# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9158ca7-fce7-5608-a3b1-428e8a62ff50
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-06-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.06.2019 D-2601/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2601-2019_2019-06-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2601/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  J u n i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichter Jürg Marcel Tiefenthal, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder; 

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und dessen Tochter B._______, geboren am (…), 

China (Volksrepublik),  

(…),   

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren  

(Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 21. Mai 2019 / N (…). 

 

 

 

D-2601/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden reisten am 26. April 2019 auf dem Luftweg von 

C._______ nach Zürich, wo sie am 28. April 2019 um Asyl nachsuchten. 

Mit Verfügung vom 30. April 2019 wurde ihnen die Einreise in die Schweiz 

vorläufig verweigert und der Transitbereich des Flughafens Zürich für die 

Dauer von maximal 60 Tagen als Aufenthaltsort zugewiesen.  

B.  

Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 9. Mai 2019 führte der 

Beschwerdeführer hinsichtlich der Gefährdungssituation im Heimatstaat 

aus, aufgrund seiner uigurischen Ethnie behördliche Behelligungen zu be-

fürchten. Nachdem er von seiner bevorstehenden Verschleppung erfahren 

habe, sei er mit seiner Ehefrau und den vier gemeinsamen Kindern in die 

Türkei gereist, um sich dort niederzulassen. In der Türkei hätten sie einen 

Aufenthaltstitel erhalten. Aufgrund der schwierigen Situation in der Türkei 

hätten sie sich zur Ausreise entschlossen. Am 23. April 2019 sei er zusam-

men mit seiner neunjährigen Tochter von D._______ nach C._______ ge-

reist, wo sie sich bis zu ihrer Reise nach Zürich drei Tage lang in einem 

Hotel in C._______ aufgehalten hätten. 

C. 

Die Beschwerdeführenden reichten zwei Reisepässe, einen türkischen 

Aufenthaltstitel und zwei Geburtsurkunden, alle im Original, ein.  

Anlässlich der BzP vom 9. Mai 2019 wurde ihnen unter anderem das recht-

liche Gehör zu einer Wegweisung nach Albanien gewährt. Der Beschwer-

deführer machte geltend, dass Albanien, welches enge Kontakte mit China 

habe, wohl kein sicheres Land für ihn sei. Seine Einreise nach Albanien sei 

nur verzögert erfolgt.  

D. 

Der Entscheidentwurf des SEM wurde der dem Beschwerdeführer zuge-

wiesenen Rechtsvertretung am 17. Mai 2019 ausgehändigt. Die Stellung-

nahme der Rechtsvertretung zum Entscheid ist am 20. Mai 2019 beim SEM 

eingegangen. 

E. 

Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 21. Mai 2019 trat die Vorinstanz 

auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht ein und ordnete die 

Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens Zürich sowie den 

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Wegweisungsvollzug in den Drittstaat  Albanien (versehentlich mit «Zü-

rich» bezeichnet) an. Der Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat der 

Beschwerdeführenden wurde ausgeschlossen. Sodann wurde der zustän-

dige Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt und den Be-

schwerdeführenden wurden die editionspflichtigen Akten gemäss Akten-

verzeichnis ausgehändigt. 

E. 

Am 22. Mai 2019 erklärte die dem Beschwerdeführer zugewiesene Rechts-

vertretung ihr Mandat als beendet. 

F. 

Mit auf den 22. Mai 2019 datierter, zuhanden der schweizerischen Post am 

28. Mai 2019 übergebener Eingabe reichten die Beschwerdeführenden 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Es wurde die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, das Eintreten auf die Asylgesuche und die 

Durchführung des Asylverfahrens in der Schweiz beantragt. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Gewährung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und der unentgeltlichen 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG, wobei auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Be-

schwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2. 

2.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 

(AS 2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das 

neue Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des 

AsylG vom 25. September 2015).  

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Seite 4 

2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3. 

3.1. Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

3.2. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-

führung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4. 

Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM 

ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen, ist die 

Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die 

Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht 

eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 m.w.H.).  

Sofern das Bundesverwaltungsgericht den Nichteintretensentscheid als 

unrechtmässig erachtet, hebt es die angefochtene Verfügung auf und weist 

die Sache zur neuen Entscheidung an das SEM zurück.  

5. 

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. c und d AsylG wird auf ein Asylgesuch in 

der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsuchende in einen Drittstaat zurück-

kehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Bst. c) oder 

in einen Drittstaat weiterreisen können, für welchen sie ein Visum besitzen 

und in welchem sie um Schutz nachsuchen können (Bst. d). Diese Bestim-

mungen finden keine Anwendung, wenn Hinweise darauf bestehen, dass 

im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 

AsylG besteht (Art. 31a Abs. 2 AsylG). 

 

5.2 Die Vorinstanz hielt in seinem Entscheid fest, dass sich die Beschwer-

deführenden vor ihrer Einreise in die Schweiz drei Tage in Albanien aufge-

halten hätten. 

Mit Hinweis auf die betreffenden Internetlinks führte das SEM aus, Albanien 

sei dem Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge beigetreten und 

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Seite 5 

verpflichte sich somit zur Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) sowie des Non-

Refoulement-Gebots (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Protokolls über die Rechtstel-

lung der Flüchtlinge, wonach die Vertragsparteien des Protokolls verpflich-

tet sind, Art. 2–34 FK anzuwenden). Zudem habe die Europäische Kom-

mission im Jahre 2018 festgehalten, dass keine Verletzungen des Refou-

lement-Verbots durch Albanien zu verzeichnen seien. Albanien habe 2014 

ein neues Asylgesetz, das den Standards der EU entspreche, verabschie-

det. Dieses sei vom UNHCR (United Nations High Commissioner for Refu-

gees) kontrolliert und von der EU geprüft worden. In der Umsetzung des 

neuen Asylgesetzes gebe es zwar gewisse Defizite beim Erwerb von Aus-

weispapieren und in Bezug auf die finanzielle Unterstützung von asylsu-

chenden Personen in Unterkünften ausserhalb der Empfangszentren. Ein 

neues Sozialhilfegesetz sowie das Gesetz über die kostenlose Rechtsbe-

ratung schliesse demgegenüber anerkannte Flüchtlinge als Nutzniesser 

des Sozialhilfe- und Rechtshilfesystems ein. Insgesamt verfüge das Land 

somit über ein funktionierendes Asylsystem. Im Weiteren verfüge Albanien 

über ein funktionierendes Rechtssystem und die dortigen Behörden seien 

schutzfähig und schutzwillig. Der Bundesrat habe Albanien entsprechend 

als sicheren Herkunftsstaat bezeichnet.  

Aus den Aussagen des Beschwerdeführers im Rahmen des rechtlichen 

Gehörs, wonach er Schwierigkeiten bei der Einreise nach Albanien gehabt 

habe, seien keine Hinweise zu entnehmen, dass ihm der Zugang zum Asyl-

system in Albanien erschwert worden wäre und kein effektiver Schutz vor 

Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe. Die Einwendun-

gen in der Stellungnahme zum Entwurf der angefochtenen Verfügung, wo-

nach ein Grossteil des Personals der albanischen Asylbehörden aufgrund 

einer Umstrukturierung im Jahre 2018 über wenig Erfahrung verfüge, eine 

Rückkehr nach Albanien aufgrund eines fehlenden Ausreisestempels nicht 

sicher sei und im Übrigen in der Türkei die Gefahr einer Kettenabschiebung 

bestehe, änderten nichts an dieser Einschätzung. Es sei nicht ersichtlich, 

inwiefern der fehlende Ausreisestempel eine Rückkehr nach Albanien ver-

unmöglichen sollte. Im Weiteren sei anzumerken, dass eine Wegweisung 

der Beschwerdeführenden in die Türkei zwar nicht verfügt worden sei, in-

dessen eine solche für die Beschwerdeführenden nicht nachteilig gewesen 

wäre, verfügten doch Hunderte von Uiguren in der Türkei über einen lega-

len Aufenthaltsstatus und es seien auch keine Fälle bekannt, in denen die 

Türkei bei Uiguren das Refoulementgebot verletzt hätte. 

 

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Seite 6 

5.3 Im Weiteren könnten gemäss dem Übereinkommen über die internati-

onale Zivilluftfahrt vom 7. Dezember 1944 (Chicago-Übereinkommen, SR 

0.748.0) beziehungsweise den im Anhang 9 von der Internationalen Zivil-

luftfahrt-Organisation (ICAO) dazu entwickelten Bestimmungen Personen, 

denen nach Erreichen eines internationalen Flughafens die Einreise in den 

Zielstaat verweigert werde, an den Ausgangspunkt ihrer Flugreise zurück-

kehren, unbesehen davon, mit welchen Papieren sie ihre Reise absolviert 

hätten. Ausserdem verfügten die Beschwerdeführenden über chinesische 

Reisepapiere. Gemäss den albanischen Visabestimmungen könnten chi-

nesische Staatsbürger mit gültigen Reisepapieren zwischen dem 1. April 

und 31. Oktober 2019 visumsbefreit nach Albanien einreisen.  

5.4 Auf Beschwerdeebene machten die Beschwerdeführenden im Wesent-

lichen geltend, sie hätten nie die Absicht gehabt, in Albanien, das kein si-

cheres Land sei, zu bleiben. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Einreise 

vermuteten sie, dass Uiguren von den albanischen Behörden anders als 

die übrigen chinesischen Staatsangehörigen behandelt würden und daher 

die Gefahr bestehe, kein faires Asylverfahren durchlaufen zu können. Zwi-

schen Albanien und China bestünden enge Beziehungen und Albanien 

habe sich, anders als zahlreiche andere demokratische Staaten, bisher 

nicht über die Menschenrechtsverletzungen in China geäussert. Aufgrund 

gewisser Defizite im albanischen Asylverfahren sei unklar, ob effektiver 

Schutz vor Rückschiebung bestehe. Auch der (…) weise im beigelegten 

Schreiben vom (…) auf die bestehenden Gefahren für Uiguren in China hin 

und mache deutlich, dass im Fall einer Wegweisung nach Albanien für die 

Beschwerdeführenden ein erhöhtes Risiko einer Deportation nach China 

bestehe. Im Übrigen würden laut einer uigurischen Hilfsorganisation in der 

Türkei Asylgesuche von Uiguren zurzeit nicht einmal entgegengenommen.  

6. 

6.1 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführenden 

vor ihrer Einreise in die Schweiz in Albanien aufgehalten haben und auch 

wieder dorthin zurückkehren können, womit die Voraussetzungen von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG gegeben sind.   

Entgegen der Auffassung in der Beschwerde ist nicht ersichtlich, inwiefern 

der fehlende Ausreisestempel eine Rückkehr nach Albanien verunmögli-

chen sollte. Die Beschwerdeführenden sind legal aus Albanien ausgereist 

und können mit ihren chinesischen Reisepapieren visumsbefreit nach Al-

banien zurückkehren.  

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Seite 7 

6.2 Im Weiteren ist übereinstimmend mit dem SEM festzuhalten, dass im 

gegenwärtigen Zeitpunkt keine Hinweise darauf bestehen, dass Albanien 

Asylsuchenden den Zugang zum Asylverfahren verweigern, ihnen kein fai-

res Asylverfahren gewähren oder ihnen gegenüber das Non-Refoulement-

Gebot nicht einhalten würde. Die nicht näher substanziierte Befürchtung 

der Beschwerdeführenden, in Albanien vor den chinesischen Behörden 

nicht in Sicherheit zu sein, erscheint alleine aufgrund der verzögerten Ein-

reise nicht begründet. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann diesbe-

züglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der angefoch-

tenen Verfügung verwiesen werden, die auf Beschwerdeebene nicht in 

Frage gestellt werden können. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass 

der Bundesrat Albanien als sicheren Herkunftsstaat bezeichnet hat und Al-

banien – auch in Berücksichtigung gewisser vom UNHCR festgestellter 

Mängel – über ein funktionierendes Asylsystem verfügt. Das eingereichte 

Bestätigungsschreiben des (…) vom (…), worin in lediglich allgemeiner 

Weise auf die bestehenden Gefahren für Uiguren in China und ein erhöhtes 

Risiko einer Deportation nach China für die Beschwerdeführenden hinge-

wiesen wird, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern.  

6.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht in An-

wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. c AsylG auf die Asylgesuche der Be-

schwerdeführenden nicht eingetreten ist.  

7. 

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz beziehungsweise aus dem Transitbereich des Flughafens, 

wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. Die Beschwer-

deführenden verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbe-

willigung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 

2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet.  

8. 

8.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus-

ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

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Seite 8 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschli-

cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Bereits im Rahmen der Prüfung der Nichteintretensvoraussetzungen 

ist bejaht worden (vgl. oben, E. 6.2), dass den Beschwerdeführenden in 

Albanien ein effektiver Refoulementschutz zur Verfügung steht und nicht 

befürchtet werden muss, sie könnten von Albanien nach China rückge-

schoben werden (vgl. oben, E. 6.2). Sodann ergeben sich weder aus den 

Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte 

dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung nach Albanien dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver-

botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Nach dem Gesagten 

ist der Vollzug der Wegweisung nach Albanien zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

Die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwerdeführers mit 

seiner neunjährigen Tochter nach Albanien ist als zumutbar zu erachten. 

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Seite 9 

Der Beschwerdeführer ist mittleren Alters, verfügt über eine Hochschulbil-

dung und Kenntnisse der englischen Sprache. Er lebte mit seiner Familie 

bereits in den Arabischen Emiraten sowie in der Türkei, weshalb davon 

ausgegangen werden kann, dass auch in Albanien eine rasche Integration 

erfolgen kann.  

8.5 Hinsichtlich der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs nach Albanien 

hat das SEM zutreffend festgestellt, dass die Beschwerdeführerenden mit 

ihren chinesischen Reisepapieren und aufgrund des Chicago-Übereinkom-

mens nach Albanien zurückkehren können.   

9. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Verfahren den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Indessen kön-

nen die Verfahrenskosten ganz oder teilweise erlassen werden, wenn – wie 

vorliegend – Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als un-

verhältnismässig erscheinen lassen, ihr solche Kosten aufzuerlegen 

(Art.  6 Bst. b VGKE). Damit wird das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG (und mit Ergehen des 

vorliegenden Urteils auch dasjenige um Verzicht auf das Erheben eines 

Kostenvorschusses) gegenstandslos. Das weitere Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG ist, da die 

Rechtsbegehren zum Vorherein als aussichtslos erschienen (und auch 

mangels Notwendigkeit), abzuweisen.  

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

 

 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung nach 

Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter:           Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Jürg Marcel Tiefenthal           Daniel Merkli 

 

 

 

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