# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ded61c42-e0d8-540f-9ab5-e36772e6ba45
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.05.2021 LY200021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY200021_2021-05-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY200021-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. M. Spahn 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw V. Stübi 

Beschluss und Urteil vom 20. Mai 2021 

 
in Sachen 

 
A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
gegen 

 
B._____,   
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,  

 
betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen) 
 
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  
Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 21. April 2020 
(FE180855-L) 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

- des Klägers (Urk. 10/42 i.V.m. Urk. 10/51): 
1. Es sei der Kläger berechtigt zu erklären, das Mietverhältnis betr. 

die Liegenschaft an der C._____-strasse … auf den nächstmögli-
chen Termin zu kündigen, unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der Be-
klagten. 

2. Der Kläger sei zu verpflichten, Kinderunterhaltsbeiträge für die 
beiden Kinder ab Einreichung des Begehrens um vorsorgliche 
Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens wie folgt 
zu bezahlen:  

  CHF 1'004.00 (inkl. allfälliger Kinderzulagen) pro Monat für 
D._____; 

  CHF 1'004.00 (inkl. allfälliger Kinderzulagen) pro Monat für 
E._____. 

3. Die Beklagte sei zu verpflichten, sämtliche Kosten für eine allfälli-
ge Privatschule und/oder Nachhilfeunterricht zu bezahlen.  

4. Der Beklagten seien keine persönlichen Unterhaltsbeiträge zuzu-
sprechen, eventualiter sei der an die Beklagte persönlich zu leis-
tende Unterhaltsbeitrag ab Einreichung des Begehrens um vor-
sorgliche Massnahme für die Dauer des Scheidungsverfahrens 
auf den Betrag von maximal CHF 525.00 festzusetzen. 

- der Beklagten (Urk. 10/44 i.V.m. Urk. 10/57): 
1. Das Massnahmebegehren des Klägers vom 11. Februar 2020, 

wonach er zu berechtigen sei, den Mietvertrag für die Wohnung 
an der C._____-strasse …, Zürich, ohne Zustimmung der Beklag-
ten auf den nächstmöglichen Termin zu kündigen, sei abzuwei-
sen, 

  eventualiter sei der Kläger für berechtigt zu erklären, das Mietver-
hältnis auf den der Rechtskraft des noch zu erlassenden Mass-
nahmeentscheides über die Unterhaltsbeiträge übernächst fol-
gende Kündigungstermin zu kündigen; 

2. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für die beiden Kin-
der D._____, geboren tt.mm.2005, und E._____, geboren 
tt.mm.2010, folgende Unterhaltsbeiträge, inkl. allfälliger Kinder- 
bzw. Ausbildungszulagen, zu bezahlen, zahlbar im Voraus auf 
den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. Dezember 
2018 und für die weitere Dauer des Scheidungsverfahrens:  

  CHF 3'500.– Barunterhalt für D._____; 
  CHF 6'000.– Barunterhalt für E._____; 

- 3 - 

  CHF 6'000.– Betreuungsunterhalt für E._____.  
 Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Kläger an die vorge-

nannten Unterhaltsbeiträge ab 1. Dezember 2018 bis 
1. November 2019 insgesamt 12 x CHF 2'000.– und die Kranken-
kassenprämien bezahlt hat.  

3. Der Kläger sei zu verpflichten, für die F._____ Schule des Sohnes 
E._____ ab Februar 2019 bis auf Weiteres aufzukommen. Der 
hierfür anfallende Betrag ist im Barunterhalt für E._____ mitent-
halten.  

4. Des Weiteren sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten die 
Kosten der F._____ Schule für den Sohn E._____ für das Winter-
semester 2018/2019 im Umfang von CHF 17'380.– zu erstatten.  

5. Der Kläger sei zu verpflichten, CHF 418.– an die G._____ Schule 
Zürich für den Mittagstisch von D._____ 2. Semester 2018/ 2019 
zu bezahlen; ev. sei er zu verpflichten, diesen Betrag der Beklag-
ten zu bezahlen.  

6. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten einen persönlichen 
Unterhaltsbeitrag von CHF 4'300.– zu bezahlen, zahlbar im Vo-
raus auf den Ersten eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. De-
zember 2018 und für die weitere Dauer des Scheidungsverfah-
rens.  

  Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Kläger die Kranken-
kassenprämien der Beklagten von 1. Dezember 2018 bis Novem-
ber 2019 bereits bezahlt hat.  

7. Die Beklagte sei zu ermächtigen, die Pässe und die Identitätskar-
ten der Söhne D._____ und E._____ alleine, ohne Zutun des Klä-
gers, zu verlängern. 

8. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten einen Prozesskos-
tenvorschuss von CHF 15'000.– zu bezahlen. 

9. Der Kläger sei zu verpflichten, folgende Urkunden zu edieren: 
  - Steuererklärung 2017 inkl. sämtlicher Verzeichnisse und 

Beilagen 
  - Steuererklärung 2018 inkl. sämtlicher Verzeichnisse und 

Beilagen 
  - Sämtliche Geschäftskonten und Einnahmen der H._____ 

Gastro AG für die Zeit ab 1. Januar 2019 bis aktuell sowie 
eine Zwischenbilanz und Zwischenerfolgsrechnung per 
31. Oktober 2019  

  - Detaillierte Auszüge sämtlicher auf ihn lautenden Kreditkar-
ten für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Oktober 2019 

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  - Detaillierte Auszüge sämtlicher seiner Bankkonten im In- 
und Ausland für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Okto-
ber 2019 

10. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu 
Lasten des Klägers. 

Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 
5. Abteilung, vom 21. April 2020: 

(Urk. 10/65 S. 45 ff. = Urk. 2 S. 45 ff.) 

1. Der Kläger wird für berechtigt erklärt, den Mietvertrag der ehelichen Woh-
nung an der C._____-strasse …, … Zürich, ohne Zustimmung der Beklagten 
auf den 30. September 2020 ordentlich zu kündigen.  

2. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Dauer des Scheidungsver-
fahrens an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder folgende Kinderun-
terhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder- und/oder Ausbil-
dungszulagen, zu bezahlen: 
a) Phase vom 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020 

− CHF 1'285.–  für D._____  
− CHF 2'660.– für E._____  

Mit den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen ist der Bedarf der Kinder 
in dieser Phase nicht gedeckt. 

b) Phase vom 1. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2020 
− CHF 1'835.–  für D._____  
− CHF 6'450.–  für E._____ (davon CHF 2'125.– als Betreuungsun-
terhalt) 

c) Phase vom 1. November 2020 bis 31. Juli 2022 
− CHF 1'835.–  für D._____  
− CHF 6'650.–  für E._____ (davon CHF 2'125.– als Betreuungsun-

terhalt)  
d) Phase ab dem 1. August 2022  

− CHF 1'835.–  für D._____  
− CHF 5'375.–  für E._____ (davon CHF 850.– als Betreuungsunter-
halt) 

Die Unterhaltsbeiträge sowie die Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszu-
lagen sind an die Beklagte zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils 
auf den Ersten eines jeden Monats.  

3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Dauer des Scheidungsver-
fahrens ab dem 1. Oktober 2020 persönliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe 
von CHF 2'750.– zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte 

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zahlbar, und zwar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats. 

4. Es wird festgehalten, dass der Kläger seiner Unterhaltspflicht gemäss Dis-
positiv-Ziffer 2 in der Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 1. November 2019 im 
Umfang von insgesamt CHF 28'968.– bereits nachgekommen ist.  

5. Die Beklagte wird ermächtigt, die Reisepässe und Identitätskarten der Kin-
der D._____, geboren am tt.mm.2005, und E._____, geboren am 
tt.mm.2010, ohne Zustimmung des Klägers zu verlängern resp. zu erneuern.
  
Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten dazu die Identitätskarten der Kin-
der herauszugeben; die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die Identi-
tätskarten der Kinder nach erfolgter Erneuerung wieder zurückzugeben.  

6. Über das Rechtsbegehren Ziffer 4 der Beklagten betreffend Rückerstattung 
der Schulkosten für die Privatschule von E._____ wird im Scheidungsurteil 
entschieden. 

7. Der Kläger wird verpflichtet, die CHF 418.– für den Mittagstisch von 
D._____, 2. Semester 2018/2019, an die G._____ Schule zu bezahlen. 

8. Der Kläger wird verpflichtet, innert 20 Tagen ab Erhalt dieser Verfügung dem 
Gericht folgende Urkunden im Doppel zu edieren: 
 - die Bilanz und Erfolgsrechnung der H._____ Gastro AG für das 

Jahr 2019, inkl. sämtlicher Kontoblätter; 
 - Detaillierte Auszüge sämtlicher Abrechnungen seiner auf ihn 

lautenden Kreditkarten für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 
31. Dezember 2019; 

 - Detaillierte Auszüge sämtlicher seiner Bankkonten im In- und 
Ausland für den Zeitraum 1. Januar 2018 bis 31. Dezember 
2019. 

9. Das Begehren der Beklagten um Leistung eines Prozesskostenvorschusses 
durch den Kläger wird abgewiesen. 

10. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Entscheids wird im 
Scheidungsurteil befunden. 

11. [Schriftliche Mitteilung] 
12. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tagen, ohne Stillstand; Hinweis 

auf sofortige Vollstreckbarkeit des Entscheids] 

Berufungsanträge: 

- des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2): 
" 1. Es sei Dispositivziffer 2 lit. b bis d der Verfügung des Bezirksge-

richts Zürich vom 21. April 2020 (Geschäfts-Nr. FE180855) auf-
zuheben und es sei der Berufungskläger zu verpflichten, der Be-

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rufungsbeklagten ab 1. Oktober 2020 für die beiden Kinder Un-
terhaltsbeiträge von CHF 1'620.– pro Kind zu bezahlen. 

 2. Es sei Dispositivziffer 3 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich 
vom 21. April 2020 ersatzlos aufzuheben. 

 3. Es sei Dispositivziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich 
vom 21. April 2020 aufzuheben und festzustellen, dass der Beru-
fungskläger in der Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 30. April 2020 
seiner Unterhaltspflicht gemäss Dispositivziffer 2 der Verfügung 
vom 21. April 2020 im Umfang von insgesamt CHF 63'041.65 
nachgekommen ist. 

 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der ge-
setzlichen Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsbeklagten." 

- der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 12 S. 1 f.): 
" Die Berufung des Klägers / Berufungsklägers vom 4. Mai 2020 sei 

vollumfänglich abzuweisen; 
 die Kinderunterhaltsbeiträge für die Zeit von 1. Dezember 2018 bis 

30. September 2020 seien wie folgt festzusetzen: 
 - CHF 2'585.– Barunterhaltsbeitrag für D._____ 
 - CHF 4'160.– Barunterhaltsbeitrag für E._____ 
 - CHF 5'250.– Betreuungsunterhaltsbeitrag für E._____. 
 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MwSt.) zu Lasten 

des Klägers / Berufungsklägers." 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Parteien sind verheiratet und Eltern der Söhne D._____, geboren 

am tt.mm.2005, und E._____, geboren am tt.mm.2010. Im März 2017 stellte der 

Kläger und Berufungskläger (fortan Kläger) am Bezirksgericht Zürich ein Ehe-

schutzgesuch (Urk. 10/47A/1), über welches erstinstanzlich mit Urteil vom 4. Juli 

2018 entschieden wurde (Urk. 10/47A/59). Während der Rechtshängigkeit des 

Berufungsverfahrens betreffend Eheschutz reichte der Kläger am 30. November 

2018 beim Bezirksgericht Zürich (fortan Vorinstanz) eine Scheidungsklage ein 

und ersuchte gleichzeitig um Abänderung des Eheschutzurteils vom 4. Juli 2018 

im Rahmen vorsorglicher Massnahmen für die Dauer des Scheidungsverfahrens 

(Urk. 10/1). Die Vorinstanz sistierte das Verfahren um Anordnung vorsorglicher 

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Massnahmen bis zum Vorliegen des zweitinstanzlichen Eheschutzentscheids der 

erkennenden Kammer (Urk. 10/7). Letzterer erging am 27. Mai 2019 (Urk. 10/25). 

Am 20. November 2019 fand vor Vorinstanz eine Verhandlung betreffend vorsorg-

licher Massnahmen statt, an welcher beide Parteien ausführlich plädierten (Prot. I 

S. 7 ff.; Urk. 10/42; Urk. 10/44; Urk. 10/46). Nach Eingang weiterer Parteieinga-

ben (Urk. 10/48; Urk. 10/51; Urk. 10/57; Urk. 10/62; Urk. 10/64) erliess die 

Vorinstanz am 21. April 2020 den eingangs zitierten Entscheid (Urk. 2; zum detail-

lierteren erstinstanzlichen Prozessverlauf vgl. Urk. 2 E. I S. 4-6). 

 2. Dagegen erhob der Kläger mit Eingabe vom 4. Mai 2020 rechtzeitig 

(vgl. Urk. 10/67/1) Berufung mit den vorne zitierten Berufungsanträgen (Urk. 1). 

Der von ihm einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 4'500.– wurde fristgerecht ge-

leistet (Urk. 7; Urk. 9). Die Berufungsantwort der Beklagten datiert vom 13. Juli 

2020 (Urk. 12). Der Kläger liess sich dazu innert angesetzter Frist (vgl. Urk. 15) 

mit Stellungnahme vom 19. August 2020 vernehmen (Urk. 16). Zudem reichte er 

am 9. September 2020 eine Noveneingabe ein (Urk. 19 bis Urk. 21/1-4), welche 

er mit Eingabe vom 17. September 2020 ergänzte (Urk. 23; Urk. 24). Mit Einga-

ben vom 21. und 22. September 2020 nahm die Beklagte fristgerecht (vgl. 

Urk. 22; Urk. 25) zu den Noven Stellung und legte ebenfalls neue Unterlagen ins 

Recht (Urk. 26 bis Urk. 29). Mit Verfügung vom 28. September 2020 wurden diese 

Eingaben dem Kläger unter Ansetzung einer Frist zur Novenstellungnahme zuge-

stellt (Urk. 31). Die Stellungnahme des Klägers erfolgte am 7. Oktober 2020 

(Urk. 32 bis Urk. 34/1-10). Diese Eingabe wurde der Beklagten zur Kenntnisnah-

me zugestellt (Prot. S. 9). Mit Eingabe vom 19. Oktober 2020 nahm die Beklagte 

unaufgefordert ihr Replikrecht in Anspruch (Urk. 36 bis 38/23-29). Nach Erhalt der 

Doppel dieser Eingabe reichte auch der Kläger am 27. Oktober 2020 eine unauf-

geforderte Stellungnahme und weitere Beilagen ein (Urk. 40 bis Urk. 42/1-9). Zu 

dieser Eingabe liess sich die Beklagte mit (ebenfalls unaufgeforderter) Stellung-

nahme vom 12. November 2020 vernehmen (Urk. 44). Zudem reichte die Beklag-

te am 23. November 2020 eine weitere Noveneingabe samt Beilage ein (Urk. 46; 

Urk. 47). Dazu erstattete der Kläger – wiederum unaufgefordert – mit Eingabe 

vom 1. Dezember 2020 eine weitere Stellungnahme (Urk. 49). Mit Verfügung vom 

3. Dezember 2020 wurde diese Eingabe der Beklagten zugestellt (Urk. 50). In der 

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Folge reichte der Kläger am 12. Januar 2021 eine weitere Noveneingabe ein 

(Urk. 51 bis Urk. 53). Dazu liess sich die Beklagte mit unaufgeforderter Eingabe 

vom 21. Januar 2021 vernehmen, wobei sie ankündigte, weitere Unterlagen 

nachzureichen (Urk. 55). Ihre entsprechende Ergänzung erfolgte am 28. Januar 

2021 (Urk. 57 bis Urk. 59/30-31). Mit Eingabe vom 15. Februar 2021 nahm der 

Kläger unaufgefordert zu den beklagtischen Eingaben vom 21. und 28. Januar 

2021 Stellung (Urk. 61). Die Beklagte verzichtete alsdann auf eine weitere Stel-

lungnahme zur klägerischen Eingabe vom 15. Februar 2021 (vgl. Urk. 64 sowie 

Prot. S. 20). Mit Verfügung vom 24. Februar 2021 wurde den Parteien angezeigt, 

dass das Berufungsverfahren spruchreif und somit in die Phase der Urteilsbera-

tung übergegangen ist (Urk. 65). Mit Eingabe vom 5. Mai 2021 ersuchte die Be-

klagte darum, das "überjährige" Verfahren zu erledigen (Urk. 66). 

 3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 10/1-70). 

II. 

 1. Prozessuale Vorbemerkungen 

 1.1 Betreffend die summarische Natur des vorliegenden Massnahmenver-

fahrens und insbesondere das Erfordernis der blossen Glaubhaftmachung der 

rechtserheblichen Tatsachen kann vorweg auf die zutreffenden Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 2 E. II.A S. 6-8). 

 1.2 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

fungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 

138 III 374 E. 4.3.1). Die Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtli-

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chen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu be-

schränken, die in der Berufungsschrift in rechtsgenügender Weise erhoben wer-

den (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In diesem Rahmen ist insoweit auf die Partei-

vorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 

134 I 83 E. 4.1). 

 1.3 Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen grundsätzlich nur noch 

unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO sta-

tuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorlie-

gend mitunter zu beurteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, 

weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen er-

forscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche 

der umfassenden Untersuchungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch 

im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbrin-

gen. Die Bestimmung von Art. 317 Abs. 1 ZPO gilt somit nicht für Verfahren, in 

welchen Kinderbelange zu beurteilen sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

 Die kraft der uneingeschränkten Untersuchungsmaxime für den Kindesun-

terhalt gewonnenen Erkenntnisse sind auch für den im gleichen Entscheid beur-

teilten ehelichen Unterhalt relevant und lassen sich im Rahmen der vorzuneh-

menden Gesamtrechnung nicht gewissermassen für diesen ausblenden (BGE 

128 III 411 E. 3.2.2; BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021, E. 2.2). Angesichts 

dessen zielen die Einwände der Parteien, die jeweilige Gegenpartei bringe im Be-

rufungsverfahren neue unzulässige Behauptungen vor (so die Beklagte vgl. 

Urk. 26 Rz 6 S. 3, Rz 12 S. 4; und auch der Kläger vgl. Urk. 40 Rz 9 S. 6), vorlie-

gend ins Leere. 

 2. Prozessgegenstand 

 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist die für die Dauer des 

Scheidungsverfahrens (ab Dezember 2018) geltende Unterhaltspflicht des Klä-

gers gegenüber den Kindern D._____ und E._____ sowie gegenüber der Beklag-

ten (Dispositiv-Ziff. 2-4 der angefochtenen Verfügung, vgl. Urk. 1 S. 2 und Urk. 12 

S. 1). Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des ange-

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fochtenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Disposi-

tiv-Ziffern 1 und 5-9 der vorinstanzlichen Verfügung blieben unangefochten und 

sind damit in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumerken. 

III. 

 1. Vorbemerkungen 

 Die Parteien hatten in ungetrennter Ehe Lebenshaltungskosten von durch-

schnittlich rund Fr. 780'000.– pro Jahr. Dieser Lebensstil wurde vorwiegend mit-

tels Schenkungen aus dem Vermögen der Mutter des Klägers bzw. seines Gross-

vaters bestritten (vgl. im Einzelnen Urk. 10/25 E. III.4.1 S. 23 f., S. 33 f.). Im Ehe-

schutzverfahren war daher höchst strittig, ob die Beklagte (zusammen mit den 

Kindern) nach der Trennung der Parteien Anspruch auf Weiterführung des aus-

serordentlich hohen ehelichen Lebensstandards hat. Die erkennende Kammer 

hielt dazu im Urteil vom 27. Mai 2019 unangefochten fest, dass die bisherigen 

Zuwendungen der (Schwieger-)Mutter den Parteien künftig nicht mehr zur Verfü-

gung stünden, zumal die (Schwieger-)Mutter nicht dazu verpflichtet werden kön-

ne, ihren Sohn und dessen Familie auch künftig finanziell zu unterstützen (vgl. 

Urk. 10/25 E. III.4.1.9 S. 33 f.). Im Weiteren befand es die erkennende Kammer 

im besagten Entscheid zwar als glaubhaft, dass der Kläger nicht mehr über nen-

nenswertes liquides Vermögen verfüge, sondern von den sukzessiven Geldüber-

weisungen seiner Mutter bzw. ihrem guten Willen abhängig sei. Die Frage, wel-

ches (hypothetische) Einkommen dem Kläger künftig anzurechnen ist, wurde im 

zweitinstanzlichen Eheschutzverfahren jedoch offengelassen, da aufgrund der 

Rechtshängigkeit der Scheidungsklage nur über die rückwirkende Unterhalts-

pflicht für die Zeit vom 1. Oktober 2016 bis 30. November 2018 zu befinden war 

und es dem Kläger zugemutet wurde, die rückständigen Unterhaltszahlungen im 

noch ausstehenden Umfang von Fr. 70'000.– aus den Schenkungen bzw. Darle-

hen der Jahre 2017 und 2018 oder weiteren Darlehen seiner Mutter (auf die Lie-

genschaft in O._____) zu leisten (vgl. Urk. 25 E. III.4.1.10-4.1.11 S. 35-42). Daher 

hatte die Vorinstanz die Frage der Anrechnung eines hypothetischen Einkom-

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mens (und dessen Höhe) im vorliegenden Massnahmenverfahren originär – und 

nicht im Rahmen einer Abänderung – zu prüfen. 

 2. Einkommen des Klägers 

 2.1 Zur Erwerbs- und Einkommenssituation des Klägers erwog die 

Vorinstanz das Folgende: 

 Der Kläger habe einen I._____-Abschluss, welchen er im Rahmen einer 

J._____-Lehre bei der K._____ AG erlangt habe. Er verfüge über jahrelange Be-

rufserfahrung in diesem Bereich, sei er doch von 1993 bis 2008 als Angestellter 

der K._____ AG und später auch als quasi Selbständiger in der von ihm be-

herrschten L._____ AG (fortan L._____ AG) tätig gewesen. Bei der K._____ AG 

habe der Kläger unbestrittenermassen ein jährliches Nettoeinkommen von 

Fr. 180'000.– erzielt, bei seiner letzten Anstellung bei der M._____ (Schweiz) AG 

(fortan M._____) ein solches von rund Fr. 200'000.– netto (zzgl. Kinderzulagen) 

und in den Jahren 2012 bis 2017 (ohne Berücksichtigung des Ausreissers von 

Fr. 47'000.– im Jahr 2016) jährlich durchschnittlich rund Fr. 130'000.– netto (zzgl. 

Kinderzulagen). 

 Vom 22. August 2018 bis Ende November 2018 sei der Kläger krankge-

schrieben gewesen. Auch im Dezember 2018 sei er keiner Erwerbstätigkeit nach-

gegangen, habe aber Krankentaggelder in der Höhe von Fr. 6'500.– pro Monat 

von seiner Versicherung erhalten. 

 Seit 1. Januar 2019 habe der Kläger unbestrittenermassen als Arbeitnehmer 

des von ihm etablierten Gastronomieunternehmens – der H._____ Gastro AG – 

ein Einkommen generiert. Die vom Kläger eingereichten Lohnabrechnungen seien 

jedoch wenig aussagekräftig. Es falle auf, dass sein Lohn stark schwanke und 

sich grundsätzlich kontinuierlich reduziere. So habe er in den ersten drei Monaten 

des Jahres 2019 noch netto Fr. 7'000.– (inkl. Familienzulagen) erhalten, wohin-

gegen sein Einkommen im Juni und Oktober 2019 gemäss Lohnabrechnungen 

gar Fr. 0.– betragen habe. Als Angestellter einer juristischen Person habe der 

Kläger eigentlich Anspruch auf den vereinbarten Lohn. Der Kläger habe aber an-

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gegeben, dass er selber bestimme, wie viel er verdiene. Im Rahmen des Mass-

nahmenverfahrens sei ihm jedenfalls dasjenige Einkommen anzurechnen, das er 

sich während der ersten drei Monate ausbezahlt habe. Somit sei von einem (ef-

fektiven) monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'550.– (zzgl. Familienzulagen) 

auszugehen. 

 Wie die Beklagte zu Recht geltend mache, sei dem Kläger für die Zukunft 

ein hypothetisches Einkommen anzurechnen, zumal er eine Unterhaltsverpflich-

tung habe, der er mit Einsatz all seiner Kräfte und Möglichkeiten nachkommen 

müsse. In seiner Lebensgestaltung sei er entsprechend eingeschränkt. Zwar be-

haupte der Kläger, dass es für ihn unmöglich sei, wieder eine Stelle als Vermö-

gensverwalter zu finden. Belege, dass er tatsächlich Anstalten unternommen hät-

te, um eine neue Stelle zu finden (Bewerbungen / Absagen), fehlten aber gänz-

lich. Der Umstand, dass der Kläger keine Ausbildung als Vermögensverwalter ha-

be, verunmögliche es ihm nicht, eine neue Stelle in dieser Position zu finden, zu-

mal er bis Ende 2018 mehrere Jahre als Vermögensverwalter – auch in unselb-

ständigem Arbeitsverhältnis – tätig gewesen sei. Es gehe nicht an, dass der Klä-

ger trotz bestehender Unterhaltsverpflichtung gar nicht erst versuche, eine Stelle 

zu finden, in welcher er ein Einkommen in der Höhe des früher erreichten generie-

re. Es erscheine somit nicht glaubhaft, dass es für den Kläger nicht zumutbar und 

möglich wäre, ein höheres Einkommen zu erzielen. Gerechtfertigt sei daher, dem 

Kläger ein Einkommen im Durchschnitt der drei früheren Anstellungsverhältnisse 

hypothetisch anzurechnen. Ausgehend von den genannten Zahlen (Fr. 180'000.– 

bei der K._____ AG, Fr. 200'000.– bei der M._____, Fr. 130'000.– bei der L._____ 

AG) ergebe dies ein Jahresnettoeinkommen von Fr. 170'000.– (zzgl. allfällige 

Familienzulagen). 

 Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass seit dem Mandatsentzug 

durch seine Mutter bereits ca. eineinhalb Jahre vergangen seien, in welchen der 

Kläger keine Arbeitsstelle in seinem angestammten Beruf gesucht habe, erschei-

ne eine Übergangsfrist von fünfeinhalb Monaten angemessen. Entsprechend sei 

dem Kläger ab dem 1. Oktober 2020 ein hypothetisches Einkommen von rund 

- 13 - 

Fr. 14'200.– netto pro Monat anzurechnen (vgl. zum Ganzen Urk. 2 E. II.C.4.2 

S. 29-31). 

 2.2 Hiergegen bringt der Kläger im Berufungsverfahren im Wesentlichen 

vor, er habe bereits vor Vorinstanz mehrfach ausgeführt, dass er einzig und allein 

im Rahmen seiner selbständigen Tätigkeit für die L._____ AG als Vermögensver-

walter gearbeitet und dabei grossmehrheitlich das Vermögen seiner Mutter ver-

waltet habe. Dass Letztere weitgehend seine einzige Kundin gewesen sei, sei vor 

Vorinstanz nie bestritten worden. Nachdem seine Mutter ihm das Vermögensver-

waltungsmandat entzogen habe, sei es ihm nicht mehr möglich gewesen, seiner 

bisherigen Tätigkeit als selbständiger Vermögensverwalter nachzugehen. So ha-

be es ihm einerseits an einem grossen Kundenstamm gefehlt. Andererseits sei zu 

berücksichtigen, dass durch Inkrafttreten der neuen Finanzmarktgesetzgebung 

per 1. Januar 2020 für Vermögensverwalter verschärfte Vorschriften gälten. Die 

administrativen Anforderungen an Vermögensverwalter seien mittlerweile mit sehr 

hohem Aufwand und Kosten verbunden, so dass sich eine selbständige Tätigkeit 

als Vermögensverwalter mit geringem Verwaltungsvolumen nicht lohne. Darüber 

hinaus habe der Kläger angesichts der Entwicklungen der Märkte infolge der 

Coronakrise sicherlich auch keine Möglichkeit, bei einer Bank als Vermögensver-

walter tätig zu sein. Bei der Bank sei er nämlich nie in dieser Funktion, sondern 

lediglich als Sachbearbeiter im Handel tätig gewesen sei. Die Funktion, welche er 

früher bei der Bank bekleidet habe, existiere heute nicht mehr; diese Prozesse 

seien digitalisiert worden. Dass die gutbezahlten Händlerpositionen seit Jahren 

nicht mehr besetzt werden könnten, sei allgemein bekannt. Zudem sei für eine 

Tätigkeit als Vermögensverwalter im Angestelltenverhältnis bei der Bank ein ei-

gener grosser Kundenstamm genauso unabdingbar wie ein Hochschulabschluss 

oder eine höhere Bankausbildung. Unbestrittenermassen erfülle der Kläger keine 

dieser Voraussetzungen. Damit sei er nicht genügend qualifiziert, um bei einer 

Bank als Vermögensverwalter tätig zu sein. Mit seinen diesbezüglichen Vorbrin-

gen habe sich die Vorinstanz überhaupt nicht auseinandersetzt. Auch habe weder 

die Vorinstanz noch die Beklagte erklärt, dass er die Tätigkeit als Vermögensver-

walter in einer Schädigungsabsicht aufgegeben hätte. An einem böswilligen Han-

deln fehle es vorliegend, habe er sich doch zufolge der ausweglosen Situation im 

- 14 - 

Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter – d.h., insbesondere 

wegen der weitgehend fehlenden Kundschaft – gezwungen gesehen, eine Er-

werbstätigkeit in einem anderen Wirtschaftszweig nachzugehen. Über die 

L._____ AG halte er nun die Aktien an der H._____ Gastro AG. Bei Letzterer sei 

er angestellt. Dabei verkaufe er insbesondere frische Crêpes über seinen 

Foodtruck und erbringe Cateringdienstleistungen. In den Wintermonaten erziele 

er deutlich weniger Einkommen und auch die Coronakrise im Laufe des Frühjahrs 

2020 habe ihn sehr schwer getroffen, zumal die Umsätze praktisch vollständig 

weggebrochen seien. Er gehe davon aus, dass er mit seiner Tätigkeit in der Gast-

ro-Branche inskünftig ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 6'500.– erzielen 

könne. Die Perspektive einer darüber hinausgehenden Einkommenssteigerung 

fehle, da er seiner von 2011 bis 2018 ausgeübten Erwerbstätigkeit zufolge Feh-

lens genügender Kundschaft sowie aufgrund der geltenden Finanzmarktgesetz-

gebung nicht mehr werde nachgehen können. Da die Verdiensteinbusse nicht in 

Schädigungsabsicht erfolgt sei, erweise sich die Anrechnung eines hypotheti-

schen Einkommens, wie sie die Vorinstanz vorgenommen habe, als unzulässig. 

 Falls eine Anrechnung eines hypothetischen Einkommens zulässig wäre, sei 

sicherlich nicht von der vorinstanzlich angenommenen Höhe des Nettoeinkom-

mens – Fr. 14'000.– pro Monat bzw. Fr. 170'400.– pro Jahr – auszugehen. Insbe-

sondere die Durchschnittsberechnung der letzten drei Anstellungsverhältnisse sei 

nicht sachgerecht. Der Kläger sei nämlich weder für die K._____ AG noch für die 

M._____ als Vermögensverwalter angestellt gewesen. Eine solch undifferenzierte 

Betrachtung der Einkommenssituation der vergangenen Jahre gehe nicht an. 

Ausserdem habe sich die Bankenlandschaft in den Jahren 2008 bis 2010 noch 

vollkommen anders gestaltet. Wenn überhaupt, hätte daher einzig und allein auf 

die seit 2011 bis 2018 ausgeübte Tätigkeit als selbständiger Vermögensverwalter 

abgestellt werden dürfen. Bei dieser Tätigkeit habe er ein Nettoeinkommen von 

durchschnittlich Fr. 118'202.38 pro Jahr bzw. Fr. 9'850.20 pro Monat erzielt, wobei 

– entgegen der Auffassung der Vorinstanz – auch das Einkommen des Jahres 

2016 in die Durchschnittsberechnung einzubeziehen sei, zumal dieses nur des-

halb so tief ausgefallen sei, weil in den Jahre 2014 und 2015 zu hohe Lohnbezü-

ge erfolgt seien. Selbst das Obergericht habe im Entscheid vom 27. Mai 2019 le-

- 15 - 

diglich das Einkommen des Klägers aus der L._____ AG als massgeblich erachtet 

und dieses – ausgehend vom Durchschnitt der Jahre 2013 bis und mit 2016 – auf 

rund Fr. 9'260.– pro Monat beziffert. 

 Selbst wenn aber eine Durchschnittsberechnung der letzten drei Anstel-

lungsverhältnisse vorgenommen würde, sei die Vorinstanz für alle drei Anstel-

lungsverhältnisse von falschen Zahlen ausgegangen: So habe der Kläger wäh-

rend seiner Anstellung bei der K._____ AG nicht ein Nettoeinkommen von jährlich 

Fr. 180'000.– erzielt, vielmehr habe sich dieses im Jahr 2007 auf Fr. 152'005.– 

belaufen. Zudem habe er in den Jahren 2008 und 2010 jährlich nicht 

Fr. 200'000.–, sondern durchschnittlich Fr. 186'359.98 pro Jahr und im Rahmen 

seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter durchschnittlich lediglich Fr. 118'202.38 

pro Jahr verdient. Selbst bei dieser – als unzulässig beanstandeten – Vorge-

hensweise wäre sein Nettojahreseinkommen daher auf durchschnittlich 

Fr. 138'058.86 (und nicht wie vorinstanzlich angenommen auf Fr. 170'000.–) zu 

beziffern (vgl. zum Ganzen Urk. 1 S. 7-13; Urk. 16 S. 7-12; Urk. 32 S. 5 f.). 

 2.3 Dem hält die Beklagte im Wesentlichen entgegen, der Kläger habe sich 

in keiner Art und Weise um eine Anstellung bemüht. Bereits im vorinstanzlichen 

Verfahren habe er keine einzige Bewerbung und auch keine Absagen von poten-

tiellen Arbeitgebern ins Recht gelegt. Auch im Berufungsverfahren habe er keine 

Suchbemühungen eingereicht, um glaubhaft zu machen, dass er tatsächlich keine 

Stelle als Vermögensverwalter, als "Trader" oder in einer anderen Funktion in der 

Bank finden würde. Insofern habe er keinerlei guten Willen und Anstrengungen 

behauptet, geschweige denn nachgewiesen. Im Weiteren werde bestritten, dass 

der Kläger seit der Beendigung des Vermögensverwaltungsmandats seiner Mutter 

keine nennenswerte eigene Kundschaft mehr habe. Selbst wenn dem so wäre, 

wäre auch dieser Umstand einzig darauf zurückzuführen, dass der Kläger sich gar 

nicht darum bemüht habe. Entsprechend wäre es ihm auch weiterhin möglich, als 

selbständiger Vermögensverwalter weiterzuarbeiten oder aber eine Anstellung als 

Vermögensverwalter zu finden. Unzutreffend sei ferner, dass Banken für ihre 

Vermögensverwalter und "Trader" einen Hochschulabschluss oder eine höhere 

Bankausbildung sowie einen eigenen grossen Kundenstamm voraussetzen wür-

- 16 - 

den. Soweit der Kläger die Veränderungen in der Bankenlandschaft ins Feld füh-

re, könne er nichts zu seinen Gunsten ableiten, habe er doch gerade zu Zeiten 

der Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 bis 2010 gemäss eigenen Angaben über 

ein jährliches Nettoeinkommen von durchschnittlich Fr. 186'359.95, mithin 

Fr. 15'530.– pro Monat, verfügt. Seit der Finanzkrise habe sich die Finanzbranche 

prächtig erholt. Die Löhne seien eher gestiegen als gesunken. Ob der Kläger 

letztlich als Vermögensverwalter oder als "Trader" bei einer Bank oder bei einem 

anderen Finanzinstitut arbeite, sei unerheblich. Er könne beides und habe in bei-

den Berufszweigen sehr viele Jahre Erfahrung. Erheblich sei, dass er mindestens 

das Durchschnittseinkommen der Jahre 2008 bis 2010 wieder erwirtschaften kön-

ne. Daran ändere auch die Corona-Pandemie nichts, zumal diese für Finanzinsti-

tute keine Einbussen zur Folge hätten. Im Gegenteil: Die Banken hätten seit dem 

Ausbruch der Pandemie aufgrund der hohen Courtagen im Wertschriftenhandel 

verdient. Dass der Kläger aufgrund regulatorischer Vorschriften kein genügendes 

Einkommen erzielt habe bzw. erzielen könnte, werde genauso bestritten wie die 

klägerische Behauptung, er habe seine Tätigkeit bei der Bank aufgeben müssen, 

da seine gut bezahlte Händlerposition nicht mehr habe besetzt werden können. 

 Entgegen seiner Darstellung habe sich der Kläger im Zusammenhang mit 

seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter nicht in einer ausweglosen Situation be-

funden. Er habe schlicht und ergreifend diese Arbeit nicht mehr ausüben wollen, 

erst recht nicht als Angestellter. Vielmehr habe er seinem Hobby der Crêpes-

Zubereitung frönen wollen. Seine selbständige Tätigkeit, der Crêpes-Verkauf über 

die gegründete H._____ Gastro AG, entspreche nicht dem erlernten Beruf des 43-

jährigen Klägers, welcher zwei minderjährige Kinder und eine Ehefrau aus klassi-

scher Rollenteilungsehe habe. Es sei nicht zu schützen, dass ein solcher Vater 

und Ehemann seinem Hobby nachgehe und nicht alles Erdenkliche unternehme, 

um in seinem angestammten Beruf und gemäss seinen beruflichen Erfahrungen 

als Vermögensverwalter und "Trader" ein marktübliches Einkommen zu erwirt-

schaften. Die Durchschnittsberechnung der Vorinstanz sei nicht zu beanstanden. 

Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass der Kläger im Rahmen seiner letzten 

Anstellung bei einer Bank im Jahr 2010 durchschnittlich rund Fr. 17'300.– pro 

Monat verdient habe. Alles in allem sei die Vorinstanz ab Oktober 2020 zu Recht 

- 17 - 

von einem mindestanrechenbaren hypothetischen Einkommen von Fr. 14'200.– 

pro Monat ausgegangen (vgl. zum Ganzen Urk. 12 S. 7-13; Urk. 26 S. 3 f.). 

 2.4 Bestehen familiäre Unterhaltsverpflichtungen, muss der Unterhaltsver-

pflichtete das ihm Zumutbare unternehmen, um seinen Unterhaltspflichten nach-

zukommen (BGE 137 III 118 E. 3.1). In diesem Umfang ist der Unterhaltsver-

pflichtete in seiner Lebensgestaltung eingeschränkt. Kann ein Unterhaltsverpflich-

teter aufgrund eines zu tiefen Einkommens seinen finanziellen Verpflichtungen 

nicht nachkommen, gilt es in sämtlichen Familiensachen zu prüfen, ob ihm ein 

hypothetisches Einkommen anzurechnen ist (BGE 128 III 4 E. 4a). Dem Verpflich-

teten wird dabei auferlegt, dasjenige Einkommen zu erzielen, welches mit zumut-

barem Aufwand und gutem Willen tatsächlich möglich ist. Mit der Anrechnung ei-

nes hypothetischen Einkommens wird kein Strafzweck verfolgt, vielmehr geht es 

darum, die wirtschaftliche Existenz der Unterhaltsberechtigten sicherzustellen und 

die Lasten des Familienunterhalts gerecht zu verteilen. Dazu ist die Rechtsfrage 

zu beantworten, ob dem Beklagten zuzumuten ist, ein höheres als das tatsächlich 

erzielte Einkommen zu erwirtschaften. Gegebenenfalls ist dann die Höhe dieses 

Einkommens zu bestimmen. Schliesslich ist zu klären, ob dieses Einkommen tat-

sächlich erzielbar ist (BGE 128 III 4 E. 4a; 137 III 118 E. 2.3). Dabei ist das Ge-

richt gehalten, konkret festzustellen, welche Tätigkeiten bzw. welche Stellen beim 

angenommenen Lohn tatsächlich möglich und der verpflichteten Person zumutbar 

sind. Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung können bei der Beantwor-

tung dieser Fragen statistische Daten angewendet werden. Diese müssen aber in 

so differenzierter Form vorliegen, dass die individuellen Umstände wie Alter, Aus-

bildung, bisherige Berufserfahrung, Wohnort etc. des Unterhaltsverpflichteten be-

rücksichtigt werden können (BGE 137 III 118 E. 3.2; BGer 5A_899/2019 vom 

17. Juni 2020, E. 2.2.2). Zur konkreten Festsetzung eines hypothetischen Ein-

kommens kann auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamtes für Sta-

tistik, Region Zürich (www.lohnrechner.bfs.admin.ch [Salarium]) oder auf das jähr-

lich erscheinende Lohnbuch des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zü-

rich abgestellt werden. 

- 18 - 

 2.5 Der Kläger war bis im Herbst 2018 unbestrittenermassen in der Fi-

nanzbranche tätig und hat dabei stets weitaus mehr als Fr. 6'500.– pro Monat 

verdient. Aktenkundig und unbestritten ist ferner, dass er sich – nach dem im 

Herbst 2018 erfolgten Entzug des Vermögensverwaltungsmandats durch seine 

Mutter – Anfang 2019 beruflich neu orientierte, indem er die H._____ Gastro AG 

gründete. Über dieses Unternehmen betreibt er seither zusammen mit einem Ge-

schäftspartner ein Gastgewerbe namens "N._____", wobei er als Geschäftsführer 

die Höhe seines Lohnes selber bestimmt (vgl. zum Ganzen Urk. 10/1 S. 81; 

Urk. 10/42 S. 3 und S. 7; Urk. 10/44 S. 15; Urk. 10/43/4; Prot. I S. 56). Anhalts-

punkte dafür, dass der Kläger seine selbständige Tätigkeit als Vermögensverwal-

ter seiner Mutter freiwillig aufgegeben oder den Mandatsentzug selbst verschuldet 

hätte, bestehen keine. Eine freiwillig und einseitig herbeigeführte Einkommens-

verminderung wird für die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens aber 

auch gar nicht vorausgesetzt. Vielmehr gilt es in Fällen, in welchen ein Unter-

haltsschuldner seinen familiären Unterhaltsverpflichtungen aufgrund eines zu tie-

fen Einkommens nicht nachkommen kann, generell zu prüfen, ob sich die An-

rechnung eines hypothetischen Einkommens rechtfertigt. 

 Vor dem Hintergrund, dass der Kläger bis zur Gründung der H._____ Gastro 

AG nicht in der Gastro-Branche tätig gewesen war, drängt sich vorliegend zweifel-

los die Frage auf, weshalb sich der Kläger nach dem Mandatsentzug im Herbst 

2018 nicht zunächst um eine neue Tätigkeit im angestammten Bereich – dem Fi-

nanzsektor – bemühte. Diesbezüglich greift die vorinstanzliche Begründung aber 

zu kurz und trägt den tatsächlichen Verhältnissen zu wenig Rechnung. Aus dem 

blossen Umstand, dass der Kläger damals keine Anstalten unternommen hatte, 

um eine Stelle in der Finanzbranche zu suchen, lässt sich nämlich nicht einfach 

ableiten, er vermöge – trotz fehlender Ausbildung – mit seiner Berufserfahrung 

ohne weiteres eine neue Stelle als Vermögensverwalter zu finden und könne da-

bei ein auf dem Durchschnitt der letzten drei "Anstellungsverhältnisse" berechne-

tes Einkommen von rund Fr. 14'200.– pro Monat erzielen. Wie es dem Kläger 

konkret möglich sein soll, diesen – auf einer undifferenzierten Mischrechnung aus 

Zahlen der vergangenen zehn Jahren basierenden – Durchschnittslohn zu erzie-

- 19 - 

len, geht aus dem vorinstanzlichen Entscheid nicht hervor und ist auch nicht 

nachvollziehbar. Insoweit sind die Beanstandungen des Klägers berechtigt. 

 Wie der Kläger vorbringt, ist zu berücksichtigen, dass er in den Jahren 2008 

bis 2010 zwar bei Banken angestellt war, jedoch nicht als Vermögensverwalter, 

sondern als Händler ("Trader"). Die Funktion des Vermögensverwalters bekleide-

te er bis anhin lediglich als Selbständigerwerbender in seinem eigenen Unter-

nehmen – der L._____ AG. Diese Tätigkeit übte er von September 2010 bis 

Herbst 2018 aus. Soweit die Beklagte im Berufungsverfahren in Abrede stellen 

will, dass diese Arbeit grossmehrheitlich darin bestand, das Vermögen seiner 

Mutter zu verwalteten, ist ihre Darstellung nicht glaubhaft. Im Eheschutzverfahren 

hatte sie selbst nämlich noch geltend gemacht, der Kläger wickle über die 

L._____ AG praktisch ausschliesslich Vermögensverwaltungsmandate seiner 

Mutter ab (vgl. Urk. 10/47A/32 Rz 47 S. 14; siehe auch Urk. 10/47A/59 E. II.E.3.2 

S. 35). Das daraus generierte Jahreseinkommen des Klägers belief sich gemäss 

den eingereichten Lohnausweisen der Jahre 2010 bis und mit 2018 (Urk. 5/9) auf 

durchschnittlich rund Fr. 118'000.– (unter Berücksichtigung des Jahres 2016; so 

der Kläger) bzw. knapp Fr. 130'000.– (unter Ausklammerung des Jahres 2016; so 

die Vorinstanz und die Beklagte, vgl. Urk. 12 Rz 39 f. S. 11). Da der Kläger über 

die L._____ AG hauptsächlich Mandate für seine Mutter übernahm, erscheint das 

aus dieser Tätigkeit generierte Einkommen aber nicht repräsentativ. So ist einer-

seits durchaus denkbar, dass es sich dabei nicht um ein marktübliches Honorar 

handelte (wie es die Beklagte im Eheschutzverfahren geltend gemacht hatte, vgl. 

Urk. 10/47A/32 Rz 47 S. 14). Andererseits ist aber auch fraglich, ob eine weitere 

Tätigkeit als Vermögensverwalter nach dem Mandatsentzug noch erfolgsverspre-

chend gewesen wäre. Wie der Kläger zu Recht vorbringt, darf nicht ausser Acht 

gelassen werden, dass seit Inkrafttreten der neuen Finanzmarktgesetzgebung per 

1. Januar 2020 in diesem Berufsumfeld verschärfte Vorschriften gelten: Unab-

hängige Vermögensverwalter müssen sich einer von der FINMA bewilligten Auf-

sichtsorganisation anschliessen und bedürfen zur Ausübung ihrer finanzinterme-

diären Tätigkeit einer Bewilligung der FINMA (vgl. im Einzelnen Art. 2 Abs. 1 lit. a, 

Art. 5, Art. 7 ff. des Finanzinstitutsgesetzes [FINIG, SR 954.1] sowie Art. 9 ff. der 

Finanzinstitutsverordnung [FINIV, SR 954.11]). Ob der Kläger eine entsprechende 

- 20 - 

Bewilligung hätte erhältlich mache können, erscheint fraglich. Er verfügt zwar über 

eine Banklehre und über langjährige Berufserfahrung im Finanzsektor. Abgese-

hen von den über die L._____ AG – hauptsächlich für seine Mutter – abgewickel-

ten Vermögensverwaltungsmandaten war er in der Vergangenheit aber nie bei ei-

ner Bank oder einem anderen Finanzinstitut in der Funktion des Vermögensver-

walters tätig. Unbestrittenermassen verfügt er weder über einen Universitäts- / 

Fachhoch- oder Hochschulabschluss, noch ist aktenkundig, dass er nach seiner 

Banklehre eine branchenbezogene Weiterbildung irgendeiner Art gemacht hätte. 

Dass solche Qualifikationen im Bereich der Anlageberatung und Vermögensver-

waltung auf dem Arbeitsmarkt vorausgesetzt werden, kann als notorisch gelten. 

Bei dieser Ausgangslage ist wahrlich zu bezweifeln, dass es dem Kläger nach 

dem Mandatsentzug durch seine Mutter möglich gewesen wäre, einer – ab 

1. Januar 2020 bewilligungspflichtigen – Tätigkeit als Vermögensverwalter nach-

zugehen. Unter Berücksichtigung der konkreten Umstände kann auch nicht ohne 

Weiteres angenommen werden, der Kläger hätte bei zumutbarem Aufwand und 

gutem Willen eine Anstellung als Vermögensverwalter gefunden. Genauso wenig 

lässt sich demnach sagen, dass die Weiterführung der selbständigen Erwerbstä-

tigkeit im Bereich Vermögensverwaltung ohne die Aufträge seiner Mutter langfris-

tig erfolgsversprechend gewesen wäre. Dass er dieses Risiko nicht einging, kann 

ihm unter den gegebenen Umständen nicht zum Vorwurf gemacht werden. 

 Nach dem Gesagten erscheint grundsätzlich nachvollziehbar, dass sich der 

Kläger in seiner besonderen Situation beruflich neu positionieren musste. Da ins-

besondere im Verhältnis zu minderjährigen Kindern besonders hohe Anforderun-

gen an die Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen sind, war der Kläger in der 

Wahl der künftigen Erwerbstätigkeit aber nicht völlig frei. Vielmehr war er in der 

Pflicht, sich in beruflicher Hinsicht so auszurichten, dass er seine Arbeitskapazität 

maximal ausschöpfen kann. Insofern stand und steht es ihm nicht zu, nach sei-

nem Belieben ganz oder teilweise auf ein bei zumutbarer Anstrengung erzielbares 

Einkommen zu verzichten, um sich andere persönliche oder berufliche Wünsche 

zu erfüllen. Konkret wäre der Kläger daher nach der Aufgabe seiner selbständi-

gen Erwerbstätigkeit im Bereich Vermögensverwaltung verpflichtet gewesen, sich 

um eine Stelle im angestammten Berufsumfeld – dem Finanzsektor – zu bemü-

- 21 - 

hen. Reelle Chancen dürfte er nach wie vor in der Funktion des Händlers haben, 

verfügt er doch über eine Swiss Exchange Trader License aus dem Jahre 2001 

(vgl. Urk. 10/58/2). Dabei handelt es sich um eine von der SIX Swiss Exchange 

AG anerkannte Börsenlizenz, sodass er für eine Registrierung als Händler ledig-

lich eine einstündige Händlerprüfung absolvieren müsste (https://www.six-

group.com/de/products-services/the-swiss-stock-

exchange/education/trading/exchange-trader.html; zuletzt besucht am 7. Mai 

2021). Da der Kläger auch nach seinen Anstellungen bei Banken weiterhin in der 

Branche tätig blieb, kann angenommen werden, dass er diese Prüfung ohne Mü-

he bestehen könnte. Zudem dürfte ihm seine zusätzliche Berufserfahrung im Be-

reich Vermögensverwaltung bei der Stellensuche für eine Händlerposition zu Gute 

kommen. Entgegen seinen unsubstantiierten Behauptungen ist daher anzuneh-

men, dass es ihm bei zumutbarem Aufwand und gutem Willen möglich (gewesen) 

wäre, eine Anstellung als (Börsen-)Händler ("Trader") zu finden. 

 Da die letzte Anstellung des Klägers als Händler mehr als zehn Jahre zurück 

liegt, kann zur Bestimmung der Höhe des erzielbaren Einkommens nicht auf den 

damaligen Verdienst abgestellt werden. Stattdessen ist auf statistische Daten ab-

zustellen. Gemäss dem individuellen Lohnrechner des Bundes (Salarium 2018) 

beträgt der Medianlohn für einen 44-jährigen, männlichen Börsenhändler mit ab-

geschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung (Branche Nr. 

64: Finanzdienstleistungen; Berufsgruppe Nr. 33: nicht akademische betriebswirt-

schaftliche und kaufmännische Fachkräfte; Anstellung im unteren Kader: ausfüh-

rungsorientierte Leitung eines Teilbereichs, d.h. insb. Verantwortung für die Reali-

sierung von Aufträgen im eigenen Tätigkeitsbereich – was bei einem Börsenhänd-

ler zu bejahen ist) Fr. 10'873.– pro Monat. Es rechtfertigt sich somit, von einem 

zumutbaren und tatsächlich erzielbaren Bruttoeinkommen von rund Fr. 10'870.– 

pro Monat auszugehen. Unter Berücksichtigung der Sozialabgaben von geschätzt 

13% (5.3% AHV/IV/EO, 1.1% ALV, ca. 6.5% BVG) ergibt sich damit ein Nettoein-

kommen von rund Fr. 9'500.– pro Monat. 

 2.6 Wie bereits erwähnt, wäre der Kläger bereits nach der Aufgabe seiner 

selbständigen Erwerbstätigkeit im Bereich Vermögensverwaltung verpflichtet ge-

- 22 - 

wesen, eine Anstellung im Finanzsektor zu suchen. Die geforderte Umstellung 

war für ihn seit der Zustellung des vorinstanzlichen Entscheides (23. April 2020, 

vgl. Urk. 10/67/1) voraussehbar. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass 

der Kläger bei ausreichenden – d.h. intensiven und ernsthaften – Suchbemühun-

gen innert einer Frist von gut fünf Monaten eine entsprechende Anstellung gefun-

den hätte. Da die eingeräumte Übergangsfrist als angemessen erscheint, ist das 

hypothetische Einkommen von monatlich Fr. 9'500.– netto ab 1. Oktober 2020 
anzurechnen. 

 2.7 Dass die Vorinstanz für die Zeit vom 1. Dezember 2018 bis 
30. September 2020 von einem monatlichen Nettolohn von Fr. 6'550.– (zzgl. 
Familienzulagen) ausging, ist nicht zu beanstanden. Soweit die Beklagte die An-

sicht vertritt, dem Kläger sei aus seiner Arbeit als Gastronom seines Unterneh-

mens H._____ Gastro AG zufolge namhafter Barbezüge nicht bloss das von ihm 

anerkannte Einkommen von monatlich Fr. 6'500.–, sondern ein solches von mo-

natlich Fr. 13'000.– anzurechnen (vgl. im Einzelnen Urk. 12 Rz 32-36 S. 9 f.), 

kann ihr nicht gefolgt werden. Unbestrittenermassen nahm die H._____ Gastro 

AG erst am 1. Januar 2019 ihren operativen Betrieb auf (vgl. Urk. 16 S. 10; 

Urk. 26 S. 3 f.; siehe auch Urk. 10/44 Rz 53 S. 15). Dass der Kläger sogleich nach 

Aufnahme des Geschäftsbetriebs ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 13'000.– hätte erzielen können, ist schlicht undenkbar. Mit dem Kläger (vgl. im 

Einzelnen Urk. 16 S. 10 f.; Urk. 32 S. 6 f.) ist zudem davon auszugehen, dass die 

Corona-Pandemie den Geschäftsbetrieb der H._____ Gastro AG nicht unerheb-

lich erschwerte. Insbesondere erscheint glaubhaft, dass zumindest im Geschäfts-

bereich der Cateringdienstleistungen zufolge pandemiebedingter Absagen von 

Anlässen ab Frühjahr 2020 namhafte Umsatzeinbussen hinzunehmen waren. Mit 

einem höheren als dem vorinstanzlich angenommen Nettolohn von durchschnitt-

lich Fr. 6'550.– pro Monat ist demnach für die Zeit von 1. Januar 2019 bis 

30. September 2020 nicht zu rechnen. Weshalb für die besagte Zeit ein um mo-

natlich Fr. 50.– tieferer Betrag zu berücksichtigen sein soll, wird vom Kläger nicht 

dargelegt. Insgesamt drängt sich hinsichtlich dieser Zeitperiode somit keine Ände-

rung des vorinstanzlichen Entscheids auf.  

- 23 - 

 3. Einkommen der Beklagten 

 3.1 Erwerbseinkommen (hypothetisch) 

 3.1.1  Hinsichtlich der Erwerbssituation der Beklagten verwies die Vo-

rinstanz auf das vom Bundesgericht entwickelte Schulstufenmodell und erwog zu-

sammengefasst, der aktuell nicht berufstätigen Beklagten sei aufgrund ihrer frühe-

ren Erfahrungen im gehobenen Detailhandelssegment und der unbestritten ge-

bliebenen früheren Selbständigkeit im Kosmetikbereich ein Wiedereinstieg im De-

tailhandel in einem Pensum von 50% zuzumuten. Daran vermöge weder ihr Alter 

noch die Betreuungssituation etwas zu ändern: Mit ihren 43 Jahren befinde sich 

die Beklagte etwa in der Mitte ihres Berufslebens. Dass die Kinder einer erhöhten 

Betreuung durch die Beklagte bedürften, erscheine nicht glaubhaft, besuchten 

doch beide Kinder eine Tagesschule. Die allgemeine Lebenserfahrung spreche 

dafür, dass es der Beklagten mit ihren Sprachkenntnissen möglich sein werde, bei 

entsprechenden Anstrengungen eine Stelle im Detailhandel zu finden. Gegenteili-

ges sei nicht glaubhaft gemacht worden, zumal die Beklagte gar nicht erst be-

hauptet habe, sich irgendwo erfolglos beworben zu haben. Dass sie über keine in 

der Schweiz "verwertbare" Ausbildung verfüge und seit knapp 15 Jahren nicht 

mehr gearbeitet habe, möge zwar die Arbeitssuche etwas erschweren. Diese Tat-

sachen seien aber im Detailhandel nicht von grosser Relevanz, da in diesem Be-

reich ungelernte Arbeitnehmerinnen vergleichsweise häufig anzutreffen seien. Ein 

über 50% hinausgehendes Arbeitspensum sei der Beklagten demgegenüber im 

Moment nicht zumutbar. So komme ihr nach wie vor die Hauptverantwortung für 

die Kinderbetreuung zu, wozu auch die Organisation im Zusammenhang mit 

Schule, Freizeitgestaltung etc. und die Besorgung alltäglicher Bedürfnisse der 

Kinder gehöre. Auch wenn die Kinder eine Tagesschule besuchten, bedeute dies 

nicht, dass es dem obhutsberechtigten Elternteil per se möglich und zumutbar sei, 

in einem Vollzeitpensum zu arbeiten. Entsprechend habe die Beklagte ihr Pen-

sum erst ab dem Übertritt von E._____ in die Oberstufe auf 80% zu erhöhen. 

 Gestützt auf den statistischen Lohnrechner des Bundes sowie unter Berück-

sichtigung der bekannten Daten der Beklagten erscheine für ein 50%-Pensum ein 

Monatslohn von Fr. 2'300.– brutto bzw. von Fr. 2'125.– netto angemessen. Dieses 

- 24 - 

hypothetische Einkommen sei der Beklagten nach einer Übergangsfrist von rund 

fünfeinhalb Monaten, d.h. ab dem 1. Oktober 2020 anzurechnen, zumal die Be-

klagte seit geraumer Zeit wisse, dass sie früher oder später eine Arbeit finden 

müsse und die Fluktuationsrate im Detailhandel vergleichsweise hoch sowie das 

Angebot an Teilzeitstellen relativ gross sei. Ab 1. August 2022 – dem voraussicht-

lichen Übertritt von E._____ in die Oberstufe – sei alsdann zufolge der geforder-

ten Pensumerhöhung mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 3'400.– netto zu 

rechnen (vgl. zum Ganzen Urk. 2 E. II.C.3 S. 23-28). 

 3.1.2  Der Kläger macht berufungsweise geltend, der Beklagten sei entge-

gen den Ausführungen der Vorinstanz ab 1. Oktober 2020 ein hypothetisches 

Nettoeinkommen von Fr. 5'000.– anzurechnen, zumal ein Vollzeitpensum seit 

Jahren möglich und zumutbar sei (vgl. im Einzelnen Urk. 1 S. 6 f.). Sein Einwand, 

es sei verkannt worden, dass beide Kinder seit Jahren Schulen mit Tagesstruktu-

ren besuchten, geht ins Leere, hat die Vorinstanz auf diesen Umstand doch konk-

ret Bezug genommen. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Kläger nicht rechts-

genügend auseinander. Im Übrigen sind die Auslagen für die Privatschule bei den 

gegebenen finanziellen Verhältnissen – entgegen der Annahme der Vorinstanz – 

nicht mehr länger tragbar (vgl. dazu im Einzelnen unten Ziff. 6.4.2 Bst. h). Ent-

sprechend lässt sich die Zumutbarkeit des vom Kläger geforderten Vollzeitpen-

sums auf Seiten der Beklagten auch nicht mit den besagten Tagesstrukturen be-

gründen. Auch der von der Beklagten im Frühjahr 2016 unternommene Versuch 

einer selbständigen Erwerbstätigkeit in der Kosmetikbranche wurde von der Vo-

rinstanz berücksichtigt. Was der Kläger mit seinen diesbezüglichen Vorbringen 

(vgl. Urk. 16 S. 6; Urk. 32 S. 4 f.) zu seinen Gunsten ableiten will, bleibt unklar, 

räumt er doch selbst ein, dass dieser Versuch erfolglos blieb (vgl. Urk. 32 S. 5). 

Umstände, welche ein Abweichen vom Schulstufenmodell rechtfertigen könnten, 

sind vorliegend nicht ersichtlich. Die vorinstanzlich berücksichtigten Arbeitspen-

sen (50% ab 1. Oktober 2020; 80% ab 1. August 2022) sind daher genauso wenig 

zu beanstanden wie die angenommene Höhe der anzurechnenden Monatsein-

kommen (netto Fr. 2'125.– bei einem 50%-Pensum; netto Fr. 3'400.– bei einem 

80%-Pensum). Auch bezüglich Letzteren zeigt der Kläger nämlich nicht hinrei-

chend genau auf, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft sein soll.  

- 25 - 

 3.2 Mietzinserträge der Liegenschaft in O._____ [Stadt in einem asiati-

schen Staat] 

 3.2.1  Mit Noveneingaben vom 9. und 17. September 2020 machte der Klä-

ger im Berufungsverfahren neu geltend, der Beklagten seien als Einkommen auch 

Mietzinseinnahmen aus der Vermietung der Ferienwohnung in O._____ anzu-

rechnen. Kürzlich habe er nämlich erfahren, dass die Beklagte diese im Miteigen-

tum beider Parteien stehende Wohnung ohne sein Einverständnis vermiete. Seit 

der Trennung habe er aufgrund des finanziellen Drucks, unter welchem die Par-

teien stünden, auf den Verkauf der Ferienwohnung gedrängt, was die Beklagte 

stets abgelehnt habe. Der Grund für ihre Weigerungshaltung liege nunmehr auf 

der Hand: Die Beklagte erziele seit Jahren Mietzinseinnahmen, welche sie dem 

Kläger vorenthalte. Die monatlichen Einnahmen für diese Immobilie der Luxus-

klasse mit Schwimmbad und Fitnessanlagen dürften sich mindestens auf 

Fr. 3'500.– pro Monat belaufen. Es sei naheliegend, dass die Wohnung bereits 

seit längerer Zeit ohne Wissen des Klägers von Dritten bewohnt werde und dass 

die Beklagte ein regelmässiges Einkommen erziele, welches sie im Scheidungs-

verfahren nicht offenlege. Ferner sei nachgewiesen, dass die Beklagte auch künf-

tig ein Einkommen in der besagten Höhe erzielen könne. Dieses sei ihr vollum-

fänglich anzurechnen, zumal sie keinerlei Bereitschaft zeige, die Mietzinseinnah-

men mit dem Kläger zu teilen (Urk. 19 S. 2-4; Urk. 23).  

 3.2.2  In ihrer Stellungnahme vom 21. September 2020 räumte die Beklagte 

ein, die im Miteigentum beider Parteien stehende Wohnung in P._____ [Staat] – 

welche keine Luxusliegenschaft sei – zweimal ohne Einverständniserklärung des 

Klägers vermietet zu haben. So habe sie im August 2019 erstmals – alleine – ei-

nen wenige Monate dauernden Mietvertrag abgeschlossen und aktuell einen 

zweiten befristeten Mietvertrag für die Zeit vom 1. September bis 30. November 

2020. Zu diesen Handlungen habe sie sich in einer Verzweiflungssituation ent-

schlossen: Seit rund zwei Jahren komme der Kläger seiner Zahlungspflicht für die 

Liegenschaft in O._____ gegenüber dem Staat, der Gemeinde O._____ und der 

Verwaltung nicht nach. Er bezahle weder Staats-/Gemeindesteuern noch Verwal-

tungskosten/-steuern. Die Parteien seien mehrfach gemahnt worden und es sei 

- 26 - 

bereits die Betreibung angedroht worden. Die Beklagte habe eine Betreibung 

nicht riskieren wollen, zumal diese mit einer Einreisesperre ins Land verbunden 

werde. Daher sei sie an das Q._____ [Gericht] O._____ gelangt und habe dort 

zunächst im November 2018 eine einstweilige Verfügung und am 30. Januar 2019 

die religiöse Scheidung verlangt, verbunden mit dem Antrag auf Erteilung der Er-

laubnis zur Vermietung der Wohnung in O._____. Alsdann habe das besagte 

Q._____ mit einstweiliger Verfügung vom 29. November 2018 eine Verfügungs-

beschränkung über die Wohnung in O._____ ausgesprochen. Der Kläger habe 

sich am Verfahren in O._____ jedoch nicht beteiligt. Weder zur Frage der religiö-

sen Scheidung noch zur Vermietung der Wohnung habe er sich geäussert. Die 

Steuerschulden und die Schulden gegenüber der Verwaltung seien weiter aufge-

laufen. Dem Kläger sei eine Betreibung und Einreisesperre in P._____ – bis heute 

– egal, da er nicht nach P._____ reisen wolle. Die Beklagte aber habe ihre ge-

samte Ursprungsfamilie in P._____ und auch die Kinder hätten bis zur Corona-

Pandemie jedes Jahr viel Zeit in ihren Ferien dort verbracht. Daher habe die Be-

klagte handeln müssen und die besagten Mietverträge ohne Zustimmung des 

Klägers abgeschlossen. Die ab August 2019 generierten Mietzinseinnahmen von 

insgesamt 45'000 R._____ [Währung], entsprechend ca. Fr. 11'000.–, seien direkt 

an die Steuerbehörde geflossen. Auch im aktuellen Mietvertrag sei vereinbart 

worden, dass der erste Mietzins (für September 2020) von 9'150 R._____, ent-

sprechend ca. Fr. 2'424.–, direkt an die Gemeinde O._____-… einzuzahlen sei – 

wie es am 3. September 2020 auch erfolgt sei – und dass die anderen beiden 

Mietzinse (für Oktober und November 2020) direkt an die Verwaltung zur Tilgung 

der seit Jahren ausstehenden Kosten zu überweisen seien. Soweit der Kläger 

vorbringe, die Wohnung sei seit vielen Jahren vermietet worden, woraus Mietein-

nahmen von mindestens Fr. 3'500.– erzielt worden seien, seien seine Behaup-

tungen falsch. Die Wohnung sei bloss zweimal für wenige Monate vermietet wor-

den, wobei sämtliche Einnahmen zur Begleichung ausstehender Schulden beider 

Parteien an das Steueramt, die Gemeinde O._____ und die Verwaltung geflossen 

seien (bzw. fliessen würden). Entgegen der Darstellung des Klägers könne die 

Wohnung denn auch nicht verkauft werden, zumal darauf – resultierend aus der 

langjährigen Weigerung des Klägers, der Beklagten den "…" (die religiöse Schei-

- 27 - 

dung) zu geben und die Wohnung zu vermieten – nach wie vor eine Verfügungs-

beschränkung laste (Urk. 26 S. 5-9). 

 3.2.3  In seinen diversen weiteren Eingaben (Urk. 32; Urk. 40; Urk. 49; 

Urk. 51; Urk. 61) stellte sich der Kläger alsdann im Wesentlichen auf den Stand-

punkt, die Beklagte habe auf hinterlistige Art und Weise während mindestens zwei 

Jahren Mietzinserträge eingenommen und dies sowohl ihm wie auch dem Gericht 

verschwiegen. Wie sie selbst dargelegt habe, habe sie die Wohnung seit Novem-

ber 2018 vermieten wollen. Entsprechend seien ihr auch ab diesem Zeitpunkt 

Mietzinserträge anzurechnen. Diese seien auf mindestens Fr. 3'500.– pro Monat 

zu beziffern. Mit einer Vermietung der Wohnung in P._____ wäre er sehr wohl 

einverstanden gewesen. Dies sei aber von der Beklagten nie thematisiert worden. 

Entscheidend sei ferner, dass die Verfügungsbeschränkung auf der besagten 

Liegenschaft im Rahmen der religiösen Scheidung durch die Beklagte erwirkt 

worden sei und von ihr entsprechend jederzeit aufgehoben werden könnte. Daher 

sei es auch widersprüchlich, zu behaupten, ein Verkauf oder eine Belastung der 

Liegenschaft sei nicht möglich, weil eben diese von ihr selbst erwirkte und auf-

rechterhaltene Verfügungsbeschränkung bestehe. Weiter sei zu berücksichtigen, 

dass der Kläger bereits im April 2019 seine Bereitschaft zur religiösen Scheidung 

gegenüber dem zuständigen Zürcher … bekräftigt habe. Alsdann habe die Be-

klagte die religiöse Scheidung massiv verzögert, sodass diese erst am 20. Januar 

2020 in Zürich habe vollzogen werden können. Nunmehr – nachdem die besagte 

Vermietung und die daraus generierten Einnahmen ans Licht gekommen seien – 

sei denn auch nachvollziehbar, weshalb sich die Beklagte auch nach der religiö-

sen Scheidung noch geweigert habe, die Verfügungsbeschränkung aufzuheben. 

Auch sei offensichtlich, dass die Beklagte die religiöse Scheidung bewusst verzö-

gert habe, um die Luxuswohnung in P._____ heimlich zu vermieten und Einkünfte 

zu generieren. Die Beklagte habe ein verwerfliches, treuwidriges und unent-

schuldbares Verhalten an den Tag gelegt und jede Glaubwürdigkeit verloren. Ins-

besondere ihre Darstellung, wonach sie die Wohnung heimlich vermietet habe, 

weil die Schulden in P._____ sie belastet hätten, sei offensichtlich unglaubwürdig 

und stehe im Widerspruch dazu, dass sie in der Schweiz völlig sorglos Schulden 

generiere und sich daran erfreut habe, dass der Vermieter der von ihr bewohnten 

- 28 - 

Wohnung regelmässig Betreibungen gegen den Kläger für die ausstehenden 

Mietzinse von monatlich Fr. 6'000.– eingeleitet habe. Ausserdem sei darauf hin-

zuweisen, dass P._____-ische Staatsangehörige auch bei Schulden in P._____ 

keiner Einreisesperre unterlägen. Die Gefahr einer Einreisesperre habe somit nie 

gedroht und sei auch nie konkret in Aussicht gestellt worden. Die Beklagte lege 

nur jene Einnahmen offen, welche zu einer Zahlung an das Steueramt oder an die 

Verwaltung geführt hätten und daher vom P._____-ischen Rechtsvertreter des 

Klägers ohnehin erhältlich gemacht worden wären. Alle anderen Mietzinseinnah-

men, welche nicht an Gläubiger in P._____ geflossen seien, seien unter der Hand 

oder über ein Familienmitglied der Beklagten einkassiert worden. Es liege auf der 

Hand und sei aufgrund des gesamten Verhaltens der Beklagten glaubhaft, dass 

sie die Luxuswohnung seit Jahren vermiete, daraus regelmässige Einnahmen ge-

neriere und diese für sich alleine einkassiere bzw. sich damit ihren Lebensunter-

halt finanziere. Die Mietzinseinnahmen von monatlich Fr. 3'500.– seien ihr nicht 

nur rückwirkend ab November 2018, sondern auch für die Zukunft – solange sie 

ihm den Zugang zur Wohnung verweigere und die Wohnungsschlüssel nicht aus-

händige – anzurechnen, zumal die Beklagte nicht dargelegt habe, weshalb die 

Wohnung künftig nicht vermietet werden könne, und für sie auch bisher stets irre-

levant und unerheblich gewesen sei, ob er – der Kläger – mit einer Vermietung 

einverstanden gewesen wäre. Da die Beklage ihn nicht an den Mietzinseinnah-

men habe partizipieren lassen und er über keinen Zugang zur Wohnung verfüge, 

seien die Mietzinseinnahmen vollumfänglich der Beklagten als Einkommen anzu-

rechnen. Nicht zuletzt aus dem Umstand, dass das Q._____ O._____ mit Ent-

scheiden vom 10. Januar 2021 und vom 1. Februar 2021 seine Zuständigkeit zur 

Beurteilung der von der Beklagten anhängig gemachten Klage betreffend Ansprü-

che aus der "S._____" (… Ehevertrag) verneint und die von der Beklagten erwirk-

te Verfügungsbeschränkung aufgehoben habe, werde deutlich, dass die Beklagte 

Unwahrheiten verbreite, welche seitens des Klägers allesamt widerlegt worden 

seien (vgl. zum Ganzen Urk. 32 S. 9-20; Urk. 40 S. 5-12; Urk. 49 S. 3; Urk. 51 

S. 2 f.; Urk. 61). 

 3.2.4  Unbestritten bzw. aktenkundig ist, dass die Parteien je hälftige Mitei-

gentümer einer Ferienwohnung in O._____ sind, welche bereits Gegenstand 

- 29 - 

mehrerer Gerichtsverfahren war: Im Eheschutzverfahren beantragte der Kläger 

insbesondere, die besagte Wohnung sei zu vermieten oder zu verkaufen; die Be-

klagte verlangte die Zuweisung der Wohnung zur Benützung während jeweils 

25 Wochen pro Jahr. Sämtliche Parteianträge zur Ferienwohnung in O._____ 

wurden mit erstinstanzlichem Eheschutzentscheid vom 4. Juli 2018 abgewiesen 

(Urk. 10/47A/59 Dispositiv-Ziffer 12 S. 58; unangefochten geblieben vgl. 

Urk. 10/25 S. 81) – dies mit der Begründung, im Eheschutzverfahren bestehe we-

der ein Anspruch auf Regelung der Benützung einer Ferienwohnung, noch gehöre 

die Anordnung eines Verkaufs oder einer Vermietung in den Katalog der vom Ge-

setz vorgesehenen Eheschutzmassnahmen (vgl. Urk. 10/47A/59 E. II.D.4 S. 25-

28). Im November 2018 stellte alsdann die Beklagte im Rahmen eines von ihr 

beim Q._____ O._____ anhängig gemachten Verfahrens betreffend religiöse 

Scheidung / Ansprüche aus "S._____" (… Ehevertrag) diverse Anträge betreffend 

diese Wohnung; insbesondere ersuchte sie um eine Auflösung der "Wohnge-

meinschaft" der Parteien sowie um Erteilung der Erlaubnis zur Vermietung der-

selben bis zu einem Verkauf und um Erlass weiterer gerichtlicher Verfügungen 

zur Sicherung ihrer Klage (vgl. Urk. 28/14, insb. letztes Blatt). Daraufhin erliess 

das Q._____ O._____ am 29. November 2018 eine einstweilige Verfügung, mit 

welcher jegliche Disposition über die bestehenden Rechte des Klägers an seinem 

Eigentum an der besagten Wohnung verboten wurde (Urk. 28/15). Diese Verfü-

gungsbeschränkung wurde auf Verlangen des Klägers mit Entscheid des Q._____ 

O._____ vom 10. Januar 2021 aufgehoben (Urk. 53). Das dagegen erhobene 

Rechtsmittel der Beklagten (vgl. Urk. 57; Urk. 59/12) blieb erfolglos (vgl. Urk. 62).  

 Im Weiteren steht fest, dass die Beklagte die Ferienwohnung während be-

stehender Verfügungsbeschränkung zweimal für wenige Monate – ab August 

2019 und ab September 2020 – vermietete, ohne den Kläger darüber vorgängig 

zu informieren bzw. sein Einverständnis einzuholen. Die Vermietung der Ferien-

wohnung legte die Beklagte erst offen, nachdem der Kläger im September 2020 

entdeckt hatte, dass die Wohnung von fremden Personen bewohnt wurde. Dabei 

ist aber – entgegen der Darstellung des Klägers (vgl. Urk. 40 S. 7) – zu berück-

sichtigen, dass die Beklagte von Anfang an – d.h. bereits mit Eingabe vom 

21. September 2020 (Urk. 26) – auch die frühere, ab August 2019 für wenige Mo-

- 30 - 

nate erfolgte Vermietung zugegeben bzw. offengelegt hat, welche bis dahin un-

entdeckt geblieben war. Dass die Beklagte sogleich mehr zugestand, als der Klä-

ger aufgedeckt hatte, spricht für die Glaubhaftigkeit ihrer Darstellung. Belegt ist 

zudem, dass die Mietzinseinnahmen aus den zwei befristeten Vermietungen (ca. 

Fr. 11'000.– für die erste Vermietung ab August 2019 und ca. Fr. 4'848.– für die 

zweite, vorzeitig per 30. Oktober 2020 beendete Vermietung) direkt an die Steu-

erbehörde bzw. an die Gemeinde O._____-… und an die Liegenschaftsverwal-

tung flossen und entsprechend vollständig zur Tilgung gemeinsamer Schulden 

der Parteien verwendet wurden (vgl. Urk. 28/17; Urk. 28/18 Ziff. 5; Urk. 28/19-20; 

Urk. 36 S. 4 i.V.m. Urk. 38/23). Da die Beklagte im zweiten Mietvertrag vom 

24. August 2020 mit dem Mieter direkte Mietzinszahlungen an die genannten 

Drittgläubiger vereinbart hat (vgl. Urk. 28/18 Ziff. 5), erscheint nicht glaubhaft, 

dass sie – wie der Kläger behauptet – die Mietzinserträge auf hinterlistige Art und 

Weise für eigene Zwecke einnehmen und verheimlichen wollte. Geschweige denn 

wurde nachgewiesen, dass die Beklagte Mietzinseinnahmen für eigene Bedürf-

nisse bzw. zur Deckung ihres Lebensunterhalts verwendet hat. Zudem vermag 

der Kläger mit seinen pauschalen Bestreitungen in Bezug auf die Zahlungsaus-

stände in P._____ (vgl. Urk. 32 S. 12) die diesbezügliche Darstellung der Beklag-

ten nicht zu entkräften, gab er im E-Mail vom 11. April 2019 doch selbst an, seit 

Anfang 2019 keine Rechnungen in P._____ mehr zu bezahlen (vgl. Urk. 38/24). 

Aktenkundig ist ferner, dass der Liegenschaftsverwalter der Ferienwohnung in 

O._____ mehrmals an die Parteien gelangte und eine Bezahlung der ausstehen-

den Schulden verlangte (vgl. Urk. 28/16). Dass der Beklagten im Falle einer Ein-

reise nach P._____ wegen dieser Ausstände Sanktionen drohten, ist durchaus 

denkbar. Zumindest aber ist glaubhaft, dass die Beklagte solches befürchtete, hat 

sie diese Befürchtungen doch bereits im Frühjahr 2019 dem Kläger gegenüber 

geäussert (vgl. Urk. 38/24) und die Mietzinserträge in der Folge auch tatsächlich 

zur Begleichung der gemeinsamen Schulden verwendet. Ob ihr tatsächlich eine 

Ein- oder Ausreisesperre gedroht hätte, kann vorliegend offenbleiben. Massge-

bend ist einzig, dass sie ernsthaft mit entsprechenden Sanktionen rechnete und 

daher alles daran setzte, die Ausstände zu begleichen, um weiterhin ohne Hin-

dernisse nach P._____ reisen und ihre Ursprungsfamilie besuchen zu können. Da 

- 31 - 

ihre Mutter im Sommer 2019 im Sterben lag (vgl. Urk. 36 S. 6), ist denn auch 

nachvollziehbar, dass sie damals unbedingt nach P._____ reisen wollte. Aufgrund 

der geschilderten Umstände erscheint insgesamt glaubhaft, dass die Beklagte die 

beiden befristeten Mietverträge angesichts des bestehenden Zahlungsdrucks in 

einer Verzweiflungssituation abgeschlossen hatte. 

 Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beklagte die Wohnung weitere Male 

vermietet und dabei seit November 2018 regelmässige Mietzinseinnahmen von 

monatlich mindestens Fr. 3'500.– erzielt haben soll, vermochte der Kläger nicht 

darzutun. Auch ist nicht ersichtlich, was er aus seinen Vorbringen zu der von der 

Beklagten erwirkten Verfügungsbeschränkung für seinen Standpunkt gewinnen 

könnte: Gemäss plausibler Darstellung der Beklagten erfolgte die vom Q._____ 

O._____ erlassene einstweilige Verfügungsbeschränkung im Zusammenhang mit 

der religiösen Scheidung und wurde von der Beklagten insbesondere zur Siche-

rung ihrer Ansprüche aus der "S._____" aufrechterhalten (vgl. Urk. 36 S. 3; siehe 

auch Urk. 53, Blatt 2). Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Kläger ins Recht 

gelegten Schreiben des Zürcher T._____ vom 20. August 2020, in welchem Letz-

terer bestätigt, dass die gemeinsame Wohnung in P._____ im Jahr 2018 vom 

Q._____ O._____ als Sanktion gesperrt worden sei, da sich der Kläger damals 

noch geweigert habe, die religiöse Scheidung zu vollziehen (vgl. Urk. 34/8). Dass 

die Beklagte die religiöse Scheidung planmässig verzögert hätte, um – wie vom 

Kläger geltend gemacht – die Ferienwohnung in O._____ heimlich zu vermieten 

und für sich alleine Mietzinserträge einzunehmen, ist nicht glaubhaft. Vielmehr 

steht fest, dass der Kläger sich zunächst – d.h. wohl bis im Frühjahr 2019 (vgl. 

Urk. 34/6) – gegen eine religiöse Scheidung stellte und dass die Beklagte diese in 

P._____ vollziehen wollte, wobei der Kläger bis zuletzt die Zuständigkeit des 

Q._____ O._____ in Frage stellte, woraufhin die Beklagte im Juni 2019 ihr Ein-

verständnis dazu gab, die religiöse Scheidung beim T._____ in Zürich zu vollzie-

hen (vgl. Urk. 38/25). Glaubhaft ist auch, dass sich die religiöse Scheidung als-

dann zufolge des im September 2019 erfolgten Versterbens der Mutter der Be-

klagten nochmals verzögerte, sodass die Parteien erst im Januar 2020 den 

nächstmöglichen Termin beim T._____ wahrnehmen konnten (vgl. Urk. 36 S. 5 f. 

i.V.m. Urk. 38/25). 

- 32 - 

 Die angebliche Vermietung der Ferienwohnung seit November 2018 und die 

daraus resultierenden regelmässigen Mietzinseinnahmen von mindestens 

Fr. 3'500.– pro Monat blieben damit blosse Behauptungen, welche sich – entge-

gen der Ansicht des Klägers – nicht aus dem Verhalten der Beklagten ableiten 

lassen. Da weder für effektiv generierte regelmässige monatliche Mietzinsein-

nahmen noch für deren Verwendung zu Gunsten eigener Bedürfnisse der Beklag-

ten ein Nachweis vorliegt, sind der Beklagten für die Vergangenheit keine Miet-

zinserträge als Einkommen anzurechnen. Genauso wenig kommt die hypotheti-

sche Anrechnung regelmässiger monatlicher Mietzinseinnahmen in der vom Klä-

ger geltend gemachten Höhe in Frage: Wie die Beklagte zu Recht vorbringt 

(Urk. 44 S. 2), wäre für eine künftige Vermietung nicht nur ein Mieter, sondern 

auch ein Konsens der Parteien betreffend sämtlicher Mietkonditionen erforderlich. 

Dass diese Voraussetzungen erfüllt und entsprechende Mietzinseinnahmen tat-

sächlich möglich wären, wurde vom Kläger nicht geltend gemacht. Insofern hat es 

damit sein Bewenden. 

 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen der vorsorglichen 

Massnahmen offenbleiben kann, ob die Beklagte dem Kläger den Zugang zur Fe-

rienwohnung zu Unrecht verweigert hat bzw. nach wie vor verweigert. Die Frage, 

ob zufolge entgangener Nutzungsmöglichkeiten betreffend Miteigentum allfällige 

Entschädigungsansprüche bestehen, beschlägt das Güterrecht und wird bei ent-

sprechenden Vorbringen allenfalls im Rahmen des Hauptverfahrens von der 

Vorinstanz zu prüfen sein. 

 4. Gesamteinkommen der Parteien und Kinder 

 Nach dem Gesagten ist bis 30. September 2020 auf Seiten des Klägers mit 

einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 6'550.– und ab 1. Oktober 2020 mit 

einem solchen von Fr. 9'500.– (100% Pensum, hypothetisch) zu rechnen. Die Be-

klagte erzielt bis 30. September 2020 kein Einkommen, ab 1. Oktober 2020 ist ihr 

ein Nettomonatslohn von Fr. 2'125.– (50% Pensum, hypothetisch) und ab 

1. August 2022 ein solcher von Fr. 3'400.– (80% Pensum, hypothetisch) anzu-

rechnen. Die monatlichen Familienzulagen der Kinder sind bis 31. Oktober 2022 

auf insgesamt Fr. 450.– (nämlich Fr. 250.– für D._____ und Fr. 200.– für E._____, 

- 33 - 

vgl. auch Urk. 42/4) zu beziffern und ab 1. November 2022 (Erreichen des 12. Al-

tersjahrs von E._____) auf insgesamt Fr. 500.– (für beide Kinder je Fr. 250.–), 

wobei es sich aufgrund der vernachlässigbaren Differenz aus Praktikabilitätsgrün-

den rechtfertigt, bereits ab 1. August 2022 mit den höheren Familienzulagen zu 

rechnen. Für die Unterhaltsberechnung sind demnach die folgenden Gesamtein-

kommen der Parteien und Kinder massgebend: 

 Fr.   7'000.– ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020; 

 Fr. 12'075.– ab 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022; 

 Fr. 13'400.– ab 1. August 2022 für die weitere Dauer des Scheidungsver-

fahrens. 

 5. Familienrechtlicher Bedarf / Methodik der Unterhaltsberechnung 

 5.1 Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht eindeutig hervor, ob die 
Vorinstanz die Unterhaltsbeiträge nach der einstufig-konkreten Methode oder 

nach der (zweistufigen) Methode der Existenzminimumberechnung mit Über-

schussverteilung berechnete. So ist einerseits von einem Überschuss die Rede 

(auf dessen Verteilung jedoch verzichtet wurde, vgl. Urk. 2 E. II.C.5.2-5.3 S. 36 f.). 

Andererseits finden sich im Bedarf der Beklagten und der Kinder Positionen, wel-

che weder zum Existenzminimum noch zum erweiterten familienrechtlichen Be-

darf gehören (koschere Metzgerei, Hobbys, Ferien), wohingegen sich der Bedarf 

des Klägers lediglich aus Positionen des erweiterten familienrechtlichen Bedarfs 

zusammensetzt (vgl. Urk. 2 E. II.C.2 S. 14 f. und E. II.C.4 S. 32 f.). Überdies wird 

einleitend betreffend den Bedarf der Beklagten und der Kinder auf die Ausführun-

gen im obergerichtlichen Eheschutzentscheid verwiesen (vgl. Urk. 2 E. II.C.2 

S. 14), in welchem allerdings die einstufige Berechnungsmethode zur Anwendung 

kam (vgl. Urk. 10/25 E. III.4.3.4 ff. S. 47 ff.). Bereits zufolge dieser Vermischung 

der verschiedenen Methoden drängen sich hinsichtlich der vorinstanzlichen Be-

darfs- und Unterhaltsberechnung diverse Korrekturen auf, welche unabhängig von 

den Parteianträgen und -vorbringen vorzunehmen sind (vgl. dazu oben E. II.1.3). 

- 34 - 

 5.2 Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass das Bundesgericht seine bis-

herige Praxis betreffend Methodenpluralismus mit zur Publikation bestimmten Ur-

teilen 5A_311/2019 vom 11. November 2020, 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 

und 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 geändert hat, indem es nunmehr für alle 

Unterhaltsarten die zweistufige Methode mit Überschussverteilung als schweiz-

weit einheitliche Berechnungsmethode verbindlich vorschreibt und dabei hinsicht-

lich des konkreten Vorgehens folgende Grundsätze statuiert: 

 Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung stehen-

den finanziellen Mittel festgestellt, wobei von effektiven oder hypothetischen Ein-

kommen ausgegangen werden kann (so auch vorliegend, vgl. oben Ziff. 2 und 

Ziff. 3). Zum anderen wird der Bedarf der von der Unterhaltsberechnung betroffe-

nen Personen ermittelt (sog. gebührender Unterhalt); dieser ist keine feste Grös-

se, sondern er ergibt sich aus den konkreten Bedürfnissen und den verfügbaren 

Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen Ressourcen auf die beteiligten Fa-

milienmitglieder dahingehend verteilt, dass in einer bestimmten Reihenfolge das 

betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog. familienrechtliche 

Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und alsdann ein verbleibender Über-

schuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt wird (BGer 

5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7). 

 Bei der Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebührenden Unterhalts 
bilden die "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der 

Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums" (fort-

an Richtlinien) – und damit nicht mehr das bis anhin im Kanton Zürich angewand-

te Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zü-

rich betreffend Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums vom 16. September 2009 (fortan Kreisschreiben) – den Aus-

gangspunkt, wobei in Abweichung davon für jedes Kind ein (bei den Wohnkosten 

des Obhutsinhabers abzuziehender) Wohnkostenanteil einzusetzen ist und im 

Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen sind. Diese beiden 

Positionen sowie die in den Richtlinien genannten Zuschläge (relevant für das 

Kind: Krankenkassenprämien, Schulkosten, besondere Gesundheitskosten) sind 

- 35 - 

zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Bei knappen Verhältnissen muss es für den 

Barunterhalt dabei sein Bewenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsun-

terhalt ist auf der Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des be-

treuenden Elternteils zu bestimmen. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist 

jedoch der gebührende Unterhalt zwingend auf das sog. familienrechtliche Exis-

tenzminimum zu erweitern, auf welches diesfalls Anspruch besteht (für den Bar-

unterhalt vgl. Urteil 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.2.3; für den Betreuungs-

unterhalt vgl. BGE 144 III 377 E. 7.1.4). Bei den Elternteilen gehören hierzu typi-

scherweise die Steuern, ferner die Kommunikations- und Versicherungspauscha-

le, unumgängliche Weiterbildungskosten, den finanziellen Verhältnissen entspre-

chende statt am betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientierte Wohnkos-

ten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts und allenfalls angemessene Schul-

dentilgung; bei gehobeneren Verhältnissen können namentlich auch über die ob-

ligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien im Bedarf 

berücksichtigt werden. Beim Barbedarf der Kinder gehören zum familienrechtli-

chen Existenzminimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteiles, ein 

den konkreten finanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil und 

gegebenenfalls über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Kran-

kenkassenprämien. Ein unzulässiger Mix mit der einstufig-konkreten Methode 

liegt insbesondere dann vor, wenn Zusatzpositionen wie Reisen resp. Ferien, 

Hobbys, u.ä.m. berücksichtigt werden; ein solcher Lebensbedarf ist vielmehr aus 

dem Überschussanteil zu finanzieren. Im Übrigen ist auch allen anderen Beson-

derheiten des Einzelfalls erst bei der Verteilung des Überschusses Rechnung zu 

tragen. Soweit nach allseitiger Deckung des familienrechtlichen Existenzmini-

mums Ressourcen verbleiben (sog. Überschuss), kann der Barbedarf der Kinder 

bzw. der hierfür zu verwendende Unterhaltsbeitrag durch Zuweisung eines Über-

schussanteils weiter erhöht werden. Der Betreuungsunterhalt bleibt hingegen 

auch bei überdurchschnittlichen Verhältnissen auf das familienrechtliche Exis-

tenzminimum beschränkt (BGE 144 III 377 E. 7.1.4), da damit die persönliche Be-

treuung sichergestellt und nicht die Teilhabe an einem überdurchschnittlichen Le-

bensstandard des Leistungspflichtigen ermöglicht werden soll. Der gebührende 

Unterhalt des Kindes hat mithin in Bezug auf den Barbedarf und den Betreuungs-

- 36 - 

unterhalt nicht die gleiche Obergrenze (vgl. zum Ganzen BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 7.2). 

 Mithin ist bei der zweistufigen Methode wie folgt vorzugehen (dahingehend 
bereits BGer 5A_273/2018 vom 25. März 2019 E. 6.3.2.1): Vorab ist dem Unter-

haltsverpflichteten stets das eigene betreibungsrechtliche Existenzminimum 
zu belassen. Aus den weiteren Mitteln ist – jeweils berechnet auf der Basis des 

betreibungsrechtlichen Existenzminimums – der Barunterhalt der minderjährigen 

Kinder, im Anschluss daran der Betreuungsunterhalt und sodann allfälliger (nach-

)ehelicher Unterhalt zu decken. Erst wenn das betreibungsrechtliche Existenzmi-

nimum aller Berechtigten gedeckt ist, kann es darum gehen, verbleibende Res-

sourcen in eine erweiterte Bedarfsrechnung aufzunehmen und auf das – ent-
sprechend dem dynamischen Begriff des gebührenden Unterhalts je nach finanzi-

ellen Verhältnissen enger oder weiter bemessene – familienrechtliche Existenz-

minimum aufzustocken, wobei die verschiedenen Unterhaltskategorien in der 

Reihenfolge Barunterhalt, Betreuungsunterhalt, ehelicher Unterhalt (vgl. dazu 

Art. 276a Abs. 1 ZGB sowie BGE 144 III 481 E. 4.3) aufzufüllen sind und etap-

penweise vorzugehen ist, indem z.B. in einem ersten Schritt allseits die Steuern 

berücksichtigt werden und dann auf beiden Seiten eine Kommunikations- und 

Versicherungspauschale eingesetzt wird etc. Ein danach resultierender Über-
schuss ist ermessensweise auf die daran Berechtigten zu verteilen. Grundsätz-
lich wird dabei eine Verteilung nach "grossen und kleinen Köpfen" (gemeint: El-

tern und minderjährige Kinder) vorgenommen, wobei von dieser Regel aus man-

nigfaltigen Gründen abgewichen werden kann (BGer 5A_311/2019 vom 

11. November 2020, E. 7.3 mit weiteren Hinweisen und Verweisen). 

 6. Bedarf der Parteien und der Kinder 

 6.1 Die vorinstanzliche Bedarfs- bzw. Unterhaltsberechnung hält diesen 

Grundsätzen nicht stand. In Anwendung der neuen Rechtsprechung sind daher 

für die Parteien und die Kinder neue Bedarfsberechnungen vorzunehmen, wobei 

jeweils das Existenzminimum und der – um bestimmte Positionen erweiterte – 

familienrechtliche Bedarf separat aufzuschlüsseln ist. Unter Berücksichtigung der 

einkommensseitigen Veränderungen und da sich bedarfsseitig keine weiteren Ab-

- 37 - 

stufungen aufdrängen, rechtfertigt es sich, der Unterhaltsberechnung in zeitlicher 

Hinsicht die folgenden drei Phasen zu Grunde zu legen: 

 - Phase 1: ab 1. Dezember 2018 bis 30. September 2020; 

 - Phase 2: ab 1. Oktober 2020 bis 31. Juli 2022; 

 - Phase 3: ab 1. August 2022 für die weitere Dauer des Scheidungsver-

fahrens. 

 6.2 Der Bedarf des Klägers setzt sich wie folgt zusammen (sämtliche Be-
träge in Fr. pro Monat): 

  Phase 1 Phase 2 Phase 3 

6.2.1 Existenzminimum    

a) Grundbetrag 850.00 850.00 850.00 

b) Wohnkosten 750.00 750.00 750.00 

c) Krankenkasse (KVG) 430.00 430.00 430.00 

Total 6.2.1 2'030.00 2'030.00 2'030.00 

    

6.2.2 Erweiterungen    

d) Krankenkasse (VVG)  335.00 335.00 

e) Kommunikation  75.00 75.00 

f) Versicherungen  50.00 50.00 

g) Mobilität  185.00 185.00 

h) Gesundheitskosten  0.00 0.00 

i) Steuern  230.00 305.00 

Total 6.2.2  875.00 950.00 

    

6.2.3 Massgebender Bedarf 2'030.00 2'905.00 2'980.00 

 6.2.1  Positionen des Existenzminimums 

 a) Die Vorinstanz setzte beim Kläger den hälftigen Ehegatten-

Grundbetrag von Fr. 850.– ein und verwies dabei auf das Kreisschreiben sowie 

auf den Umstand, dass der Kläger seit geraumer Zeit mit seiner Partnerin zu-

sammenlebe (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32). Dies blieb im Berufungsverfahren unbean-

standet. Da die Richtlinien hinsichtlich der Grundbeträge dieselben Grundsätze 

- 38 - 

vorsehen wie das Kreisschreiben, bleibt es vorliegend in allen drei Phasen bei ei-

nem Grundbetrag von Fr. 850.– pro Monat. 

 Soweit der Kläger berufungsweise vorbringt, aufgrund seines ausgedehnten 

Betreuungsumfangs wäre ein Drittel des Grundbetrags der Kinder zu seinem ei-

genen Bedarf hinzuzurechnen (vgl. Urk. 1 S. 13 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. 

Gemäss eheschutzrichterlichen Anordnungen stehen die Kinder nämlich unter der 

alleinigen Obhut der Beklagten, wobei dem Kläger ein ausgedehntes Besuchs-

recht (Betreuung jedes zweite Wochenende und an einem Abend pro Woche 

samt Übernachtung sowie während fünf Wochen Ferien pro Jahr) zusteht 

(Urk. 10/25 S. 81 i.V.m. Urk. 10/47A/59 S. 56). Damit leistet die Beklagte ihren 

Unterhaltsbeitrag bereits vollständig in natura (durch Pflege und Erziehung, sog. 

Naturalunterhalt), sodass der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwer-

tigkeit von Geld- und Naturalunterhalt vollständig dem weit leistungsfähigeren 

Kläger anheimfällt (vgl. BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 5.4). 

Gründe, welche ein Abweichen von diesem Grundsatz rechtfertigen würden, sind 

vorliegend nicht ersichtlich. Insofern ist auch kein Anteil des Grundbetrags der 

Kinder im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen. 

 b) Auch hinsichtlich der Wohnkosten berücksichtigte die Vorinstanz, dass 

der Kläger mit seiner Partnerin in einer kostensenkenden Lebensgemeinschaft 

lebt und rechnete ihm daher die Hälfte des unbestrittenen Gesamtbetrages von 

Fr. 1'500.– (inkl. Nebenkosten) an (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). Dieses Vorgehen 

blieb im Berufungsverfahren zu Recht unbeanstandet. Entsprechend ist in allen 

drei Phasen von Wohnkosten von monatlich Fr. 750.– (inkl. Nebenkosten) auszu-

gehen. 

 c) Als Auslagen für die Krankenkasse (KVG und VVG) rechnete die 

Vorinstanz mit dem anerkannten Betrag von Fr. 765.– (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). 

Im Existenzminimum sind allerdings gemäss obzitierter Rechtsprechung nur die 

Prämien der obligatorischen Grundversicherung zu berücksichtigen (so auch S. 2 

der Richtlinien mit Verweis auf BGE 134 III 323 ff.). Diese belaufen sich unbestrit-

tenermassen auf Fr. 430.– pro Monat (vgl. Urk. 10/1 S. 88; Urk. 10/44 S. 15). Im 

- 39 - 

Rahmen des Existenzminimums ist daher in allen drei Phasen mit diesem Betrag 

zu rechnen. 

 6.2.2  Positionen des (erweiterten) familienrechtlichen Bedarfs 

 d) Im familienrechtlichen Existenzminimum können demgegenüber auch 

die über die obligatorischen Grundversicherung hinausgehenden Krankenkas-

senprämien berücksichtigt werden (vgl. oben Ziff. 5.2). Die entsprechende Erwei-

terung um Fr. 335.– pro Monat (für VVG, vgl. vorstehend Bst. c) ist daher – soweit 

es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7) – im 

Bedarf des Klägers zu berücksichtigen. 

 e) Für Kommunikation (inkl. Serafe) ging die Vorinstanz vom geltend ge-

machten Betrag von Fr. 150.– aus und rechnete dem Kläger zufolge Kostenbetei-

ligung der Lebenspartnerin die Hälfte davon, entsprechend Fr. 75.–, an (Urk. 2 

E. II.C.4 S. 32 f.). Dies blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet. Daher ist die-

ser monatliche Betrag – soweit es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Pha-

sen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7) – im familienrechtlichen Bedarf zu berücksichtigen. 

 f) Die Vorinstanz berücksichtigte auf Seiten des Klägers – anders als auf 

Seiten der Beklagten (vgl. dazu unten Ziff. 6.3.2 Bst. f) – keine Kosten für Haus-

rat-/Haftpflichtversicherungen (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.), obwohl die Beklagte dem 

Kläger solche im Umfang von Fr. 50.– zugestanden hatte (vgl. Urk. 10/44 S. 14). 

Zufolge dieser Anerkennung wie auch aus Gleichbehandlungsüberlegungen ist 

der Pauschalbetrag von Fr. 50.– dem Kläger als Erweiterung aufzurechnen, so-

bald es die finanziellen Verhältnisse zulassen (Phasen 2 und 3, vgl. unten Ziff. 7).  

 g) Für Mobilität setzte die Vorinstanz den vom Kläger geltend gemachten 

Betrag von Fr. 65.– (monatliche Kosten des ZVV-Jahresabonnements für die 

Stadt Zürich) ein, wobei sie zur Begründung einzig anführte, der Betrag sei dem 

Kläger ohne Weiteres zuzubilligen (Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). Auch im Rahmen der 

Berechnung des familienrechtlichen Existenzminimums werden lediglich unum-

gängliche Berufsauslagen berücksichtigt (vgl. oben Ziff. 5.2), wozu namentlich die 

effektiven Ausgaben öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zum Arbeitsplatz ge-

- 40 - 

hören (Richtlinien, S. 2). Dass dem Kläger solche Kosten effektiv anfallen, wurde 

nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 10/1 S. 90, wo der Kläger selbst angibt, dass er 

aus beruflichen Gründen nicht auf ein Auto angewiesen sei). Da dem Kläger je-

doch ab Oktober 2020 ein hypothetisches Einkommen für eine Tätigkeit im An-

stellungsverhältnis angerechnet wird, rechtfertigt es sich, sein Existenzminimum 

ab der Phase 2 auch um (hypothetische) Berufsauslagen zu erweitern. Unter Be-

rücksichtigung des Umstandes, dass der Arbeitsort nicht feststeht, der Kläger bei 

der Stellenwahl in örtlicher Hinsicht wohl aber flexibel sein muss, erscheint ein 

monatlicher Betrag von rund Fr. 185.– (Kosten für ein ZVV-Jahresabonnement für 

alle Zonen im Kanton Zürich) angemessen.  

 h) Da der Kläger keine besonderen Gesundheitskosten geltend gemacht 

hat, sind ihm auch keine entsprechenden Auslagen anzurechnen (vgl. Richtlinien 

S. 3; so wohl bereits die Vorinstanz, vgl. Urk. 2 E. II.C.4 S. 32 f.). 

 i) Im familienrechtlichen Existenzminimum – d.h. vorliegend in den Pha-

sen 2 und 3 (vgl. unten Ziff. 7) – sind auch Steuern einzurechnen (vgl. oben 

Ziff. 5.2). Die Steuerbelastung auf Seiten des Klägers ist unter Zuhilfenahme des 

kantonalen Steuerrechners annährend zu berechnen: 

 In der Phase 2 beläuft sich das steuerbare Einkommen des Klägers ausge-

hend vom Nettojahreseinkommen von Fr. 114'000.– sowie unter Berücksichtigung 

von geschätzten Steuerabzügen von gesamthaft jährlich Fr. 83'400.– für die 

Staats- und Gemeindesteuern (ca. Fr. 74'200.– mutmassliche Unterhaltsbeiträge, 

geschätzter Mittelwert; Fr. 4'000.– Berufsauslagen, geschätzt; Fr. 5'200.– Versi-

cherungsprämien, Maximalbetrag) bzw. von gesamthaft jährlich Fr. 79'900.– für 

die direkte Bundessteuer (ca. Fr. 74'200.– mutmassliche Unterhaltsbeiträge, ge-

schätzter Mittelwert; Fr. 4'000.– Berufsauslagen, geschätzt; Fr.1'700.– Versiche-

rungsprämien, Maximalbetrag) auf Fr. 30'600.– für die Staats- und Gemeinde-

steuern bzw. auf Fr. 34'100.– für die direkte Bundessteuer. Als steuerbares Ver-

mögen ist sodann gestützt auf die im Recht liegende Steuererklärung 2018 ein 

Betrag von Fr. 600'000.– einzusetzen (vgl. Urk. 10/43/6). Setzt man diese Be-

rechnungsgrundlagen in den kantonalen Steuerrechner ein, so resultiert unter 

Anwendung des Grundtarifs eine monatliche Steuerbelastung für Staats-, Ge-

- 41 - 

meinde- und Bundessteuern von rund Fr. 230.– pro Monat. Dieser Betrag ist da-

her in der Phase 2 im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen. 

 Für die Phase 3 ist die Steuerberechnung grundsätzlich anhand derselben 

Berechnungsgrundlagen vorzunehmen; anzupassen ist einzig der Abzug der ge-

schätzten Unterhaltsbeiträge, zumal diese zufolge der höheren beklagtischen Ei-

genversorgungskapazität etwas tiefer ausfallen dürften und mutmasslich auf ca. 

Fr. 69'200.– pro Jahr (geschätzter Mittelwert) zu liegen kommen. Entsprechend 

beläuft sich das steuerbare Einkommen des Klägers in der Phase 3 auf 

Fr. 35'600.– für die Staats- und Gemeindesteuern und auf Fr. 39'100.– für die di-

rekte Bundessteuer. Unter Zuhilfenahme des kantonalen Steuerrechners resultiert 

für die Phase 3 – wiederum unter Anwendung des Grundtarifs – eine monatliche 

Steuerbelastung für Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern von rund Fr. 305.–. 

 6.2.3  Massgebender Bedarf in den einzelnen Phasen 

 Da die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel in der Phase 1 nicht aus-

reichen, um das Existenzminium der Familie vollumfänglich zu decken (vgl. unten 

Ziff. 7.2), ist in dieser Phase nur der enge Notbedarf (Existenzminimum) zu be-

rücksichtigen. Dieser beläuft sich beim Kläger auf insgesamt Fr. 2'030.– pro Mo-

nat. Ab der Phase 2 übersteigen demgegenüber die vorhandenen Mittel das be-

treibungs- wie auch das familienrechtliche Existenzminimum; es resultiert jeweils 

ein Überschuss (vgl. unten Ziff. 7.3 f.). Daher sind in den Phasen 2 und 3 sämtli-

che Erweiterungen zu berücksichtigen, sodass der monatliche Gesamtbedarf des 

Klägers in der Phase 2 auf Fr. 2'905.– und in der Phase 3 auf Fr. 2'980.– zu lie-

gen kommt. 

- 42 - 

 6.3 Der Bedarf der Beklagten setzt sich wie folgt zusammen (sämtliche 
Beträge in Fr. pro Monat): 

  Phase 1 Phase 2 Phase 3 
6.3.1 Existenzminimum    
a) Grundbetrag 1'350.00 1'350.00 1'350.00 

b) Wohnkostenanteil 3'000.00 1'500.00 1'500.00 

c) Krankenkasse KVG 460.00 460.00 460.00 

Total 6.3.1 4'810.00 3'310.00 3'310.00 

    

6.3.2 Erweiterungen    
d) Krankenkasse VVG  395.00 395.00 

e) Kommunikation  150.00 150.00 

f) Versicherungen  50.00 50.00 

g) Mobilität  185.00 185.00 

h) Gesundheitskosten  0.00 0.00 

i) Steueranteil  340.00 420.00 

Total 6.3.2  1'120.00 1'200.00 

    

6.3.3 Massgebender Bedarf 4'810.00 4'430.00 4'510.00 

 6.3.1  Positionen des Existenzminimums 

 a) Die Vorinstanz setzte bei der Beklagten unter Verweis auf das Kreis-

schreiben den Grundbetrag für Alleinerziehende von Fr. 1'350.– ein (Urk. 2 

E. II.C.2 S. 14 f.), was im Berufungsverfahren zu Recht unbeanstandet blieb und 

auch gemäss Richtlinien gilt. Da die Kosten für Nahrung wie auch jene für Elektri-

zität im Grundbetrag enthalten sind (vgl. Richtlinien, S. 1), sind die von der Be-

klagten geltend gemachten monatlichen Auslagen von Fr. 262.– für koschere 

Metzgerei und von Fr. 133.40 für Elektrizität – entgegen der Ansicht der Vo-

rinstanz (vgl. Urk. 2 E. II.C.2 S. 17) – weder gesondert im Existenzminimum noch 

im familienrechtlichen Bedarf aufzurechnen. Der Vollständigkeit halber ist an die-

ser Stelle erneut darauf hinzuweisen, dass der vorinstanzliche Verweis auf den 

obergerichtlichen Eheschutzentscheid vom 4. Juli 2018 fehl geht, zumal dort die 

einstufige Berechnungsmethode zur Anwendung kam. 

- 43 - 

 b) Hinsichtlich der Wohnkosten erwog die Vorinstanz, der monatliche 

Mietzins der von der Beklagten und den Kindern bewohnten ehemals ehelichen 

Wohnung in der Höhe von Fr. 6'000.– sei ausgewiesen und im Grundsatz unbe-

stritten. Aufgrund der reduzierten Einkommen der Parteien sei dieser Mietzins je-

doch in Zukunft nicht mehr tragbar. Da die Parteien seit Oktober 2016 getrennt 

seien und der Auszug aus der ehelichen Wohnung bereits seit Beginn des Ehe-

schutzverfahrens ein Thema sei, könne die Beklagte nicht weiterhin darauf ver-

trauen, in der ehelichen Wohnung verbleiben zu dürfen. Dass sich die Parteien 

die teure Mietwohnung künftig nicht mehr leisten könnten, sei auch vom Oberge-

richt im zweitinstanzlichen Eheschutzentscheid festgehalten worden. Daher sei 

der Beklagten unter Ansetzung einer angemessenen Übergangsfrist ein reduzier-

ter Mietzins anzurechnen. Unter Berücksichtigung der im Mietvertrag vorgesehe-

nen dreimonatigen Kündigungsfrist und der Kündigungstermine per Ende März, 

Juni und September sei der Beklagten bis Ende September 2020 Zeit zu geben, 

um eine neue und günstigere Wohnung zu suchen. Aufgrund des hohen Lebens-

standards der Parteien während ihres Zusammenlebens und da der Beklagten 

angesichts der Haushaltsgrösse (eine erwachsene Person und zwei Kinder im Al-

ter von 9 und 14 Jahren) eine 4 ½-Zimmerwohnung zuzugestehen sei, erscheine 

ein hypothetischer Mietzins von Fr. 4'000.– pro Monat angemessen. Insgesamt 

seien damit bis 30. September 2020 die effektiven Mietkosten von monatlich 

Fr. 6'000.– zu berücksichtigen und ab 1. Oktober 2020 ein hypothetischer Betrag 

von monatlich Fr. 4'000.–. Praxisgemäss seien diese Wohnkosten zur Hälfte im 

Bedarf der Beklagten und zu je einem Viertel im Barbedarf der Kinder anzurech-

nen. Der Mietzinsanteil der Beklagten betrage damit bis 30. September 2020 

Fr. 3'000.– und ab 1. Oktober 2020 Fr. 2'000.– pro Monat (Urk. 2 E. II.C.2 S. 16). 

 Die Anrechnung der effektiven Wohnkosten bis 30. September 2020 (Pha-

se 1) blieb im Berufungsverfahren unbeanstandet. Auch wenn diese Kosten die in 

der Phase 1 zur Verfügung stehenden Mittel der Parteien bei Weitem übersteigen, 

kommt auch im Rahmen der Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-

nimums die sofortige Berücksichtigung eines tieferen – auf ein ortsübliches Nor-

malmass herabgesetzten – Mietzinses nicht in Frage (vgl. Richtlinien, S. 1). Inso-

- 44 - 

fern ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz bis zur nächsten Kündigungs-

möglichkeit die hohen Wohnkosten angerechnet hat. 

 Hinsichtlich der ab 1. Oktober 2020 hypothetisch angerechneten Mietkosten 

macht der Kläger berufungsweise geltend, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

die Vorinstanz dabei von Fr. 4'000.– pro Monat ausgehe. Im selben Stadtkreis 

liessen sich 4- bis 4½-Zimmerwohnungen für einen monatlichen Mietzins von 

Fr. 2'500.– bis Fr. 3'000.– finden, wobei sich das Angebot rund um die offiziellen 

Umzugstermine sicherlich erhöhen werde. Es sei daher von Wohnkosten von 

Fr. 3'000.– pro Monat auszugehen, d.h. einem monatlichen Wohnkostenanteil von 

Fr. 1'500.– auf Seiten der Beklagten und einem solchen von je Fr. 750.– auf Sei-

ten der Kinder (Urk. 1 S. 4). 

 Da die vorhandenen Mittel ab Oktober 2020 – d.h. in den Phasen 2 und 3 – 

das betreibungs- wie auch das familienrechtliche Existenzminimum übersteigen, 

sind ab diesem Zeitpunkt nicht bloss ortsübliche, sondern den finanziellen Ver-

hältnissen angemessene Wohnkosten anzurechnen (vgl. oben Ziff. 5.2). Wie der 

Kläger zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 16 S. 3), gehen die Vorinstanz und die Be-

klagte (vgl. Urk. 12 S. 2 f.) aber fehl in der Annahme, bei der Bemessung dieser 

Wohnkosten sei auf den ehelichen Standard während des Zusammenlebens ab-

zustellen. Den Parteien stehen ab Oktober 2020 nämlich nicht mehr dieselben fi-

nanziellen Mittel zur Verfügung wie während ungetrennter Ehe. Entsprechend 

kann die Beklagte auch nicht davon ausgehen, dass sie Anspruch auf Beibehal-

tung des früheren Wohnstandards hat. Vielmehr sind die anrechenbaren Mietkos-

ten unter Berücksichtigung der (hypothetischen) Einkommenszahlen zu bemes-

sen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach einem allgemeingültigen Grundsatz 

die Mietkosten einen Drittel der verfügbaren Mittel nicht übersteigen sollten. Vor-

liegend verfügen die Parteien in der Phase 2 über ein monatliches Gesamtein-

kommen von Fr. 11'625.– und in der Phase 3 über ein solches Fr. 12'900.– (vgl. 

oben Ziff. 4; jeweils unter Ausklammerung der Familienzulagen, welche aus-

schliesslich zur Finanzierung des Barbedarfs der Kinder zu verwenden sind). 

Ausgehend von der besagten Drittels-Regel sollten die gesamten Wohnkosten 

der Parteien monatlich nicht mehr als Fr. 3'800.– (Phase 2) bzw. Fr. 4'300.– 

- 45 - 

(Phase 3) betragen. Nach Abzug der auf Seiten des Klägers anfallenden Wohn-

kosten von monatlich Fr. 750.– (vgl. oben Ziff. 6.2) verbleiben zur Finanzierung 

der Wohnkosten der Beklagten