# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c772e50a-7d9a-578c-882d-59286cf50bf0
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-22
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 22.04.2024 S 2022 126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-126_2024-04-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Sarah Schneider
Gerichtsschreiber: MLaw Mauriz Müller

U R T E I L  vom 22. April 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch B.________

gegen

HDI Global SE, Niederlassung Schweiz, Postfach, 8034 Zürich
Beschwerdegegnerin 
vertreten durch RA LL.M. C.________

betreffend

Unfallversicherung
(Zwischenverfügung betreffend Begutachtung)

S 2022 126

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Urteil S 2022 126

A.
A.a. Die 1973 geborene A.________ war seit dem 1. Dezember 2008 bei der 
D.________ AG, früher E.________ AG, zu 80 % als Logistikmanagerin angestellt und in 
dieser Eigenschaft bei der HDI Global SE obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsun-
fälle versichert. Mit Schadensmeldung vom 29. September 2017 machte die Versicherte 
geltend, am 15. September 2017 zusammen mit ihrem Partner bei einem Ausflug in Mal-
lorca vom Blitz getroffen worden zu sein (UV-act. K1). Am 14. Juni 2018 verfügte die HDI 
Global SE die Ablehnung der Übernahme der Leistungen per 7. März 2018. Begründend 
wurde angeführt, dass ein Unfallereignis nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sei und keine eindeutigen Indizien vorliegen, welche die 
"überwiegend wahrscheinliche" Annahme eines unfallkausalen Zusammenhangs rechtfer-
tigen würden (UV-act. K104). Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache 
(UV-act. K111) wies die HDI Global SE mit Einspracheentscheid vom 8. April 2020 ab 
(UV-act. K126). Die dagegen erhobene Beschwerde der Versicherten vom 14. Mai 2020 
(UV-act. K131) wurde vom Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Urteil S 2020 59 vom 
5. Januar 2022 (UV-act. 137) in dem Sinne gutgeheissen, als der Einspracheentscheid 
vom 8. April 2020 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der Er-
wägungen und zum anschliessenden Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen wurde. Begründet wurde dies insbesondere dadurch, dass das Vorliegen bzw. 
Wegfallen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhanges nicht abschliessend 
beurteilt werden könne, weshalb die Sache zur Einholung einer Expertise an die HDI Glo-
bal SE zurückzuweisen sei. Die Expertise habe mindestens in den Fachrichtungen Psych-
iatrie, Neurologie und Neuropsychologie zu erfolgen, wobei die Gutachterstelle zu beurtei-
len habe, ob weitere medizinische Gebiete miteinzubeziehen seien (E. 6.3). Gegen dieses 
Urteil wurden keine Rechtsmittel ergriffen und es erwuchs in Rechtskraft. 

A.b. Mit Schreiben vom 16. März 2022 stellte die HDI Global SE der Rechtsvertrete-
tung der Versicherten ein Formular zur Sachverhaltsabklärung zu (UV-act. K141), welches 
am 19. April 2022 ausgefüllt bei der HDI Global SE eingegangen ist (UV-act. K143). Dar-
aufhin informierte die HDI Global SE die Rechtsvertretung der Versicherten mit Schreiben 
vom 12. Mai 2022 (UV-act. K148), dass sie beabsichtige, entweder die F.________ GmbH 
bzw. Dr. phil. G.________, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, Dr. med. 
H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und Dr. med. 
I.________ Facharzt für Neurologie, oder die Klinik J.________ bzw. Dr. med. 
K.________, Facharzt Neurologie, Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, und Prof. Dr. rer. nat. M.________, Fachpsychologe für Neuropsy-

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Urteil S 2022 126

chologie FSP, mit einer interdisziplinären Begutachtung zu beauftragen. Mit diesem 
Schreiben stellte sie der Rechtsvertretung der Versicherten ebenfalls die Fragenkataloge 
für die Gutachterstelle zu und gab die Möglichkeit, bis zum 27. Mai 2022 (im Nachgang er-
streckt bis zum 30. Juni 2022; UV-act. K151 f.) allfällige Einwendungen betreffend die 
Gutachterstelle und Ergänzungsfragen mitzuteilen. 

A.c. Mit Schreiben vom 22. Juni 2022 beantragte die Versicherte über ihre Rechtsver-
tretung unter Verweis auf jeweils entsprechende Beschwerden zusätzliche Gutachten in 
den Bereichen Oto-Rhino-Laryngologie, Allgemeine/Innere Medizin, Kardiologie, Ophthal-
mologie und Pneumologie. Für die Begutachtung schlug sie das Begutachtungsinstitut N. 
vor. Ferner wies sie darauf hin, dass es sich bei der Begutachtung um eine vorwiegend 
rückwirkende Beurteilung handeln werde und vermerkte entsprechende Ergänzungsfragen 
(UV-act. K153). 

A.d. Am 6. Juli 2022 wurde das Verfahren anlässlich eines Telefongespräches zwi-
schen der Rechtsvertretung der Versicherten und der zuständigen Fachspezialistin seitens 
der HDI Global SE im Hinblick auf eine mögliche Vergleichslösung sistiert (UV-act. K154 
und K155). Mit Telefonat vom 15. Juli 2022 teilte die Rechtsvertreterin der Versicherten 
mit, dass diese von einer Vergleichslösung absehe, woraufhin die HDI Global SE die Sis-
tierung am 16. Juli 2022 aufhob (UV-act. K156).

A.e. Am 8. September 2022 (UV-act. 159) erliess die HDI Global SE eine prozesslei-
tende Zwischenverfügung, in welcher sie entschied, dass eine polydisziplinäre Begutach-
tung mindestens in den Fachbereichen Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie zu 
erstatten sei, wobei die Gutachtenstelle bei der Beauftragung darauf hingewiesen werde, 
dass sie die zu berücksichtigenden Fachbereiche selbst zu bestimmen habe. Ferner ent-
schied sie, dass die Gutachtenstelle die F.________ GmbH sein werde, wobei das neuro-
logische Teilgutachten durch Dr. G.________, das psychiatrische Teilgutachten durch
Dr. H.________ und das neurologische Teilgutachten durch Dr. I.________ zu erstatten 
sein werde. Letztlich hielt sie am Fragenkatalog gemäss Schreiben vom 12. Mai 2022 fest 
mit der Ergänzung, die Zusatzfragen der Versicherten sowie der IV Stelle WAS Wirtschaft 
Arbeit Soziales Luzern der Gutachtenstelle zusätzlich vorzulegen (S. 5). 

B. Am 7. Oktober 2022 erhob die Versicherte (nachfolgend die Beschwerdeführerin) 
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug und beantragte die Aufhebung der 
Verfügung vom 8. September 2022 und die Rückweisung der Sache zur Durchführung 

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eines Einigungsverfahrens (act. 1 S. 2). Sie machte geltend, dass die Beschwerdegegne-
rin Art. 7j ATSV verletzt habe, da sie keinen Einigungsversuch durchgeführt habe (act. 1 
S. 5-7). Weiter brachte sie vor, dass sie sich für die Klinik J.________ – und nicht die 
F.________ – entschieden hätte, wenn die Beschwerdegegnerin auf ihren Vorschlägen 
beharrt hätte (act. 1 S. 7).

C. Mit Vernehmlassung vom 1. März 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde (act. 6 S. 3). 

D. Am 7. März 2023 beantragte die Beschwerdeführerin anlässlich der Vernehmlas-
sung Akteneinsicht in die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Aktenstücke 
act. K155 und act. K156, um sich zur Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin äussern 
zu können (act. 8). Die entsprechenden Aktenstücke wurden der Beschwerdeführerin mit 
Schreiben vom 9. März 2023 zur Vernehmlassung zugestellt (act. 9).

E. Mit Replik vom 16. März 2023 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest 
(act. 10 S. 5). 

F. Mit Duplik vom 7. Juli 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin erneut die Abwei-
sung der Beschwerde (act. 16 S. 2). Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit notwendig 
– erwägungsweise einzugehen sein.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Nach Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide oder Verfügun-
gen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. Im 
Kanton Zug beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 des Verwaltungsrechtspflegegeset-
zes (VRG; BGS 162.1) sowie § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum 
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (BGS 842.5) das Verwaltungsgericht als einzi-
ge kantonale Instanz Beschwerden aus dem Gebiet der eidgenössischen Sozialversiche-
rung, für die das Bundesrecht eine kantonale Rechtsmittelinstanz vorsieht. Örtlich zustän-
dig ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur 

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Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Die Beschwerdeführe-
rin hat Wohnsitz in O.________, Kanton Zug, womit das Verwaltungsgericht des Kantons 
Zug örtlich und sachlich zuständig ist. Die angefochtene Verfügung wurde am 8. Septem-
ber 2022 (UV-act. 159) erlassen; die 30-tätige Beschwerdefrist gemäss Art. 60 Abs. 1 
ATSG ist mit der Beschwerde vom 7. Oktober 2022 gewahrt. Bei der vorliegend angefoch-
tenen Verfügung handelt es sich um eine Zwischenverfügung im Sinne von Art. 55 Abs. 1 
ATSG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG; SR 172.021), welche grundsätzlich selbständig mit Beschwerde anfechtbar 
ist, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (Art. 46 Abs. 1 
lit. a VwVG; BGE 132 V 93 Erw. 6.1). Im Rahmen einer verfassungs- und konventionskon-
formen Auslegung ist die Eintretensvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden 
Nachteils für das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren zu bejahen, zumal die nicht sach-
gerechte Begutachtung in der Regel einen rechtlichen und nicht nur einen tatsächlichen 
Nachteil bewirken kann. Vorliegend macht die Beschwerdeführerin mit der Verletzung von 
Art. 7j der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; 
SR 830.11) und der fehlenden Durchführung eines Einigungsverfahrens einen formellen 
Verfahrensfehler geltend, der ihr Mitwirkungsrecht beschlägt und somit einen tatsächlichen 
Nachteil bewirkt. Die Eintretensvoraussetzung des nicht wieder gutzumachenden Nach-
teils ist demnach in casu erfüllt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfü-
gung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält Antrag 
und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die 
Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 
der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Im Abklärungsverfahren der Invalidenversicherung und der Unfallversicherung gel-
ten grundsätzlich die gleichen Verfahrensbestimmungen, so namentlich die Art. 43 ff. 
ATSG. Folglich finden in diesen beiden Sozialversicherungszweigen auch die gleichen 
Verfahrens-, Gehörs-, und Partizipationsrechte Anwendung. Am 1. Januar 2022 sind die 
Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG sowie die Änderung vom 3. November 2021 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten, was mit 
Änderungen des ATSG sowie der ATSV einhergegangen ist. Weil in zeitlicher Hinsicht – 
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1) und die an-
gefochtene Zwischenverfügung vom 8. September 2022 und somit nach dem Inkrafttreten 
der genannten Änderungen datiert, ist vorliegend die Gutachtensanordnung nach den ab 

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1. Januar 2022 geltenden Normen zu prüfen (vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Schwyz I 2022 34 vom 10. November 2022 E. 2.4).

3.
3.1 Gemäss dieser ab dem 1. Januar 2022 geltenden Gesetzeslage gestaltet sich die 
Gutachtenseinholung folgendermassen: Der Versicherungsträger bestimmt die Art und 
den Umfang der notwendigen Abklärungen (Art. 43 Abs. 1bis ATSG). Erachtet der Versi-
cherungsträger im Rahmen von medizinischen Abklärungen ein Gutachten als notwendig, 
so legt er je nach Erfordernis fest, ob die Begutachtung mono-, bi- oder polydisziplinär 
durchzuführen ist (Art. 44 Abs. 1 ATSG). Muss der Versicherungsträger zur Abklärung des 
Sachverhaltes ein Gutachten bei einem oder mehreren unabhängigen Sachverständigen 
einholen, so gibt er der versicherten Person deren Namen bekannt. Diese kann innert 
zehn Tagen Ausstandsgründe gemäss Art. 36 Abs. 1 ATSG gegen die Sachverständigen 
vorbringen und Gegenvorschläge machen (Art. 44 Abs. 2 ATSG). Gemäss Art. 36 Abs. 1 
ATSG treten Gutachter in den Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse 
haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten. 

3.2 Lehnt eine Partei eine Sachverständige oder einen Sachverständigen nach Art. 44 
Abs. 2 ATSG ab, so hat der Versicherungsträger die Ausstandsgründe zu prüfen. Liegt 
kein Ausstandsgrund vor, so ist ein Einigungsversuch durchzuführen (Art. 7j Abs. 1 
ATSV). Der Einigungsversuch kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden und ist 
in den Akten zu dokumentieren (Art. 7j Abs. 2 ATSV). Hält der Versicherungsträger trotz 
Ablehnungsantrag an den vorgesehenen Sachverständigen fest, so teilt er dies der Partei 
durch Zwischenverfügung mit (Art. 44 Abs. 4 ATSG). 

4. Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob ein Einigungsversuch durchgeführt hätte 
würden müssen bzw. ob ein solcher durchgeführt und Art. 7j Abs. 1 ATSV entsprechend 
gewahrt wurde. 

4.1 Zunächst gilt es zu prüfen, ob vorliegend ein Einigungsversuch durchgeführt hätte 
werden müssen. Lehnt eine Partei eine Sachverständige oder einen Sachverständigen 
nach Art. 44 Abs. 2 ATSG ab, so hat der Versicherungsträger die Ausstandsgründe zu 
prüfen. Liegt kein Ausstandsgrund vor, so ist ein Einigungsversuch durchzuführen (Art. 7j 
Abs. 1 ATSV). Der Einigungsversuch kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden 
und ist in den Akten zu dokumentieren (Art. 7j Abs. 2 ATSV).

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4.1.1 Die Beschwerdegegnerin begründete ihre prozessleitende Zwischenverfügung 
insbesondere damit, dass mangels Geltendmachung eines Ausstandsgrundes i.S.v. 
Art. 44 Abs. 2 i.V.m. Art. 36 Abs. 1 ATSG kein Anlass bestehe, Ausstandsgründe zu prü-
fen und einen Einigungsversuch i.S.v. Art. 7j ATSV durchzuführen (UV-act. K159 S. 4). 
Unbestritten hat die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 22. Juni 2022 (UV-act. 
K153) keine Ausstandsgründe i.S.v. Art. 36 ATSG vorgebracht. Nebenbei zu erwähnen ist 
diesbezüglich, dass die Beschwerdeführerin auch insoweit sie in ihrer Beschwerde geltend 
macht, dass einer der vorliegend verfügten Gutachter ein in Deutschland ansässiger 
"Flugarzt" sei, welcher mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraut sei (act. 1 S. 7), kei-
nen formellen Ausstandsgrund i.S.v. Art. 36 Abs. 1 ATSG vorbringt. Gemäss Art. 36 ATSG 
treten Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder vorzube-
reiten haben, in Ausstand, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse haben oder 
aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten. Nur diese gesetzlichen 
Ausstandsgründe formeller Art können gemäss der seit dem 1. Januar 2022 geltenden 
Fassung des ATSG vorgebracht werden (vgl. auch Urteil des Sozialversicherungsgerichts 
des Kantons Basel-Stadt UV.2023.1 vom 6. Juli 2023 E. 3.1.4). Bei den durch die Be-
schwerdeführerin in der Beschwerde vorgebrachten Gründen handelt es sich um materiel-
le Einwendungen, die gegebenenfalls zusammen mit dem Endentscheid zu überprüfen 
sind (vgl. BGE 132 V 93 E. 6.5, BGer 8C_863/2017 vom 23. April 2018 E. 3). In dieser 
Hinsicht erweist sich die Beschwerde als unbegründet. 

4.1.2 Es kann daher festgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin einen Gegenvor-
schlag vorgebracht, aber keinen Ausstandsgrund i.S.v. Art. 36 Abs. 1 ATSG geltend ge-
macht hat. Fraglich ist daher, ob ein Ausstandsgrund geltend gemacht werden muss, da-
mit ein Einigungsversuch i.S.v. Art. 7j ATSV durchgeführt werden muss. 

4.1.3 Für die Beurteilung dieser Frage ist es zentral, diese im Kontext der Entstehungs-
geschichte dieses Artikels zu betrachten. Die in die Vernehmlassung gegebene Formulie-
rung des Art. 7j ATSV sah noch vor, dass ein Einigungsversuch bei Vorliegen eines 
Ausstandsgrundes vorzunehmen sei.

Art. 7j Einigungsversuch 

1 Lehnt eine Partei eine Sachverständige oder einen Sachverständigen nach Artikel 44 Ab-

satz 2 ATSG ab, so hat der Versicherungsträger die Ausstandgründe zu prüfen. Liegt ein 

solcher vor, ist ein Einigungsversuch durchzuführen.

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Diese Formulierung wurde im Rahmen der Vernehmlassung stark kritisiert (Bericht über 
die Ergebnisse der Vernehmlassung des Bundesamts für Sozialversicherungen 2021 zu 
den Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung [Weiterentwicklung des IV], S. 61). Der Verordnungstext wurde entsprechend 
umformuliert und lautet in der geltenden Fassung: 

Art. 7j Einigungsversuch

1 Lehnt eine Partei eine Sachverständige oder einen Sachverständigen nach Artikel 44 Ab-

satz 2 ATSG ab, so hat der Versicherungsträger die Ausstandsgründe zu prüfen. Liegt kein 

Ausstandsgrund vor, so ist ein Einigungsversuch durchzuführen.

4.1.4 Im Kontext der Entstehungsgeschichte dieses Artikels und aus dem erläuternden 
Bericht des Bundesamtes für Sozialversicherungen nach der Vernehmlassung wird klar, 
dass das Einigungsverfahren bei jeglichen Einwendungen und genau nicht dann zur An-
wendung gelangen soll, wenn ein Ausstandsgrund vorliegt (Erläuternder Bericht [nach 
Vernehmlassung] des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 3. November 2021 zu 
den Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung [Weiterentwicklung des IV], S. 7, nachfolgend Erläuternder Bericht BSV). In die-
sem Falle – bei Vorliegen eines Ausstandsgrundes – darf der oder die mit einem 
Ausstandsgrund behaftete Sachverständige selbstredend nicht gewählt werden (vgl. auch 
Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt UV.2022.7 vom 29. Sep-
tember 2022 E. 4.10; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz I 2022 34 vom 
10. November 2022 E. 5.2.4). So lässt die am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Formulie-
rung des Art. 7j ATSV explizit die Möglichkeit offen – wie dies mit Blick auf das Ziel einer 
möglichst einvernehmlichen Gutachtenseinolung auch sinnvoll erscheint – , dass eine Ab-
lehnung auch ohne Ausstandsgrund kundgetan werden kann. Präzise für vorliegenden 
Fall ist die Vornahme eines Einigungsversuches gesetzlich vorgesehen (s. auch Erläu-
ternder Bericht BSV, S. 74). Nun kann es nicht angehen, obwohl dies die Formulierung 
des Art. 44 ATSG (vgl. E. 3) und der Verweis in Art. 7j ATSV auf die Ablehnung i.S.v. Art. 
44 Abs. 2 ATSG vermuten lassen könnten, dass zwingend ein Ausstandsgrund geltend 
gemacht werden muss, um die Pflicht zur Vornahme eines Einigungsversuches auszulö-
sen. Dies würde dazu führen, dass die Parteien bei Bedenken in Bezug auf eine Gutach-
tenstelle einen Ausstandsgrund i.S.v. Art. 36 ATSG – auch im Wissen, dass ein solcher 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2002/569/de#art_7_j

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nicht gegeben sein dürfte – geltend machen müssten, um auf eine Einigung i.S.v. Art. 7j 
ATSV hinzuwirken. 

4.1.5 Deshalb besteht die Pflicht zur Prüfung der Ausstandsgründe und gegebenenfalls 
zur Durchführung eines Einigungsverfahrens bereits bei Ablehnung der oder des Sachver-
ständigen unabhängig davon, ob Ausstandsgründe geltend gemacht werden oder nicht 
bzw. gerade eben dann, wenn andere Ablehnungsgründe als Ausstandsgründe vorge-
bracht werden (vgl. auch Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz I 2022 34 
vom 10. November 2022 E. 5.2.4). Auch das im Rahmen mit dieser Gesetzesrevision vom 
Bundesamt für Sozialversicherungen herausgegebene Hintergrunddokument spricht von 
einem Einigungsverfahren bei Uneinigkeit über die (und nicht bei Befangenheit der) zuge-
wiesenen Sachverständigen (Hintergrunddokument Medizinische Begutachtung und Ver-
fahren des Bundesamts für Sozialversicherungen vom 3. November 2021, S. 2, nachfol-
gend Hintergrunddokument BSV). Dass die Beschwerdeführerin in ihrem Schreiben vom 
22. Juni 2022 wie vorliegend unbestritten keine Ausstandsgründe i.S.v. Art. 44 Abs. 2 
i.V.m. Art. 36 Abs. 1 ATSG geltend gemacht hat, ist für die Pflicht zur Durchführung des 
Einigungsverfahrens entsprechend nicht relevant.

4.2 Weiter macht die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung und Duplik gel-
tend, dass die Beschwerdeführerin die Gutachterstelle nicht abgelehnt habe und deshalb 
kein Einigungsverfahren durchzuführen gewesen sei (act. 6 S. 7; act. 16 S. 2). Die Be-
schwerdeführerin macht hingegen geltend, dass ihr Vorschlag, eine andere Gutachterstel-
le zu beauftragen, klar zum Ausdruck gebracht habe, dass sie die von der Beschwerde-
gegnerin vorgeschlagene Gutachterstelle ablehne (act. 10 S. 2).

4.2.1 Die Beurteilung, ob vorliegend die Pflicht zur Durchführung eines Einigungsversu-
ches i.S.v. Art. 7j ATSV greift, hat im Kontext des Sinn und Zwecks dieses auf den 1. Ja-
nuar 2022 neu eingeführten Artikels zu erfolgen.

4.2.2 Bereits vor Einführung dieses Artikels schrieb die bundesgerichtliche Rechtspre-
chung vor, die einvernehmliche Gutachtenseinholung in den Vordergrund zu stellen und 
anerkannte, dass eine auf beiderseitigem Einverständnis beruhende Begutachtung zu 
tragfähigeren Beweisergebnissen führe und auf bessere Akzeptanz stosse (BGE 137 V 
210 E. 3.4.2.6; Massimo Aliotta in: Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des Sozialversi-
cherungsrechts, 2020, Art. 44 ATSG, N 47 m.w.H.). Dieser Leitgedanke prägte sodann 
auch die Entstehung dieses Verordnungsartikels. Das Bundesamt für Sozialversicherun-

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gen erläuterte den Art. 7j ATSV (in seiner Fassung nach der Vernehmlassung) folgender-
massen: Vor dem Entscheid soll allerdings wenn immer möglich eine Einigung zwischen 
dem Versicherungsträger und der versicherten Person erreicht werden, damit eine einver-
nehmliche Wahl der Sachverständigen erfolgen kann (Erläuternder Bericht BSV, S. 16). 
Ebenfalls in diesem Sinne hielt das Bundesamt für Sozialversicherungen im Hintergrund-
dokument zur Verabschiedung dieses Artikels fest, dass das Einigungsverfahren bei Unei-
nigkeit über die zugewiesenen Sachverständigen im Hinblick auf eine möglichst einver-
nehmliche Gutachtenseinholung klar geregelt werde. Die Erfahrung zeige, dass eine auf 
beiderseitigem Einverständnis beruhende Begutachtung zu tragfähigeren Beweisergeb-
nissen führen sollen, die bei der betroffenen Person zudem auf bessere Akzeptanz sties-
sen (Hintergrunddokument BSV, S. 2). 

4.2.3 In Rückmeldung auf die von der Beschwerdegegnerin am 12. Mai 2022 (UV-act. 
K148) vorgeschlagenen Gutachterstellen F.________ GmbH und Klinik J.________, 
Zürich, schlug die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 22. Juni 2022 (UV-act. K153) 
als Gutachterstelle das Begutachtungsinstitut N. vor. Weder traf sie eine Wahl zwischen 
den von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Gutachterstellen, noch erwähnte sie 
diese mit einem Wort. Daraus ist ersichtlich, dass sie die von ihr als Gegenvorschlag ein-
gebrachte Gutachterstelle beiden vorgeschlagenen Gutachterstellen vorzog. Obwohl die 
Beschwerdeführerin die vorgeschlagenen Gutachterstellen vorliegend nicht explizit abge-
lehnt hat, hätte die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer Verpflichtung zur Hinwirkung 
auf eine Einigung die ablehnende Haltung und Zweifel der Beschwerdeführerin an den 
vorgeschlagenen Gutachterstellen sowie die Gründe für Benennung des Begutachtungs-
institut N. als Gutachterstelle ernst nehmen und gegebenenfalls nachfragen sollen. Sinn 
und Zweck von Art. 7j ATSV ist es nicht, eine formelle Ablehnung einzuholen, sondern die 
Versicherungsträger anzuhalten, auf eine einvernehmliche Gutachtenseinholung hinzuwir-
ken, welche sodann zu tragfähigeren Beweisergebnissen führen soll (vgl. Hintergrunddo-
kument BSV, S. 2). Hierzu gehört ebenfalls, bei offensichtlicher Unzufriedenheit der versi-
cherten Person zumindest zu versuchen eine Einigung anzustreben. Vorliegend hatte die 
Beschwerdegegnerin ursprünglich vor, der Beschwerdeführerin die Wahl zu lassen und 
entschied dann direkt selbst. Hierbei muss ihr klar gewesen sein, dass sie dies über den 
Kopf der Beschwerdeführerin hinweg tat. Folglich kann festgestellt werden, dass auf Basis 
der vorliegenden Sachlage ein Einigungsverfahren i.S.v. Art. 7j ATSV hätte durchgeführt 
werden müssen. 

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5.  Weiter ist zu prüfen, ob ein rechtsgenügliches Einigungsverfahren durchgeführt 
wurde. 
5.1 Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass sie aufgrund der telefonischen Mit-
teilung der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin vom 15. Juli 2022 darüber, dass die 
Beschwerdeführerin von einer Vergleichslösung absehe, davon habe ausgehen dürfen, 
dass der Einigungsversuch gescheitert war (act. 6 S. 7). Die Beschwerdeführerin hingegen 
wendet ein, dass es hierbei einzig um die Frage gegangen sei, ob in Bezug auf die UVG-
Leistungen ein Vergleich geschlossen werden könne (act. 10 S. 3). Dagegen wendet die 
Beschwerdegegnerin ein, dass sie, zumal die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt 
bereits das Begutachtungsinstitut N. als Gutachterstelle vorgeschlagen hatte, diese Ant-
wort dahingehend zu verstehen haben durfte, dass sie an keinerlei Vergleichslösung, auch 
nicht in Bezug auf die Gutachterstelle, interessiert war (act. 16 S. 3).

5.2 Es gestaltet sich vorliegend schwierig, die Telefongespräche im Nachhinein zu re-
konstruieren und zu beurteilen, wie die Gesprächspartner das Gesprochene verstanden 
haben bzw. hätten dürfen. Aus den Gesprächsnotizen der zuständigen Fachspezialistin 
der Beschwerdegegnerin ergibt sich, dass die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin 
anlässlich der telefonischen Nachfrage der Beschwerdegegnerin bzgl. des Eingangs eines 
Schreibens am 6. Juli 2022 anfragte, ob in diesem Fall allenfalls eine Vergleichslösung ge-
funden werden könne. Auf diese Frage habe die zuständige Fachspezialistin erwähnt, 
dass sie daran "nicht uninteressiert" seien und den "Betrag einer konkreten Forderung" 
der Beschwerdeführerin benötigen würden. Weiter ergibt sich aus den Gesprächsnotizen, 
dass die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin diesen Be-
trag per Ende August 2022 mitteilen würde und das Verfahren bis dahin zu sistieren sei 
(UV-act. K155). Ferner ergibt sich aus den Akten, dass die Rechtsvertretung der Be-
schwerdeführerin die zuständige Fachspezialistin am 15. Juli 2022 informierte, dass ihre 
Mandantin von einer Vergleichslösung absehe, worauf die Sistierung per sofort aufgeho-
ben wurde (UV-act. 156).

5.3 Bereits auf Basis dieser von der Beschwerdegegnerin eingereichten Akten lässt 
sich feststellen, dass die Sachlage, so wie sie von der Beschwerdegegnerin präsentiert 
wird, keinen gescheiterten Einigungsversuch i.S.v. Art. 7j ATSV darstellt und sie daraus 
entsprechend nichts zu ihren Gunsten ableiten kann. Der Einigungsversuch gemäss Art. 7j 
ATSV erfordert eine aktive Bemühung von Seiten des Versicherungsträgers und hat im 
Hinblick auf eine möglichst einvernehmliche Gutachtenseinholung (vgl. Hintergrunddoku-
ment BSV, S. 2) zu erfolgen. Vorliegend ist ersichtlich, dass sich die Gespräche über ei-

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nen allfälligen Vergleich auf den "Betrag einer konkreten Forderung" und entsprechend 
wohl auf die Leistung an die Beschwerdeführerin und nicht die Wahl einer Gutachterstelle 
bezogen haben. Aus den Gesprächsnotizen der zuständigen Fachspezialistin ist nicht er-
sichtlich, dass von Seiten der Beschwerdegegnerin ausreichende Bemühungen im Hin-
blick auf eine einvernehmliche Gutachtenseinholung unternommen wurden, um darin ei-
nen rechtsgenüglichen Einigungsversuch i.S.v. Art. 7j ATSV erkennen zu können. Ihrem 
Argument, dass das Begutachtungsinstitut N. zu diesem Zeitpunkt bereits durch die Be-
schwerdeführerin als Gutachterstelle vorgeschlagen worden sei und sie ihre Antwort da-
hingehend habe verstehen dürfen, dass die Beschwerdeführerin an keinerlei Vergleichslö-
sung, auch nicht in Bezug auf die Gutachterstelle, interessiert war (act. 16 S. 3), ist nicht 
zu folgen. Diesen Schluss hätte sie aufgrund ihrer Verpflichtung aus Art. 7j ATSV eben 
genau nicht machen dürfen und es wäre ihre Pflicht gewesen, sich aktiv um eine Einigung 
zu bemühen und allfällige Unklarheiten zu klären. Im Übrigen deutet die Tatsache, dass 
die Beschwerdegegnerin in der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. September 
2022 auf keinen gescheiterten Einigungsversuch hingewiesen und den Erlass der Verfü-
gung primär genau dahingehend begründet hat, dass ein solcher nicht nötig gewesen sein 
soll, klar darauf hin, dass auch die Beschwerdegegnerin zu diesem Zeitpunkt nicht davon 
ausging, dass es sich bei den Telefongesprächen mit der Rechtsvertretung der Beschwer-
deführerin um einen Einigungsversuch in Bezug auf die Auswahl der Gutachterstelle ge-
handelt hat. 

5.4 Daher lässt sich abschliessend feststellen, dass die Beschwerdegegnerin, welche 
zwei Gutachterstellen zur Wahl gestellt hatte, indem sie weder auf den Gegenvorschlag 
der Beschwerdeführerin einging noch im Hinblick auf eine Auswahl zwischen den vorge-
schlagenen Gutachterstellen nachfragte und ohne Weiteres direkt eine der beiden Gut-
achterstellen verfügte, gegen ihre Pflicht zur Hinwirkung auf eine möglichst einvernehmli-
che Gutachtenseinholung und Durchführung eines rechtsgenüglichen Einigungsversuchs 
i.S.v. Art. 7j ATSV verstossen hat. Sie hätte sich im Rahmen eines Einigungsversuches 
zumindest mit dem Vorschlag der Beschwerdeführerin auseinandersetzen (vgl. auch Urteil 
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt UV.2022.7 vom 29. September 
2022 E. 4.8; E. 4.10) und ihr bei Ablehnung ihres Vorschlages die Wahl zwischen den 
zwei ursprünglich vorgeschlagenen Gutachterstellen überlassen müssen. Die vorliegend 
geführten Telefonate mit der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin lassen keine sol-
chen Bemühungen erkennen und stellen entsprechend keinen Einigungsversuch i.S.v. Art. 
7j ATSV dar.

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Urteil S 2022 126

5.5 In Bezug auf die Argumentation, dass eine Rückweisung der Sache zur Durch-
führung eines Einigungsverfahrens zu einem formalistischen Leerlauf führen würde (act. 6 
S. 7; act. 16 S. 3), ist festzuhalten, dass der vorliegende Schriftenwechsel anlässlich des 
Gerichtsverfahrens – im Gegensatz zum von der Beschwerdegegnerin zitierten Entscheid 
I 2022 34 des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 10. November 2022 – nicht 
ergeben hat, dass ein Einigungsversuch offensichtlich keinen Nutzen hätte. Auch wenn die 
Beschwerdegegnerin nach einer Auseinandersetzung mit dem Vorschlag der Beschwerde-
führerin an den ursprünglichen Gutachterstellen festhalten sollte, so hat die Beschwerde-
gegnerin geltend gemacht, dass sie sich bei einer Wahl für die Klinik J.________ und nicht 
die F.________ GmbH entschieden hätte (act. 1 S. 7). Da nicht ersichtlich ist, dass die 
Beschwerdeführerin eine vergleichsweise Einigung in Bezug auf die Gutachterwahl abge-
lehnt hat – zumal vorliegend gar kein Einigungsversuch stattgefunden hat – , ist dieser 
Standpunkt der Beschwerdeführerin weder widersprüchlich noch wird er zu spät vorge-
bracht. 

5.6 Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen, die Zwischenverfügung vom 8. Septem-
ber 2022 aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines Einigungsverfahrens an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. 

6. Bei sozialversicherungsrechtlichen Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfah-
ren kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. fbis 
ATSG). Eine solche Kostenpflicht ist im Bereich der Unfallversicherung nicht vorgesehen, 
so dass das Verfahren für die Parteien kostenlos ist. In Anbetracht des Verfahrensaus-
gangs ist der Beschwerdeführerin zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschä-
digung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten. Mit Kostennote vom 16. März 2023 (act. 11) 
macht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin Aufwendungen von insgesamt 9.5 
Stunden sowie eine Administrativpauschale von 3% geltend, was der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses angemessen ist. Die Entschädigung ist 
demnach bei Anwendung des praxisgemässen Stundenansatzes von Fr. 250.– auf 
Fr. 2'634.60 (inkl. Barauslagen und MWST) festzulegen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Zwischenverfügung vom 8. September
2022 aufgehoben und die Sache zur Durchführung eines Einigungsverfahrens
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 2'634.60 (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Rechtsvertretung der Beschwerdegegnerin (im Doppel) sowie an das Bundesamt 
für Gesundheit, Bern.

Zug, 22. April 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am