# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c44d7cc-c635-52c6-8fd0-b14912b02406
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.03.2022 200 2022 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-9_2022-03-16.pdf

## Full Text

200 22 9 IV
JAP/SHE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. März 2022

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwer-
deführer) meldete sich im Mai 2015 mit Hinweis auf psychische Probleme 
bzw. eine Depression bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder 
Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, 
Antwortbeilage [AB] 2). Diese tätigte in der Folge erwerbliche und 
medizinische Abklärungen. Insbesondere gestützt auf die 
Aktenbeurteilungen von Dr. med. C.________, Fachärztin für Neurologie, 
Psychiatrie und Psychotherapie des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), 
vom 30. Juli und 2. Oktober 2015 (AB 14, 24) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 7. Oktober 2015 (AB 25) mangels einer längerdauernden 
Einschränkung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit von mindestens einem 
Jahr und länger einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. 
Die Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Februar 2019 (AB 27) meldete sich der Versicherte mit Hinweis auf 
einen Verdacht auf eine paranoide Schizophrenie erneut bei der IVB zum 
Leistungsbezug an. Gestützt auf die RAD-Aktenbeurteilung von Dr. med. 
C.________ vom 19. Juli 2019 (AB 36) stellte die IVB dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 31. Juli 2019 (AB 37) in Aussicht, auf sein 
Leistungsgesuch nicht einzutreten, da er nicht glaubhaft dargelegt habe, 
dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten Verfügung 
verändert hätten. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 43) holte die IVB 
eine erneute Stellungnahme bei Dr. med. C.________ vom 26. September 
2019 (AB 46) ein und tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische 
Abklärungen. Mit Mitteilung vom 30. Oktober 2019 (AB 56) teilte die IVB 
mit, Eingliederungsmassnahmen seien nicht indiziert, weshalb der 
Rentenanspruch geprüft werde. Auf Empfehlung von Dr. med. C.________ 
(vgl. RAD-Stellungnahme vom 15. November 2019 [AB 62]) beauftragte die 
IVB die MEDAS D.________ (nachfolgend MEDAS) mit der 

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polydisziplinären Begutachtung des Versicherten (AB 71). Gestützt auf 
deren interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 7. August 2020 inkl. 
Teilgutachten (AB 84.1-84.7) ersetzte und annullierte die IVB am 12. 
August 2020 (AB 85) den Vorbescheid vom 31. Juli 2019 und erliess einen 
neuen Vorbescheid, in welchem sie dem Versicherten in Aussicht stellte, 
mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wirkung im 
Rechtssinne den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung zu 
verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 86, 89) holte die IVB 
Stellungnahmen bei der MEDAS vom 19. Juli 2021 (AB 100/2) und Dr. 
med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie vom RAD, 
vom 1. September 2021 (AB 102) ein, ersetzte und annullierte am 20. 
September 2021 (AB 104) den Vorbescheid vom 12. August 2020 und 
erliess einen neuen Vorbescheid, in welchem sie in Aussicht stellte, 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens den Anspruch auf 
Leistungen der Invalidenversicherung zu verneinen. Dagegen erhob der 
Versicherte Einwand (AB 107, 109). Am 2. Dezember 2021 (AB 110) 
verfügte die IVB wie angekündigt. 

C.

Mit Eingabe vom 4. Januar 2022 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung vom 2. Dezember 2021 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei eine ganze Invalidenrente auszurichten.

3. Dem Beschwerdeführer seien berufliche Massnahmen zu gewähren.

4. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen, insbesondere eine 
erneute psychiatrische Begutachtung, zu initiieren.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Am 1. Februar 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf weitere 
Bemerkungen in Form einer Beschwerdeantwort, verwies auf die 
bisherigen Ausführungen und schloss auf Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG i.V.m. Art. 38 Abs. 4 lit. c ATSG) 
sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantona-
len Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 2. Dezember 
2021 (AB 110). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche 
Eingliederungsmassnahmen bzw. eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht wird vorab eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs geltend gemacht, indem beanstandet wird, die 
Beschwerdegegnerin habe „hinter dem Rücken des Beschwerdeführers“ 
die Gutachterstelle um eine Stellungnahme bzw. eine Ergänzung und 
„somit Verbesserung des Gutachtens“ ersucht (Beschwerde S. 12 ff. Ziff. 
8). 

2.2 Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) 
garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör räumt dem Betroffenen das 
persönlichkeitsbezogene Mitwirkungsrecht ein, erhebliche Beweise 
beizubringen, mit solchen Beweisanträgen gehört zu werden und an der 
Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken. Dem Mitwirkungsrecht 
entspricht die Pflicht der Behörden, die Argumente und Verfahrensanträge 
der Parteien entgegenzunehmen und zu prüfen, sowie die ihr rechtzeitig 
und formrichtig angebotenen Beweismittel abzunehmen (BGE 138 V 125 E. 
2.1 S. 127; SVR 2016 BVG Nr. 6 S. 23 6.1.1). Insbesondere hat der 
Versicherungsträger, der einer Gutachterin oder einem Gutachter 
Erläuterungs- oder Ergänzungsfragen zu stellen gedenkt, die versicherte 
Person vorgängig darüber zu informieren und ihr Gelegenheit zu geben, 
auch ihrerseits solche Fragen zu stellen. Dies gilt auch in Verfahren, die 
mittels durch Einsprache anfechtbare Verfügung abgeschlossen werden 
(BGE 136 V 113 E. 5.4 S. 116; SVR 2019 IV Nr. 93 S. 316 E. 5.3.3.2).

2.3 Soweit die Verwaltung die Sachverständigen mit der im 
Verwaltungsverfahren seitens eines Versicherten erhobenen Kritik 
konfrontiert und sie – ohne ihn vorgängig nochmals anzuhören – um eine 
diesbezügliche Stellungnahme ersucht, ist darin grundsätzlich keine 
Gehörsverletzung zu erblicken. Denn dabei stellt die Verwaltung in der 
Regel keine eigenen Ergänzungsfragen und die Mitwirkungsrechte des 
Versicherten bleiben dadurch gewahrt, dass er sich nach dem Vorliegen 
der gutachterlichen Stellungnahme erneut zum Beweisergebnis äussern 
kann. Hier formulierte die Beschwerdegegnerin zwar eine eigene 
Ergänzungsfrage (AB 90), diese betraf jedoch einzig die Kritikpunkte im 
Einwand des Beschwerdeführers (AB 89/4 f.); mithin entstammte die Frage 
letztlich der Sphäre des Beschwerdeführers. Ob dies ein verpöntes 

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einseitiges Vorgehen darstellt (E. 2.2. hiervor; vgl. auch Rz. 2083 f. [in der 
bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Fassung] bzw. Rz. 3138 f. [in der ab 
dem 1. Januar 2022 gültigen Fassung] des Kreisschreibens des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über das Verfahren in der 
Invalidenversicherung [KSVI]), kann letztlich offen bleiben. Denn ohnehin 
wäre von einer Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin 
abzusehen, da dies einem formalistischen Leerlauf gleichkäme und zu 
unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der 
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 
vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 
140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 E. 3.3.1). Denn der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers erhielt am 3. August 2021 (AB 98) telefonisch und am 
4. August 2021 (AB 99) schriftlich Kenntnis darüber, dass die 
Beschwerdegegnerin der Gutachterstelle eine Erläuterungs- bzw. 
Ergänzungsfrage gestellt hatte. Weiter wurde dem Rechtsvertreter die 
Stellungnahme der MEDAS am 16. September 2021 (AB 103) zugestellt 
und die Beschwerdegegnerin erliess am 20. September 2021 (AB 104) 
einen neuen Vorbescheid. Im dagegen erhobenen Einwand bemängelte 
der Rechtsvertreter zwar die Gehörsverletzung (AB 107/12 ff. Ziff. 8), 
verzichtete jedoch darauf, Fragen zu stellen und deren Unterbreitung an 
die MEDAS-Gutachter einzufordern. Damit gälte ein allfälliger Mangel als 
geheilt, zumal der Beschwerdeführer die Gelegenheit hatte, sich nicht nur 
im Vorbescheidverfahren, sondern auch im Beschwerdeverfahren vor dem 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, welches sowohl den Sachverhalt als 
auch die Rechtslage frei überprüfen kann, zu der ergänzenden 
Stellungnahme der MEDAS zu äussern, was er denn auch tat. Die Frage, 
ob das Gutachten samt der ergänzenden Stellungnahme den 
höchstrichterlichen Anforderungen an den Beweiswert eines Gutachtens 
(vgl. E. 4.2 hiernach) genügt und damit in beweisrechtlicher Hinsicht darauf 
abgestellt werden kann, ist eine Frage der materiellen Würdigung des 
Gutachtens.

3.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 7

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher 
Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 
Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 
4.3.1 S. 213) und die angefochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 1. September 2021 datiert, ist der Rentenanspruch 
nach den bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu 
prüfen.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

3.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der 
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 
70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid 
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf 

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eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 
solcher auf eine Viertelsrente.

3.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.5

3.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer für den 
Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 
so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 
351). Dies gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegange-
ner rechtskräftiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme be-
antragt (BGE 113 V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a).

3.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt 

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sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte 
Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu 
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 
IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

3.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den 
Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im 
Neuanmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

4.

4.1 Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom Februar 
2019 (AB 27) eingetreten ist und über den Anspruch auf 
Invalidenversicherungsleistungen materiell entschieden hat, ist die 
Eintretensfrage gerichtlich nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 
114). Weiter ist durch das psychiatrische MEDAS-Teilgutachten vom 3. 
August 2020 erstellt und von den Parteien zu Recht nicht bestritten, dass 
sich der Gesundheitszustand nach der Verfügung vom 7. Oktober 2015 
(AB 25) dahingehend massgeblich verändert hat, als anlässlich der 
besagten Verfügung die Leistungen wegen diagnostisch unsicherer Lage 
und Inkonsistenzen abgewiesen wurden, die aktuelle Situation nun aber 

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durchaus psychische Auffälligkeiten (auch eine Überforderungssituation in 
den letzten zwei letzten Jahren) ergibt (AB 84.6/24). Insofern ist von einer 
revisionsrechtlich relevanten Änderung auszugehen und ist der Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung nachfolgend in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig und ohne Bindung an frühere Beurteilungen 
zu prüfen (E. 3.5.4 hiervor).

4.2 Aus medizinischer Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

4.2.1 In der interdisziplinären MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 7. August 
2020 (AB 84.1) wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt:

- Schizotype Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F21; Neigung zu Verdeutlichung, 
Aggravation, Vermeidung, fragliches Stimmenhören)

- Maximal leichte kognitive Minderleistungen in den Bereichen Aufmerksamkeit 
und Gedächtnis mit/bei schwankender Anstrengung mit vorschnellem Aufgeben 
(Verdeutlichung; Differentialdiagnose: Aggravation) sowie deutlich erhöhter 
Wahrscheinlichkeit einer unglaubwürdigen Schilderung psychischer und 
kognitiver Beschwerden.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Status nach 
stressabhängigen Cervicalgien ohne Ausstrahlungen, ein Diabetes mellitus 
Typ II (medikamentös behandelt), eine Hypertonie (medikamentös 
behandelt), eine Adipositas Grad I, eine Dyslipidämie (medikamentös 
behandelt), erhöhte Leberwerte (vorwiegend GGT, unklare Genese [seit 
Jahren bekannt]) sowie eine Gastritis bei Stresssituationen (S. 7 Ziff. 4.2). 
Die Gutachter führten aus, aus somatischer Sicht hätten weder im 
allgemeinmedizinischen, neurologischen noch orthopädischen Bereich 
arbeitsrelevante Gesundheitsstörungen objektiviert werden können, welche 
die früheren Tätigkeiten oder andere adaptierte Tätigkeiten einschränken 
könnten. Auch die aktuelle neuropsychologische Untersuchung habe nur 
maximal leichte kognitive Minderleistungen in den Bereichen 
Aufmerksamkeit und Gedächtnis mit schwankender Anstrengung mit 
vorschnellem Aufgeben (Verdeutlichung, Differentialdiagnose: Aggravation) 
bei deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit einer unglaubwürdigen 
Schilderung psychischer und kognitiver Beschwerden ergeben. Es 
dominiere die psychiatrische Beurteilung der Gesundheitsstörungen, wobei 
nicht von einer zuletzt gemäss Akten angenommenen Störung aus dem 

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schizophrenen Formenkreis, sondern von einer Schizotypen 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F21; mit Neigung zu Verdeutlichung, 
Aggravation, Vermeidung, fragliches Stimmenhören) ausgegangen werde 
(S. 5 Ziff. 4.1). Beim Versicherten bestünden gegenwärtig zum Teil 
Störungen der Fähigkeiten und Ressourcen, die aus psychiatrischer Sicht 
mit einer reduzierten beruflichen Tätigkeit in der angestammten Tätigkeit 
vereinbar seien. In Anlehnung an den Mini-ICF-APP nach Linden seien die 
Fähigkeit zur Flexibilität und Umstellungsfähigkeit mittelschwer bis schwer, 
die Selbstbehauptungsfähigkeit und Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die 
Fähigkeit zu Spontan-Aktivitäten mittelschwer beeinträchtigt. Leicht bis 
mittelschwer beeinträchtigt seien die Fähigkeiten zur Anpassung an Regeln 
und Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, 
Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Gruppenfähigkeit, Fähigkeit zu 
familiären und intimen Beziehungen, als auch zur Selbstpflege. Nicht oder 
nur leicht eingeschränkt sei die Durchhaltefähigkeit (jedoch 
motivationsabhängig). In einer angepassten Tätigkeit dagegen könne auf 
leidensangepasste Arbeiten ausgewichen werden. Bei guter Motivation und 
Hilfsbereitschaft der Arbeitgeber würden die vorhandenen Defizite 
berücksichtigt. Erhöhter Zeitdruck sowie Mobbingsituationen und Konflikte 
am Arbeitsplatz sollten vermieden werden. Der Versicherte sollte die 
Möglichkeit erhalten, eine ausreichend lange und wohlwollende 
Einarbeitung in seine neuen Aufgaben zu erhalten. Die Bezugspersonen 
sollten nicht oft wechseln. Aus neuropsychologischer Sicht könne aufgrund 
der invaliden Ergebnisse nur ein positives Funktionsprofil erstellt werden, 
welches aufzeige, welche Leistungen mindestens möglich sein sollten: Der 
Versichere habe maximal leichte kognitive Einschränkungen. Seine 
Aufmerksamkeitsleistungen seien mehrheitlich uneingeschränkt. Vereinzelt 
sei oder reagiere er möglicherweise geringfügig verlangsamt. Er könne 
einem Gespräch folgen und verstehe Fragen auf Anhieb. Er verliere den 
Faden nicht häufiger als Gleichaltrige. In einem 1-zu-1-Setting könne er 
Aufgaben beginnen und diese meistens in einem angemessenen Tempo 
lösen sowie dabei strukturiert vorgehen. Zudem könne er vorausplanen und 
eigene Ideen produzieren. Er sei orientiert, pünktlich und emotional 
schwingungsfähig. Innerhalb der zwei Stunden und 50 Minuten dauernden 
neuropsychologischen Exploration sei es zu keinem Leistungsabfall 
gekommen und der Versicherte habe Bezug auf zuvor gemachte Aussagen 

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nehmen können. Aus allgemein-internistischer und neurologischer Sicht 
bestünden keine Funktionsstörungen, auch seien die Ressourcen nicht 
beeinträchtigt. Die genannten Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Rahmen des bisherigen Arbeitsfeldes. 
Aufgrund der rein orthopädischen Diagnosen bestehe das folgende 
Zumutbarkeitsprofil: Das dauerhafte Heben und Tragen von schweren 
Lasten von mehr als sieben kg sei nicht mehr zumutbar wie auch Arbeiten 
verbunden mit Zwangshaltungen des Kopfes und des Rumpfes und 
ständige Überkopfarbeiten oder Arbeiten in gebückter und gehockter 
Stellung. Rein gehende, rein stehende und rein sitzende Arbeiten seien 
nicht mehr zumutbar (S. 7 f. Ziff. 4.3). Beim Versicherten lägen vorwiegend 
Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen etwa am 
Arbeitsplatz vor mit daraus resultierenden psychosozialen Belastungen. Er 
habe im Rahmen der aktuellen Untersuchung eine Neigung zur 
Vermeidung und zur Verdeutlichung/Aggravation gezeigt, als Versuch, 
seine subjektiven Beschwerden, deren Intensität und Relevanz 
überzeugend darzustellen, um den psychosozialen Belastungen 
auszuweichen (S. 8 Ziff. 4.5). Aufgrund der psychischen 
Gesundheitsstörung sei dem Versicherten die bisherige Tätigkeit mit einer 
Präsenz von 4.25 Stunden ohne Leistungsminderung zumutbar, d.h. es 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% (die Leistungsminderung von 20% 
gemäss neuropsychologischer Begutachtung sei dabei bereits hinreichend 
berücksichtigt). Aus allgemeinmedizinischer, neurologischer und 
orthopädischer Sicht würden sich darüber hinaus nur geringe qualitative 
aber keine quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ergeben (S. 
9 Ziff. 4.7). In einer leidensadaptierten Verweistätigkeit bestehe in einem 
Vollzeitpensum eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit ohne Leistungsminderung 
(Ziff. 4.8). 

4.2.2 Im Bericht der psychiatrischen Klinik F.________ vom 23. 
September 2020 (AB 89/16) wurde eine Schizoaffektive Störung, 
depressiver Typ (ICD-10 F25.1; Differentialdiagnose: Paranoide 
Schizophrenie [ICD-10 F20.0] mit rezidivierender depressiver Störung, 
gegenwärtig remittiert [ICD-10 F33.4]), diagnostiziert (S. 16 Ziff. 2). Sowohl 
in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit bestehe 
bis mindestens am 28. Oktober 2020 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

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(Ziff. 3 ff.). Das psychiatrische Teilgutachten der MEDAS verstosse gegen 
die Qualitätsrichtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie 
und Psychotherapie (SGPP). Der Gutachter stelle die Diagnose einer 
„Schizotypen Störung“. Er lasse jedoch vermissen, aufgrund welcher 
Kriterien diese Diagnose gestellt werde. Insbesondere berufe er sich in 
seiner Diagnosestellung weder auf die ICD-10- noch auf die DSM-
Klassifikation. Dies stelle einen erheblichen Mangel des Gutachtens und 
insbesondere der dort enthaltenen Beurteilung und Diagnose dar. Diese 
Feststellung disqualifiziere bereits vollumfänglich das Gutachten. Weiter sei 
auf folgende Mängel des Gutachtens hinzuweisen: Die Diagnose 
„Schizotype Störung“ erscheine unwahrscheinlich. Weder wirke der 
Versicherte kalt/unnahbar, noch exzentrisch oder eigentümlich. Auch habe 
er keine Probleme mit Aufbau und Erhalt sozialer Beziehungen oder 
Defizite in den sozialen Kompetenzen. Auch müsste die Problematik der 
Persönlichkeitsstörung bereits seit mindestens dem frühen 
Erwachsenenalter vorgelegen haben. Dies scheine wenig wahrscheinlich, 
wenn man betrachte, wie engagiert der Versicherte früher sportlich 
gewesen sei, in diversen Vereinen etc. mit grossem Freundeskreis. Weiter 
stehe die Feststellung im Gutachten, der Versicherte zeige eine Neigung 
zur Vermeidung und Verdeutlichung/Aggravation, als Versuch seine 
subjektiven Beschwerden, deren Intensität und Relevanz überzeugend 
darzustellen, um den psychosozialen Belastungen auszuweichen, im 
Widerspruch zur Beobachtung in der psychiatrischen Klinik F.________: 
Der Versicherte zeige eine deutliche Neigung zur Bagatellisierung seiner 
Symptomatik. Dies zeige sich besonders eindrücklich im Umstand, dass er 
darauf dränge, die attestierte Arbeitsunfähigkeit aufzuheben, obwohl 
bisherige Arbeitsversuche wiederholt aufgrund Überforderung wegen der 
Grunderkrankung scheiterten. Zudem sei beim Versicherten ein klarer 
Leidensdruck aufgrund der Grunderkrankung feststellbar. Im Gutachten 
werde ebenfalls erwähnt, es sei nie untersucht worden, ob der Versicherte 
die Medikation einnehme. Dies sei ebenfalls falsch. Im Bericht vom 28. 
August 2020 (recte: 2019) werde erwähnt, dass am 8. August 2019 der 
Medikamentenspiegel im therapeutischen Bereich gelegen habe. Zudem 
sei der Medikamentenspiegel am 23. Juli 2020 bestimmt worden und habe 
im therapeutischen Bereich gelegen, d.h. der Versicherte nehme seine 
Medikamente zuverlässig ein. Der Grund für die Diskrepanz zwischen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 14

gutachterlichen Beurteilung und jener der psychiatrischen Klinik 
F.________ liege wahrscheinlich im Umstand, dass der 
Beobachtungszeitraum der psychiatrischen Klinik F.________ mehrere 
Monate betrage, hingegen das Gutachten sich auf eine einzelne 
Exploration stütze. Dieser Umstand werde durch die Tatsache akzentuiert, 
dass der Versicherte wegen seiner deutlichen Bagatellisierungstendenz 
und aus Scham fremde Personen kaum an seiner psychotischen 
Erlebniswelt teilhaben lasse. Es sei also davon auszugehen, dass sich die 
Beurteilung und Diagnose im Gutachten im Gegensatz zur Beurteilung und 
Diagnose der psychiatrischen Klinik F.________ auf eingeschränkte 
Informationen abstütze (S. 16 f. Ziff. 6 ff.). Weiter nahm die psychiatrischen 
Klinik F.________ Stellung zur RAD-Beurteilung von Dr. med. C.________ 
vom 26. September 2019 (AB 46; S 17 f. Ziff. 9). Zusammenfassend kam 
die psychiatrischen Klinik F.________ zum Schluss, aufgrund ihrer 
Erwägungen und der erheblichen Mängel in den bisherigen Beurteilungen 
sei eine umfassende Neubeurteilung durch einen unabhängigen Facharzt 
unerlässlich (S. 18 f. Ziff. 10). 

4.2.3 Der psychiatrische Gutachter der MEDAS führte in der 
Stellungnahme vom 19. Juli 2021 (AB 100) aus, gemäss Klassifikation 
nach ICD-10 werde eine schizotype Störung oder schizotype 
Persönlichkeitsstörung entsprechend gemäss F21 diagnostiziert. Die 
schizotypische Persönlichkeitsstörung oder schizotype Störung werden im 
ICD-10 synonym verwendet. Dabei handle es sich um eine 
Persönlichkeitsstörung mit einem chronischen Verlauf, jedoch 
unterschiedlicher Intensität. Obwohl sie gelegentlich in Schizophrenie 
übergehen könne, entwickle die Mehrheit der betroffenen Personen keine 
Psychose. Die schizotype Störung finde sich häufiger bei 
Familienmitgliedern von manifest schizophren erkrankten Personen. Bei 
der Diagnose ICD-10 F21 (schizotype Störung oder schizotypische 
Persönlichkeitsstörung) handle es sich um eine Störung mit exzentrischem 
Verhalten, Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren 
wirken könnten, obwohl nie eindeutige und charakteristische schizophrene 
Symptome aufgetreten seien. Im ICD-10 sei die Schizotypische 
Persönlichkeitsstörung mit der Codierung F21 als schizotype Störung 
gelistet. Obwohl sie dort der Gruppe der Schizophrenien und wahnhaften 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 15

Störungen zugeordnet sei, heisse es im Kommentar „Die Entwicklung und 
Verlauf entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung“. Bei der 
Diagnose ergebe sich, dass schizotypische Personen die gleichen 
zwischenmenschlichen Probleme wie schizoide Personen hätten. Gemäss 
ICD-10 F21 heisse es zusätzlich in entsprechender Info: Es handle sich um 
eine Störung mit exzentrischem Verhalten und Anomalien des Denkens 
oder Stimmung, die schizophren wirkten, obwohl nie eindeutige 
uncharakteristische Symptome aufgetreten seien. Folgende Symptome 
könnten bestehen: „ein kalter Affekt, Anhedonie, seltsames und 
exzentrisches Verhalten, Tendenz zu sozialem Rückzug, paranoide oder 
bizarre Ideen, die aber nicht zu Wahnvorstellungen gehören, zwanghaftes 
Grübeln, Denk- und Wahrnehmungsstörungen, aber gelegentlich auch 
vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, 
akustischen oder anderen Halluzinationen sowie wahnähnlichen Ideen, 
meist ohne äussere Veranlassung. Es lässt sich meist kein klarer Beginn 
feststellen; die Entwicklung und Verlauf entsprechen aber gewöhnlich einer 
Persönlichkeitsstörung“. Im DSM-5 gehöre die schizotypische 
Persönlichkeitsstörung zusammen mit der schizoiden und der paranoiden 
Persönlichkeitsstörung zu den schizophrenienahen 
Persönlichkeitsstörungen (Cluster A). In Krisensituationen fehle das 
„logische Denken“ schwer und die Betroffenen hätten Probleme, unwichtige 
von wichtigen Informationen zu unterscheiden (lediglich die schizoide 
Persönlichkeitsstörung und das Asperger-Syndrom gehörten nicht dazu). 
Bei der Darstellung eines komplexen psychiatrischen Zustandsbildes lasse 
sich die Symptomatik mitunter besser eingrenzen, begründen aber auch 
diskutieren, wenn die beiden durchaus ähnlichen diagnostischen (und 
statistischen) Systeme ICD-10 und DSM-5 bemüht würden, dies 
insbesondere dann, wenn keine definitorischen Widersprüche bestünden 
und die beiden Systeme sich dabei bei der Beschreibung ergänzten. Auch 
im DSM-5 werde die F21 als Persönlichkeitsstörung besprochen. Dabei 
würden folgende typischen Persönlichkeitsmerkmale und 
Beeinträchtigungen beschrieben: Identitätsstörungen, Probleme bei der 
Selbststeuerung, Schwierigkeiten in der Empathie und Nähe und es 
würden noch andere mögliche diagnostische Kriterien genannt: Denk- und 
Wahrnehmungsstörungen, ungewöhnliche Überzeugungen und innere 
Erlebnisse, Exzentrität, Affektarmut (Verschlossenheit), sozialer Rückzug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 16

und Misstrauen. Bei den Betroffenen bestehe somit im Rahmen der 
Persönlichkeitsstörung ein verzerrtes Selbstbild mit inkonsistenten 
persönlichen Zielen, begleitet von Misstrauen und eingeschränktem 
emotionalem Ausdruck. In der gutachterlichen Zusammenfassung der 
persönlichen, beruflichen und gesundheitlichen Entwicklung des 
Versicherten, einschliesslich der aktuellen psychischen und sozialen 
Situation, sei Folgendes ausgeführt: Beim Versicherten bestehe seit der 
Kindheit und Jugend ein durchdringendes Muster von Zurückhaltung 
bezüglich enger Beziehungen, er sei introvertiert und zeige eine Neigung 
zum sozialen Rückzug, an dem er auch leide. Seit dem 20. Lebensjahr 
komme es bei ihm zu Verzerrungen des Denkens und der Wahrnehmung. 
Im Verlauf seien bei ihm auch paranoide Gedanken bzw. Vorstellungen und 
Befürchtungen hinzugekommen, seit dem 20. Lebensjahr habe er auch ab 
und zu Stimmen gehört. Sein Verhalten wirke zumindest zeitweilig 
eigentümlich und einzigartig. Neben einer wahnhaften Eigenbeziehung 
lägen Wahnvorstellungen vor, ferner eine Überzeugung von paranormalen 
Phänomenen, ungewöhnliche, auf Wahrnehmung beruhende Erfahrungen, 
Verdächtigungen bzw. paranoide Gedanken, ein eigentümliches Verhalten 
bzw. Aussehen, eine soziale Angst, Mangel an engen Freunden ausserhalb 
der Familie, was aufgrund der klinischen Kriterien am ehesten von einer 
schizotypischen Persönlichkeitsstörung ausgehen lasse. Während die 
Kriterien im ICD-10 einstweilen vage erschienen, ergebe sich aus dem 
DSM-5 durchaus ein klares Bild, welches die geschilderten 
problematischen Persönlichkeitsmerkmale spezifischer erscheinen lassen 
würden. Die so erarbeiteten und definierten Persönlichkeitsmerkmale, die 
eine Person charakterisierten, machten auch in diesem besonderen Fall die 
Spezifika des Einzelfalles aus. In diagnostischer und prognostischer 
Hinsicht sei in der gutachterlichen zusammengefassten Darstellung der 
besseren Systematik wegen auch betont worden, dass die Aussichten auf 
eine Remission der psychotisch anmutenden Symptomatik bei einer 
schizotypen Persönlichkeitsstörung deutlich günstiger seien als bei einer 
Schizophrenie, sodass mit einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit weder 
aufgrund der Diagnose noch des bisherigen Verlaufs überwiegend 
wahrscheinlich zu rechnen sei. Die diagnostischen bzw. 
differentialdiagnostischen Kriterien unter differenzierter Betrachtung beider 
Diagnosesysteme würden sich auch bei der Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 17

Arbeitsfähigkeit in angestammter/angepasster Tätigkeit niederschlagen. 
Somit bestehe kein Widerspruch in der Verbindung der beiden 
diagnostischen Systeme ICD-10 und DSM-5 bei der Definition der 
zugrundeliegenden psychischen Störung des Versicherten. 

4.2.4 Dr. med. E.________ führte in der RAD-Stellungnahme vom 1. 
September 2021 (AB 102) aus, die Gutachterstelle, namentlich der 
psychiatrische Gutachter, nehme im Schreiben vom 19. Juli 2021 Stellung 
zur angefragten diagnostischen Präzisierung bzw. Kodierung nach einem 
anerkannten Klassifikationssystem. Dieser führe richtig aus, dass seit der 
ICD-10 Version-2019 der Begriff schizotype Persönlichkeitsstörung 
synonym zur ursprünglichen kategorialen Zuordnung schizotype Störung 
(F21) verwendet werden könne und verweise auf die entsprechende 
Quelle. Im Weiteren werde ausführlich dargelegt, dass die diagnostischen 
Kriterien des DSM-5 deutlich aussagekräftiger seien als jene des (in 
Revision befindlichen, aber noch gültigen) ICD-10. Sodann werde die 
Herleitung der Diagnose nachvollziehbar begründet. Zusammengefasst 
seien die Ausführungen der Gutachterstelle aus medizinischer Sicht 
nachvollziehbar und schlüssig. 

4.2.5 Vom 17. September bis zum 22. Oktober 2021 befand sich der 
Versicherte in der psychiatrischen Klinik F.________ in stationärer 
Behandlung. Im betreffenden Austrittsbericht vom 2. November 2021 
(Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 4) wurden aus 
psychiatrischer Sicht eine paranoide Schizophrenie, episodisch mit 
zunehmendem Residuum (ICD-10 F20.01), sowie Probleme durch 
traumatische Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61) diagnostiziert. Aus 
somatischer Sicht bestünden ein Diabetes Mellitus Typ II, eine Adipositas 
sowie eine Transaminasenerhöhung. Der Versicherte sei auf eigenen 
Wunsch zugewiesen worden, um ihn in der Umsetzung eines geregelten 
Tagesablaufes aufgrund eines bevorstehenden Praktikums zu 
unterstützen. Im gegenseitigen Einverständnis und gut stabilisiertem 
psychischem Zustand und bei fehlender akuter Selbst- und/oder 
Fremdgefährdung sei er am 22. Oktober 2021 in seine vorbestehende 
Wohnsituation ausgetreten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 18

4.2.6 In der Stellungnahme zur angefochtenen Verfügung zu Handen des 
Rechtsvertreters des Versicherten vom 15. Dezember 2021 (BB 3) führte 
Dr. med. et phil.-nat. G.________ von der psychiatrischen Klinik 
F.________ aus, die Beschwerdegegnerin nehme bezüglich 
Leistungsablehnung lediglich zu einem einzigen Argument ihres 
Schreibens vom 23. September 2020 Stellung, nämlich, dass sich ein 
Gutachten nicht auf die ICD-10 oder DSM-IV-Richtlinien stützen müsse. Im 
besagten Schreiben der psychiatrischen Klinik F.________ seien aber 
weitere erhebliche Mängel/Fehlannahmen aufgeführt worden. Da sich die 
Diagnose im Gutachten erheblich auf diese Fehlannahmen stütze, sei die 
gutachterliche Diagnosestellung weiterhin fehlerhaft. 

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 19

der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

4.4 Die interdisziplinäre MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 7. August 
2020 inkl. Teilgutachten (AB 84.1-84.7) sowie die ergänzende 
Stellungnahme vom 19. Juli 2021 (AB 100) erfüllen die Voraussetzungen 
der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.3 hiervor). Die Feststellungen 
der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen Abklärungen und sind 
in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen Belange umfassend 
und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden 
nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in der 
Folge darauf abzustellen; namentlich und insbesondere auch insoweit, als 
der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit in einem 
Vollzeitpensum zu 100% und ohne Leistungsminderung arbeitsfähig ist (AB 
84.1/9 Ziff. 4.8). Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers 
wie auch die übrigen ärztlichen Berichte – wie nachfolgend dargelegt – 
nichts zu ändern, zumal keine konkreten Indizien vorliegen, welche gegen 
die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor). Der 
Sachverhalt erweist sich damit als durch die Beschwerdegegnerin 
genügend abgeklärt und von ergänzenden Abklärungen (vgl. Beschwerde 
S. 20 Ziff. 11) ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 144 V 361 E. 
6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 
50 S. 163 E. 4) und gestützt auf die nachfolgenden Ausführungen zu 
verzichten.

4.4.1 Gestützt auf die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der MEDAS 
vom 7. August 2020 (AB 84.1) erstellt und von den Parteien zu Recht 
unbestritten ist, dass von somatischer Seite her weder aus 
allgemeinmedizinischer noch neurologischer oder orthopädischer Sicht 
arbeitsrelevante Gesundheitsstörungen objektiviert werden konnten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 20

welche die früheren Tätigkeiten oder adaptierte Arbeiten einschränken 
könnten (AB 84.1/5).

4.4.2 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, das psychiatrische MEDAS-
Teilgutachten verstosse gemäss dem Bericht der psychiatrischen Klinik 
F.________ vom 23. September 2020 (AB 89/16) gegen die 
Qualitätsrichtlinien der SGPP für psychiatrische Gutachten (Beschwerde S. 
4 ff. Ziff. 5) und enthalte Mängel (Beschwerde S. 17 Ziff. 10), kann ihm 
nicht gefolgt werden. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass das Gutachten 
nicht seine Beweiskraft verlöre, soweit es sich nicht an die Leitlinien 
anlehnte, denn massgebend ist allemal, ob es gesamthaft gesehen 
nachvollziehbar begründet und überzeugend ist (vgl. SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 3.3). Der psychiatrische Gutachter hat gestützt auf die ihm 
vorliegenden Akten, die von ihm während seiner Untersuchung erhobenen 
Befunde und durchgeführten Tests sowie die gestützt auf die während der 
neuropsychologischen Exploration gewonnen Erkenntnisse die Diagnose 
einer schizotypen Persönlichkeitsstörung gestellt. Die Herleitung dieser 
Diagnose hat er in seinem Teilgutachten ausführlich und nachvollziehbar 
dargelegt. Nachdem der Beschwerdeführer mit Verweis auf den besagten 
Bericht der psychiatrischen Klinik F.________ Einwand gegen den 
Vorbescheid vom 12. August 2020 (AB 85) und dabei insbesondere gegen 
die psychiatrische Diagnosestellung im MEDAS-Gutachten erhoben hatte 
(AB 85/4 ff. Ziff. 5), nahm der psychiatrische Gutachter zu den Einwänden 
Stellung und legte – anders als vom Beschwerdeführer behauptet 
(Beschwerde S. 14 f. Ziff. 9) – überzeugend dar, weshalb er die besagte 
Diagnose stellte. Auch RAD-Arzt und Psychiater Dr. med. E.________ 
bestätigte in der Folge die vom psychiatrischen Gutachter vorgenommene 
Diagnosestellung (vgl. Stellungnahme vom 1. September 2021 [AB 102]). 
Damit vermag der Bericht der psychiatrischen Klinik F.________ vom 23. 
September 2020 (AB 89/16) weder Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der Feststellungen des psychiatrischen Gutachters zu 
erwecken, geschweige denn – wie der Beschwerdeführer vorbringt 
(Beschwerde S. 5 Ziff. 5) – Umstände aufzuzeigen, die zur 
Beweisuntauglichkeit des Gutachtens führten. Nur der Vollständigkeit 
halber ist darauf hinzuweisen, dass das im Bericht der psychiatrischen 
Klinik F.________ angegebene sportliche Engagement (AB 89/17) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 21

offensichtlich nur im Jugendalter bestand (AB 11/4). Auch ist entgegen den 
Ausführungen im erwähnten Bericht (AB 89/17) nicht erstellt, dass der 
Beschwerdeführer je über einen grossen Freundeskreis verfügte, gab er 
während der psychiatrischen Exploration doch selbst an, bereits als Kind 
und Jugendlicher sei er eher ein Einzelgänger gewesen (AB 84.6/11). Für 
die Annahme, dass der Beschwerdeführer eine deutliche Neigung zur 
Bagatellisierung seiner Symptomatik zeigt und darauf drängt, die von der 
psychiatrischen Klinik F.________ attestierte Arbeitsunfähigkeit 
aufzuheben (AB 89/17), finden sich in den Akten, insbesondere den 
Berichten der psychiatrischen Klinik F.________, keine Hinweise. Vielmehr 
gab der Beschwerdeführer anlässlich der psychiatrischen Exploration 
selber an, wegen seiner Kraftlosigkeit nicht arbeiten zu können (AB 84.6/8). 
Die neuropsychologische Gutachterin hat diesbezüglich denn auch 
überzeugend dargelegt, dass beim Beschwerdeführer eine schwankende 
Anstrengung mit vorschnellem Aufgeben (Verdeutlichung; 
Differentialdiagnose: Aggravation) sowie eine deutlich erhöhte 
Wahrscheinlichkeit einer unglaubwürdigen Schilderung der psychischen 
und kognitiven Beschwerden besteht (AB 84.7/10). Der psychiatrische 
Gutachter urteilte ähnlich, indem er darlegte, dass psychiatrisch die 
Darstellung der als sehr ausgeprägt beschriebenen produktiven 
Symptomatik überzogen und klinisch-psychiatrisch nicht „voll“ 
nachvollziehbar wirkt. Er schloss vielmehr auf das Vorliegen 
aggravatorischer Tendenzen sowie einer akzentuierten und dramatisierten 
Darstellung vorhandener Beschwerden, offensichtlich mit dem Ziel, die 
Gutachter von dem Vorliegen und dem subjektiv empfundenen Ausmass 
der Störungen, deren Intensität und Relevanz zu überzeugen (AB 84.6/20). 
Dass trotzdem eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurde (Beschwerde S. 19 Ziff. 10), ändert 
daran nichts. Des Weiteren hat der Umstand, dass am 8. August 2019 (AB 
43/4) und offenbar am 23. Juli 2020 (AB 89/17; ein Bericht hierzu fehlt in 
den Akten) der Medikamentenspiegel überprüft wurde (vgl. Beschwerde S. 
5 Ziff. 5), nicht zur Folge, dass der Beweiswert des MEDAS-Gutachtens 
geschmälert würde, werden doch in den übrigen Berichten der 
psychiatrischen Klinik F.________ vom 15. September 2015 (AB 22/6), 5. 
März 2019 (AB 34/2), 3. April 2019 (AB 60/17), 28. Oktober 2019 (AB 
60/3), 5. November 2019 (AB 60/11) und 2. November 2021 (BB 4) keine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 22

Angaben geliefert, dass der Medikamentenspiegel überprüft worden wäre. 
Zumindest kann entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers nicht 
von einer regelmässigen Überprüfung des Medikamentenspiegels 
ausgegangen werden. Zudem wurde nie ein Drogenscreening 
durchgeführt. 

Wie der Beschwerdeführer richtig vorbringt, ergab die Auswertung des 
Mini-ICF-APPs Einschränkungen in nahezu allen Fähigkeiten, nicht jedoch 
wie er vorbringt mindestens mittelgradige (Beschwerde S. 7 Ziff. 5), 
sondern grösstenteils leicht- bis mittelgradige. Dass der Gutachter auf 
diese Einschränkungen nicht eingeht, entspricht nicht der Aktenlage. Er 
führte vielmehr nachvollziehbar aus, dass diese Einschränkungen in der 
angestammten Tätigkeit mit einer reduzierten beruflichen 
Leistungsfähigkeit einhergehen, jedoch in einer leidensangepassten Arbeit 
bei guter Motivation und Hilfsbereitschaft der Arbeitgeber keine 
Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehen. Er 
beschreibt dabei die Anforderungen an eine solche Tätigkeit umfassend, 
nämlich kein erhöhter Zeitdruck, Vermeidung von Mobbingsituationen und 
Konflikten am Arbeitsplatz, ausreichend lange und wohlwollende 
Einarbeitung, kein häufiges Wechseln der Bezugspersonen (AB 84.6/22 f. 
Ziff. 7.4 und 8). Dass es sich dabei um einen geschützten Arbeitsplatz 
handeln müsste (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 5 und S. 19 Ziff. 10), ist nicht 
korrekt. Die bestehenden Einschränkungen erfordern weder einen 
Nischenarbeitsplatz geschweige denn einen geschützten Arbeitsplatz. 
Vielmehr besteht auf dem ersten Arbeitsmarkt eine genügende Anzahl 
Stellen, welche der Beschwerdeführer trotz seiner Einschränkungen 
ausführen kann.

Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, der psychiatrische Gutachter habe 
sich unzureichend mit den Ergebnissen des „Arbeitsversuches“ beim 
„Unternehmen H.________“ auseinandergesetzt (Beschwerde S. 8 Ziff. 5, 
S. 18 Ziff. 10), dringt er ebenfalls nicht durch. Vorerst ist darauf 
hinzuweisen, dass es sich nicht um einen Arbeitsversuch gemäss Art. 18a 
IVG gehandelt hat, sondern um von der Arbeitslosenversicherung initiierte 
Arbeitsmarktlich-Medizinische Abklärungen zur Ermittlung der 
Arbeitsfähigkeit. Aus deren Berichten (AB 84.8/8-21) gehen denn auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 23

keine offensichtlichen und erheblichen Diskrepanzen gegenüber den 
gutachterlichen Einschätzungen hervor, welche einer klärenden 
medizinischen Stellungnahme bedürften (vgl. Entscheide des 
Bundesgerichts [BGer] vom 14. November 2018, 8C_563/2018, E. 6.1.1, 
und vom 15. Februar 2019, 9C_534/2018, E. 2.2). So konnte der 
Beschwerdeführer im Jahr 2015 noch ein 100%-Pensum bewältigen, wobei 
er sehr konstante und sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht 
sehr gute Arbeitsleitungen erbrachte (AB 84.8/12 f.). Im Jahr 2019 erreichte 
er zwar das vorgesehene 50%-Pensum nicht, das Arbeitsverhalten war 
aber nicht mehr einwandfrei (gelegentlich unpünktlich, tiefe Präsenz trotz 
Teilzeitarbeit, Feilschen um Arbeitszeiten, Diskussion bezüglich Ordnung 
am Arbeitsplatz und Betriebsregeln sowie Arbeitspensum, musste durch 
Zureden zum Weiterarbeiten ermuntert werden [AB 84.8/8 ff.]). 

Weiter sind die Einwände des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 9 ff. Ziff. 
6 f.) gegen die RAD-Stellungnahme von Dr. med. C.________ vom 26. 
September 2019 (AB 46) nicht relevant, stützt sich die angefochtene 
Verfügung der Beschwerdegegnerin doch nicht auf diese Stellungnahme. 

Schliesslich vermag auch die Stellungnahme des behandelnden Dr. med. 
et phil.-nat. G.________ vom 15. Dezember 2021 (BB 3) zu Handen des 
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers – entgegen den Vorbringen in der 
Beschwerde (S. 15 Ziff. 9) – nichts an der Schlüssigkeit der gutachterlichen 
Feststellungen zu ändern, zumal in Bezug auf Atteste von Hausärzten das 
Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen darf und soll, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-
lung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht 
nur für den allgemein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den 
behandelnden Spezialarzt und erst recht für den schmerztherapeutisch 
tätigen Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfor-
dernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Weiter lässt es die unterschiedliche 
Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 24

schen Experten andererseits nicht zu, ein Administrativgutachten – wie 
vorliegend jenes der MEDAS – stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu 
anderslautenden Einschätzungen gelangen (Entscheid des BGer vom 15. 
November 2021, 9C_458/2021, E. 3.4). Zudem verfügt Dr. med. et phil.-
nat. G.________ gemäss Medizinalberuferegister über keinen Facharzttitel, 
insbesondere über keinen für Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. htt-
ps://www.medreg.admin.ch). Für die Eignung eines Arztes oder einer Ärz-
tin, in einer bestimmten medizinischen Disziplin stichhaltige Aussagen ma-
chen zu können, ist gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung jedoch ein 
entsprechender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienen-
der, spezialärztlicher Titel vorausgesetzt (vgl. Entscheid des BGer vom 22. 
März 2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3). Damit vermag Dr. med. et phil.-nat. 
G.________ nicht, die vom psychiatrischen Gutachter als Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie aufgrund eigener Untersuchungen erhobe-
nen Beurteilungen in Zweifel zu ziehen. Zudem sagen die Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit per se noch nichts aus über das Aus-
mass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dieses ist vom Arzt im Ein-
zelfall festzusetzen. Nur der Vollständigkeit halber ist auf die von Dr. med. 
G.________ gestellte Diagnose einer Paranoiden Schizophrenie, episo-
disch mit zunehmendem Residuum (ICD-10 F20.01), einzugehen, da diese 
ebenfalls in den anderen Berichten und Stellungnahmen der 
psychiatrischen Klinik F.________ so oder ähnlich diagnostiziert wird (vgl. 
AB 60/5, 60/11, 60/14, 60/17, 89/16 sowie BB 4). Wie der psychiatrische 
Gutachter richtig darlegte, besteht bzw. hat zu keinem Zeitpunkt eine Schi-
zophrenie bzw. eine Störung aus dem schizophrenen Formenkreis bestan-
den. Er erklärte, die Schizophrenie sei eine der schwersten psychischen 
Erkrankungen, die oft schon früh zu erheblich eingeschränkter Lebensqua-
lität und zu einer Behinderung der beruflichen und schulischen Leistungen 
führe sowie oft überdauernde Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungs-
fähigkeit und der sozialen und beruflichen Lebensbewältigung bewirke, dies 
insbesondere beim chronischen Verlauf, der unter Berücksichtigung der 
Anamnese beim Beschwerdeführer vorliegen müsste. Dagegen sei dieser 
trotz offensichtlich vorhandener Symptome bis vor kurzem meist in der La-
ge gewesen zu arbeiten und sei auch belastbar genug gewesen, um bei-
spielsweise nebenberuflich in den Jahren 2005-2008 eine Ausbildung zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 25

... zu absolvieren. Auch in den Folgejahren habe er weiter gearbeitet, wenn 
auch mit Unterbrüchen. In der Zeit von Mai 2017 bis September 2018 sei er 
als ...- und ... tätig gewesen, was bei einer floriden Schizophrenie im Rah-
men eines Rückfalls oder einer chronischen (paranoid-halluzinatorischen) 
schizophrenen Erkrankung kaum denkbar gewesen wäre. Der Verlauf einer 
chronischen schizophrenen Erkrankung des vom Beschwerdeführer ge-
schilderten Ausmasses wäre bei einer frühzeitigen Erkrankung und konse-
quenter Behandlung sowie Rückfallprophylaxe zwar günstig beeinflussbar 
gewesen, jedoch habe der Beschwerdeführer erst im Jahre 2014 eine Be-
handlung in Anspruch genommen. Es sei kaum vorstellbar, dass er ohne 
eine wirksame Therapie über viele Jahre hinweg trotzdem in der Lage ge-
wesen wäre, regelmässig einer Arbeit nachzugehen (AB 84.6/20). Diese 
fachärztlichen Erläuterungen sind nachvollziehbar und überzeugen.

Schliesslich ist – entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers 
(Beschwerde S. 21 Ziff. 11) – mit der erneuten stationären Behandlung 
vom 17. September bis zum 22. Oktober 2021 (vgl. Bericht der 
psychiatrischen Klinik F.________ vom 2. November 2021 [BB 4]) keine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgewiesen und vermag 
der Bericht die gutachterlichen Feststellungen nicht zu entkräften, erfolgte 
der stationäre Spitalaufenthalt doch auf eigenen Wunsch des 
Beschwerdeführers, um ihn in der Umsetzung eines geregelten 
Tagesablaufes zu unterstützen.

4.4.3 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass aus somatischer Sicht 
keine gesundheitlichen Einschränkungen bestehen, die den 
Beschwerdeführer in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der 
angestammten oder einer adaptierten Tätigkeit einschränken. Aus 
psychiatrischer Sicht ist auf das vollumfänglich überzeugende 
psychiatrische MEDAS-Teilgutachten (AB 84.6) inkl. ergänzende 
Stellungnahme vom 19. Juli 2021 (AB 100) abzustellen. Danach ist der 
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit zu 50% ohne zusätzliche 
Leistungsminderung arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit 
besteht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% (AB 84.6/23 Ziff. 8). 
Daher bedarf es praxisgemäss keiner Indikatorenprüfung und damit keines 
strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3 S. 417) und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 26

Frage, ob bereits aufgrund des vorliegenden Störungsbildes eine 
Indikatorenprüfung ohnehin obsolet wäre (Beschwerde S. 17 Ziff. 10), kann 
offen bleiben. Ebenfalls offen bleiben kann mit Blick auf das Resultat (vgl. 
E. 6 hiernach), ob gemäss den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in 
der angefochtenen Verfügung und entgegen der Argumentation des 
Beschwerdeführers (Beschwerde S. 19 Ziff. 10) bereits aufgrund von 
Ausschlussgründen nach BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51 (Aggravation) von 
vornherein ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden 
auszuschliessen wäre. 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat so 
konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). 

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau be-
ziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf 
jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichti-
gung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten per-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. März 2022, IV/22/9, Seite 27

sönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 
5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296; SVR 2021 IV Nr. 51 S. 168 E. 3.2). 

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Be-
messung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppel-

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ten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 
4.1 S. 20).

5.4 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und der Neuanmeldung 
vom Februar 2019 (AB 27) der 1. August 2019 (Art. 29 Abs. 3 IVG), wes-
halb auf diesen Zeitpunkt hin der Einkommensvergleich durchzuführen ist. 
Ob das Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) zu diesem Zeitpunkt bereits 
erfüllt war, ist gutachterlich nicht beurteilbar (AB 84.6/23 Ziff. 8), braucht mit 
Blick auf die Ausführungen hiernach und das Ergebnis aber nicht absch-
liessend geklärt zu werden. 

5.5 Ob der Beschwerdeführer im Jahr 2019 im hypothetischen 
Gesundheitsfall als ..., im ...- und ... oder in einem anderen Berufsfeld 
gearbeitet hätte, ist mit Blick auf die bisherige unstete Berufsbiographie mit 
vielen verschiedenen nicht langen Arbeitsverhältnissen bei diversen 
Arbeitgebern gefolgt von wiederkehrenden Perioden von Arbeitslosigkeit 
(AB 7, 11, 27/6, 50, 84.3/5, 84.4/7 f., 84.6/8, 84.8/8 f.) ungewiss und nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Damit ist das 
Valideneinkommen gestützt auf die LSE-Tabellen des BFS zu bestimmen 
(vgl. E. 5.2 hiervor). Ob dabei auf das Kompetenzniveau 1 oder 2 abgestellt 
wird, ist unerheblich. Denn das Invalideneinkommen ist, da der 
Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, ebenfalls 
aufgrund der LSE-Tabellen des BFS zu bestimmen (vgl. E. 5.3 hiervor). 
Dabei ist zu vermerken, dass das Zumutbarkeitsprofil einer Tätigkeit 
gemäss Kompetenzniveau 2 nicht entgegensteht, zumal insbesondere 
Datenverarbeitung und Arbeiten in der Administration weiterhin möglich 
sind. Da somit sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen ausgehend 
vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen sind, entspricht der Invaliditäts-
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges 
vom Tabellenlohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). Hier beruhen beide 
Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, weshalb invaliditätsfrem-
de Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationalität / Aufenthaltskategorie, Beschäf-
tigungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichtigen wären (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Weiter wurden sämtli-
che gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereits mit dem gutachterlichen 

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Zumutbarkeitsprofil genügend berücksichtigt und dürfen gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung nicht mit einem Tabellenlohnabzug doppelt 
berücksichtigt werden (vgl. statt vieler Entscheid des BGer vom 8. Juni 
2018, 9C_280/2018, E. 6.4.2). 

5.6 Aufgrund des Dargelegten besteht bei einer Arbeitsfähigkeit von 
100% ein Invaliditätsgrad von 0% und damit weder für eine Rente noch für 
eine berufliche Eingliederung eine leistungsspezifische Invalidität.

5.7 Zusammenfassend ist die Verfügung vom 2. Dezember 2021 (AB 
110) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwer-
de ist abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und 
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 
festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.