# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9539e290-2378-5825-a354-537285c1972d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.11.2022 200 2022 118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-118_2022-11-09.pdf

## Full Text

200 22 118 IV
SCI/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. November 2022

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1986 geborene A.________ (vormals A.________; nachfolgend 
Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) wurde im Juli 2000 bei der IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug für 
Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet (vgl. Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 1). In der Folge wurden ihr medizinische Massnahmen 
(AB 9) zugesprochen, Beiträge an eine Sonderschulung jedoch abgelehnt 
(AB 10). 

B.

Im Juni 2018 (AB 13) meldete sich die Versicherte unter Verweis auf eine 
Erschöpfungsdepression sowie ein Schleudertrauma bei der IVB zum 
Leistungsbezug für Erwachsene an. In der Folge tätigte die IVB 
medizinische und berufliche Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie bei 
der MEDAS C.________ (nachfolgend MEDAS) ein polydisziplinäres 
Gutachten vom 1. September 2020 (AB 102.1-102.9). Mit Vorbescheid vom 
19. Oktober 2020 (AB 104) stellte die IVB in Aussicht, bei einem in 
Anwendung der gemischten Methode (60% Erwerb, 40% Haushalt) 
ermittelten Invaliditätsgrad von 24% einen Anspruch auf eine Invalidenrente 
zu verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 109, 111) 
veranlasste die IVB eine Abklärung vor Ort (vgl. Abklärungsbericht 
Haushalt/Erwerb vom 30. Juli 2021 [AB 124/2]) und stellte mit neuem 
Vorbescheid vom 11. August 2021 (AB 126) bei in Anwendung der 
gemischten Methode (60% Erwerb und 40% Haushalt; per 1. Mai 2020: 
80% Erwerb und 20% Haushalt) ermittelten Invaliditätsgraden von 19% 
bzw. 29% ab dem 1. Mai 2020 die Verneinung eines Anspruchs auf eine 
Invalidenrente in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 127) 
holte die IVB Stellungnahmen beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
vom 11. November 2021 (AB 132) sowie beim Abklärungsdienst vom 10. 
Januar 2022 (AB 134) ein und verfügte am 19. Januar 2022 (AB 135) dem 
Vorbescheid vom 11. August 2021 entsprechend. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 21. Februar 2021 (recte: 2022) erhob die Versicherte, ver-
treten durch Rechtsanwalt B.________, dagegen Beschwerde. Sie 
beantragt, die Verfügung vom 19. Januar 2022 sei aufzuheben und ihr 
rückwirkend seit wann rechtens, spätestens jedoch seit 1. Mai 2020 
mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die 
angefochtene Verfügung aufzuheben, ein gerichtliches Gutachten 
einzuholen und sodann gestützt darauf eine Neubeurteilung des 
Leistungsanspruchs vorzunehmen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2022 schliesst die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Der Instruktionsrichter ordnete mit prozessleitender Verfügung vom 
28. März 2022 weitere Beweismassnahmen an. Die verlangten Akten des 
Verfahrens den Sohn der Beschwerdeführerin betreffend (act. IIA) gingen 
am 1. April 2022 beim Verwaltungsgericht ein.

Von der gewährten Möglichkeit zur Einreichung von Schlussbemerkungen 
(vgl. prozessleitende Verfügung vom 11. April 2022) machte die 
Beschwerdeführerin am 9. Mai 2022 Gebrauch. Die Beschwerdegegnerin 
verzichtete auf die Einreichung von Schlussbemerkungen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 19. Januar 2022 
(AB 135). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung von Treu und 
Glauben geltend. Im ersten Vorbescheid vom 19. Oktober 2020 (AB 104) 
sei die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des Invalideneinkommens 
vom Kompetenzniveau 1 ausgegangen. Dass sie in der angefochtenen 
Verfügung zu Ungunsten der Beschwerdeführerin vom Kompetenzniveau 2 
ausgehe, was zu einem höheren Invalideneinkommen führe, sei treuwidrig 
und ein venire contra factum proprium (Beschwerde S. 6 Ziff. 2.1).

2.2 Der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 der Bundesverfassung 
[BV; SR 101]) umfasst einerseits den Anspruch auf Schutz berechtigten 
Vertrauens in Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen be-

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gründendes Verhalten der Behörden, sofern sich dieses auf eine konkrete, 
den betreffenden Bürger berührende Angelegenheit bezieht. Andererseits 
verbietet er sowohl den staatlichen Behörden wie auch den Privaten, sich 
in ihren öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widersprüchlich oder 
rechtsmissbräuchlich zu verhalten. Rechtsmissbrauch liegt insbesondere 
dann vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von In-
teressen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 
130 I 26 E. 8.1 S. 60, 127 II 49 E. 5a S. 56; Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgericht [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 14. Dezem-
ber 2004, H 157/04, E. 3.3.1).

2.3 Nachdem die Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid vom 
19. Oktober 2020 (AB 104), in welchem das Invalideneinkommen unter 
Berücksichtigung des Kompetenzniveaus 1 der vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) berechnet 
worden war, Einwände erhoben hatte (AB 109, 111), tätigte die Beschwer-
degegnerin weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit neuem 
Vorbescheid vom 11. August 2021 (AB 126) stellte sie abermals die Ableh-
nung des Rentenbegehrens in Aussicht. Bei der Berechnung des Invali-
deneinkommens zog sie nun das Kompetenzniveau 2 bei. Ob dies zu 
Recht geschehen ist oder nicht, wird materiell zu beurteilen sein (vgl. E. 6.5 
hiernach). Vorliegend ist vorerst einzig zu prüfen, ob dieses Vorgehen den 
Grundsatz von Treu und Glauben verletzt. 

Wie die Beschwerdeführerin inzwischen selbst anerkennt (vgl. Schlussbe-
merkungen S. 3 Ziff. 7), ist die Beschwerdegegnerin grundsätzlich nicht an 
einen früheren Vorbescheid gebunden. Dem Vorbescheid kommt materiell-
rechtlich nicht die Wirkung einer Verfügung zu. Es kann ohne die Voraus-
setzungen einer prozessualen Revision oder Wiedererwägung davon abge-
wichen werden. Entsprechend stellt das Formulieren von Einwänden im 
Vorbescheidverfahren nicht ein Rechtsmittel dar, das zurückgezogen wer-
den könnte mit der Konsequenz, dass der Vorbescheid rechtskräftig würde. 
Einwände sind vielmehr Äusserungen im Rahmen des Gehörsanspruchs 
(MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 
3. Aufl. 2014, S. 553 f. Rz. 3). Die Beschwerdegegnerin hat ihre neue Beur-
teilung schliesslich im Rahmen eines neuen Vorbescheids vor Erlass der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 6

Verfügung offen gelegt. Es liegt keine Verletzung von Treu und Glauben 
vor. 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 19. Januar 2022 (AB 135), 
womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 er-
ging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entste-
hung des Rentenanspruchs vor dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 6.3 hiernach), 
weshalb (mangels Vorliegens eines Revisionsgrundes mit Neufestsetzung 
des Rentenanspruchs nach dem 1. Januar 2022) die Bestimmungen des 
IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen 
Fassung (aArt.) massgebend sind (vgl. auch Ziff. 9100 f. des Kreisschrei-
bens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und 
Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwal-
tungsweisungen vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 7

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.4

3.4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

3.4.2 Nach aArt. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG fest-
gelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die In-
validität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(aArt. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe-
gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Metho-
de; BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23).

3.4.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditäts-
grads der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 8

ditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (aArt. 
27bis Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrades in Bezug auf die 
Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und In-
valideneinkommen auf der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit 
zu ermitteln (BGE 145 V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird 
schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (aArt. 27bis Abs. 3 IVV). Für die 
Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufga-
benbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betäti-
gung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte 
Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils 
des Aufgabenbereichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

3.4.4 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2020 IV Nr. 72 S. 251 E. 4.1.1).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 9

4.

4.1 Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin betrifft, ist 
den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

4.1.1 Der behandelnde Hausarzt Dr. med. D.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 5. April 2018 an 
die Krankentaggeldversicherung (AB 23.2/1) eine Anpassungsstörung nach 
Überbelastung, Kündigung und schwerwiegenden Abdomenschmerzen, die 
wiederholt hätten abgeklärt werden müssen wegen Endometriose, 
Narbenschmerzen bei Status nach Cholezystektomie und 
hyperplastischem Polyposis-Syndrom mit Erschöpfungszustand, 
Konzentrationsstörungen, Kopfweh, vegetativen Symptomen, 
Schlafproblemen und Lumbalgien mit muskulärer Dystonie (S. 1 Ziff. 1). 
Aktuell sei die Versicherte weiterhin sehr belastet durch die Abklärungen, 
die wiederholten Eingriffe, aber auch durch die beruflich-familiäre 
Belastungssituation, so dass es zu Erschöpfungszuständen, 
Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und rezidivierenden Lumbalgien 
gekommen sei, was die vegetativen Symptome noch verstärke (S. 1 Ziff. 
5). Nach Abschluss der spezialärztlichen Behandlungen, nach Ablauf der 
Kündigungsfrist und nach einer genügend langen Rehabilitationszeit von 
voraussichtlich sechs Monaten sei mit einer Erholung bis hin zum 
Wiedererlangen der vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 2). Seit dem 22. 
Dezember 2017 und bis auf Weiteres bestehe eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit (S. 2 Ziff. 8). 

4.1.2 Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte in einem von der zuständigen Krankentaggeldversicherung 
eingeholten „Kurzgutachten“ vom 23. April 2018 (AB 23.2/3) eine 
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) aufgrund eines 
Erschöpfungs-Syndroms (Burnout-Syndrom [ICD-10 Z23.0]; S. 4). Bei der 
Versicherten lägen multiple zum Teil erhebliche Belastungsfaktoren (7-
jähriger Sohn mit Williams-Beuren-Syndrom, neu diagnostiziertes 
hyperplastisches Polyposis-Syndrom) vor, die zu einem massiven 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 10

Erschöpfungszustand und einer mittelgradig ausgeprägten 
Erschöpfungsdepression (mittelgradige depressive Episode) geführt hätten. 
Die Versicherte verfüge über eine hohe Belastbarkeit; mit dem Hinzutreten 
des hyperplastischen Polyposis-Syndroms sei nun die Belastbarkeit aber 
überschritten worden. Derzeit liege keine verwertbare Arbeitsfähigkeit in 
der angestammten Tätigkeit oder in einer Verweistätigkeit vor. Medizinisch-
theoretisch werde langfristig (Ende 2018) mit dem Erreichen der 
Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich gerechnet. Die Versicherte 
zeige eine hohe intrinsische Motivation für die berufliche 
Wiedereingliederung, entscheidend für die Prognose sei allerdings der 
Verlauf des hyperplastischen Polyposis-Syndroms (S. 5). 

4.1.3 Im Bericht vom 8. August 2018 an die Beschwerdegegnerin (AB 28) 
diagnostizierte Dr. med. D.________ in Ergänzung zu den im Bericht vom 
5. April 2018 (AB 23.2/1) gestellten Diagnosen ein Zervikalsyndrom und 
dazu persistierende Lumbalgie mit muskulärer Dystonie am thorako-
lumbalen Übergang (S. 3 Ziff. 2.5). Seit dem 22. Dezember 2017 bis 
mindestens Ende 2018 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 
Ziff. 1.3). Nach einer genügend langen Rehabilitationszeit sei mit einer 
schrittweisen Arbeitsaufnahme als ... zu rechnen. Dazu müsse 
berücksichtigt werden, dass die Versicherte schon mit einem behinderten 
Kind sehr belastet sei. Es sei deshalb fraglich, ob sie ihr Pensum von 80% 
als ... längerfristig werde bewältigen können (S. 3 Ziff. 2.7). Intellektuell 
habe sie mit ihrer guten Ausbildung viele Ressourcen, sei aber aktuell 
rasch am Limit mit Konzentrationsstörungen und begrenzter 
Aufmerksamkeit (S. 4 Ziff. 3.4). Angesichts der schweren psychosozialen 
Belastungen erachte er ein Pensum von höchstens 50% als realistisch und 
längerfristig durchhaltbar, d.h. maximal vier Stunden am Tag (S. 6 Ziff. 4.1).

Im Bericht vom 3. Dezember 2018 an die Krankentaggeldversicherung 
(AB 37/4) führte Dr. med. D.________ aus, für Januar 2019 sei eine 
stationäre psychosomatische Behandlung geplant (S. 4 Ziff. 2). Nach einer 
genügend langen Rehabilitationszeit sei mit der schrittweisen 
Arbeitsaufnahme als ... zu rechnen (Ziff. 3). Seit dem 22. Dezember 2017 
bis voraussichtlich Anfang 2019 bestehe eine vollständige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 11

Arbeitsunfähigkeit 
(S. 5 Ziff. 6). 

4.1.4 Med. pract. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie vom RAD, führte im Bericht vom 12. März 2019 (AB 41/4) 
aus, die multiplen somatischen Beschwerden bzw. die durchgeführten 
Eingriffe würden vom Hausarzt nicht mit einer eigenständigen 
diagnostischen Kategorie versehen, sondern auf Grund ihrer Auswirkungen 
unter „Anpassungsstörung“ subsumiert (S. 11). Die mitgeteilten Diagnosen 
(Anpassungsstörung und Erschöpfungszustand) seien nicht als 
langanhaltend im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne zu werten. Hinzu 
komme, dass darunter auch die Auswirkungen der offensichtlich sehr 
problematischen psychosozialen Situation mit einem behinderten Kind 
subsumiert würden. Was bis dato fehle, sei die diagnostische Bewertung 
der mitinvolvierten Psychiaterin Dr. med. G.________ (S. 12).

4.1.5 Vom 25. Februar bis zum 7. März 2019 war die Versicherte im 
Spital H.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 14. März 2019 (AB 
46/2) wurden eine tiefe Dyspareunie / ein Blasendruckschmerz, eine 
Anpassungsstörung mit Beeinträchtigung der Gefühle gemischt, ein 
hyperplastisches Polyposis-Syndrom, eine Commotio (05/2018), ein 
Vitamin D-Mangel, ein chronisches thorako- und lumbovertebrales 
Schmerzsyndrom mit statischer und dynamischer Insuffizienz im 
Wirbelsäulenbereich sowie ein Status nach Cholezystektomie (10/2012) 
diagnostiziert. Klinisch und laborchemisch hätten sich keine 
weiterführenden erklärenden Hinweise für die aktuelle Symptomatik 
gezeigt. Am ehesten sei von einer Exazerbation der bekannten 
Beschwerden im Rahmen der Erschöpfungssituation auszugehen, weshalb 
eine interdisziplinäre anthroposophische Komplexbehandlung in die Wege 
geleitet worden sei. 

4.1.6 Dr. med. D.________ führte im Verlaufsbericht vom 4. März 2019 
(AB 54.3/19) aus, nach der stationären psychosomatischen Behandlung 
und einer genügend langen Rehabilitationszeit sei auf eine schrittweise 
Arbeitsaufnahme als ... zu hoffen (S. 20 Ziff. 5a). Die Entwicklung in der 
nächsten Zeit werde zeigen, in welchem Rahmen die Versicherte ihr 
Pensum wieder aufnehmen könne. Wahrscheinlich sei die Reintegration 

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nur in einem reduzierten Pensum als ... neben der starken Belastung als 
Hausfrau möglich (Ziff. 5c). 

Im hausärztlichen Verlaufsbericht vom 18. Juni 2019 (AB 52/2) führte Dr. 
med. D.________ aus, die Versicherte sei nach der stationären 
psychosomatischen Behandlung soweit zu Kräften gekommen, dass sie 
ihre Lebenssituation neu strukturieren könne und sich wieder als ... mit 
Teilpensum bewerben wolle. Sie sei aber immer noch stark belastet, z.B. 
durch medizinische Eingriffe wie letztlich das Entfernen von 47 Kolon-
Polypen. Dazu komme weiterhin die grosse familiäre Belastungssituation 
vor allem durch den behinderten Sohn mit Williams-Beuren-Syndrom (Ziff. 
1). Die Versicherte fühle sich weiterhin rasch erschöpft und leide unter 
vegetativen Symptomen wie Abdominalschmerzen, Schlafproblemen und 
Lumbalgien, verbunden mit muskulärer Dysbalance (Ziff. 2). Die 
Versicherte brauche noch Zeit, um ihr Leben neu zu organisieren und sich 
auf geeignete Stellen zu bewerben und sei deshalb noch zu 100% 
krankgeschrieben 
(Ziff. 4a). 

In der als „Wiedererwägungsgesuch“ betitelten Stellungnahme vom 8. Juli 
2019 (AB 52/1) führte Dr. med. D.________ aus, auch wenn sich die 
Situation langsam stabilisiere und sich die Versicherte neu organisiere, sei 
sie als ... immer noch arbeitsunfähig und nicht vermittelbar.

4.1.7 Dr. med. G.________ diagnostizierte im Bericht vom 10. Juli 2019 
(AB 53) eine mittelgradige Depression (ICD-10 F32.1), eine familiäre 
adenomatöse Polyposis (ICD-10 C18) sowie einen Status nach 
Schleudertrauma (ICD-10 S13; S. 5 Ziff. 2.5). Die Versicherte sei in der 
Arbeitswelt integriert gewesen, bis die Erschöpfungsdepression 
ausgebrochen sei und sie auf Grund von vielen Fehlern ihre Stelle verloren 
habe (S. 4 Ziff. 2.1). Aktuell sei sie erschöpft und schaffe es nicht „aus dem 
Bett“. Im Haushalt gehe gar nichts mehr. Der Ehemann, der früher eine 
gross Hilfe gewesen sei, sei weg (Ziff. 2.2). Seit dessen Auszug im April 
2019 gehe gar nichts mehr. Die Versicherte vergesse Termine und sehe 
erschöpft und abgemagert aus (S. 5 Ziff. 2.4). Sobald sie wieder Kraft 
habe, könne sie eine angepasste Tätigkeit in Teilzeit aufnehmen. Im 
Moment sei es aber noch nicht so weit. Sie müsse sogar ihre Kinder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 13

wegplatzieren (Ziff. 2.7). Durch die Kombination Mutter eines behinderten 
Sohnes zu sein, mit der Arbeit und ihren eigenen Krankheiten sei die 
Versicherte überfordert worden, habe angefangen Fehler zu begehen und 
habe ihre Anstellung in... verloren (S. 6 Ziff. 3.2). Die schwere depressive 
Störung, die schnelle Ermüdbarkeit aufgrund von familiärer Polyposis und 
andauernder Unterleibsschmerzen sowie der Status nach Schleudertrauma 
im August 2019 würden sich auf die bisherige Tätigkeit auswirken (Ziff. 
3.4). Diese komme nicht mehr in Frage. Durch die vielen Fehler in der 
Vergangenheit fehle ihr Selbstwert und Vertrauen, dass sie es noch könne. 
Die Versicherte wolle einen neuen Tätigkeitsbereich. Erst wenn sie wieder 
gesund sei, könne in einer leidensangepassten Tätigkeit mit einem 
Arbeitsversuch von zwei bis drei Stunden täglich begonnen werden (S. 7 
Ziff. 4.2).

4.1.8 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung vom 1. September 2020 
(AB 102.1) stellten die MEDAS-Gutachter folgende Diagnosen mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21)

2. Chronisches zervikales bis zervikozephales sowie lumbales Schmerzsyndrom 
(ICD-10 M53.8)

3. Intermittierende Periarthropathia coxae beidseits linksbetont (ICD-10 M24.8)

4. Schwankschwindelsymptomatik (ICD-10 H82)

5. Colon irritabile (ICD-10 K58.0).

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine diskrete 
Ansatztendinopathie distale Quadrizepssehne links sowie proximal 
Ligamentum patellae rechts (ICD-10 M76), ein zerviko- und 
lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1/M54.5), ein Tinnitus 
beidseits (ICD-10 H93.1), ein chronifiziertes psychosomatisches 
Schmerzsyndrom im Bereich des Genitale (ICD-10 R52.9) sowie ein 
unklarer Harnblasendruck / eine unklare Drangsymptomatik nach 
Spontangeburt 2014 (ICD-10 N31.9; S. 9 Ziff. 4.2). 

Bei der rheumatologischen Untersuchung habe sich eine weitgehend 
physiologische Wirbelsäulenhaltung und -form gezeigt. Es habe eine klare 
abdominell betonte muskuläre Dekonditionierung mit entsprechend 
ungenügender statischer Stabilisierung des Achsenskeletts bestanden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 14

Zum Untersuchungszeitpunkt habe eine Dysfunktion im Sinne einer 
Blockade vor allem in den Segmenten L4/5 und L5/S1 nach links 
festgestellt werden können. Alle anderen Bewegungssegmente seien von 
kranial bis lumbal frei beweglich gewesen. Der periphere Gelenkstatus an 
den oberen Extremitäten sei unauffällig gewesen. An den unteren 
Extremitäten habe eine Dezentrierung des Fermurkopfes zum Azetabulum 
postuliert werden können. Es hätten keine Hinweise für eine eigenständige 
Pathoanatomie im Bereich der Hüftgelenke bestanden. An den 
Kniegelenken habe unspezifisch eine primär myogelotisch bedingte 
Ansatztendinopathie an der Quadrizepssehne distal links sowie am 
proximalen Ligamentum patellae auf der rechten Seite bestanden. Aus 
rheumatologischer Sicht bestehe für die angestammte körperlich 
regelmässig stark belastende Tätigkeit eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit 
von 50%. Aus rheumatologischer Sicht liege die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit für angepasste körperlich leichte bis selten 
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten bei 80%. 

Bei der neurologischen Untersuchung hätten keinerlei Hinweise für 
motorische Defizite bestanden. Der Neurostatus sei unauffällig und die 
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. 

Bei der otorhinolaryngologischen Untersuchung habe ausser einer 
leichtgradigen Asymmetrie im Tieftonbereich keine auditive Einschränkung 
festgestellt werden können. Der Tinnitus könne als kompensiert bezeichnet 
werden. Bei der peripheren vestibulären Funktion hätten sich ausser einer 
Unsicherheit im Romberg-Versuch unauffällige Befunde mit fehlenden 
pathologischen Nystagmen und symmetrischer kalorischer Erregbarkeit 
beidseits gezeigt. Es bestehe eine intermittierende 
Schwankschwindelsymptomatik bei unauffälliger peripherer vestibulärer 
Funktion und kompensiertem Tinnitus. Aus otorhinolaryngologischer Sicht 
bestehe aufgrund der Schwindelsymptomatik eine eingeschränkte 
Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfähigkeit in der angestammten und auch 
in einer angepassten Tätigkeit betrage 90%. Sturzgefährdende Tätigkeiten 
sollten vermieden werden. 

Eine gynäkologische Untersuchung sei von der Explorandin verweigert 
worden. Die abdominale Sonographie habe unauffällige Befunde im kleinen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 15

Becken ergeben. Zusammenfassend hätten Hinweise für ein 
psychosomatisches Leiden mit einem Schmerzsyndrom im Bereich der 
Genitale bestanden. Aus gynäkologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit 
nicht eingeschränkt. 

Bei der urologischen Untersuchung seien die Befunde unauffällig gewesen. 
Es habe sich eine restharnfreie Harnblasenentleerung bei unauffälliger 
Sonographie der Nieren gezeigt. Die Arbeitsfähigkeit sei aus urologischer 
Sicht nicht eingeschränkt.

Bei der gastroenterologischen Untersuchung habe die Diagnose eines 
Colon irritabile gestellt werden können. Das Reizdarmsyndrom führe zu 
einer gewissen Leistungseinschränkung und aus gastroenterologischen 
Sicht bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90%. 

Bei der allgemeininternistischen Untersuchung habe keine Diagnose 
gestellt werden können und die Arbeitsfähigkeit sei nicht eingeschränkt (S. 
9 ff. Ziff. 4.3). 

Bei der psychiatrischen Untersuchung habe sich im psychopathologischen 
Befund keine gravierende Auffälligkeit gezeigt. Es habe aktuell eine 
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion diagnostiziert 
werden können, welche auf dem Boden eines Überforderungserlebens bei 
einer verringerten Gesamtbelastbarkeit zu sehen sei. Es bestünden keine 
Hinweise dafür, dass sich das früher diagnostizierte POS im Sinne eines 
adulten ADHS in das Erwachsenenalter hineingezogen haben könnte. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... eine 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70%, für angepasste, körperlich 
weniger anstrengende Tätigkeiten eine solche von 80%.

Aus interdisziplinärer Sicht könne die Versicherte in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit an vier bis fünf Stunden pro Tag anwesend sein (S. 11 Ziff. 4.6.1). 
Idealerweise könnte die Arbeit auf zwei Mal zwei Stunden pro Tag verteilt 
werden (Ziff. 4.6.2). Es bestehe insgesamt eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 50% (Ziff. 4.6.3). Dies gelte seit Mai 2018 (Ziff. 
4.6.4). Eine leidensangepasste Arbeit sei eine körperlich leichte bis selten 
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit. Vermieden werden sollten das 
monotone Einhalten einer fixierten Körperposition, Arbeiten mit monotonen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 16

stereotypen Rotationsbewegungen des Oberkörpers oder Arbeiten in 
anhaltender Oberkörpervorneigeposition. Intensive Überkopfbewegungen 
mit beiden Armen seien ebenfalls nicht geeignet. Das Heben und Tragen 
von Lasten dürfe bis zur Taille 15 kg betragen, über der Taille maximal 10 
kg. Sturzgefährdende Arbeiten sollten aufgrund der Schwindelsymptomatik 
vermieden werden (Ziff. 4.7.1). Bei einer solchen Tätigkeit sei eine 
maximale Präsenz von sieben bis acht Stunden pro Tag möglich (Ziff. 
4.7.2). Dabei bestehe eine leichte Leistungseinschränkung bei etwas 
vermehrtem Pausenbedarf (Ziff. 4.7.3). Insgesamt bestehe in einer 
leidensangepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80% 
(Ziff. 4.7.4). Dies gelte seit Mai 2018 (Ziff. 4.7.5). Die Einschränkungen der 
verschiedenen Fachrichtungen würden sich ergänzen und addierten sich 
nicht, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt 
werden könnten (S. 12 Ziff. 4.8). Aus rheumatologischer Sicht werde zu 
einem konsequenten Kraftaufbauprogramm geraten, um der muskulären 
Dekonditionierung entgegenzuwirken. Hierfür seien engmaschige und 
regelmässige ambulante physiotherapeutische und rehabilitative 
Massnahmen unabdinglich. Durch die medizinischen Massnahmen könne 
aus rheumatologischer Sicht mittel- und langfristig eine körperlich leichte 
bis selten mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit vollumfänglich 
umgesetzt werden (Ziff. 4.9). Berufliche Massnahmen könnten aufgrund 
der subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung der 
Versicherten nicht empfohlen werden, da sie kaum erfolgsversprechend 
umgesetzt werden könnten (Ziff. 4.10) 

4.1.9 Dr. med. I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte in der im Rahmen des 
Vorbescheidverfahrens erstellten RAD-Aktenbeurteilung vom 11. 
November 2021 (AB 132) aus, sowohl im rheumatologischen Teilgutachten 
als auch in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung werde die 
Arbeitsfähigkeit der Versicherten für angepasste Tätigkeiten auf 80% 
eingestuft. Der wesentliche Teil der Leistungsminderung von 20% gründe 
in Dekonditionierung und sei innerhalb eines halben Jahres bei 
entsprechenden Massnahmen zu bessern. Eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit 
in angepassten Tätigkeiten sei erreichbar. Das interdisziplinäre Gutachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 17

sei umfassend, berücksichtige die geklagten Beschwerden, sei in Kenntnis 
der Vorakten und Anamnese abgegeben worden, beruhe auf allseitigen 
Untersuchungen und sei in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtend. Die getroffenen Schlussfolgerungen seien 
begründet. Es fänden sich insbesondere keine Widersprüche innerhalb des 
rheumatologischen Teilgutachtens und in der Integration dieser Ergebnisse 
in die Gesamtbeurteilung. 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-
gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 18

227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2020 IV Nr. 
71 S. 246 E. 2.2).

4.3 Das MEDAS-Gutachten vom 1. September 2020 mit 
interdisziplinärer Konsensbeurteilung und Teilgutachten in acht Disziplinen 
(AB 102.1-102.9) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 4.2 hiervor). Die Feststellungen der Gutachter beruhen 
auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der 
Vorakten (AB 102.1/16 ff.) sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Anders als von der Beschwerdeführerin 
vorgebracht (vgl. Beschwerde S. 4 f. Ziff. 1.1 und 1.3) setzten sich die 
Gutachter mit den Vorakten auseinander und berücksichtigten diese in 
ihren Überlegungen und Schlussfolgerungen. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen 
Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 
Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. 
Dem Gutachten kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in der Folge 
darauf abzustellen. 

Der Sachverhalt erweist sich als durch die Beschwerdegegnerin genügend 
abgeklärt und von ergänzenden Abklärungen (Gerichtsgutachten; vgl. 
Beschwerde S. 2 Eventualbegehren sowie S. 11 f. Ziff. 8) kann abgesehen 
werden (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.3.1 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde 
S. 5 Ziff. 1.3, Schlussbemerkungen S. 2 f. Ziff. 3 ff.) wird in der 
interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung ausführlich und 
nachvollziehbar die noch verbleibende Arbeits- und Leistungsfähigkeit in 
der angestammten wie auch in einer leidensangepassten Tätigkeit 
beschrieben und die ärztliche Einschätzung überzeugend begründet. Der 
rheumatologische Gutachter hat im entsprechenden Teilgutachten 
nachvollziehbar und überzeugend dargelegt, dass und weshalb in Bezug 
auf ein Vollzeitpensum in der angestammten Tätigkeit eine 50%-ige 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit und – anders als beschwerdeweise 
vorgebracht – in einer leidensangepassten Tätigkeit eine solche von 80% 
besteht (AB 102.4/6 f. Ziff. 8.1 f.; vgl. auch E. 4.3.2 nachfolgend). Dabei hat 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 19

dieser Gutachter schlüssig dargelegt, dass ein konsequentes 
Kraftaufbauprogramm geboten und zumutbar ist, wobei hiermit in einer 
angepassten Tätigkeit aus rheumatologischer Sicht bei guter 
Patientencompliance gar eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden könnte 
(AB 102.4/8 Ziff. 8.5). Dies überzeugt denn auch mit Blick auf die kaum 
relevanten objektiven Befunde (AB 102.4/3 f. Ziff. 4.3; vgl. auch AB 102.4/5 
f. Ziff. 70.1).

4.3.2 Soweit die Beschwerdeführerin die im Anschluss auf den Einwand 
vom 13. September 2021 (AB 127) bei Dr. med. I.________ eingeholte 
RAD-Aktenbeurteilung vom 11. November 2021 (AB 132) kritisiert (vgl. 
Beschwerde S. 5 f. Ziff. 1.5), kann ihr nicht gefolgt werden. Aufgrund des 
gegen den Vorbescheid vom 13. September 2021 vorgebrachten Einwands 
(AB 127/2 Ziff. 5), es sei im interdisziplinären Gutachten nicht 
nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, weshalb in einer 
leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% 
bestehen solle, wenn bereits im rheumatologischen Gutachten eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% veranschlagt werde, hat die 
Beschwerdegegnerin beim RAD eine Stellungnahme eingeholt. Die 
Darlegungen des RAD-Arztes stellen keine neue eigenständige Beurteilung 
dar. Hingegen legte der RAD-Arzt nachvollziehbar und überzeugend dar, 
dass auf das Gutachten trotz des Einwandes abgestellt werden kann. Dem 
Gutachten ist klar und nachvollziehbar zu entnehmen, dass in einer 
leidensangepassten Tätigkeit aus interdisziplinärer Sicht eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80% besteht. Diese Feststellung deckt sich denn 
auch mit den Schlussfolgerungen in den einzelnen Teilgutachten. Insoweit 
verkennt die Beschwerdeführerin, dass die Gutachter zutreffend davon 
ausgegangen sind, dass die angestammte Tätigkeit körperlich höhere 
Anforderungen stellt, als eine (im formulierten Zumutbarkeitsprofil) besser 
angepasste Tätigkeit. Gemäss den zutreffenden Ausführungen von Dr. 
med. I.________ lagen schliesslich auch keine spezifischen Akten von 
Spezialisten des Bewegungsapparates vor, welche gutachterlich hätten 
diskutiert werden können bzw. müssen (AB 102.4/6 Ziff. 7.3.3). Soweit die 
Beschwerdeführerin eine zweite Stellungnahme des RAD vom 10. Januar 
2022 kritisiert (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 1.6 sowie S. 8 Ziff. 3.2), ist darauf 
hinzuweisen, dass eine solche nicht existiert. Das entsprechende 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 20

Dokument (AB 134) ist eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 
10. Januar 2022. Es handelt sich damit nicht um eine medizinische 
Stellungnahme.

4.3.3 Auch die übrigen medizinischen Akten begründen keine Zweifel an 
den Schlussfolgerungen im MEDAS-Gutachten. Dr. med. D.________ ver-
fügt als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin weder über einen Facharzt-
titel für Psychiatrie und Psychotherapie noch die weiteren vorliegend bei-
gezogenen besonderen somatischen Disziplinen (vgl. htt-
ps://www.medreg.admin.ch). Für die Eignung eines Arztes oder einer Ärz-
tin, in einer bestimmten medizinischen Disziplin stichhaltige Aussagen ma-
chen zu können, ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung jedoch ein 
entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienen-
der, spezialärztlicher Titel vorausgesetzt (vgl. Entscheid des BGer vom 22. 
März 2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3). Das gleiche gilt für Dr. med. 
E.________, welche für die Krankentaggeldversicherung am 12. April 2018 
ein „Kurzgutachten“ verfasste (AB 23.2/3), sowie für Dr. med. G.________, 
bei welcher die Beschwerdeführerin (angeblich) in psychiatrischer 
Behandlung steht (AB 53), wobei im Medizinalberuferegister keine fachärzt-
liche Befähigung ausgewiesen ist (vgl. https://www.medreg.admin.ch). In 
Bezug auf Atteste von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht auch 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3).

4.4 Zusammenfassend ist damit erstellt, dass seit Mai 2018 in der 
angestammten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit, in 
einer leidensangepassten Tätigkeit eine solche von 80% besteht. Über alle 
Disziplinen betrachtet wurde als angepasst eine körperlich leichte bis selten 
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit bezeichnet (AB 120.1/11 Ziff. 
4.7). Hierauf ist nachfolgend abzustellen. 

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 21

5.1 Umstritten ist der Status der Beschwerdeführerin resp. der Umfang, 
in welchem sie im Gesundheitsfall erwerbstätig wäre. Während sie die 
Zugrundelegung einer 100%-igen Erwerbstätigkeit als Gesunde sowie die 
Anwendbarkeit der Einkommensvergleichsmethode geltend macht 
(Beschwerde S. 9 ff. Ziff. 5 f.), geht die Beschwerdegegnerin von einem 
Status von 60% Erwerb und 40% Haushalt bzw. ab dem 1. Mai 2020 von 
80% Erwerb und 20% Haushalt aus.

5.2 Anlässlich der Haushaltsabklärung im Juni 2021 gab die 
Beschwerdeführerin an, nach der Geburt des Sohnes 2012 weiterhin 80% 
gearbeitet zu haben. Nach der Geburt der Tochter 2014 habe sie dies 
nochmals versucht, es habe sie dann aber „verräumt“. Sie habe in der 
Folge das Pensum deshalb von 80% auf 20% reduziert und dann aufgehört 
zu arbeiten bzw. nur noch auf Abruf. Im Januar 2017 habe sie eine 
Tätigkeit zu 60% in einem ... aufgenommen. Wäre sie immer gesund 
gewesen, hätte sie weiterhin zu 80% als ... gearbeitet. Ihr Ehemann habe 
als ... nicht ein gutes Einkommen erzielt. Seit der Trennung hätte sie ihr 
Pensum aufgrund der finanziellen Situation auf 100% erhöhen müssen, da 
die Alimente, die sie erhalte, nicht ausreichten (AB 124/4 Ziff. 3.4). 

Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur dipl. ... im Juli 2011 (AB 13/4 Ziff. 5.3) 
arbeitete die Beschwerdeführerin von September bis November 2011 zu 
100% beim J.________ (AB 120/10), vom 5. Dezember 2011 bis zum 20. 
Januar 2012 zu 100% beim K.________ (AB 122/2) und danach ab März 
2012 bis Juli 2015 – gemäss eigenen Angaben zu 80% – beim L.________ 
(AB 102.2/3 Ziff. 3.2.5). Letztere Angabe ist jedoch mit Blick auf die 
Eintragung tiefer Einkommen im Individuellen Konto (AB 22/2) zumindest 
für die Jahre 2014 und 2015 fraglich, braucht jedoch nicht abschliessend 
geklärt werden (vgl. E. 5.3.1 nachfolgend). Im Anschluss bezog sie 
Arbeitslosentaggeld bzw. war zu 20% über ein Vermittlungsbüro im 
Einsatz, bis sie ab dem 16. Januar 2017 bis zum 21. Dezember 2017 
(letzter Arbeitstag) zu 60% in einem ... arbeitete (AB 30/1 f. Ziff. 2; vgl. auch 
AB 102.2/3 Ziff. 3.2.5; und 22/2). 

5.3

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 22

5.3.1 Für die Festlegung des Status und des Valideneinkommens ist die 
Arbeitstätigkeit von angeblich 100% (richtig wohl jedoch weniger als 80%; 
vgl. AB 102.3/3 Ziff. 3.2; vgl. E. 5.2 hiervor) für das L.________ nicht 
massgebend. Diese Anstellung hat die Beschwerdeführerin per Juli 2015 
aufgegeben, bevor eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit eingetreten war 
und ohne bereits eine andere Anstellung in Aussicht zu haben. Daher 
erfolgte die Aufgabe dieser Anstellung nicht aus gesundheitlichen Gründen, 
woran auch der Umstand nichts ändert, dass sie zufolge 
gastroenterologischer Problematik seit der Geburt des Sohnes im Juli 2012 
zu 10% in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist 
(AB 102.9/5 Ziff. 8). Die restlichen gesundheitlichen Einschränkungen 
(psychiatrisch [AB 102.3/7 f. Ziff. 8], rheumatologisch [AB 102.4/6 f. Ziff. 8], 
otorhinolaryngologisch [AB 102.6/5 Ziff. 8]) bestehen erst seit Ende 2017 
bzw. dem Jahr 2018 und 2019. Die Aufgabe der Tätigkeit im Juli 2015 hat 
denn auch vielmehr einen zeitlichen Konnex zur Geburt der Tochter ein 
Jahr zuvor und der Erkenntnis, dass der damals dreijährige Sohn, der an 
einem Geburtsgebrechen leidet, zunehmend intensiverer Betreuung 
bedurfte und die Beschwerdeführerin mit der Führung des Haushalts 
ausgelastet war (vgl. u.a. AB 102.3/2 f. Ziff. 3.2). Die Pensumsreduktion 
aufgrund der besonderen familiären Situation mit einem behinderten Kind 
ist unabhängig vom Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin und 
bildet dementsprechend für sie den Status ohne (die eigene) 
gesundheitliche Beeinträchtigung ab.

Nach der Anstellung beim L.________ bezog die Beschwerdeführerin 
während Jahren Arbeitslosenentschädigung neben gelegentlichen 
Zwischenverdiensten in einer Abruftätigkeit (AB 22), bevor sie – nachdem 
das Arbeitslosentaggeld ausgelaufen war (vgl. AB 102.3/3 Ziff. 3.2) – im 
Januar 2017 eine neue Tätigkeit zu 60% aufnahm. Diese wurde wegen 
Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2017 per Ende Oktober 2018 gekündigt 
(AB 30/1 Ziff. 2.1). Mit Blick auf die Erkrankung des Sohnes, der 
zusätzlichen Betreuung der 2014 geborenen Tochter sowie der Führung 
des Haushalts ist überwiegend wahrscheinlich, dass die 
Beschwerdeführerin als Gesunde zu maximal 60% erwerbstätig geblieben 
wäre. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 23

5.3.2 Daran hat auch die Trennung vom Ehemann im Mai bzw. August 
2019 nichts geändert. Anlässlich der gutachterlichen Explorationen vom 
Mai 2020, d.h. als die Beschwerdeführerin bereits rund ein Jahr von ihrem 
Ehemann getrennt lebte, gab sie gegenüber den Gutachtern an, im 
Gesundheitsfall würde sie zu 60-70% arbeitstätig sein (AB 102.2/3 Ziff. 
3.2.6). Diese Aussage erging noch vor dem Erlass des ersten 
Vorbescheids vom 19. Oktober 2020, der einen negativen Entscheid 
betreffend eine Invalidenrente in Aussicht stellte (AB 104). Aufgrund der 
Rechtsprechung, wonach die sogenannten spontanen "Aussagen der ers-
ten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere 
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegun-
gen versicherungs-rechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können 
(BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), kommt dieser Aus-
sage hohe Beweiskraft zu. Die Beschwerdeführerin äusserte sich 
anlässlich der psychiatrischen gutachterlichen Exploration denn auch 
dahingehend, dass sie immer wieder überfordert sei mit der 
Doppelbelastung des Haushaltes und der Versorgung ihrer beiden Kinder, 
insbesondere des behinderten Sohnes, welcher ein deutlich erhöhtes Mass 
an Zuwendung benötige. Auch nach der Geburt ihrer Kinder habe sie im 
Beruf als ... arbeiten können, was sie jedoch mit zunehmendem Alter der 
Kinder an den Rand ihrer Belastbarkeit gebracht habe, zumal sich ihr Mann 
von ihr getrennt habe, welcher immer eine grosse Hilfe für sie gewesen sei 
(AB 102.3/2).

Auch wenn die Beschwerdeführerin den Sohn gemäss den im vorliegenden 
Verfahren getätigten Aussagen nur noch zu 50% betreut (von 
Dienstagabend bis Freitagabend und jedes zweite Wochenende; AB 124/3 
Ziff. 2.1), bedarf dieser einer Betreuung (gemäss Aussage der 
Beschwerdeführerin sogar eine 24-Stunden-Rundumbetreuung [AB 
102.3/3]), welche ein 80%-Pensum, geschweige denn ein 
Vollzeitarbeitspensum, der Mutter nicht zulässt, zumal die Tagesmutter 
wegen des Verhaltens des Sohnes gekündigt habe und er in der 
Tagesschule nicht tragbar sei (AB 124/4 Ziff. 3.4). Zudem ist zu beachten, 
dass die Tochter (sie ist nur jedes zweite Wochenende beim Vater) 
überwiegend von der Kindesmutter betreut wird (AB 124/3 Ziff. 2.1; vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 24

auch Abklärungsbericht vom 28. Juni 2021 betreffend den Sohn in dessen 
Akten [act. IIA 190/2 S. 8]). 

Wie im Abklärungsbericht zutreffend dargelegt wurde (AB 124/5 Ziff. 3.4), 
müsste die Beschwerdeführerin, um ein 100%-iges Arbeitspensum zu 
erreichen 10 Tage pro 14 Tage arbeiten. An 12 Tagen pro 14 Tage betreut 
sie jedoch ihre Tochter, was einem Vollzeitpensum entgegensteht, auch 
wenn die Tagesstätte sowie eine Kollegin hinsichtlich der Betreuung der 
Tochter eine gewisse Entlastung darstellen könnten. Die Angaben zur 
Betreuung sind nicht vollständig konsistent. Im Verfahren die 
Beschwerdeführerin betreffend wurde u.a. ausgeführt, der Sohn werde 
während einer Woche von Dienstag bis Freitag und während der anderen 
Woche von Dienstag bis Sonntag vom Vater betreut, die restliche Zeit 
erfolge diese durch die Beschwerdeführerin (AB 124/5 Ziff. 3.4; vgl. jedoch 
AB 124/3 Ziff. 2.1). Gemäss den Angaben hinsichtlich der 
Leistungsabklärung den Sohn betreffend wurde hingegen ausgeführt, der 
Kindsvater betreue den Sohn jeweils von Dienstagabend bis Freitagabend 
und jedes zweite Wochenende. Wenn der Kindsvater arbeite, übernehme 
die Grossmutter die Betreuung ihres Enkelsohnes (act. IIA 190/2 Ziff. 2.1). 
Unter Berücksichtigung der 13-wöchigen Schulferien ist eine 80%-ige oder 
gar 100%-ige Erwerbstätigkeit der Mutter ausgeschlossen, zumal die IV-
Stelle einen erheblichen Betreuungsaufwand für den Sohn erhoben hat und 
diesen mit Hilflosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag entschädigt. 
Daran ändert auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie hätte sich 
im August 2019 bei der Arbeitslosenversicherung zu 100% angemeldet (AB 
123/2; vgl. Beschwerde S. 9 f. Ziff. 5.3) nichts, war sie doch zu diesem 
Zeitpunkt durch Dr. med. D.________ zu 100% arbeitsunfähig geschrieben 
(AB 123/8) und musste sie daher weder entsprechende Bemühungen 
gegenüber der Arbeitslosenkasse nachweisen noch eine Stelle annehmen. 
Vielmehr war sie aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht 
vermittlungsunfähig. 

5.3.3 Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich unter Verweis auf das 
Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) in 
Sachen „Di Trizio“ eine andere Beurteilung verlangt (Beschwerde S. 10 f. 
Ziff. 6 sowie Schlussbemerkungen S. 5 Ziff. 11), kann ihr nicht gefolgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 25

werden. Eine massgebliche Einschränkung in der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit trat im Dezember 2017 ein. Zu diesem Zeitpunkt war die 
Beschwerdeführerin bereits zweifache Mutter (Geburten: 2012 und 2014) 
und der Statuswechsel war bereits vorgängig erfolgt. Damit würde sich im 
Übrigen selbst dann nichts ändern, wenn sie vor den Geburten 
vollerwerbstätig gewesen wäre, was jedoch ebenfalls nicht der Fall ist (vgl. 
BGE 147 V 124). Das Bundesgericht hat diesbezüglich festgehalten, dass 
mit der neuen Bemessungsmethode die vom EGMR hauptsächlich 
beanstandete zweifache Berücksichtigung der Teilerwerbstätigkeit und 
folglich auch die Diskriminierung teilerwerbstätiger Personen entfällt. Den 
Wechselwirkungen zwischen Erwerbstätigkeit und Haushalt wird auf diese 
Weise Rechnung getragen. Insoweit beurteilte das Bundesgericht die am 1. 
Januar 2018 in Kraft getretenen Verordnungsänderungen als im Einklang 
mit den Vorgaben des EGMR im Urteil Di Trizio stehend (E. 5.2). 

5.4 Aufgrund des Dargelegten ist vorliegend mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin im 
Gesundheitsfall (maximal) zu 60% im Erwerbsbereich und zu 40% im 
Aufgabenbereich tätig wäre. 

6.

Zu prüfen ist im Folgenden, wie es sich mit der Invalidität im Erwerbsbe-
reich verhält. Dabei ist der IV-Grad nach der allgemeinen Methode des Ein-
kommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3.1 hiervor).

6.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 26

hat so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

6.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss vom BFS 
herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 
297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt 
sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 
rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 
herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das 
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 
schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist 
(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 
46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung 
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

6.3 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Leistungsan-
meldung vom Juni 2018 (AB 13) sowie dem Umstand, dass seit der psychi-
schen Dekompensation im Dezember 2017 eine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 30% und ab Mai 2018 eine solche von 50% besteht (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 27

102.9/5 Ziff. 8.1, 102.1/11 Ziff. 4.6; vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), der 1. De-
zember 2018 (Art. 29 Abs. 3 IVG). Somit ist auf diesen Zeitpunkt hin der 
Einkommensvergleich durchzuführen.

6.4 Was das Valideneinkommen betrifft, verdiente die 
Beschwerdeführerin 2017 im Pensum von 60% ein monatliches Gehalt von 
Fr. 3‘403.25 (AB 31.2/1). Sie hat die Arbeitsstelle Mitte Januar 2017 
angetreten 
(AB 30/1) und leistete im ersten Monat keine Abend- bzw. Nachtschicht so-
wie im Monat Februar keine Wochenenddienste (AB 31.2/1). Ab Januar 
2018 war sie arbeitsunfähig geschrieben. Damit rechtfertigt es sich, das 
von März bis Dezember 2017 erzielte Einkommen auf ein Jahr hochzurech-
nen. Dabei sind neben dem Einkommen inkl. 13. Monatslohn von 
Fr. 44‘242.25.-- (13 x Fr. 3‘403.25) auch die Abend- und Nachtzulagen von 
Fr. 1‘587.30 ([Fr. 135.05 + Fr. 167.90 + Fr. 122.10 + Fr. 138.75 +Fr. 72.15 
+ Fr. 133.20 + Fr. 145.70 + Fr. 88.80 + Fr. 159.55 + Fr. 159.55] / 10 x 12) 
und die Wochenendzulagen von Fr. 1‘527.90 ([Fr. 133.20 + Fr. 133.20 + 
Fr. 170.20 + Fr. 165.10 + Fr. 66.60 + Fr. 166.50 + Fr. 66.60 + Fr. 99.90 + 
Fr. 166.50 + Fr. 105.45] / 10 x 12) zu berücksichtigen. Damit beträgt das 
Valideneinkommen hochgerechnet auf ein 100% Pensum sowie unter 
Berücksichtigung der Nominallohnetwicklung per 2018 (vgl. Tabelle T1.2.10 
des BfS, Nominallohnindex, Frauen 2011-2021, Ziff. 86-88 
[Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen], 102.7 [2017], 103.1 [2018]) 
Fr. 79‘236.50 ([Fr. 44‘242.25 + Fr. 1‘587.30 + Fr. 1‘527.90] / 60% x 100% 
/102.7 x 103.1).

Die Trennung vom Kindsvaters bzw. dessen Auszug aus der ehelichen 
Wohnung im April bzw. August 2019 führte wie bereits dargelegt zu keiner 
Änderung des Status (vgl. E. 5.4 hiervor). Der Argumentation der 
Beschwerdegegnerin, bei einem Statuswechsel sei nicht überwiegend 
wahrscheinlich davon auszugehen, dass das Pensum im bisherigen Betrieb 
hätte verwertet werden können, weshalb zur Bestimmung des 
Valideneinkommens auf Tabellenlöhne abgestellt werden müsse (Ab 124/8 
Ziff. 5.2), wäre nicht zu folgen. Ausgebildete ... sind gesucht und jede 
Aufstockung des Pensums ist willkommen, so dass keine Anzeichen dafür 
bestehen, dass die Beschwerdeführerin die (angebliche) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 28

Pensumserhöhung am angestammten Arbeitsplatz nicht hätte umsetzen 
können. Abgesehen davon, dass der diesfalls massgebliche statistische 
Lohn nach LSE Kompetenzniveau 2 tiefer ausfallen würde, als der effektiv 
erzielte (vgl. E. 6.6 nachfolgend). 

6.5 Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Beschwerde S. 
5 Ziff. 1.4) verwertet diese mit der zeitweise aufgenommenen 60%-Stelle in 
einem ... (AB 120/7) ihre Restarbeitsfähigkeit von 80% nicht bzw. nicht 
optimal (vgl. E. 4.3 hiervor). Daher ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
die Tabellenlöhne der LSE zu bestimmen. Die Beschwerdegegnerin hat 
diesbezüglich zu Recht die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 
herangezogen, wonach Frauen im Jahr 2018 im Gesundheits- u. 
Sozialwesen (Ziff. 86-88) im Kompetenzniveau 2 ein monatliches 
Einkommen von Fr. 5‘170.-- erzielten. Aufgerechnet auf ein Jahr, 
angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.6 
Stunden (Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
in Stunden pro Woche“ des BFS, Ziff. 86-88 [Gesundheits- und 
Sozialwesen]) sowie unter Berücksichtigung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80% ergibt sich ein massgebendes 
Invalideneinkommen von Fr. 51'617.30. (Fr. 5‘170.-- x 12 Monate / 40 
Stunden x 41.6 Stunden x 80%). 

6.5.1 Soweit die Beschwerdeführerin den Beizug von Kompetenzniveau 2 
beanstandet und die Anwendung von Kompetenzniveau 1 fordert 
(Beschwerde S. 6 f. Ziff. 2), ist ihr nicht zu folgen. Nach der obligatorischen 
Schulzeit gefolgt von einem ...jahr absolvierte die Beschwerdeführerin die 
Ausbildung zur dipl. ... (AB 13/4 Ziff. 5.3 sowie 102.2/2 Ziff. 3.2.4). Nach 
deren Abschluss im Juli 2011 arbeitete sie von September bis November 
2011 beim J.________ und danach bis im Juli 2015 in ... als .... Von 
September 2015 bis Dezember 2017 war die Beschwerdeführerin vermittelt 
durch ein Temporärbüro in kleinem Pensum an verschiedenen Stellen als 
... in der ... tätig und ab Januar 2017 zu 60% in einem ... (AB 22/2, 102.2/2 
f. Ziff. 3.2.5, 102.3/3 Ziff. 3.2, 102.1/8 Ziff. 4.1; vgl. auch AB 120/10). Ab 
Januar 2021 arbeitete sie als ... Mitarbeiterin temporär bei der M.________ 
im Zusammenhang mit dem provisorisch errichteten ... (AB 120/7). Die 
Beschwerdeführerin verfügt über Berufserfahrung als dipl. ... . Weiter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 29

besitzt sie gemäss eigenen Angaben spezielle Kenntnisse in den 
Bereichen ..., ..., ..., ... und ... (AB 125/4) und sie verfügt über gute bis sehr 
gute Kenntnisse in den Sprachen ..., ..., ... und ... (AB 125/2). Aufgrund 
ihrer Ausbildung und beruflichen Erfahrung verfügt sie über ein 
umfassendes ... Wissen. Dieses Wissen und diese Fähigkeiten kann sie, 
auch wenn ihr die Tätigkeit im Bereich der ... nur noch zu 50% zumutbar 
ist, im ...bereich in körperlich weniger anstrengenden Tätigkeit zu 80% 
verwerten. Die Beschwerdegegnerin hat anlässlich der Haushaltsabklärung 
beispielhaft eine Reihe von Tätigkeitsfeldern bezeichnet, welche der 
Beschwerdeführerin in diesem Bereich trotz der gesundheitlichen 
Einschränkungen noch zumutbar sind (AB 124/7 Ziff. 5.2). Auf dem 
massgeblichen ausgeglichenen Arbeitsmarkt für ... HF existieren Stellen, 
die dem Zumutbarkeitsprofil (körperlich leichte bis selten mittelschwere, 
wechselbelastende Tätigkeit, ohne monotones Einhalten einer fixierten 
Körperposition, ohne Arbeiten mit monotonen stereotypen 
Rotationsbewegungen des Oberkörpers oder Arbeiten in anhaltender 
Oberkörpervorneigeposition, ohne intensive Überkopfarbeiten mit beiden 
Armen, ohne Heben und Tragen von Lasten bis zur Taille über 15 kg, über 
der Taille über 10 kg, ohne sturzgefährdende Arbeiten und mit etwas 
vermehrtem Pausenbedarf; AB 102.21/11 Ziff. 4.7) entsprechen. 

6.5.2 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin im 
... im Februar 2021 (AB 123/17) als ... Mitarbeiterin in einem 60%-Pensum 
einen monatlichen Bruttolohn ohne Feiertags- und Ferienentschädigung 
sowie ohne Kinder- und Betreuungszulagen von 
Fr. 3‘358.95 verdiente. Zuzüglich des Anteils für den 13. Monatslohn von 
Fr. 279.90 (Fr. 3‘358.95 / 12 Monate) und hochgerechnet auf ein Jahr 
sowie ein Vollzeitpensum ergäbe sich ein Betrag von Fr. 72‘777.-- 
([Fr. 3‘358.95 + Fr. 279.90] x 12 Monate / 60% x 100%). Dieser liegt sogar 
wesentlich höher als der hier – zu Gunsten der Beschwerdeführerin – zur 
Anwendung gebracht Lohn nach LSE. Das Abstellen auf Kompetenzniveau 
2 ist folglich nicht zu beanstanden. 

6.5.3 Ein Abzug vom Tabellenlohn ist nicht gerechtfertigt. Sämtliche ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen wurden bereits mit dem gutachterlichen 
Zumutbarkeitsprofil genügend berücksichtigt und dürfen gemäss bundesge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 30

richtlicher Rechtsprechung nicht mit einem Tabellenlohnabzug doppelt in 
Abzug gebracht werden (vgl. statt vieler Entscheid des BGer vom 8. Juni 
2018, 9C_280/2018, E. 6.4.2). Gemäss der interdisziplinären Gesamtbeur-
teilung ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer Verweistätigkeit in 
einem Vollzeitpensum zu 80% arbeits- und leistungsfähig ist. Darin bereits 
berücksichtigt ist entgegen ihrer Auffassung (Beschwerde S. 8 Ziff. 3.1 f. 
sowie Schlussbemerkungen S. 4 Ziff. 9) der etwas vermehrte Pausenbe-
darf. Weiter ist sie seit Geburt Schweizer Bürgerin (vgl. AB 13/1 Ziff. 1.6), 
weshalb das Kriterium Nationalität/Aufenthaltskategorie vorliegend keine 
Auswirkungen hat. Gleich verhält es sich mit dem Kriterium des Beschäfti-
gungsgrades. Gemäss LSE 2018, Tabelle T18 zu den nach Beschäfti-
gungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen 
Durchschnittlöhnen bei Frauen in sämtlichen beruflichen Stellungen ist in 
Bezug auf eine Teilzeitarbeit nicht von einem proportional unterdurch-
schnittlichen Einkommen auszugehen. Vielmehr fällt das Einkommen bei 
Teilzeit sogar höher aus. Auch die übrigen Faktoren (Alter und Dienstjahre) 
vermögen keinen Abzug vom Tabellenlohn zu begründen. Insbesondere ist 
das Alter der Beschwerdeführerin (Jahrgang 1986) nicht geeignet, einen 
Abzug zu rechtfertigen, da sich bei Frauen im Alterssegment von 30 bis 39 
das Alter gemäss den LSE-Erhebungen bei Stellen ohne Kaderfunktion 
sowie bei solchen des untersten und unteren Kader eher lohnerhöhend 
auswirkt (vgl. LSE-Tabelle TA9 "Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert und 
Quartilbereich] nach Lebensalter, beruflicher Stellung und Geschlecht der 
LSE 2018). 

6.6 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert im 
Erwerbsbereich eine Einschränkung von ungewichtet 34.86% 
([Fr. 79‘236.50 - Fr. 51'617.30] / Fr. 79‘236.50 x 100) bzw. gewichtet mit 
einem Status von 60% Erwerb 20.92% (34.86% x 0.6). Selbst bei einem 
Status von 100% Erwerb ergäbe sich letztlich kein rentenrelevanter Invali-
ditätsgrad (35%). Selbst wenn zudem für das Invalideneinkommen (wie von 
der Beschwerdeführerin verlangt) auf das Kompetenzniveau 1 abgestellt 
und ein Status von 100% Erwerb angenommen würde, würde sich am Re-
sultat nichts ändern (vgl. E. 8 hiernach). Dabei würde das monatliche Ein-
kommen Fr. 4'860.-- betragen (vgl. Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 
2018, Frauen, Gesundheits- u. Sozialwesen [Ziff. 86-88]). Aufgerechnet auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 31

ein Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 
41.6 Stunden (Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BFS, Ziff. 86-88 
[Gesundheits- und Sozialwesen]) sowie unter Berücksichtigung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 80% würde sich ein massgebendes 
Invalideneinkommen von Fr. 48‘522.25 (Fr. 4‘860.-- x 12 Monate / 40 
Stunden x 41.6 Stunden x 80%) ergeben. Der Invaliditätsgrad würde dabei 
rentenausschliessend 38.76% ([Fr. 79‘236.50 - Fr. 48‘522.25] / Fr. 
79‘236.50 x 100) betragen.

7.

In einem weiteren Schritt sind die Einschränkungen und der daraus sich er-
gebende Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich zu prüfen.

7.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 
547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

7.2 Im Aufgabenbereich Haushalt wurden im Abklärungsbericht vom 
30. Juli 2021 invaliditätsbedingte Einschränkungen von 0.8% erhoben 
(AB 124/9 ff. Ziff. 7). Der Bericht wurde vom Abklärungsdienst der IVB auf-
grund einer Erhebung vor Ort (vom 28. Juni 2021) verfasst. Das Ergebnis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 32

stützt sich auf die medizinischen Akten und die Angaben der Beschwerde-
führerin zum Gesundheitszustand, zu den sozialen und erwerblichen Ver-
hältnissen und zum Haushalt. Der Abklärungsbericht erfüllt die Vorausset-
zungen der Rechtsprechung an Abklärungsberichte (vgl. E. 7.1 hiervor), so 
dass darauf, was die gesundheitlichen Einschränkungen betrifft, abzustel-
len ist, zumal auch die Beschwerdeführerin die Einschränkung im Haus-
halsbereichs von ungewichtet 0.8 nicht bemängelt. 

Soweit die Beschwerdeführerin dem Abklärungsbericht mit der Begrün-
dung, darin werde ein Urteil des Verwaltungsgerichts erwähnt, wonach die 
gutachterliche Arbeitsfähigkeit zu übernehmen sei, die Beweiskraft abspre-
chen will (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 2.5 sowie Schlussbemerkungen S. 4 Ziff. 
8), kann ihr nicht gefolgt werden. Der Verweis im Abklärungsbericht ist 
zwar in der Tat nicht zutreffend, da das entsprechende kantonale Urteil 
weder die Beschwerdeführerin betrifft, noch die Aussage, dass die gutach-
terliche Einschätzung zu übernehmen ist, in besonderer Weise schützt. Da 
jedoch im vorliegenden Fall in rechtlicher wie tatsächlicher Hinsicht die gut-
achterliche Einschätzung vollen Beweis erbringt und in der Abklärung damit 
zu Recht auf das Gutachten abgestellt wurde, ist das Vorgehen des Ab-
klärungsdienstes nicht zu beanstanden. 

7.3 Aufgrund des Dargelegten beträgt die Einschränkung im Bereich 
Haushalt ungewichtet 0.8%, gewichtet 0.32% (0.8% x 0.4 [Status]).

8.

Zusammenfassend ergibt sich unter Berücksichtigung des hier massgebli-
chen Status von 60% Erwerbstätigkeit und 40% Haushalt (vgl. E. 5 hiervor) 
ein rentenausschliessender Gesamtinvaliditätsgrad von gerundet 21% 
(20.92% + 0.32%). Die angefochtene Verfügung vom 19. Januar 2022 (AB 
135) ist somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwer-
de abzuweisen.

9.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 33

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

9.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Nov. 2022, IV/22/118, Seite 34

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.