# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a663f66-d126-53c4-b8f0-3da4db4ec777
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 05.02.2025 ZR1 2023 129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZR1-2023-129_2025-02-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 05. Februar 2025

Referenz ZR1 23 129

Instanz Erste zivilrechtliche Kammer

Besetzung Aebli, Vorsitzende
Michael Dürst und Bäder Federspiel
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christina Kotrba
Sperling Legal GmbH, Postfach, Löwenstrasse 42, 8021 Zürich 1

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Regula Jäggi
Zürcherstrasse 8, 5620 Bremgarten

Gegenstand Eheschutz

Anfechtungsobj. Entscheid der Einzelrichterin am Regionalgericht Maloja vom 
18. September 2023, mitgeteilt am 18. September 2023 
(Proz. Nr. 135-2022-271)

2 / 49

Sachverhalt

A. A._____ und B._____ sind die verheirateten und seit Mitte August 2021 ge-
trennten Eltern von C._____, geboren am _____ 2015, und D._____, geboren am 
_____ 2019. B._____ stellte am 24. Juni 2022 ein Eheschutzgesuch beim Regio-
nalgericht Maloja, zu dem A._____ am 3. August 2022 Stellung nahm. Nach der 
Eheschutzverhandlung vom 17. November 2022 erfolgten weitere schriftliche Ein-
gaben. Den von der Einzelrichterin den Parteien am 19. April 2023 unterbreiteten 
Vergleichsvorschlag (Entwurf einer Trennungsvereinbarung) lehnte A._____ im 
Punkt Unterhalt ab. Ihren Gegenvorschlag nahm B._____ nicht an. Am 18. Septem-
ber 2023 erging der Entscheid der Einzelrichterin, welcher die beiden Kinder unter 
alternierende Obhut mit je hälftigen Betreuungsanteilen stellte und A._____ zu Bar-
unterhaltsbeiträgen an die Töchter verpflichtete. In den mit Berufung angefochtenen 
Punkten lautet der Entscheid wie folgt:

1. [Feststellung Getrenntleben]

2. [Zuweisung ehelicher Wohnung und Mobiliar]

3. [Anordnung alternierender Obhut und gemeinsamer elterlicher Sorge]

4. Es wird festgestellt, dass C._____ und D._____ ihren Wohnsitz in der 
Gemeinde O.1._____ haben.

5. [Regelung der Betreuungsanteile, Ferien und Feiertage]

6. 6.1. Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller zuguns-
ten von C._____ und D._____ für die Dauer der Aufhebung des gemein-
samen Haushaltes ab 1. Oktober 2023 folgende Barunterhaltsbeiträge 
(exkl. Kinderzulagen) zu bezahlen:

- Für C._____: CHF 1'315.-

- Für D._____: CHF 1'290.-

6.2. Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf 
den Ersten eines jeden Monats. Die Familienzulagen und Betreuungs-
zulagen sind im Unterhaltsbeitrag nicht geschuldet. Art. 179 Abs. 1 so-
wie Art. 286 Abs. 2 und 3 ZGB bleiben vorbehalten. Die Gesuchsgeg-
nerin hat die genannten Unterhaltsbeiträge gestützt auf Art. 277 Abs. 2 
ZGB über die Volljährigkeit hinaus weiterhin zu erbringen, bis die 
Erstausbildung des jeweiligen Kindes ordentlicherweise abgeschlossen 
ist.

6.3. Die Parteien werden verpflichtet, sich an ausserordentlichen Kosten 
der Kinder im Umfang von 1/4 (Vater) und 3/4 (Mutter) zu beteiligen, 
soweit diese Kosten notwendig sind und nicht von Dritten übernommen 
werden oder soweit sie sich vorgängig über diese Kosten abgesprochen 
haben.

6.4. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 6.1. hiervor basieren auf dem 
Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik per 
August 2023 von 106.4 / Basis Dezember 2020 = 100 Punkte. Die An-
passung der Unterhaltsbeiträge an die Indexierung erfolgt jeweils auf 
den 1. Januar eines jeden Kalenderjahres, erstmals per 1. Januar 2024, 

3 / 49

ausgehend vom jeweiligen Indexstand per Ende November des Vorjah-
res, und zwar nach folgender Formel: Neuer UB = alter UB x neuer Index 
/ 106.4. Weist die Ehefrau nach, dass sich ihr Einkommen nicht im Um-
fang der Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur pro-
portional zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei un-
verändertem Einkommen entfällt eine Anpassung.

7. [Feststellung, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist]

8. Die Gesuchsgegnerin wird rückwirkend verpflichtet, dem Gesuchsteller 
zugunsten von C._____ und D._____ für den Zeitraum von 1. Juni 2022 
bis 30. September 2023 folgende Barunterhaltsbeiträge (exkl. Kinder-
zulagen) zu bezahlen:

- für C._____: CHF 21'040.-

- für D._____: CHF 20'640.-

Die rückständigen Unterhaltsbeiträge von insgesamt CHF 41‘680.- sind 
an den Gesuchsteller innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des 
Eheschutzentscheides zu bezahlen.

9. [Hälftige Anrechnung der Erziehungsgutschriften]

10. [Verzicht auf nachehelichen Unterhalt]

11. [Anordnung Gütertrennung]

12. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 4'000.- werden den Parteien je zur 
Hälfte auferlegt.

Die Parteikosten werden wettgeschlagen.

13. [Rechtsmittelbelehrungen]

14. [Mitteilungen]

B. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) 
am 2. Oktober 2023 (Abgabezeitpunkt, Art. 143 Abs. 2 ZPO) Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden und stellte folgende Berufungsanträge:

 1. Dispositiv-Ziff. 4 sei aufzuheben und der Wohnsitz der Kinder C._____ 
und D._____ sei bei der Mutter festzusetzen.

2. Dispositiv-Ziff. 6.1 und 8 seien aufzuheben und die Berufungsklägerin 
sei zu verpflichten, an den Unterhalt der Kinder ab 1. Juni 2022 folgende 
Barunterhaltsbeiträge (exkl. Kinderzulagen) zu bezahlen:

- Für C._____ CHF 240

- Für D._____ CHF 70

3. Dispositiv-Ziff. 6.2. sei aufzuheben und mit folgender Fassung zu erset-
zen: 

«Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf 
den Ersten eines jeden Monats. Die Familienzulagen und Betreuungs-
zulagen sind im Unterhaltsbeitrag nicht geschuldet. Art. 179 Abs. 2 so-
wie Art. 286 Abs. 2 und 3 ZGB bleiben vorbehalten»

4. Dispositiv-Ziff. 6.3. sei aufzuheben.

4 / 49

5. Eventualiter sei Dispositiv-Ziff. 6.3 aufzuheben und die Parteien seien 
zu verpflichten, sich an den ausserordentlichen Kosten der Kinder je 
hälftig zu beteiligen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des 
Berufungsbeklagten.

C. B._____ (nachfolgend: Berufungsbeklagter) stellte mit Berufungsantwort 
vom 3. November 2023 folgende Anträge:

1. Ziff. 1-5 des Rechtsbegehrens der Berufungsschrift vom 2. Oktober 
2023 seien abzuweisen.

2. Ziff. 4, 6.1 und 8 des Entscheides der Einzelrichterin des Regionalge-
richts Maloja vom 18. September 2023 seien aufzuheben und durch fol-
gende Neuregelungen zu ersetzen:

- Ziff. 4: Es wird festgestellt, dass C._____ und D._____ ihren Wohn-
sitz beim Vater haben.

- Ziff 6.1: Die Berufungsklägerin wird verpflichtet, dem Berufungsbe-
klagten zu Gunsten von C._____ und D._____ für die Dauer der 
Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes ab 1. Oktober 2023 fol-
gende monatliche Barunterhaltsbeiträge (exklusive Kinderzulagen) 
zu bezahlen:

- für C._____ CHF 2'040

- für D._____ CHF 2'022

- Ziff. 8: Die Berufungsklägerin wird rückwirkend verpflichtet, dem Be-
rufungsbeklagten zugunsten von C._____ und D._____ für den 
Zeitraum vom 1. Juni 2022 bis 30. September 2023 folgende Bar-
unterhaltsbeiträge (exklusive Kinderzulagen) zu bezahlen:

- für C._____ CHF 32’640

- für D._____ CHF 32'352

Die rückständigen Unterhaltsbeiträge von insgesamt CHF 64'992 sind 
an den Berufungsbeklagten innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechts-
kraft des Eheschutzentscheides zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zu-
lasten der Berufungsklägerin.

D. Die Berufungsklägerin reichte am 21. November 2023 eine Replik und der 
Berufungsbeklagte am 5. Dezember 2023 eine Duplik ein; jeweils mit unveränder-
ten Anträgen.

E. Im Rahmen des Replikrechts bezog die Berufungsklägerin am 11. Dezember 
2023 Stellung, woraufhin sich der Berufungsbeklagte am 27. Dezember 2023 eben-
falls erneut äusserte.

5 / 49

F. Am 13. September 2024 und am 26. September 2024 erfolgten Noveneinga-
ben des Berufungsbeklagten, mit denen er die Jahresrechnung 2023 der E._____ 
sowie die Stellungnahme der Kindesvertreterin vom 19. September 2024 einreichte.

G. Die Berufungsklägerin reichte am 30. September 2024 eine Stellungnahme 
zu den Noveneingaben ein, zu welcher der Berufungsbeklagte am 25. Oktober 2024 
Stellung bezog.

H. Die Rechtsvertreterin des Berufungsbeklagten, Rechtsanwältin Martina 
Schmid, teilte am 6. Dezember 2024 die Abgabe ihres Mandates mit. Rechtsanwäl-
tin Regula Jäggi informierte am 9. Dezember 2024 über die Übernahme desselben.

I. Die Vorsitzende informierte die Parteien mit Schreiben vom 11. Dezember 
2024 darüber, dass sich das Verfahren in der Phase der Urteilsberatung befindet.

J. Am 1. Januar 2025 ist im Kanton Graubünden das Gerichtsorganisationsge-
setz vom 14. Juni 2022 (GOG; BR 173.000) in Kraft getreten. Auf diesen Zeitpunkt 
hin sind das Kantons- und das Verwaltungsgericht zum Obergericht des Kantons 
Graubünden zusammengelegt worden. Die hängigen Verfahren des Kantonsge-
richts sind per 1. Januar 2025 auf das Obergericht übertragen worden (Art. 122 
Abs. 5 GOG). Dabei hat die Verfahrensnummer von ZK1 23 129 auf ZR1 23 129 
geändert.

K. Die Vorsitzende setzte den Parteien mit Verfügung vom 16. Januar 2025 eine 
Frist bis zum 27. Januar 2025, innerhalb der sie gemäss Art. 7 Abs. 3 EGzZPO ei-
nen Entscheid in Dreierbesetzung beantragen konnten; andernfalls dieser in einzel-
richterlicher Kompetenz gefällt würde. Mit Eingabe vom 27. Januar 2025 beantragte 
die Berufungsklägerin, dass über die Berufung in Dreierbesetzung zu entscheiden 
sei.

L. Die Sache erweist sich als spruchreif. Die vorinstanzlichen Verfahrensakten 
(Proz. Nr. 135-2022-271) sind beigezogen.

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Der angefochtene Eheschutzentscheid stellt einen erstinstanzlichen Endent-
scheid dar, der mit Berufung angefochten werden kann (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). 
Er wurde den Parteien am 18. September 2023 begründet mitgeteilt. Zum Beweis 
der Berufungserhebung innert Frist offeriert die Berufungsklägerin das von ihr ein-
gereichte Exemplar des vorinstanzlichen Entscheids. Darauf ist als Eingangsdatum 

6 / 49

der 20. September 2023 vermerkt (vgl. act. B.1), was mit dem bei den vorinstanzli-
chen Akten liegenden Zustellnachweis übereinstimmt (vgl. RG-act. IV.2). Ausge-
hend davon begann die 10-tägige Frist am 21. September 2023, womit sich die am 
2. Oktober 2023 per IncaMail übergebene Berufung als fristgerecht erweist (vgl. 
act. A.1, 2; Art. 142 Abs. 1 und 3, Art. 143 Abs. 2 ZPO und Art. 314 Abs. 1 aZPO). 
Da neben dem Kindesunterhalt und den ausserordentlichen Kinderkosten auch die 
Festlegung des Wohnsitzes der Kinder angefochten wurde, ist die Sache insgesamt 
als nicht vermögensrechtlich zu behandeln und die Berufung unabhängig vom 
Streitwert zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_435/2019 vom 19. Dezember 
2019 E. 1). 

1.2. Rechtsmittelinstanz war bei Einreichung der Berufung noch das Kantonsge-
richt von Graubünden. Per 1. Januar 2025 ist das Verfahren auf das Obergericht 
des Kantons Graubünden übertragen worden (Art. 122 Abs. 5 GOG). Die vorlie-
gende Streitigkeit fällt in die Zuständigkeit der erkennenden Kammer des Oberge-
richts (Art. 9 Abs. 1 lit. a OGV [BR 173.010]). Das Obergericht entscheidet gestützt 
auf den Antrag der Berufungsklägerin (act. D.26) in Dreierbesetzung (Art. 7 Abs. 3 

EGzZPO [BR 320.100]). Die übrigen Prozessvoraussetzungen sind gegeben. Auf 
die Berufung ist einzutreten.

1.3. Mit der Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung, die unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts und die Unangemessenheit des angefochtenen Ent-
scheides gerügt werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt entsprechend 
diesen Berufungsgründen über umfassende Kognition; sie kann die gerügten Män-
gel frei und unbeschränkt prüfen, was bedeutet, dass sie weder an die von den 
Parteien vorgebrachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebun-
den ist (vgl. REETZ, in: Sutter-Somm/Lötscher/Leuenberger/Seiler [Hrsg.], Kommen-
tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2025, Art. 310 N. 5 f.). 

1.4. Da es im vorliegenden Berufungsverfahren um Kinderbelange in einer fami-
lienrechtlichen Angelegenheit geht, erforscht das Gericht den Sachverhalt in An-
wendung von Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO von Amtes wegen (uneingeschränkte Un-
tersuchungsmaxime) und entscheidet ohne Bindung an die Parteianträge (Offizial-
maxime). Neue Tatsachen und Beweismittel sind bis zur Urteilsberatung zu berück-
sichtigen (Art. 317 Abs. 1bis i.V.m. Art. 407f ZPO). Daher sind die von den Parteien 
eingereichten Noven ohne Weiteres zulässig.

1.5. Das Gericht entscheidet nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO). 
Im Eheschutzverfahren ist kein strikter Beweis bzw. volle Überzeugung des Gerichts 
erforderlich, sondern es genügt, die behaupteten Tatsachen glaubhaft zu machen 

7 / 49

(vgl. BGE 138 III 97 E. 3.4.2; 127 III 474 E. 2b.bb). Glaubhaft gemacht ist eine Tat-
sache dann, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit für ihr Vorhandensein spricht, 
selbst wenn die Möglichkeit besteht, dass sich die Tatsache nicht verwirklicht haben 
könnte (vgl. BGE 132 III 715 E. 3.1; 130 III 321 E. 3.3 mit Hinweisen).

1.6. Der Berufungsbeklagte beantragt die Abweisung der Berufung und stellt 
darüber hinaus eigene Anträge. Zwar kann gemäss revidierter ZPO in Eheschutz-
verfahren Anschlussberufung erhoben werden (Art. 314 Abs. 2 i.V.m. Art. 271 lit. a 
ZPO). Mangels spezieller Übergangsbestimmung gilt dies im vorliegenden, vor In-
krafttreten der revidierten ZPO anhängig gemachten Berufungsverfahren (Art. 404 
i.V.m. Art. 407f ZPO e contrario) noch nicht und eine Anschlussberufung ist ausge-
schlossen (Art. 314 Abs. 2 aZPO). Dem Berufungsbeklagten ist es daher verwehrt, 
mit der Berufungsantwort eigene Anträge zu stellen. Es ist ihm indes erlaubt, Erwä-
gungen des vorinstanzlichen Entscheides mit Blick auf eine abweichende und für 
ihn nachteilige Beurteilung der Sache durch die Berufungsinstanz vorsorglich zu 
kritisieren und Fehler des erstinstanzlichen Entscheids zu rügen. Dabei dürfen 
sämtliche Berufungsgründe in der Berufungsantwort geltend gemacht werden 
(REETZ, a.a.O., Art. 312 N. 12). Vorliegend erübrigt sich die Differenzierung zwi-
schen dem Nichteintreten auf die Anträge aufgrund des Verbots einer Anschluss-
berufung und der Prüfung der zulässigerweise erhobenen Rügen, da aufgrund der 
in Kinderbelangen geltenden Offizialmaxime ohnehin keine Bindung an diese An-
träge bestehen würde und dank dem Fehlen des Verschlechterungsverbots (refor-
matio in peius; statt vieler vgl. BGE 137 III 617 E. 4.5.3) auch ein Urteil zulasten der 
Berufung führenden Partei möglich ist. Entsprechend erübrigt sich ein formelles 
Nichteintreten und die Anträge des Berufungsbeklagten werden nach Treu und 
Glauben im Sinne vorsorglicher Rügen ausgelegt.

2. Wohnsitzfestlegung

2.1. Die Vorinstanz erwog, die Eltern würden nicht nur in der gleichen Gemeinde, 
sondern auch an derselben Strasse in O.1._____ wohnen, ohne das baldige Um-
zugspläne kundgetan worden seien. Beide Töchter würden ihre wichtigsten fami-
liären und ausserfamiliären Bindungen (Familie, Kita, Schule, etc.) zweifelsfrei in 
O.1._____ haben. Die Frage, bei welchem Elternteil das Kind seinen Wohnsitz 
habe, sei ohne Bedeutung, wenn beide Eltern diesen in derselben Gemeinde hät-
ten; die Gemeinde sei für den Wohnsitz massgeblich und nicht die genaue Adresse. 
Es genüge daher festzuhalten, dass sich der Wohnsitz der Kinder aktuell in der Ge-
meinde O.1._____ befinde. Angesichts der zeitlich beschränkten Regelungsdauer 
eines Eheschutzentscheides bestehe kein Rechtsschutzinteresse an einer Rege-
lung, die den Wohnsitz der Kinder demjenigen des einen oder anderen Elternteils 

8 / 49

zuordne. Im Falle eines Umzuges sei die Gesamtsituation und die Aufrechterhaltung 
der alternierenden Obhut – und damit implizit die Wohnsitzfrage – ohnehin neu zu 
prüfen (vgl. act. B.1, E. 8).

2.2. Hiergegen wendet die Berufungsklägerin ein, dass es sich beim zivilrechtli-
chen Wohnsitz des Kindes um einen abgeleiteten Wohnsitz nach Art. 25 Abs. 1 ZGB 
handle und dieser daher an den Wohnsitz der Eltern und nicht an einen Wohnort zu 
knüpfen sei. Die Vorinstanz habe dies nicht beachtet und damit Bundesrecht ver-
letzt. Der Berufungsbeklagte sei in Bern angestellt und auch dort aufgewachsen, 
während die Berufungsklägerin in O.2._____ aufgewachsen sei und in O.3._____ 
ein Architekturbüro führe. In Hinblick auf die künftigen Verhältnisse sei der Wohnsitz 
der Töchter aufgrund ihrer Ortsgebundenheit bei der Berufungsklägerin festzuset-
zen, zumal nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Berufungsbeklagte wie-
der in seinen Heimat- und Arbeitskanton ziehen wolle. Ferner sei der Wohnsitz auch 
vor dem Hintergrund bei der Berufungsklägerin festzulegen, als dass er für diverse 
Themenbereiche von Bedeutung sei und der Berufungsbeklagte mit der Berufungs-
klägerin nicht kooperiere und nicht über Kinderbelange spreche. Die Vorinstanz 
habe überdies das rechtliche Gehör verletzt, indem sie sich nicht mit den Vorbringen 
der Berufungsklägerin zur Wohnsitzfestsetzung auseinandergesetzt habe (vgl. 
act. A.1, 5 ff.).

2.3. Der Berufungsbeklagte hält ebenfalls dafür, dass die Vorinstanz nicht die 
Wohngemeinde als Wohnsitz der Kinder hätte festlegen dürfen. Ferner hätte sie das 
Rechtsschutzinteresse an der Festlegung des Wohnsitzes nicht verneinen dürfen. 
Der Wohnsitz der Kinder sei bei ihm festzulegen, da sie ihr gesamtes bisheriges 
Leben in der ehemaligen, nun ihm zugewiesenen Familienwohnung verbracht hät-
ten, womit sie sicherlich den stärkeren Bezug zu seiner Wohnung hätten als zu der 
von der Berufungsklägerin seit Juni 2022 gemieteten Wohnung. Er betreue die Kin-
der zudem, anders als die Berufungsklägerin, neben den alternierenden Wochen-
enden an zwei Werktagen pro Woche persönlich in der Wohnung. Er habe keinerlei 
Absichten, wegzuziehen, sondern lebe seit zehn Jahren in O.1._____, sei dort bes-
tens integriert und arbeite im Engadin. Der Wohnsitz der Kinder sei entsprechend 
beim Berufungsbeklagten festzulegen. Ferner bestreitet der Berufungsbeklagte, 
dass er nicht gewillt sei, sich mit der Berufungsklägerin hinsichtlich der Kinderbe-
lange abzusprechen. Ohnehin sei die berufungsklägerische Argumentation nicht 
nachvollziehbar und es bestehe kein Zusammenhang zwischen der Wohnsitzfrage 
und der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Parteien (vgl. act. A.2, 3 
ff.).

9 / 49

2.4. Der Berufungsbeklagte zitiert aus einer Stellungnahme der Kindesvertreterin 
aus dem pendenten Scheidungsverfahren, in der sie erklärte, es bestünden mögli-
cherweise Umzugspläne der Berufungsklägerin und die Kinder sollten auch bei ei-
nem Wegzug der Berufungsklägerin weiterhin in O.1._____ beschult werden kön-
nen (vgl. act. A.8; vgl. act. C.11, 24 und 94). Dem widerspricht die Berufungskläge-
rin und hält fest, ein Umzug sei nicht geplant und sie wolle O.1._____ nicht verlas-
sen. Es handle sich um ein Missverständnis und es sei lediglich darum gegangen, 
ob die Berufungsklägerin später einmal das Haus ihrer Eltern in O.2._____ erhalten 
würde, wenn diese verstorben seien (vgl. act. A.9, 3 f.). Im Weiteren weist die Be-
rufungsklägerin darauf hin, dass sich die Kommunikation zwischen den Parteien seit 
der Trennung zunehmend verschlechtert habe und sie im pendenten Scheidungs- 
bzw. vorsorglichen Massnahmeverfahren den Antrag auf alleinige Obhut gestellt 
habe, weshalb der Wohnsitz umso mehr bei ihr festzusetzen sei (vgl. act. A.9, 11 
f.). Der Berufungsbeklagte entgegnet, dass sich die Kommunikation ungefähr seit 
Mai 2024 wieder stark verbessert habe (vgl. act. A.10).

2.5. Der Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge befindet sich am Wohnsitz 
der Eltern oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz haben, am Wohn-
sitz des Elternteils, unter dessen Obhut das Kind steht; in den übrigen Fällen gilt 
sein Aufenthaltsort als Wohnsitz (Art. 25 Abs. 1 ZGB). Haben die Eltern keinen ge-
meinsamen Wohnsitz und bietet die Obhut kein Kriterium, weil sie beiden gemein-
sam und ungefähr hälftig zusteht, so gilt als Wohnsitz derjenige Aufenthaltsort, zu 
dem das Kind die engsten Beziehungen aufweist (vgl. BGE 144 V 299 E. 5.3.3.1). 
Bei Uneinigkeit der Eltern legt das Gericht oder die KESB diesen Wohnsitz fest (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_310/2021 vom 30. April 2021 E. 3). Zwar sind für die-
sen Entscheid die Beziehungen des Kindes zu den beiden aktuellen Aufenthaltsor-
ten zu prüfen und nicht zu den Eltern. Definiert wird der Wohnsitz des Kindes jedoch 
ohne Bezugnahme auf einen Ort, sondern "als am Wohnsitz eines bestimmten El-
ternteils gelegen", auch wenn sich dieser ändern kann. Begründet wird dies mit dem 
Umstand, dass es sich bei Art. 25 Abs. 1 ZGB um einen abgeleiteten Wohnsitz han-
delt (vgl. BGE 147 III 121 E. 3.2.3 in fine).

2.6. Der im ersten Teilsatz von Art. 25 Abs. 1 ZGB festgehaltene Grundsatz setzt 
die gemeinsame elterliche Sorge und – zweiter Teilsatz e contrario – einen gemein-
samen Wohnsitz der Eltern voraus. Ist beides gegeben, ist es irrelevant, ob die El-
tern im selben Haus oder an unterschiedlichen Adressen in der gleichen Gemeinde 
wohnen und wem die Obhut zusteht, sie kann ihnen sogar entzogen sein; zivilrecht-
licher Wohnsitz des Kindes ist der gemeinsame Wohnsitz der Eltern (vgl. BGE 135 
III 49 E. 5.3.1; etwas missverständlich formuliert aber in dieselbe Richtung: vgl. Ur-

10 / 49

teil des Bundesgerichts 5A_242/2022 vom 29. August 2022 E. 3.3.3). Den Parteien 
ist daher zwar zuzustimmen, dass der Wohnsitz der Kinder an denjenigen eines 
Elternteils statt an einen Ort anknüpft. Vorliegend ergibt er sich jedoch bereits aus 
dem Gesetz und knüpft an den gemeinsamen Wohnsitz beider Eltern an. Das Ge-
setz sieht in diesem Fall keine Anknüpfung an den Wohnsitz nur eines Elternteils 
vor, besteht mangels unterschiedlicher Wohnsitze dafür keine Notwendigkeit. 
Selbstredend kann der Wohnort oder die Wohnadresse des Kindes von Bedeutung 
sein, etwa im Zusammenhang mit der Einschulung oder der Behördenzuständigkeit, 
in einer beispielsweise in Kreise aufgeteilten Gemeinde. Auch kann ein Interesse 
daran bestehen, Wohnort bzw. -adresse gerichtlich feststellen zu lassen. Eine sol-
che Feststellung ist jedoch von der gerichtlichen Konkretisierung des Aufenthalts-
orts als zivilrechtlichen Wohnsitz bei Anwendungsfällen des letzten Teilsatzes von 
Art. 25 Abs. 1 ZGB zu unterscheiden. Angesichts des Umstandes, dass sich der 
Wohnsitz der Kinder vorliegend aus dem ersten Teilsatz von Art. 25 Abs. 1 ZGB 
ergibt und die Vorinstanz diesen korrekt als in O.1._____ liegend festgestellt hat, 
stellt sich die Frage, ob an darüberhinausgehenden Feststellungen, etwa eines 
künftigen Wohnsitzes nach einem hypothetischen Umzug eines Elternteils oder des 
genauen Wohnorts bzw. der Wohnadresse innerhalb der Gemeinde, ein Rechts-
schutzinteresse besteht. Beides ist vorliegend zu verneinen. Beide Parteien argu-
mentieren mit Umzugsplänen des jeweils anderen, die jedoch bestritten wurden und 
unbelegt blieben. Damit ist ein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Feststellung, 
aus wessen künftigem Wohnsitz der Eltern sich derjenige der Kinder ableitet, nicht 
dargetan. Darüber hinaus ist eine vorgängige Beurteilung bei aktuell gemeinsamem 
elterlichem Wohnsitz praktisch nicht möglich: Wechselt ein Elternteil den eigenen 
Wohnsitz, so ergibt sich unabhängig des Erfordernisses einer Zustimmung zum 
Wechsel des Aufenthaltsorts des Kindes nach Art. 301a Abs. 2 ZGB eine neue Tat-
sachengrundlage für die Wohnsitzfrage. Entweder ist die Obhut neu zu regeln und 
es ergibt sich bei alleiniger Obhut der Wohnsitz des Kindes aus dem Gesetz, oder 
es wird die gemeinsame Obhut beibehalten, in welchem Fall zur Bestimmung des 
Wohnsitzes des Kindes seine Bindungen zu den zwei Aufenthaltsorten zu beurteilen 
ist. Weder kann zum jetzigen Zeitpunkt gesagt werden, wie die Obhut im Falle eines 
elterlichen Umzugs geregelt würde, noch welche Bindungen das Kind zum noch 
unbekannten neuen elterlichen Wohnsitz und potentiell eigenen Aufenthaltsort ha-
ben wird. Mangels bekannter Tatsachengrundlage kann gar nicht vorsorglich be-
stimmt werden, von welchem elterlichen Wohnsitz sich derjenige des Kindes in Zu-
kunft ableiten wird. Es sind nicht die Bindungen des Kindes zu den Eltern massge-
bend, sondern wie dargelegt diejenigen zu den zwei Aufenthaltsorten (vgl. E. 2.5); 
diese Aufenthaltsorte müssen daher bekannt sein. Die Eltern sind sich vorliegend 
zwar insofern einig, als dass beide trotz gemeinsamen elterlichen Wohnsitzes die 

11 / 49

Feststellung des von nur einem Elternteil abgeleiteten Wohnsitzes der Töchter for-
dern. Gründe, worin ihr Interesse besteht, die aktuelle Wohnadresse beim einen 
oder anderen Elternteil festgelegt zu haben, führen sie jedoch keine an. Dass der 
Wohnsitz für diverse Themenbereiche von Bedeutung ist, genügt nicht für die Fest-
stellung einer Wohnadresse; Art. 25 Abs. 1 ZGB bietet hierfür keine Grundlage und 
für die Festlegung einer Wohnadresse im Sinne einer weiteren Kindesschutzmass-
nahme (Art. 176 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 315a Abs. 1 ZGB) reicht das Argument "di-
verser Themenbereiche" nicht als konkretes Rechtsschutzinteresse. Weder steht 
die Zuweisung zu einem Schulkreis an, noch wurde geltend gemacht, die Eltern 
würden in unterschiedlichen Behördenzuständigkeitsgebieten wohnen und in die-
sem Zusammenhang eine Wohnadresse der Kinder bestimmen müssen. Zusam-
mengefasst fehlt somit für die Feststellung eines nach einem hypothetischen Umzug 
eines Elternteils künftigen Wohnsitzes der Kinder ein aktuelles Rechtsschutzinter-
esse und für die Feststellung des genauen Wohnorts bzw. der Wohnadresse der 
Kinder innerhalb der Gemeinde ein konkretes Rechtsschutzinteresse. Mangels 
Rechtsschutzinteresse an der Feststellung des Wohnsitzes "bei der Mutter" (vgl. 
act. A.1, Rechtsbegehren 1; vgl. RG-act. I.2, Rechtsbegehren 3) bzw. "beim Vater" 
(vgl. act. A.2, I.2, 1. Spiegelstrich; vgl. RG-act. I.1, I.3) ist auf beide Anträge nicht 
einzutreten. Es ist kein öffentliches oder Drittinteresse ersichtlich, aufgrund wel-
chem das Gericht in Anwendung der Offizialmaxime eine Feststellung wie in Dispo-
sitivziffer 4 des vorinstanzlichen Entscheids treffen sollte. Die vorinstanzliche Fest-
stellung trifft im Übrigen in ihrer Absolutheit – der Wohnsitz der Kinder kann sich 
verändern und befindet sich bloss aktuell in der Gemeinde O.1._____ – auch nicht 
zu. Dispositivziffer 4 ist daher ersatzlos aufzuheben.

3. Kindesunterhalt; Vorbemerkungen

Die Berufungsklägerin bemängelt zwar den Kommunikations- und Kooperationswil-
len des Berufungsbeklagten, will die alternierende Obhut aber beibehalten bzw. ficht 
diesen Punkt nicht an (vgl. act. A.1, 11). Auf die Obhutsregelung ist daher nicht wei-
ter einzugehen, sondern bloss der gerügte Barunterhalt zu überprüfen. Der Barun-
terhalt ist bei alternierender Obhut und hälftigen Betreuungsanteilen grundsätzlich 
proportional zur Leistungsfähigkeit der Eltern zu verteilen. Es ist dabei nicht strikt 
rechnerisch vorzugehen, sondern der Grundsatz der Gleichwertigkeit von Geld- und 
Naturalunterhalt zu berücksichtigen (vgl. BGE 147 III 265 E. 5.5 m.w.H.). Im Zusam-
menhang mit dem Naturalunterhalt ist daran zu erinnern ist, dass Fremd- und Ei-
genbetreuung als gleichwertig gelten (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.1). Für die Metho-
dik der Unterhaltsberechnung wird auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (vgl. act. B.1, E. 9.2).

12 / 49

4. Einkommen des Berufungsbeklagten

4.1. Die Vorinstanz stellte bei der Unterhaltsbemessung auf das tatsächliche Ein-
kommen des Berufungsbeklagten und damit den in einem 60%-Pensum erzielten 
monatlichen Nettolohn von CHF 6'060.00 ab. Sie hielt fest, eine Erhöhung des Ar-
beitspensums des Berufungsbeklagten dränge sich bei der vorliegend angeordne-
ten alternierenden Obhut nicht auf. Die persönliche Betreuung der Kinder durch 
beide Eltern stehe im Vordergrund. Sodann werde der Lebensunterhalt sämtlicher 
Familienmitglieder mit den derzeitigen Einkommensverhältnissen gedeckt. Es seien 
keine Umstände ersichtlich, die darauf hinweisen würden, dass der Berufungsbe-
klagte sein Einkommen im Hinblick auf die Trennung absichtlich geschmälert habe. 
Ferner finde das Schulstufenmodell vorliegend keine Anwendung, da jeder Elternteil 
seinen Unterhalt alleine bestreiten könne und infolge je hälftiger Betreuung ohnehin 
kein Betreuungsunterhalt geschuldet sei (vgl. act. B.1, E. 9.3.1 ff.).

4.2. Die Berufungsklägerin moniert, der Ehemann schöpfe seine 
Leistungsfähigkeit mit einem 60%-Pensum nicht aus. Bei einer exakt hälftigen 
Betreuung der Kinder sei es beiden Elternteilen möglich und zumutbar, im gleichen 
Pensum, konkret in einem 80%-Pensum, tätig zu sein. Das vorliegende 
Betreuungsmodell sowie der Umstand der Einschulung von C._____ und die seit 
der Geburt von D._____ gelebte Fremdbetreuung in der Kita an mindestens drei 
Tagen pro Woche würden ein Arbeitspensum von 80% zulassen. Auch faktisch 
hätte der Berufungsbeklagte die Stelle, die er aktuell besetze, in einem 80%-
Pensum antreten können. Die Berufungsklägerin äussert sich in der Folge 
eingehend zur praktizierten Betreuungsaufteilung seit der Geburt der Kinder und 
den jeweils ausgeübten Arbeitspensen der Parteien (vgl. act. A.1., 24 ff.), um die 
Feststellung der Vorinstanz zu widerlegen, wonach vorliegend die persönliche 
Betreuung durch beide Eltern im Vordergrund stehe. Ein Abweichen von einem 
Arbeitspensum von 80% sei unbegründet und entspreche nicht der während der 
Ehe gelebten Betreuungssituation. Die Kinder seien aufgrund der ausgedehnten 
Arbeitstätigkeit beider Eltern in der Vergangenheit weitgehend fremdbetreut 
worden. Im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes hätte der Berufungsbeklagte 
ebenfalls eine 80%-Stelle annehmen müssen. Der gedeckte Lebensunterhalt bilde 
sodann ein sachfremdes Argument und hätte von der Vorinstanz nicht als 
Begründung herangezogen werden dürfen, um auf die Anrechnung eines 
hypothetischen Einkommens zu verzichten. Andernfalls wäre bei mittleren und 
guten finanziellen Verhältnissen nie ein solches Einkommen anzurechnen und der 
andere Elternteil würde indirekt via Kindesunterhalt und Überschussverteilung 
finanziert. Massgebend sei vielmehr der zumutbare Erwerb. Auch die 

13 / 49

vorinstanzliche Feststellung, es liege keine absichtliche Einkommensschmälerung 
vor, sei aktenwidrig und geradezu willkürlich. Zum Zeitpunkt der Trennung im 
August 2021 sei der Berufungsbeklagte lediglich an viereinhalb von 14 Tagen mit 
der Kinderbetreuung beschäftigt gewesen und habe seine Teilzeitstelle im Hotel 
dennoch im Dezember 2021 gekündigt. Damit habe er eine bestehende Tätigkeit im 
Wissen um die Pflicht zur Erzielung eines Einkommens aufgebeben. Für das 
Gemeindepräsidentenamt per Januar 2022 sei er nicht gewählt worden. Der 
Berufungsbeklagte habe im Übrigen nicht geltend gemacht, sich vor oder nach der 
Kündigung im Dezember 2021 um eine Arbeitsstelle bemüht zu haben. Er sei 
anschliessend monatelang keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen und habe sich in 
der Folge mit einer 60%-Anstellung begnügt. Im Verhältnis zum unmündigen Kind 
bestünden besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbskraft, 
was auch bei alternierender Obhut gelte und ebenso, wenn der Ehepartner ein 
gutes Einkommen erziele. Im Ergebnis sei dem Berufungsbeklagten gestützt auf ein 
80%-Pensum ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 8'418.60 anzurechnen 
(vgl. act. A.1, 15 ff.).

4.3. Der Berufungsbeklagte hält dem in seiner Berufungsantwort entgegen, dass 
er die Kinder seit Juli 2022 an zwei Werktagen persönlich betreue und an einem 
halben Tag fremdbetreuen lasse, während die Berufungsklägerin, welche 90% 
arbeite, die Kinder an zwei Werktagen fremdbetreuen lasse und an einem halben 
Tag selbst betreue. Zur Wahrung der Stabilität sei von einer Reduktion seiner 
persönlichen Betreuungstage abzusehen. Die Kinder seien aufgrund ihrer aktuellen 
Befindlichkeit noch verstärkt auf stabile Verhältnisse angewiesen, sie würden beide 
stark unter der elterlichen Trennung leiden, was sich anhand psychosomatischer 
Symptome zeige. Zudem hätten die Eltern im Frühling/Sommer 2020 vereinbart, 
dass der Berufungsbeklagte die Kinder an drei Tagen persönlich betreuen solle, 
was in der Folge ab August 2020 bis zur Trennung umgesetzt worden sei. Dass er 
die Kinder bei hälftiger alternierender Obhut an zwei Tagen persönlich betreue, sei 
sodann auch mit dem Schulstufenmodell kompatibel. Dieses finde entgegen der 
vorinstanzlichen Annahme vorliegend Anwendung und gestützt darauf wäre ihm 
lediglich ein 50%-Pensum anzurechnen. Ein höheres Pensum als ein solches von 
60% sei ihm jedenfalls auch vor dem Hintergrund der finanziellen Situation nicht 
zumutbar. Hohe Anforderungen an die Ausschöpfung der Erwerbskraft würden 
insbesondere bei engen finanziellen Verhältnissen gestellt. Dem Berufungs-
beklagten sei es nicht möglich, in einem höheren Pensum als 60% bei der 
Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zu arbeiten. Ferner sei es ihm nicht 
möglich, im Engadin eine ähnlich gut bezahlte Anstellung in einem 80%-Pensum zu 
finden. Die Berufungsklägerin zitiere den Grundsatz der Gleichwertigkeit von Eigen- 

14 / 49

und Fremdbetreuung im falschen Kontext. Dieser sei bei den Kriterien für die 
Anordnung der alternierenden Obhut relevant. Bei der Beurteilung der zumutbaren 
Erwerbstätigkeit eines Elternteils sei indessen das Schulstufenmodell 
heranzuziehen. Schliesslich weist der Berufungsbeklagte eine absichtliche 
Einkommensschmälerung zurück. Im Hinblick auf den Kindergarteneintritt von 
C._____ habe er seine damalige Stelle bei der ESTV gekündigt und sei ab August 
2020 in einem 40%-Pensum tätig gewesen. Das 20%-Anstellungsverhältnis im 
Architekturbüro der Berufungsklägerin sei aufgrund der Trennung der Parteien per 
Ende November 2021 aufgelöst worden und zeitgleich sei ihm der Auftrag entzogen 
worden, für das Hotel der Schwester der Berufungsklägerin die Buchhaltung zu 
führen. Der Stellenverlust sei unverschuldet, situationsbedingt durch die Trennung, 
erfolgt. Von Dezember 2021 bis Ende April 2022 habe er sich neben der teilweisen 
Kinderbetreuung um Arbeit bemüht. Das aktuelle Arbeitsverhältnis bei der ESTV im 
60%-Pensum habe er im Mai 2022 angetreten. Im Ergebnis habe die Vorinstanz zu 
Recht auf die Anrechnung eines hypothetischen Einkommens verzichtet (vgl. 
act. A.2, 8 ff.).

4.4. Die Berufungsklägerin entgegnet in ihrer Replik, dass sie nicht 90%, sondern 
80% arbeite und die Kinder an einem Nachmittag (Montag- oder Dienstag-
nachmittag) und einem Vormittag (Mittwochvormittag) pro Woche persönlich 
betreue. Das Argument der Stabilität der Verhältnisse sei vorgeschoben. An der vor 
der Trennung installierten und gelebten Fremdbetreuung hätte nichts geändert 
werden müssen, damit der Berufungsbeklagte einem 80%-Pensum hätte 
nachgehen können. Im Übrigen habe der Berufungsbeklagte D._____ Ende Juni 
2022 am Donnerstag von der Kita abgemeldet und sie dann durch eine Tagesmutter 
fremdbetreuen lassen. Diese Betreuungslösung sei mit wiederholten 
Personenwechseln verbunden, was mit stabilen Verhältnissen nichts gemein habe. 
Sodann treffe es nicht zu, dass die Kinder stark unter der elterlichen Trennung 
leiden und die persönliche Betreuung durch den Berufungsbeklagten an zwei 
Werktagen benötigen würden. Auch habe es vor der Trennung keine Vereinbarung 
unter den Eltern gegeben, dass die Kinder an mindestens drei Tagen persönlich 
betreut werden sollten. Vielmehr habe D._____ von September 2019 bis Juni 2022 
drei volle Tage die Kita besucht. Zum Schulstufenmodell hält die Berufungsklägerin 
fest, dass dieses nicht anwendbar sei, weil vorliegend aufgrund der exakten 
Betreuungsaufteilung nicht von einem hauptbetreuenden Elternteil gesprochen 
werden könne. Neben der 50%-igen Betreuung der Berufungsklägerin habe der 
Berufungsbeklagte durch die Einschulung von C._____ und die Fremdbetreuung 
von D._____ weitere Entlastungsfaktoren, die bei der Ausschöpfung der 
Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen seien. Ferner bezeichnet die 

15 / 49

Berufungsklägerin die Arbeits-bemühungen des Berufungsbeklagten als 
unzureichend (vgl. act. A.3,  6 ff.).

4.5. In seiner Duplik bestreitet der Berufungsbeklagte, dass die 
Betreuungslösung am Mittwochnachmittag von wiederholten Personenwechseln 
gekennzeichnet sei. Die Töchter würden seit Sommer 2022 von der Gastfamilie 
Laudenbacher betreut, der Familie eines Spielkameraden von C._____, und sie 
würden sämtliche Familienmitglieder kennen. Am Donnerstag und Freitag betreue 
er seine beiden Töchter persönlich. Sodann habe er entgegen den Ausführungen 
der Berufungsklägerin die Kinder ab August 2020 an drei Werktagen persönlich 
betreut (vgl. act. A.4, 7 f.).

4.6. Im Verhältnis zum unmündigen Kind sind besonders hohe Anforderungen an 
die Ausnützung der eigenen Erwerbskraft zu stellen. Beide Eltern müssen ihre Ar-
beitskapazität ausschöpfen und dies muss Basis für die Berechnung sein (vgl. 
SCHWEIGHAUSER, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bd. I, 4. Aufl. 2022, 
Art. 285 N. 53o mit Verweis auf BGE 147 III 265 E. 7.4). Schöpft ein Elternteil seine 
Erwerbskraft nicht voll aus, kann ihm ein hypothetisches Einkommen angerechnet 
werden, sofern dieses zu erreichen ihm zumutbar und möglich ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_561/2020 vom 3. März 2021 E. 5.1.1 m.w.H.). Zur Prüfung der 
tatsächlichen Erwerbsmöglichkeit können u.a. die Kriterien Alter, Gesundheit, 
sprachliche Kenntnisse, bisherige und künftige Aus- und Weiterbildungen, Berufs-
erfahrung, persönliche und geographische Flexibilität und Arbeitsmarktlage heran-
gezogen werden (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.8; 147 III 308 E. 5.6). Im Zusammen-
hang mit der Prüfung der Zumutbarkeit der Aufnahme oder Ausdehnung der Er-
werbsquote dient das Schulstufenmodell als Richtlinie. Gemäss diesem ist es dem 
hauptbetreuenden Elternteil grundsätzlich zumutbar, ab der obligatorischen Ein-
schulung des jüngsten Kindes zu 50% einer Erwerbsarbeit nachzugehen, ab seinem 
Eintritt in die Sekundarstufe zu 80% und ab seinem vollendetem 16. Altersjahr zu 
100% (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6; PKG 2020 Nr. 2 E. 4.2.2). Bestehen weitere 
Entlastungsmöglichkeiten durch Drittbetreuung, sind auch diese nach richterlichem 
Ermessen zu berücksichtigen (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.8). Die Erwerbsquoten 
des Schulstufenmodells sind auf die Betreuungslast eines allein obhutsberechtigten 
oder hauptbetreuenden Elternteils und auf die für ihn eintretende Entlastung zuge-
schnitten. Bei hälftig betreuenden Eltern ist die Betreuungslast jedoch auf zwei Per-
sonen verteilt und damit für jeden Elternteil zum Vorneherein tiefer als bei einem 
allein- oder hauptbetreuenden Elternteil, der die Betreuungslast (mehrheitlich) al-
leine trägt. Insofern scheint das Schulstufenmodell zu tiefe Erwerbsquoten als Aus-
gangspunkte zu bieten. Umgekehrt werden natürlich auch hälftig alternierend be-

16 / 49

treuende Eltern mit jeder Schulstufe etwas mehr von der Kinderbetreuung entlastet, 
womit zumindest die Stufen des Schulstufenmodells Berücksichtigung finden soll-
ten. Das Bundesgericht schützte Entscheide, in denen das Schulstufenmodell auch 
zur Beurteilung der Erwerbsquoten bei alternierender Obhut herangezogen wurde 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.3.2 f.; 
5A_565/2022 vom 27. April 2023 E. 3.2.1), wobei es diesfalls nicht willkürlich sei, 
für die erste Schulstufe anstatt eine Erwerbsquote von 50% eine Erwerbsquote von 
je 75% respektive 80% als zumutbar zu erachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_252/2023 vom 27. September 2023 E. 4 f.). Da die Entlastung durch die schuli-
sche Betreuung bei hälftig betreuenden Eltern nicht per se beiden Eltern gleicher-
massen zugutekommt, erlangt hier die jedem Elternteil tatsächlich zur Verfügung 
stehende, betreuungsfreie Zeit unter der Woche mehr Bedeutung (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 E. 5.3.4 f.). Umgekehrt formuliert 
ist nur die Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, die sich aus der 
tatsächlichen Betreuung durch den jeweiligen Elternteil ergibt (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_975/2022 vom 30. August 2023 E. 4.2.1. m.w.H.).

4.7. In einem ersten Schritt ist die Möglichkeit der Ausweitung der 
Erwerbstätigkeit zu prüfen. Der Hinweis der Berufungsklägerin, wonach die Stelle 
bei der ESTV zu 80-100% ausgeschrieben gewesen sei, erweist sich als zutreffend 
(vgl. RG-act. II.17, Frage 1). Der Berufungsbeklagte nahm die Stelle in der Folge 
nur in einem 60%-Pensum an. Auf seine Nachfrage hin erklärte sein Teamchef, die 
Vertreter der ESTV seien zum Schluss gelangt, dass ein höheres Pensum nicht mit 
der familiären Situation der geteilten Obhut vereinbar wäre (vgl. RG-act. II.17, 
Frage 2). Angesichts des Umstandes, dass die Kinder auch während den 
Betreuungstagen des Berufungsklägers im notwendigen Umfang fremdbetreut 
werden könnten (D._____ verfügt bereits über einen Kitaplatz), ist nicht ersichtlich, 
inwiefern die "familiäre Situation der geteilten Obhut" einen Einfluss auf die 
Möglichkeit eines bestimmten Pensums haben sollte. Die Möglichkeit beurteilt sich 
nicht nach der Einschätzung eines Arbeitgebers (die vorliegend im Übrigen gar nicht 
die Möglichkeit, sondern vielmehr die Zumutbarkeit beschlägt), sondern nach den 
Kriterien Alter, Gesundheit, sprachlichen Kenntnissen, bisherigen und künftigen 
Aus- und Weiterbildungen, Berufserfahrung, persönlicher und geographischer 
Flexibilität des zu beurteilenden Elternteils sowie der Arbeitsmarktlage (vgl. 
vorstehend E. 4.6). Eine Anstellung im 80%-Pensum ist dem Berufungsbeklagten 
vor dem Hintergrund dieser massgeblichen Kriterien offensichtlich möglich.

4.8. In einem zweiten Schritt ist die Zumutbarkeit, insbesondere mit Blick auf die 
Kinderbetreuung, zu beurteilen. D._____ als jüngstes Kind ist in der ersten Phase 

17 / 49

noch nicht eingeschult, weshalb nach dem Schulstufenmodell dem 
hauptbetreuenden Elternteil grundsätzlich keine Erwerbstätigkeit zumutbar ist. 
Gemäss unangefochtener Betreuungsregelung betreuen die Eltern die Kinder unter 
der Woche jedoch je während zweieinhalb Tagen (vgl. act. B.1, Dispositivziffer 5.1). 
Nach eigenen Angaben betreut der Berufungskläger die Kinder an zwei Tagen 
persönlich, an einem Halbtag lässt er sie fremdbetreuen. Insgesamt stehen dem 
Berufungsbeklagten somit dank der Betreuung durch die Berufungsklägerin und die 
Fremdbetreuung drei Tage in der Woche zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit zur 
Verfügung. Diese schöpft er mit einem Erwerbspensum von 60% aus. 

4.9. Es stellt sich die Frage, ob der Berufungsbeklagte, wie von der Berufungs-
klägerin verlangt, seine Erwerbstätigkeit weiter ausweiten und zu diesem Zweck 
Drittbetreuung in Anspruch nehmen muss, anstatt die Kinder persönlich zu be-
treuen. Die Wahl der Betreuungsform – persönliche Betreuung oder Betreuung 
durch Dritte – gehört zur Ausübung des Sorgerechts. Eigen- und Fremdbetreuung 
sind grundsätzlich als gleichwertig anzusehen. Sind sich die Eltern über die richtige 
Betreuungsform uneinig, so kann die Wahl keinem Elternteil einseitig überlassen 
werden. Ebenso wenig kann eine rein ökonomische Betrachtung im Vordergrund 
stehen, nach welcher die Betreuungsform an dem auszurichten wäre, was insge-
samt die grösste materielle Wohlfahrt verspricht. Massgebend ist vielmehr das Kin-
deswohl im konkreten Einzelfall (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.1). Aus Kindeswohlü-
berlegungen ergibt sich auch, dass die zwischen den Eltern vereinbarte bzw. bisher 
gelebte Betreuungsform nach der Trennung vorerst für eine gewisse Zeit weiterge-
führt werden soll, damit das Leben der Kinder neben der Trennung nicht noch wei-
tere Änderungen erfährt, wie einen Wechsel von Eigen- zu Fremdbetreuung (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_104/2018 vom 2. Februar 2021 E. 5.4 mit Verweis auf 
BGE 144 III 481 E. 4.5).

4.10. D._____ wurde nach ihrer Geburt im Februar 2019 nach sechs Monaten, d.h. 
ab September 2019, gleich wie ihre ältere Schwester, an vier Tagen (drei davon in 
der Kita, einen davon bei den Grosseltern) ganztags fremdbetreut (vgl. RG-act. I.2, 
18 und 22). Freitags wurden die Schwestern von den Eltern persönlich betreut, 
wobei unklar ist, ob von beiden oder wenn nur von einem, von wem. Ab September 
2019 arbeitete die Berufungsklägerin 80% und der Berufungsbeklagte 100%, ab 
Januar 2020 umgekehrt: die Berufungsklägerin 100% und der Berufungsbeklagte 
80% (vgl. RG-act. I.2, 20; vgl. RG-act. I.1, 4). Ab August 2020 wurde die jüngste 
Tochter, D._____, weiterhin für drei Tage ganztags durch die Kita fremdbetreut; 
C._____ war vormittags im Kindergarten und am Dienstagnachmittag fremdbetreut, 
was ebenfalls drei Tage Fremdbetreuung ergibt. Weiterhin ist unklar, wer während 

18 / 49

der verbleibenden zwei Tage persönlich betreute. Angesichts der glaubhaften Pläne 
des Berufungsbeklagten, teilweise selbständig erwerbend zu werden, kann allein 
aus der Kündigung seiner Stelle und der Aufnahme zweier Anstellungen in tieferem 
Pensum (vgl. RG-act. I.2, 21; vgl. RG-act. I.1, 4) nicht abgleitet werden, dass die 
Kinder an den verbleibenden auf unterschiedliche Halbtage verteilten zwei Tagen 
in höherem Umfang von ihm betreut worden wären. Die vorinstanzliche 
Begründung, wonach die persönliche Betreuung der Kinder durch beide Eltern im 
Vordergrund stünde, trifft für die Zeit vor der Trennung weder auf das Verhältnis der 
persönlichen Betreuung und Fremdbetreuung insgesamt (Fremdbetreuung 
überwiegt im Verhältnis 3:2) noch auf die persönliche Betreuung durch den 
Berufungsbeklagten zu. Die Vorinstanz stellte für die gelebte Betreuungsform 
jedoch auch nicht auf das Jahr vor der Trennung (August 2020 bis August 2021) ab, 
sondern auf das Jahr nach der Trennung bzw. vor der Urteilsfällung (August 2022 
bis September 2023) und beurteilte ausgehend davon die Aufrechterhaltung oder 
Anpassung der Betreuungsform (vgl. act. B.1, E. 7.2.2). Für diese Zeit wurden die 
Eltern durch den Schuleintritt von C._____, den von ihr besuchten Mittagstisch und 
den Mittwochnachmittag bei der Gastfamilie entlastet. Für D._____ verminderte sich 
die Fremdbetreuung insgesamt um einen Halbtag (Abmeldung von der Kita für 
Donnerstag, neu Fremdbetreuung am Mittwochnachmittag). Die persönliche 
Betreuung durch den Berufungsbeklagten stand während dieser Zeit insofern im 
Vordergrund, als sie diejenige der Berufungsklägerin überstieg. Mit anderen Worten 
war der Fremdbetreuungsanteil an den Betreuungstagen der Berufungsklägerin 
höher als an den Tagen des Berufungsbeklagten. Der Grundsatz der 
Gleichbehandlung, verstanden als Verpflichtung beider Elternteile, ihre berufliche 
Kapazität voll auszuschöpfen, kann jedoch nicht so interpretiert werden, dass der 
Berufungsbeklagte dazu verpflichtet wäre, Fremdbetreuung im gleichen Umfang 
wie die Berufungsklägerin in Anspruch zu nehmen (vgl. auch SCHWEIGHAUSER, 
a.a.O., Art. 285 N. 53o). Dies gilt umso mehr, als die persönliche Betreuung durch 
ihn an zwei Werktagen wie gezeigt nunmehr bereits längere Zeit gepflegt wird – die 
Gründe hierfür sind aus der Perspektive der Kinder nicht von Bedeutung – und 
deren Beibehaltung im Interesse der Kinder liegt. Dass die persönliche Betreuung 
nicht dem Kindeswohl entsprechen würde, macht die Berufungsklägerin nicht 
explizit geltend, auch wenn sie in Abrede stellt, dass die Kinder die persönliche 
Betreuung benötigen würden. Das nach der Trennung gelebte Betreuungsmodell 
hat sich etabliert und vermittelt den Kindern Sicherheit, was sich insbesondere dem 
Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste Graubünden entnehmen lässt (vgl. 
act. C.3, S. 3). Die vor der Trennung gelebte Betreuungsform kann daher zum 
heutigen Zeitpunkt keine Ausdehnung der Fremdbetreuung während den 

19 / 49

Betreuungstagen des Berufungsbeklagten unter Anrechnung eines hypothetischen 
Einkommens begründen.

4.11. Die Vorinstanz liess auch wirtschaftliche Überlegungen in die 
Entscheidfindung einfliessen. Dies ist mit Blick auf die erwähnte bundesgerichtliche 
Rechtsprechung nicht zu beanstanden, zumal diese Überlegungen lediglich im 
Rahmen weiterer Kriterien mitberücksichtigt wurden. Entgegen der vorinstanzlichen 
Erwägung lässt sich jedoch nicht sagen, dass auf die Anrechnung eines 
hypothetischen Einkommens ohne Weiteres verzichtet werden könne, weil der 
Lebensunterhalt sämtlicher Familienmitglieder mit dem tatsächlichen Einkommen 
gedeckt werden kann (vgl. act. B.1, E. 9.3.2). Gerade in Konstellationen geteilter 
Obhut, wo Geld- und Naturalunterhalt nicht je einem Elternteil zugewiesen sind, ist 
die Möglichkeit und Zumutbarkeit der Erwerbstätigkeit auf beiden Seiten zu prüfen. 
Freilich ist keine Ausdehnung der Erwerbstätigkeit zu unterstellen bzw. kein 
hypothetisches Einkommen anzurechnen, wenn der dadurch erreichte 
Einkommensanstieg durch höhere Fremdbetreuungskosten wettgemacht oder von 
diesen gar überstiegen würde. Dies ist vorliegend jedoch nicht der Fall.

4.12. Die Berufungsklägerin rügt, die Vorinstanz sei fälschlicherweise nicht von 
einer absichtlichen Einkommensschmälerung des Berufungsbeklagten im Hinblick 
auf die Trennung und danach ausgegangen (vgl. act. B.1, E. 9.3.2). Gleichzeitig 
führt sie selbst aus, der Berufungsbeklagte habe die damalige Stelle bei der ESTV 
gekündigt, um eine selbständige Erwerbstätigkeit aufzunehmen, mithin nicht, um 
sein Einkommen mit Blick auf das vorliegende Verfahren zu schmälern (vgl. 
act. A.1, 33 f.). Die Berufungsklägerin stellt die Gegenbehauptung des 
Berufungsbeklagten, wonach er die Stelle im Hotel ihrer Schwester nicht gekündigt 
habe, sondern entlassen worden sei, nicht in Abrede, womit auch der diesbezüglich 
behaupteten absichtlichen Einkommenschmälerung die Tatsachengrundlage fehlt 
(vgl. act. A.2, 26; vgl. act. A.3, 19). Schliesslich wirkt sich der gemäss der 
Berufungsklägerin monatelange Erwerbsunterbruch bzw. die Teilzeittätigkeit nicht 
auf die Unterhaltsfestsetzung aus, da der Kindesunterhalt ab Juni 2022 zu regeln 
ist und der Berufungsbeklagte im Mai 2022 eine neue Anstellung angetreten hat 
(vgl. act. B.1 E. 9.14). 

4.13. Die Rügen der Berufungsklägerin sind somit unbegründet, der 
vorinstanzliche Entscheid, zumindest für die erste Phase, zu bestätigen und dem 
Berufungskläger sein tatsächliches Einkommen anzurechnen. Die vorinstanzlich 
festgestellte Höhe desselben von monatlich netto CHF 6'060.00 wurde von keiner 
Partei kritisiert und ist daher der Unterhaltsberechnung in der ersten Phase 
zugrunde zu legen.

20 / 49

4.14. Seit August 2024 besucht D._____ den Kindergarten. Darauf weist die 
Berufungsklägerin in ihrer Eingabe vom 30. September 2024 hin (vgl. act. A.9, 8). 
Auch wenn sich das Schulstufenmodell grundsätzlich nach der obligatorischen 
Einschulung richtet und das Kindergartenobligatorium im Kanton Graubünden erst 
im August 2025 in Kraft treten wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_42/2020 vom 
30. März 2021 E. 5.4; Art. 10 Abs. 2 revidiertes Schulgesetz [BR 421.000]), ist diese 
faktische Entlastung von der Betreuung bereits ab August 2024 zu berücksichtigen 
(vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 19 175/176 vom 
13. April / 11. Oktober 2021 E. 8.1). Wie erwähnt ist ab diesem Zeitpunkt 
grundsätzlich eine Tätigkeit im 75%-Pensum als zumutbar zu werten (vgl. 
vorstehend E. 4.6). Der Berufungsklägerin zufolge ist dem Berufungsbeklagten 
sogar ein 80% Pensum möglich und zumutbar. Er könne nebst seinen bereits 
bestehenden Arbeitstagen – neu sei dies Montag, Dienstag und Donnerstag – 
zusätzlich am Mittwochvormittag und Freitagvormittag arbeiten. Bis Mittwochmittag 
würden die Kinder von der Berufungsklägerin betreut und am Freitagvormittag sei 
D._____ nun im Kindergarten (vgl. act. A.9, 5-8). Der Berufungsbeklagte äussert 
sich hierzu nicht (vgl. act. A.10).

4.15. Auch bei einer Tätigkeit im 80%-Pensum kann die bisherige 
Betreuungsreglung dank dem Kindergartenbesuch von D._____ weitergeführt 
werden. Die angerufene Stabilität der Verhältnisse wird damit gewahrt, da die 
Töchter während der schul- bzw. kindergartenfreien Zeit immer noch im selben 
Umfang persönlich vom Berufungsbeklagten betreut werden können. Ab August 
2024 ist es dem Berufungsbeklagten daher nicht bloss möglich, sondern auch 
zumutbar, in einem 80%-Pensum tätig zu sein, weshalb ihm ab diesem Zeitpunkt 
ein entsprechendes hypothetisches Einkommen anzurechnen ist. Dabei ist 
entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin vom zuletzt erzielten Lohn auszugehen 
und nicht von jenem aus dem Jahr 2018 (vgl. act. A.1, 41). Hochgerechnet auf ein 
80%-Pensum ergibt sich ein hypothetisches monatliches Nettoeinkommen von CHF 
8'080.00, das der Unterhaltsberechnung in der zweiten Phase zugrunde zu legen 
ist.

5. Einkommen der Berufungsklägerin

5.1. Die Vorinstanz stellte ein Nettoeinkommen der Berufungsklägerin von 
insgesamt CHF 13'180.00 fest, bestehend aus einem regelmässigen monatlichen 
Nettolohn von CHF 8'702.00 und einem Gewinn aus der E._____ von 
CHF 4'480.00. Den Lohn ermittelte die Vorinstanz gestützt auf die 
Lohnabrechnungen der Berufungsklägerin von Januar bis Juni 2022 (vgl. RG-
act. III.25). Beim Gewinn stützte sie aufgrund der stark schwankenden Gewinne auf 

21 / 49

den Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021 und damit eine Periode von vier Jahren 
ab. Für das Jahr 2022 hielt sie zudem fest, es liege lediglich ein nicht 
aussagekräftiger Zwischenabschluss per Ende Juli vor (vgl. act. B.1, E. 9.5).

5.2. Die Berufungsklägerin moniert, die Vorinstanz hätte bei der Berechnung des 
Gewinns nicht auf die Jahre 2018 bis 2021 abstellen dürfen, sondern auf die Jahre 
2018, 2021 und das Halbjahr 2022, womit der Gewinn monatlich CHF 3'000.00 
betrage. Die Jahre 2019 und 2020 seien als "Ausreisserjahre" von der 
Gewinnberechnung auszuschliessen. Bei der Berechnung der Sparquote habe die 
Vorinstanz selbst festgehalten, dass das Jahr 2020 als "Ausreisserjahr" zu 
qualifizieren sei. Es sei willkürlich, es bei der Gewinnermittlung trotzdem 
heranzuziehen. Der Gewinn bzw. das den Nettolohn von CHF 8'702.00 
übersteigende Einkommen sei sodann als Sparquote zu behandeln. Es sei in der 
Gesamtbetrachtung willkürlich, ihr den Gewinn zum Einkommen zuzurechnen, 
obwohl dieser nie für den Lebensunterhalt der Familie verwendet worden sei, beim 
Berufungsbeklagten jedoch auf eine Erhöhung des Arbeitspensums mit der 
Begründung zu verzichten, der Familienunterhalt sei gedeckt (vgl. act. A.1, 47-60). 

5.3. Die Vorinstanz legte die Grundsätze zur Ermittlung des Einkommens 
Selbständigerwerbender korrekt dar (vgl. act. B.1, E. 9.5.3.1). Für die 
Unterhaltsberechnung ist das aktuelle effektive oder hypothetische Einkommen 
heranzuziehen. Die Anrechnung des Unternehmensgewinns stellt ein Abstellen auf 
die effektive Leistungsfähigkeit eines Elternteils dar und ist von der Anrechnung 
eines hypothetischen Einkommens zu unterscheiden bzw. unterliegt nicht 
denselben Voraussetzungen. Es ist nicht ersichtlich, worin der implizierte 
Widerspruch oder die Willkür bestehen sollte, wenn die Vorinstanz einerseits den 
Gewinn aus der E._____ (vormals F._____) der Berufungsklägerin bei ihrer 
Leistungsfähigkeit berücksichtigte und andererseits dem Berufungsbeklagten, 
primär aufgrund der vorsorglichen Beibehaltung der bisher gelebten 
Betreuungsformen, kein hypothetisches Einkommen anrechnete. Im Übrigen ging 
die Berufungsklägerin im vorinstanzlichen Verfahren selbst davon aus, dass ihr ein 
Gewinnanteil anzurechnen sei (vgl. RG-act. I.2, 84 ff.). Die grundsätzliche 
Berücksichtigung des Gewinns der E._____ bei der Bestimmung der 
Leistungsfähigkeit der Berufungsklägerin ist daher nicht zu beanstanden. Wie 
bereits von der Vorinstanz und dem Berufungsbeklagten (vgl. act. A.2, 36) 
zutreffend erwähnt, ist eine Sparquote nicht bei der Ermittlung des Einkommens zu 
berücksichtigen, sondern vom Überschuss abzuziehen (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.3). 
Die diesbezüglichen Rügen der Berufungsklägerin werden entsprechend bei der 
Überschussverteilung bzw. unter einem separaten Titel (E. 10) abgehandelt.

22 / 49

5.4. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sollte, um bei der Ermittlung des 
Einkommens Selbständigerwerbender ein einigermassen zuverlässiges Resultat zu 
erreichen und namentlich um Einkommensschwankungen Rechnung zu tragen, auf 
das Durchschnittsnettoeinkommen mehrerer – in der Regel der letzten drei – Jahre 
abgestellt werden (vgl. BGE 143 III 617 E. 5.1).  Die Vergleichsperiode ist umso 
länger zu bemessen, je grösser die Einkommensschwankungen und je unsicherer 
die Angaben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_132/2014 vom 20. Juni 2014 
E. 3.1.3: "Plus les fluctuations de revenus sont importantes et les données fournies 
par l'intéressé sont incertaines, plus la période de comparaison doit être longue."). 
Auffällige, das heisst besonders gute oder besonders schlechte Abschlüsse können 
unter Umständen ausser Betracht bleiben, wobei sich ein Ausreisser-Jahr nicht 
allein durch die betragsmässige (bzw. prozentuale) Differenz im Gewinn/Verlust 
definiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2021 vom 20. April 2022 E. 3.2.3 
und 3.2.4.1). Vorliegend waren die Geschäftsergebnisse in den Jahren 2018 bis 
2021 dermassen schwankend (Gewinn 2018 CHF 7'374.27, Verlust 2019 
CHF 402.35, Gewinn 2020 CHF 143'452.61, Gewinn 2021 CHF 64'635.41; vgl. RG-
act. III.21-24), dass nicht von einem auffälligen Abschluss im Sinne eines 
"Ausreissers" gesprochen werden kann. Um aufgrund der erheblichen 
Schwankungen ein zuverlässigeres Ergebnis zu erhalten, ist es nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz auf vier anstelle von üblicherweise drei 
Geschäftsjahre abgestellt hat. Die Vorinstanz blendete ebenfalls zu Recht kein Jahr 
aus. Die Jahre 2019 und 2020 kompensieren sich in gewisser Weise gegenseitig, 
so auch nach Aussage der Berufungsklägerin. Der Einwand, 2020 sei das einzige 
Jahr gewesen, in welchem die Berufungsklägerin Vollzeit gearbeitet habe, und das 
Geschäftsergebnis sei deshalb nicht repräsentativ, vermag ebenfalls nicht zu 
überzeugen. Nach dieser Argumentation müsste auch das Jahr 2018, in welchem 
die Berufungsklägerin lediglich zu 60% arbeitete (vgl. act. A.1, 24), ausgeblendet 
werden. Die Jahre 2018 (60%) und 2020 (100%) gleichen sich jedoch hinsichtlich 
des Pensums aus bzw. es resultiert im Durchschnitt ein Pensum von 80%, welches 
die Berufungsklägerin selbst als massgebend erachtet. Entgegen dem Dafürhalten 
der Berufungsklägerin kann auch auf das Halbjahr 2022 bzw. den 
Zwischenabschluss 2022 nicht abgestellt werden. Aus dem Zwischenabschluss ist 
kein Stichtag ersichtlich und diverse Positionen sind mit CHF 0.00 versehen 
(beispielsweise die Posten unter dem Titel Sozialversicherungsaufwand). Er ist 
unvollständig bzw. enthält keine verlässlichen Zahlen (vgl. RG-act. III.26). Die 
Vorinstanz stellte daher zu Recht nicht auf den Zwischenabschluss 2022 ab. Dieser 
ist mittlerweile auch überholt, da nun der Jahresabschluss 2022 vorliegt. Die 
Berufungsklägerin vermag mit ihren Rügen nicht durchzudringen.

23 / 49

5.5. Im Berufungsverfahren liegen nun ergänzend zu den Abschlüssen der Jahre 
2018 bis 2021 (vgl. RG-act. III.21-24) die Zahlen für die Jahre 2022 und 2023 vor 
(vgl. act. C.10). Ferner liegen die Steuererklärung 2021 (vgl. RG-act. III.31) und die 
Steuerveranlagung 2022 der Berufungsklägerin (vgl. act. B.25) im Recht. Damit 
erübrigt sich die Beurteilung der vom Berufungsbeklagten gestellten 
Editionsbegehren (vgl. act. A.2, 31 und 35). Aufgrund dieser aktuellen Zahlen ist 
über die massgebende Referenzperiode neu zu befinden. Der Berufungsbeklagte 
hat mit Noveneingabe vom 13. September 2023 die Jahresrechnung 2023 der 
E._____ einschliesslich Zahlen der Jahresrechnung 2022 eingereicht (vgl. act. A.7; 
vgl. act. C.10). Gemäss Jahresrechnung 2022 hat die E._____ im Jahr 2022 einen 
Gewinn von CHF 53'957.85 und im Jahr 2023 einen solchen von CHF 182'849.61 
erzielt. Wie bereits dargelegt, sind die Schwankungen vorliegend erheblich, eine 
eindeutig steigende oder sinkende Tendenz ist auch mit Blick auf die neuen Zahlen 
nicht auszumachen. Es ist damit weiterhin auf einen Durchschnittswert abzustellen. 
Gemäss Ausführungen der Berufungsklägerin war sie 2016/2017 lediglich im 
Rahmen von punktuellen Einzelaufträgen als selbständige Architektin tätig, bevor 
sie 2018 ein grösseres Projekt akquirierte (vgl. act. A.1, 24). Das Geschäftsergebnis 
ist in der Anfangsphase noch verhalten ausgefallen, wobei – in Analogie zur 
Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit – erfahrungsgemäss mit zwei bis 
drei Jahren zu rechnen ist, bis ein volles Erwerbseinkommen erzielt werden kann 
(vgl. BGE 143 III 617 E. 5.4.3 m.w.H.). Aus diesem Grund haben insbesondere die 
Abschlüsse der ersten Jahre mittlerweile keine Aussagekraft mehr, das 
Unternehmen hat sich etabliert, wurde im Jahr 2022 in eine AG umgewandelt (zuvor 
F._____, vgl. RG-act. III.19) und beschäftigt inzwischen mehr Mitarbeiter (vgl. ab 
2021 gestiegener Personalaufwand vgl. RG-act. III.24 und vgl. act. C.10). Der 
vorerwähnten Rechtsprechung folgend sind die letzten drei Geschäftsjahre als 
massgeblich zu betrachten, so dass auf den Durchschnittsgewinn der Jahre 2021 
bis 2023 abzustellen ist.

5.6. Der Berufungsbeklagte rügt, die Jahresrechnung 2021 sei nicht korrekt. Die 
Erträge der durch die G._____ erbrachten Leistungen in Höhe von CHF 19'386.00 
seien nicht enthalten. Zwischen den Parteien sei vereinbart worden, dass in der 
G._____, deren einziger Gesellschafter und Geschäftsführer der Berufungsbeklagte 
gewesen sei, kein Personal angestellt sei und die Leistungen von der F._____ in 
die G._____ hineinfakturiert werden. Diese Umsätze seien in der Jahresrechnung 
2021 der F._____ jedoch nicht verbucht worden (vgl. act. A.2, 33 f.). Die 
Berufungsklägerin bestreitet dies und hält die Ausführungen für unbelegt. Der 
Berufungsbeklagte habe im Jahr 2021 eigene Mandate ausserhalb der F._____ 
gehabt (vgl. act. A.3, 21). 

24 / 49

5.7. In der Jahresrechnung 2020 der F._____ ist unter dem Konto 3470 ein Ertrag 
aus Verwaltung - IC von CHF 11'200.80 enthalten (vgl. RG-act. III.23). Dies 
entspricht dem von der F._____ der G._____ am 13. Januar 2021 in Rechnung 
gestellten Betrag für Arbeitsleistungen 2020 unter dem Titel Verwaltung G._____ 
Intercompany (vgl. RG-act. II.21).  In der Jahresrechnung 2021 der F._____ ist unter 
dem Konto 3408 ein Ertrag aus Verwaltung - IC von CHF 684.20 verbucht (vgl. RG-
act. III.24). In der Jahresrechnung 2021 der G._____ sind als Aufwand unter dem 
Konto 5901 Leistungen Dritter - IC im Betrag von CHF 24'524.10 angeführt, wobei 
die Buchung gemäss dem Kontoblatt 5901 in Zusammenhang mit der Verwaltung 
der G._____ steht (vgl. RG-act. II.22). Damit besteht eine Diskrepanz zwischen den 
Jahresrechnungen der beiden Gesellschaften und als Ertrag respektive als 
Aufwand sind offenbar nicht spiegelbildlich dieselben Beträge verbucht worden. 
Allerdings befindet sich keine Rechnung der F._____ an die G._____ für 
Arbeitsleistungen 2021 analog jener für das Jahr 2020 bei den Akten, weshalb sich 
nicht beurteilen lässt, ob der vom Berufungsbeklagten geltend gemachte 
zusätzliche Ertrag zu Unrecht nicht in der Jahresrechnung der F._____ figuriert. Es 
bleibt damit beim ausgewiesenen Jahresergebnis und damit bei einem Gewinn im 
2021 von CHF 64'635.41 (vgl. RG-act. III.24).

5.8. Soweit der Berufungsbeklagte im Übrigen auf den Steuerwert der 
Stammanteile der F._____ 2021 Bezug nimmt, welcher in der Steuererklärung 2021 
der Parteien falsch bewertet worden sei und allenfalls eine Berichtigung des 
Jahresgewinnes 2021 nach sich ziehe (vgl. act. A.4, 4), legt die Berufungsklägerin 
glaubhaft dar, dass dies keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2021 hat (vgl. 
act. A.5, 1 ff.; vgl. RG-act. III.31). Die Jahresrechnung 2021 wurde erstellt, nachdem 
die Steuerverwaltung der Berufungsklägerin die (erste) Bewertung der 
Stammanteile mitgeteilt hatte (Mitteilung Bewertung der Stammanteile 
im Dezember 2021, Erstellung Jahresrechnung 2021 im April 2022; vgl. act. B.23; 
vgl. RG-act. III.24). Nach der Erstellung der Jahresrechnung erfolgte im Mai 2022 
eine zweite (tiefere) Bewertung der Stammanteile durch die Steuerverwaltung (vgl. 
act. B.24). Im Juli 2022 deklarierte die Berufungsklägerin in ihrer Steuererklärung 
schliesslich den Wert der Stammanteile abweichend von beiden erwähnten 
steuerlichen Bewertungen (vgl. RG-act. III.31). Vergleicht man den deklarierten 
Wert von CHF 20'000.00 mit den Werten gemäss Steuerverwaltung von 
CHF 962'000.00 bzw. CHF 497'000.00 ist die Falschdeklaration jedoch 
offensichtlich. Sie lässt keinen Rückschluss darauf zu, dass die Jahresrechnung 
2021 einen zu tiefen Gewinn ausweisen würde. Angesichts des im 2021 gegenüber 
2020 gesunkenen Gewinns liegt es zudem nahe, dass die erste Bewertung auf der 
Jahresrechnung 2020 und die zweite, nach unten korrigierte Bewertung auf der 

25 / 49

Jahresrechnung 2021 basierte, letztere mithin der Berechnung des Werts der 
Stammanteile zugrunde gelegt wurde. Inwiefern nun letzterer umgekehrt wieder zu 
einer Berichtigung/Erhöhung des Jahresgewinnes 2021 führen sollte, ist nicht 
nachvollziehbar. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Deklaration der Stammanteile 
oder deren abweichende Bewertung durch die Steuerverwaltung einen Einfluss auf 
den in der Jahresrechnung 2021 ausgewiesenen Gewinn der F._____ haben sollte.

5.9. Der Berufungsbeklagte addiert zum Gewinn 2023 der E._____ stille 
Reserven auf Fahrzeugen (Überabschreibungen) von CHF 36'545.00 und geht von 
einem Gewinn in Höhe von CHF 219'394.00 aus. Gemäss Wegleitung der 
Steuerverwaltung betrage der Abschreibungssatz auf Fahrzeuge 40% des 
Buchwerts. Im Jahr 2022 seien keine Fahrzeuge aktiviert gewesen (Bestand 
CHF 0.00) und im Jahr 2023 sei bei den Fahrzeugen Bestand CHF 1.00 
angegeben. Somit seien im Jahr 2023 Fahrzeuge beschafft worden, die zu 100% 
abgeschrieben worden seien, konkret zu CHF 60'909.00 (Konto Abschreibungen 
und Wertberichtigungen Fahrzeuge). 60% seien entsprechend Über-
abschreibungen bzw. stille Reserven (vgl. act. A.7). Die Berufungsklägerin 
bestreitet, dass stille Reserven aufzurechnen seien, und argumentiert weiterhin, ein 
höheres Einkommen nach der Trennung sei als Sparquote zu qualifizieren und der 
Gewinn sei daher für die Berechnung des Unterhalts ohne Relevanz (vgl. act. A.9, 
1 f.).

5.10. Der Gewinn ist insbesondere durch Aufrechnungen von ausserordentlichen 
Abschreibungen, unbegründeten Rückstellungen und Privatbezügen zu korrigieren 
(vgl. BGE 143 III 617 E. 5.1 m.w.H.; vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 5A_684/2011 vom 31. Mai 2012). Es trifft zu, dass gemäss der 
Jahresrechnung 2023 bezüglich Fahrzeuge eine Abschreibung und Wertbe-
richtigung im Betrag von CHF 60'908.94 erfolgte und im Vorjahr wie auch im Jahr 
2021 noch kein Fahrzeug verzeichnet war (vgl. act. C.10; vgl. RG-act. III.24). Zwar 
beträgt der grundsätzliche Abschreibungssatz gemäss Wegleitung der 
Steuerverwaltung, auf welche der Berufungsbeklagte hinweist, bei Motorfahrzeugen 
40%. Allerdings können auf Güter des Anlagevermögens, die einem erheblichen 
Wertverlust unterliegen, insbesondere im Anschaffungsjahr Sofortabschreibungen 
geltend gemacht werden. Für geschäftliche Betriebe werden für Fahrzeuge 
Sofortabschreibungen von 100% zugelassen (vgl. dazu Wegleitung zur 
Steuererklärung 2023, Juristische Personen und Personengesellschaften mit Sitz 
im Kanton Graubünden, Anhang 1). Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer 
übermässigen Abschreibung ausgegangen werden und es ist auf das Geschäfts-
ergebnis der Jahresrechnung 2023 abzustellen.

26 / 49

5.11. Bezüglich des Einkommens der Berufungsklägerin im 2022 führt der 
Berufungsbeklagte aus, dass aus der nun vorliegenden definitiven 
Steuerveranlagungsverfügung 2022 ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 
CHF 16'905.00 (einschliesslich CHF 6'667.00 aus Vermögensertrag) ersichtlich sei. 
Die Berufungsklägerin habe ihr Einkommen nicht richtig deklariert; durch die 
Umwandlung des Stammkapitals der GmbH von CHF 20'000.00 in Aktienkapital von 
CHF 100'000.00 sei die Umwandlung im Umfang von CHF 80'000.000 aus den 
übrigen Reserven der GmbH erfolgt, was als Einkommen angerechnet worden sei. 
Zum monatlichen Einkommen von CHF 16'905.00 komme noch der Gewinn 2022 
der E._____ hinzu (vgl. act. A.6). Die Berufungsklägerin äusserte sich hierzu nicht. 

5.12. Nach der Rechtsprechung gehören zum Nettoeinkommen auch effektiv 
bezahlte Provisionen, Gratifikationen, Boni und ähnliche Zulagen sowie Erträge aus 
eigenem Vermögen (vgl. BÜCHLER/RAVEANE, in: Fankhauser [Hrsg.], FamKomm 
Scheidung, Bd. I, 4. Aufl. 2022, Art. 125 N. 27; vgl. MAIER/ VETTERLI, in: Fankhauser 
[Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bd. I, 4. Aufl. 2022, Art. 176 N. 32 ff. je m.w.H.). 
Tatsächlich erzielte Vermögenserträge von Konten und Wertpapieren oder von 
Immobilien sind grundsätzlich als anrechenbares Einkommen zu berücksichtigen 
(vgl. SPYCHER/MAIER, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhalts-
rechts, 3. Aufl. 2023, N. 01.40 und 01.75; vgl. SIX, Eheschutz, 2. Aufl. 2014, 
N. 2.155). 

5.13. Der Steuerveranlagung 2022 (vgl. act. B.25) lässt sich entnehmen, dass die 
Umwandlung im Umfang von CHF 80'000.00 steuerbaren Vermögensertrag 
(steuerbare Gratisaktien) darstellt und dieser steuerlich als Einkommen 
aufgerechnet wird. Für die vorliegende Einkommensermittlung ist dieser Ertrag 
dagegen nicht zu berücksichtigen. Aufgrund der erfolgten Umwandlung von einer 
GmbH in eine AG handelt es sich um eine einmalige (steuerrechtliche) Realisierung 
und nicht um einen wiederkehrenden Vermögensertrag. Sodann kann nicht von 
einem tatsächlich erzielten Vermögensertrag gesprochen werden, weil dieser für die 
Berufungsklägerin nicht verfügbar ist, sondern sich lediglich das Eigenkapital der 
Gesellschaft erhöht hat.

5.14. Wie erwähnt werden für die Einkommensermittlung die Jahre 2021 bis 2023 
als Referenzperiode herangezogen (vgl vorstehend E. 5.5). Dies führt, gestützt auf 
die Jahresrechnungen, zu einem Durchschnittswert von CHF 100'480.96 pro Jahr 
bzw. CHF 8'373.41 pro Monat (Gewinn 2021 CHF 64'635.41, Gewinn 2022 
CHF 53'957.85, Gewinn 2023 CHF 182'849.61). Der Gewinnanteil tritt zusätzlich 
zum Nettolohn von CHF 8'702.00 hinzu, was zu einem monatlichen Einkommen der 
Berufungsklägerin von total CHF 17'075.00 führt.

27 / 49

6. Bedarf des Berufungsbeklagten; Auswärtige Verpflegungskosten

6.1. Die Vorinstanz kürzte die vom Berufungsbeklagten für auswärtige 
Verpflegung geltend gemachten Kosten von CHF 141.90 (CHF 11.00 x 21.5 
Arbeitstage, davon 60%) auf CHF 90.00, da er teilweise Spesenersatz vom 
Arbeitgeber erhalte, was aus dem Lohnausweis hervorgehe. Bei einem 60%-
Pensum würden (nur) zwei auswärtige Mahlzeiten pro Woche für monatlich 
CHF 90.00 gemäss dem Ansatz aus den Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- 
und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (nachfolgend: 
betreibungsrechtliche Richtlinien) als angemessen erscheinen (vgl. act. B.1, 9.4.2).

6.2. In Bezug auf den Bedarf des Berufungsbeklagten moniert die 
Berufungsklägerin die Höhe der Verpflegungskosten. Anstelle der CHF 90.00 hätten 
lediglich CHF 44.00 angerechnet werden dürfen, zumal der Berufungsbeklagte 
vorwiegend auswärts tätig sei und damit mehr als 50% der Mahlzeiten durch eine 
Spesenentschädigung gedeckt würden. Es seien demnach höchstens 
Mahlzeitkosten für einen Tag pro Woche zu berücksichtigen (vgl. act. A.1, 43 ff.). 
Der Berufungsbeklagte hält dagegen, er habe anlässlich der Parteibefragung 
ausgeführt, dass er vorwiegend auswärts tätig sei und nicht für jeden Einsatz eine 
Entschädigung für Mahlzeiten erhalte. Gemäss Lohnausweis werde bei einem 
100%-Pensum eine jährliche Spesenpauschale von CHF 1'300.00 für Verpflegung 
und Unterkunft ausgerichtet, wobei geschätzt die Hälfte (CHF 650.00) auf die 
Verpflegung entfalle. Bei einem 60%-Pensum würden entsprechend monatlich 
CHF 32.50 durch den Arbeitgeber für Verpflegung vergütet. Es sei ihm daher die 
Differenz zu den gesamten Verpflegungskosten von CHF 109.40 im Bedarf 
anzurechnen (CHF 141.90 abzüglich CHF 32.50; vgl. act. A.2, 28 ff.).

6.3. Gestützt auf den Lohnausweis 2019 (vgl. RG-act. III.15) ist davon 
auszugehen, dass der Berufungsbeklagte bei einem 60% Pensum eine 
Spesenpauschale von CHF 780.00 jährlich bzw. CHF 65.00 monatlich erhält. 
Inwiefern dadurch nicht nur Verpflegungskosten, sondern auch Unterkunftskosten 
abgedeckt werden bzw. Unterkunftskosten angefallen sind, legt der 
Berufungsbeklagte nicht dar. Dass die Spesenpauschale auch eine Kilometer-
entschädigung enthalten würde, wie der Berufungsbeklagte anlässlich der 
vorinstanzlichen Parteibefragung angab (vgl. RG-act. VII.1, S. 4), deckt sich nicht 
mit den Angaben auf dem Lohnausweis (vgl. RG-act. III.15). Es ist daher davon 
auszugehen, dass mit der Spesenpauschale nur die auswärtige Verpflegung des 
Berufungsbeklagten abgegolten wird.  Die Vorinstanz ging von rund 20 Arbeitstagen 
pro Monat bei einem 100%-Pensum respektive 16 Arbeitstagen bei einem 80%-
Pensum aus (vgl. act. B.1, E. 9.7.2.3; 21.5 Arbeitstage, wie sie der Berechnung des 

28 / 49

Berufungsbeklagten zugrunde liegen, erweisen sich unter Berücksichtigung der 
Ferien und Feiertage als überhöht), womit bei 60% daher durchschnittlich 
12 Arbeitstage anzunehmen sind. Mit Blick auf die Aussage des Berufungs-
beklagten, vorwiegend auswärts tätig zu sein (vgl. RG-act. VII.1, S. 4), rechtfertigt 
es sich, monatlich 10 auswärtige Mahlzeiten zu berücksichtigen, was bei einem 
Ansatz von CHF 11.00 gemäss betreibungsrechtlichen Richtlinien Kosten von 
CHF 110.00 ergibt. Wie ausgeführt werden CHF 65.00 durch die Spesen-
entschädigung des Arbeitsgebers bereits abgedeckt, so dass noch Kosten von 
CHF 45.00 für auswärtige Verpflegung anzurechnen sind, was dem von der 
Berufungsklägerin geforderten Betrag entspricht.

6.4. Mit einem 80%-Pensum ab August 2024 verändern sich die 
Verpflegungskosten. Ausgehend von 16 Arbeitstagen bzw. einer auswärtigen 
Verpflegung an 13 Arbeitstagen ergeben sich monatliche Kosten von CHF 143.00. 
Die Spesenpauschale beträgt aufgerechnet auf 80% CHF 86.00 monatlich, womit 
der verbleibende Betrag von CHF 57.00 im Bedarf des Berufungsbeklagten zu 
berücksichtigen ist.

7. Bedarf der Berufungsklägerin; Auswärtige Verpflegungskosten

7.1. Die Vorinstanz kürzte auch die von der Berufungsklägerin für auswärtige 
Verpflegung geltend gemachten Kosten von CHF 176.00 auf CHF 100.00, unter 
Annahme von neun Tagen, an denen sie auswärts esse. Die Kosten für die 
Verpflegung von zuhause seien bereits durch den Grundbetrag gedeckt, es sei 
unklar, ob der von der E._____ verbuchte Spesenaufwand auch auswärtige 
Verpflegung enthalte, und auf dem Lohnausweis der Berufungsklägerin seien keine 
Spesen hierfür ausgewiesen (vgl. act. B.1, E. 9.7.2).

7.2. Die Berufungsklägerin rügt es als willkürlich, beim Berufungsbeklagten bei 
einem 60%-Pensum und nachgewiesener Spesenentschädigung von acht 
auswärtigen Mittagessen auszugehen, bei ihrem 80%-Pensum und fehlender 
Spesenentschädigung hingegen bloss von neun. Die Erklärung, "manchmal etwas 
von zuhause mitzunehmen", bedeute nicht in der Hälfte der Fälle, sondern maximal 
an einem Tag pro Woche. Es sei daher von zwölf Tagen pro Monat auswärtiger 
Verpflegung und Kosten von monatlich CHF 132.00 auszugehen (vgl. act. A.1, 61 
ff.). Der Berufungsbeklagte bestreitet dies und hält dafür, es seien keine 
Verpflegungskosten zu berücksichtigen, da sich die Berufungsklägerin wie in der 
Vergangenheit weiterhin mit Essen von zuhause verpflege. Andernfalls wäre ihre 
Aussage, manchmal nehme sie etwas von zuhause mit und manchmal esse sie 

29 / 49

auswärts, mit der Vorinstanz dahingehend zu interpretieren, dass sie sich in der 
Hälfte der Fälle auswärts verpflege (vgl. act. A.2, 38 f.).

7.3. Wie beim Berufungsbeklagten fehlen auch bei der Berufungsklägerin Belege 
für angefallene auswärtige Verpflegungskosten und es wird ihre Parteiaussage 
herangezogen. Die Berufungsklägerin will wie dargelegt einen auswärtigen 
Verpflegungsanteil von 3/4 (12 von 16 Mahlzeiten) berücksichtigt wissen. Dies 
würde einer klar überwiegenden auswärtigen Verpflegung entsprechen, was sich 
nicht aus ihrer Parteiaussage ableiten lässt. Wenn die Vorinstanz von neun 
auswärtigen Mahlzeiten und damit leicht mehr als der Hälfte der Arbeitstage 
ausgeht, ist dies angesichts der Aussage der Berufungsklägerin, es sei 
unterschiedlich, manchmal nehme sie etwas zu Essen mit und manchmal nicht (vgl. 
RG-act. VII.1, S. 4), nicht zu beanstanden. Es bleibt damit bei den angerechneten 
Kosten für auswärtige Verpflegung der Berufungsklägerin von CHF 100.00 
monatlich.

8. Bedarf der Kinder; Fremdbetreuungskosten

8.1. Die Vorinstanz erwog, beim Berufungsbeklagten würden 
Fremdbetreuungskosten für die Betreuung der Kinder durch die Gastfamilie am 
Mittwochmittag und -nachmittag anfallen. Da die Berufungsklägerin 
unbestrittenermassen angeboten habe, mit den Kindern zu Mittag zu essen, seien 
nur die Fremdbetreuungskosten nach dem Mittag, ab 13.30 Uhr, zu berücksichtigen, 
welche pro Kind CHF 270.00 betragen würden. Die Kosten für die Mahlzeiten seien 
ohnehin bereits durch den Grundbetrag abgedeckt. Die Höhe der 
Fremdbetreuungskosten sei gerechtfertigt, da die Geschwister so gemeinsam 
betreut werden könnten und kein Mankofall vorliege. Bei der Berufungsklägerin 
rechnete die Vorinstanz monatlich CHF 140.00 für die Betreuung von C._____ beim 
Mittagstisch und in der Tagesstruktur an sowie CHF 750.00 für die Betreuung von 
D._____ in der Kita an zwei Tagen pro Woche (vgl. act. B.1, E. 9.8.2 und 9.9.3).

8.2. Beide Parteien monieren die beim Berufungsbeklagten berücksichtigten 
Fremdbetreuungskosten. Die bei der Berufungsklägerin berücksichtigten Kosten 
bleiben unbeanstandet. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz habe 
ihr rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich mit ihrem Vorhalt, der 
Berufungsbeklagte arbeite nur 60% und lasse C._____ am Mittwochnachmittag 
unnötig fremdbetreuen, nicht auseinandergesetzt habe. Der Berufungsbeklagte 
habe den Fremdbetreuungstag von Donnerstag auf Mittwoch verlegt, so dass am 
Mittwochnachmittag Fremdbetreuungskosten für beide Kinder finanziert werden 
müssten, während vorher am Donnerstag nur Kosten für ein Kind (Kitakosten für 

30 / 49

D._____) angefallen seien. Dies hätte sich durch eine entsprechende Organisation 
der Arbeitstage vermeiden lassen. Wenn der Berufungsbeklagte D._____ und 
C._____ für ein Mehrfaches der Kosten am Mittwochnachmittag durch eine privat 
engagierte Betreuungsperson betreuen lasse, habe er die dadurch entstehenden 
selbstverschuldeten Mehrkosten zu tragen. Diese "neuen" Fremdbetreuungskosten 
habe er selbst zu übernehmen und seien nicht im Bedarf der Töchter anzurechnen. 
Während sich die Kosten für den Kita-Besuch von D._____ auf monatlich 
CHF 190.00 belaufen hätten (Kita Kosten für drei Tage CHF 941.00, für zwei Tage 
CHF 750.00), würden die Kosten für die Tagesmutter monatlich CHF 689.30 (je 
CHF 344.65 für C._____ und D._____) betragen. Dass es sich gemäss 
Argumentation der Vorinstanz um keinen Mankofall handle, ändere nichts, zumal 
die Kosten im Ergebnis von der Berufungsklägerin getragen würden, welche mit der 
Fremdbetreuung durch die Tagesmutter nicht einverstanden gewesen sei (vgl. 
act. A.1, 64 ff.). Der Berufungsbeklagte führt demgegenüber aus, es sei klar, dass 
er bei einem Arbeitspensum von 60% und einem Betreuungspensum von 50% auf 
eine Fremdbetreuung von 10% (einen Halbtag) angewiesen sei. Entgegen der 
Vorstellung der Berufungsklägerin sei es ihm nicht möglich gewesen, sich seine 
Arbeitstage frei auszusuchen und diese seien auf Montag, Dienstag und Mittwoch 
festgelegt. Am Mittwochnachmittag gebe es keine Tagesstruktur in O.1._____, 
weshalb er die Lösung mit der Tagesmutter gefunden habe, welche einen 
Stundenlohn von CHF 32.00 habe, was bei den vorliegenden finanziellen 
Verhältnissen im Rahmen liege. Allerdings habe die Vorinstanz für die 
Mittwochnachmittagsbetreuung lediglich CHF 270.00 anstatt CHF 344.65 pro Kind 
berücksichtigt, wie wenn sie erst ab 13.30 Uhr durch die Gastfamilie betreut würden. 
Dies entspreche nicht den tatsächlich anfallenden Fremdbetreuungskosten. Im 
Rahmen der Krippenkosten würden die Mahlzeiten ebenfalls vollumfänglich 
entschädigt (vgl. act. A.2, 40 ff.). Gemäss der Berufungsklägerin ist es nicht 
vorstellbar, dass der Berufungsbeklagte zwingend von Montag bis Mittwoch 
arbeiten müsse, da die Stelle zu 80-100% ausgeschrieben gewesen sei. Die 
Ausgestaltung der Arbeitstage dürfte vielmehr aus Bequemlichkeit erfolgt sein, da 
er so nur ein Kind aufs Mal zu betreuen habe und nicht am Mittwochnachmittag 
beide zusammen (vgl. act. A.3, 22 ff.). Der Berufungsbeklagte weist darauf hin, 
bereits im Plädoyer vom 17. November 2022 dargelegt zu haben, dass er seine 
Arbeitstage nicht habe frei wählen können (vgl. act. A.4, 9).

8.3. Die Vorinstanz setzte sich zwar nicht ausdrücklich mit dem Argument der 
Berufungsklägerin auseinander, wonach die Fremdbetreuungskosten am 
Mittwochnachmittag durch die Wahl der Arbeitstage des Berufungsbeklagten 
entstanden seien. Allerdings warf die Vorinstanz die Frage auf, ob die vom 

31 / 49

Berufungsbeklagten geltend gemachten relativ hohen Fremdbetreuungskosten am 
Mittwochmittag und -nachmittag vollumfänglich berücksichtigt werden könnten. 
Dabei würdigte sie das Vorbringen, dass die Berufungsklägerin dem 
Berufungsbeklagten angeboten habe, jeden Mittwoch mit den Kindern zu Mittag zu 
essen (vgl. act. B.1, E. 9.8.2.3). Soweit darin eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs liegt, kann diese im Berufungsverfahren ausnahmsweise geheilt werden, da 
es sich nicht um eine schwerwiegende Verletzung handelt und die Berufungsinstanz 
über eine volle Kognition in Tat- und Rechtsfragen verfügt (Art. 310 ZPO; vgl. Urteil 
des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 21 60 vom 25. Mai 2021 E. 3.1).

8.4. Der Berufungsbeklagte befindet sich in einem Anstellungsverhältnis, weshalb 
es durchaus glaubhaft erscheint, dass er bei der Wahl seiner Arbeitstage nicht frei 
gewesen ist und er am Stück von Montag bis Mittwoch arbeiten muss bzw. musste. 
Selbstredend müsste in einem 80%-Pensum mindestens einer der Tage 
Donnerstag oder Freitag gearbeitet werden. Daraus kann entgegen dem 
Dafürhalten der Berufungsklägerin jedoch nicht abgeleitet werden, dass in einem 
tieferen Pensum die Arbeitstage vom Arbeitnehmer gewählt und auch auf 
Donnerstag oder Freitag gelegt werden könnten. Es kann somit nicht von 
"selbstverschuldeten" Fremdbetreuungskosten ausgegangen werden. 
Entsprechend erweist sich aufgrund der Arbeitstätigkeit des Berufungsbeklagten 
eine Fremdbetreuung am Mittwochnachmittag als erforderlich und die Kosten sind 
im Bedarf von C._____ und D._____ anzurechnen. Die Berufungsklägerin 
widerspricht der Darstellung nicht, wonach am Mittwochnachmittag in O.1._____ 
keine Tagesstruktur angeboten wird. In Bezug auf die Höhe der 
Fremdbetreuungskosten ist festzuhalten, dass die privaten Betreuungskosten 
(Stundenansatz von CHF 30.00 für zwei Kinder bzw. CHF 15.00 pro Kind, vgl. 
nachfolgende Berechnung) die Betreuungskosten in der Kita nicht derart 
übersteigen, wie dies die Berufungsklägerin darstellt (vgl. RG-act. II.3, jährliche 
Kita-Kosten für D._____ von CHF 9'000.00 [12 x CHF 750.00] für 88 
Betreuungstage [44 Wochen x 2 Tage] = Kosten von CHF 102.00 pro 
Betreuungstag = Stundenansatz von rund CHF 11.00 pro Kind ausgehend von 
9 Betreuungsstunden), und diese noch als angemessen gelten.

8.5. Der im Recht liegenden Vereinbarung mit der Gastfamilie bzw. Tagesmutter 
(vgl. RG-act. II.2) lässt sich entnehmen, dass die Betreuung jeden zweiten Mittwoch 
von 12.00 bis 18.00 Uhr erfolgt und mit Kosten von insgesamt CHF 200.00 (für 
beide Kinder inkl. Mahlzeit) verbunden ist. Jeden anderen Mittwoch erfolgt die 
Betreuung von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr gegen ein Entgelt von insgesamt CHF 
135.00 (für beide Kinder). Die Vorinstanz berücksichtigte für die 

32 / 49

Mittwochnachmittagsbetreuung durchwegs die tieferen Kosten von CHF 135.00 mit 
der Begründung, die Berufungsklägerin habe dem Berufungsbeklagten 
unbestrittenermassen angeboten, mit den Kindern jeden Mittwoch zu Mittag zu 
essen (vgl. act. B.1, E. 9.8.2.3). Diese Begründung steht allerdings in Widerspruch 
zum angeordneten Betreuungsmodell, wonach der Wechsel zum 
Berufungsbeklagten in geraden Wochen bereits um 12.00 Uhr erfolgt (vgl. act. B.1, 
Dispositivziffer 5.1). In Einklang mit der angeordneten Betreuungsregelung sind die 
Kosten für die ab 12.00 Uhr zu übernehmende Betreuung einschliesslich 
Mahlzeitkosten zuzugestehen. Dass Mahlzeiten bereits durch den Grundbetrag 
abgedeckt werden, wie dies die Vorinstanz festhält (vgl. act. B.1, E. 9.8.2.3), trifft 
für die Verpflegung der Kinder bei den Eltern zuhause zu, nicht aber für eine 
auswärts erfolgende Verpflegung. Diese wird regelmässig im Rahmen von 
Fremdbetreuungskosten mitberücksichtigt. Vorliegend werden die Kinder von der 
Tagesmutter beim Berufungsbeklagten zuhause betreut (vgl. RG-act. II.2.), 
aufgrund der Vereinbarung ist allerdings davon auszugehen, dass die Tagesmutter 
für die Verpflegung (Einkauf und Zubereitung) jeden zweiten Mittwoch besorgt sein 
muss. Dies ist mit einer auswärtigen Verpflegung vergleichbar, was eine separate 
Entschädigung rechtfertigt. Dies führt vorliegend – abweichend zur Berechnung des 
Berufungsbeklagten ist gestützt auf die Vereinbarung von einem Stundenansatz 
von CHF 30.00 [statt CHF 32.00] zuzüglich der Mahlzeitkosten von CHF 20.00 für 
jeden zweiten Mittwoch auszugehen – zu durchschnittlichen monatlichen 
Fremdbetreuungskosten von CHF 614.00 (22 x CHF 200.00 + 22 x CHF 135.00). 
Somit sind im beim Berufungsbeklagten anfallenden Bedarf von C._____ und 
D._____ je CHF 307.00 für Fremdbetreuung anzurechnen.

8.6. Die Einschulung von D._____ hat offenbar einen Wechsel der Arbeitstage 
des Berufungsbeklagten nach sich gezogen. Gemäss Ausführungen der 
Berufungsklägerin arbeitet der Berufungsbeklagte am Montag, Dienstag und 
Donnerstag, wobei die Kinder nun am Donnerstagnachmittag anstatt wie bisher am 
Mittwochnachmittag fremdbetreut würden (vgl. act. A.9, 8). Wie dargelegt wird ab 
August 2024 von einem 80%-Pensum und damit einem zusätzlichen Arbeitstag des 
Berufungsbeklagten ausgegangen. Aufgrund des Schul- bzw. Kindergartenbesuchs 
ist dem Berufungsbeklagten eine Arbeitstätigkeit am Mittwoch- und Freitagvormittag 
möglich, ohne dass dabei weitere Fremdbetreuungskosten entstehen. Jedenfalls 
wird dies vom Berufungsbeklagten nicht geltend gemacht (vgl. act. A.10). 
Entsprechend bleibt es für die zweite Phase bei Fremdbetreuungskosten für einen 
Halbtag, wobei davon auszugehen ist, dass die Betreuung am Donnerstag aufgrund 
der Arbeitstätigkeit des Berufungsbeklagten nun jeweils in geraden und ungeraden 
Wochen von 12.00 bis 18.00 Uhr erfolgt, wobei C._____ am Nachmittag in der 

33 / 49

Schule sein dürfte, D._____ aber mutmasslich nicht im Kindergarten, sondern der 
Betreuung durch die Tagesmutter bedarf. Das Entfallen der Betreuung von C._____ 
am Nachmittag dürfte die zusätzliche Betreuung am Mittag auch in ungeraden 
Wochen kompensieren. Demzufolge bleibt es bei den angerechneten 
Fremdbetreuungskosten von je CHF 307.00.

9. Steuern

9.1. Die in der Bedarfsberechnung einzusetzenden Steuern hängen notorisch von 
den zuzusprechenden Unterhaltsbeiträgen ab. Im Rahmen der 
Untersuchungsmaxime wird die Steuerlast daher praxisgemäss gerichtlich ermittelt, 
wenn der Unterhalt neu festgelegt wird (vgl. Urteil des Kantonsgerichts von 
Graubünden ZK1 20 30 vom 18. August 2022 E. 9.2.9 und ZK1 19 48 vom 
2. Dezember 2022 E. 10.1). Bezüglich der Ermittlung des Steueranteils der Kinder 
wird auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. act. B.1, 
E. 9.4.3.3). Die Vorinstanz legte ihrer Steuerberechnung Unterhaltsbeiträge von 
rund CHF 30'000.00 zugrunde. Da die Unterhaltsbeiträge in der ersten Phase nicht 
massgebend tiefer ausfallen und die Vorinstanz den Steuerbetrag aufrundete, 
rechtfertigt es sich, die Steuerlast des Berufungsbeklagten bei CHF 300.00 (vgl. 
act. B.1, E. 9.4.3.6) und jene der Kinder bei je CHF 50.00 zu belassen (vgl. act. B.1, 
E. 9.4.3.7). Da bei der Berufungsklägerin auf ein höheres Einkommen abgestellt 
wird, ist ihre Steuerbelastung anzupassen. Ausgehend vom angerechneten 
jährlichen Einkommen von CHF 210'420.00 (inkl. Kinderzulagen) und Abzügen von 
rund CHF 53'500.00 bzw. CHF 49'700.00 entsprechend dem vorinstanzlichen 
Entscheid (vgl. act. B.1, E. 9.7.3.3, darunter Unterhaltsbeiträge von rund 
CHF 27'000.00) resultiert ein steuerbares Einkommen von rund CHF 156'900.00 
(Kanton) bzw. CHF 160'700.00 (Bund). Gemäss Online Steuerrechner ergibt sich 
eine monatliche Steuerbelastung der Berufungsklägerin von gerundet 
CHF 2'670.00 (Steuerjahr 2023; CHF 32'007.00/12).

9.2. Das Einkommen des Berufungsbeklagten und damit auch seine 
Steuerbelastung erhöhen sich ab August 2024. Ausgehend von einem jährlichen 
Einkommen von CHF 118'844.00 (Einkommen von CHF 96'960.00, 
Familienzulagen CHF 1'184.00, Unterhaltsbeiträge von rund CHF 20'000.00) und 
Abzügen von rund CHF 39'500.00 bzw. CHF 32'900.00 (vgl. act. B.1, E. 9.4.3.6) 
resultiert ein steuerbares Einkommen von CHF 79'350.00 (Kanton) bzw. 
CHF 85'950.00 (Bund). Die monatliche Steuerlast beträgt gerundet CHF 510.00 
(Steuerjahr 2024; CHF 6'148.00/12). Davon entfällt ein Anteil von rund 18%, 
entsprechend dem Verhältnis der Einkünfte (vgl. act. B.1, E. 9.4.3.7) auf die Kinder 
und damit ein Betrag von je CHF 45.00. In der zweiten Phase ist bei der 

34 / 49

Berufungsklägerin ein steuerbares Einkommen von CHF 163'900.00 (Kanton) und 
CHF 167'700.00 anzunehmen (Einkommen von CHF 210'420.00 und Abzüge von 
rund CHF 46'500.00 bzw. CHF 42'700.00, darunter Unterhaltsbeiträge von rund 
CHF 20'000.00). Gestützt darauf ergib sich eine monatliche Steuerlast für die 
Berufungsklägerin von gerundet CHF 2'760.00 (Steuerjahr 2024; 
CHF 33'136.00/12).

Die übrigen Bedarfspositionen blieben unbeanstandet und sind gemäss der vor-
instanzlichen Berechnung zu übernehmen (siehe act. B.1, E. 9.10).

10. Sparquote

10.1. Die Vorinstanz erwog, es sei nicht glaubhaft gemacht worden, dass es sich 
beim Vermögenszuwachs zwischen 2018 und 2020 auf Wertschriften, Guthaben 
und dem Säule-3a-Konto um Ersparnisse handle, die aus dem Einkommen der 
Ehegatten gebildet worden seien. Ferner sei nicht dargelegt worden, aus wessen 
Einkommen die Ersparnisse stammen und ob diese auch nach der Trennung 
gebildet würden. Im Übrigen würde die Sparquote, auch wenn sie glaubhaft 
gemacht wäre, durch die trennungsbedingten Mehrkosten konsumiert. Im 
Trennungsjahr hätten die Ehegatten nicht weniger, sondern gar nichts angespart 
(vgl. act. B.1, E. 9.11).

10.2. Die Berufungsklägerin rügt, die Vorinstanz habe die Sparquote zu Unrecht 
nicht berücksichtigt. Sie verweist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, 
wonach der bisherige Lebensstandard die obere Grenze des gebührenden 
Unterhalts bilde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 
2020) und damit folgerichtig auch die Erhöhung des Einkommens nach Aufnahme 
des Getrenntlebens als neue Sparquote zu betrachten sei (vgl. act. A.1, 77). In der 
Folge berechnet sie eine monatliche Sparquote der Parteien von CHF 11'609.00, 
wobei CHF 4'478.00 auf das Mehreinkommen der Berufungsklägerin und 
CHF 1'777.00 auf das Mehreinkommen des Berufungsbeklagten seit der Trennung 
entfalle und deren Sparquote zugesprochen werden müsse. Der restliche Betrag 
(CHF 4'795.00 Vermögenszuwachs und CHF 569.00 Säule-3a-Konto) sei als 
Sparquote zu 60% der Berufungsklägerin und zu 40% dem Berufungsbeklagten 
anzurechnen (vgl. act. A.1, 103 f.). Mit den von ihr geltend gemachten 
trennungsbedingten Mehrkosten, welche sie auf CHF 2'800.00 beziffert habe, habe 
sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt, sondern nur pauschal festgehalten, 
diese würden eine allfällige Sparquote konsumieren (vgl. act. A.1, 97 f.). 
Schliesslich weist die Berufungsklägerin auch auf die Rechtsprechung zur 

35 / 49

Limitierung des Überschussanteils des Kindes aus bedarfs- oder erzieherischen 
Gründen hin (vgl. act. A.1, 107). 

10.3. Der Berufungsbeklagte bestreitet das Vorliegen einer Sparquote. 
Massgebende Referenzperiode für die Berechnung einer allfälligen Sparquote 
seien die letzten zwölf Monate vor der Trennung, also der Zeitraum von August 2020 
bis August 2021. Aus den Steuererklärungen 2020 und 2021 ergebe sich, dass die 
Familie in dieser Referenzperiode keine Sparquote gehabt habe. Von einer 
allfälligen Sparquote seien die trennungsbedingen Mehrkosten abzuziehen, welche 
sich auf mindestens CHF 5'571.00 monatlich belaufen und eine unter diesem 
Betrag liegende Sparquote ohnehin konsumieren würden (vgl. act. A.2, 46 ff.). Dem 
hält die Berufungsklägerin entgegen, für die Vermögensveränderung könne bei 
einem unterjährigen Datum nicht auf die Steuererklärungen abgestellt werden. 
Ausserdem beschränke sich die Sparquote nicht nur auf die Veränderung der 
Wertschriften und Guthaben. Werde auf die Zeit von August 2020 bis August 2021 
abgestellt, so entspreche ein Einkommen von durchschnittlich rund CHF 7'800.00 
pro Monat dem zuletzt gelebten Standard (vgl. act. A.3, 25 ff.). 

10.4. Der eheliche Unterhalt wird durch den während des Zusammenlebens 
gelebten Standard begrenzt. Der Gedanke hinter dieser Obergrenze liegt darin, 
dass durch die Zahlung von Unterhalt die güterrechtliche Auseinandersetzung nicht 
vorweggenommen werden soll, indem (abgesehen von trennungsbedingten 
Mehrkosten) mehr Mittel verbraucht werden als während des Zusammenlebens 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_112/2020 vom 28. März 2022 E. 6.2). Der 
während des Zusammenlebens gelebte Standard bildet sich im damaligen 
Überschuss ab. Die Überprüfung, ob der gemeinsam gelebte Standard nicht 
überschritten wird, besteht daher darin, dass in einer zweiten Rechnung in 
Anwendung der zweistufig-konkreten Methode der während des Zusammenlebens 
auf den Unterhaltsberechtigten entfallende Überschussanteil (früherer Überschuss-
anteil) ermittelt wird. Der Teil des Überschusses, der nicht verbraucht, sondern 
gespart wurde (Sparquote), ist dabei nicht zu teilen, sondern ist dem jeweiligen 
Elternteil vorab zuzuweisen bzw. rechnerisch – wie der Gesamtbedarf der Familie 
– vom Gesamteinkommen in Abzug zu bringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
5A_144/2023 vom 26. Mai 2023 E. 4.3.2 m.w.H.). Der so ermittelte frühere 
Überschussanteil stellt die betragliche Obergrenze dar, welche der für die Zeit 
während des Getrenntlebens ermittelte Überschussanteil nicht übersteigen darf 
(vgl. BGE 147 III 293 E. 4.4).

10.5. Die beschriebene Limitierung auf den Standard während des 
Zusammenlebens gilt nur zwischen den Ehegatten. Für Kinder gilt diese 

36 / 49

Obergrenze grundsätzlich nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_341/2023 vom 
14. August 2024 E. 4.4.2; 5A_994/2022 vom 1. Dezember 2023 E. 5.1 mit Verweis 
auf BGE 147 III 293 E. 4.4 wiederum mit Verweis auf BGE 147 III 265 E. 5.4; 
5A_491/2020 vom 19. Mai 2021 E. 4.4). Hat sich die Leistungsfähigkeit des 
Unterhaltsschuldners seit der Trennung nicht verändert, erachtet es das 
Bundesgericht für zulässig, auch die Überschussanteile der Kinder auf die früheren 
Überschussanteile zu beschränken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_816/2019 
vom 25. Juni 2021 E. 5.2 [betreffend Kindesunterhalt bei unverheirateten Eltern]). 
Hat sich die elterliche Leistungsfähigkeit und Lebensstellung hingegen verbessert, 
sollen auch die Kinder daran teilhaben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_994/2022 
vom 1. Dezember 2023 E. 5.1 mit Verweis auf BGE 147 III 293 E. 4.4 wiederum mit 
Verweis auf BGE 147 III 265 E. 5.4; 5A_491/2020 vom 19. Mai 2021 E. 4.4). Diese 
Teilhabe ist nicht unlimitiert in dem Sinne, als dass der Kindesunterhalt mit jedem 
Einkommenssprung des unterhaltspflichtigen Elternteils "ungebremst" in die Höhe 
schiessen würde (SCHWEIGHAUSER/STOLL, Arbeitskreise / Brennpunkte im 
Unterhaltsrecht mit Fokus auf das Kindesunterhaltsrecht, in: FamPra.ch 2023, 
S. 184). Vielmehr ergibt sich aus der Lebensstellung des unterhaltspflichtigen 
Elternteils eine Obergrenze für den Kindesunterhalt, da ein Kind keinen Anspruch 
auf einen Lebensstandard geltend machen kann, welcher über denjenigen der 
Eltern hinausgeht (Art. 285 ZGB; vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_44/2020 vom 
8. Juni 2021 E. 5.2.1). Zudem dient der Unterhalt primär der Deckung der laufenden 
Bedürfnisse des Kindes, nicht der Ansparung von Kindesvermögen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5C.173/2005 vom 7. Dezember 2005 E. 2.3.3; vgl. 
Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt ZB.2018.42/43 vom 27. Juni 2019 
E. 8.3). Die Lebensstellung der Eltern spielt vorab dann eine eigenständige Rolle, 
wenn bei überdurchschnittlichen finanziellen Ressourcen gleichzeitig sparsam 
gelebt wird (vgl. BGE 147 III 265 E. 5.4 mit Verweis auf E. 7.3, wo der Abzug der 
Sparquote auch beim Kindesunterhalt thematisiert wird). Die mit dem letzten 
Teilsatz beschriebene Sparquote ist als Ausdruck der elterlichen Lebensstellung bei 
der Bestimmung des gebührenden Kindesunterhalts zu berücksichtigen. Mithin 
muss sich auch ein Kind eine allfällige Sparquote entgegenhalten lassen (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 5A_507/2020 vom 2. März 2021 E. 7.4.5 Feststellung zur 
Sparquote e contrario; vgl. Obergericht des Kantons Zürich LE220016 vom 21. Mai 
2024 E. 2.4; LE220028 vom 23. Dezember 2022 E. 1.2.5). Dies ist von der 
Limitierung des Unterhalts auf den während des elterlichen Zusammenlebens 
geltenden und unter Anwendung der damaligen Sparquote bestimmten 
Überschussanteil zu unterscheiden.

37 / 49

10.6. Wie bei der Sparquote während des Zusammenlebens ist auch für die 
Sparquote während des Getrenntlebens vom Grundsatz auszugehen, dass eine 
solche nicht gegeben ist bzw. die zur Verfügung stehenden Mittel nicht gespart, 
sondern für den Verbrauch eingesetzt werden (vgl. BGE 140 III 485 E. 3.3 
[Ehegattenunterhalt]; a.A. SCHWIZER/OERI, in: "Neues" Unterhaltsrecht?, AJP 2022, 
S. 6 in fine, wonach nicht einfach unterstellt werden könne, dass mit gesteigerter 
Leistungsfähigkeit automatisch auch die Lebensstellung "nach oben" anpasst 
werde). Die sparsame Lebenshaltung bzw. die aktuelle Sparquote muss vom 
Unterhaltsschuldner vielmehr behauptet und glaubhaft gemacht werden. Dieser 
Grundsatz hinsichtlich der Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel sowie 
die Verteilung der Behauptungs- und Beweislast erscheinen beim Unterhalt von 
Kindern erst recht angemessen, als diese doch grundsätzlich an der verbesserten 
Leistungsfähigkeit und Lebenshaltung der Eltern partizipieren sollen. 

10.7. Die Berufungsklägerin verlangt die Begrenzung des Barunterhalts der Kinder 
auf den zuletzt gemeinsam gelebten Standard gemäss ihrer Kontrollrechnung, in 
welcher sie den damaligen Überschuss unter Berücksichtigung der damaligen 
Sparquote auf Wertschriften und Guthaben (monatlich CHF 4'784.90) sowie auf 
dem Säule-3a-Konto (monatlich CHF 568.85) ermittelt (vgl. act. A.1, 123-126). Die 
behauptete damalige Sparquote (CHF 4'784.90 und CHF 568.85) bringt sie jedoch 
nicht bloss in der Kontrollrechnung, sondern auch in der aktuellen 
Unterhaltsberechnung vom Überschuss in Abzug (vgl. act. A.1, 114 und 127 f.). 
Insofern macht sie geltend, dass diese Beträge auch in Zukunft gespart würden. 
Gleichzeitig behauptet sie, es sei allein die Zeit vor der Trennung massgebend und 
gänzlich irrelevant, ob gewisse Erträge oder Einkommen auch nach der Trennung 
noch erzielt und für die Vermögensbildung verwendet würden (vgl. act. A.1, 87). Die 
nach der Trennung erfolgte Erhöhung des Einkomme