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**Case Identifier:** 7a309a69-cecf-5c20-a8bf-135c7ae9a5dd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.09.2023 UV 2023/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-13_2023-09-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/13

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 13.10.2023

Entscheiddatum: 14.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
Gestützt auf die Beurteilung des beratenden Arztes der Suva und die 
gesamte Aktenlage ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 
als Rückfall postulierten Beschwerdebild und dem Unfallereignis vom 6. 
April 2021 nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Folglich hat die 
Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die mit der Rückfallmeldung 
vom 9. November 2021 geltend gemachten Schulterbeschwerden zu Recht 
abgelehnt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2023, UV 
2023/13).

Entscheid vom 14. September 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn 

und Christiane Gallati Schneider; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

UV 2023/13

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als (…) bei der B.___ AG angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als 

er am 6. April 2021 Material aus dem Regal im (…) nahm, wobei ihm eine (…) aus der 

Hand rutschte und ihm auf die rechte Schulter fiel (Suva-act. 1). Vom 19. bis 23. April 

2021 wurde der Versicherte von Dr. med. C.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, zu 

100 % krankgeschrieben (Suva-act. 2), worüber die Arbeitgeberin des Versicherten die 

Suva mit Schadenmeldung UVG vom 20. April 2021 informierte (Suva-act. 1). Mit 

Schreiben vom 22. April 2021 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie für die 

Folgen des Berufsunfalls vom 6. April 2021 die Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld) übernehme (Suva-act. 5). Im Arztzeugnis UVG vom 24. 

April 2021 nannte Dr. C.___ als Diagnose eine Schulterkontusion rechts und verordnete 

als Behandlung Schonung sowie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR). Weiter gab er 

an, dass mit dem Behandlungsabschluss voraussichtlich in einer Woche zu rechnen sei 

(Suva-act. 6). Mit E-Mail vom 29. April 2021 setzte die Arbeitgeberin die Suva darüber 

in Kenntnis, dass der Versicherte die Arbeit am 26. April 2021 wieder habe aufnehmen 

können (Suva-act. 7).

A.a. 

Am 9. November 2021 erstattete die Arbeitgeberin des Versicherten der Suva eine 

Rückfallmeldung mit Rückfalldatum 8. November 2021. Sie hielt unter anderem fest, 

dass die Schmerzen beim Versicherten seit April 2021 bestehen würden. Damals sei 

A.b. 

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eine Entzündung in der Schulter vermutet worden, deren Heilung gemäss ärztlicher 

Information längere Zeit dauern könne. Da der Versicherte aktuell immer noch starke 

Schmerzen habe, habe er am 8. November 2021 nochmals seinen Hausarzt Dr. C.___ 

kontaktiert. Es werde eine MRT-Untersuchung durchgeführt, da der Verdacht auf einen 

Muskelriss bestehe (Suva-act. 8).

Mit Arztzeugnis UVG vom 22. November 2021 berichtete Dr. C.___, dass dem 

Versicherten nach dessen Angaben am 6. April 2021 eine ca. 50 kg schwere (…) auf die 

rechte Schulter gefallen sei, als er diese vom Regal habe nehmen wollen. Initial sei es 

dem Versicherten unter nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) und Schonung besser 

gegangen, jedoch habe er seither konstante Schmerzen bei kleinsten Belastungen. 

Eine MRT-Untersuchung der rechten Schulter vom 10. November 2021 (vgl. dazu 

Suva-act. 17) habe eine ausgedehnte ossäre Signalstörung sowohl im 

Akromioklavikulargelenk (AC-Gelenk) auf der akromialen Seite als auch im lateralen 

Klavikulaende mit kleinen subchondralen Geröllzysten im AC-Gelenk im Sinne einer 

aktivierten AC-Arthrose, vermehrte Flüssigkeit periartikulär sowie auch eine Einengung 

des subakromialen Raumes mit wenig Flüssigkeit subdeltoideal im Sinne einer 

begleitenden Bursitis zur Darstellung gebracht. Eine am 11. November 2021 

durchgeführte Infiltration des AC-Gelenkes rechts habe nur zu einer leichten Linderung 

der Schmerzen geführt. Der Versicherte sei nun an eine Orthopädie überwiesen 

worden. Das orthopädische Konsil sei noch ausstehend. Der Versicherte sei vom 8. bis 

21. November 2021 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und sei vom 22. bis 26. 

November 2021 zu 50 % arbeitsunfähig (Suva-act. 14; zu den attestierten 

Arbeitsunfähigkeiten vgl. ferner Suva-act. 9 f. und 15).

A.c. 

Am 29. November 2021 wurde der Versicherte bei Dr. med. D.___, FMH 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Orthopädie 

Z.___, vorstellig. Dieser hielt im dazu ergangenen Sprechstundenbericht vom 2. 

Dezember 2021 anamnestisch fest, dass der Versicherte seit dem Vorfall vom 6. April 

2021 ausgeprägte arbeitslimitierende Schmerzen im anterolateralen Schulteraspekt 

verspüre. Es bestünden auch ein ausgeprägter Nachtschmerz und einschiessende 

Schmerzen bei jeder Bewegung. Kurzfristig habe sich unter konservativer Therapie eine 

gewisse Besserung gezeigt. Seit zwei Wochen sei es jedoch wieder zu einer massiven 

Schmerzzunahme gekommen. Weiter führte Dr. D.___ aus, dass das wenigstens 

A.d. 

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partielle positive Ansprechen auf die durchgeführte AC-Gelenksinfiltration für eine 

primär symptomatische AC-Gelenksarthropathie beweisend sei. Aufgrund des 

erheblichen Leidensdrucks des Versicherten sei auf dessen Wunsch hin eine möglichst 

zeitnahe arthroskopische AC-Gelenk-Resektion besprochen worden (Suva-act. 22).

Am 2. Dezember 2021 führte Dr. D.___ beim Versicherten bei der Diagnose einer 

traumatisierten ACG-Arthropathie der Schulter rechts sowie einer Bursitis 

subacromialis eine Schulterarthroskopie rechts mit subacromialer Bursectomie, AC-

Gelenk-Resektion und anterolateraler Acromioplastik durch (Suva-act. 30).

A.e. 

In einer Aktenbeurteilung vom 7. Dezember 2021 kam der beratende Arzt der Suva, 

Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie (D), zum 

Schluss, dass die mit der Rückfallmeldung geltend gemachten Beschwerden an der 

Schulter rechts überwiegend wahrscheinlich nicht kausal zum Ereignis vom 6. April 

2021 seien. Es handle sich um eine Aktivierung einer vorbestehenden AC-

Gelenksarthrose, welche durch das Ereignis vom 6. April 2021 vorübergehend, jedoch 

nicht richtungsgebend verschlimmert worden sei. Mit dem Erlangen der 

Arbeitsfähigkeit zum 26. April 2021 sei der Erkrankungsvorzustand überwiegend 

wahrscheinlich erreicht gewesen. Die aktuell geltend gemachten Beschwerden seien 

überwiegend wahrscheinlich dem degenerativen Vorzustand geschuldet (Suva-act. 24). 

Mit gleichentags verfasstem Schreiben teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die 

medizinischen Unterlagen keinen sicheren oder wahrscheinlichen 

Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 6. April 2021 und den 

Schulterbeschwerden rechts zeigen würden. Gemäss Beurteilung des ärztlichen 

Dienstes sei es beim Ereignis vom 6. April 2021 zu einer Aktivierung eines 

unfallfremden Vorzustandes gekommen. Bereits Ende April 2021 sei aus medizinischer 

Sicht der Endzustand der rein unfallbedingten Beschwerden eingetreten. Die Suva 

erbringe aufgrund dieser Situation keine Versicherungsleistungen (Suva-act. 26).

A.f. 

Im Sprechstundenbericht zur ersten nach der AC-Gelenk-Resektion geplanten 

Verlaufskontrolle vom 10. Dezember 2021 hielt Dr. D.___ unter anderem fest, dass der 

Fall von der Suva aufgrund der vorbestehenden AC-Degeneration nicht ganz 

unerwartet abgelehnt worden sei. Der Versicherte wolle sich dennoch um eine 

A.g. 

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Wiedererwägung bemühen, da er bis zum Trauma absolut beschwerdefrei gewesen sei 

(Suva-act. 36).

Mit Schreiben vom 20. Dezember 2021 teilte der Versicherte der Suva mit, dass 

durch den Unfall vom 6. April 2021 in seinem Schultergelenk eine Entzündung 

entstanden sei. Die Beschwerden seien initial durch Medikamente und Schonung 

behandelt worden. Aufgrund einer anderen Untersuchung einige Wochen später, habe 

er seinen Arzt auf die anhaltenden Schmerzen aufmerksam gemacht. Ihm sei mitgeteilt 

worden, dass länger anhaltende Schmerzen normal seien und die Heilung des Unfalls 

Zeit benötige. Am 8. November 2021 habe er den Arzt erneut konsultiert und ihn 

wiederum auf die anhaltenden Schmerzen aufmerksam gemacht. Da der Arzt diese 

Heilungsdauer als nicht mehr normal eingestuft habe, sei eine MRT-Untersuchung 

angeordnet worden und er sei anschliessend operativ behandelt worden. Er bitte die 

Suva, den Sachverhalt anhand seiner Ausführungen erneut zu prüfen. Die Schmerzen 

im Schultergelenk seien auf das Unfallereignis vom 6. April 2021 zurückzuführen (Suva-

act. 33). In einem Telefonat vom 5. Januar 2022 teilte die Suva dem Versicherten mit, 

dass er die Angelegenheit doch mit seinem Arzt besprechen solle. Sollte dieser die 

Meinung der Suva nicht teilen, könne der Arzt der Suva gerne eine entsprechende 

Stellungnahme zukommen lassen, woraufhin die Suva mit ihrem beratenden Arzt 

nochmals Rücksprache halten könne (Suva-act. 34). Im Sprechstundenbericht zur 

gleichentags stattgehabten Verlaufsuntersuchung hielt Dr. D.___ fest, dass sich ein 

sehr erfreulicher Verlauf mit stadiengerechten Restbeschwerden zeige. Die 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit müsse aufgrund der noch anhaltenden Belastungsintoleranz noch 

bis zur nächsten Kontrolle verlängert werden. Sollte der Versicherte körperlich leichte 

Tätigkeiten ausführen können, wäre eine frühere Aufnahme der Arbeit grundsätzlich 

möglich (Suva-act. 36).

A.h. 

In einer Aktenbeurteilung vom 25. Januar 2022 hielt Dr. E.___ fest, dass die Suva 

weiterhin an der Leistungsablehnung festhalten könne. Zur Begründung seiner 

Einschätzung verwies er auf seine Aktenbeurteilung vom 7. Dezember 2021 (Suva-act. 

37). Gleichentags verfügte die Suva die mit Schreiben vom 7. Dezember 2021 

angekündigte Leistungsablehnung (Suva-act. 39).

A.i. 

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B.  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch die Orion 

Rechtsschutzversicherung AG, am 23. Februar 2022 Einsprache (Suva-act. 46). Am 17. 

Mai 2022 reichte er eine ergänzende Einsprachebegründung (Suva-act. 51) zusammen 

mit einer Aktenbeurteilung von Dr. med. F.___, FMH Chirurgie, spez. Traumatologie, 

orthopädische Schulterchirurgie, vom 7. April 2022 (Suva-act. 52) ein. Dr. F.___ war 

zum Schluss gekommen, dass die geltend gemachten Schulterbeschwerden mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgen des Unfalls vom 6. April 2021 seien und die 

am 2. Dezember 2021 durchgeführte Operation ohne Trauma nicht indiziert gewesen 

wäre (Suva-act. 52).

B.a. 

In einer Aktenbeurteilung vom 13. Juni 2022 setzte sich Dr. E.___ mit der 

Einschätzung von Dr. F.___ auseinander und hielt an seiner Beurteilung, wonach mit 

der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit am 30. (recte: 26.) April 2021 die 

Unfallfolgen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als abgeheilt zu bewerten seien, 

fest. Eine Rückfallkausalität sei nicht ersichtlich (Suva-act. 56).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 17. Januar 2023 wies die Suva die Einsprache des 

Versicherten ab (Suva-act. 60).

B.c. 

Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. L. Keller, St. Gallen, am 20. 

Februar 2023 Beschwerde. Er beantragte, der Einspracheentscheid vom 17. Januar 

2023 sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, 

ihm die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei ein 

Gutachten in Auftrag zu geben, das sich insbesondere mit der Frage der Kausalität 

auseinandersetze. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer eine angemessene 

Nachfrist für die Begründung der Beschwerde (act. G 1). In der innert erstreckter 

Nachfrist (vgl. act. G 2 ff.) eingereichten Beschwerdeergänzung vom 6. April 2023 hielt 

der Beschwerdeführer – abgesehen vom verfahrensrechtlichen Antrag auf Ansetzung 

einer Nachfrist – an den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 7).

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die mit 

der Rückfallmeldung vom 9. November 2021 geltend gemachten Schulterbeschwerden 

zu Recht abgelehnt hat.

2.  

Mit Schreiben vom 19. April 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin unter 

Verweis auf die Begründung im Einspracheentscheid die vollumfängliche Abweisung 

der Beschwerde. Auf die Erstattung einer umfassenden Beschwerdeantwort verzichtete 

sie (act. G 10).

C.b. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet somit die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die Tatfrage 

nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das 

Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die 

Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine 

Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu 

beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; KOSS UVG-Nabold, N 53 und 

59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., 

S. 55 und 58 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

2.1. 

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ergebenden Haftung praktisch keine selbständige Rolle (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 

V 102 E. 3b, 118 V 291 f. E. 3a und 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt sie erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche oder adäquate Ursache 

des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich 

auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (allenfalls 

krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne den Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2, und vom 11. Juni 2007, U 

290/06, E. 3.3 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b mit Hinweisen; 

KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht (zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6).

2.2. 

Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. 

Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer 

vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, sodass es 

erneut zu ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu einer weiteren 

Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen wird dann gesprochen, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die 

zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen 

schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Dementsprechend können 

sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur auslösen, wenn 

zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten 

Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 118 V 296 f. E. 2c). Der 

Unfallversicherer kann bezüglich Rückfälle oder Spätfolgen nicht auf der Anerkennung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder bei früheren Rückfällen 

2.3. 

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3.  

behaftet werden, da die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 

Der Nachweis, dass zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten 

Beschwerdebild und dem Unfall ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, obliegt 

dem Versicherten (Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, 

E. 2.2).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a). Auch den Berichten beratender Ärzte und Ärztinnen von Versicherungen 

kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden. Soll ein 

Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 

werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 

auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen 

der beratenden Ärzteschaft, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa im Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 

2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

2.4. 

Die Beschwerdegegnerin hat die ihr am 9. November 2021 gemeldeten 

Beschwerden als Rückfall zum Unfall eingestuft (vgl. Suva-act. 60). Dies wird von Dr. 

F.___ in seiner medizinischen Beurteilung vom 7. April 2022 kritisiert. Zwar habe der 

Beschwerdeführer am 26. April 2021 seine Arbeit wieder aufgenommen, jedoch sei es 

damals zu keinem Behandlungsabschluss gekommen und es handle sich somit bei den 

am 9. November 2021 gemeldeten Beschwerden um keinen Rückfall, zumal auch nie 

ein freies (gemeint wohl: beschwerdefreies) Intervall bestanden habe (Suva-act. 52). 

Zunächst zu prüfen ist somit, ob die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die 

ihr am 9. November 2021 gemeldeten Schulterbeschwerden unter dem Gesichtspunkt 

eines Rückfalls oder des Grundfalls zu beurteilen ist.

3.1. 

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Wenn und solange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion 

steht, hat der Unfallversicherer einen Fallabschluss mittels Verfügung vorzunehmen 

(vgl. Art. 49 ATSG). Erlässt er stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses 

jedenfalls regelmässig dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person 

nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt. Standen allerdings in einem gewissen 

Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann auch ein Rückfall vorliegen, 

ohne dass der versicherten Person vorgängig mitgeteilt worden war, dass der Fall 

abgeschlossen und die Leistungen eingestellt würden. Entscheidend ist, ob zum 

damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, dass keine 

Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten werden. Diese 

Beurteilung hat im Rahmen einer ex-ante Betrachtung unter Berücksichtigung der 

konkreten Umstände zu erfolgen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem 

bisherigen Verlauf eine entscheidende Bedeutung zu. Lag ein vergleichsweise 

harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, der nur während relativ kurzer Zeit 

Leistungen erforderte, ist tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten 

Abschluss auszugehen als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. 

Andererseits ist der Leistungsanspruch auch dann unter dem Aspekt des Grundfalls 

und nicht eines Rückfalls zu prüfen, wenn die versicherte Person während der 

leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden 

gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben sind, die das Geschehen über das 

betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (zum Ganzen Urteile des 

Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 4.1, und vom 26. August 

2008, 8C_433/2007, E. 2.3; je mit Hinweisen).

3.2. 

Dem Beschwerdeführer fiel gemäss Angaben in der Schadenmeldung UVG vom 

20. April 2021 eine (…) auf die Schulter (Suva-act. 1). Er konnte zunächst 

weiterarbeiten und wurde erst einige Tage später für eine kurze Zeit von seinem 

Hausarzt Dr. C.___ zu 100 % krankgeschrieben (Suva-act. 1 f. und 6). Dr. C.___ ging 

von einer Schulterkontusion rechts aus. Ausser NSAR und Schonung ordnete er keine 

weiteren Behandlungen an und ging von einem voraussichtlichen 

Behandlungsabschluss innert einer Woche aus (Suva-act. 6). Die Arbeitgeberin 

informierte die Beschwerdegegnerin darüber, dass der Beschwerdeführer die Arbeit am 

26. April 2021 wieder habe aufnehmen können (Suva-act. 7). Erst am 8. November 

2022 suchte der Beschwerdeführer Dr. C.___ erneut auf und klagte über 

Schulterbeschwerden, die sich zwar anfänglich unter NSAR und Schonung gebessert, 

jedoch persistiert hätten (Suva-act. 9 und 14; vgl. ferner Suva-act. 8-2).

3.3. 

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Angesichts des nicht allzu gravierenden Unfallereignisses, der daraus 

resultierenden Schulterbeschwerden ohne echtzeitlichem Nachweis ernsthafter 

Unfallfolgen, der Weiterarbeit nach dem Unfallereignis bzw. der erst verzögert 

eingetretenen Arbeitsunfähigkeit, der innert kurzer Zeit wieder vollständig erlangten 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich schweren Tätigkeit sowie des von Dr. C.___ in 

Aussicht gestellten Behandlungsabschlusses innerhalb einer Woche war bei einer ex-

ante Betrachtung grundsätzlich anzunehmen, dass es zu keinen weiteren 

Behandlungen oder einer weiteren Arbeitsunfähigkeit mehr kommen würde. Dies gilt 

umso mehr, als gemäss Aktenlage bis zur Rückfallmeldung vom 9. November 2021 bei 

der Beschwerdegegnerin keine weiteren Abrechnungen oder Meldungen bezüglich des 

Unfalls mehr eingegangen sind, die auf fortdauernde Beschwerden oder Behandlungen 

schliessen lassen. Zwar behauptet der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 20. 

Dezember 2021 nun, fortdauernd an Beschwerden gelitten zu haben und die 

Beschwerden einmal auch gegenüber Dr. C.___ erwähnt zu haben (vgl. Suva-act. 33). 

Dass Schulterbeschwerden bereits vor dem 8. November 2021 (vgl. dazu Suva-act. 8 

f.) Thema einer Sprechstunde gewesen wären, geht aus dem Arztzeugnis von Dr. C.___ 

vom 22. November 2021 jedoch nicht hervor (vgl. Suva-act. 14). Wie Dr. E.___ zu Recht 

ausgeführt hat, sind denn auch keine Quittungen für einen fortdauernden 

Medikamentenbezug oder Rechnungen für physiotherapeutische Behandlungen 

aktenkundig (Suva-act. 56-6). Die Behauptung von Dr. F.___, wonach 

physiotherapeutische Behandlungen stattgefunden hätten (Suva-act. 52-1), ist somit 

aktenwidrig. Der Beschwerdeführer selber spricht in dem von Dr. F.___ zitierten 

Schreiben an die Beschwerdegegnerin (Suva-act. 33-2) auch nicht von einer 

Physiotherapie, sondern gibt an, nach dem Unfallereignis einzig durch den Einsatz von 

Medikamenten und Schonung behandelt worden zu sein (Suva-act. 52-1). Die 

Annahme von Dr. F.___, wonach der Beschwerdeführer seit dem Unfallereignis 

durchgehend an Beschwerden gelitten habe, beruht also einzig auf der vom 

Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Behandlungsaufnahme vom 8. 

November 2021 behaupteten Beschwerdepersistenz. Die Aktenlage zeigt, wie soeben 

dargelegt, ein anderes Bild (vgl. dazu auch die stimmigen Ausführungen von Dr. E.___ 

in seiner Aktenbeurteilung vom 13. Juni 2022; Suva-act. 56-6). Dazu kommt, dass der 

Beschwerdeführer gegenüber Dr. C.___ und Dr. D.___ angegeben hat, dass sich die 

Beschwerden anfänglich gebessert hätten (vgl. Suva-act. 14-1 und 22-1), und 

gegenüber Dr. D.___ am 29. November 2021 berichtet hat, dass seit zwei Wochen eine 

massive Schmerzzunahme bestehe (Suva-act. 22-1). Über Monate hinweg ist es dem 

Beschwerdeführer denn auch möglich gewesen, in einer schweren körperlichen 

Tätigkeit zu arbeiten bevor er sich wegen der Schulterbeschwerden wieder in ärztliche 

Behandlung begeben hat. Zusammenfassend durfte demzufolge mit hinreichender 

3.4. 

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4.  

Zuverlässigkeit angenommen werden, die Unfallfolgen seien geheilt und es werde 

deswegen keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. 

Die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die mit der Rückfallmeldung vom 9. 

November 2021 geltend gemachten Schulterbeschwerden ist in beweisrechtlicher 

Hinsicht somit auch ohne Mitteilung des Fallabschlusses an den Beschwerdeführer 

unter dem Gesichtspunkt eines Rückfalls und nicht des Grundfalls zu prüfen (zum 

Ganzen vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, 

E. 4.3).

Zu prüfen ist somit, ob zwischen dem Unfall vom 6. April 2021 und den am 9. 

November 2021 erneut gemeldeten Schulterbeschwerden ein natürlicher 

Kausalzusammenhang mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, sodass 

ein Rückfall bejaht werden kann. Die Beschwerdegegnerin verneint die 

Rückfallkausalität (vgl. act. G 10; vgl. Suva-act. 39 und 60) gestützt auf die 

Beurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. E.___ (Suva-act. 24, 37 und 56). 

Demgegenüber beruft sich der Beschwerdeführer auf die Beurteilung von Dr. F.___ (vgl. 

act. G 7), welcher eine Unfallkausalität der Schulterbeschwerden und damit der am 2. 

Dezember 2021 durchgeführten Operation annimmt (Suva-act. 52).

4.1. 

Dr. F.___ begründet seine Einschätzung damit, dass eine Kontusionsverletzung 

durch einen schweren Gegenstand (…) sehr wohl geeignet gewesen sei, das AC-

Gelenk erheblich zu verletzen (Suva-act. 52-2). Vorbestehende degenerative 

Veränderungen des AC-Gelenkes seien zwar klar belegt, jedoch seien sie 

altersentsprechend normal und nicht vermehrt. Solche Veränderungen seien schon in 

jungen Jahren sehr häufig, v.a. bei Sportlern und bei handwerklich arbeitenden 

Menschen. Die normalen degenerativen Veränderungen würden auch in Form von 

kleinen Zysten akromial- und claviculaseitig beschrieben (Suva-act. 52-2 f.). Dass in 

der beinahe acht Monate nach dem Unfallereignis durchgeführten MRT-Untersuchung 

noch sehr starke posttraumatische Signale und Veränderungen nachweisbar gewesen 

seien, deute darauf hin, dass der Unfall nicht einfach zu einer einfachen Kontusion, 

sondern zu einer Verletzung des AC-Gelenks geführt habe, mithin mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eine Mitverletzung des Diskus articularis des AC-Gelenkes bewirkt 

habe. Eine solche Verletzung heile in der Regel nicht spontan ab, sondern bedürfe 

einer operativen Korrektur, wie dies beim Beschwerdeführer der Fall gewesen sei. Die 

Entfernung des zerstörten Diskus und der Resektion der akromialen und claviculären 

Ränder des Gelenks seien dann die Therapie der Wahl. Die Operation sei insofern die 

logische, notwendige Folge der Verletzung des AC-Gelenks mit Verletzung des Diskus 

4.2. 

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articularis. Es sei nicht anzunehmen, dass ohne Trauma dieselbe Operation je hätte 

durchgeführt werden müssen, da der Beschwerdeführer asymptomatisch gewesen sei 

und die meisten AC-Arthrosen asymptomatisch verlaufen würden (Suva-act. 52-3 und 

52-5). Die enge Nachbarschaft des AC-Gelenks zur Bursa subacromialis erkläre 

überdies die Mitbeteiligung dieser Struktur bei der Verletzung. Die Verletzung des 

Diskus articularis habe meist einen Erguss und Entzündungserscheinungen 

intraartikulär im AC-Gelenk zur Folge mit anhaltenden Schmerzen. Dies treffe beim 

Beschwerdeführer zu. In der Folge könne der Diskus durch die Verletzung selbst sowie 

die folgenden, dauernden Bewegungen und die Entzündung sogar vollständig 

aufgerieben und resorbiert werden, was zur Folge habe, dass die Arthrose schnell 

progredient werde. Bei einer späteren Operation sei dann häufig kein Diskus mehr 

nachweisbar, sondern seien lediglich ein Erguss oder stärkere arthrotische 

Veränderungen ersichtlich (Suva-act. 52-4). Die durch das Trauma erlittenen 

anatomischen Veränderungen würden den protrahierten Verlauf und die 

Operationsindikation erklären (Suva-act. 52-3 und 52-5 f.).

Beim Beschwerdeführer haben also unbestrittenermassen bereits vor dem 

Unfallereignis arthrotische Veränderungen im AC-Gelenk bestanden. Eine Arthrose 

kann denn auch keine primäre Unfallverletzung darstellen. Sie ist vielmehr eine 

degenerative Erkrankung, die als unfallkausaler Gesundheitsschaden lediglich 

sekundär, d.h. als Spätfolge einer primären Unfallverletzung – beispielsweise einer 

Gelenksfraktur – auftritt (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. 

Aufl. 2005, S. 580 f., 740, 1175 und 1183; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. 

Aufl. 2017, S. 152; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 134; Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Februar 2018, UV 2016/23, E. 

4.3). Dr. F.___ ist aber offenbar der Ansicht, dass es zu einer unfallbedingten Verletzung 

des Diskus articularis mit Mitbeteiligung der Bursa subacromialis und dadurch zu 

einem Prozess gekommen sei, der Arthrosen begünstigt bzw. den arthrotischen 

Prozess beschleunigt habe (vgl. oben E. 4.2).

4.3. 

 Der von Dr. F.___ postulierten Mitverletzung des Diskus articularis hält Dr. E.___ in 

seiner Aktenbeurteilung vom 13. Juni 2022 in überzeugender Weise entgegen, dass 

weder im Operationsbericht vom 2. Dezember 2021 (Suva-act. 30) noch in der MRT-

Untersuchung vom 10. November 2021 (Suva-act. 23) eine Verletzung des Diskus 

articularis dokumentiert sei, sodass eine solche von Dr. F.___ lediglich vermutet werden 

könne. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei eine derartige Verletzung nicht 

nachgewiesen. Zwar gesteht Dr. E.___ ein, dass im Falle einer Mitverletzung des Diskus 

articularis, wie von Dr. F.___ gut erklärt, bei einer späteren Operation häufig kein Diskus 

4.4. 

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mehr nachweisbar sei, weil dieser durch die Folge der Verletzungen, die folgenden 

Dauerbewegungen sowie durch die Entzündung vollständig aufgerieben und resorbiert 

werden könne. Allerdings weist Dr. E.___ in schlüssiger Weise auf den zeitlichen 

Zusammenhang hin, der auch nicht ausser Acht gelassen werden dürfe. Sieben 

Monate seien keinesfalls ausreichend, um einen Diskus articularis zur kompletten 

Auflösung zu bringen. Hierzu bedürfe es mehrerer Jahre (Suva-act. 56-9). Passend 

dazu erklärt Dr. E.___, dass auch derart schwere arthrotische Veränderungen, wie sie in 

der MRT-Untersuchung sieben Monate nach dem Unfall beschrieben worden seien, 

rein patho-anatomisch nicht innerhalb von sieben Monaten entstehen könnten, 

sondern es hierzu mehrerer Jahre bedürfe (Suva-act. 56-7).

Was Dr. F.___ – abgesehen von der postulierten, jedoch durch die Ausführungen 

von Dr. E.___ in Einklang mit der Aktenlage in Abrede gestellten Verletzung des Diskus 

articularis – mit in der MRT-Untersuchung noch sichtbaren starken posttraumatischen 

Signalen und Veränderungen meint, führt er in seiner Beurteilung nicht erklärend aus 

und gibt namentlich keine Begründung dafür ab, weshalb die Signale aus seiner Sicht 

unfallkausal sind (vgl. Suva-act. 52-3). Die ausgedehnte ossäre Singnalstörung wird im 

MRT-Bericht im Zusammenhang mit der Akromioklavikulararthrose genannt (Suva-act. 

17-1). Die arthrotischen Veränderungen an sich, können, wie bereits dargelegt (vgl. 

oben E. 4.3 f.), gerade nicht überwiegend wahrscheinlich als unfallkausal eingestuft 

werden. Dr. E.___ hat betreffend die von Dr. F.___ angesprochenen Signale sodann 

schlüssig ausgeführt, dass die MRI-Signale vielmehr ein klarer Hinweis für die 

andauernde und permanente Be- und Überlastung des degenerativ vorgeschädigten 

Schultergelenkes mit seinen Auswirkungen auf die benachbarten knöchernen 

Strukturen seien. Die am Gelenk beteiligten Knochenanteile, namentlich das 

aussenseitige Schlüsselbein sowie die Schulterhöhe, würden patho-

physiologischerweise versuchen, über eine metabolische Stoffwechseländerung den 

Druck stellvertretend zu übernehmen, welchen das degenerativ erheblich 

vorgeschädigte Gelenk nicht mehr ausreichend zu kompensieren vermöge (die 

Knochenenden würden den Druck des Gelenks abfangen und würden dadurch breiter, 

respektive würden die im Operationsbericht aufgeführten Knochennasen bilden). Dies 

zeige sich regelhaft in der Steigerung des Signals in der MRT-Bildgebung, analog zu 

einem sogenannten "Bone bruise" bei einer Kniegelenksarthrose (Suva-act. 56-8). 

Sollte es sich tatsächlich um posttraumatische Signale gehandelt haben, wäre nach 

dem Unfallereignis überdies in aller Regel eine sofort einsetzende starke 

Schmerzhaftigkeit inklusive Arbeitsunfähigkeit zu erwarten gewesen, was beim 

Beschwerdeführer nicht der Fall gewesen sei (Suva-act. 56-7).

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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Aus dem Umstand, dass Dr. F.___ eine Kontusionsverletzung durch einen 

schweren Gegenstand als durchaus geeignet erachtet, eine Binnenverletzung des AC-

Gelenks herbeizuführen (Suva-act. 52-2), lässt sich im vorliegenden Fall, in dem 

entsprechende traumatische Verletzungen, wie soeben dargelegt, nicht überwiegend 

wahrscheinlich ausgewiesen sind, ebenfalls wenig zu Gunsten einer Unfallkausalität 

ableiten. Wie Dr. E.___ zu Recht darauf hingewiesen hat, betrifft die Aussage von Dr. 

F.___ ohnehin nur den Bereich des Möglichen, ohne damit dem Beweismass der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu entsprechen (vgl. Suva-act. 56-6, oben).  Auch 

ist es wenig überzeugend, wenn Dr. F.___ einerseits von dem Unfallmechanismus der 

Kontusion auf eine erhebliche Verletzung im AC-Gelenk schliesst (Suva-act. 52-2, 

oben), andererseits umgekehrt aber auch aufgrund der in der MRT-Untersuchung 

nachgewiesenen Verletzung ein schweres Kontusionstrauma ausmacht (Suva-act. 

52-3). Die Schwere der Kontusion stellt Dr. E.___ überdies in Abrede, da laut ihm 

gerade die Tatsache, dass die MRT-Untersuchung verspätet und nicht zeitnah zum 

Unfallereignis durchgeführt worden ist, gegen ein schweres Kontusionstrauma spricht. 

Auch die nach dem Ereignis vom 6. April 2021 zunächst fortgesetzte Berufstätigkeit 

spricht gemäss Dr. E.___ gegen ein schweres Kontusionstrauma, da ein solches eine 

Weiterarbeit mit hoher Wahrscheinlichkeit verunmöglicht hätte (Suva-act. 56-7).

4.6. 

Dass die meisten AC-Arthrosen gemäss übereinstimmender Aussage von Dr. F.___ 

und Dr. E.___ asymptomatisch verlaufen (Suva-act. 52-5 und 56-9), belegt im 

vorliegenden Fall keine Unfallkausalität der am 2. Dezember 2021 durchgeführten 

Operation. Wie Dr. E.___ zu Recht ausgeführt hat (vgl. Suva-act. 56-9), ist die AC-

Gelenksarthrose des Beschwerdeführers gerade nicht asymptomatisch verlaufen. 

Schliesslich lässt sich auch aus dem Umstand, dass die Schulter des 

Beschwerdeführers vor dem Unfall möglicherweise asymptomatisch gewesen ist (vgl. 

Suva-act. 52-5), nicht auf einen Kausalzusammenhang zwischen den seit dem 8. 

November 2021 geklagten Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis vom 6. April 

2021 schliessen. Eine gesundheitliche Schädigung gilt beweisrechtlich nämlich nicht 

schon dann als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten ist 

(Unzulässigkeit der Beweismaxime "post hoc ergo propter hoc"; Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. August 2020, 8C_772/2019, E. 4.2.2 mit vielen Hinweisen).

4.7. 

Zusammenfassend vermögen die Ausführungen von Dr. F.___ die Einschätzung 

von Dr. E.___, wonach eine Rückfallkausalität nicht ersichtlich sei (vgl. namentlich 

Suva-act. 56-9), nicht in Zweifel zu ziehen. Vielmehr ist gestützt auf die Aktenlage ein 

natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem als Rückfall postulierten 

Beschwerdebild und dem Unfallereignis vom 6. April 2021 nicht überwiegend 

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

wahrscheinlich ausgewiesen. Folglich hat die Beschwerdegegnerin eine 

Leistungspflicht für die mit der Rückfallmeldung vom 9. November 2021 geltend 

gemachten Schulterbeschwerden zu Recht abgelehnt.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 17. Januar 2023 abzuweisen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG). Entsprechend dem 

Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

5.2. bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
	Gestützt auf die Beurteilung des beratenden Arztes der Suva und die gesamte Aktenlage ist ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem als Rückfall postulierten Beschwerdebild und dem Unfallereignis vom 6. April 2021 nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Folglich hat die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die mit der Rückfallmeldung vom 9. November 2021 geltend gemachten Schulterbeschwerden zu Recht abgelehnt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2023, UV 2023/13).

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