# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58fa67e8-dba8-5c19-be9d-6b9aff5fe303
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-03-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.03.2010 IV 2008/340
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-340_2010-03-16.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/340

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.07.2020

Entscheiddatum: 16.03.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 16.03.2010
Art. 16 ATSG; Art. 28, 28a IVV; Art. 27 IVV. Bewertung der psychischen 
Arbeitsunfähigkeit nach Schleudertrauma. Gemischte Methode (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. März 2010, IV 
2008/340).

a.o. Vizepräsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Philia Roth

Entscheid vom 16. März 2010

in Sachen

P.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.   

A.a P.___ (Jahrgang 1958) erlitt am 31. Juli 2004 einen Auffahrunfall. Die 

Unfallversicherung erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Nach den Akten des 

Unfallversicherers war die Versicherte vom 1. November bis 1. Dezember 2004 in 

stationärer Behandlung in der Klinik Valens. Dr. med. A.___, leitender Arzt 

Psychosomatik, B.___, Oberarzt Rheumatologie, und Dr. med. C.___, Abteilungsärztin 

Rheumatologie, gaben in ihrem Austrittsbericht vom 17. Dezember 2004 folgende 

Diagnosen an: Ein HWS- und LWS-Distorsionstrauma, ein cerviko- und 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, Konzentrationsstörungen, eine 

Bandscheibenprotrusion C5/6 ohne neurale Kompression, eine Anpassungsstörung mit 

Angst und depressiver Reaktion gemischt sowie eine Urge-Inkontinenz/Dysurie. Die 

Arbeitsfähigkeit bei Austritt betrage 0% (UV-act. M12; IV-act. 2).

A.b Nach einer erneuten Untersuchung der Beschwerdeführerin in der Klinik Valens im 

Februar 2006 führten Dr. med. D.___, Oberärztin Psychosomatik, und B.___ in ihrem 

Bericht vom 2. März 2006 aus, die Versicherte leide an einem chronischen 

cervikocephalen und cervikobrachialen sowie lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, 

einer Angst und depressiven Störung gemischt, einer Störung durch Sedativa und 

Hypnotika sowie an einer OSG-Distorsion am 18. Januar 2006. Die Diagnose einer 

posttraumatischen Belastungsstörung sei zu verneinen. Die Arbeitsfähigkeit betrage für 

leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten nach Abheilung der OSG-Distorsion 50% 

(UV-act. M26). Im Bericht der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 

21. April 2006 wurde die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung 

angegeben. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M27).

A.c Das Institut für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen (IIMB) erstellte im 

Auftrag der Unfallversicherung am 19. August 2006 ein neurologisches und 

psychiatrisches Gutachten (IIMB-Gutachten). Dr. med. E.___, Fachärztin FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, gab in ihrem Teilgutachten vom 25. Juli 2006 die 

Diagnosen einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen 

Gefühlen (ICD-10: F43.23) mit Symptomen von Angst, Sorgen, Depression, 

Anspannung sowie dem Vorliegen eines Kontrollzwangs bei einem Zustand nach einer 

abgeklungenen posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1) an. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sodann bestünde ein Abhängigkeitssyndrom durch Sedative (ICD-10: F13.25). Aktuell 

betrage die Arbeitsunfähigkeit wegen den psychischen Störungen 100% (UV-act. M28). 

Aus neurologischer Sicht leide die Versicherte gemäss Dr. med. F.___, Neurologie 

FMH, an einem leichten cerviko-, thorako- und lumbovertebralen Syndrom. Die 

Arbeitsfähigkeit sei dadurch in der bisherigen Tätigkeit wie in einer leidensangepassten 

Tätigkeit um 20% vermindert (UV-act. M29).

A.d Mit Verfügung vom 29. Dezember 2006 stellte die Unfallversicherung die 

Leistungen auf den 31. Oktober 2006 ein, weil zwischen den psychischen 

Beschwerden und dem Unfall vom 31. Juli 2004 kein adäquater Kausalzusammenhang 

bestehe (UV-act. 132). Die dagegen erhobene Einsprache wies die Unfallversicherung 

mit Entscheid vom 7. November 2007 ab (UV-act. 148). das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen wies mit Entscheid vom 27. Mai 2009 die Beschwerde der 

Versicherten gegen den Einspracheentscheid der Unfallversicherung ab (UV 2007/122).

B.   

B.a Die Versicherte meldete sich am 17. Mai 2005 zum Bezug von 

Invalidenversicherungsleistungen an. Sie gab an, Sie habe acht Jahre lang die 

Primarschule in Serbien-Montenegro besucht. Sie sei Mutter dreier Kinder, die 1977, 

1979 und 1981 geboren worden seien. Seit 1995 sei sie verwitwet. Sie leide an einem 

Schleudertrauma, ständigen Kopfschmerzen, Schmerzen beim Gehen in Rücken und 

Nacken sowie Depression nach einem Unfall und sei seit 31. Juli 2004 bis auf weiteres 

100% arbeitsunfähig. (IV-act. 1). Dr. med. G.___, Physikalische Medizin FMH, 

berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 6. Juni 2005, die Versicherte leide 

an einem chronischen Panvertebralsyndrom cerviko-/lumbalbetont bei Schleuderunfall 

der Halswirbelsäule (HWS) und Distorsion der Lendenwirbelsäule (LWS) auf Grund 

eines Auffahrunfalls vom 31. Juli 2004, vegetativen Reaktionen sowie einer 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: 43.22). 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine dorsomediane 

Bandscheibenprotrusion C5/6 ohne neurale Kompression (MRI 08/2004). Seit 9. August 

2004 sei die Versicherte 100% arbeitsunfähig. In der bisherigen Tätigkeit sei keine 

Arbeitstätigkeit mehr zumutbar. Medizinisch-theoretisch sei eine langsam gesteigerte 

Arbeitsfähigkeit von 50% möglich, was unter geschützten Bedingungen zu erfolgen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

habe. Im freien Arbeitsmarkt sei die Versicherte zurzeit nicht vermittelbar. Dazu legte 

der Arzt verschiedene Arztberichte bei (IV-act. 13).

B.b Die Arbeitgeberin der Versicherten, ein Alters- und Pflegeheim, gab am 

14. Juni 2005 an, die Versicherte habe am 1. Dezember 2001 die Arbeit im Haushalt 

und Reinigungsdienst aufgenommen. Die Kündigung werde noch auf Anfang 2006 

erfolgen. Die Versicherte habe 36 Stunden pro Woche gearbeitet. Die normale 

Arbeitszeit betrage 45 Stunden pro Woche. Die Versicherte habe Fr. 3'300.-- (x 12) im 

Monat verdient. Im 2002 habe der Jahresverdienst Fr. 38'325.-- und im 2003 Fr. 

40'025.-- betragen (IV-act. 14).

B.c Mit Eingang vom 22. Juni 2005 berichtete Dr. med. H.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie, die Versicherte leide als Folge der HWS- und LWS-Distorsion und 

dem cerviko-lumbospondylogenen Syndrom an einer Anpassungsstörung. Die 

Arbeitsfähigkeit sei von Dr. G.___ und Dr. med. I.___, Allgemeine Medizin FMH und 

Komplementärmedizin, zu bestimmen. Der Versicherten gehe es psychisch besser. Sie 

sei aber sehr labil (IV-act. 15). Dr. I.___ gab am 31. August 2005 neben den bekannten 

Diagnosen an, bei vorbestehenden Rücken-, Schulter- und Nackenbeschwerden sei es 

nach dem Unfall vom 31. Juli 2004 zu einer massiven Exazerbation der Beschwerden 

gekommen. Sämtliche therapeutischen Optionen seien fehlgeschlagen. Die bisherige 

Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Im Haushalt sei sie mit einer 

verminderten Leistungsfähigkeit 50% arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit in einer 

wechselbelastenden Tätigkeit sei sachlich abzuklären (IV-act. 20).

B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete in seiner 

Stellungnahme vom 8. Februar 2007 auf Grund der sich widersprechenden 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen eine Begutachtung durch das Aerztliche 

Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, als erforderlich (IV-act. 29). Am 25. Juni 

2007 wurde das ABI mit der polydisziplinären Begutachtung beauftragt (IV-act. 33).

B.e Mit Verlaufsbericht vom 29. August 2007 gab Dr. I.___ an, die Versicherte habe bei 

der wiederholten Akupunkturbehandlung ab 24. Juli 2007 über fortgeschrittene 

Nackenschmerzen und alternierende Muskelschmerzen mit diffuser Lokalisation 

berichtet. Letztere seien am ehesten den psychovegetativen Begleitsymptomen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zuzuordnen. Verschlechtert habe sich der Allgemeinzustand durch ausgeprägte 

Durchschlafstörungen (IV-act. 41-24/26).

B.f  Das ABI erstattete am 21. Dezember 2007 das polydisziplinäre Gutachten (ABI-

Gutachten). Die Versicherte war am 17. und 19. September 2007 internistisch, 

psychiatrisch und neurologisch untersucht worden. Die Gutachter gaben an, mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine Angst- und depressive Störung 

gemischt (ICD-10: F41.2), eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10: F54) sowie ein 

chronisches cervikocephales und -brachiales sowie lumbales Schmerzsyndrom 

(ICD-10: M53.8) bei einem klinischen oberen Zervikalsyndrom (ICD-10: M50.3), 

radiologisch/neuroradiologisch degenerativen Veränderungen auf Höhe C5/6 und St. n. 

Autounfall (Heckkollision) mit HWS- und LWS-Distorsionstrauma am 31. Juli 2004 

(ICD-10: S13.6). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit liege eine Benzodiazepin-

Abhängigkeit (ICD-10: F13.2) sowie ein fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher 

Gebrauch (ICD-10: F17.1) vor.

Aus psychischer Sicht gab Dr. med. K.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, an, 

auf Grund der ängstlich-depressiven Störung und der Schmerzverarbeitungsstörung 

bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Hinweise auf eine mittelgradige oder 

schwere depressive Episode fehlten. Es lägen auch keine Hinweise auf unbewusste 

Konflikte vor und ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus 

psychiatrischer Sicht könne es der Versicherten daher zugemutet werden, trotz der 

geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags 

einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wobei die Leistungsfähigkeit um 20% 

vermindert sei. Eine posttraumatische Belastungsstörung könne nicht diagnostiziert 

werden, weil die Versicherte keinen schweren Unfall erlitten habe, der praktisch bei 

jedem Betroffenen eine schwere Verunsicherung und existentielle Bedrohung ausgelöst 

hätte. Sodann geniesse die Versicherte das Zusammensein mit ihren Kindern und 

Verwandten, weshalb sich kein sozialer Rückzug zeige. Die Versicherte sei auch nicht 

hoffnungslos. Die Benzodiazepin-Abhängigkeit sei eher geringgradig ausgeprägt und 

schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Im Vordergrund stünden die ausgeprägte 

subjektive Krankheitsüberzeugung und der erhebliche sekundäre Krankheitsgewinn.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. med. L.___, FMH Neurologie, führte aus, abgestützt auf die klinisch objektivierbaren 

Befunde ergebe sich eine Einschränkung einzig durch das Zervikalsyndrom. Deswegen 

seien der Versicherten körperlich schwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von 

Lasten über 10 kg, mit Verharren in Zwangshaltungen sowie solche, die über Kopf 

ausgeübt werden müssten, nicht mehr zumutbar. Auch die zuletzt ausgeübte 

"gemischte" Tätigkeit in der Küche, beim Putzen und in der Pflege sei deshalb 

eingeschränkt, im Haushaltsbereich 20% und in der Pflege 50%. Für körperlich leichte 

Tätigkeiten in Wechselbelastung bestehe aus neurologischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit.

Die Gutachter gaben in ihrer gemeinsamen Beurteilung an, insgesamt betrage die 

Arbeitsfähigkeit aus polydisziplinärer Sicht in der bisherigen Tätigkeit 50% und in einer 

leidensangepassten Tätigkeit 80%. Zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit führten die 

Gutachter aus, nach dem Unfall vom 31. Juli 2004 habe für eine gewisse Zeit sicher 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, wie die Klinik Valens bei Austritt am 1. 

Dezember 2004 bestätigt habe. Ab welchem Zeitpunkt die Verbesserung eingetreten 

sei, könne auf Grund der Akten nicht sicher ausgesagt werden. Fachärztliche, auf 

objektiven Befunden beruhende Stellungnahmen fehlten fürs Jahr 2005. Danach werde 

die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht kontrovers beurteilt. Rückblickend sei die 

im Gutachten des IIMB vom 25. Juli 2006 attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit im 

Vergleich mit den vom ABI erhobenen Befunden nicht nachvollziehbar. Rückschlüsse 

auf den genauen Verlauf der Arbeitsfähigkeit seien jedoch nicht möglich. Die vom ABI 

festgestellte Arbeitsfähigkeit bestehe ab Untersuchungsdatum, mit Wahrscheinlichkeit, 

über die Zeit gemittelt, seit Anfangs 2005. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von 

20% (IV-act. 41).

B.g Am 15. April 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten den Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt zu. Die Versicherte gab am 

17. April 2008 an, ohne Behinderung würde sie in derselben Stelle wie vor dem Unfall 

im Ausmass von 80% arbeiten. Bei der Haushaltsarbeit würden sämtliche Tätigkeiten, 

die sie nicht mehr übernehmen könne, durch ihre Töchter erledigt (IV-act. 51). Die IV-

Stelle führte am 25. April 2008 eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Dabei gab die 

Versicherte an, sie lebe in einer kleinen zweieinhalb-Zimmer-Wohnung. Sie leide 

unverändert an Schmerzen im Nacken, Schultern und Rückenbereich und könne 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schlecht schlafen. Auf Grund der Beschwerden sei ihr seit dem Unfall nicht mehr 

möglich, den Haushalt zu machen. Dieser würde praktisch vollumfänglich von ihren 

Töchtern übernommen, die täglich bei ihr vorbeikommen würden. Sie selbst könne 

lediglich noch das Morgenessen vorbereiten, wenig Abstauben ohne Bücken und 

Überkopfarbeiten, manchmal den Kleineinkauf erledigen und die Wäsche 

zusammenlegen. Aus finanziellen Gründen würde sie ohne Behinderung weiterhin im 

bisherigen Pensum von 80% erwerbstätig sein. Seit Januar 1995 beziehe sie eine 

Witwenrente von Fr. 1'406.--. Die Abklärungsperson gab in ihrer Stellungnahme vom 

13. Mai 2008 an, die Angaben der Versicherten seien weder glaubwürdig noch 

nachvollziehbar. Die kleine Wohnung könne nach Einschätzung der Abklärungsperson 

problemlos von der Versicherten selbst gepflegt werden (IV-act. 55).

B.h Die IV-Stelle stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Juni 2008 die 

Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Gemäss den umfangreichen medizinischen 

Abklärungen bestehe in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit. Zusätzlich sei ein Abzug von 10% vorzunehmen, weil sie nur noch 

leichte Tätigkeiten ausüben könne. Das zumutbare Erwerbseinkommen betrage ohne 

Behinderung Fr. 41'330.-- und mit Behinderung Fr. 36'634.--. Die Erwerbseinbusse von 

Fr. 4'696.-- entspreche einer Einschränkung von 11.36%. Im Haushalt bestünde eine 

Einschränkung von 20%. Im Verhältnis Erwerb und Haushaltstätigkeit von 80% und 

20% würden die ermittelten Einschränkungen einen Teilinvaliditätsgrad von 9.08% 

beziehungsweise 4% betragen. Daraus resultiere ein Gesamtinvaliditätsgrad von 13%. 

Weil dieser unter 40% liege, bestünde kein Rentenanspruch (IV-act. 59). Dagegen liess 

die Versicherte am 23. Juni 2008 einwenden, die IV-Stelle stütze sich auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen des ABI. Diese seien nicht haltbar und liessen sich 

insbesondere mit dem Vorgutachten der Unfallversicherung in keiner Weise 

vereinbaren. Sodann werde die Versicherte von den behandelnden Ärzten weiterhin zu 

100% arbeitsunfähig geschrieben, wozu sich das ABI nicht geäussert habe (IV-act. 62).

B.i Mit Verfügung vom 29. Juli 2008 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Zum 

Einwand führte sie aus, es würden keine medizinischen Unterlagen vorgelegt, die nicht 

schon zum Zeitpunkt der Begutachtung durch das ABI vorgelegen hätten und 

dementsprechend berücksichtigt worden seien. Das Gutachten sei umfassend, 

plausibel und korrekt. Weitere Abklärungen seien nicht angezeigt (IV-act. 65).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.   

C.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 18. August 2008 Beschwerde 

erheben. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 29. Juli 2008 und die 

Zusprache einer ganzen, eventuell einer halben IV-Rente ab 1. Juli 2005. Das Gesuch 

um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zieht die Versicherte am 

7. Oktober 2008 zurück (G act. 6). Sie führt aus, das ABI-Gutachten erweise sich weder 

als schlüssig noch nachvollziehbar. Der begutachtende Psychiater habe die frühere 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung als unzutreffend bezeichnet, weil 

kein sozialer Rückzug bestehe und es sich nicht um einen schweren Unfall gehandelt 

habe. Dies widerspreche den zeitidentischen Beschreibungen von Dr. H.___, welche 

die Beschwerdeführerin wegen Deprimiertheit, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit 

behandelt habe. Ein sozialer Rückzug und Hoffnungslosigkeit sei dabei festgestellt 

worden. Dr. E.___ habe deshalb im IIMB-Gutachten eine abgeklungene 

posttraumatische Belastungsstörung bestätigt. Demgegenüber sei das ABI-Gutachten 

erst zweieinhalb Jahre nach dem Unfall erstellt worden, weshalb die zeitidentischen 

Diagnosen und Arbeitsfähigkeitsschätzungen nach dem Unfall vorzuziehen seien. 

Gemäss einem Mittelwert der Arbeitsfähigkeitsschätzung des IIMB-Gutachtens und der 

Klinik Valens sei von einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 75% 

auszugehen. Nach Ablauf der Wartefrist bestehe deshalb Anspruch auf eine 

Invalidenrente. Schliesslich sei auch aus neurologischer Sicht gemäss Einschätzung 

von Dr. F.___ von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die Einschätzung des 

ABI-Neurologen, der für eine adaptierte Tätigkeit keine Einschränkung angebe, sei 

dagegen nicht nachvollziehbar, nachdem für leichte Haushaltsarbeiten eine 

Einschränkung von 20% festgelegt worden sei (G act. 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Oktober 2008 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führt aus, dem Arztbericht 

von Dr. H.___ könne keine Arbeitsfähigkeitsschätzung entnommen werden. Sodann 

könne diesem Bericht kein sozialer Rückzug entnommen werden. Das IIMB-Gutachten 

überzeuge aus psychiatrischer Sicht nicht, weil im Wesentlichen einzig ätiologisch-

pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben würden, denen 

infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung zukomme. 

Betreffend Arbeitsfähigkeitsschätzung aus neurologischer Sicht sei das ABI-Gutachten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

schlüssiger als das IIMB-Gutachten. Weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer 

bisherigen Tätigkeit gleich eingeschränkt sein soll wie in einer adaptierten Tätigkeit, sei 

nicht einzusehen. Die bisherige Tätigkeit sei denn auch nicht als adaptierte Tätigkeit zu 

betrachten. Unter diesen Umständen sei auf das ABI-Gutachten abzustellen, das seine 

Beurteilung auf sorgfältig erhobenen Befunden abstütze (G act. 7).

C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 5. November 2008 an ihren 

Anträgen fest. Zusätzlich führt sie unter Hinweis auf zwei kantonale Urteile aus, 

unterdessen sei bekannt geworden, dass die Unabhängigkeit des ABI angezweifelt 

werde. Deshalb werde der Ausstand der ABI-Gutachter verlangt. Unter diesen 

Umständen könne nicht mehr auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Deshalb sei 

ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben (G act. 9).

C.d Am 19. November 2008 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik (G act. 

11).

Erwägungen:

1.  

Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

29. Juli 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung 

betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 

5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt 

sich dadurch keine substanzielle Änderung. Angesichts der IV-Anmeldung vom 17. Mai 

2005 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Juli 2004 rechtfertigt es sich 

vorliegend, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im 

Folgenden angeführt) anzuwenden.

2.  

2.1  Die Beschwerdeführerin rügt in der Replik einen Ausstandsgrund gegen die 

Gutachter des ABI, weil in neueren kantonalen Urteilen Unregelmässigkeiten betreffend 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen bekannt geworden seien. Damit gewähre das Institut 

keine Garantie mehr für unabhängige Gutachten (G act. 9). Diese Rüge ist vorab zu 

beurteilen.

2.2  Nach Art. 36 ATSG treten Personen, die Entscheidungen über Rechte und 

Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand, wenn sie in der Sache 

ein persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen 

sein könnten. Der Zweck der Ausstandspflicht besteht darin, jede Befangenheit oder 

Interessenkollision sowie jeden entsprechenden Anschein zu vermeiden: Sie soll die 

objektive Prüfung durch eine unparteiische und unvoreingenommene Behörde 

gewährleisten. Das Vorliegen von Ausstandsgründen ist von Amtes wegen zu beachten 

(Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, Rz. 247; 

Kieser, ATSG-Kommentar, Rz. 15 zu Art. 36 ATSG). Nach der Rechtsprechung gelten 

für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie 

sie für das Gericht vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn 

Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken 

(BGE 132 V 93 E. 7.1). Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen 

inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher für die 

Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person 

tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände vorliegen, die den 

Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen 

vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei 

abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet 

erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein 

strenger Massstab anzusetzen (BGE 120 V 364 E. 3). Ist also eine Befangenheit oder 

ein Anschein derselben zu bejahen, so wird das entsprechende Beweismittel in seiner 

Qualität zerstört und muss aus den Akten gewiesen werden.

2.3  Im vorliegenden Fall liegen keine Hinweise vor, dass die 

Teilarbeitsfähigkeitsschätzungen im Sinne des von der Beschwerdeführerin zitierten 

Entscheides des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 3. April 2008 (IV 2006/217) vom 

Hauptgutachter in der Gesamtbeurteilung "manipuliert" worden wären, um eine 

möglichst hohe Arbeitsfähigkeit festlegen zu können. Das Gutachten ist von sämtlichen 

untersuchenden Ärzten unterzeichnet worden. Damit bezeugen sie, dass der Inhalt des 

Gutachtens mit ihren eigenen Befunden und Beurteilungen übereinstimmt. Sodann ist 

nicht ersichtlich, in welcher Art und Weise Dr. M.___ auf das vorliegende Gutachten 

Einfluss ausgeübt haben sollte. An der konkreten Begutachtung hat er nicht 

teilgenommen. Ebensowenig scheint ein Befangenheitsgrund bei den einzelnen 

Gutachtern vorzuliegen. Sodann hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern im 

zitierten Entscheid vom 8. August 2008 (2000 76 8669tV) lediglich aus formellen 

Gründen die Beschwerde gutgeheissen, weil die IV-Stelle es unterlassen hatte, eine 

anfechtbare Zwischenverfügung zu erlassen. Ob die geltend gemachten 

Befangenheitsgründe tatsächlich ausgereicht hätten, ist damit nicht entschieden 

worden. Ohne konkrete objektive Hinweise auf eine Befangenheit der hier beteiligten 

Gutachter des ABI kann deshalb nicht ein Anschein der Befangenheit bejaht werden.

3.  

3.1  Streitig ist ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG 

besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% 

invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und 

nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – 

so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung 

der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28 Abs. 2  IVG i.V.m. Art. 27 IVV). Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche 

Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten 

Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach 

Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird 

die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall 

sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich 

festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden 

Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2  IVG). Diese Art der Invaliditätsbemessung 

wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.

3.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 

auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

bis

bis 

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen).

4.  

4.1  Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin zu 80% als Erwerbstätige 

und 20% als im Haushalt Tätige qualifiziert. Die Qualifikation als Teilerwerbstätige ist 

vorliegend nicht zu beanstanden, nachdem die Beschwerdeführerin übereinstimmend 

im Fragebogen sowie in der Abklärung vor Ort angegeben hat, im Gesundheitsfall 

würde sie weiterhin 80% erwerbstätig sein (IV-act. 51 und 55). Für die 

Invaliditätsbemessung ist deshalb die gemischte Methode anzuwenden.

4.2  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der 

ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die 

versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die 

Beschwerdegegnerin hat ihre Invaliditätsbemessung auf der Grundlage der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI vorgenommen. Nach dem ABI-Gutachten vom 

21. Dezember 2007 ist der Beschwerdeführerin ab Untersuchungsdatum 

beziehungsweise mit Wahrscheinlichkeit ab Anfangs 2005 die bisherige Tätigkeit zu 

50% und eine leidensangepassten Tätigkeit zu 80% zumutbar (IV-act. 41). Die 

Beschwerdeführerin erachtet das ABI-Gutachten dagegen nicht als schlüssig. Gemäss 

dem Mittelwert der Arbeitsfähigkeitsschätzungen des IIMB-Gutachtens und der Klinik 

Valens sei von einer psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 75% auszugehen 

(G act. 1). Strittig ist insbesondere die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung.

4.3  Die Beschwerdeführerin leidet gemäss ABI-Gutachten aus psychiatrischer Sicht an 

einer ängstlich-depressiven Störung sowie einer Schmerzverarbeitungsstörung. Der 

Psychiater hat ausgeführt, das Ausmass der von der Beschwerdeführerin geklagten 

Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu 

können, habe nicht durch somatische Befunde objektiviert werden können, sodass 

eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Im Laufe der Jahre sei es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auch zu einer Schmerzausweitung gekommen. Die Beschwerdeführerin sei während 

Jahren belastet gewesen durch ihre Berufstätigkeit und ihre Aufgabe als Hausfrau und 

Mutter. Sie habe mit diesen Belastungen aber gut umgehen können und nicht darunter 

gelitten. Eine somatoforme Schmerzstörung könne deshalb nicht diagnostiziert werden. 

Als im Herbst 2004 die Schwiegertochter in den gemeinsamen Haushalt eingezogen 

sei, habe diese den Haushalt übernommen, wie dies in ihrer Kultur üblich sei. Die 

jahrelange hohe Arbeitsbelastung sowie der Einzug der Schwiegertochter dürften 

wesentlich zur psychischen Überlagerung beigetragen haben. Neben der 

Schmerzverarbeitungsstörung liege auch eine ängstlich-depressive Störung vor. Die 

Beschwerdeführerin könne sich nicht mehr richtig freuen, sei ängstlich geworden, leide 

auch unter Schlafstörungen. Seit Juni 2007 wohne sie allein und erledige ihren 

Haushalt bis auf schwere Arbeiten selbständig. Täglich unternehme sie Spaziergänge, 

treffe sich mit ihren beiden Töchtern, deren Familien und dem Sohn und dessen 

Familie. Regelmässig besuche sie an Wochenenden auch Verwandte. Zu Hause bastle 

sie oder sehe fern. Bei der psychiatrischen Untersuchung sei sie leichtgradig depressiv 

gewesen. Eine schwere psychische Störung liege nicht vor. Allerdings ängstige sich die 

Beschwerdeführerin seit dem Unfall vor dem Autofahren. Im Vordergrund stünden die 

ausgeprägte subjektive Krankheitsüberzeugung und der erhebliche sekundäre 

Krankheitsgewinn. Zu den früheren ärztlichen Stellungnahmen hat der Psychiater die 

Diagnosestellung des IIMB-Gutachtens hinsichtlich der posttraumatischen 

Belastungsstörung als unzutreffend beurteilt (IV-act. 41-14).

4.4  Die Beurteilung des Psychiaters des ABI ist schlüssig und nachvollziehbar. 

Demnach ist der Beschwerdeführerin trotz der vorliegenden Schmerzen die 

Willensanstrengung zumutbar, einer Erwerbstätigkeit zu 80% nachzugehen. Die 

Diagnose einer ängstlich-depressiven Störung ist bereits bei der erneuten 

Untersuchung in der Klinik Valens im Februar 2006 gestellt worden. In diesem Bericht 

vom 2. März 2006 wurde übereinstimmend mit der ABI-Beurteilung das Vorliegen einer 

posttraumatischen Belastungsstörung verneint (IV-act. M26). Aus dem ABI-Gutachten 

ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin während Jahren durch die Berufstätigkeit 

und ihre Aufgaben als Hausfrau und Mutter belastet gewesen ist. Sodann war der 

Suizid des Ehemannes 1995 völlig unerwartet eingetroffen. Vor diesem Hintergrund ist 

möglich, dass die Beschwerdeführerin eine geringere Belastungsgrenze aufweisen 

könnte. Doch selbst dann ist die von der Psychiaterin des IIMB-Gutachtens gestellte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung bei einem leichten Unfall wie 

dem vorliegenden Heckauffahrunfall nicht nachvollziehbar. Sodann sind aus den 

kurzen Angaben von Dr. H.___ vom 12. November 2004 zum psychiatrischen Befund 

keine unfallnahen psychiatrischen Befunde ersichtlich, die eine Schwere aufweisen 

würde, gestützt darauf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung 

gestellt werden könnte. Vielmehr sprechen die Angaben von Ein- und 

Durchschlafstörungen, Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen 

und Verspannungen für die auch in der Klinik Valens am 17. Dezember 2004 

angegebene Diagnose einer Anpassungsstörung (vgl. UV-act. M10 und M12). 

Zusätzlich fällt auf, dass die Möglichkeit einer psychischen Überlagerung 

beziehungsweise der subjektiven Krankheitsüberzeugung von der Psychiaterin des 

IIMB nicht in Betracht gezogen worden ist, obwohl Hinweise dazu bereits bestanden 

haben. Im Bericht der Klinik Valens vom 2. März 2006 ist nämlich eine ausgeprägte 

Selbstlimitierung sowie ein maladaptiver bis tendenziell alexithymer 

Schmerzbewältigungsstil festgestellt worden (UV-act. M26). Diese Akten haben auch 

der Psychiaterin des IIMB vorgelegen (UV-act. M28 S.17). Schliesslich erscheint die 

Annahme einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit sehr hoch, nachdem nur wenige Monate 

zuvor in der Klinik Valens eine Arbeitsfähigkeit von 50% als zumutbar beurteilt worden 

ist. Eine volle Arbeitsunfähigkeit leuchtet gemäss Beschwerdeschrift auch dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht ein, will er doch von einen Mittelwert von 

75% ausgehen (G act. 1). Insgesamt bestehen deshalb erhebliche Zweifel an der 

zutreffenden Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung gemäss IIMB-

Gutachten, weshalb auf dieses Gutachten aus psychischer Sicht nicht abgestellt 

werden kann.

4.5  Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die neurologische Einschränkung von 20% sei 

zuzüglich zur psychiatrischen Arbeitsunfähigkeit von 20% zu berücksichtigen. Sodann 

sei widersprüchlich, dass diese neurologische Einschränkung von 20% in der 

adaptierten Tätigkeit nicht berücksichtigt werde (G act. 1). Der Neurologe hat im ABI-

Gutachten ausgeführt, gestützt auf die objektivierbaren Befunde ergebe sich eine 

Einschränkung einzig durch das Zervikalsyndrom. Deswegen seien der 

Beschwerdeführerin körperlich schwere Tätigkeiten mit dem Heben und Tragen von 

Lasten über 10 kg, mit Verharren in Zwangshaltungen sowie solche, die über Kopf 

ausgeübt werden müssten, nicht mehr zumutbar. Würden diese Bedingungen erfüllt, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bestünden aus somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit. Die zuletzt ausgeübte gemischte Tätigkeit in Pflege und 

Hausarbeit sei somit nur noch eingeschränkt möglich. Im Haushalt betrage die 

Einschränkung 20% und in der Pflege 50%. Zur Einschätzung von Dr. F.___ des IIMB 

bestehe keine Diskrepanz, weil dieser die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

mit 20% angegeben habe (IV-act. 41-19). Zwar hat der Neurologe des IIMB auch für 

die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit eine Einschränkung von 20% angegeben (vgl. 

UV-act. M29 S. 17), hingegen fehlt es an einer Beschreibung der qualitativen 

Einschränkungen. Die im ABI postulierte volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit unter Beachtung der qualitativen Arbeitsbedingungen steht deshalb nicht im 

Widerspruch zur Einschätzung des IIMB-Gutachtens. Schliesslich ist von den ABI-

Gutachtern klar festgehalten worden, dass die Arbeitsunfähigkeiten aus somatischer 

und psychiatrischer Sicht nicht kumuliert werden könnten, weil dieselben 

Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Erholungspausen genützt werden könnten (IV-

act. 41-20). Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Grund.

4.6  Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G.___ oder Dr. I.___ kann nicht 

abgestellt werden. Dr. G.___'s Angabe, eine ausserhäusliche Tätigkeit sei der 

Beschwerdeführerin nicht mehr zumutbar, kann nicht nachvollzogen werden (IV-act. 

13). Diese Einschätzung beruht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf der 

ausgeprägten Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin. Dr. I.___ hat betreffend 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit eine sachliche Abklärung als erforderlich 

betrachtet (IV-act. 20). Bei den vorliegenden psychischen und somatischen 

Beschwerden drängte sich denn auch eine polydisziplinäre Begutachtung auf, wie dies 

am ABI geschehen ist. Insgesamt ist der Sachverhalt damit als ausreichend abgeklärt 

zu betrachten und es besteht kein Anlass für eine weitere Begutachtung der 

Beschwerdeführerin. In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und auf Grund 

des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 21. Dezember 2007 ist von einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit auszugehen.

4.7  Im Haushalt ist die Beschwerdeführerin gemäss ABI-Gutachten um 20% in ihrer 

Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Ihre eigenen Angaben in der Abklärung vor Ort, der 

Haushalt könne sie nicht mehr selbständig erledigen, sind nicht überwiegend 

wahrscheinlich (IV-act. 55). Sie stehen im Widerspruch zu den bei der ABI-

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Begutachtung gemachten Aussagen, sie könne die meisten Haushaltsarbeiten selber 

machen. Beim Kochen oder Abwaschen müsse sie immer wieder Pausen einlegen. 

Kleinere Sachen könne sie selber einkaufen. Für die schweren Tätigkeiten habe sie die 

Hilfe ihrer Töchter (IV-act. 41-9). Diese Selbsteinschätzung stimmt mit den ärztlich 

festgestellten Einschränkungen überein, weshalb die Beschwerdeführerin in ihrer 

Tätigkeit im Haushalt zu 20% eingeschränkt ist.

5.  

5.1  Wie die Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt hat, beträgt der Teilinvaliditätsgrad 

im Erwerb wie vom BGer praktiziert gemäss der gemischten Methode 11.36%. Im 

Haushalt liegt eine 20%ige Einschränkung vor. Für beide Teilbereiche zusammen 

beträgt der Invaliditätsgrad 13% ([11.36% x 0.8] + [20% x 0.2]. Es resultiert ein 

Invaliditätsgrad, der unter 40% liegt, weshalb die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 

auf eine Invalidenrente hat.

5.2  Ob die Beschwerdeführerin nun bis zur ABI-Begutachtung 50% (vgl. Bericht der 

Klinik Valens vom 2. März 2006 [UV-act. M26]) oder 80% arbeitsfähig war, kann bei 

diesem Ergebnis der gemischten Methode offen gelassen werden. Selbst bei der 

Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit im Erwerb und einem Leidensabzug von 

weiterhin 10% resultiert gemäss der bundesgerichtlichen Anwendung der gemischten 

Methode im Erwerb ein Teilinvaliditätsgrad von 35% (44% x 0.8). Wird der 

Teilinvaliditätsgrad im Haushalt von 4% (20% x 0.2) hinzugerechnet, resultiert nach wie 

vor kein rentenbegründender Invaliditätsgrad. Die Beschwerdeführerin hätte deshalb 

auch unter Annahme einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit von 2005 bis 2007 keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin ist jedenfalls 

im Ergebnis deshalb nicht zu beanstanden.

6.  

Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die 

Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss im Verfahren IV 2008/340 in gleicher Höhe ist die geschuldete 

Gerichtsgebühr getilgt. Ein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

sind durch den geleisteten Vorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 16.03.2010
	Art. 16 ATSG; Art. 28, 28a IVV; Art. 27 IVV. Bewertung der psychischen Arbeitsunfähigkeit nach Schleudertrauma. Gemischte Methode (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. März 2010, IV 2008/340).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T14:00:45+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen