# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4de8f026-7efd-5fc4-a21d-cdac47d6f3c9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2025 UV 2025/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2025-11_2025-08-20.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2025/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2025

Entscheiddatum: 20.08.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2025
Art. 24 Abs. 1 UVG Integritätsentschädigung. Die Integritätsentschädigung 
unterliegt der Verwirkung nach Art. 24 Abs. 1 ATSG. Offenlassend, ob im 
vorliegenden Fall ein Anspruch auf Integritätsentschädigung wegen Rückfall 
oder Spätfolge gegeben ist. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2025, UV 
2025/11).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/13 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung III 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 20. August 2025 

Besetzung  Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 
Mirjam Angehrn und Christiane Gallati Schneider; a.o. Gerichtsschreiber 
Julian Gantenbein  

   

Geschäftsnr.   UV 2025/11 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Fürsprecher Dr. Marcel Süsskind, Steinegger  
Rechtsanwälte, Hirschengraben 2, Postfach, 3001 Bern,  
 
 

  gegen 

  S c h w e i z e r i s c h e  U n f a l l v e r s i c h e r u n g s a n s t a l t  
( S u v a ) ,  Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Integritätsentschädigung (Verzugszins) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

UV 2025/11 
 

 

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Sachverhalt 
A.   

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Zimmermann-Lehrling bei der B.___ AG angestellt und 
in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) unter 

anderem gegen die Folgen von Berufsunfällen versichert, als er am 15. November 2005 bei der Arbeit 

vom Dach eines Gebäudes ca. 4-5 Meter tief (Suva-act. 3) in das Gebäudeinnere stürzte (Suva-act. 1). 

A.b Der Versicherte wurde infolge des Unfalls notfallmässig zur Behandlung ins Kantonsspital C.___ 
verbracht, wo ein mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma, ein Epiduralhämatom temporal links, eine 
Felsenbeinlängsfraktur links, eine Kalottenfraktur parietal bis temporobasal links sowie 

Deckplattenimpressionsfrakturen der Brustwirbelkörper (BWK) 6-9 diagnostiziert wurden. Das 

Epiduralhämatom wurde sofort operativ evakuiert; nach problemlosem postoperativem Verlauf wurde 

der Versicherte am 23. November 2005 aus dem Spital entlassen (Suva-act. 4).  

A.c Der Situationsanalyse der Suva vom 27. Dezember 2005 ist zu entnehmen, dass sich der 
Versicherte nach eigener Aussage zum damaligen Zeitpunkt «soweit gut» gefühlt habe. Er leide weder 

an Kopfschmerzen noch an Schwindel, Geschmackssinnverlust, Gleichgewichtsstörungen oder 

Verringerungen der Sehkraft. Lediglich über eine verminderte Hörfähigkeit auf dem linken Ohr wurde 

berichtet (Suva-act. 5).  

A.d Laut Bericht von Dr. med. D.___, Facharzt für Neurochirurgie, zur Sprechstunde vom 10. Januar 
2006 hat sich der Versicherte von Unfall und Unfallbehandlung gut erholt. Im Speziellen gebe er keine 

Rückenschmerzen an. Ab 16. Januar 2006 dürfe der Versicherte seine Tätigkeit als Zimmermann aus 

medizinischer Sicht halbtags wieder aufnehmen, bei gutem Verlauf sei ab Februar 2006 auch ein voller 

Einsatz wieder möglich (Suva-act. 9). 

A.e Anlässlich einer Besprechung mit der Suva am 25. Januar 2006 gab der Versicherte an, sich sehr 
wohlzufühlen; die Fortsetzung der Lehre zum Zimmermann sei nicht gefährdet (Suva-act. 10). 

A.f Suva-Kreisarzt Dr. med. E.___ notierte in seiner Beurteilung und Stellungnahme vom 31. Januar 
2006, dass bei einem objektiv guten Heilverlauf der weitere Verlauf abzuwarten bleibe. Eine Neuvorlage 

des Falls zur erneuten Beurteilung sei «zu gegebenem Zeitpunkt, voraussichtlich Sommer 2006» 

angezeigt (Suva-act. 12). 

A.g Nachdem die Mutter des Versicherten bei diesem nach dem Unfall eine erhöhte Vergesslichkeit 
bemerkt hatte (Suva-act. 18), wurden am 23. Oktober 2006 in der Klinik Valens umfassende 

Hirnleistungstests durchgeführt; in der neuropsychologischen Begutachtung ergab sich ein weitgehend 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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unauffälliges Leistungsprofil (Suva-act. 21 und 22). Dr. med. F.___, Facharzt für Neurologie, fand keine 

Hinweise auf eine residuelle hirnorganische Funktionsstörung als Folge des Unfalls (Suva-act. 23). 

A.h Am 6. Dezember 2006 ermittelte die Suva folgende Angaben des Versicherten («Debriefing»): 
Es gehe ihm «tip-top» bei «geringen Restbeschwerden an der Wirbelsäule, Nacken/Lende». Er stehe 

im zweiten Lehrjahr und könne seine Lehre problemlos fortsetzen (Suva-act. 24). 

A.i Mit Schadenmeldung vom 9. August 2007 wurden der Suva Hörschwierigkeiten gemeldet, wobei 
der Verdacht bestand, es mit einem Rückfall oder einer Spätfolge des Unfalls vom 15. November 2005 

zu tun zu haben (Suva-act. 25-27). 

A.j Gemäss vom 27. September 2007 datierender versicherungsmedizinischer Beurteilung von Dr. 
med. G.___, Facharzt FMH für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie und 

Arbeitsmedizin, war die Unfallkausalität des Hörsturzes zu bejahen (Suva-act. 32). 

A.k Zwischen 23. und 27. Mai 2022 war der Versicherte zur Abklärung einer Kopfschmerzerkrankung 
im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert. Dort wurden ätiologisch unklare hemicranielle Kopfschmerzen 

links seit 2022, verschlimmert seit April 2022, diagnostiziert (im Austrittsbericht findet sich zudem die 

Angabe: «DD [Differentialdiagnose] posttraumatisch»); weiterhin wurden eine Occipitalisneuralgie links 

sowie traumatisch verursachter Kopfschmerz im Bereich der Craniotomienarbe diagnostiziert (Suva-

act. 35).  

A.l Im Zusammenhang mit einem anderen Schadenfall kam es am 13. Januar 2023 zu einem 
Gespräch zwischen der Suva und dem Versicherten. Dieser berichtete davon, seit dem Unfall vom 15. 

November 2005 nie mehr schmerzfrei gewesen zu sein. Es seien regelmässige pulsierende und 

stechende Kopfschmerzen geblieben und bei der Arbeit leide er an Schmerzen im Nacken und Rücken. 

Nachdem er zunächst «durchgebissen» habe – er habe unbedingt im Beruf des Zimmermanns 

verbleiben wollen –, liessen sich diesbezüglich im Zeitpunkt des Gesprächs gewisse 

«Ermüdungserscheinungen» bemerkbar machen (Suva-act. 33). 

A.m Am 30. Januar 2023 folgte ein weiteres Gespräch mit dem Versicherten. Dieser gab an, seit dem 
Unfall sehr vergesslich zu sein und täglich Kopfschmerzen verschiedener Intensität zu haben; auch im 

Kreuz und im Bereich der Schulterblätter leide er nach schweren Arbeiten an starken Schmerzen. Beim 

Abschluss des Schadenfalls vom 15. November 2005 habe er die genannten Beschwerden aus Angst, 

den Beruf wechseln zu müssen, verschwiegen (Suva-act. 36). 

A.n Am 17. März 2023 erfolgte eine MRT-Untersuchung der Brustwirbelsäule (BWS) durch Fachärztin 
für Radiologie Dr. med. H.___, welche u.a. eine residuelle ventrale Höhenminderung der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Brustwirbelkörper (BWK) 6-9 mit einem Keilwinkel von max. 10° und eine erhaltene thorakale Kyphose 

feststellte (Suva-act. 52). 

A.o Mit Vorlage vom 22. März 2023 legte die Suva ihrer Versicherungsmedizin Fragen zur Kausalität 
des Unfalls vom 15. November 2005 für die vom Versicherten geklagten Rückenbeschwerden und zum 

Bestehen eines Anspruchs auf Integritätsentschädigung vor (Suva-act. 53). Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie I.___ befand, dass der Unfall vom 15. November 2005 zu zwischenzeitlich knöchern 

konsolidierten Deckplattenimpressionsfrakturen der BWK 6-9 geführt und so eine kyphotische 

Fehlstellung der BWS von 15 % verursacht habe. Er stellte angesichts dieses Befundes in Anwendung 

der Suva-Tabelle 7 – Integritätsschäden bei Wirbelsäulenaffektionen einen Integritätsschaden von 10 

% als erfüllt fest (Suva-act. 54). 

A.p Mit Verfügung vom 29. März 2023 eröffnete die Suva dem Versicherten die Ausrichtung einer 
Integritätsentschädigung in Höhe von 10 % des im Unfallzeitpunkt geltenden Höchstbetrages des 

versicherten Jahresverdienstes (Suva-act. 58). 

B.   

B.a Vertreten durch Rechtsanwältin L. Schmid erhob der Versicherte am 8. Mai 2023 Einsprache 
gegen die Verfügung der Suva vom 29. März 2023. Er begehrte die Aufhebung dieser Verfügung und 

die Rückweisung der Sache zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung; eventualiter beantragte 

der Versicherte die Zusprache einer Integritätsentschädigung in Höhe von mindestens 50 % und deren 
Verzinsung zu 5 % ab dem 1. September 2009 (Suva-act. 62-2). 

B.b Mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2024 wies die Suva die Einsprache des Versicherten 
ab (Suva-act. 67). 

B.c Neu vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. M. Süsskind bat der Versicherte die Suva mit E-Mail 
vom 20. Februar 2024 um Stellungnahme bezüglich des Eventualantrags einer Verzinsung der 

Integritätsentschädigung zu 5 % ab dem 1. September 2009 (Suva-act. 68). 

B.d Mit Verfügung vom 23. Februar 2024 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass sie gemäss 
Einspracheentscheid vom 12. Februar 2024 die Höhe der Integritätsentschädigung von 10 % nicht 

ändere. Zudem lehnte sie eine Verzinsung der Integritätsentschädigung ab (Suva-act. 69). 

B.e Gegen die Verfügung vom 23. Februar 2024 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Süsskind, am 14. März 2024 Einsprache erheben. Er beantragte die Aufhebung dieser Verfügung und 

die Verzinsung des Betrags der Integritätsentschädigung von Fr. 10'680.-- zu 5 % für den Zeitraum vom 

1. Juli 2009 bis 31. März 2023 sowie die Ausrichtung einer Parteientschädigung (Suva-act. 70). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/13 

B.f Mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2025 wies die Suva die Einsprache vom 14. März 2024 
ab (Suva-act. 77). 

C.   

C.a Mit Beschwerdeschrift vom 1. März 2025 führt der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Süsskind, Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der 
Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 12. Februar 2025. Er verlangt, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge, die Aufhebung dieses Einspracheentscheids und die Verzinsung des Betrages 

der Integritätsentschädigung von Fr. 10'680.-- zu 5 % für den Zeitraum vom 1. Juli 2009 bis 31. März 

2023, eventualiter die Auszahlung von fünf Jahreszinsen à 5 % auf den obengenannten Betrag. (act. G 

1). 

C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. April 2025 beantragte die Beschwerdegegnerin die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. 

C.c Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen Akten wird, 
soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.   

Anfechtungsobjekt der vorliegenden Beschwerde ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 

vom 12. Februar 2025 (act. G1.1). Der Einspracheentscheid vom 12. Februar 2025 bestimmt den 

beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1). Genannter 

Einspracheentscheid behandelte lediglich die Frage nach Verzinsung der Integritätsentschädigung von 

Fr. 10'680.--. Entsprechend ist einzig die Verzinsung der Integritätsentschädigung Streitgegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens.  

2.   

Nach Art. 26 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) werden die Sozialversicherungen für ihre Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten 

nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung 

verzugszinspflichtig, vorausgesetzt die versicherte Person ist ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich 

nachgekommen. Der Verzugszins beträgt gemäss Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) 5 %.  

3.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/13 

Ob ein Verzugszins gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG geschuldet ist, hängt zunächst davon ab, wann der 

Anspruch auf Integritätsentschädigung entstanden ist.  

3.1   

3.1.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) hat 
die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den 
Unfall eine dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität 

erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) gilt ein 

Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in 

gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische 

Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2).  

3.1.2 Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG – abgesehen von Sonderfällen – 
mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der 

ärztlichen Behandlung gewährt. Diese Bestimmung schreibt dem Unfallversicherer nicht nur vor, wann 

er über eine Integritätsentschädigung zu verfügen hat, sondern sie legt auch den Zeitpunkt fest, in dem 

die materiellen Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen sind (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts vom 7. September 2007, U 314/05, E. 4.1).  

3.1.3 Gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Die nach 
Art. 61 lit. c ATSG vom kantonalen Gericht zu beachtende Untersuchungspflicht entspricht derjenigen 

von Art. 43 Abs. 1 ATSG (Kommentar ATSG-LENDFERS, N 87 zu Art. 61). Im Sozialversicherungsrecht 

herrscht somit der Untersuchungsgrundsatz. Eine Tatsache darf dann als bewiesen angenommen 

werden, wenn die zuständige Verwaltungsbehörde bzw. das Gericht von ihrem Bestehen überzeugt ist. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 

blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Richterinnen und Richter haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 221 f. E. 6; THOMAS 

LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58).  

3.1.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. 

ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.2   

3.2.1 Der Beschwerdeführer vertritt die Ansicht, sein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung sei 
mit dem Ende der medizinischen Behandlung Ende des Jahres 2006 bzw. spätestens Anfang des 

Jahres 2007 entstanden (act. G 1-5). In seiner vom 14. März 2024 datierenden Einsprache argumentiert 

er, die Deckplattenimpressionsfrakturen der vier BWK 6-9, welche unter verknöcherter Konsolidierung 
die integritätsrelevante BWS-Kyphose von 15° bewirkt hätten, seien in diversen der Suva vorliegenden 

Arzt- und Spitalberichten festgehalten. Es müsse angenommen werden, dass sich die kyphotische 

Fehlstellung bereits im Jahre 2006 eingestellt habe, ansonsten hätte er kaum wieder bereits im Laufe 

des Jahres 2006 die volle Arbeitsfähigkeit erlangen können. Der Beschwerdeführer datiert den Eintritt 

der Fälligkeit dann auf Juli 2007 (Suva-act. 70).  

3.2.2 Die Beschwerdegegnerin lässt die Frage nach dem Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs auf 
Integritätsentschädigung in ihrem Einspracheentscheid vom 12. Februar 2025 offen (Suva-act. 77-4). 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 24. April 2025 geht sie «[n]ach Aktenlage» davon aus, dass sie den 

Anspruch auf Integritätsentschädigung im Zeitpunkt des Abschlusses der medizinischen Behandlung 

und somit des Fallabschlusses «ohne weitere Mitteilung als nicht gegeben angesehen» habe (act. G 

3). Die medizinischen Akten zum Unfall vom 15. November 2005 äussern sich nach Ansicht der 

Beschwerdegegnerin nicht über das Vorliegen eines integritätsrelevanten Gesundheitsschadens. Bei 

den Akten liege einzig ein CT der HWS und BWS vom 15. November 2005, in dem von einer «leichten 
Keildeformität» die Rede sei. Ob damit – wie die Beschwerdeführerin argumentiere – bereits im Jahre 

2007 ein Integritätsschaden begründet gewesen sei, könne nur durch einen Mediziner beurteilt werden; 

eine dahingehende Abklärung erübrige sich jedoch angesichts der Verwirkung eines solchen im Jahre 

2007 entstandenen Anspruchs (act. G 3).  

3.2.3 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 3.1.2), wird die Integritätsentschädigung, wenn, wie im vorliegenden 
Fall, keine Rente zur Ausrichtung gelangt, bei Abschluss der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 

Abs. 2 UVG). Der Behandlungsabschluss ist auf den Zeitpunkt festzulegen, ab dem von einer weiteren 

medizinischen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten 

ist (vgl. KOSS UVG-FREI, N 32 zu Art. 24). Entsprechend muss dieser Zeitpunkt nicht notwendigerweise 

mit der letzten Arztkonsultation zusammenfallen. Im Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses hat der 

Unfallversicherer das Vorliegen der materiellen Anspruchsvoraussetzungen der 

Integritätsentschädigung zu prüfen. Im vorliegenden Fall war die letzte aktenkundige medizinische 

Behandlung, welche sich mit den Unfallfolgen befasste, die neurologische und neuropsychologische 

Abklärung in der Klinik Valens vom 23. Oktober 2006, bei der allerdings keine Hinweise auf eine 
hirnorganische Funktionsstörung zu erkennen waren (Suva-act. 23). Danach folgten 2007 lediglich noch 

Untersuchungen in Zusammenhang mit einem am 19. Juli 2007 gemeldeten Rückfall in Form eines 

Hörsturzes (Suva-act. 25), welche nach bereits geschehener Einstellung der medizinischen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Behandlung der direkten Unfallfolgen erfolgten (vgl. «Debriefing» vom 7. Dezember 2006, Suva-act. 

24). Die letzte dokumentierte namhafte Besserung des Gesundheitszustandes ist in der Sprechstunde 

bei Dr. D.___ am 10. Januar 2006 dokumentiert. Der Patient habe sich gut erholt. Speziell gebe er bei 

radiologisch vermuteten Deckplatten-Impressionsfrakturen BWK 6-9 keine Rückenschmerzen an. Bei 

gutem Heilungsverlauf sei eine Wiederaufnahme der vollen Arbeitstätigkeit ab Februar 2006 denkbar 
(Suva-act. 9). In der kreisärztlichen Beurteilung durch Dr. med. E.___ vom 31. Januar 2006 ist vermerkt, 

der weitere Verlauf bleibe abzuwarten, im Sommer 2006 sei eine Neuvorlage des Falls angezeigt (Suva-

act. 12). Eine solche Neubeurteilung blieb dann allerdings aus; bei den Akten findet sich lediglich ein 

Abschlussgespräch («Debriefing») vom 7. Dezember 2006. Der Beschwerdeführer erklärte, es gehe 

ihm «tip-top», er habe lediglich geringe Restbeschwerden an der Wirbelsäule sowie an Nacken und 

Lende. Stand 7. Dezember 2006 fand keine Physiotherapie statt, es erfolgte keine Medikation und 

ärztliche Kontrolluntersuchungen waren «keine mehr geplant» (Suva-act. 24). In der Gesamtschau ist 

erkennbar, dass sich im Verlauf des Jahres 2006 ein stabiler Gesundheitszustand einstellte. Namhafte 

Besserungen waren nicht mehr zu erwarten und der Fall wurde dementsprechend abgeschlossen. Im 

Ergebnis ist von einem Ende der ärztlichen Behandlung der unmittelbaren Unfallfolgen spätestens Ende 

2006 auszugehen.  

3.3 Es stellt sich die Frage, ob im vorangehend ermittelten Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses 
ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung entstand. Dabei handelt es sich 
um eine rechtliche Frage, die einer Beurteilung durch das Versicherungsgericht grundsätzlich 

zugänglich ist. Allerdings setzt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung das Vorliegen eines 

Integritätsschadens voraus; ob ein solcher besteht, ist eine medizinische Frage, welche nur in 

Abstützung auf die Einschätzungen medizinischer Fachpersonen beantwortet werden kann und durch 

das Gericht nicht selbst zu entscheiden ist (KOSS UVG-FREI, N 5 zu Art. 25; MAX B. BERGER, N 13 zu 

Art. 25, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, 

Basler Kommentar, 2019). Mithin ist zu fragen, ob im vorliegenden Fall die medizinische Aktenlage im 

Umfeld des Behandlungsabschlusses genügt, um das Vorliegen eines relevanten Integritätsschadens 

als erwiesen ansehen zu können. Als Integritätsschaden kommt im vorliegenden Fall insbesondere die 

15°-BWS-Kyphose in Betracht, für welche die Beschwerdegegnerin im Jahre 2023 eine 

Integritätsentschädigung ausrichtete (Suva-act. 54 und 58). Abgesehen von der BWS-Kyphose sind 

den Akten keine Hinweise auf andere möglicherweise integritätsrelevante, erhebliche und dauerhafte 

unfallkausale Schäden zu entnehmen. Wörtlich erwähnt («Kyphose», «kyphotische Fehlstellung» o.ä.) 

ist die Fehlstellung der Brustwirbelsäule erstmals im Bericht zur MRT-Untersuchung durch die 
Radiologie J.___ vom 17. März 2023 (Suva-act. 52). Im Bericht zur noch am Unfalltag durchgeführten 

CT-Untersuchung der BWS machten die behandelnden Ärzte lediglich den Befund einer ventralen 

Höhenminderung der BWK 6-9 infolge traumatischer Deckplattenimpressionsfraktur und sprachen von 

einer «leichten Keildeformität» der genannten Brustwirbelkörper (Suva-act. 37 und 40). In der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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kreisärztlichen Beurteilung durch Dr. E.___ vom 31. Januar 2006 ist sogar nur von «Verletzungen, auch 

im BWS-Bereich» die Rede. Nach der CT-Untersuchung anlässlich der Erstversorgung am Unfalltag, 

dem 15. November 2005, fand bis zum 17. März 2023 keine spezielle (röntgenmedizinische) 

Untersuchung der BWS mehr statt. So lässt sich für das Gericht nicht nachvollziehen, wann der 

relevante Integritätsschaden in Form der 15°-Kyphose der BWS entstanden ist respektive, ob dieser 
bereits im Zeitpunkt des Behandlungsabschlusses im Jahre 2006 bestand. Einzig die Vorlage dieser 

Frage an eine medizinische Fachperson vermöchte die Frage nach dem Vorliegen eines 

Integritätsschadens Ende des Jahres 2006 mit genügender Zuverlässigkeit zu beantworten, falls dies 

überhaupt noch möglich wäre. Insbesondere kann das Gericht nicht vom überwiegend 

wahrscheinlichen Vorliegen der Deckplattenimpressionsfrakturen der BWK 6-9 ohne Abstützung auf 

eine aussagekräftige medizinische Expertise auf eine kurz nach dem Unfall (also bereits 2006) durch 

knöcherne Konsolidierung der Frakturen entstandene Kyphose schliessen, wie es der 

Beschwerdeführer anregt (act. G 1-5). Auch für einen solchen naheliegend erscheinenden Rückschluss 

bedürfte es zunächst der Einholung einer beweiskräftigen medizinischen Beurteilung. 

4.   

Auf die Rückweisung der Sache zur Einholung einer medizinischen Beurteilung im Sinne der 

voranstehenden Erwägung 1.3 könnte verzichtet werden, wenn der allfällige im Jahre 2006 entstandene 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ohnehin bereits verwirkt wäre.  

4.1 Nach Art. 24 Abs. 1 ATSG erlischt der Anspruch auf Nachzahlung von Leistungen fünf Jahre nach 
dem Ende des Monats, für den sie geschuldet waren. Für die Fristwahrung bei Leistungsansprüchen 

wird grundsätzlich auf die (Neu-)Anmeldung zum Leistungsbezug abgestellt (unter vielen: Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Januar 2020, 8C_557/2019, 8C_573/2019, E. 7.1; BGE 133 V 579 E. 4.3.1). 

Allerdings unterliegt die Nachzahlung von Leistungen gemäss BGE 121 V 195 E. 5d in fine auch dann 

einer absoluten Verwirkungsfrist von fünf Jahren, wenn die Verwaltung einen korrekt angemeldeten 

Leistungsanspruch übersehen hat (für eine etwas andere Konstellation bestätigt im Urteil vom 20. 

Februar 2013, 8C_888/2012, E. 4). Inwieweit diese Rechtsprechung, die unter anderem damit 

begründet wurde, bei Sozialversicherungsleistungen handle es sich typischerweise um periodische 

Geldleistungen, welche einen aktuellen Unterhaltsbedarf abdecken sollten (BGE 121 V 195 E. 5c), auch 

für eine definitionsgemäss in Kapitalform erfolgende und einem anderen Zweck als der Abdeckung des 

Unterhaltsbedarfs dienende Leistung wie die Integritätsentschädigung gilt, hat das Bundesgericht bis 

anhin stets offengelassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. Januar 2020, 8C_557/2019, 

8C_573/2019, E. 7.4 und vom 7. September 2006, U 314/05, E. 6.1). 

4.2 Der Beschwerdeführer argumentiert, der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung sei zu 
keinem Zeitpunkt verwirkt gewesen, denn der seinerzeitigen Anmeldung des Unfalls bei der Suva 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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komme verwirkungsaufhebender Charakter zu (act. G 1-4). Die Beschwerdegegnerin indessen vertritt 

den Standpunkt, ein allfälliger gegen Ende des Jahres 2006 oder Anfang 2007 entstandener Anspruch 

auf Integritätsentschädigung sei in Anwendung von Art. 24 Abs. 1 ATSG als verwirkt anzusehen (Suva-

act. 77-4 f.). Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass auf einen verwirkten Anspruch 

keine Verzugszinsen geschuldet wären. 

4.3  

4.3.1 In der Tat erfolgte am 24. November 2005 die Schadenmeldung gegenüber der 
Beschwerdegegnerin (Suva-act. 1). Würde die in vorangehender E. 2.1 erwähnte Rechtsprechung, 

gemäss derer die Verwirkungsfrist von fünf Jahren des Art. 24 Abs. 1 ATSG auch in Fällen zur 

Anwendung kommt, in denen nach einer grundsätzlich fristwahrenden Anmeldung zum Leistungsbezug 

von der Versicherungsträgerin Leistungsansprüche übersehen werden, auf den vorliegenden Fall 

Anwendung finden, so wäre der Anspruch des Beschwerdeführers auf Nachzahlung des allfälligen, 

Ende des Jahres 2006 entstandenen Anspruchs auf Integritätsentschädigung als verwirkt anzusehen. 

Eine im Sinne der genannten Rechtsprechung uneingeschränkte Anwendbarkeit des Art. 24 Abs. 1 

UVG auf die Integritätsentschädigung wird von verschiedenen Autoren postuliert, so beispielsweise – 

ohne nähere Begründung – von Holzer (vgl. ANDRÉ PIERRE HOLZER, Verjährung und Verwirkung der 

Leistungsansprüche im Sozialversicherungsrecht, 2005, S. 128). Auf die Meinung Holzers verweist Frei, 

der der Ansicht ist, es gebe – trotz der ausweichenden Haltung des Bundesgerichts – keinen Grund zur 
Annahme, die Integritätsentschädigung unterliege nicht uneingeschränkt der Verwirkung gemäss Art. 

24 Abs. 1 ATSG (vgl. KOSS UVG-FREI, N 47 zu Art. 24). Gegen die Anwendbarkeit von Art. 24 Abs. 1 

ATSG auf den Anspruch auf Integritätsentschädigung sprachen sich Aliotta/Husmann aus; dies 

hauptsächlich begründet mit möglichen stossenden Ergebnissen in Fällen von Berufskrankheiten mit 

infauster Prognose (insb. sog. «Asbestfälle»), eine Problematik, die zwischenzeitlich vom Gesetz- bzw. 

Verordnungsgeber durch die Neufassung von Art. 24 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 36 Abs. 5 UVV entschärft 

wurde (vgl. MASSIMO ALIOTTA/DAVID HUSMANN, Die Zusprechung von Integritätsentschädigungen 

gemäss Unfallversicherungsgesetz bei durch Asbeststaub verursachten Berufskrankheiten, SZS 

52/2008, S. 162 f.).  

4.3.2 Der Lehre ist demnach kein eindeutiges Votum für oder gegen die uneingeschränkte 
Anwendbarkeit des Art. 24 Abs. 1 ATSG auch auf die Integritätsentschädigung zu entnehmen; profunde 

Auseinandersetzungen mit der Frage der Verwirkung von Integritätsentschädigungen sind äusserst rar, 

wohl weil entsprechende Fälle in der Praxis ebenso selten sind. So hat auch das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen noch nie über die Anwendbarkeit des Art. 24 Abs. 1 ATSG auf den Anspruch 
auf Integritätsentschädigungen entschieden. Das Sozialversicherungsgericht der Kantons Zürich 

bejahte in seinem Urteil vom 26. August 2020, UV.2019.00161, die Anwendbarkeit des Art. 24 Abs. 1 

ATSG auf Integritätsentschädigungen: «Es besteht (…) kein Grund, die Integritätsentschädigung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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gegenüber den essentiellen periodischen Leistungen bevorzugt zu behandeln, indem eine längere 

Verwirkungsfrist zugebilligt oder eine zeitlich unbeschränkte Nachzahlung nach einem unbehandelten 

Antrag zugelassen wird» (E. 4.7 und 4.8 des genannten Urteils). Im genannten Urteil sind der Stand 

der Rechtsprechung und Lehre zu der hier interessierenden Frage gründlich dargestellt und 

einleuchtend interpretiert. Für die Anwendbarkeit der Verwirkungsbestimmung des Art. 24 Abs. 1 ATSG 
spreche neben Erwägungen der Rechtssicherheit und Abklärungsschwierigkeiten infolge Zeitablaufs 

auch der Umstand, dass mit der Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalabfindung frei 

verfügbares Vermögen geäufnet werde; aus diesem Charakter der Integritätsentschädigung lasse sich 

zumindest kein zwingender Grund erkennen, weshalb sie in Fragen der Verwirkung gegenüber 

zweckgebundenen (periodischen) Leistungen wie Renten, welche der Deckung des Existenzbedarfs 

dienten, bevorzugt sein solle (E. 4.7). Dass der Wortlaut des Art. 24 Abs. 1 ATSG auf die – in der Praxis 

sodann auch viel bedeutenderen – periodischen Leistungen zugeschnitten sei (vgl. «Monat, für welchen 

die Leistung (…) geschuldet war» – typischerweise monatlich geschuldet sind Renten, die 

Integritätsentschädigung ist hingegen niemals für einen bestimmten Monat geschuldet), lasse nicht 

darauf schliessen, der Gesetzgeber habe die Integritätsentschädigung und andere nicht-periodische 

Leistungen vom Anwendungsbereich des Art. 24 Abs. 1 ATSG ausschliessen wollen respektive er habe 

die Integritätsentschädigung beim Erlass dieser Bestimmung nicht bedacht und hätte im Bewusstsein 

der Problematik für eine andere, die Integritätsentschädigung privilegierende Lösung, namentlich die 
Ausnahme der Integritätsentschädigung von der Verwirkung nach Art. 24 Abs. 1 ATSG, optiert (vgl. E. 

4.7). Auch ein Vergleich mit der Integritätsentschädigung ähnlichen Ansprüche aus anderen 

Rechtsgebieten (Schadenersatz, Genugtuung, Entschädigung) zeigt, dass diese allesamt verjähren 

bzw. verwirken, wobei die Frist jeweils an die Kenntnis der anspruchsbegründenden Tatsachen 

anknüpft (vgl. bspw. Art. 60 Abs. 1 und 1bis sowie Art. 128a des Bundesgesetzes über die Ergänzung 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Obligationenrecht; SR 220] und Art. 25 des Bundesgesetzes 

über die Hilfe an Opfer von Straftaten [SR 312.5]; vgl. E. 4.7). Dieser ausführlichen und überzeugenden 

Argumentation des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich ist nichts hinzuzufügen, ausser 

dass sich auch in den Materialien zu Art. 24 Abs. 1 ATSG (insb. BBl 1991 II 185 und 1994 V 921) kein 

Hinweis darauf findet, dass der Gesetzgeber die Integritätsentschädigung im Speziellen oder auch die 

nicht-periodischen und in Kapitalform ausgezahlten Leistungen im Allgemeinen von der Verwirkung 

nach Art. 24 Abs. 1 ATSG ausnehmen wollte. Für vorliegenden Fall bedeutet dies, dass ein allfälliger 

im Jahre 2006 entstandener Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung bei 

Erlass des Einspracheentscheids am 12. Februar 2025 bereits seit langem verwirkt wäre. Ein verwirkter 
Anspruch erlischt, mithin besteht er nicht einmal mehr als Naturalobligation (Kommentar ATSG-

REICHMUTH, N 17 f. zu Art. 24) und kann demnach keinen Zinsanspruch nach Art. 26 Abs. 1 und 2 ATSG 

begründen. 

5.   

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/13 

Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädigung ist demnach nur im Rahmen 

eines Rückfalls oder einer Spätfolge denkbar.  

5.1 Gemäss Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen 
gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 

Krankheit, verbunden mit einer Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung und gegebenenfalls 
begleitet von einer Arbeitsunfähigkeit; von Spätfolgen ist die Rede, wenn ein geheilt geglaubtes Leiden 

im Verlaufe längerer Zeit organische und/oder psychische Veränderungen bewirkt, welche zu einem 

andersartigen Krankheitsbild führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1). Rückfälle und Spätfolgen 

schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den beim versicherten 

Unfallereignis geklagten unfallkausalen Beschwerden und den neu geltend gemachten Symptomen ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (Entscheid des Versicherungsgerichts des 

Kantons St. Gallen vom 30. Oktober 2019, UV 2018/32, E. 2.4). 

5.2 Aus den Akten geht nicht hervor, welche Überlegungen die Beschwerdegegnerin bei der am 29. 
März 2023 verfügten (Suva-act. 58) Ausrichtung der Integritätsentschädigung leiteten. Die vom 

Beschwerdeführer bereits kurz nach dem Unfall berichtete Beschwerdefreiheit (vgl. Suva-act. 10 und 

24) legt jedoch nahe, dass sie die ab 2022 berichteten Schmerzen als Rückfall bzw. Spätfolge des 

Unfalls vom 15. November 2005 betrachtete. Hinzu kommt, dass keine Hinweise darauf vorliegen, dass 
sich die Beschwerdegegnerin beim Erlass der Verfügung vom 29. März 2023 auf einen der 

Rückkommenstitel des Art. 53 ATSG (Revision und Wiedererwägung) stützte. Ob der Anspruch auf 

eine Integritätsentschädigung wegen Rückfalls bzw. Spätfolge des Unfalls vom 15. November 2005 

bestand, kann letztlich jedoch offenbleiben, ist doch der Einspracheentscheid vom 12. Februar 2024 

bezüglich der Höhe der Integritätsentschädigung in Rechtskraft erwachsen. Obendrein steht diese 

Frage ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes des vorliegenden Verfahrens (vgl. E. 1).  

6.   

6.1 Insgesamt besteht unabhängig davon, ob der Anspruch des Beschwerdeführers auf die 
Integritätsentschädigung bereits im Jahre 2006/2007 oder erst später im Zusammenhang mit einem 

Rückfall oder einer Spätfolge im Jahre 2022/2023 entstanden ist, kein Anspruch auf Verzugszinsen. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.2 Gerichtskosten sind mangels spezialgesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben (Art. 61 
lit. fbis ATSG). 

6.3 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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13/13 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2025
	Art. 24 Abs. 1 UVG Integritätsentschädigung. Die Integritätsentschädigung unterliegt der Verwirkung nach Art. 24 Abs. 1 ATSG. Offenlassend, ob im vorliegenden Fall ein Anspruch auf Integritätsentschädigung wegen Rückfall oder Spätfolge gegeben ist. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2025, UV 2025/11).

		2026-01-28T04:12:51+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen