# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91314e5b-053b-5cb5-b380-9d9cac72bfc5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2025 E-2785/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2785-2025_2025-08-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2785/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  A u g u s t  2 0 2 5     

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen,    

Gerichtsschreiberin Flavia Mark. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…), 

Kamerun,    

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 17. März 2025 / N (…). 

 

 

 

E-2785/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – kamerunische Staatsangehörige – suchte 

am 25. April 2023 in der Schweiz um Asyl nach.  

A.b Anlässlich der Anhörung vom 2. April 2024 brachte sie zur Begründung 

ihres Asylgesuchs im Wesentlichen vor, dass ihre Mutter verstorben sei 

und sie mit ihren Geschwistern bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter gelebt 

habe, wobei die Stiefmutter sie geschlagen und ihr regelmässig kein Essen 

gegeben habe. Sodann habe sie im Alter von (…) oder (…) Jahren einen 

Mann namens R., der regelmässig in ihr Dorf gekommen sei, kennenge-

lernt und sei mit ihm eine Beziehung eingegangen. Als ihr Vater dies erfah-

ren habe, sei es zu einem Streit gekommen und er habe sie verstossen, 

woraufhin sie bei ihrer Grossmutter mütterlicherseits untergekommen sei. 

Nach dem Tod ihrer Grossmutter habe ihr R. mitgeteilt, dass er sich um 

einen Pass für sie kümmern werde und sie gemeinsam nach B._______ 

reisen würden. Im Gegenzug zur Ermöglichung der Ausreise habe er sie 

zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Er habe für sie ein Visum auf der 

C._______ Botschaft beantragt, jedoch ohne Erfolg. Schliesslich habe er 

sie in der Nacht vom (…) 2023 informiert, sie würden gemeinsam nach 

D._______ reisen, und habe einen Reisepass für sie bereit gehabt. An der 

E._______ Grenze sei sie neben weiteren Frauen von Männern in Uniform 

sexuell missbraucht worden. Während der Überquerung des Mittelmeers 

hätten sie unterwegs Schiffbruch erlitten und R. sei dabei ertrunken. Sie 

sei dann in Italien von einem jungen Mann angesprochen worden, der ihr 

erzählt habe, er habe in der Schweiz Familie und sie könne mit ihm gehen. 

In der Schweiz habe er ihr dann aber mitgeteilt, dass sie sich nun selber 

durchschlagen müsse, woraufhin sie mit Hilfe eines anderen Mannes ein 

Asylgesuch eingereicht habe. Im Übrigen habe ihr ihre Schwester nach ih-

rer Ausreise erzählt, ihr Vater sei bei F._______ gestorben und die jüngeren 

Geschwister würden weiterhin mit der Stiefmutter zusammenleben.  

B.  

Mit Verfügung vom 17. März 2025 – eröffnet am 18. März 2025 – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte ihr 

Asylgesuch ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug an.  

C.  

Mit Eingabe vom 16. April 2025 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Aufhebung der 

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Seite 3 

angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter sei ihr 

die vorläufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher 

Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in-

klusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Bei-

ordnung eines amtlichen Rechtsbeistands.  

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 23. April 2025 bestätigte die Instruktions-

richterin den Eingang der Beschwerde und hielt fest, die Beschwerdefüh-

rerin könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz ab-

warten.  

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Mai 2025 wies die Instruktionsrichterin das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ab und setzte der Beschwer-

deführerin Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe von 

Fr. 750.– bis zum 2. Juni 2025, dies verbunden mit dem Hinweis, auf die 

Beschwerde werde nicht eingetreten, wenn der Kostenvorschuss innert 

Frist nicht bezahlt werde.  

F.  

Der Kostenvorschuss wurde am 2. Juni 2025 überwiesen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

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Seite 4 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Nachdem auch 

der eingeforderte Kostenvorschuss rechtzeitig überwiesen wurde, ist auf 

die Beschwerde einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist deshalb 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-

ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG) ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer 

Begründung zu behandeln.  

4.  

4.1 In der Beschwerde wird in formeller Hinsicht gerügt, dass die Vor-

instanz in der angefochtenen Verfügung nicht auf die sexuellen Übergriffe 

seitens R. eingegangen sei, obwohl sein Vorgehen demjenigen von Men-

schenhändlern entspreche. Damit wird sinngemäss eine Verletzung der 

Begründungspflicht als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör gel-

tend gemacht.  

4.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungs-

verfahren konkretisiert. Er dient einerseits der Aufklärung des Sachver-

halts. Andererseits stellt er ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht 

der Partei dar; als solches umfasst das rechtliche Gehör alle Befugnisse, 

die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren 

Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 

17 f.; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch 

korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, 

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Seite 5 

ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berück-

sichtigen (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70). 

Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs, ergibt 

sich, dass die Abfassung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen 

soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn 

sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag-

weite des Entscheides ein Bild machen können. Die Begründungsdichte 

richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensum-

ständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwiegenden 

Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen – und um 

solche geht es bei Verfahren betreffend Asyl und Wegweisung – eine sorg-

fältige Begründung verlangt wird. Nicht erforderlich ist, dass sich die Be-

gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 

E. 5.2 S. 70; BVGE 2011/37 E. 5.4.1 und 2008/47 E. 3.2) 

4.3 Vorliegend hat sich die Vorinstanz in ihrer Verfügung hinreichend mit 

den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt, weshalb 

keine Verletzung der Begründungspflicht ersichtlich ist. Die Beschwerde-

führerin verkennt, dass das SEM seiner Begründungspflicht Genüge tut, 

wenn es im Rahmen der Begründung die wesentlichen Überlegungen 

nennt, welche es seinem Entscheid zugrunde legt. Da die Beschwerdefüh-

rerin im vorinstanzlichen Verfahren in keiner Weise dargelegt hat, inwiefern 

ihr aufgrund des Vorgehens von R. weiterhin eine asylrelevante Verfolgung 

drohe, war das SEM nicht gehalten, im Entscheid weiter darauf einzuge-

hen.  

4.4 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Das entsprechende Subeventualbegehren ist ab-

zuweisen.   

5.   

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).   

6.  

6.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen 

aus, dass es sich bei der schlechten Behandlung durch die Stiefmutter um 

familiäre Probleme handle, denen kein asylrelevantes Motiv zu Grunde 

liege, weshalb diese Vorbringen keine Asylrelevanz zu entfalten vermöch-

ten. Ferner seien allfällige Asylvorbringen, die sich in G._______ oder 

D._______ ereignet hätten, einzig dann geeignet, die Flüchtlingseigen-

schaft zu begründen, wenn diese auch im Heimatstaat zu einer Verfol-

gungssituation führen würden, was aus der Aktenlage nicht geschlossen 

werden könne. Ohne die Tragweite des Vorfalls an der E._______ Grenze 

zu verkennen, handle es sich dabei denn auch nicht um ein Ereignis, das 

in Zusammenhang zu ihren Ausreisegründen stehe und es lägen keine 

Hinweise vor, dass sie durch die genannten Personen nach dem Vorfall 

noch weitere Nachteile erlitten habe.  

6.2 In der Rechtsmitteleingabe wird dagegen eingewendet, Die Vorinstanz 

sei in der angefochtenen Verfügung nicht auf die sexuellen Übergriffe sei-

tens R. eingegangen. Er habe sie zur Ausreise aus Kamerun überredet und 

ihr ein besseres Leben in Europa in Aussicht gestellt, wie dies für Men-

schenhändler üblich sei. Er habe ihr Essen und Geschenke gemacht, damit 

sie von ihm abhängig und gefügig werde. Im Gegenzug habe er sexuelle 

Dienste von ihr erzwungen. Das Verhalten von R. stehe in direktem Zu-

sammenhang zu ihrer Ausreise aus Kamerun.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zur Er-

kenntnis, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht standzuhalten vermö-

gen.   

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Seite 7 

7.2 Betreffend die vorgebrachte Behandlung durch die Stiefmutter ist in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz vorab festzuhalten, dass es sich hier-

bei um familiäre Probleme handelt, welchen kein asylrelevantes Motiv im 

Sinne von Art. 3 AsylG zugrunde liegt.  

7.3 Betreffend den Vorfall in G._______ beziehungsweise D._______ hat 

die Vorinstanz zudem zutreffend dargelegt, dass dieser nicht zu einer Ver-

folgungssituation im Heimatstaat der Beschwerdeführerin führt, weshalb 

sich weitere Ausführungen hierzu ebenfalls erübrigen.  

7.4 Soweit die Beschwerdeführerin zudem geltend macht, R. habe ihr in 

Europa ein besseres Leben versprochen und sie abhängig sowie gefügig 

gemacht, wie dies für Menschenhändler üblich sei, ist festzuhalten, dass 

die Problematik des Menschenhandels grundsätzlich nicht an ein flücht-

lingsrechtliches Merkmal anknüpft. Vielmehr handelt es sich dabei um ein 

ausschliesslich gemeinrechtlich motiviertes Verbrechen ohne asylrelevan-

tes Motiv. Einer möglichen Gefährdung ist daher im Rahmen der zu prü-

fenden Wegweisungsvollzugshindernisse, insbesondere nach Art. 3 und 4 

EMRK Rechnung zu tragen (vgl. BVGE 2016/27, insb. E. 5.3.1; Urteil des 

BVGer E-3284/2021 vom 27. April 2023 E. 6.3 m.w.H). 

7.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, eine im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Verfolgungs-

gefahr nachzuweisen oder glaubhaft darzutun. Die Vorinstanz hat das Asyl-

gesuch der Beschwerdeführerin demzufolge zu Recht abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

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Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG).  

9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).   

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden.  

9.2.2 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, 

dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen 

schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdefüh-

rerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzu-

weisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte 

Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An-

wendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimat-

staat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.  

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückkehr in ihren 

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Seite 9 

Heimatstaat Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, § 124 ff. m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen gelingt 

ihr das nicht. Die geltend gemachten sexuellen Übergriffe durch R. vermö-

gen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Zwar wird nicht in Abrede 

gestellt, dass die Beschwerdeführerin Opfer sexueller Gewalt geworden 

ist. Es liegen aber keine Hinweise darauf vor, dass das Vorgehen von R. 

als Menschenhandel zu qualifizieren ist. Da zudem R. gemäss ihren Aus-

sagen bei der Überquerung des Mittelmeers verstorben ist, hat sie bei einer 

Rückkehr in den Heimatstaat keine Nachteile durch ihn mehr zu befürch-

ten, womit eine allfällige Re-Trafficking-Gefahr ohnehin zu verneinen ist.  

Schliesslich lässt auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimat-

staat den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht generell als 

unzulässig erscheinen.  

9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.   

9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

9.3.1 Trotz politischer und interethnischer Spannungen herrscht in Kame-

run keine Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt, die 

sich über das ganze kamerunische Staatsgebiet erstrecken würde und 

eine Wegweisung dorthin grundsätzlich unzumutbar erscheinen liesse (vgl. 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3202/2025 vom 11. Juni 2025, 

E. 8.4.2).   

9.3.2 Bezüglich der individuellen Situation der Beschwerdeführerin ist da-

rauf hinzuweisen, dass es sich bei ihr um eine gesunde und arbeitsfähige 

junge Frau handelt, die Arbeitserfahrungen in verschiedenen Bereichen 

sammeln konnte. Zudem verfügt sie in Kamerun weiterhin über ein stabiles 

Beziehungsnetz, so sind insbesondere ihre Geschwister, mit welchen sie 

ein gutes Verhältnis pflege, noch in Kamerun wohnhaft. Sollte sie nicht zur 

Stiefmutter zurückkehren wollen, hat sie die Möglichkeit, bei ihrer Schwes-

ter in H._______ unterzukommen. Insofern die Beschwerdeführerin in der 

Rechtsmitteleingabe ferner darauf hinweist, sie sei in Kamerun stets von 

anderen Menschen abhängig gewesen, ist festzuhalten, dass sie zu 

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Seite 10 

Beginn der Beziehung mit R. lediglich (…) oder (…) Jahre alt war. Mittler-

weile ist sie jedoch (…) Jahre alt und verfügt über mehr Lebenserfahrung, 

weshalb nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, dass sie 

sich auch zukünftig von anderen Personen abhängig machen und sich so 

in gefährliche Situationen begeben wird. Es ist daher in Übereinstimmung 

mit dem SEM nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführerin würde bei 

einer Rückkehr nach Kamerun aus individuellen Gründen in eine existen-

zielle Notlage geraten. Soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von 

welchen die vor Ort ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, 

stellen denn auch keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 

AIG dar.  

9.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar.  

9.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeich-

nen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.6 Zusammenfassend hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG).  

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der am 2. Juni 2025 in gleicher Höhe geleistete Kostenvor-

schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zu deren Be-

zahlung verwendet.   

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Flavia Mark 

 

 

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