# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d07d04c4-bf5c-571a-819d-bbbc67b0a34c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2020 D-2243/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2243-2017_2020-07-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2243/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter William Waeber,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger; 

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro, (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid);  

Verfügung des SEM vom 14. März 2017 / N (…). 

 

 

 

D-2243/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte mit Schreiben vom 10. Juni 2004 erstmals 

ein Asylgesuch aus dem Ausland. Dieses wurde vom damaligen Bundes-

amt für Flüchtlinge (BFF) mit Verfügung vom 14. Dezember 2004 abge-

lehnt. Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

Ein weiteres Asylgesuch aus dem Ausland vom 25. Februar 2009 schrieb 

das vormalige Bundesamt für Migration (BFM; heute: SEM) am 23. Januar 

2013 ab, nachdem der Beschwerdeführer in die Schweiz eingereist war.  

B.  

Am 20. Dezember 2012 suchte der Beschwerdeführer in der Schweiz um 

Asyl nach.  

Er machte im Wesentlichen geltend, er sei sri-lankischer Staatsangehöri-

ger tamilischer Ethnie und im Jahr 1989 der Tamil Eelam Liberation Orga-

nisation (TELO) beigetreten. Von 1992 bis 1997 sei er in B._______ Dis-

triktverantwortlicher für die TELO gewesen. 1998 sei er ins TELO-Haupt-

quartier in C._______ befördert worden. Als der (…) im Jahr 2000 ins nati-

onale Parlament gewählt worden sei, sei er (der Beschwerdeführer) des-

sen persönlicher Mitarbeiter geworden. (…) habe er eine Tamilin aus 

B._______ geheiratet. Von 2002 bis 2006 sei er Distriktverantwortlicher der 

TELO für D._______ gewesen. Als er 2004 das erste Asylgesuch gestellt 

habe, habe er mit der Politik aufhören wollen, jedoch wegen des damit ver-

bundenen Wegfalls des Schutzes durch die TELO Sicherheitsbedenken 

gehabt. Mitte 2006 sei er dann aus der TELO ausgetreten. Nach einem 

kurzen Aufenthalt in E._______ habe er fortan in B._______ gelebt und 

einen wirtschaftlichen Neustart versucht. Er habe in der TELO keine Ver-

antwortung mehr gehabt, aber noch (…) für diese geleistet. Am 30. Dezem-

ber 2008 hätten ihn Unbekannte in seiner Abwesenheit zuhause gesucht. 

Seine Frau habe den Vorfall bei der Polizei gemeldet. Am 10. April 2009 

sei er im TELO-Büro in D._______ vom CID (Criminal Investigation Depart-

ment) oder der TID (Terrorism Investigation Division) festgenommen wor-

den. Er sei befragt und dabei misshandelt worden. Man habe von ihm wis-

sen wollen, warum er bei der TELO mitmache, und ob er Verbindungen zu 

den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) habe. Am nächsten Tag sei er 

vom CID gezwungen worden, mit dem Vorsitzenden von Sri-TELO zu tele-

fonieren und diesem seine Unterstützung zuzusichern. Nach dem Anruf sei 

er freigelassen worden. Die Sri-TELO sei von ehemaligen TELO-Mitglie-

dern und anderen Personen gebildet worden und habe an den Wahlen zum 

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Seite 3 

D._______ (…) von August 2009 innerhalb der Allianz der Regierungspar-

tei teilgenommen. Er habe drei bis vier Monate im Wahlbüro der Sri-TELO 

arbeiten müssen. Als langjähriger TELO-Bezirksverantwortlicher sei er in 

D._______ bekannt gewesen. Er sei an Wahlveranstaltungen gefahren 

worden und auch bei Aktionen zugegen gewesen, bei denen gegnerische 

Angehörige der Tamil National Alliance (TNA) misshandelt oder TNA-Pla-

kate zerrissen worden seien. Er habe dabei nicht selbst Hand anlegen 

müssen, sondern sei jeweils gut sichtbar am Ort des Geschehens platziert 

worden, um der Wählerschaft zu zeigen, dass er als bekannter Lokalpoliti-

ker die Sri-TELO unterstütze. Nach den Wahlen sei es ruhiger geworden. 

Im Bemühen, sich von der Politik fernzuhalten und wirtschaftlich selbstän-

dig zu werden, habe er am 23. September 2009 bei der (…) in D._______ 

eine Stelle als (…) angenommen. Am 21. August 2012 sei er von einem 

jungen Mann aufgefordert worden, in das Büro von Sri-TELO zu kommen. 

Er sei der Aufforderung vorerst nicht gefolgt, sondern erst am 3. November 

2012 bei der Sri-TELO erschienen. Er habe eine Ohrfeige erhalten und sei 

weggeschickt worden, verbunden mit der Aufforderung, am 20. November 

2012 wieder zu kommen. Nachdem er dies nicht getan habe, sei er am 

25. November 2012 bei der Arbeit von zwei Personen wiederum zum Er-

scheinen im Sri-TELO-Büro aufgefordert worden. Er habe zugesagt, am 

30. November 2012 zu kommen, worauf die beiden auf Schusswaffen un-

ter ihren Hemden gedeutet hätten. Daraufhin habe er sich zur Ausreise 

entschlossen. Er habe sich am 26. November 2012 nach Colombo bege-

ben und sei am (…) 2012 legal mit dem am Vortag ausgestellten Pass von 

Colombo via F._______ nach G._______ geflogen, von wo aus er in die 

Schweiz weitergereist sei. Der Pass sei beim Schlepper verblieben. 

C.  

C.a Mit Verfügung vom 6. August 2015 stellte das SEM fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle (Dispositivziffer 1). 

Es lehnte das das Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2) und ordnete die Weg-

weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) sowie 

den Vollzug (Dispositivziffern 4 und 5) an. 

C.b Es führte an, der geltend gemachte Ausreiseanlass (Drohung seitens 

der Sri-TELO vom 25. November 2012) sei nicht glaubhaft. Die vom 

31. Oktober 2012 datierende Arbeitsbestätigung der (…) (Arbeitsverhältnis 

vom 23. September 2009 bis 25. November 2012), die Ausreiseumstände 

und die unsubstanziierte Schilderung der unmittelbaren Bedrohungslage 

würden auf eine längerfristig geplante Ausreise hindeuten. Die für die Ver-

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gangenheit geltend gemachten Vorbringen seien zwar überwiegend glaub-

haft (als TELO-Politiker von Unbekannten – angesichts der damaligen Ver-

hältnisse wohl LTTE-Angehörige – bedroht; nach Beendigung der Politi-

kerkarriere von Sri-TELO beansprucht worden), aber mangels Kausalzu-

sammenhangs zur erst Ende 2012 erfolgten Ausreise nicht asylbeachtlich. 

Nach den Lokal-Wahlen von August 2009 sei der Beschwerdeführer erst 

am 21. August 2012 wieder von der Sri-TELO kontaktiert worden. Nach-

dem die Vorbringen hinsichtlich der Zeit vor der Ausreise von August 2012 

bis November 2012 aber unglaubhaft seien, sei davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer seit 2009 keine asylrelevanten Nachteile mehr erlit-

ten habe. Die Befürchtung, künftig Übergriffen seitens der Sri-TELO aus-

gesetzt zu sein, sei mangels Aktualität nicht asylrelevant. Die Sri-TELO sei, 

wie andere tamilische Gruppierungen, mit Unterstützung der früheren Re-

gierung und der Armee gegründet worden, um die LTTE auf politischer und 

paramilitärischer Ebene zu bekämpfen. Nachdem die LTTE nicht mehr 

existieren würden und ein Machtwechsel stattgefunden habe, gebe es 

keine Hinweise mehr darauf, dass die Armee oder die Regierung die be-

sagte Taktik weiter benutzen würden. Künstlich gebildete Gruppen wie die 

Sri-TELO hätten die Unterstützung der Regierung und Armee und damit 

ihre Bedeutung verloren. Allfällige Übergriffe seitens der Sri-TELO könnten 

bei den Sicherheitsbehörden angezeigt werden und würden geahndet. 

Schliesslich bestehe kein hinreichend begründeter Anlass zur Annahme, 

dass der Beschwerdeführer, der nichts mit den LTTE zu tun gehabt habe, 

ein erhöhtes Risikoprofil aufweise, und bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

Massnahmen seitens der heimatlichen Behörden zu befürchten hätte, die 

über einen Background-Check hinausgehen würden. Der Wegweisungs-

vollzug sei als durchführbar zu erachten.  

D.  

Auf die dagegen vom Beschwerdeführe erhobene Beschwerde trat das 

Bundesverwaltungsgericht mangels Bezahlung eines erhobenen Kosten-

vorschusses mit Urteil D-5456/2015 vom 30. September 2015 nicht ein. 

E.  

E.a Mit als „neues Asylgesuch“ bezeichneter Eingabe vom 2. Dezember 

2015 ersuchte der Beschwerdeführer beim SEM erneut um Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft und um Gewährung des Asyls. 

E.b Er brachte im Wesentlichen vor, er habe Aktivitäten für die LTTE, de-

rentwegen er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit Verfolgung seitens der 

heimatlichen Behörden rechnen müsse, bisher verschwiegen. Aus Sicht 

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des SEM sei es unbestritten, dass er seit der Wahl des (…) der TELO ins 

nationale Parlament im Jahr 2000 dessen persönlicher Mitarbeiter und bis 

2006 für die TELO und diesen Parlamentarier tätig gewesen sei. Im Zuge 

der Verhandlungen über den Waffenstillstand und während desselben von 

Ende 2001 bis 2006 habe es zwischen den LTTE und der TELO viele Ge-

spräche gegeben. Er sei damals in D._______ stationiert gewesen. In sei-

ner Funktion als (…) des besagten Parlamentariers habe er sich regelmäs-

sig ins H._______-Gebiet begeben müssen. Der Parlamentarier sei meis-

tens nach I._______ gereist, um dort Gleichgesinnte und auch LTTE-Ver-

treter zu treffen. Als er im Jahr 2003 bei einer dieser Fahrten nach 

I._______ beim Fahrzeug gewartet habe, sei er von einem Mann kontak-

tiert worden, der sich J.________ genannt und als Mitarbeiter des Geheim-

diensts der LTTE zu erkennen gegeben habe. Dieser sei gut über seine 

Person informiert gewesen. J._______ habe von ihm verlangt, eine Kiste 

mitzunehmen und in D._______ abzugeben, und gemeint, der Transport 

sei problemlos möglich, da das Fahrzeug aufgrund der Immunität des Par-

lamentariers und der Bestimmungen des Waffenstillstands nicht kontrolliert 

würde. Für den Fall, dass er sich weigere, sei ihm gedroht worden, dass 

seiner Frau und seinem Kind etwas zustossen könnte. Da er auch davon 

ausgegangen sei, dass keine Fahrzeugkontrolle erfolgen würde, habe er 

sich zur Mitnahme der kleinen, nicht besonders schweren Kiste bereit er-

klärt. Der Parlamentarier habe davon nichts gemerkt. Bereits bei der 

nächsten Fahrt nach I._______ sei J._______ wieder an ihn herangetreten 

und habe von ihm verlangt, weitere Transporte auszuführen, ansonsten der 

Parlamentarier und die sri-lankischen Behörden über den bereits erfolgten 

Transport informiert würden. Auch gegen seine Familie seien wieder Dro-

hungen ausgesprochen worden. Da er die Transporte als gefahrlos einge-

schätzt habe, habe er eingewilligt. Bis zur Beendigung seiner Tätigkeit für 

den Parlamentarier im Jahr 2006 habe er rund 15 Mal Kisten von I._______ 

nach D._______ transportiert. Diese seien maximal 60-70 cm lang und bis-

weilen recht schwer, schätzungsweise bis 20 kg, gewesen. Aufgrund des 

Gewichts und der Verpackung habe er vermutet, dass es sich bei gewissen 

Transporten auch um Waffen, Minen oder gar Sprengstoff handeln könnte. 

Als er J._______ nach den ersten Transporten gesagt habe, dass er diese 

Tätigkeit nicht mehr ausüben wolle, sei dieser mit seinem Vorgesetzten bei 

ihm in D._______ erschienen. Der Vorgesetzte von J.________ habe die 

Drohungen erneuert und ihn so zur Weiterführung der Transporte gebracht. 

Im Jahr 2009 sei ein TELO-Mitarbeiter namens K._______., Deckname 

L.________, durch den CID in D._______ verhaftet worden. Die beilie-

gende Kopie eines Schreibens des IKRK vom (…) 2010 belege die Inhaf-

tierung von K._______. Am (…) 2010 sei K._______ freigelassen worden, 

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nachdem er sich verpflichtet habe, künftig bei Befragungen von LTTE-Ak-

tivisten durch den CID als Übersetzer mitzuwirken. Er sei mit K._______, 

der heute in D._______ ein Geschäft betreibe, in losem Kontakt geblieben. 

Im Oktober 2012 habe K._______ einen gemeinsamen Freund – einen 

ehemaligen TELO-Mitarbeiter namens M._______ – zu ihm geschickt. 

M._______ habe ihm ausgerichtet, dass K._______ bei einer Befragung 

von J._______ beim CID dabei gewesen sei, bei der J._______ sich bereit 

erklärt habe, über seine Geheimdienstaktivitäten für die LTTE Auskunft zu 

geben, um so seine Freilassung zu erwirken. J._______ habe angegeben, 

dass er (der Beschwerdeführer) von 2003 bis 2006 Transporte für die LTTE 

vom H._______ Gebiet nach D._______ durchgeführt habe. K._______ 

habe ihm ausrichten lassen, dass er aufpassen müsse; die Aussagen von 

J._______ seien noch nicht sehr ausführlich gewesen, aber weitere Ver-

höre würden folgen. Nebst den Druckversuchen seitens der Sri-TELO habe 

ihn auch diese Warnung, dass die sri-lankischen Behörden Kenntnis von 

seiner Schmuggeltätigkeit für die LTTE erlangt hätten, zur Flucht aus Sri 

Lanka bewogen. Er habe seine Aktivitäten für die LTTE bisher nicht offen-

gelegt, weil ihm von hierzulande lebenden Tamilen bei der Ankunft in der 

Schweiz davon abgeraten worden sei. Es sei ihm auch bewusst gewesen, 

dass er allenfalls als asylunwürdig erachtet werden könnte. Zudem sei er 

davon ausgegangen, dass die genannten Fluchtgründe für die Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft genügen würden. Nachdem sein Asylgesuch 

aber abgelehnt und bereits ein Gespräch beim sri-lankischen Konsulat 

zwecks Ausstellung von Reisepapieren durchgeführt worden sei, sei er nun 

zur Offenlegung gezwungen gewesen, zumal trotz des Zeitablaufs nicht 

damit zu rechnen sei, dass die sri-lankischen Behörden die Aktivitäten un-

geahndet lassen würden. 

E.c Das SEM nahm die Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. Dezem-

ber 2015 als Wiedererwägungsgesuch entgegen und hörte ihn dazu am 

28. November 2016 an. Der Beschwerdeführer bestätigte dabei im We-

sentlichen den von seinem Rechtsvertreter geltend gemachten Sachver-

halt.  

F.  

F.a Mit Verfügung vom 14. März 2017 – eröffnet am 16. März 2017 – wies 

das SEM das als Wiedererwägungsgesuch entgegengenommene Gesuch 

des Beschwerdeführers im Asylpunkt und hinsichtlich der Wegweisung ab 

(Dispositivziffer 1). Soweit sich das Wiedererwägungsgesuch auf die Zuer-

kennung der Flüchtlingseigenschaft und den Vollzug der Wegweisung be-

ziehe, hiess es dieses gut und es hob die Ziffern 1, 4 und 5 der Verfügung 

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vom 6. August 2015 auf (Dispositivziffer 2). Es stellte fest, dass der Be-

schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 

AsylG (SR 142.31) erfülle (Dispositivziffer 3), und verfügte die vorläufige 

Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzulässigkeit des Vollzugs der 

Wegweisung (Dispositivziffer 4). Es stellte fest, dass die vorläufige Auf-

nahme ab Datum der Verfügung bis zu deren Aufhebung oder Erlöschen 

dauere (Dispositivziffer 5), der Beschwerdeführer bei Aufhebung der vor-

läufigen Aufnahme die Schweiz zu verlassen habe (Dispositivziffer 6), und 

es beauftragte den Kanton N._______ mit der Umsetzung der vorläufigen 

Aufnahme (Dispositivziffer 7). Des Weiteren erhob es eine (reduzierte) Ge-

bühr von Fr. 300.– (Dispositivziffer 8). 

F.b Es führte im Wesentlichen aus, es sei mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka asylrechtlich relevante Nachteile zu gewärtigen hätte. Er 

erfülle daher die Flüchtlingseigenschaft. Von der Asylgewährung seien 

Flüchtlinge jedoch gemäss Art. 53 AsylG auszuschliessen, wenn sie wegen 

verwerflicher Handlungen des Asyls unwürdig seien. Als verwerfliche 

Handlung gelte die Begehung eines Verbrechens im Sinne von Art. 10 

Abs. 2 StGB (SR 311.0). Der Beschwerdeführer habe mit den für die LTTE 

durchgeführten Transporten, bei denen es sich mutmasslich auch um Waf-

fen, Minen oder Sprengstoff gehandelt habe, einen individuellen Tatbeitrag 

– in Form strafbarer Vorbereitungshandlungen oder als Gehilfe – zur Be-

gehung von Verbrechen gemäss Art. 10 Abs. 2 StGB geleistet und damit 

verwerfliche Handlungen im Sinne von Art. 53 begangen. Angesichts der 

damaligen Situation in Sri Lanka müsse davon ausgegangen werden, dass 

es nach den besagten Transporten zu Anschlägen gekommen sei. Es sei 

davon auszugehen, dass mit den gelieferten Utensilien vorsätzliche Tötun-

gen (Art. 111 StGB) und schwere Körperverletzungen (Art. 122 StGB) be-

gangen und auch die Straftatbestände der Verursachung einer Explosion 

(Art. 223 StGB) und der Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer 

Absicht (Art. 224 StGB) erfüllt worden seien. Der Beschwerdeführer habe 

zwar selbst keine Anschläge durchgeführt, aber durch die logistische Hilfe-

leistung zu den besagten Straftaten beigetragen. Es sei auch von vorsätz-

licher Hilfe auszugehen, sei er sich doch bewusst gewesen, dass in den 

Kisten Waffen, Minen und Sprengstoff enthalten sein dürften, und sei es 

die Natur solcher Utensilien, Anschläge damit zu verüben. In der relevan-

ten Zeit seien beispielsweise Anschläge auf den ehemaligen Aussenminis-

ter Sri Lankas (August 2005) oder den ehemaligen General S. F. (April 

2006) verübt worden. Ab Dezember 2005 sei es auch vermehrt zu Anschlä-

gen mit Minen gekommen, die auch Kinder getötet hätten. Die Anwendung 

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von Art. 53 AsylG sei zudem als verhältnismässig zu erachten. Der Be-

schwerdeführer mache zwar geltend, die Transporte unter Zwang ausge-

führt zu haben. Es wäre ihm jedoch möglich gewesen, die Arbeit für den 

Parlamentarier niederzulegen. Auch wäre es ihm zuzumuten gewesen, den 

Parlamentarier über das Vorgefallene zu informieren. Es sei zwar nachvoll-

ziehbar, dass er sich aufgrund der Drohungen unter Druck gefühlt habe. 

Seine Familie sei aber nicht selber bedroht worden und habe ausserhalb 

des Einflussgebiets der LTTE gelebt. Von einer Alternativlosigkeit oder ei-

nem eigentlichen Zwang zur Durchführung der Waffentransporte könne da-

her nicht gesprochen werden. Zugute zu halten sei ihm, dass seither mehr 

als zehn Jahre vergangen seien und er sich hierzulande keiner Straftaten 

schuldig gemacht habe. Die in Sri Lanka begangenen Taten seien jedoch 

noch nicht verjährt und die verbrecherische Vorgehensweise der LTTE, die 

der Beschwerdeführer mitgetragen habe, stehe den mildernden Umstän-

den gegenüber. Die Auswirkungen der Anwendung von Art. 53 AsylG seien 

zudem insofern wenig einschneidend, als der Beschwerdeführer als 

Flüchtling von einer Rückschiebung in den Verfolgerstaat geschützt sei. 

Schliesslich habe er die Transporte aus asyltaktischen Gründen zuvor ver-

schwiegen, und die Flüchtlingseigenschaft sei ihm nun zuzuerkennen, weil 

er in seinem Heimatland eine Straftat begangen habe.  

G.  

G.a Mit Eingabe vom 18. April 2017 erhob der Beschwerdeführer durch 

seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er 

beantragte, es sei festzustellen, dass es sich beim Verfahren, welches zum 

Erlass der vorinstanzlichen Verfügung vom 14. März 2017 geführt habe, 

um ein Asylverfahren gehandelt habe, und er ersuchte um Aufhebung der 

besagten Verfügung in den Ziffern 1 und 2 sowie 4 bis 6 und 8 des Dispo-

sitivs sowie um Gewährung des Asyls. In prozessualer Hinsicht ersuchte 

er um Mitteilung des Spruchkörpers und um Bestätigung, dass hinsichtlich 

des Spruchkörpers keine Programmierung oder Manipulation existiere. 

G.b Er machte im Wesentlichen geltend, bisher verschwiegene Asylgründe 

seien nicht im Rahmen eines Wiedererwägungs-, sondern eines neuen 

Asylverfahrens zu prüfen. Nur die Bezeichnung seiner Eingabe vom 2. De-

zember 2015 als "Wiedererwägungsgesuch" habe es dem SEM erlaubt, 

eine Gebühr zu verlangen (Dispositivziffer 8). Aus Sicht des SEM handle 

es sich bei ihm um einen skrupellosen Straftäter, der sich der vorsätzlichen 

Tötung und schweren Körperverletzung, respektive strafbarer Vorberei-

tungshandlungshandlungen hierzu, allenfalls nur als Gehilfe, schuldig ge-

macht habe. Die Annahme des SEM, er sei an solchen Straftaten der LTTE 

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beteiligt gewesen, sei jedoch rein spekulativ. Das SEM habe aus der von 

ihm geäusserten Vermutung, dass sich in den transportierten Paketen al-

lenfalls auch Waffen, Munition oder Sprengstoff befunden haben könnten, 

geschlossen, dass tatsächlich Waffen-, Munitions- und Sprengstofftrans-

porte stattgefunden hätten, und dass der von ihm eventuell transportierte 

Sprengstoff vielleicht bei Anschlägen eingesetzt worden sei und dabei 

Menschen getötet oder schwer verletzt worden seien. Bei diesen Schluss-

folgerungen handle es sich indes um blosse Annahmen respektive Unter-

stellungen. Das SEM habe den Sachverhalt insofern unrichtig festgestellt. 

Es lägen keine gesicherten Erkenntnisse darüber vor, was er tatsächlich 

transportiert habe; es könnte sich auch um Geldmittel, Gold oder Schmuck 

gehandelt haben, zumal die sri-lankische Regierung davon ausgehe, dass 

es den LTTE gelungen sei, grosse Vermögenswerte aus dem H._______-

Gebiet herauszuschaffen und bis heute vor dem Zugriff der Sicherheits-

kräfte zu verbergen. Fest stehe nur, dass er Transporte ausgeführt habe. 

Möglicherweise seien Waffen, Munition und Sprengstoff dabei gewesen, 

sicher wisse er es aber nicht und er habe auch keine Chance gehabt, dies 

im damaligen Zeitpunkt herauszufinden. Auch heute könne keine Gewiss-

heit darüber bestehen. Zudem habe er die Transporte unter Zwang ausge-

führt; er habe immer wieder versucht, sich der Aufgabe zu entziehen, aber 

aufgrund der wiederholten Drohungen begründete Furcht gehabt, dass ihm 

und seiner Familie etwas zustossen würde, sollte er sich verweigern. Im 

Übrigen habe das SEM sein Ermessen überschritten respektive das Will-

kürverbot und Rechtsgleichheitsgebot verletzt, habe es doch bei anderen 

tamilischen Gesuchstellern, deren Involvierung in die Tätigkeiten der LTTE 

vergleichbar oder gar weit tiefgreifender gewesen sei als die seinige, nicht 

auf Asylunwürdigkeit erkannt (Verweis auf sieben Fälle). Indem das SEM 

ohne jeglichen Beweis für das Vorliegen einer Straftat im Sinne von Art. 53 

AsylG behauptet habe, er sei für schwere Kriegsverbrechen und Men-

schenrechtsverletzungen verantwortlich, habe es die Unschuldsvermutung 

verletzt. Die verweigerte Asylgewährung komme einer Bestrafung gleich, 

sei ihm damit doch der sofortige Nachzug seiner Frau und Kinder verwehrt. 

In Bezug auf Schuldausschluss- respektive Schuldmilderungsgründe un-

terstelle ihm das SEM, dass er ohne Weiteres Handlungsalternativen ge-

habt hätte. Er hätte jedoch sich und seine Familie in Lebensgefahr ge-

bracht, wenn er die Transporte verweigert hätte. Sobald die Strasse ins 

H._______-Gebiet im Jahr 2006 geschlossen worden sei und Transporte 

damit objektiv unmöglich geworden seien, habe er sich von der besagten 

Tätigkeit abgesetzt. Der Ausschluss vom Asyl wäre auch unverhältnismäs-

sig. Er habe nicht gewusst, was er transportiert habe, und die LTTE weder 

willentlich noch ideologisch unterstützt. Die fraglichen Transporte lägen 

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Seite 10 

schon 11 bis 16 Jahre zurück. Im damaligen Zeitpunkt sei seine Rolle aus 

Sicht der LTTE zwar wichtig, aber angesichts der gesamten Kriegsereig-

nisse recht unbedeutend gewesen. Zu beachten sei auch der Umstand, 

dass Material, welches für Anschläge ausserhalb des H._______-Gebiets 

verwendet worden sei, in der Regel nicht aus dem H._______-Gebiet ge-

stammt habe, wo solches knapp gewesen sei, sondern in umgekehrter 

Richtung – ins H._______-Gebiet – geschmuggelt worden sei. Zudem be-

reue er es bis heute, dass er sich dem Zwang nicht habe entziehen können, 

auch wenn er keine Gewissheit habe, ob er tatsächlich gefährliche Güter 

transportiert habe. 

H.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 19. April 2017 den Eingang 

der Beschwerde. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. April 2017 gab die Instruktionsrichterin 

dem Beschwerdeführer das Spruchgremium bekannt. Gleichzeitig forderte 

sie ihn auf, bis zum 11. Mai 2017 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu 

bezahlen, ansonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Der 

Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet.  

J.  

Am 17. Mai 2017 lud die Instruktionsrichterin die Vorinstanz zur Vernehm-

lassung zur Beschwerde ein.  

K.  

In seiner Vernehmlassung vom 19. Mai 2017 beantragte das SEM die Ab-

weisung der Beschwerde. Die Instruktionsrichterin stellte dem Beschwer-

deführer die Vernehmlassung am 22. Mai 2017 zur Kenntnisnahme zu.  

L.  

Mit Eingabe vom 23. Mai 2017 brachte der Beschwerdeführer vor, das 

SEM habe sich in seiner Vernehmlassung nicht mit den Rügen auseinan-

dergesetzt; dies sei als Eingeständnis einer Fehlleistung zu werten.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

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Seite 11 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – mit Ausnahme der nachfolgenden Erwägung – einzutreten. 

1.4 Mit der Zwischenverfügung vom 26. April 2017 wurde dem Beschwer-

deführer der Spruchkörper bekanntgegeben. Damit wurde den Anforderun-

gen von Art. 32 Abs. 4 VGR Genüge getan. Auf den Antrag auf Mitteilung 

betreffend die Bildung des Spruchkörpers ist nicht einzutreten (vgl. Teilur-

teil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Der Beschwerdeführer beruft sich in seinem Gesuch um Gewährung des 

Asyls vom 2. Dezember 2015 auf Aktivitäten für die LTTE, die er bisher 

verschwiegen habe. Das SEM hat den grundsätzlichen Anspruch des Be-

schwerdeführers auf Prüfung dieser unechten Noven nicht in Abrede ge-

D-2243/2017 

Seite 12 

stellt und ist auf das Gesuch vom 2. Dezember 2015 eingetreten. Ange-

sichts des Ausgangs des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. die 

nachfolgenden Ausführungen [Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

vom 14. März 2017 infolge Gutheissung des Beschwerdeantrags um Ge-

währung des Asyls]) erübrigt sich vorliegend eine Auseinandersetzung mit 

dem vom Beschwerdeführer einzig mit Blick auf die vom SEM verfügte Ge-

bührenerhebung (Dispositivziffer 8) gestellten Antrag um Feststellung, es 

habe sich bei dem Verfahren, das zur Verfügung vom 14. März 2017 ge-

führt habe, um ein Asylverfahren gehandelt, fällt die Gebührenerhebung 

mit der Asylgewährung doch dahin. 

4.  

Nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 3 AsylG 

als Flüchtling anerkannt hat, ist nachfolgend einzig zu beurteilen, ob das 

SEM zu Recht zum Schluss gelangt ist, dass der Beschwerdeführer im 

Sinne von Art. 53 Bst. a AsylG asylunwürdig und deshalb von der Asylge-

währung auszuschliessen sei. 

5.  

5.1 Die Schweiz gewährt Flüchtlingen grundsätzlich Asyl (Art. 2 Abs. 1 

AsylG). Davon ausgenommen sind jedoch unter anderem Flüchtlinge, die 

wegen verwerflicher Handlungen des Asyls unwürdig sind (Art. 53 Bst. a 

AsylG). 

5.2 Unter den Begriff der verwerflichen Handlungen im Sinne von Art. 53 

Bst. a AsylG fallen grundsätzlich Delikte, die dem abstrakten Verbrechens-

begriff von Art. 10 Abs. 2 StGB entsprechen, also Straftaten, die mit einer 

abstrakten Höchststrafe von mehr als drei Jahren Freiheitsstrafe bedroht 

sind (vgl. hierzu und zum Folgenden BVGE 2014/29 E. 5.3.1, BVGE 

2011/29 E. 9.2.2, BVGE 2011/10 E. 6 und BVGE 2010/44 E. 6). Nach der 

asylrechtlichen Rechtsprechung ist es irrelevant, ob die verwerfliche Hand-

lung einen ausschliesslich gemeinrechtlichen Charakter hat oder als politi-

sches Delikt aufzufassen ist. Unter Art. 53 Bst. a AsylG sind mithin auch 

Handlungen zu subsumieren, denen keine strafrechtliche Konnotation im 

engeren Sinne des Strafrechts zukommt (vgl. BVGE 2011/29 E. 9.2.2, 

BVGE 2011/10 E. 6 [2. Abschnitt] und das Urteil des BVGer E-7453/2009 

vom 28. Oktober 2013 E. 5.1, je m.w.H.). Aus der Anbindung des Asylaus-

schlussgrunds der "verwerflichen Handlungen" im Sinne von Art. 53 Bst. a 

AsylG an den Verbrechensbegriff von Art. 10 Abs. 2 StGB ergibt sich zwin-

gend, dass in Bezug auf die in Frage stehenden Handlungen der betreffen-

den Person eine strafrechtliche Verantwortlichkeit gegeben sein muss (vgl. 

D-2243/2017 

Seite 13 

Urteil des BVGer D-5243/2010 vom 26. August 2011 E. 6.3.4). Das anzu-

setzende Beweismass wurde in der Botschaft zur Totalrevision des Asyl-

gesetzes sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über Aufenthalt und 

Niederlassung der Ausländer vom 4. Dezember 1995 (BBl 1996 II 73) für 

Art. 1 F des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 53 Bst. a AsylG übereinstimmend 

umschrieben, was sich in der Folge in der Rechtsprechung niedergeschla-

gen hat. Demnach ist bei Straftaten, die im Ausland begangen wurden, kein 

strikter Nachweis erforderlich. Es genügt die aus schwerwiegenden Grün-

den gerechtfertigte Annahme, dass sich die betreffende Person einer Straf-

tat im Sinne der genannten Bestimmungen schuldig gemacht hat. Liegt 

eine entsprechende Delinquenz vor, vermag die alleinige Tatsache einer 

Mitgliedschaft bei einer extremistischen Organisation nicht zur Folgerung 

der Asylunwürdigkeit zu führen. Vielmehr ist von einer pauschalen Betrach-

tungsweise Abstand zu nehmen und der individuelle Tatbeitrag zu ermit-

teln; zu diesem sind die Schwere der Tat und der persönliche Anteil am 

Tatentscheid wie auch das Motiv des Täters und allfällige Rechtfertigungs- 

oder Schuldminderungsgründe zu zählen (vgl. BVGE 2011/29 E. 9.2.3 und 

9.2.4). Ein entsprechender Tatbeitrag, der zum Ausschluss von der Asylge-

währung führt, kann zum einen in unmittelbarer Täterschaft erfolgt sein. 

Zum anderen ist auch nach einer Tatbeteiligung und einer mittelbaren Tä-

terschaft zu fragen, die sich aus einer Verantwortung für Handlungen Drit-

ter aufgrund einer entsprechenden Befehlsgewalt ergeben kann (vgl. 

hierzu das Urteil des BVGer E-3971/2016 vom 22. November 2018 E. 5.1 

m.w.H.). 

5.3 Liegt eine entsprechende Delinquenz vor, ist ausserdem zu prüfen, ob 

die Rechtsfolge des Asylausschlusses auch eine verhältnismässige Mass-

nahme darstellt. Dabei ist vorab unter Berücksichtigung der strafrechtli-

chen Verjährungsbestimmungen in Betracht zu ziehen, wie lange die Tat 

bereits zurückliegt. Ebenso sind das Alter im Zeitpunkt der Tatbegehung 

sowie allfällige Veränderungen der Lebensverhältnisse nach der Tat in den 

Entscheid miteinzubeziehen (vgl. BVGE 2011/10 E. 6 und BVGE 2011/29 

E. 9.2.4, m.w.H.).  

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer hat seinen Angaben zufolge in der Zeit von 

2003 bis 2006 auf Geheiss der LTTE rund 15 Mal Kisten unbekannten In-

halts von I.________ nach D._______ transportiert, wobei er bei gewissen 

Transporten aufgrund des Gewichts und der Verpackung der Pakete ver-

D-2243/2017 

Seite 14 

mutet habe, dass es sich allenfalls auch um Waffen, Munition oder Spreng-

stoff gehandelt haben könnte. Das SEM erachtete diese Aktivitäten des 

Beschwerdeführers als "verwerfliche Handlungen" im Sinne von Art. 53 

Bst. a AsylG. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Ak-

ten zum Schluss, dass dieser Einschätzung nicht gefolgt werden kann.  

6.2 In Bezug auf die LTTE geht das Bundesverwaltungsgericht in seiner 

gefestigten Rechtsprechung davon aus, dass diese – für die Zeit ihres Be-

stehens – angesichts ihrer Zielsetzung der politischen Selbstbestimmung 

der Tamilen in Sri Lanka nicht ausschliesslich als terroristisch-kriminelle 

Organisation aufzufassen sind, gleichzeitig aber aufgrund der Wahl ihrer 

Mittel, die zu erheblichen Menschenrechtsverletzungen geführt haben, 

ebenso nicht nach den alleinigen Kriterien einer Bürgerkriegspartei behan-

delt werden können. In Bezug auf die LTTE wird es weder als sachgerecht 

angesehen, deren Taten generell als Kriegshandlungen zu qualifizieren mit 

der Konsequenz, dass diese den daran Beteiligten nicht als Asylaus-

schlussgrund entgegengehalten werden könnten, noch wird ein Asylaus-

schluss einzig aufgrund der Mitgliedschaft bei den LTTE als gerechtfertigt 

erachtet. Eine pauschale Betrachtung ist fehl am Platz, vielmehr ist der in-

dividuelle Tatbeitrag der Person zu ermitteln, zu welchem die Schwere der 

Tat, der persönliche Anteil am Tatentscheid, das Motiv des Täters und all-

fällige Rechtfertigungs- und Schuldminderungsgründe zu zählen sind (vgl. 

Urteil des BVGer D-5243/2010 vom 26. August 2011 E. 6.3.3, zweiter Teil; 

BVGE 2011/10 E. 6.1, BVGE 2011/29 E. 9.2.4).  

6.3 Hinweise, wonach der Beschwerdeführer Mitglied der LTTE gewesen 

wäre oder sich diesen aus freien Stücken angedient hätte, liegen nicht vor. 

Seinen Angaben zufolge wurde er im Jahr 2003 in I._______ aufgrund sei-

ner damaligen Funktion als (…) eines Parlamentsmitglieds gezielt von den 

LTTE angegangen, da die LTTE die Gefahr einer Kontrolle des entspre-

chenden Fahrzeugs aufgrund der Immunität des Politikers als gering be-

ziehungsweise inexistent erachtet habe. In der Folge sei er unter der An-

drohung, dass ihm oder seiner Familie sonst etwas zustossen könnte, rund 

15 Mal von den LTTE zum Transport von Kisten mit dem besagten Fahr-

zeug gezwungen worden. Hinsichtlich der Frage, welche Straftaten dem 

Beschwerdeführer in Zusammenhang mit diesen Transporten im Sinne ei-

ner strafrechtlichen Verantwortlichkeit vorgeworfen werden könnten, nennt 

das SEM die Tatbestände der vorsätzlichen Tötung (Art. 111 StGB), schwe-

rer Körperverletzung (Art. 122 StGB), Verursachung einer Explosion 

(Art. 223 StGB) und Gefährdung durch Sprengstoff in verbrecherischer Ab-

sicht (Art. 224 StGB). Anhaltspunkte für eine diesbezügliche unmittelbare 

D-2243/2017 

Seite 15 

Täterschaft des Beschwerdeführers lassen sich den Akten nicht entneh-

men. Das SEM lastet ihm indes, im Sinne einer Gehilfenschaft oder straf-

baren Vorbereitungshandlungen, eine strafrechtliche Mitverantwortung an 

solchen Delikten, die den LTTE zuzuschreiben seien, an. Es geht davon 

aus, dass in den vom Beschwerdeführer transportierten Kisten Waffen, Mi-

nen und Sprengstoff gewesen seien, und dass damit Anschläge verübt 

worden seien. In der angefochtenen Verfügung wird eine Reihe von in den 

betreffenden Jahren in Sri Lanka verübten Anschlägen aufgezählt und dem 

Beschwerdeführer eine diesbezügliche strafrechtliche Mitverantwortung 

zugesprochen, ohne jedoch einen konkreten Bezug zu ihm respektive den 

von ihm transportierten Kisten zu machen. Es ist unbestritten, dass es in 

den Jahren 2003 bis 2006 in Sri Lanka zu Anschlägen seitens der LTTE 

gekommen ist, aber es handelt sich um blosse Mutmassungen, dass sol-

che mit vom Beschwerdeführer transportierten Gütern begangen worden 

seien. Dass er vom effektiven Inhalt der Pakete keine Kenntnis gehabt 

habe, erscheint glaubhaft. Der Umstand, dass er bei einzelnen Transporten 

den Verdacht gehegt habe, dass sich in den Kisten auch Waffen, Munition 

oder Sprengstoff befunden haben könnten, ist zu wenig stichhaltig, um eine 

Mitverantwortung im strafrechtlichen Sinn für allfällige Taten Dritter abzu-

leiten, zumal nicht bekannt ist, ob, wie und wo vom Beschwerdeführer (al-

lenfalls) transportierte Waffen effektiv zum Einsatz gelangt sind. Eine mit-

telbare Täterschaft käme im Übrigen nur dann in Frage, wenn eine direkte 

oder indirekte Verantwortung des Beschwerdeführers für Handlungen Drit-

ter aufgrund einer entsprechenden Befehlsgewalt anzunehmen wäre. Dass 

er eine solche Befehlsgewalt in Bezug auf von den LTTE verübte An-

schläge gehabt oder überhaupt über eine Entscheidkompetenz verfügt 

hätte, wird weder vom SEM geltend gemacht noch bestehen konkrete 

Gründe für eine entsprechende Annahme. Es liegen damit keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer selbst in unmittelba-

rer Täterschaft Straftaten im Sinne von Art. 53 Bst. a AsylG i.V.m. Art. 10 

Abs. 2 StGB verübt oder eine relevante Entscheidkompetenz innegehabt 

hätte, aus welcher – im strafrechtlichen Sinn – eine individuelle Verantwort-

lichkeit für (allfällige) Taten Dritter ableitbar wäre. Dem Beschwerdeführer 

kann aufgrund der Aktenlage nicht mit der erforderlichen Gewissheit ein 

konkreter und individueller Tatbeitrag zu verwerflichen Handlungen im 

Sinne von Art. 53 Bst. a AsylG vorgeworfen werden. 

6.4 Des Weiteren ist im Zusammenhang mit der Verhältnismässigkeit eines 

Asylausschlusses darauf hinzuweisen, dass gemäss der Praxis des Bun-

desverwaltungsgerichts in erster Linie Personen von der Asylgewährung 

D-2243/2017 

Seite 16 

auszuschliessen sind, die sich über einen langen Zeitraum in überdurch-

schnittlichem Mass mit der Vorgehensweise einer gewaltbereiten Organi-

sation identifiziert haben. Von einer solchen Identifikation des Beschwer-

deführers, der die besagten, mittlerweile rund fünfzehn Jahre zurückliegen-

den Transporte nicht aus freiem Willen begangen habe, sondern von den 

LTTE dazu gezwungen worden sei, ist vorliegend jedenfalls nicht auszuge-

hen. Auch der Umstand, dass das Verschweigen der Aktivitäten für die 

LTTE in den vorangegangenen Verfahren zu missbilligen ist, vermöchte die 

Verhältnismässigkeit eines Asylausschlusses nicht zu begründen.  

6.5 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Voraussetzungen 

von Art. 53 Bst. a AsylG nicht gegeben sind, um den Beschwerdeführer von 

der Asylgewährung auszuschliessen.  

7.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit mit ihr die 

Gewährung des Asyls beantragt wurde. Die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 sowie 

4 bis 8 der Verfügung vom 14. März 2017 sind aufzuheben und das SEM 

ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren.  

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 750.– 

ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 

8.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

im Zusammenhang mit dem Beschwerdeverfahren notwendigerweise er-

wachsenen Parteikosten zuzusprechen. Seitens der Rechtsvertretung 

wurde keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen 

kann indes verzichtet werden, da sich der zu vergütende Aufwand zuver-

lässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung der 

in Betracht zu ziehenden Berechnungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist dem 

Beschwerdeführer zulasten des SEM eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 1600.– zuzusprechen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-2243/2017 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 sowie 4 bis 8 der Verfügung vom 14. März 

2017 werden aufgehoben und das SEM wird angewiesen, dem Beschwer-

deführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor-

schuss von Fr. 750.– wird dem Beschwerdeführer rückerstattet. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 1600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

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