# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0635524-d109-5053-babb-5ad79813f757
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.05.2020 IV 2018/103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-103_2020-05-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/103

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.11.2021

Entscheiddatum: 25.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 25.05.2020
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invalideneinkommen, Tabellenlohnabzug 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Mai 
2020, IV 2018/103).

Entscheid vom 25. Mai 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.

IV 2018/103

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im März 2017 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Beim Versicherten war erstmals im August 2016 

eine Kardiomyopathie diagnostiziert worden (vgl. Bericht des Spitals B.___ vom 22. 

August 2016, IV-act. 22). In den Jahren 2016 und 2017 war der Versicherte im 

Zusammenhang mit der Herzerkrankung in der Klinik für Kardiologie des 

Kantonsspitals des Kantons St. Gallen (KSSG) behandelt worden. Die Ärzte hatten im 

Wesentlichen die Diagnosen dilatative Kardiomyopathie mit einer hochgradigen LV-

Funktionsstörung und einer initial mittelschweren Mitralklappeninsuffizienz sowie 

COPD gestellt. Im Februar 2017 war eine CRT-D-Implantation erfolgt (vgl. die Berichte 

des KSSG vom 28. Oktober 2016, 21. November 2016, 20. Dezember 2016, 30. Januar 

2017, 20. März 2017, IV-act. 14 ff.).

A.a. 

Am 6. April 2017 berichtete der Hausarzt, dass der Versicherte aufgrund der 

Kardiomyopathie in seiner angestammten Tätigkeit als Sanitärfachmann nicht mehr 

einsetzbar sei (IV-act. 7). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) erachtete die 

Einschätzung des Hausarztes am 25. April 2017 als nachvollziehbar. In einer körperlich 

sehr leichten, fast ausschliesslich sitzenden Tätigkeit verfüge der Versicherte über eine 

relevante Arbeitsfähigkeit (IV-act. 24).

A.b. 

Im Mai 2017 berichtete die Arbeitgeberin des Versicherten, die C.___ AG, dass der 

Versicherte von September 1994 bis August 2016 als Heizungsmonteur im 100%-

Pensum tätig gewesen sei (IV-act. 31).

A.c. 

Im Rahmen des Assessment-Gesprächs vom 6. Juni 2017 hielt der zuständige 

Eingliederungsverantwortliche fest, dass sich der Versicherte subjektiv nicht 

arbeitsfähig fühle (IV-act. 39). Am 3. August 2017 kündigte die Arbeitgeberin das 

Arbeitsverhältnis per 31. Oktober 2017 (vgl. IV-act. 40).

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 21. September 2017 hielt der Hausarzt fest, dass sich die linksventrikuläre 

Ejektionsfraktion (LVEF) von 20-25% auf aktuell 45% gesteigert habe. Der Versicherte 

sei als Heizungsmonteur nicht mehr einsetzbar, da er Treppen steigen und Geräte und 

Material tragen müsse (IV-act. 43).

A.e. 

Am 26. September 2017 teilte die IV-Stelle dem Versicherte mit, dass das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, da er sich nicht in 

der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 46)

A.f. 

Am 7. Dezember 2017 notierte der RAD, dass der Versicherte in der körperlich 

schweren Tätigkeit als Heizungsmonteur seit dem 20. Juni 2016 nicht mehr arbeitsfähig 

sei. In einer körperlich leichten, wechselnd belastenden, vorwiegend sitzenden 

Tätigkeit mit kurzen Gehstrecken und ohne die Notwendigkeit, Treppen zu steigen, 

betrage die Arbeitsfähigkeit angesichts einer inzwischen auch verbesserten 

linksventrikulären Auswurffraktion 100% (IV-act. 50). Gleichentags stellte die IV-Stelle 

dem Versicherten die Ablehnung des Leistungsgesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 

20% in Aussicht. Gestützt auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin sei von einem 

Valideneinkommen von Fr. 87'100.00 auszugehen. Beim Invalideneinkommen sei auf 

die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik abzustellen und ein 

Invalideneinkommen von Fr. 69'554.00 anzunehmen (IV-act. 53).

A.g. 

Dagegen wandte der Versicherte am 25. Januar 2018 ein, dass es ihm nicht 

zumutbar sei, in seinem Alter noch eine adaptierte Tätigkeit anzunehmen. Beim 

Valideneinkommen sei das jährliche Bruttoeinkommen des Jahres 2015 von Fr. 

92'180.00 heranzuziehen. Ausserdem sei beim Invalideneinkommen ein 

Tabellenlohnabzug von 25% zu gewähren. Damit stehe ihm mindestens eine 

Viertelsrente zu (IV-act. 57).

A.h. 

Am 12. Februar 2018 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsgesuchs. 

Zu den Einwänden hielt sie fest, dass beim Valideneinkommen auf die Angaben des 

ehemaligen Arbeitgebers abzustellen und eine Durchschnittsberechnung zu erstellen 

sei. Dadurch ergebe sich ein im Vergleich zum Vorbescheid angehobenes 

Valideneinkommen von Fr. 91'091.00. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens 

sei auf die LSE abzustellen. Aus medizinischer Sicht sei in einer adaptierten Tätigkeit 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Erwägungen

1.  

von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Deshalb sei beim 

Invalideneinkommen kein "leidensbedingter" Abzug anzurechnen. Das Alter bilde kein 

Kriterium für die Gewährung eines Tabellenlohnabzugs. Bei einem Valideneinkommen 

von Fr. 91'091.00 und einem Invalideneinkommen von Fr. 69'554.00 ergebe sich ein 

Invaliditätsgrad von 24% und damit kein Rentenanspruch (IV-act. 59).

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 12. März 2018 Beschwerde und 

beantragte die Zusprache mindestens einer Viertelsrente. Er machte geltend, dass er 

seine erlernte und langjährig ausgeführte Tätigkeit als Heizungsmonteur 

gesundheitsbedingt nicht mehr ausführen könne. Aus seiner Sicht sei es nicht 

zumutbar, dass er in seinem Alter noch eine adaptierte Tätigkeit annehmen müsse. Das 

von der IV-Stelle angenommene Invalideneinkommen von knapp Fr. 70'000.00 sei viel 

zu hoch. In seiner gesundheitlichen Situation und in seinem Alter würde es ihm nie 

gelingen, einen Arbeitgeber zu finden, der bereit sei, diesen hohen Lohn für eine 

ungelernte Tätigkeit zu bezahlen. Ihm sei ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 

25% zu gewähren (act. G 1).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. Mai 2018 die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass gemäss der LSE Männer im 

Kompetenzniveau 1 im Jahr 2015 ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 66'633.00 

erzielt hätten. Umstände, die einen Tabellenlohnabzug rechtfertigten, seien keine 

ersichtlich. Damit resultiere ein Invaliditätsgrad von rund 27%. Selbst wenn man einen 

15%igen Tabellenlohnabzug gewähren würde, ergäbe sich bei einem 

Invalideneinkommen von Fr. 56'638.00 immer noch ein rentenausschliessender 

Invaliditätsgrad von 38% (act. G 4).

B.b. 

Am 21. Juni 2018 hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde 

vollumfänglich fest (act. G 6).

B.c. 

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.3. 

Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im 

Verfügungszeitpunkt feststehen. In medizinischer Hinsicht ist gestützt auf die 

vorliegende Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt und wird von den 

Parteien denn auch nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner 

Herzerkrankung in seiner angestammten Tätigkeit als Heizungsmonteur seit Juni 2016 

nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer körperlich angepassten Tätigkeit besteht gemäss 

RAD hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.

1.4. 

Zwischen den Parteien bestehen unterschiedliche Standpunkte bezüglich der 

Höhe der Vergleichseinkommen sowie der Anrechnung bzw. der Höhe eines Abzugs 

vom Tabellenlohn.

2.1. 

Zur Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Vorliegend 

würde der am 13. März 2017 angemeldete Rentenanspruch mit Blick auf die seit Juni 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2016 bescheinigte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit 

frühestens am 1. September 2017 entstehen.

Der Beschwerdeführer hat eine Lehre als Heizungsmonteur absolviert und war 

danach sein ganzes Erwerbsleben lang in diesem Beruf tätig. Vor Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung hat er zuletzt seit 1994 bei der C.___ AG im 100%-

Pensum gearbeitet (vgl. IV-act. 1, 11, 31, vgl. auch den IK-Auszug vom April 2017, IV-

act. 6). Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin hat der Beschwerdeführer im Jahr 

2015 einen Jahreslohn von Fr. 92'180.00 erzielt; ohne Gesundheitsschaden hätte sich 

der Bruttolohn in Zukunft auf Fr. 91'000.00 belaufen (IV-act. 31). Die 

Beschwerdegegnerin hat der Berechnung des Valideneinkommens den Durchschnitt 

der abgerechneten Jahreslöhne der Jahre 2011 bis 2015 zugrunde gelegt und ist von 

einem Valideneinkommen von Fr. 91'091.00 ausgegangen, was sich mit den Angaben 

der Arbeitgeberin deckt. Der statistische, standardisierte Durchschnittslohn eines 

gelernten Heizungsmonteurs, der komplexe praktische Tätigkeiten ausübt, die ein 

grosses Wissen voraussetzen, hat im Jahr 2016 gemäss den Ergebnissen der LSE Fr. 

7'372.00 pro Monat betragen (Baugewerbe, Branche 41-43, Kompetenzniveau 3). Dies 

hat bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,3 Stunden pro Woche (Baugewerbe, 

41-43) und angepasst an die Nominallohnentwicklung (2016: 2239, 2017: 2249) im Jahr 

2017 einem Jahreslohn von Fr. 91'747.00 entsprochen. Das von der 

Beschwerdegegnerin errechnete Durchschnittseinkommen entspricht somit im 

Wesentlichen den statistischen Durchschnittslöhnen eines gelernten Heizungsmonteurs 

mit erweiterten Kenntnissen. Damit ist das in der angefochtenen Verfügung 

herangezogene Valideneinkommen von Fr. 91'091.00 nicht zu beanstanden (und wird 

vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten).

2.3. 

 2.4. 

Der Beschwerdeführer ist in seiner angestammten Tätigkeit als Heizungsmonteur 

aus medizinischen Gründen vollständig arbeitsunfähig. Diese Tätigkeit kann also nicht 

die Invalidenkarriere sein. Da er seine Restarbeitsfähigkeit nur noch in einer der 

Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten Erwerbstätigkeit ausüben kann, ist es ihm 

nicht mehr möglich, seine beruflichen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen zu 

verwerten. Deshalb stehen ihm nur noch adaptierte Hilfsarbeitertätigkeiten offen. Seine 

Invalidenkarriere ist also die Hilfsarbeit. Dabei besteht keine Beschränkung auf eine 

bestimmte Branche, da eine Hilfsarbeit definitionsgemäss keine neue, berufliche 

Ausbildung, sondern höchstens eine kurze Einarbeitung am konkreten Arbeitsplatz 

erfordert. Der Beschwerdeführer hat sich allerdings auf den Standpunkt gestellt, dass 

2.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

es ihm nicht zumutbar sei, aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als gelernter 

Heizungsmonteur noch eine angepasste leichte Hilfsarbeit anzunehmen.

Das versicherte Risiko bzw. der Schaden, der durch die Invalidenrente gedeckt 

wird, ist die Invalidität (Art. 8 ATSG), genauer die Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 Abs. 1 

ATSG), also der voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. 

Das versicherte Gut, das bei Eintritt des Risikos beschädigt wird, ist also 

notwendigerweise die Erwerbsfähigkeit (Art. 7 Abs. 1 ATSG e contrario). Ebenso wie 

eine durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkte Arbeitslosigkeit muss auch eine 

Unzumutbarkeit der Ausübung einer Hilfsarbeit invalidenversicherungsrechtlich 

irrelevant sein. Die Zumutbarkeit der Ausübung einer Hilfsarbeitertätigkeit ist wie die 

Arbeitslosigkeit ein IV-fremdes Element, da der Invaliditätsbegriff – bzw. der versicherte 

Schaden – jedes nicht direkt durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkte Fehlen 

von Erwerbseinkommen nicht abdeckt. Wer objektiv betrachtet durch die Ausübung 

einer adaptierten Hilfsarbeit ein rentenausschliessendes Invalideneinkommen erzielen 

könnte, ist nicht invalid im Sinne des Gesetzes, selbst wenn er es aus subjektiven 

Gründen (z.B. wie im Falle des Beschwerdeführers ein sozialer Abstieg durch den 

Wechsel von einer jahrelangen Facharbeit zu einer einfachen Hilfsarbeit) als 

unzumutbar erachtet, eine solche (geringere) Hilfsarbeit auszuüben. Die subjektiv 

empfundene Unzumutbarkeit einer Hilfsarbeitertätigkeit begründet mit anderen Worten 

keine Invalidität.

2.4.2. 

Der Beschwerdeführer hat im Weiteren sinngemäss geltend gemacht, dass er 

aufgrund seine Alters keine Stelle mehr finden werde, d.h. seine Restarbeitsfähigkeit 

aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwerten könne. Das Alter des 

Beschwerdeführers ist mitunter auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt von Bedeutung. In 

der Invalidenversicherung gilt jedoch das Konzept des ausgeglichenen Arbeitsmarktes 

(Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist (teilweise) fiktiver Natur. Er 

umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und 

der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von 

seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl 

bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie 

auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt 

sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche 

Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b). Für die Invaliditätsbemessung ist 

folglich nicht massgeblich, ob eine invalide Person unter den konkreten 

2.4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr 

verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von 

Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften bestünde. Auf dem 

invalidenversicherungsrechtlich heranzuziehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt spielt 

das Alter des Beschwerdeführers folglich keine Rolle. Anzumerken bleibt, dass ein 

fortgeschrittenes Alter in der Rechtsprechung zuweilen als Kriterium anerkannt wird, 

wenn es zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 

führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und 

dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr 

zumutbar ist. Selbst wenn man dieser Rechtsprechung folgen würde, wären im 

vorliegenden Fall ausser dem Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 1959) – wenn 

überhaupt – keine objektiven Gründe ersichtlich, die einer Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers entgegenstehen würden, zumal dem 

Beschwerdeführer alle körperlich leichten (sitzenden) Tätigkeiten offenstehen.

Bei der Bemessung des Invalideneinkommens ist auf das durchschnittliche 

Einkommen aller Hilfsarbeiter gemäss der LSE-Tabellen abzustellen. Dem 

Beschwerdeführer stehen Hilfsarbeiten in allen Branchen offen und es ist ihm 

zumutbar, eine seinem Belastungsprofil angepasste Hilfsarbeitertätigkeit auszuführen 

(vgl. vorstehende E. 2.4.2). Das Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren 

Invalideneinkommens entspricht folglich dem Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne. Das 

durchschnittlich erzielte Jahreseinkommen eines Hilfsarbeiters, angepasst an die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, hat im Jahr 2016 Fr. 

67'416.40 betragen (T1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Männer). 

Angepasst an die Nominallohnentwicklung (Tabelle T1.39; 2016: 2239, 2017: 2249) 

ergibt sich für das Jahr 2017 ein Einkommen von Fr. 67'717.50.

2.4.4. 

Zu prüfen bleibt, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein 

Tabellenlohnabzug gerechtfertigt ist. Mit einem Abzug vom Tabellenlohn soll dem 

Umstand Rechnung getragen werden, dass es einer an einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung leidenden versicherten Person aus betriebswirtschaftlich-

ökonomischer Sicht unter Umständen nicht möglich ist, mit ihrer Arbeitsleistung 

denselben ökonomischen Mehrwert wie eine gesunde, im selben Pensum tätige Person 

zu generieren. Zudem muss ein potentieller Arbeitgeber das Risiko von vermehrten 

krankheitsbedingten Ausfällen einkalkulieren. Damit wird der ökonomische Mehrwert 

der Arbeitsleistung des Beschwerdeführers unter dem statistischen Zentralwert liegen, 

weshalb ein zusätzlicher Lohnabzug zu erfolgen hat. Wenn man solche 

2.4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

betriebswirtschaftlich-ökonomischen Zwänge ignoriert und die Gleichwertigkeit von 

gesunden teilerwerbstätigen Hilfsarbeitern und gesundheitlich angeschlagenen 

teilarbeitsfähigen Hilfsarbeitern fingiert, so bezieht man einen Soziallohnanteil in den 

Einkommensvergleich ein, was offensichtlich gesetzwidrig ist und mit dem Abzug vom 

Tabellenlohn ja gerade verhindert werden soll. Im Gegensatz zu gesunden 

Hilfsarbeitern weist der Beschwerdeführer – indirekt krankheitsbedingt – 

betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet besondere Nachteile auf. Das rechtfertigt 

praxisgemäss einen Tabellenlohnabzug von 10%. Ebenso wie bei der Frage nach der 

Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist das Alter des Beschwerdeführers beim 

Tabellenlohnabzug nicht von Relevanz; es stellt keinen Grund für einen Abzug vom 

Tabellenlohn dar. Ein fortgeschrittenes Alter erschwert allenfalls das Finden einer 

Anstellung auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt; auf dem IV-rechtlich relevanten 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. E. 2.4.3) findet auch ein 59-Jähriger sofort eine 

Stelle. Bei einem 10%igen Tabellenlohnabzug resultiert ein Invalideneinkommen von 

Fr. 60'945.75 (Fr. 67'717.50 x 0.9).

Bei einem Valideneinkommen von Fr. 91'091.00 und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 60'945.75 ergibt sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 33% 

(Fr. 91'091.00 – 60'945.75 / Fr. 91'091.00 x 100). Der Beschwerdeführer hat folglich 

keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Die angefochtene Verfügung erweist sich im 

Ergebnis als rechtmässig.

2.5. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.3.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Die Gerichtsgebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

3.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

3.

Das Gesuch um Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.05.2020
	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invalideneinkommen, Tabellenlohnabzug (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Mai 2020, IV 2018/103).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T03:53:26+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen