# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47f4d8e3-b0b1-5d92-83ef-2867d66789b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 1997 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-1997-1_0000-00-00.pdf

## Full Text

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1. Urteile des Kantonsgerichts
a) Zivilurteile

- Stiftungsaufsicht; Überprüfung der  Kapitalanlagepoli- 
tik einer Stiftung  ( Art. 84 Abs. 2 ZGB).   Bei der Beurtei-   
l ung der Anlagepolitik einer gewöhnlichen oder klassi-
schen Stiftung können die für Personalvorsorgestif- 
tungen geltenden Anlagevorschriften der Verordnung 
über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invali- 
denvorsorge (Art. 49 ff. BVV 2) als Orientierungshilfe 
beigezogen werden.

Erwägungen:
1. Die X-Stiftung bezweckt die Erhaltung des Andenkens an 

den Stifter, die Ausrichtung von Stipendien an begabte Musikschüler 
sowie ver- dienten Musikern Ferien in der Chasa Y auf Hof Z zu 
ermöglichen. Aus den weiteren Bestimmungen in der Stiftungsurkunde 
folgt sodann, dass die Cha- sa Y möglichst im gegenwärtigen Zustand 
erhalten werden soll. Bei der X- Stiftung handelt es sich somit um eine 
sogenannte gewöhnliche oder klassi- sche Stiftung im Sinne von Art. 80 
ff. ZGB. Gegenstand der vorliegenden Auseinandersetzung bildet die 
Frage, ob die vorinstanzliche Aufsichtsbehör- de die Anlage des 
Stiftungsvermögens zu Recht beanstandet hat. In diesem 
Zusammenhang gilt es zu untersuchen, in welchem Umfang die 
Aufsichts- behörde die Anlage des Stiftungsvermögens klassischer 
Stiftungen über- haupt zu überprüfen hat und insbesondere ob sie den 
klassischen Stiftungen vorschreiben darf, die für Stiftungen der 
beruflichen Vorsorge geltenden An- lagevorschriften gemäss Art. 53 ff. 
BVV2 (SR 831.441.1) einzuhalten.

2. a) Nach Art. 84 Abs. 2 ZGB hat die Aufsichtsbehörde dafür 
zu sorgen, dass das Stiftungsvermögen nur zu den in der 
Stiftungsurkunde ge- nannten und gesetzlich zulässigen Zwecken 
verwendet wird. Dies schliesst die Befugnis ein, darüber zu wachen, dass 
das Stiftungsvermögen nach Mass- gabe der Stiftungsurkunde sowie im 
Interesse der Destinatäre erhalten bleibt und nicht spekulativ oder allzu 
risikoreich angelegt wird. In diesem Rahmen ist die Aufsichtsbehörde 
darum befugt, den Stiftungsorganen bindende Wei- sungen zu erteilen 
und bei deren Nichtbeachtung Sanktionen zu ergreifen, denn rein 
spekulative oder allzu risikoreiche Anlagen gefährden das Stif- 
tungsvermögen und damit die Verfolgung des Stiftungszwecks (BGE 

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108 II 358, 99 lb 259 jeweils mit Hinweisen). Eine völlige Freiheit der 
Stiftungsor- gane in der Anlage des Stiftungsvermögens würde im 
übrigen selbst dann nicht bestehen, wenn dies der Stifter in der 
Stiftungsurkunde ausdrücklich so

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festgelegt hätte, zumal eine solche Statutenbestimmung rechtswidrig 
wäre (Riemer, Berner Kommentar, Bd. I/3/3, Bern 1975, Art. 84 N 69). 
Bei der Überprüfung der Vermögensanlage hat sich die 
Aufsichtsbehörde - da es sich um eine Ermessensfrage handelt - grösste 
Zurückhaltung aufzuerlegen. Sie hat nur dann einzugreifen, wenn die 
Stiftungsorgane das ihnen zustehen- de Ermessen überschreiten oder 
missbrauchen, wenn ihr Entscheid mit an- deren Worten unhaltbar ist, 
weil er auf sachfremden Kriterien beruht oder einschlägige Kriterien 
ausser acht lässt (vgl. BGE 111II99).

b) Über die Anlage des Stiftungsvermögens enthält das Bundes- 
recht bezüglich klassischer Stiftungen keinerlei konkrete Vorschriften. 
Nach Riemer könnte der kantonale Gesetzgeber detaillierte 
Anlagevorschriften aufstellen (vgl. Riemer, a. a. O., Art. 84 N 45). Ob diese 
Kompetenz tatsächlich besteht, braucht vorliegend indessen nicht weiter 
geprüft zu werden, zumal der Kanton Graubünden diesbezüglich keinerlei 
Vorschriften mit selbständiger Bedeutung erlassen hat. So wird in Art. 23 
EGzZGB (BR 210.100) lediglich der bereits kraft Bundesrecht geltende 
Grundsatz wiederholt, dass die Auf- sichtsbehörde für eine 
bestimmungsgemässe Verwendung des Vermögens und eine 
ordnungsgemässe Verwaltung zu sorgen hat. In Art. 5 lit. c der Verord- 
nung betreffend Aufsicht über die Stiftungen (BR 219.100) werden die 
Stif- tungsorgane sodann unter anderem verpflichtet, der Aufsichtsbehörde 
jährlich die Vermögens- und Verwaltungsrechnung zur Genehmigung 
vorzulegen.

c) Nachdem sowohl beim Bund als auch beim Kanton für die 
klas- sischen Stiftungen keinerlei konkrete Anlagevorschriften bestehen, 
muss auf die eingangs erwähnten allgemeinen Grundsätze abgestellt 
werden. Danach darf das Stiftungsvermögen nicht spekulativ und nicht 
allzu risikoreich ange- legt werden. Dies bedeutet, dass bei der 
Vermögensanlage die Grundsätze der Liquidität, der Rendite, der 
Sicherheit, der Risikoverteilung sowie der Substanzerhaltung zu 
beachten sind. Diese Grundsätze sind nicht immer mit- einander 
vereinbar. So lassen sich Liquidität und Sicherheit oft nur zum Nachteil 
der Rendite erreichen. Und auch eine sogenannt mündelsichere Anlage 
ist - insbesondere bei fortschreitender Inflation - nicht immer ange- 
zeigt, zumal dies ebenfalls zulasten der Rendite oder gar der 
Substanzerhal- tung geht. Es gilt somit, die erwähnten Grundsätze von 
Liquidität, Rendite, Sicherheit, Risikoverteilung und Substanzerhaltung 
so anzuwenden, dass dem Stiftungszweck dauernde Nachachtung 
verschafft werden kann (vgl. BGE 108 II 359). Wie bereits erwähnt, 
darf die Aufsichtsbehörde bei der Kontrolle dieser Grundsätze nur mit 
Zurückhaltung einschreiten, d.h. etwa bei einer Ausserachtlassung der 

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erwähnten Kriterien oder bei der Anwen- dung sachfremder Kriterien.
3. a) Der Vorinstanz ist nun insofern Recht zu geben, als auch 

die vorerwähnten Grundsätze der Vermögensanlage immer noch wenig 
konkret und für eine Behörde darum nur sehr schwer rechtsgleich zu 
handhaben sind.

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Damit wird die Rechtsanwendung für den Rechtsunterworfenen 
schlecht voraussehbar, was zu einer entsprechenden Rechtsunsicherheit 
führt. Die Vorinstanz will darum die Anlagevorschriften der BVV2 
generell anwenden, und zwar im Sinne einer internen Dienstanweisung 
beziehungsweise Ver- waltungsverordnung. An anderer Stelle führt sie 
sodann aus, die Anlage- vorschriften der BVV2 seien als greifbare 
Ausgestaltung und Ausformulie- rung der anerkannten Grundsätze der 
Vermögensverwaltung zu betrachten.

b) Diesen Ausführungen und insbesondere den daraus 
gezogenen Konsequenzen kann das Kantonsgericht nur teilweise 
zustimmen. Die Be- stimmungen der BVV2 können nicht als 
Dienstanweisung qualifiziert wer- den, zumal es sich offenbar allein um 
eine selbstbestimmte Praxis des Amtes für Zivilrecht und nicht um eine 
Anordnung einer übergeordneten Behörde handelt. Umgekehrt kann aber 
nicht beanstandet werden, dass sich mehrere Mitglieder einer Behörde 
darüber absprechen, wie sie bestimmte gleicharti- ge Fälle grundsätzlich 
behandeln wollen, zumal andernfalls eine rechtsglei- che 
Rechtsanwendung dieser (aus mehreren Personen bestehenden) Behör- 
de nicht möglich wäre. Auch ein Bekanntgeben solcher Grundsätze 
nach aussen - wobei hier in der Regel der Weg eines obiter dictums in 
einem pu- blizierten Entscheid gewählt wird - ist im Interesse der 
Voraussehbarkeit der Rechtsanwendung und damit der Rechtssicherheit 
nicht zu beanstanden. Der Rechtsunterworfene kann in der Folge ja frei 
entscheiden, ob er sich an die von der erstinstanzlichen 
Verwaltungsbehörde bekannt gegebene Praxis halten will, oder aber, ob 
er deren Praxis für rechtswidrig hält und diese in ei- nem konkreten 
Einzelfall durch die Rechtsmittelinstanz überprüfen lassen will. Denn 
selbstverständlich ist mit den vorerwähnten Feststellungen - näm- lich 
dass die Vorinstanz ihre eigene Praxis bezüglich sorgfältiger Anlage von 
Stiftungsvermögen für sich selber abstrakt definieren, auf dem einen oder 
an- deren Weg bekannt machen und im Einzelfall anwenden darf - noch 
nichts über die inhaltliche Richtigkeit dieser Praxis ausgesagt. Diese 
Praxis gilt es vielmehr im folgenden bezüglich der sich im 
Zusammenhang mit der X-Stif- tung stellenden Fragen zu überprüfen.

c) Der Vorinstanz ist insofern Recht zu geben, als sie die 
Anla-

gerichtlinien in Art. 53 ff. BVV2 als greifbare Ausgestaltung und Aus- 
formulierung von anerkannten Grundsätzen der Vermögensverwaltung 
be- trachtet. Entscheidend ist nun aber, dass es sich dabei lediglich um 
Richtli- nien und nicht um unbedingte Geltung erheischende 
Gesetzmässigkeiten handelt. Mit anderen Worten kommt derart 
ausformulierten Anlagerichtli- nien nicht die Bedeutung und 

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Verlässlichkeit von Naturgesetzen zu, indem jede diese Richtlinien 
einhaltende Anlagekombination als sorgfältig und jede diese Richtlinien 
nicht einhaltende Anlagekombination als unsorgfältig bezeichnet 
werden kann. Vielmehr kann eine bestimmte, die Richtlinien ein- 
haltende Anlagekombination durchaus gegen jedwelche Regeln der 
Kunst

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verstossen, während umgekehrt eine andere, die Richtlinien nicht 
einhalten- de Anlagekombination als sorgfältig und umsichtig bezeichnet 
werden kann. Wenn aber das Nichteinhalten der Anlagerichtlinien 
gemäss BVV2 nicht in jedem Fall mit einer unsorgfältigen 
Vermögensanlage gleichgesetzt werden kann, darf die 
Aufsichtsbehörde auch nicht einfach auf die Einhaltung die- ser 
Richtlinien beharren.

Das Gesagte bedeutet nicht, dass den in Art. 53 ff. BVV2 definier-
ten Anlagerichtlinien keinerlei Bedeutung zukäme. Denn wie dies die Vor- 
instanz zu Recht geltend macht, können diese Richtlinien als greifbare 
Ausgestaltung und Ausformulierung von anerkannten Grundsätzen der 
Ver- mögensverwaltung betrachtet werden. Es ist darum durchaus 
zulässig, dass die Verwaltungsbehörde die von ihr jährlich zu 
genehmigenden Vermögens- anlagen zunächst anhand dieser Richtlinien 
überprüft. Werden diese Richtli- nien eingehalten und liegen keine 
konkreten gegenteiligen  Anhaltspunkte vor, so kann ohne weiteres 
vermutungsweise von einer sorgfältigen und um- sichtigen 
Vermögensanlage ausgegangen werden. Werden die Anlagerichtli- nien 
umgekehrt nicht eingehalten, so würde es sicher zu weit führen, wenn die 
Aufsichtsbehörde von einer vermutungsweise unsorgfältigen 
Vermögensan- lage ausginge und den Stiftungsorganen aufgrund einer 
solchen tatsächlichen Vermutung den Gegenbeweis - nämlich den Beweis 
einer sorgfältigen Ver- mögensanlage - überbinden würde. Auch wenn das 
Nichteinhalten der An- lagerichtlinien nicht als tatsächliche Vermutung 
für eine unsorgfältige Ver- mögensanlage gewertet werden darf, so muss 
die Aufsichtsbehörde aufgrund dieses Umstandes aber doch zumindest 
damit rechnen, dass eine unsorgfälti- ge Vermögensanlage vorliegen 
könnte. Sinnvollerweise werden in einer sol- chen Situation die 
Stiftungsorgane aufgefordert, ihren von den Anlagerichtli- nien gemäss 
BVV2 abweichenden Anlageentscheid zu begründen. In der Folge muss 
die Aufsichtsbehörde - allenfalls nach Beizug weiterer Unterla- gen - 
anhand der vorstehend in Erw. 2c genannten Kriterien und mit der dort 
erwähnten Zurückhaltung den konkreten Einzelfall beurteilen.

4. Im vorliegenden Fall lässt sich aus der Stiftungsurkunde bezüg-
lich Anlage des Stiftungsvermögens nichts entnehmen, was den 
vorerwähn- ten allgemeinen Grundsätzen widersprechen würde. So wird 
in Art. 5 Ziff. 7 festgehalten, dass das Vermögen der Stiftung 
grundsätzlich nicht angetastet werden soll, und Ziff. 8 bestimmt, dass 
der Stiftungsrat für eine sorgfältige Verwaltung verantwortlich sei. Es 
gilt somit die vorliegende Vermögensan- lage anhand der in Erw. 2c 
genannten Grundsätze der Liquidität, der Rendi- te, der Sicherheit, der 
Risikoverteilung sowie der Substanzerhaltung zu über- prüfen, wobei 

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die Anlagerichtlinien der BVV2 hilfsweise im vorerwähnten Sinne 
beigezogen werden können.

a) Die Anlagerichtlinien der BVV2 definieren zulässige Höchst-
beträge bestimmter Anlagekategorien in Prozenten des gesamten Ver-

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mögens, wobei als Vermögen im Sinne dieser Richtlinien die in der 
kauf- männischen Bilanz ausgewiesene Summe der Aktiven ohne 
Verlustvortrag gilt (Art. 49 Abs. 1 BVV2). Auch diese 
Vermögensdefinition kann auf klas- sische Stiftungen nicht ohne 
weiteres übertragen werden. Denn bei den Per- sonalfürsorgestiftungen 
führt die Vermögensverwendung im Rahmen des Stiftungszwecks mit 
wenigen Ausnahmen (z. B. Kauf von Immobilien für die Administration) 
zu einer Verminderung der Aktiven, da bei der Vermögens- verwendung 
ja die Ausrichtung von Geldzahlungen an die Destinatäre im 
Vordergrund steht. Demgegenüber führt die Vermögensverwendung im 
Rahmen des Stiftungszwecks bei klassischen Stiftungen sehr oft zu 
keiner Verminderung der Aktiven. So hat beispielsweise bei einer 
klassischen Stif- tung, die Kunstwerke erwirbt und der Öffentlichkeit 
zugänglich macht, der Kauf eines Bildes oder einer Plastik - anders als 
der Unterstützungsbeitrag an einen Künstler - keinerlei Einfluss auf die 
Bilanzsumme. Bei den klassi- schen Stiftungen ist darum - ähnlich wie 
beim Vermögen des Gemeinwesens

- zwischen dem frei verfügbaren Vermögen einerseits und dem 
(allenfalls in beträchtlichem Umfang) im Rahmen des Stiftungszwecks 
angelegten Ver- mögen anderseits zu unterscheiden; beim Gemeinwesen 

entspricht dabei er- steres etwa dem Finanzvermögen und letzteres dem 
Verwaltungsvermögen. Die Anlagevorschriften des BVV2 können 

sinnvollerweise le-
diglich zur Beurteilung der Anlage des frei verfügbaren Vermögens heran-

gezogen werden. Dabei zeigt sich auch in dieser Situation, dass diese 
An- lagevorschriften nicht unbesehen auf die klassischen Stiftungen 
übertragen werden können. Denn selbstverständlich beeinflussen sich 
das frei verfüg- bare Vermögen und das im Rahmen des Stiftungszwecks 
angelegte Vermö- gen gegenseitig. So muss beispielsweise zwischen 
dem liquiden frei verfüg- baren Vermögen einerseits und dem im 
Rahmen des Stiftungszwecks angelegten Vermögen anderseits ein 
vernünftiges Verhältnis bestehen, da andernfalls etwa die Liquidität 
und damit die Sicherheit der gesamten Stif- tung ernstlich gefährdet 
sein kann.

b) Die X-Stiftung besitzt eine Bilanzsumme von ca. Fr. 1049 000.-,
wobei darin der Hof Z mit den dazugehörigen Immobilien und Ländereien 
zu einem Bilanzwert von Fr. 156000.- enthalten ist. Aus der 
Stiftungsurkunde lässt sich entnehmen, dass dieser Hof als Ganzes 
erhalten werden soll, dass es sich also um im Rahmen des Stiftungszwecks 
angelegtes Vermögen und nicht um frei verfügbares Vermögen handelt. 
Das frei verfügbare Vermögen der X- Stiftung beläuft sich damit auf ca. 
Fr. 893 000.-. Aus den vorhandenen Unter- lagen lässt sich im weiteren 

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entnehmen, dass (1) davon Fr. 884518.- oder 99 bei ausländischen 
Schuldnern angelegt sind, dass (2) davon Fr. 430 435.- oder 48 % in DM 
investiert wurden und dass (3) davon bei der Bayerischen Lan- desbank Fr. 
215 000.- (= 24 %), bei der ESI S.A. Fr. 214 500.- (= 24 %) und bei der 
Deutschen Finance Netherlands Fr. 430 435.- (= 48 %) plaziert sind. Die

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Credit Suisse hat sodann mit Schreiben vom 5. Mai 1997 bestätigt, dass 
sämtli- che Anlagen gemäss den Ratingagenturen Standard & Poors sowie 
Moody's eine hohe Sicherheit aufweisen, und zwar entweder die höchste 
(AAA) oder aber wenigstens die zweithöchste Bonitätsstufe (AA1). 
Abschliessend hält  die Bank fest, dass in Anbetracht der hohen Qualität 
der Papiere sowie der sehr guten Rendite ihres Erachtens nicht von einer 
unsorgfältigen Anlage ge- sprochen werden könne, wobei eine Verteilung 
auf insgesamt vier bis fünf Schuldner als Alternative in Erwägung 
gezogen werden könne.

c) Die Anlagerichtlinien der BVV2 werden vorliegend in mehrfa- 
cher Hinsicht nicht eingehalten. Zum einen sollten die Fremdwährungen und 
Fremdwährungsforderungen gemäss Art. 54 lit. f BVV2 20 % nicht überstei- 
gen; bei der X-Stiftung beläuft sich dieser  Anteil auf  48 %. Im weiteren soll- 
ten maximal 5 % der Fremdwährungsforderungen  beim  selben  ausländi-  
schen Schuldner angelegt  werden;  die  entsprechenden  Anteile  werden  von 
der X-Stiftung mit zweimal 24 % und einmal 48 % klar überschritten. 
Schliess- lich sollten gemäss Art. 54 lit. e BVV2 maximal 30 % des 
Vermögens bei aus- ländischen Schuldnern plaziert werden; der entsprechende 
Anteil der  X-Stif- tung beläuft sich auf 99 %. Diese Vermögensanlage 
vermag nun in der Tat vor allem unter dem Titel Risikoverteilung und 
Sicherheit  nicht  zu  überzeugen. Zum einen ist fast die  Hälfte des  frei  
verfügbaren Vermögens in einer einzi-  gen ausländischen Währung - nämlich 
in DM - angelegt. Auch wenn es sich      bei der DM um eine relativ stabile 
Währung handelt, ist damit ein beträcht-  liches Klumpenrisiko verbunden. 
Kommt hinzu, dass fast das ganze frei ver- fügbare Vermögen (nämlich Fr. 860 
000.- von Fr. 893 000.-) bei nur drei aus- ländischen Schuldnern angelegt ist, 
was sich ebenfalls  -  trotz  der  hohen  Bonität der einzelnen Schuldner - nicht 
rechtfertigen lässt. Eine derartige Vermögensanlage vermag wie bereits 
erwähnt vor allem dem Erfordernis der Sicherheit und der Risikoverteilung 
nicht zu genügen. Dabei erübrigt es sich,    die von der Berufungsklägerin 
beantragte gerichtliche Expertise einzuholen, zumal das Gericht durchaus in 
der Lage ist, die vorliegende Vermögensanla-      ge zu beurteilen, und eine 
Expertise ja nur dann anzuordnen ist, wenn die Be- urteilung eines 
Sachverhalts Fachkenntnisse erfordert, die das Gericht nicht besitzt. Am 
Gesagten ändert schliesslich auch der Einwand der  X-Stiftung nichts, wonach 
es sich bei den für die Vermögensanlage Verantwortlichen um ausgewiesene 
und qualifizierte Persönlichkeiten handelt. Denn die Auf- sichtsbehörde hat  
nicht  die  Fähigkeiten  dieser  Personen,  sondern  lediglich die konkret 
vorliegende Vermögensanlage zu  überprüfen.  Schliesslich  kann auch der 
anbegehrte Augenschein nicht durchgeführt werden,  zumal  vorlie- gend ja 
nicht die Mittelverwendung  im  Rahmen  des  Stiftungszwecks,  son- dern 
allein die Anlage des frei verfügbaren Vermögens zur Diskussion steht. Nach 

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dem Gesagten hat die Vorinstanz - trotz der ihr obliegenden Zurück- haltung - 
die Vermögensanlage der X-Stiftung zu Recht beanstandet. Die

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Vorinstanz hat der X-Stiftung sodann eine Frist bis Ende 1999 angesetzt, 
um ihre Vermögensanlage zu korrigieren. Diese Übergangsfrist von 
über zwei Jahren erscheint aufgrund der notwendig werdenden 
umfangreichen Kor- rekturen in der Vermögensanlage angemessen. 
Schliesslich hat die Vorin- stanz als Zielvorgabe für Ende 1999 die 
Anlagerichtlinien der BVV2 ge- nannt. Hier gilt es, präzisierend 
beizufügen, dass dieser Verweis lediglich im Sinne einer grundsätzlichen 
Zielsetzung zu verstehen ist und dass geringfü- gige Abweichungen 
davon - sofern diese mit einer sorgfältigen Vermögens- verwaltung zu 
vereinbaren sind - akzeptiert werden können. Die Anweisung bezüglich 
grundsätzlicher Einhaltung der Anlagerichtlinien der BVV2 bis Ende 
1999 steht im übrigen auch nicht im Widerspruch zum bislang Ausge- 
führten betreffend Bedeutung dieser Richtlinien. Denn wenn die 
Aufsichts- behörde feststellt, dass wie vorliegend tatsächlich eine 
unsorgfältige Vermö- gensanlage vorliegt, so muss sie die geforderten 
Änderungen konkret festhalten. Selbstverständlich kann sie aber nicht 
an Stelle der Stiftungsor- gane eine ganz bestimmte Vermögensanlage 
anordnen, sondern sie kann nur Leitlinien für die künftige 
Vermögensanlage vorgeben. Wenn aber die Auf- sichtsbehörde 
(aufgrund des Verhaltens der Stiftungsorgane) zum Einschrei- ten 
gezwungen ist und konkrete Leitlinien vorgeben muss, so ist nicht zu be- 
anstanden, dass sie diesbezüglich auf die Anlagerichtlinien der BVV2 
abstellt. Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung als unbegründet 
und ist mit der vorerwähnten Präzisierung vollumfänglich abzuweisen.
ZF 97 31 Urteil vom 16. Juni 1997

Das Bundesgericht hat dieses Urteil mit dem in BGE 124 III 97 ff. 
publizier- ten Entscheid bestätigt.

2      - Verwandtenunterstützung;    Übergang des Anspruchs 
auf das Unterstützung leistende Gemeinwesen; zeitliche 
Begrenzung der Rückforderung auf die ein Jahr vor Kla- 
geerhebung geleisteten Unterstützungsbeiträge (Art.
328/329 in Verbindung mit Art. 279 Abs. 1  und  Art.  289 
Abs. 2 ZGB). Die zeitliche Begrenzung des Unterstüt- 
zungsanspruchs auf ein Jahr vor Klageerhebung gilt auch 
für den Ersatzanspruch des Gemeinwesens. Anders als 
die Verjährung ( Art. 142 OR) i st diese Anspruchsbegren- 
zung von Amtes wegen zu berücksichtigen.

Erwägungen:

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I.1. Der Rechtsvertreter der Berufungsklägerin äusserte sich 
in seinem Plädoyer vor dem Kantonsgericht vorerst zu drei 
Einwendungen,