# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce3646fd-5094-555a-937e-cc18a22b76b3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** PQ250006-O2
**Docket/Reference:** PQ250006-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/PQ250006-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: PQ250006-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. M. Sarbach 

sowie Gerichtsschreiber MLaw B. Lakic

Beschluss und Urteil vom 28. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführerin

betreffend Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensver-

waltung

Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Meilen vom 31. Dezember 

2024; VO.2024.9 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Meilen)

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Erwägungen:

I.

1.   A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) leidet seit einem Hirnschlag vor 

einigen  Jahren  an  einer  unheilbaren  organisch  bedingten  Persönlichkeitsstörung 

sowie an weiteren psychischen Leiden. Seit Dezember 2021 befasste sich die da-

mals zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Uster wiederholt mit der 

Beschwerdeführerin, sah jedoch jeweils von Erwachsenenschutzmassnahmen ab. 

Nach zahlreichen stationären Klinikaufenthalten befindet sich die Beschwerdefüh-

rerin seit dem 27. Februar 2024 im Pflege- und Betreuungszentrum Sonnhalde in 

Grüningen, seit dem 11. Juli 2024 im Rahmen einer behördlich angeordneten für-

sorgerischen Unterbringung (u.a. KESB act. 50 ff., 68, 96), deren Verlängerung das 

Bezirksgericht Meilen am 21. Januar 2025 bestätigte (KESB act. 111). 

2.   Am 29. Februar 2024 errichtete die nunmehr örtlich zuständige Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde Meilen (KESB) gestützt auf Art. 394 Abs. 1 ZGB i.V.m. 

Art. 395 Abs. 1 ZGB für die Beschwerdeführerin eine Vertretungsbeistandschaft mit 

Vermögensverwaltung  (BR  act. 2  =  KESB  act. 33,  Dispositiv-Ziff. 1)  und  setzte 

B._____ als Beistand ein und betraute ihn mit den Aufgaben, (a) für eine geeignete 

Wohnsituation, (b) das gesundheitliche Wohl und die medizinische Betreuung der 

Beschwerdeführerin zu sorgen, (c) sie soweit nötig bei administrativen Angelegen-

heiten und im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken etc. sowie (d) in finanziellen 

Angelegenheiten  zu  vertreten.  Von  der  Vermögensverwaltung  wurde  ein  Konto 

ausgenommen, über welches die Beschwerdeführerin selbständig verfügen kann 

(Dispositiv-Ziff. 2 und 3). Ferner wurde einer allfälligen Beschwerde die aufschie-

bende Wirkung entzogen (Dispositiv-Ziff. 8). 

3.   Dagegen erhoben die Beschwerdeführerin sowie ihr früherer Lebenspartner, 

C._____, am 23. März 2024 Beschwerde beim Bezirksrat Meilen. Sie verlangten 

die Aufhebung der Beistandschaft (BR act. 1). Mit Urteil vom 31. Dezember 2024 

hob der Bezirksrat in Gutheissung der Beschwerde den Entscheid der KESB auf. 

Verfahrenskosten wurden für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren keine er-

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hoben und es wurde keine Parteientschädigung zugesprochen (act. 3 = act. 8 [Ak-

tenexemplar] = BR act. 12).

4.   Mit Eingabe vom 27. Januar 2025 (Poststempel vom 28. Januar 2025) erhob 

die Beschwerdeführerin Beschwerde an die II. Zivilkammer des Obergerichts des 

Kantons Zürich (act. 2). Die Beschwerde wurde auf dem Briefpapier der Fachstelle 

für Erwachsenenschutz Bezirk Meilen geschrieben und ist vom Beistand mitunter-

zeichnet. Die Akten der Vorinstanz (act. 9/1-13, zitiert als BR act.) sowie die Akten 

der KESB (act. 9/5/1-36 und 10/37-113, zitiert als KESB act.) wurden von Amtes 

wegen beigezogen. Am 3. Februar 2025 holte die Referentin beim Beistand eine 

telefonische Auskunft ein (act. 11). Am 19. Februar 2025 hörte eine Delegation der 

Kammer die Beschwerdeführerin im Beisein des Beistandes im Pflegeheim Sonn-

halde an und nahm die Stellungnahme des Beistandes entgegen (Prot. S. 2 ff.). Die 

Sache erweist sich als spruchreif.

1.  

II.

1.1.   Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen des ZGB und 

den  ergänzenden  kantonalen  Bestimmungen  des  Einführungsgesetzes  zum  Kin-

des- und Erwachsenenschutzrecht (EG KESR). Enthalten diese Gesetze keine Be-

stimmungen, gelten für die Verfahren vor den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen 

die Regelungen des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG) und, sofern auch hier 

keine  Regelung  getroffen  wird,  die  Bestimmungen  der  Schweizerischen  Zivilpro-

zessordnung (ZPO) subsidiär (Art. 450f ZGB und § 40 EG KESR). Beschwerden 

gegen Entscheide der KESB werden in erster Instanz vom Bezirksrat und in zweiter 

Instanz vom Obergericht beurteilt (Art. 450f ZGB i.V.m. §§ 40 und 63 f. EG KESR 

und § 50 GOG). Gegenstand im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren können 

nur Entscheide des Bezirksrats sein.

1.2.   Es können mit der Beschwerde gemäss §§ 64 ff. EG KESR i.V.m. Art. 450a 

Abs. 1 ZGB eine Rechtsverletzung, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  oder  Unangemessenheit  des  Entscheides 

gerügt werden. Die Beschwerde ist zu begründen sowie mit Anträgen zu versehen 

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(vgl. Art. 450 Abs. 3 ZGB). In der Begründung ist darzulegen, inwiefern der ange-

fochtene  Entscheid  als  fehlerhaft  erachtet  wird.  Die  Beschwerde  führende  Partei 

muss sich dabei sachbezogen mit den Entscheidgründen des angefochtenen Ent-

scheides  auseinandersetzen  und  aufzeigen,  inwiefern  die  Vorinstanz  nach  ihrer 

Auffassung das Recht falsch angewendet bzw. den Sachverhalt unrichtig festge-

stellt hat (BGE 141 III 569 E. 2.3.3 und BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Es gilt sowohl für 

das Verfahren vor der KESB wie auch vor den Beschwerdeinstanzen die umfas-

sende  Untersuchungsmaxime  (Art. 446  Abs. 1  ZGB  und  § 65  EG  KESR;  BGer 

5A_770/2018 vom 6. März 2019 E. 3.2). Die Beschwerdeinstanz kann den ange-

fochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprü-

fen. Sie darf sich aber primär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge kon-

zentrieren (BSK ZGB I-DROESE, Art. 450a N 5). Neue Vorbringen (sog. Noven) kön-

nen bis zum Beginn der Beratungsphase unbeschränkt eingebracht werden (vgl. 

BGE 142 III 413 E. 2.2.6).

1.3.  

1.3.1.  Die Beschwerde wurde rechtzeitig innert 30-tägiger Rechtsmittelfrist einge-

reicht (vgl. Art. 450 ZGB i.V.m. Art. 450b Abs. 1 ZGB; act. 2 und BR act. 13/1 und 

13/4).

1.3.2.  Die Beschwerdeführerin ist als von der Aufhebung der Beistandschaft direkt 

betroffene  Person  gemäss  Art. 450  Abs. 2  Ziff. 1  ZGB  ohne  weiteres  zur  Be-

schwerde legitimiert.

1.3.3.  Der Beistand B._____ hat als von der KESB eingesetzter Beistand die Be-

schwerde  im  eigenen  Namen  unterzeichnet  (act. 2  S. 1:  "Klientin  und  Berufsbei-

stand gleichermassen", act. 11). Da er soweit ersichtlich einzig Interessen der Be-

schwerdeführerin und keine eigenen Interessen geltend macht, ist er selbst nicht 

als Beschwerdeführer im Verfahren aufzunehmen. 

1.3.4.  Ein formeller Antrag, wie die Beschwerdeinstanz in der Sache entscheiden 

soll, fehlt in der Beschwerde. Der kurzen Begründung lässt sich indes entnehmen, 

dass die Beschwerdeführerin mit der vom Bezirksrat vorgenommenen Aufhebung 

der Beistandschaft nicht einverstanden ist (act. 2). Daraus ergibt sich der sinnge-

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mässe  Antrag,  der  Entscheid  des  Bezirksrats  sei  aufzuheben  und  die  Beistand-

schaft sei gemäss Entscheid der KESB zu bestätigen. Die Eintretensvoraussetzun-

gen sind somit erfüllt.

2.   Die KESB hatte die Errichtung der Beistandschaft damit begründet, die Be-

schwerdeführerin sei aufgrund ihrer psychischen Leiden nicht in der Lage, ihre ad-

ministrativen Angelegenheiten selbst zu regeln. Die Suche nach einem geeigneten 

betreuten Wohnsetting  sei  ebenfalls  erfolglos verlaufen,  weil  entweder  die  ange-

fragten Einrichtungen oder die Beschwerdeführerin den Eintritt abgelehnt hätten. 

Das Zusammenleben mit C._____ sei konfliktbehaftet und könne diesem auf Dauer 

nicht zugemutet werden. Die Wohnsituation müsse langfristig geklärt werden. Dazu 

sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage. Weiter sei ärztlich bestätigt, dass sie 

für ihre medizinische Betreuung nicht alleine sorgen könne. So habe sie sich etwa 

nach dem Fahrradunfall im Sommer 2023 nicht in medizinische Behandlung bege-

ben.  Mit  der  Beistandschaft  werde  sichergestellt,  dass  sie  die  nötige  ambulante 

psychiatrische Behandlung erhalte und die persönlichen sowie administrativen An-

gelegenheiten besorgt würden. Die notwendige Unterstützung könnten weder pri-

vate noch ambulante öffentliche Hilfsdienste bieten (BR act. 2).

3.   Der Bezirksrat bejahte bei der Beschwerdeführerin eine psychische Störung. 

Sie habe eine lange Krankheitsgeschichte und sei schon mehrere Male stationär in 

psychiatrischen Kliniken behandelt worden. Sie leide gemäss ärztlichem Gutachten 

von Dr. med. D._____ an einer organischen Persönlichkeitsstörung sowie weiteren 

psychischen Beeinträchtigungen (act. 8 E. 4.2.1 mit Verweis auf KESB act. 41, 28, 

34 und 56). Auch bestehe seit mehreren Jahren eine instabile Wohnsituation. Dies 

sei jedoch nicht Folge ihres organischen Leidens, sei sie doch beispielsweise am 

27.  Februar  2024  freiwillig  in  die  Sonnhalde  eingetreten.  Vielmehr  sei  die  hohe 

krankheitsbedingte  Ambivalenz  der  Beschwerdeführerin  Auslöser  dafür.  Dieser 

vermöge  auch  eine  Beistandschaft  keine  Abhilfe  zu  verschaffen.  Der  instabilen 

Wohnsituation sei besser mittels fürsorgerischer Unterbringung entgegenzutreten, 

weil  dadurch  die  Unterbringung  auch  gegen  den  Willen  der  Beschwerdeführerin 

aufrecht erhalten werden könne. Die Beistandschaft sei angesichts mangelnder Ko-

operationsbereitschaft bzw. störungsbedingter Ambivalenz nicht das geeignete Mit-

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tel,  um  die  psychiatrische/medizinische  Behandlung  zu  gewährleisten  (act. 8 

E. 4.2.2). 

Weiter  kam  der  Bezirksrat  zum  Schluss,  aus  den  Akten  gehe  nicht  hervor, 

dass die Beschwerdeführerin bezüglich der Finanzen und Administration schutzbe-

dürftig  sei;  es  lägen  diverse  ungetrübte  Betreibungsregisterauszüge  vor.  Er  wies 

auf die psychiatrische Einschätzung von Dr. med. E._____ vom 11. Januar 2022 

hin, wonach es wichtig sei, die Beschwerdeführerin in ihrer Eigenständigkeit zu för-

dern. Sie stelle sich teilweise hilfloser dar, als sie tatsächlich sei. Sie erhalte zudem 

vom  früheren  Lebenspartner  auch  nach  der  Trennung  regelmässig  persönlichen 

Beistand, vor allem in administrativen Angelegenheiten. Der Bezirksrat erachtete 

daher  die  Voraussetzungen  für  die  Errichtung  der  Beistandschaft  als  nicht  erfüllt 

(act. 8 E. 4.2.2).

4.  

4.1.   Die Beschwerdeführerin bringt gegen die Aufhebung der Beistandschaft vor, 

sie wolle sich gegen die Errichtung der Beistandschaft durch die KESB nicht mehr 

wehren. Sie halte sich zwar teilweise an den Wochenenden beim früheren Lebens-

partner auf, es komme aber immer wieder zu Streit und auch zu Tätlichkeiten. Ein 

Vertrauensverhältnis zu ihm bestehe nicht mehr. Die Beschwerdeführerin sei nach 

wie vor in vielen Bereichen schutzbedürftig. Ausser dem Beistand gebe es nieman-

den,  der  sich  für  sie  einsetze.  Bei  Aufhebung  der  Beistandschaft  drohe  eine 

schlimme Verwahrlosung. Deswegen sei auch eine behördliche fürsorgerische Un-

terbringung angeordnet worden (act. 2).

4.2.   Anlässlich des Telefongesprächs vom 3. Februar 2025 erklärte der Beistand, 

die  Beziehung  der  Beschwerdeführerin  zum  Ex-Partner  sei  ambivalent  und  zum 

Teil von vehement ausgetragenen Streitigkeiten geprägt. Der Ex-Partner könne die 

nötige Hilfe in administrativen Angelegenheiten nicht leisten. Zudem habe ihn das 

Zusammenleben mit der Beschwerdeführerin überfordert. Ohne die Unterstützung 

eines  Beistands  sei  damit  zu  rechnen,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  Woh-

nung  finden  würde  (act. 11).  An  diesem  Standpunkt  hielt  er  auch  anlässlich  der 

persönlichen Anhörung der Beschwerdeführerin fest (Prot. S. 9 ff.).

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4.3.   Die Beschwerdeführerin bekräftigte an der Anhörung, die Beistandschaft zu 

wollen. Es gehe nicht anders, sie habe keine Bezugspersonen, die sie unterstützen 

könnten. Insbesondere würde der Ex-Partner ihre finanziellen und administrativen 

Belange nicht zuverlässig erledigen (Prot. S. 2 ff., v.a. S. 8). 

5.   Die  Beschwerdeführerin  ersucht  zunächst  prozessual  um  Einsetzung  einer 

Verfahrensvertretung (act. 2 ). Dies erscheint im zweitinstanzlichen Beschwerde-

verfahren nicht notwendig. Zum Einen unterstützt sie der Beistand in der Sache mit 

der  Mitunterzeichnung  der  Beschwerde  und  wahrt  damit  die  Interessen  der  Be-

schwerdeführerin (vgl. Prot. S. 9 f.). Auch sind ihre Interessen im Rahmen der gel-

tenden  Untersuchungsmaxime  zu  berücksichtigen.  In  Nachachtung  dieser  Pro-

zessmaxime fand eine Anhörung durch eine Delegation der Kammer statt, um die 

Meinung der Beschwerdeführerin erfahren und sich einen persönlichen Eindruck 

von  ihr  verschaffen  zu  können.  Es  besteht  daher  zur  Wahrung  ihrer  Interessen 

keine Notwendigkeit für die Ernennung einer Verfahrensvertretung. 

6.   Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen und Grundsätze für die 

Errichtung einer Vertretungsbeistand mit Vermögensverwaltung ausführlich und zu-

treffend  dargestellt  (act. 8  E. 4.1.1 f.).  Diese  Erwägungen  werden  von  der  Be-

schwerdeführerin  nicht  in  Frage  gestellt.  Demnach  errichtet  die  Erwachsenen-

schutzbehörde  gemäss  Art.  390  Abs. 1  Ziffer 1  ZGB  eine  Beistandschaft,  wenn 

eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psychischen Stö-

rung oder eines ähnlichen in der Person liegenden Schwächezustands ihre Ange-

legenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann. Die Errichtung einer Ver-

tretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB setzt voraus, dass die hilfsbe-

dürftige Person bestimmte Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb ver-

treten  werden  muss.  Errichtet  die  Erwachsenenschutzbehörde  eine  Vertretungs-

beistandschaft  für  die  Vermögensverwaltung,  so  bestimmt  sie  die  Vermögens-

werte,  die  vom  Beistand  oder  der  Beiständin  verwaltet  werden  sollen  (Art. 395 

Abs. 1 ZGB).

7.  

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7.1.   Die Beschwerdeführerin äussert sich weder konkret zu ihrer psychischen Stö-

rung noch zum dadurch verursachten Schwächezustand. Sie scheint aber mit ih-

rem  Antrag  auf  Errichtung  einer  Beistandschaft  implizit  eine  Beeinträchtigung  im 

Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB anzuerkennen. Die psychischen Leiden er-

geben sich überdies aus verschiedenen Arztberichten sowie Entscheiden des Be-

zirksgerichts Meilen und des Bezirksrats Meilen. Demzufolge leidet die Beschwer-

deführerin  an  einer  organischen  Persönlichkeitsstörung  mit  enthemmtem  und  di-

stanzlosem Sozialverhalten, starken Stimmungsschwankungen und Antriebsman-

gel  nach  multipler  Hirnschämien  und  Subarachnoidalblutung  sowie  einer  chroni-

schen Suizidalität (act. 8, BR act. 2, KESB act. 56, 65, 68, 90). Eine Genesung der 

organischen  Störung  ist  gemäss  ärztlichem  Bekunden  nicht  möglich,  allerdings 

scheint  eine  teilweise  Verbesserung  oder  Stabilisierung  des  Gemütszustands 

durch eine geeignete medikamentöse oder psychologische/psychiatrische Thera-

pie erzielbar.

7.2.   Die schwere Wesensveränderung mit dem oben dargestellten Krankheitsbild 

zeitigt erhebliche Auswirkungen auf die tägliche Lebenshaltung der Beschwerde-

führerin. Die Funktionsdefizite führen zu Störungen im Verhalten, wie Antriebsstö-

rungen, und tangieren die Affektregulation, die Bewältigung von unerwarteten Er-

eignissen und die Unterdrückung von Sinnesreizen (insb. KESB act. 65 S. 4). Die 

psychische  Instabilität,  insbesondere  die  Suizidalität,  machte  bisher  zahlreiche 

Hospitalisationen erforderlich (u.a. BR act. 2 S. 2, KESB act. 50, 56, 60, 62, 65 und 

act. 74). Die Beschwerdeführerin befindet sich seit rund einem Jahr im Pflegeheim 

Sonnhalde. Sie trat ursprünglich freiwillig ins Pflegeheim ein, nachdem das gemein-

same Zusammenleben für den Ex-Partner nicht mehr tragbar gewesen war. Ge-

mäss ärztlichem Bericht von Dr. med F._____ vom 30. Dezember 2024 habe sie 

massive Ängste gezeigt, so dass der ärztliche Notdienst wiederholt habe zu Hilfe 

gerufen werden müssen; die Situation beim früheren Lebenspartner sei mehrfach 

eskaliert (KESB act. 92 S. 3). Am 31. Mai 2024 wurde der Heimaufenthalt in eine 

ärztlich angeordnete fürsorgerische Unterbringung umgewandelt. Nach dem letzten 

Suizidversuch Anfang Juli 2024 wurde die Beschwerdeführerin zum 27. Mal vor-

übergehend  in  die  psychiatrische  Klinik  Clienia  in  Oetwil  am  See  eingewiesen 

(KESB act. 74). Seit 15. Juli 2024 befindet sie sich wieder in der Sonnhalde in der 

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(mittlerweile behördlich angeordneten) fürsorgerischen Unterbringung. Am 21. Ja-

nuar 2025 wies das Bezirksgericht Meilen die Beschwerde gegen die von der KESB 

verfügte Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung ab (KESB act. 111). Die 

Verlegung  in  eine  offene  Abteilung  des  Heims  konnte  gemäss  Angaben  des  be-

treuenden Arztes aufgrund des instabilen Zustands und der impulsiven Ausbrüche 

der Beschwerdeführerin bisher nicht verantwortet werden (KESB act. 95 S. 1 und 

2). Sie dürfe aber täglich vier Stunden frei ausgehen und übers Wochenende zu 

ihrem früheren Lebenspartner. Der behandelnde Arzt erachtete eine Verlegung und 

Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung bei stabiler Entwicklung in einigen 

Monaten als denkbar (KESB act. 95 S. 2). 

7.3.   Aufgrund der ärztlichen Anamnese und dem aktenkundigen Verlauf der psy-

chischen Störungen besteht kein Zweifel, dass die Beschwerdeführerin in diversen 

Lebensbereichen anhaltend und dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Nur 

durch eine intensive und engmaschige soziale und medizinische Betreuung gelingt 

es, ihr den nötigen Halt im Alltag zu bieten. Die Störung führt nach gutachterlicher 

Auffassung zu einer Überforderung unter anderem bei den Finanzen. Trotz festem 

Willen gelinge es der Beschwerdeführerin nicht, zu planen oder Absprachen umzu-

setzen. Die Krankheit führe zu Fehlerkennung und Fehlkorrektur. Die zentrale Re-

gulationsstörung bewirke eine gedankliche Einengung, was zur Folge habe, dass 

die  Beschwerdeführerin  einen  Gedankenkreis  nicht  zu  unterbrechen  vermöge 

(KESB act. 65 S. 4). Sämtliche administrativen Angelegenheiten, wie die Verwal-

tung der IV- und Zusatz-Leistungen und die Bezahlung der Rechnungen, erfüllt der-

zeit  der  Beistand  (Prot.  S. 7  und  act. 11).  Aufgrund  der  manifesten  psychischen 

Instabilität der Beschwerdeführerin ist nicht sichergestellt, dass sie in labilen Pha-

sen die Rechnungen regelmässig bezahlen oder mit den Behörden, Versicherun-

gen, Banken etc. korrespondieren würde, auch wenn sie zur Bezahlung der Rech-

nungen  in  stabilem  Zustand  grundsätzlich  in  der  Lage  wäre  und  sich  dies  auch 

zutraut (Prot. S. 7). Auch im Haushalt würde die Beschwerdeführerin an ihre Gren-

zen  stossen.  Gemäss  dem  Verlaufsbericht  der  Sonnhalde  habe  sie  angegeben, 

beim Ex-Partner erinnere sie viel an frühere Zeiten. Sie sei mit Kochen, Putzen, 

Aufräumen und Einkaufen überfordert (KESB act. 81 S. 1). Was die Wohnverhält-

nisse betrifft, erklärte die Beschwerdeführerin, es gefalle ihr in der Sonnhalde nicht, 

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und  sie  äusserte  das  Bedürfnis,  in  einem  anderen  betreuten  Wohnen  zu  leben 

(Prot. S. 5, KESB act. 95 S. 2 und KESB act. 100). Der Beistand versuchte indes 

bisher erfolglos, eine andere Wohnmöglichkeit für sie zu finden. Entweder habe die 

Wohninstitution  oder  aber die  Beschwerdeführerin  den Eintritt  abgelehnt.  Sie  sei 

wegen ihres unangenehmen Verhaltens bereits aus mehreren Institutionen wegge-

wiesen  worden  (Prot. S. 10,  act. 11).  Ein  längeres  Zusammenleben  mit  dem  Ex-

Partner fällt ausser Betracht, nachdem es dabei zu einer Überforderung des Ex-

Partners kam und er erklärte, ein Zusammenleben komme aus seiner Sicht nicht 

mehr in Frage (KESB act. 95 S. 2; KESB act. 18 S. 2). Er teilte im Februar 2024 

der KESB mit, er sehe keinen Ausweg mehr, er wolle, dass die Beschwerdeführerin 

bis am 1. März 2024 ausziehe; es gehe ihm nicht mehr gut; es sei absehbar, dass 

es zuhause eskalieren werde (KESB act. 20). In Anbetracht der schwierigen und 

bisher erfolglosen Wohnungssuche ist nicht anzunehmen, dass die Beschwerde-

führerin (nach Aufhebung der bestehenden fürsorgerischen Unterbringung) selber 

ihre  Wohnverhältnisse  wird  regeln  können.  Im  Weitern  erfordert  ihr  gesundheitli-

cher Zustand eine enge medizinische Überwachung und Betreuung. Erschwerend 

wirkt, dass die Compliance bei der Beschwerdeführerin teilweise schwankend zu 

sein scheint (u.a. KESB act. 92 S. 8) und sie die verschriebenen Medikamente nur 

mit erheblichen Schwierigkeiten beschaffen konnte (KESB act. 18 S. 2). Schliess-

lich bestünde keine Gewissheit, dass sie sich stets rechtzeitig in medizinische Be-

treuung begäbe. So war es der Ex-Partner, der sie dazu drängte, in Notfällen den 

Arzt herbeizurufen (Prot. S. 6).

7.4.   In Anbetracht der geschilderten Verhältnisse bestehen keine Zweifel, dass die 

Beschwerdeführerin  sowohl  bezüglich  der  Regelung  der  Wohnverhältnisse  als 

auch bei der gesundheitlichen, medizinischen Betreuung sowie in administrativen 

und finanziellen Angelegenheiten der Unterstützung bedarf. Die Voraussetzungen 

für die Errichtung der Beistandschaft sind daher grundsätzlich erfüllt.

8.  

8.1.   Im  Erwachsenenschutz  sind  bei  der  Anordnung  einer  Beistandschaft  die 

Grundsätze  der  Subsidiarität  und  der  Verhältnismässigkeit  zu  berücksichtigen 

(Art. 389 Abs. 1 und 2 ZGB). Subsidiarität heisst, dass behördliche Massnahmen 

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nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf an-

dere Weise - durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder 

öffentliche Dienste - nicht angemessen sichergestellt ist. Kann die gebotene Unter-

stützung auf andere Art gewährleistet werden, ist keine Massnahme anzuordnen. 

Erscheint die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person jedoch nicht ausreichend 

bzw.  von  vornherein  ungenügend,  muss  die  behördliche  Massnahme  verhältnis-

mässig, das heisst erforderlich und geeignet sein (BGE 140 III 49 E.4.3.1; BGer 

5A_633/2024 vom 22. Januar 2025 E. 3).

8.2.   Der  frühere  Lebenspartner  der  Beschwerdeführerin  könnte  zwar  möglicher-

weise im administrativen Bereich gute Unterstützung leisten. Die langjährige Bezie-

hung scheint jedoch erheblich belastet zu sein (Prot. S. 9 und KESB act. 100). Seit 

letztem Sommer erfüllt überdies der Beistand sämtliche finanziellen und adminis-

trativen Aufgaben. Unter diesen Umständen erscheint es nicht opportun, längerfris-

tig auf die regelmässige Hilfe durch den Ex-Partner zu vertrauen und die Adminis-

tration und Finanzen von einer Beistandschaft auszunehmen. Auch die Beschwer-

deführerin  bezweifelt,  dass  der  Ex-Partner  diese  Aufgaben  zuverlässig  erfüllen 

würde (Prot. S. 8). Andere Bezugspersonen sowie private oder öffentliche ambu-

lante Hilfsdienste, welche die Beschwerdeführerin in allen notwendigen Belangen 

mit der nötigen Intensität unterstützen könnten, sind nicht ersichtlich; zur Schwester 

unterhält die Beschwerdeführerin nur spärlichen Kontakt (Prot. S. 8; KESB act. 92 

S. 8 f.).  Demnach  verletzt  die  Errichtung  der  Beistandschaft  den  Grundsatz  der 

Subsidiarität nicht. 

8.3.   Die Vorinstanz führte zur Verhältnismässigkeit hauptsächlich aus, die Wohn-

problematik sei auf die krankheitsbedingte Ambivalenz zurückzuführen. Daran kön-

ne auch ein Beistand nichts ändern. Als geeignete Lösung falle längerfristig eine 

fürsorgerische  Unterbringung  in  Betracht,  weil  dadurch  eine  Unterbringung  auch 

gegen  den  Willen  der  Beschwerdeführerin  angeordnet  werden  könne  (act. 8 

E. 4.2.2). Dabei übersieht der Bezirksrat, dass die Beistandschaft und die fürsorge-

rische Unterbringung nicht die gleichen Ziele verfolgen. Die fürsorgerische Unter-

bringung ist angesichts der damit einhergehenden erheblichen Einschränkungen in 

der persönlichen Freiheit im Sinne einer ultima ratio als Krisenintervention und nicht 

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als Dauerlösung konzipiert. Sie dient primär dazu, in Krisen die notwendige psychi-

sche und medizinische Behandlung zum Wohl der Patientin sicherzustellen. Dage-

gen obliegt es dem Beistand, sämtliche persönlichen, finanziellen und administra-

tiven Aufgaben für die Beschwerdeführerin zu erfüllen. Er hat neben der Sicherstel-

lung der medizinischen Versorgung längerfristig für eine geeignete Wohnlösung zu 

sorgen,  mit  den  Institutionen  wie  Heimen,  Banken  und  IV  zu  korrespondieren, 

Rechnungen zu bezahlen und die Einkünfte der Beschwerdeführerin zu verwalten. 

Angesichts der umfassenden Hilfsbedürftigkeit ist die von der KESB errichtete Bei-

standschaft  zur  Unterstützung  der  Beschwerdeführerin  notwendig  und  geeignet 

und zwar unabhängig davon, ob aktuell eine fürsorgerische Unterbringung besteht. 

9.   Zusammenfassend  kann  den  Überlegungen  der  Vorinstanz  zur  Aufhebung 

der Beistandschaft nicht gefolgt werden. In Gutheissung der Beschwerde ist das 

angefochtene  Urteil  aufzuheben  und  der  Entscheid  der  KESB  vom  29.  Februar 

2024 zu bestätigen.

10.   Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind im zweitinstanzlichen Beschwerde-

verfahren keine Kosten zu erheben. Eine Umtriebsentschädigung wurde nicht ver-

langt und ist der obsiegenden Beschwerdeführerin mangels gesetzlicher Grundlage 

auch nicht zuzusprechen.

Es wird beschlossen:

1.

Der Antrag auf Bestellung einer Verfahrensvertretung für die Beschwerdefüh-

rerin im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird das Urteil des Bezirksrats Meilen vom 

31. Dezember 2024 aufgehoben. Der Entscheid der Kindes- und Erwachse-

nenschutzbehörde Meilen vom 29. Februar 2024 wird bestätigt.

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2.

Es  werden  im  zweitinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  keine  Kosten  erho-

ben.

3.

Es wird im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren keine Umtriebsentschä-

digung zugesprochen.

4.

Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin, den Beistand B._____ c/o 

Fachstelle Erwachsenenschutz Bezirk Meilen, Seestrasse 108, 8707 Uetikon 

am See, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Meilen sowie an den 

Bezirksrat Meilen, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenütztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  beigezogenen 

Akten an den Bezirksrat zurück.

5.

Eine  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  an  das  Bundesgericht  ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Der Gerichtsschreiber:

MLaw B. Lakic

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