# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c59984de-1a80-55f3-b70e-1992a557e87c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.04.2024 720 23 337 / 84 (720 2023 337 / 84)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-337---84_2024-04-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. April 2024 (720 23 337 / 84) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Prüfung des Rentenanspruchs einer versicherten Person gestützt auf versicherungsin-

terne Beurteilungen 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dominique Flach, Advo-
katin, indemnis, Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1975 geborene A.____ war vom 1. Oktober 2019 bis 31. August 2021 in einem 
Pensum von 80 % als Pflegekraft am Spital B.____ angestellt. Seit 2017 leidet er an Rückenbe-
schwerden mit wiederkehrenden Lumboischialgien. Infolge der verminderten Leistungsfähigkeit 
kam es am Arbeitsplatz zu Konfliktsituationen. A.____ entwickelte daraufhin psychische Be-
schwerden und fiel krankheitsbedingt ab 23. Oktober 2020 aus. Am 21. Juni 2021 meldete er 
sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklä-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse verneinte die IV-Stelle nach Durchfüh-
rung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 22. September 2023 einen Anspruch von 
A.____ auf eine Invalidenrente. Sie stützte sich dabei auf die verwaltungsinterne Einschätzung 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD). 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Dominique Flach, mit Eingabe vom 
25. Oktober 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Er beantragte, die angefochtene Verfügung vom 22. September 2023 sei aufzuhe-
ben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen auszurichten. 
Die IV-Stelle hätte auf die Einschätzung des fachfremden RAD-Arztes Dr. med. C.____, Fach-
arzt für Arbeitsmedizin, vom 28. Juli 2023 nicht abstellen dürfen, da diese den beweisrechtli-
chen Anforderungen nicht genüge. Namentlich fehle es bezüglich der psychiatrischen Diagnose 
an einer Indikatorenprüfung, weshalb von einer ungenügenden Abklärung des medizinischen 
Sachverhalts und folglich einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auszugehen sei. In 
Bezug auf den Einkommensvergleich sei ferner das Valideneinkommen anhand der Lohntabel-
len der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2020 des Bundesamtes für Statistik zu 
bestimmen und nicht anhand der Lohnangaben des letzten Arbeitgebers. Massgebend sei das 
Einkommen gemäss Tabelle T1_tirage_skill_level, Männer, Wirtschaftszweig 86-88 (Gesund-
heits- und Sozialwesen), Kompetenzniveau 2 (Fr. 5'543.--). Nach Umrechnung auf 41,7 Wo-
chenstunden und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung sei das Valideneinkom-
men auf Fr. 71'084.-- festzusetzen. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 8. Dezember 2023 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 
der Beschwerde. Es bestehe kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. C.____ 
zu zweifeln. Er stimme in seiner Beurteilung vom 28. Juli 2023 den Einschätzungen der behan-
delnden Ärztinnen und Ärzte sowohl in psychiatrischer wie auch in somatischer Hinsicht zu. In 
den gesamten Akten finde sich kein Arztbericht, in welchem für eine optimal angepasste Ver-
weistätigkeit eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werde. Insofern seien die medi-
zinischen Akten im vorliegenden Fall klar und widerspruchsfrei, so dass darauf abgestellt wer-
den könne. In Bezug auf die Ermittlung des Valideneinkommens sei festzuhalten, dass der Ver-
sicherte seinen Arbeitsplatz aus gesundheitlichen Gründen verloren habe, weshalb die Anga-
ben des letzten Arbeitgebers massgebend seien. Aber selbst wenn auf die LSE-Tabellenlöhne 
abzustellen wäre, käme aufgrund des Ausbildungsprofils des Beschwerdeführers lediglich 
Kompetenzniveau 1 (Fr. 4'700.--) in Frage. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 25. Oktober 2023 ist demnach einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-
rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-
gung erging nach dem 1. Januar 2022. Auf alle Rentenansprüche, die ab dem 1. Januar 2022 
entstehen, finden grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung der 
Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 in der Fassung gültig ab dem 1. Januar 2022 
Anwendung. Erfolgt die Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 
2022, welche aber einen Rentenanspruch vor dem 1. Januar 2022 betrifft, sind die Bestimmun-
gen des IVG und diejenigen der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 massgebend 
(Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Ja-
nuar 2022, Rz. 9101; Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line-
aren Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 1009). Vorliegend meldete 
sich der Versicherte am 21. Juni 2021 zum Leistungsbezug an. Der frühestmögliche Rentenbe-
ginn fällt auf den Monat Dezember 2021. Die Bestimmungen werden deshalb im Folgenden 
jeweils in der bis 31. Dezember 2021 geltenden Fassung wiedergegeben, zitiert und angewen-
det. 
 
3. Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente verneint hat. 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 ATSG vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil-
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten 
(Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Auf-
gabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich 
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-
Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende 
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge-
meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesund-
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
3.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 
141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi-
sche Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi-
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhän-
gig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem 
Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu er-
bringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit 
Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psy-
chischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unter-
ziehen. Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel-
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen 
Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
4.1 Um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person beur-
teilen zu können, ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen an-
gewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher-
te Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage 
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.2 Sämtliche Beweismittel, somit auch medizinische Berichte und Sachverständigengut-
achten, unterliegen der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Im Sinne einer Richtlinie 
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärz-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-
sigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 125 V 351 E. 3b/bb). Demgegenüber 
kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zwar nach der Recht-
sprechung Beweiswert zu, praxisgemäss haben sie aber nicht dieselbe Beweiskraft wie ein ge-
richtliches oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 
gegebenen Gutachten. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Beste-
hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter-
nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 
E. 5.1, 139 V 225 E. 5.3, 135 V 465 E. 4.4 und 4.7). 
 
5.1 Der Beschwerdeführer ist seit 2007 bei Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Me-
dizin, in Behandlung. Gemäss dessen Bericht vom 11. Juli 2021 leidet der Versicherte seit 2017 
an Rückenbeschwerden mit Phasen akuter Lumboischialgie (Juni 2020, Oktober 2020 und April 
2021). Infolge der verminderten Leistungsfähigkeit sei es zu Spannungen am Arbeitsplatz ge-
kommen und im Verlauf zu psychischen Beschwerden. Diesbezüglich werde der Versicherte 
von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, betreut. In Bezug auf die Rücken-
beschwerden sei er in spezialärztlicher Behandlung bei Dr. med. F.____, Klinik für Orthopädie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital G.____. Als Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit nannte Dr. D.____ ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit Diskusextru-
sion LWK (Lendenwirbelkörper) 1/2 und muskulärer Dysbalance. In einer nicht rückenadaptier-
ten Tätigkeit sei der Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig, hingegen in einer angepassten Ver-
weistätigkeit voll arbeitsfähig. 
 
5.2 Dr. F.____ diagnostizierte im Sprechstundenbericht vom 21. Juni 2021 einen Status 
nach akuter Lumbalgie bei ausstrahlender Schmerzsymptomatik in Richtung Leiste beidseits 
und nach blockadeähnlichen Schmerzen bei Inklination sowie Reklination; eine subligamentär 
nach kranial luxierte Diskusextrusion LWK 1/2 (ohne Wurzelaffektion und spinaler Enge) ge-
mäss MRT der LWS (Lendenwirbelsäule) und der ISG (Illiosakralgelenke) vom 26. Mai 2021; 
eine mediale Bandscheibenprotrusion LWK 3 bis SWK (Sakralwirbelkörper) 1 mit teilweisem 
Riss des Anulus fibrosus bei "reizloser Darstellung" der ISG beidseits; ferner eine Plantarfas-
ziitis und einen Fersensporn sowie eine unklare handschuhförmige Hyposensibilität des rechten 
Unterarms. Im Verlauf seien die Beschwerden deutlich zurückgegangen dank des selbständi-
gen Trainings des Versicherten im Heimprogramm. Klinisch beständen zurzeit keine Anhalts-
punkte für eine radikuläre Reiz- oder sensomotorische Ausfallproblematik in der oberen oder 
unteren LWS. 
 
5.3 Dr. E.____ berichtete am 28. Juni 2021, dass der Versicherte seit dem 20. Oktober 
2020 wegen einer depressiven Symptomatik (ICD-10 F33.1) in seiner Behandlung stehe. Bis 
Januar 2021 hätten wöchentliche Sitzungen stattgefunden, danach monatliche. Ab Dezember 
2020 sei die depressive Symptomatik zurückgegangen. Bis Ende Januar 2021 habe eine volle 
Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit be-

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

standen. Ab Februar 2021 sei der Versicherte in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 
Eine Rückkehr zur alten Stelle sei nicht zumutbar. 
 

5.4 Die Fussbeschwerden liess der Versicherte wie die Rückenproblematik im Spital 
G.____ abklären. Dr. med. H.____, FMH Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates, diagnostizierte eine Fasziitis plantaris links bei progredienten Knick-Senk-Füssen und 
attestierte eine volle Arbeitsunfähigkeit ab 6. August 2021 bis Ende Februar 2022 in der ange-
stammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit (Berichte vom 13. August 2021, 15. Okto-
ber 2021, 30. November 2021 und 20. Januar 2022 sowie Bericht von Dr. F.____ vom 16. Feb-
ruar 2022). 
 
5.5 Am 16. Februar 2022 berichtete Dr. F.____ von einer rezidivierenden Schmerzexazer-
bation tieflumbal. Aus ihrem Fachgebiet liege eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar 2022 
bis 31. März 2022 vor. Grundsätzlich könnte der Versicherte eine leichte körperliche, wechsel-
belastende Tätigkeit ausüben, sofern Tätigkeiten in gebückten und rotierten Stellungen vermie-
den würden und eine Gewichtslimite von 5 kg eingehalten würde. Zu denken sei an eine Tätig-
keit in einem Ambulatorium der Dermatologie, in einer Hals-Nasen-Ohrenklinik oder an eine 
Arbeit im sozialen Bereich. Aktuell liege trotz aktiver Physiotherapie und Eigenübungen eine 
Therapieresistenz vor. Mit Blick auf eine mögliche Zunahme der Diskusextrusion und zum Aus-
schluss einer Wurzelaffektion oder entzündlicher Veränderungen im Bereich der ISG seien er-
neute bildgebende Untersuchungen angezeigt. 
 
5.6 Die beiden MRT der LWS und der ISG vom 28. Februar 2022 ergaben im Vergleich zur 
Voruntersuchung im Dezember 2021 keine relevanten Befundänderungen. Zu sehen waren die 
bekannten Bandscheibenextrusionen, einzig auf Höhe LWK 5/SWK 1 sei der Zustand gering 
progredient, aber es liege weiterhin kein Nachweis einer spinalen Enge oder einer Nervenwur-
zelaffektion vor. Die Darstellung der Facettengelenke und der ISG sei reizlos. Es gebe keine 
auffälligen post-/entzündlichen Veränderungen (Bericht des Instituts für Radiologie und Nuk-
learmedizin des Spitals G.____ vom 28. Februar 2022). Dr. F.____ bestätigte in ihrem Bericht 
vom 3. März 2022 den unveränderten Befund. 
 
5.7 Dr. med. I.____, Chefärztin der Wirbelsäulenchirurgie, Spital J.____, diagnostizierte 
anlässlich der Untersuchung vom 15. März 2022 ein intermittierendes, lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom bei multietageren Diskusprotrusionen/Diskushernien LWK 1/2, LWK 4/SWK 1 
nach MRT-Befund vom 28. Februar 2022. Beim Versicherten seien in den letzten Jahren ver-
mehrt rezidivierende Blockaden aufgetreten, die auf die multietageren Diskopathien/Dis-
kusprotrusionen zurückzuführen seien. Aktuell sei unter der konservativen Therapie eine deutli-
che Beschwerdeverbesserung zu verzeichnen. Regelmässige Schmerzmedikamente würden 
nicht benötigt. Aufgrund des günstigen Verlaufs sei auch eine Infiltration momentan nicht ziel-
führend. Mittel- und langfristig sei eine Veränderung des Arbeitsplatzprofils unausweichlich. 
Eine Anpassung der Arbeit und damit eine verbesserte Perspektive würden nachhaltig auch die 
Rückensituation positiv beeinflussen. Eine sinnvolle operative Therapie könne bei dieser Be-
fundkonstellation nicht angeboten werden (ausbleibende Paresen). Sollten im Verlauf die 
Schmerzen wieder exazerbieren, wäre eine weiterführende Abklärung notwendig; gegebenen-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

falls auch eine Diskographie. Im Vordergrund stehe eine Umschulung auf eine rückenschonen-
de Tätigkeit. Das repetitive Heben von mittelschweren und schweren Lasten sei nicht empfeh-
lenswert. Eine Verlaufskontrolle sei vorerst nicht vorgesehen (Bericht vom 16. März 2022). 
 
5.8 Am 19. März 2022 erlitt der Versicherte einen erneuten Bandscheibenvorfall und muss-
te mit der Ambulanz ins Spital G.____. Es wurde eine fokale, zentrale bis etwas rechts para-
zentrale Bandscheibenextrusion ohne Spinalkanalstenose LWK 1/2 festgestellt und am 
23. März 2022 eine CT-gesteuerte epidurale Infiltration LWK 1/2 durchgeführt. Der Versicherte 
habe auf die Infiltration sehr gut angesprochen, die Schmerzen seien deutlich regredient gewe-
sen. Eine physiotherapeutische Behandlung unter suffizienter Analgesie sei ebenfalls im Hause 
durchgeführt worden. In gutem Allgemeinzustand sei der Versicherte am 25. März 2022 entlas-
sen worden. Geplant sei eine funktionelle Upright MRT der LWS im Röntgeninstitut K.____ zur 
Beurteilung des Ausmasses des Bandscheiben-Bulging (Bericht vom 24. März 2022). 
 
5.9 Die MRT wurde am 7. April 2022 durchgeführt. Die Bilder zeigten, dass in Reklination 
und in Inklination eine deutlich abgrenzbare mediane Diskushernie LWK 1/2 bestehe, die nur 
geringfügig zu einer Einengung des Spinalkanals führe. Vor allem bei Reklination sei eine ak-
zentuierte mediane bis mediolaterale Diskushernie LWK 5/SWK 1 zu sehen, breitbasig bei 
LWK 4/5 mit leichter Tangierung der Wurzel L5 beidseits sowie S1 rechts. Ferner bestehe eine 
mediolaterale bis foraminale Diskushernie LWK 2/3 rechts mit leichter Tangierung foraminal 
rechts bei L2. Eine relevante Wurzelkompression liege hingegen nicht vor (Bericht Röntgeninsti-
tut K.____ vom 7. April 2022). 
 
5.10 Diesen Befund besprach Dr. F.____ am 25. April 2022 mit dem Versicherten. Die Be-
schwerden hätten sich insgesamt gebessert, jedoch spüre er immer noch intermittierende Rü-
ckenschmerzen mit einem Schweregefühl in den Beinen. Subjektiv beständen keine sensomo-
torischen Defizite. Dr. F.____ bestätigte, dass die Funktions-MRT keinen signifikanten Befund 
zeige. Es sei eine akzentuierte Diskushernie LWK 5/SWK 1, vor allem bei Reklination, festge-
stellt worden. Diesbezüglich empfehle sie eine epidurale Infiltration. In Anbetracht des relativ 
günstigen Verlaufs bestehe aktuell keine Indikation zur operativen Versorgung. Bei der komple-
xen Rückenproblematik könne auf Wunsch des Versicherten eine multimodale Schmerztherapie 
in der Schmerzklinik angeboten werden (Bericht vom 26. April 2022). 
 
5.11 Am 8. Mai 2022 äusserte sich Dr. D.____ zum Verlauf und zur Arbeitsfähigkeit. Bei der 
letzten Konsultation am 26. April 2022 habe der Versicherte berichtet, dass er bei Bewegungen 
nach vorne (Bügeln, Kochen, Patienten bewegen) starke lumbale Schmerzen habe und blo-
ckiert sei. Als Hausarzt habe er eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab 
27. Dezember 2021 bis Januar 2022, dann für die Monate April und Mai 2022 attestiert. Dazwi-
schen seien extern über das Spital G.____ die Arbeitsunfähigkeitsatteste ausgestellt worden. 
Die Ausübung einer Verweistätigkeit, bei der nicht getragen, gehoben und bei der keine Dreh-
bewegungen ausgeführt werden müssten, sei denkbar. Als nächste Therapie folge die multimo-
dale Schmerztherapie. 
 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.12 Der Versicherte wurde an Dr. med. L.____, FMH Anästhesiologie, Klinik für 
Schmerztherapie, Spital G.____, überwiesen. Am 22. Juli 2022 fand die erste Konsultation statt. 
Der Versicherte habe zwei mediane Diskushernien auf Höhe LWK 1/2 und LWK 5/SWK 1. Auf 
peridurale Infiltrationen spreche er gut an. Aktuell scheine insbesondere die Diskushernie LWK 
1/2 Probleme zu bereiten mit Ausstrahlung in beide Leisten. Es werde deshalb eine CT-
gesteuerte peridurale Infiltration durch die Radiologie veranlasst. Ferner sei Physiotherapie ver-
ordnet worden mit Fokus auf ein Training der intrinsischen Muskulatur und auf eine Haltungs-
korrektur (Bericht vom 22. Juli 2022). 
 
5.13 Zur weiteren Abklärung der Fussbeschwerden war der Versicherte am 12. August 2022 
in der Klinik M.____. Mit Bericht vom 17. August 2022 wurde eine plantare Fasziitis rechts diag-
nostiziert. Die plantare Fasziitis sei harmlos und selbstlimitierend, das bedeute, dass die Ent-
zündung von alleine ausheile und zu keinen Folgeschäden führe. Aus diesen Gründen sei eine 
operative Behandlung nicht angezeigt. 
 
5.14 Vom 13. Oktober 2022 bis 4. November 2022 hielt sich der Beschwerdeführer in der 
Klinik für Schmerztherapie des Spitals G.____ auf. Mit Austrittsbericht vom 8. November 2022 
wurde neben den bereits bekannten Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert. Der Versicherte habe von der 
Therapie profitieren können und habe subjektiv den grössten Nutzen unter anderem durch Phy-
siotherapie und Yoga erfahren. Die regelmässig durchgeführte Akupunktur und die Neuralthe-
rapie im Bereich der LWS seien ebenfalls hilfreich gewesen. In psychischer Hinsicht sei der 
Versicherte im Gespräch sehr offen und zugewandt gewesen. Hinweise auf Einbussen in der 
Auffassungsgabe und des Gedächtnisses hätten keine vorgelegen. Er habe zwar über Konzent-
rationsprobleme und Grübeln mit Zukunftsängsten, eingeengt auf das Schmerzerleben, berich-
tet. Das Denken sei aber logisch und kohärent gewesen. Hinweise auf Wahnideen oder Ich-
Störungen hätten keine bestanden. Die Stimmung sei leicht niedergedrückt, aber schwingungs-
fähig gewesen mit leicht reduziertem Antrieb. Schlafstörungen seien verneint worden wie auch 
ein sozialer Rückzug. Den Schmerz beschreibe er als "stabil" und nicht mehr so belastend. Er 
konzentriere sich auf das, was helfe und sei nunmehr zuversichtlicher, einen passenden Job zu 
finden. Neben der Physiotherapie und der Medizinischen Trainingstherapie (MTT) wolle er die 
Atemübungen weiterführen. Die laufende Psychotherapie werde er fortsetzen. Der Versicherte 
sei 100 % arbeitsunfähig für die kommenden vier Wochen. Es folge aber ein follow up im Rah-
men der ambulanten Sprechstunde im Hinblick auf die Wiedereingliederung in den allgemeinen 
Arbeitsmarkt. 
 
5.15 Am 12. Dezember 2022 informierte der Versicherte darüber, dass er am 5. Dezember 
2022 eine erneute Blockade erlitten habe. Von einer weiteren Blockade berichtete er Mitte Ja-
nuar 2023. Im Februar 2023 erfolgte eine kardiologische Abklärung wegen Verdachts auf Herz-
rhythmusstörungen; eine akute kardiale Pathologie konnte aber ausgeschlossen werden (Be-
richt des Spitals G.____ vom 27. Dezember 2022). Eine weitere Blockade erlitt der Beschwer-
deführer am 14. Januar 2023 (E-Mail des Versicherten vom 16. Januar 2023). Schliesslich teilte 
Dr. D.____ am 12. März 2023 mit, dass der Zustand des Versicherten seit Juli 2021 unverän-
dert sei. Es bestehe weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.16 RAD-Arzt Dr. C.____ nahm am 28. Juli 2023 zum medizinischen Sachverhalt Stellung. 
Der Versicherte sei in einer körperlich belastenden Tätigkeit als Pflegekraft erwerbstätig gewe-
sen (80 %). Er sei zunächst wegen eines IV-fremden Arbeitsplatzkonfliktes zu 100 % bezogen 
auf den damaligen Arbeitsplatz arbeitsunfähig geschrieben worden. Die seit 2017 bestehende 
Lumbago habe sich sodann Mitte 2020 verschlechtert. In der Folge hätten zahlreiche fachärztli-
che somatische Abklärungen und Behandlungen stattgefunden. Schon zu Beginn der Krank-
schreibungen hätten die Fachpersonen festgehalten, dass eine angepasste leichte Tätigkeit in 
Wechselbelastung zumutbar sei. Aus versicherungsmedizinischer und arbeitsmedizinischer 
Sicht leuchte die volle Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Pflegekraft ein. Eine 
körperlich leichte Verweistätigkeit in Wechselbelastung sei hingegen schon immer ganztags 
zumutbar gewesen. Es seien zwar degenerative Veränderungen in der HWS (Halswirbelsäule) 
und der LWS vorhanden. Eine sensomotorische Ausfallproblematik habe jedoch nie bestanden. 
Auch seien im Verlauf seit 2021 keine psychiatrischen Behandlungen mehr erfolgt, so dass ein 
relevantes psychisches Leiden zu verneinen sei. Darüber hinaus lägen weitere somatische Di-
agnosen vor, die aber keine anhaltende Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit hätten. 
 
6.1 Unbestritten ist, dass der Versicherte seine angestammte Tätigkeit aufgrund der 
Rückenproblematik nicht mehr ausüben kann. Strittig ist hingegen die Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Verweistätigkeit.  
 
6.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf den verwaltungs-
internen RAD-Bericht von Dr. C.____ vom 28. Juli 2023, wonach der Versicherte ab Oktober 
2021 in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, ohne repetitive Rotation oder 
Reklination der Wirbelsäule 100 % arbeitsfähig sei (siehe auch RAD-Bericht vom 14. Septem-
ber 2023). 
 
6.3 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers wendet dagegen ein, dass der RAD-
Bericht nicht beweiskräftig sei. Während der stationären multimodalen Schmerztherapie im Spi-
tal G.____ sei die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10 F45.41) gestellt worden. Dabei handle es sich um eine psychiatrische 
Diagnose. Da der RAD-Arzt eine fachfremde Beurteilung vorgenommen habe, nämlich, dass 
diese psychiatrische Diagnose keine Erwerbsunfähigkeit begründen würde, würden zumindest 
geringe Zweifel an seiner Aktenbeurteilung bestehen, weshalb dieser kein Beweiswert zukom-
me. Indem die IV-Stelle sodann ihren Entscheid ausschliesslich auf die versicherungsinterne 
Einschätzung des RAD abgestützt habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz missachtet. 
Dieser sei ferner auch dadurch verletzt worden, dass trotz der psychiatrischen Diagnose der 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keine Indikatorenprü-
fung veranlasst worden sei. 
 
6.4 Es trifft zu, dass Dr. C.____ keine psychiatrische Fachausbildung hat. Eine solche be-
sitzt aber auch die Abklärungsperson der Klinik für Schmerztherapie nicht, trägt sie doch den 
Titel "Psychologische Psychotherapeutin". Streng genommen handelt es sich somit bei der an-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gegebenen chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) nicht um eine fachärztlich gestellte Diagnose (E. 3.3; BGE 140 V 193 E. 3.2; Urteil des 
Bundesgerichts vom 5. Dezember 2018, 8C_398/2018, E. 5.1). Eine Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit kann jedoch immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Ge-
sundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (Art. 6 
Abs. 1 ATSG; Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 2021, 8C_526/2021, E. 4.2.1 mit 
Hinweisen). Wie es sich damit genau verhält, muss vorliegend aber nicht abschliessend beur-
teilt werden. Denn zu beachten ist auch, dass eine psychiatrische Diagnose zwar Vorausset-
zung, nicht aber hinreichende Basis für die Annahme einer invalidisierenden Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit ist (ULRICH MEYER UND MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesge-
richts zum IVG, 4. Auflage, Zürich/Genf 2022, Art. 4 N. 34). Im gegebenen Fall sind den psy-
chologischen Ausführungen der Abklärungsperson keine Hinweise zu entnehmen, die für eine 
massgebende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit sprechen und eine 
weitergehende psychiatrische Abklärung notwendig machen würden. So führte die Fachperson 
aus, dass die chronischen Rückenschmerzen im Vordergrund ständen, die Schmerzen aber 
"stabil" und nicht mehr so belastend seien. Schmerzverstärkend wirkten sich zwar Schonverhal-
ten, Grübeln und existenzielle und familiäre Themen aus. Ein sozialer Rückzug wurde hingegen 
verneint. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit erfolgte eine Anmeldung bei der Stiftung N.____ zur 
Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung im Hinblick auf die Wiedereingliederung in 
den allgemeinen Arbeitsmarkt. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde lediglich für die den Austritt fol-
genden vier Wochen attestiert. Ferner erwähnte die Psychotherapeutin zwar im Bericht der Kli-
nik für Schmerztherapie eine aktuell laufende Psychotherapie. Der aktuellste Bericht des be-
handelnden Psychiaters, Dr. E.____, datiert aber vom 28. Juni 2021, so dass anzunehmen ist, 
dass der Beschwerdeführer nicht mehr in psychotherapeutischer Behandlung steht. Eine 
Schmerzstörung diagnostizierte Dr. E.____ in seinem letzten Bericht nicht und bezüglich der 
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht hielt er fest, dass eine Rückkehr zur alten Arbeitsstel-
le zwar nicht zumutbar sei, der Versicherte aber seit Februar 2021 in einer Verweistätigkeit zu 
100 % arbeitsfähig sei (siehe auch Telefonnotiz vom 17. Januar 2022). Gestützt auf diese Vor-
gaben durfte Dr. C.____ annehmen, dass keine massgebende psychiatrische Einschränkung 
vorliegt und davon absehen, zusätzliche psychiatrische Abklärungen in Auftrag zu geben. In 
Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich Dr. C.____ sodann auf die Ergebnis-
se der behandelnden Fachpersonen. Diese stimmen weitestgehend darin überein, dass zwar 
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Pflegekraft, aber von der 
Zumutbarkeit einer rückenschonenden, leichten Verweistätigkeit zu 100 % auszugehen sei (Be-
richte von Dr. F.____ vom 16. Februar 2022, von Dr. D.____ vom 11. Juli 2021 und 20. Februar 
2022 sowie von Dr. I.____ vom 15. März 2022). Zu einer anderslautenden Beurteilung gelangte 
einzig Dr. H.____, der dem Versicherten auch in einer angepassten Verweistätigkeit eine volle 
Arbeitsunfähigkeit attestierte (Berichte vom 13. August 2021, 15. Oktober 2021, 30. November 
2021 und 20. Januar 2022). Da er diese Einschätzung aber nicht begründete, ist sie nicht ge-
eignet, Zweifel an der Beurteilung von Dr. C.____ zu erwecken. Die IV-Stelle durfte daher auf 
letztere abstellen. 
 
7. Der Beschwerdeführer rügt schliesslich den Einkommensvergleich. Namentlich sei für 
die Berechnung des Valideneinkommens die Tabelle T1_tirage_skill_level, Männer, Wirt-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schaftszweig 86-88 (Gesundheits- und Sozialwesen), Kompetenzniveau 2 (Fr. 5'543.--) der LSE 
2020 heranzuziehen. Nach Umrechnung auf 41,7 Wochenstunden und unter Berücksichtigung 
der Nominallohnentwicklung sei das Einkommen auf Fr. 71'084.-- festzusetzen. Nachdem un-
bestrittenermassen für das Invalideneinkommen von einem Betrag von Fr. 65'815.-- auszuge-
hen ist, würde auch bei einem Valideneinkommen von Fr. 71'084.-- und Gewährung eines ma-
ximalen leidensbedingten Abzugs von 25 % ein Invaliditätsgrad unter 40 % resultieren, so dass 
die Frage der Höhe des Valideneinkommens letztlich offenbleiben kann. Die Beschwerde ist 
demgemäss abzuweisen. 
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten 
um IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 
VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem 
Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die 
Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Parteient-
schädigung zu gesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). 
 
  

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

Vermerk eines allfälligen Weiterzugs 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht