# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa27c589-e6c6-5a57-80dd-e8b0cbca4fbb
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.04.2013 SB120375
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120375_2013-04-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr. SB120375-O/U/pb/rc 
 
Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Ruggli und 

lic. iur. Stiefel sowie der Gerichtsschreiber Dr. Bischoff 

 

Urteil vom 2. April 2013 

 
in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwältin 
lic. iur. Groth,  

Anklägerin, Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte 

 

gegen 

 

A._____, 
Beschuldigter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 
7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 (DG120035) 

 

-  2  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV vom 6. Februar 2012 ist diesem Ur-

teil beigeheftet (Urk. 26). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 

1 und Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

und mit heute 62 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre festgesetzt. 

4. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, 

keinen Alkohol zu konsumieren und seine Abstinenz ärztlich kontrollieren zu 

lassen. 

5. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Zürich vom 

25. Juli 2011 angeordnete Ersatzmassnahme wird aufgehoben. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 unter 

SK-Nummer … beschlagnahmte Schweizer Sackmesser "Victorinox" wird 

eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

- 1 Herrenjacke, dunkelbraun mit Längsstreifen, Marke "Mexx"; 

- 1 Strickpullover, schwarz, Marke "Kitaro"; 

- 1 T-Shirt, schwarz mit gelber Aufschrift, Marke "Puma"; 

-  3  - 

- 1 Jeanshose, blau, Marke "Teddy's"; 

- 1 Paar Sportschuhe, schwarz mit weisser Sohle, Marke "Nike". 

8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Privatkläger 1 nach Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben: 

- 1 Paar Herrensocken, schwarz mit Adidasemblem; 

- 1 Jeanshose, dunkelblau, Marke "Colin's Jeans"; 

- 1 Paar Sportschuhe, schwarz, Marke "Nike"; 

- 1 Jeanshose, blau, Marke "Levis". 

9. Werden die in Ziff. 7 und 8 genannten Gegenstände nicht innert 60 Tagen 

seit der Rechtskraft dieses Urteils abgeholt, so werden sie der Lagerbehörde 

zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

10. Die Zivilansprüche der Privatkläger B._____ und C._____ AG werden als 

durch Vergleich erledigt abgeschrieben. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'500.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 577.20   Kosten der Kantonspolizei  

Fr. 10'000.--   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 10'666.15   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 18'536.80   amtliche Verteidigung  
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, 

sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten erlauben. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 63, S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei wegen versuchter schwerer Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schul-

dig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren zu be-

strafen. 

3. Bezüglich der Nebenfolgen und den Kostenfolgen (Ziff. 5 bis 9) sei das 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 zu 

bestätigen. 

b) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 64, S. 2) 

1. Die Berufung sei abzuweisen unter Bestätigung des Schuldspruchs 

und des bedingten Strafvollzuges (Probezeit 2 Jahre) gemäss Urteil 

des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 (Geschäfts-

Nr. DG120035) (nachfolgend "vorinstanzliches Urteil"). 

2. Im Rahmen der Anschlussberufung sei das vorinstanzliche Strafmass 

von 15 auf 12 Monate Freiheitsstrafe zu reduzieren. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens (inkl. diejenigen der amtlichen 

Verteidigung) seien definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

 

-  5  - 

Das Gericht erwägt: 

I. 
 

Prozessuales 

13. Das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 wurde am selben Tag mündlich eröffnet, 

und gleich anschliessend wurde das Dispositiv ausgehändigt (Prot. I, S. 10; 

Urk. 41). Am 9. Mai 2012 ging die Berufungsanmeldung der Staatsanwaltschaft 

rechtzeitig bei der Vorinstanz ein (Urk. 47; Art. 399 Abs. 1 StPO). Den Empfang 

des begründeten Urteils quittierte die Anklagebehörde am 27. Juli 2012 

(Urk. 50/1). Fristgerecht reichte sie mit Datum vom 31. Juli 2012 (Eingang bei der 

II. Strafkammer des Obergerichts am 2. August 2012) die Berufungserklärung ein 

(Urk. 52; Art. 399 Abs. 3 StPO). Mit Präsidialverfügung des Kammerpräsidenten 

vom 24. September 2012 wurde den Privatklägern und dem Beschuldigten Frist 

für Anschlussberufung angesetzt (Urk. 55). Am 12. Oktober 2012 liess der Be-

schuldigte rechtzeitig eine auf die Strafzumessung beschränkte Anschlussberu-

fung erheben (Urk. 58; Urk. 56/2; Art. 400 Abs. 3 StPO) und das Datenerfas-

sungsblatt samt Beilagen einreichen (Urk. 57/1-8). Die Privatkläger liessen sich 

nicht vernehmen. 

14. Die Staatsanwaltschaft hat mit ihren Berufungsanträgen (Urk. 52, S. 2), 

wonach der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit 

3 ½ Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen sei, den Schuldpunkt und die Strafzumes-

sung, mithin die Dispositivziffern 1 – 4 des vorinstanzlichen Urteils angefochten. 

Der Beschuldigte strebt mit seiner Anschlussberufung einzig eine Reduktion sei-

ner Strafe von 15 auf 12 Monate Freiheitsstrafe an (Urk. 58), die Anschlussberu-

fung ist demnach auf die Strafzumessung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 lit. b StPO). 

-  6  - 

15. Gemäss Art. 402 StPO i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Ur-

teilsdispositivziffern 5 (Aufhebung der Ersatzmassnahme), 6 – 9 (Einziehung/ 

Herausgaben), 10 (Zivilansprüche) und 11 – 12 (Kostendispositiv) unangefochten 

blieben, ist mittels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in die-

sem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

16. Anträge auf Beweisergänzung oder Nichteintreten auf die Anklage 

wurden von keiner Seite gestellt. 

II. 
 

Sachverhalt 

1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift zusammengefasst zur 

Last gelegt (Urk. 26, S. 2 f.), am Sonntag, 22. Mai 2011, um ca. 01:00 Uhr auf 

dem Areal des Schulhauses "D._____" in E._____ im Rahmen einer zunächst 

verbalen, dann tätlichen Auseinandersetzung den Privatkläger 1 mit einem weis-

sen, bereits vorgängig aufgeklappten Taschenmesser der Marke "Victorinox", mit 

einer Klinge von ca. 40 mm Länge und ca. 6 mm Breite, durch seitliche, mit dem 

rechten Arm ausgeführte Schwenkbewegungen gegen dessen Oberkörper an der 

linken Oberarmaussenseite eine ca. 30 cm lange, annähernd in Armlängsachse 

verlaufende Schnittverletzung mit Durchtrennung des Triceps und des Muskels 

Brachoradialis, unter der linken Brustwarze eine ca. 10 cm lange, quer zur Kör-

perlängsachse verlaufende Schnittverletzung, am linken Unterbauch eine ca. 

5 cm lange, schräg zur Körperlängsachse verlaufende Schnittverletzung sowie ei-

ne ca. 15 cm lange oberflächliche Schnittverletzung an der linken Rumpfseite zu-

gefügt zu haben, wobei diese Verletzungen weder lebensgefährlich waren, noch 

zu einem bleibenden Nachteil führten. Dabei habe der Beschuldigte im Wissen 

gehandelt, bei diesem Messerangriff gegen den Oberkörper des Privatklägers 1 

lebenswichtige Organe oder Strukturen treffen und diesem dadurch lebensgefähr-

liche Verletzungen zufügen zu können, was er zumindest in Kauf genommen ha-

be. 

-  7  - 

2. Anlässlich seiner ersten polizeilichen Befragung vom 22. Mai 2011, 

08:35 Uhr, erklärte der Beschuldigte im Wesentlichen, er sei verprügelt worden. 

Das kleine Sackmesser habe er in der Tasche mitgeführt. Er erinnere sich nicht 

mehr, wo dieses Taschenmesser nun sei. Leute hätten ihn verfolgt. Er habe sich 

bedroht gefühlt, Panik gehabt und flüchten müssen. Dann sei er von der Polizei 

verhaftet worden. Er wisse es nicht mehr genau. Er könne sich nicht an alles erin-

nern, was auf dem D._____areal abgelaufen sei. Er sei betrunken gewesen 

(Urk. 5/1, S. 9 ff.). 

2.1. In der Hafteinvernahme vom 23. Mai 2011 gab er im Wesentlichen zu 

Protokoll, er habe niemanden töten wollen. Der andere Mann habe ihn mit der 

Hand am Hals gepackt. Er habe solche Todesangst gehabt. Er habe zu Beginn 

ein Blackout gehabt. Nun erinnere er sich, dass dieser Herr am Oberarm verletzt 

gewesen sei. Er schwöre, er wisse wirklich nicht mehr. Er habe noch mehr Panik 

und Angst gehabt, habe Drohungen gehört und sei geflüchtet (Urk. 5/2, S. 2 ff.). 

2.2. Anlässlich seiner zweiten polizeilichen Befragung vom 1. Juni 2011 

machte der Beschuldigte zusammengefasst geltend, er habe diesen Mann sicher 

nicht töten, sondern sich nur wehren und diesen mit seinem Sackmesser "ab-

schrecken" und von ihm fernhalten wollen (Urk. 5/3, S. 2 f.). Dieser sei sehr ag-

gressiv gewesen, habe ihn beschimpft und bedroht. Trotz des Messers sei dieser 

auf ihn zugekommen und habe ihn am Hals gepackt. Er habe diesen Mann wahr-

scheinlich geschnitten. Wie viele Male, könne er sich nicht erinnern. Er selber ha-

be Angst und Panik gehabt. Das Messer habe er beim Wegrennen irgendwo 

weggeworfen, wisse aber nicht mehr wo (Urk. 5/3, S. 4, 7 und 10 ff.). Auf Frage: 

Ja, es sei ihm klar, dass mit solchen Bewegungen mit einem Messer gegen eine 

Person unter Umständen lebenswichtige Stellen am Körper verletzt werden könn-

ten. Nein, er habe nicht bewusst mit dem Messer gegen den Hals des Mannes 

solche Schneidebewegungen gemacht. Er bestreite die Verletzungen des Mannes 

aber überhaupt nicht. Es sei alles unkontrolliert und völlig hektisch geschehen, 

keine gezielten Bewegungen. Er sei damals etwas angetrunken gewesen, habe 

aber schon noch aufrecht bzw. geradeaus gehen können. Er habe sich an diesem 

Abend nach den Beschimpfungen zunächst ungerecht behandelt gefühlt und sei 

frustriert und ein bisschen aufgeregt gewesen. Nein, wütend auf die verletzte Per-

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son sei er nicht gewesen. Nein, er sei nicht aggressiv gewesen. Dies sei die In-

terpretation von (seinem Kollegen) F._____ (Urk. 5/3, S. 13 ff.). 

2.3. In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 21. Juli 2011 aner-

kannte der Beschuldigte auf entsprechenden Vorhalt, den Geschädigten auf dem 

D._____areal mit diesem sichergestellten kleinen weissen Sackmesser am linken 

Oberarm und am Oberkörper verletzt zu haben. Er wolle an seinen bisherigen 

Aussagen noch korrigieren, dass er das Messer schon vorher aufgemacht und 

dann wieder in seine Jackentasche eingesteckt gehabt habe. Seine heutigen 

Aussagen seien richtig. Mit dem Bewegen des Messers habe er sich wehren wol-

len, damit dieser Mann ihn loslasse. Ja, er habe diesen mit dem Messer schnei-

den, ihm aber nur leichte Verletzungen zufügen wollen, damit dieser ihn loslasse. 

Deshalb habe er das Messer auch so gehalten, dass er diesen nicht tief schneide. 

Ja, es könnten auch tiefe Verletzungen resultieren, wahrscheinlich auch schwere 

Verletzungen. Auf Frage: Ja, er anerkenne, in Kauf genommen zu haben, den 

Geschädigten auch schwer zu verletzen (Urk. 5/5, S. 2 ff.). 

2.4. Zusätzlich zu seinem in der staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 

21. Juli 2011 abgelegten Geständnis reichte der Beschuldigte eine von ihm 

stammende handschriftliche Erklärung mit demselben Datum zu den Akten, wo-

nach er sämtliche polizeilichen Aussagen, welche bis dahin von den als Zeugen 

Befragten gemacht wurden, anerkenne (Urk. 5/6). 

2.5. In der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 5. Januar 

2012 blieb er bei seinen letzten Aussagen und anerkannte den Schlussvorhalt 

vorbehaltlos als richtig, wobei er die rechtliche Würdigung seinem Verteidiger 

überliess (Urk. 5/7, S. 3 ff.). 

2.6. In der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. Mai 2012 anerkannte 

der Beschuldigte den Anklagesachverhalt wiederum vollumfänglich (Urk. 36, 

S. 2 ff.). Zudem anerkannte seine Verteidigung die rechtliche Würdigung der An-

klagebehörde ausdrücklich (Urk. 38, S. 2 f.). 

2.7. Der eingeklagte Sachverhalt erweist sich aufgrund des Geständnisses 

des Beschuldigten, der von ihm anerkannten Aussagen aller polizeilich (oder 

staatsanwaltschaftlich) befragten Zeugen (Urk. 6/2+4; Urk. 7/1-7, 7/10, 7/13 und 

7/16), der Fotodokumentation (Urk. 8/2) sowie der ärztlichen Berichte (Urk. 9/4+7) 

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und des sichergestellten Taschenmessers (Urk. 8/2, S. 13 ff.; Urk. 13/1, S. 4 und 

Anhang 1; Urk. 13/2+4) als vollumfänglich erstellt. 

III. 
 

Rechtliche Würdigung 

1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich würdigt das Verhalten 

des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht als versuchte (eventualvorsätzliche) 

schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

und beantragt auch im Berufungsverfahren Schuldigsprechung im Sinne der An-

klage (Urk. 26, S. 3; Urk. 37, S. 2 ff.; Urk. 63, S. 2 ff.). Die Verteidigung anerkann-

te diese rechtliche Würdigung anlässlich ihres vorinstanzlichen Plädoyers unter 

Hinweis auf eventualvorsätzliches Handeln ausdrücklich (Urk. 38, S. 2 f.). Die Vo-

rinstanz verurteilte den Beschuldigten schliesslich wegen qualifizierter einfacher 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB 

(Urk. 51, S. 23). 

2. Nach Art. 122 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder 

Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen 

lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder 

Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ oder Glied un-

brauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder 

geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt oder 

vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen 

oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht. 

2.1. Gemäss unumstrittenem Anklagesachverhalt setzte sich der Beschul-

digte nach einem ersten Disput mit dem Geschädigten auf eine Sitzbank und 

nahm sein weisses Taschenmesser der Marke Victorinox aus seiner Jackenta-

sche, klappte die Klinge auf und steckte das offene Messer wieder zurück in seine 

Jackentasche. Er machte sein Taschenmesser mithin bereit für die weitere Ausei-

nandersetzung mit dem Geschädigten und rief diesen zu sich. Im Verlauf der fol-

genden tätlichen Auseinandersetzung hielt er das Messer in der rechten Hand, im 

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Inneren der Hand verborgen, die Klinge entlang des Zeigfingers führend. Im wei-

teren Verlauf machte er mit dem auf diese Weise gehaltenen Taschenmesser 

seitliche Schwenkbewegungen gegen den Oberkörper des Geschädigten, wobei 

dieser die Schnittverletzungen erlitt (vgl. Urk. 8/2 [Fotodokumentation, S. 21 ff.]), 

welche laut Anklage weder lebensgefährlich ausfielen, noch zu einem bleibenden 

Nachteil führten. Stichbewegungen machte der Beschuldigte demnach nicht. 

2.2. Laut dem ärztlichen Befund von Chefarzt Prof. Dr. med. G._____ und 

Assistenzärztin Dr. med. H._____, beide …spital I._____, vom 17. Juni 2011 hatte 

der Geschädigte oberflächliche Schnittwunden und keine Stichverletzungen erlit-

ten, wobei allerdings die Halsschlagader als lebenswichtiges, grosses Blutgefäss 

lediglich ca. 10 cm weit von der Schnittverletzung am Oberarm entfernt lag. Die 

Schnittverletzungen mussten chirurgisch versorgt (genäht) werden und hatten 

Narbenbildung zur Folge (Urk. 9/4; Urk. 9/5, S. 2; vgl. Urk. 8/2 [Fotodokumentati-

on, S. 21 ff.). Der Geschädigte befand sich während drei Tagen in stationärer Spi-

talbehandlung und war laut Arztbericht von Dr. med. J._____ vom 2. Februar 

2011 bis 7. Juli 2011 zu 100 % arbeitsunfähig, anschliessend bis 1. August 2011 

zu 50 % (Urk. 9/4, S. 2; Urk. 9/7). 

2.3. Die dem Geschädigten zugefügten Verletzungen erfüllen somit den ob-

jektiven Tatbestand der schweren Körperverletzung nicht. 

2.4. Damit ist noch nicht geklärt, ob der Beschuldigte nicht in subjektiver 

Hinsicht mit seinem Vorgehen in Kauf nahm, dem Geschädigten lebensgefährli-

che Verletzungen zuzufügen und damit eine im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB 

versuchte schwere Körperverletzung vorliegt. 

2.4.1. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens 

oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der 

zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintre-

ten, liegt ein Versuch vor (Art. 22 Abs. 1 StGB). Vorliegend ist es wie erwähnt 

nicht zu einer schweren Körperverletzung und damit nicht zum tatbestandsmässi-

gen Erfolg gemäss Art. 122 StGB gekommen. Zu prüfen ist somit, worauf der 

Vorsatz des Beschuldigten gerichtet war. 

2.4.2. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit 

Wissen und Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Neben dem direkten 

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Vorsatz erfasst Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB ausdrücklich auch den Eventualvor-

satz. Danach handelt bereits vorsätzlich, wer die Verwirklichung der Tat für mög-

lich hält und in Kauf nimmt. Da der Beschuldigte den Geschädigten grundsätzlich 

verletzen wollte, entfällt eine mögliche, im Sinne von Art. 12 Abs. 3 StGB fahrläs-

sige Tatbegehung. 

2.4.2.1. Der Vorsatz erfordert auf der Wissensseite ein aktuelles Wissen um 

die Tatumstände. Bei Delikten, die den Eintritt eines Erfolges erfordern, gehört zur 

Wissensseite des Vorsatzes eine Vorstellung über den Zusammenhang zwischen 

dem eigenen Handeln und dem Erfolg. 

2.4.2.2. Neben dem Wissen um die reale Möglichkeit der Tatbestandserfül-

lung verlangt der Vorsatz auch den Willen, den Tatbestand zu verwirklichen. Der 

Täter muss sich gegen das rechtlich geschützte Gut entscheiden. Dieser Wille ist 

gegeben, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes das eigentliche Handlungs-

ziel des Täters ist oder ihm als eine notwendige Voraussetzung zur Erreichung 

seines Zieles erscheint. Dasselbe gilt, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes 

für den Täter eine notwendige Nebenfolge darstellt, mag sie ihm auch gleichgültig 

oder gar unerwünscht sein. 

2.4.2.3. Der Vorsatz bezieht sich nicht nur auf Tatumstände, deren Vorhan-

densein oder Eintreten der Täter für sicher hält. Der Vorsatz kann sich auch auf 

solche erstrecken, deren Vorhandensein oder Eintreten der Täter nur für möglich 

hält. Neben dem direkten Vorsatz erfasst Art. 12 Abs. 2 StGB auch den Eventual-

vorsatz. Hier strebt der Täter den Erfolg nicht direkt an, sondern weiss lediglich, 

dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Handlung verbunden 

ist. Die Rechtsprechung bejaht Eventualvorsatz, wenn der Täter den Eintritt des 

Erfolges bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch han-

delt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit diesem 

abfindet, mag dieser ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3, m.w.H.). 

Eventualvorsatz liegt auch vor, wenn der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfol-

ges vom Täter für möglich gehalten wird, selbst dann, wenn sich diese Möglich-

keit statistisch gesehen nur relativ selten verwirklicht. Die Annahme des Eventual-

vorsatzes erfordert keine sichere Voraussicht des genauen Geschehensablaufs. 

Es genügt, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung ernsthaft und tatsäch-

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lich für möglich hält. Darin liegt der Unterschied zum direkten Vorsatz. Der Täter 

braucht sich keine Vorstellungen über den konkreten Erfolg seines Handelns ge-

macht zu haben. Zum „Wissen“ im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB genügt es, dass 

ihm die wesentlichen Umstände im Sinne eines Begleitwissens mitbewusst wa-

ren. Der eventualvorsätzlich handelnde Täter nimmt den Eintritt des als möglich 

erkannten Erfolges ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Wer den Er-

folg derart in Kauf nimmt, „will“ ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht erfor-

derlich ist, dass der Täter den Erfolg „billigt“ (BGE 133 IV 9 E.  4.1, m.w.H.). 

2.4.2.4. Aus dem Wissen um den möglichen Erfolgseintritt allein darf noch 

nicht auf dessen Inkaufnahme und damit auf Eventualvorsatz geschlossen wer-

den. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 E.  4.1). 

2.4.2.5. Es ist nochmals festzuhalten, dass der Beschuldigte geständig ist, 

eventualvorsätzlich gehandelt zu haben (vgl. vorstehend Erw. II.2.2. ff.; Urk. 5/3, 

S. 12 f.; Urk. 5/5, S. 5). Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – 

soweit der Täter nicht geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare 

Indizien und auf Erfahrungsregeln stützen, die Rückschlüsse von den äusseren 

Umständen auf die innere Einstellung des Täters erlauben. Nach der Rechtspre-

chung darf vom Wissen des Täters auf dessen Willen geschlossen werden, wenn 

sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, 

dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als In-

kaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3). Oder 

entsprechend einer früher verwendeten Formulierung des Bundesgerichts: Der 

Richter hat auf das Einverständnis zur Tatbestandsverwirklichung zu schliessen, 

wenn sich dem Täter der Erfolg seines Verhaltens als so wahrscheinlich auf-

drängte, dass sein Verhalten vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des delikti-

schen Erfolges ausgelegt werden kann. Zu den äusseren Umständen, aus denen 

der Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung 

in Kauf genommen, zählt die Rechtsprechung unter anderem auch die Grösse 

des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwe-

re der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbe-

standsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, des-

to näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestands-

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verwirklichung in Kauf genommen, also nicht darauf vertraut, dass sich das ihm 

bekannte Risiko nicht verwirklichen werde. Zu den relevanten Umständen können 

auch die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung gehören (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.4.1, m.w.H.). 

2.5. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Halsschlagader 

als lebenswichtiges, grosses Blutgefäss lediglich ca. 10 cm weit von der Schnitt-

verletzung am Oberarm entfernt lag (Urk. 9/4, S. 1) und die Verletzungen am lin-

ken Arm so tief reichten, dass Muskulatur durchtrennt wurde (Urk. 9/5, S. 2 un-

ten). Im ebenfalls in Kenntnis von Art. 307 StGB verfassten Gutachten von med. 

pract. K._____, Assistenzarzt und von Dr. med. L._____, …, Facharzt für 

Rechtsmedizin, des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 

22. November 2011 zur körperlichen Untersuchung des Geschädigten wurde 

festgehalten, dass mit Ausnahme der Narbenbildung andere bleibende körperli-

che Schädigungen verhindert werden konnten. Weiter wurde festgestellt, dass bei 

einem Angriff mit einem Messer gegen die Brust und den Bauch ein Angreifer 

grundsätzlich davon ausgehen müsse, möglicherweise lebenswichtige Organe 

oder Strukturen zu treffen, deren Verletzung unter Umständen sogar zum Tod 

führen könnten (Urk. 9/5, S. 3), was selbstredend auch eine mögliche Verursa-

chung von lebensgefährlichen Verletzungen mit einschliesst. 

2.5.1. Weiter ist von Bedeutung, dass es sich beim tätlichen Gerangel zwi-

schen dem Beschuldigten und dem Geschädigten im Zeitpunkt des Messerein-

satzes, wie auch durch die Vorderrichter zutreffend erkannt wurde (Urk. 51, 

S. 10), um ein dynamisches Geschehen handelte, welches vom Beschuldigten 

nur noch bedingt kontrolliert werden konnte (Urk. 51, S. 10). Auch der Beschuldig-

te hat zu Protokoll gegeben, es sei alles unkontrolliert und völlig hektisch gesche-

hen (Urk. 5/3, S. 13). 

2.5.2. Gemäss unbestrittenem Sachverhalt verlangte der Beschuldigte vom 

Geschädigten eine Entschuldigung, trat nahe an diesen heran, worauf der Ge-

schädigte seine flache rechte Hand auf die Brust des Beschuldigten legte, um 

diesen auf Distanz zu halten. Daraufhin stiess der Beschuldigte den Geschädig-

ten an dessen Brust drei Mal nach hinten, wobei dieser durch den harten und hef-

tigen dritten Stoss das Gleichgewicht verlor und sich mit der rechten Hand am Ja-

-  14  - 

ckenkragen des Beschuldigten festhielt. Daraufhin begann der Beschuldigte das 

geöffnete Taschenmesser seitlich gegen den Oberkörper des Geschädigten zu 

schwenken (Urk. 26, S. 2). Es braucht kein besonders ausgeprägtes Vorstel-

lungsvermögen, um die grosse Gefahr der beschriebenen Handhabung des Ta-

schenmessers durch den Beschuldigten in diesem dynamischen Geschehen zu 

erkennen. Bloss eine unachtsame Bewegung des Beschuldigten oder des Ge-

schädigten in die Richtung des anderen Beteiligten hätte ausreichen können, mit 

der 4 cm langen Klinge des Taschenmessers einen erheblich tieferen Schnitt im 

Bereich eines lebenswichtigen, grossen Blutgefässes des Geschädigten zu verur-

sachen und damit eine lebensgefährliche Verletzung herbeizuführen, wie dies die 

Staatsanwaltschaft bereits vor Vorinstanz zu Recht geltend machte (Urk. 37, 

S. 4). 

2.5.3. Wie bereits dargelegt (vorstehend Erw. III.2.2.), befand sich die 

Schnittverletzung am linken Oberarm nur gerade ca. 10 cm weit von der Hals-

schlagader des Geschädigten entfernt, und der Schnitt am linken Arm musste 

wenigstens mit so viel Schwung und Energie erfolgt sein, dass er so tief reichte, 

dass eine Durchtrennung der Muskulatur resultierte. Auch wenn sich der Geschä-

digte zu keinem Zeitpunkt in unmittelbarer Lebensgefahr befand, so muss eine 

Person, die ein Messer gegen den Oberkörper, Arm- und Halsbereich einer ande-

ren Person führt und diese verletzt, demnach damit rechnen, dass bereits bei ei-

ner verhältnismässig geringen Eindringtiefe aufgrund der engen räumlichen Be-

ziehungen der verursachten Schnittverletzungen zu lebenswichtigen Organen und 

Strukturen akut lebensbedrohliche Verletzungen entstehen können. Dass das 

vom Beschuldigten eingesetzte Taschenmesser mit einer relativ kurzen Klingen-

länge von ca. 40 mm (vgl. Urk. 5/3/1), mithin mit weniger als 5 cm, nicht als Waffe 

im Sinne von Art. 4 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. c WV gilt, ändert daran 

nichts (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_239/2009 vom 13. Juli 2009 E. 1 

und E. 2.4 sowie 6B_775/2011 vom 4. Juni 2012 E. 2.5). Es ist daher lediglich ei-

nem glücklichen Zufall zu verdanken, dass der Beschuldigte dem Geschädigten 

nicht auch lebensgefährliche Verletzungen zufügte. 

2.5.4. Dem Beschuldigten ist zuzubilligen, dass er solch schwere Verletzun-

gen nicht wollte. Aufgrund des soeben Dargelegten konnte er indessen nicht 

-  15  - 

ernsthaft auf lediglich einfache Verletzungen vertrauen. Durch sein unkontrollier-

tes und aggressives Verhalten hat er eine mögliche lebensgefährliche Verletzung 

vielmehr eventualvorsätzlich in Kauf genommen. Im Übrigen hat er eingeräumt, 

dass es ihm bewusst sei, welche Verletzungen mit einem, wie dem von ihm ver-

wendeten Messer angerichtet werden könnten. Es komme darauf an, wie man 

das Messer halte und schwinge. Es könnten auch tiefe Verletzungen resultieren, 

wahrscheinlich auch lebensgefährliche. Schliesslich anerkannte er wie bereits er-

wähnt, dass er es zumindest in Kauf genommen habe, den Geschädigten an le-

benswichtigen Körperstellen bzw. schwer zu verletzen (Urk. 5/3, S. 12 f.; Urk. 5/5, 

S. 5). 

2.5.5. Der subjektive Tatbestand der schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 Abs. 1 StGB ist somit erfüllt. Da in objektiver Hinsicht der tatbe-

standsmässige Erfolg ausgeblieben ist, liegt ein Versuch im Sinne von Art. 22 

Abs. 1 StGB vor. 

2.6. Der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden, wenn sie unter Hinweis auf 

die entsprechende Aussage des Beschuldigten (Urk. 5/5, S. 2), wonach dieser 

das Messer gewollt entlang seines rechten Zeigefingers geführt habe, um den 

Geschädigten nicht zu tief zu verletzen, den Eventualvorsatz ausschliesst 

(Urk. 51, S. 9, Ziff. 3.4.2 f.). Es kann in diesem Zusammenhang nicht ausgeblen-

det werden, dass sich der Beschuldigte im Tatzeitpunkt in einer mittelschweren 

bis schweren Berauschung mit einer rückgerechneten Blutalkoholkonzentration 

von zwischen 1.31 und 2.14 Gewichtspromillen befand (vgl. Urk. 12/8; Urk. 20/5, 

S. 14), was einen von ihm kontrollierten Einsatz seines Taschenmessers völlig 

unwahrscheinlich und unglaubhaft macht. Eine solche Schlussfolgerung wäre 

auch kaum mit den vom Beschuldigten geltend gemachten, vom psychiatrischen 

Gutachter als plausibel eingeschätzten, teilweisen Erinnerungslücken über das 

eigentliche Kerngeschehen in Einklang zu bringen. Der psychiatrische Gutachter 

ging für den Tatzeitpunkt von einem unbedachten, aus dem Augenblick heraus 

triebhaften und unreflektierten Handeln des Beschuldigten aus (Urk. 20/5, S. 15). 

Bei der eingangs zitierten Aussage des Beschuldigten handelt es sich daher le-

diglich um einen verständlichen, aber unbehelflichen, nachgeschobenen Erklä-

rungsversuch für seine auch für ihn selber im Nachhinein nicht nachvollziehbare 

-  16  - 

Tat. Es kann daher nicht unbesehen zu Gunsten des Beschuldigten auf diese 

Aussage abgestellt werden. 

2.7. Nach dem Dargelegten hat sich der Beschuldigte der eventualvorsätz-

lich versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

IV. 
 

Strafzumessung 

1. Die schwere Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jah-

ren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen geahndet (Art. 122 StGB i.V.m. 

Art. 40 StGB). Der ordentliche Strafrahmen ist trotz des Vorliegens von Straf-

schärfungs- und Strafmilderungsgründen nur zu verlassen, wenn aussergewöhn-

liche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe im 

konkreten Fall zu hart bzw. zu mild erscheint. Das Gericht ist indessen verpflich-

tet, Strafschärfungsgründe zumindest straferhöhend und Strafmilderungsgründe 

strafmindernd innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen 

(BGE 121 IV 55; BGE 136 IV 55 E. 5.5 ff.). 

2. Vorliegend sind – wie sich nachfolgend ergibt – trotz des Vorliegens 

von Strafmilderungsgründen keine ausserordentlichen Umstände gegeben, wel-

che eine Unterschreitung des regulären Strafrahmens als angezeigt erscheinen 

liessen. Strafschärfungsgründe sind keine vorhanden. 

2.1. Innerhalb des Strafrahmens ist die Strafe nach dem Verschulden des 

Täters zu bemessen, wobei das Gericht das Vorleben, die persönlichen Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters berücksichtigt. Das 

Verschulden wird dabei nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweg-

gründen und Zielen des Beschuldigten sowie danach bestimmt, wie weit dieser 

nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 

Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB). Der Begriff des Verschul-

dens hat sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-

-  17  - 

tat zu beziehen. Dabei ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu unter-

scheiden (DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar zum schweizerischen 

Strafgesetzbuch, N 6 zu Art. 47 StGB). 

2.2. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges 

(Deliktsbetrag, Gefährdung des geschützten Rechtsguts, das Risiko, körperliche 

und psychische Schäden beim Opfer, Sachschaden etc.), die Art und Weise der 

Herbeiführung dieses Erfolges (Mittel, kriminelle Energie, Provokation), die Wil-

lensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe des Schuldi-

gen zu beachten (objektive Tatschwere). Sodann sind für das Verschulden auch 

das "Mass an Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität 

des deliktischen Willens (subjektive Tatschwere) bedeutsam (DONATSCH/FLACHS-

MANN/HUG/WEDER, a.a.O., N 7 ff. zu Art. 47 StGB). Je leichter es für den Täter 

gewesen wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

gegen sie (Urteil des Bundesgerichts 6S.270/2006 vom 5. September 2006 E. 

6.2.1.; BGE 122 IV 241; TRECHSEL ET AL., StGB-Praxiskommentar, 2. Auflage, Zü-

rich/St. Gallen 2013, N 21 zu Art. 47 StGB). 

2.2.1. Bei der objektiven Tatschwere ist vorauszuschicken, dass der Tatbe-

stand der schweren Körperverletzung die körperliche (und psychische) Integrität 

und damit eines der wichtigsten Rechtsgüter des Menschen schützt. Aus dem Ge-

fühl heraus, vom Geschädigten beschimpft und ungerecht behandelt worden zu 

sein (Urk. 5/3, S. 13 ff.), bereitete der Beschuldigte frustriert sein Taschenmesser 

durch das Aufklappen der Klinge vor. In der Folge führte er mit dem Taschenmes-

ser gegen den Oberkörper des Geschädigten gerichtete, unkontrollierte 

Schwenkbewegungen aus, wobei der psychiatrische Gutachter bei diesem Ge-

schehen von einem unbedachten, aus dem Augenblick heraus triebhaften und un-

reflektierten Handeln des Beschuldigten ausgeht (Urk. 20/5, S. 15). Mit diesen 

unkontrollierten Schnittbewegungen fügte er dem Geschädigten mehrere, am Arm 

auch tiefe, sichtbare Schnittverletzungen zu. Bezüglich der Verletzungen am Arm 

stand zumindest zu Beginn die Gefahr einer gewissen Funktionseinschränkung 

und des Kraftverlusts im Raum. Die Halsschlagader als lebenswichtiges, grosses 

Blutgefäss lag lediglich ca. 10 cm weit von der Schnittverletzung am Oberarm ent-

fernt. Die Schnittverletzungen mussten genäht werden und hatten Narbenbildung 

-  18  - 

zur Folge (Urk. 9/4; Urk. 9/5, S. 2; vgl. auch Urk. 8/2, S. 21 ff.). Der Geschädigte 

befand sich während dreier Tage in stationärer Spitalbehandlung und war bis 

7. Juli 2011 zu 100 % arbeitsunfähig, anschliessend bis 1. August 2011 zu 50 % 

(Urk. 9/4, S. 2; Urk. 9/7). Mindestens genauso schwer wiegen die psychischen 

Folgen, etwa die für einen Übergriff wie den vorliegenden typischen Angstzustän-

de, von denen der Geschädigte anlässlich seiner Zeugenbefragung vom 27. Juni 

2011 berichtete (Urk. 6/4, S. 7). 

Vorausgesetzt, der tatbestandsmässige Erfolg der schweren Körperverlet-

zung wäre durch eine lebensgefährliche Verletzung eines wichtigen Blutgefässes 

im Bereich des Halses des Geschädigten eingetreten, wäre insgesamt von einer 

erheblichen objektiven Tatschwere auszugehen. Angesichts des zur Verfügung 

stehenden Strafrahmens wäre eine hypothetische Einsatzstrafe in der Grössen-

ordnung von 5 Jahren angemessen. 

2.2.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist zunächst festzuhalten, dass an-

lässlich der tätlichen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem 

Geschädigten keine das Verschulden des Beschuldigten mindernde Notwehrsitu-

ation vorlag. Zwar fügte der Beschuldigte die Verletzungen dem Geschädigten di-

rektvorsätzlich zu. Merklich verschuldensreduzierend fällt indessen ins Gewicht, 

dass der Beschuldigte hinsichtlich einer schweren Körperverletzung nicht direkt-, 

sondern nur eventualvorsätzlich, aus dem Augenblick heraus und damit planlos 

handelte. Der Beschuldigte handelte aus nichtigem Anlass. Gemäss den überein-

stimmenden Zeugenaussagen war er es, welcher das Pétanque-Spiel des Ge-

schädigten störte, indem er immer wieder über die Spielfläche lief. Als er gebeten 

wurde, dies zu unterlassen, reagierte er unverständlich aggressiv. Zutreffend ist, 

dass der Geschädigte dem Konflikt mit dem betrunkenen Beschuldigten nicht aus 

dem Weg gegangen ist, wie dies die Verteidigung vor Vorinstanz zu Recht fest-

gehalten hat (Urk. 38, S. 5). Dies führt allerdings nicht zu einem Mitverschulden 

des Geschädigten. Eine Verschuldenskompensation findet ohnehin nicht statt (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_317/2011 vom 16. September 2011 E. 1.7). 

2.2.2.1. Erheblich verschuldensreduzierend ist zu berücksichtigen, dass 

beim Beschuldigten Im Zeitpunkt der Tat eine Verminderung der Schuldfähigkeit 

vorlag (Urk. 20/5, S. 15). 

-  19  - 

2.2.2.2. Liegt eine Verminderung der Schuldfähigkeit vor, hat das Gericht 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Sinne einer nachvollziehbaren 

Strafzumessung auf Grund der tatsächlichen Feststellungen des Gutachters zu 

entscheiden, in welchem Umfange die Schuldfähigkeit des Täters in rechtlicher 

Hinsicht eingeschränkt ist und wie sich dies insgesamt auf die Einschätzung des 

Tatverschuldens auswirkt. Das Gesamtverschulden ist sodann zu qualifizieren 

und mit Blick auf Art. 50 StGB im Urteil ausdrücklich zu benennen. Hierauf ist in-

nerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens die (hypothetische) Strafe zu 

bestimmen, die diesem Verschulden entspricht. Die so ermittelte Strafe kann 

dann gegebenenfalls auf Grund wesentlicher Täterkomponenten sowie wegen ei-

nes allfälligen blossen Versuchs im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB (vgl. nachfol-

gend Erw. IV.2.2.4.) verändert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7). 

2.2.2.3. Laut dem psychiatrischen Gutachten liegt beim Beschuldigten keine 

Abhängigkeit von Suchtstoffen vor. Im Zeitpunkt des Tatgeschehens befand er 

sich aufgrund der vor der Tat konsumierten alkoholischen Getränke in einem mit-

telschweren bis schweren Rauschzustand mit einer rückgerechneten Blutalkohol-

konzentration von zwischen 1.31 und 2.14 Gewichtspromillen, was eine in leich-

tem Masse beeinträchtigte Steuerungsfähigkeit verursachte und zu einer mindes-

tens leicht verminderten Schuldfähigkeit im Tatzeitpunkt führte (vgl. Urk. 12/8; 

Urk. 20/5, S. 14 f.). Von diesen überzeugenden, auf die rückgerechnete Blutalko-

holkonzentration und die glaubhaften Angaben des Beschuldigten zu seinen 

Trinkgewohnheiten abgestützten gutachterlichen Schlussfolgerungen abzuwei-

chen, besteht vorliegend keinerlei Anlass. 

2.2.3. Unter Berücksichtigung der stark verschuldensmindernd wirkenden 

subjektiven Tatschwere ist das Verschulden gesamthaft als eher noch leicht ein-

zustufen. Es erscheint daher aufgrund der gesamten Tatschwere eine hypotheti-

sche Einsatzstrafe von 3 ½ Jahren als angemessen. 

2.2.4. Wie bereits dargelegt, erlitt der Geschädigte keine im Sinne von 

Art. 122 StGB schweren Verletzungen. Dass es beim Versuch einer schweren 

Körperverletzung geblieben ist, ist einem glücklichen Zufall zu verdanken und 

nicht etwa dem eigenen Antrieb des Beschuldigten, die Handlung nicht zu Ende 

zu führen. Angesichts der nahen Gefahr der Zufügung einer lebensgefährlichen 

-  20  - 

Verletzung ist die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens in nur leichtem 

Umfang auf 3 Jahre Freiheitsstrafe zu mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). 

2.3. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben des Täters, seine persön-

lichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren. Bei 

der Beurteilung des Vorlebens fallen dabei Zahl, Schwere und Zeitpunkt von Vor-

strafen ins Gewicht (DONATSCH ET AL., a.a.O., N 14 zu Art. 47 StGB). 

2.3.1. Der Beschuldigte wurde im Jahr 1964 in M._____, N._____ [Staat], 

geboren. Er ist das mittlere von fünf Kindern. Seine Eltern sind bereits verstorben. 

Der ältere Bruder und die ältere Schwester leben in N._____. Die jüngere 

Schwester wohnt in O._____ und arbeitet auf einer Bank. Der jüngere Bruder ist 

in P._____ als Schreiner berufstätig. Der Beschuldigte hat die Schulen in N._____ 

besucht. Statt den Kindergarten zu besuchen, absolvierte er zwei Jahre in einer 

…schule. Anschliessend hat er fünf Jahre die Primarschule, vier Jahre das Col-

lège und drei Jahre das Lycée besucht. An der Universität M._____ hat er wäh-

rend vier Jahren Geologie studiert und abgeschlossen. Nach dem Studienab-

schluss war er während zweier Jahre arbeitslos, weshalb er 1990 in die Schweiz 

kam, wo er zunächst im Kanton Zürich, dann in Q._____ und anschliessend wie-

der in E._____ lebte. Dort hat er Deutsch gelernt und an der Universität eine drei-

jährige Lehre zum Röntgenassistenten absolviert. Im Jahre 1991 heiratete er sei-

ne Ehefrau, mit der er zwei Kinder im Alter von 14 und 15 Jahren hat. Seit 15 Jah-

ren arbeitet er auf der Radiologieabteilung des …spitals R._____ und erzielt dabei 

ein monatliches Nettoeinkommen von ca. Fr. 7'100.– bis Fr. 7'500.–. Seine Ehe-

frau ist Hausfrau, verfügt über eine Ausbildung als Pflegefachfrau und arbeitet 

derzeit wieder als Krankenschwester. Sie verfügt über eine Erbschaft in der Höhe 

von rund Fr. 450'000.–. Er beabsichtigt, an der … Fachhochschule eine Weiterbil-

dung in Informatik zu besuchen, welche zwei Jahre dauern soll. Mit seiner Familie 

bewohnt er seit ca. 11 Jahren eine 4 ½-Zimmerwohnung zu einem Mietzins von 

Fr. 1'760.–. Er hat keine Schulden, ist Nichtraucher und gibt an, seit dem Vorfall 

vom 22. Mai 2011 keinen Alkohol mehr zu trinken. Er sei … Religionszugehörig-

keit, aber nicht fromm (Urk. 5/1, S. 5 f.; Urk. 5/7, S. 5 f.; Urk. 20/5, S. 7 ff.; 

Urk. 21/5; Urk. 36, S. 1; Urk. 62, S. 1 ff.). 

-  21  - 

2.3.2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 21/3; Urk. 53). Aus 

seinen unauffälligen persönlichen Verhältnissen gehen keine Umstände hervor, 

aus denen sich zusätzliche, strafmassrelevante Faktoren ableiten liessen. 

2.4. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und 

im Strafverfahren, wie zum Beispiel vorhandener Einsicht und Reue oder gege-

benenfalls einer speziellen Strafempfindlichkeit Rechnung zu tragen. Ein Ge-

ständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung von Strafta-

ten sowie die Einsicht und Reue wirken strafmindernd. Umfangreiche und pro-

zessentscheidende Geständnisse können eine Strafreduktion von bis zu einem 

Drittel bewirken (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt 

aber insbesondere davon ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständ-

nis erfolgte (BASLER KOMMENTAR, Strafrecht I, 2. Auflage 2007, N 129 ff. zu Art. 47 

StGB; vgl. auch TRECHSEL ET AL., a.a.O., N 22 zu Art. 47 StGB). 

2.4.1. Zu Beginn der Strafuntersuchung bestritt der Beschuldigte den Ankla-

gevorwurf, legte in der Folge aber ein Geständnis ab und anerkannte sämtliche 

polizeilichen Aussagen der Zeugen. In der staatsanwaltschaftlichen Schlussein-

vernahme anerkannte er den Anklagevorhalt vollumfänglich und hielt auch vor Vo-

rinstanz daran fest (vgl. vorstehend Erw. II.2. ff.). Seit dem Vorfall konsumiert er 

zudem keinen Alkohol mehr. All dies zeugt von ehrlicher Einsicht des Beschuldig-

ten und rechtfertigt eine Strafminderung in der Grössenordnung von einem Vier-

tel. 

2.4.2. Der Beschuldigte hat mit dem Geschädigten eine Vereinbarung vom 

26. bzw. 27. April 2012 über die Zivilansprüche abgeschlossen. Die von ihm aner-

kannten Forderungen (C._____: Fr. 10'334.30.–; Genugtuung: Fr. 12'000.–; 

Lohnausfall: Fr. 1'050.–; Anwaltskosten: Fr. 2'500.–) hat er bereits im Zeitpunkt 

des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich beglichen (Urk. 33; Urk. 34/1+2; 

Urk. 36, S. 3; Urk. 40/7+8). Dies ist Ausdruck seines Willens, das geschehene 

Unrecht wieder gutzumachen, und rechtfertigt eine weitere Minderung der Strafe 

wegen Betätigung aufrichtiger Reue im Sinne von Art. 48 lit. d StGB. 

3. Insgesamt resultiert aus den dargelegten Elementen der Täterkompo-

nente eine weitere erhebliche Strafminderung um einen Drittel von 3 Jahren auf 

-  22  - 

2 Jahre Freiheitsstrafe. Straferhöhungsgründe sind demgegenüber keine ersicht-

lich. 

Damit erweist sich eine Bestrafung mit 24 Monaten Freiheitsstrafe als insge-

samt angemessen. Der Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 

62 Tagen steht nichts entgegen (Art. 51 StGB). 

V. 
 

Strafvollzug 

1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei 

Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, 

um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Materiell ist demnach das Fehlen einer ungünstigen Prog-

nose vorausgesetzt. Die günstige Prognose wird vermutet. Diese Vermutung kann 

jedoch widerlegt werden (DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, a.a.O., N 6 zu 

Art. 42 StGB). 

2. Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs 

sind vorliegend in objektiver Hinsicht erfüllt. Auch in subjektiver Hinsicht sind kei-

ne Anhaltspunkte auszumachen, welche beim Beschuldigten eine ungünstige 

Prognose vermuten liessen. Er ist Ersttäter und verfügt seit 15 Jahren über eine 

feste Arbeitsstelle im Medizinalbereich. Der Beschuldigte ist familiär eingebunden 

und lebt in einem stabilen sozialen Umfeld (Urk. 65, Beilage 1). Der psychiatri-

sche Gutachter stellt dem Beschuldigten auch aus medizinisch-psychiatrischer 

Sicht eine günstige Legalprognose. Hinzu kommt die positive Wirkung der Alko-

holabstinenz auf seine Freizeitgestaltung. Zudem ist davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte sich durch das vorliegende Strafverfahren und das Ausfällen einer 

bedingten Freiheitsstrafe genügend beeindrucken lässt, um sich inskünftig wohl 

zu verhalten. Somit liegen keine Anhaltspunkte vor, welche die Vermutung der 

günstigen Prognose zu widerlegen vermöchten. Dem Beschuldigten ist deshalb 

der bedingte Strafvollzug zu gewähren. 

-  23  - 

3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, 

so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 

Abs. 1 StGB). 

Da es sich beim Beschuldigten um einen Ersttäter handelt und keine rück-

fallspezifischen Anhaltspunkte ersichtlich sind, ist die Probezeit auf das gesetzli-

che Minimum von 2 Jahren festzusetzen. 

VI. 
 

Weisung 

1. Im erstinstanzlichen Verfahren hat weder die Anklagebehörde noch der 

Beschuldigte und seine Verteidigung die Anordnung einer Weisung im Sinne von 

Art. 44 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 94 StGB beantragt (Urk. 37, S. 1; Urk. 38, S. 2; 

Prot. I, S. 4). 

2. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf eine entsprechende Empfehlung 

des psychiatrischen Gutachters und den Umstand, dass der Beschuldigte anläss-

lich der Hauptverhandlung bestätigt hatte, seit der Tat keinen Alkohol mehr zu 

konsumieren und seine Abstinenz durch seine Hausärztin alle zwei Monate kon-

trollieren zu lassen, dem Beschuldigten die Weisung erteilt, keinen Alkohol mehr 

zu konsumieren und seine Abstinenz ärztlich kontrollieren zu lassen (Urk. 36, S. 1 

und 3; Urk. 51, S. 19 und 23). 

2.1. Der Beschuldigte hatte in der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinver-

nahme vom 5. Januar 2012 seine Bereitschaft erklärt, sich einer ärztlichen Absti-

nenzkontrolle zu unterziehen, wobei er schon damals angegeben hatte, sich be-

reits laufend einer solchen Kontrolle unterzogen zu haben (Urk. 5/7, S. 2). Vor Vo-

rinstanz reichte er sodann ein Bestätigungsschreiben seiner Hausärztin vom 

24. April 2012 ins Recht, wonach er sich seit Juli 2011 regelmässigen hausärztli-

chen Kontrollen unterzogen habe, welche keine Anhaltspunkte auf Alkoholkon-

sum gezeigt hätten (Urk. 40/5). Dies bestätigte er schliesslich erneut anlässlich 

der Berufungsverhandlung (Urk. 65, Beilage 2). 

-  24  - 

2.2. Der psychiatrische Gutachter hat den Alkoholkonsum im Zusammen-

hang mit dem massiven Gewalteinsatz als Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der Le-

galprognose bezeichnet. Indessen bestand beim Beschuldigten zu keinem Zeit-

punkt eine Abhängigkeit von Suchtstoffen, mithin auch nicht von Alkohol 

(Urk. 20/5, S. 17 f. und 20). Es besteht daher entgegen der Empfehlung des Gut-

achters sowie angesichts der auch ansonsten günstigen bis sehr günstigen Le-

galprognose keinerlei Notwendigkeit, die vom Beschuldigten selber begonnene 

und freiwillig weitergeführte ärztliche Abstinenzkontrolle im Sinne einer Weisung 

für die Dauer der Probezeit gestützt auf Art. 44 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 94 StGB 

rechtsverbindlich anzuordnen. Von der Anordnung einer Weisung ist demzufolge 

abzusehen. 

VII. 
 

Kostenfolgen 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

Die Staatsanwaltschaft dringt mit ihrer Berufung hinsichtlich des Schuld-

spruchs durch, unterliegt dagegen im Strafpunkt grösstenteils. Der Beschuldigte 

unterliegt mit seiner Anschlussberufung, mit welcher er eine Strafreduktion auf 

12 Monate anstrebte. Insgesamt rechtfertigt es sich deshalb, dem Beschuldigten 

die Hälfte der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen und sie im Übrigen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sind un-

ter Vorbehalt des – in casu entsprechend nur anteilsmässigen – Rückforderungs-

rechts des Staates auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

-  25  - 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 8. Mai 2012 bezüglich der Dispositivziffern 5 (Aufhebung der Ersatz-

massnahme), 6 – 9 (Einziehung/Herausgaben), 10 (Zivilansprüche) und 11 – 

12 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

17. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 62 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4. Von der Erteilung einer Weisung wird abgesehen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und im 

Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung werden auf die Gerichtskasse genommen; das Rückforderungsrecht 

des Staates bleibt vorbehalten. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

-  26  - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− die Privatklägerschaft gemäss vorinstanzlichem Rubrum 
hernach in vollständiger Ausfertigung an 
− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 
sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfäl-
liger Rechtsmittel an 
− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 

 

8. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichts (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsge-

setzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Bischoff 
 

	Urteil vom 2. April 2013
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 und Ziff. 2 Abs. 1 und 2 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 62 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten die Weisung erteilt, keinen Alkohol zu konsumieren und seine Abstinenz ärztlich kontrollieren zu lassen.
	5. Die mit Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Zürich vom 25. Juli 2011 angeordnete Ersatzmassnahme wird aufgehoben.
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 unter SK-Nummer … beschlagnahmte Schweizer Sackmesser "Victorinox" wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	7. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben:
	- 1 Herrenjacke, dunkelbraun mit Längsstreifen, Marke "Mexx";
	- 1 Strickpullover, schwarz, Marke "Kitaro";
	- 1 T-Shirt, schwarz mit gelber Aufschrift, Marke "Puma";
	- 1 Jeanshose, blau, Marke "Teddy's";
	- 1 Paar Sportschuhe, schwarz mit weisser Sohle, Marke "Nike".
	8. Folgende mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 25. November 2011 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Privatkläger 1 nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben:
	- 1 Paar Herrensocken, schwarz mit Adidasemblem;
	- 1 Jeanshose, dunkelblau, Marke "Colin's Jeans";
	- 1 Paar Sportschuhe, schwarz, Marke "Nike";
	- 1 Jeanshose, blau, Marke "Levis".
	9. Werden die in Ziff. 7 und 8 genannten Gegenstände nicht innert 60 Tagen seit der Rechtskraft dieses Urteils abgeholt, so werden sie der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.
	10. Die Zivilansprüche der Privatkläger B._____ und C._____ AG werden als durch Vergleich erledigt abgeschrieben.
	11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Ve...
	Berufungsanträge:
	Das Gericht erwägt:
	I.   Prozessuales

	13. Das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 wurde am selben Tag mündlich eröffnet, und gleich anschliessend wurde das Dispositiv ausgehändigt (Prot. I, S. 10; Urk. 41). Am 9. Mai 2012 ...
	14. Die Staatsanwaltschaft hat mit ihren Berufungsanträgen (Urk. 52, S. 2), wonach der Beschuldigte der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und mit 3 ½ Jahren Freiheitsstrafe ...
	15. Gemäss Art. 402 StPO i.V.m. Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Urteilsdispositivziffern 5 (Aufhebung der Ersatzmassnahme), 6 – 9 (Einziehung/ Herausgaben), 10 (Zivilansprüche)...
	16. Anträge auf Beweisergänzung oder Nichteintreten auf die Anklage wurden von keiner Seite gestellt.
	II.   Sachverhalt

	1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift zusammengefasst zur Last gelegt (Urk. 26, S. 2 f.), am Sonntag, 22. Mai 2011, um ca. 01:00 Uhr auf dem Areal des Schulhauses "D._____" in E._____ im Rahmen einer zunächst verbalen, dann tätlichen Auseina...
	2. Anlässlich seiner ersten polizeilichen Befragung vom 22. Mai 2011, 08:35 Uhr, erklärte der Beschuldigte im Wesentlichen, er sei verprügelt worden. Das kleine Sackmesser habe er in der Tasche mitgeführt. Er erinnere sich nicht mehr, wo dieses Tasche...
	III.   Rechtliche Würdigung

	1. Die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich würdigt das Verhalten des Beschuldigten in rechtlicher Hinsicht als versuchte (eventualvorsätzliche) schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und beantragt auch im B...
	2. Nach Art. 122 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft, wer vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen...
	IV.   Strafzumessung

	1. Die schwere Körperverletzung wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen geahndet (Art. 122 StGB i.V.m. Art. 40 StGB). Der ordentliche Strafrahmen ist trotz des Vorliegens von Strafschärfungs- und Strafmi...
	2. Vorliegend sind – wie sich nachfolgend ergibt – trotz des Vorliegens von Strafmilderungsgründen keine ausserordentlichen Umstände gegeben, welche eine Unterschreitung des regulären Strafrahmens als angezeigt erscheinen liessen. Strafschärfungsgründ...
	3. Insgesamt resultiert aus den dargelegten Elementen der Täterkomponente eine weitere erhebliche Strafminderung um einen Drittel von 3 Jahren auf 2 Jahre Freiheitsstrafe. Straferhöhungsgründe sind demgegenüber keine ersichtlich.
	V.   Strafvollzug

	1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). ...
	2. Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs sind vorliegend in objektiver Hinsicht erfüllt. Auch in subjektiver Hinsicht sind keine Anhaltspunkte auszumachen, welche beim Beschuldigten eine ungünstige Prognose vermuten liessen...
	3. Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB).
	VI.   Weisung

	1. Im erstinstanzlichen Verfahren hat weder die Anklagebehörde noch der Beschuldigte und seine Verteidigung die Anordnung einer Weisung im Sinne von Art. 44 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 94 StGB beantragt (Urk. 37, S. 1; Urk. 38, S. 2; Prot. I, S. 4).
	2. Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf eine entsprechende Empfehlung des psychiatrischen Gutachters und den Umstand, dass der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung bestätigt hatte, seit der Tat keinen Alkohol mehr zu konsumieren und seine Abst...
	VII.   Kostenfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 8. Mai 2012 bezüglich der Dispositivziffern 5 (Aufhebung der Ersatzmassnahme), 6 – 9 (Einziehung/Herausgaben), 10 (Zivilansprüche) und 11 – 12 (Kostendispositiv) in...
	17. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 62 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Von der Erteilung einer Weisung wird abgesehen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ...
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 die Privatklägerschaft gemäss vorinstanzlichem Rubrum
	hernach in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	8. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.