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**Case Identifier:** ea1e8cac-62ec-5dc4-ad28-11220ebf3236
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.04.2016 200 2015 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-10_2016-04-15.pdf

## Full Text

200 15 10 IV
LOU/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. April 2016

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 10. Juli 2009 unter Hinweis auf Hüft- und 
Halswirbelsäulenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an, dies nach im Juni 2009 erfolgter Anmeldung zur Früherfas-
sung (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 5). Die IVB gewährte Arbeitsvermittlung 
(AB 9) und nahm erwerbliche sowie medizinische Abklärungen vor (AB 
11 f., 16). Weiter wurde vom 2. bis 27. November 2009 in der Abklärungs-
stelle C.________ eine Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärung (AMA) 
durchgeführt (AB 20 - 22). Am 5. Oktober 2010 berichtete die Hausärztin 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, von 
einer gesundheitlichen Verschlechterung und attestierte ab dem 1. Oktober 
2010 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 38). Im Februar 2011 wechsel-
te die Versicherte ihren Wohnsitz innerhalb des Kantons Bern von ... nach 
... (AB 60/9, 89/7 f.). Zwecks Prüfung einer Umschulung wurde im April/Mai 
2011 ein IIZ Assessement durchgeführt (AB 45, 49). Gestützt auf Erhebun-
gen vom 13. März 2012 erstellte der Abklärungsdienst der IVB am 20. April 
2012 einen Abklärungsbericht Haushalt (AB 60), in welchem die Invali-
ditätsbemessung nicht abschliessend vorgenommen werden konnte, da der 
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IVB eine polydisziplinäre Begutach-
tung empfahl (AB 59/3). Die IVB teilte der Versicherten am 21. Mai 2012 
mit, berufliche Massnahmen könnten zurzeit nicht durchgeführt werden (AB 
65). Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS – inklusive der entspre-
chenden Fachgutachten – wurde am 17. Dezember 2012 erstattet (AB 80.1 
- 80.6).

Da die Versicherte per Anfang Juni 2012 ihren Wohnsitz in den Kanton ... 
verlegt hatte (AB 60/13), erstellte der Abklärungsdienst der IV-Stelle ... ge-
stützt auf Erhebungen vom 6. Februar 2013 am 8. Februar 2013 einen Ab-
klärungsbericht Haushalt (AB 81). Im September/Oktober 2013 gingen bei 
der IVB weitere medizinische Berichte ein (AB 83, 86 f.) und am 17. Febru-

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ar 2014 (AB 89) ergänzte der Abklärungsdienst der IVB den Abklärungsbe-
richt vom 20. April 2012. 

Mit Vorbescheid vom 14. April 2014 (AB 91) stellte die IVB ab dem 1. Au-
gust 2011 den Anspruch auf eine ganze Rente befristet bis 30. November 
2012 in Aussicht, was sie nach erfolgtem Einwand (AB 94) mit Vorbescheid 
vom 1. September 2014 (AB 97) dahingehend korrigierte, als sie den An-
spruch auf eine ganze Rente ab dem 1. Oktober 2010 befristet bis 30. No-
vember 2012 in Aussicht stellte. Dabei nahm sie die Invaliditätsbemessung 
per März 2010 nach der gemischten Methode bei einem Status 70 % Er-
werb und 30 % Haushalt vor und ermittelte einen gewichteten Gesamtinva-
liditätsgrad von 32 %. Nach der gesundheitlichen Verschlechterung im 
Oktober 2010 resultierte – nach wie vor gemäss der gemischten Methode – 
ein gewichteter Invaliditätsgrad von 75 %. Ab August 2011 ging die IVB für 
den Gesundheitsfall von einer vollen Erwerbstätigkeit aus und ermittelte per 
August 2012 (Zeitpunkt der letzten gutachterlichen Untersuchung) mittels 
Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 37 %. Nach Durchgeführ-
tem Vorbescheidverfahren mit Eingang zusätzlicher medizinischer Unterla-
gen verfügte die IVB wie vorbescheidweise angekündigt (AB 98 - 100). 

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 5. Januar 2015 Beschwerde. Sie beantragt, die angefochtene Verfü-
gung sei insoweit aufzuheben bzw. abzuändern, als die zugesprochene 
ganze Invalidenrente erst ab Oktober 2010 zugesprochen und bis zum 30. 
November 2012 befristet werde, und es sei stattdessen ab März 2010 eine 
unbefristete Rente zuzusprechen. Eventuell seien zuvor eine erneute 
ganzheitliche medizinische Begutachtung und eine Evaluation der funktio-
nellen Leistungsfähigkeit sowie weitere berufliche Abklärungen (BE-
FAS/EFL) durchzuführen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Januar 2015 beschränkte der In-
struktionsrichter das Verfahren auf die Prüfung der Rechtzeitigkeit der Be-
schwerde und ersuchte die Verwaltung, ein Nachforschungsbegehren der 

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Post einzureichen, woraus ersichtlich werde, an welchem Tag die ange-
fochtene Verfügung der Beschwerdeführerin zugestellt worden sei. 

Die Beschwerdegegnerin teilte am 12. Januar 2015 mit, die Verfügung vom 
14. November 2014 sei nicht mit eingeschriebener Post versandt worden, 
so dass nicht nachweisbar sei, wann die Beschwerdeführerin die Sendung 
erhalten habe. Folglich sei auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin 
abzustellen, weshalb die Beschwerde als rechtzeitig eingereicht zu gelten 
habe. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Februar 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. April 2016 ersuchte der Instrukti-
onsrichter den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin um Einreichung der 
Vollmacht. Diese ging am 13. April 2016 beim Gericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 

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1.1.2 Zur örtlichen Zuständigkeit ist festzuhalten, dass gemäss Art. 40 
Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 (IVV; SR 831.201) zur Entgegennahme und Prüfung der IV-
Anmeldung jene IV-Stelle zuständig ist, in deren Tätigkeitsgebiet die Versi-
cherten ihren Wohnsitz haben. Im Zeitpunkt des Leistungsgesuches im 
Jahr 2009 lag der massgebliche zivilrechtliche Wohnsitz der Beschwerde-
führerin noch im Kanton Bern (AB 1, 5). Da die einmal begründete Zustän-
digkeit der IV-Stelle analog des prozessualen Grundsatzes der sogenann-
ten perpetuatio fori erhalten bleibt (Art. 40 Abs. 3 IVV), ist der spätere 
Wohnsitzwechsel der Beschwerdeführerin im Jahr 2012 in den Kanton ... 
(AB 60/13) unbeachtlich und die Beschwerdegegnerin war zuständig zum 
Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung; damit ist auch die örtliche 
Zuständigkeit des hier angerufenen Gerichts gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 
[IVG; SR 831.20]).

1.1.3 Hinsichtlich der Einhaltung der Beschwerdefrist (Art. 60 ATSG) ist 
zu berücksichtigen, dass für die Tatsache und den Zeitpunkt der Zustellung 
die Behörde, welche die Verfügung erlässt, den Zustellungsbeweis trägt, 
währenddem der beschwerdeführenden Person der Nachweis für die 
rechtzeitige Einreichung der Beschwerde obliegt. Wird die Tatsache oder 
das Datum der Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten, muss 
daher im Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden 
(BGE 103 V 63 E. 2a S. 66; ARV 2000 S. 121 E. 1b; SVR 2011 IV Nr. 32 S. 
94 E. 4.1). Mit Blick auf den Umstand, dass die vorliegend angefochtene 
Verfügung mit uneingeschriebener Post versandt wurde (Eingabe der Be-
schwerdegegnerin vom 12. Januar 2015 [im Gerichtsdossier]) , ist gemäss 
den Angaben der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2) von der Verfü-
gungszustellung am 19. November 2014 auszugehen, so dass mit der am 
5. Januar 2015 erfolgten Postaufgabe der Beschwerde die Beschwerdefrist 
unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes gewahrt wurde (Art. 60 
i.V.m. Art. 38 ATSG).

1.1.4 Da auch die Bestimmungen über die Form der Beschwerde (Art. 61 
lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die 

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Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) einge-
halten sind, ist auf diese einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 14. November 2014 (AB 103). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi-
cherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). 

2.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 
V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 

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zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 
ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betäti-
gungsvergleich]; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 149).

2.6 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.7 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.7.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

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2.7.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht. Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-
heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabel-
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 
2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

2.8 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.9 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

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nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.10 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

3.

3.1 Nach der Rechtsprechung sind bei der rückwirkenden Zusprechung 
einer abgestuften oder befristeten Rente die Revisionsbestimmungen (Art. 
17 Abs. 1 ATSG; Art. 88a Abs. 1 IVV) analog anwendbar, weil noch vor 
Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Ände-
rung eingetreten ist mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung 
mitberücksichtigt wird (Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Mai 

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2011, 9C_996/2010 / 9C_1005/2010, E. 8, und vom 16. Juni 2009, 
8C_87/2009, E. 2.2). Es gilt was folgt:

3.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Ar-
beitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die 
Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann 
gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwen-
dung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist 
(BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

3.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende 
Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden 
Vergleichszeitpunkte (BGer 8C_87/2009, E. 2.2).

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Änderung 
für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an 
zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraus-
sichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 
nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat 
und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV).

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4.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

4.1 Die Hausärztin Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 6. Sep-
tember 2009 (AB 16/2 f.) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit auf:

 Chronisches zervikales, eher links betontes abstrahlendes Schmerzsyndrom 
bei Blockwirbelbildung C6/7 mit Discopathie und Bandscheibenprotrusion C5/6

 Hüftgelenksproblematik links betont bei Status nach arthroskopischem Débri-
dement Februar 2008 und heute erneut Labrumläsion

Dr. med. D.________ gab an, es bestehe ein Status nach Hüftarthroskopie 
im Februar 2008 wegen eines femoroazetabulären Impingements. Wegen 
persistierenden Schmerzen im Dezember 2008 sei erneut ein MRI durch-
geführt worden, das einen persistierenden Labrumriss superior, ausge-
dehnte Narbenbildungen sowie eine relativ ausgedehnte 
Knorpelschädigung im anterioren Pfannenrand gezeigt habe. Die Be-
schwerdeführerin habe gleichwohl bis zum 19. März 2009 weiter gearbeitet. 
Damals habe sie sich mit einem Schmerzsyndrom C5/6 vorgestellt. Eine 
Infiltration durch PD Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sei erfolgt, mit 
wechselnder Besserung. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor deutlich 
eingeschränkt sowohl durch den Rücken wie durch das Heben des Armes 
links. Gleichzeitig bestünden zunehmend Schmerzen im Bereich der linken 
Hüfte. Dr. med. D.________ attestierte ab dem 19. März 2009 eine 100 %-
ige Arbeitsunfähigkeit, welche andauere, und hielt fest, die Beschwerdefüh-
rerin könne nicht länger vornüber gebeugt stehen. Das Heben von Lasten 
grösser als fünf Kilogramm und das Tragen von Lasten sowie längeres 
Sitzen seien für sie ungünstig, bezüglich der Hüfte aber auch längeres Ste-
hen. Die jetzige Arbeit bei der F.________ sei nicht mehr durchführbar. In 
einer anderen Tätigkeit den Behinderungen angepasst, könnte sie einge-
gliedert werden, sicher zu 50 %, eventuell mehr. 

4.2 Im Abklärungsbericht AMA vom 10. Dezember 2009 (AB 22) führte 
der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 13

zin FMH, die folgenden (Haupt-)Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit auf (AB 22/7 f.): 

 Chronisch rezidivierendes zervikales Schmerzsyndrom bei kongenitalem 
Blockwirbel C6/7 und degenerativen Veränderungen (Osteochondrosen, Un-
carthrosen) in den zervikalen Segmenten C5/6 und C4/5

 Femoroazetabuläres Impingement (hauptsächlich vom CAM-Typ) des linken 
Hüftgelenks

 Hüftbeschwerden auch rechts (Abklärung vorgesehen)

Dr. med. G.________ gab an, die vorliegende Affektion der Halswirbelsäule 
führe zu funktionellen Einschränkungen in Bezug auf die Fähigkeit, häufig 
Lasten ohne Hilfsmittel zu heben und zu tragen, in Bezug auf Überkopf-
arbeiten, längeres Verharren in gezwungener Kopfhaltung, insbesondere 
wenn vornüber geneigt, in Bezug auf Arbeiten, die ein ausreichend grosses 
Gesichtsfeld erforderten sowie in Bezug auf Einfluss von Kälte, Nässe und 
Zugluft. Im Allgemeinen erweise sich eine eher wechselbelastende Tätig-
keit als günstig. Bezüglich der Hüftproblematik gab Dr. med. G.________ 
an, zur Vermeidung überlastungsbedingter Beschwerden sollten hüftge-
lenksstrapazierende Bewegungsmuster ausgeschlossen werden. Daher 
seien keine schweren sowie keine ausschliesslich mittelschweren körperli-
chen Tätigkeiten mehr zumutbar, kein Heben und Tragen bzw. Bewegen 
von Lasten über 10 – 15 kg, kein Arbeiten in Hock- oder Bückstellung bzw. 
in kniender Körperhaltung, keine Tätigkeiten in Vorbeugehaltung des 
Oberkörpers, keine Arbeiten auf unebenem Gelände, kein Besteigen von 
Leitern und Gerüsten, kein häufiges Treppensteigen, keine ausschliessli-
che Steh- und Gehbelastung, keine Arbeiten unter Kälte-, Nässe- und Zug-
lufteinfluss. Die Gehstrecke könne eingeschränkt sein: Eine Einschränkung 
der Gehstrecke könne vor allem für die Zukunft möglich sein, da, zumindest 
auf der linken Seite jetzt nachgewiesen, eine Präarthrose vorliege. Bezüg-
lich Pensum und Leistung hielt Dr. med. G.________ fest, den erlernten 
Beruf der ... könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausüben. Eine an-
gepasste Tätigkeit entsprechend dem oben formulierten medizinischen 
Zumutbarkeitsprofil könne die Beschwerdeführerin bei einem vollen Ar-
beitspensum ausüben. Dabei sei eine gewisse Leistungseinschränkung 
aufgrund der funktionellen Einschränkungen von Seiten der Halswirbelsäu-
le und des linken Hüftgelenks zu erwarten. Diese sei auf maximal 30 % zu 
veranschlagen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 14

4.3 Am 5. Januar 2010 hielt der RAD-Arzt Dr. med. G.________ fest 
(AB 25/3), erwartungsgemäss habe die kürzliche Abklärung auch auf der 
rechten Seite eine Hüftimpingement ergeben (das Hüftimpingement als 
anlagemässige Störung trete meistens beidseitig in Erscheinung). Das im 
Abklärungsbericht AMA der Abklärungsstelle C.________ vom 10. Dezem-
ber 2009 auf den Seiten 7 und 8 aufgeführte medizinische Zumutbar-
keitsprofil berücksichtige bereits die beidseitigen Hüftbeschwerden bzw. die 
beidseitige verminderte Belastbarkeit der Hüftgelenke. 

4.4 Dr. med. D.________ hielt im Überweisungsschreiben an PD Dr. 
med. E.________ vom 5. Oktober 2010 (AB 38) fest, neu sei nun eine 
rechts paramediane Diskushernie C4/C5 mit möglicher Kompression des 
hohen Abgangs der Nervenwurzel C6 rechts aufgetreten und es stelle sich 
die Frage, ob nicht doch eine Stabilisierung notwendig sei. Wegen akut 
zunehmenden Schmerzen, zurzeit noch ohne Lähmungserscheinungen, 
habe sie die Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 2010 wiederum zu 
100 % arbeitsunfähig erklären müssen. 

4.5 Im Bericht vom 8. März 2011 (AB 50/2 f.) gab Dr. med. H.________, 
Facharzt für Neurologie FMH die folgende Diagnose an:

 Zervikalsyndrom bei Blockwirbelbildung HWK6/7 und Diskusprotrusion 
HWK5/6
 Neurostatus: Normalbefunde
 Tibialis-SSEP: Normalbefund, im Vergleich zur Voruntersuchung vom 

12. August 2009 unverändert.

Dr. med. H.________ hielt fest, zwischenzeitlich sei es zu einer krisenhaf-
ten Zunahme von Nackenschmerzen mit Abstrahlungen sowohl in den 
rechten als auch in den linken Arm gekommen. Diese Schmerzen seien 
insbesondere im Oktober/November (2010) sehr ausgeprägt gewesen und 
bei der MR-Verlaufskontrolle habe sich auch eine Zunahme der Diskopa-
thie gezeigt. Zwischenzeitlich sei es erneut zu einer Verbesserung unter 
fortgesetzter Physiotherapie ohne brachialgieforme Schmerzkomponente 
gekommen und es habe auch zwischenzeitlich eine Besserung der Krämp-
fe in den unteren Extremitäten stattgefunden. Auch Paresen bestünden in 
den Armen nicht mehr. Die Beschwerdeführerin beklage im Zusammen-
hang mit Schmerzen rechtsbetont eine Schwäche auch proximal der Arm-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 15

hebung. Persistierende Sensibilitätsstörungen bestünden nicht, gelegent-
lich jedoch beim Tagen von Taschen ein Einschlafen der rechten oder lin-
ken Hand von variabler Ausprägung. Bei der klinisch-neurologischen und 
elektrophysiologischen Untersuchung (Tibialis-SSEP) fänden sich nach wie 
vor keine Hinweise für eine relevante cervicale Myelopathie. Die von der 
Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen seien im Zusammenhang mit 
der Diskopathie und Blockwirbelbildung sicher erklärbar. 

4.6 Am 30. Mai 2011 berichtete Dr. med. D.________ (AB 50/1), der 
Gesundheitszustand verschlechtere sich eher, vorallem cervikal Zunahme 
der Beschwerden mit neu aufgetretener Bandscheibenhernierung C4/5 
rechts. Im Bereich der rechten Hüfte nun auch Labrumläsion und Impinge-
mentsymptomatik. Die Beschwerdeführerin habe bisher versucht, eine ge-
eignete Arbeit eventuell für eine Umschulung zu eruieren, was ihr nicht 
gelungen sei. Die cervikale Problematik stehe im Vordergrund aber auch 
das Heben und Tragen von Lasten sei ihr unmöglich. Eine Vorstellung beim 
RAV sei diesbezüglich deshalb nicht erfolgreich gewesen, so dass sie die 
Beschwerdeführerin wieder zu 100 % habe arbeitsunfähig schreiben müs-
sen. 

4.7 PD Dr. med. E.________ gab im Bericht vom 26. Juni 2011 (AB 
56/1 - 6) die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
an: 

 Chronisches zervikales und zurzeit eher rechts betont abstrahlendes 
Schmerzsyndrom bei 
 Blockwirbelbildung C6/7 mit Discopathie und Bandscheibenprotrusion 

breitbasig C5/6 sowie 
 Bandscheibenhernierung C4/5 recht (neu aufgetreten)

 Bekannte Hüftgelenksproblematik links betont, St. n. arthroskopischem Débri-
dement Februar 2008

 St. n. foraminaler Infiltration C5/6 links vom 24. Juni 2009

PD Dr. med. E.________ hielt fest, seit 2009 bestünden Nacken- und eher 
rechtsseitige Armschmerzen. Am 24. Juni 2009 sei eine Infiltration C5/6 mit 
kurzzeitiger Besserung durchgeführt worden. Dann sei es im Verlaufe von 
2010 eher zu einer Verschlechterung der Beschwerden mit Belastungs- 
und Ruheschmerzen und zeitweiligen Dysästhesien gekommen. Dann sei 
radiologisch die Diagnosestellung der Problematik C5/6 und C6/7 sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 16

Stellung der Indikation für eine Versteifungsoperation erfolgt. Dies auch laut 
Zweitmeinung von Prof. J.________. Man habe eine konservative Therapie 
mit Physiotherapie eingeleitet, was eine leichte Besserung gebracht habe, 
welche aktuell anhaltend sei. Die körperliche Belastbarkeit sei einge-
schränkt aufgrund von Nacken- und Armschmerzen, welche sich bei der 
Arbeit einschränkend auswirkten. Angaben zur bisherigen Tätigkeit fehlten. 
Es bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit bezüglich körperlicher Ar-
beit. Ein schrittweiser Wiedereinstieg ins Arbeitsleben sei möglich bei 
wechselnd belastender Tätigkeit. Dies sei aber im Herbst 2011 erneut zu 
evaluieren. 

4.8 Das MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2012 (AB 80.1) basiert 
auf Fachgutachten in den Bereichen Rheumatologie (AB 80.3), Neurologie 
(AB 80.4), Psychiatrie (AB 80.5) und Neuropsychologie (AB 80.6) sowie auf 
einer internistischen Untersuchung (AB 80.1/17). Die Gutachter führten die 
folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 80.1/26): 

1. Cervicocephales Schmerzsyndrom mit intermittierender Brachialgie rechts 
(ICD-10: M53.0)
 aktuell ohne radikuläres, sensibles oder motorisches Ausfallsyndrom
 Blockwirbelbildung C6/7, rechtsparamediane Diskushernie C4/5, mögliche 

Kompression C6 rechts, Osteochondrose und fortgeschrittene Unkarthro-
sen C5/6, weniger auch C4/5 mit neuroforaminaler Einengung

 aktenkundig keine Instabilität
 myotendinotische Begleitkomponente, Haltungsinsuffizienz

2. Femoroacetabuläres Impingement links mit Coxarthrose (ICD-10: M24.95)
 St. n. arthroskopischer partieller antero-inferiorer Labrumentfernung 

02/2008
3. Migräne ohne Aura (ICD-10: G43.0)

 mögliche analgetikainduzierte Kopfschmerzkomponente (ICD-10: G44.4)

In der Gesamtbeurteilung gaben die Gutachter an (AB 80.1/29 ff.), die bis-
herige und die erlernte Tätigkeit als ... sei der Beschwerdeführerin aufgrund 
des zervikozephalen Schmerzsyndroms und des Impingements mit Coxar-
throse der linken Hüfte medizinisch nicht mehr möglich. Von körperlicher 
Seite seien leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne 
Arbeit in Zwangshaltungen oder Überkopfarbeiten in einem Umfang von 
80 % möglich mit einer maximalen Lastenhandhabung von 10 kg beidhän-
dig. Monotone Arbeiten mit repetitivem Bewegungsmuster oder Tätigkeiten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 17

in Zwangshaltungen mit Flexion im Hüftgelenk sollten vermieden werden. 
Aufgrund der erfassten kognitiven Leistungsfähigkeit sollte die Beschwer-
deführerin eine eher praktische Tätigkeit mit geringen Anforderungen an 
die Lernfähigkeit und Rechenfertigkeiten ausüben. Falls eine Umschulung 
notwendig sein sollte, sei mit einer verlängerten Lernphase zu rechnen. Es 
könne möglicherweise – abhängig von der Art der kognitiven Anforderun-
gen – zu einer leichten Einbusse aufgrund von Aufmerk-
samkeitsschwankungen kommen, falls die Beschwerdeführerin kognitiv 
überfordert werden sollte. Bei kognitiv einfachen Arbeiten bestehe keine 
weitere Einbusse. In der neuropsychologischen und psychiatrischen Unter-
suchung habe die Diagnose eines ADHS nicht bestätigt werden können. 
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit gaben die Gutachter an (AB 80.1/30), 
unter Berücksichtigung der erhobenen Anamnesen, Untersuchungsbefunde 
und medizinischen Vorgeschichte sei die Arbeitsunfähigkeit wie im Bericht 
vom 6. September 2009 (Dr. med. D.________) aufgeführt, nachvollzieh-
bar. Zum damaligen Zeitpunkt werde eine Arbeitsfähigkeit von zumindest 
50 % für eine angepasste Verweisungstätigkeit beschrieben. Auch dies sei 
nachvollziehbar, allerdings sei es im weiteren Verlauf (beispielsweise Be-
richt vom 5. Oktober 2010) zu einer passageren Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes gekommen. Mit Bericht vom 8. März 2011 werde eine 
gesundheitliche Besserung beschrieben, im Arztbericht vom 3. Mai 2011 
(richtig: 30. Mai 2011; AB 50/1) eine erneute Verschlechterung. PD Dr. 
med. E.________ beschreibe im Bericht vom 26. Juni 2011 die Möglichkeit 
eines schrittweisen Wiedereinstiegs in das Arbeitsleben ab Herbst 2011, 
die Beschwerdeführerin habe ab 08/2011 eine Stelle als ... in einem Ar-
beitspensum von 20 % angenommen. Dieses Arbeitspensum erscheine 
ebenfalls adäquat. Ab dem Zeitpunkt des Gutachtens sei die Beschwerde-
führerin im geschilderten Umfang für Verweistätigkeiten arbeitsfähig.

4.9 Im Bericht vom 30. September 2013 (AB 87) hielt PD Dr. med. 
E.________ fest, das neue MRI zeige letztendlich ähnliche Befunde wie die 
Voraufnahme vom 2011. Man erkenne Diskopathien und Bandscheibenpro-
trusionen der Etagen C4/5 und C5/6 rechtsbetont, die Bandscheibenhöhen 
seien aber noch recht gut. Zusätzliche Pathologien im Vergleich zu den 
Voraufnahmen seien nicht zu erkennen. Insgesamt sei der MRI-Befund 
durchaus vergleichbar mit den Bildern von 2011, eine wesentliche Progre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 18

dienz sei nicht erkennbar. Auch die Beschwerden seien eigentlich recht 
ähnlich wie vor zwei Jahren, die teilweise Gefühlsstörung im Hinterkopfbe-
reich links seien wohl nicht einem diskogenen Problem zuzuordnen. 

4.10 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 20. Oktober 2014 zum 
Verlauf seit 2012 fest (AB 100/1), 2013 sei die Beschwerdeführerin erneut 
wegen eines cervikobrachialen Schmerzsyndroms beidseits, vor allem 
rechts betont, durch PD Dr. med. E.________ gesehen worden und es sei 
ein neues MRI durchgeführt worden. Es zeige, dass sich in der Zwischen-
zeit zwar keine wesentliche Progredienz eingestellt habe, aber auch keine 
Besserung der Situation. Die Beschwerden seien unverändert vorhanden 
und würden unter Belastung sofort verstärkt. Unter Belastung heisse vor 
allem repetitives Arbeiten über der Kopfhöhe, Tragen von Lasten, immer 
gleiche Stellung, z.B. im Sitzen oder im Stehen. Hier sei die Beschwerde-
führerin auf eine wechselnde Stellung angewiesen. Gleichzeitig bestehe 
eine deutliche Einschränkung der Nasenatmung. Es sei im Juli eine Sep-
tumkorrektur bei rezidiverender Sinusitis durchgeführt worden. Postoperativ 
sei dann eine persistierende Rhinosinusitis aufgetreten, die durch regel-
mässige Behandlungen beim HNO-Arzt angegangen worden sei, schluss-
endlich seien ein Syndrom descendens und eine Tracheobronchitis 
aufgetreten, die längere Zeit Dalazin bedurft hätten. 

5.

5.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die Beschwerdegegnerin auf 
das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2012 (AB 
80.1). Dieses enthält verschiedene Fachgutachten, welche Folgendes er-
geben haben: Das rheumatologische Fachgutachten vom 16. August 2012 
schliesst die bisherige Tätigkeit als ... aus, in angepasster körperlich leich-
ter sowie intermittierend mittelschwerer Tätigkeit bestehe bei Einhaltung 
der umschriebenen Limiten eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit (AB 80.3/6 f.). 
Das neurologische Fachgutachten vom 24. August 2012 nennt eine mögli-
che Myelopathie und hält die bisherige Tätigkeit auch deswegen für nicht 
geeignet, Verweistätigkeiten seien zu 80 % zumutbar, die Einschränkung 
ergebe sich aus der episodischen Migräne mit Schmerzexazerbationen (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 19

80.4/8). Das psychiatrische Fachgutachten vom 18. Juli 2012 erkennt keine 
relevanten Beeinträchtigungen (AB 80.6). Im neuropsychologischen Fach-
gutachten vom 12. Dezember 2012 resultiert nach eintägigen Tests die 
Diagnose einer Lernbehinderung (ICD-10: F81.9), wobei eher praktische 
Tätigkeiten empfohlen werden. Die im Jahr 2009 von Dr. med. I.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, (AB 51/2 ff.) gestellte 
Diagnose eines ADHS wird nicht bestätigt (AB 80.6/13 ff.). In der Gesamt-
beurteilung wird die erlernte Tätigkeit als ... als nicht mehr zumutbar erach-
tet, jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit 
attestiert (AB 80.1/29), wobei sich hier das Leistungsprofil mit den Erkennt-
nissen in der AMA (AB 22/8) deckt, dies ab dem Zeitpunkt der letzten gut-
achterlichen Untersuchungen im August 2012 (AB 80.1/3). Für die 
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit zuvor stimmen die MEDAS-
Gutachter den ausdrücklich aufgeführten medizinischen Berichten zu (AB 
80.1/30 Ziff. 7.3), welche sich in den Akten verifizieren lassen (AB 16/2 f., 
38, 50/1 - 3, 56/1 - 6). 

Insgesamt erfüllt das MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2012 (AB 
80.1) die an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten An-
forderungen und deckt sich im Wesentlichen mit den ihm zugrunde liegen-
den Berichten. Das Gutachten ist voll beweiskräftig, da es – beruhend auf 
allseitigen Untersuchungen und unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden – die streitigen Punkte umfassend abhandelt und in Kenntnis 
der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet es in der medizinischen 
Beurteilung ein und die darin gezogenen Schlussfolgerungen werden ein-
gehend begründet (vgl. E. 2.9 hiervor). Es kann darauf abgestellt werden.

5.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu 
ändern. Der Einwand, wonach der rheumatologische Gutachter zu Unrecht 
zum Schluss gekommen sei, die Impingement-Symptomatik der rechten 
Hüfte habe keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Beschwerde S. 4), 
ist nicht zu hören, da der rheumatologische Gutachter bezüglich der rech-
ten Hüfte festgehalten hat (AB 80.1/18), sowohl klinisch, anamnestisch als 
auch radiologisch bestehe eine rechtsseitige Impingement-Symptomatik, 
jedoch gemäss der Beschwerdeführerin ohne Einfluss auf die alltäglichen 
Verrichtungen respektive die berufliche Tätigkeit. Die in der Beschwerde, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 20

S. 4, zitierte gutachterliche Feststellung „mögliche diskrete Impingement-
Symptomatik rechts (…), allerdings ohne diesbezüglich passende Ana-
mnese“ hat der rheumatologische Gutachter im Übrigen im Zusammen-
hang mit Nackenbeschwerden und nicht bezüglich der rechten Hüfte 
gemacht (AB 80.1/18). Was die Frage des Vorliegens einer Myelopathie 
betrifft (Beschwerde S. 5 - 7) ist festzuhalten, dass laut MRI der HWS vom 
9. September 2013 (AB 86) keine Zeichen einer Myelopathie vorhanden 
waren, so dass auch keine weiteren Abklärungen durch einen Neurochirur-
gen notwendig sind (vgl. Beschwerde S. 6 f.). Soweit die Beschwerdeführe-
rin geltend macht, die Auswirkungen der Belastungsabhängigkeit der 
Schmerzen sei ungeklärt bzw. es sei nicht ersichtlich, aus welchen Grün-
den trotz der dokumentierten Belastungsabhängigkeit der Beschwerden 
gleichwohl eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte und mittelschwere Arbeiten 
möglich sei, abgesehen von der 20 %-igen Einschränkung wegen der Mi-
gräneattacken (Beschwerde S. 5 f.), ist festzuhalten, dass eben gerade mit 
der Zumutbarkeit von nur noch leichten bis mittelschweren, wechselbelas-
tenden Tätigkeiten und dem von den MEDAS-Gutachtern formulierten Zu-
mutbarkeitsprofil (AB 80.1/29 und 31) der Belastungsabhängigkeit der 
Schmerzen vollumfänglich Rechnung getragen wurde. Auch ist vorliegend 
entgegen dem beschwerdeweise gestellten Eventualantrag keine 
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) notwendig. Denn ein 
EFL-Testverfahren ist nicht in jedem Fall durchzuführen, sondern allenfalls 
in Betracht zu ziehen, wenn sich die beteiligten Fachärzte ausser Stande 
sehen, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren 
vorzunehmen, und deshalb eine konkrete leistungsorientierte berufliche 
Abklärung als zweckmässigste Massnahme ausdrücklich empfehlen 
(Entscheid des BGer vom 23. Februar 2011, 8C_976/2010, E. 5.5). Diese 
Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt.

Weiter ist die in der Beschwerde, S. 6, gerügte fehlende Aktualität des 
MEDAS-Gutachtens vom 17. Dezember 2012 (AB 80.1) unbegründet. Die 
Beschwerdeführerin macht diesbezüglich insbesondere geltend, der von 
PD Dr. med. E.________ im Bericht vom 30. September 2013 (AB 87) at-
testierte unveränderte Gesundheitszustand beziehe sich nicht auf die Zeit 
seit der Begutachtung im Jahr 2012, sondern auf die Zeit der bildgebenden 
Voraufnahme aus dem Jahr 2011, was in keiner Weise auf eine Verbesse-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 21

rung des Gesundheitszustandes, sondern vielmehr auf einen unverändert 
schlechten Gesundheitszustand hindeute. Zur Entwicklung des Gesund-
heitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit ist festzuhalten, dass die Be-
schwerdeführerin gemäss AMA-Bericht vom 10. Dezember 2009 (AB 22) in 
einer leidensangepassten Tätigkeit in einem vollen Pensum mit einer 30 %-
igen Leistungseinschränkung arbeitsfähig war. Die gemäss MRI vom 1. Ok-
tober 2010 (AB 38/2) neu aufgetretene rechts paramediane Diskushernie 
C4/C5 führte zu einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit (AB 38/1). Am 8. März 
2011 wurde von Dr. med. H.________ eine Verbesserung der Beschwer-
den unter Physiotherapie beschrieben (AB 50/2 f.), ebenso von PD Dr. 
med. E.________ im Bericht vom 26. Juni 2011 (AB 56/1 - 6) bei erfolgter 
Konsultation am 5. Mai 2011. Zwar attestierte Dr. med. D.________ am 30. 
Mai 2011 wiederum eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit, ohne aber eine Ver-
schlechterung detailliert zu umschreiben (AB 50/1). Weiter nahm die Be-
schwerdeführerin ab August 2011 eine Tätigkeit als ... in einem zirka 20 %-
igen Pensum auf (AB 89/4) und PD Dr. med. E.________ sah einen 
schrittweisen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben bei wechselbelastender 
Tätigkeit als möglich an (AB 56/1 – 6). Insoweit konnte die Beschwerdefüh-
rerin ab der zweiten Hälfte des Jahres 2011 – dem Zeitpunkt der von PD 
Dr. med. E.________ zum Vergleich herangezogenen bildgebenden Vor-
aufnahmen (vgl. AB 86) – die Arbeits- und Leistungsfähigkeit verbessern, 
bis sie schliesslich laut dem voll beweiskräftigen MEDAS-Gutachten vom 
17. Dezember 2012 ab August 2012 in einer leidensangepassten Tätigkeit 
in einem 80 %-Pensum arbeitsfähig war (AB 80.1/3, 29 und 30). Insoweit 
kann die Beschwerdeführerin aus der Feststellung von PD Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 30. September 2013 (AB 87), wonach das 
neue MRI der HWS vom 9. September 2013 (AB 86) ähnlich Befunde wie 
die Voraufnahme aus dem Jahr 2011 zeige, nichts zu ihren Gunsten ablei-
ten. Dass seit den Aufnahmen aus dem Jahr 2011 bzw. seit der Begutach-
tung im Jahr 2012 keine wesentliche Progredienz der Beschwerden 
stattgefunden hat, wird sowohl von PD Dr. med. E.________ im Bericht 
vom 30. September 2013 (AB 87) als auch von Dr. med. D.________ im 
Bericht vom 20. Oktober 2014 (AB 100/1) festgehalten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 22

6.

6.1 Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall mehrere Haus-
haltabklärungen vorgenommen. 

6.1.1 Der erste Abklärungsbericht Haushalt vom 20. April 2012 (AB 60/2 
ff.) basiert auf Erhebungen vom 13. März 2012; zu diesem Zeitpunkt stan-
den die medizinische Begutachtung und der Umzug in den Kanton ... bevor 
(AB 60/13). Dem Bericht ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 
bis Februar 2011 in ... in einem 4 ½-Zimmer-Einfamilienhaus zur Miete mit 
kleinem Garten und anschliessend in ... in einer 4 ½-Zimmer-Mietwohnung 
wohnte (AB 60/7 - 9). Es bestand damals ein Status 70 % Erwerb und 30 % 
Haushalt, ab August 2011 wurde die Beschwerdeführerin im Gesundheits-
fall als voll erwerbstätig eingestuft (AB 60/5 f.). 

6.1.2 Aufgrund des Umzuges in den Kanton ... nach ... Anfang Juni 2012 
(AB 60/13) erstellte die IV-Stelle ... im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 
8. Februar 2013 gestützt auf Erhebungen vom 6. Februar 2013 einen wei-
teren Abklärungsbericht Haushalt (AB 81), welcher auf dem MEDAS-
Gutachten vom 17. Dezember 2012 (AB 80.1) und laut der 
Beschwerdeführerin einem seither unveränderten Gesundheitszustand 
basiert (AB 81/4). Hinsichtlich Status wurde die Beschwerdeführerin auch 
nach dem Umzug weiterhin als voll erwerbstätig eingestuft (AB 81/4). Die 
vorgenommenen Abklärungen ergaben, dass seit Juni 2012 keine Ein-
schränkung mehr im Haushalt besteht (AB 81/9). 

6.1.3 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 17. Februar 2014 (AB 89/2 ff.), 
in welchem Zeitpunkt die Beschwerdeführerin bereits in ... lebte, aber die 
Beschwerdegegnerin weiterhin zuständig war (vgl. E. 1.1.2 hiervor), basiert 
unverändert auf den Erhebungen vom 13. März 2012 und bezieht sich of-
fenkundig auf den ersten Abklärungsbericht Haushalt vom 20. April 2012 
(AB 60/2 ff.) bzw. dieser wurde ergänzt, was insofern als zulässig er-
scheint, als sich die Frage nach der Einschränkung im Haushalt zeitlich 
unverändert auf die schon im ersten Bericht vom 20. April 2012 abgeklärte 
Sachlage bezieht und ab August 2011 die Beschwerdeführerin als voll er-
werbstätig eingestuft wurde; der Bericht nennt eine Einschränkung im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 23

Haushalt bis Februar 2011 von ungewichtet 17 % (AB 89/10 ff.) und ab 
März 2011 eine solche von noch 15 % (AB 89/13 ff.). 

6.2 Die erwähnten Abklärungsberichte Haushalt erfüllen die an eine 
Abklärung im Haushalt erforderlichen Kriterien (vgl. E. 2.10 hiervor) und es 
sind keine Fehleinschätzungen ersichtlich. Zudem wurden die einzelnen 
Einschränkungen nachvollziehbar begründet. Es kann auf die erwähnten 
Berichte abgestellt werden. Dementsprechend ist auch die Festlegung des 
Status der Beschwerdeführerin zu Recht unbestritten. Bis Ende Juli 2011 
ist von einem Status 70 % Erwerb und 30 % Haushalt auszugehen und ab 
Anfang August 2011 wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 
vollen Erwerbstätigkeit nachgegangen (AB 60/5 f., 81/4, 89/5 f.).

7.

7.1 Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt vorliegend in Anwendung 
von Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.2 und 2.3 hiervor) sowie 
mit Blick auf die ab dem 19. März 2009 attestierte 100 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit (AB 16/2 f.) und die im Juli 2009 erfolgte Anmeldung zum Leis-
tungsbezug (AB 5) auf Anfang März 2010, was unbestritten ist. Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist eine (erste) Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

7.1.1 Für die Zeit ab dem Beginn der Einschränkung im März 2009 be-
zieht sich das MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2012 auf die 
Hausärztin Dr. med. D.________ und die von ihr in einer leidensangepass-
ten Tätigkeit attestierte Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 %, eventuell 
mehr (AB 16/2 f., 80.1/27 und 30). Die Beschwerdegegnerin geht gestützt 
darauf bzw. gestützt auf die im Abklärungsbericht AMA vom 10. Dezember 
2009 (AB 22/9) angegebene Arbeits- und Leistungsfähigkeit ab dem absol-
vierten Wartejahr im März 2010 von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidens-
angepassten Tätigkeit in einem vollen Pensum mit einer 
Leistungsminderung von maximal 30 % aus (AB 103/10), was nicht zu be-
anstanden ist. 

Für die Bestimmung des Valideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin 
zu Recht auf den zuletzt bei der F.________ im Jahr 2009 in einem 70 %-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 24

Pensum erzielten Verdienst abgestellt, da die Auflösung des entsprechen-
den Arbeitsvertrages per Ende November 2009 aus gesundheitlichen 
Gründen erfolgt ist (AB 11). Dabei resultiert indexiert auf das Jahr 2010 ein 
Valideneinkommen von Fr. 42‘211.-- (Fr. 3‘213.-- x 13 = Fr. 41‘769.-- : 2552 
x 2579 [Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumenten-
preise und der Reallöhne, 1976 - 2014, Index Nominallöhne Frauen Jahr 
2009: 2552 Punkte; Index Nominallöhne Frauen Jahr 2010: 2579 Punkte]). 
Da die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
bzw. keine ihr zumutbare Tätigkeit aufgenommen hat, hat die Beschwerde-
gegnerin das Invalideneinkommen zu Recht anhand statistischer Daten 
ermittelt (vgl. E. 2.7.2 hiervor). Auszugehen ist von der LSE 2010, Tabelle 
TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4, im Betrag von Fr. 4‘225.-- mo-
natlich, Fr. 50‘700.-- jährlich; angepasst an die betriebsübliche wöchentli-
che Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2010 von 41.6 Stunden resultiert 
ein Betrag von Fr. 52‘728.-- (Fr. 50‘700.-- : 40 h x 41.6 h). Unter Berück-
sichtigung der 30 %-igen Leistungsminderung und des 70 %-Pensums 
beläuft sich das Invalideneinkommen auf Fr. 25‘837.-- (Fr. 52‘728.-- x 0.7 = 
Fr. 36‘910.-- x 0.7). Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkom-
men ergibt einen ungewichteten Invaliditätsgrad von 38.79 % (100 : 
Fr. 42‘211.-- x [Fr. 42‘211.-- - Fr. 25‘837.--]) und einen gewichteten Invali-
ditätsgrad von 27.15 % (38.79 % x 0.7). 

Im häuslichen Bereich betrug die Invalidität im März 2010 ungewichtet 
17 % (AB 89/10 - 12) bzw. gewichtet 5.1 % (17 % x 0.3). Der gewichtete 
Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 32 % (27.15 % + 5.1 % = 32.25 %; zu 
den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) ergibt ab 
März 2010 keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. 

7.1.2 Für die Zeit ab Anfang Oktober 2010 bestand laut dem MEDAS-
Gutachten vom 17. Dezember 2012 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 
80.1/30 i.V.m. AB 38) infolge der neu aufgetretenen rechts paramedianen 
Diskushernie C4/C5 (AB 38/2), weshalb revisionsrechtlich die von der Be-
schwerdegegnerin vorgenommene Neubeurteilung (vgl. AB 103/10 f.) nicht 
zu beanstanden ist. Demnach bestand ab Oktober 2010 im erwerblichen 
Bereich eine Einschränkung von 100 % und im Haushalt weiterhin eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 25

solche von 17 % (AB 89/10 - 12), was gewichtet einen Gesamtinvaliditäts-
grad von gerundet 75 % ergibt ([100 % x 0.7] + [17 % x 0.3] = 75.1 %). 

In der angefochtenen Verfügung vom 14. November 2014 (AB 103) blieb 
unbeachtet, dass ab März 2011 infolge des Umzuges von einem Einfamili-
enhaus in eine Mietwohnung der Invaliditätsgrad im Haushalt auf unge-
wichtet 15 % (AB 89/13 - 15) bzw. gewichtet 4.5 % (15 % x 0.3 %) 
zurückging. Indessen kommt dieser Veränderung keine revisionsrechtliche 
Bedeutung zu. Der gewichtete Gesamtinvaliditätsgrad reduziert sich von 
75.1 % auf 74.5 % ([100 % x 0.7] + [15 % x 0.3]). Folglich besteht ab dem 
1. Oktober 2010 ein Anspruch auf eine ganze Rente.

7.1.3 Wie bereits erwähnt (vgl. E. 6.2 hiervor) wäre die Beschwerdeführe-
rin im Gesundheitsfall ab August 2011 einer vollen Erwerbstätigkeit nach-
gegangen, infolge des aufgegebenen Aufgabenbereichs besteht ein 
weiterer Revisionsgrund (vgl. BGE 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 
288 E. 2b). Weil die 80 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 
Tätigkeit erst im August 2012 definitiv feststand (AB 80.1/3 und 29 f.), ist 
demnach im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
über August 2011 hinaus den Rentenanspruch noch unverändert liess und 
bis August 2012 von einer 100 %-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen ist, 
womit sich insoweit am Anspruch auf eine ganze Rente nichts änderte.

7.1.4 Gemäss dem MEDAS-Gutachten vom 17. Dezember 2012 bestand 
ab August 2012 wiederum eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit (AB 80.1/3 und 29 f.). Eine erhebliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes ist ausgewiesen (vgl. E. 5.1 hiervor), womit ein Re-
visionsgrund besteht. Es kann folglich eine umfassende Prüfung des Ren-
tenanspruchs erfolgen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1). 

Aufgrund des per August 2011 erfolgten Statuswechsels ist die Invaliditäts-
bemessung allein mittels Einkommensvergleich vorzunehmen. Da die Be-
schwerdeführerin bei der F.________ nach Aufgabe der Nachtschicht im 
60 %-Pensum ihren Beschäftigungsgrad auf 70 % erhöhen konnte (AB 
89/4), ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 
sie ihr Pensum im Gesundheitsfall aufgrund ihres Spezialwissens bei die-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 26

ser Arbeitgeberin auch auf 100 % hätte ausdehnen können. Folglich kann 
wie beim Einkommensvergleich für das Jahr 2010 (vgl. E. 7.1.1 hiervor) für 
das Valideneinkommen vom bei der F.________ im Jahr 2009 erzielten 
Einkommen ausgegangen werden, aufindexiert auf das Jahr 2012 resultiert 
in einem 100 %-Pensum ein Betrag von Fr. 61‘494.-- (Fr. 3‘213.-- x 13 = 
Fr. 41‘769.-- : 2552 x 2630 [Tabelle T 39, Entwicklung der Nominallöhne, 
der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976 - 2014, Index Nomi-
nallöhne Frauen Jahr 2009: 2552 Punkte; Index Nominallöhne Frauen Jahr 
2012: 2630 Punkte] = Fr. 43‘046.-- : 70 x 100).

Da die Beschwerdeführerin auch im Jahr 2012 keine bzw. keine ihr zumut-
bare Tätigkeit aufgenommen hatte, ist das Invalideneinkommen ebenfalls 
anhand statistischer Daten zu ermitteln (vgl. E. 2.7.2 hiervor). Anzuwenden 
sind die noch vor Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
14. November 2014 (AB 103) im Oktober 2014 (vgl. IV-Rundschreiben 
Nr. 328 vom 22. Oktober 2014) veröffentlichen Zahlen der LSE 2012 (vgl. 
Entscheid des BGer vom 11. September 2015, 9C_526/2015, E. 3.2.2). 
Auszugehen ist von der Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek-
tor), Total, Frauen, Kompetenzniveau 1, im Betrag von monatlich 
Fr. 4‘112.--, jährlich Fr. 49‘344.--, angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Bereich Total im Jahr 2012 von 41.7 Stunden 
resultiert ein Betrag von Fr. 51‘441.-- (Fr. 49‘344.-- : 40 h x 41.7 h) und un-
ter Berücksichtigung der 80 %-igen Arbeitsfähigkeit verbleibt ein Betrag von 
Fr. 41‘153.--. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte 
Abzug (vgl. E. 2.7.2 hiervor) von 10 % erscheint jedoch als nicht gerechtfer-
tigt. Denn mit dem als zumutbar erklärten 80 %-igen Pensum wurde den 
Einschränkungen der Beschwerdeführerin, insbesondere auch der Migrä-
neproblematik (AB 80.4/7 f.) umfassend Rechnung getragen. Die Aufmerk-
samkeitsschwankungen können nicht als Begründung für einen leidensbe-
dingten Abzug herangezogen werden, da diese bei einfachen kognitiven 
Arbeiten nicht von Relevanz sind (AB 80.1/32). Die übrigen relevanten Kri-
terien wie Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäf-
tigungsgrad (vgl. E. 2.7.2 hiervor) kommen vorliegend nicht zum Tragen. 
Damit beläuft sich das Invalideneinkommen für das Jahr 2012 auf 
Fr. 41‘153.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 27

Die Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt einen nicht 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von gerundet 33 % (100 : Fr. 61‘494.-
- x [Fr. 61‘494.-- - Fr. 41‘153.--] = 33.08 %). Unter Berücksichtigung der 
Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 3.3 hiervor) hat die 
Beschwerdegegnerin demnach die bisherige ganze Rente zu Recht per 
30. November 2012 aufgehoben.

7.2 Keine Relevanz kommt vorliegend dem (nicht endgültigen) Urteil der 
zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
(EGMR) Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09) zu, 
gemäss welchem die Anwendung der gemischten 
Invaliditätsbemessungsmethode in der Invalidenversicherung bei einer 
Versicherten, welche ohne gesundheitliche Einschränkungen nach der 
Geburt ihrer Kindern nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und 
deshalb im Rentenrevisionsverfahren ihren Anspruch auf eine 
Invalidenrente verlor, Art. 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention 
(EMRK; SR 0.101; Diskriminierungsverbot) i.V.m. Art. 8 EMRK (Recht auf 
Achtung des Privat- und Familienlebens) verletzt. Denn selbst unter der für 
die Beschwerdeführerin vorteilhaften Annahme einer vollen 
Erwerbstätigkeit ohne Aufgabenbereich ergäbe sich für die Zeit vor Oktober 
2010 ein erwerblicher Invaliditätsgrad von 38.79 % (vgl. E. 7.1.1 hiervor), 
was nicht anspruchsbegründend ist. 

7.3 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin der Beschwer-
deführerin zu Recht allein für die Zeit vom 1. Oktober 2010 bis 30. Novem-
ber 2012 eine ganze Rente zugesprochen. Die Beschwerde ist demnach 
abzuweisen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. April 2016, IV/15/10, Seite 28

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

8.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.