# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5df207c8-17dd-5a46-8a3d-c448d72f0354
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2021 E-1312/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1312-2019_2021-06-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1312/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry, Richterin Christa Luterbacher, 

Gerichtsschreiberin Nina Klaus. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw El Uali Emmhammed Said, 

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 12. Februar 2019 / N (…). 

 

 

 

E-1312/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer 

Ethnie mit letztem Aufenthalt in B._______ (Zoba C._______), verliess Erit-

rea gemäss eigenen Angaben illegal am (…) 2015 und reiste über diverse 

Länder nach Italien, von wo aus er im Rahmen eines Relocation-Pro-

gramms am 20. Dezember 2016 in die Schweiz gelangte und gleichentags 

um Asyl nachsuchte. Die Befragung zur Person fand am 3. Januar 2017 

statt (BzP; Protokoll in den SEM-Akten A4/11; nachfolgend: A4) und am 

24. Oktober 2017 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asyl-

gründen angehört (Anhörung; Protokoll in den SEM-Akten A13/25; nach-

folgend: A13). 

A.b Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer Kopien einer Militär-

dienstbescheinigung für den (…) 2009 bis (…) 2010, seines Schulpassier-

scheins der fünften Klasse sowie der Identitätskarte seines Vaters zu den 

Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 12. Februar 2019 – eröffnet am 13. Februar 2019 – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und 

lehnte sein Asylgesuch vom 20. Dezember 2016 ab. Gleichzeitig ordnete 

es seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug 

an. 

C.  

Der Beschwerdeführer gelangte mit Eingabe vom 15. März 2019 an das 

Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung der vorinstanzli-

chen Verfügung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei der Weg-

weisungsvollzug als unzulässig beziehungsweise unzumutbar festzustel-

len und es sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter 

sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.    

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses, und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung seiner 

Wahl.   

D.  

Am 19. März 2019 bestätigte die zuständige Instruktionsrichterin des Bun-

desverwaltungsgerichts den Eingang der Beschwerde und stellte das 

E-1312/2019 

Seite 3 

einstweilige Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers in der Schweiz 

fest. 

E.  

Am 19. März 2019 (Poststempel) bestätigte der kantonale Sozialdienst die 

Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. März 2019 hiess die Instruktionsrichterin 

die Anträge auf unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechts-

verbeiständung gut und forderte den Beschwerdeführer auf, dem Gericht 

eine geeignete Person zur Übernahme der amtlichen Rechtsvertretung 

mitzuteilen. Gleichzeitig forderte sie den Beschwerdeführer auf, sich bis 

zum 10. April 2019 zu seinem aktuellen Gesundheitszustand zu äussern, 

insbesondere mitzuteilen, ob er sich in ärztlicher Behandlung befinde und 

räumte ihm gegebenenfalls die Gelegenheit ein, innert gleicher Frist einen 

Arztbericht einzureichen.  

G.  

Mit Schreiben vom 9. April 2019 gab der rubrizierte Rechtsvertreter die 

Mandatsübernahme bekannt und reichte eine Vollmacht vom 2. April 2019 

zu den Akten. Zudem ersuchte er um Fristerstreckung von einem Monat 

zur Einreichung eines Arztberichtes, da die Zuweisung durch den Hausarzt 

für eine psychiatrische Therapie noch nicht erfolgt sei.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. April 2019 bestellte die Instruktionsrichte-

rin den bevollmächtigten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand. 

Gleichzeitig wies sie den Antrag um Fristerstreckung zur Einreichung eines 

Arztberichts mit Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ab, zumal sie aus seiner 

Eingabe vom 9. April 2019 schloss, der Beschwerdeführer befinde sich 

nicht in ärztlicher Behandlung.  

I.  

I.a Mit Verfügung vom 23. Mai 2019 lud die Instruktionsrichterin die Vor-

instanz zum Schriftenwechsel ein.  

I.b In ihrer Vernehmlassung vom 31. Mai 2019 hält die Vorinstanz an ihrer 

Verfügung fest. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer zur 

Kenntnisnahme zugestellt.  

 

E-1312/2019 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Vorab ist der Rückweisungsantrag zu behandeln, weil er, falls begrün-

det, unabhängig von der materiellen Begründetheit der Beschwerde zur 

Kassation der angefochtenen Verfügung führen könnte. 

3.2 Zwar wird in der Laienbeschwerde nicht begründet, weshalb die Sache 

zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen sei. Immerhin verweist 

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Seite 5 

der Beschwerdeführer im Rahmen der materiellen Ausführungen sinnge-

mäss darauf, dass das SEM nicht sämtliche wesentlichen Aspekte berück-

sichtigt und ihn zu seiner militärischen Ausbildung nicht hinreichend befragt 

habe. Eine Sichtung des Anhörungsprotokolls ergibt, dass er gewisse Fra-

gen nicht auf Anhieb verstand, sondern erst als der Befrager diese umfor-

mulierte (vgl. etwa A13 F35 f., F45 f., F96 f., F111 f., F133 f., F174 f. und 

F203 f.). Zudem wird aus mehreren Stellen ersichtlich, dass der Befrager 

seiner Rolle als neutrale und den Sachverhalt erhebende Person nicht im-

mer gerecht geworden ist. So wirken diverse Fragen suggestiv oder es ist 

ihnen zu entnehmen, dass bereits eine vorgefasste Vorstellung von der zu 

erwartenden Antwort bestand, bevor der Beschwerdeführer sich überhaupt 

dazu äussern konnte. So war es für den Befrager nicht nachvollziehbar, 

wie die WC-Spülung im Gefängnis ohne frisches Wasser habe funktionie-

ren können, obwohl der Beschwerdeführer gar nie gesagt hatte, es habe 

kein frisches Wasser gegeben (vgl. ebd. F208 und F213, sowie weitere 

Beispiele F39f., F44, F148, F189, F203, F206, F210 und F233 f.). Die 

Frage 173 wurde mit der wertenden Aussage verbunden, dass eine Verur-

teilung wegen des Versuchs der illegalen Ausreise ja nicht per se schlecht 

sei. Auch weitere, nicht ohne weiteres nachvollziehbare Äusserungen des 

Befragers könnten zu einer Verunsicherung des Beschwerdeführers ge-

führt haben, so etwa, indem er ihm, im Zusammenhang mit den Fragen zur 

Dauer der Inhaftierung und den Misshandlungen sagte, es sollte ihm mög-

lich sein, eine Angabe zu machen (vgl. ebd. F 149) oder als er ihn auffor-

derte, die Aussagen so zu gestalten, dass man sie verstehe (vgl. ebd. 

F213), obwohl der Beschwerdeführer zuvor gut verständlich und nachvoll-

ziehbar schilderte, wie es sich mit der Toilette verhalten habe (vgl. ebd. 

F206 ff.). Trotz diesen teilweise eher ungünstigen Umständen kann der we-

sentliche Sachverhalt als erstellt gelten; immerhin ist ihnen bei der Glaub-

haftigkeitsprüfung Rechnung zu tragen. Der subeventuell gestellte Rück-

weisungsantrag zwecks Neubeurteilung der Sache ist deshalb abzuwei-

sen. Angesichts des Verfahrensausgangs erwächst dem Beschwerdefüh-

rer mit einem reformatorischen Entscheid auch kein Nachteil.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 1A des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 

0.142.30), wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft mit gutem Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürch-

ten muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zu-

gefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatli-

chen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2; 2008/4 E. 5.2, 

BVGE 2007/31 E. 5.2 f., jeweils m.w.H.). Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähn-

ten fünf Verfolgungsmotive sind über die sprachlich allenfalls engere Be-

deutung ihrer Begrifflichkeit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung 

wegen äusserer oder innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person  

oder Persönlichkeit des Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungs-

weise droht (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.3). Massgeblich für die Beurteilung 

der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Entscheides, 

wobei allerdings erlittene Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise beste-

hende begründete Furcht vor Verfolgung auf andauernde Gefährdung hin-

weisen kann. Veränderungen der Situation zwischen Ausreise und Asylent-

scheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu be-

rücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2; 2010/9 E. 5.2; 2007/31 E. 5.3 f., 

jeweils m.w.H.). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Glaubhaftmachung bedeutet im Ge-

gensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt durch-

aus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen. Eine Be-

hauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von ihrer 

Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, ob-

wohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Demgegenüber reicht es für die 

Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, 

die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen 

oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in 

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wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 

sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 

oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 AsylG). 

5.  

5.1 Als erstes ist der rechtserhebliche Sachverhalt festzustellen. Das SEM 

qualifiziert die Sachdarstellung des Beschwerdeführers (E. 5.2) aus den 

nachfolgend aufgezeigten Gründen als unglaubhaft (E. 5.3), letzterer hält 

in der Beschwerdeschrift erläuternd an seinen Vorbringen fest (E. 5.4). 

Demzufolge ist zu prüfen, ob das SEM die Sachdarstellung zu Recht als 

unglaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG qualifiziert hat (E. 5.5). 

5.2 Der Beschwerdeführer bringt zu seinen Asylgründen im Wesentlichen 

vor, nachdem er während des neunten Schuljahres im (…) 2008 wegen 

eines Streits mit seinem Lehrer von der Schule verwiesen worden sei, hät-

ten ihn Polizisten im (…) 2008 mitten in der Nacht zu Hause abgeholt und 

ihn sowie drei weitere Personen seines Herkunftsortes, die ebenfalls die 

Schule abgebrochen hätten, zunächst auf die Polizeistation von 

D._______ gebracht, wo er während einer Woche festgehalten worden sei. 

Danach sei er für einen Monat in E._______ inhaftiert gewesen und an-

schliessend nach F._______ gebracht worden. Auf der Fahrt nach 

F._______ seien aufgrund des schlechten Strassenzustandes einige Per-

sonen aus dem Fahrzeug gefallen. In F._______ habe er eine (…)monatige 

militärische Ausbildung absolviert. Danach sei er 2009 der (…) Brigade in 

G._______ zugeteilt worden, wo er (…) habe.  

Als er im (…) 2009 Urlaub erhalten habe, sei er in sein Dorf zurückgekehrt. 

Noch vor Ende seines offiziellen Urlaubs sei er in einer Nacht im (…) 2010 

zu Hause von vier Soldaten verhaftet worden, da man ihn verdächtigt habe, 

illegal ausreisen zu wollen, zumal damals viele Jungen seines Dorfes das 

Land illegal verlassen hätten. Er sei zuerst nach E._______ und dann in 

ein Gefängnis nach H._______, G._______ gebracht worden, wo man ihn 

für etwa vier Jahre inhaftiert habe. Zunächst sei er mit vier Mitgefangenen 

und im letzten Jahr in Einzelhaft in einer dunklen Zelle festgehalten wor-

den. Dort sei er zunächst während fünf Monaten zwei Mal in der Woche mit 

einem Stock geschlagen worden, um ein Geständnis betreffend illegale 

Ausreise von ihm zu erlangen. Er habe aber kein solches abgelegt. Ein 

Mitinsasse sei aufgrund der Misshandlungen in der Haft gestorben. Nach-

dem er aufgrund seiner Verletzungen ärztlich habe behandelt werden müs-

sen, sei er nicht mehr misshandelt worden. Im (…) 2015 sei er zurück zu 

seiner Einheit gebracht worden. Da er Probleme mit seinen (…) gehabt 

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habe, sei er für 20 Tage beurlaubt worden. Man habe ihn nach I._______ 

begleitet, wo seine Familie ihn abgeholt habe. Nach seiner Ankunft zu 

Hause habe er sich aufgrund seiner psychischen Leiden zu heiligen Quel-

len bei einem (…) in der Nähe von D._______ begeben, wo er sich wäh-

rend seines ganzen Urlaubs aufgehalten habe. Am letzten Tag seines Ur-

laubs hätten ihm seine Kollegen, die jeden Tag zu den Quellen gekommen 

seien, erzählt, dass ihn an jenem Tag vier Soldaten zu Hause gesucht hät-

ten. Daraufhin habe er ohne lange zu überlegen beschlossen, aus Eritrea 

auszureisen, da er nicht erneut habe inhaftiert werden wollen.  

Sein (…) J._______ sei ungefähr (…) 2017 im Rahmen einer Razzia 

aufgegriffen worden und seither unbekannten Aufenthalts. Seine 

Schwester K._______ lebe seit (…) in der Schweiz.  

5.3 Die Vorinstanz qualifiziert diese Vorbringen des Beschwerdeführers als 

nicht glaubhaft und begründet dies wie folgt: 

Zum einen seien sie nicht hinreichend substantiiert ausgefallen. Obwohl 

dem Beschwerdeführer mehrfach die Gelegenheit zu freien Schilderungen 

eingeräumt worden sei, wiesen sie nicht die Qualität auf, welche zu erwar-

ten wäre, wenn er die geltend gemachten Ereignisse selbst erlebt hätte.  

So habe er auch auf Nachfrage hin nicht darlegen können, wie genau er 

nach seinem Schulabbruch 2008 mitgenommen worden sei, und sei in sei-

nen diesbezüglichen Aussagen äusserst knapp und stereotyp geblieben. 

Zwar habe er vorgebracht, dass während des Transports nach F._______ 

einige Personen aufgrund des schlechten Strassenzustands vom Fahr-

zeug gefallen seien, allerdings seien in diesen Aussagen keinerlei konkrete 

Hinweise auf ein persönliches Erleben einer solchen·für einen jungen Men-

schen eindrücklichen Situation vorhanden. Auch seine militärische Ausbil-

dung in F._______ und seinen Dienst in G._______ habe er äusserst de-

tailarm und ohne Realkennzeichen vorgebracht. Er sei weder in der Lage 

gewesen, seine genaue Einheit noch den Umgang mit dem Waffensystem, 

auf dem er ausgebildet worden sei, genau zu benennen und zu erklären.  

Die Vorbringen hinsichtlich der vier- bis fünfjährigen Haftzeit und der Folter 

seien ebenfalls – trotz wiederholter Nachfragen und verschiedentlicher Auf-

forderungen, detaillierter zu erzählen – äusserst unsubstantiiert und er-

staunlich realkennzeichenarm ausgefallen. Dies obwohl es sich dabei um 

folgenreiche und emotional bedeutsame Erfahrungen handle, die gemäss 

Gedächtnispsychologie verhältnismässig gut im Gedächtnis abgespeichert 

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würden. Zwar habe er zu Protokoll gegeben, er habe Hunger gehabt und 

an Hautkrankheiten sowie Asthma gelitten, und er habe geltend gemacht, 

es falle ihm aufgrund der langen Zeit der Stille während der Haft heute 

schwer, in einer lauten Umgebung zu sein. Darüber hinaus habe er weder 

das Gefängnis noch seine Zelle, die geltend gemachte Folter sowie seine 

vier Mitgefangenen, seine Entlassung und das Erleben derselben nach vier 

respektive fünf Jahren Haft detailliert und erlebnisbasiert schildern können. 

Ferner sei es ihm nicht möglich, darzulegen, wie genau er die Zeit im Ge-

fängnis gemessen oder festgehalten habe, obwohl er gesagt habe, er habe 

die Tage wie eine Schwangere gezählt. Auch die Vorbringen zur Rückkehr 

zu seiner Familie nach seiner Haftentlassung sowie zum Moment, als er 

bei den heiligen Quellen von der erneuten Suche nach ihm gehört und sich 

daraufhin zur Ausreise entschlossen habe, seien weder ausführlich noch 

erlebnisorientiert ausgefallen.  

Zum anderen enthielten seine Aussagen in wesentlichen Punkten Wider-

sprüche. So habe er einerseits ausgesagt, er sei insgesamt vier Jahre lang 

inhaftiert gewesen, habe dann aber ausgeführt, er sei im (…) 2010 festge-

nommen und (…) 2015 aus der Haft entlassen worden, was einer Haft-

dauer von fünf Jahren entspräche. Auf diesen Widerspruch angesprochen, 

habe er selber die genannten Jahre aufgezählt, habe jedoch den Wider-

spruch zwischen den genannten vier respektive fünf Jahren Haft nicht er-

klären können. Dies erstaune insbesondere, da er geltend gemacht habe, 

die Tage gezählt zu haben. Auch sein Vorbringen, dass sein Gehirn nicht 

mehr mitgemacht habe, sei keine hinreichende Begründung für diesen ek-

latanten Widerspruch. Des Weiteren habe er widersprüchliche Aussagen 

zum Zeitpunkt gemacht, an dem er bei den heiligen Quellen von der erneu-

ten Suche nach ihm gehört habe. Zum einen habe er gesagt, Soldaten hät-

ten ihn einen Tag, nachdem seine Eltern ihn in I._______ abgeholt hätten, 

gesucht. Zum anderen habe er angegeben, er sei einen Tag nach seiner 

Rückkehr in sein Dorf zu den heiligen Quellen gegangen und neunzehn 

Tage später von Soldaten gesucht worden. Auf diesen Widerspruch ange-

sprochen, habe er zunächst gesagt, er habe noch zehn Tage Urlaub ge-

habt, als die Soldaten gekommen seien, und habe dann vorgebracht, er 

sei an seinem letzten Urlaubstag gesucht worden. Auch diesen Wider-

spruch habe er somit nicht hinreichend begründen können. Schliesslich 

bestünden auch Widersprüche zwischen seinen Aussagen zum Zeitpunkt 

und zur Dauer seines Militärdienstes und den auf der von ihm als Beweis-

mittel eingereichten Bescheinigung über die Teilnahme am Wehrdienst ge-

machten Angaben, laut denen er vom (…) 2009 bis zum (…) 2010 Militär-

dienst geleistet habe.  

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Seite 10 

Die Frage der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten illegalen Ausreise 

liess das SEM offen.  

5.4 In seiner Beschwerdeschrift hält der Beschwerdeführer den vorinstanz-

lichen Ausführungen bezüglich seiner als unsubstantiiert qualifizierten Aus-

sagen entgegen, er habe seine Brigade und den Waffentyp benennen so-

wie die Funktionsweise der Waffe erklären können (m.H.a. A13 F64-73). 

Hätte die Vorinstanz zusätzliche Informationen wissen wollen, hätte sie ihm 

weitere Fragen stellen müssen. Im Weiteren sei dem Protokoll zu entneh-

men, dass die Haftzeit bei ihm tiefe psychische Narben hinterlassen habe. 

So sei in der Anhörung vermerkt, dass er in Tränen ausgebrochen sei und 

nicht mehr habe weitermachen können, weshalb die Anhörung kurz unter-

brochen worden sei (m.H.a. A13 F77). Ferner habe er bei Frage 79 mit 

bedrückter Stimme gesprochen und bei Frage 109 erneut geweint.  

Was die angeblichen Widersprüche mit den Daten betreffe, so habe er 

zwar gesagt, dass er für vier Jahre in Haft gewesen sei. Diese Angabe sei 

jedoch nicht exakt. Einerseits sei es schon Jahre her und andererseits 

habe ihn die Haft gesundheitlich derart beeinträchtigt, dass er Gedächtnis-

probleme habe. Es sei deshalb gut möglich, dass es nicht genau vier Jahre 

gewesen seien.  

Aufgrund seiner Desertion aus dem unbefristeten Nationaldienst sei ihm 

Asyl zu gewähren.  

5.5 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach einer eingehenden Prü-

fung der Akten zu folgenden Schlüssen: 

5.5.1 Vorab gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer persönlich 

glaubwürdig und authentisch erscheint. Er ist von Beginn an seiner Mitwir-

kungspflicht nachgekommen, hat seine persönlichen Lebensumstände 

umfassend dargelegt und war spürbar bemüht, die Fragen korrekt zu ver-

stehen und zu beantworten. Er gab unter anderem eine Kopie seiner Mili-

tärdienstbescheinigung zu den Akten, obwohl diese auf den ersten Blick 

seine Vorbringen nicht ohne Weiteres zu stützen vermag. Wie zu zeigen 

sein wird, ist seinen Aussagen in Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher 

Umstände eine schlüssige Sachdarstellung zu entnehmen, die sich ohne 

weiteres in den eritreischen Kontext einfügt. Auch wenn seine Antworten 

teilweise tatsächlich kurz und auf Anhieb oberflächlich ausfallen, enthalten 

sie doch immer wieder Details und – entgegen der Auffassung in der an-

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Seite 11 

gefochtenen Verfügung – auch sogenannte Realkennzeichen. Letztere er-

möglichen eine Differenzierung zwischen erlebnisbasierten und erfunde-

nen respektive verfälschten Aussagen (vgl. dazu ANGELIKA BIRCK, Trauma-

tisierte Flüchtlinge, Wie glaubhaft sind ihre Aussagen?, Heidelberg 2002, 

S. 82 ff. und S. 139 ff.; REVITAL LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, 

Wie können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwäl-

ten und Anwälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1423 ff.; vgl. auch BGE 

129 I 49 E. 5 sowie BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1 und 2012/5 

E. 2.2, jeweils m.w.H.). Zudem gab der Beschwerdeführer auch auf Fra-

gen, deren Glaubhaftigkeit nicht in Frage steht, eher kurze Antworten, so 

zum Beispiel bezüglich des Berufes seines Vaters (vgl. A13 F13) sowie der 

wirtschaftlichen Situation seiner Familie in Eritrea (vgl. ebd. F28 f.). Eine 

gewisse Knappheit scheint insgesamt eher in der Erzählweise des Be-

schwerdeführers zu liegen, sei es aufgrund seiner Persönlichkeit, seiner 

Herkunft aus einem ländlichen Gebiet und/oder wegen kulturell bedingter 

Angewohnheiten, als dass sie Hinweis auf eine von ihm konstruierte Sach-

darstellung wäre. Für die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers spricht 

auch, dass er die Kernasylvorbringen bereits anlässlich der BzP darlegte. 

Diese Umstände sind in die Gesamtbeurteilung der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Beschwerdeführers miteinzubeziehen. 

5.5.2 Was die einzelnen, dem Beschwerdeführer vom SEM entgegenge-

haltenen Argumente betrifft, ist folgendes festzuhalten: 

Die Schilderungen im Zusammenhang mit der Razzia und der anschlies-

senden militärischen Ausbildung in F._______ sowie des danach geleiste-

ten Militärdienstes in G._______ sind zwar teilweise oberflächlich ausge-

fallen. Allerdings enthalten sie durchaus mehrere Realkennzeichen. So 

führte der Beschwerdeführer etwa mehrfach authentisch aus, er habe nicht 

damit gerechnet, dass er wegen des Schulabbruchs zu Hause abgeholt 

werden würde, sondern vielmehr gehofft, dass er ein Jahr später wieder 

mit der Schule fortfahren könne (vgl. A13 F39, F40, F44 und F50). Zudem 

ist seine Angabe, er habe in F._______ eine militärische Ausbildung absol-

vieren müssen (vgl. ebd. F54 ff.), mit einem Bericht von Human  

Rights Watch (HRW) vereinbar, gemäss welchem Personen, die das  

elfte Schuljahr noch nicht absolviert hätten, nach F._______ (und nicht 

nach L._______) gebracht würden (vgl. HRW, Service for Life – State Re-

pression and Indefinite Conscription in Eritrea, April 2009, 

https://www.hrw.org/sites/default/files/reports/eritrea0409web _0. pdf, ab-

gerufen am 03.05.2021). Bezüglich der Fahrt nach F._______ beschrieb 

der Beschwerdeführer nachvollziehbar die engen Platzverhältnisse im Auto 

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Seite 12 

und entgegen der Ansicht der Vorinstanz erklärte er zudem erlebnisbasiert, 

weshalb einige Personen aus dem Auto gefallen seien (vgl. A13 F58 f.). 

Betreffend Militärdienst bei der (…) Brigade in G._______, die mit schwe-

ren Waffen zu tun gehabt habe, legte der Beschwerdeführer plausibel dar, 

dass er (nur) für (…) zuständig gewesen sei (vgl. ebd. F65 ff.). Insbeson-

dere seine spontane Ergänzung «Aber ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, 

ich habe diese Waffe nie bedient. Ich wurde darüber nur informiert.» (vgl. 

ebd. F73) wirkt echt und er erklärt nachvollziehbar, wenn auch in einfacher 

Sprache, weshalb er das Waffensystem seiner Einheit nicht allzu detailliert 

beschreiben könne, wie dies die Vorinstanz ihm vorhält. Der Beschwerde-

führer weist in der Beschwerde dennoch zu Recht darauf hin, dass er im 

Stande gewesen sei, seine Brigade und den Waffentyp zu benennen sowie 

die Funktionsweise der Waffe zu erklären.   

Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, er sei während seines Ur-

laubes im Rahmen des Militärdienstes (…) 2010 verhaftet worden, erschei-

nen seine diesbezüglichen Ausführungen ebenfalls nachvollziehbar. So er-

klärte er plausibel, er sei während seines Urlaubes der einzige Jugendliche 

in seinem Heimatdorf gewesen, da die anderen Eritrea bereits verlassen 

oder sich im Militärdienst befunden hätten, und er sei deshalb verdächtigt 

worden, illegal ausreisen zu wollen (vgl. A13 F77 und F80). Darüber hinaus 

war er im Stande, eine genaue zeitliche Angabe zu dieser Verhaftung zu 

machen (vgl. ebd. F87), was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der vorge-

brachten Festnahme spricht.  

Auch im Zusammenhang mit der dargelegten mehrjährigen Haft berück-

sichtigt die Vorinstanz – trotz teilweise gerechtfertigter Vorhalte – nicht, 

dass dem Anhörungsprotokoll auch zahlreiche Hinweise zu entnehmen 

sind, die zu Gunsten des Beschwerdeführers sprechen. So wirken etwa die 

immer wieder geltend gemachten Erinnerungslücken, die der Beschwerde-

führer stark in den Kontext der Inhaftierungen setzt, glaubhaft (vgl. u.a. be-

reits A4 Ziff. 5.02 die spontane Angabe, er habe den Ort im Sudan, wo er 

sechs Monate gelebt habe, jetzt vergessen, nachdem er bereitwillig seine 

Reise schilderte, sodann A13 F61, F114 f., F121, F150-153, F165, F167-

F170, F177). Entgegen der Auffassung des SEM weisen seine Schilderun-

gen deutliche Realkennzeichen auf. Vorab ist auf die freie Schilderung un-

ter A13 F77 zu verweisen, die unterbrochen werden musste, weil der Be-

schwerdeführer in Tränen ausbrach und nicht mehr weitermachen konnte, 

aber auch auf die nachfolgenden F78 f. oder F109. Dem spontanen Ein-

schub unter F78 und der folgenden Schilderung zum Tod seines Mitinsas-

sen ist eine offensichtlich starke emotionale Betroffenheit zu entnehmen. 

E-1312/2019 

Seite 13 

Diese ergibt sich auch aus den bereits zuvor erwähnten Protokollstellen zu 

den Erinnerungslücken und aus weiteren Angaben (vgl. ebd. F112 sowie 

seine Erklärung bezüglich seiner aktuellen psychischen Verfassung, dass 

er die Nerven verliere, wenn er irgendwo hingehe, wo es laut werde und es 

falle ihm schwer, sich mit anderen Menschen zu unterhalten, weil er so 

lange in einem stillen Raum eingesperrt gewesen sei [ebd. F79]). Auch die 

Schilderung, dass er und die Mithäftlinge geweint hätten, weil sie keine Ah-

nung gehabt hätten, was man mit ihnen vorgehabt habe, wirkt echt (vgl. 

ebd. F143) oder die Wiedergabe seiner Gedanken «Ich habe nur gebetet, 

wann ich endlich entlassen werde. Ich habe immer gehofft, vielleicht wird 

es heute oder morgen.» (vgl. ebd. F138). Auf die Frage, wie gross das Ge-

fängnis von aussen gewesen sei, gab der Beschwerdeführer zur Antwort 

«Wie soll ich das beantworten? Ich habe es nie von aussen betrachtet.» 

(vgl. ebd. F218). Zudem erklärte er, er sei vier Jahre lang in einem kleinen 

dunklen Raum eingesperrt gewesen (vgl. ebd. F79). Es erstaunt deshalb, 

entgegen der Ansicht der Vorinstanz, nicht, dass der Beschwerdeführer 

das Gefängnis nicht detailliert beschreiben konnte. Immerhin war er aber 

im Stande, den genauen geografischen Standort der Haftanstalt zu benen-

nen (vgl. ebd. F215). Ausserdem ist der bereits erwähnten freien Schilde-

rung unter F79 eine Vielzahl von Details zu entnehmen und die Einschät-

zung des SEM, abgesehen von seiner Angabe, er habe Hunger gehabt und 

an Hautkrankheiten und Asthma gelitten sowie er möge nicht im Lärm sein 

aufgrund der Stille im Gefängnis, könne er weder das Gefängnis noch 

seine Zelle erlebnisorientiert schildern, kann nicht gestützt werden. Zwar 

ist die Schilderung der zweimal pro Woche erfolgten Schläge während fünf 

Monaten für sich allein betrachtet eher monoton ausgefallen und auch der 

Einwand des SEM, es sei schwer nachvollziehbar, wie der Beschwerde-

führer dies gezählt habe, ist nicht unberechtigt. Dennoch ist im Gesamt-

kontext glaubhaft, dass er regelmässig misshandelt worden ist. So führte 

er aus, er sei immer wieder mit einem Stock geschlagen und dabei aufge-

fordert worden, ein Geständnis für die ihm vorgeworfene Tat abzulegen 

(vgl. ebd. F91 ff. und F235 ff.). In diesem Zusammenhang wirkt sein Er-

staunen über die Frage und die wiederholte Rückfrage echt, warum er et-

was hätte zugeben sollen, was er nicht gemacht habe (vgl. ebd. F171 f.). 

Sein Körper habe die Schläge nicht mehr ausgehalten, weshalb er nach 

fünf Monaten zu einem Arzt geschickt worden sei, der ihm mitgeteilt habe, 

dass er weitere Misshandlungen nicht überleben werde (vgl. ebd. F98). Er 

übertreibt auch nicht, indem er etwa angibt, danach sei er tatsächlich nicht 

mehr misshandelt worden. Zudem erklärte er nachvollziehbar, dass er die 

maskierten Personen, welche ihn misshandelt hätten, nicht habe erkennen 

E-1312/2019 

Seite 14 

können, da es sehr viele von ihnen gegeben habe und sie sich immer wie-

der abgewechselt hätten (vgl. ebd. F99). Auch die spontane Beschreibung 

seiner physischen Beschwerden nach der Haft ruft einen glaubhaften Ein-

druck hervor (vgl. ebd. F115, F117). Soweit das SEM dem Beschwerdefüh-

rer vorhält, er habe keine detaillierten Beschreibungen zu seinen vier Mit-

gefangenen machen können, überzeugt auch diese Argumentation nicht, 

da er anlässlich der Anhörung nachvollziehbar erklärte, dass er und seine 

Mitinsassen geschlagen worden seien, wenn sie miteinander gesprochen 

hätten (vgl. ebd. F141). Es ist deshalb verständlich, dass er nur wenige 

Angaben über sie machen konnte. Zudem erklärte er, entgegen der Ansicht 

der Vorinstanz, realitätsnah seine Gefühle bei seiner Entlassung, indem er 

vorbrachte, er sei sehr wütend gewesen, als er über seine Haftentlassung 

erfahren habe, weil er für mehrere Jahre zu Unrecht inhaftiert worden sei 

(vgl. ebd. F112). Dass der Beschwerdeführer die geltend gemachte Haft 

bereits bei den einleitenden Fragen der Anhörung und jeweils in einem 

ganz anderen Zusammenhang erwähnte, spricht ebenfalls für deren 

Glaubhaftigkeit (vgl. ebd. F22, F26 und F72) sowie insbesondere auch der 

Umstand, dass die Schwester K._______ (N […]), die am (…) 2015 in der 

Schweiz Asyl erhalten hat, anlässlich ihrer Anhörung vom 16. Juni 2015 

vorbrachte, der Beschwerdeführer sei im Gefängnis H._______ gewesen, 

als sie im (…) 2014 Eritrea verlassen habe (vgl. BzP K._______ Protokoll 

in den SEM-Akten A3/11 Ziff. 5.01 und Anhörung K._______; Protokoll in 

den SEM-Akten A15/14 S. 13), was sich mit den Angaben des Beschwer-

deführers deckt.  

Soweit die Vorinstanz dem Beschwerdeführer entgegenhält, seine Aussa-

gen zur Dauer des Militärdienstes seien mit dem Militärausweis, gemäss 

welchem er vom (…) 2009 bis zum (…) 2010 Militärdienst geleistet habe, 

nicht übereinstimmend, lässt das Datum auf dem Ausweis ([…] 2010) nicht 

bereits den Schluss zu, er habe damit seinen Militärdienst ordentlich been-

det. Denn vorab ist, wie bereits erwähnt, nicht ohne weiteres nachvollzieh-

bar, weshalb der Beschwerdeführer den Ausweis, hätte er die Bedeutung, 

die das SEM ihm beimisst, von sich aus zu seinen Lasten einreichen sollte. 

Stärker ins Gewicht fällt, dass seine Aussagen, wonach er im Zeitpunkt 

seiner Ausreise aus Eritrea (im […] 2015) nach wie vor als militärdienst-

pflichtig gegolten habe, sich mit den realen Verhältnissen in Eritrea in der 

fraglichen Zeit decken (u.a. Referenzurteil des BVGer D-7898/2015 vom 

30. Januar 2017 E. 4.8.3 m.H. auf entsprechende Quellen). Die notorische 

Willkür der eritreischen Militärbehörden wurde seitens des SEM – ebenso 

wie an anderen Stellen – in die Würdigung nicht einbezogen. Auch das 

vorinstanzliche Argument, es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

E-1312/2019 

Seite 15 

die Berechnung seiner Haftdauer darzulegen, obwohl er angab, die Tage 

wie eine Schwangere gezählt zu haben, überzeugt nicht restlos. So ver-

kennt die Vorinstanz, dass er erklärte, er habe die Tage in Haft nur solange 

gezählt, als er noch «ganz» gewesen sei. Irgendwann habe sein Gehirn 

nicht mehr mitgemacht (vgl. A13 F165f.). Er habe während der Inhaftierung 

manchmal nicht mehr gewusst, wo er sich befinde (vgl. ebd. F169). Auch 

nach der Haftentlassung sei er nicht mehr in der Lage gewesen, klar zu 

denken und habe deshalb die Tage in Haft nicht mehr zusammenrechnen 

können (vgl. ebd. F152 f.). Der Beschwerdeführer gab zudem an, dass er 

auch heute manchmal nicht klar denken könne (vgl. ebd. F167). Bezüglich 

der Haftdauer sind die Einwände der Vorinstanz ebenfalls teilweise berech-

tigt, dennoch sind gewisse Unstimmigkeiten zu relativieren. So etwa, wenn 

die Vorinstanz aus der Aussage des Beschwerdeführers, er sei im (…) 

2010 verhaftet und (…) 2015 entlassen worden (vgl. A13 F160) folgert, er 

sei für fünf Jahre inhaftiert gewesen. Daraus ergibt sich nämlich noch nicht, 

dass sich der Beschwerdeführer bereits ab (…) 2010 im Gefängnis in 

H._______ befunden habe. Vielmehr ist den Akten auch zu entnehmen, 

dass er nach seiner Verhaftung zuerst nach E._______ und erst später 

nach H._______ gebracht worden sei, wo er dann für vier Jahre inhaftiert 

gewesen sei (vgl. ebd. F77 und A4 Ziff. 7.01). Zudem gab der Beschwer-

deführer konstant an, er sei während vier Jahren im Gefängnis in 

H._______ eingesperrt worden (vgl. A13 F26, 72, 77, 89, 96, 108, 157, 

175, 184 und 205), was ebenfalls für die Glaubhaftigkeit der vorgebrachten 

vierjährigen Inhaftierung in H._______ spricht. Im Übrigen weist der Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde insbesondere zu Recht darauf hin, 

dass es sich bei seiner Angabe der Haftdauer lediglich um eine ungefähre 

Zeitangabe handle (vgl. A4 Ziff. 7.01), zumal er aufgrund der gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit der Haft Gedächtnisprob-

leme habe. Auch ist dem Anhörungsprotokoll zu entnehmen, dass der Be-

schwerdeführer bereits nach seinem Aufgreifen in einer Razzia 2008 zu-

nächst in E._______ war, bevor er nach F._______ gebracht wurde (vgl. 

A13 F52-F54). Die diesbezüglichen Umstände wurden nicht weiter abge-

klärt, es ist aber nicht abwegig, dass der Beschwerdeführer auch aufgrund 

der verschiedenen Inhaftierungen an diversen Orten zeitliche Angaben 

durcheinanderbrachte.  

Schliesslich enthalten auch die Erzählungen des Beschwerdeführers zur 

Rückkehr zu seiner Familie nach der Haftentlassung einige Details. So er-

klärte er nachvollziehbar, er sei für 20 Tage beurlaubt worden, weil er Au-

gen- und Ohrenprobleme gehabt habe. Da er in einer derart schlechten 

Verfassung gewesen sei, habe ein Kollege ihn nach I._______ begleitet, 

E-1312/2019 

Seite 16 

wo ihn dann seine Familie abgeholt habe (vgl. A13 F115 ff.). Was den da-

rauffolgenden vorgebrachten Aufenthalt bei den heiligen Quellen betrifft, 

konnte der Beschwerdeführer bereits anlässlich der BzP den diesbezügli-

chen geografischen Standort sowie den Namen des dort gelegenen (…) 

nennen (vgl. A4 Ziff. 7.01). In der Anhörung erwähnte er als weiteres Detail, 

er habe sich in der (…) M._______ befunden, als seine Kollegen ihn infor-

miert hätten, dass er gesucht werde (vgl. A13 F79). Auch seine Ausführun-

gen, als er von seinen Kollegen erfahren habe, dass er von vier Soldaten 

gesucht worden sei, habe er sich zur Auseise aus Eritrea entschieden, da 

er befürchtet habe, erneut im Gefängnis inhaftiert zu werden, sprechen für 

die Glaubhaftigkeit seiner Sachdarstellung (vgl. ebd. F79 und F175); auf-

fallend ist dabei der stets wiederholte spontane Einschub, er habe die Aus-

reise ohne viel zu überlegen angetreten (vgl. ebd. F79, F175, F183 f.). Was 

den Zeitpunkt der vorgebrachten Suche nach dem Beschwerdeführer bei 

den Quellen betrifft, gab er sowohl bei der BzP als auch bei der Anhörung 

an, die Soldaten hätten ihn am 20. Ferientag gesucht (vgl. A4 Ziff. 7.01 und 

A13 F178 ff.). Zwar hat er diesbezüglich tatsächlich abweichende Angaben 

in der Anhörung gemacht. Allerdings lassen sich diese zum einen dadurch 

erklären, dass er bei Frage 179 ein gedankliches Durcheinander zwischen 

dem Hafturlaub von 2009 und jenem von 2015 hatte (vgl. auch A13 F182 

und S. 24), was sich gut mit den zahlreichen Hinweisen im Anhörungspro-

tokoll vereinbaren lässt, wonach der Beschwerdeführer aufgrund des wäh-

rend der Haft Erlebten manchmal nicht klar denken könne. Zum anderen 

lässt sich anhand der bloss aus zwei Wörtern bestehenden Antwort des 

Beschwerdeführers auf die Frage 119 nicht eindeutig der Schluss ziehen, 

er habe damit gemeint, die Soldaten hätten ihn am Tag, nachdem ihn seine 

Eltern in I._______ abgeholt hätten, gesucht. Denn bereits aus der davor 

gestellten Frage 118 wird ersichtlich, dass der Beschwerdeführer die Frage 

nicht richtig verstand und mit seiner dortigen Aussage «Ich war für einen 

Tag dort.» wohl vielmehr meinte, er habe sich nach seiner Haftentlassung 

für einen Tag bei seinen Eltern aufgehalten und sei danach zu den heiligen 

Quellen gereist, wie er dies im Verlauf der Anhörung klar darlegte (vgl. ebd. 

F176 und F178). Der Beschwerdeführer erklärte, seine Kollegen seien je-

den Tag von zu Hause aus zu den heiligen Quellen gekommen, um sich zu 

waschen und am Tag als sie bei ihm zu Hause die Soldaten gesehen hät-

ten, hätten sie ihn gewarnt, nachdem sie sich gewaschen hätten (vgl. ebd. 

F240 f.). Auch diese Aussagen fügen sich problemlos in die Schilderungen 

des Beschwerdeführers ein, wonach die Soldaten an seinem letzten Ur-

laubstag zu den Quellen gekommen seien (vgl. ebd. F180 f.).  

E-1312/2019 

Seite 17 

5.5.3 Zusammenfasend kommt das Bundesverwaltungsgericht nach einer 

Gesamtwürdigung der für und gegen die Sachdarstellung des Beschwer-

deführers sprechenden Elemente zum Schluss, dass der Beschwerdefüh-

rer seine Asylgründe (vgl. Sachverhalt E. 5.2) glaubhaft im Sinne von Art. 7 

AsylG gemacht hat. 

6.  

6.1 Damit ist als nächstes zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund 

des glaubhaft gemachten Sachverhaltes die Flüchtlingseigenschaft erfüllt 

und ihm gegebenenfalls Asyl zu gewähren ist. 

6.2 Dienstverweigerung und Desertion werden in Eritrea unverhältnismäs-

sig streng bestraft. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweige-

rung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in ei-

nem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt 

ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven 

Dienst stand und desertierte (vgl. dazu u.a. Urteil des BVGer D-1359/2015 

vom 22. August 2017 E. 6.1 m.H. auf die weitergeführte Rechtsprechung 

der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entschei-

dungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 3). In diesen Fällen 

droht nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung unter un-

menschlichen Bedingungen und Folter, wobei Deserteure regelmässig der 

Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird von den erit-

reischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. 

6.3 Der Beschwerdeführer hat nicht nur glaubhaft gemacht, im Rahmen 

seiner Inhaftierung bereits ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

erlitten zu haben, sondern auch seine Desertion aus dem eritreischen Na-

tionaldienst (vgl. E. 5.5). Es ist nach dem Gesagten davon auszugehen, 

dass die ihm bei einer hypothetischen Rückkehr nach Eritrea drohende 

Strafe nicht allein der Sicherstellung der Wehrpflicht dienen würde, was ‒ 

unter der Voraussetzung rechtsstaatlicher und völkerrechtskonformer Rah-

menbedingungen ‒ grundsätzlich als legitim zu erachten wäre. Sondern es 

ist damit zu rechnen, dass er aufgrund seiner Desertion als politischer Geg-

ner qualifiziert und als solcher unverhältnismässig schwer bestraft würde. 

Mit anderen Worten hätte er eine politisch motivierte Bestrafung und eine 

Behandlung zu erwarten, die eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung 

im Sinne von Art. 3 AsylG darstellt. Die aufgrund des bereits Erlebten ohne 

weiteres nachvollziehbare Furcht des Beschwerdeführers vor einer asylre-

levanten Verfolgung im Falle einer Rückkehr nach Eritrea ist damit auch 

E-1312/2019 

Seite 18 

objektiv begründet. Eine innerstaatliche Fluchtalternative ist nicht ersicht-

lich. Er erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und es sind auch keine Asylaus-

schlussgründe im Sinne von Art. 53 AsylG ersichtlich, weshalb ihm Asyl zu 

gewähren ist. 

7.  

Die angefochtene Verfügung verletzt nach dem Gesagten Bundesrecht. 

Sie ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführer 

erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und das SEM ist anzuweisen, ihm Asyl zu 

gewähren. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Dem obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist zulasten der 

Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der amtliche Rechtsbeistand hat keine Kostennote zu den Ak-

ten gereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann indessen verzichtet 

werden, weil der Vertretungsaufwand zuverlässig abgeschätzt werden 

kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der genannten Bestim-

mung und unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfakto-

ren (Art. 8 ff. VGKE) sowie insbesondere des Umstandes, dass der Be-

schwerdeführer die Beschwerdeschrift noch selbst verfasst hat, ist die von 

der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung auf insgesamt 

Fr. 200.– (inklusive Auslagen) festzusetzen.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1312/2019 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird auf-

gehoben. 

2.  

Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und das SEM wird 

angewiesen, ihm Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 200.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Nina Klaus