# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eada8bf5-c52f-50b4-9b90-76b273749be3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.06.2024 D-3846/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3846-2024_2024-06-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3846/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti;   

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (sicherer Drittstaat); 

Verfügung des SEM vom 7. Juni 2024. 

 

 

 

D-3846/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am (…) in der Schweiz um Asyl nach. 

Er legte dabei zwei griechische Ausweisdokumente (Reiseausweis und 

Aufenthaltsbewilligung) vor. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) durch das SEM ergab, dass er bereits am (…) in Griechenland um 

Asyl ersucht hatte. 

A.c Das SEM ersuchte die griechischen Behörden am 17. Mai 2024 um 

Auskunft zur Person des Beschwerdeführers. 

A.d Am 21. Mai 2024 fand die Personalienaufnahme (PA) statt. 

A.e Am (…) beauftragte der Beschwerdeführer die Mitarbeitenden des 

Rechtsschutzes für Asylsuchende im Bundesasylzentrum (BAZ) Region 

B._______ mit der Wahrung seiner Interessen. 

A.f Am 24. Mai 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EC des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Rückübernahmeabkommen 

zwischen Griechenland und der Schweiz. 

A.g Die griechischen Behörden stimmten der Rückübernahme mit Schrei-

ben vom 28. Mai 2024 unter Hinweis auf den am (…) erhaltenen Flücht-

lingsstatus und die bis (…) gültige Aufenthaltsbewilligung des Beschwer-

deführers in Griechenland zu. 

A.h Am 31. Mai 2024 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu einem all-

fälligen Nichteintretensentscheid und einer Wegweisung nach Griechen-

land an. 

Dabei brachte der Beschwerdeführer vor, er könne sich nicht vorstellen, 

nach Griechenland zurückzukehren. Er habe Angst, dort zu leben. Als er in 

Griechenland den Aufenthaltsstatus erhalten habe, habe er das Zentrum 

verlassen müssen. Er habe in der Asylunterkunft gewartet, bis er einen 

Reisepass erhalten habe. Er habe zwei Monate lang (…) gearbeitet. Dann 

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Seite 3 

sei er bedroht worden und habe deshalb entschieden auszureisen. Zwei 

betrunkene, griechisch- und türkischsprachige Personen hätten ihn gefes-

selt, mitgenommen, getreten und geschlagen. Er sei ohnmächtig geworden 

und erst nach zwei Stunden aufgewacht. Er sei sexuell belästigt und ver-

gewaltigt worden. Sie hätten ihn gefoltert und ihm mit dem Tod gedroht, 

falls er eine Anzeige mache. Deshalb sei er nicht zur Polizei gegangen. Er 

sei deswegen psychisch gestört gewesen und habe sich nicht beherrschen 

können. Er habe nicht mehr schlafen können und Angst gehabt. Er habe in 

Griechenland keine Unterstützung und trotz seinen Verletzungen bloss 

erste Hilfe erhalten; ihm sei empfohlen worden, viel Wasser zu trinken. Fi-

nanziell sei er ab und zu von seinem Bruder, der in Deutschland lebe, un-

terstützt worden. So auch beim Kauf des Tickets in die Schweiz. 

Er leide an psychischen Problemen und sei deswegen vergesslich. In der 

Schweiz habe er um medizinische Hilfe gebeten. Es habe ein Medikament 

erhalten, das er regelmässig vor dem Schlafengehen nehme, und sei we-

gen den psychischen Problemen zum Arzt geschickt worden; der Termin 

sei ausstehend. Ab und zu bekomme er einen Anfall und zittrige Beine. 

A.i Mit Eingabe vom 7. Juni 2024 nahm der Beschwerdeführer zum ihm 

unterbreiteten Entscheidentwurf des SEM vom 6. Juni 2024 Stellung. Er 

rügte, das SEM habe das Akteneinsichtsrecht verletzt und ersuchte gleich-

zeitig um Akteneinsicht in den E-Mailverkehr zwischen dem SEM und der 

Pflege des BAZ. In materieller Hinsicht machte er geltend, er könne un-

möglich nach Griechenland zurückkehren. Er fühle sich dort nicht sicher, 

da er mehrmals mit dem Tod bedroht und Opfer einer schweren Gewalttat 

geworden sei. Nach diesem Vorfall sei es ihm psychisch sehr schlecht ge-

gangen und er habe aus Angst das Camp nicht mehr verlassen können. 

