# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3348372-d2f0-5e95-a5e3-97f0c3d62795
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.10.2015 200 2013 871
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-871_2015-10-02.pdf

## Full Text

200 13 871 IV
KNB/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 3. September 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) wies ein Leistungsge-
such des 1970 geborenen A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) vom 4. November 2009 (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 8) mit un-
angefochten gebliebener Verfügung vom 9. Juli 2010 (AB 30) ab.

Am 8. März 2013 meldete sich der Versicherte insbesondere unter Hinweis 
auf ein «Burnout» sowie eine Depression wiederum bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an (AB 35), worauf diese ihm gestützt auf eine Beurteilung des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 55) mit Vorbescheid vom 20. Ju-
ni 2013 (AB 56) mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens die 
erneute Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht stellte. Nachdem er 
sich hierzu nicht hatte vernehmen lassen, verneinte sie mit Verfügung vom 
3. September 2013 (AB 60) entsprechend dem Vorbescheid einen An-
spruch auf Invalidenversicherungsleistungen.

B.

Mit Eingabe vom 3. Oktober 2013 erhob der Versicherte Beschwerde und 
beantragte sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und 
ihm seien Invalidenversicherungsleistungen zu gewähren.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. November 2013 schloss die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde und reichte am 22. bzw. 
27. November 2013 weitere Unterlagen nach (in den Gerichtsakten).

Nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beantragte der Be-
schwerdeführer am 19. Dezember 2013 replicando, es sei ein gerichtliches 
psychiatrisches Gutachten anzuordnen und gestützt darauf der Leistungs-
anspruch neu zu beurteilen; eventualiter sei die angefochtene Verfügung 
kostenfällig aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 3

Mit Duplik vom 12. Februar 2014 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren 
Antrag auf Beschwerdeabweisung.

In der Folge ersuchte der Instruktionsrichter den behandelnden Psychiater 
um Edition der Krankengeschichte sowie der vollständigen Krankenakte 
des Beschwerdeführers, worauf am 15. Januar 2015 Kopien von diversen, 
an verschiedene Versicherungsträger gerichtete Berichte des Arztes ohne 
die dazugehörigen Anfragen eingingen (in den Gerichtsakten).

Aufforderungsgemäss reichten die C.________ als Trägerin der Kollektiv-
Krankentaggeldversicherung am 21. Juli 2015 sowie die D.________ als 
Trägerin einer privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung am 23. Juli 2015 
Kopien der besagten Anfragen an den behandelnden Psychiater ein (in den 
Gerichtsakten). Die mit einem Bericht des Psychiaters korrespondierende 
Anfrage eines in … ansässigen Versicherungsträgers (E.________) konnte 
von diesem nicht erhältlich gemacht werden.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 

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Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 3. September 2013 
(AB 60). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invali-
denversicherung und dabei insbesondere, ob ein invalidisierender Gesund-
heitsschaden bzw. eine wesentliche Veränderung seit der Verfügung vom 
9. Juli 2010 (AB 30) vorliegt.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 5

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder ein vergleichbares 
psychosomatisches Leiden, setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) 
gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikati-
onssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1, 141 V 281 E. 2 S. 285). Wie 
jede andere psychische Beeinträchtigung begründen indes auch derartige 
unklare Beschwerden als solche noch keine Invalidität. Vielmehr hat im 
Rahmen eines strukturierten, normativen Prüfungsrasters anhand eines 
Katalogs von Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung 
des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfak-
toren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits 
– tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen. Dabei lassen 
sich die zu prüfenden Standardindikatoren in die Kategorien «funktioneller 
Schweregrad» und «Konsistenz» einteilen. Das Prüfungsraster ist 
rechtlicher Natur. Die Anerkennung eines rentenbegründenden 
Invaliditätsgrades ist sodann nur zulässig, wenn die funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen 
Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 

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Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte 
Person zu tragen (vgl. BGE 141 V 281 E. 6 S. 308).

2.4 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.5 Wurde eine Rente oder eine andere Dauerleistung wegen eines 
fehlenden oder zu geringen Invaliditätsgrades bereits einmal verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person glaub-
haft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

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Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung 
immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine 
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen 
muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 
Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung. Hinsichtlich des Anspruchs auf eine In-
validenrente oder andere Dauerleistungen gilt es somit zunächst zu prüfen, 
ob im Vergleich zur Sachlage, wie sie der Leistungsablehnung im Jahr 
2010 (AB 30) zugrunde lag, im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 8

Verfügung vom 3. September 2013 (AB 60) in den tatsächlichen Verhält-
nissen eine erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Inva-
liditätsgrad zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 hievor). Gegebenenfalls ist ansch-
liessend der Leistungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht 
allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsbe-
rechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bin-
dung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die ursprüngliche Verfügung vom 9. Juli 2010 (AB 30) enthält keine 
eingehende Begründung, basierte in medizinischer Hinsicht jedoch offen-
sichtlich auf einem durch die F.________ als damalige Trägerin der Kollek-
tiv-Krankentaggeldversicherung veranlassten Gutachten vom 9. Februar 
2010 (AB 26). Darin stellte Dr. med. G.________, Facharzt für Innere Me-
dizin FMH und Rheumatologie FMH, keine Diagnose mit langdauernder 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 26/7 Ziff. III Ziff. 1) und attestierte 
dementsprechend eine uneingeschränkte Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit 
(AB 26/14 Ziff. V Ziff. 1 f.). Als Diagnosen ohne langdauernde Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte er hauptsächlich ein chronisches 
Schmerzsyndrom sowie eine Deckplattenunregelmässigkeit und leichtgra-
dige Keildeformation des Brustwirbelkörpers (BWK) 12 (Differentialdiagno-
se: Arbeitsunfall im Jahr 2002 mit Fraktur, Dysplasie der Osteochondrosis 
juvenilis Scheuermann; AB 26/7 Ziff. 2 f.). 

3.3 Bezüglich der medizinischen Situation in der Zeit nach der Verfü-
gung vom 9. Juli 2010 (AB 30) lässt sich den Akten hauptsächlich das 
Nachstehende entnehmen:

3.3.1 Der Hausarzt Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, beschrieb gegenüber der C.________ am 21. Februar 2013 
eine zunehmende Antriebsminderung und ein Leistungsabfall sowie eine 
Schlafstörung. Er diagnostizierte eine Depression sowie eine Gastritis und 
attestierte vom 5. November 2012 bis 28. Februar 2013 eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 46/4).

3.3.2 Am 17. April 2013 wurde der Beschwerdeführer durch Prof. Dr. 
med. I.________, Facharzt für Psychotherapie, Psychoanalyse und psy-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 9

chosomatische Medizin, untersucht. Gleichentags vermerkte dieser in sei-
ner versicherungsmedizinischen Beurteilung zuhanden der C.________ 
(AB 47/2 f.) als Diagnosen eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41), eine Dysthymie (ICD-
10: F34.1) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak (Ab-
hängigkeitssyndrom; ICD-10: F17.24). Ausserdem bestünden akzentuierte 
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1), Probleme mit Bezug auf die soziale 
Umgebung (ICD-10: Z60.8) und auf die Berufstätigkeit (ICD-10: Z56). Die 
psychosomatischen Beschwerden seien wesentlich durch die bestehende 
psychosoziale Belastungssituation der Familie bestimmt. Der Beschwerde-
führer zeige ein ausgeprägtes dysfunktionales Verhalten. Aktuell und bis 
zur erfolgreichen Etablierung eines konstruktiven Behandlungssettings be-
stehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Danach sei eine berufliche Ein-
gliederung zunächst während zwei Monaten mit einem 50%igen Pensum 
und dem Ziel einer zeitnahen Steigerung auf ein Vollpensum zumutbar.

3.3.3 Im Bericht vom 22. Mai 2013 (AB 51) führte Dr. med. H.________ 
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Depression, ein 
LWS-Syndrom und ein allgemeines Asthma bronchiale auf. Er bestätigte 
eine vom 5. Dezember 2012 bis auf weiteres bestehende 100%ige Arbeits-
unfähigkeit und rechnete nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen 
Tätigkeit.

3.3.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, ging in ihrem Aktenbericht vom 13. Juni 2013 (AB 55) 
in diagnostischer Hinsicht hauptsächlich von einem nicht ausreichend er-
klärbaren chronischen Schmerzsyndrom, lumbospondylogenen Schmer-
zen, einem Zustand nach BWK 12-Deckplatteneinbruch (im Jahr 2002; 
Differentialdiagnose: Morbus Scheuermann) und psychosomatischen Be-
schwerden aus. Sie gelangte zum Schluss, dass der Beschwerdeführer mit 
dem thorakolumbalen Befund für repetitive körperlich schwere Arbeit ein-
geschränkt sei, wobei gegenüber der rheumatologischen Beurteilung durch 
Dr. med. G.________ keine Veränderung des körperlichen Gesundheitszu-
standes eingetreten sei. Angepasste körperlich bis mittelschwere Tätigkei-
ten mit punktuell schweren Anteilen seien ganztags und nach einer kurzen 
Einarbeitungszeit mit normaler Leistung zumutbar. Die leicht eingeschränk-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 10

te psychische/geistige Leistungsfähigkeit mit psychosomatischen Be-
schwerden stehe mit psychosozialen Problemen im Zusammenhang; der 
Beschwerdeführer stehe in psychotherapeutischer Behandlung und nehme 
Psychopharmaka ein. Sie empfahl berufliche Massnahmen, insbesondere 
ein Coaching am Arbeitsplatz.

3.3.5 Der behandelnde Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, gab gegenüber der C.________ am 9. Juli 2013 unter 
anderem an, es bestehe ein Verdacht auf eine depressive Episode bei ak-
zentuierter Persönlichkeit bzw. ein Status nach einer Wirbelsäulenfraktur 
mit zweijähriger «Berufsunfähigkeit». Er ging bis auf weiteres von einer 
100%igen Arbeitsfähigkeit aus und stellte eine günstige Prognose (Bericht 
in den Gerichtsakten).

In einem weiteren Bericht vom 31. Juli 2013 (Akten des Beschwerdefüh-
rers, Beschwerdebeilage [BB] 2) erklärte er gegenüber der C.________ 
insbesondere, er müsse seine Diagnose korrigieren, es bestehe eine 
schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2). Zudem erwähnte er das seit 
15 Jahren bestehende Asthma. Es liege eine schwere, allenfalls lebensbe-
drohende Erkrankung vor, deren Ursächlichkeit allenfalls durch psychoso-
ziale Faktoren mitbestimmt, aber durch keine Literatur hinreichend erklärt 
werde.

3.3.6 In seiner Verlaufsbeurteilung vom 21. August 2013 (AB 65/2) be-
schrieb Prof. Dr. med. I.________ ein im Wesentlichen unverändertes Be-
schwerdebild. Im Vordergrund stehe nach wie vor die dysfunktionale 
Krankheitsbewältigung bei einer durch finanzielle Schwierigkeiten bestimm-
ten familiären Belastungssituation. Er empfahl die Durchführung einer Eva-
luation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) und bescheinigte in Be-
zug auf die angestammte Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit Stei-
gerungspotential auf ein Vollpensum bei Fortsetzung einer spezifischen 
sozialpsychiatrischen Behandlung.

3.3.7 In einem Bericht an die C.________ vom 12. November 2014 (in 
den Gerichtsakten) bestätigte Dr. med. K.________ die schwere depressi-
ve Episode, zog differentialdiagnostisch eine Parathymie in Betracht und 
wies zusätzlich auf eine Benzodiazepin-Abhängigkeit hin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 11

Dieselben Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte der 
Psychiater gleichentags in einem Schreiben an die D.________ (in den 
Gerichtsakten). Der Beschwerdeführer werde pharmakotherapeutisch be-
handelt und es fänden wöchentliche Psychotherapien statt. Der Verlauf sei 
seit zwei Jahren stationär bzw. habe sich eher verschlechtert; eine frühzei-
tige Alterung und ein früher Tod seien vorhersehbar. Soweit sich die sozia-
len Bedingungen jedoch günstig entwickelten sei in Anbetracht der fleissi-
gen Grundeinstellung eine vollständige Heilung zu erwarten. Es bestehe für 
jegliche Beschäftigung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Bei der Würdigung von divergierenden ärztlichen Stellungnahmen 
zur Arbeitsfähigkeit ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass allenfalls 
von unterschiedlichen Krankheitsbegriffen ausgegangen wurde. Das in der 
Medizin verbreitete bio-psycho-soziale Krankheitsmodell ist weiter gefasst 
als der für die Belange der Rechtsanwendung massgebende sozialversi-
cherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299). Beruht die Abweichung allein auf der Verwendung 
unterschiedlicher krankheitsbegrifflicher Prämissen, so liegen keine einan-
der widersprechenden Einschätzungen im Sinne von BGE 125 V 351 E. 3a 
S. 352 vor (SVR 2007 IV Nr. 33 S. 118 E. 5.2).

3.4.2 Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszu-
stand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leis-
tungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der 
Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person 

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unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen 
und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rah-
men der freien Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung – und im 
Streitfall das Gericht – weder über die medizinischen Tatsachenfeststellun-
gen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfol-
gerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialver-
sicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Letzteres 
gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund 
der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behör-
den haben diesfalls mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die ärztliche Ein-
schätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit 
berücksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 
unbeachtlich sind, und ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-) Arbeitsun-
fähigkeit auch im Lichte der für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsym-
ptomatik massgebenden rechtlichen Kriterien standhält (BGE 130 V 352 
E. 2.2.5 S. 355; SVR 2014 IV Nr. 7 S. 30 E. 4.2.3; diese Abgrenzung der 
Zuständigkeit zwischen Arzt und rechtsanwendenden Behörde behält auch 
unter Herrschaft der mit BGE 141 V 281 geänderten Praxis weiterhin ihre 
Gültigkeit).

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützte die angefochtene Verfügung vom 
3. September 2013 (AB 60) offenbar hauptsächlich auf die Aktenbeurtei-
lung der RAD-Ärztin (AB 55), die sich bezüglich des psychischen Gesund-
heitszustandes insbesondere an der Beurteilung von Prof. Dr. med. 
I.________ (AB 47/2 f.) orientierte.

3.5.1 Was die somatischen Beschwerden anbelangt, zeigte Dr. med. 
J.________ nachvollziehbar und einleuchtend auf, dass der thorakolumba-
le Befund lediglich zu einer Einschränkung von repetitiven körperlich 
schweren Verrichtungen führt, Tätigkeiten gemäss dem von ihr formulierten 
Zumutbarkeitsprofil hingegen weiterhin uneingeschränkt zumutbar seien 
(AB 55/4). Diese differenzierte Einschätzung korreliert mit der übrigen me-
dizinischen Aktenlage und überzeugt. So vermochte Dr. med. G.________ 
anhand der Exploration vom 5. Februar 2010 sowie der klinischen bzw. 

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bildgebenden Befunde bereits damals keine Diagnosen mit langdauernder 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen (AB 26/7 Ziff. III Ziff. 1), 
wobei er sich eingehend und kritisch auch mit den divergierenden Vorakten 
auseinandersetzte (AB 26/12 Ziff. IV). Überzeugend gelangte die RAD-
Ärztin zum Schluss, dass gegenüber der damaligen gutachterlichen Beur-
teilung keine Veränderung des körperlichen Zustands eingetreten ist 
(AB 55/4). Wohl subsumierten die behandelnden Dres. med. H.________ 
und K.________ auch die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule 
sowie das Asthma unter die Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit (AB 51/2 Ziff. 1.1; BB 2/1; Berichte vom 9. Juli 2013 und 12. No-
vember 2014 [in den Gerichtsakten]), sie beschrieben jedoch keine einge-
tretene Exazerbation und legten auch nicht dar, inwiefern dieser bekannte 
und seit Jahren bestehende Vorzustand dem von Dr. med. J.________ 
formulierten Zumutbarkeitsprofil entgegenstehen könnte. Der Hausarzt er-
achtete ein ganztägiges Rendement unter Beachtung arbeitsergonomi-
scher Vorgaben (Vermeiden von gewissen Körperpositionen, Einhaltung 
einer Tragelimite etc.) vielmehr selbst für zumutbar (AB 51/6 Ziff. 3), 
während Dr. med. K.________ allfällige (aus seiner Perspektive ohnehin 
fachfremde) rein körperlich bedingte Einschränkungen nicht quantifizierte. 
Nach dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) hat als erstellt zu gelten, dass in so-
matischer Hinsicht medizinisch-theoretisch eine uneingeschränkte Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit besteht, womit es in 
Bezug auf einen Rentenanspruch oder eine andere Dauerleistung auch an 
einem Revisionsgrund fehlt (vgl. E. 2.5 hievor). Dies wird seitens des Be-
schwerdeführers nicht bestritten, zumal sein Beweisantrag (Replik S. 2 
Ziff. I Ziff. 1) allein auf ein monodisziplinäres psychiatrisches Gerichtsgut-
achten abzielt.

3.5.2 Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes waren im Refe-
renzzeitpunkt der rechtskräftigen Verfügung vom 9. Juli 2010 (AB 30) noch 
keine Hinweise auf eine psychosomatische oder psychiatrische Affektion 
vordergründig (AB 26/12 Ziff. IV), weshalb auch keine diesbezüglichen 
fachärztlichen Abklärungen erfolgten. Wie sich die psychische Situation im 
Zeitpunkt der Neuanmeldung vom 8. März 2013 (AB 35) präsentierte bzw. 
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. September 2013 

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(AB 60) entwickelte, lässt sich mit den vorliegenden medizinischen Akten 
nicht klar feststellen. Auf die Ausführungen des Hausarztes Dr. med. 
H.________ (AB 46/4, 51) und jene der RAD-Ärztin Dr. med. J.________ 
(AB 55) kann diesbezüglich von vornherein nicht abgestellt werden, argu-
mentierten diese doch aus allgemein-internistischer Sicht, während die 
Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens eine psychiatrisch ge-
stellte Diagnose voraussetzt (vgl. E. 2.3 hievor). Auf die Einschätzungen 
von Prof. Dr. med. I.________ (AB 47/2 f., 65/2) und Dr. med. K.________ 
(BB 2; Berichte vom 9. Juli 2013 und 12. November 2014 [in den Gerichts-
akten]) kann beweisrechtlich ebenso wenig abgestellt werden. 

Vorab ist aufgrund der im (für die Zwecke der Krankentaggeldversicherung 
erstellten) Bericht vom 17. April 2013 (AB 47/2 f.) erhobenen «Kurzana-
mnese» unklar, ob die Einschätzung von Prof. Dr. med. I.________ auf 
einer vollständigen Aktenkenntnis beruht. Sodann wurden bloss Diagnose-
kodes gemäss ICD-10 erwähnt, ohne die entsprechenden Diagnosen an-
hand der erhobenen Befunde und einschlägigen klinisch-diagnostischen 
Leitlinien schlüssig herzuleiten. Auch eine nachvollziehbare Begründung 
der attestierten Arbeitsunfähigkeit mit einer Zuordnung zu den Diagnosen 
unterblieb. Dies wäre im vorliegend zu beurteilenden Sozialversicherungs-
zweig aber schon deshalb unabdingbar gewesen, weil rechtsprechungs-
gemäss die gestellten Z-Diagnosen (ICD-10: Z73.1, Z60.8, Z56) keinen 
rechtserheblichen Gesundheitsschaden darstellen (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts vom 2. Juni 2015, 9C_780/2014, E. 4.1.1; SVR 2008 IV Nr. 
15 S. 43) und auch die Dysthymie von hier nicht relevanten Ausnahmen 
abgesehen regelmässig nicht als Gesundheitsschaden im Sinne des Ge-
setzes gilt (SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Hinzu kommt, dass – wie 
bereits in den Vorakten (AB 46/1-3) – ausgeprägte psychosoziale Faktoren 
erwähnt wurden (AB 47/3 Ziff. 4), ohne dass aus der Beurteilung von Prof. 
Dr. med. I.________ hervorgeht, ob er diese versicherungsmedizinisch 
ausklammerte oder – dem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell folgend 
(vgl. E. 2.4 und 3.4.1 hievor) – miteinbezog. Im Bericht über die Verlaufsun-
tersuchung vom 21. August 2013 (AB 65/2) wurde kein aktueller Psycho-
status wiederergeben, sondern ohne nähere Erläuterung bloss festgehal-
ten, das psychosomatisch orientierte Beschwerdebild sei im Wesentlichen 
unverändert. Weder wurde der Therapierverlauf beschrieben noch die be-

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scheinigte Arbeitsunfähigkeit mit prospektivem Steigerungspotential 
schlüssig begründet. Prof. Dr. med. I.________ setzte sich nicht mit den 
divergierenden Berichten von Dr. med. K.________ vom 9. Juli 2013 (in 
den Gerichtsakten) und 31. Juli 2013 (BB 2) auseinander, allenfalls lagen 
sie ihm gar nicht vor. Weil die versicherungsmedizinischen Einschätzungen 
von Prof. Dr. med. I.________ bereits aufgrund der aufgezeigten inhaltli-
chen Mängel nicht als beweiswertig zu qualifizieren sind, erübrigt sich Wei-
terungen zur Frage nach seiner klinischen Erfahrung (Replik S. 3 Ziff. III 
Art. 1). Es kann auch offen bleiben, ob er aufgrund seiner im Ausland er-
worbenen Fachausbildung (vgl. Nachweise vom 11. Juli 1973 und 10. April 
1981 [in den Gerichtsakten]) überhaupt als Spezialarzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie gilt (er figuriert im Medizinalberuferegister [vgl. 
<www.medregom.
admin.ch>] ohne anerkannten Facharzttitel).

Auch in den Berichten von Dr. med. K.________ vom 9. Juli 2013 (in den 
Gerichtsakten), 31. Juli 2013 (BB 2) und 12. November 2014 (in den Ge-
richtsakten) fehlen eine sorgfältige Darstellung der Befunderhebung und 
eine hinreichend nachvollziehbare Darlegung der Schlüsse. Die zwei Be-
richte vom 12. November 2014 wurde zudem erst nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 3. September 2013 (AB 60) erstellt und betreffen 
die Situation nach dem hier massgebenden zeitlichen Überprüfungshori-
zont (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Augenfällig ist überdies, dass der 
Psychiater mit Blick auf die dazugehörige Frage der C.________ am 9. Juli 
2013 noch bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte und 
erst am 31. Juli 2013 im Nachgang zur am 26. Juli 2013 von der 
C.________ mitgeteilten Leistungseinstellung seine Einschätzung trotz 
unveränderter Befunde korrigierte. Die von ihm fortan angenommene 
schwere depressive Episode mit vollständiger Arbeitsunfähigkeit begründe-
te er vorab mit psychosozialen Faktoren, zudem sei die Erkrankung «ohne 
Zweifel» durch den negativen Entscheid der C.________ gefördert worden. 
Letzteres spricht dafür, dass es sich bei der postulierten Depression um ein 
bloss reaktives Geschehen handelt, welches praxisgemäss grundsätzlich 
nicht invalidisierend wirkt (vgl. BGE 127 V 294). 

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4. Nach dem vorstehend Dargelegten erweist sich der rechtserhebli-
che psychiatrische Sachverhalt, sowohl bezogen auf die Frage nach dem 
Vorliegen eines Revisionsgrundes als auch hinsichtlich eines invalidisie-
renden Gesundheitsschadens, als nicht hinreichend abgeklärt. Die Be-
schwerdegegnerin hat diese Fragen bisher nicht durch eigene Erhebungen 
geklärt, weshalb die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen ist, damit sie 
in Nachachtung der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) eine 
psychiatrische Expertise im Sinne von Art. 44 ATSG einholt und danach 
über den Leistungsanspruch neu befindet. Sie hat dabei vorgängig Dr. 
med. K.________ anzuhalten, einen umfassenden aktualisierten Bericht 
(inkl. Therapieverlauf und Medikation) zu erstellen und diesen dem Sach-
verständigen samt den bisherigen Akten zur Verfügung zu stellen. Der 
Rückweisung steht die bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 137 V 
210 E. 4.4.1 S. 263 ff.) nicht entgegen. Sollte nach den Erkenntnissen des 
nachmaligen Gutachtens ein von den bisher unbestrittenermassen (Replik 
S. 7 Ziff. III Art. 5) bestehenden ausgeprägten psychosozialen Faktoren 
abgrenzbarer eigenständiger psychiatrischer Gesundheitsschaden beste-
hen, so wäre schliesslich dessen Überwindbarkeit im Sinne von Art. 7 
Abs. 2 ATSG zu prüfen, weswegen sich der Experte auch zu den einschlä-
gigen Standardindikatoren zu äussern hätte (vgl. E. 2.3 hievor). Die Be-
schwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen und die angefochtene Verfü-
gung aufzuheben.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der vom Beschwerdeführer 
geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist ihm nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 17

5.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin dem 
Beschwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne Rück-
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

Ausgehend von der nicht zu beanstandenden Kostennote von Rechtsan-
walt Peter B.________ sowie des inzwischen weiter angefallenen Aufwan-
des wird der gesamte Parteikostenersatz auf Fr. 4‘200.--  (inkl. Auslagen 
und MWSt.) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 3. September 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘200.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2015, IV/13/871, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Peter B.________ z.H. des Beschwerdeführers (samt 

den weiter eingeholten Arztberichten)
- IV-Stelle Bern (samt den weiter eingeholten Arztberichten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.