# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0511972-5b4c-5e08-83c8-18a2f9336b46
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2015 D-3614/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3614-2015_2015-06-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3614/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Martin Zoller, 

mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;   

Gerichtsschreiber Daniel Widmer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Eritrea,   

vertreten durch MLaw Katarina Socha, 

Caritas Schweiz, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM; 

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 6. Mai 2015 / N (…). 

 

 

 

D-3614/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge Eritrea (…) 

Januar 2014 auf dem Landweg in Richtung B._______, von wo er nach 

einem (…) Aufenthalt in C._______ und (…) später nach D._______ wei-

terreiste, wo er sich während (…) aufhielt, bis er auf dem Seeweg nach 

E._______ und nach einem (…) Aufenthalt schliesslich am 20. Mai 2014 

illegal in die Schweiz gelangte. Gleichentags suchte er im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nach. Am 18. Juni 2014 fand 

dort eine erste Befragung (…) statt. 

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei in 

G._______ (H._______, I._______) geboren und aufgewachsen. Bis zur 

achten Klasse habe er die Schule in J._______ beziehungsweise an sei-

nem Wohnort G._______ besucht. Ab der neunten Klasse habe der Unter-

richt in K._______ stattgefunden. Da die Distanz sehr gross sei, sei er oft 

nicht zur Schule gegangen und deshalb jeweils mit einer Geldstrafe von 

L._______ belegt worden. Zudem sei er nicht richtig unterrichtet worden, 

abgesehen davon, dass er sich nur schlecht habe konzentrieren können. 

Daher hab er den Schulunterricht nicht mehr besuchen wollen. Indessen 

sei ihm bewusst gewesen, dass er bei einem Schulabbruch zum Militär-

dienst eingezogen würde. Da sein Vater im Militärdienst umgekommen und 

auch seine Schwester nach M._______ eingezogen worden sei, habe er 

dieses Schicksal vermeiden wollen. Deshalb habe er sich zur Ausreise ent-

schlossen, sei in der Folge zusammen mit (…) Freunden von K._______ 

per Bus nach N._______ gefahren, von wo aus sie die Grenze zu 

B._______ zu Fuss überquert hätten. 

A.b Mit Entscheid vom (…) 2015 errichtete die zuständige kantonale Be-

hörde für den Beschwerdeführer eine Beistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 

ZGB und ernannte eine Beistandsperson, nachdem ihm bereits im Juni 

2014 eine Vertrauensperson (Art. 17 Abs. 3 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31]) 

beigeordnet worden war. 

A.c Am 31. März 2015 wurde der Beschwerdeführer in O._______ durch 

das Staatssekretariat in Anwesenheit seiner Beistandsperson und einer 

Hilfswerksvertretung (HWV) zu den Asylgründen angehört (Anhörung, vgl. 

[…]). 

D-3614/2015 

Seite 3 

Im Rahmen der Anhörung führte der Beschwerdeführer zur Begründung 

seines Asylgesuchs aus, dass wiederholt (…) Soldaten in die Schule ge-

kommen seien, als er den Unterricht in K._______ besucht habe. Darauf-

hin habe jeweils eine Versammlung stattgefunden, an welcher die volljäh-

rigen Schüler für den Militärdienst rekrutiert worden seien. Einmal sei an-

lässlich einer solchen Versammlung versucht worden, auch Minderjährige 

bei den separierten volljährigen Schülern einzuteilen. Dagegen habe er 

sich zusammen mit andern Schülern gewehrt und sei deshalb geschlagen 

worden. Auch hätten die Soldaten in Aussicht gestellt, die volljährigen 

Schüler mitzunehmen und die minderjährigen am nächsten Tag abzuholen. 

Bei ihrem letzten Besuch hätten die Soldaten ihm und (…) Freunden ge-

sagt, dass sie alt genug für den Militärdienst seien. Darauf habe er entgeg-

net, dass sie (…) die Toilette aufsuchen müssten. Dort hätten sie einen 

Treffpunkt vereinbart und seien in verschiedene Himmelsrichtungen da-

vongelaufen. Die Toilette habe sich an einem Fluss befunden, dessen Lauf 

er einfach gefolgt sei. Vom vereinbarten Treffpunkt aus seien sie während 

des restlichen Tages zu Fuss unterwegs gewesen, hätten sich durch ein 

Loch gezwängt beziehungsweise sich durch einen Eingang in einem Zaun 

begeben und dann übernachtet. Bei Tagesanbruch hätten sie dann aber 

daran gezweifelt, die Grenze bereits passiert zu haben. So hätten sie einen 

Fluss überquert und seien weitergegangen, bis sie schliesslich nach 

B._______ gelangt beziehungsweise P._______ begegnet seien. 

A.d Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird, soweit für 

den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. 

A.e Zum Nachweis seiner Herkunft reichte der Beschwerdeführer einen 

Schülerausweis (…) ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2015 – eröffnet am 7. Mai 2015 – stellte das 

Staatssekretariat fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht (Dispositiv-Ziff. 1), und lehnte das Asylgesuch ab (Dispositiv-

Ziff. 2). Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung und ordnete wegen Un-

zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme in der 

Schweiz an (Dispositiv-Ziffn. 3–7). 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die geltend gemachten 

Verfolgungsvorbringen genügten weder den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. So habe der Be-

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Seite 4 

schwerdeführer erstmals im Rahmen der Anhörung vorgebracht, eritrei-

sche Militärs hätten konkret versucht, ihn zwangsweise in den Militärdienst 

einzuziehen, wogegen er anlässlich der BzP eine drohende Rekrutierung 

als ferne Möglichkeit dargestellt habe, welche eintreffen würde, wenn er 

den ungeliebten Schulbesuch abbrechen würde. Dabei habe er ausdrück-

lich zu Protokoll gegeben, bis anhin keine Aufforderung zum Militärdienst 

erhalten zu haben, was aber eingetreten wäre, wenn er länger in seinem 

Heimatstaat geblieben wäre. Es seien keinerlei Gründe dafür ersichtlich, 

dass er bei der BzP eine angeblich unmittelbar bevorstehende Zwangsrek-

rutierung unerwähnt gelassen hätte. Sein Erklärungsversuch, er habe da-

mals "vieles nicht verstanden wegen der (…)" vermöge in keiner Weise zu 

überzeugen. Vielmehr könne von einer asylsuchenden Person erwartet 

werden, dass sie ihre wesentlichen Verfolgungsvorbringen bei der ersten 

sich bietenden Gelegenheit darlege. Demnach habe er sein fluchtbegrün-

dendes Kernvorbringen im Rahmen der Anhörung schlicht ersetzt. Diese 

nachträgliche Sachverhaltsanpassung erwecke erste Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit des Sachvortrags. Auch seine Angaben zur angeblich dro-

henden Rekrutierung erschlössen deren Ablauf nicht. Seinen Aussagen zu-

folge hätten die Soldaten in der Schule erklärt, die volljährigen Schüler so-

gleich mitzunehmen und die minderjährigen am nächsten Tag abzuholen. 

