# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0cb7b704-2931-5903-aede-05330f23539e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.03.2022 U 2021 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2021-61_2022-03-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 61

3. Kammer 

Vorsitz Audétat

Richterinnen Pedretti und von Salis

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 24. März 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A.________, 

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde B.________, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Nigg,

Beschwerdegegnerin

und

Gemeinde C.________, 

Beigeladene

betreffend Unterstützungswohnsitz

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I. Sachverhalt:

1. Bei A.________ besteht seit mehreren Jahren eine 

Abhängigkeitsproblematik, weshalb er sich in den vergangenen Jahren für 

kürzere oder längere Zeiträume in der Klinik D.________ in E.________, 

im Wohnheim F.________ in G.________, im begleiteten Wohnen 

H.________ in I.________, im Kantonsspital Q.________, im 

Rehazentrum J.________ sowie im Wohnheim K.________ in 

L.________ aufhielt. Seit September 2020 befindet er sich in einer 

Langzeit-Suchttherapie in der Einrichtung M.________ in N.________; 

Therapie und Aufenthalt finanzierte er zunächst aus eigenen Mitteln. 

Nachdem diese erschöpft waren, garantierte das Kantonale Sozialamt 

Graubünden als Verbindungsstelle IVSE (Interkantonale Vereinbarung für 

soziale Einrichtungen) im Kanton Graubünden am 21. April 2021 auf 

Gesuch der Einrichtung M.________ eine Kostenübernahme. 

2. Mit Schreiben vom 18. Mai 2021 ersuchte das Kantonale Sozialamt 

Graubünden die Gemeinde B.________ um Anerkennung ihrer 

Unterstützungspflicht für A.________ bzw. im Falle der Nichtanerkennung 

um Erlass einer entsprechenden Verfügung mit A.________ als 

Adressaten.

3. Am 28. Juli 2021 verfügte die Gemeinde B.________ die Ablehnung der 

Kostenübernahmegarantie für A.________ bzw. dessen Aufenthalt in der 

Einrichtung M.________ mangels Zuständigkeit. Begründend hielt sie im 

Wesentlichen fest, dass A.________ seinen zivilrechtlichen Wohnsitz 

nicht in B.________ habe. Zudem befinde sich in der Gemeinde 

B.________ kein Anknüpfungspunkt für dessen Aufenthaltsort. Mehr als 

einzelne sporadische Besuche bei seinen Eltern in O.________ 

(Gemeinde B.________) seien nicht festgestellt worden. Ausserdem 

nehme A.________ weder aktiv am Vereinsleben noch an 

gesellschaftlichen Anlässen in der Gemeinde teil; weder in P.________ 

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(Gemeinde B.________) noch in O.________ (Gemeinde B.________) 

verfüge er über ein soziales Umfeld.

4. Hiergegen erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

25. August 2021 (Poststempel) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Bestimmung der Gemeinde 

B.________, eventualiter die Bestimmung einer anderen Gemeinde, als 

unterstützungspflichtige Gemeinde. 

5. Die zum Verfahren beigeladene Gemeinde C.________ (nachfolgend: 

Beigeladene) beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 7. Oktober 2021 

die Gutheissung der Beschwerde und die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung. Weiter sei die Gemeinde B.________ zu verpflichten, das 

Unterstützungsgesuch des Beschwerdeführers als zuständige Gemeinde 

materiell zu behandeln und die Kostenübernahmegarantie für den 

Aufenthalt in der Einrichtung M.________ zu erteilen. Im Übrigen sei die 

Beschwerde, soweit die Gemeinde C.________ für unterstützungspflichtig 

erklärt werden solle, abzuweisen; alles unter gesetzlicher Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Begründend hielt sie fest, der Beschwerdeführer 

habe sich schon die letzten vier Jahre vor seinem Eintritt in die Einrichtung 

M.________ nicht mehr in C.________ aufgehalten und er verfüge hier 

auch über keine Wohngelegenheit. Vielmehr habe er zwischen seinen 

Klinikaufenthalten und an den Wochenenden jeweils bei seinen Eltern in 

O.________ (Gemeinde B.________) gelebt, womit für die Festlegung 

des Unterstützungswohnsitzes sehr wohl ein massgeblicher 

Anknüpfungspunkt in der Gemeinde B.________ bestehe. 

6. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Oktober 2021 beantragte die Gemeinde 

B.________ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei 

nicht einzutreten. Eventualiter sei die Beschwerde abzuweisen bzw. die 

Beigeladene als Unterstützungswohnsitz zu bestimmen; alles unter 

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Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin 

begründete ihr Hauptbegehren damit, dass die Beschwerde nicht 

begründet und das Rechtsbegehren unklar sei. Ihr Eventualbegehren 

begründete sie damit, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz des 

Beschwerdeführers gemäss dem Schreiben des Kantonalen Sozialamtes 

Graubünden vom 18. Mai 2021 in C.________ befinde; ein neuer 

Wohnsitz sei offenbar nicht begründet worden, weshalb derjenige in 

C.________ gestützt auf Art. 24 Abs. 1 ZGB bestehen bleibe. 

7. Die Frist für die Einreichung einer Replik liess der Beschwerdeführer 

unbenutzt verstreichen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der 

Gemeinde B.________ vom 28. Juli 2021, worin diese die 

Kostenübernahmegarantie für den Beschwerdeführer bzw. dessen 

Aufenthalt in der Einrichtung M.________ mangels Zuständigkeit 

abgelehnt hat. Gegen Entscheide von Gemeinden, die bei keiner anderen 

Instanz angefochten werden können und weder nach kantonalem noch 

nach eidgenössischem Recht endgültig sind, kann gemäss Art. 49 Abs. 1 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde geführt 

werden. Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in 

die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als Adressat der 

angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer davon überdies 

berührt und er weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung auf, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (vgl. Art. 50 

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VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(vgl. Art. 38 und Art. 52 Abs. 1 VRG sowie nachstehende Erwägungen 

1.2.1 f.) ist somit einzutreten. 

1.2.1. Die Gemeinde beantragt ein Nichteintreten auf die Beschwerde des 

Beschwerdeführers wegen fehlender Begründung und unklaren 

Rechtsbegehrens. Es könne weder ihr noch dem streitberufenen Gericht 

zugemutet werden, sich selber aufgrund der Akten zusammenzureimen, 

aus welchen Gründen der Beschwerdeführer wohl den angefochtenen 

Entscheid als falsch erachte und welche Rügen er diesbezüglich 

möglicherweise vorbringen wolle. Das Verwaltungsgericht habe bereits mit 

Entscheid vom 4. Januar 1977 (PVG 1977 Nr. 104) entschieden, dass eine 

fehlende Begründung nicht durch Verweis auf Aktenstücke im 

vorausgegangenen Verfahren ersetzt werden könne. 

1.2.2. Mit Bezug auf das Rechtsbegehren gilt es festzuhalten, dass es für den 

Beschwerdeführer – anders als für die Beschwerdegegnerin und die 

Beigeladene – weniger eine Rolle spielt, welche Gemeinde 

unterstützungspflichtig ist, als dass eine solche unterstützungspflichtig ist. 

Vor diesem Hintergrund ist das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers 

in dessen Laienbeschwerde – "Ich, A.________, erhebe hiermit 

Beschwerde gegen die Verfügung der Gemeinde B.________. Sollte die 

Gemeinde B.________ nicht unterstützungspflichtig sein, so sei durch das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden die unterstützungspflichtige 

Gemeinde gemäss Art. 5 Kantonales Unterstützungsgesetz zu 

bestimmen" – unschwer dahingehend zu verstehen, dass er in erster Linie 

(Hauptbegehren) die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Bestimmung der Beschwerdegegnerin als unterstützungspflichtige 

Gemeinde und in zweiter Linie (Eventualbegehren) die gerichtliche 

Bestimmung einer anderen Gemeinde als unterstützungspflichtige 

Gemeinde beantragt. Das Rechtsbegehren des Beschwerdeführers ist 

somit hinreichend klar. In diesem Kontext kann auch die Begründung der 

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Laienbeschwerde als genügend betrachtet werden, wenngleich der 

Beschwerdeführer auf das Schreiben des Kantonalen Sozialamtes 

Graubünden an die Beschwerdegegnerin vom 18. Mai 2021 verweist und 

festhält, darin werde begründet, weshalb die Beschwerdegegnerin als 

zuständige Unterstützungsgemeinde anzusehen sei. So hält er zudem 

fest, er sei auf subsidiäre öffentlich-rechtliche Unterstützung angewiesen, 

weil ihm die Mittel für die anfängliche Eigenfinanzierung der Langzeit-

Suchttherapie ausgingen. 

2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage nach dem 

Unterstützungswohnsitz des Beschwerdeführers. 

3.1. Gemäss Art. 115 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) werden Bedürftige von ihrem 

Wohnkanton unterstützt. Der Bund regelt die Ausnahmen und 

Zuständigkeiten. Das Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die 

Unterstützung Bedürftiger (ZUG; SR 851.1) bestimmt, welcher Kanton für 

die Unterstützung eines Bedürftigen, der sich in der Schweiz aufhält, 

zuständig ist (Art. 1 Abs. 1 ZUG). Im innerkantonalen Verhältnis legt das 

Gesetz über die Unterstützung Bedürftiger (Kantonales 

Unterstützungsgesetz [UG]; BR 546.250) das zuständige Gemeinwesen 

fest (vgl. BGE 143 V 451 E.8.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_523/2020 

vom 29. April 2021 E.3, 8C_701/2013 vom 14. März 2014 E.3.2).

3.2. Gemäss Art. 5 Abs. 1 UG obliegt die Unterstützungspflicht derjenigen 

politischen Gemeinde, in welcher der Bedürftige seinen Wohnsitz hat. Die 

Begründung und Aufgabe des Wohnsitzes richten sich nach den 

Grundsätzen, die gemäss ZUG im interkantonalen Verhältnis gelten (vgl. 

Art. 6 Abs. 1 UG). Gemäss Art. 4 Abs. 1 ZUG hat der Bedürftige seinen 

Wohnsitz in dem Kanton, in dem er sich mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufhält. Dieser Kanton wird als Wohnkanton bezeichnet (vgl. 

auch Art. 5 Abs. 2 UG). Die polizeiliche Anmeldung gilt als 

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Wohnsitzbegründung, wenn nicht nachgewiesen ist, dass der Aufenthalt 

schon früher oder erst später begonnen hat oder nur vorübergehender 

Natur ist (Art. 4 Abs. 2 ZUG). Sie begründet eine gesetzliche 

Wohnsitzvermutung, welche umgestossen werden kann (vgl. Merkblatt 

der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe [SKOS] "Örtliche 

Zuständigkeit in der Sozialhilfe", Bern 2019, Kapitel 3). Der Aufenthalt in 

einem Heim, einem Spital oder einer anderen Einrichtung und die 

behördliche Unterbringung einer volljährigen Person in Familienpflege 

begründen keinen Unterstützungswohnsitz (Art. 5 ZUG; vgl. auch Art. 6 

Abs. 3 UG). Zudem vermögen sie einen bestehenden 

Unterstützungswohnsitz auch nicht zu beendigen (vgl. Art. 9 Abs. 3 ZUG). 

Beendigt wird der bisherige Unterstützungswohnsitz, wenn der Bedürftige 

aus dem Wohnkanton wegzieht (Art. 9 Abs. 1 ZUG). Letzteres ist dann der 

Fall, wenn er seine Wohngelegenheit aufgibt, seinen Wohnort verlässt und 

ohne konkrete Rückkehrabsicht von dannen zieht (vgl. Merkblatt der 

SKOS "Örtliche Zuständigkeit in der Sozialhilfe", Bern 2019, Kapitel 6). Im 

Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz (vgl. Art. 24 Abs. 1 des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]) bleibt der einmal 

begründete Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb eines neuen 

bestehen; er endet vielmehr mit dem Wegzug (Urteile des Bundesgerichts 

8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.3, 8C_223/2010 vom 5. Juli 

2010 E.4.1). 

4. Der Unterstützungswohnsitz entspricht also nicht zwingend dem 

zivilrechtlichen Wohnsitz, er knüpft aber wie dieser am Ort an, wo sich eine 

Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 4 Abs. 1 ZUG 

und Art. 23 Abs. 1 ZGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom 

7. November 2014 E.3.1). Diese Definition enthält sowohl ein objektives 

Element (Aufenthalt) wie auch ein subjektives (Absicht dauernden 

Verbleibens), die untrennbar miteinander verbunden sind: 

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4.1. Unter "Aufenthalt" ist das faktische Verweilen an einem bestimmten Ort zu 

verstehen, wobei körperliche Anwesenheit in der Regel zur Begründung 

und Aufrechterhaltung des einmal begründeten Wohnsitzes erforderlich ist 

(vgl. auch Art. 9 ZUG; THOMET, Kommentar zum Bundesgesetz über die 

Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger [ZUG], Zürich 1994, 

Rz. 96). 

4.2. Die "Absicht dauernden Verbleibens" ist zweifellos dann erfüllt, wenn sich 

eine Person auf unbestimmte Zeit an einem Ort aufhalten will und dies 

auch durchführbar ist. Die Absicht, einen Ort zu einem späteren Zeitpunkt 

wieder zu verlassen, steht einer Wohnsitzbegründung nicht entgegen. 

Entscheidend ist allein, dass die Absicht nicht auf einen bloss 

vorübergehenden Aufenthalt zielt; es genügt der Wille, an einem Ort zu 

bleiben, bis durch jetzt nicht mit Bestimmtheit vorauszusehende Umstände 

eine Änderung des Aufenthalts veranlasst werden kann (THOMET, a.a.O., 

Rz. 97 m.w.H.). Für die Ermittlung der subjektiven Absicht des dauernden 

Verbleibens sind alle Elemente der äusserlichen Gestaltung der 

Lebensverhältnisse zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.4; THOMET, a.a.O., Rz. 97). 

Massgebend ist, auf welche Absicht die erkennbaren äusseren Umstände 

schliessen lassen, d.h. die Beantwortung der Frage, ob nach den 

gesamten Umständen anzunehmen ist, dass die betreffende Person den 

Ort ihres Verweilens zum Mittel- oder Schwerpunkt ihrer 

Lebensbeziehungen gemacht hat (THOMET, a.a.O., Rz. 97 m.w.H.). 

Weniger stark als im Zivilrecht kommt es auf den Willen des Betroffenen 

als auf die gesamten Lebensverhältnisse an (Urteil des Bundesgerichts 

8C_530/2014 vom 7. November 2014 E.3.1). 

Gemäss Rechtsprechung dürfen weder an die Absicht noch an die Dauer 

des Verbleibens zu strenge Anforderungen gestellt werden. Bei unsteten 

Personen bildet bereits der länger andauernde Aufenthalt an einem Ort 

ein Indiz für die Wohnsitzbegründung. Das Fehlen gefestigter sozialer und 

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ökonomischer Beziehungen ist insbesondere bei suchtkranken Personen 

typisch und kann für sich allein nicht ausschlaggebend sein. Andernfalls 

könnten solche Personen kaum je einen Unterstützungswohnsitz 

begründen (Urteile des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom 7. November 

2014 E.3.4, 8C_79/2010 vom 24. September 2010 E.7.3 [nicht publ. in 

BGE 136 V 346], 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 E.4.1). Dass eine Person 

auf Dauer keinen Unterstützungswohnsitz hat, ist nach der Konzeption des 

Zuständigkeitsgesetzes zwar grundsätzlich möglich, darf aber nicht 

leichthin angenommen werden. Dies würde nicht nur dem Sinn und Zweck 

der Fürsorgegesetzgebung, sondern auch den richtig verstandenen 

Interessen der bedürftigen Person und der betroffenen Gemeinwesen 

widersprechen (Urteile des Bundesgerichts 8C_530/2014 vom 

7. November 2014 E.3.4, 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 E.4.1).

5.1.1. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, befindet sich der 

zivilrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführers gemäss dem Schreiben 

des Kantonalen Sozialamtes Graubünden vom 18. Mai 2021 in 

C.________. Den Akten ist allerdings zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer letztmals im Jahr 2016 mit einer eigenen Wohn- und 

Zustelladresse bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde C.________ 

registriert war (vgl. Beilage 1 der Beigeladenen). Seit August 2016 gilt als 

"Zustelladresse" diejenige der Berufsbeistandschaft R.________ (vgl. 

Beilage 1 der Beigeladenen). Als "Hauptadressen" sind seit Oktober 2016 

nur noch solche von Institutionen und Heimen in E.________, 

G.________, I.________ und L.________ aufgeführt, wobei der jüngste 

Eintrag einer "Hauptadresse" des Beschwerdeführers vom 2. Mai 2020 auf 

die Wohnadresse seiner Eltern in O.________ (Gemeinde B.________) 

lautet (vgl. Beilage 1 der Beigeladenen). 

5.1.2. Unbestritten ist, dass die Aufenthalte des Beschwerdeführers in der Klinik 

D.________ in E.________, im Wohnheim F.________ in G.________, im 

begleiteten Wohnen H.________ in I.________, im Kantonsspital 

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Q.________, im Rehazentrum J.________ sowie im Wohnheim 

K.________ in L.________ keinen Unterstützungswohnsitz begründeten 

und einen (allfälligen) bestehenden Unterstützungswohnsitz in 

C.________ auch nicht beendigten (vgl. Art. 5 und Art. 9 Abs. 3 ZUG 

sowie vorstehende Erwägung 3.2). Nach Angaben des 

Beschwerdeführers begab er sich nach seinem Austritt aus dem 

Wohnheim K.________ in L.________ allerdings nicht mehr nach 

C.________, sondern zu seinen Eltern nach O.________ (Gemeinde 

B.________), wo er sich vom 1. Mai 2020 bis zu seinem Eintritt in die 

Einrichtung M.________ im September 2020 aufgehalten habe (vgl. 

beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 5 [Chronologie der Aufenthalte] 

sowie Bf-act. 3). Die (auf angeblichen Beobachtungen der 

Gemeindeverwaltung beruhende) Behauptung der Beschwerdegegnerin, 

der Beschwerdeführer habe sich in den letzten Jahren höchstens für 

einzelne sporadische Besuche in der Gemeinde B.________ aufgehalten 

(vgl. Vernehmlassung sowie Bf-act. 2), vermag die Angaben des 

Beschwerdeführers nicht in Zweifel zu ziehen; so ist denn auch im 

Einwohnerregister der Gemeinde C.________ ab dem 2. Mai 2020 als 

"Hauptadresse" des Beschwerdeführers die Wohnadresse seiner Eltern in 

O.________ (Gemeinde B.________) aufgeführt (vgl. Beilage 1 der 

Beigeladenen sowie vorstehende Erwägung 5.1.1). Jedenfalls ist 

unbestritten, dass der Beschwerdeführer spätestens nach seinem Austritt 

aus dem Wohnheim K.________ in L.________ aus C.________ 

weggezogen ist, zumal er dort u.a. auch über keine Wohngelegenheit 

(mehr) verfügte, was ebenfalls unbestritten ist (vgl. dazu auch THOMET, 

a.a.O., Rz. 146). Ein allfälliger bestehender Unterstützungswohnsitz in 

C.________ wäre damit spätestens per Mai 2020 beendigt worden (vgl. 

Art. 9 Abs. 1 ZUG); und zwar – entgegen den Vorbringen der 

Beschwerdegegnerin – unabhängig davon, ob andernorts ein neuer 

Wohnsitz begründet wurde oder nicht (vgl. dazu vorstehende 

Erwägung 3.2). 

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5.2. Vorliegend lassen die erkennbaren äusseren Umstände bzw. die 

gesamten Lebensverhältnisse des Beschwerdeführers darauf schliessen, 

dass sich der Schwerpunkt seiner Lebensbeziehungen spätestens seit 

dem Austritt aus dem Wohnheim K.________ in L.________ bzw. seit 

dem 1. Mai 2020 in der Gemeinde B.________ befindet, wo er familiäre 

Bindungen hat. So hielt er sich vor seinem Eintritt in die Einrichtung 

M.________ im September 2020 für mindestens vier Monate bei seinen 

Eltern in O.________ (Gemeinde B.________) auf (vgl. Bf-act. 5, 

Beilage 1 der Beigeladenen sowie vorstehende Erwägung 5.1.2). Auch 

nach seinem Eintritt in die Einrichtung M.________ ist den Akten nichts 

Anderes zu entnehmen, als dass er sich für (regelmässige oder 

sporadische) Wochenendbesuche nach O.________ (Gemeinde 

B.________) begab bzw. begibt. Der Umstand, dass er in der Gemeinde 

B.________ in keinerlei Vereinen aktiv ist und nicht an gesellschaftlichen 

Anlässen teilnimmt, ändert nichts an der Wohnsitzbegründung des 

Beschwerdeführers in der Gemeinde B.________, zumal das Fehlen 

gefestigter sozialer (und ökonomischer) Beziehungen insbesondere bei 

suchtkranken Personen typisch ist und für sich allein nicht 

ausschlaggebend sein kann (vgl. vorstehende Erwägung 4.2). Selbst 

wenn der Beschwerdeführer weder in der Gemeinde B.________ noch in 

einer anderen Gemeinde einen (neuen) Wohnsitz begründet hätte, so 

obläge der Beschwerdegegnerin als Aufenthaltsgemeinde die 

Unterstützungspflicht für den Beschwerdeführer (vgl. Art. 11 Abs. 1 und 

Art. 12 Abs. 2 ZUG; Art. 5 Abs. 3 UG).

6. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb sie 

gutzuheissen und der angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin 

aufzuheben ist. Es wird festgestellt, dass die Gemeinde B.________ 

Unterstützungswohnsitz des Beschwerdeführers ist und die Sache wird 

zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an sie zurückgewiesen.

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7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten zulasten 

der Beschwerdegegnerin (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Gestützt auf Art. 75 

Abs. 2 VRG rechtfertigt es sich vorliegend, die Staatsgebühr auf 

CHF 1'000.-- festzulegen (vgl. auch Urteile des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden U 20 107 vom 13. April 2021, U 19 68 vom 

22. Januar 2020). Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer 

steht praxisgemäss keine Parteientschädigung zu. Auch der in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegenden Beigeladenen wird keine 

Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Art. 78 Abs. 2 VRG).  

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid der Gemeinde 

B.________ vom 28. Juli 2021 wird aufgehoben. Es wird festgestellt, dass 

die Gemeinde B.________ Unterstützungswohnsitz von A.________ ist 

und die Sache wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an sie 

zurückgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 295.00

zusammen CHF 1'295.00

gehen zulasten der Gemeinde B.________.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]