# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 510e1e85-e192-59fb-930a-946ff96072d0
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.10.2018 BE.2018.17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BE-2018-17_2018-10-25.pdf

## Full Text

Beschluss vom 25. Oktober 2018  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Andreas J. Keller, Vorsitz, 

Roy Garré und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

 

   
Partei  A., vertreten durch Rechtsanwalt Andrea Taormina,  

Gesuchsteller 

 

  

   

Gegenstand  Siegelungsantrag (Art. 50 Abs. 3 VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BE.2018.17 

 

 

- 2 - 
 
 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) gegen A. ein Verwaltungs-

strafverfahren wegen Verdachts auf Verletzung der Meldepflicht gemäss 

Art. 37 des Bundesgesetzes vom 10. Oktober 1997 über die Bekämpfung 

der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (Geldwäschereigesetz, 

GwG; SR 955.0) führt;  

 

- im Rahmen dieses Verfahrens A. mit Schreiben vom 3. Oktober 2018 an das 

EFD gelangte und die Siegelung zweier interner Untersuchungsberichte der 

Bank B. beantragte; er ferner für den Fall, dass sich die Berichte derzeit nicht 

beim EFD, sondern beim Bundesstrafgericht befinden würden um Weiterlei-

tung des Siegelungsantrags an das Bundesstrafgericht ersuchte (act. 1); 

 

- das EFD den Siegelungsantrag A.s vom 3. Oktober 2018 mit Schreiben vom 

5. Oktober 2018 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts weiter-

leitete, da sich die beiden internen Untersuchungsberichte im Zusammen-

hang mit einem (anderen) Entsiegelungsverfahren (BE.2018.4) zu diesem 

Zeitpunkt bei der Beschwerdekammer befanden (act. 2); 

 

- A. sich zur Weiterleitung seines Siegelungsantrags mit Eingabe vom 17. Ok-

tober 2018 vernehmen liess (act. 5); die Vernehmlassung dem EFD am 

18. Oktober 2018 zur Kenntnis gebracht worden ist (act. 6); 

 

- sich die internen Untersuchungsberichte zusammen mit den Akten des Ent-

siegelungsverfahrens BE.2018.4 nunmehr beim Bundesgericht befinden. 

 

 

 

 Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:  

 

- gemäss Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) sich 

das Verfahren bei Verdacht von Widerhandlungen gegen das FINMAG oder 

der Finanzmarktgesetzte – worunter auch das GwG fällt (Art. 1 Abs. 1 lit. f 

FINMAG) – nach den Bestimmungen des VStrR richtet, soweit das FINMAG 

oder die Finanzmarktgesetze nichts anderes bestimmen; 

 

- gemäss Art. 50 Abs. 3 VStrR Papiere versiegelt und verwahrt werden, wenn 

der Inhaber der Papiere gegen deren Durchsuchung Einsprache erhebt; 

 

 

- 3 - 
 
 

- die Durchsuchung von Papieren (Art. 50 VStrR) eine Zwangsmassnahme 

darstellt, die vom untersuchenden Beamten angeordnet werden kann 

(Art. 37 Abs. 1 und Art. 45 Abs. 1 VStrR); 

 

- die Zuständigkeit, über die Siegelung zu befinden daher beim untersuchen-

den Beamten liegt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1B_546/2012 vom 

23. Januar 2013 E. 2.2); 

 

- dies unabhängig davon gilt, wo sich die zu durchsuchenden Papiere befin-

den;  

 

- vorliegend mithin mangels Zuständigkeit der Beschwerdekammer auf den 

Siegelungsantrag nicht einzutreten ist; 

 

- der Siegelungsantrag zuständigkeitshalber an das EFD zur Behandlung zu-

rückzuweisen ist; 

 

- keine Gerichtsgebühr zu erheben ist (Art. 97 Abs. 1 VStrR i.V.m. 

Art. 423 StPO).  

 

  

- 4 - 
 
 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf den Siegelungsantrag wird nicht eingetreten. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 

 

 

 

Bellinzona, 25. Oktober 2018 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Andrea Taormina 

- Eidgenössisches Finanzdepartement EFD, Generalsekretariat EFD, Rechts-

dienst, unter Beilage von act. 1 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).