# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f8608a3-1f2f-5305-8094-9708f0a6e9d3
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.06.2019 VG.2019.00022 (VG.2019.806)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00022_2019-06-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. Juni 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00022

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Schweizerische
    Unfallversicherungsanstalt (Suva)

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Rückerstattung Taggelder

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
   

  
	
  1.1 Der am […] geborene A.______ arbeitete seit dem 22.
  Oktober 2012 als Angestellter Administration bei der C.______AG. Entsprechend
  war er bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen
  versichert. Am 23. Januar 2015 stürzte er beim Snowboarden, wobei er
  sich einen Trümmerbruch am oberen linken Sprunggelenk zuzog. Die Suva übernahm
  die Versicherungsleistungen für die Folgen dieses Nichtberufsunfalls.

  
	
   

  
	
  1.2 A.______ begab sich nach dem Unfall umgehend in
  ärztliche Behandlung ins Spital D.______, wo er sich zwecks Durchführung von
  mehreren Operationen bis am 9. Februar 2015 befand. Entsprechend musste er
  seine Arbeitstätigkeit ab dem Unfalldatum zuerst vollständig und ab dem 3.
  August 2015 im Umfang von 80 % aussetzen. Aufgrund einer erneuten
  Operation am 9. September 2016 erfolgte abermals eine 100%ige
  Krankschreibung. In der Folge wurde A.______ am 27. Februar 2017
  kreisärztlich untersucht, während er ab dem 10. April 2017 seine Arbeit in
  einem 25 %-Pensum wieder aufnahm. Am 30. April 2017 endete sein
  Arbeitsverhältnis bei der C.______AG.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Am 17. August 2017 schloss A.______ mit Wirkung ab
  15. Juli 2017 mit der E.______GmbH einen unbefristeten Arbeitsvertrag
  mit einem Arbeitspensum von vier bis acht Stunden ab. A.______ wurde als
  Hilfsbauführer im Stundenlohn angestellt. Am 5. September 2017 fand ein
  Standortgespräch statt, an welchem A.______, sein Vorgesetzter, ein Vertreter
  der IV-Stelle Glarus wie auch eine Vertreterin der Suva teilnahmen.
  Anlässlich dieses Gesprächs wurde der Abschluss eines Arbeitsvertrags mit
  einem fixen Monatslohn basierend auf einem 25 %-Pensum in Aussicht
  gestellt. 

  
	
   

  
	
  2.2 Anlässlich des Standortgesprächs vom 5. Dezember
  2017 übergab A.______ der Suva den neu ausgestellten Arbeitsvertrag, welcher
  ein Arbeitspensum von 25 % und einen monatlichen Fixlohn vorsah. 

  
	
   

  
	
  2.3 Am 5. März 2018 reichte A.______ der Suva die
  Stundenrapporte der Monate Oktober 2017 bis Anfang März 2018 ein. Am 27. März
  2018 übermittelte die F.______ AG, für welche A.______ zu jener Zeit im
  Auftrag seiner Arbeitgeberin tätig war, der Suva die der E.______ GmbH
  bezahlten Honorarrechnungen sowie die dazugehörigen Stundenkarten von Ende
  Juni 2017 bis Ende Januar 2018. Nach telefonischer Rücksprache mit Vertretern
  der F.______ AG stellte die Suva am 9. April 2018 die
  Taggeldleistungen von A.______ vorübergehend ein und lud ihn zu einem Gespräch
  ein.

  
	
   

  
	
  2.4 Anlässlich des Gesprächs vom 24. April 2018 gab die
  Suva A.______ die Möglichkeit, sich zum gegen ihn erhobenen Vorwurf, dass
  seine Arbeitsleistung deutlich besser sei als von ihm angegeben, zu äussern.
  Dabei beantwortete A.______ die ihm von der Suva gestellten Fragen und
  reichte Unterlagen ein. Anfang Mai 2018 reichte er zusätzliche Unterlagen
  nach.

  
	
   

  
	
  2.5 Am 16. Mai 2018 forderte die Suva die E.______GmbH
  auf, zu den Abrechnungen und Stundenlisten Stellung zu nehmen. Letztere
  ersuchte am 26. Mai 2018 um ein gemeinsames Gespräch. Am 30. Mai 2018
  forderte die Suva von der E.______GmbH erneut eine Stellungnahme ein.
  Letztere antwortete am 8. Juni 2018. Nachdem die Suva die E.______GmbH am 12.
  Juni 2018 abermals um eine Stellungnahme sowie um die Einreichung von
  Unterlagen gebeten hatte, liess sich diese am 20. Juni 2018 erneut
  vernehmen, ohne Unterlagen einzureichen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Mit Verfügung vom 29. Juni
  2018 forderte die Suva von A.______ die nach dem 26. Juni 2017 bezahlten
  Taggelder im Umfang von Fr. 41'738.40 zurück. Dieser erhob am 2. August
  2018 Einsprache, welche er am 27. September 2018 einlässlich begründete.
  Am 25. Januar 2019 wies die Suva die Einsprache ab. 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Gegen den abschlägigen
  Einspracheentscheid der Suva gelangte A.______ mit Beschwerde vom 28. Februar
  2019 ans Verwaltungsgericht und beantragte, diesen sowie die Verfügung vom
  29. September 2018 aufzuheben, eventuell sei eine Teilrückzahlung von
  50 % ab dem 8. Februar 2018 anzuordnen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der Suva. Letztere ersuchte am 16. Mai 2019 um
  Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20.
  März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 ff. des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
  Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m.
  Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung
  vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Der Versicherte hat gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch auf die zweckmässige
  Behandlung seiner Unfallfolgen. Ist er infolge des Unfalls voll oder
  teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG
  Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf ein Taggeld entsteht am dritten
  Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen
  Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des
  Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 25 Abs. 1 ATSG und Art. 2 Abs. 1 lit. a
  der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom
  11. September 2002 (ATSV) sind Bezüger von unrechtmässig gewährten Leistungen
  rückerstattungspflichtig. Über den Umfang dieser Rückforderung wird eine
  Verfügung erlassen (Art. 3 Abs. 1 ATSV). Die Rückerstattung unrechtmässig
  gewährter Leistungen wird bei Vorliegen einer grossen Härte jedoch ganz oder
  teilweise erlassen, sofern der Bezüger diese in gutem Glauben empfangen hat
  (Art. 4 Abs. 1 ATSV).

  
	
   

  
	
  Damit erfolgt die
  Festlegung einer (allfälligen) Rückerstattung in einem dreistufigen
  Verfahren. In einem ersten Schritt ist über die Frage der Unrechtsmässigkeit
  des Bezugs der Leistung zu befinden, wobei insbesondere auf Art. 53 ATSG
  bzw. Art. 17 ATSG abzustellen ist. Daran schliesst sich der
  Entscheid über die Rückerstattung an, mit dem insbesondere zu beantworten
  ist, ob im Falle der festgestellten Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs
  eine rückwirkende Korrektur erfolgt. Schliesslich ist in einem dritten
  Schritt gegebenenfalls über den Erlass der zurückzuerstattenden Leistung zu
  entscheiden (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2015,
  Art. 25 N. 9).

  
	
   

  
	
  2.3 Art. 25 Abs.
  1 ATSG knüpft die Rückerstattungspflicht an einen unrechtmässigen Bezug der
  Leistung an. Die Unrechtmässigkeit einer bereits bezogenen Leistung ergibt
  sich aufgrund einer Wiedererwägung der leistungszusprechenden Verfügung (Art.
  53 Abs. 2 ATSG), aufgrund einer prozessualen Revision der leistungszusprechenden
  Verfügung (Art. 53 Abs. 1 ATSG) oder aber aufgrund einer Anpassung der
  leistungszusprechenden Verfügung (Art. 17 Abs. 2 ATSG; vgl. VGer-Urteil VG.2016.00091 vom 1. Dezember 2016
  E. II/4.2). 

  
	
   

  
	
  Formell rechtskräftige
  Verfügungen müssen in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person
  oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen
  entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich
  war (Art. 53 Abs. 1 ATSG). Der Versicherungsträger kann auf formell
  rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind
  und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2
  ATSG). Damit betreffen die in Art. 53 ATSG geregelte Revision und
  Wiedererwägung Fälle, in welchen der ursprünglich getroffene Entscheid
  anfänglich unrichtig war. Im Gegensatz dazu bezieht sich die in Art. 17 ATSG
  geregelte Anpassung auf eine nachträgliche Änderung des massgeblichen
  Sachverhalts (Kieser, Art. 17 N. 4 f., Art. 53
  N. 11). Entsprechend ordnet Art. 17 Abs. 2 ATSG eine Erhöhung,
  Herabsetzung oder Aufhebung einer formell rechtskräftigen Dauerleistung an,
  wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich
  verändert.

  
	
   

  
	
  2.4 Der
  Entscheid, mit dem eine Leistung zugesprochen wird, ist in der Regel eine
  Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG). Allerdings lässt Art. 51 ATSG auch
  die formlose Zusprache von Leistungen zu. Auch bezüglich eines solchen
  Entscheids ist eine Wiedererwägung bzw. eine Revision möglich, wobei
  bezüglich des Eintritts der Rechtskraft diejenigen Voraussetzungen gelten,
  wie sie für eine formelle Verfügung massgebend sind (Kieser, Art. 25
  N. 15, mit Hinweisen; BGE 129 V 110). Die formlos zugesprochenen
  Leistungen gelten nach Ablauf eines der Rechtsmittelfrist bei formellen
  Verfügungen entsprechenden Zeitraums als rechtsbeständig (SVR 2003 KV
  Nr. 11 E. 4.1 und 4.2), womit für deren Abänderung die
  Voraussetzungen von Art. 53 ATSG oder Art. 17 ATSG erfüllt sein
  müssen. 

  
	
   

  
	
  2.5 Gemäss Art. 31 Abs. 1 ATSG ist jede wesentliche
  Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen von den
  Bezügern, ihren Angehörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem
  Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu
  melden. Eine wesentliche Änderung liegt vor, wenn dadurch eine nicht bloss
  geringfügige Auswirkung auf den Leistungsanspruch erfolgt. Sodann kann sich
  die Meldepflicht nur auf Sachverhaltsänderungen beziehen, um welche die
  betreffende Person sowohl bezüglich ihres Vorliegens als auch hinsichtlich
  der Auswirkungen auf den Leistungsanspruch weiss bzw. wissen müsste.
  Insoweit ist ein schuldhaftes Fehlerverhalten erforderlich, wobei bereits
  eine leichte Fahrlässigkeit genügt (Kieser, Art. 31 N. 7 ff.;
  BGE 112 V 97 E. 2a). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt
  die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
  Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Rahmen der
  Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich
  Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen zu.
  Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen Sach- und Rechtslage.
  Gestützt auf den Beweisgrad ist der Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass über
  den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (BGer-Urteil 8C_815/2012 vom
  21. Oktober 2013 E. 3.2.1).

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichts-beschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
  umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
  dies, dass das Gericht alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
  stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3 Aufgrund der Untersuchungsmaxime tragen die
  Parteien im Sozialversiche-rungsprozess in der Regel eine Beweislast nur
  insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener
  Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte
  ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es
  unmöglich ist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung
  den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich
  hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGer-Urteil I 141/07 vom 19. Juni
  2007 E. 3.4).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er seine
  Arbeitsfähigkeit wie auch deren Erhöhung bis auf ein 50%-Pensum stets mit der
  Beschwerdegegnerin besprochen habe. Diese habe sich dahingehend geäussert,
  sie werde weiterhin Leistungen für ein 25%iges Arbeitspensum erbringen,
  Anpassungen würden zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Entgegen den
  Ausführungen der Beschwerdegegnerin sei er zu keinem Zeitpunkt in einem
  Vollzeitpensum tätig gewesen, entsprechend habe er jeweils nur den mit seiner
  Arbeitgeberin für ein Pensum vom 25 % vereinbarten Lohn von monatlich
  Fr. 1'500.- erhalten. Er sei aufgrund seiner körperlichen
  Einschränkungen am Fuss gar nicht in der Lage, einer Vollzeittätigkeit als
  Bauführer nachzugehen, was die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtige. Er
  habe von den von seiner Arbeitgeberin vorgenommenen Abrechnungen gegenüber
  der F.______ AG keine Kenntnis gehabt und auch keine Kenntnis haben
  müssen, da diese Abrechnungen das Auftragsverhältnis der vorerwähnten beiden
  Parteien beträfen, nicht aber sein Arbeitsverhältnis mit der E.______GmbH.
  Zwar habe in der Vergangenheit ein schleppender Informationsfluss
  stattgefunden, doch habe er immer sämtliche geforderten Informationen
  beigebracht, was den Notizen der verschiedenen Standortgespräche zu entnehmen
  sei. Richtig sei, dass er sich für die Erledigung seiner Arbeitstätigkeit
  auch auf der Baustelle in […] befunden habe, was die Vertreter der
  F.______ AG entsprechend ausführten. Allerdings sei er aufgrund des
  lädierten Fusses langsam und pausenanfällig gewesen, weshalb seine
  Anwesenheit auf der Baustelle nicht mit seiner tatsächlichen Arbeitsleistung
  übereingestimmt habe. Zudem habe die Beschwerdegegnerin bzw. die IV-Stelle
  Termine für Standortgespräche fortlaufend verschoben, weshalb er in
  berechtigter Weise davon habe ausgehen dürfen, die vereinbarte Situation
  betreffend die Steigerung seiner Arbeitstätigkeit bis 50 % sei
  weiterzuführen. Schliesslich würde eine Rückerstattung der bezogenen
  Taggelder bedeuten, dass er für die betreffende Zeitspanne weder Lohn noch
  Taggelder von der Beschwerdegegnerin erhalten habe, was dazu führen würde,
  dass er gegen seinen jetzigen Arbeitgeber arbeitsrechtlich vorgehen müsste.
  Dies sei aber nicht zielführend, da er keinen höheren Lohn geltend machen
  könne, weil er die entsprechende Arbeitsleistung nicht erbracht habe. Zudem
  sei er mittellos, womit er eine Rückzahlung nicht bewerkstelligen könne. Im
  Sinne eines Eventualantrags ersuche er um eine Rückzahlung von 50 % der
  erbrachten Taggeldleistungen seit 8. Februar 2018, da das Arbeitspensum
  von 50 % damals der Beschwerdegegnerin kommuniziert worden sei. 

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich hingegen auf den
  Standpunkt, dass für die Festlegung des vom Beschwerdeführer tatsächlich
  ausgeübten Arbeitspensums auf die glaubwürdigen Ausführungen der
  F.______ AG sowie auf die Abrechnungen der E.______GmbH abzustellen sei.
  Es sei irrelevant, ob der Beschwerdeführer von diesen Abrechnungen Kenntnis gehabt
  habe. Zudem erscheine es unglaubwürdig, dass die E.______GmbH der
  F.______ AG vom Beschwerdeführer geleistete Arbeiten in Rechnung
  gestellt habe, ohne ihn dafür zu entschädigen. Weiter sei der
  Beschwerdeführer überwiegend im Büro tätig gewesen, weshalb sich die
  Fussbeschwerden nicht in dem von ihm angegebenen Ausmass auf seine
  Arbeitsfähigkeit hätten auswirken können. Daher sei von einer vollen
  Arbeitsfähigkeit ab 26. Juni 2017 auszugehen. Zwar habe sie
  Standortgespräche verschoben, doch ändere dies nichts an der dem
  Beschwerdeführer obliegenden Meldepflicht, zumal dieser sogar eingestehe,
  davon ausgegangen zu sein, Änderungen betreffend die erhaltenen Taggelder
  würden nachträglich vorgenommen werden müssen. Entsprechend sei dem
  Beschwerdeführer klar gewesen, dass er keinen Anspruch auf die Leistungen im
  empfangenen Umfang habe, weshalb kein gutgläubiger Empfang vorliege.
  Schliesslich belege der Beschwerdeführer nicht, dass die Rückzahlung für ihn
  eine grosse Härte bedeuten würde, womit die Rückerstattung nicht zu erlassen
  sei. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Im Austrittsbericht des Spitals D.______ vom 9.
  Februar 2015 diagnostizierten Dr. med. G.______, Chefarzt,
  Dr. med. H.______, leitender Arzt, und I.______, Assistenzarzt,
  eine komplexe Pilonfraktur links (AO 43-C3) mit Zerstörung der gesamten
  distalen Gelenkszirkumferenz und massiver Dislokation der Hauptfragmente,
  Einklemmung des Nervus Tibialis zwischen den dorsalen Frakturfragmenten,
  laterozentralem Knorpeldefekt bei mehreren kleinflächigen Knorpelschuppen und
  oberflächlichem, aber ausgedehntem Knorpelschaden am Talus. Am 20. März
  2015 berichtete Dr. H.______ in radiologischer Hinsicht von einem
  erwartungsgemässen Verlauf nach komplexer Verletzung. Die
  Bewegungseinschränkung sei durch Verklebung zu erklären und die Wundheilstörung
  scheine unter Kontrolle zu sein. Schwierig sei jedoch die aktuelle
  Schmerzproblematik. Am 30. April 2015 attestierte Dr. H.______ einen
  langwierigen Verlauf bei äusserst komplexer Fraktur mit deutlicher
  Weichteilproblematik. Die Schmerzen in der Fusssohle würden als weitgehend
  neuropatisch bedingt eingeschätzt, wobei der Nerv intakt erscheine. Der
  Heilungsverlauf werde noch mehrere Monate dauern. Anlässlich der
  Verlaufskontrolle vom 8. Juni 2015 hielt Dr. H.______ eine Veränderung
  der Schmerzen in der Fusssohle fest, wobei weiterhin Schmerzmittel
  verabreicht würden. Die Fusssohle habe sich gut erholt und die Sensibilität
  habe sich auch weitgehend stabilisiert. Die ossären Strukturen seien in
  Heilung, allerdings bestehe eine relativ ausgeprägte Muskelatrophie. Wegen
  den Schmerzen würden sich diesbezüglich in nächster Zeit keine massiven
  Fortschritte ergeben. Die längerfristigen Prognosen seien nicht allzu
  optimistisch, Massnahmen wie eine Sprunggelenksprothese oder eine Arthrodese
  seien wahrscheinlich. Am 13. September 2015 wies Dr. H.______
  insbesondere auf belastungsabhängige Schmerzen im Gelenksbereich bei
  progredienter Arthrose und residueller, teilweise defektbedingter Inkongruenz
  der Gelenksfläche hin. Die CT-Untersuchung vom 9. September 2015 habe
  eine relativ gute Konsolidation der metaphysären Frakturzone mit einer
  Gelenkfläche, welche aufgrund der Defekte und des nicht absolut eingepassten,
  zentralen Restfragments eine relevante Inkongruenz aufweise, gezeigt. 

  
	
   

  
	
  5.2 Dr. med. J.______, Oberarzt Orthopädie der Klinik
  K.______, und Dr. med. L.______, Assistenzarzt, stellten nach einer
  CT-Untersuchung am 27. Januar 2016 fest, dass keine effiziente
  Durchbauung der Pilon Tibiale-Fraktur vorhanden sei, weshalb eine Entfernung
  des Osteosynthesematerials noch nicht durchgeführt werden könne. In sechs
  Monaten werde ein neuer CT-Befund erhoben und dann entschieden, ob eine
  Osteosynthesematerialentfernung und eine OSG-Arthroskopie sinnvoll seien oder
  direkt eine OSG-Arthrodese geplant werde. Med. pract. M.______,
  Facharzt Neurochirurgie FMH und Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, erklärte
  sich am 9. Februar 2016 mit diesem Vorgehen ein-verstanden. Er wies
  zudem daraufhin, dass davon auszugehen sei, dass eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit
  bestehen bleibe. 

  
	
   

  
	
  5.3 Am 27. Juli 2016 wies Dr. H.______ auf
  deutliche Fortschritte hin. Der Beschwerdeführer sei seit gut einem Monat
  praktisch ohne Schmerzmittel bei insgesamt erträglichen Beschwerden. Er sei
  weiterhin in einem 20 %-Pensum als Bauführer tätig. Im Alltag trage er
  leichte Schuhe mit orthopädischen Einlagen, womit er relativ gut und sicher
  unterwegs sei. Nach längeren Gehstrecken würden sich jedoch zunehmende
  Beschwerden und eine Schwellung im Sprunggelenkbereich zeigen. Die
  Arbeitsunfähigkeit betrage vorderhand weiterhin 80 %. 

  
	
   

  
	
  5.4 Am 9. September 2016 führten
  Dr. med. N.______, Oberarzt i.V. Orthopädie der Klinik
  K.______, und Dr. med. O.______, Assistenzarzt, eine palliative
  OSG-Arthroskopie mit Débridement und Mikrofrakturierung links sowie eine
  partielle Osteosynthesematerialentfernung bei der distalen Tibia links durch.
  Ab dem Operationsdatum sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig,
  wobei eine Arbeitswiederaufnahme als Bauführer gemäss Bericht vom
  7. Dezember 2016 nach der Abgabe von orthopädischen Serienschuhen
  geplant werde. 

  
	
   

  
	
  5.5 Med. pract. M.______ untersuchte den
  Beschwerdeführer am 27. Februar 2017 kreisärztlich. Er diagnostizierte eine
  posttraumatische OSG-Arthrose mit deutlich eingeschränkter funktioneller
  Belastbarkeit und chronischem Schmerzsyndrom. Klinisch zeige sich eine
  signifikante Bewegungs- und Belastungseinschränkung für den linken Fuss.
  Bedingt durch die Beschwerden sei der Versicherte beruflich, selbst in einer
  Bürotätigkeit, nur sehr limitiert einsetzbar. Aufgrund der fortgeschrittenen
  Arthrose und dem ausbleibenden Behandlungserfolg sei eine Arthrodese zu
  empfehlen. Beruflich sei unter den aktuell gegebenen Beschwerden eine
  Reintegration nur unter folgendem Zumutbarkeitsprofil möglich: Rein sitzende
  Tätigkeit mit der Möglichkeit, das Bein hochzulegen, zudem seien individuelle
  Pausen bis ca. eine Stunde pro Arbeitstag notwendig. Treppen, Leitern
  und Gerüste seien nicht zu besteigen, ebenso sei kein Knien/Hocken möglich
  wie auch kein Laufen auf unebenem oder glattem Untergrund. 

  
	
   

  
	
  5.6 Mit Wirkung ab 10. April 2017 attestierte der
  Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. P.______, Facharzt
  allgemeine innere Medizin, dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von
  25 %. Dieser Einschätzung schloss sich Dr. med. Q.______,
  Facharzt orthopädische Chirurgie FMH, am 17. Mai 2017 an. Am 20. Juni 2017
  schloss die Klinik K.______ unter dem Hinweis auf die längerfristig notwendig
  werdende OSG-Arthrodese die Behandlung des Beschwerdeführers ab. 

  
	
   

  
	
  5.7 Kreisarzt med. pract. R.______, Facharzt
  für Chirurgie, diagnostizierte anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung
  des Beschwerdeführers vom 6. Dezember 2018 eine posttraumatische
  OSG-Arthrose mit deutlich eingeschränkter funktioneller Belastbarkeit und
  chronischem Schmerzsyndrom. Beim Beschwerdeführer bestehe nach
  mehrfragmentärer Pilon tibila-Fraktur aus dem Jahr 2015 eine fortgeschrittene
  posttraumatische Arthrose des oberen Sprunggelenks links. Als überwiegend
  wahrscheinliche Unfallfolgen fänden sich objektiv eine signifikante Bewegungseinschränkung
  im Bereich des linken oberen Sprunggelenks, eine deutliche Muskelminderung im
  Bereich des linken Ober- und Unterschenkels, die radiologischen Zeichen einer
  OSG-Arthrose und einer Osteopenie sowie die reizlosen Operationsnarben. Wegen
  einer traumatischen Kompressionsschädigung des Nervus tibialis finde sich
  zusätzlich eine Dysästhesie im Versorgungsgebiet des Nervs, allerdings liege
  keine vollständige Lähmung vor. Aufgrund der Unfallfolgen sei die
  Erheblichkeitsgrenze eines Integritätsschadens erreicht. Dieser sei auf
  20 % zu schätzen.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Um die allenfalls vom Beschwerdeführer zu leistende
  Rückerstattung von bezogenen Taggeldern festlegen zu können, ist in einem
  ersten Schritt die Frage zu klären, ob dieser von der Beschwerdegegnerin unrechtmässig
  Leistungen bezogen hat.  

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin gab
  dem Beschwerdeführer mit formlosem Schreiben vom 9. Februar 2015
  bekannt, für die Unfallfolgen die Versicherungsleistungen zu erbringen. Im
  genannten Schreiben setzte sie unter anderem das dem Beschwerdeführer
  zustehende Taggeld fest und richtete dieses in der Folge aus. Damit eröffnete
  die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine formlose Leistungszusprache,
  welcher sie bis zur vorübergehenden Leistungseinstellung am 9. April
  2018 und damit über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren – unter Anpassung
  an das jeweils vom Beschwerdeführer als ausgeübt bezeichnete Arbeitspensum –
  unwidersprochen nachkam. Folglich erreichte die formlose Leistungszusprache
  von Anfang Februar 2015 Rechtsbeständigkeit, womit für deren nachträgliche
  und rückwirkende Abänderung die Voraussetzungen von Art. 53 ATSG oder aber
  von Art. 17 ATSG erfüllt sein müssen (vgl. E. II/2.4 vorne). 

  
	
   

  
	
  Dem Beschwerdeführer steht
  aufgrund des Unfallereignisses von Januar 2015 ein grundsätzlicher Anspruch
  auf Versicherungsleistungen und damit insbesondere auf Taggeldleistungen der
  Beschwerdegegnerin zu, was Letztere nicht in Frage stellt. Daraus folgt, dass
  die formlose Leistungszusprache von Februar 2015 nicht ursprünglich fehlerhaft
  sein kann, womit weder eine Revision noch eine Wiedererwägung nach
  Art. 53 ATSG zu prüfen ist. Stattdessen stellt sich die Frage, ob die
  Voraussetzungen der Anpassung einer Verfügung gemäss Art. 17 ATSG erfüllt
  sind, mithin ob sich eine nachträgliche Veränderung des massgeblichen
  Sachverhalts ergeben hat, welche eine nachträgliche Herabsetzung der formlos
  zugesprochenen Leistungen zulassen würde.

  
	
   

  
	
  6.2 

  
	
  6.2.1 Ein Tatbestand einer Anpassung nach Art. 17 ATSG
  kann eine Änderung des Gesundheitszustands sein. Massgebend sind dabei jene
  Änderungen, welche die versicherte Gesundheitsschädigung betreffen. Es müssen
  neue Elemente tatsächlicher Natur vorliegen, welche nach der ursprünglichen
  Verfügung eingetreten sind und zu dem damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen
  sind oder diesen verändert haben (Kieser, Art. 17 N. 28). Ob eine Veränderung
  des massgeblichen Sachverhalts eingetreten ist, hat die Beschwerdegegnerin
  aufgrund des ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatzes abzuklären (vgl. Art.
  43 Abs. 1 ATSG). Sie hat den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass darüber
  mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden
  kann (vgl. E. II/3.1 vorne). 

  
	
   

  
	
  6.2.2 Die Beschwerdegegnerin hat zwecks Eruierung des
  Sachverhalts mündliche Abklärungen mit Vertretern der F.______ AG
  getroffen sowie von dieser Unterlagen eingefordert. Weiter hat sie die
  Arbeitgeberin des Beschwerdeführers, die E.______GmbH, zu einer Stellungnahme
  zu den sich widersprechenden Stundenrapporten des Beschwerdeführers sowie zur
  Einreichung von Unterlagen aufgefordert. Überdies hat sie den
  Beschwerdeführer zu einem Gespräch eingeladen und diesem die Gelegenheit
  gegeben, zu den Resultaten der getroffenen Abklärungen Stellung zu nehmen
  sowie Unterlagen einzureichen. Gestützt auf die Resultate dieser Abklärungen
  kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer
  gemachten Aussagen im Gegensatz zu jenen der Vertreter der F.______ AG
  nicht glaubhaft seien, weshalb davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer
  seit 26. Juni 2017 voll arbeitsfähig gewesen sei.

  
	
   

  
	
  6.2.3 Bei einem Blick auf die von den Vertretern der
  F.______ AG gemachten Ausführungen ergeben sich jedoch einige offene
  Fragen. So bleibt beispielsweise unklar, welche Aufgaben  S.______ als
  dem für das Bauprojekt […] zuständigen Vertreter der F.______ AG, für
  welches der Beschwerdeführer tätig war, zukamen. Es ist nicht klar, weshalb
  dieser zum Schluss kam, dass der Beschwerdeführer für die genannte Baustelle
  in einem Vollzeitpensum tätig gewesen sei. Ebenso ergibt sich aus den Akten
  nicht, welche Arbeiten der Beschwerdeführer während der Zeit seiner
  Arbeitstätigkeit für die F.______ AG erledigt hatte, obwohl daraus
  Rückschlüsse auf das von diesem tatsächlich bewältigte Arbeitspensum gezogen
  werden könnten. Weiter geben die Akten auch keine Auskunft darüber, wie oft
  sich S.______ auf der Baustelle in […] befunden hatte, was jedoch wichtig
  wäre, um die von der F.______ AG geäusserten Vermutungen betreffend das
  vom Beschwerdeführer ausgeübte Arbeitspensum sachgerecht einordnen zu können.
  Diese Information ist zudem von Interesse, weil die F.______ AG aussagte,
  im Sommer 2017 nicht über die personellen Ressourcen verfügt gehabt zu haben,
  um eine eigene Betreuung der Baustelle sicherstellen zu können. Aus diesem
  Grund sei dann die E.______GmbH als Subunternehmerin engagiert worden. Daraus
  könnte geschlossen werden, dass sich S.______ nicht durchgehend auf der
  Baustelle aufhielt, womit er die Anwesenheit des Beschwerdeführers auf der
  Baustelle nur eingeschränkt beurteilen könnte. Ebenso besteht die
  Möglichkeit, dass der Beschwerdeführer zusammen mit seinem Vorgesetzten S.______
  regelmässig an den jeweils am Mittwoch stattfindenden Bausitzungen traf, an
  welchen der Beschwerdeführer unbestrittenermassen teilnahm. Alleine aus einer
  regelmässigen wöchentlichen Sitzungsteilnahme des Beschwerdeführers darf
  jedoch nicht auf dessen Arbeitstätigkeit in einem Vollzeitpensum geschlossen
  werden. Zudem hat weder die F.______ AG noch die E.______GmbH der
  Beschwerdegegnerin den abgeschlossenen Subunternehmervertrag offen gelegt,
  womit die diesbezüglichen Vereinbarungen unbekannt sind. Ebenso ist nicht
  bekannt, wie der Beschwerdeführer und sein Vorgesetzter T.______ die für die
  Baustelle der F.______ AG angefallenen Arbeiten untereinander
  aufteilten, obwohl auch daraus Rückschlüsse auf das vom Beschwerdeführer
  tatsächlich ausgeübte Arbeitspensum gezogen werden könnten.  

  
	
   

  
	
  Im Gegensatz zu den
  vorstehend genannten offenen Fragen hat der Beschwerdeführer seine mündliche
  Aussage, dass er nur den vertraglich vereinbarten Lohn bezogen habe, durch
  das Einreichen seiner Kontoauszüge belegt. Den Kontoauszügen ist zu
  entnehmen, dass ihm die E.______GmbH im Zeitraum vom 3. Juli 2017 bis am
  24. April 2018 Zahlungen von gesamthaft Fr. 14'250.- leistete, was neun
  (Netto)-Monatslöhnen zu je Fr. 1'500.- zuzüglich Anteil
  13. Monatslohn entspricht. Weiter sind entgegen den Ausführungen der
  Beschwerdegegnerin den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass der
  Beschwerdeführer eine zusätzliche Entschädigung der E.______GmbH erhalten
  hätte, welche als Mitwissen betreffend die an die F.______ AG gestellten
  Rechnungen gedeutet werden könnte. Stattdessen ist dem Beschwerdeführer
  insofern zuzustimmen, als dass er von den an die F.______ AG gestellten
  Rechnungen und Stundenabrechnungen durch die E.______GmbH nicht zwingend
  Kenntnis haben musste. Der Subunternehmervertrag zwischen der
  F.______ AG und der E.______GmbH wurde von T.______ ausgehandelt, was
  auch S.______ als Vertreter der F.______ AG festhielt. Es obliegt
  T.______ als Geschäftsführer der E.______GmbH, um die Rechnungstellung der
  von ihm als Vertreter der E.______GmbH geschlossenen Verträge besorgt zu
  sein. Diese Aufgabe kommt dem Beschwerdeführer, welcher für die E.______GmbH
  als Hilfsbauleiter tätig war, nicht zu. 

  
	
   

  
	
  Sodann hält der
  Beschwerdeführer zu Recht fest, dass anlässlich der verschiedenen
  Standortgespräche der Parteien regelmässig über den Umfang der
  Arbeitsfähigkeit sowie über die von ihm ausgeübte Arbeitstätigkeit und das
  erledigte Arbeitspensum gesprochen worden war. Im September 2017 gab der
  Beschwerdeführer an, als Hilfsbauarbeiter grundsätzlich am Morgen eineinhalb
  bis drei Stunden täglich zu arbeiten. Anlässlich des darauffolgenden
  Gesprächs von Anfang Dezember 2017 berichtete er von einer
  ca. halbstündigen täglichen Steigerung seiner Arbeitstätigkeit. Er
  befinde sich an zwei Tagen pro Woche auf der Baustelle in […], während er
  drei Tage von Zuhause aus arbeite. Sein Ziel sei es, ab Anfang des Jahres
  2018 in einem 50 %-Pensum zu arbeiten. Die Beschwerdegegnerin sagte zu,
  dem Beschwerdeführer bis ca. März 2018 Zeit zu geben, seine Leistung auf
  50 % zu erhöhen, weshalb in diesem Zeitpunkt ein Gespräch betreffend
  Abschluss des Falls unter Einstellung der Taggeldleistungen und Prüfung der
  weiteren Versicherungsleistungen stattfinden werde. Am 5. Februar 2018
  teilte der Beschwerdeführer mit, dass er durchschnittlich täglich drei
  Stunden arbeite, wobei es weiterhin sein Ziel sei, bis zum nächsten
  Gesprächstermin ein 50 %-Pensum zu erreichen. Damit hat der
  Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin regelmässig kundgetan,
  welches Arbeitspensum er ausgeführt und welche Steigerung er diesbezüglich
  erreicht habe. 

  
	
   

  
	
  6.2.4 Völlig ungeklärt liess die Beschwerdegegnerin
  sodann die Frage, wie sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
  insbesondere seit Juni 2017 entwickelte, obwohl sich auch daraus
  Anhaltspunkte für die Bestimmung des von ihm bewältigten Arbeitspensums
  ergeben würden. Folglich hat die Beschwerdegegnerin ohne Einholung einer
  aktuellen medizinischen Abklärung des Beschwerdeführers angenommen, dass
  dieser seit 26. Juni 2017 vollständig arbeitsfähig sei. Dies begründet
  sie einzig mit den von der E.______GmbH an die F.______ AG gestellten
  Honorarrechnungen und Stundenblätter, der von dieser gemachten Rückmeldungen
  sowie den ihrer Ansicht nach unglaubwürdigen Aussagen des Beschwerdeführers.
  Im Gegensatz dazu akzeptierte sie seit dem Unfallereignis das vom
  Beschwerdeführer als ausgeübt bezeichnete Arbeitspensum und die von ihm beklagten
  körperlichen Einschränkungen unwidersprochen. Eine kreisärztliche
  Einschätzung vom 4. November 2015 äusserte sich dahingehend, dass eine
  stehend/gehende Tätigkeit auf unebenem Gelände und damit eine Tätigkeit als
  Bauführer nicht optimal sei. Dem Beschwerdeführer sei eine vorwiegend
  sitzende Tätigkeit zu raten. Ebenso ging med. pract. M.______ am
  27. Februar 2017 von einer deutlich eingeschränkten funktionellen
  Belastbarkeit und einem chronischen Schmerzsyndrom aus, weshalb eine berufliche
  Reintegration nur in einem angepassten Zumutbarkeitsprofil mit rein sitzenden
  Tätigkeiten möglich sei. Die massgeblichen unfallbedingt verursachten
  körperlichen Einschränkungen führte auch med. pract. R.______ am
  6. Dezember 2018 auf, wobei sich dieser in seinem Untersuchungsbericht
  einzig zur Integritätsentschädigung und nicht zur Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers äusserte. Neben den Kreisärzten gingen auch die
  behandelnden Ärzte von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers in seiner angestammten Tätigkeit als Bauführer aus (vgl. E.
  II/5 vorne). Ohne eine Auseinandersetzung mit diesen übereinstimmenden
  ärztlichen Berichten vorzunehmen, hat die Beschwerdegegnerin eine
  vollständige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Juni 2017 angenommen,
  was in Bezug auf die in den Akten vorhandenen medizinischen Berichte als
  nicht nachvollziehbar einzustufen ist. Denn in den Akten findet sich kein
  medizinischer Bericht, welcher die vollständige Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers als Bauführer per Ende Juni 2017 ausweist. Damit bleibt aus
  medizinischer Sicht völlig ungeklärt, ob sich im Juni 2017 tatsächlich eine
  massgebliche Veränderung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers
  ereignet hatte, welche dessen volle Arbeitsfähigkeit in seiner angestammten
  Tätigkeit als Bauführer begründen könnte.

  
	
   

  
	
  6.2.5 Betreffend die Frage des vom Beschwerdeführer
  erledigten Arbeitspensums hat die Beschwerdegegnerin Abklärungen bei Dritten
  getätigt sowie den Beschwerdeführer zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen befragt.
  Daraus ergeben sich Indizien, welche dafür sprechen, dass der
  Beschwerdeführer Ende Juni 2017 in einem Vollzeitpensum tätig war. Im
  Gegensatz dazu ergeben sich aus den getätigten Abklärungen aber auch
  sachliche Hinweise darauf, dass dies nicht der Fall war und der
  Beschwerdeführer weiterhin in einem eingeschränkten Arbeitspensum als
  Bauführer tätig war. Da die Beschwerdegegnerin aus dem angeblichen Umstand,
  dass der Beschwerdeführer in einem Vollzeitpensum gearbeitet hat, die
  Rückerstattungsverpflichtung ableiten will, ist sie beweisbelastet (E. II/3.3
  vorne), wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt.
  Entgegen ihren Ausführungen reicht dafür ein Glaubhaftmachen aufgrund
  verschiedener Indizien nicht aus, woran auch die Tatsache nichts ändert, dass
  einige vom Beschwerdeführer gemachte Äusserungen als widersprüchlich
  einzustufen sind. Da die getätigten Abklärungen verschiedene Fragen ungeklärt
  lassen, hat die Beschwerdegegnerin den massgebenden Sachverhalt ungenügend
  erstellt und damit die ihr obliegende Untersuchungspflicht verletzt. 

  
	
   

  
	
  6.2.6 Ist nicht klar, ob sich eine nachträgliche
  Veränderung des der formlosen Leistungszusprache von Februar 2015
  zugrundeliegenden Sachverhalts ergeben hat, kann über die Anpassung des
  diesbezüglichen Entscheids nicht nach dem im Unfallversicherungsrecht
  massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden
  werden. Entsprechend sind zusätzliche Abklärungen des Sachverhalts von Nöten.
  Diesbezüglich stehen der Beschwerdegegnerin zwei Varianten offen, welche sich
  gegebenenfalls auch kombinieren lassen. So kann die Beschwerdegegnerin zum
  einen weitere Abklärungen in Bezug auf die vom Beschwerdeführer faktisch
  ausgeübte Arbeitstätigkeit ab Juni 2017 tätigen, wozu sie insbesondere die vorstehend
  genannten offenen Fragen betreffend die Ausführungen der Vertreter der
  F.______ AG zu klären sowie allenfalls zusätzliche Unterlagen
  einzuverlangen hat (vgl. E. II/6.2.3 vorne). Weisen diese
  Abklärungen überwiegend wahrscheinlich daraufhin, dass der Beschwerdeführer
  ab Juni 2017 vollzeitlich arbeitstätig war, hat die Beschwerdegegnerin erneut
  über die Rückerstattung von zu Unrecht ausgerichteten Leistungen zu
  entscheiden. Zum anderen kann die Beschwerdegegnerin den Gesundheitszustand
  des Beschwerdeführers ab Juni 2017 sowie dessen Arbeitsfähigkeit medizinisch
  abklären lassen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu ein orthopädisches Gutachten
  einzuholen, welches unter anderem darüber Auskunft zu erteilen hat, wie sich
  der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers entwickelte und ob im Juni 2017
  eine massgebliche Verbesserung seines Gesundheitszustandes eingetreten ist.
  Zudem hat sich das Gutachten insbesondere zur Arbeitsfähigkeit des
  Beschwerdeführers in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit seit
  Juni 2017 zu äussern. Sollte eine Verbesserung des Gesundheitszustands des
  Beschwerdeführers sowie dessen 100%ige Arbeitsfähigkeit ärztlich ausgewiesen
  werden, hat die Beschwerdegegnerin über die definitive Einstellung der
  Leistungen zu entscheiden, wobei diesfalls fraglich ist, ob eine
  Verpflichtung zur Rückerstattung der bereits entrichteten Taggeldleistungen
  zulässig ist.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Dies führt zur Gutheissung
  der Beschwerde. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 25. Januar
  2019 ist aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen sowie
  zur Neuentscheidung an diese zurückzuweisen. 

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1.

  
	
  Die Gerichtskosten sind
  von Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG
  i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Als Obsiegen gilt
  hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolge auch die Rückweisung der
  Sache an den Versicherungsträger (Kieser, Art. 61 N. 205). Die
  Beschwerdegegnerin ist daher ausgangsgemäss zu verpflichten, dem obsiegenden
  Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung in der Höhe von
  Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. g ATSG).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen diesen
  Zwischenentscheid steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
  Angelegenheiten ans Bundesgericht nur nach Massgabe von Art. 93
  Abs. 1 des Gesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG)
  offen.

  
	
   

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird gutgeheissen. Der Einspracheentscheid der
    Beschwerdegegnerin vom 25. Januar 2019 wird aufgehoben und die Sache wird
    im Sinne der Erwägungen an diese zurückgewiesen. 

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten werden auf die Staatskasse genommen.  

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung in der Höhe von
    Fr. 1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]