# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72dbb07b-ffd2-5bea-84dd-bab8bd23f93c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 17.09.2025 SST.2025.116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-116_2025-09-17.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2025.116 
(ST.2022.162; STA.2021.5799) 

 

 

Urteil vom 17. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin Eichenberger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

   

 

Privatklägerin   A._____, 

[…]  

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Kopp,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B._____, 

geboren am tt.mm.1976, von Kerzers, 

z.Zt.: […]  

verteidigt durch Rechtsanwalt Rudolf Studer,  

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Schändung, sexuelle Nötigung, sexuelle Handlungen mit einem Kind usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 24. Oktober 2022 erhob die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher sexueller 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB [in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung], mehrfacher Schändung gemäss Art. 

191 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung], mehrfacher 

sexueller Nötigung gemäss Art. 189 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 

geltenden Fassung], mehrfacher Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1, Abs. 

4 und Abs. 5 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung], 

mehrfacher versuchter Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB und mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB. Am 17. Januar 2023 

erhob die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau Zusatzanklage wegen 

mehrfacher Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB [in der bis 

zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung].  

 

2. 

Das Bezirksgericht Lenzburg fällte am 27. Juli 2023 folgendes Urteil: 

 
1. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, 
- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB, 
- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB, 
- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1, Abs. 4, Abs. 4 Satz 2 und Abs. 5 

StGB, 
- der mehrfach versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 
- der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 19 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 48a StGB, Art. 40 StGB 
 
zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren verurteilt. 
 
3. 
Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft von 85 Tagen (2. August 2021 bis 
25. Oktober 2021) sowie der vorzeitige Strafvollzug von 640 Tagen (26. Oktober 2021 bis 
27. Juli 2023), insgesamt 725 Tage, wird dem Beschuldigten auf die Freiheitsstrafe 
angerechnet. 
 
4. 
Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 StGB wird eine ambulante therapeutische Massnahme zur 
Behandlung von psychischen Störungen angeordnet. 
 
5. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB lebenslänglich jede 
berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen 
Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

 - 3 - 

 

 

6. 
6.1 
Folgende beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen. 
Sie sind zu vernichten. 
- 1 Samsung MZ-JPU256T/0A1 
- 1 Harddisk 2.5" Toshiba tv02 
- 1 SD Karte SanDisk Ultra 
- 1 SD Karte Plextor Extreme Pro 
- 1 Smartphone S8 Conquest Rugged 
- 1 Mobiltelefon Sony Xperia M4 Aqua E2303 
- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy S5 SM-G900F 
- 1 Mobiltelefon Apple iPad 5 
- 1 Fuchsschwanz Vibrator 
- 1 Gummi Frauenkörper 
- 1 Haarbürste blau 
- 1 Büstenhalter 
- 3 Unterhosen A._____ 
 
Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 
 
6.2 
Gestützt auf die Kostengutsprache des Beschuldigten sind folgende Gegenstände 
(1 Harddisk 3.5" Toshiba NAS N300; 1 Harddisk 3.5" WD Red) von den deliktsrelevanten 
Inhalten zu säubern und im Anschluss der Zivil- und Strafklägerin auszuhändigen. 
 
Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 
 
7. 
Der Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
CHF 5'000.00 sowie den Auslagen von CHF 8'886.00 (inkl. Kosten des Gutachtens von 
CHF 8'775.00), insgesamt CHF 13'886.00, zu bezahlen. 
 
8. 
Der Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 3'100.00 zu bezahlen. 
 
9. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 
Beschuldigten, Herr Fabian Blum, Rechtsanwalt, Baden, die richterlich auf CHF 22'744.10 
(inkl. MWSt von CHF 1'626.10) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 
 
Die dem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung kann zu einem späteren 
Zeitpunkt vom kostenfälligen Beschuldigten zurückgefordert werden, sofern es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 
 
10. 
Es wird festgestellt, dass der Zivilklägerin, A._____, dem Grundsatze nach bei einer 
Haftungsquote von 100 % Schadenersatzansprüche (infolge Anerkennung durch den 
Beschuldigten) zustehen. Im Übrigen werden die Schadenersatzansprüche der 
Zivilklägerin auf den Zivilweg verwiesen. 
 
11. 
Der Beschuldigte hat der Privatklägerin als Genugtuung CHF 35'000.00 nebst Zins von 5 % 
seit 1. Juli 2021 (infolge Anerkennung durch den Beschuldigten) zu bezahlen. 
 

 - 4 - 

 

 

12. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem unentgeltlichen Vertreter der 
Zivilklägerin, Daniel Kopp, Rechtsanwalt, Suhr, die richterlich auf CHF 9'146.05 (inkl. 7.7 % 
MwST von CHF 720.45) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 
 
Die dem unentgeltlichen Vertreter der Zivilklägerin, Daniel Kopp, Rechtsanwalt, Suhr, 
ausgerichtete Entschädigung von CHF 9'146.05 (inkl. 7.7 % MwST von CHF 720.45) wird 
dem Beschuldigten auferlegt. Er ist verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung 
zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 19. August 2024 beantragte der Beschuldigte 

einen Freispruch vom Vorwurf der Schändungen betreffend den Zeitraum 

vom 18. September 2010 bis zum 22. August 2015, einen Freispruch vom 

Vorwurf der sexuellen Nötigungen betreffend den Zeitraum vom 23. August 

2015 bis Ende 2018, einen Freispruch vom Vorwurf der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind betreffend den Zeitraum vom 18. September 

2010 bis Ende 2018 sowie einen Freispruch vom Vorwurf der versuchten 

Nötigungen. Er beantragte für die anerkannten Schuldsprüche eine 

Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren unter Anrechnung der 

ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des ausgestandenen vor-

zeitigen Strafantritts. Weiter beantragte er, dass die Harddisk «3.5" WD 

Red» nicht an die Privatklägerin A._____, sondern an ihn herauszugeben 

sei. Zudem sei die Beschlagnahme seines Google-Kontos aufzuheben 

bzw. ihm sei der Zugriff auf sein Google-Konto gerichtlich wieder 

einzuräumen. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien ihm zu ¾ 

aufzuerlegen. 

 

3.2. 

Mit Beschluss vom 23. Dezember 2024 wies das Obergericht die Sache an 

die Vorinstanz zur Durchführung einer Hauptverhandlung zwecks erst-

maliger gerichtlicher Einvernahme von A._____ zurück. 

 

3.3. 

Das Bundesgericht hiess mit Urteil 6B_60/2025 vom 16. April 2025 die von 

der Oberstaatsanwaltschaft gegen den Rückweisungsbeschluss erhobene 

Beschwerde gut und wies die Sache zur Durchführung des Berufungs-

verfahrens an die Vorinstanz zurück. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten und 

erstmaliger gerichtlicher Einvernahme von A._____ fand am 17. September 

2025 statt. 

  

 - 5 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Das vorinstanzliche Urteil wurde vom Beschuldigten hinsichtlich der 

Schuldsprüche der mehrfachen Schändung betreffend den Zeitraum vom 

18. September 2010 bis zum 22. August 2015, der mehrfachen sexuellen 

Nötigung betreffend den Zeitraum vom 23. August 2015 bis Ende 2018, der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind betreffend den Zeitraum 

vom 18. September 2010 bis Ende 2018 sowie der mehrfachen versuchten 

Nötigung und damit zusammenhängend hinsichtlich der vorinstanzlichen 

Strafzumessung angefochten. Nicht angefochten wurden die vorinstanz-

lichen Schuldsprüche der mehrfachen Schändung, mehrfachen sexuellen 

Nötigung und mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind betreffend 

den angeklagten Zeitraum ab 1. Januar 2019, der mehrfachen Pornografie 

und der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte, die vorinstanzlich angeordnete ambulante Massnahme, 

das lebenslängliche Tätigkeitsverbot, die Einziehung der beschlagnahmten 

Gegenstände sowie die der Privatklägerin A._____ zugesprochene 

Genugtuung. In diesen unangefochten gebliebenen Punkten findet keine 

Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

2.1.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich an seiner Tochter A._____ 

über einen Zeitraum vom 18. September 2010 bis 24. Juli 2021 mehrfach 

sexuell vergriffen und sich dadurch der mehrfachen sexuellen Handlungen 

mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 

2024 geltenden Fassung], der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss 

Art. 189 Abs. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung] 

sowie der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB [in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung] schuldig gemacht zu haben. Konkret soll 

der Beschuldigte an nicht mehr genau bestimmbaren Daten im Zeitraum 

von September 2010 bis Juli 2021 A._____ wiederholt am jeweiligen 

Wohnort in deren Schlafzimmer missbraucht haben, indem er zur 

schlafenden A._____ ins Schlafzimmer ging, ihr – während sie schlief – die 

Unterhose beiseite zog und sie mit seinen Fingern zwischen den Beinen, 

an den Schamlippen und an der Vagina berührte. Teilweise habe der 

Beschuldigte der schlafenden A._____ einen seiner Finger, teilweise aber 

auch Gegenstände (Haarbürste, Karotte, Lippenstift, Leimstift, Pinsel, 

Dildo) ein paar Zentimeter tief in die Vagina eingeführt. Auch habe der 

Beschuldigte die wach auf dem Bett liegende A._____ an ihrer Vagina 

berührt und diese massiert und teilweise seinen Finger eingeführt. 

Wiederholt habe der Beschuldigte sie auch an ihren Brüsten und zwischen 

den Beinen berührt. 

 

 - 6 - 

 

 

2.1.2. 

Die Vorinstanz erachtete es im Wesentlichen gestützt auf die als glaubhaft 

qualifizierten Aussagen von A._____ sowie weiterer Indizien 

(sichergestelltes Bild- und Videomaterial, insbesondere in St. Moritz 

aufgenommene Fotos vom 18. September 2010) als erwiesen an, dass der 

Beschuldigte die ihm gemäss Anklage vorgeworfenen sexuellen Übergriffe 

im genannten Zeitraum (18. September 2010 bis 24. Juli 2021) begangen 

habe (vorinstanzliches Urteil E. 4.1.4.3.1). 

 

Der Beschuldigte anerkennt, dass es ab Januar 2019 zu sexuellen 

Übergriffen gegenüber A._____ gekommen ist. Demgegenüber beantragt 

er einen Freispruch vom Vorwurf der Schändungen, sexuellen Nötigungen 

und sexuellen Handlungen mit einem Kind, soweit es den angeklagten 

Zeitraum vor dem 1. Januar 2019 betrifft (Berufungserklärung, S. 3). 

 

2.1.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3). 

 

2.1.4. 

Am 28. Juli 2021 meldete sich C._____, die Ehefrau des Beschuldigten und 

Stiefmutter von A._____, telefonisch bei der Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau. Sie gab an, ihre Stieftochter habe ihr erzählt, dass sie seit längerer 

Zeit von ihrem Vater, dem Beschuldigten, sowohl in Q._____ als auch an 

ihrem (damals) aktuellen Wohnort in R._____ sexuell missbraucht werde 

(UA act. 610). 

 

Die damals 14-jährige A._____ wurde am 3. August 2021 von einer 

Polizistin der Kantonspolizei Aargau einvernommen, wobei die 

Einvernahme auf Video aufgezeichnet worden ist. Dabei erklärte A._____, 

der Beschuldigte habe «Zügs» gemacht, seit sie klein sei (UA act. 639, 

Minute 17:35). Auf die Frage nach dem Zeitpunkt führte sie aus, sie wisse 

nur, dass sie ganz klein gewesen sei (UA act. 641, Minute 32:20). Somit 

liegen für die vor 2019 und damit teilweise weit zurückreichenden 

 - 7 - 

 

 

vorgeworfenen sexuellen Handlungen zum Nachteil von A._____ keine 

tatnahen Aussagen vor. 

 

Wie sich aus der rechtspsychologischen Lehre ergibt, sind bei einer erst 

spät erfolgten ersten Einvernahme zahlreiche Sekundäreinflüsse in Form 

von Gesprächen, Beratungen und Therapien möglich. Weiter besteht die 

Möglichkeit von autosuggestiven Prozessen, die von aussen angestossen 

werden und ihren Ausgangspunkt häufig in einem schlechten psychischen 

Befinden haben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Aussagen, die auf voll 

ausgebildeten Pseudoerinnerungen beruhen, eine ähnlich hohe Qualität 

erreichen können wie erlebnisbasierte Aussagen. Wenn in der 

Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Aussage suggestive 

Prozesse begründbar sind, stellt die Inhaltsanalyse im Einzelfall kein 

valides Mittel zur Verifizierung von Aussagen mehr dar (vgl. zum Ganzen: 

Urteil des Bundesgerichts 6B_317/2024 vom 5. August 2024 E. 6.1). 

 

A._____ erklärte anlässlich ihrer Einvernahme vom 3. August 2021, dass 

sie am Freitag vor einer Woche (23. Juli 2021) ihrer Mutter [gemeint: 

Stiefmutter] von den Übergriffen erzählt habe (UA act. 640, Minute 25:48). 

C._____ bestätigte dies anlässlich ihrer Einvernahme vom 10. August 2021 

(UA act. 707). Anlässlich der obergerichtlichen Einvernahme erklärte 

A._____ zudem, mehrmals mit ihrer Schwester und einmal mit einer 

Kollegin – nach Verfahrensbeginn – über das Vorgefallene gesprochen zu 

haben (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 4 f. und S. 7). Damit können 

Sekundäreinflüsse und autosuggestive Prozesse aufgrund des Umstands, 

dass die Aussagen von A._____ teilweise erst viele Jahre nach den 

angeklagten Vorfällen erfolgt sind, nicht ohne weiteres ausgeschlossen 

werden. Namentlich ist zu beachten, dass sich die ersten angeklagten 

Missbräuche bereits im Jahr 2010, als A._____ erst vier Jahre alt gewesen 

ist, zugetragen haben sollen. Ihre Aussagen sind somit aufgrund des 

langen Zeitablaufs und der nicht auszuschliessenden Möglichkeit von 

fremd- und autosuggestiven Prozessen mit der nötigen Zurückhaltung zu 

würdigen und eine inhaltliche Analyse anhand von sogenannten 

Realkennzeichen ist nur beschränkt möglich, wobei ihre Aussagen im 

Rahmen der freien Beweiswürdigung stets auf ihre Glaubhaftigkeit 

überprüft werden können (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). 

 

2.1.5. 

Die Vorinstanz hatte – obwohl die unmittelbare Befragung zu den Kernauf-

gaben eines Gerichts gehört – auf eine gerichtliche Einvernahme von 

A._____ verzichtet. Sie wurde deshalb erst im Rahmen der Berufungs-

verhandlung vom 17. September 2025 vor Obergericht erneut befragt. 

Diesbezüglich ist zu beachten, dass A._____ inzwischen eine Therapie 

absolviert hat, was die ohnehin bereits bestehende Fremd -und 

Autosuggestionsproblematik zusätzlich verstärkt hat. Tatsächlich gibt es 

denn auch Hinweise dafür, dass A._____ gewisse Vorfälle in der 

 - 8 - 

 

 

Vergangenheit durcheinanderbringt. Namentlich betrifft dies den Umstand, 

dass A._____ an einer Verklebung der inneren Schamlippen litt (sog. 

Labiensynechie; Berufungserklärung, Beilage 3). Die Krankheit wurde 

zuerst konservativ behandelt, indem eine Crème im Intimbereich 

aufgetragen und einmassiert werden musste. Wie lange und durch wen 

diese Behandlung durchgeführt worden bzw. wann es zu einer Operation 

gekommen ist, ist unklar. Dennoch ist vor dem Hintergrund dieser 

Behandlung durchaus denkbar, dass A._____ – zumal sie zu diesem 

Zeitpunkt in einem Alter gewesen ist, als sie in Bezug auf sexuelle 

Handlungen noch nicht urteilsfähig gewesen ist – rückblickend die 

Intimpflege in ihrer Erinnerung mit angeblichen sexuellen Berührungen 

bzw. Übergriffen vermischt. Hinzu kommt eine auffällige 

Aggravationstendenz in ihrem Aussageverhalten anlässlich ihrer 

Einvernahme vor Obergericht. So führte A._____ vor Obergericht das erste 

Mal aus, sie habe einmal wahrgenommen, dass der Beschuldigte mit 

seinem Penis in sie eingedrungen sei (Protokoll Berufungsverhandlung, 

S. 7). Es könne sein, dass es mehrmals passiert sei, aber sie habe es nur 

einmal wahrgenommen (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 7). Ebenso 

erwähnte sie vor Obergericht erstmals, vom Beschuldigten mit einer 

richtigen Waffe oder einer Paintball-Pistole bedroht worden zu sein 

(Protokoll Berufungsverhandlung, S. 7). Der Beschuldigte habe die Waffe 

an ihren Kopf gehalten und ihr gesagt, wenn sie von den Übergriffen 

erzähle, sei die Kugel im Kopf (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 7). 

Diese schwerwiegende Aggravation lässt es als wahrscheinlich 

erscheinen, dass es (auch) zwischen der Ersteinvernahme vom 3. August 

2021 und ihrer Einvernahme vor Obergericht zu erheblichen Fremd- und 

Autosuggestionen gekommen sein muss. 

 

2.1.6. 

Nach dem Gesagten sind die Aussagen von A._____ – hinsichtlich des 

vorliegend noch umstrittenen Zeitraums von September 2010 bis Ende 

2018 – einer Überprüfung des Wahrheitsgehalts nur derart beschränkt 

zugänglich, dass ausgehend von der sogenannten Nullhypothese allein 

gestützt auf ihre Aussagen keine Verurteilung erfolgen kann. Es liegen 

hinsichtlich des vorliegend noch umstrittenen Zeitraums auch keine 

anderen (objektiven) Beweismittel, welche die Aussagen von A._____ 

stützen würden, vor. Das gilt namentlich für die am 18. September 2010 in 

St. Moritz aufgenommenen Fotos von A._____ (UA act. 296.4, UA 

act. 296.6; UA act. 615.3). Auf diesen ist die vier Jahre alte A._____ in 

einem Nachthemd und in weiss-rosa gestreiften Unterhosen zu sehen, wie 

sie auf dem Bett liegt. Gestützt auf diese (unproblematischen) Fotos lässt 

sich nicht zweifelsfrei erstellen, dass auf den auf Datenträgern des 

Beschuldigten beschlagnahmten Fotos mit unbekanntem Datum, auf 

welchen ersichtlich ist, wie einem Mädchen eine ebenfalls gestreifte 

Unterhose mit einer Hand zur Seite geschoben wird, sodass dessen 

Geschlechtsteil ersichtlich wird (UA act. 296.9), der Intimbereich von 

 - 9 - 

 

 

A._____ und die Hand des Beschuldigten abgebildet worden sind. Zwar hat 

C._____ mit schriftlichem Bericht vom 6. August 2022 ausgeführt, dass es 

ziemlich sicher die Hand des Beschuldigten sei, welche die Unterhose 

beiseiteschiebe (UA act. 615.4). Eine eigentliche Beweisabnahme ist 

diesbezüglich jedoch nicht erfolgt und drängt sich die Annahme, dass es 

sich um die Hand des Beschuldigten handelt, mangels besonderer 

Merkmale der Hand auch nicht ohne Weiteres auf. Sodann liegen auch 

keine Hinweise darüber vor, wann die kinderpornografischen Fotos erstellt 

worden sind, zumal eine Aufnahme in St. Moritz durch den Beschuldigten 

ausgeschlossen erscheint, nachdem sich A._____ überhaupt nur einmal in 

St. Moritz – zusammen mit ihren Grosseltern, jedoch ohne den 

Beschuldigten – aufgehalten hat (vgl. UA act. 615.4 und Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 17). 

 

2.1.7. 

Zusammenfassend lässt sich nicht rechtsgenüglich erstellen, dass es – wie 

angeklagt – bereits ab dem 18. September 2010 zu sexuellen Handlungen 

zwischen dem Beschuldigten und A._____ gekommen ist. Bei einer aus 

dem gesamten Verfahren gewonnenen Beweiswürdigung ist vielmehr 

davon auszugehen, dass der Beschuldigte ab dem Jahr 2019 sexuelle 

Handlungen an A._____ vorgenommen hat, wie er dies auch eingestanden 

hat. Seine Berufung ist in diesem Punkt gutzuheissen und er ist in 

Nachachtung des Grundsatzes «in dubio pro reo» von den Vorwürfen der 

mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen Schändung und der 

mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind jeweils hinsichtlich des 

Zeitraums vom 18. September 2010 bis 31. Dezember 2018 

freizusprechen. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Gemäss Anklage soll sich die damals ca. 12-jährige A._____ an einem 

nicht mehr genauer bestimmbaren Datum im Sommer 2018 einzig mit einer 

Unterhose und einem Trägerleibchen bekleidet im Badezimmer am 

damaligen Wohnort in Q._____ aufgehalten haben, als der Beschuldigte 

das Badezimmer betreten, sie an die Wand gedrückt und an der Vagina 

angefasst habe, ihr dann für ca. 10 Sekunden einen Finger in die Vagina 

eingeführt und ihr dabei mitgeteilt habe, dass er mit solchen Sachen erst 

dann aufhören würde, wenn sie endlich richtig im Haushalt mithelfen würde. 

An weiteren, nicht mehr genau bestimmbaren Daten soll sich der 

Beschuldigte A._____ gegenüber geäussert haben, dass er erst dann mit 

den sexuellen Handlungen an ihr aufhören würde, wenn sie ihre Ämtli im 

Haushalt richtig machen würde. A._____ habe zum Zeitpunkt dieser 

Vorfälle ihre Ämtli nicht so gut gemacht bzw. im Haushalt nicht 

entsprechend mitgeholfen, weil sie die Vorkommnisse mit ihrem Vater sehr 

belastet haben. 

 

 - 10 - 

 

 

2.2.2. 

Die Vorinstanz erachtete es gestützt auf die Aussagen von A._____ als 

erwiesen, dass der Beschuldigte die ihm gemäss Anklage vorgeworfenen 

versuchten Nötigungen begangen hat (vorinstanzliches Urteil E. 4.1.6) und 

hat ihn gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gesprochen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen Freispruch (Berufungs-

erklärung, S. 3). 

 

2.2.3. 

Der Nötigung gemäss Art. 181 StGB macht sich strafbar, wer u.a. 

jemanden durch Androhung ernstlicher Nachteile nötigt, etwas zu tun, zu 

unterlassen oder zu dulden. Eine Androhung ernstlicher Nachteile liegt vor, 

wenn der Täter dem Opfer die Zufügung eines Übels in Aussicht stellt und 

ihm zu verstehen gibt, dass die Verwirklichung des Übels in seinem 

Machtbereich liegt. Der Täter muss das Nötigungsopfer durch Einsetzen 

eines Nötigungsmittels in dessen Handlungsfreiheit beschränken, indem er 

es gegen dessen Willen zu einem von ihm gewünschten Tun, Unterlassen 

oder Dulden veranlasst. Art. 181 StGB verlangt Vorsatz, wobei Eventual-

vorsatz genügt (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1037/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3).  

 

Ein Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB liegt vor, wenn der Täter, 

nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens 

begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder, wenn der 

zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht 

eintreten kann. 

 

2.2.4. 

In tatsächlicher Hinsicht hat der Beschuldigte eingeräumt, dass das 

Erledigen der «Ämtli» im Haushalt häufig ein Thema gewesen sei und sie 

diesbezüglich häufige familieninterne Diskussionen gehabt hätten 

(vorinstanzliches Protokoll, S. 10; Protokoll Berufungsverhandlung, S. 23). 

Auch bestätigte er, dass es einen zeitlich passenden Vorfall zum 

angeklagten Vorwurf gegeben habe, wo er wütend auf A._____ gewesen 

sei, weil sie etwas falsch gemacht habe (UA act. 112). Er habe sie laut und 

forsch zurecht gewiesen. Er bestreitet jedoch, sie an die Wand gedrückt 

und sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen zu haben (UA act. 112; 

Protokoll Berufungsverhandlung, S. 23). 

 

2.2.5. 

Die erste Befragung von A._____ fand auch hinsichtlich der zur Anklage 

gebrachten versuchten Nötigungen erst am 3. August 2021 und damit drei 

Jahre nach dem angeklagten Vorfall im Badezimmer statt, womit keine 

tatnahen Aussagen von A._____ vorliegen. Damit sind ihre Aussagen 

 - 11 - 

 

 

aufgrund des nicht unerheblichen Zeitablaufs und der naheliegenden 

Möglichkeit von fremd- oder autosuggestiven Prozessen (siehe dazu oben) 

einer Inhaltsanalyse nach Realkennzeichen nur derart beschränkt 

zugänglich, dass ausgehend von der Nullhypothese allein gestützt auf ihre 

Aussagen keine Verurteilung erfolgen kann. Es liegen hinsichtlich der 

angeklagten versuchten Nötigungen auch weder ein Geständnis des 

Beschuldigten noch objektive Beweismittel vor. Erstellt ist einzig, dass es 

bezüglich der Erledigungen im Haushalt zu innerfamiliären Diskussionen 

gekommen ist und der Beschuldigte wütend auf A._____ war, nachdem 

dies vom Beschuldigten eingeräumt worden ist. Auch ist es nicht so, dass 

im angeklagten Vorgehen quasi ein Muster zu erkennen wäre, auf das 

aufgrund der von ihm eingestandenen sexuellen Missbräuche zu 

schliessen wäre. Vielmehr ist es bei den eingestandenen sexuellen 

Handlungen gerade nicht zu Drohungen oder Anwendung körperlicher 

Gewalt gekommen. 

 

Unter diesen Umständen lässt sich weder rechtsgenüglich erstellen, dass 

der Beschuldigte A._____ einen Finger in ihre Vagina eingeführt, noch dass 

er ihr zu anderen Zeitpunkten gedroht haben soll, erst mit sexuellen 

Handlungen aufzuhören, wenn sie ihre Haushaltsaufgaben richtig machen 

würde. Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten in diesem Punkt 

als begründet und er ist vom Vorwurf der versuchten Nötigungen 

freizusprechen. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich – nebst den mit Berufung nicht angefochtenen 

Verurteilungen wegen mehrfacher Pornografie und mehrfacher Verletzung 

des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte – der mehrfachen 

Schändung, der mehrfachen sexuellen Nötigung sowie der mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind (begangen jeweils ab dem Jahr 

2019) schuldig gemacht, wofür er angemessen zu bestrafen ist. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer Freiheitstrafe von 9 Jahren 

verurteilt. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung – ausgehend von den von ihm 

beantragten Freisprüchen – eine Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren. 

 

3.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

 - 12 - 

 

 

Am 1. Januar 2018 ist das teilrevidierte Sanktionenrecht und am 1. Juli 

2024 das teilrevidierte Sexualstrafrecht in Kraft getreten. Wie zu zeigen 

sein wird, haben die damit einhergegangenen Änderungen auf die 

auszusprechende Strafe jedoch keine konkrete Auswirkung, womit sie sich 

nicht als milder erweisen («lex mitior», Art. 2 Abs. 2 StGB). Entsprechend 

findet das im Zeitpunkt der Taten geltende Recht Anwendung (Art. 2 Abs. 2 

StGB). 

 

3.4. 

Die Tatbestände der Schändung, der sexuellen Nötigung, der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind, der Verletzung des Geheim- oder 

Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, sowie der Pornografie sehen als 

Sanktion alternativ Geld- oder Freiheitsstrafe vor. Bei der Wahl der 

Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter Beachtung des Prinzips 

der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die Zweckmässigkeit und 

Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den 

Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre Wirksamkeit unter dem 

Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3; 

BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug). 

Aufgrund der bei ihm gutachterlich diagnostizierten Pädophilie (siehe dazu 

unten), der ihm bereits aufgrund der im Berufungsverfahren unangefochten 

gebliebenen Massnahme zu stellenden ungünstigen Prognose (statt vieler: 

Urteile des Bundesgerichts 6B_669/2016 vom 28. März 2017 E. 3.3.1; 

6B_1388/2021 vom 3. März 2022) und dem – trotz leicht verminderter 

Steuerungsfähigkeit – erheblichen Mass an Entscheidungsfreiheit, über 

das er bei seinen Taten verfügt hat, kann jedoch nicht davon ausgegangen 

werden, dass eine blosse Geldstrafe unter dem Gesichtswinkel der 

Prävention zweckmässig und ausreichend sein könnte. Es ist deshalb für 

alle Straftaten eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen, was vom 

Beschuldigten, der für die verbleibenden Schuldsprüche ebenfalls eine 

Freiheitstrafe beantragt, denn auch nicht infrage gestellt wird. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Die Einsatzstrafe ist – qua Strafrahmen und Verschulden – für den konkret 

schwersten Fall der Schändung gemäss Art. 191 StGB festzusetzen. Es 

handelt sich um den Vorfall vom 21. Dezember 2020. Dazu ergibt sich 

Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Schändung nach Art. 191 StGB sieht eine 

Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das Gericht misst 

die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem Verschulden 

zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 

 - 13 - 

 

 

StGB). Der Straftatbestand der Schändung schützt die sexuelle Selbst-

bestimmung von Personen, die seelisch oder körperlich nicht in der Lage 

sind, sich gegen sexuelle Zumutungen zu wehren (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_518/2020 vom 15. September 2021 E. 1.3; BGE 133 IV 49 

E. 7.2). 

 

Der Beschuldigte begab sich am 21. Dezember 2020 frühmorgens zur 

schlafenden A._____ und führte – nachdem er sie vorgängig mit seinen 

Fingern an ihrer Vagina berührt bzw. gestreichelt hatte – die Haarbürste 

ihrer Schwester D._____ in die Vagina ein. A._____ erlitt dabei blutige 

Verletzungen in der Vagina. Durch diese Schändung wurde das sexuelle 

Selbstbestimmungsrecht von A._____ und ihre sexuelle Integrität ganz 

erheblich tangiert, auch wenn im weiten Spektrum aller möglichen 

Schändungshandlungen noch schwerwiegendere Formen denkbar sind. 

 

Der Tatbestand der Schändung setzt voraus, dass das Opfer unfähig war, 

sich gegen die sexuellen Handlungen zu wehren. Der vorliegend zur 

Erfüllung des Tatbestands wesentliche Umstand, dass A._____ während 

den vom Beschuldigten vorgenommenen sexuellen Handlungen schlief, 

weswegen sie wehr- und widerstandsunfähig war, kann sich deshalb nicht 

zusätzlich verschuldenserhöhend auswirken. 

 

Leicht verschuldenserhöhend wirkt sich die Art und Weise bzw. die 

Verwerflichkeit der Tatbegehung aus, die über die blosse Erfüllung des 

Tatbestands hinausgegangen ist und eine nicht unerhebliche kriminelle 

Energie des Beschuldigten offenbart. Die im Rahmen der Schändung 

vorgenommenen sexuellen Handlungen können nicht als spontaner Impuls 

abgetan werden; vielmehr strebte der Beschuldigte diese Situation 

systematisch an, indem er sich stets nachts zu A._____ ins Zimmer begab, 

währenddessen alle Familienmitglieder schliefen und er insofern 

unbemerkt seine sexuellen Bedürfnisse befriedigen konnte. 

 

Der Schändung ist eine (rein) sexuelle sowie egoistische Motivation 

immanent, was für sich allein nicht verschuldenserhöhend zu berück-

sichtigen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 3. Dezember 

2002 E. 7.4.2). Mit Gutachten vom 2. April 2022 diagnostizierte E._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, beim Beschuldigten 

u.a. eine Pädophilie mit heterosexueller Ausrichtung (nicht-exklusiver Typ) 

(ICD-10 F65.4), eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33) 

sowie eine frühkindliche cerebrale Entwicklungsstörung (ICD-10 F8) 

(UA act. 77.56). Gemäss Gutachten gibt es keine Hinweise darauf, dass 

die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten beeinträchtigt gewesen wäre 

(UA act. 77.68). Hingegen sei die Steuerungsfähigkeit durch die 

Pädophilie, die Depression und die cerebrale Entwicklungsstörung so 

erheblich beeinträchtigt gewesen, dass von einer leichtgradig verminderten 

Schuldfähigkeit auszugehen sei (UA act. 77.68). Indes ist es nicht so, dass 

 - 14 - 

 

 

der Beschuldigte – trotz beeinträchtigter Steuerungsfähigkeit – seine 

Bedürfnisse nicht anders hätte befriedigen können. Je leichter es aber für 

ihn gewesen wäre, die sexuelle Integrität von A._____ zu respektieren, 

desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit einhergehend 

das Verschulden (BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt wäre in Relation zum Strafrahmen von bis zu 10 Jahren 

Freiheitsstrafe und den in diesem Rahmen denkbaren Erscheinungsformen 

von Schändungen für einen einzelnen Vorfall bei uneingeschränkter 

Schuldfähigkeit von einem mittelschweren Tatverschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren Freiheitsstrafe auszugehen. 

Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten im Tatzeitpunkt leichtgradig vermindert war, womit sich das 

mittelschwere Verschulden zu einem nicht mehr leichten bis mittel-

schweren Verschulden vermindert (siehe BGE 136 IV 55), wofür eine 

Einsatzstrafe von 2 Jahren Freiheitsstrafe angemessen erscheint. 

 

3.5.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weiteren Schändungshandlungen, die 

sexuellen Nötigungshandlungen, die sexuellen Handlungen mit einem 

Kind, die Pornografiehandlungen sowie die Verletzungen des Geheim- 

oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, für welche bei isolierter 

Betrachtung je Freiheitsstrafen als Einzelstrafen auszufällen wären, in 

Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB 

angemessen zu erhöhen.  

 

3.5.2.1. 

Bezüglich der weiteren Schändungs- und sexuellen Nötigungshandlungen 

ergibt sich Folgendes: 

 

Zwischen Januar 2019 und Juli 2021 erfolgten in vergleichbarer Art und 

Weise mehrere weitere Schändungs- als auch sexuelle Nötigungs-

handlungen an A._____, indem der Beschuldigte ihr – währenddem sie 

schlief – einen seiner Finger oder Gegenstände wie eine Karotte, einen 

Lippenstift, einen Leimstift oder Pinsel in die Vagina einführte oder indem 

er – währenddem sie wach war – ihre Vagina berührte bzw. massierte und 

teilweise seinen Finger einführte. In Bezug auf die Häufigkeit der sexuellen 

Übergriffe führte A._____ aus, der Beschuldigte habe manchmal eine 

Woche nichts gemacht, dann wieder sehr oft. Der Beschuldigte seinerseits 

führte aus, die Berührungen seien nicht täglich, sondern unregelmässig 

gewesen. Es habe Zeiten gegeben, in denen es mehrmals pro Woche zu 

sexuellen Übergriffen gekommen sei, dann habe er sich aber auch über 

Wochen oder Monate zurücknehmen können. Die genaue Anzahl der 

Übergriffe lässt sich aufgrund des mehrjährigen Tatzeitraums nicht mehr 

exakt eruieren. Dennoch ist auch gestützt auf die Aussagen des 

 - 15 - 

 

 

Beschuldigten von einer nicht unerheblichen Anzahl Schändungs- und 

sexuellen Nötigungshandlungen auszugehen. Sind die einzelnen 

Missbrauchshandlungen, wie vorliegend, in einem familiären Umfeld 

erfolgt, ist im Rahmen der Asperation die Gesamtheit der Handlungen im 

Blick zu behalten und es ist nicht für jede Handlung gesondert nach Art. 49 

Abs. 1 StGB zu verfahren, zumal die Anzahl der einschlägigen Handlungen 

gar nicht bestimmbar ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2020 vom 30. 

September 2021 E. 1.4 mit Hinweisen). Was sodann die Verwerflichkeit des 

Handelns des Beschuldigten, seine Beweggründe und das Mass an 

Entscheidungsfreiheit betrifft, kann auf die bereits im Rahmen der 

Einsatzstrafe erfolgte Begründung verwiesen werden. 

 

Auch wenn es sich bei den weiteren Schändungen und sexuellen 

Nötigungen nicht durchgehend um vergleichbare schwere 

Erscheinungsformen wie das Einführen von Gegenständen in die Vagina 

von A._____ gehandelt hat, ist insgesamt von einem mittelschweren 

Verschulden auszugehen. Aufgrund der im Tatzeitpunkt leicht 

verminderten Schuldfähigkeit (siehe dazu oben) vermindert sich das 

Tatverschulden zu einem nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Verschulden. Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass die 

einzelnen Schändungen und sexuellen Nötigungen insofern in einem 

Zusammenhang stehen, als dass sie sich jeweils gegen A._____ gerichtet 

haben und jeweils auf ähnliche Art und Weise begangen worden sind. Es 

liegt jedoch keine natürliche Handlungseinheit vor; vielmehr hat der 

Beschuldigte den Vorsatz über einen längeren Zeitraum verteilt immer 

wieder von Neuem gefasst. Auch ist es nicht einerlei, ob es gegenüber 

einem Opfer zu einer oder mehreren Schändungen und sexuellen 

Nötigungen gekommen ist. Entsprechend hoch ist der 

Gesamtschuldbeitrag der weiteren Schändungen und sexuellen 

Nötigungen zu veranschlagen. Aufgrund der erheblichen Anzahl erscheint 

insgesamt eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 2 Jahren um 3 Jahre auf 

5 Jahre Freiheitsstrafe angemessen. 

 

3.5.2.2. 

Bezüglich der sexuellen Handlungen mit einem Kind ergibt sich Folgendes: 

 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der als Schändungen und sexuelle 

Nötigungen zu qualifizierenden Missbräuche aufgrund des damaligen 

Alters von A._____ zufolge echter Konkurrenz auch der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB strafbar gemacht. 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind unter 16 Jahren 

sieht einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe vor (Art. 187 Ziff. 1 StGB in der im Tatzeitpunkt und bis 30. Juni 

2024 geltenden Fassung). 

 

 - 16 - 

 

 

Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit einem Kind schützt die 

ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle Entwicklung des Kindes 

(BGE 146 IV 153 E. 3.5.2). Auch wenn es dabei um eine Gefährdung (siehe 

Marginalie zu Art. 187 f. StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden Fassung]) 

und nicht um einen Angriff auf die sexuelle Freiheit und Ehre (siehe 

Marginalie zu Art. 189 ff. StGB [in der bis 30. Juni 2024 geltenden 

Fassung]) geht, spielen dabei die konkret vorgenommenen sexuellen 

Handlungen, deren Intensität und Häufigkeit eine wichtige Rolle. Es 

versteht sich denn auch von selbst, dass als besonders schwer zu 

qualifizierende sexuelle Handlungen auch zu einer entsprechend höheren 

Gefährdung der ungestörten psychisch-emotionalen und sexuellen 

Entwicklung des betroffenen Kindes führen.  

 

Was die einzelnen Handlungen, deren Verwerflichkeit und Beweggründe 

des Beschuldigten sowie sein Mass an Entscheidungsfreiheit betrifft, kann 

auf die bereits erfolgte Erwägung zur den Schändungen und sexuellen 

Nötigungen verwiesen werden. Er hat dabei zumindest in Kauf genommen, 

A._____ in nicht unerheblicher Weise in ihrer psychisch-emotionalen und 

sexuellen Entwicklung zu gefährden. 

 

Unter Berücksichtigung der Art und Intensität der sexuellen Handlungen ist 

bei uneingeschränkter Schuldfähigkeit insgesamt von einem mittel-

schweren Verschulden auszugehen. Aufgrund der im Tatzeitpunkt leicht 

verminderten Schuldfähigkeit vermindert sich das Tatverschulden zu einem 

nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass die sexuellen Handlungen mit den 

vorgenannten Missbrauchshandlungen einhergingen, weshalb der 

Gesamtschuldbeitrag entsprechend geringer zu veranschlagen ist. Das 

damit einhergehende Verschulden ist weitgehend mit den Schändungen 

und sexuellen Nötigungen abgegolten. Angemessen ist eine weitere 

Erhöhung um 1 Jahr auf insgesamt 6 Jahre Freiheitsstrafe. 

 

3.5.2.3. 

Bezüglich der Pornografiehandlungen ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Pornografie nach Art. 197 StGB schützt – insoweit es 

um Pornografie geht, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minder-

jährigen zum Inhalt hat – im Wesentlichen die ungestörte sexuelle 

Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Daneben dient die Bestim-

mung auch dem Schutz der Erwachsenen. Dem liegt der Gedanke 

zugrunde, dass sich die verbotene Pornografie auf den Verbraucher 

korrumpierend auswirken kann, mithin geeignet ist, beim Betrachter unter 

anderem die Bereitschaft zu erhöhen, das Geschehen selbst nachzu-

ahmen. In diesem Sinne weckt der Konsum solcher Erzeugnisse die 

Nachfrage für die Herstellung kinderpornografischer Inhalte und schafft 

einen finanziellen Anreiz zur Begehung von Straftaten. Insofern trägt er 

 - 17 - 

 

 

mittelbar zum sexuellen Missbrauch von in solchen Machwerken zur Schau 

gestellten Kindern bei. Die Bestimmung von Art. 197 StGB will daher 

insbesondere auch die potenziellen «Darsteller» harter Pornografie vor 

sexueller Ausbeutung, Gewalt und erniedrigender bzw. menschenunwür-

diger Behandlung bewahren (BGE 131 IV 16 E. 1.2; Urteile des Bundes-

gerichts 7B_250/2022 vom 21. Februar 2024 E. 3.2.1 und 6B_1439/2021 

vom 28. November 2022 E. 2.3.4). 

 

Der Beschuldigte hat über mehrere Jahre diverse Pornografiehandlungen 

(Zeigen pornografischer Video- und Bildaufnahmen an eine Person unter 

16 Jahren, Herstellung kinderpornografischer Aufnahmen mit tatsächlichen 

sexuellen Handlungen für den eigenen Konsum, Beschaffung und Konsum 

kinder- und tierpornografischer Video- und Bildaufnahmen, Inverkehr-

bringen mehrerer hergestellter kinderpornografischer Bilddateien) 

begangen. Die sichergestellten Dateien umfassen inhaltlich ein breites 

Spektrum von sowohl vergleichsweise milden Formen wie etwa solche 

ohne sichtbare Vornahme sexueller Handlungen bis hin zu sehr schweren 

Formen verbotener Pornografie. 

 

Zu berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte die Dateien nicht nur 

heruntergeladen und konsumiert hat, sondern sie auch hergestellt hat, 

indem er einerseits mehrfach seine an A._____ verübten sexuellen 

Handlungen aufgezeichnet und die so erstellten Videos und Bilder auf 

verschiedenen Datenträgern gespeichert und darüber hinaus – zumindest 

teilweise – auch weiterverbreitet hat, was einer der gravierenderen 

Tathandlungen entspricht. Was die Beweggründe des Beschuldigten und 

sein Mass an Entscheidungsfreiheit betrifft, kann auf die bereits erfolgten 

Erwägungen verwiesen werden. 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums der vom 

Tatbestand der Pornografie erfassten strafbaren Handlungen in Relation 

zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe aufgrund des 

jeweiligen Inhalts, der Intensität der sexuellen Handlungen, der jeweiligen 

Dauer der Misshandlung, dem Alter der involvierten Kinder, dem langen 

Deliktszeitraum sowie der Vielzahl der Pornografiehandlungen bei 

uneingeschränkter Schuldfähigkeit von einem mittelschweren Tatver-

schulden auszugehen. Aufgrund der im Tatzeitpunkt leicht verminderten 

Schuldfähigkeit vermindert sich das Tatverschulden zu einem nicht mehr 

leichten bis mittelschweren Verschulden. Im Rahmen der Asperation ist zu 

beachten, dass die Pornografiehandlungen insoweit in einem Zusammen-

hang mit den sexuellen Handlungen stehen, als sie sich u.a. gegen 

A._____ gerichtet haben, indem der Beschuldigte mehrfach seine an 

A._____ verübten sexuellen Handlungen aufgezeichnet, die Videos und 

Bilder auf verschiedenen Datenträgern gespeichert und mehrere 

pornografische Bildaufnahmen von ihr in Verkehr gebracht hat. Im Übrigen 

besteht jedoch kein besonders enger Zusammenhang. Mit der Vorinstanz 

 - 18 - 

 

 

erscheint eine weitere Erhöhung um 1 ½ Jahre auf 7 ½ Jahre 

Freiheitsstrafe angemessen, was vom Beschuldigten zu Recht nicht in 

Frage gestellt worden ist. 

 

3.5.2.4. 

In Bezug auf die Verletzungen des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs, der als 

Antragsdelikt ausgestaltet ist und als Strafe eine Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder eine – hier nicht zweckmässige (siehe oben) – Geldstrafe 

vorsieht, schützt die persönliche Privat- bzw. Geheimsphäre vor einer 

Bespitzelung mit technischen Hilfsmitteln. 

 

Der Beschuldigte hat während eines Tatzeitraums von über zwei Jahren 

(Mai 2019 bis Juli 2021) im Schlafzimmer von A._____ als auch im 

Badezimmer (Dusche und Toilette) mehrere versteckte Kameras installiert, 

um sie heimlich zu filmen und die Aufnahmen auf seinen Geräten 

anzuschauen. Er filmte nicht nur A._____, sondern am 13. Juli 2021 auch 

F._____ – eine Freundin von A._____ – auf der Toilette, die im Sommer 

2021 bei der Familie des Beschuldigten in den Ferien war. Der 

Beschuldigte hat ganz bewusst verschiedene Kameras insbesondere im 

Badezimmer mit direkter Ausrichtung auf die Dusche und die Toilette und 

damit in einem höchst intimen und sensiblen Bereich installiert und 

Aufnahmen gemacht. Mithin handelt es sich – auch in Relation zu den vom 

Tatbestand erfassten Aufnahmen – um einen sehr schwerwiegenden 

Eingriff in das von Art. 179quater StGB geschützte Rechtsgut. Was die 

Beweggründe des Beschuldigten und sein Mass an Entscheidungsfreiheit 

betrifft, kann auf die bereits erfolgten Erwägungen verwiesen werden. 

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen bei uneingeschränkter 

Schuldfähigkeit von einem mittelschweren Verschulden auszugehen. 

Aufgrund der im Tatzeitpunkt leicht verminderten Schuldfähigkeit 

vermindert sich das Tatverschulden zu einem nicht mehr leichten 

Verschulden. Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass die 

Verletzungen des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 

insofern in einem Zusammenhang mit den sexuellen Handlungen stehen, 

als sie sich jeweils gegen A._____ gerichtet haben. Im Übrigen besteht 

jedoch kein besonders enger Zusammenhang, weshalb der 

Gesamtschuldbeitrag entsprechend hoch zu veranschlagen ist. 

Angemessen ist eine weitere Erhöhung um ½ Jahr auf insgesamt 8 Jahre 

Freiheitsstrafe. 

 

 - 19 - 

 

 

3.5.3. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist keine Vorstrafen auf (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was jedoch 

als Normalfall gilt und neutral zu werten ist (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4).  

 

Die teilweise bereits in den polizeilichen Einvernahmen erfolgten 

Geständnisse des Beschuldigten sind strafmindernd zu berücksichtigen, da 

sie die Strafuntersuchung in nennenswertem Umfang vorangetrieben bzw. 

erleichtert haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2014 vom 

9. Oktober 2014 E. 2.4). 

 

Grundsätzlich zu Gunsten des Beschuldigten wirkt sich sodann aus, dass 

dieser seit 30. Januar 2023 – mit Ausnahme kurzer Behandlungs-

unterbrüche aufgrund mehrmaliger Wechsel seiner Therapeuten – freiwillig 

eine deliktsorientierte Therapie absolviert (UA act. 802 ff.; Therapie-

verlaufsbericht vom 7. August 2025). In der Therapie konnten Fortschritte 

erzielt werden. Der Beschuldigte setzt sich mit seinem deliktischen 

Verhalten, seinem Risikomanagement sowie seiner Präferenzbesonderheit 

auseinander (Therapieverlaufsbericht vom 7. August 2025, S. 4). 

Relativierend ist diesbezüglich jedoch zu berücksichtigen, dass er seine 

gutachterlich diagnostizierte Pädophilie anlässlich der Berufungs-

verhandlung weitgehend negierte und diese Diagnose im Übrigen auch 

bagatellisierte, indem er ausführte, 80 von 100 Männern hätten dieselbe 

Neigung (Protokoll Berufungsverhandlung, S. 18, S. 22 und S. 24). 

 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte 

aus, er bedauere zutiefst, was er A._____ angetan habe; er habe ihre 

Vergangenheit und einen Teil ihrer Zukunft zerstört. Er entschuldige sich 

und nehme die Schuld auf sich (vorinstanzliches Protokoll, S. 3). Gemäss 

Vollzugsbericht der Justizvollzugsanstalt Lenzburg vom 28. Juli 2025 leistet 

der Beschuldigte sodann freiwillig und auf eigenen Wunsch seit Oktober 

2022 materielle Wiedergutmachung von monatlich Fr. 40.00, wobei sich 

nach dem Stand von Juli 2025 Fr. 1'360.00 auf dem Wiedergutmachungs-

konto für die Opferhilfe befunden haben und bereits überwiesen worden 

sind (Vollzugsbericht vom 28. Juli 2025; Protokoll Berufungsverhandlung, 

S. 14 f.). Diese Umstände wirken sich leicht strafmindernd aus, auch wenn 

sich zuerst noch weisen muss, ob die Beteuerungen und Wiedergut-

machungszahlungen des Beschuldigten auf eine nachhaltige Einsicht und 

aufrichtige Reue schliessen lassen oder in erster Linie eine blosse 

Tatfolgenreue vorliegt. 

 

Aus den persönlichen, familiären und beruflichen Verhältnissen des 

Beschuldigten ergeben sich keine für die Strafzumessung relevanten 

Faktoren. Nebst A._____ hat der Beschuldigte zwei weitere Töchter 

(D._____, geboren am tt.mm.jjjj und G._____, geboren am tt.mm.jjjj). Der 

Umstand allein, dass er Vater von minderjährigen Kindern ist, führt noch 

 - 20 - 

 

 

nicht zur Annahme einer besonderen Strafempfindlichkeit (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_40/2020 vom 17. August 2020 E. 3.2.2 f.). Auch der 

Umstand, dass der Beschuldigte mit vorliegendem Urteil zu einer 

siebenjährigen unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt wird, führt nicht zu 

einer erhöhten Strafempfindlichkeit, ist eine solche nämlich nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen, welche vorliegend nicht gegeben sind, 

zu bejahen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Weitere Umstände, welche sich straferhöhend oder strafmindernd 

auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. 

 

Insgesamt ist die Täterkomponente – unter gleichzeitiger Berücksichtigung 

einer Verletzung des Beschleunigungsgebots im vorinstanzlichen 

Verfahren (die Vorinstanz benötigte ein Jahr und damit deutlich zu lange 

für die schriftliche Urteilsbegründung; Art. 84 Abs. 4 StPO; vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 3.3.1) – im Umfang 

von einem Jahr Freiheitsstrafe strafmindernd zu berücksichtigen, so dass 

sich die auszusprechende Freiheitsstrafe auf 7 Jahre beläuft. 

 

3.5.4. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren kommt weder der bedingte noch der 

teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 

1 StGB). Die Freiheitsstrafe ist von Gesetzes wegen unbedingt auszu-

sprechen. 

 

3.5.5. 

Die bisher ausgestandene Untersuchungshaft von 85 Tagen (2. August 

2021 bis 25. Oktober 2021) und der vorzeitige Strafvollzug von 1'423 Tagen 

(26. Oktober 2021 bis 17. September 2025), insgesamt 1'508 Tage, sind 

auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 110 

Abs. 7 StGB; Art. 236 Abs. 4 StPO). 

 

3.6. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung der 

Verletzung des Beschleunigungsgebots zu einer dem Verschulden und den 

persönlichen Verhältnissen angemessenen unbedingten Freiheitsstrafe 

von 7 Jahren zu verurteilen. 

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 197 Abs. 6 StGB die Einziehung 

diverser beschlagnahmter Datenträger (Harddisks, SD-Karten, Mobil-

telefone) angeordnet, was mit Berufung nicht angefochten worden ist. 

Zuhanden der Vorinstanz ist jedoch – wie bereits zuvor in anderen 

Verfahren – festzuhalten, was folgt: 

 - 21 - 

 

 

Gemäss Art. 197 Abs. 6 StGB werden Gegenstände, welche harte 

Pornografie beinhalten, eingezogen. Im Gegensatz zu Art. 69 StGB ist 

keine gesonderte Prüfung erforderlich, ob die Gegenstände die Sicherheit 

von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden 

(ISENRING/KESSLER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 61 zu Art. 197 StGB). Das generelle Interesse der Öffentlichkeit 

rechtfertigt es unter Berücksichtigung der Eigentumsgarantie sowie des 

Verhältnismässigkeitsgrundsatzes aber nicht, die beschlagnahmten 

Gegenstände bzw. Datenträger zu vernichten. Eine Einziehung muss denn 

auch immer verhältnismässig, d.h. geeignet und erforderlich sein (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1B_355/2020 vom 19. Mai 2021 E. 5.2). Notwendig, 

aber auch ausreichend ist die Vernichtung, d.h. Löschung der porno-

grafischen Daten. Dies kann auch dadurch erreicht werden, dass diese 

dauerhaft gelöscht werden. Dazu genügt es, dass die Daten so gelöscht 

werden (z.B. durch Überschreiben), dass die betroffenen pornografischen 

Daten nicht mehr betrachtet oder wiederhergestellt werden können. Nicht 

erforderlich ist, dass bei einer forensischen Analyse keinerlei Spuren auf 

gelöschte (aber nicht mehr vorhandene und wiederherstellbare) Dateien 

vorhanden sind. Möglich ist auch, dass die Geräte, wie dies z.B. bei den 

Mobiltelefonen (Samsung, Sony Xperia) möglich ist, vollständig und 

unwiderruflich zurückgesetzt werden, so dass die inkriminierten Daten nicht 

mehr hergestellt werden können. 

 

Folglich wären die verbotenen pornografischen Daten auf den 

verschiedenen Geräten des Beschuldigten auf seine Kosten zu löschen 

bzw. die Geräte zurückzusetzen und ihm diese anschliessend heraus-

zugeben gewesen. Keine Rolle spielt, ob der Beschuldigte die Herausgabe 

der Gegenstände beantragt oder der Einziehung und Vernichtung 

zugestimmt oder sich dieser nicht widersetzt hat. Die Voraussetzungen 

einer Einziehung sind von Amtes wegen unter Beachtung der 

Eigentumsgarantie und des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu prüfen 

und unterstehen nicht der freien Disposition der Parteien. Die Einziehung 

dient auch nicht einer mittelbaren Bestrafung. Nachdem dieser Punkt 

jedoch nicht mit Berufung angefochten worden ist, bleibt es bei der 

vorinstanzlich angeordneten Einziehung der oben genannten Geräte. Die 

Staatsanwaltschaft hat die sachgemässen Verfügungen zu treffen. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung die Herausgabe der Harddisk 

«3.5" WD Red», da sie denselben Speicherinhalt wie die an die 

Privatklägerin A._____ herausgegebene Harddisk «3.5" Toshiba NAS 

N300» aufweise und u.a. persönliche Fotos und Familienfotos beinhalte 

(Berufungserklärung, S. 5). 

 

Es ist nachgewiesen, dass es sich bei den Harddisks «3.5" WD Red» und 

«3.5" Toshiba NAS N300» um Datenträger mit gespiegeltem Inhalt handelt 

 - 22 - 

 

 

(UA act. 270). Nachdem die verbotenen Inhalte auf diesen Gerätschaften 

bereits dauerhaft gelöscht worden sind, ist die Harddisk «3.5" WD Red» an 

den Beschuldigten herauszugeben. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, die Beschlagnahme des Google-

Kontos «aaa@aaa.com» sei aufzuheben bzw. ihm sei der Zugriff auf sein 

Google-Konto «aaa@aaa.com» gerichtlich wieder einzuräumen 

(Berufungserklärung, S. 5). 

 

Auf diesen erstmals im Berufungsverfahren gestellten Antrag ist nicht 

weiter einzugehen, nachdem sich in der Anklage keine Ausführungen dazu 

finden, im erstinstanzlichen Verfahren weder vom Beschuldigten noch von 

der Staatsanwaltschaft diesbezügliche Anträge gestellt worden sind und 

die Vorinstanz damit einhergehend auch keinen entsprechenden Entscheid 

gefällt hat. 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen werden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_794/2024 

vom 8. Januar 2025 E. 2.1.2). 

 

Der Beschuldigte erwirkt mit seiner Berufung, dass er – wie von ihm 

beantragt – vom Vorwurf der Schändungen, sexuellen Nötigungen und 

sexuellen Handlungen mit einem Kind je betreffend den Zeitraum bis Ende 

2018, sowie vom Vorwurf der versuchten Nötigungen freigesprochen wird. 

Sodann erreicht er mit seiner Berufung, dass anstatt einer Freiheitsstrafe 

von 9 Jahren eine solche von 7 Jahren ausgefällt wird. Insoweit er eine 

Herabsetzung der Freiheitsstrafe auf 4 ½ Jahre beantragt hat, ist seine 

Berufung jedoch abzuweisen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, 

ihm die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§ 15 GebührD) zur Hälfte mit 

Fr. 2'500.00 aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen.  

 

Der Privatklägerin A._____, die sich im Berufungsverfahren nicht mit 

eigenen Anträgen aktiv beteiligt und auch nicht plädiert hat, sind keine 

Kosten aufzuerlegen (BGE 138 IV 248 E. 5.3). 

 

5.1.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte seine Parteikosten im 

Berufungsverfahren für seinen frei gewählten Verteidiger im Umfang von ½ 

 - 23 - 

 

 

selbst zu tragen, während seine Aufwendungen im Umfang von ½ aus der 

Staatskasse zu entschädigen sind (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 StPO e contrario). Dabei steht der Anspruch ausschliesslich der 

Wahlverteidigung zu (Art. 429 Abs. 3 StPO in der seit 1. Januar 2024 

geltenden Fassung). Die Privatklägerin A._____, die sich im 

Berufungsverfahren nicht mit eigenen Anträgen aktiv beteiligt und auch 

nicht plädiert hat, kann nicht zur Leistung einer Parteientschädigung 

verpflichtet werden (BGE 138 IV 248 E. 5.3). 

 

Die Obergerichtskasse ist somit gestützt auf die anlässlich der Berufungs-

verhandlung eingereichte Kostennote anzuweisen, dem Wahlverteidiger 

Fr. 3'863.40 auszubezahlen. 

 

5.1.3. 

Der ehemalige amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Fabian Blum, ist für das 

Berufungsverfahren bis zu seiner Entlassung gestützt auf die von ihm am 

6. Juni 2025 eingereichte Kostennote mit Fr. 713.20 aus der Staatskasse 

zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis 

AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss zur Hälfte 

mit Fr. 356.60 zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

5.1.4. 

Die Privatklägerin A._____, die sich im Berufungsverfahren nicht mehr aktiv 

als Partei mit eigenen Anträgen beteiligt und auch nicht plädiert hat, hat 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Sie hat denn auch keine 

entsprechenden Aufwendungen geltend gemacht. Ihr ist deshalb keine 

Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 433 Abs. 2 StPO). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 

auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte hat im erstinstanzlichen Verfahren die 

Verfahrenskosten zu tragen, wenn er verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). Wird er teilweise freigesprochen, so sind ihm die Verfahrenskosten 

grundsätzlich auch nur anteilsmässig aufzuerlegen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_491/2023 vom 7. August 2023 E. 3.3 mit Hinweisen). 

 

Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Schändungen, sexuellen 

Nötigungen und sexuellen Handlungen mit einem Kind je betreffend den 

Zeitraum bis Ende 2018, sowie vom Vorwurf der versuchten Nötigungen 

freigesprochen. Es rechtfertigt sich deshalb, ihm die erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 16'986.00 (inklusive einer 

 - 24 - 

 

 

Anklagegebühr von Fr. 3'100.00) zur Hälfte mit Fr. 8'493.00 aufzuerlegen 

und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

5.2.2. 

Die dem ehemaligen amtlichen Verteidiger, Rechtsanwalt Fabian Blum, für 

das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene Entschädigung in der Höhe 

von Fr. 22'744.10 ist mit Berufung nicht angefochten worden, weshalb 

darauf im Berufungsverfahren nicht zurückzukommen ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.3). 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 11'372.05 

zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

5.2.3. 

Die dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privatklägerin, Rechtsanwalt 

Daniel Kopp, im erstinstanzlichen Verfahren zugesprochene 

Entschädigung von Fr. 9'146.05 ist mit Berufung nicht angefochten worden, 

weshalb darauf nicht zurückzukommen ist. 

 

Es wurde weder ausgeführt noch ist ersichtlich, dass sich der Beschuldigte, 

der eine mehrjährige Freiheitsstrafe zu verbüssen hat, in wirtschaftlich 

günstigen Verhältnissen befindet. Ihm können die Kosten für die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung der Privatklägerschaft deshalb nicht 

auferlegt werden (Art. 426 Abs. 4 StPO). 

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

 
  

 - 25 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass das Beschleunigungsgebot verletzt worden ist. 

 

2. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf 

- der sexuellen Nötigungen für den Zeitraum vom 18. September 2010 bis 

31. Dezember 2018; 

- der Schändungen für den Zeitraum vom 18. September 2010 bis 

31. Dezember 2018; 

- der sexuellen Handlungen mit einem Kind für den Zeitraum vom 

18. September 2010 bis 31. Dezember 2018; 

- der versuchten Nötigungen. 

 

3. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB [in 

der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- der mehrfachen Schändung gemäss Art. 191 StGB [in der bis zum 

30. Juni 2024 geltenden Fassung]; 

- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 

Ziff. 1 StGB [in der bis zum 30. Juni 2024 geltenden Fassung];  

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB, Art. 197 Abs. 

4 Satz 2 StGB, Art. 197 Abs. 5 Satz 1 und Satz 2 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen]; 

- der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch 

Aufnahmegeräte gemäss Art. 179quater Abs. 1 StGB [in Rechtskraft 

erwachsen]. 

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 3 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 19 Abs. 2 StGB und Art. 40 StGB  

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Jahren, 

 

verurteilt. 

 

4.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft und der vorzeitige Strafvollzug von 

insgesamt 1'508 Tagen werden auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

 - 26 - 

 

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Es wird eine ambulante therapeutische Massnahme gemäss Art. 63 Abs. 1 

StGB angeordnet.  

 

6. [in Rechtskraft erwachsen] 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 StGB lebenslänglich 

jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

 

7. 

7.1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen: 

 

- 1 Samsung MZ-JPU256T/0A1 

- 1 Harddisk 2.5" Toshiba tv02 

- 1 SD Karte SanDisk Ultra 

- 1 SD Karte Plextor Extreme Pro 

- 1 Smartphone S8 Conquest Rugged 

- 1 Mobiltelefon Sony Xperia M4 Aqua E2303 

- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy S5 SM-G900F 

- 1 Mobiltelefon Apple iPhone 5 

- 1 Fuchsschwanz-Vibrator 

- 1 Gummi-Frauenkörper 

- 1 Haarbürste blau 

- 1 Büstenhalter 

- 3 Unterhosen von A._____ 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

7.2. 

Die Harddisk «3.5" Toshiba NAS N300» wird an die Privatklägerin A._____ 

herausgegeben. Die Harddisk «3.5" WD Red» wird an den Beschuldigten 

herausgegeben.  

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

8. [in Rechtskraft erwachsen] 

8.1. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin A._____ eine 

Genugtuung von Fr. 35'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 1. Juli 2021 zu 

bezahlen. 

 

8.2. 

Der Beschuldigte wird für den der Privatklägerin A._____ anfallenden 

Schaden, der adäquat-kausal auf die vom Beschuldigten zu ihrem Nachteil 

 - 27 - 

 

 

begangenen Straftaten zurückzuführen ist, dem Grundsatz nach bei einer 

Haftungsquote von 100 % schadenersatzpflichtig erklärt. 

 

8.3. 

Im Übrigen wird die Zivilklage der Privatklägerin A._____ auf den Zivilweg 

verwiesen. 

 

9. 

9.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 2'500.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen.  

 

9.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'863.40 auszurichten. 

 

Im Übrigen hat der Beschuldigte seine Parteikosten für das Berufungs-

verfahren selbst zu tragen. 

 

9.3. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem ehemaligen amtlichen 

Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Fabian Blum, für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 713.20 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 356.60 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

10. 

10.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 16'986.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 3'100.00) werden dem Beschuldigten zur Hälfte mit 

Fr. 8'493.00 auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.  

 

10.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 22'744.10 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zur Hälfte mit Fr. 11'372.05 

zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

10.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand der Privat-

 - 28 - 

 

 

klägerin, Rechtsanwalt Daniel Kopp, für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 9'146.05 auszurichten. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
 
   

Aarau, 17. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six Eichenberger