# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e09556d-3aec-5b60-868a-b7007d17c5c3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.05.2018 UV 2017/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-1_2018-05-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.05.2018

Entscheiddatum: 29.05.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 29.05.2018
Art. 4 ATSG: Bejahung eines Unfalls bzw. des Unfallbegriffsmerkmals des 
ungewöhnlichen äusseren Faktors bezüglich einer Squat-Jump-
Sprungbewegung mit Abknicken bzw. Fehltritt des rechten Fusses beim 
Wiederaufsetzten am Boden (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. Mai 2018, UV 2017/1).

Entscheid vom 29. Mai 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Annina Janett           

Geschäftsnr.                                                                                                                    

UV 2017/1             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin, 

gegen

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Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Pflegefachfrau bei der B.___ AG angestellt 

und dadurch bei der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als sie am 12. Juli 2016 durch die Arbeitgeberin melden liess, sie 

sei am 8. Juli 2016 bei Turnübungen umgeknickt und habe das rechte Fussgelenk 

verletzt (act. K1). Eine Erstbehandlung hatte am 8. Juli 2016 durch Dr. med. C.___, 

Allgemeine Medizin FMH, stattgefunden, der als Befund ein stark geschwollenes OSG 

(oberes Sprunggelenk) rechts erhoben hatte (act. M3). In der Folge konsultierte die 

Versicherte Dr. med. D.___, Allgemeine Medizin FMH, Sportmedizin, der mit Bericht 

vom 15. Juli 2016 gestützt auf das Ergebnis einer von ihm in der Klinik E.___ in die 

Wege geleiteten und am 14. Juli 2016 durchgeführten MRI-Untersuchung des rechten 

OSG (vgl. act. M1) ein OSG-Supinationstrauma Fuss rechts Grad II-III bei Ruptur LFTA, 

intakter Syndesmose und keiner ausgeprägten Bone bruise oder Fraktur diagnostizierte 

und die Ruhigstellung in einer Schiene veranlasste (act. M2). Die Versicherte war vom 

8. Juli bis 3. August 2016 100% und vom 4. bis 21. August 2016 50% arbeitsunfähig. 

Ab 22. August 2016 konnte sie die Arbeit wieder zu 100% aufnehmen (act. K6, act. 

M4). Die Helsana erbrachte zu Beginn Heilkosten- und Taggeldleistungen (vgl. act. K2, 

act. K9).

A.b  Nachdem die Versicherte am 31. August 2016 gegenüber der Helsana 

verschiedene Fragen zum Unfallhergang beantwortet hatte (act. K6), verneinte deren 

beratender Arzt, Prof. Dr. med. F.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, angesichts des MRI-

Untersuchungsergebnisses vom 15. September 2016 das Vorliegen einer 

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unfallähnlichen Körperschädigung (act. M4). Gestützt auf diese Beurteilung lehnte die 

Helsana mit Verfügung vom 27. September 2016 einen Anspruch der Versicherten auf 

Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der 

Begründung ab, der gemeldeten Fussgelenksverletzung liege weder ein Unfall noch 

eine unfallähnliche Körperschädigung zugrunde. Der Versicherten wurde ausserdem 

mitgeteilt, dass die der Klinik Stephanshorn bereits vergütete Leistung von Fr. 468.90 

direkt zurückgefordert werde (act. K7).

A.c  Mit Schreiben vom 27. September 2016 teilte die Helsana der Arbeitgeberin der 

Versicherten auch die Rückforderung der bereits vergüteten Taggeldleistungen vom 25. 

Juli 2016 über Fr. 1'666.80 mit (act. K9).

B.   

Die gegen die Verfügung vom 27. September 2016 von der Versicherten am 4. Oktober 

2016 erhobene Einsprache (act. K13) wies die Helsana mit Einspracheentscheid vom 

17. November 2016 ab (act. K17).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 2. Januar 2017 Beschwerde mit dem 

Rechtsbegehren, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die 

Helsana (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei zu verpflichten, die UVG-Leistungen 

zu erbringen. Allenfalls sei die MRI-Aufnahme vom 14. Juli 2016 einem unabhängigen 

Arzt zur Beurteilung zu unterbreiten (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte 

die Beschwerdeführerin eine Beurteilung von Dr. D.___ vom 23. Dezember 2016 ein, in 

welcher dieser sowohl das Vorliegen eines Unfalls mit typischer Unfallverletzung als 

auch eine typische unfallähnliche Körperschädigung mit eindeutiger Bandruptur 

beschrieb (act. G 1.2).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 2. Februar 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

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C.c Mit Replik vom 12. März 2017 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihren 

Rechtsbegehren fest und reichte eine weitere Stellungnahme von Dr. D.___ ein (act. G 

5, act. G 5.1).

C.d Mit Duplik vom 27. März 2017 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 7).

Erwägungen

1.  

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom 8. Juli 2016 

leistungspflichtig ist.

2.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 strittig ist, die bis 31. Dezember 2016 

gültigen Bestimmungen Anwendung.

3.   

3.1  Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der 

Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor 

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selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere 

Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog (BGE 112 V 202 f. 

E. 1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebens¬bereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 1999 Nr. U 333 S. 

199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b; ALFRED MAURER, Schweizerisches 

Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.) oder in einer (im Hinblick auf die 

Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 

Person) ausserordentlichen Überanstrengung (vgl. BGE 116 V 139 E. 3b; RKUV 1994 

Nr. U 180 S. 38 E. 2; SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 E. 3c/bb; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/

ANDRÉ PIERRE HOLZER, Recht¬sprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 41) bestehen.

3.2  Der Bundesrat kann sodann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls 

ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 lit. a - 

h UVV hat er von dieser Kompetenz in einer abschliessenden Aufzählung (vgl. dazu 

BGE 114 V 302 E. 3d; RKUV 1990 Nr. U 112 S. 374 E. 2b) Gebrauch gemacht. Als so 

genannte unfallähnliche Körperschädigungen gelten Knochenbrüche, Verrenkungen 

von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und 

Trommelfellverletzungen.

3.3  Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die Person, die 

Leistungen verlangt, gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Kommt sie dieser 

Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche 

Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig 

erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 

305 E. 5b). Wenn eine versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grössere 

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Bedeutung zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers 

(MAURER, a.a.O., S. 263; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 5; BGE 115 V 143 E. 8c 

mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt. Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt zur 

Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein wahrscheinlicher 

Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 f. E. 5b).

4.   

4.1  Nachfolgend ist zunächst zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016 

einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Dazu ist insbesondere zu 

untersuchen, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor auf ihren Körper eingewirkt hat. 

Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann - wie gesagt (vgl. Erwägung 

3.1 hievor) - auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Der ungewöhnliche 

äussere Faktor liegt in solchen Fällen darin, dass der natürliche Ablauf einer 

Körperbewegung durch etwas "Programmwidriges" gestört wird. Bei einer solchen 

unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der 

äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der 

erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 

2.1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 7. Oktober 2003, U 

32/02, E. 2.2; RKUV 1996 Nr. U 253 s. 204 E. 4c und 19994 Nr. U 180 S. 38 E. 2 mit 

Hinweisen). Von einer programmwidrigen Störung der körperlichen Bewegung ist 

beispielsweise dann auszugehen, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder 

sich an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, 

eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Beschränkt 

sich die Schädigung auf das Körperinnere und kann sie erfahrungsgemäss auch als 

alleinige Folge von Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines 

Körperteils innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs, auftreten, muss die 

unkoordinierte Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein (RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). Bei 

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einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfall zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 

2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinne 

dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 

1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich aber nur das in einer sportlichen Übung inhärente 

Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches 

ist auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 

502 S. 185 E. 4.4). Eine relevante Programmwidrigkeit liegt jedoch unter anderem dann 

vor, wenn die sich sportlich betätigende Person stürzt oder ausgleitet (Urteil des EVG 

vom 7. Oktober 2003, U 322/02, E. 4 mit Hinweisen).

4.2  Unumstritten ist, dass die Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016 Squat Jumps 

ausgeführt hat, wobei es sich um eine sportliche Betätigung handelt. Ein Squat Jump 

ist eine vertikale Sprungbewegung, welche aus einer tiefen Kniebeugeposition 

ausgeführt wird. Der Springer beginnt aus der sogenannten Squat-Position. Dazu 

begibt er sich in die Hocke. Aus dieser Ausgangsposition springt der Springer so hoch 

wie möglich ohne zusätzliche Ausholbewegungen bzw. ohne Armeinsatz (vgl. https://

www.akademie-sport-gesundheit.de/lexikon/squat-jump.html, abgerufen am 29. Mai 

2018).

4.3 

4.3.1      Nachdem die Beschwerdeführerin durch ihre Arbeitgeberin am 12. Juli 2016 

melden liess, sie sei am 8. Juli 2016 bei Turnübungen "umgeknickt" (act. K1), bekam 

sie mit dem ihr am 11. August 2016 von der Beschwerdegegnerin zugestellten 

Fragebogen eine erste Gelegenheit, das Ereignis vom 8. Juli 2016 persönlich zu 

beschreiben (act. K6). Dieser Fragebogen dient der Unfallversicherung zur detaillierten 

Erhebung der tatsächlichen Verhältnisse bei der leistungsansprechenden Person. Im 

Vordergrund stehen entsprechend Fragen betreffend die für die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers massgebenden Voraussetzungen des Unfallgeschehens. Sofern der 

Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Frageblättern detailliert erhoben 

hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich nachgekommen 

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(Untersuchungsgrundsatz; vgl. Erwägung 3.3) und es überzeugt 

rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte Person einen bestimmten, 

bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als Schadensursache erst nach der 

abschlägigen, einlässlich begründeten Verfügung bzw. bis zum Einspracheentscheid 

unerwähnt lässt. Der Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im 

Nachgang zu umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten 

Geschehnisses aufzufordern (Urteil des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/2002, E. 

2.2.3, und vom 27. Juni 2002, U 148/01, E. 2.b).

4.3.2      In dem am 31. August 2016 ausgefüllten Fragebogen benannte die 

Beschwerdeführerin die von ihr am 8. Juli 2016 konkret ausgeübte Turnübung ("bei 

einbeinigen jumping squats") und beschrieb gleichartig mit der Formulierung in der 

Schadenmeldung UVG ("umgeknickt"), sie sei dabei mit dem rechten Fuss 

"eingeknickt". Die Frage 3 des Fragebogens "Passierte etwas Besonderes, 

Unvorhergesehenes (z.B. Ausrutschen, Sturz, Anstossen usw.)?" bejahte sie und 

beschrieb auch das Besondere, Unvorhergesehene übereinstimmend als 

"einknicksen". Die Bejahung der Frage 3 steht mit der Bejahung der Frage 2 "Passierte 

der Unfall bei einer für Sie gewohnten Tätigkeit? Verlief diese unter normalen äusseren 

Bedingungen?" in keinem ersichtlichen Widerspruch, sondern es liegen grundsätzlich 

eigenständige Antworten vor. Es erscheint ohne Weiteres wahrscheinlich, dass sich die 

Bejahung der Frage 2 nicht auf die Frage 3 bezog. Die Erklärung der 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 2. Januar 2017 (act. G 1) - ihre Aussage, 

der Unfall sei bei einer für sie gewohnten Tätigkeit passiert, habe sich nur auf 

Sportübungen als solche bezogen, welche sie regelmässig mache - ist durchaus 

nachzuvollziehen. Dem zudem geltend gemachten Umstand - sie habe die einbeinigen 

Squat-Jumps an diesem Tag das erste Mal ausgeführt - und der Begründung - es 

verstehe sich von selbst, dass sie nicht immer dieselben Übungen mache, sondern von 

Zeit zu Zeit auch neue oder andere Übungen versuche - kommt hinsichtlich der Frage 

des Vorliegens eines ungewöhnlichen äusseren Faktors keine massgebende rechtliche 

Bedeutung zu. Entscheidend ist allein die Bejahung des Merkmals des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors als unkoordinierte Bewegung. Hat ein besonderes Vorkommnis 

stattgefunden und zu der erlittenen Sportverletzung geführt, ist - anders als bei der 

Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit einer Anstrengung, die jeweils im Hinblick auf die 

Konstitution sowie die berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffenden 

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Person erfolgt (vgl. Erwägung 3.1) - nicht danach zu fragen, ob die betroffene Person 

die fragliche Tätigkeit gewohnt war oder nicht. Im Übrigen wäre trotz der Erklärungen in 

der Beschwerde in Bezug auf einbeinige Squat Jumps von einer ihr gewohnten 

Tätigkeit auszugehen. Selbst wenn die fragliche Sportübung von ihr das erste Mal 

ausprobiert worden ist, ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin offensichtlich 

Sportübungen gewohnt war.

4.3.3      Angesichts der vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin am 8. Juli 2016 bei einem einbeinig ausgeführten Squat Jump bei 

der Landung mit dem rechten Fuss "umgeknickt" bzw. "eingeknickt" ist, d.h. sich eine 

relevante Programmwidrigkeit ereignet hat. Darin liegt der entscheidende Unterschied 

zu dem von der Beschwerdeführerin angeführten Bundesgerichtsurteil vom 8. Mai 2014 

(8C_40/2014). In jenem Fall ist nicht von einem Einknicken die Rede gewesen.

4.3.4      In der Einsprache vom 4. Oktober 2016 (act. K13) sowie in der Beschwerde 

vom 2. Januar 2017 (act. G 1) und damit im Wissen um die von der 

Beschwerdegegnerin am 27. September 2016 verfügte Leistungsablehnung (vgl. act. 

K7) erwähnte die Beschwerdeführerin erstmals zusätzlich zum Um- bzw. Einknicken 

des rechten Fusses einen Sturz, zu welchem es letztendlich gekommen sein soll. Ein 

Sturz würde unstreitig einen Unfalltatbestand im Sinn von Art. 4 ATSG darstellen. Eine 

Beeinflussung der verwendeten Formulierung durch nachträgliche Überlegungen der 

Beschwerdeführerin versicherungsrechtlicher oder anderer Art kann damit nicht 

ausgeschlossen werden (vgl. dazu BGE 121 V 47 E. 2a; RUMO-JUNGO/ HOLZER, 

a.a.O., S. 5). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kommt jedoch der Frage, was 

sich zusätzlich zum Fehltritt ereignet hat, für den Nachweis eines Unfalltatbestandes 

keine Bedeutung zu.

4.4 

4.4.1      Für die Bejahung eines Unfallereignisses ist nicht vorausgesetzt, dass es 

tatsächlich zu einem Sturz kommt. Entsprechend ist die Aufzählung der 

Bewegungsabläufe in der Frage 3 des Fragebogens, aber vor allem auch in der 

Rechtsprechung (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 E. 3c/aa; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 100 E. 

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2d, 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c) und Literatur (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 40; MAURER, a.a.O., S. 176) nur beispielgebend ("z.B."; 

"beispielsweise"; "wie"). Dennoch muss im Einzelfall ein programmwidriger 

Bewegungsablauf vergleichbar einem Sturz passiert sein. Allgemein handelt es sich bei 

einer Drehbewegung, Rotation bzw. bei einem Abdrehen des Fusses um eine normale 

Körperbewegung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.1). Erfahrungsgemäss stellen im alltäglichen 

Bewegungsablauf vorkommende Verdrehungen oder Krafteinwirkungen auf Sehnen, 

Muskeln, Bändern und Gelenke nichts Aussergewöhnliches dar. Letztere gewährleisten 

gerade ein normales und verletzungsfreies Funktionieren im täglichen Leben mit den 

dafür erforderlichen Bewegungen und Drehungen und dergleichen mehr. Ein Um- bzw. 

Einknicken des Fusses bei einem Squat Jump kann jedoch nicht mehr in diesem 

normalen Rahmen gesehen und als gewöhnliche Einwirkung auf das Fussgelenk und 

dessen Bänder aufgefasst werden. Demgemäss ist im konkreten Fall von einem 

Überschreiten der physiologischen Belastungsgrenze auszugehen.

4.4.2      Die behandelnden Ärzte Dr. C.___ (act. M3) und Dr. D.___ (act. M2, act. G 1.2) 

haben bei der Beschwerdeführerin die Diagnose eines OSG-Supinationstraumas Fuss 

rechts gestellt, welche mit dem von der Beschwerdeführerin geschilderten 

Bewegungsmechanismus ohne Weiteres übereinstimmt. Bei einem Supinationstrauma 

handelt es sich im Regelfall um eine traumatisch bedingte Diagnose, die sich zwar 

durch unterschiedliche Schweregrade auszeichnen kann (vgl. dazu PSCHYREMBEL, 

Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 420, ALFRED M. 

DEBRUNNER, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 1097, 1117, 

1120; vgl. auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/1999). Die Bejahung eines 

Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG im Zusammenhang mit einer Sportübung darf jedoch 

allgemein nicht von der Schwere der dabei erlittenen Sportverletzung abhängig 

gemacht werden. Wird der natürliche Ablauf einer Sportübung wie im hier zu 

beurteilenden Fall durch eine Programmwidrigkeit, gestört, ist für die Annahme eines 

Unfalls im Sinn von Art. 4 ATSG lediglich gefordert, dass das Vorkommnis schädigend 

auf den Körper der versicherten Person eingewirkt und dadurch eine kausale 

Beeinträchtigung ihrer Gesundheit zur Folge gehabt hat. Differenzierter wäre die 

Sachlage zu betrachten, wenn ein vorliegender Gesundheitsschaden gleichermassen 

auf eine Krankheit oder Degeneration zurückgeführt werden könnte (vgl. dazu Urteil 

des EVG vom 3. Januar 2006, U 233/05).

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4.4.3      Vorliegend hat Dr. D.___ das OSG-Supinationstrauma Fuss rechts der 

Beschwerdeführerin mit einem Schweregrad von II-III angegeben und hat die für diesen 

Gesundheitsschaden symptomatischen und für die Diagnosestellung schlüssigen 

Befunde eines massiv geschwollenen OSG und einer Druckdolenz, insbesondere über 

dem lateralen Bandapparat, sowie eine Schmerzangabe über der Tibialis anterior 

Sehne erhoben (act. M2, act. G 1.2). Radiologisch bestätigte sich eine mässiggradige 

Schwellung des subkutanen Fettgewebes am Aussenknöchel und zeigte sich überdies 

eine Tendinopathie mit Flüssigkeitskollektion um die Sehne des Musculus hallucis 

longus am palmaren distalen Anteil (act. M1). Dr. D.___ veranlasste sodann als 

Therapie die in der medizinischen Literatur bei Supinationstrauma bzw. Distorsion 

beschriebene Ruhigstellung in einer Schiene (vgl. dazu PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 420; 

DEBRUNNER, a.a.O., S. 1097, 1120). Die Beschwerdeführerin hatte sich zudem noch 

am Tag des Ereignisses bei ihrem Hausarzt Dr. C.___ in Behandlung begeben, der ihr 

eine Arbeitsunfähigkeit attestierte (act. G 1.2, act. M2 f.). Vor diesem Hintergrund ist 

mithin auch ein Gesundheitsschaden infolge des Vorkommnisses vom 8. Juli 2016 

erstellt. Der Frage, inwieweit radiologisch zusätzlich eine Ruptur des LFTA 

ausgewiesen ist, kommt keine Bedeutung zu. Der Vollständigkeit halber ist zu 

ergänzen, dass sich die Ausrichtung der konkreten Versicherungsleistungen 

(Heilkosten- und Taggeldleistungen) selbstverständlich nach der für die unfallkausale 

Verletzung erforderliche Behandlung und nach der Arbeitsfähigkeit richtet (vgl. dazu 

Art. 6 UVG; Art. 10 Abs. 1 UVG, Art. 16 Abs. 1 UVG, Art. 25 Abs. 3 UVV).

4.5  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der in den 

Erwägungen 4.3 und 4.4 dargelegten Umstände mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein ungewöhnliches äusseres Ereignis mit 

Beeinträchtigung der körperlichen Gesundheit der Beschwerdeführerin erstellt ist, d.h. 

ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG, vorliegt. Entsprechend ist die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom 8. Juli 2016 gegeben. Eine 

Prüfung der Frage, ob es sich bei der Verletzung der Beschwerdeführerin um eine 

unfallähnliche Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV handelt, kann bei 

diesem Ergebnis unterbleiben.

5.   

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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 17. November 2016 gutzuheissen und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, für das Ereignis vom 8. Juli 2016 die gesetzlichen 

Leistungen zu erbringen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 17. November 

2016 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, für die Folgen des 

Ereignisses vom 8. Juli 2016 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.05.2018
	Art. 4 ATSG: Bejahung eines Unfalls bzw. des Unfallbegriffsmerkmals des ungewöhnlichen äusseren Faktors bezüglich einer Squat-Jump-Sprungbewegung mit Abknicken bzw. Fehltritt des rechten Fusses beim Wiederaufsetzten am Boden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Mai 2018, UV 2017/1).

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		2025-07-19T06:10:28+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen