# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b2d1175c-cef1-50d3-b01d-6ea0c163e6bb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.08.2021 UV 2020/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2020-79_2021-08-31.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/79

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.02.2022

Entscheiddatum: 31.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 31.08.2021
Art. 6 UVG. Der Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine/ante nach 
vorübergehender Verschlimmerung der Vorzustände ist durch die 
kreisärztliche Beurteilung hinlänglich belegt. Abweisung der Beschwerde, 
soweit darauf einzutreten ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 31. August 2021, UV 2020/79).

Entscheid vom 31. August 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2020/79

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit 1. September 2013 als Bauleiter 

Hochbau bei B.___ tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert. Am 4. Mai 2017 meldete der 

Arbeitgeber, dass der Versicherte am 30. Januar 2017 bei einem Schritt rückwärts über 

aufgestapelte Paletten gestolpert und seitwärts, ohne sich mit den Armen auffangen/

abstützen zu können, umgefallen sei (Suva-act. 1). Mit Schreiben vom 10. Mai 2017 

teilte die Suva mit, dass sie für die Folgen dieses Berufsunfalls die 

Versicherungsleistungen übernehmen werde (Suva-act. 2).

A.a. 

Die Erstbehandlung hatte am 3. Mai 2017 bei Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Innere Medizin, stattgefunden. Dieser hatte ein zervikoradikuläres Syndrom HWS und 

LWS nach Sturz diagnostiziert (Suva-act. 26-1). Bei zunehmenden Missempfindungen 

lateral über dem rechten Arm bis zum Kleinfinger und Dysästhesien lateral am rechten 

Oberschenkel und Unterschenkel war am 9. Mai 2017 ein Longspine MRI durchgeführt 

worden (Suva-act. 5, 13). Dieses zeigte gemäss Bericht von Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Orthopädische Chirurgie, vom 22. Juni 2017 (Untersuchung vom 21. Juni 

2017) eine Osteochondrose L4/5, L5/S1 (beide Segmente höhengemindert), eine 

Spondylarthrose, eine mässige Diskusprotrusion, eine Forameneinengung L5/S1 

rechtsbetont und eine Forameneinengung C7/T1 mit möglicher Beeinträchtigung der 

C8 Nervenwurzel rechts. Dr. D.___ diagnostizierte eine Irritation C8 rechts und S1 

rechts (Suva-act. 5). Mit Bericht vom 27. Juni 2017 (Untersuchung inklusive EMG/ENG 

vom 12. Juni 2017) diagnostizierten die Ärztinnen der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) einen klinischen Verdacht auf Radikulopathie C8 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rechts und Radikulopathie L5 rechts. Differentialdiagnostisch sei auch an ein Sulcus 

ulnaris Syndrom mit Symptomausweitung zu denken (Suva-act. 20). 

Elektromyographisch ergab sich in der Folge nach einem weiteren Untersuch vom 27. 

Juni 2017 indes kein Nachweis einer Radikulopathie C8 bzw. L5 rechts (vgl. Bericht 

vom 17. Juli 2017 in Suva-act. 21).

Mit Beurteilung vom 30. Juli 2018 erachtete med. pract. E.___, Chirurgie FMH, 

Suva-Kreisarzt, bei Verneinung von objektivierbaren Unfallfolgen im Sinne von 

zusätzlichen strukturellen Läsionen den Status quo sine spätestens Ende Juli 2017 als 

erreicht (Suva-act. 28). Mit Verfügung vom 31. Juli 2018 schloss die Suva den Fall per 

1. Juni 2018 ab und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen 

(Suva-act. 32). Dagegen erhob der Versicherte Einsprache. Mit kreisärztlicher 

Beurteilung vom 16. August 2018 kam med. pract. E.___ erneut zum Schluss, dass der 

Status quo sine bei vorübergehender Verschlimmerung eines Vorzustands spätestens 

Ende Juli 2017 erreicht gewesen sei (Suva-act. 42).

A.c. 

Am 31. August 2018 wurde ein weiteres MRI der HWS und LWS durchgeführt 

(Suva-act. 46-6 f.). Dieses zeigte eine Osteochondrose L5/S1 mit Diskusprotrusion mit 

Foraminalstenose L5/S1 beidseits, eine geringe Osteochondrose L4/5 mit 

Deckplattenimpression LWK5 sowie Bodenplattenimpression LWK4, eine stationäre 

Chondrose L3/4, eine nicht neural irritierende Diskusprotrusion L3/4 sowie eine 

Facettengelenksdegeneration L3 bis S1 (Suva-act. 57-3). Am 7. Januar 2019 erfolgte 

ein operativer Eingriff an der Lendenwirbelsäule (knöcherne Dekompression L4/5 und 

L5/S1 rechts, Rezessotomie L5 rechts, Rezessotomie S1 rechts und Foraminotomie L5 

rechts) in der Klinik F.___, durch Dr. med. G.___, Neurochirurgie FMH (Suva-act. 94 f.).

A.d. 

Mit Entscheid vom 11. Juli 2019 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act. 53). 

Das vom Versicherten angehobene Beschwerdeverfahren (Suva-act. 58) wurde vom 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Verfügung vom 18. November 2019 

abgeschrieben (Suva-act. 86), nachdem die Suva den Einspracheentscheid lite 

pendente in Wiedererwägung gezogen und die Sache zur Durchführung weiterer 

Abklärungen zurückgenommen hatte (Suva-act. 63).

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bei Hüft-, Oberschenkel- und Kniebeschwerden rechts erfolgten am 13. und 14. 

August 2019 MRI-Untersuchungen dieser Körperregionen (Suva-act. 56-7 f.). Das MRI 

des Beckens und der rechten Hüfte zeigte eine Cam-Morphologie mit umschriebener 

bis 7 x 7 Millimeter messender osteochondraler Läsion kranioventral, degenerative 

Ausfransungen und radiäre Einrisse des Limbus sowie eine moderate Coxarthrose. Das 

MRI des Knies brachte einen geringfügigen Reizerguss, einen nicht dislozierten 

horizontal verlaufenden, in die Basis und die Unterfläche einstrahlenden Riss des 

Innenmeniskushinterhorns sowie eine moderate mediale Chondropathie zur Darstellung 

(vgl. Bericht von Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, FMH, vom 9. September 2019, Orthopädie 

I.___, Suva-act. 57-3).

A.f. 

Bei anhaltenden Schmerzen im rechten Arm und rechten Bein erfolgte am 3. 

September 2019 ein MRI der rechten Schulter und des rechten Oberarms (Suva-act. 

61-1). Am 23. September 2019 wurde der Versicherte durch Dr. med. J.___, Neurologie 

FMH, untersucht. Sie diagnostizierte unklare neurologische Ausfälle in der rechten 

oberen und unteren Extremität nach Unfall. Dr. J.___ führte aus, dass die 

Elektrophysiologie keine Erklärung für die Beschwerden liefere. Klinisch würden 

Läsionen der rechtsseitigen Nn. cutaneus antebrachii posterior, cutaneus femoris 

lateralis und cutaneus surae lateralis bestehen. Unklar blieben die 

Sensibilitätsstörungen ulnar rechts und am rechten Fuss. Die elektrophysiologisch 

festgestellten Läsionen des N. peronaeus rechts und des N. medianus rechts im 

Karpaltunnel würden die klinische Symptomatik höchstens teilweise erklären. Zum 

sicheren Ausschluss relevanter bildgebender Läsionen empfahl Dr. J.___ MRI-

Untersuchungen von Schädel, HWS, Becken und Plexus brachialis rechts (Suva-act. 

88). Entsprechend erfolgten am 24. Oktober 2019 eine kranio-zerebrale 

Kernspintomographie (Suva-act. 92-2) und am 25. Oktober 2019 ein MRI der oberen 

Thoraxapertur mit Darstellung des Plexus brachialis (Suva-act. 87).

A.g. 

Am 11. Februar 2020 gab med. pract. E.___ eine weitere Beurteilung ab. Er kam 

zum Schluss, dass sich an der HWS, an der Hüfte, am rechten Knie und am rechten 

Oberschenkel keine Unfallfolgen zeigen würden. Das erwähnte Karpaltunnelsyndrom 

und die neurologischen Auffälligkeiten könnten ebenfalls nicht dem Unfall vom 30. 

Januar 2017 angelastet werden. Dieser habe zu keinen zusätzlichen strukturellen 

A.h. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.

Mit Einsprache vom 12. März 2020 beantragte der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt MLaw Michael Walder, Kreuzlingen, die Aufhebung der Verfügung vom 

13. Februar 2020. Dem Versicherten seien die ihm zustehenden Leistungen aus UVG 

auszurichten. Eventualiter seien von der Suva weitere medizinische Abklärungen 

vorzunehmen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva 

(Suva-act. 119). Am 29. Juni 2020 reichte der Versicherte persönlich eine 

Einsprachebegründung ein (Suva-act. 128). Am 11. September 2020 wies die Suva die 

Einsprache ab (Suva-act. 136).

C.  

Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt. Das Ereignis habe zu einer 

vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung bei Prellung und 

multiplen Vorzuständen geführt. Der Status quo sine sei nach allgemeiner 

Lehrauffassung nach sechs Monaten erreicht (Suva-act. 112).

Mit Verfügung vom 13. Februar 2020 schloss die Suva den Fall per 1. Juni 2018 ab 

und verneinte einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen (Suva-act. 115).

A.i. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 11. September 2020 erhob der nicht mehr 

anwaltlich vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Oktober 2020 

Beschwerde. Es seien ihm für die Folgen des Unfallereignisses vom 30. Januar 2017 

auch über den 1. Juni 2018 hinaus die obligatorischen Versicherungsleistungen nach 

UVG auszurichten. Es sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit 

zu einer professionellen Abklärung an die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin in vollem Umfang und ohne Abstriche. Für den Verzug der 

Angelegenheit seien ein Schmerzensgeld nach Massgabe des Gerichts und eine 

private Aufwandentschädigung zu entrichten (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 9. November 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung des 

Einspracheentscheids (act. G 3).

C.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens (zum Anfechtungsgegenstand 

siehe BGE 131 V 164 f. E. 2.1) bildet der Einspracheentscheid vom 11. September 

2020 (Suva-act. 136). Diesem liegt die Verfügung vom 13. Februar 2020 zugrunde 

(Suva-act. 115). Sowohl in der Verfügung als auch im Einspracheentscheid hat die 

Beschwerdegegnerin ausschliesslich darüber befunden, dass die 

Beschwerdesymptomatik spätestens per Leistungseinstellungsdatum (1. Juni 2018) 

nicht (mehr) in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Januar 

2017 stehe, womit ab diesem Zeitpunkt keine Leistungspflicht mehr bestehe. Einzig die 

Klärung dieser Frage bildet damit Gegenstand der vorliegenden Beschwerde. Nicht 

einzutreten ist auf den Einwand des Beschwerdeführers, dass es sich bei der 

Beschwerdeproblematik auch um eine leistungsbegründende Berufskrankheit handeln 

könne. Dazu hat die Beschwerdegegnerin (noch) nicht Stellung genommen. Wie die 

Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 29. Januar 2021 richtig ausführte, steht es dem 

Beschwerdeführer frei, um diesbezügliche Prüfung bei der Beschwerdegegnerin zu 

ersuchen (act. G 7 S. 2). In Bezug auf den Antrag auf Schmerzensgeld (Genugtuung) 

fehlt es schon an einer gesetzlichen Grundlage im Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20). Es handelt sich dabei um einen allfälligen 

haftpflichtrechtlichen Anspruch, dessen Prüfung nicht in die sachliche Zuständigkeit 

des Versicherungsgerichts fiele. Darauf ist damit auch nicht einzutreten.

2.

Am 7. Dezember 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein, 

worin er die Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin zusätzlich als 

altersdiskriminierend rügte (act. G 5).

C.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine umfassende Duplik und hielt mit 

Schreiben vom 29. Januar 2021 unverändert an ihrem Antrag auf Abweisung der 

Beschwerde fest (act. G 7).

C.d. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den (medizinischen) Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Umstritten und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund des Ereignisses 

vom 30. Januar 2017 zu Recht die Versicherungsleistungen per 1. Juni 2018 eingestellt 

hat.

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität, unabhängig vom Alter der versicherten 

Person. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/

Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).

2.1. 

Während es Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; 

BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Für die 

Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine strukturelle 

Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat 

verlangt. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst gesprochen 

werden, wenn die erhobenen Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 

231) – apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, Computertomogramm, 

MRI, Arthroskopie) bestätigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 

8C_216/2009, E. 2). Im Bereich dieser klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen 

spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 

118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine 

eigenständige Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (vgl. nebst vielen Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 2). Wenn die Unfallkausalität 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche 

und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, Letzterer also nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 

der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 54). Der Unfallversicherer muss nicht den Nachweis unfallfremder Ursachen 

erbringen. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind 

(Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2012, 8C_160/2012, E. 2 mit Hinweisen). 

Dabei können medizinische Erfahrungssätze, zumindest soweit sie der herrschenden 

Lehrmeinung entsprechen, berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 11. 

November 2008, 8C_346/2008, E. 3.2.1).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht 

hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht 

(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 

lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1]). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Bezüglich Beweiswert eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in 

der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Umstritten ist die Unfallkausalität für die über den Leistungseinstellungszeitpunkt (1. 

Juni 2018) hinaus bestehende Beschwerdeproblematik.

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Auch ärztliche 

Beurteilungen aufgrund der Akten sind nicht an sich unzuverlässig, sofern ein 

lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung 

eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Diesfalls 

besteht kein Anspruch auf Beizug versicherungsexterner medizinischer Gutachten 

(BGE 122 V 157).

Der Beschwerdeführer klagt über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus über 

Beschwerden (am rechten Fuss, am rechten Unterschenkel, am rechten Knie, am 

rechten Oberschenkel, an der rechten Hüfte, am rechten unteren Rücken, an der 

rechten Schulter, am rechten Oberarm, am rechten Ellbogen, am rechten Unterarm und 

an der rechten Hand [act. G 1.2]), welche er dem Unfall vom 30. Januar 2017 anlastet. 

Die Beschwerdegegnerin erachtet die über den 1. Juni 2018 hinaus beklagten 

Beschwerden als nicht mehr kausal zum Ereignis vom 30. Januar 2017. Sie stützt sich 

bei dieser Einschätzung auf die kreisärztlichen Aktenbeurteilungen von med. pract. 

E.___ vom 16. August 2018 (Suva-act. 42) und 11. Februar 2020 (Suva-act. 112). Zu 

prüfen ist im Folgenden, ob dessen Beurteilungen die Kausalitätsfrage in Bezug auf die 

geltend gemachten Beschwerden hinlänglich klärt.

3.1. 

Der Beschwerdeführer ist am 30. Januar 2017 bei einem Schritt rückwärts über 

aufgestapelte Palletten gestolpert und auf den Rücken und die rechte Körperseite 

gestürzt (vgl. zum unbestrittenen Unfallhergang Suva-act. 1-2, 20-1). Eine 

Arbeitsunfähigkeit wurde initial nicht attestiert und der Beschwerdeführer war erstmals 

am 3. Mai 2017 wegen zunehmender Missempfindungen über dem rechten Arm bis 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zum Kleinfinger und Dysästhesien am rechten Ober- und Unterschenkel in ärztlicher 

Behandlung (Suva-act. 5, 26-1). Es erfolgten MRI-Untersuchungen der Wirbelsäule und 

neurologische Abklärungen (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.b und A.d). Im Weiteren 

wurden bei geltend gemachter Problematik Kernspintomographien des rechten Knies, 

des Beckens, der rechten Hüfte, des rechten Oberschenkels, der rechten Schulter und 

des rechten Oberarms durchgeführt (vgl. im Sachverhalt lit. A.f f.). Letztlich erfolgte 

eine kranio-zerebrale Kernspintomographie und ein MRI der oberen Thoraxapertur mit 

Darstellung des Plexus brachialis (vgl. im Sachverhalt lit. A.f f.). Trotz diesen 

umfangreichen bildgebenden und klinischen Untersuchungen (inklusive 

Elektromyographien) mehrerer Fachärzte der Orthopädie und Neurologie konnten die 

geltend gemachten Beschwerden in ihrem Ausmass nicht hinlänglich erklärt/objektiviert 

werden.

Med. pract. E.___ würdigte in seinen (Akten-)Beurteilungen die ergangene 

umfassende medizinische Aktenlage inklusive der Bildgebung und den dokumentierten 

Vorzuständen, den Unfallhergang sowie den zeitlichen Verlauf der auftretenden 

Beschwerden und kam zum Schluss, dass der Unfall zu keinen zusätzlichen 

strukturellen Läsionen, welche objektivierbar seien, geführt habe. Das Ereignis habe zu 

einer vorübergehenden, nicht richtungsgebenden Verschlimmerung bei Prellung und 

multiplen Vorzuständen geführt und der Status quo sine sei nach sechs Monaten 

erreicht gewesen (Suva-act. 112).

3.3. 

In Bezug auf die Rückenproblematik und die dabei erklärbaren Ausstrahlungen 

bzw. neurologischen Auffälligkeiten führte med. pract. E.___ aus, dass die erste 

Bildgebung vom 9. Mai 2017 nach dem Ereignis vom 30. Januar 2017 massive 

degenerative Veränderungen zeige. Unfallfolgen wie Frakturen, Bandläsionen oder 

Dislokationen fänden sich nicht. Die Diskushernien und Spinalkanalstenosen seien 

überwiegend wahrscheinlich nicht Folgen des Sturzes vom 30. Januar 2017, sondern 

bildgebend ausgewiesene Degenerationen. Gegen einen kausalen Zusammenhang der 

Rückenbeschwerden bzw. Ausstrahlungen in die Extremitäten spreche zudem, dass 

der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis weitergearbeitet habe und sich erst 

Monate danach in ärztliche Behandlung begeben habe, wobei für eine Kausalität ein 

Auftreten neurologischer Symptome innerhalb von 36 Stunden gefordert würde (Suva-

act. 42-6 ff., 112-8 ff.). Diese Kausalitätsbeurteilung leuchtet ein. Sie ist schlüssig, da 

beim Ereignis vom 30. Januar 2017 nicht Kräfte auf die Wirbelsäule gewirkt haben, 

welche geeignet gewesen wären, Diskushernien bzw. einen Riss in der Bandscheibe zu 

verursachen (vgl. zu sämtlichen Voraussetzungen für die Annahme einer traumatisch 

verursachten Diskushernie nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2008, 8C_281/2007, E. 5.2). Auch die übrigen bildgebend ausgewiesenen 

Gesundheitsschäden an der Wirbelsäule (vgl. dazu im Sachverhalt lit. A.b und A.d) sind 

in der Regel krankheits- bzw. verschleissbedingt. Weshalb von dieser Annahme bei 

dokumentierten erheblichen Vorzuständen (vgl. u.a. Suva-act. 20-1, 104), einem als 

leicht einzustufenden Ereignis und erst über drei Monate später ärztlich behandelten 

Beschwerden ohne sofortig aufgetretene Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden sollte, 

ist nicht erkennbar. Gegenteilige medizinische Aussagen liegen denn auch nicht im 

Recht, weshalb keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung von med. pract. 

E.___ auszumachen sind. Entsprechend ist überwiegend wahrscheinlich davon 

auszugehen, dass es anlässlich des Unfalls vom 30. Januar 2017 nicht zu zusätzlichen 

strukturellen Läsionen im Rückenbereich gekommen ist, welche eine Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin begründen.

Auch bezüglich der rechten Hüfte, welche im MRI vom 14. August 2019 unter 

anderem eine 7 x 7 Millimeter messende osteochondrale Läsion zeigte (Suva-act. 

56-8), verneinte med. pract. E.___ Folgen aus dem Ereignis vom 30. Januar 2017. Eine 

traumatische Knorpelläsion dieses Ausmasses hätte zeitnah zu massivsten Schmerzen 

geführt (Suva-act. 112-9). Diese Einschätzung ist einleuchtend. Eine relevante 

Schmerzproblematik nach dem Ereignis vom 30. Januar 2017, geschweige denn 

massive Schmerzen, sind nicht dokumentiert, in keiner Körperregion. Gegenteils 

berichtet Dr. D.___ mit Arztbericht vom 22. Juni 2016 von initial kaum Beschwerden 

(Suva-act. 5). Der Beschwerdeführer gab gar an, dass nach dem Unfall vorerst keine 

Schmerzen aufgetreten seien (Suva-act. 128-2). Entsprechend ist auch in Bezug auf die 

rechte Hüfte auf die Beurteilung von med. pract. E.___ abzustellen, wonach die Läsion 

überwiegend wahrscheinlich nicht dem Unfall vom 30. Januar 2017 anzulasten ist. 

Daran vermag die Aussage von Dr. H.___, dass diese Läsion auch traumatisch bedingt 

sein könnte (vgl. Bericht vom 9. September 2019 in Suva-act. 57-3), nichts zu ändern. 

Er spricht lediglich von einer grundsätzlich möglichen Traumafolge – was auch med. 

pract. E.___ nicht in Frage stellt – , ohne sich indes mit dem konkreten 

Beschwerdeverlauf auseinanderzusetzen bzw. eine plausible Erklärung zu liefern, 

weshalb Hüftschmerzen erst Monate nach dem Unfallereignis zu Abklärungen und 

Behandlungen führten.

3.3.2. 

In der MRI-Bildgebung des rechten Knies vom 13. August 2019 zeigte sich als 

mögliche Unfallfolge ein nicht dislozierter horizontal verlaufender, in die Basis und die 

Unterfläche einstrahlender Riss des Innenmeniskushinterhorns (Suva-act. 56-7, 57-3). 

Auch diesbezüglich verneinte med. pract. E.___ indes Folgen herrührend vom Unfall 

vom 30. Januar 2017. Wiederum verwies er schlüssig darauf, dass zeitnah zum 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ereignis keinerlei Befunde erhoben worden seien und es sich um eine degenerative 

Menikuspathologie bei einer moderaten Chondropathie des Kniegelenkskompartiments 

handle. Gegenteilige Kausalitätsbeurteilungen liegen nicht im Recht, weshalb bei 

nachvollziehbarer Begründung durch den Kreisarzt keinerlei Zweifel an dessen 

Einschätzung auszumachen sind. Da ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfallereignis vom 30. Januar 2017 im Sinne von Art. 4 ATSG und der 

Listenverletzung (Meniskusriss) fehlt, erübrigt sich eine Prüfung der Leistungspflicht 

nach Art. 6 Abs. 2 lit. c UVG, zumal es keinen Hinweis auf ein vor oder nach dem Unfall 

vom 30. Januar 2017 eingetretenes Ereignis gibt (vgl. dazu BGE 146 V 70 f. E. 9.2).

In Bezug auf die weiteren geltend gemachten Beschwerden/Schmerzen auf der 

rechten Körperseite (vgl. dazu vorstehende E. 3.1) verwies med. pract. E.___ wiederum 

darauf, dass echtzeitlich keine Verletzungen dokumentiert seien (Karpaltunnelsyndrom) 

und/oder die Bildgebung und Untersuchungen (rechte Schulter, rechter Oberschenkel) 

keine Unfallfolgen gezeigt hätten, weshalb – sofern überhaupt strukturelle Läsionen 

vorlägen – diesen Läsionen die Kausalität zum Unfall vom 30. Januar 2017 

abzusprechen sei. Auch diesbezüglich leuchten die Kausalitätsbeurteilungen 

grundsätzlich ein, wonach frische Läsionen, Rupturen etc. initial zu Beschwerden 

geführt hätten bzw. solche Beschwerden zeitnah zum Unfallereignis erwähnt und 

behandelt worden wären. Auch wenn sich med. pract. E.___ nicht mit sämtlichen 

Beschwerden und Befunden detailliert auseinandersetzte, können allfällige 

diesbezügliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der kreisärztlichen Beurteilung bei 

gerichtlicher Würdigung des Unfallhergangs, der dokumentierten Gesundheitsschäden 

nach dem Unfall und des Beschwerdeverlaufs mit langer Latenz ausgeräumt werden, 

weshalb sich medizinische Weiterungen im Sinne einer (externen) Begutachtung 

erübrigen.

3.3.4. 

Gestützt auf das Gesagte bzw. die beweiswerten Beurteilungen von med. pract. 

E.___ resultierten aus dem Unfall vom 30. Januar 2017 überwiegend wahrscheinlich 

keine zusätzlichen strukturellen Läsionen, welche für die über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinausgehende Beschwerdeproblematik ursächlich 

sind. Damit ist, nachdem eine richtungsgebende Verschlimmerung anlässlich des 

Ereignisses vom 30. Januar 2017 nicht zur Diskussion steht (Suva-act. 112-11; vgl. zu 

den Voraussetzungen für eine richtungsgebende Verschlimmerung das Urteil des 

Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1; vgl. ferner den Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. November 2019, UV 

2018/23, E. 3.7), lediglich von einer vorübergehenden Verschlimmerung der 

Vorzustände (Degenerationen an der Wirbelsäule, am Becken, am Knie, an der 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Schulter) nach erlittenem Anpralltrauma auszugehen. Dafür hat die 

Beschwerdegegnerin den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu 

übernehmen, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine/ante Leistungen für 

das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu 

erbringen. Nach einer gewissen Zeit werden die aufgetretenen bzw. ausgelösten 

Beeinträchtigungen, auch wenn sie weiterbestehen, aber nicht mehr dem Unfall 

angelastet (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 ff.). Die Folgen der erlittenen Prellung 

im Rückenbereich und auf der rechten Körperseite, ohne dabei erlittene innere 

strukturelle Läsionen, waren ohne weiteres per Leistungseinstellungszeitpunkt (1. Juni 

2018, rund 16 Monate nach dem Unfall) abgeheilt bzw. der Status quo sine/ante 

spätestens in diesem Zeitpunkt erreicht. Dabei ist auch der medizinischen 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass eine Kontusion/Prellung grundsätzlich 

innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt und sich die damit verbundenen Beschwerden 

gänzlich zurückbilden (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. 

Aufl., Bern 2005, S. 412, 1096 f.). Bei einer Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule ist die vorübergehende Verschlimmerung in der Regel nach sechs bis neun 

Monaten, und bei Vorliegen eines erheblich degenerativen Vorzustandes, wie er in 

diesem Fall vorliegt, spätestens nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (vgl. 

nebst vielen das Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 

3.2).

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus geklagten Beschwerden überwiegend 

wahrscheinlich nicht mehr dem Ereignis vom 30. Januar 2017 anzulasten sind, weshalb 

die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen mangels Kausalität und 

unabhängig vom Alter des Beschwerdeführers zu Recht per 1. Juni 2018 eingestellt 

hat. Die Rüge einer "Alterdiskriminierung" zielt jedenfalls ins Leere. Bezüglich der auch 

degenerativ bzw. abnutzungsbedingt in ihrem Ausmass nicht hinlänglich erklärbaren 

Beschwerden (vgl. dazu vorstehende E. 3.2) kann zur Verneinung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs und damit zur Verneinung einer Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin vollumfänglich auf die Ausführungen im Einspracheentscheid 

vom 11. September 2020 verwiesen werden (Suva-act. 136-8), wonach es sich beim 

Unfall vom 30. Januar 2017 um ein banales bzw. leichtes Ereignis gehandelt hat, das 

von Vornherein nicht geeignet ist, nicht somatische Beschwerden bzw. organisch nicht 

fassbare Beschwerden zu verursachen (vgl. dazu BGE 115 V 139 E. 6a).

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. September 

2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen, 

soweit darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (aArt. 61 lit. a ATSG 

in der bis 31. Dezember 2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 

ATSG noch anwendbaren Fassung). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.08.2021
	Art. 6 UVG. Der Zeitpunkt des Erreichens des Status quo sine/ante nach vorübergehender Verschlimmerung der Vorzustände ist durch die kreisärztliche Beurteilung hinlänglich belegt. Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. August 2021, UV 2020/79).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:30:45+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen