# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed229b2b-1964-5858-8759-583e208c1741
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-24
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.10.2023 III 2023 101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_001_III-2023-101_2023-10-24.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer III

III 2023 101

Entscheid vom 24. Oktober 2023 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
lic.iur. Karl Gasser, Richter
Monica Huber-Landolt, Richterin
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Anwaltskommission des Kantons Schwyz, Kollegiumstrasse 28, 
Postfach 2265, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Anwaltsrecht (Erlass des Praktikums)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geboren ____1994) ersuchte die Anwaltskommission des 
Kantons Schwyz mit Schreiben vom 2. März 2023 um den vollständigen Erlass 
der Absolvierung des Anwaltspraktikums gestützt auf § 3 Abs. 5 des kantonalen 
Anwaltsreglements (AnwR; SRSZ 280.211) vom 14. Januar 2003. Sie begründe-
te dies mit ihrem unbefristeten und ungekündigten Arbeitsverhältnis als Juristin 
im Rechtsdienst des Amtes B.________ seit dem 14. März 2022. Zudem habe 
sie das gesamte Anwaltspraktikum im Kanton C.________ absolviert, welches 
von der Struktur her identisch wie jenes im Kanton Schwyz sei. Es dauere 
18 Monate. Sie habe ihr Praktikum in der Advokatur über die erforderliche Min-
destdauer hinaus verlängert und sei so gesamthaft 26 Monate als Anwaltsprakti-
kantin tätig gewesen. Sie sei grundsätzlich ohne Weiteres zur Anwaltsprüfung im 
Kanton C.________ zugelassen. Ihr beruflicher Mittelpunkt sei jedoch im Kanton 
Schwyz. Sie erachte es deshalb nicht als zweckdienlich, im Rahmen des Erwerbs 
des Anwaltspatents eingehend das Recht des Kantons C.________ zu studieren. 
Auch der Kanton Schwyz profitiere von einer Inhaberin des Schwyzerischen An-
waltspatents. 

Auf entsprechende Fragen der Anwaltskommission am 3. April 2023 teilte 
A.________ ergänzend mit, eine beim Rechtsdienst des Kantons C.________ 
bestehende Anstellung in einem 50 %-Pensum ende per 31. Juli 2023. Ihr Pen-
sum beim B.________ betrage 50 %, welches sie ab 1. August 2023 auf 100 % 
aufstocken könne. Diese Möglichkeit sei ihr bei der Einreichung des Gesuchs am 
2. März 2023 noch nicht bekannt gewesen. Im Herbst 2020 habe sie die An-
waltsprüfung im Kanton C.________ absolviert. Sie habe die schriftlichen Prü-
fungen mit je zwei Noten 5 und einer Note 3 bestanden, jedoch nicht die mündli-
chen Prüfungen am 29. Oktober 2020. Sie dürfe die Prüfung noch einmal wie-
derholen. Allerdings sei im Kanton C.________ bei einer ungenügenden mündli-
chen Prüfung die gesamte Prüfung, also auch die schriftliche, zu wiederholen, 
was gesamtschweizerisch wohl einmalig sei. Da sie sich mental nicht in der Lage 
gefühlt habe, die Prüfung zu wiederholen, habe sie im Dezember 2020 zu 100 % 
zu arbeiten begonnen. Seither sei sie ununterbrochen zu 100 % bzw. zu 90 % 
(während sechs Monaten) am Arbeiten. 

B. Mit Beschluss AK 2023 5 vom 22. Mai 2023 entschied die Anwaltskommis-
sion wie folgt: 

1. Das Gesuch um Erlass des Praktikums wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.00 werden der Gesuchstellerin auferlegt.

3.-4. (Rechtsmittelbelehrung; Zufertigung). 

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C. Gegen diesen Beschluss (Versand am 23.5.2023) erhebt A.________ mit 
Eingabe vom 15. Juni 2023 (Postaufgabe am gleichen Tag) Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen:

1. Der Beschluss der Anwaltskommission des Kantons Schwyz vom 22. Mai 
2023 (AK 2023 5) sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschwerdeführerin 
sei die Absolvierung des Praktikums i.S.v. § 3 Abs. 5 Anwaltsreglement 
vollständig zu erlassen.

2. Eventualiter sei die Beschwerde gutzuheissen, die Sache zur 
Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz bzw. der 
Beschwerdegegnerin. 

In der Begründung macht die Beschwerdeführerin unter anderem eine Verlet-
zung des Gleichbehandlungsgebots geltend, da ihr ein Fall betreffend Erlass des 
Praktikums aus dem Jahre 2022 bekannt sei. Sie beantragt die Edition des Be-
schlusses der Vorinstanz aus dem Jahr 2022 betreffend das Gesuch um Erlass 
des Praktikums einer Gesuchstellerin aus dem Kanton D.________ (S. 3 f. 
Ziff. 1.2). 

D. Mit Vernehmlassung vom 29. Juni 2023 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Beschwerde. Der mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Juni 
2023 angeordneten Edition des Beschlusses betreffend die Gesuchstellerin aus 
dem Kanton D.________ leistet die Vorinstanz keine Folge. 

E.1 Mit gerichtlichem Schreiben vom 3. Juli 2023 wird einerseits der Beschwer-
deführerin Frist zur Einreichung einer Replik angesetzt, anderseits die 
Vorinstanz aufgefordert, den zur Edition anbegehrten Beschluss unverzüglich 
einzureichen. 

E.2 Mit Eingabe vom 5. Juli 2023 repliziert die Beschwerdeführerin. 

E.3 Mit Schreiben vom 6. Juli 2023 bringt die Anwaltskommission ihre Auffas-
sung zum Ausdruck, dass keine rechtliche Grundlage bestehe, den genannten 
Beschluss, auch nicht in anonymisierter Form, einzureichen. Soweit ersichtlich, 
sei eine entsprechende Edition noch nie angefordert worden. Ausserdem sei das 
Verfahren vor der Anwaltskommission nach dem Verständnis der Anwaltskom-
mission nicht öffentlich (mit Hinweis auf § 2 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die 
Öffentlichkeit der Verwaltung und den Datenschutz [ÖDSG; SRSZ 140.410] vom 
23.5.2007).

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F. Mit Schreiben vom 14. Juli 2023 legt der verfahrensleitende Richter der 
Anwaltskommission die Rechtsgrundlagen der anbegehrten Edition dar und setzt 
ihr Frist bis spätestens 7. August 2023 an, um den Beschluss einzureichen. 

Innert erstreckter Frist hält die Anwaltskommission mit Stellungnahme vom 
17. August 2023 an ihrer Auffassung fest und verweigert die Herausgabe des 
angeforderten Beschlusses. 

G. Mit Eingabe vom 11. September 2023 äussert sich die Beschwerdeführerin 
zum Schreiben der Vorinstanz vom 17. August 2023. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Der angefochtene Beschluss wurde der Beschwerdeführerin gemäss deren 
eigener Angabe am 26. Mai 2023 zugestellt (Beschwerde S. 2 Ziff. I.2). Die Vor-
instanz bestreitet diese von ihr überprüfbare Angabe nicht. Mithin wurde die Be-
schwerde am 15. Juni 2023 fristgerecht erhoben (§ 56 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974 i.V.m. § 4 VRP i.V.m. 
§ 158 f. des Justizgesetzes [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009). Nachdem 
auch die weiteren Entscheidungsvoraussetzungen gegeben sind (vgl. § 27 
Abs. 1 VRP), ist auf die Beschwerde einzutreten.  

2. Die Vorinstanz hat die Edition des von der Beschwerdeführerin anbegehr-
ten Beschlusses betreffend die Juristin aus dem Kanton D.________ verweigert.

2.1.1 Die Verwaltungsrechtspflege verfolgt einen mehrfachen Zweck. Sie bewirkt 
namentlich einerseits für die oder den einzelnen individuellen Rechtsschutz und 
erfüllt damit ein Grundprinzip des Rechtsstaats. Anderseits trägt die Verwaltungs-
rechtspflege die Verwaltung kontrollierend und dabei das objektive Recht durch-
setzend zur Rechtssicherheit bei (Herzog/Daum, in: Kommentar zum bernischen 
VRPG, Einleitung N. 21). 

2.1.2 Der Vorinstanz kommt im Beschwerdeverfahren eine parteiähnliche Stel-
lung zu (Bertschi, in: Kommentar VRG, Vorbem. zu §§ 21-21a N. 18). Allerdings 
versieht sie eine Doppelrolle. Zum einen ist sie als Rechtspflegeorgan beteiligt, 
das die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid erlassen 
hat. In dieser Funktion ist sie nicht Partei. Zum andern übernimmt sie die Rolle 
einer Partei für den Verwaltungsverband, dem sie angehört und der am geregel-
ten Rechtsverhältnis beteiligt ist. Hier vertritt sie die Interessen des Verbands. In 
beiden Fällen geht es zwar regelmässig um öffentliche Interessen. Die beiden 
Rollen decken sich jedoch nicht zwingend, sondern können in einem Span-

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nungsverhältnis zueinanderstehen (Daum, in: Kommentar zum bernischen VR-
PG, Art. 12 N. 34). Die Vorinstanz kann entsprechend - gleich einer Partei - mit 
der Vernehmlassung (vgl. § 40 Abs. 1 VRP) Anträge stellen und die Verfahrens-
rechte beanspruchen, die sich aus dem rechtlichen Gehör ergeben (Daum, 
a.a.O., Art. 12 N. 3 und 37). 

2.2.1 Der Untersuchungsgrundsatz gemäss § 18 VRP verpflichtet die Behörde, 
von Amtes wegen den für die Verfügung oder den Entscheid erheblichen Sach-
verhalt zu ermitteln und die erforderlichen Beweise zu erheben, dies unter Vor-
behalt der in § 19 VRP normierten Mitwirkung der Parteien. Diese sind verpflich-
tet, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken, soweit dies nötig und ih-
nen zumutbar ist (§ 19 Abs. 1 VRP). Verweigert eine Partei diese Mitwirkung, so 
ist die Behörde nicht verpflichtet, auf ihre Begehren oder Anträge einzutreten 
(§ 19 Abs. 2 VRP).

2.2.2 Die Mitwirkungspflicht verlangt von den Verfahrensbeteiligten aktiv zur 
Sachverhaltsermittlung beizutragen, etwa durch Erteilung von Auskünften oder 
Herausgabe von Dokumenten (Plüss, in: Kommentar VRG, § 7 N. 89). Eine Mit-
wirkungspflicht besteht insbesondere hinsichtlich solcher Unterlagen, die natur-
gemäss nur die Parteien beibringen können, und Tatsachen, die der Behörde 
nicht oder nur schwer zugänglich sind (Plüss, a.a.O., § 7 N. 99). 

2.2.3 Die Behörde wendet das Recht von Amtes wegen an (§ 26 Abs. 1 VRP). 
Dieser Grundsatz bedeutet, dass Rechtsfragen - anders als Sachverhaltsfragen - 
ausschliesslich von Amtes wegen abgeklärt und entschieden werden müssen. 
Die Entscheidbehörde ist im Rahmen der Rechtsanwendung verpflichtet, auf den 
festgestellten Sachverhalt jenen Rechtssatz anzuwenden, den sie als den zutref-
fenden ansieht, und ihm die Auslegung zu geben, von der sie - unter Berücksich-
tigung von Rechtsprechung und Lehre - überzeugt ist (vgl. Plüss, a.a.O., § 7 
N. 165 f.). Es versteht sich, dass im Rahmen des anzuwendenden "Rechts" ne-
ben dem geschriebenen Gesetzesrecht auch die Rechtsprechung sowie die 
Übung und der Ortsgebrauch zu beachten sind. 

2.3.1 § 21 VRP gewährleistet den Anspruch auf rechtliches Gehör. Die Behörde 
räumt den Parteien das Recht ein, sich zu den für die Verfügung oder den Ent-
scheid massgebenden Tatsachen zu äussern und an den Beweisabnahmen teil-
zunehmen (Abs. 1). Sie hat Äusserungen der Parteien zu würdigen (Abs. 2). 

Der Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 
18. April 1999 dient einerseits der Sachaufklärung und stellt andererseits ein per-

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sönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, wel-
cher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das 
Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu 
äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit 
erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli-
cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 
äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch 
auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die ei-
ner Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 
wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 Erw. 4.1; BGE 135 I 279 
Erw. 2.3; BGE 135 II 286 Erw. 5.1).

2.3.2 Den Parteien kommt - als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör - 
das Recht zur Akteneinsicht zu (vgl. § 22 Abs. 1 VRP). Die Behörde kann die 
Einsicht in die Akten verweigern, wenn schützenswerte private oder öffentliche 
Interessen die Geheimhaltung erfordern (§ 22 Abs. 3 VRP). Wenn die Behörde 
ein Aktenstück geheimhält, darf sie es als Beweismittel zum Nachteil einer Partei 
nur berücksichtigen, wenn diese vom wesentlichen Inhalt Kenntnis erhalten und 
Gelegenheit hatte, sich dazu zu äussern (§ 22 Abs. 4 VRP). 

2.3.3 Beweismittel sind insbesondere auch Urkunden (§ 24 Abs. 1 lit. c VRP). Als 
(öffentliche) Urkunden gelten unter anderem Entscheide und Urteile einer Justiz-
behörde (i.e. verwaltungsinterne Rechtspflegeinstanzen wie auch verwaltungsex-
terne, unabhängige Rechtsprechungsorgane, vgl. Daum, a.a.O., Art. 2 N. 32). 
Parteien und Dritte sind im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht gehalten, Urkunden 
herauszugeben. Ein Verweigerungsrecht besteht grundsätzlich nicht (Daum, 
a.a.O., Art. 19 N. 48 u. 50). Nichts anderes gilt im - vorliegend indessen nicht 
massgebenden Bereich - der Schweizerischen Zivilprozessordnung (Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272) vom 19. Dezember 2008 (vgl. Art. 160 ff. ZPO). Ein 
gesetzlich vorgesehenes Verweigerungsrecht im Sinne von Art. 163 ff. ZPO wä-
re/ist vorliegend nicht erkennbar. 

2.4 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat grundsätzlich devolutive Wirkung 
(Herzog, a.a.O., Art. 74 N. 26). Dies hat unter anderem zur Folge, dass es der 
Behörde, von welcher der angefochtene Akt stammt, grundsätzlich verwehrt ist, 
in der streitigen Angelegenheit weiterhin verbindliche Anordnungen zu treffen. 
Sie kann ihre Anliegen nur noch wie eine Partei ins Verfahren einbringen (Her-
zog, a.a.O., Art. 60 N. 30). Aufgrund des Devolutiveffekts der Beschwerde geht 
die Zuständigkeit zum Entscheid über die Modalitäten der Akteneinsicht - als 
Teilbereich der Verfahrenshoheit des Gerichts - auf die Beschwerdeinstanz über. 

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Demzufolge ist es an dieser, über den Umfang und die Art der Gehörsgewährung 
zu entscheiden und dabei entgegenstehenden öffentlichen oder privaten Interes-
sen Rechnung zu tragen (Griffel, in: Kommentar VRG, § 57 N. 8; BGE 132 V 387 
Erw. 6.3). Beim in § 57 Abs. 3 des Zürcherischen Verwaltungsrechtspflegegeset-
zes (LS-ZH 175.2; VRG) vom 24. Mai 1959 verankerten "Rückbehaltungsrecht" 
der Verwaltungsbehörden handelt es sich um einen Anachronismus aus der Zeit 
der Gründung des Zürcher Verwaltungsgerichts. Eine entsprechende Befugnis 
der Verwaltungsbehörden auch im Rekursverfahren besteht nicht (§ 26a VRG 
[Fassung in Kraft seit 1.7.2010]; vgl. Griffel, a.a.O., § 57 N. 7). 

2.5 Zutreffend ist zwar (vgl. Stellungnahme der Vorinstanz vom 17.8.2023, 
S. 2. Ziff. 2), dass der Begriff der "Partei" nicht tel quel auf eine Vorinstanz über-
tragen werden kann, sondern die Stellung von Vorinstanzen im Rechtsmittelver-
fahren eine gewisse Ambivalenz aufweist (vgl. vorstehend Erw. 2.1.2). Gleich-
wohl trifft eine Vorinstanz aufgrund ihrer (jedenfalls) parteiähnlichen Stellung eine 
Mitwirkungspflicht, die sich bereits in der grundlegenden Pflicht zur Einreichung 
sämtlicher Akten artikuliert. 

Diese Pflicht beschlägt gleichzeitig auch die Offenlegung einer allfälligen geübten 
(Verwaltungs-)Praxis, deren schriftliche Fixierung als Urkunde und somit als Be-
weismittel gilt (vgl. vorstehend Erw. 2.3.3). Dies gilt unbesehen davon, ob es sich 
bei der Vorinstanz um eine verwaltungsinterne Behörde (Verwaltungspraxis) oder 
eine verwaltungsunabhängige richterliche Behörde (entsprechend mit einer 
Rechtsprechungspraxis) handelt, soweit diese der nachgelagerten (Gerichts-) 
Behörde nicht ohne Weiteres bekannt bzw. zugänglich und greifbar ist. Dies ge-
bietet der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen, mit der insoweit 
ebenfalls die Mitwirkungspflicht der Vorinstanz(en) korrespondiert. Der Auffas-
sung der Vorinstanz, sie dürfe ihre Beschlüsse nicht ohne Weiteres an (unbetei-
ligte) Dritte herausgeben, was auch im Verhältnis zu Oberinstanzen gelte (Stel-
lungnahme vom 17.8.2023, S. 2 Ziff. 2), kann daher nicht gefolgt werden. 

Des Weiteren ergibt sich aus dem Devolutiveffekt einer Beschwerde, dass es ei-
ner Vorinstanz untersagt ist, weiterhin verbindliche Anordnungen zu treffen. Die 
Verweigerung der Herausgabe von Akten stellt insofern ebenso eine unzulässige 
(Negativ-)Anordnung dar; ein solches Verweigerungsrecht besteht indes nicht 
(vgl. vorstehend Erw. 2.3.3). Der Devolutiveffekt bedeutet, dass die Beurteilung, 
welche Akten und welche Rechtssätze massgebend sind bzw. sein können und 
entsprechend zu edieren sind, beim Gericht liegt. Der Vorinstanz steht es wie 
den übrigen Verfahrensbeteiligten dabei zu, mit Blick auf Umfang und Art der 
Gehörsgewährung durch die übrigen Verfahrensbeteiligten Anträge zu stellen, 

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dies auch mit Hinweis auf allfällige öffentliche oder private Interessen, welche ei-
ner (ganzen oder teilweisen) Einsicht entgegenstehen können. 

2.6 Was die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 17. August 2023 hiergegen 
anführt, vermag nicht durchzudringen. 

2.6.1 Soweit ersichtlich ist an und für sich - anders als von der Vorinstanz mit 
Schreiben vom 6. Juli 2023 noch geltend gemacht (vgl. vorstehend Ingress 
lit. E.3) - unbestritten (vgl. Stellungnahme der Vorinstanz vom 17.8.2023, S. 2 
Ziff. 2), dass das Gesetz über die Öffentlichkeit der Verwaltung und den Daten-
schutz (ÖDSG; SRSZ 140.410) vom 23. Mai 2017 mit Ausnahme der allgemei-
nen Datenschutzgrundsätze nach § 8 ÖDSG auf Gerichte - vorbehältlich ihrer 
Verwaltungsaufgaben - sowie die anderen Justizbehörden sowie die Verwal-
tungsbehörden und -kommissionen in ihrer Rechtspflege vorliegend keine An-
wendung findet (§ 2 Abs. 3 lit. a u. b ÖDSG). Die Argumentation der Vorinstanz 
scheint indessen gleichwohl von Überlegungen mitgeleitet, die im ÖDSG wurzeln 
(vgl. Stellungnahme der Vorinstanz vom 17.8.2023, S. 2 Ziff. 3). 

2.6.2 Unter Bezugnahme auf § 6 lit. e JG scheint sich die Anwaltskommission - 
abweichend von VGE III 2021 45 vom 31.5.2021 - als Justizbehörde im Sinne ei-
ner richterlichen Behörde zu verstehen. In diesem Fall gilt Folgendes:

Art. 30 Abs. 3 BV verankert das auch von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 14 UNO-
Pakt II vorgesehene Prinzip der Justizöffentlichkeit. Diese erlaubt Einblick in die 
Rechtspflege und sorgt für Transparenz gerichtlicher Verfahren. Damit dient sie 
einerseits dem Schutz der direkt an gerichtlichen Verfahren beteiligten Parteien 
im Hinblick auf deren korrekte Behandlung und gesetzmässige Beurteilung. An-
dererseits ermöglicht die Justizöffentlichkeit auch nicht verfahrensbeteiligten Drit-
ten nachzuvollziehen, wie gerichtliche Verfahren geführt werden, das Recht ver-
waltet und die Rechtspflege ausgeübt wird. Die Justizöffentlichkeit bedeutet eine 
Absage an jegliche Form der Kabinettsjustiz, will für Transparenz der Rechtspre-
chung sorgen und die Grundlage für das Vertrauen in die Gerichtsbarkeit schaf-
fen. Der Grundsatz ist von zentraler rechtsstaatlicher und demokratischer Bedeu-
tung. Die demokratische Kontrolle durch die Rechtsgemeinschaft soll Spekulatio-
nen begegnen, die Justiz benachteilige oder privilegiere einzelne Prozesspartei-
en ungebührlich oder Ermittlungen würden einseitig und rechtsstaatlich fragwür-
dig geführt. Im Ausmasse der garantierten Justizöffentlichkeit bilden Gerichtsver-
handlung und Urteilsverkündung öffentlich zugängliche Quellen im Sinne der In-
formationsfreiheit gemäss Art. 16 Abs. 3 BV (zum Ganzen: BGE 143 I 194 
Erw. 3.1; 139 I 129 Erw. 3.3; Urteil BGer 1C_497/2018 vom 22.1.2020 Erw. 2.2). 
Die Zeiten geheimer Kabinettsjustiz sind überholt. 

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2.6.3 Soweit sich die Vorinstanz auf das Amtsgeheimnis (§ 9 JG) beruft (Stel-
lungnahme vom 17.8.2023, S. 2 Ziff. 2), findet dieses seine Grenzen bekanntlich 
an der Justizöffentlichkeit (Urteilsöffentlichkeit unter Einschluss von Veröffentli-
chung des Urteils [im Internett] oder der Bezugsmöglichkeit von Urteilen beim 
Gericht), unter Vorbehalt eines allenfalls zu beachtenden Persönlichkeitsschut-
zes oder anderer zu schützender Interessen. 

2.6.4 Die heutzutage gemeinhin geübte (anonymisierte) Publikation der Recht-
sprechung (z.B. auch durch das Kantonsgericht des Kantons Schwyz, vgl. htt-
ps://gerichte.sz.ch/) wie auch die unter anderem im Zeichen der Transparenz und 
des rechtlichen Gehörs stehenden Offenlegung einer Übung bzw. der (Verwal-
tungs-)Praxis hat nichts gemein mit einer "fishing expedition" (Stellungnahme der 
Vorinstanz vom 17.8.2023, S. 2 Ziff. 3). Abgesehen davon hat die Beschwerde-
führerin nicht nur den Inhalt des zur Edition angeforderten Entscheides skizziert, 
sondern mit Stellungnahme vom 11. September 2023 (S. 6) sogar dessen Ver-
fahrensnummer (AK 2022 17) bezeichnet. 

2.6.5 Nicht verfangen kann der vorinstanzliche Hinweis auf BGE 121 I 225 (Stel-
lungnahme vom 17.8.2023, S. 2 f. Ziff. 4). Vorliegend steht nicht die Einsicht in 
Prüfungsunterlagen zur Diskussion zwecks Vergleich der eigenen Lösungen mit 
denjenigen Dritter.

2.7 Die Behörde würdigt die Beweise nach pflichtgemässem Ermessen (§ 25 
VRP). Das Verhalten der Parteien darf mitberücksichtigt werden (Daum, a.a.O., 
Art. 19 N. 36; Plüss, a.a.O., § 7 N. 152 f.). Die ZPO kennt in Art. 157 ZPO eben-
falls den Grundsatz der freien Beweiswürdigung und berechtigt das Gericht ex-
plizit, die unberechtigte Verweigerung der Mitwirkung einer Partei bei der Be-
weiswürdigung zu berücksichtigen (Art. 164 ZPO), dies gegebenenfalls zum 
Nachteil der betreffenden Partei (BSK ZPO-Schmid, Art. 164 N. 1). 

2.8.1 Zu Ergänzen ist, dass die Vorinstanz in ihrer Stellungnahme vom 17. Au-
gust 2023 (S. 2 Ziff. 3) von einer "langjährigen Praxis" spricht, ohne sich jedoch 
in quantitativer und/oder qualitativer Hinsicht weiter hierzu zu äussern. 

2.8.2 Zu ergänzen ist aber auch, dass die Beschwerdeführerin ihre detaillierten 
Kenntnisse des von ihr zur Edition anbegehrten Entscheides (AK 2022 17 vom 
2.6.2022) offenkundig von der betreffenden Drittperson direkt mündlich erhalten 
hat (vgl. Beschwerde S. 3 Ziff. 1.2, S. 4 lit. a u. b., S. 8 Ziff. 2.3, S. 9 Ziff. 3.2; Re-
plik S. 1). Insofern ist es einerseits nicht nachvollziehbar, dass und weshalb sie 
den Entscheid nicht erhältlich machen und selber einreichen kann/konnte, zumal 
die Beschwerdeführerin sich hierbei nicht auf einen Geheimhaltungswunsch der 

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Drittperson beruft. Soweit ersichtlich bestreitet sie jedenfalls nur, den betreffen-
den Beschluss vom 2. Juni 2022 nicht selber zugänglich machen zu müssen, 
nicht aber dies nicht zu können (Eingabe der Beschwerdeführerin vom 
11.9.2023, S. 2). Vollends unverständlich ist die Tatsache, dass sie die Verfah-
rensnummer des betreffenden Beschlusses (AK 2022 17) erst mit Stellungnahme 
vom 11. September 2023 (S. 6) nennt. 

Die Beschwerdeführerin muss sich ihrerseits insofern ein treuwidriges und über-
spitzt formalistisches prozessuales Verhalten vorwerfen lassen. Hingegen ent-
behren auch die Befürchtungen der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin könnte 
den Namen der Drittperson im Falle einer Aktenherausgabe publik machen (Stel-
lungnahme vom 17.8.2023, S. 3 Ziff. 4), einer Grundlage, nachdem die Be-
schwerdeführerin die Drittperson persönlich kennt. 

Im Ergebnis ist das eine wie das andere vorliegend für die Beurteilung nicht ent-
scheidend. 

3.1.1 Das Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte 
(Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) vom 23. Juni 2000 gewährleistet die Freizü-
gigkeit der Anwältinnen und Anwälte und legt die Grundsätze für die Ausübung 
des Anwaltsberufs in der Schweiz fest (Art. 1 BGFA). Das Recht der Kantone, im 
Rahmen des BGFA die Anforderungen für den Erwerb des Anwaltspatentes fest-
zulegen, bleibt gewahrt (Art. 3 Abs. 1 BGFA). Anwältinnen und Anwälte, die in 
einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sind, können in der Schweiz ohne 
weitere Bewilligung Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten (Art. 4 BGFA). Jeder 
Kanton führt ein Register der Anwältinnen und Anwälte, die über eine Geschäfts-
adresse auf dem Kantonsgebiet verfügen und die Voraussetzungen nach den Ar-
tikeln 7 und 8 BGFA erfüllen (Art. 5 BGFA). 

Art. 7 BGFA legt die fachlichen Voraussetzungen fest. Für den Registereintrag 
müssen die Anwältinnen und Anwälte über ein Anwaltspatent verfügen (Abs. 1). 
Dieser bedingt einerseits ein juristisches Studium, das mit einem Lizentiat oder 
Master einer schweizerischen Hochschule oder einem gleichwertigen Hoch-
schuldiplom eines Staates abgeschlossen wurde, der mit der Schweiz die ge-
genseitige Anerkennung vereinbart hat (lit. a), sowie ein mindestens einjähriges 
Praktikum in der Schweiz, das mit einem Examen über die theoretischen und 
praktischen juristischen Kenntnisse abgeschlossen wurde (lit. b). Hierbei handelt 
es sich um bundesrechtliche Minimalanforderungen (Staehelin/Oetiker, in: Fell-
mann/Zindel, Kommentar zum Anwaltsgesetz, Zürich 2011, Art. 7 N. 1). Es steht 
den Kantonen frei, für ihre Praktika detailliertere Bestimmungen aufzustellen. Es 
muss sich jedoch um juristische Praktika handeln. Darunter kann die Tätigkeit bei 
Gerichten und in Anwaltsbüros verstanden werden. Infrage kommt aber auch die 

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Arbeit in einer Rechtsabteilung der öffentlichen Verwaltung, die nicht als Prakti-
kum bezeichnet wird, sofern damit auch eine Ausbildung verbunden ist (Staehe-
lin/Oetiker, a.a.O., Art. 7 N. 15 mit FN. 18). 

3.1.2 Gemäss § 8 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAnwG; 
SRSZ 280.110) vom 29. Mai 2002 wird zur Anwaltsprüfung zugelassen, wer ein 
juristisches Studium mit einem Lizentiat oder einem vergleichbaren Diplom einer 
schweizerischen Hochschule oder einem gleichwertigen Hochschuldiplom eines 
Staates, der mit der Schweiz die gegenseitige Anerkennung vereinbart hat, ab-
geschlossen (lit. a) und ein mindestens einjähriges Praktikum absolviert hat 
(lit. b). Diese Regelung entspricht also Art. 7 Abs. 1 lit. a und b BGFA). Das Kan-
tonsgericht regelt die Anforderungen an das Praktikum, den Gegenstand und das 
Verfahren der Anwaltsprüfung in einem Reglement (§ 9 KAnwG). 

3.1.3 Gestützt unter anderem auf § 9 KAnwG hat das Kantonsgericht das An-
waltsreglement (SRSZ 280.211) vom 14. Januar 2003 erlassen. 

§ 3 AnwR regelt die "Anforderungen an das Praktikum" wie folgt:
1 Das Anwaltspraktikum dauert mindestens ein Jahr und ist im Kanton Schwyz zu 
absolvieren. 
2 Während mindestens eines halben Jahres hat die Ausbildung unter der Aufsicht 
und Verantwortung einer im Anwaltsregister des Kantons Schwyz aufgeführten 
Person zu erfolgen. 
3 Als anrechenbares Praktikum für die restliche Praktikumszeit gilt auch die 
Tätigkeit bei einem Gericht, beim Rechts- und Beschwerdedienst des 
Sicherheitsdepartements, bei der Oberstaatsanwaltschaft oder einer 
Staatsanwaltschaft. Die Anwaltskommission kann weitere geeignete Stellen 
bezeichnen. 
4 Die Anwaltskommission kann vor Antritt des Praktikums aus wichtigen Gründen 
eine andere Gestaltung bewilligen. 
5 Die Anwaltskommission kann Personen, die eine längerfristige Berufstätigkeit im 
Kanton Schwyz in einer Anwaltskanzlei, bei einem Gericht oder in der Verwaltung 
ausüben, die Absolvierung des Praktikums ganz oder teilweise erlassen. 

3.2 Die Vorinstanz hat in Würdigung der Angaben der Beschwerdeführerin im 
angefochtenen Beschluss erwogen (Erw. 3), sie erfüllte die Voraussetzung eines 
mindestens einjährigen Anwaltspraktikums im Kanton Schwyz nicht. Des Weite-
ren sei erhellt, dass sie erst seit rund 14 Monaten in einem Pensum von 50 % im 
Kanton Schwyz eine Tätigkeit als Juristin in der Rechtsabteilung des B.________ 
ausübe. Eine Aufstockung auf 100 % sei per 1. August 2023 geplant. Die dort 
ausgeübte Tätigkeit beschlage im Wesentlichen das Raumplanungs- und Bau-
bewilligungsrecht. Dem Kriterium der längerfristigen Berufstätigkeit vermöge die 
Beschwerdeführerin nicht zu genügen, zumal der von ihrer Berufstätigkeit erfass-

12

te Bereich des öffentlichen Rechts nur einen relativ schmalen Ausschnitt der im 
Rahmen der Prüfung auf dem Gebiet des Staats- und Verwaltungsrechts erwar-
teten Kenntnisse abdecke. Die Beschwerdeführerin erwähne sodann, ihr berufli-
cher Lebensmittelpunkt befinde sich im Kanton Schwyz. Ansonsten mache die im 
Kanton E.________ wohnhafte Beschwerdeführerin keine Bezugspunkte zum 
hiesigen Kanton geltend. Schliesslich erkläre die Beschwerdeführerin selber, im 
Kanton C.________ ohne Weiteres zur (einmaligen) Wiederholung der An-
waltsprüfung zugelassen zu sein (Erw. 3). Es verstehe sich, dass die Situation 
jederzeit neu beurteilt werden könne, wenn sich die Beschwerdeführerin über ein 
entsprechendes Praktikum, das den Anforderungen von § 3 AnwR entspreche, 
ausweisen könne, oder wenn sich die Umstände massgeblich änderten.

3.3 Die Beschwerdeführerin rügt, ihre bereits geleisteten Anwaltspraktika wür-
den nicht berücksichtigt. ln diesem Zusammenhang mache sie eine Ungleichbe-
handlung und damit die Verletzung von Art. 8 BV geltend. Es sei ihr nämlich ein 
Fall betr. Erlass des Praktikums aus dem Jahr 2022 bekannt (Beschwerde S. 2 ff. 
Ziff. 1). Die Begründung, wonach die Tätigkeit beim B.________ nur einen klei-
nen Teil des relevanten Prüfungsstoffs abdecke, sei nicht nachvollziehbar. § 3 
Abs. 5 AnwR unterscheide zwischen Gerichten, Staatsanwaltschaft und der Ver-
waltung. Es ergebe sich bereits aus der Natur des Verwaltungsapparats, dass 
die juristische Tätigkeit meist auf ein paar wenige Rechtsgebiete beschränkt sei 
(Beschwerde S. 6 f. Ziff. 1.3). 

Sie habe nirgends von einem Lebensmittelpunkt im Kanton Schwyz, sondern 
vom beruflichen Mittelpunkt gesprochen. Die Gutheissung des Gesuchs könne 
jedoch nicht von einem Lebensmittelpunkt im Kanton Schwyz abhängig gemacht 
werden; andernfalls würde die Niederlassungsfreiheit verletzt. Im Zeitpunkt ihres 
Gesuchs sei sie zudem bereits als künftiges Vorstandsmitglied des ________ 
Personalverbandes vorgesehen gewesen (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 2). 

Die Möglichkeit, eine Prüfung in einem anderen Kanton absolvieren zu können, 
könne nicht entscheidend sein. Unter Verweis auf das ihr bekannte Präjudiz ma-
che sie auch diesbezüglich eine Ungleichbehandlung geltend (Beschwerde 
S. 8 f. Ziff. 3). 

3.4 Vernehmlassend weist die Vorinstanz darauf hin, dass sie seit jeher die 
Praxis verfolge, dass der ganze oder teilweise Erlass des Praktikums nur zurück-
haltend bewilligt werden könne (S. 1). Der von der Beschwerdeführerin genannte 
Fall sei nicht vergleichbar (S. 2 Ziff. 2). 

4.1.1 Bei § 3 Abs. 5 AnwR handelt es sich um eine "Kann"-Bestimmung. Kann-
Vorschriften räumen ein sogenanntes Entschliessungsermessen (Rechtsfolge-

13

ermessen) ein, d.h. einen Spielraum beim Entscheid, ob eine Massnahme zu 
treffen ist oder nicht (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
8. Aufl., Zürich 2020, Rz. 398 u. Rz. 403; vgl. Wiederkehr, in: Wiederkehr/Richli, 
Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Bern 2012, § 5 Rz. 1454 u. 
Rz. 1472). Zudem wird der Anwaltskommission ein Auswahlermessen ein-
geräumt, wenn sie - bei als gegeben erachteten Voraussetzungen - die Absolvie-
rung des Praktikums ganz oder teilweise erlassen kann (vgl. Häfe-
lin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 401; Wiederkehr, a.a.O., § 5 Rz. 1480 ff.). Durch 
das Ermessen erhalten die Verwaltungsbehörden bzw. vorliegend die Anwalts-
kommission einen Spielraum für den Entscheid im Einzelfall. Gleichwohl sind sie 
in ihrer Entscheidung nicht völlig frei, sondern sind an die Verfassung gebunden 
und müssen insbesondere das Rechtsgleichheitsgebot, das Willkürverbot, das 
Verhältnismässigkeitsprinzip und die Pflicht zur Wahrung der öffentlichen Inter-
essen befolgen. Ausserdem sind Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung 
auch bei Ermessensentscheiden zu beachten (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., 
Rz. 409). 

4.1.2 Des Weiteren beinhaltet § 3 Abs. 5 AnwR mit dem Begriff der "längerfristi-
gen" Berufstätigkeit einen in offener Weise umschriebenen Tatbestand und somit 
einen unbestimmten Rechtsbegriff (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., 
Rz. 413 ff.; Wiederkehr, a.a.O., § 5 Rz. 1456). Ein Gleiches ist auch für den Be-
griff der "Verwaltung" anzunehmen, nachdem die Vorinstanz mit der Tätigkeit der 
Beschwerdeführerin beim B.________ nur einen "relativ schmalen Ausschnitt" 
der prüfungsrelevanten Bereiche der Prüfung auf dem Gebiet des Staats- und 
Verwaltungsrechts als abgedeckt erachtet. 

Der Sinngehalt und die Tragweite eines unbestimmten Rechtsbegriffs ist durch 
Auslegung und im Rahmen einer Interessenabwägung zu ermitteln (Wiederkehr, 
a.a.O., § 5 Rz. 1419). 

4.1.3 Bei der Anwendung von unbestimmten Rechtsbegriffen ist nach herrschen-
der Lehre unter Umständen eine gewisse Zurückhaltung bei der Überprüfung 
durch eine gerichtliche Instanz angezeigt. Das trifft vor allem zu, wenn die Ver-
waltungsbehörden zur Beurteilung der konkreten Umstände besser geeignet sind 
als die Gerichte. Gegen eine volle richterliche Überprüfung spricht unter anderem 
die grössere Nähe und Vertrautheit der Verwaltungsbehörden mit den tatsächli-
chen Verhältnissen (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 419; Wiederkehr, a.a.O., 
§ 5 Rz. 1430). 

4.1.4 An die Begründung eines Entscheids sind umso höhere Anforderungen zu 
stellen, je grösser der Spielraum ist, welcher der Behörde infolge ihres Ermes-

14

sens und aufgrund unbestimmter Rechtsbegriffe zusteht (Urteil BVerwG            
B-5953/2020 vom 6.5.2022 Erw. 3.3 mit Hinweisen, u.a. auf BGE 129 I 232 
Erw. 3.3; zur von der Rechtslehre zunehmend in Frage gestellten Unterschei-
dung zwischen unbestimmten Rechtsbegriffen und Ermessen vgl. Donatsch, in: 
Kommentar VRG, § 50 N. 19). 

4.2.1 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann gemäss § 55 Abs. 1 VRP die 
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes 
(lit. a) sowie die unrichtige Rechtsanwendung, einschliesslich der Überschreitung 
oder des Missbrauchs des Ermessens (lit. b) geltend gemacht werden. Dem 
Verwaltungsgericht steht auch eine Prüfung der richtigen Handhabung des Er-
messens zu, unter anderem wenn es als erste kantonale Beschwerdeinstanz zu 
entscheiden hat, und es sich nicht um Verfügungen des Regierungsrates handelt 
(§ 55 Abs. 2 lit. a VRP). 

Vorinstanz ist vorliegend die kantonale Anwaltskommission. Folglich greift § 55 
Abs. 2 lit. a VRP. 

4.2.2 Das Verwaltungsgericht ist an die Parteianträge gebunden. Es darf weder 
zu Gunsten noch zu Ungunsten der Parteien über deren Begehren hinausgehen 
(§ 58 VRP). Legt ein Rechtssatz etwas Abweichendes fest oder steht dem Ver-
waltungsgericht die Ermessensüberprüfung zu, ist das Verwaltungsgericht nicht 
an die Anträge der Parteien gebunden. Es kann die Verfügung oder den Ent-
scheid zugunsten oder zuungunsten einer Partei ändern (§ 59 VRP i.v.m. § 49 
VRP). 

Im Verwaltungsgerichtsverfahren können die Parteien neue Tatsachen und Be-
weismittel geltend machen (§ 57 VRP). Massgebend für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht ist entsprechend der Sachverhalt im Zeitpunkt des Be-
schwerdeentscheides (vgl. Daum, a.a.O., Art. 25 N. 5; Herzog, ebenda, Art. 80 
N. 32 und Art. 66 N. 35). Dies ergibt sich auch aus dem vom Bundesgericht aus 
der Rechtsweggarantie (Art. 29a BV) abgeleiteten Erfordernis, dass auf die 
tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Entscheids abzustellen ist (BSK BV-
Waldmann, Art. 29a N. 14, Donatsch, a.a.O., § 52 N. 29; BGE 125 II 369 
Erw. 3.3). 

4.2.3 Hebt die Rechtsmittelinstanz die angefochtene Verfügung oder den ange-
fochtenen Entscheid auf, so entscheidet sie in der Regel selbst über die Sache 
(§ 43 Abs. 1 VRP; zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde als grundsätzlich refor-
matorischem Rechtsmittel vgl. auch Herzog, a.a.O., Art. 74 N. 28; Donatsch, 
a.a.O., § 63 N. 17). Sie kann die Sache aber auch mit den erforderlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zum Erlass einer neuen Verfügung oder eines neuen 

15

Entscheides zurückweisen (vgl. § 43 Abs. 2 VRP). Insofern steht dem Verwal-
tungsgericht also ein gewisser Ermessensspielraum zu, ob es reformatorisch 
entscheiden oder die Sache an die Vorinstanz zurückweisen will (vgl. VGE III 
2022 117 vom 22.7.2022 Erw. 2.1.1; Donatsch, a.a.O., § 63 N. 18). Eine Rück-
weisung kann angezeigt sein, wenn der Sachverhalt durch die Vorinstanz gar 
nicht oder mangelhaft erhoben wurde. Die Beschwerdeinstanz entscheidet in 
diesem Fall nur dann reformatorisch, wenn die Sache ohne aufwändige Zusatz-
abklärungen zur Entscheidreife gebracht werden kann. Lässt sich das Versäumte 
dagegen nicht ohne Weiteres nachholen, gebietet die Prozessökonomie in der 
Regel eine Rückweisung, da die Vorinstanz aufgrund ihres Fachwissens und der 
ihr zur Verfügung stehenden Mittel oft besser in der Lage ist, die notwendigen 
Beweiserhebungen nachzuholen (VGE II 2021 89 vom 21.10.2021 Erw. 4.8; VGE 
III 2018 121 vom 18.12.2018 Erw. 1.3; VGE III 2017 8 vom 28.4.2017 
Erw. 3.1.2). 

4.3 Aus den Unterlagen ergeben sich folgende Praktika und Tätigkeiten der 
Beschwerdeführerin (Bf-act. 2b, 2c, 4 [mit Beilagen]):

- 1. Juli bis 30. Sept. 2018 Landgericht C.________
- 1. Okt. bis 31. Dez. 2018 Obergericht des Kantons C.________
- 1. Jan. bis 31. März 2019 Staatsanwaltschaft des Kantons C.________
- 1. April 2019 bis 31. Mai 2019 Rechts- und Beschwerdedienst

des Kantons C.________
- 1. Juni bis 30. Juni 2019 Amt für das Grundbuch des Kantons 

C.________
- 1. Juli 2019 bis 31. Dez. 2019 Anwaltspraktikum (100 %, bei F.________, 

G.________)
- 1. Jan. 2020 bis 31. März 2020 Anwaltspraktikum (60 %, bei F.________, 

G.________)
- 1. April 2020 bis 31. Aug. 2020 Anwaltspraktikum (20 %, bei F.________,

G.________)

- Herbst 2020 Anwaltsprüfungen
- schriftliche Anwaltsprüfung 3 Prüfungen (13 Punkte)
- (_____ mündliche Anwaltsprüfung 4 Prüfungen (14 Punkte)
- Parteivortrag 3.75 Punkte
- Gesamtdurchschnitt 30.75 : 8 = 3.84

- 9. Dez. 2020 bis 31. Jan. 2021 (?) H.________ AG (100 %)
- 1. Febr. 2021 bis 31. Aug. 2021 (?) I.________ AG (100 %)
- 1. Sept. 2021 bis 31. Juli 2023 Rechtsdienst des Kantons C.________ (50 

%)
- 1. Sept. 2021 bis 28. Febr. 2022 Rechtsdienst des Kantons C.________ (zu-

sätzlich 40 % Mutterschaftsvertretung)
- 14. März 2022 bis 31. Juli 2023 Amt B.________, 

Schwyz (50 %)

16

- Seit 1. Aug. 2023 Amt B.________, 
Schwyz (100 %)

4.4.1 Es erweist sich mithin zum einen, dass die Beschwerdeführerin ihre Recht-
spraktika vollumfänglich im Kanton C.________ absolviert hat. Wie die Be-
schwerdeführerin selber betont (Beschwerde S. 4 lit. c), handelt es sich hierbei 
insgesamt um eine - bei gemäss Art. 5 Abs. 1 des C.________ Reglements über 
die Anwaltsprüfung (RB 9.2325) vom 5. April 2002 erforderlichen achtzehn Mo-
naten - über zweijährige und vielseitige Praktikumsdauer. 

Zum andern fällt auf, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer vorübergehenden 
Tätigkeit bei Versicherungen in J.________ (rund neun Monate) im Rechtsdienst 
des Kantons C.________ während 23 Monaten zu 50 % zusätzlich 6 Monaten zu 
40 % tätig war. Dies entspricht auf ein Hundertprozentpensum umgerechnet rund 
14 Monate. Im Kanton Schwyz arbeitete sie demgegenüber beim B.________ 
(gerundet) 17 Monate in einem 50%-Pensum und nunmehr seit dem 1. August 
2023 während gut zwei Monaten in einem 100%-Pensum. Dies entspricht insge-
samt (gerundet) einem Hundertprozentpensum von 11 Monaten. Allein der Ver-
gleich dieser Anstellungsdauern zeigt, dass weder relativ (im Verhältnis zum 
Kanton C.________) noch absolut von einer längerfristigen Berufstätigkeit in der 
hiesigen kantonalen Verwaltung gesprochen werden kann. Die diesbezügliche 
Beurteilung der Vorinstanz (angefochtener Beschluss Erw. 3) ist zu bestätigen. 

Festzuhalten ist gleichzeitig, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Gesuch vom 
2. März 2023 (S. 2 Ziff. III) von einem "unbefristeten und ungekündigten Arbeits-
verhältnis" beim B.________ seit dem 14. März 2022 sowie einer "rund einjähri-
gen Tätigkeit" sprach. Die Tätigkeit beim Rechtsdienst im Kanton C.________ 
liess sie unerwähnt. Erst auf Nachfrage der Vorinstanz vom 3. April 2023 präzi-
sierte sie mit Schreiben vom 14. April 2023, dass es sich bei der Tätigkeit beim 
B.________ um ein 50%-Pensum handle und dass sie teilzeitlich auch beim 
Rechtsdienst im Kanton C.________ tätig sei. Insoweit liess es die Beschwerde-
führerin initial an der gebotenen Transparenz missen (zum prozessualen Verhal-
ten der Beschwerdeführerin vgl. auch vorstehend Erw. 2.8.2).  

4.4.2 Für eine Berücksichtigung/Anrechnung der im Kanton C.________ absol-
vierten Praktika im Kanton Schwyz besteht vorliegend weder Anlass noch eine 
rechtliche Grundlage; anders beispielsweise im Kanton St. Gallen, wo die An-
waltskammer eine praktische Tätigkeit in einem anderen Kanton im Umfang von 
drei Monaten anerkennen kann (Art. 4 Abs. 3 des St. Galler Prüfungs- und Bewil-
ligungsreglements für Rechtsanwälte und Rechtsagenten [PBR; sGS 963.73] 
vom 22.4.1994). § 3 Abs. 5 AnwR knüpft den ganzen oder teilweisen Erlass des 
Praktikums ausschliesslich an die längerfristige Berufstätigkeit im Kanton 

17

Schwyz. Ebenso liegt es auf der Hand, dass Tätigkeiten bei Versicherungen we-
der als Praktika noch als Tätigkeiten in der Verwaltung gelten können. Das Glei-
che gilt für das - durchaus und uneingeschränkt löbliche - freiwillige Engagement 
im ________ Personalverband (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 2.1). 

4.4.3 Zutreffend ist auch die Auffassung der Vorinstanz, dass die Tätigkeit beim 
B.________ namentlich das Raumplanungs- und Baubewilligungsrecht be-
schlägt. Gleichzeitig weist die Beschwerdeführerin ihrerseits zu Recht auf die 
Vielfalt der Aufgaben des B.________ hin (Beschwerde S. 5 lit. c). Wie die von 
ihr aufgelisteten Rechtsgebiete (RPG, DSG, USG, GSchG, ZWG) zeigen, betrifft 
dies aber zu einem grossen Teil auch Bundesrecht, also für jeden Kanton bzw. in 
jedem Kanton gleichermassen geltendes Recht. Insbesondere aber ist die Tätig-
keit bei einem kantonalen Rechtsdienst, wie sie die Beschwerdeführerin im Kan-
ton C.________ versehen hat, zweifelsohne von grösserer rechtlicher Vielfalt, 
namentlich auch mit Blick auf die kantonale Gesetzgebung und Rechtsprechung, 
verbunden. 

4.4.4 Die schriftliche Anwaltsprüfung im Kanton C.________ erstreckt sich auf 
das Straf- und Strafprozessrecht, das Staats- und Verwaltungsrecht (einge-
schlossen die Rechtspflege), das Privatrecht, das Zivilprozessrecht und das 
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (Art. 10 Reglement Anwaltsprüfung). Die 
mündliche Prüfung erstreckt sich zusätzlich auf das Anwaltsrecht (Art. 13 Regle-
ment Anwaltsprüfung). 

Die schriftliche Anwaltsprüfung im Kanton Schwyz erstreckt sich auf das Privat- 
und/oder Strafrecht sowie das Staats- und/oder Verwaltungsrecht. Dabei kann 
auch das Prozess- und Vollstreckungsrecht sowie das interkantonale und inter-
nationale Recht geprüft werden (§ 7 Abs. 1 AnwR). Die mündliche Prüfung er-
streckt sich auf das Privatrecht, das Zivilprozess- sowie Schuldbetreibungs- und 
Konkursrecht, das Straf- und Strafprozessrecht, das Staats- und Verwaltungs-
recht sowie das Anwalts- und Beurkundungsrecht. In den einzelnen Fächern wird 
auch das interkantonale und internationale Recht geprüft (§ 8 Abs. 2 AnwR). 

Es zeigt sich mithin, dass im Wesentlichen die gleichen Rechtsgebiete geprüft 
werden. 

Nachdem die Beschwerdeführerin ihre Praktika im Kanton C.________ über die 
Pflichtdauer von achtzehn Monaten erstreckt hat und überdies beim C.________ 
Rechtsdienst gearbeitet hat, bleibt es unverständlich, dass bzw. aufgrund wel-
cher Motive die Beschwerdeführerin nicht noch einmal die Anwaltsprüfung im 
Kanton C.________ in Angriff genommen hat. Insofern können in einem anderen 
Kanton vollständig absolvierte reglementarische Praktika (sowie praktische 

18

Tätigkeiten in der Verwaltung) und ein bereits dort erfolgter Prüfungsversuch von 
der Vorinstanz durchaus im Rahmen der Ermessensausübung beim Entscheid 
gegen einen (Teil-)Erlass des Praktikums im Kanton Schwyz mitberücksichtigt 
werden. Im Übrigen dürfte die Beschwerdeführerin angesichts ihrer umfassenden 
Praktika (vgl. vorstehend Erw. 4.3) und der Tätigkeit beim C.________ Rechts-
dienst bis in die jüngste Zeit entgegen ihrer Auffassung (vgl. vorstehend Ingress 
lit. A) auch die Prüfungsvorbereitungen im Kanton C.________ in zweckdienli-
cher Zeit abschliessen können. 

4.4.5 Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass sich eine sehr restriktive Handha-
bung der Möglichkeit eines (ganzen oder teilweisen) Erlasses des Praktikums 
rechtfertigt. Dies gebietet vorab der Grundsatz der Gleichbehandlung. Eine 
grosszügige Entbindung von der Verpflichtung zur Absolvierung eines Anwalt-
spraktikums im Kanton aufgrund einer mehr oder weniger längerfristigen Tätig-
keit in einer Anwaltskanzlei, bei einem Gericht oder in der Verwaltung könnte all-
zu leicht in Willkür und insbesondere auch in eine Entwertung des (mässig ent-
löhnten, indessen betreuten) Praktikums münden. Insofern ist es sinnvoll zu ver-
langen, dass mit der (längerfristigen) Tätigkeit auch eine Ausbildungskomponen-
te verbunden ist (vgl. vorstehend Erw. 3.1.1 i.f.). 

4.4.6 Im Weiteren entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass gescheiterte An-
waltsprüfungskandidaten in der Regel entweder die Prüfung gleichenorts ein 
zweites Mal in Angriff nehmen oder unter Verzicht auf die Prüfungswiederholung, 
wie das Beispiel der Beschwerdeführerin illustriert, als Juristen ohne Rechtsan-
waltspatent eine Tätigkeit in der Privatwirtschaft oder in einer kantonalen Verwal-
tung aufnehmen, was beides nicht zwingend im angestammten Kanton der Fall 
sein muss. Solche fortgesetzten Tätigkeiten lassen sich früher oder später als 
"längerfristig" qualifizieren und das Bedürfnis nach einem (ganzen oder teilwei-
sen) Erlass des Anwaltspraktikums wecken. Auch deshalb rechtfertigt sich eine 
restriktive Handhabung von § 3 Abs. 5 AnwR und ist die Befürchtung der Vor-
instanz, es könnte einem "Prüfungstourismus" (Terminologie der Beschwerdefüh-
rerin in der Stellungnahme vom 11.9.2023, S. 6, unter Bezug auf die Stellung-
nahme der Vorinstanz vom 17.8.2023, S. 5) Vorschub geleistet werden, nicht als 
gänzlich unberechtigt von der Hand zu weisen. 

4.5.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist der Grundsatz der rechtsgleichen Be-
handlung verletzt (Art. 8 Abs. 1 BV), wenn rechtliche Unterscheidungen getroffen 
werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht 
ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, welche sich 
aufgrund der Verhältnisse aufdrängen. Die Rechtsgleichheit wird insbesondere 

19

dann verletzt, wenn Gleiches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder 
Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. 
Vorausgesetzt ist, dass sich die ungerechtfertigte Gleich- bzw. Ungleichbehand-
lung auf eine wesentliche Tatsache bezieht (Urteil BGer 2C_733/2018 vom 
11.2.2019 Erw. 6.1 i.Sa. Bezirksschulrat Küssnacht; BGE 131 V 107 Erw. 3.4.2).

Der Grundsatz der Gesetzmässigkeit der Verwaltung geht dem Rechtsgleich-
heitsprinzip im Konfliktfall in der Regel vor. Wenn eine Behörde in einem Fall ei-
ne vom Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat, gibt das den Privaten, 
die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich keinen Anspruch darauf, 
ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden. Dies gilt allerdings nur 
dann, wenn die abweichende Behandlung lediglich in einem einzigen oder in we-
nigen Fällen erfolgt ist (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 599 mit Hinweisen 
auf die Rechtsprechung). 

4.5.2 Mit der Vernehmlassung vom 29. Juni 2023 (S. 2 Ziff. 2) bringt die          
Vorinstanz zum einen vor, die Tätigkeit der Person des von der Beschwerdefüh-
rerin angeführten Präjudizes bei einem Notariat sei in Bezug auf die Anwaltsprü-
fung weiter gefächert (gemeint: als dasjenige der Beschwerdeführerin beim 
B.________). Wie es sich hiermit faktisch verhält, ist nicht weiter zu prüfen, da es 
sich zweifelsohne um Praktika/Tätigkeiten mit anderer Ausrichtung handelt und 
insofern die Fälle nicht vergleichbar sind. 

Zum andern legt die Vorinstanz auch dar, dass die betreffende Person, selbst 
wenn sie über ein ausserkantonales Anwaltspatent verfügte, zusätzlich im Kan-
ton Schwyz die Notariatsprüfung hätte ablegen müssen, um längerfristig bei ei-
nem Notariat tätig sein zu können. Mithin besteht auch in diesem Punkt ein ge-
wichtiger Unterschied. 

Mit der Eingabe vom 17. August 2023 weist die Vorinstanz zudem darauf hin 
(S. 3 Ziff. 5), dass sie in den letzten Jahren etliche ähnliche Gesuche geprüft ha-
be und die Zulassung insgesamt sehr restriktiv handhabe. Die Zulassung der 
Gesuchstellerin im Verfahren AK 2022 17 bilde eine sehr seltene Ausnahme und 
erkläre sich insbesondere mit der Tätigkeit der damaligen Gesuchstellerin bei ei-
nem hiesigen Notariat. Es handelt sich folglich um einen Einzelfall, aus welchem 
sich weder ein Anspruch auf Gleichbehandlung noch - sofern der damalige Er-
lass des Praktikums zu Unrecht erfolgt wäre - ein Anspruch auf Gleichbehand-
lung im Unrecht ableiten lässt.

Die Rüge der Verletzung des Grundsatzes der rechtsgleichen Behandlung er-
weist sich folglich als unbehelflich. 

20

4.6 Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Es spre-
chen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Vorinstanz im Falle der Beschwerde-
führerin § 3 Abs. 5 AnwR verletzt hat. Ebensowenig hat sich der massgebende 
Sachverhalt seit dem Zeitpunkt des angefochtenen Beschlusses in entscheidre-
levanter Weise verändert. Diesbezüglich ist auch auf Erw. 4 des angefochtenen 
Beschlusses zu verweisen, womit die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in Aus-
sicht gestellt hat, dass "die Situation jederzeit neu beurteilt werden kann, wenn 
sich die Bewerberin über ein entsprechendes Praktikum, das den Anforderungen 
von § 3 des Anwaltsreglements entspricht, ausweisen kann, oder wenn sich die 
Umstände massgeblich ändern".

5. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Verfahrenskosten (Ge-
richtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) zu Lasten der Beschwerdeführerin 
(§ 72 Abs. 2 VRP). Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen (§ 74 VRP). 

21

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
von insgesamt Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Nach-
dem sie am 23. Juni 2023 einen Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- bezahlt 
hat, sind ihr Fr. 200.-- aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. 

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

4. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- und die Vorinstanz (EB). 

Schwyz, 24. Oktober 2023

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 26. Oktober 2023