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**Case Identifier:** 2616095a-490c-541b-910d-0130b8387d3f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-08
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 08.06.2016 810 15 196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-15-196_2016-06-08.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 8. Juni 2016 (810 15 196) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Anwaltsrecht 

 

 

Staatszugehörigkeit als Kriterium für die Erteilung des Anwaltspatents 
 
 
 
 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Stefan 

Schulthess, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Jgnaz Jermann,  
Gerichtsschreiber Stefan Suter 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Alain Joset, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Anwaltsaufsichtskommission Basel-Landschaft, Kantonsgericht, 
Bahnhofplatz 16, Postfach 635, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Anwaltspatent 

(Beschluss der Anwaltsaufsichtskommission Basel-Landschaft vom 
8. Juni 2015) 

 
 
 
A. Der deutsche Staatsangehörige A.____, zum damaligen Zeitpunkt in B.____ (D) 
wohnhaft, meldete sich am 28. Mai 2014 zu den Herbstexamen 2014 der Anwaltsprüfung im 
Kanton Basel-Landschaft an. Die Anwaltsprüfungskommission des Kantons Basel-Landschaft 
bestätigte mit Schreiben vom 4. Juni 2014 die Zulassung zur Prüfung und wies ihn gleichzeitig 

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darauf hin, dass das Anwaltspatent gemäss der Regelung im kantonalen Anwaltsgesetz nur 
Bewerberinnen und Bewerbern erteilt werde, welche das schweizerische Bürgerrecht oder die 
schweizerische Niederlassung besässen. Das Anwaltspatent könne ihm im Falle des Bestehens 
der Prüfung erst erteilt werden, wenn er seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt habe. 
 
B. Die Anwaltsprüfungskommission wertete A.____s Prüfung in der Folge als bestan-
den und überwies die Angelegenheit mit Schreiben vom 9. Januar 2015 an die Anwaltsauf-
sichtskommission des Kantons Basel-Landschaft zur Prüfung der Frage, ob A.____ das An-
waltspatent erteilt werden könne. 
 
C. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs entschied die Anwaltsaufsichtskommissi-
on mit Beschluss vom 8. Juni 2015 (Versand an die Wohnadresse am 25. Juni 2015 mittels 
eingeschriebener Briefpost mit Rückschein), dass die Erteilung des Anwaltspatentes an A.____ 
aufgeschoben werde bis zum Vorliegen sämtlicher gesetzlicher Voraussetzungen. Zur Begrün-
dung wurde zusammenfassend ausgeführt, das kantonale Anwaltsgesetz setze für die Erteilung 
des Anwaltspatents unter anderem voraus, dass Bewerber das schweizerische Bürgerrecht 
oder die schweizerische Niederlassung besässen. A.____ verfüge weder über das eine noch 
das andere. Mit der schweizerischen Niederlassung sei vom Gesetz klarerweise eine Nieder-
lassungsbewilligung im Sinne des Ausländergesetzes gemeint, weshalb eine schlichte Wohn-
sitznahme in der Schweiz nicht ausreiche. Es entspreche einer gängigen Praxis, dass für den 
Erwerb des Anwaltspatentes neben der juristischen Fachkenntnis auch eine gewisse persönli-
che Vertrautheit mit den hiesigen Verhältnissen verlangt werde. Aufgrund des eindeutigen Aus-
legungsergebnisses könne A.____ - obwohl er die übrigen gesetzlichen Voraussetzungen dazu 
erfülle - das Anwaltspatent des Kantons Basel-Landschaft zur Zeit nicht erteilt werden. 
 
D. Gegen diesen Beschluss hat A.____ mit Eingabe vom 7. Juli 2015 beim Kantonsge-
richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erhoben mit 
den Begehren, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und ihm sei das Anwaltspatent zu 
erteilen. Eventualiter sei das Anwaltspatent bei Wohnsitznahme des Beschwerdeführers in der 
Schweiz zu erteilen. Dies habe unter o/e-Kostenfolge zu geschehen. In seiner Beschwerdebe-
gründung vom 5. Oktober 2015 rügt der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch Alain Jo-
set, Advokat, die Vorinstanz habe den Wortlaut des Gesetzes hinsichtlich der geforderten 
schweizerischen Niederlassung falsch ausgelegt. Die richtige Auslegung führe zum Ergebnis, 
dass für die Erteilung des Anwaltspatentes keine ausländerrechtliche Niederlassungsbewilli-
gung, sondern lediglich eine Wohnsitznahme oder die Begründung eines Geschäftssitzes in der 
Schweiz vorausgesetzt werde. In seinem Falle bestehe ohnehin kein öffentliches Interesse, am 
Bürgerrechtserfordernis starr festzuhalten, verfüge er doch über einen engen Bezug zur 
Schweiz und sei mit den hiesigen Verhältnissen bestens vertraut. Er wohne im grenznahen 
Ausland und habe sich in den letzten Jahren praktisch täglich in der Schweiz aufgehalten. So 
habe er in der Schweiz ein juristisches Studium abgeschlossen und darüber hinaus ein juristi-
sches Volontariat im Kanton Basel-Landschaft absolviert. Der angefochtene Entscheid halte 
des Weiteren auch vor dem übergeordneten Recht nicht Stand, denn das Freizügigkeitsab-
kommen mit der Europäischen Union verbiete beim Zugang zu einer Erwerbstätigkeit die Dis-
kriminierung von EU-Bürgern aufgrund der Staatsangehörigkeit. Ungeachtet dessen verfüge der 

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Beschwerdeführer auch über einen Anspruch auf Vertrauensschutz, da er sich auf die schriftlich 
erteilte Auskunft der Anwaltsprüfungskommission habe verlassen dürfen, wonach ihm bei einer 
Verlegung seines Wohnsitzes in die Schweiz das Anwaltspatent erteilt werde. 
 
E. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2015 beantragt die Anwaltsaufsichts-
kommission die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Sie ver-
weist in erster Linie auf die Erwägungen des angefochtenen Beschlusses und betont, dass das 
Gesetz mit dem Begriff der schweizerischen Niederlassung einen eindeutigen Wortlaut verwen-
de, von dem nicht abgewichen werden dürfe. Bezüglich des bemängelten Verstosses gegen 
das Freizügigkeitsabkommen sei festzuhalten, dass es im vorliegenden Verfahren um die Ertei-
lung eines Fähigkeitsausweises gehe und nicht um das grundsätzliche Recht auf Aufenthalt und 
Zugang zu einer Erwerbstätigkeit. Ausserdem halte sich der Beschwerdeführer nicht im Ho-
heitsgebiet der Schweiz auf, weshalb das Freizügigkeitsabkommen nicht anwendbar sei. 
 
F. Der Beschwerdeführer repliziert an 21. Januar 2016 und gibt unter anderem be-
kannt, dass er mittlerweile über eine Anstellung an der Universität C.____ verfüge und per 
1. Februar 2016 seinen Wohnsitz nach D.____ (CH) verlege, weshalb er ab diesem Datum eine 
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA vorweisen könne. Damit erfülle er die Kriterien für die Erteilung 
des Anwaltspatents im Kanton Basel-Landschaft und er könne sich auch auf das im Freizügig-
keitsabkommen statuierte Diskriminierungsverbot berufen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 i.V.m. § 28 des Anwaltsgesetzes Basel-Landschaft 
(Anwaltsgesetz, AnwG) vom 25. Oktober 2001 ist gegen Entscheide der Anwaltsaufsichtskom-
mission die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Der Beschwer-
deführer hat die Beschwerde innert 10 Tagen nach Erhalt des Entscheids formgerecht erhoben, 
er ist als Adressat vom angefochtenen Beschluss berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung. 
 
2. Vorab stellt sich die Frage, ob der Beschluss der Anwaltsaufsichtskommission vom 
8. Juni 2015 Rechtswirkungen zeitigt. 
 
2.1 Damit eine Verfügung überhaupt wirksam werden kann, muss sie gehörig eröffnet 
werden. Die Eröffnung ist eine einseitige empfangs-, aber nicht annahmebedürftige Rechts-
handlung, welche dem Empfänger die individuelle Kenntnisnahme des Verfügungsinhalts er-
möglicht. Die tatsächliche und korrekte Eröffnung ist dabei grundlegende Voraussetzung für die 
Gültigkeit. Eine nicht eröffnete Verfügung gilt als nicht existent und ihre Unwirksamkeit ist jeder-
zeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten; ihre Nichtigkeit 
kann auch im Rechtsmittelverfahren festgestellt werden (FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHILLING-
SCHWANK, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum VwVG, 2. Aufl., Zürich 
2016, Rz. 2 ff. zu Art. 34 VwVG; JÜRG STADELWIESER, Die Eröffnung von Verfügungen, 

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St. Gallen 1993, S. 171; BGE 137 III 217 E. 2.4.3; BGE 132 II 342 E. 2.1; Urteil des Kantonsge-
richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 20. Mai 2015 [810 14 263] 
E. 3.1). 
 
2.2 Wesentliche Teilhandlung im Rahmen des Eröffnungsvorgangs einer Verfügung ist 
deren Zustellung an den Verfügungsadressaten. Diese erfolgt in der Regel auf postalischem 
Weg, sei es mit eingeschriebener oder uneingeschriebener Sendung oder mittels Gerichtsur-
kunde. Die Zustellung ist dabei als staatlicher Hoheitsakt zu qualifizieren, wobei die Postzustel-
lung einem eigentlichen hoheitlichen Tätigwerden am Ort des Empfangs gleichgestellt wird 
(STADELWIESER, a.a.O., S. 88 und S. 196 f.). Spezielle Regeln gelten für die Zustellung von Ver-
fügungen ins Ausland, denn nach international weit verbreitetem und auch von der Schweiz 
geteiltem völkerrechtlichem Verständnis gilt die Zustellung gerichtlicher und aussergerichtlicher 
Urkunden als ein dem betreffenden Staat auf seinem Territorium vorbehaltener Hoheitsakt 
(ANNE PETERS, Völkerrecht: Allgemeiner Teil, 3. Aufl., Zürich 2012, S. 146 f.; JÖRG PAUL 
MÜLLER/LUZIUS WILDHABER, Praxis des Völkerrechts, 3. Aufl., Bern 2001, S. 428; Gutachten der 
Direktion für Völkerrecht vom 10. April 2000, in: VPB 66 (2002) Nr. 128 Ziff. 1; BGE 105 Ia 307 
E. 3b; BGE 103 III 1 E. 2b). Das völkerrechtliche Prinzip der staatlichen Souveränität hat zur 
Folge, dass den Territorialstaaten die Ausübung der Herrschaft in ihrem jeweiligen Gebiet zu-
kommt. Das Völkerrecht schliesst schweizerisches Verwaltungshandeln im Ausland somit 
grundsätzlich aus. Eine direkte postalische Zustellung ins Ausland ist deshalb grundsätzlich 
nicht zulässig, ausser, wenn ein Staatsvertrag mit dem entsprechenden Staat dies vorsieht. 
Davon abgesehen stellt eine direkte Zustellung von Verfügungen ins Ausland ohne Einwilligung 
oder Vermittlung des fremden Staates eine Verletzung der territorialen Integrität des betroffenen 
Staates dar und ist in der Regel nichtig (BGE 142 III 355 E. 3.3.3; BGE 135 III 623 E. 2 f.; BGE 
131 III 448 E. 2; BGE 124 V 47 E. 3a; BGE 105 IA 307 E. 3b; VERA MARANTELLI/SAID HUBER, in: 
Praxiskommentar VwVG, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 11b VwVG; RES NYFFENEGGER, in: Auer/Müller/
Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, 
Rz. 4 zu Art. 11b VwVG; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 1124). Am Eröffnungsmangel ändert auch nichts, dass 
etliche Behörden trotz dieses Grundsatzes die direkte Postzustellung vornehmen und diese in 
der Praxis auch funktioniert, solange der Verfügungsadressat beziehungsweise der ausländi-
sche Staat nicht dagegen intervenieren (KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 14 263] E. 3.5; 
STADELWIESER, a.a.O., S. 214). 
 
2.3 Die direkte Zustellung von Verfügungen an einen Adressaten mit Zustelldomizil im 
Ausland kommt nur dann in Frage, wenn ein Staatsvertrag dies gestattet. So ist es den Behör-
den im Rahmen der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union 
im Bereich der sozialen Sicherheit gestattet, direkt mit Adressaten in anderen Abkommensstaa-
ten zu verkehren (vgl. Art. 84 Abs. 3 der Verordnung EWG Nr. 1408/71 in der Fassung von An-
hang II zum Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren 
Mitgliedstaaten einerseits und der schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die 
Freizügigkeit [Freizügigkeitsabkommen, FZA]). Im Übrigen bestehen im Bereich des Verwal-
tungsrechts - abgesehen von einzelnen vorliegend nicht einschlägigen Ausnahmen im Bereich 
des Steuerrechts und des Sozialversicherungsrechts - im Gegensatz zu den Rechtsgebieten 

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des Handels- und Zivilrechts sowie des Strafrechts, in welchen die Schweiz mit anderen Natio-
nen diverse Übereinkommen bezüglich der Zustellung gerichtlicher Akten geschlossen hat, kei-
ne von der Schweiz ratifizierten Staatsverträge, welche die Zustellung von Verfügungen oder 
Entscheiden ins Ausland zum Gegenstand haben (Gutachten der Direktion für Völkerrecht vom 
10. April 2000, a.a.O., Ziff. 1; KASPAR PLÜSS, in: Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungs-
rechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 5 zu § 6b VRG; 
NYFFENEGGER, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 11b VwVG). Liegt weder ein entsprechender Staatsvertrag 
noch die Bezeichnung eines Zustelldomizils in der Schweiz vor, haben behördliche Mitteilungen 
ins Ausland auf dem diplomatischen oder konsularischen Weg zu erfolgen. Davon ausgenom-
men sind lediglich Mitteilungen ohne rechtsgestaltende Wirkung, wie etwa die ohne Androhung 
von Rechtsnachteilen ergehende Empfehlung an eine Partei, ein Prozessdomizil in der Schweiz 
zu errichten (Bericht des Bundesamtes für Justiz vom 14. März 2011 zu Rechtsfragen im Zu-
sammenhang mit der Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden, S. 43 f. [abrufbar unter 
www.bj.admin.ch]; MARANTELLI/HUBER, a.a.O., Rz. 6 zu Art. 11b VwVG; PLÜSS, a.a.O., Rz. 8 zu 
§ 6b VRG). 
 
2.4 Gemäss § 19 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG 
BL) vom 13. Juni 1988 werden Verfügungen den Parteien bzw. deren Vertretungen und der 
Vorinstanz schriftlich eröffnet. Das Verwaltungsverfahrensgesetz stellt keine Vorschriften be-
züglich der Beförderung und Zustellung von Verfügungen auf (vgl. KGE VV vom 20. Mai 2015 
[810 14 263] E. 4.3 zur de lege lata unbefriedigenden Situation bei Parteien mit Auslanddo-
mizil). Es stehen daher grundsätzlich mehrere Möglichkeiten dafür offen. Verfügungen werden 
im Verwaltungsalltag überwiegend durch postalische Zustellung eröffnet. Im vorliegenden Fall 
wurde der Beschluss der Anwaltsaufsichtskommission vom 8. Juni 2015 dem damals in der 
Bundesrepublik Deutschland wohnhaften Beschwerdeführer mittels eingeschriebener Briefpost 
mit Rückschein an seine Wohnadresse zugestellt. Diese postalische Auslandzustellung ohne 
staatsvertragliche Grundlage oder sonstige Einwilligung der Bundesrepublik Deutschland erfolg-
te nach dem soeben Ausgeführten in Verletzung des Territorialitätsprinzips. Nach ständiger 
Rechtsprechung des Kantonsgerichts folgt aus diesem schwerwiegenden Eröffnungsmangel die 
von Amtes wegen festzustellende Nichtigkeit des angefochtenen Entscheids (vgl. KGE VV vom 
9. März 2016 [810 15 167] E. 5; KGE VV vom 20. Mai 2015 [810 14 263] E. 3.7). Da in casu die 
Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird, kein treuwid-
riges Verhalten der Beschwerde führenden Partei vorliegt und auch sonst keine aussergewöhn-
lichen Gründe erkennbar sind, die ein ausnahmsweises Abweichen von dieser Praxis rechtferti-
gen könnten, ist der vorliegend angefochtene Beschluss ebenfalls als nichtig einzustufen. Ihm 
geht aus diesem Grund jede Verbindlichkeit und Rechtswirksamkeit ab. Auch ist eine Heilung 
durch Einlassung oder Akzeptanz ausgeschlossen. Liegt kein zulässiges Anfechtungsobjekt 
vor, so wäre grundsätzlich auf die Beschwerde ohne jede materielle Prüfung nicht einzutreten 
und hätte das kantonsgerichtliche Urteil bei der im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes 
wegen (§ 16 Abs. 2 VPO) vorzunehmenden Feststellung der Nichtigkeit sein Bewenden. 
 
3. Nachdem die Parteien in (nachträglicher) Kenntnis der Zustellungsproblematik aus-
drücklich einen gerichtlichen Entscheid in der Sache beantragen, dieses Vorgehen für den Be-
schwerdeführer mit keinem Nachteil verbunden ist und ein über den Einzelfall hinausgehendes, 

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für die künftige Rechtsanwendungspraxis relevantes öffentliches Interesse an der Klärung der 
vorliegend aufgeworfenen Rechtsfrage besteht, rechtfertigen sich nicht zuletzt auch unter dem 
Gesichtspunkt der Rechtssicherheit die nachfolgenden Erwägungen. 
 
4. Zu klären ist die Rechtsfrage, ob ausländische Staatsangehörige im Besitz einer 
schweizerischen Niederlassungsbewilligung sein müssen, um im Kanton Basel-Landschaft das 
Anwaltspatent erwerben zu können. 
 
4.1 Im Bereich des öffentlich-rechtlichen Berufsrechts von Anwältinnen und Anwälten 
besteht in der Schweiz eine konkurrierende Zuständigkeit von Bund und Kantonen. Art. 95 
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 
räumt dem Bund die Kompetenz ein, Vorschriften über die privatwirtschaftliche Tätigkeit zu er-
lassen. Die Verfassungsnorm begründet eine Bundeskompetenz mit nachträglich derogatori-
scher Wirkung. Bereiche oder Teilbereiche, die bundesrechtlich nicht geregelt sind, fallen wei-
terhin in die kantonale Kompetenz (vgl. PETER HETTICH, in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler 
Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Rz. 4 zu Art. 95 BV). 
Art. 95 Abs. 2 BV verpflichtet den Bund, für einen einheitlichen schweizerischen Wirtschafts-
raum zu sorgen und zu gewährleisten, dass Personen mit einer wissenschaftlichen Ausbildung 
oder mit einem eidgenössischen, kantonalen oder kantonal anerkannten Ausbildungsabschluss 
ihren Beruf in der ganzen Schweiz ausüben zu können. Der Bund hat diesen Regelungsauftrag 
für die freien Berufe namentlich durch den Erlass des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit 
der Anwältinnen und Anwälte (Bundesanwaltsgesetz, BGFA) vom 23. Juni 2000 wahrgenom-
men. Das BGFA gewährleistet die erleichterte (interkantonale und europäische) Freizügigkeit 
der Anwältinnen und Anwälte in der Schweiz und legt die Grundsätze für die Ausübung des 
Anwaltsberufs in der Schweiz fest (vgl. Art. 1 BGFA). Im Bereich der Freizügigkeit, der Berufs-
regeln und der Parteivertretung vor Gericht hat der Bund abschliessend legiferiert (vgl. HANS 
NATER, in: Fellmann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl., Zürich 2011, 
Rz. 1a zu Art. 3 BGFA). Der Bundesgesetzgeber hat jedoch auf die Schaffung eines eidgenös-
sischen Anwaltspatents verzichtet. Es bleibt den Kantonen überlassen, im Rahmen des Bun-
desanwaltsgesetzes die Anforderungen für den Erwerb des Anwaltspatents festzulegen (Art. 3 
Abs. 1 BGFA, unechter Vorbehalt zugunsten der Kantone). 
 
4.2 Art. 7 Abs. 1 BGFA bestimmt zusammenfassend, dass ein Anwaltspatent nur erteilt 
werden kann, wenn ein juristisches Studium mit einem Mastertitel und ein mindestens einjähri-
ges Praktikum in der Schweiz mit einem Examen abgeschlossen wurden. Mit Ausnahme dieser 
Bestimmung (minimaler) fachlicher Voraussetzungen schweigt das Bundesanwaltsgesetz zum 
kantonalen Patent. Darüber hinaus dürfen die Kantone weitere fachliche und persönliche Vo-
raussetzungen statuieren. Die Regelung der Voraussetzungen für die Erteilung des Anwaltspa-
tents (Anwaltspraktikum, Anwaltsprüfung und die persönlichen Voraussetzungen) bildet denn 
auch den eigentlichen Kern des kantonalen Anwaltsrechts (WALTER FELLMANN, Anwaltsrecht, 
Bern 2010, Rz. 664 ff.; NATER, a.a.O., Rz. 3 zu Art. 3 BGFA; BGE 134 II 329 E. 5.1). Der Kan-
ton Basel-Landschaft regelt die Erteilung des Anwaltspatents in § 5 des Anwaltsgesetzes. Die 
Anwaltsaufsichtskommission erteilt gemäss dieser Bestimmung das Anwaltspatent Bewerberin-
nen und Bewerbern, die das schweizerische Bürgerrecht oder die schweizerische Niederlas-

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sung besitzen (lit. a), die fachlichen Voraussetzungen gemäss Bundesanwaltsgesetz für den 
Eintrag ins Anwaltsregister erfüllen (lit. b), die persönlichen Voraussetzungen mit Ausnahme der 
unabhängigen Berufsausübung gemäss Bundesanwaltsgesetz für den Eintrag ins Anwaltsregis-
ter erfüllen (lit. c) und die Anwaltsprüfung des Kantons Basel-Landschaft bestanden haben 
(lit. d). Wer diese fachlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt, hat Anspruch auf die 
Erteilung des Anwaltspatents (vgl. THOMAS POLEDNA, Anwaltsmonopol und Zulassung zum An-
waltsberuf - Streiflichter in vier Thesen, in: Fellmann et al. [Hrsg.], Schweizerisches Anwalts-
recht, Bern 1998, S. 91). 
 
5.1 Mit dem Erfordernis des schweizerischen Bürgerrechts oder der schweizerischen 
Niederlassung statuiert § 5 lit. a AnwG eine insbesondere für ältere kantonale Anwaltsgesetze 
typische persönliche Voraussetzung (vgl. FELLMANN, a.a.O., Rz. 673). Währenddem das Bür-
gerrechtserfordernis keine Auslegungsschwierigkeiten bereitet, ist weniger klar und vorliegend 
umstritten, wie die Voraussetzung einer schweizerischen Niederlassung genau zu verstehen ist. 
Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, dass mit der Formulierung 
nur die Niederlassungsbewilligung nach den Vorgaben des Ausländergesetzes gemeint sein 
könne. Der Beschwerdeführer vertritt hingegen den Standpunkt, dass für ausländische Staats-
angehörige ein gesetzlicher Wohnsitz in der Schweiz genüge, um das persönliche Kriterium zu 
erfüllen. 
 
5.2 Die Auslegung einer Rechtsnorm ist ein rechtsschöpferischer Vorgang und dient 
dazu, den wahren Sinn und Zweck einer Bestimmung zu ermitteln. Das Gesetz muss dabei in 
erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm 
zu Grunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verständnismethode aus-
gelegt werden. Insbesondere bei jüngeren Gesetzen sind auch die Gesetzesmaterialien zu be-
achten, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben und die Auslegung erleich-
tern. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der 
Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte 
Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf 
ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Kantonsgericht nach den Vorga-
ben des Bundesgerichts einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich 
ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Ordnung zu unterstellen (KGE VV 
vom 11. Dezember 2013 [810 13 263] E. 5.1; KGE VV vom 26. Oktober 2005 [810 05 282] E. 5; 
BGE 142 II 100 E. 4.1; BGE 140 I 305 E. 6.1; BGE 140 V 8 E. 2.2.1). 
 
5.3 Zur Ermittlung des Gehalts von § 5 lit. a AnwG ist von dessen Wortlaut auszugehen 
(vgl. BGE 140 II 80 E. 2.5; BGE 138 III 359 E. 6.2). Gemäss der hier interessierenden Formulie-
rung wird von ausländischen Bewerbern verlangt, dass sie die "schweizerische Niederlassung 
besitzen". Das Gesetz spricht nicht von der Niederlassungsbewilligung, die eine spezifische 
ausländerrechtliche Bedeutung aufweist und dadurch vorliegend ein sofort ins Auge springen-
des Auslegungsergebnis geliefert hätte. Der Begriff Niederlassung ist hingegen weder anwalts-
berufsrechtlicher terminus technicus noch enthält das Gesetz eine Legaldefinition. Das Wort 
Niederlassung meint - hier und nachfolgend immer auf Privatpersonen bezogen - nach allge-
meinem Sprachgebrauch die Gründung eines Wohnsitzes (GERHARD WAHRIG, Deutsches Wör-

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terbuch, 7. Aufl., Gütersloh 2000). Sich niederzulassen bedeutet, an einen bestimmten Ort zu 
ziehen und dort ansässig zu werden. Das Verb wird insbesondere im Zusammenhang mit freien 
Berufen verwendet (DUDEN, Das Bedeutungswörterbuch, 4. Aufl., Mannheim 2010, mit dem 
Beispielsatz "sie hat sich als Ärztin, als Anwältin niedergelassen"). Allerdings ist vorliegend zu 
beachten, dass das Gesetz von "besitzen" spricht. Ein Wohnsitz wird weder in der Umgangs-
sprache noch in der juristischen Fachsprache besessen, eine Niederlassungsbewilligung hin-
gegen sehr wohl. Der Wortlaut des Gesetzes liefert auf die streitige Frage somit keine genü-
gend präzise Antwort. 
 
5.4 Wichtige Aufschlüsse für den Normsinn können sich aus der systematischen Stel-
lung einer einzelnen gesetzlichen Regelung im Gefüge der Rechtsordnung insgesamt ergeben. 
So kennen das Bundesrecht und darauf beruhend das harmonisierte kantonale Recht im regis-
terrechtlichen, schriftenpolizeilichen Sinne eine übereinstimmende Begrifflichkeit hinsichtlich 
Niederlassung und Aufenthalt (Urteil des BGer 2C_919/2011 vom 9. Februar 2012 E. 2.3.2; 
Urteil des BGer 2C_599/2011 vom 13. Dezember 2011 E. 2.3). Art. 3 lit. b des Bundesgesetzes 
über die Harmonisierung der Einwohnerregister und anderer amtlicher Personenregister (RHG) 
vom 23. Juni 2006 definiert die Niederlassungsgemeinde zusammengefasst als diejenige Ge-
meinde, in der sich eine Person in der Absicht dauernden Verbleibens aufhält und in der sie ihre 
Schriften hinterlegt hat. Davon zu unterscheiden ist die Aufenthaltsgemeinde, in der sich eine 
Person ohne Absicht dauernden Verbleibens aufhält (vgl. Art. 3 lit. c RHG). § 4 des kantonalen 
Anmeldungs- und Registergesetzes (ARG) vom 19. Juni 2008 hält Personen, die für Niederlas-
sung oder Aufenthalt in die Einwohnergemeinde zuziehen, zur Anmeldung bei der Gemeinde-
verwaltung an. Mit der Niederlassung ist somit registerrechtlich die Begründung eines Wohnsit-
zes und kein ausländerrechtlicher Status umschrieben. Auch die Verfassung des Kantons Ba-
sel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 geht von diesem Begriffsverständnis aus, wenn sie in 
§ 23 Abs. 2 KV die Ausübung der politischen Rechte an die Niederlassung knüpft. In gleicher 
Weise regelt das kantonale Recht in § 39 des Gesetzes über die Organisation und die Verwal-
tung der Gemeinden (GemG) vom 28. Mai 1970 die Zugehörigkeit zur Einwohnergemeinde 
oder wird niedergelassenen Kindern die Alimentenbevorschussung resp. Inkassohilfe von Un-
terhaltsansprüchen gewährt (§ 22 Abs. 1 und § 25 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Sozial-, 
die Jugend- und die Behindertenhilfe [SHG] vom 21. Juni 2001). Soweit das für die systemati-
sche Auslegung einer kantonalen Norm in erster Linie heranzuziehende übrige kantonale Ver-
fassungs- und Gesetzesrecht mit dem Begriff der Niederlassung operiert, wird demnach durch-
wegs auf den Wohnsitz einer Person Bezug genommen. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass 
einzig in § 5 lit. a AnwG von der "schweizerischen Niederlassung" die Rede ist und es sich im 
Gegensatz zu den anderen erwähnten Normen um eine Bestimmung handelt, die auf Schwei-
zer Bürger nicht anwendbar ist. Für das Normverständnis ist deshalb auch auf das Ausländer-
recht zurückzugreifen. Das geltende Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 
(AuG) vom 16. Dezember 2005 verwendet das Wort Niederlassung zwar nicht und spricht kon-
sequent von der Niederlassungsbewilligung. In dieser Hinsicht ist aber zu beachten, dass zum 
Erlasszeitpunkt des Anwaltsgesetzes das Bundesgesetz über Aufenthalt und Niederlassung der 
Ausländer (ANAG) vom 26. März 1931 (BS 1 121) in Kraft stand. Dieses Gesetz enthält das 
Wort Niederlassung bereits im Titel und verwendet es in dem Sinne, dass unter bestimmten 
Voraussetzungen die Niederlassung bewilligt werden kann (Art. 4 ANAG, Art. 17 Abs. 1 ANAG). 

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§ 5 lit. a AnwG kann somit auch so gelesen werden, dass eine bewilligte schweizerische Nie-
derlassung verlangt wird. Das systematische Element vermag nach dem Ausgeführten nicht 
entscheidend zur Lösung der sich stellenden Auslegungsfrage beizutragen. 
 
5.5 Entstehungsgeschichtlich ist für die Interpretation von Belang, dass das Anwaltsge-
setz aus einer Totalrevision des Advokaturgesetzes vom 6. Dezember 1976 (GS 26.306) her-
vorgegangen ist. Anlass zur Revision gab das bevorstehende Inkrafttreten des Freizügigkeits-
abkommens zwischen der Schweiz und der damaligen Europäischen Gemeinschaft sowie das 
neu erlassene Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte. Im Anwalts-
gesetz wurden die entsprechenden staatsvertraglichen Verpflichtungen und neuen bundes-
rechtlichen Vorgaben in das kantonale Recht überführt. Daneben übernahm das Anwaltsgesetz 
ohne grosse inhaltliche Änderungen die bestehenden Strukturen des bisherigen Advokaturge-
setzes. So wurden auch die Voraussetzungen für die Erteilung des Anwaltspatents weitgehend 
beibehalten und in Anlehnung an das Bundesrecht lediglich neu formuliert (vgl. Landratsvorlage 
vom 23. Januar 2001 betreffend Erlass des Anwaltsgesetzes Basel-Landschaft [2001-021], S. 2 
und S. 14). Gemäss § 4 Abs. 1 des Advokaturgesetzes erteilte das Obergericht die Advokatur-
bewilligung Bewerbern, die das Schweizer Bürgerrecht oder die schweizerische Niederlassung 
besassen, voll handlungsfähig und vertrauenswürdig waren und die kantonale Fähigkeitsprü-
fung für Advokaten bestanden hatten. Zur Fähigkeitsprüfung für Advokaten wurden nur Bewer-
ber mit Wohnsitz im Kanton Basel-Landschaft zugelassen (§ 6 Abs. 1 Advokaturgesetz). Wenn 
das Gesetz bereits die Prüfungszulassung vom Wohnsitz im Kanton abhängig machte, so konn-
te es vernünftigerweise in § 4 für die Erteilung des Patentes nicht ebenfalls ein Wohnsitzerfor-
dernis aufgestellt haben. Vielmehr zeigt die explizite Erwähnung des Wohnsitzes an anderer 
Stelle, dass die persönliche Voraussetzung der schweizerischen Niederlassung in § 4 Abs. 1 
Advokaturgesetz nicht den Wohnsitz, sondern den ausländerrechtlichen Status zum Gegen-
stand haben musste. Das Wohnsitzerfordernis für Prüfungskandidaten wurde im Rahmen der 
Totalrevision fallen gelassen, weil es sich in der Praxis als für die Region Basel zu eng erwie-
sen hatte (Landratsvorlage, a.a.O., S. 14). Da aber das Niederlassungserfordernis unverändert 
in das geltende Anwaltsgesetz übernommen wurde, deutet das historische Auslegungselement 
stark darauf hin, dass § 5 lit. a AnwG mit Niederlassung die entsprechende ausländerrechtliche 
Bewilligung meint. 
 
5.6 Diese Auslegungshypothese verdichtet sich zur Gewissheit, wenn im Rahmen der 
teleologischen Auslegung die Zweckvorstellung vor Augen gehalten wird, die mit der Rechts-
norm verbunden ist. Das Erfordernis des schweizerischen Bürgerrechts für die Zulassung zur 
Advokatur steht in einer langen Tradition der Schweizer Kantone. Solche Vorbehalte zugunsten 
der Schweizer Bürger waren vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Berufe weit verbreitet 
(vgl. BGE 108 Ia 148 E. 2b). Die meisten früheren kantonalen Anwaltsgesetze liessen aus-
schliesslich Schweizer Bürger und (später) Bürgerinnen zum Patenterwerb zu (vgl. MAX 
GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 637). So verlangte auch 
der Kanton Basel-Landschaft von Prüfungskandidaten ursprünglich den Besitz des Aktivbürger-
rechts (vgl. § 156 des Gesetzes betreffend die Einführung des schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches vom 30. Mai 1911 [Ges.-S. XVI.104]). Das Bürgerrechtserfordernis für Anwälte wurde ur-
sprünglich mit verschiedenen Argumenten begründet. Der Ausschluss von Ausländern vom 

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Anwaltsberuf wurde zunächst mit der Organstellung bzw. Hilfsorganstellung in der staatlichen 
Rechtsprechung in Zusammenhang gebracht. Der Anwalt stehe in dieser Funktion in enger Be-
ziehung zum Staat und nehme eine für den Rechtsstaat tragende Aufgabe wahr. Es entsprach 
der lange vorherrschenden Rechtsanschauung, dass der Anwalt mit diesem Staat durch das 
Bürgerrecht verbunden sein soll. Der Bezug des Anwaltsberufs zu den Rechten und Pflichten 
des Aktivbürgers wurde auch durch die Erwartung hergestellt, dass sich der Anwalt einerseits 
an der Rechtsfortbildung beteilige und er andererseits im Interesse des Klienten dem Richter 
oder (im Verwaltungsverfahren) dem Beamten als gleichberechtigter Bürger gegenübertreten 
könne. Weiter diente das Bürgerrechtserfordernis über lange Jahre dem wirtschaftspolitisch 
motivierten Schutz der einheimischen Anwälte vor ausländischer Konkurrenz (vgl. BGE 116 Ia 
237 E. 3c; Urteil des BGer vom 24. Februar 1984, ZBl 1984, S. 457, E. 3c; GULDENER, a.a.O., 
S. 636). Später wurde der Ausschluss von Ausländern überwiegend damit gerechtfertigt, dass 
vom Anwalt eine enge Vertrautheit mit den gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen des 
Landes gefordert werden müsse, da die Rechtsordnung wie auch die Rechtspflege stark von 
nationalen Traditionen geprägt sei (vgl. FELIX WOLFFERS, Der Rechtsanwalt in der Schweiz, 
Zürich 1986, S. 68, mit weiteren Hinweisen). Dieses Erfordernis ist nicht identisch mit jenem des 
umfassenden Rechtswissens, welches mit dem Anwaltsexamen überprüft wird. Anwälte benöti-
gen für eine Berufsausübung lege artis neben juristischen Fertigkeiten auch gründliche Kennt-
nisse der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Das Bürgerrechtserfordernis erfüllt insofern eine er-
gänzende Funktion (BGE 119 Ia 35 E. 5). Auch nach der im Advokaturgesetz von 1976 vollzo-
genen Öffnung der Advokatur für ausländische Staatsangehörige blieb und bleibt dieses Kriteri-
um relevant. Bei Schweizer Bürgerinnen und Bürgern wird die Vertrautheit mit den lokalen Sit-
ten und Gebräuchen aufgrund der Staatsangehörigkeit gesetzlich vermutet. Im Falle von aus-
ländischen Staatsangehörigen kann nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass sie 
über den nötigen Horizont verfügen. Hier kommt der Integrationsgedanke ins Spiel: Die Nieder-
lassungsbewilligung wird grundsätzlich erst nach zehn Jahren bewilligter Anwesenheit und bei 
gelungener Integration erteilt, letztere ist vor Erteilung der Bewilligung durch die Behörden 
nochmals eingehend zu prüfen (vgl. Art. 34 Abs. 2 AuG und Art. 60 der Verordnung über Zulas-
sung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007; diese Regelung entspricht 
der früheren Behördenpraxis zum ANAG, vgl. hierzu MARC SPESCHA, Handbuch zum Auslän-
derrecht, Bern 1999, S. 107). Die Niederlassungsbewilligung vermittelt den für ausländische 
Staatsangehörige günstigsten Anwesenheitsstatus mit gefestigtem Anwesenheitsrecht. Die 
Niedergelassenen sind gleichsam "Einheimische ohne Schweizer Staatsangehörigkeit" (PETER 
UEBERSAX, in: Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.244). Das 
Erfordernis der Niederlassungsbewilligung stellt somit ein taugliches, einfaches und einheitlich 
handhabbares Kriterium dar, um sicherzustellen, dass die ausländische Person mit den schwei-
zerischen Gegeben- und Gepflogenheiten genügend vertraut ist (vgl. auch BGE 123 I 19 E. 2b; 
WOLFFERS, a.a.O., S. 70 Fn. 47). 
 
5.7 Die Auslegung des Begriffs der schweizerischen Niederlassung in § 5 lit. a AnwG 
ergibt zusammenfassend, dass das Gesetz für die Erteilung des Anwaltspatents an Bewerbe-
rinnen und Bewerber ohne Schweizer Bürgerrecht kein Wohnsitzerfordernis in der Schweiz auf-
stellt, sondern deren ausländerrechtlichen Status meint. Die Vorinstanz ist somit zu Recht da-
von ausgegangen, dass nach dem Anwaltsgesetz ausländische Bewerberinnen und Bewerber 

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als persönliche Voraussetzung für die Erteilung des Anwaltspatents über eine ausländerrechtli-
che Niederlassungsbewilligung verfügen müssen. Es stellt sich allerdings die vom Beschwerde-
führer berechtigterweise aufgeworfene Anschlussfrage, ob dieses Niederlassungserfordernis 
vor dem übergeordneten Recht standhält. 
 
6. Das kantonale Recht darf wie oben bereits ausgeführt die persönlichen Anforderun-
gen für den Erwerb des Anwaltspatents festlegen. Dabei sind aber insbesondere die Grundsät-
ze der Wirtschaftsverfassung zu wahren. 
 
6.1 In der schweizerischen Wirtschaftsverfassung spielt das in Art. 27 BV gewährleiste-
te Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit eine zentrale Rolle. Diese umfasst insbesondere die freie 
Wahl des Berufes sowie den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit und 
deren freie Ausübung (Art. 27 Abs. 2 BV). Unter dem Schutz der Wirtschaftsfreiheit steht nach 
Lehre und Rechtsprechung jede auf die Erzielung eines Gewinns oder eines Erwerbseinkom-
mens gerichtete privatwirtschaftliche Betätigung, er umfasst insbesondere den freien Zugang zu 
einer solchen Erwerbstätigkeit (BGE 140 I 218 E. 6.3; BGE 137 I 167 E. 3.1; KLAUS A. 
VALLENDER, in: St. Galler Kommentar, a.a.O., Rz. 7 ff. zu Art. 27 BV; JÖRG PAUL MÜLLER/
MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 1052 ff.). Die selbständi-
ge wie auch die unselbständige Berufsausübung der Anwältinnen und Anwälte ist eine privat-
wirtschaftliche Tätigkeit, die in den sachlichen Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit fällt 
(FELLMANN, a.a.O., Rz. 26; KASPAR SCHILLER, Schweizerisches Anwaltsrecht, Zürich 2009, 
Rz. 116; POLEDNA, a.a.O., S. 89 f.; BGE 125 I 417 E. 3b; BGE 123 I 12 E. 2a). Ausnahmen be-
stehen einzig dort, wo Anwälte - etwa als amtliche Verteidiger oder unentgeltliche Rechtsbei-
stände - öffentliche Aufgaben wahrnehmen, denn staatliche Funktionen werden vom Schutzbe-
reich nicht erfasst (BGE 141 I 124 E. 4.1; BGE 138 I 217 E. 3.4.4; BGE 109 Ia 107 E. 2b; BGE 
131 I 223 E. 1.1). 
 
6.2 Träger der Wirtschaftsfreiheit sind zunächst Schweizerbürgerinnen und -bürger so-
wie die inländischen juristischen Personen des Privatrechts (MÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 1064; 
BGE 138 II 440 E. 16). Hinsichtlich natürlicher ausländischer Personen hat das Bundesgericht 
seine Rechtsprechung zum persönlichen Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit in den letzten 35 
Jahren schöpferisch modifiziert. Ursprünglich ging es in jahrzehntelanger konstanter Recht-
sprechung davon aus, dass sich Ausländerinnen und Ausländer grundsätzlich nicht auf die 
Wirtschaftsfreiheit berufen können (vgl. HANS MARTI, Die Wirtschaftsfreiheit der schweizeri-
schen Bundesverfassung, Basel 1976, S. 30 ff.; BGE 55 I 221 E. 1, BGE 48 I 281 E. 1). Ab 
1982 hat es seine Rechtsprechung weiterentwickelt und Ausländerinnen und Ausländer bei Vor-
liegen bestimmter rechtlicher Voraussetzungen in den Kreis der Träger dieses Freiheitsrechts 
einbezogen (BGE 108 Ia 148 E. 2; BGE 116 Ia 237 E. 2; BGE 119 Ia 35 E. 2). Nach der neue-
ren Rechtsprechung können sich ausländische natürliche Personen auf die Wirtschaftsfreiheit 
berufen, soweit sie fremdenpolizeilich uneingeschränkt auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt 
zugelassen sind, d.h., wenn sie eine Niederlassungsbewilligung (Art. 34 Abs. 1 AuG) besitzen 
oder gestützt auf das Ausländergesetz oder allenfalls einen Staatsvertrag einen Anspruch auf 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung haben (für eine Übersicht über in Frage kommende An-
spruchsgrundlagen vgl. UEBERSAX, a.a.O., Rz. 7.122 ff.). Keine Rolle spielt der Wohnsitz. Ent-

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scheidend ist, dass sich die ausländische Person auf einen Anspruch auf wirtschaftliche Betäti-
gung in der Schweiz berufen kann (VALLENDER, a.a.O., Rz. 47 zu Art. 27 BV; FELIX UHLMANN, 
in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler Kommentar zur Bundesverfassung, Basel 2015, 
Rz. 29 zu Art. 27 BV; MÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 1064; BGE 131 I 223 E. 1.1; BGE 123 I 19 
E. 2; Urteil des BGer 2D_62/2015 vom 14. Oktober 2015 E. 3). 
 
6.3 Um im Kanton Basel-Landschaft Rechtsberatung anbieten zu können, ist weder 
eine juristische Ausbildung noch ein Anwaltspatent erforderlich. Diese Beratungstätigkeit ist in 
keinem Kanton dem Anwaltsberuf vorbehalten (POLEDNA, a.a.O., S. 90; WOLFFERS, a.a.O., 
S. 79). Der wirksame Zugang zum Recht erfolgt aber über die Anwaltschaft; ohne sie ist es dem 
Einzelnen regelmässig verwehrt, seinen Standpunkt in juristischen Angelegenheiten wirksam 
zur Geltung zu bringen (SCHILLER, a.a.O., Rz. 73 ff.). Es besteht daher ein besonderes öffentli-
ches Interesse an einer sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (vgl. Art. 12 lit. a 
BGFA). Entsprechend haben Bund und Kantone zum Publikumsschutz sowie zur Wahrung von 
Treu und Glauben im Geschäftsverkehr Regeln für eine ordnungsgemässe und qualitativ hoch-
stehende Ausübung der Anwaltstätigkeit aufgestellt (BGE 139 II 173 E. 5.1; BGE 125 I 417 
E. 5a; ROBERT BAUMANN, Der Anwalt im Visier des Staates, AJP 2008, S. 51). Das kantonale 
Anwaltsrecht kennt seit dem Inkrafttreten des Bundesanwaltsgesetzes zwei Berufskategorien 
von Anwältinnen und Anwälten. Die klassische - wenn auch weitaus nicht die einzige (vgl. 
SCHILLER, a.a.O., Rz. 20 ff.) - Tätigkeit des Rechtsanwalts ist die Vertretung von Parteien vor 
Gerichtsbehörden (forensische Tätigkeit). Diese (berufsmässig und entgeltlich ausgeübte) Tä-
tigkeit bedarf zwingend einer Bewilligung in der Form der Eintragung im Anwaltsregister, wofür 
unter anderem das Anwaltspatent vorausgesetzt wird (§ 4 Abs. 1 und § 13 Abs. 1 AnwG; Art. 7 
Abs. 1 BGFA). Nur eingetragene Anwälte kommen in den Genuss der interkantonalen Freizü-
gigkeit (Art. 4 BGFA). Neben dieser Gruppe der prozessierenden und damit dem BGFA unter-
stellten Anwältinnen und Anwälte kennt das Anwaltsgesetz eine zweite Kategorie der (bundes-
rechtlich nicht erfassten) beratenden Anwälte, die in der Rechtsberatung und in nicht streitigen 
Angelegenheiten tätig sind. Sie können im Kanton Basel-Landschaft auch berufsmässig Partei-
en vor den Verwaltungsbehörden vertreten, da dafür die Eintragung im Anwaltsregister nicht 
erforderlich ist (vgl. Landratsvorlage, a.a.O., S. 4; VINCENZO AMBERG, Das neue Anwaltsgesetz, 
ZBJV 2015, S. 635 f.). Für diese Kategorie gilt nicht das BGFA, sondern das kantonale An-
waltsgesetz, das in § 18 AnwG allerdings bezüglich Berufsregeln, Aufsicht und Disziplinarrecht 
die entsprechenden Bestimmungen des BGFA durch Verweisung zum kantonalen Recht er-
hebt. Die berufliche Tätigkeit unter Berufung auf den Anwaltstitel ist Rechtsberatern ohne An-
waltspatent untersagt (§ 10 und § 10a AnwG). Das Anwaltspatent ist diesfalls als Polizeibewilli-
gung für die Berufsausübung als beratender Anwalt im Kanton Basel-Landschaft zu qualifizie-
ren (vgl. auch BEAT HESS, Das Anwaltsgesetz des Bundes [BGFA] und seine Umsetzung durch 
die Kantone am Beispiel des Kantons Bern, ZBJV 2004, S. 93 ff.). Potenzielle Klienten assoziie-
ren mit diesem Titel nicht nur Fachkompetenz, sondern auch Integrität und Unbescholtenheit 
(SCHILLER, a.a.O., Rz. 363). Erst die Erteilung des Anwaltspatents unterstellt Rechtsberater 
beispielsweise dem Berufsgeheimnis (Art. 13 BGFA i.V.m. § 18 AnwG). Das Berufsgeheimnis 
ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine sorgfältige und gewissenhafte Rechtsberatung. Es 
ist zudem eine Voraussetzung dafür, dass der Klient den Anwalt überhaupt aufsucht 
(FELLMANN, a.a.O., Rz. 457). Das Anwaltspatent ist somit nicht nur Bewilligung zur Berufsaus-

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übung als beratende Anwältin oder Anwalt, es stellt auch einen starken Vorteil auf dem Markt 
der Rechtsberatung dar. Ein weiteres Betätigungsfeld bietet sich Rechtsanwälten in der Privat-
wirtschaft, Verwaltung oder Justiz; hier gilt das Anwaltspatent als reiner Fähigkeitsausweis. 
Teilweise ist das Anwaltspatent auch Voraussetzung für die Wahl in ein richterliches Amt. Zu-
sammenfassend hat es - ähnlich wie das Doktorat - auch die Funktion einer Zusatzausbildung 
zur juristischen Grundausbildung (Lizentiat oder Master) und verschafft dem Inhaber einen 
Wettbewerbsvorteil bei der Stellensuche (Urteil des BGer 2C_897/2015 vom 25. Mai 2016 
E. 7.2.1). Ausländische Bewerberinnen und Bewerber ohne Niederlassungsbewilligung werden 
somit durch das ausländerrechtliche Bewilligungserfordernis für den Patenterwerb in ihren be-
ruflichen Entfaltungsmöglichkeiten in nicht unerheblichem Masse eingeschränkt. 
 
6.4 Wie alle Grundrechte gilt auch die Wirtschaftsfreiheit nicht unbeschränkt. Soweit 
sich der staatliche Eingriff nicht gegen den Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit, insbesondere ge-
gen den Wettbewerb, richtet (vgl. Art. 94 Abs. 4 BV), ist die Beschränkung der Wirtschaftsfrei-
heit unter den für Grundrechte allgemein geltenden Einschränkungsvoraussetzungen zulässig, 
wie sie in Art. 36 BV festgehalten werden (MÜLLER/SCHEFER, a.a.O., S. 1067 ff.). In § 5 lit. a 
AnwG findet das Erfordernis der Niederlassungsbewilligung die von Art. 36 Abs. 1 BV verlangte 
genügende gesetzliche Grundlage. Nach Art. 36 Abs. 2 und 3 BV muss eine Einschränkung der 
Wirtschaftsfreiheit durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten 
Dritter gerechtfertigt sein; sie muss sich überdies als verhältnismässig erweisen. 
 
6.5 Soweit der Ausschluss von Ausländern ohne Niederlassungsbewilligung ursprüng-
lich damit gerechtfertigt wurde, dass Anwälte als "Mitarbeiter der Rechtspflege" oder "Gehilfen 
des Richters" in enger Beziehung zum Staat stünden, hat das Bundesgericht dieses Argument 
bereits im Jahr 1993 verworfen. Es hielt dafür, dass Anwälte gerade nicht staatliche Organe 
seien, ihre Funktion gebiete gegenteils Unabhängigkeit vom Staat. Eine besondere Sorgfalts- 
und Loyalitätspflicht gegenüber dem Staat besteht denn auch nicht. Der Anwalt unterliegt zwar 
bestimmten öffentlichen Berufspflichten. Diese können aber auch von einem Ausländer ohne 
Niederlassungsbewilligung erfüllt werden (vgl. BGE 119 Ia 35 E. 4; SCHILLER, a.a.O., Rz. 1567). 
Wegen der verfassungsrechtlichen Grundentscheidung zugunsten einer wettbewerbsorientier-
ten Wirtschaftsordnung kann das öffentliche Interesse am Niederlassungserfordernis auch nicht 
mit dem Schutz der einheimischen Anwälte vor zugewanderter ausländischer Konkurrenz be-
gründet werden. Die Wirtschaftsfreiheit verbietet den Kantonen gerade wirtschaftspolitische 
Massnahmen, die der Abschirmung vor Konkurrenz dienen (BGE 140 I 218 E. 6.2; UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 47 zu Art. 27 BV). Hingegen liegt es im öffentlichen Interesse, zum Publikumsschutz 
sicherzustellen, dass die Anwaltschaft mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen 
des Landes vertraut ist (vgl. oben E. 5.6). 
 
6.6 Das in Art. 36 Abs. 3 BV verankerte Verhältnismässigkeitsprinzip gebietet weiter, 
dass eine Grundrechtseinschränkung zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und er-
forderlich sowie für die betroffene Person zumutbar sein muss (BGE 139 I 218 E. 4.3; BGE 134 
I 140 E. 6). Wie oben aufgezeigt wurde, ist die Voraussetzung einer Niederlassungsbewilligung 
geeignet, um eine ausreichende Vertrautheit mit den lokalen Verhältnissen zu gewährleisten 
(vgl. oben E. 5.6). Erforderlich ist sie allerdings nur, wenn das angestrebte Ziel nicht mit einem 

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milderen Mittel erreicht werden kann (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 527 ff.). In dieser 
Hinsicht geht das Erfordernis einer Niederlassungsbewilligung als einzig zulässigem Nachweis 
einer genügenden Integration über das für die legitime Zielerreichung Notwendige hinaus. Ein 
Ausländer ohne Niederlassungsbewilligung kann die Verhältnisse der Schweiz ebenso gut ken-
nen und mit ihnen verbunden sein wie ein niedergelassener Ausländer oder ein Schweizerbür-
ger. Ist dies der Fall, so erschiene es unverhältnismässig, die Erteilung des Anwaltspatents 
dennoch zu verweigern. Die ausländische Person muss daher zum Nachweis zugelassen wer-
den, dass sie - gleichsam wie eine einheimische - mit den hiesigen politischen und gesellschaft-
lichen Verhältnissen vertraut ist (vgl. BGE 119 Ia 35 E. 5). Die Anwaltsaufsichtskommission wird 
in einem solchen Fall jeweils unter Zugrundelegung der Akten und der allenfalls zusätzlich er-
hobenen resp. eingereichten Beweise im konkreten Einzelfall zu prüfen haben, ob ein ausländi-
scher Bewerber das Kriterium der Vertrautheit mit den lokalen Verhältnissen erfüllt. War eine 
Person zuvor während Jahren in der Schweiz berufstätig oder hat sie ihr juristisches Hoch-
schulstudium in der Schweiz abgeschlossen, so hat der Beweis als erbracht zu gelten, denn die 
bei diesen Tätigkeiten gewonnenen Erfahrungen bringen zwangsläufig vertiefte Kenntnisse der 
politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse mit sich. Sind solche Kenntnisse nachgewiesen, 
ist das Niederlassungserfordernis unverhältnismässig und aus diesem Grund mit der Wirt-
schaftsfreiheit unvereinbar. Die persönliche Voraussetzung von § 5 lit. a AnwG ist in diesen 
Fällen als erfüllt anzusehen. 
 
7. Für Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und der 
Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) bestimmen ausserdem das Freizügigkeitsab-
kommen resp. das nachgeführte Übereinkommen zur Errichtung der Europäischen Freihan-
delsassoziation (EFTA-Übereinkommen) vom 4. Januar 1960 im Rahmen ihres sachlichen An-
wendungsbereichs den Zugang zum schweizerischen Arbeitsmarkt. Die unmittelbar anwendba-
ren völkerrechtlichen Bestimmungen der Abkommen gehen entgegenstehendem kantonalem 
Recht vor (BGE 140 II 285 E. 3 f.; STEPHAN BREITENMOSER/ROBERT WEYENETH, Europäische 
Bezüge und Bilaterale Verträge, in: Biaggini et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 
Zürich 2015, Rz. 31.16). 
 
7.1 Das Freizügigkeitsabkommen bezweckt insbesondere die diskriminierungsfreie 
(schrittweise) Einführung des freien Personenverkehrs für Erwerbstätige (vgl. Art. 1 lit. a FZA). 
Der freie Personenverkehr umfasst das Recht, in die Schweiz oder einen Mitgliedstaat der EU 
einzureisen, sich dort aufzuhalten, Zugang zu einer Beschäftigung zu suchen, sich als selbst-
ständigerwerbende Person niederzulassen und gegebenenfalls nach der Ausübung einer Er-
werbstätigkeit im Aufnahmestaat zu verbleiben (ANDREAS ZÜND/THOMAS HUGI YAR, Staatliche 
Leistungen und Aufenthaltsbeendigung unter dem FZA, in: Epiney/Gordzielik [Hrsg.], Personen-
freizügigkeit und Zugang zu staatlichen Leistungen, Zürich 2015, S. 163 ff.). Analoge Bestim-
mungen enthält das EFTA-Übereinkommen für die Angehörigen der EFTA-Staaten (vgl. An-
hang K Anlage I zum EFTA-Übereinkommen; UEBERSAX, a.a.O., Rz. 7.134). Auf die freizügig-
keitsrechtlichen Positionen können sich Staatsangehörige aus einem EU/EFTA-Staat berufen, 
die von ihrem Freizügigkeitsrecht Gebrauch gemacht haben. Gelangt ein Ausländer an eine 
schweizerische Behörde, genügt grundsätzlich ungeachtet des Wohnorts die Staatsangehörig-
keit eines anderen Vertragsstaats für die Annahme eines grenzüberschreitenden Sachverhalts, 

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der den Anwendungsbereich des Abkommens eröffnet (ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., S. 167; BGE 
135 II 369 E. 2; vgl. auch Art. 1 Abs. 1 der [als Teil des Acquis communautaire übernommenen] 
Verordnung 1612/68/EWG vom 15. Oktober 1968 über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer in-
nerhalb der Gemeinschaft, ABl. 1968 L 257, S. 2). 
 
7.2 Die Schweiz hat das Unionsrecht, den sog. "Acquis communautaire", nur in dem 
Umfang übernommen, wie er vor der Unterzeichnung der Bilateralen Verträge I am 21. Juni 
1999 bestand und in den Anhängen umschrieben ist (BREITENMOSER/WEYENETH, a.a.O., 
Rz. 31.21). Gemäss Art. 16 Abs. 2 FZA ist für die Anwendung des Freizügigkeitsab-
kommens - soweit für die Anwendung des Abkommens Begriffe des Unionsrechts herangezo-
gen werden - die einschlägige Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europäischen Gemein-
schaften (heute: Europäischer Gerichtshof [EuGH]) vor dem Zeitpunkt der Unterzeichnung 
massgebend. Da es Ziel des Abkommens ist, die Freizügigkeit auf der Grundlage der in der 
Europäischen Union geltenden Bestimmungen zu verwirklichen (Präambel), und die Vertrags-
staaten übereingekommen sind, in den vom Abkommen erfassten Bereichen alle erforderlichen 
Massnahmen zu treffen, damit in ihren Beziehungen eine möglichst parallele Rechtslage be-
steht (Art. 16 Abs. 1 FZA), weicht das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung bei der Aus-
legung abkommensrelevanter unionsrechtlicher Bestimmungen von der nach dem Unterzeich-
nungsdatum ergangenen Rechtsprechung des EuGH nur bei Vorliegen triftiger Gründe ab (BGE 
142 II 35 E. 3.1; BGE 140 II 447 E. 4.3; BGE 140 II 112 E. 3.2; BGE 136 II 364 E. 5.3). So rich-
tet sich im Rahmen des FZA unter anderem die Auslegung der Begriffe der Arbeitnehmereigen-
schaft, der öffentlichen Gewalt oder der Diskriminierung als EU-rechtliche Begriffe nach der 
zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Abkommens bestehenden Jurisdiktion des EuGH, wobei 
grundsätzlich auch dessen nach dem Stichtag ergangene Rechtsprechung in angemessener 
Weise mitzuberücksichtigen ist (ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., S. 172 f.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 
a.a.O., Rz. 200; BREITENMOSER/WEYENETH, a.a.O., Rz. 31.21; BGE 140 II 447 E. 4.5; BGE 140 
II 112 E. 3.2.4). 
 
7.3 Die Art. 2 bis 7 des Freizügigkeitsabkommens umschreiben die Grundsätze der 
Personenfreizügigkeit. Gemäss Art. 4 FZA wird den freizügigkeitsberechtigten Personen das 
Recht auf Aufenthalt und Zugang zu einer Erwerbstätigkeit eingeräumt. Die Einzelheiten regelt 
Anhang I für die Arbeitnehmenden in seinen Art. 6 bis 11, für die Selbständigerwerbstätigen in 
den Art. 12 bis 16. Die entsprechenden Bestimmungen sind in der Schweiz unmittelbar an-
wendbar (self-executing) und verleihen dem Einzelnen einen direkt anrufbaren Anspruch auf 
Aufenthalt und Zugang zu einer Erwerbstätigkeit (UEBERSAX, a.a.O., Rz. 7.133). Der Zugang zu 
einer Erwerbstätigkeit kann verweigert werden, wenn damit die dauernde oder zeitweise Aus-
übung öffentlicher Gewalt verbunden ist (Art. 10 Anhang I FZA und Art. 16 Anhang I FZA). Tä-
tigkeiten, die in diese sog. "Bereichsausnahme" fallen, sind vom Anwendungsbereich der Ab-
kommen ausgenommen und dürfen - auch ohne Anrufung von Rechtfertigungsgründen - eige-
nen Staatsangehörigen vorbehalten bleiben (TOBIAS JAAG/JULIA HÄNNI, Europarecht, 4. Aufl., 
Zürich 2015, Rz. 4112a; BGE 140 II 112 E. 3.2.1). Hoheitlichen Tätigkeiten müssen nach der 
Rechtsprechung Entscheidungsautonomie und eine gewisse Letztverantwortung inhärent sein, 
damit sie als Ausübung hoheitlicher Gewalt qualifiziert werden können. Die Vorschrift ist als 
Ausnahmebestimmung eng auszulegen. Die beruflichen Tätigkeitsbereiche eines Rechtsanwal-

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tes stellen keine Teilnahme an der Ausübung öffentlicher Gewalt dar und fallen nicht unter die 
Bereichsausnahme, selbst wenn sie im Verkehr mit Behörden und Gerichten regelmässig er-
bracht werden, organisch in das Gerichtsverfahren eingebettet sind und auf eine obligatorische 
Mitarbeit bei der Erfüllung der Aufgaben der Gerichte hinauslaufen (Urteil des EuGH vom 
21. Juni 1974 C-2/74 Reyners, Slg. 1974 I-631, Rz. 51 ff.; ALEXANDER SCHEUER, in: Lenz/
Borchardt [Hrsg.], Kommentar EU- und EG-Vertrag, 3. Aufl., Basel/Köln/Wien 2003, Rz. 4 zu 
Art. 45 EGV [heute: Art. 51 AEUV]). Der Zugang zum Anwaltsberuf fällt demnach in den An-
wendungsbereich des Freizügigkeitsabkommens. 
 
7.4 Die Personenfreizügigkeit des FZA geht mit einem Beschränkungs- und Diskriminie-
rungsverbot einher. Art. 2 FZA statuiert den für die Freizügigkeitsrechte zentralen Grundsatz, 
dass die Staatsangehörigen einer Vertragspartei, die sich rechtmässig im Hoheitsgebiet einer 
anderen Vertragspartei aufhalten, bei der Anwendung des Abkommens nicht auf Grund ihrer 
Staatsangehörigkeit diskriminiert werden dürfen. Neben dem allgemeinen Diskriminierungsver-
bot von Art. 2 FZA enthält das Abkommen in Art. 9 Anhang I FZA und Art. 15 Anhang I FZA 
spezifische Diskriminierungsverbote mit Bezug auf unselbständig und selbständig Erwerbende. 
Danach dürfen Unionsbürger im Anwendungsbereich des FZA nicht weniger günstig als Inlän-
der behandelt werden (Grundsatz der Inländerbehandlung). Dies gilt insbesondere für den Zu-
gang zu einer Erwerbstätigkeit (Art. 9 Abs. 1 Anhang I FZA, Art. 15 Abs. 1 Anhang I FZA). Die-
se Bestimmungen der Anhänge sind derart präzis, dass sie grundsätzlich keiner näheren Aus-
führungsvorschriften bedürfen. Sie sind justiziabel und demnach unmittelbar anwendbar 
(BREITENMOSER/WEYENETH, a.a.O., Rz. 31.37; YVO HANGARTNER, Der Grundsatz der Nichtdis-
kriminierung wegen der Staatsangehörigkeit im Freizügigkeitsabkommen der Schweiz mit der 
Europäischen Gemeinschaft, AJP 2003, S. 259 f.). Das Diskriminierungsverbot von Art. 2 FZA 
entspricht inhaltlich dem unionsrechtlichen Diskriminierungsverbot von Art. 18 des Vertrags 
über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV, früher: Art. 12 des Vertrags zur Grün-
dung der Europäischen Gemeinschaft [EGV]; vgl. BGE 140 II 167 E. 4.3). Die Auslegung des 
Art. 2 FZA und damit seine rechtliche Tragweite ist vor diesem Hintergrund grundsätzlich an 
diejenige der Art. 18 AEUV und Art. 12 EGV anzulehnen (ASTRID EPINEY, Das Verbot der Dis-
kriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit im Personenfreizügigkeitsabkommen, SJZ 
2009, S. 27 f.; BGE 130 I 26 E. 3.2). Das Diskriminierungsverbot gemäss Art. 2 FZA verbietet 
sowohl die offene oder direkte (formelle) Diskriminierung, d.h. jede Unterscheidung, die aus-
drücklich auf die Staatsangehörigkeit abstellt, als auch die versteckte oder indirekte (materielle) 
Diskriminierung, die durch die Anwendung anderer Unterscheidungsmerkmale als der Staats-
angehörigkeit tatsächlich zu dem gleichen Ergebnis führt (BGE 140 II 167 E. 4.1; Urteil des 
EuGH vom 23. Januar 1997 C-29/95 Pastoors und Trans-Cap GmbH, Slg. 1997 I-285, Rz. 16; 
Urteil des EuGH vom 29. Oktober 1980 C-22/80 Boussac, Slg. 1980 I-3427, Rz. 9). Art. 2 FZA 
erfasst dabei all diejenigen Diskriminierungen aus Gründen der Staatsangehörigkeit, welche die 
Wahrnehmung der im Abkommen gewährleisteten Rechte behindern bzw. mit diesen im Zu-
sammenhang stehen. Ausreichend ist dabei auch ein nur indirekter oder potenzieller Bezug 
(EPINEY, a.a.O., S. 30). Während indirekte Diskriminierungen und sonstige Beschränkungen 
unter Umständen durch zwingende Gründe des Allgemeininteresses gerechtfertigt sein können, 
sind Ungleichbehandlungen, die ausdrücklich an die Staatsangehörigkeit anknüpfen, als direkte 
Diskriminierung sowohl im EU-Binnenmarkt als auch in dem diesen ergänzenden FZA stets 

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absolut unzulässig (BREITENMOSER/WEYENETH, a.a.O., Rz. 31.38; HANGARTNER, a.a.O., 
S. 263 ff.; EPINEY, a.a.O., S. 32; BGE 140 II 112 E. 3.4). Der Grundsatz der Inländerbehandlung 
verlangt in Bezug auf den Zugang zur Erwerbstätigkeit die vollständige Gleichbehandlung der 
Personen, die sich in einer freizügigkeitsrechtlich geregelten Situation befinden, mit den inländi-
schen Staatsangehörigen (vgl. auch JAAG/HÄNNI, a.a.O., Rz. 4110; ZÜND/HUGI YAR, a.a.O., 
S. 176; CARL OTTO LENZ, in: Kommentar EU- und EG-Vertrag, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 12 EGV; 
Urteil des EuGH vom 26. September 1996 C-43/95 Data Delecta Aktiebolag, Slg. 1996 I-4661, 
Rz. 16; Urteil Reyners, a.a.O., betreffend die Zulassung von Ausländern zum Beruf des 
Rechtsanwalts in Belgien). 
 
7.5 Nach dem Gesagten darf Bürgerinnen und Bürgern aus EU-/EFTA-Staaten, die von 
ihrem Freizügigkeitsrecht Gebrauch gemacht haben, die Zulassung zum Anwaltsberuf nicht 
wegen ihrer fehlenden Schweizer Staatsangehörigkeit versagt werden. 
 
8. Zusammenfassend erfüllen Bewerberinnen und Bewerber die persönliche Voraus-
setzung zur Patenterteilung gemäss § 5 lit. a AnwG, wenn sie das schweizerische Bürgerrecht, 
das Bürgerrecht eines Mitgliedstaats der EU/EFTA oder eine ausländerrechtliche Niederlas-
sungsbewilligung besitzen. Ebenfalls darunter fallen Staatsangehörige von Drittstaaten, die sich 
auf einen Anspruch auf wirtschaftliche Betätigung in der Schweiz berufen können und vertiefte 
Kenntnisse der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse nachgewiesen haben. 
 
9. Die im Einzelfall freizügigkeitsrechtlich resp. grundrechtlich gebotene Erteilung des 
Anwaltspatents an ausländische Personen ohne Niederlassungsbewilligung führt nicht dazu, 
dass inskünftig mit einem Zustrom schlecht integrierter Bewerber zu rechnen sein wird, denn 
einer Patenterteilung an neu zuziehende ausländische Personen stehen nach wie vor hohe fak-
tische Hürden im Weg (zur grundsätzlichen Zulässigkeit derartiger Bedingungen für den Zugang 
zu einem Beruf vgl. Urteil des EuGH vom 10. Dezember 2009 C‑345/08 Peśla, Slg. 2009 I-
11677, Rz. 34 ff.). So ist bereits für die Zulassung zur Anwaltsprüfung eine mindestens einjähri-
ge praktische juristische Tätigkeit, wovon mindestens sechs Monate im Kanton Basel-
Landschaft, auszuweisen (§ 7 Abs. 1 lit. b AnwG) und die Anwaltsprüfung selber ist praxisbezo-
gen auf das Bundesrecht und das Recht des Kantons Basel-Landschaft ausgerichtet (§ 8 
Abs. 2 AnwG). Die Kenntnis des Landesrechts lässt sich nicht im Ausland erwerben. In der Pra-
xis kommen als ausländische Bewerberinnen und Bewerber für das Anwaltspatent somit von 
Vornherein nur Personen in Frage, die seit Jahren mit der Schweiz verbunden sind (vgl. 
WOLFFERS, a.a.O., S. 72). 
 
10. Fallbezogen bedeuten die vorstehenden Ausführungen, dass der Beschwerdeführer 
hinsichtlich des Zugangs zu einer juristischen Erwerbstätigkeit und deren Ausübung Inländer-
behandlung geniesst. Die Vorinstanz durfte demnach nicht auf das in § 5 lit. a AnwG genannte 
Kriterium der Staatszugehörigkeit abstellen, um ihm die Erteilung des Anwaltspatents zu ver-
weigern. Als deutscher Staatsangehöriger erfüllt der Beschwerdeführer die persönliche Voraus-
setzung von § 5 lit. a AnwG. Die Vorinstanz wird die beantragte Erteilung des Anwaltspatents 
demnach neu zu prüfen haben. Sollte der Beschwerdeführer die übrigen persönlichen Voraus-
setzungen zum Entscheidungszeitpunkt (weiterhin) erfüllen, wird ihm das Patent zu erteilen 

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sein. Die Beschwerde ist aus diesem Grund teilweise gutzuheissen und zur neuen Beurteilung 
im Sinne der Erwägungen an die Anwaltsaufsichtskommission zurückzuweisen. 
 
11. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 
 
11.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt. Kantonalen Behörden werden nur Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie das 
Kantonsgericht in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 4 VPO). Demgemäss sind vorliegend keine 
Verfahrenskosten zu erheben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- ist 
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 
 
11.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts oder 
einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen 
werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem anwaltlich vertrete-
nen Beschwerdeführer antragsgemäss eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz zu-
zusprechen. In der Honorarnote vom 21. Januar 2016 weist der Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers ein Honorar von 16.08 Stunden à Fr. 250.-- aus. Der geltend gemachte Stundenauf-
wand und der Honoraransatz erscheinen der Sache angemessen. Hinzu kommen nicht zu be-
anstandende Auslagen in der Höhe von Fr. 71.60 und die Mehrwertsteuer. Demzufolge hat die 
Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 4'418.95 (inkl. Auslagen und 8% MWST) auszurichten. 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Angelegenheit an die 

Anwaltsaufsichtskommission Basel-Landschaft zur Neubeurteilung im 
Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. 

   
 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- wird dem Beschwerdeführer zurück-
erstattet. 

   
 3. Die Anwaltsaufsichtskommission Basel-Landschaft hat dem Beschwer-

deführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'418.95 (inkl. 
Auslagen und 8% MWST) zu bezahlen. 

 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiber