# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff2bcaea-e02e-5e32-be7d-93219e98db7a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2014 D-848/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-848-2014_2014-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-848/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richter François Badoud; 

Gerichtsschreiberin Regula Frey. 

 

 

   Parteien 
 

A._______, geboren B._______, 

Kosovo,  

C._______,   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 20. Januar 2014 / N _______. 

 

 

D-848/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 1. Mai 2013 von Ungarn herkommend il-

legal in die Schweiz gelangte, 

dass er gemäss eigenen Angaben in der Schweiz gelegentlich gearbeitet 

habe, um seine Schulden tilgen zu können, 

dass er von der Polizei in D._______ aufgegriffen worden sei, worauf er 

erklärt habe, freiwillig in sein Heimatland zurückzukehren, sofern die 

Schweizer Behörden seine Schulden übernehmen würden (vgl. A9/9 S. 

6), 

dass die Schweizer Behörden auf seine Forderung nicht eingegangen 

seien, weshalb er am 12. November 2013 in der Schweiz ein Asylgesuch 

stellte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 20. Januar 2014 – eröffnet am 11. Feb-

ruar 2014 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn anordnete und den Be-

schwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Be-

schwerdeführer verfügte, 

dass es im Weiteren zur Sicherstellung des Vollzugs die Ausschaffungs-

haft während höchstens 30 Tagen anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Februar 2014 (Post-

stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erhob und dabei unter Kosten- und Entschädigungsfolge bean-

tragte, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft 

sei anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, es sei weiter festzu-

stellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und 

unmöglich sei, und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei die unentgeltliche 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 

D-848/2014 

Seite 3 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-

ten, es sei eventuell die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder 

herzustellen, es sei die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen, die 

Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaates 

sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, und – falls 

Daten bereits weitergeleitet worden seien – sei er in einer separaten Ver-

fügung darüber zu informieren, 

dass er gleichzeitig eine Mittellosigkeitsbestätigung der E._______ (da-

tiert vom 18. Februar 2014) zu den Akten reichte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 21. Februar 2014 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – un-

ter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 

VwVG), 

D-848/2014 

Seite 4 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-

zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 

Missbrauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass mit der Änderung des Asylgesetzes vom 14. Dezember 2013, wel-

che – unter Vorbehalt gewisser Bestimmungen (vgl. Verordnung über ei-

ne Teilinkraftsetzung der Änderung vom 14. Dezember 2012 des Asylge-

setzes, AS 2013 5357) – am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist, die 

Nichteintretenstatbestände von alt Art. 32-35a AsylG aufgehoben wurden, 

und neu Art. 31a AsylG die Nichteintretenskonstellationen regelt,  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b bzw. alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass mithin auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin die 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl bean-

tragt wird, 

dass auch auf das Begehren, es sei die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen, nicht einzutreten ist, da im Rahmen des Dublin-Verfahrens im Sinne 

von Art. 31a Abs. 1 Bst. b beziehungsweise Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 

systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmassnahmen im Sinne von 

Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1–4 des Bundesgesetzes vom 16. De-

zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), 

dass die Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 

zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-

staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist (Dublin-II-VO) 

durch die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

D-848/2014 

Seite 5 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Ver-

fahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von 

einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat 

gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO), 

abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der 

Europäischen Union anwendbar ist,  

dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und 

der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO 

(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der 

Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses 

Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umset-

zen werde,  

dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wur-

de, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 

1. Januar 2014 vorläufig angewendet,  

dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin-III-VO fest-

hält, die Verordnung sei nicht anwendbar, wenn sowohl der Antrag auf in-

ternationalen Schutz als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederauf-

nahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt wurden, 

dass der Beschwerdeführer am 12. November 2013 ein Asylgesuch stell-

te und das Ersuchen des Bundesamtes an die ungarischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers am 17. Dezember 2013 erfolgte, 

weshalb vorliegend die Dublin-II-VO anwendbar und der für die Prüfung 

der Asylgesuche zuständige Staat nach den dortigen Kriterien zu ermit-

teln ist (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO die Mitgliedstaaten jeden Asylan-

trag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im Ho-

heitsgebiet eines Mitgliedstaates stellt, wobei der Antrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

Dublin-II-VO als zuständiger Staat bestimmt wird,  

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald ein Asylantrag erstmals in einem Mitgliedstaat ge-

stellt wurde (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO),  

dass dabei – im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: 

take charge) – die Kriterien der in Kapitel III Dublin-II-VO genannten 

D-848/2014 

Seite 6 

Rangfolge anzuwenden sind (vgl. Art. 5–14 Dublin-II-VO) und von der Si-

tuation zum Zeitpunkt, in dem die asylsuchende Person erstmals einen 

Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 

Dublin-II-VO),  

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) 

demgegenüber keine (neuerliche) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III 

Dublin-II-VO stattfindet, sondern ein solches insbesondere auf den mate-

riellen Zuständigkeitsbestimmungen von Art. 16 Bst. c, d und e Dublin-II-

VO gründet (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin II-Ver-

ordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien-Graz 

2012, Art. 16 K5 S. 129),  

dass aus den Akten hervorgeht, dass der Beschwerdeführer am 25. be-

ziehungsweise 19. April 2013 in Ungarn um Asyl ersuchte, 

dass dies vom Beschwerdeführer explizit bestätigt wurde (vgl. A 9/9 S. 4),  

dass das BFM aufgrund der Einträge in der EURODAC-Datenbank die 

ungarischen Behörden am 17. Dezember 2013 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 

Bst. c Dublin-II-VO um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuch-

te,   

dass die ungarischen Behörden am 20. Dezember 2013 das Übernah-

meersuchen des BFM innerhalb der vorgesehenen Frist (Art. 18 Abs. 1 

Dublin-II-VO) gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO mit der Be-

gründung guthiessen, der Beschwerdeführer habe am 19. April 2013 in 

Ungarn um Asyl ersucht, aufgrund seines Verschwindens während des 

Asylverfahrens sei dieses aber am 18. Mai 2013 beendet worden (vgl. 

A15/1),  

dass demnach die erste Asylantragsstellung – wie vom Beschwerdeführer 

bestätigt – gemäss Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO am 19. beziehungsweise 

25. April 2013 in Ungarn erfolgte und das Bundesamt daher zu Recht Un-

garn als für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet hat,  

dass die Zuständigkeit Ungarns vom Beschwerdeführer weder im Rah-

men des vorinstanzlichen Verfahrens noch auf Beschwerdeebene bestrit-

ten wird,  

dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm gewährten rechtlichen 

Gehörs im Rahmen der summarischen Befragung vom 19. November 

D-848/2014 

Seite 7 

2013 zu einer allfälligen Zuständigkeit dieses Staates und zu einer Weg-

weisung nach Ungarn zu Protokoll gab, dass er weder nach Kosovo noch 

nach Ungarn zurückkehren wolle und er lieber in der Schweiz in Gefan-

genschaft sei, als nach Ungarn überstellt zu werden, 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgestellt hat, 

dass die individuellen Präferenzen des Beschwerdeführers keinen Ein-

fluss auf die Zuständigkeitsprüfung habe und keine Wahlmöglichkeit be-

stehe, in welchem Mitgliedstaat sein Asylgesuch zu behandeln sei,  

dass der Beschwerdeführer die Zuständigkeit Ungarns zur Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen vermöge, 

dass in der Rechtsmitteleingabe in Bezug auf eine Rücküberstellung nach 

Ungarn geltend gemacht wird, er habe Probleme aufgrund seiner Religi-

onszugehörigkeit, weshalb eine Rückkehr nach Ungarn nicht möglich sei, 

dass diese pauschalen und unsubstanziierten Vorbringen, welche erst-

mals auf Beschwerdeebene geltend gemacht werden, als nachgescho-

ben zu werten und nicht ansatzweise geeignet sind, einen Selbsteintritt 

der Schweiz gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO zu rechtfertigen,  

dass in Abweichung der erwähnten Zuständigkeitskriterien nach Art. 3 

Abs. 2 Dublin-II-VO die Schweiz ein Asylgesuch materiell prüfen kann, 

auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehenen Kriterien ein ande-

rer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), wobei diese Bestimmung 

nicht direkt anwendbar ist, sondern nur in Verbindung mit einer anderen 

Norm des nationalen oder internationalen Rechts angerufen werden kann 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 5 S. 635 f.), 

dass Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 sodann vorsieht, dass das BFM auch aus 

humanitären Gründen ein Gesuch behandeln kann, auch wenn nach den 

Kriterien der Dublin-II-VO ein anderer Staat zuständig ist, wobei diese 

Bestimmung den Behörden einen gewissen Ermessensspielraum lässt 

und restriktiv auszulegen ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 4.1 S. 114 f., BVGE 

2010/45 E. 8.2.2 S. 643 f.),  

dass hingegen bei drohendem Verstoss gegen Normen des Völkerrechts, 

wie insbesondere das flüchtlingsrechtliche Refoulement-Verbot nach 

Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 

Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), die Konvention vom 4. November 1950 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

D-848/2014 

Seite 8 

SR 0.101), den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische 

Rechte (UNO-Pakt II, SR 0.103.2) oder das Übereinkommen vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 

erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), ein einklagbarer 

Anspruch auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht (vgl. BVGE 

2010/45 E. 7.2 S. 636 f.; FILZWIESER/SPRUNG, a.a.O., Art. 3 K8, K11 

S. 74),  

dass es angesichts der Vermutung, der für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens zuständige Staat respektiere seine aus dem 

internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, dem Beschwerdefüh-

rer obliegt darzutun, gestützt auf welche ernsthaften Hinweise die Annah-

me naheliege, dass die ungarischen Behörden in seinem Fall die staats-

vertraglichen Verpflichtungen nicht respektieren und ihm den notwendi-

gen Schutz nicht gewähren sollte (vgl. Europäischer Gerichtshof für Men-

schenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. 

No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84–85 und 250; Urteil des 

Gerichtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 

in der Rechtssache C-411/10 und C-493/10), 

dass Ungarn unter anderem Signatarstaat der FK und der EMRK ist und 

als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin-II-VO zuständiger Staat zudem gehalten ist, 

sich an die entsprechenden Richtlinien der EU zu halten,  

dass das Bundesverwaltungsgericht in einer Analyse der Situation von 

Asylsuchenden in Ungarn und des dortigen Asylverfahrens unter Einbe-

zug der aktuellen Entwicklungen im Urteil E-2093/2012 vom 9. Oktober 

2013 zum Schluss gelangt ist, dass die Überstellung von Asylsuchenden 

nach Ungarn im Rahmen des Dublin-Regelwerks nicht generell die Ge-

fahr einer unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder einer 

Verletzung des Prinzips des Nonrefoulement mit sich bringt und daher 

nicht generell unzulässig ist (vgl. E. 9),  

dass jedoch die Vermutung, dieser Staat beachte die den betroffenen 

asylsuchenden Personen im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem 

zustehenden Grundrechte in angemessener Weise (vgl. E. 4.1–4.3), nicht 

uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann (analog zu Überstellun-

gen nach Malta, vgl. BVGE 2012/27), und daher die Asylbehörden auf der 

Grundlage der jeweils aktuellsten, zugänglichen Informationen im Einzel-

fall zu prüfen haben, ob die betroffene Person im Falle einer Überstellung 

nach Ungarn Gefahr laufen würde, wegen der dortigen Mängel des Asyl-

D-848/2014 

Seite 9 

verfahrens und/oder der Aufnahmebedingungen eine Verletzung ihrer 

Grundrechte zu erleiden, und diese Person selbst nicht die volle Beweis-

last zu tragen hat, sondern lediglich, aber immerhin, ihre persönlichen 

Gründe geltend zu machen hat, die gegen die Zulässigkeit der Überstel-

lung nach Ungarn sprechen könnten (vgl. Urteil E-2093/2012 vom 

9. Oktober 2013 E. 9.2),  

dass seit dem 1. Januar 2013 Personen, die unmittelbar nach der Einrei-

se in Ungarn bzw. wenn sie von der Polizei aufgegriffen werden, um Asyl 

ersuchen, nicht mehr inhaftiert werden, und das Einreichen eines Asylge-

suchs sowie die Eröffnung eines Asylverfahrens ein explizites Auswei-

sungs- und Ausschaffungsverbot nach sich ziehen (vgl. a.a.O. E. 7.2 und 

8.1),  

dass Dublin-Rückkehrer nicht mehr als irreguläre Migranten betrachtet 

werden, sondern als Asylsuchende, und sie nicht mehr inhaftiert werden, 

sofern sie bei ihrer Ankunft in Ungarn um Asyl ersuchen (vgl. a.a.O. E. 7.3 

und E. 8.1),  

dass die Asylgründe von Dublin-Rückkehrern von den ungarischen Be-

hörden materiell geprüft werden, mit Ausnahme der Fälle, in denen ein 

früheres Asylgesuch in Ungarn materiell abgewiesen oder durch die ge-

suchstellende Person schriftlich zurückgezogen worden ist (vgl. a.a.O. 

E. 8.1),  

dass gemäss Auskunft der ungarischen Behörden vom 20. Dezember 

2013 das hängige Asylverfahren aufgrund des Verschwindens des Be-

schwerdeführers abgeschrieben wurde (vgl. A15/1 bzw. A16/1), weshalb 

davon auszugehen ist, dass das Asylverfahren nach seiner Überstellung 

wieder aufgenommen und das Asylgesuch materiell geprüft wird,  

dass somit keine konkreten Hinweise darauf bestehen, wonach der Be-

schwerdeführer in Ungarn nicht Zugang zu einem rechtsstaatlichen Ver-

fahren im Sinne des Dublin-Systems hätte, insbesondere da er erwiese-

nermassen am 25. beziehungsweise 19. April 2013 in Ungarn ein Asylge-

such einreichen konnte, jedoch vor Urteilsfällung das Land verliess,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe in pauschaler 

und unsubstanziierter Weise vorbringt, in Ungarn sei er während zweier 

Tage inhaftiert und geschlagen worden, weshalb er Ungarn verlassen und 

in die Schweiz gelangt sei, um hier um Asyl zu ersuchen, dies jedoch in 

D-848/2014 

Seite 10 

Widerspruch zu seinen anlässlich der Kurzbefragung gemachten Aussa-

gen steht,  

dass er nämlich anlässlich der Kurzbefragung aussagte, er habe Ungarn 

verlassen, weil es 'mit dem Verfahren nicht vorwärts ging' und er bis zu 

seiner Weiterreise in einem Camp gelebt habe (vgl. A9/9, S. 6), 

dass der Beschwerdeführer bezüglich der Frage der Betreuung von Asyl-

suchenden nicht beweisen oder mittels eines konkreten Anhaltspunktes 

glaubhaft machen kann, die Lebensbedingungen seien in Ungarn so 

schlecht, dass die Überstellung in dieses Land die EMRK verletzen wür-

de, 

dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid richtig festhielt, dass der Zugang 

zu allenfalls benötigter medizinischer Versorgung – der Beschwerdeführer 

machte {…….} geltend – gewährleistet ist, 

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine 

Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen,  

dass es somit keinen Grund für die Anwendung der Souveränitätsklausel 

(Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt,  

dass das BFM deshalb in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b bezie-

hungsweise alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG zu Recht auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und, da er nicht im Besitz ei-

ner gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist, ebenfalls zu 

Recht in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Ungarn an-

geordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in-

wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze oder den 

rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig feststelle 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten 

ist, 

dass der in der Beschwerde mit keinem Wort begründete Antrag, im Sin-

ne einer vorsorglichen Massnahme sei die Kontaktaufnahme mit dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat sowie jede Weitergabe von Daten an den-

D-848/2014 

Seite 11 

selben zu unterlassen, mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos ge-

worden ist,  

dass den Akten keine Hinweise auf eine bereits erfolgte Datenweitergabe 

durch das BFM zu entnehmen ist, weshalb der Antrag auf Offenlegung 

einer solchen Weitergabe mittels separater Verfügung ebenfalls gegen-

standslos ist,  

dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche 

um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und um Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – ungeachtet der Bedürftigkeit des 

Beschwerdeführers – abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den 

vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für die Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht vorliegen, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

D-848/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Regula Frey 

 

 

Versand: