# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8abec6e9-161a-5ff0-a2e6-1a6530c5bf25
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 09.12.2022 BK 2022 465
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2022-465_2022-12-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 22 465

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Dezember 2022

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, 
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Lauber

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland, Kasernenstrasse 19, 3013 Bern

Gegenstand Anordnung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen Betrugs, Veruntreuung, Urkundenfälschung 
etc. 

Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonalen Zwangsmass-
nahmengerichts vom 9. November 2022 (KZM 22 1249)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) führt ein Strafverfahren gegen den Beschuldigten A.________ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) u.a. wegen mehrfach begangenen Betrugs, Veruntreu-
ung und mehrfach begangener Urkundenfälschung. Am 9. November 2022 ordnete 
das Kantonale Zwangsmassnahmengericht (nachfolgend: Zwangsmassnahmenge-
richt) Untersuchungshaft für eine Dauer von drei Monaten an, d.h. bis am 5. Febru-
ar 2023. Der Beschwerdeführer reichte hiergegen am 18. November 2022 eine 
persönliche undatierte Eingabe ein. Er stellte sinngemäss den Antrag, der ange-
fochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei unverzüglich aus der Untersu-
chungshaft zu entlassen. Eventualiter sei er unter Anordnung geeigneter Ersatz-
massnahmen aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Auf entsprechende Rück-
frage der Verfahrensleitung hin teilte der amtliche Verteidiger des Beschwerdefüh-
rers Fürsprecher B.________ am 21. November 2022 mit, dass der Beschwerde-
führer an seiner Beschwerde festhalte. Der Beschwerdeführer reichte am 22. und 
25. November 2022 zwei weitere persönliche Eingaben ein. Das Zwangsmass-
nahmengericht verzichtete am 23. November 2022 unter Verweis auf die Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid auf eine Stellungnahme. Mit Verfügung 
vom 1. Dezember 2022 wurde festgestellt, dass die delegierte Stellungnahme der 
Staatsanwaltschaft vom 28. November 2022 datiere, diese aber erst am 30. No-
vember 2022 per Kurier bei der Beschwerdekammer in Strafsachen eingetroffen 
sei und die Frist zur Stellungnahme (Ablauf am 28. November 2022) daher mut-
masslich nicht gewahrt worden sei. Der Staatsanwaltschaft wurde Gelegenheit ge-
währt, sich zur Rechtzeitigkeit der Einreichung ihrer Stellungnahme zu äussern. 
Zudem wurde Fürsprecher B.________ mit Blick auf die persönlichen Eingaben 
des Beschwerdeführers vom 22. und 25. November 2022 aufgefordert mitzuteilen, 
ob er bis zum Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts rechtsgenüglich Akten-
einsicht erhalten habe bzw. inwiefern dies allfällig nicht geschehen sei und über 
welche Aktenstücke er allfällig nach wie vor nicht verfüge. Mit Schreiben vom 
1. Dezember 2022 teilte Fürsprecher B.________ mit, dass er bis zum Entscheid 
des Zwangsmassnahmengerichts rechtsgenüglich Akteneinsicht in die relevanten 
Haftdokumente erhalten habe und somit damals wie auch aktuell nichts gefehlt ha-
be resp. fehle. Die Staatsanwaltschaft gab mit Stellungnahme vom 1. Dezember 
2022 an, dass der Beweis der Rechtzeitigkeit der Stellungnahme nicht erbracht 
werden könne. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2022 wurde die Stellungnahme 
der Staatsanwaltschaft (inkl. Beilagen) vom 28. November 2022 infolge verspäteter 
Einreichung nicht zu den Akten erkannt und dieser retourniert. Der Beschwerdefüh-
rer liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen.

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312.0) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung 
und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwer-
de angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen 
(Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 

3

die Anordnung der Untersuchungshaft unmittelbar in seinen rechtlich geschützten 
Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und 
Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten. 

3. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht vorab eine Rechtsverweigerung 
und eine Rechtsverzögerung. Es seien ihm und seinem amtlichen Verteidiger keine 
Aktenkopien abgegeben worden. Zudem sei die 24-stüngige und die 48-stündige 
Frist überschritten worden. Er habe ferner nicht ausdrücklich auf eine Verhandlung 
verzichtet. 

Die formellen Rügen des Beschwerdeführers gehen fehl. Wie aus dem Schreiben 
des amtlichen Verteidigers vom 1. Dezember 2022 hervorgeht, hat dieser bis zum 
Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts rechtsgenüglich Akteneinsicht gehabt 
(vgl. auch die Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts vom 8. November 2022, 
wonach die Akten zur Einsichtnahme in der Kanzlei aufliegen würden; vgl. ebenso 
die E-Mail des Zwangsmassnahmengerichts an Fürsprecher B.________ vom 
8. November 2022). Mithin ist dem Anspruch des Beschwerdeführers auf Aktenein-
sicht hinreichend nachgekommen worden. Die Akteneinsicht erfolgt über den amtli-
chen Verteidiger. Der Beschwerdeführer hat sich betreffend die Akten an seinen 
amtlichen Verteidiger zu wenden. Soweit er eine «Überschreitung der Fristen» mo-
niert, ist ihm entgegenzuhalten, dass sowohl die 24-stündige Frist gemäss Art. 219 
Abs. 4 StPO (Zuführung an die Staatsanwaltschaft) als auch die 48-stündige Frist 
gemäss Art. 224 Abs. 2 StPO (Haftantrag) und Art. 226 Abs. 1 StPO (Entscheid 
Zwangsmassnahmengericht) offensichtlich gewahrt sind (vgl. S. 1 des angefochte-
nen Entscheids). Der Beschwerdeführer wurde anlässlich der Hafteröffnung vom 
7. November 2022 einlässlich mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen konfrontiert. 
Aus dem Protokoll der Hafteröffnung geht hervor, dass er nach kurzer Bespre-
chung mit seinem amtlichen Verteidiger ausdrücklich auf eine persönliche An-
hörung vor dem Zwangsmassnahmengericht verzichtet hat (vgl. Z. 448 ff. des Pro-
tokolls). Der amtliche Verteidiger reichte dementsprechend am 8. November 2022 
eine schriftliche Stellungnahme zum Haftanordnungsantrag ein (vgl. Art. 225 Abs. 5 
StPO). Soweit der Beschwerdeführer in der persönlichen Eingabe vom 25. Novem-
ber 2022 nunmehr geltend macht, der Verzicht auf eine persönliche Anhörung sei 
ihm «vielleicht irgendwie von jemandem untergejubelt worden» resp. «er sei dazu 
gezwungen worden», überzeugt dies nicht, zumal er die Richtigkeit der protokollier-
ten Aussagen mittels Unterschrift bestätigt hat und auch der amtliche Verteidiger 
gegen den Inhalt des Hafteröffnungsprotokolls nicht moniert hat. 

4.

4.1 In materieller Hinsicht setzt die Untersuchungshaft gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO 
zunächst voraus, dass im Sinne eines allgemeinen Haftgrundes ein dringender 
Tatverdacht der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens besteht. 

4.2 Der Beschwerdeführer wird in der Hauptsache des Betrugs und der Urkundenfäl-
schung, begangenen zwischen März und September 2021 zum Nachteil von 
D.________, Inhaber einer Generalagentur der E.________(Versicherung), drin-
gend verdächtigt. Er soll als Teilhaber und Geschäftsführer der F.________ GmbH 
die Vermittlung und den Abschluss von zahlreichen Lebensversicherungen vor-

4

getäuscht und so D.________ im Juli 2021 zu Provisionszahlungen von insgesamt 
CHF 81'869.80 für 17 vermeintliche Versicherungsabschlüsse veranlasst haben. 
Alle Versicherungsverträge seien nach kurzer Zeit wieder gekündigt worden. 
Gemäss den Angaben verschiedener Versicherungsnehmer gegenüber der 
E.________(Versicherung) hätten sie entweder gar nie einen Versicherungsvertrag 
unterzeichnet und/oder die Erstprämie nicht bezahlt, welche im Verhältnis zwischen 
dem Beschwerdeführer und D.________ für die Begründung des Provisionsan-
spruchs entscheidend gewesen sei. 

Weiter wird der Beschwerdeführer des Betrugs und der Urkundenfälschung, evtl. 
der Widerhandlungen gegen Art. 23 der Covid-19-Solidaritätsbürgschaftsvordnung, 
dringend verdächtigt. Er soll mittels eines Kreditantrags vom 26. März 2020 für die 
G.________ GmbH, deren alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer er gewe-
sen sei, von der Raiffeisenbank H.________ einen Covid-19-Kredit in der Höhe von 
CHF 54'290.00 erwirkt, den erhaltenen Kreditbetrag dann aber für andere Zwecke 
als für die Sicherung der laufenden Liquiditätsbedürfnisse der G.________ GmbH 
verwendet haben (u.a. Gründung zweier neuer Gesellschaften, Überweisungen an 
sich persönlich und an seine Ehefrau, Bargeldbezüge). Über die G.________ 
GmbH wurde am 30. Juni 2020, d.h. rund drei Monate nach der Kreditaufnahme, 
der Konkurs eröffnet. 

Schliesslich wird der Beschwerdeführer der Veruntreuung z.N. der I.________ AG 
dringend verdächtigt. Er soll als Geschäftsführer der G.________ GmbH (in Liqui-
dation) für das von der G.________ GmbH am 11. Februar 2019 geleaste Fahr-
zeug J.________ ab Juni 2020 die monatlich geschuldeten Leasingraten nicht 
mehr bezahlt und das Fahrzeug anschliessend nach Auflösung des Leasingver-
trags durch die I.________ AG nicht zurückgegeben haben. 

4.3 Gemäss Angaben der Staatsanwaltschaft bestritt der Beschwerdeführer anlässlich 
der früheren Einvernahmen sämtliche Vorwürfe. An der Hafteröffnung vom 7. No-
vember 2022 machte er geltend, beim Abschluss der Lebensversicherungen für die 
E.________(Versicherung) seien neben ihm noch andere Berater beteiligt gewesen 
(K.________, L.________ und dessen Sohn M.________). Jeder von ihnen habe 
einen Teil der Verträge bearbeitet. Die Zahlung der Erstprämien für die 17 provisio-
nierten Verträge habe nicht er gemacht. Er könne aber auch nicht sagen, ob es 
M.________ oder L.________ gewesen sei. Die F.________ GmbH, von deren 
Konto die Zahlungen gekommen seien, habe er ca. im Frühling, April oder Mai, an 
K.________ übergeben. Bis wann er zeichnungsberechtigt gewesen sei, wisse er 
nicht mehr so richtig. Die Provisionen von knapp CHF 82'000.00 hätten sie – 
M.________ und L.________, K.________ und er – durch drei geteilt und er habe 
seinen Anteil verbraucht. Auf Vorhalt, wonach der Versicherungsnehmer 
N.________ gemäss seinen Angaben zufolge nie einen Versicherungsvertrag ab-
geschlossen und auch keine Erstprämie bezahlt habe, antwortete der Beschwerde-
führer, er könne nur sagen, dass dieser ein Bekannter von L.________ und 
K.________ sei. Auf Vorhalt, wonach die Versicherungsnehmerin O.________ (3 
Abschlüsse im gleichen Haushalt) gemäss ihren Angaben im Rahmen des Bera-
tungsgesprächs manipuliert worden sei (ihr sei vom Berater gesagt worden, dass 
sie nur unterschreiben müsse) und sie und ihre Familie nie eine Prämie an die 

5

E.________(Versicherung) bezahlt hätten (sie hätten gar nicht die finanziellen Mit-
tel), antwortete er, er habe diese über K.________ kennengelernt. Sie und ihr 
Mann seien bei ihm im Büro gewesen und hätten unterzeichnet. Wer die Erstprä-
mie für sie an die E.________(Versicherung) bezahlt habe, wisse er nicht. 

Bezüglich des angeblich ertrogenen Covid-19-Kredits brachte der Beschwerdefüh-
rer an der Hafteröffnung vor, der in der Covid-19-Kreditvereinbarung angegebene 
Umsatzerlös 2019 von CHF 542'902.00 basiere auf dem Umsatz der G.________ 
GmbH. Er sei sich nicht sicher, ob es für das Jahr 2019 noch einen ordentlichen 
Abschluss für die G.________ GmbH gebe. Den Kreditbetrag habe er für die Be-
zahlung von Mitarbeitern, Leasingraten und Rückständen verwendet. Ob es Belege 
für die Zahlungen gebe und wo diese seien, wisse er nicht genau. Auf Frage 
bestätigte er die Bezüge von zweimal CHF 20'000.00 vom Konto der G.________ 
GmbH am 27. April und 4. Mai 2020 für die Gründung zweier neuer Gesellschaften, 
welche denselben Firmensitz in derselben Wohnung gehabt hätten, und erklärte, er 
habe gehofft, mit der P.________ GmbH wieder Verträge von der 
Q.________(Unternehmung) zu erhalten. Der Barbezug von CHF 47’000.00 am 
8. April 2020 sei für «Firmenkosten» gewesen. Er habe viele Rückstände gehabt. 

Hinsichtlich des Vorwurfs der Veruntreuung machte der Beschwerdeführer an der 
Hafteröffnung geltend, er habe deswegen auch die Polizei angerufen. Das Fahr-
zeug habe sein ehemaliger Angestellter bei der G.________ GmbH R.________ 
gefahren. Dieser habe es von ihm genommen und ihm nicht mehr zurückgeben 
wollen. Nach seinen Informationen habe R.________ das Fahrzeug an eine Firma 
resp. an eine frühere Mitarbeiterin von ihm verkauft. An den Namen der Mitarbeite-
rin erinnere er sich nicht. Er (der Beschwerdeführer) habe das Leasing-Übergabe-
Protokoll vom 11. Februar 2019 unterzeichnet und das Fahrzeug übernommen. 
Bezüglich des am 12. Februar 2019 beim SVSA in S.________(Ortschaft) ausge-
stellten Fahrzeugausweises gab er an, dass er nicht sicher sei, ob er damals beim 
SVSA gewesen sei. Meistens sei R.________ gegangen. Er wisse nicht, weshalb 
im neuen Fahrzeugausweis kein Code 178 (Halterwechsel verboten) eingetragen 
worden sei. Er sei bei der G.________ GmbH für die Zahlungen verantwortlich ge-
wesen. Bis wann die Leasingraten für das Fahrzeug bezahlt worden seien, wisse er 
nicht mehr.

4.4 Das Zwangsmassnahmengericht stützt den dringenden Tatverdacht wegen mehr-
fach begangenen Betrugs, Veruntreuung und mehrfach begangener Urkundenfäl-
schung auf die Anzeige von D.________ vom 30. März 2022, diejenigen der 
T.________(Genossenschaft), vom 6. August 2021 und diejenige der I.________ 
AG (resp. U.________(Unternehmung)) vom 28. Dezember 2020 sowie die mit 
diesen Anzeigen eingereichten Unterlagen. Es erwägt unter Verweis auf die Aus-
führungen im Haftanordnungsantrag, die Sach- und Beweislage sei in Anbetracht 
der zur Verfügung gestellten Akten genügend dokumentiert für den Nachweis kon-
kreter Verdachtsmomente für die Beteiligung des Beschwerdeführers in einer im 
Rahmen des Verfahrens genauer zu untersuchenden Form an den ihm vorgewor-
fenen Straftaten. 

4.5 Der Beschwerdeführer bestreitet in der Beschwerde den dringenden Tatverdacht 
nicht. Er macht einzig geltend, dass wenn er gegen das Gesetz verstossen habe, 

6

er dies nicht absichtlich und willentlich gemacht habe, sondern unabsichtlich und 
unbewusst. In der persönlichen Eingabe vom 25. November 2022 bringt er neu vor, 
der Tatverdacht sei in allen Fällen wegen fehlender Beweise nicht ganz klar. Diver-
se Delikte seit 2019 seien nicht nachgewiesen. Im Haftanordnungsantrag gebe es 
viele Unklarheiten und Interpretationen mit dem Ziel, seine Interessen schlecht dar-
zustellen. Die Anzeige von D.________ weise viele Unklarheiten und falsche An-
gaben auf. Der ganze Sachverhalt basiere auf reinen Vermutungen, Behauptungen 
und Prognosen. Auch die Staatsanwaltschaft schreibe, dass es weiterer Ermitt-
lungshandlungen bedürfe, um feste Beweise aufzufinden. Die Aussagen verschie-
dener Personen seien falsch, insbesondere diejenigen von O.________. Er habe 
diesbezüglich Beweise auf seinem Mobiltelefon. 

4.6 Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist nach ständiger Rechtspre-
chung des Bundesgerichts keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender 
und entlastender Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend kon-
krete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der betroffenen Person 
daran vorliegen, die Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringen-
den Tatverdachts mit vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsver-
fahren genügt der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das in-
kriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbe-
standsmerkmale erfüllen könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt 
keinen Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen zu. Zur Frage des dringenden 
Tatverdachts hat das Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzu-
führen noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. zum Ganzen: 
BGE 143 IV 330 E. 2.1; 137 IV 122 E. 3.2; je mit Hinweisen). Zu Beginn der Stra-
funtersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht geringer als 
in späteren Prozessstadien. Im Laufe des Verfahrens ist in der Regel ein zuneh-
mend strengerer Massstab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts 
zu legen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_235/2018 vom 30. Mai 2018 E. 4.1 mit 
Verweis auf BGE 143 IV 316 E. 3.2).

4.7 Die Beschwerdekammer in Strafsachen erachtet den dringenden Tatverdacht ge-
gen den Beschwerdeführer wegen mehrfach begangenen Betrugs (Art. 146 Abs. 1 
des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]), Veruntreuung (Art. 138 
Ziff. 1 StGB) und mehrfach begangener Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) 
gestützt auf die vorliegenden Unterlagen (Strafanzeigen inkl. Beilagen sowie Haf-
teröffnungsprotokoll) als gegeben. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, 
geht an der Sache vorbei. Er verkennt, dass es im Haftprüfungsverfahren nicht be-
reits des Nachweises der Begehung der Straftat bedarf, sondern der Nachweis von 
konkreten Verdachtsmomenten genügt, wonach das inkriminierte Verhalten mit er-
heblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte 
(vgl. E. 4.6 hiervor). Solche konkreten Verdachtsmomente sind angesichts der 
plausiblen Schilderungen in den Strafanzeigen und der weiter vorliegenden Unter-
langen (insbesondere die Covid-19-Kreditvereinbarung vom 26. März 2020, die 
Kontoauszüge der G.________ GmbH für die Zeit von März bis Juli 2020 [vgl. die 
dortigen Bezüge und Überweisungen] und das Übergabeprotokoll des J.________ 
(Fahrzeug) vom 11. Februar 2019) sowie der vom Beschwerdeführer anlässlich der 
Hafteröffnung am 7. November 2022 gemachten Aussagen gegeben. 

7

Hinsichtlich des Vorwurfs des mehrfach begangenen Betrugs und der mehrfach 
begangenen Urkundenfälschung z.N. der E.________(Versicherung) (Lebensversi-
cherungspolicen) ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Haf-
teröffnung vom 7. November 2022 selbst ausgesagt hat, dass O.________ bei ihm 
unterzeichnet habe (vgl. Z. 212 ff. des Protokolls). Diese hat ausgesagt, dass sie 
im Rahmen des Beratungsgesprächs manipuliert und ihr vom Berater gesagt wor-
den sei, dass sie nur unterzeichnen müsse. Soweit der Beschwerdeführer nunmehr 
vorbringt, O.________ habe falsche Aussagen gemacht und er habe Beweise auf 
seinem Mobiltelefon, überzeugt das beim vorliegenden Stand des Verfahrens bei 
einer summarischen Beurteilung nicht. Es ist nicht auszumachen, weshalb die Ver-
sicherungsnehmerin falsche Angaben gemacht haben soll. Zudem hat der Be-
schwerdeführer nicht weiter erläutert, um was für angebliche Beweise auf seinem 
Mobiltelefon es sich handeln soll. Es mutet denn auch seltsam an, dass die erste 
Prämienzahlung, welche den Provisionsanspruch für den Abschluss ausgelöst hat, 
bei mindestens 17 Verträgen am gleichen Tag per E-Banking durch die 
F.________ GmbH erfolgte. Der Beschwerdeführer war seit April 2021 der alleinige 
Geschäftsführer und Gesellschafter der F.________ GmbH. Erst im Oktober 2021 
schied er aus der Gesellschaft aus und es wurde K.________ als Gesellschafter 
und Geschäftsführer eingetragen (vgl. SHAB-Publikation vom 22. Oktober 2021). 
Die Antwort des Beschwerdeführers auf Vorhalt, dass die Prämienzahlungen an die 
E.________(Versicherung) von der F.________ GmbH, d.h. von seiner Unterneh-
mung getätigt worden sind, wonach er diese ca. im Frühling, April oder Mai, an 
K.________ verkauft habe, überzeugt folglich nicht. Inwiefern es in der Anzeige 
von D.________ Unklarheiten geben soll, wird vom Beschwerdeführer nicht weiter 
begründet. Generell fällt auf, dass der Beschwerdeführer an der Hafteröffnung vom 
7. November 2022 – soweit ihm konkrete Vorwürfe gemacht wurden – oftmals nur 
sehr vage und ausweichende Aussagen machte resp. die Fragen nicht beantwor-
ten konnte (vgl. etwa Z. 102 f., 134 f., 150, 157, 162, 174, 185 f.194 ff., 200 f., 207, 
210).

Betreffend den Vorwurf des Betrugs z.N. der T.________(Genossenschaft) (Covid-
19-Kredit), ist insbesondere der Kontoauszug der G.________ GmbH vom 20. Juli 
2020 massgebend. Aus diesem geht hervor, dass vom Konto der G.________ 
GmbH nach Eingang des Covid-19-Kredits von CHF 54'290.00 am 27. April und 
4. Mai 2020, d.h. nur wenige Wochen nach Auszahlung des Kredits (30. März 
2020), ein Betrag von jeweils CHF 20'000.00 für die Gründung zweier neuer Ge-
sellschaften abgebucht worden ist. Bei einer dieser Gesellschaften, der 
P.________ GmbH, war wiederum der Beschwerdeführer als alleiniger Gesell-
schafter und Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen. Die andere Gesell-
schaft befand sie in derselben Wohnung wie diejenige der P.________ GmbH, was 
immerhin auf eine gewisse Nähe hindeutet. Über die G.________ GmbH, welcher 
der Covid-19-Kredit gewährt worden war, wurde demgegenüber rund 1.5 Monate 
später der Konkurs eröffnet. Die G.________ GmbH hat sich gemäss Covid-19-
Kreditvereinbarung vom 26. März 2020 dazu verpflichtet, den gewährten Kreditbe-
trag ausschliesslich zur Sicherung ihrer laufenden Liquiditätsbedürfnisse zu ver-
wenden. Ein Covid-19-Kredit wird zudem lediglich dann gewährt, wenn die Unter-
nehmung aufgrund der Covid-19-Pandemie namentlich hinsichtlich ihres Umsatzes 

8

wirtschaftlich erheblich beeinträchtigt ist. Dass die G.________ GmbH plötzlich im-
stande gewesen sein soll, Kapital für die Gründung zweier neuer Gesellschaften 
aufzubringen, erstaunt. Der Verdacht liegt nahe, dass mittels der Gründung der 
neuen Gesellschaften der ausbezahlte Covid-19-Kredit der G.________ GmbH 
entnommen und anderweitig verwendet werden sollte. In den Kontoauszügen las-
sen sich weiter Überweisungen von insgesamt über CHF 60'000.00 vom Konto der 
G.________ GmbH zu Gunsten des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau fest-
stellen. Auch insoweit ist äusserst fraglich, inwiefern diese Überweisungen für die 
Sicherung der laufenden Liquiditätsbedürfnisse der G.________ GmbH verwendet 
worden sein sollen. Der Beschwerdeführer machte an der Hafteröffnung vom 
7. November 2022 zwar zunächst geltend, dass er den Covid-19-Kreditbetrag für 
die Bezahlung von Löhnen verwendet habe (vgl. Z. 253 des Protokolls). Später 
räumte er indes ein, dass das Konkursverfahren gegen die G.________ GmbH am 
30. Juni 2020, also rund drei Monate nach der Kreditaufnahme, eröffnet worden 
sei, weil er die Löhne nicht mehr habe bezahlen können (vgl. Z. 274 des Proto-
kolls). Auch betreffend den Vorwurf des Covid-19-Kredit-Betrugs blieben die Anga-
ben des Beschwerdeführers äusserst vage. So konnte er etwa nicht mehr die Na-
men der Personen nennen, welchen er mittels des Covid-19-Kredits die Löhne be-
zahlt haben will, und führte hinsichtlich des Bargeldbezugs von CHF 47'000.00 am 
8. April 2020, d.h. eine Woche nach der Kreditauszahlung, einzig aus, dies sei für 
«Firmenkosten» gewesen. Er konnte nicht sagen, ob es diesbezüglich Belege gibt 
(vgl. Z. 329 ff. des Protokolls). Die Aussagen des Beschwerdeführers überzeugen 
bei einer summarischen Prüfung nicht. Diese erscheinen als blosse Schutzbehaup-
tung. 

Was den Vorwurf der Veruntreuung z.N. der I.________ AG betrifft, fällt auf, dass 
sich der Beschwerdeführer auch hier an vieles nicht mehr erinnern konnte oder 
wollte. So war er sich nicht mehr sicher, ob er beim SVSA in 
S.________(Ortschaft) gewesen war und den neuen Fahrzeugausweis entgegen-
genommen hatte, und konnte sich nicht erklären, weshalb im neuen Fahrzeugaus-
weis kein Code 178 (Halterwechsel verboten) eingetragen war. Ebenfalls wusste er 
nicht mehr, bis wann er die Leasingraten für das Fahrzeug bezahlt hatte (vgl. 
Z. 387 ff. des Protokolls der Hafteröffnung). Angesichts dessen erscheint bei sum-
marischer Prüfung der Einwand, sein ehemaliger Mitarbeiter R.________ habe das 
Fahrzeug von ihm genommen und wolle es nicht mehr zurückgeben, derzeit als 
blosse Schutzbehauptung. Eine Strafanzeige gegen R.________ liegt denn offen-
sichtlich auch nicht vor. 

Inwiefern es im Haftanordnungsantrag Unklarheiten oder Fehlinterpretationen ge-
ben soll, begründet der Beschwerdeführer nicht. Gleichermassen lässt er es dabei 
bewenden, lediglich zu behaupten, dass die Aussagen verschiedener Personen 
falsch seien und er seine Aussagen anlässlich der Hafteröffnung vom 7. November 
2022 unter enormen psychischen und physischen Druck sowie Zeitdruck gemacht 
habe. Derartiges ergibt sich aus dem vom Beschwerdeführer unterzeichneten Pro-
tokoll der Hafteröffnung, welche rund 1 Stunde und 45 Minuten gedauert hat, nicht 
und wurde denn auch von seinem amtlichen Verteidiger nicht gerügt (vgl. vielmehr 
zum dringenden Tatverdacht S. 1 seiner Stellungnahme vom 8. November 2022). 
Auch die Ausführungen des Beschwerdeführers in der Beschwerde, dass, – sollte 

9

er gegen das Gesetz verstossen haben – dies nicht sein Wille und absichtlich ge-
wesen sei, sondern unbewusst und unabsichtlich, muten letztlich seltsam an. Hätte 
sich der Beschwerdeführer tatsächlich nichts zu Schulden kommen lassen, wären 
solche entschuldigenden/erklärenden Äusserungen nicht notwendig. 

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinne von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das Zwangsmass-
nahmengericht stützt sich auf den Haftgrund der Fluchtgefahr. Fluchtgefahr liegt 
gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. a StPO vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass 
sich die beschuldigte Person durch Flucht der Strafverfolgung oder der zu erwar-
tenden Sanktion entzieht. Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins 
Ausland, denkbar ist aber auch ein Untertauchen im Inland (BGE 143 IV 160 
E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 1B_379/2019 vom 15. August 2019 E. 6.1, 
1B_387/2016 vom 17. November 2016 E. 5, auch zum Folgenden). Bei der Bewer-
tung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten Verhältnisse zu 
berücksichtigen. Es müssen Gründe vorliegen, die eine Flucht nicht nur als mög-
lich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Schwere der drohenden 
Strafe darf als Indiz für die Fluchtgefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für 
sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_126/2012 und 1B_146/2012 vom 26. März 2012 E. 3.3.2). 
Vielmehr müssen die konkreten Umstände, insbesondere die gesamten Lebens-
verhältnisse der beschuldigten Person, in Betracht gezogen werden (vgl. zum Gan-
zen: BGE 143 IV 160 E. 4.3 mit Hinweisen). So ist es zulässig, die familiären und 
sozialen Bindungen der inhaftierten Person, deren berufliche Situation und Schul-
den sowie private und geschäftliche Kontakte ins Ausland und Ähnliches mit zu 
berücksichtigen (FORSTER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 221 StPO; Urteile des Bundesgerichts 
1B_541/2017 vom 8. Januar 2018 E. 3.2, 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.1, 
1B_285/2014 vom 19. September 2014 E. 3.3). Bei einer Person ausländischer Na-
tionalität sind ferner der Aufenthaltsstatus, die Anwesenheitsdauer in der Schweiz 
und die familiären Beziehungen von Bedeutung. Wer im Fall einer Haftentlassung 
von den Migrationsbehörden ausgewiesen wird, dürfte kaum mehr einen Anlass 
sehen, sich weiterhin dem Verfahren zu stellen, selbst wenn er eigentlich die 
Schweiz gar nicht verlassen will. Ein gewichtiges Indiz für Fluchtgefahr stellen auch 
unklare Wohn- und Arbeitsverhältnisse dar (FREI/ZUBERBÜHLER ELSÄSSER, in: 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 17 zu Art. 
221 StPO).

5.2 Das Zwangsmassnahmengericht führt zur Begründung der Fluchtgefahr aus, diese 
bestehe bereits aufgrund der fehlenden Verwurzelung des Beschwerdeführers in 
der Schweiz. Der Beschwerdeführer sei serbischer Staatsangehöriger ohne festen 
Wohnsitz und ohne gefestigte wirtschaftliche oder familiäre Verbindung zur 
Schweiz. Von seinem letzten bekannten Wohnort (V.________(Ortschaft)) habe er 
sich vor über acht Monaten nach unbekannt abgemeldet. Aufgrund des unbekann-
ten Aufenthalts sei er von der Staatsanwaltschaft im Ripol zur Verhaftung ausge-
schrieben worden und habe schliesslich am Flughafen Zürich bei der Einreise in 

10

die Schweiz verhaftet werden können. Gemäss eigenen Angaben sei der Be-
schwerdeführer arbeitslos und habe in Serbien seinen ständigen Wohnsitz und ein 
Haus. Darüber hinaus habe er im Falle einer Verurteilung eine empfindliche Frei-
heitsstrafe zu gewärtigen. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung der konkreten Um-
stände bestehe die Gefahr, dass der Beschwerdeführer sich dem Strafverfahren 
und der zu erwartenden Sanktion durch Flucht aus der Schweiz oder Untertauchen 
entziehe. 

5.3 Der Beschwerdeführer bestreitet die Fluchtgefahr. Er bringt vor, er habe sich selbst 
über das Kontaktformular im Internet bei der Kantonspolizei Bern, Zürich und Aar-
gau sowie den Staatsanwaltschaften der Kantone Bern, Zürich und Aargau gemel-
det. Seine Meldungen seien ignoriert worden. Er habe seine Ferien im Ausland un-
terbrochen und aktiv kooperiert, damit die Wahrheit ermittelt werden könne. Es tref-
fe nicht zu, dass er auf der Flucht gewesen sei. Herr W.________ habe den Poli-
zisten anlässlich der Hausdurchsuchung seine (diejenige des Beschwerdeführers) 
Telefonnummer gegeben und gesagt, dass er (der Beschwerdeführer) sich für län-
gere Zeit in Serbien im Urlaub befinde. Die Polizisten hätten keine Kontaktdaten 
hinterlassen, wo er sich melden könne. Verstecken und weglaufen sei nie eine Op-
tion für ihn gewesen. Seine gefestigten Verbindungen in wirtschaftlicher und fami-
liärer Hinsicht seien falsch dargestellt und seine Aussage betreffend festen Wohn-
sitz im Ausland falsch interpretiert worden. 

5.4 Der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr wurde vom Zwangsmassnahmengericht 
zu Recht bejaht (vgl. auch S. 1 der Stellungnahme des amtlichen Verteidigers vom 
8. November 2022). Der Beschwerdeführer ist serbischer Staatsangehöriger. Er ist 
57 Jahre alt und hat in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung C. Er hat sich 
per Ende Februar 2022 von seinem letzten bekannten Wohnsitz in 
V.________(Ortschaft)/AG schriftenpolizeilich nach unbekannt abgemeldet. Nach 
Ausschreibung durch die Staatsanwaltschaft zur Verhaftung konnte er schliesslich 
am 6. November 2022 am Flughafen Zürich bei der Einreise in die Schweiz ange-
halten werden. Gemäss eigenen Angaben hat sich der Beschwerdeführer nach 
seiner Abmeldung nach unbekannt noch eine gewisse Zeit in der Schweiz aufge-
halten (vgl. Z. 67 des Protokolls der Hafteröffnung vom 7. November 2022). Dies 
mutet seltsam an; gleichermassen wie seine Aussage, wonach er sich nicht ab-
sichtlich versteckt habe, er habe finanzielle Schwierigkeiten gehabt (vgl. Z. 429 f. 
des Protokolls der Hafteröffnung vom 7. November 2022). Die letzten ca. zwei Mo-
nate vor seiner Verhaftung will der Beschwerdeführer in Serbien verbracht haben. 
Er hat dort gemäss eigenen Angaben seinen ständigen Wohnsitz und ein Haus 
(vgl. Z. 50 f. des Protokolls der Hafteröffnung). Der Beschwerdeführer hat sich von 
seiner in der Schweiz wohnhaften Ehefrau getrennt und in Serbien die Scheidung 
eingereicht. Er hat bis vor kurzen in der Schweiz keine Wohnadresse mehr gehabt. 
Neu hat er eine Wohnung in X.________(Ortschaft). Einer Erwerbstätigkeit geht 
der Beschwerdeführer nicht nach. Er hat gemäss eigenen Angaben Betreibungen 
und finanzielle Schwierigkeiten. Echte persönliche Bezugspunkte zur Schweiz wer-
den von ihm nicht genannt. Die fehlende wirtschaftliche und soziale Bindung zur 
Schweiz mit gleichzeitiger starker Verwurzelung im Ausland mit gefestigtem Wohn-
sitz stellt ein gewichtiges Indiz für eine Fluchtgefahr dar. Kommt hinzu, dass dem 
Beschwerdeführer im Falle der Verurteilung eine längere Freiheitsstrafe droht (vgl. 

11

Art 146 Abs. 1 StGB [Betrug: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren], Art. 138 Ziff. 1 
StGB [Veruntreuung: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren] und Art. 251 Ziff. 1 StGB 
[Urkundenfälschung: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren]). Auch dies stellt ein weite-
res gewichtiges Indiz für das Bestehen der Fluchtgefahr dar. 

Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, verfängt nicht. Soweit er geltend 
macht, er habe sich bei den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, ist festzuhalten, 
dass dies nichts am Umstand ändert, dass er sich Ende Februar 2022 nach unbe-
kannt abgemeldet hat und aufgrund seines unbekannten Aufenthaltes – offenbar 
hat er sich gemäss eigenen Angaben für eine gewisse Zeit noch in der Schweiz be-
funden – nicht erreichbar war. Der Beschwerdeführer hat sich zudem offenbar nur 
über das allgemeine Kontaktformular der Kantonspolizei Bern im Internet gemeldet 
und als Kontaktadresse eine c/o-Adresse in der Schweiz angegeben, wo er 
schliesslich nicht anzutreffen war. Ein aktives kooperatives Verhalten, wie es der 
Beschwerdeführer zu beschreiben versucht, sieht anders aus. Beim Einwand des 
Beschwerdeführers, er sei in die Schweiz eingereist, um die Vorwürfe gegen sich 
zu klären, handelt es sich um eine blosse Behauptung. Es oblag denn auch nicht 
den die Hausdurchsuchung bei W.________ durchführenden Polizisten, eine Visi-
tenkarte zu hinterlassen. Allein der Umstand, dass sich der Beschwerdeführer via 
Kontaktformular schriftlich bei den Strafverfolgungsbehörden gemeldet hat resp. 
haben will, vermag die vorliegenden gewichtigen Argumente, welche für eine 
Fluchtgefahr sprechen, insbesondere auch den Bezug zu seinem Heimatland Ser-
bien, nicht zu überwiegen. Betreffend die Wohnung in X.________(Ortschaft) gilt 
es festzuhalten, dass dieser neue zweite Wohnsitz in der Schweiz erst anlässlich 
der Hafteröffnung bekannt wurde. Der Beschwerdeführer hat sich dort offensichtlich 
noch nicht angemeldet. Inwiefern seine Aussagen anlässlich der Hafteröffnung vom 
7. November 2022 betreffend seinen ständigen Wohnsitz in Serbien falsch interpre-
tiert worden sein sollen, erschliesst sich der Beschwerdekammer in Strafsachen 
nicht. Gleichermassen ist nicht ersichtlich, inwiefern seine (fehlenden) gefestigten 
Verbindungen in wirtschaftlicher und familiärer Hinsicht zur Schweiz falsch darge-
stellt worden sein sollen. Entsprechendes wird vom Beschwerdeführer nicht weiter 
begründet. 

Bei einer Gesamtbetrachtung liegen mithin zahlreiche, für eine Fluchtgefahr spre-
chende Gesichtspunkte vor (ständiger Wohnsitz in Serbien; Arbeitslosigkeit; finan-
zielle Schwierigkeiten; Scheidung etc.). Diese überwiegen vorliegend klar diejeni-
gen, welche gegen eine Fluchtgefahr sprechen (neu offenbar auch eine Mietwoh-
nung in der Schweiz; allfällige lange Aufenthaltsdauer in der Schweiz). Es ist mit 
grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer im 
Falle einer Haftentlassung dem Strafverfahren und der zu erwartenden Sanktion 
durch Flucht ins Ausland oder Untertauchen im Inland entziehen würde. 

6.

6.1 Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Darüber hinaus hat eine in Haft gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 der 
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 

12

SR 0.101) Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist abgeurteilt oder 
während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden. Dass eine an sich 
rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, ergibt sich aus dem Verfas-
sungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige Haft liegt dann vor, wenn 
die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden Strafe übersteigt (sog. Über-
haft; BGE 139 IV 270 E. 3.1). 

6.2 Der Beschwerdeführer wurde am 6. November 2022 festgenommen. Die Untersu-
chungshaft wurde für drei Monate angeordnet. Mit Blick auf die gegenüber dem 
Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe des mehrfach begangenen Betrugs 
(Art 146 Abs. 1 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren), der Veruntreuung 
(Art. 138 Ziff. 1 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren) und der mehrfach began-
genen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB; Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren) 
droht noch keine Überhaft. Die Haftdauer von drei Monaten erscheint zudem ange-
sichts der noch geplanten Ermittlungshandlungen (vgl. S. 4 des Haftantrags [weite-
re Einvernahmen des Beschwerdeführers, diverser Versicherungsnehmer sowie 
von vom Beschwerdeführer benannten Beratern, welche beim Abschluss der Ver-
sicherungsverträge mitgewirkt haben sollen; Überprüfung der Angaben des Be-
schwerdeführers bezüglich der Covid-19-Kreditverwendung]) als verhältnismässig.

6.3 Ersatzmassnahmen für Haft können zwar geeignet sein, einer gewissen (nieder-
schwelligen) Fluchtneigung Rechnung zu tragen. Bei ausgeprägter Fluchtgefahr 
erweisen sie sich nach der einschlägigen Praxis des Bundesgerichts jedoch in der 
Regel nicht als ausreichend (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1B_297/2019 vom 
3. Juli 2019 E. 5.1, 1B_378/2018 vom 21. September 2018 E. 6.2, 1B_388/2015 
vom 3. Dezember 2015 E. 2.4.1 mit Hinweisen). Angesichts der nicht unerhebli-
chen Fluchtgefahr bestehen vorliegend bereits aus diesem Grund Zweifel, ob Er-
satzmassnahmen angeordnet werden können. Die Prüfung der vom Beschwerde-
führer beispielhaft genannten Ersatzmassnahmen ergibt denn auch, dass diese 
nicht genügen. Betreffend die von ihm sinngemäss beantragte Ausweis- und Schrif-
tensperre ist ihm entgegenzuhalten, dass er auch ohne Ausweispapiere die 
Schweiz verlassen oder in der Schweiz untertauchen könnte (BGE 145 IV 203 
E. 3.2). Eine Meldepflicht vermag der Gefahr des Untertauchens oder der Flucht 
ebenfalls nicht wirksam zu begegnen. Dem Beschwerdeführer verbliebe innerhalb 
des Meldeintervalls genügend Zeit, um die relativ kleinräumige Schweiz zu verlas-
sen. Mit dieser Ersatzmassnahme könnte lediglich erreicht werden, dass eine 
Flucht rascher entdeckt würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_358/2019 vom 
5. August 2019 E. 4). Eine solche Massnahme ist im vorliegenden Fall – bei beste-
hender erheblicher Fluchtgefahr – nicht genügend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_183/2020 vom 5. Mai 2020 E. 2.7 und BGE 145 IV 503 E. 3.2 f.). Auch durch 
ein Electronic Monitoring in Verbindung mit einer Aufenthaltsbeschränkung (Ein-
grenzung) könnte einzig festgestellt werden, wann eine Person einen bestimmten 
Bereich verlässt. Dadurch wird eine Flucht höchstens früher erkannt, jedoch nicht 
verhindert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_126/2012 vom 28. März 2012 E. 4.2). 
Das Electronic Monitoring stellt zudem keine eigenständige Ersatzmassnahme dar, 
sondern lediglich ein Mittel zur Überprüfung einer solchen Massnahme (BGE 140 
IV 19 E. 2.6). Eine Haftentlassung gegen Kaution kommt nur in Frage, wenn diese 
tatsächlich tauglich ist, die beschuldigte Person von einer Flucht abzuhalten (vgl. 

13

Urteil des Bundesgerichts 1B_149/2017 vom 5. Mai 2017 E. 5.2). Bei mittellosen 
Beschuldigten – wie dem Beschwerdeführer – fällt eine solche grundsätzlich ausser 
Betracht (vgl. FREI/ZUBERBÜHLER ELSÄSSER, a.a.O., N. 9 zu Art. 237 StPO). Ein 
Kontaktverbot mit bekannten Personen vermag von vornherein kei-
ne Fluchtgefahr zu bannen.

6.4 Die angeordnete Untersuchungshaft erweist sich demnach auch aus Verhältnis-
mässigkeitsaspekten als rechtens. 

7. Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, dass das Zwangsmassnahmen-
gericht Untersuchungshaft für die Dauer von drei Monaten, d.h. bis am 5. Februar 
2023, angeordnet hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und 
daher abzuweisen. 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren ist durch die Staatsanwaltschaft oder das 
urteilende Gericht im Endentscheid festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

14

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'500.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Fürsprecher B.________ (per Ein-

schreiben)
- Staatsanwältin Spicher C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 

(per Einschreiben)
- dem Kantonalen Zwangsmassnahmengericht, Gerichtspräsidentin Y.________ 

(mit den Akten – per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Bern, 9. Dezember 2022 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.