# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b566e499-b912-582d-8ec5-5e906c23c25a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 26.10.2023 B 2023/120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2023-120_2023-10-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/20

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2023/120

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 03.01.2024

Entscheiddatum: 26.10.2023

Entscheid Verwaltungsgericht, 26.10.2023
Ausländerrecht, Der aus Sri Lanka stammende, 1998 geborene und 2016 
eingereiste Beschwerdeführer, hätte die Schweiz spätestens am 17. Mai 
2021 verlassen müssen. Er lebt seit seiner Einreise in die Schweiz bei 
Verwandten. Ein von ihnen eingereichtes Adoptionsgesuch wurde 
schliesslich zurückgezogen. Bereits am 27. November 2020 hatte der 
Beschwerdeführer um Bewilligung des Aufenthalts gestützt auf Art. 14 Abs. 
2 AsylG und Art. 8 EMRK sowie um Bewilligung des Aufenthalts für die Dauer 
des Verfahrens ersucht. Das Gesuch um einen verfahrensrechtlich 
begründeten Aufenthalt blieb unbehandelt. Aufgrund der konkreten 
Integration, von der sich das Verwaltungsgericht anlässlich einer 
mündlichen öffentlichen Verhandlung ein Bild machte, kann sich der 
Beschwerdeführer in vertretbarer Weise auf den aus Art. 8 EMRK 
abgeleiteten Schutz seines Privatlebens berufen (arguable claim). Die 
Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Angelegenheit zur Prüfung 
in der Sache an das Migrationsamt zurückgewiesen. (Verwaltungsgericht, B 
2023/120)

Entscheid vom 26. Oktober 2023

Besetzung

Abteilungspräsident Brunner; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

A.__,  

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK, 

Härtefallgesuch

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__ ist ethnischer Tamile und Staatsangehöriger von Sri Lanka. Er reiste am 7. März 

2016 von Deutschland kommend in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch. Das 

Staatssekretariat für Migration wies dieses Gesuch am 26. März 2020 ab und ordnete 

die Wegweisung A.__ aus der Schweiz sowie den Vollzug derselben an. Das 

Bundesverwaltungsgericht wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil vom 

23. September 2020 ab. In der Folge setzte das Staatssekretariat für Migration (SEM) 

A.__ eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz bis zum 27. November 2020 an. Diese 

Frist wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie bis 17. Mai 2021 verlängert. Eine weitere 

Erstreckung wurde am 7. Mai 2021 abgelehnt.

B.  

Anlässlich eines Ausreisegesprächs brachte A.__ am 26. November 2020 vor, seine in 

Z.__ lebende Tante und deren Ehemann mit Schweizer Bürgerrecht wollten ihn 

adoptieren. Ein entsprechendes Verfahren sei hängig. Eine Rückkehr nach Sri Lanka 

sei ihm aufgrund persönlicher Gefährdung nicht möglich. Auf Nothilfe verzichte er.

B.a. 

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C.  

Am 27. November 2020 ersuchte A.__ das Migrationsamt des Kantons St. Gallen um 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung und um Bewilligung des Aufenthalts für die 

Dauer des Verfahrens, mindestens für die Dauer des Adoptionsverfahrens. Er lebe seit 

nunmehr fünf Jahren in der Schweiz und sei von Tante und Onkel aufgenommen 

worden. Diese betrachteten ihn als eigenen Sohn und kämen für ihn auf; aufgrund 

seines anfänglich schlechten psychischen Zustandes sei ein Abhängigkeitsverhältnis 

zu ihnen entstanden. Ausserdem sei ihm eine Lehrstelle für die Ausbildung zum 

Zeichner EFZ Architektur zugesichert worden. Es bestünden keine dem 

Familiennachzug entgegenstehenden öffentlichen Interessen. Aus der Kombination von 

persönlichen und familiären Gründen, dem psychischen Abhängigkeitsverhältnis und 

der unzumutbaren Situation in Sri Lanka ergebe sich ein persönlicher Härtefall.

B.b. 

Am 25. März 2022 nahm A.__ Stellung zu der vom Migrationsamt in Aussicht gestellten 

Abweisung seines Gesuchs. Er machte geltend, er könne, wenn nicht aus dem Recht 

auf Familienleben, so doch aus jenem auf Privatleben einen Anspruch auf die Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung ableiten. Jedenfalls seien die Voraussetzungen für eine 

asylrechtliche Härtefallbewilligung erfüllt.

B.c. 

Am 6. April 2022 wies das Migrationsamt das Gesuch A.__ vom 27. November 2020 

ab, soweit es darauf eintrat. Dagegen erhob A.__ am 20. April 2022 Rekurs beim 

Sicherheits- und Justizdepartement. Während des hängigen Rekursverfahrens erhielten 

die ausländerrechtlichen Behörden Kenntnis vom Rückzug des Adoptionsgesuchs 

(act. 9/8 Dossier Migrationsamt S. 378). Das Sicherheits- und Justizdepartement trat 

am 31. Mai 2023 auf den Rekurs vom 20. April 2022 nicht ein.

B.d. 

A.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den Rekursentscheid des Sicherheits- und 

Justizdepartements (Vorinstanz) vom 31. Mai 2023 mit Eingabe vom 15. Juni 2023 und 

Ergänzung vom 13. Juli 2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem 

Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und sein Gesuch um 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung sei gutzuheissen, eventualiter sei das 

Migrationsamt anzuweisen, sein Gesuch dem Staatssekretariat für Migration zur 

Zustimmung zu unterbreiten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 

C.a. 

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer 

ist zur Beschwerde gegen den Rekursentscheid, mit welchem sein Rechtsmittel gegen 

die Abweisung des Gesuches um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung erfolgslos 

blieb, befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den 

vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid vom 31. Mai 2023 wurde mit Eingabe vom 

15. Juni 2023 rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 13. Juli 

2023 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in 

Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten.

2. Streitgegenstand

Mehrwertsteuer. Die Vorinstanz verwies am 26. Juli 2023 auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid und beantragte die Abweisung der Beschwerde.

Anlässlich einer öffentlichen mündlichen Verhandlung hat das Gericht den 

Beschwerdeführer am 26. Oktober 2023 im Beisein seiner Rechtsvertreterin und des 

Leiters und eines Mitarbeiters des Rechtsdienstes der Vorinstanz angehört. Den 

Verfahrensbeteiligten wurde zudem die Gelegenheit zu je zwei Parteivorträgen geboten.

C.b. 

Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid, die Ausführungen des 

Beschwerdeführers zur Begründung seiner Anträge, die Akten und die Vorbringen der 

Beteiligten anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

C.c. 

bis

Der Beschwerdeführer hat am 27. November 2020 beim Migrationsamt des Kantons 

St. Gallen um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), eventualiter 

einer "Härtefallbewilligung" gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes (SR 142.31, 

AsylG) in Verbindung mit Art. 30 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die 

2.1. 

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Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 

Integrationsgesetz, SR 142.20, AIG) ersucht (act. 9/8, Dossier Migrationsamt S. 180 ff., 

289 ff. und 324 ff.).

Das Migrationsamt stellte mit Verfügung vom 6. April 2022 fest, der Beschwerdeführer 

könne aus dem von Art. 8 EMRK geschützten Familienleben keinen Anspruch auf die 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ableiten, weil er volljährig sei und kein 

besonderes Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Tante und deren Ehemann bestehe; er 

könne sich auch nicht auf den aus dieser Bestimmung abgeleiteten Schutz des 

Privatlebens berufen, weil nie ein bewilligter Aufenthalt bestanden habe. Es hat damit in 

erster Linie geprüft, ob der Beschwerdeführer einen aus Art. 8 EMRK abgeleiteten 

Anspruch im Sinn der Eintretensvoraussetzungen in vertretbarer Weise dartun kann. Im 

Ergebnis hat es festgestellt, dass die aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Ansprüche des 

Beschwerdeführers bei einer Aufenthaltsbeendigung nicht verletzt würden und das 

Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung entsprechend abgewiesen. Auf das 

Härtefallgesuch ist es mangels Parteistellung des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

(Dossier Migrationsamt, S. 338 ff.).

2.2. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer Rekurs mit dem Rechtsbegehren, 

es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und das Gesuch um Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung gutzuheissen beziehungsweise es sei das Migrationsamt 

anzuweisen, das Gesuch – um Erteilung einer Härtefallbewilligung – dem 

Staatssekretariat für Migration zur Zustimmung zu unterbreiten (Dossier Migrationsamt, 

S. 359 ff.). Zur Begründung machte er geltend, der konkrete Anspruch auf Schutz des 

Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK sei gestützt auf eine Gesamtabwägung zu beurteilen. 

Es könne nicht einfach davon ausgegangen werden, sein über fünf Jahre 

rechtmässiger Aufenthalt während des Asylverfahrens sei nicht relevant. Mit dem 

Status N habe er über eine Bewilligung zum Aufenthalt verfügt. Zu würdigen seien 

seine besonders ausgeprägte Integration und die enormen Schwierigkeiten, mit denen 

er bei einer Rückkehr in sein Herkunftsland konfrontiert wäre; dieses versinke in Armut 

und Chaos. Ausser dem Interesse an einer restriktiven Einwanderungspolitik sei kein 

seinem Verbleib in der Schweiz entgegenstehendes öffentliches Interesse erkennbar. 

Auch die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Sinne eines 

persönlichen Härtefalls seien erfüllt (act. 9/6, Rekursergänzung vom 7. Juni 2022).

2.3. 

Die Vorinstanz ist auf den Rekurs des Beschwerdeführers gegen die Abweisung seines 

2.4. 

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3. Härtefall nach Art. 14 Abs. 2 AsylG

Gestützt auf Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes (SR 142.31, AsylG) kann der Kanton mit 

Zustimmung des SEM einer ihm nach Gesetz zugewiesenen Person eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilen, wenn diese sich seit Einreichung des Asylgesuchs 

mindestens fünf Jahre in der Schweiz aufhält (lit. a), ihr Aufenthaltsort den Behörden 

Gesuchs um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK nicht 

eingetreten. Sie begründete dies damit, der Beschwerdeführer könne sich nicht auf 

diese Bestimmung berufen. Zwar habe er sich in sprachlicher und sozialer Hinsicht gut 

integriert, jedoch liege in beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht keine besonders 

ausgeprägte Integration vor. Mangels Anspruchs auf Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung komme ihm keine Parteistellung zu. Deshalb könne er auch die 

Frage der pflichtgemässen Handhabung des Ermessens durch die Vorinstanz nicht 

überprüfen lassen. Eine materielle Prüfung des Härtefallgesuchs könne unterbleiben. 

Im Übrigen seien Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit der Rückkehr im 

Asylverfahren bereits geprüft und bejaht worden.

Ausgangspunkt und äusserster Rahmen für die Bestimmung des Streitgegenstands im 

Verfahren der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege bildet die angefochtene 

Verfügung bzw. der angefochtene Entscheid (sog. Anfechtungsgegenstand). Im 

Verlaufe des Rechtsmittelverfahrens lässt sich der Streitgegenstand verengen, indem 

eine Verfügung oder ein Entscheid nur teilweise angefochten wird; erweitern oder 

qualitativ verändern lässt er sich jedoch nicht (vgl. BGE 136 II 457 E. 4.2; 136 II 165 E. 

5; BGE 133 II 35 E. 2). Der Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens beschränkt 

sich deshalb auf die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht die Parteistellung des 

Beschwerdeführers verneint und auf dessen Rekurs nicht eingetreten ist. Soweit die 

Rechtsmittelbegehren des Beschwerdeführers über diesen Streitgegenstand 

hinausgehen und auf eine materielle Bewilligungserteilung abzielen, ist darauf deshalb 

nicht einzutreten.

2.5. 

Zu prüfen ist somit im Folgenden (lediglich) die Frage, ob die Vorinstanz(en) dem 

Beschwerdeführer im Verfahren um die Erteilung einer auf das Asylrecht gestützten 

Härtefallbewilligung oder einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK 

richtigerweise Parteistellung hätten zugestehen müssen. Die Beantwortung dieser 

Frage hängt – wie sogleich darzulegen ist – davon ab, ob der Beschwerdeführer in 

vertretbarer Weise einen aus Art. 8 

EMRK abgeleiteten Anspruch dartun kann (vgl. E. 3 und 4 hiernach).

2.6. 

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immer bekannt war (lit. b), wegen der fortgeschrittenen Integration ein 

schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt (lit. c) und keine Widerrufsgründe nach 

Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen (lit. d). Will der Kanton von dieser Möglichkeit Gebrauch 

machen, so meldet er dies dem SEM unverzüglich (Art. 14 Abs. 3 AsylG). Die 

betroffene Person hat nur beim Zustimmungsverfahren des SEM Parteistellung (Art. 14 

Abs. 4 AsylG).

Das Bundesgericht hat die Regelung von Art. 14 Abs. 4 AsylG als mit der 

Rechtsweggarantie von Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (SR 101, BV) nicht vereinbar beurteilt, sie jedoch entsprechend dem 

Massgeblichkeitsgebot gestützt auf Art. 190 BV dennoch angewendet (BGE 137 I 128 

E. 4.3). Der Gesetzgeber hat es in der Folge trotzdem ausdrücklich abgelehnt, die 

asylrechtliche Regelung an die verfassungsrechtliche Situation anzupassen (vgl. die 

Hinweise bei C. Hruschka, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 

Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 8 zu Art. 14 AsylG). Art. 14 Abs. 4 AsylG gilt deshalb 

grundsätzlich in der bisherigen Form und Auslegung weiter. Fällt allerdings eine 

ausländerrechtliche Situation im Anwendungsbereich von Art. 14 AsylG unter die 

Garantien von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, sind die Interessen nach Ziff. 2 dieser Bestimmung 

abzuwägen. In dieser Situation muss das nationale Recht den Vorgaben von Art. 13 

EMRK genügen (BGE 149 I 72 E. 2.3.2).

4. Art. 13 EMRK

Nach Art. 13 EMRK hat, wer sich in den durch die Konvention garantierten Rechten 

und Freiheiten für beeinträchtigt hält, Anspruch darauf, bei einer nationalen Instanz eine 

wirksame Beschwerde einlegen zu können. Dies bedeutet nicht notwendigerweise, 

dass ein Rechtsmittel an eine gerichtliche Behörde zur Verfügung stehen muss; es 

genügt auch eine Beschwerdemöglichkeit an ein hinreichend unabhängiges 

verwaltungsinternes Rechtspflegeorgan, welches – unter Wahrung der rechtsstaatlich 

notwendigen minimalen Verfahrensrechte – die Vorbringen des Betroffenen prüfen und 

gegebenenfalls den angefochtenen Akt aufheben beziehungsweise dessen 

Auswirkungen beseitigen kann (BGE 129 II 193 E. 3.1 mit Hinweisen auf weitere 

bundesgerichtliche Rechtsprechung).

Zu prüfen ist deshalb, ob sich der Beschwerdeführer in vertretbarer Weise auf einen 

aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Anspruch ("arguable claim") berufen kann. Was 

vertretbar ist, entscheidet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Es ist also nicht 

erforderlich, dass ein Erfolg der Beschwerde sicher ist. Erscheint eine Beschwerde 

nicht als offensichtlich unbegründet, kann in der Regel geschlossen werden, es liege 

ein "arguable claim" vor (vgl. Denise Renger, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von 

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Raumer [Hrsg.], EMRK, Handkommentar, 5. Aufl. 2023, N 7 und 8 zu Art. 13 EMRK). 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte nimmt Vertretbarkeit an, wenn die 

Behauptung einer Konventionsverletzung nicht schon prima facie als unbegründet 

erscheint und sie deshalb eine vertiefte Prüfung durch die zuständigen nationalen 

Behörden verdient (vgl. EGMR 60125/11 vom 7. Juli 2015, V.M und andere gegen 

Belgien, § 188 mit Hinweisen).

5. Schutz des Privatlebens gemäss Art. 8 EMRK

Standpunkte der Verfahrensbeteiligten

Die Vorinstanz hält fest, der Aufenthalt des Beschwerdeführers sei von März 2016 bis 

zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. September 2020 lediglich 

prozessual geduldet gewesen. Pandemiebedingt sei die Ausreisefrist bis 17. Mai 2021 

erstreckt worden. Seither bestehe kein bewilligter Aufenthalt mehr. Somit bestehe ein 

rund fünfjähriger geduldeter Aufenthalt. Diese Zeitspanne falle nicht gleichermassen ins 

Gewicht wie ein bewilligter Aufenthalt. Der Beschwerdeführer sei weit entfernt davon, 

die zeitlichen Vorgaben zu erfüllen, die von der Rechtsprechung für einen aus dem 

Anspruch auf Privatleben abgeleiteten Bewilligungsanspruch aufgestellt worden seien. 

Zwar sei ihm zugute zu halten, dass er sich in sprachlicher und sozialer Hinsicht gut 

integriert habe. Es sei aber auch festzustellen, dass in beruflicher und wirtschaftlicher 

Hinsicht keine besonders ausgeprägte Integration stattgefunden habe. Der 

Beschwerdeführer verfüge weder über eine Berufsausbildung oder besondere 

Qualifikationen noch über Berufserfahrung. Es könne nicht von einer besonders 

ausgeprägten Integration ausgegangen werden.

Der Beschwerdeführer entgegnet, er habe sich während der Dauer des Asylverfahrens 

bis zum Ablauf der Ausreisefrist am 17. Mai 2021 während über fünf Jahren 

rechtmässig in der Schweiz aufgehalten. Mit dem auf Integration ausgelegten Status N 

habe er über eine Bewilligung zum Aufenthalt verfügt. Die von der Vorinstanz getroffene 

Unterscheidung zwischen einem ordentlichen Aufenthalt und dem Aufenthalt während 

des Asylverfahrens vermöge mit Blick auf Art. 8 EMRK nicht zu überzeugen. Die Frage 

sei, was während dieses Aufenthalts passiert und ob Art. 8 EMRK bei einer 

Wegweisung im Ergebnis verletzt sei. Er – der Beschwerdeführer – sei von seiner Tante 

und ihrem Ehemann in der Schweiz wie ein eigenes Kind aufgenommen worden. Er 

habe intensiv Deutsch gelernt und schriftlich und mündlich mindestens das Niveau B1 

erreicht. Die ihm zugesicherte Lehrstelle als Zeichner EFZ Architektur habe er wegen 

des negativen Asylentscheides nicht antreten können. Jetzt sei ihm eine Stelle im 

Restaurant "B.__" in Y.__ zugesichert. Der Sachverhalt, den das Bundesgericht in dem 

5.1. 

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von der Vorinstanz zitierten Urteil 2C_413/2020 beurteilt habe, sei gerade unter 

umgekehrten Vorzeichen gestanden. In jenem Fall sei mit dem Widerruf der 

Aufenthaltsbewilligung die Integration als gescheitert betrachtet worden. 

Demgegenüber habe sich der Beschwerdeführer während der fünfjährigen Dauer des 

Asylverfahrens überdurchschnittlich integriert. Dass innerhalb einer solchen Zeitspanne 

eine Integration erreicht werden könne, die eine Wegweisung mit Blick auf den Schutz 

des Privatlebens als unzumutbar erscheinen lasse, mache Art. 14 Abs. 2 AsylG 

deutlich, wonach einem abgewiesenen Asylsuchenden mit Zustimmung des 

Staatssekretariats für Migration ab einem Aufenthalt von fünf Jahren eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilt werden könne.

Rechtliches5.2. 

Kein Anspruch auf Einreise, Aufenthalt oder Aufenthaltstitel

Die EMRK verschafft grundsätzlich kein Recht auf Einreise und Aufenthalt oder auf 

einen Aufenthaltstitel in einem bestimmten Staat. Nach einem gefestigten Grundsatz 

des Völkerrechts haben die Staaten das Recht, die Einwanderung und den Aufenthalt 

von Nicht- Staatsangehörigen auf ihrem Territorium zu regeln. Es ist in erster Linie 

Sache des Gesetzgebers, im Rahmen einer demokratischen und pluralistischen 

Auseinandersetzung darüber zu befinden, inwiefern und unter welchen 

Voraussetzungen es sich im Rahmen der Ausländer- und Einwanderungspolitik 

rechtfertigt, Bewilligungsansprüche einzuräumen (BGer 2C_821/2021 vom 

1. November 2022 E. 2.1.1 mit Hinweisen).

5.2.1. 

Privatleben

Unter bestimmten Umständen kann eine ausländerrechtliche Fernhaltemassnahme in 

das Recht auf Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) eingreifen. Unabhängig davon, ob ein 

"Familienleben" im klassischen Sinn vorliegt, hat nach der Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte eine aufenthaltsbeendende 

Massnahme eines Einwanderers, der einen sicheren Platz in der Gemeinschaft 

gefunden hat, als Eingriff in das Recht auf Achtung des Privatlebens zu gelten. 

Entscheidend ist der Grad der gesellschaftlichen Integration (vgl. BGer 2C_573/2014 

vom 4. Dezember 2014 E. 1.2.1 mit Hinweisen).

Der Schutzbereich des Privatlebens ist nach der bundesgerichtlichen Praxis berührt, 

wenn die ausländische Person besonders intensive, über eine normale Integration 

hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur 

beziehungsweise entsprechend vertiefte soziale Beziehungen zum ausserfamiliären 

5.2.2. 

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oder ausserhäuslichen Bereich unterhält. Eine lange Anwesenheit und die damit 

verbundene normale Integration genügen hierfür in der Regel nicht. Erforderlich sind 

vielmehr besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private 

Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur. Regelmässig der Fall ist dies bei 

Ausländern der zweiten Generation. Im Sinn einer Leitlinie gilt überdies, dass der 

Anspruch nach zehnjährigem rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz zumindest 

tangiert ist. Weil davon ausgegangen werden kann, dass nach einer solchen Zeitdauer 

in der Schweiz enge soziale Bindungen bestehen, bedarf es für die 

Aufenthaltsbeendigung in solchen Fällen besonderer Gründe. Im Einzelfall kann es sich 

freilich anders verhalten und die Integration zu wünschen übriglassen. Vorkommen 

kann umgekehrt auch, dass der Anspruch auf Achtung des Privatlebens schon vor 

Ablauf der zehn Jahre betroffen ist (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.3.1, 2C_638/2018 vom 

15. Juli 2019 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE 144 II 1 E. 6.1 und 144 I 266 E. 3.9 und 

weitere Rechtsprechung; 2C_258/2019 vom 18. März 2019 E. 2.2). Liegt nach einer 

längeren bewilligten Aufenthaltsdauer, die zwar zehn Jahre noch nicht erreicht hat, eine 

besonders ausgeprägte Integration vor (nebst engen sozialen Beziehungen namentlich 

auch in sprachlicher, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht), kann es den Anspruch 

auf Achtung des Privatlebens verletzen, wenn eine aufenthaltsbeendende Massnahme 

ergriffen wird (BGE 144 I 266 E. 3.9; BGer 2C_504/2022 vom 14. Februar 2023 

E. 1.2.3).

Regularisierung eines prekären oder illegalen Aufenthalts

Ist keine aufenthaltsbeendende Massnahme zu beurteilen und hat sich der 

Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt mit einer Bewilligung rechtmässig in der 

Schweiz aufgehalten, stellt sich die Frage nach der Regularisierung einer prekären, 

aber geduldeten Anwesenheit. Nach der Rechtsprechung des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte kann gestützt auf Art. 8 EMRK eine positive 

staatliche Leistungspflicht in dem Sinn bestehen, dass der ausländerrechtliche Status 

einer illegal oder in einem prekären Rechtsverhältnis anwesenden ausländischen 

Person ausnahmsweise regularisiert werden muss beziehungsweise die Anrufung des 

Schutzes des Privatlebens unabhängig von der Natur des Aufenthaltsrechts und auch 

bei illegalem Aufenthalt möglich ist (vgl. die Hinweise in BGE 147 I 268 E. 1.2.5 und in 

BGer 2C_5/2022 vom 17. August 2022 E. 4.3.1).

Auch das Bundesgericht schliesst eine solche Pflicht im Rahmen von Art. 8 EMRK 

nicht aus (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.3.5, 149 I 72 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Es hat 

diesbezüglich festgehalten, dass es die gleiche Stossrichtung wie der Europäische 

5.2.3. 

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Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verfolge, indem es die rechtlichen und 

faktischen Auswirkungen der Aufenthaltsregelung im Lichte des verfassungs- und 

völkerrechtlichen Anspruchs auf Privatleben berücksichtige (BGer 2C_504/2022 vom 

14. Februar 2023 E. 1.2.5). Zu beachten ist dabei aber, dass sich Ausländer den 

ausländerrechtlichen Kontrollen und Verfahren unterziehen müssen und das Land 

grundsätzlich zu verlassen haben, wenn sie durch einen rechtskräftigen Entscheid dazu 

verpflichtet sind. Anders zu entscheiden, hiesse jene Personen, die sich über 

rechtskräftige Entscheide hinwegsetzen gegenüber denjenigen zu bevorzugen, die sich 

an die behördlichen Vorgaben halten, was rechtsstaatlich bedenklich wäre (BGer 

2C_5/2022 vom 17. August 2022 E. 4.3.4 mit Hinweisen).

In vertretbarer Weise geltend gemachter Anspruch aus Art. 8 EMRK

Nach der Rechtsprechung der Konventionsorgane zu Art. 8 EMRK kann der weitere 

Aufenthalt durch den Aspekt des Privatlebens geschützt sein, wenn der Betroffene 

während langen Aufenthalts persönliche, soziale und wirtschaftliche Beziehungen 

geschaffen hat, die für das Privatleben wesentlich sind. Das gilt grundsätzlich auch, 

wenn der Aufenthalt irregulär ist. Es ist aber nicht allein wegen einer erheblichen Dauer 

des bisherigen faktischen Aufenthalts verboten, den weiteren Aufenthalt zu unterbinden 

(vgl. die Hinweise bei M. Nettesheim, in: Meyer-Ladewig/Nettesheim/von Raumer 

[Hrsg.], a.a.O., N 79 zu Art. 8 EMRK). Dass der Europäische Gerichtshof für 

Menschenrechte und das Bundesgericht in der Auslegung und Anwendung von Art. 8 

EMRK danach unterscheiden, ob die betroffene ausländische Person sich auf einen 

materiellen oder lediglich einen prozeduralen Titel stützt, dessen Zweck gerade die 

Ermittlung von Ansprüchen auf die Erteilung eines materiell-rechtlich begründeten 

Aufenthaltsrechts ist, hat zwar zur Folge, dass der prozedural legitimierten 

Anwesenheit mit Blick auf Art. 8 EMRK nicht dasselbe Gewicht zukommt, wie einem 

materiell begründeten Anwesenheitsrecht gleicher Dauer. Soll aber eine Prüfung im 

Einzelfall und eine möglichst weitgehende übereinstimmende Handhabung der 

Bewilligungsansprüche nach Art. 8 EMRK durch das Bundesgericht und den EGMR 

gewährleistet werden (vgl. Th. Hugi Yar, Trotz Privatleben kein Anspruch auf Schutz?, 

in: Der digitale Rechtsprechungs-Kommentar [dRSK], publiziert am 8. Dezember 2022, 

N 24, https://www.weblaw.ch), rechtfertigt es sich, auch diese Dauer und insbesondere 

die in dieser Zeit erbrachte Integrationsleistung zumindest bei der Prüfung der Frage zu 

berücksichtigen, ob der Betroffene in der Lage ist, in vertretbarer Weise einen 

Anspruch aus Art. 8 EMRK geltend zu machen (vgl. dazu auch die Schlussfolgerungen, 

die K. Meyer, Konsolidierung der Praxis zum Recht auf Privatleben, in: dRSK, publiziert 

am 19. September 2023, N 17 aus BGE 149 I 207 zieht).

5.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

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Würdigung des vorliegenden Falls5.3. 

Dauer des Aufenthalts in der Schweiz

Der am 24. März 1998 geborene Beschwerdeführer reiste am 7. März 2016 und damit 

kurz vor dem Erreichen der Volljährigkeit in die Schweiz ein. Er stellte sodann ein 

Asylgesuch. Dieses Gesuch wurde am 26. März 2020 abgewiesen und der 

Beschwerdeführer aus der Schweiz weggewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht 

beschied die gegen den abschlägigen Asylentscheid und die Wegweisung erhobene 

Beschwerde am 23. September 2020 abschlägig. In der Folge setzte das 

Staatssekretariat für Migration dem Beschwerdeführer eine Frist zur Ausreise bis 

27. November 2020 an. Während dieser viereinhalb Jahre leitete sich das Recht des 

Beschwerdeführers auf Anwesenheit in der Schweiz aus seinem laufenden 

Asylverfahren ab (vgl. Art. 42 AsylG). Die beträchtliche Dauer des Asylverfahrens des 

Beschwerdeführers ist dabei nicht etwa auf das Verhalten des Beschwerdeführers 

zurückzuführen. Vielmehr ist sie Folge davon, dass das SEM und das 

Bundesverwaltungsgericht die gesetzlich vorgesehenen Fristen für die Behandlung von 

Asylgesuchen (vgl. Art. 26 Abs. 1 , Art. 29 Abs. 1 lit. b, Art. 37 Abs. 2, Art. 109 Abs. 

4 AsylG in der Fassung, die bei Einreichung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers 

am 7. März 2016 gültig war [AS 2013 4375]; vgl. neurechtlich Art. 26 Abs. 1, Art. 26c, 

Art. 26d, Art. 37 Abs. 2 und 4, Art. 109 AsylG [SR 142.31]) um ein Vielfaches 

überschritten haben. Die annäherungsweise Einhaltung dieser Fristen wäre unter 

Integrationsaspekten von massgebender Bedeutung: Abgewiesene Asylsuchende wird 

damit ermöglicht, sich in ihrer Heimat zeitnah wieder einzugliedern (vgl. M. Gattiker, 

Vom Gebot der Beschleunigung des Asylverfahrens zur Neustrukturierung des 

Asylbereichs, Asyl S0/13, S. 9 ff.); bei Personen, die im Asylverfahren ein Bleiberecht 

erhalten, befördert ein schnelles Verfahren in ganz erheblichem Masse die 

Arbeitsmarktintegration (vgl. Spadarotto/Bieberschulte/Walker/Morlok/Oswald, 

Erwerbsbeteiligung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen auf 

dem Schweizer Arbeitsmarkt, Studie im Auftrag des Bundesamts für Migration [April 

2014], 80 f. [abrufbar unter <https://www.sem.admin.ch/dam/sem/de/data/integration/

berichte/va-flue/studie-erwerbsbet-va-flue-d.pdf>]). Die Vorinstanz lastet die lange 

Dauer des Asylverfahrens deshalb zu Recht nicht dem Beschwerdeführer an. Die an 

das Asylverfahren anschliessende mehrfache Verlängerung der Ausreisefrist bis 17. Mai 

2021 stützte sich sodann ebenfalls nicht auf ein materielles Aufenthaltsrecht, war 

allerdings pandemiebedingt

und lag damit ebenfalls ausserhalb der Einflusssphäre des Beschwerdeführers.

5.3.1. 

quater

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Bereits mit Ablauf der Ausreisefrist am 27. November 2020 setzte der 

Beschwerdeführer sodann ein Verfahren zur Erteilung einer nicht aus dem Asylrecht, 

sondern aus der von ihm angestrebten Adoption durch seine Tante und seinen Onkel 

abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung in Gang. Dabei ersuchte er auch darum, ihm zu 

erlauben, den Ausgang des Bewilligungs-, mindestens jedoch des Adoptionsverfahrens 

in der Schweiz abzuwarten (Akten Migrationsamt S. 180 ff., insbesondere S. 185). 

Letzteres Gesuch erneuerte er am 17. März 2021 (Akten Migrationsamt S. 196 f.). Am 

13. April 2021 versah er es zudem mit der Ergänzung, es sei ihm der Antritt einer 

Ausbildung zu erlauben (Akten Migrationsamt S. 202). Unmittelbar bei Ablauf der nicht 

mehr erstreckten Ausreisefrist stellte der Beschwerdeführer am 17. Mai 2021 beim 

Migrationsamt wiederum das Gesuch, es sei ihm der Aufenthalt während des 

Bewilligungsverfahrens zu erlauben (Akten Migrationsamt S. 213). Mit Blick auf die 

Möglichkeit, bei der Firma C.__ ein Praktikum und eine Lehre als Zeichner Fachrichtung 

Architektur absolvieren zu können, ersuchte der Beschwerdeführer schliesslich am 

2. September 2021 erneut um Behandlung des Gesuchs. Alle diese Gesuche blieben 

formell unbehandelt. Zwar vermag das nichts daran zu ändern, dass Art. 17 Abs. 1 AIG 

den Beschwerdeführer – mangels Vorliegens einer auf Art. 17 Abs. 2 AIG abgestützten 

Aufenthaltserlaubnis – unmittelbar verpflichtete, aus der Schweiz auszureisen. Unter 

den konkreten Umständen musste der Aufenthalt während der Dauer des Verfahrens 

aus der Sicht des Beschwerdeführers aber nicht zwingend als unerlaubt erscheinen. 

Dies gilt umso mehr, als er Kenntnis davon erhielt, dass das Amt für Bürgerrecht und 

Zivilstand sich beim Migrationsamt mehrfach – nämlich am 3. März 2021 (Akten des 

Migrationsamts S. 194), am 21. Mai 2020 (Dossier Migrationsamt S. 215), am 19. Juli 

2021 (Dossier Migrationsamt S. 222), am 11. Januar 2022 (Dossier Migrationsamt 

S. 253) und am 22. Februar 2022 (Dossier Migrationsamt S. 259) – vergeblich nach den 

ausländerrechtlichen Auswirkungen einer allfälligen Adoption erkundigt hatte. Am 

2. März 2022 erhielt der Beschwerdeführer im Rahmen der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs schliesslich Kenntnis davon, dass das Migrationsamt beabsichtige, sein 

Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung abzuweisen. Auch in diesem 

Schreiben blieb allerdings die Frage des Aufenthalts während der Dauer des Verfahrens 

unbeantwortet (Dossier Migrationsamt S. 281 ff.). Mit der abschlägigen Verfügung des 

Migrationsamts vom 6. April 2022 wurde dem Beschwerdeführer ebenfalls keine Frist 

zur Ausreise angesetzt. Deshalb erschien es aus Sicht des Beschwerdeführers auch 

nicht erforderlich, dass er für die Dauer des Rekursverfahrens um Gewährung des 

prozeduralen Aufenthalts ersuchte (act. 9/1 mit Beilage).

Zur Bedeutung der Dauer des Aufenthalts kann damit festgehalten werden, dass der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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Beschwerdeführer mittlerweile seit über siebeneinhalb Jahren in der Schweiz lebt. Sein 

Aufenthalt beruhte jedenfalls während der mehr als fünf Jahre zwischen der Einreise im 

März 2016 und dem Ablauf der – verlängerten – Ausreisefrist nach dem erfolglosen 

Asylverfahren am 17. Mai 2021 auf einer klaren verfahrensrechtlichen Grundlage. Die 

lange Dauer des Asylverfahrens und die anschliessende pandemiebedingte 

Erstreckung können nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden. Insoweit 

unterscheidet sich der Sachverhalt des vorliegenden Falls von jenem einer 

äthiopischen Staatsangehörigen, welche als Zwanzigjährige in die Schweiz einreiste 

und um Asyl nachsuchte, die jedoch nach weniger als einem Jahr aufgrund eines 

abschlägigen Asylentscheids weggewiesen worden war und in der Folge nicht 

ausreiste (vgl. BGer 2C_1062/2020 vom 25. März 2021). Auch das Asylverfahren jenes 

äthiopischen Staatsangehörigen, welcher als 17-Jähriger in die Schweiz einreiste und 

nach der Wegweisung die Schweiz nicht verlassen hatte, beanspruchte mit einer Dauer 

von knapp drei Jahren wesentlich weniger Zeit als das Asylverfahren des 

Beschwerdeführers (vgl. BGer 2C_821/2021 vom 1. November 2022). Wenn das 

Bundesgericht in den beiden vorgenannten Fällen verneinte, dass ein 

Aufenthaltsanspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK vertretbar geltend gemacht worden sei, 

ist dies daher für das vorliegende Verfahren nicht von ausschlaggebender Bedeutung. 

Hinzu kommt, dass sich der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall bereits im 

November 2020 darum bemüht hatte, dass ihm für die Dauer der Behandlung seines 

Gesuchs um Erteilung einer – humanitären – Aufenthaltsbewilligung der Aufenthalt in 

der Schweiz gestattet würde. Dieses Gesuch blieb unbehandelt, obwohl er mehrfach 

und insbesondere auch zur Ermöglichung einer Ausbildung um eine diesbezügliche 

Entscheidung ersucht hatte. Der Aufenthalt des Beschwerdeführers erscheint damit 

nicht bloss als – passiv – geduldet, wie dies üblicherweise bei Sans-Papiers der Fall ist, 

welche sich in keinem ausländerrechtlichen Verfahren befinden (vgl. BGE 149 I 207 

E. 5.4, wo der Beschwerdeführer keine Schritte zur Verlängerung seiner abgelaufenen 

Aufenthaltsbewilligung unternommen und sich während zwölf Jahren illegal im Land 

aufgehalten hatte). Die Missachtung der Ausreiseverpflichtung des Beschwerdeführers 

ist dadurch erheblich relativiert, und es rechtfertigt sich, bei der Prüfung der Frage, ob 

ein Aufenthaltsanspruch nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK vertretbar geltend gemacht ist, auch 

die weiteren zweieinhalb Jahre bei der Dauer seines Aufenthalts in der Schweiz 

mitzuberücksichtigen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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Integration5.3.2. 

Der Beschwerdeführer war knapp achtzehnjährig, als er in die Schweiz kam. Die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat anlässlich der öffentlichen Verhandlung 

vom 26. Oktober 2023 mit Recht festgehalten, dass er damit die (lebensprägende) Zeit 

des Erwachsenwerdens und des Eintritts ins Erwachsenenlebens in der Schweiz 

verbracht hat. Wohl auch dank der familiären Aufnahme bei der Familie seiner Tante 

hat er die Phase der Adoleszenz trotz der sehr beschränkten Möglichkeiten, sich 

schulisch oder beruflich zu integrieren (vgl. E. 5.3.2.5 hiernach), unauffällig gemeistert. 

Die Beziehungen zur Familie seiner Tante können zwar – wovon auch der 

Beschwerdeführer selbst ausgeht – nicht einen Anspruch auf Schutz des 

Familienlebens nach Art. 8 EMRK begründen. Sie sind allerdings ein Hinweis dafür, 

dass der Beschwerdeführer in der hiesigen Gesellschaft einen sicheren Platz gefunden 

hat, weil diese Einbettung offenkundig Grundlage für eine stabile Entwicklung bildete. 

Diese familiären Beziehungen haben auch dazu geführt, dass der Beschwerdeführer 

nicht auf die Unterstützung mit öffentlichen Geldern angewiesen war. Sie erwiesen sich 

während Jahren als tragfähig, obwohl es dem Beschwerdeführer – wie er anlässlich der 

Befragung durch das Gericht ausführte – nicht wohl ist, wenn er aufgrund des 

Ausbildungs- und Arbeitsverbots meist zuhause sein muss.

5.3.2.1. 

Nebst diesen familiären Beziehungen (vgl. E. 5.3.2.1 hiervor) pflegt der 

Beschwerdeführer zahlreiche Beziehungen zu Personen in seinem Umfeld, die über 

gelegentliche Treffen hinausgehen; darauf deuten nicht nur die zahlreichen 

aktenkundigen Empfehlungsschreiben hin, sondern auch der Umstand, dass mehrere 

seiner Bekannten der öffentlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 beiwohnten. Mit 

einem gewissen Recht wies der Leiter des Rechtsdienstes der Vorinstanz anlässlich 

dieser Verhandlung zwar darauf hin, der Beschwerdeführer hätte darüber 

hinausgehend trotz seines prekären Aufenthaltsrechts die Möglichkeit gehabt, sich in 

der Kirche, in einem Verein oder einer gemeinnützigen Organisation zu engagieren, 

diese Möglichkeit jedoch nicht genutzt. Dazu ist allerdings anzumerken, dass selbst bei 

der Beurteilung eines Einbürgerungsgesuchs eine genügende Integration nicht die 

Mitgliedschaft in Vereinen oder anderen Gemeindeorganisationen voraussetzt (vgl. 

BGE 146 I 49 E. 4.3, BGE 138 I 242 E. 5.3). Dem Beschwerdeführer sind in dieser 

Hinsicht ausserdem die persönlichen Beziehungen zugutezuhalten, die er über das 

Kino "D.__" in Z.__ geknüpft hat (das Kino "D.__" ist eine Genossenschaft mit dem Ziel, 

5.3.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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eine "kulturelle Institution auf gemeinnütziger Grundlage mit einem möglichst breiten 

Angebot an verschiedenartigen Kinofilmen" und eine "attraktive Begegnungsstätte für 

die Bevölkerung" zu schaffen [vgl. Website des Kino D.__, Stand: 8. November 2023]). 

Er pflegt im Übrigen auch Kontakte zu Gleichaltrigen, mit denen er sich im Fitness und 

im Ausgang trifft. Dass an der öffentlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 – nebst 

der Familie seiner Tante – vor allem ältere Personen und keine gleichaltrigen Kollegen 

oder Kolleginnen teilnahmen, dürfte daran liegen, dass diese in Beruf und Ausbildung 

engagiert sind.

Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 und insbesondere im 

Rahmen der Befragung durch das Gericht hat sich sodann gezeigt, dass der 

Beschwerdeführer auffällig gut Deutsch spricht. Er verstand selbst Fragen, die nicht 

eindeutig formuliert waren, und konnte diese verständlich und nachvollziehbar 

beantworten, auch wenn ihm vereinzelt die richtigen Begrifflichkeiten fehlten. Auch auf 

Fragen, die in Mundart gestellt waren, vermochte er ohne Schwierigkeiten 

verständliche Antworten zu geben. Dass er mündliche und schriftliche 

Sprachkompetenzen in Deutsch auf dem Niveau B1 auch formell nachgewiesen hat, ist 

ebenso unbestritten, wie der Umstand, dass er die Prüfung für das Niveau B2 – knapp 

– nicht bestanden hat, weil er zunächst mangels eines gültigen Ausweispapiers aus 

dem Prüfungsraum gewiesen und schliesslich erst nach rund zehn Minuten zugelassen 

worden war. Alles in allem kann deshalb von einer klar überdurchschnittlichen 

sprachlichen Integration des Beschwerdeführers ausgegangen werden.

5.3.2.3. 

Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 befragte das Gericht 

den Beschwerdeführer dazu, was er mit der schweizerischen Demokratie verbinde. 

Dabei vermochte der Beschwerdeführer einerseits zu den am vorangegangenen 

Wochenende durchgeführten Nationalrats- und Ständeratswahlen Auskunft zu geben 

(einschliesslich der Trends der Wähleranteile der einzelnen Parteien); anderseits legte 

er die Unterschiede zur Situation in Sri Lanka dar, wo der Premierminister mache, was 

er wolle. Zu den weiteren Werten befragt, die er mit der Schweiz verbinde, erwähnte 

der Beschwerdeführer die Neutralität, die ihm gefalle, und das Bildungssystem, in 

welchem alle die gleichen Chancen hätten und auch ein Bauernsohn studieren könne. 

Auf die Frage des Gerichts, ob er als (einziger) männlicher Nachkomme der Familie 

(auch seiner Tante) eine besondere Stellung habe, bemerkte der Beschwerdeführer, 

Mann und Frau seien gleich und hätten gleiche Rechte. Er sei mit Frauen 

5.3.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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aufgewachsen. Inhaltlich gefalle ihm an der Schweizer Kultur gerade auch diese 

Gleichheit von Mann und Frau. Nach weiteren Inhalten schweizerischer Werte gefragt, 

nannte der Beschwerdeführer die Architektur und den Umstand, dass in der Schweiz 

erhaltungswürdige alte Gebäude (z.B. Bauernhäuser) anders als in Sri Lanka unter 

Schutz gestellt würden. Aus diesen Antworten kann ohne weiteres geschlossen 

werden, dass der Beschwerdeführer sich der Bedeutung der Werte, wie sie in der 

Bundesverfassung zum Ausdruck kommen, bewusst ist und sie zu wesentlichen Teilen 

verinnerlicht hat.

Bei der Beurteilung der vom Beschwerdeführer seit seiner Einreise in die Schweiz 

erbrachten beruflichen Integrationsleistung bzw. seiner Ausbildungsbestrebungen ist 

zu beachten, dass die Regelung der Anwesenheit während der Dauer des 

Asylverfahrens nicht in erster Linie auf die Integration der Asylsuchenden ausgerichtet 

ist. So steht in der ersten Zeit ihrer Anwesenheit nicht die Aufnahme in den 

Arbeitsmarkt im Vordergrund, sondern die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen, 

welche verhindern soll, dass sie in die Kriminalität abdriften (vgl. Botschaft zum 

Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, in: BBl 2002 S. 3709 ff., 

S. 3788). Das Arbeitsverbot gemäss Art. 43 AsylG, welches einer beruflichen und 

wirtschaftlichen Integration entgegensteht, ist mit dem Anspruch auf Schutz des 

Privatlebens nach Art. 8 EMRK grundsätzlich vereinbar (vgl. BGE 138 I 246 E. 2 und 3). 

Dass sich das Migrationsamt einerseits zum Gesuch um prozeduralen Aufenthalts nicht 

klar geäussert und die Anwesenheit des Beschwerdeführers stillschweigend geduldet 

hat (vgl. E. 5.3.2.1 hiervor), ihm aber anderseits nicht mit einer ausdrücklichen 

Gestattung des Aufenthalts weitergehende Integrationsbemühungen ermöglicht hat, ist 

bei der Würdigung der Integration des Beschwerdeführers jedoch zu berücksichtigen. 

Dem Beschwerdeführer kann insbesondere nicht vorgehalten werden, er habe selbst 

eine berufliche Integration dadurch verunmöglicht, dass er sich nicht um eine 

Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung bemüht hätte (vgl. BGE 149 I 207 E. 5.6, 

wo sich der Beschwerdeführer während 

zwölf Jahren nicht um eine Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung bemüht hatte).

Nichtsdestotrotz ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer in beruflicher Hinsicht 

Stand heute nicht als integriert betrachtet werden kann; darauf hat auch der Leiter des 

Rechtsdiensts der Vorinstanz im Rahmen der Verhandlung vom 26. Oktober 2023 zu 

Recht hingewiesen. Allerdings hat die Integrationsbeurteilung immer im Rahmen einer 

zukunftsgerichteten Gesamtbetrachtung zu erfolgen (M. Spescha, in: Spescha/Zünd/

5.3.2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], a.a.O., Art. 58a N 1 mit Hinweis auf BVGer 

F-4152/2016 vom 27. Juni 2018 E. 4.5), weshalb beim Beschwerdeführer unter dem 

Kriterium der beruflichen Integration insbesondere auch sein Potential für die 

Teilnahme am Wirtschaftsleben zu berücksichtigen ist, sobald er über die 

erforderlichen Bewilligungen verfügt. Festzuhalten ist diesbezüglich, dass der 

Beschwerdeführer im Rahmen dessen, was ihm das prekäre Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz ermöglicht hat, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration 

geschaffen hat. Kurz nach seiner Einreise in die Schweiz hat er am D.__ in W.__ 

während eines Jahres Integrationskurse belegt; ausserdem hat er später eine 

einwöchige Schnupperlehre in einem Ingenieur- und Architekturbüro absolviert, wobei 

ihm der betreffende Betrieb ein besonderes Talent im Bereich des 

Vorstellungsvermögens, des technischen Verständnisses und der mathematischen 

Fähigkeiten attestiert hat. Die sprachlichen Fähigkeiten hat er im Rahmen des 

Möglichen soweit fortentwickelt, dass er das Niveau B2 erreicht hat (vgl. E. 5.3.2.3 

hiervor). Der Betrieb, in welchem er die Schnupperlehre absolviert hat, würde ihm 

deshalb, wie sich im Rahmen der öffentlichen Verhandlung vom 26. Oktober 2023 

herausgestellt hat, nach wie vor eine Lehrstelle als Zeichner EFZ Fachrichtung 

Architektur anbieten, falls er in den Besitz einer Aufenthaltsbewilligung käme (an 

Schranken eingereichtes Schreiben vom 20. Oktober 2023). Der Beschwerdeführer 

hätte sodann auch die Möglichkeit, mit erteilter Aufenthalts- bzw. Arbeitsbewilligung in 

einem Restaurant in Y.__ als Aushilfe mit einem monatlichen Bruttolohn von CHF 4'000 

bei einem Arbeitspensum von 100 Prozent zu arbeiten (an Schranken eingereichtes 

Schreiben vom 20. Oktober 2023). Zwar ist dem Leiter des Rechtsdiensts der 

Vorinstanz beizupflichten, wenn er im Rahmen der öffentlichen Verhandlung vom 26. 

Oktober 2023 ausführte, dass es sich beim betreffenden Restaurant um ein indisch-sri-

lankisches Restaurant handelt und das Angebot damit aus der sri-lankischen 

"Community" kommt. Dies vermag aber nichts daran zu ändern, dass der 

Beschwerdeführer in der Lage wäre, 

umgehend für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Zu erwähnen ist schliesslich, 

dass der Beschwerdeführer bei der öffentlichen Verhandlung nachvollziehbar erklärte, 

er würde sich für die Lehre entscheiden, wenn er denn zwischen der Tätigkeit im 

Restaurant und der Lehre im Ingenieur- und Architekturbüro entscheiden müsste; dies 

zeigt, dass er seine berufliche und soziale Situation in der Schweiz in einem 

längerfristigen Zeithorizont bedenkt.

Insgesamt ist aufgrund einer zukunftsgerichteten Optik davon auszugehen, dass sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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6. Ergebnis

Aus dem Umstand, dass sich der Beschwerdeführer zur Begründung eines 

Aufenthaltsrechts in vertretbarer Weise auf den Anspruch auf Achtung des Privatlebens 

(Art. 8 Ziff. 1 EMRK) berufen kann (vgl. E. 5.3.3 hiervor), ergibt sich, dass ihm 

entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und entgegen Art. 14 Abs. 4 

AsylG im Verfahren der Erteilung einer asylrechtlichen Härtefallbewilligung im Sinn von 

Art. 14 Abs. 2 AsylG vor den kantonalen Behörden Parteistellung zukommt (vgl. E. 3 

und 4 hiervor). Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass seinem Gesuch um Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK Erfolg beschieden sein könnte; 

dem Gericht ist eine abschliessende materielle Prüfung dieser Frage aufgrund des 

eingeschränkten Streitgegenstands (vgl. E. 2 hiervor) allerdings verwehrt.

Damit erweist sich die Beschwerde insoweit als begründet, als sich der 

Beschwerdeführer gegen den Nichteintretensentscheid der Vorinstanz wendet, mit 

dem das partielle Nichteintreten der Erstinstanz materiell bestätigt wurde. Die 

Beschwerde ist deshalb teilweise gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der 

angefochtene Entscheid ist aufzuheben. Die Angelegenheit ist zur materiellen Prüfung 

im Sinn der Erwägungen und zu neuer Entscheidung an das Migrationsamt 

zurückzuweisen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP).

7. Kosten

Bei diesem Verfahrensausgang – die Angelegenheit ist mit offenem Verfahrensausgang 

an die verfügende Behörde zurückzuweisen – sind für das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren keine amtlichen Kosten zu erheben (Art. 95 Abs. 3 VRP). Dem 

der Beschwerdeführer ohne grössere Schwierigkeiten in den schweizerischen 

Arbeitsmarkt integrieren könnte, wenn er in den Besitz einer Aufenthaltsbewilligung 

käme.

Zusammenfassung

Insgesamt kann sich der Beschwerdeführer auf eine Aufenthaltsdauer von mittlerweile 

siebeneinhalb Jahren und auf zahlreiche konkrete Umstände berufen, welche auf eine – 

insbesondere im Vergleich mit anderen Asylsuchenden gleichen Alters – besonders 

gute und intensive Integration in der Schweiz hinweisen. Damit liegen in einer 

Gesamtbetrachtung genügende Sachverhaltselemente vor, welche es dem 

Beschwerdeführer erlauben, in vertretbarer Weise einen Anspruch auf Schutz des 

Privatlebens und Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 8 EMRK 

darzutun. Aufgrund dieses "arguable claim" kann er sich erfolgreich auf den Anspruch 

auf eine wirksame Beschwerde im Sinn von Art. 13 EMRK berufen.

5.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

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Beschwerdeführer sind die von ihm geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 1'000 im 

Rekurs- und von CHF 1'500 im Beschwerdeverfahren zurückzuerstatten.

Der Staat (Migrationsamt) hat den Beschwerdeführer für das Rekurs- und das 

Beschwerdeverfahren ausseramtlich zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98

VRP). Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennoten eingereicht. 

Entschädigungen von CHF 1'500 für das Rekursverfahren und von CHF 3'000 für das 

Beschwerdeverfahren (unter Berücksichtigung des Umstands, dass in vorliegender 

Angelegenheit eine öffentliche Verhandlung stattgefunden hat), zuzüglich pauschale 

Barauslagen von CHF 60 und CHF 120 (vier Prozent von CHF 1'500 und CHF 3'000) 

und Mehrwertsteuer erscheinen angemessen (Art. 19, Art. 22 Abs. 1 lit. a und b, 

Art. 28  und Art. 29 der Honorarordnung, sGS 963.75).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, soweit darauf 

eingetreten wird. Der Rekursentscheid der Vorinstanz vom 31. Mai 2023 und die 

Verfügung des Migrationsamts vom 6. April 2022 werden aufgehoben. Die 

Angelegenheit wird zu materieller Prüfung des Anspruchs auf Erteilung einer 

Aufenthaltsbewilligung im Sinn der Erwägungen und zu neuer Entscheidung an das 

Migrationsamt zurückgewiesen.

2.

Für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren werden keine amtlichen Kosten 

erhoben. Die Vorinstanz wird angewiesen, dem Beschwerdeführer den von ihm im 

Rekursverfahren geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'000 zurückzuerstatten. Der 

vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren geleistete Kostenvorschuss von 

CHF 1'500 wird ihm zurückerstattet.

3.

Der Staat (Migrationsamt) entschädigt den Beschwerdeführer für das Rekursverfahren 

mit CHF 1'560 und für das Beschwerdeverfahren mit CHF 3'120, je zuzüglich 

Mehrwertsteuer.

bis

bis

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 26.10.2023
	Ausländerrecht, Der aus Sri Lanka stammende, 1998 geborene und 2016 eingereiste Beschwerdeführer, hätte die Schweiz spätestens am 17. Mai 2021 verlassen müssen. Er lebt seit seiner Einreise in die Schweiz bei Verwandten. Ein von ihnen eingereichtes Adoptionsgesuch wurde schliesslich zurückgezogen. Bereits am 27. November 2020 hatte der Beschwerdeführer um Bewilligung des Aufenthalts gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG und Art. 8 EMRK sowie um Bewilligung des Aufenthalts für die Dauer des Verfahrens ersucht. Das Gesuch um einen verfahrensrechtlich begründeten Aufenthalt blieb unbehandelt. Aufgrund der konkreten Integration, von der sich das Verwaltungsgericht anlässlich einer mündlichen öffentlichen Verhandlung ein Bild machte, kann sich der Beschwerdeführer in vertretbarer Weise auf den aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Schutz seines Privatlebens berufen (arguable claim). Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Angelegenheit zur Prüfung in der Sache an das Migrationsamt zurückgewiesen. (Verwaltungsgericht, B 2023/120)

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		2025-07-19T00:43:15+0200
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