# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c98341dc-e4a4-5678-ba73-36b122da0ea7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.07.2017 200 2017 417
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-417_2017-07-12.pdf

## Full Text

200 17 417 IV
MAW/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Juli 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Fürsprecherin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) beschied ein Leis-
tungsgesuch der 1981 geborenen A.________ (Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) mit Verfügung vom 3. Juli 2008 abschlägig (Akten der 
IVB, Antwortbeilagen [AB] 1, 37). Eine hiergegen erhobene Beschwerde 
(AB 38) wies das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 22. Januar 2009, 
IV 69703 (AB 47), ab. Dieses Urteil wurde durch das Bundesgericht mit 
Entscheid vom 10. Juli 2009, 8C_214/2009 (AB 52), bestätigt.

B.

Nach einer Neuanmeldung vom 16. November 2012 (AB 63) verneinte die 
IVB einen Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen mangels eines 
invalidisierenden Gesundheitsschadens mit Verfügung vom 27. November 
2013 (AB 94) erneut. Die daraufhin erhobene Beschwerde (AB 95) zog die 
Versicherte zurück (AB 101/4), worauf das entsprechende Beschwerdever-
fahren mit Prozessurteil vom 28. April 2014, IV/2014/32 (AB 101/1-3), vom 
Geschäftsverzeichnis des Verwaltungsgerichts abgeschrieben wurde.

C.

Am 30. September 2015 (Eingang am 19. November 2015) gelangte die 
Versicherte erneut mit einem Leistungsgesuch an die IVB (AB 102). Diese 
verneinte nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 121) mit Verfü-
gung vom 15. März 2017 (AB 124) einen Anspruch auf Versicherungsleis-
tungen wegen fehlender Invalidität abermals.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 3

D.

Mit Eingabe vom 1. Mai 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch Für-
sprecherin B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und die Sache zur weiteren Ab-
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Am 4. bzw. 18. Mai 
2017 legte sie zusätzliche Unterlagen ins Recht (Akten der Beschwerdefüh-
rerin, Beschwerdebeilagen [BB] 3 bzw. 4 f.).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2017 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 4

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. März 2017 
(AB 124). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invali-
denversicherung, insbesondere auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 5

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener 
rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme bean-
tragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Diese Eintre-
tensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder 
mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung 
des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 
V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 6

gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf Inva-
lidenversicherungsleistungen. Hinsichtlich eines allfälligen Rentenan-
spruchs, anderen Dauerleistungen oder beruflichen Eingliederungsmass-
nahmen gilt es zunächst zu prüfen, ob im Vergleich zur Sachlage, wie sie 
der Leistungsablehnung im Jahr 2013 (AB 94) zugrunde lag, im Zeitpunkt 
der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. März 2017 (AB 124) in 
den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, 
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hiervor). 
Gegebenenfalls ist anschliessend der Leistungsanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten 
für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums 
neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 
117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die letzte rechtskräftige Verfügung vom 27. November 2013 (AB 94) 
basierte in medizinischer Hinsicht auf den bidisziplinären Gutachten der 
Dres. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und 
D.________, Facharzt für Rheumatologie, vom 29. Juli (AB 82.1) bzw. 20. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 7

August 2013 (AB 83.1). Die Gutachter konnten keine Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen (AB 82.1/18 Ziff. 6 lit. a, 83.1/21 
Ziff. 5.1) und qualifizierten die folgenden Diagnosen als ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (AB 82.1/18 Ziff. 6 lit. b, 83.1/21 Ziff. 5.2): 

 Restsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung 
(PTBS; ICD-10: F43.1)

 Akzentuierte (narzisstische/histrionische) Persönlichkeitszüge (ICD-
10: Z73.1)

 Angabe von Schmerzen, vereinbar mit einer nicht organischen Ge-
nese, teilweise erklärbar durch Tendomyosen

 Kopfschmerzen im Rahmen der vorerwähnten Diagnose, Kopf-
schmerzen vom Typ Spannungskopfschmerz sowie Verdacht auf 
Migräne, anamnestisch

 Status nach Autounfall am 28. Februar 2006 mit Femurfraktur links, 
welche mit einer Osteosynthese versorgt wurde, Thoraxkontusion 
und möglicherweise Distorsion der Halswirbelsäule (HWS)

Die beiden Experten attestierten dementsprechend sowohl für die ange-
stammte als auch eine Verweisungstätigkeit eine uneingeschränkte Ar-
beits- bzw. Leistungsfähigkeit (AB 82.1/24 Ziff. 6.3, 83.1/25 f. Ziff. 7.2 ff.).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 15. März 2017 (AB 124) stützt 
sich auf die Verlaufsgutachten der Dres. med. C.________ und 
D.________ vom 19. Oktober (AB 117.1) bzw. 8. Dezember 2016 
(AB 119.1). Darin vermerkte der Erstere die identischen Diagnosen wie im 
Vorgutachten (AB 117.1/13 Ziff. 6.1), während der Letztere zusätzlich zu 
den bisherigen rheumatologischen Diagnosen (AB 119.1/14 lit. G) die fol-
genden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte 
(AB 119.1/14 lit. G Ziff. 2):

 Übergangsanomalie und leichte degenerative Veränderungen an der 
Lendenwirbelsäule (LWS)

 Nikotinabusus
 Allergische Reaktion auf Anästhetika
 Status nach signifikantem Gewichtsverlust im Januar 2014
 Status nach Hyperventilation nach Ferinject-Infusion

Die Gutachter gelangten aus bidisziplinärer Sicht zum Schluss, dass sich 
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem massgebenden 
Vergleichszeitpunkt nicht verändert hat (AB 117.1/18 Ziff. I Ziff. 1, 119.1/20 
Ziff. I Ziff. 1) und weiterhin eine 100%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
besteht (AB 117.1/21 Ziff. VII Ziff. 1, 119.1/26 Ziff. VII Ziff. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 8

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.5 Die bidisziplinären Verlaufsexpertisen vom 19. Oktober (AB 117.1) 
bzw. 8. Dezember 2016 (AB 119.1) erfüllen die vorerwähnten höchstrichter-
lichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und erbringen vollen Be-
weis, weshalb sich weitere Sachverhaltserhebungen (Beschwerde S. 10 
Ziff. IV Ziff. 7) erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 
E. 1d S. 162]). Den Dres. med. C.________ und D.________ waren die 
wesentlichen Vorakten samt Verlaufs-MRI vom 13. Februar 2015 
(AB 119.1/14 lit. F Ziff. 1) bekannt und sie stützten ihre fachärztlichen Beur-
teilungen zudem auf die Erkenntnisse aus den klinischen Explorationen, 
den fremdanamnestischen Angaben (AB 117.1/12 f. Ziff. 5, 119.1/10 lit. E) 
sowie den labortechnischen Zusatzuntersuchungen (AB 117.1/12 
Ziff. 4.3.2.3, 117.2/1, 119.1/14 lit. F Ziff. 3). Sie bezogen sich auf das revi-
sionsrechtliche Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts 
– (vgl. SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2) und zeigten überzeugend auf, 
dass im Vergleich zum Referenzzeitpunkt im Jahr 2013 (vgl. E. 3.1 hiervor) 
keine relevante Änderung eingetreten ist. Zwar ging Dr. med. C.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 9

in Bezug auf die noch im Vorgutachten erwähnten Ohnmachtsanfälle 
(AB 82.1/10 Ziff. 3.2.1) von einer Verbesserung aus und stellte gleichzeitig 
fest, neu beklage sich die Explorandin über zeitweise auftretende panikarti-
ge Ängste, verbunden mit einer zeitweiligen Atemnot und einer Tendenz 
zum Hyperventilieren (AB 117.1/14 Ziff. 6.2). Dabei handelt es sich aber 
nicht um Veränderungen, die geeignet wären, Einfluss auf den Invaliditäts-
grad zu zeitigen. Einerseits wurde den Ohnmachtsanfällen bereits anläss-
lich der früheren Begutachtung keine diesbezügliche Bedeutung beigemes-
sen, bei Dr. med. C.________ hinterliess der nach der Exploration vom 
8. Juli 2013 beobachtete Vorfall (AB 82.1/15 Ziff. 4.1) vielmehr einen sehr 
aufgesetzten und demonstrativen Charakter, er ging denn auch von einer 
bewusstseinsnahen Verdeutlichungs- und Aggravationstendenz aus 
(AB 82.1/20 Ziff. 6.2). Andererseits interpretierte Dr. med. C.________ die 
Ängste und respiratorischen Auffälligkeiten im Rahmen einer Restsympto-
matik der PTBS, die nach wie vor keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
hat (AB 117.1/13 f. Ziff. 6.1 f.). Auch die von Dr. med. D.________ neu dia-
gnostizierte Übergangsanomalie mit leichten degenerativen Veränderungen 
an der LWS (AB 119.1/14 lit. G Ziff. 2 Lemma 4) sind unter revisionsrechtli-
chen Gesichtspunkten belanglos. Es handelt sich um eine Normvariante 
ohne Krankheitswert und im Verlaufs-MRI zeigte sich insbesondere keine 
Nervenwurzelkompression (AB 119.1/20 lit. H), so dass daraus keine Ar-
beitsunfähigkeit abzuleiten ist. Die seitens der Beschwerdeführerin an den 
Verlaufsgutachten geübte Kritik verfängt nicht.

3.5.1 Soweit vorab gerügt wird, die Gutachter hätten bei der behandeln-
den Psychologin einen zusätzlichen Bericht oder Erläuterungen zu den von 
dieser gestellten Diagnosen einholen müssen (Beschwerde S. 8 Ziff. IV 
Ziff. 2), ist der Beschwerdeführerin nicht zu folgen. Das Einholen einer 
Fremdanamnese ist selbst bei psychischen Störungen nicht zwingend er-
forderlich (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. September 
2010, 9C_482/2010, E. 4.1) und liegt im Ermessen der medizinischen Gut-
achter (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Oktober 2010, 9C_762/2010, 
E. 3.1). Den Gutachtern lag der Bericht des Gesundheitszentrums … vom 
9. Dezember 2015 (AB 108) vor (AB 117.1/4 Ziff. 2). Mit den darin von lic. 
phil. E.________, Psychologin, sowie Dr. med. F.________ (im Medizinal-
beruferegister nicht bzw. im FMH-Index ohne Facharzttitel verzeichnet [vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 10

<www.medregom.admin.ch> bzw. <www.doctorfmh.ch>]) gestellten Dia-
gnosen setzte sich Dr. med. C.________ eingehend und nachvollziehbar 
auseinander (AB 117.1/17 f. Ziff. 6.3).

3.5.2 Dass Dr. med. C.________ zum Schluss gelangte, die Beschwerde-
führerin sei sozial relativ gut eingebettet (AB 117.1/16 Ziff. 6.2), ist – entge-
gen deren Argumentation (Beschwerde S. 8 f. Ziff. IV Ziff. 3) – nicht zu be-
anstanden. Zwar behauptete die Beschwerdeführerin zunächst, sie habe 
sicher seit etwa acht Jahren keine Freundinnen mehr. Konfrontiert mit den 
Aussagen im Rahmen der Vorbegutachtung im Jahr 2013 (AB 82.1/13 
Ziff. 3.2.7) räumte sie schliesslich aber ein, dass sie sehr wohl über Freun-
dinnen verfüge und auch soziale Kontakte mit ihren Brüdern sowie den 
Eltern pflege (AB 117.1/9 Ziff. 3.2.7). Darüber hinaus ist aktenkundig, dass 
sie eine gute Beziehung mit ihren beiden Kindern hat (AB 117.1/7 
Ziff. 3.2.1, 117.1/13 Ziff. 5); der psychiatrische Gutachter ging diesbezüg-
lich einleuchtend von einer völlig intakten sozialen Funktionsfähigkeit aus 
(AB 117.1/16 Ziff. 6.2). Im Übrigen kann ohnehin nicht allein auf die subjek-
tiven Angaben der Explorandin abgestellt werden, zumal Dr. med. 
C.________ – wie bereits im Vorgutachten (AB 82.1/20 Ziff. 6.2, 82.1/22 
Ziff. 6.2, 117.1/23 Ziff. 6.3, 82.2/1) – bewusstseinsnahe Aggravation- bzw. 
Verdeutlichungstendenzen feststellte (AB 117.1/14-16 Ziff. 6.2, 117.1/19 
Ziff. 6.4 Ziff. II Ziff. 8). Vor diesem Hintergrund ist folgerichtig, dass der 
Gutachter für seine diagnostische Einschätzung nebst dem klinischen Ex-
plorationsgespräch auch objektive Aspekte, wie die auf eine Malcompliance 
bzw. einen geringen Leidensdruck hindeutenden Laborwerte (AB 117.1/12 
Ziff. 4.3.2.3, 117.1/17 Ziff. 6.2, 117.2/1, 119.1/19 lit. H) einbezog.

3.5.3 Anders als in der Beschwerde (S. 9 Ziff. IV Ziff. 4) dargestellt, ord-
nete Dr. med. C.________ die anamnestisch wechselhafte Stimmung mit 
auch gereizt-aggressiven Anteilen sehr wohl speziell ein, er erblickte darin 
eine Restsymptomatik der PTBS (AB 117.1/15 Ziff. 6.2). Die Frage, wie 
sich die Aggressivität auf die Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
auswirkt, wurde damit beantwortet. Der Gutachter mass dieser Diagnose 
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkte Wirkung bei (AB 117.1/13 Ziff. 6.1 
lit. b Lemma 1) und die Beschwerdeführerin erbrachte insbesondere im 
Lebensbereich der Kinderbetreuung auch den Tatbeweis, dass sie im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 11

Stande ist ein normales Aktivitätsniveau zu erreichen (AB 117.1/16 Ziff. 
6.2).

3.5.4 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, gemäss F32 der ICD-10 
gehörten Konzentrationsprobleme und Desinteresse zu den depressiven 
Symptomen (Beschwerde S. 10 Ziff. IV Ziff. 5), mag dies zutreffen (vgl. 
DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychi-
scher Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
10. Aufl. 2015, S. 170 f.). Der psychiatrische Gutachter schloss indes im 
vorliegenden Fall eine separate Diagnose einer depressiven Episode auf-
grund der erhobenen Befunde aus, da keine andauernd bedrückt-traurige 
oder gereizt-aggressive Stimmung, zudem auch keine Freud- oder Interes-
senlosigkeit sowie auch keine andauernd verminderte Energie nachgewie-
sen werden konnte. 

3.5.5 Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, 
dass die von ihr geklagten Symptome seitens der behandelnden Ärzte dia-
gnostisch mitunter anders eingeordnet wurden als von Dr. med. 
C.________, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (Beschwerde S. 10 Ziff. IV 
Ziff. 6). Zum einen stammt ein Teil der von ihr angeführten Berichte 
(AB 79/2-7, 82.2/2-7) aus einer Zeit vor dem hier massgebenden Jahr 2013 
(vgl. E. 3.1 hiervor), zum anderen enthalten die weiteren Berichte 
(AB 117.2/2-6; BB 3, 5) keine wesentlichen Aspekte, die im Rahmen der 
Verlaufsbegutachtung unerkannt oder unberücksichtigt geblieben wären. 
Hinzu kommt, dass sich die behandelnden Ärzte offenbar unkritisch an den 
(inkonsistenten) subjektiven Aussagen der Beschwerdeführerin orientier-
ten, ohne sich mit den im Verlauf mehrfach festgestellten Selbstlimitierun-
gen und Aggravationstendenzen (AB 34/2-4, 82.1/23 Ziff. 6.3, 82.1/26 Ziff. 
6.3) auseinanderzusetzen.

3.6 Nach dem Dargelegten ist aufgrund der beweiskräftigen Verlaufs-
expertisen der Dres. med. C.________ und D.________ vom 19. Oktober 
(AB 117.1) bzw. 8. Dezember 2016 (AB 119.1) erstellt, dass der medizini-
sche Sachverhalt seit der rechtskräftigen Verfügung vom 27. November 
2013 (AB 94) keine relevante Änderung erfahren hat. Bei dieser Ausgangs-
lage ist eine Leistungszusprache bereits aus revisionsrechtlichen Gründen 
ausgeschlossen. Selbst bei einer freien Prüfung (vgl. E. 3.1 hiervor) würde 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 12

angesichts der attestierten uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit (AB 117.1/21 Ziff. VII Ziff. 1, 119.1/26 Ziff. VII Ziff. 1) 
weder für eine Rente noch für anderweitige Ansprüche eine leistungsspezi-
fische Invalidität bestehen. Darüber hinaus beruhen die geltend gemachten 
Einschränkungen ohnehin auf Aggravation, was eine versicherte Gesund-
heitsschädigung grundsätzlich ausschliesst (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 
S. 51; SVR 2014 IV Nr. 7 S. 30 E. 4.2.2). Die Beschwerdegegnerin hat ei-
nen Anspruch auf Invalidenversicherungsleistungen mit Verfügung vom 
15. März 2017 (AB 124) demnach zu Recht verneint. Die dagegen erhobe-
ne Beschwerde ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2017, IV/17/417, Seite 13

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecherin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.