Wenn er nach Griechenland zurückkehren müsse, würden ihn die Angreifer 

aufspüren und töten. Zudem habe er in Griechenland nach diesem schwe-

ren Vorfall keine ärztliche oder psychologische Unterstützung erhalten. 

Ferner leide er an einer (…) und befinde sich demnach in einer labilen Ver-

fassung. Gemäss den Akten werde eine psychiatrische / psychologische 

Unterstützung empfohlen. Aufgrund der kurzen Verfahrensdauer habe 

noch keine vertiefte, fachärztliche Einschätzung seines Gesundheitszu-

stands vorgenommen werden können. Es sei gemäss der Aktenlage nicht 

auszuschliessen, dass es sich bei ihm um eine besonders vulnerable und 

schutzberechtigte Person im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwal-

tungsgerichts zu Griechenland handle. Der medizinische Sachverhalt sei 

noch nicht rechtsgenüglich erstellt. Es sei mit dem Entscheid zuzuwarten, 

bis die Berichte vorliegen würden. 

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Seite 4 

A.j Im Verlaufe des Verfahrens wurden die Kopie einer Tazkira, eine medi-

zinische Erstkonsultation vom (…), ein Arztbericht vom (…), ein Befundbe-

richt des Röntgeninstituts (…) vom (…) und eine medizinische Dokumen-

tation des Medic-Help des BAZ Region B._______ zu den Akten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 7. Juni 2024 – eröffnet am 10. Juni 2024 – trat das SEM 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG (SR 142.31) nicht ein, ordnete seine Wegweisung aus der 

Schweiz nach Griechenland an, forderte ihn auf, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung zu verlassen, beauf-

tragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung und ver-

fügte die Aushändigung der editionspflichtigen Akten. 

C.  

Am (…) teilte die damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers die 

Beendigung des Mandatsverhältnisses mit. 

D.  

Mit Eingabe vom 17. Juni 2024 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, der Entscheid vom 7. Juni 

2024 sei aufzuheben und er sei wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht ersucht er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses) und um Aussetzung des Wegwei-

sungsvollzugs für die Dauer des Verfahrens. 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung samt Empfangsbestä-

tigung und eine Vollmacht vom 10. Juni 2024 (je in Kopie) bei. 

E.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

19. Juni 2024 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det es auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch hier – endgültig 

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Seite 5 

(vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist – unter nachstehendem Vorbehalt – einzutreten (Art. 108 

Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.4 Gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG hat die Beschwerde in Verwaltungssa-

chen aufschiebende Wirkung und vorliegend hat die Vorinstanz diese nicht 

entzogen (Art. 55 Abs. 2 VwVG). Auf den Antrag, der Wegweisungsvollzug 

sei für die Dauer des Verfahrens auszusetzen, ist daher mangels Rechts-

schutzinteresses nicht einzutreten. 

2.  

Der Beschwerdeführer beantragt zwar die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung. Mit seinem materiellen Begehren um vorläufige Aufnahme in 

der Schweiz wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie mit 

seiner Begründung (vgl. unten E. 5) bezieht er sich aber ausschliesslich 

auf die Zulässigkeit und die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Ge-

genstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit einzig der Vollzug der 

Wegweisung nach Griechenland. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 

111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels 

verzichtet. 

4.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

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Seite 6 

5.  

Der Beschwerdeführer macht in der Beschwerdeschrift geltend, nachdem 

er in Griechenland einen Flüchtlingsstatus erhalten habe, habe er das 

Camp verlassen müssen und sei obdachlos geworden. Von den griechi-

schen Behörden habe er weder Essen noch Arbeit, Unterkunft oder Zu-

gang zu Bildung erhalten. Er habe in Griechenland keine Unterstützung in 

Bezug auf den alltäglichen Lebensunterhalt und keinen Zugang zu Integ-

rationsprogrammen oder Sprachkursen erhalten. Auch der niederländische 

Staatsrat habe bestätigt, dass die Versorgung in Bezug auf Flüchtlinge in 

Griechenland ungenügend sei. Zudem verkenne die Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts sowie die Praxis des SEM gemäss einem Be-

richt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), dass in Griechenland 

kein wirksamer Rechtsbehelf für Personen mit internationalem Schutzsta-

tus bestehe, die durch die Verweigerung von sozioökonomischen Rechten 

und materieller Entbehrung eine Verletzung ihrer Rechte aus Art. 3 EMRK 

erfahren hätten. Seine Rückführung nach Griechenland sei mit den völker-

rechtlichen Verpflichtungen der Schweiz, insbesondere aus der EMRK so-

wie aus UN-Konventionen, nicht zu vereinbaren und daher unzulässig. Im 

Falle einer Rücküberstellung nach Griechenland bestehe für ihn ein hohes 

Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK. Er sei dort geschlagen, gefoltert 

und sexuell missbraucht worden. 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

6.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.  

7.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) 

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Seite 7 

einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Drittstaat 

entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

7.2 Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erweist sich der Voll-

zug der Wegweisung nach Griechenland in Beachtung der genannten völ-

ker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig. Es handelt sich bei 

Griechenland um einen sicheren Drittstaat, in welchem der Beschwerde-

führer Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. 

Griechenland ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK so-

wie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und 

kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grund-

sätzlich nach. Zwar anerkennt das Bundesverwaltungsgericht, dass die Le-

bensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte Schutzberechtigte 

in fast allen Bereichen des täglichen Lebens äusserst schwierig sind und 

sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Es ist aber nicht von 

einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine un-

angemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung 

von Art. 3 EMRK drohen würde (vgl. das Referenzurteil des BVGer 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022, E. 11.2). Die Argumenta-

tion des Beschwerdeführers (vgl. oben E. 5) sowie der zitierte Bericht der 

SFH und der Verweis auf den Entscheid des niederländischen Staatsrats, 

die den dieser Rechtsprechung zugrundeliegenden Informationen zur Si-

tuation in Griechenland keine neue Dimension hinzufügen, vermögen an 

dieser Einschätzung nichts zu ändern. Insgesamt liegen keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Griechenland einer menschenunwürdigen oder erniedrigenden Be-

handlung ausgesetzt wäre.  

7.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. 

8.  

8.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie aufgrund von Situationen wie Krieg, 

Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret ge-

fährdet sind. Beim Vollzug von Wegweisungen in Mitgliedstaaten der EU 

besteht eine gesetzliche Vermutung der Zumutbarkeit (Art. 83 Abs. 5 Satz 

2 AIG). Diese Legalvermutung gilt grundsätzlich auch für vulnerable Per-

sonen wie beispielsweise Menschen, welche an gesundheitlichen Proble-

men leiden, die nicht als schwerwiegende Erkrankung einzustufen sind. 

Hingegen erachtet das Gericht den Vollzug der Wegweisung von äussert 

vulnerablen schutzberechtigten Personen grundsätzlich als unzumutbar, 

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Seite 8 

ausser, es bestünden besonders begünstigende Umstände, aufgrund de-

rer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus-

gegangen werden kann (vgl. zum Ganzen E-3427/2021, E-3431/2021 

E. 11.5.1 und E. 11.5.3). 

8.2 Wird im konkreten Einzelfall festgestellt, dass die Legalvermutung der 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs besteht, so hat die betroffene Per-

son die Möglichkeit, diese umzustossen. Dazu hat sie jedoch ernsthafte 

Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass sie in Griechenland aufgrund von 

individuellen Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art 

in eine existenzielle Notlage geraten würde (vgl. E-3427/2021, 

E-3431/2021 E. 11.4). 

8.3 Der Beschwerdeführer macht auf Beschwerdeebene nicht (mehr) gel-

tend, äusserst vulnerabel zu sein. Dennoch sei erwähnt, dass es sich bei 

den gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdeführers ([…], […] und 

[…]; vgl. act. SEM 1331732-19/8) nicht um derart schwerwiegende Krank-

heiten oder Behinderungen im Sinne der Rechtsprechung handelt, auf-

grund welcher beim Beschwerdeführer von einer äusserst vulnerablen Per-

son auszugehen ist (vgl. Urteil des BVGer D-2287/2024 vom 26. April 2024 

E. 9 m.w.H.). Demnach gilt im Falle des (…)-jährigen Beschwerdeführers 

die Legalvermutung, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechen-

land grundsätzlich zumutbar ist. 

8.4 Der Beschwerdeführer hat keine ernsthaften Anhaltspunkte dafür vor-

gebracht, dass er aufgrund von individuellen Umständen sozialer, wirt-

schaftlicher oder gesundheitlicher Art bei einer Rückkehr nach Griechen-

land in eine existenzielle Notlage geraten würde. Zwar wird er im Falle ei-

ner Rückkehr nach Griechenland zweifellos mit erheblichen Hindernissen 

zu kämpfen haben. Diese erscheinen bei zumutbarer Eigeninitiative jedoch 

nicht unüberwindbar. Es ist darauf hinzuweisen, dass er sich als anerkann-

ter Flüchtling in Griechenland auf die Richtlinie 2011/95/EU des europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikations-

richtlinie) berufen kann. Kapitel VII dieser Richtlinie regelt die den Flücht-

lingen und Personen mit subsidiärem Schutzstatus zu gewährenden 

Rechte (vgl. insb. die Art. 26 [Zugang zu Beschäftigung], Art. 29 [Sozial-

hilfe] und Art. 30 [medizinische Versorgung] i.V.m. Art. 20 Abs. 2). Es obliegt 

dem Beschwerdeführer, seine Rechte bei den zuständigen Behörden gel-

tend zu machen und nötigenfalls auf dem Rechtsweg durchzusetzen. Wie 

vom SEM erwähnt wurde, sind in Griechenland zahlreiche Hilfsorganisati-

onen aktiv, welche Flüchtlingen zur Seite stehen. Der Beschwerdeführer 

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Seite 9 

hat sich gemäss eigenen Angaben während seiner Zeit in Griechenland nie 

an den griechischen Staat, eine Nichtregierungsorganisation, die Kirche 

oder sonstige Personen gewandt, um Hilfe zu bekommen (vgl. act. SEM 

1331732-21/4 F17). Es ist ihm durchaus zuzumuten, sich bei einer Rück-

kehr nach Griechenland – allenfalls mit Hilfe der vor Ort tätigen karitativen 

Organisationen – Zugang zu Unterstützungsangeboten sowie zum Woh-

nungs- und Arbeitsmarkt und zu medizinischer Versorgung zu verschaffen. 

Sollte er erneut Angriffe von Drittpersonen befürchten, kann er sich zudem 

an die zuständigen staatlichen Stellen wenden; diese sind ohne Weiteres 

als schutzfähig und -willig zu erachten (vgl. Urteil des BVGer D-4666/2023 

vom 11. September 2023 E. 8.6.3). Somit bestehen keine konkreten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in Griechenland aufgrund 

von individuellen Umständen in eine existenzielle Notlage geraten würde. 

Es ist ihm demnach nicht gelungen, die Legalvermutung zugunsten der 

Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs umzustossen. 

8.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

9.  

Es ist schliesslich auch ohne Weiteres von der Möglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal sich die griechi-

schen Behörden ausdrücklich zu einer Wiederaufnahme des Beschwerde-

führers bereit erklärt haben. 

10.  

10.1 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

10.2 Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

11.  

11.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

11.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Erwägungen 

als aussichtslos zu bezeichnen war und es damit an einer gesetzlichen Vor-

aussetzung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt. 

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Seite 10 

11.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3846/2024 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz