# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83ddcad4-d86a-5b31-aff5-505f58614d81
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.02.2012 D-4566/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4566-2010_2012-02-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4566/2010

U r t e i l   v om   2 3 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Christa Luterbacher,
Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Staatsangehörigkeit unbekannt, angeblich Somalia,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 21. Mai 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  –  angeblich  ein  somalischer  Staatsangehöriger 
aus Mogadischu – flog am 20. November 2008 eigenen Angaben zufolge 
via den Hauptflughafen Adan Adde in Mogadishu nach Djibouti und etwa 
vierzehn Tage später von dort nach Paris. Anschliessend gelangte er am 
7. Dezember 2008 in einem Personenwagen illegal in die Schweiz, wo er 
noch  am  selben  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
B._______  ein  Asylgesuch  stellte.  Nach  seinem  Transfer  ins 
Transitzentrum C._______ erhob das BFM dort am 5. Januar 2009 seine 
Personalien und befragte ihn zu seinem Reiseweg sowie – summarisch – 
zu seinen Ausreisegründen. Mit Zwischenverfügung vom 6. Januar 2009 
wies ihn das BFM für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ 
zu.  Am  6. Februar  2009  befragte  ihn  das  Bundesamt  einlässlich  zu 
seinen Asylgründen.

Im  Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  sei 
Angehöriger des Clans der E._______, des Subclans der F._______ und 
des  Subsubclans  der  G._______  und  habe  bis  zu  seiner  Ausreise  im 
Quartier H._______, Subquartier  I._______ der Stadt Mogadishu gelebt. 
Im Jahre 2006 sei sein Vater, welcher im eigenen Haus einen J._______ 
betreibe,  zweimal  von  Kriminellen  überfallen,  beraubt  und  verprügelt 
worden.  Da  die  Nachbarsfamilie  seine  Familie  wegen  dieser  Überfälle 
ausgelacht  habe,  sei  es  zu  einem Streit  zwischen  den  beiden  Familien 
gekommen, der in eine Schlägerei ausgeartet sei, bei der er einen Sohn 
der  anderen  Familie  –  K._______  –  mit  einem  Stein  am  Auge  verletzt 
habe,  während  er  selber  von  jenem  mit  einem  Stein  am  Kopf  verletzt 
worden sei. Der Nachbarssohn habe als Folge der Verletzung sein Auge 
verloren. Er selber habe sich in Spitalpflege begeben müssen. Nach der 
Entlassung aus dem Spital sei er nicht mehr in die Schule zurückgekehrt 
und  habe  stattdessen  seinem  Vater  im  J._______  geholfen,  da  er  sich 
nicht mehr  ausser Haus  getraut  habe.  Schliesslich  habe  er  Somalia  im 
November 2008 aus Angst vor Racheakten der Nachbarsfamilie und auf 
Anraten seines Vaters verlassen. Wie er zwischenzeitlich in der Schweiz 
von  seinem Vater  erfahren  habe,  sei  sein  Bruder  L._______  im  Januar 
2009 von besagtem K._______ erschossen worden.

B. 
Mit Verfügung vom 21. Mai 2010 – eröffnet am 25. Mai 2010 – stellte das 
BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht, 

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und  lehnte sein Asylgesuch ab. Das BFM  führte zur Begründung seiner 
Verfügung im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, 
aus Mogadishu  zu  stammen  und  sein  ganzes  Leben  dort  verbracht  zu 
haben. Er sei  jedoch nicht  in der Lage gewesen, substantiierte Angaben 
über  seinen  angeblichen  Herkunftsort  zu  machen.  So  habe  er  bei  der 
Befragung  zur  Person  nicht  einmal  die Namen  der  Subquartiere  seines 
angeblichen  Wohnquartiers  H._______  in  Mogadishu  anzugeben 
vermocht. Auch seien  ihm der Name der Küste von Mogadishu und des 
Spitals im Quartier Medina in Mogadishu nicht bekannt gewesen. Zudem 
habe er über den Wechselkurs der somalischen Währung nicht Bescheid 
gewusst. So habe er den Wert der somalischen Schillinge  in USD nicht 
angeben können. Überdies habe er über keine Kenntnisse bezüglich der 
somalischen Clanstruktur verfügt. So habe er weder die Subclans seines 
(angeblichen)  Clans  E._______  noch  den  Namen  des  Führers  seines 
Clans nennen können. Auch habe er nicht gewusst, in welchen Regionen 
von  Somalia  sein  Clan  beheimatet  sei.  Zudem  sei  ihm  bei  der 
einlässlichen  Anhörung  zu  seinen  Asylgründen  nicht  bekannt  gewesen, 
welcher  Clan  vor  seiner  Ausreise  die  grösste  Macht  in  Mogadishu 
ausgeübt  habe.  Über  ein  solch  grundlegendes  Wissen  hätte  der 
Beschwerdeführer jedoch verfügen müssen, wenn er effektiv lange Jahre 
in einer somalischen Familie  in Mogadishu gelebt hätte, zumal er sechs 
Jahre  lang  die  Schule  besucht  und  anschliessend  seinem  Vater  beim 
Verkauf  von Zigaretten  in  dessen  J._______  geholfen  haben wolle. Die 
wenig  substantiierten  Angaben  über  Mogadishu  und  die  Clanstrukturen 
führten  deshalb  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  aus 
Mogadishu  stamme  und  seine  wahre  Herkunft  verschleiere.  Angesichts 
der unglaubhaften Angaben zu seiner Herkunft könne auch die von  ihm 
geltend gemachte Auseinandersetzung mit der Nachbarsfamilie von 2006 
und  die  aus  diesem  Grund  erwähnte  Tötung  seines  Bruders  nicht 
geglaubt  werden.  Die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  seien 
abgesehen hiervon auch zufolge widersprüchlicher beziehungsweise der 
Logik  des  Handelns  zuwiderlaufenden  Vorbringen  als  unglaubhaft 
einzustufen.  Im Weiteren  erachtete  das  BFM  den Wegweisungsvollzug 
des  Beschwerdeführers  auch  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich. 
Diesbezüglich  hielt  die  Vorinstanz  fest,  die  Herkunft  und  Identität  des 
Beschwerdeführers stünden nicht  fest, da es diesem nicht gelungen sei, 
seine Herkunft aus Mogadishu glaubhaft zu machen, und er auch keine 
Ausweispapiere  eingereicht  habe,  die  seine  geltend  gemachte  Identität 
und Herkunft belegen könnten. Es sei dem BFM deshalb nicht möglich, 
sich  in  voller  Kenntnis  der  tatsächlichen  persönlichen  Situation  des 
Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des  Vollzugs  der Wegweisung  zu 

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äussern.  Zwar  seien  die  Wegweisungshindernisse  grundsätzlich  von 
Amtes  wegen  zu  prüfen.  Die  Untersuchungspflicht  finde  jedoch  ihre 
Grenzen   an  der  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  des 
Beschwerdeführers.  Es  sei  indessen  nach  ständiger  Rechtsprechung 
nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden,  bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  des 
Beschwerdeführers  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu 
forschen,  falls  dieser  seiner  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  im 
Rahmen  der  Sachverhaltsermittlung  nicht  nachkomme  und  die 
Asylbehörden  zu  täuschen  versuche.  Der  Beschwerdeführer  könne 
ebenso  aus Nordsomalia,  wohin  eine Rückkehr  zumutbar  sei,  oder  aus 
einem anderen Land stammen.

C. 
Mit Eingabe vom 24. Juni 2010 erhob der Beschwerdeführer gegen den 
Entscheid  des  BFM  vom  21. Mai  2010  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben. Es sei festzustellen, 
dass  er  die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle,  und  es  sei  ihm  Asyl  zu 
gewähren.  Eventualiter  sei  er  wegen  Unzulässigkeit  beziehungsweise 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  aufzunehmen. 
Subeventualiter  sei  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  der 
Beschwerdeführer,  es  sei  ihm  die  unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. 
Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten.  In  diesem  Zusammenhang 
offerierte  er  die  Nachreichung  einer  entsprechenden 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung,  falls  das  Gericht  eine  solche 
verlange.

Zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer 
Kopien  mehrerer  Fotos,  welche  ihn  teilweise  in  Gesellschaft  eines 
Kollegen  im  J._______  seines  Vaters  in  Mogadishu  zeigten,  sowie 
Kopien  einer  Geburtsurkunde  vom  14. Mai  2008  und  eines  Schreibens 
der somalischen Vertretung in Genf vom 31. Mai 2010 ein, worin bestätigt 
werde,  dass  er  in  Mogadishu  geboren  worden  beziehungsweise 
Staatsangehöriger von Somalia sei.

Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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D. 
Am  29. Juni  2010  bestätigte  der  zuständige  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts den Eingang der Beschwerde.

E. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  8. Juli  2010  stellte  das 
Bundesverwaltungsgericht  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den 
Ausgang  seines  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  verwies  das 
Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  und  forderte  den 
Beschwerdeführer  auf,  bis  zum  18. Juli  2010  eine  Fürsorgebestätigung 
einzureichen,  ansonsten  sich  das  Gericht  die  nachträgliche  Erhebung 
eines  Kostenvorschuss  vorbehalte.  Gleichzeitig  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zur  Einreichung  einer 
Vernehmlassung bis zum 23. Juli 2010 ein.

F. 
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  16. Juli  2010  fest,  die 
Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder 
Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigten 
könnten, hielt vollumfänglich an den Erwägungen seiner Verfügung vom 
21. Mai  2010  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. 
Ergänzend fügte das BFM an, der Beschwerdeführer habe zum Nachweis 
seiner  Identität  und  Herkunft  drei  Dokumente  eingereicht,  so  unter 
anderem eine Bestätigung der somalischen Vertretung in Genf sowie eine 
Geburtsurkunde.  Diesbezüglich  erstaune,  dass  der  Beschwerdeführer 
diese Unterlagen nicht bereits bei der Befragung zur Person am 5. Januar 
2009 zu den Akten gereicht habe, zumal zwei der Dokumente bereits im 
Mai  2008  ausgestellt  worden  seien.  Zudem  habe  er  bei  den  am 
6. Februar 2009 gestellten Fragen zur Person geltend gemacht, er sei in 
Somalia  nicht  im  Besitz  einer  Geburtsurkunde  gewesen.  Bei  den 
eingereichten Dokumenten handle es sich überdies  lediglich um Kopien, 
auf denen entsprechende Eintragungen vorgenommen worden seien. Der 
Beweiswert  von  solchen  Identitätspapieren  sei  gemäss  den 
Erkenntnissen  des  BFM  als  gering  einzustufen,  da  solche  Unterlagen 
bekanntermassen auf illegalem Wege sehr leicht käuflich seien.

G. 
Mit Begleitschreiben vom 16. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer eine 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  des  Sozialamts  des  Kantons 
D._______ vom 12. Juli 2010 ein.

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H. 
H.a  Am  20.  Juli  2010  stellte  das  Bundesverwaltungsgericht  dem 
Beschwerdeführer  die  Vernehmlassung  des  BFM  zur  Einreichung  einer 
Replik zu.
H.b Mit Begleitschreiben vom 21. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer 
die Originale seiner am 17. Mai 2008 beglaubigten Geburtsurkunde vom 
14. Mai 2008 beziehungsweise eines von den Ältesten seines Clans und 
Familienangehörigen unterzeichneten Schreibens vom 22. Februar 2009 
ein,  worin  bestätigt  wird,  dass  L._______  am  17. Januar  2009  in 
Mogadishu erschossen worden sei.

H.c Mit Eingabe vom 3. August 2010 machte der Beschwerdeführer von 
seinem Replikrecht Gebrauch. Dabei reichte er 16 ihm von seiner Familie 
als E­Mail­Anhang zugesandte und von  ihm ausgedruckte Fotos zu den 
Akten,  worin  sein  Vater  unter  anderem  vor  der Moschee M._______  in 
Mogadishu und in seinem hauseigenen J._______ abgebildet sei.

I. 
Mit  zwei  identisch  gehaltenen  Eingaben  vom  8. Juli  2011  und  vom 
10. Januar  2012  (Poststempel)  ersuchte  der  Beschwerdeführer  das 
Gericht  um  Ausfällung  eines  baldigen  Entscheids,  da  ihm  die 
Ungewissheit über sein weiteres Schicksal psychische Probleme bereite 
und  der  Umstand,  keine  Arbeit  zu  haben,  die  ganze  Problematik  noch 
zusätzlich verstärke.

J. 
Mit Schreiben vom 20. Januar 2012 teilte das Bundesverwaltungsgericht 
dem  Beschwerdeführer  mit,  dass  es  sein  Beschwerdeverfahren  als 
prioritär  erachte  und  seinen  Fall  möglichst  rasch  einer  Entscheidung 
zuzuführen  beabsichtige.  Nichtsdestotrotz  werde  darauf  hingewiesen, 
dass  bezüglich  des  genaueren  Zeitpunkts  der  Entscheidfindung  keine 
verbindlichen Angaben gemacht werden könnten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 

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Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem Gebiet  des Asyls  endgültig,  ausser  – was  in  casu 
nicht  zutrifft  –  bei  Vorliegen  eines Auslieferungsersuchens  des Staates, 
vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das Asylgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf 
die sowohl frist­ als auch formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 
einzutreten  (Art. 105  und  Art.  108  Abs.  1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie 
Art. 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (vgl. Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen 
damit,  er  habe  im  Zuge  einer  Schlägerei  mit  Angehörigen  einer 
Nachbarsfamilie  einen  jungen  Mann,  der  ihn  selbst  mit  einem  Messer 
beziehungsweise  einem  Stein  am  Kopf  verletzt  habe,  gleichfalls  mit 
einem Stein am Auge verletzt, worauf  letzterer das Auge verloren habe. 
Aus  Angst  vor  einer  Rache  seitens  der  verfeindeten  Familie  habe  er 
schliesslich im November 2008 seine Heimat verlassen.

4.2. Das Bundesverwaltungsgericht stimmt der Vorinstanz insofern zu, als 
es  eher  seltsam  anmutet,  dass  der  Beschwerdeführer  sein  Heimatland 
erst  im  November  2008  verlassen  hat,  nachdem  sein  Vater  bereits  im 
Jahre  2006  vernommen  haben  will,  dass  die  Nachbarsfamilie  einen 
Mordplan gegen  ihn  –  den Beschwerdeführer  –  geschmiedet  habe  (vgl. 
act.  A10  S.  6  F50  bis  F58).  Die  Frage  der  Glaubhaftigkeit  der 
entsprechenden Vorbringen  braucht  jedoch  in  casu  nicht  abschliessend 
beurteilt  zu  werden,  handelt  es  sich  hierbei  doch  um  eine  reine 
Privatstreitigkeit  unter  zwei  Familien,  die  nicht  aus  einem  der  in  Art.  3 
Abs.  1  AsylG  abschliessend  aufgezählten  Gründe  (Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe, 
politische  Anschauung)  erfolgt  ist.  Es  fehlt  somit  an  einem 
Verfolgungsmotiv  (vgl.  hierzu  beispielsweise  WALTER  KÄLIN,  Grundriss 
des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt  a. M.  1990,  S. 86  ff.;  ALBERTO 
ACHERMANN/CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch  des Asylrechts,  2. Aufl., 
Bern/Stuttgart  1991,  S. 95  ff.;  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
UEBERSAX/RUDIN/HUGI/YAR/GEISER [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 
2009,  Rz.   11.10  –  11.12),  dessen  Vorliegen  aber  für  die  Zuerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl unabdingbar  ist 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr.  2  E.  3a  S.  17).  Aus  diesem 
Grunde kann vorliegend auch darauf  verzichtet werden, hinsichtlich des 
Asylpunktes  auf  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  im  Einzelnen 
einzugehen, beschränken sich diese doch darauf, die von der Vorinstanz 
wider  die  Glaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers 
angeführten  Argumente  auflösen  beziehungsweise  dessen 

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diesbezügliche  Ausführungen  in  einem  plausiblen  Lichte  erscheinen 
lassen zu wollen.

4.3.  Somit  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht 
gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Verfolgungsgefahr 
nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Es  erübrigt  sich 
daher, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde einzugehen, da sie am 
Ergebnis  nichts  ändern  können.  Das  Bundesamt  hat  das  Asylgesuch 
daher im Ergebnis zu Recht abgelehnt.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1  AsylG;  vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733 mit  weiteren  Hinweisen, 
EMARK 2001 Nr. 21).

6. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
W. STÖCKLI, Asyl, a.a.O. Rz. 11.148).

6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs.  3  AuG).  Der  Vollzug  kann  für  Ausländerinnen  oder  Ausländer 
unzumutbar  sein,  wenn  sie  in  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 

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allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat konkret gefährdet sind  (Art. 83 Abs. 4 AuG). Der Vollzug 
ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den 
Heimat­  oder  in  den  Herkunftsstaat  noch  in  einen  Drittstaat  ausreisen 
oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.2.  Der  Beschwerdeführer  vertritt  den  Standpunkt,  er  sei  somalischer 
Staatsangehöriger und  in Mogadishu geboren, wo er auch bis zu seiner 
Ausreise  im  November  2008  gelebt  habe  (vgl.  act.  A1  S.  1  und 
Beschwerde S. 4 ff.).

6.2.1. Wie das BFM in seiner Verfügung indessen zu Recht erwogen hat, 
sind die Angaben des Beschwerdeführers in Bezug auf seine angebliche 
Heimatstadt  Mogadishu  und  bezüglich  der  somalischen  Clanstruktur 
derart dürftig, dass im Ergebnis sowohl seine Herkunft aus Mogadishu als 
auch  seine  somalische  Staatsangehörigkeit  als  fraglich  erscheinen.  Um 
diesbezügliche  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  vollumfänglich  auf 
die diesbezüglichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (siehe 
auch Sachverhalt Bst. B) verwiesen werden. Der vom Beschwerdeführer 
auf  Rekursebene  vorgetragene  Einwand,  er  könne  sich  letztlich  auch 
nicht erklären, weshalb er diese Fragen bei seiner Befragung zur Person 
nicht beantwortet habe – er  schreibe sein diesbezügliches Unvermögen 
indessen  letztlich  seiner  damaligen  Nervosität  und  der  allgemeinen 
Angst, etwas zu verwechseln und möglicherweise eine falsche Antwort zu 
geben,  zu  (vgl.  Beschwerde  S.  4)  –  vermag  das 
Bundesverwaltungsgericht  jedenfalls  in  keiner  Weise  zu  überzeugen. 
Ebenso wenig plausibel mutet die Argumentation des Beschwerdeführers 
an,  er  persönlich  sei  vor  seiner  Anhörung  durch  die  Schweizer 
Asylbehörden  überzeugt  gewesen,  seine  Heimatstadt  zu  kennen  und 
darüber die nötigen Angaben machen zu können, weshalb er  sich nicht 
auf die Fragen "vorbereitet" hätte; Letzteres hätte er lediglich dann getan, 
wenn  er  tatsächlich  nicht  aus  Mogadishu  gestammt  hätte  (vgl. 
Beschwerde  S.  4/5).  Im  Ergebnis  lässt  nämlich  der  Umstand,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  Bezug  sowohl  auf  Mogadishu  als  auch  auf  die 
Clanstrukturen  in  Somalia  auffällig  wenig  Bescheid  wusste,  nur  die 
Schlussfolgerung  zu,  dass  er,  falls  er  überhaupt  jemals  in  Mogadishu 
gelebt  hat,  dort  zumindest  seit  langem  keinen  Wohnsitz  mehr  hatte 
und/oder möglicherweise aus einem Drittland stammt.

6.2.2.  Hinzu  kommt,  dass  der  Beschwerdeführer  bis  heute  keine 
Dokumente  eingereicht  hat,  die  geeignet  sind,  seine  Identität 

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nachzuweisen. Im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens verneinte er 
zunächst  –  von  der  Existenz  eines  verknitterten  Schülerausweises 
abgesehen  –  jemals  im  Besitz  persönlicher  Papiere  wie  eines 
Reisepasses,  einer  Identitätskarte  oder  einer  Geburtsurkunde  gewesen 
zu sein (vgl. act. A1 S. 3 f. Ziff. 13.1 und 13.2 und act. A10 S. 3 F4 ff.). 
Stattdessen behauptete er, mit  einem gefälschten djiboutischen Pass  in 
die Schweiz gelangt zu sein (vgl. act. A1 S. 4 Ziff. 13.1 und act. A10 S. 3 
F5 f.). Auf Beschwerdeebene reichte er dann zwar das Original eines am 
14. Mai  2008  von  der  Lokalregierung  in  Mogadishu  ausgestellten 
persönlichen  Geburtsregisterauszuges  und  die  Kopie  einer  am  31.  Mai 
2010  von  der  somalischen  Vertretung  in  Genf  verfassten  Bestätigung, 
wonach  er  in  Mogadishu  geboren  und  ein  "Somali"  sei,  ein.  Aus  dem 
Geburtsregisterauszug  vom  14. Mai  2008  geht  indessen  schon  a  priori 
nicht  hervor,  gestützt  auf  welches  Register  oder  welcher  anderweitigen 
Quellen  er  erstellt  worden  ist,  so  dass  bereits  aus  diesem  Grunde  an 
dessen  Authentizität  zu  zweifeln  ist.  Nur  der  Vollständigkeit  halber  ist 
deshalb  anzufügen,  dass  ein  Geburtsregisterauszug  ohnehin  nicht  als 
Identitätsausweis  betrachtet  werden  kann,  weil  er  zum  Zwecke  der 
Bestätigung  der  Geburt  zu  einem  bestimmten  Zeitpunkt  an  einem 
bestimmten Ort, nicht aber der Nationalität ausgestellt wurde (vgl. BVGE 
2007/7 E. 6 S. 70). Die Bestätigung der somalischen Botschaft vom 31. 
Mai 2010, welche laut der Vernehmlassung des BFM lediglich eine Kopie 
darstellt, hält  im Ergebnis ebenfalls nur fest, dass der Beschwerdeführer 
am  1.  Oktober  1988  in  Mogadishu  geboren  ist.  Denn  die  englische 
Formulierung ("that Mr. A._______ […] is a Somali") lässt eher vermuten, 
dass  mit  dieser  Formulierung  dessen  ethnische  Zugehörigkeit  zu  den 
Somali  zum  Ausdruck  gebracht  werden  sollte.  Die  Volksgruppe  der 
Somali  lebt  aber  nebst  in  Somalia  auch  in  den  an  dieses  Land 
angrenzenden  Gebieten  der  Nachbarstaaten  Kenia,  Äthiopien  und 
Djibouti.  Die  Staatsangehörigkeit  des  Beschwerdeführers  ist  deshalb 
unbekannt. Zudem sind den Akten keine Hinweise dafür zu entnehmen, 
dass  die  Schriftenlosigkeit  des  Beschwerdeführers  auf  Gründe 
zurückzuführen  ist,  die  er  nicht  zu  vertreten  hätte.  Bei  dieser  Sachlage 
geht das Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss davon aus, es würden 
einer Wegweisung aus der Schweiz keine Vollzugshindernisse  im Sinne 
von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG entgegenstehen. 
Diese  Annahme  ist  deshalb  gerechtfertigt,  weil  die  bezüglich  solcher 
Hindernisse  grundsätzlich  bestehende  Untersuchungspflicht  der 
Asylbehörden  ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asyl suchenden 
Person findet (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substantiierungslast 
trägt  (Art.  7  AsylG).  Verunmöglicht  der  Asylsuchende  durch  die 

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Verheimlichung seiner Nationalität den Asylbehörden, sinnvoll zu prüfen, 
ob  ihm  im  tatsächlichen  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  Gefahr  drohe,  so 
kann  es  unter  diesen,  vom  Asylsuchenden  selber  herbeigeführten 
Umständen nach Treu und Glauben nicht Sache der Asylbehörden sein, 
nach  allfälligen  Wegweisungsvollzugshindernissen  in  hypothetischen 
Heimat­ oder Herkunftsländern zu forschen (vgl. WALTER KÄLIN, a.a.O., S. 
262  f.). Vielmehr hat  der Asylsuchende die Folgen  seiner mangelhaften 
Mitwirkung  zu  tragen,  indem  in  solchen  Fällen  ohne  Weiteres 
angenommen werden kann, seine Rückschiebung habe keine Verletzung 
von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101;  vgl.  EMARK 
2005  Nr.  1  E.  3.2.2  S.  5  f.)  oder  anderer  Bestimmungen  (insb.  Art.  25 
Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom 18. April  1999  [BV, SR 101], Art.  7  des  Internationalen Pakts  über 
bürgerliche  und politische Rechte  [UN­Pakt  II,  SR 0.103.2]  sowie Art.  3 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
[FoK, SR 0.105], welche in ihrer Tragweite aber ohnehin nicht über Art. 3 
EMRK hinausgehen [vgl. dazu BGE 124 I 235 f. E. 2a; EMARK 2004 Nr. 
7  E.  5c.dd  S.  49])  zur  Folge.  Desgleichen  ist  in  solchen  Fällen  davon 
auszugehen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  tatsächlichen 
Heimat­ oder Herkunftsstaat für den Beschwerdeführer nicht unzumutbar 
im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  ist,  weil  unter  diesen  Umständen 
praxisgemäss die Vermutung besteht, dass er dort nicht als Folge eines 
Krieges,  Bürgerkrieges  oder  allgemeiner  beziehungsweise  ihm  als 
Individuum  unmittelbar  drohender  Gewalt  konkret  gefährdet  wäre,  eine 
absolut  notwendige  medizinische  Versorgung  nicht  erhielte  oder  –  aus 
objektiver  Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse mit  grosser 
Wahrscheinlichkeit  unwiederbringlich  in  völlige  Armut  gestossen  würde, 
dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  seines 
Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 
wäre (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.).

6.2.3. Schliesslich  bleibt  gemäss Art.  83 Abs.  2 AuG  zu  prüfen,  ob  der 
Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimat­, 
Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  möglich  ist,  wobei  diese  Prüfung 
beschränkt ist. Nur wenn zur Zeit des Urteils klar erkennbar ist, dass der 
Vollzug aus technischen oder rechtlichen Gründen auf unabsehbare Zeit 
nicht möglich  ist,  stellt  das Bundesverwaltungsgericht  dies von sich aus 
fest  und  weist  die  Vorinstanz  an,  anstelle  des  Vollzugs  eine 

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Ersatzmassnahme  anzuordnen.  Dies  trifft  vorliegend  offensichtlich  nicht 
zu.

6.3. Der  verfügte Wegweisungsvollzug  steht  daher  in  Übereinstimmung 
mit  den  zu  beachtenden  Bestimmungen  und  ist  zu  bestätigen.  Die 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  sind 
somit nicht erfüllt (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Verfahrenskosten 
grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 
VwVG).  Da  sich  die  Beschwerde  vom  24. Juni  2010  indessen  als  nicht 
aussichtslos  erweist  und  nach  wie  vor  von  der  Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers  auszugehen  ist,  ist  das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
gutzuheissen und von der Erhebung von Verfahrenskosten abzusehen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 
Abs. 1 VwVG) wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Philipp Reimann

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