# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 34766d9e-292d-5709-bf63-17bc87c2c9eb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 04.02.2022 LF220014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LF220014_2022-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LF220014-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. M. Sarbach 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Kröger 

Urteil vom 4. Februar 2022 

in Sachen 

 

A._____ GmbH,  
Gesellschaft und Berufungsklägerin, 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 
betreffend Organisationsmangel 

 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 
5. Januar 2022 (EO210048) 
 
  

- 2 - 

Erwägungen: 

1.  

1.1. Die A._____ GmbH (nachfolgend Berufungsklägerin) ist seit dem 

tt.mm.2018 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen und bezweckt 

den Betrieb eines Reinigungsunternehmens. Als Domiziladresse ist im Handels-

register die Adresse "B._____-strasse …, C._____" und als einzige Gesellschaf-

ter und Geschäftsführerin D._____ aufgeführt (act. 23). 

1.2. Mit Schreiben vom 25. August 2021 wies das Handelsregisteramt die Beru-

fungsklägerin darauf hin, ihm sei mitgeteilt worden, dass sie an der eingetragenen 

Adresse nicht mehr erreicht werden könne, und es forderte die Berufungsklägerin 

auf, den Organisationsmangel innert 30 Tagen zu beheben (act. 2/2). Das Schrei-

ben konnte der Berufungsklägerin an der im Handelsregister eingetragenen Ad-

resse nicht zugestellt werden, sondern wurde mit dem Vermerk "Empfänger konn-

te unter angegebener Adresse nicht ermittelt werden" an das Handelsregisteramt 

retourniert (vgl. act. 2/2). Daraufhin wurde die Aufforderung am tt.mm.2021 im 

Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) publiziert (act. 2/3). Nach unbenutz-

tem Ablauf der Frist überwies das Handelsregisteramt die Angelegenheit am 4. 

Oktober 2021 im Sinne von Art. 939 Abs. 2 OR dem Einzelgericht im summari-

schen Verfahren des Bezirksgerichtes Bülach (Vorinstanz; act. 1).  

1.3. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2021 setzte die Vorinstanz der Berufungsklä-

gerin Frist an, um den Organisationsmangel zu beheben, unter genauer Angabe, 

wie der rechtmässige Zustand hergestellt werden könne (act. 3). Die Verfügung 

wurde am tt.mm.2021 im SHAB publiziert (act. 5-6). Gleichzeitig wurde sie mittels 

Gerichtsurkunde an die eingetragene Domiziladresse der Berufungsklägerin ge-

sandt. Diese Sendung wurde von der Post retourniert ("Empfänger konnte unter 

der angegebenen Adresse nicht ermittelt werden", vgl. act. 7), worauf ein weiterer 

Zustellversuch per Stadtammannamt erfolgte. Am 22. Oktober 2021 teilte das 

Stadtammannamt mit, der Zustellauftrag habe nicht vollzogen werden können; 

das Rechtsdomizil sei eingebüsst und D._____ sei fortgezogen, angeblich nach 

"E._____-weg …, … Zürich" (act. 9). An dieser Adresse konnte die Verfügung am 

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22. November 2021 via Stadtammannamt an D._____ zuhanden der Berufungs-

klägerin zugestellt werden (act. 12). Die angesetzte Frist zur Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustands lief somit am 22. Dezember 2021 ab. 

1.4. Nachdem die Frist ungenutzt verstrichen war, ordnete die Vorinstanz mit Ur-

teil vom 5. Januar 2022 die Auflösung und Liquidation der Berufungsklägerin nach 

den Vorschriften über den Konkurs an und beauftragte das Konkursamt Bassers-

dorf mit dem Vollzug. Die Gerichtskosten setzte sie auf Fr. 1'200.– fest und aufer-

legte sie der Berufungsklägerin (act. 18 [= act. 13 = act. 20]). Das Urteil wurde am 

tt.mm.2022 im SHAB veröffentlicht, und der Berufungsklägerin am 17. Januar 

2022 zugestellt (act. 14-16). 

1.5. Am 27. Januar 2022 (Datum Poststempel) erhob die Berufungsklägerin ge-

gen diesen Entscheid rechtzeitig Berufung mit den folgenden Anträgen (act. 19): 

" 1.  Das Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Bülach vom 5. Janu-
ar 2022 (Geschäfts-Nr. EO210048-C/U DS/ad) sei aufzuheben; 

 2.  Es sei festzustellen, dass der Organisationsmangel mangels Erreich-
barkeit der Gesellschaft an einem gültigen Rechtsdomizil behoben 
worden ist; 

 3.  Es sei eine Frist anzusetzen, um die öffentliche Beurkundung für die 
Statutenänderung vornehmen zu können und diese dem Handelsregis-
teramt einzureichen. 

 4.  Das Organisationsmängelverfahren sei anschliessend als gegen-
standslos geworden zu betrachten und folglich abzuschreiben; 

 5.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungskläge-
rin." 

1.6. Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen (act. 1–

16). Die Sache ist spruchreif.  

2.  

2.1. Gegen erstinstanzliche Endentscheide im summarischen Verfahren ist die 

Berufung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten zulässig, wenn der Streitwert 

der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.– beträgt 

(Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). 

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2.2. Beim Begehren um Organisationsmängelbehebung handelt es sich um eine 

vermögensrechtliche Streitigkeit (OGer ZH, LF200049 vom 11. Dezember 2020, 

E. IV/2. mit Verweis auf LF110011 vom 14. Februar 2011, E. 3.2). Weil in einem 

Organisationsmängelverfahren in jedem Fall – aufgrund der geltenden Offizialma-

xime unabhängig von den konkreten Anträgen der Parteien – die Auflösung der 

mit dem Organisationsmangel behafteten juristischen Person droht, ist der Streit-

wert im Grundsatz stets nach Massgabe des Gesamtwerts der betroffenen Ge-

sellschaft zu berechnen (vgl. OGer ZH LF110011 vom 14. Februar 2011, 

ZR 110/2011 Nr. 30, E. 3.3.1; DIKE Komm ZPO-DIGGELMANN, 2. Aufl. 2016, 

Art. 91 N 54; SCHÖNBÄCHLER, Die Organisationsklage nach Art. 731b OR, 2013, 

S. 412 ff.). Der konkrete Streitwert in einem Organisationsmängelverfahren ist 

pauschalisiert zu bestimmen, nämlich nach dem jeweils höchsten (bekannten) 

Wert aus den drei relevanten Kenngrössen von (i) nominellem Grundkapital, (ii) 

tatsächlichem Jahresumsatz und (iii) tatsächlich vorhandenen Aktiva (OGer ZH 

LF200049 vom 11. Dezember 2020, E. IV./4.). In Bezug auf die Berufungsklägerin 

ist einzig das nominelle Grundkapital (Stammkapital) bekannt. Dieses beläuft sich 

gemäss Auszug aus dem Handelsregister auf Fr. 20'000.– (act. 23). Damit ist der 

für eine Berufung gegen den vorinstanzlichen Entscheid erforderliche Streitwert 

ohne Weiteres gegeben. 

2.3. Gemäss Art. 310 ZPO kann mit der Berufung (a) die unrichtige Rechtsan-

wendung und (b) die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht 

werden. Neue Behauptungen und Beweismittel sind nur noch zulässig, wenn sie 

ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). 

3. 

3.1. Die Berufungsklägerin macht geltend, sie habe erst mit der Zustellung des 

angefochtenen Urteils vom Organisationsmangel Kenntnis erhalten. Daraufhin 

habe sie sofort eine Universalversammlung einberufen. An dieser sei die Sitzver-

legung an die Adresse "c/o D._____, E._____-weg …, … Zürich" beschlossen 

worden. Mit Schreiben vom 25. Januar 2022 sei dies dem Handelsregisteramt 

mitgeteilt worden. Am 26. Januar 2022 habe das Handelsregisteramt darauf hin-

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gewiesen, die Sitzverlegung bedinge eine Änderung der Statuten mittels öffentli-

cher Urkunde; der Berufungsklägerin sei Frist anzusetzen, damit diese vorge-

nommen und eingereicht werden könne (vgl. act. 19).  

3.2. Entgegen den Vorbringen der Berufungsklägerin wurde ihr die Verfügung 

vom 6. Oktober 2021 nachweislich zugestellt (act. 12). Darin hatte die Vorinstanz 

ihr Gelegenheit gegeben, den Mangel zu beheben (act. 3). Die Berufungsklägerin 

liess die ihr angesetzte Frist jedoch ungenutzt verstreichen. Nachdem sie sich vor 

Vorinstanz nicht geäusserte hatte, stellen ihre Vorbringen in der Berufung alle-

samt Noven dar. Wie erwähnt sind solche im Berufungsverfahren nur noch zuläs-

sig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt vor erster Instanz nicht vorgebracht wer-

den konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Diese Voraussetzungen sind hier nicht erfüllt: 

Der Beschluss und die Eintragung der Sitzverlegung waren einzig vom Willen der 

Berufungsklägerin abhängig. Es handelt sich um ein sog. Potestativ-Novum, wel-

ches nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Berufungsverfahren eben-

falls nur berücksichtigt werden darf, wenn es trotz zumutbarer Sorgfalt nicht be-

reits im vorinstanzlichen Verfahren hätte beigebracht werden können (vgl. dazu 

BGE 146 III 416 E. 5.3). Letzteres legt die Berufungsklägerin nicht dar. Ihre pau-

schale Behauptung, die (ihr zugestellte) Verfügung sei ihr nicht bekannt gewesen, 

genügt jedenfalls nicht. Die im vorinstanzlichen Verfahren versäumten Handlun-

gen können nun nicht im Berufungsverfahren nachgeholt werden. Die behauptete 

Behebung des Organisationsmangels erfolgt damit verspätet. Weitere Mängel am 

angefochtenen Urteil macht die Berufungsklägerin nicht geltend. Die Berufung ist 

daher abzuweisen. 

3.3. Eine Kopie der Berufungsschrift ist indes an die Vorinstanz weiterzuleiten. 

Diese wird zu prüfen haben, ob es sich bei den Vorbringen der Berufungsklägerin 

um ein sinngemässes Gesuch um Wiederherstellung der vor ihr verpassten Frist 

handelt. Bei der Prüfung des Fristwiederherstellungsgesuchs wird die Vorinstanz 

zu berücksichtigen haben, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

die in Art. 731b Abs. 1bis OR genannten Massnahmen in einem Stufenverhältnis 

stehen und das Gericht die drastische Massnahme der Auflösung erst anordnen 

soll, wenn mildere Massnahmen nicht genügen oder erfolglos geblieben sind. Es 

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gilt das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Auflösung der Gesellschaft kommt 

erst als ultima ratio zum Zuge (BGE 141 III 43 E. 2.6). Gerade dann, wenn zu er-

sehen ist, dass die säumige Organschaft die Mangelbehebung ernsthaft anstrebt, 

kann sich eine gewisse Grosszügigkeit bei der Behandlung eines Fristwiederher-

stellungsgesuchs rechtfertigen.  

4. 

4.1. Ausgangsgemäss wird die Berufungsklägerin für das zweitinstanzliche Ver-

fahren kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

4.2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist im Rahmen von § 8 

Abs. 4 GebV OG (Fr. 100.– bis maximal Fr. 7'000.–) in Würdigung des Streitwerts, 

des Zeitaufwandes und der Schwierigkeit des Falles festzusetzen (§§ 2 Abs. 1 

lit. a, c und d sowie 8 Abs. 4 i.V.m. § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Unter Berück-

sichtigung des Streitwerts (oben E. 3.a), des relativ kleinen Zeitaufwandes des 

Gerichts und der geringen Schwierigkeit des Falles erscheint eine Entscheidge-

bühr von Fr. 800.– angemessen. Eine Parteientschädigung ist bei diesem Pro-

zessausgang nicht zuzusprechen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen. 

2. Eine Kopie der Berufungsschrift wird an die Vorinstanz weitergeleitet zur 

Prüfung als sinngemässes Fristwiederherstellungsgesuch. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 800.– festgesetzt und 

der Berufungsklägerin auferlegt. 

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

  

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5. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, an das Handelsregisteramt 

des Kantons Zürich, an das Konkursamt Bassersdorf sowie – unter Rück-

sendung der erstinstanzlichen Akten und unter Beilage einer Kopie von 

act. 19 – an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein, sowie an die Oberge-

richtskasse. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche  Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 20'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Kröger 
 
versandt am: 
4. Februar 2022 
 
 
 
 

	Urteil vom 4. Februar 2022
	Erwägungen:
	2.2. Beim Begehren um Organisationsmängelbehebung handelt es sich um eine vermögensrechtliche Streitigkeit (OGer ZH, LF200049 vom 11. Dezember 2020, E. IV/2. mit Verweis auf LF110011 vom 14. Februar 2011, E. 3.2). Weil in einem Organisationsmängelverf...

	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen.
	2. Eine Kopie der Berufungsschrift wird an die Vorinstanz weitergeleitet zur Prüfung als sinngemässes Fristwiederherstellungsgesuch.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf Fr. 800.– festgesetzt und der Berufungsklägerin auferlegt.
	4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Berufungsklägerin, an das Handelsregisteramt des Kantons Zürich, an das Konkursamt Bassersdorf sowie – unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten und unter Beilage einer Kopie von act. 19 – an die Vorinstanz, je ge...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...