# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bdd0020d-4be7-5e3c-bb73-9609a35bb502
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.07.2019 720 19 81 / 174
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-81---174_2019-07-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 11. Juli 2019 (720 19 81 / 174) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Anforderungen an die Haushaltsabklärung, Schadenminderungspflicht; die statistischen 
Überlegungen, wie sie im Haftpflichtrecht Anwendung finden, sind bei der Bemessung 
der Invalidität gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG nicht massgebend 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantonsrichter 

Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch André M. Brunner, 
Advokat, Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A. Die 1977 geborene A.____ war zuletzt vom 1. August 1993 bis 31. Oktober 2016 bei 
der B.____ angestellt. Am 8. Oktober 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf Rückenbe-
schwerden bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach 
Abklärung der gesundheitlichen, erwerblichen und haushaltspezifischen Verhältnisse sowie 

 

 
 
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nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-
Stelle) A.____ mit Verfügung vom 4. Februar 2019 in Anwendung der gemischten Bemes-
sungsmethode mit einem Erwerbsanteil von 56 % und einem Haushaltsanteil von 44 % für die 
Zeit vom 1. Mai 2015 bis 29. Februar 2016 gestützt auf einen Invaliditätsgrad vom 100 % eine 
befristete ganze Rente zu. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat André M. Brunner, am 
8. März 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Sie beantragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 4. Februar 
2019 unter o/e-Kostenfolge teilweise aufzuheben und ihr nach Einholung eines korrekten Haus-
haltsberichts ab 1. Januar 2018 mindestens eine Viertelsrente zuzüglich 5 % Verzugszins zuzu-
sprechen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Verfügung vom 4. Februar 
2019 auf unzureichenden medizinischen Unterlagen und einer ungenügenden Haushaltsabklä-
rung beruhe. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 27. März 2019 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene Beschwerde ist einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist 
der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 2019 
entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richter-
lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die IV-Stelle habe das rechtliche Ge-
hör bzw. die Begründungspflicht verletzt, indem sie sich in der angefochtenen Verfügung vom 
4. Februar 2019 nicht mit der Verschlechterung ihres Gesundheitszustands befasst habe, ob-
wohl sie am 24. September 2018 auf die bevorstehende Operation hingewiesen habe. Sollte 
sich diese Rüge als begründet erweisen, kann dies zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheides führen, ohne dass die Angelegenheit materiell geprüft würde. Dieser Einwand ist des-
halb vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3). 

 

 
 
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3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche 
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person 
eingreift (BGE 132 V 370 E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Im Rahmen des persönlichkeitsbe-
zogenen Mitwirkungsrechts wird von den Behörden verlangt, dass sie die Vorbringen der vom 
Entscheid betroffenen Person auch tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidungs-
findung angemessen berücksichtigt (BGE 136 I 188 E. 2.2.1 mit Hinweis).  
 
3.3 Soweit die Versicherte auf die Abklärungspflicht der IV-Stelle verweist, ist ihr entge-
genzuhalten, dass sie ebenfalls eine Mitwirkungspflicht trifft. Gemäss Art. 28 Abs. 2 ATSG 
muss, wer Versicherungsleistungen beansprucht, alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des 
Anspruchs erforderlich sind. Es wäre somit ihre Aufgabe gewesen, die IV-Stelle rechtzeitig über 
die am 6. Dezember 2018 durchgeführte Operation zu informieren. In der Aktennotiz vom 
24. September 2018 (act. 122) ist einzig vermerkt, dass im Dezember allenfalls ein weiterer 
operativer Eingriff anstehe. Weiter findet sich in der ausführlichen Stellungnahme des Rechts-
vertreters vom 23. November 2018 zum Vorbescheid vom 23. Oktober 2018 (act. 127) kein 
Hinweis auf die damals wohl bereits terminierte Operation. Ausserdem ergibt sich weder aus 
der Telefonnotiz vom 18. Dezember 2018 (Adressänderung; act. 129) noch aus den nachfol-
genden Akten bis zum Erlass der Verfügung vom 4. Februar 2019 ein Hinweis auf eine entspre-
chende Meldung der Versicherten. Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die IV-
Stelle erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 2019 Kenntnis über den 
operativen Eingriff am 6. Dezember 2018 hatte, kann – entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführerin – nicht gesagt werden, die IV-Stelle habe das rechtliche Gehör und damit 
formelle Verfahrensgarantien missachtet. 
 
4.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
4.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 

 

 
 
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zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
5.1 Die Rente wird gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
5.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 30 E. 1). 
 
5.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind 
und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Be-
messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse 
sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 
IVG). 
 
5.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb 
des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 
diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs-
tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der 
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Berei-
chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 
 
6.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig, teilzeitig oder als nichterwerbstätig einzustu-
fen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, 
wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches 
Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden 
könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 
E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt täti-
gen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 
Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, 
das Alter, berufliche Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 
Begabungen zu berücksichtigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall aus-

 

 
 
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geübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit 
Hinweisen). 
 
6.2 Vorliegend wird nicht bestritten, dass die IV-Stelle den Invaliditätsgrad zu Recht nach 
der gemischten Methode berechnet hat. Aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin im 
Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit, welcher von dieser am 28. November 2017 
(act. 82) unterzeichnet wurde, ging die IV-Stelle sodann zu Recht davon aus, dass diese ohne 
gesundheitliche Einschränkungen im Tätigkeitsbereich Erwerbsleben im Umfang von 56°% und 
im Aufgabenbereich zu 44°% tätig wäre. 
 
7.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich bildet die Fra-
ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti-
gung arbeitsunfähig ist. 
 
7.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall 
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
7.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer 
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
7.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen 
dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit 

 

 
 
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weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
7.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Um festzustellen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Fest-
stellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen 
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. 
 
8.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit der Be-
schwerdeführerin gab die IV-Stelle ein bidisziplinäres (rheumatologisches/psychiatrisches) Gut-
achten bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. D.____, FMH 
Rheumatologie und Innere Medizin, in Auftrag. Dr. C.____ stellte in seinem Teilgutachten vom 
26. Juni 2017 keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit bestünde eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren (ICD-10 F45.41). Bei der Versicherten seien die Konzentration, die Merkfähig-
keit und die Gedächtnisleistungen intakt und ihre Ausführungen anschaulich. Das Denken sei 
nicht eingeschränkt. Anhaltspunkte für illusionäre Verkennungen, akustische, optische, olfakto-
rische oder taktile Halluzinationen bestünden nicht. Die Versicherte habe einen klaren und gu-
ten Bezug zur Realität und zu ihrer Person und könne sich gut abgrenzen. Zwangsgedanken, 
Hinweise auf Zwangshandlungen, Ängste oder Phobien seien nicht vorhanden. Hinweise auf 
Veränderungen der Stimmung und des Antriebs im Verlauf des Tages bestünden nicht. Das 
Ausmass der geklagten Beschwerden und die subjektive Überzeugung, nicht mehr arbeiten zu 
können, könnten durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, sodass 
eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Die Versicherte habe im Vorfeld 
der Schmerzstörung nicht unter psychischen Beschwerden gelitten. Psychosoziale Belastungen 
seien nicht vorhanden. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne 
deshalb nicht gestellt werden. Vielmehr handle es sich um eine chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren. Weshalb sich die Versicherte von ihren Schmerzen 
mehr eingeschränkt fühle, als es den objektiven Befunden entspreche, lasse sich psychiatrisch 
nicht erklären. Es sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. 
 
8.2 Dr. D.____ diagnostizierte am 27. Juni 2017 ein chronisches Schmerzsyndrom im Be-
reich der rechten Hüfte und lumbal mit/bei weichteilrheumatischen Befunden im Sinne einer 
Trochanterbursitis rechts sowie multiplen Insertionstendinosen im Beckenkammbereich, einen 

 

 
 
