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**Case Identifier:** 5f22720a-ef9e-556c-916a-71698a8fa448
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.01.2012 IV 2009/361
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-361_2012-01-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/361

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2020

Entscheiddatum: 25.01.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2012
Art. 8 und 28 IVG. Würdigung von medizinischen Berichten, darunter eines 
psychiatrischen und eines neuropsychologischen Gutachtens. Rückweisung 
zur Abklärung des tatsächlich erzielten Lohns im Hinblick auf die 
Bestimmung des Invalideneinkommens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2012, IV 
2009/361).

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 25. Januar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente; berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.     

A.___ wurde erstmals 1992 zum Bezug von IV-Leistungen für Minderjährige 

angemeldet und erhielt daraufhin Massnahmen pädagogisch-therapeutischer Art 

(Sprachheilunterricht), medizinische Massnahmen zur Behandlung der 

Geburtsgebrechen Ziff. 404 und 210 GgV Anhang, Sonderschulmassnahmen und 

berufliche Massnahmen (erstmalige berufliche Ausbildung in Form einer Lehre als 

Schreiner in einer Werkstätte, später in Form einer Anlehre, diese abgeschlossen im 

Januar 2006).

B.       

B.a   Am 13./15. Juli 2008 (act. 93) meldete er sich bei der Invalidenversicherung an 

und beantragte eine Rente. Zuletzt sei er während zweier Monate (November und 

Dezember 2007) als Mitarbeiter Werkstatt und vom 1. Juni bis 11. Juli 2008 als 

Textilmitarbeiter angestellt gewesen. In einem Begleitbrief (act. 97) beschrieb seine 

Mutter die wiederholten, nur kurzfristig gelungenen Versuche des Versicherten, in der 

Berufswelt Fuss zu fassen. Die Arbeitgeber hätten festgestellt, dass der Versicherte 

sich keine Aufgaben merken könne und dass seine Arbeitsleistung nach einer gewissen 

Zeit in Tempo und Qualität nachlasse. Er sei den Anforderungen bei Weitem nicht 

gewachsen und überschätze seine Fähigkeiten. Dass er viele Absagen, Niederlagen 

und Enttäuschungen erlebe, belaste ihn psychisch immer mehr, und er betrachte sich 

als unfähig. Er habe oft körperliche Leiden, brauche aber eigentlich die Hilfe eines 

Psychiaters, um wieder an Selbstbewusstsein zu gewinnen.

B.b   In zwei Frühinterventions-Gesprächsprotokollen vom 8. August 2008 (act. 104 f.) 

gab der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung Angaben von zwei 

Ärzten wieder. Dr. med. B.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, habe erklärt, es liege 

ein ADHS mit weiter bestehender Symptomatik im Erwachsenenalter vor. Es träten 

psychosomatische Störungen wie Bauchweh, Kopfweh, Schwindel, Fieber und 

Gliederschmerzen auf. Der Versicherte verliere wegen der Beschwerden und der 

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subjektiven Arbeitsunfähigkeit immer wieder die Anstellungen. Aus somatischer Sicht 

bestünden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Dr. med. C.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, habe als die Arbeitsfähigkeit einschränkende Funktionsausfälle 

unzuverlässige Absprachen und psychische Probleme bezeichnet. Aufgrund einer 

einzigen Konsultation sei eine Beurteilung nicht möglich, doch stehe fest, dass eine 

psychiatrische Behandlung bzw. Begleitung der beruflichen 

Eingliederungsbemühungen notwendig sei. Der RAD befürwortete, eine psychiatrische 

Behandlung des instabilen Gesundheitszustands einzuleiten (act. 106). In einem FI-

Vortriage-Protokoll (act. 107) wurde festgehalten, ein Eingliederungspotential sei nicht 

vorhanden. – Dr. C.___ ergänzte das Gesprächsprotokoll insofern, als der Versicherte 

kaum je im freien Arbeitsmarkt werde erwerbswirksam arbeiten können (act. 108). 

Dr. B.___ ergänzte, eine Arbeit sei wahrscheinlich an geeigneter geschützter Stelle oder 

mit eingeschränkter Leistung möglich; es seien unbedingt Abklärungen notwendig 

(act. 112).

B.c   Die Textilunternehmung legte in der Arbeitgeberbescheinigung vom 2. September 

2008 (act. 114) dar, der Versicherte habe unter Aufsicht die Endkontrolle der 

Fertigwaren erledigt. In Bezug auf Konzentration und Durchhaltevermögen habe er den 

Anforderungen nicht entsprechen können. - In der zweiten Arbeitgeberbescheinigung 

vom 19. September 2008 (act. 116) wurde angegeben, der Versicherte sei vom 

12. November 2007 bis 29. Februar 2008 als Mitarbeiter in der Schlosserei (allgemeine 

Hilfsarbeiten, Herstellung von Rohrteilen) tätig gewesen. Es sei ihm gekündigt worden, 

weil er mehrmals nicht am Arbeitsplatz erschienen und stets zu spät gekommen sei 

und weil er während der Arbeitszeit geschlafen und eine mangelnde Leistung gezeigt 

habe.

B.d   Am 27. August 2008 (act. 113) hatte die Mutter des Versicherten mitgeteilt, dieser 

werde einen Arbeitsversuch im Teilpensum (noch nicht bekannten Ausmasses) machen 

können. Am 8. September 2008 (act. 115) hatte sie erklärt, er arbeite zurzeit in einem 

Pensum von 80 %.

B.e   Dr. C.___ gab in seinem Arztbericht vom 7. Oktober 2008 (act. 117) an, es liege 

ein ADHS vor. Der Versicherte habe diese Aufmerksamkeitsstörung, sei ablenkbar, 

hyperaktiv, affektlabil (gelangweilt, mit depressiven Phasen), emotional überreagierend 

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(was die Alltagsbewältigung erschwere), desorganisiert (er vergesse Termine und 

komme zu spät) und impulsiv (er treffe voreilige Entscheidungen, platze heraus, sei 

ungeduldig). Seit 2006 sei er zu 40 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch 

medizinische Massnahmen verbessert werden. Die derzeit ausgeübte Tätigkeit scheine 

nahezu ideal. Er könne sie an ca. zweimal vier Stunden pro Tag ausüben. Die 

Leistungsfähigkeit sei insgesamt auf ca. 60 % reduziert (4-Tage-Woche zuzüglich 

Leistungseinschränkung von ca. 25 % hinsichtlich zielgerichteten, pünktlichen, 

organisierten Arbeitens). Es liege eine mittelfristig bleibende, etwa 40 % ausmachende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor.

