# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56d8d394-c7b2-5964-bf0d-e934e9963a15
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 29.09.2023 ZK1 2023 78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-78_2023-09-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 29. September 2023

Referenz ZK1 23 78

Instanz I. Zivilkammer

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Fleisch, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Gesuchsteller
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan
Chesa Schucan, Stradun 122, 7524 Zuoz

Gegenstand unentgeltliche Rechtspflege

Mitteilung 29. September 2023

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Sachverhalt

A. Mit Entscheid vom 4. Mai 2023 ordnete die Kollegialbehörde der B._____ 
vorsorgliche Massnahmen im Verfahren betreffend Regelung des persönlichen 
Verkehrs zwischen A._____ und seinen Kindern an.

B. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller), ver-
treten durch Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan, mit Eingabe vom 2. Juni 
2023 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden (Verfahren ZK1 23 77).

C. Am 2. Juni 2023 stellte A._____ ein Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege für das Verfahren ZK1 23 77. 

Erwägungen

1.1. Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist als verfassungsrechtliche 
Minimalgarantie in Art. 29 Abs. 3 BV normiert und ist auf Gesetzesstufe in Art. 117 
ZPO geregelt. Kraft des Verweises gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art 450f ZPO ist 
diese Regelung auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren massgebend. Ei-
ne Person hat gemäss Art. 117 ZPO Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 
wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren 
nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Diese beiden Voraussetzungen müssen kumu-
lativ erfüllt sein. Nach Art. 118 Abs. 1 ZPO umfasst die unentgeltliche Rechtspfle-
ge eine Befreiung von Vorschuss- und Sicherheitsleistungen (lit. a) sowie die Be-
freiung von Gerichtskosten (lit. b). Ausserdem umfasst die unentgeltliche Rechts-
pflege die gerichtliche Bestellung einer Rechtsbeiständin oder eines Rechtsbei-
standes, wenn dies zur Wahrung der Rechte notwendig ist, insbesondere wenn 
die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Die unentgelt-
liche Rechtspflege befreit dagegen nicht von der Bezahlung einer Parteientschä-
digung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 ZPO). Sie kann gemäss Art. 118 Abs. 
2 ZPO ganz oder teilweise gewährt werden. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege kann vor oder nach Eintritt der Rechtshängigkeit gestellt werden 
(Art. 119 Abs. 1 ZPO). 

1.2. Die gesuchstellende Person hat ihre Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse darzulegen und sich zur Sache sowie über die Beweismittel zu äussern (Art. 
119 Abs. 2 ZPO). Das Verfahren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Indes wird der Untersuchungs-
grundsatz durch eine die mittellose Partei treffende Mitwirkungspflicht beschränkt. 
So hat die gesuchstellende Person ihre wirtschaftliche Situation offenzulegen und 
ihre Mittellosigkeit, welche als negative Tatsache nicht strikt unter Beweis gestellt 

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werden kann, sowie die Erfolgsaussichten der Rechtsbegehren glaubhaft zu ma-
chen (Viktor Rüegg/Michael Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 3 zu Art. 
119 ZPO). Wenn die gesuchstellende Person der Mitwirkungspflicht nicht (genü-
gend) nachkommt, kann das Gesuch mangels ausreichender Substantiierung oder 
mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen werden (so etwa BGer 
4A_406/2022 v. 17.10.2022 E. 4.2 m.H. auf BGE 125 IV 161 E. 4a; 120 Ia 179 E. 
3a). Das Gericht hat den Sachverhalt aber immerhin dort weiter abzuklären, wo 
Unsicherheiten und Unklarheiten bestehen, und es hat allenfalls unbeholfene 
Rechtsuchende auf die Angaben hinzuweisen, die es zur Beurteilung des Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege benötigt (BGer 4A_406/2022 v. 17.10.2022 
E. 4.2 m.w.H.). Das Gericht entscheidet über das Gesuch im summarischen Ver-
fahren (Art. 119 Abs. 3 ZPO).

2.1. In einem ersten Schritt zu prüfen ist die Voraussetzung der Mittellosigkeit 
bzw. Prozessbedürftigkeit im Sinne von Art. 117 Abs. 1 lit. a ZPO. Als bedürftig gilt 
eine Person dann, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen ver-
mag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen notwendigen 
Lebensunterhalts und desjenigen ihrer Familie erforderlich sind. Die prozessuale 
Bedürftigkeit beurteilt sich grundsätzlich nach der gesamten wirtschaftlichen Situa-
tion des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs. Dazu 
gehören einerseits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, andererseits die Ein-
kommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 144 III 531 E. 4.1; 141 III 369 E. 4.1; 
135 I 221 E. 5.1 je mit Hinweisen). Konkret bestimmt sich die Mittellosigkeit aus 
einer Gegenüberstellung der gesamten finanziellen Verhältnisse der gesuchstel-
lenden Partei auf der einen und ihren notwendigen Auslagen zum Lebensunterhalt 
auf der anderen Seite unter gleichzeitiger Berücksichtigung der mutmasslichen 
Prozesskosten. Dabei sind sowohl die Einkommens- als auch die Vermögensver-
hältnisse im Zeitpunkt der Entscheidung über das Gesuch zu berücksichtigen 
(BGE 124 I 1 E. 2a; Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 7 zu Art. 117 ZPO; Frank Emmel, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 4, 12 zu Art. 117 ZPO). 

2.2. Unter den finanziellen Mitteln der gesuchstellenden Person sind sämtliche 
aktuellen Mittel zu verstehen, über welche der Ansprecher selbst aus eigener Kraft 
verfügen kann oder Ansprüche, die er gegenüber Dritten hat und welche dem An-
spruch auf unentgeltliche Rechtspflege vorgehen (vgl. KGer GR ZB 02 23 v. 
25.2.2003 E. 2a). Einzusetzen ist das Nettoeinkommen pro Monat, nach Abzug 
von Aufwand, Sozialversicherungsbeiträgen und allfälliger Quellensteuer. Einzu-

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rechnen ist alles, was keinen Auslagenersatz darstellt, folglich der Grundlohn und 
anteilmässig der 13. Monatslohn, allfällige Gratifikationen und auch ein Bonus 
(Emmel, a.a.O., N 6 zu Art. 117 ZPO; Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 9 zu Art. 117 ZPO). 
Neben dem laufenden Erwerbseinkommen fällt aber auch das liquide und gebun-
dene Vermögen in Betracht, letzteres sofern und soweit es innert nützlicher Frist 
verfügbar gemacht werden kann (vgl. KGer GR ZB 02 23 v. 25.2.2003 E. 2a). So-
weit das Vermögen einen angemessenen "Notgroschen" ("réserve de secours") 
übersteigt, ist dem Gesuchsteller unbesehen der Art der Vermögensanlage zu-
mutbar, dieses zur Finanzierung des Prozesses zu verwenden (BGE 144 III 531 
E. 4.1 m.w.H.). Bei der Bemessung des zu gewährenden Freibetrags sind die 
zukünftigen Notwendigkeiten sowie die konkreten Umstände zu berücksichtigen, 
wie absehbare Steigerungen oder Verringerungen der Vermögens- und Einkom-
mensverhältnisse, das Alter, der Gesundheitszustand und familiäre Verpflichtun-
gen. Es werden Vermögensfreibeträge von bis zu CHF 20'000.00 und mehr zuer-
kannt (dazu BGer 4A_250/2019 v. 7.10.2019 E. 2.1.2; 5A_886/2017 v. 20.3.2018 
E. 5.2; 5A_216/2017 v. 28.4.2017 E. 2.4). 

2.3. Das betreibungsrechtliche Existenzminimum (Notbedarf) bildet zwar Aus-
gangspunkt für die Ermittlung des notwendigen Lebensunterhalts, wobei aber 
nicht schematisch darauf abgestellt werden darf, sondern die individuellen Um-
stände zu berücksichtigen sind (BGE 135 I 221 E. 5.1; Emmel, a.a.O., N 9 zu Art. 
117 ZPO). Der notwendige Lebensunterhalt setzt sich nach der Rechtsprechung 
zusammen aus (1) dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum (Grundbetrag 
zuzüglich allfälliger Zuschläge gemäss den Richtlinien für die Berechnung des be-
treibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 SchKG; KGer GR 
KSK 09 39 v. 18.8.2009), (2) erweitert um die laufenden Steuern, unter der Vor-
aussetzung, dass diese bislang effektiv bezahlt wurden und inskünftig bezahlt 
werden, sowie (3) einem Zuschlag von 20 % auf dem/den betreibungsrechtlichen 
Grundbetrag/Grundbeträgen (siehe KGer GR ZK1 14 112 v. 5.1.2015 E. 5a/aa; 
PKG 2003 Nr. 13 E. 3-5).

3.1. Da der Gesuchsteller keine Steuerunterlagen eingereicht hat und nicht be-
kannt ist, ob der in C._____ lebende Gesuchsteller überhaupt der Pflichtveranla-
gung untersteht, kann bei der Ermittlung der Einkommens- und Vermögensver-
hältnisse nur auf die vom Gesuchsteller gemachten Angaben und eingereichten 
Belege abgestellt werden. Gemäss den eingereichten Verdienstabrechnungen 
(act. B.15) beträgt der monatliche Nettolohn des Gesuchstellers bei der D._____ 
GmbH EUR 3'434.50 (ohne Prämie) bzw. EUR 4'339.25 (mit Prämie). Dem Ge-
suchsteller zufolge werde in Zukunft keine Prämie mehr ausbezahlt, dafür habe 

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sich der Bruttolohn um EUR 500.00 erhöht. Nach den gesetzlichen Abzügen resul-
tiere daher ein Nettolohn von EUR 3'710.00. Dazu kommt ein Arbeitgeberzu-
schuss zur privaten Krankenversicherung in Höhe von EUR 378.00 sowie ein Ne-
benerwerb für die Arbeitstätigkeit bei E._____ in Höhe von durchschnittlich EUR 
150.00 pro Monat. Zusammen mit den Mieteinnahmen seiner vermieteten Eigen-
tumswohnung von EUR 1'940.00 (act. B.17) ergibt sich somit insgesamt ein Ein-
kommen von EUR 6'178.00. In Bezug auf die Vermögensverhältnisse verweist der 
Gesuchsteller auf seinen Kontostand von EUR 3'897.47 (act. B.14) und die Eigen-
tumswohnung, deren Wert aufgrund des Kaufpreises auf EUR 583'768.00 (act. 
B.12) zu schätzen ist. Demgegenüber stehen Schulden in Form einer Hypothek 
bzw. eines Wohnbaudarlehens von EUR 283'377.58 (act. B.8). Das Reinvermögen 
des Gesuchstellers beläuft sich somit auf EUR 304'287.89.

3.2.1. Auf der Ausgabenseite wäre für Alleinstehende grundsätzlich von einem 
Grundbetrag in Höhe von CHF 1'200.00 auszugehen (so KGer GR KSK 09 39 v. 
18.8.2009 E. 2). Da der Gesuchsteller jedoch in C._____ lebt, ist bei der Bedarfs-
berechnung das Niveau der dortigen Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen. 
Die unterschiedlichen Lebensstandards in den verschiedenen Staaten werden 
praxisgemäss anhand der statistisch erhobenen Verbrauchergeldparitäten bzw. 
internationaler Kaufkraftvergleiche ermittelt. Verwendung finden die Erhebungen 
internationaler Grossbanken oder die Angaben des Bundesamtes für Statistik 
(BGer 5A_384/2007 v. 3.10.2007 E. 4.1). Das Bundesamt für Statistik rechnet ak-
tuell mit einem Unterschied bzgl. Kaufkraftparitäten zwischen der Schweiz und 
C._____ von 1.67 zu 1.11 (Internationale Preisvergleiche, Kaufkraftparitäten, <htt-
ps://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/preise/internationale-preis-
vergleiche/kaufkraftparitaeten.html>, [besucht am 22.9.2023]). Somit ist von einem 
reduzierten Grundbedarf von EUR 800.00 auszugehen. Dazu kommt ein Zuschlag 
von 20% bzw. EUR 160.00.

3.2.2. Als weitere Zuschläge können die Mietzinsen inkl. allfälliger Heiz- und Ne-
benkosten geltend gemacht werden. Diese betragen im vorliegenden Fall 
EUR 1'585.00 (act. B.4). Für die vom Gesuchsteller geltend gemachten Ausgaben 
für Mobil- und Festnetztelefonie von EUR 100.00 und EUR 61.00 kann dagegen 
kein Zuschlag gewährt werden, da diese Kosten bereits im Grundbetrag inbegrif-
fen sind (Daniel Wuffli, Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung, Diss. Bern, Zürich 2015, Rz. 307). Als weiterer Zuschlag sind 
EUR 810.00 für die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung hinzuzu-
rechnen (act. B.6). Ein pauschaler Zuschlag für die Franchise in Höhe von 
EUR 25.00 pro Monat kann jedoch nicht gewährt werden, da nur die effektiv ange-

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fallenen Krankheitskosten geltend gemacht werden können (Wuffli, a.a.O. Rz. 
285). Dazu fehlen allerdings die notwendigen Belege in den Akten. Hinzuzurech-
nen sind hingegen die geltend gemachten Aufwände für die Fahrzeugsteuer (EUR 
18.00; act. B.7), die Kraftfahrzeugversicherung (EUR 71.00; act. B.13), den Sprit 
(EUR 225.00; act. B.13) und die geschätzten Kosten für den Fahrzeugunterhalt 
(EUR 100.00). Nicht nachvollziehbar sind dagegen die geltend gemachten Kosten 
für Kinderbesuche in der Schweiz in Höhe von CHF/EUR 450.00. Die Fahrtkosten 
werden nämlich bereits durch die gewährten Zuschläge für das Motorfahrzeug 
abgegolten. Gemäss der Scheidungsvereinbarung ist der Gesuchsteller ausser-
dem berechtigt, während den Besuchsterminen das Wohnmobil der Kindesmutter 
unentgeltlich zu benutzen (KESB act. 99). Diese finden gegenwärtig ohnehin nur 
einmal pro Monat statt, eine Ferienregelung fehlt momentan ebenso. Unter diesen 
Umständen rechtfertigt sich maximal ein Zuschlag von EUR 200.00, zumal die 
Freizeitgestaltung grundsätzlich bereits mit dem Grundbetrag abgegolten wird. Der 
geltend gemachte Zuschlag für Kinderbesuche in C._____ (CHF/EUR 225.00) ent-
fällt ebenfalls, da die Besuche derweilen ausschliesslich in der Schweiz stattfin-
den. Schliesslich werden vom Gesuchsteller noch diverse Zuschläge im Zusam-
menhang mit seiner Eigentumswohnung geltend gemacht. Diese führen zu einem 
anrechenbaren Zuschlag in Höhe von insgesamt EUR 589.00, bestehend aus den 
Hypothekarzinsen (EUR 331.00; act. B.8), den Bewirtschaftungskosten (EUR 
202.00; act. B.9) und der Grundsteuer (EUR 19.00; act. B.10). Nicht berücksichtigt 
werden dagegen die Amortisationszahlungen in Höhe von EUR 578.00 (vgl. KGer 
GR KSK 09 39 v. 18.8.2009 S. 3) sowie die Versicherung des Wohneigentums in 
Höhe von EUR 300.00, da der Prämienaufwand für nichtobligatorische Versiche-
rungen nicht berücksichtigt werden kann (BGE 134 III 323 E. 3; KGer GR KSK 09 
39 v. 18.8.2009 S. 4). 

3.2.3. Zu berücksichtigen sind ausserdem die laufenden Steuern. Die Lohnsteuer 
wurde bereits bei der Berechnung des Nettolohns abgezogen. Hinzu kommen je-
doch die Rundfunkgebühren in Höhe von EUR 18.00 (ohne Säumniszuschlag; act. 
B.5). Der notwendige Lebensbedarf beläuft sich somit insgesamt auf monatlich 
EUR 4'539.00.

3.3. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass dem Gesuchsteller ein Über-
schuss von EUR 1'639.00 pro Monat (= EUR 6'178.00 – EUR 4'539.00) bzw. ein 
jährlicher Überschuss von EUR 19'668.00 verbleibt.

4. Nach der Praxis ist die unentgeltliche Prozessführung zu verweigern, wenn 
die Prozesskosten aus dem Einkommensüberschuss innert weniger Monate be-
stritten werden können, wobei die Dauer für relativ einfache Verfahren bei einem 

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Jahr und jene für aufwändigere Verfahren bei 2 Jahren liegt (BGE 141 III 369 E. 
4.1 m.H. auf BGE 135 I 221 E. 5.1 = Pra 2010 Nr. 25 E. 5.1; KGer GR ZB 08 31 v. 
8.12.2008 E. 4c). Geringfügige Einkommensüberschüsse sind dabei zu vernach-
lässigen (BGer 5D_79/2015 v. 15.9.2015 E. 2.3).

Die dem Gesuchsteller auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 und die an-
fallenden Honorarkosten seiner Rechtsvertreterin könnte dieser demnach inner-
halb weniger Monate aus seinen laufenden Einnahmen finanzieren. Sein (nicht 
unerhebliches) Reinvermögen von geschätzten EUR 304'287.00 ist dabei noch 
gar nicht berücksichtigt. Die Schwelle für die Mittellosigkeit als Voraussetzung für 
die unentgeltliche Rechtspflege ist damit hinsichtlich der anfallenden Gerichts- und 
Honorarkosten nicht erreicht und der Gesuchsteller kann von diesen nicht befreit 
werden. Weitere Ausführungen zum Erfordernis der fehlenden Aussichtslosigkeit 
der Rechtsbegehren erübrigen sich. Auf die Ernennung eines Rechtvertreters bzw. 
einer Rechtsvertreterin kann ebenfalls verzichtet werden.

5. Der vorliegende Entscheid ergeht gestützt auf Art. 9 Abs. 1 GOG (BR 
173.000) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 KGV (BR 173.100) in einzelrichterlicher Kompetenz.

6. Gestützt auf Art. 119 Abs. 6 ZPO werden für das vorliegende Verfahren 
keine Gerichtskosten erhoben.

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Demnach wird erkannt:

1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

2. Für das vorliegende Verfahren werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: