuldigte sei einfach immer wieder bei ihr vorbei-
gekommen (pag. 183, Z. 566 ff.). Manchmal habe sie ihn in der Nähe der Bank getroffen. Er sei dann 
jeweils mit dem Auto vorbeigekommen und sie habe ihm dort das Geld gegeben. Oder der Beschul-
digte sei zu ihr nach Hause gekommen und sie habe ihm zuhause das Geld gegeben (pag. 185, 
Z. 704 ff.). Am Schluss sei es so gewesen, dass der Beschuldigte seinen Besuch und die Höhe der 
Geldforderung vorgängig telefonisch mitgeteilt habe. Wenn sie einer Forderung nicht unmittelbar habe 
nachkommen können, habe der Beschuldigte das Geld dann dennoch später erhalten (pag. 188, 
Z. 806). Am Ende sei es aber schon darauf hinausgelaufen, dass sie jedes Mal habe Geld bringen 
müssen (pag. 190, Z. 930). 

An anderer Stelle schilderte die Geschädigte, dass der Beschuldigte immer Geld für Produkte verlangt 
habe, welche er gar nie geliefert habe (pag. 181, Z. 479 ff. und pag. 188, Z. 847. So auch pag. 184, 
Z. 363, wobei sie anfügte, dass sie bei den Bettwaren wenigstens wusste, wofür sie bezahlt habe). 
Der Beschuldigte habe einfach immer wieder etwas gebracht und gesagt, dass dies auch noch gut 
wäre. Sie habe dann einfach etwas bezahlt (pag. 181, Z. 503 f.).

Sie habe alles notiert, was sie bezahlt habe (pag. 181, Z. 461, so auch pag. 188, Z. 816 ff.). Die Un-
terlagen habe sie leider nicht mehr, obschon sie danach gesucht habe. Es seien die Beträge, welche 
sie einst den Steuerbehörden angegeben habe (pag. 181, Z. 461 ff., so nochmals bestätigt auf 
pag. 184, Z. 640). Die bei der Polizei abgegebene Liste fusse auf einer handgeschriebenen Liste, 
welche sie nicht mehr besitze (pag. 188, Z. 820, so auch pag. 191, Z. 971 ff.). Ihre Notizen habe sie 
im Ordner aufbewahrt, in welchem sich auch die Kontoauszüge der Bank befunden hätten (pag. 186, 
Z. 740 f.).

Die Geschädigte bestätigte zudem ihre Erstaussage, wonach der Beschuldigte eine Flasche aufge-
macht habe, damit sie daran habe riechen können. Sie habe dann noch irgendetwas bezahlen sollen. 
Sie könne aber nicht mehr genau sagen wie das war. Sie habe vermutlich diese Zahlung mit dem 
nächsten, grösseren Betrag beglichen (pag. 185, Z. 660 ff.).

[…] Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte erklärte, dass er nur ein oder zwei Mal Bargeld als Anzahlung für die Betten erhal-
ten habe. Anderes Geld habe er von der Dame nicht erhalten, beteuerte der Beschuldigte anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 10. November 2022 (pag. 981, Z. 4 ff.).

[…] Aussagewürdigung und Beweisergebnis

Die Aussagen der Geschädigten sind strukturgleich, konstant und hinsichtlich der Detailliertheit und 
Erinnerungsbasis bei belastenden und entlastenden Aussagen im Gleichgewicht, wobei die entlas-
tenden Aussagen sogar etwas überwiegen. So bestätigte die betagte Geschädigte die Schadens-
summe und ergänzte, dass es auch mehr gewesen sei könnte, es aber nicht so wichtig sei. Die ein-

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vernehmenden Polizisten sahen sich sogar veranlasst zu fragen, ob die Geschädigte den Beschuldig-
ten in Schutz nehmen wolle (pag. 192, Z. 1033 f.).

Die Geschädigte schilderte, wie der Beschuldigte eine grosse Flasche geöffnet habe und sie daran 
habe riechen lassen. Dem Beschuldigten sei erst nachträglich zugetragen worden, dass er dies nicht 
habe tun dürfen. Die Flasche habe eingeschickt werden müssen, was Kosten von circa CHF 100.00 
bis 200.00 verursacht habe. Diese Aussage erscheint aufgrund ihrer Ausgefallen- und Detailliertheit 
als realitätsbegründet und nicht erfunden.

Ihre mündliche Angabe über die Höhe der weiteren, ausgehändigten Barbeträge korrespondiert so-
wohl mit der der Polizei als auch der Steuerverwaltung abgegebenen Darstellung (pag. 206 und 768) 
und deckt sich mit den Bezügen bei der K.________(Bankinstitut) (pag. 617 ff. und pag. 640 ff.) und 
der L.________(Bankinstitut) (pag. 733 ff.). Für das Gericht scheint ausser Zweifel, dass die Geschä-
digte tranchenweise Geld in der Höhe von insgesamt CHF 128’000.00 abhob (so auch bereits bei der 
Anzeigeerstattung vom 10. Juli 2017 deponiert, pag. 5).

Die Geschädigte erklärte, wie sie die Zahlungen notiert und anschliessend übertragen habe. Als Moti-
vation für diese «Milchbüechli-Rechnung» brachte sie wiederholt die Weigerung des Beschuldigten 
vor, ihr eine Quittung auszustellen, obschon dies doch im Kanton Bern Usus sei (vgl. dazu auch 
pag. 188, Z. 793 f.). Auch hier zeigt die Geschädigte, welche Gedanken sie zu welchen Handlungen 
motiviert haben. Diese Aussagen erscheinen damit als sehr glaubhaft. Die handschriftliche «Milch-
büechli-Rechnung» hatte die Geschädigte ordentlich in ihrem Ordner mit den Kontoauszügen abge-
legt. Die Geschädigte hatte sich scheinbar gut organisiert und auch sonst Buch geführt. Dies zeigt 
sich auch darin, dass sie eine Pro-und-Contra-Liste über den Charakter des Beschuldigten verfasste, 
welche anlässlich der Anzeige vom 10. Juli 2017 in Kopie zu den Akten genommen wurde (pag. 208 
ff.). Sie begründete das Verfassen der Pro-und-Contra-Liste damit, dass sie nicht mehr alles so gut im 
Kopf habe und die richtigen Worte nicht finde, wenn es schnell gehen müsse (pag. 190, Z. 888 ff.). 
Dies unterstreicht, dass die Geschädigte nicht leichtfertig Anschuldigungen erhob.

Bereits in der Anzeige vom 10. Juli 2017 bezeichnete sie den Beschuldigte namentlich, ihr 
CHF 128'000.00 abgenommen zu haben. In der Kopie vom 10. Juli 2017 der handschriftlichen Pro-
und-Contra-Liste führte die Geschädigte nochmals auf, dass sie dem Beschuldigten sehr hohe Beträ-
ge bezahlt habe, ohne dass sie eine genaue Angabe erhalten habe wofür (Punkt 2 der Pro-und-
Contra-Liste). Der Beschuldigte habe das anfängliche Angebot, bei CHF 60'000.00 zu bleiben und 
nichts zurückzuerhalten, welches sie angenommen habe, missachtet und weitere Forderungen ge-
stellt (Punkt 4 der Pro-und-Contra-Liste [vgl. auch polizeiliche Einvernahme vom 20. September 2017, 
pag. 158, Z. 36 ff.]). Aufgrund der zeitlichen Nähe zu den letzten Barbezügen (letzter Bezug am 7. Juli 
2017 in der Höhe von CHF 3'000.00 ab dem Aktionärs-Sparkonto der K.________(Bankinstitut)) 
kommt der handschriftlichen Notiz eine besondere Beweiskraft zu. Für das Gericht bestehen damit 
keine Zweifel, dass die bezogenen Barbeträge insgesamt an den Beschuldigten ausgehändigt wur-
den.

Gemäss den Auszügen vom 14. und 19. Juni 2017 von N.________(Dienstleister für Geldtransfer) 
(pag. 828 f.) hat der Beschuldigte an diesen beiden Tagen, um 12:57 Uhr bzw. 12:39 Uhr, je 
EUR 2'000.00 vom Kiosk O.________ (Ortschaft) in den Kosovo transferiert. Mit anderen Worten 
kann als erstellt erachtet werden, dass der Beschuldigte, wohnhaft in Neuenburg, an diesen beiden 
Tagen tatsächlich in O.________(Ortschaft) gewesen war. Gemäss der glaubhaften Darstellung der 
Geschädigten hat der Beschuldigte an diesen beiden Tagen einmal CHF 6'000.00 und einmal 
CHF 8'000.00 erhalten. Der Kiosk in O.________(Ortschaft) befindet sich an der P.________ (Stras-

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se), I.________(Ortschaft). Die Geschädigte war zu diesem Zeitpunkt an der H.________(Strasse), 
I.________ (Ortschaft) wohnhaft. Gemäss der offiziellen Applikation des Bundesamts swisstopo (htt-
ps://map.geo.admin.ch/) beträgt die Luftdistanz zwischen dem Wohnort der Geschädigten und dem 
Kiosk circa 280 Meter. Der Schluss liegt damit nahe, dass der Beschuldigte bei der Geschädigten das 
Bargeld abgeholt und einen Teil in den Kosovo, bspw. an seine Familie, übermittelt hatte. 

Insgesamt untermauern die objektiven Beweismittel die Aussagen der Geschädigten, weswegen sie 
als glaubhaft anerkannt werden. So geht das Gericht im Sinne eines Beweisergebnisses davon aus, 
dass die Geschädigte im angeklagten Zeitraum dem Beschuldigten tranchenweise insgesamt 
CHF 128'000.00 in bar überreichte.

Wie viele Düfte der Beschuldigte der Geschädigten hierfür aushändigte, bzw. zu welchem Preis, lässt 
sich hingegen nicht erstellen.

13.6.2 Erwägungen der Kammer

Die Kammer schliesst sich dieser zutreffenden Beweiswürd