# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ce99f7a-0509-54cd-9415-568140c392e7
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-13
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 13.03.2024 S1 23 198
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-23-198_2024-03-13.pdf

## Full Text

S1 23 198 

 

 

URTEIL VOM 13. MÄRZ 2024 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Michael Steiner, Präsident; Candido Prada und Dr. Thierry Schnyder, 

Kantonsrichter; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

KANTONALE IV-STELLE, Beschwerdegegnerin 

 

(Restarbeitsfähigkeit) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. November 2023 

  

- 2 - 

Verfahren 

 

A.  Die 1967 geborene Beschwerdeführerin ist seit dem 2. März 2022 in ihrer Arbeitsfä-

higkeit als Mitarbeiterin bei der A _________ AG eingeschränkt. Am 14. Juli 2022 mel-

dete sie sich unter Hinweis auf eine rezidivierende Schwindelsymptomatik mit  

präsynkopalem Ereignis bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von IV-Leistungen. 

Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog Akten der Kran-

kentaggeldversicherung bei. 

Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte sie mit Verfügung vom 7. November 

2023 einen Leistungsanspruch bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 22% ab. 

B.  Die Versicherte erhob am 23. November 2023 (Eingangsdatum) bei der IV-Stelle  

Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. November 2023 und erklärte sich damit nicht 

einverstanden. Nachdem das Schreiben zuständigkeitshalber an die sozialversiche-

rungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts Wallis überwiesen worden war, ergänzte 

die Versicherte am 6. Dezember 2023 ihre Beschwerde unter Hinweis auf eine Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes und machte geltend, es sei ihr nicht möglich, 

ihr Arbeitspensum zu steigern.  

Die IV-Stelle hielt mit Schreiben vom 16. Januar 2024 an ihrer Verfügung fest, reichte 

die amtlichen Akten ein und beantragte die Abweisung der Beschwerde, was der Be-

schwerdeführerin am 18. Januar 2024 zur Kenntnis gebracht wurde. Replizierend liess 

die Versicherte am 1. Februar 2024 den Untersuchungsbericht von Dr. B _________ 

vom 26. Januar 2024 sowie den MRT-Bericht vom 4. Januar 2024 von Dr. C _________ 

zukommen. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin darauf am 27. Februar 2024 dupliziert hatte, schloss 

das Gericht am 28. Februar 2024 den Schriftenwechsel ab. 

Auf weitere Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen und Begründungen wird, 

soweit rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

  

- 3 - 

Erwägungen 

 

1.  In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen 

direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar (Art. 69 Abs. 1 IVG). 

In casu ist es somit die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts 

(Art. 7 Abs. 2 RPflG i.V.m. Art. 1 Abs. 2 RVG und Art. 81a VVRG), die als kantonales 

Versicherungsgericht für die Behandlung von Beschwerden auf dem Gebiet des Sozial-

versicherungsrechts zuständig ist (vgl. BGE 127 V 176 E. 2). Die Beschwerdeführerin ist 

als Verfügungsadressatin von der Verfügung der Beschwerdegegnerin berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 59 ATSG). Sie 

ist somit zur Beschwerde legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 60 und 61 lit. b ATSG).  

2.    

2.1  Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des ATSG, des IVG sowie 

der entsprechenden Verordnungen in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind – vorbe-

hältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 

4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeitpunkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1bis 

IVG) und jener des Rentenanspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invaliden-

rente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, 

auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invaliden-

renten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 

1. Januar 2022 entsteht (vgl. Randziffer 1008 des Kreisschreibens des Bundesamtes für 

Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen 

Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022). 

Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 2022. Da die Entstehung eines 

Rentenanspruchs vorliegend nach diesem Datum in Betracht fällt (vgl. Art. 29 Abs. 1 

IVG; Beginn der einjährigen Wartefrist am 29. März 2022 und Anmeldung per 

27. Juli 2022), werden nachfolgend die ab 1. Januar 2022 gültigen Rechtsvorschriften 

zitiert. 

2.2  Die Beschwerdeinstanz hat nicht zu prüfen, ob sich der angefochtene Entscheid 

unter schlechthin allen in Frage kommenden Aspekten als korrekt erweist, sondern im 

Prinzip nur die vorgebrachten Beanstandungen zu untersuchen (Rügeprinzip). Von den 

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Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Rechtsfragen werden von der Beschwer-

deinstanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus 

den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichend Anlass besteht (BGE 119 V 347 E. 

1a). 

2.3  Die Beschwerdegegnerin führt in der angefochtenen Verfügung vom 9. Novem-

ber 2023 aus, der Beschwerdeführerin sei die bisherige 70%ige Tätigkeit aufgrund ihrer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht mehr möglich. Aus medizinischer Sicht bestehe 

jedoch eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten, leichten Tätigkeit (mit 

wechselnder Arbeitsposition, ohne Gehstrecken sowie ohne berufsmässiges Führen von 

Motorfahrzeugen). 

Dagegen macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde – bei unbestrittener Auftei-

lung der Aufgabenbereiche Erwerbstätigkeit/Haushalt im Verhältnis von 70% zu 30% – 

geltend, sie könne aus gesundheitlichen Gründen keine angepasste Tätigkeit zu 100% 

ausüben. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin genügend abgeklärt hat und gestützt auf die medizinischen Akten zu Recht den 

Leistungsanspruch verneint hat. 

3. 

3.1  Gegenstand der Invalidenversicherung ist nicht der Gesundheitsschaden an sich, 

sondern seine wirtschaftliche Auswirkung. In diesem Sinne ist der Invaliditätsbegriff ein 

juristischer und kein medizinischer Begriff. Dennoch sind Verwaltung und Richter zur 

Bemessung des Invaliditätsgrades auf die Angaben von Ärzten angewiesen.  

3.2  Die ärztlichen Auskünfte bilden eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können 

(BGE 140 V 193 E. 3.2, 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts 

ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-

sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Die RAD-Ärzte müssen sodann 

über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen 

(BGE 137 V 210 E. 1.2.1; SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174 E. 4.3.1). Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht 

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oder Gutachten, sondern deren Inhalt (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hin-

weisen; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern 

sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, wenn 

ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die Erstellung von Gut-

achten beigezogen wird (RKUV 1999 U 332 S. 193 E. 2a bb). Im Hinblick auf die erheb-

liche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an 

die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 

123 V 351 E. 3b; SVR 2003 UV Nr. 15 S. 45 E. 3.2.2; AHI 2001 S. 155 E. 3b ee). Soll 

ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 

so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

die geringsten Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinter-

nen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 

V 58 E. 5.1; Bundesgerichtsurteil 8C_33/2021 vom 31. August 2021 E. 2.2.2).  

Aus dem Grundsatz der Waffengleichheit folgt das Recht der versicherten Person, mit-

tels eigener Beweismittel die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststel-

lungen der versicherungsinternen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese von der 

versicherten Person eingereichten Beweismittel stammen regelmässig von behandeln-

den Ärztinnen und Ärzten oder von anderen medizinischen Fachpersonen, die in einem 

auftragsrechtlichen Verhältnis zur versicherten Person stehen. Da sich diese Fachper-

sonen in erster Linie auf die Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen ihre Berichte 

nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprü-

che erlaubenden objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb 

kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a. 

Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen nicht von seiner Pflicht zu einer 

korrekten Beweiswürdigung, bei der auch die von der versicherten Person aufgelegten 

Berichte mit zu berücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen versiche-

rungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken.  

3.3  Der behandelnde Allgemeinmediziner Dr. D _________ wies im März 2022 die Ver-

sicherte wegen der Schwindelsymptomatik Dr. B _________, Facharzt für Neurologie, 

zu, der in seinem Bericht vom 11. November 2022 eine sehr leichtgradige, sensible 

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Stand-/Gangataxie notierte. Die bildgebende Untersuchung des Schädels habe multiple 

gliotische Läsionen im Marklager und subcortikal gezeigt. Die Lumbalpunktion vom 

4. April 2022 habe keinen Anhalt für einen akuten oder chronisch entzündlichen ZNS-

Prozess ergeben, weshalb die gliotischen Läsionen am ehesten vaskulär/mikroangiopa-

thisch seien (S. 81). Er ordnete zur Prüfung der Fahrtauglichkeit (die von neurologischer 

Seite gegeben war) eine neuropsychologische Testung an (S. 81), laut der eine mittel-

schwer eingeschränkte Impulskontrolle im Zentrum stand, wobei der Facharzt die Diag-

nose einer leichten kognitiven Störung mit über mehrere Funktionsbereiche erhöhter In-

terferenzanfälligkeit stellte (S. 100 und S. 109 f.). Der Neurologe erachtete eine prakti-

sche Fahrprobe aufgrund der Tätigkeit der Versicherten als Briefträgerin für sinnvoll. 

Diese sei ansonsten aus neurologischer Sicht arbeitsfähig (S. 110). 

Der Kardiologe fand keine Hinweise auf eine kardiale Ursache für die zweimaligen  

präsynkopalen Ereignisse (Bericht vom 28. April 2022, S. 82).  

In seinem Verlaufsbericht vom 1. September 2023 schilderte der Hausarzt eine Behand-

lungsfrequenz von 3 bis 6 Wochen, wobei die Patientin versuchsweise eine Teilzeitbe-

schäftigung von 4 Stunden pro Tag als Bedienung auf einem Campingplatz begonnen 

habe (S. 192). 

Der RAD-Arzt schlussfolgerte am 19. September 2023, aufgrund eines von der Dienst-

stelle verhängten Fahrverbotes (S. 164) sei die angestammte Tätigkeit nicht mehr mög-

lich. Die Versicherte sei neurologisch genügend abgeklärt worden, wobei zerebrale Ver-

änderungen festgestellt worden seien, die jedoch aus neurologischer Sicht keine Arbeits-

unfähigkeit begründen würden. In einer angepassten Tätigkeit sei eine volle Arbeitsfä-

higkeit zumutbar. Im Haushalt würden höchstens minimale Einschränkungen (Grossein-

kauf, Fenster putzen in grösserer Höhe) bestehen (S. 198). 

Im Verlauf-MRI vom 4. Januar 2024 zeigte sich weiterhin eine Herdläsion mit gliotischen 

konfluierenden Veränderungen bihemisphärisch im Marklager und subcortikal, wobei im 

Vergleich zur Voruntersuchung im März 2022 keine neu aufgetretenen Läsionen oder 

Konfigurationsänderungen erkannt werden konnten. Es lagen keine Hinweise für frische 

ischämische Läsionen oder einen aktiven entzündlichen Prozess vor. 

In seinem Folgebericht vom 26. Januar 2024 schrieb Dr. B _________, klinisch habe ein 

omnidirektionales Schwanken in den Stand-/Gangproben, betont bei fehlender visueller 

Kontrolle, festgestellt werden können. In der Anamnese seien keine eindeutigen schub-

förmigen Ereignisse abgrenzbar und die Lumbalpunktion vom 4. April 2022 habe keinen 

Anhalt für einen akuten oder chronisch-entzündlichen ZNS-Prozess ergeben. Klinisch 

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und bildmorphologisch bestehe damit weiterhin eine zentrale, sensible Stand-/Gangata-

xie, am ehesten auf dem Boden einer zerebralen Mikroangiopathie. Die Patientin sei in 

ihrer Arbeit als Bedienung (Stehen/Gehen/Teller balancieren usw.) eingeschränkt, da die 

Stand-/Gangsicherheit deutlich reduziert sei. Als therapeutisch sinnvoll erachtete er eine 

physiotherapeutische Behandlung mit gezieltem Gleichgewichtstraining und ordnete 

eine Verlaufskontrolle im Folgejahr an. 

4. 

4.1  Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen die Beurteilung ihrer Restar-

beitsfähigkeit. Ihre Belastbarkeit sei stark eingeschränkt, wobei sie das Arbeitspensum 

auch in einer angepassten, leichten Tätigkeit nicht zu steigern vermöge. Als Ursache 

nennt sie die Stand-/Gangataxie sowie eine Sehstörung. Nach ihrem subjektiven Emp-

finden hätten die Beschwerden zugenommen.  

4.2  Aus den vorliegenden medizinischen Berichten ergibt sich, dass die Beschwerde-

führerin an einer zentralen sensiblen Stand-/Gangataxie, bei der vor allem das Marklager 

befallen ist, leidet. Die Ärzte sind sich allesamt darin einig, dass die Versicherte ihre 

angestammte Tätigkeit aufgrund des verhängten Fahrverbotes nicht mehr ausüben 

kann. Demgegenüber erachteten sie eine angepasste Tätigkeit grundsätzlich für zumut-

bar. 

Bei Durchsicht der medizinischen Akten fällt weiter auf, dass sich seit März 2022 keine 

eindeutig neu aufgetretenen Läsionen nachweisen lassen. Der behandelnde Neurologe, 

der entsprechendes bildgebendes Material erstellen liess, bestätigte die unveränderten 

Verhältnisse bei gliotischen Läsionen im Marklager und subcortikal. Die von der  

Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung des Zustandes ist mithin auf-

grund der Akten nicht ausgewiesen. Andere gegenteiligen Berichte liegen nicht vor. 

Im Rahmen des Anmeldeverfahrens wurden diverse Berichte der behandelnden Ärzte 

angefordert und dem RAD-Arzt zur Beurteilung unterbreitet. Dabei erstellte dieser, nach-

dem er das gesamte Dossier gesichtet hatte, eine Anamnese, berücksichtigte die ge-

klagten Leiden und legte das Zumutbarkeitsprofil für die (Rest-)Arbeitsfähigkeit fest. 

Seine Beurteilung ist in Anbetracht der Akten nachvollziehbar und klar begründet. Er 

geht davon aus, dass die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit volle Leistung er-

bringen kann, sofern es sich dabei um eine wechselbelastende Tätigkeit handelt. Die 

vom behandelnden Neurologen geltend gemachten funktionsrelevanten Folgen (Gang- 

und Standataxie, Fahrverbot) der stattgehabten Erkrankungen werden vom RAD-Arzt 

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berücksichtigt. Seine Schlussfolgerung stimmt daher zweifelsfrei mit den von den be-

handelnden Ärzten erfassten Einschränkungen überein. Es liegen auch keinerlei Abga-

ben von Befunden vor, die eine andere Einschätzung aufdrängen würden. Seine ab-

schliessende Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit erfolgte auf der Grundlage sämtlicher 

Fachberichte, wobei er die Ergebnisse aus den einzelnen Fachrichtungen würdigte. Die 

einzelnen Einschätzungen lassen sich auch gegenseitig miteinander vereinbaren. Auf-

grund der somatisch begründeten Einschränkungen und der daraus resultierenden Geh-

/Stehbeeinträchtigung formulierte der RAD-Arzt in der interdisziplinären Zusammen-

schau ein entsprechendes Belastungsprofil für eine angepasste Tätigkeit. Mithin keine 

schweren Arbeiten, eine Tätigkeit mit Wechsel der Arbeitsposition, keine Gehstrecken 

und lediglich Arbeiten unter Berücksichtigung, dass das Autofahren untersagt sei. Die-

ses Zumutbarkeitsprofil deckt sich weitgehend mit den Beurteilungen des Facharztes für 

Neurologie, der die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht als arbeitsfähig erach-

tete. Was weiter die Einschätzung des behandelnden Hausarztes anbelangt, ist auf die 

Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärztinnen und Hausärzte, wie überhaupt be-

handelnde Arztpersonen, mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 

135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), weshalb deren Schlussfolgerungen mit Vorsicht 

zu würdigen sind. Schliesslich vermag die subjektive Einschätzung der Versicherten, für 

sich alleine genommen, die Einschätzung der 100%igen Resterwerbsfähigkeit durch den 

RAD nicht zu entkräften. Es ist Aufgabe der Ärzte, aus den diagnostizierten Leiden zu 

schliessen, welche Arbeiten der versicherten Person in welchem Umfang weiterhin zu-

mutbar sind.   

4.3  Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, soweit sie 

die attestierte Restarbeitsfähigkeit rügt und deshalb den Beweiswert der Einschätzung 

des RAD-Arztes anzweifelt. Ihre Annahme, die somatischen Beschwerden wirkten sich 

in allen möglichen Betätigungsfeldern vollumfänglich aus und würden sie erheblich mehr 

in ihrer Restarbeitsfähigkeit einschränken als angenommen, vermag aufgrund der  

Aktenlage nicht zu überzeugen. Die Vorinstanz verletzte daher kein Bundesrecht, wenn 

sie den Schlussbericht des RAD-Arztes als grundsätzlich beweiskräftig einstufte, sich 

darauf abstützte und auf weitere Abklärungen verzichtete. Unter Würdigung der gesam-

ten Umstände kann somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (zum Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit vgl. BGE 129 V 177 E 3.1 mit Hinweisen) davon aus-

gegangen werden, dass im Zeitpunkt des Verfügungserlasses eine volle Arbeitsfähigkeit 

bestanden hat. In Übereinstimmung mit dem RAD-Arzt ist auch festzuhalten, dass der 

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Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin umfassend abgeklärt ist und gestützt da-

rauf ihre Restarbeitsfähigkeit in nachvollziehbarer Weise festgelegt werden konnte. 

5.  Die Bemessung des Invaliditätsgrades ist unbestritten. Korrekterweise kam es bei 

einem unstrittigen Anteil Erwerbstätigkeit von 70% und Haushalt von 30% zur Anwen-

dung der gemischten Methode. Ebenfalls nicht bemängelt wurde die Feststellung im an-

gefochtenen Entscheid, es bestünde keine relevante gesundheitliche Einschränkung in 

der Haushaltstätigkeit. Im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushalt ist 

nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ausschlaggebend, sondern wie 

sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was 

grundsätzlich durch eine Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist. In casu hat die 

Beschwerdegegnerin ausnahmsweise auf eine solche Erhebung verzichtet, wozu sie 

grundsätzlich ermächtigt ist (vgl. Randziffer 3042 KSVI und Randziffer 3600 KSIR). Dies-

falls hat die Einschätzung der Invalidität im gewohnten Aufgabenbereich unter Mitwir-

kung eines Arztes zu erfolgen, der sich zu den von der versicherten Person angegebe-

nen Einschränkungen zu äussern hat (vgl. dazu BVGer C-1250/2020 vom 19. November 

2021 E. 8.2 mit Hinweisen). Aus der Schlussbeurteilung des RAD-Arztes ergeben sich 

höchstens minimale Einschränkungen, wie beim Grosseinkauf und beim Putzen der 

Fenster in grossen Höhen. Diese bilden zwar Erschwernisse im Alltag, führen aber nicht 

zu invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Beeinträchtigungen im Haushalt. Soweit 

Einschränkungen vorhanden sind, können diese durch die der versicherten Person ob-

liegende Schadenminderungspflicht ausgeglichen werden. Eine im Haushalt tätige  

Person hat ihre Arbeit entsprechend einzuteilen und die Mithilfe von Angehörigen in An-

spruch zu nehmen. Da mithin die Auswirkungen im Haushalt aktenmässig beurteilt wur-

den, ist im Verzicht der Beschwerdegegnerin auf eine detaillierte Abklärung vor Ort keine 

Verletzung ihrer Abklärungspflicht zu sehen. Nur der Vollständigkeit halber sei noch er-

gänzt, dass sich selbst bei Annahme einer Einschränkung im Haushalt von mehr als 50% 

im Ergebnis nichts ändern würde, resultierte doch auch dabei ein rentenausschliessen-

der Invaliditätsgrad.  

6.  Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rech-

tens, die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

7. 

7.1  Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-

rung von IV-Leistungen vor dem Kantonsgericht ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis IVG). 

Aufgrund des Verfahrensaufwands (reiner Urkundenprozess) werden die Gerichtskosten 

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in casu auf Fr. 500.00 festgesetzt. Auslagen sind dem Gericht keine entstanden. Ent-

sprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Kosten der Beschwerdeführerin 

auferlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

7.2  Einzig der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine Parteient-schädi-

gung. In casu entfällt der Anspruch aufgrund der Abweisung der Beschwerde. Der Be-

schwerdegegnerin – d.h. dem Versicherungsträger – steht ebenfalls kein Partei-entschä-

digungsanspruch zu (Art. 61 lit. g ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, N. 199 zu Art. 61 

ATSG). 

 

Das Kantonsgericht erkennt: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.00 gehen zu Lasten der 

Beschwerdeführerin. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

Sitten, 13. März 2024