Deshalb erschliesse sich die Notwendigkeit der von ihm geltend gemach-

ten Flucht auf die Toilette nicht. Ohnehin vermöge seine Schilderung der 

Flucht nicht zu überzeugen. So könne ohne Weiteres ausgeschlossen wer-

den, dass sich das für sein harsches und unnachgiebiges Vorgehen be-

kannte eritreische Militär durch den äusserst durchschaubaren Trick des 

Beschwerdeführers – er habe den Soldaten gegenüber bestritten, dass er 

alt genug sei und diesen entgegnet, er und seine (…) Fluchtgefährten 

müssten vorerst die Toilette aufsuchen – hätte täuschen lassen. Auch habe 

er seinen Reiseweg widersprüchlich geschildert. So habe er bei der BzP 

zu Protokoll gegeben, er sei per Bus nach N._______ gefahren und von 

dort zu Fuss über die Q._______ Grenze gelangt, wobei die Ausreise durch 

seinen in R._______ wohnhaften (…) sowie seine (…) mittels (…) finan-

ziert worden sei. Demgegenüber habe er anlässlich der Anhörung geltend 

gemacht, direkt von der Schule aus in einem langen Fussmarsch zur 

Grenze gelangt zu sein. Seine auf diesen Vorhalt hin abgegebene Erklä-

rung, wonach er sich wohl geirrt habe, vermöge den Widerspruch nicht zu 

entkräften. Auf die Wiedergabe weiterer Unstimmigkeiten in seinen Aussa-

gen würde aus prozessökonomischen Gründen verzichtet. Entsprechend 

seinen Angaben bei der BzP und angesichts der allgemeinen Dienstpflicht 

in Eritrea könne nicht in Abrede gestellt werden, dass ihm in naher Zukunft 

die Einziehung in den Militärdienst bevorgestanden hätte. Allein mit dem 

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Seite 5 

Hinweis auf die drohende Einberufung würden indessen keine asylrelevan-

ten Nachteile zum Ausdruck gebracht. Aus den Akten sei nicht ersichtlich, 

dass er mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft an-

deren staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen wäre, 

wenn er im Heimatstaat geblieben wäre. Mithin erwiesen sich die glaubhaft 

gemachten Vorfluchtgründe (drohende Einberufung) als asylrechtlich nicht 

relevant. Im eritreischen Kontext ergäbe sich die Gefahr einer künftigen 

Verfolgung regelmässig aus dem Umstand einer illegalen Ausreise im na-

tionaldienstpflichtigen Alter. Refraktion und Desertion würden in Eritrea 

schwer bestraft und glaubhafte Vorbringen dieser Art vermöchten gemäss 

Praxis der Asylbehörden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3) eine Furcht 

vor relevanter Verfolgung zu begründen. Deshalb sei zu prüfen, ob er Erit-

rea illegal verlassen habe. Nachdem er gemäss seinen Angaben Eritrea im 

Januar 2014 und mithin im Alter von (…) Jahren verlassen habe, wäre mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass seine Aus-

reise illegal erfolgt sei. Das Ausmass der Unstimmigkeiten in den Schilde-

rungen sowohl der Ausreisegründe als auch des Reisewegs erwecke je-

doch Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdigkeit und lasse darauf 

schliessen, dass er die wahren Umstände seiner Ausreise verheimliche. 

Namentlich sei nicht auszuschliessen, dass er Eritrea bereits zu einem er-

heblich früheren Zeitpunkt verlassen habe. Dabei sei zu berücksichtigen, 

dass sich nicht nur in den Nachbarstaaten Äthiopien und Sudan, sondern 

auch in Kenia, Uganda, Saudi-Arabien, Israel und Südafrika eine grosse 

eritreische Diaspora gebildet habe. Zwar könne aus der Unglaubhaftigkeit 

seiner Vorbringen nicht auf eine legale Ausreise geschlossen werden. Je-

doch könne es genauso wenig genügen, sich auf die notorisch schwierige 

legale Ausreise zu berufen, ohne die konkreten Gründe und Umstände der 

Ausreise glaubhaft darzutun. Auch im aufgezeigten länderspezifischen 

Kontext treffe die gesuchstellende Person von Gesetzes wegen die Be-

weis- und Substanziierungslast. Mithin müsse sie das Vorliegen von sub-

jektiven Nachfluchtgründen beweisen oder zumindest glaubhaft machen. 

In casu sei dies dem Beschwerdeführer nicht gelungen. Entsprechend der 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts sei davon auszugehen, dass er 

Eritrea auf legale Weise verlassen habe (vgl. Urteile des BVGer E-

4799/2012 vom 21. Februar 2014 und D-4787/2013 vom 20. November 

2014). Demnach sei es ihm nicht gelungen, glaubhaft darzutun, dass er 

durch seine Ausreise Flüchtling im Sinne von Art. 3 AsylG und Art. 54 

AsylG geworden sei.  

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Seite 6 

Der Vollzug der Wegweisung sei in Würdigung sämtlicher Umstände und 

unter Berücksichtigung der Aktenlage aktuell nicht zumutbar. 

C.  

Mit Eingabe vom 5. Juni 2015 (Poststempel; Eingabe datiert von 3. Juni 

2015) an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer durch 

seine Rechtsvertreterin beantragen, es sei die Ziffer 1 des Dispositivs der 

angefochtene Verfügung aufzuheben und festzustellen, dass er die Flücht-

lingseigenschaft erfülle. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er die Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Rechtsverbeiständung 

beantragen. Gleichzeitig wurden ein Bericht der HWV, eine Zeichnung (…) 

sowie eine Kopie des Schülerausweises eingereicht. Darauf sowie auf die 

Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

D.  

Mit Instruktionsverfügung vom 10. Juni 2015 bestätigte das Bundesverwal-

tungsgericht dem Beschwerdeführer den Erhalt der Beschwerde. 

E.  

Mit Schreiben vom 9. Juni 2015 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer 

(…) eine Fürsorgebestätigung im Original einreichen. 

F.  

Mit Eingabe vom 11. Juni 2015 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer 

eine Zulassungskarte zu den Abschlussprüfungen des achten Schuljahrs 

aus dem Jahr 2013 einreichen und führte dazu aus, aufgrund der Beweis-

lage könne er – entgegen der Meinung des SEM – Eritrea nicht bereits zu 

einem erheblich früheren Zeitpunkt verlassen und in einer eritreischen 

Diaspora gelebt haben. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 

wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, 

wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimm-

ten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaf-

ten Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nach-

teilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 

Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

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unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Vorbringen sind glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in 

sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilde-

rungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der 

inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemei-

nen Erfahrung widersprechen (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Ge-

samtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtig-

keit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen 

oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 [S. 142 f.]). 

4.3 Aufgrund der in der Rechtsmitteleingabe gestellten Rechtsbegehren 

und deren Begründung ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig 

die Frage zu beantworten, ob der Beschwerdeführer die geltend gemachte 

illegale Ausreise aus Eritrea glaubhaft darzutun vermag beziehungsweise 

bei einer Rückkehr in den Heimatstaat befürchten muss, wegen subjektiver 

Nachfluchtgründe ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausge-

setzt zu werden (vgl. Art. 54 AsylG und auch BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 

4.4 In der Beschwerde wird eingewendet, dass an den von einer minder-

jährigen Person vorgebrachten Sachverhalt nicht dieselben strengen Vo-

raussetzungen der Glaubhaftmachung geknüpft werden dürften wie bei er-

wachsenen Personen. Diesen tieferen Beweismassstab habe das SEM in 

seinem Entscheid nicht berücksichtigt. Namentlich habe es die illegale 

Ausreise aufgrund einer einzigen Unstimmigkeit in der Schilderung des 

Reisewegs durch den Beschwerdeführer – Flucht nach B._______ anfäng-

lich per Bus, dann zu Fuss, beziehungsweise ausschliesslich zu Fuss – als 

nicht glaubhaft erachtet. Demgegenüber weise diese Schilderung mehrere 

durch das SEM nicht gewürdigte Realkennzeichen auf. Zudem würde die 

illegale Ausreise durch den eingereichten Schülerausweis, welcher durch 

die Vorinstanz in Verbindung mit dem vorgebrachten Sachverhalt nicht ge-

prüft worden sei, zusätzlich untermauert. Schliesslich habe die bei der An-

hörung vom 31. März 2015 anwesende HWV den minderjährigen Be-

schwerdeführer als glaubwürdig eingeschätzt, da seine Vorbringen sub-

stanziiert, genügend detailliert sowie plausibel und in sich schlüssig gewe-

sen seien (vgl. Beschwerde S. […], Schülerausweis, Bericht HWV). 

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Seite 9 

4.5 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 S. 142 f., BVGE 

2010/57 E. 2.3, EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1, 1996 Nr. 27 E. 3c/aa, 1996 

Nr. 28 E. 3a). 

4.5.1 Die soeben aufgeführten Kriterien der Glaubhaftmachung sind mit 

Blick auf die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als erfüllt zu erach-

ten. Daran vermögen die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe nichts 

zu ändern. Namentlich ergibt die Überprüfung der Protokolle des erstin-

stanzlichen Verfahrens, dass den besonderen Aspekten der Minderjährig-

keit des Beschwerdeführers – dieser war zum Zeitpunkt der BzP (…) be-

ziehungsweise zu jenem der Anhörung (…) alt – in gebührender Weise, 

insbesondere seinem Alter und Reifegrad, Rechnung getragen wurde 

(Art. 7 Abs. 5 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 

142.311]). Diesbezüglich verweist das UN-Flüchtlingshochkommissariat 

(UNHCR) in seinen Richtlinien darauf, dass von Kindern eine Schilderung 

ihrer Erlebnisse nicht in gleicher Weise erwartet werden könne, wie von 

Erwachsenen. Um eine optimale Mitwirkung von unbegleiteten minderjäh-

rigen Asylsuchenden (UMA) erreichen zu können, müssten in den ver-

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Seite 10 

schiedenen Verfahrensphasen, einschliesslich der Anhörung, im Asylver-

fahren geeignete Kommunikationsmethoden gewählt werden. Dabei sei 

äusserst wichtig, dass die befragende Person über das nötige Fachwissen 

verfüge, um die Verlässlichkeit und Bedeutung der Aussagen des Kindes 

richtig einschätzen zu können. UMA brauchten ausserdem Zeit, um ein 

Vertrauensverhältnis zu ihrem Vormund und zu anderem Fachpersonal 

aufzubauen und ein Gefühl der Sicherheit zu entwickeln (vgl. Richtlinien 

zum Internationalen Schutz: Asylanträge von Kindern im Zusammenhang 

mit Art. 1 (A) 2 und 1 (F) FK, S. 29 ff.). Die Überprüfung der Akten ergibt, 

dass die Befragung und die Anhörung des Beschwerdeführers auch in die-

ser Hinsicht nicht zu beanstanden sind. Diese Einschätzung wird durch den 

eingereichten HWV-Bericht bestätigt, gemäss welchem die Anhörung in 

Anwesenheit der Beistandsperson angenehm verlaufen sei (vgl. HWV-Be-

richt S. […]). 

4.5.2 Zwar trifft zu, dass in Bezug auf die Schilderung der Ausreise durch 

den Beschwerdeführer in den vorinstanzlichen Erwägungen lediglich ein – 

wenn auch fundamentaler – Widerspruch namentlich erwähnt wird. Jedoch 

wurde in der angefochtenen Verfügung in diesem Zusammenhang auch 

erwogen, dass sich die Liste der Unstimmigkeiten weiterführen liesse, aber 

aus prozessökonomischen Gründen darauf verzichtet würde. Die Überprü-

fung der Akten ergibt, dass die vorinstanzlichen Erwägungen auch in dieser 

Hinsicht zutreffen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auf die 

entsprechenden Erwägungen verwiesen werden kann (vgl. Sachverhalt 

Bst. B). Daran vermögen die Zeichnung "(…)" sowie (…) welche Doku-

mente als Beweismittel im Beschwerdeverfahren eingereicht wurden, 

nichts zu ändern. Was die Bezugnahme des Beschwerdeführers auf die 

HWV anbelangt, ist festzuhalten, dass für die Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit und Relevanz der Vorbringen im Asylverfahren einzig das SEM be-

ziehungsweise die Beschwerdeinstanz zuständig sind. Es erübrigt sich 

deshalb, diesbezüglich auf den eingereichten HWV-Bericht einzugehen. Im 

Übrigen sah sich die HWV im Rahmen der Anhörung vom 31. März 2015 

nicht veranlasst, Beobachtungen der Anhörung, Anregungen für weitere 

Sachverhaltsabklärungen oder Einwände zum Protokoll zu vermerken (vgl. 

vorinstanzliche Akten […]). 

4.5.3 Schliesslich ist bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung im Rah-

men der Gesamtbeurteilung aller Elemente festzuhalten, dass weder die 

Zulassungskarte zu den Abschlussprüfungen aus dem Jahr 2013 noch der 

bis zum (…) 2014 gültige Schülerausweis geeignet sind, die Einschätzung 

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Seite 11 

der fehlenden Glaubhaftigkeit in Bezug auf die vom Beschwerdeführer gel-

tend gemachte Illegalität der Ausreise aus Eritrea nachhaltig in Zweifel zu 

ziehen, könnte doch aus der Zulassungskarte zu seinen Gunsten lediglich 

abgeleitet werden, dass die Ausreise aus dem Heimatstaat nicht vor dem 

Jahr 2013 erfolgte, wogegen zu seinen Lasten darauf geschlossen werden 

könnte, dass er entgegen seinen Aussagen die Schule beziehungsweise 

das neunte Schuljahr in K._______ gar nie besucht hat, womit die erhebli-

chen Zweifel an der von ihm geltend gemachte illegale Ausreise von die-

sem Ort nach B._______ weiter erhärtet würden. Dass er den Schulunter-

richt in Eritrea besuchte, wurde jedoch von der Vorinstanz nicht in Abrede 

gestellt. Im Übrigen stimmen die Angaben bezüglich (…) im Schüleraus-

weis nicht mit den vom Beschwerdeführer zu Protokoll gegebenen überein, 

wofür dieser keinerlei Erklärung hatte (vgl. a.a.O. […]). 

4.6 Zusammenfassend vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers 

in Bezug auf die Umstände von dessen Ausreise aus Eritrea den Anforde-

rungen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen. Aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der 

Beschwerde und die eingereichten Beweismittel näher einzugehen, weil 

sie am Ergebnis nichts ändern können. Das SEM hat die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers demnach unter diesem Blickwinkel zu 

Recht verneint. 

5.  

Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die – einzig in Bezug 

auf Ziffer 1 des Dispositivs angefochtene – Verfügung Bundesrecht nicht 

verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig 

feststellt (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

6.  

Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ist, ungeachtet der vom Beschwerdeführer nachgewie-

senen prozessualen Bedürftigkeit, abzuweisen, da die Beschwerdebegeh-

ren nach dem Gesagten als aussichtslos zu qualifizieren waren, weshalb 

die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. Das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne 

von Art. 110a Abs. 1 AsylG ist mangels Erfüllung der Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens sind die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 

D-3614/2015 

Seite 12 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwer-deführer aufzu-

erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3614/2015 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive 

Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Martin Zoller Daniel Widmer 

 

 

Versand: