# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9765dc44-f6c8-58ea-a870-31993786a784
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.04.2010 E-2872/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2872-2010_2010-04-29.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2872/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Blanka Fankhauser.

A._______, angeblich geboren (...),
Guinea,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2872/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Guinea  am 
30. Januar 2010 mit einem Fischerboot in Richtung Algerien verliess, 
mit  einem  weiteren  Fischerboot  nach  Italien  weiterreiste,  wo  er 
während  15  Tagen  bei  Arabern  gewohnt,  sich  jedoch  nicht  bei  den 
Behörden gemeldet habe, 

dass er von Italien herkommend am 16. März 2010 unter Umgehung 
der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um  Asyl 
nachsuchte und danach ins Transitzentrum (TZ) C._______ transferiert 
wurde, 

dass er, da er bei der Meldung des Asylgesuchs keine Ausweispapiere 
abgab,  im  EVZ  schriftlich  aufgefordert  wurde,  innert  48 Stunden 
Ausweispapiere  nachzureichen,  verbunden  mit  der  Androhung,  im 
Unterlassungsfall werde auf das Asylgesuch nicht eingetreten,

dass er am 26. März 2010 im TZ zu seiner Person befragt wurde und 
man  ihm  gleichzeitig  zu  der  am  19.  März  2010  erfolgten 
Handknochenanalyse  nach  der  "Greulich  und  Pyle"  Methode  das 
rechtliche Gehör gewährte, 

dass er ferner am 13. April 2010 in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  durch  das 
Bundesamt  ebenfalls  in  Altstätten  zu  den  Asylgründen  angehört 
wurde,

dass er anlässlich der Befragungen im Wesentlichen geltend machte, 
sein  Vater  sei  ein  Leibwächter  des  Lagerkommandanten  D._______ 
alias  E._______  gewesen,  der  das  Militärlager  F._______  in 
G._______ geführt habe, 

dass  es  am  3.  Dezember  2009  in  F._______  zu  einem 
Attentatsversuch  auf  H._______  gekommen  sei  und  der 
Lagerkommandant  E._______,  den  man  der  Tat  verdächtigt  habe, 
festgenommen und getötet worden sei, 

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dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers  Angst  gehabt  habe,  in 
Zusammenhang mit  dem Attentatsversuch  gebracht  zu  werden,  und 
ausser Landes habe flüchten wollen, 

dass  er  jedoch  nahe  der  Grenze  zu  Sierra  Leone  gefasst  und  am 
25. Dezember 2009 mit weiteren Verhafteten hingerichtet worden sei, 

dass der Beschwerdeführer gehört habe, mehrere Familienangehörige 
von Militärs seien für das versuchte Attentat mitverantwortlich gemacht 
und durch eine Miliz bedroht worden, 

dass  die  besagte  Miliz  am 15. Januar  2010 seine Mutter  und seine 
Schwester,  während  er  ausser  Hauses  gewesen  sei,  festgenommen 
und ihr Haus demoliert habe,

dass er dies am nächsten Tag bei seiner Rückkehr nach Hause durch 
die  Nachbarn  erfahren  habe,  weshalb  er  zu  einem  Freund  seines 
Vaters  geflüchtet  sei,  der  ihm  zwei  Wochen  später  zur  Ausreise 
verholfen habe, 

dass  bezüglich  des  weiteren  Inhalts  der  Aussagen  des 
Beschwerdeführers auf die Protokolle bei den Akten verwiesen werden 
kann, 

dass  das BFM  mit  Verfügung  vom  22.  April  2010  -  gleichentags 
mündlich eröffnet und ausgehändigt - gestützt auf Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat, 
dessen  Wegweisung  -  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im 
Unterlassungsfall - aus der Schweiz anordnete, wobei er diese am Tag 
nach Eintritt der Rechtskraft zu verlassen habe,

dass  es  den  Kanton  I._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung 
beauftragte, 

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  des  Nichteintretens  auf  das 
Asylgesuch  festhielt,  der  Beschwerdeführer  habe  innert  48  Stunden 
nach  Gesuchseinreichung keine  Reise-  oder  Identitätspapiere 
abgegeben, 

dass  er  anlässlich  der  Einreichung  seines  Asylgesuchs  schriftlich 
aufgefordert  worden  sei,  innert  48  Stunden  rechtsgenügliche  Identi-
täts- beziehungsweise Reisepapiere beizubringen, 

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dass  er  hierzu  angegeben  habe,  in  Guinea  lediglich  über  einen 
Schülerausweis  zu  verfügen,  mit  dem  er  sich  immer  ausgewiesen 
habe, 

dass daher erstaune, dass er in der Zeit um den 15. Januar 2010 ohne 
seinen Schülerausweis ausser Hauses gewesen sei, zumal in Guinea 
die  Pflicht  bestehe,  Identitätskarten  bei  sich  zu  tragen,  die  auf 
Verlangen bei Checkpoints vorgewiesen werden müssten, 

dass sich der Beschwerdeführer nach der Flucht von zu Hause noch 
während  zweier  Wochen  in  G._______  aufgehalten  und  nichts 
unternommen habe, um sich Papiere zu beschaffen, 

dass grundsätzlich davon auszugehen sei, der Beschwerdeführer habe 
gewusst,  dass  er  sich  in  jedem  Gast-  beziehungsweise  Asylland 
rechtsgenügend identifizieren müsse, 

dass man seine Erklärungen, keinerlei Beziehungen im Heimatland zu 
haben  und  niemanden  kontaktieren  zu  können,  als 
Standardvorbringen  vieler  Asylbewerber,  die  nicht  gewillt  seien,  den 
Asylbehörden  Ihre  Identitäts-  und  Reisepapiere  auszuhändigen, 
werten müsse, 

dass der Beschwerdeführer während 25 Tagen mit zwei Fischerbooten 
von G._______ nach Italien gereist sein wolle und trotz dieser langen 
Reise  nicht  habe  angeben  können,  ob  das  Schiff  mit  Segeln  oder 
einem Motor angetrieben worden sei und wie viele Leute auf diesen 
Fischerbooten mitgereist seien, 

dass  auch  nicht  geglaubt  werden  könne,  er  habe  diese  gefährliche 
Reise  mit  einfachen  Fischerbooten  durchführen  können,  ohne  dafür 
etwas zu bezahlen, 

dass demnach keine entschuldbaren  Gründe  für die Nichteinreichung 
der erforderlichen Dokumente vorlägen, 

dass  gemäss  Knochenaltersbestimmung  vom  19.  März  2010  der 
chronologische  Alter  des  Beschwerdeführers  19  Jahre  oder  mehr 
betrage, 

dass  die  Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  in  einem 
Grundsatzentscheid  vom 12.  September  2000  (Entscheidungen  und 

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Mitteilungen der ARK (EMARK) 2000 Nr. 19 festgehalten habe, dass 
das  Knochenwachstum  -  in  einem  nach  Ethnie  und  Geschlecht 
unterschiedlichen  Mass  -  individuell  variieren  könne  und  eine 
Abweichung von bis zu drei  Jahren zwischen dem Knochenalter und 
dem  tatsächlichen  Alter  noch  als  innerhalb  des  Normalbereichs 
betrachtet werden könne, 

dass die behauptete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft erscheinen 
müsse  und  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  eine  Abwägung 
sämtlicher  Anhaltspunkte,  welche für  oder  gegen die  Richtigkeit  der 
betreffenden Altersangaben sprechen würden, vorzunehmen sei, 

dass  der  Beweiswert  der  Auskünfte  reduziert  werde,  wenn  ein 
Beschwerdeführer  ganz  offensichtlich  unzutreffende  Angaben  zu 
seinem Reiseweg mache,

dass  nachdem  der  Beschwerdeführer  als  Geburtsdatum  den 
24. August  1992  angegeben  habe,  die  Abweichung  innerhalb  des 
erwähnten  Toleranzbereiches  von  drei  Jahren  liege,  womit  die 
Identitätstäuschung  durch  die  Knochenaltersanalyse  allein  nicht 
zweifelsfrei nachgewiesen sei, 

dass  aufgrund  der  offensichtlich  unzutreffenden  Angaben  zum 
Reiseweg  sowie  der  pflichtwidrigen  Nichtabgabe  von 
Ausweisdokumenten,  davon  auszugehen  sei,  dass  es  sich  beim 
Beschwerdeführer um eine volljährige Person handle,

dass  ferner  die  Aussage  des  Beschwerdeführers,  sein  Vater  sei 
Oberfeldweibel  des  Lagerkommandanten  nicht  stimmen  könne,  da 
E._______  gemäss  verschiedenen  Quellen  selbst  Feldweibel  oder 
Oberfeldweibel gewesen sei, 

dass  E._______  nicht  im  Militärlager  in  G._______,  wie  dies  der 
Beschwerdeführer  angegeben habe, sondern auf  seiner  Flucht  nach 
Sierra Leone am (...) 2009 festgenommen worden sei, weshalb diese 
Aussage des Beschwerdeführers tatsachenwidrig sei, 

dass  sich  E._______  in  der  Nacht  vom  (...)  2009  das  Leben 
genommen habe,

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dass  folglich  nicht  stimmen  könne,  dass  der  Vater  des 
Beschwerdeführers nach dem Tod von E._______ geflüchtet und am 
(...) 2009 festgenommen worden sei, 

dass der Beschwerdeführer nicht habe erklären können, weshalb sein 
Vater bis zur Festnahme seines Chefs weder nach Hause gekommen 
sei noch sich bei seiner Familie gemeldet habe,

dass überdies die Schilderungen des Beschwerdeführers schematisch 
knapp  ausgefallen  seien,  und  den  Darstellungen  die  typischen 
Merkmale  wie  Detailreichtum,  die  Beschreibung  von  Emotionen  und 
Gedankengängen  und  die  räumliche  und  zeitliche  Verknüpfung  der 
erzählten Ereignisse fehlen würden, 

dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Flüchtlingseigenschaft 
offensichtlich  nicht  erfülle  und  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Akten  nicht  er-
forderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 22. April  2010 (Datum 
des Poststempels) beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Ent-
scheid Beschwerde erhob und sinngemäss beantragte,  die Verfügung 
des  BFM  vom  22. April 2010 sei  aufzuheben  und  das  Verfahren 
zwecks materieller Prüfung an das BFM zurückzuweisen, 

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seiner  Beschwerde 
betonte, er sei so alt, wie er angegeben habe,

dass sein Vater am (...) 2009 festgenommen worden sei und er nicht 
wisse, wann man den Kommandanten verhaftet habe, 

dass er auch nicht wisse, wie viel seine Ausreise gekostet habe, da ja 
alles der Freund seines Vaters organisiert habe, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  26.  April  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht  (per  Telefax)  eintrafen  (Art.  109  Abs.  2 

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AsylG),

und zieht in Erwägung:

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art  37  VGG  sowie 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbstständigen  mate-
riellen  Prüfung enthält,  die  angefochtene Verfügung aufhebt  und die 
Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist,  
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl.  
Entscheide des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
zudem  in  der  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  nicht  be-
schränkt ist,  weil  das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG 
i.V.m. Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) materiell zur Sache 
zu äussern hat,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif -
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht  in  der  Lage (Art. 32 Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf  
Grund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird (Art. 32  Abs. 3 Bst. b  AsylG) 
oder  sich  auf  Grund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklä-
rungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegwei-
sungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

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dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  innert  der 
gesetzlichen  Frist  von  48  Stunden  nach  Einreichen  seines 
Asylgesuchs  und  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  keine  Identitäts-  oder 
Reisepapiere zu den Akten gereicht hat, 

dass  eine  am  19.  März  2010  durchgeführte  Röntgenanalyse  der 
Handknochen  des  Beschwerdeführers  Hinweise  auf  ein  Alter  von 
neunzehn  Jahren  ergab,  auch  wenn  letztere  Feststellung  keine 
wissenschaftlich  zuverlässige  Aussagen  betreffend  Volljährigkeit  zu-
lässt (vgl. EMARK 2001 Nr. 23),

dass  indessen  der  Beschwerdeführer  –  wie  bereits  die  Vorinstanz 
zutreffend  feststellte  –  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  der 
Minderjährigkeit zu tragen hat (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), 

dass  er  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zur 
Knochenaltersanalyse vom 19. März 2010 Gelegenheit hatte, sich zu 
den  genannten  begründeten  Zweifeln  an  der  geltend  gemachten 
Minderjährigkeit zu äussern, jener indessen nichts Substanzielles zur 
Glaubhaftmachung  der  von  ihm  geltend  gemachten  Minderjährigkeit 
beizutragen vermochte, und lediglich wiederholte, so alt zu sein, wie er 
bereits angab, 

dass daher festzuhalten ist, dass das BFM den Beschwerdeführer zu 
Recht als volljährig eingestuft und in der Folge darauf verzichtet hat, 
ihm anlässlich seiner Befragung zu den Asylgründen eine Vertrauens-
person beizuordnen (EMARK 2004 Nr. 30 S. 2004), 

dass  daher  das  Übereinkommen  vom 20.  November  1989  über  die 
Rechte  des  Kindes  (SR  0.107)  im  vorliegenden  Fall  nicht  zur 
Anwendung gelangt,

dass ferner das BFM in der angefochtenen Verfügung - nach Prüfung 
der  Akten  auch  aus  der  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  - 
ausführlich  und  überzeugend  dargelegt  hat,  weshalb  für  das 
Nichteinreichen  von  Reise-  oder  Identitätspapieren  keine 
entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  weshalb  auf  die  vorinstanzlichen 
Erwägungen verwiesen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  mehrmaliger  entsprechender 
Aufforderung  keine  ersichtlichen  Anstrengungen  unternahm,  um  mit 
Hilfe von Verwandten oder Bekannten Identitätspapiere zu beschaffen, 

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dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  nur  einen 
Schülerausweis  besessen  und  diesen  nach  dem  Überfall  auf  sein 
Haus nicht mehr gefunden zu haben, nicht zu überzeugen vermag,

dass er hätte wissen müssen, dass er sich im Ausland rechtsgenüglich 
identifizieren muss, 

dass zudem – wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, die Beschreibung 
seines Reisewegs realitätsfremd ist,  da weder glaubhaft  ist,  er  habe 
keine  Reisedokumente  gehabt,  noch  dass  ihn  Fischer  über  andere 
Länder bis nach Algerien gebracht hätten, 

dass er zu dieser Reise praktisch keine Angaben machen konnte und 
auf  entsprechende Fragen mehrmals  zur  Antwort  gab,  dies  nicht  zu 
wissen, weil er nicht darauf geachtet habe (vgl. Antworten 28-35), 

dass ebenfalls weitestgehend ausgeschlossen werden kann, dass der 
Beschwerdeführer von Algerien nach Italien in einem Fischerboot ohne 
jegliche Zwischenfälle gereist ist, 

dass  auch  nicht  plausibel  erscheint,  dass  ihm verschiedene  fremde 
Leute geholfen und Geld gegeben haben sollen,

dass das Bundesverwaltungsgericht damit aufgrund der unglaubhaften 
und realitätsfremden Ausführungen der Beschwerdeführerin sowie der 
gesamten Aktenlage davon ausgeht, er habe bei seiner Einreise in die 
Schweiz authentische Identitäts- und Reisepapiere besessen, welche 
er  jedoch  innert  48  Stunden  und  bis  heute  in  Verletzung  seiner 
gesetzlichen Mitwirkungspflicht  (vgl. Art. 8  Abs. 1 Bst. b  AsylG)  den 
schweizerischen Behörden nicht aushändigte,

dass  er  mit  seinem  gesamten  Aussageverhalten  den  auch  im 
Beschwerdeverfahren  nicht  widerlegten  Eindruck  vermittelt,  er 
versuche, seine Identität und genaue Herkunft zu verschleiern,

dass  mithin  -  unter  Beachtung  der  in  BVGE  2007/8  aufgestellten 
Richtlinien  (E.5.6)  -  zu  prüfen  bleibt,  ob  das  BFM  aufgrund  der 
Anhörung zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als nicht erforderlich erachtet hat,

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dass im vorliegenden Verfahren aufgrund der Aktenlage, wie sie sich 
nach der summarischen Befragung vom 26. März 2010 sowie der Di -
rektanhörung vom 13. April  2010 darstellt,  unter Verzicht auf zusätz-
liche  tatbeständliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen  einer 
bloss summarischen Prüfung entschieden werden kann,

dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die zutreffenden 
Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zu  den  ihm  gestellten  Fragen  sehr 
oberflächliche  Antworten  gab  und  insgesamt  nicht  den  Eindruck 
erweckte, es berichte eine Person über einschneidende Ereignisse in 
ihrem Leben,  aufgrund  derer  sie  sich  bewogen  sah,  die  Heimat  zu 
verlassen, 

dass beispielsweise nicht logisch ist, dass der Beschwerdeführer von 
Verfolgungen von Familien anderer Militärangehöriger durch die Miliz 
gewusst haben wolle, jedoch sich darüber nicht bewusst gewesen sei, 
die besagte Miliz könnte auch seine Familie behelligen,

dass  ferner  nicht  nachvollziehbar  ist,  weshalb  sich  der 
Beschwerdeführer  nicht  nach  dem  Schicksal  seiner  Mutter  und 
Schwester erkundigt habe, 

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die Ausführungen in der  
Beschwerde noch näher einzugehen, zumal sie nicht geeignet sind, zu 
einer von der Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu führen, 
und  der  Beschwerdeführer  den  zutreffenden  Erwägungen  der 
Vorinstanz nichts Substanzielles entgegenhält, 

dass  insbesondere  aufgrund  seiner  Beschwerde,  nicht  darauf 
geschlossen  werden  kann,  dass  ihm  in  Guinea  in  asylrechtlich 
relevantem Sinne irgendeine Gefahr droht und er sich vor Behelligung 
heimatlicher Behörden fürchten würde, 

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte,

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG auf  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

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dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
solches in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol -
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  dass  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn 
der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG und Art.  33  FK verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren 
keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-

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rechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK ersichtlich sind, 
die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass  sich  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  als  unzu-
mutbar  erweist,  wenn sie im Heimat-  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund 
von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Guinea,  welche  sich  seit  dem 
Putsch von Ende 2008 wieder beruhigt hat, noch individuelle Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen las-
sen,

dass  insbesondere  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  es  sich  beim 
Beschwerdeführer  um  einen  jungen  und  -  soweit  aus  den  Akten 
ersichtlich  -  gesunden  Mann  handelt,  der  sein  ganzes  bisheriges 
Leben  in  Guinea  verbracht  hat,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  er 
verfüge  dort  über  ein  Beziehungsnetz,  das  ihn  beim  Aufbau  einer 
neuen Existenz unterstützen kann, 

dass der Vollzug der Wegweisung somit auch zumutbar ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-  
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Blanka Fankhauser

Versand: 

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