# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c34da2d-f8ab-5a98-a7fa-4184620d1107
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.05.2024 3-RV.2022.125
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2022-125_2024-05-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2022.125       
P 91 
 

 

 

 

Urteil vom 23. Mai 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richterin Sramek  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiber Ceni          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission D._____ 

vom 23. August 2022 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2019 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 23. November 2021 wurde A._____ von der Steu-

erkommission D._____ für das Jahr 2019 zu einem steuerbaren Einkom-

men von CHF 48'700.00 (satzbestimmendes Einkommen CHF 73'700.00), 

zu einem qualifizierten Beteiligungsertrag von CHF 25'000.00 und zu ei-

nem steuerbaren Vermögen von CHF 577'000.00 (satzbestimmendes 

Vermögen CHF 577'000.00) veranlagt. Dabei wurde gestützt auf eine 

Meldung des Kantonalen Steueramt Aargau, Sektion juristische Personen 

(nachfolgend: KStA JP) eine geldwerte Leistung von CHF 25'000.00 

aufgerechnet. 

 

2. 

Gegen die Veranlagungsverfügung vom 23. November 2021 erhob 

A._____ mit Schreiben vom 6. Dezember 2021 Einsprache. Sie beantragte, 

auf die Aufrechnung der verdeckten Gewinnausschüttung sowie auf die Be-

steuerung der Stammanteile als Vermögen sei zu verzichten. 

 

3. 

3.1. 

Das Gemeindesteueramt D._____ hat A._____ mit Schreiben vom 

16. März 2022 aufgefordert zusätzliche Unterlagen einzureichen. Mit 

Schreiben vom 11. April 2022 wurde diese Aktenergänzung gemahnt. 

 

3.2. 

A._____ hat mit Schreiben vom 14. April 2022 Unterlagen eingereicht. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 23. August 2022 wies die Steuerkommission Bad Zur- 

zach die Einsprache ab. 

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 23. August 2022 (Zustellung am 7. Septem-

ber 2022) zog A._____ mit Rekurs vom 26. September 2022 (Postaufgabe 

gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weiter. 

Sie stellte sinngemäss die Anträge,  

 

es sei auf die Aufrechnung  der geldwerten Leistung sowie auf die Be-

steuerung der Stammanteile an die B._____ GmbH zu verzichten. 

Zudem sei ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bzw. ein Beistand zu 

bestellen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen einge-

gangen. 

 - 3 - 

 

 

6. 

Mit Verfügung vom 21. Oktober 2022 wies das Spezialverwaltungsgericht 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ab. 

 

7. 

Das Gemeindesteueramt D._____ und das Kantonale Steueramt (KStA) 

beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

8. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

9. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat weitere Abklärungen beim KStA JP vor-

genommen. 

 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2019. 

Massgebend für die Beurteilung ist das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG). 

 

2. 

Die Rekurrentin war alleinige Gesellschafterin ohne Zeichnungsberechti-

gung der B._____ GmbH. Das Geschäft wurde von C._____, welcher ein-

zelzeichnungsberechtigt war, geführt (vgl. Internet-Handelsregisterauszug 

vom 25. März 2024). Aufgrund einer Steuermeldung des KStA JP vom 

6. Mai 2021 wurde im Veranlagungsverfahren eine geldwerte Leistung von 

CHF 25'000.00 aufgerechnet (qualifizierter Beteiligungsertrag). Das KStA 

JP führte dazu aus, dass die B._____ GmbH seit Jahren nach Ermessen 

eingeschätzt werde. Für 2019 sei eine geldwerte Leistung von 

CHF 50'000.00 (A._____: CHF 25'000.00; C._____: CHF 25'000.00) 

angenommen worden. 

 

3. 

3.1. 

Die Rekurrentin liess mit Einsprache geltend machen, dass sie bei der 

Gründung der B._____ GmbH CHF 20'000.00 an C._____ ausgeliehen 

habe. Dies unter der Bedingung, nichts mehr mit der gegründeten GmbH 

zu tun zu haben. Sie sei für die Gründung der GmbH lediglich als Strohfrau 

benutzt und entsprechend eingetragen worden. Sie habe weder für die 

B._____ GmbH gearbeitet, noch diese geführt. Auch stehe ihr keine 

wirtschaftliche Berechtigung an der B._____ GmbH zu. 

 

3.2. 

Die Vorinstanz begründet ihren Einspracheentscheid damit, dass die Re-

kurrentin trotz mehrmaligen Aufforderungen es unterlassen hat, die einge-

forderten Unterlagen (Jahresrechnung B._____ GmbH 2017 - 2019 inkl. 

detaillierte Buchhaltungsblätter, Steuererklärung 2017 - 2019 der 

B._____ GmbH sowie Nachweis Treuhandverhältnis) einzureichen. Sie 

habe somit die offensichtliche Unrichtigkeit der Aufrechnung der 

geldwerten Leistung nicht erbringen können. 

 

3.3. 

Mit Rekurs und Replik bringt die Rekurrentin vor, die B._____ GmbH oder 

Anteile an ihr seien nie in ihrem Eigentum gewesen. Sie sei lediglich als 

Gesellschafterin ohne Zeichnungsberechtigung im Handelsregister 

eingetragen gewesen. Auch habe sie nie einen Betrag von CHF 25'000.00 

von der B._____ GmbH erhalten. C._____ habe bestätigt, dass sie keine 

Funktion in der Gesellschaft gehabt und auch nie Geld von der 

 - 5 - 

 

 

B._____ GmbH ausbezahlt bekommen habe. C._____ habe als 

Geschäftsführer alleine gehandelt, die Kunden betreut, Bestellungen und 

Auslieferungen getätigt sowie die Buchhaltung geführt. Er sei auch 

alleiniger Besitzer einer EC-Karte gewesen. 

 

Es sei ihr nicht möglich einen Nachweis für ein Treuhandverhältnis zu er-

bringen, da sie keine Unterlagen habe. Die Vorinstanz habe schliesslich 

ihre wirtschaftliche Berechtigung an der B._____ GmbH ebenfalls nicht 

nachweisen können. Sie habe weder die Kontrolle über die B._____ GmbH 

gehabt, noch einen beherrschenden Einfluss auf die Geschäftstätigkeit. 

Weiter habe sie nie von der B._____ GmbH profitieren können. Der 

gesetzliche Vertreter sei C._____ und nicht sie. 

 

4. 

Vorliegend ist die Besteuerung der Stammanteile an der B._____ GmbH 

als Vermögen der Rekurrentin (Erw. 5) sowie die Aufrechnung der 

geldwerten Leistung in der Höhe von CHF 25'000.00 (Erw. 6) zu prüfen. 

 

5. 

5.1. 

Der Vermögenssteuer unterliegt das gesamte Reinvermögen (§ 46 Abs. 1 

StG). Für die Zurechnung von Sachen und Rechten zum Vermögen einer 

steuerpflichtigen Person ist massgebend, dass diese zivilrechtlich und wirt-

schaftlich Eigentümerin ist und ihr auch die Verfügungsgewalt darüber zu-

steht (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 

2023, § 46 StG N 13). 

 

5.2. 

Nach der im Steuerrecht allgemein gültigen Regel trägt die Steuerbehörde 

die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen, während der Beweis für 

steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich dem 

Steuerpflichtigen obliegt, wobei er diese Tatsachen nicht nur zu behaupten, 

sondern auch zu belegen hat (vgl. BGE 140 II 248, Erw. 3.5 mit Hinweisen; 

Bundesgerichtsurteil vom 29. September 2016 [2C_162/2016 und 

2C_163/16], Erw. 2.3., mit Hinweisen). Die entscheidende Behörde würdigt 

dabei nach ihrer eigenen, freien Überzeugung, ob ein Beweismittel glaub-

würdig ist. Auch wenn im Steuerrecht an sich das Beweismass der vollen 

Überzeugung ("Regelbeweismass") herrscht, bedarf es keiner absoluten 

Gewissheit. Es genügt, dass die Veranlagungsbehörde nach erfolgter Be-

weiswürdigung und aufgrund objektiver Gesichtspunkte mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen der rechtserheblichen Tat-

sache überzeugt ist. Die Auffassung kann auf Indizien beruhen und bedingt 

keinen direkten Beweis (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 12. Mai 2020 

[2C_926/2019], Erw. 2.3). 

 

 - 6 - 

 

 

5.3. 

Gemäss Internet-Handelsregisterauszug vom 25. März 2024 war A._____ 

stets Eigentümerin von 20 Stammanteilen der B._____ GmbH. Als steu-

eraufhebende Tatsache oblag es der Rekurrentin nachzuweisen, dass sie 

trotz Handelsregistereintrag nicht mehr Eigentümerin der Stammanteile an 

der B._____ GmbH war oder dass ein Treuhandverhältnis vorlag. Diesen 

Beweis hat sie allein mit ihren unbelegten Behauptungen nicht erbracht. 

Auch die Vorbringen der Rekurrentin, wonach sie nicht zeichnungsbefugt 

war und zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die Geschäftsführung hatte, 

ändert an den Eigentumsverhältnissen der Stammanteile nichts. Der 

unbelegte Hinweis der Rekurrentin auf die Bestätigung von C._____, dass 

die Rekurrentin keine Funktion in der Gesellschaft gehabt und auch nie 

Geld von der B._____ GmbH ausbezahlt bekommen habe, ist als reine 

Schutzbehauptung zu qualifizieren. Insofern ist die Zuteilung der 

Stammanteile an der  B._____ GmbH zum Vermögen der Rekurrentin und 

folglich deren Besteuerung als Vermögen zu Recht erfolgt. 

 

5.4. 

Der Rekurs erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet und ist ab-

zuweisen. 

 

6. 

6.1. 

Gemäss § 29 Abs. 1 lit. c StG sind die Erträge aus beweglichem Vermögen 

insbesondere Dividenden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse und 

geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art steuerbar. Als Gewinnanteile 

gelten alle geldwerten Leistungen einer Gesellschaft an die Beteiligten oder 

diesen nahestehenden Personen, welche den Grund im Beteiligungsver-

hältnis haben (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 29 

StG N 40 ff.).  

 

Zu den geldwerten Leistungen einschliesslich verdeckter Gewinnausschüt-

tungen einer Gesellschaft nach § 68 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 StG an die Inhaber 

gesellschaftlicher Beteiligungsrechte sind nach ständiger Rechtsprechung 

des Bundesgerichts (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 13. Juni 2012 

[2C_862/2011 und 2C_863/2011; Ertragsverzicht]); BGE 119 Ib 116; BGE 

113 Ib 25; BGE 102 Ib 167 E. 1; je mit Hinweisen auf die Judikatur): 

 

- Zuwendungen jeder Art zu rechnen, die, ohne diese ordnungsgemäss 

als Gewinnverwendung zu verbuchen, 

- an die Aktionäre oder an ihnen nahestehende Personen gewährt wer-

den, wobei  

- die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, 

- die Aktionäre oder die ihnen nahestehenden Personen in den Genuss 

einer Leistung kommen, die aussenstehenden Dritten nicht oder zu-

mindest nicht im gleichen Mass gewährt worden wäre und  

 - 7 - 

 

 

- das Missverhältnis zwischen der gewährten Leistung und der erhalte-

nen Gegenleistung für die Organe der Gesellschaft erkennbar ist. 

 

6.2. 

Das Verwaltungsgericht hat mit Urteil vom 12. Juli 2021 (vgl. WBE.2020. 

419, Erw. 4.2.1.2.) die bundesgerichtliche Praxis zum Verhältnis zwischen 

der Aufrechnung einer verdeckten Gewinnausschüttung auf Ebene der Ge-

sellschaft einerseits und der Aufrechnung einer geldwerten Leistung beim 

Beteiligungsinhaber andererseits wie folgt zusammengefasst: 

 

"4.2.1.2. 
Wie die Vorinstanz richtig festgehalten hat, führt eine in Rechtskraft er-
wachsene Aufrechnung einer verdeckten Gewinnausschüttung auf Ebene 
der Gesellschaft in der Praxis zwar regelmässig zur analogen Aufrechnung 
einer geldwerten Leistung beim Gesellschafter (Hans-Jörg Müllhaupt, in: 
Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Aufl. 2015, N 44 zu § 29 StG), 
ein eigentlicher Aufrechnungsautomatismus besteht jedoch nicht. Be-
stand, Qualifikation und Höhe einer Aufrechnung folgen auf den Ebenen 
der Gesellschaft und jener des Anteilsinhabers einer jeweils eigenen Logik 
und es herrscht entsprechend auch in solchen sog. zweidimensionalen 
Sachverhalten die übliche Beweislastverteilung. Nachdem es sich beim 
Zufluss einer geldwerten Leistung um eine steuerbegründende Tatsache 
handelt, trägt folglich die Steuerbehörde die Beweislast für deren Vorlie-
gen. Sie hat sämtliche Elemente der geldwerten Leistung nachzuweisen 
(Urteile des Bundesgerichts 2C_377/2009 vom 9. September 2009, 
Erw. 3.4; 2C_76/2009 vom 23. Juli 2009, Erw. 2.2; Entscheid des Verwal-
tungsgerichts WBE.2012.13 vom 13. Juli 2012, Erw. 1.4, mit weiteren Hin-
weisen). Dabei ist zu verlangen, dass sie nach erfolgter Beweiswürdigung 
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon überzeugt ist, dass 
die Gesellschaft dem Beteiligungsinhaber eine geldwerte Leistung er-
bracht hat, wobei diese Überzeugung auf Indizien beruhen kann und kei-
nes direkten Beweises bedarf (Urteil des Bundesgerichts 2C_736/2018 
vom 15. Februar 2019, Erw. 2.2.2.). In Abweichung von den üblichen Re-
geln hat jedoch ein Gesellschafter, der gleichzeitig Organ der Gesellschaft 
ist, nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts Bestand und 
Höhe der von der Steuerbehörde behaupteten geldwerten Leistung detail-
liert zu bestreiten. Unterlässt er dies, so ist die Steuerbehörde grundsätz-
lich zur Annahme berechtigt, dass die auf der Ebene der Gesellschaft 
rechtskräftig veranlagte Aufrechnung gegenüber dem Anteilsinhaber 
ebenso berechtigt ist (zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 
2C_1071/2020, 2C_1072/2020 vom 19. Februar 2021, Erw. 3.3.1; 
2C_32/2018, 2C_35/2018 vom 11. November 2019, Erw. 3.1. f.; je mit Hin-
weisen; Martin Kocher, Aspekte der steuerlichen Zweidimensionalität – 
Gedankensplitter im Licht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: Au 
carrefour des contributions, 2020, S. 607 f.; vgl. auch Entscheid des Ver-
waltungsgerichts WBE.2020.386 vom 16. Februar 2021, Erw. 4.2)." 

 

Weiter hat das Verwaltungsgericht die Bindungswirkung einer rechtskräfti-

gen Veranlagung einer juristischen Person bereits mit VGE vom 2. Dezem-

ber 2009 (vgl. WBE.2009.168) dann verneint, wenn mangels Abgabe der 

Steuererklärung eine Ermessensveranlagung erfolgte. Es führte dazu aus:  

 

 - 8 - 

 

 

"Das KStA veranlagte die B. AG für die Kantons- und Gemeindesteuern 
2004 nach Ermessen. Eine Ermessensveranlagung unterliegt stets nur 
noch einer Überprüfung mit eingeschränkter Kognition – nämlich auf  
offensichtliche Unrichtigkeit hin (vgl. § 192 Abs. 2 StG; […]). Im Veranla-
gungsverfahren des Beteiligten kommt der Steuerbehörde (und anschlies-
send den Rechtsmittelbehörden) dagegen volle Kognition zu. Die Wirkung 
von aufgrund einer nicht eingereichten Steuererklärung notwendig gewor-
denen Sachverhaltsannahmen, die auch in keinem Rechtsmittelverfahren 
einer Überprüfung mit voller Kognition mehr unterzogen werden können, 
können nicht auf das Veranlagungsverfahren gegen den Beteiligten aus-
gedehnt werden. Der Beteiligte darf nicht in seinen Verteidigungsmitteln 
eingeschränkt werden (VGE II/104 vom 5. Dezember 1990 [BE.1990.221], 
Erw. 3a, in StE 1991, B 26.3 Nr. 4). Es fällt daher, jedenfalls dann, wenn 
die Gesellschaft mangels Einreichung einer Steuererklärung nach Ermes-
sen veranlagt werden musste und in diesem Zusammenhang eine Ge-
winnausschüttung angenommen wurde, ausser Betracht, diese Annahme 
ohne weitere Abklärungen auch der Veranlagung des Aktionärs zugrunde 
zu legen." 

 

6.3. 

Die Rekurrentin war im Jahr 2019 einzige Gesellschafterin der 

B._____ GmbH. Das KStA JP hat die B._____  GmbH nach Ermessen 

veranlagt. Am 6. Mai hat das KStA JP dem Gemeindesteueramt D._____ 

eine Meldung 2021 über eine geldwerte Leistung von CHF 25'000.00 an 

die Rekurrentin gemacht. Aus den Akten ist nicht eruierbar, gestützt auf 

welche steuerrelevanten Feststellungen das KStA JP diese Meldung 

erstellt hat. Nach der zitierten Rechtsprechung ist eine gemeldete 

geldwerte Leistung vor der Aufrechnung auf jeden Fall zu prüfen und zu 

begründen. 

 

Da kein Aufrechnungsautomatismus besteht, löst die Aufrechnung seitens 

der B._____ GmbH nicht per se auch eine Aufrechnung bei der Rekurrentin 

aus. Es ist daher zu prüfen, ob das Gemeindesteueramt D._____ die 

Aufrechnung zu begründen vermochte.  

 

6.4. 

6.4.1. 

Weicht die Veranlagungsbehörde von der Steuererklärung ab, gibt sie die 

Abweichungen der steuerpflichtigen Person spätestens bei der Eröffnung 

der Veranlagungsverfügung bekannt (§ 191 Abs. 2 StG). Das aargauische 

Verwaltungsgericht hat sich dazu im Urteil vom 16. Juni 2010 (vgl. 

WBE.2010.49) wie folgt geäussert: 

 

"Diese Mitteilung hat mindestens die von der Abweichung betroffenen Zif-
fern des Steuererklärungsformulars und der einzelnen Beträge zu enthal-
ten, und hat dazu zumindest stichwortartig den Grund für die Abweichung 
aufzuzeigen. Die Veranlagung soll von der steuerpflichtigen Person nach-
vollzogen werden können [...]. Der Steuerpflichtige muss zumindest in die 
Lage versetzt werden, dass er durch die Mitteilung der Abweichung wirk-
sam Einsprache erheben kann." 

 

 - 9 - 

 

 

Bei Veranlagungsverfügungen ist die Begründungspflicht damit gegenüber 

Entscheiden in Rechtsmittelverfahren herabgesetzt. Es genügt, wenn die 

steuerpflichtige Person im Vergleich der Veranlagungsverfügung mit der 

Selbstdeklaration erkennen kann, dass Abweichungen vorgenommen wur-

den (vgl. Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, a.a.O., § 175 Abs. 1 StG 

N 29 und 30). 

 

6.4.2. 

Bei Einspracheentscheiden sind die Anforderungen an eine Begründung 

höher gesetzt. Der Einspracheentscheid ist gemäss § 195 Abs. 3 StG 

schriftlich zu begründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 

jedenfalls die bundesrechtlichen Minimalanforderungen, wie sie aus Art. 29 

Abs. 2 BV ("Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör") abgelei-

tet werden, Beachtung finden. Die tatsächlichen Feststellungen und recht-

lichen Überlegungen, welche die Einsprachebehörde dem Entscheid zu 

Grunde gelegt hat, müssen nachvollzogen werden können. Die Begrün-

dung hat zudem eine Beurteilung der Beweismittel zu enthalten. Weiter hat 

die Einsprachebehörde zu den Anträgen der steuerpflichtigen Person so 

Stellung zu nehmen, dass ersichtlich wird, wieweit ihnen entsprochen wird. 

Sie muss sich jedoch nicht mit jedem Vorbringen der steuerpflichtigen Per-

son auseinandersetzen und jedes einzelne Argument ausdrücklich wider-

legen. Sie darf sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Als Minimalerfordernis verbleibt aber stets, dass sich die am 

Verfahren beteiligten Personen anhand der Begründung über die Trag-

weite des Entscheids Rechenschaft ablegen können. Dieses Minimalerfor-

dernis wird verletzt, wenn sich die Steuerbehörde im Einspracheentscheid 

mit mehreren Begehren und mit Beweismitteln, welche die steuerpflichtige 

Person angerufen hat, überhaupt nicht auseinandersetzt (vgl. Bundesge-

richtsurteil vom 20. Dezember 2012 [2C_843/2012]; Bundesgerichtsurteil 

vom 3. Mai 2005 [1P.115/2005], mit Verweis auf BGE 126 I 97; VGE vom 

1. Dezember 2008 [WBE.2007.154]; Kommentar zum Aargauer Steuerge-

setz, a.a.O., § 175 StG N 31, § 195 StG N 9, mit Hinweisen). 

 

6.5. 

6.5.1. 

Die Steuerkommission D._____ hat in der Abweichungsbegründung die 

Aufrechnung nicht begründet. Die Rekurrentin wurde auch nicht zu einer 

Stellungnahme aufgefordert. Auch aus den übrigen Akten ist nicht zu 

entnehmen, dass im Veranlagungsverfahren eine Prüfung der Aufrechnung 

einer geldwerten Leistung seitens der Steuerkommission stattgefunden 

hat. Im Einspracheentscheid hielt die Steuerkommission lediglich folgen-

des fest: 

 

"Aufgrund einer Steuermeldung der Sektion Juristische Personen des 
Kantonalen Steueramtes Aargau wurde eine geldwerte Leistung aus der 
B._____ GmbH bei der Einsprecherin als Beteiligungsertrag 
aufgerechnet." 

 - 10 - 

 

 

 

Es wird lediglich erwähnt, dass aufgrund einer Meldung des KStA JP eine 

geldwerte Leistung aufgerechnet wurde. Eine Prüfung der Statthaftigkeit 

der Aufrechnung ist nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass 

die Vorinstanz die im Einspracheverfahren von der Rekurrentin eingereich-

ten Bankkontoauszüge der B._____ GmbH einer Prüfung unterzogen hat 

(z.B. auf Zahlungen an die Rekurrentin). Der Mangel der fehlenden Prüfung 

im Veranlagungsverfahren wurde im Einspracheverfahren somit nicht 

beseitigt. 

 

Insgesamt ergibt sich, dass weder im Veranlagungs- noch im Einsprache-

verfahren detailliert geprüft wurde (z.B. mittels Vermögensvergleichsrech-

nung), ob eine Aufrechnung überhaupt statthaft war. 

 

6.5.2. 

Indem die Vorinstanz die Aufrechnung der CHF 25'000.00 nicht begründet 

und ohne jegliche (dokumentierte) Prüfung zum steuerbaren Einkommen 

der Rekurrentin hinzugerechnet hat, hat sie ihre Begründungspflicht 

verletzt. Daran ändert die Erklärung, dass die Rekurrentin beweispflichtig 

sei bzw. die offensichtliche Unrichtigkeit nachzuweisen habe, nichts. Eine 

solche qualifizierte Bestreitungspflicht greift bei Ermessensveranlagungen 

einer juristischen Person nicht. Erforderlich ist eine Prüfung der Aufrech-

nung und der Nachweis eines Aufrechnungstatbestandes. Dieser Nach-

weis fehlt jedoch völlig. Demgemäss hat die Steuerkommission Bad Zur-

zach die ihr obliegende Begründungspflicht verletzt. 

 

6.6. 

Der Rekurs erweist sich demnach in diesem Punkt als begründet. Die Ver-

anlagungsverfügung vom 23. November 2021 sowie der Einspracheent-

scheid vom 23. August 2022 sind aufzuheben und die Angelegenheit zur 

Neubeurteilung an die Steuerkommission D._____ zurückzuweisen. 

 

7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Besteuerung der 

Stammanteile der B._____ GmbH als Vermögen der Rekurrentin zu Recht 

erfolgt ist. Indem die Vorinstanz die Aufrechnung der geldwerten Leistung 

von CHF 25'000.00 weder im Veranlagungs- noch im Einspracheverfahren 

begründet hat, hat sie jedoch ihre Begründungspflicht verletzt.  

 

8. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin zu rund 60 %. Sie 

hat daher 40 % der Kosten des Rekursverfahren zu tragen (§ 189 

Abs. 1 StG). 

 

 - 11 - 

 

 

9. 

Der nicht vertretenen Rekurrentin ist keine Parteientschädigung auszurich-

ten (§ 189 Abs. 2 StG). 

  

 - 12 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Das steuerbare und satzbestimmende Vermögen bleiben unverändert. In-

soweit wird der Rekurs abgewiesen. 

 

2. 

Im Übrigen werden die Veranlagungsverfügung vom 23. November 2021 

sowie der Einspracheentscheid vom 23. August 2022 aufgehoben und die 

Angelegenheit zur Weiterführung des Veranlagungsverfahrens im Sinne 

der Erwägungen an die Steuerkommission D._____ zurückgewiesen. 

 

3. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 400.00, der Kanzleigebühr von CHF 130.00, und 

den Auslagen von CHF 100.00, zusammen CHF 630.00, zu 40 % mit 

CHF 252.00 zu bezahlen. 

 

4. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrentin 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt D._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

 - 13 - 

 

 

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

 
   

Aarau, 23. Mai 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Heuscher Ceni