B.f    Der RAD hielt am 9. Oktober 2008 (act. 118) dafür, Dr. C.___ habe eine 

Arbeitsfähigkeit von mindestens 60 % bei vollzeitlicher Präsenz angegeben.

B.g   Der Arbeitgeber bescheinigte am 11. November 2008 (act. 120), der Versicherte 

sei seit dem 1. September 2008 zu 80 % angestellt. Er sei im Lieferdienst (Autofahrten, 

Auf- und Abladen, Montage), im Lager und mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Auf 

längere Sicht sei der Versicherte mit seinen Aufgaben sicherlich überfordert; es könne 

sein, dass ihm jemand zur Seite gestellt werde. Seine Leistung entspreche höchstens 

60 %. Er benötige längere Pausen.

B.h   Im FI-Assessmentprotokoll-Verlaufsbericht vom 19. Dezember 2008 (act. 147-1 

bis 3) wurde festgehalten, dass das Arbeitsverhältnis am 30. November 2008 beendet 

worden sei. Der Arbeitgeber habe angegeben, der Versicherte sei gemessen am 

Pensum von 80 % höchstens zu 30 % anwesend gewesen. Die Leistung habe - vom 

Befinden abhängig - zwischen null und 100 % gelegen. Nach den ersten ca. drei 

Wochen sei ein starker Abfall der Präsenz und der Leistung zu verzeichnen gewesen. 

Gemäss Dr. C.___ fänden seit Juli 2008 alle vierzehn Tage Therapiesitzungen statt. Zu 

Beginn habe der Versicherte danach keine Wahrnehmung der allfällig bestehenden 

Problematik gehabt und darauf bestanden, gesund und leistungsfähig zu sein. Dann 

habe eine Kehrtwende stattgefunden. Nun scheine nichts mehr zu gehen. Der 

Versicherte betrachte alles als unveränderbar und sei bisher nicht in der Lage gewesen, 

seine eigenen Einflussmöglichkeiten zu erkennen. Die IV-Eingliederungsverantwortliche 

schilderte, der Versicherte und seine Mutter hätten wiederholt so vom "Defizit" 

gesprochen, als ob es sich dabei um eine eigenständige Person handelte.

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B.i     Im FI-Ergebnis-Protokoll nach Assessmentgespräch vom 7. Januar 2009 

(act. 125) wurde festgehalten, zur abschliessenden Klärung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit sei eine psychiatrische Abklärung angezeigt. Es würden 

Eingliederungsbemühungen im Rahmen eines Arbeitstrainings in geschütztem Rahmen 

in die Wege geleitet.

B.j     Dr. C.___ bestätigte in seinem Arztbericht vom 7. Januar 2009 (act. 128) eine 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 60 %.

B.k   In einer Zielvereinbarung wurde am 3./13. Februar 2009 (act. 134) bestimmt, es 

würden als Massnahme der Frühintervention ein Arbeitstraining (ab 2. Februar 2009) 

und Arbeitsvermittlung vorgesehen. - Am 4. März 2009 (act. 137) wurde dem 

Versicherten mitgeteilt, die Invalidenversicherung übernehme die Kosten für die 

berufliche Abklärung vom 1. Februar bis 30. April 2009.

B.l     Im Beurteilungsblatt der Abklärungsstätte vom 17. April 2009 (act. 140) wurde 

berichtet, der Versicherte habe von den 62 vorgesehenen Arbeitstagen 17 ganze und 

fünf angebrochene Tage geleistet. Eine Eingliederung sei im gegenwärtigen Zustand 

undenkbar. Er habe sich oft unsicher und überfordert gezeigt. Er sei oft willens, aber 

nicht in der Lage.

B.m     Im Gutachten vom 12. Mai 2009 (act. 142) gab Dr. med. D.___ an, eine 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit liege nicht vor. Es bestünden als 

Nebendiagnose Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Der 

Versicherte sei insofern beeinträchtigt, als er eine verminderte Frustrationstoleranz und 

ein Selbstwert- und Orientierungsproblem habe. Die Leistungsfähigkeit wäre 

ausreichend. Die bisherige Tätigkeit sei ohne Verminderung der Leistungsfähigkeit 

zumutbar. Die Störung wirke sich so aus, dass der Versicherte unter Druck ausweiche. 

Die Arbeitsfähigkeit könne durch psychotherapeutische Begleitung und Konfrontation 

mit der Arbeitsrealität (Psychotherapie und Arbeitstraining) verbessert werden. Es 

könnte damit eine Verbesserung der Selbsteinschätzung und des Selbstwertgefühls 

und ein Vermeiden von Vermeidungsverhalten und von Passivität erreicht werden. 

Auch andere Tätigkeiten seien dem Versicherten zumutbar; der Arbeitgeber sollte 

pädagogisch geschickt sein und Verständnis haben.

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B.n   Der RAD hielt dafür, die gutachterliche Einschätzung, dass keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit bestehe, decke sich mit der subjektiven Einschätzung des 

Versicherten, dass er in der freien Wirtschaft rentenausschliessend beschäftigt sein 

könne.

B.o   Gemäss dem FI-Assessmentprotokoll-Verlaufsbericht mit Abschluss FI-Phase 

vom 24. Juni 2009 (act. 147-4 ff.) hatte der Versicherte am 6. April 2009 mitgeteilt, er 

sei zusammengebrochen und könne nicht mehr zur Arbeit (in der Abklärungsstätte) 

gehen. Alle seien gut zu ihm, aber er halte es nicht mehr aus. Es sei ihm immer 

schlechter gegangen und er habe nicht mehr schlafen können, nicht mehr schlafen 

wollen. So könne er nicht leben; er wolle ein normales Leben führen. In der Folge war 

ihm von Seiten seiner Mutter eine Klinikeinweisung vorgeschlagen worden. Am 13. Mai 

2009 hatte Dr. C.___ mitgeteilt, es sei eine Anmeldung in die Klinik E.___ erfolgt. Im 

Juni 2009 war offenbar der Eintritt erfolgt.

B.p   Mit zwei Vorbescheiden vom 29. Juni 2009 (act. 148 f. und 150 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung seines 

Leistungsgesuchs um berufliche Massnahmen und um eine Rente in Aussicht. Er sei 

angemessen eingegliedert. Berufliche Massnahmen seien nicht notwendig. In der 

bisherigen wie in einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. 

Validen- und Invalideneinkommen machten beide Fr. 46'800.-- aus.

B.q   Der Versicherte liess am 31. August 2009 (act. 155) beantragen, es seien weitere 

medizinische und berufliche Abklärungen vorzunehmen und danach sei neu zu 

entscheiden. Sowohl die Psychologin, welche die testpsychologische Untersuchung 

durchgeführt habe, wie der behandelnde Psychiater würden vom Bestehen eines 

ADHS (zumindest als Verdachtsdiagnose) ausgehen. Das werde im Gutachten nicht 

vermerkt und nicht diskutiert. Die Psychologin habe in einem Gespräch mit der IV-

Eingliederungsverantwortlichen von dieser Diagnose gesprochen, die nicht Eingang ins 

Gutachten gefunden habe. Wie aus einem beigelegten Schreiben von Dr. C.___ vom 

29. Juli 2009 hervorgehe, sei er mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht 

einverstanden. Er schätze die effektive Leistungsfähigkeit auf etwa 60 %, doch könne 

sie erst durch praktische Arbeit konkret bestimmt werden. Der Versicherte habe bei 

seinen letzten Arbeitsstellen keine konstante Leistung erbringen können. Momentan 

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stehe er in einem neuen Arbeitsverhältnis. Die betreffende Arbeitgeberin beschreibe in 

einem beigelegten Bericht vom 22. Juli 2009, dass er innerhalb seines vollen Pensums 

eine Leistung von ca. 60 % erbringen könne. Er müsse vermehrt kontrolliert werden 

und benötige sehr oft ihre Aufmerksamkeit, um den Arbeitsalltag zu bewältigen. Er 

benötige eine lange Anlaufphase, bis er die erforderliche Arbeitsleistung erbringen 

könne. Dann sei er bemerkenswert produktiv und rationell in der Ausführung. Diese 

produktiven Phasen würden aber nicht lange andauern, da er rasch die Konzentration 

verliere und das gewünschte Ziel nicht mehr vor Augen habe. Dann benötige er eine 

intensive Begleitung durch die Mitarbeitenden und Verständnis für seine Unsicherheit. 

Eine termingerechte Erledigung sei unter solchen Umständen schwierig. Obwohl er 

also einen pädagogisch geschickten und verständnisvollen Arbeitgeber, wie vom 

Gutachten empfohlen, gefunden habe, erreiche er nicht eine volle Arbeitsleistung. – Dr. 

C.___ hatte in dem Bericht (act. 156) unter anderem erklärt, das adulte ADHS sei bei 

den ICD-Diagnosen nicht ausdrücklich benannt. Es müsste im Analogieschluss 

angegeben werden und das wäre vorliegend am Platz. In Betracht kämen auch noch 

Beurteilungen aus dem depressiven und dem Kreis der Unreife, der emotional 

instabilen, impulsiven Persönlichkeit und der mangelhaften Verlässlichkeit. Die 

eigentliche Schwierigkeit dürfte indessen nicht die Diagnose, sondern nebst der 

Arbeitsunfähigkeit die Zumutbarkeit sein. Es gebe genügend Anhaltspunkte dafür, dass 

der Versicherte den Willen aufbringe, möglichst erfolgreich zu arbeiten. Er werde aber 

durch die Anwesenheit Dritter, die er als Kontrolleure erlebe, und durch das Fehlen der 

erwähnten Begleitung eingeschränkt.

B.r    Der RAD stellte sich am 3. September 2009 (act. 158) auf den Standpunkt, die 

angeführten Gründe für eine Einschränkung seien nicht nachvollziehbar. Der 

Versicherte vermöge die Arbeit zu leisten, sofern er anwesend sei. Die Abwesenheiten 

seien nicht ausreichend begründet. Dass er sich gewissenhaft abgemeldet habe, stehe 

im Widerspruch zu den von Dr. C.___ beschriebenen und diagnostisch verwendeten 

Terminschwierigkeiten. Das Gutachten bestätige die von Dr. C.___ als erforderlich 

attestierte Einschränkung der Präsenzzeit nicht. Im Bereich der 

Leistungseinschränkung hingegen seien die Argumente von Dr. C.___, der diese mit 20 

bis 25 % gewichte, teilweise nachvollziehbar, gehe doch auch aus dem 

Abklärungsbericht und dem aktuellen Arbeitgeberbericht eine Einschränkung hervor. Es 

sei von 20 % auszugehen.

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B.s   Mit Verfügungen vom 8. September 2009 (act. 159 f.) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle den Leistungsanspruch des Versicherten ab. Es 

bestehe gemäss RAD eine Leistungseinschränkung von 20 %. Der Versicherte sei 

gegenwärtig vollzeitlich angestellt und angemessen eingegliedert, weshalb ein 

Anspruch auf berufliche Massnahmen nicht gegeben sei. Da der Invaliditätsgrad bei 

20 % liege (Valideneinkommen Fr. 46'800.--, Invalideneinkommen Fr. 37'440.--), 

bestehe auch kein Rentenanspruch.

C.       

C.a   Gegen diese Verfügungen richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela 

Grob Hügli, procap, am 9. Oktober 2009 für den Betroffenen erhobene Beschwerde. 

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beantragt, die angefochtenen 

Verfügungen seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zu weiteren Abklärungen und 

zur Zusprechung der gesetzlichen Leistungen (Invalidenrente, berufliche Massnahmen) 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, die Kosten für die Begutachtung durch die Klinik G.___ (PD Dr. phil. F.___, 

Neuropsychologe) zu übernehmen. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu bewilligen. Das Verfahren sei bis zum Vorliegen des Gutachtens von 

Dr. F.___ zu sistieren. Der Beschwerdeführer habe auf Empfehlung seines 

behandelnden Psychiaters eine Begutachtung veranlasst. Im Gutachten von Dr. D.___ 

seien die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Psychologin und deren allfällige 

Diagnosestellung nicht erwähnt. Einem Gesprächsprotokoll sei aber zu entnehmen, 

dass die schnell nachlassende Motivation des Beschwerdeführers gemäss der 

Psychologin im Zusammenhang mit dem bestehenden ADHS stehe. Die Psychologin 

habe festgestellt, dass der Beschwerdeführer einschrittige Arbeitsanweisungen und die 

Aufmerksamkeit einer vorgesetzten Person (Setzen von positiven, ermutigenden 

Impulsen) benötige. Der behandelnde Psychiater gehe zumindest von der 

Verdachtsdiagnose eines adulten ADHS aus. Er habe hierfür typische Auffälligkeiten 

wie Zappeligkeit, Unfähigkeit, länger als eine halbe Stunde bis maximal drei 

Viertelstunden aufmerksam im Konsultationszimmer zu verharren, und 

Dazwischenreden beobachtet. Im Gutachten von Dr. D.___ werde die Diagnose in 

Abrede gestellt, ohne sich mit der abweichenden Meinung auseinanderzusetzen. Im 

Übrigen habe auch Dr. B.___ darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer 

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wahrscheinlich auf einen geschützten Rahmen angewiesen sei oder eine andere Arbeit 

nur mit eingeschränkter Leistung verrichten könne. Der Beschwerdeführer habe an 

seinen letzten Arbeitsstellen keine konstante Leistung erbringen können. Die 

gegenwärtige Arbeitgeberin berichte, dass er innerhalb des vollen Pensums eine 

Leistung von nur ca. 60 % erbringe und auf intensive Begleitung und Verständnis 

angewiesen sei. Unter normalen Bedingungen vermöge er keine volle Leistung zu 

erbringen. Auch in diesem Punkt sei das Gutachten alles andere als schlüssig. Die 

Verhältnisse seien nicht genügend abgeklärt. Es sei deshalb ein weiteres neutrales 

Gutachten erforderlich. Der Beschwerdeführer habe ein solches nun selber in Auftrag 

gegeben.

C.b   Mit einer Eingabe vom 20. Oktober 2009 reicht die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers ein Schreiben von Dr. F.___ vom 30. September 2009 ein. Danach 

sei die testpsychologische Abklärung im IV-Gutachten unvollständig und (sc. das 

Testverfahren) teilweise veraltet gewesen. Die Schlussfolgerungen des Gutachters 

seien unwahrscheinlich.

C.c   Nach Anordnung der Sistierung vom 21. Oktober 2009 hat die Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers am 1. März 2010 das Gutachten der Klinik G.___ vom 

23. Dezember 2009 eingereicht. Von Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien danach 

(erstens) eine Entwicklungsstörung mit/bei leichten bis mittelschweren 

Hirnfunktionsstörungen (residuelle Lese-Rechtschreibschwäche, Defizite im Lesesinn- 

und Textverständnis, der verbal-auditiven Merkspanne und des verbalen Lernens, der 

selektiven Aufmerksamkeit und kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie im 

Teilaspekt der Impulskontrolle exekutiver Funktionen), fehlender Einsichtsfähigkeit in 

die Art und das Ausmass der Defizite und mangelnder Kritikfähigkeit, und (zweitens) ein 

subjektiv erhöhter Depressions- und Angstscore sowie diverse psychosomatische 

Beschwerden. Aufgrund dieser Hirnfunktionsstörungen bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 65 % bei einem Pensum von 80 %, und zwar in der bisherigen Tätigkeit als 

Schreiner, die einer adaptierten Tätigkeit entspreche. Diesem Gutachten könne gefolgt 

werden. - Im Gutachten der Klinik G.___ war festgehalten worden, aufgrund der hohen 

Übereinstimmung der Befunde mit den negativen Beurteilungen an den multiplen, 

rasch gekündigten Arbeitsstellen sei davon auszugehen, dass die spezifischen 

Teilleistungsstörungen eine volle Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft bis anhin 

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verunmöglicht hätten. Die bisherige Tätigkeit vor allem im handwerklichen Bereich sei 

zumutbar und optimal, da dort die Stärken des Beschwerdeführers lägen. Aufgrund der 

Hirnfunktionsstörungen liege die Arbeitsunfähigkeit bei 35 %, wobei eine zeitliche 

Belastung von 80 % zumutbar sei. Bei anderen Tätigkeiten könnte keine Erhöhung der 

Leistung oder der zumutbaren zeitlichen Präsenz erreicht werden.

D.       

In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Der RAD-Psychiater halte in einer Stellungnahme vom 

9. Juni 2010 zum Gutachten der Klinik G.___ fest, in der Beschreibung der 

tatsächlichen Einschränkung sei das im Übrigen sehr ausführliche Gutachten eher 

sparsam. So würden trotz weitgehend durchschnittlicher, mitunter auch 

überdurchschnittlicher Leistung die Teilleistungsschwächen als pauschale 

Einschränkung mit einer Suva-Tabelle gewertet, statt dass dargestellt würde, in 

welchen Bereichen Einschränkungen bestünden. Der ausführlich dargestellte 

Sachverhalt der "erlernten Hilflosigkeit" werde ebenfalls nicht ausreichend diskutiert 

und (sc. seine Auswirkungen würden) nicht von einer Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit abgegrenzt, was in Kombination mit der nicht beurteilten 

Auswirkung der für einen grossen Teil der Absenzen verantwortlichen 

psychosomatischen Beschwerden eine erhebliche Lücke in der Gesamtbeurteilung 

darstelle. Medizinisch nicht nachvollziehbar sei eine Reduktion der Präsenzzeit. 

Fehlzeiten aufgrund von psychosomatischen Beschwerden und mangelnder 

Kritikfähigkeit sollten nach dem Gutachten nicht entschuldigt werden. Das Ergebnis 

einer neuropsychologischen Abklärung hänge stark vom Willen der untersuchten 

Person ab. Ein neuropsychologisches Gutachten könne zwar auflisten, welche 

Fähigkeiten eine Person habe. Es könne aber nicht beantworten, ob nicht-gezeigte 

Fähigkeiten nicht vorhanden oder etwa wegen mangelnder Motivation oder 

Leistungsbegehren nicht gezeigt worden seien. Insofern hätten alle 

neuropsychologischen Gutachten eine eingeschränkte Aussagekraft. Das Gutachten 

der Klinik G.___ habe dazu noch erhebliche Mängel, welche der RAD-Arzt festgestellt 

habe. Der frühere Arbeitgeber habe ausserdem angegeben, der Beschwerdeführer 

habe in der Montage und im Planlesen gute Leistungen gezeigt, solange er motiviert 

gewesen sei. Auf das mit diversen Mängeln behaftete neuropsychologische Gutachten 

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könne daher nicht abgestellt werden. Bei Aufbringen der erforderlichen Einstellung 

bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Da die Reduktion der Präsenzzeit medizinisch nicht 

nachvollziehbar sei, bestünde selbst bei Anerkennung der Leistungsfähigkeit von 65 % 

kein Rentenanspruch.

E.        

Am 15. Juni 2010 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.

F.        

Mit Replik vom 5. Juli 2010 bringt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vor, 

wie der RAD festgehalten habe, basiere das Gutachten der Klinik G.___ auf wesentlich 

ausführlicheren Sachverhaltsuntersuchungen als das Vorgutachten von Dr. D.___. Eine 

inhaltliche Einschränkung von 35 % (deutliche Verlangsamung in der Umsetzung 

verbaler Anweisungen, deutliche Verminderung der selektiven Aufmerksamkeit und der 

kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit) könne damit nachvollzogen werden, womit 

die von den bisherigen Arbeitgebern beklagte Vergesslichkeit, mangelnde 

Konzentrationsfähigkeit und leichte Ablenkbarkeit erklärt seien. Der RAD folge 

demnach offenbar diesbezüglich dem Gutachten der Klinik G.___ und nicht mehr jenem 

von Dr. D.___. Weshalb hingegen die Reduktion der Präsenzzeit auf 80 % nicht 

nachvollziehbar sein sollte, werde in der Beschwerdeantwort nicht begründet. Das 

Gutachten führe hierzu aus, dass sich diese Einschränkung aufgrund der Störung der 

selektiven Aufmerksamkeit ergebe. Eine zeitliche Belastung bis zu 80 % sei 

längerfristig gesehen zumutbar. Die Beschwerdegegnerin moniere zwar, dass die 

Teilleistungsschwächen gemäss einer Suva-Tabelle festgesetzt worden seien, aber der 

RAD halte entsprechende Einschränkungen für durchaus möglich. Im Unterschied zur 

Beschwerdegegnerin ziehe ihr RAD den Aussagewert des neuropsychologischen 

Gutachtens nicht a priori in Zweifel, sondern bemängle nur gewisse Punkte. Er halte 

dafür, die attestierte Reduktion der Präsenzzeit sei nicht nachvollziehbar, und begründe 

dies damit, dass nach gutachterlicher Empfehlung Fehlzeiten aufgrund von 

psychosomatischen Beschwerden und mangelnder Kritikfähigkeit nicht entschuldigt 

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werden sollten. Das habe indessen nichts mit der zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu tun, 

die medizinisch begründet sei und sich aus der Hirnfunktionsstörung ergebe. Das 

Gutachten der Klinik G.___ erfülle die Voraussetzungen, um ihm vollen Beweiswert 

zuzuerkennen. Es ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit von 48 %. 

G.       

Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Juli 2010 auf die Erstattung einer Duplik 

verzichtet.

Erwägungen:

1.      

1.1    Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die 

Beschwerdegegnerin hat die angefochtenen Verfügungen am 8. September 2009, also 

unter der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der 

Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügungen entwickelt 

hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. 

Soll auf bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das 

aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die 

Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 

5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. 

Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine 

ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). 

Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte 

durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen 

der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des 

Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum 

Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S 

M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind 

deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2008 und des Eintritts der 

Arbeitsunfähigkeit längere Zeit vor 2008 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die 

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Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage 

ergeben.

1.2    Mit den angefochtenen Verfügungen hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch 

des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente abgelehnt. 

Beantragt ist eine Rückweisung zur weiteren Abklärung und zur Zusprechung der 

gesetzlichen Leistungen beider Art.

2.      

2.1    Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar 

bedrohte versicherte Personen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern. Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art 

(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und 

Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

2.2    Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt eine versicherte Person, wenn sie wegen 

der Art und Schwere des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den 

ihr ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren 

Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von 

mindestens etwa 20 % erleidet (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

i/S P. vom 28. Februar 2006, I 826/05; BGE 124 V 110 f. E. 2b; AHI 2000 S. 62 E. 1; vgl. 

Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. A. 2010, S. 191; für 

die MV: BGE 130 V 491). Es handelt sich um eine Art Selbstbehalt, der sich schon 

darum rechtfertigt, weil kleine Einbussen erfahrungsgemäss durch blossen zumutbaren 

Stellenwechsel grösstenteils kompensiert werden können. Es wird den Versicherten in 

diesem Rahmen zugemutet, entweder an der bisherigen Stelle zu bleiben oder sich aus 

eigenen Kräften beruflich neu zu orientieren.

2.3    Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

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50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. 

3.        

3.1    Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im 

Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits­

leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 f. 

E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tat­

sächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

3.2    Aus dem medizinischen Sachverhalt ist bekannt, dass der Beschwerdeführer am 

Geburtsgebrechen Ziff. 404 GgV Anhang litt. Während nach der Beurteilung von Dr. 

C.___, der den (damals 21-jährigen) Beschwerdeführer seit Februar 2008 behandelt, ein 

ADHS mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf 60 % vorliegt, ergab das 

psychiatrische Gutachten von Dr. D.___ vom Mai 2009 keine die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigende Diagnose. Gemäss dem neuropsychologischen Gutachten der Klinik 

G.___ vom Dezember 2009 hingegen liessen sich bei der Untersuchung als leicht bis 

mittelschwer zu beurteilende Hirnfunktionsstörungen objektivieren. Obwohl alle 

Kriterien für die Diagnose eines ADHS erfüllt seien, sei sie neuropsychologisch 

aufgrund der hauptsächlich sprach-assoziierten Symptomatik wenig wahrscheinlich. Es 

sei vielmehr von einer Entwicklungsstörung der sprachdominanten Hemisphäre mit den 

entsprechend persistierenden Defiziten auszugehen. Die psychosomatischen 

Beschwerden gehörten nicht zu diesem Leidensbild. Auf der psychischen Ebene seien 

auffallende Werte im Bereich der Depression, Angst und psychosomatischen 

Beschwerden angegeben worden. Aufgrund des Schweregrades der 

Hirnfunktionsstörungen sei eine Leistungseinschränkung von 35 % abzuleiten, wobei 

längerfristig eine zeitliche Belastbarkeit von bis zu 80 % zumutbar sei.

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3.3    Beide Gutachten ergingen in Kenntnis der Aktenlage und der Anamnese. Im 

psychiatrischen Gutachten wurde im Ergebnis festgehalten, der Beschwerdeführer sei 

neuropsychologisch weitgehend unauffällig. Das neuropsychologische Gutachten 

stellte dagegen eine Lese-Rechtschreibschwäche und Defizite im Lesesinn- und 

Textverständnis, der verbal-auditiven Merkspanne, des verbalen Lernens, der 

selektiven Aufmerksamkeit, der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit und im 

Teilaspekt der Impulskontrolle exekutiver Funktionen fest, ausserdem eine fehlende 

Einsichtsfähigkeit in die Defizite, eine mangelnde Kritikfähigkeit und einen subjektiv 

erhöhten Depressions- und Angstscore und diverse psychosomatische Beschwerden. 

Eine herabgesetzte Verarbeitungsgeschwindigkeit, schwankende Aufmerksamkeit und 

Konzentration und eine leicht eingeschränkte Gedächtnisleistung (Merkfähigkeit für 

Wörter) wurden hingegen auch bei den testpsychologischen Grundlagen des 

psychiatrischen Gutachtens erwähnt. Auch gemäss dem psychiatrischen Gutachten 

kann der Beschwerdeführer ferner im therapeutischen bzw. pädagogischen Prozess 

ausgeprägt somatisierend und depressiv reagieren. Dort sind schliesslich auch die 

Leugnung der persönlichen Probleme und der Wechsel in der Selbsteinschätzung 

ebenfalls beschrieben worden. Die gutachterlichen Feststellungen decken sich auch 

mit denjenigen des behandelnden Psychiaters. Dr. C.___ beschrieb als Auffälligkeiten 

eine Zappeligkeit, ein Dazwischenreden, die Unmöglichkeit, länger als eine halbe 

Stunde bis maximal drei Viertelstunden aufmerksam im Konsultationszimmer zu 

verharren, und eine Impulsivität. Er berichtete von einem Umstand, der auf eine 

geradezu schwerwiegende Störung der Selbstwahrnehmung schliessen liess. - Was die 

Befunderhebung betrifft, kann von einer weitgehenden Übereinstimmung der Ärzte 

ausgegangen werden.

3.4    Während aber das neuropsychologische Gutachten den festgestellten Defiziten 

die Wertung von leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsstörungen (im Rahmen einer 

Entwicklungsstörung) beimisst, hält der psychiatrische Gutachter den 

Beschwerdeführer für neuropsychologisch weitgehend unauffällig. Entsprechend fallen 

auch die Arbeitsfähigkeitsschätzungen auseinander.

3.5    Dass sich die erhobenen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

auswirken sollten, erscheint nach der Aktenlage nicht ausreichend nachvollziehbar. 

Nebst der Begutachtung durch eine Fachstelle an der Klinik G.___ weist darauf die 

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Einschätzung des behandelnden Psychiaters hin. Danach liegt ebenfalls eine 

erhebliche Arbeitsunfähigkeit vor. Anhaltspunkte ergeben sich ferner aus der 

medizinischen und beruflichen Anamnese. In diesem Sinne nahm auch der RAD im 

September 2009 Stellung. Auch im psychiatrischen Gutachten wird des Weiteren auf 

eine verminderte Frustrationstoleranz, auf Selbstwert- und Orientierungsprobleme, auf 

ein Ausweichen des Beschwerdeführers unter Druck (Vermeidungsverhalten) und auf 

Passivität hingewiesen. Die Feststellung, die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers 

wäre (sc. wohl: ansonsten) ausreichend, überzeugt unter diesen Umständen nicht. 

Einigkeit besteht im Übrigen unter den medizinisch Beurteilenden auch in Bezug auf 

die Erforderlichkeit fester Arbeitsstrukturen und einer Begleitung durch einen 

pädagogisch geschickten und verständnisvollen Arbeitgeber.

3.6    Nach der Beurteilung von Dr. C.___ liegt die Arbeitsunfähigkeit bei 40 % 

(Arbeitsfähigkeit: 75 % eines 80 %-Pensums), aus dem neuropsychologischen 

Gutachten ergibt sich eine solche von 48 % (Arbeitsfähigkeit: 65 % eines 80 %-

Pensums).

3.7    Die Beschwerdegegnerin hält die Aussagekraft des neuropsychologischen 

Gutachtens an sich für lediglich eingeschränkt, weil sie stark vom Willen der 

untersuchten Person abhänge. Nach der Rechtsprechung vermag die 

Neuropsychologie nicht, die hirnorganische Kausalität eines Beschwerdebildes selbst 

und abschliessend zu beurteilen. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse sind 

daher im Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung nur insoweit bedeutsam, als 

sie überprüf- und nachvollziehbar sind und sich in die übrigen medizinischen 

Abklärungsergebnisse schlüssig einfügen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S R. vom 17. November 2006, I 542/05; BGE 119 V 340 E. 2b/

bb). Wie oben dargelegt, sind bezüglich der Befunderhebung keine relevanten 

Diskrepanzen ersichtlich. Wie dem neuropsychologischen Gutachten zu entnehmen ist, 

wurde auf eine allfällige Simulation oder Aggravation bzw. auf die Motivation des 

Beschwerdeführers ausdrücklich geachtet. Der Beschwerdeführer sei in der 

Untersuchungssituation kooperativ und motiviert gewesen. Es habe klinisch nie der 

Verdacht auf diesbezügliche Auffälligkeiten bestanden. Die teilweise bis in den 

überdurchschnittlichen Bereich ragenden Leistungen sprächen ausserdem gegen einen 

Verdacht der bewussten Fälschung der Testergebnisse. Auf Symptomvalidierungstests 

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sei daher verzichtet worden. Es könne davon ausgegangen werden, dass die erzielten 

Resultate das Leistungsvermögen gut abbildeten. Dieser Auffassung kann vorliegend 

gefolgt werden. Auch gemäss Dr. C.___ fehlt dem Beschwerdeführer die Fähigkeit, 

gemäss seinem Willen und seiner Einsicht zu handeln (act. 156-2).

3.8    Gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 9. Juni 2010 hält die 

Beschwerdegegnerin dafür, eine Reduktion der Präsenzzeit sei medizinisch nicht 

nachvollziehbar; Fehlzeiten aufgrund von psychosomatischen Beschwerden und 

mangelnder Kritikfähigkeit sollten nach dem Gutachten nämlich nicht entschuldigt 

werden. Im neuropsychologischen Gutachten war hierzu festhalten worden, um die 

restliche berufliche Leistungsfähigkeit umsetzen zu können, müsse das 

Vermeidungsverhalten (bzw. müssten die entsprechenden Absenzen) abgebaut 

werden. Krankheitsbedingte Absenzen sollten nur bei nachweisbaren organischen 

Leiden toleriert werden. Die psychosomatischen Beschwerden als sekundäre 

Auswirkungen der mangelnden Kritikfähigkeit und/oder einer chronischen 

Überforderungssituation sollten psychotherapeutisch und psychoedukativ angegangen 

werden. Um dem Beschwerdeführer berufliche Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, 

wurde empfohlen, dass er zunächst in (beispielsweise zu 50 %) eingeschränktem 

Ausmass - somit ohne sich auf erhöhte Ermüdbarkeit, Ablenkbarkeit und 

Konzentrationsstörungen berufen zu können - Tätigkeiten ausführe, die er bewältigen 

könne. Die Empfehlungen stehen neben der attestierten Beschränkung der zumutbaren 

zeitlichen Belastbarkeit auf 80 %. Diese wurde im neuropsychologischen Gutachten 

begründet, und zwar mit den vorhandenen Störungen der selektiven Aufmerksamkeit.

3.9    Die Bemessung der Einschränkung mit 35 % wird im neuropsychologischen 

Gutachten mit den im Fachgebiet üblichen Kriterien, beispielsweise den operationalen 

Beschreibungen in der Suva-Tabelle 8, begründet. Diese Tabelle dient nicht der 

Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit, sondern des Integritätsschadens. Sie wird 

allerdings lediglich als Beispiel erwähnt. Auch wenn einzuräumen ist, dass die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht formelhaft erfolgen kann, so findet die im 

neuropsychologischen Gutachten vorgenommene Bewertung doch immerhin eine 

Stütze in der Beurteilung des behandelnden Facharztes. Eine inhaltliche Einschränkung 

von 35 % hat ausserdem auch der RAD-Arzt in seiner Stellungnahme vom 9. Juni 2010 

als knapp nachvollziehbar bezeichnet.

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3.10Nach dem Dargelegten kann auf das Ergebnis der neuropsychologischen 

Abklärung mit einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 48 % abgestellt werden. Von 

weiteren medizinischen Abklärungen sind keine die Beweislage erheblich 

verbessernden Ergebnisse zu erwarten.

4.        

4.1    Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die 

Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 

222). Der Versicherungsfall für die Rente kann frühestens am ersten Tag des der 

Vollendung des 18. Altersjahres folgenden Monats eintreten (ZAK 1984 S. 445; vgl. 

Rz 1030 KSIH): Die Rente wird gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an 

ausgerichtet, in dem der Anspruch entsteht, jedoch frühestens von jenem Monat an, 

der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Nach Art. 29 Abs. 2 IVG entsteht der 

Rentenanspruch nicht, solange der Versicherte ein Taggeld nach Art. 22 IVG 

beanspruchen kann.

4.2    Der Beschwerdeführer vollendete das 18. Altersjahr im Jahr 2004. Er hatte als 

berufliche Massnahme der IV eine Lehre begonnen und schloss schliesslich im Januar 

2006 (in einer Arbeitswerkstätte) eine Anlehre als Holzbearbeiter/allgemein erfolgreich 

ab.

4.3    Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens 

entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen 

würde. - Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden 

beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als 

Nichtinvalide erzielen könnte, nach Art. 26 Abs. 1 IVV den in der Bestimmung 

festgelegten, nach Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten 

Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik. - Als 

Erwerb von zureichenden beruflichen Kenntnissen im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV gilt 

im Allgemeinen die abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu gehören auch Anlehren, 

sofern sie auf einem besonders der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die 

gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentliche Ausbildung 

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und der versicherten Person praktisch die gleichen Verdienstmöglichkeiten eröffnen 

(vgl. Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 7. Juni 2005, 

I 108/05, und i/S W. vom 16. August 2006, I 717/05, mit Hinweisen). Dass der 

Beschwerdeführer zureichende berufliche Kenntnisse hätte erwerben können, kann 

vorliegend nicht angenommen werden, hatte er im Jahr 2006 mit seiner Anlehre doch 

einen Lohn von Fr. 46'800.-- zu erwarten (act. 77). Im Jahr 2006 stand der 

Beschwerdeführer vor der Vollendung von 21 Altersjahren, so dass das 

Erwerbseinkommen gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV für ihn damals Fr. 50'050.-- (70 % von 

Fr. 71'500.--) ausmachte. Ein durchschnittlicher Hilfsarbeiterlohn betrug damals zum 

Vergleich Fr. 59'197.-- (vgl. Textausgabe Invalidenversicherung der Informationsstelle 

AHV/IV, Anhang 2). Es rechtfertigt sich daher, einen Betrag von Fr. 50'050.-- als 

Valideneinkommen des Beschwerdeführers zu betrachten.

4.4    Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. 

Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 

ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint 

das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 

grundsätzlich der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 

472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).

4.5    Gemäss IK-Auszug (act. 102) hat der Beschwerdeführer zur Zeit des allfälligen 

Rentenbeginns lediglich kurze Arbeitsverhältnisse mit nicht repräsentativen Einkommen 

innegehabt, so dass sein Invalideneinkommen zunächst anhand von tabellarischen 

Grössen festzusetzen ist. Wie erwähnt lag das statistische Durchschnittseinkommen 

2006 bei Fr. 59'197.--. Dieses taugt als Massstab indessen hier von vornherein nicht, 

ist doch für das mögliche Einkommen ohne Gesundheitsschaden des jungen 

Beschwerdeführers nach Art. 26 IVV lediglich von Fr. 50'050.-- auszugehen. Als 

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Ausgangsbasis für die Bemessung des Invalideneinkommens ist deshalb jedenfalls 

kein höherer als der letztgenannte Wert heranzuziehen.

4.6    Am 6. Juli 2009 hat der Beschwerdeführer ein Arbeitsverhältnis aufgenommen, 

das zumindest über den für die vorliegende Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des 

Erlasses der angefochtenen Verfügungen hinaus aufrechterhalten geblieben ist. Drei 

Wochen nach Stellenantritt (act. 157) hat die Arbeitgeberin angegeben, der 

Beschwerdeführer erfülle ein volles Pensum mit einer Leistung von etwa 60 %. Welche 

Entlöhnung er dort erzielt, ist nach der Aktenlage nicht bekannt. Gemäss dem 

neuropsychologischen Gutachten vom Dezember 2009 hatte der Beschwerdeführer bei 

der Exploration vom November/Dezember 2009 im Übrigen mitgeteilt, er sei während 

dieses Arbeitsverhältnisses schon etwa fünf Wochen lang krank gewesen. Von einem 

besonders stabilen Arbeitsverhältnis konnte im Zeitpunkt des Erlasses der 

angefochtenen Verfügungen jedenfalls noch nicht gesprochen werden, so dass der 

tatsächliche Verdienst für jene Zeit nicht als Invalidenlohn gelten kann. Es rechtfertigt 

sich somit, als Ausgangspunkt zur Bestimmung des Invalideneinkommens vom selben 

Wert auszugehen, wie er als Valideneinkommen betrachtet wird, nämlich von 

Fr. 50'050.--. Der Invaliditätsgrad entspricht bei solchen Verhältnissen dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn 

(Bundesgerichtsentscheid i/S H. vom 10. Juli 2009, 9C_360/09; Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4).

4.7    Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den 

Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis 

dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten 

Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von 

der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 

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Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf 

höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. Dabei ist zu beachten, dass 

allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen beachtete 

invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht 

nochmals berücksichtigt werden dürfen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und 

BGE 126 V 75). - Tabellenlöhne, wie sie auch Art. 26 Abs. 1 IVV zugrunde liegen, 

werden bei gesunden Arbeitnehmern erhoben. Es ist zu erwarten, dass der 

Beschwerdeführer, der auf einige Rücksichtnahme eines Arbeitgebers angewiesen ist, 

den Durchschnittslohn nicht wird erreichen können. Es ist deshalb angezeigt, einen 

Abzug von 10 % anzubringen.

4.8    Der Invaliditätsgrad beträgt demnach bei einer Arbeitsfähigkeit von 52 % rund 

53 % (100 % - 0.9 x 52 %) und ist daher rentenbegründend.

5.      

5.1    Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der 

Rentenanspruch entsteht (abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens 

in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen war (lit. b). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % besteht (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein 

wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an 

mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; 

Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, 

I 19/04). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu 

berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58;

Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 1. A. 1997, S. 238; BGE 

117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99).

5.2    Nach der Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers schon mehr als ein Jahr vor seinem 18. Altersjahr bestanden hat, 

ter

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auch wenn sie erst für das Jahr 2006 erwähnt wird (act. 117-1). Der Beschwerdeführer 

hat indessen bis Ende Januar 2006 IV-Taggelder bezogen (act. 72), so dass ein 

Rentenanspruchsbeginn im Februar 2006 anzunehmen ist, sofern von (weiteren) 

zumutbaren, geeigneten und verhältnismässigen beruflichen Massnahmen nicht ein 

rentensenkender Effekt zu erwarten war. Letzteres kann angenommen werden. Zum 

Zeitpunkt des Verfügungserlasses stand der Beschwerdeführer in einem 

Arbeitsverhältnis, so dass berufliche Massnahmen wiederum nicht in Frage kamen.

5.3    Der Beschwerdeführer hat sich allerdings erst im Juli 2008 zum Bezug einer 

Rente angemeldet. Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen 

des Anspruchs an, so werden die Leistungen nach Art. 48 Abs. 2 IVG (wiederum in der 

bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG 

lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Weitere 

Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchsbegründenden 

Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach 

Kenntnisnahme vornimmt. Da sich der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 48 Abs. 2 

Satz 1 IVG verspätet angemeldet hat, hat er lediglich für die zwölf der Anmeldung vom 

Juli 2008 vorangehenden Monate einen Anspruch auf Auszahlung der 

Rentenleistungen, somit ab 1. Juli 2007. Sollte auch infolge einer unter 50 % liegenden 

durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres zunächst erst Anspruch 

auf eine Viertelsrente entstanden sei, so bestand doch später - spätestens nach drei 

Monaten (analog Art. 88a Abs. 2 IVV, vgl. auch Art. 29  IVV), jedenfalls aber noch vor 

Juli 2007 - Anspruch auf eine halbe Rente. Der Beschwerdeführer hat damit Anspruch 

auf Auszahlung einer halben Rente ab 1. Juli 2007.

6.        

Sollte sich längerfristig (während ungefähr eines Jahres) ein besonders stabiles 

Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers entwickelt haben oder entwickeln, so wird die 

Beschwerdegegnerin allfälligen rentenrelevant veränderten Verhältnissen durch eine 

Anpassung Rechnung tragen. - Dasselbe gilt, wenn sich die Möglichkeit bieten sollte, 

den Invaliditätsgrad durch berufliche Massnahmen massgeblich zu senken.

7.        

bis

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7.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügungen vom 8. September 2009 insofern zu schützen, als dem 

Beschwerdeführer ab 1. Juli 2007 (bei verspäteter Anmeldung) eine halbe Rente 

auszurichten ist.

7.2    Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin - die Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege an den Beschwerdeführer vom 15. Juni 2010 ist damit 

obsolet geworden - rechtfertigt es sich, ihr die Gerichtskosten, die nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 

Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.

7.3    Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache 

und dem Aufwand angemessen erscheint grundsätzlich eine (volle) 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

Im Rahmen der Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG können allerdings unter 

Umständen auch die Kosten eines Privatgutachtens zurückerstattet werden (vgl. 

Entscheid des Bundesgerichts i/S Z. vom 16. Oktober 2007, I 894/06; RKUV 2004 Nr. 

U 503 S. 186 E. 5.1). Die Voraussetzungen hierfür sind bezüglich des Gutachtens der 

Klinik G.___ vom 23. Dezember 2009, für das dem Beschwerdeführer ein Betrag von 

insgesamt Fr. 3'327.45 (Fr. 577.45 Konsultation und Fr. 2'750.-- Gutachten) in 

Rechnung gestellt wurde (act. G 18.1, 18.2), erfüllt, da das Gutachten 

entscheidwesentlich geworden ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts i/S H. vom 

4. September 2008, 8C_422/07 e contrario; vgl. auch Art. 45 Abs. 1 ATSG, wonach der 

Versicherungsträger auch Kosten der Abklärung übernimmt, die er nicht angeordnet 

hat, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren). Es 

rechtfertigt sich demnach, insgesamt eine Parteientschädigung von Fr. 6'827.45 

festzulegen (Fr. 3'327.45 Begutachtungskosten zuzüglich Fr. 3'500.-- 

Vertretungskosten, einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügungen vom 

8. September 2009 insofern gutgeheissen, als dem Beschwerdeführer im Sinne der 

Erwägungen ab 1. Juli 2007 eine halbe Rente auszurichten ist.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 6'827.45 zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 25.01.2012
	Art. 8 und 28 IVG. Würdigung von medizinischen Berichten, darunter eines psychiatrischen und eines neuropsychologischen Gutachtens. Rückweisung zur Abklärung des tatsächlich erzielten Lohns im Hinblick auf die Bestimmung des Invalideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Januar 2012, IV 2009/361).

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