# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4d95ad1-058b-5c8c-843f-53755b94b45f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.07.2009 SK.2008.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2008-18_2009-07-08.pdf

## Full Text

Entscheid vom 8. Juli 2009 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Präsident, 
Daniel Kipfer Fasciati und Miriam Forni,  
Gerichtsschreiberin Helen Rüegsegger  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Adrian 
Ettwein, Staatsanwalt des Bundes,  

 gegen 

 
 1. A., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Beat 

Zürcher, 

2. B., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Dino 
Degiorgi, 

3. C., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Miche-
le Naef, 

4. D., erbeten verteidigt durch Fürsprecher Pat-
rick Lafranchi, 

5. E., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Marc 
Labbé, 

6. F., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Marc 
Wollmann, 

7. G., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Peter 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2008.18 
 

 

 

- 2 - 

von Ins, 

8. H., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Franz 
Müller und amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt Daniele Timbal, 

9. I., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Andrea 
Janggen,  

 
und 
 
als Drittbetroffene: 
 
1. J., vertreten durch Rechtsanwalt Luigi Mattei, 

 

2. K., vertreten durch Rechtsanwalt Luigi Mattei, 
 

3. L. SA, vertreten durch Rechtsanwalt Luigi 
Mattei,  
 

4. M. LTD., 
 

5. N., vertreten durch Rechtsanwalt Renzo Gal-
fetti, 
 

6. O. Stiftung, vertreten durch Rechtsanwalt 
Renzo Galfetti,  
 

7. P., vertreten durch Rechtsanwalt Michele 
Rusca,  
 

8. Q., vertreten durch Rechtsanwalt Michele 
Rusca, 
 

9. R., vertreten durch Rechtsanwalt Michele 
Rusca, 
 

10. S. Stiftung, 
 

11. T. SA, 
 

- 3 - 

12. U. EST.,  
 

13. V., vertreten durch Rechtsanwalt Venerio 
Quadri, 
 

14. W. SA,  
 

15. X. SA,  
 

16. Y. SA,  
 

17. Z. SA,  
 

18. AA. TRUST,  
 

19. BB. SA, 
 

20. CC.,  
 

21. DD., vertreten durch Fürsprecher Marc Woll-
mann,  
 

22. EE. SA, 
 

23. FF.,  
 

24. GG. SA, 
 

25. HH. SA, 
 

26. II., vertreten durch Rechtsanwalt Emanuele 
Stauffer, 
 

27. JJ., vertreten durch Rechtsanwalt Davide Cor-
ti,  
 

28. KK. SA, vertreten durch Fürsprecher Andrea 
Janggen, 
 

- 4 - 

29. LL., vertreten durch Rechtsanwalt Robert Vo-
gel, 
 

30. MM. EST.,  
 

 

Gegenstand 
 

Kriminelle Organisation, Geldwäscherei 

 

- 5 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

I. A. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Anfang 2001 im Kanton Tessin, Montenegro und anderswo im 
Sinne von Ziff. 4.1.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit ab Anfang Oktober 1993 bis 
anfangs 2001 in der Schweiz und anderswo, als Mitglied einer Verbrechensorga-
nisation im Sinne von Ziff. 4.1.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

II. C. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Anfang 2001 im Kanton Tessin, Montenegro und anderswo im 
Sinne von Ziff. 4.2.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Oktober 1993 bis Ende 
2002 in der Schweiz und in Liechtenstein, als Mitglied einer Verbrechensorgani-
sation im Sinne von Ziff. 4.2.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungs-
haft, verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

- 6 - 

III. B. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Anfang 2001 in der Schweiz, Montenegro und anderswo im 
Sinne von Ziff. 4.3.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Oktober 1993 bis An-
fang 2002 in der Schweiz, in Liechtenstein und anderswo, als Mitglied einer 
Verbrechensorganisation im Sinne von Ziff. 4.3.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

IV. D. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Frühjahr 2000 in der Schweiz, namentlich in den Kantonen 
Jura und Tessin, in Andorra, Italien, Montenegro und anderswo im Sinne von 
Ziff. 4.4.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Anfang Oktober 1993 
bis Anfang 2002 in der Schweiz und anderswo, als Mitglied einer Verbrechensor-
ganisation im Sinne von Ziff. 4.4.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4,5 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungs-
haft, verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

- 7 - 

V. E. sei schuldig zu erklären 

1. der Unterstützung einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit von 
Sommer 1996 bis Anfang Frühjahr 2000 in der Schweiz im Kanton Jura, Andorra 
und anderswo im Sinne von Ziff. 4.6.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Sommer 1996 bis An-
fang 2002 in der Schweiz und Andorra, durch Erzielung eines grossen Umsatzes 
im Sinne von Ziff. 4.6.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. c 
sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt erlassen mit einer Probezeit von 
2 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, verbunden mit einer gericht-
lich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he. 

VI. F. sei schuldig zu erklären 

1. der Unterstützung einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit von 
Sommer 1996 bis Anfang Frühjahr 2000 in der Schweiz im Kanton Jura, Andorra 
und anderswo im Sinne von Ziff. 4.7.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Sommer 1996 bis An-
fang 2002 in der Schweiz und Andorra, durch Erzielung eines grossen Umsatzes 
im Sinne von Ziff. 4.7.2 der Anklageschrift, 

und sie sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 lit. c 
sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 9 Monaten, bedingt erlassen mit einer Probezeit von 
2 Jahren verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf sie entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he. 

- 8 - 

VII. G. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Anfang 2001 in der Schweiz in den Kantonen Tessin, Jura 
und anderswo im Sinne von Ziff. 4.8.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Anfang Oktober 1993 
bis Anfang 2002 in der Schweiz und anderswo, als Mitglied einer Verbrechensor-
ganisation im Sinne von Ziff. 4.8.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

VIII. H. sei schuldig zu erklären 

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. Januar 1995 bis Anfang 2001 in der Schweiz im Kanton Tessin, in Montenegro 
und anderswo im Sinne von Ziff. 4.9.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Januar 1995 bis Juli 
2000 in der Schweiz und anderswo, als Mitglied einer Verbrechensorganisation 
im Sinne von Ziff. 4.9.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

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IX. I. sei schuldig zu erklären  

1. der Beteiligung an einer kriminellen Organisation, begangen in der Zeit vom 
1. August 1994 bis Anfang 2001 in der Schweiz im Kanton Tessin, in Montenegro 
und anderswo im Sinne von Ziff. 4.10.1 der Anklageschrift, 

2. der Geldwäscherei, qualifiziert begangen in der Zeit von Januar 1995 bis Juli 
2000 in der Schweiz und anderswo, als Mitglied einer Verbrechensorganisation 
im Sinne von Ziff. 4.10.2 der Anklageschrift, 

und er sei in Anwendung der massgebenden gesetzlichen Bestimmungen, nament-
lich von Art. 260ter Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 3 und Art. 305bis Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 und 
Abs. 2 lit. a sowie von Art. 34, 40, 47, 48, 49, 51 StGB und Art. 171, 172 i.V.m. 
245 ff. BStP 

zu verurteilen 

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft, 
verbunden mit einer gerichtlich zu bestimmenden Geldstrafe, 

2. zu den auf ihn entfallenden Verfahrenskosten in gerichtlich zu bestimmender Hö-
he unter solidarischer Haftbarkeit für die gesamten Verfahrenskosten. 

X. Es seien bzw. es sei 

1. betreffend die Angeklagten A., C., B., D., G., H. und I. 

1.1 in Anwendung von Art. 72 evtl. Art. 70 StGB deren beschlagnahmte Vermö-
genswerte gemäss Anhang E, F und G zur Anklageschrift einzuziehen; 

1.2 gleichzeitig in Anwendung von Art. 71 StGB für die durch deren beschlag-
nahmten Vermögenswerte nicht gedeckte Deliktsbeträge für jeden einzelnen 
dieser Angeklagten auf eine entsprechende Ersatzforderung zu erkennen; 

2. für den Angeklagten E. in Anwendung von Art. 71 StGB auf eine Ersatzforderung 
von mindestens CHF 200'000.– zu erkennen; 

3. die bei den sogenannten Dritterwerbern beschlagnahmten Vermögenswerte ge-
mäss Anhang E, F und G zur Anklageschrift gestützt auf Art. 72 evtl. 70 StGB 
einzuziehen. 

XI. Es seien des weiteren 

1. die gemäss Ziff. IV der Anklageschrift im Sinne von Art. 53 BStP bestellten Si-
cherheiten bis zum Strafantritt der Verurteilten aufrecht zu erhalten; 

2. die Honorare der amtlichen Verteidiger gerichtlich festzusetzen; 

- 10 - 

3. die amtlichen Akten nach Rechtskraft des Urteils an die zuständigen Migrations-
dienste zwecks Prüfung ausländerrechtlicher Entfernungsmassnahmen zuzustel-
len; 

4. allenfalls weitere notwendige Verfügungen von Amtes wegen zu treffen. 

Anträge der Verteidigung von A.: 

1. A. sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Herrn A. sei für die ausgestandene Untersuchungshaft, für die ausgestandene 
persönliche Unbill, die Umtriebe im Zusammenhang mit der Strafuntersuchung 
(Reisespesen, auswärtige Verpflegung, etc.) sowie für den ihm durch die unge-
rechtfertigte Schliessung der L. SA entstandenen Schaden eine Entschädigung 
auszurichten, deren Höhe ins richterliche Ermessen gestellt wird. 

3. Soweit noch bestehend, seien die Ersatzmassnahmen aufzuheben, und es sei 
die geleistete Kaution freizugeben. 

4. Alle beschlagnahmten Vermögenswerte seien ohne Verzug herauszugeben. 

5. Die Kosten des Verfahrens seien der Schweizerischen Eidgenossenschaft auf-
zuerlegen. 

6. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die noch einzureichende 
Kostennote gerichtlich zu bestimmen, und es sei eine weitere Akontozahlung in 
gerichtlich zu bestimmender Höhe vor dem Erwachsen in Rechtskraft des Urteils 
zu entrichten. 

Anträge der Verteidigung von B.: 

1. B. sei vollumfänglich von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. B. sei für die zu Unrecht ausgestandene Untersuchungshaft ein Betrag von 
CHF 31'800.– (106 x CHF 300.–) sowie ein gerichtlich zu bestimmender Betrag 
als Ersatz für den durch dieses Verfahren erlittenen Schaden sowie für die erlit-
tene seelische Unbill zu bezahlen. 

3. Die Ersatzmassnahmen für die Untersuchungshaft seien aufzuheben und die 
Kaution sei der Berechtigten zurück zu erstatten. 

4. Alle beschlagnahmten Vermögenswerte seien sofort freizugeben. 

5. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft aufzuerlegen. 

6. Das definitive Honorar des amtlichen Verteidigers für die erste Instanz sei ge-
stützt auf das noch einzureichende Kostenverzeichnis gerichtlich festzulegen und 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Bezahlung aufzuerlegen. Ein Akon-
to in der Höhe von CHF 67'880.– sei innert 60 Tagen ab mündlicher Urteilseröff-
nung auszuzahlen, der Rest innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils. 

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Anträge der Verteidigung von C.: 

1. Herr C. sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. Herrn C. sei eine Entschädigung auszurichten 

in der Höhe von CHF 34'800.– als Entschädigung für die erstandene Untersu-
chungshaft von 116 Tagen, 

in der Höhe von CHF 50'000.– als Genugtuung, 

in der Höhe von CHF 10'000.– als Entschädigung für persönliche Umtriebe, 

sowie eine Entschädigung für die Anwaltskosten gemäss den noch einzurei-
chenden Kostennoten. 

3. Sämtliche Verfahrenskosten seien dem Bund aufzuerlegen. 

4. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte seien freizugeben und inklusive 
dem seit der Beschlagnahmung angefallenen Vermögensertrag zurückzuerstat-
ten. 

5. Sämtliche Ersatzmassnahmen für die Untersuchungshaft seien aufzuheben, un-
ter Freigabe und Rückerstattung der Sicherheitsleistung. 

Anträge der Verteidigung von D.: 

1. D. sei vollumfänglich von den Vorwürfen der Anklage freizusprechen. 

2. D. sei für die zu Unrecht ausgestandene Untersuchungs- bzw. Auslieferungshaft 
eine Entschädigung von CHF 72'300.– zu bezahlen. 

3. D. sei für die durch das Strafverfahren erlittenen wirtschaftlichen Nachteile eine 
im richterlichen Ermessen stehende Schadenersatzleistung zuzusprechen. 

4. D. sei eine Genugtuung in richterlich zu bestimmender Höhe zuzusprechen. 

5. Die verfügten Ersatzmassnahmen seien aufzuheben und die geleistete Kaution 
den Berechtigten zurückzuerstatten. 

6. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte seien umgehend freizugeben. 

7. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft aufzuerlegen. 

Anträge der Verteidigung von E.: 

1. Der Angeklagte sei freizusprechen von der Anklage der: 

− Beteiligung an bzw. der Unterstützung einer kriminellen Organisation 

− Geldwäscherei 

- 12 - 

2. Die Kosten des Verfahrens soweit den Angeklagten betreffend seien der Eidge-
nossenschaft aufzuerlegen. 

3. Dem Angeklagten sei eine volle Entschädigung für Verteidigungs-, Reise- und 
Unterkunftskosten, für den Lohnausfall anlässlich der Einvernahmen und Ver-
handlungen sowie als Genugtuung für die Unbill der Anklage und für die unge-
rechtfertigte Haft zu entrichten. 

4. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte bzw. Bankkonten des Angeklagten 
seien freizugeben und es sei die entsprechende Verfügung den Banken zu eröff-
nen. 

5. Die Kosten der Verteidigung seien gemäss Kostennote gerichtlich zu bestimmen 
und es sei eine entsprechende Überweisung als weitere Akontozahlung anzu-
ordnen. 

Anträge der Verteidigung von F.: 

1. Die Angeklagte sei freizusprechen von der Anklage der: 

− Unterstützung einer kriminellen Organisation 

− Geldwäscherei 

2. Die Kosten des Verfahrens soweit die Angeklagte betreffend seien der Eidge-
nossenschaft aufzuerlegen. 

3. Der Angeklagten sei eine volle Entschädigung für Verteidigungs- und Reisekos-
ten, für den Lohnausfall anlässlich Einvernahmen und Verhandlungen sowie als 
Genugtuung für die Unbill der Anklage zu entrichten. 

4. Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte bzw. Bankkonten der Angeklagten 
seien freizugeben und es sei die entsprechende Verfügung den Banken zu eröff-
nen. 

5. Die Kosten der Verteidigung seien gemäss Kostennote gerichtlich zu bestimmen 
und es sei eine entsprechende Überweisung als weitere Akontozahlung anzu-
ordnen. 

Anträge der Verteidigung von G.: 

1. Herr G. sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Kosten des Verfahrens seien dem Staat aufzuerlegen. 

3. Herrn G. sei für die ausgestandene Untersuchungshaft eine Entschädigung von 
CHF 300.– pro Tag, ausmachend CHF 39'900.– zu entrichten. 

4. Herrn G. sei eine Entschädigung als Schadenersatz im Ermessen des Gerichts 
zuzusprechen. 

5. Herrn G. sei eine Genugtuung im Ermessen des Gerichts zuzusprechen. 

- 13 - 

6. Die bei Herrn G. beschlagnahmten Vermögenswerte seien zuhanden wem rech-
tens freizugeben. 

7. Die Ersatzmassnahmen seien aufzuheben und die für Herrn G. bezahlte Kaution 
sei nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils freizugeben wem rechtens. 

Im weiteren sei zu verfügen: 

Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss noch einzureichender Kosten-
note gerichtlich festzusetzen und auszubezahlen. 

Anträge der Verteidigung von H.: 

1. a) H. sei freizusprechen vom Vorwurf der Beteiligung an einer kriminellen Or-
ganisation, angeblich begangen in der Zeit vom 1. Januar 1995 bis Anfang 
2001 in der Schweiz im Kanton Tessin, in Montenegro und anderswo als 
Mitglied einer Verbrechensorganisation im Sinne von Ziff. 4.9.1 der Anklage-
schrift. 

b) H. sei freizusprechen vom Vorwurf der Geldwäscherei, angeblich qualifiziert 
begangen in der Zeit vom Januar 1995 bis Juli 2000 in der Schweiz und an-
derswo, als Mitglied einer Verbrechensorganisation im Sinne von Ziff. 4.9.2 
der Anklageschrift. 

2. Die auf H. entfallenden Verfahrenskosten seien der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft zu auferlegen. 

3. Herr H. sei zu entschädigen 

a) für die ausgestandene Untersuchungshaft mit einer Entschädigung von 
CHF 300.– pro Tag; 

b) für die mit dem Verfahren verbundenen persönlichen Nachteile und den erlit-
tenen Schaden, unter Einschluss eines Schadenersatzes für die Dauer der 
Untersuchungshaft, der Höhe nach ins richterliche Ermessen gestellt; 

c) für seine gesamten Verteidigungskosten. 

4. Sämtliche Beschlagnahmungen seien aufzuheben, und Herrn H. bzw. Dritten 
seien die beschlagnahmten Vermögenswerte frei auszuhändigen. 

5. Die für H. gestellte Kaution sei vollumfänglich freizugeben, unter Aufhebung der 
auferlegten Ersatzmassnahmen. 

Anträge der Verteidigung von I.: 

1. I. sei vollumfänglich freizusprechen. 

2. I. sei eine Entschädigung auszurichten für die zu Unrecht ausgestande Untersu-
chungshaft von 274 Tagen als Entschädigung in der Höhe von CHF 82'200.–, für 
die zu Unrecht erlittene Unbill als Genugtuung nach richterlichem Ermessen so-
wie für die Anwaltskosten gestützt auf die noch einzureichende Kostennote. 

- 14 - 

3. Die Ersatzmassnahmen für die Untersuchungshaft seien aufzuheben und die 
Kaution von CHF 500'000.– sei inklusive dem angefallenen Vermögensertrag zu-
rückzuerstatten. 

4. Alle beschlagnahmten Vermögenswerte seien freizugeben und inklusive dem seit 
der Beschlagnahmung angefallenen Vermögensertrag zurückzuerstatten. 

5. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft aufzuerlegen. 

Anträge des Vertreters der Drittbetroffenen N. und O. Stiftung: 

(Anträge werden sinngemäss aus dem Italienischen wiedergegeben.) 

1. Alle beschlagnahmten Vermögenswerte, welche der Verfügungsmacht von B. 
oder Dritten unterliegen, seien freizugeben. 

2. Insbesondere sei 

− das Gesamtvermögen der O. Stiftung, welches sich auf dem Konto Nr. 1 
der Hypo Investment Bank, Vaduz befindet, freizugeben; 

− die im Grundbuch eingetragene Sperre auf dem Grundstück Nr. … in Bru-
sino Arsizio aufzuheben; 

− der O. Stiftung und N. eine Entschädigung von je CHF 60'000.– zuzu-
sprechen. 

Anträge des Vertreters der Drittbetroffenen P., Q. und R.: 

(Antrag wird sinngemäss aus dem Italienischen wiedergegeben.) 

Die bei P., Q. und R. beschlagnahmten Vermögenswerte seien vollumfänglich frei-
zugeben. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Anträge der Vertreter der Drittbetroffenen 

− J. und K. sowie L. SA 

− V. 

− DD. 

− II. 

− JJ. 

− KK. SA 

− LL. 

- 15 - 

sowie  

Anträge der nicht anwaltlich vertretenen Drittbetroffenen 

− CC. 

− FF.: 

Diese Drittbetroffenen verzichteten auf eine Teilnahme an der Hauptverhandlung 
und reichten ihre begründeten Anträge schriftlich ein. Sinngemäss zusammengefasst 
lauten diese wie folgt: 

Sämtliche beschlagnahmten Vermögenswerte seien an wen rechtens freizugeben. 

 

- 16 - 

Prozessgeschichte: 

A. In den 1980er- und verstärkt in den 1990er-Jahren blühte der Zigarettenhandel mit 
unversteuerten Zigaretten, welche in Zollfreilagern eingekauft wurden und via Mon-
tenegro mit Schnellboten über die Adria nach Italien transportiert wurden. In diesem 
Zusammenhang eröffneten die italienischen Strafverfolgungsbehörden mehrere 
Strafverfahren gegen Personen, welche teilweise kriminellen Vereinigungen, wie der 
apulischen Mafiaorganisation Sacra Corona Unita, zugeordnet und teilweise auch 
des Betäubungsmittelhandels, Waffenhandels und Handels mit Kriegsmaterial sowie 
der Geldwäscherei bezichtigt wurden. Im Rahmen dieser Verfahren gelangten die 
italienischen Behören in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre mit mehreren Rechts-
hilfeersuchen an die Schweiz. Zudem ersuchte das Fürstentum Monaco die 
Schweiz um Abklärungen über Bankkonten von B. Gestützt auf diese Rechtshilfeer-
suchen wurden mehrere Hausdurchsuchungen bei den späteren Angeklagten vor-
genommen. Weiter wurden verschiedene Dossiers der Oberzolldirektion überprüft. 

B. Infolge dieser Abklärungen eröffnete die Bundesanwaltschaft am 7. Januar 2003 ein 
gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen organisierter Kriminalität, Geldwä-
scherei, Korruption und Urkundenfälschung gegen unbekannt. Am 5. Juni 2003 
dehnte sie das Verfahren auf die inzwischen identifizierten folgenden Personen aus: 
D., B., H., G., OO., NN., E., F., PP., C. und A. Gegen alle Beschuldigten bestand 
der Verdacht der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation beziehungsweise 
der Unterstützung einer solchen (Art. 260ter StGB) und der qualifizierten Geldwä-
scherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB), sowie gegen die Beschuldigten D., B., H., G. und 
OO. zusätzlich der Verdacht des Steuer- beziehungsweise Abgabebetrugs (Art. 14 
VStR bzw. Art. 186 DBG). Mit Verfügung vom 17. September 2004 wurde das Ver-
fahren auf I. ausgedehnt. Am 21. September 2004 wurde das Verfahren gegen C. 
von einem anderen Verfahren abgetrennt und mit dem vorliegenden vereinigt. 

C. Am 31. August 2004 wurden die Beschuldigten A., B., C., D., NN., E., G. und H. und 
am 21. September 2004 der Beschuldigte I. verhaftet, einvernommen und an-
schliessend in Untersuchungshaft versetzt. E. wurde am 21. Oktober 2004 und NN. 
am 14. Dezember 2004 aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen Leistung ei-
ner Kaution von je CHF 100'000.– und Anordnung einer Pass- und Schriftensperre 
wurden A. und B. am 14. Dezember 2004 entlassen. Am 24. Dezember 2004 erfolg-
te die Entlassung von C. und am 4. Januar 2005 jene von D. gegen Leistung einer 
Kaution von je CHF 500'000.– und Anordnung einer Pass- und Schriftensperre so-
wie einer wöchentlichen Meldepflicht. Gegen Leistung einer Kaution von je 
CHF 200'000.– und Anordnung einer Pass- und Schriftensperre sowie einer wö-
chentlichen Meldepflicht wurden am 10. Januar 2005 G. und am 5. März 2005 H. 
entlassen. Die Entlassung von I. erfolgte schliesslich am 21. Juni 2005 gegen Leis-

- 17 - 

tung einer Kaution von CHF 100'000.– und Anordnung einer Pass- und Schriften-
sperre sowie einer wöchentlichen Meldepflicht.  

D. Im Rahmen des gerichtspolizeilichen Ermittlungsverfahrens führte die Bundesan-
waltschaft diverse Hausdurchsuchungen durch, erliess Beschlagnahme- und Editi-
onsverfügungen, holte Bankauskünfte ein und richtete Rechtshilfeersuchen an die 
zuständigen Behörden Italiens, Deutschlands, Liechtensteins, der Bahamas sowie 
Jerseys (vgl. Schlussbericht URA, S. 16 ff.). Weiter erfolgten bei der Bundesanwalt-
schaft beziehungsweise der Bundeskriminalpolizei zahlreiche Einvernahmen von 
Zeugen, Auskunftspersonen sowie der Beschuldigten (vgl. Schlussbericht URA, 
S. 23 ff.). Im Rahmen des Vorverfahrens erhoben die Beschuldigten bei der 
I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts sowie beim Bundesgericht zahlrei-
che Beschwerden betreffend Haft, Beschlagnahmen, Grundbuchsperren sowie Zu-
lassung bestimmter Anwälte zur Verteidigung (vgl. Schlussbericht URA, S. 28 ff.). 

E. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft vom 21. Juli 2005 eröffnete das Untersuchungs-
richteramt am 1. November 2005 die Voruntersuchung gegen A., B., H., G., NN., E., 
C., D., F. und I. und legte gleichentags Deutsch als Verfahrenssprache fest. Auch im 
Untersuchungsverfahren ergingen zahlreiche Editions- und Beschlagnahmeverfü-
gungen, wurden Rechtshilfegesuche an die zuständigen Behörden mehrerer Staa-
ten gerichtet, Zeugen und Auskunftspersonen sowie die Beschuldigten mehrfach 
befragt. Die Beschuldigten erhoben wiederum zahlreiche Beschwerden bei der 
I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beim Bundesgericht betreffend 
Beschlagnahmen, Verfahrenssprache, Aktenübersetzung, Rechtshilfe, Schriften-
sperre, Ausreisebewilligung und Fristen. Nach den parteiöffentlichen Befragungen 
jedes Beschuldigten zwischen dem 10. und dem 20. April 2007, einigen Aktener-
gänzungen sowie dem Stellen von zwei ergänzenden Rechtshilfeersuchen an Italien 
schloss das Untersuchungsrichteramt die Untersuchung. Sein Schlussbericht datiert 
vom 30. September 2007. 

F. Am 26. September 2008 erhob die Bundesanwaltschaft bei der Strafkammer des 
Bundesstrafgerichts Anklage gegen A., B., C., D., NN., G., H. und I. wegen Beteili-
gung an einer kriminellen Organisation, eventuell Unterstützung einer solchen, und 
qualifizierter Geldwäscherei sowie gegen E. und F. wegen Unterstützung einer kri-
minellen Organisation und qualifizierter Geldwäscherei, eventuell wegen Gehilfen-
schaft zur qualifizierten Geldwäscherei. 

G. Der Angeklagte NN. ist am 10. Januar 2009 verstorben. Deshalb wurde das Straf-
verfahren gegen ihn vom vorliegenden abgetrennt und eingestellt (Präsidialverfü-
gung vom 19. Februar 2009 und Entscheid des Bundesstrafgericht SK.2009.1 vom 
23. April 2009). Der Entscheid über die beschlagnahmten Vermögenswerte wurde 
jedoch im Verfahren SK.2008.18 belassen. Rechtsanwalt Robert Vogel, der bisheri-

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ge Verteidiger des Verstorbenen, wies sich daraufhin als Willensvollstrecker des 
Verstorbenen und Vertreter von dessen Erben aus, welche die Stellung von Drittbe-
troffenen einnahmen. Aus der am 16. November 2009 eingereichten Erbbescheini-
gung geht hervor, dass einziger Erbe der Sohn des Verstorbenen, LL. ist. Er ist wei-
terhin durch Rechtsanwalt Robert Vogel vertreten. Die Ziffern X.3. und XI.36. des 
Dispositivs vom 8. Juli 2009 werden dementsprechend angepasst. 

H. Zum Zeitpunkt der Anklageerhebung waren bei der I. Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts noch drei Beschwerden, insbesondere bezüglich der Freigabe von 
beschlagnahmten Vermögenswerten, hängig. Infolge Wechsels der Zuständigkeit 
wurden diese Dossiers von der Strafkammer übernommen und mit Präsidialent-
scheiden vom 20. November 2008 (SN.2008.39), 18. Februar 2009 (SN.2008.41) 
sowie 6. März 2009 (SN.2008.40) abgeschlossen. Gegenstand des Entscheids vom 
6. März 2009 war ein Gesuch von N. (dem Sohn des Angeklagten B.) um Aufhe-
bung einer Grundbuchsperre. Das Gesuch wurde abgewiesen. Daraufhin stellte der 
Angeklagte B. gegen den Präsidenten sowie den mit diesem Nebenentscheid be-
fassten Gerichtsschreiber ein Ausstandsbegehren infolge Befangenheit. Das Aus-
standsbegehren wurde vom Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 24. März 2009 
abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (SN.2009.3). 

I. Aus der Anklageschrift ging hervor, dass der Angeklagte C. durch Fürsprecher Mi-
chele Naef als amtlicher Verteidiger vertreten wurde, zusätzlich jedoch auch 
Rechtsanwalt Michele Rusca als Privatverteidiger amtete. Die beiden Verteidiger 
wurden darauf aufmerksam gemacht, dass ein erbeten verteidigter Angeklagter 
nicht gleichzeitig auch amtlich verteidigt werde. Daraufhin gab Rechtsanwalt Miche-
le Rusca das erbetene Mandat ab. Bei dem erbeten durch Fürsprecher Patrick 
Lafranchi verteidigten Angeklagten D. bestand zusätzlich ein vorläufig sistiertes amt-
liches Mandatsverhältnis mit Fürsprecher Ulrich Seiler. Die Sistierung wurde mit 
Präsidialentscheid vom 25. November 2008 aufgehoben und das amtliche Mandats-
verhältnis aufgelöst (SN.2008.42). 

J. Mit Schreiben vom 18. und 21. November 2008 gab Rechtsanwalt Renzo Galfetti 
seinem Willen Ausdruck, die erbetene Verteidigung des Angeklagten B. zu über-
nehmen. Er schlug vor, dass zur Deckung seines Honorars Teile der beschlag-
nahmten Gelder von B. freigegeben werden könnten. Rechtsanwalt Galfetti war im 
Vorverfahren als Verteidiger aufgrund latenter Interessenskollision nicht zugelassen 
worden. Daran hielt das Bundesstrafgericht mit Verfügung vom 19. Dezember 2008 
fest. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Renzo Galfetti in seinem und im 
Namen des Angeklagten B. Beschwerde beim Bundesgericht (1B_7/2009), welche 
abgewiesen wurde, soweit auf sie eingetreten worden war. 

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K. Im gerichtlichen Vorverfahren richteten die Verteidiger zahlreiche verfahrensbezo-
gene Begehren an den Kammerpräsidenten:  

K.a. Die Verteidiger der Angeklagten C. und D. stellten den Antrag auf Rückweisung der 
Anklageschrift an die Bundesanwaltschaft zur Verbesserung, die Verteidiger aller 
Angeklagten nicht deutscher Muttersprache beantragten die Übersetzung der An-
klageschrift in die jeweilige Muttersprache der Angeklagten und die Verteidiger der 
Angeklagten A. und D. beantragten zusätzlich die Übersetzung wesentlicher Akten-
stücke. Mit Präsidialverfügung vom 29. Oktober 2008 wurden die Anträge auf 
Rückweisung und Übersetzung von Aktenstücken abgewiesen und die Anträge auf 
Übersetzung der Anklageschrift insofern gutgeheissen, als die Anklageschrift auf 
Französisch und Italienisch übersetzt und den Parteien zugestellt wurde.  

K.b. Weiter stellten die Verteidiger der Angeklagten D. und G. den Antrag, die Anklage-
schrift sei zurückzuweisen, nicht nur wegen Verletzung von Art. 126 BStP, sondern 
auch aus formellen Gründen. Alle amtlichen Verteidiger stellten ferner den Antrag, 
dass den Angeklagten nebst ihnen je ein zweiter amtlicher Anwalt zugeordnet werde 
und/oder sie sich jederzeit durch andere Anwälte substituieren lassen könnten. Mit 
Präsidialverfügung vom 21. November 2008 wurde die Rückweisung der Anklage-
schrift erneut abgewiesen. Ebenso abgewiesen wurden die Anträge auf einen zwei-
ten amtlichen Verteidiger oder eine jederzeitige Substitution. Die Verteidiger wurden 
jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass sie in ihrer internen Arbeitsorganisation 
frei seien, insbesondere auch Hilfskräfte beiziehen könnten. 

K.c. Der vom Verteidiger des Angeklagten D. erneut gestellte Antrag auf Übersetzung 
der Anklageschrift in die spanische Sprache wurde mit Präsidialverfügung vom 
16. Dezember 2008 abgewiesen. Mit selbiger Verfügung wurden die Anträge der 
Bundesanwaltschaft auf Ergänzung beziehungsweise Ersetzen der Anhänge E und 
G der Anklageschrift gutgeheissen. 

K.d. Anfang Februar 2009 stellten die Verteidiger weitere Verfahrensanträge. Einerseits 
beantragten die Verteidiger der Angeklagten B., D., G., H. und I. eine Simultanüber-
setzung der gesamten Hauptverhandlung in die jeweilige Muttersprache der von ih-
nen vertretenen Angeklagten. Die Verteidiger der Angeklagten B. und D. verlangten 
ein Verbot von visuellen Darstellungen während der Hauptverhandlung, nachdem 
die Bundesanwaltschaft angekündigt hatte, solche für die Hauptverhandlung ins Au-
ge zu fassen. Die Verteidiger der Angeklagten G. und I. sprachen sich gegen eine 
Videobefragung der so genannten „pentiti“ aus. Die Verteidiger der Angeklagten A., 
B., D., G. und H. wehrten sich gegen die zuvor angekündigte Herausgabe der An-
klageschrift an die akkreditierten Medienvertreter. Eine solche sollte einerseits auf 
gewisse Seiten beschränkt sein und andererseits erst nach dem ersten Teil der 
Hauptverhandlung anfangs April erfolgen. Diese Verfahrensanträge wurden präsidi-

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aliter im Sinne der in der Verfügung vom 10. Februar 2009 ausgeführten Erwägun-
gen abgewiesen. Den Einwänden hinsichtlich der Herausgabe der Anklageschrift 
wurde dahingehend Rechnung getragen, dass die Anklageschrift in sehr begrenz-
tem Umfange an die akkreditierten Medienvertreter herausgegeben wurde. Mit Ver-
fügung vom 18. Februar 2009 wurde infolge eines neuerlichen Schreibens seitens 
Fürsprecher Naef präzisiert, dass die Verfahrenssprache Deutsch ist und bleibt. Der 
Verteidigung wurde die Möglichkeit eingeräumt, eine Verteidigungsschrift als Ent-
gegnung auf die Anklage einzureichen. Davon machte kein Verteidiger Gebrauch. 

K.e. Gegen die Verfügungen vom 10. und 18. Februar 2009 erhoben die Verteidiger der 
Angeklagten D. (1B_55/2009), G. (1B_69/2007 und 1B_70/2009), C. (1B_73/2009), 
B. (1B_79/2009) und A. (1B_83/2009) sowie Rechtsanwalt Timbal für den Angeklag-
ten H. (1B_77/2009) Beschwerde beim Bundesgericht. Die Beschwerden richteten 
sich zum Teil gegen die erste der beiden Verfügungen, zum Teil gegen beide oder 
gegen die zweite. Sie wurden allesamt abgewiesen, soweit darauf eingetreten wor-
den ist. 

K.f. Mit Schreiben vom 20. beziehungsweise 24. März 2009 beantragte Rechtsanwalt 
Timbal eine Verschiebung des Prozesses mit der Begründung, dass über die Be-
schwerden der Verteidiger noch nicht entschieden worden sei. Der Antrag wurde 
abgelehnt. 

L. Beweisanträge 

L.a. Die von der Bundesanwaltschaft in der Anklageschrift gestellten Beweisanträge 
wurden insoweit gutgeheissen, als die eingereichten Akten als Beweismittel aner-
kannt wurden und QQ., Dirigente della Squadra Mobile von Neapel, sowie Luogote-
nente RR. und Maresciallo SS. vom Centro D.I.A. (Direzione Investigativa Antimafia) 
als Zeugen vorgeladen wurden und ferner die so genannten „pentiti“ TT., UU., VV. 
sowie WW. als Zeugen zur Einvernahme mittels Videoübertragung vorgeladen wur-
den, schlussendlich jedoch als Auskunftspersonen angehört worden sind. Anlässlich 
der Hauptverhandlung verzichteten alle Parteien auf die Einvernahme von SS. 

L.b. Das Gericht hiess die Beweisanträge der Verteidiger auf Einvernahme diverser Per-
sonen als Zeugen insofern gut, als XX., YY. sowie ZZ. als Zeugen vorgeladen wur-
den und AAA. als Auskunftsperson. Der Beweisantrag, BBB., CCC., DDD. und EEE. 
als Gewährszeugen für E. einzuvernehmen, wurde insofern gutgeheissen, als diese 
eingeladen wurden, die ihnen vom Verteidiger des Angeklagten E. schriftlich gestell-
te Fragen ebenfalls schriftlich zu beantworten. Die Beweisanträge auf Einvernahme 
von weiteren Zeugen wurden abgewiesen (vgl. Beweisverfügung vom 6. Februar 
2009). Weiter wurden Anträge, zahlreiche Urteile italienischer Gerichte, darunter 
auch jenes der Corte di Appello von Bari in Sachen OO., sowie weitere Unterlagen 

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zu den Akten zu erkennen, gutgeheissen. Abgewiesen wurde der Antrag auf Edition 
sämtlicher Aufnahmen der in Italien durchgeführten Telefonkontrollen, von welchen 
die Abschriften auf dem Rechtshilfeweg Eingang in die vorliegenden Akten gefun-
den hatten (vgl. Beweisverfügungen vom 6. Februar 2009 und 18. Februar 2009). 
Die Beweisanträge auf Übersetzung der sich in den Akten befindlichen sowie der 
noch zu edierenden Urteile aus Italien in die deutsche Sprache wurden abgewiesen. 
Die vorliegende deutsche Fassung des Urteils der Corte di Appello von Bari in Sa-
chen OO. wurde hingegen zu den Akten genommen. Der Beweisantrag des Vertei-
digers von D., das Urteil der Corte d’ Appello von Mailand in Sachen Auslieferung 
von D. in italienischer Originalfassung und deutscher Übersetzung zu den Akten zu 
nehmen, wurde gutgeheissen (vgl. Beweisverfügung vom 24. März 2009). 

L.c. Der Präsident verfügte von Amtes wegen am 9. Dezember 2008 eine Grundbuch-
sperre über Grundstücke in St. Moritz, bei welchen angenommen wurde, dass sie in 
einem Zusammenhang mit der von der Bundesanwaltschaft beschlagnahmten Dar-
lehensforderung des Angeklagten C. stehen (SN.2008.49). Weiter wurden ein Aus-
zug aus dem schweizerischen Strafregister der Angeklagten sowie deren Steuerun-
terlagen eingeholt (Beweisverfügung 23. Januar 2009). 

M. Drittbetroffene 

M.a. Am 13. beziehungsweise 15. Januar 2009 informierte das Gericht sämtliche natürli-
chen und juristischen Personen, welche als Berechtigte von beschlagnahmten Ver-
mögenswerten geführt wurden, über den Anklageeingang und ihr Recht auf be-
schränkte Verfahrensbeteiligung. Sie wurden aufgefordert, bekannt zu geben, ob sie 
an der Hauptverhandlung teilzunehmen wünschen sowie einen allfälligen Rechts-
vertreter bekannt zu geben. Schriftliche Anträge seien bis 30. März 2009 dem Bun-
desstrafgericht einzureichen und bis zum Beginn der Plädoyers im Juni schriftlich zu 
begründen.  

M.b. Die Drittbetroffenen N. und O. Stiftung wurden durch Rechtsanwalt Renzo Galfetti 
an der Hauptverhandlung vertreten, die Drittbetroffenen P., Q. und R. durch Rechts-
anwalt Michele Rusca. Ihre Anträge wurden im Rahmen der Plädoyers gestellt. Alle 
anderen Drittbetroffenen gaben ihren Verzicht auf eine Teilnahme an der Hauptver-
handlung bekannt oder äusserten sich dazu nicht. 

M.c. Die folgenden Drittbetroffenen reichten ihre Anträge dem Gericht schriftlich ein: J. 
und K., vertreten durch Rechtsanwalt Luigi Mattei am 5. Juni 2009, V., vertreten 
durch Rechtsanwalt Venerio Quadri am 29. April 2009, CC. am 27. Februar 2009, 
DD., vertreten durch Fürsprecher Marc Wollmann am 23. März 2009, FF. am 
5. März 2009, II., vertreten durch Rechtsanwalt Emanuele Stauffer am 9. Juni 2009, 
JJ., vertreten durch Rechtsanwalt Davide Corti am 8. Juni 2009, die KK. SA, vertre-

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ten durch Fürsprecher Andrea Janggen am 8. Juni 2009 sowie die Erben von NN. 
beziehungsweise LL., vertreten durch Rechtsanwalt Robert Vogel am 10. Juni 2009. 

M.d. Nachdem die Drittbetroffene L. SA innert angesetzter Frist vom 30. März 2009 keine 
Teilnahme an der Hauptverhandlung angekündigt und somit stillschweigend auf ei-
ne solche verzichtet hatte, zeigte Rechtsanwalt Luigi Mattei am 20. April 2009 die 
Übernahme der Vertretung der ursprünglich durch Rechtsanwalt Manuele Bianchi 
vertretenen Drittbetroffenen L. SA sowie die Teilnahme an der Hauptverhandlung 
an. Die Strafkammer wies das Teilnahmegesuch von Rechtsanwalt Luigi Mattei am 
29. April 2009 ab. Daraufhin reichte dieser im Namen der L. SA die Anträge am 
5. Juni 2009 schriftlich ein. 

M.e. Im Namen des mit dem Angeklagten D. in Zusammenhang stehenden AA. Trust hat 
die Gesellschaft NNN. dem Gericht am 30. April 2009 ein Urteil des Royal Court of 
Jersey vom 29. April 2009 zukommen lassen, welchem zu entnehmen ist, dass auf 
eine Teilnahme an der Hauptverhandlung verzichtet wird. 

M.f. Die übrigen im Rubrum aufgeführten Drittbetroffenen liessen sich nicht vernehmen. 

N. Auf Gesuch von Fürsprecher Müller, dem damals erbetenen Verteidiger des Ange-
klagten H., wurde mit Präsidialverfügung vom 26. Januar 2009 in Anwendung von 
Art. 35 Abs. 2 BStP für die Hauptverhandlung zusätzlich Rechtsanwalt Daniele Tim-
bal als zweiter erbetener Verteidiger zugelassen. Daraufhin beantragte die Bundes-
anwaltschaft die Sistierung des Mandats von Rechtsanwalt Daniele Timbal,  
eventualiter den Widerruf von dessen Zulassung, infolge nicht auszuschliessender 
Interessenskollision. Dieser Antrag wurde mit Präsidialverfügung vom 11.  bezie-
hungsweise 18. März 2009 abgewiesen. Am 22. April 2009 stellte Rechtsanwalt 
Timbal ein Gesuch um teilweise Substitution durch seine Kanzleikollegin Rechtsan-
wältin Aurelia Schröder. Das Gesuch wurde abgewiesen, da der Angeklagte H. auch 
bei Abwesenheit von Rechtsanwalt Timbal immer noch – durch Fürsprecher Müller 
– ausreichend verteidigt sei. Am 27. April 2009, das heisst bereits nach Eröffnung 
der Hauptverhandlung, entzog der Angeklagte H. seinen beiden erbetenen Verteidi-
gern das Mandat. Im Interesse einer planmässigen Weiterführung des Prozess wur-
den beide erbetenen Verteidiger als amtliche eingesetzt und die Assistenz oder 
Substitution von Rechtsanwalt Timbal durch Rechtsanwältin Schröder zugelassen 
(SN.2009.9).  

O. Mit Schreiben vom 30. März 2009 ersuchte Fürsprecher Lafranchi um Dispensation 
seines Mandanten D., da dessen Gesundheitszustand ein Erscheinen am 1. und 
2. April 2009 verunmögliche. Das Dispensationsgesuch wurde abgelehnt. 

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P. Die Hauptverhandlung vor Bundesstrafgericht wurde am 1. April 2009 im Saal des 
Gran Consiglio des Kantons Tessin in Bellinzona eröffnet. D. erschien unentschul-
digt nicht. Im übrigen waren alle Angeklagten und deren Verteidiger anwesend. Für 
die Drittbetroffenen N. und O. Stiftung war deren Rechtsvertreter Rechtsanwalt 
Renzo Galfetti und für die Drittbetroffenen P., Q. und R. deren Rechtsvertreter 
Rechtsanwalt Michele Rusca anwesend. Am 1. und 2. April 2009 stellten und be-
gründeten die Verteidiger und Rechtsvertreter folgende weitere oder schon früher 
gestellte Verfahrensanträge: Es fehle an der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit 
des Bundesstrafgerichts, die Anklageschrift sei zurückzuweisen, das Verfahren sei 
zu sistieren eventualiter gestützt auf den Grundsatz „ne bis in idem“ einzustellen, als 
Verfahrenssprache sei Italienisch festzusetzen, die Verhandlung sei – sofern die 
Sprache nicht gewechselt werde – simultan zu übersetzen, sämtliche entscheidwe-
sentlichen Aktenstücke seien zu übersetzen, die Kautionen seien zurückzuerstatten, 
dem Angeklagten D. sei freies Geleit zu erteilen und die Hauptverhandlung sei zu 
verschieben. Zu weiteren Fragen Anlass gaben die Videobefragung der „pentiti“, die 
Telefonprotokolle aus Italien sowie die Tonbandaufnahmen der Hauptverhandlung 
respektive die Art und Weise der Protokollierung der Einvernahmen. Die Bundes-
anwaltschaft hatte ihre Anträge für diesen ersten Teil der Verhandlung am 30. März 
2009 schriftlich eingereicht. Sie beantragte, die Anklageschrift sei vor der Behand-
lung der prozessualen Vorfragen allen interessierten Prozessbeobachtern zugäng-
lich zu machen, das Einziehungsverfahren sei abzutrennen und nach dem Haupt-
verfahren durchzuführen und die Protokolle seien den Parteivertretern auszuhändi-
gen (vgl. zum Ganzen Hauptverhandlungsprotokoll, S. 10 ff.). Nach Entgegennahme 
der Anträge wurde die Verhandlung unterbrochen. Die Parteien erhielten zudem 
nochmals Gelegenheit, bis zur Fortsetzung der Hauptverhandlung Beweisanträge 
schriftlich zu stellen. 

Q. Der Entscheid über die Vorfragen wurde am 7. April 2009 gefällt und den Parteien 
im Dispositiv mitgeteilt. Die Begründung erfolgte, wie im Dispositiv in Aussicht ge-
stellt, anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung am 4. Mai 2009 mündlich. 
Über die Rückerstattungsanträge bezüglich Kautionen wurde separat entschieden 
(siehe lit. Z.). Hinsichtlich der Verhandlungssprache wurde der Entscheid im Hinblick 
auf das ausstehende Urteil des Bundesgerichts ausgesetzt. 

R. Ebenfalls am 7. April 2009 fällte das Bundesgericht das erste Urteil betreffend die 
zuvor erwähnten Beschwerden zur Verfahrenssprache. Es trat auf die Beschwerde 
nicht ein (1B_70/2009). Die übrigen – gleichlautenden – Urteile datieren vom 
16. April 2009 (1B_75/2009, 1B_77/2009, 1B_79/2009, 1B_83/2009). Das Bundes-
strafgericht informierte die Prozessbeteiligten daraufhin, dass die Verhandlungs-
sprache definitiv Deutsch bleibe, dass jedoch im Sinne eines unpräjudiziellen Ent-
gegenkommens den Parteivertretern erlaubt werde, auf Französisch oder Italienisch 
zu plädieren unter der Voraussetzung, dass das Plädoyer in schriftlicher Form ab-

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gegeben werde. Die Anträge seien jedoch in der Verhandlungssprache Deutsch zu 
stellen. Daran änderte auch eine Intervention des Verteidigers des Angeklagten C. 
nichts: Die Kammer beschloss am 28. April 2009 die Sprachenfrage nicht in Wie-
dererwägung zu ziehen, die Verfahrenssprache blieb Deutsch. 

S. Am 9. April 2009 beantragte der Angeklagte D. die Erteilung des freien Geleits für 
die Dauer der Hauptverhandlung. Mit Entscheid vom 30. April 2009 wurde dies, wie 
auch das Gesuch um Dispensation, abgewiesen. Mit selbigem Entscheid wurde die 
hinterlegte Kaution als verfallen erklärt (SN.2009.5). 

T. Auf erneute Beweisanträge hin hiess die Strafkammer die Anträge auf Einvernahme 
diverser Personen insoweit gut, als FFF., GGG., HHH. und III. – dessen frühere Ein-
vernahme aus einem anderen Verfahren zusätzlich zu den Akten erkannt wurde – 
als Zeugen vorgeladen wurden sowie JJJ., KKK., LLL. und MMM. als Auskunftsper-
sonen. Während der Hauptverhandlung zog Fürsprecher Zürcher den Antrag auf 
Einvernahme von FFF. zurück. Dieser Rückzug wurde akzeptiert. Nicht einvernom-
men werden konnte der Zeuge GGG., welcher der Verhandlung unentschuldigt fern-
blieb. Der Antrag des Verteidigers des Angeklagten C. auf Einvernahme sämtlicher 
im Rahmen der italienischen Verfahren einvernommenen Personen, deren Aussa-
geprotokolle Teil der Akten sind, wurde abgewiesen. Ebenso sein Antrag, die Ein-
vernahmeprotokolle von Milo Djukanovic in Bari zu edieren. Abgewiesen wurde so-
dann der Antrag des Verteidigers des Angeklagten D., die Einvernahmeprotokolle 
der vorgeladenen „pentiti“ aus den italienischen Verfahren zu edieren, da sich die 
vorliegend wesentlichen Protokolle bereits in den Akten befanden. Ebenso wies das 
Gericht die erneut gestellten Anträge der Verteidiger der Angeklagten A. und G. auf 
Übersetzung sämtlicher Urteile aus Italien ab, wie auch die Anträge, sämtliche Ein-
vernahmeprotokolle aus dem Vorverfahren seien auf Italienisch zu übersetzen. Wei-
ter lehnte es den Antrag des Verteidigers des Angeklagten D. auf Übersetzung 
sämtlicher Rechtshilfeakten ab, welche D. vorgehalten wurden oder noch vorgehal-
ten werden sollten. Gutgeheissen wurde sein Antrag auf Zulassung von Rechtsan-
walt Andrea Di Comite, italienischer Rechtsanwalt des Angeklagten D., zum Ge-
richtssaal für die Dauer der Einvernahme der „pentiti“. Abgewiesen wurde der An-
trag des Verteidigers des Angeklagten B., den Schlussbericht des Eidgenössischen 
Untersuchungsrichters aus den Akten zu weisen sowie auch der Antrag mehrerer 
Verteidiger auf unverzügliche Zustellung des Hauptverhandlungsprotokolls (vgl. zum 
Ganzen den Entscheid über Beweismassnahmen vom 29. April 2009). 

U. Von Amtes wegen forderte das Gericht einen Auszug aller Angeklagten und von 
OOO. aus dem italienischen Strafregister an. 

V. Die Hauptverhandlung wurde am 4. Mai 2009 fortgesetzt. Sie dauerte vorerst bis 
7. Mai 2009, danach vom 18. Mai bis 20. Mai, 25. und 26. Mai, 9. und 10. Juni und 

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vom 15. bis 19. Juni 2009. Die Angeklagten E. und F. waren teilweise dispensiert, 
der Angeklagte D. blieb unentschuldigt abwesend, war jedoch durch seinen Vertei-
diger vertreten. 

W. Das Beweisverfahren wurde am 3. Juni 2009 geschlossen. Die zuvor noch schrift-
lich eingegangenen Beweisanträge, weitere Dokumente zu den Akten zu nehmen, 
hiess das Gericht gut. 

X. Mit Verfügung vom 14. Mai 2009 wies der Präsident ein Gesuch um Zulassung der 
Rechtsanwältin Angelika Haucke – offenbar die Rechtsanwältin des Angeklagten D. 
in Deutschland – zur Hauptverhandlung ab. Die ausreichende Verteidigung des An-
geklagten war durch Fürsprecher Lafranchi sichergestellt. Auf die von Rechtsanwäl-
tin Haucke dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht nicht ein 
(1B_137/2009). 

Y. Am 20. Mai 2009 wurde ein Gesuch des Angeklagten H. auf Freigabe von 
CHF 10'000.–, eventualiter Freigabe des bisher tatsächlich angefallenen Kosten-
aufwandes aus den auf ihn lautenden beschlagnahmten Vermögenswerten zur De-
ckung seiner Unkosten im Zusammenhang mit der Hauptverhandlung, abgewiesen. 

Z. Mit Entscheiden vom 27. Mai, 9. Juni, 10. Juni und 17. Juni 2009 wurde über die 
Freigabe der geleisteten Kautionen der Angeklagten A. (SN.2009.6), G. 
(SN.2009.8), B. (SN.2009.12), C. (SN.2009.13) sowie H. (SN.2009.7) ein Zwischen-
entscheid gefällt. Das Gericht lehnte die Freigabe der Kaution für alle betreffenden 
Angeklagten ab. 

AA. Das Urteil wurde am 8. Juli 2009 im Saal des Gran Consiglio mündlich eröffnet und 
summarisch begründet. 

 

- 26 - 

Das Gericht erwägt: 

1.  Prozessuales 

1.1 Zuständigkeit 

1.1.1 Schweizerische Gerichtsbarkeit 

Gemäss Art. 3 Abs. 1 StGB ist dem Schweizerischen Strafgesetzbuch unterworfen, 
wer in der Schweiz ein Vergehen oder ein Verbrechen begeht. Der Straftatbestand 
der kriminellen Organisation sieht eine ergänzende Zuständigkeit für die Verfolgung 
von Taten im Rahmen von Art. 260ter Ziff. 1 StGB vor (Art. 260ter Ziff. 3 StGB): Straf-
bar ist demnach auch, wer die Tat im Ausland begeht, wenn die Organisation ihre 
verbrecherische Tätigkeit ganz oder teilweise in der Schweiz ausübt. Weiter be-
stimmt Art. 8 Abs. 1 StGB, dass ein Verbrechen oder Vergehen als da begangen 
gilt, wo der Täter es ausführt oder pflichtwidrig untätig bleibt, und da, wo der Erfolg 
eingetreten ist. 

Da gemäss Anklageschrift die Straftaten nach Art. 260ter StGB sowohl im Ausland 
als auch in der Schweiz begangen worden sein sollen, unterstehen diese Taten dem 
schweizerischen Strafgesetzbuch. Nebst dem Tatbestand der kriminellen Organisa-
tion ist Geldwäscherei angeklagt. Die schweizerische Gerichtsbarkeit ist diesbezüg-
lich ohne weiteres gemäss Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 StGB gegeben, da laut 
Anklageschrift der Tatort in der Schweiz liegt. 

1.1.2 Bundeskompetenz 

Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen gemäss Art. 337 Abs. 1 StGB (bzw. 
Art. 340bis aStGB) unter anderem Handlungen nach den Art. 260ter und 305bis StGB, 
wenn die strafbaren Handlungen zu einem wesentlichen Teil im Ausland begangen 
wurden (lit. a) oder in mehreren Kantonen und dabei kein eindeutiger Schwerpunkt 
in einem Kanton besteht (lit. b).  

Den Angeklagten wird vorgeworfen, kriminelle Handlungen im Zusammenhang mit 
kriminellen Organisationen einerseits im Ausland, andererseits in mehreren Kanto-
nen (Tessin und Jura) vorgenommen zu haben. Damit ist die Bundesgerichtsbarkeit 
nach summarischer Prüfung offensichtlich gegeben. Eine vertiefte Abklärung kann 
aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohnehin unterbleiben (BGE 133 
IV 235 S. 246 f. E. 7.1, 132 IV 89 E. 2). Danach dürfte das Bundesstrafgericht seine 
Zuständigkeit nur verneinen, wenn diese von der Bundesanwaltschaft in miss-
bräuchlicher Weise und in Verletzung ihres Ermessens geltend gemacht würde, was 

- 27 - 

vorliegend nicht der Fall ist. Soweit von Prozessteilnehmern geltend gemacht wird, 
es handle sich für die Tessiner Angeklagten bei den Richtern des Bundesstrafge-
richts um „fremde Richter“, geht es offensichtlich um eine Frage der Befindlichkeit 
und nicht um eine Rechtsfrage. Damit kann ein Wechsel in der Zuständigkeit zum 
Kanton Tessin jedenfalls nicht begründet werden. Im Übrigen wurde die Bundeszu-
ständigkeit bis zur Eröffnung der Hauptverhandlung von keiner Partei je in Frage 
gestellt. 

1.2 Anwendbares Recht 

Die den Angeklagten vorgeworfenen Straftaten wurden vor dem 1. Januar 2007, 
mithin vor Inkrafttreten des revidierten Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches, 
begangen. Somit würde unter Berücksichtigung des strafrechtlichen Rückwirkungs-
verbots grundsätzlich das alte Recht gelten. Art. 2 Abs. 2 StGB sieht jedoch vor, 
dass das neue Recht anwendbar ist, wenn es das mildere ist als das zum Zeitpunkt 
der Tat geltende (sog. lex mitior). Massgebend hierbei ist die konkrete Betrach-
tungsweise. Es kommt also darauf an, nach welcher Bestimmung der Täter für die 
zu beurteilende Tat besser wegkommt (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1, 126 IV 5 E. 2c). 
Welche Sanktion milder ist, ergibt sich aus der mit ihr verbundenen Einschränkung 
in den persönlichen Freiheiten (RIKLIN, Revision des Allgemeinen Teils des Strafge-
setzbuches: Fragen des Übergangsrechts, AJP 2006, S. 1471 ff., S. 1473), das be-
deutet, dass eine Geldstrafe generell als milder gilt als eine Freiheitsstrafe. 

Hinsichtlich der Merkmale der angeklagten Tatbestände hat das Recht keine Ände-
rung erfahren. Auch bezüglich der Sanktion beim Tatbestand der Beteiligung an ei-
ner kriminellen Organisation beziehungsweise Unterstützung einer solchen 
(Art. 260ter StGB) hat sich im neuen Recht die Obergrenze des Strafmasses im Hin-
blick auf den Entzug der Freiheit nicht geändert. Dasselbe gilt für den Tatbestand 
der qualifizierten Geldwäscherei. Allerdings ist hier nach neuem Recht eine Kombi-
nation mit einer Geldstrafe bis zu 500 Tagessätzen vorgesehen, was bei einem 
Höchstbetrag des Tagessatzes von 3'000 Franken einen Gesamtbetrag von 
1,5 Mio. Franken ergibt. Die maximale Geldstrafe ist also höher als die altrechtliche 
Busse von bis zu 1 Mio. Franken. Zu beachten gilt jedoch, dass einerseits bei bei-
den Delikten nach neuem Recht in jedem Fall bloss eine Geldstrafe möglich ist. An-
dererseits ist auch die Vollzugsform zu bewerten: Nach neuem Recht ist der beding-
te Vollzug einer Freiheitsstrafe von einer Dauer bis zu zwei Jahren möglich (Art. 42 
StGB), im Gegensatz zu den 18 Monaten nach altem Recht. Darüber hinaus ermög-
licht das neue Recht den teilbedingten Vollzug von Freiheitsstrafen bis zu drei Jah-
ren (Art. 43 Abs. 1 StGB). Wie unter dem Kapitel der Strafzumessung (E. 5) zu zei-
gen sein wird, kommen die Verurteilten aufgrund der Strafhöhe in den Genuss der 
neuen Regelungen bezüglich des bedingten respektive teilbedingten Vollzuges, 
weshalb in concreto das neue Recht als das mildere anzuwenden ist.  

- 28 - 

1.3 Ne bis in idem 

Die Verteidigung beantragt anlässlich des den Vorfragen gewidmeten Teils der 
Hauptverhandlung, das Verfahren sei zu sistieren, eventualiter sei es gestützt auf 
den Grundsatz ne bis in idem einzustellen. Zur Begründung bringt sie vor, dass ge-
gen die Angeklagten in Italien Verfahren wegen desselben Sachverhalts hängig sei-
en, welche früher an die Hand genommen worden seien als das vorliegende oder 
schon durch Urteile italienischer Gerichte abgeschlossen seien. Dass diese Urteile 
zum Teil noch nicht rechtskräftig seien, verhindere eine Sistierung nicht, da der 
Grundsatz ne bis in idem nicht nur eine doppelte Bestrafung verhindern solle, son-
dern auch eine doppelte Strafverfolgung. 

Der Grundsatz ne bis in idem beziehungsweise das Verbot der Doppelbestrafung 
ergibt sich unmittelbar aus der Bundesverfassung sowie aus Art. 4 Abs. 1 des Pro-
tokolls Nr. 7 vom 22. November 1984 zur Konvention zum Schutz der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (SR 0.101.07) beziehungsweise aus Art. 14 Abs. 7 des 
Internationalen Pakts vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische 
Rechte (UNO-Pakt II, SR.0.103.2). Danach soll sichergestellt sein, dass eine Person 
– im nationalen Strafverfahren – nicht zweimal wegen derselben Tat bestraft wird. 
Der Grundsatz gilt somit nicht im Verhältnis mehrerer Staaten zueinander. Ne bis in 
idem ist ein im internationalen Strafrecht nur eingeschränkt umgesetztes Prinzip. 
Die internationale Umsetzung ist primär in Art. 3 Abs. 2 bis 4 StGB und in Art. 6 
Abs. 3 und 4 StGB geregelt.  

Art. 3 Abs. 2 StGB bestimmt im Wesentlichen, dass dem Inlandtäter, der für die glei-
che Tat im Ausland verurteilt wurde, die ganz oder teilweise vollzogene Auslandstra-
fe vom Schweizer Richter angerechnet wird. Gemäss Art. 3 Abs. 3 StGB wird ein In-
landtäter unter gewissen Bedingungen in der Schweiz nicht mehr verfolgt, wenn er 
auf Ersuchen der Schweizer Behörden im Ausland verfolgt worden und vom auslän-
dischen Gericht endgültig freigesprochen worden ist oder die im Ausland ausge-
sprochene Sanktion vollzogen oder verjährt ist. Eine Verfolgung von im Ausland be-
gangenen Vergehen oder Verbrechen, zu deren Verfolgung sich die Schweiz durch 
ein internationales Übereinkommen verpflichtet hat, erfolgt in der Schweiz gemäss 
Art. 6 Abs. 3 StGB unter gewissen Bedingungen nicht mehr, wenn ein ausländi-
sches Gericht den Täter endgültig frei gesprochen hat oder die im Ausland ausge-
sprochene Sanktion vollzogen oder verjährt ist. Nachdem die hier angeklagten Ta-
ten im Ausland bisher weder zu einem endgültigen Freispruch noch zu einer rechts-
kräftigen Verurteilung beziehungsweise zur Verjährung geführt haben, kommen die 
ne bis in idem-Bestimmungen des Schweizer Rechts nicht zur Anwendung. 

Das Strafgesetzbuch schliesst gerade nicht aus, dass eine Person in der Schweiz 
für Taten angeklagt und beurteilt wird, für die sie – insgesamt oder in Teilen – auch 

- 29 - 

in einem ausländischen Verfahren belangt wird. Aus pragmatischen Gründen könnte 
ein Verfahren unter diesen Umständen sistiert werden, eine gesetzliche Verpflich-
tung dazu besteht jedoch nicht.  

In casu liegen keine Gründe für eine Sistierung vor, zumal sich alle der in Italien ver-
folgten Angeklagten den italienischen Verfahren bisher entzogen haben und es sich 
bei den sie betreffenden Urteilen um solche handelt, die in Abwesenheit gefällt wor-
den sind. Soweit es sich bei den Angeklagten um Schweizer Bürger handelt, würden 
sie für einen dereinstigen Vollzug auch nicht an Italien ausgeliefert werden. Soweit 
es um den Angeklagten D. geht, liegen keine wesentlich anderen Umstände vor. 
Zwar läuft auch gegen ihn in Italien ein Verfahren; er hat sich diesem jedoch nur be-
dingt freiwillig gestellt, indem er sich dorthin begab, nachdem Spanien seine Auslie-
ferung an Italien bewilligt hatte (Urteil der Corte d’ Appello von Mailand vom 4. März 
2009 in Sachen Auslieferungsersuchen der Schweiz gegen D., TPF pag. 524.43 ff., 
insbes. 44). Nach seiner Entlassung aus der Auslieferungshaft in Italien hat er sich 
offensichtlich wieder nach Spanien abgesetzt. Soweit die Frage den Angeklagten I. 
betrifft, ist festzustellen, dass gegen diesen in Italien mehrere rechtskräftige Verur-
teilungen vorliegen, jedoch nicht für die hier zur Anklage gebrachten Sachverhalte 
und Tatzeiten (TPF pag. 240.8 ff.). Schliesslich ist generell zu bemerken, dass ü-
berhaupt nicht abzusehen ist, wann die ersten italienischen Urteile gegen die hier-
orts Angeklagten mit identischem Sachverhalt rechtskräftig werden könnten.  

Zu keinem anderen Ergebnis führen in casu die weiteren von der Verteidigung ins 
Feld geführten Rechtsquellen, nämlich Art. 66 IRSG, Art. 54 des Schengener Durch-
führungsübereinkommen (SDÜ) und das Europäische Übereinkommen über 
Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 1959 (SR 0.351.1). 

1.4 Rückweisung Anklageschrift  

1.4.1 Die Verteidigung beantragt nach Abweisung gleich lautender Anträge im Instrukti-
onsverfahren anlässlich des den Vorfragen gewidmeten Teils der Hauptverhandlung 
erneut die Rückweisung der Anklageschrift an die Bundesanwaltschaft, dies einer-
seits weil die Anklageschrift das in Art. 126 Abs. 2 BStP festgehaltene Begrün-
dungsverbot verletze und andererseits aus formellen Gründen: Die Anklageschrift 
enthalte pauschale Vorwürfe, keine konkreten Angaben, sei aufgebläht und unüber-
sichtlich. Das Anklageprinzip sei dadurch verletzt und eine sachgerechte Verteidi-
gung unmöglich. Im Übrigen sei sie absolut einseitig und enthalte keine entlasten-
den Momente. 

1.4.2 Gemäss Art. 126 Abs. 1 BStP bezeichnet die Anklageschrift die Angeklagten (Ziff.1), 
das strafbare Verhalten, dessen sie beschuldigt werden, nach seinen tatsächlichen 
und gesetzlichen Merkmalen (Ziff. 2), die Bestimmungen des Strafgesetzes, die an-

- 30 - 

zuwenden sind (Ziff. 3), die Beweismittel für die Hauptverhandlung (Ziff. 4) sowie die 
Besetzung der Strafkammer (Ziff. 5). Abs. 2 legt fest, dass die Anklageschrift keine 
weitere Begründung enthält.  

Die Anklageschrift hat eine doppelte Bedeutung: Sie dient einerseits der Bestim-
mung des Prozessgegenstandes (Umgrenzungsfunktion), vermittelt anderseits dem 
Angeklagten die für die Durchführung des Verfahrens und die Verteidigung notwen-
digen Informationen (Informationsfunktion) und fixiert somit das Verfahrens- und Ur-
teilsthema (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, Basel 
2005, 6. Aufl., § 50 N. 6 und 8). Das bedeutet nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung, dass die Anklage, um dem Anklageprinzip gerecht zu werden, die dem An-
geklagten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben 
hat, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind (BGE 126 I 19 E. 2a, 120 IV 348 
E. 2b).  

a) Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Anklage wegen Mitgliedschaft in ei-
ner kriminellen Organisation beziehungsweise Unterstützung einer solchen 
der Komplexität der Organisation(en) zu entsprechen hat. Vorliegend geht es 
um stark verflochtene Organisationsstrukturen, eine Vielzahl von beteiligten 
Personen mit unterschiedlichen, sich teilweise mit der Zeit auch verändernden 
Rollen, Gesellschaften und Clans. Deren Schilderung in der Anklageschrift ist 
nicht nur adäquat, sondern notwendig, um der Umgrenzungs- aber auch In-
formationsfunktion gerecht zu werden. Die Überblickbarkeit der Anklage ist an 
der Komplexität der Sachverhalte zu messen. Dass einige der angegebenen 
Fussnoten ins Leere verweisen, ist unglücklich, führt bei weitem aber nicht zu 
einer Unverständlichkeit der Anklageschrift. Insoweit gibt es keinen zwingen-
den Grund, die Anklageschrift zu straffen, umzuarbeiten oder neu zu konzipie-
ren. Auch der Vorwurf, die Anklageschrift sei zu unbestimmt und erlaube es 
daher der Verteidigung nicht, sich dagegen sachgerecht zur Wehr zu setzen, 
geht fehl. Die Tatvorwürfe für die einzelnen Angeklagten sind hinreichend be-
stimmt. Im Übrigen besteht keine Pflicht der Anklagebehörde, entlastende 
Momente in der Anklageschrift zu nennen, wie dies die Verteidigung moniert 
hat. Soweit der Präsident anlässlich der Verhandlung vom 2. April 2009 den 
Prozessbeteiligten mitteilte, in welchen verschiedenen Hinsichten gemäss 
Vorverständnis des Gerichts in casu die kriminelle Organisation geprüft werde, 
hat er das Beweisthema für die Hauptverhandlung und somit die vorliegende 
Strafsache fokussiert. Dies um die Arbeit der Verteidigung zu vereinfachen 
und nicht um die angeblich ungenügende Anklageschrift durch gerichtliche 
Präzisierung zu retten. Auch hier liegt es in der Natur der Sache, dass kom-
plexe Zusammenspiele von zahlreichen Einzelpersonen oder von mehreren 
Gruppen – die ihrerseits durch verschiedene Personen und Firmen zusam-
mengesetzt sind – entlang eines Warenflusses sowie über zahlreiche Landes-

- 31 - 

grenzen hinweg, auf verschiedenen Ebenen als möglicherweise kriminelle 
Vereinigungen bezeichnet werden können.  

b) Aus der Botschaft zur Justizreform des Bundes ist betreffend der Änderung 
des Art. 126 Abs. 2 BStP (BBl 2001 S. 4372) zu entnehmen, dass mit der Re-
gelung von Abs. 2 verhindert werden soll, dass der Bundesanwalt das zustän-
dige Gericht beeinflusst, zum Beispiel dass er begründet, aus welchen Tatsa-
chen er genügende Verdachtsmomente ableitet oder die Beweise würdigt, 
persönliche Beziehungen des Angeklagten aufzeigt, welche nicht zum Straf-
tatbestand gehören, oder dass er sich zur Schuldfrage oder zum Strafmass 
äussert. 

Die vorliegende Anklageschrift enthält die in Art. 126 Abs. 1 BStP geforderten 
Merkmale. Darüber hinaus hat sie über weiteste Strecken die Schilderung von 
Sachverhalten zum Gegenstand. Es kann nicht gänzlich ausgeschlossen wer-
den, dass einzelne Sätze oder Abschnitte auch als Begründung der Anklage 
verstanden werden könnten. Eine Rückweisung zur Eliminierung solcher Stel-
len wäre jedoch absolut unverhältnismässig und hätte lediglich eine beträchtli-
che Verfahrensverzögerung zur Folge, ohne dass damit dem Verfahren inhalt-
lich in irgendeiner Weise gedient wäre. Zudem ändert sich dadurch am grund-
sätzlichen Befund, dass die Anklageschrift Sachverhalte schildert, nichts. Die 
Anklageschrift enthält keine Angaben über in casu nicht interessierende per-
sönliche Beziehungen der Angeklagten und äussert sich weder zur Schuldfra-
ge noch zum Strafmass. Es ist jedenfalls nicht erkennbar, dass sie das Ge-
richt in unzulässiger Weise beeinflussen würde im Sinne eines vorgezogenen 
Plädoyers. Die Fussnoten respektive die mit diesen referenzierten Aktenstel-
len dienen entgegen anders lautenden Behauptungen nicht der Begründung 
der Anklageschrift, sondern sind im Sinne von Art. 126 Abs. 1 Ziff. 4 BStP als 
Bezeichnung der Beweismittel für die Hauptverhandlung, die dem Nachweis 
der in der Anklageschrift behaupteten Fakten dienen sollen, zu verstehen. Ei-
ne höchstrichterlich bestätigte, auf das Begründungsverbot der Anklageschrift 
bezogene Praxis, die in casu eine Rückweisung geböte, existiert nicht. Im Üb-
rigen sieht die Bundesstrafprozessordnung, nach Abschaffung des Anklagezu-
lassungsverfahrens keine Sanktionierung für den Fall vor, dass das Begrün-
dungsverbot verletzt wäre. Hinzu kommt, dass den Verteidigern die Möglich-
keit des Einreichens einer Verteidigungsschrift als Entgegnung zum behaupte-
ten „vorgezogenen Plädoyer“ der Anklage gewährt worden ist. 

1.4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Anklageschrift weder gegen das Be-
gründungsverbot in Art. 126 Abs. 2 BStP noch gegen das Gebot der Umgrenzungs- 
und Informationsfunktion (Art. 126 Abs. 1 BStP) verstösst und daher als Grundlage 

- 32 - 

für das gerichtliche Verfahren – für Verfahrensbeteiligte und Gericht – taugt und 
somit nicht an die Bundesanwaltschaft zur Verbesserung zurückzuweisen ist. 

1.5 Öffentliches Zugänglichmachen der Anklageschrift  

1.5.1 An die Presse 

Gemäss Art. 9 Abs. 1 lit. a des Reglements über die Grundsätze der Information 
und die Akkreditierung für die Gerichtsberichterstattung am Bundesstrafgericht vom 
29. August 2006 (SR 173.711.33) wird den akkreditierten Medienschaffenden auf 
Ersuchen hin eine Kopie der Anklageschrift in der Regel drei Tage vor dem ersten 
Verhandlungstermin abgegeben.  

Im Instruktionsverfahren setzten sich die Verteidiger gegen eine Aushändigung der 
Anklageschrift an die Presse zur Wehr. Sie beantragten, dass – wenn überhaupt – 
die Anklageschrift erst nach dem Entscheid über die Vorfragen ausgehändigt werde, 
da sie in der vorliegenden Form aus dem Recht zu weisen sei (siehe oben E. 1.4). 
Die Anklageschrift wurde infolgedessen nur in begrenztem Umfange, beschränkt auf 
das Rubrum, die Zusammenfassung der Tathandlungen der Angeklagten, die Be-
weismittel sowie eine Grobumschreibung der Beschlagnahme, der Sicherheiten, der 
Kosten und Auslagen und die Mitteilungen, an die akkreditierten Medienvertreter he-
rausgegeben. Diese Art der Veröffentlichung verstösst in keiner Weise gegen das 
Persönlichkeitsrecht der Angeklagten, sondern trägt dem Öffentlichkeitsprinzip 
Rechnung. Das Bundesgericht hat die Beschwerden gegen die entsprechende Zwi-
schenverfügung abgewiesen (1B_55/2009; 1B_69/2009; 1B_73/2009). 

1.5.2 An die Öffentlichkeit 

Gemäss Art. 24 Abs. 1 BStP sind die Verhandlungen vor den Strafgerichten des 
Bundes öffentlich. Art. 153 BStP sieht vor, dass die Anklageschrift durch den Ge-
richtsschreiber verlesen wird. 

Die Bundesanwaltschaft verzichtet zu Beginn der Hauptverhandlung auf das Verle-
sen der Anklageschrift. Sie beantragt als Ersatz dessen die öffentliche Auflage der 
Anklageschrift für Prozessbeobachter. Die Verteidiger opponieren gegen diesen An-
trag, da die Bundesstrafrechtspflege kein öffentliches Zugänglichmachen der Ankla-
geschrift vorsehe. Von Seiten eines Verteidigers wird vorgebracht, dass im Falle ei-
nes öffentlichen Zugänglichmachens der Anklageschrift auf das Verlesen der kom-
pletten aus 233 Seiten bestehenden Anklageschrift inklusive der Fussnoten und der 
darin aufgeführten Aktenstücke beharrt werde, all das in italienischer Sprache 
(vgl. auch E. 1.6 hienach). 

- 33 - 

Das Verlesen der Anklageschrift dient primär der Öffentlichkeit des Verfahrens; in 
zweiter Linie ist darin die Verwirklichung des Anspruchs des Angeklagten zu sehen, 
dass ihm die gegen ihn erhobenen Vorwürfe detailliert zur Kenntnis gebracht wer-
den. Der Anspruch des Angeklagten auf Verlesen der Anklage wird hinfällig durch 
die vorgängige Zustellung der Anklageschrift an ihn beziehungsweise dessen Ver-
teidiger. Die Anklageschrift wurde in die Sprachen Französisch und Italienisch über-
setzt, konnte somit von allen anwesenden Angeklagten in ihrer Muttersprache gele-
sen werden. In casu ist das Recht des Verlesens ausserdem insoweit verwirkt, als 
dem Gericht vor dem Entscheid über das öffentliche Zugänglichmachen der Ankla-
geschrift mitgeteilt wurde, dass das Verlesen dann verlangt werde, wenn das Ge-
richt dieselbe öffentlich zugänglich mache. Damit sollte offensichtlich nicht ein recht-
mässig begründetes Interesse am Verlesen der Anklageschrift geltend gemacht, 
sondern Druck auf das Gericht ausgeübt werden.  

Das Aushändigen der kompletten Anklageschrift an die akkreditierten Journalisten 
und das Auflegen derselben für das interessierte Publikum ist ein Surrogat für das 
öffentliche Verlesen. Auf Letzteres wird deshalb verzichtet. 

1.6 Verfahrens- und Verhandlungssprache 

1.6.1 Wechsel der Verfahrenssprache vom Deutschen zum Italienischen 

Gemäss Art. 97 Abs. 1 BStP wird vor dem Bundesstrafgericht in der Sprache des 
Angeklagten verhandelt, wenn er deutsch, französisch oder italienisch spricht. Bei 
einer Mehrheit von Angeklagten und in zweifelhaften Fällen entscheidet der Präsi-
dent. 

In Ausübung des Ermessens, welches die genannte Gesetzesbestimmung dem Prä-
sidenten einräumt, hielt dieser für das Verfahren vor Bundesstrafgericht an der bis-
herigen Verfahrenssprache Deutsch fest (TPF pag. 410.20 f.). Aufgrund eines 
Schreibens des Verteidigers des Angeklagten C. (TPF pag. 523.60 ff.) bestätigte der 
Präsident dies mittels Verfügung vom 18. Februar 2009 (TPF pag. 430.60 ff.) noch-
mals. Dagegen opponierte ein Teil der Verteidiger und beantragte mittels Be-
schwerde ans Bundesgericht einen Wechsel der Verfahrenssprache zum Italieni-
schen (1B_70/2009, 1B_75/2009, 1B_77/2009, 1B_79/2009, 1B_83/2009). Das 
Bundesgericht wies die Anträge um aufschiebende Wirkung der Beschwerden ab 
(Verfügungen vom 25. März 2009 des Bundesgerichts in den erwähnten Fallnum-
mern). Mit Urteilen vom 7. respektive 16. April 2009, das heisst bereits während lau-
fender Hauptverhandlung, trat das Bundesgericht auf die Beschwerden nicht ein, 
äusserte sich aber dahingehend, dass die Beibehaltung der Verhandlungssprache 
Deutsch die Verfahrensleitung nicht an der Gewährleistung der Parteirechte hindere 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_70/2009 vom 7. April 2009 E. 2.5 bzw. Urteile des 

- 34 - 

Bundesgerichts in den übrigen Verfahrensnummern vom 16. April 2009 E. 2.3). Die 
Hauptverhandlung wurde am 1. April 2009 wie vorgesehen auf Deutsch eröffnet. Die 
Verteidiger der Angeklagten italienischer Muttersprache erneuern am ersten Pro-
zesstag ihre Anträge auf Wechsel der Verfahrenssprache von der deutschen zur ita-
lienischen Sprache.  

Die Anklageschrift der Bundesanwaltschaft richtet sich gegen Personen deutscher, 
französischer, italienischer und spanischer Muttersprache. Ein Anspruch auf Ver-
handlung in der Muttersprache ergibt sich bei einer Mehrheit von Angeklagten aus 
der Bundesstrafprozessordnung nicht. Das vorliegende Verfahren wurde vor mehr 
als sechs Jahren eröffnet und von Beginn weg in deutscher Sprache geführt. Es för-
dert die Einheitlichkeit eines Verfahrens, wenn es von Anfang bis Ende in der selben 
Sprache geführt wird (vgl. hierzu auch UEBERSAX, Basler Kommentar zum Bundes-
gerichtsgesetz, Basel 2008, N. 6 zu Art. 54). Bei einem Wechsel im Stadium der 
Hauptverhandlung müssten nicht nur die Vertreter der Bundesanwaltschaft und die 
Mitglieder des Gerichts sondern auch die Verteidiger – wie eine Nachfrage zur 
Sprachkompetenz ergeben hat – ausgewechselt werden. Dies würde zu einer unnö-
tigen Wiederholung von Verfahrenshandlungen und vor allem zu einer erheblichen 
Verfahrensverzögerung führen, was nicht im Interesse der Angeklagten und von de-
ren Anspruch auf einen Entscheid in angemessener Frist liegt. Der Tatsache, dass 
die Angeklagten – nach dem Versterben des deutschsprachigen Angeklagten im 
Januar 2009 – italienischer, französischer oder spanischer Muttersprache sind, wird 
im Einklang mit Art. 6 Abs. 3 lit. e EMRK dadurch Rechnung getragen, dass für die 
Hauptverhandlung Übersetzerinnen zur Verfügung stehen. Im Übrigen kämen auch 
bei einem Wechsel ins Italienische nicht alle Angeklagten in den Genuss eines Ver-
fahrens in ihrer Muttersprache. 

Im Sinne eines nicht präjudizierenden Entgegenkommens wird trotz der Festsetzung 
der Verhandlungssprache Deutsch in analoger Anwendung von Art. 97 Abs. 2 BStP 
den fremdsprachigen Parteivertretern gestattet, in einer anderen Amtssprache zu 
plädieren. 

1.6.2 Simultanübersetzung 

Für den Fall, dass die Verhandlungssprache Deutsch bleibe, wird von einigen Ver-
teidigern beantragt, die gesamte Verhandlung simultan in die Sprachen Franzö-
sisch, Italienisch und Spanisch zu übersetzen.  

In BGE 118 Ia 462 E. 2a führt das Bundesgericht aus, dass nach der Praxis der 
Rechtsprechungsorgane der EMRK grundsätzlich ein Anspruch auf Übersetzung al-
ler Schriftstücke und mündlichen Äusserungen bestehe, auf deren Verständnis der 
Angeklagte angewiesen sei, um in den Genuss eines fairen Verfahrens zu kommen. 

- 35 - 

Dazu gehörten in der Regel die Anklageschrift, die Instruktion des Verteidigers und 
die wesentlichen Vorgänge der mündlichen Hauptverhandlung (vgl. BRAITSCH, Ge-
richtssprache für Sprachunkundige im Lichte des "fair trial", Bern u.a. 1991, 
S. 170 ff., 383 ff., 397 ff.; FROWEIN PEUKERT, EMRK-Kommentar, Kehl 1985, Art. 6 
N. 139; VOGLER, Internationaler EMRK-Kommentar, Köln u.a., Art. 6 N. 473, 584, je 
mit Hinweisen). Je nach den Umständen des konkreten Falles könnten aber weitere 
Verfahrensbestandteile hinzukommen. Zu denken sei etwa an die Befragung von 
Zeugen. Wichtig erscheinende prozedurale Vorgänge und Akten müssten demnach 
– auf entsprechenden Antrag des Angeschuldigten – übersetzt werden (Urteil des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 19. Dezember 1989 i. S. Ka-
masinski c. A, EGMR Série A, vol. 168, Ziff. 74, 79; vgl. auch unveröffentlichtes Ur-
teil des Bundesgerichtes vom 17. Dezember 1991 i. S. G. F., E. 3a; BRAITSCH, 
a.a.O., S. 171 f., 406 ff.; WAMISTER, Die unentgeltliche Rechtspflege, die unentgeltli-
che Verteidigung und der unentgeltliche Dolmetscher unter dem Gesichtspunkt von 
Art. 4 BV und Art. 6 EMRK, Diss. Basel 1983, S. 146 f.). Dies gelte insbesondere für 
Verfahrensabschnitte, an denen der Angeschuldigte einen Anspruch auf aktive Teil-
nahme habe (vgl. ROUILLER/JOMINI, L’effet dynamique de la Convention européenne 
des droits de l’homme, in ZStrR 109 [1992] S. 254). Strenge prozessuale Anforde-
rungen seien diesbezüglich insbesondere bei schwerwiegenden strafrechtlichen An-
klagen zu stellen (E. 2a). Es sei allerdings Sache des Angeschuldigten beziehungs-
weise seines Verteidigers, entsprechende Anträge auf Übersetzung von wichtig er-
scheinenden Teilen der Strafprozedur rechtzeitig geltend zu machen (vgl. unveröf-
fentlichtes Urteil des Bundesgerichtes vom 22. April 1988 i. S. Y., E. 2; VOGLER, 
a.a.O., Art. 6 N. 592). Ein pauschaler Grundrechtsanspruch auf Simultanüberset-
zung der ganzen Hauptverhandlung, der von Amtes wegen durchzusetzen wäre, 
bestehe dagegen nicht. Alles zu übersetzen wäre regelmässig überflüssig und wür-
de das Verfahren übermässig in die Länge ziehen, komplizieren und verteuern. In-
sofern läge eine vollständige und undifferenzierte Übersetzung aller prozessualen 
Vorgänge auch nicht im Interesse des Angeschuldigten (E. 2b). Eine Simultanüber-
setzung entzieht sich im Übrigen der Kontrolle durch das Gericht. Somit erfolgt kei-
ne Simultanübersetzung der gesamten Verhandlung ins Französische und Italieni-
sche. 

Der Antrag auf Simultanübersetzung ins Spanische ist wegen Abwesenheit des 
spanisch sprechenden Angeklagten D. an der Hauptverhandlung gegenstandslos. 

1.6.3 Übersetzung von Aktenstücken 

Die Verteidiger der Angeklagten D. und G. verlangen die Übersetzung aller wesent-
lichen Aktenstücke, worunter zum Beispiel die Einvernahmen der anderen Beteilig-
ten oder Zeugen, auf Spanisch beziehungsweise Italienisch. Im weiteren wurde sei-

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tens der Verteidiger teilweise beantragt, es seien die italienischen Urteile auf 
Deutsch zu übersetzen.  

Wegen Abwesenheit des Angeklagten D. zielt der Antrag auf Übersetzung ins Spa-
nische ins Leere. Den anwesenden Angeklagten wird zugesichert, dass Aktenstü-
cke, welche ihnen vorgehalten werden und die zum Beweis für einen allfälligen 
Schuldspruch dienen sollten, in ihre Muttersprache übersetzt werden, was in der 
Folge auch so gehandhabt wird.  

Der Antrag, italienischsprachige Urteile auf Deutsch zu übersetzen, ist offensichtlich 
im Interesse der Verteidiger gestellt worden und nicht in jenem der italienischspra-
chigen Angeklagten, welche diese Urteile verstehen. Der antragstellende Verteidiger 
des Angeklagten G. weist sich selbst als (auch) in italienischer Sprache arbeitend 
aus und hat dieses amtliche Mandat im Wissen um die intensiven sich auf Italien 
beziehende Hintergründe des Verfahrens und um die Muttersprache seines Man-
danten angenommen. Ein gerichtlicher Anspruch auf Übersetzung von Unterlagen in 
einer anderen Amtssprache für den Verteidiger besteht im übrigen nicht. Der Antrag 
ist daher abzuweisen. 

1.7 Verschiebung der Hauptverhandlung 

Rechtsanwalt Galfetti, Vertreter der Drittbetroffenen N. und O. Stiftung, beantragt 
eine Verschiebung der Hauptverhandlung um fünf Monate. Als Grund gibt er an, 
dass er erst kurz vor Beginn der Hauptverhandlung die Anklageschrift zugestellt er-
halten habe und so nicht ausreichend Vorbereitungszeit verblieben sei. 

Zu Beginn der Hauptverhandlung wurden die Drittbetroffenen respektive ihre Vertre-
ter darauf hingewiesen, dass sie nicht Parteien im Sinne der Prozessordnung sind. 
Die mangelnde Parteistellung führt dazu, dass sie keine Anträge stellen können, 
welche zum Beispiel die Anklageschrift, die Verhandlungssprache oder die Ver-
handlungstermine betreffen. Auf den Verschiebungsantrag von Rechtsanwalt Galfet-
ti müsste daher gar nicht eingetreten werden. Der Antrag ist jedoch ohnehin abzu-
weisen. Aus den Verfahrensakten ist ersichtlich, dass Rechtsanwalt Galfetti schon 
früh in das Verfahren involviert war. Er hat sich intensiv darum bemüht, die Verteidi-
gung des Angeklagten B. übernehmen zu können. Diese Bemühungen hat er na-
mens des Angeklagten im Verfahrensstadium vor Bundesstrafgericht erneut aufge-
nommen. Zudem hat er an einer Diskussionsrunde im Fernsehen zum Thema der 
Anklage teilgenommen, in welchen er als intimer Kenner der Materie auftrat (Sen-
dung „matrioska“, ausgestrahlt im Juni 2001 durch Teleticino). In seiner jetzigen 
Funktion vertritt er unter anderem die Interessen des Sohnes des Angeklagten B. 
Mit Schreiben des Gerichts vom 13. Januar 2009 wurde er als Vertreter von Drittbe-
troffenen formell darauf aufmerksam gemacht, dass er die Anklageschrift auf Anfra-

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ge beim Bundesstrafgericht beziehen könne (TPF pag. 320.1 f.). Von diesem Recht 
machte Rechtsanwalt Galfetti keinen Gebrauch. Trotzdem wurde ihm der Vollstän-
digkeit halber am 27. März 2009 die Anklageschrift inklusive deren italienischer  
Übersetzung zugestellt (TPF pag. 328.12). Es ist lebensfremd anzunehmen, dass er 
vor der gerichtlichen Zustellung der Anklageschrift keine Kenntnisse derselben hat-
te. Sein Verhalten seit der Anklageerhebung und seine Schreiben an das Bundes-
strafgericht lassen keinen Zweifel offen, dass er über die Anklageschrift verfügte 
und von deren Inhalt samt den relevanten Sachverhalten Kenntnis hatte. Es steht 
daher ausser Frage, dass sich Rechtsanwalt Galfetti materiell seit langer Zeit auf die 
Verhandlung hat vorbereiten können. Eine Verschiebung der Hauptverhandlung ist 
daher nicht opportun. 

1.8 Abtrennung Einziehungsverfahren 

Die Bundesanwaltschaft beantragt, dass die Verhandlung betreffend der Einziehung 
der beschlagnahmten Vermögenswerte separat durchzuführen sei und die Drittbe-
troffenen bis dahin vom Verfahren respektive der Verhandlung auszuschliessen sei-
en. Eine Abtrennung dränge sich auf, da es den Drittbetroffenen verwehrt sei, sich 
zu dem Tatvorwurf gegen die Angeklagten zu äussern, und das ohnehin komplizier-
te Hauptverfahren durch die Präsenz der Drittbetroffenen noch weitergehend be-
lastet werde. 

Drittbetroffene haben grundsätzlich nur diejenigen Rechte, die sie benötigen, um ih-
re Ansprüche geltend zu machen. Nicht alle in einer strafrechtlichen Hauptverhand-
lung erörterten Fragen sind somit von den Rechten der Drittbetroffenen auf Teil-
nahme umfasst. Das würde es ermöglichen, ein Einziehungsverfahren separat von 
der strafrechtlichen Hauptverhandlung zu führen. Es dürfte in der Praxis jedoch ei-
nige Schwierigkeiten bereiten, abzugrenzen, welche Fragen für die Drittbetroffenen 
relevant sind und welche nicht. In casu wird im Wesentlichen zu klären sein, ob und 
inwiefern eine kriminelle Organisation vorliegt, in deren faktischen Verfügungsbe-
reich die beschlagnahmten Vermögenswerte fallen oder ob, unabhängig von einem 
Schuldspruch, die Voraussetzungen der selbstständigen Einziehung gegeben sind. 
Dazu müssen sich die Drittbetroffenen äussern können. Auch wenn nicht ausge-
schlossen ist, dass dieses Thema in rechtlich hinreichender Art in einem separaten 
Verfahren behandelt werden kann, drängt sich vorliegend eine Abtrennung aus den 
geltend gemachten pragmatischen Gründen nicht auf. Es bestünde auch die Gefahr, 
dass Verfahrensteile des Hauptverfahrens im Einziehungsverfahren wiederholt wer-
den müssten, was die Sache insgesamt nicht vereinfachen, sondern komplizieren 
würde. Es ist daher insgesamt einfacher und praktikabler, die Drittbetroffenen am 
Hauptverfahren teilnehmen zu lassen, vor allem auch deshalb, weil deren Interven-
tionsrechte in der Verhandlung ohnehin beschränkt sind. 

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1.9 Verwendung der Abhörprotokolle der italienischen Telefonkontrollen 

Der Verteidiger des Angeklagten G. beantragt zu prüfen, ob die Telefonkontrollen 
aus den italienischen Verfahren, auf welche die Bundesanwaltschaft zurückgreift, 
rechtmässig zustande gekommen seien und als Beweismittel verwertbar seien. Wei-
ter macht er einen Anspruch des Angeklagten auf Anhörung der Originalaufnahmen 
geltend.  

Ob die Abhörprotokolle der italienischen Telefonkontrollen verwertbar sind oder 
nicht, ist nicht im Rahmen der Vorfragen zu prüfen. Es handelt sich dabei um eine 
Frage, die in concreto im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen und im Zusam-
menhang mit der Hauptsache zu entscheiden ist. 

1.10 Protokollierung/Tonbandaufnahmen der Hauptverhandlung 

Die Bundesanwaltschaft stellt sodann den Antrag, dass die Protokollierung nach 
Massgabe der Bestimmungen von Art. 55 BGG i.V.m. Art. 7 BZP vorzunehmen sei, 
dass also die Einvernahmeprotokolle der einvernommenen Person vorzulesen und 
von dieser zu unterzeichnen seien. Im weiteren seien die Verhandlungs- und Ein-
vernahmeprotokolle den Parteivertretern auszuhändigen. Rechtsanwalt Galfetti äus-
sert die Ansicht, dass die Tonbandaufnahmen, die offensichtlich von der Hauptver-
handlung gemacht würden, den Parteien zur Verfügung stehen sollten. 

Die Protokollierung der Hauptverhandlung vor Bundesstrafgericht ist gesetzlich nicht 
detailliert geregelt. Der Vorsitzende und die Gerichtsschreiberin bestätigen die Rich-
tigkeit der Protokolle unterschriftlich. Eine Unterzeichnung durch die einvernomme-
ne Person ist nicht vorgesehen. Das in Art. 33, 43 und 85 Abs. 4 BStP vorgeschrie-
bene Protokoll wird zweigeteilt geführt: Über den Verhandlungsablauf wird ein so 
genanntes Hauptverhandlungsprotokoll erstellt, in welchem die Anträge der Parteien 
sowie die Verfügungen des Gerichts aufgeführt werden. Dieses findet Eingang in die 
Verfahrensakten, wird praxisgemäss jedoch nicht ausgehändigt. Unabhängiger Teil 
dieses Hauptverhandlungsprotokolls sind die jeweiligen Einvernahmeprotokolle. In 
casu werden diese den Parteien nach deren Fertigstellung ausgehändigt. Daraufhin 
haben die Prozessbeteiligten die Möglichkeit, eine Protokollberichtigung zu beantra-
gen. Herrschen diesbezüglich Unklarheiten, so kann das Gericht das Protokollierte 
mittels der ursprünglich für den Fall von technischen Störungen im Bereich der 
Textverarbeitung, wie zum Beispiel einem Computerabsturz, gedachten Tonband-
aufnahmen überprüfen. Die Tonbandaufnahmen werden nach Eintritt der Rechts-
kraft vernichtet, sie werden nicht als Teil der Akten geführt und daher auch nicht zur 
Anhörung herausgegeben. Infolge dahingehender Anträge von Seiten der Prozess-
beteiligten wird vorliegend nebst den einzelnen Einvernahmeprotokollen auch das 

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Hauptverhandlungsprotokoll den Parteien und den anwesenden Vertretern der Dritt-
betroffenen zugänglich gemacht. 

1.11 Stellung der Drittbetroffenen 

Als Parteien im Bundesstrafverfahren führt Art. 34 BStP den Beschuldigten, den 
Bundesanwalt und den Geschädigten auf, wenn er privatrechtliche Ansprüche aus 
der strafbaren Handlung geltend macht. Weitere Parteien sieht die Prozessordnung 
nicht vor. 

Von einem Strafverfahren können jedoch weitere Personen betroffen sein. Dies ist 
vorliegend der Fall wegen der Beschlagnahme von Vermögenswerten, die nicht auf 
die Angeklagten, sondern eben auf Dritte lauten. Diesen Personen muss die Gele-
genheit eingeräumt werden, ihre Rechte geltend zu machen, daher werden sie als 
Drittbetroffene geführt. Ihre Rechtsstellung beschränkt sich in casu auf die Frage 
der Einziehung der Vermögenswerte. So sieht es auch die noch nicht in Kraft ste-
hende Schweizerische Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 in Art. 105 Abs. 1 
lit. f und Abs. 2 vor. 

1.12 Stellung der „pentiti“  

Die Bundesanwaltschaft hat die Einvernahme von vier sich in Italien aufhaltenden 
„pentiti“ als Zeugen beantragt. Diesem Antrag wurde stattgegeben. 

Die Verteidigung bringt vor, dass die Modalitäten der Einvernahme dieser Personen 
unklar seien und wirft die Frage auf, ob sich diese als Zeugen eignen. Wenn schon, 
dann seien sie als Auskunftspersonen anzuhören. 

Als „pentiti“ (eigentlich collaboratori di giustizia) werden in Italien Personen bezeich-
net, welche in einer kriminellen Organisation Mitglied waren oder zumindest in einer 
so intensiven Form mit einer solchen zusammengearbeitet haben, dass sie von der 
kriminellen Organisation Kenntnisse haben, reuig (ital.: pentito) geworden sind und 
in der Folge mit der Justiz zusammenarbeiten und umfassende Geständnisse able-
gen. Durch ihre Zusammenarbeit mit der Justiz kommen sie in den Genuss von 
Strafmilderungen oder Vollzugserleichterungen (Art. 16nonies des Decreto legislativo 
vom 15. Januar 1991 mit Anpassungen vom 15. März 1991 über die collaboratori di 
giustizia [Nuove norme in materia di sequestri di persona a scopo di estorsione e 
per la protezione dei testimoni di giustizia, nonché per la protezione e il trattamento 
sanzionatorio di coloro che collaborano con la giustizia]). Ein reuiger Mafioso wird in 
einem italienischen Verfahren formell als „pentito” anerkannt. Dieses Institut gibt es 
im schweizerischen Recht nicht. 

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Der Zeuge ist eine vom Beschuldigten verschiedene Person, welche in einem be-
sonders geregelten Verfahren einem Gericht oder einer Untersuchungs- und Ankla-
gebehörde unter strafrechtlich sanktionierter Wahrheitspflicht (Art. 307 StGB) über 
die von ihr wahrgenommenen Tatsachen Auskunft geben soll. Er ist täterschaftlich 
nicht an der abzuklärenden Handlung beteiligt und nimmt somit eine für die Wahr-
heitsfindung wertvolle Stellung ein (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., § 62 N. 1). 
Als Regel ist festzuhalten, dass als Zeuge nur in Frage kommt, wer nicht als Be-
schuldigter oder Auskunftsperson einzuvernehmen ist (SCHMID, Strafprozessrecht, 
Zürich 2004, 4. Aufl., § 40, N. 628). Der Zeuge untersteht der Wahrheitspflicht, das 
falsche Zeugnis steht unter Strafandrohung (Art. 307 StGB). Er hat nur unter gewis-
sen Voraussetzungen ein Zeugnisverweigerungsrecht. 

Die Auskunftsperson dagegen hat keine erzwingbare Aussage- und strafrechtlich 
sanktionierte Wahrheitspflicht. Auskunftspersonen können solche sein, welche in 
den möglichen Täterkreis fallen, ohne dass handgreifliche Anhaltspunkte für die Tä-
terschaft oder die Mitbeteiligung vorliegen (HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., 
§ 63 N. 2 und N. 5). 

Es ist unbekannt, wie weit die Verfahren gegen die vier genannten Personen fortge-
schritten sind und inwieweit sie schon in den Genuss einer Strafmilderung kamen 
oder ob sich ein „zuvorkommendes“ Aussageverhalten weiter positiv auf ihre eigene 
Strafe auswirken könnte. Im weiteren haben sie gemäss italienischem Recht auch 
ein weitergehendes Aussageverweigerungsrecht als Zeugen im Schweizerischen 
Strafprozess. Infolge dieser Umstände werden die „pentiti“ als Auskunftspersonen 
einvernommen. 

Die Einvernahmen finden nicht wie üblich im Gerichtssaal statt. Die „pentiti“ sind in 
Italien in Haft oder stehen unter Hausarrest. Ihr Transport an den Verhandlungsort 
ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Deshalb finden die Einvernahmen mittels 
Videobefragung statt, bei welchen alle im hiesigen Gerichtssaal Anwesenden die 
jeweils einvernommene Person nicht nur hören, sondern auch sehen können, wenn 
auch nur – wiederum aus Gründen der Sicherheit für den Aussagenden – von hin-
ten. Eine solche Befragung findet ihre gesetzliche Grundlage in Art. VI des Vertra-
ges vom 10. September 1998 zwischen der Schweiz und Italien zur Ergänzung des 
Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in Strafsachen vom 20. April 
1959 und zur Erleichterung seiner Anwendung (SR 0.351.945.41). In dem selben 
Artikel finden sich auch die Modalitäten einer solchen Befragung, welche nach den 
Grundprinzipien der Rechtsordnung des ersuchten Staates zu erfolgen hat. Die Be-
fragung wird in Anwesenheit des jeweiligen Verteidigers des „pentito“ vom zuständi-
gen Gericht in Bari mitverfolgt. Der Ablauf der Befragungen wurde vom Gericht in 
Bari protokolliert (TPF pag. 855.117 ff.) und entspricht in seiner Form dem zitierten 
Staatsvertrag. 

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1.13 Rückzug von Anträgen auf Zeugeneinvernahme  

Fürsprecher Zürcher, Verteidiger des Angeklagten A., beantragte im Instruktionsver-
fahren, dass FFF., ein ehemaliger Beamter der Kantonspolizei Tessin, als Zeuge zu 
befragen sei. Anlässlich der Hauptverhandlung zieht der Verteidiger seinen bereits 
gutgeheissenen Antrag zurück. Die Bundesanwaltschaft hat dagegen nichts einzu-
wenden. 

Anträge sind in der Regel abänderbar und widerrufbar (HAUSER/SCHWERI/HART-
MANN, a.a.O. § 43 N. 3). Das Gericht erachtet die Einvernahme des Genannten zum 
Zeitpunkt des Rückzuges als nicht mehr notwendig, weshalb es dem Rückzugsan-
trag stattgibt.  

Mit selbiger Argumentation wird im Einverständnis aller Anwesenden auf die Einver-
nahme von Maresciallo SS. verzichtet. 

Die Einvernahme des Zeugen GGG., CEO von PPP. Inc. kann nicht durchgeführt 
werden, da der Zeuge der Vorladung nicht Folge geleistet hat. Alle Prozessbeteiligte 
verzichten auch bezüglich dieses Zeugen auf eine Einvernahme. Das Gericht erach-
tet die Einvernahme als nicht mehr notwendig, weshalb von der Einvernahme von 
GGG. abgesehen wird. 

1.14 Abwesenheitsverfahren gegen D. 

Kann der Angeklagte nicht vor Gericht gestellt werden, so findet die Hauptverhand-
lung gleichwohl statt. Der Verteidiger ist zuzulassen (Art. 148 BStP). Voraussetzung 
für die Durchführung eines Abwesenheitsverfahrens ist zunächst eine rechtsge-
nügliche Unterrichtung des Angeklagten von der Hauptverhandlung (HAU-
SER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., § 91 N. 15). Diesem Erfordernis wurde mit der 
vom Angeklagten in Empfang genommenen Zustellung der Vorladung Genüge ge-
tan. Weiter ist erforderlich, dass der Angeklagten im Verlaufe des Verfahrens 
Kenntnis von den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen erhalten hat, so dass er 
sich dagegen verteidigen kann. Dies ergibt sich aus den verfassungsmässig garan-
tierten Rechten, wie dem Anspruch auf rechtliches Gehör und dem Gebot des fairen 
Verfahrens (Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV, ferner Art. 6 EMRK; HAU-
SER/SCHWERI/HARTMANNN, a.a.O., § 91 N. 13). Dem Angeklagten D. sind im Laufe 
der Strafuntersuchung sämtliche gegen ihn erhobene Vorwürfe vorgehalten worden 
und im Übrigen hat er durch seinen Verteidiger Kenntnis der Anklageschrift, wes-
halb das rechtliche Gehör gewahrt wurde und somit der Durchführung eines Abwe-
senheitsverfahrens nichts entgegen steht. 

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2.  Beteiligung an einer kriminellen Organisation beziehungsweise Unterstützung 
einer solchen – Sachverhalt 

2.1 Geschäftsmodell des internationalen Zigarettenschmuggels – globale Sicht 

2.1.1 Der von der Bundesanwaltschaft dem Gericht zur Beurteilung vorgelegte Sachver-
halt betrifft den von den Angeklagten in den 90er-Jahren betriebenen internationalen 
Handel mit unversteuerten Zigaretten über Montenegro mit Hauptdestination Italien, 
insbesondere die Region Apulien und Neapel. Soweit dieser Handel Italien betraf, 
soll das Geschäft gemäss Anklage von den italienischen kriminellen Organisationen 
Camorra und Sacra Corona Unita kontrolliert und beherrscht worden sein. Die An-
geklagten – und weitere Beteiligte – waren in unterschiedlichen Rollen in diesen 
Handel involviert. 

Die objektiven Vorgänge der in der Anklageschrift geschilderten Geschäftsabläufe – 
Identität der Käufer und Verkäufer sowie weiterer involvierter Personen, Waren- und 
Geldflüsse, Waren- und Geldumsätze, Finanzierungs- und Zahlungsmodalitäten, 
sowie die Rollen der Beteiligten – sind in den Grundzügen nicht bestritten (auf Ab-
weichungen wird, soweit erforderlich, im Einzelnen unten eingegangen). Die Vor-
gänge und Umstände sind im Übrigen durch eine Vielzahl von Beweismitteln belegt: 
Durch Aussagen von Beteiligten und Angeklagten, beschlagnahmte Geschäftsunter-
lagen, Untersuchungen und Urteile der italienischen Justiz- und politischer Behör-
den. Bestritten werden im Wesentlichen von allen Angeklagten das Wissen um die – 
von der Anklage behauptete – Beteiligung krimineller Organisationen an diesem 
Geschäft in Italien sowie von einzelnen Angeklagten einzelne Sachverhaltselemente 
in objektiver beziehungsweise subjektiver Hinsicht.  

Demnach ist in globaler Sicht stichwortartig vom folgenden, grundsätzlich als erstellt 
zu erachtenden Anklagesachverhalt auszugehen:  

2.1.2 Bereits vor dem Sommer 1996 – Zeitpunkt der Erteilung einer Exklusivlizenz für 
Montenegro an B. – wurden Zigaretten innerhalb Europas in grossem Stil ge-
schmuggelt und in der Folge unversteuert und unverzollt verkauft. Der so genannte 
Graumarkt, durch den die nationalen Schwarzmärkte versorgt wurden, verlief über 
mehrere Handelsstufen, wobei zwischen den Beteiligten auf grösstmögliche Ano-
nymität geachtet wurde: Der gesamte Handel wurde, ausgehend von den mulitnati-
onalen Zigarettenkonzernen, über Briefkastenfirmen mit teils wechselnden Namen 
und häufig mit Sitz in Offshore-Zentren abgewickelt. Die in und für diese Firmen 
handelnden natürlichen Personen traten in aller Regel gegenüber ihren Geschäfts-
partnern nur mit – teils falschen – Vornamen oder mit Fantasienamen oder auch nur 
mit Initialen in Erscheinung und zeichneten ihre Korrespondenz auch in dieser Wei-
se. Die Zigarettenproduzenten – PPP. Inc., QQQ., RRR. und andere – verkauften 

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die unversteuerte Ware an in diesem Verfahren nicht identifizierte Grossisten, wel-
che ihrerseits die Lieferanten der hierorts Angeklagten oder diese direkt – und wei-
tere Händler – belieferten. Die Ware wurde mit den einzelnen Verkaufsvorgängen 
von Zollfreilager zu Zollfreilager transportiert oder verblieb in einem solchen und 
wechselte lediglich den Eigentümer. Die hierorts angeklagten – und in anderen Zu-
sammenhängen andere – Händler verkauften die Ware ihrerseits an Schmuggler, 
welche diese auf dem einen oder anderen Weg aus einem europäischen Zollfreila-
ger oder auch über aussereuropäische Destinationen undeklariert in den europäi-
schen Markt reimportierten und unter Umgehung von Zoll- und Steuerabgaben mit 
erheblichen Gewinnspannen an national operierende Zwischenhändler und Endab-
nehmer verkauften.  

2.1.3 Im Zentrum der Anklage steht die Alimentierung des süditalienischen Schwarzmark-
tes via Montenegro über die Adria. Bereits vor 1996 wurde die für Italien bestimmte 
Ware über die Anrainerstaaten der östlichen Adriaküste nach Italien verbracht, 
transportiert von Schellbooten, die von italienischen Schmugglerbanden betrieben 
wurden. Während zunächst Albanien als Transit- und Bezugsland der Ware für die 
italienischen Schmuggler fungierte, übernahm später Montenegro diese Funktion. 
Diejenigen Händler, welche die Zigaretten an die italienischen Schmuggler verkauf-
ten, bezogen ihre Ware auf dem internationalen Graumarkt und liessen sie in Zoll-
freilager der montenegrinischen Adriahäfen Zelenika und Bar liefern. Dort stellten 
sie die Zigaretten den italienischen Schmugglern zum Abtransport zur Verfügung, 
sobald diese die Ware bezahlt hatten.  

2.1.4 Die Händler, welche die montenegrinischen Zollfreilager benutzen wollten, um die 
italienischen Schmuggler zu beliefern, bedurften einer Bewilligung, einer Lizenz der 
montenegrinischen Behörden, und hatten dafür eine Abgabe zu entrichten.  

Nicht abschliessend geklärt ist, ob d