# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4ca5932-2538-5211-ad83-0c6502c17675
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.12.2014 IV 2012/242
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-242_2014-12-05.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/242

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.06.2020

Entscheiddatum: 05.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2014
Art. 28 und ART. 28a IVG. Gemischte Methode, Statusfrage. Würdigung der 
medizinischen Aktenlage. Rückweisung zur weiteren medizinischen 
Abklärung in Form eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 2014, IV 
2012/242).

Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 5. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ meldete sich am 28. April 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 7). Der 

behandelnde Rheumatologe der Versicherten, Dr. med. B.___, Rheumatologie FMH, 

nannte gemäss einem Gesprächsprotokoll vom 26. Mai 2010 als Diagnose eine 

polyartikulär aktive rheumatoide Arthritis, bestehend seit Sommer 2008. Er gab an, die 

Erkrankung führe zu einer eingeschränkten Belastbarkeit der meisten Gelenke der 

Versicherten. Aktuell sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Der Gesundheitszustand sei 

jedoch noch instabil. Vor zwei Monaten sei eine Behandlung mit Orenica-Infusionen 

begonnen worden, deren Wirkung sich erst in ca. 3 Monaten zeige (IV-act. 19).

A.b  Die Arbeitgeberin der Versicherten, die C.___ AG, berichtete am 25. Mai 2010, 

dass die Versicherte seit dem 1. August 2002 als Hausdienstmitarbeiterin mit einem 

Pensum von 19 Stunden pro Woche tätig gewesen sei. Seit dem 30. Oktober 2009 sei 

die Versicherte zu 100% krank geschrieben (IV-act. 23-3).

A.c  Am 31. August 2010 erklärte Dr. B.___ telefonisch, die rheumatoide Arthritis sei 

immer noch polyartikulär aktiv. Die Behandlung mit dem Medikament Orencia sei 

wegen Wirkungslosigkeit gestoppt worden. Es sei ein Wechsel auf einen TNF-Alpha-

Hemmer geplant. Mit einer signifikanten Verbesserung in den nächsten 6 Monaten sei 

nicht zu rechnen. Der Regionale Ärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) bemerkte dazu, 

dass medizinisch-theoretisch in einer adaptierten Tätigkeit mindestens eine 50%ige

Arbeitsfähigkeit erwartet werden dürfte. Inwieweit dies auf die bisherige Tätigkeit zu­

treffe, sei aufgrund des unklaren Leistungsprofils unsicher (IV-act. 25).

A.d  Am 28. Oktober 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass die 

Eingliederungsbemühungen abgeschlossen würden, da die Versicherte sich 

behinderungsbedingt nicht in der Lage sehe, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-

act. 34).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Dr. B.__ gab in seinem Verlaufsbericht vom 19. November 2010 an, dass der 

Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei. Es bestehe unverändert eine starke 

polyartikuläre Aktivität der rheumatoiden Arthritis, welche medikamentös 

behandeltwerde. Die Prognose bezüglich des Gesundheitszustandes und der 

Arbeitsfähigkeit sei unsicher. Aktuelle bestehe sicher weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 35).

A.f   Am 11. Januar 2011 wurde die Versicherte durch den RAD-Arzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, 

untersucht. In seinem Bericht vom 18. Januar 2011 nannte er als Diagnosen eine 

Fibromyalgie, eine anamnestisch seronegative Polyarthritis mit ausgedehnter 

Basistherapie sowie den Status nach Mamma-Ca links 02/2008 mit Brust erhaltender 

Operation. In der Beurteilung hielt Dr. D.___ fest, dass aufgrund der bei der 

Untersuchung beschriebenen Symptomatik und der erhobenen Befunde mit 18 

positiven Tenderpoints bei negativen Kontrollpunkten bei der Versicherten die 

Diagnose einer Fibromyalgie gestellt werden könne. 2008 sei eine seronegative 

Polyarthritis mit symmetrischem Befall grosser und kleiner Gelenke festgestellt worden, 

welche zunächst als parinfektiös und später als seronegative rheumatoide Arthritis 

eingestuft worden sei. Diese werde aktuell u.a. mit den Basistherapeutika Methotrexat 

und Humira behandelt, eine vorgängige Therapie mit Orenica und Salazopyrin sei 

wegen fehlender Wirksamkeit abgesetzt worden. Eine synovitische Aktivität habe bei 

der heutigen Untersuchung klinisch nicht festgestellt werden können. Bezüglich der 

Arbeitsfähigkeit führte Dr. D.___ aus, die Versicherte sei in ihrer bisherigen Tätigkeit in 

der Hausdienstleitung, bei welcher sie zum Teil schwere körperliche Arbeit verrichten 

müsse, seit dem 1. November 2010 zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund der heutigen 

Befunde dürfte in einer adaptierten Tätigkeit (leichte körperliche Tätigkeiten unter 

Einhaltung von Gelenkschutzmassnahmen und ohne speziell anfordernde grob- bzw. 

feinmotorische Belastung der Hände) eine volle Arbeitsfähigkeit erwartet werden (IV-

act. 39).

A.g  Im Fragebogen der IV-Stelle betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die Ver­

sicherte am 10. März 2011 an, dass sie im hypothetischen Gesundheitsfall eine 

Erwerbstätigkeit im Umfang von ca. 19 Stunden ausüben würde (IV-act. 45). Am 30. 

Juni 2011 liess die IV-Stelle eine Haushaltabklärung vor Ort durchführen. Gemäss dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungsbericht gab die Versicherte gegenüber der Abklärungsverantwortlichen an, 

dass sie im hypothetischen Gesundheitsfall im gleichen Umfang wie vor der 

Erkrankung und zwar zu 45% erwerbstätig wäre. Vor der Unterzeichnung des Berichts 

ergänzte die Versicherte diese Angabe handschriftlich und gab ein Pensum von "45 - 

80% oder mehr" an. Als Begründung hielt die Versicherte Folgendes fest: "niemand zu 

Hause, noch Kochen in der C.___". Die Abklärungsverantwortliche führte aus, dass die 

Versicherte sowohl im Haushaltfragebogen als auch mündlich anlässlich der Abklärung 

vor Ort ein Arbeitspensum von 45% für den hypothetischen Gesundheitsfall angegeben 

habe. Die von der Versicherten gemachte nachträgliche Ergänzung, wonach sie bis zu 

80% erwerbstätig wäre, sei nicht glaubwürdig. Es sei deshalb an der Qualifikation 45% 

Erwerb und 55% Haushalt festzuhalten. Für den Haushaltsbereich habe sie unter 

Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht eine Einschränkung von rund 11% 

ermittelt (IV-act. 51). Der RAD hielt diesbezüglich am 1. September 2011 fest, dass die 

ermittelte Einschränkung von 11% im Haushaltsbereich unter Berücksichtigung des 

letzten ärztlichen Befundberichtes (RAD-Untersuchung) nachvollziehbar sei. Mangels 

anderslautender Arztberichte nach der RAD-Untersuchung vom 11. Januar 2011 sei 

davon auszugehen, dass keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes der 

Versicherten eingetreten sei. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

betrage somit 100% (IV-act. 52).

A.h  Der Gesamtleiter der C.___ hielt in seinem Schreiben vom 6. Oktober 2011 fest, 

dass die Versicherte wegen der erforderlichen Betreuung ihrer Kinder nur zu 45% 

erwerbstätig gewesen sei. Kurz nach dem Eintritt der Erkrankung der Versicherten sei 

das Essenskonzept umgestellt worden, weshalb eine Köchin habe eingestellt werden 

müssen. Wäre die Versicherte körperlich in der Lage gewesen, diese Arbeit zu 

übernehmen, wäre sie damals zu 100% angestellt worden, da sie schon zuvor bei 

verschiedenen Anlässen gekocht habe (IV-act. 59-1).

A.i   Mit einem Vorbescheid vom 20. September 2011 stellte die IV-Stelle der 

Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 57). Dagegen 

wendete die Versicherte am 3. Oktober 2011 ein, dass sich ihre gesundheitliche 

Situation seit der Anmeldung nicht verbessert, sondern eher noch verschlechtert habe. 

Zudem lägen neue Untersuchungsergebnisse vor (IV-act. 58). Der RAD hielt am 

4. November 2011 zu den von der Versicherten eingereichten medizinischen Berichten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fest, dass sich bis auf eine wohl erfolgreich erfolgte Gallenblasenentfernung im Spital 

E.___ mit einem stationären Aufenthalt vom 20. bis 23. Mai 2011 keine neuen 

medizinischen Tatsachen seit der RAD-Abklärung vom 11. Januar 2011 fänden. 

Nachweise für eine plausible, IV-relevante Änderung des Gesundheitszustandes seit 

der RAD-Abklärung seien nicht ersichtlich. Ergänzend seien aber noch Berichte des 

Hausarztes und der behandelnden Ärzte einzuholen (IV-act. 64). Dr. med. F.___, 

Augenkrankheiten FMH, nannte in ihrem Bericht vom 21. November 2011 als 

Diagnosen eine Myopie, eine beginnende Presbyopie sowie eine ambulante 

Behandlung der Sicca. Sie hielt fest, aus ophtalmologischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 66). Dr. med. G.___, Spezialarzt FMH für 

Innere Medizin, speziell Pneumologie, hat am 21. November 2011 erklärt, dass er die 

Versicherte lediglich einmal am 30. Juni 2011 gesehen und anschliessend an den 

Hausarzt verwiesen habe mit der Empfehlung, die Versicherte eingehend im 

Schlafzentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) abklären zu lassen. Eine 

Rückmeldung habe er nie erhalten (IV-act. 67). Der Hausarzt Dr. med. H.___, Facharzt 

FMH für Allgemeinmedizin, nannte in seinem Bericht vom 17. Dezember 2011 als 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rheumatoide Arthritis, bestehend 

seit März 2008, sowie den Verdacht auf Narkolepsie, bestehend seit November 2007 

(IV-act. 68). Der RAD hielt am 30. Dezember 2011 fest, dass die bis jetzt vorliegenden 

Berichte nicht für eine plausible wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sprächen. Es sei noch ein Bericht des 

Schlafzentrums am KSSG anzufordern (IV-act. 69). Im jüngsten Bericht des 

Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am KSSG vom 13. März 2012 wurden 

folgende Diagnosen genannt: hochgradiger Verdacht auf Narkolepsie mit fraglichen 

Kataplexien, rheumatoide Arthritis, Status nach Mamma-Ca CIS links 02/2008 sowie 

Anstrengungsdyspnoe bei körperlicher Belastung ohne bronchiale Hyperreagibilität. 

Die untersuchenden Ärzte hielten fest, dass sich bei der Untersuchung eine sehr 

regelmässige Aktigraphie gezeigt habe, so dass ein Schlafmangel und verschobene 

Bettgehzeiten als Ursache einer erhöhten Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung 

ausgeschlossen werden könnten. Aufgrund der Vorgeschichte mit deutlich verkürzter 

Einschlaflatenz im MSLT, einer pathologischen Somnographie mit fragmentiertem 

Nachtschlaf sowie der langen Vorgeschichte (die Versicherte gebe an, die erhöhte 

Einschlafneigung liege bereits seit mehr als 10 Jahren vor) sei das Vorliegen einer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Narkolepsie ohne Kataplexien durchaus wahrscheinlich. Fraglich seien auch 

Kataplexien geschildert worden, die seit einer antidepressiven Therapie weniger 

aufgetreten seien. Eine Verlaufsuntersuchung werde in zwei Monaten stattfinden. 

Aktuell sei die Versicherte sicher eingeschränkt in ihrer körperlichen und zeitlichen 

Belastbarkeit, wobei ein grosser Teil dieser Störung sicher rheumatologisch bedingt sei 

(IV-act. 81). Dr. B.___ berichtete am 20. April 2012, dass bei der Versicherten anhaltend 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Trotz einer sehr intensiven medikamentösen 

Behandlung der rheumatoiden Arthritis sei diese Krankheit anhaltend und deutlich 

aktiv. Aus diesem Grund habe sich auch an der 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Hausdienstmitarbeiterin nichts geändert. Auch für eine 

andere optimal angepasste leichte körperliche Arbeit könne keine verwertbare 

Arbeitsfähigkeit erzielt werden (IV-act. 82). Der RAD hielt am 9. Mai 2012 abschliessend 

fest, dass die Berichte des KSSG und von Dr. B.___ keine neuen medizinischen 

Erkenntnisse, die zu einer Änderung der bisherigen Einschätzung führen könnten, 

gebracht hätten. Die von Dr. B.___ angegebene "Nichtverwertbarkeit" der 

Arbeitsfähigkeit interessiere aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht. Es bestehe 

wie schon im RAD-Bericht angegeben eine leidensadaptiert 100%ige Arbeitsfähigkeit 

(IV-act. 83).

A.j   Mit einer Verfügung vom 23. Mai 2012 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der 

Versicherten ab (IV-act. 84)

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 22. Juni 

2012. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung 

vom 23. Mai 2012 sowie die Zusprache von Rentenleistungen. Zur Begründung führt 

sie aus, der Hausarzt und der Rheumatologe sähen beide eher eine Verschlechterung 

ihres Gesundheitszustandes. Die Untersuchungsergebnisse der Lumbalpunktion 

stünden zudem noch aus (act. G 1). In Abänderung der Beschwerde beantragt die 

Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, 

am 16. August 2012 die Aufhebung der Verfügung vom 23. Mai 2012 sowie die 

Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung. Der 

Rechtsvertreter hält zur Begründung zunächst fest, dass die Einstufung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführerin in 45% Erwerb und 55% Haushalt nicht korrekt sei. Entsprechend 

ihrer Anmerkung im Abklärungsbericht hätte die Beschwerdeführerin ohne Erkrankung 

ihr Arbeitspensum auf 80% erhöht. Die Kinder seien in der Lehre und über Mittag nicht 

mehr zu Hause. Zudem hätte der ehemalige Arbeitgeber der Beschwerdeführerin ihr 

ohne Erkrankung die Möglichkeit geboten, sogar ein 100%-Pensum zu übernehmen. 

Die Angabe der Beschwerdeführerin im Fragebogen Erwerb/Haushalt, wonach sie im 

Gesundheitsfall nur zu ca. 19 Stunden pro Woche arbeiten würde, sei aufgrund eines 

Missverständnisses erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe fälschlicherweise 

angegeben, welches Pensum sie im Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit 

gehabt habe. Die Beschwerdeführerin habe bis zur Geburt ihrer Kinder ein volles 

Arbeitspensum ausgeübt und gemäss IK-Auszug ein Teilpensum aufgenommen, 

nachdem die Kinder in die Schule gekommen seien. Aufgrund der finanziellen 

Belastung durch das Einfamilienhaus und die Ausbildung der Kinder wäre die 

Beschwerdeführerin auf ein höheres Einkommen angewiesen gewesen und hätte 

deshalb ihr Pensum auf 80% erhöht. Zur Haushaltabklärung führt der Rechtsvertreter 

aus, dass auf das Ergebnis nicht abgestellt werden könne. Die Abklärungsperson habe 

im Bereich Einkaufen keine Einschränkung der Beschwerdeführerin akzeptiert, da eine 

Mithilfe des Ehemannes und der Kinder zumutbar sei. Diese seien jedoch berufstätig 

und in der Ausbildung und die zeitlichen Möglichkeiten deshalb eingeschränkt. Die 

Beschwerdeführerin habe bei der geltend gemachten Einschränkung von 60% die 

Mithilfe der Familie zudem bereits berücksichtigt. Dies sei auch im Bereich Wäsche und 

Kleiderpflege der Fall, weshalb es sich nicht rechtfertige, die geltend gemachte 

Einschränkung ohne nachvollziehbare Begründung von 40% auf 20% zu reduzieren. 

Weiter sei der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Aufwand für die 

Grossreinigung ihres Einfamilienhauses von 250 Stunden pro Jahr aus nicht 

nachvollziehbaren Gründen auf 50 Stunden pro Jahr reduziert worden. Auch der 

angegebene Aufwand für Besuche bei Amtsstellen und Ärzten von 104 Stunden pro 

Jahr sei auf lediglich 6 Stunden pro Jahr gekürzt worden. Schliesslich sei auch bei der 

Kleiderpflege der Aufwand für Flicken und Schuhe putzen auf 10 Minuten pro Woche 

reduziert worden. Bei der Hausfrauentätigkeit handle es sich unbestrittenermassen um 

eine vornehmlich manuelle Tätigkeit. Eine Einschränkung von 11% im Haushalt könne 

angesichts der Erkrankung, der Wohnverhältnisse und der Berücksichtigung der 

Mithilfe der Familie von vornherein nichtkorrekt sein. Hinzu komme, dass der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungsperson die Diagnose Narkolepsie nicht bekannt gewesen und diese 

Erkrankung deshalb nicht berücksichtigt worden sei. Aufgrund der Tagesschläfrigkeit 

und der täglichen Einschlafattacken nehme der zeitliche Aufwand für die 

Hausfrauentätigkeit deutlich zu. Betreffend die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich hält 

der Rechtsvertreter fest, der behandelnde Rheumatologe habe in all seinen Berichten 

bestätigt, dass Polyarthralgien persistieren würden und die Polyarthritis anhaltend 

deutlich aktiv sei. Der DAS28-Wert habe im Mai 2012 trotz mehrjähriger 

Medikamentenbehandlung immer noch 4,58 betragen, was einem mittleren bis hohen 

Krankheitswert entspreche. Ungeachtet der persistierenden Beschwerden habe der 

RAD aus nicht nachvollziehbaren Gründen seit der Untersuchung vom 11. Januar 2011 

an einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten festgehalten. Die 

Formulierung des RAD betreffend die Arbeitsfähigkeit sei allerdings sehr vage. Zudem 

falle auf, dass der RAD den DAS28-Wert nicht bestimmt habe, obwohl es sich um ein 

von der EULAR (The European League Against Rheumatism) entwickeltes und 

validiertes System zur quantitativen Beurteilung des Krankheitszustandes und -

fortschritts einer rheumatoiden Arthritis handle. Weiter habe der RAD die Krankheit der 

Narkolepsie bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt, obwohl die 

abklärenden Neurologen darauf hingewiesen hätten, dass die Beschwerdeführerin in 

ihrer körperlichen und zeitlichen Belastbarkeit eingeschränkt sei. Der RAD habe zudem 

die aktuellen Berichte des KSSG ab März 2012 nicht mehr berücksichtigt. Es ergebe 

sich somit, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD nicht auf 

sämtlichen relevanten Akten beruhe und insbesondere aufgrund des 

Krankheitsverlaufes nicht schlüssig und nachvollziehbar begründet sei. Zu Beginn der 

Krankheit sei eine generelle volle Arbeitsunfähigkeit vom RAD akzeptiert worden. Trotz 

medikamentöser Behandlung sei keine Besserung erreicht worden. Es sei deshalb 

nicht nachvollziehbar, weshalb dann plötzlich eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben sein 

sollte (act. G 3).

B.b  Am 5. Oktober 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führt zur Begründung im Wesentlichen aus, dass der RAD – entgegen 

der Behauptung der Beschwerdeführerin – die Narkolepsie berücksichtigt und auch die 

Berichte des KSSG gewürdigt habe. Dies gehe ohne Weiteres aus der Stellungnahme 

vom 9. Mai 2012 hervor. Insofern drängten sich keine neuen Untersuchungen auf. Der 

Sachverhalt sei genügend abgeklärt. Es sei weiter auch nicht ersichtlich, inwiefern der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Haushaltsabklärungsbericht fehlerhaft sein solle. Es werde nicht vertieft darauf 

eingegangen, da es im Ergebnis ohnehin keine Rolle spiele, ob die Beschwerdeführerin 

im Haushalt höher arbeitsunfähig sein sollte. Ein IV-Grad von mindestens 40% könne 

bei Weitem nicht erreicht werden. Selbst wenn man von einer 80%igen 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im hypothetischen Gesundheitsfall ausginge, 

entstünde kein Rentenanspruch. Selbst bei einer 100%igen Erwerbstätigkeit ergäbe 

sich ein Invaliditätsgrad von lediglich 21,61% (act. G 6).

B.c  Die Beschwerdeführerin verzichtet auf die Einreichung einer Replik (act. G 8).

B.d  Mit einer Eingabe vom 25. März 2013 reicht der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin im Nachgang zur Beschwerde einen Bericht des Interdisziplinären 

Zentrums für Schlafmedizin am KSSG vom 22. August 2012 ein (act. G 10). Darin 

wurden folgende Diagnosen genannt: Narkolepsie mit Kataplexien, rheumatoide 

Arthritis, Status nach Mamma-Ca CIS links 02/2008 sowie Anstrengungsdyspnoe bei 

körperlicher Belastung ohne bronchiale Hyperreagibilität. Die behandelnden Ärzte 

hielten fest, dass aufgrund der Orexin-Spiegel-Bestimmung im Liquor tatsächlich von 

einer Narkolepsie mit Kataplexien ausgegangen werden könne. Möglicherweise stehe 

diese im Zusammenhang mit der rheumatoiden Arthritis, bzw. im Sinne einer 

zusätzlichen Autoimmunerkrankung. Aufgrund dieses eindeutigen Befundes werde die 

Behandlung mit Xyrem, das den Nachtschlaf vertiefen solle, empfohlen. Eine 

Verlaufsuntersuchung sei einen Monat nach Therapiebeginn angezeigt (act. G 10.1)

Erwägungen:

1.     

1.1   Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der 

Invalidenversicherung.

1.2   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3   Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die 

betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art. 28a Abs. 3 

IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei 

Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In 

einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der 

Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

2.                 

2.1   Die Beschwerdeführerin ist anerkanntermassen als Teilzeiterwerbstätige zu quali­

fizieren, weshalb zur Bemessung ihrer Invalidität die gemischte Methode anzuwenden 

ist. Umstritten ist hingegen der Umfang der Erwerbstätigkeit bei der im Rahmen der

Invaliditätsbemessung vorgenommenen Aufteilung in Erwerb und Haushalt.

2.2   Der Umfang der Erwerbstätigkeit einer versicherten Person im hypothetischen 

Gesundheitsfall ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 

150 E. 2c). Die Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich 

bis zum Erlass der Verfügung entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme 

einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht 

übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b; Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April 

2006 E. 4.2; AHI 1997 S. 288 ff. E. 2b je mit Hinweisen). Nebst dem früheren 

Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten Person und ihre 

Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu berücksichtigen (vgl. 

Urteil des EVG vom 20. Juni 2003 i.S. A., I 635/02, E. 3.3). Die konkrete Situation und 

die Vorbringen der Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung 

zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b mit Hinweis). Zu beachten ist allerdings, dass die 

Frage über den Umfang der Erwerbstätigkeit immer ein solcher über eine Hypothese 

bleibt, da sie sich erst stellt, wenn in Wirklichkeit eine gesundheitliche Beeinträchtigung 

(schon seit längerer oder kürzerer Zeit) eingetreten ist.

2.3   Anlässlich der Haushaltabklärung vor Ort am 30. Juni 2011 hat die Beschwerde­

führerin gemäss dem Abklärungsbericht erklärt, dass sie im hypothetischen 

Gesundheitsfall zu 45% erwerbstätig wäre. Vor der Unterzeichnung des Berichts hat 

sie die Angabe handschriftlich ergänzt und ein Pensum von "45 - 80% oder mehr" 

angegeben (vgl. IV-act. 51-3). Die Abklärungsverantwortliche hat die nachträglich 

ergänzte Angabe als nicht glaubwürdig erachtet, da die Beschwerdeführerin sowohl im 

Fragebogen Erwerbstätigkeit/Haushalt als auch anlässlich der Befragung im Rahmen 

der Haushaltabklärung ein Pensum von lediglich 45% für den hypothetischen 

Gesundheitsfall angegeben habe (vgl. IV-act. 51-11). In Anbetracht der gesamten 

Umstände erscheint es jedoch entgegen der Ansicht der Abklärungsverantwortlichen 

durchaus glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin ohne die Erkrankung ihr Pensum in 

der C.___ erhöht hätte. Die Beschwerdeführerin war vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 

insbesondere aufgrund der Betreuung ihrer drei Kinder nur teilzeitlich tätig. Dies geht 

auch aus dem Schreiben des Gesamtleiters der C.___ vom 6. Oktober 2011 hervor (vgl. 

IV-act. 59-1). Gemäss dem Haushaltabklärungsbericht hatte der Sohn der 

Beschwerdeführerin (Jahrgang 19__) in jenem Zeitpunkt bereits eine Ausbildung 

beendet. Die beiden Töchter sind beide seit August 2010 in der Lehre und über Mittag 

nicht mehr zu Hause (vgl. IV-act. 51-5, 12-4 ff.). Die Beschwerdeführerin hat gegenüber 

der Abklärungsverantwortlichen angegeben, dass die Kinder mittlerweile selbständig 

seien (vgl. IV-act. 51-7). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit 

dem Wegfall der Betreuungsaufgaben ihr Arbeitspensum im hypothetischen 

Gesundheitsfall erhöht hätte. Wie aus dem Schreiben des Gesamtleiters der C.___ 

hervorgeht, wäre der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine Vollzeitstelle als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Köchin angeboten worden (vgl. IV-act. 59-1). Somit hätte die Beschwerdeführerin auch 

tatsächlich die Möglichkeit gehabt, bei ihrem bisherigen Arbeitgeber ein höheres 

Arbeitspensum auszuüben. Die beiden Umstände, welche in erster Linie für eine 

Erhöhung des Pensums im hypothetischen Gesundheitsfall sprechen, namentlich der 

Wegfall der Kinderbetreuung sowie die Möglichkeit eines höheren Arbeitspensums bei 

ihrem Arbeitgeber, hat die Beschwerdeführerin in ihrer handschriftlichen Ergänzung im 

Abklärungsbericht als Begründung ausdrücklich erwähnt (vgl. IV-act. 51-3), was ihre 

Angaben als glaubwürdig erscheinen lässt. Hinzu kommt der Umstand, dass die 

Familie auch aufgrund der finanziellen Belastungen durch das Einfamilienhaus (vgl. IV-

act. 45-3) sowie durch die Ausbildung der Kinder auf ein höheres Einkommen der 

Beschwerdeführerin angewiesen gewesen wäre. Die Angaben der Beschwerdeführerin 

im Fragebogen Haushalt/Erwerbstätigkeit vom 10. März 2011 (vgl. IV-act. 45-2) sowie 

anlässlich der Abklärung vor Ort vom 30. Juni 2011, wonach sie im Gesundheitsfall wie 

vor dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mit einem Pensum von 45% tätig gewesen wäre, 

sind wohl auf den Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Oktober 2009 (vgl. 

IV-act. 23-3) bezogen und nicht unter Berücksichtigung sämtlicher Verhältnisse, wie sie 

sich seit diesem Zeitpunkt entwickelt haben (z.B. Lehrbeginn der beiden Töchter im 

August 2010) erfolgt. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sich diese 

Gedanken erst gemacht hat, als ihr der Abklärungsbericht zur Durchsicht und 

Unterzeichnung unterbreitet worden ist. Ihre nachträgliche handschriftliche Ergänzung 

eines höheren Arbeitspensums im Gesundheitsfall mit der entsprechenden 

Begründung ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. In Anbetracht sämtlicher 

Umstände, wie sie bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vorliegen, besteht die 

plausibelste Annahme für den hypothetischen Gesundheitsfall darin, dass die 

Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum bei der C.___ auf 80% erhöht hätte. Hingegen 

lässt sich die Annahme eines noch höheren Pensums als 80% bis hin zu einer 

vollzeitlichen Erwerbstätigkeit aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin, die auch 

in der Beschwerde nochmals ein Pensum von 80% im hypothetischen Gesundheitsfall 

bestätigt hat (vgl. act. G 1), nicht begründen. Somit ergibt sich, dass die 

Beschwerdeführerin bei der Bemessung der Invalidität mittels der gemischten Methode 

zu 80% als Erwerbstätige und zu 20% als Hausfrau einzustufen ist.

3.     

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1   In medizinischer Hinsicht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass der 

Sachverhalt ungenügend abgeklärt worden sei.

3.2   Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem vom Grad 

der

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ab. Um diesen 

bestimmen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.3   Der behandelnde Rheumatologe Dr. B.___ hat am 26. Mai 2010 erstmals die 

Diagnose einer polyartikulär aktiven rheumatoiden Arthritis, bestehend seit Sommer 

2008, genannt. Er hat festgehalten, dass die Beschwerdeführerin momentan in jeder 

Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 19). Am 31. August 2010 hat Dr. B.___ 

berichtet, dass der Gesundheitszustand unverändert sei. Die Behandlung mit dem 

Medikament Orenica sei wegen Wirkungslosigkeit gestoppt worden. Es sei ein Wechsel 

der Medikation geplant. Mit einer signifikanten Verbesserung in den nächsten sechs 

Monaten sei jedoch nicht zu rechnen (vgl. IV-act. 25). Der RAD hat dazu wohl im Sinne 

einer abweichenden Prognose festgehalten, dass in einer adaptierten Tätigkeit eine 

mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit erwartet werden dürfte (vgl. IV-act. 25). Dr. B.___ 

hat im Verlaufsbericht vom 19. November 2010 angegeben, dass bei der 

Beschwerdeführerin trotz medikamentöser Behandlung unverändert eine starke 

polyartikuläre Aktivität der rheumatoiden Arthritis bestehe. Die Prognose sei unsicher. 

Aktuell sei die Beschwerdeführerin sicher weiterhin zu 100% arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 

35-2). Der untersuchende Rheumatologe des RAD, Dr. D.___, hat in seinem Bericht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

vom 18. Januar 2011 neben der anamnestisch seronegativen Polyarthritis mit 

ausgedehnter Basistherapie neu die Diagnose einer Fibromyalgie angegeben. In der 

Beurteilung hat er festgehalten, dass diese Diagnose aufgrund der bei der 

Untersuchung beschriebenen Symptomatik und der erhobenen Befunde mit 18 

positiven Tenderpoints bei negativen Kontrollpunkten gestellt werden könne. Weiter hat 

er ausgeführt, dass die 2008 festgestellte Polyarthritis mit symmetrischem Befall 

grosser und kleiner Gelenke als seronegative rheumatoide Arthritis eingestuft worden 

sei und aktuell medikamentös behandelt werde. Eine synovitische Aktivität habe er bei 

der Untersuchung klinisch nicht feststellen können (vgl. IV-act. 39-2). In der bisherigen 

Tätigkeit als Mitarbeiterin im Hausdienst mit zum Teil schwerer körperlicher Arbeit 

bestehe seit dem 1. November 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer 

adaptierten Tätigkeit dürfte aufgrund der heutigen Befunde eine volle Arbeitsfähigkeit 

erwartet werden (vgl. IV-act. 39-3). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D.___ ist 

gemäss der Formulierung eher als Prognose, denn als eine zum Zeitpunkt der 

Untersuchung bereits feststehende Beurteilung zu verstehen. Aus der Einschätzung 

geht zudem nicht hervor, welche der gestellten Diagnosen sich konkret auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auswirken und die beschriebenen qualitativen 

Einschränkungen verursachen. Im Weiteren hat sich Dr. D.___ nicht zur Einschätzung 

des behandelnden Rheumatologen Dr. B.___ geäussert. Insgesamt erscheint die von 

Dr. D.___ vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vage und noch nicht 

abschliessend. Dies geht auch aus dem von ihm im Bericht eingangs erwähnten Zweck 

der Abklärung hervor, wonach lediglich eine erste Abschätzung der medizinisch 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit vorzunehmen sei (vgl. IV-act. 39-1). In seiner folgenden 

Stellungnahme vom 1. September 2011 hat der RAD (Dr. I.___ FMHChirurgie) 

festgehalten, dass mangels anderslautender ärztlicher Dokumentationen seit der RAD-

Untersuchung vom 11. Januar 2011 von einem seitdem unveränderten 

Gesundheitszustand auszugehen sei, womit in einer adaptierten Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bestehen dürfte (vgl. IV-act. 52-2). Nachdem die Beschwerdeführerin 

Einwand gegen den Vorbescheid vom 20. September 2011 erhoben hatte, hat der RAD 

die Einholung von Berichten des Hausarztes und der behandelnden Ärzte veranlasst 

(vgl. IV-act. 64). Dr. B.___ hat am 20. April 2012 berichtet, dass die rheumatoide 

Arthritis trotz einer sehr intensiven medikamentösen Behandlung anhaltend und 

deutlich aktiv sei. Damit widerspricht er diametral der Beurteilung von Dr. D.___, der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

keine synovitische Aktivität hatte feststellen können. Unklar ist, ob sich der 

Gesundheitszustand seit der Untersuchung durch Dr. D.___ wieder verschlechtert hat 

oder ob lediglich eine unterschiedliche ärztliche Beurteilung des im Wesentlichen 

gleichen Gesundheitszustandes vorliegt. Auf die von Dr. D.___ gestellte Diagnose einer 

Fibromyalgie ist Dr. B.___ nicht eingegangen, falls er davon überhaupt Kenntnis gehabt 

hat. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hat Dr. B.___ festgehalten, dass sich an der 

100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Hausdienstmitarbeiterin nichts geändert habe. Auch für eine andere optimal 

angepasste leichte körperliche Tätigkeit könne keine verwertbare Arbeitsfähigkeit 

erzielt werden (vgl. IV-act. 82-2). Der RAD hat diese Aussage am 9. Mai 2012 

dahingehend interpretiert, dass in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe, diese gemäss Dr. B.___ aber im wirtschaftlichen Sinn nicht 

verwertbar sei, was jedoch aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht interessiere (vgl. 

IV-act. 83). Ob Dr. B.___ tatsächlich eine Nichtverwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit im 

wirtschaftlichen Sinn gemeint hat, ist zu bezweifeln. Bei seinem ersten Bericht am 26. 

Mai 2010 hat er ausdrücklich angegeben, dass die Beschwerdeführerin in jeder 

Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig sei (vgl. IV-act. 19-1). Seitdem hat er in all seinen 

Berichten von einem unveränderten Gesundheitszustand bei gleichbleibender 

Diagnose berichtet. Es ist daher davon auszugehen, dass Dr. B.___ der 

Beschwerdeführerin auch im Bericht vom 20. April 2012 weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit bescheinigen wollte. Somit 

liegen in rheumatologischer Hinsicht zwei sich widersprechende ärztliche Beurteilungen 

vor. Weder auf die von Dr. D.___ noch auf jene von Dr. B.___ kann mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit abgestellt werden. Somit hätte die Beschwerdegegnerin vor Erlass 

der angefochtenen Verfügung weitere medizinische Abklärungen durchführen müssen.

3.4   Auf Veranlassung des RAD sind im Vorbescheidverfahren auch  Berichte des 

Interdisziplinären Zentrums für Schlafmedizin am KSSG eingeholt worden. Am 13. März 

2012 haben die behandelnden Neurologen als Diagnose insbesondere den 

hochgradigen Verdacht auf Narkolepsie mit fraglichen Kataplexien genannt. Sie haben 

festgehalten, dass diese Diagnose aufgrund der durchgeführten Untersuchungen, der 

Befunde sowie der Vorgeschichte als durchaus wahrscheinlich anzusehen sei. Aktuell 

sei die Beschwerdeführerin sicher eingeschränkt in ihrer körperlichen und zeitlichen 

Belastbarkeit, wobei ein grosser Teil dieser Störung sicher rheumatologisch bedingt sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(vgl. IV-act. 81-2). Der RAD ist in seiner abschliessenden Stellungnahme vom 9. Mai 

2012 davon ausgegangen, dass der Bericht des KSSG keine neuen medizinischen 

Erkenntnisse enthalte, welche zu einer Änderung der bisherigen 

Arbeitsfähigkeitsschätzungführen könne (vgl. IV-act. 83). Dieser Ansicht kann nicht 

gefolgt werden. Zwar hat Dr. B.___ bereits in Berichten aus dem Jahr 2008 den seit 

2007 bestehenden Verdacht auf Narkolepsie als Diagnose aufgeführt (vgl. IV-act. 40, 

41), jedoch ist die Beschwerdeführerin erst im Jahr 2011 an das KSSG zu einer 

eingehenden Abklärung überwiesen worden (vgl. IV-act. 67). Durch die 

Untersuchungen im KSSG Anfang 2012 ist der Verdacht auf Narkolepsie bestätigt und 

das Vorliegen der Diagnose als durchaus wahrscheinlich betrachtet worden. Die 

behandelnden Neurologen haben auch eine Einschränkung der körperlichen und 

zeitlichen Belastbarkeit attestiert, welche zwar zum grossen Teil – aber nicht 

ausschliesslich – rheumatologisch bedingt sei. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

der Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht kann vor diesem Hintergrund nicht 

ohne Weiteres verneint werden. Der RAD hätte diesbezüglich weitere Abklärungen 

veranlassen bzw. die weiteren Untersuchungen abwarten müssen. Aus dem von der 

Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht des KSSG vom 

22. August 2012 geht hervor, dass aufgrund der Orexin-Spiegel-Bestimmung im Liquor 

tatsächlich eine Narkolepsie mit Kataplexien hatte diagnostiziert werden können. Die 

behandelnden Neurologen haben erklärt, dass diese Diagnose möglicherweise sogar 

im Zusammenhang mit der rheumatoiden Arthritis, bzw. im Sinne einer zusätzlichen 

Autoimmunerkrankung zu sehen sei (vgl. act. G 10.1). Eine Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit findet sich in diesem Bericht nicht. Nachdem nun die Diagnose der 

Narkolepsie gegeben ist, sind auch diesbezüglich weitere Abklärungen zum 

Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin angezeigt.

3.5   Angesichts der im Raum stehenden Diagnosen hat die Abklärung am ehesten in 

Form einer polydisziplinären Begutachtung der Beschwerdeführerin in den 

Fachrichtungen Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie zu erfolgen. Sollte sich die 

von Dr. D.___ gestellte Diagnose einer Fibromyalgie bestätigen oder eine andere 

Diagnose vorliegen, bei welcher die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur 

somatoformen Schmerzstörung zur Anwendung kommt (vgl. BGE 136 V 279 E 3.2.3), 

so wäre aus psychiatrischer Sicht mittels der Förster-Kriterien zudem auch eine 

Beurteilung vorzunehmen, ob und inwiefern der Beschwerdeführerin eine willentliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzüberwindung zumutbar ist. Die Angelegenheit ist folglich zur weiteren 

medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.     

Nach dem Vorliegen des Ergebnisses der medizinischen Abklärung wird die 

Beschwerdegegnerin auch nochmals die Einschränkung der Beschwerdeführerin im 

Haushaltsbereich prüfen müssen.

5.     

5.1   Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 23. Mai 2012 teilweise gutzuheissen und die An­

gelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2   Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche­

rungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegen­

heit angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles 

Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb 

die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der 

Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr 

zurückzuerstatten.

5.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei An­

spruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungs­

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Unter 

Berücksichtigung des Vertretungsaufwands erscheint eine praxisgemäss pauschale 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat somit der Beschwerdeführerin eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

23. Mai 2012 aufgehoben; die Sache wird zur weiteren medizinischen Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

Beschwerdeführerin ist der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zurück­

zuerstatten.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.12.2014
	Art. 28 und ART. 28a IVG. Gemischte Methode, Statusfrage. Würdigung der medizinischen Aktenlage. Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung in Form eines polydisziplinären Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Dezember 2014, IV 2012/242).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:26:58+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen