# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a615d3e-9ae0-57d6-a363-43309704adbd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.02.2013 IV 2011/155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-155_2013-02-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/155

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.02.2013

Entscheiddatum: 21.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.02.2013
Art. 7, 8 und 16 ATSG, Art. 28 IVG. Invalidenrente. Schadenminderungspflicht 
in der Form der Aufgabe eines Landwirtschaftsbetriebs, wenn eine 
versicherte Person als selbständiger Landwirt teilarbeitsunfähig, in einer 
leidensadaptierten unselbständigen Erwerbstätigkeit aber voll arbeitsfähig 
ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. 
Februar 2013, IV 2011/155). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
9C_624/2013.

Präsident Martin Rutishauser, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

 

Entscheid vom 21. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

 

Sachverhalt:

A.    

A.a  Der selbständig erwerbende Landwirt A.___ erlitt am 23. April 2007 einen Unfall 

(diese und alle folgenden Unterlagen in Dossier Fremdakten). Er zog sich eine 

scapholunäre Bandruptur und eine distale Radiusfraktur links zu. Am 27. Juni 2007 

wurde er operiert. In der Folge litt er an Schmerzen und an einer erheblichen 

Bewegungseinschränkung vor allem beim Drehen des Handgelenks. Dr. med. B.___, 

Allgemeine Medizin FMH, berichtete der Suva am 13. August 2007, der Versicherte sei 

bei der Arbeit als Landwirt stark eingeschränkt. Er habe seine Arbeit im 

Landwirtschaftsbetrieb am 6. Juli 2007 zu 50% wieder aufgenommen. Am 7. 

November 2007 gab Dr. B.___ an, das linke Handgelenk des Versicherten sei in alle 

Richtungen um etwa einen Drittel in der Beweglichkeit eingeschränkt. Tätigkeiten, die 

eine Pro- oder Supination erforderten, seien nicht mehr möglich. Der Kreisarzt der 

Suva, Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt am 13. Februar 2008 fest, es 

bestehe eine deutliche Einschränkung der Belastbarkeit der linken Hand. Die normalen 

Arbeiten eines Landwirts überforderten im Prinzip die Belastbarkeit des linken 

Handgelenks. Dr. med. D.___, empfahl am 3. Juni 2008 eine mediocarpale Arthrodese. 

Die Operation erfolgte am 29. Oktober 2008. Dr. D.___ teilte am 9. März 2009 mit, der 

Versicherte sei ab 29. Oktober 2008 zu 100%, ab 12. Januar 2009 zu 70%, ab 4. 

Februar 2009 zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 4. März 2009 betrage die 

Arbeitsunfähigkeit 30%. Das Handgelenk sei nun freigegeben für eine volle 

Belastbarkeit. Als Landwirt sei der Versicherte aber noch teilweise arbeitsunfähig. Am 

26. Mai 2009 berichtete Dr. D.___, sieben Monate nach der Operation werde sich die 

Situation nicht mehr wesentlich verbessern. Es gebe Tätigkeiten im 

Landwirtschaftsbetrieb, die der Versicherte immer noch nicht ausführen könne. 

Deshalb werde für die Tätigkeit als Landwirt weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 

lediglich 70% angenommen. Prof. Dr. med. E.___, stv. Kreisarzt der Suva, hielt am 4. 

August 2009 in einem Abschlussbericht fest, die Kraft und die 

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Handgelenksbeweglichkeit links seien erheblich eingeschränkt. Die kräftige 

Beschwielung zeige aber, dass die linke Hand durchaus eingesetzt werde. Nicht mehr 

möglich seien Arbeiten mit Handgelenksstellungen, die eine Abwinklung in Richtung 

dorsal oder palmar beinhalteten.

A.b  Der Versicherte hatte sich am 27. März 2008 zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) 

angemeldet (IV-act. 2). Im Gesuchsformular hatte er u.a. angegeben, er habe die 

Meisterprüfung als Landwirt absolviert. Seit 1983 sei er als Landwirt selbständig 

erwerbstätig. Von 1998 bis Oktober 2005 sei er zudem mit einem Pensum von etwa 

30% als Sozialarbeiter (Flüchtlingswesen) tätig gewesen. Gemäss einem Protokoll vom 

12. August 2008 betreffend die Prüfung von Massnahmen der Frühintervention (IV-act. 

16) hatte der Versicherten den Landwirtschaftsbetrieb auf jeden Fall behalten und 

weiterführen wollen, obwohl er auf die Hilfe Dritter angewiesen war. Er hatte deshalb 

keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen beantragt. In einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit hatte ihn die Eingliederungsberatung der IV-Stelle als zu 100% 

arbeitsfähig betrachtet. Am 19. August 2008 hatte die Eingliederungsverantwortliche 

festgehalten (IV-act. 20), der Versicherte habe angegeben, er sei als Sozialarbeiter in 

einem Asylantenheim vor allem nachts und am Sonntag eingesetzt worden. Das Heim 

sei geschlossen worden, worauf er zwei Jahre lang arbeitslos gewesen sei. Er könne 

den Landwirtschaftsbetrieb nicht verkaufen, weil vielleicht eines der Kinder 

übernehmen wolle. Weil er nicht mehr alle Arbeiten auf diesem Betrieb ausführen 

könne, brauche er eigentlich eine Teilzeitkraft, die er aber nicht finanzieren könne. Er 

sei nicht mehr in der Lage, eine zusätzliche Tätigkeit anzunehmen, weil ihn das 

überfordern würde. Zunächst werde er versuchen, das medizinische Potential für seine 

Hand durch eine zweite Operation auszunützen. Dr. D.___ hatte der IV-Stelle am 23. 

Februar 2009 berichtet (IV-act. 39), am 29. Oktober 2008 sei eine erneute Operation 

erfolgt. Eine definitive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei frühestens ein halbes Jahr 

nach der Operation sinnvoll. Die IV-Stelle beauftragte das F.___ am 2. November 2009 

mit der Abklärung der betrieblichen Situation des Versicherten (IV-act. 42). Der 

Sachverständige des F.___ berichtete am 20. Mai 2010 (IV-act. 50), der Versicherte 

habe nach der Schliessung des Asylantenheims keine passende Ersatztätigkeit mehr 

gefunden. Er habe dann eine Weiterbildung als Betreuungsperson absolviert, um die 

Betreuung psychisch kranker Personen auf dem Hof anbieten zu können. Die 

geplanten Betreuungsplätze hätten aber als Folge des Unfalls nicht mehr in Angriff 

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genommen werden können. Bis 2009 habe es einen Betriebszweig "Ferien auf dem 

Bauernhof" gegeben. Wegen der durch die Unfallfolgen verlangsamten Arbeitsweise 

habe der Versicherte diesen Betriebszweig aber aufgegeben. Da die Einnahmen bereits 

vor dem Unfall recht stark zurückgegangen seien, entsprächen die aus der fixen 

Vermietung der Wohnung resultierenden Einnahmen etwa den Einnahmen, die bei einer 

Weiterführung des Betriebszweigs "Ferien auf dem Bauernhof" hätten erzielt werden 

können. Demzufolge sei durch die Aufgabe dieses Betriebszweigs kein 

Einkommensverlust eingetreten. Der Landwirtschaftsbetrieb erfordere 4600 Akh 

(Arbeitskrafteinheit pro Stunde). Eine behinderungsbedingte Anpassung der Grösse 

oder der Bewirtschaftungsart habe bisher nicht stattgefunden. Die Ehefrau des 

Versicherten arbeite zu 50% als Lehrerin. Zusammen mit der Arbeit im Haushalt sei sie 

ausgelastet. Die Kinder würden bei Bedarf im Landwirtschaftsbetrieb mithelfen. Ab Mai 

2010 werde eine Tochter zu 50% auf dem Hof arbeiten. In Bezug auf die 

Leistungsfähigkeit zwischen den beiden Operationen könne auf die ausgerichteten 

Unfalltaggelder abgestellt werden (April bis Oktober 2008: 50% arbeitsfähig; 29. 

Oktober 2008 bis 12. Januar 2009: 100% arbeitsunfähig, danach zunehmend 

arbeitsfähig, seit Frühjahr 2009 wieder selbständige Führung des 

Landwirtschaftsbetriebs). Der Versicherte könne den grössten Teil der Arbeiten selbst 

ausführen, sei dabei aber langsamer, da er bei der Koordination der Hände Probleme 

habe. Er könne die meisten Arbeiten nicht mehr lange ausführen, da er mit der linken 

Hand schnell ermüde. Bei Reparatur- und Unterhaltsarbeiten bestünden Probleme, weil 

die Feinmotorik der linken Hand Schwierigkeiten mache. Auch das Füttern der Tiere sei 

schwierig, da die Gabel mit beiden Händen gehalten werden müsse. Diese Arbeit 

dauere deshalb behinderungsbedingt länger. Insgesamt betrage die Arbeitsunfähigkeit 

des Versicherten in seinem Landwirtschaftsbetrieb 42%. Der Versicherte könne nur 

noch eine Leistung von 1450 Akh statt früher 2500 Akh erbringen. Der Erwerbsausfall 

betrage 43%. Die ausfallende Leistung werde durch Familienangehörige, Kollegen und 

Nachbarn unentgeltlich oder zu bescheidenen Ansätzen erledigt. Die Situation nach der 

Anstellung der Tochter könne noch nicht ermittelt werden, da dazu die Buchhaltung für 

2010 vorliegen müsste. Der Versicherte habe keine Ersatzbeschäftigung für die frühere 

Anstellung im Asylantenheim mehr gefunden. Er wäre behinderungsbedingt auch gar 

nicht in der Lage, einer solchen Tätigkeit nachzugehen. Die Leistungsfähigkeit des 

Versicherten im Landwirtschaftsbetrieb könnte zwar durch bauliche Massnahmen 

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verbessert werden. Diese wären aber zu aufwendig und aufgrund der aktuellen 

familiären Situation sowieso nicht zu befürworten. Der vom Sachverständigen ermittelte 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 42% beruhte auf einem Betätigungsvergleich, bei dem die 

Leistungsfähigkeit des Versicherten in jedem einzelnen Teilbereich für sich abgeklärt 

worden war. Der Erwerbsausfall von 43% stützte sich auf eine Berechnung, in die 

sowohl die von den Familienangehörigen als auch die von den Nachbarn/Kollegen 

kostenlos oder gegen geringes Entgelt erbrachten Arbeitsleistungen eingeflossen 

waren.

A.c  Der Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 31. Mai 2010 (IV-act. 49), der Ver­

sicherte sei zu 70% als Landwirt und zu 30% als Asylantenbetreuer zu qualifizieren. 

Das Valideneinkommen aus der Landwirtschaft betrage Fr. 11'250.--, das 

Invalideneinkommen Fr. 6'421.--. Als Hilfsarbeiter könnte der Versicherte zusätzlich ein 

Valideneinkommen von Fr. 17'993.-- (Beschäftigungsgrad 30%) erzielen. Das ergebe 

ein gesamtes Valideneinkommen von Fr. 29'243.--. Da der Versicherte in einer 

adaptierten Hilfsarbeit voll arbeitsfähig wäre, entspreche das Invalideneinkommen dem 

Valideneinkommen von Fr. 17'993.--. Damit belaufe sich das gesamte 

Invalideneinkommen auf Fr. 24'414.--. Die Erwerbseinbusse von Fr. 4'829.-- 

entspreche einem Invaliditätsgrad von 16,5%. Mit einem Vorbescheid vom 16. 

November 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein 

Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 54). Der Versicherte wandte am 24. November 2010 

telephonisch ein (IV-act. 55), früher sei er durch Familienangehörige und Freunde 

unterstützt worden. Das habe sich nun irgendwie "verlaufen". Seine treuen Helfer 

wollten nun eine entsprechende Gegenleistung für die erbrachte Arbeit. 

Krankheitsbedingt könne er nicht mehr auf dem erlernten Beruf auswärts arbeiten. Mit 

einer Verfügung vom 22. März 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 

58).

B.      

B.a  Der Versicherte erhob am 13. April 2011 Beschwerde (act. G 1). Er beantragte die 

Zusprache einer Viertelsrente. Zur Begründung machte er geltend, er könne 

krankheitsbedingt keinem Nebenerwerb mehr nachgehen. Die Kinder hätten ihre 

Ausbildung inzwischen abgeschlossen. Deshalb seien sie nicht mehr bereit und/oder 

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fähig, bei der Bewirtschaftung des Betriebs zu helfen. Die Restarbeitsfähigkeit könne 

deshalb nur noch für den Landwirtschaftsbetrieb eingesetzt werden. Die 

Invaliditätsbemessung sei somit gemäss dem "Abklärungsbericht Landwirtschaft" 

vorzunehmen. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 42% bestehe ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 11. August 2011 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Sie machte insbesondere geltend, die im landwirtschaftlichen 

Expertenbericht auf 42% geschätzte Arbeitsunfähigkeit sei eher zu pessimistisch. In 

einer behinderungsadaptierten Tätigkeit bestehe eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit. In Erfüllung seiner Schadenminderungspflicht müsse der 

Beschwerdeführer die unrentable selbständige Erwerbstätigkeit als Bauer aufgeben 

und in eine unselbständige Tätigkeit wechseln. Dabei könnte er ein Einkommen 

erzielen, das weit über demjenigen als Bauer läge, so dass keine Invalidität bestünde.

B.c  Der Beschwerdeführer wandte am 30. August 2011 ein (act. G 6), die operierte 

Hand sei entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin nicht voll einsetzbar. 

Wegen der dauernden Überlastung habe sich seine Einsatzfähigkeit weiter 

verschlechtert. Er könne nicht auswärts arbeiten und zuhause könne er nur noch eine 

halbe Arbeit erledigen. Der Landwirtschaftsbetrieb sei seine Altersvorsorge. Zwinge 

man ihn, den Betrieb aufzugeben, so nehme man ihm nicht nur die Altersvorsorge und 

das Zuhause, sondern auch die Lebensgrundlage, denn als Landwirt mit Jahrgang 

19__ und mit kaputter Hand werde er keine Stelle finden. Abschliessend beantragte der 

Beschwerdeführer die Ausrichtung einer halben Invalidenrente.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 6. September 2011 auf eine Duplik (act. 

G 9).

 

Erwägungen:

Der Beschwerdeführer hat sich am 27. März 2008 zum Bezug einer Invalidenrente 

angemeldet. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Zu 

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prüfen wäre demnach ein Rentenanspruch ab 1. September 2008. Nun ist aber nach 

dem (lückenfüllend geschaffenen) Übergangsrecht der 5. IV-Revision die altrechtliche 

Regelung des Rentenbeginns weiter anzuwenden, sofern das Wartejahr vor dem 

Inkrafttretenszeitpunkt (1. Januar 2008) zu laufen begonnen hat und die Anmeldung 

noch im Jahr 2008 erfolgt ist (vgl. das vom Bundesamt für Sozialversicherungen 

herausgegebene IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 sowie die 

Modifikation in BGE 138 V 475 ff.). Der Beschwerdeführer ist im April 2007 verunfallt 

und - jedenfalls als Landwirt - auf Dauer arbeitsunfähig geworden. Das Wartejahr hat 

(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) hat demnach vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begonnen. Die 

Anmeldung ist in der ersten Hälfte des Jahres 2008 erfolgt. Auf den vorliegenden 

Sachverhalt ist deshalb nach der genannten Übergangslösung der aArt. 29 Abs. 1 lit. b 

und Abs. 2 IVG weiter anwendbar. Laut dieser Bestimmung entsteht der 

Rentenanspruch - unabhängig vom Datum der Anmeldung - unmittelbar mit der 

Erfüllung des Wartejahrs. Vorliegend steht somit ein Rentenanspruch ab 1. April 2008 

zur Diskussion.

Die angefochtene Verfügung beruht auf dem Ergebnis eines "gemischten" 

Einkommensvergleichs. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich sowohl das Validen- als 

auch das Invalideneinkommen anhand einer Kombination aus dem Einkommen aus der 

im Hauptberuf ausgeübten selbständigen Tätigkeit als Landwirt und aus dem Lohn aus 

der im Nebenerwerb in unselbständiger Stellung - hypothetisch - ausgeübten Tätigkeit 

ermittelt. Dabei ist sie davon ausgegangen, dass sich die Gesundheitsbeeinträchtigung 

nur im selbständigen Haupterwerb als Landwirt nachteilig auf die Arbeitsfähigkeit und 

damit auf das Einkommen auswirke. Der (fiktive) Lohn als Betreuer ist im Validen- und 

im Invalideneinkommen derselbe gewesen. Deshalb ist der Invaliditätsgrad trotz der 

vom landwirtschaftlichen Experten ermittelten beträchtlichen Einschränkung im 

selbständigen Haupterwerb (43%) sehr tief ausgefallen. In ihrer Beschwerdeantwort hat 

die Beschwerdegegnerin die Begründung für die Abweisung des Rentengesuchs dann 

ausgewechselt. Sie hat neu geltend gemacht, die Schadenminderungspflicht nach dem 

Eintritt des Gesundheitsschadens habe eine bestmögliche Verwertung der 

verbliebenen Arbeitsfähigkeit verlangt. In einer adaptierten (unselbständigen) 

Erwerbstätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig gewesen. Deshalb 

hätte das optimal schadenmindernde Verhalten nach dem Eintritt des 

Gesundheitsschadens in einer vollzeitlich ausgeübten unselbständigen Erwerbstätigkeit 

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und damit in der vorgängigen Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit als Landwirt 

bestanden.

Die Schadenminderungspflicht ist weder im ATSG noch im IVG geregelt. Ihre Existenz 

wird lediglich in Art. 21 Abs. 4 ATSG in ihrer besonderen Form als Eingliederungspflicht 

implizit vorausgesetzt. In dieser Form kommt sie auf den vorliegenden Fall zur 

Anwendung. Sie verlangt vom Beschwerdeführer die Umstellung seiner erwerblichen 

Verhältnisse, um so die Entstehung eines einen Rentenanspruchs begründenden 

Invaliditätsgrads zu vermeiden. Nach der Auffassung der Beschwerdegegnerin soll der 

Beschwerdeführer nämlich seine selbständige Erwerbstätigkeit und damit seinen 

Landwirtschaftsbetrieb aufgeben, weil er nur in dieser selbständigen Erwerbstätigkeit 

arbeitsunfähig ist, während seine Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsadaptierten - 

und damit aufgrund der beruflichen Qualifikation ausserhalb der Landwirtschaft wohl 

notwendigerweise unselbständigen - Erwerbstätigkeit nicht beeinträchtigt ist. Würde 

man nicht auf dieser besonderen Eingliederungspflicht beharren, käme es zu einer 

Rentenausrichtung, die sich gegenüber der Versichertengemeinschaft nicht 

rechtfertigen liesse, denn der Beschwerdeführer erhielte eine Invalidenrente, die ihre 

eigentliche Ursache nicht in einer Invalidität, sondern im Beharren auf den bestehenden 

erwerblichen Verhältnissen, d.h. auf der Weiterführung des Landwirtschaftsbetriebs 

hätten. Aber auch diese besondere Eingliederungspflicht muss verhältnismässig sein, 

d.h. die Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebs muss dem Beschwerdeführer zumutbar 

sein. Die höchstrichterliche Rechtsprechung stellt hohe Anforderungen an den 

Nachweis der Unzumutbarkeit einer Betriebsaufgabe, d.h. an die Begründung eines 

Invalidenrentenanspruchs trotz des grundsätzlichen Bestehens einer 

Eingliederungsmöglichkeit, welche den Eintritt eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrads verhindern würde. Das Interesse daran, den Landwirtschaftsbetrieb 

dank der zusätzlichen Einnahmenquelle "Invalidenrente" erhalten und später einem 

Kind übergeben zu können, ist zu Recht als nicht ausreichend qualifiziert worden (vgl. 

etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 2. April 2012, 9C_834/2011). Damit kann offen 

bleiben, ob ein Kind des Beschwerdeführers bereit wäre, den Landwirtschaftsbetrieb 

einmal zu übernehmen. Die Argumentation des Beschwerdeführers, er würde mit der 

Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebs nicht nur die Lebensgrundlage. sondern auch 

seine Altersvorsorge verlieren, ist nicht stichhaltig. Der bei einem Verkauf des Betriebs 

zu erzielende Erlös könnte nämlich in eine versicherungsmässige Altersvorsorge 

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"investiert" werden, die dem (durch die Teilarbeitsunfähigkeit erschwerten) 

Weiterführen des Betriebs mindestens gleichwertig wäre. Als zu 100% unselbständig 

Erwerbstätiger hätte der Beschwerdeführer eine adaptierte Arbeitsstelle suchen 

müssen, d.h. er wäre allenfalls für eine beschränkte Zeit arbeitslos gewesen, obwohl er 

im Bereich der Betreuung gehandicapter Personen über berufliche Kenntnisse und 

Erfahrungen verfügt. Auch das damit verbundene wirtschaftliche Risiko hat die Aufgabe 

des Landwirtschaftsbetriebs nicht unzumutbar gemacht, denn es handelt sich um 

einen vorübergehenden Nachteil, der durch motivierte Arbeitsbemühungen hätte klein 

gehalten werden können. Im Übrigen hätten berufliche Eingliederungsmassnahmen 

geprüft werden müssen, da der Beschwerdeführer seinen erlernten Beruf als Landwirt 

behinderungsbedingt nicht mehr hätte ausüben können. Die Beschwerdegegnerin hat 

die Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebs also in der Beschwerdeantwort zu Recht als 

zumutbar bzw. verhältnismässig qualifiziert und sie ist demnach zu Recht davon 

ausgegangen, dass die Invalidenkarriere in einer adaptierten unselbständigen 

Erwerbstätigkeit bestehe. Da das aus dem Landwirtschaftsbetrieb zu erzielende 

Einkommen jedenfalls tiefer gewesen ist als das Einkommen, das der 

Beschwerdeführer aus einer unselbständigen Tätigkeit (sogar auf dem Niveau eines 

Hilfsarbeiters) hätte erzielen können, und da der Beschwerdeführer in einer adaptierten 

Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist, muss das zumutbare Invalideneinkommen 

tendenziell höher als das Valideneinkommen sein. Unter diesen Umständen kann der 

Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines Prozentvergleichs ermittelt werden; er beträgt 

0%. Die Beschwerdegegnerin hat also grundsätzlich zu Recht einen Rentenanspruch 

verneint.

Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdeführer hat 

für die Gerichtskosten aufzukommen. Die Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 

600.-- festzusetzen, da der Beurteilungsaufwand als durchschnittlich zu werten ist.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.      Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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