# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d2e6b79-e048-5af7-9643-7686545fe3ee
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.07.2025 BG.2025.43
**Docket/Reference:** BG.2025.43
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BG-2025-43_2025-07-29

## Full Text

Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO);;Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO)

Beschluss vom 29. Juli 2025 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Patrick Robert-Nicoud und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiber Martin Eckner 

 

   
Parteien  KANTON BASEL-LANDSCHAFT, Staatsanwalt-

schaft,  

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

1. KANTON AARGAU, Oberstaatsanwaltschaft,  

 

2. KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft,  

Gesuchsgegner 

 

 

Gegenstand  Gerichtsstandskonflikt (Art. 40 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BG.2025.43 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. A. (alias A.1), B. und C. wird vorgeworfen, als Teil einer international operie-

renden, professionell organisierten Diebesbande in wechselnder Zusam-

mensetzung in der Schweiz Einbruchs-/Einschleichdiebstähle in Einfamilien-

häuser begangen zu haben. Davon sollen sich im vorliegenden Zusammen-

hang zwischen dem 13. Juni 2024 und dem 6. Januar 2025 insgesamt 28 

ereignet haben, begangen in den Kantonen Aargau (11), Zürich (3), Bern (1), 

Basel-Landschaft (1), Luzern (1), Thurgau (9) und St. Gallen (2), mit einem 

Deliktsbetrag von rund Fr. 341'000.-- und Sachschaden von Fr. 87'123.65. 

Die Polizei Basel-Landschaft nahm die vorgenannten Beschuldigten am 

7. Januar 2025 in Z./BL fest. Sie hätten sich dabei durch verdächtiges Ver-

halten (Auskundschaften und Fotografieren von Einfamilienhäusern) ver-

dächtig gemacht und versucht, sich der Anhaltung durch Flucht zu entzie-

hen. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Landschaft (nachfolgend 

«StA BL») informierte die beteiligten Kantone am 31. Januar/14. Februar 

2025 über die Verhaftung und dass sie ein Sammelverfahren führe (act. 1 

S. 2, Deliktsverzeichnis in Ordner 9 Übrige Verfahrensakten, Teil Gerichts-

standsabklärungen).  

 

 

B. Die StA BL ersuchte am 9. April 2025 die Aargauer Staatsanwaltschaft 

Zofingen-Kulm, das Strafverfahren zu übernehmen, was diese am 8. Mai 

2025 ablehnte. Auch ihre Anfrage vom 12. Mai 2025 an den Kanton Zürich 

erhielt am 27. Mai 2025 eine Ablehnung. Die StA BL leitete am 18. Juni 2025 

den abschliessenden Meinungsaustausch mit den beteiligten Kantonen ein, 

der ebenfalls zu keiner Einigung führte (letzte Ablehnung vom 3. Juli 2025; 

act. 1 S. 3 f.; Ordner 9).  

 

 

C. Der Kanton Basel-Landschaft gelangte mit Eingabe vom 4. Juli 2025 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1). Er beantragt, es sei 

die Zuständigkeit des Kantons Aargau, eventualiter des Kantons Zürich, fest-

zustellen. Der Kanton Aargau lehnt seine Zuständigkeit mit Gesuchsantwort 

vom 9. Juli 2025 ab (act. 3). Der Kanton Zürich sieht die Zuständigkeit beim 

Kanton Aargau (act. 4 Gesuchsantwort vom 11. Juli 2025). Das Gericht 

stellte die Eingaben den anderen Kantonen zur Kenntnis zu (act. 5). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

  

- 3 - 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Eintretensvoraussetzungen (durchgeführter Meinungsaustausch zwi-

schen den involvierten Kantonen und zuständigen Behörden, Frist und 

Form) geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf das Gesuch ist einzutre-

ten.  

 

 

2. Die Beurteilung der Gerichtsstandsfrage richtet sich nach der aktuellen 

Verdachtslage. Massgeblich ist nicht, was dem Beschuldigten letztlich nach-

gewiesen werden kann, sondern der Tatbestand, der Gegenstand der 

Untersuchung bildet, es sei denn, dieser erweise sich von vornherein als 

haltlos oder als sicher ausgeschlossen. Der Gerichtsstand bestimmt sich 

also nicht nach dem, was der Täter begangen hat, sondern nach dem, was 

ihm vorgeworfen wird, das heisst, was aufgrund der Aktenlage über-

haupt in Frage kommt. Dabei stützt sich die Beschwerdekammer auf Fakten, 

nicht auf Hypothesen. Es gilt der Grundsatz in dubio pro duriore, wonach im 

Zweifelsfall auf den für den Beschuldigten ungünstigeren Sachverhalt abzu-

stellen bzw. das schwerere Delikt anzunehmen ist (TPF 2021 167 E. 3.2.3; 

2019 82 E. 2.4; 2019 52 E. 2.1 S. 55 f.; 2019 28 E. 2.2 S. 31). 

 

 

3.  

3.1 Der Sachverhalt, inkl. seiner rechtlichen Qualifikation als banden- und ge-

werbsmässiger Diebstahl, ist vorliegend unumstritten (zu dieser rechtlichen 

Qualifikation Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2025.28 vom 7. Mai 

2025 E. 3.3 f.). Uneinigkeit herrscht darüber, ob der Einbruchdiebstahl vom 

13. Juni 2024 in Y./AG (Fall 1 Deliktsverzeichnis) Teil der Diebstahlserie bil-

dete, welches der Gruppierung zugeordnet werden kann, und damit deren 

erstes Delikt war. Für dieses Delikt wurde am 16. Juni 2024 im Kanton Aar-

gau Strafanzeige erstattet, die erste im vorliegenden Zusammenhang. Der 

Bericht der Forensik BL vom 29. April 2025 ergab eine leichte Übereinstim-

mung (Stufe 5) der Schuhspur von Y./AG mit derjenigen des Einbruchdieb-

stahls vom 30. Juli 2024 in X./BL (Fall 5). Beim Einbruch in W./SG vom 5. Au-

gust 2024 (Fall 9) fielen Mehrfachspuren an, neben einer Schuhspur (mode-

rate Übereinstimmung zur Spur von Y./AG, Stufe 4) zusätzlich DNA-Spuren 

von zwei der Beschuldigten (act. 1 S. 3; Ordner 9 Deliktsverzeichnis).  

 

3.2 Hat eine beschuldigte Person mehrere Straftaten an verschiedenen Orten 

verübt, so sind für die Verfolgung und Beurteilung sämtlicher Taten die Be-

hörden des Ortes zuständig, an dem die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat begangen worden ist. Bei gleicher Strafdrohung sind die Behörden des 

- 4 - 

 

 

Ortes zuständig, an dem zuerst Verfolgungshandlungen vorgenommen wor-

den sind (Art. 34 Abs. 1 StPO). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer 

Straftat werden von den gleichen Behörden verfolgt und beurteilt wie die 

Täterin oder der Täter (Art. 33 StPO). 

 

3.3  

3.3.1 Der Kanton Basel-Landschaft führt aus, DNA-Spuren, Mobiltelefon-Daten 

sowie Aussagen der Beteiligten würden die Annahme stützen, dass es sich 

insgesamt um eine koordinierte Deliktsserie handle. Die moderate Überein-

stimmung der Schuhspur stelle das Delikt in Y./AG in relevanten 

Zusammenhang zu demjenigen der Serie in W./SG. Die Schuhspur, auch 

wenn ohne Individualmerkmale, und die DNA-Spuren verknüpften das Delikt 

von Y./AG so forensisch und direkt mit der Diebstahlserie. Im Kanton Aargau 

seien insgesamt 11 Delikte der Serie begangen worden. Nach den aktuellen 

Ermittlungsergebnissen sei auch dasjenige in Y./AG in dubio pro duriore zur 

Serie zu rechnen (act. 1 S. 2, 5 f.). 

Der Kanton Zürich ergänzt dazu, es lägen weitere Schuhspuren an den Tat-

orten in V./TG (31. Juli 2024), U./TG (31. Juli 2024), T./AG (29. Juli, 16. Au-

gust 2024) und S./AG (10.09.2024) vor, die nicht mit der Spur in Y./AG ab-

geglichen worden seien. Der Kanton Zürich wies bereits in seiner Stellung-

nahme vom 27. Mai 2025 darauf hin und führt aus, dass eine noch grössere 

Kongruenz nicht auszuschliessen sei. Er bejaht in dubio pro duriore ebenfalls 

einen relevanten Zusammenhang zwischen dem Delikt in Y./AG und der 

Diebstahlsserie. Das führe zur Zuständigkeit des Kantons Aargau für sämtli-

che tatverdächtige Personen (act. 4 S. 2).  

 

3.3.2 Der Kanton Aargau weist auf den nur moderaten Zusammenhang hin. Das 

heisse, er sei mässig und kaum beweistauglich. Die DNA-Spuren in W./SG 

vermöchten daran nichts zu ändern, nachdem es in Y./AG eben gerade keine 

solchen DNA-Spuren gegeben habe. Zudem liege zwischen dem Delikt in 

Y./AG vom 13. Juni 2024 und dem nächsten am 4. Juli 2024 in R./ZH eine 

grössere Lücke. Dieser Abstand und das Fehlen von Hinweisen auf ein Zu-

sammenwirken von Tätern in Y./AG führten zusammen mit dem äusserst 

schwachen Indiz des Schuhsohlenabdrucks zum Schluss, dass das Delikt in 

Y./AG nicht Teil der Diebstahlsserie und der Kanton Aargau für diese mithin 

nicht zuständig sei (act. 3).  

 

3.4 Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse muss im jetzigen Stadium 

des Verfahrens ein relevanter Zusammenhang des Delikts von Y./AG mit der 

Serie an banden- und gewerbsmässigen Diebstählen bejaht werden. Es 

kann diesbezüglich auf die obigen, überzeugenden Ausführungen der Kan-

tone Basel-Landschaft und Zürich verwiesen werden (vgl. Erwägung 3.3.1). 

- 5 - 

 

 

Ein forensischer Vergleich mit den Schuhspuren in T./AG und S./AG hätte 

es dem Kanton Aargau allenfalls erlaubt, einen Zusammenhang objektiv zu 

entkräften. Schliesslich ist auch der zeitliche Zusammenhang hinreichend 

eng, wurde doch ein solcher schon bei einem zeitlichen Abstand von fünf 

Monaten noch bejaht (Beschluss des Bundesstrafgerichts BG.2025.28 vom 

7. Mai 2025 E. 3.5). Damit erfolgten die ersten Verfolgungshandlungen für 

den Vorwurf des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls im Kanton Aar-

gau, der nach Art. 34 Abs. 1 StPO und Art. 33 für die Strafverfolgung gegen 

sämtliche Beteiligten zuständig ist.  

 

3.5 Insgesamt sind die Strafbehörden des Kantons Aargau als berechtigt und 

verpflichtet zu erklären, die A. (alias A.1), B. und C. zur Last gelegten Straf-

taten zu verfolgen und zu beurteilen.  

 

 

4. Praxisgemäss ist bei interkantonalen Gerichtsstandskonflikten in der Regel 

keine Gerichtsgebühr zu erheben (TPF 2023 130 E. 5.1).  

 

 

 

- 6 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Strafbehörden des Kantons Aargau sind berechtigt und verpflichtet, die A. 

(alias A.1), B. und C. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurtei-

len. 

 

2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben.  

 

 

Bellinzona, 29. Juli 2025 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau 

- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.