# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e869bfd3-3164-55f4-9ab3-ffabb5f33f0c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-29
**Language:** de
**Title:** Verzugszinsen; AK setzte Akontozahlungen wegen eines Rechnungsfehlers zu tief fest; Auf Nachzahlung von Akontobeiträgen sind keine Verzugszinsen nach Art. 41bis AHVV geschuldet, erst nach definitiver Beitragsfestsetzung.
**Docket/Reference:** AB.2014.00049
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AB.2014.00049.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AB.2014.00049
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
29. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
CompTax
Treuhand
Y.___
Hertistrasse
26, Postfach, 8304 Wallisellen
gegen
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband
Sumatrastrasse
15, Postfach 16, 8042 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Mit
Beitragsv
erfügun
gen
vom
2
3.
Oktober 2013
setzte die
Ausgleichskasse
Schwei
zerischer Baumeisterverband die persönlichen Beiträge von
X.___
für
die Jahre 2007
und
2008
auf
Fr. 780‘615.60 bzw. Fr. 327‘969.
--
(in
klusive Verwaltungskosten
)
gestützt auf die Steuermeldungen
fest (
Urk.
13/8 und
Urk.
13/10
).
Mit provisorischer Verfügung vom
gleichen Tag
setzte
sie zudem
die persönlichen Beiträge für das Jahr 201
1
auf Fr. 840‘918.40 (inklusiv
e Ver
waltungskosten) fest (Urk.
13/6), was dem rund
s
iebenmal
höheren als bisher fakturierten Betrag entsprach.
Am
8.
November 2013 erhob
X.___
gegen die Beitragsverfügungen betref
fend die Beitragsjahre 2007 und 2008 Ein
sprache. Mit Verzugszinsabrechnung vom 1
3.
November 2013 sprach die
Aus
gleichskasse
Schweizerischer
Baumeis
terverband
X.___
auf
zuviel
bezahlten
Beiträge
n
für
d
as Jahr
2008
Vergütungszinsen in Höhe von Fr. 19‘818.05 gut und forderte
auf Beiträgen
für das Jahr 2007 Verzugszinsen in
Höhe von Fr. 110‘033.85 und
auf solchen
für das Beitragsjahr
2011
V
erzugs
zin
sen
in Höhe von Fr. 30‘783.05 (
Urk.
13/5).
Mit
Einspracheescheid
vom 1
8.
Jun
i 2014 wies die Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterv
erb
and die von
X.___
ge
gen die Beitragsverfügungen
der
Jahre 2007 und 2008
erho
bene Einsprache
ab.
Die hiergegen erhobene Beschwerde ist Gegenstand des un
ter der Prozessnummer AB.2014.00036 angelegten Verfahrens.
Am gleichen Tag wies
die Ausgleichskasse
auch die gegen die Zinsabrechnung
erhobene Ein
sprache (
Urk.
13/4
)
ab (
Urk.
2).
2.
Am 1
5.
August 2014 erhob
X.___
Beschwerde gegen den
Ein
s
p
r
a
cheentscheid
betreffend Zinsabrechnung und beantragte, die Zinsen für die Beitragsjahre 2007 und 2008 seien bis zur definitiven Festsetzung der Beiträge zu sistieren und
für die Beiträge des Jahres 2011 seien keine Verzugszinsen zu erheben (
Urk.
1). Mit Verfügung vom
7.
Oktober 2014 wurde der
Beschwerde
geg
nerin
Frist angesetzt, um zur Beschwerde Stellung zu nehmen und um ihre
vollstän
digen Akten einzureichen (
Urk.
7). Da die
Beschwerdegegnerin
sich nicht
innert Frist vernehmen liess und ihre Akten nicht einreichte, wurde ihr mit Verfügung vom 1
1.
Dezember 2014 erneut Frist angesetzt, um ihre vollstän
di
gen Akten einzureichen, mit der Androhung, dass sie bei Säumnis mit einer Ordnungsbusse bestraft werde (
Urk.
10).
Am 2
3.
Dezember 2014 teilte die
Be
schwerdegegnerin
mit, dass sie an ihrem Entscheid festhalte und reichte ihre Akten
ein (
Urk.
12 und
Urk.
13/1-13). Am
6.
Januar 2015 wurde die
Beschwer
de
gegnerin
telefo
nisch aufgefordert, die vom Beschwerdeführer
aufgelegten
, der Beschwerdegegnerin am
7.
Oktober 2014 zugestellten Akten, dem Gericht zu
rück
zusenden (
Urk.
14).
Gleichentags sandte die Beschwerdegegnerin einen Teil dieser Akten dem Gericht zu (
Urk.
16/1-5) und erklärte, die vom Be
schwerde
führer ebenfalls eingereichte E-Mail vom
7.
Oktober 2013 sei in ihren Akten nicht mehr auffindbar (
Urk.
15). Mit Verfügung vom 1
5.
Januar 2015 wurde de
r
Beschwerdeführer
ersucht
, die E-Mail vom
7.
Oktober 2013 er
neut einzureichen (
Urk.
17). Dieser Aufforderung kam
er
innert Frist nach (
Urk.
19 und
Urk.
20/1), was der Beschw
erdegegnerin am 27.
Januar 2015 mit
geteilt wurde (
Urk.
21).
3.
Mit heutigem Urteil wurde die vom Beschwerdeführer gegen den
Einspracheent
scheid
der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Juni 2014 betreffend Beiträge der Jahre 2007 und 2008
erhobene Beschwerde
in dem Sinne gutgeheissen, dass der an
gefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zur Einholung einer
rektifi
zierten
Steuermeldung
und neuer Beitragsfestsetzung
an die
Beschwerde
geg
nerin
zurückgewiesen wurde (Prozess Nr. AB.2014.00036).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin erklärt
e
zur Begründung ihres Entscheides, für fällige Beitragsforderungen und Beitragsrückerstattung
sansprüche
seien Verzugs- und Vergütungszinsen zu leisten. Keine Verzugszinsen müssten geleistet werden, wenn die
Akontobeiträge
weniger als 25
%
unter den tatsächlich geschuldeten Beiträgen
lägen
. Lägen die
Akontobeiträge
jedoch mindestens 25
%
unter den
tatsächlich geschuldeten Beiträgen, müssten Verzugszinsen geleistet werden.
Dies
falls
könnten keine Ausnahmen von der Verzugszinspflicht gemacht
wer
den. Bei der Erhebung von Verzugszinsen handle es sich nicht um eine Kann-Vorschrift, welche der Verwaltung einen weiten Ermessens
spiel
raum einräume.
Die
vom Beschwerdeführer
geleisteten
Akontobeiträge
der Jahre 2007 und 2011
würden
mindestens 25
%
von den defin
itiv geschuldeten Beiträgen ab
w
ei
chen,
weshalb der Beschwerdeführer für diese Beiträge Verzugszinsen zu leisten habe
(
Urk.
2).
1.2
Der Beschwerdeführer l
iess
zur Begründung seiner Beschwerde vorbringen, ge
gen
die definitiven Veranlagungen
der Jahre
2007 und 2008
habe er Be
schwerde
erhoben
. Die definitiven Zinsen
für Beiträge dieser Jahre
seien bis zum Ausgang jenes Verfahrens zu sistieren.
Mit E-Mail vom
7.
Oktober 2013 habe die Beschwerdegegnerin seinem Vertreter mitgeteilt,
dass
für die
Jahre 2011 und 2012 wahrscheinlich zu tiefe
Akonto
b
eiträge
in Rechnung gestellt worden seien. Am 8.
Oktober 2013
habe
ihm
die
Beschwerdegegnerin
telefonisch mitgeteilt
, dass infolge
ihr
es Fehlers auf die Verzugszinsen verzichtet werde
,
und
habe
um Mitteilung der aktuellen beitrags
pflichtigen Fakto
ren 2011 und 2012 ersucht
. Am 1
3.
November 2013 habe ihm die Beschwerdegegnerin per E-Mail mitgeteilt, dass nach interner Rücksprache auf
die Erhebung von
Verzugszinsen nicht ver
zichtet werden dürfe.
Dass die
Akontob
eiträge
2011
zu tief festgesetzt worden
sei
en, beruhe
un
bestrittener
massen auf eine
m
Feh
ler der Beschwerdegegnerin
. Nach Treu und Glauben dürf
e er sich auf die Aussage d
er Beschwerdegegnerin verlassen
. Die Verzugszinsen für das Jahr 2011 seien daher zu stornieren. Ob
wohl die persönliche AHV-Veranlagung 2011 provisorisch sei, seien im Ent
scheid vom 1
8.
November 2013
(richtig wohl: 18. Juni 2014)
die Verzugszinsen
2011
explizit bestätigt wor
den.
Die Frage, ob in diesem konkreten Fall Zinsen erhoben werden dürften oder nicht,
könne unabhängig vom Veranlagungsstand geprüft werden. Falls dem Hauptstandpunkt nicht gefolgt werde, sei der Verzugszinssatz auf 1
%
zu redu
zieren (
Urk.
1).
1.3
Anfechtungsgegenstand ist der
Einspracheentscheid
vom 18. Juni 2014 (Urk. 2). Damit wurden Vergütungszinsen auf rückerstattete Beiträge für das Jahr 2008 sowie
Verzugzinsen
auf nachzuzahlenden Beiträge für das Jahr 2007 (beide Perio
den gestützt auf Steuermeldungen definitiv festgesetzt, jedoch noch nicht
rechts
kräftig) sowie für Beiträge der Periode 2011 (provisorisch
akonto
erho
bene
Beiträge) verfügt. Strittig ist insbesondere, ob der Beschwerdeführer auf den nachträglich erhobenen
Akonto
-Beiträgen für das Jahr 2011 ab 1. Januar 2013 bis zur neuen
Akontorechnung
vom 23. Oktober 2013 Verzugszinsen zu zahlen hat.
2.
2.1
Vom Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben
(Art. 3
und 8 f.
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenver
si
cherung
, AHVG
;
Art.
2 und 3
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenver
siche
rung, IVG
;
Art.
26 und 27
des
Bundesgesetz
es
über den Erwerbsersatz für
Dienst
leistende
und bei Mutterschaft,
EOG
).
Gemäss Art. 22 der Verordnung über
die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr fest
gesetzt, wobei das Kalenderjahr als Beitragsjahr gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
Ermittelt wird das für die Bemessung der Beiträge massgebende
Erwerbsein
kommen
von den kantonalen Steuerbehörden; dies aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer bzw. für das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranla
gung unter Berücksichtigung der interkantonalen Repartitionswerte (Art. 23 Abs. 1 AHVV). Die kantonalen Steuerbehörden übermitteln diese Angaben für jedes Steuerjahr laufend den Ausgleichskassen (Art. 27 Abs. 2 AHVV).
2.2
Im laufenden Beitragsjahr haben die beitrags
pflichtigen
Selbständigerwerben
den
nach Art. 24 AHVV periodisch
Akontobeiträge
zu leisten (Abs. 1). Die
Aus
gleichskassen
bestimmen die
Akontobeiträge
aufgrund des voraussichtlichen Einkommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Beitragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn, der Beitrags
pflich
tige mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem voraus
sichtli
chen Einkommen (Abs. 2). Zeigt sich während oder nach Ablauf des
Bei
trags
jahres
, dass das Einkommen wesentlich vom voraussichtlichen Ein
kommen abweicht, so passen die Ausgleichskassen die
Akontobeiträge
an (Abs. 3). Die Beitragspflichtigen haben den Ausgleichskassen die für die Festset
zung der
Akonto
beiträge
erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen auf Verlangen
einzureichen und wesentliche Abweichungen vom voraussichtlichen Einkom
men
zu melden (Abs. 4).
Zahlungsperiode für die
Akontobeiträge
Selbständigerwer
bender
ist in der Regel das Vierteljahr (Art. 34 Abs. 1
lit
. b AHVV). Die für die Zahlungsperiode ge
schul
deten Beiträge sind innert zehn Tagen nach deren Ablauf zu bezahlen (Art.
34 Abs. 3 erster Satz).
Die Ausgleichskassen setzen die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge – in der Regel nach Eingang der Steuermeldung, vgl. Art. 27 AHVV und E.
2
.1 – in einer Verfügung fest und nehmen den Ausgleich mit den geleisteten
Akonto
beiträgen
vor (Art. 25 Abs. 1 AHVV). Die von den Beitragspflichtigen zu wenig entrichteten Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Zuviel entrichtete Beiträge haben die Ausgleichskassen zurückzuerstatten oder zu verrechn
en (Art. 25 Abs. 2 und 3 AHVV).
2.3
Nach Art. 26 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG; anwendbar gestützt auf Art. 1 AHVG) sind für fällige
Bei
tragsforderungen
und Beitragsrückerstattu
ngsansprüche Verzugs- und
Vergü
tungszinsen
zu leisten. Der Bundesrat kann für geringfügige Beiträge und kurz
fristige Ausstände Ausnahmen vorsehen.
Gemäss Art. 41
ter
AHVV werden für nicht geschuldete Beiträge,
die von der
Aus
gleichskasse
zurückerstattet oder verrechnet werden,
Vergütungszin
sen
ausge
rich
tet (Abs. 1). Der Zinsenlauf beginnt im Allgemeinen am 1. Januar nach Ab
lauf des Kalenderjahres, in dem die nicht geschuldeten Beiträge bezahlt wurden (Abs. 2). Die Zinsen laufen bis zur vollständigen Rückerstattung (Abs. 4).
Wurden hingegen zu wenig
Akontobe
iträge
bezahlt, so hat der
Selb
stän
dig
erwerbende
auf den auszugleichenden persönlichen Beiträgen, die nicht innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung geleiste
t werden, erst ab Rechnungsstel
lung durch die Ausgleichskasse Verzugszinsen zu entrichten (Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. e AHVV). Falls die
Akontobeiträge
mindestens 25 % unter den tatsächlich ge
schuldeten Beiträgen liegen und nicht bis zum 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahres entrichtet werden, so beginnt die Pflicht zur Entrichtung von Verzugszinsen ab dem 1.
Januar nach Ablauf des dem
Bei
tragsjahr
folgenden Kalenderjahres (Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV).
Von diesem Tatbestand der Differenzzahlungen abgesehen, haben nach Art. 41
bis
AHVV Verzugszinsen zu entrichten: Beitragspflichtige im Allgemeinen auf Beiträgen, die sie nicht innert 30 Tagen nach Ablauf der Zahlungsperiode bezahlen, ab Ablauf der Zahlungsperiode (
lit
. a) und Beitragspflichtige auf für vergangene Kalenderjahre nachgeforderten Beiträgen ab dem 1. Januar nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches die Beiträge geschuldet sind (
lit
. b).
Der Satz für die Verzugs- und Vergütungszinsen beträgt 5 % im Jahr (Art. 42 Abs. 2 AHVV).
3.
Mit heutigem Urteil (Prozess Nr. AB.2014.00036) wurde
die vom Beschwerde
führer
gegen die Beitragsfestsetzung der
Jahre 2007 und 2008
erhobene Be
schwerde
in dem Sinne teilweise gutg
e
heissen, dass der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
wurde
, damit sie nach Einholung einer
neuen
Steuermeldung über die Beitragshöhe neu entscheide
t
. D
ie angefochtene
n
Zinsabrechnungen für die Jahre
2007
und 2008
basieren somit auf nicht
rechtskräftig und korrekt festgesetzten
Beiträgen.
Ent
sprechend kann auch die Höhe der Verzugs- bzw. Vergütungszinsen noch nicht festgestellt werden.
D
er angefochtene
Einspracheentscheid
ist daher betreffend
die Verzugs- bzw.
Ver
gütung
szinse
der
Beitragsj
ahre 2007 und 2008
aufzu
heben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach
definitiver Festsetzung
der
persönlichen
Beitr
äge
für die
Jahre 2007 und 2008
die Vergütungs- bzw. Verzugs
zinsen neu
berechne
.
4.
Fü
r das Beitragsjahr 2011 verlangte die Beschwerdegegnerin vom Beschwerde
führer
am 7. März 2011
Akontozahlungen in Höhe von
insgesamt
Fr. 81‘883.80
(inklusive Verwaltungskos
ten)
, das heisst pro Quartal Fr. 20‘470.95
ein (
Urk.
6/1). Die Beschwerdegegnerin ging dabei
(
gestützt auf das im Jahr 2005 veranlagte Einkommen
)
von einem Einkommen
aus selbständiger Er
werbs
tätigkeit
von Fr. 6‘264‘451.
--
und einem im Betrieb investierten Kapital von
Fr.
43‘179‘000.-- aus. Unter
Anrechnung
eines Freibetrages für Rentner von Fr. 16‘800.
--
und eines Zinses für das im Betri
eb investierte Eigenkapital in H
öhe von 2,5
%
errechnete sie
ein
massgebendes
(beitragspflichtiges)
Erwerbs
einkommen
von Fr. 842‘175.
--
. Bei einer korrekten Berechnung hätte
n sich
bei den genannten Pa
rametern jedoch ein
beitragspflichtiges
Erwerbse
inkommen von Fr. 5‘842‘175.
-- (Fr. 6‘264‘451.-- + Fr. 673‘999.
-- [AHV-Beträge]
-
Fr.
43‘179‘000
.
--
x 0,025
– Fr. 16‘800.--)
und
Akontozahlungen in
Höhe von
insgesamt
Fr. 566‘
891.--
(
inkl. Verwal
tungskosten
Fr. 5‘842‘175.
--
x 0,097 +
Fr. 200.--)
,
das heisst pro Quartal Fr. 141‘722.75
ergeben
.
Das von der
Be
schwer
degegnerin
errechnete
beitragspflichtige
Erwerbse
inkom
men
war
somit
rund siebenmal kleiner als das tatsächlich massgebende
E
in
kommen.
Zu beach
ten bleibt indes, dass die am 23. Oktober 2013 erfolgte Festsetzung von Bei
trägen für das Jahr 2011 lediglich eine Anpassung der
akonto
zu bezahlenden Bei
trägen im Sinne von Art. 24 Abs. 3 AHVV darstellt und nicht eine Nach
forderung im Sinne von Art. 25 Abs. 2 AHVV von persönlichen Beiträgen für das Jahr 2011, die gestützt auf die Steuermeldung festgesetzt werden (E. 2.2). Demzufolge sind die Bestimmungen über die Verzugszinsen in Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. e. und f. AHVV, welche sich beide auf die nach Art. 25 Abs. 2 AHVV auszu
gleichenden, auf definitiver Beitragsfestsetzung beruhenden
Beitragsnachforde
rungen
beziehen, nicht einschlägig. Die Nachforderung von
Aktontobeiträgen
fällt auch nicht unter den Begriff der nachgeforderten Beiträge im Sinne von Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. b AHVV. Unter diese Regelung fallen namentlich für ver
gangene Beitragsjahre nachgeforderte persönliche Beiträge (auch
Aktontobei
träge
) bei nachträglicher Erfassung der versicherten Person und aufgrund einer
Nachsteuerveranlagung nachgeforderte persönliche Beiträge (vgl. Wegleitung des
Bundesamtes für Sozialversicherung [BSV] über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO [WBB], gültig ab 1.1.2008,
Rz
4010 f.). Die
Verzugszinsen
rege
lungen
in Art. 41
bis
AHVV sehen demzufolge für den vorliegenden Fall einer Nachforderung von
Akontobeiträgen
für vergangene Jahre, für welche bereits, wenn auch zu niedrige
Akontobeiträge
bezahlt wurden, nicht vor, weshalb hier
auf keine Verzugszinsen zu erheben sind. Dies schliesst nicht aus, im Zuge der definitiven Beitragsfestsetzung für das Jahr 2011 gestützt auf Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. e oder f. AHVV zu gegebener Zeit Verzugszinsen zu fordern. In diesem Zusammenhang ist anzufügen, dass der Rechnungsfehler in der provisorischen Beitragserhebung vom 7. März 2011 für den Beschwerdeführer ohne weiteres
erkennbar gewesen wäre, weshalb die in Art. 24 Abs. 4 AHVV statuierte
Mit
wirkungspflicht
bei
Akontoerhebungen
zum Tragen kommt. Ferner ist darauf
hinzuweisen, dass der vom Beschwerdeführer angerufene Vertrauensschutz nicht
ohne Nachteil rückgängig zu machende Dispositionen voraussetzen würde.
5.
Nach dem Gesagten ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juni 2014 aufzuheben und die Sache an die
Beschwerdegeg
nerin
zurückzuweisen, damit diese nach der definitiven Festsetzung
der Beiträge für die Jahre 2007 und
2008 über die Verzugs- bzw. Vergütungszinsen neu
entscheidet
.
6.
6.1
Das Beschwerdeverfahren vor dem zürcherischen Sozialversicherungsgericht ist in beitragsrechtlichen Streitigkeiten grundsätzlich kostenlos. Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, können jedoch Kosten auferlegt werden (
Art.
61
lit
. a ATSG,
§
33
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Da die
Beschwerdegegnerin
die vom Beschwerdeführer mit seiner Be
schwerde eingereichten Beilagen dem Gericht nicht vollständig zurücksandte, mussten diese wiederhergestellt werden
(vgl.
Urk.
15,
Urk.
17,
Urk.
19 und Urk. 20/1)
. Die hierdurch entstandenen Kosten, welche ermessensweise auf Fr. 100.-- festzusetzen sind, sind der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungs
gericht
,
GSVGer
). Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Vorliegend ist ausserdem der Auf
wand für die Wiederherstellung der Akten zu beachten (§ 6 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem
Sozialver
siche
rungs
gericht
). Unter Berücksichtigung der massgebenden Umstände ist die
Parteient
schä
dig
ung
ermessensweise auf Fr. 600.--
festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Ausgleichskasse Schweizer Baumeisterverband vom 18. Juni 2014 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese nach definitiver Festsetzung der effektiv geschuldeten persönlichen Beiträge der Periode 2007 und 2008 die hierauf entfallenden Verzugs- und Vergütungszinsen neu berechne.
2.
Der Beschwerdegegnerin
werden
Gerichtskosten von
Fr.
100
.--
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
60
0
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CompTax
Treuhand
-
Ausgleichskasse Schweizerischer Baumeisterverband
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler