# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96039743-0e83-52bd-899c-1432c2dc067e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.01.2022 AVI 2021/22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2021-22_2022-01-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2021/22

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2022

Entscheiddatum: 24.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2022
Art. 8 Abs. 1 lit. e und Art. 13 Abs. 1 AVIG, Art. 11 Abs. 1 AVIV. Erfüllung der 
Beitragszeit bei verschiedenen Arbeitseinsätzen. Umrechnung von 
Werktagen in Kalendertage. Keine Aufrundung, selbst wenn die Beitragszeit 
nur um den Bruchteil eines Tages nicht erreicht wird (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2022, AVI 
2021/22).

Entscheid vom 24. Januar 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz) und Michaela Machleidt 

Lehmann, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Geschäftsnr.

AVI 2021/22

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

UNIA Arbeitslosenkasse Kompetenzzentrum D-CH Ost, Strassburgstrasse 11, 

Postfach 5037, 8021 Zürich 1,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Arbeitslosenentschädigung (Beitragszeit)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) stellte mit Formular vom 22. September 2020 

Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (act. G 5.1.3) und meldete sich am 28. 

September 2020 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) St. Gallen zur 

Arbeitsvermittlung an (act. G 5.1.2). Gemäss Auskunft der Sozialversicherungsanstalt 

des Kantons St. Gallen (SVA) vom 10. Dezember 2020 bezieht die Versicherte bei 

einem Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invalidenrente (act. G 5.1.4). Mit 

Abrechnungen vom 23. Dezember 2020 sprach die Unia Arbeitslosenkasse 

(nachfolgend: Unia) der Versicherten für die Monate September und Oktober 2020 

Arbeitslosenentschädigung zu (act. G 5.1.5). Im Schreiben vom 22. Dezember 2020 

informierte sie die Versicherte, dass ihr Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung am 

31. Oktober 2020 geendet habe, weil die Rahmenfrist für den Bezug von 

Arbeitslosenentschädigung abgelaufen sei. Sofern sie die Prüfung einer 

Folgerahmenfrist wünsche, möge sie das beiliegende Antragsformular ausgefüllt 

zurücksenden (act. G 5.1.8). Gegen dieses Schreiben liess die Versicherte am 28. 

Dezember 2020 durch ihren Vater geltend machen, dass sie die Annahme des Endes 

ihrer Rahmenfrist beanstande. Sie habe sich am 20. August 2018 beim RAV 

abgemeldet, weshalb nicht ersichtlich sei, dass die mit Schreiben vom 9. Juli 2018 

gewährten 260 Taggelder weitergelaufen seien. Zudem sei unverständlich, weshalb sie 

bereits nach zwei Monaten wieder sämtliche Unterlagen einreichen müsse, stosse sie 

gemäss ärztlicher Abklärung vom 11. Oktober 2016 doch schnell an ihre (psychischen) 

Grenzen (act. G 5.1.9).

A.a. 

Mit Schreiben vom 12. Januar 2021 teilte die Unia der Versicherten mit, dass die 

ursprünglich gewährte Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 1. Mai 2018 bis 30. 

A.b. 

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B.  

April 2020 gedauert habe. Zudem habe sie einen Höchstanspruch auf 260 Taggelder 

erhalten. Da der Bundesrat infolge der Covid-19-Massnahmen beschlossen habe, die 

Rahmenfristen für den Leistungsbezug von anspruchsberechtigten Personen um sechs 

Monate zu verlängern, habe sich ihre Rahmenfrist bis zum 31. Oktober 2020 verlängert. 

Es würden aktuell keine neuen Unterlagen zur Anspruchsprüfung verlangt, sondern 

lediglich die Erklärung, ob sie die Prüfung einer Folgerahmenfrist wünsche. Nachdem 

dies aus ihrem Beanstandungsschreiben hervorgegangen sei, prüfe die 

Arbeitslosenkasse aktuell ihre Arbeitnehmertätigkeiten während der ermittelten 

Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 2020. Infolge noch 

ausstehender Abklärungen werde sie baldmöglichst weiter informiert (act. G 5.1.10).

Mit Verfügung vom 23. Januar 2021 wies die Unia den Antrag der Versicherten auf 

Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 ab. Da sie gemäss den vorliegenden 

Arbeitgeberbescheinigungen und Detaileinsätzen in den letzten zweieinhalb Jahren vor 

der Anmeldung zum Taggeldbezug lediglich eine Beitragszeit von insgesamt 10.467 

Monaten nachweisen könne, werde die benötigte Beitragsdauer von mindestens zwölf 

Monaten nicht erfüllt. Mögliche Gründe für eine Beitragsbefreiung seien nach Prüfung 

ebenfalls nicht ersichtlich, weshalb der Leistungsanspruch zu verneinen sei (act. 

G 5.1.16).

A.c. 

Dagegen erhob die Versicherte am 27. Januar 2021 Einsprache. Sie machte 

geltend, in den letzten zwei Jahren mindestens während zwölf Monaten Beiträge 

einbezahlt zu haben. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % sehe die 

Arbeitslosenversicherung 520 Taggelder (Rahmenfrist) vor. Dies treffe auf sie zu. Alle 

ihre Teilzeitarbeitseinsätze seien auf eine Vollzeitbeschäftigung hochgerechnet worden, 

um so eine Unterbeschäftigung während der Rahmenfrist zu erreichen. Ferien und IV-

Grad von 50 % seien ebenfalls nicht berücksichtigt worden. In dieser Kalkulation sei 

bewusst verschwiegen worden, dass sie auf Grund einer psychischen Beeinträchtigung 

nicht in der Lage sei, mehr als 50 % zu arbeiten. Infolge ihrer gesundheitlichen 

Beeinträchtigung hätten sich auch die vielen ausgewiesenen Kurzeinsätze mit 

entsprechend vielen Arbeitgeberwechseln ergeben. Was bei der 

B.a. 

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Arbeitslosenversicherung 10.467 Monate ergebe, seien für sie fast 24 Monate (act. 

G 5.1.17).

Mit Einspracheentscheid vom 22. März 2021 wies die Unia die Einsprache ab. Sie 

gab an, sie habe zur Überprüfung und korrekten Festlegung der Beitragszeit bei der 

B.___ AG, der C.___ GmbH, der D.___ AG und der E.___ AG Rückfragen vorgenommen 

und weitere Angaben und Unterlagen verlangt. Bezugnehmend auf die Einsprache 

führte die Unia aus, dass die Einsprecherin vom 1. Mai 2018 bis 20. August 2018 und 

vom 23. September 2020 bis 31. Oktober 2020 kontrolliert arbeitslos gewesen sei. Sie 

habe in dieser Zeit 108 kontrollierte Tage abgerechnet und entsprechend fünf 

kontrollfreie Bezugstage gutgeschrieben erhalten. In der restlichen Zeit sei sie 

abgemeldet und somit nicht kontrolliert arbeitslos gewesen, weshalb sie in dieser Zeit 

keine Gutschrift für kontrollfreie Bezugstage zugute gehabt habe. Nicht bezogene 

kontrollfreie Tage würden verfallen, wenn sie nicht während der Rahmenfrist für den 

Leistungsbezug bezogen würden. Diese dürften bei Stellenantritt und Rahmenfrist auch 

nicht ausbezahlt werden und führten ebenfalls nicht zu einer Verlängerung des 

Höchstanspruchs. Genauso werde ein Arbeitsverhältnis durch die Auszahlung einer 

Entschädigung für nicht bezogene Ferien oder durch die Abrechnung im Stundenlohn 

mit inbegriffener Auszahlung der Ferienentschädigung nicht um die 

Ferienentschädigung verlängert und dürfe nicht in Beitragszeit umgerechnet werden. 

Entsprechend würden nicht bezogene Ferientage oder die Auszahlung von 

Ferienentschädigung keine Beitragszeit ergeben. Zeiten, in denen eine versicherte 

Person wegen Krankheit nicht arbeiten könne, könnten nur dann als Beitragszeit 

berechnet werden, wenn diese während der Dauer eines Arbeitsverhältnisses 

stattfänden. Arbeitsunfähigkeiten ausserhalb von Arbeitsverhältnissen würden keine 

Beitragszeit ergeben. Entsprechend könnten die Zeiten, in denen die Einsprecherin 

wegen ihres Gesundheitszustands nicht habe arbeiten können, nicht als Beitragszeit 

berücksichtigt werden. Für diese Zeiten erhalte sie eine entsprechende IV-Rente. 

Weiter sei zu beachten, dass bei parallel laufenden Einsätzen und Arbeitsverhältnissen 

die Beitragszeit nur einmal berücksichtigt werden könne. Auch wenn es sich nur um 

einen geringen versicherten Verdienst handle und sie sich bemüht habe, Einsätze zu 

leisten, müsse die Mindestbeitragszeit erfüllt sein. Die gesetzlichen Grundlagen, welche 

für alle Personen gelten würden, seien eindeutig und liessen keine Ausnahmen zu. 

B.b. 

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C.  

Unter Berücksichtigung sämtlicher Arbeitseinsätze könne sie insgesamt eine 

Beitragszeit von 11.702 Monaten vorweisen. Damit erfülle sie die Mindestbeitragszeit 

von 12 Monaten nicht (act. G 5.1.35).

Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde der Versicherten 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) vom 8. April 2021 mit dem sinngemässen Antrag 

auf dessen Aufhebung und auf Gewährung von Arbeitslosenentschädigung. Zur 

Begründung macht die Beschwerdeführerin u.a. geltend, einer der Einsatzverträge sei 

nicht wegen einer Eskalation nicht erfüllt worden, sondern der Einsatz habe wegen 

Corona keinen Sinn mehr gemacht, so dass ihr Zuspätkommen um fünf Minuten zur 

Kündigung geführt habe. Auch sei nicht verständlich, weshalb die E.___ AG keine 

Kurzarbeitsentschädigung geleistet habe. Diese Arbeitgeberin habe 73.75 Stunden 

bestätigt, aber diese Einsätze nicht eingehalten und somit den Teilzeit-Rahmenvertrag 

verletzt. Die von der Beschwerdegegnerin bestätigten 11.702 Monate zusammen mit 

diesen 73.75 Stunden (= 8 Tage) bzw. umgerechnet 0.376 Monaten (= 8 Tage x 0.047 

Monate) würden zu einer Beitragszeit von 12.078 Monaten führen. Damit habe sie die 

notwendige Beitragszeit erfüllt. Des Weiteren sei hinsichtlich der D.___ AG davon 

auszugehen, dass die Aufträge auch nicht von einer anderen Promoterin ausgeführt 

worden seien. Vielmehr sei dies vermutlich einfach gestrichen worden, denn auch da 

hätten keine Einsätze stattgefunden. Es dürfe nicht sein, dass die Tage, welche ihr 

bestätigt worden seien, einfach gestrichen würden, während sie sich die Zeit 

freigehalten habe und keine andere Arbeit habe annehmen können. Dass sie dafür nun 

auch noch bestraft werden solle, gehe nicht an. Der Arbeitgeber habe gegen das 

Obligationenrecht verstossen. Schliesslich sei auch der bestätigte Termin vom 

25. September 2020 mit Einsatz im Z.___ unberücksichtigt geblieben (act. G 1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2021 beantragt die Unia (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zunächst sei festzuhalten, dass 

einige der geltend gemachten Einsätze bereits mit der Erfassung der Beitragszeit aus 

dem Arbeitsverhältnis mit der I.___ AG vom 19. Juni 2020 bis 22. September 2020 

berücksichtigt worden seien. Diese Zeiten könnten nicht noch einmal berücksichtigt 

werden. Den eingereichten Akten der Beschwerdeführerin lasse sich sodann 

C.b. 

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Erwägungen

1.  

entnehmen, dass die E.___ AG allen Promoterinnen und Promotern mit Schreiben vom 

2. September 2020 mitgeteilt habe, dass auf Grund der anhaltenden Situation mit dem 

Corona-Virus ab der Kalenderwoche 37 bis Ende Jahr keine weiteren Degustationen 

oder Demonstrationen durchgeführt werden dürften und sie daher alle annulliert 

werden müssten. Für die entfallenen Einsätze seien keine Kurzarbeitsentschädigungen 

gewährt worden. Sofern diese Einsätze tatsächlich nicht zustande gekommen seien 

und für diese Tage weder eine Kurzarbeitsentschädigung ausgerichtet noch sonst eine 

Vergütung vom Arbeitgeber erfolgt sei, so könnten diese Tage aus 

arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht nicht als Beitragszeit angerechnet werden. 

Zudem seien der Beschwerdeführerin nach der Wiederanmeldung vom 22. September 

2020 Leistungen der Arbeitslosenversicherung entschädigt worden, womit die nicht 

zustande gekommenen Einsätze vom 23. bis 26. September 2020 versichert gewesen 

seien und nicht als Beitragszeit berücksichtigt werden könnten (act. G 5).

Mit Replik vom 17. Juni 2021 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest. 

Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb ihr keine Arbeitslosenentschädigung zustehe. 

Nun komme hinzu, dass von ihr plötzlich rückwirkend für das Jahr 2018 Fr. 2'105.70 

zurückgefordert würden. Sie habe bereits alles geschrieben, was offen zu legen sei 

(act. G 7).

C.c. 

In der Duplik vom 12. August 2021 hält auch die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag fest (act. G 9).

C.d. 

Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 wegen 

Nichterfüllung der Mindestbeitragszeit abgelehnt hat. Demgegenüber nicht Gegenstand 

des vorliegend angefochtenen Einspracheentscheids bildet die Frage der 

Rechtmässigkeit der Rückforderung der Arbeitslosenentschädigung für das Jahr 2018 

gemäss der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 20. Mai 2021 (act. G 7.3).

1.1. 

Nach Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) setzt der 

1.2. 

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Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter anderem voraus, dass die versicherte 

Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist. Die 

Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist (Art. 9 

Abs. 3) während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung 

ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Als Beitragszeit werden auch Zeiten angerechnet, 

in denen die versicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen 

Krankheit (Art. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]) oder Unfall (Art. 4 ATSG) keinen Lohn 

erhält und daher keine Beiträge bezahlt (Art. 13 Abs. 2 lit. c AVIG).

Was unter einer beitragspflichtigen Beschäftigung zu verstehen ist, ergibt sich aus 

Art. 2 Abs. 1 lit. a AVIG. Danach ist für die Arbeitslosenversicherung beitragspflichtig, 

wer nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; 

SR 831.10) obligatorisch versichert und für Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit 

beitragspflichtig ist, d.h. einen massgebenden Lohn im Sinne von Art. 5 Abs. 2 AHVG 

bezieht.

1.3. 

Gemäss Art. 11 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) zählt als 

Beitragsmonat jeder volle Kalendermonat, in dem die versicherte Person 

beitragspflichtig ist. Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, 

werden zusammengezählt, wobei je 30 Kalendertage als ein Beitragsmonat gelten (Art. 

11 Abs. 2 AVIV). Wird eine beitragspflichtige Beschäftigung nicht auf Beginn eines 

Kalendermonats aufgenommen bzw. nicht auf Ende eines Kalendermonats beendet, 

werden die entsprechenden Werktage mit dem Faktor 1.4 in Kalendertage 

umgerechnet (ARV 1992 Nr. 1 S. 70 E. 3; BGE 121 V 165 E. 2b). In Grenzfällen werden 

die Werktage mit dem Faktor aus 30 Kalendertagen geteilt und durch die im fraglichen 

Monat effektiv möglichen Beschäftigungstage vervielfacht (BGE 122 V 256 E. 5). Die 

Beitragszeit von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen Regeln ermittelt wie bei 

Arbeitnehmenden mit Vollzeitbeschäftigung. Übt die versicherte Person gleichzeitig 

mehrere Teilzeitbeschäftigungen aus, so wird die Beitragszeit nur einmal gezählt (Art. 

11 Abs. 4 AVIV). Eine Aufrundung der als Beitragszeit anrechenbaren Kalendertage fällt 

auch dann nicht in Betracht, wenn diese nur um den Bruchteil eines Tages nicht 

erreicht wird (BGE 122 V 263 E. 4c/aa).

1.4. 

Nach der Rechtsprechung und Lehre ist für die Bestimmung der Beitragsmonate 

die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses entscheidend. Falls eine arbeitnehmende 

Person regelmässig oder unregelmässig eine Arbeitsleistung im Rahmen eines sich 

über mehrere Monate erstreckenden Arbeitsverhältnisses erbringt, so gilt jeder 

1.5. 

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2.  

Kalendermonat, in dem Arbeit geleistet wird, als Beitragsmonat, während jene 

Kalendermonate innerhalb dieses Arbeitsverhältnisses ausser Betracht fallen, in denen 

die arbeitnehmende Person an gar keinem Tag gearbeitet hat (BGE 121 V 165 E. 2c/bb 

mit Hinweis; Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Rz. 212). Für die 

Ermittlung der Anzahl Beitragsmonate ist somit entscheidend, ob eine Arbeitsleistung, 

welche sich auf mehrere in zeitlichem Abstand voneinander erbrachte Einsätze verteilt, 

im Rahmen eines einzigen (Teilzeit-)Arbeitsverhältnisses oder von Einzeleinsätzen mit je 

neuem Arbeitsvertrag getätigt wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2008, 

8C_20/2008, E. 4.1 mit Hinweis). Nicht entscheidend ist, ob die geleisteten 

Arbeitsstunden tatsächlich einen vollen Arbeitstag ergeben (BGE 122 V 256 E. 4c/bb; 

BGE 121 V 165 E. 2c/bb). Sofern die Einsätze beim gleichen Arbeitgeber auf 

verschiedenen, voneinander unabhängigen Arbeitsverhältnissen beruhen, erfolgt eine 

allfällige Proratisierung der Kalendermonate für die Ermittlung der Beitragszeit zu 

Beginn und am Ende von jedem Arbeitseinsatz (Kreisschreiben des Staatssekretariats 

für Wirtschaft [SECO] über die Arbeitslosenentschädigung, AVIG-Praxis ALE, Stand 1. 

Juli 2021, B150b). Kein beitragszeitrelevantes Arbeitsverhältnis begründet 

grundsätzlich der Rahmenvertrag mit einer Temporärfirma, da der Rahmenvertrag in 

der Regel keinen Anspruch auf Beschäftigung auslöst und die versicherte Person 

berechtigt ist, Einsätze abzulehnen. Hingegen begründen die einzelnen Einsatzverträge 

jeweils ein neues, in sich abgeschlossenes Arbeitsverhältnis. Massgebend für die 

Berechnung der Beitragszeit ist somit die Dauer jedes einzelnen Arbeitseinsatzes 

(AVIG-Praxis ALE, B160).

Von der Erfüllung der Beitragszeit ist gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. b AVIG befreit, wer 

innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf 

Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis stand und die Beitragszeit unter anderem 

wegen Krankheit (Art. 3 ATSG), Unfall (Art. 4 ATSG) oder Mutterschaft (Art. 5 ATSG) 

nicht erfüllen konnte, sofern die Person während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz 

hatte.

1.6. 

Unbestritten ist vorliegend, dass die Rahmenfrist für den Leistungsbezug der 

Beschwerdeführerin vom 1. Mai 2018 bis grundsätzlich zum 30. April 2020 gedauert 

hätte und auf Grund von Art. 8a Abs. 2 der Verordnung über Massnahmen im Bereich 

der Arbeitslosenversicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus (nachfolgend: 

Covid-19-VO; SR 837.033) bis zum 31. Oktober 2020 verlängert wurde (vgl. auch act. 

G 5.1.5). Entsprechend wurden der Beschwerdeführerin nach ihrer Wiederanmeldung 

2.1. 

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für die Zeit vom 23. September bis 31. Oktober 2020 

Arbeitslosenversicherungsleistungen ausbezahlt (act. G 5.1.5). Infolge dieser 

Rahmenfrist für den Leistungsbezug verlängerte sich auch die massgebende 

Rahmenfrist für die Beitragszeit für die Prüfung einer Folgerahmenfrist für den 

Leistungsbezug um sechs Monate und dauerte somit vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 

2020 (vgl. Art. 8a Abs. 3 Covid-10-VO).

Die Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten muss auch beim Vorliegen einer 

Invalidität mit Rentenbezug erfüllt sein. So ist die Beitragszeit nur erfüllt, wenn eine 

beitragspflichtige Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird, welche sich auf den geltend 

gemachten Arbeitsausfall bezieht (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2011, 

8C_359/2011, E. 3.2). Demzufolge kann der Beschwerdeführerin auch nicht gefolgt 

werden, wenn sie vorbringt, dass der Saldo ihrer Beitragszeiten zu verdoppeln sei, weil 

sie teilinvalid ist.

2.2. 

Vorliegend eruierte die Beschwerdegegnerin während der Zeit vom 1. Mai 2018 bis 

31. Oktober 2020 an welchen Tagen die Beschwerdeführerin bei welchen Arbeitgebern 

tätig gewesen war und für welche Einsätze sie Kurzarbeitsentschädigung erhalten 

hatte:

2.3. 

Mit der C.___ GmbH hatte die Beschwerdeführerin ab 4. Juni 2018 einen 

Rahmenvertrag für Temporäre Mitarbeiter (unechter Abrufvertrag) abgeschlossen, 

welcher keinen Arbeitsvertrag darstellte, sondern nur eine Vereinbarung über die 

Arbeitsbedingungen im Rahmen der eventuellen späteren Arbeitseinsätze festhielt (act. 

G 5.1.40). Solche Tageseinsätze erfolgten am 10., 14., 21. und 28. Juli 2018 sowie am 

7. August 2018 (act. G 5.1.30, 5.1.40). Nachdem der 14., 21. und 28. Juli 2018 je auf 

einen Samstag fielen, rechnete die Beschwerdegegnerin diese auf Wochentage um, 

damit sie im Computerprogramm als Beitragszeit gezählt werden konnten (vgl. act. 

G 5.1.15). Damit generierte die Beschwerdeführerin eine Beitragszeit von 0.233 

Monaten (= 5 x 1.4/30), was von ihr auch nicht beanstandet wurde.

2.3.1. 

Das befristete Arbeitsverhältnis mit der F.___ GmbH dauerte 

unbestrittenermassen vom 28. September bis 1. Oktober 2018 und somit vier Tage 

lang (act. G 5.1.12, 5.1.41). Für diese Zeit hat ihr die Beschwerdegegnerin folglich zu 

Recht - auch für die beiden Wochenendtage - eine Beitragszeit von 0.187 Monaten (= 

4 x 1.4/30) gutgeschrieben.

2.3.2. 

Weiter ist unstreitig, dass die Beschwerdeführerin für die G.___ ag ebenfalls 

einzelne Arbeitseinsätze als Promoterin auf Abruf (vgl. Allgemeine arbeitsvertragliche 

2.3.3. 

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Bestimmungen E.___, act. G 5.1.42) tätigte und zwar am 18. und 19. Januar 2019, am 

1., 2., 8. und 9. März 2019, vom 25. bis 27. April 2019, vom 1. bis 4. und am 25. Mai 

2019, am 21. und 22. Juni 2019, am 6. und 20. Juli 2019, am 9., 10., 14. und 17. 

August 2019, am 9., 10., sowie vom 13. bis 20. Oktober 2019, am 16. November 2019 

sowie am 9. und 18. März 2020. Da der 14. und 15. Oktober 2019 auf ein Wochenende 

fielen, wurden diese beiden Tage, welchen ein Einsatztag vor und fünf Einsatztage 

nachgingen, für die Beitragsberechnung ausser Acht gelassen. Weiter wurden die 

Einsätze vom 1. Juni 2019, vom 8. bis 10. August 2020 und vom 1. September 2020, 

weil sie parallel zu denjenigen bei der H.___ AG bzw. bei der I.___ AG liefen, unter jenen 

Arbeitgebern abgerechnet (vgl. act. G 5.1.35 S. 6). Insgesamt ergab sich folglich bei 

der G.___ ag eine Beitragszeit von 1.54 Monaten (33 x 1.4/30).

Mit der J.___ GmbH hatte die Beschwerdeführerin ebenfalls einen 

Teilzeitarbeitsvertrag bzw. Rahmenvertrag als Grundlage für die Einzelpromotionen 

abgeschlossen (act. G 5.1.44). Gemäss der Arbeitsstundenauflistung der J.___ GmbH 

arbeitete die Beschwerdeführerin am 20. April 2019, vom 27. bis 29. Juni 2019 und am 

16. August 2019 (act. G 5.1.44). Da sich der Einsatz vom 26. April 2019 mit jenem für 

die G.___ ag überschnitt, zählte die Beschwerdegegnerin ihn unter Letzterem ab (vgl. 

act. G 5.1.35). Somit resultierte bei der J.___ GmbH zu Recht eine Beitragszeit von 

0.233 Monaten (5 x 1.4/30).

2.3.4. 

Vom 1. bis 3. Oktober 2019 und am 2. März 2020 war die Beschwerdeführerin in 

Einsätzen für die D.___ AG tätig (act. G 5.1.33, 5.1.45). Die Beschwerdegegnerin macht 

geltend, es seien ihr bei der D.___ AG mehrere Einsatztage im März 2020 gestrichen 

worden, nachdem der Sinn jener Promotion infolge von Corona nicht mehr gegeben 

gewesen sei. Da sie gerade mal fünf Minuten zu spät gekommen sei, habe dies 

gereicht, um ihr zu kündigen. Diese Kündigung sei jedoch lediglich erfolgt, um den 

Einsatzvertrag nicht einhalten zu müssen. So sei sie überzeugt davon, dass die 

Promotion auch nicht anderweitig vergeben worden sei (act. G 1). Den Akten kann 

lediglich entnommen werden, dass gemäss Arbeitgeberin am ersten Einsatztag der 

geplanten Promotion im März 2020 die Situation mit dem Kunden vor Ort "eskaliert" 

sei, weshalb die folgenden Tage in Absprache mit der Beschwerdeführerin storniert 

worden seien (act. G 5.1.33). Dass der Einsatzvertrag zu Unrecht gekündigt worden 

wäre, ist demgegenüber nicht bewiesen. Auch ist es vorliegend für die Erfüllung der 

Beitragszeit unerheblich, ob die Promotion durch eine andere Person erfolgte oder 

nicht. Nachdem die Einsätze vom 3. bis 5. März 2020 unbestrittenermassen nicht 

zustande kamen, kein Lohn gezahlt und auch keine Kurzarbeitsentschädigung 

ausgerichtet wurde, können diese drei Tage für die Beitragsberechnung auch nicht 

2.3.5. 

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miteinbezogen werden. Folglich resultiert aus den unbestrittenermassen erfolgten 

Promotions-Einsätzen eine Beitragszeit von 0.187 Monaten (4 x 1.4/30).

Sodann geht aus der Arbeitsbestätigung der B.___ AG hervor (act. G 5.1.46), 

dass die Beschwerdeführerin für sie vom 8. bis 19. Mai 2018, am 27. August 2019, vom 

27. Oktober bis 3. November 2018, vom 8. bis 18. Mai 2019, vom 21. Oktober bis 2. 

November 2019 und am 4. März 2020 tätig war (act. G 5.1.46). Die Einsätze vom 11. 

bis 21. August 2020 liefen parallel zu denjenigen der I.___ AG, weshalb diese dort 

berücksichtigt wurden. Demnach resultiert eine Beitragszeit von 1.587 Monaten (34 x 

1.4/30).

2.3.6. 

Gemäss dem Arbeitsvertrag zwischen der I.___ AG und der Beschwerdeführerin 

nahm jene am 19. Juni 2020 eine Stelle als Verkäuferin in einer Filiale in K.___ mit 

einem Teilzeitpensum von ca. 40 % auf. Dieses Arbeitsverhältnis wurde der 

Beschwerdeführerin in der Probezeit auf den 22. September 2020 gekündigt (act. 

G 5.1.48). Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte insgesamt eine Beitragszeit von 

3.12 Monaten, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Die Summe ergibt sich durch 

die Umrechnung der acht Werktage von Juni 2020 (8 x 1.4 : 30 = 0.373) und der 16 

Werktage von September 2020 (16 x 1.4 : 30 = 0.746) in Kalendertage und durch 

Addition dieser mit den zwei ganzen Beitragsmonaten Juli und August 2020 (0.373 

Monate + 0.746 Monate + 2 Monate = 3.12 Monate; vgl. AVIG-Praxis ALE, B150).

2.3.7. 

Schliesslich arbeitete die Beschwerdeführerin ab 1. Juni 2018 auch als 

Promotionshostess auf Abruf für die E.___ AG (act. G 5.1.49). Wiederum wurden die 

Bestimmungen über eine unbestimmte Anzahl von Einsätzen der arbeitnehmenden 

Person in Lokalitäten von Dritten (Kunden der E.___ AG) in einem Rahmenvertrag 

festgehalten (act. G 5.1.50 sowie 5.1.51), weshalb für die Bestimmung der Beitragszeit 

nur die einzelnen Arbeitseinsätze zu berücksichtigen sind. Laut den Angaben der 

Arbeitgeberin war die Beschwerdeführerin für sie an folgenden Tagen tätig: Am 1. und 

2. sowie vom 13. bis 16. Juni 2018, am 5. und 6. sowie vom 12. bis 15. September 

2018, vom 3. bis 6., vom 10. bis 13., vom 17. bis 20. und am 24. und 25. Oktober 2018, 

am 9., 10., 23. und 24. sowie vom 28. bis 30. November 2018, am 1., 5., 6., 12. und 13. 

Dezember 2018, am 25., 26., 30. und 31. Januar 2019, am 27. Februar 2019, am 4., 20. 

und 21. März 2019, am 31. Mai 2019, am 1., 7., 8., 14. und 15. Juni 2019, am 29. bis 

31. August 2019, vom 2. bis 7. und am 9., 13. und 14. September 2019, am 4., 5., 7., 

11. und 12. Oktober 2019, am 22., 23., 29. und 30. November 2019, am 6. und 7. 

Dezember 2019, am 10., 22. und vom 26. bis 29. Februar 2020 sowie vom 7. bis 10. 

und am 14. Oktober 2020. Zudem wurde die von der Arbeitgeberin beantragte 

2.3.8. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/14

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Kurzarbeit für den 13., 14., 27. und 28. Mai 2020, für den 3. bis 6. Juni 2020, für den 

10. bis 13. Juni 2020 und den 17. und 18. Juni 2020 bewilligt (act. G 5.1.28). Die von 

der Arbeitgeberin für den Monat September 2020 beantragte 

Kurzarbeitsentschädigung für die annullierten Einsätze an sechs Tagen wurde 

demgegenüber von der Arbeitslosenkasse nicht gewährt (act. G 5.1.32). Schliesslich 

erfolgten die Einsätze vom 16. und 17. Oktober 2020 parallel zu denjenigen bei der 

G.___ ag, weshalb diese dort berücksichtigt wurden. Demzufolge kam mit der 

Beschwerdegegnerin bei der E.___ AG eine Beitragszeit von 4.613 Monaten

zusammen (vgl. act. G 5.1.35).

Hierzu argumentiert die Beschwerdeführerin, die E.___ AG habe ihr Einsätze 

bestätigt und diese dann trotzdem nicht eingehalten. Es handle sich um acht 

Arbeitstage. Würden diese als Beitragszeit dazugerechnet, erreiche sie die erforderliche 

Mindestdauer von 12 Monaten. Da sie sich für diese Einsätze die Zeit freigehalten und 

keine andere Arbeit angenommen habe, dürfe sie nun nicht bestraft werden. Auch die 

E.___ AG habe Arbeitgeberpflichten und müsse sich ans Obligationenrecht halten (act. 

G 1). Gemäss Auskunft der E.___ AG waren im September 2020 sechs Einsätze der 

Beschwerdeführerin auf Grund der Covid-19-Situation durch die Arbeitgeberin 

annulliert worden (act. G 5.1.13). Zwar seien für diese Einsätze Kurzarbeit angemeldet 

worden, diese sei jedoch von der Arbeitslosenkasse nicht bewilligt worden (act. 

G 5.1.32), weshalb auch keine Kurzarbeitsentschädigung habe ausbezahlt werden 

können (act. G 5.1.32, 5.1.25). Die Arbeitgeberin hatte ihre Arbeitnehmer mit Schreiben 

vom 2. September 2020 darüber informiert, dass ab Kalenderwoche 37 keine 

Degustationen und keine Demonstrationen bis Ende Jahr durchgeführt werden dürften. 

Daher würden alle Degustationen und Demonstrationen, welche ab dem 7. September 

2020 stattfinden sollten, annulliert (act. G 1.7). Am 20. August 2020 und 1. März 2021 

teilte sie weiter mit, dass die Promotionsmitarbeitenden für alle Einsätze, welche ab 

dem 1. September 2020 annulliert würden, keine Kurzarbeitsentschädigung erhielten 

(act. G 1.6, 1.8). Nachdem diese Einsätze offenbar nicht zustande kamen und weder 

eine Kurzarbeitsentschädigung noch sonst eine Vergütung durch den Arbeitgeber 

ausgerichtet wurde, sind diese Tage aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht 

auch nicht als Beitragszeit einzubeziehen. Sodann hat die Beschwerdegegnerin in der 

Beschwerdeantwort korrekt darauf hingewiesen, dass es sich bei den von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachten und durch die Arbeitgeberin annullierten 

Einsätzen vom 8. und 10. August 2020 sowie vom 12., 16. und 17. September 2020 um 

Einsatztage handelt, welche bereits im Arbeitsverhältnis mit der I.___ AG vom 19. Juni 

bis 22. September 2020 berücksichtigt wurden (vgl. Erwägung 2.3.7). Eine nochmalige 

2.3.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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3.

Gestützt auf diese Ausführungen hat die Beschwerdegegnerin den Antrag der 

Beschwerdeführerin auf Arbeitslosenentschädigung ab 1. November 2020 zu Recht 

abgelehnt.

4.  

Einbeziehung in die Beitragsberechnung ist daher nicht zulässig. Ausserdem wurden 

mit der Wiederanmeldung vom 22. September 2020 Arbeitslosenentschädigungen 

ausgerichtet, wodurch auch die nicht zustande gekommenen Einsätze vom 23. bis 26. 

September 2020 versichert waren. Eine gleichzeitige Berücksichtigung als Beitragszeit 

im Sinne von Art. 13 Abs. 1 AVIG kommt daher ebenfalls nicht in Frage.

Zusammenfassend ergibt sich aus den Beschäftigungen bei der C.___ GmbH mit 

0.233 Monaten, bei der F.___ GmbH mit 0.187 Monaten, bei der G.___ ag mit 1.54 

Monaten, bei der J.___ GmbH mit 0.233 Monaten, bei der D.___ AG mit 0.187 

Monaten, bei der B.___ AG mit 1.587 Monaten, bei I.___ AG mit 3.12 Monaten und bei 

der E.___ AG mit 4.613 Monaten insgesamt eine Beitragszeit von 11.7 Monaten. 

Demzufolge erfüllt die Beschwerdeführerin die Mindestbeitragszeit von 12 Monaten 

innerhalb der zweieinhalbjährigen Rahmenfrist vom 1. Mai 2018 bis 31. Oktober 2020 

nicht.

2.4. 

Ein Befreiungsgrund von der Erfüllung der Beitragszeit im Sinne von Art. 14 Abs. 1 

lit. b AVIG auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalles geht aus den Akten nicht 

hervor und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Die 

Tatsache, dass ihr gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % eine Invalidenrente 

zusteht (vgl. act. G 5.1.4), vermag daran ebenfalls nichts zu ändern, da die 

Befreiungsgründe Krankheit oder Unfall die der Beschwerdeführerin noch verbleibende 

Restarbeitsfähigkeit betreffen müssten.

2.5. 

Vorliegend wird die erforderliche Beitragszeit zwar nur um den Bruchteil weniger 

Tage nicht erreicht, was für die Beschwerdeführerin zweifellos eine gewisse Härte in 

sich birgt. Zu beachten ist indessen, dass es überall dort, wo gesetzlich festgelegte 

Limiten zu berücksichtigen sind, zwangsläufig auch zu streng anmutenden Grenzfällen 

kommen kann, in welchen die geforderten Werte nur um wenig nicht erreicht respektive 

verfehlt werden. Eine Aufrundung der als Beitragszeit anrechenbaren Kalendertage auf 

die gesetzliche Mindestbeitragszeit fiele auch dann nicht in Betracht, wenn diese nur 

um den Bruchteil eines einzigen Tages nicht erreicht würde (BGE 122 V 260 E. 3b f. mit 

Hinweis).

2.6. 

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Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. f  ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2022
	Art. 8 Abs. 1 lit. e und Art. 13 Abs. 1 AVIG, Art. 11 Abs. 1 AVIV. Erfüllung der Beitragszeit bei verschiedenen Arbeitseinsätzen. Umrechnung von Werktagen in Kalendertage. Keine Aufrundung, selbst wenn die Beitragszeit nur um den Bruchteil eines Tages nicht erreicht wird (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2022, AVI 2021/22).

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