# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31366027-cce6-5e73-9fec-9aa461a87b12
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.06.2008 D-3532/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3532-2006_2008-06-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3532/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Daniel Schmid, 
Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiberin Katarina Umegbolu.

A._______, geboren (...), und dessen Ehefrau 
B._______, geboren, sowie deren Kinder 
C._______, geboren (...), 
D._______, geboren (...), und 
F._______, geboren (...), 
Bosnien und Herzegowina,
vertreten durch (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFF vom 
27. April 2004 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3532/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführer,  bosnisch-herzegowinische  Staatsangehörige 
mit  letztem  Wohnsitz  in  Z._______  (Kanton  T._______),  verliessen 
zusammen  mit  ihren  Töchtern  C._______  und  D._______  ihren 
Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  14.  Dezember  2002  und 
gelangten am 15. Dezember 2002 in die Schweiz, wo sie gleichentags 
(...) ihre Asylgesuche stellten. Nach einem Transfer (...) wurden die Be-
schwerdeführer dort am 31. Dezember 2002 summarisch befragt und 
für  den weiteren Verlauf  des Asylverfahrens dem Kanton X._______ 
zugewiesen.  Am  21. Januar  2003  hörte  die  zuständige  kantonale 
Behörde  die  Beschwerdeführer  zu  ihren  Asylgründen  und  dem 
Reiseweg an.

Anlässlich der Anhörungen machten die Beschwerdeführer im Wesent-
lichen  geltend,  durch  den  Krieg  ihr  Haus  in  P._______  (Region 
V._______) verloren zu haben, weshalb sie ab Ende 1994 bis Septem-
ber 2002 als Flüchtlinge im Haus eines Serben in G._______ gewohnt 
hätten.  Von  dort  seien  sie  durch  die  Gemeine  G._______  mit 
Verfügung vom 5. August 2002 ausgewiesen worden, da das Haus für 
den ursprünglichen serbischen Eigentümer geräumt worden sei. Zumal 
sie  in  ganz  Bosnien  und  Herzegowina  keine  Unterkunft  für  sich 
gefunden  hätten,  seien  sie  aus  dem  Heimatland  ausgereist.  Ein 
zusätzlicher Ausreisegrund sei ferner das Ereignis vom 12. April 1993 
gewesen, als der Beschwerdeführer in S._______ (Region V._______) 
durch  eine  explodierende  Granate  am  Mund  und  an  einem  Bein 
verletzt  worden  sei.  Seither  leide  der  Beschwerdeführer  unter  den 
Kriegsfolgen.  Im  Weiteren  habe  die  Tochter  C._______  seit  ihrer 
Geburt ein verkürztes Bein und brauche medizinische Hilfe, welche ihr 
im Heimatland nicht zur Verfügung stehe.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführer unter an-
derem eine Fotografie ihres zerstörten Hauses in P._______, Flücht-
lingsbescheinigungen des Kantons T._______, ein Arztzeugnis sowie 
eine Verfügung der Gemeinde G._______ vom 5. August 2002 zu den 
Akten.  Für  die  detaillierte  Auflistung  weiterer  Beweismittel  und 
Identitätsdokumente  wird  auf  die  Aufzählung  auf  Seite  18  des 
kantonalen Anhörungsprotokolls des Beschwerdeführers verwiesen. 

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B.
Mit Verfügung vom 27. April 2004 wies das Bundesamt die Asylgesu-
che der Beschwerdeführer ab und ordnete die Wegweisung sowie den 
Vollzug  an.  Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen 
aus, die Vorbringen der Beschwerdeführer hielten den Anforderungen 
an die Flüchtlingseigenschaft  nicht stand; ausserdem sei der Vollzug 
der Wegweisung zulässig und möglich. Zudem sei der Wegweisungs-
vollzug  zumutbar,  zumal  angesichts  der  bestehenden  allgemeinen 
Lage im Heimatstaat der Beschwerdeführer keine Situation allgemei-
ner Gewalt herrsche. Ferner bestünden auch keine individuellen Weg-
weisungshindernisse. Die geltend gemachten gesundheitlichen Proble-
me seien den Erkenntnissen des Bundesamtes zufolge mit der insge-
samt zufrieden stellenden medizinischen Versorgung in  Bosnien und 
Herzegowina behandelbar, was auch für den psychiatrisch-psychothe-
rapeutischen  Bereich  gelte.  Hinsichtlich  der  Geburtsgebrechen  der 
Tochter  C._______  liege  keine  lebensbedrohliche  Erkrankung  vor, 
welche nur in der Schweiz behandelt  werden könne. In den grossen 
Universitätskliniken des Landes seien grundsätzlich alle medizinischen 
Spezialabteilungen vertreten, weshalb die Erkrankung von C._______, 
so  weit  sie  überhaupt  medizinisch  beeinflussbar  sei,  auch  dort 
behandelt werden könne.

C.
Mit Beschwerde vom 27. Mai 2004 an die damals zuständige Schwei-
zerische  Asylrekurskommission  (ARK)  beantragten  die  Beschwerde-
führer  durch ihren Rechtsvertreter,  die  vorinstanzliche Verfügung sei 
hinsichtlich des angeordneten Wegweisungsvollzuges aufzuheben und 
es sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig so-
wie unzumutbar sei. Infolge dessen sei die vorläufige Aufnahme anzu-
ordnen. In prozessualer Hinsicht sei die Bezahlung von Verfahrenskos-
ten sowie des Kostenvorschusses zu erlassen.

Zur Begründung ihrer Beschwerdeeingabe hielten die Beschwerdefüh-
rer  den  vorinstanzlichen  Ausführungen  im  Wesentlichen  entgegen, 
dass die vom Bundesamt vertretene Auffassung, wonach die medizini-
sche  Versorgung  in  Bosnien  und  Herzegowina  insgesamt  zufrieden 
stellend sei (auch im psychiatrisch-psychologischen Bereich), sowohl 
der Beurteilung von NGOs als auch derjenigen der ARK in ihrem publi-
zierten Entscheid vom 7. Mai 2002 (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2002 
Nr. 12) widerspreche. Dort habe die ARK festgehalten, dass schwere 

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psychische Störungen in Bosnien und Herzegowina nicht ausreichend 
versorgt werden könnten, da die Infrastruktur häufig nicht vorhanden 
beziehungsweise schlecht ausgerüstet sei. Insbesondere die Behand-
lungsmöglichkeit traumatisierter Personen sei nicht optimal. Die in den 
grossen Städten vorhandenen Einrichtungen seien chronisch überlas-
tet  und  ungenügend  ausgerüstet.  Die  medizinische  Behandlung  be-
schränke sich  in  der  Regel  auf  ambulante  Behandlung und/oder  die 
Verschreibung  von  Medikamenten.  Ein  Grossteil  der  medizinischen 
Versorgung von traumatisierten Personen habe daher von internatio-
nalen  Hilfsorganisationen  geleistet  werden  müssen,  welche  gemäss 
Bericht des UNHCR Sarajevo vom Juli 2003 allerdings ihre Program-
me mittlerweile grösstenteils eingestellt hätten. Die noch existierenden 
Hilforganisationen seien durch die nach wie vor hohe Nachfrage über-
fordert. Gemäss ARK sei die Behandlung von ernsthaften psychischen 
Erkrankungen, die einer intensiven und langandauernden Therapie be-
dürften, momentan ungewiss.

Gemäss ärztlichem Zeugnis von Dr. med. N._______, Spezialarzt FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie in X._______, wurde beim Beschwer-
deführer eine posttraumatische Belastungsstörung mit dazugehörigen 
diversen  schwergradigen  Beschwerden  diagnostiziert.  Zudem  spiele 
die  Besorgnis  über  den  Gesundheitszustand  der  Ehefrau  und  der 
Tochter  C._______  beim  Beschwerdeführer  eine  wichtige  Rolle  im 
gesamten  Krankheitsbild.  Der  Beschwerdeführer  bedürfe  einer 
intensiven psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, ohne die 
eine Prognose mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht 
gut ausfalle. Ein weiteres Problem stelle die schlechte Verträglichkeit 
von Psychopharmaka dar. Die  Tochter  C._______ ihrerseits  leide an 
einer Beinlängendifferenz, welche jährlich einer klinischen sowie einer 
radiologischen Kontrolle bedürfe. Zu einem späteren Zeitpunkt müsse 
gar ein Wachstumsstopp respektive eine Verlängerung vorgenommen 
werden. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin schliesslich 
präsentiere  sich  ebenfalls  schlecht.  Die  Beschwerdeführerin  leide 
gemäss  ärztlichem  Bericht  (...)  an  einer  posttraumatischen 
Belastungsstörung  und  einer  Anspassungsstörung  nach 
Extrembelastung.  Bei  räumlichem  Kontakt  mit  den  Orten  der 
Gewalterfahrung  sei,  selbst  bei  Vorhandensein  einer  adäquaten 
Infrastruktur, nicht mit einem Behandlungserfolg zu rechnen.

Hinsichtlich der Frage der Finanzierbarkeit der vorhandenen medizini-
schen Angebote habe die ARK im erwähnten Entscheid festgehalten, 

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dass  nicht  zur  Grundversicherung  gehörende  Medikamente  nur  für 
über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügende  Personen  erhältlich 
seien. Voraussetzungen zum Zugang zur finanziellen Unterstützung für 
medizinische Behandlung sei die offizielle Registrierung am Wohnort 
und  der  Erhalt  einer  Identitätskarte. Bei  dieser  Registrierung  hätten 
Rückkehrer  allerdings  nach  wie  vor  Probleme.  Auch  wenn  formell 
Übereinkommen  zur  Verhinderung  von  Deckungslücken  bestünden, 
seien viele  Rückkehrer  in  der  Praxis  nicht  in  der  Lage,  ihre  Rechte 
durchzusetzen. Ob es dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen 
gelänge, sich und seine Familie einzuschreiben, sei ungewiss und er 
müsse  schlimmstenfalls  die  gesamte  notwendige  medizinische 
Versorgung selber finanzieren. Gemäss SFH-Update (Schweizerische 
Flüchtlingshilfe) vom Juli 2002 zur sozialen und medizinischen Lage in 
Bosnien und Herzegowina sei es zudem im Bereich der sekundären 
und tertiären Versorgung üblich, den Ärzten über das Honorar hinaus 
Geld  und  Naturalien  zu  geben,  wozu  der  Beschwerdeführer 
klarerweise  nicht  in  der  Lage  wäre  und  daher  nicht  mit  einer 
angemessenen  Behandlung  rechnen  könne.  Hinzu  komme  die 
Problematik des Versicherungsschutzes, welcher zwar oft theoretisch, 
jedoch nicht praktisch bestehe. Behandlungen, die über eine primäre 
Versorgung hinausgingen, müssten fast immer selber bezahlt werden, 
wobei eine adäquate medizinische Versorgung auch durch die Pflicht 
zur  Bezahlung  von  Selbstbehalten  beziehungsweise  der  Bezahlung 
von aussergewöhnlichen (aber notwendigen) Behandlungsmassnahme 
ebenfalls in Frage gestellt sei. 

Alle Beschwerdeführer seien kriegsgeschädigt und trügen schwer an 
ihren Kriegserlebnissen. Die Beschwerdeführerin sei ferner schwanger 
und  in  naher  Zukunft  mit  noch  mehr  Betreuungsarbeit  konfrontiert. 
Eine Arbeitsaufnahme dürfte für sie kaum in Betracht fallen. Inwiefern 
der  Beschwerdeführer  nach einer  Rückkehr  eine  Arbeitsstelle  finden 
könne sei fraglich, wobei ohnehin nicht zu erwarten wäre, dass er mit 
seinem  Verdienst  die  gesamten  finanziellen  Bedürfnisse  der  Familie 
inklusive  der  Bezahlung  von  Selbstbehalten  und  Versicherungs-
prämien decken könnte. An dieser Situation dürfte auch eine allfällige 
Rückkehrhilfe nichts zu ändern vermögen, zumal diese von vornherein 
zeitlich beschränkt,  die  medizinische Behandlung der Familie  jedoch 
längerfristig notwendig sei. 

Schliesslich sei auch die Wohnsituation der Beschwerdeführer im Falle 
ihrer  Rückkehr nicht  gesichert. Das Haus in  G._______, in welchem 

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sie vor ihrer Ausreise gewohnt hätten, hätten sie auf Anordnung der 
Gemeinde  verlassen  müssen  und  ihr  eigenes  Haus,  worin  sie  vor 
G._______ gelebt  hätten, sei  zerstört  worden. Das Bundesamt führe 
hierzu  zwar  aus,  dass  in  ganz  Bosnien  und  Herzegowina 
Niederlassungsfreiheit  bestehe,  prüfe  indessen  nicht,  ob  den 
Beschwerdeführer  die Neuintegration konkret  gelingen könne. Selbst 
wenn  die  Beschwerdeführer  Anspruch  auf  eine  Alternativunterkunft 
hätten, sei zu beachten, dass das Angebot an Alternativunterkünften 
angesichts der wachsenden Zahl von Rückkehrern sehr begrenzt sei 
und  viele  von  ihnen  mit  temporären  Behausungen  in  Zelten  und 
Ruinen  vorlieb  nehmen  müssten.  Ein  solches  Szenario  sei  den 
Beschwerdeführern  angesichts  ihrer  gesundheitlichen  Verfassung 
nicht zumutbar. Zudem sei das familiäre Umfeld der Beschwerdeführer 
aufgrund  der  eigenen  schwierigen  Situation  nicht  in  der  Lage,  den 
Beschwerdeführern bei der Wiederintegration im Heimatland zu helfen.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2004 teilte der Instruktionsrichter 
der ARK den Beschwerdeführern mit, dass sie den Ausgang des Be-
schwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet und das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege auf den Endentscheid verwiesen.

E.
Das Bundesamt schloss in seiner ersten Vernehmlassung vom 25. Juni 
2004 auf Abweisung der Beschwerde. 

In ihrer Stellungnahme wies die Vorinstanz zunächst darauf hin, dass 
die eingereichten Dokumente der Beschwerdeführer prima facie keine 
objektiven Fälschungsmerkmale aufzeigten und mit den Angaben der 
Beschwerdeführer übereinstimmten. Wie von den Beschwerdeführern 
geltend gemacht, seien sie von den bosnischen Behörden als Vertrie-
bene  anerkannt  worden,  und  man habe  ihnen vorübergehend  einen 
Wohnsitz  in  G._______  im  Kanton  T._______  zugeteilt.  Wie  in 
zahlreichen anderen Fällen seien die  Beschwerdeführer gestützt  auf 
den  Vertrag  von  Dayton  vor  dem  Hintergrund  der  Stabilisierung  im 
Lande im Jahre 2002 aufgefordert worden, das ihnen zugeteilte Haus 
zu  verlassen  und  sich  um  einen  neuen,  eigenen  Wohnsitz  zu 
bemühen.

Hinsichtlich der psychischen Probleme der Beschwerdeführer und de-

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ren Vorbringen, ihre Erkrankung sei im Herkunftsland nicht erfolgreich 
behandelbar,  sei  diese  Aussage  wissenschaftlich  nicht  erhärtet  und 
entspreche nicht den bisherigen Erfahrungen in der Traumaforschung 
und  -therapie.  Zudem  lägen  die  traumatisierenden  Erfahrungen  der 
Beschwerdeführer  schon  fast  zehn  Jahre  zurück,  eine  Zeitspanne, 
welche  sie  in  ihrem  Heimatstaat  verbracht  hätten.  Unter  diesen 
Umständen sei es realitätsfremd und tatsachenwidrig zu erklären, ein 
Leben im Heimatstaat  sei  aus  medizinischen Gründen aufgrund der 
Lebens- beziehungsweise Krankengeschichte nicht möglich.

F.
In ihrer Stellungnahme vom 22. Juli 2004 hielten die Beschwerdeführer 
an ihren Anträgen fest.

Die Beschwerdeführer verwiesen zunächst auf die Glaubhaftigkeit ih-
rer Vorbringen, von welcher nach der Echtheitsfeststellung der einge-
reichten  Dokumente  und  deren  Übereinstimmung mit  den  Aussagen 
auszugehen sei. 

Hinsichtlich der Argumentation der Vorinstanz, der Misserfolg der Be-
handlung  der  Erkrankung  der  Beschwerdeführer  im  Heimatland  sei 
wissenschaftlich nicht begründet, verwiesen die Beschwerdeführer so-
dann  auf  den  Bericht  (...),  worin  klar  die  gegenteilige  Meinung 
vertreten  werde. Gemäss  den  Beschwerdeführern  erstaune  die  Hal-
tung des BFM umso mehr, als der Effekt der Retraumatisierung auf-
grund einer erneuten Exponierung mit Orten und Umständen einer er-
folgten Traumatisierung in der heutigen Traumaforschung bestens be-
kannt und auch gemäss Praxis der ARK in EMARK 2003 Nr. 17 für die 
Beurteilung  der  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  zu  beachten  sei. 
Ausserdem wiesen die Beschwerdeführer erneut darauf hin, dass ne-
ben der Frage über den Therapieerfolg die Möglichkeit des effektiven 
Zugangs  zu  den  teilweise  vorhandenen  Behandlungseinrichtungen 
durch die Vorinstanz nach wie vor nicht geklärt worden sei.

G.
Am 10. Juli 2004 gebar die Beschwerdeführerin den Sohn E._______.

H.
Mit Eingabe vom 1. Februar 2005 übermittelten die Beschwerdeführer 
einen ärztlichen Bericht (...) betreffend die Beschwerdeführerin zu den 
Akten.

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I.
Mit Zwischenverfügung vom 10. April 2006 wurden beide Beschwerde-
führer  aufgefordert,  aktuelle  ärztliche  Berichte  ebenfalls  betreffend 
Tochter C._______ einzureichen.

J.
Nach gewährter  Fristerstreckung übermittelten die Beschwerdeführer 
einen  ärztlichen  Bericht  (...)  sowie  ein  ärztliches  Zeugnis  (...), 
ausgestellt  durch  Dr.  med.  M._______,  Facharzt  FMH  für 
Allgemeinmedizin  in  X._______  betreffend  die  Beschwerdeführerin, 
ein  weiteres  ärztliches  Zeugnis  desselben  Arztes,  (...)  sowie  ein 
ärztliches  Zeugnis  gleichen  Datums,  ausgestellt  durch  Dr.  med. 
N._______,  betreffend  den  Beschwerdeführer,  sowie  ein  ärztliches 
Zeugnis (...),  ausgestellt  durch Dr. med. M._______ und ein weiteres 
Zeugnis  (...),  ausgestellt  durch  den  leitenden  Arzt  der 
Orthopädieabteilung  des  Kinderspitals  X._______,  Dr. med. 
R._______,  betreffend  die  Tochter  C._______.  Ferner  legten  die 
Beschwerdeführer eine Teilnahmebestätigung (...) am gemeinnützigen 
Beschäftigungsprogramm  (...)  der  Asyl-Organisation  (...)  betreffend 
den  Beschwerdeführer  sowie  in  diesem  Zusammenhang  die  Kopie 
eines Zeitungsberichtes (...) über das (...) Projekt (...) ins Recht.

K.
In seiner zweiten Vernehmlassung vom 14. September 2006 hielt das 
BFM fest,  eine abschliessende Stellungnahme zu den Voraussetzun-
gen  der  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  sei  mangels  eines  aktuellen 
ärztlichen  Berichts  zum Gesundheitszustand  der  Tochter  C._______ 
nicht möglich. Die Einholung eines aktuellen ärztlichen Berichts wurde 
beantragt.  Die  vorinstanzliche  Vernehmlassung  wurde  den 
Beschwerdeführern  am  19.  September  2006  ohne  Replikrecht  zur 
Kenntnis  gebracht.  Gleichzeitig  wurden  die  Beschwerdeführer 
aufgefordert,  hinsichtlich  des  Gesundheitszustandes  der  Tochter 
C._______  sämtliche  relevanten  aktuellen  ärztlichen  Berichte 
einzureichen. Nach  gewährter  Fristerstreckung  ging  am 13.  Oktober 
2006 ein ärztlicher Bericht (...), ausgestellt durch Dr. med. R._______, 
dem Leiter der Orthopädieabteilung des Kinderspitals X._______ bei 
der ARK ein.

L.
In  seiner  dritten  ergänzenden  Vernehmlassung  vom  10.  November 
2006 schloss das BFM erneut auf Abweisung der Beschwerde. 

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Die Vorinstanz hielt dabei wiederholt an ihren Ausführungen fest, wo-
nach  die  traumatisierenden  Erlebnisse  der  Beschwerdeführer  über 
zehn Jahre zurück lägen, sich die Beschwerdeführer seit  dem Jahre 
2003 in intensiver psychotherapeutischer Behandlung in der Schweiz 
befänden und daher schon allein mit der zeitlichen Distanz ihre Trau-
matisierung ein  Stück weit  hätten  verarbeiten  können. Nach  Ansicht 
der Vorinstanz habe die im Rahmen der jahrelangen psychotherapeuti-
schen Behandlung gemäss Schweizer Standard erhaltene professio-
nelle  Hilfe und Unterstützung das Mass an Hilfe,  welche Landsleute 
der  Beschwerdeführer  erfahren hätten,  die  im Heimatland  geblieben 
seien  und  ihr  Leben  selbständig  hätten  bewältigen  müssen,  bereits 
überstiegen und eine Rückkehr ins Heimatland sowie - wenn nötig - 
eine Weiterbehandlung vor Ort sei den Beschwerdeführern vor diesem 
Hintergrund  zumutbar.  Bosnien  und  Herzegowina  verfüge  über  ein 
funktionierendes Gesundheitssystem, zu dem auch die psychiatrische 
Versorgung mit speziellen Fachleuten für die Traumabehandlung gehö-
re, auch wenn die Möglichkeit bestehe, dass die dortige psychothera-
peutische  Behandlung  nicht  dem  Schweizer  Standard  entspreche. 
Einen Anspruch für abgewiesene Asylbewerber auf eine den Schwei-
zer  Verhältnissen  entsprechende  Weiterbehandlung  im  Heimatstaat 
gäbe es nicht. Darüber hinaus habe der erhoffte Therapieerfolg offen-
bar in der Schweiz ebenfalls nicht erreicht werden können, was nicht 
nur, wie von den behandelnden Ärzten „behauptet“, an der Frage des 
gesicherten  Aufenthaltsrechts  in  der  Schweiz  liegen  könne.  Wohl 
müssten die Beschwerdeführer in ihrem Heimatland sich selbst mehr 
als  in  der  Schweiz  um einen Zugang zur  medizinischen Versorgung 
bemühen, was aber nicht von vornherein als unmenschliche Härte an-
gesehen werden könne. Im Weiteren seien hinsichtlich der Geburtsge-
brechen  der  Tochter  C._______  die  wesentlichen  Korrekturen  der 
Behinderung in der Schweiz durchgeführt worden und gälten gemäss 
Arztbericht  (...)  als  vorläufig  beendet.  Weitere  Massnahmen  seien 
derzeit nicht nötig. Im Arztbericht werde darauf hingewiesen, dass mit 
dem  zukünftigen  Wachstum  von  C._______  allenfalls  eine  weitere 
Anpassung des Beins und ein erneuter chirurgischer Eingriff notwen-
dig sei, wobei der diesbezügliche Zeitrahmen allerdings offen gelassen 
worden sei. Bei der Beurteilung der Zumutbarkeit  des Wegweisungs-
vollzugs aus medizinischen Gründen gehe es jedoch in erste Linie dar-
um,  festzustellen,  ob  C._______  kurz-  bis  mittelfristig  einer 
lebensbedrohlichen  gesundheitlichen  Situation  ausgesetzt  sei,  was 
beim vorliegenden Krankheitsbild offensichtlich nicht zutreffe. Darüber 
hinaus  könne  C._______  für  weitere  Kontrollen  und  eine  allfällige 

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Nachkorrektur  auf  das  Gesundheitssystem  ihres  Heimatstaates 
zurückgreifen,  wo  alle  medizinischen  Disziplinen  verfügbar  seien. 
Medizinische  Gründe,  welche  gegen  die  Zumutbarkeit  der 
Wegweisung der Familie sprechen würden, lägen daher nicht vor.

M.
Die Beschwerdeführer hielten in ihrer Stellungnahme vom 21. Novem-
ber 2006 an ihren bisherigen Anträgen vollumfänglich fest. 

Den Ausführungen der Vorinstanz entgegneten die Beschwerdeführer 
ihrerseits,  die geltend gemachte psychische Situation der Beschwer-
deführerin stütze sich nicht auf blosse Behauptungen, sondern auf ei-
nen  substanziierten  Bericht  (...).  Es  gäbe  keinen  Grund,  diese 
Beurteilung  anzuzweifeln.  Die  standardisierten  Hinweise  auf  die 
theoretisch  verfügbare  psychiatrische  Versorgung  in  Bosnien  und 
Herzegowina  würden  der  individuellen  Traumatisierung  der 
Beschwerdeführerin  nicht  gerecht  und  der  Hinweis  auf  andere 
Landsleute  mit  ähnlichem Schicksal  sei  unbehelflich. Das ausserge-
wöhnlich  gravierende  Zustandsbild,  die  Schwere  der  ursächlichen 
Traumata  und  die  manifesten  Retraumatisierungskriterien  sprächen 
klarerweise  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  Im 
Weiteren  sei  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Schwere  der 
traumabedingten Symptomatik selbst bei der Bewältigung des Alltags 
und der Versorgung der Kinder auf Hilfe angewiesen, was das BFM in 
seiner  Vernehmlassung  völlig  ausgeblendet  habe.  Aufgrund  dessen 
wäre der  Wegweisungsvollzug auch aus Gründen der  Lebenssicher-
heit und insbesondere des Kindswohls als massgebliches Kriterium als 
unzumutbar zu bezeichnen.

Betreffend die Beinlängendifferenz der Tochter C._______ sei gemäss 
Bericht  des  Kinderspitals  Zürich  von  einer  „sehr  grossen“ 
Wahrscheinlichkeit  der  Notwendigkeit  einer  weiteren  Operation 
aufgrund  des  bevorstehenden  pubertären  Wachstumsprozesses 
auszugehen,  was  einen  erneuten  Eingriff  offensichtlich  mindestens 
mittelfristig notwendig machen werde. Mit Blick auf das massgebende 
Kindswohl und den kaum gegebenen effektiven Zugang der mittellosen 
Beschwerdeführer zu einer hinreichenden Behandlung im Heimatstaat 
könne  der  Wegweisungsvollzug  auch  in  diesem  Punkt  als  nicht 
zumutbar betrachtet werden.

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N.
Mit Schreiben vom 1. April 2008 ersuchten die Beschwerdeführer um 
Mitteilung des aktuellen Verfahrensstandes und um prioritäre Behand-
lung des hängigen Beschwerdeverfahrens.

O.
Mit Zwischenverfügung vom 18. April 2008 wurde die Beschwerdefüh-
rerin aufgefordert, einen ergänzenden ärztlichen Bericht betreffend ih-
ren Gesundheitszustand einzureichen. Ferner  wurden die Beschwer-
deführer angefragt, ob sie beim kantonalen Migrationsamt ein Gesuch 
im Sinne von Art. 14 Abs. 2 AsylG eingereicht haben beziehungsweise 
einzureichen gedenken.

P.
Nach gewährter  Fristerstreckung übermittelten die Beschwerdeführer 
ihre Stellungnahme hinsichtlich der Frage nach einer Gesuchseinrei-
chung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG beim kantonalen Migrationsamt 
sowie  die  Kopie  eines  ärztlichen  Berichts  (...)  betreffend  die 
Beschwerdeführerin ans Bundesverwaltungsgericht. Ferner legten die 
Beschwerdeführer einen Bericht zur Integration der Töchter Alma und 
C._______ vom 9. Mai  2008 der Klassenlehrerin  (...),  ein  Schreiben 
von (...), (...), allesamt Eltern diverser Schulkameraden von D._______ 
ins Recht. Das Original des genannten ärztlichen Berichts ging am 16. 
Mai 2008 ein.

In ihrer Eingabe wiesen die Beschwerdeführer im Wesentlichen erneut 
auf den schwierigen gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführe-
rin  hin,  welcher  sich  seit  2006  nahezu  unverändert  präsentiere  und 
einer spezialisierten Behandlung in einem traumafernen Umfeld bedür-
fe.  Betreffend  den  Gesundheitszustand  der  Tochter  C._______  sei 
nach  Rücksprache  mit  dem  behandelnden  Arzt  weiterhin  unklar,  ob 
eine  (weitere)  Beinverlängerung  vorgenommen  oder  ob  ein 
Wachstumsstopp  eingeleitet  werden müsse. Schliesslich  sei  gemäss 
Praxis der ARK, welche vom Bundesverwaltungsgericht übernommen 
worden  sei,  zwischenzeitlich  auch  das  Kindswohl  in  die 
Zumutbarkeitsprüfung  miteinzubeziehen,  welches  vorliegend  die 
Rückkehr  der  Familie  nach  Bosnien  und  Herzegowina  ebenfalls 
unzumutbar mache.

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Q.
Die mit Zwischenverfügung vom 15. Mai 2008 einverlangt Kostennote 
reichte der Rechtsvertreter am 20. Mai 2008 zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise Änderung. Die Beschwerdeführer sind  zur Einreichung der Be-
schwerde  legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1,  50  und  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

Seite 12

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3.

3.1 Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 7. Juni 2004 festgehal-
ten wurde, richtet sich die Beschwerde gemäss den Anträgen und de-
ren Begründung nur gegen den Vollzug der Wegweisung (Dispositivzif-
fern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung). Somit ist die vorinstanzli-
che Verfügung vom 27. April 2004 soweit sie die Frage der Flüchtlings-
eigenschaft,  des  Asyls  und der  Wegweisung (Dispositivziffern  1 -  3) 
betrifft, in Rechtskraft erwachsen. Im Folgenden ist daher lediglich zu 
untersuchen, ob die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als 
durchführbar  erachtet  hat,  oder  ob  allenfalls  an  Stelle  des  Vollzugs 
eine vorläufige Aufnahme anzuordnen ist.

3.2 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG). Die Voraussetzungen für  die 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme werden seit dem 1. Januar 2008 
in Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) umschrieben. Vor 
dem 1. Januar  2008  wurde  die  vorläufige  Aufnahme durch  Art.  14a 
Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt  und 
Niederlassung  der  Ausländer  (aANAG,  BS 1  121)  geregelt,  welches 
zeitgleich mit dem Inkrafttreten des AuG aufgehoben wurde (Art. 125 
AuG i.V.m. Ziff. I Anhang zum AuG). Inhaltlich hat sich an den Voraus-
setzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme durch die Ge-
setzesänderung nichts geändert. 

3.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht 
zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in 
ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Damit 
wird zum Ausdruck gebracht, dass aus humanitären Gründen, nicht in 
Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz,  insbesondere dann 
auf den Vollzug der Wegweisung zu verzichten ist, wenn die Rückkehr 
in den Heimat- oder Herkunftsstaat  angesichts der dort herrschenden 
allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg, oder 
durch eine Situation allgemeiner Gewalt  kennzeichnet,  eine konkrete 
Gefährdung darstellen kann. Daneben können auch andere Umstände 
im  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  dazu  führen,  dass  der  Vollzug  der 
Wegweisung nicht zumutbar ist. So kann sich der Wegweisungsvollzug 
auch aus medizinischen Gründen als unzumutbar erweisen, was aber 

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grundsätzlich nur dann der Fall ist, wenn für die betroffene Person bei 
einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  eine  wesentliche  medizinische 
Behandlung nicht erhältlich wäre.  Bei der Prüfung der Voraussetzun-
gen von Art. 83 Abs. 4 AuG sind humanitäre Überlegungen im Einzel-
fall  gegen andere öffentliche Interessen abzuwägen, die allenfalls für 
den Vollzug der Wegweisung sprechen würden, was den Asylbehörden 
einen  Ermessensspielraum lässt. Entsprechend bilden etwa gesund-
heitliche  Probleme,  welche  für  sich  allein  betrachtet  den  Wegwei-
sungsvollzug nicht bereits als unzumutbar erscheinen lassen, ein Be-
urteilungselement,  welches  in  die  vorzunehmende  Interessenabwä-
gung einbezogen werden muss und zusammen mit weiteren humanitä-
ren Aspekten zur Feststellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzuges führen kann (vgl. zum Ganzen EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b 
S. 123, 2003 Nr. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.). 

3.4 Angesichts der heutigen Lage in Bosnien und Herzegowina kann 
nicht  von einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von kriegerischen 
oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden, welche 
für  die  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  eine  konkrete  Gefähr-
dung darstellen würden. Mit Beschluss vom 25. Juni 2003 hat der Bun-
desrat  Bosnien  und  Herzegowina  als  verfolgungssicheren  Staat  im 
Sinne von Art. 34 AsylG bezeichnet. 

3.5 Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob in Bezug auf die von den Be-
schwerdeführern  geltend  gemachten  individuellen  Wegweisungshin-
dernisse von der  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges auszu-
gehen ist. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung dieser Frage sind na-
mentlich  Faktoren  wie  das  Vorhandensein  beziehungsweise  Fehlen 
eines  familiären  oder  sozialen  Netzes  und  von  Wohneigentum,  das 
Alter,  die  Gesundheit,  das  Geschlecht  sowie  allfällige  familiäre 
Verpflichtungen entsprechend zu gewichten. Sind überdies von einem 
allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen 
der  Zumutbarkeitsprüfung  das  Kindeswohl  einen  Gesichtspunkt  von 
gewichtiger  Bedeutung.  Dies  ergibt  sich  nicht  zuletzt  aus  einer 
völkerrechtskonformen Auslegung des Art. 83 Abs. 4 AuG im Licht von 
Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über die Rechte 
des Kindes (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des Kindeswohls sind 
demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die im 
Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. In Bezug auf das 
Kindeswohl  können  namentlich  folgende  Kriterien  im  Rahmen  einer 
gesamtheitlichen  Beurteilung  von  Bedeutung  sein:  Alter,  Reife, 

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Abhängigkeiten,  Art  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit)  seiner  Bezie-
hungen,  Eigenschaften  seiner  Bezugspersonen  (insbesondere 
Unterstützungsbereitschaft  und  -fähigkeit),  Stand  und  Prognose 
bezüglich  Entwicklung/Ausbildung,  Grad der  erfolgten Integration  bei 
einem längeren Aufenthalt in der Schweiz. Gerade letzterer Aspekt, die 
Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, ist im Hinblick auf die Prüfung 
der Chancen und Hindernisse einer Reintegration im Heimatland bei 
einem Kind  als  gewichtiger  Faktor  zu  werten,  da  Kinder  nicht  ohne 
guten  Grund  aus  einem  einmal  vertrauten  Umfeld  herausgerissen 
werden sollten. Dabei ist aus entwicklungspsychologischer Sicht nicht 
nur  das  unmittelbare  persönliche  Umfeld  des  Kindes  (d.h.  dessen 
Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern auch dessen übrige soziale 
Einbettung. Die Verwurzelung in der Schweiz kann eine reziproke Wir-
kung auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs haben, 
indem eine starke Assimilierung in der Schweiz mithin eine Entwurze-
lung im Heimatstaat zur Folge haben kann, welche unter Umständen 
die  Rückkehr  dorthin  als  unzumutbar  erscheinen lässt  (vgl. die  vom 
Bundesverwaltungsgericht  übernommene  Praxis  der  ARK:  EMARK 
2005 Nr. 6 E. 6.1. S. 57; 1998 Nr. 31 E. 8c.ff.ccc S. 260 f.; 1998 Nr. 13 
S. 98 f. E. 5e.aa.).

3.5.1 Die Beschwerdeführer machen auf Beschwerdeebene insbeson-
dere das Vorliegen gesundheitlicher Einschränkungen geltend, welche 
einen Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen liessen.

3.5.2 In den im Beschwerdeverfahren ins Recht gelegten Arztzeugnis-
sen  werden  der  Beschwerdeführerin  eine  chronifizierte,  moderat  bis 
schwere posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10: F43.1) mit An-
passungsstörung nach Extrembelastung und eine längere depressive 
Reaktion (ICD 10: F 43.31) und dem Beschwerdeführer ebenfalls eine 
posttraumatische  Belastungsstörung,  gekennzeichnet  unter  anderem 
durch Nachhallerinnerungen, Albträume, Schlafstörungen, starke Ge-
spanntheit,  Appetit-  Gedächtnis-  und  Konzentrationsstörungen,  Ge-
dankenreisen  sowie  zeitweise  Suizidgedanken  attestiert.  Die  Tochter 
C._______  leidet  seit  ihrer  Geburt  an  einer  Beinlängendifferenz, 
weshalb am 21. Dezember 2005 eine Beinverlängerung inklusive einer 
Korrekturosteotomie  im  Bereich  des  linken  Unterschenkels 
vorgenommen wurden. Gemäss ärztlichem Bericht  sei  in  Anbetracht 
des  Alters  und  des  bevorstehenden  pubertär  bedingten 
Wachstumsschubes  des  Kindes  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  von 
einem  weiteren  operativen  Korrektureingriff  auszugehen. Es  besteht 

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für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass, an der in medizinischer 
Hinsicht sachlichen Richtigkeit der eingereichten ärztlichen Berichte zu 
zweifeln  (vgl.  zur  Beweiskraft  sogenannter  Privatgutachten  EMARK 
2002  Nr. 13  E. 6c  S. 115  f. und  Nr. 18).  Somit  steht  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer  und  die  Beschwerdeführerin  unter  nicht 
unerheblichen  psychischen  und  ihre  Tochter  C._______  unter 
physischen Beschwerden leiden,  die eine bereits  länger andauernde 
psychotherapeutische,  teils  medikamentös  gestützte  sowie 
chirurgische  Behandlung  erforderlich  gemacht  haben,  deren 
Fortsetzung  aus  medizinischer  Sicht  dringend  angezeigt  erscheinen 
beziehungsweise  insoweit  die  Tochter  C._______  betreffend  mit 
grosser  Wahrscheinlichkeit  in  naher  Zukunft  erneut  notwendig  sein 
werde; angesichts der Schwere und Eindeutigkeit der diagnostizierten 
Beeinträchtigungen  erübrigen  sich  weitere  diesbezügliche 
Abklärungen.

3.5.3 Auch die Vorinstanz stellt die gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen der Beschwerdeführer nicht in Abrede; sie stellt sich indessen in 
ihrer Verfügung vom 27. April 2004 sowie in ihren Vernehmlassungen 
vom 25. Juni 2004 und 10. November 2006 auf den Standpunkt, dass 
eine Behandlung der Beschwerden auch in Bosnien und Herzegowina 
möglich sei.

Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts bestehen in 
Bosnien und Herzegowina in der Tat medizinische Einrichtungen, wel-
che  Behandlungen  für  psychische  Krankheiten  beziehungsweise  für 
das  genannte  Geburtsgebrechen  der  Tochter  C._______  anbieten; 
insbesondere die psychotherapeutischen Einrichtungen sind allerdings 
aufgrund der grossen Zahl von Patienten oft überlastet. Die benötigten 
intensiven  Therapien  stehen  Personen  mit  schweren 
Traumatisierungen,  die  einer  dauerhaften  psychologischen  Behand-
lung bedürfen, aufgrund der bereits überlasteten Kapazitäten kaum zur 
Verfügung. Die in den Gemeinden tätigen „Mental Health Centers“ sind 
unter anderem mangels qualifizierten Personals nicht in der Lage, eine 
fortlaufende  Behandlung  zu  gewährleisten  und  beschränken  sich  im 
Wesentlichen  auf  eine  medikamentöse  Behandlung.  Damit  wäre 
gerade  die  aus  ärztlicher  Sicht  für  die  Beschwerdeführerin 
beziehungsweise auch für den Beschwerdeführer notwendige Therapie 
nicht  sichergestellt  und  es  besteht  ein  erhebliches  Risiko,  dass 
insbesondere  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatland  keine 
längerfristige fachgerechte medizinische Behandlung erhalten würde. 

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Aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  kommt  das  Gericht  zur 
Überzeugung, dass die langjährigen somatischen Beschwerden - vor 
allem  der  Beschwerdeführerin  -  einem  tief  liegenden  psychischen 
Krankheitsbild  entspringen,  und  eine  nicht  fachgerechte,  spezifische 
auf  die  Beschwerdeführerin  abgestimmte  Therapie  ein  Ausmass  an 
existenzieller Not bewirken würde, das nach der Rechtsprechung den 
Rahmen der Zumutbarkeit nicht einhalten könnte. 

Betreffend die Verfügbarkeit von Medikamenten ist festzuhalten, dass 
eine Vielzahl davon in Bosnien und Herzegowina erhältlich ist, jedoch 
Patienten und Patientinnen verschiedentlich die Kosten der benötigten 
Medikamente selbst tragen müssen, auch wenn es ihnen gelingt, sich 
in  ihrer  Wohngemeinde  registrieren  zu  lassen,  was  die  erste 
Voraussetzung  für  den  Zugang  zu  kostenlosen  Leistungen  des 
öffentlichen  Gesundheitssystems  darstellt.  Denn  die  obligatorische 
Krankenkasse  umfasst  nur  die  primäre  Gesundheitsversorgung, 
welche  durch  die  öffentlichen  Zentren  angeboten  wird.  Zudem 
begegnen  insbesondere  Arbeitslose,  deren  Krankenversicherungs-
prämien von der Arbeitslosenkasse zu bezahlen wären,  regelmässig 
grossen Schwierigkeiten, wenn sie ihr Recht auf Versicherungsschutz 
geltend  machen  wollen.  Jedenfalls  dürfte  der  Abschluss  einer 
Krankenversicherung  mit  erheblichem  administrativem  Aufwand 
verbunden  sein,  womit  zwangsläufig  eine  Behandlungslücke  von 
unbestimmter  Dauer  entstünde.  Darüber  hinaus  sind  immer  mehr 
medizinische  Institutionen  dazu  übergegangen,  Vorauszahlungen  zu 
verlangen,  da  sie  Schwierigkeiten  haben,  das  Geld  bei  den 
Versicherungen einzutreiben (vgl. zum Ganzen: EMARK 2002, Nr. 12 
S.  102  ff.;  JOËLLE.  SCACCHI, Bosnien-Herzegowina,  Behandlungs-
möglichkeiten  für  schwer  traumatisierte  Personen,  SFH,  Bern,  im 
Oktober  2004;  S. 6  ff.;  SYLWIA GALOPIN,  RAINER MATTERN,  Bosnien  und 
Herzegowina:  Registrierung  und  medizinische  Versorgungsmöglich-
keiten  nach  der  Rückkehr,  Auskunft  der  SFH-Länderanalyse,  März 
2007;  UNHCR,  Update  on  Conditions  for  Return  to  Bosnia  and 
Herzegowina, Januar 2005; WHO, Health Questions, 02/2006).

3.5.4 Vor diesem Hintergrund erscheint es fraglich, ob die von den Be-
schwerdeführern  und  ihrer  Tochter  C._______  langfristig  benötigte 
engmaschige  ärztliche  und  psychotherapeutische  Betreuung  in 
Bosnien  und  Herzegowina  ohne  Weiteres  gewährleistet  wäre. 
Aufgrund der zu den Akten gereichten ärztlichen Berichte muss zum 
heutigen  Zeitpunkt  sodann  geschlossen  werden,  dass  eine 

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zwangsweise  Rückführung  der  Beschwerdeführerin  in  ihren 
Heimatstaat zu weiteren gesundheitlichen Verschlechterungen führen 
würde, was eine noch intensivere medizinische Betreuung erforderlich 
machen würde.

Zudem  ist  nicht  auszuschliessen,  dass  die  Beschwerdeführer  in 
Bosnien  und  Herzegowina  einen  Teil  oder  gar  die  Gesamtheit  der 
Medikaments-  und  Behandlungskosten  selbst  übernehmen  müssten. 
Hinsichtlich der Finanzierbarkeit der Behandlung ist anzuführen, dass 
angesichts  einer  aktuellen  Arbeitslosenquote  in  Bosnien  und 
Herzegowina  von  nahezu  50%  der  Beschwerdeführer  oder  seine 
Ehefrau nur geringe Chancen hätten, eine Arbeitsstelle zu finden, um 
für  die  Familie  zu  sorgen  und  darüber  hinaus  noch  die  finanziellen 
Mittel  für  die  Bezahlung  einer  angemessenen  psychiatrischen 
beziehungsweise chirurgischen Behandlung aufbringen zu können. Die 
Aufnahme  einer  Erwerbstätigkeit  durch  die  Beschwerdeführerin 
erscheint aufgrund ihrer gravierenden gesundheitlichen Probleme als 
praktisch  ausgeschlossen  und  die  Verdienstaussichten  des 
Beschwerdeführers  als  sehr  gering.  Selbst  wenn  sich  der 
Beschwerdeführer  (und  seine  Ehefrau)  als  Arbeitslose  registrieren 
lassen oder sonstige Sozialhilfe in Anspruch nehmen könnten, würden 
diese  nach  Kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  im 
Durchschnitt  geringen  Entschädigungen,  die  kaum den  notwendigen 
Lebensbedarf  abdecken  -  ebenso  wenig  wie  das  Entgelt  eines 
allfälligen Arbeitgebers -, nicht zusätzlich auch noch zur Finanzierung 
der  von  ihnen  benötigten  medizinischen  Behandlungen  ausreichen. 
Dadurch bestehen ernsthafte Zweifel, ob die Beschwerdeführer in der 
Lage wären,  sich  eine neue wirtschaftliche Existenz in  Bosnien und 
Herzegowina  aufzubauen.  Angesichts  des  hohen  Bedarfs  an 
finanzieller und persönlicher Unterstützung der fünfköpfigen Familie ist 
auch  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  im  Heimatstaat  lebenden 
Familienangehörigen  in  ausreichendem Masse Hilfe  leisten  könnten, 
zumal sich aus den Akten keinerlei  derartige Anhaltspunkte ergeben 
(vgl.  dazu  auch  Ausführungen  der  Beschwerdeführer  in  deren 
Beschwerdeschrift vom 27. Mai 2004 auf Seite 8). Schliesslich kommt 
hinzu, dass namentlich für die (...) Kinder der Beschwerdeführer eine 
Rückkehr in den Heimatstaat, den diese im Dezember 2002 verlassen 
haben,  nach  fünfeinhalbjährigem  Aufenthalt  in  der  Schweiz,  wo  sie 
eingeschult  und in  die  schweizerische Kultur  und  Lebensweise inte-
griert wurden (vgl. Schreiben der Klassenlehrerin von C._______ und 
D._______ sowie diverse Eingabe von Eltern von Klassenkameraden 

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von D._______), schwer fallen dürfte, zumal ihre Eltern aufgrund ihrer 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen kaum fähig wären, sie bei einer 
Reintegration in  Bosnien und Herzegowina adäquat  zu unterstützen. 
Bei dieser Sachlage besteht für die Kinder der Beschwerdeführer die 
konkrete  Gefahr,  dass  die  mit  einem  Vollzug  der  Wegweisung 
verbundene Entwurzelung aus dem gewachsenen sozialen Umfeld in 
der  Schweiz  einerseits  und  die  sich  gleichzeitig  abzeichnende 
Problematik einer Intergration in die ihnen weitgehend fremde Kultur 
und Umgebung im Heimatland andererseits zu starken Belastungen in 
ihrer  kindlichen  Entwicklung  führen  könnte,  die  mit  dem 
Schutzanliegen des Kindeswohls nicht zu vereinbaren ist. 

3.6 Im Rahmen einer  Gesamtwürdigung sämtlicher  Sachverhaltsele-
mente kommt das Bundesverwaltungsgericht  zum Schluss,  dass der 
Wegweisungsvollzug als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG 
zu erachten ist. Im Übrigen liegen gemäss Aktenlage keine Gründe für 
den Ausschluss von der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 7 
AuG vor. 

3.7 Die drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Weg-
weisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind alterna-
tiver Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Weg-
weisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesen-
heit in der Schweiz nach den Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  zu  regeln  (vgl.  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  der  ARK  in 
EMARK 2001 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufi-
gen Aufnahme durch die Vorinstanz steht den (ab- und weggewiese-
nen) Asylgesuchstellern wiederum die Beschwerde an das Bundesver-
waltungsgericht offen (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 44 Abs. 2 AsylG), wo-
bei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes we-
gen nach Massgabe der dannzumal herrschenden Verhältnisse erneut 
zu prüfen sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.). Da das Gericht 
vorliegend den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erachtet,  ist 
auf eine Prüfung der anderen Vollzugshindernisse zu verzichten. 

4.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten gutzuheissen und die Verfü-
gung des Bundesamtes vom 27. April 2004 hinsichtlich der Dispositiv-
ziffern 4 und 5 aufzuheben. Das BFM ist anzuweisen, die Beschwerde-
führer und ihre Kinder wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzu-
ges in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

Seite 19

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5.

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege wird bei dieser Sachlage gegenstandslos.

5.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 Abs. 1 
VwVG, Art. 7 Abs. 1  des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG).

Der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführer  hat  eine Kostennote  vom 
20. Mai 2008 zu den Akten gereicht. Er weist einen zeitlichen Aufwand 
von 14 Stunden und Barauslagen von Fr. 50.-- aus. Der zeitliche Auf-
wand erscheint als angemessen, dies gilt  ebenso für die geltend ge-
machten Barauslagen. In Anwendung von Art. 8, 9 und 11 VGKE sowie 
unter Berücksichtigung eines Stundenansatzes von Fr. 150.-- ab Janu-
ar 2007, respektive Fr. 100.-- bis Dezember 2006 ist die Parteientschä-
digung für  den Vertreter  auf  Fr. 1600.--  (inkl. Auslage)  festzusetzen. 
Das BFM ist  anzuweisen, diesen Betrag den Beschwerdeführern als 
Parteientschädigung auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 20

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die vorinstanzliche Verfügung vom 27. April 2004 wird hinsichtlich des 
Vollzuges des Wegweisung (Dispositivziffern 4 und 5) aufgehoben und 
das BFM angewiesen,  die Beschwerdeführer und ihre Kinder wegen 
Unzumutbarkeit  der  Wegweisung in  der  Schweiz  vorläufig  aufzuneh-
men.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführern für das Verfahren 
vor  der  ARK  beziehungsweise  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'600.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (...) 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Katarina Umegbolu

Seite 21