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**Case Identifier:** e1654b02-e7f0-55b5-a8f7-2b45c5c9d1d1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-01-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.01.2019 A-2575/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2575-2017_2019-01-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid aufgehoben durch BGer mit  

Urteil vom 09.07.2019 (2C_174/2019) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2575/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J a n u a r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richterin Kathrin Dietrich,  

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,    

Gerichtsschreiber Benjamin Strässle-Kohle. 
 

 
 

Parteien 
 HUPAC SA,  

vertreten durch  

Dr. iur. Beat Brechbühl, Rechtsanwalt, und/oder 

Evelyne Toh, Rechtsanwältin und Notarin,  

Kellerhals Carrard Bern,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Umwelt BAFU,  

3003 Bern,    

Vorinstanz,  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Ablehnung von Finanzhilfen für die Beschaffung von beson-

ders lärmarmen Güterwagen. 

 

 

 

A-2575/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Hupac SA und die Ferriere Cattaneo SA arbeiteten zusammen mit wei-

teren Partnern an der Entwicklung von lärmarmen Güterwagen. Zunächst 

wurden sechsachsige Doppeltaschenwagen der Bauart Sdggmrss neu mit 

Scheibenbremsen, in einer zweiten Phase sechsachsige Taschenwagen 

neu mit dynamisch optimierten Drehgestellen (DRRS-Drehgestell) entwi-

ckelt.  

Mit Vertrag vom 10. Juli 2015 bestellte die Hupac SA bei der Ferriere 

Cattaneo SA 50 lärmarme Güterwagen (sechsachsige Doppeltaschenwa-

gen T3000eD, Typ Sdggmrss mit Scheibenbremse und Y25-Drehgestell). 

Die ersten Wagen wurden im Herbst 2015 ausgeliefert und sind seit De-

zember 2015 in Betrieb. 

B.  

Am 13. Dezember 2016 reichte die Hupac SA dem Bundesamt für Umwelt 

(nachfolgend: BAFU) ein Gesuch um Finanzhilfe für die bereits erfolgte An-

schaffung der 50 lärmarmen Güterwagen ein. 

C.  

Das BAFU lehnte das Gesuch mit Verfügung vom 14. März 2017 ab. Es 

erwog, dass zwar die Voraussetzungen gemäss der Verordnung über die 

Lärmsanierung der Eisenbahnen (VLE, SR 742.144.1) für die Gewährung 

von Finanzhilfen für den Erwerb von besonders lärmarmen Güterwagen 

erfüllt seien. Das Gesuch sei jedoch erst eingereicht worden, nachdem die 

Güterwagen bereits angeschafft worden seien. Subventionsrechtlich sei 

daher die Gewährung einer Finanzhilfe ausgeschlossen.  

D.  

Gegen die Verfügung des BAFU (nachfolgend: Vorinstanz) vom 14. März 

2017 lässt die Hupac SA (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Schreiben 

vom 3. Mai 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht führen. Sie 

beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, ihr Gesuch vom 

13. Dezember 2016 um Finanzhilfe für die Anschaffung von 50 lärmarmen 

Güterwagen gutzuheissen und ihr eine Finanzhilfe in der Höhe von min-

destens Fr. 991‘029.60 zu gewähren. 

Die Beschwerdeführerin macht zusammenfassend geltend, die Vorinstanz 

sei von Beginn an in die Entwicklung des lärmarmen Güterwagens mitein-

bezogen gewesen. Damit sei sichergestellt gewesen, dass der Zweck der 

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Seite 3 

Finanzhilfe – die Reduktion der Lärmemissionen der Eisenbahn an der 

Quelle – erreicht werde. Das Vorgehen der Vorinstanz, ihr die Finanzhilfe 

nun allein aus formellen Gründen zu verweigern, sei nicht durch Sinn und 

Zweck der anwendbaren subventionsrechtlichen Bestimmung gedeckt und 

daher überspitzt formalistisch sowie mit Blick auf die (sinngemäss) abge-

gebenen Zusicherungen auch treuwidrig. Dies verdiene keinen Schutz, 

umso mehr, als sich die Anwendung der subventionsrechtlichen Bestim-

mungen, wenn auch im Grunde nicht zu beanstanden, weder aus dem Ge-

setz ergebe noch im Pflichtenheft "Der besonders lärmarme Güterwagen" 

ausdrücklich darauf hingewiesen worden sei. Zudem gelte der Grundsatz, 

dass zunächst die Finanzhilfe gesprochen werden müsse und erst an-

schliessend eine Anschaffung getätigt werden dürfe, nicht ausnahmslos. 

Die zuständige Behörde könne etwa im Zusammenhang mit der Grundla-

genbeschaffung die Bewilligung für eine vorzeitige Anschaffung erteilen. 

Von einer solchen Bewilligung zur Anschaffung der ersten 50 lärmarmen 

Güterwagen habe aufgrund der Umstände auch sie ausgehen dürfen. 

E.  

Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2017 auf Abwei-

sung der Beschwerde. 

Sie weist darauf hin, dass die subventionsrechtlichen Bestimmungen für 

alle im Bundesrecht vorgesehenen Finanzhilfen und Abgeltungen gelten 

würden, soweit die anwendbare Sachgesetzgebung – wie vorliegend das 

Bundesgesetz über die Lärmsanierung der Eisenbahnen (BGLE, 

SR 742.144) – nichts Abweichendes vorschreibe. Die Beschwerdeführerin 

müsse daher die Anwendung der formellen subventionsrechtlichen Anfor-

derungen gegen sich gelten lassen. Im Weiteren weist die Vorinstanz da-

rauf hin, dass sich das als "Vorabantrag" bezeichnete Gesuch um Finanz-

hilfe, welches die Beschwerdeführerin der Vorinstanz mit E-Mail vom 

13. August 2015 habe zukommen lassen, nicht auf dieselbe Güterwagen-

serie bezogen habe, für welche die Beschwerdeführerin später, am 13. De-

zember 2016, ein Gesuch um Finanzhilfe eingereicht habe. Gegenstand 

des "Vorabantrags" sei die geplante Beschaffung weiterer 50 sechsachsi-

ger Doppeltaschenwagen T3000eD gewesen, die jedoch im Unterschied 

zu den ersten 50 Güterwagen mit den neuentwickelten teureren DRRS-

Drehgestellen ausgestattet sein würden. Für das vorliegend zu beurtei-

lende Gesuch um Finanzhilfe sei vorab keine Anfrage bei ihr gestellt und 

insbesondere auch nicht um Bewilligung der vorzeitigen Anschaffung er-

sucht worden. Die Auskunft, welche sie in Bezug auf die Anschaffung wei-

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Seite 4 

terer 50 Güterwagen gegeben habe, könne daher für die vorliegend streit-

betroffene Finanzhilfe von vorherein keine Vertrauensgrundlage bilden. Sie 

habe sich schliesslich auch nicht treuwidrig verhalten. Nach der Rechtspre-

chung bestehe an der formstrengen Abwicklung des Subventionsverfah-

rens ein schutzwürdiges Interesse. Zudem habe weder in allgemeiner 

Weise noch aufgrund der Umstände eine Aufklärungspflicht betreffend eine 

mögliche Finanzhilfe bestanden. Der Entscheid, diese mit Kaufvertrag vom 

10. Juli 2015 anzuschaffen, habe allein im unternehmerischen Ermessen 

der Beschwerdeführerin gelegen.  

F.  

Die Beschwerdeführerin hält mit Schlussbemerkungen vom 17. August 

2017 an ihren Rechtsbegehren und an ihrer Begründung gemäss der Be-

schwerdeschrift vom 3. Mai 2017 fest. 

G.  

Die Vorinstanz hält mit Schreiben vom 21. September 2017 ebenfalls an 

ihren Anträgen und Ausführungen gemäss der Vernehmlassung vom 

14. Juli 2017 fest.  

H.  

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die bei den 

Akten liegenden Schriftstücke wird – soweit für den vorliegenden Entscheid 

relevant – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügun-

gen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021), 

soweit diese von einer Vorinstanz i.S.v. Art. 33 VGG erlassen worden sind 

und kein Ausnahmegrund i.S.v. Art. 32 VGG vorliegt. Es prüft das Vorliegen 

der Sachurteilsvoraussetzungen von Amtes wegen.  

Die Vorinstanz ist gemäss Art. 9 Abs. 4 VLE zuständig, über Gesuche um 

Finanzhilfen nach Art. 10a BGLE zu entscheiden. Sie gehört zu den Behör-

den i.S.v. Art. 33 Bst. d VGG und der angefochtene Entscheid stellt eine 

Verfügung i.S.v. Art. 5 Abs. 1 VwVG dar (Art. 16 Abs. 1 des Subventions-

gesetzes [SuG, SR 616.1]). Da zudem kein Ausnahmegrund i.S.v. Art. 32 

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Seite 5 

VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt (Art. 37 VGG; vgl. auch Art. 35 Abs. 1 SuG). 

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch den angefochtenen Ent-

scheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Änderung oder Aufhebung besitzt. Die Beschwerdeführerin ist Adressatin 

der angefochtenen Verfügung, mit welcher die Vorinstanz ihr Begehren um 

Finanzhilfe abgewiesen hat. Sie ist daher ohne Weiteres als zur Beschwer-

deerhebung berechtigt anzusehen.  

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist demnach einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich der unrichtigen und unvollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 

VwVG). Es stellt den rechtserheblichen Sachverhalt unter Vorbehalt der 

Mitwirkungspflicht der Parteien von Amtes wegen fest (Art. 12 und Art. 13 

VwVG) und wendet das Rechts grundsätzlich frei an, ohne an die rechtliche 

Begründung der Begehren gebunden zu sein (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Dabei 

würdigt das Bundesverwaltungsgericht die Beweise grundsätzlich frei, 

ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge-

mäss (Grundsatz der freien Beweiswürdigung; Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 

des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]; BVGE 

2012/33 E. 6.2.1; vgl. auch BGE 137 II 266 E. 3.2). Eine rechtserhebliche 

Tatsache, für die grundsätzlich der volle Beweis zu erbringen ist (Regelbe-

weismass), gilt als bewiesen, wenn das Gericht gestützt auf die freie Be-

weiswürdigung zur Überzeugung gelangt, sie habe sich verwirklicht. Abso-

lute Gewissheit ist indes nicht erforderlich; es genügt, wenn das Gericht an 

der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allen-

falls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen (Urteil des BVGer  

A-400/2017 vom 19. April 2018 E. 2; vgl. auch Urteil des BGer 

2C_1065/2015 vom 15. September 2016 E. 5.1). Auch im öffentlichen 

Recht gilt sodann der allgemeine Grundsatz gemäss Art. 8 ZGB, wonach 

derjenige die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, der aus 

der unbewiesen gebliebenen Tatsache Rechte ableitet (vgl. zum Ganzen 

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BGE 140 I 285 E. 6.3.1 und KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, in: Praxis-

kommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 12 Rz. 8, 207–209, 213 und 215; zu-

dem Urteil des BVGer A-1700/2017 vom 25. April 2018 E. 2 mit Hinwei-

sen). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe nach Treu und Glau-

ben aufgrund der Umstände davon ausgehen dürfen, zur (vorzeitigen) An-

schaffung der ersten 50 lärmarmen Güterwagen berechtigt gewesen zu 

sein, ohne damit ihres Anspruchs auf Finanzhilfe des Bundes verlustig zu 

gehen. Die Verweigerung der Finanzhilfe beruhe zudem auf überspitztem 

Formalismus. Die Vorinstanz hält der Beschwerdeführerin entgegen, zu 

keinem Zeitpunkt eine Finanzhilfe für die Anschaffung der ersten 50 lärm-

armen Güterwagen zugesichert oder eine Bewilligung zur vorzeitigen An-

schaffung erteilt zu haben. Vielmehr habe die Beschwerdeführerin um die 

Anwendung der subventionsrechtlichen Bestimmungen wissen müssen 

und habe somit die Säumnis selbst zu vertreten.  

3.2  

3.2.1 Der Gütertransport auf der Schiene verursacht – auch nach Ab-

schluss der ordentlichen Lärmsanierung der Eisenbahn – erheblichen 

Lärm. Hauptsächliche Quelle sind Güterwagen mit einer veralteten Brems-

technologie. Um ein (erneutes) Ansteigen der Lärmbelastung durch zu er-

wartenden Mehrverkehr zu vermeiden, hat der Gesetzgeber im Jahr 2013 

das BGLE ergänzt. Neu sind Emissionsgrenzwerte für Güterwagen (Art. 4 

Abs. 3 BGLE; gültig ab dem 1. Januar 2020) sowie verschiedene Mass-

nahmen an der Quelle – an der Fahrbahn sowie am Rollmaterial – vorge-

sehen (Botschaft vom 30. November 2012 zur Änderung des Bundesge-

setzes über die Lärmsanierung der Eisenbahnen, Bundesblatt [BBl] 2013 

489, 490 f., 498 f., 505 f., 507 f., 519–521). Gemäss der neuen Bestim-

mung von Art. 10a Abs. 1 BGLE, die seit dem 1. März 2014 in Kraft ist, 

kann der Bund für den Erwerb und Betrieb von besonders lärmarmen Gü-

terwagen Finanzhilfen gewähren. Diese Investitionsförderung wird in Art. 9 

VLE (in Kraft seit dem 1. Januar 2016) konkretisiert. Das Verfahren richtet 

sich nach den Bestimmungen des 3. Kapitels des Subventionsgesetzes, 

soweit das BGLE nichts Abweichendes vorschreibt (Art. 2 Abs. 2 SuG).  

3.2.2 Finanzhilfen und Abgeltungen werden nur auf Gesuch hin und in der 

Regel durch Verfügung gewährt (Art. 11 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 SuG). 

Gemäss Art. 26 SuG darf der Gesuchsteller erst mit dem Bau beginnen 

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oder grössere Anschaffungen tätigen, wenn ihm die Finanzhilfe oder Ab-

geltung endgültig oder dem Grundsatz nach zugesichert worden ist oder 

wenn ihm die zuständige Behörde dafür die Bewilligung erteilt hat (Abs. 1). 

Die zuständige Behörde kann die Bewilligung erteilen, wenn es mit schwer-

wiegenden Nachteilen verbunden wäre, das Ergebnis der Prüfung der Ge-

suchsunterlagen abzuwarten. Die Bewilligung gibt indes keinen Anspruch 

auf die Finanzhilfe oder Abgeltung (Abs. 2). Beginnt der Gesuchsteller 

ohne Bewilligung mit dem Bau oder tätigt er Anschaffungen, so werden ihm 

keine Leistungen gewährt. Bei Abgeltungen kann ihm die zuständige Be-

hörde jedoch eine Leistung gewähren, wenn es die Umstände rechtfertigen 

(Abs. 3). 

Die Regelung gemäss Art. 26 SuG soll sicherstellen, dass Tätigkeiten, die 

nicht ohne grössere Nachteile rückgängig gemacht werden können, wie 

etwa die Erstellung von Bauten oder grössere Anschaffungen, erst nach 

der Zusicherung der Finanzhilfe oder Abgeltung einsetzen. Dies liegt so-

wohl im Interesse des Gesuchstellers als auch des Staates. Der Gesuch-

steller erhält vor Beginn der Aufgabenerfüllung die Gewissheit, dass sein 

Projekt beitragsberechtigt ist. Der Staat anderseits stellt sicher, dass der 

Finanzhilfe- oder Abgeltungszweck erfüllt wird. Zudem erleichtert die vor-

gängige Zusicherung der Behörde die Budgetierung und Finanzplanung. 

Es bestehen somit schutzwürdige Interessen an der formstrengen Abwick-

lung des Subventionsverfahrens, was einen vorzeitigen Baubeginn bzw. 

eine vorzeitige Anschaffung grundsätzlich unzulässig macht. In Fällen von 

schwerwiegenden Nachteilen kann die Behörde jedoch eine Bewilligung 

zum vorzeitigen Baubeginn oder für grössere Anschaffungen gewähren 

(Art. 26 Abs. 2 SuG). In Frage kommen Sachumstände wie Katastrophen-

fälle, Projektänderungen, die Nutzung eines Marktvorsprungs, eine Grund-

lagenbeschaffung oder die koordinierte Bauausführung verschiedener In-

teressenten. Der zuständigen Behörde ist in diesem Fall vorgängig ein Ge-

such einzureichen und der Entscheid abzuwarten; der Begriff der Bewilli-

gung i.S.v. Art. 26 Abs. 2 SuG ist ein juristischer Begriff und meint eine 

schriftlich zu eröffnende Verfügung (vgl. zum Ganzen Botschaft vom 

15. Dezember 1986 zu einem Bundesgesetz über Finanzhilfen und Abgel-

tungen, BBl 1987 I 369, 412; BGE 130 V 177 E. 5.4; Urteil des BGer 

2C_449/2009 vom 21. Januar 2010 E. 2.4 f.; Urteil des BVGer A-3110/2014 

vom 21. April 2015 E. 3.6.2; AUGUST MÄCHLER, Subventionsrecht, in: Biag-

gini et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, Rz. 21.27 f.).  

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Seite 8 

3.3 Aufgrund der Akten steht fest und ist auch unbestritten, dass die Be-

schwerdeführerin bis zum Zeitpunkt der Anschaffung der ersten 50 lärmar-

men Güterwagen Mitte des Jahres 2015 von der Vorinstanz keine (schrift-

liche) Beitragszusicherung erhalten hatte. Ebenso wenig hat die Vorinstanz 

die vorzeitige Anschaffung der Güterwagen durch Verfügung bewilligt. 

Zwar trifft zu, dass die Beschwerdeführerin die Vorinstanz vor der Anschaf-

fung über den Stand der Entwicklung der lärmarmen Güterwagen und – 

kurz nach Vertragsschluss – auch über die bevorstehende Auslieferung der 

ersten Güterwagen informierte. Um eine Finanzhilfe des Bundes für die 

Anschaffung der ersten 50 lärmarmen Güterwagen war vor der Anschaf-

fung jedoch nicht nachgesucht worden und die für Dritte erkennbare Ab-

sicht, eine solche künftig zu beantragen, vermag für sich allein einen ent-

sprechenden Antrag nicht ersetzen.  

Aus den vorliegenden Umständen kann somit für sich allein und mit Blick 

auf das vorstehend zu Art. 26 SuG Ausgeführte nicht geschlossen werden, 

die Vorinstanz habe die Finanzhilfe (im Grundsatz) zugesichert oder die 

Bewilligung für eine vorzeitige Anschaffung gemäss Art. 26 Abs. 2 SuG er-

teilt. Eine Beitragsgewährung unmittelbar gestützt auf Art. 26 Abs. 1 und 2 

SuG kommt daher, wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, vorliegend 

nicht in Betracht. Auch die Anwendung von Art. 26 Abs. 3 Satz 2 SuG 

scheidet aus, da es sich bei den Leistungen gemäss Art. 10a BGLE unstrit-

tig um Finanzhilfen i.S.v. Art. 3 Abs. 1 SuG und nicht um Abgeltungen i.S.v. 

Art. 3 Abs. 2 SuG handelt. 

3.4  

3.4.1 Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin, wie sie geltend macht, 

aufgrund der Umstände und insbesondere gestützt auf den Grundsatz von 

Treu und Glauben (Art. 9 BV) darauf hat vertrauen dürfen, die Finanzhilfe 

werde ihr gewährt, sobald sie ein entsprechendes Gesuch einreiche. 

Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben verleiht einer 

Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens in förmliche be-

hördliche Akte und sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes Ver-

halten der Behörden wie etwa Zusicherungen und Auskünfte. Abgeleitet 

aus diesem Grundsatz können unrichtige Auskünfte von Verwaltungsbe-

hörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom materiellen Recht ab-

weichende Behandlung des Rechtsuchenden gebieten. Die Form der Aus-

kunftserteilung ist dabei nicht massgebend. Auch Aussagen auf einem amt-

lichen Formular, einer amtlichen Internetseite oder einem Merkblatt können 

eine Vertrauensgrundlage bilden, wenn sie einen hinreichenden Bezug 

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Seite 9 

zum Einzelfall haben und der Bürger sie nach den Umständen als konkrete 

Auskunft werten durfte (BGE 129 II 125 E. 5.6; BGE 109 V 52 E. 2 f.; vgl. 

auch Urteil des BGer 2C_180/2017 vom 10. Januar 2018 E. 4.1 f.; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, 

Rz. 669 f.). Voraussetzung für eine Berufung auf den Vertrauensschutz ist 

weiter, dass die betroffene Person sich berechtigterweise auf die Vertrau-

ensgrundlage verlassen durfte und gestützt darauf nachteilige Dispositio-

nen getroffen hat, die sie nicht mehr rückgängig machen kann. Die Be-

hörde muss zudem zur Auskunftserteilung zuständig gewesen sein und die 

gesetzliche Ordnung darf seit der Auskunftserteilung keine Änderung er-

fahren haben. Die Berufung auf den Grundsatz von Treu und Glauben 

scheitert, wenn ihr überwiegende öffentliche Interessen gegenüberstehen 

(zu den Voraussetzungen des Vertrauensschutzes bei Auskünften und Zu-

sicherungen vgl. ausführlich statt vieler BGE 137 II 182 E. 3.6.2, bestätigt 

in Urteil des BGer 2C_180/2017 vom 10. Januar 2018 E. 4.1; BGE 131 V 

472 E. 5; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 667 ff. mit Hinweisen).  

Die Untätigkeit einer Behörde und damit auch blosses Stillschweigen ver-

mag in aller Regel keinen Vertrauenstatbestand zu schaffen, ausser es be-

steht eine gesetzliche Auskunfts- oder Beratungsplicht der Behörde (Ur-

teile des BGer 2C_277/2012 vom 11. Mai 2012 E. 5.2 und 1A.63/2005 vom 

22. August 2005 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Ob ausnahmsweise dennoch ein 

Vertrauenstatbestand geschaffen worden ist, bestimmt sich danach, ob das 

Stillschweigen der Behörde bei objektiver Betrachtungsweise geeignet 

war, bei der betroffenen Person eine entsprechende Erwartung zu erwe-

cken (BGE 131 V 472 E. 5; Urteil des BGer 2C_277/2012 vom 11. Mai 2012 

E. 5.2 mit Hinweisen; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwal-

tungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 22 Rz. 17 f.; WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des 

allgemeinen Verwaltungsrechts, Bd. 1, 2012, Rz. 2032 f. mit [weiteren] 

Hinweisen auf die Rechtsprechung).  

3.4.2 Vorliegend hat die Vorinstanz keine Vertrauensgrundlage geschaffen. 

Weder hat sie – auf ausdrücklich Nachfrage hin – zu irgend einem Zeit-

punkt die (unrichtige) Auskunft erteilt, das Gesuch um Finanzhilfe könne 

auch nach der Anschaffung der ersten 50 Güterwagen noch eingereicht 

werden, noch hat sie bei objektiver Betrachtungsweise durch Stillschwei-

gen eine entsprechende Erwartung erweckt. Das Pflichtenheft, auf welches 

die Beschwerdeführerin Bezug nimmt, äussert sich nicht zu der Frage, 

wann das Gesuch um Finanzhilfe einzureichen ist. Es verweist eingangs in 

allgemeiner Weise auf das SuG und unter dem Titel "Finanzhilfen des Bun-

des" auf die Bestimmung Art. 10a BGLE, wobei diese keine Angaben zum 

A-2575/2017 

Seite 10 

Verfahrensablauf enthält. Die Beschwerdeführerin wäre aufgrund der Um-

stände verpflichtet gewesen, sich darüber zu informieren, bis zu welchem 

Zeitpunkt ein Gesuch um Finanzhilfe einzureichen ist, zumal es sich dabei 

nicht um eine Frage von untergeordneter Bedeutung handelt. Auch ein 

Blick ins SuG hätte wohl ausgereicht. In diesem ist in Art. 26 klar und ver-

ständlich festgehalten, dass grössere Anschaffungen erst getätigt werden 

dürfen, wenn die Finanzhilfe endgültig oder dem Grundsatz nach zugesi-

chert worden ist oder die zuständige Behörde hierfür die Bewilligung erteilt 

hat (Abs. 1). Zudem deutet auch die Formulierung im Formular "Antrag auf 

Finanzhilfe", welches die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz erhalten 

hatte, darauf hin, dass ein Gesuch vor der Anschaffung einzureichen ist; 

unter Ziff. 2 ist die "Anzahl zu beschaffender Güterwagen" anzugeben. Die 

Beschwerdeführerin hätte daher vorliegend darum wissen müssen, dass 

ein Gesuch um Gewährung von Finanzhilfe vor der Anschaffung einzu-

reichen ist bzw. hätte bei der Vorinstanz entsprechende Erkundigungen 

einholen müssen. Sie hat den Umstand, dass sie dies versäumte, selbst 

zu verantworten, zumal eine Aufklärungs- bzw. Beratungspflicht der Vor-

instanz nicht ersichtlich ist. 

Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich einwendet, die Anwendung der 

Formvorschriften gemäss Art. 26 SuG sei überspitzt formalistisch, kann auf 

die Rechtsprechung verwiesen werden. Das Bundes- und das Bundesver-

waltungsgericht haben bereits verschiedentlich festgehalten, dass an einer 

formstrengen Abwicklung des Subventionsverfahrens ein ausreichendes 

öffentliches Interesse besteht (vgl. hierzu auch vorstehend E. 3.2.2). Zu-

dem ermögliche die Bestimmung von Art. 26 SuG in dringenden Fällen ei-

nen vorzeitigen Baubeginn bzw. eine vorzeitige Anschaffung (vgl. Art. 26 

Abs. 1 und 2 SuG) und sorge so in generell-abstrakter Weise für einen 

Ausgleich der Interessen. Von überspitztem Formalismus könne daher im 

Zusammenhang mit der Anwendung von Art. 26 SuG nicht gesprochen 

werden, zumal die Vorschriften ohne grossen Aufwand eingehalten werden 

könnten (Urteil des BGer 2C_449/2009 vom 21. Januar 2010 E. 2.5 mit 

Hinweis auf BGE 130 V 177 E. 5.4; Urteil des BVGer A-3110/2014 vom 

21. April 2015 E. 3.6). Es besteht kein Anlass, vorliegend hiervon abzuwei-

chen. 

3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass eine Finanzhilfe für die Anschaf-

fung der ersten 50 lärmarmen Güterwagen vorliegend weder unmittelbar 

gestützt auf das SuG noch gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glau-

ben gemäss Art. 9 BV gewährt werden kann. Die Beschwerde ist daher 

abzuweisen.  

A-2575/2017 

Seite 11 

4.  

Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unterlie-

gend. Sie hat daher die Kosten für das Beschwerdeverfahren zu tragen 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind, da es sich um eine Streitigkeit mit Ver-

mögensinteresse handelt, in Anwendung von Art. 4 des Reglements über 

die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

(VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 15‘000.– festzusetzen. Der von der Be-

schwerdeführerin in der Höhe von Fr. 15‘000.– geleistete Kostenvorschuss 

wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet.  

Eine Parteientschädigung ist der Beschwerdeführerin angesichts ihres Un-

terliegens nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. VGKE). Die 

Vorinstanz hat als Bundesbehörde ebenfalls keinen Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 15‘000.– werden der Beschwer-

deführerin zur Bezahlung nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin in der Höhe von 

Fr. 15‘000.– geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet.  

3.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

  

A-2575/2017 

Seite 12 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christine Ackermann Benjamin Strässle-Kohle 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-

schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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