# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1ea0728-9c10-5b5d-94a8-09e7a91d8e01
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.07.2023 D-4029/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4029-2023_2023-07-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4029/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Manuel Borla;   

Gerichtsschreiberin Sandra Bisig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Äthiopien,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 12. Juli 2023 / N (…). 

 

 

D-4029/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 2. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl nach-

suchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 12. Juli 2023 – tags darauf eröffnet – in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-

such nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich an-

ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz (spätestens) 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen den Ent-

scheid habe keine aufschiebende Wirkung, und die Aushändigung der edi-

tionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerdeführer 

verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Juli 2023 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzu-

heben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre Pflicht oder ihr Recht zum 

Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylverfahren zu-

ständig zu erklären, eventualiter sei der Fall zur erneuten Sachverhaltsfest-

stellung und zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung (inkl. Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses) ersuchte sowie beantragte, es sei im Sinne vorsorglicher Mass-

nahmen die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden 

seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Frankreich abzusehen, bis 

das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde entschieden habe, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht seit dem 

21. Juli 2023 in elektronischer Form vorliegen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

D-4029/2023 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass das SEM – wie sich auch aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt 

– den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig erhoben sowie 

allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen hat, weshalb der even-

tualiter gestellte Antrag auf Rückweisung der Sache abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

D-4029/2023 

Seite 4 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) 

die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort 

aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; 

vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-

ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende 

erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-

lin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht zwingend auszuüben ist, wenn 

die Durchsetzung einer Zuständigkeit gemäss Dublin-III-VO eine Verlet-

zung der EMRK bedeuten würde (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin III-Ver-

ordnung, Wien 2014, K2 zu Artikel 17),  

dass das Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert wird 

D-4029/2023 

Seite 5 

und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humanitä-

ren Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-

VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer gemäss Eintragung im zentralen Visa-Informa-

tionssystem (CS-VIS) am (…) 2023 von der französischen Botschaft in Ad-

dis Abeba (Äthiopien) ein Schengenvisum (gültig vom […] bis […] 2023) 

erhalten hatte, mit welchem er gemäss seinen Aussagen während des 

Dublin-Gesprächs vom 11. Mai 2023 am 21. März 2023 nach Frankreich 

reiste (vgl. Akten SEM […]-11/3 S. 1, vgl. auch […]-3/1), 

dass das SEM – basierend auf diesem Sachverhalt – die französischen 

Behörden am 11. Mai 2023 um Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt 

auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die französischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 10. Juli 

2023 gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO ausdrücklich zustimmten, 

dass die Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens des Beschwerdeführers somit grundsätzlich ge-

geben ist, 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Frankreich würden 

systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-

lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-

Grundrechtecharta mit sich bringen, 

dass Frankreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

D-4029/2023 

Seite 6 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 

und 3 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass an dieser Einschätzung und mithin an der konstanten Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts die in der Beschwerde – vor allem 

unter Hinweis auf Berichte der Asyldatenbank AIDA – geäusserte Kritik am 

Aufnahmesystem Frankreichs (insb. Vorwurf des fehlenden beziehungs-

weise verzögerten Zugangs zu Unterbringung und medizinischer Versor-

gung) nichts zu ändern vermag, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die französischen Behörden würden sich weigern ihn aufzuneh-

men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Frankreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden,  

dass der Beschwerdeführer mit seinen Beschwerdevorbringen zur Unter-

bringungssituation in Frankreich (inkl. des unsubstanziierten Vorbringens 

betreffend seine angeblich auf der Strasse schlafenden Kollegen) keine 

konkreten Hinweise für die Annahme dargetan hat, die französischen Be-

hörden würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehen-

den minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er sich bei einer vo-

rübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an die französi-

schen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen 

auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass betreffend der anlässlich des Dublin-Gesprächs vom Beschwerdefüh-

rer geäusserten Angst, in Frankreich seinen Schleppern zu begegnen, zu-

nächst festzuhalten ist, dass aufgrund seiner Vorbringen nicht nachvoll-

ziehbar ist, weshalb er diesbezüglich – wie von ihm vorgebracht – um sein 

Leben fürchtet (vgl. Akten SEM […]-11/3 S. 1 f.), 

D-4029/2023 

Seite 7 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung sodann zu Recht festhielt, 

er könne sich an die zuständigen staatlichen Stellen wenden, sollte er sich 

in Frankreich vor Übergriffen durch Privatpersonen fürchten oder sogar sol-

che erleiden, zumal Frankeich ein Rechtsstaat sei, welcher über eine funk-

tionierende Polizeibehörde verfüge, die sowohl als schutzwillig wie auch 

als schutzfähig gelte, 

dass sich der Beschwerdeführer auch an die Polizei wenden kann, wenn – 

wie in der Beschwerde vorgebracht – seine Schlepper ihn (wie angeblich 

bereits zuvor) wieder dazu zwingen, Dinge (vermutlich Drogen) zu verkau-

fen oder anderen Personen zu überbringen, 

dass er aus seiner Behauptung in der Beschwerde, Asylsuchende und ins-

besondere auch Flüchtlinge aus Afrika würden von der französischen Poli-

zei schlecht geschützt, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, 

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde schliesslich geltend macht, 

bei einer Überstellung nach Frankreich drohe ihm eine Verschlechterung 

seines Gesundheitszustandes, 

dass dazu festzuhalten ist, dass eine zwangsweise Rückweisung von Per-

sonen mit gesundheitlichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen 

Verstoss gegen Art. 3 EMRK und mithin ein Überstellungshindernis darstel-

len kann, 

dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in 

einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in 

Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-

nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. 

BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-

schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),  

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR 

aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-

schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-

staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen 

und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands 

ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen 

Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§§ 180–193 m.w.H.), 

D-4029/2023 

Seite 8 

dass dies – soweit aus den Akten ersichtlich – im vorliegenden Fall für die 

Situation des Beschwerdeführers, der gemäss eigenen Aussagen im Dub-

lin-Gespräch und seinen Ergänzungen in der Beschwerde an körperlichen 

Schmerzen ([…]schmerzen, […]schmerzen […], […]-, […]-, sowie 

[…]schmerzen) und an Stress, Angespanntheit sowie Einschlafproblemen 

leidet, nicht zutrifft, 

dass er gemäss der vorinstanzlichen Abklärung beim zuständigen Gesund-

heitsdienst nur einmalig (wegen Schmerzen in den […] und […]schmerzen) 

vorstellig wurde (vgl. Akten SEM […]-25/1) und vom Gesundheitsdienst 

bisher offenbar keine ärztlichen Abklärungen als dringlich notwendig erach-

tet wurden, 

dass aufgrund der Aktenlage nicht davon auszugehen ist, dass seitens des 

Gesundheitsdienstes einzig deshalb keine ärztlichen Abklärungen veran-

lasst wurden, weil es – wie in der Beschwerde in unsubstanziierter Weise 

vorgebracht – keinen Übersetzer für den Arzt gegeben habe, 

dass im Übrigen ohnehin allgemein bekannt ist, dass Frankeich über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, 

dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-

eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie), 

dass der Beschwerdeführer aus seiner Behauptung in der Beschwerde, 

wonach er in Frankreich die ersten drei Monate (nach Registrierung) nur 

Zugang zu einer Notfallbehandlung in wenigen Zentren und mithin mona-

telang keinen Zugang zu einer adäquaten medizinischen respektive psy-

chologischen Behandlung hätte, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten ver-

mag, 

dass aufgrund des bereits Ausgeführten sodann – sofern in der Beschwer-

de überhaupt gerügt – nicht ersichtlich ist, weshalb das SEM die behaup-

teten gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers hätte ärztlich ab-

klären lassen sollen, 

D-4029/2023 

Seite 9 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

die Überstellung nach Frankreich in Anwendung von Art. 44 AsylG eben-

falls zu Recht angeordnet hat, 

dass an dieser Einschätzung die weiteren Beschwerdevorbringen nichts zu 

ändern vermögen, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist, 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos 

erweisen, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-4029/2023 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Sandra Bisig 

 

 

Versand: