# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ffbaeac2-88de-56e5-a53e-21a20d92287c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.08.2023 A-1280/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1280-2022_2023-08-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 26.11.2024 (1C_493/2023) 

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1280/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Alexander Misic (Vorsitz), 

Richterin Christine Ackermann,  

Richter Maurizio Greppi,    

Gerichtsschreiberin Anna Wildt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Nachrichtendienst des Bundes NDB,  

Papiermühlestrasse 20, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Datenschutz; Verweigerung Auskunft. 

 

 

 

A-1280/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ ersuchte den Nachrichtendienst des Bundes NDB mit 

Schreiben vom 8. Februar 2020 um Auskunft zu sämtlichen Daten, die der 

NDB über ihn in den Datensystemen und Datenbanken gespeichert habe. 

Mit Antwortschreiben vom 6. April 2021 teilte ihm der NDB mit, dass er in 

mehreren Informations- und Speichersystemen nicht verzeichnet sei. In 

Bezug auf weitere Datenbanken, darunter das integrale Analysesystem 

Gewaltextremismus (IASA-GEX), schob er die Auskunft auf.  

A.b Mit nachträglicher Benachrichtigung vom 17. Februar 2022 kam der 

NDB auf das Gesuch vom 8. Februar 2020 zurück und führte aus, der Auf-

schub der Auskunft sei aus Gründen des Geheimhaltungsinteresses an 

zwei Quellendokumenten erfolgt, in denen noch andere Personen erwähnt 

seien. Der Begriff Quellendokument bezeichnet das Ergebnis der struktu-

rierten Erfassung von Originaldokumenten (vgl. Art. 2 Bst. e der Verord-

nung über die Informations- und Speichersysteme des Nachrichtendiens-

tes des Bundes [VIS-NDB, SR 121.2]). Da die Quellendokumente automa-

tisiert gelöscht worden seien, sei der Aufschub dahingefallen und ihm Aus-

kunft zu vier Dokumenten zu erteilen. Bezüglich eines fünften Dokuments 

sei man nach einer eingehenden Überprüfung zum Schluss gelangt, dass 

zum Schutze der inneren Sicherheit keine Auskunft erteilt werden könne. 

Das Dokument sei aber gelöscht beziehungsweise sei sein Name darin 

geschwärzt worden und er sei daher darin nicht mehr auffindbar. Die Aus-

kunft über gelöschte Daten richte sich nach dem Datenschutzgesetz; für 

die Begründung der Verweigerung werde auf die Verfügung vom 17. Feb-

ruar 2022 verwiesen (vgl. Sachverhalt Bst. A.c hiernach).   

A.c Am gleichen Tag erliess der NDB eine Verfügung, mit der er die Aus-

kunft über ein Dokument verweigerte, das im Informationssystem IASA-

GEX NDB gespeichert war. Er führte aus, dass die Einschränkung des Aus-

kunftsrechts zwar zu begründen sei, im Bereich der inneren oder äusseren 

Sicherheit aber nicht allzu hohe Anforderungen an die Begründungspflicht 

gestellt werden könnten, weil sonst das zuständige Bundesorgan preisge-

ben müsste, was mit der Auskunftsverweigerung verschwiegen werden 

sollte. Zum Zeitpunkt des Auskunftsgesuchs habe sich ein Dokument vom 

30. März 2019 in der Datenbank befunden, das inzwischen gelöscht wor-

den sei. Dazu sei ihm die Auskunft wegen überwiegender öffentlicher Inte-

ressen (Art. 9 Abs. 2 Bst. a des Datenschutzgesetzes [DSG, SR 235.1]) 

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Seite 3 

sowie aufgrund eines Gesetzes im formellen Sinn zu verweigern (Art. 9 

Abs. 1 Bst. a DSG i.V.m. Art. 20 Abs. 4 des Nachrichtendienstgesetzes 

[NDG, SR 121]). Das Dokument betreffe Daten, die im Rahmen der beson-

deren Auskunfts- und Meldepflicht von einer anderen Behörde übermittelt 

worden seien. Der Bundesrat habe nach Art. 20 Abs. 4 NDG in einer nicht 

öffentlichen Liste festgelegt, welche Vorgänge und Feststellungen unauf-

gefordert zu melden seien. Aufgrund der Nichtöffentlichkeit dieser melde-

pflichtigen Vorgänge und Feststellungen könne keine Auskunft über seine 

Daten erfolgen, da ansonsten Rückschlüsse auf den Inhalt der nicht öffent-

lichen Liste möglich wären. Nur mit einer Verweigerung der Auskunft könne 

den öffentlichen Interessen an der Geheimhaltung dieser Liste Rechnung 

getragen werden.   

B.  

Gegen die Verfügung des NDB (nachfolgend: Vorinstanz) erhob A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 17. März 2022 Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung sowie die Verpflichtung des NDB, ihm voll-

umfänglich Auskunft über alle über ihn vorhandenen Daten in allen Doku-

menten im System IASA-GEX NDB zu erteilen, einschliesslich des Doku-

ments vom 30. März 2019. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

C.  

Mit Verfügung vom 23. März 2022 forderte der Instruktionsrichter den Be-

schwerdeführer zur Verbesserung seines Gesuchs um unentgeltliche 

Rechtspflege auf und setzte ihm Frist an, um ein Formular zum Nachweis 

seiner Mittellosigkeit einzureichen. Da der Beschwerdeführer dieser Anord-

nung nicht nachkam, wurde er aufgefordert, einen Kostenvorschuss zu 

leisten. Der Beschwerdeführer kam dieser Aufforderung innert Frist nach. 

D.  

Mit Vernehmlassung vom 8. Juni 2022 beantragte die Vorinstanz die Ab-

weisung der Beschwerde.   

E.  

In der Replik vom 18. Juli 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be-

gehren fest.  

F.   

Mit Duplik vom 22. August 2022 hielt die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Nach Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sin-

ne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 

VGG gegeben ist.   

Die angefochtene Verfügung ist ein zulässiges Anfechtungsobjekt und 

stammt von einer Behörde im Sinne von Art. 33 Bst. d VGG; es liegt keine 

Ausnahme im erwähnten Sinn vor, zumal Art. 32 Abs. 1 Bst. a VGG nicht 

zur Anwendung gelangt (Urteil des BGer 1C_377/2019 vom 1. Dezember 

2020 E. 1, nicht publiziert in BGE 147 I 280; Urteil des BVGer A-4725/2020 

vom 1. Februar 2023 E. 1 m.w.H.). Das Bundesverwaltungsgericht ist dem-

nach für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs.1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat. 

Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen 

und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung, mit der seinem Gesuch 

nicht entsprochen wurde, sowohl formell als auch materiell beschwert. Er 

ist daher zur Beschwerde legitimiert. 

1.3 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

Es wendet das Recht von Amtes wegen an und ist an die Begründung der 

Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 

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Seite 5 

3.   

3.1 Die Informationsbeschaffung und -bearbeitung des NDB dient unter an-

derem dem frühzeitigen Erkennen und Verhindern von Bedrohungen der 

inneren oder äusseren Sicherheit (Art. 6 Abs. 1 Bst a NDG). Nach den in 

Art. 5 NDG festgelegten Grundsätzen der Informationsbeschaffung be-

schafft der NDB zur Erfüllung seiner Aufgaben Informationen aus öffentlich 

und nicht öffentlich zugänglichen Informationsquellen (Abs. 1). Er kann 

auch Personendaten beschaffen, ohne dass dies für die betroffene Person 

erkennbar ist (Art. 5 Abs. 4 NDG). Dabei dürfen grundsätzlich keine Daten 

über die politische Betätigung und über die Ausübung der Meinungs-, Ver-

sammlungs- oder Vereinigungsfreiheit in der Schweiz beschafft und bear-

beitet werden (Art. 5 Abs. 5 NDG). Eine Ausnahme gilt, wenn konkrete An-

haltspunkte vorliegen, dass eine Person oder Organisation ihre Rechte 

ausübt, um terroristische, verbotene nachrichtendienstliche oder gewalttä-

tig-extremistische Tätigkeiten vorzubereiten oder durchzuführen (Art. 5 

Abs. 6 NDG) sowie zur Beurteilung der Bedrohungen, die von Organisati-

onen und Gruppierungen auf der Beobachtungsliste nach Art. 72 NDG aus-

gehen (Art. 5 Abs. 8 NDG). 

3.2 Zur Erfüllung seiner Aufgaben betreibt der NDB verschiedene Informa-

tionssysteme (vgl. Art. 47 Abs. 1 NDG). Das NDG hält als lex specialis zum 

Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) für bestimmte Datenbanken Vorbe-

halte zum Auskunftsrecht fest. Für das integrale Analysesystem Gewaltex-

tremismus (IASA-GEX NDB) sieht Art. 63 Abs. 2 NDG die Möglichkeit der 

Einschränkung des Auskunftsrechts mittels eines Aufschubs unter Vorbe-

halt eines indirekten Auskunftsrechts vor (vgl. zum Ganzen ausführlich Ur-

teile des BVGer A-4715/2020 vom 23. November 2022 E. 5.4 m.w.H., 

A-4725/2020 vom 1. Februar 2023 E. 7.3). Sobald kein Geheimhaltungsin-

teresse mehr an Daten besteht, spätestens aber nach Ablauf der Aufbe-

wahrungsdauer, erteilt die Vorinstanz der gesuchstellenden Person nach 

dem DSG Auskunft, sofern dies nicht mit übermässigem Aufwand verbun-

den ist (Art. 63 Abs. 4 NDG). 

3.3 Nach Art. 8 DSG kann jede Person vom Inhaber einer Datensammlung 

Auskunft darüber verlangen, ob Daten über sie bearbeitet werden (Abs. 1). 

Nach Art. 9 Abs. 1 DSG kann der Inhaber der Datensammlung die Auskunft 

verweigern, einschränken oder aufschieben, soweit ein Gesetz im formel-

len Sinn dies vorsieht (Bst. a) oder es wegen überwiegender Interessen 

Dritter erforderlich ist (Bst. b). Zudem kann ein Bundesorgan nach Art. 9 

Abs. 2 DSG die Auskunft verweigern, einschränken oder aufschieben, 

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soweit dies wegen überwiegender öffentlicher Interessen, insbesondere 

der inneren oder äusseren Sicherheit der Eidgenossenschaft, erforderlich 

ist (Bst. a), oder die Auskunft den Zweck einer Strafuntersuchung oder ei-

nes anderen Untersuchungsverfahrens in Frage stellt (Bst. b). Sobald der 

Grund für die Verweigerung, Einschränkung oder Aufschiebung einer Aus-

kunft wegfällt, muss das Bundesorgan die Auskunft erteilen (Abs. 3). 

Abgesehen von Fällen, in denen eine formelle gesetzliche Grundlage eine 

Verweigerung, eine Einschränkung oder einen Aufschub der Auskunft ohne 

Interessenabwägung zulässt bzw. verlangt, steht eine Einschränkung des 

Auskunftsrechts somit unter dem Vorbehalt einer Interessenabwägung; im 

Fall einer entsprechenden formellen gesetzlichen Grundlage hat diese der 

Gesetzgeber bereits generell-abstrakt vorweggenommen (Urteil des BGer 

1C_541/2014 vom 13. August 2015 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 141 III 119 

E. 5; GRAMIGNA/MAURER-LAMBROU, in: Maurer-Lambrou/Blechta [Hrsg.], 

Basler Kommentar, Datenschutzgesetz/Öffentlichkeitsgesetz, 3. Aufl. 

2014, Rz. 8 und 18 zu Art. 9 DSG). Vom Inhaber einer Datensammlung 

kann nicht verlangt werden, dass er Daten bekanntgibt, die er sonst nicht 

mitteilen dürfte (WALDMANN/BICKEL, in: Belser/Epiney/Waldmann [Hrsg.], 

Datenschutzrecht, Datenschutzrecht, Grundlagen und öffentliches Recht, 

2011, § 12 Rz. 14.6). 

3.4  

3.4.1 Art. 20 NDG regelt die besondere Auskunfts- und Meldepflicht. Die 

Bestimmung verpflichtet die darin genannten Behörden, dem NDB zur Er-

füllung seiner Aufgaben Auskunft zu erteilen (Abs. 1) sowie gegenüber Drit-

ten über das Ersuchen und die allfällige Auskunft Stillschweigen zu bewah-

ren (Abs. 2). Nach Abs. 3 erstatten die Behörden unaufgefordert Meldung, 

wenn sie eine konkrete und schwere Bedrohung der inneren oder äusseren 

Sicherheit feststellen. Abs. 4 der Bestimmung lautet: «Der Bundesrat legt 

in einer nicht öffentlichen Liste fest, welche Vorgänge und Feststellungen 

dem NDB unaufgefordert zu melden sind. Er umschreibt den Umfang der 

Meldepflicht und das Verfahren der Auskunftserteilung».  

3.4.2 In der Botschaft zum NDG vom 19. Februar 2014 wird festgehalten, 

dass die Auskunftspflicht der genannten Behörden nach Art. 20 Abs. 1 im-

mer auf bestimmte Fälle oder Organisationen beschränkt ist (BBl 2014 

2105, 2159). Die Bestimmung des Art. 20 Abs. 4 NDG führt dazu, dass die 

Behörden dem NDB zur Erfüllung seiner Aufgaben nach Art. 6 NDG auch 

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ohne vorangegangenes Ersuchen bestimmte Vorgänge und Feststellun-

gen zu melden haben.  

3.4.3 Die Ausgestaltung der nicht öffentlichen Liste hat der Gesetzgeber an 

den Verordnungsgeber delegiert, der innerhalb des gesetzlichen Rahmens 

Verordnungsrecht erlassen darf. Zur Begründung wird in der Botschaft aus-

geführt, «diese Delegation ist erforderlich, weil sie Regelungen betrifft, de-

ren Konkretisierungsgrad die Gesetzesebene überschreiten würde. Auf-

grund der vorgegebenen Leitlinien in den Gesetzesartikeln ist die Recht-

setzungsermächtigung des Gesetzes hinreichend konkretisiert» (BBl 2014 

2223). Zum Inhalt wird weiter festgehalten, «Meldepflichten zu Vorgängen 

und Feststellungen, die aus Geheimhaltungsgründen nicht veröffentlicht 

werden dürfen, sollen wie bisher in einer vertraulichen Liste festgehalten 

werden».  

3.4.4 Die Erläuterungen zur Nachrichtendienstverordnung vom 16. August 

2017 (NDV, SR 121.1) enthalten die folgende Klarstellung: «Diese nicht 

öffentliche Liste kann, entgegen den auf einem redaktionellen Versehen 

beruhenden (teilweise missverständlichen) Ausführungen in der Botschaft 

zum NDG, Meldepflichten zu Vorgängen und Feststellungen enthalten, die 

aus Geheimhaltungsgründen nicht veröffentlicht werden dürfen, als auch 

solche, die keiner Geheimhaltung unterliegen. Da die Meldepflichten die 

Informationsbeschaffung betreffen, gilt es zudem Artikel 67 NDG Rech-

nung zu tragen, wonach amtliche Dokumente betreffend die Informations-

beschaffung erklärtermassen nicht dem Öffentlichkeitsprinzip unterliegen 

und deshalb – folgerichtig – auch nicht publiziert werden sollen.» 

3.5 Beabsichtigt der Inhaber einer Datensammlung, die Auskunft über die 

Datenbearbeitung zu verweigern, einzuschränken oder aufzuschieben, hat 

er die Gründe dafür anzugeben (Art. 9 Abs. 5 DSG).   

Wird die Auskunft über eine Datensammlung aus überwiegenden Gründen 

der inneren oder äusseren Sicherheit oder zum Schutz einer Strafuntersu-

chung oder eines anderen Untersuchungsverfahrens verweigert, so darf 

der Inhalt der geheimzuhaltenden Daten auch nicht im Wege der Aktenein-

sicht oder der Verfügungsbegründung bekannt gegeben werden (BGE 147 

II 408 E. 5.3 m.w.H.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz lehnte in der angefochtenen Verfügung die Erteilung der 

Auskunft bezüglich eines im IASA-GEX gespeicherten Dokuments vom 

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30. März 2019 ab. Zur Begründung führte sie unter anderem an, dass die 

Auskunft wegen überwiegender öffentlicher Interessen (Art. 9 Abs. 2 Bst. a 

DSG) und wegen gesetzlicher Vorgaben (Art. 9 Abs. 1 Bst. a DSG i.V.m. 

Art. 20 Abs. 4 NDG) verweigert werden müsse. Dabei handle es sich um 

Daten über den Beschwerdeführer, die ihr im Rahmen der besonderen 

Auskunfts- und Meldepflicht von einer anderen Behörde übermittelt worden 

seien. Der Bundesrat lege nach Art. 20 Abs. 4 NDG in einer nicht öffentli-

chen Liste fest, welche Vorgänge und Feststellungen dem NDB unaufge-

fordert zu melden seien. Aufgrund der Nichtöffentlichkeit dieser melde-

pflichtigen Vorgänge und Feststellungen könne keine Auskunft über seine 

Daten erfolgen, da ansonsten Rückschlüsse auf den Inhalt der nicht öffent-

lichen Liste möglich seien. Nur mit einer Verweigerung der Auskunft könne 

den öffentlichen Interessen an der Geheimhaltung dieser Liste Rechnung 

getragen werden. Im nachträglichen Benachrichtigungsschreiben hielt sie 

fest, nach eingehender Prüfung könne zwar zum Schutze der inneren Si-

cherheit keine Auskunft erteilt werden, das Dokument sei aber in ihren Sys-

temen gelöscht beziehungsweise sei der Name des Beschwerdeführers 

darin geschwärzt worden und er sei daher darin nicht mehr auffindbar.  

4.2 Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel-

tend, die Erfassung und Bearbeitung seiner Daten tangiere insbesondere 

sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Mangels vollständiger 

Kenntnis der bearbeiteten Daten könne er noch nicht sagen, ob noch wei-

tere Grundrechtseingriffe vorlägen. Die verweigerte Offenlegung verletze 

sein Recht auf wirksame Beschwerde. Als Ausfluss der tangierten Grund-

rechte stehe ihm das Recht zu, über die ihn betreffenden Daten Auskunft 

zu erhalten. Auch bei allfälligen Einschränkungen seines Auskunftsrechts 

müssten die Grundrechte einer betroffenen Person gewahrt werden und 

jene müssten verhältnismässig sein. Der Inhaber der Datensammlung sei 

für das Vorliegen der Ausschlussgründe beweispflichtig und müsse eine 

nachvollziehbare Begründung für die Einschränkung der Auskunft liefern. 

Der NDB habe einzig offengelegt, dass das Dokument vom 30. März 2019 

im IASA-GEX gespeichert gewesen sei und es um Daten über ihn gehe, 

die im Rahmen der besonderen Auskunfts- und Meldepflicht von einer an-

deren Behörde an den NDB übermittelt worden seien. Damit habe der NDB 

kein überwiegendes Interesse dargetan, das gegen die Gewährung der 

Einsicht in dieses Dokument sprechen würde. Daraus lasse sich kein kon-

kreter Grund für die Verweigerung der Einsichtnahme erschliessen. 

4.3 In der Vernehmlassung führte die Vorinstanz aus, sie sei den im Be-

reich der inneren und äusseren Sicherheit nicht zu hoch anzusetzenden 

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Anforderungen an die Begründungspflicht in ausreichender Weise nachge-

kommen. Sie habe den gesetzlichen Grund für die Verweigerung genannt 

und erklärt, worum es inhaltlich bei den vom Auskunftsrecht betroffenen 

Daten gegangen sei. Eine noch detailliertere Begründung würde die zu 

schützenden öffentlichen Interessen gefährden. Sie dürfe keine Auskunft 

über das strittige Dokument erteilen, da ansonsten Rückschlüsse auf den 

Inhalt der nicht öffentlichen Liste des Bundesrates möglich seien. Bei einer 

Herausgabe des Dokuments in geschwärzter Version wäre es dem Be-

schwerdeführ.er vom Kontext her zudem möglich, Rückschlüsse auf die 

geschwärzten Namen (beziehungsweise Daten von Personen) zu ziehen, 

die immer noch vom NDB bearbeitet würden. Zudem könne nur mit der 

Verweigerung der Auskunft den öffentlichen Interessen an der Geheimhal-

tung der Liste des Bundesrates und dem Geheimhaltungsinteresse des 

NDB Rechnung getragen werden.  

Mit der Vernehmlassung reichte die Vorinstanz eine interne, nur für das 

Gericht bestimmte Aktennotiz ein, in der sie die Begründung im Wesentli-

chen wiederholte. Zusätzlich führte sie konkret aus, inwiefern die im Doku-

ment enthaltenen Informationen den Vorgaben in der nicht öffentlichen 

Liste des Bundesrates entsprechen. 

4.4 In seiner Replik brachte der Beschwerdeführer vor, aus dem Umstand, 

dass die Liste selbst gemäss Gesetz nicht öffentlich sei, könne nicht abge-

leitet werden, dass immer ein überwiegendes Interesse gegen die Aus-

kunftserteilung bestehe. Sollte eine Auskunft im Einzelfall Rückschlüsse 

auf bestimmte Vorgänge und Feststellungen erlauben, welche zu melden 

seien, werde damit weder die Liste als Ganzes öffentlich bekannt, noch 

ergebe sich daraus per se irgendeine Gefährdung der mit der Meldepflicht 

verfolgten öffentlichen Interessen. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass die 

Geschäftsprüfungsdelegation der eidgenössischen Räte (GPDel) in ihren 

Berichten bereits Ausführungen zur Auskunfts- und Meldepflicht bezie-

hungsweise zur Liste gemäss Art. 20 Abs. 4 NDG gemacht habe. Sie habe 

sich im Jahresbericht 2020 vom 26. Januar 2021 und im Jahresbericht 

2021 vom 25. Januar 2022 mit der Erhebung von Reisedaten befasst, die 

es der Vorinstanz erlaubten, Informationen über Ein- und Ausreisen sowie 

Kontrollen von Zielpersonen zu bearbeiten (TRAVINT, Travel Intelligence), 

sowie mit der Erfassung der Ausweisdaten und Fotos von ausländischen 

Personen aus rund 40 Staaten ausserhalb der EU durch die Grenzkontroll-

behörden und der Verwendung von API-Daten. Auch mit dem Argument, 

das Dokument könne nicht geschwärzt herausgegeben werden, weil er 

dann Rückschlüsse auf die geschwärzten Namen von Personen ziehen 

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Seite 10 

könne, lasse sich die vollständige Verweigerung der Einsicht nicht begrün-

den. Erstens sei nicht nachvollziehbar, warum die Vorinstanz das Doku-

ment gelöscht habe, dessen Inhalt sie aber dennoch insoweit als relevant 

erachte, als darin anscheinend die Namen von Personen erfasst seien, die 

immer noch von ihr bearbeitet würden. Zweitens sei fraglich, warum sie 

den Umstand offenlege, dass weitere Personen, die in diesem Dokument 

erfasst seien, nach wie vor von ihr bearbeitet würden und die Einsicht dann 

komplett verweigere. Den Interessen der Vorinstanz und seinen Interessen 

an der Einsicht in dieses Dokument wäre besser gedient gewesen, wenn 

sie diesen Umstand nicht offengelegt hätte, umso mehr, als das Dokument 

inzwischen gelöscht sei und damit per se keine aktuelle Relevanz mehr 

haben dürfte. 

4.5 In der Duplik führte die Vorinstanz aus, dass das fragliche Dokument 

nicht zwischenzeitlich gelöscht, sondern dass die Personendaten des Be-

schwerdeführers darin anonymisiert worden seien. Im Übrigen gehe der 

Verweis auf die Jahresberichterstattung der GPDel fehl, da auch darin 

keine Informationen zum Inhalt der nicht öffentlichen Liste enthalten seien. 

5.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer die 

Auskunft zum Dokument vom 30. März 2019 vollständig verweigern durfte 

und ob sie dies auch nachvollziehbar begründet hat.  

5.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Inhalt des strittigen 

Dokuments den meldepflichtigen Vorgängen und Feststellungen ent-

spricht, die der Bundesrat in der nicht öffentlichen Liste beschrieben hat 

(E. 4.3 in fine). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die Kriterien der 

Liste seien vorliegend bereits bekannt und ihre Bekanntgabe gefährde 

auch keine öffentlichen Interessen, ist festzuhalten, dass die vertrauliche 

Liste nicht nur Vorgänge und Feststellungen umfasst, die aus Geheimhal-

tungsgründen nicht veröffentlicht werden dürfen. Auch hinsichtlich jener 

Vorgänge und Feststellungen, die an sich keiner Geheimhaltung unterlie-

gen würden, besteht eine Pflicht, den Inhalt der Liste nicht preiszugeben 

(E. 3.4.3–3.4.4). Es entspricht dem Zweck der vertraulichen Liste des Bun-

desrates nach Art. 20 Abs. 4 NDG, keine Auskunft zu den meldepflichtigen 

Kriterien zu erteilen, auch nicht durch die Weitergabe eines Dokuments, 

das basierend auf diesen Vorgaben erstellt wurde. Art. 20 Abs. 4 NDG 

schränkt das Auskunftsrecht ein und stellt als Spezialbestimmung die in 

Art. 9 Abs. 1 Bst. a DSG vorgesehene Ausnahme zur Auskunftspflicht dar 

(E. 3.3). Aufgrund der Tatsache, dass die im Dokument enthaltenen 

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Informationen den meldepflichtigen Vorgängen und Feststellungen der 

nicht öffentlichen Liste des Bundesrates entsprechen, ist der Tatbestand 

der Auskunftsverweigerung nach Art. 9 Abs. 1 Bst. a DSG i.V.m. Art. 20 

Abs. 4 NDG erfüllt. Die Vorinstanz hat daher zu Recht festgehalten, dass 

sie dem Beschwerdeführer keine Auskunft über das Dokument erteilen 

kann, das ihr im Rahmen der besonderen Auskunfts- und Meldepflicht ba-

sierend auf der nicht öffentlichen Liste des Bundesrates übermittelt worden 

ist. Mit dem Hinweis, dass die in der Liste enthaltenen meldepflichtigen 

Vorgänge und Feststellungen nicht öffentlich sind, hat sie die Auskunfts-

verweigerung auch nachvollziehbar begründet. 

5.2 An diesem Ergebnis vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers 

nichts zu ändern. Soweit er eine fehlende Interessenabwägung bemängelt, 

liegt – wie erwähnt – bei Erfüllung des Tatbestands des Art. 9 Abs. 1 Bst. a 

DSG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 4 NDG ein ausreichender Grund für die 

Verweigerung der Auskunft vor. Da die Spezialbestimmung keine weiterge-

hende Interessenabwägung verlangt, ist diese als vom Gesetzgeber vor-

weggenommen anzusehen (E. 3.3). 

Insofern der Beschwerdeführer im Übrigen auf der Grundlage der Jahres-

berichte 2020 und 2021 der GPDel noch davon ausging, dass im IASA-

GEX nach Art. 20 Abs. 4 NDG vom SEM übermittelte Reisedaten gespei-

chert seien, ist auf den neuen Jahresbericht 2022 der GPDel vom 23. Ja-

nuar 2023 zu verweisen (BBl 2023 579, Kapitel «Nachrichtendienst und 

Staatsschutz», Abschnitt 5.5 «Auskunfts- und Meldepflichten»). Darin 

schliesst die GPDel aus der speziell von ihr einverlangten TRAVINT-Be-

richterstattung der Vorinstanz über die Rechtmässigkeit der Bearbeitung 

von API-Daten im Zusammenhang mit dem gewalttätigen Extremismus, 

dass mittlerweile die Qualitätssicherungsstelle der Vorinstanz alle vormals 

auf diese Weise erfassten API-Treffer im IASA-GEX hat löschen lassen. 

Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die Vorinstanz auf 

ihre diesbezüglichen Aussagen behaftet werden kann. 

6.  

Zusammengefasst hat die Vorinstanz die Auskunft zu Recht verweigert und 

dies gestützt auf Art. 9 Abs. 1 Bst. a DSG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 4 

NDG im dafür vorgesehenen Rahmen auch nachvollziehbar begründet. 

Dementsprechend erübrigt es sich, auf den weiteren geltend gemachten 

Verweigerungsgrund nach Art. 9 Abs. 2 Bst a DSG einzugehen und ist die 

Beschwerde abzuweisen.  

A-1280/2022 

Seite 12 

7.  

7.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei auf-

zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden auf Fr. 800.– festgesetzt und 

dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt (Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Der 

Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.– entnommen. 

7.2 Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädi-

gung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). Obsiegende Bundesbe-

hörden haben ebenfalls keinen Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 7 

Abs. 3 VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

A-1280/2022 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird vollumfänglich abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, das General-

sekretariat VBS und an den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlich-

keitsbeauftragten EDÖB. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Alexander Misic Anna Wildt 

 

 

  

A-1280/2022 

Seite 14 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG).