# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4dbc5e71-600c-539c-a896-30beb552d826
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.04.2015 IV 2013/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-44_2015-04-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2020

Entscheiddatum: 24.04.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2015
Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Nachdem die Beschwerdeführerin als 
Krankenschwester arbeitsunfähig wurde, gewährte ihr die IV eine 
Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau. In 
Würdigung der medizinischen Akten ist die Beschwerdeführerin im 
umgeschulten Beruf zu 80% arbeitsfähig. Art. 7 ATSG, Art. 16 ATSG. Beim 
Einkommensvergleich ist zu berücksichtigen, dass sich die Validenkarriere 
der Beschwerdeführerin weiterentwickelt hätte, da sie eine Weiterbildung 
begonnen hatte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 24. April 2015, IV 2013/44). Aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 9C_397/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2015

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 24. April 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Weissberg, Plänkestrasse 32, Postfach, 

2501 Biel/Bienne,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ hatte den Beruf der Krankenschwester erlernt. Sie hatte diesen Beruf 

ausgeübt, bis sie arbeitsunfähig wurde. Am 18. August 2001 meldete sie sich zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Sie beantragte die 

Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 2). Die IV-Stelle gewährte 

ihr eine Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau (IV-

act. 14). Die Versicherte schloss diese Ausbildung Ende 2004 erfolgreich ab. In der 

Folge machte sie aber geltend, sie sei auch in der neuen Tätigkeit nur zu 50% 

arbeitsfähig. Die Versicherte wurde daraufhin am 26. August 2005 durch die 

Dres. B.___, Facharzt für Orthopädie FMH, und C.___, Facharzt für Neurologie und 

Psychiatrie, Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD), bidisziplinär 

(orthopädisch und psychiatrisch) untersucht. Der Untersuchungsbericht nannte neben 

den Diagnosen eines femoropatellären Schmerzsyndroms beidseits eine Neurasthenie, 

eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung und eine Persönlichkeitsstörung mit 

unreifen und regressiven Zügen. In der Tätigkeit einer kaufmännischen Angestellten 

belaufe sich die Arbeitsfähigkeit auf 80% (IV-act. 100-13). In einer Verfügung vom 

12. September 2005 hielt die IV-Stelle fest, die beruflichen Massnahmen seien 

erfolgreich abgeschlossen. Mit dem erworbenen Fähigkeitszeugnis habe die 

Versicherte die Möglichkeit, eine entsprechende Arbeitsstelle zu finden. Sie sei 

rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 103).

A.b  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte am 12. Oktober 2005 Einsprache 

erheben (IV-act. 106). Diese Einsprache wurde am 30. Januar 2006 unter dem 

ausdrücklichen Vorbehalt zurückgezogen, dass damit die Rentenfrage nicht 

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entschieden sei. Gleichentags liess die Versicherte ein Rentengesuch einreichen (IV-

act. 113 f.). Mit einer Verfügung vom 12. Dezember 2006 trat die IV-Stelle nicht auf 

dieses Rentengesuch ein (IV-act. 141). Gegen diese Nichteintretensverfügung liess die 

Versicherte am 25. Januar 2007 Beschwerde erheben. Das Versicherungsgericht 

entschied am 11. Juni 2008, die Verfügung aufzuheben und die Sache zur 

Rentenprüfung an die IV-Stelle zurückzuweisen (IV-act. 151).

B.    

B.a  Die IV-Stelle gab daraufhin ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag. Die Ab­

klärung erfolgte am 12. und 13. Januar 2009 in der MEDAS Ostschweiz (IV-act. 163). 

Der psychiatrische Gutachter hielt fest, eine schwergradige Herabsetzung der 

Leistungsfähigkeit in einer körperlich adaptierten Tätigkeit sei aus psychiatrischer Sicht 

nicht objektivierbar. Die Versicherte sei aber psychisch nicht belastbar, so dass eine 

Arbeitsunfähigkeit von wenigstens 20% seit Abschluss der beruflichen Massnahmen 

vorliege. Die emotional betonten Schilderungen seien konsistent, was die 

Ermüdbarkeit, die Erschöpfung und das Schlafbedürfnis betreffe, und die Versicherte 

habe einen grossen Leidensdruck vermittelt. Eine Arbeitsunfähigkeit von 50% könne 

daraus aber nicht abgeleitet werden. Es bestehe eine rigide, unbewusste Abwehr 

gegenüber dem psychosomatischen Krankheitsverständnis, weshalb eine forcierte 

Psychotherapie nicht indiziert sei (IV-act. 163-17). Der rheumatologische 

Sachverständige hielt fest, dass trotz einer glaubhaften Schilderung der 

muskuloskelettalen Beschwerden und der Blasensymptome weder in den vorgängig 

durchgeführten spezialärztlichen Abklärungen noch bei der aktuellen Begutachtung 

objektivierbare Pathologien gefunden worden seien, die das Ausmass der 

geschilderten subjektiven Beschwerden erklären könnten. Körperlich leichte, 

wechselbelastende, vorwiegend sitzend ausgeübte berufliche Tätigkeiten ohne Heben/

Tragen von Lasten über 5 kg sowie ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule könne die 

Versicherte im Rahmen von 80% ausüben. Die Leistungseinschränkung resultiere aus 

dem Bedürfnis vermehrter, betriebsunüblicher Pausen im Umfang von 20%. In der 

erlernten Tätigkeit als Krankenschwester bestehe eine dauernde Arbeitsunfähigkeit (IV-

act. 163-21 f). Mit einem Vorbescheid vom 30. Juni 2009 kündigte die IV-Stelle an, sie 

werde das Rentengesuch bei einem IV-Grad von 37% ablehnen (IV-act. 172).

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B.b  Die Versicherte liess am 24. Februar 2010 durch ihren Rechtsvertreter einwenden 

(IV-act. 183), bei der Berechnung des Valideneinkommens sei die IV-Stelle von einem 

zu tiefen Einkommen ausgegangen. Als Pflegefachfrau mit 13-jähriger Berufserfahrung 

würde die Versicherte nämlich ein Einkommen von mindestens Fr. 82'823.-- statt des 

berücksichtigten Einkommens von Fr. 69'110.-- erzielen. Dabei sei die damals 

beabsichtigte Weiterbildung zur Intensivpflegekrankenschwester noch nicht einmal 

berücksichtigt. Die Versicherte habe vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bereits 

erfolgreich einen Einführungskurs besucht. Daraus hätte sich ein Jahreseinkommen 

von Fr. 86'723.-- ergeben.

B.c  Am 20. August 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss ihrem Vorbescheid (IV-

act. 195). Sie führte an, aus ärztlicher Sicht habe sich die bisherige Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit bestätigt. Die rheumatologischen Befunde hätten sich seit der MEDAS-

Begutachtung nicht geändert. Es sei nicht bewiesen, dass die Versicherte die 

Ausbildung zur Intensivkrankenschwester gemacht hätte und dass dies aus 

gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich gewesen sei. Daher werde vom 

Durchschnittslohn im Gesundheitswesen, Anforderungsniveau 3, ausgegangen.

C.    

C.a  Am 22. September 2010 liess die Versicherte Beschwerde erheben (IV-act. 200-2). 

Ihr Rechtsvertreter beantragte die Rückweisung an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung 

und zur neuen Verfügung. Insbesondere sei durch einen medizinischen Experten 

abzuklären, ob sich die rheumatologischen Befunde gegenüber der MEDAS-

Begutachtung verändert hätten. Ein Neuropsychologe des Kantonsspitals St. Gallen 

habe bei der Versicherten aus neuropsychologischer Sicht leichte bis mittelschwere 

kognitive Funktionsstörungen festgestellt. Es hätten sich Defizite im verbalen 

Gedächtnis im Sinne einer mittelschwer reduzierten Merkspanne und einer leichten bis 

mittelschweren Lern- und Abrufstörung mit erhöhter proaktiver Interferenzanfälligkeit 

gezeigt. Weiter sei der Invaliditätsgrad neu zu berechnen, da die Versicherte als 

Krankenschwester im Kanton St. Gallen inzwischen mindestens Fr. 82'823.-- und nicht 

nur Fr. 69'110.-- verdienen würde, dies sogar ohne die Berücksichtigung allfälliger 

Weiterbildungen, welche die Versicherte damals fest beabsichtigt habe.

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C.b  Die IV-Stelle entschloss sich daraufhin, ihren Entscheid nochmals zu überprüfen. 

Dazu widerrief sie am 12. November 2010 die Verfügung vom 20. August 2010 (IV-

act. 218). Am 2. Dezember 2010 wurde das Verfahren vor Versicherungsgericht zufolge 

Rücknahme ins Verwaltungsverfahren abgeschrieben (IV-act. 224).

C.c  Es erfolgte eine Neuberechnung des IV-Grades, wobei nun ein Betrag von 

Fr. 86'723.-- für das Valideneinkommen berücksichtigt wurde. Mit einem Vorbescheid 

vom 7. Januar 2011 kündigte die IV-Stelle an, sie werde der Versicherten bei einem IV-

Grad von 50% mit Wirkung ab 1. Januar 2005 (Ende der Taggeldausrichtung) eine 

halbe Rente zusprechen (IV-act. 228).

C.d  Am 7. Februar 2011 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter einwenden, 

gemäss ihren Recherchen betrage die Besoldung einer Krankenschwester mit 15-

jähriger Berufserfahrung und Weiterbildung in Intensivpflege durchschnittlich ca. 

Fr. 95'000.--. Zudem sei das Invalideneinkommen auf der Basis einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit ermittelt worden. Inzwischen lägen aber neue medizinische 

Erkenntnisse vor, die ihr eine maximale Arbeitsfähigkeit von 50% bescheinigten. Im 

Februar 2010 habe sich ein zweiter Schub des Elsbergsyndroms ergeben, was durch 

den Bericht des leitenden Arztes der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen 

belegt sei (IV-act. 231, 236-6). In diesem Bericht war festgehalten worden, dass beim 

"erneuten Schub" im Jahr 2010 keine neurologische Beurteilung durchgeführt worden 

sei. Ob ein Elsberg-Syndrom aufgetreten sei, habe sich in der neurologischen 

Abklärung im November 2009 nicht beweisen lassen. Für den Fall, dass erneut 

Beschwerden auftreten sollten, hatten die Ärzte eine neurologischen Beurteilung inkl. 

Liquordignostik zum Zeitpunkt der Beschwerdeverschlechterung empfohlen (IV-

act. 236-8).

C.e  Am 7. und 16. November 2011 wurde die Versicherte erneut in der MEDAS 

Ostschweiz begutachtet (IV-act. 256). Die Gutachter hielten fest, aus somatischer Sicht 

könne keine höhere als die im Gutachten vom März 2009 angegebene 

Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert werden (IV-act. 256-17). Bei der Möglichkeit, 

gehäuft, d.h. über das betriebsübliche Mass hinausgehend Pausen im Umfang von 

20% einzuschalten, könne die Versicherte in einem 100%-Pensum eine Leistung von 

80% erbringen. Der psychiatrische Gutachter hielt fest, die von der Versicherten 

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geschilderten Beschwerden (körperliche Schwäche, Erschöpfung nach geringen 

Anstrengungen, Muskelschmerzen, Schlafstörungen, Kraftlosigkeit, 

Blasenreizsymptomatik) sprächen aus psychiatrischer Sicht für das Vorliegen einer 

Neurasthenie (ICD-10: F48.0). Das polydisziplinäre Gespräch habe ergeben, dass es für 

die Beschwerden kein neurologisch/organisches Korrelat gebe (IV-act. 256-22). Für die 

geschilderten Beschwerden hätten auch die eingehenden neurologischen Abklärungen 

durchwegs keine Pathologien von Beweis- bzw. Krankheitswert ergeben. Die 

subjektiven Einschränkungen aufgrund der Blasenreizsymptomatik hätten sich 

gegenüber der MEDAS-Vorbegutachtung eher gebessert. Die Versicherte wehre sich 

gegen eine psychologische Erklärung ihrer Beschwerden und verharre in ihrem 

Krankheitskonzept mit Selbstlimitierung (IV-act. 256-27 f). Aus neurologischer Sicht 

könne keine Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden. Die geschilderten Symptome führten 

zu einer Einschränkung sowohl in der Lebensführung als auch bei der Ausübung der 

beruflichen Tätigkeit. Dem werde aus psychiatrischer Sicht mit einer Arbeitsunfähigkeit 

von 20% Rechnung getragen. Die durch den behandelnden Psychiater attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 50% allein aus psychiatrischer Sicht, sei nicht nachvollziehbar. 

Aus polydisziplinärer Sicht könne keine Arbeitsunfähigkeit über 20% in einer Tätigkeit 

als Büroangestellte begründet werden. Die aktuell von der Versicherten ausgeübte 

Tätigkeit in der Kleika entspreche aus gesamtmedizinischer Sicht einer optimal 

adaptierten Tätigkeit.

C.f   Mit einem Vorbescheid vom 4. Oktober 2012 kündigte die IV-Stelle die 

Ausrichtung einer halben Rente bei einem IV-Grad von 50%, rückwirkend ab dem 

1. Januar 2005, an (IV-act. 277). Am 7. November 2012 liess die Versicherte durch 

ihren Rechtsvertreter einwenden, sie sei keinesfalls in der Lage, ein Arbeitspensum von 

80% zu bewältigen. Ihr Rentenanspruch sei daher basierend auf einem Arbeitspensum 

von 50% zu berechnen (IV-act. 278). Am 18. Dezember 2012 verfügte die IV-Stelle 

gemäss ihrem Vorbescheid (IV-act. 279). Bei der Berechnung des IV-Grades hatte sie 

ein Valideneinkommen von Fr. 98'200.-- und ein Invalideneinkommen von Fr. 47'559.-- 

(ohne Tabellenlohnabzug) berücksichtigt.

D.    

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D.a  Dagegen liess die Versicherte am 31. Januar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). 

Ihr Rechtsvertreter beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und es sei der 

Versicherten rückwirkend ab 1. Januar 2005 eine ganze Rente auszurichten. Zur 

Begründung führte er an, die Beschwerdeführerin habe alles in ihrer Macht Stehende 

getan, um sich ins Arbeitsleben zu integrieren. Es sei zu berücksichtigen, dass sie 

versucht habe, eine 50%ige Arbeitsstelle zu bewältigen, dass ihr dies aber trotz 

enormer Anstrengungen nicht gelungen sei. Die Beschwerdeführerin könne die 

Schlussfolgerungen des Gutachtens nicht akzeptieren, da sie der Ansicht sei, es hätte 

ein neurologisches Hauptgutachten erstellt werden müssen. Es sei offensichtlich, dass 

zumindest ein Teil der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin dadurch verursacht 

worden sei, dass ihre medizinischen Probleme während Jahren nicht korrekt 

diagnostiziert worden seien. Dahingehend könne auf die beiliegende Beurteilung durch 

das Universitätsspital Basel verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin war am 

2. Januar 2013 im Universitätsspital Basel durch Dr. med. D.___, Oberärztin für 

Neurologie, untersucht worden (act. G 1.1/5). Diese hat angegeben, anamnestisch 

habe die Beschwerdeführerin im Jahre 2000 ein partielles Querschnittsyndrom mit 

möglichem Rezidiv 2011 erlitten, welches in der Folge als mögliches Elsberg-Syndrom 

interpretiert worden sei. Diese Diagnose erscheine aufgrund der anamnestischen 

Angaben als möglich; in diesem Rahmen seien auch die angegebenen residuellen 

Beschwerden plausibel. Zur genaueren Beurteilung fehlten aber sämtliche Unterlagen 

zu den Abklärungen in den Jahren 2006 und 2009. Da nie pathologische Befunde 

gefunden worden seien, fehlten die objektivierbaren Befunde, die diese Diagnose 

weiter untermauern würden. Eine andere neurologische Erkrankung könne sie nicht 

erkennen; daher dränge sich auch keine weitere Diagnostik auf.

D.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2013 stellte die Beschwerdegegnerin 

den Antrag, es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Rente habe (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, aus dem Arztbericht des 

Universitätsspitals Basel ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die 

Beschwerdeführerin an einer Nervenschädigung leiden würde. Demnach könne 

vollständig auf die ausführlichen und schlüssigen MEDAS-Gutachten abgestellt 

werden. Weitere Abklärungen seien nicht notwendig. Die Beschwerdeführerin sei in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Für die Berechnung des 

Valideneinkommens sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen, dass sie 

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sich beruflich weiterentwickelt hätte. Es seien keine ausreichend konkreten 

Anhaltspunkte für eine berufliche Veränderung vorhanden. Daher sei nicht bewiesen, 

dass die Versicherte heute als Intensivkrankenschwester tätig wäre. Somit sei davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin als Krankenschwester (allgemeine 

Krankenpflege) arbeiten und auf diese Weise ein Erwerbseinkommen von Fr. 72'159.40 

erzielen würde. Im umgeschulten Beruf als medizinische Praxisassistentin hätte sie im 

Jahr 2010 ein Erwerbseinkommen von Fr. 57'867.00 erzielen können, woraus ein 

Invalideneinkommen von Fr. 46'300.80 resultiere. Bei einem IV-Grad von 36% habe die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente.

D.c  Mit der Replik vom 4. Oktober 2013 wendete der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ein, der beiliegende Arztbericht des behandelnden Psychiaters 

lege dar, dass die Beschwerdeführerin psychiatrisch einzig an einer leichten 

Depression leide, welche die Arbeitsunfähigkeit nicht erkläre. Eine psychiatrische 

Grunderkrankung liege nicht vor. Der Rheumatologe sei zum Schluss gekommen, dass 

aus rheumatologischer Sicht nur knapp eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vorliege. Die 

effektive Arbeitsfähigkeit sei demnach geringer als angenommen und es könne nicht 

auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden. Aus der beigelegten Stellungnahme der 

Beschwerdeführerin gehe hervor, wie ihr beruflicher Werdegang ohne gesundheitliche 

Einschränkung verlaufen wäre. Es sei deshalb von einem Valideneinkommen als 

Intensivpflegekrankenschwester auszugehen. Die Beschwerdeführerin hatte u.a. 

ausgeführt (act. 14.1 Beilage 4), sie habe beim Spital E.___ gekündigt, weil sie sich an 

einem anderen Spital habe weiterbilden wollen ("IPS Pflege mit beatmeten Patienten"). 

Der Berufsberater der Beschwerdegegnerin habe sie nie gefragt, wie sie sich ihre 

berufliche Zukunft ohne die Krankheit vorgestellt habe oder weshalb sie "auf die Reha 

gewechselt habe".

D.d  Der behandelnde Psychiater Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, hatte am 11. August 2013 berichtet, das Schmerzsyndrom und 

die übermässige Müdigkeit persistierten. Wenn die Beschwerdeführerin 50% arbeite, 

sei sie für den Rest des Tages praktisch lahmgelegt und müsse sich ausruhen. Sie 

könne in der restlichen Zeit noch knapp die Alltagsroutine bewältigen und sie sei sozial 

isoliert. Da eine somatische Ursache nicht eindeutig ausgeschlossen werden könne, sei 

es nicht statthaft, die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung zu 

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stellen. Es könne weder die Diagnose einer Neurasthenie noch diejenige einer 

Konversionsneurose gestellt werden. Aktuell sei eine leichte depressive Symptomatik 

festzustellen, die als reaktiv im Rahmen der somatischen Erkrankung einzuordnen sei. 

Aufgrund der reaktiven depressiven Symptomatik sei die Beschwerdeführerin nicht 

arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit sei aber durch die übermässig schnelle 

Ermüdbarkeit und das chronische Schmerzsyndrom stark eingeschränkt 

(act. G 14.1/2). Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. G.___, Facharzt für 

Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 

23. September 2013 fest, aus rheumatologischer Sicht habe immer ein deutliches 

cervicospondylogenes und lumbospondylogenes Syndrom bei beginnender 

degenerativer Veränderung objektiviert werden können. Aus rheumatologischer Sicht, 

unter Berücksichtigung der neurologischen Diagnose, liege auch in adaptierter 

Tätigkeit nur knapp eine 50%ige Arbeitsfähigkeit vor (act. G 14.1/3).

D.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:

1.     

1.1   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), das heisst der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach ärztlicher Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt 

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ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2   Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sind die zuständige Behörde und später 

das Gericht auf von den Ärzten zur Verfügung zu stellende Unterlagen angewiesen. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der 

Versicherte arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261, E. 4). Im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung dürfen sich Verwaltung und Gericht weder über die medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen, noch sind die ärztlichen Einschätzungen zur 

Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer sozialversicherungsrechtlichen Tragweite zu 

übernehmen. Die rechtsanwendende Behörde hat sorgfältig zu prüfen, ob die ärztliche 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, 

welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind 

(BGE 130 V 356, E. 2.2.5).

1.3   Die Beschwerdeführerin machte geltend, es sei ihr nicht möglich, eine 50%ige 

Arbeitstätigkeit zu bewältigen. Trotz grosser Anstrengungen sei ihr dies auch bei ihrer 

letzten Stelle nicht gelungen. Ihr Rheumatologe sei ebenfalls der Ansicht, dass sie nur 

knapp eine 50%ige Arbeitsfähigkeit erreichen könne. Bei der Würdigung der Berichte 

von Hausärzten und behandelnden Ärzten muss die Erfahrungstatsache 

berücksichtigt werden, dass behandelnde Ärzte mitunter aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher dazu neigen, zu Gunsten 

ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Bei der Abschätzung des 

Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen 

allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht 

vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden 

Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich 

einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung 

durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen 

Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 

tätigen (Fach-) Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 175 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- 

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oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen 

zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen 

gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung 

aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 

Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 

unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 

2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall indessen ergeben sich 

durch die jüngsten Arztberichte des behandelnden Psychiaters und des behandelnden 

Rheumatologen keine neuen Erkenntnisse, welche ernsthafte Zweifel an der Richtigkeit 

der Einschätzung der Gutachter zu wecken vermöchten.

1.4   Ein im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen 

Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 353 E. 3b/bb). Es gibt vorliegend keine Hinweise, die gegen die Zuverlässigkeit 

der Gutachten sprechen. Die drei Gutachten (das RAD-Gutachten im Jahr 2005, das 

MEDAS-Gutachten im Jahr 2009 und das MEDAS-Gutachten im Jahr 2011) haben 

identische Erkenntnisse geliefert: Alle Gutachter sind sich darin einig gewesen, dass 

bei der Beschwerdeführerin eine 80%ige Arbeitsfähigkeit besteht. Auf diese 

Einschätzung ist abzustellen. Die Sachverständigen der MEDAS haben sich im 

Gutachten von 2011 eingehend mit den geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. 

Bei der rheumatologischen Untersuchung sind keine neuen Gesichtspunkte gegenüber 

dem Gutachten aus dem Jahr 2009 und insbesondere keine Hinweise auf das 

Vorliegen einer entzündlichen Erkrankung gefunden worden (vgl. IV-act. 256-16 f.). Für 

die geschilderten Symptome ist aus somatischer Sicht keine Erklärung gefunden 

worden. Das Gutachten basiert auf einer sorgfältigen Würdigung der 

Krankengeschichte und auf umfassenden und sorgfältigen eigenständigen 

Untersuchungen durch die Gutachter. Der psychiatrische Sachverständige führte die 

Beschwerden (Müdigkeit, Erschöpfung etc.) auf eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0) 

zurück, da auch das neurologische Konsilium (mit elektrophysiologischen und 

laborchemischen Untersuchungen) unauffällig geblieben sei und es daher kein 

neurologisch-organisches Korrelat für die Beschwerden gebe. Die Symptome, welche 

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die Beschwerdeführerin aufweist, sind nicht invalidisierend. Eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit lässt sich nicht nachvollziehen. Da die Gutachter aber 

übereinstimmend festgehalten haben, dass die Beschwerdeführerin vermehrt Pausen 

benötige, kann auf diese Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer 

körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, abgestellt werden. Es ist davon 

auszugehen, dass eine weitere neurologische Untersuchung keine neuen Erkenntnisse 

ergeben würde. Dazu sei auf den Bericht von Dr. D.___, Oberärztin für Neurologie am 

Universitätsspital Basel, verwiesen, worin diese festgehalten hat, dass pathologische, 

objektivierbare Befunde für das Vorliegen eines Elsbergsyndroms fehlten. Eine andere 

neurologische Erkrankung habe sie nicht erkennen können, weshalb sich auch keine 

weitere Diagnostik aufdränge (vgl. act. G 1.1/5). Gestützt auf die gutachterlichen 

Ausführungen ist somit davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend) mit der Möglichkeit zu 

vermehrten, betriebsunüblichen Pausen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit besteht.

2.     

2.1   Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist anhand eines 

Einkommensvergleichs zu ermitteln. Dazu wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen). Für das Valideneinkommen ist massgebend, was 

eine versicherte Person im fiktiven Gesundheitsfall verdienen würde. Vor ihrer 

Erkrankung hat die Beschwerdeführerin als Krankenschwester in der allgemeinen 

Pflege gearbeitet. Sie hat aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beabsichtigt, sich 

als Intensivpflegekrankenschwester weiterzubilden. Dazu hat sie bereits einen ersten 

Kurs besucht (IV-act. 186). Zudem hat sie im Hinblick auf die Weiterbildung ihre Stelle 

im Spital E.___ gekündigt und eine Stelle in der Klinik H.___ angenommen (vgl. 

act. G 14.1/4 Anhang 2 und G 14.1/4 Anhang 4), bei der sie Erfahrungen im Hinblick 

auf die erstrebte Ausbildung hat sammeln können (vgl. act. G 14.1/4 Anhang 6). Die 

Ausführungen der Beschwerdeführerin sind glaubhaft und durch die Kursbestätigung 

belegt. Wie die Beschwerdeführerin dargelegt hat, ist es in dem von ihr erlernten Beruf 

der Krankenschwester üblich, sich weiterzubilden. In der Zwischenzeit hätten all ihre 

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ehemaligen Arbeitskolleginnen am Spital E.___ die besagte Weiterbildung absolvieren 

müssen, um weiter dort arbeiten zu können. Die Beschwerdeführerin hat zudem 

gemäss ihren eigenen Angaben stets Interesse an jeder Art von Weiterbildung gezeigt 

(vgl. act. G 14.1/4 Anhang 5). Es liegen damit genügend Indizien dafür vor, dass sich 

die (im fraglichen Zeitpunkt noch junge) Beschwerdeführerin tatsächlich hat in der 

angegebenen Form weiterbilden wollen. Aufgrund der Akten betreffend die 

Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin über die nötigen Ressourcen verfügt hat, 

um diese Weiterbildung erfolgreich absolvieren zu können. Demnach steht fest, dass 

die Beschwerdeführerin sich zur Intensivpflegekrankenschwester weitergebildet hätte 

und dass sie ab dem massgebenden Zeitpunkt (Januar 2005) im (hypothetischen) 

Gesundheitsfall in diesem Beruf tätig gewesen wäre. Demnach ist von einem 

Valideneinkommen von Fr. 98'200.-- auszugehen.

2.2   Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist grundsätzlich von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da 

die Beschwerdeführerin als Krankenschwester zu 100% arbeitsunfähig geworden ist, 

ist sie zur medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau umgeschult worden. 

Bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% könnte die Beschwerdeführerin im Beruf der 

medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau ein Einkommen von Fr. 47'559.-- 

erzielen. Im Vergleich mit dem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 98'200.-- 

ergäbe dies eine Erwerbseinbusse von Fr. 50'641.--. Zu beachten ist allerdings, dass 

die Tabellenlöhne der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik auf den 

Einkommen gesunder Arbeitnehmer basieren. Als in ihrer Gesundheit beeinträchtigte 

Arbeitnehmerin hat die Beschwerdeführerin aber mit indirekten Wettbewerbsnachteilen 

zu rechnen. Die Ursachen dafür bestehen insbesondere in der Gefahr 

überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen und grosser Leistungsschwankungen und 

dem durch die Notwendigkeit vermehrter und betriebsunüblicher Pausen begründeten 

Bedarf nach einer besonderen Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der 

Mitarbeiter. Diesen Wettbewerbsnachteilen ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 

Rechnung zu tragen. Im vorliegenden Fall erscheint praxisgemäss ein Abzug von 10% 

als gerechtfertigt. Daraus resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 42'803.--, d.h. eine 

Einbusse von Fr. 55'397.-- und damit ein IV-Grad von 56%. Es ergibt sich damit 

gegenüber der Verfügung vom 18. Dezember 2012 zwar ein leicht höherer IV-Grad, im 

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Ergebnis ändert sich aber nichts. Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente. Damit ist die Verfügung vom 18. Dezember 2012 zu bestätigen und die 

Beschwerde ist abzuweisen.

3.     

Im Sinne eines obiter dictum ist die Frage aufzuwerfen, ob die Beschwerdeführerin als 

medizinische Praxisassistentin/technische Kauffrau ausreichend beruflich eingegliedert 

sei oder ob allenfalls – auch im Hinblick auf eine revisionsweise Herabsetzung oder 

Aufhebung der halben Invalidenrente – eine weiterführende Umschulung in einen 

qualifizierteren Beruf zu prüfen sei. Es ist nämlich davon auszugehen, dass die – nach 

ihren eigenen, überzeugenden Angaben – ausbildungsfreudige Beschwerdeführerin 

über die intellektuellen und bildungsmässigen Voraussetzungen verfügt, um einen 

Beruf zu erlernen, der in Bezug auf das erzielbare Erwerbseinkommen der 

Validenkarriere gleichwertig wäre, womit das zumutbare Invalideneinkommen 

gegebenenfalls so stark ansteigen könnte, dass die behinderungsbedingte 

Erwerbseinbusse unter der rentenrelevanten Grenze von 40% liegen würde. Mit der 

früher absolvierten Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin/technischen 

Kauffrau, die sich fälschlicherweise an einer Validenkarriere als "normale" 

Krankenschwester und damit an einem zu tiefen Valideneinkommen orientierte, ist die 

Beschwerdeführerin nicht in die Lage versetzt worden, einen dem Lohn als 

Intensivpflegekrankenschwester gleichwertigen Verdienst zu erzielen. Der Umstand, 

dass sie in einer adaptierten Tätigkeit, und damit auch in einer Berufsausbildung, nur 

zu 80% arbeitsfähig ist, würde wohl kein unüberwindbares Hindernis für eine allfällige 

Umschulung darstellen, denn nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist davon 

auszugehen, dass eine Berufsausbildung dieser Beeinträchtigung angepasst werden 

kann, etwa indem die Ausbildung im erforderlichen Umfang verlängert wird. Die 

Voraussetzung dafür wäre, dass das Berufs- bzw. Umschulungsziel so gewählt würde, 

dass die Ausbildung einer auf 80% reduzierten Ausbildungsleistung angepasst werden 

könnte. Das würde allerdings eine sorgfältige berufsberaterische Abklärung der 

Neigungen und Fähigkeiten der Beschwerdeführerin und der Möglichkeiten der 

Anpassung des jeweiligen Ausbildungsganges an die Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin voraussetzen.

4.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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4.1   Die angefochtene Rentenverfügung vom 18. Dezember 2012 wird bestätigt und 

die Beschwerde wird abgewiesen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend beurteilten Angelegenheit als angemessen. Die 

unterliegende Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Sie ist durch den geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; sie ist 

durch den geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2015
	Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Nachdem die Beschwerdeführerin als Krankenschwester arbeitsunfähig wurde, gewährte ihr die IV eine Umschulung zur medizinischen Praxisassistentin/technischen Kauffrau. In Würdigung der medizinischen Akten ist die Beschwerdeführerin im umgeschulten Beruf zu 80% arbeitsfähig. Art. 7 ATSG, Art. 16 ATSG. Beim Einkommensvergleich ist zu berücksichtigen, dass sich die Validenkarriere der Beschwerdeführerin weiterentwickelt hätte, da sie eine Weiterbildung begonnen hatte (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. April 2015, IV 2013/44). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_397/2015.

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