# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7f3afd3-caf6-5039-bc46-d2e1417d03a7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.12.2023 ZK1 2023 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-83_2023-12-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 13. Dezember 2023

Referenz ZK1 23 83

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Bäder Federspiel, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Fleisch, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Susanna Mazzetta
Gürtelstrasse 24, Postfach 536, 7001 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Carolina Togni
Kunz Schmid Rechtsanwälte und Notare AG, Gäuggelistrasse 1, 
Postfach 341, 7001 Chur 

Gegenstand Eheschutz

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Plessur, Einzelrichter, vom 19.04.2023, 
mitgeteilt am 08.06.2023 (Proz. Nr. 135-2022-755)

Mitteilung 18. Dezember 2023

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Sachverhalt

A. B._____ (nachfolgend: Ehemann), geboren am _____ 1957, und A._____ 
(nachfolgend: Ehefrau), geboren am _____ 1989, haben am _____ 2011 vor dem 
Zivilstandsamt in C._____, geheiratet. Aus der Ehe ist der gemeinsame Sohn 
D._____, geboren am _____ 2015, hervorgegangen.

B. Mit Eingabe vom 17. Oktober 2022 reichte der Ehemann ein Gesuch um 
Eheschutzmassnahmen beim Regionalgericht Plessur ein. Darin beantragte er die 
Zuweisung der Familienwohnung zur ausschliesslichen Benutzung sowie die Zu-
teilung der alleinigen Obhut über D._____ an ihn. Der Ehefrau sei ein gerichtsübli-
ches Besuchsrecht einzuräumen. Zudem sei die Ehefrau spätestens ab 1. Januar 
2023 zur Leistung von Unterhaltsbeiträgen zu Gunsten von D._____ in Höhe von 
mindestens CHF 260.00 und zur Leistung von monatlichen Ehegattenunterhalts-
beiträgen in Höhe von mindestens CHF 330.00 zu verpflichten.

C. Die Stellungnahme der Ehefrau zum Eheschutzgesuch datiert vom 7. No-
vember 2022. Darin verlangte sie im Wesentlichen die Abweisung des Gesuchs 
sowie die Zuteilung der alleinigen Obhut über D._____ an sie. Dem Ehemann sei 
das übliche Besuchsrecht einzuräumen. Der Ehemann sei zudem zur Leistung 
angemessener Unterhaltsbeiträge für D._____ zu verpflichten, wobei die AHV- 
und BVG-Kinderrenten direkt an sie auszuzahlen seien. Die Familienwohnung sei 
ihr und ihrem Sohn zur Benutzung zuzuteilen.

D. Der Ehemann hielt in seiner Stellungnahme vom 9. Januar 2023 an seinen 
Rechtsbegehren fest. Die am 15. November 2022 und 7. März 2023 durchgeführ-
ten Instruktionsverhandlungen führten zu keiner Einigung.  

E. Mit Entscheid vom 19. April 2023, mitgeteilt am 8. Juni 2023, erkannte der 
Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur was folgt:

1. B._____ und A._____ werden für berechtigt erklärt, getrennt vonein-
ander zu leben.

2.a) Der gemeinsame Sohn D._____ wird unter der gemeinsamen elterli-
chen Sorge von B._____ und A._____ belassen.

b) Der gemeinsame Sohn D._____ wird für die Dauer des Getrenntle-
bens unter die alleinige Obhut von B._____ gestellt. Er hat seinen 
Wohnsitz bei diesem.

3.a) Die eheliche Wohnung, 4 Zimmerwohnung, 5. OG, E._____, F._____, 
wird für die Dauer des Getrenntlebens B._____ zugeteilt.

b) A._____ wird verpflichtet, die eheliche Wohnung, 4 Zimmerwohnung, 
5. OG, E._____, F._____, spätestens bis am 30.06.2023, unter Her-
ausgabe sämtlicher Wohnungsschlüssel, zu verlassen.

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c) A._____ wird berechtigt, ihre persönlichen Effekten mit sich zu neh-
men.

4.a) A._____ ist ab dem Moment ihres Auszuges, spätestens ab dem 
30.06.2023, für die Dauer des Getrenntlebens berechtigt und verpflich-
tet, D._____ wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:

- von Sonntag, 19.30 Uhr, bis Dienstag, 19.30 Uhr (jede Woche, mit 
Übernachtung);

- jedes zweite Wochenende von Freitag, 19.30 Uhr, bis Sonntag, 
19.30 Uhr (ab dann das hiervor aufgeführte Besuchsrecht gilt);

b) A._____ ist für die Dauer des Getrenntlebens berechtigt und verpflich-
tet, D._____ während sechs Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in 
die Ferien zu nehmen. A._____ verpflichtet sich, die Ausübung des 
Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden und mit 
B._____ abzusprechen. Kommt keine Einigung zustande, kommt in 
den Jahren mit gerader Jahreszahl A._____ das Entscheidungsrecht 
zu, in ungeraden Jahren B._____.

5. Auf die Errichtung einer Besuchsrechtsbeistandschaft im Sinne von 
Art. 308 ZGB wird verzichtet.

6.a) A._____ wird verpflichtet, ab dem Moment ihres Auszuges, spätestens 
auf den 01.07.2023 hin, an den Unterhalt von D._____ einen monatli-
chen Unterhaltsbeitrag von CHF 75.00, zuzüglich allfällig vertraglich 
geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen, zu be-
zahlen.

b) Der Unterhaltsbeitrag ist monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten 
eines jeden Monats, an B._____ zu bezahlen. Die Unterhaltspflicht be-
steht während der Dauer des Getrenntlebens.

7.a) A._____ wird verpflichtet, ab dem Moment ihres Auszuges, spätestens 
auf den 01.07.2023 hin, einen Ehegattenunterhaltsbeitrag von monat-
lich CHF 35.00 zu bezahlen.

b) Der Unterhaltsbeitrag ist monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten 
eines jeden Monats, an B._____ zu bezahlen. Die Unterhaltspflicht be-
steht während der Dauer des Getrenntlebens.

8.a) Die Gerichtskosten von CHF 4'000.00 gehen je hälftig zu Lasten von 
B._____ und von A._____.

b) Die B._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 2'000.00 und die 
Kosten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwältin MLaw 
Carolina Togni, von CHF 8'700.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) ge-
hen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons 
Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

c) Die A._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 2'000.00 und die 
Kosten ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwältin lic. iur. 
Susanna Mazzetta, von CHF 6'000.00 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 
gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons 
Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

9. [Rechtsmittelbelehrungen]

10. [Mitteilung]

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F. Gegen diesen Entscheid erhob die Ehefrau am 22. Juni 2023 Berufung, 
wobei sie folgende Rechtsbegehren stellte:

1. Es seien die Dispositivziffern 2b, 4a und b, 5 und 6a und b, 7a und b 
des angefochtenen Entscheides aufzuheben und durch folgende Neu-
reglung zu ersetzen. 

Ziffer 2b 
Der gemeinsame Sohn D._____ sei für die Dauer des Getrenntlebens 
unter die alternierende Obhut von B._____ und A._____ zu stellen. 

Ziffer 4 
Die alternierende Obhut sei folgendermassen auszugestalten: 

lit. a 
Kindsmutter: von Sonntag, 19:30 Uhr, bis Dienstag, 19:30 Uhr (jede 
Woche mit Übernachtung) 
Kindsvater: von Dienstag, 19:30 bis Freitag 19:30 Uhr (jede Woche 
mit Übernachtung) 
Jedes Wochenende alternierend von Freitag, 19:30 Uhr, bis Sonntag, 
19:30 Uhr 

lit. b 
Jeder Elternteil hat das Recht 6 Wochen Ferien mit D._____ zu ver-
bringen. Der Ferienbezug richtet sich nach den beruflichen Möglich-
keiten der Kindsmutter. 

Ziffer 5 
Es sei eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 ZGB einzu-
richten. 

Superprovisorisch sei B._____ richterlich zu ermahnen, das im an-
gefochtenen Entscheid der Kindsmutter zugesprochene Besuchs-
recht vollumfänglich zu befolgen. Es sei zudem festzulegen, dass die 
Kindsmutter die Ferienwoche von Sonntag, 23.7. bis 30.7.2023 mit 
D._____ beziehen kann und der Kindsvater verpflichtet wird, für 
D._____ benötige Ausweise (ID, Pass) an die Kindsmutter auf Ver-
langen umgehend herauszugeben. 

Ziffer 6a 
B._____ sei zu verpflichten, ab dem 10. Mai 2023 an A._____ einen 
monatlichen Unterhaltsbeitrag für D._____ von Fr. 514 (Barunterhalt 
Fr. 430; Betreuungsunterhalt Fr. 84) zuzüglich einer allfälligen Kin-
derzulage zu bezahlen. 
Ab dem 1.1.2024 ist ein monatlicher Unterhaltsbeitrag von Fr. 448 
(Barunterhalt 478; Betreuungsunterhalt 30) zuzüglich einer allfälligen 
Kinderzulage zu bezahlen. 

Die Kinderzulage für D._____ wird der Kindsmutter zugesprochen. 
Bereits an den Kindsvater ausgerichtete Kinderzulagen sind von die-
sem an die Kindsmutter zurückzuerstatten.

Ziffer 6b
Der Unterhaltsbeitrag sei monatlich im Voraus, jeweils auf den Ersten 
eines jeden Monats, an A._____ zu bezahlen.

Ziffer 7a und b
seien ersatzlos zu streichen.

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Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung 
zurückzuweisen, dies unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer zulasten der Vorinstanz 
allenfalls der Gegenpartei.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.7 % Mehrwert-
steuer zulasten der Gegenpartei.

G. Mit Verfügung vom 26. Juni 2023 wies die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
den Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen ohne Anhörung der Gegenpartei 
mangels Dringlichkeit für ein Superprovisorium ab und räumte dem Ehemann 
stattdessen eine Frist von fünf Tagen für die Einreichung einer schriftlichen Stel-
lungnahme zum Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen ein. 

H. Der Ehemann beantragte mit Stellungnahme vom 3. Juli 2023 die Abwei-
sung des Antrags auf Erlass vorsorglicher Massnahmen. 

I. Mit Verfügung vom 5. Juli 2023 wurde das Gesuch auf Erlass vorsorglicher 
Massnahmen teilweise gutgeheissen und der Ehemann gerichtlich ermahnt, das 
der Ehefrau im angefochtenen Entscheid zugesprochene Besuchsrecht vollum-
fänglich zuzulassen. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die Ehefrau 
die Ferienwoche vom 23. bis 30. Juli 2023 mit D._____ verbringen könne.

J. Am 7. Juli 2023 reichte der Ehemann die Berufungsantwort mit folgenden 
Rechtsbegehren ein:

1. Die Anträge der Berufungsklägerin seien abzuweisen.

2. Es sei der Berufungsklägerin ein gerichtsübliches Besuchsrecht ein-
zuräumen.

3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungskläge-
rin. 

K. Mit Verfügungen vom 3. Juli 2023 und 2. August 2023 wurde beiden Partei-
en die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und ihnen je eine unentgeltliche 
Rechtsvertreterin ernannt (ZK1 23 84 und ZK1 23 87).

L. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten (Proz. Nr. 135-2022-755) wurden 
beigezogen.

Erwägungen

1. Prozessuales

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1.1. Die Berufung richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Entscheid über den 
Erlass von Eheschutzmassnahmen (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Sie wurde form- 
und fristgerecht erhoben (Art. 311 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO; act. A.1; act. B.2). 
Gegenstand des Berufungsverfahrens sind in erster Linie die Zuteilung der Obhut 
über den gemeinsamen Sohn D._____ und der Kindes- sowie der Ehegattenun-
terhalt, so dass die Angelegenheit insgesamt als nicht vermögensrechtliche zu 
behandeln ist und kein Streitwerterfordernis gilt (Art. 308 Abs. 2 ZPO; BGer 
5A_399/2014 v. 17.12.2014 E. 1). Auf die Berufung ist somit einzutreten. Das Kan-
tonsgericht von Graubünden ist als Rechtsmittelinstanz zur Beurteilung der Beru-
fung zuständig (Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]). Die Zuständigkeit der er-
kennenden I. Zivilkammer des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 6 Abs. 1 lit. a 
KGV (BR 173.100).

1.2. In Verfahren betreffend Eheschutz gelangen grundsätzlich die Dispositi-
onsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) und die sogenannte beschränkte oder soziale 
Untersuchungsmaxime (Art. 271 lit. a i.V.m. Art. 272 ZPO) zur Anwendung. Soweit 
im Eheschutzverfahren jedoch Kinderbelange zu regeln sind, gilt der uneinge-
schränkte Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht den Sachverhalt von 
Amtes wegen erforscht (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Sodann findet betreffend Kinderbe-
lange die Offizialmaxime Anwendung und entscheidet das Gericht demnach ohne 
Bindung an die Parteianträge (Art. 296 Abs. 3 ZPO). Diese Maximen gelangen in 
sämtlichen Verfahrensstadien, mithin auch vor der Rechtsmittelinstanz, zur An-
wendung (Jonas Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 3 zu Art. 296 ZPO, m.w.H.).

1.3. Was das Beweismass anbelangt, so genügt im Eheschutzverfahren hin-
sichtlich der behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftmachen (Daniel Bähler, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Basel 2017, N 1a zu Art. 271 ZPO). Es braucht 
somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein einer Tatsa-
che herbeigeführt zu werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrschein-
lichkeit dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, 
dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte. Das Gericht darf demnach weder 
blosse Behauptungen genügen lassen noch einen strikten Beweis verlangen 
(vgl. BGer 5A_1003/2014 v. 26.5.2015 E. 3; BGE 140 III 610 E. 4.1).

1.4. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Nach dieser Bestimmung werden neue Tatsachen und Be-
weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden 

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(lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 
werden konnten (lit. b). Die strenge Untersuchungsmaxime in Kinderbelangen 
durchbricht das erwähnte Novenregime, mit der Folge, dass neue Tatsachen und 
Beweismittel im Berufungsverfahren selbst dann vorgebracht werden können, 
wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 
349 E. 4.2.1 m.w.H. = Pra 2019 Nr. 88; BGer 5A_800/2019 v. 9.2.2021 E. 2.2). Die 
von den Parteien neu vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel sind in diesem 
Sinn grundsätzlich zuzulassen und, sofern von Relevanz, zu beachten.

1.5. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 
ZPO die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit gel-
tend gemacht werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vorin-
stanzlichen Entscheids frei und unbeschränkt überprüfen (Peter Reetz/Stefanie 
Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 5 ff. zu 
Art. 310 ZPO).

2. Obhut

2.1. Rechtliche Grundlagen

2.1.1. Können sich die Eltern nach der Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes 
nicht auf ein Betreuungsmodell einigen, kann das Gericht eine Regelung der allei-
nigen oder alternierenden Obhut vornehmen (vgl. Art. 176 Abs. 3 und Art. 298 
Abs. 2 ZGB). Das Gericht prüft bei gemeinsamer elterlicher Sorge die Möglichkeit 
einer alternierenden Obhut im Sinne des Kindeswohls, wenn ein Elternteil oder 
das Kind dies verlangt (Art. 298 Abs. 2ter ZGB). Anders als dies bei der gemein-
samen elterlichen Sorge der Fall ist, handelt es sich bei der alternierenden Obhut 
nicht um den vom Gesetz vorgegebenen Regelfall. Vielmehr verpflichtet das Ge-
setz das Gericht wie einleitend erwähnt bloss dazu, die Möglichkeit dieser Form 
der Betreuung zu prüfen, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlangt. Nach 
ständiger Rechtsprechung muss die alternierende Obhut in jedem Fall mit dem 
Kindeswohl als oberster Maxime des Kindesrechts vereinbar sein. Die Interessen 
und Wünsche der Eltern haben in den Hintergrund zu treten. Ob eine alternieren-
de Obhut möglich und mit dem Wohl des Kindes vereinbar ist, muss anhand der 
Umstände des konkreten Einzelfalls geprüft werden. Das bedeutet, dass das Ge-
richt gestützt auf festgestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit 
eine sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen hat, ob die alternierende 
Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes ent-

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spricht. Der Entscheid über die alternierende Obhut liegt im Ermessen des Sach-
gerichts (Art. 4 ZGB) (BGE 142 III 612 E. 4.2, 142 III 617 E. 3.2.3, 141 III 328 
E. 5.4; BGer 5A_800/2022 v. 28.3.2023 E. 5.4.2). Bei gegebenen Voraussetzun-
gen kann die alternierende Obhut auch gegen den Willen eines Elternteils ange-
ordnet werden (BGer 5A_67/2021 v. 31.8.2021 E. 3.1.1 m.w.H.).

2.1.2. Die Bestimmung von Art. 298 Abs. 2ter ZGB gelangt nicht nur dann zur An-
wendung, wenn ein Elternteil gegen den Willen des anderen vor Gericht eine (un-
gefähr) hälftige Betreuung erreichen will. Vielmehr gilt diese Vorschrift allgemein 
und insbesondere auch dann, wenn ein Elternteil sein Kind auch unter der Woche 
betreuen möchte, anstatt es nur übers Wochenende zu sich auf Besuch zu neh-
men. Denn in diesem Fall dreht sich der Streit nicht mehr nur um den persönlichen 
Verkehr des nicht obhutsberechtigten Elternteils mit dem Kind (Art. 273 Abs. 1 
ZGB), sondern um Betreuungsanteile im Sinne von Art. 298 Abs. 2ter ZGB, mithin 
um die Obhut selbst. Entsprechend verträgt es sich nicht mit der gesetzlichen 
Ordnung, einem Elternteil unter Hinweis darauf, dass das Kind unter der Obhut 
des andern Elternteils stehe, lediglich einen Anspruch auf angemessenen persön-
lichen Verkehr zuzugestehen. Ist ein Elternteil an der Betreuung der Kinder mass-
geblich beteiligt, so hat das Gericht auch im Urteilsspruch als Betreuungsform 
grundsätzlich die alternierende Obhut anzuordnen. Angesichts der gesetzlichen 
Vorschrift muss der betreffende Elternteil für diese Anordnung kein zusätzliches 
Interesse geltend machen (BGer 5A_67/2021 v. 31.8.2021 E. 3.1.2 m.w.H., 
5A_373/2018 v. 8.4.2019 E. 3.1; BGE 147 III 121 E. 3.2.3). Wird auf eine alternie-
rende Obhut erkannt, ist in terminologischer Hinsicht nicht mehr ein Besuchsrecht 
zu regeln, sondern es sind Betreuungszeiten festzusetzen (BGer 5A_139/2020 v. 
26.11.2020 E. 3.3.2, 5A_345/2020 v. 30.4.2021 E. 5.1).

2.1.3. Für die Zuteilung der (faktischen) Obhut an einen Elternteil im Eheschutz-
verfahren gelten grundsätzlich dieselben Kriterien wie im Scheidungsfall. In jedem 
Fall notwendige Voraussetzung für die Anordnung einer alternierenden Obhut ist 
die Erziehungsfähigkeit beider Eltern. Erziehungsfähig sind Eltern, die bereit und 
fähig sind, ihre Kinder persönlich zu betreuen und zu pflegen, auf deren Bedürfnis 
nach harmonischer Entfaltung einzugehen und die dafür notwendige Stabilität zu 
bieten. Dazu gehört auch die Fähigkeit des Elternteils, den Kontakt zwischen dem 
Kind und dem andern Elternteil zu fördern (sog. Bindungstoleranz) (BGE 142 III 
612 E. 4.3, 142 III 617 E. 3.2.3; BGer 5A_748/2022 v. 9.2.2022 E. 3.1.1; Andrea 
Büchler/Sandro Clausen, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band I: 
ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 7a zu Art. 298 ZGB m.w.H.). 

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2.1.4. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische Massnahmen und 
gegenseitige Informationen. Insofern setzt die praktische Umsetzung einer alter-
nierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelan-
gen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen 
organisatorischen Vorkehren zu kooperieren. Allein aus dem Umstand, dass ein 
Elternteil sich einer alternierenden Betreuungsregelung widersetzt, kann nicht oh-
ne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit der Eltern geschlossen wer-
den, die einer alternierenden Obhut im Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte 
nur dort in Betracht fallen, wo die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehen-
den Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenar-
beiten können. Der Elternkonflikt muss einen gewissen Schweregrad erreichen 
und derart ausgeprägt und umfassend sein, dass bezüglich der Kinderbelange 
weder eine Kommunikation noch eine Einigung möglich erscheint (BGE 142 III 
612 E. 4.3, 142 III 617 E. 3.2.3; BGer 5A_722/2020 v. 13.7.2021 E. 3.1.3, 
5A_629/2019 v. 13.11.2020 E. 8.3.4). Gemäss der Rechtsprechung fällt eine al-
ternierende Obhut nicht ausser Betracht, wenn die Eltern für die gemeinsame Ent-
scheidfindung auf die Hilfestellung und Vermittlung durch eine Beistandsperson 
angewiesen sind (BGer 5A_748/2022 v. 9.2.2022 E. 4.1, 5A_629/2019 v. 
13.11.2020 E. 4.2).

2.1.5. Zu berücksichtigen ist ferner die geographische Situation, namentlich die 
Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern und die Stabilität und Konti-
nuität der Verhältnisse, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für das 
Kind gegebenenfalls mit sich bringt. In diesem Sinne fällt die alternierende Obhut 
eher in Betracht, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd 
betreuten oder auch nach Aufnahme des Getrenntlebens abwechselnd betreut 
haben (BGE 142 III 612 E. 4.3, 142 III 617 E. 3.2.3). Der Wahrung der Stabilität 
und Kontinuität der Verhältnisse kommt im Eheschutzverfahren besonderes Ge-
wicht zu, soll doch die vorsorgliche Regelung den Endentscheid nicht präjudizie-
ren. Da die Trennung für das Kind eine einschneidende Zäsur bedeutet, die es 
zuerst verarbeiten muss, lässt sich sodann eine gleichzeitig mit der Trennung ein-
hergehende Umgestaltung des Betreuungsmodells schlecht mit dem Kindeswohl 
vereinbaren. Die vorsorgliche Regelung muss sich daher verstärkt an der bisher 
gelebten Betreuung orientieren (BGer 5A_373/2018 v. 8.4.2019 E. 3.1; KGer GR 
ZK1 22 169 v. 5.6.2023 E. 3.4.1). Die Möglichkeit der Eltern, die Kinder persönlich 
zu betreuen, ist als Kriterium bei der Anordnung einer alternierenden Obhut eben-
falls zu berücksichtigen. Dieses Kriterium spielt indes hauptsächlich dann eine 
Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse der Kinder eine persönliche Betreuung not-
wendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil auch in den Randzeiten (mor-

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gens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; 
ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszuge-
hen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7; BGer 5A_748/2022 v. 9.2.2023 E. 
3.1.1, 5A_67/2021 v. 31.8.2021 E. 3.3.2). 

2.1.6. Als weiteres Kriterium zu berücksichtigen sind die Beziehungen des Kindes 
zu (Halb- oder Stief-) Geschwistern sowie die Einbettung in das weitere soziale 
Umfeld (BGE 142 III 612 E. 4.3). Auch dem Wunsch des Kindes ist Rechnung zu 
tragen, selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsregelung (noch) nicht 
urteilsfähig ist (BGE 142 III 612 E. 4.3, 142 III 617 E. 3.2.3). 

2.1.7. Bei knappen finanziellen Verhältnissen kann es schliesslich eine Rolle spie-
len, welche Betreuungslösung wirtschaftliche Vorteile bringt. Es dürfte nicht im 
Interesse eines Kindes liegen, dauerhaft in Sozialhilfeabhängigkeit oder am Rand 
des Existenzminimums aufzuwachsen, weshalb die beidseitige Ausschöpfung der 
elterlichen Eigenversorgungskapazität, wo dies aufgrund greifbarer Drittbetreu-
ungsangebote zu bewerkstelligen ist und im Ergebnis zu spürbaren wirtschaftli-
chen Vorteilen führt, grundsätzlich im Kindeswohl liegt (BGer 5A_637/2018 v. 
22.5.2019 E. 4.3; Philipp Maier/Massimo Vecchiè, Geteilte Obhut um jeden Preis?, 
in: AJP 2022 S. 703; Philipp Maier/Rolf Vetterli, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm 
Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 2d zu Art. 176 ZGB).

2.1.8. Während die alternierende Obhut in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit bei-
der Eltern voraussetzt, sind die weiteren Beurteilungskriterien oft voneinander ab-
hängig und je nach den konkreten Umständen des Einzelfalls von unterschiedli-
cher Bedeutung. So spielen das Kriterium der Stabilität und dasjenige der Mög-
lichkeit zur persönlichen Betreuung des Kindes bei Säuglingen und Kleinkindern 
eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit 
zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der 
Eltern wiederum verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist 
oder die geografische Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an 
Organisation erfordert (BGE 142 III 612 E. 4.3).

2.1.9. Kommt das Gericht zum Schluss, dass eine alternierende Obhut nicht im 
Kindeswohl ist, muss es entscheiden, welchem Elternteil es die Obhut über das 
Kind zuteilt. Dabei hat es im Wesentlichen die bereits erörterten Beurteilungskrite-
rien zu berücksichtigen. Zusätzlich hat es die Fähigkeit eines jeden Elternteils zu 
würdigen, den Kontakt zwischen dem Kind und dem andern Elternteil zu fördern 
(BGE 142 III 612 E. 4.4).

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2.2. Entscheid der Vorinstanz

2.2.1. Die Vorinstanz wies dem Ehemann die alleinige Obhut zu. Sie ging von der 
Erziehungsfähigkeit beider Elternteile sowie vom Vorliegen einer gewissen Kom-
munikations- und Kooperationsbereitschaft aus. Aufgrund der Annahme, dass die 
Ehegatten auch zukünftig in örtlicher Nähe zueinander wohnen werden, stellte 
auch die Nähe der Wohnorte aus Sicht der Vorinstanz keine Probleme in Bezug 
auf die alternierende Obhut dar. Dem Kriterium der Stabilität der Verhältnisse und 
dem bisherigen Betreuungsmodell mass die Vorinstanz keine ausschlaggebende 
Bedeutung zu, da nicht klar sei, inwieweit der Ehemann das Kind mehr als die 
Mutter betreut habe. In der Tendenz würden diese Kriterien aber eher gegen eine 
alternierende Obhut sprechen. Dies gelte auch für die Möglichkeit der persönli-
chen Betreuung, da der Ehemann pensioniert sei und demzufolge grundsätzlich 
immer Zeit habe, D._____ persönlich zu betreuen, während die Ehefrau am Mitt-
woch, Donnerstag und Freitag ganztags und allenfalls auch jedes zweite Wochen-
ende arbeite. In der Folge hielt die Vorinstanz fest, es sei bezüglich der Frage, ob 
eine alternierende Obhut in Frage komme, vor allem auf das Kriterium der ange-
spannten wirtschaftlichen Verhältnisse einzugehen. Bei knappen wirtschaftlichen 
Verhältnissen könne es nämlich eine Rolle spielen, welche Betreuungslösung 
wirtschaftliche Vorteile bringe. Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB hätten die Eltern ge-
meinsam alle Bedürfnisse des Kindes abzudecken. Dazu gehöre nicht nur die Be-
treuung, sondern gleichwertig auch die Bereitstellung der nötigen finanziellen Mit-
tel, denn es könne nicht im Interesse des Kindes liegen, dauerhaft in Sozialhil-
feabhängigkeit oder jedenfalls am Rande des Existenzminimums aufzuwachsen, 
wie dies selbst bei mittleren Verhältnissen drohe, wenn mit einem einzigen Er-
werbseinkommen zwei Haushalte finanziert werden müssten. Insofern liege die 
beidseitige Ausschöpfung der elterlichen Eigenversorgungskapazität, wo dies auf-
grund greifbarer Drittbetreuungsangebote zu bewerkstelligen sei und im Ergebnis 
zu spürbaren wirtschaftlichen Vorteilen führe, durchaus im Kindeswohl. Zusam-
menfassend könne festgehalten werden, dass die Anordnung der alternierenden 
Obhut mit dem Kindeswohl als nicht vereinbar gelte, wenn feststehe, dass andere, 
ebenfalls geeignete Betreuungsregelungen den Eltern und dem Kind spürbar wirt-
schaftliche Vorteile bringen würden. Dabei müssten die Vorteile eine gewisse Er-
heblichkeit aufweisen. Bei eingeschränkten finanziellen Mitteln komme die alter-
nierende Obhut in der Regel nur in Frage, wenn bei beiden Elternteilen das Exis-
tenzminimum gedeckt sei. 

2.2.2. Angesichts dieser Gegebenheiten zog die Vorinstanz den Schluss, dass es 
nicht im Interesse des Kindes sei, dauerhaft am Rande des Existenzminimums 

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beziehungsweise der Ergänzungsleistungen aufzuwachsen. Die Ehegatten könn-
ten mit ihren derzeitigen Einkommen knapp das betreibungsrechtliche Existenzmi-
nimum decken. Da der Ehemann bereits pensioniert sei, könnten ihm keine wei-
tergehenden Anstrengungen zugemutet werden, die eine Verbesserung der wirt-
schaftlichen Verhältnisse zur Folge hätten. Der Ehefrau seien weitergehende An-
strengungen hingegen zumutbar, um die wirtschaftlichen Verhältnisse spürbar zu 
verbessern, namentlich indem sie ihr Pensum erhöhe. Sie habe am 3. April 2023 
eine neue Anstellung begonnen, bei welcher sie am Mittwoch, Donnerstag und 
Freitag ganztags arbeite. Zudem stehe sie ihrem Arbeitgeber auch jedes zweite 
Wochenende für Einsätze zur Verfügung. Diese Arbeitstage würden eine geteilte 
Obhut zwar zulassen, da sich die Ehefrau gemäss ihren eigenen Angaben jedoch 
noch an der Schwelle zum Erwerbsleben befinde und eine dreimonatige Probezeit 
zu bestreiten habe, sei die derzeitige Arbeitssituation der Ehefrau noch zu unsi-
cher, um die geteilte Obhut anzuordnen. Somit scheide die alternierende Obhut 
aus und die alleinige Obhut werde dem Ehemann zugewiesen (act. B.2 E. 2.2).

2.3. Rügen Ehefrau

2.3.1. Die Ehefrau rügt in ihrer Berufungsschrift, dass bereits eine alternierende 
Obhut bestehe, da die Vorinstanz die faktische Obhut über D._____ zu 40 % der 
Kindsmutter und zu 60 % dem Kindsvater zugeteilt und die Ferien hälftig geteilt 
habe. Bei fast gleichwertiger Teilung der faktischen Obhut sei es rechtswidrig, die 
Obhut allein an den Kindsvater zuzuteilen. Somit sei die alternierende Obhut an-
zuordnen und es seien Betreuungsanteile zu formulieren, unter Beibehaltung der 
den Eltern im Vorverfahren zugeordneten Obhutszeiten (vgl. act. A.1 S. 4 f.).

2.3.2. Die Begründung der Vorinstanz zur Verweigerung der alternierenden Obhut 
sei auch unter ökonomischen Gründen rechtlich nicht haltbar. Sie habe die Bedin-
gungen für eine alternierende Obhut wie die Erziehungsfähigkeit, die Kommunika-
tionsfähigkeit, Wohnsitz in der gleichen Stadt etc. als gegeben gewertet, diese 
letztlich aber an wirtschaftliche Faktoren scheitern lassen. Die Vorinstanz verweise 
dabei auf BGer 5A_637/2018 v. 22.5.2019, in welchem die finanzielle Situation als 
Begründung herangezogen worden sei, die Erwerbsbeteiligung des betreuenden 
Elternteils neu zu justieren und die Drittbetreuung als gleichwertige Betreuung ein-
zuführen. Eine Abweisung der alternierenden Obhut bezogen auf den vorliegen-
den Fall lasse sich daraus aber nicht ableiten. Sie habe sich für eine Arbeitstätig-
keit von rund 80 % anstellen lassen. Dass der Vertrag auf Abruf laute, entspreche 
dem Umstand, dass sie über keine Berufsausbildung verfüge, Ausländerin sei und 
ihren Weg in die Erwerbstätigkeit in diesem Prozentbereich erst begonnen habe. 
Auch eine bestehende Probezeit sei kein Argument, die faktisch bereits geteilte 

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Obhut nicht auch rechtlich zuzusprechen. Im Weiteren sei der unterhaltsverpflich-
teten Person eine angemessene Frist zur Umstellung einzuräumen, wenn ihr eine 
Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit auferlegt und ein hypo-
thetisches Einkommen angerechnet werde. Dieser Grundsatz sei hier verletzt 
worden. Die Vorinstanz habe ihre Weigerung, die tatsächliche faktische Obhut als 
alternierend zu bestimmen, lediglich daran festgemacht, dass die finanzielle Situa-
tion dies nicht erlaube bzw. sie zunächst beweisen müsse, dass sie den Einstieg 
in die Erwerbstätigkeit auch schaffe. Trotzdem sei ihr umgehend eine Unterhalts-
pflicht auferlegt bzw. vom Maximallohn ausgegangen worden. Die Vorinstanz ha-
be damit der Kindsmutter faktisch die alternierende Obhut mit der damit einherge-
henden zeitlichen und finanziellen Beanspruchung zugestanden, ihr aber ein 
Recht auf geteilte Obhut verweigert. Dies sei angesichts der Definition der Obhut, 
die sich an der faktischen Obhut definiere, nicht haltbar. Schliesslich sei im Ge-
gensatz zum zitierten Entscheid auch nicht von andauernder Sozialhilfeabhängig-
keit auszugehen. Diese sei beim Kindsvater, der als Altersrentner Ergänzungsleis-
tungen beziehen könne, nicht gegeben, und bei ihr selbst, die während des Auf-
baus ihrer Erwerbstätigkeit nur kurz- oder mittelfristig darauf angewiesen sein 
werde, nicht feststellbar. Sie habe die frühere Reinigungstätigkeit sogar beibehal-
ten bzw. nehme auch dort Arbeitsangebote an, bis die Hauptarbeitgeberin sie 
mehr auslaste (act. A.1 S. 5 ff.).

2.4. Stellungnahme Ehemann

2.4.1. Der Ehemann macht in seiner Berufungsantwort geltend, dass die Vorin-
stanz zu Recht auf eine alleinige Obhut erkannt habe. Eine alternierende Obhut 
stehe nicht im Einklang mit dem Kindeswohl, da das Kind bei einer solchen Rege-
lung am Rande des Existenzminimums leben würde. In erster Linie habe die Vor-
instanz zu Recht erkannt, dass die angespannten wirtschaftlichen Verhältnisse der 
Parteien eine geteilte Obhut nicht zuliessen. Der Ehemann verfüge über eine be-
scheidene Pension und habe derzeit Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Ein 
darüber hinausgehendes Einkommen könne er nicht realisieren. Der Ehefrau sei 
es hingegen zumutbar, ihre Eigenversorgungskapazität auszuschöpfen und einer 
Arbeitstätigkeit von 100 % nachzugehen. Dies liege im Interesse des Kindes, wel-
ches somit in besseren wirtschaftlichen Verhältnissen aufwachsen könne. Dass 
die Arbeitssituation der Ehefrau unsicher sei, ergebe sich aus den mit der Beru-
fung eingereichten Lohnabrechnungen für April und Mai 2023. Mit der aktuellen 
Anstellung könne die Ehefrau entgegen ihren Zusicherungen anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung ihre Erwerbstätigkeit nicht zum Wohl des Kindes 
ausschöpfen. Vielmehr würde bei D._____ ein gravierendes finanzielles Manko 

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vorliegen. Auch ein Nettoeinkommen von CHF 2'600.00 pro Monat reiche für den 
Familienunterhalt bei einer alternierenden Obhut aber nicht aus, zumal die Be-
rechnung der Ehefrau die Prämien der Zusatzversicherung für das Kind, die Steu-
ern und die Telekommunikations- und Versicherungspauschalen nicht berücksich-
tige.

2.4.2. Des Weiteren habe die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass eine Zutei-
lung der alleinigen Obhut an den Kindsvater dem Kriterium der Stabilität und Kon-
tinuität der Verhältnisse besser Rechnung trage. Es ergebe sich aus den Akten, 
dass der Ehemann die Hauptbetreuung von D._____ während des Zusammenle-
bens übernommen habe. Ausserdem sei die Mutter im Mai 2022 in eine Wohnung 
gezogen, in der D._____ keinen eigenen Raum habe, um seine Hausaufgaben 
erledigen oder alleine schlafen zu können. Die aktuelle Wohnsituation sei für die 
Ausübung einer geteilten Obhut ungeeignet und stehe mit dem Wohl des Kindes 
nicht im Einklang. Selbst bei einem üblichen Wochenend- und Ferienbesuchsrecht 
habe D._____ das Recht auf eine Rückzugsmöglichkeit für die Nacht. Dass die 
Ehefrau eine grössere Wohnung mieten werde, sei nicht dargetan und bei den 
aktuellen finanziellen Verhältnissen auch nicht möglich. Ausserdem sei der Weg 
von der Schule zur Mutter am Mittag unzumutbar und mit zusätzlichen Auslagen 
verbunden. Im Weiteren beziehe die Mutter das Kind in nicht kindgerechte Akti-
vitäten – z.B. Partys mit Erwachsenen – ein, was zeige, dass sie nicht immer in 
der Lage sei, die eigenen Bedürfnisse hinter diejenigen des Kindes zu stellen. Er 
selbst sorge hingegen dafür, dass D._____ die Möglichkeit habe, Zeit mit anderen 
Kindern zu verbringen. Zudem habe er, wie die Vorinstanz zurecht festgestellt ha-
be, stets die Möglichkeit, die persönliche Betreuung von D._____ sicherzustellen, 
was vorliegend u.a. deshalb wichtig sei, weil D._____ Mühe in der Schule habe. 
Schliesslich sei der Konflikt zwischen den Parteien nach der Trennung nicht beige-
legt worden. Die Kommunikation zwischen den Eltern in Bezug auf die Organisati-
on der Kontakte gestalte sich sehr schwierig, was durch den Antrag auf Anord-
nung einer Erziehungsbeistandschaft nach Art 308 Abs. 2 ZGB, um die Kontakte 
zwischen dem Kind und seinen Eltern zu koordinieren, unterstrichen werde. Dies 
sei ein weiterer Grund, von der Anordnung einer alternierenden Obhut abzusehen. 

2.4.3. Nach Ansicht des Ehemanns lässt sich aus der Würdigung der Gesam-
tumstände darauf schliessen, dass eine alternierende Obhut nicht im Einklang mit 
dem Kindeswohl stehe. Das von der Vorinstanz angeordnete weitgehende Be-
suchsrecht sei aufgrund der obigen Ausführungen ebenfalls klar nicht mit dem 
Kindeswohl vereinbar, weshalb das Gericht ersucht werde, diese Regelung anzu-

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passen und das angeordnete und unübliche Besuchsrecht mit einem gerichtsübli-
chen Besuchsrecht zu ersetzen (act. A.3 Rz. 3 ff.).

2.5. Beurteilung

2.5.1. Vorbemerkung

Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass die vom Einzelrichter festgelegten Zeiten, 
in denen die Ehefrau D._____ betreut (jede Woche Sonntag, 19:30 Uhr, bis Diens-
tag, 19:30 Uhr, sowie jedes zweite Wochenende von Freitag, 19:30 Uhr, bis Sonn-
tag, 19:30 Uhr) im Berufungsverfahren anfänglich nicht in Frage standen. Die Ehe-
frau beantragte in ihrer Berufung deren Beibehaltung, als Betreuungszeiten bei  
alternierender Obhut. Der Ehemann hat das erstinstanzliche Urteil in Bezug auf 
die Betreuungszeiten nicht angefochten und sich im erstinstanzlichen Verfahren 
übrigens immer für eine über das Übliche hinausgehende Betreuung von D._____ 
durch die Ehefrau ausgesprochen (vgl. bspw. RG act. I/4 S. 2 u. act. VII/1 S. 2). In 
der Berufungsantwort beantragte er dann aber, die erwähnte Regelung anzupas-
sen und das angeordnete, aus seiner Sicht unübliche Besuchsrecht mit einem ge-
richtsüblichen Besuchsrecht zu ersetzen. Da das Gericht im Anwendungsbereich 
der Offizialmaxime nicht an die Parteianträge (oder deren Modifikationen) gebun-
den ist und Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen kann (vgl. auch 
Schweighauser, a.a.O., N 38 zu Art. 296 ZPO), sind auch im Berufungsverfahren 
betreffend Kinderbelange neue Rechtsbegehren jederzeit und uneingeschränkt 
zulässig, ohne dass die Berufungsinstanz indes an die Rechtsmittelanträge der 
Parteien gebunden wäre (vgl. OGer ZH LZ200010 v. 18.11.2020 E. II.2.2.2 m.H. 
auf Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, 
N 76 zu Art. 317 ZPO). Demnach erweist sich der entsprechende Antrag des 
Ehemannes als zulässig und ist zu prüfen.

Nachfolgend ist daher in einem ersten Schritt zu beurteilen, ob die vorinstanzlich 
angeordnete Betreuungsregelung dem Wohl von D._____ entspricht oder ob der 
Betreuungsanteil der Ehefrau gemäss den Anträgen des Ehemannes zu reduzie-
ren ist. Die für die Anordnung der alternierenden Obhut massgeblichen Kriterien 
sind dabei auch für die Frage ausschlaggebend, ob eine über das übliche Be-
suchsrecht hinausgehende Betreuung des einen oder anderen Elternteils im Kin-
deswohl liegt (vgl. KGer GR ZK1 21 189 v. 6.7.2022 E. 6.3.2). Sollte die vor-
instanzliche Regelung bestätigt werden, ist in einem zweiten Schritt zu prüfen, ob 
diese als alleinige oder als alternierende Obhut zu qualifizieren ist.

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2.5.2. Angemessenheit der vorinstanzlichen Betreuungsregelung

2.5.2.1. Beziehung von D._____ zu den Eltern / Wunsch des Kindes

Zunächst ist festzuhalten, dass D._____ unbestrittenermassen zu beiden Elterntei-
len eine gute Beziehung hat und insbesondere auch das Verhältnis zwischen Mut-
ter und Sohn intakt ist. Dies ergibt sich u.a. aus der persönlichen Befragung von 
D._____, in welcher er den Wunsch äusserte, mit beiden Elternteilen Zeit zu ver-
bringen (RG act. IV/10).

2.5.2.2. Erziehungsfähigkeit

Bezüglich Erziehungsfähigkeit kam die Vorinstanz zum Schluss, dass diese bei 
beiden Elternteilen gegeben sei, wobei die Berufungsinstanz diese Einschätzung 
teilt. Zwar brachte der Ehemann im Berufungsverfahren vor, dass die Ehefrau die 
Zeit mit D._____ nicht immer kindgerecht ausgestalte, indem sie ihn bspw. an Par-
tys mit Erwachsenen mitnehme. Es bestehen jedoch keine Anhaltspunkte dafür, 
dass dies regelmässig geschieht oder dass D._____ dabei einer konkreten Gefahr 
ausgesetzt war. Darüber hinaus liegen keine Hinweise vor, wonach die Ehefrau 
nicht in der Lage wäre, auf die Bedürfnisse von D._____ einzugehen. Beim Ehe-
mann stellt sich die Frage, ob eine ausreichende Bindungstoleranz vorhanden ist, 
bekundete er doch zumindest anfänglich Mühe, einen erweiterten Kontakt zwi-
schen Mutter und Kind zuzulassen, und musste diesbezüglich vorsorglich ermahnt 
werden. In einer Gesamtbetrachtung ist die Erziehungsfähigkeit für eine alternie-
rende Obhut bzw. für eine erweiterte Betreuung von D._____ durch beide Eltern-
teile aber ausreichend gegeben, zumal die Eltern die wichtige Rolle des anderen 
im Leben ihres Kindes grundsätzlich einzusehen scheinen und künftig durch einen 
Beistand begleitet werden (vgl. E. 3).

2.5.2.3. Geografische Situation

Die geografische Situation steht der erweiterten Betreuung der Ehefrau ebenfalls 
nicht im Weg, wohnen aktuell doch beide Ehegatten in F._____. Anhaltspunkte, 
dass einer der Ehegatten künftig in eine andere Ortschaft ziehen würde, liegen 
nicht vor. Sofern der Ehemann einer Betreuung durch die Ehefrau unter der Wo-
che entgegenhält, dass der Schulweg für D._____ zu weit sei, kann dem nicht ge-
folgt werden. Der Sohn besucht die zweisprachige Schule (deutsch-italienisch) im 
Schulhaus G._____ in F._____. Diese Schule wird von Kindern aus dem gesam-
ten Gebiet der Stadt F._____ besucht, die – sofern sie nicht im Quartier wohnen – 
ebenfalls einen längeren Schulweg haben. Dessen Bewältigung ist daher auch 
D._____, aktuell vom Stadtzentrum aus, zumutbar, zumal die Möglichkeit besteht, 

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den Weg mit dem Stadtbus zurückzulegen und dies von der Stadt auch finanziell 
unterstützt wird (vgl. dazu das Konzept "Zweisprachige Klassen Stadtschule 
F._____", S. 7, abrufbar unter <htt-
ps://stadtschule.ch/_docn/324535/2022_Konzept_Zweispra-
chige_Klassen_Stadtschule_.pdf>).

2.5.2.4. Kontinuität und Stabilität

In Bezug auf die bisherige Betreuung von D._____ widersprechen sich die Anga-
ben der Parteien. Der Ehemann machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, er 
biete seinem Sohn eine kontinuierliche Betreuung und Beständigkeit, habe bis 
anhin doch hauptsächlich er die persönliche Betreuung von D._____ sowie die 
elterliche Verantwortung für Schule, Freizeit und Ferien übernommen. Die Ehefrau 
sei seit längerem in den Randzeiten arbeitstätig. Demgegenüber führte die Ehe-
frau aus, den Alltag des Kindes habe überwiegend sie gestaltet. Sie hätten eine 
klassische Rollenverteilung gepflegt, bei der der Ehemann einer Arbeitstätigkeit 
nachgegangen und sie als Familienfrau tätig gewesen sei. Auch nachdem der 
Ehemann seine Erwerbstätigkeit krankheitsbedingt habe aufgeben müssen, habe 
hauptsächlich sie für den Sohn gesorgt. Aufgrund der Erkrankungen (insb. der 
Fibromyalgie) des Ehemannes sei dieser gar nicht in der Lage, sich umfassend 
um D._____ zu kümmern. Dass der Vater für die Betreuung in den Randzeiten 
sorge und den Sohn zu Freizeitaktivitäten fahre, sei ihm zumutbar, mache ihn aber 
nicht zur Hauptbetreuungsperson (vgl. RG act. I/1 S. 3; RG act. I/3 S. 3 f.; RG act. 
VII/1 S. 3 f. und S. 7 f.).

Aus den Akten ergibt sich, dass D._____ seit seiner Geburt durch beide Ehegatten 
betreut wurde, anfänglich mehr durch die Ehefrau, da der Ehemann zumindest 
teilzeitlich noch erwerbstätig war, und in den letzten Jahren tendenziell mehr durch 
den Ehemann, da dieser krankheits- bzw. altersbedingt nicht mehr arbeitstätig war 
(vgl. RG act. VII/1 S. 3). Die Ehefrau ging in den letzten Jahren einer Arbeitstätig-
keit nach, aber – wie aus den Arbeitszeitübersichten hervorgeht – lediglich in ei-
nem kleinen Pensum und weder jeden Abend noch an den Wochenenden. Es 
kann daher davon ausgegangen werden, dass sich in den letzten Jahren beide 
Ehegatten massgeblich um D._____ gekümmert haben, selbst wenn der Betreu-
ungsanteil des Ehemannes in letzter Zeit grösser gewesen sein sollte. Unter dem 
Aspekt der Kontinuität und Stabilität ist es daher geboten, dass die Ehefrau 
D._____ auch zukünftig häufiger als bloss an jedem zweiten Wochenende, wie es 
einem üblichen Besuchsrecht entsprechen würde, betreut. So kann D._____ wei-
terhin eine Beziehung zu beiden Elternteilen leben und pflegen und auch mit der 
Mutter einen wesentlichen Teil des Alltags verbringen. Dürfte er seine Mutter hin-

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gegen nur noch jedes zweite Wochenende sehen, wäre dies mit einem Bruch der 
bisherigen Beziehung zur Mutter verbunden. Auch Rechtsprechung und Lehre 
sprechen sich im Sinne des sog. Kontinuitätsprinzips dafür aus, dass die konkret 
gelebte Aufgabenteilung der Eltern bzw. das von ihnen gewählte Betreuungskon-
zept nach der Trennung für eine gewisse Zeit weitergeführt werden soll, da sich 
eine gleichzeitig mit der Trennung einhergehende Umgestaltung des Betreuungs-
modells schlecht mit dem Kindeswohl vereinbare lasse. Es sei daher zur Anpas-
sung an die neue Situation eine nach Möglichkeit grosszügig zu bemessende 
Übergangsfrist zu gewähren (vgl. E. 3.5.1; BGer 5A_373/2018 v. 8.4.2019 E. 3.1; 
Maier/Vetterli, a.a.O., N 2a und N 37d zu Art. 176 ZGB). Entgegen der Vorinstanz 
sprechen die erwähnten Aspekte daher nicht gegen, sondern gerade für eine ge-
genüber dem üblichen Besuchsrecht erweiterte Betreuung.

2.5.2.5. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit

Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern wirkt bis zu einem ge-
wissen Masse beeinträchtigt, was auch die Auseinandersetzungen um die Ausü-
bung des Besuchsrechts seit dem Erlass des erstinstanzlichen Entscheids gezeigt 
haben. Den Eltern gelingt es nicht durchwegs, zwischen der konfliktbehafteten 
Elternebene einerseits sowie dem Eltern-Kind-Verhältnis andererseits zu unter-
scheiden und D._____ aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten bzw. zu sei-
nem Wohl zu kooperieren. Eine minimale Kommunikation und Einigung bezüglich 
der Belange von D._____ scheint aber möglich zu sein. Ferner ist zu beachten, 
dass vorliegend eine Besuchsrechtsbeistandschaft zur Unterstützung der Eltern 
errichtet wird (vgl. E. 3) und allein die Tatsache, dass die Eltern zur gemeinsamen 
Entscheidfindung über die Kinderbelange auf die Vermittlung einer Drittperson 
angewiesen sind, einer alternierenden Obhut bzw. einer erweiterten Betreuung 
durch die Ehefrau wie oben erwähnt (vgl. E. 2.1.4) nicht entgegensteht. Nicht zu-
letzt ist davon auszugehen, dass die Diskussionen zwischen den Eltern abnehmen 
werden, sobald die Ehefrau eine grössere Wohnung bezogen hat. 

2.5.2.6. Möglichkeit zur persönlichen Betreuung von D._____

Betreffend die persönliche Betreuung ist festzuhalten, dass der Ehemann seit An-
fang 2022 pensioniert und daher in der Lage ist, D._____ persönlich zu betreuen, 
zumal keine Hinweise vorliegen, wonach seine körperlichen Erkrankungen eine 
Betreuung grundsätzlich verunmöglichen oder erheblich erschweren würden. Al-
lerdings kann auch die Ehefrau die persönliche Betreuung von D._____ während 
den von der Vorinstanz angeordneten Betreuungstagen und trotz einer 80-
prozentigen Erwerbstätigkeit wahrnehmen, da sie ihre Arbeitszeiten entsprechend 

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einteilen kann (vgl. RG act. III/2/8). Eine (mit Kosten verbundene) Drittbetreuung 
steht nicht zur Diskussion. Sofern der Ehemann die persönliche Betreuung von 
D._____ durch ihn im Hinblick auf dessen Schwierigkeiten in der Schule als wich-
tig erachtet, ist festzuhalten, dass in schulischer Hinsicht spezifische Bedürfnisse 
von D._____ zu bestehen scheinen, vermutungsweise insbesondere in sprachli-
cher Hinsicht. Diesen gerecht zu werden, bedingt aber nicht zwingend eine Ein-
schränkung der mütterlichen Betreuungszeit. Selbst mit der von der Vorinstanz 
gewählten Betreuungsregelung betreut nämlich der Ehemann den Sohn unter der 
Woche mehrheitlich, so dass genügend Zeit für die Unterstützung durch den Vater 
in schulischen Belangen zur Verfügung steht. Zudem wurde vom Ehemann vor 
erster Instanz selbst ausgeführt, dass der Sohn neben den Lernstunden in der 
Schule keine weitere Unterstützung der Eltern für die Erledigung der Hausaufga-
ben brauche (RG act. I/4 Rz. 12 u. act. VII/1 S. 4). Der Aspekt der persönlichen 
Betreuung spricht daher entgegen der Vorinstanz nicht gegen eine erweiterte Be-
treuung durch die Mutter.

Im Zusammenhang mit der persönlichen Betreuung ist auch die aktuelle Wohnsi-
tuation der Ehefrau zu berücksichtigen, die vom Ehemann als nicht geeignet be-
zeichnet wird für die Ausübung eines erweiterten Besuchsrechts. Es ist zutreffend, 
dass in der von der Ehefrau nach der Trennung bezogenen Studiowohnung ein 
separates Zimmer für D._____ und damit auch eine Rückzugsmöglichkeit für ihn 
fehlt. Für eine Übergangszeit scheint die Wohnsituation für D._____ jedoch zu-
mutbar. Die Ehefrau ist nach ihren Angaben auf der Suche nach einer grösseren 
Wohnung, wobei sie vom Sozialamt unterstützt wird. Da die Genannte angesichts 
ihrer Situation – Fremdsprachigkeit, tiefes Einkommen – erhebliche Schwierigkei-
ten haben dürfte, eine angemessene Wohnung zu finden, ist ihr zuzugestehen, 
dass sie hierfür etwas länger Zeit braucht. Sollte sie über längere Frist keine grös-
sere Wohnung finden, wäre die Situation indessen in einem Abänderungsverfah-
ren neu zu beurteilen. 

2.5.2.7. Zwischenfazit

Die erwähnten, nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung primär massgebli-
chen Kriterien lassen eine erweiterte Betreuung von D._____ durch die Mutter im 
Ergebnis als gerechtfertigt erscheinen, in Übereinstimmung mit der vorinstanzli-
chen Einschätzung, die eine solche Betreuung, wenn auch unter dem Titel "Be-
suchsrecht", angeordnet hat. Zu prüfen bleibt, ob die knappen wirtschaftlichen 
Verhältnisse es erfordern, dass die Mutter an Stelle einer 80-prozentigen einer 
100-prozentigen Erwerbstätigkeit nachgeht, wie es der Ehemann fordert.

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2.5.2.8. Wirtschaftliche Verhältnisse

Es ist unbestritten, dass es bei der Regelung von Kinderbelangen auch stets die 
finanziellen Aspekte mit zu berücksichtigen gilt, da es – wie bereits die Vorinstanz 
festgehalten hat – zweifellos im Kindeswohl liegt, wenn für den Lebensunterhalt 
aller Familienmitglieder ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen (vgl. 
E. 2.1.7). Grundsätzlich sind die wirtschaftlichen Verhältnisse indes nur ein Kriteri-
um von vielen, das es zu prüfen gilt, wenn eine alternierende Obhut vom Gericht 
angeordnet oder eine diesbezügliche Vereinbarung der Eltern genehmigt werden 
soll. Eine rein ökonomische Betrachtungsweise ist unzulässig bzw. es ist nicht per 
se jenes Betreuungsmodell zu wählen, bei welchem die Familienmitglieder wirt-
schaftlich am besten dastehen. Angespannte finanzielle Verhältnisse allein kön-
nen bei der Anordnung einer alternierenden Obhut bzw. bei der Prüfung, ob eine 
erweiterte Betreuung angemessen erscheint, im Gegensatz zur Erziehungsfähig-
keit der Elternteile folglich niemals einen Ausschlussgrund für deren Anordnung 
darstellen (BGE 144 III 481 E. 4.7.1; Maier/Vecchiè, a.a.O., S. 704 u. S. 708). 

Vorliegend sind die finanziellen Verhältnisse in der Tat sehr knapp. Eine vollzeitli-
che Erwerbstätigkeit der Ehefrau würde die wirtschaftliche Situation der Familie 
zwar verbessern, doch wäre eine solche wohl zwingend mit einer Einschränkung 
der Betreuung verbunden, ansonsten Drittbetreuungskosten anfallen, die das 
höhere Einkommen zumindest zu einem Teil wieder kompensieren. Wie oben dar-
gelegt, sprechen die weiteren massgeblichen Kriterien für eine gegenüber einem 
üblichen Besuchsrecht erweiterte Betreuung durch die Ehefrau. Hierbei ist insbe-
sondere der Aspekt der für D._____ wichtigen persönlichen Betreuung durch sei-
ne Mutter zu berücksichtigen. Während des Zusammenlebens entsprach es der 
zwischen den Ehegatten gemeinsam getroffenen Vereinbarung, dass auch die 
Mutter D._____ massgeblich betreut. Es rechtfertigt sich, dies nach der Trennung 
weiterzuführen. Würde das Kind seine Mutter nur noch jedes zweite Wochenende 
sehen, könnte die intakte Mutter-Sohn Beziehung nämlich kaum aufrechterhalten 
werden. Dieser Umstand ist schwerer zu gewichten als eine rein ökonomische 
Sichtweise. Die Betreuungszeit der Ehefrau ist folglich nicht auf ein gerichtsübli-
ches Besuchsrecht einzuschränken, auch vor dem Hintergrund, dass sie ihre Er-
werbstätigkeit im Vergleich zu den Verhältnissen vor der Trennung bereits erheb-
lich ausgebaut hat und damit nach Kräften dazu beiträgt, die Mehrkosten der 
Trennung zu bewältigen. Anders entscheiden hiesse nicht zuletzt, dass eine alter-
nierende Obhut in Konstellationen wie der vorliegenden – in der der eine Ehegatte 
altersbedingt kein höheres Einkommen mehr erzielen und der andere Ehegatte 
lediglich im Tieflohnsegment arbeiten kann – per se ausgeschlossen wäre. Dies ist 

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mit dem Kindeswohl nicht vereinbar. Auf der Bedarfsseite fällt eine alternierende 
Obhut im Übrigen lediglich insofern mehr ins Gewicht, als beiden Ehegatten der 
höhere Grundbetrag von CHF 1'350.00 anzurechnen ist. Kosten für eine Woh-
nung, in der das Kind ein eigenes Zimmer hat, fallen auch bei alleiniger Obhut mit 
einem Besuchsrecht an; hier kommt es bei alternierender Obhut lediglich zu einer 
Verschiebung der Wohnkosten vom Bedarf des betroffenen Ehegatten in denjeni-
gen des Kindes (vgl. E. 4.3.4 u. 4.3.6). Letzteres ist vorliegend im Übrigen der 
primäre Grund, weshalb es bei D._____ zu einem Manko kommt (vgl. E. 4.3.7 f.).

Im Ergebnis erscheint die vorinstanzlich angeordnete Betreuungslösung dem 
Wohl von D._____ entsprechend, weshalb kein Grund besteht, der Ehefrau im 
Eheschutzverfahren lediglich ein gerichtsübliches Besuchsrecht zuzugestehen.

2.5.3. Qualifikation des konkreten Betreuungsmodells als alternierende Obhut

Zu prüfen bleibt, ob das soeben dargelegte und anzuordnende Betreuungsmodell 
rechtlich gesehen einer alternierenden Obhut gleichkommt. Ab welchem Betreu-
ungsverhältnis im rechtlichen Sinne von einer alternierenden Obhut gesprochen 
werden muss, ist höchstrichterlich nicht geklärt (vgl. auch Büchler/Clausen, a.a.O., 
N 6a zu Art. 298 ZGB). Jedenfalls erachtet das Bundesgericht die Bezeichnung 
und Anordnung einer alternierenden Obhut als Betreuungsform im Falle einer "un-
gefähr gleichwertigen" Beteiligung beider Eltern als angezeigt. Eine Betreuung an 
jedem zweiten Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen und jeweils 
zwei Übernachtungen pro Woche entspreche einer massgeblichen Beteiligung an 
der Betreuung, welche einer alternierenden Obhut gleichkomme (BGE 147 III 121 
E. 3.2.3). Auch eine Betreuung an drei ganzen Tagen pro Woche wurde als einer 
gleichmässigen Betreuung sehr nahekommend bezeichnet und als alternierende 
Obhut angesehen (BGer 5A_821/2019 v. 14.7.2020 E. 4.4). Bei einem Betreu-
ungsanteil von 61% der Mutter und von 39% des Vaters – unter Berücksichtigung 
der Ferien und Feiertage – hielt das Bundesgericht fest, dass es bei einer solchen 
Betreuungsregelung, die weit über vierzehntägliche Wochenendbesuche hinaus-
geht, der Rechtsprechung widerspreche, das Kind in der alleinigen Obhut der Mut-
ter zu belassen. Vielmehr sei als Betreuungsform in diesem Fall die alternierende 
Obhut anzuordnen (vgl. BGer 5A_722/2020 v. 13.7.2021 E. 3.4.2). In der Praxis 
wird regelmässig ab einer Betreuungsquote von rund 30 % von alternierenden 
Betreuungsmodellen gesprochen (vgl. Philipp Maier/Merces Geiger, Betreuen 
oder Bezahlen – weshalb Obhut und Unterhalt untrennbar miteinander verknüpft 
sind, in: Anwaltsrevue 10/2023, S. 432 f. m.w.H.). Neben der zeitlichen Kompo-
nente ist insofern auch eine gewisse Alltagsbezogenheit der Betreuung vorauszu-

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setzen, als das Kind seinen Alltag in einem gewissen Umfang von beiden Eltern-
haushalten aus lebt (Büchler/Clausen, a.a.O., N 6a zu Art. 298 ZGB m.w.H.). 

Die prozentual auf die Elternteile entfallenden Betreuungsanteile bestimmen sich 
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung dadurch, dass der Tag in drei Peri-
oden (Morgen / Beginn bis Ende der Schule / Abend) unterteilt wird. Sodann wird 
über die Zeitspanne von 14 Tagen hinweg berechnet, wie viele Einheiten jeder 
Elternteil von insgesamt 42 Einheiten (14 Tage à 3 Perioden) zu verantworten hat 
(vgl. BGer 5A_117/2021 v. 9.3.2022 E. 4.4 m.H. auf BGer 5A_ 743/2017 v. 
22.5.2019 E. 2.2). Auf die anzuordnende Betreuungsregelung angewendet, ergibt 
sich das folgende Bild:

Woche 1 Mo Di Mi Do Fr Sa So

Morgen Mutter Mutter Vater Vater Vater Mutter Mutter

Mittag Mutter Mutter Vater Vater Vater Mutter Mutter

Abend Mutter Vater Vater Vater Mutter Mutter Mutter

Woche 2 Mo Di Mi Do Fr Sa So

Morgen Mutter Mutter Vater Vater Vater Vater Vater

Mittag Mutter Mutter Vater Vater Vater Vater Vater

Abend Mutter Vater Vater Vater Vater Vater Mutter

Von den insgesamt 42 Betreuungseinheiten entfallen demnach 24 auf den Ehe-
mann und 18 auf die Ehefrau. In Prozenten entspricht dies einem Verhältnis von 
57 % (= Betreuungsanteil Ehemann) zu 43 % (= Betreuungsanteil Ehefrau). Wird 
auch die Betreuung während der Schulferien berücksichtigt, ist der Betreuungsan-
teil der Ehefrau sogar noch leicht höher. Bei diesem Verhältnis ist das anzuord-
nende Betreuungsmodell gemäss der Rechtsprechung als alternierende Obhut zu 
qualifizieren und im Dispositiv als solche zu benennen. Die Berufung der Ehefrau 
ist in diesem Punkt folglich gutzuheissen. 

2.5.4. Wohnsitz

Der Wohnsitz von D._____ wird in Übereinstimmung mit der Vorinstanz beim 
Ehemann belassen. Zum einen wird von der Ehefrau keine Abänderung der ent-
sprechenden vorinstanzlichen Anordnung beantragt. Zum anderen richtet sich der 
Wohnsitz des Kindes bei gemeinsamer elterlicher Sorge und alternierender Obhut 
mit asymmetrischen Betreuungsverhältnissen nach dem Wohnsitz des hauptsäch-
lich betreuenden Elternteils (vgl. Daniel Staehelin, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 

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Basler Kommentar, ZGB I, 7. Aufl., Basel 2022, N 5 zu Art. 25 ZGB), was vorlie-
gend der Ehemann ist.

2.6. Ferienregelung

2.6.1. Die Vorinstanz erklärte die Ehefrau für die Dauer des Getrenntlebens für 
berechtigt und verpflichtet, D._____ während sechs Wochen pro Jahr zu sich oder 
mit sich in die Ferien zu nehmen. Sie wurde verpflichtet, die Ausübung des Ferien-
rechts mindestens drei Monate im Voraus anzumelden und mit dem Ehemann ab-
zusprechen. Komme keine Einigung zustande, komme in den Jahren mit gerader 
Jahreszahl der Ehefrau das Entscheidungsrecht zu, in ungeraden Jahren dem 
Ehemann (act. B.2 Disp.-Ziff. 4b). Eine Begründung für diese Anordnung fehlt. 

2.6.2. Die Ehefrau beantragt für beide Elternteile je sechs Wochen Ferien mit 
D._____. Zudem macht sie geltend, dass aufgrund ihrer Berufstätigkeit bei der 
Ferienregelung zuerst ihre Möglichkeiten zu berücksichtigen seien. Der Kindsvater 
sei bereits pensioniert und somit frei, die Ferien einzuteilen (act. A.1 S. 5). Der 
Ehemann äusserte sich im Berufungsverfahren weder zum Umfang des Ferien-
rechts noch zu den Entscheidmodalitäten.

2.6.3. Da der Ehemann im Berufungsverfahren lediglich die Reduktion des vor-
instanzlich angeordneten erweiterten Besuchsrechts auf ein übliches Besuchs-
recht verlangt – nicht aber eine konkrete Anpassung des Ferienrechts – und die 
Ehefrau sechs Wochen Ferien für beide Elternteile beantragt, rechtfertigt es sich, 
die von den Parteien offenbar gewünschten sechs Wochen Ferien pro Elternteil 
gerichtlich festzulegen. In Abweichung zum vorinstanzlichen Urteil ist auch das 
Ferienrecht des Ehemannes festzulegen, ansonsten es für ihn gar nicht bzw. nur 
unter Verletzung der Besuchs-/Betreuungszeiten der Ehefrau möglich wäre, mit 
D._____ alleine Ferien zu verbringen. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist 
ein Ferienrecht von sechs Wochen mit dem Kindeswohl vereinbar, zumal die Ehe-
frau im erstinstanzlichen Plädoyer davon ausging, dass sie in der Lage sei, sechs 
Wochen Ferien mit D._____ zu verbringen bzw. zu organisieren. In Berücksichti-
gung des Umstands, dass nur noch die Ehefrau berufstätig ist, rechtfertigt es sich, 
dass beim Ferienbezug auf ihre beruflichen Möglichkeiten Rücksicht genommen 
wird. Für den Fall, dass sich die Parteien über den Ferienbezug nicht einigen kön-
nen, wird der Ehefrau daher bezüglich ihrer Ferien das Entscheidungsrecht ein-
geräumt. Ihre Berufung ist daher in diesem Punkt gutzuheissen.

2.6.4. Zu beachten ist im Zusammenhang mit dem Ferienrecht, dass es einem 
Elternteil grundsätzlich erlaubt ist, sein Kind während der Ferien ins Ausland mit-

24 / 46

zunehmen (vgl. BGer 5A_41/2022 v. 3.11.2022 E. 6.1; BGE 122 III 404 E. 4c). Im 
Massnahmeverfahren wurde vom Ehemann die Gefahr einer Entführung von 
D._____ nach C._____ durch die Ehefrau thematisiert, wobei der (super-
)provisorische Antrag der Ehefrau auf Herausgabe der Reisedokumente für 
D._____ abgelehnt wurde. Zu beachten ist, dass die Ehefrau eine Herausgabe der 
Reisedokumente nur im Zusammenhang mit den Sommerferien 2023 beantragte. 
Der Ehemann stellte seinerseits in der Berufungsantwort keinen Antrag, das Feri-
enrecht der Ehefrau auf Aufenthalte in der Schweiz zu beschränken. In Anbetracht 
dessen besteht kein Anlass, diese Frage im vorliegenden summarischen Ehe-
schutzverfahren von Amtes wegen zu regeln. Allerdings drängt es sich auf, die 
gestützt auf das vorliegende Urteil einzusetzende Beistandsperson zu ermächti-
gen, zwischen den Ehegatten zu vermitteln, falls sich zukünftig bezüglich Heraus-
gabe der sich momentan beim Ehemann befindenden Reisedokumente für 
D._____ Probleme ergeben sollten.

3. Beistandschaft

3.1. Erfordern es die Verhältnisse, ernennt die Kindesschutzbehörde – bzw. vor-
liegend das für den Schutz der ehelichen Gemeinschaft zuständige Gericht 
(Art. 315a Abs. 1 ZGB) – dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB einen Bei-
stand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Sie 
kann dem Beistand besondere Befugnisse übertragen, namentlich die Vertretung 
des Kindes bei der Feststellung der Vaterschaft, bei der Wahrung seines Unter-
haltsanspruches und anderer Rechte sowie die Überwachung des persönlichen 
Verkehrs (Art. 308 Abs. 2 ZGB). Eine Beistandschaft zur Überwachung des per-
sönlichen Verkehrs, eine sog. Besuchsrechtsbeistandschaft, ist anzuordnen, wo 
erhebliche, das Kindeswohl gefährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des 
Besuchsrechts zu befürchten sind. Der Beistand hat im Rahmen der gerichtlich 
oder behördlich verbindlich festgelegten Besuchsordnung die für einen reibungs-
losen Verlauf der einzelnen Besuche nötigen Modalitäten so festzusetzen, dass 
Spannungen abgebaut, negative Beeinflussungen vermieden und die Beteiligten 
bei Problemen beraten werden (Peter Breitschmid, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1, 6 u. 14 zu Art. 308 
ZGB m.w.H.; KGer GR ZK1 21 189 v. 6.7.2022 E. 10.3.1).

3.2. Die Vorinstanz wies den Antrag der Ehefrau auf Errichtung einer Besuchs-
rechtsbeistandschaft ab. Sie führte aus, dass vorliegend nicht von einer Situation 
gesprochen werden könne, in welcher das Kindeswohl derart gefährdet wäre, 
dass sich eine Besuchsrechtsbeistandschaft rechtfertigen bzw. als notwendig er-
achtet würde. Der hauptsächliche Konflikt bestehe vor allem zwischen den Eltern 

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und sollte sich mit dem Entscheid in der vorliegenden Sache etwas entspannen. 
Zudem sei weder glaubhaft gemacht worden noch lägen Indizien dafür vor, dass 
eine Gefährdung des Kindes gegeben sein könnte. Die Ehegatten hätten sich 
während des ganzen Eheschutzverfahrens in ihrer ehelichen Wohnung miteinan-
der arrangieren und die Kinderbelange in irgendeiner Form regeln können. Somit 
sei zwar von einer angespannten, jedoch nicht hochexplosiven Situation auszuge-
hen. Wenn sich die Ehegatten in einer solch angespannten Situation arrangieren 
könnten, würden sie es erst recht können, sobald sie getrennt voneinander leben 
würden und sich die Situation ein bisschen entspannt habe. Aus diesen Gründen 
lägen momentan keine ersichtlichen Gründe für die Anordnung einer Besuchs-
rechtsbeistandschaft vor (act. B.2 E. 4).

3.3. Die Ehefrau macht in der Berufung geltend, der Ehemann habe ihr nach 
dem Auszug aus der Wohnung das Umgangsrecht im richterlich zugestandenen 
Ausmass konsequent verweigert. Unter Konstruktion einer vermeintlichen Kindes-
gefährdung durch das Übernachten in ihrer Studiowohnung lasse er bloss Über-
nachtungen von Samstag auf Sonntag zu. Sei sie am Freitagabend gekommen, 
um das Kind abzuholen, sei sie weggewiesen worden. Übernachtungen nach dem 
Wochenende habe der Ehemann zu verhindern gewusst, indem er D._____ die 
Schulsachen nicht mitgegeben habe. Aktuell dürfe sie D._____ sodann auch am 
Montag- und Dienstagmittag auf Geheiss des Ehemannes nicht sehen. Die Weige-
rung sei für D._____ sehr belastend und eine Einigung mit dem Ehemann nicht 
möglich. Daher erneuere sie den Antrag, eine Beistandsperson für die Regelung 
der Ferien und Einhaltung der Besuchszeiten bzw. Obhutszeiten einzusetzen. Sie 
und D._____ seien auf Hilfe angewiesen, damit ihr Umgangsrecht stattfinden kön-
ne. Das Angewiesensein auf eine vermittelnde Drittperson sei im Übrigen kein 
Grund, eine alternierende Obhut abzulehnen, zumal die Eltern sich trotz verhärte-
ter Situation untereinander zumindest für eine Übernachtung am Wochenende 
hätten finden können (act. A.1 S. 8 f.).

Der Ehemann erklärte sich mit der Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 
Abs. 2 ZGB einverstanden. Die Kommunikation und Kooperation zwischen den 
Eltern in Bezug auf die Organisation der Kontakte würden nicht funktionieren, wie 
sie sollten. Die Massnahme erscheine zum jetzigen Zeitpunkt zweckmässig (act. 
A.3 Rz. 19 f.; act. A.2 Rz. 23).

3.4. Aus den Akten ergibt sich, dass sich die im erstinstanzlichen Entscheid ge-
troffene Annahme, wonach sich die konfliktreiche Situation der Ehegatten nach 
der Trennung bzw. nach dem Bezug einer eigenen Wohnung durch die Ehefrau 
entspannen würde, nicht verwirklicht hat. Insbesondere im Umfeld des Besuchs-

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rechts kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Eltern; die Umsetzung 
der erstinstanzlich festgelegten Betreuungsregelung bereitet offenbar Schwierig-
keiten. So hat die Ehefrau glaubhaft dargelegt, dass der Ehemann sich gegen die 
Ausübung des Besuchsrechts im erwähnten Umfang wehrt, was von jenem teil-
weise bestätigt wird. Damit besteht die Gefahr, dass die vorliegend angeordnete 
Betreuungsregelung nicht umgesetzt wird, was mit einer Gefährdung des Kindes-
wohls verbunden ist, da regelmässige Kontakte zwischen Mutter und Sohn sehr 
wichtig sind. Die Eltern sind selbst nicht durchwegs in der Lage, sich über die Kon-
takte zu einigen, und die direkte Kommunikation ist schwierig, so dass sie hierfür 
auf ihre Rechtsvertreterinnen ausweichen (vgl. act. B.3). Es ist folglich ausgewie-
sen, dass die Eltern zur Regelung der Kontakte, namentlich zur Sicherstellung 
eines spannungsfreien und regelmässigen Kontakts zwischen Mutter und Sohn 
sowie zur Vermeidung einer Entfremdung, auf die Unterstützung eines Beistands 
angewiesen sind. Zwar entzünden sich die Konflikte in erster Linie an der nach 
dem Auszug der Ehefrau noch ungenügenden Wohnsituation. Es ist aber nicht 
ohne Weiteres damit zu rechnen, dass die Auseinandersetzungen nach dem Be-
zug einer geeigneteren Wohnung enden, zumal der Ehemann noch weitere Ein-
wände vorbringt, aufgrund derer die Betreuungszeit der Ehefrau aus seiner Sicht 
zu beschränken sei, bspw. den Schulweg am Mittag. Es erscheint daher erforder-
lich und zweckmässig, zur Unterstützung der Familie eine Besuchsrechtsbei-
standschaft zu errichten. 

Die Beistandsperson wird mit der Aufgabe betraut, für die Umsetzung sowie die 
Überwachung der Betreuungs- und Ferienregelung besorgt zu sein und den Eltern 
als Ansprechperson im Zusammenhang mit diesen Regelungen zu dienen. In die-
ser Funktion kann die Beistandsperson die Parteien beraten und bei Konflikten 
vermitteln. Ausserdem wird sie ermächtigt, die Modalitäten der Betreuung (Überg-
aben, Organisation des Schulwegs am Mittag, etc.) sowie die Feiertage zu regeln. 
Die Beistandschaft wird zudem damit betraut, die Eltern bei der Ferienplanung zu 
unterstützen und zwischen ihnen zu vermitteln, falls sich bspw. bezüglich Heraus-
gabe der sich momentan beim Ehemann befindenden Reisedokumente für 
D._____ Diskussionen ergeben sollten. Mit dem Vollzug wird die zuständige Kin-
desschutzbehörde betraut (Art. 315a Abs. 1 ZGB).

4. Unterhalt

4.1. Rechtliche Grundlagen

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Nach Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB legt das Gericht bei Aufhebung des gemeinsa-
men Haushalts auf Begehren eines Ehegatten die Unterhaltsbeiträge an die Kin-
der und den Unterhaltsbeitrag an den Ehegatten fest.

4.1.1. Der Anspruch eines Ehegatten auf Unterhaltsbeiträge während der Dauer 
des Scheidungsverfahrens ist Ausfluss der ehelichen Beistands- und Unterhalts-
pflicht nach Art. 163 ZGB, geht es doch um die Regelung der Folgen des Ge-
trenntlebens während bestehender Ehe. Die erwähnte Bestimmung bleibt Grund-
lage der gegenseitigen Unterhaltspflicht der Ehegatten, selbst wenn nicht mehr 
ernsthaft mit einer Wiederaufnahme des Zusammenlebens zu rechnen ist. Für die 
Festsetzung des Unterhaltsbeitrags geht das Gericht daher grundsätzlich von der 
ausdrücklichen oder stillschweigenden Vereinbarung aus, welche die Ehegatten 
bezüglich der Aufteilung der Aufgaben und Geldmittel unter sich getroffen haben. 
Festzusetzen ist in dieser Phase der Verbrauchsunterhalt. Massgebend sind 
grundsätzlich der zuletzt gemeinsam gelebte eheliche Standard, auf dessen Fort-
führung bei genügenden Mitteln beide Teile Anspruch haben, sowie die wirtschaft-
liche Leistungsfähigkeit der Ehegatten. Dem Gericht steht ein weiter Ermessens-
spielraum zu (BGE 148 III 358 E. 5, 147 III 293 E. 4.4, 140 III 337 E. 4.2.1; BGer 
5A_144/2023 v. 26.5.2023 E. 4.3 und 5.2 m.w.H.).

4.1.2. Haben die Eltern minderjährige Kinder, trifft das Gericht nach den Bestim-
mungen über die Wirkungen des Kindesverhältnisses die nötigen Massnahmen 
(Art. 176 Abs. 3 ZGB). Der Unterhalt der Kinder wird durch Pflege, Erziehung und 
Geldzahlung geleistet. Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach sei-
nen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere 
die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen 
(Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Gebührend ist der Unterhalt, der angesichts der ge-
lebten Verhältnisse als angemessen erscheint. Entscheidende Faktoren für die 
Bestimmung des gebührenden Unterhalts der Kinder sind neben ihren Bedürfnis-
sen die Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern (vgl. Art. 285 Abs. 1 
ZGB; BGE 147 III 265 E. 5.4). Der gebührende Unterhalt umfasst zunächst den 
Barunterhalt, welcher den unmittelbaren Lebensunterhalt der Kinder sowie deren 
spezifische Bedürfnisse abdeckt, aber auch den Betreuungsunterhalt, mit wel-
chem die zur erforderlichen persönlichen Betreuung der Kinder notwendige physi-
sche Präsenz des betreuenden Elternteils sichergestellt werden soll (BGE 147 III 
265 E. 5.3). Die Festsetzung des Unterhaltsbeitrags ist ein Ermessensentscheid, 
bei dem alle bedeutsamen Umstände zu berücksichtigen sind (BGer 5A_513/2020 
v. 14.5.2021 E. 2.1, 5A_1017/2014 v. 12.5.2015 E. 4.1).

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Steht das Kind unter der alternierenden Obhut der Elternteile, sind die finanziellen 
Lasten bei ähnlicher Leistungsfähigkeit umgekehrt proportional zu den Betreu-
ungsanteilen zu tragen, bei je hälftigen Betreuungsanteilen proportional zur Leis-
tungsfähigkeit und bei gleichzeitig asymmetrischen Betreuungsumfang und Leis-
tungsgefälle entsprechend der sich daraus ergebenden Matrix. Die genannten 
Grundsätze sind in Ausübung von Ermessen umzusetzen (BGE 147 III 265 E. 5.5 
m.w.H.; BGer 5A_330/2022 v. 27.3.2023 E. 4.1.1, 5A_727/2018 v. 22.8.2019 E. 
4.3.2.3; KGer GR ZK1 19 212 v. 24.6.2020 E. 4.2.2; OGer ZH LZ210022 v. 
8.7.2022 E. C.4.1; Jonas Schweighauser, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm 
Scheidung, Band I: ZGB, 4. Aufl., Bern 2022, N 53n ff. zu Art. 285 ZGB; für die 
Matrix vgl. Karin Meyer, Unterhaltsberechnung: Ist jetzt alles klar?, in: FamPra.ch 
2021, S. 906). Der Anspruch auf Unterhaltsbeiträge steht gemäss Art. 289 Abs. 1 
ZGB dem Kind zu. Ist es minderjährig, so wird der Anspruch durch Leistung an 
dessen gesetzlichen Vertreter oder an den Inhaber der Obhut erfüllt. Sind beide 
Eltern obhutsberechtigt, wird die Unterhaltspflicht durch Leistung an den jeweils 
anderen Elternteil erfüllt (BGE 147 III 265 E. 5.5 in fine).

Da die direkten Kosten des Kindes bei jedem Elternteil in der Regel unterschied-
lich hoch sind, muss bestimmt werden, welche Ausgaben von welchem Elternteil 
getragen werden und welcher Elternteil Leistungen für das Kind im Sinne von Art. 
285a ZGB erhält. Beide Elternteile übernehmen insbesondere – grundsätzlich im 
Umfang ihres Betreuungsanteils – Ausgaben, die durch den Grundbetrag für das 
Kind gedeckt sind (Nahrung, Kleidung, Hygiene). Ausserdem haben sie jeweils 
Anspruch auf eine Beteiligung des Kindes an ihrer Miete. Dagegen bezahlt in der 
Regel nur ein Elternteil die Rechnungen für Kosten, die nicht vernünftig teilbar 
sind, wie z. B. Krankenversicherungsprämien oder Kosten für die Betreuung durch 
Dritte. Auch das Kindergeld, das vom Bedarf des Kindes abgezogen werden 
muss, wird nur an einen Elternteil gezahlt. Diese Besonderheiten müssen bei der 
Bestimmung der Beteiligung jedes Elternteils an den direkten Kosten des Kindes 
berücksichtigt werden (BGer 5A_330/2022 v. 27.3.2023 E. 4.1.1 m.w.H.).

4.1.3. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist sowohl der Kin-
des- als auch der eheliche Unterhalt nach der sogenannt zweistufigen Methode zu 
berechnen. Dabei werden zum einen die zur Verfügung stehenden finanziellen 
Mittel festgestellt. Zum anderen wird der gebührende Bedarf der von der Unter-
haltsberechnung betroffenen Personen ermittelt. Schliesslich werden die vorhan-
denen Ressourcen auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, 
dass in einer bestimmten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genü-
genden Mitteln das sogenannte familienrechtliche Existenzminimum der Beteilig-

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ten gedeckt und alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten Situa-
tion ermessensweise zugeteilt wird (vgl. BGE 147 III 265 E. 6.6 f., 147 III 293 E. 
4.1 f., 147 III 301 E. 4). 

4.2 Entscheid der Vorinstanz

4.2.1. Die Vorinstanz verpflichtete die Ehefrau, ab dem Moment ihres Auszugs, 
spätestens auf den 1. Juli 2023 hin, an den Unterhalt von D._____ einen monatli-
chen Unterhaltsbeitrag von CHF 75.00 zuzüglich Kinderzulagen und an den Un-
terhalt des Ehemannes einen monatlichen Beitrag von CHF 35.00 zu bezahlen. 
Sie ging von einem Einkommen des Ehemannes von CHF 2'625.00 (AHV-Rente 
CHF 1'501.00, BVG-Rente CHF 663.75, Ergänzungsleistungen CHF 460.00) aus. 
Der Ehefrau rechnete die Vorinstanz ein Einkommen von CHF 2'900.00 an und bei 
D._____ ging sie von einem Einkünften von CHF 964.00 aus (AHV-Kinderrente 
CHF 601.00, BVG-Kinderrente CHF 133.00, Kinderzulage CHF 230.00). Den Be-
darf bezifferte sie seitens des Ehemannes mit CHF 2'250.00, seitens der Ehefrau 
mit CHF 2'790.00 und seitens D._____ mit CHF 937.00. Mit diesen Zahlen resul-
tierte ein Überschuss der gesamten Familie von CHF 512.00, den die Vorinstanz 
theoretisch nach grossen und kleine Köpfen auf die Ehegatten (je CHF 205.00) 
sowie D._____ (CHF 102.00) verteilte. Faktisch teilte sie danach den Überschuss 
der Ehefrau von CHF 110.00 wie erwähnt im Betrag von CHF 75.00 D._____ und 
im Betrag von zu CHF 35.00 dem Ehemann zu (act. B.2 E. 7).

4.2.2. Da vorliegend auf alternierende Obhut erkannt wird, ist nachfolgend eine 
neue Unterhaltsberechnung vorzunehmen, in deren Rahmen auch die Rügen der 
Ehefrau gegen die vorinstanzliche Berechnung zu prüfen sind. Der Vollständigkeit 
halber ist darauf hinzuweisen, dass die Berechnung der Vorinstanz auch bei Be-
lassen der alleinigen Obhut zu korrigieren gewesen wäre. Die Vorinstanz ermittel-
te den Überschussanteil der Ehegatten zwar mathematisch korrekt, wies den 
Überschuss der Ehefrau von CHF 110.00 dann jedoch in Abweichung davon zu 
CHF 75.00 D._____ und zu CHF 35.00 dem Ehemann zu, womit der Ehefrau im 
Ergebnis gar kein Überschuss mehr verblieb, während derjenige des Ehemannes 
CHF 410.00 und derjenige von D._____ CHF 102.00 betrug.

4.3. Unterhaltsberechnung

4.3.1. Einkommen Ehefrau

4.3.1.1. Parteistandpunkte

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Die Ehefrau rügt, es sei unverhältnismässig, ihr ohne Übergangsfrist ein hypothe-
tisches Einkommen von CHF 2'900.00 netto anzurechnen. Sie müsse ihre Er-
werbstätigkeit erst noch aufbauen. Danach (ab 2024) könne sie unter Berücksich-
tigung, dass sie sechs Wochen Ferien mit dem Sohn verbringe, ein Einkommen 
von CHF 2'600.00 netto erwirtschaften. Ausserdem habe die Vorinstanz die Ehe-
frau zu Unrecht von der Verteilung des Barunterhalts ausgeschlossen bzw. ihre 
Aufwände für die ihr zugesprochene Betreuungszeit von 40 % nicht berücksichtigt. 
Korrekt sei lediglich, dass man bei beiden Elternteile die gleiche Miete eingesetzt 
habe (vgl. act. A. 1 S. 10 ff.).

Der Ehemann entgegnet, dass die Vorinstanz der angeordneten Betreuungsrege-
lung genügend Rechnung getragen habe, indem sie der Ehefrau eine Arbeitstätig-
keit von 80 % statt 100 % zugemutet habe und die gleichen Wohnkosten berück-
sichtigt habe. Sodann habe die Ehefrau am 15. November 2022 die Anordnung 
einer alternierenden Obhut beantragt, weshalb ihr spätestens zu diesem Zeitpunkt 
klar gewesen sei, dass sie einer Arbeitstätigkeit im Umfang von mindestens 80 % 
nachgehen müsse. Bei knappen Verhältnissen sei eine Übergangsfrist von zwei 
bis drei Monaten zumutbar, so dass es gerechtfertigt sei, der Ehefrau bereits ab 
Mai 2022 ein hypothetisches Einkommen anzurechnen (act. A.3 Rz. 24 f.).

4.3.1.2. Beurteilung

Nach konstanter Rechtsprechung ist bereits im ehelichen Verhältnis die Möglich-
keit und Zumutbarkeit der Wiederaufnahme oder Ausdehnung einer Erwerbstätig-
keit zu prüfen, wenn in tatsächlicher Hinsicht erstellt ist, dass mit einer Wiederauf-
nahme des gemeinsamen Haushaltes nicht mehr ernsthaft gerechnet werden 
kann. Bei der Beurteilung der Eigenversorgungskapazität ist vom tatsächlich er-
zielten Einkommen auszugehen, aber ein höheres hypothetisches Einkommen 
anzurechnen, wenn die Wiederaufnahme oder die Ausdehnung einer bestehenden 
Erwerbstätigkeit zumutbar und die Erzielung des hypothetisch anzurechnenden 
Einkommens tatsächlich möglich ist (BGer 5A_850/2020 v. 4.7.2022 E. 4.3 
m.w.H.). In einer ersten Phase nach der Trennung ist gemäss der Lehre 
grundsätzlich noch das während des Zusammenlebens gewählte Lebens- und 
Beziehungsmodell weiterzuführen (Philipp Maier/Ivo Schwander, in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 
2022, N 2a zu Art. 176 ZGB; Maier/Vetterli, a.a.O., N 27a ff. zu Art. 176 ZGB). Da 
hypothetische Einkünfte grundsätzlich nicht rückwirkend, sondern erst für die Zu-
kunft angerechnet werden dürfen, ist einem Ehegatten zur Umstellung seiner Le-
bensverhältnisse eine Frist von drei bis sechs Monaten Zeit zu belassen, wobei 
die Übergangsfrist frühestens mit der richterlichen Eröffnung der Umstellungsfrist 

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zu laufen beginnt (Maier/Schwander, a.a.O., N 3 zu Art. 176 ZGB m.w.H.; Mai-
er/Vetterli, a.a.O., N 34c zu Art. 176 ZGB).

Seitens der Ehefrau wird nicht beanstandet, dass die Vorinstanz ein Erwerbspen-
sum von 80 % als zumutbar und möglich erachtet hat. Dies erscheint denn auch 
angemessen, zumal knappe wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen und es erforder-
lich ist, dass die Ehefrau ihr Pensum im Vergleich zum Zusammenleben deutlich 
erhöht, um an die zusätzlichen Kosten, die infolge Auflösung des gemeinsamen 
Haushalts entstehen, beizutragen. Ein Pensum von 100 %, wie es der Ehemann 
verlangt, ist ihr jedoch aufgrund der angeordneten, im Interesse von D._____ lie-
genden Betreuungslösung (vgl. E. 2.5) zumindest im Eheschutzverfahren noch 
nicht anzurechnen.

Der Einwand der Ehefrau, dass sie in den Ferien keinen Lohn erziele, erweist sich 
als berechtigt. Die Ferienentschädigung ist eine Abgeltung des gesetzlichen Feri-
enanspruchs gemäss Art. 329a OR, welche in Anbetracht dessen, dass während 
der Ferien keine Lohnzahlung erfolgt, bei einer Einzelbetrachtung jedes Monats 
für die Ermittlung des anrechenbaren Einkommens in Abzug gebracht werden 
muss (vgl. BGE 121 IV 272 E. 3d; KGer GR ZK1 14 99 v. 10.2.2015 E. 7e). Vor-
liegend wird zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit auf das in einem Monat erzielba-
re Einkommen abgestellt, weshalb – damit die Ehefrau ihren Anspruch auf bezahl-
te Ferien nicht verliert – die Ferienentschädigung bei der Ermittlung des Einkom-
mens nicht zu berücksichtigen ist. Die Vorinstanz hat in diesem Zusammenhang 
darauf hingewiesen, dass die Ferienentschädigung während der Ferien ausbe-
zahlt und vorher zurückbehalten werde, was sich über das Jahr gesehen indes 
ausgleiche, weshalb diese Entschädigung zu berücksichtigen und von einem 
Stundenlohn von CHF 24.07 auszugehen sei. Wie sich aus den Lohnabrechnun-
gen (act. B.5) und dem Arbeitsvertrag (RG act. III/2/8) der Ehefrau ergibt, trifft es 
zu, dass der Ferienlohn effektiv zurückgestellt und dann beim tatsächlichen Feri-
enbezug ausbezahlt wird. Die Rückstellung führt aber dazu, dass entgegen der 
Berechnung der Vorinstanz jeweils nicht der volle Stundenlohn von CHF 24.07 
ausbezahlt wird, weshalb sie zu Unrecht über den ganzen Monat mit dem vollen 
Stundenlohn gerechnet hat. Die Berechnung ist folglich zu korrigieren. Da die Ehe-
frau sechs Wochen Ferien pro Jahr beziehen wird, während die Ferienentschädi-
gung auf einem Bezug von fünf Wochen Ferien basiert, rechtfertigt es sich, die 
Berechnung des Lohns gestützt auf den vollen Stundenlohn vorzunehmen, der 
Ehefrau diesen indessen nur für 46 Wochen pro Jahr anzurechnen. Bei einer an-
genommenen Arbeitszeit von 139.2 Stunden pro Monat (vgl. act. B.2 E. 7.5.2.2) 
und einem Stundenlohn von CHF 24.07 ergibt sich ein Bruttojahreslohn von 

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CHF 35'558.00 (139.2 h à CHF 24.07 = CHF 3'351.00 pro Monat bzw. CHF 
773.00 pro Woche [CHF 3'351.00 x 12 Mt. ÷ 52 Wochen] x 46 Wochen) oder ein 
Monatslohn von brutto CHF 2'963.00. Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträ-
ge (8.868 % bzw. CHF 263.00) und einem BVG-Beitrag in Höhe von CHF 100.00 
resultiert ein Nettolohn von rund CHF 2'600.00 pro Monat bei 80 %. Dieser Betrag 
wird von der Ehefrau denn auch anerkannt.

Auch die Rüge der Ehefrau betreffend Übergangsfrist erweist sich als berechtigt. 
Es steht fest, dass das der Ehefrau hypothetisch angerechnete Einkommen nicht 
sofort erzielbar ist. Sie hat sich um eine Ausdehnung ihrer Tätigkeit bemüht und 
neben der neuen Anstellung im H._____ noch ihre Tätigkeit als Reinigungshilfe 
beibehalten. Allerdings hat sie damit im April 2023 lediglich rund CHF 1'700.00 
und im Mai 2023 rund CHF 1'900.00 erwirtschaftet (act. B.5). Es rechtfertigt sich 
daher, der Ehefrau für eine Übergangsfrist bis Ende 2023 lediglich ein Einkommen 
von CHF 1'900.00 pro Monat anzurechnen. Danach kann auf das Einkommen von 
monatlich CHF 2'600.00 abgestellt werden. Die Unterhaltsberechnung ist folglich 
in zwei Phasen vorzunehmen, wobei die erste Phase von Mai 2023 (Auszug Ehe-
frau) bis Dezember 2023 dauert und die zweite Phase im Januar 2024 beginnt.

4.3.2. Einkommen Ehemann

4.3.2.1. Parteistandpunkte

Die Ehefrau macht wie bereits vor der Vorinstanz geltend, dass der Ehemann sich 
die Hälfte des Pensionskassenkapitals habe auszahlen lassen, was zur Halbie-
rung seiner sowie der Rente des Sohnes geführt habe. Die Vorinstanz habe es zu 
Unrecht unterlassen, den Bezug dieses Kapitals sowie eine Anrechnung dessel-
ben zu prüfen, was vorliegend nachzuholen sei, da es nicht möglich sei, dass der 
Ehemann innert Monaten CHF 111'311.00 verbraucht habe (act. A.1 S. 12).

Der Ehemann hält dem entgegen, dass keine hypothetischen Renten zu berück-
sichtigen seien, die er weder erhalte noch in Zukunft erhalten könne. Das bezoge-
ne Pensionskassenkapital sei für verschiedene Zwecke verwendet worden, unter 
anderem für eine gemeinsame Reise nach C._____, für den Unterhalt der Familie, 
die Begleichung von Schulden sowie für medizinische Eingriffe beider Parteien 
(vgl. act. A.3 Rz. 26 f.; RG act. VII/1 S. 12 f.).

4.3.2.2. Beurteilung

Es ist unbestritten, dass der Ehemann anfangs 2022 die Hälfte seines Pensions-
kassenkapitals bzw. rund CHF 111'000.00 bezogen hat, was zu einer Halbierung 

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der Rentenleistungen geführt hat (RG act. II/1.8). Die Ehefrau dürfte diesem Vor-
gehen zugestimmt haben (Art. 37a Abs. 1 BVG [SR 831.40]). Ende 2022 verfügten 
die Ehegatten dann lediglich noch über ein liquides Vermögen von insgesamt rund 
CHF 26'000.00 (RG act. II/5/18), während der Ehemann im Verfahren betreffend 
unentgeltliche Rechtspflege angab, mittlerweile gar kein Vermögen mehr zu haben 
(vgl. ZK1 23 87 act. B.13). Es ist nicht zu übersehen, dass neben der Trennung 
mit den damit verbundenen Mehrkosten gerade auch dieser Kapitalbezug – ge-
nauer gesagt die damit verbundene Reduktion der Rente sowie der ausserordent-
lich rasche Kapitalverbrauch – zur angespannten wirtschaftlichen Situation der 
Familie beigetragen hat. Ein Einkommen in Form einer hypothetischen Rente kann 
dem Ehemann oder D._____ aber dennoch nicht angerechnet werden. Es wäre 
höchstens zu prüfen, ob aus dem bezogenen Kapital ein Einkommen realisierbar 
wäre. Angesichts des geringen Betrags des Kapitals – sofern überhaupt noch et-
was vorhanden sein sollte – sowie des Umstands, dass dieses noch für einige 
Jahre zur Deckung des Lebensunterhalts ausreichen sollte, rechtfertigt es sich 
indes nicht, dieses zu Unterhaltszwecken im Eheschutzverfahren beizuziehen. Im 
vorliegenden summarischen Eheschutzverfahren sind schliesslich auch keine wei-
teren Abklärungen zum Verbrauch bzw. Verbleib der fraglichen Gelder zu treffen. 
Solche werden vielmehr in einem allfälligen Scheidungsverfahren im Rahmen des 
Vorsorgeausgleichs vorzunehmen sein. 

Zutreffend ist der in der Berufungsantwort erhobene Einwand des Ehemannes, 
dass Ergänzungsleistungen bei der Festsetzung von familienrechtlichen Unter-
haltsbeiträgen nicht als Einkommen zu berücksichtigen sind. Die erwähnten Leis-
tungen sind generell subsidiär und dienen nicht dazu, einem Ehegatten zu ermög-
lichen, Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (Maier/Schwander, a.a.O., N 4a zu Art. 176 
ZGB; Maier/Vetterli, a.a.O., N 32a zu Art. 176 ZGB; Marc Hürzeler, in: Fankhauser 
[Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 4. Aufl., Bern 2022, N 117 in 
Anh. Soz; Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, Bern 
2014, Rz. 2.145; OGer ZH LE170046 v. 23.11.2017 E. III.3.2 m.w.H.). Ausserdem 
beruht der vorinstanzlich eingesetzte Betrag noch auf einer Berechnung für die 
gesamte Familie, welche nach der Trennung eine Anpassung erfahren wird. Das 
Einkommen des Ehemannes beläuft sich daher lediglich auf CHF 2'164.75 bzw. 
gerundet CHF 2'165.00, bestehend aus der AHV-Rente von CHF 1'501.00 und der 
BVG-Rente CHF 663.75.

4.3.3. Einkommen D._____

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Bei D._____ ist unbestrittenermassen von Einkünften von CHF 964.00 auszuge-
hen, bestehend aus der AHV-Kinderrente von CHF 601.00, der BVG-Kinderrente 
von CHF 133.00 sowie den Kinderzulagen von CHF 230.00.

4.3.4. Bedarf Ehefrau

Die Vorinstanz rechnete der Ehefrau einen Bedarf von CHF 2'790.00 pro Monat 
an, bestehend aus einem Grundbetrag von CHF 1'200.00, Wohnkosten inklusive 
Nebenkosten von CHF 1'400.00, Kosten für den Arbeitsweg von CHF 40.00 sowie 
einem Zuschlag für auswärtiges Essen von CHF 150.00.

Nachdem die Ehefrau die Betreuung von D._____ im Umfang von mehr als 40 % 
übernimmt, ist ihr in Abweichung von der vorinstanzlichen Berechnung der Grund-
betrag für alleinerziehende Schuldner von CHF 1'350.00 anzurechnen. 

Dass die Vorinstanz der Ehefrau dieselben Wohnkosten wie dem Ehemann – 
nämlich CHF 1'300.00 Miete und CHF 100.00 Nebenkosten – anrechnete, ist nicht 
zu beanstanden und wird auch vom Ehemann nicht in Frage gestellt (vgl. RG act. 
VII/3 S. 4). Allerdings sind im Bedarf grundsätzlich nur tatsächlich bezahlte Kosten 
anzurechnen (vgl. BGer 5A_397/2022 v. 17.5.2023 E. 6.2.3; KGer GR ZK1 19 194 
v. 20.9.2023 E. 3.3.2), weshalb der Ehefrau in der ersten Phase, in der sie überg-
angsmässig eine günstigere Wohnung bezogen hat, lediglich der tatsächlich be-
zahlte Mietzins von CHF 1'040.00 inkl. Nebenkosten anzurechnen ist (act. B.4). Zu 
beachten ist, dass Wohnkosten auch Bestandteil des (Bar-)Bedarfs des Kindes 
und daher auch bei diesem anzurechnen sind, wobei bei alternierender Betreuung 
grundsätzlich ein Anteil an der Miete jedes Elternteils zu berücksichtigen ist (vgl. 
BGer 5A_583/2018 v. 18.1.2019 E. 5.1) bzw. grundsätzlich beide Eltern Anspruch 
auf eine Beteiligung des Kindes an ihren Mietausgaben haben (BGer 
5A_952/2019 v. 2.12.2020 E. 6.3.1, 5A_743/2017 v. 22.5.2019 E. 5.4.3; Mai-
er/Vetterli, a.a.O., N 37m zu Art. 176 ZGB). Damit reduziert sich rechnerisch der 
Bedarf des jeweiligen Elternteils um den entsprechenden Betrag. Da die Verhält-
nisse vorliegend äussert knapp sind und D._____ in der seitens der Ehefrau in 
einer ersten Phase angemieteten Wohnung noch nicht über ein eigenes Zimmer 
verfügt, wird ihm auf Seiten der Ehefrau anfänglich lediglich ein Mietanteil von ei-
nem Fünftel bzw. rund CHF 200.00 angerechnet. Demnach belaufen sich die 
Wohnkosten der Ehefrau auf CHF 840.00. Das Gericht geht davon aus, dass die 
Ehefrau spätestens anfangs 2024 eine neue Wohnung bezogen haben wird. Ab 
dann, in einer zweiten Phase, ist D._____ ein Anteil von einem Drittel der Miete 
oder CHF 430.00 bzw. einem Drittel der Nebenkosten oder CHF 30.00 anzurech-
nen, womit CHF 870.00 bzw. CHF 70.00 bei der Ehefrau verbleiben.

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Die Krankenkassenprämie (KVG) der Ehefrau beläuft sich auf CHF 406.00 (act. 
B.6), wobei der Anteil für die Unfallversicherung von CHF 28.80 abgezogen wer-
den kann, da sie aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit über den Arbeitgeber unfallversi-
chert ist. Damit ist von Kosten von noch rund CHF 377.00 auszugehen. Zu beach-
ten ist, dass die Ehefrau in der ersten Phase auf öffentliche Unterstützung ange-
wiesen sein dürfte (vgl. für die Monate Mai und Juni 2023 ZK1 23 84 act. B.5), 
weshalb von einer vollen Prämienverbilligung auszugehen ist und in Übereinstim-
mung mit der Vorinstanz im Bedarf keine Krankenkassenprämien zu berücksichti-
gen sind. In der zweiten Phase ist von einer Verbilligung im geltend gemachten 
Umfang von CHF 250.00 pro Monat auszugehen (vgl. act. B.6).

Bei den Kosten für den Arbeitsweg kann vom vorinstanzlich eingesetzten Betrag 
von CHF 40.00 ausgegangen werden. Demgegenüber erweist sich die Anrech-
nung von Mehrkosten für auswärtige Verpflegung von CHF 150.00 bei den unge-
nügenden finanziellen Verhältnissen als nicht gerechtfertigt, zumal solche Mehr-
kosten nicht glaubhaft gemacht wurden (vgl. BGer 5A_446/2019 v. 5.3.2020 E. 
4.3.1) und auch nicht feststeht, dass die Ehefrau gezwungen wäre, ihre Mahlzei-
ten am Arbeitsplatz einzunehmen (vgl. BGer 5A_341/2022 v. 15.5.2023 E. 5.2.3). 
Damit ergibt sich ein monatlicher Bedarf der Ehefrau von CHF 2'230.00 in der ers-
ten Phase und CHF 2'457.00 in der zweiten Phase.

4.3.5. Bedarf Ehemann

Der Bedarf des Ehemannes erweist sich als unbestritten und beläuft sich auf 
CHF 2'290.00. Er setzt sich zusammen aus dem Grundbetrag von CHF 1'350.00 
sowie den Wohnkosten von CHF 1'300.00 (Miete) und CHF 100.00 (Nebenkos-
ten). Von den Wohnkosten wird ein Drittel D._____ angerechnet, was CHF 430.00 
(und nicht CHF 470.00 wie von der Vorinstanz berechnet) für die Miete und CHF 
30.00 für die Nebenkosten entspricht. Die Kosten für die Krankenkasse werden in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht berücksichtigt.

4.3.6. Bedarf D._____ 

Bei alternierender Betreuung des Kindes tragen beide Elternteile durch Pflege und 
Erziehung zum Unterhalt des Kindes bei, so dass es grundsätzlich auch darum 
geht, die Last der finanziellen Leistungen für den Unterhalt des Kindes zwischen 
ihnen zu teilen (BGer 5A_583/2018 v. 18.1.2019 E. 5.1). Da beide Elternteile ins-
besondere – grundsätzlich im Umfang ihres Betreuungsanteils – Ausgaben über-
nehmen, die durch den Grundbetrag für das Kind gedeckt sind (Nahrung, Klei-
dung, Hygiene), ist der Grundbetrag proportional gemäss den Betreuungsanteilen 

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auf die Eltern aufzuteilen (BGer 5A_952/2019 v. 2.12.2020 E. 6.3.1, 5A_743/2017 
v. 22.5.2019 E. 5.4.3; Maier/Vetterli, a.a.O., N 37m zu Art. 176 ZGB). Der Grund-
betrag von D._____ von CHF 400.00 wird folglich, im Verhältnis der Betreuung 
von gerundet 60 % zu 40 %, zu CHF 240.00 dem Ehemann und zu CHF 160.00 
der Ehefrau angerechnet. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle darauf 
hinzuweisen, dass das ausgedehnte Besuchsrecht, das die Vorinstanz der Ehe-
frau zugestanden hat, aufgrund der damit verbundenen Kosten auch bei alleiniger 
Obhut in irgendeiner Form (bspw. durch die Anrechnung eines Betrags für Be-
suchsrechtskosten im Bedarf der Mutter) zu berücksichtigen gewesen wäre. 

Bei einer Aufteilung der Wohnkosten im Verhältnis von 2/3 auf den jeweiligen El-
ternteil und 1/3 auf das Kind ergibt sich bei den Eltern jeweils ein Anteil von 
D._____ von CHF 430.00 (Miete) sowie CHF 30.00 (Nebenkosten), wobei in der 
ersten Phase – wie oben dargelegt – D._____ lediglich ein Anteil von CHF 200.00 
an den Wohnkosten der Mutter angerechnet wird. Die Vorinstanz rechnete 
D._____ überdies die Kosten für die Zusatzversicherungen der Krankenkasse von 
CHF 37.00 an, was im Grundsatz nicht zu beanstanden ist.

Damit ergibt sich für D._____ in der ersten Phase ein Bedarf von CHF 737.00 
beim Ehemann und von CHF 360.00 bei der Ehefrau. In der zweiten Phase erhöht 
sich sein Bedarf bei der Ehefrau auf CHF 620.00, während er beim Ehemann un-
verändert bei CHF 737.00 bleibt.

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4.3.7. Unterhalt Phase 1 (10. Mai 2023 – 31. Dezember 2023)

Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ergibt sich folgende Unterhaltsbe-
rechnung:

Ehemann
D._____ bei 
Ehemann

Ehefrau
D._____ bei 

Ehefrau
Total

Einkommen
Erwerbstätigkeit 1'900

AHV-Rente 1'501 601

BVG-Rente 664 133

Ergänzungsleistungen

Familienzulagen 230

Total 2'165 601 1'900 363 5'029

Grundbedarf
Grundbetrag 1'350 240 1'350 160

Wohnkosten 870 430 840 200

Heiz- und Nebenkosten 70 30

Krankenkasse KVG

Krankenkasse VVG 37

IPV

Arbeitswegkosten 40

Auswärtige Verpflegung

Total 2'290 737 2'230 360 5'617

Manko - 125 - 136 - 330 3 - 588

Grundbedarf D._____ bei beiden Elternteilen 1'097.00

abzgl. eigenes Einkommen -964.00

durch Eltern zu deckender Bedarf 133.00

Anteil Eltern 0.00

Manko D._____ 133.00

Da die Ergänzungsleistungen, die der Ehemann erhält, bei der Unterhaltsberech-
nung nicht mehr berücksichtigt werden und der Ehefrau ein tieferes Einkommen 
angerechnet wird, reicht das vorhandenen Einkommen im Gegensatz zur Vorin-
stanz nicht mehr aus, um den Bedarf aller Familienmitglieder zu decken. Beim 
Ehemann resultiert ein Manko von CHF 125.00 pro Monat. Dieses kann bzw. 
muss er mit Hilfe der ihm zustehenden Ergänzungsleistungen decken. Die Ehefrau 
weist ebenfalls ein Manko auf, das sich auf CHF 330.00 beläuft und zu dessen 

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Deckung sie auf Sozialhilfe angewiesen sein wird. Eheliche Unterhaltsleistungen 
fallen unter diesen Umständen ausser Betracht. 

Der Bedarf von D._____ von insgesamt CHF 1'097.00 kann mit seinen Einkünften 
von CHF 964.00 nicht gedeckt werden. Es verbleibt ein Fehlbetrag von rund CHF 
130.00, der durch die Eltern mangels Leistungsfähigkeit nicht gedeckt werden 
kann. Das Manko ist im Sinne von Art. 301a ZPO im Dispositiv festzuhalten. Der 
Ehemann wird verpflichtet, den bei ihm anfallenden Anteil am Grundbetrag sowie 
an den Wohnkosten von D._____ und dessen Kosten für die Zusatzversicherung 
der Krankenkasse zu bezahlen. Die Ehefrau wird verpflichtet, den bei ihr anfallen-
den Anteil am Grundbetrag sowie an den Wohnkosten von D._____ zu bezahlen. 
Zu beachten ist, dass sowohl die Kinderzulage als auch die Kinderrenten Einkünf-
te von D._____ darstellen und dazu dienen, seinen Barunterhalt zu decken, unab-
hängig vom Betreuungsmodell bzw. unabhängig davon, bei welchem Elternteil der 
Unterhaltsbedarf anfällt. Namentlich die Kinderrente bezweckt die Erleichterung 
der Unterhaltspflicht des im AHV-Alter stehenden Unterhaltsschuldners und soll 
die durch das Alter bedingte Einkommenseinbusse ausgleichen (Hürzeler, a.a.O., 
N 51 in Anh. Soz). Vorliegend tragen beide Elternteile zum Barunterhalt von 
D._____ bei, weshalb es sich rechtfertigt, dessen Einkünfte auf die Eltern aufzutei-
len. Es erscheint hierbei angemessen, dass der Ehemann die AHV-Kinderrente 
von CHF 601.00 und die Ehefrau die BVG-Kinderrente von CHF 133.00 sowie die 
Kinderzulage von CHF 230.00 zur Deckung des Unterhalts von D._____ verwen-
den dürfen. Dass dem Ehemann damit ein grösserer Teil des Kindeseinkommens 
zugesprochen wird, rechtfertigt sich vor dem Hintergrund, dass er einen höheren 
Betreuungsanteil hat und für D._____ höhere Kosten trägt. Demzufolge bezieht 
der Ehemann die Kinderrenten gemäss AHV und BVG, wobei er verpflichtet wird, 
die ihm ausgerichtete BVG-Kinderrente von CHF 133.00 an die Ehefrau zur De-
ckung des Barbedarfs von D._____ weiterzuleiten. Die Kinderzulage von CHF 
230.00 wird von der Ehefrau bezogen und von ihr direkt für den Unterhalt von 
D._____ verwendet.

Sofern die Ehefrau aufgrund des vorinstanzlichen Urteils bereits Unterhalt für den 
Ehemann und für D._____ geleistet hat, hat der Ehemann diese Zahlungen an-
tragsgemäss an die Ehefrau zurückzuerstatten.

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4.3.8. Unterhalt Phase 2 (ab 1. Januar 2024)

In der zweiten Phase präsentiert sich die Unterhaltsberechnung wie folgt:

Ehemann
D._____ bei 
Ehemann

Ehefrau
D._____ bei 

Ehefrau
Total

Einkommen
Erwerbstätigkeit 2'600

AHV-Rente 1'501 601

BVG-Rente 664 133

Ergänzungsleistungen

Familienzulagen 230

Total 2'165 601 2'600 363 5'729

Grundbedarf
Grundbetrag 1'350 240 1'350 160

Wohnkosten 870 430 870 430

Heiz- und Nebenkosten 70 30 70 30

Krankenkasse KVG 377

Krankenkasse VVG 37

IPV - 250

Arbeitswegkosten 40

Auswärtige Verpflegung

Total 2'290 737 2'457 620 6'104

Überschuss / Manko - 125 - 136 143 - 257 - 375

nach Leistung Unterhalt - 125 - 136 0 - 114 - 375

Grundbedarf D._____ bei beiden Elternteilen 1'357.00

abzgl. eigenes Einkommen -964.00

durch Eltern zu deckender Bedarf 393.00

Beitrag Mutter 143.00

Manko D._____ 250.00

Trotz des höheren Einkommens der Ehefrau resultiert für die Familie auch in der 
zweiten Phase ein Manko. Beim Ehemann bleibt weiterhin ein Fehlbetrag von 
CHF 125.00 pro Monat, während die Ehefrau einen Überschuss von CHF 143.00 
aufweist. Diesen hat sie zur Deckung des Barunterhalts von D._____ zu verwen-
den. Der Bedarf von D._____ beläuft sich in der zweiten Phase insgesamt auf 
CHF 1'357.00 und sein Einkommen wie bisher auf CHF 964.00. Der Fehlbetrag 
von CHF 393.00 kann wie erwähnt im Umfang von CHF 143.00 durch die Mutter 

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gedeckt werden. Es verbleibt ein Manko von CHF 250.00, welches im Sinne von 
Art. 301a ZPO im Dispositiv festzuhalten ist. 

Wie in der ersten Phase wird der Ehemann verpflichtet, den bei ihm anfallenden 
Anteil am Grundbetrag sowie an den Wohnkosten von D._____ und dessen Kos-
ten für die Zusatzversicherung der Krankenkasse zu bezahlen. Die Ehefrau wird 
verpflichtet, den bei ihr anfallenden Anteil am Grundbetrag sowie an den Wohn-
kosten von D._____ zu bezahlen. Die Einkünfte von D._____ werde wie in der 
ersten Phase zu CHF 601.00 auf den Ehemann und zu CHF 363.00 auf die Ehe-
frau aufgeteilt. Der Ehemann bezieht die Kinderrenten gemäss AHV und BVG, 
wobei er verpflichtet wird, die ihm ausgerichtete BVG-Kinderrente von CHF 133.00 
an die Ehefrau zur Deckung des Barbedarfs von D._____ weiterzuleiten. Die Kin-
derzulage von CHF 230.00 wird von der Ehefrau bezogen und von ihr direkt für 
den Unterhalt von D._____ verwendet.

4.4. Im Ergebnis ist die Berufung der Ehefrau im Unterhaltspunkt teilweise gut-
zuheissen.

5. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung

Die Vorinstanz erkannte, dass die Gerichtkosten je hälftig zu Lasten der Parteien 
gehen und jede Partei ihre Parteikosten selbst trägt (act. B.2 E. 8). Dies wird nicht 
gerügt, so dass es bei dieser Kostenverteilung sein Bewenden hat.

6. Kosten des Berufungsverfahrens

6.1. Die Prozesskosten des Berufungsverfahrens setzen sich aus den Gerichts-
kosten sowie der Parteientschädigung zusammen (Art. 95 Abs. 1 lit. a und b ZPO). 
Sie sind grundsätzlich von der unterliegenden Partei zu tragen (Art. 106 Abs. 1 
ZPO). Obsiegt keine Partei vollständig, so sind die Kosten nach dem Ausgang des 
Verfahrens zu verteilen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrechtlichen Verfahren 
kann das Gericht die Prozesskosten jedoch auch nach Ermessen verteilen (Art. 
107 Abs. 1 lit. c ZPO).

6.2. Die