# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29489bb2-e636-525b-8989-3fffdc8187ec
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 26.11.2003 VB030009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB030009_2003-11-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich

Geschäfts-Nr. VB030009

Verwaltungskommission

Mitwirkend: Obergerichtspräsident lic. iur. R. Bornatico, Vizepräsident Dr. R.

Klopfer, die Oberrichter Dr. E. Mazurczak, Dr. H.A. Müller und lic.

iur. P. Marti sowie Obergerichtssekretärin lic. iur. V. Girsberger

Beschluss vom 26. November 2003

in Sachen

Sch. (Rechtsanwalt)
Beschwerdeführer

gegen

Bezirksgericht Pfäffikon, ER im summarischen Verfahren, Hörnlistr. 55,
8330 Pfäffikon,

Beschwerdegegner

betreffend Entschädigung als unentgeltlicher Rechtsvertreter der X. im
Verfahren EE(...) in Sachen der Parteien betreffend Eheschutz

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Die Verwaltungskommission zieht in Erwägung:

1. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2002 bewilligte der Eheschutzrichter des

Bezirksgerichts Pfäffikon den Parteien wie beantragt das Getrenntleben seit

1. Januar 2000, genehmigte die anlässlich der Hauptverhandlung (...) zwi-

schen ihnen abgeschlossene Teilvereinbarung betreffend Kinderzuteilung

und Besuchsrechtsregelung und setzte die Unterhaltsbeiträge an die Kläge-

rin und die Kinder mit Wirkung ab 1. November 2002 fest. Der Beklagte an-

erkannte seine Verpflichtung, der Klägerin eine vollständige Abrechnung

über den Verkauf der ehelichen Liegenschaft  in (...) mit allen Belegen zuzu-

stellen. Mit Eingabe vom 20. Februar 2003 reichte der Beschwerdeführer

seine detaillierte Honorarnote für die Zeit vom 2. März 2001 bis 30. Januar

2003 ein, mit welcher er einen Zeitaufwand von 42,40 Stunden auswies. Zur

Begründung führte er aus, er habe die Klägerin bereits im Jahre 2000 kurz

beraten. Im März 2001 sei er erstmals im Hinblick auf eine Scheidung,

eventuell ein Verfahren betreffend Eheschutz aktiv geworden. Da er auch

den Beklagten gekannt habe, habe er versucht, eine Teilvereinbarung oder

gar eine Scheidungskonvention herbeizuführen, wozu verschiedene Bera-

tungen und Interventionen notwendig gewesen seien; insbesondere hätten

die Parteien ihr Haus in (...) raschmöglichst verkaufen müssen, nachdem der

Beklagte Anfang Januar 2000 ausgezogen sei. Die Beratungen im Jahre

2001 hätten sich auch auf die finanzielle Notlage der Klägerin erstreckt, weil

der Beklagte ungenügend Alimente bezahlt habe. Zudem habe er die Kläge-

rin bezüglich des Verkaufs der ehelichen Liegenschaft sowie eines Vorver-

trags zwecks Erwerbs einer Eigentumswohnung beraten. Als sich im Mai

2002 herausgestellt habe, dass eine gütliche Einigung nicht mehr möglich

sein würde, sei der Eheschutzrichter angerufen worden.

2. Mit zwei - nicht weiter begründeten - Verfügungen vom 27. Februar 2003

sprach die Vorinstanz den beiden unentgeltlichen Rechtsvertretern der Par-

teien Honorare von Fr. 2'450.--, zuzüglich Barauslagen und 7,6% MWST, zu.

Die Höhe des Honorars entspricht dem vom Rechtsvertreter des Beklagten

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für einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 15 Minuten (zu Fr. 200.--) in der

Zeit vom 19. August 2002 bis 16. Januar 2003 geltend gemachten Betrag.

3. Mit Beschwerde vom 14. März 2003 beantragte der Beschwerdeführer, die

Verfügung vom 27. Februar 2003 sei aufzuheben und es seien die Akten

zwecks neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen unter Ko-

sten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdegegners bzw. der

Staatskasse. Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2003 wurde beantragt,

die Beschwerde ohne Weiterungen abzuweisen. In seiner abschliessenden

Stellungnahme vom 15. März 2003 hielt der Beschwerdeführer an seinen

Anträgen fest. Mit Präsidialverfügung vom 30. September 2003 wurde dem

Beschwerdeführer Frist angesetzt, um sein Rechtsbegehren zu beziffern,

unter der Androhung, dass im Säumnisfalle aufgrund der Akten entschieden

würde. Mit fristgerechter Stellungnahme vom 13. Oktober 2003 ersuchte der

Beschwerdeführer um Zusprechung einer zusätzlichen Entschädigung von

mindestens Fr. 2'000.--, zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer.

4. Gemäss § 108 Abs. 1 Satz 1 GVG kann wegen Rechtsverweigerung und

Rechtsverzögerung der Gerichtsbehörden sowie wegen anderer Verletzun-

gen von Amtspflichten bei der nächst übergeordneten Aufsichtsbehörde

Beschwerde geführt werden. Die Beschwerde steht auch gegen Entscheide

über die Festsetzung der Entschädigung des unentgeltlichen Rechts-

vertreters offen (Hauser/Schweri, Kommentar zum zürcherischen Gerichts-

verfassungsgesetz, Zürich 2002, N 24 zu § 108 GVG, S. 380., Frank/Sträuli/

Messmer, Kommentar zur Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessord-

nung, 3. A. Zürich 1997, N 11 zu § 89 ZPO und N 26 zu § 271 ZPO, N 6b

Anhang II/zu § 108 GVG). Aufsichtsbehörde über die Bezirksgerichte ist das

Obergericht (§ 106 GVG), das diese Aufgabe in seiner Organisationsverord-

nung vom 8. Dezember 1999 der Verwaltungskommission übertragen hat.

5. Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters in Zivilsachen be-

rechnet sich nach der Anwaltsgebührenverordnung (§ 15 Abs. 1 AnwGebV).

Dem Prozessgericht steht bei der Bemessung der Entschädigung des un-

entgeltlichen Rechtsvertreters im Rahmen der Verordnung des Obergerichts

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über die Anwaltsgebühren vom 10. Juni 1987 (AnwGebV) ein weites Er-

messen zu. Die Aufsichtsbehörde greift nach ständiger Praxis auf Be-

schwerde hin nur ein, wenn die Entschädigung mit den Vorschriften der

Gebührenverordnung nicht in Einklang steht oder im Ergebnis unangemes-

sen erscheint. Nach dem in Eheprozessen anwendbaren § 3 Abs. 1 und 2

AnwGebV bildet der Zeitaufwand nur einen von mehreren für die Entschädi-

gung bedeutsamen Bemessungsfaktoren: Er ist neben der Schwierigkeit des

Falls und der Verantwortung des Anwalts sowie allfälliger vermögensrecht-

licher Ansprüche über Fr. 300'000.-- (soweit diese einen aufwendigen Streit-

gegenstand bildeten) zu berücksichtigen, aber nur soweit er vom Gericht

auch als notwendig erachtet wird. Daher kann die Entschädigung des (un-

entgeltlichen) Rechtsvertreters - im Gegensatz zu derjenigen des amtlichen

Verteidigers im Strafverfahren, die Aufwandentschädigung darstellt

(§ 15 Abs. 2 AnwGebV) - nicht errechnet werden, indem der geltend ge-

machte und vom Gericht anerkannte Zeitaufwand mit einem bestimmten

Stundenansatz multipliziert wird. Die Grundgebühr gemäss § 3 Abs. 1    An-

wGebV beträgt in der Regel Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.

6. Zur Begründung der Beschwerde wurde vorgetragen, der Beschwerdegeg-

ner habe das rechtliche Gehör verletzt, indem er die Ausführungen zum

Aufwand im Begleitschreiben vom 20. Februar 2003 nicht beachtet und trotz

klarer zeitlicher Gliederung der detaillierten Honorarnote nicht begründet ha-

be, ab welchem Zeitpunkt das Mandat der unentgeltlichen Rechtsvertretung

seine Wirkung entfaltet habe. Die zugesprochene gekürzte Entschädigung

ergebe einen Stundenansatz von nur gerade Fr. 57.--. Die "Grundgebühr

samt Zuschlägen" von Fr. 2'450.-- sei willkürlich festgesetzt, da weder der

prozentuale Anteil von Zuschlägen erkennbar, noch die Anwendung eines

Herabsetzungsfaktors näher begründet würden. Eine vom geltend gemach-

ten Aufwand um 3/4 abweichende Entschädigung sei nach allgemeinen

Rechtsgrundsätzen begründungspflichtig, mindestens seien aber die Gründe

für eine dem Gericht unverständlich hohe Honorarnote in Anwendung der

richterlichen Fragepflicht zu klären. In der Hauptverhandlung sei vor allem

die Feststellung der Unterhaltsbeiträge und deren Nachzahlung streitig ge-

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wesen, weshalb diesbezüglich auch eine Streitwertbestimmung hätte vorge-

nommen werden müssen. Die Einreichung einer detaillierten Honorarrech-

nung mache nur Sinn, wenn der Zeitaufwand bei der Bemessung der Ent-

schädigung berücksichtigt werde. Ein grosser Teil des Zeitaufwands sei auf

das (vorprozessuale) Verhalten des Beklagten und die schwierige Erhebung

seiner Einkommensverhältnisse zurückzuführen. Schliesslich hätte beim

Streitwert auch die güterrechtliche Auseinandersetzung beim Verkauf der

ehelichen Liegenschaft in (...) im Jahre 2001 berücksichtigt werden müssen.

7. (...)

8. (...)

9. Zu den Einwendungen des Beschwerdeführers ergibt sich Folgendes:

a) Nach feststehender Rechtsprechung gilt der Grundsatz der Nichtrück-

wirkung der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung. Anwalt-

liche Aufwendungen können aber, soweit sie der Vorbereitung eines

Prozesses dienten, entschädigt werden, wenn es sich dabei um not-

wendigen Aufwand zur Sammlung des Prozessstoffes und für das

Verfassen der Rechtsschrift handelte (Frank/Sträuli/Messmer, Kom-

mentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. A. Zürich 1997, N 5

zu § 89 ZPO; ZR 61 Nr. 11, ZR 72 Nr. 19; bestätigt mit Beschluss der

Verwaltungskommission vom 24. April 2002 i.S. K. gegen Bezirksge-

richt     Zürich, E. 4 [VB010012]). Diese Voraussetzung ist z.B. erfüllt,

wenn die Parteivertreter scheidungswilliger Parteien unmittelbar vor

Prozesseinleitung während kurzer Zeit Konventionsverhandlungen

führten, um eine umfassende Einigung im Sinne von Art. 111 ZGB zu

erzielen,    deren Scheitern dann die Anrufung des Richters gemäss

Art. 112 ZGB (Teileinigung) auslöste (Beschluss der Verwaltungskom-

mission i.S. W. gegen Bezirksgericht Dielsdorf vom 17. September

2003 [VB020050]). Von Bedeutung ist dabei, dass die Scheidung der

Ehe und die Regelung ihrer Nebenfolgen zwingend unter Mitwirkung

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der ordentlichen Gerichtsbarkeit zu erfolgen hat. Der hier streitige Fall

liegt aber anders:

Die Eheleute verhandelten während längerer Zeit über die Regelung

ihrer seit dem 1. Januar 2000 gelebten Trennung sowie einer allfälligen

Scheidung und deren Nebenfolgen, wozu es der richterlichen Mitwir-

kung nicht bedurfte. Es war den Parteien freigestellt, zu einem beliebi-

gen Zeitpunkt den Eheschutzrichter anzurufen, um Schutzmassnah-

men gegen den Willen des anderen Ehegatten zu erwirken (Art. 172

Abs. 3 ZGB). Der Beschwerdeführer war vor Prozesseinleitung vom

2. März 2001 bis 2. September 2002, mithin während 1 1/2 Jahren für

seine Klientin beratend tätig. Schon die Dauer des Mandats schliesst

aus, dass die Tätigkeit von Anfang an der unmittelbaren Vorbereitung

eines Begehrens um Erlass von Eheschutzmassnahmen im Sinne von

Art. 172 Abs. 3 ZGB diente. Die Beratung hatte zudem mediatorischen

Charakter, führte der Beschwerdeführer doch mit den Parteien sowohl

gemeinsame als auch getrennte Gespräche, um eine Einigung zu er-

zielen. Er übernahm damit die vermittelnde Funktion des Eheschutz-

richters, der von den Eheleuten gestützt auf Art. 172 Abs. 1 ZGB ange-

rufen wird. Sein Handeln war somit gerade nicht darauf ausgerichtet,

den Prozessstoff für die Einleitung eines - im Unterschied zur Konzep-

tion der Art. 111 bzw. Art. 112 ZGB - einseitigen Eheschutzbegehrens

gemäss Art. 172 Abs. 3 ZGB zu sammeln. Eine genügend enge sachli-

che Beziehung zwischen vorprozessualer anwaltlicher Tätigkeit und

Prozesseinleitung (vgl. auch BGE 122 I 208 E. 2f), die ausnahmsweise

eine rückwirkende Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung er-

laubt, war vorliegend erst ab dem Zeitpunkt erfüllt, als der beklagte

Ehemann den Kontakt mit dem Beschwerdeführer abbrach, um einen

eigenen Rechtsanwalt zu mandatieren; dessen Vollmacht datiert vom

3. Oktober 2002. Ein letztes kurzes Telefongespräch mit Herrn X. fand

am 13. August 2002 statt. Die Bemühungen des Beschwerdeführers

als unentgeltlicher Rechtsvertreter von Frau X. sind demzufolge ab

dem 30. August 2002 zu entschädigen, an welchem ein Aufwand für

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Aktenstudium, gefolgt von der Eingabe an das Bezirksgericht Pfäffikon

vom 2. September 2002, ausgewiesen ist. Diese Vorbereitungshand-

lungen bildeten in zeitlicher und sachlicher Hinsicht einen genügend

engen Zusammenhang zum Eheschutzbegehren, um von der Rückwir-

kung der bewilligten unentgeltlichen Rechtsvertretung gedeckt zu sein.

Dies hat zur Folge, dass der Zeitaufwand als eines der für das An-

waltshonorar gemäss § 3 Abs. 1 AnwGebV massgeblichen Bemes-

sungskriterien nur im Ausmass von rund 21 Stunden anstatt rund 42

Stunden zu berücksichtigen ist (vg. hinten E. 11).

b) Den Ausführungen in der Beschwerde S. 4 Ziff. 7, wonach sich mit der

Revision des Scheidungsrechts der Arbeitsaufwand vom Scheidungs-

ins Eheschutzverfahren verlagert haben soll, welches damit eine er-

höhte anwaltliche Verantwortung, Komplexität und Kostenintensität

aufweise, ist zu entgegnen, dass die Eheschutzmassnahmen im sum-

marischen Verfahren angeordnet werden und somit bloss provisori-

scher Natur sind, während die Nebenfolgen der Scheidung eine defini-

tive Regelung darstellen, weshalb sie auch im ordentlichen Zivilverfah-

ren beurteilt werden. Der in Eheschutzverfahren zu betreibende Auf-

wand ist den geringeren Anforderungen an den Beweis (blosse Glaub-

haftmachung) und die jederzeitige Abänderbarkeit einer eheschutz-

richterlichen Anordnung anzupassen. Die Herabsetzung der Grundge-

bühr in Eheschutzsachen auf 3/4 bis 1/4 ihres Betrags (§ 5 Abs. 2 An-

wGebV) wird daher nach wie vor zu Recht als Regel vorgeschrieben.

Von dieser Reduktionsregel ist nur dann abzuweichen, wenn das Ge-

richt die Parteien zu weitergehenden Prozesshandlungen veranlasst,

die ein Ausmass erreichen, das deren Nichtanwendung rechtfertigt.

c) In Eheprozessen ist der Tarifrahmen des § 3 Abs. 1 AnwGebV an-

wendbar, es sei denn, es sind ausschliesslich vermögensrechtliche In-

teressen - namentlich Unterhaltsbeiträge - streitig, so dass die Grund-

gebühr gemäss der Streitwerttabelle von § 2 Abs. 1 AnwGebV zu be-

messen ist (§ 2 Abs. 3 AnwGebV). Diese Regelung führt in den Ehe-

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prozessen zu gerechteren Entschädigungen, da diese regelmässig mit

einem erheblichen Zeitaufwand verbunden sind, sobald neben den

Unterhaltsbeiträgen die Kindeszuteilung und die Besuchsrechtsrege-

lung im Streit liegen. Der Streitwert der Unterhaltsbeiträge kann indes-

sen insofern berücksichtigt werden, als er Aufschluss über die Verant-

wortung des Anwalts im Teilbereich der Unterhaltsbeiträge gibt. Dies

erlaubt eine Erhöhung der Entschädigung innerhalb des Tarifrahmens

von Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- gegenüber ehelichen Streitigkeiten, die

ausschliesslich nicht vermögensrechtliche Interessen zum Gegenstand

haben. Im vorliegenden Fall betrug der Streitwert der Unterhalts-

beiträge nach Darstellung des Beschwerdeführers Fr. 1'200.-- pro Mo-

nat (ab 1. November 2002), was bei Multiplikation mit 14 Monaten

(1. November 2002 bis 31. Dezember 2003 [vier Jahre Getrenntleben

gemäss Art. 114 ZGB]) den Betrag von Fr. 16'800.-- ergibt, dem

Fr. 12'000.-- hinzuzurechnen sind. Der resultierende Streitwert von

Fr. 28'800.-- ist daher im Rahmen von § 3 Abs. 1 AnwGebV lediglich

angemessen zu berücksichtigen. Würde dieser Streitwert die alleinige

Grundlage der Honorarfestsetzung bilden, wie dies der Beschwerde-

führer anstrebt, so betrüge die Grundgebühr Fr. 3'992.--, die in Ehe-

schutzsachen in der Regel um 1/4 bis 3/4 zu reduzieren wäre (§ 5

Abs. 2 AnwGebV) und eine zusätzliche fakultative Reduktion auf bis zu

50% ermöglichte, da eine periodische vermögensrechtliche Leistung im

Streit liegt.

Hingegen ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass für die Einga-

be vom 3. Oktober 2002 zum Existenzminimum der Klägerin zwecks

Vorbereitung der Hauptverhandlung, für welche den Parteien mit der

Vorladung Frist angesetzt worden war, ein Zuschlag gemäss § 4 lit. c

AnwGebV geschuldet ist. Die blosse Zusendung des Familienscheins

rechtfertigt dagegen keinen Zuschlag nach § 4 lit. c AnwGebV. Zu-

schlagsberechtigt sind aber auch die Eingabe vom 23. Oktober 2002,

die nach Durchführung der Hauptverhandlung vom 7. Oktober 2002 auf

richterliche Anordnung eingereicht wurde, sowie die schriftliche Stel-

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lungnahme vom 25. November 2002 zum Einkommen des Beklagten.

Damit wird dem Beschwerdebegehren um Zusprechung von minde-

stens drei Zuschlägen entsprochen (vgl. hinten E. 11).

d) Die güterrechtliche Auseinandersetzung bildete nicht Streitgegenstand

des Eheschutzverfahrens, war doch unstreitig, dass der Kauferlös der

Liegenschaft im Betrage von Fr. 625'000.-- hälftig zu teilen war. Eine

diesbezügliche Erhöhung der Grundgebühr würde sodann voraus-

setzen, dass der güterrechtliche Streitwert  den Betrag von

Fr. 300'000.-- übersteigt und zusätzlich einen "aufwendigen Streit-

gegenstand" bildete (§ 3 Abs. 2 AnwGebV), was offensichtlich nicht

zutraf. Hingegen ist die im Eheschutzverfahren erstrittene Anerken-

nung einer vollständigen Abrechnung über den Verkauf der ehelichen

Liegenschaft in (...) zum Kaufpreis von Fr. 625'000.-- in analoger An-

wendung von § 4 lit. c AnwGebV abzugelten.

e) Zur Bedeutung des Einreichens einer detaillierten Kostennote gemäss

§ 15 Abs. 3 AnwGebV ist festzuhalten, dass  diese im Zivilprozess zum

Zweck hat, dem Gericht die angemessene Festsetzung der Pauschal-

gebühr im massgeblichen Tarifrahmen unter Anwendung des Bemes-

sungskriteriums "Zeitaufwand" gemäss § 2 Abs. 2 AnwGebV zu er-

leichtern. Selbstverständlich ist stets auch zu prüfen, ob der getätigte

Zeitaufwand auch als "notwendig" anzuerkennen ist, eine Ein-

schätzung, die dem Sachrichter, der selbst am Verfahren beteiligt war,

durchaus auch möglich ist (vgl. § 2 Abs. 2 AnwGebV). Wurde zumin-

dest glaubwürdig dargetan, dass ein bestimmtes Tätigwerden der

Wahrnehmung der Vertretung des Mandanten dienlich war, ist es auch

zu entschädigen; soweit dies nicht dargelegt ist, besteht auch kein An-

spruch auf Entschädigung. Dabei ist stets zu prüfen, ob die für den

Zweck des Tätigwerdens aufgewendete Zeit als verhältnismässig be-

zeichnet werden kann (Beschluss der Verwaltungskommission vom

24. April 2002 i.S. G. gegen Bezirksgericht Bülach [VB980057]).

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10. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Verfügung, mit wel-

cher das geltend gemachte Honorar gekürzt wird, derart abzufassen, dass

die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten

kann, darin mithin "wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen sind, von

denen sich die Behörde leiten liess" (Beschluss der Verwaltungskommission

vom 29. März 1999 i.S. A.K. gegen Bezirksgericht Bülach, E. 6 [VB980042]

m. Hinw. auf BGE vom 22. Februar 1996, E. 2a [1P.204/1994]). Eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs mangels Begründung der Kürzungs-

verfügung ist daher zu bejahen, nachdem der Beschwerdeführer seinen ho-

hen Zeitaufwand von 42,40 Stunden mit der Eingabe vom 20. Februar 2003

(vorne E. 1) eingehend begründet hatte und die Vorinstanz ohne jegliche

Begründung nur gerade 12,25 Stunden als notwendigen Aufwand aner-

kannte (vorne E. 2). Um dem Anspruch auf rechtliches Gehör gerecht zu

werden, sind die in der Eingabe zur Schlussrechnung des Rechtsanwalts

dargelegten, rechtsrelevanten Gesichtspunkte in der Herabsetzungsverfü-

gung aufzunehmen und - wenn auch nur kurz - zu begründen, weshalb sei-

ner Argumentation nicht gefolgt werden kann. Die Gehörsverletzung ist

durch einen reformatorischen Entscheid der Verwaltungskommission als

Aufsichtsbehörde mit voller Kognition heilbar (BGE 114 Ia 314 m. Hinw.).

Die Überprüfung der Gebührenfestsetzung der Vorinstanz hat diesfalls aus-

nahmsweise deren Ermessen einzubeziehen (vgl. vorne E. 4).

11. Die Festsetzung der Grundgebühr auf Fr. 5'000.-- im mittleren Bereich des

Tarifrahmens von Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- erweist sich unter Berücksich-

tigung der durchschnittlichen Schwierigkeit des Falls, der mittleren Verant-

wortung (Unterhaltsbeiträge; vorne E. 9c am Ende) und des geringen Zeit-

aufwands (vorne E. 9a am Ende) als angemessen. Die Grundgebühr ist ge-

mäss § 4 lit. c um Zuschläge von 15% für die zusätzlichen Rechtsschriften

(vorne E. 9c) sowie von 10% für die Interessenvertretung im Zusammen-

hang mit dem Verkauf der ehelichen Liegenschaft (vorne E. 9d) zu erhöhen,

woraus ein Betrag von Fr. 6'250.-- resultiert, welcher gemäss § 5 Abs. 2 An-

wGebV (summarisches Verfahren) auf 3/4 bis 1/4 herabzusetzen ist. Eine

Reduktion um 1/4 ergibt einen Honoraranspruch von gerundet Fr. 4'687.--.

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Demnach ist ein zusätzliches Honorar von Fr. 2'237.-- (zuzüglich 7,6%

MWST) zuzusprechen, womit die Beschwerde gutzuheissen ist (vgl. vorne

E. 3 am Ende).

12. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind - da die Beschwerde wegen

Verletzung des rechtlichen Gehörs zu Recht erhoben wurde - auf die Ge-

richtskasse zu nehmen und der Beschwerdegegner ist zu verpflichten, dem

Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung zu zahlen.

Dabei fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer wegen der Gehörs-

verletzung zusätzlich zur Beschwerde eine weitere Rechtsschrift zu verfas-

sen hatte (vorne E. 8; act. 9). Die Eingabe vom 13. Oktober 2003 (vorne

E. 3), mit welcher das Rechtsbegehren beziffert wurde, ist als zu entschädi-

gende Ergänzung der Beschwerdeschrift zu qualifizieren.

Demnach beschliesst die Verwaltungskommission:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird das Bezirksgericht Pfäffikon angewie-

sen, dem Beschwerdeführer im Verfahren EE(...) betreffend Eheschutz

(Verfügung vom 27. Februar 2003) aus der Gerichtskasse eine zusätzliche

Entschädigung von Fr. 2'237.--, zuzüglich 7,6% Mehrwertsteuer, insgesamt

Fr. 2'407.-- zu zahlen.

2.-5. (Kosten- und Entschädigungsfolge; Mitteilung)