# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dc2e066-4c36-56ab-a9ac-df04e5ab51b8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.11.2022 S 2021 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-28_2022-11-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 28

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Pedretti und Audétat

Aktuarin ad hoc Christen

URTEIL

vom 28. November 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____ wurde 1975 im Kosovo geboren. Sie absolvierte die obligatori-

sche Schulzeit und machte im Anschluss keine weitere Ausbildung. Im 

Jahr 1992 zog sie in die Schweiz und arbeitete in der Folge für diverse 

Arbeitgeber. Im Alter von 20 Jahren heiratete sie, im Jahr 2000 kam ihr 

erstes Kind zur Welt, zwei Jahre später das zweite. Ab Mai 2002 arbeitete 

sie in einer Vollzeitanstellung bei der B._____ AG in Chur als Hilfsarbeite-

rin in der Glasproduktion.

2. Im Jahr 2008 suchte A._____ erstmals den Rheumatologen C._____ auf. 

Dieser diagnostizierte eine rheumatoide Polyarthritis an den Händen. In 

den folgenden Jahren traten sporadisch Beschwerden an den Händen und 

in anderen Gelenken auf, welche mit vorübergehenden Phasen von Ar-

beitsunfähigkeit verbunden waren. Der Rheumatologe C._____ führte di-

verse medikamentöse Behandlungen durch, aber keine vermochte die 

Krankheit zu stoppen.

3. Anfangs Oktober 2017 sah sich A._____ nicht mehr in der Lage, die für 

die Hände belastende Arbeit als Hilfsarbeiterin in der Glasproduktion wei-

ter auszuführen. Mit Bericht vom 11. November 2017 attestierte ihr behan-

delnder Rheumatologe C._____ für die Zeit ab dem 8. Oktober 2017 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Daraufhin 

wurde das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2019 aufgelöst. In der Folge 

war A._____ mit Ausnahme eines kurzen Einsatzes im Rahmen einer Ar-

beitsintegrationsmassnahme nicht mehr erwerbstätig.

4. Am 2. August 2018 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Im 

Rahmen der medizinischen Abklärungen der IV-Stelle gab der Rheumato-

loge C._____ mit Bericht vom 21. November 2019 an, vom 8. Oktober 

2017 bis zum 31. Oktober 2019 sei A._____ auch in einer adaptierten 

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Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 1. November 2019 

liege die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei 50 %, wobei 

dies in einem Arbeitsversuch verifiziert werden müsste. Der Regionale 

Ärztliche Dienst (nachfolgend RAD) stellte nicht auf die Einschätzung des 

behandelnden Arztes ab, sondern legte die Arbeitsfähigkeit in einer adap-

tierten, die Hände schonenden Tätigkeit ab dem 1. November 2019 auf 

80 % fest. 

5. Mit Vorbescheid vom 10. Dezember 2019 teilte die IV-Stelle A._____ mit, 

sie werde ihr eine ganze Rente vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Januar 

2020 zusprechen. Danach bestehe kein Rentenanspruch. Mit Einwand 

vom 9. Januar 2020 hielt A._____ entgegen, ab dem 1. Februar 2020 be-

stehe der Rentenanspruch weiter, mindestens im Umfang einer halben 

Rente. Eventuell sei eine Begutachtung vorzunehmen. Daraufhin gab die 

IV-Stelle beim Rheumatologen Dr. med. D._____ ein Gutachten inklusive 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in Auftrag.

6. Am 15. Mai 2020 fand die gutachterliche Untersuchung durch Dr. med. 

D._____ und eine Ultraschalluntersuchung durch den Rheumatologen Dr. 

med. E._____ statt. Am 22./23. Mai 2020 wurde A._____ einer EFL unter-

zogen, welche eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit un-

ter Berücksichtigung von gewissen Einschränkungen ergab. 

7. In seinem Gutachten vom 8. Juni 2022 diagnostizierte Dr. med. D._____ 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rheumatoide Arthritis. Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er rezidivierende 

Schulterschmerzen rechts, ein panvertebrales Syndrom, intermittierende 

Knieschmerzen beidseits, Adipositas und beginnende Fingerpolyarthrose 

vor allem der DIP-Gelenke und Rhizarthrosen beidseits. Die Arbeitsfähig-

keit in einer adaptierten Tätigkeit legte er vom 8. Oktober 2017 bis zum 

31. Oktober 2019 auf 50 % fest, ab dem 1. November 2019 gestützt auf 

das Ergebnis der EFL auf 100 %. Der RAD führte in seinem Abschlussbe-

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richt vom 17. Juni 2019 aus, es sei auf das Gutachten von Dr. med. 

D._____ abzustellen.

8. Mit (erneutem) Vorbescheid vom 17. Juni 2020 teilte die IV-Stelle A._____ 

mit, sie werde ihr für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Januar 2020 

eine Viertelsrente zusprechen, danach bestehe kein Anspruch mehr auf 

eine Rente. Hiergegen brachte A._____ mit Einwand vom 20. August 2020 

vor, das Gutachten von Dr. med. D._____ überzeuge nicht. Sie stützte sich 

auf eine Stellungnahme vom 19. August 2020, in welcher der Rheumato-

loge C._____ ausführte, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht plausibel, 

es lägen anhaltende Gelenksentzündungen und Hinweise auf beginnende 

Gelenksdestruktionen vor. Dabei stützte sich C._____ auf eine Sonogra-

phie des Radiologen Dr. med. F._____ vom 25. Juni 2020 und auf ein MRI 

des Radiologen Dr. med. G._____ vom 3. August 2020. Von der IV-Stelle 

um Stellungnahme zu diesen neuen Berichten gebeten, führte der Gut-

achter Dr. med. D._____ am 2. Dezember 2020 aus, er bleibe bei seiner 

Beurteilung. Die Sonographie von Dr. med. F._____ sei so zu interpretie-

ren, dass eben gerade keine Gelenksdestruktionen vorlägen. Bezüglich 

Synovitis sei sie nicht aussagekräftig. Auch aus dem MRI von Dr. med. 

G._____ gehe keine anhaltende Entzündungsaktivität hervor. Mit Bericht 

vom 21. Januar 2021 informierte der Rheumatologe C._____ über den 

Verlauf. Er gab an, es lägen aktive Gelenksentzündungen und zuneh-

mende Gelenksdestruktionen vor. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit liege maximal bei 50 %, eher bei 30 bis 40 %. C._____ stützte 

sich dabei unter anderem auf eine neue Sonographie von Dr. med. 

F._____ vom 15. Dezember 2020.

9. Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbe-

scheid fest und sprach A._____ eine Viertelsrente vom 1. Februar 2019 

bis zum 31. Januar 2020 zu und verneinte für die Folgezeit einen Renten-

anspruch. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 18. März 2021 Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie bean-

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tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Vom 1. Februar 2019 

bis zum 31. Januar 2020 sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen, eventu-

aliter eine IV-Rente nach richterlichem Ermessen, ab dem 1. Februar 2020 

mindestens eine halbe Rente. In formeller Hinsicht beantragte sie die Ein-

holung eines radiologischen und rheumatologischen Obergutachtens. Sie 

stütze sich auf eine neue Stellungnahme ihres behandelnden Rheumato-

logen vom 17. März 2021 und machte im Wesentlichen geltend, das Gut-

achten von Dr. med. D._____ sei angesichts der Stellungnahmen von 

C._____ nicht überzeugend. Das Gutachten mache nur eine Aussage zum 

Zeitpunkt der Untersuchung, als eine geringe Entzündungsaktivität vorge-

legen habe. Damit blende es aus, dass die Krankheit schubweise verlaufe.

10. Die IV-Stelle beantragte mit Vernehmlassung vom 9. April 2021 die Ab-

weisung der Beschwerde. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, 

dass die Stellungnahmen des Rheumatologen C._____ das Gutachten 

von Dr. med. D._____ nicht zu erschüttern vermöchten. Das Gutachten 

stütze sich auf die Ergebnisse der EFL, die Berichte des behandelnden 

Arztes hingegen stützten sich lediglich auf die Angaben der Beschwerde-

führerin. Entscheidend sei nicht die exakte Diagnose, sondern die medizi-

nische Plausibilisierung von geklagten Beschwerden.

11. Mit Replik vom 14. April 2021 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträ-

gen fest und vertiefte ihre Argumentation. Die IV-Stelle verzichtete mit 

Schreiben vom 20. April 2021 auf eine Duplik.

12. Anlässlich der Beratung vom 12. April 2022 kam das Verwaltungsgericht 

zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit 

gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich und dass 

deshalb ein rheumatologisches Gerichtsgutachten einzuholen sei. 

13. Mit Schreiben vom 14. April 2022 teilte die Instruktionsrichterin den Par-

teien mit, als Gerichtsgutachter sei Prof. Dr. med. H._____, Facharzt FMH 

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für Rheumatologie, Allgemeine Innere Medizin, Physikalische Medizin und 

Rehabilitation sowie zertifizierter Gutachter SIM und Ärztlicher Direktor der 

Kliniken I._____ vorgesehen. Die Parteien erhoben keine Einwände. Mit 

Schreiben vom 4. Mai 2022 unterbreitete die Instruktionsrichterin den Par-

teien den Fragenkatalog. Die Parteien erhoben auch diesbezüglich keine 

Einwände, so dass die Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 3. Juni 

2022 das rheumatologische Gutachten bei Prof. Dr. med. H._____ in Auf-

trag gab (inklusive EFL sowie unter fachärztlichem internistischem und ra-

diologischem Einbezug). 

14. Am 14. Juli 2022 untersuchte Prof. Dr. med. H._____ die Beschwerdefüh-

rerin rheumatologisch und internistisch. Gleichentags stellte der Radiologe 

Dr. med. J._____ eine glatt begrenzte usurenartige Einkerbung am Os tri-

quetrum der rechten Hand bei computertomographisch nachgewiesenen 

Synovitiden fest sowie Arthrosen der Daumensattelgelenke, der Finge-

rendgelenke und beginnend auch der Fingermittelgelenke sowie der 

Grosszehengrundgelenke. Am 20./21. Juli 2022 wurde die Beschwerde-

führerin einer EFL unterzogen. Dabei wurden als arbeitsrelevante Pro-

bleme eine verminderte Handkoordination und Handkraft beidseits und 

eine allgemein verminderte kardiorespiratorische Belastbarkeit festgehal-

ten. In einer adaptierten leichten Tätigkeit wurde eine ganztägige Belast-

barkeit mit zusätzlichen Pausen von 2 Stunden pro Tag angegeben. 

15. Prof. Dr. med. H._____ diagnostizierte in seinem Gutachten vom 25. Au-

gust 2022 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seronegative, anti-

CCP-negative, wenig erosive rheumatoide Arthritis, eine generalisierte 

Osteoarthrose und ein Panvertebralsyndrom. Als adaptiert umschrieb er 

gestützt auf die EFL eine körperlich leichte und wechselbelastende Tätig-

keit mit Hantieren von Lasten bis maximal 10 kg mit diversen Einschrän-

kungen. In einer adaptierten Tätigkeit attestierte Prof. Dr. med. H._____ 

der Beschwerdeführerin für den Zeitpunkt der gutachterlichen Untersu-

chung am 14. Juli 2022 eine Arbeitsfähigkeit von ganztags zu verwerten-

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den 50 %. Für den Zeitraum vom Beginn des allfälligen Rentenanspruchs 

am 1. Februar 2019 bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung am 15. Februar 2021 schätzte Prof. Dr. med. H._____ die Ar-

beitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ebenfalls auf 50 % ein. 

16. Nachdem die Instruktionsrichterin den Parteien mit Schreiben vom 2. Sep-

tember 2022 das Gerichtsgutachten zur Stellungnahme unterbreitet hatte, 

hielt die IV-Stelle mit Schreiben vom 15. September 2022 an ihren Anträ-

gen gemäss der Vernehmlassung fest und machte zur Begründung gel-

tend, das Gutachten von Prof. Dr. med. H._____ sei in der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit nicht schlüssig. Es sei nicht nach-

vollziehbar, weshalb der Gutachter die objektiv anlässlich der EFL festge-

stellte 75%ige Arbeitsfähigkeit auf eine solche von 50 % reduziert habe. 

Die von Prof. Dr. med. H._____ angeführten Argumente seien nicht 

schlüssig, es sei auf die in der EFL festgestellte Arbeitsfähigkeit von 75 % 

abzustellen, so dass ein weiterhin nicht rentenbegründender Invaliditäts-

grad von 20 % resultiere.

17. Die Beschwerdeführerin beanstandete in ihrer Stellungnahme vom 21. 

September 2022 das Gutachten von Prof. Dr. med. H._____ nicht. Sie ver-

wies auf das im Gutachten beschriebene Zumutbarkeitsprofil und hielt es 

für utopisch, auf dem ersten Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle zu 

finden. Ihre Restarbeitsfähigkeit sei nicht verwertbar, sie habe Anspruch 

auf eine ganze Rente. Sollte das Gericht dieser Sichtweise nicht folgen, 

so sei beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug von mindestens 10 % 

vorzunehmen. Mit Schreiben vom 23. September 2022 ergänzte sie, die 

IV-Stelle lege das Gutachten von Prof. Dr. med. H._____ komplett falsch 

aus. Der Gutachter habe zu Recht den bisherigen wellenförmig schubwei-

sen Verlauf berücksichtigt und die in der EFL festgestellte Belastbarkeit 

gestützt auf klare Befunde korrigiert. Mit Schreiben vom 29. September 

2022 hielt die IV-Stelle entgegen, die Restarbeitsfähigkeit der Beschwer-

deführerin sei angesichts des festgehaltenen Zumutbarkeitsprofils praxis-

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gemäss auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar und ein Lei-

densabzug sei nicht gerechtfertigt.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

der angefochtenen Verfügung sowie auf die im Recht liegenden Beweis-

mittel wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die im 

vorliegenden Fall angefochtene Verfügung der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden vom 15. Februar 2021 stellt demnach ein taugliches Anfech-

tungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als 

Versicherungsgericht ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100). Die Beschwerdeführerin ist als formelle 

und materielle Adressatin von der angefochtenen Verfügung berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 

59 ATSG), weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. Auf die zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist somit einzutreten.

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht 

für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Januar 2020 eine Viertels-

rente zugesprochen hat und ob sie den Rentenanspruch ab dem 1. Fe-

bruar 2020 zu Recht verneint hat. Uneinig sind sich die Parteien beim In-

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valideneinkommen beziehungsweise bei der Frage der Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit (unten E.5 ff.), der Verwertbarkeit der Restarbeits-

fähigkeit (unten E.9) und des Leidensabzugs (unten E.11). 

Massgebend für die Beurteilung der Streitfragen ist der Sachverhalt, wie 

er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 

15. Februar 2021 entwickelt hat (BGE 132 V 215 E.3.1.1). Die streitigen 

Tatfragen sind dabei nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu klären (BGE 141 V 15 

E.3.1). In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG und der Verord-

nung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft sind (Wei-

terentwicklung der IV). Da der hier umstrittene Rentenanspruch seine Be-

gründung vor dem 1. Januar 2022 fand, sind nach den allgemeinen 

Grundsätzen des intertemporalen Rechts die bis zum 31. Dezember 2021 

gültig gewesenen Bestimmungen massgebend (vgl. Übergangsbestim-

mungen des IVG zur Änderung vom 19. Juli 2020; BGE 144 V 210 E.4.3.1, 

Urteil des Bundesgerichts 8C_479/2021 vom 5. Mai 2022 E.4.1).

3. In Bezug auf den Rentenbeginn sind sich die Parteien einig. Die IV-Stelle 

hat diesen – wie nachstehend kurz erklärt wird – zu Recht auf den 1. Fe-

bruar 2019 festgelegt. 

3.1. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten 

nach der Anmeldung zum Bezug von Leistungen bei der zuständigen IV-

Stelle (Art. 29 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 ATSG). Die Rente wird vom 

Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht 

(Art. 29 Abs. 3 IVG). Vorliegend meldete sich die Beschwerdeführerin am 

2. August 2018 bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 2), 

sie hat demnach frühestens ab dem 1. Februar 2019 Anspruch auf eine 

Rente.

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3.2. Zu berücksichtigen ist zudem das Wartejahr. Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 

IVG hat eine Versicherte erst Anspruch auf eine Rente, nachdem sie 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

destens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist. Als Arbeitsunfähigkeit gilt 

dabei die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-

herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 6 

ATSG). Vorliegend ist die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten 

Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der Glasproduktion bei der B._____ AG seit 

dem 8. Oktober 2017 zu 100 % arbeitsunfähig. Dies wurde vom behan-

delnden Rheumatologen C._____ wiederholt festgehalten (IV-act. 10 S. 

18, 54 S. 2) und vom Gutachter Dr. med. D._____ bestätigt (IV-act. 76 S. 

32). Das Wartejahr lief demnach vom 8. Oktober 2017 bis zum 8. Oktober 

2018.

4. Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Als Invalidität gilt bei erwerbstätigen Versicherten die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit, 

welche die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann 

(Art. 8 Abs. 1 ATSG; Art. 4 Abs. 1 IVG). Der rentenbegründende Invali-

ditätsgrad ist aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 

16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Inva-

lideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkom-

men). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass Validen- und Invalideneinkommen ziffernmässig möglichst genau er-

mittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus Einkommensdifferenz 

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lässt sich sodann der Invaliditätsgrad bestimmen. Bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und 

bei einem Invaliditätsgrad von 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 

aIVG [bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesene Version des IVG]).

5. In der vorliegend angefochtenen Verfügung legte die IV-Stelle das Vali-

deneinkommen für das Vergleichsjahr 2020 auf CHF 51'602.85 fest (IV-

act. 89 S. 1). Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. 

Uneinig sind sich die Parteien beim Invalideneinkommen. Dieses wurde 

von der IV-Stelle für die Zeit bis zum 31. Oktober 2019 auf CHF 27'614.70 

festgelegt, für die Zeit ab dem 1. November 2019 auf CHF 55'229.40. Die 

Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, das Invalideneinkom-

men liege bei CHF 0.00, da ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertbar sei.

5.1. Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist die Frage entscheidend, 

welche Arbeitsleistungen der versicherten Person in welchem Umfang 

noch zugemutet werden können, beziehungsweise wie gross die Arbeits-

fähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit ist. Für die Beantwortung 

dieser Frage ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die medizinische Fachleute zur Verfügung stellen 

(BGE 125 V 256 E.4). Aufgabe der medizinischen Fachleute ist es, den 

Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und Stellung 

zu nehmen zu der Frage, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

keiten diese arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E.4, BGE 125 V 261 E.4). 

Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit können sich die IV-Stellen und die 

Sozialversicherungsgerichte auf den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD, 

Art. 59 Abs. 2bis aIVG), auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen und 

Ärzte oder auf externe medizinische Sachverständige stützen (Art. 59 Abs. 

3 IVG).

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5.2. Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in sozialversiche-

rungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 

ATSG). Der Beweiswert der ärztlichen Stellungnahmen hängt deshalb 

nach der Rechtsprechung davon ab, ob sie für die streitigen Belange um-

fassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Be-

schwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben wurden, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und der medizinischen Situation einleuchten und in den daraus gezogenen 

Schlussfolgerungen zu überzeugen vermögen. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist folglich grundsätzlich weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder 

Gutachten (BGE 134 V 231 E.5.1). Dennoch hat es das Bundesgericht mit 

dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Be-

zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtli-

nien für die Beweiswürdigung aufzustellen.

So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 

von versicherungsexternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen 

(BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). Nur wenn die Schlüssigkeit 

eines solchen Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, 

sind ergänzende Beweisvorkehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls 

anzuordnen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb).

Bei Berichten von behandelnden Ärzten darf und soll der Richter der Er-

fahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf 

ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-

ten ihrer Patienten aussagen. Der Bericht eines behandelnden Arztes hat 

somit nicht den gleichen Rang wie ein Gerichtsgutachten oder ein von der 

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IV-Stelle nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutach-

ten. Ein solcher Bericht verpflichtet indessen - wie jede substanziiert vor-

getragene Einwendung gegen ein solches Gutachten - den Richter zu prü-

fen, ob der Bericht des behandelnden Arztes die Auffassungen und 

Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüt-

tern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 

361 E.3c).

Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvoll-

ziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 

gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der be-

fragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 

lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies-

sen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in 

die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen las-

sen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 

im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-

achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 

E.3b/ee).

6. Vorliegend sind sich die involvierten Ärzte darin einig, dass die Beschwer-

deführerin primär an einer rheumatoiden Arthritis leidet, mithin einer chro-

nischen systemischen Autoimmunerkrankung, die in erster Linie die Ge-

lenke betrifft. Charakteristischerweise sind die peripheren Gelenke sym-

metrisch entzündlich betroffen, was zu einer fortschreitenden Zerstörung 

der Gelenkstrukturen führt, gewöhnlich begleitet von systemischen Sym-

ptomen. Die Therapie besteht aus Medikamenten, physikalischen Mass-

nahmen und manchmal chirurgischen Interventionen. Krankheitsmodifi-

zierende Antirheumatika helfen, die Symptome zu kontrollieren und das 

Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen (https://www.msdmanu-

als.com/de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-

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des-bewegungsapparats/gelenkerkrankungen/rheumatoide-arthritis-ra, 

zuletzt besucht am 28. November 2022). Im vorliegenden Fall nicht einig 

sind sich die Ärzte in der Frage der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit. 

Zum Zeitpunkt seiner Beratung vom 12. April 2022 standen dem Gericht 

dazu folgende Einschätzungen zur Verfügung:

Bericht des diplomierten Arztes C._____, Facharzt FMH Rheumatologie und Innere Me-
dizin, vom 21. November 2019: Die Arbeitsfähigkeit habe bis zum 31. Oktober 2019 bei 
0 % gelegen, seit dem 1. November 2019 liege sie in sehr leichten Tätigkeiten ohne Be-
lastung der Hand- und Fingergelenke, ohne repetitive Tätigkeiten mit den Händen, ohne 
feinmotorische Tätigkeiten mit den Händen, ohne knieende oder kniebelastende Tätig-
keiten und ohne Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der Wirbelsäule bei 50 % (IV-act. 54 
S. 2).

Abschlussbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 27. November 2019: 
Für die Zeit ab dem 1. November 2019 liege die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 
bei 80 % (IV-act. 98 S. 13).

Bericht zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) vom 10. Juni 2020: Ar-
beitsrelevant seien Schmerzen an den Händen und Fingern sowie an der LWS und eine 
verminderte Handkoordination beidseitig (IV-act. 77 S. 1). Die beobachtete Belastbarkeit 
entspreche einer leichten Tätigkeit ganztags, wobei diverse Einschränkungen zu beach-
ten seien (IV-act. 77 S. 2).

Gutachten von Dr. med. D._____, Facharzt FMH Rheumatologie und Physikalische Me-
dizin und zertifizierter Gutachter SIM, vom 8. Juni 2020: In adaptierter Tätigkeit mit den 
Einschränkungen gemäss dem EFL-Bericht liege die Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Novem-
ber 2019 bei 100 % (IV-act. 76 S. 33). Vorgängig habe vom 8. Oktober 2017 bis zum 31. 
Oktober 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine angepasste Tätigkeit bestanden 
(IV-act. 76 S. 34).

Abschlussbericht des RAD vom 17. Juni 2020: Die IV-Leistungen sollten auf der Grund-
lage des Gutachtens D._____ geprüft werden (IV-act. 98 S. 22).

Stellungnahme von C._____ zum Gutachten D._____ vom 19. August 2020: Angesichts 
der anhaltenden, bildgebend nachgewiesenen Gelenksentzündungen erscheine die im 
Gutachten D._____ attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht plausibel (IV-act. 82 S. 11).

Ergänzende Stellungnahme von Gutachter Dr. med. D._____ vom 2. Dezember 2020: Er 
bleibe bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die neuen ärztlichen Unterlagen ver-
möchten nichts daran zu ändern (IV-act. 88 S. 6).

Arztbericht von C._____ vom 21. Januar 2021: Es bestehe unverändert eine ungenügend 
eingestellte Arthritis. Die aktuelle 50%ige Arbeitstätigkeit mit wiederholten manuellen 
Tätigkeiten sei nur knapp zumutbar. Bei anhaltender Entzündungsaktivität sei eine solche 
Tätigkeit sehr wahrscheinlich nur in einem geringeren Pensum von 30 bis 40 % zumutbar 
(Anm. des Gerichts: C._____ bezieht sich hier auf die damals laufende RAV-Arbeitsinte-
grationsmassnahme; IV-act. 94 S. 1).

Stellungnahme von C._____ vom 17. März 2021: Die Erkrankung verlaufe schubartig mit 
Phasen von geringerer und Phasen von höherer Krankheits- und Entzündungsaktivität. 
Offensichtlich sei die gutachterliche Untersuchung in einer Phase geringerer Krankheits- 

- 15 -

und Entzündungsaktivität erfolgt. Das Gutachten habe die Krankheitsaktivität im mehr-
jährigen Verlauf ungenügend berücksichtigt. Er schätze die zumutbare Arbeitsfähigkeit in 
der aktuellen Tätigkeit im Rahmen eines Arbeitsprogrammes zurzeit als maximal 40 % 
ein. Seit der Aufnahme der Tätigkeit in einem 50%-Pensum bestünden wieder deutlich 
mehr Beschwerden bei nachweisbaren Entzündungen (Anm. des Gerichts: auch hier be-
zieht sich C._____ auf die damals laufende RAV-Arbeitsintegrationsmassnahme; Beila-
gen des Beschwerdeführers [Bf-act.] 14 S. 2).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit in der Phase bis zum 31. Oktober 2019 gemäss dem 

Gutachter Dr. med. D._____ bei 50 % lag, gemäss dem behandelnden 

Rheumatologen C._____ hingegen bei 0 %. In der Phase ab dem 1. No-

vember 2019 war die Beschwerdeführerin nach der Einschätzung des Gut-

achters Dr. med. D._____ zu 100 % arbeitsfähig, nach der Einschätzung 

von C._____ zu 50 % beziehungsweise nur zu 30 bis 40 %.

7. Die in der vorgehenden Erwägung aufgelisteten medizinischen Unterlagen 

erlaubten bei der Beratung vom 12. April 2022 keine zuverlässige Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Zwar stand mit dem 

Gutachten von Dr. med. D._____ ein Gutachten eines versicherungsex-

ternen Spezialarztes zur Verfügung. Diesem Gutachten konnte indessen 

keine volle Beweiskraft zuerkannt werden, weil die nachstehend dargeleg-

ten konkreten Indizien gegen seine Zuverlässigkeit sprachen (siehe vorne 

E.5.2, BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 353 E.3b/bb). 

7.1. Wie bereits erwähnt kann die Rheumatoide Arthritis zu Gelenksdestrukti-

onen führen. Eine Gelenksdestruktion wird als Usur oder als Erosion be-

zeichnet, wenn ein röntgenologisch darstellbarer lokaler Substanzverlust 

von Knochen- und Knorpelgewebe vorliegt (https://flexikon.doc-

check.com/de/Usur, https://www.rheuma-online.de/a-z/e/erosion/, zuletzt 

besucht am 28. November 2022). Dr. med. D._____ blendete in seinem 

Gutachten die Hinweise auf Gelenksdestruktionen konsequent aus. Im Ak-

tenauszug fehlten wesentliche Angaben, so dass er nicht als objektiv, son-

dern als verharmlosend erscheint. Zum Beispiel erwähnte Dr. med. 

D._____ zum MRI der rechten Hand von Dr. med. K._____, Facharzt FMH 

- 16 -

Radiologie, vom 12. Oktober 2017 die "zunehmende Aufbrauchung des 

Knorpelüberzugs" und die "Usur verdächtige Veränderung am MC I-Köpf-

chen" nicht (IV-act. 76 S. 3, 54 S. 13). Beim MRI der rechten Hand von Dr. 

med. L._____, Facharzt FMH Radiologie, vom 28. Mai 2019 liess der Gut-

achter die "leicht zunehmende Erosion ulnarseits" und die "stationäre 

Usur" im Triquetrum und im Capitatum unerwähnt (IV-act. 76 S. 8, IV-act. 

54 S. 10, 14). Beim MRI der rechten Hand von Dr. med. L._____ vom 18. 

Dezember 2019 liess Dr. med. D._____ die "unveränderte Usur im Trique-

trum und im Capitatum" unerwähnt (IV-act. 76 S. 11, 41). Auch das Kapitel 

"Bildgebende Verfahren" ist nicht vollständig (IV-act. 76 S. 21 ff.). Es fehlt 

die MRI vom 28. Mai 2019 von Dr. med. L._____, mithin jene MRI, in wel-

cher Usuren und Entzündungen in verschiedenen Gelenken der rechten 

Hand festgestellt wurden (IV-act. 76 S. 22, 54 S. 10, 14). Zudem wurden 

erneut die in den MRI von Dr. med. K._____ und Dr. med. L._____ festge-

stellten Usuren nicht erwähnt (IV-act. 76 S. 22, 54 S. 13, 54 S. 10 und 14, 

76 S. 41). Bei der Beschreibung und Beurteilung der gesundheitlichen Ent-

wicklung und der aktuellen Situation in Kapitel 7.2 liess der Gutachter die 

in den MRI der Dres. K._____ und L._____ festgestellten Usuren ausser 

Acht und stellte ohne jegliche Erklärung einzig darauf ab, dass in der So-

nographie von Dr. med. E._____, Facharzt FMH Rheumatologie mit Fähig-

keitszeugnis Ultraschall SGUM, vom 15. Mai 2020 keine Usuren festge-

stellt worden waren (IV-act. 76 S. 28, 29 und 54 f.). 

7.2. Nach der Begutachtung durch Dr. med. D._____ stellte Dr. med. F._____, 

Facharzt FMH Radiologie, mit Sonographie vom 25. Juni 2020 eine kleine 

knöcherne Arrosion am zweiten Mittelhandknochen (MC II), eine kortikale 

Irregularität an der zweiten Grundphalanxbasis (MCP II) und eine feinste 

Arrosion an der vierten Grundphalanxbasis (MCP IV) fest (IV-act. 82 S. 4). 

Mit dem Begriff Arrosion wird die Zerstörung von gesunden Geweben oder 

Organen durch maligne Tumore oder Entzündungen, die von angrenzen-

den Geweben ausgehen, beschrieben (https://flexikon.doc-

- 17 -

check.com/de/Arrosion, zuletzt besucht am 28. November 2022). Diese 

Hinweise auf einen erosiven Verlauf berücksichtigte Dr. med. D._____ in 

seiner ergänzenden Stellungnahme vom 2. Dezember 2020 nicht. Er qua-

lifizierte die von Dr. med. F._____ festgestellten Arrosionen ohne überzeu-

gende Begründung als Falschbeurteilung und übersah dabei erneut, dass 

bereits zuvor Usuren festgestellt worden waren (IV-act. 88 S. 3). Dass Dr. 

med. D._____ die Ergebnisse von Dr. med. F._____ nicht hätte unbeach-

tet lassen dürfen, zeigte sich in der Folge durch dessen Sonographie vom 

15. Dezember 2020. Darin bestätigte Dr. med. F._____ den ungünstigen 

Verlauf. Neben den bereits mit der Sonographie vom 25. Juni 2020 fest-

gestellten Destruktionen zeigten sich neu Arrosionen an der dritten Grund-

phalanxbasis (MCP III) an beiden Händen (IV-act. 94 S. 2).

7.3. Dr. med. D._____ ging bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin davon aus, dass die Entzündungsaktivität bis anhin ge-

ring gewesen sei (IV-act. 76 S. 24, 28). Dabei stellte er massgeblich darauf 

ab, dass bei seiner Untersuchung vom 15. Mai 2020 klinisch und sonogra-

fisch keine aktivierten Synovitiden (Gelenkkapselentzündungen) vorlagen 

(IV-act. 76 S. 24, Sonographie von Dr. med. E._____ vom 15. Mai 2020, 

IV-act. 76 S. 54 f.). Dies vermag nicht zu überzeugen. Der behandelnde 

Rheumatologe C._____ rügte zu Recht, dass Dr. med. D._____ damit aus-

blende, dass die rheumatoide Arthritis schubweise verlaufe und dass bei 

der Beschwerdeführerin immer wieder aktive Entzündungen klinisch und 

bildgebend nachgewiesen worden seien (IV-act. 82 S. 7, 9). Diese Nach-

weise von aktiven Entzündungen listete C._____ in überzeugender Weise 

in seiner Stellungnahme vom 19. August 2020 auf (IV-act. 82 S. 8, Ab-

schnitt Ad. 7a+c). C._____ argumentierte zu Recht, von einer Momentauf-

nahme in einer Phase mit geringer Krankheitsaktivität, wie sie anlässlich 

der gutachterlichen Untersuchung und der EFL vorgelegen habe, könne 

nicht 1:1 auf eine längerdauernde Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, 

- 18 -

dabei seien die immer wieder auftretenden Entzündungen und beginnen-

den Gelenksdestruktionen zu berücksichtigen (IV-act. 82 S. 10).

7.4. Zweifel an der vollen Beweiskraft des Gutachtens von Dr. med. D._____ 

weckten sodann auch diverse Ungenauigkeiten und Widersprüche. So 

stützte Dr. med. D._____ seine Einschätzung, die Arthritis verlaufe mild, 

unter anderem auf die geringe Erhöhung der Entzündungsparameter (IV-

act. 76 S. 24, 29). Dem hielt der Rheumatologe C._____ überzeugend ent-

gegen, seit Februar 2019 werde bei der Beschwerdeführerin eine immun-

suppressive Therapie mit IL-6 Rezeptor Blockern durchgeführt, welche be-

kanntermassen den Nachweis einer Entzündung im Blut unterdrücke (IV-

act. 82 S. 9). Die für eine rheumatoide Arthritis typischen Gelenke be-

schrieb Dr. med. D._____ widersprüchlich. An einer Stelle nannte er die 

Fingergrundgelenke (MCP) und die Fingermittelgelenke (PIP) als typisch 

und bezeichnete die Fingerendgelenke (DIP) explizit als untypisch (IV-act. 

88 S. 4), an anderer Stelle bezeichnete er die DIP als typisch (IV-act. 88 

S. 5). Auch im Zusammenhang mit der Auswirkung der Arthrose auf die 

Arbeitsfähigkeit sind die gutachterlichen Ausführungen nicht nachvollzieh-

bar. Im Kapitel 6.1 erwähnte Dr. med. D._____ als Diagnose mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit einzig die rheumatoide Arthritis (IV-act. 76 S. 

24). Die beginnende Fingerpolyarthrose (v.a. im Daumensattelgelenk 

[DSG] und den DIP) ordnete er den Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 76 S. 25). Im Widerspruch dazu erwähnte er 

die beginnende Fingerpolyarthrose aber als Aspekt, welcher die Arthritis 

beeinflusst (IV-act. 76 S. 24). An anderer Stelle gab der Gutachter an, die 

Beschwerden an den Händen dürften aktuell vorwiegend durch die myo-

faszialen Schmerzkomponenten und durch die Fingerpolyarthrose bedingt 

sein (IV-act. 76 S. 29). Angesichts dieser Beurteilung erscheint es unver-

ständlich, weshalb Dr. med. D._____ die Diagnose Polyarthrose nicht als 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einordnete. Entspre-

chend wies C._____ denn auch darauf hin, dass aktivierte Arthrosen ins-

- 19 -

besondere des DSG eine Einschränkung der Belastbarkeit der Hände ver-

ursachten, was durch Dr. med. D._____ nicht diskutiert werde (IV-act. 82 

S. 9).

7.5. Aus den soeben dargelegten Gründen erschien die Schlüssigkeit des Gut-

achtens von Dr. med. D._____ bei der Beratung vom 12. April 2022 in 

wesentlichen Punkten zweifelhaft, so dass nicht darauf abgestellt werden 

konnte. Auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den behandelnden 

Rheumatologen C._____ konnte angesichts der Divergenzen zum Gut-

achten und zur EFL aber ebenfalls nicht abgestellt werden. 

8. Zur Klärung des medizinischen Sachverhalts wurde deshalb ein rheuma-

tologisches Gerichtsgutachten inklusive EFL mit Einbezug der relevanten 

internistischen und radiologischen Aspekte eingeholt (BGE 139 V 99 

E.1.1, 137 V 210 E.1.3.4, Urteil des Bundesgerichts 9C_354/2020 vom 8. 

September 2020 E.2.1). 

8.1. Im Bericht vom 22. Juli 2022 zur EFL vom 20./21. Juli 2022 wurden als 

arbeitsrelevante Probleme eine verminderte Handkoordination und Hand-

kraft beidseits und eine allgemein verminderte kardiorespiratorische Be-

lastbarkeit festgehalten. In einer adaptierten leichten Tätigkeit wurde eine 

ganztägige Belastbarkeit mit zusätzlichen Pausen von 2 Stunden pro Tag 

angegeben. Als unmöglich wurden Anforderungen an Handkraft und 

Handkoordination beschrieben, als selten möglich Kriechen und Hockstel-

lung, als manchmal möglich Arbeit über Schulterhöhe, vorgeneigtes Sit-

zen, Gehen, Stossen, Ziehen, Treppe steigen und Leiter steigen. Er-

klärend wurde ausgeführt, es handle sich um eine Basisabklärung ohne 

ärztliche Supervision und Beurteilung (Beilage zum Gerichtsgutachten 

[GGA]).

8.2. Im Röntgenbefund vom 29. Juli 2022 hielt Dr. med. J._____, Facharzt 

FMH Radiologie, als Befund an den Händen eine glatt begrenzte usuren-

- 20 -

artige Einkerbung am Os triquetrum der rechten Hand bei computertomo-

graphisch nachgewiesenen Synovitiden vor allem karpal und metakarpo-

phalangeal fest. Er beschrieb Arthrosen der Daumensattel-, Fingerend- 

und beginnend auch der Fingermittelgelenke sowie Weichteilkalzifikatio-

nen am DIP III rechts und kleine Verkalkungen am Daumenendgelenk 

rechts. Knöcherne Appositionen stellte er am DIP II links und an den DIP 

II und III rechts fest. An den Füssen zeigte die Röntgenaufnahme Arthro-

sen der Grosszehengrundgelenke beidseits (Beilage zum GGA).

8.3. In seinem Gerichtsgutachten vom 25. August 2022 bezog Prof. Dr. med. 

H._____, Facharzt FMH für Rheumatologie, Innere Medizin, Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, die in den vorstehenden Erwägungen darge-

legten Ergebnisse der EFL und der Röntgenuntersuchung mit ein und dia-

gnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erstens eine serone-

gative, anti-CCP-negative, wenig erosive rheumatoide Arthritis, zweitens 

eine generalisierte Osteoarthrose mit degenerativen Veränderungen an 

den Daumensattel-, Fingerend- und Grosszehengrundgelenken sowie an 

beiden Kniegelenken und dem rechten Schultereckgelenk und drittens ein 

Panvertebralsyndrom (GGA S. 41 f.). Als adaptiert umschrieb er eine kör-

perlich leichte und wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Lasten 

bis maximal 10 kg, welche keine Anforderungen an die Handkraft und die 

Handkoordination stellt, welche nur selten ein Kriechen oder eine Hock-

stellung erfordert, bei welcher manchmal über den Tag verteilt Arbeiten 

über Schulterhöhe, im vorgeneigten Sitzen und in Verbindung mit Stehen, 

Stossen, Ziehen, Treppen- und Leitersteigen vorkommen können und bei 

welcher ein ausgeglichenes Arbeitsklima vorliegen und keine hochrepeti-

tiven Tätigkeiten am Fliessband vorkommen sollte/n (GGA S. 51 f.). In ei-

ner adaptierten Tätigkeit attestierte Prof. Dr. med. H._____ der Beschwer-

deführerin für den Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung am 14. Juli 

2022 eine Arbeitsfähigkeit von ganztags zu verwertenden 50 % (GGA 

S. 52 f.). Für den Zeitraum vom Beginn des allfälligen Rentenanspruchs 

- 21 -

am 1. Februar 2019 bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung am 15. Februar 2021 schätzte Prof. Dr. med. H._____ die Ar-

beitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ebenfalls auf 50 %. Er begründete 

dies damit, dass in dieser Phase mehrheitlich ein klinisches Beschwerde-

bild bestanden habe, wie es auch im Rahmen der aktuellen gutachterli-

chen Untersuchung vorgelegen habe. Nur im Mai/Juni 2020, als die gut-

achterliche Untersuchung durch Dr. med. D._____ stattgefunden habe, sei 

die Krankheitsaktivität vorübergehend geringer gewesen (GGA S. 55). Auf 

diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kann abgestellt werden. Dem Ge-

richtsgutachten von Prof. Dr. med. H._____ kann - aus den nachfolgend 

dargelegten Gründen - volle Beweiskraft beigemessen werden.

8.4. Prof. Dr. med. H._____ ist als Facharzt FMH für Rheumatologie, Innere 

Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie als zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM und als Ärztlicher Direktor der Kliniken 

I._____ für die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin bestens qualifiziert (GGA S. 2). Die Parteien waren denn 

auch damit einverstanden, dass Prof. Dr. med. H._____ als Gerichtsgut-

achter beauftragt wurde.

8.5. Das Gerichtsgutachten von Prof. Dr. med. H._____ hat nach der Recht-

sprechung grundsätzlich grossen Beweiswert. Bei Gerichtsgutachten ist 

nämlich nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizi-

nischen Experten abzuweichen, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkennt-

nisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 

Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vor-

liegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist. Eine abweichende 

Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei-

nungsäusserungen anderer Fachexperten dem Richter als triftig genug er-

scheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen 

(BGE 142 V 269 E.6.2.3.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/aa). Damit 

kommt den Gerichtsgutachten grundsätzlich höherer Beweiswert zu als al-

- 22 -

len übrigen ärztlichen Beurteilungen (BGE 143 V 269 E.6.2.3.2). Im vorlie-

genden Fall gibt es - wie nachstehend im Detail aufgezeigt wird - keine 

Gründe für ein Abweichen von der Gerichtsexpertise, sie ist nicht wider-

sprüchlich und es gibt auch keine triftige gegensätzliche ärztliche Mei-

nungsäusserung. 

8.6. Prof. Dr. med. H._____ standen alle relevanten medizinischen Vorakten 

zur Verfügung. In einem Aktenauszug listete er sie auf und hielt sorgfältig 

den jeweils wesentlichen Inhalt fest (GGA S. 4 - 27). Mit einer zusammen-

fassenden Würdigung der Aktenlage legte er die wesentlichen Aspekte der 

Krankengeschichte anschaulich im Überblick dar (GGA S. 27 f.). Dabei 

hielt er insbesondere fest, dass keine der diversen medikamentösen Be-

handlungen zu einer anhaltenden Remission geführt habe und dass seit 

dem Jahr 2008 wiederholt MRI-mässig entzündliche Veränderungen in un-

terschiedlichem Ausmass und unterschiedlicher Intensität an den Gelen-

ken beider Hände nachgewiesen worden seien, was dem typischen 

schubweisen Verlauf einer Polyarthritis mit Phasen geringerer und inten-

siver Entzündungsaktivität entspreche. Er zeigte sodann auf, wie in den 

MRI Abklärungen von Dr. med. K._____ im Oktober 2017 und von Dr. 

med. L._____ im Mai 2019 der Verdacht auf eine Usur am Os triquetrum 

geäussert worden war und wie sich dieser Verdacht nun in der Abklärung 

durch Dr. med. J._____ vom Juli 2022 erstmals in einer konventionellen 

Röntgenaufnahme bestätigt hatte (GGA S. 27, Beilage zum GGA, IV-act. 

54 S. 10, 13, 14). Insgesamt kann festgehalten werden, dass Prof. Dr. 

med. H._____ die medizinische Vorgeschichte ausreichend kannte und in 

überzeugender Weise einordnete.

8.7. Prof. Dr. med. H._____ erstattete sein Gutachten aufgrund einer zweistün-

digen internistischen und rheumatologischen Untersuchung am 14. Juli 

2022 (GGA S. 2). Er erhob die Anamnese sorgfältig (GGA S. 30 ff.), listete 

die Untersuchungsbefunde im Detail auf (GGA S. 37 ff.) und schloss dar-

aus in nachvollziehbarer Weise auf seine Diagnosen (GGA S. 41 f.). An-

- 23 -

schaulich beschrieb er die Wechselwirkung zwischen den Diagnosen und 

erklärte nachvollziehbar, weshalb er - anders als Dr. med. D._____ - davon 

ausgeht, dass die Belastbarkeit der Hände sowohl durch die rheumatoide 

Arthritis als auch durch die Arthrose eingeschränkt wird (GGA S. 42 ff.). 

Mit der sorgfältigen eigenen Untersuchung und mit der aktuellen EFL vom 

Juli 2022 verfügte Prof. Dr. med. H._____ über ausreichende Grundlagen 

für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.

8.8. Prof. Dr. med. H._____ zeigte die aus den diagnostizierten Krankheiten 

resultierenden Funktionsstörungen in überzeugender Weise auf. Er nahm 

Bezug auf die aktuelle EFL vom Juli 2022 und führte aus, die Beschwerden 

im Bereich der beiden Hände, welche als Mischbild eines entzündlichen 

und degenerativen Gelenkrheumatismus zu sehen seien, führten zu einer 

verminderten Belastbarkeit bezüglich Kraft, Koordination und Feinmotorik. 

Bei anhaltenden Entzündungen seien auch in Ruhe Schmerzen vorhan-

den, welche sich bei Belastung verstärkten, was zu einer Verminderung 

der Konzentrationsfähigkeit führe. Hinzu kämen die Beschwerden im Be-

reich des Achsenskeletts mit nachweisbarer Fehlform und Fehlhaltung der 

Wirbelsäule und muskulären Dysbalancen und Insuffizienzen, welche zu 

alltagsrelevanten Einschränkungen führten, vor allem in Bezug auf gehal-

tene Körperpositionen und Hebe- und Tragebelastungen (GGA S. 49). 

Weiter zeigte er überzeugend auf, wie sich vergleichbare Funktionsstörun-

gen im Bereich der Hände und der Wirbelsäule bereits in der EFL vom 

Juni 2020 gezeigt hatten (GGA S. 49, IV-act. 77 S. 3, 7 f.) und dass ange-

sichts des Verlaufs mit dem sehr ungünstigen Ansprechen auf die diversen 

durchgeführten Therapien und mit immer wieder in der Bildgebung nach-

weisbaren entzündlichen Veränderungen im Bereich der Hände auch 

zukünftig mit einem weiterhin wechselnden Krankheitsverlauf mit Ein-

schränkungen der Leistungsfähigkeit gerechnet werden müsse (GGA S. 

51). Die adaptierte Tätigkeit umschrieb der Gerichtsgutachter in Überein-

stimmung mit seinen Befunden und seinen Ausführungen zu deren Aus-

- 24 -

wirkungen (GGA S. 51). Bei der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

zum Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung ging er von der Einschät-

zung in der EFL aus und ergänzte, aus medizinischer Sicht müsse der 

bisherige wellenförmige schubweise Verlauf einfliessen. Dabei könnten 

neben Handbelastungen zusätzliche Stressfaktoren zu Schüben und da-

mit zu vermehrten entzündlichen Belastungen führen. Stressige Belastun-

gen am Arbeitsplatz seien trotz einer guten Beschreibung eines adaptier-

ten Arbeitsplatzes in Bezug auf die körperlichen Belastungen schlecht zu 

antizipieren. Es seien daher der Beschwerdeführerin zusätzliche Möglich-

keiten zu geben, stressigen Arbeitsplatzsituationen durch zusätzliche Pau-

sen zu entgehen, um dadurch ein Aufflackern der entzündlich-rheumato-

logischen Grundkrankheit möglichst zu vermindern. Da aufgrund des bis-

herigen Verlaufs tendenziell mit einer eher ungünstigen Prognose mit wei-

terhin bestehenden entzündlichen Affektionen an den Händen und mögli-

cherweise an anderen Gelenken auszugehen sei, benötige die Beschwer-

deführerin zusätzlich zu den in der EFL beschriebenen Pausen von zwei 

Stunden weitere Kurzpausen, welche schliesslich einem Umfang von zirka 

vier Stunden bei einer ganztägigen Arbeitsplatzpräsenz entsprächen, so 

dass eine verminderte qualitative und quantitative Belastbarkeit von 50 % 

vorliege (GGA S. 52 f.). Zur Arbeitsfähigkeit im Zeitraum ab dem Beginn 

eines möglichen Rentenanspruchs am 1. Februar 2019 führte der Ge-

richtsgutachter aus, eine retrospektive Beurteilung sei schwierig, basie-

rend auf den vorhandenen ärztlichen Unterlagen könne aber festgehalten 

werden, dass während dem zur Diskussion stehenden Zeitraum mehrheit-

lich ein klinisches Beschwerdebild bestanden habe, wie es auch im Rah-

men der aktuellen gutachterlichen Untersuchung vorgelegen habe. Eine 

Ausnahme stelle die Phase mit geringer Krankheitsaktivität in der Zeit der 

gutachterlichen Abklärung durch Dr. med. D._____ im Mai/Juni 2020 dar. 

Mit detaillierten Verweisen auf die zahlreichen bildgebenden Untersuchun-

gen zeigte der Gerichtsgutachter auf, dass sich die Situation vom Februar 

2019 bis zum Februar 2021 insgesamt nicht wesentlich von der Situation 

- 25 -

im Sommer 2022 unterscheidet. Entsprechend attestierte er für die Phase 

vom Februar 2019 bis zum Februar 2021 eine konstante Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit von ebenfalls 50 % (GGA S. 53 f.). Diese Ausführun-

gen des Gerichtsgutachters zur Arbeitsfähigkeit sind widerspruchsfrei und 

vermögen zu überzeugen.

8.9. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Gerichtsgutachter Prof. 

Dr. med. H._____ wird durch die vorliegenden abweichenden ärztlichen 

Beurteilungen nicht ernsthaft erschüttert. Der Rheumatologe C._____ at-

testierte für die Phase vom 1. Februar 2019 bis zum 1. November 2019 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, während Prof. Dr. med. H._____ die 

Arbeitsfähigkeit für diese Phase auf 50 % festlegte. Für die Zeit vom 1. 

November 2019 bis zum 21. Januar 2021 decken sich die Einschätzungen 

mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Für die Zeit danach gehen die Ein-

schätzungen wieder auseinander, 30 bis 40% bei C._____, 50 % bei Prof. 

Dr. med. H._____. Der Einschätzung von C._____ kommt nach der Recht-

sprechung eine deutlich geringere Beweiskraft zu als derjenigen des Ge-

richtsgutachters Prof. Dr. med. H._____ (vorne E.5.2). Zudem ging Prof. 

Dr. med. H._____ in seinem Gutachten auf die Divergenz ein und erklärte 

sie in nachvollziehbarer Weise mit dem Hinweis auf die Rolle von C._____ 

als behandelndem und damit nicht ganz neutralem Arzt und mit dem Hin-

weis auf die Tatsache, dass der Befund sich zu Beginn des Jahres 2021 

nicht verändert habe, dass damals aber im Zusammenhang mit dem vor-

übergehenden Einsatz der Beschwerdeführerin in einem RAV-Arbeitspro-

gramm vermehrt Schmerzen aufgetreten seien (GGA S. 57 f.). Prof. Dr. 

med. H._____ Beurteilung der Arbeitsfähigkeit weicht auch von der Beur-

teilung durch den Gutachter Dr. med. D._____ ab. Dies schmälert die Be-

weiskraft des Gerichtsgutachtens aber ebenfalls nicht, vermochte Dr. med. 

D._____ doch mit seinem Gutachten wie gezeigt nicht zu überzeugen 

(vorne E.7 ff.) und nahm Prof. Dr. med. H._____ überzeugend Stellung zu 

den Abweichungen (GGA S. 55 f.).

- 26 -

8.10. Die IV-Stelle kritisiert das Gerichtsgutachten in mehreren Aspekten. Diese 

Kritik ist, wie nachstehend gezeigt wird, nicht gerechtfertigt. 

8.10.1. Die IV-Stelle ist der Ansicht, das Gerichtsgutachten sei bei der Beurteilung 

der adaptierten Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Die in der EFL vom Juli 

2022 objektiv beobachtete Belastbarkeit habe im Wesentlichen einer leich-

ten Tätigkeit ganztags mit zusätzlichen Pausen von zwei Stunden pro Tag 

entsprochen. Der Gerichtsgutachter habe diese 75%ige Arbeitsfähigkeit 

fälschlicherweise aufgrund der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführe-

rin auf eine 50%ige Arbeitsfähigkeit reduziert. Diese Sichtweise der IV-

Stelle ist nicht korrekt. Im Bericht vom 22. Juli 2022 zur EFL wurde klar 

und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich um eine Basisab-

klärung ohne ärztliche Supervision und Beurteilung handle und dass des-

halb im Bericht nur die Befunde und Beurteilungen des durchführenden 

EFL- beziehungsweise Physiotherapeuten N._____ formuliert seien (EFL 

S. 1, 4, I._____ zuletzt besucht am 28. November 2022). Dieser Hinweis 

wurde deshalb gemacht, weil eine EFL üblicherweise unter ärztlicher Su-

pervision durchgeführt wird (Urteile des Bundesgerichts 8C_547/2008 

vom 16. Januar 2009 E.4.2.1 und 8C_606/2012 vom 3. Dezember 2012 

E.3.4). Anders als üblich wurden also vorliegend die relevanten ärztlichen 

Aspekte nicht bereits bei der EFL eingebracht, sondern erst beim Einbe-

zug der EFL ins Gerichtsgutachten. So wies denn auch der EFL-Therapeut 

in seinem Bericht darauf hin, dass für eine ärztliche Zumutbarkeitsbeurtei-

lung unter Umständen ergänzend medizinische und versicherungsmedizi-

nische Aspekte zu berücksichtigen seien, welche eventuell Korrekturen 

der in diesem Bericht formulierten Belastbarkeit erforderlich machen wür-

den (EFL S. 1).

8.10.2. Die IV-Stelle ist der Ansicht, die vom Gerichtsgutachter angeführte Be-

gründung für die Reduktion der in der EFL festgestellten Arbeitsfähigkeit 

von 75 % auf eine solche von 50 % überzeuge nicht. Der Gerichtsgutach-

ter übernehme zu Unrecht die subjektive Selbsteinschätzung der Be-

- 27 -

schwerdeführerin und er beziehe zu Unrecht die von der Beschwerdefüh-

rerin für alle anderen Lebensbereiche, insbesondere den Haushaltbereich, 

geltend gemachte 50%ige Einschränkung mit ein. Dem kann nicht gefolgt 

werden. Vielmehr ist die vom Gerichtsgutachter angeführte Begründung 

als überzeugend zu werten. Entgegen der Ansicht der IV-Stelle übernahm 

er nicht die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin. Vielmehr verglich 

er die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin mit seiner eigenen, ob-

jektiven Einschätzung. Wörtlich führte er aus: "Frau A._____ selber sieht 

sich gemäss ihren Aussagen in körperlich sehr leichten adaptierten Tätig-

keiten zu ca. 50 % arbeitsfähig. In zeitlicher, quantitativer Sicht dürfte diese 

subjektive Einschätzung einer 50%igen Teilarbeitsfähigkeit in Kenntnis der 

klinischen, radiologischen und ergonomischen Befunde in etwa den aktu-

ellen Möglichkeiten und Ressourcen der Versicherten entsprechen" (GGA 

S. 50). Zu diesen aktuellen Möglichkeiten und Ressourcen führte er aus, 

schon im Rahmen der ersten EFL im Jahr 2020 und auch im Rahmen der 

aktuellen EFL vom Juli 2022 hätten sich deutliche Einschränkungen in Be-

zug auf das Arbeitstempo, die Handkraft und die Handkoordination ge-

zeigt. Aufgrund der schnellen Ermüdbarkeit infolge der auftretenden 

Schmerzen und dem verlangsamten Arbeitstempo aufgrund der entzünd-

lichen und degenerativen Veränderungen im Bereiche der Hände bei fein-

motorischen Arbeiten müssten der Versicherten über den Tag verteilt zu-

sätzliche Pausen eingeräumt werden, um sich von den Arbeitsbelastun-

gen erholen zu können (GGA S. 52). Der Gerichtsgutachter verwies auf 

den bisherigen Verlauf und die eher ungünstige Prognose mit weiterhin 

bestehenden entzündlichen Affektionen an den Händen und möglicher-

weise an anderen Gelenken und leitete daraus den Bedarf von weiteren 

Kurzpausen von zwei Stunden zusätzlich zu den in der EFL beschriebe-

nen Pausen ab. Diese zusätzlichen Pausen sind nach der Ansicht von 

Prof. Dr. med. H._____ notwendig, um stressigen Arbeitsplatzsituationen 

zu entgehen und so ein Aufflackern der entzündlich-rheumatologischen 

Grundkrankheit möglichst zu vermindern (GGA S. 53). Dies vermag zu 

- 28 -

überzeugen. Der Verweis des Gerichtsgutachters auf die Einschränkun-

gen in den anderen Lebensbereichen dient entgegen der Ansicht der IV-

Stelle nicht dazu, die Korrektur der in der EFL festgestellten Arbeitsfähig-

keit zu erklären. Vielmehr zeigt der Gerichtsgutachter damit auf, dass die 

Beschwerdeführerin in der Haushaltführung und in allen anderen Lebens-

bereichen ebenfalls Gefahr läuft, durch übermässige Belastung Schübe 

ihrer rheumatoiden Arthritis auszulösen, so dass es ihr nicht möglich ist, 

die Belastungen bei der Arbeit in der arbeitsfreien Zeit zu entschärfen. 

8.10.3. Die IV-Stelle kritisiert schliesslich, der Gerichtsgutachter berücksichtige zu 

Unrecht auch hypothetische zukünftige Möglichkeiten wie zum Beispiel die 

zukünftige Arbeitsplatzbelastung, familiäre Belastungen und rezidivie-

rende Infekte. Massgebend sei die aktuelle medizinisch-theoretische Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit. Auch dieser Einwand vermag die Beweis-

kraft des Gerichtsgutachtens nicht zu beeinträchtigen. Entgegen der An-

sicht der IV-Stelle berücksichtigt Prof. Dr. med. H._____ bei der Beurtei-

lung der Arbeitsfähigkeit keine hypothetischen, zukünftigen Aspekte. Viel-

mehr erklärt er für ein besseres Verständnis, wie bei der wellenförmig 

schubweise verlaufenden rheumatoiden Arthritis neben direkten Belastun-

gen der Hände auch Stressfaktoren wie die Arbeitsplatzbelastung, fami-

liäre Belastungen oder rezidivierende Infekte zu Schüben und damit zu 

vermehrten entzündlichen Belastungen führen können (GGA S. 52).

8.11. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dem Gerichtsgutach-

ten von Prof. Dr. med. H._____ uneingeschränkte Beweiskraft beizumes-

sen ist.

9. Eine ärztlich festgelegte Restarbeitsfähigkeit ist bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens nur zu berücksichtigen, wenn sie auf dem Arbeits-

markt verwertbar ist. Dabei ist nicht der konkrete Arbeitsmarkt massge-

blich, sondern der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt im Sinne von 

Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 7 ATSG (BGE 147 V 124 E.6.2). Letz-

- 29 -

terer bildet eben gerade nicht die Realität ab, sondern dient als theoreti-

scher und abstrakter Begriff dazu, den Leistungsbereich der Invalidenver-

sicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen 

(BGE 141 V 351 E.5.2). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt berücksichtigt die 

konkrete Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zei-

ten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den 

fehlenden oder verringerten Chancen gesundheitlich Beeinträchtigter ab, 

tatsächlich eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden. Der aus-

geglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, 

also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem so-

zialen Entgegenkommen seitens des Arbeitgebers rechnen können (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E.6.1.1). An der Mass-

geblichkeit des theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag auch 

der Umstand nichts zu ändern, dass es für die versicherte Person im Ein-

zelfall schwierig oder gar unmöglich ist, auf dem tatsächlichen Arbeits-

markt eine entsprechende Stelle zu finden (Urteil des Bundesgerichts 

8C_12/2013 vom 13. Februar 2013 E.3.2). An die Konkretisierung von Ar-

beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine übermässigen An-

forderungen zu stellen. Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist 

erst anzunehmen, wenn die zumutbare adaptierte Tätigkeit in nur so ein-

geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkom-

men eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 

einer entsprechenden Stelle daher von vorneherein als ausgeschlossen 

erscheint. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren Resterwerbsfähig-

keit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf 

eine ganze Invalidenrente begründet (BGE 138 V 457 E.3.1; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_535/2021 vom 25. November 2021 E.5.3.3).

Vorliegend sind der Beschwerdeführerin gemäss dem Zumutbarkeitsprofil 

im Gerichtsgutachten körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkei-

- 30 -

ten mit Hantieren von Lasten bis maximal 10 kg zumutbar, wenn sie keine 

Anforderungen an die Handkraft und die Handkoordination stellen und nur 

selten ein Kriechen oder eine Hockestellung erfordern. Zudem dürfen nur 

manchmal über den Tag verteilt Arbeiten über Schulterhöhe, im vorge-

neigten Sitzen und in Verbindung mit Stehen, Stossen, Ziehen, Treppen- 

und Leitersteigen vorkommen, muss ein ausgeglichenes Arbeitsklima vor-

liegen und sollten keine hochrepetitiven Tätigkeiten am Fliessband vor-

kommen (GGA S. 51 f.). Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, ange-

sichts dieses Zumutbarkeitsprofils sei es utopisch, dass sie auf dem ersten 

Arbeitsmarkt eine passende Stelle finden könnte. Dieser Ansicht kann 

nicht gefolgt werden. Massgeblich ist nicht der tatsächliche erste Arbeits-

markt, sondern der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Sinne der oben darge-

legten Rechtsprechung. Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung ist 

vorliegend von der grundsätzlichen Verwertbarkeit der medizinisch-theo-

retischen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Zu 

denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten 

sowie an die Bedienung und Überwachung von automatischen Maschinen 

und Produktionseinheiten, die mit keinerlei körperlicher Anstrengung ver-

bunden sind und keine Fliessbandarbeit beinhalten (Urteile des Bundes-

gerichtes 8C_12/2013 vom 13. Februar 2012 E. 3.2 und 9C_818/2011 

vom 7. September 2012 E. 3.1 und 3.3).

10. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung primär von der konkreten, beruflich-erwerblichen Si-

tuation der versicherten Person auszugehen. Hat diese nach dem Eintritt 

des Gesundheitsschadens keine oder keine ihr an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen, ist das massgebliche Invalideneinkom-

men aufgrund der periodisch vom Bundesamt für Statistik herausgegebe-

nen Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) zu 

bestimmen (BGE 142 V 178 E.2.5.7, 135 V 297 E.5.2). Im vorliegenden 

Fall schöpft die Beschwerdeführerin die ihr gemäss dem Gerichtsgutach-

- 31 -

ten verbliebene 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätig-

keit nicht aus. Die IV-Stelle hat das Invalideneinkommen somit zu Recht 

gestützt auf die LSE ermittelt. Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht 

beanstandet. 

11. Nach der Rechtsprechung können persönliche und berufliche Merkmale 

der versicherten Person wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebens-

alter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti-

gungsgrad einen auf höchstens 25 % begrenzten Leidensabzug vom LSE-

Tabellenlohn rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Ge-

sundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder 

mehrerer dieser Merkmale auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (BGE 146 V 

16 E. 4.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 

E.11.1). Das Bundesgericht misst dem Leidensabzug als Korrekturinstru-

ment bei der Festsetzung eines möglichst konkreten Invalideneinkom-

mens in seiner neuesten Rechtsprechung überragende Bedeutung zu. Da-

mit anerkennt es, dass die in der LSE erhobenen, zumeist von gesunden 

Personen erzielten Einkommen für Menschen mit gesundheitlichen Beein-

trächtigungen auch auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt oftmals nicht zu 

erzielen sind (BGE 148 V 174 E.9.2.2). Die Rechtsprechung gewährt ins-

besondere dann einen Leidensabzug, wenn eine versicherte Person 

selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leis-

tungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E.6.3; Urteile des Bun-

desgerichts 8C_74/2022 vom 22. September 2022 E.4.4.2 und 

8C_332/2022 vom 19. Oktober 2022 E.5.2.1.1). Im vorliegenden Fall ste-

hen der Beschwerdeführerin angesichts ihrer fehlenden Berufsausbildung 

nur Tätigkeiten als Hilfsarbeiterin offen und adaptiert ist gemäss dem Ge-

richtgutachten von Prof. Dr. med. H._____ eine körperlich leichte und 

wechselbelastende Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis maximal 10 kg, 

welche keine Anforderungen an die Handkraft und die Handkoordination 

- 32 -

stellt, welche nur selten ein Kriechen oder eine Hockstellung erfordert, bei 

welcher manchmal über den Tag verteilt Arbeiten über Schulterhöhe, im 

vorgeneigten Sitzen und in Verbindung mit Stehen, Stossen, Ziehen, Trep-

pen- und Leitersteigen vorkommen können und bei welcher ein ausgegli-

chenes Arbeitsklima vorliegen und keine hochrepetitiven Tätigkeiten am 

Fliessband vorkommen sollte/n (GGA S. 51 f.). Bei diesem Belastbar-

keitsprofil rechtfertigt sich aufgrund der zahlreichen, auch im Rahmen ei-

ner körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit zu berücksichtigenden Ein-

schränkungen insbesondere bezogen auf die fehlenden Anforderungen an 

die Handkraft und –koordination sowie das erforderliche ausgeglichene 

Arbeitsklima ein behinderungsbedingter Leidensabzug von 10 %.

Das Alter der Beschwerdeführerin rechtfertigt hingegen keinen Leidensab-

zug, sie wurde 1975 geboren und war bei Erlass der angefochtenen Ver-

fügung am 15. Februar 2021 erst 46 Jahre alt. Ein Leidensabzug wegen 

ihrer Herkunft ist ebenfalls nicht angezeigt. Sie wurde im Kosovo geboren, 

zog aber bereits mit 17 Jahren in die Schweiz und lebt seit dem Jahr 1992 

hier. Sie war über viele Jahre in der Schweiz berufstätig und kann sich gut 

auf Deutsch verständigen, gab doch der Gerichtsgutachter an, die Ana-

mneseerhebung und die klinische Untersuchung habe problemlos in deut-

scher Sprache geführt werden können, zum Teil in Hochdeutsch und zum 

Teil in Dialekt (GGA S. 36). Entgegen dem Vorbringen der Beschwerde-

führerin bestehen somit in den für sie in Frage kommenden Tätigkeiten im 

Kompetenzniveau 1 keine relevanten sprachlichen Probleme. Entgegen 

der Ansicht der Beschwerdeführerin kommt auch kein Leidensabzug we-

gen der Teilzeittätigkeit zum Tragen. Nach der LSE 2018 war der Lohn für 

Frauen ohne Kaderfunktion bei einer Teilzeittätigkeit von 50 bis 74 % mit 

CHF 6'000.00 pro Monat nicht geringer, sondern sogar höher als der Lohn 

bei Vollzeit von CHF 5'674.00 (https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/ak-

tuell/neue-veroeffentlichungen.assetdetail.12488293.html, zuletzt besucht 

am 28. November 2022). Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 

- 33 -

kommt schliesslich auch ein Leidensabzug gestützt auf Art. 26bis Abs. 3 

IVV nicht in Frage. Diese Bestimmung trat auf den 1. Januar 2022 in Kraft 

und hatte zum vorliegend massgeblichen Zeitpunkt bei Erlass der ange-

fochtenen Verfügung am 15. Februar 2021 noch keine Geltung. Zusam-

menfassend ist festzuhalten, dass ein Leidensabzug von 10 % vorzuneh-

men ist.

12. Bei der Festlegung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE ist 

nach der Rechtsprechung von der Tabellengruppe A (standardisierte Brut-

tolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle TA1_ti-

rage_skill level, Privater Sektor abzustellen und der sogenannte Zentral-

wert (Median) zu verwenden ist (BGE 148 V 174 E.6.2). Vorliegend er-

rechnet sich das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabelle TA1 der 

LSE 2018 wie folgt. Auszugehen ist vom Durchschnittswert aller Wirt-

schaftszweige, mithin vom Wert "Total" für das Kompetenzniveau 1 für 

Frauen im Betrag von CHF 4'371.00. Aufgerechnet auf eine betriebsübli-

che Arbeitszeit von 41.7 Stunden (= CHF 4'556.77) und um die Nominal-

lohnsteigerung von 0.6 % für 2019 und 1.6 % für 2020 (= CHF 4'657.46) 

ergibt sich bei der im Gerichtsgutachten festgestellten Restarbeitsfähigkeit 

von 50 % und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % ein 

Invalideneinkommen von CHF 25'150.30.

13. Bei einem unbestrittenen Valideneinkommen von CHF 51'602.85 und ei-

nem Invalideneinkommen von CHF 25'150.30 ergibt sich ein Invaliditäts-

grad von 51.26 %. Die Beschwerdeführerin hat demzufolge gestützt auf 

Art. 28 Abs. 2 aIVG Anspruch auf eine halbe Rente ab dem 1. Februar 

2019. Die angefochtene Verfügung, mit welcher der Beschwerdeführerin 

ab dem 1. Februar 2019 nur eine Viertelsrente und ab dem 1. Februar 

2020 gar keine Rente zugesprochen wurde, erweist sich als rechtswidrig. 

14. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-

- 34 -

weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und un-

abhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 bis CHF 1'000.00 

festgelegt. Vorliegend werden die Kosten auf CHF 700.00 festgesetzt. Sie 

sind angesichts des Verfahrensausganges der unterliegenden IV-Stelle 

aufzuerlegen.

15. Die IV-Stelle hat auch die Kosten für das Gerichtsgutachten zu überneh-

men. Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger 

die Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat 

(Satz 1). Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren 

Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des An-

spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener 

Leistungen bilden (Satz 2). Nach der Rechtsprechung besteht mit Art. 45 

Abs. 1 ATSG eine genügende gesetzliche Grundlage dafür, dem Versi-

cherungsträger die Kosten eines Gerichtsgutachtens aufzuerlegen, wenn 

ein Zusammenhang besteht zwischen dem Untersuchungsmangel seitens 

der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuord-

nen (BGE 143 V 269 E.6.2.1). Dies ist praxisgemäss insbesondere in den 

folgenden drei Konstellationen der Fall. Wenn das Gericht mit einem ma-

nifesten Widerspruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten 

ärztlichen Auffassungen konfrontiert war, ohne dass die Verwaltung die-

sen durch objektiv begründete Argumente entkräftet hatte. Sodann wenn 

die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige As-

pekte unbeantwortet gelassen hat und schliesslich wenn die Verwaltung 

auf eine Expertise abgestellt hat, welche die Anforderungen an eine me-

dizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfüllt (BGE 140 V 70 E.6.2.1). 

Eine Überbindung der Kosten an die Verwaltung ist nach der Rechtspre-

chung hingegen nicht gerechtfertigt, wenn diese den Untersuchungs-

grundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente 

Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise 

- 35 -

gestützt hat (BGE 143 V 269 E.3.3, BGE 140 V 70 E.6.1). Im vorliegenden 

Fall hat die IV-Stelle auf das Administrativgutachten von Dr. med. D._____ 

vom 8. Juni 2020 abgestellt. Sie hat sich dabei auf den Abschlussbericht 

des RAD vom 17. Juni 2020 gestützt, in welchem Dr. med. M._____ zum 

Schluss gekommen war, es könne auf dieses Gutachten abgestellt werden 

(IV-act. 98 S. 19 ff.). Allem Anschein nach hat der RAD-Arzt das Gutachten 

nicht genügend sorgfältig und detailliert geprüft, sonst hätte er dessen 

Mängel, wie sie im vorliegenden Verfahren festgestellt wurden (siehe 

vorne E.7), bemerken müssen. Es fragt sich in diesem Zusammenhang 

auch, ob Dr. med. M._____ als Facharzt für Chirurgie die nötigen fachli-

chen Kompetenzen zur Beurteilung des rheumatologischen Gutachtens 

hatte (https://www.doctorfmh.ch/, zuletzt besucht am 28. November 2022). 

Als gravierend ist sodann zu werten, dass die IV-Stelle dem RAD-Arzt die 

Kritikpunkte des behandelnden Rheumatologen nicht zur Kenntnis 

brachte. Die ausführliche Stellungnahme von C._____ zum Gutachten von 

Dr. med. D._____ datiert vom 19. August 2020 (IV-act. 82 S. 7 ff.). Diese 

Stellungnahme stützte sich auf die Sonographie von Dr. med. F._____ 

vom 25. Juni 2020 (IV-act. 82 S. 4) und auf das MRI von Dr. med. G._____ 

vom 3. August 2020 (IV-act. 82 S. 5), welche dem RAD bei der Abschluss-

beurteilung ebenfalls nicht vorgelegen hatten. Zwar unterbreitete die IV-

Stelle diese neuen bildgebenden Abklärungen und die Stellungnahme von 

C._____ dem Gutachter Dr. med. D._____, welcher sich dazu mit Schrei-

ben vom 2. Dezember 2020 äusserte (IV-act. 88). Die IV-Stelle unterliess 

es aber, alle diese neuen Unterlagen dem RAD erneut zur Beurteilung vor-

zulegen. Dieses Vorgehen ist nicht korrekt. Die Stellungnahme von 

C._____ wies klar und nachvollziehbar auf Schwächen des Gutachtens 

hin, während die Stellungnahme von Dr. med. D._____ der von C._____ 

geltend gemachten Kritik nicht wirklich überzeugende Argumente entge-

genzusetzen vermochte. Angesichts dieser kontroversen fachärztlichen 

Beurteilungen hätte die IV-Stelle den RAD nochmals einbeziehen müssen. 

Weil dies nicht geschah, war das Gericht mit einem manifesten Wider-

https://www.doctorfmh.ch/

- 36 -

spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztlichen 

Auffassungen konfrontiert, ohne dass die Verwaltung diesen durch objek-

tiv begründete Argumente entkräftet hätte. Solche objektiv begründeten 

Argumente hätte nur der RAD liefern können, da die Meinungsverschie-

denheit zwischen Dr. med. D._____ und C._____ ohne medizinisches 

Fachwissen nicht genügend zu erfassen war. Es liegt damit eine Konstel-

lation vor, welche es rechtfertigt, der IV-Stelle die Kosten für das Gerichts-

gutachten zu überbinden. Diese hat mit Schreiben vom 21. April 2022 

denn auch nicht gegen die Einholung eines Gerichtsgutachtens opponiert, 

sondern lediglich darum gebeten, mit dem Gutachter ein Kostendach zu 

vereinbaren, was das Gericht mit Schreiben vom 3. Juni 2022 an Prof. Dr. 

med. H._____ auch umgesetzt hat. Gemäss Rechnung von Prof. Dr. med. 

H._____ vom 29. September 2022 belaufen sich die Kosten für das Ge-

richtsgutachten inklusive EFL auf CHF 10'200.85. Diese Kosten hat die IV-

Stelle zu übernehmen.

16. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungs-

gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu-

tung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemes-

sen. Vorliegend hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Ho-

norarnote vom 23. September 2022 eine Entschädigung von 

CHF 4'206.50 für 15.8 Arbeitsstunden à CHF 240.00 zuzüglich Kleinspe-

senpauschale von 3% sowie MWST von 7.7. % geltend gemacht. In die-

sem Umfang hat die IV-Stelle die Beschwerdeführerin aussergerichtlich zu 

entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

- 37 -

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung vom 

15. Februar 2021 wird aufgehoben. A._____ wird ab dem 1. Februar 2019 

eine halbe Rente zugesprochen.

2. Die Kosten von CHF 700.00 gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die Kosten für das Gerichtsgutachten (inklusive EFL) vom 25. August 2022 

im Betrag von CHF 10'200.85 gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

4. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ ausserge-

richtlich mit CHF 4'206.50.

5. [Rechtsmittelbelehrung]

6. [Mitteilungen]