# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e8dbdf5-6864-59cd-967c-9617aebfaff6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 04.06.2021 LC200013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC200013_2021-06-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC200013-O/U2 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. P. Diggelmann und Oberrichterin lic. iur. A. Strähl sowie 

Gerichtsschreiber PD Dr. S. Zogg 

Beschluss und Teilurteil vom 4. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Regelung der Scheidungsnebenfolgen 
 
Berufung gegen ein Teilurteil des Einzelgerichtes (3. Abteilung) des 
Bezirksgerichtes Zürich vom 19. März 2020; Proz. FE140545 
 

- 2 - 

 

Rechtsbegehren der Parteien: 

vgl. act. 460 S. 2-21 
 
 

Teilurteil und Verfügung des Einzelgerichtes: 

vgl. act. 460 S. 135-144 
 
 

Berufungsanträge: 

des Klägers: 
(act. 458 S. 2-4) 
 

1. Das angefochtene Teilurteil FE140545-L/U der 3. Abteilung 
(Einzelgericht) des Bezirksgerichts Zürich vom 19. März 2020 sei 
im Rahmen der nachstehenden Berufungsanträge 2 bis 8 
aufzuheben; 

2. die in Disp. Ziff. 4 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils 
festgelegte Betreuungszeit des Klägers für die Tochter C._____ 
sei durch eine zusätzliche Übernachtung C._____s beim Kläger in 
den Wochen ohne anschliessendes Wochenendbesuchsrecht zu 
ergänzen, mit folgender neuer Formulierung von Disp. Ziff. 4 
Abs. 1: 

 - jeweils in denjenigen Wochen, an welche sich eine 
Wochenendbetreuung C._____s durch den Kläger 
anschliesst (beginnend ab Rechtskraft in einer geraden 
Kalenderwoche) jeden Dienstag ab Schulbeginn (falls 
C._____ keine Schule hat ab 09.00 Uhr) bis 19.30 Uhr 
(verköstigt) 

 - jeweils in denjenigen Wochen, an welche sich keine 
Wochenendbetreuung C._____s durch den Kläger 
anschliesst (beginnend ab Rechtskraft in einer ungeraden 
Kalenderwoche) jeden Dienstag ab Schulbeginn bis 
Mittwochmorgen Schulbeginn (falls C._____ keine Schule 
hat ab Dienstag 09.00 Uhr resp. bis Mittwoch 09.00 Uhr);  

 - jeweils an jedem zweiten Wochenende … (Text ab hier bis 
Ende von Disp. Ziff. 4 wie bisher); 

3. in Aufhebung von Disp. Ziff. 10 und 11 des angefochtenen vor-
instanzlichen Teilurteils seien die Unterhaltsbeiträge für die 
Beklagte und für die Tochter C._____ (zusätzlich zur Gewährung 
des Wohnrechts in der Liegenschaft D._____-strasse … und der 
Übernahme sämtlicher Zins-/Unterhaltskosten dieser Liegenschaft 

- 3 - 

in der Höhe von rund CHF 25'000.00 pro Monat durch den 
Kläger) wie folgt festzusetzen: 

 10.  a) Der Kläger sei zu verpflichten, der Tochter C._____, geb. 
tt.mm.2011, bis zum 31. Oktober 2023 einen 
Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'567.00 pro 
Monat zuzüglich allfälliger Familienzulagen zu bezahlen, 
zahlbar jeweils monatlich zum Voraus an die Beklagte; 
b) Der Kläger sei zu verpflichten, der Tochter C._____ ab 
1. November 2023 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum 
Abschluss einer angemessenen Erstausbildung (solange 
das Kind im Haushalt der Beklagten lebt und keine eigenen 
Ansprüche gegenüber dem Kläger stellt bzw. keinen 
anderen Zahlungsempfänger bezeichnet) einen 
Barunterhaltsbeitrag in der Höhe von CHF 1'627.00 pro 
Monat zuzüglich allfälliger Familienzulagen zu bezahlen, 
zahlbar jeweils monatlich zum Voraus an die Beklagte. 

 11. Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten jeweils 
monatlich zum Voraus die folgenden persönlichen 
Unterhaltsbeiträge zu leisten: 

  - bis zum 31. Oktober 2023 CHF 2'473.00; 
  - ab dem 1. November 2023 bis zum 31. Oktober 2027 

CHF 803.00; 
4. Disp. Ziff. 12 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils sei 

aufzuheben, und es sei der Tochter C._____ und der Beklagten 
kein zusätzlicher Barunterhaltsanspruch/persönlicher 
Unterhaltsanspruch unter dem Titel "Zeit ab Auszug aus der 
Liegenschaft D._____-strasse …, … Zürich" zuzusprechen; 

5. Disp. Ziff. 13 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils sei 
aufzuheben und es seien die finanziellen Eckdaten durch das 
Obergericht neu festzulegen; 

6. Disp. Ziff. 16 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils sei 
aufzuheben und durch folgendes Dispositiv zu ersetzen: 

 16. a) Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten und der 
Tochter C._____ mit Wirkung bis 31. Oktober 2029 ein nicht 
in das Grundbuch einzutragendes Wohnrecht in der 
Liegenschaft D._____-strasse …, … Zürich (mit sämtlichen 
dazu gehörenden Nebenräumen, Garten, Garage und 
Parkplätzen) zu gewähren. 
b) Der Kläger wird verpflichtet, bis zum 31. Oktober 2029 
sämtliche Hypothekar- und Baurechtszinsen sowie Unterhalt 
und Versicherung der Liegenschaft D._____-strasse … 
direkt zu bezahlen, wobei es dem Kläger in diesem 
Zusammenhang gestattet ist, die Auswahl aller für den 

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Unterhalt beizuziehenden Unternehmer/Handwerker selbst 
vorzunehmen; 

7. Disp. Ziff. 19 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils sei 
aufzuheben, und es seien die erstinstanzlichen Gerichtskosten 
vollumfänglich der Beklagten aufzuerlegen; 

8. Disp. Ziff. 20 des angefochtenen vorinstanzlichen Teilurteils sei 
aufzuheben und es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger 
für die erstinstanzlichen Verfahrensteile "Kinderbelange" und 
"Scheidungspunkt" eine Parteientschädigung in Höhe von 
CHF 91'545.00 (inkl. MWST) zu bezahlen; für den 
erstinstanzlichen Verfahrensteil "Unterhaltsbeiträge" habe das 
Obergericht in Nachachtung der Ergebnisse des vorliegenden 
Berufungsverfahrens die erstinstanzliche Parteientschädigung 
festzulegen;  

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beklagten/Berufungsbeklagten. 

 
 

Anschlussberufungsanträge 

der Beklagten:  
(act. 476 S. 2-4) 
 

Das Teilurteil des Einzelgerichtes (3. Abt.) des Bezirksgerichts Zürich 
vom 19. März 2020; Proz. FE140545 sei bezüglich der 
Dispositivziffern, 2, 4, 8b, 10, 11, 12 und 13  aufzuheben und durch 
folgende  
Bestimmungen zu ersetzen: 
2. Die Tochter C._____, geboren, tt.mm.2011, wird unter die 

alleinige Obhut der Mutter gestellt. 
4. Der Kläger ist berechtigt und verpflichtet, die Tochter C._____ wie 

folgt auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu 
nehmen: 

 - Jeweils an jedem zweiten Wochenende von Freitag ab 
Schulschluss bis Sonntagabend 19.30 Uhr (verköstigt), 
beginnend ab Rechtskraft in einer geraden Kalenderwoche. 
Eventualiter, für den Fall, dass das 
Wochenendbesuchsrecht nicht gemäss obigem Antrag auf 
Sonntagabend limitiert wird. 

 - Jeden zweiten Dienstag nach einem Wochenende ohne 
Besuchsrecht des Vaters, ab Schulbeginn (falls C._____ 
keine Schule hat ab 09:00 Uhr) bis 19:30 Uhr (verköstigt). 

 - Während insgesamt vier Ferienwochen pro Kalenderjahr 
jeweils eine Woche in einer der Schulferien (Sport-,  

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Frühlings-, Sommer-, Herbst- und 2. Woche der 
Weihnachts-/Neujahrsferien), jeweils von Montagmorgen 
08:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr. 
(Betreuungsregelung an Ostern und Pfingsten, unverändert 
gemäss Entscheid Vorinstanz). 

 - In Jahren mit ungerader Jahreszahl vom 25. bis zum 26. 
Dezember jeweils ab und bis 14:00 Uhr und in Jahren mit 
gerader Jahreszahl vom 24. bis zum 25. Dezember jeweils 
ab und bis 14:00 Uhr. 
(Übrige Regelungen [Absprache der Parteien betr. Ferien, 
Sechseläuten- oder Knabenschiessenmontag und 
Zuständigkeit der Beklagten für die übrige Zeit], unverändert 
gemäss Entscheid Vorinstanz.) 

8. b) Der Kläger wird verpflichtet den durch die Beklagten 
organisierten Unterhalt, nach Vorlage der Rechnungen und 
Rapporte zu bezahlen.  
Im Unterhalt sind insbesondere auch die Kosten für folgende 
Leistungen enthalten: Betrieb und Unterhalt der Heizung 
(Kaminfeger, Feuerungskontrolle, Serviceabonnement Heizung. 
Gasrechnungen), Unterhalt und Reparaturen der Alarmanlage, 
Stromkosten, Kosten für 
Wasser/Abwasser/Klärgebühr/Meteorwasser, regelmässiger 
Gartenunterhalt (Rasenmähen/Hecken/Sträucher/ 
Bäume schneiden, Ersatz von Gartenpflanzen). 

10. a) Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für die Tochter 
C._____ die folgenden Kinderunterhaltsbeiträge zzgl. 
Familienzulagen zu bezahlen: 

 - CHF 10'599.– (davon CHF 999.– Betreuungsunterhalt) ab 
Rechtskraft des Teilurteils bis 31. August 2024 bzw.  
längstens bis zum Eintritt in die 1. Sekundarstufe 

 - CHF 8'571.– ab 1. September 2024 bzw. ab Eintritt in die 
1. Sekundarstufe 

 - CHF 5'381.– ab 1. November 2027 bis 31. Oktober 2029 
 - CHF 9'787.– ab 1. November 2029 bis zum Abschluss einer 

angemessenen Erstausbildung 
zahlbar an die Beklagte im Voraus auf den Ersten eines jeden 
Monats. 
(Geltungsdauer und Regelung der Zahlungsmodalitäten über die 
Volljährigkeit hinaus, unverändert gemäss Entscheid Vorinstanz.) 
b) bisherige Bestimmung (Betreuungsunterhalt nicht geschuldet) 
streichen. Stattdessen: 
b) Ausserordentliche Kosten für die Tochter (z.B. für 
Zahnkorrekturen, schulische Fördermassnahmen, etc.) sind vom 

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Kläger nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen zu drei 
Viertel zu übernehmen, soweit nicht Dritte, insbesondere 
Versicherungen, für diese Kosten aufkommen und sofern eine 
Fachperson diese Auslagen als notwendig erachtet. 

11. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten wie folgt 
nachehelichen Unterhalt zu bezahlen: 

 -  CHF 19'694.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 
31. August 2024 bzw. bis zum Eintritt von C._____ in die 1. 
Sekundarstufe 

 - CHF 17'742.– ab 1. September 2024 bzw. ab Eintritt von  
C._____ in die 1. Sekundarstufe bis 31. Oktober 2027 

 - CHF 11'358.– ab 1. November 2027 bis 31. Oktober 2029. 
Die Unterhaltsbeiträge sind an die Beklagte zahlbar und zwar  
monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

12. a) Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten zusätzlich zur 
Ziff. 11 ab einem allfälligen Auszug aus der Liegenschaft 
D._____-strasse … im Rahmen von nachehelichen Unterhalt 
Wohnkosten in Höhe von CHF 8'300.– (inkl. Mehrsteuern und NK) 
zu bezahlen, im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, 
längstens bis Ende Oktober 2029. 
 b) Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten zusätzlich zu Ziff. 10 
für die Tochter C._____ ab einem allfälligen Auszug aus der 
Liegenschaft D._____-strasse … im Rahmen von Kinderunterhalt 
Wohnkosten in Höhe von CHF 4'400.– (inkl. Mehrsteuern und NK) 
zu bezahlen, im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats bis 
zur Volljährigkeit, solange das Kind im Haushalt der Beklagten 
lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Kläger stellt 
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet. 

13. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 10 und 
Ziff. 11 vorstehend basiert auf folgenden Grundlagen: 

 Einkommen: 
-  Kläger: leistungsfähig (unverändert gemäss Entscheid 

Vorinstanz) 
- Beklagte: CHF 3'587.– bis 31. August 2024 bzw. bis Eintritt 

1. Sekundarstufe (50 % Pensum) 
  CHF 5'739.– ab 1. September 2024 bzw. ab 

Eintritt C._____ in die 1. Sekundarstufe (80 % 
Pensum) 

  CHF 7'174.– ab 1. November 2027 
- C._____ CHF 200.– (Familienzulage) bis August 2024 
  CHF 250.– (Familienzulage) ab September 2024 

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 Vermögen: 
- Kläger: CHF 88'500'000 (Steuerausweis 2017) 
- Beklagte CHF 626'000 (Steuerrechnung 2018) 
- C._____ unbekannt 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des 
Klägers, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten. 

Erwägungen: 

I. Ausgangslage und Verfahrensgang 

1. Die Parteien heirateten am tt. März 2009. Am tt.mm.2011 kam die 

gemeinsame Tochter C._____ zur Welt. Der Kläger leitete am 5. Oktober 2012 

ein Eheschutzverfahren ein. Die Scheidungsklage datiert vom 4. Juli 2014. Mit 

Urteil des Bundesgerichtes vom 14. Mai 2018 wurde die Ehe der Parteien 

geschieden (act. 285, Dispositiv-Ziff. 2.1. [BGer, 5A_623/2017]; vgl. act. 460 S. 39 

E. I/3). Ungeregelt blieben sämtliche Nebenfolgen der Scheidung.  

2. Mit Verfügung vom 19. März 2020 verwies die Vorinstanz die Anträge der 

Parteien zum Güterrecht in ein separates Verfahren (act. 460 S. 35 und 135, 

Dispositiv-Ziff. 1). Gleichzeitig entschied die Vorinstanz über die Kinderbelange 

(elterliche Sorge, Obhut, Betreuungszeiten des Klägers, vgl. a.a.O. S. 136-137, 

Dispositiv-Ziff. 1-4), erteilte den Parteien die Weisung zum Besuch einer 

Familientherapie (a.a.O. S. 137 f., Dispositiv-Ziff. 5 lit. a), errichtete für C._____ 

eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und wies die KESB der Stadt 

Zürich an, einen Beistand/eine Beiständin zu ernennen (a.a.O. S. 138, Dispositiv-

Ziff. 5 lit. b und 5 lit. c). Ferner regelte die Vorinstanz die Anrechnung der 

Erziehungsgutschriften und traf Anordnungen betreffend die eheliche 

Liegenschaft (a.a.O. S. 138 ff., Dispositiv-Ziff. 7-8, 16-17) und den 

Vorsorgeausgleich (a.a.O. S. 141, Dispositiv-Ziff. 15). Sie regelte die 

Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber C._____ und der Beklagten (a.a.O. S. 

139 ff., Dispositiv-Ziff. 10-14) und entschied schliesslich über die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (a.a.O. S. 143, Dispositiv-Ziff. 18-20).  

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3. Der Kläger erhob mit Eingabe vom 18. Mai 2020 Berufung (act. 458). Darauf 

wurden die Akten der Vorinstanz beigezogen (act. 1-456), und dem Kläger wurde 

mit Verfügung vom 28. Mai 2020 Frist für die Leistung eines Kostenvorschusses 

angesetzt (act. 461). Dieser wurde fristgerecht bezahlt (act. 463). 

4. Mit Teilurteil vom 3. Juli 2020 wies die Kammer die Berufung des Klägers, 

soweit sie sich gegen die Betreuungszeit für die Tochter C._____ unter der 

Woche richtete, ab (act. 460 S. 136, Dispositiv-Ziff. 4 Spiegelstriche 1 und 2; 

act. 464). Gleichentags wurde der Beklagten Frist für die Berufungsantwort 

angesetzt (act. 466). Die Beklagte erstattete am 14. September 2020 die 

Berufungsantwort (act. 473-474/1-10) und erhob gleichzeitig Anschlussberufung 

(act. 476-470/1-25).  

5. Mit Beschluss vom 17. September 2020 wurde auf die Anschlussberufung, 

soweit sie sich gegen die Betreuungszeit für C._____ unter der Woche richtete 

(a.a.O. S. 136, Dispositiv-Ziff. 4 Spiegelstriche 1 und 2), nicht eingetreten und 

dem Kläger wurde eine Frist für die Beantwortung der Anschlussberufung 

angesetzt (act. 480). Der Kläger stellte daraufhin am 28. September 2020 ein 

Begehren um Erläuterung oder Berichtigung des Beschlusses vom 17. September 

2020 (act. 482). Dieses Begehren wurde mit Beschluss vom 30. September 2020 

abgewiesen (act. 484). Die Beschwerde der Beklagten gegen den Beschluss der 

Kammer vom 17. September 2020 wies das Bundesgericht am 21. Oktober 2020 

ab (act. 490).  

6. Mit Eingabe vom 21. Oktober 2020 erstattete der Kläger die 

Anschlussberufungsantwort und nahm sein "Recht auf das letzte Wort" wahr 

(act. 488-489). Diese Eingabe wurde der Klägerin mit Verfügung vom 27. Oktober 

2020 zugestellt und ihr wurde Frist angesetzt, um eine mündliche Verhandlung 

zur Wahrung des Replikrechts zu verlangen, falls sie von ihrem Replikrecht 

Gebrauch machen wolle. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass das Verfahren 

mit Ablauf der angesetzten Frist ins Stadium der Beratung übergehe, falls keine 

Verhandlung verlangt werde (act. 491). Die Klägerin ersuchte mit Schreiben vom 

16. November 2020 um Vorladung zur Verhandlung (act. 493), worauf die 

Parteien auf den 17. Dezember 2020 zur Verhandlung betreffend Ausübung des 

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Replikrechts vorgeladen wurden (act. 494/1-2). Das vom Kläger am 16. 

Dezember 2020 gestellte Verschiebungsgesuch (act. 496-497) wurde 

gleichentags gutgeheissen und die Verhandlung wurde auf den 13. Januar 2021 

verschoben (act. 498/1-2). Anlässlich der Verhandlung, zu welcher der Kläger in 

Begleitung von Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ sowie Rechtsanwalt lic. iur. 

E._____ namens und in Vertretung der Beklagten erschienen (Prot. S. 12), 

nahmen die Parteien ihr Replikrecht wahr.  

7. Mit Schreiben vom 30. März 2021 teilte Rechtsanwalt lic. iur. E._____ mit, 

dass er das Mandat altershalber beende (act. 502). Tags darauf zeigte 

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ unter Beilage einer Vollmacht die 

Mandatsübernahme an (act. 503-504). Der Kläger reichte mit Eingabe vom 27. 

April 2021 eine Noveneingabe unter Beilage der zwischenzeitlich verschickten, 

begründeten Ausfertigung des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, 

vom 19. November 2020 ins Recht (act. 505 und 506). Das Verfahren erweist sich 

als spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1.1. Mit Bezug auf die Betreuungsregelung in Dispositiv-Ziff. 4 Abs. 1 

Spiegelstriche 1 und 2 ist das Teilurteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 19. März 

2020 wie erwähnt rechtskräftig und vollstreckbar geworden, nachdem die 

Berufung des Klägers gegen die genannten Bestimmungen mit Teilurteil der 

Kammer vom 3. Juli 2020 abgewiesen wurde (act. 464 S. 9 und 10, Dispositiv-Ziff. 

1). Entsprechend wurde dem Kläger diesbezüglich in der Zwischenzeit eine 

Rechtskraftbescheinigung ausgestellt (act. 471) bzw. mit Beschluss vom 17. 

September 2020 auf die Anschlussberufung der Beklagten, soweit sie die 

erstinstanzliche Betreuungsregelung gemäss Dispositiv-Ziff. 4 Abs. 1 

Spiegelstriche 1 und 2 zum Gegenstand hat, nicht eingetreten (act. 480). 

1.2. Nicht angefochten wurde das erstinstanzliche Teilurteil hinsichtlich 

Dispositiv-Ziff. 1 (gemeinsame elterliche Sorge), Dispositiv-Ziff. 3 (Absehen von 

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der Erstellung eines Erziehungsfähigkeitsgutachtens), Dispositiv-Ziff. 5 und 6 

(Weisung betreffend Familientherapie und Anordnung einer Beistandschaft), 

Dispositiv-Ziff. 7 (Erziehungsgutschriften), Dispositiv-Ziff. 8 lit. a und c (Bezahlung 

Baurechtszinsen und Kosten), Dispositiv-Ziff. 9 (Noveneingabe betreffend 

nachehelichen Unterhalt), Dispositiv-Ziff. 15 (Vorsorgeausgleich) und Dispositiv-

Ziff. 17 (Übernahme von Steuern im Zusammenhang mit Wohnrecht). Davon ist 

Vormerk zu nehmen. 

1.3. Die Berufung des Klägers richtet sich gegen die Dispositiv-Ziff. 10, 11, 12 

und 13 bzw. gegen die Höhe der Kinderunterhaltsbeiträge und der nachehelichen 

Unterhaltsbeiträge sowie die Festsetzung der finanziellen Grundlagen der 

Unterhaltsberechnung (act. 458 S. 2-5, Berufungsanträge 3-5). Weiter ficht der 

Kläger Dispositiv-Ziff. 16 betreffend Eintragung des Wohnrechts an der 

Liegenschaft D._____-strasse … in … Zürich im Grundbuch sowie Dispositiv-Ziff. 

8 lit. b betreffend Auswahl der für den Unterhalt beizuziehenden Unternehmer und 

Handwerker an (a.a.O. S. 3 f. Berufungsantrag 6). Schliesslich beantragt der 

Kläger eine Korrektur der Dispositiv-Ziff. 19 und 20, indem die erstinstanzlichen 

Gerichtskosten vollumfänglich der Beklagten aufzuerlegen seien und diese ihm 

für das erstinstanzliche Verfahren für die Kinderbelange und den 

Scheidungspunkt eine Parteientschädigung von Fr. 91'545.– (inkl. MWST) zu 

bezahlen habe; für die Regelung der Unterhaltsbeiträge sei die erstinstanzliche 

Parteientschädigung nach dem Ausgang des vorliegenden Berufungsverfahrens 

festzulegen (a.a.O. S. 4, Berufungsanträge 7 und 8). 

1.4. Mit der Anschlussberufung verlangt die Beklagte die alleinige Obhut für die 

Tochter C._____ (act. 476 S. 2, Antrag 2), eine Reduktion und Präzisierung der 

Ferienzeiten sowie eine Änderung der Betreuung über die Weihnachtstage 

(a.a.O., Antrag 4). Weiter beantragt sie eine Präzisierung der Unterhaltskosten für 

die Liegenschaft (a.a.O. S. 2 f., Antrag 8 lit. b), eine Erhöhung der Kinder- und 

nachehelichen Unterhaltsbeiträge, inkl. Wohnkosten nach Auszug aus der 

ehelichen Liegenschaft (a.a.O. S. 3 f., Anträge 10-12), sowie eine Korrektur der 

Grundlagen für die Unterhaltsberechnung (a.a.O. S. 4, Antrag 13).  

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2. Rechtsmittelvoraussetzungen 

2.1. Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen, 

ob die Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind. Die Berufung richtet sich gegen 

einen erstinstanzlichen Endentscheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO) und wurde 

rechtzeitig, mit einer Begründung und mit Anträgen versehen beim Obergericht 

eingereicht (Art. 311 ZPO). Dasselbe gilt für die Anschlussberufung. 

2.2. Der Kläger ist ohne weiteres zur Stellung der obgenannten 

Berufungsanträge legitimiert, die Beklagte ihrerseits zur Stellung der aufgeführten 

Anschlussberufungsanträge. Mit Ausnahme des Antrags 4, Spiegelstrich 1 und 2, 

der Anschlussberufung, auf den bereits mit Beschluss vom 17. September 2020 

nicht eingetreten wurde, ist auf die Rechtsmittelanträge der Parteien einzutreten. 

3. Überprüfung durch die Berufungsinstanz 

3.1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung sowie die 

unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). Dabei hat sich die Berufung führende Partei mit der Begründung des 

erstinstanzlichen Entscheides auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, inwiefern 

sie den angefochtenen Entscheid als fehlerhaft erachtet. Die Begründung muss 

hinreichend genau und eindeutig sein, was voraussetzt, dass die vorinstanzlichen 

Erwägungen, die angefochten werden, im Einzelnen bezeichnet werden und die 

Aktenstücke genannt werden, auf denen die Kritik beruht. Blosse Hinweise auf die 

Vorakten und pauschale Kritik am ergangenen Entscheid sowie Wiederholungen 

des bereits Vorgebrachten genügen nicht. Soweit Rügen konkret vorgebracht 

worden sind, wendet die Berufungsinstanz das Recht von Amtes wegen an (Art. 

57 ZPO). Insbesondere wird nicht verlangt, dass die Berufung führende Partei 

explizit verletzte Gesetzesartikel nennt. 

3.2. Die Berufungsinstanz überprüft den angefochtenen Entscheid sowohl in 

rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht frei. Sie verfügt über volle Kognition 

(Art. 310 ZPO) und ist weder an die Argumente der Parteien noch an die 

Begründung des vorinstanzlichen Entscheides gebunden (vgl. BGE 133 II 249 E. 

1.4.1. und 130 III 136 E. 1.4.). Sie kann sich aber darauf beschränken, die 

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Beanstandungen zu beurteilen, welche die Parteien in ihren schriftlichen 

Begründungen gegen das erstinstanzliche Urteil erheben (BGer, 5A_635/2015 

vom 21. Juni 2016 E. 5 unter Hinweis auf BGer, 4A_619/2015 vom 25. Mai 2016 

E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen; REETZ/THEILER, ZK ZPO, 3. Aufl., Art. 310 N 5 

und 6; BGE 138 III 374 E. 4.3.1.; OGer ZH NQ110031 vom 9. August 2011, E. 

2.2.1. = ZR 110/2011 Nr. 80, S. 246).  

3.3. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel 

(Noven) im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug 

vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten. Art. 317 Abs. 1 ZPO regelt die Voraussetzungen, 

unter denen Noven ausnahmsweise vorgebracht werden können, abschliessend, 

ohne danach zu differenzieren, ob ein Verfahren in den Anwendungsbereich der 

Verhandlungs- oder Untersuchungsmaxime fällt. Zu beachten bleibt jedoch trotz 

des Ausschlusses von Art. 229 Abs. 3 ZPO für das Berufungsverfahren, dass das 

Gericht und damit auch die Rechtsmittelinstanz den Sachverhalt bei 

Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten von Amtes wegen zu 

erforschen hat (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und daher auch im Rechtsmittelverfahren 

von sich aus noch Untersuchungen anstellen kann bzw. muss (vgl. BGer, 

5A_528/2015 vom 21. Januar 2016 E. 2). Dies führt dazu, dass in Kinderbelangen 

Noven in Abweichung von Art. 317 Abs. 1 ZPO grundsätzlich auch noch im 

Berufungsverfahren unbeschränkt bis zum Beginn der Urteilsberatung zuzulassen 

sind (BGE 144 III 349, E. 4.2.1; OGer ZH, LC130019 vom 8. Mai 2013, E. 3.1; 

LY150026 vom 4. März 2016, E. II.4; LY160035 vom 14. Dezember 2016, E. 2.3; 

LY160050 vom 18.  April 2017, E. II.3.2). Ferner sind die kraft der 

uneingeschränkten Untersuchungsmaxime – und damit einhergehend in 

Anwendung des auch in der Berufung geltenden unbeschränkten Novenrechts – 

für den Kindesunterhalt gewonnen Erkenntnisse auch für den im gleichen 

Entscheid zu beurteilenden ehelichen bzw. nachehelichen Unterhalt zu beachten 

und lassen sich im Rahmen der vorzunehmenden Unterhaltsberechnung für 

Letzteren nicht gewissermassen "ausblenden" (BGer, 5A_800/2019 vom 9. 

Februar 2019, E. 2.2 [zur Publ. vorgesehen]). Soweit also bestimmte Tatsachen 

sowohl für den Kindesunterhalt als auch für den nachehelichen Unterhalt relevant 

- 13 - 

sind, schlagen das in Bezug auf Ersteren geltende unbeschränkte Novenrecht 

und die strenge Untersuchungsmaxime auf Letzteren durch. Sofern den neuen 

Tatsachen mit Blick auf das Kindesinteresse nur sehr untergeordnete Bedeutung 

zukommt, kann diesen vom Bundesgericht aufgestellten Grundsätzen zum 

uneingeschränkten Novenrecht indessen nicht ausnahmslos gefolgt werden, 

insbesondere soweit dies in erster Linie zu einer bloss finanziellen Begünstigung 

eines Ehegatten im Rahmen des nachehelichen Unterhalts führen würde. 

4. Noveneingabe des Klägers vom 27. April 2021 

4.1. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2020 (act. 491) wurde der Beklagten eine 

Frist von 10 Tagen angesetzt, um zu erklären, ob sie eine Verhandlung zur 

Wahrung des Replikrechts verlange, mit dem Hinweis, andernfalls gehe die 

Sache mit Ablauf der Frist ins Stadium der Beratung über. Nachdem die Beklagte 

am 16. November 2020 um Ansetzung einer Verhandlung ersucht hat und diese 

Verhandlung am 13. Januar 2021 durchgeführt worden ist (Prot. S. 12 ff.), ist das 

Verfahren anschliessend automatisch in die Beratungsphase übergegangen. 

4.2. Nach Beginn der Urteilsberatung können weder echte noch unechte Noven 

ins Verfahren eingebracht werden; es sind nur Tatsachen und Beweismittel zu 

berücksichtigen, die bis zum Beginn der oberinstanzlichen Beratung entstanden 

sind und die bis dann ins Recht gereicht wurden. Denn in der Phase der 

Urteilsberatung muss der Prozessstoff abschliessend so fixiert sein, dass das 

Gericht die Berufungssache gestützt darauf sorgfältig beraten und zügig ein Urteil 

ausfällen kann. In dieser Phase soll es nicht möglich sein, mit weiteren 

Noveneingaben eine Wiederaufnahme des Beweisverfahrens und damit den 

Unterbruch der Urteilsberatung zu erzwingen (BGE 142 III 413, E. 2.2.3-6). Dies 

gilt selbst in Kinderbelangen. Tatsachen und Beweismittel, die erst nach Beginn 

der Beratungsphase entstanden sind, wie vorliegend die vom Kläger eingereichte 

begründete Ausfertigung des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, 

vom 19. November 2020, können alsdann nur noch im Rahmen einer neuen 

Klage – bzw. hier im Rahmen eines Abänderungsgesuchs – vorgebracht werden. 

Sie werden von der Rechtskraft des zwar erst später gefällten, sich aber bereits 

zuvor in Beratung befindenden Entscheids nicht erfasst (BGE 142 III 413, E. 

- 14 - 

2.2.6). Die neu vorgebrachten Tatsachen und das Beweismittel sind folglich nicht 

mehr zu berücksichtigen. 

5. Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz 

5.1. Der Kläger macht im Berufungsverfahren geltend, die Vorinstanz habe vor 

Erlass des Teilurteils vom 19. März 2020 auf den Erlass einer Beweisverfügung 

und auf die Durchführung der gemäss Art. 232 ZPO zwingend gebotenen 

Schlussvorträge verzichtet mit der Begründung, die Parteien hätten sich 

anlässlich der nach der Hauptverhandlung vom 5./6. Juli 2018 durchgeführten 

Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 12. Juni 2019 

ausreichend äussern können. Die Vorinstanz wäre aber zwingend verpflichtet 

gewesen, die Ergebnisse der vsM-Verhandlung und der an dieser durchgeführten 

Parteibefragung der Beklagten in ihrem Teilurteil zu berücksichtigen. Die 

Vorinstanz habe sich in ihrem Urteil aber nirgends mit den Aussagen der 

Beklagten und mit ihrem diffusen Aussageverhalten auseinandergesetzt, weshalb 

der Berufungsgrund der unrichtigen Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 

310 lit. b ZPO gegeben sei (act. 458 S. 36). Die Parteien seien nicht zu 

Schlussvorträgen zugelassen worden, anlässlich derer er (der Kläger) die 

Lückenhaftigkeit der Aussagen der Beklagten zu ihren Bedarfspositionen und 

insbesondere auch deren Unterlassung, aktuelle Belege dazu einzureichen, im 

Detail und substantiiert hätte rügen können. Die Verweigerung des rechtlichen 

Gehörs durch die Vorinstanz könne im Berufungsverfahren geheilt werden, 

weshalb er keine Rückweisung an die Vorinstanz beantrage (a.a.O. S. 37).  

5.2. Die Vorinstanz wies darauf hin, sie habe den Parteien mit Verfügungen vom 

25. Juli 2018 und 6. September 2018 unter Verweis auf Art. 232 ZPO mitgeteilt, 

dass sie nach Abschluss des Beweisverfahrens zum Protokoll der 

Hauptverhandlung bzw. zum Protokoll der Kinderanhörung Stellung nehmen 

könnten. In der Folge sei den Parteien keine formelle Frist angesetzt worden. 

Allerdings seien sowohl der Unterhalt als auch die Betreuung Gegenstand der 

nach der Hauptverhandlung und der Kinderanhörung durchgeführten Verhandlung 

betreffend vorsorgliche Massnahmen gewesen. In deren Rahmen hätten die 

Parteien genügend Gelegenheit gehabt, sich zur persönlichen Befragung sowie 

- 15 - 

zur Kinderanhörung zu äussern. Es sei ihnen deshalb nicht erneut Gelegenheit 

zur schriftlichen Stellungnahme einzuräumen. Sie hätten sich zu den im Streit 

liegenden Themen im Haupt- oder den diversen Massnahmenverfahren stets 

ausführlich mündlich und schriftlich äussern können, weshalb keine Verletzung 

des rechtlichen Gehörs vorliege (act. 460 S. 36 f.). 

5.3. Auch die Beklagte kritisiert, dass den Parteien zwingend das Recht 

einzuräumen sei, sich zum Beweisergebnis zu äussern. Dies habe die Vorinstanz 

unterlassen, indem sie den Parteien nicht die Gelegenheit eingeräumt habe, sich 

zu den Parteibefragungen anlässlich der Hauptverhandlung und zur 

Kinderanhörung von C._____ zu äussern (act. 476 Rz. 73).  

5.4. Die Rüge der Parteien, die Vorinstanz hätte ihnen das Recht einräumen 

müssen, zu den Parteibefragungen anlässlich der Hauptverhandlung und zur 

Kinderanhörung Stellung zu nehmen, ist berechtigt. Tatsächlich wurden die 

Parteien anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhandlung vom 6. Juli 2018 (Prot. 

Vi S. 183 ff.) sowohl zu den Kinderbelangen als auch zum Thema Unterhalt 

persönlich befragt (Prot. Vi S. 240 ff.). Ihnen wurde jedoch in der Folge vor Erlass 

des Teilurteils vom 19. März 2020 nie formell Gelegenheit eingeräumt, zu den 

Ausführungen in der persönlichen Befragung und in der Kinderanhörung Stellung 

zu nehmen. Soweit die Vorinstanz festhielt, die Parteien hätten im Rahmen des 

Massnahmenverfahrens zu den Ausführungen in der Hauptverhandlung bzw. in 

der Kinderanhörung Stellung nehmen können, übersieht sie, dass das 

Hauptverfahren von den Massnahmenverfahren getrennt zu führen und den 

Parteien in beiden Verfahren das rechtliche Gehör zu gewähren ist. Die 

Auffassung der Vorinstanz, sie müsse den Parteien nicht formell Frist für die 

Schlussvorträge ansetzen, ist auch deshalb unzutreffend, weil die Vorinstanz den 

Parteien mit Verfügungen vom 25. Juli 2018 und 6. September 2018 in Aussicht 

gestellt hatte, sie könnten zu den Äusserungen in der Hauptverhandlung und zur 

Kinderanhörung noch Stellung nehmen. Demnach hat die Vorinstanz mit ihrem 

Vorgehen das rechtliche Gehör der Parteien verletzt, was jedoch – auch nach 

Ansicht der Parteien (act. 458 S. 37 [sinngemäss], act. 476 Rz. 73) – im 

vorliegenden Berufungsverfahren geheilt werden kann. 

- 16 - 

5.5. Wenn der Kläger darüber hinaus geltend macht, die Vorinstanz hätte die 

Ergebnisse der Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen zwingend im 

Teilurteil berücksichtigen müssen, vermischt auch er das Massnahmenverfahren 

mit dem Hauptverfahren. Seine Rüge, er habe sich zu den Aussagen der 

Beklagten in der Verhandlung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 12. Juni 

2019 betreffend ihren Bedarf nicht äussern können, hätte im entsprechenden 

Massnahmenverfahren vorgebracht werden müssen. Lediglich soweit die 

Untersuchungsmaxime greift, sind Tatsachenbehauptungen und Aussagen der 

Parteien in persönlichen Befragungen unbeschränkt zu berücksichtigen. Im 

Anwendungsbereich der Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 ZPO), welche 

insbesondere beim nachehelichen Unterhalt der Beklagten zum Tragen kommt 

(vgl. aber oben, E. II.3.3 und BGer, 5A_800/2019 vom 9. Februar 2019, E. 2.2 

[zur Publ. vorgesehen]), sind die Parteien – unter Vorbehalt von Noven im Sinne 

von Art. 229 ZPO – an die zwei Schriftenwechsel im Hauptverfahren gebunden. 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs mit Bezug auf die persönliche Befragung 

der Beklagten vom 12. Juni 2019 hätte somit im Massnahmenverfahren gerügt 

werden müssen, welches mit Urteil der Vorinstanz vom 12. August 2019 bzw. mit 

Urteil der Kammer vom 9. April 2020 erledigt wurde (Verfahrens-Nr. LY190039; 

act. 45).  

III. Obhut und Betreuung 

1. Obhut 

1.1. Die Beklagte beantragt im Berufungsverfahren, C._____ sei unter ihre 

alleinige Obhut zu stellen. Unbestritten habe sie bis anhin die alleinige Obhut über  

C._____ gehabt. Die alternierende Obhut bedeute eine Veränderung der 

bisherigen Obhuts- und Betreuungsregelung (act. 473 Rz. 20 ff.).  

1.2. Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid zunächst die divergierenden 

Ansichten der Parteien zu den Kinderbelangen ausführlich wiedergegeben 

(act. 460 S. 45-54 E. 2.1-2.2). Weiter legte sie die Kriterien dar, nach denen der 

Richter zu prüfen hat, ob die alternierende Obhut dem Kindeswohl entspricht 

- 17 - 

(a.a.O. S. 69-71 E. 6.1). Hierauf kann an dieser Stelle verwiesen werden. Die 

Vorinstanz wies insbesondere darauf hin, dass die alternierende Obhut in jedem 

Fall die Erziehungsfähigkeit beider Eltern voraussetzt und die weiteren 

Beurteilungskriterien voneinander abhängig und je nach den konkreten 

Umständen von unterschiedlicher Bedeutung sind (a.a.O. S. 71). Im 

Zusammenhang mit der Erziehungsfähigkeit des Klägers hielt die Vorinstanz fest, 

die Beklagte habe die Vorwürfe betreffend Verletzung der Intimsphäre von 

C._____ nicht glaubhaft machen, geschweige denn beweisen können. Sie habe 

zwar ausführlich begründet, weshalb sie den Vorwurf zu einem solch späten 

Zeitpunkt in das Verfahren eingebracht habe. Es sei jedoch schwerlich 

nachvollziehbar, weshalb sie zuerst die Konsequenzen einer Anzeige abgewogen 

habe. Auch die geschilderte Angst C._____s vor Männern sei als blosse 

Parteibehauptung der Beklagten anzusehen (a.a.O. S. 58 f.). Beide Parteien 

seien erziehungsfähig und pflegten einen persönlichen und emotionalen Kontakt 

zu ihrem Kind (a.a.O. S. 71 f. E. 6.2.1). Mit Bezug auf die Kommunikation erwog 

die Vorinstanz, die Parteien hätten zeitweise Schwierigkeiten, miteinander 

persönlich und vorwurfsfrei zu kommunizieren. Bei langjährigen Verfahren sei es 

nachvollziehbar, dass es auch ausserhalb des Gerichtsverfahrens zu 

Streitigkeiten kommen könne. Notorisch sei, dass die Kommunikation jeweils 

nach dem Einreichen von Rechtsschriften oder vor anstehenden 

Gerichtsverhandlungen erschwert werde. Dazwischen scheine aber die 

Kommunikation in Teilbereichen, insbesondere auch bezüglich der 

Übergabemodalitäten, zu funktionieren. Es seien – abgesehen von der 

Weiterführung der kinderpsychiatrischen Therapie für C._____ – keine weiteren 

Anhaltspunkte aktenkundig, dass sich die Parteien in grundsätzlicher und 

unüberwindbarer Weise über die Kinderbelange gestritten hätten. Ein 

Mindestmass an Übereinstimmung und das Vermögen, wenigstens im Ansatz 

einvernehmlich zu handeln, seien gegeben (a.a.O. S. 64 f. E. 5.2.2 und 5.2.3). 

Dass die Parteien bei den sich in der alltäglichen Pflege und Erziehung stellenden 

Fragen – Themen wie Trocknen der Haare, Reitunterricht, Angemessenheit von 

Geschenken, Essgewohnheiten, Höhe des Sackgeldes – nicht immer gleicher 

Meinung seien, sei nicht aussergewöhnlich und komme auch bei ungetrennten 

- 18 - 

Eltern vor. Aus derartigen Unstimmigkeiten könne nicht geschlossen werden, 

dass eine zureichende Kommunikation nicht möglich sei. Zwar wäre ein direkter 

verbaler Austausch der Parteien über Kinderbelange zu bevorzugen, zur 

Gewährleistung des Informationsflusses sei aber auch die Kommunikation per E-

Mail sinnvoll. Bei beiden Parteien bestehe in Bezug auf ihre Fähigkeiten, mit dem 

anderen Elternteil in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, ein eindeutiger 

Verbesserungsbedarf. Insbesondere gehe es nicht mehr an, um einzelne Stunden 

oder Tage Betreuungszeit zu streiten. Die diversen im Recht liegenden E-Mails 

würden auch manifestieren, dass zwischen den Parteien durchaus eine 

Kommunikationsbasis bestehe (a.a.O. S. 72 f. E. 6.2.2 und 6.2.3). Die Übergaben 

– so die Vorinstanz weiter – würden grundsätzlich funktionieren. Probleme 

entstünden jeweils, wenn Gerichtsentscheide Interpretationsspielraum offen 

liessen. Dass sich die Eltern bei den Übergaben nicht grüssten, scheine C._____ 

nicht allzu sehr zu belasten, obwohl es verständlich und nachvollziehbar sei, dass 

die Beklagte das Nichtbegrüssen als Missachtung verstehe. Das Wohl von 

C._____ werde dadurch aber nicht tangiert. Mit fortschreitendem Zeitablauf, 

Festigung der anzuordnenden Betreuungsregelung und fortschreitendem Alter der 

Tochter sei davon auszugehen, dass sich die Kooperation der Parteien 

verbessere und sie auch unter Berücksichtigung des Kindeswillens in 

Kinderbelangen zusammenarbeiten könnten. Da C._____ schulpflichtig sei, seien 

an die Organisation der alternierenden Obhut grundsätzlich etwas höhere 

Anforderungen zu stellen, was durch die geringe Entfernung der Wohnorte der 

Eltern aber relativiert werde. In C._____s Alter umfasse die 

Betreuungsorganisation das schulische Fortkommen, Freizeitaktivitäten und bei 

Krankheit allenfalls Medikamenteneinnahme und Besuche beim Kinderarzt. Dafür 

reiche die Weiterleitung der Elternbriefe und Informationen betreffend die Hobbies 

sowie das Inkenntnissetzen über allfällige Termine beim Arzt. Die Notwendigkeit 

von weiteren organisatorischen Massnahmen sei nicht ersichtlich. Insbesondere 

die geografische Situation erfordere keine weitere Organisation und ermögliche 

es, notwendige Utensilien – sofern diese im einen Haushalt vergessen gegangen 

seien – innert Kürze erhältlich zu machen (a.a.O. S. 73 ff. E. 6.2.4. und 6.2.5.). Mit 

Bezug auf die Stabilität der Verhältnisse hielt die Vorinstanz dafür, dass nicht 

- 19 - 

einfach darauf abgestellt werden könne, welcher Elternteil die Obhut während der 

oft langen Dauer eines Verfahrens ausgeübt habe. Dass die Beklagte seit der 

Geburt C._____s deren Hauptbezugsperson sei, was auch dem Willen C._____s 

entspreche, sei bei der Ausgestaltung der Betreuungsanteile zu berücksichtigen. 

Beide Parteien lebten in stabilen Lebensverhältnissen und das soziale Umfeld 

bleibe bei einer alternierenden Obhut unverändert (a.a.O. S. 75 E. 6.2.6. und 

6.2.7.). Aufgrund dieser Überlegungen kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die 

Anordnung der alternierenden Obhut unter den konkreten Umständen möglich 

und mit dem Kindeswohl vereinbar sei (act. 460 S. 76 E. 6.3.). 

1.3. Vorab ist festzuhalten, dass die alternierende Obhut zwar eine substanzielle 

Beteiligung beider Eltern an der Betreuung voraussetzt, eine streng hälftige 

Aufteilung der Betreuungsanteile aber nicht erforderlich ist (BGer, 5A_139/2020 

vom 26. November 2020, E. 3.2 und 3.3 [zur Publ. vorgesehen]). Ob an der 

bisherigen Praxis festzuhalten ist, wonach hierfür Betreuungsanteile im Umfang 

rund eines Drittels zu verlangen sind (vgl. etwa OGer ZH LC170015 vom 23. 

Februar 2018 E. II.2.4; GLOOR, FamPra.ch 2015 S. 321 ff., S. 343; LEUENBERGER, 

FamPra.ch 4/2019, S. 1100), oder ob dieser Richtwert im Einzelfall auch etwas 

tiefer angesetzt werden kann, braucht hier, wie sich nachfolgend zeigen wird, 

nicht abschliessend entschieden zu werden. 

 Da die in Dispositiv-Ziff. 4 Abs. 1 Spiegelstriche 1 und 2 festgelegte 

Betreuungsregelung zwischenzeitlich rechtskräftig geworden ist (vgl. act. 484), 

sind die Vorbringen der Beklagten gegen die Anordnung der alternierenden Obhut 

auf der Grundlage dieser Betreuungsregelung zu prüfen. Auf die einzelnen 

Kritikpunkte der Beklagten wird nachfolgend soweit relevant näher einzugehen 

sein (act. 473 Rz. 20 ff.).  

1.3.1. Die Beklagte stellt zunächst die Erziehungsfähigkeit des Klägers in Frage 

und weist auf dessen grenzüberschreitendes Verhalten beim Waschen von 

C._____ hin. Dass sie damals auf eine Anzeige verzichtet habe, sei einzig zum 

Wohl von C._____ gewesen, der sie die zu erwartende Eskalation nicht habe 

zumuten wollen. Nur weil sie auf diesen Schritt verzichtet habe, bedeute dies 

nicht, dass die Sache nicht wahr sei, zumal der Kläger die Tathandlung als solche 

- 20 - 

eingestanden habe (act. 476 Rz. 22). Diese Vorbringen der Beklagten im 

Berufungsverfahren ändern nichts an der Feststellung der Vorinstanz, die 

Beklagte habe ihre Vorwürfe nicht beweisen können. Mit ihren Ausführungen im 

Berufungsverfahren begründet die Beklagte, weshalb sie ihre Vorwürfe 

gegenüber dem Kläger erst später ins Verfahren eingebracht hat. Dass der Kläger 

tatsächlich die Intimsphäre von C._____ verletzte, ist aber damit nicht 

nachgewiesen. Inwiefern sich aus dem von der Beklagten erwähnten Schreiben 

vom 20. Dezember 2019, welches notabene von ihrem eigenen Rechtsvertreter 

im Verfahren LY190039 verfasst wurde (Verfahrens-Nr. LY190039 act. 35), ein 

Geständnis des Klägers ergeben soll, ist nicht nachvollziehbar. Im genannten 

Massnahmenverfahren wurde im Urteil der Kammer vom 9. April 2020 zur 

fraglichen Problematik ausgeführt, es scheine der Beklagten darum zu gehen, 

nicht eingestehen zu müssen, dass sie bezüglich der von ihr erhobenen Vorwürfe 

sexueller Übergriffe vor den verschiedenen Gerichtsinstanzen unterlegen sei 

(Verfahrens-Nr. LY190039 act. 45 S. 34 E. 4.4.6). Die Beklagte bringt nichts vor, 

was an diesen Erwägungen etwas zu ändern vermöchte. Somit kann die Beklagte 

mit ihren Ausführungen in der Berufung die Feststellung der Vorinstanz, sie (die 

Beklagte) habe ihre Vorwürfe nicht beweisen können, nicht entkräften. 

1.3.2. Die Beklagte nennt weitere Defizite des Klägers bei der Kindererziehung, 

auf welche sie schon mehrfach hingewiesen habe, so der Umstand, dass er 

C._____ bis vor kurzer Zeit bei sich zu Hause – trotz der veränderten 

Zahnstellung der zweiten Zähne – immer einen Nuggi habe lutschen lassen. Die 

Zahnstellung sei nun derart, dass C.____ eine Zahnspange tragen müsse. 

Dasselbe gelte bezüglich des Tragens von Windeln. Der Kläger habe C._____ 

noch bis Januar 2020 zu Hause Kleinkinderwindeln tragen lassen (act. 476 Rz. 24 

f.). Der Kläger bestreitet diese Vorwürfe (act. 488 S. 10).  

 Aus den pauschalen Vorwürfen der Beklagten kann, selbst wenn sie 

zuträfen, nicht geschlossen werden, dass der Kläger erziehungsunfähig wäre. Mit 

Bezug auf das Windelntragen ist festzuhalten, dass Bettnässen auch bei älteren 

Kindern durch psychosoziale Faktoren ausgelöst oder begünstigt werden kann. 

Auch aus dem Vorwurf der Beklagten, der Kläger habe C._____ bis vor kurzem 

- 21 - 

noch den Nuggi gegeben, lässt sich mangels genauer Angaben zur Dauer und 

den Umständen der Nuggi-Verwendung nichts hinsichtlich der 

Erziehungsfähigkeit des Klägers ableiten. Da die Beklagte keinerlei konkrete 

Umstände schildert, kann insbesondere nicht gesagt werden, angesichts von 

C._____s Alter deute das Erlauben eines Nuggis darauf hin, dass der Kläger 

C._____s Wünschen nachgebe bzw. ihr keine Grenzen setzen könne. Mit ihren 

pauschalen Vorbringen vermag die Beklagte die Erziehungsfähigkeit des Klägers 

nicht in Frage zu stellen. 

1.3.3. Die Beklagte macht sodann geltend, die Vorkommnisse im Zusammenhang 

mit dem Besuchsrecht, über die sie sich schon sehr viele Male vor Gericht beklagt 

habe, seien einzeln gesehen nicht aussergewöhnlich, die Summe sei es 

allerdings schon. Vor allem der Vorwurf, wonach sich der Kläger anlässlich der 

Betreuungszeiten oft gar nicht um C._____ kümmere, sondern deren Betreuung 

delegiere, und die Besuchstage oft einzig dafür genutzt habe, seine Geliebte 

heimlich treffen zu können, wiegten schwer. In diesem Zusammenhang erwähnt 

die Beklagte ein Wochenende im Juni 2020, welches der Kläger mit C._____ in … 

[Ortschaft] verbracht habe, wobei dessen Geliebte F._____ ebenfalls dabei 

gewesen sei und mit ihm im Doppelbett übernachtet habe, während C._____ im 

gleichen Zimmer daneben in einem anderen Bett geschlafen habe. Aus ihrem 

Tagebucheintrag ergäben sich auch der Ärger und die Umtriebe, die mit jedem 

Aufenthalt der Tochter beim Kläger verbunden seien. Praktisch jedes Mal fehlten 

Kleidungsstücke, C._____ komme trotz richterlichen Ermahnungen bis heute 

praktisch zu jeder Jahreszeit mit nassen Haaren nach Hause und sei öfters krank 

(act. 476 Rz. 26 ff.). Seit der Umsetzung der erweiterten Betreuungsregelung 

lasse der Kläger C._____ am Dienstag nicht früher als 19.30 Uhr nach Hause, 

ohne dass sie die Hausaufgaben gemacht oder ihre langen Haare nach ihrem 

Aufenthalt im Pool geföhnt habe (a.a.O. Rz. 41). Zudem habe sie (die Beklagte) 

nach der Sommerferienwoche, die C._____ zusammen mit dem Kläger und 

dessen geschiedener Frau im Tessin verbracht habe, festgestellt, dass C._____ 

während dieser Ferienwoche täglich drei Stunden und 12 Minuten am iPad 

gewesen sei. Dabei habe sie meistens Tiktok angeschaut. Diese App sei gemäss 

den Betreibern für Jugendliche ab einem Mindestalter von 13 Jahren vorgesehen 

- 22 - 

(a.a.O. Rz. 29 f.). Der Kläger führt diesbezüglich aus, die Vorwürfe der Beklagten 

offenbarten ihre Haltung, wonach ihre gute und heilige Welt gegen seine 

inkarnierte Welt des Bösen verteidigt werden müsse. Hierzu werde C._____, 

wenn sie zur Beklagten heimkomme, richtiggehend verhört und durchsucht und 

es werde inquisitorisch nach Sachverhalten geforscht, die ihm in der nächsten 

Rechtsschrift vorgehalten werden könnten. In diesem Zusammenhang habe ihr 

das Obergericht im Beschluss vom 29. November 2017 bereits gesagt, dass die 

Verunsicherung von C._____ vor und nach den Besuchen beim Vater 

wahrscheinlicher die negative Haltung der Mutter widerspiegle als ein 

Fehlverhalten des Vaters. Es sei offensichtlich – so der Kläger weiter – dass die 

Parteien unterschiedliche Erziehungsstile hätten, es sei aber nicht abgeklärt 

worden und müsse durch das Gericht auch nicht geklärt werden, welcher 

Erziehungsstil für C._____ besser sei (act. 488 S. 11 f.). Es sei völlig unwahr, 

dass er nie allein Zeit mit C._____ verbringe und nicht kindergerecht mit ihr 

umgehe. Er unterstütze sie auch bei der Erledigung der Hausaufgaben und 

fördere ihr schulisches Fortkommen optimal. Er würde gerne noch mehr 

erzieherische Verantwortung übernehmen, aber die Beklagte habe ihn bisher mit 

allen Mitteln daran gehindert (a.a.O. S. 14 f.).  

 Der Vorwurf der Beklagten, der Kläger kümmere sich anlässlich der 

Betreuung oft gar nicht um C._____, ist in dieser Allgemeinheit nicht geeignet, 

Zweifel an der Erziehungsfähigkeit des Klägers zu begründen, zumal die Beklagte 

nicht behauptet, dass C._____ während ihres Aufenthalts beim Kläger jeweils 

längere Zeit nicht betreut bzw. allein sei. Der Kläger bestreitet den Vorwurf der 

Beklagten, er habe im Juni 2020 ein Wochenende in einem Hotel in … [Ortschaft] 

zusammen mit seiner Geliebten und C._____ im gleichen Zimmer verbracht (act. 

476 Rz. 27), nicht (act. 488 S. 10). Dieses Novum ist in Anwendung der 

Untersuchungsmaxime im vorliegenden Berufungsverfahren zu beachten. Sollte 

diese Darstellung der Beklagten tatsächlich zutreffen, so könnte ein derartiges 

Vorkommnis allenfalls auf ein nicht kindsgerechtes und egoistisches Verhalten 

hindeuten und die Frage aufwerfen, ob der Kläger in der Lage ist, seine eigenen 

Bedürfnisse dem Wohl von C._____ unterzuordnen. Als einmaliger Vorfall und 

dazu ohne genaue Kenntnis der Umstände und Hintergründe kann dem Kläger 

- 23 - 

daraus aber kein Nachteil erwachsen. Mit Bezug auf fehlende Kleidungsstücke 

und das Trocknen von C._____s Haaren kommt es zwischen den Parteien schon 

seit Jahren regelmässig zu Unstimmigkeiten. Dass sie hierzu unterschiedliche 

Auffassungen haben und die Dinge nicht gleich angehen, spricht nicht gegen die 

Erziehungsfähigkeit des einen oder des andern. Mit dem zunehmendem Alter 

C._____s wird sie sowohl das Haare Trocknen als auch das Packen ihrer 

Kleidungsstücke selbständig übernehmen können, so dass in absehbarer Zukunft 

mit weniger Auseinandersetzungen dazu zu rechnen ist. Mit Bezug auf den von 

der Beklagten gerügten Konsum nicht altersgerechter digitaler Medien durch 

C._____ während der Sommerferien ist darauf hinzuweisen, dass die 

Verantwortung des Klägers mit der Ausdehnung der Betreuungszeiten 

zugenommen hat. Beschränkt sich die Kinderbetreuung nicht nur auf jedes zweite 

Wochenende ist vom betreuenden Elternteil auch zu erwarten, dass er sich den 

unangenehmen Seiten der Kindererziehung stellt. In diesem Sinne wird sich der 

Kläger in Zukunft auch mit den unschönen und anstrengenden Seiten der 

Erziehungsverantwortung auseinander zu setzen haben, worauf auch die 

Vorinstanz hingewiesen hat (act. 460 S. 78). Dabei wird er C._____ in Zukunft 

auch bezüglich des Konsums digitaler Medien kontrollieren und ihr Grenzen 

setzen müssen, zumal ein uneingeschränkter Zugang zu digitalen Medien 

bekanntlich zu einer Gefährdung des Kindeswohls führen kann, weshalb eine 

Beschränkung der Bildschirmzeit und des Konsums auf altersgerechte Inhalte 

zweifellos angezeigt ist. Ein durchschnittlicher Medienkonsum von gut drei 

Stunden täglich während der Ferien ist für sich allein noch nicht als problematisch 

zu werten, hängt doch die gesunde Entwicklung eines Kindes nicht allein von der 

Bildschirmzeit, sondern auch vom übrigen Freizeitverhalten ab. Angesichts seiner 

ausgedehnteren Betreuung unter der Woche wird der Kläger auch die Erledigung 

der Hausaufgaben durch C._____ am Dienstag – soweit nötig – überwachen und 

ihr nötigenfalls dabei behilflich sein müssen, was er nach eigenen Angaben auch 

tut (act. 488 S. 14). Insgesamt bestätigen die Kritikpunkte der Beklagten, dass die 

Parteien unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Kindererziehung haben. 

Möglicherweise musste sich der Kläger mit der Ausdehnung der Betreuung von 

C._____ auch an neue Aufgaben gewöhnen. Nach dem Gesagten sprechen die 

- 24 - 

Vorbringen der Beklagten indessen nicht gegen die Anordnung einer 

alternierenden Obhut. 

1.3.4. Die Beklagte sieht weiter die Kommunikationsprobleme der Parteien als 

Hindernis für die alternierende Obhut. Der Kläger mache sie bewusst schlecht vor 

der gemeinsamen Tochter und vor anderen Leuten. Dass er sie seit Jahren vor 

der Tochter nicht begrüsse, sie absichtlich übersehe und nicht mit ihr spreche, sei 

ein deutliches Zeichen, dass er nicht in der Lage sei, seinen Teil für eine 

Verbesserung der Kommunikation beizutragen. Die Darstellung des 

Kommunikationsverhaltens des Klägers durch die Vorinstanz sei einseitig und 

verharmlosend (act. 476 Rz. 36 ff.). Die Vorinstanz setzte sich sehr detailliert mit 

der unzulänglichen Kommunikation unter den Parteien auseinander und ortete 

auch einen eindeutigen Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit der 

Parteien in Kinderbelangen (act. 460 S. 73). Die Vorinstanz erachtete es 

insbesondere als verständlich und nachvollziehbar, dass die Beklagte das 

Nichtbegrüssen durch den Kläger als Missachtung versteht, nur sah sie darin 

keine Belastung für C._____ (act. 460 S. 74). Die Einschätzung der Vorinstanz 

basiert auf den Aussagen von C._____ in der Kinderanhörung und kann nicht als 

verharmlosend bezeichnet werden. Es ist verständlich, dass die Beklagte einen 

respektvollen Umgang seitens des Klägers erwartet und es ist in der Tat 

bedauerlich, dass sich der Kläger nicht dazu durchringen kann. Gerade auch mit 

Blick auf das Wohl von C._____ wäre es wünschenswert, dass die Parteien 

einander respektvoll behandeln würden und ein direkter verbaler Austausch 

zwischen ihnen möglich wäre. Dennoch ist der Austausch und Informationsfluss 

per E-Mail auch in der gegenwärtigen Situation gewährleistet und es ist zu hoffen, 

dass im Rahmen der erteilten Weisung zum Besuch einer Familientherapie, deren 

Schwerpunkt auf dem Kommunikationsverhalten der Parteien liegen soll, eine 

Verbesserung in der Kommunikation erzielt und auch wieder ein direkter verbaler 

Austausch zwischen den Parteien aufgebaut werden kann. Die Hoffnung, dass 

die Familientherapie zu einer verbesserten Kommunikation unter den Eltern 

führen könnte, ist umso berechtigter, nachdem die Parteien die von der 

Vorinstanz angeordnete Weisung nicht angefochten haben. Die Beklagte hat 

Recht, wenn sie das Nichtgrüssen und das "Wie-Luft-Behandeln" durch den 

- 25 - 

Kläger als grobe Verletzung der Anstandsregeln und als unerhörte 

Respektlosigkeit sieht. Darüber hinaus kann aber nicht gesagt werden, dass das 

Verhalten und die Äusserungen des Klägers alleinige Ursache für die 

Kommunikationsprobleme der Parteien seien (act. 476 Rz. 36 ff.). Auch die 

Beklagte hat ihren Teil dazu beigetragen, dass das vorliegende 

Scheidungsverfahren, welches vom Bundesgericht als Rosenkrieg bezeichnet 

wurde (BGer, 5A_6/2018 vom 23. März 2018), auch mit Bezug auf die 

Kinderbelange äusserst kontrovers und hochstrittig geführt wurde. Sie hat im 

Scheidungsverfahren insbesondere keine Zurückhaltung darin geübt, den Kläger 

als Vater im Umgang mit C._____ zu kritisieren. Wenn sie allein die Äusserungen 

des Klägers als Ursache für die Kommunikationsprobleme sieht, unterschätzt sie 

offenbar die Wirkungskraft der von ihr im Prozess gewählten Worte. Soweit sich 

die Auseinandersetzungen der Parteien in der Vergangenheit häufig um 

zusätzliche Betreuungsstunden oder -tage des Klägers drehten, hat die 

Vorinstanz zutreffend darauf hingewiesen, dass es inskünftig nicht mehr angeht, 

um einzelne Stunden oder Tage Betreuungszeit zu streiten (act. 460 S. 73). Trotz 

des eindeutigen Verbesserungspotenzials in der Kommunikation unter den 

Parteien kann der Auffassung der Beklagten, angesichts der stark gestörten 

Kommunikation sei nicht an eine alternierende Obhut zu denken, nicht gefolgt 

werden. Die alternierende Obhut setzt in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit 

beider Eltern voraus und die weiteren Beurteilungskriterien sind voneinander 

abhängig und je nach den konkreten Umständen von unterschiedlicher 

Bedeutung. Darauf hat auch die Vorinstanz hingewiesen und dabei zu Recht 

festgehalten, dass der Austausch und der Informationsfluss über wichtige 

Vorkommnisse wie Krankheiten, Unfälle, schulische Angelegenheiten, Arzttermine 

und Freizeitaktivitäten per E-Mail funktioniert. Angesichts der optimalen 

geografischen Voraussetzungen – C._____ kann die Distanz zwischen den 

Wohnorten der Parteien ohne weiteres zu Fuss zurücklegen – kommt der 

Kooperationsfähigkeit der Parteien kein überdurchschnittliches Gewicht zu, auch 

wenn C._____ nun schulpflichtig ist (vgl. act. 460 S. 71-74). Weiter ist mit der Vor-

instanz davon auszugehen, dass sich nach der Umstellung an die neuen 

Betreuungszeiten, mit dem Absolvieren der angeordneten Familientherapie, mit 

- 26 - 

dem Abschluss des Scheidungsverfahrens und nicht zuletzt auch mit dem 

zunehmenden Alter von C._____ die Kommunikation und Kooperation der 

Parteien verbessern wird (vgl. act. 460 S. 74).  

1.3.5. Bezüglich der Argumentation der Beklagten, die alternierende Obhut werde 

für den Kläger Anreiz sein, in Zukunft noch mehr Betreuungszeit zu verlangen 

(act. 476 Rz. 34), ist darauf hinzuweisen, dass eine alternierende Obhut nicht eine 

streng hälftige Aufteilung der Betreuungsanteile unter den Eltern voraussetzt. Die 

rechtskräftig geregelte Betreuungszeit des Klägers entspricht in etwa einem Anteil 

von 30 %, womit die für eine Anordnung der alternierenden Obhut erforderliche 

substanzielle Betreuungsbeteiligung des Klägers erreicht wird (vgl. BGer, 

5A_139/2020 vom 26. November 2020, E. 3.2 und 3.3 [zur Publ. vorgesehen]). 

Allein aufgrund der Anordnung der alternierenden Obhut drängt sich eine 

Ausdehnung der Betreuung durch den Kläger deshalb nicht auf. Mit Teilurteil der 

Kammer vom 3. Juli 2020 wurden denn auch die Berufungsanträge des Klägers, 

die auf eine weitergehende Betreuung unter der Woche abzielten, abgewiesen 

(act. 464). Entgegen dem diesbezüglichen Hinweis der Beklagten (act. 476 Rz. 

33) spricht auch die konkrete Ausgestaltung der Betreuungszeiten des Klägers 

nicht gegen die Anordnung einer alternierenden Obhut. 

1.3.6. Im Zusammenhang mit dem Kriterium der Stabilität macht die Beklagte 

geltend, sie sei seit 9 Jahren die Hauptbezugsperson von C._____ und für 

sämtliche wichtigen Belange in deren Leben verantwortlich. Mit der alternierenden 

Obhut und der massiven Erweiterung der Betreuungsanteile des Klägers solle 

dies nun erheblich verändert werden. Die wenigen Wochen seit der Durchsetzung 

der erweiterten Betreuung durch den Kläger würden bereits zeigen, dass es nicht 

gut kommen würde (act. 476 Rz. 42). Diesbezüglich ist der Beklagten 

entgegenzuhalten, dass sie nach wie vor den Hauptteil der Betreuung von 

C._____ mit einem Betreuungsanteil von rund 70 % übernimmt. Wenn sie von 

einer massiven Erweiterung der Betreuung durch den Kläger und von einer 

erheblichen Veränderung spricht, so ist dies insofern zu relativieren, als die 

erweiterte Betreuungszeit unter der Woche – jeden Dienstag ab Schulbeginn bis 

19.30 Uhr anstatt ab Schulschluss bis 17.30 Uhr wie auch jeden zweiten Freitag 

- 27 - 

ab Schulbeginn statt ab Freitagabend 18.00 Uhr (vgl. act. 460 S. 136 Dispositiv-

Ziff. 4 Spiegelstriche 1 und 2; act. 262) – mehrheitlich in die Schulzeit von 

C._____ fällt. Auch wenn mit der ausgedehnteren Betreuungszeit des Klägers – 

wie bereits festgehalten – auch dessen Erziehungsverantwortung im Alltag erhöht 

wird und insofern beide Eltern in die Alltagsbetreuung von C._____ einbezogen 

sind, ändert dies nichts daran, dass die Beklagte weiterhin mit einem 

Betreuungsanteil von rund 70 % Hauptbezugsperson für C._____ ist. 

1.3.7. Nach dem Gesagten dringt die Beklagte mit ihrer Kritik an der Anordnung  

der alternierenden Obhut nicht durch - wobei hier noch einmal festzuhalten ist, 

dass sie die konkrete Ausgestaltung der Betreuungsanteile in einer "normalen" 

Woche nicht mehr in Frage stellen kann, weil der Teil-Entscheid der Kammer vom 

3. Juli 2020 rechtskräftig geworden ist. Ihre diesbezügliche Anschlussberufung ist 

abzuweisen und Dispositiv-Ziff. 2 des angefochtenen Teilurteils zu bestätigen. 

2. Ferien- und Feiertagsbetreuung 

2.1. Die Beklagte möchte die Ferienbetreuung durch den Kläger auf vier 

Ferienwochen pro Kalenderjahr reduzieren (jeweils eine Woche in einer der 

Schulferien [Sport-, Frühlings-, Sommer-, Herbst- und 2. Woche der Weihnachts-

/Neujahrs-ferien], jeweils von Montagmorgen 08:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 

Uhr). Zur Begründung führt sie aus, sie habe nichts gegen eine angemessene 

Ausdehnung des Ferienbesuchsrechts auf vier Wochen, aber fünf Wochen seien 

definitiv des Guten zu viel. Auch die Ferien seien regelmässig Anlass zu 

Streitigkeiten zwischen den Parteien. Insbesondere brauche es eine sehr exakte 

Ferienregelung, um keinen zusätzlichen Streitpunkt zu verursachen. In diesem 

Zusammenhang erscheine die Erwägung der Vorinstanz, eine Ferienwoche 

könne durchaus acht Tage bzw. zwei Ferienwochen 15 Tage dauern, 

kontraproduktiv. Sie schlage eine Regelung von Montagmorgen 08:00 Uhr bis 

Sonntagabend 18:00 Uhr vor. Zudem solle die zweite Ferienwoche der 

Weihnachts-/Neujahrsferien als eine der möglichen Ferienwochen zur Verfügung 

stehen (act. 476 Rz. 54 f.). 

- 28 - 

2.2. Die Vorinstanz räumte dem Kläger ein Ferienbetreuungsrecht von fünf 

Wochen pro Kalenderjahr ein, aufgeteilt in einmal zwei Wochen und je drei 

einzelne Wochen (act. 460 S. 137, Dispositiv-Ziff. 4 Spiegelstrich 3). Damit 

entsprach die Vorinstanz dem diesbezüglichen Antrag des Klägers mit der 

Begründung, es spreche unter den gegebenen Umständen nichts gegen eine 

Ausdehnung des Ferien- und Feiertagsbesuchsrechts (a.a.O. S. 79). 

2.3. Mit ihrer Begründung, "fünf Wochen seien definitiv des Guten zu viel", liefert 

die Beklagte keine nachvollziehbare Erklärung, weshalb 4 Ferienwochen dem 

Kindeswohl und den konkreten Verhältnissen besser gerecht würden als 5 

Wochen, zumal C._____ – wie jedes andere schulpflichtige Kind – 12 Wochen 

Schulferien hat. Aus den Ausführungen der Beklagten ergeben sich keine 

konkreten Gründe, weshalb sie grundsätzlich eine Ausdehnung der 

Ferienbetreuung durch den Kläger auf 4 Wochen befürwortet, weshalb aber 

5 Wochen zu viel sein sollen. Wenn die Beklagte in diesem Zusammenhang 

anführt, auch die Ferien seien regelmässig Anlass zu Streitigkeiten zwischen den 

Parteien (act. 476 Rz. 54), so kann daraus nicht abgeleitet werden, dass bei 

5 Wochen Ferien mehr Anlass für Streitereien entsteht als bei 4 Wochen, zumal 

die angefochtene Regelung der  

Vorinstanz – anders als noch im Massnahmenverfahren – vorsieht, dass zwei 

Ferienwochen pro Kalenderjahr am Stück liegen können. Die von der Beklagten 

neu vorgebrachte Behauptung, der Kläger habe die geplanten Skiferien mit 

C._____ kurzfristig abgesagt und die Weihnachtsferien mit ihr zu Hause 

verbracht, wobei er für die Betreuung von C._____ Unterstützung bei seiner 

ersten Ehefrau bzw. während deren Abwesenheit bei seiner Geliebten geholt 

habe (act. 500 Rz. 16), bestreitet der Kläger mit dem Hinweis, er habe der 

Beklagten gesagt, dass er die Weihnachten mit C._____ in Zürich verbringen 

werde. C._____ habe sich einige Tage in seinem Betrieb, namentlich in der …, 

umsehen können, was ihr ausserordentlich gut gefallen habe (Prot. S. 15 f.). Die 

Parteien sind zweifellos in der privilegierten Lage, dass sie ihre Ferien an 

Feriendestinationen ihrer Wahl verbringen können. Es ist aber kein Grund 

ersichtlich, weshalb sich Ferien zu Hause zum Nachteil von C._____ auswirken 

würden, schon gar nicht während der Corona-Pandemie. Aus der Anwesenheit 

- 29 - 

der ersten Ehefrau bzw. der Geliebten des Klägers kann und muss – entgegen 

der Darstellung der Beklagten – nicht darauf geschlossen werden, dass der 

Kläger nicht in der Lage sein soll, sich während der Ferien persönlich um C._____ 

zu kümmern. Angesichts des Alters von C._____ und angesichts der 

Betreuungsanteile der Parteien erscheint ein Ferienbesuchsrecht von 5 Wochen 

ohne weiteres als angemessen. Mit der Regelung, dass C._____ zwei 

Ferienwochen am Stück und drei einzelne Ferienwochen mit dem Kläger 

verbringen kann, ist zudem sichergestellt, dass sie nicht zu lange von der 

Beklagten als Hauptbezugsperson getrennt ist. Aufgrund des Gesagten ist der 

Antrag der Beklagten betreffend Reduktion der Ferienbetreuung durch den Kläger 

auf 4 Wochen abzuweisen. 

2.4. Allerdings ist der Beklagten zuzustimmen, dass eine möglichst klare 

Regelung anzustreben ist, die keinen Spielraum für Interpretationen zulässt. Die 

Beklagte schlägt vor, dass eine Ferienwoche von Montagmorgen 8.00 Uhr bis 

Sonntagabend 18.00 Uhr dauert (act. 476 Rz. 55), während der Kläger für ein 

Ferienende am Sonntagabend um 19.30 Uhr (verköstigt) plädiert (act. 488 S. 19). 

Tatsächlich ist die Erwägung der Vorinstanz, eine Ferienwoche könne durchaus 

acht Tage bzw. zwei Ferienwochen 15 Tage dauern (act. 460 S. 79), etwas 

unklar. Eine Ferienwoche dauert eine Woche bzw. 7 Tage. Wenn die Ferien an 

ein Betreuungswochenende des Klägers anschliessen, beginnt die 

Betreuungszeit des Klägers aber bereits am Freitag. Schliessen die Ferien nicht 

an ein Betreuungswochenende an, ist der Ferienbeginn entsprechend dem Antrag 

der Beklagten auf Montag 8.00 Uhr festzulegen. Das Ende der Ferienbetreuung 

ist so festzulegen, dass die Regelung auch dann, wenn das Ende der 

Ferienbetreuung durch den Kläger auf das Ende der Schulferien fällt, sinnvoll ist. 

Diesfalls ist es wichtig, dass C._____ in Ruhe zu Hause ankommen und sich für 

den ersten Schultag nach den Ferien vorbereiten kann. Daher ist das Ferienende 

auf Sonntag 18.00 Uhr festzulegen. Enden die Ferien an einem 

Betreuungswochenende des Klägers, endet die Ferienbetreuung am 

Montagmorgen 9.00 Uhr (vgl. act. 460 S. 136 Dispositiv-Ziff. 4 Spiegelstrich 2). 

Die Erwägungen der Vorinstanz sind in diesem Sinne zu präzisieren. Zur 

Eliminierung von Diskussionen scheint es sodann im Sinne der von der Beklagten 

- 30 - 

beantragten Formulierung angezeigt, die Schulferien explizit zu erwähnen und 

insbesondere auch die zweite Ferienwoche der Weihnachts-/Neujahrsferien 

aufzuführen. Der Kläger erklärt sich damit ausdrücklich einverstanden (act. 488 

S. 19). Da die zweite Ferienwoche der Weihnachts-/Neujahrsferien für Ferien zur 

Verfügung stehen soll, ist die Feiertagsregelung für Sylvester und Neujahr – 

entsprechend den übereinstimmenden Anträgen der Parteien (act. 476 Rz. 56, 

act. 488 S. 19) – aufzuheben. 

2.5. Die Beklagte beantragt weiter, die Weihnachtsbetreuung sei so zu regeln, 

dass die Betreuung jeweils ab und bis 14.00 Uhr dauere (act. 476 S. 2 Antrag 4 

Spiegelstrich 4), in der Begründung lässt sie aber ausführen, für die 

Weihnachtsfeiertage sei die vorinstanzliche Regelung bezüglich der beiden 

Weihnachtstage 24. und 25. Dezember zu belassen (act. 476 Rz. 56). Somit 

bleibt es diesbezüglich bei der Regelung der Vorinstanz. 

IV. Unterhaltsbeiträge 

1. Kinderunterhaltsbeiträge 

1.1. Grundsätze für die Berechnung des Kindesunterhalts 

1.1.1. Gemäss Art. 276 Abs. 1 ZGB haben die Eltern gemeinsam für den 

Unterhalt ihrer Kinder aufzukommen, inklusive der Kosten für Erziehung, 

Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen. Sie haben den gebührenden 

Unterhalt der Kinder in natura oder in Form von Geldleistungen zu decken 

(Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes 

sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei 

sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 

Abs. 1 ZGB).  

1.1.2. Seit dem 1. Januar 2017 gilt das neue Kinderunterhaltsrecht. Gemäss 

Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des 

Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; 

dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen. Unter 

- 31 - 

neuem Recht ist der Unterhaltsanspruch des Ehegatten nach Art. 163 ZGB klar 

vom Unterhaltsanspruch der Kinder nach Art. 276 i.V.m. Art. 285 ZGB zu 

unterscheiden. Unabhängig vom Schicksal der Beziehung der Eltern sind 

weiterhin beide Elternteile für den Unterhalt des Kindes gemeinsam 

verantwortlich. Bevor die Eltern die wirtschaftlichen Folgen ihres 

Auseinandergehens unter sich regeln, müssen sie sich vor allem anderen um die 

Unterhaltspflicht gegenüber ihrem minderjährigen Kind kümmern und für den 

gebührenden Unterhalt des Kindes sorgen. Die sogenannten direkten 

Kinderkosten sind für jedes Kind separat auszuweisen und können nebst 

Grundlegendem wie Nahrung, Kleidung, Wohnen und Krankenkassenprämien in 

besseren finanziellen Verhältnissen auch Positionen wie Freizeit und Ferien 

enthalten je nach sportlicher, künstlerischer oder kultureller Tätigkeit des Kindes. 

Sind die Eltern finanziell gut gestellt, werden die Bedürfnisse des Kindes 

grosszügiger beurteilt, als wenn die Eltern in bescheidenen Verhältnissen leben. 

Wenn die Eltern über die nötigen Mittel verfügen, decken sie den gebührenden 

Unterhalt mit ihren Leistungen in natura und in Form von Geld. Die Geldleistung 

deckt alle finanziellen Bedürfnisse des Kindes (Botschaft zum neuen 

Kinderunterhaltsrecht, BBl 2014 S. 573). Die Eltern haben für den Barbedarf 

(direkte Kinderkosten) des gemeinsamen Kindes  mit Einschluss sämtlicher 

Betreuungskosten durch Dritte (Fremdbetreuungskosten) aufzukommen. 

Kinderzulagen sind vom Barbedarf des Kindes in Abzug zu bringen und separat 

zu leisten. 

1.1.3. Bestandteil der Unterhaltspflicht sind auch die indirekten Kinderkosten 

(Betreuungsunterhalt), welche durch die Eigenbetreuung durch einen Elternteil 

entstehen (vgl. Botschaft Kindesunterhalt, BBl 2014 529 S. 551). Unter 

Betreuungsunterhalt fallen jene Kosten, für die der betreuende Elternteil wegen 

der Kinderbetreuung nicht selber aufkommen kann (GMÜNDER in: Kren 

Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fankhauser [Hrsg.], OFK ZGB, 3. Aufl., Zürich 2016, 

Art. 285 N 19). Diese Betreuungskosten bilden ebenfalls Gegenstand des 

Kindesunterhalts (Art. 276 Abs. 2 und Art. 285 Abs. 2 ZGB) und nicht des 

Ehegattenunterhalts (BGE 144 III 481 E. 4.3).  

- 32 - 

1.1.4. Den mit dem neuen Kinderunterhaltsrecht eingeführten 

Betreuungsunterhalt hat das Bundesgericht zum Anlass genommen, im 

Unterhaltsrecht eine einheitliche Methodik zu entwickeln und verbindlich 

festzulegen. In einem kürzlich gefällten Grundsatzentscheid (BGer, 5A_311/2019 

vom 11. November 2020 [zur Publ. vorgesehen]) hielt das Bundesgericht zur 

Berechnung des Kindesunterhalts fest, der gebührende Unterhalt des Kindes sei 

eine von den konkreten Mitteln abhängige dynamische Grösse, indem auch es 

von einer überdurchschnittlichen Leistungsfähigkeit profitieren und an einer 

gehobenen Lebensstellung der Eltern teilhaben soll (a.a.O. E. 5.4). Stehe das 

Kind unter der alternierenden Obhut der Eltern, so seien die finanziellen Lasten 

bei ähnlicher Leistungsfähigkeit umgekehrt proportional zu den 

Betreuungsanteilen zu tragen, bei je hälftigen Betreuungsanteilen proportional zur 

Leistungsfähigkeit und bei gleichzeitig asymmetrischem Betreuungsumfang und 

Leistungsgefälle entsprechend der sich daraus ergebenden Matrix, wobei es sich 

dabei nicht um eine rein rechnerische Operation handle, sondern die 

vorgenannten Grundsätze in Ausübung von Ermessen umzusetzen seien (a.a.O. 

E. 5.5). Weiter setzte sich das Bundesgericht mit der Methodik für die Berechnung 

des Barunterhalts auseinander und gab mit Bezug auf die einstufig-konkrete 

Methode zu bedenken, diese Methode stelle auf den individuellen Nachweis des 

bisher konkret gelebten Standards ab; ein solcher lasse sich bei Neugeborenen 

und meist auch bei kleineren Kindern gar nicht eruieren, sondern nur bei etwas 

älteren Kindern, und auch dort nur, wenn die Eltern zuvor einen gemeinsamen 

Haushalt gebildet hätten (a.a.O. E. 6.5). Ausgehend von der weiten Verbreitung 

der zweistufigen Methode und der für den Betreuungsunterhalt entwickelten 

Praxis legte das Bundesgericht die zweistufig-konkrete Methode als einheitliche 

Methodik für die Berechnung des Barunterhalts eines Kindes fest. Allerdings wies 

das Bundesgericht darauf hin, dass in besonderen Situationen, namentlich bei 

aussergewöhnlich guten Verhältnissen, anders vorgegangen oder auch ganz von 

einer konkreten Rechnung abgesehen werden könne, weil in diesen Fällen 

letztlich nur noch die Frage zentral sei, wo der Kinderunterhalt aus erzieherischen 

oder aus den konkreten Bedarfsgründen seine Grenze finden müsse (a.a.O. 

- 33 - 

E. 6.6; vgl. zudem für den nachehelichen Unterhalt auch BGer, 5A_891/2018 vom 

2. Februar 2021, E. 4.5 [zur Publ. vorgesehen]).  

1.1.5. Im Lichte der vom Bundesgericht festgelegten Grundsätze ist im 

vorliegenden Fall von einem asymmetrischen Betreuungsumfang und 

Leistungsgefälle auszugehen. Angesichts der ausserordentlich stark 

divergierenden Leistungsfähigkeit der Parteien ist die alleinige Unterhaltspflicht 

des Klägers – welche auch von ihm selbst nicht konkret in Frage gestellt wird – 

trotz der alternierenden Obhut mit Betreuungsanteilen von rund 70 % bzw. 30 % 

nicht zu beanstanden. Aufgrund der weit überdurchschnittlichen finanziellen 

Verhältnisse des Klägers rechtfertigt sich im konkreten Fall trotz der neuen 

Vorgaben des Bundesgerichts eine einstufig-konkrete Berechnung des 

Barunterhalts von C._____. Hinzu kommt, dass die Parteien im erstinstanzlichen 

wie auch im Berufungsverfahren den Sachverhalt basierend auf der einstufig-

konkreten Berechnungsmethode vorgetragen haben. Entsprechend unterblieb die 

Ermittlung der konkreten Leistungsfähigkeit des Klägers und seines gebührenden 

Bedarfs. Vor diesem Hintergrund würde eine Änderung der Berechnungsmethode 

auch aus prozessökonomischen Gründen schlicht keinen Sinn ergeben. Bei der 

einstufig-konkreten Berechnung des Barunterhalts von C._____ wird jedoch mit 

Blick auf die konkreten Verhältnisse zu berücksichtigen sein, dass C._____ beim 

Auszug des Klägers aus dem gemeinsamen Haushalt noch ein kleines Baby war. 

In diesem Zusammenhang ist in Erinnerung zu rufen, dass das Gericht bei 

Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten den Sachverhalt von 

Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet 

(Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Als Ausfluss davon dürfen Noven auch noch im 

Rechtsmittelverfahren berücksichtigt werden (vgl. vorstehend E. II. 3.3). 

1.1.6. Da aufgrund des Gesagten eine einstufig-konkrete Berechnung des 

Barunterhalts für C._____ im vorliegenden Fall mit der neuen bundesgerichtlichen 

Praxis vereinbar ist, ist der Barunterhalt von C._____ gleichzeitig mit dem 

gebührenden Bedarf der Beklagten zu berechnen (nachfolgend E. III. 3). 

 

- 34 - 

 

2. Nachehelicher Unterhalt 

2.1. Prozessuales 

2.1.1. Der Kläger rügt mit der Berufung, die Vorinstanz sei von einer 

lebensprägenden Ehe ausgegangen und habe zur Begründung auf die (knappen) 

Erwägungen in der Verfügung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 14. Juni 

2018 verwiesen. Diese Verfügung sei vom Obergericht mit Urteil vom 

26. September 2018 wegen Verweigerung des rechtlichen Gehörs aufgehoben 

worden; die fraglichen Erwägungen der Vorinstanz in der Verfügung vom 14. Juni 

2018 seien deshalb vom Obergericht gar nicht überprüft worden. Die Vorinstanz 

hätte sich vertieft und substantiiert mit seinen ausführlichen Überlegungen zur 

Frage des Vorliegens bzw. Nichtvorliegens einer lebensprägenden Ehe anlässlich 

der Hauptverhandlung vom 5. Juli 2018 und anlässlich der Verhandlung zu den 

vorsorglichen Massnahmen vom 12. Juni 2019 auseinandersetzen müssen. 

Indem sie dies nicht getan habe, sondern einfach auf einen früheren Entscheid 

verwiesen habe, der durch die Rechtsmittelinstanz aufgehoben worden sei, habe 

sie ihm das rechtliche Gehör verweigert (act. 458 S. 14).  

2.1.2. Diese Vorbringen des Klägers gehen an der Sache vorbei. Richtig ist zwar, 

dass die Verfügung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 14. Juni 2018 vom 

Obergericht aufgehoben wurde. Dies bedeutet indessen nicht, dass die Vor-

instanz in ihrem Urteil nicht (teilweise) auf frühere Überlegungen bei der 

Beurteilung der Lebensprägung hätte verweisen dürfen. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs würde nur dann vorliegen, wenn die Vorinstanz im Rahmen 

ihrer Erwägungen nicht auf die prozessrechtskonform vorgetragenen und rechtlich 

relevanten Argumente der Parteien eingegangen wäre. Dies wird bei der 

nachfolgenden Prüfung der klägerischen Rügen im Einzelnen zu klären sein. 

Soweit der Kläger seine Behauptungen anlässlich der Hauptverhandlung vom 5. 

Juli 2018 und der Verhandlung zu den vorsorglichen Massnahmen vom 12. Juni 

2019 gehört haben will, ist festzuhalten, dass die Novenschranke – wie der 

Rechtsvertreter der Beklagten zutreffend ausführt (act. 473 Rz. 30 ff.) – zu jenem 

- 35 - 

Zeitpunkt schon längst gefallen war. Das Prozessrecht sieht zwei 

Schriftenwechsel vor (Art. 221 ff. ZPO), anschliessend tritt die Novenschranke ein 

(Art. 229 ZPO). Im vorliegenden Hauptverfahren wurde der Schriftenwechsel mit 

der Stellungnahme der Beklagten vom 27. März 2017 (act.  214 A) zur 

Novenstellungnahme und Widerklageduplik des Klägers vom 25. Oktober 2016 

(act. 158) abgeschlossen. Inwiefern es sich bei den Ausführungen des Klägers 

anlässlich der Hauptverhandlung oder der Verhandlung betreffend vorsorgliche 

Massnahmen vom 12. Juni 2019 um zulässige Noven im Sinne von Art. 229 ZPO 

gehandelt haben soll, legt der Kläger nicht dar. Zudem ist erneut darauf 

hinzuweisen, dass ein Massnahmenverfahren vom Hauptverfahren zu 

unterscheiden ist und die Parteivorträge und Rechtsschriften nur im jeweiligen 

Verfahren zu berücksichtigen sind (vgl. vorstehend E. II. 5.3). Aufgrund des 

Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz bei der Beurteilung 

der Lebensprägung nicht mit den Ausführungen des Klägers anlässlich der 

Hauptverhandlung vom 5. Juli 2018 bzw. der vsM-Verhandlung vom 12. Juni 2019 

auseinandersetzte. Eine Gehörsverletzung liegt nicht vor. 

2.2. Lebensprägung 

2.2.1. Der Kläger macht unter Hinweis auf BGE 144 III 481 geltend, die Ehe habe 

in den letzten Jahrzehnten ihren Charakter als "Versorgungsinstitut" stark 

eingebüsst. Somit seien an die Annahme einer vertrauensbildenden 

Lebensprägung der Ehe fortan höhere Anforderungen zu stellen. Weitere 

Entscheide seien vom Bundesgericht im Hinblick auf die Neuausrichtung seiner 

Rechtsprechung in Aussicht gestellt worden, stünden aber aktuell noch aus. 

Obwohl die Vorinstanz richtigerweise darauf hingewiesen habe, Art. 125 ZGB 

vermittle keinen Anspruch darauf, dass die Ehegatten in finanzieller Hinsicht 

lebenslang gleichgestellt seien, habe sie die Konsequenzen aus den Erwägungen 

des Bundesgerichts im vorerwähnten Entscheid nicht korrekt gezogen. Damit sei 

sie nicht von einem den aktuellen Gegebenheiten entsprechenden Verständnis 

von Art. 125 Abs. 1 ZGB ausgegangen und habe diese Bestimmung verletzt. 

Schon die ältere Bundesgerichtspraxis verstehe den "gebührenden Unterhalt" 

nicht als "Teilhabe am Luxus eines sehr wohlhabenden Partners, die den vollen 

- 36 - 

Lebensbedarf übersteige" (act. 458 S. 15 ff.). Nach Ansicht des Klägers habe die 

Vorinstanz die Lebensprägung nicht anhand der drei vom Bundesgericht dafür 

entwickelten, kumulativen Kriterien geprüft: Lebensprägung, schützenswertes 

Vertrauen, vereinbarte Aufgabenteilung. Lebensprägung werde in der Regel bei 

einer Ehe bejaht, wenn sie 10 Jahre und mehr gedauert habe, unter fünf Jahren 

werde die Lebensprägung dagegen grundsätzlich verneint. Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung mache ein gemeinsames Kind eine Ehe 

nicht immer zu einer lebensprägenden Ehe. Bei der Ehe der Parteien handle es 

sich um eine ausgeprägte Kurzehe. Ausserdem hätten der Eheabschluss und die 

Geburt C._____s am vorehelichen Lebensplan der Beklagten, eine aktive, das 

Berufs- und Familienleben kombinierende Frau zu sein, nichts geändert. 

Insbesondere treffe die Behauptung der Beklagten, er (der Kläger) habe jegliche 

Fremdbetreuung C._____s abgelehnt, nicht zu. Dass er mit der beruflichen 

Verwirklichung der Beklagten sehr einverstanden gewesen sei und diese auf 

solche Betreuungsangebote zurückgegriffen habe, werde durch die im 

Eheschutzverfahren eingereichten Rechnungen für Kinderhüte- und 

Kinderbetreuungskosten belegt. Nach dem gemeinsamen Plan der Parteien hätte 

die Beklagte nach einem kurzen Mutterschaftsurlaub wie vor der Ehe intensiv 

berufstätig sein sollen, und dies habe sie auch ausdrücklich so gewollt. Er habe 

die entsprechenden Beweisofferten anlässlich der Hauptverhandlung genannt (mit 

Verweis auf act. 7/19-20 und 75/32a). Auch das Obergericht habe im Urteil vom 

9. April 2020 festgestellt, dass die Beklagte nach der Geburt C._____s weiterhin 

erwerbstätig gewesen sei. Somit habe die Geburt C._____s keinen 

lebensprägenden Einfluss auf die persönliche und berufliche Situation der 

Beklagten gehabt (a.a.O. S. 18 ff.). Selbst wenn aufgrund der Geburt C._____s 

eine Lebensprägung gegeben wäre, so hätte diese kein schützenswertes 

Vertrauen begründet. Die Ehe sei schon vor dem 1. Juni 2012 und vor der Geburt 

C._____s unheilbar zerrüttet gewesen. Bereits im November 2010 habe er der 

Beklagten mitgeteilt, dass er die andauernden ehelichen Streitigkeiten nicht mehr 

aushalte und ausziehen werde. Die Parteien hätten auch weiterhin, jedoch sehr 

selten intime Beziehungen unterhalten und am tt.mm.2011 habe die Beklagte ihm 

eröffnet, dass sie in der sechsten Woche schwanger sei. Nach einem erfolglosen 

- 37 - 

Versuch, die Ehe zu retten, sei er wegen der schweren Zerrüttung Mitte Mai 2011 

aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Am tt.mm.2011 sei er im Hinblick auf 

C._____s Geburt vergeblich nochmals zurückgekehrt. Am 1. Juni 2012 sei die 

definitive Trennung erfolgt. Angesichts dieser nach sehr kurzer Zeit eingetretenen 

unheilbaren Zerrüttung habe für die Beklagte keine Vertrauensbasis für eine lange 

Fortdauer der Ehe bestanden (a.a.O. S. 22). Ausserdem würden längere, gewollte 

Trennungszeiten bis zur Ehescheidung in aller Regel die lebensprägende 

Wirkung der auf das Zusammenleben zurückzuführenden Aufgabenteilung 

hemmen. Auch der Umstand, dass die Parteien vorehelich ein Eigenheim 

erworben hätten, ändere – entgegen der Vorinstanz – an der fehlenden 

Vertrauensbasis nichts. Das Materielle vermöge am Emotionalen nichts zu ändern 

(a.a.O. S. 23). Mit Bezug auf die während der Ehe vereinbarte Aufgabenteilung 

falle ins Gewicht, dass die Beklagte auch während der Ehe und insbesondere 

auch noch nach der Geburt C._____s als Geschäftsleitungsmitglied der G._____ 

("G._____") und als Unternehmerin tätig gewesen sei. Die Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses durch die G._____ im Juni 2012 sei nach der Ehetrennung 

erfolgt und ändere am vereinbarten Aufgabenkatalog der Beklagten nichts, zumal 

sie auch danach weiter gearbeitet habe. Die Vorinstanz habe die Lebensprägung 

auch aus dem Umstand abgeleitet, dass die Beklagte ihre PR-Agentur praktisch 

zu 95 % auf die Mandate der G1._____-Firmen ausgerichtet habe und ihr diese 

im Dezember 2012 entzogen worden seien. Dabei habe die Vorinstanz ausser 

Acht gelassen, dass die G1._____-Unternehmungen der Beklagten eine 

Überbrückungsleistung von Fr. 240'000.– in monatlichen Tranchen zu Fr. 

20'000.– offeriert hätten, die Beklagte deren Annahme jedoch abgelehnt habe. 

Durch diesen Verzicht habe die Beklagte die aktuelle Situation ihrer Agentur 

selbst verursacht. Da aus den genannten Gründen die Lebensprägung zu 

verneinen sei, könne bei der Unterhaltsberechnung nicht auf den ehelichen 

Lebensstandard abgestellt werden. Zudem habe die Beklagte seit Ende 

November 2010 gewusst, dass Ehe und Zusammenarbeit nicht mehr nachhaltig 

sein würden und sie hätte für einen schrittweisen Abbau der Mandatslastigkeit bei 

G._____ sorgen können bzw. müssen (a.a.O. S. 23 ff.).  

- 38 - 

2.2.2. Die Beklagte verweist bezüglich der Lebensprägung auf ihre Ausführungen 

anlässlich der Verhandlung zu den vorsorglichen Massnahmen vom 12. Juni 

2019, wo sie ausführte, die Parteien hätten seit Dezember 2007 zusammen 

gewohnt und seien bis zur offiziellen Trennung am 1. Juni 2012 nahezu fünf Jahre 

zusammen gewesen. Ihre Ehe habe über 9 Jahre gedauert. Sie hätten am tt. 

März 2009 geheiratet, und C.____ sei am tt.mm.2011 geboren worden. Sie selbst 

sei bei der Geburt von C._____ 43 Jahre, der Kläger sogar 63 Jahre alt gewesen. 

C.____ sei ein Wunschkind gewesen, eine Entscheidung, die im Alter der 

Parteien nicht leichtfertig, sondern im Vertrauen auf den Fortbestand der Ehe 

getroffen worden sei. Dies gelte insbesondere auch für sie in Anbetracht des 

medizinischen Risikos, welches mit einer Schwangerschaft in ihrem Alter 

einhergegangen sei. Ausserdem seien der erfolgreichen Schwangerschaft zwei 

Fehlgeburten vorausgegangen. Zudem hätten die Parteien noch vor der 

Eheschliessung ein Eigenheim erworben, wobei sie gemeinsam ein bis 31. 

August 2068 dauerndes Baurecht an der Liegenschaft erworben hätten. Der 

Kläger habe sie schon im Zeitpunkt des Erwerbs der Liegenschaft unentgeltlich in 

das Eigentum eintreten lassen wollen. Auch mit dem Abschluss einer 

Lebensversicherung mit einer Prämie von über Fr. 100'000.– pro Jahr habe der 

Kläger bezweckt, bei seinem Ableben die gesamte Liegenschaft sowie die untere 

Gartenparzelle zu ihren Gunsten abzusichern. Diese langfristigen Investitionen 

zeigten eindeutig die Absicht der Parteien, eine Vertrauensbasis in die Fortdauer 

der Ehe zu schaffen. Sie sei auch Mitglied des Verwaltungsrates in mehreren 

Unternehmungen des Klägers gewesen. Darüber hinaus sei der Umsatz ihrer 

Agentur ab dem Jahre 2009 grossmehrheitlich und am Schluss fast 

ausschliesslich durch Mandate der Unternehmensgruppe des Klägers 

erwirtschaftet worden. Diese Einbindung sei ein weiteres Indiz für das Bestehen 

einer Vertrauensbasis in den Fortbestand der Ehe. Der Kläger habe nach der 

Trennung alle Mandate per Ende 2012 gekündigt. Sie bestreite, dass die Ehe 

schon vor der Geburt von C._____ zerrüttet gewesen sei. Die diversen 

Bundesgerichtsentscheide, auf welche der Kläger verweise, seien für die 

Lebensprägung im konkreten Fall nicht einschlägig (act. 473 Rz. 29-42). 

- 39 - 

2.2.3. Die Vorinstanz hat die Grundsätze, nach denen über nachehelichen 

Unterhalt zu entscheiden ist, korrekt und ausführlich wiedergegeben (act. 460 S. 

86 f. E. 3.3 ff.). Sie kam zum Schluss, dass die Ehe der Parteien lebensprägend 

sei. Dabei berücksichtigte sie, dass die Parteien seit Dezember 2007 zusammen 

gelebt hatten, bevor sie am tt. März 2009 heirateten. Der Kläger sei offiziell am 

1. Juni 2012 ausgezogen. Aufgrund der Dauer der Ehe von drei Jahren könne die 

Ehe als Kurzehe bezeichnet werden. Allerdings hätten die Parteien im Hinblick 

auf das künftige Zusammenleben noch vor der Eheschliessung ein Eigenheim 

erworben. Hinzu komme, dass C._____ zweieinhalb Jahre nach der 

Eheschliessung geboren sei. Den vom Kläger eingereichten Unterlagen sei zu 

entnehmen, dass eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit im ursprünglichen 

Umfang seitens der Beklagten nach der Geburt nicht geplant gewesen sei. Der 

von ihm vorgebrachten Tatsache, dass eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit 

durch die Beklagte in reduziertem Umfang vorgesehen gewesen sei, sei bei der 

Beurteilung ihrer Eigenversorgungskapazität durch Anrechnung eines 

hypothetischen Einkommens Rechnung zu tragen. Weiter berücksichtigte die 

Vorinstanz, dass der Umsatz der von der Beklagten geführten PR-Agentur 

H._____ AG ab dem Jahre 2009 grossmehrheitlich und im Jahre 2012 fast 

ausschliesslich durch Mandate der G1._____-Gruppe erwirtschaftet worden sei. 

Am 22. Dezember 2012 seien alle G1._____-Mandate per Ende 2012 gekündigt 

worden. Dadurch sei die Agentur der Beklagten von einem Tag auf den anderen 

ohne Kunden dagestanden und die berufliche Situation der Beklagten habe sich 

grundlegend verändert. Sie hätte die Agentur quasi neu aufbauen müssen zu 

einem Zeitpunkt, als sie alleinerziehende Mutter einer gut einjährigen Tochter 

gewesen sei. Damit sei für die Beklagte in finanzieller Hinsicht nicht nur die 

Geburt der gemeinsamen Tochter, sondern auch der Wegfall der G1._____-

Aufträge für ihre PR-Agentur einschneidend gewesen (act. 460 S. 87 f.). 

2.2.4. Mit der vorstehend wiedergegebenen Argumentation schildert der Kläger 

erneut seinen Standpunkt, wobei er nur vereinzelt auf die Erwägungen der Vor-

instanz eingeht. Nachfolgend ist auf seine Vorbringen nur soweit einzugehen, als 

er sich mit den Überlegungen der Vorinstanz – wie dies im Berufungsverfahren 

erforderlich ist – auseinandersetzt.  

- 40 - 

2.2.5. Für oder gegen die Annahme der Lebensprägung spielen nach der 

bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung verschiedene Vermutungen eine 

Rolle. Bei einer Ehe von weniger als fünf Jahren wird vermutet, dass keine 

Lebensprägung vorliegt, wenn aus ihr keine gemeinsamen Kinder 

hervorgegangen sind (BGE 135 III 59 E 4.1, 141 III 465 E. 3.1, BGer, 

5A_907/2018 vom 3. November 2020 E. 3.4.1). Die Vorinstanz bezeichnete die 

Ehe der Parteien als Kurzehe (act. 460 S. 87), was die Parteien im 

Berufungsverfahren nicht beanstanden. Der Kläger bringt erneut vor, die Ehe sei 

schon vor der Geburt von C._____ unheilbar zerrüttet gewesen und er habe der 

Beklagten bereits im November 2010 eröffnet, dass er die andauernden ehelichen 

Streitigkeiten nicht mehr aushalte und daher ausziehen werde (act. 458 S. 21 f.). 

Diese Darstellung wird von der Beklagten bestritten, weshalb es am Kläger 

gewesen wäre, einen Nachweis dafür zu liefern. Der Kläger bringt im 

Berufungsverfahren nicht vor, die Vorinstanz habe den von ihm für seine 

Behauptungen erbrachten Beweis nicht berücksichtigt. Damit erübrigen sich 

Weiterungen hierzu. Ohnehin kommt den Behauptungen des Klägers keine 

massgebende Bedeutung zu, zumal die Dauer der Ehe nicht allein 

ausschlaggebend ist, weil aus ihr ein gemeinsames Kind hervorgegangen ist. 

Damit ist auch die Tatsache, dass der Kläger am tt.mm.2011 und damit noch vor 

der Geburt von C._____ den gemeinsamen Haushalt ein erstes Mal verlassen 

hatte (act. 7/14), für die Frage der Lebensprägung nicht wesentlich.  

2.2.6. Ein voreheliches Konkubinat darf in qualifizierten Ausnahmefällen bis zu  

einem gewissen Grad als lebensprägendes Element berücksichtigt werden 

(BGE 135 III 59 E. 4.4). Dies ist der Fall, wenn schon vor der Ehe ein berechtigtes 

und schutzwürdiges Vertrauen in die Ehe bestand, indem ein Ehepartner auf  

einen eigenen Erwerb verzichtete oder seine Erwerbstätigkeit aufgab (BGE 135 III 

59 E. 4.4; BGer, 5A_778/2018 vom 23. August 2019 E. 4). Der Kläger 

beanstandet, dass die Vorinstanz den Erwerb des Eigenheims durch die Parteien 

vor der Heirat als vertrauensbildendes Kriterium wertete (act. 458 S. 23). 

Tatsächlich ist dem Kläger darin zuzustimmen, dass der Erwerb des Eigenheims 

nach den Kriterien der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der vorliegenden 

Konstellation kein berechtigtes Vertrauen in die Ehe und deren Fortbestand 

- 41 - 

begründete. Die Beklagte war bei Aufnahme des Zusammenlebens im Dezember 

2007 39 Jahre alt. Sie war unbestrittenermassen bis zur Heirat und darüber 

hinaus bis zur Geburt von C._____ im Jahr 2011 eine erfolgreiche Geschäftsfrau 

und Leiterin einer PR-Agentur. Das Konkubinat änderte weder an ihrer 

Erwerbstätigkeit noch an ihrem Arbeitspensum etwas, weshalb sich aus dem 

Konkubinat nichts im Hinblick auf die Lebensprägung der Ehe ableiten lässt. 

2.2.7. Nach der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird eine Ehe, 

aus der gemeinsame Kinder hervorgegangen sind, in der Regel unabhängig von 

der Ehedauer zur lebensprägenden. Das Bundesgericht hat im bereits zitierten 

Entscheid (BGer, 5A_907/2018 vom 3. November 2020) darauf hingewiesen, 

dass die Unterteilung in lebensprägende und nicht lebensprägende Ehen nicht die 

Funktion eines "Kippschalters" haben dürfe, sondern die Frage der 

Lebensprägung im Einzelfall kritisch zu prüfen sei. Die Sichtweise, dass sich der 

gebührende Unterhalt am ehelichen Status ausrichten soll, sei jedenfalls nur dort 

gerechtfertigt, wo der eine Ehegatte aufgrund eines gemeinsamen Lebensplanes 

sein Erwerbsleben und damit seine ökonomische Selbständigkeit zugunsten der 

Besorgung des Haushaltes und der Erziehung der Kinder aufgegeben habe und 

es ihm zufolge dieser gemeinsamen Entscheidung nach langjähriger Ehe nicht 

mehr möglich sei, an seiner früheren beruflichen Stellung anknüpfen oder einer 

anderen Erwerbstätigkeit nachzugehen, welche ähnlichen ökonomischen Erfolg 

verspreche. Inwiefern die Vermutung, bei einer mindestens zehnjährigen Ehe  

oder gemeinsamen während der Ehe geborenen Kindern liege eine 

Lebensprägung vor, noch zeitgemäss sei, musste das Bundesgericht im 

konkreten Fall jedoch nicht entscheiden (BGer, 5A_907/2018 vom 3. November 

2020 E. 3.4.2 f.). Bereits in früheren Entscheiden hatte das oberste Gericht in 

besonderen Konstellationen aus der Tatsache des gemeinsamen Kindes keine 

Lebensprägung abgeleitet (BGer, 5A_167/2007 vom 1. Oktober 2007 E. 4; 

5A_177/2010 vom 8. Juni 2010 E. 6.5.3). Die Frage der Lebensprägung ist im 

konkreten Fall demnach auf der Basis der bisherigen Kriterien vor dem 

Hintergrund der neusten Rechtsprechung des Bundesgerichts zu würdigen. 

- 42 - 

2.2.8.  Der Kläger bringt im Berufungsverfahren vor, der Eheabschluss und die 

Geburt C._____s hätten am vorehelichen Lebensplan der Beklagten, eine aktive, 

das Berufsleben mit dem Familienleben kombinierende Frau zu sein, nichts 

verändert (act. 458 S. 20 ff.). Mit diesem Vorbringen geht der Kläger jedoch nicht 

auf die Erwägung der Vorinstanz ein, wonach eine Wiederaufnahme der 

Erwerbstätigkeit durch die Beklagte im ursprünglichen Pensum nicht geplant 

gewesen sei. Auch aus dem Urteil der Kammer vom 9. April 2020, in dem davon 

ausgegangen wurde, die Beklagte sei nach der Geburt C._____s weiterhin 

erwerbstätig gewesen, kann der Kläger nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die 

Kammer stellte im besagten Entscheid gerade nicht fest, was für ein 

Arbeitspensum die Beklagte nach der Geburt von C._____ ausübte. Der Kläger 

macht im Berufungsverfahren geltend, er habe vor Vorinstanz diverse 

Beweisofferten für seine Behauptung offeriert, es sei der gemeinsame Plan der 

Parteien gewesen, dass die Beklagte nach einem kurzen Mutterschaftsurlaub 

wieder gleich intensiv hätte berufstätig sein sollen wie vor der Geburt (act. 458 

S. 21). Dabei verweist er auf die von ihm eingereichte E-Mail der Beklagten an 

I._____ mit Kopie an ihn vom 2. September 2011, worin die Beklagte erklärte, sie 

arbeite zur Zeit noch 100 % und werde nach der Geburt "reduzieren anfangs und 

dann wieder arbeiten, flexibel – so wie es passt und stimmt" (act. 7/19). Die 

weitere Beweisofferte betrifft die Antwortmail des Klägers darauf, in der er 

festhielt: "B._____ arbeitet jetzt etwa 180 %. Wenn sie später auf 50 % reduziert. 

Sind das immer noch fast 100 %. Oder rechne ich etwa nicht so ganz richtig?" 

(act. 7/20). Die dritte Beweisofferte betrifft Unterlagen im Zusammenhang mit 

Verwaltungsratssitzungen der G._____ SA im Zeitraum zwischen dem 25. März 

2011 und dem 22. Juni 2012, aus denen hervorgeht, dass die Beklagte an den 

etwa monatlich standfindenden Sitzungen regelmässig teilnahm (act. 75/32a). Der 

Kläger vermag mit diesen Beweismitteln nicht nachzuweisen, dass die Beklagte 

nach der Geburt wieder im gleichen Rahmen arbeitete wie vorher. Damit ist die 

Feststellung der Vorinstanz, eine Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit durch die 

Beklagte im ursprünglichen Pensum sei nicht geplant gewesen, nicht zu 

beanstanden. Allerdings lässt sich daraus noch kein schützenswertes Vertrauen 

der Beklagten auf den Fortbestand der Ehe ableiten, zumal nicht feststeht, wie 

- 43 - 

hoch das Arbeitspensum der Beklagten tatsächlich war. Die Beklagte bringt 

hinsichtlich ihrer Erwerbstätigkeit nach der Geburt C._____s vor, der Kläger habe 

in der persönlichen Befragung vor Vorinstanz bestätigt, es sei für ihn 

selbstverständlich gewesen, dass vor allem sie sich nach der Geburt um die 

Tochter kümmern würde. Man habe über das Ausmass einer Berufstätigkeit nicht 

gesprochen (act. 473 Rz. 39, Prot. Vi S. 241). Aus diesen Aussagen des Klägers 

kann nicht geschlossen werden, dass sich die Parteien ausdrücklich oder 

stillschweigend auf ein gewisses Arbeitspensum der Beklagten geeinigt hätten. 

Vielmehr scheint das genaue Arbeitspensum der Beklagten zwischen den 

Parteien kein Thema gewesen zu sein. Die Beklagte macht in diesem 

Zusammenhang geltend, der Kläger habe eine Fremdbetreuung C._____s und 

damit eine Erwerbstätigkeit ihrerseits kategorisch abgelehnt. Andererseits lässt 

sie aber ausführen, manchmal Hilfe bei der Betreuung des Kleinkindes gehabt zu 

haben, was "für eine erwerbstätigte Mutter in solch ausgezeichneten finanziellen 

Verhältnissen nichts Aussergewöhnliches" sei (act. 473 Rz. 41). Mit diesen 

widersprüchlichen Ausführungen gesteht die Beklagte zumindest ein, weiterhin 

erwerbstätig gewesen zu sein. Ausserdem muss eine Fremdbetreuung nicht 

zwingend in einer Krippe stattfinden. Wenn sich der Kläger gegen eine Krippen- 

oder Hortbetreuung von C._____ aussprach, lässt sich daraus nicht ableiten, dass 

er mit dem Beizug von Hilfspersonen für die Kinderbetreuung nicht einverstanden 

war (act. 458 S. 20 f.; Prot. Vi S. 241). Das Gegenteil kann die Beklagte nicht 

nachweisen. Insbesondere lässt sich entgegen der Darstellung der Beklagten 

nicht feststellen, dass die Parteien für die Zeit nach der Geburt eine klassische 

Rollenverteilung planten und lebten und die Beklagte ihre Erwerbstätigkeit 

vollumfänglich aufgab (act. 473 Rz. 43 f.). Vielmehr ist davon auszugehen, dass 

die Beklagte auch nach der Geburt von C._____ mit einem ungeklärten Pensum 

als Leiterin ihrer PR-Agentur und in den Unternehmungen des Klägers arbeitete. 

Angesichts des Alters der Beklagten im Zeitpunkt der Geburt, ihrer bis dahin 

erfolgreichen Berufskarriere und der unklaren Reduktion ihres Arbeitspensums 

nach der Geburt ist die Geburt der gemeinsamen Tochter nicht als allein 

ausschlaggebendes Kriterium für die Lebensprägung der Ehe zu sehen.  

- 44 - 

2.2.9. Die Parteien sind sich einig, dass sich die von der Beklagten geführte PR-

Agentur H._____ AG nach der Heirat im Jahr 2009 mehr und mehr in eine 

Abhängigkeit der vom Kläger beherrschten G1._____-Gruppe begab und im 

Zeitpunkt der Trennung der Parteien im Jahr 2012 zu 95 % auf die Mandate der 

G1._____-Gruppe ausgerichtet war (act. 458 S. 24, act. 473 Rz. 34). Obwohl die 

Beklagte auch während der Ehe und nach der Geburt von C._____ weiterhin eine 

beruflich erfolgreiche Geschäftsfrau war, begründete die enge Zusammenarbeit 

der Parteien und die dadurch begründete Abhängigkeit der von ihr geführten PR-

Agentur einen objektiv berechtigten Schutz in den Fortbestand der Ehe. Die vom 

Kläger angegebene Begründung, er habe sich zur Kündigung aller PR-Mandate 

gezwungen gesehen, weil er in der durch die ehelichen Streitigkeiten vergifteten 

Atmosphäre nicht mehr eng mit der Beklagten habe zusammenarbeiten können 

(act. 458 S. 24), ist durchaus nachvollziehbar. Dieser Umstand wie auch die 

Rechtmässigkeit der Kündigungen ändern indessen nichts an den enormen, 

geradezu existentiellen Auswirkungen derselben auf die berufliche Situation der 

Beklagten. Beide Parteien mussten sich bewusst sein, dass eine plötzliche 

Aufhebung der Zusammenarbeit einschneidende Konsequenzen für die 

beruflichen Perspektiven der Beklagten haben würde. Vor diesem Hintergrund 

genoss die enge berufliche Zusammenarbeit der Ehegatten und die 

wirtschaftliche Abhängigkeit der von der Beklagten geführten PR-Agentur von den 

Unternehmungen des Klägers einen erhöhten Vertrauensschutz. Der Kläger 

bringt in diesem Zusammenhang vor, die Beklagte hätte seit Ende November 

2010 damit rechnen müssen, dass die Ehe und die Zusammenarbeit nicht 

nachhaltig sein würden. Sie hätte deshalb rechtzeitig betrieblich disponieren und 

für einen schrittweisen Abbau der einseitigen Mandatslastigkeit ihrer PR-Agentur 

sorgen müssen (act. 458 S. 25). Dass die Ehe bereits Ende November 2010 

gescheitert war, steht nicht fest. Allein der Auszug des Klägers aus dem 

gemeinsamen Haushalt am 14. Mai 2011 genügt als Beweis dafür nicht 

(act. 7/14). Darüber hinaus ist seine Schlussfolgerung verfehlt. Wenn er die Ehe 

und die berufliche Zusammenarbeit mit der Beklagten Ende November 2010 als 

gescheitert betrachtete, hätte es ihm oblegen, für einen schrittweisen, 

- 45 - 

verträglichen Abbau der Mandatslastigkeit zu sorgen. Die Verantwortung dafür auf 

die Beklagte zu schieben, mutet geradezu zynisch an. 

2.2.10. Tatsächlich veränderte sich die berufliche Situa