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Status nach operativem Eingriff wegen Hüftdysplasie rechts, nach einer Hüfttotalendoprothese 
rechts am 28. Mai 2015, degenerativen Veränderungen und eine Skelettszintigraphie ohne 
Hinweise auf eine ISG-Pathologie oder eine Prothesenlockerung. Das Achsenorgan zeige einen 
Rundrücken mit Kopfpropulsion. Die Halswirbelsäule (HWS) sei frei beweglich, die Brustwirbel-
säule (BWS) sei allseits um 1/3, die Lendenwirbelsäule allseits um 2/3 und mit Vorbeuge- und 
Aufrichtschmerz eingeschränkt. Ein Hochkletterphänomen läge nicht vor. Der periphere Ge-
lenkstatus sei im Bereich der Hände und der Ellbogen normal. Die Schultern würden aktiv 
rechts eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, passiv hingegen keine Einschränkung 
zeigen. Eine Frozen shoulder bestünde nicht. Bezüglich des rechten Arm würde sich aufgrund 
von Schulterschmerzen ein diffuses Giving-way bei sämtlichen Kraftmessungen zeigen. Die 
Hüften seien auf der rechten Seite in Rückenlage erheblich eingeschränkt, was aber in einer 
Diskrepanz zum Sitzen stehe. Praktisch alle Hüftbewegungen würden einen Schmerz in der 
rechten Hüfte und im Trochantergebiet auslösen. Der Trochanter sei äusserst druckdolent im 
Sinne einer Periathropathie coxae. Atrophien im Bereich der Beine bestünden aber nicht. Die 
Reflexe seien unauffällig und die Sensibilität an den Beinen normal. Die Muskelumfänge seien 
seitengleich. Die Knie seien normal beweglich mit einem leichten Krepitieren und die oberen 
Sprunggelenke (OSG) seien frei. Im Stehen zeige sich eine wahrscheinlich schmerzbedingte 
Glutealinsuffizienz rechts mit einem positiven Trendelenburg-Zeigen rechts. Insgesamt läge ein 
chronisches Schmerzsyndrom im Bereich lumbal, im Becken sowie der Hüfte rechtsseitig vor. 
Gemäss MRI der Hüfte vom 2. Dezember 2015 bestünde eine minimale Asymmetrie der mus-
kulären Strukturen, hingegen keine relevante Pathologie. Die Skelettszintigraphie mit SPECT-
CT vom 19. August 2016 ergebe keine pathologischen Uptakes. Anhaltspunkte für ein entzünd-
liches Geschehen seien nicht festzustellen. Es seien ehebliche Diskrepanzen zwischen den 
subjektiven Angaben und den objektiv erhobenen Befunden vorhanden. Die bisherige Tätigkeit 
sei der Versicherten seit dem 27. März 2014 nicht mehr zumutbar. Körperlich mittelschwere 
oder schwere Arbeiten würden nicht mehr in Frage kommen. Zudem sei ab dem operativen 
Eingriff am 28. Mai 2015 bis Ende November 2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
auszugehen. Ab Anfang Dezember 2015 seien der Versicherten aber leichte, vorwiegend sit-
zende Tätigkeiten, bei welchen sie auch kurzzeitig einmal aufstehen und herumgehen könne, 
ohne (vornübergebeugte) Zwangshaltungen oder repetitives Bücken in der Hocke, kauernde 
oder Tätigkeiten dauernd über Kopf zu 100 % zumutbar. Ein organischer Grund für eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten sei nicht ersichtlich.  
 
8.3 Am 8. August 2017 hielt Dr. D.____ ergänzend fest, dass das MRI der Kniegelenke 
vom 28. Juni 2017 keinen Einfluss auf die Beurteilung der Leistungsfähigkeit zur Folge hätten. 
 
8.4 Am 13. Juli 2018 nahm Dr. D.____ zu den Vorbringen des Rechtsvertreters der Be-
schwerdeführerin Stellung. Er hielt fest, dass die degenerativen Befunde an der Wirbelsäule 
altersentsprechend seien und keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Das Überge-
wicht der Versicherten spiele keine Rolle. Eine eindeutige Zuordnung der Beschwerden auf das 
Rücken- resp. das Hüftleiden sei nicht möglich. Der von der Versicherten geschilderte Tagesab-
lauf sei nicht sehr aktiv, was aber nicht zwingend auf Krankheitsgründe zurückzuführen sei. 
Eine Fremdanamnese sei vorliegend nicht erforderlich gewesen. 
 

 

 
 
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8.5 Am 2. Dezember 2018 bescheinigte Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie, 
vom 6. Dezember 2018 bis 19. Januar 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. 
 
9.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 2019 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich 
auf die Ergebnisse im bidisziplinären Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 26./27. Juni 
2017. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit seit 
dem 27. März 2014 nicht mehr möglich sei und zufolge des operativen Eingriffs am 28. Mai 
2015 bis 30. November 2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Eine 
angepasste Verweistätigkeit erachtete sie aber ab Anfang Dezember 2015 zu 100 % zumutbar. 
 
9.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist trotz der Kritik der Beschwerdeführerin am 
Gutachten im Ergebnis nicht zu beanstanden. Wie in Erwägung 7.3 hiervor ausgeführt, prüft 
das Gericht frei, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtet und seine Schlussfolgerungen begründet sind. Vorliegend sind 
keine Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im bidisziplinären Gutach-
ten der Dres. C.____ und D.____ vom 26./27. Juni 2017 in Frage zu stellen oder gar davon ab-
zuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen 
Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. So weist 
es weder formale noch inhaltliche Mängel auf, ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird 
(vgl. E. 7.3 hiervor) – umfassend und beruht auf allseitigen Untersuchungen. Die Versicherte 
wurde eingehend somatisch und psychiatrisch exploriert. Die entsprechenden, vorstehend 
(vgl. E. 8.1-8.4 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen vermögen zu überzeugen, sodass da-
rauf verwiesen werden kann. 
 
9.3 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, das vorstehende Beweis-
ergebnis in Frage zu stellen. Anhaltspunkte für mangelnde Objektivität des rheumatologischen 
Gutachters Dr. D.____ finden sich in der Expertise nicht. Soweit sie geltend macht, dass ihr 
aufgrund ihres Übergewichts entgegen der Auffassung von Dr. D.____ auch leichte Tätigkeiten 
nicht zumutbar seien, kann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr ist festzustellen, dass sich 
Dr. D.____ aufgrund einer persönlichen Untersuchung ein umfassendes Bild über die gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit machen konnte. 
Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass diese Beurteilung nicht lege artis erfolgt sein soll, sind we-
der ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin substantiiert dargetan. Anderslautende medi-
zinische Berichte, die Zweifel an der Beurteilung von Dr. D.____ begründen würden, liegen 
ebenfalls nicht vor. Insgesamt lässt das Gutachten von Dr. D.____ eine zuverlässige Beurtei-
lung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, weshalb in antizipierter Beweis-
würdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche 
Abklärung verzichtet werden kann. 
 

 

 
 
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9.4 Soweit die Beschwerdeführerin gelten macht, ihr Gesundheitszustand habe sich seit 
dem 6. Dezember 2018 (vorübergehend) verschlechtert, was zu berücksichtigen sei, ist ihr inso-
fern beizupflichten, als der Sachverhalt massgebend ist, wie er sich bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 4. Februar 2019 entwickelt hat (vgl. E. 2 hiervor) und grundsätzlich 
auch eine bloss vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustands einen Rentenan-
spruch zu begründen vermag. Vorliegend attestierte der operierende Arzt Dr. E.____ in seinem 
Zeugnis vom 2. Dezember 2018 vom 6. Dezember 2018 bis 19. Januar 2019 eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit. Eine weitergehende andauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit hat 
die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin weder substantiiert begründet noch rechtsgenüg-
lich nachgewiesen. Insgesamt ergeben sich aus den vorliegenden Akten keine Anhaltspunkte, 
um auf eine über den 19. Januar 2019 hinaus andauernde Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit 
oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu schliessen, die im Sinne von 
Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 zu 
berücksichtigen wäre. Eine anspruchsrelevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
ab 6. Dezember 2018 ist demnach nicht rechtsgenüglich dargetan. 
 
10.1 Weiter ist die Ermittlung des Invaliditätsgrads im Haushaltsbereich streitig. Soweit die 
Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht rügt, ihr sei der Haushaltbericht vom 11. Dezember 
2017 echtzeitlich nicht zugestellt worden, ist ihr entgegenzuhalten, dass sie kein entsprechen-
des Gesuch um Akteneinsicht gestellt hatte. Daher bestand für die Beschwerdegegnerin in je-
nem Zeitpunkt kein Anlass, ihr vor Erlass des Vorbescheids von sich aus Aktenstücke zuzustel-
len. Die Beschwerdeführerin hatte dann im Rahmen des korrekt durchgeführten Vorbescheid-
verfahrens Gelegenheit zur Akteneinsicht und zur Stellungnahme, wozu sie auch Gebrach 
machte. Eine Missachtung von formellen Verfahrensgarantien ist nicht zu sehen. 
 
10.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 4. Februar 2019 bei der 
Beurteilung der Einschränkung im Aufgabenbereich auf den Abklärungsbericht Haushalt vom 
11. Dezember 2017 sowie auf die ergänzenden, im Ergebnis teilweise geringfügig abweichen-
den Ergänzungsberichte vom 17. April 2018 und 18. Oktober 2018. Sie ging in der Folge davon 
aus, dass die Versicherte bis 27. Mai 2015 eine Einschränkung von 14,8 %, ab 28. Mai 2018 
eine solche von 100 %, ab 1. Dezember 2015 eine solche von wiederum 14,8 %, ab 
1. November 2017 eine solche von 21,65 % und ab 1. Januar 2018 eine solche von 24,55 % 
aufwies. Die Beschwerdeführerin rügt unter Bezugnahme auf statistische Überlegungen, wie sie 
im Haftpflichtrecht Anwendung finden, und der medizinischen Abklärungsergebnisse, dass die 
Einschränkung in den Haushaltstätigkeiten unzutreffend ermittelt und der zumutbare Umfang 
der Mithilfe des Ehemanns und der Kinder im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu hoch 
sei. 
 
10.3 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbereich bedarf es im Regelfall einer 
Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe-
richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 
E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Eine Haushaltsabklärung ist beweiskräftig, 
wenn sie durch eine qualifizierte Person erfolgt, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen 
Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die sich aus den medizini-

 

 
 
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schen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichti-
gen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Die Abklärung 
erstreckt sich im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehöri-
gen, welche im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben 
stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 
9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht formal korrekt erstellt wurde, in 
das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder 
Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Rechtsprechungsgemäss 
hat sich nur dann auch eine ärztliche Fachperson zur Zumutbarkeit der einzelnen Haushaltsver-
richtungen zu äussern, wenn die versicherte Person unglaubwürdige Angaben macht, die im 
Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (in BGE 134 V 9 nicht publizierte E. 5.2.1 des 
Urteils des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2007, I 246/05). 
 
10.4 Der versicherten Person sind im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen 
zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei 
Einschränkungen zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, 
dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im 
hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängi-
ge Erledigung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer 
Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand 
erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe 
von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im 
Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht 
mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige ver-
richtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine 
unverhältnismässige Belastung entsteht. Die zu berücksichtigende Mithilfe von Familienangehö-
rigen geht daher bei gesundheitlicher Einschränkung weiter als ohne Gesundheitsschädigung. 
Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünf-
tige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten 
wären (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen). 
 
10.5.1 Der von einer qualifizierten Person erstellte Haushaltsbericht vom 11. Dezember 2017 
und die ergänzenden Berichte vom 17. April 2018 und 18. Oktober 2018 sind ausführlich und 
führen in jedem Aufgabenbereich detailliert auf, welche Verrichtungen der Versicherten noch 
zumutbar sind. Diese stimmen mit dem Tätigkeitsprofil der medizinischen Zumutbarkeitsbeurtei-
lung nachvollziehbar überein. Die Abklärungsperson gelangte zum Schluss, dass die Versicher-
te vom 23. Juli 2015 bis 27. Mai 2017 und ab 1. Dezember 2015 in der Haushaltsführung (Pla-
nung, Organisation, Arbeitseinteilung, Kontrolle) nicht eingeschränkt sei. Bei der Ernährung und 
der Wohnungspflege betrage die Einschränkung maximal 30 %, beim Einkauf und den weiteren 
Besorgungen 0 %, bei der Wäsche- und Kleiderpflege maximal 15 %, bei der Betreuung von 
Familienangehörigen 20 % und im Bereich "Verschiedenes" 10 %. Gemäss den Angaben der 
Versicherten sei sie trotz ihrer Beschwerden in der Lage, Essen zuzubereiten, Reinigungsarbei-

 

 
 
