# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19be1671-0235-54f6-8818-a8720f20ca98
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.07.2009 D-4363/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4363-2009_2009-07-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4363/2009/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4363/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein katholischer Igbo mit letztem Wohnsitz 
in  X._______  (...),  seinen  Heimatstaat  Nigeria  eigenen  Angaben 
anfangs Februar  2006 verliess  und am 8. April  2009 in  die Schweiz 
einreiste, 

dass er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum U._______ 
um Asyl ersuchte, von wo aus er ins Transitzentrum V._______ transfe-
riert wurde,

dass das BFM am 27. April 2009 im Transitzentrum V._______ die Per-
sonalien des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Rei-
seweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes be-
fragte,

dass der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens mittels Verfü-
gung des BFM vom 10. Juni 2009 dem Kanton W._______ zugewiesen 
wurde,

dass  die  zuständige  kantonale  Behörde  dem  minderjährigen  Be-
schwerdeführer  in  Anwendung von Art. 17 Abs. 3 Bst. c  des Asylge-
setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  i.V.m. Art. 7 Abs. 2  der 
Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311) für die Dauer des Asylverfahrens vor der ersten 
Anhörung zu seinen Asylgründen eine Vertrauensperson beiordnete,

dass ihn das BFM am 12. Mai 2009 im Beisein seiner Vertrauensper-
son einlässlich zu seinen Asylgründen anhörte, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er sei im November 1992 in Y._______ 
(...) geboren und dort aufgewachsen, 

dass sein Vater eigentlich aus einem anderem Ort  stamme, weshalb 
ihn die Dorfbewohner als Fremden betrachtet und nicht akzeptiert hät-
ten,

dass seine Mutter die Familie verlassen habe, als er noch sehr jung 
gewesen sei,

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dass  er  deshalb  bei  seinem  Onkel  B._______  in  Y._______ 
aufgewachsen sei,

dass sein Vater in der Stadt (X._______) gelebt habe und er jeweils in 
den Ferien bei diesem gewesen sei,

dass sein Vater im Dorf Land besessen habe, das ihm die Dorfbewoh-
ner und insbesondere Onkel B._______ hätten wegnehmen wollen,

dass deshalb im Jahr 2005 seine ein Jahr ältere Schwester von den 
Dorfbewohnern vergiftet worden sei,

dass sein Vater nach dem Tod seiner Schwester ins Dorf zurückkehrt 
sei,

dass  die  Dorfbewohner  seinen  Vater  dazu  gebracht  hätten,  dass  er 
psychisch krank geworden sei,

dass er  deshalb in  eine  psychiatrische Klinik  habe gebracht  werden 
müssen,

dass der Beschwerdeführer danach als einziger der Familie noch im 
Dorf gewesen und deshalb Ziel der Dorfbewohner geworden sei,

dass er  Angst  gehabt  habe,  von den Dorfbewohnern umgebracht  zu 
werden und deshalb seinen Heimatstaat am 2. bzw. 3. Februar 2006 
verlassen habe,

dass er via Niger und Algerien im Sommer 2006 nach Marokko gelangt 
sei, wo er bis August 2008 geblieben sei,

dass er danach mit dem Schiff nach Spanien gereist sei und bei den 
Behörden dort angegeben habe, aus Sierre Leone zu stammen, 

dass er in Spanien bis April 2009 geblieben und dann via Frankreich 
am 8. April 2009 illegal in die Schweiz eingereist sei,

dass das BFM aufgrund von Zweifeln an der vom Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  Minderjährigkeit  am  28. April  2009  von  einem 
Facharzt eine Knochenanalyse zur Altersbestimmung vornehmen liess 
und das Handskelett  des Beschwerdeführers gemäss medizinischem 

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Bericht  ein  Knochenalter  von  19  Jahren  oder  mehr  aufwies  (abge-
schlossenes Knochenwachstum),

dass das BFM mit Verfügung vom 23. Juni 2009 – eröffnet am 29. Juni 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylge-
such des Beschwerdeführers nicht eintrat und seine Wegweisung aus 
der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  es  lägen 
keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer ver-
unmöglicht hätten, innerhalb von 48 Stunden Reise- oder Identitätspa-
piere einzureichen,

dass der Beschwerdeführer erklärt  habe, nie irgendein Ausweisdoku-
ment besessen zu haben und auch nie versucht habe, amtliche Doku-
mente zu erlangen,

dass er ausserdem niemanden habe, der ihm bei der Beschaffung von 
Papieren behilflich sein könne,

dass diese Ausführungen stereotyp und wenig glaubhaft  erschienen, 
zumal  der  Beschwerdeführer  eigenen  Aussagen  gemäss  Kontakt  zu 
Leuten aus dem Dorf gehabt haben wolle,

dass der Beschwerdeführer zudem widersprüchliche Aussagen zu sei-
nem Geburtsdatum gemacht habe,

dass  die  Erklärung  des  Beschwerdeführers,  auf  der  ganzen  Reise 
keine  Reisedokumente  benutzt  zu  haben,  offensichtlich  unglaubhaft 
sei und der allgemeinen Erfahrung widerspreche,

dass auch seine weiteren Aussagen zum Reiseweg detailarm und tat-
sachenfremd seien,

dass das Aussageverhalten des Beschwerdeführers darauf schliessen 
lasse, dass er nicht nur beabsichtige, die wahren Umstände zu seinem 
Reiseweg zu verheimlichen, sondern auch nicht offenlegen wolle, mit 
welchen Reisepapieren er in Wirklichkeit in die Schweiz gereist sei,

dass deshalb keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es ihm ver-
unmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,

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dass das BFM ausserdem zum Schluss kam, dass es sich beim Be-
schwerdeführer  aufgrund  der  Gesamtumstände  um  eine  volljährige 
Person handle, die ihre wahre Identität sowie den tatsächlichen Reise-
weg gegenüber den Schweizer Behörden zu verheimlichen versuche,

dass das BFM hinsichtlich der Asylvorbringen des Beschwerdeführers 
ausführte, dass Übergriffe durch private Drittpersonen nur dann asylre-
levant  seien,  wenn  der  Staat  seiner  Schutzpflicht  nicht  nachkomme 
oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren, was vorliegend nicht 
der Fall sei,

dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Wohn- bzw. So-
zialisierungsort widersprüchlich seien, weshalb dieser die Flüchtlings-
eigenschaft  gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht erfor-
derlich seien,

dass eine Mitarbeiterin der (...) dem BFM mit Schreiben vom 26. Juni 
2009  (Eingang  BFM  am  29. Juni  2009)  mitteilte,  sie  habe  die 
Rechtsvertretung  des  Beschwerdeführers  übernommen,  und  um 
Akteneinsicht ersuchte,

dass das BFM der Rechtsvertreterin am 30. Juni 2009 Einblick in die 
Akten gewährte,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 3. Juli 2009 (Poststem-
pel)  gegen  die  Verfügung  vom  23. Juni  2009  beim  BFM  eine  Be-
schwerde einreichte, in der er sinngemäss beantragte, die angefochte-
ne Verfügung sei aufzuheben und das Verfahren sei zwecks materieller 
Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass er weiter beantragte, er sei infolge Unzumutbarkeit sowie Unzu-
lässigkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen,

dass das BFM die Beschwerdeeingabe am 7. Juli 2009 per Telefax an 
das Bundesverwaltungsgericht überwies,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. Juli  2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

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Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des  Asylverfahrens  geltend 
machte, er sei minderjährig,

dass der Beschwerdeführer die Beweislast  dafür  trägt,  dass die gel-
tend  gemachte  Minderjährigkeit  zumindest  glaubhaft  gemacht  wird, 
und dass  er  gegebenenfalls  die  Folgen  der  Beweislast  tragen  muss 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 23; 2004 Nr. 30),

dass das BFM in seiner  Verfügung vom 23. Juni  2009 aufgrund der 
Gesamtumstände  feststellte,  beim Beschwerdeführer  handle  es  sich 
um eine volljährige Person,

dass  das  BFM  aufgrund  der  Aktenlage  im  Ergebnis  zu  Recht  zum 
Schluss  kam,  der  Beschwerdeführer  habe seine behauptete  Minder-
jährigkeit nicht glaubhaft dartun können,

dass der Beschwerdeführer nämlich keine Identitätspapiere zu den Ak-
ten gereicht hat, welche eine zweifelsfreie Überprüfung seiner Alters-
angabe zulassen würde,

dass er darüber hinaus widersprüchliche Angaben zu seinem Alter ge-
macht hat,

dass er im Verlaufe des Verfahrens immer wieder angab, im (...) 1992 
geboren worden zu sein,

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dass er andererseits erzählte, er werde im (...) 18 Jahre alt (vgl. act. 
A11/14, S. 5),

dass der Beschwerdeführer ausserdem angab, sein eigenes Geburts-
datum habe er aus demjenigen seiner Schwester hergeleitet (vgl. act. 
A11/14, S. 5),

dass er  anlässlich der Befragung im Transitzentrum geltend machte, 
seine ältere und einzige Schwester sei im August 2005 mit 19 Jahren 
gestorben (vgl. act. A1/13, S. 3),

dass er in der Direktanhörung jedoch angab, seine um ein Jahr ältere 
Schwester sei mit 15 oder 16 Jahren gestorben (vgl. A11/14, S. 3 und 
5), was einerseits im Widerspruch steht zu seinen Angaben anlässlich 
der Erstbefragung, andererseits nicht übereinstimmt mit seiner Aussa-
ge,  er  sei  im Jahr  1992 geboren worden bzw. werde diesen (...)  18 
Jahre alt,

dass das Resultat der Knochenalteranalyse, nach dem der Beschwer-
deführer mindestens 19 Jahre alt sei, ebenfalls als Indiz für die Volljäh-
rigkeit des Beschwerdeführers herangezogen werden kann, wie auch 
sein äusseres Erscheinungsbild, 

dass das  BFM daher  im Ergebnis  zu Recht  von der  Beweislosigkeit 
und damit  Unglaubhaftigkeit  der vom Beschwerdeführer behaupteten 
Minderjährigkeit ausgegangen ist,

dass  somit  im  Folgenden  weiterhin  von  der  Volljährigkeit  des  Be-
schwerdeführers auszugehen ist, zumal er auch auf Beschwerdeebene 
nichts vorbringt, was die behauptete Minderjährigkeit nachträglich als 
glaubhaft erscheinen liesse,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 

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Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vorweg  auf  dessen  im 
Transitzentrum V._______ am 27. April 2009 protokollierten Aussagen 
sowie  auf  das  Protokoll  der  direkten  Bundesanhörung  vom  12. Mai 
2009 zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde im Wesentlichen da-
ran festhält, am 19. November 1992 in Y._______ geboren zu sein,

dass ihn seine Mutter nicht in einem Krankenhaus sondern zu Hause 
mit Hilfe einer Hebamme zur Welt gebracht habe,

dass diese für ihn keine Geburtsurkunde ausgestellt habe,

dass er zudem angab, falls man hier unbedingt einen Ausweise benöti-
ge, dann werde er versuchen, so etwas zu besorgen, was aber lange 
dauern könne,

dass er schliesslich in seiner Beschwerde den bereits vorgebrachten 
Sachverhalt wiederholt,

dass  der  Beschwerdeführer  es  unterliess,  zum Zeitpunkt  der  Einrei-
chung seines Asylgesuchs bzw. in den 48 Stunden nach der diesbe-
züglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein Doku-
ment zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben, weshalb die 
in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraussetzung für ein 
Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend erfüllt ist,

dass der Beschwerdeführer als Ursache der Nichtabgabe von Reise- 
oder  Identitätspapieren  erklärte,  er  habe  nie  einen  Pass  oder  eine 
Identitätskarte gehabt und auch nie beantragt (vgl. act. A1/13, S. 3 f.),

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend feststellte, 
der  Beschwerdeführer  habe  unglaubwürdige  Aussagen  zum  Fehlen 
von  Identitäts-  oder  Reisepapieren  gemacht,  so  sei  es  auch  nicht 
glaubhaft, dass er niemanden habe, der ihm bei der Beschaffung von 
Papieren behilflich sein könne,

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dass  das  BFM  zudem  zutreffend  feststellte,  der  Beschwerdeführer 
habe widersprüchliche Angaben zu seinem Geburtsdatum und damit 
zu seiner Person gemacht,

dass das BFM ebenfalls zutreffend erklärte,  es sei  offensichtlich un-
glaubhaft und widerspreche der allgemeinen Erfahrung, dass der Be-
schwerderführer auf seiner ganzen Reise keine Reisedokumente be-
nutzt haben und auch nie kontrolliert worden sein wolle,

dass  der  Beschwerdeführer  den  diesbezüglichen  Erwägungen  des 
BFM nichts Konkretes und Substantiiertes entgegenhält und diese in 
Frage zu stellen vermag, weshalb anstelle von Wiederholungen auf die 
zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer somit keine entschuldbaren Gründe für die 
Nichtabgabe eines beweistauglichen Identitätsdokuments (vgl. BVGE 
2007/7 E. 4-6) innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs  glaubhaft  zu  machen  vermag  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a 
AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass sodann im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach  der  Direktanhörung  vom 12. Mai  2009  präsentierte,  unter  Ver-
zicht  auf  zusätzliche tatbestandliche oder  rechtliche Abklärungen im 
Rahmen einer bloss summarischen Prüfung der Schluss gezogen wer-
den konnte, er erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, und 
ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine Hin-
dernisse  entgegen  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  und c  AsylG;  vgl.  BVGE 
2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er fürchte sich, von den Dorfbewohnern 
getötet  zu  werden,  da  sich  diese  das  Land  seines  Vaters  aneignen 
wollten,

dass das  BFM in seiner  Verfügung feststellte,  dass  Übergriffe  durch 
private Drittpersonen nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat sei-
ner Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schutz 
zu gewähren,

dass es der Beschwerdeführer unterlassen habe, wegen der von ihm 
befürchteten Angriffe auf seine Person Anzeige bei der Polizei zu er-
statten,  weshalb er aus freien Stücken auf  den Schutz und die Hilfe 

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der staatlichen Organe verzichtet habe und den nigerianischen Behör-
den  folglich  auch  nicht  mangelnder  Schutzwille  und  mangelnde 
Schutzfähigkeit angelastet werden könne,

dass das BFM in der Verfügung weiter ausführt, darüber hinaus seien 
die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Wohn- bzw. Sozialisie-
rungsort  widersprüchlich,  wobei  für  den genauen  Inhalt  der  Begrün-
dung auf die Akten zu verweisen ist,

dass das BFM schliesslich feststellte, aus dem vorliegenden Sachver-
halt  könnten  keine  Hinweise  einer  asylbeachtlichen  Verfolgung  ent-
nommen werden,

dass das BFM mit  dieser Begründung nach Prüfung der Akten auch 
aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  zutreffend  dargelegt  hat, 
weshalb  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zur  Begründung 
seines  Asylgesuchs  asylrechtlich  nicht  relevant  und  darüber  hinaus 
auch nicht glaubhaft sind und diesbezüglich auf die Erwägungen in der 
angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, zumal in der Beschwerde 
nichts Stichhaltiges geltend gemacht wird, was diesbezüglich allenfalls 
zu einer anderen Beurteilung führen könnte,

dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Be-
schwerdeführers  ohne  weiteres  ausgeschlossen  werden  kann  und 
auch zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG 
offensichtlich nicht notwendig sind,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunfts-
staat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe 
des jungen und offenbar gesunden Beschwerdeführers auf eine kon-
krete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb 
der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass das BFM demnach zur Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG),

dass – obwohl der Beschwerdeführer seine Eingabe selbstständig ein-
gereicht hat – davon auszugehen ist, dass das von seiner Rechtsver-
treterin  angezeigte  Mandat  weiter  andauert,  weshalb  ihr  eine  Kopie 
des Urteils zuzustellen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers,  Frau  lic.  iur. 

C._______ (in Kopie)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (kantonale Behörde)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Corinne Krüger

Versand: 

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