# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1336afab-ab61-5e0c-bcfb-e9d422dea886
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.05.2017 200 2016 270
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-270_2017-05-04.pdf

## Full Text

200 16 270 IV
FUR/GET/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Mai 2017

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Januar 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2017, IV/16/270, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die … geborene, aus … stammende A.________ (nachfolgend Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin) leidet an einer pränatalen Retinopathie und einer 
dadurch bedingten schweren Sehbehinderung beidseits (Akten der IV-
Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 5). Im … 
2003 reiste sie in die Schweiz ein (act. II 1 S. 3) und heiratete im … (act. II 
2 S. 1). Im Juni 2007 meldete sich die Versicherte bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 1 S. 6 und 9). Mit 
Verfügung vom 6. Februar 2008 (act. II 16 S. 5-7) wies die IVB das Leis-
tungsbegehren mit der Begründung ab, die versicherungsmässigen Vor-
aussetzungen für die Gewährung von Leistungen der IV seien nicht erfüllt. 
Die dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversiche-
rungsrechtliche Abteilung, erhobene Beschwerde zog die Versicherte wie-
der zurück (VGE IV 69184 vom 8. April 2008 [act. II 18]).

Auf ein weiteres, im Oktober 2009 gestelltes Leistungsgesuch (act. II 19) 
trat die IVB mit Verfügung vom 16. Dezember 2009 (act. II 24) nicht ein. 

B.

Im Juli 2010 meldete sich die Versicherte mit dem Hinweis, sie sei auf dem 
rechten Auge erblindet und hinsichtlich des linken Auges habe sich die 
Sehkraft weiter verschlechtert, erneut bei der IVB zum Leistungsbezug an 
(act. II 26). Mit Verfügung vom 10. November 2010 (act. II 45) sprach die 
IVB der Versicherten ab August 2010 eine (in der Folge revisionsweise 
bestätigte [act. II 122]) Hilflosenentschädigung für eine Hilflosigkeit leichten 
Grades zu, trat indes auf das Leistungsgesuch – soweit es die Invaliden-
rente betraf – nicht ein (Verfügung vom 19. November 2010 [act. II 44]). Im 
Juli 2011 erteilte die IVB sodann Kostengutsprache für berufliche Eingliede-
rungsmassnahmen (act. II 62), welche die Versicherte – nachdem sie 2012 
vollständig erblindet war (act. II 96 S. 1 f.; 112 S. 2) – jedoch vorzeitig ab-
brach (Protokolleintrag vom 1. Juni 2012 [in den Gerichtsakten]) und in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2017, IV/16/270, Seite 3

Folge nicht wieder aufnahm. Ferner sprach die IVB der Versicherten, wel-
che im … 2013 das Schweizer Bürgerrecht erlangt hatte (act. II 156 S. 2), 
im Verlauf diverse Hilfsmittel (act. II 63; 66; 72; 77; 90; 101; 133) sowie ab 
März 2014 einen Assistenzbeitrag (act. II 128) zu. Nachdem die IVB im 
Oktober 2014 die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen hatte (act. II 
136), holte sie bei Dr. med. D.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, Re-
gionaler Ärztlicher Dienst (RAD), eine Beurteilung ein (act. II 153) und stell-
te der Versicherten mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2015 (act. II 158) 
die Ablehnung eines Rentenanspruchs mit der Begründung in Aussicht, die 
versicherungsmässigen Voraussetzungen seien weder für eine ordentliche 
noch eine ausserordentliche Rente erfüllt, da der Versicherungsfall Rente 
bereits vor der Einreise in die Schweiz eingetreten sei. Daran hielt sie nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 162) mit Verfügung vom 
27. Januar 2016 (act. II 165) fest. 

C.

Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch B.________, lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 29. Februar 2016 Beschwerde erheben. Sie 
stellt das folgende Rechtsbegehren: 

Die Verfügung vom 27. Januar 2016 sei aufzuheben und es sei der Be-
schwerdeführerin eine ausserordentliche Rente zuzusprechen.

- Unter Entschädigungsfolge -

In der Begründung lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, sie sei seit 
Geburt invalid, die Einreise in die Schweiz sei im Alter von 16 Jahren er-
folgt, sie habe im … geheiratet und sei am xx.xx.2007 20-jährig geworden. 
Die Beschwerdeführerin sei ab dem 1. Januar 2008 beitragspflichtig, womit 
sie bis zum Eintritt des Versicherungsfalles versichert gewesen sei. 
Schliesslich sei sie im … 2013 eingebürgert worden und die Beschwerde-
führerin halte sich an ihrem Wohnsitz in der Schweiz auf, weshalb sämtli-
che Voraussetzungen für eine ausserordentliche Rente gegeben seien. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. April 2016 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf eine Stellungnahme ver-
zichtete.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2017, IV/16/270, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Januar 2016 (act. 
II 165). In streitgegenständlicher Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin 
ausschliesslich die Zusprache einer ausserordentlichen Rente. Nachdem 
die Beschwerdegegnerin jedoch auch über den Anspruch auf eine ordentli-
che Rente befunden und im Übrigen nach dem Grundsatz der Rechtsan-
wendung von Amtes wegen das Gericht selbstständig die anwendbaren 
Rechtssätze zu suchen sowie auszulegen und die sich daraus ergebenden 
Rechtsfolgen zu ziehen hat, ist vorliegend auch über den ordentlichen 
Rentenanspruch zu entscheiden. Streitig und zu prüfen ist somit der An-
spruch der Beschwerdeführerin auf eine (ordentliche oder ausserordentli-
che) Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2017, IV/16/270, Seite 5

ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei 
Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet 
haben (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden 
Fassung). 

2.1.1 Die drei Mindestbeitragsjahre müssen vor Eintritt der Invalidität 
geleistet sein (ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 478, Rz 2). Verlangt sind drei 
volle Beitragsjahre im Sinne von Art. 50 der Verordnung vom 31. Oktober 
1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101; 
ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, a.a.O., Rz 3): Danach liegt ein volles 
Beitragsjahr vor, wenn eine Person insgesamt länger als elf Monate im 
Sinne von Art. 1a oder 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) 
versichert war und während dieser Zeit den Mindestbeitrag bezahlt hat oder 
Beitragszeiten im Sinne von Art. 29ter Abs. 2 lit. b und c AHVG aufweist. 
Nach Art. 29ter Abs. 2 AHVG gelten als Beitragsjahre u.a. Zeiten, in wel-
chen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 3 mindestens den doppelten Min-
destbeitrag entrichtet hat (lit. a). Nach Art. 2 IVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 AHVG 
sind die Versicherten beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbstätigkeit 
ausüben. Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar 
nach Vollendung des 20. Altersjahres und dauert bis zum Ende des 
Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr 
vollendet haben.

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwc2dwozpxax3boj2f6njq
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwc2dwozpxax3boj2f6njq
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwc2dwm5pxax3boj2f6my
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwc2dwm5pxax3boj2f6my
https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pwc2dwm5pxax3boj2f6my

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2.1.2 Nach Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald 
sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung 
erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben 
Versicherte Anspruch auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. 
b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) 
sind (lit. c). Der Anspruch auf eine Rente ist daher nicht zu prüfen und eine 
Rente kann nicht zugesprochen werden, solange sich die versicherte 
Person Eingliederungsmassnahmen unterzieht oder solche in Betracht 
fallen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juni 2012, 
9C_108/2012, E. 2.2.1; ULRICH MEYER/MARCO REICHMUTH, a.a.O., S. 292, 
Rz. 7).

2.2 Nach Art. 39 Abs. 1 IVG richtet sich der Anspruch von Schweizer 
Bürgern auf ausserordentliche Renten nach den Bestimmungen des 
AHVG. Er setzt unter anderem voraus, dass der Rentenansprecher 
während der gleichen Zahl von Jahren versichert war wie sein Jahrgang 
(Art. 42 Abs. 1 AHVG). Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn eine Person 
vom 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres bis zum Eintritt des 
Versicherungsfalls lückenlos obligatorisch oder freiwillig versichert war (vgl. 
Rz 7003 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV] herausgege-
benen Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters-, 
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [in der am 1. Januar 2016 in 
Kraft gestandenen Fassung]). Eine ausserordentliche Rente wird nur aus-
gerichtet, wenn Versicherte ohne ihr Verschulden die Mindestbeitragsdauer 
nicht erfüllen konnten und deshalb kein Anspruch auf eine ordentliche Ren-
te besteht (BBl 1990 II 95). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/326f26e0-efc3-41ff-a682-cfb2ef36d2af/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=8|fvd22l
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/326f26e0-efc3-41ff-a682-cfb2ef36d2af/e74cd58b-f17e-44b8-9e53-cfe178dc51f1?source=document-link&SP=8|fvd22l

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Mai 2017, IV/16/270, Seite 7

züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 6. Februar 2008 
(act. II 16 S. 5-7) einen Anspruch auf Leistungen der IV mit der 
Begründung verneint, die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien 
nicht erfüllt. Dabei bezog sie sich auf die von der Beschwerdeführerin 
damals beantragten Leistungen Berufsberatung, Hilfsmittel und 
medizinische Eingliederungsmassnahmen (vgl. S. 6; act. II 1 S. 6). Die 
dagegen beim Verwaltungsgericht erhobene Beschwerde zog die 
Beschwerdeführerin wieder zurück. Auf ein weiteres, sowohl 
Eingliederungsmassnahmen wie auch eine Invalidenrente betreffendes 
Leistungsbegehren trat die Beschwerdegegnerin sodann mangels 
Glaubhaftmachung neuer Tatsachen nicht ein (act. II 19 S. 1; 24). Ebenso 
erledigte sie das im Juli 2010 gestellte Leistungsgesuch (act. II 26) – soweit 
den Rentenanspruch betreffend – mit Nichteintreten (Verfügung vom 19. 
November 2010 [act. II 44]). In der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 
27. Januar 2016 (act. II 165) kam die Beschwerdegegnerin auf den geltend 
gemachten Rentenanspruch zurück, indem sie diesen nach Massgabe der 
Tatbestände von Art. 36 und 39 IVG – jeweils ausschliesslich unter dem 
Blickwinkel der versicherungsmässigen Voraussetzungen – prüfte. Es kann 
offen bleiben, ob die früher ergangenen Verfügungen sich auch auf den 
Rentenanspruch bezogen bzw. sich das behauptete Fehlen der 
versicherungsmässigen Voraussetzungen auch auf diesen bezog. So oder 
anders präjudizieren die vormaligen, in Rechtskraft erwachsenen 
respektive unangefochten gebliebenen Verfügungen die erneute 
Geltendmachung des Rentenanspruchs nicht, was denn auch von keiner 
Seite behauptet wird. 

3.2 Die am xx.xx.1987 geborene Beschwerdeführerin wurde am 
xx.xx.2007 20jährig; ferner gab sie gegenüber der Beschwerdegegnerin 

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wiederholt an, nichterwerbstätig zu sein (act. II 6 S. 2, 19 S. 6; 26 S. 6; 96 
S. 2; 113 S. 3; 120 S. 9 und 11; vgl. jedoch E. 3.6 hinten), womit sie 
grundsätzlich ab dem 1. Januar 2008 beitragspflichtig wurde (vgl. E. 2.1.1 
vorne). Die Beschwerdeführerin selbst leistete, soweit ersichtlich, einzig für 
die Dauer des Bezugs von IV-Taggeld (Art. 25 IVG) bzw. in den Monaten 
April bis Dezember 2011 sowie im Januar 2012 Beiträge (act. II 97 S. 3) an 
die Schweizerische AHV/IV/EO. Indes hat sie im … ihren in der Schweiz 
erwerbstätigen Partner geheiratet (act. II 2 S. 1), womit das Erfordernis der 
Beitragspflicht (Art. 36 Abs. 1 IVG) auch unter dem Gesichtswinkel von Art. 
3 Abs. 3 lit. a AHVG zu prüfen ist (vgl. E. 2.1.1 vorne). Zwar macht die 
Beschwerdeführerin insoweit geltend, die Beiträge seien von ihrem 
Ehemann bezahlt worden, was die Beschwerdegegnerin zumindest nicht 
bestreitet. Ob die Beiträge im Sinne der genannten Bestimmung tatsächlich 
als bezahlt gelten können, lässt sich aufgrund der Akten indes nicht 
abschliessend beurteilen, weshalb die Beschwerdegegnerin – im Rahmen 
der ohnehin zu tätigenden weiteren Abklärungen (vgl. E. 3.5 hinten) – die 
behauptete Beitragsbezahlung zu verifizieren haben wird. 

3.3 Im Weiteren hängt der geltend gemachte Rentenanspruch vom 
Eintrittszeitpunkt der Invalidität ab (vgl. E. 2.1.2 vorne). Hierzu lässt sich 
den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen: 

3.3.1 Seit ihrer Geburt in … leidet die Beschwerdeführerin an einer 
Retinopathie und einer dadurch bedingten schweren Sehbehinderung 
beidseits, wobei im Bericht vom 10. Juli 2007 die Sehschärfe rechts mit 
maximal 0.05 und links mit maximal 0.02 angegeben wurde (act. II 5 S. 3). 

3.3.2 Im ärztlichen Zeugnis vom 27. Mai 2010 (act. II 25 S. 1) hielt PD 
Dr. med. E.________, Facharzt für Ophthalmologie, fest, am rechten Auge 
bestehe keine Lichtperzeption, am linken Auge sei die Sehkraft in der Un-
tersuchung vom 21. August 2009 (0.1 bis zum 21. Mai 2010) auf weniger 
als 0.05 abgesunken. Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% (Bericht vom 
16. August 2010 [act. II 30 S. 4]).

3.3.3 Im Zeitraum vom 11. Januar bis 31. Mai 2012 musste sich die Be-
schwerdeführerin mehreren Eingriffen am linken Auge unterziehen. Mit 
Bericht vom 20. Juli 2012 (act. II 73 S. 4 f.) hielt PD. Dr. med. E.________ 

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fest, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Am linken Auge 
bestehe eine minimale Lichtperzeption bei vollständiger Blindheit am rech-
ten Auge. Aktuell sei die Sehkraft so schlecht, dass nur Blindentätigkeiten 
ausgeführt werden könnten. Jedoch bestehe eine gute Prognose für eine 
Verbesserung (S. 5). 

Mit Bericht vom 25. September 2012 (act. II 76) hielt PD Dr. med. 
E.________ fest, der Gesundheitszustand sei stabil. Die Sehkraft betrage 
am linken Auge indessen weniger als 0.01, so dass die Beschwerdeführe-
rin als blind im gesetzlichen Sinne gelte. 

Mit weiteren Berichten beschrieb PD Dr. med. E.________ den Gesund-
heitszustand als stationär (vgl. act. II 83 S. 4; 98 S. 4), wobei im Rahmen 
von Blindentätigkeiten keine Einschränkungen beständen (act. II 83 S. 5).

3.3.4 Im Rahmen einer versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 
11. November 2015 (act. II 153) hielt der RAD-Arzt Dr. med. D.________ 
fest, im rechtlichen Sinne sei im Juli 2005 von einer Erblindung auszuge-
hen und einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten mit norma-
len Anforderungen an die Sehfähigkeit. Seit September 2012 sei ein 
stabiler Zustand beschrieben. Aus rein medizinischer Sicht sei nicht nach-
vollziehbar, dass die Beschwerdeführerin bei stabilem Gesundheitszustand 
seit spätestens Ende 2012 die weitere Vorbereitung bzw. Durchführung 
einer ersten beruflichen Ausbildung im kaufmännischen Bereich nicht wei-
terverfolge. Für angepasste Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Seh-
fähigkeit sei unter Erlernen und Anwendung entsprechender Hilfen und 
Hilfstechniken an einem Arbeitsplatz für Blinde (Braille-Schrift auch für PC, 
Spracherkennung etc.) ein 80%-Pensum für sitzende leichte Tätigkeiten 
ohne Unfall- und Verletzungsgefahr ab September 2012 möglich. Es sei 
eine Eingewöhnung und eine geringere Arbeitsgeschwindigkeit zu berück-
sichtigen und die Möglichkeit Pausen zu machen, um eine Überanstren-
gung zu vermeiden, daher werde „eine Leistungseinschränkung von 80% 
beurteilt“.

3.3.5 Im Verlaufsbericht des Zentrums E.________ AG vom 19. No-
vember 2015 (act. II 157 S. 2 ff.) wurde festgehalten, die Beschwerdeführe-

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rin sei beidseits erblindet (S. 2). Eine Besserung sei nicht zu erwarten. 
Tätigkeiten, welche kein Sehvermögen erforderten, seien möglich (S. 3). 

3.4 Mit Blick auf die im Recht liegenden medizinischen Berichte er-
weist sich die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. med. D.________, wo-
nach seit September 2012 von einem stabilen Gesundheitszustand 
auszugehen sei (act. II 153 S. 2), als nachvollziehbar und schlüssig: Zwar 
steht aufgrund der Akten fest, dass die Beschwerdeführerin bereits bei ihrer 
Einreise in die Schweiz im Jahr 2003 eine schwere Sehbehinderung auf-
wies. Allerdings betrug der Visus im Juli 2007 rechts noch maximal 0.05, 
links maximal 0.02 (act. II 5 S. 3). Im Mai 2010 kam es zu einer ersten Ver-
schlechterung, indem die Beschwerdeführerin auf dem rechten Auge er-
blindete (act. II 25 S. 1; 26 S. 7). Knapp zwei Jahre später – ab Januar 
2012 – musste sich die Beschwerdeführerin nach einem erfolglosen La-
sereingriff im November 2011 (vgl. Protokolleintrag vom 24. November 
2011 [in den Gerichtsakten]) mehreren operativen Eingriffen am linken Au-
ge unterziehen, in deren Folge es auch insoweit zur Erblindung kam (act. II 
76). Es kann angesichts dieser Entwicklung offen bleiben, ob – wie der 
RAD-Arzt weiter festhielt – bereits seit Juli 2005 „im rechtlichen Sinne“ von 
einer Erblindung auszugehen war. Unter dem Aspekt der rentenspezifi-
schen Invalidität ist zunächst von Belang, dass frühestens ab September 
2012 von einem stabilen Zustand hinsichtlich der Sehbehinderung ausge-
gangen werden kann bzw. sich die Sehkraft seit Einreise in die Schweiz – 
wenn auch bereits auf tiefem Niveau – laufend verschlechtert hat. Ent-
scheidwesentlich ist sodann, dass die Parteien – nachdem die Beschwer-
deführerin bis Juli 2007 ein berufsvorbereitendes Schuljahr an der Berufs-, 
Fach- und Fortbildungsschule Bern (act. II 19 S. 6; 47 S. 3 ff.) und 
anschliessend, bis 2010, Deutschkurse an der Volkshochschule Bern (act. 
II 47 S. 1) besucht hatte – im Februar 2011 einen Eingliederungsplan (act. 
II 51) vereinbarten, wobei die Beschwerdeführerin ab April 2011 eine (von 
der Beschwerdegegnerin unterstützte [act. II 55]) berufliche Abklärung 
verbunden mit einer sehbehindertentechnischen Grundschulung 
absolvierte (act. II 60 S. 1). Dabei entschied sich die Beschwerdeführerin 
für eine erstmalige berufliche Ausbildung im kaufmännischen Bereich (act. 
II 60 S. 2), woraufhin die Beschwerdegegnerin am 22. Juli 2011 (act. II 62) 
auch Kostengutsprache für berufliche Massnahmen erteilte. Nachdem die 

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in der Zeit zwischen Januar und Mai 2012 erfolgten Operationen nicht den 
gewünschten Erfolg gebracht hatten bzw. – wie dargelegt – die 
Beschwerdeführerin auch auf dem linken Auge erblindete, brach sie die 
Eingliederungsmassnahmen ab (vgl. insbesondere Protokolleinträge vom 
1. Juni 2012 und 9. Oktober 2014 [in den Gerichtsakten]). Auch wenn der 
RAD-Arzt diesen Abbruch als vom rein medizinischen Standpunkt aus 
betrachtet nicht nachvollziehbar einschätzte (vgl. act. II 153 S. 2), so ändert 
dies nichts daran, dass bis Januar 2012 Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt und diese erst im Juni 2012 „storniert“ wurden (vgl. 
Protokolleintrag vom 1. Juni 2012 [in den Gerichtsakten]), womit sich die 
beschwerdegegnerische Auffassung, die (rentenspezifische) Invalidität 
habe bereits bei der Einreise in die Schweiz bestanden, als unzutreffend 
erweist. Vielmehr kann der Versicherungsfall „Invalidenrente“ nicht vor dem 
Abschluss der Eingliederungsmassnahmen eingetreten sein (vgl. E. 2.1.2 
vorne) und es spricht somit auch – und insbesondere – unter 
eingliederungsmässigen Aspekten nichts dagegen, den (potentiellen) 
Eintritt der rentenspezifischen Invalidität frühestens auf den September 
2012 festzusetzen. Soweit die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch 
deshalb mit fehlenden Beiträgen im (potentiellen) rentenspezifischen 
Invaliditätszeitpunkt begründet, kann ihr – bei gegebener Aktenlage – nicht 
gefolgt werden. Indem der Beschwerdeführerin bis September 2012 die 
Erfüllung der dreijährigen Beitragszeit grundsätzlich möglich war (vgl. 
E. 3.2 vorne), besteht – sofern die übrigen Leistungsvoraussetzungen 
erfüllt sind (vgl. E. 3.5 sogleich) – grundsätzlich Anspruch auf eine 
ordentliche Rente (Art. 36 IVG). Gleichzeitig entfällt ohne weiteres ein 
Anspruch auf eine ausserordentliche Rente (vgl. E. 2.2 vorne). 

3.5 Im Weiteren hängt die Frage, ob im September 2012 der 
Versicherungsfall „Invalidenrente“ tatsächlich eingetreten ist davon ab, ob 
die Beschwerdeführerin ab diesem Zeitpunkt mindestens zu 40% invalid 
war (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG; vgl. E. 2.1.2 vorne). Die Beschwerdegegnerin 
hat hierzu keine Feststellungen getroffen und die Frage liesse sich auch 
aufgrund der Akten nicht schlüssig beurteilen, erweist sich doch die im 
Zumutbarkeitsprofil des RAD-Arztes postulierte Leistungseinschränkung 
von 80% (bei gegebener Arbeitsfähigkeit von 80% für angepasste 
Tätigkeiten ohne Anforderungen an die Sehfähigkeit) als nicht ohne 

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weiteres nachvollziehbar, zumal auch seitens der behandelnden Ärzte 
grundsätzlich keine weiteren Einschränkungen postuliert wurden (vgl. act. II 
83 S. 5; 157 S. 3). Die Beschwerdegegnerin wird deshalb – sofern sich die 
versicherungsmässigen Voraussetzungen als erfüllt erweisen (vgl. E. 3.2 
vorne) – auch weitere Abklärungen hinsichtlich der rentenspezifischen An-
spruchsvoraussetzungen vornehmen. Dabei wird sie auch der Frage nach-
zugehen haben, wie es sich mit dem Umstand verhält, dass die 
Beschwerdeführerin gemäss Eintrag im Schweizerischen Handelsamtsblatt 
(SHAB) Nr. 160 vom 20. August 2012 (vgl. www.zefix.ch, besucht am 23. 
Februar 2017) als einzelunterschriftsberechtigte Gesellschafterin und Ge-
schäftsführerin einer GmbH fungiert.

3.6 Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde 
die Verfügung vom 27. Januar 2016 aufzuheben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu 
verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 

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Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit am 13. April 2016 eingereichter und nicht zu beanstandender 
Kostennote hat lic. iur. C.________ ein Honorar von Fr. 910.-- (7 Stunden à 
Fr. 130.--) sowie Auslagen von Fr. 44.-- und die Mehrwertsteuer (MWSt) 
von Fr. 76.30 geltend gemacht. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit 
auf Fr. 1‘030.30 (inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 27. Januar 2016 aufgehoben und die 
Akten werden an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
– nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über 
den Rentenanspruch neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘030.30 (inkl. Auslagen und MWSt), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

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Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.