# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37eea07a-5d4e-58f8-8d07-a0465563313a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 11.05.2020 BK 2020 181
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-181_2020-05-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 181

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Mai 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichter 
Gerber
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter 1

B.________

Beschuldigter 2

C.________

Beschuldigte 3

D.________

Beschuldigte 4

E.________

Beschuldigter 5

F.________

Beschuldigter 6

G.________

Beschuldigter 7

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

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H.________

Strafkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Schreckung der Bevölkerung und Angriffs 
auf die verfassungsmässige Ordnung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 6. April 2020 (BM 20 11359)

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Erwägungen:

1. Am 6. April 2020 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfol-
gend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen die im Rubrum genannten Be-
schuldigten nicht an die Hand. Dagegen erhob H.________ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) mit undatiertem Schreiben (Poststempel: 24. April 2020) Be-
schwerde. Am 25. April 2020 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe 
ein. Auf entsprechende Aufforderung der Verfahrensleitung hin leistete der Be-
schwerdeführer am 5. Mai 2020 eine Sicherheitsleitung von CHF 1‘000.00. Am 
4. Mai 2020 reichte der Beschwerdeführer eine weitere Eingabe ein. Mit Blick auf 
das Nachfolgende verzichtete die Verfahrensleitung auf das Einholen einer Stel-
lungnahme (Art. 390 Abs. 2 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312]).

2. Der Beschwerdeführer macht in seiner – gleichermassen wortreichen wie schwer 
verständlichen – Beschwerdeschrift in Erweiterung seiner bereits in der Anzeige 
ausgeführten Verschwörungstheorien (u.a. UNO als Weltregierung; P.________ 
«als Tochter einer Trinkerin und eines zwangsgestörten Autisten») zur Sache Fol-
gendes geltend: Nur diejenigen, welche keinen Verstand hätten, liessen sich in Pa-
nik und in Hysterie versetzen. Viele Wissenschaftler seien mit den eingesetzten 
Massnahmen zur Pandemiebekämpfung (bzw. dem «Pandemiemärchen») nicht 
einverstanden. Jedoch würden diese von den «Zensurmedien» gemieden. Durch 
das Coronavirus seien – auch im Vergleich zu einer starken Grippesaison – in der 
Schweiz nicht viele Menschen gestorben. Seriöse Analysten würden von 30 Toten 
durch SARS-CoV-2 ausgehen. Das Internet habe den Massenmedien die Deu-
tungshoheit genommen. Das störe A.________, ein gescheiterter Jazzpianist, so-
wie die Mitläufer, namentlich C.________, D.________ oder der «Bauerntrottel 
B.________». Diese hätten einen temporären Polizeistaat eingerichtet. Die Grund-
rechtseinschränkungen seien eine Straftat gemäss Art. 275 StGB. Viele Leute sei-
en depressiv geworden und/oder hätten ihre Einkommen verloren. In seiner Einga-
be vom 25. April 2020 ergänzt der Beschwerdeführer, er habe die Weisungsbefug-
nis von F.________ überschätzt. Dieser habe einen sehr guten Artikel über das 
Coronavirus geschrieben. Er, der Beschwerdeführer, ziehe daher seine Anzeige 
nach Art. 258 StGB bezüglich F.________ zurück. Mit Eingabe vom 4. Mai 2020 
teilt der Beschwerdeführer mit, er ziehe die Anzeige – Art. 258 und Art. 275 StGB – 
gegen F.________ zurück. Die alten Medien seien ja sehr im Umbruch; er ent-
schuldige sich mithin «für die umständliche Parteinahme Unsererseits».

3. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begrün-
det Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Es kann ausnahmsweise offen-
gelassen werden, ob der Beschwerdeführer mit Blick auf die angezeigten Delikte 
(Schreckung der Bevölkerung nach Art. 258 des Schweizerischen Strafgesetzbu-
ches [StGB; SR 311] und Angriff auf die verfassungsmässige Ordnung nach 
Art. 275 StGB) durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich 

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geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert ist 
(Art. 382 Abs. 1 StPO), da die Beschwerde ohnehin materiell offensichtlich unbe-
gründet ist. Im Weiteren wird, da es sich um eine Laienbeschwerde handelt, der 
beantragte Rückzug der Anzeige gegen F.________ als Rückzug der Beschwerde 
gewertet. Somit ist auf die form- und fristgerechte Beschwerde – die Nichtanhand-
nahmeverfügung wurde dem Beschwerdeführer bloss mit A-Post zugestellt – 
grundsätzlich einzutreten, soweit er sie nicht zurückgezogen hat.

4. Die angefochtene Verfügung ist wie folgt begründet:
Mit aufgegebenen Schreiben vom 11.03.2020 und 17.03.2020 werden den angezeigten Personen im 
Zusammenhang mit den angeordneten Massnahmen bzw. den damit kommentierten und veröffent-
lichten Berichterstattungen betreffend die Corona-Virus Bekämpfung zusammengefasst vorgeworfen, 
die Bevölkerung damit in eine Massenhysterie versetzt, die Kinder traumatisiert, die alten Personen 
diskriminiert, das soziale Leben der Menschen unrechtmässig reduziert und dadurch auch die Wirt-
schaft geschädigt zu haben. […] Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwiefern die im Zusam-
menhang mit der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus durch die angezeigten Personen getroffe-
nen Massnahmen oder die hierüber erfolgten Berichterstattungen im Sinne der angezeigten Tat-
bestände strafrechtlich relevant sein könnten. Zwischenzeitlich wurden praktisch in allen Ländern der 
Welt analoge Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus getroffen, um die Bevölkerung so gut 
als möglich zu schützen. Infolge Fehlens von strafrechtlich relevanten Sachverhalten bzw. von anzu-
wendenden Straftatbeständen sowie aufgrund offensichtlicher Unbegründetheit wird das Verfahren 
nicht an die Hand genommen (Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO).

5.

5.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 Bst. a - c StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtan-
handnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, 
dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig 
nicht erfüllt sind, Verfahrenshindernisse bestehen oder aus den in Art. 8 StPO ge-
nannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist.

Wer die Bevölkerung durch Androhen oder Vorspiegeln einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum in 
Schrecken versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 258 
StGB). 

Wer eine Handlung vornimmt, die darauf gerichtet ist, die verfassungsmässige Ordnung der Eidge-
nossenschaft oder der Kantone rechtswidrig zu stören oder zu ändern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 
fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 275 StGB). 

5.2 Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet. Es kann vorab auf die zutreffenden 
Ausführungen der Staatsanwaltschaft verwiesen werden, denen sich die Be-
schwerdekammer integral anschliesst (vorne E. 3). Im Weiteren bleibt den Aus-
führungen der Staatsanwaltschaft beizufügen, dass nebst den vom Beschwerde-
führer vorgebrachten Tatbeständen augenfällig auch keine anderen Straftatbestän-
de potenziell erfüllt sind. Es liegen keine Straftaten vor. Die zahlreichen Beschul-
digten – also sowohl die angezeigten Politiker und Politikerinnen, der angezeigte 
Journalist als auch der angezeigte Bundesangestellte – haben sich nicht in straf-
rechtlich relevanter Weise verhalten. 

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6. Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig, 
sodass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit sie nicht zurückgezogen worden ist 
und darauf überhaupt eingetreten werden kann.

7. Der Beschwerdeführer scheibt ferner auf S. 4 f. der Beschwerdeschrift: «Dazu 
kommen die abscheulichen kriminellen Taten vor allem der Medien nach Art. 258 
StGB. Diesbezüglich erweitern wir den Strafantrag auf I.________, Chefredaktor 
der J.________, K.________, Chefredaktor L.________ und dem M.________ 
Chefredaktor N.________.» Hierzu bleibt anzumerken, dass Strafanzeigen 
grundsätzlich bei einer Strafverfolgungsbehörde einzureichen sind (vgl. Art. 301 
Abs. 1 i.V.m. Art. 15 f. StPO). Die Beschwerdekammer sieht in Anbetracht der pau-
schalen und in keiner Weise begründeten Anschuldigungen keinen Anlass, die un-
datierte Beschwerdeschrift im Sinne von Art. 39 Abs. 1 StPO an die Staatsanwalt-
schaft weiterzuleiten.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO: Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel 
nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht.). Die Verfahrenskosten von 
CHF 1‘000.00 werden mit der von ihm geleisteten Sicherheit verrechnet.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Das Beschwerdeverfahren gegen den Beschuldigten 6 wird durch Rückzug der Be-
schwerde als erledigt abgeschrieben.

2. Die Beschwerde wird in Bezug auf die Beschuldigten 1-5 sowie 7 abgewiesen, soweit 
darauf einzutreten ist. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF1‘000.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt und mit der von ihm geleisteten Sicherheit verrechnet.

4. Zu eröffnen:
- dem Strafkläger/Beschwerdeführer
- der Generalstaatsanwaltschaft
- den Beschuldigten 1-7

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt O.________

(mit den Akten)

Bern, 11. Mai 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.