# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4269b8a-89c2-5b6e-9307-b7640b01183b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.03.2021 S 2020 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2020-4_2021-03-30.pdf

## Full Text

8C

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 4

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

Richter Meisser, Audétat

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 30. März 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. A._____, war seit dem 20. November 2017 bei B._____ in C._____ als 

Bauarbeiter tätig und über dieses Arbeitsverhältnis bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle 

versichert. Gemäss Schadenmeldung erlitt er am 30. November 2017 

einen Arbeitsunfall, wobei er auf einer rutschigen Unterlage ausrutschte 

und in einen Graben stürzte und zeitgleich der Schaufelbagger einen 

Betonklotz fallen liess, der A._____ auf die rechte Hand/Finger fiel. 

Gleichentags erfolgte die Erstbehandlung im Spital C._____, wo von Dres. 

med. D._____ und E._____ die Diagnosen einer komplexen 

Handverletzung rechts mit Subamputation Dig. I sowie dislozierte offene 

Frakturen Dig. II-V gestellt wurden. Daraufhin erfolgte die Verlegung ins 

F._____, wo gleichentags die Operation stattfand. Am 3. Dezember 2017 

erfolgte im F._____ die Revisions-Operation der rechten Hand. Weitere 

Behandlungen fanden in der Folge im F._____ und die Ergotherapien im 

Ergotherapie-Zentrum des Spitals C._____ statt. Am 8. Dezember 2017 

anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht. Am 28. Februar 2019 erfolgte 

die Untersuchung durch den Kreisarzt Dr. med. G._____, Facharzt für 

orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

mit Beurteilung betreffend die Unfallfolgen, die zumutbare Arbeitsfähigkeit 

und die Höhe des Integritätsschadens.

2. Mit Verfügung vom 15. Mai 2019 sprach die SUVA dem Versicherten für 

die Folgen des Unfalls ab dem 1. Mai 2019 eine Invalidenrente gemäss 

UVG auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 26 % bei einem 

versicherten Verdienst von CHF 29'656.00 sowie eine 

Integritätsentschädigung bei einer Einschränkung von 20 % zu.

3. Dagegen erhob A._____ am 27. Mai 2019 Einsprache, die mit 

Einspracheentscheid vom 25. November 2019 abgewiesen wurde. 

- 3 -

Begründend führte die SUVA im Wesentlichen an, dass lediglich die Rente 

angefochten und die Verfügung bezüglich des Integritätsschadens in 

Rechtskraft erwachsen sei. Aufgrund der unfallbedingten 

Einschränkungen sei ein leidensbedingter Abzug von 20 % zusätzlich zum 

Abzug bezüglich zeitlicher Einschränkung von 16 % vorgenommen 

worden, was sachgerecht erscheine. Unter Berücksichtigung dieses 

leidensbedingten Abzugs und bei einem noch zumutbaren Arbeitspensum 

von 84 % betrage das noch mögliche Einkommen CHF 45'523.00. Bei der 

Gegenüberstellung des unbestrittenen Valideneinkommens von 

CHF 61'317.00 und dem Invalideneinkommen von CHF 45'523.00 ergebe 

sich der Invaliditätsgrad von 26 %.

4. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 13. Januar 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei 

aufzuheben und es sei beim Beschwerdeführer eine Invalidität im Umfang 

von mindestens 70 % festzustellen; eventualiter sei ein gerichtliches 

Gutachten durchzuführen; unter gerichtlicher und aussergerichtlicher 

Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich gesetzliche Mehrwertsteuer 

zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer machte im 

Wesentlichen geltend, die rechte Hand könne unbestrittenermassen und 

unfallbedingt nur noch als Hilfshand eingesetzt werden. Aus Sicht der 

behandelnden Handchirurgin am F._____, Dr. med. H._____, könne er 

lediglich noch für leichte Tätigkeiten eingesetzt werden, wobei das Halten 

und Tragen von Lasten über 2 kg, Tätigkeiten mit Vibration, auf Leitern 

oder Dächern, generell, wo er sich festhalten müsse, beidhändige 

Tätigkeiten, welche einen vollen Faustschluss benötigten, wie z.B. das 

Lenken von Maschinen, nicht mehr möglich seien. Ebenso wenig 

Tätigkeiten im Freien in der Kälte und feinmotorische Tätigkeiten. Dr. med. 

H._____ habe sich, da kein Kostenträger vorhanden gewesen sei, nicht 

- 4 -

detaillierter äussern können, ansonsten die Diskrepanz zum vorliegenden 

Ergebnis noch viel grösser ausgefallen wäre. Auch aus Gründen der 

Waffengleichheit sei es angezeigt, ein gerichtliches Gutachten bezüglich 

der Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers erstellen zu lassen. Die 

Beschwerdegegnerin sei für die Ermittlung des Invalideneinkommens von 

einem Zentralwert aller Tätigkeiten ausgegangen, und komme so auf ein 

das Valideneinkommen um mehr als 10 % übersteigendes 

Invalideneinkommen. Der in Anschlag gebrachte LSE-Wert sei 

realitätsfremd und es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass die 

Beschwerdegegnerin keine Arbeitsplatzevaluation vorgenommen habe.

5. In der Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2020 beantragte die SUVA 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des Einspracheentscheids. Bezüglich des rechtserheblichen 

Sachverhalts und der rechtlichen Würdigung verwies sie auf den 

Einspracheentscheid, welcher integrierender Bestandteil der Beschwerde-

antwort sei. Sie führte im Wesentlichen an, dass die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Kreisarzt Dr. med. G._____ vom 1. März 

2019 die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an beweistaugliche 

und beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlagen erfülle und 

dieser voller Beweiswert zuzuerkennen sei. Die Berechnung des 

Invalideneinkommens (CHF 45'523.00) anhand der LSE-Tabelle sei nicht 

zu beanstanden. Rechtsprechungsgemäss sei im vorliegenden Fall nicht 

auf die beruflich-erwerbliche Situation abzustellen, da der 

Beschwerdeführer nach Eintritt der Invalidität keine oder keine ihm an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Den 

gesundheitlichen Einschränkungen (rechte Hand nur noch als leichte 

Hilfshand einsetzbar) sowie dem Alter des Beschwerdeführers sei mit dem 

hohen leidensbedingten Abzug von 20 % Rechnung getragen worden. 

Berücksichtigt worden sei dies auch bei der Festlegung einer 

- 5 -

Arbeitsfähigkeit von 84 % aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs von 20 

Minuten alle zwei Stunden. Auch die Berücksichtigung des 

Valideneinkommens (CHF 61'317.00), welches dem GAV-Minimallohn 

entspreche, sei nicht unterdurchschnittlich, so dass eine Einkom-

mensparallelisierung ausser Betracht falle. Der Rentenanspruch aus der 

Gegenüberstellung des Invalideneinkommens mit dem 

Valideneinkommen sei damit korrekt auf 26 % bemessen.

6. In der Replik vom 11. Februar 2020 hielt der Beschwerdeführer 

unverändert an seinen Rechtsbegehren fest und reichte die Honorarnoten 

ein.

7. Mit Schreiben vom 24. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Entscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 25. November 2019 (Beschwerdeführer-

ische Akten [Bf-act.] 1). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde 

an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in 

welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung 

ihren Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im 

- 6 -

Ausland, ist gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer 

Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber 

Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer ist per 15. September 2019 nach 

I._____ weggezogen. Da er jedoch zuletzt unbestrittenermassen bis zum 

15. September 2019 in der Bündner Gemeinde C._____ lebte, ist das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde örtlich zuständig. Dessen sachliche 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. 

Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist damit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG).

2. Umstritten ist vorliegend die Höhe des Rentenanspruchs. Die 

Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer eine Rente bei 

einem Invaliditätsgrad von 26 % zu, während der Beschwerdeführer eine 

Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % beantragt.

3.1. Bei der Beurteilung der vorliegend strittigen Frage ist der Sachverhalt zu 

berücksichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheids verwirklicht hat (vgl. BGE 142 V 337 E.3.2.2). Der 

Unfall des Beschwerdeführers ereignete sich zehn Tage nach der 

Arbeitsaufnahme bei seinem Arbeitgeber am 30. November 2017 

(Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 4, 40 S. 1). Der Beschwerde- 

und Behandlungsverlauf des Beschwerdeführers präsentiert sich wie folgt: 

Die Erstversorgung erfolgte am 30. November 2017 im Spital C._____ 

(Bg-act. 11). Durch den Unfall erlitt der Beschwerdeführer gemäss 

Operations-Bericht vom 4. Dezember 2017 von Dr. med. J._____, 

- 7 -

Leitender Arzt, Departement Chirurgie am F._____, Abteilung für 

Handchirurgie, über die fast siebenstündige Operation vom 30. November 

2017 am F._____ eine komplexe pluridigitale Handverletzung rechts mit 

Teilamputation des Daumens (Dig. I) Höhe IP-Gelenk mit 

(mehrfragmentären) offenen Frakturen an allen vier anderen Fingern (Dig. 

II-V) der rechten Hand: (Dig. II) mehrfragmentäre Grundphalanxfraktur mit 

ausgeprägtem dorsalem und palmarem Weichteil-Décollement, 100 % 

Läsion der radialen und ulnaren Digitalarterie, Deinsertion der palmaren 

Platte Höhe PIP-Gelenk proximal sowie des radialen Seitenbandes des 

PIP-Gelenkes; (Dig. III) mehrfragmentäre, offene Grundphalanxfraktur, 

Weichteil-Décollement und Quetschung dorsal palmar, mehretagere RQW 

palmar, 100 % Läsion des radialen und ulnaren Gefässnervenbündels, 

Partialläsion A3-Ringband mit Eröffnung des 

Beugesehnenscheidenkanals; (Dig. IV) mehrfragmentäre, partiell 

intraartikuläre, offene Mittelphalanxfraktur, 100 % Läsion der radialen und 

ulnaren Digitalarterie sowie mehretagere RQWs palmarseits; (Dig. V) 

Endglied-Fraktur mit Nagelluxation und mehrfachen RQWs dorsal (Bg-act. 

2 S. 1). Am 3. Dezember 2017 erfolgte ebenfalls im F._____ die 

Revisionsoperation (Bg-act. 3). Der Beschwerdeführer war vom 30. 

November 2017 bis am 20. Dezember 2017 im F._____ hospitalisiert 

(Austrittsbericht F._____ vom 20. Dezember 2017, Bg-act. 30) und vom 

30. November 2017 bis zum 31. Dezember 2019 zu 100 % arbeitsunfähig 

(Bg-act. 15, 20, 33, 42, 46, 47, 48, 63, 65, 77, 92, 96, 133, 162). Es 

erfolgten ab dem 28. Dezember 2017 Verlaufskontrollen am F._____ (Bg-

act. 20, 34, 42, 48, 63, 82, 137, 168).

3.2. Am 23. Januar 2018 erfolgte die Beurteilung der Untersuchung vom 

22. Januar 2018 durch PD Dr. med. K._____, Leitender Arzt Radiologie 

F._____, wonach kleinere Fragmente am distalen Stumpfbereich des 

Daumens (Dig. I) sowie keine eindeutigen bzw. erst beginnende Ansätze 

- 8 -

der ossären Konsolidierung an den einzelnen Fingern bestanden (Bg-act. 

36). Am 5. März 2018 erfolgte eine weitere Untersuchung in der 

Radiologie F._____. Im Vergleich zur Voruntersuchung vom 22. Januar 

2018 hielt PD Dr. med. K._____ fest, dass keine Sekundärfraktur, keine 

sekundäre Dislokation mit zur Voruntersuchung progredient knöchern 

konsolidierter Frakturzone (Dig. IV), ebenfalls keine sekundäre Dislokation 

des Nagelkranzes (Dig. V) mit radial flauer abgrenzbarer Frakturzone bei 

ansonsten noch gut einsehbarem Frakturspalt bestehe. Das 

Fremdmaterial im 2. und 3. Strahl befinde sich ohne Lockerung in 

stationärer Position, es liege keine sekundäre Frakturdislokation vor und 

keine knöchernen Konsolidierungszeichen der Grundphalanxfrakturen 

Dig. II und III. Bekannter Zustand bei Dig. I nach Amputation des Endglieds 

(Bg-act. 44).

3.3. Am 12. März 2018 erfolgte die erste kreisärztliche Einschätzung durch Dr. 

med. G._____, Facharzt für Orthopädie. Bezüglich voller oder Teil-

Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit oder angepasster Tätigkeit 

wies er darauf hin, dass der weitere Verlauf abzuwarten sei, wobei er die 

Prognose einer Tätigkeit in angestammter Tätigkeit als eher ungünstig, 

diejenige einer Tätigkeit in angepasster Tätigkeit als eher günstig 

beschrieb. Mit Restfolgen/Dauerschäden sei in Form einer 

Bewegungseinschränkung, Kraftminderung sowie möglicher 

schmerzhafter Kälteexposition zu rechnen (Bg-act. 43).

3.4. Anlässlich der weiteren Untersuchung am 30. April 2018 beurteilte PD Dr. 

med. K._____ die Frage betreffend den Verlauf nach Belastungsaufbau 

und Fortschreiten der Konsolidation wie folgt: keine sekundäre Dislokation 

der Mittelphalanxfraktur Dig. IV mit mehrsklerosiertem Frakturspalt im 

Sinne einer fortgeschrittenen knöchernen Konsolidierung. Bekannter 

Zustand nach Platten/Schraubenosteosynthese der Grundphalanx Dig. II 

und III mit zur Voruntersuchung vom 5. März 2018 zunehmender 

- 9 -

Kallusbildung palmar bei ansonsten unverändert einsehbarer Frakturzone. 

Ebenfalls keine sekundäre Dislokation des Nagelkranzes Dig. V mit 

unverändert einsehbarer Frakturzone. Fremdmaterial im 2. und 3. Strahl 

in stationärer Position und ohne Lockerung. Bekannter Zustand nach 

Amputation des Endglieds Dig. I (Bg-act. 53).

3.5. Gleichentags erfolgte die Verlaufskontrolle bei Dr. med. J._____, wobei er 

dazu festhielt, dass der Patient an sich beschwerdefrei sei und die 

ergotherapeutischen Massnahmen, welche zwei bis drei Mal täglich 

durchgeführt würden, weitergeführt werden sollten. Dr. med. J._____ 

befand die Trophik für leicht gebessert, insgesamt wiesen die Langfinger 

noch eine generalisierte Schwellung auf und die Beweglichkeit sei 

eingeschränkt. Der Daumen weise zudem radialseitig am Stumpf eine 

Dysästhesie auf (Bg-act. 48).

3.6. Am 3. Juli 2018 hielt PD Dr. med. K._____ zur Voruntersuchung vom 30. 

April 2018 folgendes fest: stationär achsengerechte Stellung ohne 

sekundäre Dislokation der Mittelphalanx Fraktur Dig. IV mit diskret 

progredienter ossärer Konsolidierung bei dorsal noch einsehbarer Fraktur. 

Nach Platten-/Schraubenosteosynthese der Grundphalanx Dig. II und III 

mit zur Voruntersuchung zunehmender Kallusbildung radial bei ansonsten 

jeweils unverändert einsehbarer Frakturzone. Intaktes Fremdmaterial 

ohne Lockerung, keine sekundäre Dislokation des Nagelkranzes Dig. V 

mit unverändert einsehbarer Frakturzone und bekannter Zustand nach 

Amputation des Endglieds Dig. I (Bg-act. 66).

3.7. Anlässlich der gleichentags erfolgten Verlaufskontrolle bei Dr. med. 

J._____ berichtete der Beschwerdeführer über eine insgesamt 

verbesserte Situation, aber auch über eine ausgesprochene 

Kälteempfindlichkeit. Dr. med. J._____ stellte eine insgesamt verbesserte 

- 10 -

Trophik sowie Narbensituation bei immer noch eingeschränkter 

Beweglichkeit fest (Bg-act. 63).

3.8. Am 12. Juli 2018 erfolgte die zweite kreisärztliche Einschätzung durch Dr. 

med. G._____. Bezüglich voller oder Teil-Arbeitsfähigkeit in angestammter 

Tätigkeit oder angepasster Tätigkeit hielt er fest, dass noch immer keine 

sichere Prognose möglich sei. Bezüglich Restfolgen/Dauerschäden 

rechnete er mit einer Bewegungseinschränkung und 

Belastungsintoleranz. Er befand eine kreisärztliche Untersuchung als 

verfrüht, da die ossäre Konsolidierung am Mittelfinger noch nicht 

abgeschlossen und deshalb der Verlauf abzuwarten sei (Bg-act. 68).

3.9. Am 1. Oktober 2018 erfolgte eine weitere Untersuchung in der Radiologie 

F._____, wozu die Dres. med. D._____ und L._____ am 2. Oktober 2018 

festhielten, dass ein stationärer Sitz des intakten Fremdmaterials bei den 

Frakturen der Dig. II und III vorliege sowie eine achsgerechte Stellung und 

keine Lockerungszeichen bestünden. Bei vorbestehender dorsaler 

knöcherner Überbrückung bestünden persistierende Defektzonen palmar 

ohne wesentliche Konsolidationszeichen und stationäre Stellung der 

Fraktur des Processus unguicularis im Dig. V. Status nach Teilamputation 

der distalen Phalanx Dig. I (Bg-act. 94).

3.10. Gestützt auf die am 1. Oktober 2018 erfolgte Verlaufskontrolle befand Dr. 

med. H._____, stellvertretende Chefärztin Departement Chirurgie am 

F._____, Abteilung für Handchirurgie, zehn Monate nach der Operation in 

etwa einen Status quo zur letzten Untersuchung. Sie hielt fest, dass der 

Patient die rechte Hand im Alltag nur als Hilfshand zum Gegenhalten 

einsetzen könne, dies bei relativ heftigen Schmerzen, vor allem in der 

Nacht, sowie ausgesprochener Kälteempfindlichkeit. Sie sah die 

Notwendigkeit der Weiterführung der Ergotherapie (Bg-act. 82).

- 11 -

3.11. Am 31. Oktober 2018 erfolgte die dritte kreisärztliche Einschätzung von 

Dr. med. G._____. Er schätzte die Belastbarkeit der Hand aufgrund der 

aktuell radiologisch noch teilweise am Zeige- und Mittelfinger erkennbaren 

knöchernen Defektzone im Bereich der ehemaligen Fraktur als 

eingeschränkt ein. Zum weiteren Vorgehen sah er die Weiterführung der 

Handtherapie gemäss Dr. med. H._____ vor und beurteilte die Prognose 

nach wie vor als unsicher (Bg-act. 102).

3.12. Aufgrund der am 4. Februar 2019 erfolgten Verlaufskontrolle befand Dr. 

med. H._____, dass die Schmerzen insgesamt gebessert hätten, die Hand 

im Alltag jedoch weiterhin praktisch nicht einsetzbar sei und eine massive 

Kälteempfindlichkeit bestehe. Sie erwartete von operativen Massnahmen 

keine Besserung der Beweglichkeit und erachtete als einzige Option die 

Weiterführung der Therapie sowie das selbständige Beüben der Hand 

(Bg-act. 137).

3.13. Am 28. Februar 2019 erfolgte die persönliche, kreisärztliche 

Abschlussuntersuchung und der Bericht dazu von Kreisarzt Dr. med. 

G._____ vom 1. März 2019 (Bg-act. 150) mit ausführlicher Befundung, 

nach Einblick in die gesamte Aktenlage (Unterlagen und Bildgebung, Bg-

act. 150 S. 1 f. und 4), inklusive einem Telefonat mit Dr. med. H._____ am 

14. Februar 2019, wonach weiterhin eine ungünstig einschätzbare 

Prognose vorliege und die rechte Hand nur noch als Hilfshand einsetzbar 

sei (Bg-act. 150 S. 2). Dr. med. G._____ diagnostizierte eine verbliebene 

Funktionseinschränkung der rechten Hand mit neuropathisch 

anmutendem Beschwerdebild mit massiver Kälteempfindlichkeit (Bg-act. 

150 S. 5). Laut seiner Beurteilung lagen aktuell eine objektivierbare, sehr 

schlechte Beweglichkeit der PIP-Gelenke Dig. II, III und IV bei 

eingeschränkter Beweglichkeit in den MCP-Gelenken sowie deutlich 

erkennbare trophische Veränderungen des Zeige- und Mittelfingers, etwas 

geringer ausgeprägt am Ringfinger und Berührungs- und 

- 12 -

Druckschmerzhaftigkeit sowie am rechten Daumen reizlose 

Stumpfverhältnisse mit lokaler Druck- und Berührungsempfindlichkeit vor. 

Das Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. G._____ lautete wie folgt: 

"Wie bereits spezialärztlich/handchirurgisch festgehalten, ist die rechte 

Hand auch im Alltag lediglich noch als leichte Hilfshand einsetzbar. Eine 

Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter ist somit nicht mehr möglich. Auch für 

angepasste Tätigkeiten lediglich noch zumutbare Einsetzbarkeit der 

rechten Hand im Sinn einer Hilfshand zum angepassten Gegenhalten. 

Leichte Gewichte können nicht mehr aktiv mit der rechten Hand gehoben, 

gehalten oder bewegt werden. Feinmotorische Tätigkeiten sind mit der 

rechten Hand nicht mehr durchführbar." (Bg-act. 150 S. 5). Das Profil 

wurde durch Kreisarzt Dr. med. G._____ am 9. April 2019 dahingehend 

ergänzt, wonach von einem regelmässigen zusätzlichen Pausenbedarf 

von 20 Minuten alle zwei Stunden ausgegangen werden könne (Bg-act. 

154).

3.14. Am 2. Mai 2019 erfolgte eine weitere Verlaufskontrolle bei Dr. med. 

H._____, wobei eine deutliche Besserung der Beweglichkeit, weiterhin 

eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit sowie Schmerzen vor allem im 

Bereich der PIP-Gelenke II und III festgestellt wurden. Dr. med. H._____ 

befand den Beschwerdeführer als Bauarbeiter weiterhin zu 100 % 

arbeitsunfähig, da die Hand nur als Hilfshand einsetzbar sei (Bg-act. 168).

3.15. Am 29. Juli 2019 beurteilte Dr. med. H._____ den Fall wie folgt: "Nach 

dieser schweren Handverletzung rechts kann Herr A.________ die rechte 

Hand im Alltag nur als Hilfshand einsetzen. […]. Folgende Tätigkeiten sind 

deshalb nicht mehr möglich: Halten und Tragen von Lasten über 2 kg, 

Tätigkeiten mit Vibration, Tätigkeiten auf Leitern oder Dächern, wo sich 

Herr A.________ festhalten muss, beidhändige Tätigkeiten, welche einen 

vollen Faustschluss benötigen, zum Beispiel Lenken von Maschinen. Aus 

meiner Sicht ist Herr A.________ nur für leichte Tätigkeiten arbeitsfähig, 

- 13 -

wie zum Beispiel Überwachungstätigkeiten, Lenken des Verkehrs, etc. 

Dabei ist jedoch zu beachten, dass Tätigkeiten im Freien in der Kälte 

ebenfalls nicht möglich sind. Ebenfalls sind keine feinmotorischen 

Tätigkeiten wie zum Beispiel das Schreiben am Computer möglich." (Bf-

act. 2; Bg-act. 189).

4.1. Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat ein Versicherter Anspruch auf eine 

Invalidenrente, wenn er infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid 

ist (Art. 7 und 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird 

das Erwerbseinkommen, das der Versicherte nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 

zum Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 145 V 370 E.4.1). Für die 

Invaliditätsbemessung ist nicht die medizinisch-theoretische Schätzung 

der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt ausschlaggebend, sondern die durch 

die Unfallfolgen bedingte Einschränkung der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem gesamten für den Versicherten in Betracht fallenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (vgl. BGE 130 V 343 E.3.3). Entscheidend sind also die 

wirtschaftlichen Gegebenheiten. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Dabei sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 

E.4, 125 V 261 E.4 mit Hinweisen, 115 V 133 E.2, 114 V 314 E.3c, 105 V 

158 E.1). Auch trifft den Versicherten eine Schadenminderungspflicht (vgl. 

BGE 134 V 109 E.10.2.7, BGE 117 V 394 E.4b). Danach hat er von sich 

aus alles ihm Zumutbare vorzukehren, und zwar selbst um den Preis 

- 14 -

beträchtlicher Anstrengungen, um die Folgen eines erlittenen Unfalls 

bestmöglich zu mildern.

4.2. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte sind Sozialversicherungsträger 

und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewiesen, die ihnen 

vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat die 

medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess 

gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – 

wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 

bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, 

unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 

entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf 

es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_675/2020 

vom 3. März 2021 E.5). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug 

auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien 

für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, Urteil des 

Bundesgerichts 8C_507/2015 vom 6. Januar 2016 E.4.1). Betreffend 

Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(vgl. 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Den Berichten eines 

- 15 -

Versicherungsmediziners kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner 

Feststellungen, so sind weitere Abklärungen notwendig (vgl. BGE 145 V 

97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 mit weiteren Hinweisen, 139 V 225 E.5.2, 135 V 

465 E.4.4 f., 125 V 351 E.3b/ee, Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2018 

vom 27. März 2019 E.5.1.2).

4.3. Der Kreisarzt Dr. med. G._____ hat den Beschwerdeführer sorgfältig 

persönlich untersucht, sein Zumutbarkeitsprofil (Bg-act. 150, S. 5) ist also 

nicht nur eine reine Aktenbeurteilung. Zudem holte er zuvor am 14. 

Februar 2019 telefonisch die Einschätzung der behandelnden Ärztin Dr. 

med. H._____ ein (Bg-act. 139, 150 S. 2), welche die Prognose als 

ungünstig einschätzte und weitere medizinische Massnahmen, 

insbesondere auch operative Eingriffe, nicht als indiziert ansah, da diese 

zu keiner nennenswerten Besserung des Zustandes führen würden und 

der Patient seine Hand auch in Zukunft nur noch als Hilfshand werde 

einsetzen können.

4.4. Dr. med. H._____ ist die behandelnde Ärztin des Beschwerdeführers. Sie 

gab ihre Zumutbarkeitsbeurteilung am 29. Juli 2019 während des 

hängigen Einspracheverfahrens und auf Anfrage des 

beschwerdeführerischen Rechtsvertreters ab (Bg-act. 189). Der 

Einspracheentscheid setzt sich auch mit ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung 

auseinander (Bf-act. 1 E.4). Dr. med. H._____ machte in ihrer 

Stellungnahme vom 29. Juli 2019 keine prozentuale Aussage über eine 

(allenfalls) eingeschränkte Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. 

Zudem setzte sie sich mit der Zumutbarkeitsbeurteilung des Kreisarztes 

Dr. med. G._____ in einer adaptierten Tätigkeit nicht auseinander, 

sondern gab nur ihre eigene Einschätzung wieder. Damit stehen sich zwei 

http://links.weblaw.ch/de/9C_730/2018

- 16 -

Zumutbarkeitsbeurteilungen gegenüber, die eine des Kreisarztes Dr. med. 

G._____, die andere der behandelnden Handchirurgin Dr. med. H._____, 

die sich aber in weiten Teilen decken (Unzumutbarkeit einer Tätigkeit als 

Bauarbeiter, rechte Hand nur noch Hilfshand, kein Halten und Tragen von 

Gewichten über 2 kg, keine feinmotorischen Tätigkeiten). Dr. med. 

H._____ erwähnt zusätzlich die Unzumutbarkeit von Tätigkeiten mit 

Vibration, auf Leitern oder Dächern, beidhändige Tätigkeiten mit 

Faustschluss (z.B. Lenken von Maschinen) und die Kälteempfindlichkeit. 

Sie sieht den Beschwerdeführer aber für leichte Tätigkeiten – wie z.B. 

Überwachungstätigkeiten, Lenken des Verkehrs, etc. – als voll 

arbeitsfähig. In diesem Sinne äussert sich der Kreisarzt Dr. med. G._____ 

in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 9. April 2019 zu Gunsten des 

Beschwerdeführers, indem er die (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf 84 % festlegt, 

infolge erhöhtem Pausenbedarf von 20 Minuten alle zwei Stunden (Bg-act. 

154).

4.5. Eine ärztliche Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit weist sowohl 

bei psychisch wie auch bei somatisch dominierten Leiden Ermessenszüge 

auf (vgl. BGE 140 V 193 E.3.1). Aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen 

Gegebenheiten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von 

Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung 

wie folgt verteilt: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, 

den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung 

im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige seine genuine Aufgabe, 

wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind (vgl. z.B. 

Urteil 9C_437/2012 vom 6. November 2012 E.3.2). Bei der 

Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

- 17 -

für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 

abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die 

Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung 

ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. 

Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die 

juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 

noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2 mit 

Hinweisen).

4.6. Da sich Dr. med. H._____ als behandelnde Ärztin in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren hat, verfolgt ihr Bericht nicht den Zweck 

einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche 

erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustands und erfüllt 

ihr Bericht nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten (vgl. BGE 

125 V 351 E.3a). Aus diesem Grund und aufgrund der 

Erfahrungstatsache, dass behandelnde Haus- und Fachärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. 

März 2020 E.5.1), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache – bzw. 

wie in casu eine Leistungserhöhung – einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden Ärztin kaum in Frage kommen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009 E.4.5).

4.7. Den Einschätzungen von Kreisarzt Dr. med. G._____ vom 1. März 2019 

(Bg-act. 150) und vom 9. April 2019 (Bg-act. 154), zu denen er auf der 

Basis der umfassenden Aktenlage und nach sorgfältiger persönlicher 

Untersuchung und ausführlicher Befundung kam, ist voller Beweiswert 

zuzugestehen, da sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit vorliegen. Gestützt auf die Aktenlage und die Funktion von 

Dr. med. H._____ als behandelnde Ärztin vermag das Zumutbarkeitsprofil 

- 18 -

von Dr. med. H._____ dasjenige von Kreisarzt Dr. med. G._____ nicht in 

Zweifel zu ziehen. Während die Ärzte der Handchirurgie am F._____, und 

unter ihnen auch Dr. med. H._____, – in Übereinstimmung mit Kreisarzt 

Dr. med. G._____ – den Beschwerdeführer in angestammter Tätigkeit als 

100 % arbeitsunfähig bezeichneten (siehe Arbeitsunfähigkeits-Zeugnisse 

zu 100 % ab 30. November 2017 bis 31. Dezember 2019 [Bg-act. 15, 20, 

33, 42, 46, 47, 48, 63, 65, 77, 92, 96, 133, 162]), ist davon auszugehen, 

dass Dr. med. H._____ ihn in angepasster Tätigkeit für leichte Tätigkeiten 

als voll arbeitsfähig beurteilte. Der Kreisarzt Dr. med. G._____ beurteilte 

die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hingegen in angepasster 

Tätigkeit gar als auf 84 % reduziert. Diese Feststellung von Kreisarzt Dr. 

med. G._____ bleibt von Dr. med. H._____ unwidersprochen und ist nicht 

zu beanstanden.

4.8. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide 

Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden 

kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch 

wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und 

Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (ausgeglichener Arbeitsmarkt, 

Art. 16 ATSG; vgl. BGE 134 V 64 E.4.2.1, 110 V 273 E.4b; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E.5.11). Das gilt 

sowohl in Bezug auf die verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch den körperlichen Einsatz. Dabei ist indes nur 

von Tätigkeiten auszugehen, die unter Berücksichtigung der gesamten 

objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalls zumutbar sind. 

Rechtsprechungsgemäss sind an die Konkretisierung der 

Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten jedoch keine 

übermässigen Anforderungen zu stellen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 

Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 

- 19 -

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1, 

8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E.5.11, 9C_485/2014 vom 28. 

November 2014 E.2.2, 8C_514/2013 vom 29. August 2013 E.4.2). 

Gemäss konstanter Rechtsprechung bestehen auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt u.a. genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten für 

Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies 

nur noch leichte Arbeit verrichten können (vgl. etwa Urteile des 

Bundesgerichts 8C_134/2020 vom 29. April 2020 E.4.5, 8C_587/2019 

vom 30. Oktober 2019 E.6.2, 9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.3.2, 

8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.4.4.2 mit weiteren Hinweisen, 

8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E.4.2.1).

4.9. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nicht bloss 

an einem geschützten Arbeitsplatz ein Einkommen erzielen könnte, 

sondern aufgrund seiner unfallbedingten Einschränkungen der 

Leistungsfähigkeit ihm eine Vielzahl von adaptierten Tätigkeiten auch in 

anderen Bereichen zumutbar wären. Zu denken ist hierbei an einfache 

Überwachungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfaufgaben sowie an die 

Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder 

Produktionseinheiten, bei denen die rechte Hand zumutbar als Hilfshand 

zum angepassten Gegenhalten einsetzbar ist. Dass der 

Beschwerdeführer bisher hauptsächlich als Bauarbeiter, teilweise auch als 

Maschinist, tätig war und über keine Berufsausbildung verfügt (Bg-act. 40 

S. 1), steht der Zumutbarkeit einer beruflichen Neuausrichtung und der 

dazu erforderlichen Stellensuche nicht entgegen. Auch wäre ein 

Berufswechsel nicht unzumutbar, wenn der Beschwerdeführer damit 

(allenfalls) in der ersten Zeit mit einer Lohneinbusse zu rechnen hätte, 

würde ihm doch mit noch rund zehn Arbeitsjahren bis zur ordentlichen 

Pensionierung mit 65 Jahren noch eine relativ lange Aktivitätsdauer 

- 20 -

bevorstehen, während welcher sich eine vorübergehende Lohnminderung 

ausgleichen liesse. Die damit allenfalls verbundenen Unannehmlichkeiten 

erscheinen auch nicht als unzumutbar. Solche Unannehmlichkeiten sind 

im Rahmen der einer verunfallten und deshalb Versicherungsleistungen 

beanspruchenden Person obliegenden Schadenminderungspflicht in Kauf 

zu nehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_13/2017 vom 21. Juni 2017 

E.3.3.1 und 3.3.3). Im Weiteren erscheint das kreisärztliche 

Zumutbarkeitsprofil, wonach körperlich leichte Tätigkeiten in einem 

Pensum von 84 % zumutbar sind, nicht derart eingeschränkt, dass der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt eine solche Stelle praktisch nicht kennt oder 

nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 

Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle 

daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.5.2, 9C_183/2017 

vom 30. Oktober 2017 E.4.2). Damit ist dargetan, dass dem 

Beschwerdeführer, welchem die Verwertbarkeit seiner (Rest-

)Arbeitsfähigkeit tatsächlich erschwert ist, dennoch wie aufgezeigt ein 

hinreichend grosses Spektrum an leidensangepassten Tätigkeiten auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensteht.

5.1. Bei der Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Ist kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare 

neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung insbesondere Tabellenlöhne gemäss den vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 143 V 

295 E.2.2, 139 V 592 E.2.3 mit Hinweis, 135 V 297 E.5.2, 129 V 472 

- 21 -

E.4.2.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 

E.3.2).

5.2. Das von der Beschwerdegegnerin berechnete Invalideneinkommen wurde 

somit zu Recht gemäss LSE bemessen, da der Beschwerdeführer nach 

dem Unfall keine neue Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat (Bg-act. 

163). Das von der Beschwerdegegnerin errechnete Jahreseinkommen 

von CHF 67'743.00 berücksichtigt noch nicht die eingeschränkte (Rest-)

Arbeitsfähigkeit von 84 % und den Leidensabzug von 20 %, was aber der 

Korrektheit des errechneten Invalideneinkommens von CHF 45'523.00 

keinen Abbruch tut: Laut Tabelle A1 der LSE 2016 belief sich der 

Zentralwert für die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) beschäftigten Männer im 

privaten Sektor bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden, inkl. 

13. Monatslohn auf CHF 5'340.00. Dies ergibt ein zumutbares 

Invalideneinkommen von jährlich CHF 45'523.00 (CHF 5'340.00 : 40 

Wochenstunden x 41.7 Wochenstunden x 12 Monate, indexiert mit 0.4 % 

für das Jahr 2017, 0.5 % für das Jahr 2018 und 0,5 % für das Jahr 2019, 

unter Berücksichtigung der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit von 84 % [erhöhter Pausenbedarf von 20 Minuten 

alle zwei Stunden=eingeschränkte Arbeitsfähigkeit um 16 %=41.7 

Arbeitsstunden pro Woche abzüglich 6.7 Wochenstunden=35 

Wochenstunden bzw. gerundet 84 %] und abzüglich des Leidensabzuges 

von 20 %). Dass die Beschwerdegegnerin die Verwertbarkeit der (Rest-

)Arbeitsfähigkeit bejahte und das Invalideneinkommen gestützt auf die 

statistischen Werte der LSE-Tabellenlöhne unter Einräumung eines 

Leidensabzugs von 20 % festlegte, ist rechtsprechungsgemäss bei 

Personen mit funktioneller Einarmig- oder Einhändigkeit oder 

eingeschränkter Einsetzbarkeit der rechten Hand als Zudienhand, denen 

die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit wie beim Beschwerdeführer 

- 22 -

tatsächlich erschwert ist, nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.2 und E.3.2).

5.3. Das von der Beschwerdegegnerin berechnete Valideneinkommen von 

CHF 61'317.00 (CHF 26.80 Stundenlohn x 2'112 Jahresarbeitsstunden 

[44 Wochenstunden à 48 Jahreswochen] + 8.33 % 13. Monatslohn; Bg-

act. 141 und 163) ist höher, als es minimal im Landesmantelvertrag für das 

Schweizerische Bauhauptgewerbe (GAV-LMV) vorgesehen ist 

(CHF 25.90 Basislohn) und angesichts der befristeten und kurzen 

Beschäftigungsdauer vom 20. November 2017 bis 22. Dezember 2017 

(Bg-act. 40 S. 1, 163 S. 1) nicht zu beanstanden. Eine Parallelisierung 

erübrigt sich, da nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der 

Validenlohn nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert werden kann, wenn 

er den Mindestverdienstvorgaben gemäss dem vom Bundesrat für 

allgemein verbindlich erklärten GAV-LMV entspricht, weil darin die 

branchenüblichen Einkommen präziser abgebildet werden als in der LSE 

(Urteile des Bundesgerichts 8C_310/2020 vom 23. Juli 2020 E.3.2 f., 

8C_607/2018 vom 20. Februar 2019 E.2.3 mit Hinweisen, 8C_759/2017 

vom 8. Mai 2018 E.3.2.2). Der Beschwerdeführer arbeitete seit dem 

20. November 2017 im Stundenlohn bei seinem Arbeitgeber als 

(ungelernter) Bauarbeiter. Das Referenzeinkommen bei der Prüfung einer 

Unterdurchschnittlichkeit ist daher anhand Art. 41 GAV-LMV in 

Verbindung mit Anhang II (Tabellen der Basislöhne) zu bestimmen. 

Danach hätte der Basislohn für einen Bauarbeiter C ohne Fachkenntnisse 

in Graubünden (Zone "BLAU") CHF 25.90 pro Stunde beziehungsweise 

CHF 4'557.00 pro Monat betragen. Unter Berücksichtigung des 13. 

Monatsgehalts hätte sich ein Jahreslohn von CHF 59'241.00 ergeben. Das 

von der Beschwerdegegnerin berechnete Valideneinkommen von 

CHF 61'317.00 übersteigt somit die Mindestvorgaben gemäss GAV-LMV 

und erweist sich daher nicht als unterdurchschnittlich. Es ist somit 

- 23 -

rechtskonform bemessen worden, was vom Beschwerdeführer denn auch 

nicht bestritten worden ist.

5.4. Der Beschwerdeführer substantiiert sein Begehren auf eine Invalidenrente 

im Umfang von mindestens 70 % mit keinem Wort und es liegen auch 

keine ärztlichen Beurteilungen hierzu vor. Aus der Gegenüberstellung des 

Valideneinkommens von CHF 61'317.00 und des Invalideneinkommens 

von CHF 45'523.00, welche nicht zu beanstanden sind, resultiert eine 

unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit von CHF 15'794.00 

bzw. der Rentenanspruch von gerundet 26 %, wie von der 

Beschwerdegegnerin zugesprochen. Die gesundheitlichen 

Einschränkungen des Beschwerdeführers wurden mit der 

eingeschränkten (Rest-)Arbeitsfähigkeit von 84 % in angepasster Tätigkeit 

sowie dem Leidensabzug von 20 % angemessen berücksichtigt. In 

antizipierter Beweiswürdigung erübrigen sich somit weitere 

Beweisabnahmen wie beispielsweise die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens, weil davon keine entscheidrelevanten Erkenntnisse 

zu erwarten wären (vgl. BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_658/2020 vom 14. Januar 2021 E.7). 

Zusammengefasst erweist sich der Einspracheentscheid vom 25. 

November 2019 damit als rechtens, womit die Beschwerde abzuweisen 

ist.

6. Gemäss aArt. 61 lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG ist das Verfahren – 

vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen Verfahrensführung – für 

die Parteien kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben werden. 

Ein Parteikostenersatz wird der obsiegenden Beschwerdegegnerin nicht 

zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

- 24 -

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]