# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3009b36c-b730-5bfd-b3ff-dab6621f7447
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-30
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 30.04.2020 VG.2020.00005 (VG.2020.939)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00005_2020-04-30.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  Urteil vom 30. April 2020

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  I. Kammer

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  in Sachen

  	 

	
  VG.2020.00005

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  	
    A.______Sarl

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  	 

	
   

  	 

	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  gegen

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  	 

	
   

  	 

	
  	
    vertreten
    Rechtsanwältin C.______

    

  

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  und

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  	
    Thomas Fischer Architekt GmbH

    	
    Beigeladene

    

  

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  betreffend

  	 

	
   

  	 

	
   

  	 

	
  Projektwettbewerb
  Erweiterung Berufsschule Ziegelbrücke 

  	 

	
  (Zuschlag und
  Ausschluss)

  	 

	
   

  	 

	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  	 

	
  I. 

  	 

	
  1. 

  	 

	
  1.1 Das Departement Bau und Umwelt (DBU) schrieb am 23.
  Mai 2019 im Amtsblatt, auf der Ausschreibungsplattform simap.ch sowie in der
  Fachpresse den offenen Projektwettbewerb "Neubau Schulhaus mit
  Dreifachturnhalle" aus. Insgesamt gingen 53 Eingaben ein. Im Rahmen der
  Vorprüfung wurde bei fünf Projekten eine Verletzung der Anonymität
  festgestellt. Am 14. und 15. November 2019 sowie am 6. Dezember
  2019 beurteilte das Preisgericht die Projekte. Dabei setzte es das Projekt
  "Brückenbauer" der Thomas Fischer Architekt GmbH auf den ersten
  Rang. Am 27. Dezember 2019 beantragte das DBU dem Regierungsrat die
  Kenntnisnahme des Berichts des Preisgerichts. Das DBU sei zu beauftragen, dem
  Wettbewerbsgewinner den planerischen Auftrag zur Weiterbearbeitung zu
  erteilen. Ferner sei es mit der Eröffnung des Beschlusses an alle Anbieter in
  geeigneter Form und mit dem weiteren Vollzug zu beauftragen. Der
  Regierungsrat folgte diesen Anträgen mit Beschluss vom 7. Januar 2020.

  	 

	
   

  	 

	
  1.2 Am 8. Januar 2020 verfügte das DBU die Rangierung
  der sechs besten Projekte sowie den Ausschluss von fünf Teilnehmern, darunter
  die A.______, wegen Verletzung der Anonymität. Gleichzeitig vergab es den
  Auftrag der obsiegenden Thomas Fischer Architekt GmbH.

  	 

	
   

  	 

	
  2.

  	 

	
  2.1 Dagegen erhob die A.______ am 22. Januar 2020
  Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, es seien der Zuschlag und
  ihr Ausschluss aufzuheben. Das DBU sei anzuweisen, das Wettbewerbsverfahren
  abzubrechen und anschliessend zu wiederholen. Es sei ihr Einsicht in die
  Dokumente "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt" der aktuell in den
  Rängen 1-5 rangierten Wettbewerbsteilnehmer zu gestatten. Der Beschwerde sei
  die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Eventuell sei die Rechtswidrigkeit der
  Verfügung vom 8. Januar 2020 festzustellen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten des DBU bzw. der Thomas Fischer Architekt
  GmbH.

  	 

	
   

  	 

	
  2.2 Das DBU schloss am 3. Februar 2020 auf Abweisung der
  Beschwerde und des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung; unter
  Kostenfolge.

  	 

	
   

  	 

	
  2.3 Mit Präsidialverfügung vom 5. Februar 2020 wies das
  Verwaltungsgericht das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der
  Beschwerde ab. Gleichzeitig gewährte es der A.______ Einsicht in die
  Dokumente "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt".

  	 

	
   

  	 

	
  2.4 Die A.______ reichte am 24. Februar 2020 ihre Replik
  ein, wobei sie festhielt, im Hinblick auf die Öffnung des Schadenersatzwegs
  gehe es vorliegend um die Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen
  Verfügung. 

  	 

	
   

  	 

	
  2.5 Das DBU hielt in seiner Duplik vom 9. März 2020 an
  der Abweisung der Beschwerde fest. Gleichzeitig reichte es die Dossiers LIMMA
  und ABC nach. Das Verwaltungsgericht stellte am 10. März 2020 der A.______
  die Duplik und Kopien der beiden Dossiers zur Kenntnisnahme zu.

  	 

	
   

  	 

	
  II. 

  	 

	
  1.

  	 

	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 105 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m. Art. 35 f. des kantonalen
  Submissionsgesetzes vom 4.  Mai 1997 (SubmG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die weiteren
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  	 

	
   

  	 

	
  2.

  	 

	
  2.1 Ein Projektwettbewerb ist ein Verfahren, das zur
  Erarbeitung von Lösungsvorschlägen zu klar umrissenen Aufgaben sowie zur
  Ermittlung von geeigneten Fachleuten zur Projektrealisierung durchgeführt
  wird, wobei der Projektgewinner in der Regel Anspruch auf einen weiteren
  planerischen Auftrag hat (Peter Galli et al., Praxis des öffentlichen
  Beschaffungswesens, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1019). Für die
  Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs ist das Preisgericht zuständig.
  Es genehmigt das Wettbewerbsprogramm und beurteilt die Wettbewerbsbeiträge.
  Es entscheidet über die Rangierung und die Vergabe der Preise und spricht
  eine Empfehlung zuhanden der Auftraggeber aus für die Erteilung eines
  weiteren planerischen Auftrags, eines Zuschlags oder für das weitere Vorgehen
  (Art. 26 Abs. 1 der kantonalen Submissionsverordnung vom 17. Dezember
  1997 [SubmV]).

  	 

	
   

  	 

	
  2.2 Gemäss Art. 24 Abs. 1 SubmV werden Wettbewerbe
  anonym durchgeführt. Der Auftraggeber sichert nach Art. 24 Abs. 2 SubmV die
  Anonymität, bis das Preisgericht die Wettbewerbsarbeiten beurteilt, rangiert
  und allfällige Preise zugesprochen sowie allenfalls eine Empfehlung für das
  weitere Vorgehen abgegeben hat. Teilnehmer, die gegen das Anonymitätsgebot
  verstossen, werden nach Art. 24 Abs. 3 SubmV vom Wettbewerb ausgeschlossen.

  	 

	
   

  	 

	
  2.3 Das Wettbewerbsprogramm sah in Ziff. 1.4 vor, dass
  die SIA-Norm 142 subsidiär gelte. Auch diese hält in Art. 1.4 fest, dass
  Wettbewerbe in anonymisierter Form durchgeführt werden. Der Auftraggeber, die
  Mitglieder des Preisgerichts, die Teilnehmer und die beteiligten Fachleute
  sichern die Anonymität der Wettbewerbsbeiträge, bis das Preisgericht
  Wettbewerbsbeiträge beurteilt, rangiert und die Preise sowie eine Empfehlung
  für das weitere Vorgehen abgegeben hat. Ein Wettbewerbsbeitrag muss nach Art.
  19.1 lit. a der SIA-Norm 142 unter anderem dann ausgeschlossen werden,
  wenn sein Verfasser gegen das Anonymitätsgebot verstossen hat. 

  	 

	
   

  	 

	
  3.

  	 

	
  3.1 Das Verwaltungsgericht hat in seiner
  Präsidialverfügung vom 5. Februar 2020 erwogen, die Anonymität sei
  zentraler Bestandteil des Wettbewerbsverfahrens. Mittlerweile seien die
  Projekte rangiert und der Projektbericht veröffentlicht worden. Damit könne
  das Wettbewerbsverfahren, nicht wiederholt werden, da die Anonymität nicht
  mehr gewährleistet werden könne. Es könne daher nicht mehr auf Aufhebung des
  Zuschlags und Wiederholung des Verfahrens entschieden werden.

  	 

	
   

  	 

	
  3.2 Daraus folgt nun aber nicht, dass der
  Beschwerdeführerin jeder Rechtsschutz verwehrt ist. Ist die Beschwerde in
  einem ordentlichen Submissionsverfahren begründet, der Vertrag aber bereits
  abgeschlossen, sieht Art. 39 Abs. 2 SubmG vor, dass das
  Verwaltungsgericht lediglich feststellen kann, inwiefern die Verfügung
  rechtswidrig ist. Diese Bestimmung ist analog auf das vorliegende Verfahren
  anzuwenden, in welchem ebenfalls nicht auf Aufhebung des Zuschlags und
  Wiederholung des Wettbewerbsverfahrens entschieden werden kann. Wie auch die
  Beschwerdeführerin in ihrer Replik ausführt, folgt daraus, dass im
  vorliegenden Verfahren (einzig) zu prüfen ist, ob die Verfügung des
  Beschwerdegegners vom 8. Januar 2020 rechtswidrig ist oder nicht, wobei die Beurteilung
  der Verfügung als rechtswidrig in einem Feststellungsentscheid zu erfolgen
  hätte.

  	 

	
   

  	 

	
  4.

  	 

	
  4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der
  Beschwerdegegner habe zu Unrecht aus der Fusszeile des Datenblatts
  "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt" auf eine Verletzung des
  Anonymisierungsgebots geschlossen. Es sei nicht ersichtlich, woraus sich aus
  der Fusszeile auf sie rückschliessen lasse. Namentlich gelte dies auch für
  den vom Beschwerdegegner in seiner Erläuterung des Ausschlusses
  hervorgehobenen Teilwortlaut "glarus/rendu/SIA". Der
  Beschwerdegegner zeige denn auch nicht auf, weshalb mit diesen Worten die
  Anonymität verletzt sein soll. Soweit der Beschwerdegegner den Ausschluss von
  der Verwendung des Wortes "Fridolin" ableite, könne ihm nicht
  gefolgt werden. Jeder Wettbewerbsteilnehmer habe seinem Projekt ein Kennwort
  zuweisen müssen, wofür sie den Schutzpatron des Kantons Glarus ausgewählt
  habe. Das Kennwort der Projekte aller Wettbewerbsteilnehmer werde denn auch
  oben rechts auf dem Dokument "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt"
  vermerkt. Aus dem gewählten Kennwort könnten keinerlei Rückschlüsse auf ihre
  Identität gezogen werden. Sodann seien zahlreiche Wettbewerbsbeiträge, die
  als Kennwort ebenfalls einen Namen gewählt hätten, zu Recht nicht ausgeschlossen
  worden. Zu erwähnen sei ferner, dass die Dokumentvorlage die beanstandete
  Fusszeile automatisch generiert habe. Da die Vergabestelle ihrerseits
  verpflichtet sei, die Anonymität bis nach erfolgter Beurteilung durch das
  Preisgericht zu sichern, habe sie zur Verletzung eben dieser Anonymität durch
  ihre Dokumentvorlage selbst beigetragen, auch wenn die besagte Fusszeile
  vorliegend eben gerade keinen Rückschluss auf ihre Identität zulasse. Bei der
  im 5. Rang rangierten ARGE Härtel Lovis Steinbach + Bienert Kintat
  Architekten, Zürich, könnte sodann eine Verletzung des Anonymitätsgrundsatzes
  gesehen werden, zumindest dann, wenn das in der Fusszeile erwähnte
  "BiKini" auf Bienert Kintat Architekten schliessen lasse. Dennoch
  sei dieser Wettbewerbsteilnehmer nicht ausgeschlossen worden, was gegen das
  Gleichbehandlungsgebot verstosse. Insgesamt sei ihr Ausschluss willkürlich. 

  	 

	
   

  	 

	
  4.2 Der Beschwerdegegner führt aus, das Preisgericht
  habe den Beitrag der Beschwerdeführerin von der Beurteilung ausgeschlossen,
  weil mit dem Kennzeichen "Fridolin" die Anonymität verletzt worden
  sei. Gemäss Wettbewerbsprogramm prüfe er im Rahmen der technischen Vorprüfung
  der eingereichten Unterlagen u.a. die Einhaltung der Anonymität und
  halte die Ergebnisse schriftlich fest. Die Bewertung und Qualifizierung der
  Unterlagen erfolgten jedoch durch das Preisgericht. Das Preisgericht erstelle
  einen Bericht, worin es u.a. seine Entscheide bzw. Anträge über die
  Ausschlüsse festhalte und begründe. Die Jury schliesse Beiträge von der
  Beurteilung aus, wenn sein Verfasser gegen das Anonymitätsgebot verstossen
  habe. Dieses Vorgehen entspreche dem in der SIA-Norm 142 vorgeschlagenen
  Verfahren. Daraus ergebe sich, dass nach den vorliegend anwendbaren
  Verfahrensbestimmungen das Preisgericht darüber entscheide, ob die
  eingereichten Unterlagen gegen das Anonymitätsgebot verstiessen und daher von
  der Beurteilung auszuschliessen seien. Das Preisgericht setzte sich
  mehrheitlich aus qualifizierten und unabhängigen Fachleuten zusammen, weshalb
  sich seine rechtliche Stellung derjenigen einer unabhängigen richterlichen
  Instanz nähere. Damit bestehe hinreichende Gewähr dafür, dass der Entscheid
  über den Ausschluss von Teilnehmern aus sachlichen Gründen erfolge. Da die
  SIA-Norm 142 vorsehe, dass die Einhaltung der Anonymität durch das
  Preisgericht beurteilt werde und bei Verstössen das Preisgericht den
  Ausschluss beschliesse, könne das Anonymitätsgebot nicht so verstanden
  werden, dass eine konkrete Verbindung zwischen der Verletzung der Anonymität
  und dem tatsächlichen Verfasser vorliegen müsse. Diese Frage könnte das
  Preisgericht nur unter Aufhebung der Anonymität beantworten, weshalb es den
  entsprechenden Beitrag bei der Preiserteilung nicht mehr unvoreingenommen
  beurteilen könnte. Bei dem von der Beschwerdeführerin verwendeten Namen
  "Fridolin" könnte der Beitrag mit einem Architekten mit dem
  entsprechenden Namen verbunden werden. Dies könne die Beurteilung durch das
  Preisgericht unabhängig davon beeinflussen, ob der Beitrag tatsächlich von
  einem Architekten mit dem Namen Fridolin stamme oder nicht. Denn auch wenn
  der Beitrag von einem anderen Teilnehmer stamme, würde die Objektivität des
  Entscheids des Preisgerichts beeinflusst, wenn dieses vermuten würde, der
  Beitrag stamme von einem bestimmten Architekten mit dem Namen Fridolin. Beim
  Beitrag Nr. 36 mit dem Vermerk "BiKini" habe aufgrund der
  Wahrung der Anonymität keine Verbindung zu einem möglichen Architekten
  erkannt werden können. Hingegen habe er, der Beschwerdegegner, bei der
  Durchsicht der Beiträge nachträglich festgestellt, dass auch der Beitrag
  Nr. 52 hätte ausgeschlossen werden müssen. Da das Projekt nicht rangiert
  worden sei, habe der unterlassene Ausschluss keine Folgen auf das Ergebnis
  des Wettbewerbs. Die Beschwerdeführerin könne daraus keinen Anspruch auf Gleichbehandlung
  ableiten.

  	 

	
   

  	 

	
  5.

  	 

	
  5.1 Die Beschwerdeführerin reichte für ihr Projekt das
  geforderte Datenblatt "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt" ein. Oben
  rechts gab sie dem Projekt das Kennwort "FRIDOLIN". In der
  Fusszeile des Datenblatts befand sich der Dokumentenpfad
  "/Volumes/Data/02_concours/1922_glarus/SIA/Berufsschule_Ziegelbruecke_­Datenblatt_­Kosten_FRIDOLIN.xlsx".

  	 

	
   

  	 

	
  5.2 Bei der Vorprüfung des Projekts der
  Beschwerdeführerin wurde festgehalten, dass die Anonymität nicht
  gewährleistet sei. Begründet wurde dies einzig mit der Bemerkung "Name
  im Kostendatenblatt ersichtlich". In der Folge wurde dem Preisgericht
  das Ergebnis der Vorprüfung der Projekte vorgestellt und beantragt, fünf
  Projekte, darunter dasjenige der Beschwerdeführerin, wegen einer Verletzung
  der Anonymität auszuschliessen. Das Preisgericht folgte diesem Antrag. 

  	 

	
   

  	 

	
  5.3 Am 8. Januar 2020 eröffnete der Beschwerdegegner der
  Beschwerdeführerin, dass ihr Projekt wegen Verletzung der Anonymität nach
  Art. 24 Abs. 3 SubmV von der Bewertung ausgeschlossen worden sei. In
  einem E-Mail vom 14. Januar 2020 informierte der Beschwerdegegner die
  Beschwerdeführerin über die näheren Gründe des Ausschlusses. Anlässlich der
  Vorprüfung seien bei fünf Projekten Ausdrücke/Hinweise in der Fusszeile des
  Datenblatts "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt" gefunden worden,
  welche sich auf Personen oder Büros beziehen könnten. Darunter falle die von
  der Beschwerdeführerin verwendete Angabe "glarus/rendu/SIA". Im
  vorliegenden Beschwerdeverfahren führte der Beschwerdegegner hingegen aus,
  dass die Verwendung des Namens "Fridolin" für den Ausschluss
  ursächlich gewesen sei.

  	 

	
   

  	 

	
  6.

  	 

	
  Soweit die
  Beschwerdeführerin geltend macht, der Beschwerdegegner trage eine
  Mitverantwortung, weil die Dokumentenvorlage "Daten + Kosten Wettbewerbsprojekt"
  die beanstandete Fusszeile automatisch generiert habe, kann sie daraus nichts
  zu ihren Gunsten ableiten. Es trifft zwar zu, dass die Ausgestaltung der
  Vorlage unglücklich ist, da durch die automatisch generierte Fusszeile die
  Gefahr besteht, dass versehentlich das Anonymisierungsgebot verletzt wird.
  Dies zeigt sich exemplarisch bei den Projekten mit den Nrn. 7, 34 und 52, bei
  welchen jeweils in der klein gedruckten Fusszeile des Datenblatts der Name
  des verantwortlichen Architekten aufgeführt ist. Indessen ist in erster Linie
  der Projektverfasser dafür verantwortlich, dass sein Projekt in
  anonymisierter Form eingereicht wird. So konnte eine Verletzung des
  Anonymisierungsgebots bei sorgfältiger Durchsicht des Datenblatts ohne
  Weiteres erkannt und durch Löschen der Fusszeile oder durch die Verwendung
  eines anderen Dateinamens behoben werden. Daraus folgt, dass der Ausschluss
  aus dem Wettbewerb nicht alleine deshalb rechtswidrig war, weil der
  Beschwerdegegner ein Datenblatt zur Verfügung stellte, bei welchem die
  Fusszeile automatisch den Dokumentenpfad aufführt.

  	 

	
   

  	 

	
  7.

  	 

	
  7.1 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin durch den
  Druck der Fusszeile auf dem Datenblatt das Anonymitätsgebot verletzt hat.
  Anonymität im Sinne der SIA-Norm 142 und von Art. 24 SubmV bedeutet
  die konsequente Trennung zwischen der Kenntnis des Lösungsvorschlags
  einerseits und dessen Verfasser andererseits (vgl. SIA-Norm 142,
  S. 5). Wesentlich ist, dass das Preisgericht die eingereichten Projekte
  objektiv und unvoreingenommen beurteilen kann, was offensichtlich dann nicht
  mehr der Fall ist, wenn der Verfasser eines Projekts anhand der
  Projekteingabe erkennbar ist.

  	 

	
   

  	 

	
  Daraus folgt, dass eine
  Verletzung des Anonymitätsgebots stets dann zu bejahen ist, wenn Angaben bei
  der Projekteingabe Rückschlüsse auf den Verfasser des Projekts zulassen.
  Daneben ist mit dem Beschwerdegegner selbst dann von einer
  Anonymitätsverletzung auszugehen, wenn aufgrund der Angaben eine begründete
  Vermutung besteht, wer den Lösungsvorschlag verfasst hat, sich diese Vermutung
  im Nachhinein aber nicht bestätigt. Auch in einem solchen Fall besteht
  nämlich die Gefahr, dass das Preisgericht seine Beurteilung nicht mehr
  objektiv und unabhängig vornehmen kann. 

  	 

	
   

  	 

	
  Hingegen ist das
  Anonymitätsgebot dann nicht verletzt, wenn lediglich abstrakt die Möglichkeit
  besteht, dass zwischen dem Lösungsvorschlag und dem Verfasser eine Verbindung
  hergestellt werden kann. So sah beispielsweise das Verwaltungsgericht des
  Kantons St. Gallen keine Verletzung des Anonymitätsgebots darin, dass auf
  dem Paket als Absender der Name und die Adresse der Freundin jenes
  Mitarbeiters stand, der die Paketsendung mit dem Wettbewerbsbeitrag auf die
  Post gebracht hatte. Dies begründete das Gericht damit, dass sich keine
  Verbindung zwischen der Freundin und den Projektverfassern herstellen lasse
  (Urteil B 2015/133 vom 17. Dezember 2015, E. 2.3.1 und 2.4.3).

  	 

	
   

  	 

	
  7.2 Nach dem Dargelegten hätte der Beschwerdegegner
  zumindest ausführen müssen, mit welchem Architekturbüro bzw. mit welchem
  Mitarbeiter der Name "Fridolin" in Verbindung gebracht werden
  könnte, um den Ausschluss des Projekts der Beschwerdeführerin zu
  rechtfertigen. Die rein abstrakte Möglichkeit, dass es einen Architekten mit
  dem Namen Fridolin gibt, genügt hingegen nicht.

  	 

	
   

  	 

	
  7.3 Sodann fällt vorliegend auf, dass die
  Beschwerdeführerin ihrem Wettbewerbsbeitrag das Kennwort "Fridolin"
  gab. Dass sie damit den Namen des Patrons des Landes Glarus meinte, wäre aus
  zwei Gründen auch für den Beschwerdegegner leicht erkennbar gewesen.
  Einerseits durfte er davon ausgehen, dass der Beschwerdeführerin das
  Anonymitätsgebot bekannt war, weshalb es unwahrscheinlich war, dass sie für
  das zwingend anzugebende Kennwort den Namen eines Mitarbeiters angab.
  Andererseits handelt es sich um ein Projekt im Kanton Glarus, weshalb das
  Kennwort "Fridolin" naheliegend erscheint.

  	 

	
   

  	 

	
  7.4 Schliesslich führte der Beschwerdegegner in der per
  E-Mail nachgereichten Begründung der angefochtenen Verfügung an, dass das
  Projekt der Beschwerdeführerin wegen der Bezeichnung
  "glarus/rendu/SIA" ausgeschlossen worden sei. Daran hält er zwar im
  vorliegenden Verfahren nicht mehr fest. Allerdings zeigt dies, dass zumindest
  auch der Verfasser der Begründung in der Verwendung des Namens
  "Fridolin" nichts Problematisches erkannte.

  	 

	
   

  	 

	
  7.5 Daraus folgt, dass der Beschwerdegegner den
  Wettbewerbsbeitrag der Beschwerdeführerin zu Unrecht aus dem Wettbewerb
  ausschloss. Die Verfügung vom 8. Januar 2020 erweist sich daher als
  rechtswidrig. 

  	 

	
   

  	 

	
  8.

  	 

	
  8.1 Hinzuweisen bleibt darauf, dass der Beschwerdegegner
  beim Ausschluss der Wettbewerbsteilnehmer nicht konsequent vorging, weshalb
  seiner Verfügung etwas Willkürliches anhaftet und diese den Anspruch der
  Beschwerdeführerin auf gleiche Behandlung ihres Beitrags (vgl. SIA-Norm 142,
  S. 4) verletzt. 

  	 

	
   

  	 

	
  8.2 Am offensichtlichsten tritt dies beim Beitrag Nr. 52
  zu Tage, bei welchem der Verfasser "Ivo Piazza" mit vollem Namen
  aus der Fusszeile des Datenblatts ersichtlich ist. Beim Beitrag Nr. 32 steht
  in der Fusszeile unter anderem "lgujer", was zwangslos auf die
  l-gujer / schäli e KIG schliessen lässt, welche den Beitrag eingereicht
  haben. Dass mit der Bezeichnung "gusun" beim Beitrag Nr. 20
  der Architekt GuSung Lim gemeint ist, lässt sich ebenfalls erahnen. Dasselbe
  gilt für die Bezeichnung "BiKini" beim Beitrag Nr. 36, welcher sich
  auf das Architekturbüro "Bienert Kintat Architekten" bezieht. Wäre
  der Beschwerdegegner gleich streng vorgegangen wie beim Ausschluss des
  Beitrags der Beschwerdeführerin, hätte er ferner auch den Beitrag Nr. 25
  ausschliessen müssen, enthielt dieser doch die Bezeichnung "GF",
  was auf die Initialen eines Mitarbeiters hinweisen könnte
  bzw. tatsächlich für "Gröbly Fischer Architekten" steht. 

  	 

	
   

  	 

	
  8.3 Ob der Ausschluss des Wettbewerbsbeitrags alleine
  wegen der Verletzung des Gleichbehandlungsgebots rechtswidrig war, kann
  indessen offen bleiben, da sich die Rechtswidrigkeit bereits aus anderen
  Gründen (vgl. E. II/7) ergibt.

  	 

	
   

  	 

	
  9.

  	 

	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass der Beschwerdegegner durch die unglückliche Ausgestaltung des
  Datenblatts "Kosten + Daten Wettbewerbsprojekt" zahlreiche
  Fusszeilen auf ihre Vereinbarkeit mit dem Anonymitätsgebot zu prüfen hatte.
  Dies tat er in einer nicht nachvollziehbaren Weise. Dabei erweist sich der
  Ausschluss des Wettbewerbsbeitrags der Beschwerdeführerin, welcher keinerlei
  Schlüsse auf die Verfasser des Projekts zulässt, als rechtswidrig.

  	 

	
   

  	 

	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Es ist festzustellen, dass sich die
  Verfügung des Beschwerdegegners vom 8. Januar 2020 insofern als
  rechtswidrig erweist, als der Wettbewerbsbeitrag der Beschwerdeführerin aus
  dem Wettbewerbsverfahren ausgeschlossen wurde.

  	 

	
   

  	 

	
  III. 

  	 

	
  1.

  	 

	
  Auch wenn die
  Beschwerdeführerin mit ihrem Hauptantrag auf Aufhebung des Zuschlags und
  Wiederholung des Verfahrens nicht durchdringt, hat sie hinsichtlich der
  Kosten- und Entschädigungsfolgen als obsiegend zu gelten. Da den kantonalen
  Behörden nur unter besonderen Umständen Kosten auferlegt werden können
  (Art. 135 Abs. 1 VRG), sind die Gerichtskosten auf die Staatskasse
  zu nehmen. Der Beschwerdeführerin ist der von ihr geleistete Kostenvorschuss
  in der Höhe von Fr. 4'000.- zurückzuerstatten. Ausgangsgemäss ist der
  Beschwerdegegner zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene
  Parteientschädigung von Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Art.
  138 Abs. 3 lit. a VRG).

  	 

	
   

  	 

	
  2.

  	 

	
  Gegen diesen Entscheid
  steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans
  Bundesgericht nur nach Massgabe von Art. 83 lit. f des Bundesgesetzes
  über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

  	 

	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  	 

	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass die
    Verfügung des Beschwerdegegners vom 8. Januar 2020 insofern rechtswidrig
    ist, als der Wettbewerbsbeitrag der Beschwerdeführerin aus dem
    Wettbewerbsverfahren ausgeschlossen wurde.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen. Der Beschwerdeführerin
    wird der von ihr geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von
    Fr. 4'000.- zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Der
    Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]