# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 927d5b80-2bce-540d-9e41-1edc1a07895d
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 02.05.2024 SST.2023.246
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-246_2024-05-02.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.246 
(ST.2023.9; StA.2022.1278) 

 

 

Urteil vom 2. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Rosset 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

Privatklägerin   A._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Bulaty,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1966, von Wileroltigen, 

z.Zt.: JVA Lenzburg, Ziegeleiweg 13, 5600 Lenzburg  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt H._____,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Mord usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 27. Januar 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Baden Anklage gegen 

den Beschuldigten wegen Mordes gemäss Art. 112 StGB, Sachbe-

schädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB, Drohung gemäss Art. 180 

Abs. 1 StGB und Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB. Sie 

beantragte eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren sowie eine bedingte 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. Fr. 2'700.00, Probezeit 

2 Jahre.  

 

2. 

Mit Urteil vom 19. April 2023 sprach das Bezirksgericht Baden den 

Beschuldigten vom Vorwurf der Drohung frei und des Mordes gemäss 

Art. 112 StGB, der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und 

des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB schuldig. Es verurteilte den 

Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren sowie einer bedingten 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.00, Probezeit 2 Jahre, und ordnete 

gestützt auf Art. 67b StGB für die Dauer von 5 Jahren ein Kontaktverbot zu 

A._____ an. Es entschied weiter über die beschlagnahmten Gegenstände 

und verpflichtete den Beschuldigten zur Zahlung von Schadenersatz und 

Genugtuungen.  

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 30. Oktober 2023 beantragte der 

Beschuldigte, er sei vom Vorwurf des Mordes freizusprechen. Weiter 

beantragte er die Aufhebung der Dispositivziffern 3, 4, 6, 8 und 9 (Strafe, 

Kontaktverbot, Zivilforderungen und Parteientschädigungen) des vor-

instanzlichen Urteils. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 2. Mai 2024 statt. Der Beschuldigte 

schränkte seine bisher gestellten Anträge ein und zog die Berufung in den 

Dispositivziffern 4 (Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft), 

8 (Zivilforderungen) und 9 (Parteientschädigungen) zurück. Die Staats-

anwaltschaft beantragte die Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit Eingabe vom 10. November 2023 beantragte die Privatklägerin 

A._____, ihre Wohnadresse sei im Berufungsverfahren nicht 

bekanntzugeben. Eventualiter sei die staatsanwaltschaftliche 

Zusicherungserklärung der Anonymität vom 25. August 2022 nachträglich 

 - 3 - 

 

 

dem Zwangsmassnahmengericht zur Genehmigung vorzulegen. 

Subeventualiter sei der Entscheid betreffend Widerruf der staats-

anwaltschaftlichen Zusicherung mittels anfechtbarer Verfügung zu 

erlassen und vorsorglich die Anonymität aufrechtzuerhalten (Eingabe vom 

10. November 2023 S. 1 f.). 

 

Die vorgenannten Anträge der Privatklägerin A._____ sind abzuweisen. 

A._____ hat sich als Privatklägerin und somit als Partei konstituiert. Das 

Rubrum hat u.a. die vollständigen Personalien der Parteien zu enthalten, 

wozu die aktuelle Adresse gehört (vgl. Art. 81 Abs. 2 lit. c StPO). Dies gilt 

erst recht, wenn – wie vorliegend – Leistung von Schadenersatz und 

Genugtuung an die Privatklägerin verlangt wird. Gemäss Art. 149 Abs. 1 

StPO trifft die Verfahrensleitung auf Gesuch hin oder von Amtes wegen die 

geeigneten Schutzmassnahmen, wenn Grund zur Annahme besteht, ein 

Zeuge, eine Auskunftsperson, eine beschuldigte Person, eine 

sachverständige Person oder ein Übersetzer könnte durch die Mitwirkung 

im Verfahren sich oder eine Person, die in einem Verhältnis nach Artikel 

168 Absätze 1 bis 3 StPO steht, einer erheblichen Gefahr für Leib und 

Leben oder einem andern schweren Nachteil aussetzen. Privatkläger – wie 

vorliegend A._____ – sind in Art. 149 StPO nicht genannt und können somit 

gestützt auf diese Norm nicht geschützt werden. Man kann nicht 

Parteirechte ausüben, ohne identifizierbar zu sein. Fühlt sich ein 

Privatkläger bedroht, muss er sich entscheiden, ob er nur als Zeuge 

aussagen will und dabei nötigenfalls geschützt wird oder ob er ohne 

Schutzmassnahmen als Partei aussagen und Zivilansprüche geltend 

machen will (WEHRENBERG, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, 

N. 11 zu Art. 149 StPO). Beim Antrag auf Nichtbekanntgabe der Adresse 

einer Partei handelt es sich der Sache nach um eine teilweise 

Anonymisierung im Sinne von Art. 150 StPO. Diese ist, wie dies geschehen 

ist, bei der Staatsanwaltschaft zu beantragen. Erteilt diese die Zusicherung, 

ist diese sodann aber gemäss der unmissverständlichen Bestimmung von 

Art. 150 Abs. 2 StPO innert 30 Tagen dem Zwangsmassnahmengericht zur 

Genehmigung zu unterbreiten. Die (teilweise) Anonymisierung wird mithin 

erst mit der Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht 

verbindlich. Eine solche Genehmigung liegt unbestrittenermassen nicht 

vor, weshalb auch deshalb kein Grund besteht, die Adresse der 

Privatklägerin A._____ im Rubrum nicht aufzuführen. Liegt keine 

Genehmigung durch das Zwangsmassnahmengericht vor, besteht keine 

Notwendigkeit für einen Widerruf im Sinne von Art. 150 Abs. 6 StPO. Es 

hat zu keinem Zeitpunkt die Pflicht bestanden, die Privatklägerin A._____ 

vorgängig anzuhören. Es geht vorliegend nicht um den Wegfall eines 

behaupteten «Rechts auf Anonymität», sondern es wurde eine solche 

Zusicherung gar nie erst vom Zwangsmassnahmengericht genehmigt. 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

Das vorinstanzliche Urteil wurde hinsichtlich des Schuldspruchs des 

Mordes, der ausgefällten Freiheitstrafe und des angeordneten Kontakt-

verbots angefochten. Nicht angefochten wurden der Freispruch vom 

Vorwurf der Drohung, die Schuldsprüche wegen Sachbeschädigung und 

Hausfriedensbruchs, die Geldstrafe, die den Privatklägern zuge-

sprochenen Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen, die Regelung 

über die beschlagnahmten Gegenstände sowie die Parteient-

schädigungen. In diesen unangefochten gebliebenen Punkten findet keine 

Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

3. Mord 

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten des Mordes gemäss Art. 112 StGB 

schuldiggesprochen.  

 

3.2. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, sich des 

Mordes gemäss Art. 112 StGB strafbar gemacht zu haben, indem er am 

Morgen des 12. Februar 2022 um ca. 8.20 Uhr C._____ in der Wohnung 

von A._____ an der V-Strasse in  W._____ besonders skrupellos getötet 

habe (vgl. Anklageziffer 1).  

 

3.3. 

Der Beschuldigte, welcher im vorinstanzlichen Verfahren noch geltend 

machte, von C._____ angegriffen worden zu sein und sich daraufhin im 

Rahmen einer entschuldbaren Notwehr gemäss Art. 16 Abs. 2 StGB 

verteidigt zu haben (separate Akten des Bezirksgerichts Baden 

[nachfolgend: SA act.]; vgl. SA act. 190 ff.), hat anlässlich der 

Berufungsverhandlung den angeklagten Sachverhalt vollumfänglich 

anerkannt (Protokoll Berufungsverhandlung S. 29). 

