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**Case Identifier:** 2ccf785a-f85a-55f0-9f37-418f9a975623
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.08.2018 200 2018 379
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-379_2018-08-24.pdf

## Full Text

200 18 379 IV
FUR/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. August 2018

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. April 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/379, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 10. Oktober 2011 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Diese beschied das Leistungsbegehren gestützt auf ein bidiszi-
plinäres Gutachten (AB 81) mit Verfügung vom 18. September 2014 
(AB 97) hinsichtlich eines Rentenanspruchs abschlägig. In Gutheissung 
einer hiergegen erhobenen Beschwerde (AB 99/3-15) hob das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern die Verfügung mit Urteil vom 27. April 2016, 
IV/2014/997 (AB 102), auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung an 
die IVB zurück. In der Folge holte die IVB bei denselben Sachverständigen 
ein Verlaufsgutachten ein (AB 120.1) und stellte der Versicherten mit Vor-
bescheid vom 30. März 2017 (AB 124) erneut eine Abweisung des Leis-
tungsgesuchs in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 127) und Ergän-
zung des Verlaufsgutachtens (AB 131) erliess sie einen im Ergebnis unver-
änderten Vorbescheid vom 18. Januar 2018 (AB 134). Hiermit zeigte sich 
die Versicherte wiederum nicht einverstanden (AB 135), worauf die IVB mit 
Verfügung vom 9. April 2018 (AB 137) bei einem ermittelten Invaliditätsgrad 
von 39 % einen Rentenanspruch verneinte.

B.

Mit Eingabe vom 14. Mai 2018 hat die Versicherte, vertreten durch Für-
sprecher B.________, Beschwerde erhoben und beantragt, die angefoch-
tene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und es sei ihr eine Viertelsrente 
zuzusprechen.

In der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2018 hat die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde geschlossen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/379, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. April 2018 (AB 137). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere die 
erwerblichen Faktoren der Invaliditätsbemessung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 9. April 2018 (AB 137) basiert in 
medizinischer Hinsicht auf der bidisziplinären Verlaufsexpertise vom 
23. Dezember 2016 (AB 120.1). Darin vermerkten die Dres. med. 
C.________, Facharzt für Neurologie, sowie D.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, die folgenden Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (AB 120.1/7 f. Ziff. 3, 120.1/14 Ziff. 9 lit. a):

Neurologische Diagnosen:

 Neuralgiforme Schmerzen im Bereich des Occipitalis minor 
rechts möglich

 Rechtsseitiges oberes und mittleres Zervikalsyndrom
 Leicht ausgeprägte vestibuläre Störung
 Tinnitus
 Rechtsseitige Taubheit bei: Zustand nach Akustikusneurinom 

WHO Grad 1, KOOS-Stadium III rechts und Resektion desselben 
am 8. Juni 2011 sowie Zustand nach Neurolyse des Nervus Oc-
cipitalis minor am 30. Juli 2012

Psychiatrische Diagnosen:

 Rezidivierende leichte depressive Episoden (ICD-10: F33.0)
 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
 Akzentuierte Persönlichkeitszüge vom etwas unsicheren, übe-

rangepassten, aggressionsgehemmten Typ (ICD-10: Z73.1)

Der neurologische Experte attestierte für leidensangepasste Tätigkeiten 
(Arbeiten mit leichter bis mässiger Belastung des Schultergürtels, ohne 
Kopfzwangshaltung, ohne Notwendigkeit eines intakten Gehörs, ohne er-
höhte Anforderungen an den Gleichgewichtssinn) aufgrund der vermehrten 
Ermüdbarkeit und des grösseren Erholungsbedarfs bei chronischer 
Schmerzsituation eine Arbeitsunfähigkeit von 25 % (AB 120.1/10, 
120.1/21 f.). Der psychiatrische Gutachter schätzte die Arbeitsunfähigkeit 
auf 10 % (AB 120.1/20 f.). Aus bidisziplinärer Sicht gelangten die beiden 
Sachverständigen zum Schluss, dass die neurologische Beurteilung hin-
sichtlich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgebend sei 
(AB 120.1/22).

Am 22. Juni 2017 nahm Dr. med. D.________ zu Ergänzungsfragen der 
Beschwerdeführerin (AB 127/1 f.) Stellung und hielt an den gutachterlichen 
Schlussfolgerungen fest (AB 131).

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3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswür-
digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien 
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b bb 
S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Das bidisziplinäre Verlaufsgutachten vom 23. Dezember 2016 
(AB 120.1), samt Ergänzung vom 22. Juni 2017 (AB 131), erfüllt die vorer-
wähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt vollen Be-
weis. Der Beweiswert der Expertise wird seitens der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht in Zweifel gezogen, beschränken sich ihre Rügen doch auf 
die erwerblichen Aspekte der Invaliditätsbemessung, wobei sie sich bei 
ihrer Argumentation den gutachterlichen Ausführungen bedient (Beschwer-
de S. 4 ff. Ziff. III Ziff. 11 ff.). Die fachärztlichen Schlussfolgerungen der 
Dres. med. C.________ und D.________ sind nachvollziehbar und über-
zeugen, zumal sich die Gutachter nunmehr – anders als noch im Vorgut-
achten vom 14. Februar 2014 (AB 81; vgl. VGE IV/2014/997, E. 3.3 f.) – 
auch eingehend und schlüssig mit der bildgebend ausgewiesenen Spon-
dylarthrose C2/3 (AB 49/22 f., 64/3) auseinandersetzten (AB 120.1/8 f. Ziff. 
4). 

3.3.1 Beim Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigun-
gen (zum Beispiel aus psychischen und somatischen Gründen) über-

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schneiden sich deren erwerbliche Auswirkungen in der Regel, sodass je-
denfalls eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörun-
gen und Beschwerdebilder geschätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade nicht 
zulässig ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 2. Oktober 
2013, 8C_548/2013, E. 5.2.2). Mit Blick auf diese Rechtsprechung leuchtet 
ein, dass die psychiatrische Arbeitsunfähigkeit von 10 % vollständig in der 
neurologischen Arbeitsunfähigkeit von 25 % aufgeht (AB 120.1/22, 131/2). 
Dies zumal Dr. med. D.________ keine Veränderung seit dem Vorgutach-
ten vom 14. Februar 2014 (AB 81) feststellte (AB 120.1/20), womit aus 
psychiatrischer Sicht nach wie vor ein vermehrter Erholungs- und Pausen-
bedarf besteht (AB 81/16), welchem mit dem aus neurologischer Sicht re-
duzierten Arbeitspensum hinreichend Nachachtung verschafft wird. Weil 
die psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit somit vollständig in der 
neurologischen Arbeitsunfähigkeit aufgeht und auch keine zusätzlichen 
Anforderungen an das medizinische Zumutbarkeitsprofil stellt, erübrigt sich 
aus rechtlicher Sicht eine Indikatorenprüfung im Rahmen eines strukturier-
ten Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 S. 429, 143 V 409 
E. 4.5.3 S. 417; VGE IV/2014/997, E. 3.4 in fine). 

3.3.2 Sodann geht aus dem Verlaufsgutachten hervor, dass die Arbeits-
unfähigkeit – entsprechend den echtzeitlichen Attesten der behandelnden 
Ärzte (AB 10/3-4, 12/2 Ziff. 5, 49/3 Ziff. 1.6) – bereits seit dem Jahr 2011 
besteht, auch wenn sich die beiden Gutachter nicht explizit zum retrospek-
tiven Verlauf äusserten. Denn sowohl die residuellen neurologischen Be-
schwerden als auch psychiatrische Dekompensation mit Entwicklung einer 
Schmerzsymptomatik traten im Nachgang zur Operation des Akustikus-
neurinoms im Juni 2011 auf (AB 120.1/9, 120.1/11, 120.1/15). 

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser unbestrittenen 
medizinischen Ausgangslage.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Vollerwerbstätigen 
wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-

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fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
(bzw. im Revisionszeitpunkt) nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in 
der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 
28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 
E. 5.1). 

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhe-
bungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es 
gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu 
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohn-
mässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittli-
chen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Ab-

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zug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabel-
lenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und be-
ruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.

5.1 Die in der angefochtenen Verfügung vom 9. April 2018 (AB 137) 
ermittelten Vergleichseinkommen sind, abgesehen von der Frage, ob vom 
Tabellenlohn für das Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug zu-
zulassen ist, zwischen den Parteien unbestritten und nicht zu beanstanden. 
Während die Beschwerdegegnerin einen Abzug für nicht gerechtfertigt hält 
(AB 137/2; Beschwerdeantwort S. 3 f. lit. C Ziff. 9 ff.), fordert die Beschwer-
deführerin einen solchen von 10 % (Beschwerde S. 7 Ziff. III lit. B Ziff. 20).

5.2 Die Beschwerdeführerin macht hauptsächlich geltend, die in ihrer 
Persönlichkeitsstruktur liegenden Aggravationstendenzen spielten in der 
Beurteilung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der verbleibenden Arbeits-
fähigkeit eine Rolle. Sie werde auch bei einer Anstellung in einer zumutba-
ren Tätigkeit immer Einflüssen wie Lärm, zeitweiligem Stress und auch 
körperlich ungünstigen Belastungen ausgesetzt sein. Nach allgemeiner 
Lebenserfahrung sei abzusehen, dass sie in solchen Situationen mit 
Krankmeldungen reagieren werde, da eine seelische Schwäche in aller 
Regel auch ein Einfallstor für grippale und virale Infektionen sei. Somit ha-
be sie gegenüber einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten Ar-
beitsplatz ein deutlich höheres Krankheitsrisiko (Beschwerde S. 6 Ziff. III 
lit. B Ziff. 18 f.).

Die von Dr. med. D.________ diagnostizierten akzentuierten Persönlich-
keitszüge (ICD-10: Z73.1; AB 12.1/14) stellen als Z-Diagnose jedoch von 
vornherein keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden dar (vgl. Ent-

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scheid des BGer vom 2. Juni 2015, 9C_780/2014, E. 4.1.1; SVR 2008 IV 
Nr. 15 S. 43) und können folglich auch keine Grundlage für einen leidens-
bedingten Abzug vom Tabellenlohn für das Invalideneinkommen bilden. 
Hinzu kommt, dass sich regelmässige Krankheitsausfälle, soweit sie aus 
medizinischer Sicht prognostisch zu erwarten wären, bei der Festlegung 
der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit quantitativ niederschlagen 
müssten. Derartiges wurde im beweiskräftigen Administrativgutachten in-
des gar nicht postuliert und hätte ohnehin keine lohnmindernden Effekt, 
vielmehr würde diesfalls eine tiefere Restarbeitsfähigkeit resultieren. Ob 
das leichtgradig ausgeprägte depressive Geschehen und die somatoforme 
Schmerzstörung aus rechtlicher Optik überhaupt eine Arbeitsunfähigkeit 
begründen, ist nicht entscheidend (vgl. E. 3.3.1 hiervor). Jedenfalls beste-
hen keine Anhaltspunkte dafür, dass der psychische Gesundheitsschaden 
– über die von den Sachverständigen interdisziplinär auf 25 % festgelegte 
Arbeitsunfähigkeit hinaus – innerhalb des Tabellenlohn nur noch eine un-
terdurchschnittliche Entlöhung zulässt. Schliesslich ist auch auf die zutref-
fenden Überlegungen der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 3 f. 
lit. C Ziff. 9 ff.) zu verweisen. Insbesondere wies diese richtigerweise darauf 
hin (Beschwerdeantwort S. 3 lit. C), dass allfällige bereits in der Beurteilung 
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschrän-
kungen ohnehin nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzuges einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge-
sichtspunktes führen (Entscheid des BGer vom 18. Januar 2018, 
8C_552/2017, E. 5.3.1). 

5.3 Nach dem Dargelegten rechtfertigen die leidensbedingten Ein-
schränkungen keinen Tabellenlohnabzug. Da eine lohnmässige Benachtei-
ligung aufgrund der weiteren möglichen Aspekte (vgl. E. 4.2.2 hiervor) nicht 
ersichtlich ist, liess die Beschwerdegegnerin richtigerweise keinen entspre-
chenden Abzug zu. Folglich bleibt es beim rentenausschliessenden Invali-
ditätsgrad (vgl. E. 2.2 hiervor) von 39 %. Die gegen die Verfügung vom 
9. April 2018 (AB 137) erhobene Beschwerde erweist sich als offensichtlich 
unbegründet und ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/379, Seite 11

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/379, Seite 12

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.