# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bbe0006-a950-5e4f-a9d1-344e4e88a94e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.11.2022 SK 2022 359
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-359_2022-11-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 359

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. November 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Gerber, 
Oberrichter Josi,
Gerichtsschreiber Jaeger

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 22. Februar 2022 (PEN 21 426)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vorinstanz) er-
kannte mit Urteil vom 22. Februar 2022 Folgendes (pag. 1200 ff. [Hervorhebungen 
im Original]):

Das Verfahren gegen A.________ wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, an-
geblich qualifiziert begangen durch 

Veräussern (evtl. auf andere Weise verschaffen) von 1'089 Gramm Kokaingemisch (Ziff. 1.2. AKS) 
wird eingestellt,

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtu-
ung.

A.________ wird freigesprochen von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz, angeblich qualifiziert begangen

durch Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch (Ziff. I.1.1.n AKS),

ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtu-
ung.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlung gegen das Betäubungsmitteldelikt, mengenmässig qualifiziert begangen 
in den Kantonen Bern und Solothurn durch

1.1. Veräussern von Kokain ca. am 15. November 2017 in C.________ oder D.________ 
(Ziff. I.1.1.a + 1.2.a AKS);

1.2. Anstaltentreffen zum Erwerb von Kokain am 18./19. November 2017 (Ziff. I.1.1.b AKS);

1.3. Anstaltentreffen zum Erwerb von Kokain am 23. November 2017 (Ziff. I.1.1.c AKS);

1.4. Erwerb von Kokain am 26. November 2017 in C.________ (Ziff. I.1.1.d AKS);

1.5. Erwerb von Kokain am 30. November 2017 in C.________ (Ziff. I.1.1.e AKS);

1.6. Erwerb von Kokain am 16. Januar 2018 in E.________ (Ziff. I.1.1.f AKS);

1.7. Erwerb von Kokain am 18. Januar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.g AKS);

1.8. Erwerb von Kokain am 21. Januar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.h AKS);

1.9. Anstaltentreffen zum Erwerb von Kokain am 23. Januar 2018 (Ziff. I.1.1.i AKS);

1.10. Erwerb von Kokain am 26. Januar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.j AKS);

1.11. Erwerb von Kokain am 31. Januar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.k AKS);

1.12. Erwerb von Kokain am 1. Februar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.l AKS);

1.13. Erwerb von Kokain am 6. Februar 2018, in C.________ (Ziff. I.1.1.m AKS);

1.14. Erwerb von Kokain am 10. Februar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.o AKS);

3

1.15. Anstaltentreffen zum Erwerb von Kokain am 13.02.2018 (Ziff. I.1.1.p AKS);

1.16. Erwerb von Kokain am 15. Februar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.q AKS);

1.17. Erwerb von Kokain am 20. Februar 2018 (Ziff. I.1.1.r AKS);

1.18. Anstaltentreffen zum Veräussern von Kokain in der Zeit vom 20. bis 27. Februar 2018 
(Ziff. I.1.3.a AKS);

1.19. Erwerb von Kokain am 27. Februar 2018 in C.________ (Ziff. I.1.1.s + I.1.3.b AKS);

1.20. Erwerb von Kokain am 25. April 2018 (Ziff. I.1.1.t.1 AKS);

1.21. Erwerb von Kokain am 3. Mai 2018 (Ziff. I.1.1.t.2 AKS);

1.22. Erwerb von Kokain am 9. Mai 2018 (Ziff. I.1.1.t.3 AKS);

1.23. Erwerb von Kokain am 16. Mai 2018 (Ziff. I.1.1.t.4 AKS)

und in Anwendung von
- Art. 40, 42, 44, 47, 66a Abs. 1 Bst. o StGB
- Art. 19 Abs. 1 lit. c, d + g, Abs. 2 lit. a, Abs. 3 lit. a + b BetmG
- Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Die Untersuchungshaft von 28 Tagen (27. Februar 2018 - 26. März 2018) wird auf die Freiheits-
strafe angerechnet (Art. 51 StGB).

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf zwei Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

3. Zu den Verfahrenskosten von CHF 24'961.50.

Gebühren des Vorverfahrens CHF 15’383.50
Gebühr Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 6’000.00
Total CHF 21’883.50

Auslagen der Staatsanwaltschaft CHF 3’588.00
Total CHF 3’588.00

Abzüglich Verfahrenskostenbeschlagnahme CHF -510.00

Total Verfahrenskosten CHF 24’961.50

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Ohne schriftliche Begründung reduziert sich die Gebühr um CHF 1'000.00. Die reduzierten Ver-
fahrenskosten betragen damit CHF 23'961.50.

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Die amtliche Entschädigung für die Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin B.________ 
wird wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 61.00 200.00 CHF 12’200.00

CHF 931.60
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13’131.60 CHF 1’011.15
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 14’142.75

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 14'142.75.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

Weiter wird verfügt:

1. Die beschlagnahmten Drogen sowie folgende weitere Gegenstände werden zur Vernichtung ein-
gezogen (Art. 69 StGB):
- 1 Rolle Plastikbeutel (ab Küchenschrank oben, Ass-Nr. A6)
- 1 Lactose Monohydrat (ab Küchenschrank, oben, Ass-Nr. A7)
- 1 Grammwaage (aus Schlafzimmerschrank, Ass-Nr. B2)
- 2 Messer mit Kokainrückständen (aus Schlafzimmerschrank, Ass-Nr. B4)
- 1 Schachtel Caffetin (ab TV-Möbel, Ass-Nr. D1)
- 1 Schachtel Caffetin (ab Lavabomöbel, Ass-Nr. F5)

2. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 510.00 wird mit der Forderung aus Verfahrenskosten 
gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO verrechnet (vgl. Ziff. II).

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN .________) nach Ablauf der ge-
setzlichen Frist wird vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist wird vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 4 AFIS-Verordnung).

5. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil vom 22. Februar 2022 meldete Rechtsanwältin B.________ na-
mens und im Auftrag von A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) mit Schreiben 
vom 2. März 2022 fristgerecht die Berufung an (pag. 1209). 

Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 30. Mai 2022 (pag. 1218 ff.). 

Am 21. Juni 2022 reichte Rechtsanwältin B.________ namens und im Auftrag des 
Beschuldigten form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein. Sie beschränkte 
die Berufung auf die angeordnete aufenthaltsbeendende Massnahme bzw. Landes-
verweisung gemäss Ziff. III.2 des Dispositivs vom 22. Februar 2022 sowie die Aus-
schreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsbewilligung) im Schen-
gener Informationssystem gemäss Ziff. V.5. des Dispositivs vom 22. Februar 2022. 
Sie beantragte, von der Anordnung einer aufenthaltsbeendenden Massnahme bzw. 

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einer Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 1 Bst. o des Schweizerischen Strafge-
setzbuches (StGB; SR 311.0) gegen den Beschuldigten sei abzusehen. Eventualiter 
sei von einer Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsver-
weigerung) im Schengener Informationssystem abzusehen. Weiter sei das Honorar 
der amtlichen Verteidigung für das oberinstanzliche Verfahren gerichtlich festzule-
gen und die notwendigen Verfügungen zu erlassen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 1282 ff.). 

Die Generalstaatsanwaltschaft machte mit Schreiben vom 24. Juni 2022 kein Nicht-
eintreten auf die Berufung des Beschuldigten geltend und verzichtete auf die Er-
klärung der Anschlussberufung (pag. 1292). 

Rechtsanwältin B.________ reichte mit Eingaben vom 4. November 2022 und vom 
7. November 2022 diverse Beweismittel ein. Diese wurden mit Verfügungen vom 
7. und 8. November 2022 zu den Akten erkannt (pag. 1381 ff).

Am 10. November 2022 fand die Berufungsverhandlung statt (pag. 1405 ff). Anläss-
lich der Berufungsverhandlung wurde der Beweisantrag von Rechtsanwältin 
B.________ vom 4. November 2022, zur Erstellung eines medizinischen Gutachtens 
über den Beschuldigten, abgewiesen (pag. 1416).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein Bericht im Hinblick auf die 
Prüfung der strafrechtlichen Landesverweisung (Art. 194, 195 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) inkl. Auszug aus dem Betreibungsregister 
vom Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst, ein-
geholt (datierend vom 27. September 2022 [pag. 1314 ff.]). Weiter wurden über den 
Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 3. November 2022 
[pag. 1326]) und ein Leumundsbericht, inklusive Formular über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse (datierend vom 3. November 2022 [pag. 1327 ff.]), eingeholt. Sodann 
wurde der Bericht «Focus Serbien, Medizinische Grundversorgung, insbesondere 
AB.________» des Staatssekretariats für Migration SEM vom 17. Mai 2017 ediert 
(pag. 1406 und 1433 ff.). 

In der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Person und zur 
Landesverweisung befragt (pag. 1407 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ stellte anlässlich der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (pag. 1400; Hervorhebungen im Original): 

I. Es sei festzustellen, dass die Ziffern I. (Einstellung), II. (Freispruch) und III. (Schuldspruch), III.1, 
1 und 3 (Kosten) sowie IV., V.1, 2, 3, 4, 6, 7 und 8 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs des 
Regionalgerichts Bern-Mittelland, Strafabteilung, vom 22. Februar 2022 (PEN 21 426) in Rechts-
kraft erwachsen sind.

II. Von der Anordnung einer aufenthaltsbeendenden Massnahme nach Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB 
(Landesverweisung) gegen Herrn A.________ sei abzusehen bzw. zu verzichten. 

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III. Eventualiter sei von einer Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsver-
weigerung) im Schengener Informationssystem abzusehen. 

IV. Die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens (SK 22 359) seien dem Kanton Bern aufzuer-
legen. 

V. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei für das vorliegende Verfahren (SK 22 359) gemäss 
eingereichter Honorarnote gerichtlich festzulegen. 

VI. Die weiteren notwendigen Verfügungen seien zu erlassen. 

Die Generalsstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag. 1398 f.; Hervorhebungen im Original): 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegialge-
richt in Dreierbesetzung) vom 22. Februar 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Verfahrenseinstellung wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich qualifiziert begangen durch Veräussern (evtl. auf andere Weise verschaffen) von 1'089 
Gramm Kokaingemisch, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung; 

2. des Freispruchs von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
angeblich qualifiziert begangen durch Erwerb von 400 Gramm Kokaingemisch, ohne Ausschei-
dung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädigung; 

3. des Schuldspruchs wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengenmässig 
qualifiziert begangen durch Veräussern, Anstalten treffen zum Erwerb und Erwerb von Kokain 
gemäss Ziff. III.1.1-1.23 des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; 

4. der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft von 28 Tagen und unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs mit einer 
Probezeit von 2 Jahren sowie zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

5. der Einziehung der beschlagnahmten Drogen und weiteren Gegenstände zur Vernichtung und der 
Verrechnung des beschlagnahmten Geldbetrags von CHF 510.00 mit den Verfahrenskosten. 

II.

A.________ sei gestützt auf den rechtskräftigen Schuldspruch und in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 
Bst. o StGB

zu verurteilen: 

1. zu einer Landesverweisung von 5 Jahren; 

2. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr gemäss 
Art. 21 VKD). 

III.

im Weiteren sei zu verfügen: 

1. Die Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) sei im Schengener Informations-
system auszuschreiben. ¨

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2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN .________) sei nach Ablauf der 
gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG). 

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 AFIS-Verordnung). 

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der beschränkten Berufung ist das Urteil der Vorinstanz vom 22. Fe-
bruar 2022 mit Ausnahme der ausgesprochenen Landesverweisung von fünf Jahren, 
der Verfügung betreffend Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener In-
formationssystem (nachfolgend: SIS) und bezüglich der Löschung des DNA-Profils 
sowie die weiteren erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten in 
Rechtskraft erwachsen, weil letztere der Rechtskraft nicht zugänglich sind. 

Über die Verfahrenskosten und die amtliche Entschädigung ist praxisgemäss neu zu 
verfügen, wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars für die Verteidigung der Be-
schuldigten in erster Instanz nur dann zurückzukommen ist, wenn die Vorinstanz das 
ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt 
haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 
2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Die Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) und ist aufgrund der fehlenden Anschluss-
berufung der Generalstaatsanwaltschaft an das Verschlechterungsverbot gemäss 
Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten des Be-
schuldigten abändern.

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und rechtliche Würdigung

Die Schuldsprüche wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(BetmG; SR 812.121) sind in Rechtskraft erwachsen. Es ist damit oberinstanzlich 
von dem durch die Vorinstanz jeweils als erwiesen erachteten Sachverhalt und des-
sen rechtlicher Würdigung auszugehen, worauf verwiesen werden kann (pag. 1225 
ff., S. 8 ff. der Urteilsbegründung).

Der Vollständigkeit halber und zum besseren Verständnis der nachfolgenden Erwä-
gungen zur Frage der Anordnung der Landesverweisung ist an dieser Stelle festzu-
halten, dass der Beschuldigte während eines Zeitraums zwischen 15. November 
2017 und 16. Mai 2018 insgesamt 23 Widerhandlungen (Veräussern, Anstaltentref-
fen zum Veräussern, Erwerb und Anstaltentreffen zum Erwerb) gegen das BetmG 
beging. Gemäss der Vorinstanz handelt es sich dabei um eine dem Beschuldigten 
angelastete Menge von rund 300 Gramm Kokain (pag. 1259). 

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III. Strafzumessung

Bezüglich Strafzumessung kann ebenfalls auf die Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (pag. 1255 ff., S. 38 ff. der Urteilsbegründung).

Gesamthaft erachtete die Vorinstanz bei Annahme eines leichten Gesamtverschul-
dens eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten als angemessene Sanktion. Dies unter 
Berücksichtigung, dass sich die Anzahl Transaktionen und die Regelmässigkeit 
leicht verschuldenserhöhend auswirke, da keine gewerbsmässige Tatbegehung vor-
liege. Weiter berücksichtigte die Vorinstanz die Suchtmittelabhängigkeit des Be-
schuldigten deutlich verschuldensmindernd, wobei sich das Anstaltentreffen zum Er-
werb und zur Veräusserung klar konkretisiert habe und der Beschuldigte einen Teil 
des portionierten Kokains bereits im Auto hatte und einen weiteren Teil auf sich trug. 
Damit sei er jederzeit bereit gewesen, einem Abnehmer einen Fallschirm zu veräus-
sern. Gesamthaft ergebe sich daher nur eine minimale Strafminderung für die sub-
jektive Tatbegehung. Der Umstand, dass der Beschuldigte einen Monat nach Ent-
lassung aus der Untersuchungshaft erneut und einschlägig delinquierte, wirke sich 
gemäss Vorinstanz straferhöhend aus. Strafmindernd sei hingegen zu berücksichti-
gen, dass der Beschuldigte seit dem 18. Mai 2018 nicht wieder straffällig geworden 
sei und er sich erfolgreich vom Drogenhandel und auch vom Konsum habe distan-
zieren können. Sodann komme ihm ein minimaler Geständnisrabatt zu. Eine beson-
dere Strafempfindlichkeit sei nicht ersichtlich. Insbesondere der Umstand, dass 
seine Frau einen F.________ erlitten habe und auf seine Unterstützung angewiesen 
sei, könne nicht berücksichtigt werden. Gemäss seinen eigenen Aussagen habe 
seine Frau eine Teilzeitarbeit aufgenommen und könne damit in einem beschränkten 
Umfang den Lebensunterhalt (mit-)finanzieren und ihr Leben teilweise selbständig 
führen (pag. 1259 f.). Hinsichtlich der Frage des bedingten oder unbedingten Voll-
zugs kam die Vorinstanz zum Schluss, dass keine ungünstige Prognose vorliege, 
weshalb der Strafaufschub bei einer Probezeit von zwei Jahren unter Berücksichti-
gung der Vorstrafenlosigkeit angemessen sei (vgl. pag. 1261, S. 44 der Urteilsbe-
gründung). Der Sanktionenpunkt ist rechtskräftig.

IV. Landesverweisung

6. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt im Rahmen ihrer Urteilsbegründung fest, dass im vorliegenden 
Fall eine Anlasstat vorliege und verneinte das Vorliegen eines persönlichen Härte-
falls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB. Die Vorinstanz stellte in keiner Weise in 
Abrede, dass der Beschuldigte sich nun seit über 20 Jahren und damit für eine lange 
Zeit in der Schweiz aufhalte, Wurzeln geschlagen habe und auch, dass er nach den 
Ferien in Serbien gerne in die Schweiz zurückkomme. Der Beschuldigte könne aber 
keine Belege für eine gelungene Integration vorweisen. Die vom Beschuldigten ge-
nannte Verbundenheit mit der Schweiz vermöge für sich keine besondere Härte be-
gründen.

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Sie hielt zu den einzelnen Kriterien im Wesentlichen und kurz zusammengefasst Fol-
gendes fest:

Seine gesundheitlichen Beschwerden als auch diejenige seiner Frau würden primär 
mit Medikamenten behandelt werden, doch es seien regelmässige Arztbesuche not-
wendig. Die geschilderten Krankheitsbilder, welche keine hochspezialisierte Inten-
sivbehandlung erfordern würden, könnten auch in Serbien angemessen behandelt 
werden. Inwiefern die gesundheitliche Situation des Beschuldigten oder seiner Frau, 
sollte diese ebenfalls nach Serbien zurückreisen, erheblich gefährdet seien oder sie 
sich in einer medizinischen Notlage wiederfinden würden, sei für die Vorinstanz nicht 
ersichtlich. Dies würde selbst dann gelten, wenn aufgrund des G.________ Famili-
ennamens dem Zugang zur medizinischen Versorgung bestimmte Hürden gestellt 
wären. Die Vorinstanz anerkannte zwar, dass der Beschuldigte seine Frau aufgrund 
ihrer gesundheitlichen Probleme unterstütze, wobei jedoch, nachdem die Frau einer 
Teilzeitarbeit nachgehe und alleine zuhause sei oder mit der Nachbarin spazieren 
gehen könne, lediglich eine punktuelle Betreuung bzw. Unterstützung erforderlich 
sei, so dass auch die Erkrankung der Frau keinen Härtefall begründen könne.

Der Beschuldigte könne sich in Serbien problemlos verständigen und die diversen 
Berufserfahrungen in der Schweiz würden es ihm erleichtern, wirtschaftlich Fuss zu 
fassen. Zudem sei im Notfall eine finanzielle Unterstützung durch seine erwachse-
nen Kinder zu erwarten, zumal die Lebenshaltungskosten in Serbien sehr viel tiefer 
liegen würden als in der Schweiz. 

Die Vorinstanz kommt gestützt darauf zum Schluss, es liege hiernach kein persönli-
cher Härtefall vor.

7. Oberinstanzliche Vorbringen des Beschuldigten

Der Beschuldigte selbst machte anlässlich der Einvernahme an der Berufungsver-
handlung zusammengefasst und soweit relevant folgende Angaben (pag. 1407 ff.): 

Er lebe seit dem Jahr 1991 in der Schweiz. Von 1991 bis 1996 sei er in der Schweiz 
H.________ gewesen, danach sei er ihm Jahr 1999 dauerhaft in die Schweiz ge-
kommen. Er sei jeweils von März bis Dezember, immer neun Monate, als 
H.________ tätig gewesen. Im Jahr 1999 sei er mit dem I.________ Pass in die 
Schweiz gekommen, in Serbien habe wie im Kosovo Krieg geherrscht. Zurzeit ar-
beite er nicht und habe Probleme mit dem linken Bein. Die letzten zwölf Jahre habe 
er als J.________ gearbeitet, wegen dem Fuss dürfe er dies aber nicht mehr. Er 
suche eine Arbeit als K.________, L.________ oder dergleichen. Momentan lebe er 
vom Sozialdienst. Seine Frau arbeite seit zwei Monaten zwei Stunden am Abend. Er 
habe auch einen Monat als Ersatz dort gearbeitet und habe angefragt, ob sie bei der 
M.________ Hilfe gebrauchen könnten. Er habe viele Bewerbungen geschrieben. 
Wegen dem Sozialdienst habe er dies machen müssen. Als J.________ würde er 
Arbeit finden. Seine Frau sei etwa zu 30-40%, also jeweils zwei Stunden pro Abend 
und im Stundenlohn angestellt. Sie putze im N.________ in C.________. Die Toch-
ter wohne in O.________, arbeite als P.________ und sei verheiratet.  Der kleine 
Sohn wohne in Q.________, sei ebenfalls verheiratet und arbeite in einer 
R.________. Seine Frau arbeite als S.________ in einem T.________. Der grosse 
Sohn wohne in U.________ und arbeite als V.________/W.________. Er sei auch 

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verheiratet und gestern habe seine Frau das Visum von Belgrad erhalten. Am Mon-
tag könne sie dies abholen und dann mit dem Kind zu ihm ziehen. Die Kinder sehe 
er ab und zu, die Tochter mehr, da sie näher wohne. Seine Frau habe am 21. März 
2014 einen F.________ erlitten und wenn er sie nicht ins Spital gebracht hätte, würde 
sie wohl nicht mehr leben. Seine Frau stamme ebenfalls aus Serbien. Er sei von 
X.________ und sie vom Nachbardorf Y.________. Der Sohn in U.________ lebe 
seit 1.5 Jahren dort, der in der Schweiz seit fast zwei Jahren und die Tochter seit 
etwa 1.5 bis zwei Jahren in der Schweiz. Die Kinder seien in Serbien bei seinen 
Eltern aufgewachsen. Der Vater sei im Jahr .________ und die Mutter im Jahr 
.________ gestorben. Die Kinder hätten mit seiner Frau gelebt. Als sein Vater ge-
storben sei, habe er den Familiennachzug beantragt. Dieser sei für die Frau, aber 
nicht für die Kinder gewährt worden. Ab dem Familiennachzug der Ehefrau habe sich 
die Schwester und die Frau seines Bruders um die Kinder gekümmert. Die Schwes-
ter und der jüngere Bruder würden sich noch in Serbien befinden. Sie würden beide 
in X.________ wohnen. Die Schwester sei drei Jahre jünger als er und der Bruder 
habe Jahrgang .________. In der Freizeit suche er Arbeit und er frage viele Lands-
leute, ob sie ihn für eine Arbeit gebrauchen können. Ein Hobby habe er nicht. Auf die 
Frage, was er den ganzen Tag mache, antwortete der Beschuldigte «Ich rauche und 
studiere. Ich studiere über die Schmerzen wegen dem Bein. Mir tut es nicht gut, kann 
ich nicht arbeiten. Beim J.________ war es gut – wir hatten eine gute Zusammena-
rbeit und ich konnte mich auf das Wochenende freuen. Momentan ist es nicht gut». 
Weiter habe er nicht viel Freunde, ab und zu gehe er einen Kaffee trinken. Er sei viel 
alleine und mit der Ehefrau. In den Z.________ Klub gehe er nicht mehr. Er habe 
Schulden und diese seien von früher. Er wolle die Schulden zurückzahlen und habe 
die Hoffnung, eine Arbeit zu finden und dass auch seine Frau mehr arbeiten könne. 
Wenn er und seine Frau mehr verdienen könnten, könnten sie es zurückzahlen. Auf 
den Vorhalt der Pfändungsverfahren, welche sich auf insgesamt ca. CHF 130'000.00 
belaufen würden und die Frage, ob er denke, diese zurückzahlen zu können, sagte 
der Beschuldigte, wenn er arbeite und seine Frau auch mehr arbeite sei es möglich. 
Sie arbeite jetzt erst zwei Monate. Gestern hätten sie gesagt, dass sie mehr arbeiten 
könne. Sie schaue auch mit der AA.________ C.________ für die Zeit von 10.00 bis 
12.00 Uhr. Sie wolle auch noch am Morgen arbeiten. Angesprochen auf seinen Ge-
sundheitszustand gab der Beschuldigte an, sein ganzes Bein schlafe. Er habe letz-
ten Monat einen Termin im Inselspital gehabt und der zuständige Arzt habe ihm ge-
sagt, es könne sein, dass er das Bein verlieren werde. Er habe aber neue Medika-
mente erhalten, mit welchen er es versuchen werde. Jeden Tag am Abend müsse 
er 8mg Insulin nehmen. Durch den Tag durch gehe es, wenn er laufe spüre er es 
nicht so sehr. Am Abend um 21.00 Uhr sei es, wie wenn ein Messer ins Bein gesto-
chen werde. Er wisse nicht, ob es vom Diabetes oder vom Rücken komme. Er habe 
immer schwer getragen, die Ärzte sagen, es komme vom Diabetes. Angesprochen 
auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit (nachfolgend: pAVK), sagte der Be-
schuldigte, dass ihm dies nichts sage. Auch präzisierend auf das Stadium 2a, in wel-
chem er sich befinde, wusste der Beschuldigte nicht, worum es sich dabei handle. 
Wenn der Fuss amputiert werde, könne er nicht mehr laufen. Er rauche pro Tag mehr 
als eine Schachtel Zigaretten. Sein Hausarzt habe gesagt, er solle aufhören. Er habe 
dies versucht, es sei aber nicht gegangen. Alles sei dunkel geworden. Gestern habe 

11

er versucht, ein Rezept für Tabletten gegen das Rauchen zu erhalten. Die Apothe-
kerin habe ihm aber gesagt, dass dort, wo sie diese Tabletten bestellen würden, es 
Lieferfristen von einem Jahr gebe. Er habe ihr aber gesagt, sie solle sie bestellen. 
Es sei ihm bekannt, dass er fitter werden müsse, da ein weiterer Risikofaktor für 
seine Krankheiten mangelnde Bewegung und Adipositas sei. Er könne wegen dem 
Fuss keine schweren Arbeiten verrichten. Er bewege sich täglich mehr als eine halbe 
Stunde. Er gehe in den Wald mit seiner Frau. Diese müsse wegen dem F.________ 
auch laufen gehen. Den Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und 2 kennt der Be-
schuldigte nicht. Vor drei Monaten habe er die Insulin-Therapie gestartet, seit einem 
Monat nehme er täglich 0,8 mg Insulin. Vor zwei Monaten seien es noch 0,6 mg 
gewesen. Das Insulin spritze er sich. Die wichtigste Therapie sei, arbeiten zu können. 
Angesprochen darauf, dass der Bericht des SEM über die medizinische Grundver-
sorgung in AB.________ ausführe, der weitaus grösste Teil der Medikamente sei in 
Serbien erhältlich, wobei das Insulin bei der Aufzählung der Ausnahmen nicht er-
scheine, sagt der Beschuldigte, er mache sich keine Hoffnung, dass es dort gut 
werde. Wenn man als in Serbien lebender G.________ zu einem Arzt gehe, müsse 
man wegen der Korruption EUR 200.00 bis 300.00 abgeben, bevor man überhaupt 
angeschaut werde. Sein Dorf sei fast leer, alle seien weggezogen. Dies auch wegen 
der Versicherungen. Die dort lebenden Personen könnten nicht richtig ins Spital ge-
hen, daher seien alle weggezogen. Ein Arzt erhalte einen Monatslohn von EUR 
600.00, daher müsse man ihm jedes Mal EUR 200.00 oder 300.00 geben, bevor er 
überhaupt mit der Untersuchung beginne. Dass es gemäss Bericht SEM keine An-
haltspunkte darüber gebe, dass Rückkehrer aus dem Ausland, unabhängig von der 
jeweiligen Verweildauer nicht nach denselben Regeln behandelt würden, wie in Ser-
bien lebende Patienten, sei nur die Theorie. Die Politiker würden sagen, dass die 
G.________ alle Rechte hätten, dies stimme aber nicht. Die Frage, ob sich in Serbien 
seit dem Bericht im Jahr 2017 etwas am nicht schlechten Bild der Gesundheitsver-
sorgung geändert habe, verneinte der Beschuldigte. Vielleicht in Belgrad. Es sei 
nicht einmal eine R.________ geschaffen worden, damit die Personen Arbeit finden 
könnten. Was die Serben im Kosovo machen würden, würden die Kosovoalbaner 
bei ihnen in Serbien machen. In X.________ würden etwa 96% G.________ leben. 
Vor 20 Jahren seien es noch mehr gewesen. Als der Krieg ausgebrochen sei, seien 
diese nach AC.________ gegangen. Ab AC.________ gebe es praktisch nur noch 
Serben. In X.________ seien es fast nur G.________. Letzte Woche habe es eine 
Volksregistrierung gegeben und es seien für X.________ alleine 96'000 G.________ 
gezählt worden. Der Beschuldigte bestätigt weiter die psychischen Probleme seiner 
Frau. Sie nehme Beruhigungstabletten. Sie habe auch Schlafstörungen. Sie sei zwei 
Jahre gegen Epilepsie behandelt worden, nach zwei Jahren hätten sie dann gesagt, 
dass sie diese nicht mehr brauche. Angesprochen darauf, was eine Landesverwei-
sung für ihn bedeuten würde, sagte der Beschuldigte, er sei vier, fünfmal in den Fe-
rien in Serbien gewesen. Für eine Woche sei dies in Ordnung. Hier seien aber alle 
Kinder und was solle er dort alleine machen. Mit seinen Fussproblemen könne er 
dort nicht hinausgehen. Hier komme man mit dem Auto überall hin. Er könne in Ser-
bien keine Arbeit finden, sonst wären doch nicht alle von dort weggegangen. Er su-
che nicht nur eine Arbeitsstelle als K.________. Er habe auch bei Personen, welche 
eine AD.________ hätten, nachgefragt. Auch habe er die AE.________ in 

12

C.________ angefragt. AF.________ sei eine Kollegin von ihm und sie helfe ihm mit 
den Bewerbungen. Er sei auch bei Temporärbüros wie AG.________ und 
AH.________ gemeldet. Jeden Tag erhalte er Angebote als J.________, dies könne 
er aber nicht machen. 

8. Oberinstanzliche Vorbringen der Verteidigung des Beschuldigten

Die Verteidigung des Beschuldigten brachte oberinstanzlich zusammengefasst vor, 
der Beschuldigte sei seit dem Jahr 1991 in der Schweiz wohnhaft. Die Schweiz sei 
seine Heimat. Er habe einen «Scheissdreck» gemacht und die Strafe auch akzep-
tiert. Er könne seine Heimat, die Schweiz, nicht einfach so verlassen. Die Härtefall-
klausel der Landesverweisung solle zu keinem toten Buchstaben im Gesetz werden. 
Dies wäre EMRK widrig. Die Vorinstanz habe den Härtefall zu Unrecht verneint. Un-
bestritten sei, dass beim Schuldspruch eine Katalogstraftat für eine obligatorische 
Landesverweisung vorliege. Anders als die Vorinstanz ausführe, habe sich die ge-
sundheitliche Situation beim Beschuldigten verändert. Der Beschuldigte spreche 
Mundart und seine Familienangehörigen würden alle nicht mehr in Serbien leben. Es 
liege eine lange Aufenthaltsdauer von 21 Jahren in der Schweiz vor. Zwei seiner 
Kinder würden in der Schweiz und ein weiterer Sohn in Deutschland leben. Der Be-
schuldigte habe, wenn immer möglich, gearbeitet und auch vor körperlich anstren-
gender Arbeit nie zurückgeschreckt. Im Jahr 2015 sei dann seine Frau in die Schweiz 
gekommen. Aufgrund des F.________ der Ehefrau habe sich aber alles verändert. 
Sie habe mit einschneidenden Gedächtnisproblemen und körperlichen Gebrechen 
zu kämpfen. Sie sei nun auf ihn angewiesen. So müsse er sie um 0.30 Uhr von der 
Arbeit abholen gehen und sie könne nur eingeschränkt zwei Stunden pro Tag putzen. 
Zwischendurch müsse sie beim Arbeiten auch immer wieder Pausen einlegen. Es 
sei bei ihr schon vorgekommen, dass sie sich in der Stadt verirrt habe. Er habe sie 
deshalb abholen gehen müssen. Für die Ehefrau sei es aufgrund ihres gesundheit-
lichen Zustands auch schwierig, Deutsch zu erlernen. Daher fungiere der Beschul-
digte auch als Dolmetscher. Folglich müsse er sie auch oft an die Termine begleiten. 
Trotz dieser einschneidenden Einschränkungen sei der IV-Antrag der Ehefrau abge-
wiesen worden. Der Beschuldigte habe aufgrund dieser intensiven Betreuung seiner 
Ehefrau nicht noch Zeit einem regen Vereinsleben teilzunehmen. Aus einem fehlen-
den Vereinsleben dürfe dem Beschuldigten in seiner Situation aber keinen Strick 
gedreht werden. Der Beschuldigte habe ein gutes Netzwerk und habe mit 
AF.________ – einer Schweizer Kollegin – auch eine Person, welche ihm in admi-
nistrativen Angelegenheiten helfe. Vom AI.________ Klub habe er Abstand genom-
men, da er deswegen mit den Betäubungsmitteln in Kontakt gekommen sei. Er habe 
sich bewusst davon zurückgezogen. Die frühere Spielsucht habe leider zu einem 
grossen Schuldenberg geführt. Seit dem Jahr 2020 habe der Beschuldigte aber 
keine weiteren Schulden mehr angehäuft. Der Betreibungsregisterauszug habe sich 
seither nicht mehr verändert. Dies zeige auch der Bericht der Berner Schuldenbera-
tung vom 18. Februar 2022. Dieser erkläre die Schulden und dass der Beschuldigte 
seit 2008 in die Schuldenberatung gehe. Der Beschuldigte sei nie auf der faulen Haut 
gelegen, daher sei die aktuelle Abhängigkeit von der Sozialhilfe für den Beschuldig-
ten sehr schwierig. Es handle sich aber nur um eine geringe Unterstützung. Die ge-
sundheitliche Situation lasse es aber nicht anders zu. Der Beschuldigte habe 

13

Schmerzen im Bein, Rücken und der Huft. Er leide an Diabetes Typ 2 und einer 
pAVK und ausserdem sei bei ihm das Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert wor-
den. Diabetes und pAVK hätten dazu geführt, dass er ein Taubheitsgefühl und 
Schmerzen im Bein verspüre. Er müsse daher regelmässig ins Inselspital. Bei einer 
pAVK seien die Arterien verengt und es gebe Probleme mit der Sauerstoffversor-
gung im Körper. Dies führe zu Schmerzen in Waden und dergleichen. Diese Krank-
heit sei nicht mehr heilbar und schreite immerzu fort. Es drohe ein Beininfarkt. Das 
Risiko könne mit einer gut eingestellten Therapie verringert werden. Im schlimmsten 
Fall führe es aber zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder zu Tumoren. Der 
Beschuldigte habe angegeben, dass er täglich etwa ein Paket Zigaretten rauche. Im 
Jahr 2018 habe der Beschuldigte aber noch eher drei Pakete geraucht. Er sei Ket-
tenraucher gewesen. Er habe das Rauchen daher stark reduziert und gehe nun auch 
spazieren. Bereits im Jahr 2018 habe beim Beschuldigten ein Stent eingesetzt wer-
den müssen. Aufgrund von Komplikationen habe es dafür auch eine Vollnarkose ge-
braucht. Gemäss den vorhandenen Symptomen sei die pAVK bereits fortgeschritten. 
Seine Beine würden auch schmerzen, wenn er nichts mache. Die Medikation werde 
auch noch ausgetestet. Die pAVK sei nicht stabil und die genaue Medikation noch 
nicht klar. Der Beschuldigte brauche orthopädische Massschuhe und eine gute Fuss-
pflege. Es sei anzunehmen, dass die Ablagerungen in den Arterien zu weiteren 
Stent-Operationen führen würden. Es sei nicht klar, ob die entsprechende Behand-
lung in Serbien möglich sei. Dr. AJ.________ sei ein Landsmann und habe geschrie-
ben, dass die für den Beschuldigten notwendige medizinische Versorgung in Serbien 
nicht fortgeführt werden könne und er damit mit Sicherheit das Bein verlieren werde. 
Im weiteren Bericht habe er geschrieben, dass die Krankheit pAKV in Serbien nicht 
behandelt werden könne. Das Gericht habe auf ein medizinisches Gutachten ver-
zichtet. Gestützt auf die vorliegenden Unterlagen müsse daher davon ausgegangen 
werden, dass der Beschuldigte bei einer fehlenden Behandlung den Fuss oder gar 
das Bein durch absterbendes Gewebe verlieren werde. Der Bericht des SEM führe 
aus, dass gängige Medikamente verfügbar seien. Verschiedene Medikamente wür-
den in Serbien aber fehlen. Die Korruption sei ein Problem, diese sei jedoch schwie-
rig abzuschätzen. Dr. AJ.________ habe im Bericht vom 3. November 2022 festge-
halten, dass der Beschuldigte eine angemessene Behandlung selbst bezahlen 
müsse. Er müsse mehrmals bezahlen, um überhaupt von einem Arzt untersucht zu 
werden. Längerfristig werde er sich dies nicht leisten können. Die Serbische Regie-
rung habe wegen der Wahlen über 6’000 G.________ aus den Datenbanken 
gelöscht. Für diese Sans-Papiers gebe es keinen Zugang zu den notwendigen Ver-
sicherungen oder zum Gesundheitswesen. Diese Tatsache sei der Europäischen 
Kommission bekannt. Das Gericht müsse prüfen, ob sich der Gesundheitszustand 
des Beschuldigten nicht verbessere. Erst wenn das Gericht zum Schluss komme, 
dass das gesundheitliche Problem heilbar oder medizinisch ausreichbar kontrollier-
bar sei, dürfe ausgewiesen werden. Eine Landesverweisung könne verhältnismässig 
erscheinen, wenn das medizinische Problem nur vorübergehend bestehe oder eine 
genügende Behandlung gewährleistet werde. Die medizinischen Probleme beim Be-
schuldigten würden nicht nur vorübergehend bestehen, sondern sich gar verschlech-
tern. In Serbien könne der Beschuldigte keine entsprechende Behandlung in An-

14

spruch nehmen, da es sie nicht gebe und er sie sich aufgrund der fehlenden finanzi-
ellen Mittel nicht leisten könne. Weiter habe die Vorinstanz und auch der Migrations-
dienst Bern ausgeführt, dass es keine Probleme bei der Eingliederung beim Beschul-
digten geben dürfte. Dies stimme nicht. Keines der Kinder des Beschuldigten sei in 
Serbien und könne ihm bei der Wiedereingliederung helfen. Die Vorinstanz habe 
auch ausgeführt, dass die beruflichen Erfahrungen des Beschuldigten helfen wür-
den, sich wieder einzugliedern. Die medizinischen Probleme würden dem deutlich 
widersprechen. Der Beschuldigte könne keine körperliche Arbeit mehr verrichten. In 
Serben sei es auch für junge Personen nicht einfach, eine Arbeit zu finden. Für den 
Beschuldigten als .________-jähriger sei es daher nicht realistisch, dort noch eine 
Arbeit zu finden. Er habe kein Netzwerk in Serbien und zähle zur G.________ Min-
derheit, was dies erschwere. In der Schweiz besitze der Beschuldigte ein berufliches 
Netzwerk, weshalb es hier möglich sei. Aus beruflicher und gesundheitlicher Sicht 
stelle es daher ein Härtefall dar. Der Beschuldigte habe auch die Rechtsordnung der 
Schweiz immer respektiert. Im Strafregister seien keine weiteren Delikte aufgeführt. 
Die Katalogstraftat brauche eine gewisse Schwere damit ein Interesse an der Lan-
desverweisung vorliege. Im Hinblick auf die begangenen Betäubungsmittelwider-
handlungen und dem Schuldenberg beim Beschuldigten bestehe zwar ein öffentli-
ches Interesse an der Landesverweisung, vom Beschuldigten gehe aber kein erhöh-
tes Risiko für weitere Straftaten in der Schweiz aus. Die persönlichen Interessen 
würden beim Beschuldigten überwiegen. Dies aufgrund der langjährigen Anwesen-
heit in der Schweiz, seiner beruflichen Integration und der familiären Interessen. Von 
einer Landesverweisung sei daher abzusehen. Falls das Gericht zu einem anderen 
Schluss komme, sei die Landesverweisung nicht im SIS-Informationssystem auszu-
schreiben. Die SIS-Ausschreibung sei beim Beschuldigten nicht verhältnismässig, er 
habe seine Kinder in Deutschland und der Schweiz. Ohne SIS-Ausschreibung sei es 
dem Beschuldigten möglich, nach Deutschland zu seinem Sohn zu gehen. So könne 
er auch auf von einer adäquaten medizinischen Versorgung in Deutschland profitie-
ren. Vom Beschuldigten gehe keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ord-
nung aus. Sein Strafregisterauszug sei mit Ausnahme der vorliegenden Straftaten 
blank. Es sei nur eine bedingte Strafe ausgesprochen worden. Der Beschuldigte 
schäme sich dafür. Wie die Vorinstanz ausgeführt habe, gehe vom Beschuldigten 
keine erhöhte Gefahr aus. Die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS sei da-
her nicht verhältnismässig.

9. Oberinstanzliche Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte zusammengefasst Folgendes aus 
(pag. 1420 ff.): 

Unbestritten handle es sich vorliegend um eine Katalogstraftat nach Art. 66a StGB, 
weshalb entgegen der Ausführungen der Verteidigung eine Landesverweisung an-
geordnet werden müsse. Die Härtefallklausel sei restriktiv auszulegen. Erst wenn die 
Summe aller Schwierigkeiten die betroffene Person derart hart treffe, dass ein Ver-
lassen der Schweiz bei objektiver Betrachtung zu einem nicht hinnehmbaren Eingriff 
in seine Daseinsbedingungen führe, könne ein Härtefall angenommen werden. Dies 
sei vorliegend nicht gegeben und sei daher von der Vorinstanz zu Recht verneint 
worden. Die Verteidigung habe korrekt ausgeführt, wann der Beschuldigte in die 

15

Schweiz gekommen und wann er als H.________ gearbeitet habe. Zu erwähnen sei, 
dass der Beschuldigte über einen C-Ausweis verfüge, dessen Kontrollfrist am 5. 
September 2023 ablaufe. Seine Frau sei seit 2015 in der Schweiz und der Beschul-
digte sei verschiedenen Arbeitsstellen in der Schweiz nachgegangen. Jetzt sei er 
aber arbeitslos. Seine soziale und kulturelle Integration zeige ausserhalb der Familie 
keine sichtbaren Resultate. Die Freundin AF.________ habe er auch nicht von sich 
aus erwähnt, sodass auch diesbezüglich nicht von einer sozialen Integration oder 
einer engen Bindung gesprochen werden könne. Diese einzelne Bindung reiche so-
dann auch nicht für eine gelungene Integration. Die soziale und kulturelle Integration 
könne daher höchstens als durchschnittlich eher unterdurchschnittlich bezeichnet 
werden. Zur Familie: Der Beschuldigte habe drei Kinder. Es sei aber nicht klar, wie-
viel er die Tochter sehe. Diese wohne in O.________ und es sei anzunehmen, dass 
der Kontakt nicht sehr eng sei und er sie nicht sehr regelmässig sehe. Auch habe er 
selbst ausgesagt, dass er zu den Kindern per SMS oder Viper Kontakt halte. Dies 
sei überall auf der Welt möglich. Der Beschuldigte sei auch in der Familienbetreuung 
der Kinder nicht involviert, so betreue er weder die Enkel noch dergleichen. Die Ver-
hältnisse hätten sich nicht geändert. Der Beschuldigte habe aber noch eine Schwes-
ter und einen jüngeren Bruder in Serbien. Der Betreibungsregisterauszug führe nicht 
getilgte Verlustscheine von über CHF 200'000.00 auf. Die Anwesenheitsdauer in der 
Schweiz von 20 Jahren reiche daher auch nicht aus, um einen Härtefall anzuneh-
men. Der Beschuldigte habe die prägenden Jahre und die Jugendjahre in Serbien 
verbracht. Eine Wiedereingliederung in Serbien sei möglich. Der Gesundheitszu-
stand erschwere dies zwar, dies gelte aber auch für die Schweiz. In Serbien habe 
der Beschuldigte eine Schwester und einen Bruder (mit Jahrgang .________), wel-
che ihm beruflich sowie sozial helfen könnten, sich wieder einzugliedern. Seine in 
der Schweiz und Deutschland wohnenden Kinder könnten ihn finanziell bei einem 
Notfall unterstützen. Die Lebenshaltungskosten seien in Serbien tiefer als in der 
Schweiz. Insgesamt sei daher nicht ersichtlich, wieso es ihm in Serbien nicht möglich 
sein solle, sich beruflich und sozial wieder einzugliedern. In Bezug auf die Aussicht 
der sozialen Wiedereingliederung und der Rückfallgefahr habe die Vorinstanz zu 
Recht ausgeführt, dass kein Unterschied zwischen der Schweiz und Serbien be-
stehe. Zum Gesundheitszustand des Beschuldigten: Gemäss Bundesgericht würden 
medizinische Gründe praxisgemäss nur dann gegen die Zumutbarkeit der Wegwei-
sung sprechen, wenn bei der Rückkehr eine überlebensnotwendige Behandlung 
nicht erhältlich sei oder ein medizinischer Notfall eintrete oder Gründe vorliegen wür-
den, dass ein reales Risiko bestehe, dass sich der Gesundheitszustand dermassen 
verschlechtere, dass er zu sehr starkem Leiden oder zum Tod führe. In BGE 139 II 
393 habe das Bundesgericht festgehalten, dass der Umstand, dass das Sozial- und 
Versicherungswesen in Serbien nicht demjenigen der Schweiz entspreche, nicht die 
Unzumutbarkeit einer Landesverweisung zur Folge habe. Die Mitberichte des Haus-
arztes würden dramatisch erscheinen. Dies liege jedoch in der Natur eines Hausarz-
tes, welcher eine enge Bindung zum Patienten habe. Relevant sei vorliegend aber 
der Bericht des Inselspitals vom 27. Mai 2022. Bei der Beurteilung zeige dieser ak-
tuelle Bericht eine unauffällige Makroperfusion. Ebenso habe duplexsonopraphisch 
eine Punktionskomplikation sowie eine Stenose im Bereich der Beckenarterie aus-

16

geschlossen werden können. Als Empfehlung sei der Rauchstopp dringend empfoh-
len worden, ebenso eine gute Einstellung der Risikofaktoren. Schlimme Befunde 
habe dieser Bericht nicht aufgeführt. Die beim Beschuldigten diagnostizierten Krank-
heiten seien gemäss SEM-Bericht auch in Serbien behandelbar. Die Personen des 
SEM seien dort gewesen und hätten mit dem Personal gesprochen. Sie seien zum 
Schluss gekommen, dass die entsprechenden Behandlungen auch in AB.________ 
gewährleistet seien. Allenfalls könne der Beschuldigte auch in die Stadt 
AK.________ hochfahren. Es gebe lokale Gesundheitszentren mit 24h Notfalldiens-
ten und dem entsprechenden Personal. Die medizinische Grundversorgung sei mög-
lich und Rückkehrer würden gemäss dem Bericht die gleiche Behandlung erfahren. 
Die Medikation könne auch mit Generika gewährleistet werden. Gemäss dem SEM-
Bericht würden Personen im Zusammenhang der Medikation von Diabetes von den 
Kosten befreit und könnten nicht abgewiesen werden. Auch der Beschuldigte habe 
ausgesagt, dass sich die Situation seit dem SEM-Bericht vom Jahr 2017 nicht geän-
dert habe. Die Behandlung der pAVK benötige eine gesunde Lebensweise, welche 
auch in Serbien möglich sei. Auch die entsprechende medikamentöse Behandlung 
sei in Serbien möglich. Sowohl den Diabetes als auch die pAVK spreche daher nicht 
gegen einen Landesverweis. Auch die Situation der Ehefrau spreche nicht gegen 
einen Landesverweis. Diese könne mitgehen oder bei einem der Kinder bleiben. Die 
Ehefrau arbeite und es sei sogar vorgesehen, dass sie mehr arbeite. Die Ehefrau sei 
daher selbständig und erhalte Hilfe von den Kindern, wenn sie nicht zurück nach 
Serbien gehe. Die Ausführungen der Vorinstanz würden daher stimmen, dass keine 
Krankheitsbilder vorliegen würden, bei welchen intensive Behandlungen notwendig 
wären und diese auch in Serbien gewährleistet werden könnten. Diese Ausführun-
gen hätten auch heute noch ihre Gültigkeit. Das Bundesgericht sei betreffend Ge-
sundheitszustand sehr streng. Der Gesundheitszustand müsse gemäss Bundesge-
richt sehr desolat sein, damit ein Härtefall angenommen werde. Es brauche eine sehr 
intensive Behandlung. Ein Härtefall könne vorliegend nicht angenommen werden. 
Der Beschuldigte habe zwar Krankheiten, es könne ihm aber zugemutet werden zu 
gehen und es stelle keinen so schweren Eingriff in seine Daseinsberechtigung dar, 
wie dies das Bundesgericht fordere. Auch eine Interessensabwägung würde nicht zu 
seinen Gunsten ausfallen. Es handle sich um eine qualifizierte Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz, wobei das Bundesgericht bei diesen qualifizierten Wi-
derhandlungen sehr streng sei und keine Gnade zeige. Dies auch nicht – wie vorlie-
gend – bei einer bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 24 Monaten und bei 
einem Ersttäter. In diesen Fällen sei gemäss Bundesgericht das Volksgut der Ge-
sundheit stark gefährdet und damit würden die öffentlichen Interessen überwiegen. 
Damit sei die Landesverweisung von fünf Jahren anzuordnen. Weiter seien die Vor-
aussetzungen von Art. 24 der SIS-Verordnung gegeben. Es handle sich um eine 
qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und es werde eine 
Strafe von mehr als einem Jahr angeordnet. Daher sei die Ausschreibung auch ver-
hältnismässig. Diesbezüglich könne auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen 
werden. Vorliegend handle es sich wohl um einen Grenzfall. Der Beschuldigte sei 
Ersttäter und habe seine Kinder in der Schweiz und in Deutschland. Zudem sei seine 
Gesundheit nicht so gut. Daher sei es möglich als Ausnahme vorliegend auf eine 
Ausschreibung zu verzichten. Dann könne der Beschuldigte sich auch einmal z.B. in 

17

Österreich, in welchem ein höherer Standard des Gesundheitssystems vorliege als 
in Serbien, behandeln lassen. Die Staatsanwaltschaft könne daher auf eine Aus-
schreibung verzichten, diese werde aber der Ordnung halber trotzdem beantragt. Es 
liege am Gericht, darüber zu entscheiden.

10. Allgemeine theoretische Ausführungen 

Gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o StGB verweist das Gericht einen Ausländer, der we-
gen einer Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 2 BetmG verurteilt wird, unabhängig 
von der Höhe der Strafe für fünf bis fünfzehn Jahre aus der Schweiz. Die 
obligatorische Landesverweisung ist damit grundsätzlich unabhängig von der 
konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1 BGE 144 IV 332 E. 3.1.3) und muss 
entsprechend den allgemeinen Regeln des Strafgesetzbuches grundsätzlich bei 
sämtlichen Täterschafts- und Teilnahmeformen sowie unabhängig davon 
ausgesprochen werden, ob es beim Versuch geblieben ist und ob die Strafe bedingt, 
unbedingt oder teilbedingt ausfällt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 
10. März 2021 E. 3.2.2; BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 168 E.1.4.1).

Von der Anordnung der Landesverweisung kann nur ausnahmsweise unter den ku-
mulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1.) einen schweren per-
sönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen Interessen an der Lan-
desverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in 
der Schweiz nicht überwiegen. Die Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB dient 
der Umsetzung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 der Schweizeri-
schen Bundesverfassung [BV; SR 101], Urteil des Bundesgerichts 6B_1178/2019 
vom 10. März 2021 E. 3.2.3; BGE 146 IV 105 E. 3.4.2). Dabei ist der besonderen 
Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder auf-
gewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). Die Härtefallklausel ist restriktiv anzuwen-
den (BGE 144 IV 332 E. 3.3.1; Urteile des Bundesgerichts 6B_1027/2020 vom 24. 
Februar 2021 E. 2.1; 6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.2; 6B_841/2019 
vom 15. Oktober 2019 E. 1.2). Ein Absehen von der Landesverweisung hat mithin 
den Ausnahmefall zu bilden (Urteil des Bundesgerichts 6B_627/2018 vom 22. März 
2019 E. 1.3.4.). Das bedeutet, dass soziale und wirtschaftliche Nachteile einer Rück-
kehr in das Herkunftsland unberücksichtigt bleiben müssen, soweit sie bei Landes-
verweisungen typischerweise vorkommen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1474/2019 
vom 23. März 2020 E. 1.4).

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur Kriterien geleiteten 
Prüfung des Härtefalls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der 
Bestimmung über den «schwerwiegenden persönlichen Härtefall» in Art. 31 Abs. 1 
der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; 
SR 142.201, in der Fassung vom 1. Juni 2019) heranziehen (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 6B_1245/2020 vom 1. April 2021 E. 2.1.1 und 6B_1178/2019 vom 
10. März 2021 E. 3.2.4; BGE 144 IV 332 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 
6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.2 und 6B_689/2019 vom 25. Oktober 
2019 E. 1.7). Allerdings sind die Kriterien von Art. 31 VZAE nicht unbesehen zu 
übernehmen, da der ausländerrechtliche Härtefall nicht exakt jenem von Art. 66a 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_841%2F2019&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-332%3Ade&number_of_ranks=0#page332

18

Abs. 2 StGB entspricht (Urteil des Bundesgerichts 6B_627/2018 vom 22. März 2019 
E. 1.3.5).

Zu berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 
Integration, einschliesslich familiärer Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. 
in der Heimat, Aufenthaltsdauer und Resozialisierungschancen. Ebenso ist der 
Rückfallgefahr und wiederholter Delinquenz Rechnung zu tragen. Das Gericht darf 
auch vor dem Inkrafttreten von Art. 66a StGB begangene Straftaten berücksichtigen 
(BGE 146 IV 105 E. 3.4.1; BGE 144 IV 332 E. 3.3.2, Urteil des Bundesgerichts 
6B_1245/2020 vom 1. April 2021 E. 2.1.1). 

Im Rahmen der Härtefallprüfung nach Art. 66a Abs. 2 StGB spielt der Grad der 
Integration eine entscheidende Rolle. Wie das Bundesgericht bereits mehrfach 
festgehalten hat, kann bei einer Härtefallprüfung nicht schematisch ab einer 
gewissen Aufenthaltsdauer eine Verwurzelung in der Schweiz angenommen werden 
(BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; BGE 146 IV 105 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 
6B_1245/2020 vom 1. April 2021 E. 2.1.2). Spielt sich das gesellschaftliche Leben 
einer ausländischen Person primär mit Angehörigen des eigenen Landes ab, spricht 
dies eher gegen die Annahme einer hinreichenden Integration (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_690/2019 vom 4. Dezember 2019 E. 3.4.4 und 6B_689/2019 
vom 25. Oktober 2019 E. 1.7.2 mit Hinweisen). Im Gegensatz zum Migrationsrecht 
sieht Art. 66a Abs. 2 StGB denn auch keine Altersgrenze vor, die bei einem 
vorgängigen Zuzug einer ausländischen Person in die Schweiz einen Härtefall 
vermuten liesse. Die Anwendung von starren Altersvorgaben sowie die automatische 
Annahme eines Härtefalls ab einer bestimmten Anwesenheitsdauer findet somit 
keine Stütze im Gesetz (Urteil des Bundesgerichts 6B_690/2019 vom 4. Dezember 
2019 E. 3.4.4). Die Härtefallprüfung ist vielmehr in jedem Fall anhand der gängigen 
Integrationskriterien vorzunehmen (BGE 144 IV 332 E. 3.3.2). 

Von einem schweren persönlichen Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB ist in 
der Regel bei einem Eingriff von einer gewissen Tragweite in den Anspruch des Aus-
länders auf das in Art. 13 BV und Art. 8 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und der Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) verankerte Recht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens auszugehen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_396/2020 vom 11. August 2020 E. 2.4.3). Unter dem Titel des Privatlebens 
gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK genügen eine lange Anwesenheit und die damit verbun-
dene normale Integration allerdings nicht; erforderlich sind besonders intensive, über 
eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen beruflicher oder ge-
sellschaftlicher Natur (BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile des Bundesgerichts 
6B_1245/2020 vom 1. April 2021 E. 2.1.1 und 6B_841/2019 vom 15. Oktober 2019 
E. 2.5.2). Der familienrechtliche Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist ferner 
berührt, wenn eine Ausweisung eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre 
Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beein-
trächtigen würde, ohne dass es dieser ohne weiteres möglich bzw. zumutbar wäre, 
ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 II 1 E. 6.1; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_87/2020 vom 2. September 2020 E. 1.2.2 und 6B_841/2019 vom 
15. Oktober 2019 E. 2.5.2). Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die 
Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_841%2F2019&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1
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19

(BGE 145 I 227 E. 5.3 und Urteil des Bundesgerichts 6B_87/2020 vom 2. September 
2020 E. 1.2.2). Zudem gewährleistet Art. 8 EMRK weder ein Recht auf Einreise oder 
Aufenthalt in einem bestimmten Staat noch auf die Wahl des für das Familienleben 
am geeignetsten erscheinenden Ortes (Urteile des Bundesgerichts 6B_1107/2019 
vom 27. Januar 2020 E. 2.6.3 und 2C_458/2019 vom 27. September 2019 E. 5.2).

Der Vollzug der Weg- oder Ausweisung einer physisch oder psychisch erkrankten 
Person kann nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für 
Menschenrechte (EGMR) den Schutzbereich von Art. 3 EMRK tangieren, wenn die 
Erkrankung eine gewisse Schwere erreicht und hinreichend substantiiert dargetan 
ist, dass die erkrankte Person im Falle einer Ausschaffung in den Heimatstaat 
ernsthaft und konkret Gefahr läuft, einer durch Art. 3 EMRK verbotenen Behandlung 
ausgesetzt zu sein (Urteil des EGMR N. gegen United Kingdom vom 27. Mai 2008 
[Nr. 26565/05], § 29 f.). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sie sich in einem 
lebenskritischen Zustand befindet, und der Staat, in welchen sie ausgeschafft 
werden soll, keine genügende medizinische Versorgung bietet und dort keine 
Familienangehörigen für ihre grundlegendsten Lebensbedürfnisse aufkommen 
können (Urteil des EGMR N. gegen United Kingdom vom 27. Mai 2008 [Nr. 
26565/05], § 42; BGE 137 II 305 E. 4.3 S. 311 f.; vgl. auch das Urteil 2C_1130/2013 
vom 23. Januar 2015 E. 3).  Der EGMR hat im Grundsatzentscheid Paposhvili seine 
Position zum Verhältnis von Krankheit und Zulässigkeit eines Wegweisungsvollzugs 
im Lichte von Art. 3 EMRK vertieft: Ein aussergewöhnlicher Fall, in dem eine 
aufenthaltsbeendende Massnahme unter Verbringung einer gesundheitlich 
angeschlagenen Person in ihren Heimatstaat Art. 3 EMRK verletzt, liegt demnach 
vor, wenn für diese im Fall der Rückschiebung die konkrete Gefahr besteht, dass sie 
aufgrund fehlender angemessener Behandlungsmöglichkeiten oder fehlenden 
Zugangs zu Behandlungen, einer ernsthaften, rapiden und irreversiblen 
Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgesetzt wird, die intensives Leiden 
oder eine wesentliche Verringerung der Lebenserwartung nach sich zieht (Urteil des 
EGMR  Paposhvili gegen Belgien vom 13. Dezember 2016 [Nr. 41738/10] § 183; 
zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 6B_1111/2019 vom 25. November 2019 E. 
4.3 und 2D_14/2018 vom 13. August 2018 E. 4).

Bei Annahme eines Härtefalls entscheidet sich die Sachfrage in einer Interessenab-
wägung nach Massgabe der «öffentlichen Interessen an der Landesverweisung». 
Nach der gesetzlichen Systematik ist die obligatorische Landesverweisung anzuord-
nen, wenn die Katalogtaten einen Schweregrad erreichen, so dass die Landesver-
weisung zur Wahrung der inneren Sicherheit notwendig erscheint. Diese Beurteilung 
lässt sich strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die ver-
schuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin manifestie-
rende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und auf die Legalpro-
gnose abgestellt wird (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 6B_1245/2020 vom 1. 
April 2021 E. 2.1.1 und 6B_560/2020 vom 17. August 2020 E. 1.1.1 mit Hinweisen).

20

11. Erwägungen der Kammer

11.1 Vorliegen eines Katalogdelikts

Der Beschuldigte ist serbischer Staatsangehöriger. Er ist somit Ausländer i.S.v. 
Art. 66a Abs. 1 StGB. Er wurde von der Vorinstanz rechtskräftig wegen Widerhand-
lungen gegen Art. 19 Abs. 2 BetmG verurteilt. Damit ist gemäss Art. 66a Abs. 1 Bst. o 
StGB die Anordnung einer Landesverweisung grundsätzlich zwingend.

11.2 Vorprüfung

Aufgrund des Vorrangs des Völkerrechts bei grundrechtsrelevanten Fragestellungen 
sind allfällige sich aus dem Völkerrecht ergebende Aufenthalts- oder Bleibe- oder 
Einreiserechte vorrangig (ZURBRÜGG/HRUSCHKA, in: Basler Kommentar 
StGB/JStGB, 4. Aufl. 2019, N 43 zu Art. 66a StGB und N 78 ff. zu Vor Art. 66a-66d 
StGB m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 6B_780/2021 vom 2. Juni 2021). 

Dem Beschuldigten steht kein Einreise- und Aufenthaltsrecht durch das Freizügig-
keitsabkommen der Schweiz mit der europäischen Gemeinschaft vom 21. Juni 1999 
(FZA; SR 0.142.112.681) zu, da Serbien nicht Mitgliedstaat des genannten Abkom-
mens ist. Höherrangiges Völkerrecht vermittelt dem Beschuldigten somit vorliegend 
kein Einreise- oder Aufenthaltsrecht. Zur Prüfung eines sich allenfalls aus der EMRK 
ergebenden Bleiberechts siehe die nachfolgenden Ausführungen.

11.3 Härtefallprüfung

11.3.1. Aufenthaltsdauer des Beschuldigten in der Schweiz und familiäre Verhältnisse

Der Beschuldigte ist am .________ in Serbien, X.________, geboren und reiste am 
.________ im Alter von .________ Jahren in die Schweiz ein. Zuvor arbeitete er seit 
dem Jahr 1993 als H.________ in der Schweiz. Er erhielt im Jahr 1999 die Aufent-
haltsbewilligung als Ehegatte einer Schweizer Bürgerin. Diese Ehe wurde geschie-
den und ist kinderlos geblieben. Am 4. April 2011 verheiratete er sich mit der Mutter 
seiner drei Kinder in Serbien. Frau AL.________, welche ebenfalls aus Serbien, 
Y.________, stammt (vgl. Aussagen des Beschuldigten, pag. 351 Rz. 46 f.), ist im 
Rahmen des Familiennachzugs am 18. Februar 2015 zu ihrem Ehemann in die 
Schweiz nachgereist, ist im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung (B-Ausweis) und lebt 
mit dem Beschuldigten im gemeinsamen Haushalt. Die Familiennachzugsgesuche 
für die drei Kinder (AM.________, geb. .________, AN.________, geb. .________ 
und AO.________, geb. .________) wurden abgewiesen (Bericht ABEV, 
pag. 1314 ff.). 

Zurzeit ist der Beschuldigte im Besitz einer Niederlassungsbewilligung C, deren Kon-
trollfrist am 5. September 2023 abläuft. Der heute .________-jährige Beschuldigte 
befindet sich seit 23 Jahren in der Schweiz. 

Die Mutter des Beschuldigten ist im Jahr .________ und der Vater im Jahr .________ 
gestorben. Die Kinder sind bis ins Jahr 2014 bei seiner Ehefrau, resp. bei den Gros-
seltern des Beschuldigten aufgewachsen. Als die Ehefrau im Jahr 2015 in die 
Schweiz kam, kümmerten sich seine Schwester (Jhg. .________) und die Frau sei-
nes Bruders (Jhg. .________) um die Kinder. Der Familienzusammengang sei in ih-
rer Tradition enger. Die Schwester und der jüngere Bruder befinden sich noch in 

21

Serbien, resp. in X.________. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschul-
digte insbesondere mit seiner Schwester und seinem Bruder noch Familie und Ver-
wandte in Serbien hat, zumal seine Kinder dort aufwuchsen und er auch dort immer 
wieder Ferien verbrachte. Ausserdem beschrieb der Beschuldigte sein Verhältnis zu 
seiner Heimat in Serbien als «Gut. Wie eine Familie», was ebenfalls darauf hindeu-
tet, dass er in Serbien familiäre Beziehungen pflegt. Sodann ist der Familienzusam-
menhalt gemäss seinen Aussagen in seiner Tradition enger.  

Seine Kinder sind heute alle verheiratet. Die Tochter wohnt seit ca. zwei Jahren in 
O.________ und arbeitet als P.________. Der jüngste Sohn lebt aufgrund der Heirat 
mit einer Schweizer Bürgerin seit zwei Jahren in Q.________, Kanton AP.________. 
Seine Frau arbeitet als S.________ in einem T.________. Der ältere Sohn wohnt 
ebenfalls sei etwa zwei Jahren in U.________, Deutschland, und arbeitet als 
V.________/W.________. 

Nach heutigem Kenntnisstand unterhält der Beschuldigte mit seiner Frau eine ge-
lebte familiäre Beziehung in der Schweiz. Diese Beziehung ist als nah, echt und 
tatsächlich gelebt zu bezeichnen. Der Aufenthalt der in die Schweiz nachgezogenen 
Frau ist jedoch an denjenigen des niederlassungsberechtigten Ehegatten gebunden. 
Im Falle eines Wegzugs des niederlassungsberechtigten Ehegatten haben auch die 
Familienmitglieder grundsätzlich kein Bleiberecht in der Schweiz, es sei denn, sie 
können anderweitig ein Aufenthaltsrecht begründen, was bei der Ehefrau des Be-
schuldigten vorliegend nicht der Fall sein dürfte. Es kann demnach nicht von einer in 
der Schweiz gefestigten Anwesenheitsberechtigung der Ehefrau gesprochen wer-
den. Hinzu kommt, dass es den Ehegatten ohne weiteres möglich bzw. zumutbar 
wäre, ihr Familienleben andernorts zu pflegen. So verbringen die Ehegatten bspw. 
ihre Ferien in Serbien und der UPD hielt in seinem Bericht gestützt auf die Aussagen 
der Ehefrau fest (pag. 880), dass es der Ehefrau früher in Serbien besser gegangen 
sei. Zudem schickte der Beschuldigte seine Frau nach Serbien, als gegen ihn das 
Vorverfahren lief bzw. er wiederholt von der Polizei einvernommen wurde (pag. 325 
Rz. 74 f.). Er habe dies getan, weil er Angst um seine Frau hatte, dass sie zuhause 
eine Dummheit mache (und wie er später präzisiert, Suizid begehe; vgl. pag. 344 Rz. 
775), mithin zu ihrem Schutz. Insofern ist davon auszugehen, dass die Ehefrau in 
Serbien grundsätzlich gut aufgehoben ist und es auch für sie keine übertriebene 
Härte bedeuten würde, in Serbien zu leben (zur gesundheitlichen Situation siehe 
nachfolgend). Es ist den Ehegatten folglich ohne weiteres zumutbar, das Familien-
leben andernorts zu pflegen, womit der familienrechtliche Schutzbereich von Art. 8 
Ziff. 1 EMRK nicht berührt ist.

Betreffend das Verhältnis zu seinen mittlerweile volljährigen Kindern ist festzuhalten, 
dass diese Beziehung nicht als nah und derart intensiv erscheint, als dass eine räum-
liche Trennung zwischen dem Beschuldigten und den Kindern nicht zumutbar wäre. 
So lebten die Eltern bis vor Kurzem denn auch freiwillig getrennt von ihren Kindern 
in verschiedenen Ländern, um – den Aussagen des Beschuldigten zufolge – damit 
Geld zu sparen und hier arbeiten zu können (pag. 353 Rz. 127). Der Kontakt mit den 
Kindern wurde bereits damals grösstenteils über die modernen Kommunikationsmit-
tel wie VIPER und SMS (vgl. pag. 352 Rz. 88 f.) wahrgenommen. Auch heute leben 
sie noch nicht in unmittelbarer Nähe und der Beschuldigte nimmt keine besonderen 

22

Betreuungsaufgaben bei den Kindern oder Enkelkindern wahr. Ein Abhängigkeits-
verhältnis besteht nicht. Sodann gehen die Beziehungen nicht über sporadische Be-
suche hinaus. Es sind keinerlei Gründe ersichtlich, die dagegensprechen würden, 
dass ein Kontakt über diese modernen Kommunikationskanäle heute nicht mehr 
möglich sein sollte. Zudem gehören die volljährigen Kinder denn auch nicht zur Kern-
familie, womit der geschützte Kernbereich nicht tangiert ist und auch diesbezüglich 
der Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens gemäss Art. 8 EMRK einer 
Landesverweisung nicht entgegensteht. Daran ändert auch das neu eingereichte 
Schreiben der drei Kinder nichts. Weitere familiäre Verbindungen in der Schweiz sind 
sodann nicht bekannt.

Insgesamt unterhält der Beschuldigte in der Schweiz neben der Beziehung mit seiner 
Ehefrau keine besonders intensiven familiären Beziehungen, die einen Wegzug als 
Härtefall erscheinen lassen bzw. der Garantie von Art. 8 EMRK zuwiderlaufen wür-
den.

11.3.2. Soziale und wirtschaftliche Integration

Seinen eigenen Aussagen zufolge hielt sich der Beschuldigte im Tatzeitraum in sei-
ner Freizeit oft in einem Z.________ Club auf. Er habe dort Karten gespielt oder 
Sportwetten gemacht. Er sei öfters dort in diesem Club gewesen, als zuhause. Zu-
hause habe er nur geschlafen (pag. 328 Rz. 167). Das gesellschaftliche Leben des 
Beschuldigten spielte sich zu dieser Zeit damit primär mit Angehörigen des eigenen 
Landes ab, was nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gegen die Annahme 
einer hinreichenden sozialen Integration spricht. Heute hat er keinen Kontakt mehr 
zum Z.________ Club, da dieser ihn zu den Drogen geführt habe. Er hat keine Hob-
bies, welchen er nachgeht. Offenbar hat er eine Schweizer Bekannte 
(«AF.________»), welche ihm bei administrativen Aufgaben hilft. Wer dies aber ge-
nau ist und welche Aufgabe sie hat, resp. welches Verhältnis zwischen den Beiden 
besteht, ist nicht näher klar und kann auch offen gelassen werden, da die alleinige 
Beziehung zu einer Schweizerin noch nicht eine für einen Härtefall annehmende so-
ziale Integration darstellt. Eine besonders intensive, über eine normale Integration 
hinausgehende private Beziehung gesellschaftlicher Natur liegt nicht vor. Dass der 
Beschuldigte wegen seiner Krankheit und der Betreuung seiner Ehefrau keinen so-
zialen Kontakten nachkommen könnte – wie dies durch die Verteidigung behauptet 
wird – erachtet die Kammer als nicht glaubhaft. Auch wenn der Beschuldigte – wie 
nachfolgend ausgeführt – gesundheitliche Probleme hat, heisst dies nicht, dass er 
sich sozial nicht mit Kontakt zu schweizerischen Landsleuten, mit welchen er allen-
falls gearbeitet hat oder mit Nachbarn, haben oder sich einbringen könnte. Dies 
umso mehr, als der Beschuldigte zurzeit keiner Arbeit nachgeht und entsprechend 
genügend Zeit dafür hätte. 

In sprachlicher Hinsicht gab der Beschuldigte zu Beginn des Verfahrens im Jahr 
2018 noch an, einen Übersetzer zu benötigen (pag. 246 f., Z. 2 ff.). Im Laufe des 
Verfahrens führte er aus, Berndeutsch zu verstehen (pag. 323, Z. 5; pag. 357, 
Z. 278) und auf eine Übersetzung verzichten zu können. Seine Muttersprache sei 
G.________. Zudem spreche er auch serbokroatisch (pag. 357, Z. 274). Zumal der 
Beschuldigte auch nach damals 19 Jahren in der Schweiz noch einen Übersetzer 

23

benötigte, kann die sprachliche Integration nicht als gelungen erachtet werden. Im-
merhin hat sich der Beschuldigte im Laufe der letzten Jahre um eine Verbesserung 
seiner Deutschkenntnisse bemüht, was aber nach inzwischen 23 Jahren in der 
Schweiz erwartet werden darf.

Die wirtschaftliche Integration ist nach Ansicht der Kammer ebenfalls als gescheitert 
zu betrachten. Zwar hatte der Beschuldigte seit seiner Ankunft in der Schweiz eige-
nen Angaben zufolge immer wieder Anstellungen als J.________. Zwischenzeitlich 
war er aber immer wieder arbeitslos und wurde vom RAV unterstützt. So gab er an-
lässlich der Schlusseinvernahme vor der Staatsanwaltschaft an, wegen Corona habe 
er nicht viel Arbeit, deshalb sei es ihm jetzt ein bisschen langweilig (pag. 323 Rz. 16 
f.). Keineswegs besser sah es auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung am 21. Februar 2022 aus, als der Beschuldigte angab, er sei seit vier Monaten 
arbeitslos und suche einen Job als K.________ oder L.________. Seine Arbeitssi-
tuation war folglich im Laufe der Jahre stets ungewiss. Auch anlässlich der Beru-
fungsverhandlung am 10. November 2022, also ein halbes Jahr später, sah die Si-
tuation immer noch gleich aus. Seine Bemühungen, Arbeit zu finden, beschränken 
sich grundsätzlich auf nicht landesübliche Kanäle, wie das Fragen bei Landsleuten, 
ob sie ihm Arbeit hätten. Zwar sei er bei Temporärbüros gemeldet, dies ändert aber 
nichts daran, dass der Beschuldigte gemäss seinen eigenen Angaben – wenn auch 
nicht im Bereich des J.________ – in anderen Bereichen arbeiten könnte und den-
noch nicht arbeitet. Die Arbeits- und Einkommenssituation des Beschuldigten ist da-
mit alles andere als konstant und gesichert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass seine 
Arbeits- und Einkommenssituation auch schon vor dem F.________ der Ehefrau 
nicht gesichert war. 

Weiter bezog der Beschuldigte Sozialhilfe und aktuell bezieht er diese auch wieder. 
So wurde laut Bestätigung des Sozialdienstes vom 26. September 2022 der Beschul-
digte zusammen mit seiner Ehefrau im April 2018 mit CHF 3’988.50 unterstützt. Seit 
Mai 2022 wird das Ehepaar wiederum unterstützt. Der bisher ausbezahlte Betrag 
beläuft sich auf CHF 14'371.55 (Bericht ABEV, pag. 1315). Insofern ist davon aus-
zugehen, dass der Beschuldigte nunmehr von der Sozialhilfe abhängig ist, was 
ebenfalls gegen eine wirtschaftliche Integration in der Schweiz spricht.

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte hoch verschuldet ist: Gemäss dem aktuellen 
Registerauszug des Betreibungsamts Bern-Mittelland vom 26. September 2022 ver-
fügt der Beschuldigte über neun Verlustscheine im Gesamtbetrag von 
CHF 233’189.35. Entgegen seinen Beteuerungen, er werde keine weiteren Schulden 
mehr anhäufen, laufen gegen den Beschuldigte gemäss Betreibungsregisterauszug 
vom 26. September 2022 aktuell vier Pfändungsverfahren (wobei drei davon von Mai 
2022 datieren) über einen Gesamtbetrag von rund CHF 125'000.00 (Beilage zum 
Bericht ABEV, pag. 1315). Insofern ist auch diesbezüglich festzuhalten, dass es der 
Beschuldigte nicht geschafft hat, ein schuldenfreies Leben in der Schweiz aufzu-
bauen und zu führen. Der Grund, weshalb die Verschuldung mutmasslich begonnen 
haben soll (Glücksspielsucht/Erkrankung der Frau, vgl. pag. 1147), kann dabei nach 
Ansicht der Kammer keine massgebliche Rolle spielen. Wäre dies zu berücksichti-
gen, liesse sich wohl fast jede Verschuldung rechtfertigen, zumal eine solche wohl 
nur in den seltensten Fällen ohne (tragischen) Hintergrund eintritt. Sodann sind seine 

24

Aussagen, wonach er die Schulden durch Erhöhung des Arbeitspensums seiner 
Ehefrau, wie auch einer Arbeit seinerseits, zurückbezahlen wolle, im Lichte der 
überaus hohen Schuldensumme nicht glaubhaft. Offenbar hat auch die langjährige 
Schuldenberatung nichts genutzt, ansonsten sich nicht neue Schulden angehäuft 
hätten. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass abgesehen von der in den letzten 
Jahren verbesserten sprachlichen Integration weder die soziale noch die wirtschaft-
liche Integration in der Schweiz erfolgreich waren, weshalb der Beschuldigte aus 
diesem Kriterium für die Härtefallprüfung keine Vorteile für sich ableiten kann.

11.3.3. Gesundheitszustand

Der Beschuldigte konsumierte von ca. Anfang 2016 unregelmässig und seit ca. Ja-
nuar 2018 regelmässig Kokain (pag. 47, Sammelrapport, EV vom 27.2.2018). Im 
Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils schien er seine Drogensucht im Griff zu haben. 
Zu seiner allgemeinen gesundheitlichen Situation brachte der Beschuldigte anläss-
lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vor, es gehe ihm im Moment nicht so 
gut. Das Hauptproblem sei Diabetes. An den Beinen würde es die ganze Nacht 
«chräbele». Das Inselspital habe ihm gesagt, dass es vom Diabetes komme. Es 
komme aber auch von der schweren Arbeit der letzten zwölf Jahre als J.________. 
Wegen dem Diabetes müsse er jetzt aufpassen und sei am Verhandeln. Er hoffe, 
dass es gut komme (pag. 1170 Rz. 9 ff.). Der Diabetes werde mit Medikamenten, mit 
Metfin, behandelt. Jetzt müsse er noch Schlaftabletten nehmen, weil er wegen dem 
«Chräble» nicht schlafen könne. Asprin und Spiralgin nehme er, wenn er Kopf-
schmerzen habe. Die Probleme würden mit Medikamenten behandelt. Er müsse 
auch auf das Essen und den Zucker achten. Er müsse jeden Tag messen und habe 
Termine mit der Ärztin in Bern (pag. 1170 Rz. 19 ff.). 

Den Berichten des Inselspitals Bern vom 11. August 2020 und 11. September 2020 
(pag. 1360 ff.) ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass der Beschuldigte an einer 
peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Stadium IIb links und an einem Diabetes 
mellitus 2 sowie am Restless-Legs-Syndrom leidet. Als vaskuläre Risikofaktoren 
werden Diabetes mellitus 2. und persistierend Nikotin 1p/d (Anmerkung: eine Pa-
ckung pro Tag / 20py) sowie eine Dyslipidämie (Anmerkung: Fettstoffwech-
selstörung) genannt. 

Im Bericht des Inselspitals Bern vom 20. September 2021 (pag. 1356 ff.) wird über 
die Duplexsonographie der unteren Extremitäten des Beschuldigten berichtet. Dabei 
wurde eine mittel bis höhergradige Stenose (Anmerkung: Verengung der Blutge-
fässe) links erkannt. Als Empfehlung für den Patienten wird neben Verlaufskontrollen 
und Aufgeboten für Sprechstunden ein regelmässiges Gehtraining empfohlen. Als 
vaskuläre Sekundärprävention sollte gemäss Tabelle das Nikotin gestoppt sowie die 
Werte von Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker gesenkt werden. Das Ziel für die 
körperliche Aktivität wurde auf 30 Minuten pro Tag festgelegt. Zudem wurde dem 
Patienten ein Rezept für Aspirin Cardio 100mg sowie Crestatatin 20mg abgegeben.

Gemäss Bericht Inselspital Bern vom 21. September 2021 (pag. 1354 ff.) leidet der 
Beschuldigte neben den bereits festgestellten Krankheiten zusätzlich an einer erek-
tilen Dysfunktion. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit wird in diesem Bericht 

25

neu mit dem Stadium IIa angegeben und damit in der Schwere zurückgestuft (An-
merkung: von schmerzfreier Gehstrecke unter 200m auf Gehstrecke über 200m). 
Weitere Fallrelevante Informationen sind dem Bericht nicht zu entnehmen.

Im Bericht des Inselspitals Bern vom 1. Dezember 2021 (pag. 1350 ff.) werden die 
Diagnosen der erektilen Dysfunktion, peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Sta-
dium IIa links und Diabetes mellitus 2 sowie Restless-Legs-Syndrom bestätigt. Wei-
tere Fallrelevante Informationen sind dem Bericht nicht zu entnehmen. 

Aus dem Bericht des Inselspitals Bern vom 11. April 2022 (pag. 1346 ff.) über die 
Sprechstunde für Diabetologie ergibt sich, dass der Beschuldigte an Diabetes melli-
tus, am ehesten Typ 2, leide, welche mit dem Medikament Metformin initial therapiert 
werde und ergänzend eine Basis-Insulintherapie geplant sei. Als Co-Risikofaktoren 
werden Dyslipidämie, Nikotinkonsum und Übergewicht genannt. Als weiteres Vorge-
hen werden u.a. die Sistierung des Nikotinkonsums und eine Ernährungsberatung 
empfohlen.

Die Diagnose Diabetes mellitus wird ebenfalls im Schreiben des Inselspitals vom 
9. Mai 2022 (pag. 1365) an die AQ.________ Krankenversicherung bestätigt. Darü-
ber hinausgehende Fallrelevante Informationen enthält das Schreiben nicht.

Dem Bericht des Inselspitals Bern vom 27. Mai 2022 (pag. 1340 ff.) ist wiederum zu 
entnehmen, dass der Beschuldigte unter peripherer arterieller Verschlusskrankheit 
Stadium IIa links leide. Die Beschwerden seien eigenen Angaben des Patienten zu-
folge seit dem 5. April 2022 besser geworden. Der Rauchstopp sei noch nicht gelun-
gen. Beim Befund wird ein leicht adipöser Ernährungszustand beschrieben. Unter 
den Empfehlungen wird dem Beschuldigten der Rauchstopp dringend sowie auch 
eine Einstellung der Risikofaktoren gemäss Tabelle empfohlen. Dieser Tabelle zu-
folge sollten die Werte von Cholesterin, Blutdruck und HbA1c (Anmerkung: Blutzu-
ckerwert) gesenkt werden. Weiter müsse ein regelmässiges Gehen erzielt werden, 
was aktuell nicht erreicht sei. Es seien weiter orthopädische und neurologische Ab-
klärungen zu tätigen.

Weiter kann den ärztlichen Rezepten des Inselspitals Bern vom 23. September 2022 
(pag. 1366 f.) entnommen werden, dass der Beschuldigte orthopädische Mass-
schuhe erhält und die podologische Fusspflege besuchen kann.

Neben den genannten Berichten des Inselspitals, welche alle in sich schlüssig und 
nachvollziehbar sind, liegen der Kammer folgende Arztberichte des Hausarztes des 
Beschuldigten, Dr. med. AJ.________, vor:

Im Arztbericht vom 17. Februar 2022 (pag. 1353) hält Dr. med. AJ.________ als 
Diagnose ein chronisches Schmerzsyndrom fest. Der Patient werde mit folgenden 
Medikamenten behandelt: Janumet 50/1000, Rosuvastatin 20, Clopidogrel 75, Aspi-
rin Cardio 100, Quentiapin, Xarelto vascular 2.5 und Paracetamol. 

Mit Schreiben vom 26. Juli 2022 (pag. 1338) beantwortet Dr. med. AJ.________ die 
von Rechtsanwältin B.________ u.a. an ihn gestellte Frage, ob die Behandlung des 
Beschuldigten auch im Heimatland durchgeführt werden könne, dahingehend, dass 
dies sicher nicht möglich sei. Der Beschuldigte würde mit Sicherheit ein Bein verlie-
ren.

26

In seinem nicht unterzeichneten Bericht vom 2. November 2022 (pag. 1343) hält Dr. 
med. AJ.________ u.a. fest, dass bei pAVK Progredienz die Behandlung im Heimat-
land nicht passieren könne. Das Restless-Legs-Syndrom könne man in seinem Hei-
matland nicht effektiv führen und Diabetes mellitus könne man in seinem Heimatland 
nicht effektiv behandeln. Ein Verlust des Beines, Herz- und Hirnschädigung könne 
jederzeit eintreten.

In seinem Ergänzungsbericht vom 3. November 2022 (pag. 1344) relativiert Dr. med. 
AJ.________ seine vorherige Feststellung, wonach eine medizinische Betreuung 
aufgrund der dortigen Verhältnisse nur noch «sehr schwierig zu erhalten» sei. 

Wie der Hausarzt des Beschuldigten im Bericht vom 2. November 2022 zum Schluss 
kommt, die Behandlung sei im Heimatland nicht effektiv möglich, kann durch die 
Kammer nicht nachvollzogen werden. Der Hausarzt gibt hierfür keinerlei sachliche 
Gründe an resp. stellt die Behauptung lediglich in den Raum. Selbst wenn es sich 
um einen Landsmann handeln sollte, ist nicht klar, wie er spezifisch die Lage beim 
Beschuldigten, resp. dessen Herkunftsort, beurteilen kann. Es ist denn auch nicht 
seine Aufgabe, dies zu beurteilen. Es ist objektiv betrachtet nicht ersichtlich, weshalb 
die Behandlung von pAVK nicht möglich sein sollte, zumal die Risikofaktoren bereits 
mit einem Rauchstopp und einer ausgewogenen Ernährung bzw. ausgedehnter kör-
perlicher Aktivität gehemmt werden könnten und sich dies positiv auf den Krankheits-
verlauf auswirken würde. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass beim Beschul-
digten «erst» das Stadium IIa von insgesamt vier Stadien eingetreten ist. Von einem 
sogenannten «Raucherbein» bei Stadium vier ist der Beschuldigte noch weit ent-
fernt. Was die Behandlung der Zuckerkrankheit betrifft, welche gemäss Hausarzt im 
Heimatland ebenfalls nicht möglich sein soll, ist festzuhalten, dass Diabetes mit ent-
sprechender Ernährungsumstellung und (je nach dem) mit einer allfälligen Insulin-
therapie behandelt werden kann. Zweifelsohne ist eine Insulintherapie zudem auch 
in Serbien möglich (vgl. Bericht SEM). 

Worin weiter konkret die Schwierigkeit in der Behandlung des Beschuldigten im Aus-
land gemäss Bericht des Hausarztes vom 2. November 2022 liegen soll, wird nicht 
erwähnt. Die im Ergänzungsbericht unter Ziff. 1-3 und 5 gemachten Ausführungen 
des Hausarztes sind sodann für die Kammer irrelevant: Auch hier ist  weder erkenn-
bar, auf welche Erfahrungswerte sich die Aussagen abstützen, noch liegt es im Kom-
petenzbereich eines Hausarztes, sich über die Möglichkeit einer Reintegration im 
Heimatland oder über allfällige Korruption und zwischenmenschliche Konflikte im 
Ausland zu äussern. Auch erschliesst sich der Kammer nicht, von welchen finanzi-
ellen Verhältnissen der Hausarzt ausgeht bzw. worauf er sich stützt, wenn er angibt, 
der Beschuldigte könne sich seine Krankheit in Serbien nicht leisten. Weiter er-
scheint schleierhaft, wie der Hausarzt unter Ziff. 4 zum Schluss kommen kann, es 
sei sehr wahrscheinlich, dass der Beschuldigte ein Bein verlieren werde und, sollte 
sich sein Zustand dann noch mehr verschlechtern, «weitere schwerwiegende Am-
putationen die Folge sein» würden. Damit insinuiert der Arzt, dass es schon erste 
Amputationen gegeben hat, was nicht aktenkundig ist. Ausserdem ist der Verlust 
eines Beines nicht die unausweichliche Folge einer pAVK, zumal die Verschlechte-
rung des Zustands durch Verbesserung der Risikofaktoren aufgehalten werden 

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kann. Diese vom Hausarzt angegebene hohe Wahrscheinlichkeit lässt sich insge-
samt nicht sachlich begründen. 

Die Ausführungen von Dr. med. AJ.________ basieren zudem mutmasslich auf ei-
nem nicht den Akten beiliegenden Fragenkatalog von Rechtsanwältin B.________. 
Damit ist nicht nachvollziehbar, wie die Antworten zustande gekommen sind bzw. 
wie der Auftrag konkret lautete. Welche Konversation in der Zwischenzeit zwischen 
der Verteidigung des Beschuldigten und dessen Hausarzt ablief, die zur Ergänzung 
und Relativierung des am Tag zuvor eingereichten Berichts führte, ist ebenfalls nicht 
aktenkundig. Es lässt sich damit nicht nachvollziehen, wie es zu den Auskünften des 
Hausarztes kam. Die Antworten erscheinen zudem lediglich in Hinblick auf die Beru-
fungsverhandlung verfasst worden und diesbezüglich auch auffallend zugunsten des 
Beschuldigten ausgefallen zu sein. Dies wohl nicht zuletzt auch deshalb, da es sich 
bei Dr. med. AJ.________ um den Hausarzt des Beschuldigten handelt, welche 
i.d.R. ein engeres persönliches Verhältnis zu den Patienten haben als zum Beispiel 
die Ärzte des Inselspitals. Insgesamt erachtet die Kammer die Arztberichte von Dr. 
med. AJ.________ als stark subjektiv gefärbt und gehen z.T. weit über die Kompe-
tenzen eines Hausarztes hinaus, womit ihnen im Gegensatz zu den sachlich formu-
lierten Berichten des Inselspitals keine Beweiskraft zukommen kann. Hinzu kommt, 
dass es sich bei den Ärzten des Inselspitals um Spezialisten und nicht wie der Haus-
arzt um einen Generalisten handelt. 

Gestützt auf die Berichte des Inselspitals Bern ist denn auch erstellt, dass der Be-
schuldigte an einer erektilen Dysfunktion, einer peripheren arteriellen Verschluss-
krankheit Stadium IIa links, Diabetes mellitus Typ 2 sowie am Restless-Legs-Syn-
drom leidet. Sämtliche dieser Krankheiten haben zweifelsohne eine gewisse 
Schwere erreicht und sind substantiiert dargetan. Für den Beschuldigten besteht auf-
grund dieser Krankheiten jedoch nicht die konkrete Gefahr, dass sie aufgrund feh-
lender angemessener Behandlungsmöglichkeiten oder fehlenden Zugangs zu Be-
handlungen, einer ernsthaften, rapiden und irreversiblen Verschlechterung des Ge-
sundheitszustands ausgesetzt wird, die intensives Leiden oder eine wesentliche Ver-
ringerung der Lebenserwartung nach sich ziehen würde.

So ist zusammen mit der Vorinstanz vorab festzustellen, dass die gesundheitlichen 
Beschwerden des Beschuldigten primär mit Eigeninitiative (Rauchstopp, mehr Be-
wegung) sowie mit Medikamenten behandelt werden können, was ohne Zweifel auch 
im Ausland gewährleistet werden kann (siehe Bericht SEM). Hinweise, die für eine 
fehlende angemessene Behandlungsmöglichkeit im Ausland sprechen würden, lie-
gen nicht vor. Die geschilderten Krankheitsbilder erfordern denn auch – wie die Vor-
instanz korrekt festhält – keine hochspezialisierte Intensivbehandlung und stellen 
keine akute medizinische Notlage dar, die nicht andernorts behandelt werden könn-
ten. Die Behandlung des Typ-2-Diabetes besteht in einer ausgewogenen Ernährung, 
unterstützt durch regelmässige körperliche Aktivität und einer Reduktion des Über-
gewichts. Lassen sich die erhöhten Blutzuckerwerte durch eine Umstellung des Le-
bensstils und/oder eine Gewichtsreduktion nicht normalisieren, werden Tabletten 
(Antidiabetika) eingesetzt. Wird auch damit keine gute Blutzuckereinstellung erreicht, 
wird eine Therapie mit Insulin notwendig (siehe dazu die Information auf der Web-
seite von Diabetes Schweiz, abrufbar unter https://www.diabetesschweiz.ch/ueber-

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diabetes/diabetesformen/diabetes-typ-2.html, zuletzt abgerufen am 19. Januar 
2023). Insulin kann im Bedarfsfall auch im Ausland beschafft werden. Den Blutzucker 
überwachen und auf die Ernährung und genügende Bewegung zu achten, wird dem 
Beschuldigten überall auf der Welt möglich sein. Ebenfalls wäre es dem Beschuldig-
ten durchaus zumutbar, mit dem Rauchen aufzuhören und seine Aktivitäten zu er-
höhen, wie ihm dies von Beginn der Behandlung angeraten wurde, er aber nicht 
befolgt hat. Es geht dabei nicht um eine Reduktion des Rauchens, sondern um einen 
Rauchstopp, welcher ihm dringend empfohlen wurde. Der Beschuldigte scheint auf-
grund seines Verhaltens nicht gewillt zu sein, an seinem Gesundheitszustand etwas 
zu verbessern. Für die höchst spekulative Annahme, wonach dem Beschuldigten ein 
Bein amputiert werden müsse, wie dies der Hausarzt ohne sachliche Begründung 
prophezeit, liegen vorliegend keinerlei Hinweise vor. Weiter gibt es keine Hinweise, 
dass die minimalinvasiven Stent-Operationen, sofern solche überhaupt notwendig 
werden würden, nicht auch in Serbien durchgeführt werden könnten. 

Dass ausländische Gesundheitssysteme weitestgehend nicht dem schweizerischen 
Standard entsprechen, ist gerichtsnotorisch, kann für sich alleine aber keinen Grund 
für die Annahme eines Härtefalls bilden. Auch die genannten finanziellen Hürden, 
die den Zugang zur medizinischen Versorgung allenfalls behindern könnten, erschei-
nen nicht unüberwindbar. So bringt der Beschuldigte vor, man müsse eine Vor-
schussgebühr von EUR 200.00-300.00 bezahlen, bevor eine Behandlung begonnen 
werden könne. Nach Ansicht der Kammer wäre es den Ehegatten durchaus zumut-
bar, die verlangte Gebühr für die medizinische Behandlung aufzutreiben, zumal sie 
beide auch in Serbien arbeiten könnten und auch ihre Kinder einer Erwerbstätigkeit 
in der Schweiz und in Deutschland nachgehen und sie somit ohne weiteres finanziell 
unterstützten könnten. Zudem erscheinen die Darstellungen des Beschuldigten be-
treffend die geschilderte Korruption im Vergleich zu den objektiven Feststellungen 
des SEM im Bericht über die medizinische Grundversorgung in AB.________ als 
stark übertrieben und es hat sich an dieser medizinischen Grundversorgung gemäss 
den eigenen Aussagen des Beschuldigten seit dem Bericht aus dem Jahr 2017 auch 
nichts geändert. Serbien verfügt über ein funktionierendes Gesundheitssystem (vgl. 
statt vieler Urteil BVGer E-1083/2018 vom 22. Januar 2020 E. 10.4.4). Es gibt zudem 
keine Hinweise, dass das serbische Gesundheitswesen sich seit dem Jahr 2017 ver-
schlechtert haben soll und gemäss den eigenen Angaben des Beschuldigten leben 
in X.________, seiner Heimatstadt, 96% G.________ sprechende Menschen. Um 
eine Minderheit handelt es sich dabei zumindest in X.________ nicht.

Der Gesundheitszustand des Beschuldigten kann folglich keinen Härtefall begrün-
den.

11.3.4. Gesundheitszustand der Ehefrau

Der Beschuldigte bringt vor, seine Frau habe im Jahr 2014 einen F.________ erlitten. 
Dieser werde mit Medikamenten behandelt. Sie sei zweimal in der Klinik 
«AR.________» in Therapie gewesen. Sie müsse nun in die Kontrolle im Inselspital, 
da sie in der letzten Zeit vermehrt Schmerzen im Kopf habe. Das habe die Gemeinde 
veranlasst. Sie müsse den Kopf nochmals röntgen. Sie spüre an der Hand nicht viel 
– also die linke Seite sei nicht wie die rechte Seite. Sie vergesse viel. Er habe sie ein 
paar Mal in der Stadt abholen müssen, sie habe nicht mehr gewusst, wo sie war 

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(pag. 1170 Rz. 40 ff.). In der Woche vor der Berufungsverhandlung sei ihr Kaffee im 
Hals stecken geblieben, ihre Arbeitskollegen hätten ihr auf den Rücken schlagen 
müssen, damit sie nicht ersticke. Sie arbeite aber zwei Stunden pro Abend und wolle 
ihr Arbeitspensum aufstocken (pag. 1407 ff.). 

Die von der Verteidigung eingereichten Unterlagen (pag. 1368 ff.) bestätigen die Dia-
gnose einer AS.________ im Jahr 2015 und die damit einhergehende Behandlung 
im Inselspital. Die Ehefrau des Beschuldigten habe sodann gemäss den Berichten 
des Hausarztes, Dr. med. AJ.________, Konzentrations- Gedächtnisstörungen. Sie 
sei durch die AS.________ vergesslicher geworden und sie könne die Anforderun-
gen beim Deutsch-Sprachkurs mindestens zur Hälfte nicht erbringen. Gemäss Be-
richt des Inselspitals Bern vom 17. März 2021 gäbe es sodann Hinweise auf eine 
schwere depressive Symptomatik.

Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit und Depression sind – 
wenn überhaupt – einzig mit Medikamenten behandelbar. Diese Beschwerden kön-
nen ebenso im Ausland behandelt werden, wie dies in der Schweiz der Fall wäre, 
wobei auf das hiervor zum Beschuldigten Gesagte verwiesen werden kann. Worin 
die konkrete Behandlung der Ehefrau im Inselspital genau bestehen soll, ergibt sich 
aus den Berichten nicht. Der Ehefrau des Beschuldigten scheint es jedenfalls heute 
so gut zu gehen, dass sie einer regelmässigen Arbeit als M.________ nachgehen 
und gar aufstocken kann. Sodann wurde ihr Gesuch um eine IV-Rente abgewiesen 
und eine Epilepsieerkrankung konnte ausgeschlossen werden. Sie könnte sich auch 
Hilfe von den Kindern suchen, wenn sie eine solche überhaupt benötigen würde. Der 
eingereichte Arztbericht aus dem Jahr 2015, wonach die Ehefrau des Beschuldigten 
auf eine Betreuungsperson angewiesen sei, hat sodann keinerlei Aktualität mehr und 
entbehrt jeglicher Beweiskraft.

Insgesamt würde der Ehefrau des Beschuldigten jedenfalls in ihrem jetzigen Zustand 
bei einem Umzug in den Heimatstaat keine akute Gefahr für ihre Gesundheit drohen, 
die intensives Leiden oder eine wesentliche Verringerung der Lebenserwartung nach 
sich ziehen würde. 

Insofern kann der Beschuldigte auch aus Art. 3 EMRK nichts zu seinen Gunsten 
ableiten.

11.3.5. Wiedereingliederungsmöglichkeiten im Heimatland, soziale Wiedereingliederung in 
der Schweiz und Respektierung der Rechtsordnung

Der Beschuldigte ist, wie erwähnt, im Alter von .________ Jahren in die Schweiz 
eingereist. Er ist in Serbien geboren und hat seine Kindheit und die prägenden Ju-
gendjahre in seinem Heimatland verbracht. Nach einem Aufenthalt in der Schweiz 
von über 23 Jahren wird die Wiedereingliederung in Serbien zwar mit Schwierigkei-
ten verbunden sein. Allerdings wird es ihm dienlich sein, dass er die Landessprache 
(G.________ und Z.________) beherrscht. Auch eine Anstellung als K.________ 
oder L.________ dürfte in Anbetracht seiner gemachten beruflichen Erfahrungen 
auch im Ausland möglich sein, zumal er in der Vergangenheit bereits Berufserfah-
rung sammeln konnte und einen Führerausweis für Camions mit Anhänger 3,5t be-
sitzt (pag. 1171 Rz. 9). Er ist mit der serbischen Kultur vertraut und ist auch regel-
mässig selbstständig nach Serbien gereist. Die von der Rechtsprechung und Lehre 

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geforderte Wiedereingliederungsmöglichkeit im Heimatland kann folglich als intakt 
bezeichnet werden. Dass ihm eine soziale Eingliederung (von einer Wiedereinglie-
derung kann bei bisher fehlender Integration nicht gesprochen werden) in der 
Schweiz gelingen könnte, ist nicht auszuschliessen. Da jedoch dieselben Chancen 
auch im Heimatland vorliegen, begründet dieser Umstand keinen Grund für einen 
Härtefall.

Dem steht auch nicht entgegen, dass der Beschuldigte nicht vorbestraft war und seit 
dem 16. Mai 2018 nicht wieder straffällig geworden ist. Immerhin hat sich der Be-
schuldigte der mehrfachen Widerhandlungen gegen das BetmG in 23 Fällen schuldig 
gemacht und seine deliktische Tätigkeit zog sich über eine Dauer von einem halben 
Jahr hin. Zwar hat er sich eigenen Angaben zufolge erfolgreich vom Drogenhandel 
und auch vom Drogenkonsum distanzieren können. Ob dieser Zustand weiter anhält, 
kann dahingestellt werden, zumal ehemals Drogensüchtige stets rückfallgefährdet 
sind. Zudem ist dem Beschuldigten zur Last zu legen, dass er bereits einen Monat 
nach Entlassung aus der Untersuchungshaft erneut und einschlägig delinquierte. 
Weiter sind auf den Beschuldigten nicht getilgte Verlustscheine von CHF 233'189.35 
und offene Betreibungen von über CHF 120'000.00 per 26. September 2022 einge-
tragen (pag. 1318 ff.). Somit wurde und wird durch den Beschuldigten weder die 
straf- noch die zivilrechtliche Rechtsordnung der Schweiz respektiert. Insofern kann 
der Beschuldigte auch hieraus nichts für sich ableiten. 

11.3.6. Abschliessende Würdigung

In Berücksichtigung der genannten Kriterien sind keine Umstände erkennbar, die 
vorliegend einer Landesverweisung entgegenstehen würden. Trotz seiner langen 
Aufenthaltszeit in der Schweiz konnte sich der Beschuldigte in der Schweiz nicht 
integrieren. Die Kammer hat dabei durchaus bedacht, dass die Landesverweisung 
den Beschuldigten hart trifft. Zusammengefasst ergibt sich jedoch, dass kein schwe-
rer persönlicher Härtefall vorliegt und die Landesverweisung dem Gesetzeswillen fol-
gend auszusprechen ist. 

11.4 Interessenabwägung

Eine Interessenabwägung als zweite kumulative Voraussetzung von Art. 66a Abs. 2 
StGB entfällt mangels Vorliegens eines schweren persönlichen Härtefalls (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1428/2020 vom 19. April 2021 E. 2.6.8). Aufgrund der vorliegen-
den Fallumstände dürfte jedoch auch eine Interessenabwägung nicht zu Gunsten 
des Beschuldigten ausfallen, da eine Ausweisung in Bezug zu den begangenen De-
likten verhältnismässig wäre.

11.5 Vollzugshindernisse

Wie die Vorinstanz bereits zurecht festhielt, haben die Schweizerische Eidgenossen-
schaft und die Republik Serbien am 30. Juni 2009 ein Abkommen über die Rückü-
bernahme von Personen mit unbefugtem Aufenthalt (SR 0.142.116.829) abge-
schlossen. Auch erachtet es das ABEV als möglich, eine strafrechtliche Landesver-
weisung im gegenwärtigen Zeitpunkt und in naher Zukunft tatsächlich zu vollziehen. 
Sodann ist die allgemeine Lage in Serbien weder von Krieg, Bürgerkrieg noch von 
allgemeiner Gewalt gekennzeichnet, so dass der Vollzug der Wegweisung dorthin 

31

grundsätzlich zumutbar ist. Der Bundesrat hat Serbien denn auch als Staat bezeich-
net, in welchen eine Rückkehr in der Regel zumutbar ist (vgl. Art. 83 Abs. 3 Bundes-
gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration [AIG; SR 
142.20] i.V.m. Art. 18 der Verordnung über den Vollzug der Weg- und Ausweisung 
sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen [VVWAL, SR 142.281] 
und Anhang 2 der Verordnung; Urteil BVGer E-1083/2018 vom 22. Januar 2020 E. 
10.4.2). Andere Umstände, die dagegensprechen würden, sind vorliegend nicht er-
sichtlich. Es bestehen daher im konkreten Fall keine Vollzugshindernisse.

11.6 Dauer der Landesverweisung

Art. 66a Abs. 1 StGB sieht als Dauer der obligatorischen Landesverweisung einen 
Rahmen von fünf bis fünfzehn Jahren vor. Die Bemessung der Dauer der Landes-
verweisung im Einzelfall liegt im Ermessen des Gerichts, welches sich insbesondere 
am Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu orientieren hat (Botschaft vom 26. Juni 2013 
zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstrafgesetzes, BBl 2013 5975 ff., 
S. 6021). Wie diese Verhältnismässigkeitsprüfung im Detail auszugestalten ist bzw. 
an welchen Kriterien sich die Ermessensausübung zu orientieren hat, ist jedoch nicht 
offensichtlich. Das Bundesgericht hat hierzu festgehalten, dass die Rechtsfolge, das 
heisst die Dauer der Landesverweisung, aufgrund des Verschuldens und der Ge-
fährdung der öffentlichen Sicherheit zu bestimmen sei (Urteil des Bundesgerichts 
6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.3.4). Dabei besteht zwischen der Dauer der 
Strafe und jener der Landesverweisung in der Regel eine gewisse Übereinstimmung 
(vgl. zum alten Recht BGE 123 IV 107). Gemäss ZURBRÜGG/HRUSCHKA sind beim 
Kriterium des Verschuldens insbesondere die allgemeinen Strafzumessungskriterien 
zu berücksichtigen, wohingegen die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit anhand 
der begangenen Rechtsgutsverletzung, welche zu einem unterschiedlich starken öf-
fentlichen Entfernungs- und Fernhalteinteresse führe, eruiert werden könne. Ansch-
liessend seien die öffentlichen Interessen an einer Landesverweisung mit den priva-
ten Interessen des zu einer Landesverweisung Verurteilten in Einklang zu bringen 
(a.a.O., N. 27 ff. zu Art. 66a StGB). 

Die minimale Dauer der Landesverweisung beträgt fünf Jahre (Art. 66a Abs. 1 StGB). 
Sie ist aufgrund des Tatverschuldens und der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit 
zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts 6B_627/2018 vom 22. März 2019 E. 1.3.4). 
Dabei besteht zwischen der Dauer der Strafe und jener der Landesverweisung in der 
Regel eine gewisse Übereinstimmung (BGE 123 IV 107). 

Die Vorinstanz ging vorliegend von einem noch leichten Tatverschulden aus und 
sprach für die begangenen Widerhandlungen gegen das BetmG eine Freiheitsstrafe 
von 24 Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs, aus (pag. 1260, Ziff. 
6 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Eine Landesverweisung für die gesetzlich 
vorgesehene Minimaldauer von fünf Jahren erscheint vor diesem Hintergrund auch 
der Kammer als angemessen. 

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11.7 Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS)

11.7.1. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz ordnete die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener 
Informationssystem (SIS) an und hielt fest, dass aufgrund der angedrohten Mindest-
strafe nach Art. 19 Abs. 2 BetmG, welche die durch qualifizierte Betäubungsmittel-
delikte begründete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und insbeson-
dere für die öffentliche Gesundheit widerspiegle, die Schweizerische Eidgenossen-
schaft grundsätzlich zur SIS-Ausschreibung verpflichtet sei.

Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung führte die Vorinstanz weiter aus, dass 
die Kinder des Beschuldigten nun seit kurzer Zeit in Deutschland und der Schweiz 
leben würden. Der Beschuldigte habe zu ihnen regelmässigen Kontakt. Der Kontakt 
finde – jedenfalls auch – per Viber, SMS oder Telefon statt. Auch wenn der Beschul-
digte nach Serbien ausgeschafft werde, könne er diesen Kontakt über die genannten 
Kanäle aufrechthalten. Eine besonders intensive persönliche Beziehung, bspw. 
durch Unterstützung der Kinder und Enkelkinder, pflege der Beschul