# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d005cb2-0cdb-5890-8387-6f5a8fc033ec
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 24.04.2025 601 2024 134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2024-134_2025-04-24.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

601 2024 134
601 2024 135

Urteil vom 24. April 2025

I. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richterinnen: Dominique Gross, Stéphanie Colella
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Timothy Schertenleib 

Parteien A.________ und B.________ sowie ihre Söhne C.________ und 
D.________, Beschwerdeführer, alle vertreten durch Fürsprecher Daniel 
Weber

gegen

AMT FÜR BEVÖLKERUNG UND MIGRATION, Vorinstanz    

Gegenstand Bürgerrecht, Niederlassung, Aufenthalt – Gesuch um Erteilung einer Aufent-
haltsbewilligung (Härtefall)

Beschwerde (601 2024 134) vom 4. November 2024 gegen den Entscheid 
vom 1. Oktober 2024

Gesuch (601 2024 135) um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen 
Rechtspflege vom selben Tag 

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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1983, und B.________, geboren 1982, beide Staatsangehörige der Tür-
kei, schlossen im Februar 2008 in ihrem Heimatland die Ehe. Das Ehepaar reiste am 23. Juli 2008 
in die Schweiz ein. Da A.________ über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügte, 
wurde B.________ ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Im Juli 2009 informierte A.________ 
das Amt für Bevölkerung und Migration (Vorinstanz), dass B.________ die Schweiz definitiv verlas-
sen habe und in die Türkei zurückgekehrt sei. Sie selbst verliess die Schweiz kurz darauf ebenfalls. 
Das Ehepaar lebte fortan in der Türkei.

B. Am 6. Februar 2023 ereignete sich in der Region um die türkische Stadt E.________, in der 
sich das Ehepaar mit den in der Zwischenzeit geborenen Söhnen C.________, geboren im Jahr 
2010, und D.________, geboren im Jahr 2011 (alle vier zusammen: Beschwerdeführer) aufhielt, ein 
Erdbeben. Infolge der Auswirkungen bzw. Zerstörung durch dieses Erdbeben reisten die Beschwer-
deführer gestützt auf ein Schengenvisum Typ C (Kurzaufenthalt), das von F.________, der in der 
Schweiz lebenden Mutter von A.________, mit Schreiben vom 16. Februar 2023 beantragt wurde, 
im März 2023 in die Schweiz.

Das Kurzaufenthaltsvisum wurde von der Vorinstanz auf Antrag der Beschwerdeführer am 30. Mai 
2023 bis zum 30. Juni 2023 verlängert. 

Mit Schreiben vom 7. Juni 2023 beantragten die Beschwerdeführer eine erneute Verlängerung des 
Kurzaufenthaltsvisums.

C. Am 12. Juni 2023 hielten die Beschwerdeführer, nunmehr anwaltlich vertreten, an ihrem Ver-
längerungsgesuch fest und beantragten bei der Vorinstanz darüber hinaus die Erteilung von Aufent-
haltsbewilligungen (Ausweis B). Sie reichten mit Schreiben vom 13. Juni 2023, 29. Juni 2023 und 
27. Juli 2023 weitere Unterlagen ein, namentlich betreffend den Gesundheitszustand von 
C.________ und D.________ sowie die Arbeitsbemühungen von A.________ und B.________.

D. Die Vorinstanz ersuchte das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 14. Juli 2023 um Aus-
kunft darüber, ob in der Türkei die Möglichkeit einer adäquaten medizinischen Behandlung der bei-
den Kinder bestehe.

In der Folge meldeten sich die Beschwerdeführer mehrere Male bei der Vorinstanz, um sich über 
den Stand des Verfahrens zu erkundigen, so im September 2023, Oktober 2023, Januar 2024 und 
April 2024. Die Vorinstanz verwies jeweils auf die nach wie vor hängige Auskunftsanfrage beim SEM.

Am 6. Mai 2024 erstattete das SEM der Vorinstanz Auskunft über die Möglichkeit der medizinischen 
Behandlung der beiden Kinder in der Türkei ("Consulting médical Turquie: Traitement 
pédopsychiatrique pour autisme infantile et dépression" [Consulting médical]).

Die Vorinstanz orientierte die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Mai 2024, dass ihrem 
Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligungen namentlich gestützt auf das Consulting médical 
nicht entsprochen werden könne. Die Beschwerdeführer äusserten sich hierzu am 22. Mai 2024 und 
13. Juni 2024.

E. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2024 verweigerte die Vorinstanz die Erteilung von Aufenthalts-
bewilligungen für die Beschwerdeführer. Die Beschwerdeführer könnten keine Rechte aus den frü-

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heren Aufenthaltsbewilligungen von B.________ und A.________ für sich ableiten. Auch liege kein 
schwerwiegender persönlicher Härtefall vor.

F. Hiergegen haben die Beschwerdeführer am 4. November 2024 Beschwerde (601 2024 134) 
an das Kantonsgericht erhoben. Sie beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und 
diese sei anzuweisen, ihnen eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf einen persönlichen schwerwie-
genden Härtefall zu erteilen. Zur Begründung führen sie namentlich aus, dass unter Berücksichti-
gung aller Faktoren das Vorliegen eines Härtefalls evident sei. Die Verweigerung der Aufenthalts-
bewilligungen sei unzumutbar und unverhältnismässig, da die Beschwerdeführer ihre bisherige Exis-
tenzgrundlage in der Heimat verloren und sich hier eine neue Existenz aufgebaut hätten. Sie bean-
tragen sodann diverse Partei- sowie Zeugeneinvernahmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersu-
chen sie für das Beschwerdeverfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, unter Bei-
ordnung vom ausgewählten Rechtsanwalt zum amtlichen Rechtsbeistand (601 2024 135).

Die Vorinstanz beantragt am 20. November 2024 die Abweisung der Beschwerde.

G. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die Ent-
scheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.

Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 114 Abs. 2 
Bst. a des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; 
SGF 150.1] in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 des kantonalen Ausführungsgesetzes vom 13. Novem-
ber 2007 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration 
[AGAIG; SGF 114.22.1]). Die Beschwerdeführer sind zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert 
(Art. 76 VRG). Die Beschwerdefrist wurde eingehalten (Art. 79 Abs. 1 VRG).

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

2.

Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit ist vorliegend 
ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG).

3.

Vorliegend ist strittig, ob den Beschwerdeführern infolge eines schwerwiegenden persönlichen Här-
tefalls Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen sind. Die Vorinstanz verneinte dies. Namentlich seien die 
beiden Kinder in der Türkei geboren und hätten den Grossteil ihres Lebens dort verbracht. Gestützt 
auf das Consulting médical seien für den medizinischen und schulischen Bedarf der Familie, insbe-
sondere der Kinder, geeignete Institutionen und Behandlungs- sowie Betreuungsmöglichkeiten in 
der Türkei vorhanden. So sei z.B. das Stadtkrankenhaus E.________ seit dem Erdbeben wieder 
eröffnet worden.

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Die Beschwerdeführer bringen hiergegen vor, dass für den an Autismus erkrankten Sohn 
D.________ in der Türkei keine behinderungsgerechte Einschulung und Betreuung gewährleistet 
sei. Die bisherigen Erfahrungen der Eltern mit der Schule in der Türkei würden dies belegen. Die 
Ehefrau habe sodann auch während ihres Lebensaufenthalts in der Türkei intensive Kontakte zu 
ihren in der Schweiz lebenden Geschwistern und zu ihrer Mutter gepflegt. Sie habe zudem bereits 
früher in der Schweiz gelebt, sogar während mehr als zehn Jahren. Bei Berücksichtigung aller Fak-
toren (frühere langjährige Aufenthalte, Erdbeben, Schulsituation der Kinder und deren Integration in 
der Schweiz nach eineinhalb Jahren Aufenthalt, Integrationsleistungen und -willen der Beschwerde-
führer, Arbeitsofferten sowie sprachliche Integration) liege klarerweise ein Härtefall vor. Durch die 
Gesuchsabweisung seien sodann die durch das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die 
Rechte des Kindes (UKRK; SR 0.107) gewährten Rechte der beiden Kinder verletzt, so das Recht 
auf Schulbildung von D.________. 

3.1. Von den Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 18 bis 29 AIG (die vorliegend unbestrittener-
massen nicht erfüllt sind) kann gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG abgewichen werden, um schwer-
wiegenden persönlichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. In 
einem nicht abschliessenden Kriterienkatalog führt Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 
2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; AS 2007 5497) die besonders wichti-
gen Wertungsgesichtspunkte auf, die bei der Beurteilung der Frage, ob ein schwerwiegender per-
sönlicher Härtefall vorliegt, zu berücksichtigen sind. Es sind dies: die Integration (Bst. a), die Res-
pektierung der Rechtsordnung (Bst. b), die Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnis-
se sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d), die Dauer 
der Anwesenheit (Bst. e), der Gesundheitszustand (Bst. f) und die Möglichkeit für eine Wiederein-
gliederung im Herkunftsstaat (Bst. g). 

Gemäss der konstanten Rechtsprechung zu Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG sind die Kriterien für die Aner-
kennung eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls restriktiv auszulegen. Demzufolge darf ein 
schwerwiegender persönlicher Härtefall im Sinne des Gesetzes nicht leichthin angenommen wer-
den. Erforderlich ist vielmehr, dass sich die ausländische Person in einer Notlage befindet (Urteil 
BGer 2C_754/2018 vom 28. Januar 2019 E. 7.2 mit Hinweisen). Das bedeutet, dass ihre Lebens- 
und Existenzbedingungen, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Perso-
nen, in gesteigertem Mass infrage gestellt sind bzw. die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung 
für sie mit schweren Nachteilen verbunden wäre (Urteil BGer 2C_334/2022 vom 24. November 2022 
E. 6.2 mit Hinweisen). Dabei wird namentlich ein Vergleich mit Landsleuten in grundsätzlich ähnli-
cher Ausgangslage vorgenommen (BOSSHARD in Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Ausländer- und Integra-
tionsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, Art. 30 N. 8).

Bei der Beurteilung eines Härtefalles müssen sodann sämtliche Umstände des jeweiligen Einzelfalls 
berücksichtigt werden. Die Anerkennung als Härtefall setzt nicht zwingend voraus, dass die Anwe-
senheit in der Schweiz das einzige Mittel zur Verhinderung einer persönlichen Notlage darstellt. 
Indes genügen eine langdauernde Anwesenheit und die gute Integration sowie ein klagloses Verhal-
ten für sich allein betrachtet nicht, um einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall zu begründen. 
Vielmehr wird vorausgesetzt, dass die ausländische Person so enge Beziehungen zur Schweiz 
unterhält, dass von ihr nicht verlangt werden kann, in einem anderen Land – insbesondere in ihrem 
Heimatstaat – zu leben. Berufliche, freundschaftliche und nachbarschaftliche Beziehungen, welche 
die betroffene Person während ihres Aufenthaltes in der Schweiz knüpfen konnte, genügen dieser 
Anforderung gewöhnlich nicht (vorerwähntes Urteil BGer 2C_754/2018 E. 7.2; Urteil BVGer 
C-1884/2009 vom 6. März 2012 E. 6.3 mit Hinweisen).

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Als Faktoren, die für die Anerkennung eines Härtefalls sprechen, gelten rechtsprechungsgemäss 
namentlich eine sehr lange Aufenthaltsdauer, eine besonders gute soziale Integration, ein beach-
tenswerter professioneller Erfolg, eine schwere Krankheit, die nur in der Schweiz behandelt werden 
kann, sowie eine gelungene schulische Integration von Kindern, die nach mehreren Jahren zu einem 
erfolgreichen Studienabschluss führt. Gegen die Anerkennung eines Härtefalls spricht demgegen-
über die fehlende finanzielle Unabhängigkeit (Sozialhilfebezug) sowie enge Beziehungen zum Her-
kunftsland, die eine Wiedereingliederung erleichtern könnten (Urteil BVGer F-1737/2017 vom 
22. Januar 2019 E. 5.6).

Auch bei Vorliegen eines Härtefalls besteht kein Rechtsanspruch auf eine Ausnahme von den übli-
chen Zulassungsvoraussetzungen, was aus der Formulierung von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG (Kann-
Vorschrift) hervorgeht. Die Erteilung der Bewilligung liegt demnach ebenfalls im Ermessen der 
Behörden (Art. 96 AIG).

3.2. Vorliegend halten sich die Beschwerdeführer aufgrund der Auswirkungen des Erdbebens im 
Februar 2023 in der Region um E.________ gestützt auf ein Schengenvisum Typ C (Kurzaufenthalt) 
seit März 2023 in der Schweiz auf, bei der Mutter von A.________. Die Eltern befanden sich bereits 
früher mit einem rechtmässigen Aufenthaltstitel in der Schweiz, bevor sie 2009 wieder in die Türkei 
zurückkehrten. Insofern ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführer erst seit knapp zwei Jahren 
und damit äusserst kurz wieder (die Eltern) bzw. erstmals (die Kinder) in der Schweiz aufhalten, was 
einem Härtefall bereits deutlich entgegensteht. Der frühere, rechtmässige Aufenthalt der Eltern 
ändert hieran nichts, liegt dieser doch über 13 Jahre zurück und liegt daher kein längerfristiger, 
rechtmässiger Aufenthalt im Sinne der Rechtsprechung vor (E. 3.1 soeben; BGE 124 II 110 E. 3), 
auf den sich die Beschwerdeführer berufen könnten.

Zwar legen die Beschwerdeführer Bestätigungen verschiedener Personen ins Recht, welche ihre 
gute Integration nachweisen sollen. Diese Integration sowie die Verbindung zu hier lebenden Famili-
enmitgliedern wie der Grossmutter der Kinder sowie Geschwistern (der Mutter) vermögen jedoch 
vorliegend keinen Härtefall zu begründen. Immerhin haben sie doch seit 2009 bis 2023 ununterbro-
chen in der Türkei gelebt und unterhalten dort zweifellos Bekanntschaften und ein Umfeld, was für 
eine relativ einfache Wiedereingliederung spricht. Die Kinder haben darüber hinaus bis zur Einreise 
in die Schweiz ihre gesamte Kindheit dort verbracht. Es ist daher davon auszugehen, dass die 
gesamte Familie in eine ihr grösstenteils vertraute Umgebung zurückkehren kann (vgl. hierzu auch 
Urteil KG FR 601 2024 131 vom 4. März 2025 E. 5.3). 

Gleich verhält es sich im Ergebnis in Bezug auf die medizinischen Bedürfnisse der Kinder, nament-
lich von D.________. Gemäss den Ausführungen im Consulting médical des SEM sind stationäre 
und ambulante Behandlungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -psychologie, in der Päd-
iatrie allgemein sowie der Dermatologie in der Region um E.________, in der sich die Beschwerde-
führer vor ihrer Einreise in die Schweiz aufhielten, mittlerweile ohne Weiteres verfügbar, z.B. im 
Spital "G.________" in H.________ (E.________). Jegliche von D.________ benötigten Medika-
mente seien verfügbar. Blutkontrollen sowie Elektrokardiogramme seien ebenso durchführbar. Die-
se Einschätzungen basieren gemäss dem Consulting médical auf Abklärungen des Sektors MedCOI 
(Medical Country of Origin Information) der European Union Agency for Asylum sowie der Länder-
analyse des SEM. Es kann daher zur Beurteilung der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten 
ohne Weiteres darauf abgestellt werden, ist doch nicht ersichtlich und zeigen die Beschwerdeführer 
auch nicht auf, weshalb diese Abklärungsergebnisse falsch oder unrichtig sein sollen. Somit liegt 
auch keine Notlage in medizinischer Hinsicht vor, die einen Härtefall zu begründen vermöge.

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Was die schulischen Bedürfnisse von D.________ betrifft, so führen die Beschwerdeführer aus, in 
der Türkei sei gemäss ihren bisherigen Erfahrungen keine kindsgerechte Einschulung und Betreu-
ung möglich. Diese Aussage findet in den vorliegenden Akten jedoch abgesehen von den Behaup-
tungen der Beschwerdeführer keine Stütze. Vielmehr kann ohne Weiteres davon ausgegangen wer-
den, dass in der Türkei eine grundsätzlich intakte Bildungsinfrastruktur sowie entsprechende Institu-
tionen bestehen, in denen auch die Bedürfnisse von D.________ berücksichtigt werden (vgl. die 
Ausführungen der Kooperation International des Deutschen Bundesministeriums für Bildung und 
Forschung zum türkischen Bildungssystem, unter https://www.kooperation-international.de/laen-
der/asien/tuerkei/zusammenfassung/ueberblick-zur-bildungs-forschungs-und-innovationsland-
schaft-und-politik, zuletzt abgerufen am Tag des Urteils). Es bestehen sodann Institutionen für inklu-
sive Schulbildung, so z.B. bei Vorliegen spezieller Bedürfnisse durch eine Autismuserkrankung (vgl. 
hierzu bereits die Untersuchungen von YASAR/CRONIN, Perspectives of college of education students 
in turkey on autism spectrum disorders, in International journal of special education, 2014, S. 61 ff., 
abrufbar unter www.internationalsped.com > View All Issues > IJSE Vol 29, No: 1, 2014, zuletzt 
abgerufen am Tag des Urteils).

Auch die ins Recht gelegten Arbeitsofferten betreffend die Eltern verhelfen den Beschwerdeführern 
nicht. Selbst wenn sie dadurch ihre finanzielle Unabhängigkeit nachweisen könnten, blieben die 
übrigen Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht erfüllt (vgl. zudem Art. 6 
Abs. 2 VZAE, gemäss dem selbst im Bewilligungsverfahren in Bezug auf die allgemeinen Zulas-
sungsvoraussetzungen keine Ansprüche aus Arbeitsofferten abgeleitet werden können).

Schliesslich kann ein Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG auch nicht mit dem Hinweis 
auf das Erdbeben per se sowie dessen Auswirkungen begründet werden. So machten die Beschwer-
deführer in ihrer Beschwerde keinerlei konkreten Angaben, inwiefern sie persönlich, ihr Vermögen 
oder ihr gesamtes soziales Umfeld vor Ort stärker betroffen waren bzw. sind als andere Personen 
in derselben Situation. Die allgemeinen Hinweise der Beschwerdeführer an die Vorinstanz, dass im 
Quartier I.________, in dem sie lebten, zahlreiche Personen und darunter auch Nachbarn ihr Leben 
verloren haben, und ihr Wohnhaus Schäden davongetragen hat, reichen hierfür jedoch nicht (vgl. 
dazu zum selben Erdbeben und mit ähnlicher Einschätzung Urteil VGer BE 100 21 177 vom 
21. August 2023 E. 8.5; ferner E. 3.1 soeben). Den Beschwerdeführern ist eine Rückkehr in die 
Region zumutbar und möglich, da sie grundsätzlich in der Lage sind, ihr früheres Leben wieder 
aufzunehmen, ohne selbst bei grundlegenden Aufgaben oder Handlungen auf die Hilfe oder Unter-
stützung Dritter angewiesen zu sein. Anders verhielt es sich beispielsweise bei einer 91-jährigen 
Frau, der eine Rückkehr in das Erdbebengebiet wegen ihres hohen Alters und des damit konkret 
verbundenen Unterstützungsbedarfs nicht mehr zugemutet werden konnte – in einem solchen Fall 
wurde ein Härtefall bejaht (vgl. dazu Urteil VGer ZH VB.2023.00630 vom 7. Februar 2024 E. 5.2). 
Sie haben darüber hinaus auch die Option, sich an einem anderen Ort in ihrem Heimatland niederzu-
lassen, gehören sie doch z.B. keiner verfolgten Minderheit an. Mit anderen Worten sind die 
Beschwerdeführer nicht gezwungen, in diese spezielle (Erdbeben-)Region zurückzukehren. 

Abschliessend ist daran zu erinnern, dass ein Härtefall nicht leichthin anzunehmen ist, die Erteilung 
einer Bewilligung – selbst wenn ein Härtefall vorliegen würde – im Ermessen der Behörden liegt und 
kein Rechtsanspruch auf Erteilung besteht (E. 3.1 hiervor).

3.3. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Situation der Beschwerdeführer nicht als 
schwerwiegender persönlicher Härtefall qualifiziert werden kann. Die Vorinstanz hat deshalb – unter 
Berücksichtigung der öffentlichen Interessen und der persönlichen Verhältnisse sowie der Integrati-

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on (vgl. Art. 96 Abs. 1 AIG) – zu Recht darauf geschlossen, dass kein solcher vorliegt. Sie hat ihr 
Ermessen diesbezüglich weder missbraucht noch überschritten.

4.

Hinsichtlich der gerügten Verletzung von Rechten der UKRK ist festzuhalten, dass die Beschwerde-
führer es unterlassen aufzuzeigen, welche konkreten Bestimmungen und Rechte ihrer Ansicht nach 
verletzt sind. Soweit sie sich sinngemäss auf Art. 28 UKRK beziehen, der Vorschriften zur Schulbil-
dung in den Vertragsstaaten aufstellt, so ist ihnen entgegenzuhalten, dass bereits fraglich ist, ob 
diese Bestimmung überhaupt direkt anwendbar ist (vgl. BGE 133 I 156 E. 3.6.4). Das Bundesgericht 
hat festgehalten, dass sich der UKRK in Bezug auf die Erteilung von fremdenpolizeilichen Bewilli-
gungen keine gerichtlich durchsetzbaren Ansprüche entnehmen lassen (BGE 124 II 361 E. 3b mit 
Hinweisen; ferner Urteile BGer 2A.36/2001 vom 26. Januar 2001 E. 2.c/aa; KG FR 601 2022 76 vom 
27. April 2023 E. 8). Jedenfalls ist nicht ersichtlich, inwiefern die Bestimmung vorliegend durch die 
Verweigerung von Aufenthaltsbewilligungen verletzt ist, besteht doch auch in der Türkei ein grund-
sätzlich intaktes Bildungssystem für die beiden Kinder (E. 3.2 soeben). 

5.

Da der für das vorliegende Beschwerdeverfahren massgebende Sachverhalt liquid ist und von den 
beantragten Partei- und Zeugeneinvernahmen keine neuen rechtsrelevanten Erkenntnisse zu erwar-
ten sind, die ein anderes Ergebnis indizieren würden, kann darauf im Sinne einer antizipierten 
Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. hierzu statt vieler BGE 134 I 140 E. 5.1 ff., insbesondere 
5.3, mit Hinweisen).

6.

Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz das Gesuch der Beschwerdeführer um Ertei-
lung von Aufenthaltsbewilligungen zu Recht abgewiesen hat. Der Entscheid vom 4. November 2024 
ist zu bestätigen, und die Beschwerde (601 2024 134) ist abzuweisen.

7.

7.1. Mit Gesuch (601 2024 135) vom 4. November 2024 ersuchen die Beschwerdeführer um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Einsetzung des ausgewählten Anwalt als unent-
geltlichen Rechtsbeistand.

7.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV; SR 101) und Art. 142 
Abs. 1 VRG hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgelt-
liche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Anspruch auf unentgelt-
liche Rechtspflege haben demnach Personen, die nicht genügend Mittel besitzen, um ohne 
Beschränkung des notwendigen Lebensunterhaltes für sich oder ihre Familie die Kosten eines Ver-
fahrens bestreiten zu können (Art. 142 Abs. 1 VRG). Die unentgeltliche Rechtspflege wird nicht 
gewährt, wenn das Verfahren für eine vernünftige Prozesspartei von vornherein aussichtslos 
erscheint (Art. 142 Abs. 2 VRG). Ist es aufgrund der Schwierigkeit der Angelegenheit nötig, so 
umfasst die unentgeltliche Rechtspflege auch die Zuweisung eines Rechtsbeistands aus den zur 
Parteivertretung befugten Personen (Art. 143 Abs. 2 VRG). Für das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege werden keine Gerichtskosten erhoben (Art. 145 Abs. 3 VRG).

7.3. Im vorliegenden Fall war die Beschwerde nicht von vornherein als aussichtslos zu bezeich-
nen. Aus den Akten geht sodann hervor, dass die Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachge-

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hen (können bzw. dürfen) und somit kein eigenes Einkommen generieren. Auch führen die 
Beschwerdeführer glaubhaft aus, dass sie über kein namhaftes Vermögen verfügen. Sie werden 
aktuell von Familienmitgliedern von A.________ unterstützt. Ihre Prozessarmut erscheint daher 
ohne Weiteres ausgewiesen. Die Vertretung durch einen Rechtsbeistand war überdies geboten.

7.4. Das Gesuch um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege (601 2024 135) 
ist daher gutzuheissen und Fürsprecher Daniel Weber als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu ernen-
nen.

Die Beschwerdeführer werden der guten Ordnung halber darauf aufmerksam gemacht, dass das 
Gemeinwesen im Fall, wenn sie später zu hinreichenden Mitteln gelangen, oder nachgewiesen wird, 
dass ihre Bedürftigkeit nicht bestand, von ihnen die Rückerstattung der Leistungen (nicht erhobene 
Gerichtskosten, Kosten für Vertretung und allfällige weitere Entschädigungen) verlangen kann. Der 
Anspruch ist innert zehn Jahren seit Abschluss des Verfahrens geltend zu machen (Art. 145b Abs. 3 
VRG).

8.

8.1. Die Gerichtskosten werden auf CHF 1'000.- festgesetzt und den Beschwerdeführern solida-
risch auferlegt. Von deren Erhebung wird aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
abgesehen. 

Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (Art. 137 Abs. 1 e contrario und Art. 139 VRG).

8.2. Fürsprecher Daniel Weber ist nach Einsicht in die Kostenliste vom 9. April 2025, die den 
gesetzlichen Anforderungen nicht gänzlich entspricht (insbesondere Stundenansatz von CHF 270.- 
anstatt von CHF 180.-; für Kopien wurden CHF 0.50 anstatt CHF 0.40 berechnet; Telefon- sowie 
E-Mailkosten werden als Sekretariatskosten gemäss der Praxis des Kantonsgerichts nicht separat 
vergütet; vgl. namentlich Art. 8 ff. des kantonalen Tarifs vom 17. Dezember 1991 der Verfahrens-
kosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 150.12]), als amtlicher Rechts-
beistand eine Entschädigung von CHF 1'687.60 (Honorar von CHF 1'650.- für 9 Stunden und 
10 Minuten, Auslagen CHF 37.60), zuzüglich MwSt. (zu 8.1 Prozent) von CHF 136.70 zuzusprechen 
(vgl. Art. 11 und 12 TarifVJ), insgesamt also CHF 1'824.30.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde (601 2024 134) wird abgewiesen.

II. Das Gesuch (601 2024 135) um Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Rechtspflege 
wird gutgeheissen und Fürsprecher Daniel Weber als unentgeltlicher Rechtsbeistand ernannt.

III. Die Gerichtskosten von CHF 1'000.- werden den Beschwerdeführern solidarisch auferlegt. 
Von deren Erhebung wird aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege abgesehen.

IV. Fürsprecher Daniel Weber wird im Rahmen der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege eine 
Entschädigung von CHF 1'824.30 (inkl. MwSt. von CHF 136.70) zu Lasten des Staates Frei-
burg zugesprochen.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten und der Parteientschä-
digung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur 
dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 24. April 2025 /tsc

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter