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**Case Identifier:** 2ffd41ab-7bd2-521c-89c9-18348d633322
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.08.2023 100 2022 201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-201_2023-08-21.pdf

## Full Text

100.2022.201U
STE/SES/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. August 2023

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichterin Steinmann 
Gerichtsschreiberin Seiler

A.________ AG
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde Bern
Bauinspektorat, Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern

betreffend Baupolizei; Anbringen einer Leuchtreklame (Entscheid der 
Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 13. Juni 2022; 
BVD 110/2021/210)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.08.2023, Nr. 100.2022.201U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die A.________ AG reichte am 26. Juni 2020 bei der Einwohnergemeinde 
(EG) Bern ein Baugesuch ein für das Anbringen einer Reklame 
(Leuchtkasten) an der Decke der Laube auf der Parzelle Bern 
Gbbl. Nr. 1________. Gleichzeitig beantragte sie eine Ausnahmebewilligung 
für ein höheres Format der Leuchtreklame von 50 cm statt 30 cm. Die 
Parzelle liegt in der Zone mit Planungspflicht (ZPP) Obere Altstadt; das 
Gebäude ist im Bauinventar als schützenswert erfasst. Auf die Mitteilung der 
EG Bern vom 14. September 2020, wonach Einwände gegen das Vorhaben 
bestünden, und die Aufforderung, das Projekt entsprechend zu bereinigen, 
ging die A.________ AG nicht ein, sondern installierte in der Folge eine 
50 cm hohe Leuchtreklame. Nachdem die EG Bern dies festgestellt und 
Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hatte, reichte die A.________ AG 
am 14. April 2021 ein nachträgliches Bau- sowie Ausnahmegesuch ein. Mit 
Verfügung vom 4. November 2021 verweigerte die EG Bern die 
nachträgliche Baubewilligung und ordnete die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands durch Entfernen des Leuchtkastens an.

B.

Dagegen führte die A.________ AG am 1. Dezember 2021 Beschwerde bei 
der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Diese wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 13. Juni 2022 ab.

C.

Gegen diesen Entscheid hat die A.________ AG am 8. Juli 2022 Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde erhoben und beantragt, der Entscheid der BVD 
vom 13. Juni 2021 sei aufzuheben und dem Vorhaben sei die Baubewilligung 
zu erteilen; eventuell sei auf die Wiederherstellung zu verzichten.

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Mit Eingabe vom 11. August 2022 hat die EG Bern auf eine Beschwerdeant-
wort verzichtet. Die BVD schliesst mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2022 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 49 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Ver-
fahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än-
derung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

Umstritten ist zunächst, ob die Leuchtreklame die massgebenden Denkmal- 
und Ortsbildschutzvorschriften einhält.

2.1 Baudenkmäler können nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens 
und Wohnens für bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter 
Berücksichtigung ihres Wertes verändert werden; sie dürfen durch Verände-
rungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 
BauG). Weiter dürfen nach Art. 9 Abs. 1 BauG unter anderem Reklamen und 
Anschriften Orts- und Strassenbilder nicht beeinträchtigen. Von der Befug-

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nis, hierzu nähere Vorschriften zu erlassen (Art. 9 Abs. 3 BauG), hat die EG 
Bern im Reglement vom 16. Mai 2004 über die Reklame in der Stadt Bern 
(Reklamereglement, RR; SSSB 722.51) wie folgt Gebrauch gemacht: Nach 
Art. 1 Abs. 2 RR bezweckt das Reglement eine qualitativ gute Integration 
von Reklamen ins Quartier-, Strassen- und Landschaftsbild. Als Reklamen 
gelten alle Einrichtungen, die ausserhalb von Gebäuden direkt oder indirekt 
der Werbung dienen; es sind entweder Eigenreklamen, Fremdreklamen oder 
Firmenanschriften (Art. 2 Abs. 1 RR). Leuchtkästen sind selbstleuchtende 
Werbeträger, in welchen Reklamen unbeweglich angebracht sind (Art. 2 
Abs. 4 RR). Nach Art. 3 RR dürfen Reklamen Orts- und Strassenbilder sowie 
Landschaften nicht beeinträchtigen (Abs. 1). Sie müssen in ihrer Grösse, 
Ausführung und Häufigkeit in einem ausgewogenen Verhältnis zu ihrer Um-
gebung stehen, dürfen weder den besonderen Charakter einer Liegenschaft 
verändern, noch zu einem dominierenden Akzent der Umgebung werden, 
wobei die Gesamtwirkung aller Reklamen in der Umgebung zu berücksichti-
gen ist (Abs. 2). In besonderem Mass ist namentlich auf besonders schöne 
oder kulturgeschichtlich wertvolle Ortsbilder sowie Bauten und Anlagen 
Rücksicht zu nehmen (Abs. 3). Firmenanschriften und Eigenreklamen an ge-
schützten Bauten werden bewilligt, soweit sie deren Erscheinungsbild nicht 
beeinträchtigen (Art. 5 Abs. 2 RR). Namentlich für das Gebiet der Altstadt 
bestehen weitergehende Einschränkungen (Art. 23 ff. RR; vgl. zum Zweck 
des RR vorrangig solch besonders empfindliche Gebiete zu schützen: Bot-
schaft des Stadtrats zur Gemeindeabstimmung vom 16. Mai 2004, abrufbar 
unter: <http://www.bern.ch>, Rubriken «Themen/Stadt, Recht und Poli-
tik/Abstimmungen und Wahlen/Abstimmungen/Abstimmungsresultate seit 
2000/Abstimmungsresultate 200-2005/16.5.2004», S. 55 ff., 57): Es werden 
dort grundsätzlich keine Fremdreklamen bewilligt (Art. 23 Abs. 1 RR). An 
Fassaden werden grundsätzlich nur Firmenanschriften bewilligt, unter 
bestimmten Voraussetzungen in Verbindung mit Firmensigneten; andere 
Eigenreklamen sind nicht gestattet (Art. 24 Abs. 1 RR). In den Lauben sind 
Eigenreklamen zulässig, wenn sie bezüglich Grösse, Farbe, Leuchtwirkung 
und Häufigkeit das Stadtbild nicht beeinträchtigen (Art. 24 Abs. 2 RR).

2.2 Diese Bestimmungen gehen über die «ästhetische Generalklausel» 
von Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus; ihnen kommt selbständige Bedeutung zu. Sie 
enthalten nicht bloss ein allgemeines Beeinträchtigungsverbot, sondern kon-

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kretisieren darüber hinaus die ästhetischen Anforderungen im Einzelnen 
(vgl. Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 5. Aufl. 
2020, Art. 9-10 N. 4). Bei der Auslegung von kommunalem Recht ist zu be-
achten, dass sich die Autonomie der Gemeinden nicht auf den Bereich der 
Rechtsetzung beschränkt (vgl. Art. 109 der Verfassung des Kantons Bern 
[KV; BSG 101.1] und Art. 65 Abs. 1 BauG); insbesondere wo eine Gemeinde 
zum Erlass von Rechtsnormen berechtigt ist, kommt ihr grundsätzlich auch 
bei deren Anwendung ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Es ist deshalb 
vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie eine eigene Vorschrift 
verstanden haben will. Wird die Anwendung einer von ihr erlassenen Bestim-
mung Gegenstand eines Beschwerdeverfahrens, haben die Rechtsmittel-
instanzen zu prüfen, ob die von der Gemeinde geltend gemachte Auslegung 
rechtlich haltbar ist. Sie auferlegen sich mit andern Worten eine gewisse Zu-
rückhaltung gegenüber der Auffassung der Gemeinde, indem sie sich der 
Prüfung enthalten, ob eine andere Bedeutung der umstrittenen Bestimmung 
ebenfalls möglich und rechtlich haltbar wäre (statt vieler BVR 2023 S. 25 
E. 5.5; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 9-10 N. 5 mit weiteren Hinweisen).

2.3 Der installierte Leuchtkasten ist 500 mm hoch, 1'500 mm breit und 
30 mm tief und hängt von der Laubendecke. Die Aufhängevorrichtung sowie 
die Grundfarbe des Leuchtkastens sind schwarz. Im oberen Drittel steht in 
weisser Farbe die Adresse «…» und darunter befinden sich auf weissem 
Hintergrund fünf symmetrisch angeordnete Firmenanschriften bzw. -logos; 
das mittlere Element ist doppelt so hoch wie die jeweils zwei anderen auf 
beiden Seiten (Akten Gemeinde 3B pag. 21). – Die Gemeinde hat die 
nachträgliche Baubewilligung unter Hinweis auf die ablehnende Haltung der 
städtischen Denkmalpflege sowie ihre langjährige Praxis für Reklamen im 
Altstadtperimeter verweigert, wonach gestützt auf Art. 24 Abs. 2 RR in den 
Lauben der Oberen Altstadt Leuchtkästen und unbeleuchtete Schilder mit 
einer maximalen Höhe von 30 cm bewilligt würden. Die Reklameflächen auf 
den von der Laubendecke herunterhängenden Leuchtkästen oder Schildern 
seien in erster Linie für das Anbringen von Firmenanschriften und Eigenre-
klamen vorgesehen und nicht für adressbildende Angaben. Hier seien die 
Hausnummer und die Mieterbeschriftungen innerhalb der Laube bereits di-
rekt beim Eingang mit einer Tafel auf Augenhöhe gekennzeichnet; eine Wie-
derholung der Adresse auf dem Leuchtkasten sei daher unnötig. Für die 

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Werbeflächen ohne Adresszusatz würde eine Höhe von 30 cm genügen 
(Verfügung vom 4.11.2021, Akten Gemeinde 3B pag. 32 ff.). 

2.4 Die BVD hat diese Erwägungen als überzeugend und rechtlich halt-
bar erachtet und dargelegt, es sei nachvollziehbar, dass die Gemeinde dem 
Laubenbild in der oberen Altstadt eine wichtige Bedeutung beimesse und 
dieses nicht durch zu grosse Leuchtkästen dominieren lassen wolle. Vor die-
sem Hintergrund sei ihre Praxis haltbar, Leuchtkästen und unbeleuchtete 
Schilder mit einer maximalen Höhe von 30 cm zuzulassen, welche in erster 
Linie für das Anbringen von Firmenanschriften bzw. Eigenreklamen und nicht 
für adressbildende Angaben wie die Hausnummer oder Adresse vorgesehen 
seien. Die Werbeflächen hätten in unveränderter Schriftgrösse auf einem 
30 cm hohen Leuchtkasten Platz. Es lägen auch keine besonderen Verhält-
nisse vor, die hier eine Höhe von 50 cm rechtfertigen würden. Der Adress-
zusatz «…» sei unnötig, da der Leuchtkasten von der Ecke …platz/…gasse 
aus gut sichtbar sei, so dass Kundschaft den Eingang zur Liegenschaft auch 
allein aufgrund der Firmenanschriften finden würde. Falls der Adresszusatz 
notwendig wäre, würde eine Höhe des Leuchtkastens von 30 cm im Übrigen 
ausreichen; die Firmenanschriften müssten bloss marginal angepasst 
werden (angefochtener Entscheid E. 2f f.). 

2.5 Diese Erwägungen sind nicht zu beanstanden. Die Berner Altstadt ist 
Bestandteil des UNESCO-Weltkulturguts und untersteht besonders strengen 
Schutzvorschriften (Art. 76 ff. der Bauordnung der Stadt Bern vom 24. Sep-
tember 2006 [BO]). Auch für Reklamen gelten einschränkende Regeln 
(Art. 23 f. RR). In den Lauben sind Eigenreklamen zwar zulässig, sie dürfen 
das Stadtbild mit ihrer Grösse, Farbe, Leuchtwirkung und Häufigkeit aber 
nicht beeinträchtigen (Art. 24 Abs. 2 RR). Die Gemeinde hat der Beschwer-
deführerin bereits in ihrer Stellungnahme zum Baugesuch vom 26. Juni 2020 
(vgl. vorne Bst. A) erläutert, dass sie diese Norm in langjähriger Praxis so 
auslege, dass in den Lauben der Oberen Altstadt Leuchtkästen und unbe-
leuchtete Schilder zulässig seien, die maximal 30 cm hoch und halb so breit 
seien wie der freie Laubendurchgang (Akten Gemeinde 3B pag. 9). Diese 
Praxis ist mit Blick auf die besondere Schutzwürdigkeit der Altstadt mit den 
zahlreichen Baudenkmälern und das Interesse an einer einheitlichen Anwen-
dung der massgeblichen Norm ohne Weiteres rechtlich haltbar. Das maximal 

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zulässige Format ist gross genug für Eigenreklamen einschliesslich Firmen-
anschriften und trägt dem öffentlichen Interesse Rechnung, dass die Lauben 
nicht durch Leuchtkästen und Schilder dominiert werden sollen. Es ist auch 
nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde unter dem Begriff «Firmenan-
schrift» vorab den Firmennamen, allenfalls in Verbindung mit einem Signet, 
versteht und nicht die Adresse (vgl. Art. 95 Abs. 2 der Signalisationsverord-
nung vom 5. September 1979 [SSV; SR 741.21]). Soweit die Beschwerde-
führerin bestreitet, dass eine ständige Praxis der Gemeinde besteht, und auf 
davon abweichende Beispiele hinweist, überzeugen ihre Argumente nicht: 
Abgesehen davon, dass sie offenbar selber von dieser Praxis ausgegangen 
ist, indem sie zusammen mit dem ursprünglichen Baugesuch ein Ausnahme-
gesuch zur Überschreitung der maximalen Höhe gestellt hat (Akten Ge-
meinde 3B pag. 3; vorne Bst. A), sind die angeblich von der Praxis abwei-
chenden Beispiele (Beschwerde Rz. 21 f.; Beschwerdebeilage 7) nicht 
geeignet, die kommunale Bewilligungspraxis in Frage zu stellen. Nach den 
unbestrittenen Angaben der Gemeinde handelt es sich bei den Leuchtkästen 
«…» und «…» um altrechtliche Reklamen (Akten BVD 3A pag. 16). Die 
Gemeinde hat dargelegt, dass sie die Neugestaltung von solchen in den 
Lauben hängenden Leuchtkästen gestützt auf die Besitzstandsgarantie 
zulasse, wenn deren Grösse unverändert bleibe, lediglich die 
Beschriftungsflächen/-folien ersetzt würden und für den bestehenden 
Leuchtkasten oder das bestehende Schild eine Bewilligung vorliege (Akten 
Gemeinde 3B pag. 9 Rückseite). Entgegen der Behauptung der 
Beschwerdeführerin (Beschwerde Rz. 22) handelt es sich auch beim Schild 
«…» nicht um eine neue Reklame. Die Gemeinde hat ebenfalls bereits in 
ihrer Stellungnahme zum Baugesuch vom 26. Juni 2020 erklärt, dass es sich 
dabei um einen Ersatz/eine Neubeschriftung von vorbestehenden 
Reklameelementen gehandelt habe (Akten Gemeinde 3B Rückseite pag. 9). 
Mit dem pauschalen Vorbringen, in der …gasse entstehe der Eindruck, dass 
nahezu gleich viele Ausnahmen von der Praxis gewährt würden, wie 
praxiskonforme Schilder installiert seien (Beschwerde Rz. 22), vermag die 
Beschwerdeführerin eine rechtsgleiche kommunale Bewilligungspraxis für 
neue Reklamen ebenfalls nicht in Zweifel zu ziehen. Ein Anspruch auf 
Gleichbehandlung – sei es im Recht oder im Unrecht (Beschwerde Rz. 20 ff.) 
– fällt mangels Vergleichbarkeit der neuen Reklame mit den erwähnten 
(besitzstandsgeschützten) Beispielen somit von vornherein ausser Betracht 

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(vgl. zu den Voraussetzungen der Gleichbehandlung im Unrecht etwa 
BVR 2013 S. 85 E. 8.1, 2012 S. 494 E. 7.6).

2.6 Die Vorinstanz ist folglich zu Recht zum Schluss gekommen, dass 
der Leuchtkasten, den die Beschwerdeführerin installiert hat, den massge-
blichen Schutzvorschriften für die Berner Altstadt bzw. der rechtlich ohne 
Weiteres haltbaren Praxis der Gemeinde dazu widerspricht. 

3.

Weiter ist umstritten, ob für die zu hohe Leuchtreklame eine Ausnahmebe-
willigung hätte erteilt werden müssen.

3.1 Gemäss Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen kantonalen 
und kommunalen Bauvorschriften gewährt werden, wenn besondere Ver-
hältnisse es rechtfertigen und weder öffentliche Interessen beeinträchtigt 
werden (Abs. 1), noch wesentliche nachbarliche Interessen (Abs. 2; vgl. 
auch Art. 21 RR). Die Ausnahmebewilligung bedeutet, dass von einer allge-
mein gehaltenen Bestimmung aus besonderen Gründen des Einzelfalls ab-
gewichen werden darf. Dabei geht es um die Behebung einer unverhältnis-
mässigen Härte oder offensichtlichen Unzweckmässigkeit. Als besondere 
Verhältnisse kommen sowohl objektive Besonderheiten (Lage der Parzelle, 
Beschaffenheit des Baugrunds, technisch bedingte Ausnahmesituationen 
usw.) wie auch solche in Frage, die in den subjektiven Verhältnissen der 
bauwilligen Person begründet sind (z.B. Bedürfnisse einer behinderten Per-
son). Ob ein Sachverhalt dem Erfordernis der besonderen Verhältnisse zu 
genügen vermag, hängt von drei Komponenten ab, nämlich vom Interesse 
der Bauherrschaft an der Ausnahme, von der Bedeutung der Vorschrift, von 
der abgewichen werden soll, und von der Art und dem Mass der verlangten 
Abweichung (BVR 2020 S. 502 E. 3.1 f.; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 26-27 
N. 5). 

3.2 Die Beschwerdeführerin sieht solche besonderen Verhältnisse im 
Umstand, dass ihre Adresse «…» laute, der Geschäftszugang aber nicht 
direkt am …platz liege, sondern zurückversetzt in der …gasse. Deshalb sei 
es notwendig, neben den Firmenanschriften auch die Adresse auf dem 

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Leuchtkasten anzubringen, was zu einer Überschreitung der praxisgemäss 
üblichen Maximalhöhe führe. Die Anschrift am Hauseingang sei vom …platz 
her nicht einsehbar und wenn die Adresszeile auf der Leuchtreklame fehle, 
begebe sich auch niemand in die …gasse, um das Schild beim Eingang zu 
konsultieren (Beschwerde Rz. 5 ff. und 15). Werde nebst den fünf 
Firmenlogos die Adresse angegeben, wäre hingegen bei einer Gesamthöhe 
der Leuchtreklame von bloss 30 cm die Sichtbarkeit und Leserlichkeit nicht 
gegeben. Es sei – entgegen den Vorinstanzen – denn auch unzutreffend, 
dass die Mehrhöhe auf den schwarzen Rand zurückzuführen sei; vielmehr 
sei diese Folge der notwendigen Adresszeile (Beschwerde Rz. 6 und 16). 
Die Bedeutung der Vorschrift, von der abgewichen werden soll, sei zudem 
gering, handle es sich doch nicht um eine gesetzlich definierte Grösse, 
sondern um eine nicht publizierte Praxis der Gemeinde. In der konkreten 
Situation stünden der Leuchtreklame auch keine öffentlichen Interessen 
entgegen, da sie das bestehende Orts- und Strassenbild nicht zusätzlich 
beeinträchtige (Beschwerde Rz. 19).

3.3 Diese Ausführungen überzeugen nicht. Zwar ist nachvollziehbar, 
dass die Beschwerdeführerin ihre Kundschaft bereits auf sich aufmerksam 
machen will, wenn diese auf dem …platz steht; insofern ist die Anschrift am 
Hauseingang, wie die Beschwerdeführerin zutreffend einwendet, nicht 
hilfreich. Dem Anliegen wird jedoch mit den Firmenanschriften und -logos 
hinreichend Rechnung getragen; diese lassen ohne weiteres erkennen, wo 
sich der Zugang zu den angegebenen Geschäftsräumlichkeiten befindet. Die 
zusätzliche Adresszeile ist dafür nicht notwendig. Ein Ausnahmegrund für 
die Mehrhöhe liegt insofern nicht vor (angefochtener Entscheid E. 2f). Auch 
die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, die praxisgemäss zulässige Höhe 
von 30 cm ohne Adresszeile einhalten zu können (E. 3.2 hiervor). Es steht 
ihr im Übrigen frei, die Leuchtreklame so zu gestalten, dass auch die Adresse 
Platz findet. So dürfte z.B. die ursprünglich geplante Gestaltung der Leucht-
reklame ohne breiten schwarzen Rahmen eine Höhe von ungefähr 30 cm 
aufgewiesen haben (vgl. Akten Gemeinde 3B pag. 5). Schliesslich verkennt 
die Beschwerdeführerin die Bedeutung der Bestimmung, von der abgewi-
chen werden soll. Mit ihrer Praxis ist die Gemeinde bestrebt, Art. 24 Abs. 2 
RR einheitlich anzuwenden, um übergrosse Leuchtreklamen und eine Be-
einträchtigung des Laubenbilds zu verhindern; gerade im empfindlichen Ge-

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biet der Altstadt und bei einem schützenswerten Haus wie dem vorliegenden 
besteht an der Einhaltung von einheitlichen Gestaltungsvorgaben ein gros-
ses öffentliches Interesse. Wenn das Laubenbild im konkreten Fall bereits 
durch Korblampen und Figuren des benachbarten Hotels beeinträchtigt ist 
(Beschwerde Rz. 9), ändert dies nichts; darin lägen ebenfalls keine beson-
deren Verhältnisse, die eine Ausnahmebewilligung rechtfertigen könnten. 

4.

Schliesslich ist die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands nach An-
sicht der Beschwerdeführerin unverhältnismässig, da kaum öffentliche Inte-
ressen tangiert würden (Beschwerde Rz. 27).

4.1 Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung 
einer solchen ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten 
Vorhabens Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde der je-
weiligen Grundeigentümerin oder dem jeweiligen Grundeigentümer eine an-
gemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter 
Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die Wieder-
herstellungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismäs-
sig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen, was von Amtes 
wegen zu prüfen ist (Art. 47 Abs. 6 des Dekrets vom 22. März 1994 über das 
Baubewilligungsverfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]; statt 
vieler BVR 2020 S. 380 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9). Die Wie-
derherstellung kann unterbleiben, wenn die verantwortliche Person in gutem 
Glauben angenommen hat, sie sei zur Bauausführung ermächtigt, und wenn 
der Beibehaltung des unrechtmässigen Zustands nicht schwerwiegende öf-
fentliche Interessen entgegenstehen, ebenso wenn die Abweichung vom Er-
laubten nur unbedeutend ist oder die Wiederherstellung nicht im öffentlichen 
Interesse liegt (statt vieler BGE 132 II 21 E. 6; BVR 2003 S. 97 E. 3b; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9b).

4.2 Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat (angefochtener Entscheid 
E. 4b), muss die Beschwerdeführerin als baurechtlich bösgläubig gelten, hat 
sie doch im Wissen, dass das Vorhaben einer Baubewilligung bedarf und ihr 

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Baugesuch voraussichtlich nicht bewilligt würde, den 50 cm hohen Leucht-
kasten installiert (vorne Bst. A). Wie dargelegt besteht im sensiblen Gebiet 
der Altstadt und bei schützenswerten Gebäuden wie hier ein grosses öffent-
liches Interesse an der Einhaltung von Ästhetikbestimmungen; dass noch 
besitzstandsgeschützte Reklametafeln bestehen, die der Praxis der Ge-
meinde nicht entsprechen, ändert daran nichts. Wie die Beschwerdeführerin 
selbst eingesteht, sind die Kosten für die Entfernung der Leuchtreklame ge-
ring (Beschwerde Rz. 27); wirtschaftliche Interessen sind bei Bösgläubigkeit 
zudem kaum je ausschlaggebend (statt vieler VGE 2019/161 vom 10.3.2021 
E. 4.2.6 [bestätigt durch BGer 1C_180/2021 vom 19.8.2021]; Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 46 N. 9c Bst. c). Die Vorinstanz hat folglich auch die angeordnete 
Wiederherstellungsmassnahme zu Recht bestätigt.

5.

5.1 Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als offensichtlich 
unbegründet und ist abzuweisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche 
Rechtsmittel in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft [GSOG; BSG 161.1]).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwerde-
führerin die Kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Einwohnergemeinde Bern
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.