 

Für das Obergericht ist damit erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte sich am Morgen des 12. Februar 2022 mit einem 

Fleischmesser der Marke «Jamie Oliver» zur Wohnung von A._____ an der 

V-Strasse in W._____ begeben, sich mit der Zuhilfenahme eines Steins 

über die gläserne Terrassentüre gewaltsam Zugang zur Wohnung 

verschafft und in dieser den überraschten C._____ mittels 18 Stichen mit 

dem Messer der Marke «Jamie Oliver» getötet hat. Anschliessend hat sich 

der Beschuldigte mit dem Messer der Marke «IKEA», welches er in einer 

Küchenschublade in der Wohnung von A._____ behändigt hat, 

Stichverletzungen zugefügt und dieses Messer in die linke Hand des 

bereits verstorbenen C._____, welcher den übereinstimmenden Aussagen 

seiner Ehefrau E._____, seines Sohnes F._____ und von A._____ zufolge 

jedoch Rechtshänder war (UA act. 1963; 1983; 2005), gelegt, um eine 

Notwehrsituation zu inszenieren. Die Ergebnisse des rechtsmedizinischen 

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Gutachtens betreffend die Obduktion des Leichnams von C._____, wonach 

sich dessen Tod durch ein Verbluten infolge Stichverletzungen, 

insbesondere aufgrund der Läsionen der Halsgefässe durch eine Stich-

verletzung in der rechten Überschlüsselbeingrube erklären lasse (UA 

act. 1632), lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte 

auf C._____ eingestochen hat, was er denn auch nicht bestreitet. In 

Würdigung der gesamten Umstände ist für das Obergericht erstellt, dass 

der Beschuldigte mehrfach auf C._____ eingestochen und dadurch dessen 

Tod verursacht hat. 

 

3.4. 

Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, erfüllt den Grundtatbestand der 

vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB. Ist der Täter zudem 

besonders skrupellos vorgegangen, hat er den qualifizierten Tatbestand 

des Mordes gemäss Art. 112 StGB verwirklicht. Besondere Skrupellosigkeit 

liegt namentlich dann vor, wenn der Beweggrund des Täters, der Zweck 

der Tat oder die Art der Tatausführung besonders verwerflich sind. Nach 

der Rechtsprechung zeichnet sich Mord durch eine aussergewöhnlich 

krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung der eigenen 

Absichten aus. Es geht um die besonders verwerfliche Auslöschung eines 

Menschenlebens. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht 

abschliessender Aufzählung auf äussere (Ausführung) und innere 

Merkmale (Beweggrund, Zweck). Diese müssen nicht alle erfüllt sein, um 

Mord anzunehmen. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren 

und inneren Umstände der Tat. Die für eine Mordqualifikation konstitutiven 

Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben und Verhalten nach 

der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind und ein Bild der 

Täterpersönlichkeit geben (BGE 141 IV 61 E. 4.1; Urteil des Bundesge-

richts 6B_271/2015 vom 26. August 2015 E. 2.3.1; jeweils mit Hinweisen). 

 

3.5. 

Der Beschuldigte hat den objektiven und subjektiven Tatbestand des 

Mordes erfüllt: Wie bereits vorgängig dargelegt, ist erwiesen, dass die 

durch ihn ausgeführten Messerstiche zum Tod von C._____ geführt haben. 

Mithin ist erstellt, dass er C._____ getötet hat.  

 

Das Handeln des Beschuldigten ist als besonders skrupellos zu 

qualifizieren, da sowohl seine Beweggründe als auch die Art der 

Ausführung im Sinne einer eigentlichen Eliminierung seines Nebenbuhlers 

besonders verwerflich waren. Der Beschuldigte hat keine Angaben zu 

seinen Beweggründen gemacht, da er sich – bis auf vereinzelte Details 

(vgl. hierzu nachfolgend die Ausführungen in E. 3.6) – nicht mehr an den 

Vorfall erinnern könne. Auch wenn sich nicht sämtliche Beweggründe, die 

den Beschuldigten zur Tötung haben schreiten lassen, erhellen lassen, so 

steht doch fest, dass er C._____ getötet hat, um den anderen Mann an der 

Seite von A._____, in welche der Beschuldigte verliebt war, loszuwerden 

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und sich gleichzeitig an A._____ für den ihm zugefügten seelischen 

Schmerz zu rächen. So lassen die vom Beschuldigten im Laufe des 

Verfahrens getätigten Aussagen und der äussere Ablauf der Tatausführung 

jedenfalls keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte aus 

niedrigen Beweggründen wie verletzter Ehre, Eifersucht und Rache 

gehandelt hat. So hat er C._____ getötet, weil er nicht ertragen konnte, 

dass A._____, nebst der Beziehung zum Beschuldigten, ebenfalls mit 

C._____ eine weitere sexuelle und amouröse Beziehung führte. Es ist 

erstellt, dass der Beschuldigte von der Beziehung zwischen A._____ und 

C._____ wusste. So gab der Beschuldigte an, er habe gewusst, dass 

A._____ einen anderen Mann gehabt habe, welcher sie finanziell 

unterstützt habe und verheiratet gewesen sei. Dies habe er gewusst, weil 

A._____ es ihm mitgeteilt habe (UA act. 2183; SA act. 162; 164; 183; 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 14 ff.). Auch A._____ gab an, sie habe 

dem Beschuldigten bereits ungefähr ein Jahr vor der Tat gesagt, dass sie 

jemanden habe, der sich um sie sorge. Sie habe ihm weiter mitgeteilt, dass 

dies der Grund sei, weshalb sie mit dem Beschuldigten nicht überall 

hingehen könne. Der Beschuldigte habe den Namen von C._____ zwar 

nicht gekannt, jedoch habe A._____ ihm gesagt, dass C._____ eine Familie 

habe (UA act. 1945). Sie habe dem Beschuldigten insgesamt zwei oder 

drei Mal gesagt, dass sie einen anderen Mann habe, weshalb er dies 

gewusst habe (UA act. 2003 ff.; 678; Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 8 ff.). Der Beschuldigte hat ausgesagt, es habe ihn verletzt, dass 

A._____ noch einen weiteren Mann getroffen habe (UA act. 2184; 677). Als 

er am Vortag der Tat gesehen habe, wie A._____ bei einem anderen Mann, 

C._____, ins Auto gestiegen sei, habe er Herzklopfen bekommen. Dies 

mitansehen zu müssen, habe ihn belastet sowie verletzt und er sei deshalb 

eifersüchtig gewesen (UA act. 647). A._____ bestätigte, dass der 

Beschuldigte grundsätzlich eifersüchtig gewesen sei (UA act. 2003). Er 

habe ihr in der Vergangenheit jeweils zu spüren gegeben, dass sie ihm 

gehöre, wenn er unzufrieden gewesen sei. Er sei besitzergreifend gewesen 

und habe gewollt, dass sie sich von C._____ trenne (UA act. 2112; 1944). 

Dass der Beschuldigte durch das Verhalten von A._____, als sie ihn am 

Vortag der Tat abwies und ihm zu verstehen gab, keine Zeit für ihn zu 

haben, weil sie mit jemand anderem zusammen war (UA act. 1698; 

1947 f.), tatsächlich gekränkt wurde, ergibt sich sodann aus der durch ihn 

am Tattag um 7.39 Uhr und somit kurz vor der Tatbegehung an A._____ 

versendeten Nachricht: «Magst du es mir wehzumachen Süsse?» (UA 

act. 1713). Die im Anschluss daran durch den Beschuldigten an A._____ 

versendete Textnachricht «Ich auch…» lässt darauf schliessen, dass sich 

der Beschuldigte mit der Eliminierung von C._____ auch dafür rächen 

wollte, dass A._____ nebenbei eine zweite Beziehung führte. Nichts 

anderes ergibt sich aus der Tatsache, dass der Beschuldigte A._____ im 

Rahmen des unmittelbar nach der Tötung von C._____ getätigten Video-

Anrufs mitgeteilt hat, dass ihr Hund – gemeint C._____ – tot sei und ihr 

durch das Schwenken des verwendeten Mobiltelefons hin zum Opfer 

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gezeigt hat, wie C._____ am Boden gelegen hat. Weiter habe der 

Beschuldigte A._____ während des Videoanrufs gesagt: «Schau, lieber 

nicht mit der Liebe spielen» (UA act. 1950 f.; 2007; 2150; 2150). Auch die 

durch den Beschuldigten an A._____ um 8.33 Uhr versendete 

Textnachricht «Mit gefühlen spiehlirt man nicht» (UA act. 1713) führt vor 

Augen, dass sich der Beschuldigte dafür rächen wollte, dass A._____ mit 

seinen Gefühlen gespielt hatte, indem sie parallel zwei Beziehungen zu 

zwei Männern führte. Damit handelte der Beschuldigte aus egoistischen 

Motiven. Er hat bei der Durchsetzung seiner eigenen Absichten eine 

aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens an den Tag gelegt. 

Er war offensichtlich ohne Weiteres bereit, C._____ dessen 

Daseinsberechtigung abzusprechen. Das Verhalten des Beschuldigten ist 

in keiner Weise nachvollziehbar und steht in einem besonders krassen 

Missverhältnis zum Anlass der Tat. In das Gesamtbild passt im Übrigen 

auch das Nachtatverhalten des Beschuldigten. So hat er sich nach der 

Tötung von C._____ selber Verletzungen zugefügt und Letztgenanntem 

das Messer der Marke «IKEA», mit welchem der Beschuldigte sich selber 

verletzt hat, in die Hand gelegt. Dies, um einen Angriff durch C._____ auf 

ihn, den Beschuldigten, und damit eine Notwehrsituation zu inszenieren, 

sich selber als Opfer darstellen zu können und eine Verteidigungsstrategie 

zu haben. Dies lässt sein Vorgehen umso skrupelloser erscheinen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_507/2020 vom 17. August 2020 E. 1.2.2). 

Sodann hat der Beschuldigte eine besonders brutale und skrupellose Art 

der Tatausführung offenbart. Gemäss dem betreffend die Obduktion von 

C._____ erstellten rechtsmedizinischen Gutachten vom 6. Juli 2022 (vgl. 

UA act. 1629 ff.) sei insgesamt 18-mal, dabei mehrheitlich tiefreichend, mit 

einem Messer in den Hals, den Nacken, den Rumpf sowie die Extremitäten 

von C._____ eingestochen worden, was zum Todeseintritt durch Verbluten 

geführt habe. Die Tatsache, dass auch harte Strukturen wie die Rippen 

durchstossen worden seien, belege eine wuchtige Stichführung. Die 

meisten Verletzungen seien beim Hals sowie auf der Rumpfvorderseite 

feststellbar, weshalb von gezielten Stichen gegen Regionen mit 

lebenswichtigen Organen auszugehen sei. Dass einige Stichverletzungen 

eine geringe Blutungsreaktion aufgewiesen hätten, zeige, dass nach dem 

Setzen der tödlichen Verletzung noch weitere Stiche ausgeführt worden 

seien. Aufgrund dessen sowie der zahlreichen Einstiche auf C._____ ist 

das Vorliegen einer sogenannten «Übertötung» («Overkill») zu bejahen, 

liegt doch eine Gewalteinwirkung in einem solchen Ausmass vor, welches 

deutlich über das für eine Tötung notwendige Mass hinausgegangen ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_540/2017 vom 16. Oktober 2017 

E. 2.4). Der Beschuldigte ging mit extremer Brutalität vor. Das gesamte 

Verletzungsbild inklusive der Abwehrverletzungen von C._____ spricht für 

eine grosse Dynamik. Dies zeigt, dass der Beschuldigte einen Widerstand 

auf Seiten des Opfers überwinden musste sowie, dass C._____ mit dem 

Beschuldigten einen Kampf um Leben und Tod führen musste und dabei 

mehrere Minuten lang sicherlich grosse Angst um sein Leben hatte und – 

 - 8 - 

 

 

nebst den durch die tödlichen Stichverletzungen erlittenen Schmerzen – 

aufgrund der tiefen Abwehrverletzungen (vgl. UA act. 1670) zusätzliche 

nicht unerhebliche Schmerzen erlitten haben dürfte. So sei dem 

rechtsmedizinischen Gutachten zufolge von einer mindestens mehrere 

Minuten andauernden Handlungsfähigkeit von C._____ auszugehen. Bei 

einer Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Umstände bestehen für 

das Obergericht keine Zweifel daran, dass der Beschuldigte C._____ 

skrupellos im Sinne des Mordtatbestands erstochen und damit getötet hat.  

 

Der Beschuldigte wusste, dass Stiche mit einem Fleischmesser mit einer 

Klingenlänge von 19 cm (vgl. UA act. 1756) in den Hals und Rumpf einer 

Person (UA act. 1632) zum Tod führen können. So hat das Bundesgericht 

bereits mehrfach ausgeführt, dass es keiner besonderen Intelligenz bedarf, 

um zu erkennen, dass (ungezielte) Messerstiche in die Brust und den 

Bauch eines Menschen den Tod zur Folge haben können (BGE 109 IV 5 

E. 2; Urteil des Bundesgerichts 6B_829/2010 vom 28. Februar 2011 

E. 3.2). Sodann erachtet es das Obergericht mit der Vorinstanz als erstellt, 

dass sich der Beschuldigte am Morgen des 12. Februar 2022 mit dem 

Willen, C._____ zu töten, zur Wohnung von A._____ an die V-Strasse in 

W._____ begeben hat. Dies zeigt sich daran, dass er zum Zweck der 

Tötung von C._____ das Fleischmesser der Marke «Jamie Oliver» an den 

Tatort mitgebracht hat, was im Berufungsverfahren nicht mehr bestritten 

wird. Dass er von Anfang an mit dem Willen, C._____ zu töten und damit 

vorsätzlich handelte, zeigt sich weiter auch an den durch ihn am Tattag an 

A._____ mit der Line-Applikation versendeten Textnachrichten. So schrieb 

ihr der Beschuldigte um 7.39 Uhr: «Magst du es mir weh zu machenn 

Süsse?», um 8.29 Uhr: «Ich auch…», um 8.33 Uhr «Mit gefühlen spiehlirt 

man nicht» und um 8.54 Uhr «Hatte dich geliebt süsse» (UA act. 1713; 

1394 ff.). Dies führt deutlich vor Augen, dass der Beschuldigte C._____ 

willentlich getötet hat, um sich seines Nebenbuhlers zu entledigen und sich 

bei A._____ für die zusätzlich mit C._____ unterhaltene Beziehung zu 

rächen bzw. ihr seelische Schmerzen zu bereiten, weil er sich durch ihr 

Verhalten verletzt gefühlt hat. 

 

Zusammenfassend hat der Beschuldigte den Tod von C._____ vorsätzlich, 

d.h. mit Wissen und Willen bewirkt. Bei einer Gesamtwürdigung der 

äusseren und inneren Umstände ist erstellt, dass die Tötung von C._____ 

besonders verwerflichen Beweggründen entsprungen ist und die 

Ausführung der Tat als besonders verwerflich erscheint. Das Handeln des 

Beschuldigten, welches davon geleitet war, C._____ zu eliminieren, 

zeichnet sich durch eine besondere Skrupellosigkeit aus. Damit hat der 

Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand des Mordes 

gemäss Art. 112 StGB erfüllt. 

 

 - 9 - 

 

 

3.6. 

3.6.1. 

Der Beschuldigte – welcher anlässlich seiner Einvernahmen angegeben 

hat, sich, bis auf vereinzelte Details im Sinne von unscharfen 

Momentaufnahmen, nicht mehr an den Vorfall zu erinnern (UA act. 1927 ff.; 

2127 ff.; 2162 ff.; 2179 ff.; SA act. 154 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 12 ff.) – begründet den beantragten Freispruch damit, dass er aufgrund 

der Einnahme von insgesamt drei bis vier Tabletten des Schlafmittels 

«Zoldorm» und des in der Folge in seinem Blut vorhandenen Gehalts des 

Wirkstoffs «Zolpidem» im Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei (UA 

act. 2133; Protokoll Berufungsverhandlung S. 2; 16 ff.).  

 

3.6.2. 

Schuldunfähigkeit liegt gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB vor, wenn der Täter zur 

Zeit der Tat nicht fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder 

gemäss dieser Einsicht zu handeln. Eine verminderte Schuldfähigkeit 

gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB liegt dagegen vor, wenn der Täter zur Zeit der 

Tat nur teilweise fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder 

gemäss dieser Einsicht zu handeln. Besteht ernsthafter Anlass, an der 

Schuldfähigkeit des Täters zu zweifeln, so ist gemäss Art. 20 StGB eine 

sachverständige Begutachtung durch einen Sachverständigen anzu-

ordnen. 

 

3.6.3. 

Aus dem durch Dr. med. G._____ erstellten forensisch-psychiatrischen 

Gutachten vom 11. Mai 2022 geht hervor, dass beim Beschuldigten im 

Tatzeitpunkt keine Schuldunfähigkeit, sondern eine mittelgradig 

verminderte Schuldfähigkeit vorgelegen hat, welche durch den 

Sachverständigen jedoch gerade nicht mit der Einnahme des Schlafmittels 

«Zoldorm» begründet wurde, sondern mit der durch diesen 

angenommenen Affektdeliktkonstellation (vgl. hierzu nachfolgend), welche 

zu einer Einschränkung der Steuerungsfähigkeit geführt habe (UA 

act. 282 f.). Das von Dr. med. G._____ erstellte Gutachten ist hinsichtlich 

der Frage einer vollständigen Schuldunfähigkeit vollständig, schlüssig und 

nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. 

 

Dem Beschuldigten kann nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, 

dass das Gutachten nicht nachvollziehbar sei, weil dieses das Schlafmittel 

«Zoldorm» nicht berücksichtige (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 f.). 

So geht aus dem forensisch-psychiatrischen Gutachten klar hervor, dass 

die psychopathologischen Auswirkungen der übermässigen Einnahme des 

Medikaments «Zoldorm» in die Annahme einer relevanten Affektdelikt-

konstellation mit daraus resultierenden Auswirkungen auf das Steuerungs-

vermögen eingeflossen sind. Auch wird im Gutachten ausgeführt, dass 

berücksichtigt werden müsse, dass aufgrund des jahrelangen Konsums 

dieses Schlafmittels eine erhebliche Toleranzentwicklung bestehe (UA 

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act. 282). Sodann wird im Gutachten betreffend die geltend gemachte 

Amnesie ausgeführt, es scheine eine Kombination aus dem Einfluss des 

eingenommenen Schlafmittels mit dem psychodynamischen Abwehr-

mechanismus der Verdrängung vorzuliegen (UA act. 304). Beim durch den 

Beschuldigten eingenommenen Medikament seien Erinnerungsstörungen 

als Nebenwirkung bekannt (UA act. 277). Dies führt vor Augen, dass der 

Sachverständige die Einnahme des Medikaments «Zoldorm» vorgängig 

zur Tatbegehung bei der Erstellung seines Gutachtens sehr wohl 

berücksichtigt hat. Damit ist eine Schuldunfähigkeit des Beschuldigten im 

Tatzeitpunkt ausgeschlossen. 

 

3.6.4. 

Insoweit der Beschuldigte erstmals im Berufungsverfahren geltend macht, 

so viele Tabletten des Schlafmittels «Zoldorm» eingenommen zu haben, 

dass er am nächsten Morgen im Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei, 

findet dies im erstellen Sachverhalt keine Stütze. Es handelt sich vielmehr 

um eine offensichtliche Schutzbehauptung. Unbestritten ist, dass der 

Beschuldigte am Abend vor der Tatbegehung – wie bereits seit 2 ½ Jahren 

– das Schlafmittel «Zoldorm» eingenommen hat. Nach eigenen Angaben 

hatte er in den vorangehenden 2 ½ Jahren am nächsten Morgen nie ein 

auf das Schlafmittel zurückführendes Problem. Vielmehr war es ihm – 

obwohl er sich nach eigenen Angaben nicht immer an die 

Dossierungsvorgaben gehalten hatte – jeweils ohne Weiteres möglich, am 

nächsten Morgen zur Arbeit zu fahren und seiner Arbeit nachzugehen 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 17). Auch hat er nach der Einnahme 

von «Zoldorm» nie für ihn völlig atypische Handlungen vollzogen, an die er 

sich im Nachhinein nicht erinnern konnte. So gab er lediglich an, es sei 

bereits vorgekommen, dass er während der Nacht gekocht und Chips 

gegessen habe, sich am nächsten Tag jedoch nicht daran habe erinnern 

können. Es handelt sich hierbei jedoch um alltägliche Handlungen, welche 

in keiner Weise Similaritäten zur Tatbegehung aufweisen. Der Beschuldigte 

selbst schilderte anlässlich der Berufungsverhandlung zwar eine diffuse 

Erinnerung daran, dass er einerseits seinen Arm sehe, wie er zur 

Medikamentenbox greife und andererseits die Dämmerung wahrnehme, 

und schliesst daraus, dass er bis zum nächsten Morgen wohl nochmals 

Tabletten des Schlafmittels eingenommen habe (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 16 f.). Davon kann bei einer vernünftigen 

Betrachtungsweise jedoch nicht ausgegangen werden, hat er dies doch in 

den 2 ½ Jahren zuvor noch nie getan. Hat er sich in psychisch 

ausserordentlich belastenden Situationen befunden, wie es sie nach 

eigenen Angaben auch früher schon gegeben hatte, z.B. bei der Trennung 

von seiner Ehefrau, hat er am Abend einfach zwei anstatt nur eine oder 

anderthalb Tabletten eingenommen, was über der empfohlenen Dosierung 

gelegen habe. Sein unmittelbar vor, während und nach der Tatbegehung 

gezeigtes Verhalten, das keinerlei Hinweise auf eine Schläfrigkeit oder 

verzögerte Reaktionsfähigkeit zeigt, schliesst jedenfalls aus, dass er nur 

 - 11 - 

 

 

kurze Zeit vor der Tatbegehung weitere Tabletten des Schlafmittels 

«Zoldorm» in erheblicher Anzahl eingenommen hat. Der Beschuldigte 

selbst hat betreffend die Wirkung von «Zoldorm» denn auch angegeben, 

dass dieses in den zwei bis zweieinhalb Jahren vor der Tat, bei einer 

Einnahme von einer halben bis hin zu zwei Tabletten, jeweils die erwartete 

Wirkung erbracht habe und er deshalb grundsätzlich innert zehn bis 

15 Minuten nach der Einnahme habe einschlafen können. Bei der 

Einnahme von mehreren Tabletten habe er schneller einschlafen und 

entsprechend länger schlafen können (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 20 f.). Der Umstand allein, dass in seinem Blut auch noch nach der 

Tatbegehung in «Zoldorm» enthaltene Wirkstoffe in therapeutischer Menge 

nachgewiesen werden konnten, führt zu keiner anderen Beurteilung. Denn 

selbst wenn er noch vor dem Einschlafen oder in der Nacht weitere 

Tabletten von «Zoldorm» eingenommen hätte, hatte dies vor dem 

Hintergrund seines am nächsten Morgen gezeigten Handelns keine 

sichtbar einschränkende Wirkung, was sich denn auch ohne Weiteres mit 

der gutachterlich attestierten erheblichen Toleranzentwicklung erklären 

lässt. So hat der Beschuldigte am Morgen des 12. Februar 2022 zuerst eine 

Line-App-Nachricht an A._____ mit dem Inhalt: «Magst du es mir weh zu 

machenn Süsse?» versendet und sich anschliessend bewusst mit dem zur 

Tötung von C._____ vorgesehenen Tatmesser der Marke «Jamie Oliver» 

an den Tatort begeben, seinen Personenwagen in einer Nebenstrasse 

parkiert und dabei noch die Parkscheibe gestellt (UA act. 852), bevor er 

sich zu Fuss zur Wohnung von A._____ begeben und dort mit einem Stein 

die gläserne Terrassentür eingeschlagen hat, um sich Zugang zur 

Wohnung zu verschaffen. Anschliessend ist er in die Wohnung 

eingedrungen und hat insgesamt 18-mal mit dem an den Tatort verbrachten 

Fleischmesser auf den lediglich mit einem T-Shirt bekleideten und somit 

offensichtlich überraschten C._____ eingestochen. Sodann hat er A._____ 

die zwei Nachrichten «Ich auch…» und «Mit gefühlen spiehlirt man nicht» 

gesendet, bevor er mit dem Mobiltelefon von C._____ einen Notruf 

abgesetzt und diesen sogleich als Fehlalarm deklariert hat. Danach hat der 

Beschuldigte vom blutverschmierten Führerausweis von C._____ eine 

Aufnahme gemacht, bevor er A._____ mittels Videoanruf kontaktiert, dieser 

den am Boden liegenden und wohl bereits verstorbenen C._____ gezeigt 

und dabei zu ihr gesagt hat: «Schau, nicht Spielen mit der Liebe» und 

«Schau, dein Hund ist tot!» (Protokoll Berufungsverhandlung S. 7). 

Daraufhin hat er seinen Töchtern mittels mehrerer WhatsApp-Nachrichten 

seine suizidalen Absichten angekündigt, hat ein Gemüsemesser der Marke 

«IKEA» in der Küchenschublade behändigt, sich damit selber drei 

Stichverletzungen im Bereich seines Oberkörpers zugefügt und dieses 

Messer anschliessend in der linken Hand von C._____ platziert, um eine 

Notwehrsituation zu inszenieren. Dass der Beschuldigte alle diese 

aufeinander abgestimmten und geplanten Handlungen im Zustand einer 

medikamentös bedingten Schuldunfähigkeit begangen haben soll, liegt 

komplett ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungsweise und kann ihm 

 - 12 - 

 

 

in keiner Weise geglaubt werden. Nichts anderes geht aus seinem 

Verhalten vom Vortag hervor. Dieses führt klar vor Augen, dass der 

Beschuldigte am Tattag lediglich das weitergeführt hat, was er bereits am 

11. Februar 2022 begonnen hatte. So hat er sich am Vortag der Tat, 

nachdem A._____ ihm zu verstehen gegeben hatte, an diesem Tag keine 

Zeit für ihn zu haben, mit seinem Personenwagen zum Wohnort von 

A._____ begeben und nachdem er dort gesehen hat, wie sie in das 

Fahrzeug von C._____ eingestiegen und mit diesem davongefahren ist, die 

Verfolgung der beiden aufgenommen und während dieser Nachfahrt 

Aufnahmen des Fahrzeugs von C._____ erstellt. Noch am selben Abend 

hat der Beschuldigte einerseits mit einer Autoindex-Abfrage und 

andererseits mittels eines Anrufs bei einem Arbeitskollegen versucht, die 

Identität des Halters des verfolgten Fahrzeugs ausfindig zu machen. 

Nachdem diese Versuche jedoch erfolglos geblieben sind, hat er sich 

erneut an den Wohnort von A._____ begeben, wo sich auch C._____ 

aufhielt. Der Beschuldigte hat angegeben, dass sein einziger Gedanke am 

Vorabend der Tat gewesen sei, dass das Ganze jetzt geklärt werden müsse 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 16 ff.). Somit ist aufgrund seines 

Verhaltens, insbesondere der Tatsache, dass er in der Lage war, am 

Morgen unfallfrei an den Tatort zu fahren und sich mittels der Platzierung 

des Messers der Marke «IKEA» in der linken Hand von C._____ eine 

Verteidigungsstrategie zurechtzulegen, für das Obergericht – im Einklang 

mit dem Gutachten – ausgeschlossen, dass seine Einsichts- und 

Steuerungsfähigkeit im Tatzeitpunkt vollständig ausgeschlossen war. Das 

gesamte Verhalten des Beschuldigten zeigt deutlich auf, dass gerade keine 

Koordinationsstörung oder -schwäche, Orientierungslosigkeit oder gar 

Bewusstlosigkeit beim Beschuldigten vorgelegen hat, wie dies jedoch im 

Falle eines durch Schlafmittel verursachten Zustandes der 

Schuldunfähigkeit zu erwarten wäre (vgl. hierzu Beilage 1 zur 

Berufungsbegründung S. 537). 

 

3.6.5. 

Zusammengefasst ist für das Obergericht im Einklang mit den 

gutachterlichen Schlussfolgerungen zweifelsfrei erstellt, dass der 

Beschuldigte im Tatzeitpunkt nicht schuldunfähig gewesen ist. 

 

Damit sind auch die vom Beschuldigten anlässlich der Berufungs-

verhandlung gestellten Anträge auf Einholung eines physikochemischen, 

pharmakologischen und neurobiologischen Gutachtens sowie Anordnung 

einer interdisziplinären Untersuchung des Beschuldigten und erneute 

forensisch-psychiatrische Begutachtung (Berufungsbegründung S. 2 f.) 

abzuweisen, denn über Tatsachen, die unerheblich oder bereits 

rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 

StPO). 

 

 - 13 - 

 

 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich im Schuldpunkt als 

unbegründet. Es liegen weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschluss-

gründe vor. Der Beschuldigte hat sich somit des Mordes gemäss Art. 112 

StGB schuldig gemacht. 

 

4. Strafzumessung 

4.1. 

Der Beschuldigte hat sich des Mordes gemäss Art. 112 StGB, der 

Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des 

Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB schuldig gemacht. Dafür ist er 

angemessen zu bestrafen.  

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Betreffend den an C._____ begangenen Mord ergibt sich Folgendes: 

 

Die Vernichtung fremden Lebens ist immer von einer extremen Schwere. 

Allein der Umstand, dass der Beschuldigte das höchste Rechtsgut eines 

Menschen, das Leben, verletzt hat, rechtfertigt aber nicht per se die Aus-

fällung der Maximalstrafe. Die Rechtsgutverletzung als solche ist 

unergiebig, wenn es um einen Mord geht, da die Vernichtung des höchsten 

Rechtsguts den Tatbestand des Art. 112 StGB begründet. Insoweit ist aus 

der Rechtsgutverletzung allein nichts für die Strafzumessung abzuleiten. 

Beim weiten Strafrahmen für Mord hängt die Bemessung der konkreten 

Strafe insbesondere vom Ausmass der besonderen Skrupellosigkeit ab, 

welches die Schwere des Verschuldens wesentlich mitbestimmt. Eine 

unzulässige Doppelverwertung ist damit nicht verbunden (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1; 6B_55/2015 

vom 7. April 2015 E. 3.3). 

 

Betreffend die Art und Weise der Tatausführung ist Folgendes festzuhalten: 

Der Beschuldigte hat am Morgen des 12. Februar 2022 insgesamt 18-mal, 

mehrheitlich tiefreichend, mit dem Fleischmesser der Marke «Jamie 

Oliver», welches eine Klingenlänge von 19 cm aufweist, auf den 

überraschten C._____ eingestochen, dies in dessen Hals, Nacken, Rumpf 

und Extremitäten. C._____ ist noch vor Ort infolge der Stichverletzungen 

durch Verbluten verstorben. Dadurch hat der Beschuldigte, welcher mit 

extremer Brutalität vorgegangen ist, C._____ auf besonders skrupellose Art 

ermordet. Dabei ist es zwischen dem Beschuldigten und C._____ zu einem 

Kampf um Leben und Tod gekommen, weshalb davon auszugehen ist, 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_1233%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-55%3Ade&number_of_ranks=0#page55

 - 14 - 

 

 

dass C._____ währenddessen grosse Angst um sein Leben hatte. Weiter 

ist anzunehmen, dass er während mehrerer Minuten erhebliche Schmerzen 

hat ausstehen müssen. Insgesamt ist von einem sehr erheblichen Ausmass 

der besonderen Skrupellosigkeit auszugehen. Entsprechend wiegt das 

Verschulden des Beschuldigten sehr schwer. 

 

Gestützt auf die Ausführungen im forensisch-psychiatrischen Gutachten ist 

von einer mittelgradig verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. Es ist der 

Vollständigkeit halber allerdings festzuhalten, dass der Sachverständige 

bei der Erstellung des Gutachtens betreffend den Tatablauf davon 

ausgegangen war, dass der Beschuldigte das Tatmesser der Marke 

«Jamie Oliver» erst in der Wohnung von A._____ behändigt und dieses 

somit nicht an den Tatort mitgebracht und sich damit ohne Tötungswillen 

dorthin begeben habe. Dies hat der Sachverständige an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigt (SA act. 142; 129). Auf 

entsprechende Nachfrage hin gab er an, dass die – nunmehr nicht mehr 

bestrittene – Mitnahme des Tatmessers durch den Beschuldigten an den 

Tatort insofern zu einer Änderung seiner Einschätzung betreffend die von 

ihm angenommene Affektdeliktkonstellation führen würde, als dass 

dadurch eine tatvorbereitende Handlung vorliegen würde (SA act. 192). 

Aufgrund der vorliegenden Sachlage erscheint es deshalb fraglich, ob beim 

Beschuldigten überhaupt – wie im Gutachten festgehalten worden ist – von 

einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen ist, was letztlich aufgrund 

des Verschlechterungsverbots hinsichtlich der schuldangemessenen 

Strafe (siehe dazu unten) jedoch offenbleiben kann. 

 

Auch wenn beim Beschuldigten von einer mittelgradig verminderten 

Schuldfähigkeit auszugehen ist, ist es jedoch nicht so, dass es keinen 

anderen Ausweg für ihn gegeben hätte. Insbesondere ist nicht ersichtlich, 

weshalb er sich nicht einfach von A._____ getrennt hat, hatte er ihr doch – 

eigenen Angaben zufolge – bereits vor der Tat gesagt, dass sie die 

Beziehung beenden sollten, wenn sie keine Gefühle mehr für ihn habe (UA 

act. 2171). Im Ergebnis hat er aus rein egoistischen Gründen einfach den 

aus seiner Sicht einfachsten Weg zur Entledigung seines Nebenbuhlers 

und damit einhergehend zur seelischen Kränkung von A._____ gewählt. Je 

leichter es ihm aber gefallen wäre, die körperliche Integrität bzw. das Leben 

von C._____ zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 

dagegen und damit einhergehend sein Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 

E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt wäre unter Berücksichtigung des Strafrahmens von 10 Jahren 

Freiheitsstrafe bis zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe bei 

uneingeschränkter Schuldfähigkeit für den Mord von einem sehr schweren 

Verschulden und einer dafür angemessenen lebenslänglichen 

Freiheitsstrafe auszugehen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die 

 - 15 - 

 

 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten dem forensisch-psychiatrischen 

Gutachten zufolge im Tatzeitpunkt mittelgradig vermindert war, womit sich 

das sehr schwere Verschulden zu einem schweren Verschulden vermindert 

(siehe BGE 136 IV 55), wofür eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren 

angemessen erscheint.  

 

4.3.2. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was sich neutral 

auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Er hat zwar eingestanden, C._____ 

getötet zu haben, macht jedoch geltend, aufgrund der Einnahme des 

Schlafmittels «Zoldorm» im Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen zu sein, 

womit er es im Ergebnis vollständig ablehnt, Verantwortung für sein 

Handeln zu übernehmen. Weiter hat er zwar wiederholt angegeben, dass 

es ihm für C._____ leidtue (UA act. 2138; 2169; Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 12). Es liegt jedoch keine echte Einsicht und 

Reue vor, welche über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht. Aufgrund 

dessen ist sein Geständnis nicht strafmindernd zu berücksichtigen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1).  

 

Was die persönlichen Verhältnisse des heute 57-jährigen Beschuldigten 

anbelangt, so ist er geschieden und hat drei volljährige Kinder. Er befindet 

sich aktuell in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Vor seiner Inhaftierung 

war er in einem Vollzeitpensum bei der I._____ AG tätig. Seine 

Strafempfindlichkeit erscheint durchschnittlich. Ausserordentliche 

Umstände, welche eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu begründen 

vermögen, liegen nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Damit wirkt sich die Täterkomponente neutral aus, womit es bei einer 

Freiheitsstrafe von 15 Jahren bleibt.  

 

4.3.3. 

Bei diesem Strafmass kommt nur der unbedingte Strafvollzug in Betracht 

(vgl. Art. 42 f. StGB).  

 

4.3.4. 

Die vom Beschuldigten bisher ausgestandene Haft von insgesamt 

811 Tagen (Untersuchungshaft, Sicherheitshaft und vorzeitiger Straf-

vollzug vom 12. Februar 2022 bis 2. Mai 2024) ist ihm gestützt auf Art. 51 

StGB an die Freiheitsstrafe anzurechnen. 

 

4.4. 

Nachdem der Beschuldigte im Berufungsverfahren betreffend die von der 

Vorinstanz ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 

Fr. 30.00 bei einer Probezeit von 2 Jahren weder einen Antrag gestellt noch 

 - 16 - 

 

 

diesbezügliche Ausführungen gemacht hat, kann diesbezüglich auf die 

unbestritten gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

4.5. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 15 Jahren sowie einer bedingten Geldstrafe von 

60 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. Fr. 1'800.00, Probezeit 2 Jahre, zu 

bestrafen. Damit erweist sich seine Berufung auch im Strafpunkt als 

unbegründet.  

 

5. Kontaktverbot 

5.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 67b StGB für die Dauer von fünf Jahren 

ein umfassendes Kontaktverbot zu A._____ angeordnet.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung sinngemäss, es sei auf die 

Anordnung eines Kontaktverbots zu verzichten (Berufungserklärung S. 2), 

ohne dies jedoch zu begründen (vgl. Berufungsbegründung S. 1 ff.; 

Protokoll Berufungsverhandlung S. 2 ff.; 29 ff.).  

 

5.2. 

Hat jemand ein Verbrechen oder Vergehen u.a. gegen eine bestimmte 

Person begangen und besteht die Gefahr, dass er bei einem Kontakt zu 

dieser Person weitere Verbrechen oder Vergehen begehen wird, so kann 

das Gericht gemäss Art. 67b StGB für eine Dauer bis zu fünf Jahren u.a. 

ein Kontaktverbot verhängen. Einschränkend wird somit verlangt, dass die 

Straftat gegen eine bestimmte Person begangen wurde, was bedeutet, 

dass der Kontakt direkt in Bezug auf die namentlich genannte Person 

verboten wird. Die für die Anordnung eines Kontaktverbots relevante 

Eigenschaft des Opfers allein genügt indes nicht, um ein solches 

auszusprechen, vielmehr muss zusätzlich die Gefahr bestehen, dass bei 

weiterem Kontakt mit der Person Wiederholungsgefahr besteht 

(HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N. 22 ff. zu 

Art. 67b StGB). 

 

Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil des an C._____ begangenen 

Mordes sowie der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruchs zum 

Nachteil von A._____ schuldiggesprochen. Nachdem, wie bereits Art. 67b 

StGB unmissverständlich ausführt, das Kontaktverbot lediglich zu 

derjenigen Person angeordnet werden kann, gegen welche das 

Verbrechen oder Vergehen begangen worden ist, entfällt die Möglichkeit 

der Anordnung eines Kontaktverbots zu A._____ in Bezug auf den an 

C._____ begangenen Mord. Weiter muss berücksichtigt werden, dass 

sowohl die Sachbeschädigung als auch der Hausfriedensbruch nicht das 

vom Beschuldigten direkt angestrebte Ziel, sondern lediglich Mittel zum 

 - 17 - 

 

 

Zweck des Mordes waren, ging es dem Beschuldigten in erster Linie doch 

nicht darum, die Glasscheibe der Terrassentüre von A._____ zu zerstören 

oder in deren Wohnung einzudringen, sondern darum, C._____ zu 

ermorden. Das Vorliegen einer Wiederholungsgefahr betreffend einen 

Hausfriedensbruch und eine Sachbeschädigung zum Nachteil von A._____ 

ist demnach zu verneinen. Nichts anderes geht aus dem forensisch-

psychiatrischen Gutachten hervor (vgl. UA act. 283). Folglich ist auf die 

Anordnung eines Kontaktverbots zu A._____ zu verzichten. Die Berufung 

des Beschuldigten erweist sich somit in diesem Punkt als begründet. 

 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3).  

 

Der Beschuldigte unterliegt grösstenteils mit seiner Berufung. So bleibt es 

beim Schuldspruch wegen Mord und bei der Freiheitsstrafe von 15 Jahren. 

Er erwirkt mit seiner Berufung lediglich, dass auf die Anordnung eines 

Kontaktverbots verzichtet wird, wobei es sich hierbei jedoch um einen 

vergleichsweise untergeordneten Punkt handelt. Die Staatsanwaltschaft, 

welche die Abweisung der Berufung beantragt hat, obsiegt grösstenteils. 

Die Privatklägerin hat – bis auf die Anträge zur Anonymisierung ihrer 

Wohnadresse – keine Anträge gestellt. Es rechtfertigt sich deshalb, dem 

Beschuldigten die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 

(§ 18 VKD) vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). Entschädigungspflichtig sind jene 

Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der 

Rechte im Strafverfahren stehen und die notwendig und verhältnismässig 

sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, 

welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung im Strafverfahren 

nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen 

Strafrechts und des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt 

und deshalb seine Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient 

erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 

2017 E. 18.3.1 mit Hinweisen). 

 

Mit anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichter Kostennote macht 

der amtliche Verteidiger – inkl. der Dauer der Teilnahme an der 

 - 18 - 

 

 

Berufungsverhandlung – einen Aufwand von 76.6 Stunden à Fr. 220.00 

und von 54.78 Stunden à Fr. 250.00, d.h. insgesamt Fr. 37'005.80 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer), geltend. Dieser Aufwand erweist sich auch 

unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache aufgrund der sich 

im Berufungsverfahren noch stellenden Fragen sowohl insgesamt als auch 

in den einzelnen Positionen als krass überhöht und ist zu kürzen. Der 

amtliche Verteidiger macht für das Aktenstudium inkl. der Lektüre des 

begründeten vorinstanzlichen Urteils einen Aufwand von insgesamt 

66 Stunden geltend. Dies erweist sich als massiv überhöht. Zwar ist dem 

amtlichen Verteidiger zuzugestehen, dass er erst nach Eröffnung des 

vorinstanzlichen Urteils als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden ist, 

weshalb eine gewisse Einarbeitungszeit notwendig war. Es muss jedoch 

berücksichtigt werden, dass sich das Aktenstudium auf jene Aktenstellen 

zu beschränken hat, die für die sich noch stellenden Fragen relevant sind. 

Mithin war keine von den bisherigen Vorbringen und dem erstinstanzlichen 

Urteil losgelöste Durchsicht sämtlicher vorhandener Akten angezeigt. Es 

wäre zu erwarten gewesen, dass der amtliche Verteidiger das begründete 

vorinstanzliche Urteil abgewartet hätte, anstatt vorgängig wahllos und 

unbesehen des bisherigen Verlaufs beinahe 60 Stunden lang Akten zu 

studieren. Weiter bildeten die vorinstanzlich erfolgten Schuldsprüche 

wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, die ausgefällte 

Geldstrafe, die Entscheidung über die beschlagnahmten Gegenstände, die 

Zivilforderungen und die Parteientschädigungen nicht mehr Verfahrens-

gegenstand. Das Aktenstudium hatte sich – aufgrund des angefochtenen 

Schuldspruchs wegen Mordes, der dafür ausgefällten Freiheitsstrafe und 

des Kontaktverbots – auf die diesbezüglich relevanten Aktenstellen zu 

beschränken. Betreffend den Vorwurf des Mordes ist festzuhalten, dass der 

rechtserhebliche Sachverhalt im Berufungsverfahren anerkannt worden ist, 

weshalb keine detaillierte und tiefergehende Auseinandersetzung mit 

sämtlichen Beweismitteln mehr von Nöten war. Aufgrund dessen erweist 

sich für das Aktenstudium, inkl. der Lektüre des vorinstanzlichen Urteils, 

ein Aufwand von insgesamt 10 Stunden als angemessen. Weiter wird für 

die Vorbereitung der Berufungsverhandlung inkl. des Verfassens der 

Berufungsbegründung ein Aufwand von 39.20 Stunden geltend gemacht. 

Die durch den amtlichen Verteidiger an der Berufungsverhandlung 

eingereichte Berufungsbegründung umfasst sechs Seiten und äussert sich 

einzig zu den gestellten Beweisanträgen. Betreffend den Parteivortrag ist 

festzuhalten, dass an der Berufungsverhandlung eine Befragung der 

Privatklägerin A._____ sowie des Beschuldigten vorgesehen war, so dass 

noch zu diesem Beweisergebnis Stellung zu nehmen war. Eine Würdigung 

dieser Aussagen kann an sich nur ad hoc erfolgen und entsprechend nicht 

vorbereitet werden. Insgesamt erweist sich für die Vorbereitung der 

Berufungsverhandlung inkl. des Verfassens der Berufungsbegründung, 

unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bereits ein Aufwand von 

10 Stunden für das Aktenstudium und ein solcher von 3 Stunden für die 

Besprechung mit dem Beschuldigten inkl. Reisezeit in die 

 - 19 - 

 

 

Justizvollzugsanstalt Lenzburg, sowie weitere Besprechungen mit dem 

Beschuldigten entschädigt werden, ein Aufwand von 2 Stunden als 

angemessen. Die geschätzte Dauer der Berufungsverhandlung von 

6 Stunden erweist sich unter Berücksichtigung der effektiven Dauer der 

Verhandlung von 5.33 Stunden, einer kurzen Nachbesprechung mit dem 

Beschuldigten sowie der kurzen Hin- und Rückfahrt, als angemessen. 

Schliesslich macht der amtliche Verteidiger für das Studium des 

vorliegenden Urteils und eine Nachbesprechung mit dem Beschuldigten 

einen Aufwand von 6 Stunden geltend. Auch dieser Aufwand erweist sich 

als deutlich überhöht. Das Urteil wurde an der Berufungsverhandlung kurz 

begründet und der amtliche Verteidiger hatte im Anschluss daran Zeit für 

eine kurze Nachbesprechung, wie sie vorliegend auch entschädigt wird 

(vgl. oben). Aufgrund dessen erübrigt sich eine – unter dem Titel der 

amtlichen Verteidigung nicht notwendige – ausführliche Nachbesprechung 

des Urteils in der Justizvollzugsanstalt, wie auch die damit verbundene Hin- 

und Rückfahrt. Dem Beschuldigten kann das Urteil mit einem Begleitbrief 

zugestellt werden. Nach Zustellung des begründeten Urteils geht es denn 

auch nicht um eine vertiefte Analyse des Urteils, sondern um eine erste 

Übersicht. Ein weitergehender Aufwand gehört in ein allfälliges 

Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht. Folglich ist der geltend gemachte 

Aufwand auf 1.50 Stunden zu kürzen. Damit ergibt sich ein angemessener 

sowie verhältnismässiger Aufwand von 20.60 Stunden à Fr. 200.00 und 

13.08 Stunden à Fr. 220.00 (vgl. § 9 Abs. 3bis AnwT [in der bis 

31. Dezember 2023 geltenden Fassung]; zur zeitlichen Anwendung: als 

Leitentscheid publiziertes Urteil des Obergerichts SST.2023.55 vom 

26. Januar 2024 E. 4.2). Hinzu kommen die Auslagen von 3 % sowie die 

gesetzliche Mehrwertsteuer, woraus eine auf gerundet Fr. 7'800.00 

festzusetzende Entschädigung resultiert. 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss 

vollumfänglich zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

6.3. 

Die anwaltlich vertretene Privatklägerin A._____ hat im 

Berufungsverfahren einzig Anträge zur Anonymisierung ihrer 

Wohnadresse gestellt, welche abzuweisen sind (vgl. E. 1). Für die 

Mitteilung, dass sie die Vermeidung einer Konfrontation mit dem 

Beschuldigten verlange und einen Dolmetscher brauche, war sie nicht auf 

einen Rechtsbeistand angewiesen, zumal darauf in der Vorladung 

hingewiesen wurde und sie von einer Fachperson der Opferhilfe begleitet 

worden ist. Aufgrund dessen hat die Privatklägerin A._____ ihre 

Parteikosten des Berufungsverfahrens selber zu tragen (Art. 436 Abs. 1 

StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO e contrario). 

 

 - 20 - 

 

 

6.4. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). 

 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die 

Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Im Falle eines teilweisen 

Freispruchs können ihr auch dann die gesamten Verfahrenskosten 

auferlegt werden, wenn die ihr zur Last gelegten Handlungen in einem 

engen und direkten Zusammenhang stehen und alle Untersuchungs-

handlungen hinsichtlich jedes Anklagepunktes notwendig waren. Bei einem 

einheitlichen Sachverhaltskomplex ist vom Grundsatz der vollständigen 

Kostenauflage mithin nur abzuweichen, wenn die Strafuntersuchung im 

freisprechenden Punkt zu Mehrkosten geführt hat. Für die Kostenauflage 

gemäss Art. 426 StPO ist nicht die rechtliche Würdigung und die Anzahl 

der angeklagten Tatbestände, sondern der zur Anklage gebrachte 

Sachverhalt massgebend (Urteile des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.2 mit Hinweisen; 6B_343/2020 vom 14. Dezember 

2021 E. 8.3). 

 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Drohung freigesprochen. Dieser 

Vorwurf stand jedoch in einem engen und direkten Zusammenhang zum 

Mord, zur Sachbeschädigung sowie zum Hausfriedensbruch, betreffend 

welche der Beschuldigte schuldiggesprochen wird. So ging es stets um den 

Vorfall vom 12. Februar 2022 an der V-Strasse in W._____, wurde dem 

Beschuldigten doch vorgeworfen, A._____ durch die Ankündigung, sich 

selber töten zu wollen, in Angst und Schrecken versetzt zu haben (vgl. 

Anklageziffer 3). Aufgrund dessen waren sämtliche 

Untersuchungshandlungen notwendig und es rechtfertigt sich, die 

erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 97'850.45 (inkl. Anklagegebühr 

von Fr. 3'450.00) dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

6.5. 

Die Höhe der Entschädigung des früheren amtlichen Verteidigers, 

Rechtsanwalt Jürg Waldmeier, von Fr. 53'525.70 für das erstinstanzliche 

Verfahren ist im Berufungsverfahren unbestritten geblieben, weshalb 

darauf nicht zurückzukommen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4).  

 

Ausgangsgemäss ist diese Entschädigung vom Beschuldigten 

zurückzufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

6.6. 

Die Höhe der Entschädigung des unentgeltlichen Vertreters der 

Privatklägerin A._____ von Fr. 15'911.55 ist im Berufungsverfahren 

 - 21 - 

 

 

unbestritten geblieben, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Die Vorinstanz verkennt, dass wenn der Privatklägerin – wie vorliegend – 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, diese keine 

Anwaltskosten zu bezahlen hat. Ihr ist deshalb kein Schaden entstanden, 

den sie geltend machen könnte. Der unentgeltliche Vertreter ist vielmehr 

aus der Staatskasse zu bezahlen, wobei der unterliegende Beschuldigte 

diese Kosten nur trägt, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen 

Verhältnissen befindet (Art. 426 Abs. 4 StPO). Dies ist vorliegend nicht der 

Fall. 

 

6.7. 

Die jeweilige Höhe der Entschädigung der Vertreterin der Privatkläger 

E._____, F._____ und K._____ ist im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, weshalb darauf nicht zurückzukommen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4). Der 

Beschuldigte ist somit zu verpflichten, den Privatklägern E._____ und 

F._____ eine Parteientschädigung von je Fr. 7'031.75 und dem 

Privatkläger K._____ eine solche von Fr. 3'215.85 (je inkl. Mehrwertsteuer) 

für das erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Drohung.  

 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- des Mordes gemäss Art. 112 StGB 

- der Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB 

 [in Rechtskraft erwachsen] 

- des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB 

 [in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 2 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

 - 22 - 

 

 

Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 StGB und Art. 19 Abs. 2 

StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Jahren  

 

und einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 1'800.00, Probezeit 2 Jahre, [in Rechtskraft erwachsen] 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft, die Sicherheitshaft und der 

vorzeitige Strafvollzug von 811 Tagen (12. Februar 2022 bis 2. Mai 2024) 

werden auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden auf Verlangen den 

berechtigten Personen herausgegeben: 

 

- 1 Apple iPad […] 

- 1 Laptop […] 

- 1 Notebook […] 

- 1 Apple iPhone […] 

- 1 Mobiltelefon […] 

- 1 Apple iPhone […] 

- 1 Apple iPhone […] 

- 1 Tablet […] 

- div. Glasbruchstücke und Steine 

- 1 Gemüsemesser «IKEA» 

- 1 grünes Tuch mit Bluttropfen  

- 1 Häkeldecke weiss  

- 1 Messer (aus Zahnglas im Badezimmer) 

- 1 Lipslast Stift Marke «Manhatten» 

- 1 Haarföhn mit farblichen Anhaftungen am Kabel 

- 1 Fleischmesser «Jamie Oliver» 

- 1 schwarze blutdurchtränkte Hose […] 

- 1 Paar Schuhe […] 

- 1 Hemd […] 

- 1 Steak-Messer […] 

- 1 Unterhose […] 

- 1 blaue Daunenjacke […] 

- 1 blaues T-Shirt […] 

- 1 leere Verpackung […] 

- Führerausweis […] 

- Notiz mit Blut 

 

 - 23 - 

 

 

Werden diese Gegenstände nicht innert 30 Tagen seit Eintritt der 

Rechtskraft herausverlangt, trifft die Staatsanwaltschaft die sachgemässen 

Verfügungen. 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

5.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ 

Schadenersatz von Fr. 7'769.30 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 2022 

und eine Genugtuung von Fr. 45'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 

2022 zu bezahlen. 

 

Der Beschuldigte wird in Bezug auf die künftigen, adäquat-kausalen 

Schadenersatzforderungen der Privatklägerin E._____ dem Grundsatz 

nach schadenersatzpflichtig erklärt. 

 

5.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F._____ 

Schadenersatz von Fr. 4'359.00 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 2022 

und eine Genugtuung von Fr. 10'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 

2022 zu bezahlen. 

 

Der Beschuldigte wird in Bezug auf die künftigen, adäquat-kausalen 

Schadenersatzforderungen des Privatklägers F._____ dem Grundsatz 

nach schadenersatzpflichtig erklärt. 

 

5.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger K._____ 

Schadenersatz von Fr. 5'507.30 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 2022 

und eine Genugtuung von Fr. 10'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 

2022 zu bezahlen. 

 

Der Beschuldigte wird in Bezug auf die künftigen, adäquat-kausalen 

Schadenersatzforderungen des Privatklägers K._____ dem Grundsatz 

nach schadenersatzpflichtig erklärt. 

 

5.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ 

Schadenersatz von Fr. 12'818.35 nebst Zins zu 5 % seit 12. Februar 2022 

zu bezahlen. 

 

Im Übrigen werden die Zivilforderungen der Privatklägerin A._____ auf den 

Zivilweg verwiesen.  

 

 - 24 - 

 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 7'800.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

6.3. 

Die Privatklägerin A._____ hat ihre Parteikosten des Berufungsverfahrens 

selber zu tragen.  

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 97'850.45 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 3'450.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem früheren amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt 

Jürg Waldmeier, für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 53'525.70 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

7.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter der Privatklägerin 

A._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 15'911.55 auszurichten. 

 

7.4. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 7'031.75 zu 

bezahlen. 

 

7.5. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger F._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 7'031.75 zu 

bezahlen.  

 

 - 25 - 

 

 

7.6. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger K._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'215.85 zu 

bezahlen. 

 

 

 Zustellung an:  

die Staatsanwaltschaft Baden[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 - 26 - 

 

 

   

Aarau, 2. Mai 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Rosset