# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef96e814-76a3-58bf-96cb-ac2b9336b277
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.07.2010 D-4980/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4980-2010_2010-07-20.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4980/2010
D-4952/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  J u l i  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller, 
mit Zustimmung von Richter Blaise Pagan;
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, dessen Ehefrau B._______, und das Kind 
C._______, Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Bogotá (CO),
Beschwerdeführer 1-3,

sowie

D._______, Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Bogotá,
Beschwerdeführer 4,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuche aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügungen des BFM vom 8. April 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4980/2010
D-4952/2010

Sachverhalt:

A.
Mit zwei separaten – für die Beschwerdeführer 1-3 beziehungsweise 
den  volljährigen  Sohn  (Beschwerdeführer  4)  verfassten  –,  an  die 
schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteten  Eingaben  vom 
12. November 2009 (Posteingang bei der Botschaft am 18. November 
2009)  ersuchten  die  Beschwerdeführenden  –  kolumbianische 
Staatsangehörige  aus  E._______  (Departement  F._______)  mit 
aktuellem Wohnsitz  in  G._______ – um Gewährung von Asyl  in  der 
Schweiz. Zur Begründung machten sie  im Wesentlichen geltend,  sie 
müssten Kolumbien  verlassen,  weil  der  Beschwerdeführer  1  ständig 
Drohungen  gegen  Leib  und  Leben  seitens  der  Guerillos  der  E.L.N. 
(Ejército  de  Liberatión  Nacional)  und  der  FARC  (Fuerzas  Armadas 
Revolucionarias de Colombia) erhalte, und die Familie an keinem Ort 
Ruhe  und  die  Möglichkeit  zur  Deckung  der  materiellen  Bedürfnisse 
finde.  Begonnen  hätten  die  Behelligungen  am  (...)  2005,  als  der 
Beschwerdeführer 1 von der nationalen Polizei die Ehrenmedaille für 
seine Verdienste als  Sekretär  der Exekutive von E._______ erhalten 
habe.  Im  darauffolgenden  Dezember  hätten  ihn  Angehörige  der 
Guerilla telefonisch bedroht, ihm vorgeworfen, ein Polizeihelfer zu sein, 
und ihn zum militärischen Ziel erklärt. Diese Behelligungen hätten sich 
in  der  Folge  mehrmals  wiederholt,  worauf  er  am  (...)  2006  bei  der 
Staatsanwaltschaft von E._______ eine Strafanzeige eingereicht habe. 
Nachdem  diese  Behörde  eine  Strafuntersuchung  eingeleitet  habe, 
hätten die telefonischen Drohungen aufgehört. Im Jahr 2008 jedoch, 
als  der  Beschwerdeführer  1  kein  öffentliches  Amt  mehr  innegehabt 
habe, sei er von einem Angehörigen der E.L.N. mit dem Decknamen 
"H._______"  kontaktiert  worden,  der  –  unter  Androhung  von 
Konsequenzen im Unterlassungsfall – Geld von ihm verlangt habe, das 
er  angeblich  während  seiner  Amtstätigkeit  zusammen  mit  dem 
Bürgermeister hätte gestohlen haben sollen; dieser Vorfall  habe sich 
zwei  weitere  Male  –  jeweils  mit  anderen  Guerilleros  –  wiederholt, 
wobei der Beschwerdeführer 1 immer erklärt habe, er habe kein Geld. 
Am (...)  2009  hätten  ihn  vier  bewaffnete  Männer  in  Zivilkleidung  zu 
Hause  gesucht,  aber  er  sei  zu  jenem  Zeitpunkt  nicht  anwesend 
gewesen.  Die  Beschwerdeführerin  2  habe  ihm  dies  telefonisch 
mitgeteilt,  worauf  er  nicht  mehr  in  sein  Dorf  zurückgekehrt  sei  und 
auch  seine  Familienangehörigen  den  Wohnort  verlassen  hätten. Sie 
hätten  sich  seither  an  mehreren  Orten  bei  befreundeten  Familien 

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zwischen  I._______,  J._______  und  G._______  aufgehalten  und 
jeglichen Kontakt mit ihrem Dorf vermieden. Sie befänden sich nun in 
einer schwierigen ökonomischen Situation und müssten zudem um ihr 
Leben  fürchten;  hinzu  komme  ein  Gefühl  der  Machtlosigkeit  und 
Traurigkeit, weil sie nicht mehr in ihrem Heimatdorf leben könnten, wo 
der Beschwerdeführer 1 während vieler  Jahre öffentliche Ämter inne 
gehabt  habe.  Der  Beschwerdeführer  1  habe  sich  an  verschiedene 
kolumbianische  Stellen  gewendet,  so  neben  der  Staatsanwaltschaft 
und  der  Polizei  auch  an  die  Einwohnerkontrolle  von  J._______ 
(Departement K._______), dank welcher die Beschwerdeführenden im 
Register  der  intern  vertriebenen  Personen  der  Acción  Social 
aufgenommen worden seien; im Weiteren habe der Beschwerdeführer 
1  beim  Ministerium  für  Inneres  und  Justiz  in  Bogotá  um  Schutz 
nachgesucht. Sie müssten sich nun mit einem Schutzersuchen an die 
schweizerischen Behörden wenden, weil sie innerhalb von Kolumbien 
keinen  dauerhaften  Schutz  finden  könnten.  Sie  könnten  schliesslich 
auch nicht in ein anderes süd- beziehungsweise lateinamerikanisches 
Land  flüchten,  da  deren  Immigrationsgesetze  keine  Schutzverfahren 
vorsähen.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden zahl -
reiche  Beweismittel  zu  den  Akten,  so  namentlich  ein  Gratulations-
schreiben der Polizei des Departementes F._______ vom (...) 2005 be-
züglich der Verleihung einer Ehrenmedaille an den Beschwerdeführer 
1, das Protokoll einer vom Beschwerdeführer 1 am (...) 2006 bei der 
Staatsanwaltschaftvon  E._______  eingereichten  Strafanzeige  wegen 
anonymer  telefonischer  Drohungen,  eine  Verfügung  der  Staats-
anwaltschaft  von E._______ vom (...)  2006, mit  welcher gestützt  auf 
die  Anzeige  des  Beschwerdeführers  1  eine  Strafuntersuchung 
eingeleitet  und  der  örtliche  Polizeichef  angewiesen  wurde,  dem 
Beschwerdeführer 1 Schutz zukommen zu lassen, eine Verfügung des 
Bürgermeisteramtes von E._______ vom 3. Januar 2005, mit welcher 
der Beschwerdeführer 1 unter Vorbehalt der Amtsannahme zum Sek-
retär der Gemeindeexekutive ernannt wurde sowie eine entsprechende 
Amtsannahmeerklärung des Beschwerdeführers 1 vom selben Tag, ei-
ne Bestätigung der  Einwohnerkontrolle  von E._______ vom 19. Juni 
2009, dass der Beschwerdeführer 1 neben seinem Amt als Sekretär 
der Gemeindeexekutive von 2004 bis 2007 ein weiteres Gemeindeamt 
innehatte, sowie eine Bestätigung derselben Amtsstelle vom 9. März 
2009, dass er die Gemeinde wegen Drohungen von bewaffneten Grup-
pierungen gegen sein Leben habe verlassen müssen, eine Mitteilung 

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der  Stelle  für  vertriebene  Personen  im  Bürgermeisteramt  von 
G._______  vom  (...)  2009  an  das  kolumbianische  Ministerium  für 
Inneres  und Justiz,  wonach die  Beschwerdeführenden seit  dem (...) 
2009  im  Vertriebenenregister  aufgenommen  seien  und  der 
Beschwerdeführer 1 wegen seiner beruflichen Vergangenheit als hoch 
gefährdete  Person  gelte,  sowie  eine  Mitteilung  des  Ministeriums für 
Inneres und Justiz  vom (...)  2009 an den Beschwerdeführer 1,  dass 
seinem Gesuch um Aufnahme ins Schutzprogramm des Ministeriums 
stattgegeben werde.

B.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  übermittelte  die  Akten  am 
20. November 2009 zuständigkeitshalber an das BFM; sie führte dabei 
aus, dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführer aus Ka-
pazitätsgründen nicht möglich sei.

C.
Mit separaten, gleichlautenden Zwischenverfügungen vom 3. Februar 
2010 – eröffnet am 19. Februar 2010 – teilte das BFM den Beschwer-
deführenden mit, es erachte den entscheidrelevanten Sachverhalt auf-
grund der  schriftlichen Begründung der  Asylgesuche und der  einge-
reichten ausführlichen Dokumentation als erstellt, weshalb eine Anhö-
rung auf der Botschaft nicht notwendig erscheine. Im Weiteren erwäge 
das Bundesamt – unter Berücksichtigung der Akten, der zu beachten-
den Aspekte und des ihm zukommenden weiten Ermessensspielrau-
mes  –  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  abzuweisen  und 
ihnen die Einreise in die Schweiz zu verweigern. Insbesondere erachte 
es die Möglichkeit einer anderweitigen Schutzsuche als gegeben. Das 
BFM gab den Beschwerdeführenden Gelegenheit,  sich innert  30 Ta-
gen ab Erhalt der Zwischenverfügung dazu zu äussern.

D.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom  22.  Februar  2010  (Posteingang  bei  der  Botschaft  am  9.  März 
2010), welche zuständigkeitshalber an das BFM weiter geleitet wurde 
(Eingang beim BFM am 19. März 2010) ersuchten die Beschwerdefüh-
renden  um  Zustellung  einer  Übersetzung  der  Zwischenverfügungen 
vom 3. Februar 2010.

E.
Mit separaten Verfügungen vom 8. April 2010 wies das BFM die Asyl -

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gesuche der Beschwerdeführenden ab und verweigerte ihnen die Ein-
reise in die Schweiz. Zur Begründung führte das Bundesamt zunächst 
in formeller Hinsicht aus, dass in den vorliegenden Fällen die Voraus-
setzungen für  ein Absehen von einer Anhörung der Beschwerdefüh-
renden  gegeben  seien und  sie  die  Möglichkeit  erhalten  hätten,  sich 
dazu zu  äussern;  unter  Hinweis  auf  die  Amtssprachen des  Bundes, 
das  auf  Spanisch  verfasste  Begleitschreiben  der  Botschaft  vom 
12. März 2010 an die Beschwerdeführenden sowie die seiner Auffas-
sung nach genügliche Abklärung des Sachverhalts  wies es das Ge-
such um Zustellung einer  spanischsprachigen Übersetzung  der  Zwi-
schenverfügungen vom 3. Februar 2010 ab. In materieller Hinsicht hielt 
das BFM im Wesentlichen dafür, eine landesweite Gefährdung der Be-
schwerdeführenden  sei  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich,  da  sich  die 
konkreten Ereignisse und die Aktionen der Guerillagruppierungen ge-
gen den  Beschwerdeführer  1  auf  das  Territorium des  Departements 
F._______  beschränkten. Da  es  sich  bei  den  Beschwerdeführenden 
nicht  um  landesweit  bekannte  Personen  handle,  sei  davon 
auszugehen,  dass  ihnen  innerstaatliche  Fluchtalternativen 
offenstünden,  zumal  sie  sich  bereits  mehrfach  an  zuständige 
städtische Behördenstellen in E._______, J._______ und G._______ 
gewendet und diese pflichtgemäss das Mögliche unternommen hätten, 
um sie zu schützen. Es sei demnach von der grundsätzlichen Schutz-
fähigkeit  des  kolumbianischen Staates auszugehen,  wobei  es in  der 
Natur der Sache liege, dass es letzlich faktisch keinem Staat gelinge, 
die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu ga-
rantieren.  Ferner  sei  es  den  Beschwerdeführenden  möglich  und 
zumutbar, gegebenenfalls in einem anderen Land als der Schweiz um 
Schutz  nachzusuchen,  beispielsweise  in  einem  der  Nachbarstaaten 
Kolumbiens, welche sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  als  auch  das  ent-
sprechende Zusatzprotokoll vom 31. Juli 1967 ratifiziert hätten; beson-
ders nahe Beziehungen zur Schweiz hätten die Beschwerdeführenden 
in ihren Asylgesuchen nicht geltend gemacht.

F.
Am 16. April 2010 gingen beim BFM zwei in Spanisch verfasste, inhalt -
lich  praktisch  identische  Stellungnahmen  der  Beschwerdeführenden 
vom 19. März 2010 ein, welche sich auf die Zwischenverfügungen vom 
3. Februar 2010 bezogen. Auf den Inhalt dieser Dokumente wird, so-
weit entscheidwesentlich, in den Erwägungungen eingegangen.

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G.
Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter, am 1. Juli 
2010 dort eingegangener Eingabe erhoben die Beschwerdeführenden 
gegen die Verfügungen des BFM vom 8. April 2010 Beschwerde, wel-
che in  der Folge zuständigkeitshalber  an das Bundesverwaltungsge-
richt  weitergeleitet  wurde  (Posteingang  beim  Bundesverwaltungsge-
richt am 9. Juli 2010). Sie beantragten sinngemäss die Aufhebung der 
Verfügungen des BFM vom 8. April 2010 und die Gewährung von Asyl 
beziehungsweise die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Auf die 
Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen ein-
gegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet  im Bereich des Asyls 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 
142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju-
ni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die Beschwerdeeingabe ist  nicht in einer Amtssprache des Bun-
des abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesse-
rung kann indessen verzichtet werden, da der in Spanisch verfassten 
Beschwerdeeingabe  genügend  klare,  sinngemässe  Rechtsbegehren 
und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber 
befunden werden kann.

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1.4 Angesichts  des  engen  persönlichen  und  sachlichen  Zusammen-
hangs  der  Beschwerdeverfahren  sind  diese  zu  vereinigen  (vgl.  VERA 
MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/ 
Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 6 N 10). Aufgrund der Akten-
lage ist sodann von einem Vertretungsverhältnis des Beschwerdefüh-
rers  1  in  Bezug  auf  den  Beschwerdeführer  4  auszugehen,  weshalb 
sich  die Frage einer  allfälligen Beschwerdeverbesserung –  im Sinne 
einer  Aufforderung  zur  eigenhändigen  Unterschrift  des  Beschwerde-
führers 4 auf der Beschwerdeeingabe – erübrigt.

1.5 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  –  mit  Ausnahme  des  genannten 
sprachlichen  Mangels  –  formgerecht  eingereicht  (Art.  108  Abs. 1 
AsylG,  Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Die Beschwerdeführenden 
sind durch die angefochtenen Verfügungen besonders berührt und ha-
ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung;  sie  sind  daher  zur  Beschwerdeeinreichung  legitimiert 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.  Die  Stellungnahmen  der  Beschwerdeführenden  vom 
19. März 2009, welche sich mit den Verfügungen des BFM vom 8. April  
2010 gekreuzt haben, sind im Beschwerdeverfahren als integrierende 
Bestandteile der Beschwerdeschrift zu berücksichtigen.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli -
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung des 
Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 

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Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung führt  mit  der asylsuchenden Person in der Regel eine Befra-
gung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, 
so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre 
Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in 
BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung 
aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen Gründen  bei  der  je-
weiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land 
oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Grün-
den ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung 
der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei 
gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mit -
wirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter 
Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein stan-
dardisiertes  Schreiben  vermag  diesen  Anforderungen  damit  in  aller 
Regel  nicht  zu  genügen  (BVGE a.a.O. E. 5.4).  Allerdings  kann  sich 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

4.2 Im  vorliegenden  Fall  wurden  die  Beschwerdeführenden  von  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  zu  ihren  Asylgesuchen  vom 
12. November 2009 nicht befragt, da die Botschaft dazu gemäss Über-
weisungsschreiben vom 20. November  2009 aus gerichtsnotorischen 
und mithin nachvollziehbaren Kapazitätsgründen nicht in der Lage war; 
den Beschwerdeführenden wurde indessen mit Zwischenverfügungen 
des BFM vom 3. Februar 2010 Gelegenheit zur weiteren Konkretisie-
rung ihrer Asylgründe sowie das rechtliche Gehör im Hinblick auf die in 
Erwägung gezogene Abweisung des Asylgesuches gewährt. Die Stel-
lungnahmen der Beschwerdeführenden vom 19. März 2010 haben sich 
zwar mit den angefochtenen Verfügungen des BFM vom 8.  April 2010 

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gekreuzt,  was indessen nicht  der Vorinstanz anzulasten ist,  sondern 
vielmehr die Beschwerdeführenden selber durch die verspätete Einrei-
chung ihrer Eingaben – die 30-tägige Frist zur Stellungnahme lief an-
gesichts der gemäss den entsprechenden Empfangsbestätigungen am 
19. Februar  2010  eröffneten  Zwischenverfügungen  vom  2.  Februar 
2010  am 22. März  2010  ab  und  die  Stellungnahmen vom 19.  März 
2010 gingen erst  am 25. März 2010 bei der schweizerischen Vertre-
tung in Bogotá ein – zu verteten haben. Im Übrigen erschien der ent-
scheidwesentliche Sachverhalt – wie das BFM in den angefochtenen 
Verfügungen zu Recht ausführt  – ungeachtet der nachträglich einge-
gangenen Eingaben vom 19. März 2010, welche in  sachverhaltlicher 
Hinsicht  keine  über  die  Ausführungen  in  den  Asylgesuchen  vom 
12. November 2009 sowie den damit zu den Akten gereichten Beweis-
mitteln  hinausgehende  Aspekte  enthalten,  als  genüglich  abgeklärt. 
Schliesslich hat das BFM in seinen Verfügungen vom 8. April 2010 das 
Absehen von persönlichen Anhörungen einlässlich begründet. Bei die-
ser  Sachlage  ist  festzuhalten,  dass  das  BFM den  verfahrensrechtli -
chen Anforderungen Genüge getan hat.

5.
5.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

5.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die weiter-
hin zutreffende Praxis  gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbe-
sondere S. 131 ff., welche angesichts bloss redaktioneller Änderungen 

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bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit  
hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist da-
bei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Personen  (vgl.  EMARK 
1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat,  
die  Beschwerdeführenden  hätten  in  ihrem Gesuch  keine  besonders 
nahen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht; dies wird von den 
Beschwerdeführenden denn auch zu Recht nicht bestritten und in ih-
ren  Stellungnahmen  vom  19.  März  2010  ausdrücklich  bestätigt.  Im 
Weiteren  hat  das  Bundesamt  zu  Recht  erwogen,  dass  es  den  Be-
schwerdeführenden zuzumuten sei, in einem anderen Land um Asyl-
gewährung  nachzusuchen  (vgl.  Art.  52  Abs.  2  AsylG).  So  sind  bei-
spielsweise die Nachbarstaaten Brasilien, Ecuador, Panama und Peru 
Vertragsparteien sowohl der FK als auch des betreffenden Zusatzpro-
tokolls  vom 31. Januar 1967; Venezuela wiederum hat  zwar das Ab-
kommen selbst nicht ratifiziert, wohl aber das Protokoll. Diese Länder 
verfügen mit Ausnahme Venezuelas über ein eigenes, gesetzlich ge-
regeltes  Verfahren zur  Anerkennung von Flüchtlingen. Zudem halten 
sie  sich  gemäss  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non-Refoulement  von  Art.  33  FK, 
auch  wenn als  Einschränkung  festgestellt  werden  muss,  dass  es  in 
den Grenzgebieten – insbesondere denjenigen zu Panama und Vene-
zuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten  Rückschiebungen 
durch die Grenzbehörden gekommen ist. Für die praktische Möglich-
keit  und die Zumutbarkeit  der anderweitigen Schutzsuche spricht  im 
Weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  nach  Brasilien, 
Ecuador und Peru sowie der Umstand, dass jährlich mehrere tausend 
kolumbianische Staatsangehörige in den Nachbarländern – namentlich 
in Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort  zu einem beträchtlichen 
Teil  auch tatsächlich  als  Flüchtlinge anerkannt  werden; der  Einwand 
der  Beschwerdeführenden  in  ihren  Stellungnahmen  vom  19.  März 
2010, wonach die Gesetze der südamerikanischen Staaten die Immi-
gration für Fälle wie den ihren nicht vorsähen, kann daher nicht gehört 
werden. Soweit die Beschwerdeführenden ferner in ihrer Beschwerde-
eingabe vorbringen, es komme nicht nur darauf an, wo man lebe, son-

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dern auch wie, und damit implizit die Zumutbarkeit der Ausreise in ei-
nen umliegenden Staat  bestreiten,  ist  festzuhalten,  dass  in  den ge-
nannten Ländern die Lebensumstände für  Flüchtlinge zwar allenfalls 
nicht in jeder Hinsicht schweizerischen Standards entsprechen mögen, 
aber jedenfalls durchaus ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen. 
Insgesamt  ergeben  sich  demnach  keine  Anhaltspunkte,  die  darauf 
schliessen liessen, es sei den Beschwerdeführenden praktisch unmög-
lich oder objektiv unzumutbar, sich in einen anderen Staat, insbeson-
dere einen der Nachbarstaaten Kolumbiens, zu begeben (vgl. EMARK 
2004 Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15 E. 2f S. 132). Dies gilt umso mehr, als  
aus den Akten ersichtlich ist, dass es sich bei den Beschwerdeführen-
den nicht  um landesweit  bekannte Persönlichkeiten handelt,  die auf-
grund ihrer besonders exponierten Stellung auch bei einer Flucht ins 
nahe Ausland allenfalls befürchten müssten, weiterhin verfolgt zu wer-
den.

6.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführenden  den  geltend  gemachten  Bedrohungen  allenfalls 
durch  eine  innerstaatliche  Wohnsitzverlegung  dauerhaft  entziehen 
könnten.

6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführenden aufgrund der Akten über keine konkrete Bezie-
hungsnähe zur Schweiz verfügen, hingegen die Möglichkeit der ander-
weitigen Schutzsuche haben. Unter diesen Umständen hat die Vorin-
stanz den Beschwerdeführenden zu Recht die Erteilung der Einreise-
bewilligung verweigert und die Asylgesuche abgewiesen.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügun-
gen  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
richtig  und  vollständig  feststellen  und  angemessen  sind  (Art.  106 
AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten an sich den Be-
schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG); aus verwal-
tungsökonomischen Gründen wird indessen in Anwendung von Art. 6 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2) 
auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.

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D-4980/2010
D-4952/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Vertretung in Bogotá (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in Bogotá, mit der Bitte um Eröffnung 
des  Urteils  an  die  Beschwerdeführenden  und  um Zustellung  der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungsge-
richt (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  (per  Kurier;  in 
Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Jürg Hünerwadel

Versand:

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