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**Case Identifier:** 71a91015-515b-58ba-876c-72b91c7cf830
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2014 A-1009/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1009-2014_2014-09-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-1009/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch, Richter Pascal Mollard,    

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______ AG,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Recht auf Vorsteuerabzug. 

 

 

A-1009/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) ist seit dem 1. Januar 

1995 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bei der Eidgenössischen 

Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen. Laut Handelsregistereintrag be-

zweckt sie im Wesentlichen die Planung, Fabrikation und Montage von 

Industrie- und Gewerbehallen sowie von Verwaltungsgebäuden. 

B.  

Im November 2013 fand bei der Steuerpflichtigen eine Mehrwertsteuer-

kontrolle über die Abrechnungsperioden 1. Quartal 2008 bis 4. Quartal 

2012 (Zeit vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2012) durch die ESTV 

statt. Daraus resultierten zwei Einschätzungsmitteilungen, eine für die 

Zeit vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2009 (altes Recht) und eine 

weitere für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2012 (neues 

Recht).  

Lediglich letztere ist relevant für das vorliegende Verfahren. Die ESTV er-

liess diese Einschätzungsmitteilung am 18. Dezember 2013 unter der 

Nr. […] (nachfolgend EM vom 18. Dezember 2013) und forderte hierbei 

von der Steuerpflichtigen den Betrag von Fr. 36'636.- an Mehrwertsteuern 

nebst Verzugszinsen nach. 

Die Nachbelastung erfolgte unter anderem wegen unberechtigter Vor-

steuerabzüge. Eine Korrektur in der Höhe von Fr. 4'444.- erfolgte für das 

Jahr 2011, eine weitere Korrektur in der Höhe von Fr. 4'000.- erfolgte für 

das Jahr 2012. Laut ESTV würden diese beiden Vorsteuerbeträge die 

Halle in [Ort] betreffen, welche im Jahr 2013 ohne MWST, d.h. ohne Op-

tierung für die freiwillige Versteuerung verkauft worden sei. Daher seien 

die in den Jahren 2011 und 2012 getätigten Vorsteuerabzüge zu Unrecht 

erfolgt und die abgezogenen Beträge nachzubelasten. 

C.  

Mit Schreiben vom 17. Januar 2014 erklärte die Steuerpflichtige unter an-

derem, dass sie die Steuernachforderung gemäss EM vom 18. Dezember 

2013 unter Abzug von Fr. 4'444.- und von Fr. 4'000.- beglichen habe. 

D.  

Ebenfalls am 17. Januar 2014 erhob die Steuerpflichtige gegen die EM 

vom 18. Dezember 2013 "Einsprache" und beantragte unter anderem 

sinngemäss, von der Korrektur der Vorsteuern im Zusammenhang mit der 

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Seite 3 

Halle in [Ort] im Betrag von Fr. 4'444.- und im Betrag von Fr. 4'000.- sei 

abzusehen. Bei den für die Halle in [Ort] verbuchten Beträgen handle es 

sich um Darlehen an die B._______, welche nicht steuerpflichtig seien. 

Zur weiteren Erklärung führte die Steuerpflichtige aus, dass die Halle in 

[Ort] am 11. Oktober 2011 zu Fr. 798'000.- gekauft und am 19. April 2013 

wieder verkauft worden sei und verwies auf die entsprechenden Kaufver-

träge. 

E.  

Mit "Einspracheentscheid" vom 7. Februar 2014 wies die ESTV (im Fol-

genden auch Vorinstanz) die "Einsprache" ab, soweit sie darauf eintrat. 

Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid damit, dass die fraglichen Be-

träge in den entsprechenden Steuerperioden verbucht und als Vorsteuer-

abzüge geltend gemacht worden seien. Die diesen Vorsteuerabzügen 

zugrunde liegenden Rechnungen seitens der B._______seien von der 

Steuerpflichtigen zwar im Konto "1717 B._______" verbucht worden, tat-

sächlich handle es sich jedoch entgegen der Behauptung der Steuer-

pflichtigen nicht um Darlehen. Die Steuerpflichtige habe in der Steuerpe-

riode 2011 von der der B._______ eine Rechnung über Fr. 59'994.- 

(Fr. 55'550.- + Fr. 4'444.- MWST) für eine "machine plieuse" erhalten, 

welche für die Einrichtung der Halle [Ort] bestimmt gewesen sei. In der 

Steuerperiode 2012 habe die Steuerpflichtige von der B._____ wiederum 

eine Rechnung erhalten, welche sich auf die Halle in [Ort] bezogen habe. 

Diese neuerliche Rechnung mit dem Betreff: "Demande d'acompte: Tra-

vaux en cours [Adresse]" habe einen Betrag von Fr. 54'000.- (Fr. 50'000.- 

+ Fr. 4'000.- MWST) ausgewiesen. 

 

Die Halle in [Ort] sei mit Vertrag vom 25. August 2011 von einer einfachen 

Gesellschaft, bestehend aus der B._______ und C._______ (Einzel-

zeichnungsberechtigter der Steuerpflichtigen), zu Gesamteigentum ge-

kauft worden, wobei die B._______ zu 16% und C._______ zu 84% be-

teiligt gewesen seien. Die Halle in [Ort] bzw. deren Ausbau sei somit der 

einfachen Gesellschaft und nicht der Steuerpflichtigen zuzurechnen. Die 

Leistungen im Wert von Fr. 59'994.- (inkl. MWST) bzw. Fr. 54'000.- (inkl. 

MWST) seien der Steuerpflichtigen nicht im Rahmen ihrer unternehmeri-

schen Tätigkeit in Rechnung gestellt worden. Vielmehr hätten die beiden 

Rechnungen der einfachen Gesellschaft in Rechnung gestellt werden 

müssen. Die in diesem Zusammenhang von der Steuerpflichtigen vorge-

nommenen Vorsteuerabzüge von Fr. 4'444.- (im 2011) und Fr. 4'000.- (im 

2012) seien somit zu Unrecht erfolgt und wieder aufzurechnen. 

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Seite 4 

F.  

Gegen diesen "Einspracheentscheid" erhob die Steuerpflichtige (nach-

folgendend: Beschwerdeführerin) am 26. Februar 2014 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und verwies auf ein Schreiben der D._______ 

vom 19. Februar 2014 sowie auf die vom gleichen Tag datierende Steu-

ererklärung betreffend Grundstückgewinne von C._______, woraus bes-

ser ersichtlich sei, dass es sich um eine reine Darlehenstransaktion hand-

le. 

 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 3. März 2014 wurde die Beschwerdeführerin 

unter anderem aufgefordert, ihre Beschwerdeschrift zu verbessern und 

anzugeben, inwieweit das Dispositiv des "Einspracheentscheids" vom 

7. Februar 2014 abzuändern sei und warum. 

 

H.  

Mit Eingabe vom 21. März 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin sinn-

gemäss um Korrektur des "Einspracheentscheides" und um Verzicht auf 

die Nachbelastung von Fr. 4'444.- und Fr. 4'000.-. Im Weiteren führte die 

Beschwerdeführerin aus, die beiden fraglichen Rechnungen über 

Fr. 55'000.- (recte: Fr. 55'550.-) und Fr. 50'000.- seien nur der Form hal-

ber eingereicht worden, um zu dokumentieren, wie sich das Darlehen zu-

sammensetze. 

I.  

Die ESTV verzichtete auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwal-

tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-

waltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt hier nicht vor. Die Vorinstanz 

ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwaltungsge-

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Seite 5 

richt ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sach-

lich zuständig.  

 

1.2  

1.2.1 Die Einsprache ist das vom Gesetz besonders vorgesehene förmli-

che Rechtsmittel, mit dem eine Verfügung bei der verfügenden Verwal-

tungsbehörde zwecks Überprüfung angefochten wird. Die Einsprache ist 

kein devolutives Rechtsmittel, welches die Entscheidungszuständigkeit 

an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts A-756/2014 vom 26. Juni 2014 E. 1.2.2.1; BGE 132 V 

368 E. 6.1; 131 V 407 E. 2.1.2.1; ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Ver-

waltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N. 1815). Das Einspracheverfahren ermög-

licht eine Abklärung komplexer tatsächlicher oder rechtlicher Verhältnisse 

und eine umfassende Abwägung der verschiedenen von einer Verfügung 

berührten Interessen (HÄFELIN et al., a.a.O., N. 1816). 

 

1.2.2 Im Bereich der Mehrwertsteuer ist das Einspracheverfahren in 

Art. 83 MWSTG gesetzlich vorgesehen. Eine Ausnahme hierzu bildet die 

sog. "Sprungbeschwerde": Richtet sich die Einsprache gegen eine ein-

lässlich begründete Verfügung der ESTV, so ist sie auf Antrag oder mit 

Zustimmung des Einsprechers oder der Einsprecherin als Beschwerde an 

das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten (Art. 83 Abs. 4 MWSTG; 

vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-756/2014 vom 26. Juni 

2014 E. 1.2.3; A-1184/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2 ff. bestätigt durch das 

Urteil des Bundesgerichts 2C_659/2012 vom 21. November 2012 E. 3.3). 

 

1.2.3 Der Erlass eines Einspracheentscheids setzt ausführungsgemäss 

voraus, dass vorgängig eine Verfügung ergangen ist, welche überhaupt 

Gegenstand eines Einspracheverfahrens bilden kann. Die Vorinstanz 

sieht diese Verfügung in der als "Verfügung" bezeichneten EM vom 

18. Dezember 2013. Freilich ist es nach neuerer Rechtsprechung grund-

sätzlich nicht zulässig, eine Einschätzungsmitteilung direkt als Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG auszugestalten (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-756/2014 vom 26. Juni 2014 E. 1.2.3; BGE 140 II 202 

E. 5 f., bestätigend Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-707/2013 

vom 25. Juli 2013 E. 4.2 f., mit Hinweisen). 

 

Vorliegend stellt aber jedenfalls der als "Einspracheentscheid" bezeichne-

te Entscheid der ESTV vom 7. Februar 2014 eine Verfügung gemäss 

Art. 5 VwVG dar. Indem die Beschwerdeführerin dagegen beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde erhob, hat sie einen allfälligen Verlust 

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Seite 6 

des Einspracheverfahrens (E. 1.2.1) zumindest in Kauf genommen. Ihre 

vorbehaltlose Beschwerdeführung direkt beim Bundesverwaltungsgericht 

ist unter diesen Umständen – in analoger Anwendung von Art. 83 Abs. 4 

MWSTG – als "Zustimmung" zur Durchführung des Verfahrens der 

Sprungbeschwerde (E. 1.2.2) zu werten, zumal der "Einspracheent-

scheid" vom 7. Februar 2014 einlässlich begründet ist (vgl. auch Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts A-756/2014 vom 26. Juni 2014 E. 1.2.3; 

A-6188/2012 vom 3. September 2013 E. 1.2.3; A-707/2013 vom 25. Juli 

2013 E. 1.2.3 und E. 4.2.5.3). 

Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde auch funktional zuständig.  

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Die 

Beschwerdeführerin hat die Beschwerde am 26. Februar 2014 einge-

reicht und mit Eingabe vom 21. März 2014 präzisiert. Die Beschwerde ist 

damit frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Die Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Der einverlangte Kostenvorschuss wurde rechtzeitig ge-

leistet (vgl. Art. 21 Abs. 3 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutre-

ten. 

 

1.4 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Ver-

letzung von Bundesrecht – einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG) – die unrichtige bzw. un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) wie auch die Unangemessenheit der vorinstanzlichen Ver-

fügung (Art. 49 Bst. c VwVG) gerügt werden. Das Bundes-

verwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in 

vollem Umfang überprüfen. Im Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz 

der Rechtsanwendung von Amtes wegen. Das Bundesverwaltungsgericht 

ist demzufolge verpflichtet, auf den – unter Mitwirkung der Verfahrensbe-

teiligten – festgestellten Sachverhalt die richtige Rechtsnorm, d.h. jenen 

Rechtssatz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm 

jene Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (ANDRÉ MO-

SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 1.54, unter Verweis auf BGE 119 

V 347 E. 1a). 

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Seite 7 

1.5 Aus der Rechtsanwendung von Amtes wegen folgt, dass das Bun-

desverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz nicht an die rechtliche Be-

gründung der Begehren gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 VwVG) und eine 

Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-

heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer von der 

Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen kann (vgl. 

BVGE 2007/41 E. 2 mit Hinweisen). 

2.  

2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland von steuerpflichtigen 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer; Art. 18 

Abs. 1 MWSTG). Als Leistung gilt die Einräumung eines verbrauchsfähi-

gen wirtschaftlichen Wertes an eine Drittperson in Erwartung eines Ent-

gelts (Art. 3 Bst. c MWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die kei-

ne Lieferung ist (Art. 3 Bst. e MWSTG).  

2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck 

und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht von der Steuer-

pflicht befreit ist. Ein Unternehmen betreibt, wer eine auf die nachhaltige 

Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder 

gewerbliche Tätigkeit selbständig ausübt und unter eigenem Namen nach 

aussen auftritt (Art. 10 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG). Das Auftreten in ei-

genem Namen im Aussenverhältnis ist auch für die Zurechnung der ein-

zelnen Umsätze bzw. die Bestimmung des mehrwertsteuerlichen Leis-

tungserbringers entscheidend (vgl. Art. 20 Abs. 1 MWSTG sowie REGINE 

SCHLUCKEBIER, in: MWSTG Kommentar, 2012, Art. 10 N. 17 ff.). Das 

Handeln wird grundsätzlich demjenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, 

der nach aussen, gegenüber Dritten im eigenen Namen auftritt (vgl. zum 

früheren Recht: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1989/2011 vom 

4. Januar 2012 E. 2.2.4; A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.2; 

A-1382/2006 und A-1383/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2; bestätigt mit Ur-

teil des Bundesgerichts 2C_518/2007 und 2C_519/2007 vom 11. März 

2008).  

2.3  

2.3.1 Bei steuerpflichtigen Unternehmensträgern, die ausschliesslich un-

ternehmerisch tätig sind, ist die subjektive Steuerpflicht umfassend. 

Sämtliche der Steuer unterliegenden Tätigkeiten sind von der subjektiven 

Steuerpflicht miterfasst (vgl. IVO BAUMGARTNER/DIEGO CLAVADET-

SCHER/MARTIN KOCHER, Vom alten zum neuen Mehrwertsteuergesetz- 

Einführung in die neue Mehrwertsteuerordnung, 2010, § 3 N. 49 ff.). Nicht 

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aussergewöhnlich ist dabei, dass ein Unternehmensträger verschiedene 

(selbständige) Tätigkeiten ausübt. Alle unternehmerischen Tätigkeiten 

sind gemäss konstanter Rechtsprechung für mehrwertsteuerliche Belan-

ge als Einheit zu betrachten ([nach bisheriger Terminologie] "Grundsatz 

der Einheit des Unternehmens"; [statt vieler] Urteil des Bundesgerichts 

2C_123/2010 vom 5. Mai 2010 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts A-6544/2012 vom 12. September 2013 E. 2.3; vgl. BAUMGART-

NER/CLAVADETSCHER/KOCHER, a.a.O., § 7 N. 45; BÉATRICE BLUM/DIEGO 

CLAVADETSCHER, Neubeginn in der Mehrwertsteuer, in: zsis) 2009 Mo-

natsflash 8/2009, Ziff. 3.2; DIEGO CLAVADETSCHER, Die Stellung des Un-

ternehmens im neuen Mehrwertsteuerrecht, in: Der Schweizer Treuhän-

der 2010, S. 241 f.; neu wird in der Lehre der Ausdruck "Grundsatz der 

Einheit des Unternehmensträgers" verwendet) und stellen zusammen den 

unternehmerischen Bereich (oder die unternehmerische Sphäre) eines 

Unternehmensträgers dar (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

A-5017/2013 vom 15. Juli 2014 E. 2.8.2.1). 

2.3.2 In der Lehre herrscht Einigkeit, dass Einzelfirmen und Personenun-

ternehmungen neben unternehmerischen auch private, nicht unternehme-

rische Tätigkeiten ausüben und somit über einen nicht unternehmeri-

schen Bereich verfügen können (vgl. dazu mit Hinweisen RALF IMSTEPF, 

Der mehrwertsteuerliche Unternehmensbegriff im EU-Recht, in: Jusletter 

30. April 2012, S. 3 Ziff. III. 1.). Eine Mehrheit der Autoren spricht sich da-

für aus, dass auch die übrigen Unternehmensträger – insbesondere juris-

tische Personen – einen nicht unternehmerischen Bereich haben können 

(vgl. BAUMGARTNER/CLAVADETSCHER/KOCHER, a.a.O., § 7 N. 46; SCHLU-

CKEBIER, a.a.O., Art. 10 N. 57 ff.; auch ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAU-

ER/KLAUS A. VALLENDER/MARCEL R. JUNG/SIMEON L. PROBST, Handbuch 

zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 3. Aufl. 2012, N. 1651 ff. insb. 

N. 1658 ff.; BEATRICE BLUM, in: MWSTG Kommentar, 2012, Art. 28 N. 4; 

a.M. wohl MATHIAS BOPP/ALINE DOMINIQUE KÖNIG, Ausgewählte Fragestel-

lungen bezüglich Unternehmen und Gemeinwesen im neuen MWSTG, in: 

Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 78 S. 791 f.).  

2.3.3 Dem Gesetz selbst lässt sich nicht entnehmen, dass die verschie-

denen Unternehmensträger unterschiedlich behandelt werden sollten. 

Auch andere Gründe sind nicht zu erkennen, warum nicht jeder Unter-

nehmensträger – unabhängig von seiner Rechtsform – neben dem unter-

nehmerischen noch über einen nicht unternehmerischen Bereich verfü-

gen können sollte. Eine Aufteilung in die beiden unterschiedlichen Berei-

che bei sämtlichen Unternehmensträgern drängt sich schon aus dem Ziel 

A-1009/2014 

Seite 9 

der Besteuerung des nicht unternehmerischen Endverbrauchs auf. Könn-

ten Unternehmensträger, sobald sie die Schwelle zur Steuerpflicht über-

schritten haben, für sämtliche Aufwendungen Vorsteuern geltend ma-

chen, auch wenn die entsprechende Aufwendung in keinem Zusammen-

hang mit der unternehmerischen Tätigkeit und den dabei zur Einnah-

meerzielung angebotenen Leistungen steht, würde es zwangsläufig zu 

einem unerwünschten Resultat kommen, da diese Aufwendungen bzw. 

die entsprechenden Leistungen aus der unternehmerischen Sphäre des 

Vorleistenden nie einer Besteuerung zugeführt würden. Es hat ein End-

konsum beim Unternehmensträger stattgefunden, welcher nach dem Sys-

tem des MWSTG nicht unberücksichtigt bleiben darf, sondern vielmehr 

besteuert werden muss. Altrechtlich ausgedrückt ([statt aller] Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-3696/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.3.2), 

handelt es sich in solchen Konstellationen um einen Endverbrauch in der 

Unternehmenssphäre. Auch wenn aufgrund des im MWSTG neu geregel-

ten Vorsteuerabzugsrechts eine Übernahme der Grundsätze vom 

aMWSTG nicht uneingeschränkt möglich ist (vgl. CAMENZIND/HO-

NAUER/VALLENDER/JUNG/PROBST, a.a.O., N. 1632 f.), darf ein Endkonsum 

auf der Stufe des Unternehmens auch nach dem (neuen) MWSTG nicht 

ausgeschlossen werden, unabhängig der Rechtsform des Unternehmens-

trägers. Neu sollte aber von Aufwendungen im nicht unternehmerischen 

Bereich gesprochen werden. Solche können bei sämtlichen Unterneh-

mensträgern vorliegen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

A-5017/2013 vom 15. Juli 2014 E. 2.8.2.2) 

2.3.4 Ein Unternehmensträger kann also – neben seiner unternehmeri-

schen Tätigkeit – auch in Bereichen tätig sein, welche, isoliert betrachtet, 

nicht "unternehmerisch" im Sinne des Mehrwertsteuergesetzes sind. Wei-

sen diese nicht unternehmerischen Tätigkeiten zudem eine gewisse Ei-

genständigkeit auf, dann verfügt der Unternehmensträger neben dem un-

ternehmerischen auch noch über einen nicht unternehmerischen Bereich 

(vgl. BAUMGARTNER/CLAVADETSCHER/KOCHER, a.a.O., § 3 N. 51, § 7 

N. 47 ff.; SCHLUCKEBIER, a.a.O., Art. 10 N. 55 ff.). Im nicht unternehmeri-

schen Bereich besteht kein Recht auf Vorsteuerabzug. Zudem darf die 

(unternehmerische) Tätigkeit eines Mehrwertsteuersubjekts selbstver-

ständlich nicht vermischt werden mit der (unternehmerischen) Tätigkeit 

einer Drittperson, unabhängig davon, ob diese Drittperson mehrwertsteu-

erpflichtig ist oder nicht. Die unternehmerische Tätigkeit eines Mehr-

wertsteuersubjekts bzw. der damit verbundene Vorsteueranspruch darf 

folglich nicht von einem anderen Mehrwertsteuersubjekt geltend gemacht 

werden. 

A-1009/2014 

Seite 10 

2.4 Bei Verwendung von vorsteuerbelasteten Aufwendungen "im Rah-

men" einer unternehmerischen Tätigkeit besteht ein Anspruch auf Abzug 

der Vorsteuern. Der Wortlaut "im Rahmen" (Art. 28 Abs. 1 MWSTG) gibt 

vor, dass die Aufwendung in einem objektiven Zusammenhang mit der 

unternehmerischen Tätigkeit zu stehen hat (Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-5017/2013 vom 15. Juli 2014 E. 2.8.5). Dies bedeutet im 

Umkehrschluss, dass der Vorsteuerabzug nicht möglich ist, wenn die 

Aufwendungen in einem objektiven Zusammenhang mit dem nicht-

unternehmerischen Bereich stehen. Ein Vorsteuerabzug ist ebenso aus-

geschlossen, wenn die Aufwendungen der unternehmerischen Tätigkeit 

eines Dritten dienen, sei dieser nun mehrwertsteuerpflichtig oder nicht. 

3.  

3.1 Für die (materielle) Beweislast ist – mangels spezialgesetzlicher Re-

gelung – Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 

1907 (ZGB, SR 210) in analoger Anwendung massgebend. Gemäss dem 

darin verankerten Rechtsprinzip ist im Fall der Beweislosigkeit zu Un-

gunsten derjenigen Partei zu entscheiden, die aus dem unbewiesen ge-

bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (statt vieler: Urteile des 

Bundesverwaltungsgerichts A-5116/2012 vom 31. Juli 2013 E. 1.3.3; 

A-4616/2011 vom 18. September 2012 E. 2.1.2; A-5166/2011 vom 3. Mai 

2012 E. 2.1.2, mit Hinweisen).  

Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass die Steuerbehörde für die steuer-

begründenden und -mehrenden Tatsachen den Nachweis zu erbringen 

hat, während der steuerpflichtigen Person der Nachweis der Tatsachen 

obliegt, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in: ASA 75 

S. 495 ff. E. 5.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5166/2011 vom 

3. Mai 2012 E. 2.1.2, mit weiteren Hinweisen; vgl. auch ERNST BLUMEN-

STEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl. 

2002, S. 454). 

3.2 Auf die Geltendmachung von Vorsteuern bezogen bedeutet dies, 

dass der Steuerpflichtige für diejenigen Tatsachen beweisbelastet ist, die 

geeignet sind, seinen Anspruch auf den Vorsteuerabzug zu begründen. 

Die steuerpflichtige Person trägt deshalb u.a. die Beweislast dafür, dass 

sie die vorsteuerbelasteten Aufwendungen und Investitionen im Rahmen 

ihrer unternehmerischen Tätigkeit verwendet hat (vgl. oben E. 2.4 und 

auch Urteil des Bundesgerichts 2C_862/2011 vom 13. Juni 2012 E. 2.4 

zur Beweislast der geschäftsmässigen Begründetheit eines Aufwands bei 

A-1009/2014 

Seite 11 

der direkten Steuer; vgl. auch CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/ 

PROBST, a.a.O., N 1698). Die Frage, wie weit dieser Rahmen ist, stellt 

dagegen keine Tatfrage, sondern eine Rechtsfrage dar. Im Weiteren hat 

die steuerpflichtige Person gemäss Art. 28 Abs. 4 MWSTG den Nachweis 

dafür zu erbringen, dass sie die Vorsteuer bezahlt hat. 

3.3 Grundsätzlich sind im Bereich der Mehrwertsteuer sämtliche Beweis-

mittel zulässig, und es gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

(Art. 81 Abs. 1 und 3 MWSTG; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., 

N. 3.124 und N. 3.104; CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER/JUNG/PROBST, 

a.a.O., N. 1690f.).  

3.3.1 Die buchhalterische Erfassung von Leistungen kann nach konstan-

ter Rechtsprechung zwar ein Indiz für eine mehrwertsteuerrechtliche 

Qualifikation sein, vermag jedoch die wirtschaftliche Realität nicht zu än-

dern. Massgebend ist nicht die Sichtweise der Buchführung, sondern die 

wirtschaftliche Betrachtungsweise (Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts A-1601/2006 vom 4. März 2010 E. 3.2.2 und 4.3, A-6691/2012 vom 

23. Juli 2014 E. 7.2.1, A-720/2013 vom 30. Januar 2014 E. 2.4, 

A-680/2009 vom 8. Juni 2009 E. 2.3.2, A-1561/2007 vom 4. Juli 2008 

E. 4.5.3, A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 4.2, A-1378/2006 vom 

27. März 2008 E. 3.4.6). 

3.3.2 Der Rechnung im Sinn von Art. 3 Bst. k MWSTG kommt im Mehr-

wertsteuerrecht eine über den reinen Buchhaltungsbeleg hinausgehende 

Bedeutung zu (SCHLUCKEBIER, a.a.O., Art. 26 N. 1). Sie stellt ein wichti-

ges Indiz dafür dar, dass der Aussteller auch Leistungserbringer ist und 

die mehrwertsteuerlich relevante Handlung tatsächlich stattgefunden hat. 

(BGE 131 II 185 E. 5; Urteil des Bundesgerichts 2C_561/2009 vom 

25. März 2011 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts A-720/2013 vom 30. Januar 2014 E. 2.5 mit Hinweisen). 

Auch nach dem neuen MWSTG weist die Rechnung somit eine wichtige 

Beweisfunktion auf. Mit ihr können mehrwertsteuerrechtlich relevante 

Sachverhalte einfach und effizient belegt werden. 

4.  

4.1  

Kein Anspruch auf Vorsteuerabzug besteht bei Leistungen und bei der 

Einfuhr von Gegenständen, die für die Erbringung von Leistungen, die 

von der Steuer ausgenommen sind und für deren Versteuerung nicht op-

tiert wurde, verwendet werden (Art. 29 Abs. 1 MWSTG). 

http://links.weblaw.ch/BVGer-A-680/2009
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-1561/2007
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-1418/2006
http://links.weblaw.ch/BVGer-A-1378/2006

A-1009/2014 

Seite 12 

4.2 Von der Steuer ausgenommen ist die Gewährung und die Vermittlung 

von Krediten und die Verwaltung von Krediten durch die Kreditgeber und 

Kreditgeberinnen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. a MWSTG). Eine Option für 

die Versteuerung ist hier nicht möglich (Art. 22 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 

Unter das Kreditgeschäft fallen beispielsweise die Gewährung von Darle-

hen, die Einräumung eines Kontokorrentkredites, das Hypothekarge-

schäft und das Kreditkartengeschäft (CAMENZIND/HONAUER/VAL-

LENDER/JUNG/PROBST, a.a.O., N. 1221; vgl. auch Urteile des Bundesver-

waltungsgerichts A-659/2007 vom 1. Februar 2010 E. 4.1, A-1612/2006 

und A-1613/2006 vom 9. Juli 2009 E. 4 und E. 7.2; BVGE 2009/34 

E.2.2.4.2). Zu der als von der Steuer ausgenommenen Leistung zählt je-

doch nur das Entgelt für die Kapitalüberlassung, nicht aber die Auszah-

lung oder die spätere Rückzahlung des Darlehensbetrages. Das Hin- und 

Herschieben von Geld und gegebenenfalls auch geldwertgleichen Zah-

lungsmitteln kommt nicht als Leistung verbrauchsfähiger Güter in Be-

tracht. Die Steuerausnahme bezieht sich in erster Linie auf die Zinsen 

und allfällig damit verbundene weitere Entgelte (CAMENZIND/HO-

NAUER/VALLENDER/JUNG/ PROBST, a.a.O., N. 1223 mit Hinweisen). Mit an-

deren Worten ist die Auszahlung und Rückzahlung eines Darlehensbe-

trages keine mehrwertsteuerrelevante Leistung. Das bedeutet, dass sie 

weder für den Darlehensgeber eine mehrwertsteuerrelevante Ausgangs-

leistung (Umsatz) darstellt, noch für den Darlehensnehmer eine vorsteu-

erbelastete Eingangsleistung. 

Zusammenfassend berechtigt weder die Auszahlung des Darlehensbe-

trages noch die Erzielung von Darlehenszinsen zum Vorsteuerabzug. 

5.  

5.1 Im vorliegenden Fall liegen zwei Rechnungen der B._______ an die 

Beschwerdeführerin vor: 

a) Mit Faktura vom 8. Dezember 2011 stellte die B._______ der Be-

schwerdeführerin Fr. 55'550.- zuzüglich Fr. 4'444.- MWST (8 %), d.h. total 

Fr. 59'994.-, in Rechnung. Gemäss Rechnungstext bestand die Leistung 

der B._______ aus: "Prêt machine plieuse modèle Monobend 6 m DS 

2500: plieuse Fr. 47'000.-, transport montage Fr. 3'850.-, table dérouleur 

Fr. 4'700.-". 

b) Mit Faktura vom 3. Oktober 2012 stellte die B._______ der Beschwer-

deführerin Fr. 50'000.- zuzüglich Fr. 4'000.- MWST (8 %), d.h. total 

Fr. 54'000.-, in Rechnung. Gemäss Rechnungstext wurde eine Teilzah-

A-1009/2014 

Seite 13 

lung verlangt: "Demande d'acompte: Travaux en cours bâtiment [Adres-

se]". 

Die Beschwerdeführerin verbuchte diese Leistungsbezüge indessen als 

Aktivdarlehen. Gemäss Kontoauszug der Beschwerdeführerin hat sie am 

22. Dezember 2011 Fr. 59'994.- auf das Konto "1717 B._______" ver-

bucht und gleichentags Fr. 4'444.- auf das Konto 1301 umgebucht. Ent-

sprechend verbuchte die Beschwerdeführerin gemäss einem handschrift-

lichem Vermerk des Revisors der ESTV die zweite Rechnung. Am 

5. Oktober 2012 wurden Fr. 54'000.- auf das Konto "1717 B._______" 

eingebucht und am gleichen Tag Fr. 4'000.- abgezogen. 

 

5.2 Unbestritten ist, dass die vorliegenden Rechnungen im Zusammen-

hang mit dem Bau bzw. Einrichtung einer Halle in [Ort] an der [Strasse] 

stehen. Aktenkundig und unbestritten ist auch die Tatsache, dass die 

betreffende Halle nicht von der Beschwerdeführerin, sondern im Jahr 

2011 von einer einfachen Gesellschaft, bestehend aus der B._______ 

und C._______, gekauft wurde (vgl. vente immobilière du 25 août 2011, 

eingetragen im Grundbuch am 11. Oktober 2011). Im Jahr 2013 wurde die 

Immobilie dann von dieser einfachen Gesellschaft an die E._______ ver-

kauft (vente immobilière du 5 mars 2013, eingetragen im Grundbuch am 

19. April 2013). C._______ ist Verwaltungsratspräsident und Delegierter 

der Beschwerdeführerin (vgl. Handelsregister des Kantons Bern vom 27. 

Februar 2014). Gemäss Angaben der ESTV und gemäss Verkaufsvertrag 

vom 5. März 2013 (eingetragen im Grundbuch am 19. April 2013) wurde 

die Halle ohne MWST verkauft, mithin wurde beim Verkauf der Halle nicht 

für die Versteuerung optiert. 

Die ESTV akzeptierte die vorgenommenen Vorsteuerabzüge von 

Fr. 4'444.- und Fr. 4'000.- nicht und rechnete diese auf. Im Streit liegt vor-

liegend die Rechtmässigkeit dieser Vorsteuerabzüge. Im Folgenden ist 

somit zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die betreffenden Vorsteuer-

abzüge gegeben sind. Die subjektive Steuerpflicht der Beschwerdeführe-

rin ist unbestritten und aufgrund der Akten erstellt. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz verweigerte den Vorsteuerabzug mit der Begründung, 

die der Beschwerdeführerin in Rechnung gestellte Maschine bzw. Arbeits-

leistung sei für die Halle in [Ort] bestimmt gewesen. Die Halle in [Ort] sei 

aber nicht im Eigentum der Beschwerdeführerin gestanden, sondern im 

Eigentum einer weiteren einfachen Gesellschaft. Die beiden Leistungen 

A-1009/2014 

Seite 14 

seien der Beschwerdeführerin somit nicht im Rahmen ihrer unternehmeri-

schen Tätigkeit in Rechnung gestellt worden und hätten eigentlich der 

einfachen Gesellschaft (und nicht der Beschwerdeführerin) fakturiert wer-

den müssen. Daher habe die ESTV den Vorsteuerabzug wieder aufge-

rechnet. 

6.2 Die Beschwerdeführerin führte demgegenüber sinngemäss aus, dass 

es sich bei den fraglichen Rechnungen (Fr. 55'550.- und Fr. 50'000.-) le-

diglich um die Grundlage für eine Darlehensgewährung gehandelt habe. 

Faktisch habe die Beschwerdeführerin der B._______ ein Darlehen ge-

währt. Die ganze Transaktion des Kaufes des Gewerbehauses sei ein 

Darlehen gewesen, um die Realisierung des Bauvorhabens für und durch 

die B._______ zu ermöglichen. 

6.3  

6.3.1 Die Halle in [Ort] war im vorliegend relevanten Zeitraum im gemein-

schaftlichen Eigentum der B._______ und C._______, welche die Lie-

genschaft als einfache Gesellschaft kauften. Die beiden Gesellschafter 

verkauften die Halle im Jahr 2013 im eigenen Namen und auf eigene 

Rechnung. Der betreffende Umsatz ist deshalb den beiden Gesellschaf-

tern zuzurechnen (vgl. E. 2.2). Aufgrund der Aktenlage ist zudem erstellt, 

dass die von der Beschwerdeführerin gemäss den oben aufgeführten 

Rechnungen bezogenen Eingangsleistungen zumindest dem Ausbau und 

der Halle dienen sollten, welche anschliessend durch die beiden Gesell-

schafter verkauft wurde. Demzufolge standen die Eingangsleistungen 

nicht in einem objektiven Zusammenhang mit der (unternehmerischen) 

Tätigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. E. 2.4). Im Übrigen ist kein Leis-

tungsaustausch zwischen der Beschwerdeführerin und den beiden er-

wähnten Gesellschaftern erstellt und wird auch nicht geltend gemacht. 

Entsprechend erfolgte auch keine Weiterfakturierung von Kosten. Es 

kann folglich offen bleiben, ob es bei der einfachen Gesellschaft bzw. 

C._______ um eine im Verhältnis zur Beschwerdeführerin eng verbunde-

ne Person im Sinn von Art. 24 Abs. 2 MWSTG handelt. 

6.3.2 Der Einwand der Beschwerdeführerin, es handle sich um ein Darle-

hen, ist nicht stichhaltig. Im Mehrwertsteuerrecht wird der Rechnung eine 

wichtige Bedeutung beigemessen (E. 3.3.2). Die beiden vorgelegten 

Rechnungen lassen keinen Rückschluss zu auf das geltend gemachte 

Darlehensverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin als Darlehensge-

berin und der B._______ als Darlehensnehmerin. Auch die weiteren vor-

gelegten Unterlagen, mithin das Schreiben von D._______ vom 

A-1009/2014 

Seite 15 

19. Februar 2014, die Zusammenstellung der Baukosten der B._______ 

vom 15. Oktober 2013, die Grundstückgewinnsteuererklärung von 

C._______ vom 19. Februar 2014, der Kontoauszug "Décompte 

C._______" vom 21. Januar 2014, die "convention de fin d'operation fi-

nancière liée à la construction, puis la vente, de l'immeuble sis [Ort], 

[Strasse]", beweisen nicht, dass es sich beim unter dem Konto 1717 ein-

gebuchten Betrag von Fr. 59'994.- (saldo Fr. 55'550.-) bzw. Fr. 54'000.- 

(saldo Fr. 50'000.-) um ein Darlehensguthaben der Beschwerdeführerin 

gegenüber der B._______ handelt. Aus den vorgelegten Unterlagen las-

sen sich zwar durchaus Rückschlüsse auf ein Darlehen ziehen, laut 

Schreiben der D._______ vom 19. Februar 2014 hat jedoch C._______ 

(und nicht die Beschwerdeführerin) der B._______ ein Darlehen gewährt. 

Auch der Décompte C._______ lässt keinen Rückschluss auf ein Darle-

hen zwischen der Beschwerdeführerin (statt C._______) und der 

B._______ zu. Im Übrigen ist die buchhalterische Erfassung nur ein Indiz 

für die mehrwertsteuerliche Qualifikation (E. 3.3.1). Der Nachweis einer 

Darlehensgewährung ist vorliegend nicht erbracht. 

6.3.3 Zusammenfassend ergibt die Beweiswürdigung, dass die Be-

schwerdeführerin von der B._______ Leistungen (Ausleihe einer Maschi-

ne bzw. Dienstleistungen) bezogen hat, die nicht im objektiven Zusam-

menhang mit ihrer unternehmerischen Tätigkeit standen. Einen gegentei-

ligen Nachweis konnte die Beschwerdeführerin nicht erbringen (vgl. zur 

Beweislast E. 3.2). In der Folge hat die Beschwerdeführerin die Ein-

gangsleistungen nicht im Rahmen ihrer (unternehmerischen) Tätigkeit im 

Sinn von Art. 28 Abs. 1 MWSTG verwendet. Die Voraussetzungen für den 

Vorsteuerabzug sind nicht gegeben. 

6.3.4 Letztlich wäre selbst – entgegen der aktuellen Beweislage – bei der 

Annahme der Gewährung eines Darlehens von der Beschwerdeführerin 

an die B._______ kein Vorsteuerabzug zulässig. Die Gewährung des 

Darlehens wäre für die Beschwerdeführerin zwar der unternehmerischen 

Tätigkeit zuzurechnen, diesfalls würde jedoch keine Leistung von 

verbrauchsfähigen Gütern vorliegen. Die Auszahlung und Rückzahlung 

eines Darlehensbetrages stellt keine mehrwertsteuerrelevante Leistung 

dar (vgl. dazu oben Ziff. 4.2). Infolgedessen würde die Darlehensgewäh-

rung auch nicht als Eingangsleistung qualifizieren, und es wäre der auf 

dem Darlehen verbuchte Vorsteuerabzug zu Unrecht erfolgt. 

A-1009/2014 

Seite 16 

6.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorsteuerbeträge von 

Fr. 4'444.- bzw. Fr. 4'000.- zu Recht nachbelastet wurden. Die Beschwer-

de ist demzufolge abzuweisen. 

7.  

Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 1'800.-- festzu-

setzen sind, der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der von der Beschwerdeführerin einbezahlte Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- ist zur Bezahlung der Verfahrenskos-

ten zu verwenden. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'800.-- festgesetzt und der Be-

schwerdeführerin auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3. 

Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

A-1009/2014 

Seite 17 

4. 

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Monique Schnell Luchsinger 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift 

hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 

die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-

weismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizule-

gen (Art. 42 BGG). 

 

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