# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06aa4979-5d0d-51c1-8d95-6f7d57811f44
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-16-26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-16-26_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA B___ 
 
 

 
Vorinstanz Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden ,  

Neue Steig 15, Postfach, 9102 Herisau 
 

 
 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 25. April 2017  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, H.P. Fischer, Dr. F. Windisch,  
E. Graf 
Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 16 26 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand Leistungen der IV-Versicherung 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Es sei dem Beschwerdeführer ein volles Taggeld auszurichten auf der Basis eines 

Valideneinkommens von mindestens monatlich CHF 5‘600.-- brutto. 

 2. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine mindestens halbe IV-Rente 

zuzusprechen.  

 3. Subeventualiter sei die strittige Angelegenheit zur weitergehenden Abklärung des 

Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin.  

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen.  

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Der am XX.XX.1986 geborene A___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) meldete sich am 2. 

Juli 2015 bei den Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden (damals noch: 

Ausgleichskasse und IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden, nachfolgend: Vorinstanz) zum 

Leistungsbezug an wegen Knorpelschäden im rechten Handgelenk, aufgrund welcher 

gemäss Arzt eine frühzeitige Arthrose möglich sei (IV-act. 1).  

 

B. Der Beschwerdeführer hatte Ende Dezember 2014 einen Motorradunfall erlitten, welcher zu 

einer distalen, intraartikulären, wenig dislozierten Radiusfraktur und grossen chondralen 

Defekten am dorsalen Lunatum und in der Fossa scaphoidea rechts sowie zu einer SL-

Band Zerrung rechts geführt hatte. Im Januar 2015 hatte sich der Beschwerdeführer einer 

Operation in der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) unterzogen (IV-act. 11, S. 7 f.). Gemäss Bericht des 

Hausarztes Dr. C___ vom 10. August 2015 (IV-act. 11, S. 2 ff.) sei die Prognose günstig, 

der Beschwerdeführer befinde sich gegenwärtig nicht mehr in Behandlung, aber es werde 

aus ärztlicher Sicht mittelfristig eine Umschulung empfohlen, um das Handgelenk langfristig 

nicht zu überlasten. 

 

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C. Zur Vornahme einer beruflichen und medizinischen Standortbestimmung lud die Vorinstanz 

den Beschwerdeführer zu einem Gespräch ein, welches am 15. Oktober 2015 stattfand (IV-

act. 24).  

 

Zu seinem beruflichen Lebenslauf führte der Beschwerdeführer aus, er habe seine 

Berufsausbildung als Sanitärmonteur im August 2005 abgeschlossen und danach zunächst 

im erlernten Beruf gearbeitet. Danach habe er die Firma D___ GmbH gegründet und sei 

dort für den gesamten Handel der Miniküchen mit Offerten, Verkauf und Vormontagen tätig 

gewesen. Im Januar 2014 habe er die Firma verkauft und sich beruflich neu ausgerichtet. 

Vorerst sei ein Auslandaufenthalt in Ägypten als Dive-Guide gefolgt, danach habe er im 

September 2014 mit dem Vorkurs für die Zweitweg-Matura begonnen, im Hinblick auf ein 

Studium Richtung Medizin oder Jura. Gleichzeitig habe er bei der Firma E___ AG eine 

Arbeit als Sanitärinstallateur aufgenommen, welche ihm kurz darauf aus wirtschaftlichen 

Gründen wieder gekündigt worden sei. Inzwischen befinde er sich im 2. Semester der ISME 

(interstaatliche Maturitätsschule für Erwachsene St. Gallen / Sargans) und arbeite seit Juni 

2015 als Verkaufsberater beim F___, im Teilpensum von 8-20 Stunden pro Woche.  

 

In medizinischer Hinsicht berichtete der Beschwerdeführer, nach seinem Motorradunfall 

und der Operation sei er mit dem Handgelenk in der Beweglichkeit eingeschränkt und 

könne nicht mehr die gleiche Kraft in der rechten Hand aufbringen wie früher. Daher habe 

er keine Arbeit im erlernten Beruf mehr gesucht, sondern die Tätigkeit als Verkaufsberater 

bei F___ angenommen. Teilzeitlich arbeite er, um genügend Zeit für Schule und Zweitweg-

Matura zur Verfügung zu haben. Er sei mittlerweile nicht mehr sicher, ob er sich anstatt 

Absolvierung der Zweitweg-Matura doch wieder einer Berufstätigkeit zuwenden wolle, 

wobei er sich beruflich neu orientieren müsste, da es ihm nicht mehr möglich sei, als 

Sanitärinstallateur zu arbeiten.  

 

Der Beschwerdeführer erklärte, er erwarte von der Vorinstanz Unterstützung bei seiner 

beruflichen Neuorientierung.  

 

D. In der Folge gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 26. 

November 2015 Berufsberatung und Unterstützung bei der Abklärung der beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 34 und 35).  

 

Beim Erstgespräch mit dem Berufsberater im Dezember 2015 erklärte der 

Beschwerdeführer, er habe sich bei der IV auf Anraten seines Arztes angemeldet. Wegen 

seinem Handgelenk könne er in seinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten, weshalb es 

auch schwierig sei, eine gute Teilzeitarbeit zu finden. Er erhoffe sich von seiner Anmeldung 

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eine Unterstützung bei der Stellensuche. Er gab erneut an, er sei unsicher, ob das Ziel 

Zweitweg-Matura der richtige Weg sei; er warte das dritte Semester ab und werde die 

Ausbildung weiter verfolgen, falls er dieses mit genügenden Noten abschliesse (IV-act. 37).  

 

Im Anschluss an dieses Gespräch wurde dem Beschwerdeführer ein Job-Coaching zur 

Verfügung gestellt (IV-act. 38 ff.). Die Stellensuche mit dem Beschwerdeführer gestaltete 

sich jedoch aus verschiedenen Gründen schwierig und verlief erfolglos (IV-act. 42). Am 

20. Juni 2016 berichtete der Coach, der Beschwerdeführer scheine an einer beruflichen 

Veränderung kein grosses Interesse zu haben. Wöchentlich würden ihm Stelleninserate 

zugeschickt, die seiner Qualifikation und möglichem Pensum entsprechen würden; 

entsprechende Rückmeldungen, sich auf eine Stelle bewerben zu wollen, seien aber 

ausgeblieben. Auch habe der Beschwerdeführer kein ernsthaftes Interesse an Alternativen 

zur Maturitätsschule für Erwachsene gezeigt (IV-act. 44). 

 

E. Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2016 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer daraufhin 

mit, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden, nachdem die 

zugesprochenen Massnahmen auch aus invaliditätsfremden Gründen ohne den 

gewünschten Erfolg geblieben seien. Ein Rentenanspruch bestehe nicht (IV-act. 45). Mit 

Einwand vom 23. August 2016 (IV-act. 47) verlangte der Beschwerdeführer die Ausrichtung 

eines Taggeldes basierend auf einem Valideneinkommen von mindestens monatlich Fr. 

5‘600.-- brutto bzw. eventualiter die Zusprache einer vollen Invalidenrente. Mit Verfügung 

vom 5. September 2016 (IV-act. 48) hielt die Vorinstanz am leistungsabweisenden 

Vorbescheid fest. Der Beschwerdeführer habe seinen Berufsweg, Absolvierung der ISME, 

bereits vor seinem Unfall festgelegt, somit sei dieser Entscheid nicht invaliditätsbedingt. 

Entsprechend seien auch keine Taggelder geschuldet. Weitere berufliche Massnahmen 

seien unter den gegebenen Umständen nicht angezeigt. Ein Rentenanspruch könne 

ausserdem gar nicht entstehen, da er in einer leidensadaptierten Tätigkeit vollumfänglich 

arbeitsfähig sei (IV-act. 48). 

 

F. Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Beschwerdeführer am 6. Oktober 2016 

erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1), mit welcher der Beschwerdeführer die 

Ausrichtung eines vollen Taggeldes, basierend auf einem Valideneinkommen von 

mindestens Fr. 5‘600.-- monatlich, eventualiter mindestens eine halbe IV-Rente, verlangt. 

Dem formellen Antrag auf Aktenzustellung wurde im Verlauf des Schriftenwechsels 

entsprochen. Mit Vernehmlassung vom 3. November 2016 (act. 6) beantragte die 

Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Am 29. November 2016 reichte der 

Beschwerdeführer eine Replik ein (act. 9) und hielt an seiner Beschwerde fest. Die 

Vorinstanz verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.  

Seite 5 

 

G. Am 25. April 2017 wurde die Sache in der dritten Abteilung des Obergerichts in 

Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten und darüber entschieden. Die 

Beschwerde wurde kostenfällig zu Lasten des mit seinen Anträgen unterliegenden 

Beschwerdeführers abgewiesen. Dem Begehren des Beschwerdeführers gemäss 

Schreiben vom 29. Mai 2017 (act. 15) entsprechend, wird das Urteil mit schriftlicher 

Begründung eröffnet. 

 

H. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die 

Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. 

Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes 

(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Da 

eine Verfügung der Sozialversicherungen Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die 

örtliche Zuständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten des 

Beschwerdeführers als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf die 

Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 

und Art. 61 lit. b ATSG). 

 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

  

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2. Materielles 

 

2.1 

a. Der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt voraus, dass die 

versicherte Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Als Invalidität gilt 

gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall 

verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit.  

 

b. In medizinischer Hinsicht ist im vorliegenden Fall unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer mittel- bis langfristig in seinem angestammten Beruf als Sanitärmonteur 

nicht mehr arbeiten kann, da ansonsten mit der Ausbildung einer traumatischen 

Früharthrose zu rechnen ist.  

 

Dr. C___ führte in seinem Arztbericht vom 10. August 2015 diesbezüglich ausdrücklich an, 

die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer aktuell noch zumutbar; aufgrund der 

Tätigkeit als Sanitärinstallateur sei die rechte Hand aber dauerhaft belastet, was langfristig 

zu Arthrose führen könne. Aus diesem Grund werde mittelfristig von der Handchirurgie eine 

Umschulung empfohlen (IV-act. 11, S. 2 ff.). Auch gemäss Bericht der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 22. April 2015 (IV-act. 11, S. 7 

f.) ergab das Röntgen keine sekundären Arthrosezeichen; der Verlauf wurde als sehr 

vielversprechend bezeichnet. Allerdings bestehe ein hohes Risiko einer frühzeitigen 

Arthrosebildung, weshalb der Wechsel in eine das Handgelenk weniger belastende 

Tätigkeit als die Arbeit als Sanitärmonteur empfohlen sei (IV-act. 11, S. 7 f.). Auch gemäss 

späterem Arztbericht vom August 2015 (IV-act. 12) sei dem Beschwerdeführer die 

bisherige Tätigkeit zumutbar bzw. seien dem Beschwerdeführer inzwischen alle Tätigkeiten 

möglich, allerdings sei die bisherige Tätigkeit längerfristig ungünstig, da zu erwarten sei, 

dass bei starker und dauerhafter Belastung des Handgelenks Schmerzen auftreten würden. 

Dr. G___ vom RAD erachtete es in seinem Bericht vom 23. November 2015 (IV-act. 32) 

arbeitsmedizinisch als nachvollziehbar, dass bei einer weiteren Berufstätigkeit auf dem 

erlernten Beruf als Sanitärmonteur mit der Ausbildung einer traumatischen Früharthrose zu 

rechnen sei, so dass eine Belastungseinschränkung der rechten Hand zukünftig zu 

erwarten sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leicht, vermehrt geistig) 

bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit.  

 

Dieser von den Parteien nicht bestrittene Sachverhalt ist damit in medizinischer Hinsicht 

klar und bedarf keiner weiteren Abklärungen. Der Antrag des Beschwerdeführers, 

Seite 7 

zusätzlich ein unabhängiges medizinisches / orthopädisches Gutachten zu erstellen (vgl. 

act. 1, S. 3), ist nicht notwendig und entsprechend abzuweisen. 

 

c. Zwischen den Parteien umstritten ist aber in rechtlicher Hinsicht, ob dem 

Beschwerdeführer ein Anspruch auf finanzielle Leistungen der Vorinstanz, sei dies in Form 

von Taggeldern oder eventualiter in Form einer Invalidenrente, zukommt. Während der 

Beschwerdeführer davon ausgeht, er habe bis zum Abschluss seiner Zweitweg-Matura und 

anschliessendem Studium Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch die IV, verneinte 

die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung einen Leistungsanspruch des 

Beschwerdeführers und hält im vorliegenden Verfahren an dieser Auffassung fest. 

 

2.2 

a. Gemäss der Grundsatzbestimmung von Art. 22 Abs. 1 IVG haben Versicherte während 

der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG unter 

bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf ein Taggeld. Das Taggeld ist somit eine 

akzessorische Leistung zu bestimmten Eingliederungsmassnahmen und wird grundsätzlich 

nur ausgerichtet, wenn und solange Eingliederungsmassnahmen der IV zur Durchführung 

gelangen (MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, 

N. 10 zu Art. 22 IVG).  

 

b. Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben, vorausgesetzt, die 

jeweiligen Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen sind erfüllt, 

gegenüber der Invalidenversicherung grundsätzlich Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (vgl. Art. 8 Abs. 1 

IVG). Eingliederungsmassnahmen sind nebst medizinischen Massnahmen und der Abgabe 

von Hilfsmitteln diverse Massnahmen beruflicher Art (Integrationsmassnahmen zur 

Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Berufsberatung, erstmalige berufliche 

Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe; vgl. Art. 8 Abs. 3 IVG). Wie schon 

aus der Legaldefinition des grundsätzlichen Eingliederungsanspruchs in Art. 8 Abs. 1 IVG 

hervorgeht, handelt es sich beim Eingliederungsanspruch zum vorneherein nicht um 

ziffernmässig bestimmte, sondern um inhaltlich offene Leistungsberechtigungen. Ihre 

Konkretisierung verlangt immer eine vergleichende Betrachtung des Eingliederungsziels, 

des Eingliederungsbedarfs und des zu seiner Befriedigung erforderlichen Mitteleinsatzes 

zulasten der Versicherung unter dem Gesichtswinkel der ratio legis (MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., N. 15 zu Art. 8 IVG).  

 

Seite 8 

c. Dem Beschwerdeführer wurde im Sinn einer Eingliederungsmassnahme nach Art. 8 

Abs. 3 IVG und seinem Wunsch nach Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung 

entsprechend (IV-act. 24, S. 5 unten) mit Mitteilung vom 26. November 2015 unkompliziert 

und rasch Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 

durch die Berufsberatung der Vorinstanz gewährt (IV-act. 35). Zudem wurde dem 

Beschwerdeführer mit Mitteilung vom 8. Januar 2016 ein Job-Coaching, befristet bis zum 

30. Juni 2016, zugesprochen (IV-act. 40). Ziel der gewährten Eingliederungsmassnahmen 

war einerseits, mögliche berufliche Perspektiven mit dem Beschwerdeführer zu eruieren 

und andererseits den Beschwerdeführer, sollte er am eingeschlagenen Weg der Zweitweg-

Matura festhalten, ihn bei der Suche nach einer passenden Teilzeitstelle zu unterstützen 

(IV-act. 41). Insbesondere die Unterstützung durch einen Job-Coach erscheint ohne Zweifel 

geeignet, den Beschwerdeführer, der mittel- bis längerfristig nicht mehr in der 

angestammten Tätigkeit arbeiten kann, bei der Eingliederung in eine adaptierte Tätigkeit zu 

unterstützen. Der Job-Coach musste jedoch feststellen, dass der Beschwerdeführer weder 

ernsthaftes Interesse an alternativen Eingliederungsmöglichkeiten anstelle der begonnenen 

Zweitweg-Matura bekundete noch bei den Stellenbewerbungen zur Suche einer anderen 

Stelle als die aktuelle Teilzeitstelle bei F___ genügend Eigeninitiative zeigte und sich 

spärlich sowie zum Teil zeitverzögert rückmeldete, weil er wegen Prüfungen keine Zeit 

habe, Bewerbungen abzuschicken (IV-act. 42). Weitere berufliche Massnahmen in Form 

von Berufsberatung oder ein weiteres Job-Coaching erschienen vor diesem Hintergrund 

wenig erfolgsversprechend. Die Vorinstanz hat die dem Beschwerdeführer gewährten 

beruflichen Massnahmen daher zu Recht abgeschlossen (vgl. IV-act. 48).  

 

d. Während der Dauer der dem Beschwerdeführer in Form von Berufsberatung und Job-

Coaching gewährten, inzwischen abgeschlossenen beruflichen Massnahmen wurde dem 

Beschwerdeführer kein Taggeld ausgerichtet (vgl. auch IV-act. 39, S. 2: ein 

Taggeldanspruch wird ausdrücklich verneint). Weitere Eingliederungsmassnahmen wurden 

dem Beschwerdeführer von der Vorinstanz nicht gewährt. Insbesondere wurde ihm zu 

keinem Zeitpunkt eine Umschulung in Form der Absolvierung der ISME und eines 

anschliessenden Studiums zugesprochen. Aktuell befindet sich der Beschwerdeführer 

somit - zumindest formell gesehen - gar nicht in einer beruflichen 

Eingliederungsmassnahme, womit ein dazu akzessorischer Taggeldanspruch grundsätzlich 

zum Vornherein entfällt.  

 

e. Der Beschwerdeführer geht allerdings, indem er einen Taggeldanspruch geltend macht, 

stillschweigend davon aus, dass die Absolvierung der ISME sowie das anschliessend 

einzuschlagende Studium eine taggeldpflichtige berufliche Integration im Sinn einer 

Eingliederungsmassnahme gemäss Art. 8 Abs. 3 IVG darstellen. Er führt diesbezüglich an, 

Seite 9 

er habe seine berufliche Entwicklung mit der Berufsberatung der Vorinstanz abgesprochen 

und aufgrund der Unfallfolgen entschieden, an dieser schon vorher eingeschlagenen 

Weiterbildung festzuhalten und folgert daraus, Anspruch auf Taggelder „bis zum Abschluss 

der beruflichen Integration mittels Matura und anschliessendem Studium“ zu haben (vgl. 

act. 1, S. 7). Ob diese Auffassung zutrifft, ist vorweg zu prüfen. Nur, wenn die aktuelle 

berufliche Weiterbildung des Beschwerdeführers tatsächlich eine 

Eingliederungsmassnahme im Sinn von Art. 8 Abs. 3 IVG - in Frage kommt namentlich eine 

Qualifikation als Umschulung - darstellt, kommt ein dazu akzessorischer Taggeldanspruch 

überhaupt in Frage.  

 

2.3 

a. Der Versicherte hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die 

Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit 

voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Dem Erfordernis 

der Invalidität gleichgestellt ist die unmittelbare Bedrohung durch eine solche (vgl. Art. 8 

Abs. 1 IVG). Als invalid im Sinn von Art. 17 IVG gilt somit mit anderen Worten, wer nicht 

hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht 

hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzumutbar 

macht.  

 

b. Es ist in medizinischer Hinsicht unbestritten, dass davon auszugehen ist, dass der 

Beschwerdeführer mittel- bis längerfristig nicht mehr als Sanitärmonteur arbeiten kann und 

es empfehlenswert ist, dass er sich künftig in einer das Handgelenk weniger belastenden 

Tätigkeit betätigt. 

 

Ist eine Invalidität oder eine drohende Invalidität gegeben, führt dies allerdings nicht per se 

zu einem Umschulungsanspruch. Um tatsächlich einen Umschulungsanspruch zu 

begründen, muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben. 

Nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn der Versicherte in den ohne zusätzliche 

berufliche Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (vgl. anstelle vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 8C_716/2016 vom 1. Februar 2017, E. 4.1.3, m.w.H.; BGE 124 V 108, E. 

2b).  

 

Für die Beurteilung der Erwerbsunfähigkeit bzw. der daraus resultierenden 

Erwerbseinbusse wird dabei auf die gesundheitlich bedingte Einschränkung nicht nur in der 

bisherigen Tätigkeit, sondern auf dem gesamten in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt abgestellt. Die versicherte Person ist aufgrund der Schadenminderungspflicht 

Seite 10 

gehalten, im Rahmen des Zumutbaren eine andere als die angestammte Tätigkeit 

auszuüben, sofern sich dadurch die verbleibende Arbeitsfähigkeit finanziell besser 

verwerten lässt (Urteil des Bundesgerichts 9C_169/2010 vom 19. April 2010, E. 2.1).  

 

c. Der Beschwerdeführer verdiente gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der 

Ausgleichskasse Appenzell Ausserrhoden (IV-act. 8, S. 2 f.) in den Jahren 2010 bis 2012 je 

Fr. 36‘924 pro Jahr; im Jahr 2013 sank das Einkommen auf Fr. 21‘600; im Jahr 2014 

verdiente der Beschwerdeführer als Sanitär bei der Firma E___ AG von August bis Oktober 

insgesamt Fr. 13‘876. Der Beschwerdeführer erzielte damit in den vergangenen Jahren ein 

monatliches Einkommen von maximal rund Fr. 4‘600.--; das Durchschnittseinkommen liegt 

sogar wesentlich tiefer. Ein Umschulungsanspruch kommt nur in Frage, wenn davon 

auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer nach seinem Unfall ohne zusätzliche 

berufliche Ausbildung im Vergleich zu seiner vorherigen Situation eine bleibende 

Erwerbseinbusse von rund 20% oder mehr erleiden würde. 

 

d. Es ist in medizinischer Hinsicht klar und auch seitens des Beschwerdeführers 

unbestritten, dass er in einer adaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Gemäss der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 betrug das Durchschnittseinkommen gemäss 

Tabelle TA1 in einfachen Tätigkeiten (Kompetenzniveau 1) rund Fr. 4‘771 pro Monat; in 

praktischen Tätigkeiten entsprechend dem Kompetenzniveau 2 betrug der 

Durchschnittslohn Fr. 5‘282 pro Monat. Die zahlreichen Stellen, die der Job-Coach dem 

Beschwerdeführer zur Bewerbung vorgeschlagen hat (vgl. IV-act. 44, S. 2 ff.), zeigen, dass 

für den Beschwerdeführer mit seinem beruflichen Hintergrund und seiner bisherigen 

Berufserfahrung diverse Erwerbsmöglichkeiten in Frage kommen. Allein mit Blick auf die 

statistischen Lohnzahlen in der Lohnstrukturerhebung kann daher mit der Vorinstanz ohne 

weiteres davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt in einer adaptierten Tätigkeit mindestens ein mit dem 

bisherigen Einkommen vergleichbares Einkommen erzielen könnte. Zusätzliche vertiefte 

Abklärungen in beruflicher Hinsicht sind für diese Schlussfolgerung nicht notwendig.  

 

e. Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide 

Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die 

Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern (Urteil des Bundesgerichts 9C_275/2014 

vom 21. August 2014, E. 4.3). Selbst bei der aktuellen Tätigkeit bei F___ würde der 

Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben in einem Vollzeitpensum Fr. 4‘384.50 

monatlich verdienen, was durchaus im Rahmen des von ihm in den Jahren vor dem Unfall 

erzielten Durchschnittseinkommens liegt. Ausserdem gibt der Beschwerdeführer an, er 

könnte „ohne weiteres“, wie schon in seiner früheren Laufbahn, als er bei der Firma D___ 

Seite 11 

GmbH als Geschäftsführer tätig gewesen sei, als Baustellenführer und damit in mittlerer 

Kaderposition arbeiten, was gemäss seinen eigenen Angaben und gestützt auf den von 

ihm verwendeten Lohnrechner zu einem Monatslohn von Fr. 7‘250.-- führen würde (act. 9, 

S. 5 oben).  

 

Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die Stelle bei F___ „für [die] aktuelle Lebenssituation 

mit Weiterbildung an der Zweitweg-Matura ideal“ ist, wie der Beschwerdeführer bereits 

anlässlich des Assessmentgesprächs erklärte. Dass er mit dieser Arbeit aber in einem 

zudem sehr geringen Pensum nicht mehr gleich viel verdient, wie er zuletzt bei der Tätigkeit 

als Sanitär vor dem Unfall verdient hatte oder wie er seiner Ansicht nach in einer 

vollzeitlichen Kaderposition als gelernter Sanitärinstallateur verdienen könnte, ist für die 

Beurteilung eines allfälligen Leistungsanspruchs gegenüber der Invalidenversicherung 

entgegen seiner Ansicht nicht entscheidend. Entscheidend ist aus 

invalidenversicherungsrechtlicher Sicht vielmehr, wieviel der - unbestrittenermassen 

adaptiert voll arbeitsfähige - Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

verdienen würde, würde er seine Arbeitsfähigkeit auch tatsächlich voll einsetzen. Dieses 

Einkommen ist mit dem Einkommen zu vergleichen, das er vor dem Unfall tatsächlich 

erzielt hat. Die Versuche des Job-Coach, den Beschwerdeführer darin zu unterstützen, in 

eine andere, möglichst besser bezahlte Stelle zu wechseln, scheiterten wesentlich auch an 

der Bereitschaft des Beschwerdeführers, seine berufliche Situation zu verändern. Da davon 

auszugehen ist, dass es ihm bei Verwertung der ihm verbleibenden vollen Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit möglich wäre, ein Einkommen in der Grössenordnung des vor 

dem Unfall erzielten Einkommens zu erzielen, sind die leistungsbegründenden 

Voraussetzungen für eine Umschulung klar nicht erfüllt. Ein Rentenanspruch kommt unter 

diesen Umständen ebenfalls klar nicht in Frage.  

 

f. Zusammengefasst bedarf es angesichts der vorliegenden medizinischen Umstände, der 

Ausbildung und der bisherigen beruflichen Tätigkeit des Beschwerdeführers, die sich über 

den erlernten Beruf hinaus erstreckte, nicht der vom Beschwerdeführer angestrebten 

Zweitweg-Matura und eines anschliessenden Studiums, um seine verbleibende 

Arbeitsfähigkeit im gleichen finanziellen Rahmen wie vor dem Unfall Ende 2014 zu 

verwerten. Ein Umschulungsanspruch gegenüber der Vorinstanz ist zu verneinen, d.h. die 

derzeitige berufliche Weiterbildung an der ISME kann in materieller Hinsicht nicht als 

Eingliederungsmassnahmen im Sinn von Art. 8 Abs. 3 IVG qualifiziert werden. Überdies 

hatte sich der Beschwerdeführer nachweislich schon vor seinem Unfall für eine berufliche 

Neuorientierung entschieden, entsprechende Vorkurse zur ISME besucht und sich zum 

Studium angemeldet. Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, 

dass die berufliche Neuorientierung in Form der Absolvierung der ISME zumindest 

Seite 12 

zunächst völlig unabhängig von der Tatsache erfolgte, dass ihm nach dem Unfall mittel- bis 

längerfristig ohnehin eine berufliche Neuausrichtung empfohlen wurde. Für die vom 

Beschwerdeführer behauptete angebliche Zusage der Vorinstanz, den Beschwerdeführer 

finanziell zu unterstützen (vgl. act. 1, S. 4 unten) finden sich in den vorinstanzlichen Akten 

keinerlei Anhaltspunkte, woran auch die beantragte Parteibefragung, auf die verzichtet 

werden kann, nichts ändern würde.  

 

2.4 

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass selbst dann, wenn sich der Beschwerdeführer in 

einer Umschulung im Sinn einer Eingliederungsmassnahme gemäss Art. 8 Abs. 3 IVG 

befinden würde, nicht automatisch von dem vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Taggeldanspruch auszugehen wäre.  

 

a. Anspruch auf ein volles Taggeld während einer Umschulung entsteht nämlich nach der 

Grundregel von Art. 22 Abs. 1 IVG nur unter der Voraussetzung, dass eine versicherte 

Person an wenigstens drei aufeinanderfolgenden Tagen wegen der Massnahme verhindert 

ist, einer Arbeit nachzugehen oder in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50% 

arbeitsunfähig ist. Gemäss Art. 17bis Abs. 1 lit. a der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201), welcher den Anspruch auf Taggelder bei 

Eingliederung an nicht zusammenhängenden Tagen regelt, entsteht ein Taggeldanspruch 

beschränkt auf die Eingliederungstage ausserdem dann, wenn eine versicherte Person 

innerhalb eines Monats an mindestens drei nicht zusammenhängenden Tagen in 

Eingliederung steht und wegen der Massnahme ganztags verhindert ist, einer Arbeit 

nachzugehen; ein Taggeld für die Eingliederungstage und die dazwischen liegenden Tage 

wird nach Art. 17bis Abs. 1 lit. b IVV dann ausgerichtet, wenn die versicherte Person in ihrer 

gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist.  

 

b. Der Beschwerdeführer räumt selbst ein, er könne nebst der berufsbegleitenden 

Weiterbildung im Umfang von mindestens 50% bis 60% einer Erwerbstätigkeit nachgehen 

(act. 1, S. 7 oben). Dies deckt sich mit den Angaben auf dem von ihm eingereichten act. 

2/8, wo zur ISME erläutert wird, dass eine gleichzeitige reduzierte Berufstätigkeit möglich 

sei nebst Unterricht (der am Standort St. Gallen mittwochs von 13 bis 20.30 Uhr sowie 

samstags von 7.30 bis 15.30 Uhr stattfindet) und notwendigem Selbststudium (ca. 10 bis 15 

Stunden pro Woche). Der Beschwerdeführer ist somit gar nicht an mindestens drei 

aufeinanderfolgenden Tagen wegen der Weiterbildung an der ISME daran verhindert, einer 

Arbeitstätigkeit nachzugehen. Zudem ist er am Mittwoch und somit werktags (vgl. dazu 

BGE 139 V 399, E. 7.2, wonach Umschulungsmassnahmen ausserhalb der üblichen 

Arbeitszeiten ohnehin keinen Taggeldanspruch verschaffen) lediglich halbtags verhindert, 

Seite 13 

womit auch kein Taggeldanspruch nach Art. 17bis Abs. 1 lit. a IVV in Frage kommt. Da dem 

Beschwerdeführer gemäss medizinischer Einschätzung die bisherige Tätigkeit aus 

medizinischer Sicht aktuell an sich noch zumutbar ist, aber mittelfristig aus 

gesundheitlichen Gründen eine Umschulung empfohlen wird (vgl. IV-act. 11, S. 3; IV-act. 

32), kann zudem mit Bezug auf die in Art. 22 Abs. 1 IVG bzw. Art. 17bis Abs. 1 lit. b IVV als 

Alternativkriterium für die Begründung eines vollen Taggeldanspruchs angeführte 

Arbeitsunfähigkeit zumindest nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass dieses 

Kriterium im konkreten Fall als erfüllt zu betrachten wäre.  

 

c. Wie es sich damit verhält, kann jedoch letztlich offengelassen werden. Da der 

Beschwerdeführer gar keinen Umschulungsanspruch gegenüber der Vorinstanz hat, kann 

ein dazu akzessorischer Taggeldanspruch ohnehin nicht bestehen und es erübrigt sich, die 

weiteren Voraussetzungen näher zu prüfen. 

 

2.5 

Zusammengefasst ist keine Anspruchsgrundlage ersichtlich, die den Beschwerdeführer 

berechtigen würde, von der Vorinstanz finanzielle Leistungen - sei dies in Form von 

Taggeldern oder eine Rente - zu verlangen. Die Beschwerde ist abzuweisen und die 

angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 5. September 2016 zu bestätigen. 

 

 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1  

 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Da der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen unterliegt, 

sind die Kosten ihm aufzuerlegen. Im vorliegenden Fall erscheint die in vergleichbaren 

Fällen übliche Entscheidgebühr von Fr. 800.-- als angemessen, unter Verrechnung mit dem 

vom Beschwerdeführer in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss. 

 

3.2 

Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist dem Beschwerdeführer keine Entschädigung 

zuzusprechen. Der Invalidenversicherung werden unabhängig vom Verfahrensausgang 

keine Verfahrenskosten auferlegt und keine Parteientschädigungen zugesprochen (Art. 61 

lit. g ATSG e contrario; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 58 und 199 f. zu 

Art. 61 ATSG).  

Seite 14 

Demnach erkennt das Obergericht: 
 
 
1. Die Beschwerde von A___ wird abgewiesen. 
 
 
2. Dem Beschwerdeführer wird eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- auferlegt, unter 

Verrechnung mit dem von ihm in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss.  
 
 
3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG).  

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die Vorinstanz und das 

Bundesamt für Sozialversicherungen. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Annika Mauerhofer 

 
 
 
 
 
 
 
versandt am: 11.07.17