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ten auf Brusthöhe durchzuführen, sporadisch einen Kleineinkauf zu tätigen, administrative Tä-
tigkeiten sowie Botengänge zu erledigen, die Wäsche zu falten und zu versorgen sowie sich mit 
den Kindern zu beschäftigen. Klar feststellbare Fehlbeurteilungen der Abklärungsperson oder 
Hinweise darauf, dass im Abklärungsbericht die Angaben der Beschwerdeführerin nicht zutref-
fend wiedergegeben worden wären, sind aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht erstellt 
und werden von der Beschwerdeführerin auch nicht fundiert dargetan. Die Rüge, wonach ihre 
Aussage gegenüber Dr. C.____, dass sie im Haushalt nur noch wenig machen könne 
(vgl. S. 17 des Gutachtens vom 26. Juni 2017), in einem Widerspruch zur Beurteilung im Haus-
haltsbericht stehe, überzeugt nicht. So gibt sie selbst an, zu kochen, wenn der Ehemann nicht 
zu Hause sei, die Einkäufe zusammen mit ihrem Ehemann zu erledigen und mit den Kindern 
auf den Spielplatz sowie ins Schwimmbad zu gehen (vgl. Gutachten von Dr. C.____ vom 
26. Juni 2017, S. 17; Gutachten von Dr. D.____ vom 27. Juni 2017, S. 20 f.). Soweit sie unter 
Hinweis auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil die Beurteilung der Leistungsfähigkeit in den 
einzelnen Bereichen in Frage stellt, ist zu beachten, dass sich eine gesundheitliche Beeinträch-
tigung oft in viel geringerem Ausmass auf die Erledigung der Hausarbeiten auswirkt als auf die 
Teilerwerbstätigkeit, so dass im Aufgabenbereich häufig ein tieferer Invaliditätsgrad als im er-
werblichen Bereich resultiert (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2016, 9C_565/2015, 
E. 4.3). Unter Berücksichtigung, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, auch kurzzeitig 
einmal aufzustehen und herumzugehen, erscheint die Haushaltsabklärung bezüglich der ein-
zelnen Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Aufgabenbereich plausibel, weshalb da-
rauf abgestellt werden kann. 
 
10.5.2 Zu prüfen bleibt, ob dem erwerbstätigen Ehemann aufgrund seiner beruflichen Belas-
tung und den Kindern die zusätzliche Arbeit im Haushalt zumutbar ist. Dabei fällt zunächst ins 
Gewicht, dass sich die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann aufgrund der wechselnden 
Schichttätigkeit unbestritten bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens in sämtlichen Berei-
chen des Aufgabenbereichs gegenseitig unterstützten. Demnach darf von einer gemeinsamen 
Haushaltsführung ausgegangen werden, wobei die Versicherte nur anteilsmässig belastet wird. 
In Berücksichtigung dieser gelebten Wirklichkeit sowie der im Rahmen der Schadenminde-
rungspflicht gebotenen und zumutbaren Mithilfe Familienangehöriger, die weitergeht als die 
ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (vgl. E. 9.2 hiervor), 
kann vorliegend nicht von einer unverhältnismässigen Belastung des Ehemanns ausgegangen 
werden. Vielmehr erscheint sie mit seiner Berufstätigkeit vereinbar zu sein. Eine durch die ver-
mehrte Mithilfe im Haushalt resultierende Erwerbseinbusse ist nicht erstellt. Auch die Tatsache, 
dass eine Haushaltshilfe beigezogen wurde, vermag an der Beweiskraft der Haushaltsabklä-
rung nichts zu ändern. Jedenfalls ergibt sich aus den vorliegenden Abklärungsberichten oder 
den relevanten medizinischen Unterlagen nicht, dass Dritthilfe erforderlich wäre. Soweit sich die 
Beschwerdeführerin auf den Entscheid des Bundesgerichts vom 18. September 2008, 
9C_446/2008, beruft und geltend macht, eine zusätzliche Unterstützung durch den vollschichtig 
erwerbstätigen Ehemann sei bis zehneinhalb Stunden pro Woche zumutbar, kann ihr nicht ge-
folgt werden. Zwar ist ihr insofern beizupflichten, als in den Abklärungsberichten Haushalt kon-
krete Angaben in Bezug auf die zeitliche Mehrbelastung der Familienangehörigen in den ein-
zelnen Teilpositionen für die Beurteilung der Zumutbarkeit wünschenswert wären. Allgemeine 
Regeln bezüglich der Grenzen der Mehrbelastung resp. der formellen Erfordernisse an einen 

 

 
 
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Haushaltsbericht lassen sich aus dem erwähnten Entscheid des Bundesgerichts indes nicht 
ableiten. Insoweit die Beschwerdeführerin auf die Praxis im Haftpflichtrecht verweist, ist ihr ent-
gegenzuhalten, dass sich die Begriffe des haftpflichtrechtlichen Haushaltsschadens und der 
Invalidität gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG unterscheiden. Dies führt mit Rücksicht auf die Beson-
derheiten des jeweiligen Rechtsgebiets notwendigerweise dazu, dass für die Anspruchsprüfung 
auf einen ökonomischen Ersatz für das gesundheitlich bedingte Unvermögen, gewisse Arbeiten 
im Haushalt auszuführen, in den beiden Rechtsgebieten andere Beurteilungskriterien und  
Massstäbe zugrunde gelegt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2012, 
8C_828/2011, E. 4.4). Da insgesamt weder klar feststellbare Fehleinschätzungen noch An-
haltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate bestehen, gibt es keinen Anlass, in das 
Ermessen der Vorinstanz einzugreifen. Vielmehr ist festzustellen, dass sich die Haushaltsabklä-
rung als vollständig und schlüssig und somit beweistauglich erweist, weshalb in antizipierter 
Beweiswürdigung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2017, 9C_203/2017, E. 3.5) 
auf die Einholung eines aktualisierten Haushaltsberichtes verzichtet werden kann. 
 
11.1 Zu prüfen bleibt die Bemessung der Invalidität. Wie eingangs ausgeführt (vgl. E. 5.2 
hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommens-
vergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Dasselbe gilt im Rahmen der gemischten Metho-
de der Invaliditätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich. Die 
Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 4. Februar 2019 für den Erwerbsbereich den 
erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie ab 27. März 2015 anhand 
der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 
rund 39%, ab 28. Mai 2015 einen solchen von 100%, ab 1. Dezember 2015 einen solchen von 
rund 39% und ab 1. Januar 2018 einen solchen von 40% errechnet. Das von der Beschwerde-
gegnerin anhand der Angaben des ehemaligen Arbeitgebers der Versicherten ermittelte Vali-
deneinkommen wie auch die massgebenden Berechnungsgrundlagen des Invalideneinkom-
mens wurden von der Versicherten zu Recht nicht beanstandet. Wie der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin richtig anmerkte, hat die Invaliditätsbemessung bei Anwendung der ge-
mischten Methode nach den seit 1. Januar 2018 in Kraft stehenden neuen Regeln nach 
Art. 27bis Abs. 2 bis 4 IVV zu erfolgen. Art. 27bis Abs. 3 lit. a IVV bestimmt, dass sich die Berech-
nung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die sich 
zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, 
wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzie-
len könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet 
wird. Die Berechnung nach den neuen Richtlinien ändert jedoch nichts am Rentenanspruch der 
Versicherten, da sie im Erwerbsbereich vom 23. Juli 2015 bis 27. Mai 2017 und ab 1. Dezember 
2015 zu 100 % arbeitsfähig ist und dadurch ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen 
erzielen könnte. Die konkrete Berechnung des Einkommensvergleichs ist nicht zu beanstanden, 
weshalb von weiteren Erörterungen dazu abgesehen und stattdessen auf die entsprechenden 
Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 4. Februar 2019 verwiesen werden kann. 
 
11.2 Unter Berücksichtigung der Anteile von 56 % Erwerbstätigkeit und 44 % Haushalt ist 
mit der IV-Stelle davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin vom 23. Juli 2015 bis 
27. Mai 2017 und ab 1. Dezember 2015 keine rentenbegründende Invalidität aufweist. Im Zeit-

 

 
 
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raum vom 28. Mai 2015 bis 30. November 2015 besteht hingegen eine vorübergehende voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit. Folgerichtig hat die Beschwerdeführerin ab 1. Mai 2015 – unter 
Berücksichtigung der dreimonatigen Übergangsfrist (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) – bis 29. Februar 
2016 Anspruch auf eine ganze Rente. Die angefochtene Verfügung ist demnach nicht zu bean-
standen. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 
 
12. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit 
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende 
Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Bei diesem Prozessausgang wird keine 
Parteientschädigung ausgerichtet.  
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 

 

Gegen diesen Entscheid hat A.____ am 4. November 2019 Beschwerde beim Bundesgericht 
erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_748/2019) 
 
 
 
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