# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27188f9d-5a81-55a6-86dd-277cf906c42a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.04.2025 BVGE 2025 VII/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2025-VII-2_2025-04-11.pdf

## Full Text

2025 VII/2 Schengen-Visum. Parteistellung Gastgeber 

 

 

12 VII BVGE / ATAF / DTAF  

 

2025 VII/2 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung VI 
i.S. A. gegen Staatssekretariat für Migration 

F-2397/2024 vom 11. April 2025 

Schengen-Visum. Parteistellung der Bezugsperson (Gastgeber bzw. 

Gastgeberin). Praxisänderung. Grundsatzurteil. 

Art. 9 BV. Art. 6, Art. 48 VwVG. Art. 8 Schengen-Assoziierungsab-

kommen. Art. 32 Abs. 3 Visakodex. 

Praxisänderung im Lichte der Rechtsprechung des EuGH: Im 

schengenrechtlichen Visumverfahren kann die Bezugsperson 

nicht selbstständig Einsprache oder Beschwerde erheben. Sie 

muss entweder eine Vollmacht vorlegen oder die Einsprache bzw. 

die Beschwerde mit der gesuchstellenden Person akzessorisch 

mitunterzeichnen (E. 2.4–2.7)  

Visa Schengen. Qualité de partie de la personne de référence (hôte). 

Changement de jurisprudence. Arrêt de principe. 

Art. 9 Cst. Art. 6, art. 48 PA. Art. 8 accord d'association à Schengen. 

Art. 32 al. 3 code des visas. 

Changement de pratique à la lumière de la jurisprudence de la 

CJUE: la personne de référence ne peut pas former une opposition 

ou un recours de manière autonome contre une décision de refus 

de visa. Celle-ci doit soit produire une procuration, soit signer, en 

qualité de partie accessoire, l'opposition conjointement avec les re-

quérants (consid. 2.4–2.7). 

Visto Schengen. Qualità di parte della persona di riferimento (ospi-

tante). Modifica della prassi. Sentenza di principio. 

Art. 9 Cost. Art. 6, art. 48 PA. Art. 8 accordo di associazione alla nor-

mativa di Schengen. Art. 32 cpv. 3 codice dei visti. 

Modifica della prassi alla luce della giurisprudenza della CGUE 

nelle procedure di richiesta di un visto Schengen: la persona di ri-

ferimento non può presentare un'opposizione o un ricorso in modo 

autonomo contro una decisione di rifiuto del visto Schengen. Egli 

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deve, o presentare una procura, o sottoscrivere il ricorso con i ri-

chiedenti a titolo accessorio (consid. 2.4–2.7). 

 

Die srilankische Staatsangehörige B. beantragte am 30. Januar 2024 bei 

der schweizerischen Vertretung in Colombo ein Schengen-Visum mit der 

Begründung, die Familie ihres Neffen, des Beschwerdeführers, besuchen 

zu wollen. 

Die Visumerteilung wurde ihr jedoch verwehrt. Mit Eingabe vom 

21. Februar 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid 

beim Staatssekretariat für Migration (SEM; nachfolgend: Vorinstanz) Ein-

sprache. 

Diese wies die Einsprache mit Verfügung vom 22. März 2024 ab. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 15. April 2024 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut. 

Aus den Erwägungen: 

2.  
Im Rahmen des vorliegend zu behandelnden Visumgesuchs führte der 

Beschwerdeführer als Gastgeber der Gesuchstellerin das Einsprachever-

fahren. Auch ergriff er das zum vorliegenden Beschwerdeverfahren füh-

rende Rechtsmittel. Im Bereich der Schengen-Visa treten solche Konstel-

lationen häufig auf, da Schengen-Visa oft den Besuch bei in der Schweiz 

wohnhaften Familienangehörigen oder Bekannten bezwecken. Vor diesem 

Hintergrund stellt sich die Frage nach der Parteistellung respektive der Be-

schwerdelegitimation der in der Schweiz aufhältigen Bezugspersonen, 

wobei in der Schweiz die Bezugspersonen terminologisch in der Regel als 

Gastgeber bezeichnet werden. 

2.1 Die Beschwerdelegitimation ist von Amtes wegen zu prüfen. 
Nach Art. 6 VwVG gelten jene Personen als Parteien, deren Rechte oder 

Pflichten die Verfügung berühren soll, und andere Personen, Organisatio-

nen oder Behörden, denen ein Rechtsmittel gegen die Verfügung zusteht. 

Partei kann somit auch ein Dritter sein, der in einem besonders engen Ver-

hältnis zum Verfügungsgegenstand steht und dessen Situation durch den 

Ausgang des Verfahrens in relevanter Weise beeinflusst werden kann  

  

2025 VII/2 Schengen-Visum. Parteistellung Gastgeber 

 

 

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(vgl. BGE 147 II 144 E. 4.5; 139 II 328 E. 4.1). Neben der Partei- und 

Prozessfähigkeit ist demnach für die Parteistellung an ein schutzwürdiges 

Interesse anzuknüpfen (vgl. MARANTELLI-SONANINI/HUBER, in: Praxis-

kommentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 6 N. 12, 16 ff.). Das Bundesgericht 

hat diesbezüglich festgehalten, dass ein solches Interesse darin besteht, ei-

nen materiellen oder ideellen Nachteil zu vermeiden, beziehungsweise 

dass ein praktischer Nutzen an der Ergreifung eines Rechtsmittels vorlie-

gen muss und ein bloss mittelbares oder ausschliesslich allgemeines öf-

fentliches Interesse dafür nicht ausreicht (BGE 141 II 14 E. 4.4; 123 II 376 

E. 2 und 4a; 145 II 259 E. 2.3). 

2.2 Mangels besonderer Bestimmungen im VGG beurteilt sich die 
Beschwerdelegitimation vor dem Bundesverwaltungsgericht nach Art. 48 

VwVG. Demnach ist nach Abs. 1 zur Beschwerde berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung hat (Bst. c). Die erste Voraussetzung wird dabei als formel-

le Beschwer bezeichnet und die übrigen zwei als materielle Beschwer (vgl. 

MARANTELLI-SONANINI/HUBER, a.a.O., Art. 48 N. 8). Die genannten Vo-

raussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein, ansonsten auf die Beschwer-

de nicht einzutreten ist. Die Beurteilung der materiellen Beschwer orien-

tiert sich somit am erwähnten Begriff des schutzwürdigen Interesses zur 

Anerkennung der Parteistellung. Das Ziel dieses Kriteriums besteht darin, 

Popularbeschwerden auszuschliessen (vgl. BGE 121 II 176 E. 2a).  

2.3 Hinsichtlich der einheitlichen Anwendung des Schengen-Rechts 
ist für das vorliegende Visumgesuch auch die Rechtsprechung des Ge-

richtshofs der Europäischen Union (EuGH) zu beachten (vgl. BGE 147 II 

408 E. 2). Grundsätzlich sind die Schweizer Gerichte und Behörden in Be-

zug auf den Schengen-Besitzstand autonom; es besteht keine rechtliche 

Befolgungspflicht der Auslegung des EuGH. Gemäss Art. 8 des Abkom-

mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemeinschaft über 

die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Ent-

wicklung des Schengen-Besitzstands (SR 0.362.31) streben die Vertrags-

parteien jedoch eine einheitliche Anwendung und Auslegung des Schen-

gen-Rechts an (vgl. BREITENMOSER/WEYENETH, Europarecht, 4. Aufl. 

2021, Rz. 1473). Obwohl die Rechtsprechung des EuGH für die Schweiz 

im Rahmen des Schengen-Rechts grundsätzlich nicht verbindlich ist, liegt 

es demnach im Interesse einer möglichst einheitlichen Anwendung und 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2025&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-328%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page328

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Auslegung der rechtlichen Vorgaben des Schengen-Besitzstandes, dass das 

Bundesverwaltungsgericht nicht ohne triftige Gründe von ihr abweicht 

(vgl. BGE 142 II 35 E. 3.1). Schengen-Recht ist sodann, gestützt auf die 

völkerrechtliche Methodik, nach Treu und Glauben in Übereinstimmung 

mit der gewöhnlichen, seinen Bestimmungen in ihrem Zusammenhang zu-

kommenden Bedeutung und im Lichte seines Zieles und Zweckes auszule-

gen (vgl. Art. 31 ff. des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über 

das Recht der Verträge [SR 0.111]). 

2.4 Der EuGH befasste sich im Zusammenhang mit der Parteistel-
lung von Bezugspersonen im Rahmen eines Vorabentscheidungsersuchens 

mit der Frage, ob es diesen erlaubt sei, gegen die Ablehnung eines Visum-

antrags in eigenem Namen einen Rechtsbehelf nach Art. 32 Abs. 3 der Ver-

ordnung (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex) 

einzulegen (vgl. Urteil des EuGH vom 29. Juli 2019 C-680/17 Vethanaya-

gam u.a./Minister van Buitenlandse Zaken, ECLI:EU:C:2019:627, 

Rn. 31 ff.; Bundesamt für Justiz BJ, Vorabentscheidungsersuchen an den 

EuGH, die der Schweiz gestützt auf das SAA bzw. DAA notifiziert wur-

den, Fall 109, Stand 20.01.2023). In diesem Urteil entschied der EuGH 

unter Berücksichtigung des Kontexts, in den sich die entsprechende 

Rechtsbestimmung einfügt, dass ausschliesslich den Gesuchstellenden ein 

eigenes Recht zur Ergreifung eines Rechtsmittels zusteht. Mitgliedstaaten 

können jedoch im Rahmen ihrer innerstaatlichen Verfahren zusätzlich Be-

zugspersonen gestatten, gemeinsam mit den Gesuchstellenden in das 

Rechtsmittelverfahren einzugreifen. Mit anderen Worten kann eine Be-

zugsperson demnach nicht unabhängig von der gesuchstellenden Person, 

sondern einzig als nachrangige und akzessorische Partei auftreten (Vetha-

nayagam u.a./Minister van Buitenlandse Zaken Rn. 50–55). 

2.5 In Bezug auf die formelle Beschwer ging das Bundesverwal-
tungsgericht betreffend die Beschwerdebefugnis von Bezugspersonen in 

einem Grundsatzurteil bislang von einer weiten Auslegung von Art. 48 

Abs. 1 VwVG aus. Laut dieser Rechtsauffassung sollten letztere eigen-

ständig am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt sein dürfen, auch wenn sie 

nicht selber bei der Vorinstanz Einsprache erhoben hatten (vgl. BVGE 

2014/1 E. 1.3.2). Vor dem Hintergrund der teilweise beidseitigen Verfah-

renseinwirkung von Gesuchstellenden und Bezugspersonen sowie ihres 

beidseitigen Interesses am Ausgang des Verfahrens anerkannte das Bun-

desverwaltungsgericht bis anhin die materielle Beschwer der Bezugsper-

sonen (vgl. BVGE 2014/1 E. 1.3.3; ferner statt vieler Urteile des BVGer 

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F-2110/2017 vom 22. Januar 2018 E. 1.2; F-2035/2022 vom 10. Juli 2023 

E. 1.4). Dies scheint auch weitestgehend der Praxis der Vorinstanz zu ent-

sprechen, wenn diese aus prozessökonomischen Gründen darauf verzich-

tet, von Bezugspersonen eine Vollmacht einzuholen. 

2.6 Im Lichte der Rechtsprechung des EuGH drängt sich in Bezug 
auf die Parteistellung von Bezugspersonen in schengenrechtlichen Visa-

Verfahren die Frage nach einer allfälligen Praxisänderung auf. 

2.6.1 Eine Änderung der Rechtsprechung ist nicht von vornherein aus-
geschlossen. Falls ein Gericht hinsichtlich einer bisher geübten Praxis zur 

Einsicht kommt, dass eine andere Rechtsanwendung dem Sinn des Geset-

zes oder veränderten Verhältnissen besser entspricht, ist diese in der Regel 

nicht aufrechtzuerhalten (vgl. BGE 136 V 313 E. 5.3.1). Eine Praxisände-

rung muss sich jedoch auf ernsthafte sachliche Gründe stützen können, die 

umso gewichtiger sein müssen, je länger die als nicht mehr richtig erkannte 

bisherige Praxis befolgt wurde (BGE 150 IV 277 E. 2.3.1; 149 II 381 

E. 7.3.1; 149 V 177 E. 4.5; Urteil des BVGer F-3045/2016 vom 25. Juli 

2018 E. 6, je m.H.). Ob die Voraussetzungen für eine Änderung der Recht-

sprechung gegeben sind, ist im Folgenden zu prüfen.  

2.6.2 Bezugspersonen haben ein Interesse an der Einreise von Gesuch-
stellenden, zu denen sie in einer familiären oder sonstigen sozial starken 

Verbindung stehen. Nichtsdestoweniger gründet dieses Interesse zwingend 

auf dem Wunsch der Gesuchstellenden, in den Schengen-Raum einzurei-

sen und sind Letztere am meisten von der Visumpflicht und dem Einreise-

wunsch betroffen. Fällt dieser Wunsch weg, entfällt auch der praktische 

Nutzen an der Weiterführung des Verfahrens, was für die Akzessorietät der 

Rolle der Bezugsperson im Sinne der Rechtsprechung des EuGH spricht. 

So kann zum Beispiel nicht ausgeschlossen werden, dass Gesuchstellende 

nach einem ablehnenden Entscheid der Auslandsvertretung wegen der Be-

gründung dieses Entscheids oder anderer Vorkommnisse beziehungsweise 

Umstände das Interesse an einer Einreise verlieren. In einer solchen Kon-

stellation erschiene es stossend und prozessökonomisch nicht zielführend, 

wenn Bezugspersonen unabhängig von den Gesuchstellenden das Verfah-

ren dennoch weiterführen dürften. Bezugspersonen können nach dem Ge-

sagten an der Beschreitung des Verfahrens nur ein mittelbares, von der ge-

suchstellenden Person abgeleitetes Interesse haben (s. vorstehend E. 2.1.). 

2.7 Folglich erblickt das Bundesverwaltungsgericht keine triftigen 
Gründe, die gegen die Überführung der Argumente des EuGH zur akzesso-

rischen Parteistellung von Bezugspersonen (s. vorstehend E. 2.4) in das 

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schweizerische Recht sprechen würden. Auch begründen die Ausführun-

gen zur mittelbaren respektive akzessorischen Parteistellung von Bezugs-

personen im Hinblick auf das Gebot der Rechtssicherheit einen genügend 

ernsthaften und sachlichen Grund für eine Änderung der Rechtsprechung. 

Somit ist das in BVGE 2014/1 geschaffene Präjudiz dahingehend zu präzi-

sieren, als dass eine Bezugsperson im Bereich der Schengen-Visa nicht – 

zumindest alleinstehend, will heissen ohne die gesuchstellende Person – 

materiell beschwert ist. Dadurch erübrigt sich auch die Frage nach ihrer 

formellen Beschwer (Art. 48 Abs. 1 Bst. a. VwVG). 

Dies bedeutet, dass die Praxis zur Parteistellung der Bezugsperson im 

schengenrechtlichen Visumverfahren in Ausübung des den entsprechen-

den Mitgliedstaaten zugestandenen Spielraums zur Umsetzung ihrer inner-

staatlichen Verfahren inskünftig wie folgt zu ändern ist: Um die Verfah-

rensführung im Einspracheverfahren übernehmen zu können, muss eine 

Bezugsperson wahlweise eine der folgenden Bedingungen erfüllen. In ei-

ner ersten Variante kann sie sich mit einer Generalvollmacht oder einer auf 

ein bestimmtes Verfahren bezogenen Teilvollmacht der Gesuchstellenden 

gemäss Art. 11 VwVG als deren Rechtsvertretung ausweisen, wodurch sie 

selbst aber jedwede Parteistellung verliert. Als zweite Variante kann sie die 

Einsprache zusammen mit den Gesuchstellenden, das heisst akzessorisch, 

mitunterzeichnen. Das Einhalten einer dieser Bedingungen ist von der Vor-

instanz zum Zeitpunkt der Entgegennahme der Einsprache zu prüfen; bei 

Nichterfüllen beider Varianten ist vom SEM bei der Bezugsperson eine 

Bevollmächtigung einzufordern (Art. 11 Abs. 2 VwVG). Diese Regelung 

kann grundsätzlich auf Beschwerdeebene analog angewendet werden; sie 

gilt auch für den Fall, dass eine Bezugsperson erst vor dieser Instanz in 

das Verfahren eingreifen möchte. Reicht sie auf Ebene des Einsprachever-

fahrens eine Generalvollmacht zu den Akten, gilt sie bereits als bevoll-

mächtigt. Falls die Bezugsperson jedoch im Einspracheverfahren nur mit 

einer auf das dortige Verfahren beschränkten Teilvollmacht auftritt, muss 

sie sich für das Beschwerdeverfahren erneut bevollmächtigen lassen res-

pektive kann sie wiederum durch das Mitunterzeichnen der Beschwerde-

schrift akzessorische Parteistellung erlangen. 

2.8 Dessen ungeachtet dürfen aus unvorhersehbaren, unangekündig-
ten Rechtsprechungsänderungen den Parteien keine Nachteile entstehen 

(vgl. Art. 9 BV; s. auch BGE 149 IV 135 E. 3). Der Grundsatz von Treu 

und Glauben vermittelt einen grundrechtlichen Anspruch auf Schutz des 

berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen oder sonstige, be-

stimmte Erwartungen begründendes behördliches Verhalten (vgl. zum 

2025 VII/2 Schengen-Visum. Parteistellung Gastgeber 

 

 

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Ganzen etwa BGE 143 V 95 E. 3.6.2; 137 II 182 E. 3.6.2, je m.H.; ferner 

MATTHIAS KRADOLFER, in: Die schweizerische Bundesverfassung, 

St. Galler Kommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 9 N. 82 ff.). 

2.9 Zur Parteistellung des Beschwerdeführers im Einspracheverfah-
ren ist in casu Folgendes festzuhalten: 

Die Auslandsvertretung hat den Visumantrag der Gesuchstellerin mit For-

mular-Verfügung abgelehnt. Daraufhin machte der Beschwerdeführer als 

ihre Bezugsperson in eigenem Namen eine als « erneuter Antrag » be-

zeichnete Eingabe an die Vorinstanz ([…]). Mit direkt an den Beschwerde-

führer adressiertem Schreiben forderte die Vorinstanz ihn zur Entrichtung 

eines Kostenvorschusses auf und nahm damit die Eingabe implizit als Ein-

sprache entgegen. Dabei führte sie aus, die Eingabe sei unterschrieben be-

ziehungsweise mit einer entsprechenden Vollmacht versehen ([…]). Eine 

Bevollmächtigung der Gesuchstellerin für den Beschwerdeführer wurde 

jedoch weder mit der erwähnten Eingabe eingereicht noch befindet sich 

eine solche in den Akten. Vor diesem Hintergrund wäre die dem Neffen 

der Gesuchstellerin, in seiner Rolle als Gastgeber, von der Vorinstanz zu-

gestandene unabhängige Parteistellung gemäss Praxisänderung nicht 

zulässig und die angefochtene Verfügung aufzuheben (vgl. MARANTELLI-

SONANINI/HUBER, a.a.O., Art. 48 N. 7). Da aber die hiesige Praxisände-

rung des Gerichts nicht vorab angekündigt worden war und sie zu einer 

etwas restriktiveren, für die Parteien ungünstigeren Ausgangslage führen 

kann, gilt es hier, die Parteistellung des Beschwerdeführers zu schützen 

und die ehemalige Praxis weiterhin auf seinen Fall anzuwenden. Daraus 

folgt, dass dem Beschwerdeführer die Aktivlegitimation im hiesigen Ver-

fahren zuzusprechen ist.  

2.10 Aufgrund der Rechtsmitteleingabe ist im Übrigen auf ein fortbe-
stehendes Rechtsschutzinteresse zu schliessen, auch wenn der Zeitpunkt 

des ursprünglich geplanten Aufenthalts der Gesuchstellerin in der Schweiz 

mittlerweile verstrichen ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und 

formgerechte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.11 Das vorliegende Urteil ergeht gemäss Art. 21 Abs. 2 VGG in 
Fünferbesetzung.