# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7918a608-cc42-5fd2-a092-7a97785d5083
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.11.2023 3-RV.2022.10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-10_2023-11-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.10       
P 179 
 

 

 

 

Urteil vom 23. November 2023 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Senn  

Richterin Sramek  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 30. November 2021 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2019 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 16. März 2021 wurde A._____ von der Steuer-

kommission Q._____ für das Jahr 2019 zu einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 48'600.00 veranlagt. Der Veranlagung liegen diverse Abweichun-

gen von der Selbstdeklaration zugrunde. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 16. März 2021 erhob A._____ mit Schreiben 

vom 30. März 2021 Einsprache. Die Steuerkommission Q._____ ging von 

folgenden sinngemässen Begehren aus: 

 

"1. Die Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder sind wie deklariert zu be-

steuern. 

 

2. Die anderen Abzüge sind wie deklariert zum Abzug zuzulassen."  

 

3. 

Mit Entscheid vom 30. November 2021 wies die Steuerkommission 

Q._____ die Einsprache ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 30. November 2021 (Versand am 16. De-

zember 2021) hat A._____ mit, unter Berücksichtigung der Gerichtsferien, 

rechtzeitigem Rekurs vom 6. Januar 2022 (Postaufgabe am 10. Januar 

2022) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiter-

gezogen. Sie beantragt sinngemäss, 

 

dass Unterhaltsbeiträge von CHF 50'000.00 und nicht – wie veranlagt – von 

CHF 62'186.00 zu besteuern seien, 

 

und dass "andere Abzüge" von CHF 14'295.00 zum Abzug zuzulassen seien.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ hat eine Replik erstattet.  

 

 

 - 3 - 

 

 

7. 

A._____ hat auf die Beweisauflage des Spezialverwaltungsgerichts vom 

11. Juli 2023 nicht reagiert. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2019. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

2.1. 

In ihrer Steuererklärung 2019 deklarierte die Rekurrentin Unterhalts-

beiträge von insgesamt CHF 50'000.00, nämlich CHF 34'400.00 an ihren 

persönlichen Unterhalt und CHF 15'600.00 an jenen des Sohnes B._____ 

(geb. tt.mm.2002). Die Rekurrentin beantragt, dass nur diese direkt von 

ihrem getrennt lebenden Ehemann C._____ an sie bezahlten 

Unterhaltsbeiträge von CHF 50'000.00 zu besteuern seien. Die Vorinstanz 

hat weitere Zahlungen von CHF 12'186.00, welche C._____ für seinen 

Sohn an Dritte geleistet haben soll, bei der Rekurrentin als Einkünfte 

aufgerechnet. 

 

2.2. 

Das D._____, Präsidium des Familiengerichts, hat mit Entscheid vom 

9. April 2013 im Verfahren betreffend Eheschutz den Sohn B._____ für die 

Dauer der Trennung unter die Obhut der Rekurrentin gestellt. Zudem wurde 

C._____ verpflichtet, der Rekurrentin an den Unterhalt des Sohnes 

B._____ mit Wirkung ab dem 1. April 2013 rückwirkend bzw. monatlich 

vorschüssig Beiträge von je CHF 1'000.00, zuzüglich allfällig bezogene 

Kinderzulagen zu bezahlen. Sodann wurde C._____ verpflichtet, der 

Rekurrentin an den persönlichen Unterhalt rückwirkend bzw. monatlich 

vorschüssig folgende Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:  

 

ab 1. April 2013 bis 31. August 2013: CHF 2'760.00; 

 

ab 1. September 2013: CHF 2'610.00. 

 

2.3. 

2.3.1. 

Gemäss § 40 Abs. 1 lit. c StG (und Art. 9 Abs. 2 lit. c des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

vom 14. Dezember 1990 [StHG]) werden vom steuerbaren Einkommen die 

Unterhaltsbeiträge an den geschiedenen, gerichtlich oder tatsächlich ge-

trennt lebenden Eheteil sowie die Unterhaltsbeiträge an einen Elternteil für 

die unter dessen elterlicher Sorge stehenden Kinder, nicht jedoch Leistun-

gen in Erfüllung anderer familienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstüt-

zungspflichten, abgezogen. Umgekehrt sind solche Beiträge vom empfan-

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genden Elternteil nach § 32 Abs. 1 lit. f StG zu versteuern. Die Regeln ge-

mäss Art. 23 lit. f des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 

14. Dezember 1990 (DBG) und Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG sind identisch.  

 

2.3.2. 

Art. 23 lit. f DBG bzw. § 32 Abs. 1 lit. f StG und Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG 

bzw. 40 Abs. 1 lit. c StG verwirklichen das Kongruenz- oder Korrespon-

denzprinzip. Dieses weist in quantitativer Hinsicht klare Konturen auf, in-

dem auf der Seite des Leistungsschuldners nur abgezogen werden kann, 

was auf Empfängerseite steuerbar ist bzw. bei gegebener subjektiver Steu-

erpflicht steuerbar wäre (Bundesgerichtsurteil vom 18. Dezember 2019 

[2C_139/2019] E. 2.1.4.).  

 

2.3.3. 

Steuerrechtlich abzugsfähige Unterhaltszahlungen müssen kumulativ fami-

lienrechtlich geschuldet und tatsächlich geleistet worden sein. Freiwillig ge-

leistete Beiträge berechtigen hingegen nicht zum Abzug (Bundesgerichts-

urteil vom 27. Dezember 2022 [2C_160/2022] E. 2.1.; Bundesgerichtsurteil 

vom 21. April 2020 [2C_544/2019] E. 5.3.; Bundesgerichtsurteil vom 

13. April 2018 [2C_233/2017] E. 6.2.).  

 

2.3.4. 

Unterhaltsbeiträge für Kinder haben ihre zivilrechtliche Grundlage in der 

Unterhaltspflicht der Eltern (Art. 276 ff. des Schweizerischen Zivilgesetz-

buchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB]) und können gegebenenfalls durch 

Unterhaltsverträge, die je nachdem durch die Kindesschutzbehörde oder 

das Gericht zu genehmigen sind (Art. 287 ZGB), oder durch das Gericht 

festgelegt werden (Art. 279 ZGB). Zum Unterhalt eines Kindes im Sinne 

von Art. 276 ZGB gehört alles, was das Kind für sein Leben und seine kör-

perliche, geistige und sittliche Entfaltung benötigt. Dazu zählt insbesondere 

auch die Ausbildung (Bundesgerichtsurteil vom 27. Dezember 2022 

[2C_160/2022] E. 2.1.).  

 

2.3.5. 

Unterhaltsbeiträge können in Geld- und / oder Naturalleistungen bestehen. 

Bei den Geldzahlungen muss es sich dabei nicht um betragsmässig feste 

Alimente handeln. Auch variable Leistungen sind steuerbar. Die Geldleis-

tungen können in direkter Form, aber auch in indirekter Form erfolgen. Zu 

Letzterer werden die Übernahme von Miet- oder Schuldzinsen, Kranken-

kassenprämien, Steuern und Schulgeldern gezählt (VGE vom 31. Mai 2022 

[WBE.2021.314]; Bundesgerichtsurteil vom 21. April 2020 [2C_544/2019] 

E. 5.3.). 

 

2.4. 

Klar und unbestritten ist, dass die Rekurrentin die ihr von C._____ direkt 

bezahlten Unterhaltsbeiträge von insgesamt CHF  50'000.00 als 

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Einkommen zu versteuern hat. Diese sind im Verhältnis 2/3 (Unterhaltsbei-

träge an die getrennt lebende Ehefrau bzw. die Rekurrentin) zu 1/3 (Unter-

haltsbeiträge an die Rekurrentin für den unter ihrer elterlichen Sorge ste-

henden Sohn) aufzuteilen (vgl. Wegleitung zur Steuererklärung 2019, 

S. 14). Dies ergibt in Abweichung zur Deklaration (E. 2.1.) steuerbare 

Unterhaltsbeiträge von CHF 33'333.00 bzw. CHF 16'667.00, wobei die 

unterschiedliche Aufteilung der Parteien keinen Einfluss auf die Höhe der 

unstreitig mit CHF 50'000.00 zu versteuernden direkten Unterhaltsbeiträge 

hat.  

 

2.5. 

Strittig ist, ob sich die Rekurrentin über die CHF 50'000.00 hinaus weitere 

Zahlungen von C._____ für den Sohn B._____ als Unterhaltsbeiträge 

(Geldzahlungen in indirekter Form; E. 2.3.5.) anrechnen lassen muss. Die 

Vorinstanz hat diesbezüglich folgende Leistungen von C._____ für den 

Sohn B._____ als Unterhaltsbeiträge bei der Rekurrentin besteuert: 

 

 März E._____ / Schulgeld CHF 4'592.80 

 Juli E._____ / Schlussabrechnung CHF 224.60 

 Mai  Kauf Laptop CHF  1'699.90 

 Juli IT-Material CHF 128.95 

 Juli F._____ CHF 255.00 

 August GA Junior CHF 2'650.00 

 September G._____ / Klassenkasse aaa CHF     500.00 

 März Sportunterricht CHF 730.00 

 Juli Sportunterricht CHF 272.00 

 September Sportunterricht CHF 476.00 

 November Sportunterricht CHF 657.00 

 Total  CHF 12'186.25 

 

2.6. 

2.6.1. 

Nach der im Steuerrecht allgemein gültigen Regel tragen die Steuerbehör-

den die Beweislast für die gemäss E. 2.5. steuerbegründende Tatsache 

(VGE vom 27. Oktober 2020 [WBE.2020.172]; VGE vom 7. März 2012 

[WBE.2011.228]; SGE vom 25. Mai 2023 [3-RV.2021.179]). Diese müssen 

insbesondere nachweisen, dass C._____ die Geldzahlungen für seinen 

Sohn effektiv leistete (Bundesgerichtsurteil vom 21. April 2020 

[2C_544/2019] E. 6.7.; Bundesgerichtsurteil vom 13. April 2018 

[2C_233/2017] E. 6.2.). 

 

2.6.2. 

Hinsichtlich der Positionen E._____ / Schulgeld (CHF 4'592.80), E._____ / 

Schlussabrechnung (CHF 224.60), F._____ (CHF 255.00), GA Junior 

(CHF 2'650.00), G._____ / Klassenkasse aaa (CHF 500.00) finden sich in 

den Akten lediglich Rechnungen bzw. betreffend das GA Junior ein 

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Leistungsvertrag. Damit vermag nicht nachgewiesen werden, dass 

C._____ die diesbezüglichen Zahlungen effektiv leistete. Die genannten 

Positionen können daher bei der Rekurrentin mangels Zahlungsnachweis 

nicht als Einkommen aufgerechnet werden. Gleiches gilt für den 

Sportunterricht für März von CHF 730.00, für welchen zudem auch keine 

Rechnung aktenkundig ist.  

 

2.7. 

2.7.1. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind freiwillige Einigungen 

unter Ehegatten, welche vom Scheidungsurteil abweichen, in steuerlicher 

Hinsicht unbeachtlich, zumindest hinsichtlich der Fragen, welcher Elternteil 

vom privilegierten Tarif und von den Sozialabzügen im Zusammenhang mit 

der Obhut von gemeinsamen Kindern profitiert. Die Frage, ob diese Recht-

sprechung auch für den Abzug von Unterhaltskosten gilt (was zur Folge 

hätte, den Abzug für im Scheidungs- bzw. Eheschutzurteil nicht ausdrück-

lich vorgesehene indirekte Geldleistungen zu verhindern), hat das Bundes-

gericht offengelassen (Bundesgerichtsurteil vom 21. April 2020 [2C_544/ 

2019] E. 6.6.). Das aargauische Verwaltungsgericht hat in seinen Urteilen 

vom 31. Mai 2022 (WBE.2021.314) und 19. September 2013 

(WBE.2012.389) die Frage, ob einem Teil der Lehre folgend auch 

Unterhaltsbeiträge abgezogen werden können, welche nicht auf einem 

Scheidungsurteil beruhen, sondern aufgrund einer späteren vertraglichen 

oder konkludenten Einigung der Partner geleistet werden, ebenfalls 

offengelassen.  

 

2.7.2. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt eine Besteuerung von 

Unterhaltsbeiträgen, welche von einem Urteil abweichen, auf jeden Fall den 

Nachweis der Steuerbehörden voraus, dass der andere Elternteil diese ge-

stützt auf eine schriftliche und klare Vereinbarung zwischen den Ehegatten 

effektiv geleistet hat. Diese Vereinbarung muss überdies die (zusätzlichen) 

Unterhaltsbeiträge beziffern. Diese Formstrenge gebietet sich aufgrund 

des Kongruenzprinzips (Bundesgerichtsurteil vom 21. April 2020 [2C_544/ 

2019] E. 6.7. und 6.8.). 

 

2.7.3. 

Gemäss der Rechtsprechung des Spezialverwaltungsgerichts und des Ver-

waltungsgerichts des Kantons Zürich sowie der Lehre ist es zulässig, dass 

die Ehegatten die in einem Urteil festgesetzten Unterhaltsbeiträge auch in 

formloser Absprache einvernehmlich abändern. Dies hat das Steuerrecht 

zu berücksichtigen, soweit die effektiven Zahlungen nachgewiesen werden 

(SGE vom 25. Mai 2023 [3-RV.2021.179]; SGE vom 19. November 2020 

[3-RV.2019.80]; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 

18. Januar 2012 [SB.2011.00082]; Basler Kommentar zum DBG, a.a.O., 

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Art. 23 DBG N 28 sowie Art. 33 DBG N 21c; Kommentar zum Zürcher 

Steuergesetz, 4. Auflage, Zürich 2021, § 23 StG N 59). 

 

2.7.4. 

Die Zahlungen von C._____ zugunsten seines Sohns für den Laptop 

(CHF 1'699.90), das IT-Material (CHF 128.95) sowie den Sportunterricht 

Juli (CHF 272.00), September (CHF 476.00) und November (CHF 657.00) 

sind belegmässig nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Zahlungen, 

welche im Eheschutzurteil nicht vorgesehen sind bzw. von diesem 

abweichen (E. 2.2.). Eine schriftliche Vereinbarung zwischen der Rekurren-

tin und C._____, wonach Letzterer diesbezüglich in Abweichung vom 

Eheschutzurteil Unterhaltsbeiträge für B._____ leistete, gibt es nicht 

(E. 2.7.2.). Allein der Umstand, dass diese Zahlungen erfolgten, erlaubt 

auch nicht den Schluss auf eine formlose Absprache (E. 2.7.3.). Eine 

einvernehmliche Abänderung der im Eheschutzurteil festgelegten Unter-

haltsbeiträge ist somit nicht nachgewiesen, weshalb die genannten Positi-

onen bei der Rekurrentin bereits aus diesem Grund nicht als Einkommen 

aufgerechnet werden können. Zudem lässt sich allein aus den tatsächli-

chen Zahlungen nicht ohne Weiteres schliessen, dass diese familienrecht-

lich geschuldet waren bzw. einen Beitrag an den gebührenden Unterhalt 

von B._____ darstellten (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 27. Dezember 2022 

[2C_160/2022] E. 2.3.1.). 

 

2.8. 

Der Rekurs ist somit in diesem Punkt gutzuheissen.  

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrentin beantragt im Weiteren, dass Krankenkassenprämien von 

CHF 4'180.00, nämlich CHF 3'082.80 für sie sowie CHF 1'096.80 für ihren 

Sohn, zum Abzug zuzulassen seien.  

 

3.2. 

Gemäss § 40 Abs. 1 lit. g StG (in der bis am 31. Dezember 2021 und damit 

auch in der Steuerperiode 2019 gültigen Version) können von den Einkünf-

ten als Pauschalbetrag für Einlagen, Prämien und Beiträge für die  

Lebens-, die Kranken- und die nicht unter litera f fallende 

Unfallversicherung sowie für die Zinsen von Sparkapitalien der 

steuerpflichtigen Person und der von ihr unterhaltenen Personen abgezo-

gen werden:  

 

CHF 4'000.00 für verheiratete Personen, die in rechtlich und tatsächlich 

ungetrennter Ehe leben (Ziff. 1); 

 

CHF 2'000.00 für die übrigen Steuerpflichtigen (Ziff. 2).  

 

 - 9 - 

 

 

3.3. 

3.3.1. 

Nach dem klaren gesetzgeberischen Willen können die Krankenkassen-

prämien nur im Rahmen von § 40 Abs. 1 lit. g StG abgezogen werden. Ein 

über den gesetzlich vorgesehenen Pauschalbetrag hinausgehender Abzug 

kann für die Krankenkassenprämien hingegen nicht gewährt werden (SGE 

vom 24. Mai 2012 [3-RV.2012.10]). Die Rekurrentin, welche im Jahr 2019 

nicht in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebte, kann daher nur 

Krankenkassenprämien von pauschal CHF 2'000.00 abziehen. Einen 

entsprechenden Abzug liess die Vorinstanz bereits in der Veranlagung zu.  

 

3.3.2. 

Der Rekurrentin ist insofern zuzustimmen, als dass die Krankenpflegever-

sicherung gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 

18. März 1994 (KVG) obligatorisch ist (Art. 3 Abs. 1 KVG). Daraus kann 

allerdings nicht geschlossen werden, dass die gesamten diesbezüglichen 

Prämien bei der Einkommenssteuer abgezogen werden können. Vielmehr 

sieht § 41 Abs. 1 lit. a StG vor, dass die Lebenshaltungskosten bzw. die 

Aufwendungen für den Unterhalt der steuerpflichtigen Person und ihrer Fa-

milie nicht abziehbar sind. Die Krankenkassenprämien zählen zu den Le-

benshaltungskosten und sind daher nur im Umfang von § 40 Abs. 1 lit. g 

StG, welche Bestimmung eine Ausnahme zu § 41 Abs. 1 lit. a StG darstellt, 

abziehbar.    

 

3.3.3. 

Der Rekurs ist demnach in diesem Punkt abzuweisen.  

 

4. 

4.1. 

Der Sohn der Rekurrentin absolvierte im Jahr 2019 das S am E._____ 

(Schule) und besuchte zudem die (…)-mittelschule. Die Rekurrentin 

beantragt, dass diesbezügliche Kosten von insgesamt CHF 6'615.00, das 

heisst "Unkostenbeiträge" von CHF 3'600.00 sowie Mehrkosten für 

auswärtige Verpflegung von CHF 3'015.00 (201 Tage zu CHF 15.00) zum 

Abzug zuzulassen seien.  

 

4.2. 

Gemäss § 41 Abs. 1 lit. b StG sind die Ausbildungskosten bis zum ersten 

Abschluss der Sekundarstufe II nicht abziehbar. Unter Ausbildungskosten 

sind Aufwendungen zu verstehen, welche die Ausübung eines bestimmten 

Berufs überhaupt ermöglichen oder hierzu befähigen. Durch sie sollen die 

notwendigen fachlichen Kenntnisse oder Fähigkeiten erworben werden, die 

als Grundlage für einen künftigen Beruf notwendig sind und die gege-

benenfalls die Grundlage dafür bilden, von einem Beruf zum anderen zu 

wechseln (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 

 - 10 - 

 

 

2023, § 40 StG N 224). Die obligatorische Schulzeit in der Schweiz unter-

teilt sich in die Primarstufe (achtjährige Schulzeit inklusive Kindergarten) 

und die darauf folgende Sekundarstufe I (neuntes bis elftes Schuljahr). Die 

im Gesetzestext angeführte Sekundarstufe II umfasst allgemeinbildende 

und berufsbildende Ausbildungsgänge. Allgemeinbildende Ausbildungs-

gänge bieten die gymnasialen Maturitätsschulen (Gymnasien) und Fach-

mittelschulen (FMS) an (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., 

§ 40 StG N 228).     

 

4.3. 

Die von der Rekurrentin betreffend ihren Sohn geltend gemachten Ausla-

gen stellen Ausbildungskosten bis zum ersten Abschluss der Sekundar-

stufe II dar. Gemäss dem klaren Wortlaut von § 41 Abs. 1 lit. b StG können 

diese nicht abgezogen werden. Für in Ausbildung befindliche Kinder (Lehr-

linge, Kantonsschüler, Studenten u.Ä.) können die Eltern bei gegebenen 

Voraussetzungen lediglich den Kinderabzug, allenfalls den Unterstützungs-

abzug, geltend machen (§ 42 StG; Kommentar zum Aargauer Steuer-

gesetz, a.a.O., § 41 StG N 31). Entgegen der unbelegten Behauptung der 

Rekurrentin gibt es keine anderslautenden gerichtlichen Entscheide, zumal 

diese klar gegen den Gesetzestext von § 41 Abs. 1 lit. b StG verstossen 

würden.   

 

4.4. 

Der Rekurs ist somit in diesem Punkt abzuweisen.  

 

5. 

5.1. 

Die Rekurrentin beantragt sodann, dass CHF 2'700.00 für den Kauf eines 

Personenwagens (…) sowie Versicherungsprämien von CHF 800.00 

betreffend diesen Personenwagen zum Abzug zuzulassen seien.  

 

5.2. 

Wie ausgeführt, sind Lebenshaltungskosten gemäss § 41 Abs. 1 lit. a StG 

nicht abziehbar (E. 3.3.2.). Ebenfalls nicht abziehbar sind die Aufwendun-

gen für die Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Vermö-

gensgegenständen (§ 41 Abs. 1 lit. d StG). 

 

5.3. 

Die Kosten für den Kauf des Personenwagens sind entweder unter § 41 

Abs. 1 lit. a oder lit. d StG zu subsumieren. So oder anders ist der Abzug 

ausgeschlossen (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 41 

StG N 4). 

 

 

 

 

 - 11 - 

 

 

5.4. 

Die Versicherungsprämien im Zusammenhang mit dem Personenwagen 

stellen nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten gemäss § 41 Abs. 1 lit. a 

StG dar (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 41 StG N 5). 

 

5.5. 

Der Rekurs ist demnach in diesem Punkt abzuweisen.  

 

6. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses ist somit das steuerbare Einkom-

men gemäss Verfügung vom 16. März 2021 von CHF 48'688.00 um 

CHF 12'186.00 auf CHF 36'502.00 herabzusetzen.  

 

7.  

7.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin zu rund 45 %. Sie 

hat daher 55 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 2 

StG). Die Rekurrentin stellt jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-

pflege.  

 

7.2.  

7.2.1. 

Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (BV) hat jede Person, die nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn ihr Rechtsbegehren nicht als aussichtslos erscheint. Soweit es zur 

Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf un-

entgeltlichen Rechtsbeistand. Diese Ansprüche gründen überdies in § 34 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 

(VRPG). Die unentgeltliche Rechtspflege setzt nebst Bedürftigkeit voraus, 

dass das Rechtsmittel nicht aussichtslos erscheint. Als aussichtslos sind 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 29 Abs. 3 BV Pro-

zessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich 

geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft 

bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichts-

los, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage 

halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine 

Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger 

Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen 

Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, 

nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall 

genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer sum-

marischen Prüfung nach den Verhältnissen zur Zeit, zu der das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege gestellt wurde (VGE vom 6. April 2021 [WBE. 

2021.61]; VGE vom 16. Februar 2021 [WBE.2020.386], je mit Hinweisen 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

 - 12 - 

 

 

7.2.2. 

Im Umfang des Obsiegens erweist sich das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege als gegenstandslos. In den übrigen Punkten ist der Rekurs 

aufgrund des klaren Wortlauts von § 40 Abs. 1 lit. g StG sowie § 41 Abs. 1 

lit. a, b und d StG als aussichtslos zu qualifizieren. Das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher diesbezüglich abzuweisen.  

 

7.3.  

Der nicht vertretenen Rekurrentin ist keine Parteikostenentschädigung aus-

zurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

8. 

Gestützt auf Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die internationale 

Amtshilfe in Steuersachen vom 28. September 2012 (Steueramtshilfe-

gesetz, StAhiG) und Art. 17 Abs. 3 des Übereinkommens über die gegen-

seitige Amtshilfe in Steuersachen vom 25. Januar 1988 (für die Schweiz 

am 1. Januar 2017 und für Frankreich am 1. April 2012 in Kraft getreten) 

kann das vorliegende Urteil der in Frankreich wohnhaften Rekurrentin un-

mittelbar durch die Post zugestellt werden.   

  

 - 13 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 

auf CHF 36'500.00 festgesetzt. 

 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, soweit es 

sich nicht als gegenstandslos erweist.  

 

3. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 300.00, der Kanzleigebühr von CHF 155.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 555.00, zu 55 % mit 

CHF 305.25 zu bezahlen. Der Rest wird auf die Staatskasse genommen. 

 

4. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrentin  

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 - 14 - 

 

 

 

 
    

Aarau, 23. November 2023 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs