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**Case Identifier:** 09a0e32d-7250-5fe3-89f1-a516542182c1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2022 200 2022 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-63_2022-12-20.pdf

## Full Text

200 22 63 IV
WIS/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2022

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im Dezember 2000 unter Verweis auf 
unfallbedingte Beschwerden bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB [act. II] 1). 
Nach erfolgten erwerblichen und medizinischen Abklärungen verneinte die 
IVB mit Verfügung vom 30. Oktober 2003 (act. II 46) einen Anspruch auf 
eine Invalidenrente, was sie mit Einspracheentscheid vom 30. Dezember 
2003 (act. II 52) bestätigte. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. II 58) 
hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 25. Juni 
2004, IV 64249 (act. II 67), dahingehend gut, als es der Versicherten vom 
1. Dezember 1999 bis zum 30. September 2002 eine ganze Invalidenrente 
zusprach und die IVB anwies, die Ansprüche der Versicherten während der 
ab 1. Oktober 2002 begonnenen erstmaligen Ausbildung zu prüfen. Das 
Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

In der Folge gewährte die IVB berufliche Massnahmen (erstmalige 
berufliche Ausbildung zur ... vom 1. Oktober 2002 bis 31. August 2005 und 
zur ... vom 24. Oktober 2005 bis 23. Oktober 2007; act. II 71, 79) und 
richtete Taggelder aus (act. II 73, 80, 88). Nachdem die IVB beim 
C.________ (nachfolgend MEDAS C.________) ein Gutachten vom 17. 
April 2008 (act. II 102) eingeholt hatte, sprach sie der Versicherten mit 
Verfügung vom 27. Januar 2009 (act. II 108) bei einem Invaliditätsgrad von 
52% rückwirkend ab Oktober 2007 eine halbe Invalidenrente zu. Die 
Verfügung blieb unangefochten.

B.

Nachdem die Versicherte im November 2009 (act. II 109) eine 
Veränderung ihrer beruflichen Situation gemeldet hatte, tätigte die IVB 
erneut erwerbliche und medizinische Abklärungen. Am 21. März 2010 (act. 
II 125/7) wurde die Versicherte in einen Verkehrsunfall verwickelt. Nach 

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weiteren Abklärungen verfügte die IVB am 13. Dezember 2013 (act. II 169) 
ab 1. November 2009 die Ausrichtung einer Dreiviertelsrente 
(Invaliditätsgrad von 63%), ab 1. Juni 2010 einer ganzen Invalidenrente 
(Invaliditätsgrad von 100%) und ab 1. August 2012 wieder einer 
Dreiviertelsrente (Invaliditätsgrad von 62%). Die Verfügung blieb 
unangefochten. Ein Rentenerhöhungsgesuch vom Juni 2015 (act. II 170) 
lehnte die IVB mit Verfügung vom 1. März 2016 (act. II 193) bei einem 
Invaliditätsgrad von 69% ab. Die Verfügung blieb unangefochten.

C.

Im Mai 2016 (act. II 197) meldete die Versicherte eine Verschlechterung 
ihres Gesundheitszustandes. Die IVB trat auf das Revisionsgesuch ein 
(act. II 198) und tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. 
Insbesondere holte sie beim D.________ (nachfolgend MEDAS 
D.________) ein interdisziplinäres Gutachten vom 31. März 2017 (act. II 
225.1 ff.) ein. Mit Verfügung vom 21. November 2017 (act. IIA 243) und der 
Begründung, es liege aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht kein 
rentenbegründender Gesundheitsschaden mehr vor, hob die IVB die bis 
dahin bezogene Dreiviertelsrente per 31. Dezember 2017 auf. Die dagegen 
erhobene Beschwerde (act. IIA 245/3) hiess das Verwaltungsgericht mit 
Urteil vom 12. März 2019, IV/2018/19 (act. IIA 252), gut und hob die 
angefochtene Verfügung auf. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, 
eine objektive, revisionsrechtlich relevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes seit der letzten rechtskräftigen materiellen 
Beurteilung vom 1. März 2016 sei derzeit nicht ausgewiesen. Da sich auch 
keine Anhaltspunkte für einen anderweitigen Revisionsgrund fänden, habe 
die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Gleichzeitig 
wies es die Sache angesichts der gutachterlich festgestellten 
überwindbaren Dekonditionierung zurück an die IVB, damit diese forcierte 
Eingliederungsbemühungen durchführe und nach deren Abschluss erneut 
prüfe, ob die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gegeben seien. Das 
Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

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Mit Schreiben vom 15. Mai 2019 (act. IIA 264) forderte die IVB die 
Versicherte zur Schadenminderung auf. Konkret habe sie sich bis zum 13. 
Juni 2019 zu melden, falls sie berufliche Massnahmen in Anspruch nehmen 
wolle. Diesfalls müsse sie ihre Arbeitsfähigkeit – sofern medizinisch keine 
objektive Verschlechterung belegt werde – innert eines Jahres 
entsprechend dem im Gutachten der MEDAS D.________ vom 31. März 
2017 festgelegten Zumutbarkeitsprofil auf 70% steigern und motiviert an 
den Massnahmen teilnehmen. Im Unterlassungsfall könnten die Leistungen 
gekürzt oder verweigert werden. Nach diesbezüglich erfolgter schriftlicher 
Antwort der Versicherten (act. IIA 266) und durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (act. IIA 267, 269, 271) entschied die IVB mit 
Verfügung vom 10. September 2019 (act. IIA 270), keine Kostengutsprache 
für berufliche Massnahmen zu erteilen und stellte mit Verfügung vom 1. 
Oktober 2019 (act. IIA 273) die Rentenzahlungen per sofort ein, beides mit 
der Begründung, die Versicherte habe ihre Schadenminderungspflicht 
verletzt. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2019 (act. IIA 275) teilte die 
Versicherte der IVB mit, betreffend Eingliederungsmassnahmen ihrer 
Schadenminderungspflicht nachzukommen und ersuchte um 
Wiederaufnahme der Rentenzahlungen. Daraufhin teilte die IVB am 7. 
November 2019 (act. IIA 277) mit, die Rentenzahlungen nicht wieder 
aufzunehmen. Wäre die Versicherte ihrer Schadenminderungspflicht 
nachgekommen, wäre anzunehmen, dass kein rentenbegründender 
Invaliditätsgrad mehr bestehen würde. Die renteneinstellende Verfügung 
sei in Rechtskraft erwachsen. Jedoch könnten berufliche Massnahmen 
gewährt werden. An dieser Auffassung hielt die IVB trotz Intervention der 
Versicherten (act. IIA 278, 280) fest (act. IIA 279, 281). Mit Mitteilung vom 
16. April 2020 (act. IIA 300) veranlasste die IVB eine Abklärung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, welche in der Folge verlängert wurde (vgl. 
Mitteilung vom 17. September 2020 [act. IIA 321]). Nachdem die 
Abklärungen per 7. September 2020 abgebrochen worden waren, schloss 
die IVB mit Mitteilung vom 20. Oktober 2020 (act. IIA 331) die beruflichen 
Massnahmen per 7. September 2020 ab.

Bereits am 17. Dezember 2019 (act. IIA 282) hatte die Versicherte ein 
neues Leistungsgesuch gestellt. Mit Schreiben vom 20. Januar 2020 
(act. IIA 287) forderte die IVB die Versicherte auf, die Veränderung in den 

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tatsächlichen Verhältnissen glaubhaft darzulegen. Die Versicherte führte 
am 11. Februar 2020 (act. IIA 289) aus, der einzige Grund der 
Renteneinstellungsverfügung – Verletzung der Mitwirkungspflicht in Bezug 
auf die Eingliederungsmassnahmen – sei nunmehr weggefallen, weshalb 
ein Revisionsgrund vorliege und die Rentenzahlungen wieder 
aufzunehmen seien. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIA 
296, 306) trat die IVB mit Verfügung vom 24. Juni 2020 (act. IIA 317) auf 
das Leistungsbegehren nicht ein. Die dagegen erhobene Beschwerde (act. 
IIA 320/3) hiess das Verwaltungsgericht mit Urteil vom 28. Mai 2021, 
IV/2020/621 (act. IIA 332), gut, hob die Verfügung vom 24. Juni 2020 auf 
und wies die IVB an, der Versicherten die mit Verfügung vom 13. 
Dezember 2013 zugesprochene Rente über den 31. Oktober 2019 hinaus 
auszurichten. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, es sei frühestens 
per Anfang Juli 2020 und damit nach dem Erlass der angefochtenen 
Verfügung von einem zumutbaren Arbeitspensum von 70% und damit von 
einem Revisionsgrund auszugehen. Den prospektiven Eingliederungserfolg 
werde die IVB im Rahmen eines neuen Revisionsverfahrens als 
Revisionsgrund zu berücksichtigen und den Rentenanspruch allseitig zu 
prüfen haben. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2021 (act. IIA 343) stellte die IVB in 
Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 69% ab 1. November 2019 die 
Dreiviertelsrente wieder auszuzahlen, bei einem Invaliditätsgrad von 28% 
ab Juli 2020 die Rente jedoch per 30. September 2020 aufzuheben. 
Dagegen liess die Versicherte Einwand erheben (act IIA 344, 346). Mit 
Verfügung vom 28. Dezember 2021 (act. IIA 347) entschied die IVB dem 
Vorbescheid entsprechend. 

D.

Mit Eingabe vom 24. Januar 2022 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, dagegen Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

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1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu 
verpflichten, die bisherige, per Ende September 2020 aufgehobene 
Invalidenrente (Dreiviertelsrente) weiter auszurichten.

2. Eventualiter: Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerde-
gegnerin zu verpflichten, die bisherige Invalidenrente (Dreiviertelsrente) im Rah-
men einer halben Invalidenrente über September 2020 hinaus auszurichten.

- unter Kosten und Entschädigungsfolgen -

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 18. Februar 
2022 auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 8. Dezember 2022 fand eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs.1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a 
GSOG Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist 
im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist 
(Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a 
des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung 
[IVG; SR 831.2). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. Dezember 2021 
(act. IIA 347). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei 
insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die laufende Dreiviertelsrente 
zu Recht per 30. September 2020 aufhob.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Die angefochtene Verfügung 
vom 28. Dezember 2021 (act. IIA 347) datiert vor dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Zudem liegen sämtliche 
Revisionsgründe sowie der Zeitpunkt der potentiellen Änderung des 
Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 3 f. hiernach), weshalb 
die Bestimmungen des IVG, der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) sowie des ATSG in der jeweils bis 
31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 
9102 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen 
vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 8

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf 
eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 9

sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im 
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige 
zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 
343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 
3.1). Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als 
zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, 
sofern eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich 
stattgefunden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) 
Sachverhaltsabklärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – 
sofern Hinweise für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt 
worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 
2).

2.5.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Vorliegend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt 
der Verfügung vom 21. November 2017 (act. IIA 243; vgl. diesbezüglich 
auch VGE IV/2018/19 [act. IIA 252]), als letztmals eine umfassende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 10

Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolgte, und der hier 
angefochtenen Verfügung vom 28. Dezember 2021 (act. IIA 347) zu prüfen, 
ob ein Revisionsgrund vorliegt (vgl. E. 2.5 hiervor). Die mit der Begründung 
der Verletzung der Mitwirkungspflicht ergangene rentenaufhebende 
Verfügung vom 1. Oktober 2019 (act. IIA 273) stellt keine Vergleichsbasis 
dar, erfolgte doch keine umfassende Überprüfung des Rentenanspruchs 
mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 
Durchführung eines Einkommensvergleichs (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 
114). Gleich verhält es sich mit der Nichteintretensverfügung vom 24. Juni 
2020 (act. IIA 317). 

3.2 Wie das Verwaltungsgericht bereits in VGE IV/2020/621 vom 
28. Mai 2021, E. 3.1 (act. IIA 332), festgehalten hat, ist die 
Beschwerdeführerin so zu stellen, wie wenn sie die 
Schadenminderungspflicht befolgt hätte, und es ist frühestens ab 1. Juli 
2019 von einer (sukzessiven) Pensumssteigerung und frühestens per 
Anfang Juli 2020 von einem Pensum von 70% auszugehen. Weiter hat das 
Verwaltungsgericht in jenem Urteil entschieden, für den Fall, dass die 
Beschwerdeführerin die Pensumssteigerung nicht durchstehen sollte, sei 
vorbehältlich einer gesundheitlichen Verschlechterung überwiegend 
wahrscheinlich an der medizinisch-theoretischen Einschätzung einer 
Arbeitsfähigkeit von 70% festzuhalten.

Die Beschwerdeführerin konnte die geplante Steigerung des Pensums 
schliesslich nicht im prognostizierten Ausmass vollziehen: Nachdem die 
Beschwerdegegnerin die beruflichen Massnahmen wegen Verletzungen 
der Schadenminderungspflicht mit Verfügung vom 10. September 2019 
abgeschlossen hatte (vgl. [act. IIA 270]), nahm sie die Unterstützung bei 
der Eingliederung Anfangs 2020 wieder auf (act. IIA 284; vgl. auch IV-
Protokoll [in den Gerichtsakten], Eintrag vom 20. Februar 2020). Dabei 
wurde u.a. vereinbart, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum innerhalb 
eines Jahres, d.h. zwischen März 2020 und Februar 2021, um sieben 
Stunden bzw. im März, Juni und Oktober 2020 jeweils um zwei Stunden 
sowie im Januar 2021 um eine Stunde erhöht. In der Folge erhöhte die 
Beschwerdeführerin ihr Pensum ab Mitte März 2020 planmässig um zwei 
Stunden und sie kündigte eine weitere versuchsweise Erhöhung vor den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 11

Sommerferien an (vgl. act. IIA 293/1), welche jedoch auf ihr Ersuchen 
(act. IIA 309) erst per 10. August 2020 umgesetzt wurde (vgl. u.a. act. IIA 
309). Nachdem sie am Gespräch vom 7. September 2020 mitgeteilt hatte, 
eine weitere Steigerung sei aktuell für sie nicht vorstellbar und längerfristig 
könne sie sich ein höheres Pensum als 50% nicht vorstellen (IV-Protokoll, 
Einträge vom 2. Juli und 7. September 2020), schloss die 
Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 20. Oktober 2020 (act. IIA 331) die 
beruflichen Massnahmen ab. Als Begründung wurde ein sich 
verschlechternder Gesundheitszustand angegeben. 

Fraglich ist, ob der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 
Zusammenbruch auf eine generelle Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes zurückzuführen war oder darauf, dass sie die im 
Gutachten für notwendig erachteten Therapien für die Verbesserung der 
Leistungsfähigkeit allenfalls nicht durchgeführt hat. Zwar führt sie an, dass 
es nach der Erhöhung des Pensums zum kompletten Zusammenbruch 
gekommen sei und sie ihr ursprüngliches Pensum zwischenzeitlich 
wiederaufgenommen habe (vgl. Beschwerde S. 5). Sie macht jedoch keine 
dauerhafte Verschlechterung geltend, und es liegen auch keine Hinweise 
auf eine solche vor. Die Beschwerdeführerin hat weder medizinische 
Unterlagen eingereicht noch hat sie die geltend gemachte 
Verschlechterung anderweitig belegt. Es ist daher davon auszugehen, dass 
die Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht drei Monate 
gedauert hat (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV). Aufgrund der Aktenlage ist daher 
davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin seit der Verfügung vom 21. November 2017 nicht relevant verän-
dert hat. Der Bericht der Schulleiterin vom 15. November 2021 (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. I] 5) ändert daran nichts, da sie keine medizini-
sche Fachperson ist. 

Aufgrund des Dargelegten ist davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führerin bei Befolgen der gutachterlich empfohlenen fortgesetzten 
Fachbehandlung bis Ende Juni 2020 eine schrittweise Erhöhung des 
Pensums auf 70% medizinisch möglich und zumutbar gewesen wäre. 
Damit ist ab Anfangs Juli 2020 für die bisherige und auch jede andere 
angepasste Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 70% auszugehen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 12

ein Revisionsgrund gegeben (vgl. IV/2020/621 E. 3.1). In der Folge ist der 
Rentenanspruch neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen 
zu prüfen (vgl. E. 2.5.3 hiervor). 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Nicht massgebend 
ist, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 
V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau be-
ziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichti-
gung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 13

sönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 
5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit 
aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 
sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 
zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen 
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt 
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 
V 295 E. 2.2 S. 296; SVR 2021 IV Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Die verbleibende 
Arbeitsfähigkeit wird nicht in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft, wenn die 
versicherte Person auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
einen höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte. Auf die-
sem hypothetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel auch dann zumut-
bar, wenn es für die versicherte Person aufgrund der wirtschaftlichen Ge-
gebenheiten auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr schwierig oder gar 
unmöglich ist, eine entsprechende Stelle zu finden (SVR 2018 IV Nr. 24 S. 
79 E. 6.1). 

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 14

Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Be-
messung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppel-
ten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 
4.1 S. 20).

4.4 Aufgrund der Akten und des bereits Dargelegten ist per 1. Juli 2020 
ein Revisionsgrund erstellt. Damit ist auf diesen Zeitpunkt hin ein Einkom-
mensvergleich vorzunehmen.

4.5 Zu Recht rügt die Beschwerdeführerin das Abweichen von den bis-
herigen Berechnungen des Valideneinkommens (vgl. Beschwerde S. 7 ff.). 
Wie das Verwaltungsgericht bereits mit VGE IV 64249 vom 25. Juni 2004 
rechtskräftig festgestellt hatte, hätte die Beschwerdeführerin das ...studium 
– nachdem sie das entsprechende erste Propädeutikum auf ersten Anhieb 
bestanden hatte – ohne gesundheitliche Beeinträchtigung mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erfolgreich abgeschlossen, mutmasslich per 
Ende 2002 (E. 5). Das Verwaltungsgericht hatte der Beschwerdeführerin 
für die Zeit von Dezember 1999 bis September 2002 bei einem 
Invaliditätsgrad von 100% (Ausbildungsunfähigkeit) eine ganze 
Invalidenrente zugesprochen. Danach hatte die Beschwerdeführerin infolge 
beruflicher Massnahmen IV-Taggelder bezogen (act. II 73, 80, 88). Im 
Anschluss hatte die Beschwerdegegnerin erstmals den Invaliditätsgrad 
berechnet. Dabei war sie davon ausgegangen, dass die 
Beschwerdeführerin nach Abschluss des Studiums als ... arbeiten würde 
und hatte gestützt auf die Angaben des E.________ ein Valideneinkommen 
von Fr. 87‘119.-- ermittelt (act. II 106; entspricht dem Mindestbruttolohn für 
... im Jahr 2007 im Kanton Bern [act. II 114/13]) und der 
Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 52% rückwirkend ab 1. 
Oktober 2007 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (vgl. Verfügung vom 
27. Januar 2009 [act. II 108]). Nachdem die Beschwerdeführerin im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 15

November 2009 eine Veränderung ihrer beruflichen Situation geltend 
gemacht hatte (act. II 109), tätigte die Beschwerdegegnerin erneut 
Abklärungen. Gestützt auf Angaben des F.________ (...; act. II 111) und 
von G.________ (act. II 114) war die Beschwerdegegnerin davon 
ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin als ... eines ... tätig wäre und 
hatte ausgehend von einer ..., 30-39 Jahre, arithmetisches Mittel, Region 
..., ein Valideneinkommen von Fr. 143‘199.-- resp. auf das Jahr 2009 
aufindexiert von Fr. 148‘917.-- (act. I 169/6) berechnet. Diese Annahmen 
decken sich mit den diversen Unterlagen der G.________ (act. II 114/6, 
114/12). Mit entsprechender Verfügung vom 13. Dezember 2013 (act. II 
167) hatte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin bei 
Invaliditätsgraden von 63% ab 15. August 2009, 100% ab 21. März 2010 
und 62% ab 15. August 2012 ab 1. November 2009 eine Dreiviertelsrente, 
ab 1. Juni 2010 eine ganze Rente und ab 1. August 2012 wieder eine 
Dreiviertelsrente zugesprochen. Die Verfügung war unangefochten in 
Rechtskraft erwachsen. Anlässlich eines 2015 aufgrund einer von der 
Beschwerdeführerin gemeldeten Verschlechterung der gesundheitlichen 
Situation (act. II 170/2) in die Wege geleiteten Revisionsverfahrens hatte 
die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1. März 2016 (act. II 193) bei 
einem Invaliditätsgrad von 69% das Rentenerhöhungsgesuch abgewiesen. 
Bei der Berechnung des Valideneinkommens war sie abermals davon 
ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall als ... tätig 
wäre. Die Verfügung war unangefochten in Rechtskraft erwachsen. In den 
in der Folge in die Wege geleiteten Verwaltungs- und Gerichtsverfahren 
hatte die Beschwerdeführerin jeweils explizit (act. IIA 245/12, 306/2 f., 
320/7 f.) oder indirekt (vgl. act. IIA 241/4, 266/2, 278/3, 328/2) auf ein 
Valideneinkommen entsprechend einer ... verwiesen. Weder die 
Beschwerdegegnerin (vgl. u.a. act. IIA 243, 269, 273, 279, 317. 323) noch 
das Verwaltungsgericht (act. IIA 252, 332) stellten dies je in Frage und es 
besteht kein Anlass, dieses Valideneinkommen als ... im vorliegenden 
Verfahren zu korrigieren. Auch unter Berücksichtigung der Invalidenkarriere 
der Beschwerdeführerin, welche trotz des Gesundheitsschadens zwei 
Studiengänge als ...- und ... erfolgreich abgeschlossen hat, ist nach wie vor 
davon auszugehen, dass sie als Gesunde das ...studium, welches sie aus 
gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, abgeschlossen und 
entsprechend der bisherigen wiederholten Annahmen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 16

Beschwerdegegnerin und des Verwaltungsgerichts in der Folge zuerst als 
... und hernach als ... gearbeitet hätte. Gemäss Verfügung vom 1. März 
2016 betrug der Lohn einer ... 2015 Fr. 155‘976.--. Angepasst an die 
Nominallohnentwicklung (vgl. Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 
2011-2021, Ziff. 86-88 [Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen], 
101.8 [2015], 105.1 [2020]) per 2020 ergibt sich ein massgebendes 
Valideneinkommen von Fr. 161‘032.20 (Fr. 155‘976.-- / 101.8 x 105.1). 

4.6 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Bestimmung des 
Invalideneinkommens auf die aktuellen Angaben des Arbeitgebers per 
2020 gestützt und dieses auf ein 70%-Pensum aufgerechnet, was nicht zu 
beanstanden ist. Die Beschwerdeführerin war 2020 in der Gehaltsklasse 10 
und der Gehaltsstufe +33 eingeteilt (act. IIA 292/2). Danach (vgl. 
Gehaltsklassentabelle ab 1. Januar 2020 ..., Jahresgehalt; abrufbar unter 
www.....ch) betrug das Jahresgehalt 2020 bei einem Vollzeitpensum Fr. 
108‘199.65. Umgerechnet auf ein 70%-Pensum ergibt sich ein 
massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 75‘739.75 (Fr. 108‘199.65 x 
70%). Hiervon hat die Beschwerdegegnerin keinen Abzug gemacht, was 
von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird. Hinweise dafür, dass 
ein solcher Abzug gerechtfertigt wäre, finden sich denn auch nicht in den 
Akten. 

4.7 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 161‘032.20 (E. 4.5 hiervor) 
und einem Invalideneinkommen von Fr. 75‘739.75 (E. 4.6 hiervor) resultiert 
ein Invaliditätsgrad von gerundet 53% ([Fr. 161‘032.20 - Fr. 75‘739.75] / Fr. 
161‘032.20 x 100). Die Beschwerdeführerin hat daher in Anwendung von 
Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV ab 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine halbe 
Rente. 

5.

Aufgrund des Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 28. 
Dezember 2021 (act. IIA 347) in Gutheissung der Beschwerde 
dahingehend abzuändern, als ab 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine halbe 
Invalidenrente besteht. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 17

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin 
B.________ vom 2. März 2022 wird die Parteientschädigung auf Fr. 
3‘707.70 (Honorar von Fr. 3’375.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 67.60 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 265.10) festgesetzt. Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 28. Dezember 2021 dahingehend abgeändert, als die 
Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2020 Anspruch auf eine halbe 
Invalidenrente hat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 18

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘707.70 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/63, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.