# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce43c1d1-68fd-57f9-8fd4-146a3a0767fa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.12.2022 200 2022 465
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-465_2022-12-20.pdf

## Full Text

200 22 465 IV
ACT/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Dezember 2022

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. Juni 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1968 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
bezog mit Wirkung ab 1. April 2003 eine ganze Rente der Invalidenversi-
cherung (IV; Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 8/2 ff.). Im Rahmen einer im Mai 2006 eingeleiteten 
Rentenrevision (AB 11) hob die IVB die Rente mit Verfügung vom 19. Ok-
tober 2010 (AB 37) auf. In Gutheissung der dagegen erhobenen Be-
schwerde (vgl. AB 39/3 ff. bzw. 41/3 ff.) hob das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern mit Urteil vom 11. März 2011, IV/2010/1195, die angefochte-
ne Verfügung auf und wies die Sache an die Verwaltung zurück (AB 52). In 
der Folge holte die IVB insbesondere ein bidisziplinäres Gutachten ein 
(AB 60.1-60.4) und hielt mit Verfügung vom 24. Juli 2012 (AB 74) an der 
Rentenaufhebung fest, was das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit 
Urteil vom 17. Juni 2013, IV/2012/850 (AB 78), bestätigte. Das Bundesge-
richt (BGer) trat mit Urteil vom 30. August 2013, 9C_567/2013, auf die da-
gegen erhobene Beschwerde nicht ein (AB 80). Auf eine Neuanmeldung 
von Oktober 2013 (AB 85) trat die IVB mit Verfügung vom 27. November 
2013 (AB 89) nicht ein. 

Im April 2014 meldete sich der Versicherte abermals zum Leistungsbezug 
an (AB 90). Die IVB liess den Versicherten zwischen Oktober 2014 und 
März 2015 an mehreren Tagen observieren (vgl. AB 110), holte ein poly-
disziplinäres Gutachten ein (AB 136.1) und verneinte mit Verfügung vom 
24. Januar 2017 (AB 146) einen Rentenanspruch. Auf die dagegen erho-
bene Beschwerde (AB 149/3 ff.) trat das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit Urteil vom 4. Mai 2017, IV/2017/264 (AB 153), wegen verspätet 
erhobener Beschwerde nicht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 3

B.

Im Dezember 2020 stellte der Beschwerdeführer ein weiteres Leistungsge-
such (AB 155). Die IVB holte unter anderem ein vom 8. Februar 2022 datie-
rendes polydisziplinäres Gutachten ein (AB 197.1-197.8) und verneinte – 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 198, 201 f., 204, 207) und 
diesbezüglicher gutachterlicher Stellungnahme (AB 206) – mit Verfügung 
vom 21. Juni 2022 (AB 208) einen Rentenanspruch.

C.

Mit Schreiben vom 15. August 2022 wandte sich der Versicherte an die IVB 
und verlangte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 
sowie die Zusprache einer Invalidenrente. Diese sinngemässe Beschwerde 
wurde von der IVB am 16. August 2022 an das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern weitergeleitet.

Mit Beschwerdeantwort vom 20. September 2022 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. September 2022 gab der Instrukti-
onsrichter dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich zur neu eingereichten 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 6. Septem-
ber 2022 (AB 214) zu äussern. Der Beschwerdeführer liess sich in der Fol-
ge nicht vernehmen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 4

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Juni 2022 
(AB 208). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem Zu-
sammenhang insbesondere, ob seit der Verfügung vom 24. Januar 2017 
(AB 146; vgl. hinten E. 3.1) ein medizinischer oder erwerblicher Revisions-
grund eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Zwar datiert die angefochtene Verfügung 
(vom 21. Juni 2022 [AB 208]) nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung 
vom 19. Juni 2020. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der poten-
tiellen Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf die hier zu beurtei-

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lende Neuanmeldung von Dezember 2020 (AB 155) vor dem 1. Januar 
2022 (vgl. hinten E. 2.4), während ein Revisionsgrund ab Januar 2022 nicht 
erstellt ist (vgl. hinten E. 3.7, weshalb die Bestimmungen des IVG und die-
jenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV; SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 
(aArt.) massgebend sind (vgl. auch Bundesamt für Sozialversicherungen 
[BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversiche-
rung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-

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reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 
33 S. 121 E. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 7

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV 
Nr. 36 S. 110 E. 3.1). Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann 
eine revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine 
weggefallene Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn 
diese veränderten Umstände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 
E. 5.2 S. 12; SVR 2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3). Unerheblich unter revisions-
rechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 
147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). Erfolgte nach einer 

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ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend 
gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Ein-
kommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerbli-
chen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals rechtskräftig ver-
neint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vor-
behältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen 
Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten lassen (BGE 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Dezember 
2020 (AB 155) eingetreten und hat in der angefochtenen Verfügung vom 
21. Juni 2022 (AB 208) materiell über den Rentenanspruch befunden, wes-
halb die Eintretensfrage (vgl. vorne E. 2.5.1 f.) gerichtlich nicht zu prüfen ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leis-
tungsanspruch potentiell relevante Veränderung der tatsächlichen Verhält-
nisse mit Auswirkung auf den Invaliditätsgrad eingetreten ist. Hierfür ist der 
Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten rentenablehnenden Verfügung vom 
21. Januar 2017 (AB 146) mit demjenigen, wie er sich bis zum Erlass der 
angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2022 (AB 208) entwickelt hat, zu 
vergleichen (vgl. E. 2.5.4 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 21. Januar 2017 (AB 146) basiert in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem polydisziplinären Gutachten der 
B.________ (nachfolgend: Medas 1) vom 24. August 2016 (AB 136.1). Dar-
in wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine val-
vuläre und hypertensive Kardiopathie sowie eine nichtstenosierende Koro-
narsklerose (ICD-10 I11.9), ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom, leicht-
mittelschwer (ICD-10 G47.31), und ein Asthma bronchiale, Dg 2001 (ICD-
10 J45.0), festgehalten. Weiter wurden als Diagnosen ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und 
psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), ein chronisches panverte-

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brales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.80/Z98.8), chronische Schulterbe-
schwerden der dominanten rechten Seite (ICD-10 M79.61/Z98.8), chroni-
sche Schulterbeschwerden der adominanten linken Seite (ICD-10 
M79.61/Z98.8), chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10 
M79.66/Z98.8), eine Polyallergie (ICD-10 T78.4), ein Status nach Nikoti-
nabusus bis 1990, circa 20 py (ICD-10 F17.1), und ein Status nach hepati-
scher und pleuropulmonaler Amöbiasis 1990 mit hepato-bronchialer Fistel 
nach Leberabszess (A06.4+) festgehalten (AB 136.1/37 f.).

Zusammenfassend gelangten die Gutachter zum Schluss, für eine körper-
lich leichte bis intermittierend mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit 
ohne Allergenbelastung bestehe eine 100%ige Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten 
seien nicht mehr zumutbar (AB 136.1/38 f.)

3.3

3.3.1 Im Nachgang zur Neuanmeldung von Dezember 2020 (AB 155) 
veranlasste die Beschwerdegegnerin eine erneute polydisziplinäre Begut-
achtung. Im Gutachten des C.________ (nachfolgend: Medas 2) vom 
8. Februar 2022 (AB 197.1 [Konsensbeurteilung], 197.2-197.8) diagnosti-
zierten die Dres. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und für Tropen- und Reisemedizin, E.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. med. 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Kadiologie, 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine koronare Eingefässerkran-
kung, ein chronisches zervikovertebrogenes Syndrom mit leichter Bewe-
gungseinschränkung ohne radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik, ein 
chronisches Schultersyndrom beidseits mit freier Beweglichkeit und Inserti-
onstendinose am medialen Scapulawinkel sowie eine Dysthymie (ICD-10 
F34.1). Aufgrund der koronaren Herzkrankheit liege seit September 2020 
eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit unter Betablockade (55 %) vor. Aus 
den orthopädischen Diagnosen habe sich keine spezifische Schulterpro-
blematik beidseits, speziell kein Hinweis auf eine Rotatorenmanschettener-
krankung wesentlicher Art, herausarbeiten lassen. Die zervikale Funktion 
könne als gut bewertet werden. Die Halswirbelsäule und die Schultern sei-

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en jedoch bei vorangegangenen operativen Versorgungen für die letzte 
Tätigkeit nicht ausreichend belastbar. Bei der auf dem psychiatrischen Ge-
biet diagnostizierten Dysthymie handle es sich um eine chronisch-
depressive Verstimmung, die nach Schweregrad und Dauer der einzelnen 
Episoden nicht die Kriterien für eine leichte oder mittelgradige rezidivieren-
de depressive Störung erfülle. Der Versicherte falle objektiv vor allem durch 
eine äusserst negativistische Lebenseinstellung auf. Er trage subjektive 
Beschwerden von Konzentrationsproblemen, Erschöpfung und Müdigkeit 
vor, wobei das Ausmass dieser Beschwerden die Kriterien für eine rezidi-
vierende depressive Störung nicht erfüllten. Es bestünden Einschränkun-
gen im Antrieb, eine gewisse Freudlosigkeit, Einschränkungen der Konzen-
tration aufgrund des nicht erholsamen Schlafes und das Selbstvertrauen 
sei vermindert. Subjektiv für den Beschwerdeführer selbst am meisten be-
einträchtigend sei der Libidoverlust bzw. die Impotenz. Diese habe jedoch 
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Einschränkungen der Funkti-
onsfähigkeit, die der Versicherte angebe, könne mit krankheitsbedingten 
Symptomen nicht erklärt werden (AB 197.1/7 f.). 

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut-
achter ein Asthma bronchiale, migräniforme Kopfschmerzen, eine Induratio 
penis plastica mit Deviation nach dorsal rechts, eine erektile Dysfunktion, 
einen Status nach Eradikationstherapie bei Helicobacter-Gastritis, einen 
Status nach Inguinalhernienoperation, einen Status nach Immunotherapie 
bei Polyallergie, einen Status nach schwerer hepatischer und pleuropulmo-
naler Amöbiasis 1990, einen Status nach Nikotinabusus (Stopp 1990), eine 
leichte bis mittelschwere obstruktive Schlafapnoe (ED 09/2013; unbehan-
delt), chronische Gonalgien beidseits unspezifischer Art ohne Funktions-
einschränkung, ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne 
funktionelle Einschränkung, eine radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik 
und eine Fussinsuffizienz beidseits mit submalleolärer Schmerzhaftigkeit 
links bei Pes valgus beidseits. Aus orthopädischer Sicht hätten weder an 
den Kniegelenken, noch an der Lendenwirbelsäule noch an den Füssen 
eine wesentliche Funktionsstörung objektiviert werden können 
(AB 197.1/8 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 11

Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, aufgrund der ko-
ronaren Herzkrankheit seien schwere und mittelschwere Arbeiten nicht 
möglich. Aus orthopädischer Sicht könnten keine schweren und regelmäs-
sig mittelschweren Tätigkeiten durchgeführt werden. Konkret könnten keine 
Tätigkeiten über Schulterhöhe, welche mit beiden Armen durchgeführt wer-
den müssten, geleistet werden und eine Belastung des rechten Armes über 
10 kg sei nicht möglich. Aufgrund der wechselhaften depressiven Sympto-
matik mit einer temporären Antriebsstörung, Konzentrationsstörungen und 
auch mit dem Einfluss der Schmerzproblematik seien die Durchhaltefähig-
keit und das Arbeitstempo vermindert. Aufgrund der subjektiv angegebenen 
Konzentrationsstörungen bestehe eine erhöhte Fehleranfälligkeit, ein er-
höhter Zeitbedarf für gewisse Aufgaben und für intellektuell anspruchsvolle-
re Arbeiten, die ein hohes Mass an Konzentration benötigten, sei der Be-
schwerdeführer nicht geeignet. Die Teilarbeitsunfähigkeiten seien partiell 
überlappend (AB 197/10 f.). 

Der Beschwerdeführer habe keine abgeschlossene Ausbildung. Seit seiner 
Einreise in die Schweiz im Jahr 1990 habe er nur selten und wenig gearbei-
tet, meist als Hilfskraft in ..., teilweise als ... oder im .... In einer solchen 
Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Diese Beurteilung gelte mit hoher 
Wahrscheinlichkeit bereits seit dem Jahr 2014, als der Beschwerdeführer 
an der Halswirbelsäule operiert worden sei. Durch die koronare Einaster-
krankung im Jahr 2000 (recte: 2020 [vgl. AB 197.1/12 Ziff. 4.9.1 f., 
197.5/3 f. Ziff. 6 und 8.1]) habe sich die Arbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten Tätigkeit nicht zusätzlich wesentlich verschlechtert. In einer angepass-
ten Tätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer 
könne eine leichte bis selten knapp mittelschwere wechselbelastende Ar-
beit ohne regelmässiges Arbeiten über Schulterhöhe und Arbeiten im Knien 
und Kauern respektive in Zwangshaltungen und ohne repetitives Tragen 
von Gewichten über 10 kg ausführen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 
die Einschränkung der Leistungsfähigkeit unverändert seit dem Medas 1-
Gutachten. Der Zustand des Beschwerdeführers sei aus psychiatrischer 
Sicht unter Ausschluss von nicht-medizinischen Faktoren seit jener Begut-
achtung unverändert (AB 197.1/11). 

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Weiter hielten die Gutachter fest, aus orthopädischer Sicht hätten sich der 
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich verändert. 
Neu dazu gekommen seien die kardialen Einschränkungen. Diese Verän-
derungen bestünden seit September 2020. Durch die koronare Einaster-
krankung habe sich die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 
nicht wesentlich verschlechtert. Sie sei mit hoher Wahrscheinlichkeit schon 
ab 2014 nicht mehr möglich gewesen. In einer angepassten Tätigkeit erge-
be sich zusätzlich eine globale Leistungseinschränkung bezüglich schwerer 
und mittelschwerer Arbeit (AB 197.1/12 Ziff. 4.9).

3.3.2 In der ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme vom 3. Mai 
2022 (AB 206) hielten die Gutachter unter Bezugnahme auf die im Vorbe-
scheidverfahren eingegangenen Berichte des behandelnden Psychiaters, 
Dr. med. H.________, gemäss eigenen Angaben Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH (im amtlichen Register des Bundesamtes für Ge-
sundheit [BAG; www.medregom.admin.ch] ohne fachärztliche Zusatzaus-
bildung aufgeführt), vom 18. März 2022 (AB 202/2) und des behandelnden 
Kardiologen, Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
und für Kardiologie, vom 8. März 2022 (AB 204/5 f.), fest, kardiologisch sei 
bei einer unklaren Ergometrie mit guter Leistungsfähigkeit zum Ischiämie-
ausschluss eine erneute Stressechokardiographie vorgeschlagen worden. 
Diese und eine allfällige Ischiämietherapie seien abzuwarten, bevor allen-
falls erneut Stellung genommen werden könne bezüglich des Belastungs-
profils in einer angepassten Tätigkeit. Auf jeden Fall möglich wären aussch-
liesslich körperlich leichte Arbeiten. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich 
aus dem Bericht des behandelnden Psychiaters keine neuen Erkenntnisse. 
Letzterer erwähne im Bericht selbst, dass die von ihm gestellte Diagnose 
seit langer Zeit bestehe. Auch aus den früheren Berichten des behandeln-
den Psychiaters, bei dem der Beschwerdeführer seit 2003 in Behandlung 
sei, lasse sich keine Verschlechterung des psychischen Zustandes seit 
2016 ableiten. 

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 13

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.5

3.5.1 Das Gutachten der Medas 2 vom 8. Februar 2022 (AB 197.1) ein-
schliesslich der Teilgutachten (AB 197.3-197.6) sowie die ergänzende gut-
achterliche Stellungnahme vom 3. Mai 2022 (AB 206) erfüllen die vorer-
wähnten Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige versi-
cherungsexterne medizinische Expertise und erbringen vollen Beweis (vgl. 
E. 3.4 hiervor). Die gutachterlichen Feststellungen und Ausführungen beru-
hen auf umfassenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis 
bzw. Würdigung der Vorakten sowie der geklagten Einschränkungen ge-
troffen worden. Gestützt darauf sowie die durchgeführte Zusatzdiagnostik 
(vgl. dazu AB 197.1/2, 197.4/7 und 9, 197.7) legten die Gutachter die medi-
zinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und begründeten die daraus 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand sowie zur medi-
zinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Das Gut-
achten äussert sich zudem zur vorliegend massgeblichen Frage der revisi-
onsbegründenden Veränderungen des medizinischen Sachverhaltes (vgl. 
AB 197.1/11 f.) und die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersu-
chungen fanden Eingang in die umfassende interdisziplinäre Konsensbeur-
teilung (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 14

Das Gutachten ist sodann in sich widerspruchsfrei, schlüssig und überzeu-
gend.

3.5.2 Die übrigen medizinischen Akten, namentlich die Beurteilungen der 
behandelnden Ärzte Dres. med. H.________ (AB 202/2) und I.________ 
(AB 204/5 ff.) – wozu sich die Gutachter ausdrücklich äusserten (vgl. 
AB 206) – sind demgegenüber nicht geeignet, Zweifel am Gutachten der 
Medas 2 zu wecken. So enthält das aktuelle Arztzeugnis von Dr. med. 
H.________ (AB 202/2) letztlich dieselbe Einschätzung des Gesundheits-
zustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit wie in etlichen früheren Arztberichten 
seit März 2004 (AB 7, 18, 41/20, 75/14, 96/11, 115, 158/2, 176), welche 
den Gutachtern bekannt war. Demgegenüber vermochte der behandelnde 
Psychiater – wie auch in der ergänzenden gutachterlichen Stellungnahme 
aufgezeigt (AB 206) – keine wichtigen neuen Aspekte zu benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären 
(vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

Auch aus dem Bericht des behandelnden Kardiologen, Dr. med. 
I.________, vom 8. März 2022 (AB 204/5 ff.) ergeben sich keine massge-
benden neuen Aspekte. Die vom behandelnden Kardiologen vorgeschla-
genen weiteren Abklärungen brauchen hier zudem nicht abgewartet zu 
werden. Denn gemäss der überzeugenden Beurteilung der Gutachter in der 
ergänzenden Stellungnahme vom 3. Mai 2022 (AB 206) ist so oder anders 
zumindest eine körperlich leichte Tätigkeit weiterhin möglich und zumutbar. 
Damit übereinstimmend verneinten die Gutachter, dass sich hinsichtlich der 
vormals ausgeübten Tätigkeit aufgrund der kardiologischen Erkrankung 
eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergeben 
hat, und dass schwere und mittelschwere Arbeiten nicht möglich sind (vgl. 
AB 197.1/12 Ziff. 4.91). 

Die Gutachter verneinten sodann gestützt auf umfassende Untersuchungen 
eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes auf internisti-
schem bzw. orthopädischem Fachgebiet und gingen in der Folge von einer 
unveränderten funktionellen Leistungsfähigkeit aus (AB 197.1/12 Ziff. 4.9.1, 
197.3/11 f., 197.4/10). Den übrigen medizinischen Akten sind keine dem 
entgegenstehenden Anhaltspunkte zu entnehmen. Insgesamt gelangten 
die Gutachter damit überzeugend zum Schluss, dass es in somatischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 15

Hinsicht im massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. vorne E. 3.1) zu keiner 
erheblichen Veränderung des medizinischen Sachverhaltes mit anspruchs-
relevanter Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bzw. auf den 
Invaliditätsgrad gekommen ist (vgl. AB 197.1/11 Ziff. 4.6, 197.1/12 Ziff. 4.9). 

Die psychiatrische Gutachterin, Dr. med. F.________, legte überzeugend 
dar, dass sich der Gesundheitszustand aus psychiatrischer Sicht im mass-
gebenden Vergleichszeitraum (vgl. vorne E. 3.1) im Wesentlichen nicht 
verändert hat, sondern eine seit Jahren chronifizierte Situation besteht 
(AB 197.6/16 f. Ziff. 8.1). Dem stehen die Berichte des behandelnden 
Psychiaters – wie voranstehend erwähnt – nicht entgegen. Unter diesen 
Umständen sowie angesichts des auch somatisch unverändert gebliebenen 
Gesundheitszustands erübrigt sich hinsichtlich der psychiatrisch attestier-
ten Arbeitsunfähigkeit bereits deshalb die Vornahme eines strukturierten 
Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 und 143 V 409 (vgl. Entscheid des 
BGer vom 4. Oktober 2021, 8C_308/2021, E. 5.2 mit Hinweisen). Darüber 
hinaus könnte auch unter der Annahme eines erstellten Revisionsgrundes 
angesichts der attestierten hohen Arbeitsfähigkeit auf eine Indikatorenprü-
fung verzichtet werden. Denn auch im Fall, dass auf die medizinisch attes-
tierte Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 % abgestellt würde, bestünde 
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. hinten E. 4.4).

3.6 Dem Voranstehenden zufolge bilden das Medas 2-Gutachten vom 
8. Februar 2022 (AB 197.1) und die ergänzende gutachterliche Stellung-
nahme vom 3. Mai 2022 (AB 206) eine hinreichende Grundlage für die Be-
urteilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes, weshalb 
auf weitere Beweisvorkehrungen, insbesondere in kardiologischer Hinsicht 
(vgl. vorne E. 3.5.2), verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; 
BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.7 Nach dem Dargelegten liegt im Vergleichszeitraum unter revisions-
rechtlichen Gesichtspunkten keine massgebliche Veränderung der medizi-
nischen Verhältnisse vor, die geeignet wäre, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. vorne E. 2.5.3). Insbesondere 
hat die im September 2020 hinzugetretene koronare Herzkrankheit zu kei-
ner wesentlichen Verschlechterung der Arbeitsfähigkeit geführt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 16

(AB 197.1/12 Ziff. 4.9.2; vgl. dazu vorne E. 3.5.2). Ebenso ist in erwerbli-
cher oder sonstiger Hinsicht eine revisionsrechtlich relevante Veränderung 
weder ersichtlich noch wird eine solche geltend gemacht, sodass auch 
diesbezüglich kein Revisionsgrund besteht. Mangels eines ausgewiesenen 
Revisionsgrundes (vgl. vorne E. 2.5.3) besteht damit weiterhin kein Ren-
tenanspruch, womit sich ein neuer Einkommensvergleich grundsätzlich 
erübrigt und die Beschwerde abzuweisen ist. 

4.

Selbst wenn von einem Neuanmeldungsgrund ausgegangen würde, 
bestünde auch bei einer freien Prüfung des Rentenanspruchs – wie dies 
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vornahm (vgl. 
AB 208) – kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie nachfolgend auf-
zuzeigen ist.

4.1 Gestützt auf das Medas 2-Gutachten besteht zumindest in einer 
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne regelmässiges Ar-
beiten über Schulterhöhe, ohne Arbeiten im Knien und Kauern respektive in 
Zwangshaltungen und ohne repetiertes Tragen von Gewichten über 10 kg 
und mit einer psychiatrisch begründeten Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (AB 197.1/11 Ziff. 4.7; 
206/1 unten). Unabhängig davon, ob die hauptsächlich psychiatrisch be-
gründete Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. AB 197.1/10 f. bzw. 
197.6/16 f.) mit Blick auf die normativen Vorgaben des strukturierten Be-
weisverfahrens überhaupt zu berücksichtigen ist (vgl. dazu vorne E. 3.5.2), 
ist selbst eine allfällig verminderte Arbeitsfähigkeit auf dem massgebenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt offensichtlich verwertbar. Das Abstellen auf 
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss Art. 16 ATSG dient auch dazu, 
den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslo-
senversicherung abzugrenzen. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein the-
oretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete Arbeits-
marktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsäch-
lich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder 
verringerten Chancen gesundheitlich Beeinträchtigter ab, tatsächlich eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 17

zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden. Er umschliesst einerseits 
ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nach-
frage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von 
seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält (Ent-
scheid des BGer vom 7. Juli 2022, 8C_192/2022, E. 6.1.1 mit Hinweisen). 
Ebenso steht das Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 1968 [AB 155/1 
Ziff. 1]) der Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit nicht entgegen. Ande-
re Gründe, die gegen die Verwertbarkeit sprechen würden, sind nicht er-
sichtlich. Im Übrigen war die Beschwerdegegnerin angesichts des offenen 
gutachterlichen Belastungsprofils rechtsprechungsgemäss nicht gehalten, 
die dem Beschwerdeführer verbleibenden Arbeitsaussichten und Ver-
dienstmöglichkeiten weitergehend zu konkretisieren (vgl. BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Die Beschwerdegegnerin 
ging daher zu Recht von der Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit aus.

4.2 Die Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits-
schadens hätte in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommens-
vergleichs zu erfolgen (vgl. vorne E. 2.3). Da der Beschwerdeführer weder 
über eine abgeschlossene Ausbildung noch eine angestammte Tätigkeit 
verfügt sowie seit etlichen Jahren ohne Erwerbstätigkeit ist (vgl. AB 1.1/23 
und 49 f.,155/5 f., 166, 197.1/11 Ziff. 4.6), wäre für das Valideneinkommen 
auf den geschlechtsspezifischen Totalwert der lohnstatistischen Werte der 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhe-
bungen (LSE) im untersten Kompetenzniveau abzustellen (vgl. BGE 144 I 
103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3). Da der Be-
schwerdeführer die ihm verbleibende Restarbeitsfähigkeit unbestritten nicht 
umsetzt, wären auch für das Invalideneinkommen die LSE-Tabellenlöhne 
heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 E. 
3.2) und dabei praxisgemäss auf den Totalwert des Durchschnittslohns 
(Entscheid des BGer vom 18. Dezember 2019, 8C_534/2019, E. 5.2 mit 
Hinweisen) im untersten Kompetenzniveau abzustellen. Nachdem beide 
massgebenden Vergleichseinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen sind, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Ta-
bellenlohn (vgl. SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 18

4.3 Ein Abzug vom Tabellenlohn beim Invalideneinkommen (vgl. dazu 
BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481) wäre im vorlie-
genden Fall – wie von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-
fügung zumindest implizit vertreten (AB 208/2) ist angesichts des offen 
formulierten Zumutbarkeitsprofils (vgl. AB 197.1/11 Ziff. 4.7.) nicht ange-
zeigt. Namentlich führt der Umstand, dass aufgrund des Belastungsprofils 
nicht mehr alle leichten bis mittelschweren Tätigkeiten zumutbar sind, im 
Kompetenzniveau 1 nicht ohne Weiteres zu einem Abzug beim Tabellen-
lohn (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Juli 2020, 8C_139/2020, E. 6.3.3). 
Weitere Umstände, die einen Abzug zu rechtfertigen vermöchten, sind nicht 
ersichtlich. So lässt sich im vorliegend massgebenden untersten Kompe-
tenzniveau 1 (vgl. vorne E. 4.2) ein Abzug vom Tabellenlohn weder auf-
grund sprachlicher Schwierigkeiten (vgl. statt vieler Entscheid des BGer 
vom 25. November 2021, 8C_627/2021, E. 7.2) noch infolge fehlender be-
ruflicher Ausbildung (vgl. Entscheid des BGer vom 10. September 2019, 
8C_314/2019, E. 6.2) begründen. Andere – ebenfalls invaliditätsfremde – 
Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie, Be-
schäftigungsgrad) vermögen ebenso keinen Abzug zu begründen, da sie 
beim – ebenfalls statistisch erhobenen – Valideneinkommen gleichermas-
sen zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 
8C_42/2008, E. 5).

4.4 Bei Gegenüberstellung der massgebenden Vergleichseinkommen 
würde damit – entsprechend der um 30 % reduzierten Arbeitsfähigkeit (vgl. 
vorne E. 3.5.2 bzw. AB 197.1/11 Ziff. 4.7) – ein rentenausschliessender 
(vgl. vorne E. 2.4) Invaliditätsgrad von 30 % resultieren. Der Beschwerde-
führer hätte demzufolge auch im Rahmen einer freien Prüfung der An-
spruchsvoraussetzungen keinen Anspruch auf eine Invalidenrente.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 21. Juni 2022 
(AB 208) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 19

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

6.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Dez. 2022, IV/22/465, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.