# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39e66513-44fb-59ba-9243-8325c02a4e31
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-22
**Language:** de
**Title:** Lungenproblematik nur möglicherweise auf Unfallereignis zurückzuführen.
**Docket/Reference:** UV.2017.00121
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00121.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00121
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Vogel
Ersatzrichterin Slavik
Gerichtsschreiber Kreyenbühl
Urteil vom 22. Juni 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Maron
Maron
Zirngast
Rechtsanwälte
Schaffhauserstrasse
345, 8050 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___, geboren 1960, war seit dem 1. Juni 2015 als stellver
tretender Bauleiter bei der Y.___ angestellt und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 2. Juni 2015 auf einem Baugerüst stürzte, die Hüfte verrenkte, den Fuss verdrehte,
eine Muskelzerrung am rechten Arm erlitt und Schulterschmerzen beklagte (Schaden
meldung UVG vom 15. Juni 2015, Urk. 11/1). Die erstbehandelnde Dr. med. Z.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Arztzeugnis UVG vom 22. Juli 2015 (1) eine Schulterdistorsion, (2) eine Halswirbelsäulen- (HWS-)Distorsion und (3) Lendenwirbelsäulen- (LWS-) und Hüft-Schmerzen (Urk. 11/6). Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Am 6. November 2015 nahm Kreisarzt Dr. med. A.___, Facharzt für Chirurgie, eine ärztliche Beurteilung vor (Urk. 11/23). Daraufhin holte die Suva den Bericht von Dr. med. B.___, FMH Pneumologie und Innere Medizin, des C.___ vom 18. November 2015 (Urk. 11/26) ein, wozu Kreisarzt Dr. A.___ am 3. Dezember 2015 Stellung nahm (Urk. 11/31). Mit Verfügung vom 8. Januar 2016 hielt die Suva fest, dass die vom Versicherten geltend gemachten Lungenbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 2. Juni 2015 zurückzuführen seien. Ausserdem seien die heute noch beste
henden restlichen Beschwerden nicht mehr unfallbedingt, sondern ausschliess
lich krankhafter Natur. Die bisherigen Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilkosten) würden per 31. Januar 2016 eingestellt (Urk. 11/35). Dagegen erhob der Versicherte am 5. Februar 2016 Einsprache (Urk. 11/40 und Urk. 11/43; vgl. auch
Einspracheergänzung
vom 14. Juni 2016, Urk. 11/54). Am 29. September 2016 gab Kreisarzt Dr. A.___ eine weitere Stellungnahme ab (Urk. 11/56).
Mit Ent
scheid vom 31. März 2017 wies die Suva die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 19. Mai 2017 Beschwerde und beantragte, es seien der angefochtene
Einspracheentscheid
und der Fallabschluss vom 31. Januar 2016 aufzuheben und ihm die gesetzlichen Leistungen zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um die Durchführung eines zweiten Schrif
tenwechsels und die Einholung einer gerichtlichen pneumatologisch-neurologi
schen und fachorthopädischen Expertise (Urk. 1 S. 2; vgl. auch Urk. 3/1-14). In der Folge legte der Beschwerdeführer weitere medizinische Unterlagen ins Recht (Urk. 6-7). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. August 2017 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 10).
Mit Verfügung vom 2
4.
August 2017 wurde
dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zugestellt. Zudem hielt das Gericht fest, dass es die Anordnung eines weiteren
Schriften
wechsels
nicht als erforderlich erachte. Den Parteien bleibe es aber unbenommen, sich nochmals zur Sache zu
äussern
und weitere sachbezogene Unterlagen ein
zureichen (Urk.
12
).
Mit Eingaben vom 5. September und 4. Oktober 2017 (Urk. 13 und Urk. 16) reichte der Beschwerdeführer weitere Arztberichte (Urk. 14/1-5 und Urk. 17) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 7. September respektive 19. Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht wurden (Urk. 15 und Urk. 18).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep
tember 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 2. Juni 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss
Art. 6 Abs. 1 UVG werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
den
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittel
bare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Wor
ten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheit
liche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass gemäss den überzeugenden Darlegungen von
Kreisarzt
Dr. A.___ ein überwiegend wahrscheinlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
2.
Juni 2015 bzw. der anschliessenden
chiropraktischen
Behandlung und der Lungen
problematik
des Beschwerdeführers zu verneinen sei
.
Dr. Z.___
habe ihre gegenteilige Beurteilung im Wesentlichen lediglich damit begründet, dass
zuvor keine d
erartigen Beschwerden bestanden hätten. Angesichts der
Berichte von
Dr. B.___
treffe diese Aussage aber nicht zu. Abgesehen davon argumentiere Dr. Z.___
ohnehin mit der unfallmedizinisch nicht haltbaren und beweis
rechtli
ch unzulässigen Regel
"
post
hoc,
er
go
propter
hoc". Dasselbe gelte
auch für die
entsprechende
n Vorbringen in der Einsprache (Urk. 2 S. 9 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass er
sich
beim
Sturz am
2.
Juni 2015
verletzt habe, weil er sich am Geländer festgehalten habe, was ihm den rechten Arm verdreht habe. Als er auf dem Boden aufgeprallt sei, sei er
mit der linken Schulter und dem Kopf seitlich gegen das Metallgerüst
geschlagen
. Am
9.
Juni 2015
habe er
über schwere Atembeschwerden
geklagt
, und in der folgenden Abklärung
bei
Dr. B.___ sei eine
Lähmung des
Nervus
Phrenicus
festgestellt worden. Bis kurz vor dem Unfall sei
die Lunge immer als normal befunden worden. Die seit 2011 bestehenden asthmatischen Beschwerden könn
ten nicht mit den
am
9.
Juni 2015 bei
Dr. Z.___ geklagten schweren Lungen
be
schwerden i
n Zusammenhang gebracht werden. Ebenso wenig bestehe ein
Zusammenhang mit der Behandlung des
Chiropraktors
oder mit einem orthopä
dischen Vorzustand. Für die Lähmung des
Nervus
Phrenicus
gebe
es im Falle des Beschwerdeführers nicht m
ehrere Erklärungen, sondern lediglich diejenige,
dass der Unfall vom
2. Juni 2015 dafür kausal gewesen sei.
Falls das Gericht
eine
ungenügende, nicht überwiegend wahrscheinliche Kausalität erkennen würde
, wären weitere Untersuchungen anzuordn
en (Urk. 1 S. 9 f.).
2.3
Streitig und zu prüfen ist somit, ob zwischen dem Unfallereignis vom 2. Juni 2015 und der Lungenproblematik ein Kausalzusammenhang besteht.
3.
3.1
Dr. B.___ vom C.___ diagnostizierte im an Dr. Z.___ gerichteten Bericht vom 13. Juli 2015 eine restriktive Ventilationsstörung,
sonografisch
Phrenicus
Parese rechts. Zur weiteren Abklärung sei ein CT Thorax geplant (Urk. 11/29).
3.2
Im Bericht vom 22. Juli 2015 betreffend das gleichentags durchgeführte CT Tho
rax hielt Dr. B.___ zuhanden von Dr. Z.___ fest, dass man computertomo
grafisch keine Ursache für die
Phrenicus
Parese rechts gefunden habe. Der
Methacholintest
sei deutlich positiv gewesen, weshalb von einem leichten Asthma bronchiale als Ursache eines Teils der Beschwerden ausgegangen werden müsse (Urk. 11/27).
3.3
Dr. Z.___ führte im Bericht vom 7. September 2015 aus, dass es nach dem Unfall wiederholt zu Dyspnoe gekommen sei, so dass sie den Beschwerdeführer zur Abklärung der Lunge Dr. B.___ überwiesen habe, der eine
Phrenicus
Parese rechts diagnostiziert habe. Vor dem Ereignis sei der Beschwerdeführer hinsicht
lich der Lunge vollkommen unauffällig gewesen. Sie kenne ihn schon seit einigen Jahren. Nun könne er nicht mehr längere Strecken Velo fahren, das bergauf
Gehen
bereite ihm Probleme bzw. eine massive Dyspnoe (Urk. 11/8).
3.4
Die Ärzte der Abteilung für Neuroradiologie des D.___ gaben im Bericht betreffend das MR Thorax vom 9. September 2015 an, dass kein Nach
weis einer mediastinalen Raumforderung als mögliche Ursache des Zwerchfell
hochstandes rechts gegeben sei (Urk. 11/12).
3.5
Kreisarzt Dr. A.___ erklärte in der ärztlichen Beurteilung vom 6. November 2015, dass die geltend gemachten Lungenbeschwerden bzw. die
Phrenicus
Parese nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichke
it auf den Unfall vom 2. Juni 2015 zurück
zuführen sei. Der Beschwerdeführer habe angegeben
, vor dem Ereignis
zu keiner Zeit
über
Atemnot
geklagt
zu haben
, was er
im
Aussendienstgespräch im Oktober 2015 anhand vieler Beispiele
belegt habe
.
Es falle allerdings auf,
dass
er
direkt nach dem Unfall nicht sofort bei de
r
Erstbefundung
durch Dr. Z.___
über Atemprobleme
geklagt habe
. Vielmehr
habe die erstbehandelnde Ärztin festge
halten
, dass
er
eine Schulterdistorsion, eine HWS-Distorsion sowie Schmerzen in der LWS und der Hüfte
habe
.
Weiter habe sie angegeben
,
es sei Chiropraktik anzuwenden.
Es
sei
nicht bekannt, wie
der Beschwerdeführer
auf die Chiropraktik angesprochen
habe.
Bekannt
sei
dann
erst wieder, dass ca. sechs
Wochen nach dem Ereignis eine Computertomografie des Thorax bei damals schon diagnosti
zierter
Phrenicus
Parese veranlasst worden sei
.
Vom Lungenspezialisten Dr. B.___ habe er
keinen Untersuchungsbericht finden
können. Er halte es
für möglich, dass die
Phrenicus
P
arese im Rahmen der
chiropraktischen
Behandlung nach dem Unfall überhaupt erst verursacht worden sei
.
In der
Literatur
würden Fallbeschreibungen von
Phre
nicuslähmungen
nach
cervicaler
chiropraktischer
Manipulation
existieren (zum Beispiel
manuelle Medizin Oktober 2002, Bd. 40, Seite 294 - 296 in einem Artikel von D. J. Schram, W.
Vosig
, D.
Cantral
). Weitere Urs
achen für
Phrenicus
Paresen seien
thoraxchirurg
ische
Eingriffe oder intratho
rak
ale Malignome sowie
entzündliche Erkrankungen, zum Beispiel
Pleuritis, Pneumonie oder H
erpes
zoster
-Infektionen. In 2/3 aller Fälle bleibe die Ä
tiologie einer Zwerchfelllähmung aber unerka
nnt. Zusammenfassend spreche
hier genauso viel für wie g
egen einen unfallkausalen Zusammenhang. Vor der abschliessenden Beurteilung seien jedoch die Konsultationsberichte von Dr. B.___ einzuholen (Urk. 11/23/2-3).
3.6
Dr. B.___ hielt im Bericht vom 18. November 2015 fest, dass der Beschwerde
führer
am 1
3.
Juli 2015
erstmals
bei ihm vorstellig geworden
sei
.
Er habe berich
tet, dass er
beim Bücken, bei
körperlicher Belastung und beim Einatmen starker Düfte kurzatmiger sei. Bereits vor fünf Jahren sei im
Luftibus
eine verminderte Lungenkapazität gemessen worden. Die Beschwerden seien im Verlauf des ver
gangenen Jahres zunehmend gewesen. Der Beschwerdeführer
habe nie über einen am
2.
Juni 2015 erlittenen Unfall berichtet, welcher einen Zusammenhang mit der Dyspnoe gehabt habe. Die weiteren Abklärungen hätten einen Zwe
rchfell
hochstand rechts mit ver
minderter Zwerchfellbeweglichkeit
sonog
raf
isch
erge
ben
.
Lungenfunktionell habe eine mit
telschw
ere bronchiale Hyperreagibilität
bestanden, welche zusammen mit den Angaben von Kurzatmigkeit bei Belastung und beim Einatmen starker Düfte für ein Asthma bronchiale als Ursache der Beschwerden spreche. Es bleibe som
it unklar, ob ein Teil der Dyspnoe, speziell die
Phrenicus
P
arese rechts, einen Zusammenhang mit dem Unfall vom
2.
Juni 2015 habe.
Es würden ihm keine
Thoraxbilder
zur Verfügung stehen, die in der Zeit vor dem 2. Juni 2015 angefertigt geworden seien (Urk. 11/26).
3.7
Kreisarzt Dr. A.___ erklärte in der Stellungnahme vom
3.
Dezember 2015
, dass der Bericht von Dr. B.___ vom 18. November 2015
nichts an seiner Beurteilung vom 6. November 2015 ändere. Die Tatsache, dass laut Dr. B.___
bereits vor dem Unfall Atembeschwerden bekannt gewesen seien,
spreche
vielmehr dafür, dass
schon
vor dem
2.
Juni 2015 Dyspnoe aufgetreten sein müsse. Dies sei ein weiteres Argument gegen eine überwiegende
Wahrscheinlichkeit einer unfallbe
dingten einseitigen
Phrenicus
Parese (Urk. 11/31).
3.8
Dr. Z.___ legte im Bericht
vom 2
6.
Mai 2016
(Urk. 11/48/1) dar, dass der Beschwerdeführer zwischenzeitlich enorm Probleme mit der Atmung habe. Zudem habe er auch mehrere pulmonale Infekte erlitten. Der Beschwerdeführer habe nach Santo Domingo auswandern wollen. Dort könne man nur einwandern, wenn man komplett gesund sei und etliche Impfungen nachweisen könne. I
n Santo Domingo
sei der Beschwerdeführer am 8. Mai 2015 an der Lunge geröntgt worden und es sei alles in Ordnung gewesen (vgl. Bericht von Dr. med. E.___ vom 8. Mai 2015, worin das Vorliegen von Beweisen für eine Pathologie des Thorax verneint wurde [
estudio
sin
evidencia
de
patología
]; Urk. 11/48/2).
Zum Zeitpunkt des Unfalls vom
2.
Juni
2015 habe der Beschwer
deführer
noch ganz normal atmen können.
Kurz danach habe er sich in
chiro
praktische
Behandlung begeben und am 27. Juni 2015 erstmals Atemprobleme angegeben. Am 13. Juli 2015 sei die Bestätigung der Diagnose durch den Fach
arzt
Dr. B.___ erfolgt. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit müsse der Lun
genschaden mit dem erlittenen Unfall in Zusammenhang stehen (Urk. 11/48/1).
3.9
Kreisarzt Dr. A.___ führte in der Stellungnahme vom 29.
September 2016
aus
, das
s der Bericht von Dr. Z.___
keine neuen Erkenntnisse
bringe
, die eine Änderung seiner Beurteilung vom
3.
Dezember 2015 erfo
rderlich machen würden (Urk. 11/56).
3.10
Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädie (DE), führte im Befundbericht vom 9. Mai 2017 aus, dass ein Zwerchfellhochstand bedingt durch ein Asthma bronchiale aus orthopädischer Sicht fraglich erscheine. Zum Ausschluss eines Unfallzusammenhangs zur
Phrenicus
Parese sollten in der Universitätsklinik
O.___
ein orthopädisches und ein neurologisches Gutachten durchgeführt wer
den. Ebenso sollte ein
pneumologisches
Gutachten erstellt werden. Des Weiteren sollte der
Nervus
Phrenicus
kernspintomografisch dargestellt werden (Urk. 3/14).
3.11
Dr. Z.___ erklärte im Bericht vom 17. Mai 2017 zuhanden des Beschwerde
führers, dass dieser sie am 9. Juni 2015 wegen des zuletzt erlittenen Unfalls (Unfalldatum: 2. Juni 2015) aufgesucht habe. Er habe angegeben, sich beim Sturz komplett über seine eigene Achse vom Hals an bis abwärts verdreht zu haben. Nun habe er Schmerzen und Blockaden an der Wirbelsäule, dem rechten Arm sowie eine Lumbago mit Ziehen ins rechte Bein. Weiter habe er erklärt, dass er zum Lungenspezialisten überwiesen werden solle, da er nicht mehr gut atmen könne. Auf dem Überweisungsschreiben an Dr. B.___ sei Krankheit angekreuzt worden, da sie zunächst noch keine Unfallpapiere gehabt habe. Diese würden in der Regel nach vier bis acht Wochen eintreffen. Zudem habe der Beschwerdefüh
rer an saisonaler Pollinis gelitten und aufgrund des Datums (Sommer 2015) habe sie es als eine Exazerbation erachtet, welche jährlich vorkommen könne. Zuvor habe sie den Beschwerdeführer mehrmals vor
Impfungen gesehen, und er sei pul
monal klinisch unauffällig gewesen. Die letztmalige Impfung sei am 24. Februar 2015 gewesen. Die Lunge sei beidseits entfaltet gewesen. Am 2. März 2015 habe ebenfalls eine Konsultation stattgefunden, anlässlich derer die Lunge beidseits entfaltet gewesen sei. Damals habe sie dem Beschwerdeführer, der ausgewandert sei und unter Exazerbationen des saisonalen Asthmas leide,
Ellipta
-Muster abge
geben. Hiermit sei es sehr gut gegangen. Nach dem Unfall sei aber eine dem Beschwerdeführer so nicht bekannte Atemnot hinzugekommen (Urk. 3/7).
3.12
Dr. G.___,
Chiropraktor
SCG/ECU, gab in der Stellungnahme vom 17. Mai 2017 an, dass der
Nervus
Phrenicus
Fasern des
3.
und
4.
Spinalnervs
enthalte, welche auf Höhe des 2. bis
4.
Halswirbel
s lokalisiert seien
. Diese Seg
mente
des Beschwerdeführers
seien von ihm
nie
chiropraktisch
behandelt
wor
den
. Ein neurologischer Zusammenhang
mit der
chiropraktischen
Behandlung der
LWS
sei
deshalb ausgeschlossen, was der Gutachter hätte wissen sollen. Der von ihm konstruierte
Zusammenhang der
Nervus
Phrenicus
P
arese mit der
chi
ropraktischen
Behandlung sei
unsachlich und spekulativ. Ob der erlittene Unfall ein a
däquates Trauma darstelle oder ob die
Nervus
Phrenicus
Parese als
idiopa
thisch zu bezeichnen sei, sei nicht an ihm zu beurteilen (Urk. 3/9).
3.13
Dr. B.___ erklärte im Bericht vom 19. Mai 2017, aufgrund der Anamnese mit dem Trauma des Nackens beim Sturz am 2. Juni 2015 sei denkbar, dass dieser Sturz die
Phrenicus
Parese ausgelöst habe. Die Orthopnoe und Anstrengungs
dyspnoe des Beschwerdeführers seien gut vereinbar mit einer
Phrenicus
Parese. Nach Angaben des Beschwerdeführers seien die Beschwerden im Anschluss an den Sturz aufgetreten, weshalb eine traumatische
Phrenicus
Parese möglich sei. Typischerweise habe sich diese im Verlauf leicht gebessert (Urk. 7).
3.14
Dr. F.___ führte in der Stellungnahme vom 11. Juni 2017 aus, dass als häu
figste Ursachen von
Phrenicus
Nervenlähmungen Hals-/
Thoraxtumore
, Traumata (stumpfe
Thoraxtraumata
/Traumata der HWS) und iatrogene Ursachen zu nennen seien. Eine Pleuritis, Pneumonie, Lebertumore und ein
Aortenaneurysma
seien ärztlicherseits bereits ausgeschlossen worden. Eine frühere
Thoraxübersicht
(vor dem Unfall) zeige reguläre Verhältnisse. Eine Tumorerkrankung sei beim Beschwerdeführer nicht bekannt. Am 2. Juni 2015 sei der Unfall gewesen. Am 9. Juni 2015 habe sich der Beschwerdeführer bei Dr. B.___ wegen Atemproble
men vorgestellt. Unter Berücksichtigung der Ätiologie der
Phrenicus
Parese ergebe sich per Ausschlussdiagnostik eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine traumatische Ursache (Urk. 14/2).
3.15
Dr. B.___ hielt in der Stellungnahme vom 12. Juni 2017 fest, dass er den Beschwerdeführer am 13. Juli 2015 erstmals untersucht habe. Der Beschwerde
führer habe ihm jedoch nichts von einem Treppensturz erzählt. Die Abklärung habe keine Hinweise für eine anderweitige Ursache ausser dem Trauma ergeben. Man könne deshalb medizinisch davon ausgehen, dass überwiegend wahrschein
lich das Trauma für die
Phrenicus
Parese verantwortlich sei (Urk. 14/1).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilungen von Kreisarzt Dr. A.___ vom 6. November und 3.
Dezember 2015
(Urk. 11/23 und Urk. 11/31).
4.2
Kreisarzt Dr. A.___ verneinte das Vorliegen eines überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 2. Juni 2015 und der der festgestellten
Phrenicus
Parese rechts im Wesentlichen mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer nach diesem
Unfall
bei der
Erstbefundung
durch Dr. Z.___
nicht sofort
über Atemprobleme
geklagt habe
. Vielmehr
habe die erstbehandelnde Ärztin festgehalten
, dass
er
eine Schulterdistorsion, eine HWS-Distorsion sowie Schmerzen in der LWS und der Hüfte
habe. Möglicherweise sei die
Phrenicus
Parese im Rahmen der
chiropraktischen
Behandlung überhaupt erst verursacht worden.
Weitere Urs
achen für
Phrenicus
Paresen seien
thoraxchirur
g
ische
Eingriffe oder intrathorak
ale Malignome sowie
entzündliche Erkrankun
gen, zum Beispiel
Pleuritis, Pneumonie oder H
erpes
zoster
-Infektionen. In 2/3 aller Fälle bleibe die Ä
tiologie einer Zwerchfelllähmung aber unerka
nnt. Überdies seien gemäss Dr. B.___
bereits
vor dem Unfall vom 2. Juni 2015
Atembe
schwerden bekannt gewesen
(Urk. 11/23/2-3 und Urk. 11/31).
4.3
Diese
medizinische
Beurteilung von Kreisarzt
Dr. A.___
, die er in Kenntnis der und
in
Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgab, ist einleuchtend und plau
sibel.
Aus der
Schadenmeldung UVG vom 1
5.
Juni 201
5
geht hervor
, dass der Beschwerdeführer
auf einem Baugerüst gestürzt sei,
die Hüfte verrenkt, am
rech
ten
Arm eine Muskelzerrung
erlitten habe und Schulterschmerzen habe. Zudem wurde angegeben, dass er sich das Becken links verstaucht/verdreht und sich im Bereich der oberen Extremitäten rechts Verrenkungen zugezogen habe
(
Urk.
11/1).
Von einem
Thoraxtrauma
oder einem Trauma der HWS, welches als mögliche Ursache einer
Phrenicus
Parese gilt (Urk. 14/2), war anfänglich somit keine Rede. Im Weiteren sind die Angaben von Dr. Z.___, wann der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom 2. Juni 2015 erstmals Atemprob
leme erwähnt habe, widersprüchlich. So erklärte Dr. Z.___ im Bericht vom 26. Mai 2016 zunächst, dass er am 27. Juni 2015 erstmals von Atemproblemen gesprochen habe (Urk. 11/48/1). Im Bericht vom 17. Mai 2017, der erst im Rah
men dieses Beschwerdeverfahrens eingereicht wurde, hielt Dr. Z.___ dagegen fest, dass der Beschwerdeführer bereits am 9. Juni 2015 eine Überweisung an den Lungenspezialisten verlangt habe, weil er nicht mehr gut habe atmen können
(Urk. 3/7). Auf diese Sachverhaltsdarstellung stützte sich dann Dr. F.___ in sei
ner Stellungnahme vom 11. Juni 2017
, in welcher er eine traumatische Ursache der
Phrenicus
Parese als überwiegend wahrscheinlich erachtete (Urk. 14/2).
In diesem Zusammenhang
ist indes darauf hinzuweisen, dass die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ abstellen, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Vor diesem Hintergrund und insbesondere auch unter Berücksichtigung des Umstandes, dass die Ätiologie einer Zwerchfelllähmung
gemäss
den nachvoll
ziehbaren und unwidersprochen gebliebenen Ausführungen von Kreisarzt Dr. A.___ in 2/3 aller Fälle unerkannt bleibe (Urk. 11/23/3), ist der Kausalzusam
menhang zwischen
dem Unfallereignis vom 2. Juni 2015 und der danach beim Beschwerdeführer festgestellten
Phrenicus
Parese rechts lediglich als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich zu beurteilen.
4.4
Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend feststellte (Urk. 2 S. 9), läuft die Argu
mentation des Beschwerdeführers – ebenso wie diejenige der behandelnden Dr. Z.___ – im Wesentlichen auf einen sogenannten „
post
hoc, ergo
propter
hoc“-Schluss hinaus. Nach der Bedeutung dieser Formel gilt
eine gesundheitliche Schädigung schon dann als
durch den Unfall verursacht
, weil s
ie nach diesem aufgetreten ist. Dies ist
beweisrechtlich
indes
nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
So vermag insbesondere der Hinweis von Dr. Z.___, dass anlässlich der radiolo
gischen Thorax-Untersuchung von Dr. E.___ vom 8. Mai 2015 in Santo Domingo noch alles in
Ordnung gewesen sei (Urk. 11/48/1), keinen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der
Phrenicus
Parese rechts zu begründen. Dasselbe gilt auch für die schriftlichen Auskünfte von H.___, I.___ und J.___, wonach der Beschwerdeführer kurz vor dem Unfall vom 2. Juni 2015 noch viel Sport getrieben habe und sehr leistungsfähig gewesen sei (Urk. 14/3-5). An dieser Stelle ist dabei auch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer anlässlich der ersten Konsultation bei Dr. B.___ am 13. Juli 2015 im Widerspruch dazu erklärt hatte, dass er bereits seit ca. zwei Jahren zunehmend eingeschränkt sei wegen Kurzatmigkeit beim Bücken, bei körperlicher Belastung und nach Einatmen starker Düfte (Urk. 11/29).
Nicht nachvollziehbar ist
schliesslich
die Kausalitätsbeurteilung von Dr. B.___, der im Bericht vom 19. Mai 2017 noch explizit von einem lediglich möglichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 2. Juni 2015 und der
Phrenicus
Parese ausging (Urk. 7), im Bericht vom 12. Juni 2017 dann jedoch einen Kausalzusammenhang als überwiegend wahrscheinlich erachtete, wobei er dies einzig damit begründete, dass die Abklärung keine Hinweise für eine ander
weitige Ursache
ausser
dem Trauma ergeben habe (Urk. 14/1).
4.5
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind im Übrigen keine
entscheidrele
vanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann
(BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
, mit dem die Einstellung der Versiche
rungsleistungen per 31. Januar 2016 bestätigt wurde (Urk. 2), erweist sich daher als rechtens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Jürg Maron
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstKreyenbühl