# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30272f27-1e49-57c7-9da0-227e0a35450b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.04.2021 UV 2019/24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-24_2021-04-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/24

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 28.10.2021

Entscheiddatum: 21.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2021
Art. 43 ATSG; Art. 6 UVG: Die medizinischen Akten erlauben weder die 
Beurteilung des Vorliegens einer Supraspinatussehnenruptur noch die 
Beurteilung der traumatischen oder degenerativen Natur der allfälligen 
Supraspinatussehnenläsion. Rückweisung zur Einholung eines Gutachtens 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 
2021, UV 2019/24).

Entscheid vom 21. April 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Karin 

Kobelt

Geschäftsnr.

UV 2019/24

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, 

Postfach, 9016 St. Gallen,

gegen

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Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Dufourstrasse 40, 9001 St. 

Gallen,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Helvetia Versicherungen, Rechtsdienst Personenversicherung, 

Postfach 99, 8010 Zürich

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war aufgrund ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft 

für die B.___ AG bei der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG 

(nachfolgend: Helvetia) obligatorisch gegen Unfälle versichert, als sie am 14. Januar 

2018 eine Treppe hinunterstürzte (UV-act. UM).

A.a. 

Die Erstbehandlung erfolgte am Unfalltag beim Hausarzt Dr. Dr. med. C.___, 

welcher als Befunde eine schmerzhafte Beweglichkeit der rechten Schulter und der 

LWS erhob, die Diagnosen "Becken, LWS Prellung, Prellung re Schulter" stellte und der 

Versicherten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für voraussichtlich drei bis vier 

Wochen bescheinigte (UV-act. M1).

A.b. 

Ab dem 27. Februar 2018 wurde der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit attestiert 

(UV-act. K12). Nach etwa drei Stunden musste die Versicherte wegen noch 

bestehender Schmerzen die Arbeit wieder abbrechen und ihren Arzt aufsuchen, 

welcher ihr wiederum eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Bericht von Dr. 

C.___ liegt nicht bei den Akten; vgl. UV-act. K9 und K10). Die B.___ AG kündigte das 

Arbeitsverhältnis mit der Versicherten am selben Tag per 30. April 2018 (UV-act. K9 

und K11).

A.c. 

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Am 5. April 2018 berichtete Dr. C.___ der Helvetia betreffend die Versicherte über 

eine Partialruptur der Extensoren Ellbogen rechts, eine Epikondylitis radial Ellbogen 

rechts sowie eine Lumbago (UV-act. M2; vgl. auch UV-act. M9).

A.d. 

Dr. C.___ veranlasste zur Abklärung einer Rotatorenmanschettenruptur an der 

rechten Schulter eine MR-Arthrographie, welche am 16. April 2018 von Dr. med. D.___, 

Radiologie E.___, durchgeführt wurde. Die Untersuchung ergab laut Dr. D.___ einen 7 x 

7 mm messenden durchgehenden Sehnendefekt im dorsalen Drittel der ansatznahen 

Supraspinatussehne im Sinne einer transmuralen Totalruptur. Von dort aus sei zudem 

eine nach lateral gerichtete intratendinöse Delamination des ventralen sowie mittleren 

Drittels der Supraspinatussehne erfolgt. Im Übrigen handle es sich um ein reguläres 

Kernspintomogramm des Schultergelenks bei Nachweis einer intakten Infraspinatus-, 

Subscapularis- und Bizepssehne (UV-act. M4).

A.e. 

Am 17. April 2018 hielt Dr. med. F.___ als beratender Arzt der Helvetia fest, es sei 

wahrscheinlich, dass unfallfremde Beschwerden den Heilverlauf beeinflussten, da die 

lange Arbeitsunfähigkeit durch die Unfallfolgen nicht zu erklären sei (UV-act. M3). Am 

24. April 2018 ergänzte er nach Kenntnisnahme des MRI vom 16. April 2018, die 

Arbeitsunfähigkeit stehe nur möglicherweise in Zusammenhang zum Unfallereignis, da 

Letzteres nicht geeignet gewesen sei, die Rotatorenmanschette wie im MRI 

beschrieben zu verletzen. Es zeige sich keine frische Läsion. Der Status quo sine sei ab 

jetzt erreicht (UV-act. M5).

A.f. 

Anlässlich des Besuchs eines Inspektors der Helvetia vom 25. April 2018 

berichtete die Versicherte betreffend das Ereignis vom 14. Januar 2018, dass sie 

frühmorgens mit dem Hund aus dem Haus habe gehen wollen. Sie habe sich zur 

Wohnungstüre hinaus in den Korridor des Mehrfamilienhauses in Richtung Treppe 

begeben. Diese befände sich ca. einen Meter von der Türe entfernt. Sie habe geglaubt, 

noch weiter weg von der obersten Stufe zu sein, da sie diese aufgrund der leichten 

Verzögerung des automatischen Lichts nicht gesehen habe. Gleichzeitig habe der 

Hund leicht gezogen. Sie sei über die oberste Stufe gerutscht, dann die zehnstufige 

Treppe hinuntergefallen und unten auf dem Zwischenboden zu liegen gekommen. 

Allem Anschein nach sei sie auf die rechte Körperseite gefallen und auf dem Rücken 

die Treppe hinuntergerutscht (UV-act. SI1).

A.g. 

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Am 26. April 2018 besuchte die Versicherte die orthopädisch-unfallchirurgische 

Sprechstunde von Dr. med. G.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, H.___ AG. Dieser stellte die Diagnose 

traumatische Supraspinatussehnenruptur Schulter rechts bei Status nach Sturz auf 

einer Treppe vom 14. Januar 2018 und hielt fest, bisher sei die Versicherte nur passiv in 

der Physiotherapie behandelt worden. Seines Erachtens sollte zuerst ein dezidierter 

konservativer Behandlungsansatz verfolgt werden. Bis zur klinischen Kontrolle in ca. 

sechs Wochen bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M6).

A.h. 

Mit Schreiben vom 2. Mai 2018 teilte die Helvetia der Versicherten mit, dass der 

Status quo sine per 24. April 2018 erreicht gewesen sei. Somit hätten ihre 

Versicherungsleistungen mit dem 24. April 2018 geendet (UV-act. K23). Am 11. Mai 

2018 informierte die Versicherte die Helvetia darüber, dass sie mit der 

Leistungseinstellung nicht einverstanden sei (UV-act. K24).

A.i. 

Am 19. Mai 2018 infiltrierte Dr. G.___ die rechte Schulter der Versicherten mit 

Bupivacain/Kenacort, da die medikamentöse Therapie nicht angeschlagen habe (UV-

act. M13.2). Am 11. Juni 2018 fand der nächste Untersuch bei Dr. G.___ statt. Dabei 

berichtete die Versicherte erneut über persistierende Schmerzen. Nach der Infiltration 

habe sich allenfalls für ein paar Tage eine gewisse Schmerzlinderung eingestellt; dann 

hätten die Beschwerden wieder zugenommen (UV-act. M12). Am 4. Juli 2018 unterzog 

sich die Versicherte bei Dr. G.___ einer Arthroskopie der rechten Schulter mit sub-

akromialem Débridement. Dabei stellte der Facharzt die intraoperativen Diagnosen 

degenerative Veränderungen an der Rotatorenmanschette und subakromiale Bursitis. 

Eine transmurale Rotatorenmanschettenruptur konnte er nicht feststellen (UV-act. 

M13.4). Bei der ersten postoperativen Verlaufskontrolle vom 19. Juli 2018 berichtete 

die Versicherte Dr. G.___ über eine deutliche Schmerzregredienz im Vergleich zur 

präoperativen Situation. Er attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis zur 

nächsten Konsultation am 20. August 2018 (UV-act. M11).

A.j. 

Die Helvetia ersuchte Dr. med. I.___, Vertrauensarzt und Facharzt FMH für 

Chirurgie, Medizinische Begutachtung CMG GmbH, um eine Stellungnahme (vgl. UV-

act. K30), welche dieser am 28. Juli 2018 in Kenntnis der bis 26. April 2018 datierenden 

Akten (vgl. UV-act. M9 S. 1 ff.) erstattete. Er kam zum Schluss, dass die 

A.k. 

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B.  

Supraspinatussehnenruptur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbestehend sei. 

Unter Hinweis auf eine Publikation von Alfred Schönberger/Gerhard Mehrtens/Helmut 

Valentin, Arbeitsunfall und Berufskrankheit, hielt er fest, es liege kein geeigneter 

Unfallmechanismus vor, um eine Supraspinatussehne zu zerreissen. Es handle sich um 

eine Prellung der Schulter. Diese könne nicht besonders heftig gewesen sein, da im 

Erstbefund keine Hämatome, Hautabschürfungen oder Ähnliches beschrieben worden 

seien und im MRI kein adäquates Knochenmarksignal zu erkennen sei. Die 

Akromionform Typ II nach Bigliani begünstige einen vorzeitigen Verschleiss der 

Supraspinatussehne. Der Status quo ante sei spätestens sechs Wochen nach dem 

angeschuldigten Trauma wieder erreicht; die darüber hinaus bestehenden 

Beschwerden seien mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit Folge 

der degenerativ bedingten Supraspinatussehnenruptur (UV-act. M9).

Am 6. August 2018 verfügte die Helvetia, dass die Beschwerden an der linken 

(richtig: rechten) Schulter sowie dem Rücken nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit kausal zum Unfall vom 14. Januar 2018 seien. Sie sei ab 1. März 

2018 nicht mehr leistungspflichtig. Entgegenkommenderweise verlange sie die bereits 

bis zum 24. April 2018 entrichteten Leistungen nicht zurück (UV-act. K31).

A.l. 

Im Bericht über die Verlaufskontrolle vom 20. August 2018 hielt Dr. G.___ fest, die 

Versicherte klage über ganz wenige Beschwerden. Sie habe deutlich von der Operation 

profitiert. Die Rotatorenmanschette habe sich bei der Austestung unauffällig gezeigt. 

Bis zum 9. September 2018 bestehe noch eine 100%ige und dann bis zur 

abschliessenden Kontrolle vom 1. Oktober 2018 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-

act. M10).

A.m. 

Die Versicherte liess am 4. September 2018 durch Rechtsanwalt lic. iur. L. 

Häusermann, St. Gallen, Einsprache gegen die Verfügung vom 6. August 2018 

erheben. Sie beantragte die Aufhebung dieser Verfügung und die Erbringung der 

gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Durchführung weiterer Abklärungen (UV-

act. K32 sowie K32.1 bis 4).

B.a. 

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C.  

Bei der Verlaufskontrolle bei Dr. G.___ vom 1. Oktober 2018 zeigte sich klinisch 

noch keine vollständige Regredienz der Beschwerden. Der Chirurg stellte weiterhin eine 

Minderung der Beweglichkeit um ca. 10° in der Elevation fest. Die Versicherte 

berichtete, seit sie die Arbeit in der Reinigung wieder zu 50 % aufgenommen habe, 

habe sie erneut Schmerzen über dem anterioren Aspekt der rechten Schulter. Der 

Chirurg empfahl, die Arbeitsfähigkeit für die nächsten vier Wochen bei 50 % zu 

belassen (UV-act. M13.7). Seinem nächsten Bericht vom 19. November 2018 ist zu 

entnehmen, dass sich ca. drei Monate postoperativ eine gute Situation zeige, 

wenngleich die Versicherte nicht vollends beschwerdefrei sei. Bei Bedarf würde die 

Versicherte sich wieder melden (UV-act. M13.8).

B.b. 

Im Rahmen des Einspracheverfahrens ersuchte die Helvetia Dr. I.___ erneut um 

seine Einschätzung. Er hielt mit Beurteilung vom 10. Dezember 2018 daran fest, dass 

der Status quo sine nach sechs Wochen erreicht worden sei. Das Ereignis vom 14. 

Januar 2018 habe zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des degenerativen 

Vorzustandes geführt. Die Operation sei nicht notwendig gewesen, Infiltrationen und 

Physiotherapien hätten völlig ausgereicht. Ein Débridement von entzündlichem 

Gewebe sei keine zwingende Indikation für eine Operation (UV-act. M14).

B.c. 

Mit Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 wies die Helvetia die Einsprache 

der Versicherten ab (UV-act. K45).

B.d. 

Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) durch Rechtsanwalt Häusermann mit Eingabe vom 4. März 2019 

Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 

ihr seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit 

zur weiteren Abklärung an die Helvetia (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G1). Mit der 

Beschwerde liess die Beschwerdeführerin dem Gericht unter anderem den Befund 

einer Arthro-MRI der rechten Schulter der Radiologie E.___ vom 27. Februar 2019 

zukommen. Dieses zeigte gemäss Dr. med. J.___ eine "komplett durchgehende, nun 

bis 4 mm lang klaffende (Re-)Ruptur der Supraspinatussehne unmittelbar am Ansatz in 

der ventralen bis mittleren Position und mittelgradige longitudinale interstitielle 

C.a. 

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Aufsplitterung/Partialläsion des dorsalen Supraspinatussehnendrittels wie auch 

teilweise der übrigen mittleren bis ventralen SST-Sehnenportion auf einer Länge bis 

knapp 2 cm proximal des Ansatzes. Leichte Tendinose der langen Bizepssehne 

intraartikulär im horizontalen Abschnitt. Vermutlich konstitutionell nur sehr 

schmalkalibrig angelegtes/hypoplastisches mittleres gleno-humerales Ligament. 

Weiterhin reguläres übriges Arthro-Kernspintomogramm der rechten Schulter" (act. 

G1.16).

 C.b. 

In der Beschwerdeantwort vom 4. April 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Abweisung der Beschwerde (act. G3).

C.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (vgl. act. G4 

bis G7).

C.d. 

Am 15. Juli 2019 liess Rechtsanwalt Häusermann dem Gericht zusätzliche 

Arztberichte zukommen (act. G8 sowie G8.1.1 bis 8.1.7). Laut Bericht von Dr. med. 

K.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, Orthopädie L.___ AG, vom 13. März 2019 hatten bei der 

Beschwerdeführerin nach der Operation vom Juli 2018 Schmerzen und 

Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter persistiert und er hatte unter Hinweis 

auf die Verlaufskernspintomographie vom Februar 2019 bei nachgewiesener 

transmuraler Läsion der Supraspinatussehne und entsprechender Symptomatik ein 

operatives Vorgehen empfohlen (act. G8.1.1). Am 20. März 2019 hatte Dr. C.___ 

ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei am 14. Januar 2018 mit multiplen Verletzungen 

in seine Praxis gekommen. Bei der Untersuchung habe er Prellungen an LWS, Becken 

und Schulter rechts sowie diverse Schürfungen feststellen können. Da die Schulter 

rechts nach mehreren Wochen immer noch stark geschmerzt habe, sei ein MRI 

durchgeführt worden (act. G8.1.2). Am 26. März 2019 war die Beschwerdeführerin 

erneut bei Dr. K.___ vorstellig geworden, woraufhin dieser am 30. März 2019 berichtet 

hatte, bei nachgewiesener transmuraler Läsion der Supraspinatussehne und 

Schmerzsymptomatik habe er der Beschwerdeführerin weiterhin ein operatives 

Vorgehen empfohlen. Sie wünsche dieses nun auch durchführen zu lassen (UV-

C.e. 

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act. M15). Der Chirurg hatte die Beschwerdeführerin für die Zeit vom 27. März bis 4. 

Juni 2019 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (act. G8.1.4). Am 1. April 2019 hatte er 

gegenüber Rechtsanwalt Häusermann erklärt, seines Erachtens sei die ursprüngliche 

Traumatisierung der Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beim Abfangen 

eines Sturzes auf der Treppe entstanden. Vor dem Ereignis sei die Beschwerdeführerin 

vollständig beschwerdefrei gewesen. Nach dem Ereignis sei sie auch nach einem 

operativen Eingriff, bei dem die Sehnenläsion nicht habe dargestellt werden können, 

nicht beschwerdefrei geworden und im Verlauf habe sich eine Grössenzunahme der 

Läsion gezeigt (act. G8.1.5). Am 24. April 2019 hatte sich die Beschwerdeführerin bei 

Dr. K.___ einer Schulterarthroskopie mit plastischer Rekonstruktion der 

Supraspinatussehne rechts unterzogen (act. G8.1.6). Am 7. Juni 2019 hatte Dr. K.___ 

dem Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin erklärt, er sei der Meinung, dass es sich 

um ein unfallbedingtes Geschehen handle. Dies entspreche auch der Zweitbeurteilung 

des Radiologen Dr. D.___ (diese liegt nicht bei den Akten; act. G8.1.7).

Am 30. Oktober 2019 informierte Rechtsanwalt Häusermann das Gericht darüber, 

dass sein Mandat beendet sei und die Beschwerdeführerin neu durch Rechtsanwältin 

lic. iur. Ch. Rempfler, St. Gallen, vertreten werde (act. G10). Am 18. November 2019 

reichte Rechtsanwalt Häusermann seine Honorarnote zu den Akten (act. G12 und 

12.1).

C.f. 

Mit Schreiben vom 18. August 2020 ersuchte das Gericht Rechtsanwältin 

Rempfler um Entbindung von Dr. G.___ vom Arztgeheimnis (act. G21), welche beim 

Gericht am 1. September 2020 einging (act. G22). Am Folgetag ersuchte das Gericht 

Dr. G.___ um Beantwortung einiger Fragen (act. G23). Das Antwortschreiben datiert 

vom 11. September 2020. Darin erklärt Dr. G.___, er könne biologisch-medizinisch 

nicht ausschliessen, dass die Ruptur der Supraspinatussehne gemäss MRI vom 

16. April 2018 anlässlich der Operation vom 4. Juli 2018 vorhanden gewesen sei. Die 

Ruptur sei jedoch weder von Gelenkseite noch von subakromial zu sehen gewesen. 

Dass auch die bildgebende Diagnostik mittels MRI ihre Limite erfahre, komme in 

diesem Fall deutlich zum Vorschein. Eine 100%ig sichere Untersuchung gebe es nicht. 

Dies zeige sich vor allem in der zunächst postulierten 7 x 7 mm grossen transmuralen 

Ruptur im posterioren Bereich, die sich in der zweiten Untersuchung vor allem im 

anterioren Bereich zeige. Es gebe keinen ersichtlichen und medizinisch sinnvollen 

C.g. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. Januar 2018 und richtete entsprechend 

Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) aus der 

Unfallversicherung aus. Strittig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der 

Leistungseinstellung per 28. Februar (Zeitpunkt, zu welchem der Beschwerdegegnerin 

zufolge der Status quo sine vel ante eingetreten ist) resp. 24. April 2018 (Zeitpunkt, bis 

zu welchem die Beschwerdegegnerin Leistungen ausgerichtet hat; vgl. UV-act. K31 S. 

1).

2.  

Erkenntnisstand, der eine spontane Heilung einer 7 x 7 mm transmuralen Ruptur an der 

Supraspinatussehne erklären und an anderer Stelle erscheinen lasse (act. G24). Dr. 

G.___s Stellungnahme wurde den Parteien am 25. September 2020 zugestellt (act. 

G25). Die Beschwerdegegnerin äusserte sich am 15. Oktober 2020 dazu (act. G28) und 

die Beschwerdeführerin am 4. Januar 2021 (act. G33). Diese Stellungnahmen wurden 

am 11. Januar 2021 je der Gegenseite zur Kenntnis gebracht (act. G34).

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; siehe dazu 

André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Barbara Klett/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

2.1. 

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Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 

6; BSK UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Bei 

physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich 

aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine 

selbstständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Ob ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht einmal anerkannt, so entfällt diese 

erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche Ursache der fortdauernd geklagten 

Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf 

unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein (Locher/ Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.). Dies trifft zu, wenn entweder 

der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

E. 3b mit Hinweisen). Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt 

die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer. Diese Rechtsprechung beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen 

der Abklärung, insofern als dem Unfallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für 

den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den 

andauernden Gesundheitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der 

Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig 

und vollständig zu klären (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008, 

8C_354/2007, E. 2.2). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der Leistungspflicht 

2.2. 

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des Unfallversicherers genügt es mithin für die Bejahung des fortbestehenden 

natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche 

Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und 

Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur 

teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des 

Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das 

Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen 

bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 18. Februar 

2003, U 287/02, E. 4.4).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 

352 E. 3a mit Hinweis; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 130 zu Art. 61). 

Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis von 

Abklärungen beratender Ärzte und Ärztinnen kann nicht abgestellt werden, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 

229 E. 5.2, 135 V 469 f. E. 4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. 

September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2). Die Rechtsprechung erachtet sodann 

Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, 

Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. 

Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte bzw. die 

Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild 

zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 8C_780/2016, E. 6.1 

mit Hinweis).

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

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3.  

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin 

unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen 

Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, 

Sonographie, Kernspintomographie, Computertomographie, Arthroskopie) bestätigt 

werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 

E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

3.1. 

Vorerst gilt es deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin beim Ereignis vom 

14. Januar 2018 strukturelle Verletzungen erlitten hat. Während diese davon ausgeht, 

sich beim Sturz eine Supraspinatussehnenläsion zugezogen zu haben (act. G1, G8 und 

G33), ist die Beschwerdegegnerin der Ansicht, dass eine solche nicht ausgewiesen sei 

(UV-act. K45, act. G3 und G28). Letztere geht als Unfallfolge lediglich von einer 

Verschlimmerung eines Vorzustandes in Form einer Prellung aus, welche spätestens 

sechs Wochen nach dem Unfallereignis wieder abgeheilt gewesen sei (vgl. Beurteilung 

von Dr. I.___ vom 28. Juli 2018 in UV-act. M9 sowie UV-act. K31 und K45).

3.2. 

Bei der Beschwerdeführerin wurde am 16. April 2018 erstmals eine MR-

Arthrographie der rechten Schulter vorgenommen, da diese Schulter mehrere Wochen 

nach dem Sturz vom 14. Januar 2018 immer noch stark schmerzte (vgl. act. G8.1.2 

sowie UV-act. M4). Laut Dr. D.___ zeigte sich in der Bildgebung eine komplex 

konfigurierte Läsion der Supraspinatussehne, einerseits mit Nachweis eines 

durchgehenden bis 7 x 7 mm messenden Sehnendefekts im ansatznahen Abschnitt 

des dorsalen Sehnendrittels und andererseits mit einer von dort aus erfolgten nach 

lateral gerichteten Delamination der Supraspinatussehne im mittleren und ventralen 

Sehnendrittel (UV-act. M4). Dr. G.___ erhob in den Sprechstunden vom 26. April und 

11. Juni 2018 auffällige Befunde für eine Supraspinatussehnenläsion anhand 

entsprechender Untersuchungen und Tests (UV-act. M6 und M12). Anlässlich der 

Operation vom 4. Juli 2018 konnte er keine transmurale Rotatorenmanschettenruptur 

feststellen. Er diagnostizierte intraoperativ degenerative Veränderungen an der 

Rotatorenmanschette und eine subacromiale Bursitis (UV-act. M13.4). Das nächste 

Arthro-MRI vom 27. Februar 2019 zeigte laut Dr. J.___ eine komplett durchgehende, 

nun bis 4 mm klaffende (Re-)Ruptur der Supraspinatussehne unmittelbar am Ansatz in 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

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4.  

der ventralen bis mittleren Portion und eine mittelgradige longitudinale interstitielle 

Aufsplitterung/Partialläsion des dorsalen Supraspinatussehnendrittels wie auch 

teilweise der übrigen mittleren bis ventralen Supraspinatussehnenportion auf einer 

Länge bis knapp 2 cm proximal des Ansatzes (act. G1.16). Hinsichtlich dieses 

uneinheitlichen und Fragen aufwerfenden Verlaufs in der Bildgebung liegt keine 

Einschätzung eines beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin vor. Dr. C.___ zufolge 

zeigte das zweite Arthro-MRI, dass die "Ruptur immer noch vorhanden" sei (act. 

G8.1.2). Dr. K.___ weist darauf hin, dass eine Sehnenverletzung intraoperativ nicht 

habe festgestellt resp. dargestellt werden können und dass die 

kernspintomographische Untersuchung vom 27. Februar 2019 eine Grössenzunahme 

der Läsion gezeigt habe (act. G8.1.1 und G8.1.5). Dr. G.___ erklärt demgegenüber, ein 

Vorhandensein der Läsion anlässlich der Operation vom 4. Juli 2018 lasse sich 

biologisch-medizinisch zwar nicht ausschliessen, die Ruptur sei aber von Gelenkseite 

wie auch von subakromial nicht zu sehen gewesen. Dass auch die bildgebende 

Diagnostik mittels MRI einmal ihre Limite erfahre, zeige sich vorliegend deutlich. Eine 

100%ig sichere Untersuchung gebe es nicht. Dies zeige sich vor allem in der zunächst 

postulierten 7 x 7 mm grossen transmuralen Ruptur im posterioren Bereich, die sich in 

der zweiten Untersuchung vor allem im anterioren Bereich gezeigt habe (act. G24). Eine 

von Dr. D.___ am 30. April 2020 (wohl eher 2019) vorgenommene Einschätzung ist 

nicht aktenkundig (vgl. Hinweis von Dr. G.___ in act. G24, zweitletzter Absatz). Es sind 

also unterschiedliche medizinische Beurteilungen hinsichtlich des Vorliegens einer 

allfälligen Läsion der Supraspinatussehne aktenkundig. Das Gericht vermag gestützt 

auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht zu beurteilen, ob bei der 

Beschwerdeführerin eine solche vorlag oder nicht. Sollte sich die allfällige 

Supraspinatussehnenläsion nicht als ohnehin degenerativer Natur erweisen (vgl. hierzu 

nachfolgend E. 4), hätte die Beschwerdegegnerin ihre Untersuchungspflicht verletzt. 

Folglich gilt es nun zu prüfen, ob die degenerative oder die traumatische Natur der 

bei der Beschwerdeführerin eventuell bestehenden Supraspinatussehnenläsion mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. Währenddem eine 

Unfallkausalität von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die aktenbasierten 

Einschätzungen ihrer beratenden Ärzte Dr. F.___ (Beurteilungen vom 17. und 24. April 

2018, UV-act. M3 und M5) und Dr. I.___ (Beurteilung vom 28. Juli 2018, UV-act. M9, 

und Stellungnahme vom 10. Dezember 2018, UV-act. M14) verneint wird, vertritt die 

Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Stellungnahmen von Dr. K.___ vom 1. April 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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und 7. Juni 2019 den gegenteiligen Standpunkt (act. G8, 8.1.5 und 8.1.7). Auch 

bestreitet sie die Beweiskraft der Einschätzungen der Dres. F.___ und I.___ (act. G1).

 4.2. 

Die Dres. F.___ und I.___ stellen sich auf den Standpunkt, dass das 

Unfallereignis nicht geeignet gewesen sei, eine Supraspinatussehne zu zerreissen (vgl. 

UV-act. M5 und M9 S. 2). Dr. F.___ begründet seine Einschätzung nicht (UV-act. M5) 

und Dr. I.___ zitiert eine Literaturstelle, gemäss welcher die direkte Krafteinwirkung auf 

die Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) nicht geeignet sei, eine Supraspinatussehne als 

wesentliche Teilursache bei bestehender Degeneration zu zerreissen. Nur Bewegungen 

im Schultergelenk mit Zugbelastung der Rotatorenmanschette könnten diese 

zerreissen (UV-act. M9 S. 2). Die Beschwerdeführerin lässt in diesem Zusammenhang 

in der Beschwerde vorbringen, am Unfallort befinde sich eine Wandecke, welche 

geradezu einlade, beim Sturz reflexartig zu versuchen, sich mit der rechten Hand 

festzuhalten (act. G1 Ziff. III/25). Die Beschwerdeführerin erklärte gegenüber dem 

Inspektor der Beschwerdegegnerin, sie habe frühmorgens mit dem Hund aus dem 

Haus gehen wollen. Sie habe sich zur Wohnungstüre hinaus in den Korridor des 

Mehrfamilienhauses Richtung Treppe begeben. Diese sei ca. einen Meter von der Türe 

weg. Sie habe geglaubt, noch weiter weg von der obersten Stufe zu sein, da sie diese 

aufgrund der leichten Verzögerung des automatischen Lichts nicht gesehen habe. 

Gleichzeitig habe der Hund gezogen. Sie sei über die oberste Stufe gerutscht, die 

zehnstufige Treppe hinuntergefallen und auf dem Zwischenboden zu liegen gekommen 

(UV-act. SI1 Ziff. 1).

4.2.1. 

Insbesondere für Rotatorenmanschettenläsionen werden in den medizinischen 

Fachartikeln konkrete Verletzungsmechanismen beschrieben, welche zu einer 

traumatischen Sehnenruptur führen können. Als potenziell geeignete 

Verletzungsmechanismen werden genannt: das Abscheren des Sehnenansatzes von 

innen, sobald der maximal zulässige Rotationswinkel überschritten ist und der 

Sehnenansatz mit dem Pfannenrand in Konflikt gerät (sogenanntes inneres 

Impingement), z.B. bei einer Schulter(sub)luxation; die passive Traktion, z.B. nach 

unten (beim Versuch einen schweren fallenden Gegenstand aufzufangen), ventral oder 

medial; die exzentrische Belastung angespannter Anteile der Rotatorenmanschette, 

z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation bei anliegendem oder 

abgespreiztem Arm, z.B. bei einem Sturz vom Gerüst nach vorn mit dem Versuch, den 

Fall durch Festhalten abzufangen. Die traumatische Ruptur der Rotatorenmanschette 

erfolgt gemäss Literatur also in der Regel nicht durch ein direktes Anpralltrauma, 

4.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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sondern durch indirekte Gewalteinwirkung bzw. durch eine plötzliche körpereigene 

Kraftanstrengung, mit der die mechanische Belastbarkeit des Sehnengewebes 

überschritten wird (Swiss Medical Forum, Ausgabe 2019/15-16, Übersichtsartikel, 

Revidierte Unterscheidungskriterien, Degenerative oder traumatische Läsionen der 

Rotatorenmanschette, mitwirkend Mitglieder der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie von Swiss Orthopaedics, zu finden unter https://doi.org/10.4414/smf.

2019.03247, abgerufen am 14. April 2021, S. 263 [nachfolgend zitiert: Swiss Medical 

Forum]; https: // www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/

033-041l_S2e_Rotatorenmanschette_2017-04_02.pdf, abgerufen am 14. April 2021 

[nachfolgend zitiert: AWMF-Leitlinien]).

Das Bundesgericht gibt in seinem Urteil vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 

5.2.2, die vorgenannten Unfallmechanismen wieder und geht gestützt auf eine weitere 

Publikation (vgl. E. 5.2.3 des Urteils sowie UV-act. M9 S. 2) davon aus, dass die direkte 

Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) ein ungeeigneter Hergang für 

eine Rotatorenmanschettenschädigung sei, da die Rotatorenmanschette durch den 

knöchernen Schutz der Schulterhöhe (Akromion) und durch den Delta-Muskel gut 

abgeschirmt sei. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat in seinen 

bisherigen Entscheiden auf das vorgenannte Bundesgerichtsurteil abgestellt und ein 

(als einziges Element bestehendes) direktes Anpralltrauma der Schulter als 

bedeutsamen Faktor gegen eine traumatische Genese einer 

Rotatorenmanschettenläsion gewertet. In einer Stellungnahme vom 1. Oktober 2020 

widersprechen nun vier Experten (Prof. Dr. med. M.___, Prof. Dr. med. N.___, Prof. Dr. 

med. O.___, Prof. Dr. med. P.___) im Namen der Expertengruppe Schulter- und 

Ellbogenchirurgie der Schweizerischen Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates Swiss Orthopaedics der Auffassung des 

Bundesgerichts und gelangen zum Schluss, dass ein direktes Schultertrauma durchaus 

zu einer Rotatorenmanschettenruptur führen könne (Stellungnahme zu finden unter 

https://www.schadenanwaelte.ch/wp-content/uploads/ 2020/10/Orthopaeden-

Bundesgericht.pdf, abgerufen am 14. April 2021; nachfolgend zitiert: Expertengruppe 

Schulter- und Ellbogenchirurgie). Die Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie 

gibt an, die aktuelle, internationale Literatur nochmals genau gesichtet und 

systematisch nach Artikeln gesucht zu haben, die über akute, rein traumatisch 

bedingte Rotatorenmanschettenrupturen berichten. Sie führt die von ihr 

durchgesehenen Artikel an und hält fest, ihnen könne zusammenfassend entnommen 

werden, dass ein direktes Schultertrauma durchaus ein überwiegend wahrscheinlicher 

Mechanismus für eine akute/traumatische Rotatorenmanschettenruptur sein könne und 

4.2.3. 

https://www.schadenanwaelte.ch/wp-content/uploads/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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sogar einer der häufigsten Mechanismen sei. Das Bundesgerichtsurteil sei 

demgegenüber nicht wissenschaftlich begründet, basiere auf einer veralteten 

Expertenmeinung und ignoriere aktuelle, auf neuster Literatur basierende Meinungen 

von Schulterexperten. Wenn das Bundesgericht seine Entscheide auf aktuellste 

wissenschaftliche Erkenntnisse höchstmöglicher Evidenz abstütze, könne das fragliche 

Urteil nicht als richtungsweisend angesehen werden. Bereits in dem von der 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie im Swiss Medical Forum 

veröffentlichten Artikel (a.a.O.) hatte sich zwar die Expertengruppe den in fünf Studien 

beschriebenen, zur Verletzung führenden Mechanismen einer traumatischen 

Rotatorenmanschettenläsion angeschlossen, doch war sie davon ausgegangen, dass 

bei einer nicht genannten Schädigung, wie einem Direkttrauma der Schulter ohne 

explizit ausgestreckten Arm, ebenfalls eine Rotatorenmanschettenläsion entstehen 

könne. Zur konkreten Begründung im Bundesgerichtsurteil - die Rotatorenmanschette 

sei durch das darüber liegende Schulterdach (Acromion) und den Deltoideusmuskel vor 

einer Gewalteinwirkung geschützt - erklärte die Expertengruppe, dass diese Hypothese 

in keinem der von ihr gesichteten Artikeln durch eine biomechanische oder klinische 

Studie untermauert werde. Angesichts dessen, dass der Artikel der Expertengruppe im 

Swiss Medical Forum im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung von 

Rotatorenmanschettenläsionen vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

immer als wegweisend erachtet wurde und der Nachweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin in der Regel basierend auf Angaben 

ärztlicher Experten oder Expertinnen zu erbringen ist (vgl. Erwägung 2.1), sieht das 

Versicherungsgericht keinen Grund, künftig nicht auch die plausible und 

nachvollziehbare Stellungnahme der Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie 

vom 1. Oktober 2020 zu berücksichtigen (vgl. diesbezüglich Entscheid des hiesigen 

Gerichts vom 20. April 2021, UV 2020/22).

Angesichts des in E. 4.2.3 Ausgeführten bestehen an der Einschätzung Dr. I.___s 

bereits deshalb Zweifel, weil er ohne weitere Begründung und gestützt auf eine 

anscheinend überholte Publikation eine Kontusion als geeigneten 

Verletzungsmechanismus für die allfällige Supraspinatussehnenruptur ausschloss. Aus 

den Akten geht darüber hinaus nicht hervor, in welcher Position der rechte Arm der 

Beschwerdeführerin sich beim Sturz befunden hat, ob die Beschwerdeführerin 

allenfalls versucht hat, sich mit dem Arm aufzufangen oder abzustützen, und ob sie die 

Hundeleine in der rechten Hand gehalten hat, womit sich ihr rechter Arm beim Sturz 

nicht in angelegter Position befunden haben dürfte. Nach Ansicht des Gerichts wäre 

jedoch die Beantwortung dieser Fragen für den Fall, dass nicht bereits gestützt auf das 

4.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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in E. 4.2.3 Ausgeführte von einem geeigneten Unfallmechanismus auszugehen wäre, 

notwendig, um beurteilen zu können, ob der Unfallmechanismus wirklich nicht geeignet 

gewesen ist, die Supraspinatussehne - wenn auch nur im Sinne einer wesentlichen 

Teilursache - zu zerreissen. Der alleinige Hinweis der Beschwerdegegnerin, die 

Beschwerdeführerin habe Gelegenheit gehabt, dem Schadeninspektor den Sachverhalt 

des Ereignisses vom 14. Januar 2018 umfassend und frei zu schildern (act. G3 Ziff. II/

3), vermag jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, 

dass während des Treppensturzes eine Zugkraft auf die rechte Schulter der 

Beschwerdeführerin eingewirkt hat. So plötzlich und unerwartet eintretende bzw. sich 

schnell abspielende Geschehen, wie ein Sturz auf einer Treppe, werden nicht immer in 

sämtlichen Einzelheiten wahrgenommen. Gestützt auf die Schilderung des 

Unfallhergangs kann, wie gesagt, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin sich mit dem 

rechten Arm abgestützt hat. Ein Abstütztrauma erscheint jedenfalls bei einem 

Treppensturz ohne Weiteres vorstellbar, und dass dies mit dem dominanten rechten 

Arm (vgl. UV-act. SI1 Ziff. 3) geschehen sein könnte, ist keineswegs auszuschliessen. 

Angesichts des Umstandes, dass das Geländer der fraglichen Treppe sich von oben 

her gesehen auf der linken Seite befindet (UV-act. SI1 Ziff. 1, Foto), wäre es sodann 

naheliegend, dass die Beschwerdeführerin die Hundeleine in ihrer rechten, dominanten 

Hand hielt. Auch dieser Umstand spricht dafür, dass sie nicht mit angelegtem Arm 

gerade auf den Rücken gefallen sein dürfte. Damit würde ein auch laut der von Dr. I.___ 

zitierten medizinischen Literatur geeigneter und typischer Verletzungsmechanismus für 

eine indirekt traumatisch verursachte Schädigung der Rotatorenmanschette vorliegen. 

In den Akten fehlt es bislang an medizinischen Einschätzungen, welche sich auch mit 

diesen Eventualitäten auseinandersetzen.

Auch die Feststellung von Dr. I.___, die Prellung an der Schulter könne nicht 

besonders heftig gewesen sein, da im Erstbefund keine Hämatome, 

Hautabschürfungen oder ähnliches beschrieben worden seien (UV-act. M9 S. 2), 

vermag angesichts des Berichts von Dr. C.___ vom 20. März 2019 nicht zu 

überzeugen. Darin erklärt der Hausarzt von der Schilderung Dr. I.___s abweichend, bei 

der Erstuntersuchung diverse Schürfungen festgestellt zu haben (vgl. act. G8.1.2). Das 

Dr. I.___ zufolge im MRI vom 16. April 2018 fehlende adäquate Knochenmarksignal 

(bone bruise; vgl. UV-act. M9 S. 2 f.) vermag das Gericht alleine nicht davon zu 

überzeugen, dass anlässlich des Sturzes vom 14. Januar 2018 keine Traumatisierung 

der Sehne stattgefunden hat. Denn einerseits wurde das MRI erst mehr als drei Monate 

nach dem Unfallereignis erstellt, weshalb eine Rückbildung eines allenfalls vorher 

4.2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen von 

Dr. I.___ und Dr. F.___, wonach die im Leistungseinstellungszeitpunkt allenfalls 

vorliegende Supraspinatussehnenruptur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

degenerativer Natur sei, Zweifel bestehen. Dem Gericht ist es nicht möglich, mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob es sich bei der 

allenfalls vorliegenden Supraspinatussehnenläsion um eine (teil-)traumatische 

Verletzung oder um einen degenerativen Vorzustand handelt (vgl. vorstehend E. 4). Wie 

bereits in Erwägung 3 ausgeführt, mangelt es darüber hinaus an der Klärung des 

vorhandenen Knochenmarksignals denkbar ist. Andererseits ist ohne weitere 

Erklärungen nicht nachvollziehbar, inwiefern ein Bone bruise bzw. eine 

Knochenverletzung eine bedeutsame Begleitverletzung einer 

Rotatorenmanschettenruptur, d.h. einer Sehnenverletzung, sein soll.

Ausführungen zum zeitlichen Verlauf nach dem Sturz hat weder Dr. F.___ noch Dr. 

I.___ gemacht. Da die Beschwerdeführerin sich bereits einige Stunden nach dem 

Treppensturz in Behandlung begeben hat, dabei unter anderem eine eingeschränkte 

Beweglichkeit der rechten Schulter erhoben wurde (UV-act. M1) und ihre Schmerzen 

an der rechten Schulter laut Dr. C.___ nach mehreren Wochen immer noch stark waren 

(act. G8.1.2), spricht der zeitliche Ablauf jedenfalls nicht gegen eine Traumatisierung 

der Rotatorenmanschette.

4.3. 

Dr. I.___ weist darauf hin, dass die Akromionform Typ II nach Bigliani einen 

vorzeitigen Verschleiss der Supraspinatussehne begünstige (UV-act. M9 S. 3). Laut 

Expertengruppe Schulter- und Ellbogenchirurgie wird jedoch die Morphologie des 

Akromions als ursächlicher Faktor für die Entstehung einer 

Rotatorenmanschettenläsion in der Literatur kontrovers diskutiert. Die Morphologie des 

Akromions nach Bigliani und der abfallende Akromionverlauf würden nicht eindeutig 

mit Läsionen der Rotatorenmanschette assoziiert. Die einzige eindeutig mit 

Rotatorenmanschettenläsionen assoziierte Veränderung sei eine Azetabulisierung des 

Akromions (Swiss Medical Forum, S. 263 f.). Eine Azetabulisierung des Akromions 

befundete weder Dr. D.___ am 16. April 2018 (vgl. UV-act. M4) noch Dr. J.___ am 

27. Februar 2019 (act. G1.16), weshalb die Befundsituation keine Hinweise auf 

bedeutsame Vorzustände ergibt, welche eine traumatisch verursachte 

Rotatorenmanschettenläsion als unwahrscheinlicher erscheinen liessen als eine 

degenerative Rotatorenmanschettenläsion. Damit bestehen aber auch in dieser 

Hinsicht Zweifel an der Einschätzung Dr. I.___s.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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Vorliegens einer Supraspinatussehnenläsion. Angesichts des Gesagten wäre die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) 

zur Einholung einer nicht vorbefassten Begutachtung verpflichtet gewesen (BGE 135 V 

470 E. 4.4). Nachdem - wie gesagt - bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte ergänzende Abklärungen 

erforderlich machen, wird sie eine solche nachzuholen haben. Dafür wird sie die von 

Dr. G.___ am 11. September 2020 gegenüber dem Gericht erwähnte Einschätzung von 

Dr. D.___ vom 30. April 2020 (oder 2019; vgl. act. G24 S. 2) zu den Akten nehmen 

müssen. Die Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung einer nicht durch einen 

beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin durchzuführende Begutachtung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.  

Entscheid

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 30. Januar 2019 (UV-act. K45) dem Eventualantrag folgend 

gutzuheissen. Die Streitsache ist zur ergänzenden Abklärung im Sinn der Erwägungen 

und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG in der bis 31. Dezember 

2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch anwendbaren 

Fassung).

6.2. 

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 

V 215 E. 6.2). Angesichts der Schwierigkeit des Falles, der Art und des Umfangs der 

Bemühungen und der Bedeutung der Streitsache erscheint eine Parteientschädigung, 

wie in vergleichbaren Fällen üblich, von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Damit sind die mittels Honorarnote 

vom 18. November 2019 geltend gemachten Fr. 3'100.-- (act. G12.1) und der weitere 

(überschaubare) Aufwand für die Beweismassnahme zzgl. Barauslagen und MWST 

ermessensweise abgedeckt. Da die Parteientschädigung der Beschwerdeführerin, und 

nicht ihren Rechtsvertretern zuzusprechen ist, kommt eine anteilsmässige Zusprache 

an den ehemaligen Rechtsvertreter und die aktuelle Rechtsvertreterin, wie sie von 

Rechtsanwalt Häusermann verlangt wird (act. G12), nicht in Frage.

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 30. Januar 2019 

aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.04.2021
	Art. 43 ATSG; Art. 6 UVG: Die medizinischen Akten erlauben weder die Beurteilung des Vorliegens einer Supraspinatussehnenruptur noch die Beurteilung der traumatischen oder degenerativen Natur der allfälligen Supraspinatussehnenläsion. Rückweisung zur Einholung eines Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. April 2021, UV 2019/24).

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