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**Case Identifier:** a4a9d3ca-c71c-5103-8f17-03cd488b6288
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2008 A-1760/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1760-2006_2008-09-03.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1760/2006 und A-1770/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______ AG, 
vertreten durch _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion OZD,
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Zoll- und Mehrwertsteuernachlass; Frist.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1760/2006 und A-1770/2006

Sachverhalt:

A.
Die  Transportunternehmung  Firma  X._______  AG  meldete  im  Jahr 
1998  verschiedene  Sendungen Schnittblumen zur  Einfuhr  an. Dabei 
wurde  der  zugeteilte  Kontingentsanteil  ihrer  Auftraggeberin  über-
schritten und auf  diese Weise der (niedrigere) Kontingentszollansatz 
(KZA)  anstelle  des  Ausserkontingentszollansatzes  (AKZA) 
beansprucht.  Nachdem  die  auftraggebende  Firma  Konkurs  erlitten 
hatte,  forderte  die  Zollverwaltung  mit  Verfügung  vom  11. November 
2003  von  der  Firma  X._______  AG  als  Solidarschuldnerin  Einfuhr-
abgaben  gestützt  auf  den  AKZA  von  insgesamt  Fr. 106'296.-- 
(Fr. 104'211.75 Zoll und Fr. 2'084.25 Mehrwertsteuer) nach.

Dagegen erhob die Firma X._______ AG am 12. Dezember 2003 Be-
schwerde  bei  der  Oberzolldirektion  (OZD).  Bis  zum  Vorliegen  des 
Urteils des Bundesgerichts in einem ähnlich gelagerten Fall wurde das 
Verfahren  sistiert.  Mit  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.82/2005  vom 
23. August 2005 wurde die Solidarhaftung von Speditionsunternehmen 
bei  Zollkontingentsüberschreitungen  durch  Importeure  von  landwirt-
schaftlichen Erzeugnissen, deren Firmen inzwischen aufgelöst oder im 
Handelsregister gelöscht worden sind, bestätigt. Die Firma X._______ 
AG zog deshalb mit Schreiben vom 28. Oktober 2005 ihre Beschwerde 
zurück. Der Abschreibungsbeschluss der OZD erging am 2. November 
2005.

B.
B.a Am 13. April  2006 stellte die Firma X._______ AG bei der OZD 
ein  Gesuch  um  ganzen  oder  teilweisen  Erlass  der  aus  den 
Kontingentsüberschreitungen  entstandenen  Einfuhrabgaben.  Zur 
Stützung  dieses  Begehrens  brachte  sie  hauptsächlich  vor,  die  be-
sondere Härte liege nicht nur darin begründet, dass ihr aufgrund des 
erst spät erfolgten Aktivwerdens des Bundesamtes für Landwirtschaft 
(BLW) jegliches Massnahmeergreifen verunmöglicht worden sei, son-
dern  auch im Umstand,  dass die vorsorgliche Anzeige der Zollkreis-
direktion  über  die  zu  erwartende  solidarische  Inanspruchnahme nur 
gerade neun Monate vor dem Verjährungseintritt der Nacherhebungs-
forderung  erfolgt  sei.  Mit  der  unterbliebenen Orientierung  durch  das 
BLW  über  die  von  der  auftraggebenden  Firma  begangenen  Kon-
tingentsüberschreitungen sei es ihr unmöglich gewesen, aktiv zu einer 
allfälligen Heilung der Kontingentsüberschreitungen beizutragen.

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Die OZD trat mit Entscheid vom 13. Oktober 2006 auf das Gesuch um 
Zoll- und Mehrwertsteuernachlass mit der Begründung, dieses sei ver-
spätet erfolgt, nicht ein.

B.b Am  25. Oktober  2006  reichte  die  Firma  X._______  AG bei  der 
OZD  vorsorglich  ein  Gesuch  um  Wiedereinsetzung  der  in  Art. 127 
Abs. 2 des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 und 
BS 6  465)  festgelegten  Einjahresfrist  unter  Aufhebung  des 
Nichteintretensentscheides  vom  13. Oktober  2006  ein  sowie 
eventualiter ein Gesuch um Wiedererwägung.

Die OZD trat mit Verfügung vom 31. Oktober 2006 auf das Wiederer-
wägungsgesuch nicht ein. Sie wies in grundsätzlicher Hinsicht darauf 
hin, dass der Nichteintretensentscheid betreffend Zoll- und Mehrwert-
steuernachlass  der  Beschwerde  an  die  Eidgenössische  Zollrekurs-
kommission (ZRK) unterliege. Es stehe der Firma X._______ AG frei, 
die  Beschwerdemöglichkeit  zu  nutzen.  In  ihrem  auf  Nachfrage  der 
Firma X._______ AG verfassten Schreiben vom 8. November 2006 er-
läuterte die OZD, die am 31. Oktober 2006 erlassene Verfügung be-
treffe allein  das Wiedererwägungsgesuch. Es  obliege der  ZRK,  über 
die Rechtmässigkeit des Nichteintretensentscheides zu befinden. Eine 
allfällige Wiederherstellung der versäumten Frist sei auf dem Weg der 
Beschwerde gegen den Entscheid vom 13. Oktober 2006 geltend zu 
machen. Die  Angelegenheit  liege  nicht  mehr  in  der  Kompetenz  der 
Zollverwaltung.

C.
C.a Mit  Eingabe  vom 30. Oktober  2006 erhob die  Firma X._______ 
AG (Beschwerdeführerin)  gegen  den  Entscheid  betreffend  Zoll-  und 
Mehrwertsteuernachlass Beschwerde bei der ZRK (Verfahrensnummer 
ZRK 2006-095). Sie stellte die folgenden Rechtsbegehren: (1.) In Gut-
heissung der  Beschwerde sei  der  Nichteintretensentscheid  der  OZD 
aufzuheben, und es sei direkt durch die ZRK materiell über das Zoll- 
und Mehrwertsteuernachlassgesuch zu befinden; (2.)  eventuell  sei  in 
Gutheissung  der  Beschwerde  der  Nichteintretensentscheid  der  OZD 
aufzuheben unter Anweisung der Vorinstanz, über das Zoll- und Mehr-
wertsteuernachlassgesuch zu befinden; (3.) subeventualiter sei in Gut-
heissung der Beschwerde der Nichteintretensentscheid der OZD auf-
zuheben  unter  Anweisung  der  Vorinstanz,  über  das  Zollnachlassge-
such zu befinden unter Gutheissung des Gesuches der Beschwerde-

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führerin  vom 25. Oktober 2006 um Wiedereinsetzung der in  Art. 127 
Abs. 2  ZG  festgelegten  Einjahresfrist.  Sie  machte  im  Wesentlichen 
geltend,  der angefochtene Nichteintretensentscheid beruhe auf  einer 
unzutreffenden  Zuerkennung  einer  „Ex-tunc-Wirkung“  an  den  Ein-
spracherückzug  vom  28. Oktober  2005  anstelle  einer  „Ex-nunc-Wir-
kung“. Der  vorinstanzliche  Entscheid  sei  indessen  auch  unabhängig 
davon aufzuheben, sei die Beschwerdeführerin doch anlässlich einer 
Besprechung mit der Behörde zur Frage des weiteren verfahrensöko-
nomischen  Vorgehens  von dieser  über  die  fristlichen  Konsequenzen 
eines Beschwerderückzuges in die Irre geführt oder gar absichtlich ge-
täuscht worden. Jedenfalls habe sich die Behörde höchst widersprüch-
lich verhalten.

In ihrer Vernehmlassung vom 8. Januar 2007 schloss die OZD auf Ab-
weisung der Beschwerde. 

C.b Mit Eingabe vom 4. Dezember 2006 erhob die Beschwerdeführer-
in  gegen  die  Verfügung  vom 31. Oktober  2006  Beschwerde  bei  der 
ZRK (Verfahrensnummer ZRK 2006-105) mit den Rechtsbegehren, (1.) 
in  Gutheissung  der  Beschwerde  sei  die  Verfügung  der  OZD  aufzu-
heben, und es sei der Beschwerdeführerin in Gutheissung von deren 
Gesuch um Wiedereinsetzung der in Art. 127 Abs. 2 ZG festgelegten 
Jahresfrist  die entsprechende Frist mit  Wirkung ab 17. Oktober 2006 
neu anzusetzen; (2.) eventuell sei in Gutheissung der Beschwerde die 
Verfügung der OZD aufzuheben unter Anweisung der Vorinstanz, über 
das Gesuch auf Wiedereinsetzung der genannten Jahresfrist materiell 
zu  befinden; (3.)  das  vorliegende Beschwerdeverfahren  sei  mit  dem 
vor der ZRK bereits hängigen Verfahren betreffend das Zoll- und Mehr-
wertsteuernachlassgesuch  (vgl.  ZRK  2006-095)  zusammenzulegen. 
Sie  machte  geltend,  beim  vorsorglich  eingereichten  Gesuch  um 
Wiedereinsetzung  der  Frist  handle  es  sich  um  ein  anderes 
Rechtsmittel  als  bei  der  Beschwerde,  die  sie  am  30. Oktober  2006 
gegen den Nichteintretensentscheid der  OZD vom 13. Oktober  2006 
erhoben habe. Aus verfahrensökonomischen Gründen sei es allerdings 
zweckmässig, die beiden Verfahren zusammenzulegen. In materieller 
Hinsicht  brachte  sie  –  mit  etwas  anderer  Gewichtung  –  im  We-
sentlichen dieselben Argumente vor, wie bereits in ihrer Beschwerde 
betreffend  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlass.  Sie  betonte,  der  An-
spruch auf Wiedereinsetzung beruhe auf der Tatsache, dass ein allen-
falls  stattgefundenes  Fristsäumnis  nicht  auf  einem  Verschulden  der 
Beschwerdeführerin beruhe, sondern auf einer durch die OZD vorge-

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nommenen  Irreführung  (oder  sogar  gezielten  Täuschung)  der  Be-
schwerdeführerin  sowie  auf  einem  „schwerstwiegend  widersprüch-
lichen  Verhalten“  bzw.  einem  „völlig  überspitzten  und  höchstgradig 
gegen das Fairnessverbot verstossenden Formalismus“. Dieses Frist-
säumnis sei unverschuldet im Sinne von Art. 24 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021).

In ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2007 schloss die OZD auf Ab-
weisung der Beschwerde.

D.
Das Bundesverwaltungsgericht teilte mit Instruktionsmassnahmen vom 
19. Januar  2007  (betreffend  Zoll-  und Mehrwertsteuernachlass  [ZRK 
2006-095  bzw. Bundesverwaltungsgericht  A-1760/2006])  und  25. Ja-
nuar  2007  (betreffend  „Wiedereinsetzung“  [ZRK  2006-105  bzw. 
Bundesverwaltungsgericht  A-1770/2006])  den  Verfahrensbeteiligten 
mit, es habe die vorliegenden Verfahren übernommen.

Die OZD erhielt  im Verfahren A-1770/2006 mit  Instruktionsverfügung 
vom 30. Mai 2007 Gelegenheit, zur unaufgeforderten Eingabe der Be-
schwerdeführerin vom 16. Mai 2007 zur Rechtslage betreffend die soli-
darische  Zollzahlungsverpflichtung  der  Spediteure  unter  dem neuen 
Zollgesetz Stellung zu nehmen, welcher  sie  mit  Duplik  vom 12. Juni 
2007 nachkam.

Mit  Instruktionsverfügungen  je  vom  14. März  2008  wurde  die  Vor-
instanz aufgefordert, zu den Auswirkungen des Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts A-1699/2006 vom 13. September 2007, welches sich 
mitunter  zur  Frage  des  Fristenlaufs  bei  der  Einreichung  eines  Zoll-
nachlassgesuches äusserte,  auf  die  vorliegenden Verfahren Stellung 
zu nehmen bzw. mitzuteilen,  ob die angefochtenen Entscheide unter 
den gegebenen Umständen in Wiedererwägung gezogen werden. Die 
Vorinstanz hielt in ihren Stellungnahmen je vom 22. April 2008 an ihren 
Anträgen auf Abweisung der Beschwerden fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis  zum  31.  Dezember  2006  unterlagen  erstinstanzliche  Ver-
fügungen  oder  Beschwerdeentscheide  der  OZD der  Beschwerde  an 

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die ZRK (Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG). Das Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt,  sofern es zuständig ist,  die  zu diesem Zeitpunkt  bei  der 
ZRK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Ver-
fahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32]).  Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich 
gemäss Art. 37 VGG das Verfahren nach dem VwVG. Beschwerden an 
das  Bundesverwaltungsgericht  sind  zulässig  gegen  Verfügungen  im 
Sinne von Art. 5 VwVG (Art. 31 VGG). Entscheide der OZD über das 
Nichteintreten  auf  Gesuche  um  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlass 
unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht 
(Art. 109 Abs. 1  Bst.  c  aZG in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG). 
Dieses ist somit sachlich und funktionell zuständig.

1.2 Am 1. Mai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, SR 
631.0)  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom  1. November  2006 
(ZV, SR 631.01)  in  Kraft  getreten. Zollveranlagungsverfahren,  die  zu 
diesem Zeitpunkt  hängig waren,  werden gemäss Art. 132 Abs. 1 ZG 
nach dem bisherigen Recht und innerhalb der nach diesem gewährten 
Frist abgeschlossen.

1.3 Grundsätzlich  bildet  jeder  vorinstanzliche  Entscheid  ein  selb-
ständiges Anfechtungsobjekt und ist deshalb einzeln anzufechten. Es 
ist  gerechtfertigt,  von  diesem  Grundsatz  abzuweichen  und  die  An-
fechtung in einem gemeinsamen Verfahren mit  einem einzigen Urteil 
zuzulassen, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhalt-
lichen  Zusammenhang  stehen  und  sich  in  allen  Fällen  gleiche  oder 
ähnliche  Rechtsfragen  stellen  (vgl. BGE 123  V  215 E. 1;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1435/2006 vom 8. Februar 2007 E. 1.2). 
Unter  den  gleichen  Voraussetzungen  können  auch  getrennt  einge-
reichte Beschwerden in einem Verfahren vereinigt werden. Ein solches 
Vorgehen  dient  der  Verfahrensökonomie  und  liegt  im Interesse  aller 
Beteiligten  (ANDRÉ MOSER,  in  André  Moser/Peter  Uebersax,  Pro-
zessieren  vor  eidgenössischen  Rekurskommissionen,  Basel  und 
Frankfurt am Main 1998, Rz. 3.12).

Diese Voraussetzungen sind  im vorliegenden  Fall  erfüllt.  Die  beiden 
Entscheide der OZD betreffen dasselbe Abgabesubjekt und die Sach-
verhalte  hängen  inhaltlich  eng  zusammen  bzw.  sind  weitgehend 
identisch. Dementsprechend hat der Vertreter der Beschwerdeführerin 
die beiden Entscheide auch mit  übereinstimmenden Argumenten an-

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gefochten und deren Vereinigung beantragt. Aus diesen Gründen sind 
die  Verfahren  A-1760/2006  und  A-1770/2006  antragsgemäss  zu-
sammenzulegen.

1.4 Nach dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ist 
das  Bundesverwaltungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  an  die  recht-
liche  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden.  Es  kann  eine  Be-
schwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (Art. 62 
Abs. 4 VwVG; BVGE 2007/41 S. 529 E. 2; MOSER, a.a.O., Rz. 1.8 f.).

1.5 Die OZD hat in ihren Entscheiden vom 13. bzw. 31. Oktober 2006 
auf  Nichteintreten  erkannt.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundes-
gerichts  ist  derjenige,  auf  dessen  Begehren  bzw. Rechtsmittel  nicht 
eingetreten  worden  ist,  befugt,  durch  die  ordentliche  Beschwerde-
instanz  überprüfen zu  lassen,  ob dieser  Nichteintretensentscheid  zu 
Recht ergangen ist (anstelle vieler: BGE 124 II 499 E. 1, mit weiteren 
Hinweisen). Allerdings kann in einer Beschwerde gegen einen Nicht-
eintretensentscheid nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz habe 
zu  Unrecht  das  Bestehen  der  Eintretensvoraussetzungen  verneint. 
Damit wird das Anfechtungsobjekt auf die Eintretensfrage vor der OZD 
beschränkt,  deren  Verneinung  als  Verletzung  von  Bundesrecht  mit 
Beschwerde gerügt werden kann (BGE 132 V 74 E. 1.1; vgl. auch statt 
vieler  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1471/2006  und 
A-1472/2006 vom 3. März 2008 E. 1.2).

2.
2.1.1 Bedarf eine Frist nicht der Mitteilung an die Parteien, so beginnt 
sie  an  dem  auf  ihre  Auslösung  folgenden  Tag  zu  laufen  (Art. 20 
VwVG).  Eine  gesetzliche  Frist  kann  nicht  erstreckt  werden  (Art. 22 
VwVG). Allenfalls kann sie auf Gesuch hin wiederhergestellt  werden, 
wenn  die  gesuchstellende  Person  oder  ihr  Vertreter  unverschuldet 
davon abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln (Art. 24 Abs. 1 
VwVG; vgl. Entscheid der ZRK 2002-115 vom 10. Juni 2003 E. 2b und 
c;  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 339 ff.). 

2.1.2 Eine  Verfügung  (bzw.  ein  Beschwerdeentscheid)  wird  formell 
rechtskräftig, wenn sie endgültig ist; wenn die Frist für die Einlegung 
eines  ordentlichen Rechtsmittels  unbenutzt  abgelaufen ist; wenn die 
Parteien rechtsgültig darauf verzichtet haben, ein solches einzulegen; 

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oder  wenn  sie  das  Rechtsmittel  zurückgezogen  haben.  Mit  der  for-
mellen  Rechtskraft  wird  der  Entscheid  vollstreckbar  (Art. 39  VwVG; 
KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz. 387,  714 ff.,  PIERRE MOOR,  Droit  administratif, 
Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, S. 160).

Die  materielle  Rechtskraft  einer  Verfügung  bedeutet,  dass  die  Ver-
fügung  unabänderlich  ist,  also  auch  von  Seiten  der  Verwaltungsbe-
hörden nicht mehr widerrufen werden kann. Die materielle Rechtskraft 
setzt voraus, dass die Verfügung in formelle Rechtskraft erwachsen ist. 
Im  Übrigen  sind  jedoch  formelle  und  materielle  Rechtskraft  streng 
auseinanderzuhalten. Die  materielle  Rechtskraft  beschlägt  die  Frage 
der  Bindung  der  Behörden  an  eine  Verfügung,  d.h.  die  Frage  der 
Widerrufbarkeit  einer  Verfügung;  bei  der  formellen  Rechtskraft  hin-
gegen geht  es um die Anfechtbarkeit  der Verfügung seitens der Be-
troffenen. Die Verwaltungsbehörden können Verfügungen, selbst wenn 
sie in formelle Rechtskraft erwachsen sind, unter bestimmten Voraus-
setzungen  ändern.  In  diesem  Sinne  werden  die  Verfügungen  in  der 
Regel  nicht  materiell  rechtskräftig  (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 
2006, Rz. 993 f.).

Im Gegensatz  zu  Verfügungen werden Rechtsmittelentscheide,  auch 
wenn  sie  von  einer  Verwaltungsbehörde  erlassen  wurden,  materiell 
rechtskräftig. Dem Abschreibungsbeschluss infolge Gegenstandslosig-
keit  indessen  kommt  keine  materielle  Rechtskraft  zu.  Beim  Be-
schwerderückzug  durch  die  beschwerdeführende  Person  "lebt"  der 
angefochtene  Verwaltungsakt  (bzw. die  Verfügung)  "wieder  auf"  und 
wird  dieser  rechtskräftig  (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O.,  Rz. 683,  715).  Ob  und 
inwieweit Abschreibungsbeschlüsse – vom Entscheid im Kostenpunkt 
abgesehen  –  als  (negative)  Verfügungen  zu  gelten  haben,  ist  nicht 
völlig  geklärt.  Jedenfalls  ist  der  Abschreibungsbeschluss  mit  den 
ordentlichen Rechtsmitteln anfechtbar (KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 484, mit 
weiteren Hinweisen). Die formelle Rechtskraft des „wiederaufgelebten“ 
Verwaltungsakts  tritt  also  mit  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  nach 
Abschreibung des Rechtsmittelverfahrens ein (vgl. ebenso betreffend 
das  kantonal-bernische  Verwaltungsverfahren  THOMAS MERKLI/ARTHUR 
AESCHLIMANN/RUTH HERZOG,  Kommentar  zum  Gesetz  über  die  Ver-
waltungsrechtspflege  im  Kanton  Bern,  Bern  1997,  N. 5  zu  Art. 114, 
S. 800 f.).

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2.2 Die  gesetzliche  Frist  für  die  Einreichung  eines  Zollnachlassge-
suches beträgt ein Jahr seit der Abgabenfestsetzung (Art. 127 Abs. 2 
aZG, Art. 84 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über 
die Mehrwertsteuer  [MWSTG, SR 641.20]). Das Bundesverwaltungs-
gericht  hat  sich  im  Urteil  A-1699/2006  vom  13. September  2007 
bereits mit  der Frage nach dem Beginn des Fristenlaufs befasst und 
sie gestützt auf die vorangegangenen Ausführungen folgendermassen 
beantwortet: 

Der  Zollnachlass  bilde  den  Verzicht  auf  einen  bestehenden  Zollan-
spruch, was begriffsnotwendig voraussetze, dass eine Zollabfertigung 
in  Rechtskraft  erwachsen sei (unter  Verweis auf  die hierzu zahlreich 
ergangene Rechtsprechung).  Die in Art. 127 Abs. 2 aZG bzw. Art. 84 
Abs. 2  MWSTG  statuierte  Jahresfrist  werde  mit  der  formell  rechts-
kräftigen  Abgabenfestsetzung  ausgelöst  und  beginne  am  folgenden 
Tag zu laufen. Werde ein Verwaltungsakt mit ordentlichem Rechtsmittel 
angefochten, erfolge die Abgabenfestsetzung erst mit rechtskräftigem 
Entscheid  der  nachgeordneten  Instanzen.  Falls  im  Verlauf  des  Ver-
fahrens das gegen eine Verfügung (bzw. einen Beschwerdeentscheid) 
eingelegte  Rechtsmittel  zurückgezogen  werde,  und  das  Verfahren 
demzufolge von der Beschwerdeinstanz abzuschreiben sei, "lebe" der 
angefochtene Verwaltungsakt "wieder auf", bzw. werde dieser rechts-
kräftig. Dessen formelle Rechtskraft trete mit Ablauf der Rechtsmittel-
frist nach Abschreibung des Rechtsmittelverfahrens ein. Entgegen der 
Auffassung  der  OZD wirke  bei  einem Rückzug  der  Beschwerde  die 
Rechtskraft  folglich  nicht  auf  das  Datum  des  vorinstanzlichen  Ent-
scheides  zurück (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1699/2006 
vom 13. September 2007 E. 1.3).

3.
3.1 Die OZD begründet ihr Nichteintreten auf das Zoll- und Mehrwert-
steuernachlassgesuch  damit,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Be-
schwerde vom 12. Dezember  2003 gegen die  Nachbezugsverfügung 
der Zollkreisdirektion vom 11. November 2003 am 28. Oktober 2005 
zurückgezogen habe, was die Rechtskraft  der Nachbezugsverfügung 
per  11. November  2003  zur  Folge  habe.  Das  Erlassgesuch  vom 
13. April  2006 erfasse nur Gesuche um Erlass von Forderungen, die 
ab dem 13. April  2005 festgesetzt worden seien. Für Abgaben, die – 
wie im vorliegenden Falle – vor diesem Datum rechtskräftig festgesetzt 
worden  seien,  sei  das  Gesuch  verspätet  erfolgt.  Dies  ergebe  sich 
daraus,  dass  für  die  Berechnung  der  Jahresfrist  für  Erlassgesuche 

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nicht die formelle Rechtskraft eines Verwaltungsaktes massgebend sei. 
Nach  klarem  Wortlaut  des  Art. 127  Abs.  2  aZG bzw. Art. 84  Abs. 2 
MWSTG  betrage  die  Einreichefrist  ein  Jahr  seit  der  Abgabenfest-
setzung. Diese erfolge zunächst  durch Ausstellen der  Veranlagungs-
verfügung  (ehemals  Zollquittung)  durch  die  Zollstelle.  Werde  diese 
Abgabenfestsetzung  in  einem  Beschwerdeverfahren  überprüft,  be-
stätigt  oder  allenfalls  berichtigt,  gelte  für  die  Abgabenfestsetzung 
selbstredend der von der letzten Instanz erlassene Entscheid. Werde 
die  Beschwerde  im  Verlauf  des  Verfahrens  zurückgezogen,  ergehe 
kein neuer Entscheid über die Höhe der Abgaben. Folglich behalte die 
vorgängige  Abgabenfestsetzung  ihre  Gültigkeit  bei  und  werde  so 
erneut Grundlage für die Fristberechnung. Da sich weder der Rückzug 
noch  die  Abschreibungsverfügung  materiell  zur  Angelegenheit 
äussere,  fehle  der  notwendige  Zusammenhang  zur  Abgabenfest-
setzung,  der  es erlauben würde,  die  Berechnung der  Jahresfrist  mit 
diesem Verfahrensschritt  zu verbinden. Die Beschwerdeführerin  hätte 
vorsorglich während eines Jahres seit der Eröffnung der Nachbezugs-
verfügung  durch  die  Zollkreisdirektion  ein  Erlassgesuch  stellen 
können.  Selbst  ohne  vorsorgliches  Gesuch  wäre  ihr  Anspruch  zu 
wahren  gewesen,  indem  die  Beschwerde  ungeachtet  des  voraus-
sichtlichen  Misserfolges  aufrecht  erhalten  worden  wäre.  Auf  diese 
Weise wäre die Rechtskraft der Abgabenforderung erst mit dem Datum 
des  Beschwerdeentscheides  eingetreten.  Also  hätten  trotz  der 
Sistierung  des  Beschwerdeverfahrens  gegen  die  Nachbezugsverfü-
gung Wege für eine rechtzeitige Eingabe des Erlassgesuches bestan-
den.

3.2
3.2.1 Das Bundesverwaltungsgericht hält gestützt auf die allgemeinen 
Grundlagen  betreffend  Beginn  des  Fristenlaufes  sowie  Eintritt  der 
Rechtskraft  einer  Verfügung und der  daran geknüpften Rechtsfolgen 
(vgl. E. 2.1) an der erläuterten Rechtsprechung (vgl. E. 2.2) fest, wo-
nach zur Berechnung der in Art. 127 Abs. 2 aZG bzw. Art. 84 Abs. 2 
MWSTG  statuierten  Jahresfrist  auf  die  formelle  Rechtskraft  abzu-
stellen ist.

Die  Vorinstanz  macht  an  einer  wörtlichen  Auslegung  des  Begriffes 
„Abgabenfestsetzung“ fest, dass damit immer ein materieller Entscheid 
bzw. eine inhaltliche Prüfung der Abgabenerhebung an sich verbunden 
sein müsse. Der Vorinstanz ist insofern zuzustimmen, als sie offenbar 
davon ausgeht, dass im Falle des Rückzuges einer Beschwerde gegen 

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die  Veranlagungsverfügung  die  ursprüngliche  Verfügung  „wiederauf-
lebt“ (vgl. E. 2.1.2). Nicht zu folgen ist  ihr aber darin, dass dabei die 
Rechtskraft  auf  das  Datum der  Veranlagungsverfügung  zurückwirke. 
Die von der Vorinstanz getroffene Unterscheidung zwischen erfolgter 
materieller Überprüfung und ausbleibender Prüfung zur Ermittlung des 
Datums  der  Rechtskraft  der  Abgabenfestsetzung  findet  in  Recht-
sprechung  und  Lehre  keinen  Halt.  Sie  steht  zudem im Widerspruch 
zum Institut der formellen Rechtskraft (vgl. vorne, E. 2.1.2) und auch 
zu  ihren  eigenen  Ausführungen,  hält  sie  doch  in  ihrer  Duplik  vom 
12. Juni 2007 im Verfahren A-1770/2006 selbst fest, die „Frist für eine 
Erlassgesuch  [betrage]  auch  nach  neuem  Recht  ein  Jahr  seit  der 
Rechtskraft der Zollforderung“. Nicht auszuschliessen ist, dass die Vor-
instanz hier allenfalls Fragen der formellen und materiellen Rechtskraft 
mit  der  materiellen  Überprüfung  einer  Verfügung  verwechselt  (vgl. 
E. 2.1.2). Die  von  der  Vorinstanz  im  Weiteren  abgegebene 
Empfehlung,  dass  gleichzeitig  mit  der  Beschwerdeerhebung  immer 
auch vorsorglich ein Gesuch um Nachlass gestellt werden könne bzw. 
müsse, führt – weiter gedacht – zu Unstimmigkeiten. Sie steht nämlich 
im Widerspruch zu dem in der Rechtsprechung gefestigten Grundsatz, 
der  im  Übrigen  auch  von  der  Vorinstanz  geteilt  wird,  wonach  ein 
Erlassgesuch begriffsnotwendig voraussetzt,  dass das Veranlagungs-
verfahren  abgeschlossen  und  der  Zollanspruch  in  Rechtskraft 
erwachsen  ist  (vgl.  E. 2.2).  Verfahrensökonomisch  wenig  sinnvoll  ist 
ferner  der  Vorschlag  der  Vorinstanz,  wie  Beschwerdeführende  die 
Rechtzeitigkeit einer Gesuchseinreichung wahren sollten, für den Fall, 
dass  sie  eine  vorsorgliche  Eingabe  unterlassen  hätten  (Aufrecht-
erhaltung  der  Beschwerde  trotz  mangelnder  Erfolgsaussicht,  vgl. 
E. 3.1.  in  fine).  Damit  sähe  sich  eine  solche  beschwerdeführende 
Person  gezwungen,  ein  mitunter  kostspieliges  Verfahren  durchzu-
ziehen,  trotz  der  –  aufgrund  der  seit  der  Beschwerdeerhebung 
ergangenen Rechtsprechung – sich abzeichnenden Aussichtslosigkeit. 
Dies  würde  den  Beschwerdeführenden  im  Ergebnis  die  Wahlfreiheit 
des Rückzuges nehmen und nicht nur sie, sondern auch die Justiz mit 
unnötigen  Verfahren (zeitlich  und finanziell)  belasten. Aus all  diesen 
Gründen hält  das Bundesverwaltungsgericht  die Auffassung der Vor-
instanz  betreffend  Beginn  des  Fristenlaufes  gemäss  Art. 127  Abs. 2 
aZG bzw. Art. 84 Abs. 2 MWSTG im Falle der Abschreibung der gegen 
die Nachbezugsverfügung erhobenen Beschwerde für unzutreffend.

3.2.2 Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin ihre gegen die 
Nachbezugsverfügung vom 11. November 2003 erhobene Beschwerde 

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vom 12. Dezember 2003 mit Schreiben vom 28. Oktober 2005 zurück-
gezogen. Das Verfahren wurde mit Verfügung bzw. Abschreibungsbe-
schluss der OZD vom 2. November 2005 abgeschrieben. Ungeachtet 
näherer Abklärungen betreffend Zustelldatum und Ablauf der Rechts-
mittelfrist  (vgl. E. 2.1.2  und  E. 2.2)  befindet  sich  die  Beschwerde-
führerin mit Eingabe des Nachlassgesuches am 13. April 2006 zweifel-
los innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Jahresfrist gemäss Art. 127 
Abs. 2 aZG bzw. Art. 84 Abs. 2 MWSTG. Die Vorinstanz hätte auf das 
Gesuch eintreten müssen.

Bei  diesem  Verfahrensausgang  erübrigt  sich  eine  einlässliche  Aus-
einandersetzung mit den weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin 
in diesem Zusammenhang, die teilweise an der Sache vorbeigehen. 

3.2.3 Entsprechend ist die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen. 
Das Verfahren ist zur materiellen Beurteilung des Zoll- und Mehrwert-
steuernachlasses  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  die  über  diese 
Fragen noch nicht entschieden hat. Auf die unaufgeforderte Eingabe 
der  Beschwerdeführerin  (vgl.  E. D)  in  diesem Zusammenhang  muss 
deshalb nicht weiter eingegangen werden.

Die Beschwerdeführerin  beantragt,  aufgrund des Verhaltens der Vor-
instanz  solle die  Rechtsmittelinstanz  sogleich  selber  über  den  Zoll- 
und  Mehrwertsteuernachlass  entscheiden;  sie  könne  bei  der  Vor-
instanz  nicht  mit  einer  „objektiv  erfolgenden  Beurteilung“  rechnen. 
Abgesehen  davon,  dass  auf  die  materiellen  Fragen  vorliegend  aus 
prozessualen  Gründen  nicht  eingegangen  werden  kann  (vgl. E. 1.5), 
verkennt  die  Beschwerdeführerin,  dass  aus  rechtsstaatlicher  Sicht 
völlig unbedenklich die OZD im damaligen Zeitpunkt  (vor dem Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1699/2006  vom  13.  September 
2007)  ihren  Rechtsstandpunkt  über  den  Beginn  des  Fristenlaufs 
gemäss Art. 127 Abs. 2 aZG bzw. Art. 84 Abs. 2 MWSTG einnehmen 
durfte. Wenn dieser Standpunkt durch das Bundesverwaltungsgericht 
später korrigiert worden ist, dann rechtfertigt dies keinen Eingriff in die 
funktionelle  Zuständigkeit  der  OZD,  indem  das  Bundesverwaltungs-
gericht gerade selbst über das Erlassgesuch materiell befinden würde.

3.2.4 Mit der Gutheissung gemäss E. 3.2.3 hievor hat die Beschwer-
deführerin  im  Ergebnis  das  von  ihr  im  Verfahren  A-1770/2006 be-
treffend „Wiedereinsetzung“  Verlangte, nämlich das Eintreten der Vor-
instanz  auf  ihr  Gesuch  um  Prüfung  des  Nachlasses  der  Einfuhrab-

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gaben, erreicht. Mit Bezug auf die Beschwerde um „Wiedereinsetzung“ 
sind  an dieser  Stelle  keine anderen  oder  zusätzlichen  Rechtsfragen 
mehr  zu  klären.  Das  Gesuch  um  „Wiedereinsetzung  der  Jahresfrist 
gemäss Art. 127 Abs. 2 aZG“ wird somit aufgrund des Verfahrensaus-
ganges gemäss E. 3.2.3 hievor gegenstandslos.

4.
Folglich ist  die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutzuheissen, 
insoweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.

4.1 Im  Verfahren  betreffend  Zoll-  und  Mehrwertsteuernachlass 
(A-1760/2006)  sind  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  und  der 
Vorinstanz keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 VwVG). Der 
geleistete  Kostenvorschuss  im  Verfahren  A-1760/2006  von  Fr. 800.-- 
ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Für dieses Verfahren ist 
ihr  sodann  eine  Parteientschädigung  in  Höhe  von  Fr. 1'200.-- 
(Mehrwertsteuer  inbegriffen)  zuzusprechen  (Art. 64  VwVG  in  Ver-
bindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

4.2 Wird ein Verfahren gegenstandslos, so werden die Verfahrenskos-
ten in  der  Regel  jener  Partei  auferlegt,  deren  Verhalten  die  Gegen-
standslosigkeit bewirkt hat. Ist das Verfahren ohne Zutun der Parteien 
gegenstandslos geworden, so werden die Kosten aufgrund der Sach-
lage vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (Art. 5 VGKE). Dabei 
sind  die  Prozessaussichten  vor  Eintritt  der  Gegenstandslosigkeit 
summarisch  zu  würdigen  (vgl.  MICHAEL BEUSCH/ANDRÉ MOSER/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Ausgewählte  prozessrechtliche  Fragen  im  Verfahren  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  in  Schweizerisches  Zentralblatt  für 
Staats-  und Verwaltungsrecht  [ZBl]  109/2008 S. 36). Hinsichtlich  des 
gegenstandslos  gewordenen  Verfahrens  betreffend  „Wiederein-
setzung“ (A-1770/2006) ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 
ihren Anspruch auf  Wiedereinsetzung damit  begründet,  ein  allenfalls 
stattgefundenes,  ihrerseits  unverschuldetes  Fristsäumnis  beruhe  auf 
einer Irreführung bzw. gezielten Täuschung durch die OZD betreffend 
die  fristlichen  Konsequenzen  für  einen  Zollnachlass  im  Falle  eines 
Beschwerderückzuges  sowie  auf  einem  schwerwiegend  wider-
sprüchlichen Verhalten bzw. Formalismus der Behörde. All  dies leitet 
sie  ab aus einer Besprechung mit  der OZD (bzw. einer  angeblichen 
„Verwaltungsabsprache“)  über  das  weitere  verfahrensökonomische 

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Vorgehen  bezüglich  der  Fälle  im  Zusammenhang  mit  Kontingents-
verletzungen  bei  der  Einfuhr  und  die  daraus  resultierende  Soli-
darhaftung  der  Spediteure,  aufgrund  derer  in  der  Folge  das  vor-
liegende  Verfahren  sistiert  worden  sei  (vgl.  oben,  E. A).  Abgesehen 
davon,  dass  sich  fragt,  welches  Interesse  die  Behörde  an  einer 
solchen  Vorgehensweise  haben  könnte,  fehlen  der  Beschwerde-
führerin  für  diese  schwerwiegenden  Vorwürfe  jegliche  stichhaltigen 
Beweise. Ihre  Vorbringen  stellen  blosse  Behauptungen  dar,  gewisse 
Aussagen  grenzen  gar  an  mutwillige  Prozessführung  (vgl. Art. 60 
Abs. 2  VwVG). Aufgrund  dieser  Aktenlage  wäre  sie  deshalb  voraus-
sichtlich  unterlegen,  wäre  es  zu  einer  Beurteilung  des  Gesuchs 
gekommen. Es rechtfertigt sich somit, der Beschwerdeführerin Kosten 
für den gegenstandslos gewordenen Teil des Verfahrens aufzuerlegen, 
die  aufgrund  der  vorliegenden,  besonderen  prozessualen  Umstände 
(vgl.  E. 3.2.3)  auf  Fr. 300.--  zu  reduzieren  und  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss im Verfahren A-1770/2006 von insgesamt Fr. 1'500.-- 
in  diesem  Teilbetrag  zu  verrechnen  sind.  Der  Restbetrag  von 
Fr. 1'200.--  ist  der  Beschwerdeführerin  zurückzuerstatten. Für  dieses 
Verfahren  ist  ihr  keine Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 7  ff., 
Art. 15 VGKE).

5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst. m  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundes-
gericht  [BGG,  SR 173.110];  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_49/2007 vom 3. März 2007 E. 2.1).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerdeverfahren  A-1760/2006  und  A-1770/2006  werden 
vereinigt.

2.
Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  gutgeheissen, 
insoweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden ist. Die  Sache  wird  zur 
Beurteilung des Zoll- und Mehrwertsteuernachlasses an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

3.
Die  Kosten  des  vereinigten  Verfahrens  von  insgesamt  Fr. 1'100.-- 
werden  im  Umfang  von  Fr. 300.--  der  Beschwerdeführerin  auferlegt. 
Sie  werden  mit  den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  gesamthaft 
Fr. 2'300.--  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr. 2'000.--  wird  der 
Beschwerdeführerin zurückerstattet.

4.
Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung in  Höhe von 
Fr. 1'200.-- zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Versand: 

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