# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1d31417-812a-51f4-ae2c-2754464b66b4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2008 C-1203/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1203-2006_2008-04-25.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1203/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  A p r i l  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiberin Barbara Haake.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Josef Jacober,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1203/2006

Sachverhalt:

A.
X._______, geboren 1960 in der Türkei, reiste am 29. Januar 1990 als 
Asylbewerber  in  die  Schweiz  ein,  wobei  seine  damalige  Ehefrau, 
Z._______,  mit  dem  gemeinsamen  anderthalbjährigen  Sohn  im 
Heimatland  verblieb.  Nachdem  sein  Asylgesuch  am  14.  Dezember 
1993 definitiv  abgelehnt worden war, ersuchte er im Hinblick auf die 
Eheschliessung mit einer Schweizer Bürgerin um Verlängerung der bis 
zum  15.  Februar  1994  gesetzten  Ausreisefrist.  Diesem  Ersuchen 
wurde nicht  entsprochen,  woraufhin X._______ in  die Türkei zurück-
kehrte. 
Am 4. Februar  1994  wurde  seine  mit  Z._______  geschlossene  Ehe 
geschieden. Am 6. Oktober 1994 verheiratete sich X._______ in der 
Türkei  mit  der  Schweizerin  Y._______.  Im  Rahmen  des  Familien-
nachzugs reiste  er  18. Oktober  1995 in  die Schweiz ein  und erhielt 
eine Jahresaufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner in St. Gallen 
lebenden Ehefrau. 

B.
Gestützt auf seine Ehe stellte X._______ am 18. Juli 2000 ein Gesuch 
um  erleichterte  Einbürgerung.  Im  Rahmen  des  nachfolgenden  Ein-
bürgerungsverfahrens unterzeichneten er  und  seine Ehefrau  am 19. 
September  2001  eine  Erklärung,  wonach  sie  in  einer  tatsächlichen, 
ungetrennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft  zusammenlebten und 
weder Trennungs- noch Scheidungsabsichten bestünden. Gleichzeitig 
nahmen  sie  unterschriftlich  zur  Kenntnis,  dass  die  erleichterte  Ein-
bürgerung  nicht  möglich  ist,  wenn  vor  oder  während  des  Einbürge-
rungsverfahrens  einer  der  Ehegatten  die  Trennung  oder  Scheidung 
beantragt  hat  oder  keine  tatsächliche  eheliche  Gemeinschaft  mehr 
besteht, und dass die Verheimlichung dieser Umstände zur Nichtiger-
klärung der Einbürgerung führen kann. Am 27. September 2001 wurde 
X._______  erleichtert  eingebürgert  und  erhielt  das  Bürgerrecht  von 
A._______.

C.
Nachdem  Y.______  und  X._______  am  8.  bzw.  17.  Januar  2002 
Mietverträge  über  jeweils  eigene  Wohnungen  unterzeichnet  hatten, 
verliess  X._______  im  Februar  2002  die  bisherige  gemeinsame 
Wohnung.  Seine  Ehefrau  stellte  am  15.  Mai  2002  den  Antrag  auf 
Eheschutzmassnahmen. Am 25. Mai 2004 richteten die Ehegatten ein 

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gemeinsames Scheidungsbegehren an das Bezirksgericht St. Gallen. 
Ihre Ehe wurde daraufhin am 28. Oktober 2004 geschieden. 

D.
Am  7.  Januar  2005  verheiratete  sich  X._______  in  der  Türkei  mit 
seiner früheren Ehefrau Z._______ und stellte am 17. Januar 2005 für 
sie und den gemeinsamen Sohn ein Gesuch um Familiennachzug.

E.
Aufgrund  der  dargelegten  Umstände  leitete  das  BFM  am  21.  März 
2005 gegen X._______ ein Verfahren betreffend Nichtigerklärung der 
erleichterten Einbürgerung ein. 

E.a In diesem Verfahren machte dessen Rechtsvertreter mit Stellung-
nahme  vom  27.  Juni  2005  geltend,  die  Ehegatten  hätten  sich  im 
Februar 2002 infolge unterschiedlicher Ansichten betreffend Familien-
gründung  getrennt.  X._______  habe  sich  gemeinsame  Kinder  ge-
wünscht,  seine  Ehefrau  habe  hingegen  ihre  berufliche  Ausbildung 
absolvieren wollen; daraus hätten  sich  auch  finanzielle  Spannungen 
ergeben. Die Trennung sei ursprünglich als Bedenkzeit für die weitere 
Zukunft  gedacht  gewesen.  Zur  Wiederaufnahme  der  ehelichen  Ge-
meinschaft sei es jedoch nicht wieder gekommen. 

E.b Mit  Schreiben  vom  8.  Juli  2005  ersuchte  das  Bundesamt  die 
schweizerische Ex-Ehefrau darum, zu einer Reihe von Fragen schrift-
lich  Stellung  zu  nehmen. Diese  führte  in  ihrer  Antwort  u.a. aus,  ihr 
Ehemann habe  seinen  Auszug  aus  der  gemeinsamen Wohnung nie 
begründet, und auch über eine Familiengründung sei während der Ehe 
nie gesprochen worden. Für die relativ lange Zeitspanne während der 
Trennung  und  der  Ehescheidung  seien  finanzielle  Gründe  – 
Alimentenzahlungen  ihres  Ehemannes  –  massgeblich  gewesen. 
Versuche  einer  Wiederannäherung  seien  in  dieser  Zeit  nicht  unter-
nommen worden. 

E.c Auf  dieses  Schreiben  hin  gewährte  das  Bundesamt  dem 
Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  abschliessenden  Stellungnahme. 
Dieser  machte  daraufhin  mit  Schreiben  vom  15.  September  2005 
geltend, die schriftlichen Angaben der Ehefrau seien in jeder Hinsicht 
unzutreffend  und  wahrscheinlich  von  Rachegedanken  und  Ent-
täuschung  geprägt.  Es  sei  deshalb  geboten,  sie  persönlich  einzu-
vernehmen. Gegen ihre Glaubwürdigkeit spreche auch, dass sie noch 
im Juni 2005 die Absicht gehabt habe, mit ihrem Ex-Ehemann – was 

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die damalige Vermieterin  bezeugen könne – eine neue gemeinsame 
Wohnung zu mieten. 

E.d Auf  entsprechende  Anfrage  des  Bundesamtes  hin  erklärte  die 
geschiedene Ehefrau mit  schriftlicher  Erklärung vom 10. April  2006, 
sie sei nicht bereit, sich in Gegenwart ihres Ex-Ehemannes befragen 
zu lassen.

E.e Mit  Zustimmung von X._______ nahm die Vorinstanz Einsicht in 
die Gerichtsakten zum Eheschutz- und Scheidungsverfahren. 

F.
Nachdem der  Heimatkanton am 11. August  2006 seine Zustimmung 
zur  Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  von  X._______ 
erteilt  hatte,  erklärte  das  BFM mit  Verfügung  vom 24. August  2006 
dessen Einbürgerung für nichtig. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse 
lasse  darauf  schliessen,  dass  X._______  seine  erleichterte 
Einbürgerung  erschlichen  habe.  Seine  Ehe  habe  bis  zu  diesem 
Zeitpunkt  rund  sieben  Jahre  bestanden;  danach  seien  gerade  noch 
knapp  drei  Monate  vergangen,  bis  die  Trennung  der  Eheleute 
festgestanden habe. Es sei lebensfremd, davon auszugehen, dass die 
Frage nach gemeinsamen Kindern während sieben Jahren Ehe keine 
Rolle gespielt habe, innerhalb von drei Monaten nach der erleichterten 
Einbürgerung  aber  derart  an  Bedeutung  gewonnen  habe,  dass  er 
seine langjährige, angeblich bis dahin stabile Ehe aufgegeben habe. 
Zudem habe die Ex-Ehefrau dargelegt, dass während der Ehe nie über 
eine Familiengründung gesprochen worden sei. Der Kinderwunsch sei 
auch im Eheschutz-  und Scheidungsverfahren kein Thema gewesen; 
vielmehr  habe die  Ehefrau im Eheschutzverfahren geltend gemacht, 
sie  sei  völlig  unvorbereitet  mit  den Trennungsabsichten ihres Gatten 
konfrontiert  worden.  Die  sich  aus  dem  zeitlichen  Geschehensablauf 
ergebende  Vermutung,  wonach  im  Zeitpunkt  der  erleichterten  Ein-
bürgerung  kein  beidseitiger  auf  die  Zukunft  gerichteter  Ehewille 
vorhanden  gewesen  sei,  habe  X._______  nicht  umstossen  können. 
Die  materiellen  Voraussetzungen  für  die  Nichtigerklärung  seiner  er-
leichterten Einbürgerung seien damit gegeben. 

G.
Mit  dem  Antrag,  die  vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben,  erhob 
Rechtsanwalt  Josef  Jacober im Namen von X._______ am 25. Sep-
tember 2006 Beschwerde beim Eidgenössischen Justiz-  und Polizei-
departement  (EJPD).  Er  bestreitet  die  vorinstanzliche  Schluss-

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folgerung,  wonach  im  Zeitpunkt  der  erleichterten  Einbürgerung  kein 
auf  die Zukunft  gerichteter  Ehewille mehr bestanden habe. Dass die 
eheliche  Gemeinschaft  gelebt  worden  sei,  ergebe  sich  sowohl  aus 
dem Erhebungsbericht der Kantonspolizei St. Gallen vom 15. Januar 
2001 als auch aus den vom Bundesamt im Sommer 2001 eingeholten 
Referenzschreiben  von  Freunden  und  Verwandten.  Gegen  die 
Erschleichung der Einbürgerung spreche auch der Umstand, dass die 
Ehegatten  noch  im  Juni  2001,  somit  wenige  Wochen  vor  der 
erleichterten Einbürgerung, zusammen eine neue Wohnung gemietet 
hätten.  Ein  solches  Verhalten  wäre  realitätsfremd,  wenn  damals 
tatsächlich  Trennungs-  oder  Scheidungsabsichten  bestanden  hätten. 
Der  Grund  für  die  im  Februar  2002  erfolgte  –  und  als  Bedenkzeit 
beabsichtigte  –  Trennung  habe  im  Kinderwunsch  des  Ehemannes 
gelegen.  Die  Ehefrau  habe  in  dieser  Zeit  jedoch  andere  Prioritäten 
gesetzt. Da dies von ihr  bestritten werde, und sie zudem gegenüber 
der  Vorinstanz  eine  Befragung  in  Anwesenheit  des  Parteivertreters 
abgelehnt  habe,  sei  sie  im  vorliegenden  Verfahren  als  Zeugin 
einzuvernehmen. Nur  sie  könne  nämlich  Aufschluss  darüber  geben, 
was in der relevanten Zeit vor der Trennung geschehen sei, denn sie 
habe  mit  dem  Beginn  einer  Ausbildung  deutlich  gemacht,  dass  sie 
andere  Prioritäten  als  gemeinsame  Kinder  habe.  Da  sie  im  Januar 
2002 als erste eine neue Wohnung angemietet habe, sei die von ihr im 
Eheschutzverfahren zum Ausdruck gebrachte Überraschung über den 
Auszug ihres  Ehemannes aus der  gemeinsamen Wohnung unglaub-
haft.  X._______  habe  aus  dem  Verhalten  seiner  Ehefrau  Konse-
quenzen ziehen müssen und sich ebenfalls um den Abschluss eines 
neuen Mietvertrags kümmern müssen. 
Die Wiederverheiratung von X._______ mit seiner türkischen Ehefrau, 
mit  der  er  bereits  eine gemeinsames Kind habe,  habe dem Wunsch 
nach  einer  „richtigen“  Familie  entsprochen.  Wäre  es  ihm  bei  seiner 
Heirat  mit  Y._______  nur  um  das  schweizerische  Bürgerrecht 
gegangen, so hätte er ein entsprechendes Gesuch schon viel  früher 
gestellt  und  hätte  auch  mit  der  Ehescheidung  nicht  so  lange 
zugewartet.  Auch  die  lange  Ehedauer  spreche  gegen  einen  Miss-
brauch der Einbürgerungsbestimmungen. Im Übrigen habe auch über 
die Scheidung hinaus eine gewisse emotionale Bindung zwischen den 
Eheleuten bestanden,  was sich  daran zeige,  dass  seine Ex-Ehefrau 
noch im Juni 2005 die ernsthafte Absicht gehabt habe, mit ihm in eine 
gemeinsame Wohnung zu ziehen. 
Abgesehen von den dargelegten Gründen rechtfertige sich die Nichtig-
erklärung der Einbürgerung auch deshalb nicht,  weil  X._______ seit 

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mehr  als  16  Jahren  in  der  Schweiz  lebe  und  sich  in  sozialer  und 
beruflicher Hinsicht vorbildlich integriert habe. 

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2006 hält die Vorinstanz an 
ihrer ablehnenden Verfügung fest. Sie weist darauf hin, dass auch die 
knappe Zeitspanne zwischen der Ablehnung des Asylgesuchs und der 
Scheidung  von der  türkischen  Ehefrau auf  zweckfremde Motive  des 
Beschwerdeführers  für  die  nachfolgende  Heirat  mit  Y._______ 
hindeute. Das von ihm beschriebene positive äussere Erscheinungs-
bild  seiner Ehe werde gar nicht  bestritten; daraus lasse sich jedoch 
kein  auf  die  Zukunft  gerichteter  Ehewille  ableiten,  denn  bei  diesem 
Merkmal  handele  es  sich  um  eine  innere  Haltung,  die  sich  dem 
direkten Beweis entziehe. Aus dem Beschwerdevorbringen ergebe sich 
nichts, was die Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft kurz nach der 
erleichterten  Einbürgerung  nachvollziehbar  erscheinen  lasse.  Insbe-
sondere  werde  kein  nach  der  Einbürgerung  unvorhersehbar  ein-
getretenes  Ereignis  genannt,  welches  geeignet  gewesen  wäre,  den 
Ehewillen innert kürzester Zeit zu zerstören. 

I.
In der darauffolgenden Stellungnahme vom 15. Januar 2007 wiederholt 
der Parteivertreter sein bisheriges Vorbringen.

J.
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  und  die  vom Beschwerdeführer  ange-
botenen Beweismittel wird in den Erwägungen Bezug genommen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche 
von  einer  in  Art.  33  VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden. 
Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM,  welche  die  Nichtig-
erklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  betreffen  (Art.  41  Abs. 1 

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i.V.m.  Art.  27  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  29.  September  1952 
[BüG, SR 141.0]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsge-
setzes bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder 
bei  Beschwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. 
Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG).  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts 
anderes bestimmt.

1.3 Als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  ist  der  Beschwerde-
führer zu deren Anfechtung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

1.4 Mit  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Ver-
letzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit 
gerügt  werden,  sofern nicht  eine kantonale Instanz als Beschwerde-
instanz  verfügt  hat  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht 
wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amts  wegen 
an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der 
Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus ande-
ren als  den geltend gemachten Gründen gutheissen oder  abweisen. 
Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum 
Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  E.  1.2  des  in  BGE  129  II  215 
teilweise publizierten Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. 
März 2003).

2.

2.1 Gemäss  Art. 27  Abs. 1 BüG kann ein  Ausländer  nach der  Ehe-
schliessung mit  einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung stellen,  wenn er  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
gewohnt  hat,  seit  einem  Jahr  hier  wohnt  und  seit  drei  Jahren  in 
ehelicher  Gemeinschaft  mit  einem  Schweizer  Bürger  lebt.  Seine 
Einbürgerung setzt zudem gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG voraus, dass er 
in  der  Schweiz  integriert  ist  (Bst.  a),  die  schweizerische  Rechts-
ordnung beachtet (Bst. b) und die innere oder äussere Sicherheit der 
Schweiz  nicht  gefährdet  (Bst.  c).  Sämtliche  Einbürgerungsvoraus-

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setzungen müssen sowohl  im Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung als 
auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt  sein. Fehlt  es im 
Zeitpunkt  des  Einbürgerungsentscheids  an  der  ehelichen  Gemein-
schaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden 
(BGE 129 II 401 E. 2.2 S. 403).

2.2 Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  bedeutet  nach  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  mehr  als  nur  das  formelle  Be-
stehen  einer  Ehe.  Verlangt  wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebens-
gemeinschaft, getragen vom beidseitigen Willen, die Ehe auch künftig 
aufrecht zu erhalten. Gemäss konstanter Praxis muss sowohl im Zeit-
punkt  der  Gesuchseinreichung  als  auch  im  Zeitpunkt  des  Einbür-
gerungsentscheids eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die Ge-
währ  für  die  Stabilität  der  Ehe  bietet.  Mit  Art.  27  BüG  wollte  der 
Gesetzgeber dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers 
die erleichterte Einbürgerung ermöglichen, um die Einheit des Bürger-
rechts  der  Ehegatten  im  Hinblick  auf  ihre  gemeinsame  Zukunft  zu 
fördern (vgl. Botschaft über die Revision der Bürgerrechtsregelung in 
der  Bundesverfassung  vom 7. April  1982  BBl  1982  II  125  S. 133  f. 
sowie  Botschaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  26. 
August  1987 BBl  1987 III  293 S. 310; BGE 128 II  97  E. 3a  S. 99). 
Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft aufrecht 
zu erhalten, sind beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit nach der 
erleichterten  Einbürgerung  die  Trennung  erfolgt  oder  die  Scheidung 
eingeleitet  wird  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  5A.2/2006  vom 
28. April 2006 E. 2.1, BGE 130 II 482 E. 2 S. 484).
Abgesehen  davon  hat  der  Begriff  der  intakten  Ehe  aber  auch  eine 
objektive  Komponente.  Die  Berufung  auf  einen  gemeinsamen  Ehe-
willen  ist  jedenfalls  dann  nicht  statthaft,  wenn  die  eheliche  Lebens-
gemeinschaft  nicht  den  allgemeinen  ethisch-moralischen  Vorstel-
lungen entspricht, beispielsweise dann, wenn sie nicht ausschliesslich 
auf  den Ehepartner bezogen ist  oder für  Zwecke, die nichts  mit  der 
Ehepartnerschaft zu tun haben, missbraucht wird. Aus diesem Grund 
sind Zweifel  an einer angeblich intakten Ehe auch dann angebracht, 
wenn für ihr späteres Scheitern Gründe vorgeschoben werden, die – 
objektiv  betrachtet  –  nicht  geeignet  sind,  den  Ehewillen  abrupt  und 
unwiederbringlich zu zerstören.

2.3 Die Einbürgerung kann mit Zustimmung der Behörde des Heimat-
kantons innert  fünf Jahren für nichtig erklärt  werden, wenn sie durch 
falsche  Angaben  oder  Verheimlichung  erheblicher  Tatsachen  er-

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schlichen worden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG). Arglist im Sinne des straf-
rechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Immerhin ist es 
notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. 
die  Behörde  bewusst  in  einem  falschen  Glauben  lässt  und  so  den 
Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine 
erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 132 II 113 E. 3.1 S. 115 
und  BGE 130  II  482  E.  2  S. 484  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist 
beispielsweise der Fall, wenn er erklärt, in einer stabilen Ehe zu leben, 
während er bereits für die Zeit nach der erleichterten Einbürgerung die 
Scheidung ins Auge fasst; dabei ist es kaum von Bedeutung, wenn die 
Ehe bis zu diesem Zeitpunkt harmonisch verlaufen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1C_294/2007 vom 30. November 2007 E. 3.3).

3.
Im  Verwaltungsverfahren  des  Bundes  gilt  der  Grundsatz  der  freien 
Beweiswürdigung  (Art. 19  VwVG  i.V.m.  Art. 40  des  Bundesgesetzes 
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]). 
Dies  bedeutet  vor  allem,  dass  die  Beweiswürdigung  nicht  an  be-
stimmte starre Beweisregeln gebunden ist, die dem Richter genau vor-
schreiben,  wie  ein  gültiger  Beweis  zu  Stande  kommt  und  welchen 
Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben 
(FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 278 
f.; zu den Beweismitteln: BGE 130 II 169 E. 2.3.2 ff. S. 172 ff.). Wenn 
ein Entscheid – wie im vorliegenden Fall – zum Nachteil des Betroffe-
nen in seine Rechte eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde.

3.1 Geht es um die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung, 
so ist von der Verwaltung zu prüfen, ob die Ehe im Zeitpunkt der Ge-
suchseinreichung  und  der  Einbürgerung  tatsächlich  gelebt  wurde 
(BGE 130 II 169 E. 2.3.1 S. 172). Dabei geht es im Wesentlichen um 
innere Vorgänge, die der Verwaltung oft  nicht bekannt und schwierig 
zu beweisen sind; deren Abklärung kann nur dadurch erfolgen, dass 
von bekannten Tatsachen (Vermutungsbasis) auf unbekannte (Vermu-
tungsfolge) zu schliessen ist. Es handelt  sich dabei  um Wahrschein-
lichkeitsfolgerungen,  die  aufgrund  der  Lebenserfahrung  gezogen 
werden  (ULRICH HÄFELIN,  Vermutungen  im  öffentlichen  Recht,  in: 
Festschrift  für  Kurt  Eichenberger,  Basel  1982,  S. 625 ff.,  S. 626; vgl. 
auch  PETER SUTTER,  Die  Beweislastregeln  unter  besonderer  Berück-
sichtigung  des  verwaltungsrechtlichen  Streitverfahrens,  Diss.  Zürich 
1988,  S. 56 ff. und 178 ff.,  und  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechts-

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pflege, 2. Aufl.,  Bern 1983, S. 282 ff. Zu Art. 8 ZGB vgl.  MAX KUMMER, 
Berner Kommentar, N. 362 f.).

3.2 Als  Problem  der  Beweiswürdigung  berührt  die  tatsächliche  Ver-
mutung  weder  die  Beweislast  noch  die  das  Verwaltungsverfahren 
beherrschende  Untersuchungsmaxime.  Letztere  gebietet  zwar,  dass 
die  Verwaltung  auch  nach  entlastenden,  das  heisst  die  Vermutung 
erschütternden Elementen sucht. Beim Thema der ehelichen Lebens-
gemeinschaft  liegt  es  jedoch  in  der  Natur  der  Sache,  dass  nur  der 
Betroffene, nicht aber die Verwaltung Kenntnis über solche entlasten-
den  Elemente  hat.  Besteht  daher  aufgrund  des  Ereignisablaufs  die 
tatsächliche Vermutung, die Einbürgerung sei erschlichen worden, ob-
liegt  es  dem  Betroffenen  –  nicht  nur  aufgrund  seiner  Mitwirkungs-
pflicht,  sondern  auch  aufgrund  eines  erheblichen  Eigeninteresses  – 
die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. erhebliche Zweifel umzu-
stürzen,  indem  er  Gründe  bzw.  Sachumstände  aufzeigt,  die  es  als 
überzeugend  bzw.  nachvollziehbar  erscheinen  lassen,  dass  eine 
angeblich noch wenige Monate zuvor bestehende tatsächliche, unge-
trennte  eheliche  Gemeinschaft  in  der  Zwischenzeit  dergestalt  in  die 
Brüche  gegangen  ist,  dass  es  zur  Scheidung  kam  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  1C_294/2007  vom 30.  November  2007  E  3.6  sowie 
BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 486).

4.
Die  angefochtene  Verfügung  geht  davon aus,  der  Beschwerdeführer 
habe sich bei seiner Heirat auch von zweckfremden Motiven, nämlich 
der Sicherung des Aufenthaltsrechts und der Möglichkeit der späteren 
Einbürgerung leiten lassen. Der Geschehensablauf  deute darauf hin, 
dass im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung keine auf die Zukunft 
gerichteter  Ehewille  mehr  vorhanden gewesen sei. Diese Vermutung 
habe X._______ im von der Vorinstanz eingeleiteten Verfahren nicht 
umstossen können. 

4.1 Aufgrund des Akteninhalts steht fest, dass der Beschwerdeführer 
im Januar 1990 als Asylbewerber in die Schweiz gelangte. Nachdem 
sein  Asylgesuch  am  14.  Dezember  1993  rechtskräftig  abgelehnt 
worden war, liess er  sich –  noch innerhalb  der  ihm gesetzten zwei-
monatigen Ausreisefrist – von seiner türkischen Ehefrau scheiden und 
ersuchte  im Hinblick auf  die  beabsichtigte  Eheschliessung mit  einer 
Schweizerin  um  Verlängerung  der  Ausreisefrist.  Da  diesem  Gesuch 
nicht stattgegeben wurde, kehrte X._______ in die Türkei zurück und 

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verheiratete sich dort am 6. Oktober 1994 mit Y._______. Zum Verbleib 
bei seiner Ehefrau reiste er ein Jahr später wieder in die Schweiz ein. 
Am 18. Juli 2000 stellte er ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung; 
diesem  Gesuch  wurde  am  27.  September  2001  statt  gegeben. 
Spätestens  im  Januar  2002  beschlossen  die  Ehegatten,  sich 
voneinander zu trennen und mieteten jeweils eigene Wohnungen. Im 
Februar 2002 verliess X._______ die bisherige gemeinsame Wohnung. 
Die  Scheidung  der  Ehegatten  erfolgte  am 28. Oktober  2004. Am 7. 
Januar 2005 verheiratete sich X._______ erneut mit seiner früheren in 
der Türkei lebenden Ehefrau und stellte zehn Tage später ein Gesuch 
um Familiennachzug. 

4.2 Der  geschilderte  Sachverhalt  zeigt,  dass  sich  der  Beschwerde-
führer zunächst per Asylgesuch erfolglos um Aufenthalt in der Schweiz 
bemüht hat. Dass er sich kurz nach Abweisung dieses Gesuchs von 
seiner  türkischen  Ehefrau  scheiden  liess  und  die  Heirat  mit  einer 
Schweizer Bürgerin ins Auge fasste, deutet darauf hin, dass er in der 
Ehe  mit  Y._______  eine  günstige  Möglichkeit  sah,  doch  noch  ein 
Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlangen. Auch der Umstand, dass 
die Trennungspläne der Ehegatten nicht einmal drei Monate nach der 
erleichterten Einbürgerung offenkundig und wenig später  verwirklicht 
wurden,  erhärtet  die Vermutung,  dass X._______ seine Ehe für  das 
Aufenthalts- und Bürgerrecht instrumentalisierte und im Zeitpunkt der 
erleichterten  Einbürgerung  keinen  echten  auf  eine  gemeinsame 
Zukunft ausgerichteten Ehewillen besass. Die kurz auf die Scheidung 
folgende  Wiederheirat  und  das  Bemühen  um Wiedervereinigung  mit 
der  ursprünglichen  Familie  verstärkt  diesen  Eindruck  zusätzlich. Die 
Vorinstanz  durfte  daher  zu  recht  von  der  tatsächlichen  Vermutung 
ausgehen,  dass  zum  Zeitpunkt  der  Einbürgerung  keine  intakte,  auf 
eine gemeinsame Zukunft  ausgerichtete Ehe vorhanden war und die 
erleichterte Einbürgerung somit erschlichen wurde. 

5.
Dementsprechend stellt sich die Frage, ob die vom Beschwerdeführer 
vorgebrachten Argumente geeignet  sind,  die eben beschriebene tat-
sächliche Vermutung umzustossen.

5.1 Der Beschwerdeführer beruft  sich u.a. auf den Erhebungsbericht 
der Kantonspolizei St. Gallen vom 15. Januar 2001 und verschiedene 
Referenzschreiben,  die  im  Verlaufe  des  Sommers  2001  an  die 
Vorinstanz  gerichtet  wurden.  Die  genannten  Dokumente  wurden  im 

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Rahmen des Einbürgerungsverfahrens  von der  Vorinstanz  eingeholt. 
Sie schildern die Wahrnehmung von Drittpersonen über das äussere 
Erscheinungsbild  des  Ehepaares  (gemeinsame  Wohnung  bzw. 
gemeinsames Auftreten)  und sind  somit  nicht  aussagekräftig  für  die 
Beurteilung  der  hier  entscheidenden  Frage,  aus  welchen  inneren 
Beweggründen die angeblich zunächst stabile Ehe aufgelöst wurde. 

5.2 Auch soweit X._______ geltend macht, noch im Juni 2001 – somit 
kurz vor seiner Einbürgerung – mit seiner Ehefrau eine neue Wohnung 
angemietet  zu  haben,  ist  dieser  Einwand  wenig  relevant.  Seinerzeit 
konnte  der  Beschwerdeführer  nämlich  nicht  wissen,  dass  das  Ein-
bürgerungsverfahren  kurz  vor  dem  Abschluss  stand  und  sich  eine 
gemeinsame Wohnung womöglich  nicht  mehr  rentieren  würde. Auch 
unter  dem  Aspekt  betrachtet,  dass  er  seine  mit  der  Einbürgerung 
einhergehenden  Absichten  vor  der  Behörde  und  seiner  Ehefrau 
verbergen wollte,  war  es nur  folgerichtig,  mittels  Wohnungswechsels 
den Anschein einer stabilen Lebensgemeinschaft aufrecht zu erhalten. 

5.3  Die  Trennung  der  Eheleute  im  Februar  2002  begründete  der 
Beschwerdeführer  bereits  gegenüber  der  Vorinstanz  mit  seinem 
Kinderwunsch, welchen die Ehefrau nicht mit ihm habe teilen wollen. 
Demgegenüber  beantwortete  Y._______  den  ihr  vom  Bundesamt 
übersandten  Fragebogen  vom 8.  Juli  2005  dahingehend,  dass  über 
eine  Familiengründung  nie  gesprochen  worden  sei,  was  insofern 
glaubhaft  erscheint,  als  dieses  Thema – gemäss den unbestrittenen 
vorinstanzlichen  Feststellungen  –  auch  im  Eheschutz-  und  Schei-
dungsverfahren  keine  Rolle  gespielt  hat.  Dennoch  hält  der  Be-
schwerdeführer  an dieser  Begründung auch in  seinem Beschwerde-
vorbringen  fest,  unterlässt  allerdings  jeden  Hinweis  darauf,  dass  er 
den  Wunsch  nach  gemeinsamen  Kindern  bereits  vor  oder  während 
des Einbürgerungsverfahrens verspürt bzw. geäussert hätte. Vielmehr 
ist seinem Vorbringen zu entnehmen, dass er seine Ehefrau erst nach 
der erleichterten Einbürgerung mit  diesem Wunsch konfrontierte und 
damit  zur  rasch  folgenden  Trennung  beitrug.  Damit  ist  jedoch 
keinesfalls  nachvollziehbar,  dass  noch  wenige  Wochen  zuvor  ein 
gemeinsamer auf die Zukunft gerichteter Ehewille vorhanden gewesen 
sein soll. 

6.
Die Vermutung,  dass  im Zeitpunkt  seiner  erleichterten  Einbürgerung 
keine  intakte  eheliche Lebensgemeinschaft  vorlag,  versucht  der  Be-

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schwerdeführer  dadurch  umzustossen,  dass  er  die  Einvernahme 
seiner Ex-Ehefrau als Zeugin beantragt.

6.1 Die Einvernahme von Zeuginnen und Zeugen ist im Verwaltungs-
prozess ein subsidiäres Beweismittel, d.h. sie ist  nach Art. 14 VwVG 
nur unter der einschränkenden Voraussetzung anzuordnen, dass sich 
der  Sachverhalt  auf  andere  Weise  nicht  hinreichend  abklären  lässt 
(zum Ganzen vgl. BGE 130 ll 169 E. 2.3.3 oder BBl 1965 ll 1366/67).

6.1.1 Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 37 BZP verpflichtet die Behörde sodann 
nicht,  alles  und  jedes,  was  wünschbar  wäre,  abzuklären.  Bei  der 
Auswahl der Beweismittel  berücksichtigt  sie vielmehr deren Tauglich-
keit  und Beweiskraft  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsver-
fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, 
Rz.  276).  Zusätzliche  Abklärungen  sind  insofern  nur  dann  vorzu-
nehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich 
aus  den  Akten  ergebender  Anhaltspunkte  Anlass  besteht.  Von 
beantragten  Beweisvorkehren  kann  abgesehen  werden,  wenn  der 
Sachverhalt,  den eine Partei  beweisen will,  nicht  rechtserheblich ist, 
wenn  bereits  Feststehendes  bewiesen  werden  soll,  wenn  von  vorn-
herein  gewiss  ist,  dass  der  angebotene  Beweis  keine  wesentlich 
neuen Erkenntnisse zu vermitteln vermag oder wenn die Behörde den 
Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend würdigen kann 
(vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 319 und 320; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162 
mit  Hinweis).  Gelangt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer  Beweis-
würdigung zur Überzeugung, der zu beweisende Sachverhalt sei nicht 
rechtserheblich oder  der  angebotene Beweis  nicht  geeignet,  weitere 
Abklärungen  herbeizuführen,  kann  auf  ein  beantragtes  Beweismittel 
verzichtet werden (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 130 ll 
169 nicht publizierte E. 2.1; ferner BGE 127 l 54 E. 2b S. 56, BGE 122 
V 157 E. 1d S. 162, BGE 119 V 335 E. 2c S. 344; Verwaltungspraxis 
der Bundesbehörden [VPB] 69.78 E. 5a).

6.1.2 Im  vorliegenden  Fall  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  beantragte 
Zeugeneinvernahme  überhaupt  zu  sachdienlichen  neuen  Erkennt-
nissen führen kann. Es kann unterstellt werden, dass Y._____ während 
des  gesamten  Einbürgerungsverfahrens  davon ausgegangen  ist,  mit 
ihrem Ehegatten eine normale und stabile Ehe geführt zu haben, und 
dass  insoweit  die  Behauptungen  des  Beschwerdeführers  bestätigt 
werden.  Dieser  versucht  zwar,  seine  Ehefrau  für  das  nachfolgende 
Scheitern der Ehe verantwortlich zu machen, und behauptet insofern, 

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nur sie könne Aufschluss darüber geben, was in der relevanten Zeit 
vor der Trennung geschehen sei, denn sie habe mit dem Beginn einer 
Ausbildung  deutlich  gemacht,  dass  sie  andere  Prioritäten  als 
gemeinsame  Kinder  habe.  Entgegen  der  Ansicht  des 
Beschwerdeführers geht es im vorliegenden Fall jedoch weder darum, 
dass  sich  die  Ex-Ehefrau  für  ihren  fehlenden  Kinderwunsch  zu 
rechtfertigen  hat,  noch  darum,  warum  sie  im  Hinblick  auf  die 
bevorstehende Trennung ein paar Tage früher als ihr Ehemann einen 
Mietvertrag über eine eigene Wohnung abgeschlossen hat. Entscheid-
relevant  ist  lediglich,  ob  der  vom  Beschwerdeführer  als  Trennungs-
anlass in den Vordergrund gestellte Wunsch nach einer Familie einen 
objektiv nachvollziehbaren Grund für das Scheitern der Ehe darstellen 
kann.  Eine  Antwort  auf  diese  Frage  ist  von  Y._______  nicht  zu 
erwarten.  Auf  ihre  –  ohnehin  nur  subsidiär  zulässige  –  Zeugen-
einvernahme kann daher verzichtet werden. 

7.
Dass die angeblich noch im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung 
stabile  Ehe  erst  aufgrund  des  sich  nachträglich  thematisierten 
Kinderwunsches  auseinander  gebrochen  sein  soll,  klingt  wenig 
plausibel. Angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer am 
27.  September  2001  eingebürgert  wurde  und  spätestens  Anfang 
Januar 2002 Trennungsabsichten der Ehegatten erkennbar waren, ist 
es  aufgrund  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  schlichtweg  nicht 
vorstellbar,  dass  ein  solcher  Wunsch  erst  nach  siebenjähriger  Ehe 
aufgetaucht  ist  und  aufgrund  fehlender  Realisierbarkeit  binnen  drei 
Monaten zur Zerrüttung der Ehe geführt hat. 

7.1 X._______ hat diesbezüglich keine nachvollziehbaren Erklärungen 
abgegeben und insbesondere konkrete Schilderungen zum Verlauf der 
auf  die  Einbürgerung  folgenden  Zeitspanne  unterlassen.  Dass  der 
behauptete  Kinderwunsch  lediglich  als  Vorwand  diente,  um  das 
Schweizer  Bürgerrecht  nach  erfolgter  Trennung  und  Scheidung 
beibehalten  zu  können,  steht  daher  als  Vermutung  nach  wie  vor  im 
Raum  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  5A.31/2006  vom  16.  Oktober 
2006 E. 2). An dieser Einschätzung würde sich im Übrigen auch dann 
nichts ändern,  wenn sich der Beschwerdeführer auf  den Standpunkt 
stellen  würde,  den  Kinderwunsch  bereits  vor  oder  während  des 
Einbürgerungsverfahrens thematisiert zu haben. Hätte nämlich bereits 
früher Uneinigkeit über dieses für die Fortsetzung der Ehe relevante 
Thema geherrscht, so müsste erst recht davon ausgegangen werden, 

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dass im Zeitpunkt  der  erleichterten Einbürgerung kein  gemeinsamer 
zukunftsgerichteter Ehewille mehr vorhanden war. 

7.2 Der  Vermutung,  mit  der  erleichterten  Einbürgerung  unlautere 
Absichten  verfolgt  zu  haben,  tritt  der  Beschwerdeführer  im weiteren 
mit  der  Behauptung  entgegen,  in  einem  solchen  Fall  hätte  er  ein 
entsprechendes Gesuch schon viel früher gestellt und hätte auch mit 
der  Ehescheidung  nicht  so  lange  zugewartet.  Dem  ist  jedoch  zu 
entgegnen,  dass  sämtliche  Voraussetzungen  der  erleichterten 
Einbürgerung – zu denen nicht nur Ehe- und Wohnsitzdauer gehören – 
erst  im  Jahr  2000  erfüllt  waren:  Laut  Erhebungsbericht  der 
Kantonspolizei  St.  Gallen  vom  15.  Januar  2001  mangelte  es 
X._______ in den Vorjahren am guten finanziellen Leumund. Auch aus 
dem Umstand, dass zwischen Trennung und Scheidung der Eheleute 
ein Zeitraum von zweienhalb Jahren lag, kann der Beschwerdeführer 
nichts  zu  seinen  Gunsten  herleiten,  da  er  das  Scheidungsverfahren 
gegen  den  Willen  seiner  offensichtlich  auf  Unterhaltszahlungen 
angewiesenen Ehefrau nicht beschleunigen konnte. 

8.
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen nicht hat entkräften 
können. Es ist einerseits davon auszugehen, dass er seine Ehe für ein 
Aufenthaltsrecht in der Schweiz instrumentalisierte, andererseits, dass 
die  Stabilität  seiner  ehelichen  Lebensgemeinschaft  bereits  während 
des  Einbürgerungsverfahrens  erheblich  erschüttert  war  und  diese 
Situation nach der erfolgten Einbürgerung am 27. September 2001 zur 
Trennung  und  späteren  Scheidung  der  Eheleute  führte.  Dass  die 
Trennung  –  äusseres  Zeichen  für  das  Zerwürfnis  der  Ehegatten  – 
möglicherweise als Bedenkzeit gedacht war – spielt dabei keine Rolle. 
Ebensowenig  wäre  eine  über  die  Trennung  und  Scheidung  hinaus-
gehende emotionale Bindung der früheren Partner ein Indiz für eine im 
Zeitpunkt  der  Einbürgerung  stabile  Ehe.  Der  Beschwerdeführer  hat 
jedenfalls keine überzeugenden bzw. nachvollziehbaren Gründe bzw. 
Sachumstände  dafür  aufzeigt,  dass  seine  Ehe  erst  nachträglich 
dermassen  erschüttert  wurde,  dass  die  Ehegatten  sich  binnen  drei 
Monaten zur Trennung entschlossen. Seine diesbezügliche Argumen-
tation  läuft  darauf  hinaus,  dass  sich  seine  Ehefrau  dem  nach  der 
Einbürgerung  geäusserten  Wunsch  nach  gemeinsamen  Kindern 
verweigerte,  und  kann  nur  als  Vorwand  für  die  Beibehaltung  des 
Schweizer  Bürgerrechts  betrachtet  werden.  Naheliegend  ist  diese 

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Interpretation vor allem auch deshalb, weil sich der Beschwerdeführer 
bereits  rund  zwei  Monate  nach  der  Scheidung  wieder  mit  seiner 
türkischen  Ex-Ehefrau  verheiratetet  hat,  was auf  ein  von vornherein 
planmässiges  Vorgehen  zur  Wiedervereinigung  mit  seiner  ursprüng-
lichen Familie schliessen lässt. Die in Form der Zeugeneinvernahme 
beantragte  Beweiserhebung  über  den  Zustand  der  ehelichen  Be-
ziehung zwischen Y._______ und X._______ würde zu keinen neuen 
sachdienlichen  Feststellungen  führen  können;  sie  ist  demnach  nicht 
erheblich  und  notwendig.  Die  angefochtene  Verfügung  geht  demzu-
folge  zu  recht  davon  aus,  dass  der  Beschwerdeführer  im  mass-
geblichen  Zeitpunkt  keinen  auf  die  Zukunft  gerichteten  Ehewillen 
besass und sich die erleichterte Einbürgerung erschlichen hat. 

9.
Die  vorinstanzliche  Verfügung  vom  24.  August  2006  ist  somit  im 
Ergebnis  als  rechtmässig  und  angemessen  zu  bestätigen  (Art.  49 
VwVG) und die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die 
Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).

Dispositiv nächste Seite 

Seite 16

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem geleisteten  Kostenvorschuss  gleicher 
Höhe verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. K 340 021 Shr; Gerichtsurkunde)
- den  Zivilstands-  und  Bürgerrechtsdienst,  Obstmarkt  1, 

9102 Herisau

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Haake

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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