# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80e63fc1-33bd-5b18-973b-986aebf9c4d4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-09-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Regierungsrat 06.09.2000 AGVE_2000_137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_RR_001_AGVE-2000-137_2000-09-06.pdf

## Full Text

2000 Schulrecht 581 

IV. Schulrecht 

 

137 Religiöse Neutralität des Unterrichts an staatlichen Schulen. 
- Inhalt der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Erw. 3 b). 
- Das Einüben eines Krippenspiels in der Vorweihnachtszeit und wäh-

rend des allgemeinen Schulunterrichts ist unter bestimmten Voraus-
setzungen mit dem Grundsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit 
vereinbar (Erw. 3 c aa). 

- Zulässigkeit des Singens von Liedern mit religiösem Inhalt im allge-
meinen Schulunterricht? (Erw. 3 c bb). 

- Lehrpersonen, welche die Kinder dazu anhalten, im allgemeinen 
Schulunterricht täglich ein Gebet zu sprechen, verstossen gegen den 
Grundsatz der Glaubens- und Gewissensfreiheit (Erw. 3 c cc). 

Entscheid des Regierungsrates vom 6. September 2000 in Sachen G.R. ge-
gen Erziehungsrat. 

Aus den Erwägungen 

3. a) Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, 
dass er während des allgemeinen Schulunterrichtes, d.h. ausserhalb 
des Schulfaches Religion, in unzulässiger Weise religiös beeinflusst 
worden sei. So verstosse insbesondere die Verwendung von Lieder-
texten wie "So ist Gott" gegen das Gebot der religiösen Neutralität 
des Unterrichts an staatlichen Schulen. Es sei auch nicht zulässig, 
wenn an einer Singprüfung drei der vier zur Auswahl stehenden Lie-
der einen religiösen Bezug aufwiesen oder im Rahmen des allgemei-
nen Schulunterrichts ein Krippenspiel aufgeführt werde. Werte wie 
Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Treue könnten auch ohne religiö-
sen Hintergrund vermittelt werden. Geschehe dies nicht, werde den 
Eltern das Recht entzogen, über die religiöse Erziehung ihrer Kinder 

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zu entscheiden. Dies gelte erst recht, wenn gar zu befürchten sei, 
dass die Kinder in der Schule täglich beten müssten. 

Der Erziehungsrat hingegen ist der Ansicht, dass es keinerlei 
Anhaltspunkte für eine unrechtmässige, dem Gebot der religiösen 
Neutralität widersprechende Unterrichtsführung durch A. und H. D. 
gebe. Die Aufführung eines Krippenspiels während der Weihnachts-
zeit gehöre zur abendländischen Kultur. Zudem habe der Beschwer-
deführer an der umstrittenen Singprüfung nicht nur religiöse Lieder 
zur Auswahl gehabt. 

b) Gemäss Art. 15 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) ist die Glaubens- und 
Gewissensfreiheit gewährleistet (Abs. 1). Jede Person hat das Recht, 
ihre Religion und ihre weltanschauliche Überzeugung frei zu wählen 
und allein oder in Gemeinschaft mit anderen zu bekennen (Abs. 2). 
Jede Person hat zudem das Recht, einer Religionsgemeinschaft bei-
zutreten oder anzugehören und religiösem Unterricht zu folgen (Abs. 
3). Niemand darf gezwungen werden, einer Religionsgemeinschaft 
beizutreten oder anzugehören, eine religiöse Handlung vorzunehmen 
oder religiösem Unterricht zu folgen (Abs. 4). Die Glaubens- und 
Gewissensfreiheit ist auch in § 11 der Verfassung des Kantons Aar-
gau vom 25. Juni 1980 (KV) statuiert und § 35 KV bestimmt weiter, 
dass der Unterricht an öffentlichen Schulen das Recht der Eltern auf 
Erziehung und Bildung ihrer Kinder sowie die Persönlichkeit der 
Schülerinnen und Schüler zu achten hat (Abs. 1); die Lehrkräfte an 
öffentlichen Schulen sind im Unterricht an die verfassungsmässige 
Grundordnung und an die staatlichen Lehrziele gebunden (Abs. 2). 
§ 2 Abs. 2 des Schulgesetzes hält schliesslich fest, dass die öffentli-
chen Schulen konfessionell neutral sind. 

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist ein unverzichtbares 
und unverjährbares Recht. Sie schützt die Bürgerinnen und Bürger 
vor jeder staatlichen Einmischung, die geeignet ist, ihre religiösen 
Überzeugungen zu verletzen. Dabei geht es um die Freiheit, zu glau-
ben, nicht zu glauben und jederzeit, auf welche Weise auch immer, 

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die eigenen religiösen Überzeugungen zu ändern. Die Glaubens- und 
Gewissensfreiheit schliesst den Grundsatz der konfessionellen Neu-
tralität des Staates ein, das heisst die Offenheit gegenüber allen reli-
giösen und philosophischen Überzeugungen. Dagegen fordert dieser 
Grundsatz vom Staat nicht, eine Haltung einzunehmen, die frei von 
jeglichen religiösen oder philosophischen Aspekten ist. Die gegen-
teilige Ansicht würde die geltende Regelung der Beziehungen zwi-
schen Kirche und Staat in den Kantonen in Frage stellen, denn die 
Mehrheit der Kantonsverfassungen anerkennt die wichtigsten Kon-
fessionen als juristische Personen des öffentlichen Rechts; dies bringt 
jenen im Allgemeinen steuerliche Vorteile oder führt dazu, dass der 
Staat Beiträge an die anerkannten Kirchen zur Erfüllung der ihnen 
obliegenden Aufgaben ausrichtet (vgl. dazu §§ 109 ff. KV). Die Ver-
pflichtung des Staates, sich im religiösen Bereich neutral zu verhal-
ten, besteht vielmehr darin, sich öffentlichen Handlungen konfessio-
neller Art zu enthalten, die geeignet sind, die Freiheit der Bürgerin-
nen und Bürger in einer pluralistischen Gesellschaft zu beeinträchti-
gen (vgl. zum Ganzen Botschaft des Bundesrates über eine neue 
Bundesverfassung vom 20. November 1996 [nachfolgend: Bot-
schaft], S. 156; BGE 123 I 296 ff. [Pra 87 Nr. 47], 119 Ia 183 ff., 118 
Ia 56, 116 Ia 252 ff. [Pra 81 Nr. 72]). 

Besondere Bedeutung kommt dem Grundsatz der konfessio-
nellen Neutralität des Staats im Bereich der öffentlichen Schule zu, 
denn der Unterricht ist ohne Unterschied zwischen den Konfessionen 
für alle obligatorisch (vgl. Art. 62 BV, § 4 des Schulgesetzes). Es 
geht hier darum, die Achtung der Empfindlichkeit der Individuen 
verschiedener Bekenntnisse zu gewährleisten, das den Eltern zuste-
hende Recht, über die religiöse Erziehung ihrer Kinder zu verfügen 
(vgl. Art. 303 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 
10. Dezember 1907, ZGB), zu stärken und das Recht der Kinder, ihre 
Konfession nach Vollendung des 16. Lebensjahres frei zu wählen 
(vgl. Art. 303 Abs. 2 ZGB), vor jedem Einfluss zu schützen. Die 
Schule soll zudem kein Ort der Auseinandersetzung zwischen An-

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hängerinnen und Anhängern verschiedener Bekenntnisse sein; es 
geht also auch um die Wahrung des religiösen Friedens an der 
Schule. Den Behörden und Lehrkräften ist es untersagt, den Unter-
richt - sei es zu Gunsten oder zum Nachteil einer oder mehrerer Reli-
gionen - in konfessioneller Hinsicht auszurichten. Die Glaubens- und 
Gewissensfreiheit verbietet Programme, Formen und Methoden von 
Unterricht, die konfessionell orientiert sind oder die - im Gegenteil - 
religionsfeindlich sind. Die Schule darf sich nicht zum Nachteil der 
Angehörigen anderer Konfessionen mit bestimmten religiösen An-
schauungen - der Mehrheit oder der Minderheit - identifizieren. Sie 
muss das Phänomen Religion berücksichtigen, ohne jedoch die Reli-
gionsfreiheit der Schülerinnen und Schüler unzulässigerweise zu 
beeinträchtigen, insbesondere indem sie ihnen gegenüber Zwang 
ausübt oder bestimmte Bekenntnisse herabsetzt oder rühmt (vgl. 
auch BGE 123 I 296 ff. [Pra 87 Nr. 47], 116 Ia 252 ff. [Pra 81 Nr. 
72]). 

Die Haltung der Lehrkräfte spielt aus dieser Sicht eine wichtige 
Rolle. Nur schon durch ihr Verhalten können sie einen grossen Ein-
fluss auf ihre Schülerinnen und Schüler ausüben. Sie stellen ein Vor-
bild dar, wofür die Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Jugend, 
den täglichen Kontakten - den sie sich grundsätzlich nicht entziehen 
können - und der hierarchischen Art dieses Verhältnisses besonders 
empfänglich sind. Lehrerinnen und Lehrer tragen einen Teil der 
Amtsgewalt der Schule und vertreten den Staat, dem ihr Verhalten 
zuzurechnen ist. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Lehrkräfte 
bei der Ausübung ihrer Tätigkeit konfessionell neutral bleiben. Sie 
müssen nicht nur darauf verzichten, unzulässige Mittel zum Versuch 
der Indoktrination ihrer Schülerschaft zu verwenden, wie psychi-
schen Druck, Bestrafung entgegengesetzter Meinungen oder Diskri-
minierung, sondern sie müssen ausserdem besonders aufmerksam in 
der Achtung der Religionsfreiheit ihrer Schülerinnen und Schüler 
sein. Die Lehrkräfte haben grosse Zurückhaltung in der Äusserung 
ihres Glaubens zu wahren, dürfen die Schülerinnen und Schüler nicht 

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in ihren Glaubensbekenntnissen verletzen oder in ihrer religiösen 
Wahl beeinflussen. Sie dürfen ihre Autorität nicht missbrauchen, um 
die Erziehung zu durchkreuzen, welche die Eltern ihren Kindern zu 
geben beabsichtigen. Es obliegt den Lehrerinnen und Lehrern, in der 
Schule eine Atmosphäre religiöser Toleranz herrschen zu lassen (vgl. 
dazu auch BGE 123 I 296 ff. [Pra 87 Nr. 47]). 

Ein in jeder Hinsicht absolut neutraler Unterricht ist jedoch 
konkret nur schwer vorstellbar. Es ist unvermeidlich, dass die Über-
zeugungen einer Lehrkraft in bestimmten Bereichen des Unterrichts 
(z.B. Geschichte, Geographie) einen gewissen Einfluss auf ihre Art 
und Weise, die Schülerinnen und Schüler auszubilden, oder auf ihr 
Verhalten im Allgemeinen haben. Im Übrigen berechtigt das Neutra-
litätserfordernis an der Schule nicht, Lehrkräfte mit ihren religiösen 
Überzeugungen zu disqualifizieren oder von diesen zu erwarten, dass 
sie ihre Konfession derart verleugnen, dass sie nicht mehr erkennbar 
ist. Die Glaubensfreiheit enthält auch keinen allgemeinen Anspruch, 
nicht den religiösen Überzeugungen anderer ausgesetzt zu sein (vgl. 
dazu auch BGE 123 I 296 ff. [Pra 87 Nr. 47]). 

Die Problematik besteht somit darin, festzulegen, wieweit die 
Pflicht zur Zurückhaltung von Lehrkräften öffentlicher Schulen im 
Rahmen ihrer Tätigkeit geht. Die Antwort ist in Berücksichtigung 
aller Umstände des konkreten Einzelfalles zu finden. Die Pflicht zur 
Zurückhaltung muss strenger sein, wenn es sich um eine obligatori-
sche Schule handelt. Je höher die Unterrichtsstufe ist, desto mehr 
dürfen grundsätzlich die Grenzen des konfessionell orientierten Ver-
haltens der Lehrkräfte erweitert werden, denn ältere Schülerinnen 
und Schüler verfügen normalerweise über eine grössere Urteilsfähig-
keit im geistigen Bereich und sind auf intellektueller und persönli-
cher Ebene unabhängiger von ihren Lehrkräften. Schliesslich ist die 
Art und Weise zu berücksichtigen, wie Lehrerinnen und Lehrer ihr 
Glaubensbekenntnis in der Schule leben und darstellen. Insbesondere 
kann ihre Pflicht zur Zurückhaltung gemildert werden, wenn sie 
hervorheben, dass ihre Meinung nur eine unter anderen ist, und wenn 

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sie ihre Schülerinnen und Schüler ermutigen, sich in voller Freiheit 
zu entscheiden (vgl. dazu auch BGE 123 I 296 ff. [Pra 87 Nr. 47]). 

c) aa) Die Schule ist Teil unserer Gesellschaft, welche auf all-
gemein anerkannten, sittlichen und ethischen Normen bzw. Wertvor-
stellungen basiert. Weihnachten ist ein Bestandteil unserer Kultur 
und Gesellschaft. Es ist nicht unüblich, im Unterricht vor Weihnach-
ten konfessionell gebundene, vor allem christliche Lieder zu singen. 
Solange dies nur einen bescheidenen Raum einnimmt und damit 
nicht bekenntnishafte Verhaltensweisen oder religiöse Handlungen 
verbunden sind, ist dagegen nichts einzuwenden (vgl. auch Herbert 
Plotke, Schweizerisches Schulrecht, Bern/Stuttgart 1979, S. 160; 
Marco Borghi, in: Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfas-
sung, Band II, N 80 zu Art. 27). Wird - wie vorliegend - während der 
Vorweihnachtszeit ein Krippenspiel eingeübt, benötigt dies gezwun-
genermassen mehr Zeit als das Singen einzelner Lieder. Zudem wer-
den die betroffenen, noch sehr jungen Schülerinnen und Schüler von 
der geistigen Intensität her relativ stark beansprucht. Das Einüben 
eines Krippenspiels während des allgemeinen, ausserhalb des Faches 
Religion stattfindenden Schulunterrichtes ist daher nicht ganz un-
problematisch und erfordert von den Lehrkräften entsprechende Sen-
sibilität. Das Krippenspiel muss in einen grösseren Rahmen einge-
bettet werden, der insbesondere Hinweise auf andere Religionen 
bzw. Weltanschauungen sowie deren Umgang mit Weihnachten be-
inhaltet und es den Schülerinnen und Schülern auch erlaubt, sich 
ihrem Alter entsprechend und in kritischer Art und Weise mit dem 
Inhalt des aufgeführten Stücks auseinander zu setzen. Wie der Erzie-
hungsrat zu Recht festgestellt hat, muss den Eltern zudem die Mög-
lichkeit zukommen, ihr Kind von den entsprechenden Aktivitäten in 
der Schule fernzuhalten. Vermögen die Lehrkräfte den soeben um-
schriebenen Rahmen zu bieten und wird das Krippenspiel nicht mit 
bekenntnishaften Verhaltensweisen oder religiösen Handlungen ver-
bunden, ist das Einüben eines solchen Stückes im allgemeinen 
Schulunterricht angesichts unserer abendländischen Kultur entgegen 

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der Ansicht des Beschwerdeführers als mit der Glaubens- und Ge-
wissensfreiheit vereinbar einzustufen. 

bb) aaa) A. und H.D. machen geltend, den vom Beschwerdefüh-
rer gerügten Liedertext "So ist Gott" ausschliesslich im schulischen 
Religionsunterricht verwendet zu haben; gleichzeitig räumen sie aber 
ein, dass der besagte Liedertext von den Kindern für die Singprüfung 
im allgemeinen Schulunterricht hätte gewählt werden dürfen. Eine 
eigentliche Auswahlliste für die fragliche Singprüfung habe es keine 
gegeben; die Kinder hätten einfach ein Lied auswählen können, wel-
ches in der Schule schon gesungen worden sei, das Lied "So ist Gott" 
sei von keinem Kind vorgetragen worden. Der Beschwerdeführer 
hingegen legt dar, dass vier Lieder für die Singprüfung zur Auswahl 
gestanden hätten: "So ist Gott", "Wer klopfet an", "Uf em Fäld i der 
Nacht" und "Ach, lieber Frosch"; von diesen vier Liedern hätten 
deren drei - insbesondere das Stück "So ist Gott" - einen aus seiner 
Sicht unzulässig religiösen Inhalt gehabt.  

Die Verfahrensbeteiligten stellen den Sachverhalt somit nicht 
ganz übereinstimmend dar. Unbestritten ist indes, dass das Lied "So 
ist Gott" an der Singprüfung gewählt werden konnte. Ebenfalls unbe-
stritten geblieben ist die Aussage des Beschwerdeführers, wonach die 
andern von ihm angeführten Lieder an der Singprüfung ebenfalls 
vorgetragen werden durften. Es bleibt daher zu prüfen, ob die vier 
genannten Kinderlieder angesichts des Grundsatzes der Glaubens- 
und Gewissensfreiheit in der gewählten Form Gegenstand einer 
Singprüfung im allgemeinen Schulunterricht bilden durften. Die 
Texte der vier Lieder lauten wie folgt: 

 
So ist Gott 
"Er bindet nicht, er hält uns fest, so ist Gott. Das glaube ich, Gott lebt, 

Gott lebt, er ist da für mich. 
Er weist nicht ab, er nimmt uns an, so ist Gott. Das glaube ich, Gott 

lebt, Gott lebt, er ist da für mich. 
Er knechtet nicht, er macht uns frei, so ist Gott. Das glaube ich, Gott 

lebt, Gott lebt, er ist da für mich. 

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Er macht nicht Angst, er gibt uns Mut, so ist Gott. Das glaube ich, 
Gott lebt, Gott lebt, er ist da für mich." 

 
Wer klopfet an  
"Wer klopfet an? O zwei gar arme Leut! Was wollt ihr denn? O gebt 

uns Herberg heut! O durch Gottes Lieb wir bitten, öffnet uns doch eure 
Hütten! O nein, o nein! O lasset uns doch ein! Es kann nicht sein! Wir wol-
len dankbar sein! Nein, es kann einmal nicht sein, da geht nur fort, ihr 
kommt nicht ein! 

Wer vor der Tür? Ein Weib mit ihrem Mann! Was wollt ihr denn? Hört 
unser Bitten an! Lasset heut bei euch uns wohnen, Gott wird euch schon 
alles lohnen! Was zahlt ihr mir? Kein Geld besitzen wir! So geht von hier! 
O öffnet uns die Tür! Ei, macht mir kein Ungestüm und packt euch, geht wo 
anders hin! 

Da geht nur fort! O Freund, wohin, woaus? Zum Viehstall dort! Geh, 
Joseph, nur hinaus! O mein Kind, nach Gottes Willen musst du schon die 
Armut fühlen! Jetzt packt euch fort! O dieses harte Wort! Zum Viehstall 
dort! O wohl ein schlechter Ort! Ei, der Ort ist gut für euch; ihr braucht 
nicht viel. Da geht nur gleich!" 

 
Uf em Fäld i der Nacht 
"Uf em Fäld i der Nacht sind d Hirte noch wach. Do ghöreds es 

Klinge, vom Himmel es Singe: Ihr Mänsche, sind froh; der Heiland isch 
cho! 

Die Hirten im Fäld löhnd d Herde bim Zält. Si juchzed und singed, sie 
laufed und springed und finded dänn gschwind im Chrippli das Chind. 

O Vatter, lueg do das Chind uf em Stroh, wies d Chelti tuet gschpüre, 
es muess fascht verfrüre. Ich holen im gschnäll für is Chrippli es Fell. 

O Chind, Gottes Sohn, uf em himmlische Thron, du chunsch voll Er-
barme uf d Wält zun eus Arme. Du chunsch au zu mir; ich dank dir defür." 

 
Ach, lieber Frosch 
(...) 
 

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Offensichtlich unproblematisch ist das Stück "Ach, lieber 
Frosch", denn es nimmt keinen Bezug auf religiöse oder weltan-
schauliche Aspekte. 

bbb) Das Kinderlied "So ist Gott" weist dagegen eindeutig ei-
nen stark religiösen Inhalt auf. Lediglich aufgrund des Wortlautes 
des Liedes ist zwar nicht ersichtlich, welcher Gott gemeint ist. Bei 
einer Verwendung des Stückes ohne weitere Kommentierung muss 
angesichts der christlichen Grundorientierung unserer Gesellschaft 
indessen davon ausgegangen werden, dass das Lied auf Gott in ei-
nem christlichen Sinne Bezug nimmt. Das Lied ist denn auch im 
Buch "Weil du mich so magst, religiöse Kinderlieder" von Gerhard 
Krombusch und Ludger Edelkötter publiziert; gemäss Vorwort ist es 
Ziel dieses Buches, "dass die christliche Botschaft als 'frohe Bot-
schaft' in der Welt der Kinder heute zum Klingen kommt". Aufgrund 
dieser Sachlage muss der Text des Liedes folglich als Glaubensbe-
kenntnis zugunsten des Christentums interpretiert werden. Die An-
sicht der Schulpflege F., wonach die Verwendung des Liedes im all-
gemeinen Schulunterricht nicht gegen Richtlinien verstosse, vermag 
in dieser Form daher nicht vollumfänglich zu überzeugen. Personen, 
die nicht an das Christentum oder überhaupt nicht glauben, können 
durch das Lied vielmehr in ihren religiösen und weltanschaulichen 
Überzeugungen verletzt werden.  

Die Lieder "Wer klopfet an" und "Uf em Fäld i der Nacht" wei-
sen ebenfalls einen sehr deutlichen Bezug zu religiösen Fragen auf, 
obwohl sie von ihrem religiösen Inhalt her nicht so weit wie das 
Stück "So ist Gott" gehen; der Text dieser beiden Lieder befasst sich 
mit den Geschehnissen in der Weihnachtszeit aus christlicher Sicht. 
Wie bereits vorstehend ausgeführt worden ist, kann zwar gegen das 
Singen von konfessionell gebundenen, insbesondere christlichen 
Liedern im allgemeinen Unterricht vor Weihnachten grundsätzlich 
nichts eingewendet werden. Die Zulässigkeit des Singens solcher 
Lieder in der Vorweihnachtszeit wird indes gerade wegen des zeitlich 
beschränkten Rahmens, in dem solche Lieder gesungen werden, 

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bejaht (vgl. Herbert Plotke, a.a.O., S. 164). Es ist in unserer abend-
ländischen Kultur denn auch nicht üblich, während des ganzen Jahres 
konfessionell gebundene Weihnachtslieder zu singen; mit gesell-
schaftlichen Traditionen lässt sich die Darbietung dieser Lieder 
ausserhalb der Weihnachtszeit somit nicht begründen. Grundsätzlich 
sollte das Singen von Weihnachtsliedern der vorliegenden Art daher 
auf die traditionelle Weihnachtszeit beschränkt bleiben. 

Es darf indessen nicht ausser Acht gelassen werden, dass das 
Thema "Religion" auch im allgemeinen Schulunterricht seinen Platz 
hat. So haben sich die Schülerinnen und Schüler im heutigen Bereich 
"Realien" unter der Rubrik "Mensch und Mitmensch" beispielsweise 
mit Vorurteilen und Diskriminierungen auseinander zu setzen, die auf 
geschlechtliche, soziale, religiöse oder andere Unterschiede zu-
rückgeführt werden; sie lernen, andere Werte und Normen als 
gleichwertig zu achten. Zudem werden unter der Rubrik "Mensch 
und Zeit" geschichtliche Aspekte behandelt, die ebenfalls Raum für 
den Miteinbezug von religiösen Fragen lassen. Im Fach "Musik" 
können schliesslich die verschiedenen Funktionen und Wirkungen 
von Musik in unserer Gesellschaft thematisiert werden; dabei geht es 
insbesondere auch um die Stellung der Musik bei verschiedenen 
Anlässen wie Festen oder Ritualen (vgl. zum Ganzen Lehrplan für 
die Volksschule des Kantons Aargau, Realien S. 4 und 13, Musik S. 
9). Ein Verstoss gegen den Grundsatz der Glaubens- und Gewissens-
freiheit liegt bei der Behandlung religiöser Themen im obligatori-
schen allgemeinen Schulunterricht nicht vor, solange das Ziel nicht 
in der religiösen Unterweisung und Erbauung, sondern in der Ver-
mittlung von Erkenntnissen eines bestimmten Fachgebietes besteht 
(vgl. auch Peter Karlen, Das Grundrecht der Religionsfreiheit in der 
Schweiz, Zürich 1988, S. 394). Bei der Vermittlung von solchen 
Erkenntnissen dürfen die Lehrkräfte auch entsprechendes Hilfsmate-
rial verwenden. Der Beschwerdeführer geht daher fehl, wenn er 
glaubt, dass ausserhalb des Religionsunterrichtes überhaupt keine 
Texte, Bilder oder Lieder mit religiösem Gehalt beigezogen werden 

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dürfen. An die Lehrkräfte sind bei der Behandlung von religiösen 
Aspekten im allgemeinen Schulunterricht indes hohe Anforderungen 
zu stellen. Die religiösen Aspekte müssen sorgfältig und dem Alter 
der Kinder angemessen präsentiert und in einen entsprechenden Ge-
samtzusammenhang gestellt werden, damit deutlich wird, dass es um 
die Vermittlung von Erkenntnissen eines bestimmten Fachgebietes 
geht. Schliesslich gilt es zu beachten, dass die vertiefte Auseinander-
setzung mit der Religion trotz ihres berechtigten Platzes im allge-
meinen Schulunterricht überwiegend im Rahmen des Fachs "Schuli-
scher Religionsunterricht" zu erfolgen hat. Der schulische Religions-
unterricht ist in erster Linie das Fach, in welchem religiöse und ethi-
sche Themen des Lebens behandelt werden sollen (vgl. auch Lehr-
plan für die Volksschule des Kantons Aargau, Religion S. 1). Würde 
man auf die - zugegebenermassen nicht immer leicht fallende - 
Grenzziehung zwischen dem allgemeinen Schulunterricht und dem 
schulischen Religionsunterricht verzichten, würde das Recht der 
Eltern, ihre Kinder vom schulischen Religionsunterricht dispensieren 
zu lassen (vgl. § 38 Abs. 2 des Schulgesetzes), seines Gehaltes ent-
leert. 

Im vorliegenden Fall haben sich die jungen Schülerinnen und 
Schüler bereits im Rahmen des Krippenspiels intensiv mit religiösen 
Aspekten, insbesondere mit christlichem Liedgut, auseinander ge-
setzt. Inwiefern die zusätzliche Verwendung der Lieder "So ist Gott", 
"Wer klopfet an" und "Uf em Fäld i der Nacht" im Rahmen der Sing-
prüfung geboten oder gar erforderlich gewesen sein sollte, lässt sich 
weder den Akten noch den Stellungnahmen der Vorinstanzen bzw. 
der Lehrkräfte entnehmen. Insbesondere haben die beiden Lehrkräfte 
im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens auch nicht dargelegt, dass es 
ihnen bei der gewählten Art der Gestaltung der Singprüfung um die 
Vermittlung von Erkenntnissen eines bestimmten Fachgebietes ge-
gangen ist und sie den Umgang mit den fraglichen Liedern in das 
notwendige pädagogische Umfeld eingebettet haben. In ihrer Stel-
lungnahme vom 19. November 1999 im Verfahren vor dem Regie-

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rungsrat legen sie lediglich dar, eine Gutheissung der Beschwerde 
hätte zur Folge, dass verschiedene bekannte und verbreitete Lieder 
("All Morgen ist ganz frisch und neu", "Lobet und preiset ihr Völker 
den Herrn", "Zeller-Weihnacht", sogar "Trittst im Morgenrot daher" 
sowie verschiedene Weihnachtslieder) keinen Platz mehr in der 
Schule hätten. Diese Argumentation geht indessen am Kernproblem 
des vorliegenden Falles vorbei (vgl. die Ausführungen unter E.3b 
und 3c aa). Der Regierungsrat zweifelt nicht an der Absicht und dem 
Willen von A. und H.D., ihre Schülerinnen und Schüler gut und dem 
Lehrplan entsprechend unterrichten zu wollen. Er kommt indes auf-
grund der Aktenlage zum Schluss, dass im vorliegenden Fall die 
Grenzen zwischen dem allgemeinen Schulunterricht und dem schuli-
schen Religionsunterricht auf unzulässige Art und Weise verwischt 
worden sind und christlichen Aspekten im allgemeinen Schulunter-
richt ein zu grosses Gewicht zugekommen ist und sie einen zu 
grossen Raum eingenommen haben. Werden Drittklässlerinnen und 
Drittklässler nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern das ganze 
Jahr über im allgemeinen Schulunterricht mit Liedern konfrontiert, 
die einen augenfällig religiösen bzw. christlichen Bezug haben, kann 
die Gefahr einer religiösen Beeinflussung gerade angesichts des noch 
geringen Alters und einer gewissen Intensität der religiösen Themen 
nicht von der Hand gewiesen werden. Eltern, welche ihren Kindern 
andere Weltanschauungen oder religiöse Inhalte vermitteln wollen, 
geraten zudem in eine schwierige Situation und werden in ihrem 
Recht, über die religiöse Erziehung ihrer Kinder zu verfügen (vgl. 
Art. 303 Abs. 1 ZGB), eingeschränkt.  

An der obigen Einschätzung vermag auch die Tatsache, dass an 
der Singprüfung nebst den drei beanstandeten Liedern zumindest 
noch ein Stück ohne religiösen Inhalt zur Auswahl stand, nichts zu 
ändern, denn die Gefahr einer unzulässigen religiösen Beeinflussung 
der Schülerinnen und Schüler oder der Einschränkung der diesbe-
züglichen Elternrechte besteht auch bei einer solchen Konstellation. 
Ebenfalls unbehelflich ist der Hinweis des Erziehungsrates, dass den 

2000 Schulrecht 593 

Kindern bei allen Tätigkeiten mit religiösem Hintergrund - also auch 
bei der Präsentation von religiösen Liedern - die Möglichkeit offen 
stehen muss, nicht teilzunehmen. Es darf nicht übersehen werden, 
dass die Kinder einen Anspruch haben, am gesamten Schulunterricht 
teilzunehmen. Würde ein Kind durch häufige religiöse Tätigkeiten 
innerhalb des allgemeinen Schulunterrichts zur Nichtteilnahme am 
Unterricht gezwungen, würde dieser Anspruch, dem im Übrigen 
grosses Gewicht beizumessen ist, verletzt (vgl. dazu auch Herbert 
Plotke, a.a.O., S. 161 und 164). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, 
dass es eine Vielzahl von Kinderliedern gibt, die im Hinblick auf die 
Glaubens- und Gewissensfreiheit absolut unproblematisch sind; die 
Erteilung eines qualifizierten Schulunterrichts - insbesondere das 
Abhalten einer Singprüfung - ist daher problemlos möglich, ohne 
mehrere religiöse Lieder der vorliegend geprüften Art heranzuziehen 
und dadurch die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu beeinträchtigen. 

cc) Was das Beten anbelangt, liegen ebenfalls unterschiedliche 
Sachverhaltsdarstellungen vor. Die Eltern des Beschwerdeführers 
machen geltend, H.D. habe sich ihnen gegenüber auf den Standpunkt 
gestellt, dass er das Recht und die Möglichkeit habe, die Schulklasse 
täglich beten zu lassen, solange ihr Sohn nicht zum aktiven Mitma-
chen gezwungen werde. H.D. hingegen macht geltend, er habe an-
lässlich des besagten Gesprächs lediglich darauf hingewiesen, dass 
das Thema "Beten" zu den Inhalten des schulischen Religionsunter-
richts der 3.-5. Klasse gehöre. Welche der beiden Sachverhaltsdar-
stellungen letztlich zutreffend ist, kann vorliegend offen bleiben, 
zumal der Beschwerdeführer nicht rügt, dass er und seine Schul-
klasse tatsächlich gezwungen gewesen seien, täglich zu beten. Ange-
sichts der Bedeutung der Frage erscheint es dem Regierungsrat oh-
nehin angebracht, die generelle Problematik des Schulgebetes einer 
klärenden Prüfung zu unterziehen. 

Das Sprechen eines Gebetes stellt zweifelsohne eine Kultus-
handlung dar (vgl. Botschaft, S. 156). Mit dem Gebet geht ein klares 
Glaubensbekenntnis einher. Von einem konfessionell neutralen Un-

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terricht kann daher keine Rede mehr sein, wenn Lehrkräfte öffentli-
cher Schulen ihre Kinder dazu anhalten, täglich ein Gebet zu spre-
chen. Vielmehr muss ein derart gestalteter Unterricht als konfessio-
nell ausgerichtet taxiert werden. Das Bundesgericht hat bereits das 
Aufhängen eines Kruzifixes als unzulässig erachtet; es hat insbeson-
dere betont, dass sich irgendwelche Personen durch die ständige 
Präsenz des Symbols einer Religion, der sie nicht angehören, in ihren 
religiösen Überzeugungen verletzt fühlen können (vgl. BGE 116 Ia 
252 ff. [Pra 81 Nr. 72]). Wenn die ständige Anwesenheit eines reli-
giösen Symbols im Schulzimmer nicht mit der Glaubens- und Ge-
wissensfreiheit vereinbar ist, kann die Verpflichtung von Kindern zu 
einem aktiven Tun, d.h. zu einem Glaubensbekenntnis in Form eines 
Gebetes, erst recht nicht als grundrechtskonform erachtet werden. Es 
liegt auf der Hand, dass gerade junge Schülerinnen und Schüler 
durch ein tägliches Schulgebet in unzulässiger Weise religiös beein-
flusst werden können und das Recht der Eltern, über die religiöse 
Erziehung ihrer Kinder zu verfügen, dadurch unerlaubterweise be-
schnitten wird. An dieser Einschätzung ändert sich auch nichts, wenn 
die Kinder anderer Glaubensbekenntnisse oder konfessionslose Kin-
der während des Gebets vor dem Schulzimmer warten können oder 
wenn diese, ohne mitbeten zu müssen, im Schulzimmer bleiben kön-
nen bzw. müssen. Einerseits gilt es zu beachten, dass sich gerade 
Drittklässlerinnen und Drittklässer einem solchen Ritual aufgrund 
des Gruppendruckes nur schwerlich entziehen können. Tun sie es 
trotzdem, z.B. auf Anweisung ihrer Eltern, riskieren sie, von der 
Klasse ausgegrenzt zu werden. Andererseits stellen Lehrkräfte, die 
ihre Schulklassen täglich beten lassen, ihre soziale Aufgabe in Frage, 
wenn sie in ihre Tätigkeiten Elemente einfliessen lassen, welche 
Angehörige gewisser Konfessionen oder konfessionslose Kinder von 
einem Teil ihrer Aktivitäten ausschliessen oder jedenfalls einer Sepa-
rierung Vorschub leisten. Wie bereits oben dargelegt, kommt zudem 
dem Anspruch der Schülerinnen und Schüler auf die Teilnahme am 

2000 Schulrecht 595 

gesamten Unterricht ein grosses Gewicht zu (vgl. zum Ganzen auch 
Marco Borghi, a.a.O., N 79 zu Art. 27). 

d) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass sich einzig die 
Rüge des Beschwerdeführers in Bezug auf die Verwendung der Lie-
dertexte "So ist Gott", "Wer klopfet an" und "Uf em Fäld i der 
Nacht" im allgemeinen, ausserhalb des schulischen Religionsunter-
richtes stattfindenden Schulunterrichtes im Sinne der obigen Erwä-
gungen teilweise als berechtigt erweist. Zwar muss die Behandlung 
von religiösen Liedern nicht auf den schulischen Religionsunterricht 
beschränkt werden; der allgemeine Schulunterricht lässt auch in Be-
rücksichtigung des Grundsatzes der Glaubens- und Gewissensfreiheit 
die Auseinandersetzung mit religiösem Liedgut und der Denkweise 
bzw. Gefühlswelt von religiösen Menschen zu. Lehrpersonen müssen 
indes darauf achten, dass die Behandlung von religiösen Themen in 
einem ausgewogenen Rahmen erfolgt. Insbesondere darf nicht eine 
bestimmte Religion bzw. Konfession im Vordergrund stehen; es gilt 
vielmehr die bestehende Vielzahl von Weltanschauungen zu berück-
sichtigen. Bei der Auseinandersetzung mit religiösen Themen muss 
es zudem darum gehen, Erkenntnisse eines bestimmten Fachgebietes 
zu vermitteln. Es ist des Weitern zu beachten, dass die vertiefte Aus-
einandersetzung mit der Religion trotz ihres berechtigten Platzes im 
allgemeinen Schulunterricht überwiegend im Rahmen des Fachs 
"Schulischer Religionsunterricht" zu erfolgen hat. A. und H.D. haben 
dem soeben umschriebenen Rahmen bei der Gestaltung ihres Unter-
richtes nicht vollumfänglich Rechnung getragen. Sie werden daher 
angewiesen, in ihrem Unterricht inskünftig verstärkt die Trennung 
zwischen schulischem Religionsunterricht und allgemeinem Schul-
unterricht zu berücksichtigen; zudem haben sie sich bei der Behand-
lung von religiösen Aspekten im Rahmen des allgemeinen Schulun-
terrichtes nach dem Lehrplan auszurichten und auf die Vermittlung 
von Erkenntnissen des entsprechenden Fachgebietes zu beschränken 
sowie vermehrt darauf zu achten, dass bezüglich Gewicht und Inten-
sität der religiösen Themen der zulässige Rahmen eingehalten wird. 

596 Verwaltungsbehörden 2000 

Die Schulpflege F. wird in ihrer Funktion als Aufsichtsbehörde be-
auftragt, im Sinne der obigen Ausführungen den Unterricht von A. 
und H. D. im Hinblick auf die Gewährleistung der Glaubens- und 
Gewissensfreiheit zu überwachen (vgl. § 71 lit. a und n des Schulge-
setzes). Somit ist die Beschwerde in diesem Punkt - soweit überhaupt 
auf Beschwerdeantrag 1 eingetreten werden kann (vgl. Erwägung 
1.c/bb) - im Sinne der Erwägungen teilweise gutzuheissen. (...) 

138 Volksschule. Zuteilungen von Kindern in eine von mehreren Klassen bzw. 
in eines von mehreren Schulhäusern einer Gemeinde stellen organisatori-
sche Massnahmen und keine anfechtbaren Verwaltungsverfügungen dar. 

Entscheid des Erziehungsrates vom 16. November 2000 in Sachen K. W. 
gegen den Entscheid des Bezirksschulrates K. 

Aus den Erwägungen 

I. Formelles 
1. Gemäss § 38 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege vom 9. Juli 1968 (VRPG) kann jedermann, der ein 
schutzwürdiges Interesse geltend macht, Verfügungen und Entschei-
de mit Beschwerde anfechten. Entscheide von Rechtsmittelinstanzen 
sind ihrerseits weiterziehbare Entscheide und zwar auch dann, wenn 
die Vorinstanz auf die Beschwerde gegen eine nicht anfechtbare 
Verfügung unzulässigerweise eingetreten ist und in der Sache einen 
Entscheid gefällt hat (vgl. Peter Saladin, Das Verwaltungsverfahrens-
recht des Bundes, Basel 1979, S. 172). Die Beschwerde ist fristge-
recht beim Erziehungsrat eingereicht worden. Auf die Beschwerde ist 
demnach einzutreten. 

II. Materielles 
1. In der Hauptsache beantragt die Beschwerdeführerin sinnge-

mäss die Zuteilung in das Schulhaus B. und somit die Aufhebung des 
Beschlusses der Schulpflege R., mittels welchem sie dem Schulhaus