# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32e69ce6-cb54-5a98-b09c-5f28beea6af3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-618/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-618-2012_2012-02-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­618/2012
law/rep

U r t e i l   v om   7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Nigeria,
vertreten durch lic. iur. Yassin Abu­Ied, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. Januar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführerin,  eine  nigerianische  Staatsangehörige  mit 
angeblich  letztem  Wohnsitz  in  B._______,  C._______,  ihr  Heimatland 
eigenen  Angaben  zufolge  am  18. September  2011  auf  dem  Luftweg 
verliess  und  am  folgenden  Tag  nach  einer  Zwischenlandung  in 
Amsterdam illegal in die Schweiz einreiste,

dass sie am folgenden Tag im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) 
D._______ um Asyl nachsuchte,

dass sie dort am 30. September 2011 zum Reiseweg,  ihren Personalien 
sowie summarisch zu den Gründen ihres Asylgesuchs befragt wurde,

dass das BFM die Beschwerdeführerin am 19. Januar 2012 gestützt auf 
Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) 
ausführlich zu ihren Asylgründen anhörte,

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  vorbrachte,  Angehörige  der  terroristischen  Boko  Haram 
Gruppe  hätten  ihren  Lebenspartner  am  26. August  2011  in  ihrer 
Anwesenheit  auf  offener  Strasse  ermordet,  weil  er  es  abgelehnt  habe, 
sich ihnen anzuschliessen,

dass  sie  selbst  am  26. August  2011  von  den  Mördern  ihres 
Lebenspartners  betäubt  und  in  den  Busch  verschleppt  worden  sei,  wo 
man sie drei Tage lang festgehalten habe,

dass  sie  schliesslich  von  ihrem  Bewacher  aus  Mitleid  und  mit  dem 
Hinweis, sie möge sich nie mehr blicken lassen, freigelassen worden sei,

dass sie sich in der Folge zu ihrem in E._______ wohnhaften F._______ 
begeben habe,

dass  indessen  wenige  Tage  später  die  vormaligen  Entführer  bei  ihrem 
F._______ angerufen und sich nach ihrem Verbleib erkundigt hätten,

dass sie sich daraufhin entschlossen habe, ihre Heimat zu verlassen,

dass  sie  zwischenzeitlich  in  der  Schweiz  vernommen  habe,  dass  ihr 
F._______ am 18. Dezember 2011 gestorben sei,

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dass sie befürchte, bei einer Rückkehr  ins Heimatland von Angehörigen 
der Boko Haram Gruppierung umgebracht zu werden,

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  Aussagen  auf  die  Protokolle  bei  den 
Akten zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Verlaufe  des  vorinstanzlichen 
Verfahrens  weder  Identitäts­  oder  Reisepapiere  noch  anderweitige 
Beweismittel zu den Akten reichte,

dass  sie  zur  Begründung  ausführte,  nie  eine  Identitätskarte  oder  einen 
Reisepass  besessen  zu  haben  (vgl.  act.  A6/11  S. 5)  und  mit  einem 
fremden Pass ausgereist zu sein (vgl. act. A14/15 S. 10 F98),

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  mit 
Verfügung  vom  25. Januar  2012  –  eröffnet  am  26. Januar  2012  ­  in 
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht eintrat, die Wegweisung 
aus der Schweiz verfügte und sie – unter Androhung von Zwangsmitteln 
im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der 
Rechtskraft zu verlassen,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom 
2. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid 
Beschwerde  erheben  und  dabei  sinngemäss  beantragen  liess,  die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, 
auf ihr Gesuch einzutreten,

dass  sie  zudem  in  prozessualer Hinsicht  beantragen  liess,  es  sei  ihr  in 
der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 
bestellen und es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  6. Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

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beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
nach Art. 32 – 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch 
auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf 
die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  demnach  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist,

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dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gestützt 
auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  und  Abs. 3  AsylG  über  das Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass  gemäss  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innert  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgeben,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  (Bst. b),  oder  wenn  sich 
aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Bst. c),

dass die Beschwerdeführerin im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens 
kein  Reise­  oder  Identitätspapier  eingereicht  hat,  womit  die 
Grundvoraussetzung  für  die  Anwendbarkeit  des 
Nichteintretenstatbestandes von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt ist (vgl. 
BVGE 2007/7 E. 6 S. 69  f.),

dass  die  Erklärungen  der  Beschwerdeführerin,  sie  habe  keinen 
Reisepass oder ein Identitätspapier besessen und sei mit einem fremden 
Pass  von  Lagos  nach  Amsterdam  beziehungsweise  in  die  Schweiz 
gereist  (vgl. act. A6/11 S. 5 und 6  i.V.m. A14/15 S. 10 F98), angesichts 
der  strengen  Kontrollen  an  EU­  und  Schengen­Aussengrenzen  sehr 
unwahrscheinlich  anmuten,  zumal  die  Beschwerdeführerin  zusätzlich 
behauptet  hat,  den  fremden Reisepass  nie  persönlich  vorgewiesen  und 

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nicht  einmal  gewusst  zu  haben,  auf  welche  Personalien  er  ausgestellt 
worden sei (vgl. act. A6/11 S. 6),

dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  ihrer  Anhörung  vom 
19. Januar  2012  aufgestellte  und  in  der  Beschwerde  wiederholte 
Behauptung,  ihre  Papiere  hätten  sich  bei  ihrem  zwischenzeitlich 
verstorbenen  F._______  befunden  (vgl.  act.  A14/15  S. 2  F4 ff.  i.V.m. 
A14/15  S. 4  F23),  ebenfalls  nicht  zu  überzeugen  vermag,  da  ihr 
F._______ ihr ja bei ihrem letzten persönlichen Treffen zur Flucht geraten 
haben soll und vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich wäre, weshalb er 
ihr damals nicht auch ihre Identitätspapiere ausgehändigt haben sollte,

dass  es  der  Beschwerdeführerin  nach  dem  Gesagten  nicht  gelingt, 
entschuldbare  Gründe  für  das  nicht  fristgerechte  Einreichen  von 
Identitäts­ oder Reisepapieren glaubhaft zu machen,

dass  demnach  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  zu  Recht  davon 
ausgegangen  ist,  die  Flüchtlingseigenschaft  sei  nicht  gegeben  und  es 
bestehe aufgrund der Anhörung keine Notwendigkeit  zur Vornahme von 
weiteren  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder 
eines Wegweisungsvollzugshindernisses,

dass die Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei aus dem Heimatland 
geflüchtet, weil Angehörige der Boko Haram sie verfolgt hätten,

dass  das  BFM  jedoch  zur  Recht  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  dieser 
Vorbringen geäussert hat,

dass die Beschwerdeführerin nur  rudimentäre Angaben zur Gruppierung 
der  Boko Haram  und  überdies  nicht  plausibel machen  konnte,  weshalb 
ihre Entführer ein derart starkes Interesse hätten daran haben sollen, sie 
zu töten,

dass  es  abgesehen  davon  reichlich  widersinnig  anmutet,  dass  ihre 
Entführer sie drei Tage lang in Tötungsabsicht im Busch festgehalten und 
schliesslich  freigelassen  haben  sollen,  um  sie  wenig  später  erneut  zu 
suchen,

dass  die  Beschwerdeführerin  des Weiteren  die  Frage,  ob  sie  nach  der 
Flucht zu ihrem F._______ jemanden in B._______ kontaktiert habe, um 
herauszufinden, was weiter passiert sei, verneinte  (vgl. act. A14/15 S. 8 
F77),  ein  solches Desinteresse  an  der  eigenen Bedrohungslage  jedoch 
realitätsfremd erscheint,

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dass  die  geltend  gemachte  Verfolgung  durch  Angehörige  der 
Gruppierung Boko Haram daher offensichtlich unglaubhaft ist,

dass darauf  verzichtet werden  kann,  auf  die weiteren Vorbringen  in  der 
Beschwerde einzugehen, da sie an dieser Einschätzung nichts zu ändern 
vermögen,

dass  das  Bestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin 
nach  dem  Gesagten  ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und 
auch  keine  zusätzlichen  Abklärungen  hinsichtlich  der  Frage  des 
Wegweisungsvollzugs  notwendig  erscheinen  (vgl.  dazu  auch 
nachfolgend),

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht,

dass  das  BFM  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, 

dass  ferner  keine  Anhaltspunkte  für  eine  der  Beschwerdeführerin  in 
Nigeria  drohende  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von 
Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  ist  es  ihr  doch  nicht  gelungen, 
diesbezüglich  eine  tatsächlich  bestehende  konkrete  Gefahr  ("real  risk") 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch  individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  im  Falle  einer 
Rückkehr schliessen lassen,

dass in Nigeria keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht, weshalb der 
Wegweisungsvollzug  dorthin  nicht  als  generell  unzumutbar  zu 
bezeichnen ist,

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dass  in  der  Beschwerde  zwar  behauptet  wird,  die  Beschwerdeführerin 
leide zufolge ihrer Erlebnisse in Nigeria unter psychischen Störungen und 
bedürfe dringend psychiatrischer Betreuung (vgl. Beschwerde S. 1), 

dass  dieser  ohnehin  nicht  weiter  substantiierten  Behauptung  jedoch  im 
Ergebnis  zufolge  der  vorstehend  skizzierten  Unglaubhaftigkeit  ihrer 
Asylvorbringen die Grundlage entzogen ist,

dass es sich bei der Beschwerdeführerin den Akten zufolge vielmehr um 
eine  junge  Frau  ohne  relevante  gesundheitliche  Probleme  handelt, 
welche  über  eine  solide  Ausbildung  verfügt  und  vor  der  Ausreise  als 
G._______ gearbeitet hat (vgl. act. A6/11 S. 3 Ziff. 1.17.04 und 1.17.05),

dass  es  ihr  bei  dieser  Sachlage  grundsätzlich  zuzumuten  ist,  bei  einer 
Rückkehr ins Heimatland dort erneut einer Erwerbstätigkeit nachzugehen,

dass  sie  bei  Bedarf  die  Unterstützung  durch  ihre  in  Nigeria  wohnhafte 
H._______ in Anspruch nehmen könnte,

dass  nach  dem  Gesagten  nicht  zu  erwarten  ist,  dass  die 
Beschwerdeführerin  bei  einer  Rückkehr  nach  Nigeria  in  eine 
existenzbedrohende  Situation  gerät,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung nicht als unzumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  schliesslich 
möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), 
und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken 
(vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ­
 515),

dass  es  der  Beschwerdeführerin  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  die  Gesuche  um  unentgeltliche  Rechtsverbeiständung  und 
unentgeltliche Prozessführung  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 
abzuweisen sind, da die Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 

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Seite 10

SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Gesuche um unentgeltliche Rechtsverbeiständung und unentgeltliche 
Prozessführung werden abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: