# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e95e69a3-3516-5a43-9b24-23258571f261
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-08
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 08.10.2018 SK 2017 472
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-472_2018-10-08.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 17 472

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 8. Oktober 2018 

Besetzung Oberrichter Gerber (Präsident i.V.), 
Oberrichter Vicari, Oberrichter Zihlmann
Gerichtsschreiberin Hiltbrunner

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

vertreten durch Staatsanwalt E.________, Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern 

und

C.________ SA
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Veruntreuung und Entzug von Pfandsachen und Retentionsge-
genständen

Berufung gegen das Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafge-
richts (Einzelgericht) vom 19. September 2017 (WSG 17 7)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 19. September 2017 sprach das Kantonale Wirtschaftsstrafgericht 
(Einzelgericht) A.________ (im Folgenden: Beschuldigter) schuldig der Veruntreu-
ung und Entzugs von Pfandsachen und Retentionsgegenständen, teilweise ver-
sucht begangen ca. am 27. Juni 2014 in O.________ zum Nachteil der 
C.________ SA (im Folgenden: Privatklägerin). Der Beschuldigte wurde verurteilt 
zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 150.00, ausmachend total 
CHF 13‘500.00, unter Gewährung des bedingten Vollzugs auf eine Probezeit von 
zwei Jahren sowie zu den Verfahrenskosten (inkl. schriftliche Begründung) von 
CHF 3‘308.00. Im Weiteren wurde die Zivilklage der Privatklägerin teilweise gutge-
heissen und der Beschuldigte verurteilt, der Privatklägerin einen Schadenersatz 
von CHF 27‘000.00 zu bezahlen; soweit weitergehend wurde die Zivilklage auf den 
Zivilweg verwiesen. Im Weiteren wurde der Beschuldigte verurteilt, der Privatkläge-
rin eine Parteientschädigung von pauschal CHF 7‘000.00 zu bezahlen. Für die Be-
urteilung der Zivilklage wurden keine Kosten ausgeschieden (pag. 18 378 f.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, fristgerecht die Berufung an (pag. 18 384). Die schriftliche Urteilsbe-
gründung datiert vom 24. November 2017 (pag. 18 388 ff.). Am 18. Dezember 2017 
reichte der Beschuldigte form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein (pag. 18 
464 f.). Mit Verfügung vom 21. Dezember 2017 wurde Staatsanwalt E.________, 
Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte, durch die Generalstaatsan-
waltschaft mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben betraut 
(pag. 18 470). Am 8. Januar 2018 verzichtete Staatsanwalt E.________ auf eine 
Anschlussberufung und machte keine formellen Einwände gegen die Berufung des 
Beschuldigten geltend (pag. 18 472). Ebenso wurde seitens der Privatklägerin mit 
(verspäteter) Eingabe vom 16. Januar 2018 auf eine Anschlussberufung sowie auf 
ein begründetes Nichteintreten verzichtet (pag. 18 476). Mit Eingabe vom 16. Fe-
bruar 2018 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Teilnahme an der oberin-
stanzlichen Verhandlung (pag. 18 485). Der für die Privatklägerin handelnde 
J.________ wurde auf Antrag hin vom persönlichen Erscheinen an der oberin-
stanzlichen Verhandlung dispensiert (pag. 18 502, 18 600).

Am 11. Juni 2018 fand in Anwesenheit des Beschuldigten und der Vertretung der 
Privatklägerin die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer statt (pag. 18 518 
ff.). Diese wurde zwecks Einreichung von beweisergänzenden Unterlagen abge-
brochen (pag. 18 527). Die Fortsetzungsverhandlung folgte am 8. Oktober 2018 
(pag. 18 606 ff.). 

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3. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten an-
lässlich der oberinstanzlichen Fortsetzungsverhandlung von 8. Oktober 2018 fol-
gende Anträge (pag. 18 611):
1. Herr A.________ sei vom Vorwurf der Veruntreuung und des Entzugs vom Pfandsachen und 

Retentionsgegenständen gemäss Art. 145 StGB freizusprechen.
2. Die Zivilklage sei abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
3. Die Kosten des Verfahrens seien grundsätzlich dem Staat aufzuerlegen.
4. Soweit die Verfahrenskosten durch die Anträge zum Zivilpunkt verursacht worden sind, seien sie 

der Privatklägerschaft aufzuerlegen.
5. Herrn A.________ sei eine Entschädigung für seine Aufwendungen für die angemessene Ausü-

bung seiner Verfahrensrechte sowie für die notwendige Beteiligung am Strafverfahren zuzuspre-
chen.

6. Die vorgenannte Entschädigung sei, soweit sie für die durch die Anträge zum Zivilpunkt entstan-
denen Aufwendungen bestimmt ist, durch die Anträge zum Zivilpunkt entstandenen Aufwendun-
gen bestimmt ist, durch die Privatklägerschaft zu tragen, im Übrigen vom Staat.

Rechtsanwalt D.________, substituiert durch MLaw F.________ stellte namens der 
Privatklägerin anlässlich der oberinstanzlichen Fortsetzungsverhandlung folgenden 
Anträge (pag. 18 613):
1. Die Berufung des Beschuldigten sei abzuweisen.
2. Das Urteil des Wirtschaftsstrafgerichts sei zu bestätigen.
3. Die Verfahrenskosten sowie eine angemessene Entschädigung der C.________ SA in der Höhe 

von CHF 6‘169.65 seien ausschliesslich dem Beschuldigten aufzuerlegen.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2018 wurden von Amtes 
wegen ein aktueller Strafregisterauszug (pag. 18 510), ein aktueller Leumundsbe-
richt (pag. 18 512 ff.) sowie ein Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse des 
Beschuldigten (pag. 18 515 f.) eingeholt. Im Weiteren wurde der Beschuldigte in 
der oberinstanzlichen Verhandlung vom 11. Juni 2018 zur Person und zur Sache 
einvernommen (pag. 18 521 ff.). Nachdem die Berufungsverhandlung am 11. Juni 
2018 abgebrochen worden war (pag. 18 527), reichte Rechtsanwalt B.________ 
mit Eingabe vom 3. Juli 2018 insgesamt 14 Dokumente über und rund um die Ver-
handlungen der H.________ AG mit der G.________ ein. Diese betrafen insbe-
sondere ein mögliches finanzielles Engagement der G.________ und damit zu-
sammenhängend auch Unterlagen und Korrespondenz mit dem Bundesamt für Zi-
villuftfahrt (BAZL) betreffend Befristung der Betriebsbewilligung bzw. deren Verlän-
gerung, um ein Grounding der H.________ AG zu verhindern (pag. 18 530 ff.; mehr 
dazu Ziff. II.12. unten). Anlässlich der Fortsetzungsverhandlung vom 8. Oktober 
2018 wurde der Beschuldigte nochmals einvernommen (pag. 18 608 ff.). 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das angefochtene Urteil ist von der Kammer vollumfänglich zu überprüfen. Sie ver-
fügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 und 3 Schweizerische Strafpro-
zessordnung [StPO; SR 311]). Aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten 

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kann das Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; es ist 
das Verschlechterungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten 
(Art. 391 Abs. 2 StPO).

6. Anklagegrundsatz

Wie bereits vor der Vorinstanz machte der Beschuldigte auch im Berufungsverfah-
ren eine Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend: Die Staatsanwaltschaft habe 
die Umstände des Umzugs des Materials aus den Räumlichkeiten der Privatkläge-
rin nicht genau abgeklärt. Ausserdem heisse es im Strafbefehl, der Beschuldigte 
habe eigenständig gehandelt, während der Tatbestand von Art. 145 StGB ein ei-
genmächtiges Handeln verlange (pag. 18 612). 

Hält die Staatsanwaltschaft an einem Strafbefehl fest und überweist sie die Ange-
legenheit an das Gericht, so gilt der Strafbefehl als Anklageschrift (Art. 356 Abs. 1 
StPO). Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 
des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 
Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung [BV; SR 101]; 
Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Europäischen Menschenrechtskonvention 
[EMRK; SR 0.101]). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sach-
verhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdi-
gung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der be-
schuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_254/2013 vom 1. Juli 2013 E. 1.2). 
Das Akkusationsprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 
beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informations-
funktion; BGE 140 IV 188 E. 1.3; 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinwei-
sen). Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr konkret 
vorgeworfen wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_161/2015 vom 8. Juli 2015 E. 2.2 sowie 
6B_803/2014 vom 15. Januar 2015 E. 1.3). Die gesetzlichen Minimalanforderungen 
an die Formulierung des Sachverhalts in inhaltlicher Hinsicht finden sich in Art. 325 
Abs. 1 Bst. f StPO. Danach bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, aber ge-
nau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, 
Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Danach sind die erhobenen Vor-
würfe möglichst prägnant – oder im Wortlaut des Gesetzes «möglichst kurz, aber 
genau», «le plus brièvement possible, mais avec précision», bzw. «in modo quanto 
possibile succinto, ma preciso» – darzustellen. Das Bindewort «aber» (anstelle von 
«und») ist Ausdruck des Spannungsverhältnisses zwischen Kürze und Genauigkeit 
(JOSI, «Kurz und klar, träf und wahr» – die Ausgestaltung des Anklageprinzips in 
der Schweizerischen Strafprozessordnung, in: ZStrR 127/2009, S. 81).

Im Strafbefehl vom 9. Februar 2017 wird dem Beschuldigten folgendes Tatvorge-
hen vorgeworfen (pag. 18 001):
Die H.________ AG, vertreten durch I.________ und A.________ schloss mit der C.________ SA, 
vertreten durch J.________ einen Mietvertrag, datiert auf den 28. Dezember 2013, über Räum-
lichkeiten, bzw. Hangarplätze für die Einstellung und den Betrieb von Helikoptern auf dem Flugplatz 

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O.________ ab. Im Artikel 8 ‚Retentionsrecht‘ des Mietvertrags verpflichtete sich die H.________ AG, 
die gemieteten Räumlichkeiten mit Material von genügendem Wert zu versehen, um die Miete des 
voran gegangenen Jahres sowie des laufenden Semesters zu garantieren, was einen Betrag von et-
wa CHF 150‘000.00 darstellte. Dieser Betrag wurde durch das in den Hangars vorhandene Material 
gedeckt.
[…]
Am 27. Juni 2014 schloss die H.________ AG, vertreten durch I.________ und A.________ mit 
K.________ SA (en formation), vertreten durch L.________ AG, ihrerseits vertreten durch 
M.________ ein ‚Asset purchase agreement‘ (nachfolgend: Kaufvertrag) über Fahrzeuge und Anhän-
ger; das in den von C.________ SA gemieteten Hangars vorhandene Transportmaterial und Zubehör; 
die mit dem Geschäft verbundenen Anlagen und Dokumente; die sich auf die Zweigniederlassung in 
O.________ beziehende Kundenliste und Gutscheine; sowie über die Übernahme der bestehenden 
Geschäfts- und Arbeitsverträge ab.
Am selben Tag, also am 27. Juni 2014, wurde der grösste Teil des Materials von ehemaligen Mitar-
beitern der H.________ AG, nach telefonischer Rücksprache mit A.________, aus den von 
C.________ SA gemieteten Hangars geräumt und in einen anderen, im Kaufvertrag vorgesehenen 
Hangar auf dem Flugplatz O.________ transportiert.
[…]
A.________ verfügte eigenständig über das Material, welches Gegenstand des Retentions-rechtes 
war, indem er es verkaufte und später sein Einverständnis für den Abtransport des Materials aus dem 
Hangar gab, wo es aufbewahrt wurde, und dies mit dem Wissen und zumindest unter der Inkaufnah-
me, dass durch sein Verhalten dem Gläubiger der H.________ AG ein Schaden zugefügt wird.

Zur Überprüfung des Anklagegrundsatzes müssen die im Strafbefehl festgehalte-
nen Eckwerte des realen Lebenssachverhalts an den in Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO 
aufgestellten, abstrakten inhaltlichen Minimalanforderungen gemessen werden. 
Aufgrund der Singularität von realen Lebenssachverhalten kann dies immer nur im 
Hinblick auf einen bestimmten Einzelfall erfolgen. Davon ausgehend ist nun für die 
Kammer nicht ersichtlich, inwiefern vorliegend der Anklagegrundsatz verletzt sein 
sollte: Allein schon aus dem bisherigen Verlauf des Verfahrens und den Aus-
führungen des Beschuldigten ergibt sich ohne Weiteres, dass der Strafbefehl mit-
nichten unklar ist und als solcher den gesetzlichen Anforderungen bei weitem 
genügt. Im Strafbefehl ist neben der Vorgeschichte (Abschluss des Mietvertrages 
ein-schliesslich Inhalt des Retentionsrechts; Kündigung Mietvertrag; Abschluss des 
Kaufvertrages einschliesslich Beschrieb des Vertragsgegenstandes) das eigentli-
che Tatgeschehen kurz und klar umschrieben mit: «(…) verfügte eigenständig über 
das Material, welches Gegenstand des Retentionsrechtes war, indem er es ver-
kaufte und später sein Einverständnis für den Abtransport des Materials aus dem 
Hangar gab, wo es aufbewahrt wurde, (…)». In diesem Satz ist als Tathandlung 
sowohl der Abschluss des Verpflichtungsgeschäfts (Abschluss des «Asset purcha-
se agreement») erwähnt wie dann auch das eigentliche Verfügungsgeschäft (Zu-
stimmung zum Abtransport des Materials und insoweit zur Besitzübertragung; vgl. 
dazu im Übrigen Ziff. I.7. und Ziff. III.14.1. unten). Davon ausgehend ist auch der 
subjektive Tatbestand genügend klar umschrieben. Was die konkreten Umstände 
des Umzugs anbelangt, ist mit Blick auf die Frage der strafrechtlichen Verantwort-
lichkeit des Beschuldigten im Strafbefehl zu Recht nicht mehr ausgeführt worden. 
Namentlich wird dem Beschuldigten zutreffenderweise nicht vorgeworfen, er habe 

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aktiv beim Abtransport des Materials mitgeholfen, sondern bloss er habe sein Ein-
verständnis dazu gegeben. Dass die Sachverhaltsumschreibung im Strafbefehl, 
das Wort «eigenständig» enthält und nicht wie Art. 145 StGB das Wort «eigen-
mächtig», verhindert eine Subsumtion unter diesen Straftatbestand nicht und ver-
letzt auch den Anklagegrundsatz offensichtlich nicht. Wie in rechtlicher Hinsicht 
noch auszuführen sein wird (vgl. Ziff. III.14.2. unten), besteht die Rechtsfrage, ob 
eine Inkaufnahme für die Bejahung einer Schädigungsabsicht ausreicht. Deren Be-
antwortung ist Aufgabe des Gerichts, weshalb die Formulierung im Strafbefehl 
(«oder zumindest unter der Inkaufnahme») nicht gegen den Anklagegrundsatz ver-
stösst. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Anklagegrundsatz in keiner 
Weise verletzt ist.

7. Würdigungsvorbehalt

Gegenstand des Strafbefehls vom 9. Februar 2017 ist eine vollendete Veruntreu-
ung und Entzug von Pfandsachen und Retentionsgegenständen; weder ergibt sich 
aus dem Text noch aus den angewendeten Gesetzesbestimmungen ein Hinweis 
auf eine zumindest teilweise versuchte Tatbegehung. Demgegenüber sprach die 
Vorinstanz den Beschuldigten schuldig wegen Veruntreuung und Entzugs von 
Pfandsachen und Retentionsgegenständen, teilweise versucht begangen (pag. 18 
378), ohne allerdings im Verfahren einen entsprechenden Würdigungsvorbehalt 
angebracht zu haben. Der unterschiedlichen rechtlichen Würdigung liegt die Tatsa-
che zu Grunde, dass die Staatsanwaltschaft bei der Tathandlung des «eigenmäch-
tig verfügen» im Sinne von Art. 145 StGB den objektiven Tatbestand bereits durch 
die Unterschrift auf dem Verkaufsvertrag («Asset purchase agreement») als erfüllt 
betrachtet, mithin schon durch das Verpflichtungsgeschäft (vgl. pag. 15 001 018). 
Demgegenüber ergibt sich aus den vorinstanzlichen Erwägungen zum Versuch 
(pag. 18 434 und 437, S. 47 und 50 der Urteilsbegründung), dass das Verfügungs-
geschäft als für die Erfüllung des objektiven Tatbestands massgeblich betrachtet 
wurde, so dass entsprechend der Tatsache, dass nicht alles Material und Mobiliar 
abtransportiert worden ist, teilweise auf Versuch erkannt wurde (vgl. dazu Ziff. 
III.14.1. unten).

Ein Wechsel der rechtlichen Würdigung bei unverändertem Anklagesachverhalt er-
scheint u.a. zulässig von Vollendung zu Versuch (vgl. HAURI/VENETZ, in: Basler 
Kommentar StPO/JStPO, 2. Auflage 2014, N 11 zu Art. 344 StPO). Allerdings ist 
das Gericht verpflichtet, den anwesenden Parteien zu eröffnen, wenn es mögli-
cherweise den Sachverhalt rechtlich anders würdigen will als die Staatsanwalt-
schaft in der Anklageschrift (vgl. Art. 344 StPO). Dieser Hinweis auf den Würdi-
gungsvorbehalt ist eine Konkretisierung des allgemeinen Grundsatzes des rechtli-
chen Gehörs.

Vorliegend ist zusätzlich das Verbot der «reformatio in peius» zu beachten (vgl. 
Ziff. I.5. oben). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine Verletzung 
des Verschlechterungsverbots nicht nur bei einer Verschärfung der Sanktion, son-
dern auch bei einer härteren rechtlichen Qualifikation der Tat vor. Dies ist der Fall, 
wenn der neue Straftatbestand eine höhere Strafdrohung vorsieht, d.h. einen höhe-
ren oberen Strafrahmen oder eine (höhere) Mindeststrafe, sowie bei zusätzlichen 

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Schuldsprüchen. Gleich verhält es sich, wenn der Verurteilte im Berufungsverfah-
ren für die vollendete Tat statt wegen Versuchs oder als Mittäter anstatt als Gehilfe 
verurteilt wird, da ein fakultativer bzw. obligatorischer Strafmilderungsgrund wegfällt 
(vgl. BGE 139 IV 282 E. 2.5.).

Ausgehend vom erstinstanzlichen Schuldspruch wegen teilweise versuchter Tatbe-
gehung ist es der Kammer allein schon in Anbetracht der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung verwehrt, einen Schuldspruch wegen ausschliesslich vollendeter 
Tatbegehung auszufällen. Hingegen hat die Kammer, um Art. 344 StPO Genüge zu 
tun, in der oberinstanzlichen Verhandlung vom 11. Juni 2018 einen entsprechen-
den Würdigungsvorbehalt angebracht (pag. 18 519). Die Unterlassung der Vorin-
stanz ist damit geheilt; dem Beschuldigten erwächst dadurch kein Rechtsnachteil. 
Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist zwar formeller Natur, aber diese nicht be-
sonders schwer wiegende Verletzung wird durch den oberinstanzlich explizit erfolg-
ten Würdigungsvorbehalt geheilt, da der Beschuldigte die Möglichkeit erhielt, sich 
vor der Rechtsmittelinstanz, die über die gleiche Kognition in Sachverhalts- und 
Rechtsfragen wie die Vorinstanz verfügt, zu äussern (vgl. VEST/HORBER, in: Basler 
Kommentar StPO/JStPO, 2. Auflage 2014, N 6 zu Art. 107 StPO). 

8. Strafantrag (Unteilbarkeit)

Der Tatbestand der Veruntreuung und Entzug von Pfandsachen und Retentionsge-
genständen (Art. 145 StGB) ist ein Antragsdelikt. Stellt eine antragsberechtigte 
Person gegen einen an der Tat Beteiligten Strafantrag, so sind alle Beteiligten zu 
verfolgen (Art. 32 StGB). Die Bestimmung soll verhindern, dass der Antragsteller 
willkürlich unter mehreren Beteiligten aussuchen kann bzw. eine unzulässige per-
sönliche Teilbarkeit vorgenommen wird. Unstreitig ist, dass Mittäter, Anstifter und 
Gehilfen unter den Begriff der Beteiligten zu subsumieren sind (RIEDO, in: Basler 
Kommentar StGB I, 3. Auflage 2013, N 16 zu Art. 32 StGB).

Gestützt auf den rechtzeitig und gültig gestellten Strafantrag der Privatklägerin vom 
23. September 2014 (pag. 04 001 001 ff.) gegen «toute personne qui soit organe, 
membre d’un organe, collaborateur ou dirigeant effectif de la société» hatte die 
Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 19. März 2015 die Untersuchung vorerst 
gegen unbekannte Täterschaft eröffnet (pag. 01 001 001), bevor diese ab der Ver-
fügung vom 5. August 2015 (pag. 01 001 002) gegen den Beschuldigten weiterge-
führt wurde. Gegen die Ehefrau des Beschuldigten wurde unbestrittenermassen nie 
ein Strafverfahren eröffnet noch wurde eine Nichtanhandnahme oder Einstellungs-
verfügung erlassen. Sie wurde auch nie einvernommen.

Der Beschuldigte sowie seine Ehefrau, beide mit Kollektivunterschrift zu zweien 
(pag. 18 290), unterschrieben beide für die H.________ AG sowohl den Miet-
vertrag vom 28. Dezember 2013 (pag. 18 204 ff.) als auch das «Asset purchase 
agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 2014 (pag. 18 152 ff.). Demgegenüber er-
geben sich keine aktenkundigen Hinweise (vgl. Ziff. II.13.3. nachfolgend), dass die 
Ehefrau mit der Erfüllung des Kaufvertrags (Verfügungsgeschäft) etwas zu tun ge-
habt hätte, weder war sie aktiv beim Abtransport des vom Retentionsrecht umfass-
ten Materials/Mobiliars sowie der Fahrzeuge beteiligt noch erteilte sie bloss die Zu-
stimmung zur Vornahme des Verfügungsgeschäfts.

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Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die rechtliche Würdigung der Tathandlung 
des «eigenmächtigen Verfügens» der Staatsanwaltschaft einerseits und der 
Vorinstanz andererseits (vgl. Ziff. I.7. oben). Gemäss der rechtlichen Ansicht der 
Staatsanwaltschaft sei bereits das «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) als 
Verpflichtungsgeschäft massgebend und der objektive Tatbestand bereits durch die 
Unterschrift auf dem Verkaufsvertrag erfüllt. Der Umzug selbst sei lediglich eine 
Folge dieser Unterschrift (pag. 15 001 018). Würde dieser Auffassung gefolgt, so 
wäre aufgrund der Unteilbarkeit des Strafantrages auch gegen die Ehefrau des Be-
schuldigten ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und Entzug von Pfandsachen 
und Retentionsgegenständen zu führen. Insoweit ist die rechtliche Beurteilung 
durch die Staatsanwaltschaft im Widerspruch stehend zur Tatsache, dass gegen 
die Ehefrau des Beschuldigten keine Strafverfolgung eröffnet worden ist. Wird 
demgegenüber – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – das Verfügungsgeschäft 
als massgebend angesehen (vgl. Ziff. III.14.1. unten), so wurde folgerichtig auch 
nicht versucht, die Ehefrau des Beschuldigten strafrechtlich zur Verantwortung zu 
ziehen. Wie noch auszuführen sein wird, erachtet die Kammer das Verfügungsge-
schäft für die Tathandlung von Art. 145 StGB als massgebend. Die Unteilbarkeit 
des Strafantrages stellt daher vorliegend kein formelles Problem dar.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Unbestrittenes (Rahmen-) Geschehen

Für detaillierte Ausführungen zum unbestrittenen Rahmengeschehen kann auf die 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 422, S. 35 ff. der Urteils-
begründung). Zusammenfassend geht es um Folgendes: 

Der Beschuldigte war im angeklagten Tatzeitpunkt Geschäftsführer und Verwal-
tungsrat der H.________ AG. Gemeinsam mit seiner Frau unterzeichnete er am 
28. Dezember 2013 in Kollektivunterschrift zu zweien einen Mietvertrag mit der Pri-
vatklägerin über zwei Hangars auf dem Gelände des Flughafens O.________ mit 
Helikoptergaragenplätzen, einem Büro- und einem Lagerraum sowie sechs Park-
plätzen (pag. 04 001 013). In Artikel 8 des Mietvertrages wurde das Retentions-
recht des Vermieters im Sinne von Art. 268 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; SR 
220) vereinbart. Darin legten die Parteien fest, dass der Mieter ständig soviel Mobi-
liar, Material und Waren in den Mietlokalitäten stehen zu lassen habe, um dem 
Vermieter das Retentionsrecht für einen verfallenen Jahreszins sowie den laufen-
den Halbjahreszins zu ermöglichen. Unter das Retentionsrecht fallen grundsätzlich 
sämtliche Gegenstände, die in den gemieteten Räumlichkeiten gelagert wurden. 

Die H.________ AG kündigte den Mietvertrag mit Schreiben vom 28. Mai 2014 per 
Ende Mai 2014 (pag. 04 001 024), was die Privatklägerin jedoch ablehnte, da die 
vertragliche Kündigungsfrist damit nicht eingehalten worden war. Sie nahm das 
Schreiben jedoch als Kündigung per 30. November 2014 entgegen (pag. 04 001 
025). 

Am 27. Juni 2014 verkaufte die H.________ AG der K.________ SA en formation, 
vertreten durch die L.________ SA, im Rahmen des sogenannten «Asset purchase 

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agreement» ihr gesamtes Inventar (unter Ausnahme des Materials zum Super Pu-
ma) ihrer Zweigniederlassung in O.________ (pag. 07 001 014 ff.). Unbestritten ist, 
dass der Vertrag unter anderem die sich im Eigentum der Gesellschaft befindlichen 
Fahrzeuge und das Mobiliar und insbesondere das Material, das sich in den Mie-
träumlichkeiten der Privatklägerin befand, umfasste. Ebenfalls unbestritten ist, dass 
in der Folge ein Teil der Gegenstände effektiv aus den Mieträumlichkeiten zur Käu-
ferin abtransportiert wurde, wodurch nach dem Verpflichtungsgeschäft auch das 
Verfügungsgeschäft zumindest teilweise erfüllt wurde. Während des Abtransportes 
intervenierte der Geschäftsführer der Privatklägerin, J.________, sodass der Um-
zug abgebrochen wurde und einige Gegenstände in den Mietlokalitäten verblieben. 
Gleichzeitig wurde auch Büromaterial aus den Räumlichkeiten, die die H.________ 
AG von N.________ gemietet hatte, aufgrund des Kaufvertrages abtransportiert. 
Auch dort bestand im Mietvertrag ein Retentionsrecht. Dies ist nicht Verfahrensge-
genstand, findet jedoch in die Beweiswürdigung Eingang. 

Ergänzend kann an dieser Stelle als unbestrittenes (Rahmen-)Geschehen die fi-
nanzielle Schieflage der H.________ AG angefügt werden: Diese ergibt sich unter 
anderem aus den Aussagen des Beschuldigten, dem Schreiben des BAZL vom 14. 
Mai 2014 (pag. 18 563 ff.), den Bemühungen der H.________ AG um Gewinnung 
neuer Investoren und Erhalt der Zahlungsfähigkeit durch Refinanzierungs-
bemühungen, Verkauf von Geschäftsteilen, etc. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, 
dass der Privatklägerin die finanziellen Schwierigkeiten nicht vorenthalten wurden 
und diese insbesondere dem Geschäftsführer J.________ bekannt waren. So ori-
entierte der Beschuldigte J.________ per Email vom 20. März 2014, dass beab-
sichtigt sei, «auf absehbare Zeit die Basis in O.________ [zu] verkaufen» und 
nachgefragt wurde, ob eventuell ein Interesse bestehe (pag. 18 305), worauf dieser 
gleichentags antwortete, er habe nicht die finanziellen Möglichkeiten, um sich per-
sönlich zu engagieren, und er wisse, dass es für den Beschuldigten eine Frage von 
Tagen, nicht Wochen oder Monaten sei (pag. 18 304). 

10. Bestrittenes Geschehen

Seitens des Beschuldigten wird vorab geltend gemacht, er sei sich über den Be-
stand und Umfang bzw. die Auswirkungen des Retentionsrechts der Privatklägerin 
beim Abschluss des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) nicht bewusst ge-
wesen und habe insoweit die Privatklägerin auch nicht schädigen wollen. Alsdann 
ist umstritten, wann und vor allem wie genau es zum Abtransport der dem Retenti-
onsrecht unterliegenden Gegenstände (Material, Mobiliar und Fahrzeuge) gekom-
men ist bzw. inwieweit der Beschuldigte darin involviert gewesen ist. Umstritten ist 
alsdann der Wert und Umfang des Retentionsrechts bzw. welchen Wert die dem 
Retentionsrecht unterliegenden Gegenstände (Material, Mobiliar und Fahrzeuge) 
gehabt haben, und zwar aufgeteilt einerseits in diejenigen, die effektiv im Rahmen 
des Verfügungsgeschäftes abtransportiert bzw. weggeschafft und andererseits in 
diejenigen, die durch Intervention seitens der Privatklägerin zurückgelassen wor-
den sind.

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11. Beweisfragen

Ausgehend vom bestrittenen Geschehen ergeben sich im Wesentlichen folgende 
Beweisfragen:

• Inwieweit kann dem Beschuldigten rechtsgenügend nachgewiesen werden, 
dass er über den Bestand und Umfang sowie die Auswirkungen des Retenti-
onsrechts der Privatklägerin Kenntnis hatte beim Abschluss des «Asset 
purchase agreement» (Kaufvertrag) bzw. dem sich daraus ergebenden Verfü-
gungsgeschäft?

• Kann dem Beschuldigten rechtsgenügend nachgewiesen werden, dass er das 
Verfügungsgeschäft bezüglich der dem Retentionsrecht unterliegenden Ge-
genstände veranlasst oder zumindest auf Nachfrage hin explizit zugestimmt 
hat?

• Welche Gegenstände waren vom Retentionsrecht der Privatklägerin betroffen? 
Welchen Wert hatten diese Gegenstände bzw. in welchem Wert waren dem 
Retentionsrecht unterliegende Gegenstände einerseits weggeschafft und an-
dererseits durch die Intervention der Privatklägerin zurückgelassen worden?

• Inwieweit sind Tatsachen und Indizien dargetan, aus denen sich – mit Blick auf 
die rechtliche Würdigung – Rückschlüsse ziehen lassen in Bezug auf die sub-
jektive Seite, d.h. auf das Wissen und Wollen (als innere Tatsachen) des Be-
schuldigten bzw. speziell in Bezug auf die Schädigungsabsicht zum Nachteil 
der Privatklägerin?

Entgegen der Ansicht der Verteidigung ist es hingegen in Hinsicht auf die rechtliche 
Würdigung unbedeutend, ob die Privatklägerin in Bezug auf Durchsetzung des Re-
tentionsrechts passiv blieb, durch wen das Retentionsrecht in den Vertrag kam 
oder wie der Umzug der Gegenstände im Detail ablief (d.h. wer ihn ausführte). 
Ebenso nicht von Bedeutung ist der von Privatklägerin gerügte Umstand, dass der 
Beschuldigte als Organ der H.________ AG die gemieteten Räumlichkeiten ver-
tragswidrig nicht mit Gegenständen von genügendem Wert zur Deckung des Re-
tentionsrechts ausgestattet haben soll. Dies ist keine nach Art. 145 StGB strafbare 
Tathandlung.

12. Beweismittel

Die objektiven und subjektiven Beweismittel wurden korrekt ins Verfahren einge-
bracht und von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeben (pag. 18 394 ff., S. 7 ff. 
der Urteilsbegründung). Darauf kann verwiesen werden. Die Kammer nahm jedoch 
einige Beweisergänzungen vor (vgl. Ziff. I.4. oben).

12.1 Aussagen des Beschuldigten am ersten Verhandlungstermin

Im Berufungsverfahren sagte der Beschuldigte insbesondere Folgendes aus: Seine 
Aussagen anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 19. September 
2017 könne er bestätigen. J.________ von der Privatklägerin habe er in der Zeit, 
als die H.________ AG in O.________ die Zweigniederlassung betrieben habe, 
von Beginn weg gekannt, ohne dass damals eine berufliche Partnerschaft bestan-
den hätte. Sie hätten sich jeweils auf Hochdeutsch unterhalten (pag. 18 522). Er 

11

könne Schulfranzösisch. Er sehe ein, dass die Privatklägerin mit dem Abschluss 
des Kaufvertrages und dem Materialtransfer gegen Ende Juni und dem nachfol-
genden Konkurs der H.________ AG einen Schaden erlitten habe. Die Grössen-
ordnung, wie sie jetzt gefordert werde, sei ihm aber nicht bewusst gewesen. Sein 
Ziel sei gewesen, Arbeitsplätze zu erhalten. Es sei überhaupt nicht seine Absicht 
gewesen, der Privatklägerin bewusst zu schaden. Er sei immer der Meinung gewe-
sen, dass es beim Retentionsrecht um drei Monatsmieten gehe. Sie hätten den 
Mietvertrag so unterschrieben, wie er vorgelegt worden sei. Er könne sich nicht 
mehr erinnern, ob sie den Mietvertrag Punkt für Punkt durchgegangen seien. Wenn 
sie den Mietvertrag nicht so akzeptiert hätten, hätten sie in O.________ keine Ba-
sis mehr gehabt (pag. 18 523). Er wisse nicht mehr, ob das Retentionsrecht bei der 
Vertragsverhandlung thematisiert worden sei. Er wisse nicht, ob die Vereinbarung 
eines Retentionsrechts im Rahmen von Mietverträgen in der Luftfahrtbranche üb-
lich sei oder nicht. Die Büroräumlichkeiten in O.________ hätten auch ein Retenti-
onsrecht gehabt. Auf Vorhalt der Materialliste «Super Puma» (pag. 07 002 034) 
sagte er, er wisse nicht, wer die Liste erstellt habe, aber es handle sich um Material 
des Super Pumas, das noch in O.________ eingelagert gewesen sei. Den Neuwert 
des Materials schätze er auf CHF 15‘000.00 bis 20‘000.00. Es treffe zu, dass die-
ses Material nicht verkauft worden sei. Die Firma habe bereits bei Abschluss des 
Mietvertrages finanzielle Schwierigkeiten gehabt, was J.________ gewusst habe. 
Es sei möglich, dass das Retentionsrecht aus diesem Grund in den Vertrag ge-
kommen sei (pag. 18 524). Es sei ihm klar gewesen, dass die Übernehmerin der 
Zweigniederlassung die Privatklägerin nie für die Miete bezahlen würde. Er habe 
aber einen anderen Plan gehabt, um die Restmiete zu bezahlen. Sie seien mit der 
G.________ in Verhandlung gewesen, die Interesse gehabt habe, den Super Puma 
zu übernehmen. Diese habe gefordert, dass sie den Kleinhelikopterbetrieb in 
O.________ verkaufen und dass die G.________ den Aktionären 10 % für ihr Akti-
enkapital bezahle. Sämtliche Aktionäre hätten ihm schriftlich zugestimmt, diese 
10 % zu akzeptieren. Sie seien mit der G.________ so verblieben, dass sie ein 
Zwischeninvestment von 1.5 Millionen bei der H.________ AG einlegen würden. 
Das BAZL habe diesen Betrag verlangt, ansonsten hätten sie ihnen die Betriebs-
bewilligung entzogen. Er habe mit dem Verkauf von O.________ die erste Forde-
rung der G.________ erfüllt. Mit der Einlage der G.________ hätten sie ihre Schul-
den begleichen können und damit wäre auch die Restanz der Privatklägerin be-
zahlt gewesen. Nach dem Unterschreiben des Kaufvertrages habe er dann die 
G.________ angerufen und gesagt, dass alle Forderungen erfüllt seien und dass 
sie den Betrag überweisen sollten. In diesem Telefonat habe die G.________ ihm 
dann mitgeteilt, dass sie kein Interesse mehr habe und dass sie auf die Überwei-
sung verzichte. Er habe dann die Bilanz deponieren müssen. Das sei alles am glei-
chen Tag gewesen. Sie seien von O.________ nach Hause gefahren, hätten die 
G.________ angerufen, die Information bekommen und am gleichen Tag die Bilanz 
deponiert (pag. 18 525). Er habe den Mitarbeitern nicht befohlen, den Hangar zu 
räumen. Er habe an diesem Tag andere Probleme gehabt. Es stimme so nicht, 
dass er am 27. Juni (2014) seinen Mitarbeitern bestätigt habe, sie sollten die Ge-
genstände aus dem Hangar wegtransportieren. Er habe das Telefon erhalten und 
es sei um den Umzug der Büroräumlichkeiten gegangen, was nichts mit der Privat-

12

klägerin zu tun habe. Ein ehemaliger Mitarbeiter in O.________ habe ihm erklärt, 
dass er den Auftrag zum Umzug von Herrn M.________ bekommen habe. Den 
Super Puma hätten sie über die W.________ in Lausanne geleast gehabt, welche 
später von der X.________ übernommen worden sei. Letztere wiederum sei 
Hauptaktionärin der G.________. Vier Wochen nachdem sie die Bilanz deponiert 
gehabt hätten, sei der Super Puma bei G.________ geflogen und fliege heute noch 
da. Die G.________ hätte auch gesagt, der Super Puma gehöre ja schon halb ih-
nen. Auf Frage, ob es Unterlagen zu den Verhandlungen mit der G.________ ge-
be, meinte der Beschuldigte, es sei nicht protokolliert worden, sie hätten aber Noti-
zen gemacht. Diese Unterlagen seien noch irgendwo (pag. 18 526).

Im Anschluss an diese Einvernahme forderte die Kammer den Beschuldigten mit 
Beschluss auf, innert 30 Tagen die verantwortlichen Gesprächspartner bei der 
G.________ zu nennen und insbesondere die Person, die die Absage bezüglich 
des Überbrückungskredits mitgeteilt habe. Zudem solle er allfällige noch vorhande-
ne schriftliche Unterlagen/Notizen zu den Verhandlungen mit der G.________ ein-
reichen (pag. 18 527). 

12.2 Vom Beschuldigten eingereichte Unterlagen

Mit Eingabe vom 3. Juli 2018 kam der Beschuldigte der Aufforderung der Kammer 
nach. Er wies darauf hin, dass er sich in der Berufungsverhandlung vom 11. Juni 
2018 nicht zum ersten Mal zu seinem «anderen Plan» betreffend G.________ 
geäussert habe. Bei der Person, die dem Beschuldigten telefonisch den Abbruch 
der Verhandlungen und die Nichtgewährung des Überbrückungskredites mitgeteilt 
habe, handle es sich um P.________ vom damaligen Top-Management der 
G.________ (pag. 18 530 f.). Die Verfahrensleitung verzichtete mit Verfügung vom 
22. August 2018 auf die Einvernahme von P.________ (pag. 18 593). Der Be-
schuldigte reichte mit derselben Eingabe 14 Beilagen ein, die die Verhandlungen 
der H.________ AG mit der G.________ illustrieren sollten (pag. 18 532 ff.). 

Aus den E-Mails vom Februar 2014 in den Beilagen 1 und 2 geht hervor, dass da-
mals tatsächlich Verhandlungen zwischen den beiden Firmen im Gang waren und 
am 28. Februar 2014 in Martigny ein Meeting stattfinden sollte (pag. 18 534 ff.). 
Von diesem Meeting sind sodann Handnotizen von Rechtsanwalt B.________ vor-
handen (Beilage 3, pag. 18 537 ff.). Weiter liegt der offenbar im Anschluss an das 
Meeting verfasste Letter of intent der Groupe G.________ vom 4. März 2014 vor 
(Beilage 4, pag. 18 541 f.). Darin bestätigte die G.________ ihr grosses Interesse, 
das Kapital der H.________ AG um CHF 1.5 Millionen zu erhöhen, insbesondere 
unter Vorbehalt der Zustimmung des Verwaltungsrates und der noch durchzu-
führenden Due diligence. Beilage 5 enthält Handnotizen, angeblich des Beschuldig-
ten, von Besprechungen vom 7. und vom 10. März 2014 (pag. 18 543 ff.). Wer an 
diesen Besprechungen anwesend war, ist nicht ersichtlich. Immerhin ist den Noti-
zen zu entnehmen, dass es um die Refinanzierung der H.________ AG ging. Zu-
dem wurde über die Zusammensetzung des neuen Verwaltungsrates gesprochen, 
wozu insbesondere vermerkt wurde «nicht J.________». Am 14. April 2014 ver-
langte P.________ von der G.________ vom Beschuldigten per E-Mail zusätzliche 
Unterlagen über die H.________ AG (Beilage 6, pag. 18 545). Diese Unterlagen, 
die dann bei einem Meeting mit der G.________ vom 17. April 2014 übergeben 

13

worden sein sollen, finden sich in Beilage 7 (pag. 18 549 ff.). Von diesem Meeting 
sind Handnotizen vorhanden (Beilage 8, pag. 18 559 ff.). Diesen Notizen ist insbe-
sondere zu entnehmen, dass der Verkauf der Zweigniederlassung in O.________ 
entschieden war (pag. 18 559). Zudem wurde notiert, dass «1.5» (Mio.) neues Ak-
tienkapital geschaffen werden sollte, dass diese 1.5 aber nicht ausreichen würden 
(pag. 18 562). Am 14. Mai 2014 verfügte das BAZL eine Befristung der Betriebs-
bewilligung der H.________ AG auf den 30. Juni 2014. Es führte in der Verfügung 
unter anderem aus, dass ihm seitens der H.________ AG die Bemühungen zur 
Gewinnung neuer Investoren bzw. zur Veräusserung von Geschäftsteilen dargelegt 
worden seien. Ausserdem legte es die schlechte finanzielle Lage der H.________ 
AG dar. Eine Refinanzierung in den nächsten Wochen sei unumgänglich (Beilage 
9, pag. 18 563 ff.). Am 16. Mai 2014 sandte P.________ von der G.________ dem 
Beschuldigten eine E-Mail (Beilage 10, pag. 18 568). Er nahm Bezug auf einen Let-
ter of Intent vom 13. Mai 2014 und sprach von einem Kauf des gesamten Aktienpa-
kets für CHF 220‘000.00. Der erwähnte Letter of Intent vom 13. Mai 2014 wurde 
seitens des Beschuldigten jedoch nicht zu den Akten gegeben. Mit E-Mail vom 
17. Juni 2014 stellte der Rechtsanwalt der G.________ dem Beschuldigten von der 
G.________ unterzeichnete Dokumente zu (Beilage 11, pag. 18 570). Der Be-
schuldigte gab an, diese Dokumente seien leider nicht mehr vorhanden (pag. 18 
533). In der E-Mail, die der Beschuldigte am 24. Juni 2017 dem BAZL schrieb, führ-
te er aus, dass zwei Aktionäre mit dem Angebot der G.________ nicht einverstan-
den seien. Sie seien daran, mit der G.________ eine Lösung zu finden, damit sie 
nicht Ende Woche die Bilanz deponieren müssten. Im Moment würden sie beim 
Vorgehen einen Überbrückungskredit der G.________ von CHF 1.5 Mio. vorsehen, 
der dann an der einzuberufenden Generalversammlung in Aktien gewandelt wer-
den könne. Er fragte, ob das BAZL bereit wäre, die Betriebsbewilligung zu verlän-
gern, wenn die G.________ bis Ende der Woche einen Überbrückungskredit von 
CHF 1.5 Mio. einschiesse (Beilage 12, pag. 18 571 f.). Ein Mitarbeiter des BAZL 
legte dem Beschuldigten darauf die Bedingungen für eine Verlängerung der Be-
triebsbewilligung um einen Monat, d.h. bis Ende Juli 2014, dar. Es wurde insbe-
sondere der Nachweis über einen Zahlungseingang der CHF 1.5 Mio. verlangt. In 
Beilage 13 findet sich schliesslich eine E-Mail des Rechtsanwaltes der G.________ 
an den Rechtsanwalt des Beschuldigten vom 26. Juni 2014, wonach das Angebot 
der G.________ in einem Konkursverfahren dem Gericht offengelegt werden dürfe. 
Das entsprechende Dokument fügte er bei (pag. 18 573). Auch zu diesem Doku-
ment, will der Beschuldigte keinen Zugang mehr haben (pag. 18 533). Es mutet 
doch etwas seltsam an, dass gleich bei mehreren E-Mails, die E-Mails selbst noch 
vorhanden sind, aber die zugehörigen Anhänge nicht. Weiter reichte der Beschul-
digte diverse Listen ein, die zu Handen der G.________ erstellt worden sein sollen 
(Beilage 14, pag. 118 574 ff.). Er fügte an, es könnte sich um Dokumente gemäss 
den E-Mails in den Beilagen 11 und 13 handeln (pag. 18 533). Diese Behauptung 
kann jedoch nicht zutreffen. Ging es bei den E-Mails des Rechtsanwalts der 
G.________ vom 17. und vom 26. Juni 2014 doch eindeutig um eine Vereinbarung 
zwischen der G.________ und der H.________ AG, die von der G.________ un-
terzeichnet worden war. Die vom Beschuldigten mit Eingabe vom 3. Juli 2018 ein-

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gereichten Unterlagen erscheinen insgesamt unvollständig und lückenhaft. Den-
noch sind sie mit der nötigen Vorsicht in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen.

12.3 Aussagen des Beschuldigten in der Fortsetzungsverhandlung

Anlässlich der Fortsetzungsverhandlung vom 8. Oktober 2018 sagte der Beschul-
digte auf Frage aus, bei den eingereichten handschriftlichen Notizen handle es sich 
um Notizen seiner Frau, die bei den Verhandlungen mit der G.________ erstellt 
worden seien (pag. 18 609 Z. 5 f.). Sie hätten J.________ angefragt, ob er bereit 
wäre, als Verwaltungsrat in eine neue Firma einzutreten, was dieser abgelehnt ha-
be. Die Handnotiz in Beilage 5 («nicht J.________») sei nach der Absage entstan-
den (pag. 18 609 Z. 20 ff.). In Beilage 8 beim Vermerk «1.5 reicht nicht» gehe es 
um die CHF 1.5 Mio., die die G.________ eigentlich habe einschiessen wollen. Sie 
hätten bemerkt, dass dies nicht ausreiche und später über 4 bis 5 Mio. gesprochen. 
Deshalb sei immer von einem Überbrückungskredit gesprochen worden bei den 1.5 
Mio. Diese wären dann angerechnet worden an die Aktienkapitaleinlage (pag. 18 
609 Z. 34 ff.). Der Sinn dieser CHF 1.5 Mio. sei gewesen, dass das BAZL die Be-
triebsbewilligung nicht entziehe und ausstehende Zahlungen hätte beglichen wer-
den können (pag. 18 609 Z. 43 ff.). Auf Frage von Rechtsanwalt B.________ er-
gänzte der Beschuldigte, die 1.5 Mio. hätten nicht ausgereicht, um den Betrieb an-
schliessend über längere Zeit weiterzuführen (pag. 18 610 Z. 17 f.).

13. Beweiswürdigung 

13.1 Theoretische Grundlagen

Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen 
(pag. 18 421 f., S. 34 f. der Urteilsbegründung). Speziell hervorzuheben sind die 
Ausführungen zum Grundsatz «in dubio pro reo».

13.2 Wissen um Bestand, Umfang und Auswirkungen des Retentionsrechts

Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 18 424 f., S. 37 f. der Urteilsbegründung).

Die Frage, von wem aus das in Artikel 8 stipulierte Retentionsrecht zu Gunsten der 
Privatklägerin in den Mietvertrag vom 28. Dezember 2013 aufgenommen wurde, 
kann letztlich offen gelassen werden. Weder lässt sich aus der Tatsache, dass der 
Mietvertrag auf Briefpapier der Privatklägerin ausgedruckt ist bzw. deren «Brief-
kopf» trägt (pag. 18 204 ff.) noch aus den Aussagen des Beschuldigten einerseits 
noch aus denjenigen des für die Privatklägerin handelnden J.________ anderseits 
die entsprechende Frage eindeutig klären. Ausgehend rein von der Interessenlage 
beim Abschluss des Mietvertrages Ende 2013 und der finanziell schon angespann-
ten Lage der H.________ AG lassen sich beide Varianten gleichermassen vertre-
ten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass gemäss den Ausführungen von 
J.________ die Vereinbarung eines Retentionsrechts – im Gegensatz zur Mietkau-
tion – eher unüblich ist (pag. 05 001 003). Immerhin räumte der Beschuldigte in der 
Einvernahme vom 11. Juni 2018 ein, dass es durchaus möglich sei, dass das Re-
tentionsrecht wegen der finanziellen Schwierigkeiten der H.________ AG in den 
Vertrag aufgenommen worden sei (pag. 18 524). 

15

Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob der Beschuldigten beim Abschluss des 
«Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) sowie dem sich daraus ergebenden 
Verfügungsgeschäft vom Bestand und Umfang sowie von den Auswirkungen des 
Retentionsrechts der Privatklägerin Kenntnis hatte bzw. sich dessen bewusst war. 
Seitens des Beschuldigten wird konstant geltend gemacht, er habe die Klausel mit 
dem Retentionsrecht zwar gelesen und zur Kenntnis genommen, aber er sei sich 
der Auswirkungen nicht bewusst gewesen, zumal Französisch nicht seine Sprache 
sei (pag. 18 326). Überdies sei die Situation sehr angespannt gewesen, und er ha-
be zu dieser Zeit manchmal nicht gewusst, wo sein Kopf stehe (pag. 18 327). Die 
schwierige finanzielle Situation der H.________ AG unter Druck des BAZL und die 
dringende Suche des Beschuldigten nach Investoren zur Abwendung eines Kon-
kurses ist unbestritten und in den Akten hinreichend belegt. Zu verweisen ist insbe-
sondere auf die Verfügung des BAZL vom 14. Mai 2014 betreffend Befristung der 
Betriebsbewilligung (pag. 18 563 ff.). Auch wenn auf der Hand liegt, dass ein Ge-
schäftsführer in der vergleichbaren Situation mit dem Beschuldigten angesichts des 
Drucks im Zusammenhang mit dem sich offenkundig ganz markant zuspitzenden 
Überlebenskampf der Unternehmung «schlaflose Nächte» haben dürfte, so vermag 
weder dies noch die Berufung auf fehlende bzw. ungenügende Französischkennt-
nisse den Beschuldigten zu entlasten: Auch wenn sich aus einer E-Mail-
Korrespondenz vom März 2014 (pag. 18 304 f.) zwischen dem Beschuldigten und 
J.________ ein Anhaltspunkt ergibt, dass diese schriftlich (wie auch mündlich) un-
ter einander in Deutsch korrespondiert haben dürften, so muss gleichwohl die Aus-
sage des Beschuldigten, er habe das Retentionsrecht wegen ungenügender 
Französischkenntnisse zumindest nicht richtig verstanden, als Schutzbehauptung 
abgetan werden: Wer wie der Beschuldigte ab 2008 in O.________ über eine 
Zweigniederlassung verfügt (gerichtsnotorisch wird dort fast ausschliesslich 
Französisch gesprochen) und dabei als alleiniger Geschäftsführer amtet, der ver-
fügt über zumindest einigermassen gute Französischkenntnisse (vgl. dazu u.a. 
auch die Namensliste der Angestellten sowie deren Funktion auf Französisch; pag. 
07 001 038 wie auch die Material- und Telefon-/Verbindungsliste; pag. 07 001 035 
ff.). Im Übrigen ist für die Kammer nicht ersichtlich, inwiefern das in Artikel 8 des 
Mietvertrags einfach und klar stipulierte Retentionsrecht seitens des Beschuldigten 
wegen sprachlichen Ungenügens nicht hätte verstanden werden können. Auch 
wenn man davon ausginge, dass das Retentionsrecht durch die Privatklägerin in 
den Vertrag aufgenommen worden ist, würde dies den Beschuldigten nicht zu ent-
lasten vermögen, zumal von beiden Vertragsseiten (mieterseitig allerdings nur vom 
Beschuldigten allein) jede Seite des Mietvertrags visiert worden ist. Er räumte auch 
ein, dass er den Vertrag bei der Unterzeichnung zumindest überflogen habe (pag. 
18 523).

Aus der Aussage, dass er das Retentionsrecht gelesen und zur Kenntnis genom-
men habe (pag. 18 326), ist zwanglos zu schliessen, dass er um den Bestand des 
Retentionsrechts an sich gewusst hat. Hinzu kommt die Tatsache, dass er alleini-
ger Geschäftsführer war einer im Frühjahr 2002 gegründeten und im Handelsregis-
ter eingetragenen Aktiengesellschaft (pag. 18 289 f.) mit einer Zweigniederlassung, 
einer Bilanzsumme per 31. Mai 2014 von mehr als 20 Millionen Franken (pag. 07 
001 003 ff.) sowie einem Betriebsertrag von mehr als 3.5 Millionen Franken allein 

16

aus Lieferungen und Leistungen von Januar bis Ende Mai 2014 (5 Monate; pag. 07 
001 007 ff.), auch wenn für den gleichen Zeitraum ein Verlust von mehr als 1,65 
Millionen Franken resultierte (pag. 07 001 013). Ein solcher Geschäftsführer weiss 
um die grundsätzliche Bedeutung des Retentionsrechts. Ob er Ende Juni 2014 
beim Abschluss des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) sowie dem ansch-
liessenden Verfügungsgeschäft genau um den Umfang von insgesamt 18 Monats-
mietzinsen gewusst hat, ist seitens der Vorinstanz zu Recht offen gelassen bzw. im 
Zweifel zu Gunsten des Beschuldigten verneint worden (pag. 18 425; S. 38 der Ur-
teilsbegründung): In Anbetracht des immensen Drucks seitens des BAZL im Zu-
sammenhang mit der Verlängerung der befristeten Betriebsbewilligung und den of-
fenkundigen Refinanzierungsbemühungen mit der G.________, um letztlich ein 
Grounding im allerletzten Moment zu verhindern, kann dem Beschuldigten rund um 
den Abschluss des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) am 27. Juni 2014 
nicht ein aktives Bewusstsein um den Bestand und Umfang des Retentionsrechts 
unterstellt werden. Insoweit liegt auf der Hand bzw. ist zutreffend, wenn er erstin-
stanzlich zu Protokoll gab: «Auf der anderen Seite wusste ich zu dieser Zeit 
manchmal nicht, wo mein Kopf steht» (pag. 18 327). Demgegenüber ist aber auch 
festzuhalten, dass es eine Schutzbehauptung ist, wenn der Beschuldigte vor erster 
und vor oberer Instanz zu Protokoll gab, er sei der Meinung bzw. überzeugt, das 
Retentionsrecht umfasse bloss drei Mietzinse, und es sei ihm nicht bewusst gewe-
sen, dass es nicht nur um vergangene, sondern auch um zukünftige Mietzinse ge-
he (pag. 18 327 und pag. 18 523). Wird nun allerdings mitberücksichtigt, dass der 
Beschuldigte mit dem «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 
2014 sämtliche Aktiven der Zweigniederlassung in O.________ verkauft hat, spielte 
offensichtlich der Umfang des Retentionsrechts der Privatklägerin für den Beschul-
digten keine Rolle bzw. dieses wurde vollumfänglich ignoriert. Ja, sogar gegenteilig 
wurde wider besseres Wissen erklärt, dass die käuflich erworbenen Vermögensge-
genstände frei von jeglichen Pfandrechten, Schuldenlasten oder anderen An-
sprüchen Dritter seien (pag. 07 001 051) bzw. «… the Buyer will receive full 
ownership in the Movable Assets, free and clear of all liens, encumbrances or other 
rights of third Parties» (pag. 07 001 020). Im Übrigen war sich der Beschuldigte ja 
auch im Umfang des Wertes (zumindest in der Grössenordnung) der veräusserten 
Gegenstände (Mobilien, Mobiliar und Fahrzeuge) unzweifelhaft im Klaren (vgl. Ziff. 
II.13.3 nachfolgend).

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschuldigte grundsätzlich um 
den Bestand des Retentionsrechts der Privatklägerin wusste. Er wusste auch, dass 
dieses nicht lediglich drei Monatsmieten umfasste. Im Zeitpunkt des Abschlusses 
des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 2014, der in eine hek-
tische Zeit fiel, in der der Beschuldigte zur Rettung seines in finanzielle Schwierig-
keiten geratenen Familienunternehmens unter immensem Druck stand, stand das 
Retentionsrecht der Privatklägerin allerdings nicht im Vordergrund. Das Retentions-
recht und dessen Umfang spielten für den Beschuldigten keine Rolle (mehr zur 
subjektiven Seite vgl. Ziff. 13.5 unten).

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13.3 Verfügung über die dem Retentionsrecht unterliegenden Gegenstände

Auch diesbezüglich kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (pag. 18 425 f.; S. 38 f. der Urteilsbegründung).

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass das «Asset purchase agreement» (Kaufver-
trag) am 27. Juni 2014 unterzeichnet worden ist (pag. 07 001 027), und der Vollzug 
des Vertrages (Verfügungsgeschäft) gemäss Vertragsinhalt gleichentags stattfin-
den sollte. Ausgehend vom Inhalt der SMS von Q.________ an J.________ vom 
27. Juni 2014, 19:18 Uhr (pag. 05 003 014 f.), ergibt sich ohne Weiteres, dass glei-
chentags wie die Vertragsunterzeichnung mit der Erfüllung des «Asset purchase 
agreement» (Kaufvertrag) begonnen worden ist. Wann genau zeitlich mit dem 
Wegschaffen der Gegenstand des Retentionsrechts bildenden Sachen begonnen 
worden ist, lässt sich nicht zweifelsfrei eruieren. Immerhin drängt sich der Schluss 
der Vorinstanz, wonach gestützt auf die sich ergänzenden Aussagen von 
M.________ und J.________ über die Gesamtumstände (zeitlicher Ablauf von Ver-
tragsunterzeichnung, Information des Personals der H.________ AG, Abtransport 
von Fahrzeugen, Mobiliar und Material sowie Intervention der Privatklägerin) davon 
auszugehen sei, dass mit dem Abtransport durch Mitarbeitende der H.________ 
AG praktisch unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung begonnen worden sei, 
auf (pag. 18 425 f., S. 39 f. der Urteilsbegründung). Diese Frage kann allerdings 
letztlich beweiswürdigend offen gelassen werden. Dass bereits vor Vertragsunter-
zeichnung mit dem Abtransport begonnen worden wäre, dafür gibt es keine stich-
haltigen Beweise.

Entscheidend ist die Rolle bzw. das Verhalten des Beschuldigten beim Abtransport: 
Vorab ergibt sich aus dem Vertragsinhalt, dass nach dem Willen der Vertragspar-
teien am Tag der Vertragsunterzeichnung auch gleich die Übertragung des gesam-
ten verkauften Materials, Mobiliars und der Fahrzeuge (mit Ausnahme des compu-
terbasierten Trainingsprogramms für Super Puma [Soft- und Hardware]; pag. 07 
001 034 bzw. 07 001 063) an die Käuferin erfolgen sollte (pag. 07 001 018 bzw. 07 
001 049). Hinzu kommt die zeitliche Dringlichkeit aufgrund des seitens des BAZL 
erzeugten Drucks mit der per Ende Juni 2014 auslaufenden Flugbetriebslizenz 
bzw. dem beabsichtigten nahtlosen Weiterbetrieb des Fluggeschäfts und der damit 
verbundenen Rettung der Arbeitsplätze. Mit seiner Unterschrift unter das Vertrags-
werk «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) erteilte der Beschuldigte (zusam-
men mit seiner Ehefrau) das Einverständnis zum sofortigen Übertrag des verkauf-
ten Inventar. Aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen ergibt sich indes, 
dass dieses Verpflichtungsgeschäft mit Blick auf die Erfüllung des Tatbestandes 
von Art. 145 StGB allein (noch) nicht massgebend ist (vgl. Ziff. III.14.1. unten).

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 17. November 2015 antwortete 
der Beschuldigte auf die Frage, wer das Material verschoben habe, folgendermas-
sen: «Das haben meine Mitarbeiter aus O.________ gemacht. (…) Als die Mitar-
beiter merkten, dass es mit L.________ weiterging, haben sie in eigener Initiative 
das Material gezügelt», um dann auf die Ergänzungsfrage betreffend deren Eigen-
initiative anzufügen «Sie fragten mich an, ob sie es zügeln können und ich sagte 
ja» (pag. 05 002 008). In der Hauptverhandlung schränkte der Beschuldigte dann 
ein: «Es geht um das Telefonat, das ich von O.________ erhalten habe, um die Er-

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laubnis zu geben, um das Material zu zügeln. Da könnte ein falscher Eindruck ent-
stehen, dass ich es zügeln liess, um einen Schaden der C.________ SA zu erwir-
ken. Das war aber nicht so. Wir hatten neben dem Hangar auch noch Büroräum-
lichkeiten gehabt. Ich kann nicht mehr sagen, ob es um das Material in diesen se-
paraten Büroräumlichkeiten oder in den Räumen der C.________ SA ging» (pag. 
18 324). Diese nachträgliche Unterscheidung und Einschränkung macht allein 
schon angesichts der Tatsache, dass sämtliches Material (auch das Büromaterial 
in den von N.________ gemieteten Räumlichkeiten) am 27. Juni 2014 verkauft 
worden ist, überhaupt keinen Sinn. Überdies ging es mit dem «Asset purchase 
agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 2014 gemäss explizitem Wortlaut darum, 
die aktuellen Arbeitsplätze und die Aktivitäten in der Zweigniederlassung 
O.________ zu sichern (pag. 07 001 016 bzw. 07 001 047); da stand das Weg-
schaffen des Büromaterials (auch wenn von erheblichem Wert [vgl. Ziff. II.13.4. 
nachfolgend] und auch mit einem Retentionsrecht zu Gunsten von N.________ be-
haftet) mitnichten im Vordergrund. Der Beschuldigte wiederholte seine Aussage bei 
der Vorinstanz in der oberinstanzlichen Einvernahme vom 11. Juni 2018: «Nein, 
das stimmt so nicht. Wie aktenkundig ist, erhielt ich das Telefon. Es ging um das 
Zügeln der Büroräumlichkeiten, welches nichts mit der C.________ zu tun hat» 
(pag. 18 526). Es gibt nun wirklich keinen ersichtlichen Grund, weshalb die Mitar-
beitenden von H.________ AG gerade diesbezüglich hätten nachfragen sollen. Zu-
dem spricht das Anpassen der Aussage im Laufe des Verfahrens zu seinen Guns-
ten nicht für die Glaubhaftigkeit der späteren Aussagen. Aussagewürdigend lässt 
sich mit der Vorinstanz nur ein wirklicher Schluss ziehen: Es handelt sich um eine 
klassische Schutzbehauptung (pag. 18 429; S. 39 der Urteilsbegründung). An die-
ser Beurteilung vermag die Aussage anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme 
vom 11. Juni 2018 «Zwischen der Verhandlung im September und jetzt hatte ich 
ein Gespräch mit einem ehemaligen Mitarbeiter von O.________. Er hat mir erklärt, 
dass er den Auftrag zum Zügeln von Herrn M.________ bekommen hat» (pag. 18 
526) nichts zu ändern. Denn selbst wenn der Auftrag gegenüber den Mitarbeitern 
zunächst von M.________ erteilt wurde, schliesst dies die telefonische Zustimmung 
des Beschuldigten nicht aus.

Mit der Vorinstanz ist damit rechtsgenügend erstellt, dass der Beschuldigte zumin-
dest auf telefonische Rückfrage der Mitarbeitenden seiner Firma der Wegschaffung 
der dem Retentionsrecht der Privatklägerin unterliegenden Gegenstände (Material, 
Mobiliar und Fahrzeuge) explizit zugestimmt hat.

13.4 Wert und Umfang des Retentionsrechts

Vorab kann auch in diesem Punkt auf die weitgehend zutreffenden Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 426 ff.; S. 39 ff. der Urteilsbegründung). 
Die Vorinstanz hat die umfangreichen und verschiedenen Auflistungen und Be-
rechnungen korrekt wiedergegeben und – soweit darauf abgestellt werden konnte – 
unter zumindest grosszügiger Beachtung des Grundsatzes «in dubio pro reo» ge-
würdigt.

a) Fahrzeuge und Anhänger:

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Vorab ist festzuhalten, dass die im Eigentum der H.________ AG stehenden und 
Gegenstand des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) bildenden Fahrzeuge 
klar bezeichnet sind. Entgegen der deutschen Übersetzung (pag. 07 001 059) stell-
te die Vorinstanz – basierend auf der englischen Originalversion (pag. 07 001 029) 
vorab zutreffend fest, dass zwei Fahrzeuge und drei Anhänger an die Käuferin 
übertragen worden sind. 

Einleitend stellt sich die Frage, inwieweit diese Fahrzeuge und Anhänger überhaupt 
Gegenstand des zu Gunsten der Privatklägerin eingeräumten Retentionsrechts wa-
ren: Die Vorinstanz stellte zu Gunsten des Beschuldigten auf seine Aussage in der 
Hauptverhandlung ab, wonach das Fahrzeug Skoda Octavia eines Verkäufers nur 
selten auf dem Flugplatz parkiert gewesen und demzufolge nicht mit dem Retenti-
onsrecht der Privatklägerin belastet gewesen sei (pag. 18 427; S. 40 der Urteilsbe-
gründung). Zu Gunsten des Beschuldigten kann das bestätigt werden. Darüber 
hinaus stellt sich die Frage, ob das Fahrzeug Mitsubishi L200 sowie die drei An-
hänger vom Retentionsrecht umfasst waren. Gemäss Artikel 8 des Mietvertrages 
hatte das Retentionsrecht folgenden Inhalt: «Le locataire s’engage expressément à 
tenir les locaux loués garnis de meubles, objets ou marchandises lui appartenant, 
en valeur suffisante pour garantir l’exercice du droit de rétention légal du 
bailleur…» (pag. 18 207). Und bezüglich Mietobjekt wurde im Artikel 1 des Mietver-
trages unterschieden zwischen «Hangars No 6 et 7» und «Extérieur». Sprachlich 
liesse sich einerseits argumentieren, dass die Parkplätze (mit den sich darauf par-
kierten Fahrzeugen und Anhängern) keine «locaux» sind und entsprechend kein 
Retentionsrecht bestehe. Andererseits wurde ja der Umfang des Retentionsrechts 
nach dem gesamten Mietzins (einschliesslich «toutes prestations accessoires» 
[pag. 18 207]) für das ganze Mietobjekt bestimmt. Überdies findet sich in den Akten 
kein Hinweis, dass das Retentionsrecht diesbezüglich vom Beschuldigten bzw. der 
Verteidigung bestritten worden wäre. In der Folge ist daher der Wert des Mitsubi-
shis L200 sowie die drei Anhänger zu ermitteln.

Was den Wert dieses Autos sowie der drei Anhänger anbelangt, ist vorab fest-
zustellen, dass im «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) diesbezüglich kein 
konkreter Preis/Wert ausgeschieden ist. Die (Zwischen-)Bilanz per 31. Mai 2014 
hilft auch nicht weiter, sind doch die Fahrzeuge (ohne Spezifikation) nur als Ge-
samtposition («F1539»; pag. 07 001 004) aufgeführt, ohne Zuweisung an die ein-
zelnen Standorte bzw. ohne Ausscheidung auf die Zweigniederlassung in 
O.________. Überhaupt finden sich in den Akten keine Angaben über den genauen 
Fahrzeugtyp (inkl. allfälliger Sonderausstattungen), Alter, Zustand, Kilometer, etc., 
so dass auch keine Eurotax-Bewertung (was es bei den Anhängern offenbar ohne-
hin nicht zu geben scheint («*estimates [Eurotax not applicable]»; pag. 07 003 007) 
oder dergleichen möglich ist. Hingegen findet sich in den Akten eine PowerPoint-
Verkaufsdokumentation der H.________ AG (pag. 07 003 002 ff.) vom Dezember 
2013. Seite 6 dieser Präsentation mit den «Fully Owned Vehicles» entspricht nach 
den glaubhaften Aussagen des Beschuldigten dem Anhang 1.1(a) des «Asset 
purchase agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 2014 (pag. 07 001 029 bzw. 07 
001 059; Aussage pag. 18 328 Z. 226). Exklusive Skoda Octavia sind der Mitsubi-
shi L200 sowie die drei Anhänger mit gesamthaft CHF 33‘226.00 aufgeführt (pag. 
07 003 007). Für die Zeitspanne von Dezember 2013 bis Ende Juni 2014 nahm die 

20

Vorinstanz eine Wertverminderung zu Gunsten des Beschuldigten von rund 20 % 
vor. Eine Wertverminderung zu berücksichtigen erscheint der Kammer angebracht. 
Allerdings entspricht eine Wertverminderung von rund 20 % in sieben Monaten ei-
ner Totalabschreibung innert rund 3 Jahren bzw. 36 Monaten. Berücksichtigt man 
einerseits, dass wertmässig die drei Anhänger am meisten zu Buche schlagen, 
diese ohnehin einer tendenziell geringeren Wertverminderung unterliegen und der 
Beschuldigte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung glaubhaft ausführte, beim 
«Humbauer (Trailer with superstructures)» handle es sich um einen Anhänger mit 
aufgebauter Tankanlage, die alleine den Wert von CHF 18‘000.00 gehabt habe 
(pag. 18 328), so erscheint eine Wertverminderung von annähernd 10 % immer 
noch deutlich zu Gunsten des Beschuldigten. Ausgehend von den aufgelisteten 
CHF 33‘226.00 ergibt sich der Wert des Mitsubishi L200 sowie der drei Anhänger 
von rund CHF 30‘000.00.

b) Material und Mobiliar:

Auch diesbezüglich ist vorab festzustellen, dass die (Zwischen-)Bilanz vom 31. Mai 
2014 (pag. 07 001 003 f.) keine verlässlichen Angaben enthält: Einzig das Flugbe-
triebsmaterial ist aufgeteilt in die Standorte R.________ («1541i»; pag. 07 001 004) 
und O.________ («1542i»; pag. 07 001 004). Daneben existieren weitere Rubriken 
ohne Ausscheidung (bspw. Funkmaterial, Berufsbekleidung/Steigausrüstung, Ein-
richtungen Hangar, etc.). Hinzu kommt, dass eine Bilanz in aller Regel (stille) Re-
serven enthält und überdies selbst nach den Aussagen des Beschuldigten teilweise 
Material nicht aktiviert, sondern gleich als Aufwand in der Erfolgsrechnung verbucht 
worden ist (pag. 05 002 009). Darüber hinaus ist festzuhalten, dass es keine dem 
Standard entsprechende Inventarlisten gibt. Die von der Verteidigung eingereichte 
Liste «Calcul du remboursement du prix» (pag. 05 002 013) dient nicht zu mehr als 
letzten Endes eines Quervergleichs bzw. einer Plausibilisierung. Auch die Liste 
«Zusammenstellung Inventarliste» (pag. 18 303) hilft nicht nur nicht weiter, weil 
diese Wiederbeschaffungspreise (Neuwerte) enthält, sondern weil diese Liste auch 
längst nicht alle Gegenstände auflistet, die in der Liste «Liste de matériel présent 
dans l’ancien local technique d’H.________ (Hangar C.________)», (pag. 18 343 
ff.), sog. «Liste V.________» enthalten sind. Dabei soll es sich notabene um jene 
Liste handeln, die gemäss den Ausführungen der Verteidigung von allen ungenau-
en Listen noch am genausten Auskunft gebe (vgl. pag. 18 361). Auch die sich in 
den Konkursakten als Anhang 1 (pag. 18 033) und Anhang 2 (pag. 18 034 ff.) zum 
Konkursinventar befindenden Listen, aufgenommen durch die T.________ AG 
(Anhang 1) bzw. S.________ AG (Anhang 2), helfen vorliegend nicht weiter, betref-
fen diese doch die Standorte R.________ (Anhang 2; pag. 18 018) und 
U.________ (Anhang 1; pag. 18 021). Erschwerend kommt hinzu, dass unbestrit-
tenermassen nicht sämtliches dem Retentionsrecht der Vermieterin unterliegendes 
Material und Mobiliar weggeschafft worden ist, indes keine Klarheit herrscht, wel-
che Gegenstände in den Räumlichkeiten der Privatklägerin zurückgeblieben sind. 
Weiter ist zu berücksichtigen, dass auch über diese Sachen nichts weiter bekannt 
ist in Bezug auf Zustand, Beschaffenheit, Alter, etc. Überdies hat Flugbetriebsmate-
rial, zumindest soweit relevant für die Flug-(betriebs-)sicherheit, ein Verfalldatum. 
Was die Liste «O.________ Juin 2014 stock matériel transport» gemäss Anhang 
1.1(e) zum «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) anbelangt (pag. 07 001 035 

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bzw. 07 001 064), ist vorab zu bemerken, dass diese Liste keine Bewertung enthält 
und überdies ausschliesslich «O.________: Lagerbestand Transportmaterial Juni 
2014» umfasst, d.h. diese alles andere enthält als das in der sog. «Liste 
V.________» (pag. 18 343 ff.) abgebildete und aufgelistete Material. Jedenfalls 
kann – entgegen den Angaben des Beschuldigten – nicht ernsthaft geltend ge-
macht werden, die Liste «O.________: Lagerbestand Transportmaterial Juni 2014» 
enthalte sämtliches dem Retentionsrecht der Privatklägerin unterliegendes Material 
und Mobiliar, mit Ausnahme von ausserhalb des Flugplatzes gelegenen Büroein-
richtungen (pag. 05 002 007).

Anzuknüpfen ist auch bezüglich Material und Mobiliar letztlich an der PowerPoint-
Verkaufsdokumentation (pag. 07 003 002 ff.), erstellt im Dezember 2013. Bezüglich 
der Zusammenstellung auf Seite 8 der Dokumentation ist zunächst festzustellen, 
dass die Vorinstanz von den aufgeführten total CHF 48‘000.00 («Office furniture» 
von CHF 37‘000.00 und «IT and office equipment»; pag. 07 003 009) davon aus-
ging, dass etwas weniges davon (annäherungsweise im Wert von rund CHF 
3‘500.00) sich in dem von der Privatklägerin gemieteten Büro- und Lagerraum be-
funden habe. Der grösste Teil aber in den von N.________ gemieteten Räumlich-
keiten war (pag. 18 429; S. 42 der Urteilsbegründung). Richtig ist, dass gemäss 
Mietvertrag auch «un bureau de 27 m2 non équipé» Mietgegenstand war (pag. 18 
204) und an sich auf der Hand liegt, dass zumindest eine minimalste Büroinfra-
struktur im Bereich der gemieteten Hangars unerlässlich erscheint. Nichtsdestotrotz 
existieren dazu in den Akten keine Angaben; solche sind auch nicht ersichtlich aus 
der sog. «Liste V.________» (pag. 18 343 ff.). Zu Gunsten des Beschuldigten wird 
in Bezug auf Büromaterialinfrastruktur nichts berücksichtigt.

Das «Operating Equipment» ist in der Verkaufsdokumentation mit gesamthaft 
CHF 86‘500.00 eingesetzt (pag. 07 003 009). Dafür, dass diese Werte/Preise der 
Verkaufsdokumentation, zumal im Dezember 2013 zu einem Zeitpunkt erstellt, als 
ein Konkurs noch nicht ernsthaft zur Diskussion stand (allerdings wurde bereits seit 
Mitte 2013 seitens des BAZL die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der H.________ 
AG auf Grund finanzieller Schwierigkeiten erhöht [pag. 18 563]), unterbewertet wa-
ren, gibt es keine konkreten Anhaltspunkte. Demgegenüber ist auf Grund der 
gleichwohl bereits damals offenkundigen finanziellen Schieflage der H.________ 
AG auch nicht davon auszugehen, dass eine massive Überbewertung stattgefun-
den hätte, ging es doch letztlich darum, unter Zeitdruck die Zweigniederlassung in 
O.________ zu verkaufen. Der Schluss der Vorinstanz, dass es sich um ein eini-
germassen realistisches Angebot gehandelt habe, liegt damit auf der Hand (pag. 
18 428; S. 41 der Urteilsbegründung). Selbst der Beschuldigte gab dazu in der 
Hauptverhandlung zu Protokoll: «Die CHF 86‘500.00 für das Flugbetriebsmaterial 
erscheinen mir realistisch, auch im Vergleich zu der Liste, die wir noch eingereicht 
haben. Vom Super Puma ist darin nichts enthalten» (pag. 18 329). Ein Vergleich 
des beabsichtigten Verkaufserlöses von CHF 3‘360'000.00 (pag. 07 003 004) mit 
dem tatsächlichen Preis gemäss sog. «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) 
von CHF 3‘250.000.00 (pag. 07 001 016 bzw. 07 001 047) und der bezahlten Re-
stanz von CHF 151‘673.00 gemäss sog. «Calcul du remboursement du prix» (pag. 
05 002 013; 07 001 072) bestätigt diese Einschätzung. In diesem Betrag von CHF 
151‘673.00 waren gemäss den Aussagen des Beschuldigten in der Hauptverhand-

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lung neben den Fahrzeugen und dem Betriebsmobiliar und -material einzig noch 
der Goodwill enthalten (pag. 18 329); Letzterer konnte jedoch sicher nicht einen 
namhaften Betrag ausmachen, zumal im «Asset Purchase Agreement» (Kaufver-
trag) vom 27. Juni 2014 der Käuferin die Verwendung des Namens «H.________» 
für lediglich zwei Jahre eingeräumt wurde (pag. 07 001 017 bzw. 07 001 048).

Wird beweismässig abgestellt auf einen Wert des «Operating Equipment» von ge-
samthaft mindestens ca. CHF 86‘500.00, so stellt sich alsdann die Frage, welchen 
Wert schätzungsweise das am 27. Juni 2014 weggeschaffte Material und Mobiliar 
hatte bzw. wieviel vom Gesamtwert an Material und Mobiliar in den Räumlichkeiten 
der Privatklägerin durch deren Intervention zurückgeblieben ist. Der Beschuldigte 
äusserte sich dazu nie konkret. Hingegen liegt die Aussage von J.________ an-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Juni 2015 vor. Dem-
nach sei Material im Umfang von ¾ des Gesamtvolumens und von 90 % des Ge-
samtwertes weggeschafft worden (pag. 05 001 003) bzw. gab er in der Hauptver-
handlung zu Protokoll, dass das zurückgebliebene Material einen Wert von 
CHF 10‘000.00 oder 15‘000.00 habe (pag. 18 314). Dabei ist einerseits zu berück-
sichtigen, dass die Privatklägerin bzw. J.________ zwar grundsätzlich ein Eigenin-
teresse am Ausgang des Verfahrens hat, aber sich in seinen Aussagen keine An-
haltspunkte ergeben, dass er masslos übertreiben würde. Andererseits ist 
J.________ ein Fachmann im Bereich Helikopter/Lufttransport. Entsprechend ist 
grundsätzlich auf seine glaubhaften Angaben abzustellen. Wird zusätzlich gleich-
wohl berücksichtigt, dass es sich letzten Endes um eine Schätzung handelt, so er-
scheint in Übereinstimmung mit der Vorinstanz ein Sicherheitsabzug zu Gunsten 
des Beschuldigten in der Grössenordnung von 25 % als angemessen, womit sich 
ein geschätzter bzw. annäherungsweise ermittelter Gesamtwert des weggeschaff-
ten und dem Retentionsrecht der Privatklägerin unterliegenden Materials und Mobi-
liars von knapp CHF 65‘000.00 ergibt; entsprechend ergibt sich ein Wert des 
zurückgelassenen Materials von etwa CHF 22‘000.00.

Schliesslich noch betreffend Liste «Matériel Super Puma» (pag. 07 002 034): Die-
ses Material, ohne Wertangaben, war gemäss Schreiben vom 14. August 2014 
nicht Gegenstand des «Asset purchase agreement» (pag. 07 002 033) und somit 
offensichtlich irrtümlich weggeschafft worden. Selbst der Beschuldigte erklärte in 
der Hauptverhandlung: «Die CHF 86‘500.00 für das Flugbetriebsmaterial erschei-
nen mir realistisch. (…) Vom Super Puma ist darin nichts enthalten» (pag. 18 329). 
J.________ erklärte dazu in der Hauptverhandlung, dieses Material sei ihnen nicht 
zurückgegeben worden. Er sagte: «Das ist auch überhaupt nicht teuer. Es hat viel-
leicht einen Wert von CHF 1‘000.00» (pag. 18 315). In einer Gesamtbetrachtung ist 
das letzten Endes vernachlässigbar. Daran vermag die Aussage des Beschuldigten 
in der oberinstanzlichen Einvernahme vom 11. Juni 2018, wonach er den Gesamt-
wert des Materials für den Super Puma auf einen Neuwert von CHF 15- 20‘000.00 
schätze (pag. 18 524), nichts zu ändern.

c) Gesamtbetrachtung:

Der Beschuldigte brachte im Berufungsverfahren vor, auf die PowerPoint-
Präsentation dürfe nicht abgestellt werden, da diese in einem völlig anderen Zu-
sammenhang benutzt worden sei. Eine scheingenaue Berechnung sei unzulässig 

23

(pag. 18 612). Weder die Vorinstanz noch die Kammer verkennen, dass eine exak-
te Bewertung der Gegenstände nicht möglich ist. Vielmehr werden die bestehen-
den Unsicherheiten offengelegt. Mangels anderer Belege darf die PowerPoint-
Präsentation als Anhaltspunkt verwendet werden. Immerhin sagte der Beschuldigte 
selbst aus, es handle sich um faire Preise (pag. 18 328 Z. 230). Solange die Be-
wertung mit der notwendigen Zurückhaltung und unter Offenlegung der Unsicher-
heiten erfolgt, liegt kein Verstoss gegen den Grundsatz «in dubio pro reo» vor. Mit 
der eher tiefen Schätzung geht es gerade darum, diesem Grundsatz genüge zu 
tun.

Dass die Wegschaffung von Gegenständen (Material, Mobiliar und Fahrzeuge), die 
dem Retentionsrecht der Privatklägerin unterlagen, in der Grössenordnung von ca. 
CHF 95‘000.00, sowie von rund CHF 22‘000.00 an Material und Mobiliar, das in 
den Räumlichkeiten der Privatklägerin durch deren Intervention zurückgeblieben 
ist, d.h. der Gesamtwert der betroffenen Güter auf rund CHF 117‘000.00 geschätzt 
wurde, ist eine Eingrenzung bzw. Annäherung, die dem Grundsatz «in dubio pro 
reo» ohne Weiteres stand hält: J.________ ging von einem «Wert von mehreren 
hunderttausend Franken» aus (pag. 18 313) bzw. erachtete er den Wert von 
CHF 86‘500.00 für das Betriebsmaterial (und von CHF 45‘000.00 für die Fahrzeu-
ge) als «überhaupt nicht» realistisch («Das ist wirklich zu tief» [pag. 18 314]). 
Gleichzeitig gab er in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in Bezug auf den 
Wert der Retentionsgegenstände auch zu Protokoll, man habe nicht aktiv kontrol-
liert (pag. 18 313) bzw. in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Juni 
2015 er gar sagte, vom Recht die Räumlichkeiten zu besuchen, um zu kontrollie-
ren, ob das Retentionsrecht garantiert sei, sei kein Gebrauch gemacht worden 
(pag. 05 001 007).

Der Beschuldigte selbst – angesprochen auf das Retentionsrecht von über 
CHF 250‘000.00 bzw. einem ebensolchen Inventarwert des Materials – gab anläss-
lich der Hauptverhandlung zu Protokoll: «Das ist eine hohe Summe für Flugbe-
triebsmaterial, da dies ja Verbrauchsgegenstände sind. Die Helikopter selber waren 
aufgrund des Leasings ja ausgeschlossen. Es gab eine Liste mit den Gegenstän-
den. Wenn man alles zusammenzählt, auch die Fahrzeuge, kommt es hin. Diese 
sind aber nicht immer dort stationiert. Wenn man nur das betrachtet, was sich per-
manent dort befindet, ist es eine sehr hohe Summe» (pag. 18 327). Ein einge-
grenzter bzw. annäherungsweise ermittelter Wert von rund CHF 117‘000.00 (inkl. 
Fahrzeuge), mithin weniger als 50 % des Umfangs des Retentionsrechts, erscheint 
damit unter gehöriger Beachtung des Grundsatzes «in dubio pro reo» als ohne 
Weiteres vertretbar bzw. beweismässig erstellt.

Letzten Endes ist auf Grund dieser Feststellungen aber einerseits auch festzuhal-
ten, dass der im «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) vereinbarte Verkaufs-
preis von CHF 3‘250‘000.00 (pag. 07 001 018) nur relativ geringfügig unter dem 
Wert gemäss Verkaufsdokumentation (CHF 3‘336‘000.00 [pag. 07 003 004]) liegt, 
und andererseits, dass der unter dem Strich noch zu bezahlende und seitens der 
Käuferin (K.________ SA [en formation], vertreten durch L.________ SA) auch be-
zahlte Betrag von CHF 151‘673.00 (pag. 07 001 019; vgl. die Aufstellung gemäss 
«Calcul du remboursement du prix» [pag. 05 002 013]) unter Berücksichtigung der 

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Verkaufsumstände, des nicht dem Retentionsrecht unterliegenden Skoda Octavia 
sowie dem hier zu vernachlässigenden bzw. nicht zu berücksichtigenden Büroma-
terial/-infrastruktur (dieses unterlag nicht dem Retentionsrecht der Privatklägerin, 
soweit sich dieses in den von N.________ gemieteten Räumlichkeiten befunden 
hatte) keineswegs unangemessen war.

13.5 Tatsachen und Indizien für Rückschlüsse auf die subjektiven Absichten des 
Beschuldigten

Ausgehend von der Präambel im «Asset Purchase Agreement» (Kaufvertrag vom 
27. Juni 2014) (pag. 07 001 016 bzw. 07 001 047):
«By executing this agreement, the Parties aim at saving current employments and continuing of the 
activity in the O.________ Branch»,

ist einleitend festzustellen, dass diese mit den konstanten Aussagen des Beschul-
digten übereinstimmt. So sagte er: «Ich wollte die Arbeitsplätze retten, das war 
wichtig für mich» (pag. 05 002 009) bzw. «(…) ich wollte die Arbeitsplätze sichern» 
(pag. 18 333) bzw. «Mein Ziel war es Arbeitsplätze zu erhalten» (pag. 18 523). 
Selbst M.________ bestätigte in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 6. 
Dezember 2016: «(…), mon sentiment c’est que Monsieur A.________ a tout fait 
pour sauver ses équipes» (pag. 05 003 010). Damit ist fürs Erste festzuhalten, dass 
es beweismässig in den Akten keine Anhaltspunkte gibt, die auf eine direkte, ei-
gentlich als primäres Handlungsziel angestrebte Schädigungsabsicht des Beschul-
digten gegenüber der Privatklägerin hinweisen würden. Der Beschuldigte wollte in 
erster Linie die Arbeitsplätze in der Zweigniederlassung in O.________ retten und 
den Konkurs der H.________ AG abwenden.

Es wurde bereits festgestellt (vgl. Ziff. II.13.2. oben), dass dem Beschuldigten rund 
um den Abschluss des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) am 27. Ju-
ni 2014 nicht (mehr) ein aktives Bewusstsein um den Bestand und Umfang des Re-
tentionsrechts unterstellt werden kann. Er war alleiniger Geschäftsführer einer im 
Frühjahr 2002 gegründeten und im Handelsregister eingetragenen Aktiengesell-
schaft (pag. 18 289 f.) mit einer Zweigniederlassung, einer Bilanzsumme per 
31. Mai 2014 von mehr als CHF 20 Mio. (pag. 07 001 003 ff.) sowie einem Be-
triebsertrag von mehr als CHF 3.5 Mio. allein aus Lieferungen und Leistungen von 
Januar bis Ende Mai 2014 (5 Monate; pag. 07 001 007 ff.) – auch wenn für den 
gleichen Zeitraum ein Verlust von mehr als 1,65 Mio. Franken resultierte (pag. 07 
001 013). Es bestand immenser Druck seitens des BAZL im Zusammenhang mit 
der Verlängerung der befristeten Betriebsbewilligung mit Bedingung des Nachwei-
ses eines Zahlungseingangs von CHF 1,5 Mio. (pag. 18 571) und den offenkundi-
gen Refinanzierungsbemühungen mit der G.________, um letztlich ein Grounding 
im allerletzten Moment zu verhindern. Aus denselben Gründen war dem Beschul-
digten damals der Zusammenhang zwischen dem Retentionsrecht und dem in Eng-
lisch verfassten «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) bzw. dem sich daraus 
ergebenden Verfügungsgeschäfts/Wegschaffen der Retentionsgegenstände nicht 
bewusst. Das bedeutet hingegen nicht, dass sich der Beschuldigte der Schulden 
der H.________ AG gegenüber der Privatklägerin nicht bewusst gewesen wäre. 

25

Es war im Übrigen klar, dass die dem Retentionsrecht unterliegenden Gegenstän-
de (Material, Mobiliar und Fahrzeuge) nicht mehr in die von der Privatklägerin ge-
mieteten Räumlichkeiten zurückgeführt würden. Ein Weiterbetrieb des Flugge-
schäfts durch die Käufer aus den Mieträumlichkeiten der Privatklägerin bzw. eine 
Übernahme der Mietverträge mit der Privatklägerin durch die Käuferin war nicht 
geplant. Schliesslich erfolgte bereits am 28. Mai 2014 durch die H.________ AG 
die Kündigung des Mietvertrages mit der Privatklägerin (pag. 18 214). Mitzuberück-
sichtigen ist alsdann, dass mit der Unterzeichnung des «Asset purchase agree-
ment» (Kaufvertrag) am 27. Juni 2014 bzw. dem damit einhergehenden Verkauf 
der Aktiven der Zweigniederlassung in O.________ die Geschäftstätigkeit der 
H.________ AG ebenda per sofort eingestellt wurde. Eine Wiederaufnahme war 
weder beabsichtigt noch auf Grund des Konkurrenzverbots für die Kantone Waadt 
und Wallis für die Dauer von fünf Jahren (pag. 07 001 023 bzw. 07 001 054) recht-
lich zulässig. Vielmehr wurde die Geschäftstätigkeit der H.________ AG in 
O.________ per sofort eingestellt. Aber auch wenn die Konkursanmeldung betref-
fend die H.________ AG als Ganzes nur wenige Tage später (30. Juni 2014) er-
folgte, ist demgegenüber festzustellen, dass der Beschuldigte mit allen Mitteln ver-
suchte, den ernsthaft drohenden Entzug der befristeten Betriebsbewilligung durch 
das BAZL und damit das Grounding der Firma und der damit verbundene Konkurs 
der H.________ AG unter allen Umständen abzuwenden. Weiter zu berücksichti-
gen ist, dass gemäss Feststellungen des BAZL in der Verfügung vom 14. Mai 
2014, das Eigenkapital per 31. Dezember 2013 zwar mit 0,8 Mio. CHF überschul-
det war, demgegenüber aber nachrangige Darlehen in der Höhe von CHF 1,9 Mio. 
bestanden und gegen die H.________ AG keine wesentlichen Betreibungsverfah-
ren anhängig waren (pag. 18 564 f.).

Unter all diesen Umständen und Begebenheiten kann die mehrfach seitens des 
Beschuldigten von Anbeginn weg gemachte Aussage (vgl. staatsanwaltschaftliche 
Einvernahme vom 17. November 2015 [pag. 05 002 005, 05 002 006, 05 002 008], 
Einvernahme in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 19. September 2017 
[pag. 18 404, 18 407, 18 409 und 18 410], oberinstanzliche Einvernahme vom 
11. Juni 2018 [18 525]), sein Plan sei gewesen, mittels Teilverkaufs an die 
G.________ (betrifft den Bereich Super Puma), unter gleichzeitiger Abstossung 
des Kleinhelikopterbetriebs in O.________, und der damit verbundenen Mittelbe-
schaffung (Zwischeninvestition, Kapitalerhöhung, etc.) zur Weiterfinanzierung der 
«Rest-H.________ AG» nicht mehr als blosse, durch nichts belegte Schutzbehaup-
tung abgetan werden. Im Gegenteil: Auf Grund der mit Blick auf die oberinstanzli-
che Fortsetzungshauptverhandlung vom 8. Oktober 2018 eingereichten Unterlagen 
ist in Übereinstimmung mit der Verteidigung festzuhalten, dass der Beschuldigte 
bis zuletzt (auch noch nach Abschluss des «Asset purchase agreement» [Kaufver-
trag] am 27. Juni 2014) über Wochen und Monate mit aller erforderlichen Intensität 
darauf hingearbeitet hatte, durch einen Teilverkauf des Geschäftsbereichs Super 
Puma an die G.________ die H.________ AG mit den erforderlichen Mitteln für ein 
«Going Concern» (Fortführungsprinzip, Grundsatz der Unternehmensfortführung) 
auszustatten. Wäre ihm dies gelungen, so wäre auch die Bezahlung der Schulden 
gegenüber der Privatklägerin möglich gewesen und diese wäre nicht geschädigt 
worden. 

26

Es gibt zwar keine eindeutigen Belege, dass die G.________ sich vor Abschluss 
des «Asset purchase agreement» (Kaufvertrag) vom 27. Juni 2014 konkret bereit 
erklärt hätte, den Überbrückungskredit von CHF 1,5 Mio. zum Erhalt der Flugbe-
triebsbewilligung der H.________ AG zu leisten. Es ist hingegen belegt, dass Ver-
handlungen zwischen der G.________ und der H.________ AG auch im Juni 2014 
noch im Gange waren (pag. 18 570, 18 573). Der Beschuldigte sagte wiederholt 
aus, dass er erst am Tag, als das «Asset purchase agreement» [Kaufvertrag] un-
terzeichnet worden war, am 27. Juni 2014, die Absage der G.________ u.a. bezüg-
lich des Überbrückungskredites erhalten hatte (pag. 18 332 f. Z. 402 f.; pag. 18 525 
Z. 27 ff.). Diese Aussage ist konstant und wirkt glaubhaft. Dass der Beschuldigte 
Ende Juni 2014 noch Hoffnung auf eine Lösung hatte, belegt nämlich auch seine 
E-Mail vom 24. Juni 2014 an das BAZL, in der er anfragte, ob das Einschiessen ei-
nes Überbrückungskredits von CHF 1,5 Mio. durch die G.________ eine Verlänge-
rung der Betriebsbewilligung ermöglichen würde. Aufgrund der vorhanden Beweise 
lässt sich dem Beschuldigten nicht nachweisen, dass er im Zeitpunkt, als er den 
Kaufvertrag betreffend die Zweigniederlassung in O.________ vollzog, indem er 
dem Umzug der Gegenstände, auf denen ein Retentionsrecht der Privatklägerin 
bestand, zustimmte, wusste, dass die H.________ AG ihre Schulden aus dem 
Mietverhältnis mit der Privatklägerin mit Sicherheit nicht wird bezahlen. Es ist uner-
heblich, ob die Hoffnung des Beschuldigten auf Abwendung des Konkurses zum 
damaligen Zeitpunkt aufgrund der objektiven Gegebenheiten noch realistisch war. 
Deshalb wirkt sich auch die Lückenhaftigkeit der vom Beschuldigten eingereichten 
Unterlagen (vgl. Ziff. 12.2. oben) nicht zu dessen Ungunsten aus. Aus seiner sub-
jektiven Sicht hielt er eine Rettung der H.________ AG und damit die Bezahlung 
der Schulden gegenüber der Privatklägerin bis zur Absage der G.________ offen-
sichtlich für möglich. Am Wissen des Beschuldigten um die definitive Schädigung 
der Privatklägerin im Zeitpunkt des Wegschaffens der Retentionsgegenstände be-
stehen unüberwindliche Zweifel. Es ist daher von der für den Beschuldigten günsti-
geren Variante auszugehen, wonach er nicht damit rechnete, dass die H.________ 
AG ihre Mietschulden nie wird bezahlen können.

III. Rechtliche Würdigung

14. Tatbestand von Art. 145 StGB

Sowohl was den Tatbestand der Veruntreuung und Entzug von Pfandsachen und 
Retentionsgegenständen (Art. 145 StGB) als auch die generell-abstrakten Aus-
führungen zu den Vertretungsverhältnissen (Art. 29 StGB) sowie zum Versuch (Art. 
22 StGB) anbelangt, kann vorab auf die zutreffenden und detaillierten Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 431 ff.; S. 44 ff. der Urteilsbegrün-
dung).

14.1 Zum objektiven Tatbestand

Art. 145 StGB erwähnt als Tathandlungen «entziehen», «eigenmächtig darüber 
verfügen», «beschädigen», «zerstören», «entwerten» oder «unbrauchbar ma-
chen». Gemäss NIGGLI meint «entziehen» nichts anderes als bei der Sachentzie-
hung (Art. 141 StGB), d.h. nach allgemeinem Verständnis einerseits Wegnahme 

27

und andererseits Vorenthalten (Basler Kommentar StGB II, 3. Auflage 2013, N 27 f. 
zu Art. 145 StGB, mit Verweis auf N 14 f. zu Art. 141 StGB). Unter Entziehen fällt in 
erster Linie die Wegnahme, verstanden als Bruch fremden Gewahrsams und Be-
gründung neuen, nicht notwendig eigenen Gewahrsams. «Eigenmächtig verfügen» 
kann nur die rechtliche Verfügung über die Sache meinen, insbesondere den Ver-
kauf (NIGGLI, a.a.O., N 29 zu Art. 145 StGB). Gemäss TRECHSEL/CRAMERI (Trech-
sel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar StGB, 3. Auflage 2018, N 4 zu Art. 145 StGB) 
besteht die Tathandlung darin, dass dem Gläubiger die Pfand- oder Retentionssa-
che vom Schuldner durch Gewahrsams- oder Treubruch entzogen oder dass sie 
ganz oder teilweise entwertet wird. Die Entwertung kann auch ohne Substanzein-
griff erfolgen. Dabei muss die Entwertung so schwerwiegend sein, dass sie die Be-
friedigung des zu sichernden Anspruchs gefährdet.

Das Verpflichtungsgeschäft («Asset purchase agreement» [Kaufvertrag]) begründet 
zwischen den Parteien ein Schuldverhältnis, welches sich auf eine künftige Leis-
tung richtet. Verpflichtungsgeschäfte sind zumeist auch formlos/mündlich oder kon-
kludent abgeschlossen gültig und lassen eine oder mehrere Obligationen entste-
hen. Demgegenüber ändert das Verfügungsgeschäft (Eigentumsübertragung) so-
fort und endgültig zu Gunsten eines Andern den Bestand bzw. den Inhalt eines 
Rechts, welches bisher dem Erklärenden zustand. Auf was ist nun beim «eigen-
mächtig Verfügen» abzustellen? Auf das Verpflichtungsgeschäft oder auf das Ver-
fügungsgeschäft? Davon ausgehend, dass der Tatbestand von Art. 145 StGB kei-
nen Vermögensschaden voraussetzt (NIGGLI, a.a.O., N 7 zu Art. 145 StGB) und 
u.a. genügend ist, dass dem Gläubiger die Pfand- oder Retentionssache vom 
Schuldner durch Gewahrsams- oder Treubruch ganz oder teilweise entwertet wird, 
und zwar so schwerwiegend, dass sie die Befriedigung des zu sichernden An-
spruchs gefährdet, so liesse sich mit guten Gründen argumentieren, es sei für die 
Erfüllung des Tatbestandes auf das Verpflichtungsgeschäft abzustellen bzw. dieses 
allein könne zumindest teilweise schon genügend sein, den objektiven Tatbestand 
des «eigenmächtig Verfügen» zu erfüllen. Diese Betrachtungsweise führt aber un-
weigerlich zu heiklen Beweis- und Abgrenzungsfragen und unter Umständen zu ei-
ner problematischen Vorverlagerung der Strafbarkeit. Stattdessen ist in Bezug auf 
«eigenmächtig Verfügen» in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auf die rechtliche 
Verfügung im Sinne des Verfügungsgeschäftes abzustellen, d.h. namentlich auf 
den Zeitpunkt der Eigentumsübertragung. Diese Beurteilung steht auch in Einklang 
mit der Tatsache, dass einerseits die pfandrechtsschädigenden Handlungen (ent-
ziehen, beschädigen, zerstören, unbrauchbar machen) ebenso selbständig aufge-
zählt werden wie die Entwertung, andererseits die Aneignung fremder Sachen oh-
nehin nach Art. 137 ff. StGB strafbar ist (vgl. NIGGLI, a.a.O., N 29 zu Art. 145 
StGB).

14.2 Zum subjektiven Tatbestand

Art. 145 StGB verlangt beim subjektiven Tatbestand neben Vorsatz zusätzlich die 
Absicht, durch die Handlung den Gläubiger zu schädigen, d.h. seinen Verwer-
tungsanspruch zu vereiteln oder zumindest zu erschweren (sog. Schädigungsab-
sicht). Die Vorinstanz hat in Bezug auf die Frage, ob allenfalls Eventualabsicht 
genügt, die einschlägigen, divergierenden Lehrmeinungen korrekt wiedergegeben. 

28

Neben dem direkten Vorsatz (ersten Grades), der Absicht entsprechend (vgl. 
STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, 4. Auflage 2011, 
§9 N 123), bei dem es dem Täter auf die Verwirklichung des Tatbestandes gerade 
ankommt, in ihr das eigentliche Ziel der Handlung liegt, ist mit direktem Vorsatz 
(ersten Grades) die Tatbestandsverwirklichung auch dann gewollt, wenn der Täter 
in ihr eine notwendige Durchgangsstufe oder Voraussetzung auf dem Weg zum ei-
gentlichen Handlungsziel erblickt (NIGGLI, a.a.O., N 46 zu Art. 12). Die Verwirkli-
chung der vom Täter für notwendig gehaltenen Vorbedingungen ist von ihm ebenso 
beabsichtigt wie die des eigentlichen Handlungszieles: Ist der Täter sich bewusst, 
dass er sein Handlungsziel nur auf dem Wege der Erfüllung eines Straftatbestan-
des erreichen kann, so will er den Erfolg, mag ihm dieser an sich auch gleichgültig 
oder sogar unerwünscht sein (STRATENWERTH, a.a.O., §9 N 97). Dabei geht es 
gemäss STRATENWERTH aber nicht darum, den Eventualdolus einbezogen verstan-
den zu wissen. Dies muss auch bei der Anwendung von Art. 145 StGB gelten: Die 
Anwendung von Art. 145 StGB nur auf Fälle zu beschränken, bei denen die Ab-
sicht, den Gläubiger zu schädigen, eigentliches Handlungsziel ist, greift zu kurz. Ob 
aber letztlich auch eine eigentliche Eventualabsicht genügte, kann im vorliegenden 
Fall mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offen bleiben. 

Die Veruntreuung und Entzug von Pfandsachen und Retentionsgegenständen 
(Art. 145 StGB) stellt ein echtes Sonderdelikt dar. Täter kann nach dem Wortlaut 
der Norm nur der Schuldner selbst sein. Die Strafbarkeit der natürlichen Personen, 
die im Geschäftsbetrieb eines Unternehmens Straftaten verüben, setzt voraus, 
dass sie sämtliche Deliktsmerkmale in eigener Person verwirklichen. Handelt es 
sich dabei um Sonderdelikte, sind die (strafbegründenden oder straferhöhenden) 
Sonderpflichten (bzw. Tätereigenschaften) jedoch in der Regel nur bei der entspre-
chenden Kollektivperson gegeben, nicht aber bei der natürlichen Person, die für sie 
handelte oder hätte handeln müssen (WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar 
StGB I, 3. Auflage 2013, N 1 zu Art. 29 StGB). Mit der Schaffung von Art. 29 StGB 
liegt eine spezielle Organ- und Vertreterhaftung vor, welche persönliche Merkmale, 
die eine Sonderpflicht begründeten oder erhöhten, von der juristischen Person oder 
Gesellschaft auf deren Organe und Vertreter übertrug.

15. Subsumtion

Für die Begründung zum objektiven Tatbestand kann vollumfänglich auf die korrek-
ten Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 18 434 f., S. 47 f. der Ur-
teilsbegründung). Gemäss Beweisergebnis erteilte der Beschuldigte als Geschäfts-
führer der H.________ AG in Erfüllung des «Asset purchase agreement» (Kaufver-
trag) vom 27. Juni 2014 die Zustimmung für den Abtransport von unter dem Reten-
tionsrecht der Privatklägerin stehenden Gegenständen aus den Mieträumlichkeiten. 
Er hat damit über die Gegenstände verfügt. Über die Anwendung von Art. 29 StGB 
erfolgt die strafrechtliche Zurechnung und Verantwortlichkeit des Beschuldigten. Im 
Umfang der weggeschafften Gegenstände hat er den objektiven Tatbestand von 
Art. 145 StGB erfüllt. Bezüglich derjenigen Gegenstände, die dem Retentionsrecht 
unterlagen und nach Intervention seitens der Privatklägerin nicht aus den Räum-
lichkeiten abtransportiert wurden, liegt lediglich ein unvollendeter Versuch vor (vgl. 
pag. 18 437, S. 50 der Urteilsbegründung).

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Ausgehend vom Beweisergebnis, wonach das Ziel des Beschuldigten der Erhalt 
von Arbeitsplätzen war, kann und darf dem Beschuldigten nicht unterstellt werden, 
die Schädigung der Privatklägerin sei sein direktes und oberstes Handlungsziel 
gewesen. Mit direktem Vorsatz (ersten Grades) und damit gleichwohl mit Schädi-
gungsabsicht ist die Tatbestandsverwirklichung aber auch dann gewollt, wenn der 
Täter in ihr eine notwendige Durchgangsstufe oder Voraussetzung auf dem Weg 
zum eigentlichen Handlungsziel erblickt. Der Beschuldigte war zwar im 2014 allei-
niger Geschäftsführer einer im Handelsregister eingetragenen Aktiengesellschaft 
(pag. 18 289 f.) von nicht unbedeutender Grösse (Zweigniederlassung, Bilanz-
summe, Betriebsertrag). Nichtsdestotrotz lässt sich ausgehend von den Aus-
führungen betreffend «Wissen um Bestand, Umfang und Auswirkungen des Reten-
tionsrechts» (vgl. Ziff. II.13.2. oben) dem Beschuldigten nicht unterstellen, er habe 
direktvorsätzlich gehandelt, weil er um die Bedeutung und Umfang des zu Gunsten 
der Privatklägerin existierenden Retentionsrechts und um den Zusammenhang 
zwischen eben diesem Retentionsrecht und dem in Englisch verfassten «Asset 
purchase agreement» (Kaufvertrag) bzw. dem sich daraus ergebenden Verfü-
gungsgeschäfts/Wegschaffen der Retentionsgegenstände gewusst habe: Vielmehr 
wird festgehalten, dass dem Beschuldigten rund um den Abschluss des «Asset 
purchase agreement» »(Kaufvertrag) am 27. Juni 2014 nicht ein aktives Bewusst-
sein um den Bestand und Umfang des Retentionsrechts unterstellt werden kann. 
Mit Blick auf die unter dem Titel «Tatsachen und Indizien für Rückschlüsse auf die 
subjektive Seite des Beschuldigten» gemachten Ausführungen (vgl. Ziff. II.13.5. 
oben) lässt sich auch nicht mehr ernsthaft in Betracht ziehen, der Beschuldigte ha-
be die Schädigung als notwendige Durchgangsstufe oder Voraussetzung auf dem 
Weg zum eigentlichen Handlungsziel erblickt: Ausgehend von den namentlich sei-
tens der Verteidigung mit Blick auf die Fortsetzung der Berufungsverhandlung ein-
gereichten Unterlagen und den korrespondierenden, konstanten und glaubhaften 
Aussagen des Beschuldigten im gesamten Verfahren ist zu schliessen, dass der 
Beschuldigte bis zuletzt – d.h. bis zur Absage der G.________ betreffend der In-
vestition in die H.________ AG nach dem Verkauf der Zweigniederlassung – über 
Wochen und Monate mit aller erforderlichen Intensität darauf hingearbeitet hatte, 
durch einen Teilverkauf des Geschäftsbereichs Super Puma an die G.________ 
die verbleibende H.________ AG mit den erforderlichen Mitteln für eine Unterneh-
mensfortführung auszustatten. Damit beabsichtigte er gleichzeitig auch die Schul-
den gegenüber der Privatklägerin zu begleichen.

Entsprechend ist rechtlich weder von einer direkten Schädigungsabsicht noch von 
einer Eventualabsicht auszugehen. Damit ist im Ergebnis festzustellen, dass das 
subjektive Tatbestandselement der Schädigungsabsicht nicht erfüllt ist. Der Be-
schuldigte ist freizusprechen von der Anschuldigung der Veruntreuung und Entzugs 
von Pfandsachen und Retentionsgegenständen, evtl. teilweise versucht begangen.

IV. Zivilpunkt

Die Zivilklägerin verlangt oberinstanzlich die Bestätigung des erstinstanzlichen Ur-
teils im Zivilpunkt. Die Kammer spricht den Beschuldigten anders als die Vorinstanz 
im Strafpunkt von der Anschuldigung der Veruntreuung und Entzugs von Pfandsa-

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chen und Retentionsgegenständen frei. Der zivilrechtlich relevante Sachverhalt ist 
nicht spruchreif. Die Zivilklage wird daher in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 Bst. d 
StPO auf den Zivilweg verwiesen. Sowohl erst- als auch oberinstanzlich wurde/wird 
auf das Ausscheiden von Verfahrenskosten für den Zivilpunkt verzichtet.

V. Kosten und Entschädigung

16. Verfahrenskosten

Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung des 
Aufwands und den Auslagen im konkreten Fall (Art. 422 Abs. 1 StPO). Fällt die 
Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie auch über die von der 
Vorinstanz getroffenen Kostenregelung neu (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die beschuldig-
te Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 
StPO). Nach Art. 427 Abs. 2 StPO können bei Antragsdelikten die Verfahrenskos-
ten der antragsstellenden Person, sofern diese mutwillig oder grobfahrlässig die 
Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, oder 
der Privatklägerschaft auferlegt werden, wenn das Verfahren eingestellt oder die 
beschuldigte Person freigesprochen wird (Bst. a); und soweit die beschuldigte Per-
son nicht nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Bst. b). Die Regelung von 
Art. 427 Abs. 2 StPO ist dispositiver Natur. Das Gericht kann von ihr abweichen, 
wenn die Sachlage dies rechtfertigt (BGE 138 IV 248, E. 4.2.4; vgl. auch Botschaft 
vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts [BBl 2005 
1327]). Die Verfahrenskosten sind damit bei Freispruch oder Einstellung des Ver-
fahrens nicht zwingend von der Privatklägerschaft zu tragen. Über die Gründe, 
nach welchen sich die Überwälzung der Verfahrenskosten auf die Privatkläger-
schaft richtet, schweigt sich das Gesetz indes aus. Das Gericht hat also nach 
Recht und Billigkeit zu entscheiden (Art. 4 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[ZGB; SR 210]) (BGE 138 IV 248 E. 4.2.4.). Dem Strafantrag stellenden Privatklä-
ger, der sich abgesehen von der Strafklage am Strafverfahren nicht aktiv beteiligt, 
können gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei Freispruch nur in beson-
deren Fällen Verfahrenskosten auferlegt werden (BGE 138 IV 248 E. 4.4.1). Die 
Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Ob-
siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO).

Die Höhe der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3‘308.00 
wird bestätigt. Da der Beschuldigte freigesprochen wird, hat er keine Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario). Eine Kostenauferlegung an die 
Privatklägerin nach Art. 427 Abs. 1 StPO erscheint vorliegend nicht gerechtfertigt. 
Ihre Anträge lösten kaum Kosten aus, die nicht entstanden wären, hätte sie sich 
nicht als Privatklägerin, sondern nur als Strafantragstellerin konstituiert. Auch kann 
ihr kein mutwilliges oder grobfahrlässiges Verhalten bzw. ein Erschweren der 
Durchführung des Verfahrens vorgeworfen werden, nachdem erstinstanzlich an-
tragsgemäss ein Schuldspruch wegen Veruntreuung und Entzugs von Pfandsa-
chen und Retentionsgegenständen erfolgt war. Die erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten trägt somit der Kanton Bern (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO).

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Für das oberinstanzliche Verfahren werden die Kosten auf eine Pauschalgebühr 
von CHF 5‘000.00 (Art. 5 i.V.m. Art. 24 Bst. c des Verfahrenskostendekrets [VKD; 
BSG 162.12]) festgesetzt. Die Privatklägerin wurde einzig aufgrund der Berufung 
des Beschuldigten in ein zweitinstanzliches Verfahren gezwungen und stellte einzig 
einen Antrag auf Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. Ihr Verhalten hat damit 
keinen zusätzlichen Aufwand verursacht. Daher erscheint es angemessen, ihr auch 
oberinstanzlich trotz Unterliegens keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Auch die 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten gehen in vollem Umfang zu Lasten des Kan-
tons Bern.

17. Entschädigungen

Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf Entschädi-
gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte 
(Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im 
Rechtsmittelverfahren richten sich nach den Artikeln 429-434 (Art. 436 Abs. 1 
StPO). Die obsiegende beschuldigte Person hat gegenüber der Privatklägerschaft 
Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zivil-
punkt verursachten Aufwendungen (Art. 432 Abs. 1 StPO). Obsiegt die beschuldig-
te Person bei Antragsdelikten im Strafpunkt, so können die antragstellende Person, 
sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig die Einleitung des Verfahrens bewirkt 
oder dessen Durchführung erschwert hat, oder die Privatklägerschaft verpflichtet 
werden, der beschuldigten Person die Aufwendungen