# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91a2dff0-2eda-5b78-be27-04e8dcbfbbd5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2010 D-6652/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6652-2010_2010-11-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6652/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 
Pietro Angeli-Busi, Martin Zoller,
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

X._______ M._______, geboren [...], und
F._______ M._______, geboren [...],
sowie deren Kinder Y._______, geboren [...], 
und Y._______, geboren [...],
Kosovo,

vertreten durch Thomas Biedermann, Rechtsanwalt, 
Wiesenstrasse 1, Postfach 530, 4902 Langenthal,

Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

Unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren vor dem BFM; 
Verfügung des BFM vom 17. August 2010 / N [...]

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6652/2010

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführenden ersuchten am 28. September 1999 in der 
Schweiz um Asyl. Das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; nun-
mehr Bundesamt für Migration [BFM]) wies die Asylgesuche mit Ver-
fügung vom 8. Juni 2001 ab, ordnete indessen gleichzeitig wegen Un-
zumutbarkeit  des Vollzugs der  Wegweisung die vorläufige Aufnahme 
der Beschwerdeführenden in der Schweiz an. 

B.
Mit Schreiben vom 26. Mai 2010 teilte das BFM den Beschwerdefüh-
renden mit, gestützt auf im Kosovo durchgeführte Abklärungen werde 
ihre Rückkehr in den Heimatstaat nunmehr als zumutbar erachtet. Zu-
gleich wurden die Beschwerdeführenden aufgefordert, hierzu bis zum 
25. Juni 2010 eine Stellungnahme abzugeben.

C.
Mit  Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 11. Juni 2010 ersuchten die 
Beschwerdeführenden um Einsicht in die Verfahrensakten und um Er-
streckung der Frist zur Einreichung der Stellungnahme.

D.
Mit Schreiben vom 17. Juni 2010 gewährte das BFM die Akteneinsicht 
und erstreckte die Frist zur Stellungnahme bis zum 30. Juli 2010.

E.
Mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  an  das  BFM vom 23.  Juli  2010 
äusserten sich die Beschwerdeführenden zur Frage der Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters an das 
BFM gleichen Datums beantragten die Beschwerdeführenden zudem, 
es sei  ihnen die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es 
sei ihnen ihr Rechtsvertreter als amtlicher Anwalt beizuordnen. 

F.
Mit Verfügung vom 17. August 2010 teilte das BFM den Beschwerde-
führenden  mit,  nach  Prüfung  der  Stellungnahme  vom  23. Juli  2010 
erweise  sich  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme als  nicht  ge-
rechtfertigt,  und  die  vorläufige  Aufnahme  bleibe  somit  unverändert 
bestehen. 

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G.
Mit weiterer Verfügung vom 17. August 2010 teilte das BFM den Be-
schwerdeführenden  ausserdem  mit,  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Prozessführung  und  um Beiordnung  eines  amtlichen  Anwalts  werde 
abgelehnt.

H.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 15. September 2010 fochten 
die  Beschwerdeführenden  die  Verfügung  des  BFM  vom  17. August 
2010  betreffend  das  Gesuch  um unentgeltliche  Prozessführung  und 
Beiordnung eines amtlichen Anwalts  beim Bundesverwaltungsgericht 
an. 

I.
Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2010 hielt das BFM vollumfäng-
lich an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-
schwerde. Den Beschwerdeführenden wurde von der Vernehmlassung 
am 27. Oktober 2010 Kenntnis gegeben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM ist eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts 
im  Sinne  von  Art. 33  VGG,  und  es  liegt  keine  Ausnahme  gemäss 
Art. 32  VGG  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  zuständig.  Dabei 
entscheidet es im betreffenden Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 3 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die Beschwerde richtet  sich gegen eine die Gewährung der un-
entgeltlichen  Prozessführung  und  die  Beiordnung  eines  amtlichen 
Anwalts betreffende Verfügung des BFM, wobei Verfahrensgegenstand 
im hauptsächlichen vorinstanzlichen Verfahren die Aufhebung der vor-
läufigen Aufnahme war. Gemäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG ist – ab-
gesehen von Zwischenverfügungen über  die  Zuständigkeit  und über 

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Ausstandsbegehren (Art. 45 Abs. 1 VwVG) – gegen selbständig eröff-
nete Zwischenverfügungen die Beschwerde zulässig, wenn sie einen 
nicht  wieder  gutzumachenden Nachteil  bewirken können. Diese Vor-
aussetzung ist bei der Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege 
in  der  Regel  gegeben (BGE 129 I  131 E. 1.1,  126 I  210 E. 2; bspw. 
Urteil  des Bundesverwaltunsgerichts A-1411/2007 vom 18. Juni 2007 
E. 1.3; vgl. auch  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Pro-
zessieren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, Rz. 2.48; 
FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE-BÄR, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weis-
senberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009, 
Art. 46,  N 4 ff.). Die spezialgesetzlichen Bestimmungen von Art. 107 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), welche die 
Anfechtung  von  Zwischenverfügungen  besonderen  Einschränkungen 
unterwerfen (vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 21 S. 216 ff.) sind 
im  vorliegenden  Fall  nicht  anwendbar,  da  das  Verfahren  betreffend 
Aufhebung der vorläufigen Aufnahme gemäss Praxis des Bundesver-
waltungsgerichts (Beschluss der Vereinigten Abteilungen IV und V des 
Bundesverwaltungsgerichts  vom 30.  Juni  2009)  als  ausländerrechtli-
ches  Verfahren  gilt,  welches  nicht  den  Regeln  des  AsylG,  sondern 
denjenigen  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) untersteht. Das AuG 
kennt  bezüglich  Anfechtung  von  Zwischenverfügungen  keine  ein-
schränkenden Sonderregeln, so dass in dieser Hinsicht die allgemei-
nen  Bestimmungen  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  anwendbar 
sind. Im vorliegenden Fall ist somit von der selbständigen Anfechtbar-
keit der angefochtenen Verfügung auszugehen.

2.
Die Beschwerdeführenden sind legitimiert; auf ihre frist-  und formge-
recht eingereichte Beschwerde ist nach dem soeben Gesagten einzu-
treten  (Art. 112  Abs.  1  AuG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1,  Art. 50  und  52 
VwVG).

3.
Mit der Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichti-
ge oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhal-
tes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG).

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4.
4.1 Bei  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  handelt  es  sich  um einen 
verfassungsrechtlichen  Anspruch  (Art.  29  Abs.  3  der  Bundesverfas-
sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, 
SR 101]), der grundsätzlich für jedes staatliche Verfahren gilt,  in das 
der betreffende Gesuchsteller einbezogen wird oder das zur Wahrung 
seiner  Rechte  erforderlich  ist  (MARCEL MAILLARD,  in:  Bernhard  Wald-
mann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG,  Zü-
rich/Basel/Genf  2009,  Art. 65,  N 4; vgl. auch  STEFAN MEICHSSNER,  Das 
Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege, Basel 2008, S. 60 f.). Das 
VwVG gewährt für das Verwaltungsbeschwerdeverfahren bei gegebe-
nen Voraussetzungen die Kostenbefreiung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) so-
wie  die  unentgeltliche  anwaltliche  Verbeiständung  (Art.  65  Abs. 2 
VwVG). Die vom Bundesgericht entwickelten Regeln über die Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Verbeiständung  im  nichtstreitigen  Verwal-
tungsverfahren  gelten  auch  für  erstinstanzliche  Verfahren  vor  Bun-
desbehörden,  die  sich  nach dem VwVG richten,  also  auch  vor  dem 
BFM  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 9  E. 3a,  2001  Nr.  11  E. 4c).  Gemäss 
Rechtsprechung der ehemaligen Schweizerischen Asylrekurskommis-
sion ist dabei zwar nur „äusserst selten“ davon auszugehen, dass im 
erstinstanzlichen  Asylverfahren  eine  besondere  Komplexität  von 
Tatsachen-  oder  Rechtsfragen  den  Beizug  einer  professionellen 
Rechtsvertretung  erforderlich  macht  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 9  E. 3b, 
unter  Hinweis  auf  EMARK 2001 Nr. 11  E. 6b/bb). Indessen kann im 
konkreten  Einzelfall  Anlass  bestehen,  von  diesem  Grundsatz  abzu-
weichen. 

4.2 Generell  setzt  der  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechtspflege  – 
welche die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Ver-
beiständung  umfasst  –  zunächst  die  Bedürftigkeit  der  betreffenden 
Partei  und  die  Nichtaussichtslosigkeit  der  hauptsächlichen  Prozess-
begehren voraus (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Die Gewährung der unent-
geltlichen Verbeiständung bedingt ausserdem, dass sie zur Wahrung 
der Rechte der Partei  notwendig ist  (Art. 65 Abs. 2 VwVG). Zur Be-
antwortung der spezifischen Frage, ob die Gewährung der unentgelt-
lichen Verbeiständung als notwendig zu erachten sei, sind ausserdem 
folgende Kriterien heranzuziehen: Zunächst wird vorausgesetzt,  dass 
das in Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtsposi -
tionen der betroffenen Person eingreift beziehungsweise zur relativen 
Schwere des drohenden Eingriffs besondere tatsächliche oder rechtli -
che Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Gesuchsteller auf sich 

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alleine gestellt nicht gewachsen wäre (vgl. EMARK 2001 Nr. 11 E. 6c 
sowie EMARK 1998 Nr. 13 E. 4b/dd, unter Hinweis auf BGE 123 I 147 
E. 2b/cc, 120 Ia 45 E. 2a, 119 Ia 265 f. E. 3b). Zu berücksichtigen sind 
bei der Prüfung der sachlichen Notwendigkeit die konkreten Umstände 
des Einzelfalles, wobei als besondere Schwierigkeiten nicht nur Fak-
toren wie die Kompliziertheit der Rechtsfragen, die Unübersicht lichkeit 
des  Sachverhaltes  und  dergleichen,  sondern  auch  persönliche  Um-
stände  der  Partei  wie  das  Alter,  die  soziale  Situation,  die  Sprach-
kenntnisse  oder  die  gesundheitliche  und  geistig-psychische  Verfas-
sung in Betracht fallen (vgl. EMARK 1998 Nr. 13 E. 4b/dd S. 92; zum 
Ganzen auch MAILLARD, a.a.O., Art. 65, N 37 ff.).

5.
5.1 Hinsichtlich der vorliegend zu beurteilenden Rechtsfragen ist  zu-
nächst festzustellen, dass das BFM mit der angefochtenen Verfügung 
offensichtlich  fälschlicherweise  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Pro-
zessführung abgelehnt  hat. Es  bestand für  das Bundesamt keinerlei 
Anlass,  für  das  Verfahren  zur  Frage  der  Aufhebung  der  vorläufigen 
Aufnahme – das mit der Feststellung endete, die vorläufige Aufnahme 
bleibe  unverändert  bestehen,  womit  die  Beschwerdeführenden  mit 
ihrem Standpunkt durchdrangen – überhaupt Kosten zu erheben. Un-
geachtet  der  nachfolgenden Erwägungen hätte  die  Vorinstanz daher 
den Antrag auf  unentgeltliche Prozessführung (im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG) als gegenstandslos erkennen müssen, womit darauf gar 
nicht einzutreten gewesen wäre.

5.2
5.2.1 Nachdem  das  BFM  mit  Verfügung  vom 17. August  2010  zum 
Schluss  gelangte,  die  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme erweise 
sich als nicht gerechtfertigt, und Letztere bleibe somit unverändert be-
stehen,  sind die  Beschwerdeführenden wie  erwähnt  im betreffenden 
Verfahren  mit  ihrem  Standpunkt  durchgedrungen.  Insofern  wäre  an 
sich in Betracht zu ziehen, ob den Beschwerdeführenden für das vor-
instanzliche Verfahren eine Parteientschädigung zu entrichten ist. Dem 
steht entgegen, dass sich die diesbezüglich einschlägige Bestimmung 
des Art. 64 VwVG lediglich auf Beschwerdeverfahren bezieht, während 
sie  keine  rechtliche  Grundlage  für  die  Zusprechung  einer  Parteient-
schädigung in einem erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren bildet (s. 
etwa  MAILLARD,  a.a.O., Art. 64, N 1). Nachdem die Beschwerdeführen-
den im fraglichen vorinstanzlichen Verfahren vor dem BFM mit Eingabe 
vom 23. Juli 2010 einen Antrag auf Beiordnung ihres Rechtsvertreters 

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als amtlicher Anwalt gestellt haben, ist indessen gestützt auf die zuvor 
(E. 4.2) umschriebenen Regeln für die Gewährung der unentgeltlichen 
Verbeiständung zu beurteilen, ob der Aufwand der rechtlichen Vertre-
tung durch das Bundesamt zu entgelten ist. 

5.2.2 Das BFM zog in der angefochtenen Verfügung das Vorliegen der 
Kriterien der Bedürftigkeit, der Nichtaussichtslosigkeit und der erheb-
lichen Tragweite  des Verfahrensausgangs für  die  Beschwerdeführen-
den nicht in Zweifel. Hingegen stellte es sich auf den Standpunkt, die 
Voraussetzung  des  Anstehens  komplexer  Sach-  oder  Rechtsfragen, 
die  den  Beizug  eines  professionellen  Rechtsvertreters  unabdingbar 
machen würden, sei  nicht  gegeben. Unter diesen Umständen sei  es 
den  Beschwerdeführenden  möglich  gewesen,  sich  an  eine  Betreu-
ungsperson  oder  an  eine  allenfalls  kostenfrei  arbeitende Beratungs-
stelle zu wenden. 

5.2.3 Die  Beschwerdeführenden  machen  beschwerdeweise  geltend, 
der Ehemann sei Analphabet und insofern nicht  einmal in der Lage, 
die Schreiben der Vorinstanz zu lesen; die Ehefrau habe keine Aus-
bildung absolviert. Während sie beide rechtsunkundig seien, erfordere 
die im Verfahren vor dem BFM aufgeworfene Frage der Aufhebung der 
vorläufigen  Aufnahme  umfangreiche  Kenntnisse  zum  AuG und  zum 
AsylG  sowie über die jeweilige Rechtsprechung. Auch die damit ver-
bundenen  Fragen,  wie  etwa der  Möglichkeit  der  erneuten  Wohnsitz-
nahme im Kosovo oder des Kindeswohls, hätten eine anwaltliche Ver-
tretung  gerechtfertigt.  Von  der  für  ihre  Betreuung  verantwortlichen 
Behörde  ihrer  Wohngemeinde  sei  ihnen  beschieden  worden,  man 
könne ihnen keinen juristischen Rat geben.

5.2.4 In Anbetracht der gesamten Umstände besteht im vorliegenden 
Fall ausreichend Anlass, die Notwendigkeit anwaltlichen Beistands für 
die  Beschwerdeführenden  im  vorinstanzlichen  Verfahren  betreffend 
Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  zu  bejahen.  Die  besondere 
Tragweite  des  möglichen  Eingriffs  in  die  Rechtspositionen  der  Be-
schwerdeführenden  ist  angesichts  dessen,  dass  ihnen  nach  nahezu 
elfjährigem Aufenthalt in der Schweiz – wobei ihre beiden Kinder hier 
geboren wurden – der Vollzug der Wegweisung in den Kosovo drohte, 
offensichtlich gegeben und wurde durch das BFM zu Recht auch nicht 
bezweifelt.  Ferner  ist  zu  berücksichtigen,  dass  sich  angesichts  der 
Abklärungen, die auf Veranlassung des Bundesamts vor Ort im Kosovo 
durchgeführt  wurden,  seitens  der  Beschwerdeführenden  eine  einge-

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hende rechtliche Auseinandersetzung mit den betreffenden Ergebnis-
sen aufdrängte. Dabei  war  die  allgemeine politische und menschen-
rechtliche Situation im Kosovo – insbesondere in Bezug auf die Min-
derheit  der  Roma,  welcher  die  Beschwerdeführenden  angehören  – 
ebenso zu berücksichtigen wie die besondere Lage der Beschwerde-
führenden,  unter  Einschluss  von spezifischen Fragen  der  Zumutbar-
keitsprüfung, so nicht zuletzt des Kindeswohls. Die sich dabei stellen -
den  Rechtsfragen  sind  durchaus  nicht  als  unerheblich  und  von  nur 
geringem Schwierigkeitsgrad zu bezeichnen. Zu erwähnen ist ausser-
dem, dass das Bundesamt in der Verfügung vom 17. August 2010, mit 
welcher es zugunsten der Aufrechterhaltung der vorläufigen Aufnahme 
entschied, ausdrücklich festhielt, nach Prüfung der Stellungnahme des 
Rechtsvertreters vom 23. Juli 2010 werde die Aufhebung der vorläufi-
gen Aufnahme als nicht gerechtfertigt erachtet. Dabei ist festzustellen, 
dass der Rechtsvertreter in der genannten Stellungnahme eine relativ 
umfassende Analyse der wesentlichen Rechtsfragen vornahm, und es 
ist als wahrscheinlich zu erachten, dass es gerade die von diesem vor-
gebrachten  Argumente  waren,  die  das  Bundesamt  zum  Entscheid 
bewogen, von der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme abzusehen. 

5.3 Unter  Berücksichtigung aller  wesentlichen Faktoren erscheint  es 
somit als gerechtfertigt,  die Voraussetzungen  für  die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im genannten vorinstanzlichen 
Verfahren als gegeben zu erachten.

6.
Die Beschwerde ist  folglich insofern gutzuheissen,  als die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben ist. Des Weiteren ist das BFM anzuweisen, 
infolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung das amtliche Hono-
rar des Rechtsvertreters für dessen Aufwand im vorinstanzlichen Ver-
fahren  betreffend  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme festzusetzen 
und zu entrichten. 

7.
7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

7.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann der obsie-
genden Partei  von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädi-
gung für  die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig ho-
hen  Kosten  zugesprochen  werden  (vgl.  für  die  Grundsätze  der  Be-
messung  der  Parteientschädigung  ausserdem  Art. 7  ff.  des  Regle-

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ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  vom 21. Februar  2008  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Seitens 
des Rechtsvertreters der Beschwerdeführenden wurde keine Kosten-
note eingereicht.  Auf die Nachforderung einer solchen wird indessen 
verzichtet (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil  im vorliegenden Verfahren 
der  Aufwand des Schriftenwechsels  zuverlässig  abgeschätzt  werden 
kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 
(Art. 9-13 VGKE) sind den Beschwerdeführenden Fr. 500.-- (inkl. Aus-
lagen  und  Mehrwertsteuer)  als  Parteientschädigung  zuzusprechen. 
Dieser Betrag ist  den Beschwerdeführenden durch das BFM zu ent-
richten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, und die Verfügung des BFM vom 
17. August 2010 betreffend die unentgeltliche Rechtspflege  wird auf-
gehoben. 

2.
Das BFM wird angewiesen, das amtliche Honorar des Rechtsvertre-
ters für dessen Aufwand im vorinstanzlichen Verfahren betreffend Auf-
hebung der vorläufigen Aufnahme festzusetzen und zu entrichten. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Den  Beschwerdeführenden  wird  für  das  Beschwerdeverfahren  eine 
Parteientschädigung von Fr. 500.-- zugesprochen, die ihnen durch das 
BFM zu entrichten ist.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den Akten  Ref.-Nr. N  [...]  (in 

Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

Versand: 

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