# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7094a20f-ee08-5bb7-9367-c5171e29ab6d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-02-04
**Language:** de
**Title:** Allgemeine Methode des Einkommensvergleichs, Valideneinkommen anhand statistischer Durchschnittswerte. (BGE 9C_234/2019)
**Docket/Reference:** IV.2018.01026
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.01026.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.01026
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Schetty
Urteil
vom
4.
Februar 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1955 geborene
X.___
, gelernter Elektromonteur, leidet in Folge von drei Unfällen seit vielen Jahren an beidseiti
gen Kniebeschwerden, welche ope
rativ behandelt werden mussten. So wurde 1989 am linken Knie eine mediale
Teil
meniskektomie
vorgenommen, während
am rechten Knie im Mai 2001 in
folge einer Patella-Trümmerfraktur eine Patella-Meniskus-Resektion medial, eine of
fene Patella-Facetten-Resektion lateral sowie ein laterales Release nötig wurden (
Urk.
8/8/141,
Urk.
8/173/11,
Urk.
8/2). Mit Verfügung vom
6.
Juni 2003 sprach die Suva dem Versicherten ausge
hend von einer vollständigen Ar
beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit und einer Erwerbsunfähigkeit von 22
%
ab
1.
Juli 2003 eine Invalidenrente zu;
darüber hinaus eine Integritäts
entschädigung bei einer Integritätseinbusse von insgesamt 5
%
(
Urk.
8/1,
Urk.
8/8/143).
1.2
Am 1
7.
Juli 2003 meldete sich der Versichert
e bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, infolge der Beschwerden am rechten Knie zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/2). Die in die
Wege geleitete berufliche Abklä
rung im
Y.___
musste mit Verfügung vom 2
3.
August 2004 per
3.
August 2004 be
endet werden, da der Versiche
rte eine Anstellung als Elektro
monteur in Aussicht hatte und nicht mehr erschienen wa
r (
Urk.
8/35). Die dagegen erhobene Einspra
che (nach
dem die Anstellung nicht zustande gekommen war,
Urk.
8/38/1) wies die IV Stelle mit Entscheid vom
9.
November 2004 ab (
Urk.
8/42). Mit Urteil vom 1
9.
Mai 2005 h
ob das hiesige Gericht den angefochtenen
Ein
spracheentscheid
mangels Du
rchführung des Mahn- und
Bedenkzeitver
fah
rens
auf (
Urk.
8/55; Pro
zess IV.2004
.00889). Die Eingliederungsmass
nahme scheiterte in der Folge man
gels Mitwirkung des Versicherten erneut (Verfügung vom 1
2.
Dezember 2005,
Urk.
8/77); mit
Einspracheentscheid
vom 1
5.
März 2006 bestätigte die IV-Stelle diese Einschätzung (
Urk.
8/84).
1.3
Am 2
9.
August 2006 verletzte sich der Versicherte bei einem
Mofaunfall
erneut am rechten Knie (
Urk.
8/101/9) und meldete sich am 3
0.
Oktober 2007 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/92). Am 2
2.
November 2008 verletzte er sich zudem bei einem Treppensturz am linken Knie (
Urk.
8/114/7), wobei am 1
1.
Mai 2009 eine mediale
Varusgonarthrose
links diagnostiziert (
Urk.
8/112) und am 1
9.
Juni 2009 eine
Infiltration durchgeführt wurde
(
Urk.
8/114/11). Mit Ver
fügung vom 2
5.
Januar 2010 stellte die Suva die Taggeldleistungen und Heilkos
ten betreffend den Unfall vom 2
2.
November 2008 per
7.
Februar 2010 ein (
Urk.
8/133/3-4). Mit Verfügung vom
2
1.
Mai 2010 wurde die Arbeitsver
mittlung durch die IV-Stelle abgeschlossen unter Hinweis
auf die weitere Un
terstützung
durch das RAV
Z.___
(
Urk.
8/145). Mit Vorbescheid vom 2
5.
Mai 2010 hielt die IV-Stelle fest, dass ab Oktober 2007 in einer angepassten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, und verneinte einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 3
%
(
Urk.
8/148). An diesem Entscheid hielt sie in der Folge mit Verfügung vom
5.
Juli 2010 fest (
Urk.
8/150).
1.4
Am 2
5.
März 2014 meldete sich der Versiche
rte infolge beidseitiger Kniebe
schwerden erneut zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/151). Mit Vorbescheid vom
1.
April 2014 stellte die IV-Stelle das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (
Urk.
8/154) und hielt an diesem Entscheid mit am 1
3.
Juni 2014 datierter Verfügung fest (die Verfügung erging wohl Anfang September 2014,
Urk.
8/170). Am 3
1.
Oktober 2014 wurde dem Beschwerdeführer am linken Knie
gelenk eine mediale
unikondyläre
Schlittenp
rothese eingesetzt (
Hospitalisa
tion
vom 3
0.
Oktober bis
4.
November 2014;
Urk.
8/173/11). Die gegen die
Nichtein
tretensverfügung
erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit Urteil vom
8.
Dezember 2014 ab (Prozess IV.2014.00924,
Urk.
8/173/1-8). Auf die gegen die
ses Urteil erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 2
4.
Februar 2015 nicht ein (
Urk.
8/176).
1.5
Mit Schreiben vom 2
8.
März 2016 meldete de
r Versicherte eine Verschlechte
rung der gesundheitlichen Situation (
Urk.
8/179). Mangels Veränderung des Gesund
heitszustandes stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aus
sicht (
Urk.
8/182) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2016 fest (
Urk.
8/186).
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom
3.
Oktober 2017 in dem Sinne gut, dass es die Sache zur
bidisziplinä
ren
Begutachtung an die IV-Stelle zurückwies (
Urk.
8/201
; Prozess IV.2016.00876
). Das entsprechende Gutachten erging am
1.
Mai 2018 (
A.___
-Gutachten,
Urk.
8/213). Mit Vorbescheid vom
8.
Juni 2018 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/215) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 2
7.
September 2018 fest (
Urk.
8/223 =
Urk.
2).
2.
Dag
egen erhob der Versicherte am 1
8.
Oktober 2018
Beschwerde und beantragte
sinngemäss die Ausrichtung einer Rente
(
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Januar 2018
(richtig: 2019)
beantragte die Be
schwerdegegne
rin
unter Hinweis auf die beiliegenden Akten
die Abweisung der B
eschwerde (
Urk.
7), was dem Bes
chwerdeführer mit Verfügung vom
7.
Januar 2019
zur Ke
nntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts;
ATSG)
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung;
IVG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung
eingetreten (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV),
so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung
der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen
ei
n
a
nder widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
dem Beschwerdeführer gestützt auf die Ergebnisse des
A.___
-Gutachtens in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
zuzu
muten sei. Ausgehend von einem leidensbedingten Abzug von 10
%
führe dies zu einem Invalideneinkommen von
Fr.
45'178.--, was bei einem massgebenden
Valideneinkommen
von
Fr.
62'846.-- zu einem rentenaus
schliessenden Invalidi
tätsgrad von 27
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass er sich nächstens einer Totaloperation am rechten Knie unterziehen müsse (mit einer Vollprothese) und in der Folge kaum mehr arbeitsfähig sein werde, wie auch schon die letzten drei Jahre (
Urk.
1).
3.
3.1
Die für das
A.___
-Gutachten vom
1.
Mai 2018 verantwortlichen Fachärzte gingen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit von den folgenden Diagnosen aus (
Urk.
8/213 S. 4):
-
Mehretagige
degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule mit In
stabilität und Nervenwurzelkompression L5 rechts (ICD-10 M54.4)
-
Chronische Schmerzsymptomatik und eingeschränkte Belastbarkeit
-
Abnutzung Kniegelenk rechts bei Zustand nach einem Kniescheibenbruch und mehrfachen operativen Eingriffen (ICD-10 M17.3)
-
Belastungsschmerzen
-
Zustand nach Implantation einer
Hemiprothese
medialseitig
am Kniege
lenk links (ICD-10 M17.0)
-
Eingeschränkte Belastbarkeit bei spezifischen Tätigkeiten (z.B.
knie
ende
Tätigkeiten, Arbeitshaltung in
Hockestellung
, höhenexponierte Arbeiten, etc.)
-
Sensorische
Radikulopathie
L5 rechts mit mä
ssigen neuropathischen
D
ys
ästhesien
und geringer segmentaler
Claudicatio
bei LWS-Degeneration (ICD-10 M54.4).
Ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit liege ein Z
ustand nach Endgliedamputa
tion am Mittelfinger recht
s
vor, ohne Schmerzsymptomatik und ohne relevante Einschränkung bei Grob- oder Feinarbeiten (S. 4 unten).
Aufgrund der
Radikulopathie
L5 rechts sei in einer angepassten Tätigkeit seit Februar 2016 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen, wobei von da an eine Leistungsfähigkeit von 90
%
bestehe und eine stationäre
Prognose zu stellen sei (S. 17). Auch aufgrund der zunehmenden abnützungsbe
dingten Kniebeschwerden sei seit Anfang 2016 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen, auch aus orthopädischer Sicht bestehe dabei in einer angepassten Tätigkeit eine Leistungsfähigkeit von 90
%
. Aus orthopädi
sche Sicht könne von einem Dauerzustand ausgegangen werden (S. 30). Insge
samt könne in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung der chroni
schen Schmerzsymptomatik ab Februar 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
ausgegangen werden (S. 5 f.).
3.2
Die für das
A.___
-Gutachten vom
1.
Mai 2018 verantwortlichen Fachärzte legen den medizinischen Sachverhalt in einer schlüssigen und nachvollziehbaren Weise dar; insbesondere schätzten sie die verbleibende Arbeitsfähigkeit
kon
sensual
und unter Berücksichtigung des mittlerweile chronischen Schmerzge
schehens ein (S. 6 oben). Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, von der genannten Einschätzung abzuweichen, so dass in einer behinderungs
angepassten Tätigkeit von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Eine mögliche Ver
änderung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der vom Beschwerdeführer erwähnten und geplanten Totalprothese am rechten Knie wäre im Rahmen einer Neuanmel
dung des Leistungsanspruchs zu überprüfen, bildet doch die angefochtene Ver
fügung vom 2
7.
September 2018 die Grenze der Ü
b
erprüfungsbefugnis
(BGE 131 V 242 E. 2.1)
.
4.
4.1
Bezüglich des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin
gestützt auf eine Beschäftigung im Stundenlohn per 2008
von einem Einkommen in der Höhe von
Fr.
57'687.
80 aus
(Urk. 8/214,
Urk.
8/136
,
Urk.
8/109/3
).
Aus dem
IK-Auszug (
Urk.
8/96)
ist dabei ersichtlich, dass der Beschwerdeführer kaum je einer länge
ren Erwerbstätigkeit beim gleichen Arbeitgeber nachging, zuletzt wohl in den Jahren 1989 bis 1992 bei der
B.___
AG.
Danach ist von stets kurzen Engage
ments (wohl meist temporär) auszugehen, sodass der Bestimmung des
Validen
einkommens
aufgrund einer
solchen Tätigkeit immer etwas Z
ufälliges anhaftet. Vorliegend
erscheint es dabei
verlässlicher,
das
Valideneinkommen
anhand
der
statistischen Durchschnittswerte
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2016)
zu ermitteln.
Unter der Annahme
, dass der Beschwerdeführer im Gesund
heitsfall weiterhin als gelernter Elektromonteur (Baugewerbe) tätig wäre, ist von einem monatlichen Einkommen per 2016 von
Fr.
5‘911.-- (LSE 2016 TA1
tirage
skill
level
, Anforderungsniveau 2
,
Ziff.
41-43
) auszugehen, was nach Berücksich
tigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche
,
wobei im
Baugewerbe die Arbeitszeit sogar noch etwas tiefer lag (41,2 Stunden im
Jahr 2017;
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04.01
)
,
zu einem massgebenden Jahreseinkommen von Fr. 73'946.60 führt.
4.2
Das Invalideneinkommen ist praxisgemäss
ebenfalls
anhand der statistischen Durchschnittswerte zu ermitteln. Auszugehen ist dabei von eine
m monatlichen Einkommen per 2016 von
Fr.
5‘340.-- (LSE 2016
TA1
tirage
skill
level
, Anforde
rungsniveau 1
, Total
), was nach Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeits
zeit von 41,7 Stunden pro Woche
zu einem massg
ebenden Jahreseinkommen von Fr. 66'803.4
0 führt.
Im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens gewährte die
Be
schwerdegegnerin
aufgrund
der Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch leichte Tätigkeiten ausüben kann,
einen leidensbedingten Abzug vom
Tabellen
lohn in der Höhe von 10
%
(
Urk.
8/214)
Diese Einschätzung
ist in Anbetracht der mittlerweile mannigfaltigen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden.
Hierzu ist
zudem anzumerken
, dass das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf und
diesfalls
Gegebenheiten darlegen muss,
welche seine abwei
chende Ermes
sensausübung als naheliegender erscheinen lasse
n (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hinwei
sen). Ein Abweichen ist grundsätzlich nur bei Unangemessenheit möglich (BGE 137 V 71 E. 5.1).
4
.3
Ausgehend von einem zumutbar
en Invalideneinkommen von
Fr.
48'098
.45
(Fr. 66'803.40 x 0.8 x 0.9)
ergibt sich ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von
rund 35
%
([
Fr.
73'946.60 -
Fr.
48'098
.45] x 100 /
Fr.
73'946.60 = 34.95).
Zusammenfassend führt dies im Ergebnis in Abweisung der Beschwerde zur Be
stätigung der angefochtenen Verfügung.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen.
Nachdem den Akten keine Anhalts
punkte
für eine Veränderung der finanziellen Situation
des Beschwerdeführers
seit dem 1
1.
September 2016 (Stellungnahme
zum verlangten
Kostenvorschuss,
Urk.
8/201 S. 3)
ersichtlich
s
ind (vgl. auch
Urk.
8/2
13 S. 11)
ist dem Beschwerde
führer entsprechend dem vorangegangenen Gerichtsverfahren die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen. Die Gerichtskosten sind dementsprechend einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
, wobei der Beschwerdeführer auf die Nachzahlungspflicht hinzuweisen ist (
§ 16 Abs. 4
GSVGer
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSchetty