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**Case Identifier:** 90e56259-3b63-5d78-8bf8-4a0550e3146e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.09.2023 200 2023 377
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-377_2023-09-13.pdf

## Full Text

200 23 377 IV und
200 23 390 IV (2)
JAP/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. September 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 27. März und 17. April 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
zuletzt bis 2008 als … und … tätig, meldete sich im August 2008 bei der IV-
Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IVB [act. II] 9-11). Mit Verfügung vom 14. April 2010 sprach die IVB 
dem Versicherten ab 1. August 2008 eine ganze Invalidenrente bei einem 
Invaliditätsgrad von 100 % zu (act. II 61/2 ff.). Nach einer Revision von Am-
tes wegen (act. II 64) bestätigte die IVB mit formloser Mitteilung vom 1. Fe-
bruar 2012 die ganze Invalidenrente (act. II 90).

Aufgrund eines anonymen Hinweises im Dezember 2015 (act. II 137) er-
folgte eine Beweissicherung vor Ort (BvO; act. II 138). Im Rahmen einer 
Revision von Amtes wegen veranlasste die IVB eine Begutachtung durch 
Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates (orthopädisches Gutachten vom 12. Fe-
bruar 2018 [act. II 135.1]), und legte dem Gutachter – nach Gewährung des 
rechtlichen Gehörs (act. II 139) – die Ergebnisse der Observation vor (Stel-
lungnahme des Gutachters vom 26. April 2018 [act. II 141]). Gestützt auf 
die Beurteilung des Sachverständigen hob die IVB mit Verfügung vom 
12. Oktober 2018 die ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 
5 % rückwirkend per 31. August 2017 auf (act. II 152) und forderte mit wei-
terer Verfügung vom 15. Oktober 2018 die für die Zeit von 1. September 
2017 bis 31. Mai 2018 zu viel erbrachten Rentenleistungen im Betrag von 
Fr. 19‘764.-- zurück (act. II 153). Die gegen beide Verfügungen erhobene 
Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern soweit es 
darauf eintrat, mit Urteil vom 26. März 2019 (VGE IV/2018/835 f.) gut und 
hob die angefochtenen Verfügungen auf. Gleichzeitig überwies es die Sa-
che zur Durchführung von Wiedereingliederungsmassnahmen an die IVB 
(act. II 164). 

In der Folge führte die IVB mit dem Versicherten ein Assessment durch 
(act. II 168), veranlasste bei der G.________ eine Grundabklärung (act. II 
180; definitiver Bericht vom 18. Dezember 2019 [act. II 196 S. 2-11]) und 

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gewährte Arbeitsvermittlung (act. II 187), welche jedoch im Hinblick auf 
einen 40-tägigen Auslandaufenthalt des Beschwerdeführers vorläufig be-
endet wurde (act. II 199). Nach einer Stellungnahme von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD; act. II 198), forderte die IVB den Versicherten zur Schaden-
minderung auf (act. II 200). Am 13. Mai 2020 unterzeichnete der Versicher-
te eine "Eingliederungsvereinbarung" betreffend Vorgehen und Zuständig-
keiten bei der Stellensuche (act. II 214). Nachdem die IVB mit Schreiben 
vom 1. Juli 2020 den Beschwerdeführer zur Mitwirkung im Sinne der Ver-
einbarung aufgefordert hatte (act. II 216), schloss sie mit Verfügung vom 
30. September 2020 die Arbeitsvermittlung zufolge ungenügender Zusam-
menarbeit bei der Stellensuche ab (act. II 224) und hob mit weiterer Verfü-
gung vom 13. Oktober 2020 die Invalidenrente auf Ende des der Verfügung 
folgenden Monats auf (act. II 226). Die hiergegen erhobene Beschwerde 
(act. II 236/3 ff.) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil 
vom 22. Februar 2021 ab (VGE IV/2020/844; act. II 239) und mit Entscheid 
vom 28. Juli 2021 (9C_231/2021) hiess das Bundesgericht (BGer) die Be-
schwerde gut und hob den VGE IV/2020/844 sowie die Verfügung der IVB 
vom 13. Oktober 2020 auf (Akten der IVB [act. IIA] 245).

B.

Der Versicherte erlitt am 23. April 2021 einen subakuten ischämischen 
Hirninfarkt links (act. IIA 255/2, 263). Am 20. September 2021 erfolgte ein 
Assessment (act. IIA 253). In der Beurteilung vom 21. Dezember 2021 
passte die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, das Zumutbarkeitsprofil an (act. IIA 271). In der Folge ge-
währte die IVB eine Integrationsmassnahme in Form eines Aufbautrainings 
in der G.________ vom 14. Februar bis 13. August 2022 (Zielvereinbarung 
vom 3. Februar 2022: 1. Monat vier Stunden pro Tag, 2. Monat fünf Stun-
den pro Tag, 3. Monat Minimum sechs Stunden pro Tag [act. IIA 273/2]; 
Mitteilung vom 9. Februar 2022 [act. IIA 277]; Zielvereinbarung vom 5. Mai 
2022: acht Stunden pro Tag [act. IIA 283/2]; Mitteilung vom 17. Mai 2022 
[act. IIA 285]; Bericht vom 15. Juni 2022 [act. IIA 292]). Mit Schreiben vom 
3. Juni 2022 liess der Versicherte melden, sein Gesundheitszustand habe 

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sich verschlechtert, weshalb er um Aufhebung bzw. Sistierung der Integra-
tionsmassnahme ersuche (act. IIA 290). Mit Mitteilung vom 10. Juni 2022 
hob die IVB die beruflichen Eingliederungsmassnahmen auf und forderte 
den Versicherten zur Einreichung aller relevanten Arztberichte auf (act. IIA 
291). Am 14. Juli 2022 forderte die IVB den Versicherten – unter Andro-
hung von Säumnisfolgen – zur Schadenminderung auf (act. II 294). Nach 
Fristverlängerungen (act. IIA 295 f., 297 f.) reichte der Versicherte am 
30. September 2022 einen Bericht des Spitals F.________ vom 21. Sep-
tember 2022 ein (act. IIA 300). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(act. IIA 301 f.) lehnte die IVB mit Verfügung vom 9. Januar 2023 weitere 
berufliche Massnahmen ab (act. IIA 307). Die dagegen erhobene Be-
schwerde (act. II 310) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit 
Urteil vom 20. Juni 2023 (IV/2023/105) ab.

C.

Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. IIA 306, 311) setzte 
die IVB mit Verfügung vom 27. März 2023 die seit 1. August 2008 laufende 
ganze Invalidenrente rückwirkend per 30. September 2022 – bei einem 
Invaliditätsgrad von 43 % – auf eine Viertelsrente herab und entzog einer 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (act. IIA 315). Mit Verfügung vom 
17. April 2023 forderte die IVB die in der Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 
30. April 2023 erbrachten Leistungen von Fr. 11'886.-- zurück (act. IIA 316).

D.

Mit Eingabe vom 15. Mai 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde (Verfahren IV/2023/377) und beantragte das Folgende:

1. Die Verfügung vom 27. März 2023 der Beschwerdegegnerin sei voll-
umfänglich aufzuheben und die IV-Stelle sei anzuweisen, dem Be-
schwerdeführer wie bisher eine vollumfängliche ganze IV-Rente aus-
zurichten.

2. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 5

3. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die 
Vorinstanz anzuweisen, die bisherigen IV-Leistungen während der 
Dauer des vorliegenden Verfahrens weiter zu erbringen.

4. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und den Unterzeich-
nenden als amtlichen Anwalt einzusetzen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin, unter Vorbehalt der Bestimmungen über die unentgeltliche 
Rechtspflege.

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung.

Mit Verfügung vom 14. Juni 2023 wies der Instruktionsrichter das Gesuch 
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab.

E.

Am 19. Mai 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern zudem Be-
schwerde betreffend die Rückerstattungsverfügung vom 17. April 2023 
(Verfahren IV/2023/390) und beantragte das Folgende:

1. Die Verfügung vom 17. April 2023 der Beschwerdegegnerin sei vollum-
fänglich aufzuheben.

2. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und zur Neubeurteilung an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfah-
ren die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und den Unterzeich-
nenden als amtlichen Anwalt einzusetzen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin, unter Vorbehalte der Bestimmungen über die unentgeltliche 
Rechtspflege.

5. Das vorliegende Verfahren sei bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen 
Entscheides des Beschwerdeverfahrens betr. Reduktion der IV-Rente 
sowie Eingliederungsmassnahmen (rechtshängig beim angerufenen 
Gericht) zu sistieren.

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2023 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit Verfügung vom 20. Juni 2023 wies der Instruktionsrichter den Verfah-
rensantrag auf Sistierung des Verfahrens IV/2023/390 bis zum rechtkräfti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 6

gen Entscheid der Beschwerdeverfahren IV/2023/105 und IV/2023/377 ab. 
Gleichzeitig vereinigte er die Beschwerdeverfahren IV/2023/377 und 
IV/2023/390.

Am 4. Juli 2023 zog der Beschwerdeführer die Gesuche um unentgeltliche 
Rechtspflege zurück und zahlte den Kostenvorschuss von Fr. 1'000.--.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen. Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver-
sicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist grundsätzlich (vgl. jedoch E. 1.2 
hiernach) auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bilden die Verfügungen vom 27. März (Verfahren 
IV/2023/377 [act. IIA 315]) und vom 17. April 2023 (Verfahren IV/2023/390 
[act. IIA 316]). Im Verfahren IV/2023/377 (Reduktion der Invalidenrente) 
stellte die Beschwerdegegnerin mit Vorbescheid vom 5. Januar 2023 bei 
einem ermittelten IV-Grad von 43 % die Herabsetzung der laufenden gan-
zen Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht (act. IIA 306). In der angefoch-

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tenen Verfügung vom 27. März 2023 wurde das Dispositiv dahingehend 
abgeändert, als nur noch der Zeitpunkt, aber nicht mehr der Umfang der 
Herabsetzung explizit aufgeführt wurde (act. IIA 315). Dies ist unschädlich, 
da sich den Erwägungen sowie der Berechnung der Rentenbetreffnisse 
ohne Weiteres entnehmen lässt, dass ab 1. Oktober 2022 eine (altrechtli-
che) Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 2 IVG) und nicht etwa ein 32.5%iger Anteil 
an einer ganzen Rente nach den Bestimmungen der Änderung vom 
19. Juni 2020 des IVG (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Art. 28b Abs. 4 
IVG) ausgerichtet wird (vgl. auch E. 3.1 hiernach).

Soweit sich der Beschwerdeführer im Verfahren IV/2023/390 (Rückforde-
rung) auf seinen guten Glauben und eine grosse Härte (Beschwerde S. 6 f. 
Beweissatz 5) beruft, ersucht er sinngemäss um Erlass der Rückforderung 
(Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG), worüber die Beschwerdegegnerin in der an-
gefochtenen Verfügung vom 17. April 2023 (act. IIA 316) nicht befunden 
hat. In Bezug auf diesen ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes liegen-
den Aspekt ist deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Streitig und zu prüfen ist einerseits der Rentenanspruch und dabei insbe-
sondere, ob die Beschwerdegegnerin die seit 1. August 2008 laufende 
ganze Rente zulässigerweise rückwirkend per 30. September 2022 auf 
eine Viertelsrente herabsetzte (Verfahren IV/2023/377), und andererseits 
die Rückerstattung von in der Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 30. April 2023 
bezogenen Rentenleistungen im Umfang von Fr. 11'886.-- (Verfahren 
IV/2023/390). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 8

2.

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Nach der Rechtsprechung kann eine 
nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als 
geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 
einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch 
die Rechtslage frei überprüfen kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels 
soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 
E. 2b S. 132; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 S. 194 
E. 3.3.1). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtli-
chen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels 
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ab-
zusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 
Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 
(der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 
I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2021 IV Nr. 43 S. 140 E. 4.4.1, 2020 IV Nr. 57 
S. 194 E. 3.3.1).

2.2 Am 17. April 2023 verfügte die Beschwerdegegnerin die Rückforde-
rung von Fr. 11'886.-- (act. IIA 316), ohne dass sie vorher ein Vorbescheid-
verfahren (Art. 57a IVG) durchgeführt hätte. Die in der Folge im Verfahren 
IV/2023/390 gerügte Gehörsverletzung (Beschwerde vom 19. Mai 2023 
S. 5 f. Ziff. II Beweissatz 4) ist ausgewiesen, was auch die Beschwerde-
gegnerin anerkennt (Beschwerdeantwort vom 19. Juni 2023 S. 2 Ziff.4). 
Prinzipiell ist wegen des fehlenden Vorbescheidverfahrens von einer 
schwerwiegenden Verletzung der Anhörungspflicht auszugehen. Von einer 
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin ist hier jedoch bereits 
deshalb abzusehen, weil die angefochtene Verfügung – wie aufzuzeigen 
sein wird – ohnehin ersatzlos aufzuheben ist (vgl. E. 6.2 hiernach). 

3.

3.1 Am 1. Januar 2022 ist die WEIV in Kraft getreten (AS 2021 705). In 
zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 9

Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei 
der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213). Obwohl die Verfügung vom 27. März 2023 nach dem In-
krafttreten der IVG Änderung vom 19. Juni 2020 datiert, bleiben zufolge 
des Alters des Beschwerdeführers intertemporalrechtlich die bis 31. De-
zember 2021 geltenden Normen (fortan aArt.) anwendbar (vgl. Übergangs-
bestimmungen WEIV lit. c; Rz. 9200 des Kreisschreibens des Bundesam-
tes für Sozialversicherung [BSV] über Invalidität und Rente in der Invali-
denversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228, 132 V 121 E. 4.4 
S. 125).

3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

3.3 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-
fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 
leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

3.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 10

ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

3.5

3.5.1 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumut-
baren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentli-
che Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit 
verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt 
oder verweigert werden. Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die 
Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenkzeit 
einzuräumen. Behandlungs- oder Eingliederungsmassnahmen, die eine 
Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, sind nicht zumutbar (Art. 21 
Abs. 4 ATSG).

3.5.2 Die versicherte Person muss an allen zumutbaren Massnahmen, 
die zur Erhaltung des bestehenden Arbeitsplatzes oder zu ihrer Eingliede-
rung ins Erwerbsleben oder in einen dem Erwerbsleben gleichgestellten 
Aufgabenbereich (Aufgabenbereich) dienen, aktiv teilnehmen. Dies sind 
insbesondere: Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche 
Eingliederung (Art. 7 Abs. 2 lit. b IVG).

3.5.3 Gemäss Art. 7b Abs. 1 IVG können die Leistungen nach Art. 21 
Abs. 4 ATSG gekürzt oder verweigert werden, wenn die versicherte Person 
den Pflichten nach Art. 7 dieses Gesetzes oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG 
nicht nachgekommen ist.

4.

4.1 Gestützt auf die Akten steht fest, dass aufgrund eines anonymen 
Hinweises im Dezember 2015 (act. II 137) eine BvO erfolgte (act. II 138). In 
Berücksichtigung der daraus resultierenden Erkenntnisse bescheinigte der 
orthopädische Sachverständige Dr. med. C.________ im Gutachten vom 
26. April 2018 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 11

Tätigkeit (act. II 141). Daraufhin ermittelte die Beschwerdegegnerin mit 
Verfügung vom 12. Oktober 2018 einen Invaliditätsgrad von 5 % (act. II 
152). Im VGE IV/2018/835, E. 3.5.2 (act. II 164/21 f.), verwies das urteilen-
de Gericht auf die gutachterliche Einschätzung einer 100%igen Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit, welche nachvollziehbar und überzeugend sei. Der 
medizinische Sachverhalt wurde somit bis Oktober 2018 bezüglich der Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit beweiskräftig abgeklärt; daran ändert nichts, 
dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf die bisherige Rente 
hatte, da unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten von einer unterschied-
lichen Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts 
ausgegangen wurde (act. II 164/22). Im VGE IV/2018/835, E. 3.6, ging das 
urteilende Gericht weiter davon aus, dass dem Beschwerdeführer bei einer 
100%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit Wiedereingliederungsmassnah-
men zumutbar seien, weshalb es die Sache zur Durchführung von Wieder-
eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin überwies.

4.2 Unter Berücksichtigung der im weiteren Verlauf eingetretenen Ge-
sundheitsveränderung (ischämischer Hirninfarkt [act. IIA 255, 263/5-11], 
und Verschlechterung der Knieproblematik [act. IIA 268/3 Ziff. 2.2]) passte 
die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ das Zumutbarkeitsprofil in der Beur-
teilung vom 21. Dezember 2021 an und attestierte dem Beschwerdeführer 
eine 30%ige Leistungseinschränkung in einer ausschliesslich sitzenden 
Tätigkeit, ohne erhöhte Anforderung an eine feinmotorisch zu erbringende 
Präzision (act. IIA 271). Die eingetretene Gesundheitsverschlechterung 
stellte angesichts der laufenden ganzen Rente zwar keinen Revisionsgrund 
in Sinne von Art. 17 ATSG dar. Indes war der Beschwerdeführer rechtspre-
chungsgemäss (BGE 145 V 2) weiterhin verpflichtet, an zumutbaren Wie-
dereingliederungsmassnahmen teilzunehmen, worauf auch das Bundesge-
richt bereits zuvor im Entscheid BGer 9C_23/2021, E. 4.3, hingewiesen 
hatte (act. IIA 245/6). 

In der Folge verpflichtete die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer 
zu einem Aufbautraining bei der G.________ (act. IIA 277, 288), welches er 
jedoch per 10. Juni 2022 abbrach (act. IIA 290 f.). Obwohl die Integrati-
onsmassnahme zumutbar war und offensichtlich Eingliederungsressourcen 
vorhanden waren, legte der Beschwerdeführer nach Aufforderung zur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 12

Schadenminderung (act. IIA 294), welcher den Abbruch des Aufbautrai-
nings medizinisch begründete (act. IIA 302), keine entsprechenden medizi-
nischen Berichte vor. Die Beschwerdegegnerin lehnte deshalb verfü-
gungsweise am 9. Januar 2023 einen (weiteren) Anspruch auf berufliche 
Massnahmen ab (act. IIA 307). Das daraufhin vom Beschwerdeführer an-
gerufene Gericht hielt in VGE IV/2023/105, E. 3.5, fest, die Einschätzung 
von Dr. med. E.________ sei mit Blick auf die Akten, insbesondere nach 
dem ischämischen Hirninfarkt und der angegebenen Verschlechterung der 
Knieproblematik nachvollziehbar und überzeugend; wegen der Gonarthro-
se sei es einleuchtend, dass der Beschwerdeführer lediglich eine sitzende 
Arbeit ausführen könne und aufgrund der Ermüdbarkeit für feinmotorische 
Arbeiten eine 30%ige Leistungsminderung bestehe. 

Damit erfüllt die Aktenbeurteilung von Dr. med. E.________ vom 21. De-
zember 2021 – entgegen der Argumentation in der Beschwerde vom 
15. Mai 2023 (S. 7 f. Ziff. Il Beweissatz 4) – die Beweisanforderungen und 
es ist mit Blick darauf somit spätestens ab 21. Dezember 2021 von einer 
Restarbeitsfähigkeit von 70 % (volle Präsenz mit reduziertem Rendement) 
auszugehen. Zudem steht mit VGE IV/2023/105, E. 3.5 f., fest, dass der 
Abbruch der Integrationsmassnahme ohne zureichenden Grund erfolgte.

4.3 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin eine Überprüfung der laufenden ganzen Rente in An-
wendung von Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG, wonach eine 
Verweigerung oder Kürzung der Leistungen möglich sind (E. 3.5 hiervor), 
vornahm. Denn der Beschwerdeführer ist grundsätzlich so zu stellen, wie 
wenn er seine Schadenminderungspflicht wahrgenommen hätte (vgl. 
E. 5.3.2 hiernach). Bei ordentlicher Mitwirkung hätte er das Aufbautraining 
in der G.________ bereits am 13. August 2022 abgeschlossen (act. IIA 
285). Weiter ist davon auszugehen, dass er mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit (vgl. dazu BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) durch diese sozial-
berufliche Rehabilitation (Art. 14a Abs. 2 lit. a IVG) die Präsenzzeit und 
Leistungsfähigkeit faktisch auf das Ausmass der medizinisch-theoretisch 
attestierten Restarbeitsfähigkeit von 70 % (30 % Einschränkung in einer 
angepassten Arbeit [act. IIA 271]) hätte steigern können. Die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 13

gegnerin nahm deshalb zu Recht einen Einkommensvergleich unter 
Berücksichtigung einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70 % vor.

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 
S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 14

S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 
174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; 
SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). 

5.3 Die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung des Validenein-
kommens auf das im Jahr 2007 bei der H.________ AG (act. II 9) und der 
I.________ AG (Tätigkeit als … [act. II 11]) erzielte Einkommen von 
Fr. 64'275.40 ab. Dieses indexierte sie auf das Jahr 2022, was ein Ein-
kommen von Fr. 72'402.-- ergab. Für das Invalideneinkommen stellte die 
Beschwerdegegnerin auf die LSE 2020, Tabelle TA1, Total, Kompetenzni-
veau 1, Männer, ab, da der Beschwerdeführer keine Anstellung hat. Dies 
ergab, indexiert auf das Jahr 2022, ein hypothetisches Invalideneinkommen 
von Fr. 66'046.--. Unter Berücksichtigung der zumutbaren Restarbeitsfähig-
keit von 70 % und einem zusätzlichen Abzug von 10 % resultierte ein Inva-
lideneinkommen von Fr. 41'609.--. Nach Gegenüberstellung des Validen-
einkommens von Fr. 72'402.-- mit dem Invalideneinkommen von Fr. 
41'609.-- ergab sich eine Einbusse von Fr. 30'793.-- und damit ein Invali-
ditätsgrad von 43 %. Die Ermittlung der Vergleichseinkommen ist weder zu 
beanstanden noch wird sie vom Beschwerdeführer substantiiert gerügt.

Demnach hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Viertelsrente 
(vgl. E. 3.4 hiervor) und es ist weiter der Zeitpunkt der Herabsetzung der 
Rente zu prüfen.

5.4

5.4.1 Zum Ablauf ist das Folgende erstellt: Nachdem die IVB eine Integra-
tionsmassnahme in Form eines Aufbautrainings in der G.________ vom 
14. Februar bis 13. August 2022 gewährt hatte (act. IIA 273/2, 277, 283/2, 
285, 292) und der Beschwerdeführer am 3. Juni 2022 melden liess, sein 
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, weshalb er um Aufhebung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 15

bzw. Sistierung der Integrationsmassnahme ersuche (act. IIA 290), forderte 
die Beschwerdegegnerin ihn erstmals mit Mitteilung vom 10. Juni 2022 zur 
Einreichung aller relevanten Arztberichte auf (act. IIA 291). Am 14. Juli 
2022 forderte sie ihn – unter Androhung von Säumnisfolgen – zur Scha-
denminderung auf (act. IIA 294). Nach Gesuchen um Fristverlängerung zur 
Einreichung medizinischer Berichte (act. IIA 295 f., 297 f.) gewährte ihm die 
Beschwerdegegnerin letztmals am 13. September 2022 eine Fristverlänge-
rung bis 30. September 2022 (act. IIA 298); daraufhin reichte der Be-
schwerdeführer fristgerecht einen Bericht des Spitals F.________ ein (act. 
IIA 300). 

5.4.2 Die Beschwerdegegnerin setzte den Zeitpunkt der Leistungskür-
zung auf den 30. September 2022 fest, d.h. auf den Ablauf der Fristverlän-
gerung zur Einreichung medizinischer Berichte (act. IIA 298). Gemäss 
Kreisschreiben über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI), 
gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 5050, ist die versicherte Person grundsätzlich 
so zu stellen, wie wenn sie ihre Schadenminderungspflicht wahrgenommen 
hätte, d.h. so, als ob die geplante Eingliederungsmassnahme erfolgreich 
verlaufen wäre. Es kann offenbleiben, ob diese Voraussetzung am Ende 
der Massnahme per 13. August 2022 oder erst per 30. September 2022 
erfüllt gewesen wäre. Zu beachten ist hier vielmehr Art. 88a Abs. 1 lit. a der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201), wonach die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, 
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung fol-
genden Monats an erfolgt, zumal das Vorliegen eines Rückkommenstitels 
(prozessuale Revision [Art. 53 Abs. 1 ATSG] bzw. Wiedererwägung [Art. 53 
Abs. 2 ATSG]) weder ersichtlich ist noch geltend gemacht wird. Eine Tat-
bestandsvariante von Art. 88a Abs. 2 lit. b IVV liegt nicht vor, der Be-
schwerdeführer hat die Leistung weder zu Unrecht erwirkt noch liegt eine 
Verletzung der Meldepflicht vor. Die angefochtene Verfügung vom 27. März 
2023 ging beim Beschwerdeführer am 29. März 2023 ein (vgl. Beschwerde 
vom 15. Mai 2023 S. 3 Ziff. Il Beweissatz 1 lit. c), weshalb die Herabset-
zung der Rente gestützt auf Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV frühestens vom ersten 
Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats, mithin 
per 1. Mai 2023 zu erfolgen hat. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 16

5.5 Nach dem Dargelegten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwer-
de (Verfahren IV/2023/377) die angefochtene Verfügung vom 27. März 
2023 (act. IIA 315) insoweit abzuändern, als dass der Beschwerdeführer ab 
1. Mai 2023 Anspruch auf eine Viertelsrente hat. Im Übrigen ist die Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten 
(Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung ist bei 
der Rückerstattung danach zu unterscheiden, ob die Unrechtmässigkeit 
des Leistungsbezugs in AHV-analogen oder IV-spezifischen Gesichtspunk-
ten begründet liegt. Bezüglich der ersten (z.B. fehlende Versicherteneigen-
schaft, falsche Rentenberechnung) erfolgt eine rückwirkende Leistungsan-
passung. Bezüglich der zweiten (alle Umstände, die im Bereich des Invali-
ditätsgrades von Bedeutung sind) gilt der Grundsatz der Leistungsanpas-
sung mit Wirkung ex nunc, vorbehalten bleibt eine Verletzung der in Art. 77 
IVV geregelten Meldepflicht (BGE 119 V 431 E. 2 S. 432; SVR 2019 IV 
Nr. 12 S. 37 E. 8.2 und 8.3) sowie eine unrechtmässige Erwirkung der in 
Frage stehenden Leistung (vgl. Art. 85 Abs. 2 i.V.m. Art. 88bis Abs. 2 lit. a 
und b IVV).

6.2 Mit Verfügung 17. April 2023 forderte die Beschwerdegegnerin Leis-
tungen von Fr. 11'886.-- zurück. Als Grund für die Rückforderung gab die 
Beschwerdegegnerin die Reduktion der Invalidenrente ab 30. September 
2022 auf eine Viertelsrente gemäss Verfügung vom 27. März 2023 an (act. 
IIA 316). Mit Blick auf die Abrechnung forderte die Beschwerdegegnerin 
deshalb die Differenz zwischen den vom 1. Oktober 2022 bis 30. April 2023 
ausbezahlten ganzen Rente des Beschwerdeführers und den zusätzlichen 
Kinderrenten abzüglich des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine 
Viertelsrente zuzüglich der Kinderrenten zurück. Die im Verfahren 
IV/2023/390 vom Beschwerdeführer vorgebrachten Rügen (Beschwerde 
vom 19. Mai 2023 S. 6 f. Beweissatz 5) beschlagen den ausserhalb des 
Anfechtungsgegenstandes liegenden Erlass der Rückforderung (Art. 25 
Abs. 1 Satz 2 ATSG; vgl. E. 1.2 hiervor), weshalb sie nicht zu hören sind. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 17

Aus dem vorstehend Dargelegten (E. 4.5 hiervor) ergibt sich, dass die gan-
ze Rente auf eine Viertelsrente herabzusetzen ist, jedoch nicht per 
30. September 2022, sondern per 1. Mai 2023. Damit hat der Beschwerde-
führer die Rentenleistungen in der fraglichen Periode ab 1. Oktober 2022 
bis 30. April 2023 nicht unrechtmässig bezogen. Soweit darauf einzutreten 
ist, ist in Gutheissung der Beschwerde (Verfahren IV/2023/390) die ange-
fochtene Verfügung vom 17. April 2023 (act. IIA 318) ersatzlos aufzuheben.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Kosten sind auch bei vereinigten Verfahren so zu verlegen, wie wenn 
die verschiedenen Eingaben getrennt behandelt worden wären (vgl. MICHEL 
DAUM in HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 
2020, Art. 17 N. 10). Allerdings hat die gemeinsame Erledigung der verei-
nigten Beschwerdeverfahren einen geringeren Bearbeitungsaufwand zur 
Folge gehabt, weshalb die Verfahrenskosten im Verfahren IV/2023/377 auf 
Fr. 615.-- bzw. im Verfahren IV/2023/390 auf Fr. 385.--, insgesamt ausma-
chend Fr. 1’000.--, festgesetzt werden.

Im Verfahren IV/2023/377 in Bezug auf die Rentenherabsetzung liegt ein 
teilweises Obsiegen des Beschwerdeführers vor, dementsprechend sind 
die Verfahrenskosten auf den Beschwerdeführer und die Beschwerdegeg-
nerin aufzuteilen. Es rechtfertigt sich dem Beschwerdeführer Verfahrens-
kosten im Umfang von 2/3, d.h. Fr. 410.-- aufzuerlegen und dem Kosten-
vorschuss von Fr. 1'000.-- zu entnehmen. Die Restanz des Kostenvor-
schusses von Fr. 590.-- ist ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückzube-
zahlen. Der Beschwerdegegnerin sind Verfahrenskosten zu 1/3, d.h. 
Fr. 205.--, aufzuerlegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 18

Im Verfahren IV/2023/390 ist das marginale Unterliegen durch den teilwei-
sen Forumsverschluss auszuklammern, weshalb die Verfahrenskosten von 
Fr. 385.-- der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.

7.2 Nach der Rechtsprechung hat die beschwerdeführende Partei bei 
teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte Parteien-
tschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 E. 4.1).

Mit Kostennote vom 4. Juli 2023, welche nicht zu beanstanden ist, macht 
Rechtsanwalt B.________ ein Honorar von Fr. 3'127.50 zuzüglich Ausla-
gen von Fr. 91.90 und MWST von Fr. 247.90 (7.7 % von Fr. 3'219.40), total 
Fr. 3'467.30 geltend. Für die Parteientschädigung ist der Aufwand vor der 
Verfahrensvereinigung auf die beiden Beschwerdeverfahren aufzuteilen 
wie folgt:

Der Aufwand im Verfahren IV/2023/390 betreffend die Rückforderung be-
trägt 4.26 Stunden (4.00 Stunden für das Aktenstudium und Verfassen der 
Beschwerde, 0.07 Stunden für die Sichtung der prozessleitenden Verfü-
gung vom 22. Mai 2023, 0.065 Stunden für den Telefontermin vom 20. Juli 
2023 [hälftig], 0.125 Stunden für die Sichtung der prozessleitenden Verfü-
gung vom 20. Juni 2023 [hälftig]), ausmachend Fr. 1'065.-- (4.26 Stunden x 
Fr. 250.--), zuzüglich Auslagen von Fr. 33.40 (Fr. 23.-- [Auslagen vom 
19. Mai 2023], Fr. 3.60 [hälftige Auslagen vom 24. Mai 2023] und Fr. 6.80 
[hälftige Auslagen vom 26. Juni 2023]) und MWST von Fr. 84.60 
(Fr. 1'098.40 x 7.7 %). Die volle Parteientschädigung im Verfahren 
IV/2023/390 beträgt demnach Fr. 1'183.--. 

Der Aufwand für das Verfahren IV/2023/377 liegt bei 8.25 Stunden (12.51 
Stunden ./. 4.26 Stunden), ausmachend Fr. 2'062.50. Davon ist ein Drittel 
zu entschädigen, mithin Fr. 687.50 zuzüglich Fr. 19.50 Auslagen (Fr. 91.90 
./. Fr. 33.40 = Fr. 58.50 / 3) und MWST von Fr. 54.54 (Fr. 707.00 x 7.7 %), 
total Fr. 761.45.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 15. Mai 2023 (Verfah-
ren IV/2023/377) wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 27. März 2023 insoweit abgeändert, als die laufende ganze Invali-
denrente per 1. Mai 2023 auf eine Viertelsrente herabgesetzt wird. Im 
Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Soweit darauf einzutreten ist, wird in Gutheissung der Beschwerde 
vom 19. Mai 2023 (Verfahren IV/2023/390) die Verfügung der IV-Stelle 
Bern vom 17. April 2023 aufgehoben.

3. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

4. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'000.-- werden zu Fr.  410.-- 
dem Beschwerdeführer bzw. zu Fr. 590.-- der Beschwerdegegnerin zur 
Bezahlung auferlegt. Der Anteil des Beschwerdeführers wird dem ge-
leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- entnommen. 
Die Restanz von Fr. 590.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

5. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'944.45, (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Sept. 2023, IV/23/377, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.