# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 541255b1-849d-5fed-bbcf-9c19c96093f8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.05.2024 SST.2023.298
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-298_2024-05-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.298 
(ST.2023.31 StA.2022.953) 

 

 

Urteil vom 15. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichter Fedier, Vizepräsident  

Oberrichterin Möckli  

Oberrichterin Jacober  

Gerichtsschreiberin M. Stierli        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1987, von Deutschland, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Aleksandar Simic,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte usw.; 

Strafzumessung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 19. Juni 2023 Anklage 

gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher Verfügung über mit Beschlag 

belegte Vermögenswerte gemäss Art. 169 Abs. 2 StGB, mehrfachen 

Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG, Nichtabgabe 

von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG, 

Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB, Fahrens in fahr-

unfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 lit. c SVG sowie Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

 

2. 

Mit Urteil vom 18. Oktober 2023 erkannte das Bezirksgericht Zurzach: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte gemäss 

Art. 169 Abs. 2 StGB (Anklageziffer 1) 
- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG 

(Anklageziffer 2) 
- der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG 

(Anklageziffer 3) 
- der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB (Anklageziffer 4) 
- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 lit. c SVG (Anklageziffer 

5) 
- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

(Anklageziffer 6) 
 
2. 
Er wird hierfür in Anwendung der in Ziff. 1 genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
gestützt auf Art. 34, 40, 46, 47, Art. 49 Abs. 1 sowie Art. 106 StGB verurteilt zu  
 
einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 
einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 70.00 sowie 
einer Busse von CHF 600.00  
 
Die auferlegte Freiheitsstrafe bildet zusammen mit der widerrufenen Strafe (Dispositiv-
Ziffer 5 hiernach) eine Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 StGB). 
 
3. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen 
vollzogen. 
 
4. 
Dem Beschuldigten wird für den Vollzug der ausgefällten Geldstrafe von 20 Tagessätzen 
à CHF 70.00 gestützt auf Art. 42 StGB der bedingte Vollzug gewährt. Die Probezeit wird 
gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf drei Jahre festgesetzt. 
 
5. 
Die mit Urteil des Bezirksgerichts Zurzach vom 20. Oktober 2021 gewährte bedingt 
vollziehbare Freiheitsstrafe von 10 Monaten wird gestützt auf Art. 46 StGB widerrufen. Die 

 - 3 - 

 

 

widerrufene Strafe bildet gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB zusammen mit der neuen Strafe 
(Dispositiv-Ziffer 2 hiervor) eine Gesamtstrafe. 
 
6. 
6.1. 
Gestützt auf Art. 268 StPO wird der Personenwagen Bentley Continental GT, AG […], 
Stammnummer […], eingezogen und verwertet. 
 
6.2. 
Der Erlös der Verwertung (Dispositivziffer 6.1 hiervor) wird zur Deckung der Verwertungs-
kosten, der ausstehenden Standplatzkosten, der ausgesprochenen Busse und der 
Verfahrenskosten (samt Rückforderung der Entschädigung des amtlichen Verteidigers des 
Beschuldigten) verwendet. 
 
Ein allfällig verbleibender Überschuss wird dem Beschuldigten ausbezahlt. 
 
7. 
7.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 

a) der Entscheidgebühr von CHF 2'000.00 

b) der Anklagegebühr von CHF  2'050.00 

c) den Untersuchungskosten von CHF 2'706.00 

d) den Kosten der amtlichen Verteidigung von CHF 4'672.45 

e) den Auslagen von  CHF     450.00 

Total CHF  11'878.45 

 
7.2. 
Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten im Gesamtbetrag von CHF 11'878.45 
auferlegt. 
 
7.3. 
Die Gerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten sein 
Honorar in richterlich genehmigter Höhe von CHF 4'672.45 (inkl. Auslagen und MWST) zu 
entrichten (Kosten gemäss lit. d).  
 
Die Entschädigung wird einstweilen auf der Gerichtskasse Zurzach vorgemerkt, unter dem 
Vorbehalt der späteren Rückforderung im Umfang von CHF 4'672.45 (Art. 135 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 21. Dezember 2023 beantragte der Beschul-

digte, die Dispositivziffern 2, 3, 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils seien 

aufzuheben. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

15. Mai 2024 statt. Der Beschuldigte beantragte, er sei im Sinne einer 

Gesamtstrafe mit der Strafe aus dem Urteil des Präsidenten des Bezirks-

gerichts Zurzach vom 20. Oktober 2021 zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von 20 Monaten mit einer Probezeit von fünf Jahren, einer bedingten 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 70.00 mit einer Probezeit von drei 

 - 4 - 

 

 

Jahren und einer Busse von Fr. 600.00 zu verurteilen. Die Staatsanwalt-

schaft beantragte, der Beschuldigte sei im Sinne der Anklage bzw. des 

vorinstanzlichen Urteils zu verurteilen und zu bestrafen. 

 
 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den unbedingten 

Vollzug der Freiheitsstrafe und sinngemäss auch gegen den Widerruf des 

mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Zurzach vom 20. Oktober 

2021 für die Freiheitsstrafe von 10 Monaten gewährten bedingten Vollzugs. 

In den übrigen Punkten, namentlich hinsichtlich der Schuldsprüche, der 

ausgesprochenen bedingten Geldstrafe und Busse, der Einziehung sowie 

der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist das vorinstanzliche Urteil 

unangefochten geblieben und deshalb nicht zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 

StPO). 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte hat sich – nebst der Hinderung einer Amtshandlung sowie 

der Übertretungen, deren Strafen nicht angefochten sind – der mehrfachen 

Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte gemäss Art. 169 

Abs. 2 StGB, des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 

Abs. 1 lit. a SVG sowie der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontroll-

schildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG, schuldig gemacht, wofür er 

angemessen zu bestrafen ist. 

 

2.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

2.3. 

Die Tatbestände der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögens-

werte gemäss Art. 169 Abs. 2 StGB, des Fahrens ohne Berechtigung 

gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a SVG sowie der Nichtabgabe von Ausweisen 

und Kontrollschildern gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG sehen alternativ eine 

Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor. 

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den 

Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu 

 - 5 - 

 

 

berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 

82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte ist mehrfach und teilweise einschlägig vorbestraft. Er 

wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 12. Okto-

ber 2020 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 

lit. b SVG sowie wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

gemäss Art. 19a BetmG zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen 

à Fr. 110.00 mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie einer Busse von 

Fr. 1'500.00 verurteilt. Mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts 

Zurzach vom 20. Oktober 2021 wurde er sodann wegen mehrfachen 

Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG, Vereitelung 

von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Art. 91a 

Abs. 1 SVG, Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b 

SVG sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss 

Art. 19a BetmG zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten mit 

einer Probezeit von fünf Jahren sowie einer Busse von Fr. 500.00 verurteilt 

und der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 

12. Oktober 2020 für die Geldstrafe von 60 Tagessätzen gewährte bedingte 

Vollzug wurde widerrufen (vgl. aktueller Strafregisterauszug). Der Beschul-

digte liess sich auch durch die zuletzt bedingt ausgesprochene Freiheits-

strafe nicht beeindrucken und begann weniger als vier Monate später 

erneut zu delinquieren. Trotz Kenntnis der Eröffnung der Verfahren gegen 

ihn wegen Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern (Unter-

suchungsakten [UA] act. 85 ff.) sowie Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

(UA act. 99 f.) delinquierte der Beschuldigte weiter und lenkte am 24. Mai 

2022 ein Motorfahrzeug, ohne über einen Führerausweis zu verfügen. 

Selbst die Eröffnung dieses Verfahrens vermochte den Beschuldigten nicht 

davon abzuhalten, sich nur rund sieben Wochen später wieder ans Steuer 

zu setzen. Da selbst der drohende Vollzug der bedingten Freiheitsstrafe 

den Beschuldigten nicht von der Begehung mehrerer weiterer Delikte 

abzuhalten vermochte, liegt auf der Hand, dass er sich von einer Geldstrafe 

nicht beeindrucken lassen würde und die Gefahr einer weiteren Straffällig-

keit bei einer Verurteilung zu einer solchen noch erheblicher wäre. Unter 

dem Aspekt der Zweckmässigkeit sowie der präventiven Effizienz ist daher 

für die mehrfache Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, 

das mehrfachen Fahren ohne Berechtigung sowie die Nichtabgabe von 

Ausweisen und Kontrollschildern auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Die Einsatzstrafe ist bei gleichem Strafrahmen für die konkret schwerste 

Straftat festzusetzen. Die beiden Vorfälle des Fahrens ohne Berechtigung 

vom 24. Mai 2022 und vom 11. Juli 2022 erweisen sich als schwerste 

Taten, wobei sich die Vorfälle hinsichtlich des Verschuldens nicht 

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wesentlich unterscheiden und daher die Einsatzstrafe anhand des zeitlich 

ersten Vorfalls vom 24. Mai 2022 gebildet wird. 

 

Der Tatbestand des Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 SVG sieht 

eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Das Gericht 

misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem 

Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die Bestimmung 

des Verschuldens ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Geschütztes Rechtsgut ist 

beim Tatbestand des Fahrens ohne Berechtigung die Verkehrssicherheit 

bzw. Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer vor einer abstrakten Gefahr, 

andererseits aber auch der Gehorsam gegenüber amtlichen Anordnungen 

(BUSSMANN, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 4 f. 

zu Art. 95 SVG). 

 

Dem Beschuldigten wurde mit Verfügung vom 24. Januar 2022 der Führer-

ausweis ab 29. September 2020 auf unbestimmte Zeit entzogen. Der 

Führerausweisentzug erfolgte gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b und c SVG, 

d.h. wegen fehlender Fahreignung aufgrund einer Sucht sowie aufgrund 

des bisherigen Verhaltens. Die Wiedererteilung wurde davon abhängig 

gemacht, dass sowohl eine verkehrsmedizinische Begutachtung hinsicht-

lich der Suchterkrankung als auch eine verkehrspsychologische Begutach-

tung die Fahreignung bejahen (UA act. 139 ff.). Ein solcher Sicherungs-

entzug wirkt sich gegenüber einem «blossen» Warnungsentzug unter 

Verschuldensgesichtspunkten erschwerend aus. Mit dem Sicherungs-

entzug wurde dem Beschuldigten die Fahreignung abgesprochen. Das 

Gesetz fingiert, dass jeder Verkehrsteilnehmer, der nicht im Besitz einer 

Fahrberechtigung ist, sein Fahrzeug nicht genügend beherrscht und 

deswegen andere Verkehrsteilnehmer (abstrakt) gefährdet (BUSSMANN, 

a.a.O., N. 4 zu Art. 95 SVG). 

 

Der Beschuldigte ist am 24. Mai 2022 um 15:10 Uhr als Lenker des 

Lieferwagens Fiat AG […] auf dem Parkplatz des Strassenverkehrsamts im 

Länzert 2 in Schafisheim angehalten worden (UA act. 130 f.). Es ist davon 

auszugehen, dass er von Q._____, seinem Wohnort, aus dorthin gefahren 

ist, wie dies im vom Beschuldigten unterzeichneten Formular anlässlich der 

Abnahme des Führerausweises aufgeführt worden ist (UA act. 144). Dabei 

hat er eine Strecke von rund 24 km zurückgelegt, welche durch 

verschiedene Inner- und Ausserortsbereiche geführt hat. Auf dieser 

Strecke war an einem Wochentag um diese Tageszeit mit einem durch-

schnittlichen Verkehrsaufkommen und in den durchquerten Innerorts-

bereichen mit Fussgängern und Velofahrern zu rechnen, was von einem 

Lenker eine erhöhte Aufmerksamkeit verlangt. Die von der Fahrt des Be-

schuldigten ausgehende Gefährdung der allgemeinen Verkehrssicherheit 

bzw. der anderen Verkehrsteilnehmer ist damit nicht zu bagatellisieren, 

zumal dem Beschuldigten der Führerausweis aus Sicherheitsgründen 

 - 7 - 

 

 

entzogen worden ist und ihm deshalb die Fahreignung vollständig 

abzusprechen ist. Die objektive Tatschwere wiegt damit nicht mehr leicht. 

 

Der Beschuldigte war am Tattag für eine Einvernahme bei der Mobilen 

Polizei in Schafisheim vorgeladen (UA act. 53 f.) und sagte anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er habe sich von jemandem 

fahren lassen wollen, dieser habe kurzfristig abgesagt und er sei schon zu 

spät dran gewesen, weshalb er halt gefahren sei (Gerichtsakten [GA] 

act. 20). Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Beschuldigte, 

seine damalige Freundin hätte ihn fahren sollen, er habe sich mit ihr 

gestritten, habe den Termin fast vergessen und nicht geschafft, habe sich 

im Streit ins Auto gesetzt und sei losgefahren (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 5). Es wäre dem Beschuldigten jedoch ohne Weiteres 

möglich und zumutbar gewesen, ein Taxi oder – unter Mitteilung seiner 

allfälligen Verspätung – die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, um 

den Einvernahmetermin wahrzunehmen oder sich um eine Verschiebung 

des Termins zu bemühen. Der Beschuldigte hat jedoch einfach den aus 

seiner Sicht einfachsten Weg gewählt. Er verfügte demnach über ein hohes 

Mass an Entscheidungsfreiheit, was leicht verschuldenserhöhend zu 

berücksichtigen ist. Denn je leichter es für ihn gewesen wäre, das Verbot 

des Fahrens ohne Berechtigung zu respektieren, desto schwerer wiegt die 

Entscheidung dagegen (BGE 127 IV 101 E. 2a; BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist von einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu 3 Jahren 

Freiheitsstrafe nicht mehr leichten Verschulden und einer dafür angemes-

senen Freiheitsstrafe von 7 Monaten auszugehen. 

 

2.4.2. 

Die Einsatzstrafe ist in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB für das Fahren 

ohne Berechtigung am 11. Juli 2022 angemessen zu erhöhen. 

 

Der Beschuldigte ist am 11. Juli 2022 um ca. 08:25 Uhr als Lenker des 

Personenwagens Bentley AG […] an der Oberdorfstrasse in Möhnthal 

angehalten worden. Er hat die Fahrt mit dem auf ihn zugelassenen Bentley 

von seinem Wohnort in Q._____ aus angetreten (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 7), wobei die zurückgelegte Strecke von rund 15 km durch 

Inner- und Ausserortsbereiche geführt und zu einem Zeitpunkt, zu dem mit 

einem erhöhten Verkehrsaufkommen infolge des Berufsverkehrs und in 

den Innerortsbereichen mit Fussgängern wie Schulkindern zu rechnen ist, 

stattgefunden hat. Die von der Fahrt des Beschuldigten ausgehende 

Gefährdung der allgemeinen Verkehrssicherheit bzw. der anderen Ver-

kehrsteilnehmer ist damit nicht zu bagatellisieren, zumal dem Beschuldig-

ten der Führerausweis aus Sicherheitsgründen entzogen worden ist 

(vgl. E. 2.4.1) und ihm deshalb die Fahreignung vollständig abzusprechen 

ist. Die objektive Tatschwere wiegt damit nicht mehr leicht. 

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Der Beschuldigte hat anlässlich der Berufungsverhandlung ausgesagt, er 

habe den Bentley an jenem Tag seiner damaligen Freundin schenken und 

mit ihr und ihren Kindern in die Ferien in den Europapark fahren wollen 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6, 8 f.). Die Fahrt wurde damit 

lediglich zum Zweck der Freizeitgestaltung unternommen und der Beschul-

digte hätte ohne Weiteres darauf verzichten oder sich anders – z.B. mittels 

öffentlicher Verkehrsmittel – organisieren können, weshalb sich das hohe 

Mass an Entscheidungsfreiheit leicht verschuldenserhöhend auswirkt.  

 

Insgesamt ist von einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu 3 Jahren 

Freiheitsstrafe nicht mehr leichten Verschulden auszugehen, für welches 

eine Einzelstrafe von 7 Monaten angemessen erscheint. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass zwar ein enger sachlicher 

Zusammenhang zwischen den beiden Fahrten ohne Berechtigung besteht, 

diese jedoch rund sieben Wochen auseinanderlagen und der Beschuldigte 

für die erneute Fahrt einen neuen Entschluss gefasst hat. Entsprechend 

hoch ist der Gesamtschuldbeitrag zu veranschlagen. Auch ist es 

hinsichtlich der von seinen Fahrten ausgegangenen abstrakten 

Gefährdungen nicht einerlei, ob der Beschuldigte nur einmal oder mehrfach 

ohne Berechtigung ein Motorfahrzeug gelenkt hat. In Anwendung des 

Asperationsprinzips erscheint für das Fahren ohne Berechtigung vom 

11. Juli 2022 eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 7 Monaten um 5 Monate 

auf insgesamt 12 Monate Freiheitsstrafe angemessen. 

 

2.4.3. 

Diese Gesamtstrafe wäre nunmehr für die weiteren Delikte, für welche eine 

Freiheitsstrafe auszusprechen ist, angemessen zu erhöhen. Zudem würde 

sich die Täterkomponente leicht straferhöhend auswirken: Die zwei 

teilweise einschlägigen Vorstrafen des Beschuldigten (vgl. E. 2.3) sind 

straferhöhend zu berücksichtigen, da der Beschuldigte offensichtlich keine 

Lehren aus seinem Fehlverhalten gezogen hat (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). 

Der Beschuldigte hat die Vorwürfe, teilweise im Untersuchungsverfahren, 

teilweise im vorinstanzlichen Verfahren, zwar eingestanden. Ein Leugnen 

wäre jedoch aufgrund der erdrückenden Beweislage (Anhaltung durch die 

Polizei, «auf frischer Tat» erwischt bzw. klare Aktenlage betreffend 

Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte und Nichtabgabe 

der Kontrollschilder) auch offensichtlich zwecklos gewesen. Das Geständ-

nis hat die Strafverfolgung damit nicht erleichtert und vermag die negative 

Berücksichtigung der Vorstrafen nicht aufzuwiegen. Aus den persönlichen 

und familiären Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich keine für die 

Strafzumessung im Rahmen der Täterkomponenten relevanten Faktoren. 

Der Beschuldigte ist ledig, lebt alleine, hat eine in Deutschland lebende 

Tochter im Teenager-Alter (13 Jahre [Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 10] oder 15 Jahre [GA act. 17; UA act. 9] alt), die er alle zwei Wochen 

oder häufiger besucht, sowie eine Freundin, die ebenfalls in Deutschland 

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lebt, und ist seit Dezember 2023 arbeitslos (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 10 f., 15; GA act. 17 f.). Die Rechtsprechung hat wiederholt 

betont, dass ein Freiheitsentzug für jede beruflich sowie sozial integrierte 

Person eine (gewisse) Härte bewirkt und eine erhöhte Strafempfindlichkeit 

nur bei aussergewöhnlichen Umständen – die in casu nicht vorliegen – zu 

bejahen ist (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Die Asperation um die weiteren mit einer Freiheitsstrafe zu ahndenden 

Delikte und die leicht straferhöhende Berücksichtigung der Täter-

komponenten kann jedoch unterbleiben, weil – wie zu zeigen sein wird – 

der mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Zurzach vom 

20. Oktober 2021 für die Freiheitsstrafe von 10 Monaten gewährte bedingte 

Vollzug zu widerrufen und in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB eine 

Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe zu bilden ist. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass die Widerrufsstrafe wegen 

mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung, Vereitelung von Massnahmen 

zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

sowie Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

BetmG, begangen zwischen dem 27. März 2021 und dem 8. April 2021, 

teilweise in einem gewissen sachlichen, nicht aber zeitlichen oder 

situativen Zusammenhang zu den vorliegenden Delikten steht. Der bereits 

im Rahmen der jeweiligen Gesamtstrafenbildung erfolgten Asperation ist 

durch eine gemässigte Berücksichtigung bei der Gesamtstrafenbildung 

Rechnung zu tragen (BGE 145 IV 146 E. 2.4.2). Es rechtfertigt sich, die neu 

auszufällende Freiheitsstrafe aufgrund der rechtskräftigen Widerrufsstrafe 

von 10 Monaten gemäss Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts 

Zurzach vom 20. Oktober 2021 angemessen um 9 Monate zu erhöhen. 

 

Somit wäre eine deutlich höhere als die von der Vorinstanz 

ausgesprochene Gesamtfreiheitsstrafe von 20 Monaten auszusprechen, 

was aufgrund des Verschlechterungsgebots jedoch nicht möglich ist 

(Art. 391 Abs. 2 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 

18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge nicht zu beanstanden ist, dass die 

weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen asperiert werden, wenn eine 

Strafe aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht zu Lasten der 

beschuldigten Person abgeändert werden darf). Nach dem Gesagten hat 

es bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 20 

Monaten sein Bewenden. 

 

2.5. 

2.5.1. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Wurde der 

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Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu einer bedingten oder 

unbedingten Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt, so ist 

der Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen 

(Art. 42 Abs. 2 StGB). 

 

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil 

der Strafe (Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB). Ist nicht zu erwarten, dass der 

Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht auf 

einen Widerruf (Art. 46 Abs. 2 Satz 1 StGB).  

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und Widerrufs-

strafe) erfordert sodann eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, dass der 

Vollzug der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde dadurch von 

weiterer Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig erscheint, 

den bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. Desgleichen kann 

im umgekehrten Fall, wenn der bedingte Vollzug für die frühere Strafe 

widerrufen wird, unter Berücksichtigung dieses nachträglichen Vollzugs 

eine Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 und 

Art. 43 StGB verneint und deren Vollzug bedingt resp. teilbedingt aufge-

schoben werden (BGE 144 IV 277 E. 3.2; BGE 134 IV 140 E. 4.3 ff.). 

 

2.5.2. 

Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Delikte während der 

ihm mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Zurzach vom 

20. Oktober 2021 auferlegten Probezeit von fünf Jahren begangen. Die 

ausgesprochene bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten vermochte den 

Beschuldigten nicht davon abzuhalten, weniger als vier Monate später 

erneut zu delinquieren. Die Warnwirkung des bedingten Vollzugs ist damit 

ausgeblieben. Der Beschuldigte war bereits rund fünf Monate nachdem er 

mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom 12. Oktober 

2020 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a BetmG verurteilt worden 

war, rückfällig geworden, weshalb der bedingte Vollzug der Geldstrafe von 

60 Tagessätzen à Fr. 110.00 mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts 

Zurzach vom 20. Oktober 2021 widerrufen wurde. Der Beschuldigte wurde 

somit bereits zweimal nur kurze Zeit nach einer Verurteilung und innerhalb 

der Probezeit erneut straffällig. Obwohl dem Beschuldigten der Führer-

ausweis mit Verfügung vom 24. Januar 2022 auf unbestimmte Zeit 

entzogen worden war, hat er sich im März/April 2022 einen Bentley gekauft 

(GA act. 22). Die anlässlich der Berufungsverhandlung erstmals erwähnte 

Erklärung, er habe den Bentley für seine Freundin gekauft, das Fahrzeug 

sei auf ihn eingelöst gewesen, weil es eine Überraschung hätte sein sollen, 

und er habe es ihr am Tag seiner Anhaltung am 11. Juli 2022 übergeben 

wollen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6, 9), ist als Schutzbehaup-

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tung zu werten. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschuldigte 

seiner Freundin, mit der er sich in einer On-Off-Beziehung befunden habe 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9, 18), ohne sich in guten finanziel-

len Verhältnissen zu befinden, ein derart teures Geschenk machen, nach 

dem Kauf des Fahrzeugs drei bis vier Monate mit der Übergabe zuwarten 

und das Fahrzeug während dieser Zeit ohne Notwendigkeit auf sich selbst 

einlösen würde. Trotz seiner Vorstrafen, u.a. wegen mehrfachen Fahrens 

ohne Berechtigung, und Kenntnis der Eröffnung der Verfahren gegen ihn 

wegen Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern sowie Fahrens 

in fahrunfähigem Zustand ist er am 24. Mai 2022 sodann mit einem Liefer-

wagen zum Einvernahmetermin bei der Mobilen Polizei in Schafisheim 

gefahren und hat sich, nachdem er dabei erwischt worden war, rund sieben 

Wochen später am 11. Juli 2022 wiederum ans Steuer eines Motorfahr-

zeugs – dieses Mal seines Bentleys – gesetzt. Auch hinsichtlich des 

Konsums von Betäubungsmitteln und des Fahrens in fahrunfähigem 

Zustand zeigt sich der Beschuldigte unbelehrbar. Zwar hat er vorliegend im 

Gegensatz zu den beiden Vorstrafen kein Auto, sondern gemäss 

angeklagtem Sachverhalt ein Fahrrad in fahrunfähigem Zustand gelenkt, 

jedoch zeigt dies seine Bereitschaft, weiterhin unter Drogeneinfluss 

Fahrzeuge zu lenken. Nachdem die beiden Vorstrafen des Beschuldigten 

Strassenverkehrs- und Betäubungsmitteldelikte betroffen haben, zeigen 

die neuen Verurteilungen wegen mehrfacher Verfügung über mit Beschlag 

belegte Vermögenswerte und Hinderung einer Amtshandlung zudem, dass 

der Beschuldigte auch nicht gewillt ist, die Anordnungen von anderen 

Behörden zu befolgen. Insgesamt zeugt das Verhalten des Beschuldigten 

von einer erheblichen Gleichgültigkeit gegenüber den bestehenden 

Normen und insbesondere der Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. 

 

Der Beschuldigte hat anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

ausgesagt, er habe seit dem Vorfall keine illegalen Betäubungsmittel mehr 

konsumiert, arbeite, habe sich von schlechten Einflüssen abgekapselt, 

versuche den Führerschein zu erhalten und seine Schulden abzubezahlen 

(GA act. 21). Es tue ihm leid, er bemühe sich und versuche, alles hinzu-

bekommen (GA act. 22). Dies hat er im Wesentlichen auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung wiederholt (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 3, 5, 13, 15, 21). Es bestehen jedoch erhebliche Zweifel daran, ob 

tatsächlich von einer nachhaltigen Einsicht und Reue des Beschuldigten 

ausgegangen werden kann, zumal er bereits anlässlich der vorinstanzli-

chen Hauptverhandlung vom 20. Oktober 2021 im früheren Verfahren 

seine Reue und Besserungsabsichten beteuert hatte (GA act. 20), und 

dennoch nur wenige Monate später, mehrfach und teilweise einschlägig 

weiter delinquierte. Der Beschuldigte gab anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung an, es sei eine Zeit gewesen, in der seine Beziehung 

auseinandergegangen und alles aus dem Ruder gelaufen sei. Dann sei 

auch noch der Streit mit B._____, seinem damaligen Geschäftspartner, 

dazugekommen und er sei im September 2022 wegen eines Burnouts zwei 

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Monate ausser Gefecht gewesen (GA act. 20). Auch anlässlich der 

Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte wiederholt die Probleme in 

seiner Beziehung und mit seinem Geschäftspartner bzw. seiner Firma als 

Grund für sein Verhalten an (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3, 15 

ff.) und begründete die von ihm in Aussicht gestellte zukünftige Bewährung 

damit, dass diese beiden «grössten Problemzonen» weg seien (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 18). Der Beschuldigte macht damit berufliche 

und persönliche Probleme für seine wiederholte Straffälligkeit 

verantwortlich, auf die er nur einen beschränkten Einfluss hat und die 

jederzeit wieder eintreten können. Aus dem Umstand, dass er sich seit 

einigen Monaten wieder in einer Beziehung befindet (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8), kann der Beschuldigte vor diesem Hinter-

grund nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zudem befindet sich der Beschul-

digte aktuell wieder in einer instabilen beruflichen und finanziellen Situation, 

nachdem er die im Mai 2023 angetretene Stelle bei der M._____ AG im 

Dezember 2023 verloren hat, seither arbeitslos ist, einzig von der 

finanziellen Unterstützung seiner Eltern lebt und sich die während seiner 

Arbeitstätigkeit teilweise abbezahlten Schulden in der Zwischenzeit wieder 

erhöht haben (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11 ff., 19). Aus dem 

Umstand, dass der Beschuldigte aufgrund des Burnouts im September 

2022 während vier Monaten in psychiatrischer Behandlung gewesen ist 

und gelernt habe, nicht mehr alles schwarzzumalen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 17, GA act. 33; GA Beilage 3 ff.), kann er im 

Hinblick auf seine Legalprognose nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal 

es ihm gemäss seiner Aussage im März, April 2022 noch gut gegangen sei 

(GA act. 22) und er dennoch bereits zu diesem Zeitpunkt wieder rückfällig 

geworden war. Eine wesentliche Stabilisierung seiner Lebensumstände 

oder eine grundlegende positive Persönlichkeitsentwicklung des Beschul-

digten sind insgesamt nicht zu erkennen. 

 

Unter diesen Umständen ist dem Beschuldigten auch unter Berücksichti-

gung der Wechselwirkung sowohl für die neue Strafe als auch die 

Widerrufsstrafe eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen, womit auch 

ein teilbedingter Vollzug ausser Betracht fällt. Der mit Urteil des Präsiden-

ten des Bezirksgerichts Zurzach vom 20. Oktober 2021 für die Freiheits-

strafe von 10 Monaten gewährte bedingte Vollzug ist zu widerrufen und die 

neue Strafe ist unbedingt auszusprechen, zumal für einen Aufschub der 

neuen Strafe gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB sogar besonders günstige 

Umstände vorliegen müssten. 

 

2.6. 

Damit ist der Beschuldigte mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 

Monaten als Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Urteil des 

Präsidenten des Bezirksgerichts Zurzach vom 20. Oktober 2021 und – im 

vorliegenden Verfahren nicht angefochten – einer bedingten Geldstrafe von 

 - 13 - 

 

 

20 Tagessätzen à Fr. 70.00, Probezeit drei Jahre, sowie einer Busse von 

Fr. 600.00 zu verurteilen. 

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen. Ausgangsgemäss sind dem Beschuldigten die obergericht-

lichen Verfahrenskosten von Fr. 3'000.00 (§ 18 VKD) zzgl. Auslagen von 

Fr. 1'075.00 für die im Berufungsverfahren aufgelaufenen Standplatz-

kosten, d.h. Fr. 4'075.00, vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

3.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das obergerichtliche 

Verfahren gestützt auf die anlässlich der Berufungsverhandlung einge-

reichte Kostennote, angepasst an die effektive Dauer der Berufungs-

verhandlung sowie den Stundensatz von Fr. 220.00 für die ab 1. Januar 

2024 erbrachten Leistungen, mit gerundet Fr. 2'735.00 (1.91 Stunden à 

Fr. 200.00 zuzüglich Auslagen von Fr. 6.30 und 7.7% Mehrwertsteuer; 9.74 

Stunden à Fr. 220.00 zuzüglich 8.1% Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse 

zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; 

§ 13 AnwT). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

4.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Da der Beschuldigte 

hinsichtlich sämtlicher Anklagepunkte schuldig gesprochen wird, sind ihm 

die vorinstanzlichen Verfahrenskosten, ohne die Kosten der amtlichen 

Verteidigung (Art. 426 Abs. 1 Satz 2 StPO), in Höhe von Fr. 7'206.00 (inkl. 

Anklagegebühr von Fr. 2'050.00) vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

4.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung von Fr. 4'672.45 ist mit Berufung nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019 E. 2). 

 

 - 14 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

5. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 

1 StPO, Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte 

gemäss Art. 169 Abs. 2 StGB; 

- des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung gemäss Art. 95 Abs. 1 lit. a 

SVG; 

- der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern gemäss Art. 97 

Abs. 1 lit. b SVG; 

- der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB; 

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 lit. c SVG; 

- der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, 

Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 StGB, 

Art. 46 Abs. 1 StGB und Art. 106 StGB 

 

als Gesamtstrafe mit der Widerrufsstrafe gemäss Ziff. 2.2 zu einer 

unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten, 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 70.00, d.h. 

Fr. 1'400.00, Probezeit 3 Jahre [in Rechtskraft erwachsen], und  

 

zu einer Busse von Fr. 600.00, ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe [in 

Rechtskraft erwachsen],  

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Der mit Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Zurzach vom 

20. Oktober 2021 für die Freiheitsstrafe von 10 Monaten gewährte bedingte 

Vollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerrufen. Die widerrufene 

 - 15 - 

 

 

Freiheitsstrafe bildet zusammen mit der neuen Strafe die Gesamtstrafe 

gemäss Ziff. 2.1. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

3.1. 

Der beschlagnahmte Personenwagen Bentley Continental GT, AG […], 

Stammnummer […], wird zur Deckung der erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahrenskosten sowie der Busse verwendet. 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft trifft die zur Verwertung des Bentley Continental GT 

sachgemässen Verfügungen. Der Verwertungserlös ist, nach Abzug 

allfälliger Verwertungskosten, der Obergerichtskasse abzuliefern. 

 

Eine allfällige Restanz nach Begleichung der Verfahrenskosten und der 

Busse wird dem Beschuldigten ausgehändigt. 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'075.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 2'735.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird – soweit keine Verrechnung mit dem Erlös aus 

der Verwertung des beschlagnahmten Personenwagens erfolgt – vom 

Beschuldigten zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben. 

 

5. 

5.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 7'206.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'050.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 4'672.45 

auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird – soweit keine Verrechnung mit dem Erlös aus 

der Verwertung des beschlagnahmten Personenwagens erfolgt – vom 

 - 16 - 

 

 

Beschuldigten zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schwei-

zerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und 

Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

 - 17 - 

 

 

Aarau, 15. Mai 2024 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Vizepräsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Fedier      M. Stierli