# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 164a9913-2abf-5343-a52f-e46af62549a5
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 13.08.2020 725 20 104/197
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-104-197_2020-08-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 13. August 2020 (725 20 104 / 197) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Invalidenrente; Integritätsentschädigung; Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Die 1965 geborene A.____ war als Angestellte der B.____ AG obligatorisch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe-
rufsunfällen versichert, als sie sich am 29. September 2015 beim Versuch, einen Treppensturz 
zu vermeiden, eine Schulterdistorsion rechts zuzog. In der Unfallmeldung hatte die Beschwerde-
führerin das Unfallereignis wie folgt geschildert: "Beim Treppensteigen (abwärts) auf Treppe aus-
gerutscht und beim Versuch sich am Geländer festzuhalten die Schulter verletzt." Die Suva an-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

erkannte in der Folge ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistun-
gen. Im weiteren Verlauf persistierten Schulterbeschwerden rechts. Am 19. Januar 2016 wurde 
unter anderem eine arthroskopische Supraspinatussehnenrekonstruktion rechts vorgenommen, 
wobei sich postoperativ eine frozen Shoulder entwickelte. Am 5. September 2016 wurde eine 
Rearthroskopie durchgeführt. Ein Verlaufs-MRI der rechten Schulter vom 27. Juni 2018 zeigte 
keine Reruptur der Rotatorenmanschette.  
 
Mit Verfügung vom 4. März 2019 gewährte die Suva der Versicherten eine Invalidenrente auf der 
Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 21 % bei einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 63'391.-
- sowie eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 18'900.-- basierend auf einer Integri-
tätseinbusse von 15 %. Eine dagegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 
6. Februar 2020 ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Jan Herrmann, mit Schreiben vom 
6. März 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei der Einspracheentscheid aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zurückgehend auf 
das Unfallereignis vom 29. September 2015 zuzusprechen und auszurichten. Weiter wurde aus-
geführt, es sei ihr ab 1. April 2019 eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 
mindestens 29 % sowie eine Integritätsentschädigung auf Basis eines Integritätsschadens von 
mindestens 20 % zuzusprechen und auszurichten; eventualiter sei eine gerichtliche medizinische 
Expertise einzuholen. Des Weiteren wurde sinngemäss die Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung und Verbeiständung beantragt. Mit Schreiben vom 11. März 2020 reichte die Be-
schwerdeführerin einen Bericht von Dr. med. C.____ vom 28. Februar 2020 zu den Akten.  
 
C. Die Suva beantragte mit Vernehmlassung vom 8. April 2020, es sei die Beschwerde ab-
zuweisen.  
 
D. Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Jan Herrmann als Rechtsvertre-
ter bewilligt und die Angelegenheit dem Gericht zur Beurteilung überwiesen.  
 
E. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten die Parteien an ihren Anträgen und 
wesentlichen Begründungen fest. Auf ihre Ausführungen wird – soweit erforderlich – in den Er-
wägungen eingegangen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist dem-
nach einzutreten. 
 
2.1 Die Beschwerdegegnerin teilte der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 13. Dezem-
ber 2018 bzw. 3. Januar 2019 mit, dass von einer weiteren Behandlung keine wesentliche Ver-
besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten sei, weshalb die Heil-
kosten- und Taggeldleistungen per 31. März 2019 eingestellt würden. Es werde nun geprüft, ob 
weitere Versicherungsleistungen ausgerichtet werden könnten. Mit Verfügung vom 4. März 2019 
bzw. mit Einspracheentscheid vom 6. Februar 2020 sprach die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin eine Invalidenrente ab 1. April 2019 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 
21 % bei einem versicherten Verdienst von Fr. 63'391.-- sowie eine Integritätsentschädigung auf-
grund einer Integritätseinbusse von 15% zu. Mit der vorliegenden Beschwerde beantragt die Be-
schwerdeführerin die Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. April 2019 auf Basis eines Invalidi-
tätsgrades von mindestens 29 % sowie eine Integritätsentschädigung auf Basis eines Integritäts-
schadens von mindestens 20 %. Der von der Beschwerdegegnerin angeordnete Fallabschluss 
wird seitens der Beschwerdeführerin nicht beanstandet und ist somit nicht streitig. Auch aus den 
Akten ergeben sich keine Hinweise, die gegen die Rechtmässigkeit dieses Vorgehens sprechen 
würden. Damit beschränkt sich die nachfolgende Prüfung auf die Höhe der Invalidenrente und 
der Integritätsentschädigung.  
 
2.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidierten 
Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den geänderten Normen gehört auch die Bestim-
mung von Art. 18 Abs. 1 UVG, welche den Anspruch auf eine Invalidenrente regelt. Laut Abs. 1 
der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoch 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmun-
gen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 
nach bisherigem Recht gewährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfol-
gend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 
 
3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entspre-
chend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit 
dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu min-
destens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Per-
son mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-
rung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeld-
leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so 
hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. 
Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der 
Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt als erstes voraus, dass 
zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähig-
keit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre-
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper-
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-
rung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis 
und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – 
im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli-
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten 
der versicherten Person aus, die aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusam-
menhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 
S. 328 E. 3b).  
 
3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen 
dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusam-
menhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines 
Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen 
Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, 
der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem ver-
sicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche 
adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach 
den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (Urteil des Bundes-
gerichts vom 24. August 2007, U 56/06, E. 6.2.2 am Ende; BGE 112 V 33 E. 1b).  
 
Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Ein-
grenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfall-
versicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kau-
salität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Stehen hingegen psychische Unfallfol-
geschäden zur Beurteilung, so hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für 
die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall 
eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. 
Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft 
ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen).  
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande-
ren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll 
das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und 
Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfas-
senden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behan-
delnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behan-
delnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustu-
fen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde 
Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor.  
 
Weiter wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser 
Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen-
heit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht der-
selbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer 
Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, 
als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 
135 V 471 E. 4.7). 
 
5. Zunächst ist zu prüfen, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin unfallbedingt ar-
beitsunfähig ist. Unbestrittenermassen handelt es sich beim vorliegenden Unfallereignis um einen 
leichten Unfall, weshalb gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich der adä-
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen ohne wei-
teres zu verneinen ist (BGE 115 V 133). Selbst wenn aber – wie die Beschwerdeführerin dies 
unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2014, 8C_51/2014, geltend macht 
– eine Adäquanzprüfung analog zu den mittelschweren Unfällen vorzunehmen wäre, so wäre 
höchstens das Kriterium der langen Behandlungsdauer zu bejahen. Dies reicht zur Bejahung der 
adäquaten Kausalität nicht aus, weshalb die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin für das 
vorliegende unfallversicherungsrechtliche Verfahren nicht von Relevanz sind. Demzufolge sind 
nachfolgend zur Beurteilung der Leistungspflicht der Suva einzig die organisch objektiv ausge-
wiesenen Beschwerden zu berücksichtigen. 
 
6. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes stehen im Wesentlichen folgende 
medizinischen Berichte zur Verfügung: 
 
6.1 Anlässlich der Erstbehandlung im Spital D.____ vom 29. September 2015 wird ein Ver-
dacht auf Supraspinatussehnenläsion rechts diagnostiziert, welche sich im MRI der rechten 
Schulter vom 2. Oktober 2015 bestätigt. Gemäss Operationsbericht des Spitals D.____ vom 
19. Januar 2016 wird gleichentags eine arthroskopische Supraspinatussehnenrekonstruktion 
rechts vorgenommen.  

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
6.2 Gemäss Operationsbericht der Klinik E.____ wird am 5. September 2016 auf Wunsch 
der Patientin eine Rearthroskopie durchgeführt. 
 
6.3 Mit Arztbericht von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik 
H.____, vom 8. Mai 2018 werden folgende Diagnosen festgehalten: Eine chronische Schmerz-
störung mit psychischen und somatischen Faktoren, eine mittelgradig bis schwergradig depres-
sive Episode sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (zwanghaft und ängstlich vermei-
dend). Die Patientin leide unter persistierenden Gedankenkreisen, Grübeln, Ein- und Durch-
schlafstörungen, Libidoverlust, Suizidgedanken, sozialem Rückzug und beständigen Sorgen um 
ihre Gesundheit und anhaltende Limitation der Bewegung und der Schmerzen.  
 
6.4 Ein Verlaufs-MRI des Schultergelenks rechts vom 27. Juni 2018 zeigt keine Reruptur der 
Rotatorenmanschette.  
 
6.5 Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 30. Juli 2018 stellt Dr. med. 
G.____, FMH Allgemeinchirurgie und Traumatologie, eine eingeschränkte Beweglichkeit der 
rechten Schulter fest. Als Diagnosen hält sie persistierende Ruhe- und Belastungsschmerzen 
sowie eine Bewegungseinschränkung rechte Schulter bei/mit  
 

- St. n. Schulterarthroskopie mit zirkulärer Capsulotomie, partieller Synovektomie sowie crani-
aler Labrumresektion, Subscapularistenolyse, subacromialer Bursektomie, Acromioplastik 
sowie AC-Gelenkresektion rechts und Bakteriologie mit Nachweis von Staphylococcus epi-
dermidis am 05.09.2016 

- St. n. Schulter-Arthroskopie, ventraler und dorsaler juxta-glenoidaler Arthrolyse, Supraspi-
natussehnenrekonstruktion am 19.01.2016 bei posttraumatischer postoperativer frozen 
shoulder mit AC-Arthralgie nach Stolpersturz am 29.09.2015 

- St. n. forcierter physiotherapeutischer Behandlung unter Interscalenusblock-Anlage rechts 
vom 30.04.2018 und Infiltration laterales Arthroskopie-Portal 

fest. 
 
Dr. G.____ führt aus, bei der Versicherten würde trotz stationärer antalgischer Massnahmen eine 
chronische therapierefrektäre Omalgie rechts mit deutlicher Bewegungseinschränkung persistie-
ren. Im letzten MRI der rechten Schulter habe sich die Fixation der Rotatorenmanschette als 
regelrecht dargestellt. Es zeige sich eine Bursitis subacromialis, so dass anamnestisch am 
20.07.2018 eine subacromiale Infiltration erfolgt sei. Die Patientin berichte nun zehn Tage nach 
Infiltration über eine leichte Schmerzreduktion. Zusätzlich zur Infiltration sei eine Wassertherapie 
vorgeschlagen worden. Im Gespräch sei vereinbart worden, dass diese Massnahmen noch über 
einen Zeitraum von sechs Monaten durchzuführen seien, danach sei von einem medizinischen 
Endzustand auszugehen. Die Versicherte bleibe in dieser Zeit zu 100 % arbeitsunfähig, auch auf 
dem allgemeinen Arbeitsmarkt. In ihrer angestammten Tätigkeit werde die Versicherte nicht mehr 
arbeitsfähig sein. Die Behandlungsphase werde noch über einen Zeitraum von ca. sechs Mona-
ten fortgesetzt, danach sei aber mit keiner namhaften Besserung zu rechnen.  
 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.6 Mit Verlaufsbericht vom 28. November 2018 gibt Dr. F.____ bei gleichen Diagnosen wie 
im Arztbericht vom 8. Mai 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 5. Juli 2017 bis aktuell 
und von 70-80 % ab Mitte Januar 2019 an.  
 
6.7 Im Austrittsbericht der Klinik H.____ von Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 28. November 2018 – nach Hospitalisation 
vom 1.-27.10.2018 – werden eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren sowie eine rezidivierende, depressive Episode, mittel- bis schwergradig diagnostiziert. 
Erfreulicherweise hätten die Schmerzen der Patientin im Rahmen des vierwöchigen Aufenthalts 
positiv beeinflusst werden können. Bei Eintritt habe die Patientin einen Schmerzscore von NRS 
7 angegeben. Bei Austritt habe dieser nur noch NRS 4 betragen. Auch die Beweglichkeit des 
rechten Schultergelenkes habe verbessert werden können. Die Abduktion habe von initial 45° auf 
90° erhöht werden können, die Flexion aktiv auf 100° (initial 60°) und die Aussenrotation auf 40° 
(initial 20°). 
 
6.8 In Beantwortung der Fragen der Suva hält Dr. G.____ mit Bericht vom 3. Dezember 2018 
fest, eine Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes sei nicht mehr zu erwarten, 
die vorgeschlagenen Therapien seien im Sinne von Erhaltungstherapien zu bewerten. Aufgrund 
der organischen Unfallfolgen sei der Versicherten die angestammte Tätigkeit als Betriebsmitar-
beiterin nicht mehr zuzumuten. In einer angepassten Tätigkeit gemäss folgendem Zumutbarkeits-
profil wäre sie wieder zu 100 % arbeitsfähig: Ganztägige, leichte Arbeit. Dabei sollten keine Tä-
tigkeiten über der Horizontalen ausgeführt werden müssen. Zusätzlich sollten auch Tätigkeiten 
vermieden werden, die ein körperfernes Hantieren mit dem rechten Arm notwendig machen wür-
den. Zusätzlich sollten Vibrationsbelastungen für den rechten Arm vermieden werden. Sie emp-
fehle die Weiterführung der Physiotherapie einmal pro Woche für die nächsten drei Monate. Die 
Neuraltherapie sollte ebenfalls über einen Zeitraum von drei Monaten weitergeführt werden. 
Diese Massnahmen würden alle nicht einer Verbesserung, sondern einer Festigung und Erhal-
tung des erreichten Zustandes nach stationärer Behandlung in der Klinik H.____ dienen.  
 
Mit separatem Bericht vom 4. Dezember 2018 hält Dr. G.____ fest, die Versicherte bewege die 
Schulter noch in einem Ausmass von 90° Abduktion, 100° Flexion und 40° Aussenrotation. Der 
Integritätsschaden werde auf 15 % geschätzt. Zur Begründung führt Dr. G.____ aus, gemäss 
Suva-Tabelle 1.2 betreffend Funktionsstörung an der oberen Extremität sei bei einer Schulter, die 
nur noch bis zur Horizontalen beweglich sei, eine Integritätsentschädigung in Höhe von 15% ge-
schuldet.  
 
6.9 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reicht die Beschwerdeführerin einen Bericht von 
Dr. med. C.____, FMH Anästhesiologie, Klinik H.____, vom 28. Februar 2020 zu den Akten. Darin 
führt Dr. C.____ aus, der Versicherten sei aufgrund ihres chronischen posttraumatischen 
Schmerzsyndroms des rechten Schultergürtels definitiv kein 100%-Arbeitspensum, auch bei an-
gepasstem Tätigkeitsprofil, zuzumuten. Aufgrund der bisherigen Entwicklung der Schmerzprob-
lematik sehe sie eine Heilung als sehr unwahrscheinlich an. Die Versicherte werde weiterhin 
starke Schmerzen im Bereich des rechten Schultergürtels, ziehend bis in die rechte Hand, haben. 
Vorstellbar sei ein Arbeitspensum von 40 % täglich, jedoch müsse eine entsprechende Tätigkeit 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

angepasst an die Funktionalität des rechten Armes und des rechten Schultergürtels sein. Leichte, 
nicht belastende Tätigkeiten für die rechte Schulter, den rechten Arm und die rechte Hand seien 
möglich. Diese Tätigkeiten sollten abwechselnd sitzend, stehend und gehend ausgeführt werden. 
Die Versicherte müsse auch die Möglichkeit haben, immer wieder Pausen am Arbeitsplatz ma-
chen zu können. Die Funktionalität des rechten Arms und des rechten Schultergürtels sei deutlich 
eingeschränkt, sodass der rechte Arm kaum für Tätigkeiten sämtlicher Art einsetzbar sein werde.  
 
7.1 Vorweg bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Suva ihren Entscheid gestützt auf 
eine lückenhafte Aktenlage gefällt habe, da die Berichte der Klinik H.____ vom 8. Mai und vom 
28. November 2018 der Suva und dem kreisärztlichen Dienst nicht vorgelegen hätten. Diesbe-
züglich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass die genannten Berichte – es handelt 
sich um psychiatrische Berichte – nicht geeignet sind, die somatische Beurteilung der Kreisärztin 
in Frage zu stellen. Dies deshalb, weil der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Un-
fallereignis und den psychischen Leiden der Beschwerdeführerin – wie oben in Ziff. 5 dargelegt 
– verneint werden muss.  
 
7.2 Die Beschwerdegegnerin hat ihren Entscheid gestützt auf den Bericht der Kreisärztin Dr. 
G.____ gefällt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten 
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig wäre. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Dr. G.____ ist 
die einzige Ärztin, die bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich die somatischen 
Unfallfolgen berücksichtigt. Zudem hat sie die Versicherte anlässlich der Abschlussuntersuchung 
im Juli 2018 persönlich untersucht. Ihrem Bericht vom 4. Dezember 2018 lag sodann der Aus-
trittsbericht der Klinik H.____ vom 28. November 2018 zugrunde. Die Beurteilung von Dr. G.____ 
erscheint nachvollziehbar und schlüssig, weshalb darauf abgestellt werden kann. Dass Dr. 
C.____ in ihrem zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin erstellten Bericht vom 
28. Februar 2020 zu einer viel höheren Arbeitsunfähigkeitseinschätzung gelangt, ist darauf zu-
rückzuführen, dass sie sowohl die somatischen als auch die psychischen Einschränkungen 
("chronisches Schmerzsyndrom") in ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit miteinbezieht. Zudem 
darf auch berücksichtigt werden, dass Dr. C.____ als behandelnde Ärztin die Sachlage wohl eher 
zu Gunsten der Beschwerdeführerin beurteilt (vgl. dazu oben Ziff. 4.3).  
 
Damit kann festgehalten werden, dass davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin in 
einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist.  
 
8.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbsein-kom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei-
nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad 
bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1).  
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.2.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund-heitsschaden 
fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1).  
 
8.2.2  Vorliegend ist unbestritten, dass das Valideneinkommen gestützt auf die Angaben der 
ehemaligen Arbeitgeberin zu berechnen ist. Die Beschwerdegegnerin ist folglich gestützt auf die 
Angaben der Arbeitgeberin zu Recht von einem Valideneinkommen von Fr. 66'164.-- ausgegan-
gen.  
 
8.3 Die Höhe des Invalideneinkommens blieb zwischen den Parteien grundsätzlich unum-
stritten. Die Beschwerdegegnerin berechnete im Einspracheentscheid gestützt auf die Schweize-
rische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, um-
gerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und angepasst an 
die Nominallohnentwicklung (0,4 % für 2017; 0,5 % für 2018; 0,5 % für 2018) ein Invalidenein-
kommen von Fr. 55'349.--. 
 
8.4.1 Von diesem Betrag nahm die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug in der 
Höhe von 5 % vor. Die Beschwerdeführerin ihrerseits erachtete diesen Abzug als zu tief und ver-
langte einen Abzug von 15 %.  
 
8.4.2 Praxisgemäss kann von dem anhand der LSE Tabellenlöhne ermittelten Invalidenein-
kommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbedingter Abzug vorgenommen werden. 
Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale 
wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltska-
tegorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Aus-
prägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann 
(BGE 126 V 78 f. E. 5a). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen und darf 25 % nicht 
übersteigen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2, 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Der gesamthaft vorzunehmende 
Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass das 
Gericht sein Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu 
überprüfende Entscheid, den die Verwaltung nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang 
mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässi-
gerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz einge-
griffen werden, muss sich das Gericht demnach auf Gegebenheiten abstützen können, die eine 
abweichende Ermessensausübung als näherliegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 
 
8.4.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass ein Abzug von 5 % unter Be-
rücksichtigung lediglich der organischen Beschwerden angemessen ist, sind doch der Versicher-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ten mit dem rechten Arm leichte Tätigkeiten ohne Arbeiten über der Horizontalen, ohne körper-
fernes Hantieren sowie ohne Vibrationsbelastungen ganztags weiterhin zumutbar. Entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin kann unter diesen Umständen nicht von einer faktischen Ein-
armigkeit ausgegangen werden. Zu Recht verweist die Beschwerdegegnerin in diesem Zusam-
menhang auf das Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2016, 8C_173/2016, in welchem das 
Bundesgericht einen Abzug von 5 % bei deutlich eingeschränktem Bewegungsumfang im rechten 
Schultergelenk, jedoch vollständig intakter Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand, als angemes-
sen erachtet hat. Unter Annahme eines Abzugs von 5 % resultiert ein Invalideneinkommen von 
Fr. 52'582.--. 
 
8.5 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (Valideneinkommen von 
Fr. 66'164.-- und Invalideneinkommen von Fr. 52'582.--) resultiert eine erwerbliche Einbusse von 
20,53 % bzw. gerundet 21 %. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin ab dem 1. April 2019 An-
spruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 21 %. 
 
9. Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin die Festsetzung der Integritätseinbusse auf 
15 %.  
 
9.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene 
Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung 
über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau-
ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be-
steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unab-
hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2).  
 
9.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapitalleistung 
gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft, wobei sie den 
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. 
Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser 
Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat 
in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; Kran-
ken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 
236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet.  
 
9.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädi-
gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Ver-
dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden 
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem 
Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Be-
messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizini-
schen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er-
gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur 
UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis).  
 
9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundheitlichen Beeinträchtigung han-
delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche 
Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der akten-
kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelas-
senen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem me-
dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der 
einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 
 
9.5 Die Suva sprach der Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung basierend auf 
einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Sie stützte sich dabei auf die entsprechende Beurteilung 
der Kreisärztin Dr. G.____ vom 4. Dezember 2018, wonach die Beschwerdeführerin die Schulter 
noch in einem Ausmass von 90° Abduktion, 100° Flexion und 40° Aussenrotation bewege. Diese 
Beurteilung stimmt mit den Angaben im Austrittsbericht der Klinik H.____ vom 28. November 
2018 überein. Anderslautende ärztliche Beurteilungen, insbesondere solche die lediglich die so-
matischen Unfallfolgen berücksichtigen, liegen nicht vor. Dr. G.____ nimmt ihre Integritätsschät-
zung sodann korrekterweise gestützt auf die Suva-Tabelle 1.2 vor. Damit ist die Festsetzung der 
Integritätsentschädigung durch die Suva basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % nach-
vollziehbar und begründet. 
 
10. Gestützt auf die obigen Ausführungen ist nicht zu beanstanden, dass die Suva der Be-
schwerdeführerin eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbunfähigkeit von 21 % bei einem 
versicherten Jahresverdienst von Fr. 63'391.-- sowie eine Integritätsentschädigung auf der Basis 
einer Integritätseinbusse von 15 % zugesprochen hat. Die vorliegende Beschwerde ist folglich 
abzuweisen. 
 
11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. 
 
11.2 Dem Prozessausgang entsprechend wird der Beschwerdeführerin keine Parteientschä-
digung zugesprochen. Da der Beschwerdeführerin jedoch mit Verfügung vom 15. Mai 2020 die 
unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine 
Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für 
die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher 
Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner 
Honorarnote vom 29. Mai 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 16,16 Stun-
den geltend gemacht. Davon abzuziehen sind die für die ursprünglich vorgesehene, aber nicht 
durchgeführte Parteiverhandlung geltend gemachten zwei Stunden. Der verbleibende Aufwand 
von 14,16 Stunden erweist sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
als angemessen. Nicht zu beanstanden sind auch die geltend gemachten Auslagen von 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Fr. 177.90 (nach Abzug der für die Parteiverhandlung geltend gemachten Spesen). Dem Rechts-
vertreter ist somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'241.65 (14,16 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich 
Auslagen von Fr. 177.90 + 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
11.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 3'241.65 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge-
richtskasse ausgerichtet. 

 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht