# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6057d465-63f6-59c2-9a27-8c56d4b83983
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2009 D-5501/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5501-2006_2009-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5501/2006/wif
 {T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Fulvio Haefeli, Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...), Türkei,
vertreten durch Peter Frei, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. Mai 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5501/2006

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin – eine Angehörige kurdischer Ethnie aus der 
Region  Z._______/Provinz  Y._______  –  verliess  die  Türkei  eigenen 
Angaben  zufolge  im  Dezember  2005  und  begab  sich  über 
Griechenland,  Italien  und  wahrscheinlich  Österreich  nach 
Deutschland,  wo  sie  sich  fünfzehn Tage lang aufgehalten  habe. Am 
4. Januar 2006 gelangte sie in  die Schweiz,  wo sie gleichentags ein 
Asylgesuch stellte. Durch das BFM wurde sie am 9. Januar 2006 im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  X._______ summarisch  befragt 
und am 2. Februar 2006 einlässlich zu ihren Asylgründen angehört.

Zur Begründung ihres Asylgesuches führte sie im Wesentlichen aus, 
sie sei im Jahre 1990 im Alter von dreizehn Jahren ihren Brüdern zu 
der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in die Berge gefolgt. Dort sei sie 
in erster Linie logistisch tätig gewesen. Ihre Brüder seien 1990 bezie-
hungsweise 1992 in  den Bergen getötet  worden,  weshalb sie selber 
von der PKK nicht als Kämpferin eingeteilt worden sei. Im Jahre 1994 
sei sie in den Irak gegangen. Zwischen 1996 und 1997 sei sie in Syri-
en zur Gruppenkommandantin ausgebildet worden und danach in den 
Irak zurückgekehrt,  um Frauen auszubilden. Im Jahre 1997 habe sie 
bei der Pressearbeit ihren Mann kennengelernt, mit welchem sie 2004 
religiös getraut worden sei. 1998 sei sie in die Türkei gegangen und 
1999  wieder  in  den  Irak  zurückgekehrt,  wo  sie  beim  in  W._______ 
stationierten Radio B._______ als  Ansagerin  und Übersetzerin  (Tür-
kisch-Kurdisch) gearbeitet habe. Im Jahre 2004 habe sie die PKK ver-
lassen. Ihre Familie habe sie zurück in die Türkei geholt  mit  der Ab-
sicht, sie nach Europa zu schleusen. Sie habe sich ein Jahr lang bei 
ihrer Mutter in V._______ verstecken müssen, um auf ihre Ausreise zu 
warten. Erst  dann  sei  die  Reise  zu  ihrem in  der  Schweiz  lebenden 
Ehemann, den sie aus ihrer Zeit  bei der PKK im Irak kenne und mit 
dem sie dort  nach Brauch die Ehe eingegangen sei, möglich gewor-
den.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin zwei Fa-
milienregisterauszüge aus dem Jahre 2000 beziehungsweise 2005 ein 
sowie vier Fotografien, welche sie als PKK-Mitglied zeigten.

B.
Aus den Akten geht hervor, dass das BFM die zuständige Behörde der 

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Bundesrepublik Deutschland am 10. Januar 2006 aufgrund der Anga-
ben zum Reiseweg um eine Rückübernahme der  Beschwerdeführerin 
ersucht hatte (A 8), welche gleichentags abgelehnt wurde (A9).

C.
Die Beschwerdeführerin wurde am 6. Februar 2006 für die Dauer des 
Verfahrens dem Kanton U._______ zugewiesen.

D.
Die zuständige Behörde der Bundesrepublik Deutschland teilte auf An-
frage vom 31. März 2006 mit Schreiben vom 8. Mai 2006 mit, die Be-
schwerdeführerin sei am 16. Dezember 2005 bei ihnen mit gefälschten 
Papieren aufgegriffen und unter den Personalien C._______, geboren 
(...), Kirkuk/Irak  erfasst  worden.  Sie  sei  zur  Stellung  eines 
Asylantrages an die Anlaufstelle in  T._______ weitergeleitet  worden, 
wo sie aber nie angekommen sei. Einer Übernahme könne bei dieser 
Sachlage nicht zugestimmt werden.

E.
Mit Verfügung vom 11. Mai 2006 – eröffnet am 16. Mai 2006 – lehnte 
das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin ab und ordnete de-
ren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

F.
Mit  Eingabe vom 9. Juni 2006 (Poststempel)  erhob die  Beschwerde-
führerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – bei der Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission (ARK)  Beschwerde  und beantragte  die 
Aufhebung der  Verfügung und die  Anerkennung als  Flüchtling  sowie 
die Asylgewährung. Eventualiter sei die Unzulässigkeit und die Unzu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen. In formeller Hin-
sicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht. Gleich-
zeitig  wurde um Einsicht  in  die eingereichten Fotos und die übrigen 
eingereichten Beweismittel (A15) sowie in den Rückschein und in die 
Akten des Ehemannes ersucht.

Zur Stützung ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin vier äl-
tere  Familienfotos  und Ausweiskopien von zwei  Schwestern  und der 
Mutter sowie einen Auszug aus dem Einwohner- und dem Zivilstands-
register zu den Akten.

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G.
Mit  Eingabe  vom  16. Juni 2006  wurde  eine  Fürsorgebestätigung  zu 
den Akten gereicht.

H.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2006 hiess die damals zuständi-
ge Instruktionsrichterin  das Gesuch um Edition der Fotos  (A11)  und 
des Rückscheins gut und lehnte es bezüglich der Akte A15 unter Hin-
weis auf das wesentliche öffentliche Geheimhaltungsinteresse ab, da 
es sich hierbei nicht um ein von der Beschwerdeführerin eingereichtes 
Beweismittel  handle,  sondern um ein Schreiben der Republik  Öster-
reich vom 2. Mai 2006, mit welchem mitgeteilt wurde, es lägen mit Be-
zug auf die Beschwerdeführerin keine identischen Fingerabdrücke vor. 
Der  Beschwerdeführerin  wurde  eine Frist  zur  Beschwerdeergänzung 
und zur  Einreichung der  in  Aussicht  gestellten  Beweismittel  gesetzt. 
Gleichzeitig wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzich-
tet und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abgelehnt, während der Entscheid 
über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verscho-
ben wurde.

I.
Mit Eingabe vom 29. Juni 2006 wurde die Beschwerde ergänzt und mit 
Eingabe vom 21. Juli 2006 wurden weitere Fotografien zur geltend ge-
machten Guerilla-Tätigkeit eingereicht.

J.
Mit Eingabe vom 8. August 2006 wurde eine DVD eingereicht, welche 
die Beschwerdeführerin anlässlich des 4. Kongresses der kurdischen 
freiheitlichen  Frauenpartei  (PJA)  im  Frühjahr  2002  im  W._______ 
Gebirge zeige, bei welchem sie als Dolmetscherin teilgenommen und 
auch Diskussionsbeiträge geliefert habe.

K.
Am 15. August 2006 schloss die Beschwerdeführerin  mit  D._______, 
welchem  in  der  Schweiz  mit  Verfügung  vom  10. August 2005  Asyl 
gewährt worden war und mit dem sie bereits im Irak liiert gewesen sei, 
beim Zivilstandesamt von U._______ die Ehe.

L.
Mit Verfügung vom 6. März 2007 hiess das BFM ein Kantonswechsel-

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gesuch  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  gut  und  bewilligte 
diesem und der Beschwerdeführerin den Aufenthalt für die Dauer des 
Verfahrens im Kanton S._______.

M.
Mit Verfügung vom 7. August 2007 hob das BFM seine Verfügung vom 
11. Mai 2006 zum Teil wiedererwägungsweise auf und anerkannte die 
Beschwerdeführerin  gemäss  Art.  51  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  als  Flüchtling  und  gewährte  Asyl. 
Bezüglich der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG seien 
im  Beschwerdeverfahren  keine  neuen  wesentlichen  Elemente  ange-
führt worden, welche zu einer anderen Einschätzung führen könnten. 
Die im Entscheid vom 11. Mai 2006 festgestellten Unglaubhaftigkeits-
elemente blieben bestehen.

N.
Mit  Schreiben vom 31. August 2007  hielt  die  Beschwerdeführerin  an 
der Beschwerde soweit nicht gegenstandslos fest und nahm zur Verfü-
gung des BFM vom 7. August 2007 Stellung.

O.
Mit Verfügung vom 10. Februar 2009 wurde das Gesuch um Einsicht in 
die Verfahrensakten des Ehemannes bewilligt  und eine Frist  für eine 
allfällige Stellungnahme bis zum 25. Februar 2009 angesetzt.

P.
Mit Schreiben vom 12. Februar 2009 nahm die Beschwerdeführerin zu 
den Asylakten ihres Ehemannes Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vor-
instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet  betref-
fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-

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liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  bei  der  ARK  am  31. Dezember 2006  hängig  gewesenen 
Rechtsmittel  übernommen. Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar 
(vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung. Die  Beschwerdeführerin ist  daher  zur  Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Mit Verfügung vom 7. August 2007 hob das BFM seine Verfügung vom 
11. Mai 2006 zum Teil wiedererwägungsweise auf und anerkannte die 
Beschwerdeführerin gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG derivativ als Flücht-
ling und gewährte ihr Asyl. Die Beschwerde ist demnach gegenstands-
los  geworden,  soweit  sie  sich  auf  die  Feststellung  der  abgeleiteten 
Flüchtlingseigenschaft, die Gewährung des Asyls und die Anordnung 
der Wegweisung sowie deren Vollzug bezog. In Bezug auf die Feststel-
lung der originären Flüchtlingseigenschaft  wurde an der Beschwerde 
festgehalten und diese bildet damit den Prozessgegenstand des weite-
ren Verfahrens (vgl. Art. 58 VwVG).

4.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohn-
te,  wegen ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, 
solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile 
gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 

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Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; 
den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 AsylG).

5.

5.1 Das  BFM  führte  zur  Begründung  seines  Entscheides  vom 
11. Mai 2006 im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Beschwerdefüh-
rerin erfüllten die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 
AsylG nicht. Von einer PKK-Aktivistin sei  zu erwarten, dass sie über 
grundlegende Kenntnisse jener Organisation verfüge, für die sie sich 
unter  erheblichen  Risiken  engagiert  und  exponiert  haben  wolle.  Die 
Beschwerdeführerin wisse zwar zu verschiedenen Fragen einige allge-
meine Angaben zu machen. Angesichts ihrer Position und der langjäh-
rigen Mitgliedschaft sei aber davon auszugehen, dass sie die einzel-
nen Angaben auf die entsprechenden Nachfragen hin hätte konkreti-
sieren und aus ihrem persönlichen Blickwinkel von den einzelnen Er-
eignissen hätte berichten können. Dies sei  vorliegend aber in keiner 
Weise der Fall. Auch zu ihrer Tätigkeit als Ausbildnerin, ebenso wie zu 
ihrer  Funktion  als  Radioansagerin  für  die  Guerilla  im Irak bleibe sie 
durchwegs vage und ausweichend. Auf Fragen nach der für eine derar-
tige  Aufgabe  nötigen Infrastruktur,  den Produktionsbedingungen  und 
zu  ihren  Mitarbeitern  mache  die  Beschwerdeführerin  nur  Aussagen, 
die  in  dieser  pauschalen Form von jeder  beliebigen Person nacher-
zählt werden könnten. Zudem sei es wenig plausibel, dass sich die Be-
schwerdeführerin während rund einem Jahr unbehelligt bei ihrer Mut-
ter  in  V._______ hätte  aufhalten können,  wäre  sie  tatsächlich  durch 
die türkischen Behörden gesucht worden. Die Behauptung, es sei ihr 
nichts passiert, weil die Mutter sie als ihre Nichte ausgegeben habe, 
überzeuge vor dem geltend gemachten Hintergrund nicht. An dieser 
Einschätzung vermöchten auch die eingereichten Fotografien und Fa-
milienregisterauszüge nichts zu ändern. Die Fotografien stammten aus 
der  Kindheit,  respektive  frühen  Jugend  der  Beschwerdeführerin  und 
liessen  keine eindeutigen  Rückschlüsse  auf  den  geltend  gemachten 
Sachverhalt zu. Der Beweiswert der Familienregisterauszüge aus dem 
Jahre 2000 und 2005 sei als gering einzustufen, da es sich um erfah-
rungsgemäss  käuflich  leicht  erhältliche  Dokumente  handle,  bei  wel-
chen eine schlüssige Überprüfung unmöglich sei. Dennoch sei anzu-
merken, dass aus dem Auszug von September 2005 hervorgehe, dass 
weder die Beschwerdeführerin noch sonst jemand aus ihrer Familie ei-

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ner behördlichen Suche ausgesetzt gewesen sei. Gleichzeitig habe die 
Beschwerdeführerin  bis  zum vorliegenden  Datum ihre  Identität  nicht 
zweifelsfrei belegen können.

5.2 Die  Beschwerdeführerin  führte  in  ihrer  Beschwerde  vom 
9. Juni 2006 aus, es sei zu beachten, dass sie aus einer Region stam-
me,  in  der  sich  die  Guerilla  und  die  türkische  Armee immer  wieder 
Kämpfe geliefert  hätten und welche einem hohen Repressionsniveau 
unterliege. Sodann stamme sie aus einer politisch sehr aktiven Familie. 
Ihr  Hintergrund  allein  spreche demnach bereits  für  ein  bestehendes 
Gefährdungspotential. Sodann habe die Vorinstanz in ihren Aussagen 
keine Widersprüche ausmachen können, sondern habe die Unglaub-
haftigkeit  allein  auf  die  mangelnde  Substanz  gestützt.  Die  knappen 
Aussagen über ihre Funktion und die Tätigkeiten für die PKK hingen 
jedoch  mit  der  Lebensweise,  mit  der  Abschottung  und  dem Sicher-
heitsbedürfnis innerhalb der Organisation zusammen, wo sich alle nur 
unter Decknamen gekannt hätten. Ihre Aussagen seien denn auch ko-
härent, logisch und plausibel aber nicht geschwätzig ausgefallen. Sie 
sei  unter  anderem  journalistisch  tätig  gewesen,  habe  aber  nie  ge-
kämpft und Gewalt angewendet. Sie habe viele Schriften von Abdullah 
Öcalan vom Türkischen ins Kurdische übersetzt, wobei ihr Name na-
türlich  nicht  erwähnt  worden  sei,  unter  dem Pseudonym  E._______ 
kurdische Schriften für die Wochenzeitschrift  F._______ redigiert  und 
korrigiert und auch für das PKK-Organ G._______ gearbeitet. Alle ihre 
Aktivitäten  hätten  in  höchster  Klandestinität  in  den  Bergen 
stattgefunden. Von Zeit zu Zeit sei aber im kurdischen Fernsehen über 
sie  berichtet  worden  und  viele  ehemalige  PKK-Angehörige  in  der 
Schweiz könnten ihre Tätigkeiten bestätigen. Sie habe sich bei  ihrer 
Mutter  in  V._______  versteckt,  weil  eine  Rückkehr  nach  Z._______ 
sehr  gefährlich  gewesen  wäre,  da  dort  eine  hohe  Präsenz  der 
Sicherheitskräfte  die  Regel  sei  und ihre  Bekannten  und  Verwandten 
diesen  Informationen  über  ihre  PKK-Tätigkeiten  hätten  weiterleiten 
können. Ausserdem habe sie in V._______ in einem vertrauten Umfeld 
und bei einer Person leben können, auf  die hundert  Prozent Verlass 
gewesen  sei.  Als  allein  lebende  junge  Frau  hätte  sie  im  kulturellen 
Kontext der Osttürkei grosse Schwierigkeiten gehabt und wäre schnell 
aufgefallen und behelligt worden. Zudem hätte sie nicht gewollt, dass 
Aussenstehende ein Risiko wegen ihr eingingen. Da sie in V._______ 
keinerlei Bekannte habe, von der Anonymität der Grossstadt habe pro-
fitieren  können  und  Wohnungen,  in  welchen  ausschliesslich  Frauen 
wohnten,  von  den  Behörden  aus  Rücksichtnahme  auf  die  Tradition 

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nicht  besonders  intensiv  überwacht  würden,  habe  nur  ein  minimes 
Entdeckungsrisiko bestanden. An der Echtheit und Beweiskraft der Fa-
milienregisterauszüge halte sie fest. Daraus gehe hervor, dass sie nie 
eine Identitätskarte beantragt habe, wie das in Kurdistan vor fünfzehn 
Jahren weit  verbreitet gewesen sei und auch heute noch vorkomme. 
Ihre beiden Brüder seien im Familienregisterauszug bis heute als le-
bende Personen vermerkt, weil die Familie aus Angst vor Repressalien 
deren Tod den offiziellen Stellen nicht habe bekannt geben können. Da 
in den letzten Jahren gesuchte PKK-Aktivisten in den Zivilstandsdoku-
menten  nicht  mehr  als  gesucht  registriert  würden,  könne  aus  dem 
zweiten  Familienregisterauszug  nichts  zu  ihrem  Nachteil  abgeleitet 
werden. Auch ihr Ehemann und ihre Brüder seien nicht als gesucht re-
gistriert. Zudem stütze die Tatsache, dass sie die beiden widersprüchli-
chen Dokumente im Wissen darum eingereicht habe, ihre Glaubhaftig-
keit. Neben einem neuen Familienregisterauszug werde sie sobald als 
möglich weitere Fotografien, die zusammen mit ihrer Mutter und ihrem 
Ehemann  bei  der  „Verlobung“  in  R._______  im  Jahre  2004 
aufgenommen  worden  seien,  zu  den  Akten  reichen.  Hinzu  komme, 
dass  das  BFM  ihre  Gefährdung  durch  eine  Anschluss- 
beziehungsweise  Reflexverfolgung  nicht  erwogen  habe.  Mehrere 
Cousins und Cousinen sowie zwei Brüder seien im Kampf gegen die 
türkische  Armee  als  Märtyrer  gefallen.  Dieser  familiäre  Hintergrund 
zeige,  dass  sie  aus  einer  politisch  bekannten  Familie  stamme  und 
deswegen einer Zielgruppe der türkischen Sicherheitskräfte angehöre. 
Zudem werde sie allein schon wegen ihres Familiennamens und ihrer 
Heirat  mit  einem  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannten 
Landsmann  asylrelevanten  Druckversuchen  und  anderen 
Verfolgungsmassnahmen  von  Seiten  der  türkischen  Behörden 
ausgesetzt sein.

5.3 In  seiner  Verfügung vom 7. August 2007  hielt  das  BFM fest,  die 
eingereichten Fotografien, welche die PKK-Aktivitäten belegen sollten, 
seien einerseits zum Teil von sehr schlechter Qualität und andererseits 
viele  Jahre  alt.  Es  sei  zudem nicht  zweifelsfrei  feststellbar,  dass  es 
sich um Fotografien von PKK-Angehörigen handle. So könne es sich 
ebenso  gut  um  Abbildungen  von  Personen  handeln,  welche  einem 
bäuerlich geprägten Landleben nachgingen, wobei die auf den Bildern 
sichtbaren  Waffen  zur  Verteidigung  des  eigenen  Viehs  gegen  wilde 
Tiere dienen könnten. Gewiss würden zudem PKK-Angehörige aus Si-
cherheitsgründen darauf  verzichten,  sich zu fotografieren. Die einge-
reichte  DVD, welche  die  Beschwerdeführerin  an  einer  Versammlung 

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zeige,  habe  das  BFM  nicht  visionieren  können.  Zur  Verhinderung 
schädlicher  Einflüsse  auf  bundeseigene  Computerprogramme  seien 
diese mit starken Sicherheitssystemen geschützt, welche das Abspie-
len der eingereichten fremdländischen DVD offenbar verhindere. Emp-
fohlen würde allenfalls die Einreichung von Videobändern.

5.4 In ihrer Stellungnahme vom 31. August 2007 führte die Beschwer-
deführerin aus, eine gewöhnliche kurdische Frau trage aus kulturellen 
Gründen  nie  eine  Waffe,  auch  nicht  „zur  Verteidigung  des  eigenen 
Viehs gegen wilde Tiere“. Die deutlich erkennbaren Kalaschnikows sei-
en  Waffen  der  illegalen  Organisation,  Bauern  trügen  keine  solchen. 
Die Kleider, welche die Leute trügen, seien Uniformen der Guerilla und 
keine kurdische Tracht. Wieso die PKK aus Sicherheitsgründen keine 
Fotografien  machen  sollte,  sei  nicht  verständlich.  Zahlreiche  andere 
Fotografien, welche auch in den Publikationen der PKK veröffentlicht 
worden seien, zeigten ihre Truppen. Schliesslich zeige auch die Tatsa-
che, dass sie einen gefälschten irakischen Pass zur Ausreise benutzt 
habe, dass sie nicht gefahrlos und frei habe reisen können. Da es an 
der Behörde liege, die anerbotenen Beweismittel abzunehmen, müsse 
die eingereichte DVD visioniert werden. Das Originalvideo könne aus 
technischen Gründen nicht besorgt werden.

5.5 Nach Einsicht in die Verfahrensakten ihres Ehemannes führte die 
Beschwerdeführerin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  12. Februar 2009 
aus, die glaubhaften Fluchtgründe ihres Ehemannes ergäben ein sehr 
frühes Engagement für die PKK, eine daraus folgende jahrelange In-
haftierung, spätere Aktivitäten im Schoss der bewaffneten Guerilla im 
Nordirak  und  eine  dabei  ausgeübte  Propaganda-  und  Ausbildungs-
funktion. Würde er in die Türkei zurückkehren, müsste er bis heute mit 
einer asylrelevanten Verfolgung rechnen,  weshalb auch sie mit  einer 
Reflexverfolgung zu rechnen habe. In erster Linie halte sie aber an ih-
ren Fluchtgründen fest.

6.
Zunächst ist zu prüfen, ob die vorgetragenen Fluchtumstände, die zum 
Entschluss der Ausreise aus dem Heimatstaat geführt haben, gesamt-
haft als glaubhaft gemacht zu erachten sind.

6.1 Vorbringen sind dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, 
in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen 
Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüch-
lich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsa-

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chen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus 
muss  die  asylsuchende  Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, 
was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf 
gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt  (vgl.  Art.  7  Abs. 3 
AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder 
bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswech-
selt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfah-
ren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung be-
deutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes 
Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und 
Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Eine Behauptung 
gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit 
nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl 
nicht  alle  Zweifel  beseitigt  sind. Für die Glaubhaftmachung reicht  es 
demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 
ist,  aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und über-
wiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 
sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, 
überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise ab-
zustellen (vgl. Entscheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 5 E. 3c S. 43 f.; 1996 Nr. 28 E. 3a 
S. 270; 2005 Nr. 21 E. 6.1. S. 190 f.). An den genannten Kriterien ist 
nach wie vor festzuhalten, zumal die Rechtslage diesbezüglich keine 
Änderung erfahren hat.

6.2 Dem  BFM  ist  zwar  zuzustimmen,  dass  die  Antworten  der  Be-
schwerdeführerin teilweise allgemein gehalten sind. Dennoch zeichnen 
sie sich an anderen Stellen durch eine freie und relativ detaillierte Er-
zählweise  aus.  Insbesondere  gibt  die  Beschwerdeführerin  zu  politi-
schen  Themen,  wie  zum  Beispiel  die  Gleichstellung  von  Mann  und 
Frau – für Frauen bei der PKK ein Kernthema – sehr engagierte und 
ausführliche  Antworten  (A10  S. 12f.).  Des  Weiteren  macht  sie  bei-
spielsweise auf konkrete Probleme einer Übersetzerin aufmerksam, in-
dem sie angibt, eine grosse Schwierigkeit sei die sinngemässe Über-
setzung und die Satzbildung (A10 S. 15). Diese Aussage deckt sich in-
sofern mit der Realität, als es unter Übersetzern ein altbekanntes Pro-
blem sein dürfte, dass man die Sätze nicht einfach wortwörtlich über-
setzen  kann,  sondern  in  den  Kontext  der  anderen  Sprache  setzen 
muss, dies gilt insbesondere für politische Texte. Auch zur Tätigkeit als 
Ausbildnerin macht sie durchaus konkrete Angaben und Begriffe wie 

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„situationsbedingte  Ausbildung“  oder  Sätze  wie  „nur  wenn  du  daran 
glaubst, kannst du eine Guerilla sein“ entsprechen durchaus der Aus-
drucksweise einer Ausbildnerin (A10 S.10). Was ihre Tätigkeit als Ra-
dioansagerin betrifft, weist zum Beispiel der Ausdruck „die Frequenzen 
sind breiter gestellt“ (A 10 S. 12) auf gewisse Fachkenntnisse aus die-
sem Bereich hin. Als Detail ist diesbezüglich auch zu werten, dass sie 
angibt,  sie  hätten  die  Informationen  für  die  Radiosendungen  von 
H._______ TV übernommen, oder auch, sie hätten anfänglich noch mit 
Schreibmaschinen  geschrieben  und  dann  auf  PCs  umgestellt  (A10 
S. 11). Dass sie sich nicht mit der ganzen Technik des Radiosendens 
auskennt,  scheint  in  Anbetracht  der  Tatsache,  dass  sie  als  einfache 
Ansagerin gearbeitet habe, durchaus nachvollziehbar. 

6.3 Insbesondere gilt  es aber hervorzuheben, dass die Beschwerde-
führerin zahlreiche Fotos von ihrer Zeit als Guerilla in den Bergen ein-
reichte. Wenn auch der zweite Satz Fotos, den sie auf Beschwerde-
ebene  einreichte,  wie  vom BFM  richtigerweise  festgestellt,  zum Teil 
von schlechter Qualität ist, ist sie doch auf einigen davon und auch auf 
den Fotos aus dem Jahre 1995 deutlich wiederzuerkennen. Auch ist 
klar erkennbar, dass es sich bei den Leuten auf den Fotos um PKK-
Angehörige handelt. Die Argumentation des BFM, es könne sich eben-
so gut um Bauern handeln, die mit der Waffe ihr Vieh verteidigen wol-
len, kann nicht nachvollzogen werden, zumal es sich bei den Waffen 
um Kalaschnikows handeln dürfte, was – wie von der Beschwerdefüh-
rerin richtigerweise festgehalten – ein gewichtiger Hinweis auf Gueril-
la-Tätigkeiten  darstellt.  Auch ist  die  Argumentation  der  Beschwerde-
führerin nachvollziehbar, wenn sie geltend macht,  normale kurdische 
Frauen trügen aus kulturellen Gründen keine Waffe. Zudem ist der Be-
schwerdeführerin zuzustimmen, dass auch auf dem Internet zahlreiche 
Fotos von PKK-Aktivisten kursieren, sodass das Argument des BFM, 
die PKK würde aus Sicherheitsgründen keine Fotos machen, nicht zu 
überzeugen vermag. Gestützt wird diese Sichtweise durch den Famili-
enauszug  aus  dem  Jahre  2000,  in  welchem  vermerkt  ist,  die  Be-
schwerdeführerin würde von der Gendarmerie gesucht.

6.4 Wie das BFM richtigerweise feststellte stammen die Fotos, welche 
im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereicht  wurden,  aus  dem  Jahre 
1995  und  bei  den  Fotos,  welche  auf  Beschwerdeebene  eingereicht 
wurden,  lässt  sich der  Zeitpunkt  nicht  definitiv  bestimmen, immerhin 
scheint die Beschwerdeführerin darauf etwas älter. Aus den Fotos las-
sen  sich  insgesamt  keine  eindeutigen  Rückschlüsse  darauf  ziehen, 

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dass  die  Beschwerdeführerin,  wie  von  ihr  geltend  gemacht,  bis  ins 
Jahr 2004 bei der PKK war. Diesbezüglich stellt  sich die Frage, wes-
halb  die  Beschwerdeführerin  nicht  aktuellere  und  qualitativ  bessere 
Fotos einreichen konnte – wie dies im Übrigen auch ihr heutiger Ehe-
mann getan hatte. Immerhin vermochte die Beschwerdeführerin jedoch 
eine DVD einzureichen,  die entgegen den Vorbringen der Vorinstanz 
problemlos auf einem gängigen DVD-Spieler zu visionieren ist. Darauf 
wird  eine  grössere  Veranstaltung  der  PKK  gezeigt  und  es  ist  auch 
nicht auszuschliessen, dass es sich bei der darauf sprechenden Per-
son um die  Beschwerdeführerin  handelt. Die Übereinstimmung kann 
allerdings nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Schliesslich ist auch 
darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sich in der Schweiz 
mit  einem Mann verheiratet hat,  der erwiesenermassen bei der PKK 
aktiv war und zwar im gleichen Bereich und in der gleichen Region wie 
die Beschwerdeführerin. Dies spricht dafür, dass sich die beiden, wie 
von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, bereits von früher kann-
ten. Dass sich der heutige Ehemann anlässlich seiner Gesuchseinrei-
chung als  ledig bezeichnete,  vermag daran nichts zu ändern,  waren 
sie doch damals nicht offiziell verheiratet und war doch die Beschwer-
deführerin damals noch nicht in Sicherheit.

6.5 Insgesamt  überwiegen  trotz  gewisser  Einwände  und  Zweifel  die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen. 
Insbesondere  der  Umstand,  dass  die  Beschwerdeführerin  kohärent 
und im wesentlichen widerspruchsfrei sowie zum Teil detailliert und mit 
Realkennzeichen versehen über ihre Aktivitäten bei der PKK berichte-
te, die eingereichten Fotos, die sie als PKK-Aktivistin zeigen, und der 
Vermerk im Register, wonach sie gesucht werde, sind im Rahmen ei-
ner Gesamtwürdigung erheblich zu gewichten. 

6.6 Zu einer anderen Beurteilung des Sachverhalts vermag auch der 
Aufenthalt von einem Jahr bei ihrer Mutter in V._______ nicht zu füh-
ren. Die Beschwerdeführerin habe dort versteckt gelebt, was in der An-
onymität  der Grossstadt  nicht  auszuschliessen ist,  zumal  sie  wie so 
viele  junge  Frauen  im  Osten  der  Türkei  kaum  das  Haus  verlassen 
habe. Wie nachfolgend aufzuzeigen ist, musste die Beschwerdeführe-
rin insbesondere im Falle einer Personenkontrolle oder im Falle des öf-
fentlichen Auftretens zum Beispiel beim Anmelden an einem Wohnort 
oder  als  Arbeitnehmerin  mit  einem erhöhten  behördlichen  Interesse 
rechnen. Einer solchen Gefahr vermochte sie jedoch erfolgreich zu be-
gegnen, solange sie im Hause versteckt blieb, weshalb nicht von ei-

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nem Unterbruch  des  Kausalzusammenhanges  ausgegangen  werden 
kann. 

6.7 Vor dem Hintergrund der vorstehenden Erwägungen ist somit da-
von  auszugehen,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  tatsächlich  ab 
1990 aktiv  bei  der  PKK im logistischen und propagandistischen Be-
reich betätigt hatte. Ausserdem ist festzuhalten, dass sie aus einer um-
kämpften Region stammt und sich zahlreiche Mitglieder ihrer Familie 
aktiv politisch betätigt haben. Schliesslich hat sie in der Schweiz einen 
Landsmann geheiratet, den sie noch aus ihrer Zeit bei der PKK kenne 
und der in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden ist. 

7.
Die  Beschwerdeführerin  hat  nicht  ausgeführt,  aufgrund  ihrer  politi-
schen  Tätigkeit  seitens  des  türkischen  Staates  bereits  ernsthafte 
Nachteile erlitten zu haben, vielmehr macht sie geltend, asylrechtlich 
relevante Übergriffe befürchten zu müssen. 

7.1 Nach Lehre und Praxis ist für die Anerkennung der Flüchtlingsei-
genschaft  erforderlich,  dass  die  asylsuchende  Person  ernsthafte 
Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise sol-
che im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach-
teile  müssen  der  asylsuchenden  Person  gezielt  und  aufgrund  be-
stimmter  Verfolgungsmotive  drohen  oder  zugefügt  worden  sein.  Be-
gründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn ein konkreter Anlass zur 
Annahme besteht, Letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der 
Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-
kunft  verwirklicht.  Es  müssen  damit  hinreichende  Anhaltspunkte  für 
eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in 
vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss 
zur  Flucht  hervorrufen  würden.  Dabei  hat  die  Beurteilung  einerseits 
aufgrund  einer  objektivierten  Betrachtungsweise  zu  erfolgen  und  ist 
andererseits durch das von der betroffenen Person bereits Erlebte und 
das Wissen um Konsequenzen in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. 
Wer  bereits  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt  war,  hat  objektive 
Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht. Die erlittene Verfol-
gung oder die begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zu-
dem sachlich  und zeitlich  kausal  für  die  Ausreise  aus  dem Heimat- 
oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylent-
scheides noch aktuell sein (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f. und 

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dort  zitierte  Urteile).  Ferner  setzt  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  voraus,  dass  die  betroffene Person einer  lan-
desweiten Verfolgung ausgesetzt ist und sich nicht in einem anderen 
Teil ihres Heimatstaates in Schutz bringen kann (EMARK 2006 Nr. 18).

7.2 Im Rahmen der Prüfung der geltend gemachten Reflexverfolgung 
in der Türkei ist das Folgende zu beachten (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 
E. 10.2.3. S. 199f.): Staatliche Repressalien können gegen Familienan-
gehörige von politischen Aktivisten als so genannte Reflexverfolgung 
flüchtlingsrechtlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG sein. Dies gilt 
selbst unter Berücksichtigung der neusten Entwicklungen in der Türkei 
(vgl.  auch  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-7585/2007 vom 
4. Februar 2008  E.  5.2  S. 13  ff.  sowie  D-1306/2008  vom 4. Dezem-
ber 2008 E. 4.5 S. 19ff.,  wo in  Bezug auf  die Entwicklung des Men-
schenrechtsschutzes in der Türkei in jüngerer Zeit sogar eine rückläu-
fige  Tendenz festgestellt  wurde). Die  Wahrscheinlichkeit,  Opfer  einer 
Reflexverfolgung zu werden, ist namentlich dann gegeben, wenn nach 
einem flüchtigen Familienmitglied gefahndet wird und die Behörde An-
lass zur Vermutung hat, dass jemand mit der gesuchten Person in en-
gem Kontakt steht. Ungeachtet der Rechtsreformen der Türkei im Hin-
blick  auf  eine  allfällige  spätere  Aufnahme in  die  Europäische  Union 
lässt sich in der Türkei die Gefahr allfälliger Repressalien gegen Ver-
wandte mutmasslicher Aktivisten der PKK (beziehungsweise einer ih-
rer Nachfolgeorganisationen) oder anderer von den Behörden als se-
paratistisch eingestufter kurdischer Gruppierungen nicht a priori aus-
schliessen. Zwar ist festzustellen, dass sich die Verfolgungspraxis der 
türkischen Behörden im Zuge des Reformprozesses zur Annäherung 
an die Europäische Union insofern geändert  hat,  als Fälle, in denen 
Familienangehörige  kurdischer  Aktivisten  gefoltert  oder  misshandelt 
wurden,  abgenommen  haben.  Dagegen  müssen  Familienangehörige 
auch heute noch mit Hausdurchsuchungen und kürzeren Festnahmen 
rechnen, die oft mit Beschimpfungen und Schikanen verbunden sind. 
Ein  Regelverhalten  der  türkischen  Behörden  lässt  sich  jedoch  nicht 
ausmachen; vielmehr hängen die Wahrscheinlichkeit  einer Reflexver-
folgung und deren Intensität stark von den konkreten Umständen des 
Einzelfalles ab. Dabei kann hinter einer Reflexverfolgung auch nur die 
Absicht liegen, die gesamte Familie für Taten eines Familienmitglieds 
zu bestrafen, in der Vermutung, dessen politische Ansichten und Ziele 
würden  von  den  engeren  Angehörigen  geteilt,  beziehungsweise  mit 
dem Zweck, sie so einzuschüchtern, dass sie sich von oppositionellen 
kurdischen Gruppierungen fern halten. Die Gefahr einer Reflexverfol-

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gung wird aber umso dringlicher, wenn zudem eigene politische Aktivi-
täten vorliegen.

7.3 Es wurde als glaubhaft erachtet, dass die Beschwerdeführerin aus 
einer  politisch  instabilen  Region  und  einer  politisch  aktiven  Familie 
stammt. Bereits daraus lässt sich ein gewisses behördliches Interesse 
ableiten. In  den Befragungen  hob die  Beschwerdeführerin  dann das 
politische Interesse,  das  bei  ihnen zu Hause geherrscht  habe,  auch 
hervor (A10 S. 8) und sprach – wie oben bereits angeführt – über poli-
tische Themen in freier, detaillierter und zuweilen emotionaler Weise 
(A10 S. 12f.). Auch die Tatsache, dass sie bereits mit dreizehn Jahren 
in die Berge gegangen ist,  stellt  einen gewichtigen Hinweis auf eine 
stark politisierte Familie dar. Gemäss ihren Angaben seien dann 1990 
beziehungsweise 1992 zwei ihrer Brüder in den Bergen gefallen. Die 
Argumentation in der Beschwerde, wonach die Brüder im Register im-
mer noch als lebend verzeichnet seien, weil die Familie den Tod der 
beiden  den  Behörden  aus  Angst  vor  Repressionen  nicht  mitgeteilt 
habe, scheint in Anbetracht der Tatsache, dass sie andernfalls die Um-
stände des Todes hätten erklären müssen, durchaus nachvollziehbar. 
In der Beschwerde wurde zudem ausgeführt, einer der beiden Brüder 
sei, bevor er sich der PKK angeschlossen habe, aus politischen Grün-
den im Gefängnis  gewesen und ein  weiterer  Bruder  sei  seit  Jahren 
nachrichtenlos verschwunden, nachdem er seinerseits Sympathien für 
die  kurdische  Bewegung  habe  erkennen  lassen  (Beschwerdeschrift 
vom 9. Juni 2006 S. 4f.). Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin in 
der Schweiz einen anerkannten Flüchtling geheiratet hat. Dieser war 
gemäss den Akten seit 1979 für die PKK im Propagandabereich aktiv 
gewesen.  Am  1. April 1980  wurde  er  festgenommen  und  am  5. Au-
gust 1986 wegen Mitgliedschaft  bei  der PKK zum Tode verurteilt. Im 
Jahre 1991 wurde die Todesstrafe aufgrund einer Amnestie in eine le-
benslange Haftstrafe umgewandelt. Am 1. April 1995 wurde er bedingt 
aus der Haft entlassen. Weil er seine politischen und kulturellen Aktivi-
täten danach in der Türkei nur noch eingeschränkt fortsetzen konnte 
und von den Behörden unter Druck gesetzt wurde, hat er sich im Jahre 
1996 der PKK im Nordirak angeschlossen. Dort war er im Pressebe-
reich tätig. Mitte 2003 hat er die PKK verlassen. Gemäss den Akten 
scheint zudem auch er aus einer politischen Familie zu stammen, sei 
doch unter anderen Verwandten (A6 der Akten des Ehemannes S. 3) 
insbesondere sein Cousin (N 405 821), welcher 1981 festgenommen 
und 1990 im gleichen Verfahren wie er verurteilt worden sei, später in 
die Schweiz geflüchtet und hier als Flüchtling anerkannt worden (A2 
der Akten des Ehemannes S. 3). 

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7.4 Türkische Staatsbürger werden in der  Türkei  wie auch bei einer 
Einreise  routinemässig  überprüft,  wobei  erfahrungsgemäss  auch  Er-
kundigungen in der Heimatprovinz eingeholt werden. Dabei haben ins-
besondere Personen, die wie die Beschwerdeführerin mit linkslastigen 
Kreisen  in  Verbindung  gebracht  werden,  mit  einer  erhöhten  Gefähr-
dung und eingehender Kontrollen zu rechnen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 
E.  11.2  S.  202  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
E-5277/2006  vom  10.  März  2009).  Die  Beschwerdeführerin  würde 
demnach, im Rahmen einer häufig vorkommenden Routinekontrolle ir-
gendwo im Land beziehungsweise bereits bei der Einreise in die Tür-
kei zweifellos auf ein gesteigertes Verhörinteresse stossen. Insbeson-
dere dürften die türkischen Sicherheitskräfte der Beschwerdeführerin 
gegenüber ein Interesse daran haben, sie über ihre eigene politische 
Vergangenheit  wie  auch  über  den  in  die  Schweiz  geflüchteten Ehe-
mann zu befragen und sie entsprechend unter Druck zu setzen. Es er-
scheint  dabei  angesichts  der  gesamten  Aktenlage  als  überwiegend 
wahrscheinlich, dass sie mit weiteren Verdächtigungen und der Über-
stellung  an  die  türkischen  Sicherheitskräfte  rechnen  müsste.  Dass 
spätestens  dann  ihre  eigene  Tätigkeit  für  die  PKK  ans  Licht  käme, 
wäre  kaum  zu  verhindern  und  die  Beschwerdeführerin  müsste  mit 
ernsthaften  strafrechtlichen  Konsequenzen rechnen. Aufgrund  dieser 
Überlegungen ist die Furcht der Beschwerdeführerin, bei einer Rück-
kehr in die Türkei mit Verfolgungsmassnahmen rechnen zu müssen an-
gesichts  der  bekannten  Vorgehensweise  der  türkischen  Sicherheits-
kräfte  für  den  Zeitpunkt  der  Ausreise  wie  auch  aktuell,  als  objektiv 
nachvollziehbar und somit begründet im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG 
zu erachten.

7.5 Aufgrund  der  Staatlichkeit  der  Verfolgung  und  der  Verschärfung 
der Situation kann im aktuellen Zeitpunkt nicht vom Bestehen einer in-
nerstaatlichen Fluchtalternative für die Beschwerdeführerin ausgegan-
gen werden (zu den hier  nicht  gegebenen und praxisgemäss hohen 
Voraussetzungen an die Effektivität des am Zufluchtsort erforderlichen 
Schutzes vgl. u.a. EMARK 1996 Nr. 1).

7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Furcht der Beschwer-
deführerin,  in  ihrem  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 
und in absehbarer Zukunft aus asylrelevanten Gründen staatlich ver-
folgt zu werden, als begründet erscheint.

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8.
Diesen Erwägungen gemäss erfüllt die Beschwerdeführerin auch origi-
när die Flüchtlingseigenschaft. Hinweise, die darauf schliessen lassen 
würden, die Beschwerdeführerin sei im Sinne von Art. 1 F FK von der 
Flüchtlingseigenschaft auszuschliessen liegen nicht vor. Die Frage der 
Asylgewährung ist grundsätzlich gegenstandslos geworden, nachdem 
die Vorinstanz in seinem Entscheid der Beschwerdeführerin wiederer-
wägungsweise Asyl gewährte. Der Vollständigkeit ist jedoch anzumer-
ken,  dass  sich  eine  reformatio  in  peius  vorliegend  nicht  rechtfertigt: 
Die Beschwerdeführerin  hat  sich wie im Übrigen auch ihr  Ehemann, 
dem ebenfalls Asyl gewährt wurde, vornehmlich logistisch und in der 
Propaganda für die PKK engagiert. Sie vermochte glaubhaft darzule-
gen,  dass sie,  aufgrund ihres jugendlichen Alters  und nachdem ihre 
Brüder bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen waren, nicht als 
Kämpferin  eingesetzt  worden  ist.  Ein  Asylausschluss  im  Sinne  von 
Art. 53  AsylG  kommt  demnach  vorliegend  nicht  in  Betracht  (vgl. 
EMARK 2002 Nr. 9).

9.
Aufgrund  obenstehender  Erwägungen  ist  demnach  davon  auszuge-
hen, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in die Türkei mit 
erheblicher  Wahrscheinlichkeit  ernsthaften  Nachteilen  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG seitens des Staates ausgesetzt wäre. Sie erfüllt damit die 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft. 

10.
Die Vorinstanz hat die originäre Flüchtlingseigenschaft der Beschwer-
deführerin  zu Unrecht  verneint; die  Beschwerde ist  daher gutzuheis-
sen, soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist. Es erübrigt sich so-
mit, auf weitere Beschwerdevorbringen detaillierter einzugehen.

11.

11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG).  Das  Gesuch  vom 
9. Juni 2006 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos.

11.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädi-
gung für  die  ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 7  Abs. 1 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

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Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote ein-
gereicht. Der notwendige Vertretungsaufwand lässt sich aufgrund der 
Aktenlage hinreichend zuverlässig abschätzen. Die von der Vorinstanz 
zu  entrichtende  Parteientschädigung  ist  unter  Berücksichtigung  der 
massgeblichen  Bemessungsfaktoren  auf  Fr. 2'400.– festzusetzen 
(Art. 14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos 
geworden ist.

2.
Das BFM wird angewiesen, die Beschwerdeführerin als Flüchtling im 
Sinne von Art. 3 AsylG zu anerkennen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Das BFM hat  der Beschwerdeführerin  für  das Verfahren vor der Be-
schwerdeinstanz eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'400.– 
zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- I._______ (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand:

Seite 20