# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a7cece1-04ee-535c-a79f-461b23a98d03
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.05.2025 D-1015/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1015-2025_2025-05-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1015/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli;   

Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft von  

B._______ (Familienasyl);  

Verfügung des SEM vom 15. Januar 2025. 

 

 

 

D-1015/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 21. Dezember 2020 in der Schweiz 

um Asyl nach, nachdem unter anderem bereits seine Ehefrau (B._______) 

hier ein Asylgesuch gestellt hatte und vom SEM mit Verfügung vom 28. Ap-

ril 2020 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufge-

nommen worden war.  

A.b Mit Verfügung vom 25. März 2021 lehnte die Vorinstanz das Asylge-

such des Beschwerdeführers ab und wies ihn aus der Schweiz weg, schob 

den Wegweisungsvollzug jedoch ebenfalls wegen Unzumutbarkeit zuguns-

ten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

B.  

Mit Mehrfachgesuch vom 3. Oktober 2023 ersuchte B._______ das SEM – 

unter Hinweis auf dessen Infobulletin vom 10. Juli 2023 respektive dessen 

Praxisänderung in Bezug auf afghanische Frauen – um Zuerkennung ihrer 

Flüchtlingseigenschaft sowie um Gewährung von Asyl. Gleichzeitig ersuch-

ten sie und der Beschwerdeführer um seinen Einbezug in ihre Flüchtlings-

eigenschaft und ihr Asyl. Die entsprechenden Anträge wiederholte(n) sie in 

einer ausführlicher begründeten Eingabe vom 3. November 2023 sowie ei-

ner mit der ersten Eingabe im Wesentlichen identischen (undatierten) Ein-

gabe (Datum Poststempel: 27. Februar 2024). 

C.  

C.a Mit Schreiben vom 26. Juni 2024 teilte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer und seiner Ehefrau mit, dass es für die Prüfung ihrer Gesuche weitere 

Informationen benötige. Es forderte sie daher auf, die angehängten Fra-

genkataloge wahrheitsgetreu und vollständig ausgefüllt innert zehn Tagen 

nach Zustellung des Schreibens zu retournieren. 

C.b Die am 27. Juni 2024 ausgefüllten Fragenkataloge gingen am 1. Juli 

2024 beim SEM ein. 

D.  

Aus einem in den vorinstanzlichen Akten liegenden Behördenauszug aus 

dem Strafregister-Informationssystem vom 23. Juli 2024 ergibt sich, dass 

der Beschwerdeführer am (…) 2023 von der Staatsanwaltschaft 

C._______ wegen wiederholter häuslicher Gewalt (gegen seine Ehefrau 

gerichtete Tätlichkeiten und Drohungen) zu einer bedingt vollziehbaren 

D-1015/2025 

Seite 3 

Geldstrafe von 60 Tagesätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 600.– 

verurteilt worden war.  

E.  

Mit E-Mail vom 19. September 2024 äusserte sich eine Mitarbeiterin des 

für die Familie des Beschwerdeführers zuständigen Sozialdiensts – offen-

bar auf entsprechende (nicht in den Akten liegende) Anfrage des SEM hin 

– zum Verhalten des Beschwerdeführers seiner Ehefrau gegenüber. Am 

darauffolgenden Tag antwortete diese erneut auf eine E-Mail des SEM.  

F.  

F.a Mit separaten Verfügungen vom 15. Januar 2025 wurde einerseits die 

Ehefrau des Beschwerdeführers als Flüchtling anerkannt und ihr in der 

Schweiz Asyl gewährt, andererseits das Gesuch des Beschwerdeführers 

um Familienasyl abgelehnt.  

F.b Zur Begründung der den Beschwerdeführer betreffenden – am 16. Ja-

nuar 2025 eröffneten – Verfügung wurde im Wesentlichen angeführt, der 

Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft setze voraus, dass zwischen der 

gesuchstellenden Person und dem in der Schweiz originär anerkannten 

Flüchtling eine schützenswerte Beziehung bestehe. Davon könne vorlie-

gend angesichts der Verurteilung des Beschwerdeführers am (…) 2023 

durch die Staatsanwaltschaft C._______ und des Umstands, dass er trotz 

dieser auch im Jahr 2024 weiterhin häusliche Gewalt zum Nachteil seiner 

Ehefrau ausgeübt habe, derzeit nicht ausgegangen werden. 

G.  

G.a Mit Schreiben vom 28. Januar 2025 ersuchte der Beschwerdeführer – 

handelnd durch seinen Rechtsvertreter – um vollständige Akteneinsicht. 

G.b Das SEM gewährte mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2025 teil-

weise Akteneinsicht. 

H.  

Mit Eingabe vom 17. Februar 2025 erhob der Beschwerdeführer Be-

schwerde gegen die (ihn betreffende) Verfügung des SEM vom 15. Januar 

2025. Er ersuchte dabei in verfahrensrechtlicher Hinsicht um vollumfängli-

che Einsicht in die Aktenstücke ([…])8/1 ("Kontrollformular AFG"), 9/3 

("Auskunft Sozialarbeiterin") und 13/7 ("interner Antrag") sowie um an-

schliessende Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer 

Beschwerdeergänzung. Weiter sei auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten und er sei von der Bezahlung der Verfahrenskosten 

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Seite 4 

zu befreien, eventualiter sei eine angemessene Frist zur Bezahlung des 

Kostenvorschusses anzusetzen. In materieller Hinsicht beantragte er die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache 

an das SEM zur vollständigen sowie richtigen Abklärung und Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung, eventualiter 

sei ihm Familienasyl zu gewähren. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung und eine 

Fotografie einer Sozialhilfebescheinigung bei. 

I.  

Mit Schreiben vom 18. Februar 2025 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

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Seite 5 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt in der Beschwerde unter anderem, dass die 

Vorinstanz die angefochtene Verfügung mit Argumenten begründet habe, 

welche in den Akten keinen Niederschlag gefunden hätten respektive habe 

sie sich bei der Begründung (mutmasslich) auf Akten und Informationen 

gestützt (Strafregisterauszug [7/1] und "Auskunft Sozialarbeiterin" [9/3]), zu 

welchen ihm nie die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden sei. 

Dadurch habe sie seinen Anspruch auf rechtliches Gehör sowie ihre Abklä-

rungspflicht in gravierender Weise verletzt. Das Aktenstück 9/3 ("Auskunft 

Sozialarbeiterin") sei denn auch fälschlicherweise als interne Akte (B) qua-

lifiziert worden. Für den Fall, dass wider Erwarten Geheimhaltungsinteres-

sen betreffend dieses Dokument bestehen sollten, hätte es entsprechend 

(mit der Bezeichnung "A") qualifiziert beziehungsweise angemessen ano-

nymisiert werden müssen. Da es sich dabei mutmasslich um das zentrale 

Dokument für die Begründung handle, sei es unzulässig, diese dreiseitige 

Auskunft geheim zu halten. Die Vorinstanz habe dadurch (auch) seinen 

Anspruch auf Akteneinsicht verletzt. Weitergehend wird auf die Beschwer-

de verwiesen. 

4.2  

4.2.1 Das rechtliche Gehör, welches in Art. 29 Abs. 2 BV verankert und in 

den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren konkretisiert wird, dient 

einerseits der Aufklärung des Sachverhalts, andererseits stellt es ein per-

sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Gemäss Art. 30 

Abs. 1 VwVG hört die Behörde die Parteien an, bevor sie verfügt. Der An-

spruch auf vorgängige Anhörung beinhaltet insbesondere, dass die Behör-

de sich beim Erlass ihrer Verfügung nicht auf Tatsachen abstützen darf, zu 

denen sich die von der Verfügung betroffene Person nicht vorgängig äus-

sern und diesbezüglich Beweis führen konnte. 

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Seite 6 

4.2.2 Eng mit dem Äusserungsrecht ist der verfahrensrechtliche Anspruch 

auf Akteneinsicht (Art. 26 VwVG) verbunden. In jedem Verfahren können 

sich die Betroffenen nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignet 

Beweise führen beziehungsweise Beweismittel bezeichnen, wenn ihnen 

die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche 

sich die Behörde stützt. Vom Akteneinsichtsrecht ausgeschlossen sind ver-

waltungsinterne Unterlagen. Gilt es den Umfang des Akteneinsichtsrechts 

zu bestimmen, kommt es jedoch auf die im konkreten Fall objektive Bedeu-

tung eines Aktenstückes für die Sachverhaltsfeststellung an und nicht auf 

die Einstufung des Beweismittels durch die Behörden als internes oder gar 

geheimes Papier. Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet auch, 

dass die Behörden alles in den Akten festzuhalten haben, was zur Sache 

gehört und entscheidwesentlich sein kann. Daraus resultiert die Pflicht, Ab-

klärungen, Befragungen, Zeugeneinvernahmen und Verhandlungen zu 

protokollieren, diese zu den Akten zu nehmen und aufzubewahren.  

Das Recht auf Akteneinsicht kann eingeschränkt werden, wenn ein über-

wiegendes Interesse an deren Geheimhaltung vorhanden ist (vgl. Art. 27 

VwVG). Dies muss indes aufgrund einer konkreten, sorgfältigen und um-

fassenden Abwägung der entgegenstehenden Interessen beurteilt werden, 

wobei der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten ist. Je stärker 

das Verfahrensergebnis von der Stellungnahme der Betroffenen zum kon-

kreten Dokument abhängt und je stärker auf ein Dokument bei der Ent-

scheidfindung (zum Nachteil der Betroffenen) abgestellt wird, desto inten-

siver ist dem Akteneinsichtsrecht Rechnung zu tragen (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2011/37 E. 5.4.1 m.w.H.). 

4.3  

4.3.1 Vorliegend ist festzustellen, dass sich die Vorinstanz offenbar – eine 

entsprechende Anfrage ist in den Akten nicht enthalten – aufgrund des von 

ihr eingeholten Strafregisterauszugs (vgl. Bst. D. vorstehend) veranlasst 

sah, beim zuständigen Sozialdienst aktuelle Informationen zum Verhalten 

des Beschwerdeführers gegenüber seiner Ehefrau einzuholen. Den ent-

sprechenden E-Mailverkehr nahm sie als Aktenstück 9/3 unter der Be-

zeichnung "Auskunft Sozialarbeiterin" zu den Akten, wobei sie dieses als 

"interne Akte (B)" qualifizierte und dem Beschwerdeführer daher nicht of-

fenlegte.  

4.3.2 Interne Akten sind indes Dokumente, denen für die Behandlung eines 

Falles kein Beweischarakter zukommt. Vielmehr dienen sie ausschliesslich 

der verwaltungsinternen Meinungsbildung, weshalb sie nur für den verwal-

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Seite 7 

tungsinternen Gebrauch bestimmt sind, wie etwa Entwürfe, Anträge, Noti-

zen oder Mitberichte. In solche Dokumente ist keine Einsicht zu gewähren, 

um zu verhindern, dass die interne Meinungsbildung der Verwaltung über 

die entscheidenden Aktenstücke und die erlassenen begründeten Verfü-

gungen hinaus vollständig vor der Öffentlichkeit ausgebreitet wird (vgl. 

BGE 115 V 297 E. 2g/aa m.w.H.). Die Qualifizierung des E-Mailverkehrs 

mit der zuständigen (externen) Sozialarbeiterin, deren Informationen das 

SEM für die Begründung der angefochtenen Verfügung verwendete, als 

"interne Akten" ist demnach – in Übereinstimmung mit der in der Beschwer-

de vertretenen Ansicht – unzutreffend. Dieser E-Mailverkehr unterliegt da-

mit grundsätzlich der Akteneinsicht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass 

darin vollständige Einsicht zu gewähren ist. Vielmehr können entgegenste-

hende Geheimhaltungsinteressen (vgl. dazu Art. 27 VwVG) unter Berück-

sichtigung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit die Einsicht ein-

schränken und etwa sensible Passagen abgedeckt oder lediglich zusam-

mengefasst offengelegt werden. Die Vorinstanz hat es aber unterlassen, 

unter Abwägung der gegenläufigen Interessen (eingeschränkt) Aktenein-

sicht zu gewähren. Sie liess den Beschwerdeführer dadurch gänzlich im 

Unklaren über die von ihr getätigten Abklärungen und eröffnete ihm zu kei-

nem Zeitpunkt die Möglichkeit, zu den gewonnenen Informationen, welche 

ihr zur Begründung der angefochtenen Verfügung dienten (Vorwurf der an-

dauernden häuslichen Gewalt), Stellung zu nehmen. Dadurch hat sie den 

Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör in schwerwiegen-

der Weise verletzt. 

4.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör besteht unabhängig davon, ob 

dessen Achtung den Ausgang eines konkreten Verfahrens zu beeinflussen 

vermag; es handelt sich um einen Anspruch formeller Natur. Die Heilung 

von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Be-

schwerdeebene nur möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, die 

beschwerdeführende Person dazu Stellung nehmen kann, die festgestellte 

Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist, die fehlende Entscheidreife 

durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt werden 

kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungs-

befugnis zukommt (vgl. BVGE 2014/22 E. 5.3 m.w.H.). Vorliegend handelt 

es sich um eine schwerwiegende Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör, weshalb eine Heilung nicht in Frage kommt. 

4.5 Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, soweit die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung beantragt wird. Die vorinstanzliche Verfügung vom 

15. Januar 2025 ist vollumfänglich aufzuheben und die Sache in Anwen-

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Seite 8 

dung von Art. 61 Abs. 1 in fine VwVG zur Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat dem 

Beschwerdeführer unter Berücksichtigung etwaiger der Einsicht entgegen-

stehender Interessen den E-Mailverkehr mit dem zuständigen Sozialdienst 

(und die Gründe hierfür) offenzulegen und ihm die Gelegenheit zur Stel-

lungnahme zu bieten.  

4.6 Aufgrund der Rückweisung der Sache an das SEM erübrigt sich eine 

Auseinandersetzung mit den weiteren – insbesondere auch den materiel-

len Einwänden – in der Beschwerde. 

5.  

5.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlos-

sen, weshalb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses als gegenstandslos erweist. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls 

gegenstandlos ist. 

5.3  

5.3.1 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegen 

in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. 

5.3.2 Es wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen 

Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine 

Parteientschädigung von insgesamt Fr. 800.– zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen.  

2.  

Die vorinstanzliche Verfügung vom 15. Januar 2025 wird aufgehoben und 

die Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 800.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Bisig 

 

 

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