# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc86d643-50f0-5d3c-8e98-bd121d5946e0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2010 D-4751/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4751-2009_2010-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4751/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Markus König,
Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
Côte d'Ivoire,
vertreten durch Tilla Jacomet,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. Juni 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4751/2009

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  –  eine 
Staatsangehörige der  Côte d'Ivoire  aus B._______ –  ihr  Heimatland 
am 30. August 2008 über den Luftweg mit Zwischenhalt in C._______ 
und gelangte am 1. September 2008 illegal in die Schweiz, wo sie glei-
chentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  (...)  ein 
Asylgesuch stellte.

B.
Zur Begründung ihres Gesuches brachte die Beschwerdeführerin an-
lässlich der Befragung vom 9. September 2008 im EVZ (...)  und der 
Anhörung  vom 26.  Februar  2009  gemäss  Art.  29  Abs.  1  des  Asyl -
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) im Wesentlichen vor, 
dass sie in B._______ aufgewachsen sei und seit dem Tod ihres Va-
ters bei dessen jüngerem Bruder gelebt habe. Dieser habe sie verge-
waltigt, als sie 16 Jahre alt gewesen sei. Sie sei schwanger geworden 
und habe in der Folge für ein Jahr beim älteren Bruder ihres Vaters ge-
lebt. Einige Zeit  nach der Geburt  ihrer  Tochter sei  sie vom jüngeren 
Onkel gezwungen worden, sich beschneiden zu lassen; wegen Kompli-
kationen sei sie zwei Monate krank gewesen. Nach der Genesung sei 
sie von ihrem jüngeren Onkel  aufgefordert  worden, einen Cousin zu 
heiraten. Da dieser jedoch viel älter als sie gewesen sei, habe sie ab-
gelehnt,  worauf  sie  ins  Haus gesperrt  und gefesselt  worden sei. Ihr 
jüngerer Onkel habe ihr mit dem Tod gedroht, falls sie nicht in die Hei -
rat einwillige. Nach drei Tagen habe sie dieser schliesslich zugestimmt, 
ihren Cousin im Jahr 2002 geheiratet und sei mit ihrer Tochter zu ihm 
gezogen. Doch auch von ihrem Ehemann sei sie geschlagen und ver-
gewaltigt worden. Im Jahr 2004 habe sie einen Sohn geboren. Fortan 
habe sie  die  Antibabypille  genommen,  da sie  keine weiteren Kinder 
von ihrem Ehemann gewollt  habe. Dieser habe jedoch im Jahr 2008 
entdeckt,  dass sie die Antibabypille nehme. Er habe sie beschuldigt, 
seine ungeborenen Kinder zu töten, und habe sein Gewehr geholt, um 
sie umzubringen. Daraufhin sei sie zunächst zu einer Freundin in ih -
rem Dorf geflüchtet, ehe sie dann zu einer Tante nach D._______ ge-
gangen sei. Nach einem Monat seien die Ältesten ihres Heimatdorfes 
zu ihrer Tante gekommen und hätten diese aufgefordert, sie – die Be-
schwerdeführerin – zu ihrem Mann zurückzubringen. Da sie indessen 
ungeachtet  dieser  Drohungen in D._______ geblieben sei,  seien er-
neut Männer aus ihrem Dorf gekommen und hätten versucht, sie zu-

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rückzubringen. Sie habe jedoch entkommen können und sei zu einer 
Freundin  ihrer  Tante  geflüchtet.  Mithilfe  deren  Tochter  habe  sie 
schliesslich ausreisen können.

Die  Beschwerdeführerin,  welche  keine  rechtsgenüglichen  Ausweis- 
oder  Reisepapiere  abgegeben  hatte,  ist  gemäss  Arztbericht  vom 
30. April 2009 an einer Posttraumatischen Belastungsstörung erkrankt.

C.
Mit Verfügung vom 25. Juni 2009 – eröffnet am 26. Juni 2009 – lehnte 
das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete die 
Wegweisung aus der Schweiz an, schob jene jedoch wegen Unzumut-
barkeit  zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Zur Begründung 
ihres ablehnenden Entscheids im Asyl- und Flüchtlingspunkt führte die 
Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass die Vorbringen der Beschwerde-
führerin  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhielten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft 
werden müsse. Demzufolge erfülle sie die Flüchtlingseigenschaft nicht, 
so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.

D.
Mit Eingabe vom 24. Juli 2009 (Poststempel) liess die Beschwerdefüh-
rerin  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei in 
den Dispositivziffern 1 bis 3 aufzuheben und ihr sei Asyl zu erteilen. In 
prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewäh-
ren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf 
die Begründung der Beschwerde und die eingereichten Beweismittel – 
eine Kopie des bereits eingereichten ärztlichen Berichts vom 30. April 
2009, eine Fürsorgebestätigung sowie ein Bericht des UNHCR (Richt-
linien  zum  internationalen  Schutz  betreffend  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten sozialen Gruppe vom 7. Mai  2002)  und ein  solcher  von 
Amnesty International (Report 2008 Côte d'Ivoire) – wird, soweit ent-
scheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E.
Mit Verfügung vom 30. Juli 2009 verschob der Instruktionsrichter den 
Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) auf 
einen späteren Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kos-

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tenvorschusses.  Überdies  forderte  er  die  Vorinstanz  auf,  bis  zum 
17. August 2009 eine Vernehmlassung einzureichen.

F.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom 4.  August  2009  beantragte  die  Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde.

G.
Am 20. August 2009 (Poststempel) liess die Beschwerdeführerin innert 
gewährter Frist eine Replik einreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorin-
stanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffen-
de Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes-
verwaltungsgericht ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Asyls endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung;  sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt  
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Zur Begründung ihres Entscheides führte die Vorinstanz zunächst 
aus, die Beschwerdeführerin habe unterschiedliche Aussagen zu den 
Ereignissen gemacht,  als angeblich die Männer aus ihrem Dorf zum 
zweiten Mal nach D._______ gekommen seien. Bei der Erstbefragung 
habe  sie  erklärt,  dass  sie  die  Männer  schon  von  Weitem  gesehen 
habe, weshalb sie habe fliehen können (vgl. A1 [recte: A10, nachfol-
gend jeweils entsprechend korrigiert], S. 5). Bei der Anhörung habe sie 
demgegenüber erklärt, sie sei bei ihrer Tante gewesen, als die Männer 
gekommen seien. Ein  Mann habe sie  packen wollen,  aber  sie  habe 
sich wehren können (vgl. A22, S. 14). Weiter habe die Beschwerdefüh-
rerin bei der Erstbefragung ausgesagt, dass sie nach der Geburt ihres 
zweiten Kindes im Jahr 2004 ihre Freundinnen gefragt habe, wie sie 
weitere  Kinder  „vermeiden“  könne. Daraufhin  habe sie die  Antibaby-
pille genommen (vgl. A10, S. 5). Bei der (zweiten) Anhörung hingegen 
habe sie angegeben, erst ab dem Jahr 2008 die Antibabypille genom-

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men zu haben. Aufgrund dieser Feststellungen müsse an der Glaub-
haftigkeit der genannten Vorbringen gezweifelt werden.

Zudem seien Vorbringen dann nicht hinreichend begründet, wenn sie 
in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert und dif ferenziert 
dargelegt würden und somit den Eindruck vermittelten, dass die Asyl 
suchende Person – in casu die Beschwerdeführerin – das Geschilder-
te  nicht  selbst  erlebt  habe. Die  Ausführungen  zur  Flucht  vor  ihrem 
Mann seien vage und unsubstanziiert (vgl. A22, S. 12). So sei nicht er-
sichtlich, wie sie ihrem Ehemann habe entkommen können, obwohl sie 
ihm körperlich unterlegen gewesen sei. Des Weitern könne sie auch 
die Personen nicht  nennen, welche sie angeblich zum ersten Mal  in 
D._______ gesucht hätten (vgl. A22, S. 13). Sie habe diese aber ge-
mäss  ihren Angaben schon  von Weitem gesehen und  sei  daraufhin 
weggerannt. Damit hätte sie diese aber zwingend gekannt haben müs-
sen, ansonsten hätte sie diese nicht als Bedrohung wahrgenommen. 
Auch die angebliche Flucht vor ihrem (jüngeren) Onkel könne sie nur 
oberflächlich beschreiben und ihre entsprechenden Äusserungen fie-
len sehr allgemein aus und erschöpften sich in wenigen kurzen, ste-
reotypen Sätzen (vgl. A22, S. 14). Ihre einfach gehaltenen Schilderun-
gen liessen eine subjektiv geprägte Wahrnehmung vermissen, so dass 
ihre Darlegungen als offensichtlich unglaubhaft zu taxieren seien. Ins-
besondere liessen ihre Schilderungen die vertiefende Substanz sowie 
eine authentische und erlebnisgeprägte Nacherzählung vermissen, die 
von ihr zu erwarten gewesen wäre, wenn sie das Geschilderte tatsäch-
lich  erlebt  hätte. Ihre  diesbezüglichen  Darlegungen  entbehrten  jegli-
cher Realitätsmerkmale, die von einer Person erwartet werden dürften, 
welche selbst Erlebtes wiedergebe.

Überdies sei nicht verständlich, weshalb sich die Beschwerdeführerin 
nach ihrer  Flucht  vor ihrer  Familie  bei  ihrer  Tante in  D._______ ver-
steckt habe. Es sei zu erwarten gewesen, dass ihre Familie sie früher 
oder  später  bei  der  Tante  suchen würde. Sie  hätte  sich  mithilfe  der 
Tante an einem anderen Ort in D._______ verstecken können, zumal 
sie  angesichts  ihrer  Flugreise  in  die  Schweiz  über  die  nötigen  fi -
nanziellen Mittel verfügt habe.

Aufgrund dieser Erwägungen könnten die Vorbringen der Beschwerde-
führerin nicht geglaubt werden, weshalb deren Asylrelevanz nicht mehr 
geprüft werden müsse.

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4.2 Nach der Abhandlung des bereits bekannten Sachverhalts wird in 
der  Beschwerdeeingabe vom 24. Juli  2009 im Wesentlichen geltend 
gemacht,  dass  der  Entscheid  des  BFM  und  die  Erwägungen  zur 
Glaubhaftigkeit  oberflächlich  und  tendenziös  seien.  Das  Bundesamt 
sei offensichtlich selbst unsicher, was die Glaubhaftigkeit  der Aussa-
gen angehe. Bezogen auf  den Wegweisungspunkt  scheine das BFM 
keine Zweifel  zu  hegen,  dass  die Beschwerdeführerin  sich  nicht  auf 
ihre Familie verlassen könne, sie traumatisiert sei, medizinische Hilfe 
benötige und aufgrund dessen ihre Rückkehr nicht  zumutbar sei. Im 
Asylpunkt unterlasse das BFM jedoch die komplexe Prüfung von Art. 3 
AsylG  unter  dem Aspekt  der  Schutztheorie  und  qualifiziere  die  der 
Traumatisierung zugrunde liegenden Vorbringen als unglaubhaft, was 
im Entscheid höchst inkonsequent sei. Die Oberflächlichkeit der Erwä-
gungen trete offensichtlich zu Tage. So habe der Sachbearbeiter des 
BFM auf S. 3 der angefochtenen Verfügung einen Baustein aus einem 
anderen Entscheid  eingefügt,  ohne die männlichen Pronomen anzu-
passen und ohne die leeren Unglaubhaftigkeitsfloskeln mit konkreten 
Belegen und Individualisierungen auszufüllen. Das BFM werfe der Be-
schwerdeführerin Unsubstanziiertheit in Nebenhandlungssträngen vor, 
unterlasse  es  jedoch,  die  Kernvorbringen  auf  ihre  vorhandene  Sub-
stanz hin zu würdigen.

Die Vorinstanz werfe der Beschwerdeführerin sodann im Sinne eines 
Unglaubhaftigkeitsmerkmals vor, dass sie ihrem Mann trotz der körper-
lichen Unterlegenheit habe entkommen können. Grundsätzlich sei die 
Annahme richtig, dass sie körperlich keine Chance gegen ihn gehabt 
habe. Es sei jedoch Fakt, dass sie geflohen sei, als er sie ausser Au-
gen gelassen habe. Das Argument des BFM sei somit haltlos. Gemäss 
den Erwägungen der Vorinstanz seien die Aussagen der Beschwerde-
führerin  zu  ihrer  Flucht  zudem  unsubstanziiert.  Diese  Wertung  sei 
ohne  Grundlage. Ihr  sei  lediglich  eine  offene Frage gestellt  worden, 
welche  sie  substanziiert  beantwortet  habe. Die  weiteren  Fragen  zur 
Flucht seien leider keine offenen Fragen gewesen, sondern konkrete 
Frage-Antwort-Konstellationen,  anhand derer keine Substanz bemes-
sen werden könne. Das nächste Argument der Vorinstanz betreffe die 
Behauptung, dass die Beschwerdeführerin angeblich die Namen derer 
nicht  habe nennen können, welche sie in D._______ gesucht hätten 
(vgl.  A22,  S.  14).  Sie  sei  jedoch  gar  nicht  nach  den  Namen  der 
Suchenden gefragt worden. Dieses falsche Zitat könne nicht gegen die 
Beschwerdeführerin  verwendet  werden  und  zeige  klar,  dass  eine 
tendenziöse Prüfung stattgefunden habe. An der eben zitierten Stelle 

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schildere  sie  zudem  keine  Flucht  vor  ihrem  Onkel,  wie  das  BFM 
angebe.  Hingegen  beschreibe  sie  plausibel,  wie  es  ihr  mithilfe  der 
Nachbarn gelungen sei, sich der Mitnahme durch ihren Onkel, welcher 
nur  in  Begleitung  eines  Mannes  gewesen  sei,  zu  widersetzen.  Der 
Onkel  habe  aus  seiner  Perspektive  nicht  davon  ausgehen  können, 
dass die Beschwerdeführerin ins Ausland hätte fliehen können. Er sei 
davon  ausgegangen,  dass  es  reichen  würde,  die  Tante  stark  unter 
Druck  zu  setzen,  um  die  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  zu 
erzwingen, zumal  die Tante versprochen habe, sie am nächsten Tag 
nach  Hause  zu  bringen.  Dies  sei  unter  Beachtung  des  sozialen 
Kontextes absolut plausibel. Anhand der fehlenden Hinterfragung der 
genauen Ereignisse gebe es keine Indizien, welche die Glaubhaftigkeit 
der Beschwerdeführerin klar widerlegen könnten. Der Sachbearbeiter 
der Vorinstanz bemängle zwar in seinem Textbaustein das Fehlen von 
Realitätsmerkmalen,  sowie  von  authentisch  und  erlebnisgeprägten 
Erzählungen  bezüglich  dieses  Vorfalles,  doch  sei  es  schon  sehr 
erstaunlich,  dass  er  diesen Baustein  nicht  betreffend  die  Erlebnisse 
der  Beschwerdeführerin  eingesetzt  und  entsprechende  Analysen 
angestellt  habe,  welche wirklich  den Kern  ihrer  Vorbringen beträfen. 
Namentlich  habe  das  BFM  die  erlittenen  sexuellen  Übergriffe,  die 
schweren  Gewaltübergriffe,  die  horrende  Beschneidungsgeschichte 
mit ihren Folgen, die zahlreichen Vergewaltigungen von Kindesbeinen 
an  und  den  verzweifelten  Versuch  der  Empfängnisverhütung  weder 
substanziiert hinterfragt noch in seiner Verfügung beurteilt. Angesichts 
dessen, dass dies die zentralen Asylvorbringen seien, könne hier eine 
Verletzung  der  Untersuchungspflicht  und  eine  Verletzung  des 
rechtlichen Gehörs gesehen werden, stelle doch die Vorinstanz die ge-
samten Vorbringen der Beschwerdeführerin mit „lausigen“ Begründun-
gen in Frage. Aus den Akten sei  keine Stelle zu entnehmen, wo die 
Jahreszahl 2004 in Verbindung mit dem Beginn der Einnahme der An-
tibabypille stehe. Auch hier bestätige sich der vom BFM angeführte Wi-
derspruch nicht.

Die Beschwerdeführerin liefere wiederholt eine konsistente, klar struk-
turierte und nachvollziehbare Erzählung ihrer Erlebnisse ab. Auch im 
Arztbericht komme dies zum Ausdruck. Im Zusammenhang mit ihrem 
sozialen und traditionellen Kontext würden die Vorbringen und Verhal-
tensweisen durchaus plausibel  und logisch erscheinen. Ihre  Vorbrin-
gen seien jederzeit  nachvollziehbar. Sie  mache in wesentlichen Vor-
bringen keine Widersprüche oder stereotype Angaben. Selbst wenn es 
einen Widerspruch bezüglich des Besuches der  Leute in  D._______ 

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gebe,  stehe  einzig  dieses  Indiz  für  die  Unglaubhaftigkeit,  während 
zahlreiche  andere  Realkennzeichen  für  die  Glaubhaftigkeit  der 
Beschwerdeführerin sprächen. Sie schildere beispielsweise ihre erste 
Vergewaltigung durch den Onkel sehr überzeugend und mit den vom 
BFM  gewünschten  subjektiven  Beschreibungen  (vgl.  A22,  S.  8).  In 
zentralen Stellen der Befragung sei sie immer wieder in Weinkrämpfe 
ausgebrochen. Auch die Reaktion ihres Umfeldes, besonders diejenige 
ihrer  Tante,  beschreibe  sie  glaubhaft  (vgl.  A22,  S.  10).  Im  Übrigen 
seien auch die Schilderungen der Vergewaltigung (vgl. A22, S. 10) und 
der Beschneidung (vgl. A22, S. 11) während der Bundesanhörung sehr 
überzeugend ausgefallen. Abschliessend könne der sehr seriöse und 
deutliche Arztbericht,  welcher auf  die Verfolgungsgeschichte eingehe 
und deren Auswirkungen beschreibe,  nicht  einfach ignoriert  werden, 
sondern müsse als Indiz für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen gewer -
tet werden. Hinzu komme, dass auch die tatsächlichen Gegebenheiten 
in der Côte d'Ivoire für die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprächen. Es 
sei  beispielsweise  durchaus  plausibel,  dass  die  Beschwerdeführerin 
noch im Alter von 17 Jahren beschnitten worden sei, würden doch Be-
schneidungen in ihrer Heimat erst zwischen dem achten und 15. Al -
tersjahr durchgeführt und zum Teil auch bei erwachsenen Frauen. Die 
Beschwerdeführerin könne die Beschneidung im Erwachsenenalter zu-
dem plausibel begründen, sei es doch darum gegangen, intern in der 
Familie eine Lösung für den Inzest zu finden. Zudem stamme sie aus 
einem ländlichen Gebiet, wo solche Praktiken, wie auch die Zwangs-
heirat, immer noch Alltag seien. Gerade Spuren physischer Misshand-
lung könnten medizinisch nachgewiesen werden und seien bereits be-
stätigt  worden (vgl. den beigelegten ärztlichen Bericht  vom 30. April 
2009, A25), womit ein weiteres Realkennzeichen vorgebracht worden 
sei. Auf Wunsch des Bundesverwaltungsgerichts könne eine gynäkolo-
gische Untersuchung in die Wege geleitet werden, welche die Genital -
verstümmelung der Beschwerdeführerin bestätige.

Das BFM habe die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu Unrecht als 
unglaubhaft  qualifiziert.  Wenn  die  Behörden  Zweifel  gehabt  hätten, 
wäre zumindest  zu erwarten gewesen,  dass der  Sachbearbei ter  der 
Vorinstanz  die  amtsinterne  Anlaufstelle  für  die  Beurteilung  ge-
schlechtsspezifischer Vorbringen zu Rate gezogen hätte. Somit seien 
ihre Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG glaubhaft gemacht und es werde 
daher eine Neubeurteilung des Sachverhalts unter besonderer Berück-
sichtigung der geschlechtsspezifischen Verfolgung verlangt.

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Zudem sei die Vorinstanz aufgrund ihrer Erwägungen zu Art. 7 AsylG 
nicht auf die Problematik der nichtstaatlichen Verfolgung gemäss Art. 3 
AsylG  in  Zusammenhang  mit  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission (EMARK)  2006 Nr. 18  i.V.m. 
EMARK 2006 Nr. 32 eingegangen. Es werde diesbezüglich im Lichte 
der obigen Erwägungen eine detaillierte Auseinandersetzung erwartet. 
Bei der Beschwerdeführerin handle es sich um ein Mitglied einer be-
stimmten sozialen Gruppe, welche aus dem Grund ihrer Zugehörigkeit 
zu dieser keinen adäquaten Schutz vor Verfolgung von der ivorischen 
Regierung erlangen könne. In einer der Beilagen seien Ausführungen 
des UNHCR zur Definition einer "bestimmten sozialen Gruppe" zu fin-
den. Es werde gebeten, das entsprechende Dokument als Bestandteil  
der  Beschwerde  zu  betrachten.  Sinngemäss  liege  eine  solche  be-
stimmte soziale  Gruppe vor,  wenn sich eine Mehrheit  von Personen 
aufgrund bestimmter, der Person anhaftender beziehungsweise unver-
änderbarer Eigenschaften als Gruppe deutlich von anderen Gruppen 
unterscheide und gerade deshalb staatlicher beziehungsweise staat-
lich tolerierter Verfolgung ausgesetzt sei beziehungsweise eine solche 
befürchte. Im hier vorliegenden Fall seien die Merkmale wie folgt gege-
ben:  Als  Frau,  welche  aus  ländlichen,  stark  traditionell  und  patriar-
chisch geprägten Strukturen stamme und diesen hilflos ausgesetzt sei, 
gehöre die Beschwerdeführerin im Kontext der Côte d'Ivoire einer be-
stimmten sozialen Gruppe an. Es sei davon auszugehen, dass es zahl-
reiche Personen mit ähnlichen Merkmalen in der lokalen Gesellschaft 
gebe. Zudem sei die Beschwerdeführerin bereits Opfer von Beschnei-
dung sowie Zwangsheirat  geworden und sei  bei  einer Rückkehr  von 
kontinuierlicher häuslicher Gewalt und Vergewaltigung bedroht, gegen 
welche kein Schutz von Seiten der Behörden zu erwarten sei. Die Ver-
weigerung des Schutzes beruhe gerade auf dem Motiv der Zugehörig-
keit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  gemäss  Art.  3  AsylG,  so 
dass die Vorbringen trotz Drittverfolgung asylrelevant würden. Im Falle 
des effektiven Schutzes seien folgende Kriterien zweifelhaft: Es sei be-
kannt, dass häusliche Gewalt sowie sexueller Missbrauch in der Côte 
d'Ivoire durchaus verbreitete Probleme seien. Auch wenn gewisse De-
likte strafrechtlich geregelt seien und eine grundsätzliche Schutzinfra-
struktur bestehe, sei die faktische Kontroll-  und Sanktionsmöglichkeit 
beziehungsweise auch der Wille dazu in ländlichen Gebieten faktisch 
nicht gegeben. Des Weiteren sei bekannt,  dass das ivorische Justiz-
system  nicht  funktioniere  und  Korruption  weit  verbreitet  sei.  Auch 
Amnesty International gehe davon aus, dass in der Côte d'Ivoire Frau-
en  und  Mädchen  nach  wie  vor  Opfer  sexueller  Gewaltdelikte  seien, 

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und zwar sowohl im von Regierungstruppen kontrol lierten Teil des Lan-
des als auch im Norden, welcher von den Forces Nouvelles (FN) kon-
trolliert werde. Die Mehrheit der mutmasslichen Täter werde nicht vor 
Gericht gestellt beziehungsweise kurz nach der Verhaftung wieder auf 
freien Fuss gesetzt. Als mittellose, allein stehende Frau hätte die Be-
schwerdeführerin  keine  Chance  gehabt,  sich  gegen  ihren  Ehemann 
und die komplette männliche Familie zu wehren. Frauen in vergleich-
baren Situationen könnten keinen Schutz erwarten. Die Beschwerde-
führerin unterstreiche dies auch persönlich,  indem sie anlässlich der 
Anhörung betont habe, die Behörden würden sich bei ihnen nicht um 
solche Dinge kümmern (vgl. A22, S. 13). Vielmehr wäre sie bei Behör-
denkontakt  der  Gefahr  ausgesetzt  gewesen,  zu  ihrem Ehemann zu-
rückgebracht zu werden. Diesbezüglich sei auf das Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts D-6823/2006 vom 1. Mai 2009 zu verweisen, wel -
ches unter Hinweis auf verschiedene Quellen ausführe, es dürfe nicht 
ausser Acht  gelassen werden, dass gemäss allgemein zugänglichen 
Quellen Gewalt an Frauen, die in der ivorischen Gesellschaft diskrimi -
niert würden, verbreitet sei und kaum geahndet werde. Ergänzend sei 
nochmals  auf  den  beigebrachten  Bericht  von  Amnesty  International 
hingewiesen,  welcher  ausführe,  dass  im  Verlauf  des  Jahres  (2008) 
erneut Berichte über sexuelle Gewaltdelikte eingegangen seien, deren 
mutmassliche  Täter  nicht  vor  Gericht  gestellt  worden  seien.  Diese 
Straffreiheit  liege  unter  anderem  auch  darin  begründet,  dass  im 
Strafgesetzbuch des Landes keine Definition für  den Tatbestand der 
Vergewaltigung existiere.

Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Hei -
matland keine Fluchtalternative gehabt  hätte. Ohne finanzielle  Mit tel 
und ohne Berufsausbildung wäre sie in der Côte d'Ivoire nicht in der 
Lage gewesen, ein neues Leben beginnen zu können. Sie hätte sich 
nicht auf ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz stützen können und 
hätte  aufgrund  ihrer  Erlebnisse  und  der  Familienfehde  auch  keine 
Möglichkeit gehabt, sich wieder in eine Beziehung zu begeben. Somit 
habe sich das Ausland als  einzige Möglichkeit  erwiesen,  da die Be-
schwerdeführerin unter erheblichem familiärem und finanziellem Druck 
gestanden sei. Es wäre nicht auszuschliessen gewesen, dass ihr er-
zürnter Ehemann und die in ihren Augen blossgestellten Onkel sie lan-
desweit unter Druck zur Rückkehr gesetzt oder sie sogar mit konkreten 
Übergriffen im Sinne von Art. 3 AsylG bedroht hätten. Die bereits ver-
suchten Übergriffe in D._______ würden diese Angst bestätigen. Aus 
diesen Gründen werde das Bundesverwaltungsgericht ersucht, der Be-

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schwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft zu erteilen und ihr Asyl zu 
gewähren.

4.3 In ihrer Vernehmlassung vom 4. August 2009 führte die Vorinstanz 
aus, dass in der Beschwerdeschrift bemängelt werde, es sei inkonsis-
tent, die Vorbringen der Beschwerdeführerin als unglaubhaft zu qualifi -
zieren,  sie aber gleichzeitig  aufgrund ihres gesundheitlichen Zustan-
des vorläufig aufzunehmen. Wie im Wegweisungspunkt jedoch ausge-
führt, sei seitens des BFM insbesondere auch wegen der schwachen 
Verankerung der Beschwerdeführerin in D._______ die Wegweisung in 
die Côte d'Ivoire als unzumutbar befunden worden. Ausserdem lasse 
sich festhalten, dass ihr schlechter gesundheitlicher Zustand im Ent-
scheid vom 25. Juni 2009 nicht angezweifelt worden sei. Die gesund-
heitlichen Probleme würden die angebliche Verfolgung aber nicht bele-
gen und könnten in einem anderen Zusammenhang als den geschil-
derten Erlebnissen stehen. Die Spuren der physischen Misshandlun-
gen  seien  nicht  geeignet,  die  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zu 
stützen, wenn der Zusammenhang zwischen den erlittenen Misshand-
lungen und der angeblichen Verfolgung nicht geglaubt werden könne. 
Die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen 
oder Beweismittel, welche eine Änderung des Standpunktes der Vorin-
stanz  rechtfertigen  könnten,  zumal  die  Beschwerdeführerin,  wie  be-
reits in den Erwägungen ausgeführt, insbesondere zu der angeblichen 
Verfolgung  in  D._______  widersprüchliche  und  unsubstanziierte 
Angaben  gemacht  habe.  So  sei  sie  entgegen  den  Angaben  in  der 
Beschwerdeschrift  explizit  gefragt  worden, wer sie gesucht  habe. Es 
könne erwartet  werden, dass sie diese Personen benenne und nicht 
oberflächlich als "Leute aus ihrem Dorf" bezeichne. Zudem werde der 
erhebliche  Widerspruch  zu  ihrer  Flucht  vor  diesen  Leuten  in  der 
Beschwerdeschrift nicht ausgeräumt. Des Weiteren werde auch in den 
Ausführungen  ihrer  Beschwerdeeingabe  nicht  erklärt,  wie  sie  ihrem 
Ehemann  habe  entfliehen  können.  So  habe  sie  scheinbar  nur 
wegrennen  müssen,  um  ihrem  Ehemann  zu  entkommen.  Sie  habe 
zwar geschildert, was ihr Mann gemacht habe, als sie geflohen sei. Es 
sei indessen anzunehmen, dass ihr Ehemann auf ihre Flucht reagiert 
und nach ihr gesucht hätte. Die Reaktion des Ehemannes werde bei  
der  freien  Erzählung  komplett  ausgeblendet,  was  angesichts  der 
Tatsache,  dass  sie  vor  diesem  habe  fliehen  wollen,  nicht 
nachvollziehbar sei. Erst als sie nach ihrem Ehemann gefragt worden 
sei,  habe  sie  angefügt,  er  habe  nach  ihr  gesucht.  Auch  zum 
zurückgelegten Weg zu ihrer Freundin könne sie nur sagen, dass es 

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weit gewesen sei. Erst nach mehrmaligem Nachfragen habe sie ange-
geben, es seien mehrere Kilometer gewesen. Bezüglich der Flucht vor 
ihrem Ehemann werde darauf hingewiesen, dass auch zwischen ihren 
Angaben  bei  der  Anhörung  und  der  Anamnese  im  Arztbericht 
Widersprüche bestünden, namentlich beim Umstand, ob ihr Mann sein 
Gewehr oder das Magazin – bei der geglückten Flucht – habe holen 
wollen. Da insbesondere die Angaben der Beschwerdeführerin zu den 
fluchtauslösenden Erlebnissen nicht geglaubt werden könnten, könne 
entgegen  der  Forderung  in  der  Beschwerdeschrift  darauf  verzichtet 
werden,  auf  die  Problematik  der  nichtstaatlichen  Verfolgung  gemäss 
Art. 3 AsylG einzugehen.

4.4 Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Replik vom 20. August 2009 
dagegen,  das BFM behaupte  in  seiner  Vernehmlassung zu Unrecht, 
dass ihre gesundheitlichen Probleme die angebliche Verfolgung nicht 
belegen würden und in einem anderen Zusammenhang als dem Ge-
schilderten stehen könnten: Gerade die gesundheitlichen Probleme – 
in diesem Zusammenhang die psychischen – belegten, dass sie unter 
erheblichem psychischem Druck gelitten habe und noch heute stark 
unter diesen Folgen leide. Der ärztliche Bericht bringe klar zum Aus-
druck,  dass  es  keine  Hinweise  dahingehend  gebe,  der  geschilderte 
psychopathologische Status könne eine andere Ursache als die Asyl-
vorbringen  haben;  im  Gegenteil,  ein  Kausalzusammenhang  werde 
ausdrücklich  angenommen.  Dementsprechend  habe  sich  das  BFM 
auch des Modalverbs "können" bedient, da es selbst habe feststellen 
müssen, dass die Ursachen der Traumatisierung nicht auf ihre Glaub-
haftigkeit  geprüft  würden  und  die  eigenen  Erwägungen  nicht 
überzeugten. Des Weiteren heisse es in der Vernehmlassung der Vor-
instanz,  dass  die  Spuren  physischer  Misshandlungen nicht  geeignet 
seien, die Angaben der Beschwerdeführerin zu stützen, wenn der Zu-
sammenhang zwischen den erlittenen Misshandlungen und der angeb-
lichen Verfolgung nicht geglaubt werden könne. Diesen Ausführungen 
sei entgegen zu halten, dass gerade bei geschlechtsspezifischer Ge-
walt,  welche kaum durch äussere Tatsachen und Beweismittel  abge-
stützt werden könne, neben einer tiefgründigen Glaubhaftigkeitsbefra-
gung ausschlaggebend sei, ob die Vorbringen im psychiatrischen Ge-
spräch ebenfalls glaubhaft  dargelegt werden könnten und durch „un-
übersichtliche  (recte:  unübersehbare)  physische  Beeinträchtigungen“ 
bestätigt würden.

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Das BFM behaupte weiter, dass die Beschwerdeführerin insbesondere 
zur  Verfolgung  in  D._______  widersprüchliche  und  unsubstanziierte 
Angaben gemacht habe. Sie schildere jedoch bei der Anhörung vom 
26. Februar 2009 (vgl. A22) frei und über mehrere Zeilen hinweg, wie 
sie sich nach D._______ abgesetzt habe. Diese Schilderung sei, wie 
es  die  Vorinstanz  verlange,  subjektiv  und  gefühlsbeladen. Am Ende 
dieses grossen Abschnittes  falle  die  Beschwerdeführerin  in  einen in 
die logische Reihenfolge schlüssig einzuordnenden Weinkrampf. Doch 
das BFM springe an dieser  Stelle  der  Befragung zu einem anderen 
Thema. Die Beschwerdeführerin wisse auch, wer sie verfolgt habe. Die 
Stelle, welche das BFM zitiere – "Leute aus ihrem Dorf" –, lasse sich 
im Protokoll der Bundesanhörung nirgends finden. Zwar erwähne sie 
nicht die Namen ihrer Verfolger, aber sie schildere klar, dass ihr Onkel 
V. diese Leute  engagiert  habe,  um sie  aufzuspüren. Statt  an  dieser 
Stelle der Befragung (vgl. A22, F93) genau auf die Fluchtgründe und 
die Verfolger einzugehen, springe das BFM erneut zu einem anderen 
Thema.  Dadurch  werde  der  themenbezogene  Redefluss  –  hier  die 
Flucht – gezielt gestoppt. Erst im späteren Verlauf der Anhörung werde 
die  Beschwerdeführerin  wieder  auf  die  Flucht  angesprochen  (vgl. 
a.a.O., F127 ff.). Auf die nochmalige Frage, welche Personen zu ihrer  
Tante gekommen seien, habe sie zu Protokoll  gegeben, ihr Onkel V. 
sei  nicht  persönlich  gekommen,  sondern  habe  andere  Leute 
beauftragt, dorthin zu gehen (vgl. a.a.O., F142). Es sei also an beiden 
Stellen ersichtlich,  wer der Verursacher der Verfolgung gewesen sei. 
Das BFM habe während der gesamten Befragung nie nach genaueren 
Angaben  zu  diesen  Leuten  gefragt.  Zudem  unterlasse  es  die 
Vorinstanz, die erheblichen Widersprüche zur Flucht vor diesen Leuten 
substanziiert  zu  benennen,  weshalb  diesbezüglich  auf  die 
Beschwerdeschrift verwiesen werden könne.

Dem BFM sei zwar insofern zuzustimmen, dass die Beschwerdeführe-
rin in ihrer Schilderung die Reaktion ihres Ehemannes ausgeblendet 
habe. Dies sei allerdings auch nicht verwunderlich, habe das Bundes-
amt doch bei dieser Fragestellung nach ihrem Leben beim (jüngeren) 
Onkel gefragt und in keiner Weise darauf hingewiesen, dass es sich 
für die Flucht beziehungsweise deren Konsequenzen interessiere. Lo-
gischerweise habe die Beschwerdeführerin dann frei  erzählt,  wie sie 
ihre Jugend bei ihrem Onkel erlebt habe, wie sie verheiratet worden 
und die ganze Situation schliesslich eskaliert  sei. Es sei auch nach-
vollziehbar, dass sie betreffend die Flucht bloss das erzählt habe, was 
sie selbst erlebt habe. Sie sei schliesslich nicht dabei gewesen, als ihr 

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Ehemann sich auf den Weg gemacht habe, um nach ihr zu suchen. Sie 
habe auf glaubhafte, subjektive und emotionale Weise erzählt, was sie 
selbst  erlebt  habe. Auch die angeblichen Ungereimtheiten betreffend 
den Fluchtweg zu ihrer Freundin könnten ausgeräumt werden. Da die 
Beschwerdeführerin weder schreiben noch lesen könne und nur knapp 
drei  Schuljahre  besucht  habe,  könne  davon  ausgegangen  werden, 
dass es für sie schwierig sei einzuschätzen, wie viele Kilometer eine 
Strecke  messe,  die  man  normalerweise  laufe.  Dasselbe  müsse  in 
einem emotionalen Ausnahmezustand auch für  das  Einschätzen der 
benötigten Zeit – vor allem wenn die betreffende Person noch nie eine 
Uhr  getragen habe – gelten. Schliesslich  handle  es  sich  auch  beim 
Sachverhaltselement,  als  ihr  Ehemann das Gewehr  holen gegangen 
sei und sie in der Zwischenzeit habe flüchten können, lediglich um ein 
"Schein-Missverständnis",  welches  endlich  aus  der  Welt  geschafft 
werden müsse. Es sei im Übrigen äusserst fragwürdig, ob eine unter 
völlig anderen Rahmenbedingungen erstellte medizinische Anamnese 
überhaupt  geeignet  sein  könne,  als  Vergleich  für  die  Suche  nach 
Unglaubhaftigkeitselementen zu dienen. Hierzu müsste jedenfalls die 
Ärztin im Sinne einer Abklärung und der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs befragt  werden,  da für  sie die detailgenaue Wiedergabe der 
Verfolgungsgeschichte  nicht  im  Mittelpunkt  stehe  und  sich  daher 
erfahrungsgemäss diesbezüglich Ungenauigkeiten leicht einschleichen 
könnten.

5.
5.1 Der Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu den allgemeinen Grund-
sätzen des Asylverfahrens (Art. 12 VwVG). Er bedeutet, dass die Be-
hörde gehalten ist, von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Unvollstän-
dig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn nicht alle für den Entscheid 
rechtsrelevanten  Sachumstände  berücksichtigt  wurden,  unrichtig, 
wenn  der  Verfügung  ein  falscher  und  aktenwidriger  Sachverhalt  zu-
grunde gelegt wird, etwa weil die Rechtserheblichkeit  einer Tatsache 
zu Unrecht verneint wird, so dass diese nicht zum Gegenstand eines 
Beweisverfahrens gemacht  wird,  oder  weil  Beweise falsch gewürdigt 
worden sind (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz 630 ff.). 
Gemäss Art. 49 Bst. b VwVG bildet denn auch die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des Sachverhalts neben der Verletzung von 
Bundesrecht,  einschliesslich  der  Überschreitung  oder  Missbrauchs 
des  Ermessens  (Art.  49  Bst.  a  VwVG)  und  der  Unangemessenheit 

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(Art. 49  Bst.  c  VwVG)  einen  Beschwerdegrund.  Die  Pflicht  der 
Behörden  zur  vollständigen  und  richtigen  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  ist  unabdingbar  (Art. 12  VwVG;  vgl. 
auch  Art. 49  Bst. b  VwVG;  für  das  Asylverfahren  ausserdem  Art. 6 
AsylG).

5.2 Trotz einzelner Widersprüche und Ungereimtheiten in den Neben-
punkten – die Beschwerdeführerin räumt denn auch selbst einen Wi-
derspruch bezüglich des Besuches der Leute in D._______ ein – wur-
den die entscheidwesentlichen Asylvorbringen nach Ansicht des Bun-
desverwaltungsgerichts  genügend glaubhaft  geschildert,  so dass de-
ren  Asylrelevanz klarerweise  hätte  geprüft  werden  müssen. Die  von 
der Vorinstanz angeführten Widersprüche und Ungereimtheiten wirken 
einerseits – wie von der Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleinga-
be und der Replik zutreffend ausgeführt – zum Teil kleinlich und reich-
lich konstruiert. Anderseits ist  in diesem Kontext insbesondere noch-
mals anzumerken, dass das BFM die Glaubhaftigkeit  der Vorbringen 
überwiegend in Nebenhandlungssträngen geprüft hat, ohne indes die 
erlittenen Gewaltübergriffe und somit den Kern der Asylvorbringen ex-
plizit in Frage zu stellen, geschweige denn deren Glaubhaftigkeit anzu-
zweifeln. Die Vorinstanz wäre daher gehalten gewesen, diese detailrei-
chen und – obwohl selbstredend subjektiv geprägten – durchaus nach-
vollziehbaren  Schilderungen  beziehungsweise  Vorkommnisse  einer 
vertieften Abklärung zu unterziehen und auf ihre Asylrelevanz hin zu 
prüfen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  sodann  in  Überein-
stimmung mit der Beschwerdeführerin und unter Bezugnahme auf die 
Ausführungen  im  ärztlichen  Bericht  vom 30.  April  2009  davon  aus, 
dass der psychopathologische Zustand der Beschwerdeführerin in di-
rektem Zusammenhang mit ihren Asylvorbringen steht.

5.3 Hinsichtlich  der  Frage  der  Asylrelevanz  der  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführerin,  die – wie nachstehend ausgeführt  – vom BFM zu 
prüfen sein  wird,  ist  bereits  an dieser  Stelle  festzuhalten,  dass  eine 
Verfolgung  durch  Dritte  nach  der  nunmehr  auch  für  die  Schweiz 
massgebenden  Schutztheorie  (vgl.  EMARK  2006  Nr.  18)  dann 
flüchtlingsrechtlich  relevant  ist,  wenn  der  um  Asyl  nachsuchenden 
Person  im  Heimatland  kein  adäquater  Schutz  zur  Verfügung  steht. 
Schutz  vor  nichtstaatlicher  Verfolgung  im  Heimatstaat  ist  als 
ausreichend  zu  qualifizieren,  wenn  die  betroffene  Person  effektiv 
Zugang zu einer funktionierenden und effizienten Schutzinfrastruktur 
hat  und  ihr  die  Inanspruchnahme  eines  solchen  innerstaatlichen 

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Schutzsystems individuell zumutbar ist. Eine Garantie für langfristigen 
individuellen Schutz kann jedoch nicht verlangt werden. Keinem Staat 
gelingt  es,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und 
überall  zu garantieren (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  D-
2838/2007 vom 15. Mai 2009; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3.2. S. 204; 
EMARK 1996 Nr. 28 S. 271 f.).

6.
6.1 Die asylrechtliche Beschwerde ist  vom Grundsatz her reformato-
risch  ausgestaltet.  Die  Kassation  eines  materiellen  Entscheides  der 
Vorinstanz kommt nur ausnahmsweise in Frage, etwa wenn der Sach-
verhalt als ungenügend erstellt zu erachten ist (Art. 61 Abs. 1 VwVG; 
vgl.  KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz  694).  Ob  die  in  diesen  Fällen  fehlende 
Entscheidungsreife  durch  die  Vorinstanz  oder  durch  die 
Rechtsmittelinstanz herzustellen sei, ist bei reformatorischen Rechts-
mitteln eine Frage der Abwägung nach Gesichtspunkten der Prozess-
ökonomie  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl., 
Bern 1983, S. 232 f.).

6.2 Im vorliegenden  Fall  stellen  sich  Fragen im Zusammenhang mit 
der Gewährung von staatlichem Schutz bei Frauen, die Opfer häusli -
cher Gewalt beziehungsweise sexueller Übergriffe geworden sind oder 
solche zu befürchten haben. Diesbezüglich ist nach den Erkenntnissen 
des Bundesverwaltungsgerichts namentlich von einem ausreichenden 
behördlichen Schutzwillen nicht ohne weiteres auszugehen. Häusliche 
Gewalt scheint im ivorischen Kontext gemeinhin als innerfamiliäre An-
gelegenheit erachtet zu werden, weshalb ein behördliches Einschrei-
ten  in  solchen  Fällen  nicht  uneingeschränkt  angenommen  werden 
kann, und Vergewaltigung steht zwar gesetzlich unter Strafe, aber die 
Durchsetzung der entsprechenden Normen scheint in der Praxis oft an 
mangelhafter  Strafverfolgung  seitens  der  Polizei  und  der  Justiz  zu 
scheitern.  Eine  einlässliche  Analyse  der  Situation  bedarf  allerdings 
weiterer  Abklärungen,  weshalb  die  notwendige  Entscheidreife  für 
einen  reformatorischen  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts 
nicht gegeben ist; um ferner der Beschwerdeführerin nicht eine Instanz 
zu nehmen, ist es demnach angezeigt, die Sache an das Bundesamt 
zur  Vornahme der  nicht  unerheblichen  Sachverhaltsabklärungen  zu-
rückzuweisen (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Pro-
zessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 180 
Rz. 3.194).

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6.3 Nach dem Gesagten ist ein reformatorischer Entscheid durch das 
Bundesverwaltungsgericht nicht angezeigt, da der Sachverhalt im Zu-
sammenhang mit  den Vorbringen der  Beschwerdeführerin  betreffend 
die  glaubhaft  vorgebrachten  und  an  ihr  von  Verwandten  verübten 
physischen  und  psychischen  Gewaltdelikte  und  deren  Asylrelevanz 
nicht  als  zur  Genüge  erstellt  erachtet  werden  kann.  Es  erscheint 
sachgerecht,  das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit 
das  BFM die  nötigen  Abklärungen  vornimmt  und  diese  im  Rahmen 
eines  neuen  beschwerdefähigen  Entscheids  einer  rechtlichen 
Würdigung unterzieht.

7.
Zusammenfassend ergibt sich, dass der rechtserhebliche Sachverhalt 
im Zusammenhang mit frauenspezifischer Gewalt in der Côte d'Ivoire 
und deren Asylrelevanz im vorliegenden Fall unvollständig festgestellt 
worden  ist.  Angesichts  dieses  Umstandes  ist  die  Beschwerde  vom 
24. Juli  2009  im  Sinne  der  Erwägungen  gutzuheissen,  die 
angefochtene Verfügung vom 25. Juni 2009 aufzuheben und die Sache 
zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Die Vorinstanz ist im 
Sinne der  obigen Erwägungen aufzufordern,  die  Durchführung einer 
eingehenden Lageanalyse über Gewalt an Frauen in der Côte d'Ivoire 
und deren Schutzmöglichkeiten durch den Staat oder diesbezügliche 
private Institutionen durchzuführen beziehungsweise anzuordnen, um 
somit  in  casu  den  diesbezüglichen  rechtserheblichen  Sachverhalt 
vollständig abzuklären.

8.
8.1 Angesichts  des  Obsiegens  der  Beschwerdeführerin  sind  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Da-
mit wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos.

8.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsie-
genden Partei  von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädi-
gung für  die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-
hen Kosten zugesprochen werden (vgl. für die Grundsätze der Bemes-
sung  der  Parteientschädigung  ausserdem Art.  7  ff.  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Seitens  der 
Rechtsvertretung  ist  keine  Kostennote  eingereicht  worden.  Auf  die 
Nachforderung  einer  solchen  wird  indessen  verzichtet  (vgl.  Art.  14 

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Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand des Schrif -
tenwechsels zuverlässig abgeschätzt werden kann. Gestützt auf die in 
Betracht  zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist  die 
Parteientschädigung auf Grund der Akten auf Fr. 1'200.-- (inkl. Ausla-
gen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Diese ist der Beschwerdefüh-
rerin durch die Vorinstanz zu entrichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Die  vorinstanzliche  Verfügung  vom 25.  Juni  2009  wird  aufgehoben, 
und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an das 
BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 1'200.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Asylverfahren, mit den Akten Ref.-Nr.

N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Stadelmann

Versand:

Seite 20