# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddb7a2ca-45eb-54e5-a905-ee721fc0887e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.04.2025 KV-Z 2024/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2024-3_2025-04-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2024/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2025

Entscheiddatum: 01.04.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 01.04.2025
Art. 157 ZPO; Art. 8 ZGB. Der Kläger hat grundsätzlich seine (fortdauernde) 
Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit zu beweisen. 
Nachdem eine von der Beklagten beauftragte Gutachterin sowie die IV-Stelle 
dem Kläger eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 
attestieren, reicht der Widerspruch des Hausarztes mit dem blossen Hinweis 
darauf, es liege eine Polymorbidität vor, die unzureichend berücksichtigt 
worden sei, hierfür nicht aus (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 1. April 2025, KV-Z 2024/3).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/10 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 1. April 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterinnen Tanja Petrik-Haltiner (Vorsitz), Marie Löhrer 
und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   KV-Z 2024/3 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Kläger,  

 
 

  gegen 

  S W I C A  K r a n k e n v e r s i c h e r u n g  A G ,  Rechtsdienst, 

Römerstrasse 37, 8400 Winterthur,  

Beklagte,  

 

 

 
  

Gegenstand  Forderung aus Krankentaggeldversicherung 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

KV-Z 2024/3 
 

 

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Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) war vom 8. August 2022 bis 3. Januar 2023 bei der B.___ AG 

(nachfolgend: Arbeitgeberin) als Metallbaumonteur in einem Pensum von 90 % angestellt (vgl. 

Einsatzvertrag, act. G6.1/154; Arbeitgeberkündigung, IV-act. 7-15) und dadurch bei der Swica 

Krankenversicherung AG krankentaggeldversichert (vgl. act. G6.1/168 ff.).  

A.b Mit Krankmeldung vom 27. Januar 2023 teilte die Arbeitgeberin der Swica mit, dass der 

Versicherte seit 15. November 2022 zu 100 % arbeitsunfähig sei (act. G6.1/17). Gemäss dem Bericht 

des Hausarztes des Versicherten, Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, hätten sich die 

Kniebeschwerden des Versicherten seit Herbst 2022 verschlechtert, da er sich am 27. November 2022 

beim Aufsteigen auf das Fahrrad das rechte Knie verdreht habe (act. G6.1/6 f.). 

A.c  Die Swica anerkannte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und entrichtete für den Zeitraum vom 

15. bis 18. November 2022 und erneut ab 27. November 2022 Taggelder (vgl. act. G6.1/130 ff.). Mit 

Schreiben vom 14. April 2023 forderte sie den Versicherten auf, sich bei der IV-Stelle anzumelden 

(act. G6.1/24). 

A.d Mit Bericht vom 25. April 2023 teilte Dr. C.___ der Swica mit, beim Versicherten sei eine 

Kniearthroskopie durchgeführt worden (vgl. dazu Operationsbericht vom 15. Februar 2023, 

act. G6.1/37 f.), welche aber keine wesentliche Besserung der Beschwerden gebracht habe. Trotz 

Analgetika und Physiotherapie würden weiterhin belastungsabhängige Knieschmerzen, teilweise auch 

Ruheschmerzen des rechten Knies bestehen. Des Weiteren habe der Versicherte internistische 

Probleme in Form einer chronisch obstruktiven Bronchitis bei Nikotinabusus und einer Adipositas. 

Angesichts der ausgeprägten Varusgonarthrose mit Chondromalazie sowie der weiteren internistischen 

Probleme sei davon auszugehen, dass der Versicherte kaum noch die anstrengende Arbeit auf dem 

Bau ausüben könne. Sollte sich die Beweglichkeit im rechten Knie auf Grund der physiotherapeutischen 

Behandlung bessern, sei eine leichte Tätigkeit längerfristig möglich (act. G6.1/28 ff.). Mit Bericht vom 

24. August 2023 informierte Dr. C.___ die Swica, dass der Versicherte in Ruhe kaum Beschwerden 

habe, bei Belastung komme es aber zu Knieschmerzen und Schwellungszuständen. Zudem bestehe 

eine chronische Schwellung im Bereich der beiden Unterschenkel mit sekundärem Lymphödem. Ferner 

habe der Versicherte regelmässig Opiate konsumiert, weswegen ein Methadonprogramm eingeleitet 

worden sei (act. G6.1/53 ff.). 

A.e Am 26. Oktober 2023 teilte die Swica dem Versicherten mit, sie erachte eine orthopädische 

Untersuchung als erforderlich (act. G6.1/72 f.). Mit Gutachten vom 20. November 2023 führte Dr. med. 

D.___, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, beim Versicherten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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bestünde eine Gonarthrose rechts, wobei belastungsabhängige Schmerzen im Vordergrund stünden, 

eine Fehl- und Überbelastung des Bewegungsapparates bei Übergewicht, eine Fehlstatik der 

Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und verschmächtigte Rumpfmuskulatur. Der 

orthopädische Status ergebe weitgehend altersentsprechende Befunde, bei fehlendem 

Trainingszustand seien die Funktionen BWS/LWS deutlich eingeschränkt, aber auch weichteilbedingt 

bei Adipositas. Aus orthopädischer Sicht könne die Tätigkeit [als ___] nicht mehr verrichtet werden. 

Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ergebe sich eine volle Arbeitsfähigkeit ohne 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit für überwiegend sitzende Tätigkeiten. Sinnvoll wäre eine 

Berufserprobung bei noch vorliegenden internistischen Diagnosen und Suchtproblematik (act. G6.1/89 

ff., insbesondere act. G6.1/98 f.). 

A.f Am 24. November 2023 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, da er sich aktuell nicht in der 

Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken, bestehe kein Anspruch auf berufliche 

Massnahmen (IV-act. 24).  

A.g Mit Schreiben vom 29. November 2023 teilte die Swica dem Versicherten mit, gemäss dem 

Gutachten von Dr. D.___ sei die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgewiesen. In 

einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Gestützt auf ihre 

Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) sei die versicherte Person gehalten, innert drei 

Monaten Arbeit in einem anderen Erwerbszweig zu suchen und sich bei der Invaliden- und 

Arbeitslosenversicherung anzumelden, sofern sie in ihrem angestammten Beruf arbeitsunfähig sei und 

nicht innerhalb des Betriebs eingegliedert werden könne. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen 

Anpassungsfrist werde die Krankentaggeldleistung noch bis längstens 29. Februar 2024 ausgerichtet 

(act. G6.1/110 f.).  

A.h Am 14. Dezember 2023 ersuchte der Versicherte die Swica, weiterhin Taggeldleistungen 

auszurichten (act. G6.1/115). Zur Begründung legte er ein Schreiben seines Hausarztes gleichen 

Datums bei. Darin führte Dr. C.___ aus, Dr. D.___ habe sich einseitig mit der orthopädischen 

Problematik (Knie) befasst. Es liege eine ausgeprägte Polymorbidität vor, die ungenügend 

berücksichtigt worden sei. In diesem Sinn seien auch von der IV-Stelle berufliche Massnahmen 

abgelehnt worden (act. G6.1/113).  

A.i Mit E-Mail vom 27. Dezember 2023 teilte Dr. D.___ der Swica auf Anfrage hin mit, dass sie die 

Polymorbidität in ihrem Gutachten berücksichtigt habe (act. G6.1/117). Daraufhin hielt die Swica mit 

Schreiben vom 8. Januar 2024 an ihrem Entscheid vom 29. November 2023 fest (act. G6.1/118).  

B.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/10 

B.a Der Versicherte (nachfolgend: Kläger) erhebt am 8. März 2024 Klage gegen die Swica 

(nachfolgend: Beklagte). Er beantragt, die Beklagte sei zu verpflichten, bis zum Erlöschen des 

gesetzlichen Anspruchs Ende November 2024 Krankentaggelder auszurichten. Zur Begründung bringt 

er vor, sein Hausarzt und er würden seine Arbeitsfähigkeit anders einschätzen als die Beklagte bzw. 

Dr. D.___ (act. G1).  

B.b Mit Schreiben vom 15. April 2024 gibt das Versicherungsgericht der Beklagten Gelegenheit zur 

Klageantwort und fordert sie zur Einreichung der Vorakten auf. Zudem teilt sie den Parteien mit, dass 

sie die Akten der IV-Stelle beiziehe (act. G4). 

B.c Am 18. April 2024 gehen die Akten der IV-Stelle beim Versicherungsgericht ein (vgl. act. G5 

sowie G5.1 und G5.2). 

B.d Mit Klageantwort vom 30. April 2024 beantragt die Beklagte die Abweisung der Klage. Der Kläger 

beschränke sich auf die Feststellung, sein Hausarzt und er seien mit dem Gutachten nicht 

einverstanden. Dies genüge nicht zur Erbringung des Beweises einer über das Datum der 

Leistungseinstellung hinausgehenden Arbeitsunfähigkeit auch in leidensadaptierter Tätigkeit. Dass kein 

Anspruch auf weitergehende Krankentaggelder bestehe, ergebe sich auch aus den IV-Akten. Die IV-

Stelle habe dem Kläger nämlich mitgeteilt, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe 

und mit Vorbescheid vom 20. März 2024 die Abweisung des Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad 

von 10 % in Aussicht gestellt (act. G6). 

B.e Am 16. Mai 2024 teilt das Versicherungsgericht den Parteien mit, ohne Gegenbericht innert Frist 

gehe es davon aus, dass die Parteien mit dem Verzicht auf Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung einverstanden seien (act. G7). Am 10. Juni 2024 gibt das Versicherungsgericht dem 

Kläger Gelegenheit zur Replik bis 10. Juli 2024 (act. G8). Der Kläger lässt sich innert Frist nicht 

vernehmen (vgl. act. G9). 

Erwägungen 

1.   

1.1 Zwischen den Parteien streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf 

Taggeldleistungen der Beklagten über den Zeitpunkt der Einstellung vom 29. Februar 2024 hinaus. 

1.2 Das vorliegende Verfahren beschlägt Leistungen aus einer Zusatzversicherung zur sozialen 

Krankenversicherung. Die Versicherungsbedingungen und -leistungen richten sich insbesondere nach 

den Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) der Beklagten, Ausgabe 2012 (act. G6.1/156 ff.).  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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1.3 Gemäss Art. 36 AVB stehen dem Versicherungsnehmer bzw. der versicherten Person der 

ordentliche Gerichtsstand und sein schweizerischer oder liechtensteinischer Wohnsitz zur Verfügung. 

Mit dem Wohnort des Klägers im Kanton St. Gallen ist die örtliche Zuständigkeit des 

Versicherungsgerichts gegeben.  

1.4 Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten 

aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über die 

Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden praxisgemäss auch Zusatzversicherungen 

subsumiert, auf die das Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur 

Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE 138 III 2 E. 1.1). Damit ist vorliegend auch die Voraussetzung der 

sachlichen Zuständigkeit erfüllt. 

1.5 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht muss kein Schlichtungsverfahren gemäss 

Art. 197 ff. ZPO durchgeführt werden (vgl. BGE 138 III 558 E. 4.6). 

1.6 Die Eintretensvoraussetzungen sind somit erfüllt und auf die Klage ist einzutreten. 

2.  

2.1 Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind privatrechtlicher 

Natur (BGE 133 III 439 E. 2.1). Nach Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO gilt für vermögensrechtliche Streitigkeiten 

aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach KVG ohne Rücksicht auf den 

Streitwert das vereinfachte Verfahren. 

2.2 Bei der im vereinfachten Verfahren geltenden Untersuchungsmaxime (Art. 247 Abs. 2 lit. a ZPO) 

handelt es sich um eine sog. "soziale" Untersuchungsmaxime, die vor allem zum Ausgleich eines 

Machtgefälles zwischen den Parteien oder ungleichen juristischen Kenntnissen geschaffen wurde. Sie 

ändert nichts daran, dass die Parteien die Verantwortung für die Sachverhaltsermittlung tragen. Die 

Parteien sind nicht davon befreit, bei der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv 

mitzuwirken und die allenfalls zu erhebenden Beweise zu bezeichnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 6. April 2021, 4A_19/2021, E. 5.1 mit Hinweisen). Von sich aus kann das Gericht Beweis 

abnehmen, wenn sich aus den Sachvorbringen einer Partei ergibt, dass mit einem Beweismittel eine 

entscheidrelevante Tatsache bewiesen werden könnte, aber kein entsprechender Beweisantrag gestellt 

worden ist (FRANZ HASENBÖHLER in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger 

[Hrsg.], ZPO Kommentar, 3. Aufl. 2016 [nachfolgend ZPO Komm.], Art. 153 N 5 ff.; BERND HAUCK in: 

ZPO Kommentar, Art. 247 N 33). Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 

157 ZPO). Das Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete Tatsache als 

wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die Kraft eines Beweismittels nach 

seiner Überzeugung festzulegen (vgl. ZPO Komm.-HASENBÖHLER, Art. 157 N 14 ff.). 

2.3 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das Gesetz nicht 

anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr 

Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden 

Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden 

oder rechtshindernden Tatsachen bei derjenigen Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs 

behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Der Eintritt des Versicherungsfalls 

ist nach diesen Grundsätzen vom Anspruchsberechtigten zu beweisen (BGE 141 III 241 E. 3.1). 

Diesbezüglich gilt das ordentliche Beweismass der vollen Überzeugung. Demnach ist der Beweis 

erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung 

überzeugt ist. Es genügt, wenn am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr 

bestehen oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (BGE 148 III 105). Eine 

Arbeitsunfähigkeit kann gemäss Rechtsprechung grundsätzlich ohne Weiteres mit einem 

entsprechenden Arztzeugnis bewiesen werden. Dementsprechend gilt auch zum Nachweis einer 

Arbeitsunfähigkeit das Beweismass der vollen Überzeugung (vgl. BGE 148 III 105 E. 3.3.1; ebenso 

Urteile des Bundesgerichts vom 13. September 2021, 4A_144/2021, E. 5.2, und vom 4. Dezember 

2024, 4A_478/2024, E. 4.3). Dass die Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat, ändert nichts 

an der Beweislast der anspruchsberechtigten Person. Macht die Versicherung geltend, die Umstände 

hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die 

versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die anspruchsberechtigte Person zu beweisen, dass 

sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Fall der Beweislosigkeit 

trägt mithin nicht die Versicherung, sondern die anspruchsberechtigte Person die Beweislast (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2, und vom 19. Januar 2023, 

4A_473/2022, E. 4.3.2). 

2.4 Im Zivilprozessrecht müssen nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden, die ausdrücklich 

bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche einzelnen 

Behauptungen des Klägers damit bestritten werden; die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend 

so konkret sein, dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen 

muss. Der Grad der Substantiierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an 

Substantiierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts 

behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären, welche dieser einzelnen Tatsachen 

sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag ist, desto höher sind die Anforderungen an eine 

substantiierte Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substantiierung einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Behauptung; pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, 

dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt 

wird (BGE 141 III 433 E. 2.6 mit Hinweisen).  

2.5 Der vorliegenden Streitigkeit liegt ein Versicherungsvertrag zugrunde, der vor dem Inkrafttreten 

der Änderungen des VVG am 1. Januar 2022 abgeschlossen worden war (act. G6.1/168 ff.). Gemäss 

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 19. Juni 2020 e contrario bleiben daher im hier zu 

beurteilenden Fall – abgesehen von den Formvorschriften und dem Kündigungsrecht nach Art. 35a und 

Art. 35b VVG – die von der Revision betroffenen VVG-Bestimmungen in der bis zum 31. Dezember 

2021 gültigen Fassung massgebend. 

2.6 Das VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der das selbstständige Forderungsrecht des 

Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder Krankenversicherung normiert, keine spezifischen 

Bestimmungen zum Krankentaggeld. Demnach sind vorab die vertraglichen Vereinbarungen der 

Parteien, das heisst die Versicherungspolice (act. G6.1/168 ff.) und die AVB (act. G6.1/156 ff.) 

massgebend. 

2.7 Gestützt auf die anwendbaren AVB gilt vorliegend Folgendes: Ist die versicherte Person nach 

ärztlicher Feststellung arbeitsunfähig, bezahlt die Beklagte nach Ablauf der vereinbarten Wartefrist bei 

voller Arbeitsunfähigkeit das im Vertrag aufgeführte Taggeld bis zur Höhe des nachgewiesenen 

Erwerbsausfalls. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % wird das Taggeld entsprechend 

dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet (Art. 13 Ziff. 1 und 2 sowie Art. 14 Ziff. 1 AVB; 

act. G6.1/156 ff.). Das Taggeld wird maximal während der vertraglich festgelegten Dauer ausbezahlt. 

Die Wartefrist wird an die Leistungsdauer angerechnet (Art. 16 Ziff. 1 AVB; act. G6.1/156 ff.). 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der Gesundheit bedingte volle oder teilweise 

Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Nach drei Monaten 

wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 7 

Ziff. 2 AVB; act. G6.1/156 ff.). 

3.  

3.1 Die Beklagte richtete bis 29. Februar 2024 Krankentaggelder aus. Sie stellt sich auf den 

Standpunkt, der Kläger sei seit spätestens 29. November 2023 in einer adaptierten Tätigkeit voll 

arbeitsfähig, sodass er nach der in den AVB vorgesehenen Übergangsfrist von drei Monaten keinen 

Anspruch mehr auf Krankentaggeld habe (vgl. act. G6 und G6.1/110 f.). Der Kläger ist hingegen der 

Ansicht, er sei bis auf Weiteres in jeglicher Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig (act. G1). 

3.2 Unstreitig ist, dass der Kläger in seiner angestammten Tätigkeit als […] nicht mehr arbeitsfähig 

ist. Demgegenüber hat Dr. D.___ mit ihrem Gutachten vom 20. November 2023 nachvollziehbar 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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dargelegt, weshalb sie den Kläger als in einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig ansieht 

(act. G6.1/89 ff.). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die ursprüngliche 

Hauptproblematik des Klägers Knieschmerzen, insbesondere nach einer «Verdrehung» des Knies 

(Distorsionstrauma des rechten Kniegelenks, vgl. IV-act. 13), waren (vgl. act. G6.1/6 f.) und es 

demgemäss sachgerecht von der Beklagten war, für die Einschätzung des Gesundheitszustands eine 

Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates wie Dr. D.___ beizuziehen. 

Weder Dr. C.___ noch der Kläger selbst bestreitet denn auch die Einschätzung von Dr. D.___ in Bezug 

auf die orthopädischen Beschwerden. Vielmehr machen sie geltend, es liege eine ausgeprägte 

Polymorbidität vor, welche ungenügend berücksichtigt worden sei (vgl. hierzu act. G6.1/113 und 

act. G1).  

3.3 Dr. D.___ hielt dieser Argumentation entgegen, sie habe die Polymorbidität in ihrem Gutachten 

berücksichtigt (act. G6.1/117). Dem ist zuzustimmen. Insbesondere hielt Dr. D.___ fest, zeitweise 

würden erhöhte Blutdruckwerte bestehen, bisher sei diesbezüglich keine Medikation verordnet worden. 

Nach Lungen- und Bronchialbeschwerden befragt habe der Kläger angegeben, er konsumiere etwa 15 

bis 20 Zigaretten pro Tag. Er müsse zeitweise schleimlösende Medikamente einnehmen. Er habe 

diverse psychiatrische Abklärungen gehabt, aber keine gezielte Therapie. Mit dem Methadonersatz 

komme er gut zurecht. Ein chronisches Lymphödem sei abgeklärt worden, Kompressionsstrümpfe 

verordnet, der Kläger habe sich diese aber (noch) nicht anpassen lassen (act. G6.1/93). Dr. D.___ 

setzte sich ausdrücklich mit der Adipositas, der Suchtproblematik (Methadon) und dem muskulären 

Zustand des Klägers auseinander (vgl. act. G6.1/98 f.). 

3.4 Die vom Kläger geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden wurden sodann von der IV-

Stelle abgeklärt. Aus den beigezogenen IV-Akten ergibt sich unter anderem, dass das Kantonsspital 

St. Gallen, Angiologie, die nachgewiesene Varikose als vernachlässigbar einschätzte und zur 

Verbesserung der Situation eine Veränderung der Lebensumstände mit massiver Gewichtsreduktion, 

Erhöhung der körperlichen Aktivität (bei Inaktivitätsödem) und Reduktion des Bierkonsums empfahl (IV-

act. 17-3 ff., insbesondere IV-act. 17-5). Mit Stellungnahme vom 15. August 2023 erachtete RAD-Arzt 

E.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, eine 

Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis gelegentlich mittelschweren wechselbelastenden oder 

überwiegend sitzenden Tätigkeit unter Vermeidung von überwiegender Kniebeugehaltung und des 

Begehens von Leitern und Gerüsten als gegeben (IV-act. 18-3). Da der Kläger selbst sich entgegen 

dieser RAD-Einschätzung nicht in der Lage fühlte, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken, 

verneinte die IV-Stelle seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen am 24. November 2023. Anders 

als der Kläger bzw. sein Hausarzt anzunehmen scheint, verneinte die IV-Stelle berufliche Massnahmen 

also nicht wegen fehlender Arbeitsfähigkeit, sondern wegen der subjektiven Selbsteinschätzung des 

Klägers.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3.5 Nachdem die Eingliederungsverantwortliche anlässlich eines Gesprächs mit dem Kläger 

Anzeichen für Alkoholabusus vermutete (IV-act. 20-4 f.), liess die IV-Stelle auch dies abklären. Einen 

regelmässigen Alkoholkonsum konnte die RAD-Ärztin F.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 

mit Stellungnahme vom 20. März 2024 anhand von Laboruntersuchungen nicht feststellen. Betreffend 

die Suchtproblematik erachtete die RAD-Ärztin den Zustand als stabil. Der Kläger werde regelmässig 

in der Suchtfachstelle im Rahmen des Methadonprogramms kontrolliert (vgl. IV-act. 38 und 37). 

Dementsprechend kam die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 20. März 2024 zum Schluss, beim Kläger 

liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten (wechselbelastend, überwiegend im 

Sitzen) vor, sodass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (IV-act. 41). Aus den Akten ergeben 

sich keine Hinweise darauf, dass der Kläger gegen diesen Vorbescheid vorgegangen wäre, obschon 

die Beklagte in der Klageantwort explizit auf den Vorbescheid der IV-Stelle Bezug nahm und der Kläger 

im Sommer 2024 noch einmal Gelegenheit gehabt hätte, mittels Replik dazu Stellung zu nehmen. Somit 

finden sich in den IV-Akten keine Anhaltspunkte für die Behauptung des Klägers, er sei auch in einer 

adaptierten Tätigkeit weiterhin arbeitsunfähig.  

3.6 Nachdem sowohl das nachvollziehbare Gutachten von Dr. D.___ wie auch die Abklärungen der 

IV-Stelle ergeben, dass der Kläger in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsfähig ist, gelingt es diesem nicht, 

eine über den 29. Februar 2024 hinausgehende Arbeitsunfähigkeit mit dem erforderlichen Beweisgrad 

der vollen Überzeugung zu beweisen. Insbesondere haben weder der Kläger noch sein Hausarzt im 

vorliegenden Verfahren weitere Berichte, namentlich von Fachärzten, eingereicht, aus welchen sich 

wesentliche medizinische Befunde ergeben würden, welche von Dr. D.___ bzw. der IV-Stelle nicht 

berücksichtigt worden wären.  

3.7 Da er daraus einen fortdauernden Anspruch auf Krankentaggelder ableiten will und die Beklagte 

dies bestreitet, hätte der Kläger die von ihm geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierter 

Tätigkeit für den Zeitraum ab 1. März 2024 beweisen müssen (vgl. E. 2.3 f. vorstehend). Weil ihm dieser 

Beweis nicht gelungen ist, hat die Beklagte ihre Leistungen zu Recht per 29. Februar 2024 eingestellt.  

4.  

4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. 

4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO). 

4.3 Da der Kläger nicht anwaltlich vertreten ist und unterliegt, hat er keinen Anspruch auf eine Partei- 

oder Umtriebsentschädigung. Die Beklagte führte das Verfahren durch Angestellte ihres Rechtsdiensts, 

die nicht als berufsmässige Vertreter im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gelten (vgl. VIKTOR RÜEGG, 

in: Basler Kommentar zur ZPO, 2. Aufl. 2013, Art. 95 N 18 und BENEDIKT A. SUTER/CRISTINA VON 

HOLZEN, in: ZPO Kommentar, Art. 95 N 36 und N 43, je mit Hinweisen). Daher besteht unter diesem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Titel kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Ferner liegt auch kein begründeter Fall gemäss 

Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vor, wonach der Beklagten eine angemessene Umtriebsentschädigung 

zuzusprechen wäre. Beide Parteien haben denn auch zu Recht keinen Antrag auf Zusprache einer 

Entschädigung gestellt. 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 des sankt-gallischen Reglements über Organisation und 
Geschäftsgang des Versicherungsgerichtes (OrgR; sGS 941.114)  

1.  

Die Klage wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

3.  

Für das Verfahren wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 01.04.2025
	Art. 157 ZPO; Art. 8 ZGB. Der Kläger hat grundsätzlich seine (fortdauernde) Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit zu beweisen. Nachdem eine von der Beklagten beauftragte Gutachterin sowie die IV-Stelle dem Kläger eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestieren, reicht der Widerspruch des Hausarztes mit dem blossen Hinweis darauf, es liege eine Polymorbidität vor, die unzureichend berücksichtigt worden sei, hierfür nicht aus (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. April 2025, KV-Z 2024/3).

		2026-01-28T04:34:34+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen