# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2045b052-ff84-5b27-a5ca-1b643bf12edb
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-02-27
**Language:** de
**Title:** Gebäudehöhe. Messweise bei Gebäude mit L-förmigem Grundriss.
**Docket/Reference:** BRKE I Nr. 0029/2009
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_I_0029_2009_997.pdf

## Full Text

BRKE I Nr. 0029/2009 vom 27. Februar 2009 in BEZ 2009 Nr. 64

(Bestätigt mit VB.2009.00171 vom 5. August 2009.)

Geplant waren zwei Mehrfamilienhäuser je mit einem L-förmigem Grundriss. Am 
Ende der beiden Schenkel des jeweiligen L wiesen die geplanten Gebäude ein ein-
ziges  Geschoss  und  beim  Scheitelpunkt,  also  beim  Zusammentreffen  der  beiden 
Schenkel,  drei  Geschosse  auf.  Dergestalt  waren  die  Dächer  von  den  Enden  der 
Schenkel  bis  zum  Scheitelpunkt  (regelmässig)  ansteigend.  Strittig  war,  wo  die  Ge-
bäudehöhe zu messen sei.

Aus den Erwägungen:

4.1  Gemäss  Art.  15  BZO  beträgt  die  maximal  zulässige  Gebäudehöhe  in  der 

Wohnzone W2D 7,5 m.

Die zulässige Gebäudehöhe wird von der jeweiligen Schnittlinie zwischen Fas-
sade  und  Dachfläche  auf  den  darunter  liegenden  gewachsenen  Boden  gemessen; 
durch  einzelne,  bis  1,5  m  tiefe  Rücksprünge  bewirkte  Mehrhöhen  werden  nicht  be-
achtet  (vgl.  §  280  Abs.  1  PBG).  Die  Gebäudehöhe  ist  nicht  an  allen  Seiten  eines 
Gebäudes, sondern nur bei den Trauffassaden zu messen.

4.2  Die  Mehrfamilienhäuser  sind  am  ehesten  als  zwei  Pultdachbauten,  welche 
im rechten Winkel zusammengebaut sind, zu betrachten. Bei Pultdachbauten ist die 
Gebäudehöhe jeweils an den waagrecht verlaufenden Schnittstellen zwischen Dach-
fläche und Fassade, also bei der tieferen und bei der höheren Traufseite zu messen. 
Bei den zu beurteilenden Mehrfamilienhäusern sind damit zum einen die beiden Sei-
ten an den Enden der Schenkel für die Gebäudehöhe massgebend. Zum andern ist 
die  Gebäudehöhe  aber  auch  am  obersten  Ende  der  ansteigend  verlaufenden  Ge-
bäudeflügel zu messen. Dass diese beiden Fassaden aufgrund des Zusammenbaus 
der beiden Pultdachbauten nur bei diesem höchsten Punkt des Gebäudes bzw. bei 
der diesen Punkt senkrecht mit dem Boden verbindenden, durch die beiden Fassa-
den  gebildeten  Kante  in  Erscheinung  treten,  ändert  daran  nichts.  Auch  dort  ist  die 
Gebäudehöhe zu messen und einzuhalten.

Dies  erhellt  deutlich  auch  aus  folgender  Überlegung:  Betrachtet  man  die  für 
Pultdachbauten  typische  geringe  Höhe  auf  der  einen  Gebäudeseite,  von  der  das 
Dach ansteigt, und stellt man sich dasselbe L-förmige Gebäude mit bereits bei den 
tiefer  gelegenen  Trauffassaden  ausgeschöpfter  maximaler  Gebäudehöhe  und  der-
selben  Dachneigung  wie  hier  geplant  vor,  würde  diesfalls  im  Bereich  des  Zusam-
menbaus der beiden Flügel die vertikale Ausdehnung des Gebäudes bei weitem zu 
hoch ausfallen. Es ist offensichtlich, dass dies mit den Vorschriften über die Gebäu-
dehöhe  nicht  mehr  zu  vereinbaren  wäre.  Ergo  ist  auch  dort  die  Gebäudehöhe  zu 
messen. Hieraus wird deutlich, dass die Qualifizierung des Projektes als zwei recht-
winklig  zusammengebaute  Pultdachbauten  und  die  sich  hieraus  ergebenden  Mes-
sungen sinnvoll und richtig sind. 

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Während die Gebäudehöhe an den tiefer gelegenen Trauffassaden ohne weite-
res eingehalten ist, ist sie demgegenüber bei den auf einen Punkt reduzierten obe-
ren Trauffassaden mit einer Höhe von rund 10 m bei erlaubten 7,5 m deutlich über-
schritten.

4.3 Schlicht falsch ist die rekurrentische Behauptung, dass bei dieser Betrach-
tungsweise  alle  Gebäude  mit  Satteldächern  beim  First  die  Gebäudehöhe  einzuhal-
ten hätten. Hier liegt eben gerade kein gewöhnliches Schrägdachgebäude vor. Die 
spezielle  Gebäudeform  muss  bei  der  Einhaltung  der  primären  Baubeschränkungs-
normen  berücksichtigt  werden.  Wäre das Gebäude nicht angewinkelt, müsste beim 
First  selbstverständlich  keine  Gebäudehöhe  gemessen  werden.  Dann  stellte  sich 
allerdings die Frage, ob die Trauffassaden im Verhältnis zur gesamten Gebäudeab-
wicklung  noch  eine  Länge  erreichen,  welche  Sinn  und  Zweck  der  Gebäudehöhen-
vorschriften  entspricht  (BRKE  II  Nr.  301/2001,  E.  4),  oder  ob  in  der  Wahl  der  Ge-
bäudeform  eine  Umgehung  der  Vorschriften  über  die  Gebäudehöhe  zu  erblicken 
wäre.