# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75ee334c-4113-53ef-8706-acc67ef73cac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2008 D-5742/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5742-2006_2008-08-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5742/2006
sch/bah
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, Richter Blaise Pagan,
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A._______, geboren _______,
angeblich Afghanistan,
vertreten durch Werner Greiner, Rechtsanwalt, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
6. Januar 2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5742/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat nach eigenen An-
gaben zirka im November 2005 und gelangte am 12. Dezember 2005 
in die Schweiz, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte. 

A.a Am  15.  Dezember  2005  wurde  der  Beschwerdeführer  im  Emp-
fangszentrum A._______ befragt. Er sagte aus, die Taliban hätten ihm 
vorgeworfen,  er  unterstütze die afghanische Regierung. Er  habe ge-
sagt, dies entspreche nicht der Wahrheit, sein Vater habe ja den Tali-
ban angehört. Eines nachts seien die Taliban zu ihm gekommen und 
hätten ihn zur Zusammenarbeit aufgefordert. Am folgenden Tag seien 
die Regierungssoldaten zu ihm gekommen und hätten ihm vorgewor-
fen, die Taliban seien bei ihm gewesen. Ein Nachbar habe ihn bei sich 
versteckt, bis er einen Schlepper gefunden habe. Er habe seine ver-
storbene Frau gegen den Willen deren Familie geheiratet. Die Brüder 
seiner Gattin hätten ihr Haus angegriffen und auf sie geschossen, wo-
bei seine Frau getötet und er am Fuss verletzt worden sei. Die Dorfver-
sammlung habe danach die Feindschaft beilegen können; seit einem 
Jahr habe er die Brüder seiner Frau nicht mehr gesehen.

A.b Im Auftrag der Vorinstanz führte ein von ihr beauftragter Experte 
am 19. Dezember 2005 ein Telefongespräch mit dem Beschwerdefüh-
rer durch. Anhand desselben erstellte er einen Bericht (LINGUA-Analy-
se) über dessen Herkunft. Der Experte gelangte zum Schluss, der Be-
schwerdeführer gehöre zweifellos der Ethnie der Paschtunen an und 
stamme sehr wahrscheinlich aus Pakistan.

A.c Am 22. Dezember 2005 teilte das BFM dem Beschwerdeführer im 
Rahmen des mündlich gewährten rechtlichen Gehörs mit, gemäss der 
durchgeführten  LINGUA-Analyse  stamme  er  nicht  aus  Afghanistan 
sondern sehr wahrscheinlich aus Pakistan. Der Beschwerdeführer be-
kräftigte, aus Afghanistan zu stammen.

A.d Das BFM führte  am 4. Januar  2006 eine direkte  Anhörung des 
Beschwerdeführers durch. Er sagte im Wesentlichen aus, die Soldaten 
und  die  Taliban  hätten  ihm  das  Leben  schwer  gemacht.  Sein  Vater 
habe beim "heiligen Krieg"  mitgemacht  und sei  verschollen,  seit  die 
Amerikaner in Afghanistan seien. Seine mittlerweile verstorbene Mut-
ter habe ihm vor etwa einem Jahr gesagt, die Taliban seien gekommen 

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und  hätten  nach  ihm  gefragt.  Später  seien  die  Taliban  in  seiner 
Abwesenheit ein zweites Mal gekommen. Nachbarn hätten ihm erzählt, 
sie  hätten  ihn  mitnehmen  wollen.  Drei  Tage  nach  dem  Tod  seiner 
Mutter  seien  die  Taliban  ein  drittes  Mal  gekommen;  er  habe  sie 
kommen sehen und habe bei einem Bekannten Zuflucht gefunden. Am 
folgenden Tag habe ihm eine Person namens B._______ gesagt, die 
Taliban  würden  ihm  Zusammenarbeit  mit  der  Regierung  vorwerfen. 
Danach  seien  die  Regierungssoldaten  gekommen  und  hätten  sein 
Haus  zerstört.  Einige  Tage  später  sei  er  mit  einem  Schlepper 
weggegangen.  Für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  wird  auf  die 
Akten verwiesen.

B.
Mit Verfügung vom 6. Januar 2006 stellte das BFM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl-
gesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerde-
führers aus der Schweiz und deren Vollzug. Die vom Beschwerdefüh-
rer eingereichte Identitätskarte wurde eingezogen.

C.
Mit Eingabe an die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) vom 
3. Februar 2006 beantragte der Beschwerdeführer durch seinen Ver-
treter, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben und 
ihm sei Asyl zu gewähren. Eventuell sei vom Vollzug der Wegweisung 
abzusehen und das BFM anzuweisen, die vorläufige Aufnahme anzu-
ordnen.  Es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  gewähren 
und auf die Erhebung einer Kaution zu verzichten. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Februar 2006 teilte der Instruktionsrich-
ter der ARK dem Beschwerdeführer mit, über das Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021)  werde zu einem späteren Zeitpunkt  befunden. 
Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzichtet.

E.
Das BFM beantragte in der Vernehmlassung vom 14. Februar 2006 die 
Abweisung der Beschwerde.

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F.
In seiner Stellungnahme vom 3. März 2006 hielt der Beschwerdeführer 
an seinen Anträgen fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das Bun-
desamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG 
und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1,  50  und  52  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-

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schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Das BFM begründete seinen ablehnenden Entscheid damit, dass 
der Beschwerdeführer seine Unfähigkeit, auf die ihm gestellten Fragen 
zu antworten, damit begründet habe, Analphabet zu sein. Dies sei eine 
Schutzbehauptung, zumal er das Personalienblatt selbständig ausge-
füllt habe. Er könne somit nicht nur lesen und das Geschriebene ver-
stehen, sondern auch in Paschtou sowie in lateinischer Schrift schrei-
ben. Des Weiteren sei festzuhalten, dass die von ihm eingereichte af-
ghanische Identitätskarte aufgrund der bekanntermassen hohen Fäl-
schungsrate  und  des  problemlosen  käuflichen  Erwerbs  als  für  den 
Nachweis seiner Identität untauglich gewertet werden müsse. Die vor-
liegende  Identitätskarte  sei  aufgrund  ihrer  Machart  auf  den  ersten 
Blick als Fälschung erkennbar. Er könne zudem keine konkreten Anga-
ben über die Ausstellung des Dokuments machen. Auf die Frage nach 
seiner Verwandtschaft habe er bei der Befragung im Empfangszentrum 
gesagt,  er habe zwei Onkel mütterlicherseits, während er bei der di-
rekten  Bundesanhörung  angegeben  habe,  keine  Verwandtschaft  zu 
haben. Die Darstellung seiner Reise in die Schweiz gleiche den ste-
reotypen Vorbringen zahlreicher Asylbewerber, die nicht bereit seien, 
ihre Identität zu belegen. Hinzu komme, dass seine Angaben über die 
Reiseumstände als realitätsfremd und unsubstanziiert zu qualifizieren 
seien. So habe er offenbar nicht verstanden, dass er in drei Flughäfen 
hätten  gewesen  sein  sollen,  wenn  er  mit  zwei  Flugzeugen  gereist 
wäre; zudem habe er bei der Erstbefragung zunächst nur ein Flugzeug 
erwähnt. Ausserdem sei er nicht in der Lage gewesen, auch nur eine 
Station auf dem Reiseweg zu nennen. Schliesslich sei seine Aussage, 

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er habe nie Identitätsdokumente vorweisen müssen, realitätsfremd. Er 
habe sich unsubstanziiert und tatsachenwidrig zu seinem angeblichen 
Herkunftsland geäussert. Er  spreche lediglich  Paschtou und verfüge 
somit  über  keine  für  Afghanistan  typischen  Sprachkenntnisse. 
Anlässlich  der  Herkunftsbefragung  sei  festgestellt  worden,  dass  die 
Sprechweise  und  die  Wortwahl  auf  ein  anderes  Herkunftsland 
hindeuteten.  Er  verfüge  nur  über  unvollständige  geographische 
Kenntnisse  bezüglich  seines  Herkunftsortes  und  seiner 
Herkunftsregion  und  habe  dazu  keine  korrekten  Angaben  zur 
Wirtschaft  beziehungsweise  Landwirtschaft  derselben  machen 
können. Ausserdem seien seine Angaben zu Politik  und Geschichte 
seines angeblichen Herkunftslandes wenig konkret und vage. Aufgrund 
der Akten stehe fest,  dass die behauptete Herkunft  aus Afghanistan 
nicht  geglaubt  werden  könne.  Daher  erübrige  es  sich,  auf  weitere 
ungereimte  Aussagen  hinsichtlich  Afghanistans  und  seines 
angeblichen Herkunftsortes  näher  einzugehen. Schliesslich erwiesen 
sich auch seine Ausführungen zu den geltend gemachten Ereignissen 
als unglaubhaft. Seine Aussagen seien insgesamt ausweichend, vage 
und stereotyp. Er sei nicht in der Lage gewesen, konkrete Aussagen 
über  die  Taliban und deren Aktivitäten zu  machen. Es sei  ihm auch 
nicht  gelungen,  nachvollziehbar  darzulegen,  weshalb  gerade  er  das 
Interesse  der  Taliban  und  der  Regierungssoldaten  hätte  auf  sich 
ziehen sollen. Er habe nicht sagen können, weshalb die Brüder seiner 
Ehefrau mit der Heirat nicht hätten einverstanden sein sollen, und es 
sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  er  nach  den  ersten  Übergriffen 
durch  die  Taliban  und  dem Tod seiner  Ehefrau  noch  im  Heimatdorf 
geblieben sei. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht,  der Beschwerdeführer 
habe Verfolgungen von drei  Seiten geltend gemacht. Die seitens der 
Regierungssoldaten  erlittene  Verfolgung  sei  asylrechtlich  beachtlich, 
werde ihm doch eine verbotene politische Aktivität (Unterstützung der 
Taliban) vorgeworfen. Auch die Verfolgung durch die Taliban selbst sei 
angesichts  der  speziellen  Situation  in  Afghanistan  asylrelevant.  Die 
Regierung kontrolliere nur den Grossraum Kabul; für das übrige Gebiet 
müsse von einer Situation allgemeiner Gewalt ausgegangen werden, 
weshalb ein Schutz vor Übergriffen nicht gewährleistet werden könne. 
Dasselbe gelte für die Nachstellungen der Brüder seiner verstorbenen 
Frau,  die  im machtfreien  Raum erfolgt  seien. Der  Einschätzung  der 
Vorinstanz, er stamme nicht aus Afghanistan, sei nicht zu folgen. Es 
sei richtig, dass er nur Paschtou spreche, was nicht gegen ihn spre-

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che, da diese Sprache in einem Teil Afghanistans und in Pakistan ge-
sprochen werde. Weshalb seine Sprechweise und die Wortwahl auf ein 
anderes Land hindeuteten, werde nicht substanziiert, weshalb darauf 
nicht einzutreten sei. Es möge zutreffen, dass er unvollständige geo-
graphische Kenntnisse habe und wenig Angaben über Wirtschaft, Poli-
tik und Geschichte gemacht habe. Dies genüge aber nicht, um von ei-
ner anderen Staatsangehörigkeit  auszugehen. Er verfüge über keine 
schulische Ausbildung, weshalb nicht erstaunlich sei, wenn seine An-
gaben in diesem Bereich lückenhaft seien. Die Vorinstanz behaupte, er 
habe tatsachenwidrige Angaben gemacht, es würden aber keine Bei-
spiele angeführt. Er  habe seine Staatszugehörigkeit  durch Urkunden 
belegt.  Die  Vorinstanz  behaupte,  die  eingereichte  Identitätskarte  sei 
auf den ersten Blick als Fälschung erkennbar; auch diese Behauptung 
werde nicht substanziiert,  weshalb von einer afghanischen Staatsan-
gehörigkeit auszugehen sei. In diesem Zusammenhang sei darauf hin-
zuweisen, dass er  richtige Angaben über sein Heimatland habe ma-
chen können, was von einem Nichtafghanen nicht zu erwarten sei. Die 
Vorinstanz mache weiter geltend, er habe realitätsfremde Angaben zu 
den  Reiseumständen  gemacht.  Die  beanstandeten  Punkte  seien  ty-
pisch für eine Person, welche noch nie im Ausland gewesen sei und 
über keine Schulbildung verfüge. Es möge in seinen Aussagen Wider-
sprüche geben, die jedoch Nebenpunkte der Asylbegründung beträfen 
und nicht geeignet  seien, seine Glaubwürdigkeit  ernsthaft  zu tangie-
ren.

4.3 Die Vorinstanz  räumt  in  ihrer  Vernehmlassung ein,  dass  es sich 
bezüglich der Ausführungen in der Verfügung, wonach die eingereichte 
Identitätskarte  offensichtlich  als  Fälschung  erkennbar  sei,  um einen 
Irrtum der Sachbearbeiterin handle. An den übrigen Erwägungen zur 
Identitätskarte,  insbesondere  zum  problemlosen  käuflichen  Erwerb, 
werde festgehalten. Bezüglich der Erwägungen betreffend die Herkunft 
des Beschwerdeführers werde auf Art. 40 Abs. 2 AsylG sowie auf das 
Interesse des BFM, den Lerneffekt durch Offenlegung des Vorgehens 
bei Herkunftsgutachten zu vermeiden, hingewiesen. Es sei festzuhal-
ten, dass die Bereiche, in welchen seine Kenntnisse lückenhaft seien, 
im Entscheid genannt worden seien. Im Übrigen seien diese dem Be-
schwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs anhand konkreter 
Beispiele vorgehalten worden. Aus den Protokollen der Erstbefragung 
und der direkten Bundesanhörung gehe klar hervor, dass er nur über 
dürftige Kenntnisse hinsichtlich seiner behaupteten Herkunft  verfüge. 
Es sei daher auf die ihm offenstehende Möglichkeit der Akteneinsicht 

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zu  verweisen,  die  offenbar  bisher  noch  nicht  genutzt  worden  sei. 
Zusammen mit  den entscheidrelevanten Akten sei  es ihm sehr  wohl 
möglich, sich auf Beschwerdeebene zu den Entscheiderwägungen zu 
äussern.

4.4 Der  Beschwerdeführer  entgegnet  in  seiner  Stellungnahme,  die 
Vorinstanz gehe inhaltlich nicht auf die Argumente in der Beschwerde-
schrift  ein. Sie  behaupte  nach wie  vor,  er  verfüge nur  über  dürftige 
Kenntnisse bezüglich seiner  behaupteten Herkunft. Es werde jedoch 
eine  substanziierte  Auseinandersetzung  mit  den  in  der  Beschwerde 
vorgebrachten Argumenten vermisst.

5.
5.1 Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers ist vorab 
darauf hinzuweisen, dass sein Vorbringen, er sei Analphabet nicht zu 
überzeugen vermag. Er war offenbar in der Lage, das Personalienblatt 
(act. A2/2), das ihm im Empfangszentrum vorgelegt wurde, selbständig 
auszufüllen. Den  Eintragungen  auf  der  Rückseite  ist  zu  entnehmen, 
dass  er  sogar  zumindest  über  Grundkenntnisse  der  lateinischen 
Schrift  verfügt. Bei der Anhörung sagte er auf Nachfrage zuerst aus, 
man habe ihm in der Koranschule weder lesen noch schreiben beige-
bracht. Im weiteren Verlauf der Befragung räumte er dann ein, „etwas 
kann ich doch schreiben“. Insgesamt ist aufgrund des Aussageverhal-
tens  des Beschwerdeführers  zu schliessen,  er  versuche seine über-
wiegend  vagen  und  nicht  überzeugenden  Angaben  (vgl.  dazu  die 
nachfolgenden Erwägungen) durch das Vorschieben der Behauptung, 
er sei Analphabet, zu erklären.

5.2 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung berechtigter-
weise  darauf  hin,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers 
nicht den Eindruck erwecken, er sei auf die von ihm genannte Art und 
Weise in die Schweiz gelangt. So machte er unterschiedliche Angaben 
zur  Flugreise,  konnte  keine  konkreten  Angaben  zum  Reiseweg  ma-
chen  und  behauptete,  er  sei  nie  kontrolliert  worden.  Insbesondere 
Letzteres  ist  klar  tatsachenwidrig,  werden  doch  Flugreisende  in  der 
Regel  sogar  mehrfach kontrolliert. Die  in  der Beschwerde gegebene 
Erklärung, die von der Vorinstanz beanstandeten Punkte seien typisch 
für eine Person, die noch nie im Ausland gewesen sei und über keine 
Schulbildung verfüge, überzeugt  nicht,  da es dem Beschwerdeführer 
nicht gelungen ist, ebendies glaubhaft zu machen. Wie oben unter 5.1 
erwogen wurde, ist davon auszugehen, er verfüge über eine wesent-

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lich bessere schulische Ausbildung, als er vorgibt. Dass er nicht in der 
Lage  war,  seine Reise  in  die  Schweiz  nachvollziehbar  zu  schildern, 
deutet darauf hin, er habe die Reise von einem anderen Staat aus un-
ternommen und sich seit längerer Zeit nicht mehr in seiner Heimatregi-
on aufgehalten. Die vorstehenden Erwägungen bestätigen die beste-
henden Zweifel an der persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwerde-
führers.

5.3 Das BFM hat den Beschwerdeführer über die Fachstelle LINGUA 
einer Analyse (in den Bereichen Herkunftsanalyse auf der Basis cha-
rakteristischer  Merkmale  in  der  Sprechweise  sowie  Analyse  landes-
kundlich-kultureller Anhaltspunkte) unterzogen und ihm 22. Dezember 
2005  das  rechtliche  Gehör  zu  den  Abklärungsergebnissen  gewährt. 
Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt in Anlehnung an die unver-
ändert geltende Praxis der ARK die LINGUA-Analysen des BFM nicht 
als Sachverständigengutachten (im Sinne von Art. 12 Bst. e VwVG und 
Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Zivil-
prozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern als schriftliche 
Auskünfte einer Drittperson (im Sinne von Art. 12 Bst. c VwVG bezie-
hungsweise Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG), misst ihnen indessen – 
sofern bestimmte Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objek-
tivität und Neutralität des Experten wie auch an die inhaltliche Schlüs-
sigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt werden – erhöhten 
Beweiswert zu (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 14  E. 7 S. 89,  1998 
Nr. 34 S. 284 ff.). Die vorliegende Analyse hinterlässt einen nachvoll-
ziehbaren und überzeugenden Eindruck und gibt insbesondere bezüg-
lich des Resultates zu keinen Beanstandungen Anlass, weshalb ihr er-
höhter Beweiswert zuzumessen ist. Der Beschwerdeführer vermochte 
im Rahmen des rechtlichen Gehörs und auch in der Beschwerde die in 
der Analyse enthaltenen Schlussfolgerungen nicht zu widerlegen. Es 
trifft zwar zu, dass ihm im Rahmen des rechtlichen Gehörs konkretere 
Vorhalte  hätten  gemacht  werden können,  es  kann aber  nicht  davon 
ausgegangen werden, eine Stellungnahme sei ihm verunmöglicht wor-
den. Wie bereits vorstehend ausgeführt,  erachtet  es das Bundesver-
waltungsgericht als nicht glaubhaft,  dass er Analphabet  ist  und über 
keinerlei schulische Bildung verfügt. Unter diesem Gesichtspunkt ver-
mag seine Erklärung im Rahmen des rechtlichen Gehörs, er sei  An-
alphabet und wisse von nichts, weder als plausibel erscheinen lassen, 
weshalb er  nur oberflächliche und teilweise falsche Angaben zu sei-
nem angeblichen Herkunftsgebiet  machen konnte,  noch,  weshalb  er 

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die  in  dieser  Region  hauptsächlich  angebauten  Landwirtschaftspro-
dukte nicht korrekt benennen konnte. Zudem verwendete er mehrfach 
Ausdrücke aus dem Urdu, die sehr wohl in Pakistan, aber kaum in Af-
ghanistan  verwendet  werden.  Seine  Erklärung,  Urdu  und  Paschtou 
„seien  sehr  nah“,  vermag diesbezüglich  nicht  zu  überzeugen. Hinzu 
kommt, dass er auch in der Anhörung nicht in der Lage war, die von 
ihm angegebene Herkunft  glaubhaft  zu  machen. Das Bundesverwal-
tungsgericht  geht  aus den oben genannten Gründen davon aus, der 
Beschwerdeführer  stamme nicht  wie geltend gemacht  aus dem Dorf 
B._______, Region C._______ (Provinz Nangarhar). 

5.4 Darüber hinaus, vermochten auch die Aussagen des Beschwerde-
führers  zur  angeblich  erlittenen  bzw. drohenden  Verfolgung  nicht  zu 
überzeugen. Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung aufgezeigt, dass der 
Beschwerdeführer keine konkreten Angaben zu der ihm angeblich dro-
henden Verfolgung machen konnte. Er machte widersprüchliche Anga-
ben zu den im angeblichen Heimatland wohnenden Verwandten und 
erwähnte bei der Erstbefragung mit keinem Wort, dass sein Haus zer-
stört worden sein solle. Da in der Beschwerde auf die Feststellungen 
der Vorinstanz im Einzelnen nicht eingegangen wird, erübrigt es sich, 
diese nochmals detailliert anzuführen. Diesbezüglich ist auf die ange-
fochtene Verfügung zu verweisen.

5.5 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
unglaubhafte  Angaben zu seiner  Herkunft,  seinem Reiseweg,  seiner 
schulischen Ausbildung und den persönlichen Lebensumständen so-
wie zur geltend gemachten Verfolgung machte. Aufgrund der gesamten 
Aktenlage ist nicht nur die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu vernei-
nen, sondern auch seine persönliche Glaubwürdigkeit als schwer er-
schüttert zu bezeichnen.

5.6 In  der  Beschwerde wird zu Recht  darauf  hingewiesen,  dass der 
Beschwerdeführer eine afghanische Identitätskarte einreichte und die 
Vorinstanz in  der  angefochtenen Verfügung nicht  ausführte,  weshalb 
diese  offensichtlich  gefälscht  sei.  Die  Vorinstanz  räumte  in  der  Ver-
nehmlassung ein, in der Verfügung sei die Identitätskarte irrtümlicher-
weise als offensichtlich gefälscht bezeichnet worden. Das Bundesver-
waltungsgericht geht  aufgrund der gesamten Aktenlage dennoch da-
von aus, dass der Beschwerdeführer die eingereichte Identitätskarte, 
die keinerlei Sicherheitsmerkmale aufweist und deshalb leicht fälsch-
bar  bzw. bei  Schlepper-Organisationen erwerbbar  ist,  vorliegend mit 

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überwiegender  Wahrscheinlichkeit  unrechtmässig  erworben  hat.  Die 
Unglaubhaftigkeit  seiner  Vorbringen  in  verschiedenen  Punkten  und 
seine erschütterte persönliche Glaubwürdigkeit lassen diesen Schluss 
als gerechtfertigt erscheinen.

5.7 Da die Vorbringen des Beschwerdeführers sich als unglaubhaft er-
wiesen  haben  und  sich  keine  anderweitigen  Hinweise  auf  eine  ihm 
drohende  Verfolgung  ergeben,  erscheint  die  von  ihm  geäusserte 
Furcht vor einer Rückkehr in den wirklichen Heimatstaat als nicht be-
gründet.

5.8 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, 
weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusammenfassend folgt, 
dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die 
Glaubhaftigkeit  von  Art.  7  AsylG  nicht  genügen.  Die  Vorinstanz  hat 
sein Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt.

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimat- bzw. Herkunftsstaat 
ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Ausschaffung in den Heimat- bzw. Herkunftsstaat dort mit beachtli-
cher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbo-
tenen Strafe oder  Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand-
lung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hin-
weisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.), wovon ange-
sichts des Umstandes, dass er seine tatsächliche Herkunft verschlei-

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ert, nicht auszugehen ist. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.4.1 Da der  Beschwerdeführer  den  Asylbehörden  gegenüber  seine 
wirkliche Herkunft verschleiert, ist eine sinnvolle Prüfung von Vollzugs-
hindernissen nicht möglich. Er enthält den Asylbehörden wesentliche 
Sachverhaltselemente zur Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs willentlich vor, und hat die Folgen seiner mangelhaften 
Mitwirkung zu tragen. Die amtliche Prüfung muss hier ihre Grenzen fin-
den, denn es lässt sich nicht weiter abklären, ob allenfalls Umstände 
gegeben sein könnten, die gegen den Vollzug sprechen würden. 

7.4.2 Insgesamt  liegen  jedoch  keine  Hinweise  darauf  vor,  der  Be-
schwerdeführer  würde im Falle der Wegweisung in  eine existenzver-
nichtende Situation geraten. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich 
damit als zumutbar.

7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 

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und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, 
da der Beschwerdeführer seit über einem Jahr arbeitstätig ist und an-
gesichts  der  verhältnismässig  tiefen Kosten nicht  davon auszugehen 
ist, er sei nicht in der Lage, ohne Beeinträchtigung des notwendigen 
Lebensunterhaltes die Prozesskosten zu bestreiten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)

- (kantonale Behörde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

Versand: 

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