# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6449dec-9064-5005-a3b8-d855abf7d4c2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.12.2011 B-1353/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-1353-2010_2011-12-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

  

 
 Abteilung II 

B-1353/2010 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  D e z e m b e r  2 0 11  

Besetzung 

 
Richter Hans Urech (Vorsitz), 

Stephan Breitenmoser und Francesco Brentani; 

Gerichtsschreiber Urs Küpfer. 

 
 

 
 

Parteien 

 
X._______, 

vertreten durch Y._______, 

Beschwerdeführer, 

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,  

Vorinstanz, 

 

Schweizerischer Verband für visuelle Kommunikation,  

Erstinstanz. 

 

 

Gegenstand 

 
Berufsprüfung. 

 

 

B-1353/2010 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

X._______ (Beschwerdeführer) legte zwischen dem 1. und dem 3. Okto-

ber 2008 die Berufsprüfung "Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung 

2008" ab. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2008 gab ihm die Prüfungs-

kommission des Schweizerischen Verbandes für visuelle Kommunikation 

(Viscom, Erstinstanz) Folgendes bekannt: "Nach eingehender Überprü-

fung Ihrer Prüfungsantworten vom 1. - 3. Oktober 2008 in Bern, ist die 

Prüfungskommission einstimmig der Meinung, dass Sie im Vorfeld der 

Prüfung Einsicht in den Prüfungskatalog gehabt haben. Wir schliessen 

Sie deshalb gemäss unserem Reglement vom 23. Juni 1999, Artikel 12 a 

und Artikel 12 c aus und können Ihnen den eidgenössischen Fachaus-

weis als Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung nicht überreichen. 

[…] Eine Wiederholung der Prüfung ist in einigen Jahren möglich […]." 

B.  

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2010 Beschwerde 

beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT, Vorinstanz). 

Am 30. Januar 2009 reichte sein Rechtsvertreter nach Einsichtnahme in 

die Akten eine ergänzte Beschwerdeschrift beim BBT ein. Im Wesentli-

chen machte der Beschwerdeführer gegenüber dem BBT geltend, die 

Prüfungskommission habe seine Leistungen krass falsch beurteilt. Den 

Entscheid zu treffen, ihm den eidgenössischen Fachausweis als Betriebs-

fachmann Druckweiterverarbeitung wegen korrekter Prüfungsantworten 

nicht zu überreichen, mute ohne konkrete Beweise doch sehr haltlos und 

willkürlich an. Er beantragte, die Verfügung des Viscom vom 16. Oktober 

2008 sei aufzuheben und die Prüfung sei als bestanden zu erklären; die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, eine detaillierte schriftliche Be-

gründung des negativen Prüfungsentscheids auszuhändigen. 

C.  

Am 1. Februar 2010 wies das BBT die Beschwerde ab. Zur Begründung 

hielt es unter anderem fest, die Prüfungskommission gelange abschlies-

send, nach Nennung der Einzelheiten, zur Folgerung, die durch mehrere 

Experten unabhängig voneinander beobachteten Übereinstimmungen, 

die Häufung von mit der Musterlösung identischen Antworten in einem 

Masse, wie man es an einer Prüfung bis dahin noch nicht erlebt habe, 

lasse sich nur durch Kenntnis der Musterlösung erklären. Mit der Feststel-

lung einer Manipulation habe die Prüfungskommission an sich auch die 

Leistungen des Beschwerdeführers bewertet. Sie nehme den Standpunkt 

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Seite 3 

ein, das von ihm in den Lösungen niedergeschriebene Wissen sei nicht 

jenes, welches eigentlich geprüft werden sollte, sondern beruhe auf der 

Kenntnis der einem Prüfungskandidaten nicht zur Verfügung stehenden 

Dokumente. Die Prüfungskommission dürfe sich bei ihren Urteilen betref-

fend die Leistungen der Kandidaten durchaus von ihrem Ermessen leiten 

lassen. Solche Ermessensentscheide habe die Beschwerdeinstanz in der 

Regel zu akzeptieren. Sie könne sie lediglich dann umstossen, wenn sie 

offensichtlich unhaltbar seien, in klarem Widerspruch zur Sachlage stün-

den und damit als willkürlich erschienen. Die Experten vermöchten bei-

spielsweise am besten zu beurteilen, wie die Lösungen eines Kandidaten 

im Vergleich zu anderen einzuschätzen seien. Keinesfalls lasse sich der 

angefochtene Entscheid der Prüfungskommission als willkürlich bezeich-

nen. 

D.  

Mit Eingabe vom 4. März 2010 focht der Beschwerdeführer den Ent-

scheid des BBT vom 1. Februar 2010 beim Bundesverwaltungsgericht an. 

Er stellt folgende Rechtsbegehren: 

"1. Der Entscheid des BBT vom 01. Februar 2010 sei aufzuheben. 

2. Eventuell sei der Fall zur Ergänzung des Sachverhalts sowie zur Neu-

beurteilung an das BBT zurückzuweisen. 

3. Die Kosten dieses Verfahrens seien der Eidgenossenschaft zu über-

binden und dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Parteient-

schädigung zuzusprechen. In jedem Fall sei ihm die unentgeltliche Pro-

zessführung zu bewilligen." 

Zur Begründung führt er insbesondere aus, die Vorinstanz habe durch ih-

ren Vergleich zwischen seinen Antworten (auf die Fragen 2.1, 2.3, 2.7, 

3.1, 3.2 und 4.7 im Fach 2 "Berufskenntnisse schriftlich") und denjenigen 

gemäss Musterlösung einen grundsätzlichen Entscheid zu seinen Un-

gunsten gefällt, ohne die essentiellen Fragen, welche im Raum stünden, 

zu beantworten. Der Frage, ob die anderen Kandidaten auf die genann-

ten Fragen ausführlichere Antworten gegeben hätten, sei die Vorinstanz 

nicht nachgegangen. Als nicht einschlägig fachkundige Instanz habe sie 

ohne Abklärung dieser Frage auch die nächste Frage, ob die betreffenden 

Fragen tatsächlich bestimmte Antworten induziert hätten, nicht abschlies-

send beurteilen können. Gleiches gelte bezüglich weiterer Prüfungsfra-

gen. Bei den mündlichen Prüfungen seien die Antworten, die er gegeben 

habe, nicht wörtlich protokolliert worden. Die Stellungnahmen der Prü-

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fungsexperten vermittelten den Eindruck, dass sie auf der Seite der Prü-

fungskommission stünden. 

Tatsache sei, dass bei den 30 Fragen (im Fach "Berufskenntnisse schrift-

lich") öfters einige Eigenschaften, Merkmale und/oder stichwortartige Auf-

listungen von Material und/oder Anlagen abgefragt worden seien. Bei den 

meisten Fragen, die nicht auf diese Weise aufgebaut gewesen seien, sei 

beim Vergleich der Antworten des Beschwerdeführers mit der Musterlö-

sung klar zu erkennen, dass die Vorwürfe der Prüfungskommission und 

die Feststellungen der Vorinstanz unsachlich seien und sich auf unlogi-

sche Begründungen zu stützen versuchten. 

Der Entscheid des BBT erweise sich als willkürlich, weshalb er aufzuhe-

ben sei und die abgelegte Berufsprüfung "Betriebsfachleute Druckweiter-

verarbeitung 2008" des Beschwerdeführers als bestanden erklärt werden 

müsse. 

E.  

Die Vorinstanz äusserte sich mit Stellungnahme vom 5. Mai 2010 zur Be-

schwerde, wobei sie deren Abweisung beantragte. Mit Datum vom 

31. Mai 2010 liess sich auch die Erstinstanz vernehmen. Sie hielt vollum-

fänglich an ihrer Begründung fest, dass der Beschwerdeführer von der 

Prüfung ausgeschlossen worden sei, weil er im Vorfeld Einsicht in den 

Prüfungskatalog genommen und auf diese Weise die Experten über das 

eigene Wissen und die geprüften Fähigkeiten getäuscht habe. Darüber 

hinaus verwies die Erstinstanz in ihrer Vernehmlassung im Wesentlichen 

auf die Erwägungen des BBT im angefochtenen Entscheid. 

F.  

Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie 

für den Entscheid erheblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gegen den angefochtenen Entscheid ist die Beschwerde an das Bundes-

verwaltungsgericht zulässig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005, VGG, SR 173.32). Als Adressat der 

erstinstanzlichen Verfügung und Partei im Verfahren vor der Vorinstanz ist 

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Seite 5 

der Beschwerdeführer zur Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 

1968, VwVG, SR 172.021). Form und Frist sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht be-

zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen 

(Art. 46 ff. VwVG) sind ebenfalls erfüllt. Auf die Beschwerde ist demnach 

einzutreten. 

2.  

Nach Art. 49 VwVG kann mit der Beschwerde die Verletzung von Bundes-

recht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens 

(Bst. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts (Bst. b) sowie Unangemessenheit (Bst. c) gerügt 

werden. 

2.1. Das Bundesverwaltungsgericht kann Entscheide über die Ergebnisse 

von Berufsprüfungen grundsätzlich frei überprüfen. Ebenso wie das Bun-

desgericht (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1, BGE 121 I 225 E. 4b, mit Hinwei-

sen), der Bundesrat (vgl. Verwaltungspraxis der Bundesbehörden, VPB 

62.62 E. 3, VPB 56.16 E. 2.1) sowie die ehemaligen Rekurs- und 

Schiedskommissionen des Bundes (vgl. VPB 66.62 E. 4, VPB 64.122 

E. 2) auferlegt es sich dabei aber in ständiger Rechtsprechung Zurückhal-

tung, indem es in Fragen, die seitens der Justizbehörden naturgemäss 

schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen der erst-

instanzlichen Prüfungsorgane und Experten abweicht. 

Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht 

alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr in 

der Regel nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamt-

heit der Leistungen des Beschwerdeführers sowie der übrigen Kandida-

ten zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Ge-

genstand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über kei-

ne eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine umfassende Überprüfung der 

Examensbewertung in materieller Hinsicht würde zudem die Gefahr von 

Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in 

sich bergen. Die Bewertung von akademischen Leistungen und Fachprü-

fungen wird aus diesen Gründen von den Rechtsmittelbehörden nur mit 

Zurückhaltung überprüft (vgl. BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 E. 4.1, je 

mit Hinweisen). 

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Die dargelegte Zurückhaltung gilt jedoch nur für die materielle Bewertung 

der Prüfungsleistungen. Sind demgegenüber Auslegung und Anwendung 

von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prü-

fungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde die erhobenen Einwände 

umfassend selber zu prüfen (vgl. BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 

E. 4.1, je mit Hinweisen). 

2.2. Zusammenfassend rügt der Beschwerdeführer, der angefochtene 

Entscheid des BBT erweise sich als willkürlich. Damit macht er eine Ver-

letzung von Bundesrecht geltend (Art. 49 Bst. a VwVG; Art. 9 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999, BV, SR 101). Ausserdem beanstandet er eine unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG), indem 

er auf Umstände hinweist, welche die Vorinstanz seiner Ansicht nach hät-

te abklären müssen (Antworten der übrigen Kandidaten; durch die Frage-

stellung induzierte Antworten). Schliesslich erhebt er sinngemäss die Rü-

ge der Befangenheit an die Adresse der Experten bei den mündlichen 

Prüfungen, wenn er festhält, deren Stellungnahmen vermittelten den Ein-

druck, dass sie auf der Seite der Prüfungskommission stünden (Art. 10 

Abs. 1 VwVG; Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. e VwVG i.V.m. Art. 67 des 

Bundesgesetzes über die Berufsbildung vom 13. Dezember 2002, Be-

rufsbildungsgesetz, BBG, SR 412.10, sowie Art. 36 Abs. 1 der Verord-

nung über die Berufsbildung vom 19. November 2003, Berufsbildungs-

verordnung, BBV, SR 412.101; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

B-6753/2008 vom 12. Februar 2009 E. 4.1, mit Hinweisen). Allerdings 

spezifiziert er diese Wahrnehmung nicht; er nennt auch keine (objektiven) 

Anhaltspunkte, um seine Rüge zu substantiieren. Ebenso wenig sind ein-

schlägige Indizien ersichtlich. Auf die Rüge der Befangenheit ist daher 

nicht näher einzugehen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-

6011/2008 vom 3. April 2009 E. 2, mit Hinweis; PATRICK L. KRAUS-

KOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissen-

berger (Hrsg.), VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren, Zürich 2009, Art. 12 N. 59 und Art. 13 N. 11, je mit 

Hinweisen). 

3.  

3.1. Gemäss Art. 27 BBG wird die höhere Berufsbildung durch eine eid-

genössische Berufsprüfung oder eine eidgenössische höhere Fachprü-

fung (Bst. a) oder durch eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer 

höheren Fachschule (Bst. b) erworben. Die zuständigen Organisationen 

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der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifika-

tionsverfahren, Ausweise und Titel, wobei sie die anschliessenden Bil-

dungsgänge berücksichtigen (Art. 28 Abs. 2 BBG). Entsprechende Vor-

schriften unterliegen der Genehmigung durch das Bundesamt (Art. 28 

Abs. 2 BBG). 

3.2. Am 1. März 1999 erliess der Viscom das Reglement über die Berufs-

prüfung "Betriebsfachmann/Betriebsfachfrau Druckweiterverarbeitung", 

welches mit der Genehmigung durch das Eidgenössische Volkswirt-

schaftsdepartement am 23. Juni 1999 in Kraft trat (Art. 28 Abs. 1 und Ziff. 

11 ["Erlass"] des Reglements). Nach Art. 28 Abs. 2 des Reglements ist 

der Viscom als Trägerverband (Arbeitgeberverband der schweizerischen 

grafischen Industrie) mit dem Vollzug beauftragt. 

3.3. Durch die Berufsprüfung hat der Kandidat den Nachweis zu erbrin-

gen, dass er die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt, um in 

seinem Beruf höheren Ansprüchen zu genügen und eine Stelle als Abtei-

lungsleiter und Vorgesetzter im Bereich der Druckweiterverarbeitung aus-

zufüllen (Art. 2 Abs. 1 des Reglements). 

3.4. Nach Art. 3 Abs. 1 des Reglements obliegt die Durchführung der Prü-

fung einer aus fünf Mitgliedern bestehenden Prüfungskommission, wel-

che Fachexperten mit beratender Stimme beiziehen kann. Sie ist unter 

anderem für den Entscheid über die Abgabe des Fachausweises (Art. 4 

Abs. 1 Bst. g des Reglements) sowie für den Ausschluss von der Prüfung 

(Art. 12 Abs. 2 des Reglements) zuständig. 

3.5. Von der Prüfung ausgeschlossen wird gestützt auf Art. 12 Abs. 1 des 

Reglements, wer unzulässige Hilfsmittel verwendet (Bst. a), die Prü-

fungsdisziplin grob verletzt (Bst. b) oder die Experten zu täuschen ver-

sucht (Bst. c). Wenn der Kandidat von der Prüfung ausgeschlossen wer-

den muss, ist die Prüfung nicht bestanden (Art. 19 Abs. 2 des Regle-

ments). 

4.  

4.1. Im angefochtenen Entscheid (E. 8) legte die Vorinstanz dar, mit der 

Feststellung einer Manipulation im Sinne von Art. 12 Bst. c des Regle-

ments habe die Prüfungskommission an sich auch die Leistungen des 

Beschwerdeführers bewertet. Diesbezüglich spricht sie von einem Er-

messensentscheid und verweist auf die beschränkte Eingriffsmöglichkeit 

der Beschwerdeinstanz, welche folgerichtig sei, weil die Prüfungskom-

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mission viel näher am Geschehen stehe und derartige Vorfälle in der Re-

gel besser einzuschätzen vermöge. Da offensichtlich keine Willkür vorlie-

ge, sei der Ermessensentscheid der Prüfungskommission zu respektieren 

(E. 11b). 

4.2. Thema der verwaltungsgerichtlichen Überprüfung bildet vorliegend 

die Rechtmässigkeit des (nachträglichen) Ausschlusses des Beschwerde-

führers vom Examen gestützt auf die reglementarischen Tatbestände der 

Verwendung unzulässiger Hilfsmittel (Art. 12 Bst. a) sowie der versuchten 

Täuschung der Experten (Art. 12 Bst. c). Nach diesen Reglements-

bestimmungen genügt die Verwendung unzulässiger Hilfsmittel oder eine 

(versuchte) Täuschung für den Ausschluss, unabhängig davon, ob und 

wie sie sich im Prüfungsresultat niedergeschlagen haben. Letzteres ergibt 

sich aus dem Fehlen eines derartigen Erfordernisses in der angeführten 

Norm. Ein Ausschluss vom Examen erfolgt denn auch global und nicht 

etwa nur für einzelne Fächer. Gemäss Art. 19 Abs. 2 Bst. d des Regle-

ments ist die Prüfung "jedenfalls nicht bestanden, wenn der Kandidat von 

der Prüfung ausgeschlossen werden muss". Art. 19 Abs. 1 des Regle-

ments, welcher die Mindestnoten für das Bestehen der Prüfung festlegt, 

gelangt dann gar nicht zur Anwendung. 

4.3. Die Prüfungskommission schloss den Beschwerdeführer aufgrund 

eines Vergleichs seiner Antworten mit der Musterlösung von der Prüfung 

aus, weil sie die reglementarischen Tatbestände der Verwendung unzu-

lässiger Hilfsmittel bzw. der (versuchten) Täuschung der Experten als er-

füllt ansah. Damit nahm sie jedoch keine materielle Bewertung der Prü-

fungsleistungen im Sinne einer Benotung vor. 

4.4. Entsprechend erstreckt sich die Kontrolle durch die Rechtsmit-

telinstanz im vorliegenden Fall nicht auf eine materielle Bewertung (Beno-

tung) der Examensleistungen. Vielmehr befasst sie sich mit der Frage, ob 

die Prüfungsantworten des Beschwerdeführers sowie allfällige weitere In-

dizien Ungereimtheiten offenbaren, aus denen auf die Verwendung unzu-

lässiger Hilfsmittel bzw. auf eine (versuchte) Täuschung der Experten im 

Sinne der reglementarischen Vorschriften geschlossen werden muss. 

Demzufolge überprüft das Bundesverwaltungsgericht den angefochtenen 

Entscheid grundsätzlich frei. 

4.5. Der diesbezügliche Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht ge-

stützt auf die Beweiswürdigung nach objektiven Gesichtspunkten zur 

Überzeugung gelangt, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand ver-

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wirklicht hat. Absolute Gewissheit kann dabei nicht gefordert werden; es 

genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine 

ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als 

leicht erscheinen. Von (hier nicht gegebenen) Ausnahmen abgesehen 

reicht es hingegen nicht, wenn bloss eine überwiegende Wahrscheinlich-

keit besteht, dass sich die behauptete Tatsache verwirklicht hat (vgl. BGE 

130 III 321 E. 3.2 und 128 III 271 E. 2b/aa; KRAUSKOPF/EMMENEGGER, 

a.a.O., Art. 12 N. 9 und 213 f.; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 

2008, N. 3.141). 

5.  

5.1. Zunächst einmal rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz sei der 

Frage, ob die anderen Kandidaten auf gewisse Prüfungsfragen ausführli-

chere Antworten als er gegeben hätten, nicht nachgegangen. Als nicht 

einschlägig fachkundige Instanz habe sie ohne Abklärung dieser Frage 

auch die nächste Frage, ob die genannten Fragen bestimmte Antworten 

induziert hätten, nicht abschliessend beurteilen können. 

5.2. Darauf erwidert die Vorinstanz, im Regelfall gehörten die Akten von 

Mitkandidaten nicht zu jenen Beweismitteln, welche das BBT beiziehe, 

um die Rügen eines Beschwerdeführers zu prüfen. Wie aus dem ange-

fochtenen Entscheid hervorgehe, erlaubten die Prüfungsakten des Be-

schwerdeführers allein schon eine genügend abgestützte Beurteilung. Sie 

belegten nämlich, dass der Beschwerdeführer mit den Worten, Formulie-

rungen und Sätzen der Musterlösung geantwortet habe. 

Das BBT habe bereits im Beschwerdeentscheid festgehalten, es sei 

mangels Fachwissens schwerlich in der Lage, bei jeglichen Fragestellun-

gen zu beurteilen, welche alternativen Antworten ebenfalls korrekt gewe-

sen wären. Es könne jedoch pauschal, d.h. unter anderem aufgrund sei-

ner umfangreichen Erfahrung auf dem breiten Gebiet der Berufsbildung, 

festhalten, dass ein Fachgebiet, wie technisch es auch sein möge, kaum 

auf eine bestimmte Frage nur gerade eine bestimmte Formulierung, d.h. 

nur gerade bestimmte Worte und Begriffe in einer zudem bereits be-

stimmten Abfolge, als korrekt zulasse. Vielmehr treffe es doch in den un-

terschiedlichsten Fachgebieten zu, dass Wissen auf verschiedene Arten 

erläutert und somit korrekte Antworten unterschiedlich formuliert werden 

könnten. Von den Berufspersonen, die sich einer Prüfung der höheren 

Berufsbildung stellten, werde geradezu erwartet, dass sie die Inhalte, 

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Seite 10 

Probleme und möglichen Lösungsansätze aus ihren Branchen in eigenen 

Worten und Formulierungen darzulegen vermöchten; die Aufgabenstel-

lungen seien daher nicht auf uniforme, quasi vorprogrammierte Stan-

dardantworten ausgerichtet. 

Aus diesem Grund habe das BBT auf die Erklärungen der Experten ab-

gestellt, welche die Antworten des Beschwerdeführers übereinstimmend 

als verdächtig eingeschätzt und sogar von "überkorrekten" Antworten ge-

sprochen hätten; ein Experte habe die Lösungen des Beschwerdeführers 

zudem als solche beschrieben, die wie jene "eines Abschreibers" gelautet 

hätten. Immerhin verfügten die Prüfungsexperten ohne Weiteres über die 

einschlägigen Fachkenntnisse für die Beurteilung, welche alternativen 

Formulierungen ebenfalls als korrekt gegolten hätten. Daher dürfe sich 

das BBT als Beschwerdeinstanz, ohne das rechtliche Gehör des Be-

schwerdeführers zu verletzen, grundsätzlich auf die Stellungnahmen der 

Experten abstützen, soweit diese ausreichend begründet und somit 

nachvollziehbar seien. Die Stellungnahmen der Experten seien im Übri-

gen, unabhängig davon, ob diese den Beschwerdeführer schriftlich oder 

mündlich geprüft hätten, erstaunlich deckungsgleich. 

5.3. Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der in dieser Bestimmung ge-

nannten Beweismittel, wobei deren Aufzählung nach vorherrschender An-

sicht nicht als abschliessend zu verstehen ist (vgl. KRAUS-

KOPF/EMMENEGGER, a.a.O., Art. 12 N. 73). Mit dem Wort "nötigenfalls" 

bringt der Gesetzestext zum Ausdruck, dass die Behörde, dem Verhält-

nismässigkeitsgrundsatz folgend, erst dann aufwendigere Beweismittel 

beizieht, wenn sich die betreffenden Tatsachen nicht durch andere Be-

weismittel nachweisen lassen. Dabei hat sie nach pflichtgemässem Er-

messen zu entscheiden, ob ein Beweismittel geeignet ist, eine Tatsache 

zu beweisen (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., Art. 12 N. 79). 

5.4. Ein Beizug von Lösungen anderer Kandidaten wäre allenfalls ins Au-

ge zu fassen, wenn nicht schon die den Beschwerdeführer betreffenden 

Akten des vorliegenden Verfahrens einen eindeutigen Befund ergeben 

sollten. Im Folgenden wird zunächst anhand dieser Akten untersucht, ob 

der Beschwerdeführer vor der Prüfung Einsicht in die Musterlösungen 

hatte. 

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Seite 11 

6.  

Mehrere Auffälligkeiten zeigen die Prüfungsantworten des Beschwerde-

führers im Fach 4 "Menschenführung schriftlich". 

6.1. In ihrer Stellungnahme vom 12. März 2009 an den Viscom, welcher 

sie Kursunterlagen (zwei A-4-Blätter zum Thema Präsentationen) beileg-

te, hielt die Examinatorin dieses Fachs Folgendes fest: 

"Im Vorbereitungskurs zur Berufsprüfung Druckweiterverarbeitung habe 

ich während allen Semestern viele Stunden zu den Themen Gesprächs-

führung, Führung von Mitarbeitenden, Präsentation sowie Berufsbildner-

seminar unterrichtet, total ca. 60 Stunden. So konnte ich die einzelnen 

Teilnehmenden relativ gut kennen lernen. 

Bei der Korrektur der schriftlichen Berufsprüfung, "Teilprüfung Menschen-

führung", fielen mir die Prüfungen von Herrn […] und Herrn [Beschwerde-

führer] auf. Ihre Antworten und vor allem auch die Wortwahl/Sprache 

stimmten absolut nicht mit ihrer gewohnten Ausdrucksweise überein. 

Auch die besten Kurskollegen drückten sich nicht annähernd so bei der 

Prüfung aus. Auffallend waren speziell die Antworten zu Aufgabe 3 und 6. 

Diese Antworten entsprachen fast genau meinen Antworten im Lösungs-

blatt. 

Speziell Aufgabe 3: hier waren Inhalte aufgeführt, die ich klar nicht mit ih-

nen im Unterricht besprochen hatte. Diese Antworten standen nur auf den 

Lösungsblättern. Ebenfalls wurden bei dieser Aufgabe fast sämtliche Lö-

sungen vom Lösungsblatt aufgeführt. Auf diese Frage waren viele Varian-

ten möglich, deshalb hatte ich im Lösungsblatt mehrere Varianten aufge-

führt. 

Auffallend war bei Frage 6 die Reihenfolge und Schrägstriche. Sie ent-

sprechen genau den Lösungsantworten. 

Für mich hat sich der anfängliche Verdacht in Gewissheit gewandelt: die 

beiden Kandidaten müssen in Besitz der Lösungsblätter gekommen sein 

und diese auch verwendet haben. Anders kann ich mir diese Antworten 

nicht erklären." 

6.2. Ziff. (Frage) 3 dieser Prüfung lautete: "Sie beurteilen einen Lernen-

den. Ihnen fällt auf, dass er teilweise sehr unkonzentriert arbeitet und 

vermehrt Fehler macht. Wie gehen Sie vor? Begründen Sie es." 

B-1353/2010 

Seite 12 

6.2.1. Der Beschwerdeführer antwortete folgendermassen (Zitat): 

– Ich schaue mal ob er Probleme hat. 

– Es kann sein das er private Probleme mitbringt 

– Oder Motivation stimmt nicht 

– Oder Probleme am Arbeitsplatz 

– Es können auch Stressefaktoren sein, dass sie unkonzentriert arbei-

tet. 

– Die Gesundheitliche Faktoren spielen auch eine Rolle. 

– Ich muss raus finden warum das so ist bei dem Lernenden. 

– Ich schaue am besten wie er reagiert 

– Vertrauen muss ich bei bringen 

– Ich führe mit ihm eine Gespräch durch 

– Ich reserviere einen ruhigen Platz um zu reden 

– Ich rede nicht am Morgen sondern am Nachmittag das bringt mehr 

weil er nicht noch am Nachmittag Arbeiten muss 

– Ich suche Lösungen 

– Ich muss auch die Eltern zum Gespräch bekanntgeben, Kontakte her-

stellen 

– Ich muss das weitere Vorgehen festlegen 

– Ich muss auch als Vorgesetzter mein persönliches Wertesystem, Ar-

gumente mit ein ruhiger Ton beifügen um damit er verstehen kann. 

– Ich muss ein Verbindlichkeit schaffen um damit er sich verändern 

kann. 

6.2.2. Die Musterantwort aus dem Prüfungskatalog besteht aus den 

nachstehend zitierten Punkten (in der angegebenen Reihenfolge): 

 Überlegungen: private Probleme / Probleme am Arbeitsplatz / Ge-

sundheit / Motivation / Stress … → Lernende sind vielen Stress-

faktoren ausgesetzt. Wichtig ist, herauszufinden, woran es liegt. 

Dann können gezielt Massnahmen geplant und getroffen werden. 

 Ansprechen und Beobachtungen mitteilen: Gespräch an einem 

ruhigen Ort, nicht gerade am Morgen früh → nachmittags ist es oft 

besser Gespräche zu führen, Lernender muss danach nicht noch 

den ganzen Tag arbeiten. → Lernenden mit den Beobachtungen 

konfrontieren in einem ruhigen Ton. So kann er darauf Stellung 

beziehen und seine Sicht mitteilen. → Gründe für das Verhalten 

herausfinden. 

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Seite 13 

 Je nach Reaktion und Ursachen weitere Massnahmen planen: 

z.B. Elterngespräch, Suchtberatung, Kontakt mit Schule … → 

frühzeitig Gespräche führen so kann noch etwas bewirkt werden. 

 Reflexion meines Verhaltens gegenüber Lernendem, Verhalten 

der anderen Mitarbeitenden gegenüber Lernendem; evt. Ge-

spräch → Wie trägt mein Verhalten zur Situation bei / was sollte 

ich bzw. meine MA verändern 

 Abmachungen gemeinsam treffen. → Verbindlichkeiten schaffen 

und weiteres Vorgehen festlegen. 

6.2.3. Wie die Examinatorin in ihrer oben zitierten Stellungnahme darleg-

te, wurden bei Aufgabe 3 Inhalte abgefragt, welche sie im Unterricht nicht 

behandelt hatte. Der Beschwerdeführer hingegen bringt vor, die Fragen 

und Antworten des Fachs "Menschenführung schriftlich" seien in den 

Lernunterlagen enthalten gewesen, doch substantiiert er diese Behaup-

tung nicht. In den Akten des vorliegenden und des vorinstanzlichen Ver-

fahrens gibt es keine Belege dafür, dass die Musterantwort auch nur an-

näherungsweise einer Formulierung in ausgehändigten Kursunterlagen 

entspricht. Ebenso wenig hat der Beschwerdeführer Unterrichtsnotizen 

oder Kopien aus Lehrmitteln eingereicht, welche nachweisen könnten, 

dass sich die Formulierung seiner Prüfungsantwort auf entsprechende 

Passagen stützt. Die in den Akten befindlichen Unterlagen mit hand-

schriftlichen Notizen aus dem Berufsbildnerkurs enthalten weder eine der 

Aufgabenstellung analoge Sachverhaltsschilderung noch Formulierun-

gen, die denjenigen Passagen der Prüfungsantwort des Beschwerdefüh-

rers entsprechen, welche mit der Musterlösung übereinstimmen. 

6.2.4. Schon die Bezeichnung "Menschenführung" weist auf ein Fach hin, 

das sich an Personen mit Führungsfunktion richtet. Vor diesem Hinter-

grund erscheint die Behauptung des Beschwerdeführers, es handle sich 

um eine "für jeden Lehrling einfach zu lernende oder auswendig zu ler-

nende Materie", nicht plausibel. Der Beschwerdeführer substantiiert seine 

Behauptung auch nicht, obwohl es keinen unzumutbaren Aufwand bedeu-

tet hätte, einschlägige Auszüge aus Schulungsunterlagen gegebenenfalls 

der Beschwerde beizulegen. 

Aufgabe 3 im Speziellen thematisiert den Umgang mit einem Lernenden, 

dessen Arbeitsleistung wegen mangelnder Konzentration nachlässt. Für 

solche Situationen gibt es kaum ein simples, standardisiertes Lösungs-

B-1353/2010 

Seite 14 

schema. Vielmehr bedarf es – nach der Musterlösung zu schliessen – ei-

ner umsichtigen, individuell abgestimmten, verschiedene Aspekte einbe-

ziehenden Vorgehensweise seitens des Lehrlingsbetreuers. 

6.2.5. Auf den ersten Blick offenbart die Antwort des Beschwerdeführers 

auf Frage 3 zwar wenig Gemeinsames mit der Musterlösung, zumal sie 

aus zahlreichen untereinander aufgelisteten Punkten besteht und nicht 

wie jene in thematische Abschnitte gegliedert ist. Bei näherer Betrachtung 

zeigt sich aber, dass sie inhaltlich sowie hinsichtlich der Abfolge der ein-

zelnen Schritte weitgehend der Musterlösung entspricht. Überdies enthält 

sie Formulierungen, welche der Musterlösung sehr nahe kommen, so et-

wa bei den Aussagen betreffend Ort und Zeitpunkt des Gesprächs mit 

dem Lernenden, den "ruhigen Ton", "Stressfaktoren", "Verbindlichkeit 

schaffen" und "das weitere Vorgehen festlegen". Gerade auch angesichts 

der schlüssigen und überzeugenden Stellungnahme der Examinatorin, 

welche der Beschwerdeführer nicht substantiiert widerlegt, bestehen 

demnach gewichtige und klare Indizien dafür, dass der Beschwerdeführer 

die Musterlösung kannte bzw. kennen musste. 

6.3. Ziff. (Frage) 6 dieser Prüfung lautete: "Nennen Sie 5 Aspekte, die Sie 

beim Vorbereiten einer Präsentation berücksichtigen sollten?". 

6.3.1. Der Beschwerdeführer listete in seiner Antwort folgende Punkte auf 

(Zitat): 

(1) Ort/Zeit 

(2) Ziel 

(3) Räume/Hilfsmittel 

(4) Klare Inhalte/Menge 

(5) gute klare Struktur/Gliederung 

(6) Erwartungen. 

6.3.2. Die Musterlösung ("Prüfungskatalog") besteht aus folgenden Punk-

ten (Zitat): 

 Wer ist das Zielpublikum 

 Ziele 

 Erwartungen 

 Ort/Zeit 

 Raum/zur Verfügung stehende Hilfsmittel/Medien 

 Medien gezielt einsetzen: soll Präsentation unterstützen, nicht im 

Vordergrund stehen 

B-1353/2010 

Seite 15 

 Klare Inhalte/Menge 

 Gute, klare Struktur/Gliederung 

 Sprache den Zuhörenden angepasst 

 Auftreten nonverbal: Kleidung … 

 Sorgfältige Vorbereitung/genügend Zeit einplanen 

 Eröffnung und Abschluss der Präsentation gut vorbereiten. 

6.3.3. Als Kursunterlagen hatte die Examinatorin zwei A-4-Blätter ver-

wendet. Das eine ist mit "Präsentation" überschrieben und enthält eine 

tabellarische Darstellung, bestehend aus den fünf Spalten "Anlass / 

Rahmenbedingungen", "Zielpublikum", "Ziel", "Inhalte" und "Aufbau". Das 

andere trägt den Titel "Präsentationen 2008" und zählt verschiedene Kri-

terien auf (untergliedert in "Verständlichkeit / Sprache", "Auftreten / Non-

verbale Kommunikation", "Aufbau / Struktur" und "Medieneinsatz"). 

6.3.4. Weder die Tabelle noch die Auflistung der Kriterien entsprechen der 

Musterlösung, wenngleich sie inhaltlich zum Teil mit dieser übereinstim-

men. Starke Parallelen zur Musterlösung, sowohl strukturell als auch ma-

teriell, weist indessen die schriftliche Prüfungsantwort des Beschwerde-

führers auf. Sie mutet wie ein Auszug aus der Musterlösung an. Dabei 

stechen insbesondere die Substantive "Ort" und "Zeit" ins Auge, welche 

der Beschwerdeführer analog zur Musterlösung mit einem Schrägstrich 

hinschrieb, wogegen sie in der Tabelle "Präsentation" als separate Punkte 

untereinander aufgelistet sind. Weiter stimmen die Wortfolgen "klare In-

halte/Menge" sowie "gute klare Struktur/Gliederung" aus der Prüfungs-

antwort des Beschwerdeführers mit der Musterlösung überein, während 

sie in den oben erwähnten Kursunterlagen nicht enthalten sind. Entspre-

chendes gilt für den Punkt "Räume/Hilfsmittel" aus der Antwort des Be-

schwerdeführers. 

6.4. Demzufolge lässt sich die Darstellung des Beschwerdeführers, wo-

nach die Fragen und Antworten des Prüfungsfachs "Menschenführung 

schriftlich" in den Lernunterlagen aufgeführt gewesen wären, nicht erhär-

ten. Vielmehr zeigt sich, dass der Beschwerdeführer Examensfragen in 

einer Weise beantwortete, wie sie sich aus der Musterlösung, aber gera-

de nicht aus Kursunterlagen ergibt. 

7.  

7.1. Bezüglich des Fachs 2 "Berufskenntnisse schriftlich" hielt die Prü-

fungskommission in ihrer Stellungnahme an das BBT vom 24. März 2009 

B-1353/2010 

Seite 16 

fest, die Fragen Nr. 2.1, 2.3, 2.5, 2.7, 3.1, 3.2 und 4.7 seien im Unterricht 

nicht in dieser Art behandelt worden. Der Beschwerdeführer habe jedoch 

die im Fragenkatalog enthaltenen Antworten praktisch mit gleichen oder 

ähnlichen Worten wiedergegeben. Somit sei erstellt, dass diese Antwor-

ten nicht aus dem Unterricht hätten stammen können, sondern einzig aus 

dem Prüfungskatalog. 

In ihrer Vernehmlassung an das Bundesverwaltungsgericht vom 31. Mai 

2010 erklärte die Erstinstanz, sie wolle explizit darauf hinweisen, dass die 

Antworten des Beschwerdeführers auf die erwähnten Fragen überaus 

grosse Ähnlichkeit, oftmals sogar komplette Identität, mit der Musterlö-

sung zeigten. Es bestünden keinerlei Zweifel, dass der Beschwerdeführer 

über Kenntnisse der Musterlösung verfügt, die Antworten auswendig ge-

lernt und teilweise wörtlich wiedergegeben habe. 

7.2. Hierzu erklärt(e) der Beschwerdeführer, das Fach "Berufskenntnisse 

schriftlich" setze nicht das im Unterricht erlernte theoretische Wissen vor-

aus, sondern die praktischen Kenntnisse, welche durch die berufliche Er-

fahrung angeeignet würden. Dies lasse sich schon aufgrund der Bezeich-

nung des Prüfungsfachs erkennen. Er habe den Kurs für die Berufsprü-

fung "Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung" berufsbegleitend be-

sucht, sei also als Teilzeitmitarbeiter in einem Betrieb, welcher sich auf 

das Praktische aus diesem Fachbereich beziehe, angestellt gewesen. 

Durch die tägliche Auseinandersetzung mit der Materie habe er sich fun-

dierte theoretische und praktische berufliche Kenntnisse erwerben kön-

nen. Deshalb sei die Argumentation der Prüfungskommission, die Antwor-

ten könnten nicht aus dem Unterricht bzw. aus Unterrichtsunterlagen 

stammen, sondern nur aus der Musterlösung, abzulehnen. 

Darüber hinaus sei der Inhalt dieses Prüfungsfachs schon Voraussetzung 

für den erfolgreichen Abschluss der Buchbinderlehre des Beschwerdefüh-

rers gewesen. Als Beweis werde der Notenausweis für Buchbinder / C. 

Broschurproduktion vom 30. Juni 2005 beigelegt. Aus diesem sei ersicht-

lich, dass der Beschwerdeführer bei den Lehrabschlussprüfungen die 

Gesamtnote 5.1 erreicht habe. Bei der damaligen Prüfung im Fach Be-

rufskenntnisse habe er die Note 5.8 erreicht. 

7.3. Die hier zur Diskussion stehenden Fragen, Musterlösungen und Ant-

worten des Beschwerdeführers lauten wie folgt: 

B-1353/2010 

Seite 17 

Frage 2.1: "Was muss in der Druckvorstufe berücksichtigt werden, wenn 

das Produkt eine Registerstanzung aufweist?"; Musterlösung: "Positionie-

rung von randabfallenden Registergriffmarken"; Antwort des Beschwerde-

führers: "Bei der Randabfallenden Produkten muss der Registergriffmarke 

positioniert werden." 

Frage 2.3: "Wann ist ein Greiffalz unerlässlich?"; Musterlösung: "Bei zick-

zack gefalzten Bogenteilen (12/24 Seiten) für Drahtheftung oder Faden-

heftung"; Antwort des Beschwerdeführers: "Bei Zick-Zackfalz für Draht-

heftung und Fadenheftung 12/24 Seiten". 

Frage 2.5: "Was ist bei einer Rückstichbroschüre mit bündigen Um-

schlagklappen zu berücksichtigen?"; Musterlösung: "Der innerste Bogen-

teil (innersten 4 Seiten) muss am Fuss ca. 1 cm länger als der restliche 

Inhalt sein."; Antwort des Beschwerdeführers: "Bei der Fuss muss die in-

nerste Bogen 1 cm länger sein als der restliche Inhalt wegen Umschlag-

klappen, 2 Durchgang einfach zum Aufmachen der Bogen für auf Sam-

melkette." 

Frage 2.7: "Ausgangslage: Produktion von hohen Auflagezahlen. Frage: 

Was für technische Einrichtungen sind bei einer Klebebindeanlage für ei-

nen optimalen Produktionsprozess erforderlich?"; Musterlösung: "Stan-

genanleger/Printroll; Ausschleussweiche; Palettierer"; Antwort des Be-

schwerdeführers: "(1) Palettierer, (2) Stangenanleger/Printroll, (3) Aus-

schleissweiche". 

Frage 3.1: "Welche Schwierigkeiten bieten transparente Papiere 

(Utoplex)?"; Musterlösung: "Utoplex unter 115 gm2 rollt sich, bleibt nicht 

stabil"; Antwort des Beschwerdeführers: "Der Utoplex ist nicht stabil, es 

rollt sich ungefähr bei 115 g/m
2
." 

Frage 3.2: "Was verstehen Sie unter Chromolux?"; Musterlösung: "Mar-

kenname. Gussgestrichene, hochglänzende Papier- und Kartonsorte 

(weiss und farbig)"; Antwort des Beschwerdeführers: "(1) Hochglänzende 

Papiere und Karton, (2) Marke, (3) Ist Gussgestrichen". 

Frage 4.7: "Ausgangslage: 6-seitiger Falzbogen weist Eselsohren auf. 

Frage: Was ist die Ursache dafür? Was unternehmen Sie?"; Musterlö-

sung: "Stauchraum; Papierlage; Eingefalzte Seite sollte möglichst nahe 

am Falz liegen. Optimal 1 bis 2 mm vom Falzbruch entfernt; Papier am 

Einfalzer leicht nach innen dressieren."; Antwort des Beschwerdeführers: 

"(1) Papierlage, (2) Der Eingefalzte Seite soll nahe an der Falz sein 1-2 

B-1353/2010 

Seite 18 

mm vom Bruch entfernt, (3) Stauchraum, (4) Der Einfalzer des Papiers 

leicht nach innen drehen." 

7.4. Der Beschwerdeführer bestreitet die Aussage der Prüfungskommis-

sion, die oben zitierten Fragen des Fachs "Berufskenntnisse schriftlich" 

seien im Unterricht nicht in dieser Art behandelt worden, nicht. Er argu-

mentiert, seine Lösungen seien nicht deshalb korrekt ausgefallen, weil er 

die Antworten gekannt habe, sondern weil er sich in diesem Fach auf-

grund seiner beruflichen Erfahrung gut auskenne. Im Einzelnen äussert 

er sich zu den betreffenden Fragen und seinen Antworten folgendermas-

sen: 

7.4.1. Auf Frage 2.1 hätten wohl die meisten Kandidaten ähnlich geant-

wortet. Die Frage habe die Antwort induziert. Ähnliches sei bei Frage 2.3 

anzunehmen: Hier habe die Prüfungskommission behauptet, dass mehre-

re andere Kandidaten die Frage richtig, aber mit anderen Worten beant-

wortet hätten; diese wirkten wie versierte Fachleute, der Beschwerdefüh-

rer hingegen wie ein Abschreiber. Im vorinstanzlichen Verfahren habe der 

Beschwerdeführer auf diese Anschuldigung Bezug genommen und be-

merkt, dass seine Antwort nicht identisch mit der Musterlösung sei und 

die Frage auch hier nur eine bestimmte Antwort verlangt habe. Er habe 

seine Antwort auf eine andere Art und Weise, als in der Musterlösung 

formuliert, gegeben, weshalb durchaus ersichtlich sei, dass er eine Ah-

nung von dem gehabt habe, was er geschrieben habe. 

7.4.2. Bei Frage 2.7 habe die Prüfungskommission vorgebracht, der Be-

schwerdeführer und ein anderer Kandidat seien die einzigen unter den 14 

Prüfungskandidaten gewesen, die diese Frage mit genau denselben drei 

in der Musterlösung genannten Punkten beantwortet hätten. Der Be-

schwerdeführer habe im vorinstanzlichen Verfahren darauf hingewiesen, 

dass diese Frage nur bei Nennung dieser drei Punkte richtig habe beant-

wortet werden können. Ausserdem habe er erwähnt, dass sich diese Fra-

ge auf die Bedienung einer Klebebindeanlage bezogen habe und er und 

der weitere Prüfungskandidat schon bei mehreren Einsätzen Erfahrungen 

mit solchen Anlagen gesammelt hätten und bei deren Bedienung von ih-

rem Chef instruiert worden seien. 

7.4.3. Bei Frage 3.1 habe der Beschwerdeführer nur einen Punkt ge-

nannt, die anderen Kandidaten aber mehrere. Bei Frage 3.2 wäre der Be-

schwerdeführer zusammen mit dem erwähnten weiteren Prüfungskandi-

daten der Einzige, welcher "Chromolux" als Markenname bezeichnet ha-

B-1353/2010 

Seite 19 

be, obwohl "Chromolux" in der Schweiz als eine Papiersorte gelte (und 

nicht lediglich als Markenname). Der Beschwerdeführer habe während 

den Prüfungen nicht die Aufgabe gehabt, sich Synonyme für Begriffe wie 

"hochglänzend", "Papier", "Karton", "Marke" oder "gussgestrichen" aus-

zudenken. Die Prüfungskommission dürfe sich zudem nicht wundern, 

wenn der Beschwerdeführer "Chromolux" richtigerweise als Marke be-

zeichnet habe, auch wenn dies in der Schweiz nicht üblich sei. 

7.4.4. Auch bei Frage 4.7 habe die Prüfungskommission behauptet, der 

Kandidat habe exakt die gleichen vier Punkte wie in der Musterlösung 

genannt und lediglich die Reihenfolge der Aufzählung geändert. Andere 

Kandidaten hätten diese Frage auch richtig beantwortet, aber andere 

Formulierungen gewählt. Der Beschwerdeführer habe der Prüfungskom-

mission im vorinstanzlichen Verfahren entgegnet, dass sich wohl auch 

andere Kandidaten keine Synonyme für Begriffe wie "Papierlage", "einge-

falzte Seite" und "Stauchraum" ausgedacht hätten. Ausserdem habe die 

Gegenseite selber zugegeben, dass die Falzmaschine bereits Thema in 

der Lehre gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe diese Lehre vier 

Jahre lang absolviert und bei den Teileinsätzen in den Betrieben des Öfte-

ren mit der Falzmaschine gearbeitet. 

7.5.  

7.5.1. Mit Blick auf die Fragen 2.1 und 2.3 des Fachs "Berufskenntnisse 

schriftlich" bringt der Beschwerdeführer vor, die Fragen hätten die Antwor-

ten "induziert". Zu Frage 2.3 erklärt er einerseits, seine Antwort sei nicht 

identisch mit der Musterlösung, andererseits aber, die Frage habe nur ei-

ne bestimmte Antwort verlangt, was widersprüchlich erscheint. Ohnehin 

wirkt die (implizite) Behauptung, eine Prüfungsfrage ziehe eine auf vor-

gegebene Weise formulierte Antwort nach sich, wenig glaubhaft. In be-

sonderem Masse gilt dies für ein Fach, bei dem kein Stoff aus dem Unter-

richt, sondern praktische Berufskenntnisse geprüft werden. 

Bei Frage 2.1 verwendete der Beschwerdeführer mit Ausnahme des Sub-

stantivs "Produkt" die gleichen Schlüsselwörter wie die Musterlösung 

("Registergriffmarke", "randabfallend" und "positionieren"). Allerdings be-

zog er das Adjektiv "randabfallend" nicht wie die Musterlösung auf die 

Registergriffmarken, sondern auf das Produkt. 

B-1353/2010 

Seite 20 

Die Antwort des Beschwerdeführers auf Frage 2.3 zeigt ebenfalls eine 

deutliche Übereinstimmung mit der Musterlösung, sowohl in der Wortwahl 

als auch in der Wortfolge. 

7.5.2. Zu Frage 2.5 erklärt der Beschwerdeführer, er habe sie ausführli-

cher beantwortet als in der Musterlösung. Seine diesbezügliche Prü-

fungsantwort entspricht sprachlich und inhaltlich weitgehend der Muster-

lösung. Abweichend davon fügte er aber eine Begründung hinzu; deren 

längere, nach dem Komma stehende Passage ("2 Durchgang einfach 

zum Aufmachen der Bogen für auf Sammelkette") ergibt jedoch keinen 

Sinn. Letzteres deutet ebenfalls darauf hin, dass er ohne Kenntnis der 

Musterlösung mindestens in einer Prüfungssituation nicht in der Lage 

gewesen wäre, mit der Musterlösung so stark übereinstimmende Antwor-

ten zu formulieren. Das gilt ganz besonders für Examensfragen, welche 

sich auf die praktische Berufserfahrung beziehen. 

7.5.3. Hinsichtlich Frage 2.7 vermag eine auf drucktechnischem Gebiet 

nicht fachkundige Instanz schwerlich zu beurteilen, ob die festgestellten 

Übereinstimmungen zwischen der Antwort des Beschwerdeführers und 

der Musterlösung auf vorbestehender Kenntnis derselben beruhen müs-

sen oder auch zufällig sein können. Wenn es aber, wie die Prüfungs-

kommission festhielt und woran zu zweifeln das Gericht keine Veranlas-

sung sieht, zutrifft, dass der Beschwerdeführer und der mehrfach erwähn-

te andere Prüfungskandidat die einzigen unter 14 Kandidaten waren, 

welche Frage 2.7 mit genau den drei in der Musterlösung genannten 

Punkten beantworteten, ist das ein starkes Indiz für eine vorgängige Ein-

sichtnahme in diese. 

7.5.4. Auch bei den Fragen 3.1 und 3.2 lassen sich frappante Parallelen 

zwischen seinen Antworten und der Musterlösung feststellen. Wie diese 

besteht die Antwort des Beschwerdeführers auf Frage 3.1 nur aus dem 

einen, oben zitierten Punkt, obwohl nach "Schwierigkeiten" in der Mehr-

zahl gefragt wurde. Was die Darlegungen des Beschwerdeführers zu 

Frage 3.2 betrifft, so zielen diese angesichts der grossen Ähnlichkeit sei-

ner Prüfungsantwort mit der Musterlösung an der Sache vorbei, wenn er 

erklärt, er habe nicht die Aufgabe gehabt, sich Synonyme auszudenken, 

und die Prüfungskommission dürfe sich über die Bezeichnung als Marke 

nicht wundern. 

7.5.5. In seinen Antworten auf die Fragen 2.7 und 4.7 nannte der Be-

schwerdeführer jeweils die gleichen Punkte wie die Musterlösung. Er er-

B-1353/2010 

Seite 21 

klärt dies namentlich mit seinen praktischen Erfahrungen im Umgang mit 

den betreffenden Maschinen. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass in 

diesem Fach kein Stoff aus Kursunterlagen, sondern Praxiswissen aus 

dem Berufsalltag geprüft wurde, lassen sich die Parallelen zwischen der 

Musterlösung und der Antwort des Beschwerdeführers, welche dieser 

weitgehend auch selbst einräumt, jedenfalls bezüglich Frage 4.7 nicht als 

Zufall interpretieren, sondern nur durch Kenntnisse der Musterlösung er-

klären. So liegt beispielsweise die Wortfolge "leicht nach innen drehen" 

aus der Prüfungsantwort des Beschwerdeführers auf Frage 4.7 verdäch-

tig nahe an der Musterlösung ("leicht nach innen dressieren"). 

7.6.  

7.6.1. Aufgabe 1.4 im Fach "Berufskenntnisse schriftlich" lautete: "Nen-

nen Sie je zwei Vorteile von: 

a) Digitaldruck gegenüber Offsetdruck 

b) Offsetdruck gegenüber Digitaldruck 

c) Flexodruck gegenüber Tiefdruck 

d) Tiefdruck gegenüber Flexodruck". 

7.6.2. Zu a) nannte der Beschwerdeführer folgende Vorteile: "(1) schnel-

les einfaches Bedienen (2) Bedrucken dickere Material möglich (3) Bes-

sere Preis / Leistungsverhältnis bei kleinen Auflagen". Die Musterlösung 

besteht aus diesen Punkten: "Besseres Preis-/Leistungsverhältnis bei 

kleinen Auflagen; Schnell, einfaches Handling; Druck, Ausrüsten, Versand 

in einem Arbeitsprozess möglich (Mailing); Bedrucken von dicken Mate-

rialien möglich". 

Zu b) schrieb der Beschwerdeführer: "(1) Bessere Druckqualität (2) Bes-

sere Planlage (3) Bessere Preis / Leistungsverhältnis bei höheren Aufla-

gen". Die Musterlösung lautet: "Besseres Preis-/Leistungsverhältnis bei 

höheren Auflagen; Einsatz von Pantonefarben; Bessere Druckqualität; 

Bessere Planlage; Auswahl diverser Papierqualitäten". 

Zu c) gab der Beschwerdeführer folgende Punkte an: "(1) Bessere Preis / 

Leistungsverhältnis bei tieferen Auflagen (2) Diverse Material bedruck-

bar". Die Musterlösung lautet: "Besseres Preis-/Leistungsverhältnis bei 

tieferen Auflagen; Diverse Materialien bedruckbar". 

Zu d) nannte der Beschwerdeführer drei Vorteile: "(1) Bessere Druckqua-

lität Farbe (2) weniger Druckpunktzunahme (3) Bessere Preis / Leis-

B-1353/2010 

Seite 22 

tungsverhältnis bei höheren Auflagen". Die Musterlösung setzt sich aus 

folgenden vier Punkten zusammen: "Besseres Preis-/Leistungsverhältnis 

bei höheren Auflagen; Bessere Druckqualität (Farb- und Bildwiedergabe); 

Weniger Druckpunktzunahme; Feinerer Verlauf möglich, weniger hohe 

Abreissgefahr". 

7.6.3. Der Beschwerdeführer erwähnte ausschliesslich Aspekte, welche 

auch in der Musterlösung enthalten sind, wobei er mit dieser nahezu 

identische Formulierungen verwendete. Die frappierende Ähnlichkeit sei-

ner Antwort mit der Musterlösung erscheint umso bemerkenswerter, als 

dieses Prüfungsfach keinen Unterrichtsstoff, sondern praktisches Berufs-

wissen testete. Daher drängt sich hier abermals der Schluss auf, dass der 

Beschwerdeführer vorgängig Einblick in den Lösungskatalog genommen 

hatte. 

7.7. Keine abweichende Beurteilung ergibt sich aus dem Hinweis des Be-

schwerdeführers auf seine Lehrabschlussprüfung mit der Gesamtnote 5.1 

und der Note 5.8 im Fach "Berufskenntnisse". Einzig die Berufsprüfung 

"Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung" bildet Gegenstand des vor-

liegenden Verfahrens. Gute bzw. sehr gute Noten beim mehrere Jahre 

zurückliegenden Abschluss der Buchbinderlehre vermögen die oben fest-

gestellten Auffälligkeiten in der im Übrigen auch mit höheren Anforderun-

gen verbundenen Berufsprüfung nicht aus dem Weg zu räumen. 

8.  

8.1. Laut Stellungnahme der Prüfungskommission vom 24. März 2009 zu 

Handen des BBT fiel bei den Prüfungsantworten des Beschwerdeführers 

zu den Fragen Nr. 1, 9, 15, 18, 19 und 24 im Fach 3 "Produktionsplanung 

und -steuerung (PPS)" der mit der Musterlösung "identische Wortlaut" 

auf. 

8.2. In seiner Replik vom 19. Juni 2009 erklärte der Beschwerdeführer, 

die beanstandeten Fragen Nr. 1, 9, 15, 18, 19 und 24 der PPS seien alle 

mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Unterlagen vorbereitet worden. Als 

Beweis legte er Kopien bei ("PPS: Unternehmensplanung und Steue-

rung", S. 11; "PPS Fragenkatalog", S. 2, 5, 6, 8 und 9) und ergänzte, es 

sei offensichtlich, dass der Wortlaut den Lernunterlagen und nicht dem 

Fragenkatalog entspreche. 

8.3. Das BBT setzte sich im angefochtenen Entscheid nicht mit diesen 

Prüfungsaufgaben auseinander. 

B-1353/2010 

Seite 23 

8.4. Aufgabe 9 der schriftlichen Prüfung im Fach "PPS" stimmt mit Ziff. 8 

(S. 2) der vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren einge-

reichten Unterlage "PPS Fragenkatalog" überein ("Die beiden Teile der 

PPS haben eine klare Ausrichtung bzw. Unterscheidung der Aufgaben. 

Nennen Sie diese."). Die Prüfungsantwort des Beschwerdeführers ent-

spricht inhaltlich zwar den handschriftlichen Notizen in dieser Unterlage, 

weicht im ersten Punkt ("Arbeitsplanung") aber formal davon ab. Während 

die Handnotizen aus dem Unterricht nämlich als Erstes die Passage "Ar-

beitsplanung ist auftragsunabhängig, Grundlagenarbeit und Gestaltung" 

enthalten, schrieb der Beschwerdeführer im Rahmen der Prüfung an der 

betreffenden Stelle "Grundlagenarbeit und Gestaltung (auftragsunabhän-

gig)". Diese Formulierung ist mit derjenigen aus der Musterlösung iden-

tisch. Seine Prüfungsantwort stimmt demnach zwar weitgehend mit den 

eingereichten Handnotizen überein, liegt aber noch näher bei der Muster-

lösung. 

8.5. Prüfungsfrage 15 ist mit Ziff. 38 (S. 6) der Unterlage "PPS Fragenka-

talog" identisch. Identisch ist auch die Antwort des Beschwerdeführers mit 

den in der Unterlage handschriftlich genannten Punkten, welche aller-

dings ebenso in der Musterlösung zu finden sind. Analoges gilt für die 

Fragen 18, 19 und 24, bei denen die Antworten des Beschwerdeführers 

jeweils sowohl mit den Notizen aus der eingereichten Unterlage als auch 

mit der Musterlösung übereinstimmen. 

8.6. Zu Prüfungsaufgabe 1 im Fach "PPS schriftlich" markierte der Be-

schwerdeführer Ziff. 1.3.2 ("PPS in der betrieblichen Organisation"; S. 11) 

der Lernunterlage "PPS: Unternehmensplanung und Steuerung" sowie 

Ziff. 9 (S. 2) der Lernunterlage "PPS Fragenkatalog". Erstere stellt in ei-

nem relativ detaillierten Schema die Einbettung der PPS in die Linienor-

ganisation nach den Kriterien der klassischen, funktionalen Organisation 

dar. Letztere zeigt ein einfaches Diagramm mit dem Begleittext: "Durch 

die Gleichstellung mit Verkauf und Produktion soll eine unabhängige und 

neutrale Planung und Steuerung gewährleistet werden." 

8.6.1. Prüfungsfrage 1 bezog sich auf eine Buchbinderei, deren beste-

hende Struktur in einem abgegebenen Organigramm nachgezeichnet war 

und die laut Aufgabenstellung mit internen Dissonanzen sowie Kundenre-

klamationen wegen Nichteinhaltung von Terminen zu kämpfen hat. Sie 

lautete: "Welche Teile fehlen in diesem Organigramm und warum können 

die Termine in dieser Firma nicht eingehalten werden? Welche Verbesse-

B-1353/2010 

Seite 24 

rungsvorschläge haben Sie? Erstellen Sie nach Ihrem Vorschlag und 

nach Ihren Vorstellungen ein neues, besseres Organigramm." 

8.6.2. Die Musterlösung sieht wie folgt aus: "Es fehlen Terminplanung, 

PPS Stelle welche die Aufträge zusammen führen und geordnet an die 

produzierenden Abteilungen weitergibt sowie die Koordinationsstelle. In 

der vorliegenden Firma gilt: Wer am lautesten schreit bekommt die Ware." 

Der Beschwerdeführer beantwortete die Prüfungsfrage folgendermassen: 

"Hier fehlt die PPS Stelle, Aufträge müssen geordnet und ausgeführt wer-

den und an produzierende Abteilungen muss es gebracht werden. Es feh-

len die Koordinationsstelle. Hier auf dieser Organigramm fehlen auch die 

Terminplanung." 

8.6.3. In den vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen findet sich 

weder eine analoge Aufgabenstellung noch die entsprechende Lösung. 

Seine Prüfungsantwort weist jedoch markante Parallelen zur Musterlö-

sung auf. Eine Aussage, welche dem zweiten Satz der Musterlösung ent-

spricht, enthält sie zwar nicht. Abgesehen davon stimmt sie aber inhaltlich 

und teilweise auch sprachlich mit dieser überein. Besonders ins Auge 

stechen dabei die Worte "PPS Stelle", "geordnet" und "produzierende Ab-

teilungen". Die Begriffe "PPS Stelle" und "produzierende Abteilungen" er-

scheinen auch nicht etwa in den vorhin erwähnten Organigrammen der 

Lernunterlagen (ebenso wenig das Wort "geordnet"). Wo die Funktion 

"Produktionsplanung und -steuerung" dort genannt wird, geschieht dies 

unter den Bezeichnungen "PPS" bzw. "Avor (PPS)". 

8.7. Namentlich bei Aufgabe 1, aber auch bei Aufgabe 9 des Fachs "PPS 

schriftlich" drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass der Beschwerde-

führer seine Prüfung mit Hilfe der Musterlösung vorbereitete. 

9.  

Aufgabe 10 im Fach 3 "PPS, technische Arbeitsvorbereitung (AVOR)" lau-

tete: "Beschreiben Sie die Falzart "Blinder Fensterfalz"? Legen sie ein 

Muster mit beiliegendem Papier bei." Gemäss Musterkatalog präsentiert 

sich die Lösung wie folgt: "Erster Bruch in der Tasche zurückversetzt, 

zweiter Bruch quer halbieren, dritter Bruch nochmals quer." Der Be-

schwerdeführer schrieb: "(1) Bruch zurück versetzt (2) Bruch quer halbie-

ren (3) Bruch quer halbieren". 

9.1. Der Beschwerdeführer vertritt in seiner Eingabe an das Bundesver-

waltungsgericht den Standpunkt, bei Frage 10 im Fach 3, technische 

B-1353/2010 

Seite 25 

AVOR, habe die Vorinstanz, ohne abzuklären, wie die anderen Kandida-

ten geantwortet hätten, eine Schlussfolgerung zu seinen Ungunsten ge-

troffen. Auch hier sei eine Ähnlichkeit zwischen seiner Antwort und derje-

nigen der Musterlösung zu bejahen. Es gehe jedoch um einen Arbeits-

vorgang mit lediglich drei Schritten. Der Beschwerdeführer habe aufgrund 

der bei ihm vorhandenen Lernunterlagen bei der Vorbereitung zu den 

Prüfungen eine Lerntechnik gepflegt, welche sich auf das Auswendigler-

nen konzentriert habe. Mit dieser Technik habe er auch seine früheren 

Lehrgänge mit sehr gutem Notendurchschnitt bestritten. Es sei also gut 

möglich, dass andere Kandidaten die drei Vorgänge aufgrund ihrer bes-

seren Deutschkenntnisse in schöner formulierte Sätze hineingepackt hät-

ten. Auch wenn dem so wäre, müsse seine Lerntechnik im Auge behalten 

werden. Er habe sich nur auf die Informationen konzentriert und sei an 

die weiteren Aufgaben gegangen. 

Weiter zitiert der Beschwerdeführer aus seiner Replik im vorinstanzlichen 

Verfahren, wo er festgehalten habe, bei Frage 10 im Fach 3 "PPS schrift-

lich" sei darauf hinzuweisen, dass keiner der Prüfungskandidaten die 

Antwort gewusst habe und die ganze Klasse angesichts der Fragestel-

lung völlig ratlos gewesen sei. Aus diesem Grund habe der anwesende 

Experte Herrn A._______ in die Prüfungsräumlichkeit geholt, welcher die 

Frage noch während der Prüfung allen Kandidaten erklärt und so die Lö-

sung preisgegeben habe. 

9.2. Die Erstinstanz hatte in ihrer Vernehmlassung an das BBT vom 24. 

März 2009 erklärt, bei Aufgabe 10 hätten die Experten eine Frage ge-

stellt, die in der Ausbildung nicht behandelt worden sei. Trotzdem hätten 

der Beschwerdeführer und ein weiterer Kandidat im Gegensatz zu allen 

anderen Prüfungskandidaten die Antwort gewusst. Der Beschwerdeführer 

und der erwähnte weitere Kandidat hätten zudem ein falsches Falzmuster 

abgegeben, womit klar gewesen sei, dass sie die Frage nicht begriffen 

hätten. 

9.3. In seiner Stellungnahme an das BBT vom 28. Juli 2009 hielt 

A._______ fest, keiner der Prüflinge habe die Frage über den blinden 

Fensterfalz verstanden bzw. beantworten können. Als anwesender Prü-

fungsexperte sei er durch die Aufsichtsperson gerufen worden. Er habe 

die Prüflinge ermuntert, einer einzelnen Frage nicht zu viel Bedeutung 

zuzumessen. Es gebe immer Fragen, welche in der Schule nicht gelehrt 

würden, sondern aus dem Fundus der Branche stammten. Eine nicht be-

antwortete Frage habe einen ganz geringen Einfluss auf das Bestehen 

B-1353/2010 

Seite 26 

einer Prüfung. Im Weiteren habe er die Aufgabe nochmals in anderer 

Form umschrieben, ohne jedoch direkt die Lösung bekanntzugeben. 

Die Schilderung dieses speziellen Vorfalls durch den Beschwerdeführer 

bzw. dessen Rechtsvertreter entspreche nicht der Wahrheit, denn die ei-

gentliche Lösung sei nicht vermittelt worden. Das Expertenteam sei mit 

ihm jedoch überzeugt, dass eine 100 % korrekte Antwort nicht gegeben 

werden könne, wenn man die Frage nicht begreife. Ausserdem sei es ei-

ne Kleinigkeit, das dazugehörende Muster zu falzen, wenn die Frage rich-

tig beantwortet werde. Es widerspreche jedoch jeder Logik, ein total an-

deres als das aufgeschriebene Muster zu falzen. 

9.4. In ihrer Duplik vom 1. September 2009 im vorinstanzlichen Verfahren 

bemerkte die Erstinstanz, wenn dem Beschwerdeführer die Lösung nicht 

vorgesagt worden sei und er die Frage, wie er selbst einräume, auch 

nicht verstanden habe, sei es gar nicht möglich, dass er trotzdem die rich-

tige schriftliche Antwort hätte geben können. Zudem habe er es nicht ge-

schafft, trotz der richtigen Lösung ein nach Expertenmeinung simples 

Falzmuster zu machen, welches anhand der theoretischen Lösung eine 

Kleinigkeit darstelle. 

9.5. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der herbeigerufene Experte wäh-

rend der Prüfungssession die Lösung preisgab. Insbesondere dürfte er 

kaum die Musterlösung vorgelesen haben, was auch der Beschwerdefüh-

rer nicht unterstellt. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätten wohl auch 

alle übrigen Prüfungskandidaten dieselbe richtige Lösung gewusst. Aus-

serdem ergäbe es keinen Sinn, die Prüfungsantworten überhaupt noch zu 

korrigieren und zu bewerten, wenn der Experte die Lösung anlässlich des 

Examens offenbart hätte. Die betreffende Aufgabe könnte dann ebenso 

gut gestrichen werden. Nach allgemeiner Lebenserfahrung erfolgt eine 

Hilfestellung an die Examenskandidaten in derartigen Situationen meist 

durch Umformulierung der Fragestellung oder durch einen ergänzenden 

Hinweis, aber gewiss nicht durch Bekanntgabe der Lösung. 

Der Beschwerdeführer behauptet nicht, ein korrektes Falzmuster abge-

geben zu haben. Seine schriftlich ausformulierte Antwort stimmt jedoch 

weitestgehend mit der Musterlösung überein. Diese besteht aus drei kur-

zen, einfach umschriebenen Arbeitsschritten. Wenn der Beschwerdefüh-

rer die Lösung wirklich verstanden hätte, hätte er auch in der Lage sein 

müssen, das Muster richtig zu falzen. Angesichts dessen drängt sich der 

B-1353/2010 

Seite 27 

Schluss auf, dass er vor der Prüfung Kenntnis von der Musterlösung er-

langt hatte. 

10.  

10.1. Bezüglich der mündlichen Prüfungen macht der Beschwerdeführer 

insbesondere geltend, seine Antworten seien nicht wörtlich protokolliert 

worden. Die Stellungnahmen der Prüfungsexperten vermittelten den Ein-

druck, dass sie auf der Seite der Prüfungskommission stünden (vgl. dazu 

oben E. 2.2). 

Eine mündliche Prüfung habe im Fach 2 (Berufskenntnisse) stattgefun-

den. Auch hier dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, dass die gestellten 

Fragen nur bestimmte Antworten induziert hätten und es möglich gewe-

sen sei, die Frage mit der Nennung von wenigen Punkten, die aus Stich-

wörtern bestanden hätten, richtig zu beantworten. 

Beim Durchgehen der Fragen und der korrespondierenden Antworten 

hätten sowohl die Prüfungskommission als auch die Vorinstanz erkennen 

müssen, dass im Fach 2 im Allgemeinen keine allzu schwierigen Fragen 

gestellt worden seien. Auch diesem Umstand trage der BBT-Entscheid 

keinerlei Rechnung. 

10.2. Die Vorinstanz erwog (E. 7d), sie vermöge nicht mit Sicherheit fest-

zustellen, ob die Übereinstimmungen mit der Musterlösung auch in den 

mündlich geprüften Fächern vorgelegen hätten. Aus dem Protokoll der 

Prüfung "Berufskenntnisse mündlich" gehe diesbezüglich nichts hervor, 

doch habe der Experte immerhin zu Protokoll gegeben, ihm sei aufgefal-

len, dass sich die Antworten des Beschwerdeführers "zum grössten Teil 

mit den Musterantworten erstaunlich gedeckt" hätten. Nicht nur der Wort-

laut habe grösstenteils übereingestimmt, sondern auch die Reihenfolge 

der Beantwortung. Diese Beobachtungen hätten die Vermutung nahege-

legt, dass ein Zufall wenig wahrscheinlich sei und eine Manipulation vor-

liegen könne. Aus diesem Grund habe er seine Beobachtung umgehend 

gemeldet. 

Das Verhalten des Experten scheine der Beschwerdeinstanz korrekt zu 

sein, denn ob eine Manipulation vorliege, lasse sich meistens erst ent-

scheiden, nachdem die Erfahrungen der verschiedenen Examinatoren 

gegenseitig hätten besprochen werden können. Die Experten in den Fä-

chern "PPS mündlich" und "Allgemeinbildung mündlich" stellten ebenfalls 

fest, der Beschwerdeführer habe die Antworten erstaunlich schnell und 

B-1353/2010 

Seite 28 

mit einer verblüffenden Übereinstimmung mit jenen der Musterlösung er-

teilt. Die Beschwerdeinstanz vermöge lediglich festzustellen, dass offen-

bar die beteiligten Experten unabhängig voneinander dieselben Beobach-

tungen gemacht, zu Protokoll gegeben oder schriftlich festgehalten hät-

ten. 

10.3. In ihrer Stellungnahme vom 24. März 2009 zu Handen des BBT leg-

te die Prüfungskommission unter Ziff. 1.2 dar, am 1. Oktober 2008 hätten 

an der Schule für Gestaltung in Bern die ersten mündlichen Prüfungen 

stattgefunden. Bei den mündlichen Prüfungen im Fach 2 (Berufskenntnis-

se) sei von den Experten B._______ und A._______ bei beiden Kandida-

ten als auffällig erkannt worden, dass die Antworten 1:1 wie im Prüfungs-

katalog enthalten mündlich vorgetragen worden seien. Im Prüfungsbüro 

sei an diesem Morgen die gleiche Übereinstimmung der Antworten der 

Beschwerdeführer mit dem Prüfungskatalog festgestellt worden. So habe 

beispielsweise auch der Experte C. im Fach 6 (Allgemeinbildung, Recht) 

feststellen müssen, dass die beiden Beschwerdeführer die Einzigen ge-

wesen seien, welche die Fragen in mit dem Fragenkatalog übereinstim-

menden Ausführungen beantwortet hätten. Daraufhin sei das Verhalten 

der beiden Beschwerdeführer verstärkt beobachtet worden. Am letzten 

Prüfungstag seien die beiden zur Rede gestellt worden. Sie hätten jedoch 

jegliche Einsichtnahme in den Prüfungskatalog abgestritten. 

10.4. Nach Art. 13 Abs. 2 des Prüfungsreglements nehmen mindestens 

zwei Experten die mündlichen Prüfungen ab und bewerten die Leistun-

gen. Das Reglement sieht keine Protokollierungspflicht für mündliche Prü-

fungen vor. 

10.5. Nachfolgend werden die bei den Akten liegenden schriftlichen Stel-

lungnahmen der Prüfungsexperten an die Adresse von Viscom 

(D._______) zitiert: 

10.5.1. Stellungnahme von B._______ vom 6. März 2009: 

"Im Rahmen der Berufsprüfung zum Betriebsfachmann Druckweiterverar-

beitung am 1. Oktober 2008 führten Herr A._______ und ich die mündli-

che Prüfung zum Fach 2, Berufskenntnisse, durch. 

Ich hatte u.a. die Herren […] und [Beschwerdeführer] geprüft, Herr 

A._______ führte das Protokoll. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich die 

Antworten der beiden Kandidaten, auf die von mir ausgewählten Fragen, 

zum grössten Teil mit den Musterantworten, die mir vorlagen, erstaunlich 

B-1353/2010 

Seite 29 

gedeckt haben. Nicht nur, dass sie zum grössten Teil im Wortlaut mit den 

Musterantworten übereinstimmten, auch die Reihenfolge deren Beant-

wortung war zum grössten Teil identisch mit jenen Musterantworten in 

meinem Fragekatalog. 

Diese beiden Tatsachen, namentlich die Häufigkeit der Deckung mit den 

Musterantworten, sowohl im Wortlaut als auch in der Reihenfolge, legten 

die Vermutung nahe, dass ein Zufall wenig wahrscheinlich ist und dass in 

diesen beiden Fällen eine Manipulation vorliegen kann. Nach Konsultati-

on mit Herrn A._______ habe ich dies umgehend Herrn D._______ [Sek-

retär der Prüfungskommission] gemeldet. 

Bei anderen Kandidaten haben wir derartige Umstände nicht feststellen 

können." 

Der Beschwerdeführer zitiert dazu aus seiner Replik im vorinstanzlichen 

Verfahren, wo er festhielt, die Aussagen von B._______ seien vage und 

unfundiert und damit vollumfänglich abzuweisen. Der Experte habe sich 

lediglich darauf beschränkt, die Vermutung zu äussern, aufgrund der rich-

tigen Antworten des Beschwerdeführers könne eine Manipulation vorlie-

gen. 

10.5.2. Schreiben "Unregelmässigkeit Berufsprüfung zum Betriebsfach-

mann" von E._______ vom 15. März 2009: 

"Gerne halte ich meine Eindrücke der letzten Berufsprüfung im vergange-

nen Oktober kurz fest. Durch meine langjährige Tätigkeit als Experte bei 

Lehrabschlussprüfungen, an Technikerschulen oder an der letzten durch-

geführten Berufsprüfung bin ich mich gewohnt, einen solchen Prüfungs-

verlauf objektiv zu beurteilen. 

Zusammen mit F._______ habe ich an der Berufsprüfung zum Betriebs-

fachmann in Bern Prüfungen abgenommen. Die Kandidaten wurden 

wechselweise durch F._______ und mich befragt. Der jeweils nicht fra-

gende hat die Antworten protokolliert. 

Bei zwei Kandidaten ist mir bei der Beantwortung der Fragen aufgefallen, 

dass diese die Lösung genau in der Reihenfolge und im gleichen Wortlaut 

wie im Fragenbogen aufgeführt wiedergegeben haben. In der Regel war 

kein Punkt mehr aber auch kein Punkt weniger beantwortet als in der 

Musterlösung. Die Fragen entsprechen nur selten einem klar vorgegebe-

B-1353/2010 

Seite 30 

nen Antwortschema und trotzdem haben die Kandidaten […] und [Be-

schwerdeführer] sehr rasch und ohne Umschweife geantwortet. 

Als ich aufgrund dieser Begebenheit misstrauisch wurde habe ich dieses 

Thema ergänzende Fragen gestellt. Diese konnten nicht oder nur falsch 

beantwortet werden. Dieser Sachverhalt ist im Fragebogen nachzuvoll-

ziehen. So habe ich beispielsweise im Protokollbogen des Fachs PPS bei 

den Fragen 15 und 16 nur noch hingeschrieben "genau…..". Dieses "ge-

nau…" ist mein kleiner Hinweis, dass ich hier festgestellt habe, dass Herr 

[Beschwerdeführer] im Vorfeld der Prüfungen Zugriff auf die Fragen hätte 

haben können. 

Ich bin überzeugt, dass die zwei Kandidaten Zugang zu den Fragen hat-

ten […]." 

10.5.3. Stellungnahme von F._______ vom 19. März 2009: 

[…] 

"Als Verantwortlicher für das Fach 3 und 6 ist uns sowohl bei der mündli-

chen wie auch bei der schriftlichen Prüfung aufgefallen, dass Herr [Be-

schwerdeführer] und Herr […] die Antworten überkorrekt gegeben haben. 

Teilweise sogar identisch mit den Wortlauten des Lösungsvorschlages 

welche in den Prüfungsunterlagen vermerkt waren. 

Da ich ebenfalls die mündlichen Prüfungen mit E._______ im Fach 3 ab-

genommen habe, ist uns speziell aufgefallen, dass die Antworten vor al-

lem bei Herr [Beschwerdeführer] wie aus dem Kanonenrohr geschossen 

kamen. Bei Weiteren vertieften Fragen wurden die Antworten falsch oder 

nur mit Hilfe richtig gegeben. 

[…] 

Aufgrund dieser und vielen weiteren Beobachtungen sind wir zur Über-

zeugung gelangt, dass die Herren [Beschwerdeführer] und […] Einsicht in 

die Prüfungsunterlagen gehabt haben. Bei den vielen Prüfungen, welche 

ich in den vergangenen Jahren zu beurteilen hatte, war noch nie annä-

hernd ein so identisches Beantworten der Fragen vorgekommen. Zudem 

sind viele Fragen nicht in der gleichen Form wie in der Schule gelernt er-

folgt, sondern oftmals in einen weiteren Zusammenhang gestellt worden. 

B-1353/2010 

Seite 31 

Aus den oben erwähnten Punkten bin ich überzeugt, dass die Prüfung zu 

recht annulliert wurde." 

Bezüglich dieser Stellungnahme verweist der Beschwerdeführer auf seine 

Replik im vorinstanzlichen Verfahren, wo er die Ansicht vertrat, auch eine 

überkorrekte Antwort sei korrekt und dürfe nicht Vermutungen auf illegiti-

me Verhaltensweisen seinerseits vor der Prüfung aufkommen lassen. Es 

sei zudem logisch, wenn eine Frage, die eine bestimmte Antwort oder 

Antworten induziere, gleich beantwortet werde wie in der Musterlösung. 

Der Beschwerdeführer bestreitet demnach nicht, in der betreffenden 

mündlichen Prüfung mit der Musterlösung identische Antworten gegeben 

zu haben. 

10.6. Alle zitierten Stellungnahmen der Experten beinhalten die Kernaus-

sage, dass die mündlichen Prüfungsantworten des Beschwerdeführers 

auffällige, weitgehende Übereinstimmungen mit der Musterlösung zeig-

ten. Soweit sich der Beschwerdeführer zu den Stellungnahmen äussert, 

räumt er diese Parallelen entweder ausdrücklich ein (bezüglich der Stel-

lungnahme von F._______) oder bezeichnet die Stellungnahme als vage 

und unfundiert bzw. als blosse Vermutung einer Manipulation (Schreiben 

von B._______). Weshalb die betreffende Stellungnahme aber unfundiert 

sein soll, erläutert er nicht. 

Die übereinstimmenden Beobachtungen der Experten in den mündlichen 

Prüfungen bilden ebenfalls gewichtige Indizien dafür, dass der Beschwer-

deführer Kenntnis von der Musterlösung hatte. Anhaltspunkte für eine ge-

genseitige Absprache der Experten zu Lasten des Beschwerdeführers 

bestehen nicht (vgl. auch oben E. 2.2), zumal dieser deren Aussagen 

mindestens teilweise selbst bestätigt. In Anbetracht dessen ist davon 

auszugehen, dass die Experten ihre Feststellungen unabhängig vonein-

ander machten. 

11.  

11.1. Gestützt auf die obenstehenden Erwägungen gelangt das Bundes-

verwaltungsgericht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer im Vorfeld 

der Prüfung Einsicht in die Musterlösung hatte. Dabei spielt es keine Rol-

le, wenn er nicht sämtliche Antworten entsprechend der Musterlösung 

formulierte und in einzelnen Fällen auch ausführlichere Antworten gab, 

wie er in seiner Beschwerdeschrift geltend macht. Es ist nämlich eher 

unwahrscheinlich, dass sich ein Kandidat eine umfangreiche Musterlö-

B-1353/2010 

Seite 32 

sung überhaupt vollständig und in allen Einzelheiten merken kann. Selbst 

wenn dies aber gelingen sollte, wäre es äusserst unklug, sich im Examen 

durch wörtliche Wiedergabe der kompletten Musterlösung zu verraten. 

11.2. Nach Art. 26 Abs. 1 BBG dient die höhere Berufsbildung auf der Ter-

tiärstufe der Vermittlung und dem Erwerb der Qualifikationen, die für die 

Ausübung einer anspruchs- oder einer verantwortungsvolleren Berufstä-

tigkeit erforderlich sind. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Prüfungsreglements 

hat der Kandidat durch die Berufsprüfung den Nachweis zu erbringen, 

dass er die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt, um in sei-

nem Beruf höheren Ansprüchen zu genügen und eine Stelle als Abtei-

lungsleiter und Vorgesetzter im Bereich der Druckweiterverarbeitung aus-

zufüllen. 

11.3. In seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2010 zu Handen des Bundes-

verwaltungsgerichts äusserte das BBT die Ansicht, dass ein Fachgebiet, 

wie technisch es auch sein möge, kaum auf eine bestimmte Frage nur 

gerade eine bestimmte Formulierung, d.h. nur gerade bestimmte Worte 

und Begriffe in einer zudem bereits bestimmten Abfolge, als korrekt zu-

lasse. Von den Berufspersonen, die sich einer Prüfung der höheren Be-

rufsbildung stellten, werde geradezu erwartet, dass sie die Inhalte, Prob-

leme und möglichen Lösungsansätze aus ihren Branchen in eigenen 

Worten und Formulierungen darzulegen vermöchten; die Aufgabenstel-

lungen seien daher nicht auf uniforme, quasi vorprogrammierte Stan-

dardantworten ausgerichtet (vgl. oben E. 5.2). 

11.4. Das Bundesverwaltungsgericht teilt diese Auffassung. Sie entspricht 

der oben (E. 11.2) angeführten legislatorischen und reglementarischen 

Zielsetzung der höheren Berufsbildung. 

11.5. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, die Lösungen anderer 

Kandidaten beizuziehen (vgl. oben E. 5.4). 

12.  

12.1. Der Präsident der Prüfungskommission, G._______, erklärte in ei-

nem Schreiben an das BBT vom 10. April 2009 unter Bezugnahme auf 

die Prüfung des Beschwerdeführers (sowie diejenige eines weiteren Kan-

didaten und Beschwerdeführers), als Vorsitzender der Prüfungskommis-

sion habe er die Notensitzung geleitet, in welcher die Kommission ein-

stimmig zum Schluss gelangt sei, dass unzulässige Hilfsmittel im Sinne 

von Art. 12 Bst. a des Prüfungsreglements verwendet worden seien. Die 

B-1353/2010 

Seite 33 

jeweiligen Antworten "auf den in spezifisch zusammengestellten Fragen-

kataloge" seien teilweise wortwörtlich von den Beschwerdeführern ange-

wendet worden. Daraus hätten sich erstaunliche Notendurchschnitte er-

geben, die "Misstrauen in der Prüfungskommission aufkommen liessen". 

Herr […] und Herr [Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht] hätten die Lehre in der […] G._______ AG, in 

welcher er als verantwortlicher Geschäftsführer zeichne, absolviert. 

Zu Recht frage er sich jetzt, ob die etwaige Entwendung oder Einsicht-

nahme durch die Prüfungskandidaten […] und [Beschwerdeführer] wäh-

rend seiner Ferienabwesenheit möglich gewesen sei. Tatsächlich gebe es 

immer wieder unbeaufsichtigte Zutrittsmöglichkeiten zu seinem Arbeits-

platz, da man in einem grossen Arbeitsraum arbeite und über keine ab-

geschlossenen Räume verfüge. Er habe deshalb auch im persönlichen 

Gespräch mit den Kandidaten herauszufinden versucht, ob ein derartiger 

Vorwurf des unlauteren Vorgehens in Betracht zu ziehen wäre. Sie hätten 

ihm versichert, dass seine Verdächtigungen absurd seien. Sie hätten sich 

mit grossem Aufwand auf die Abschlussprüfung vorbereitet und sich nur 

auf die Wissensvermittlung der Inhalte der Referenten während des Vor-

bereitungskurses konzentriert. 

Da er als Präsident der Prüfungskommission in dieser Sache mit Befan-

genheit konfrontiert sei, trete er mit seiner Funktion in den Ausstand. 

12.2. In einem Schreiben vom 24. Juli 2009 an das BBT hielt G._______ 

Folgendes fest: 

"1. Die definitiven Prüfungsunterlagen wurden mir vom Sekretariat Vis-

com per Post ca. drei Wochen vor Prüfungstermin an die Geschäftsad-

resse der […] G._______ AG zugestellt. 

2. Ich deponierte die Versandhülle mit den Prüfungsunterlagen ungeöffnet 

an meinem Arbeitsplatz in unterster Position eines Plastikbehälters. Zu-

sätzlich wurden noch alle übrigen aktuellen Akten von meinem Arbeits-

platz in denselben Behälter gelegt, welchen ich vor meiner dreiwöchigen 

Ferienabwesenheit deponierte. So verliess ich meinen geräumten Ar-

beitsplatz. Der Plastikbehälter wurde "im" meinem Abstellraum beiseite 

gestellt. Er befindet sich im 4. Stock hinter dem Büroraum, in welchem 

sich drei Arbeitsplätze befinden und während den Geschäftszeiten zu-

gänglich sind, so auch an Randzeiten, wenn der Reinigungsdienst zwei-

mal wöchentlich wirkt. 

B-1353/2010 

Seite 34 

3. Nach meinen Ferien wurde der Plastikbehälter von mir wieder ausge-

räumt, die Akten auf meinem Arbeitstisch nach Prioritätskriterien ausge-

breitet. Darunter auch die ungeöffneten Prüfungsunterlagen, die ich tags 

darauf als Experte an die Abschlussprüfung nach Bern mitgenommen ha-

be. Mir ist dabei keine offensichtliche Veränderung der Unterlagen aufge-

fallen. 

4. Fakten = Die Prüfungsunterlagen waren zugänglich, doch diskret in 

Versandhülle zu unterst in einem Plastikbehälter aufbewahrt und nur mit 

Insiderwissen zu finden. Die Büroräume werden durch unsere administra-

tive Leitung Herrn H._______ sowie unsere kaufmännische Mitarbeiterin 

Frau I._______ genutzt. Von ihnen wurde keiner der beiden Kandidaten 

im Bürobereich während meiner Ferienzeit angetroffen. Neben den nor-

malen Arbeitszeiten sind jedoch mit einem Sonderschlüssel (Passepar-

tout) alle Gebäudeteile zugänglich. Dieser Notfall-Schlüssel befindet sich 

in einer Schublade im Produktionsbüro (3. Stock). Damit hat man auch 

Zugang in Randzeiten (Schicht) für den 4. Stock. 

5. Wir sprechen von der definitiven Fassung der Prüfungsunterlagen. Es 

wurden jedoch im ersten Lauf dieselben Unterlagen in der Rohfassung 

vorgängig ebenfalls an die Geschäftsadresse versendet, um uns Exper-

ten ein Gegenlesen der Aufgaben zu ermöglichen. Diese Unterlagen wur-

den von mir aber zuhause am Wochenende oder zur Abendzeit bearbei-

tet. Sie waren demnach für die Kandidaten nicht zugänglich." 

12.3. In seiner Stellungnahme vom 16. Oktober 2009 zu Handen der Vor-

instanz hielt der Beschwerdeführer fest, er sei seit Mai 2006 nicht mehr 

bei der […] G._______ AG tätig; er habe ab diesem Zeitpunkt bis Februar 

2008 bei der J._______ AG gearbeitet. Zum fraglichen Zeitpunkt habe er 

somit weder zu Arbeits- noch zu Randzeiten Zugang zum Betrieb gehabt. 

Er habe auch nicht wissen können, wie der Ablauf der Prüfungsvorberei-

tungen der Experten ausgesehen habe. Er müsste hellseherische Fähig-

keiten haben, um zu wissen, dass die Lösungen den Experten drei Wo-

chen vor den Prüfungen zugestellt worden seien, wo diese die Lösungs-

vorschläge deponiert hätten, wann sie in die Ferien gingen usw. Er habe 

somit faktisch gar keine Möglichkeit gehabt, in die Musterlösungen Ein-

sicht zu nehmen. 

12.4. Das BBT erwog im angefochtenen Entscheid (E. 9 f.), dem Be-

schwerdeführer könne bezüglich seiner Aussage, dass er bereits seit län-

gerer Zeit nicht mehr in der Unternehmung von Herrn G._______ arbeite 

B-1353/2010 

Seite 35 

und aus diesem Grund keinen Zutritt zu den Büroräumen habe, gefolgt 

werden. Hingegen teile die Beschwerdeinstanz seine Schlussfolgerung 

nicht, dass er deshalb keine Möglichkeit gehabt hätte, die Unterlagen vor 

der Prüfung einzusehen. Es könne nämlich nicht ausgeschlossen wer-

den, dass eine unbefugte Person diese Dokumente in den Büros der […] 

G._______ AG an sich genommen habe. Die Unterlagen seien nicht ein-

geschlossen gewesen. Das Büro sei allgemein zugänglich gewesen. Der 

Chef sei ferienabwesend gewesen, und lediglich zwei Personen hätten 

sich das entsprechende Büro geteilt. Zudem existiere ein Schlüssel, mit 

dem die Büros auch ausserhalb der geregelten Arbeitszeiten hätten be-

treten werden können – sogar nachts. Mit Blick auf eine allfällige Behän-

digung der Dokumente hätten somit zwar nennenswerte Erschwernisse, 

jedoch keine Hinderungsgründe bestanden. 

Im vorliegenden Fall müsse sich der Beweis im Übrigen nicht auf den ge-

samten, Gegenstand von Vermutungen bildenden Hergang beziehen, 

sondern ausschliesslich auf die Frage, ob der Beschwerdeführer im Vor-

feld der Prüfung Kenntnis von den Unterlagen gehabt habe. Wie der Be-

schwerdeführer allenfalls in den Besitz der Dokumente gelangt sei, sei 

bezüglich dieser Frage an sich unerheblich. Theoretisch wäre es immer-

hin möglich, dass ihm die Unterlagen von unbekannter Seite zugespielt 

worden seien oder dass er jemanden beauftragt habe, ihm die Dokumen-

te zu beschaffen. 

12.5. Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, die Interpretation der 

Stellungnahme von G._______ durch die Vorinstanz sei klar abzulehnen. 

Bei richtiger Auslegung sage G._______ aus, dass er die Prüfungsunter-

lagen in einer ungeöffneten Versandhülle in einem Plastikbehälter aufbe-

wahrt habe. Wenn er aussage, ihm sei keine offensichtliche Veränderung 

der Unterlagen aufgefallen, dann sei diese Zurückhaltung in seiner Aus-

sage darin begründet, dass er im fraglichen Zeitpunkt in den Ferien ge-

wesen sei und er einen solchen Fall nicht abschliessend zu beurteilen 

gewagt habe. 

12.6. Bezug nehmend auf das Urteil des Bundesgerichts 2P.185/2004 

vom 27. Juli 2004 über eine staatsrechtliche Beschwerde gegen einen 

regierungsrätlichen Entscheid betreffend das Nichtbestehen einer kanto-

nalen Maturitätsprüfung hielt das BBT im angefochtenen Entscheid 

(E. 11) fest, es könne nicht darauf ankommen, ob ein Beschwerdeführer 

auf unerlaubte Weise in den Besitz des Prüfungskatalogs gekommen sei. 

Entscheidend sei – und dieser Entscheid sei aufgrund der gesamten Um-

B-1353/2010 

Seite 36 

stände zu fällen – ob er Kenntnis von den Musterlösungen gehabt haben 

müsse. 

12.7. Der Beschwerdeführer bringt vor, die vergleichsweise Heranziehung 

des Bundesgerichtsurteils 2P.185/2004 vom 27. Juli 2004, in welchem die 

Maturitätsprüfung als nicht bestanden habe erklärt werden können, ohne 

den Beweis zu erbringen, der betreffende Schüler habe Einsicht in die 

Musterlösungen gehabt, sei hier eindeutig fehl am Platz. In diesem Ent-

scheid habe das Bundesgericht ausgeführt: "Der Beschwerdeführer be-

streitet dies (dass er Einsicht in die Musterlösung gehabt hat) im Grunde 

genommen nicht, sondern scheint der Auffassung zu sein, die Behörden 

müssten dazu noch konkret den Beweis erbringen, dass er sich Zugang 

zu den Musterlösungen verschafft habe. Mit den Argumenten im ange-

fochtenen Entscheid setzt er sich nicht im Einzelnen auseinander." 

Im vorliegenden Fall werde substantiiert dargelegt, weshalb die Behaup-

tung, dass der Beschwerdeführer Einsicht in die Musterlösungen gehabt 

habe, völlig unwahr und unbegründet sei. In casu könne der Beweis nicht 

erbracht werden, dass sich der Beschwerdeführer tatsächlich Zugang zu 

den Musterlösungen verschafft habe. Auch die Vermutungen könnten 

nicht einleuchtend begründet werden. Schliesslich könne auch nicht be-

hauptet werden, der Beschwerdeführer würde sich nicht mit dem Vorwurf 

auseinandersetzen, dass er die Prüfungslösungen vor den Prüfungen 

konsultiert habe. Bei der im Bundesgerichtsurteil behandelten Maturi-

tätsprüfung habe nicht nachgewiesen werden können, wann und wie der 

Geprüfte Einsicht in die Prüfungsunterlagen habe nehmen können. Das 

Bundesgericht habe festgestellt, dass trotzdem erdrückende Indizien be-

standen hätten, wonach der Geprüfte Einsicht in die Prüfungsunterlagen 

gehabt haben müsse. Hier lägen solche erdrückenden Indizien in keiner 

Art und Weise vor. 

12.8. Das Bundesgericht hatte im erwähnten Urteil (E. 4.3.1) dargelegt, 

der Regierungsrat sei in Würdigung der gesamten Umstände zum 

Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer im Schwerpunktfach 

"Wirtschaft und Recht" Kenntnis von den Musterlösungen gehabt haben 

müsse. Dabei habe er es offengelassen bzw. zu Recht als irrelevant er-

achtet, wann und wie der Beschwerdeführer in den Besitz der Musterlö-

sungen gelangt sei. Im angefochtenen Entscheid – und noch ausführli-

cher im vorangehenden Entscheid der Erziehungsdirektion – werde im 

Einzelnen nachgewiesen, dass und inwiefern die Antworten des Be-

schwerdeführers mit der schriftlichen und mündlichen Musterlösung 

B-1353/2010 

Seite 37 

übereinstimmten. Aufgrund der erdrückenden Indizien habe als erstellt 

gelten dürfen, dass der Beschwerdeführer Kenntnis von den Musterlö-

sungen der schriftlichen und mündlichen Maturaprüfung gehabt habe. 

12.9. Ein rechtserheblicher Sachverhalt gilt als erwiesen, wenn das Ge-

richt gestützt auf eine Würdigung der Beweise nach objektiven Gesichts-

punkten zur Überzeugung gelangt, dass er sich verwirklicht hat (vgl. oben 

E. 4.5). Im vorliegenden Fall kommt das Bundesverwaltungsgericht auf-

grund eines Vergleichs der Prüfungsantworten des Beschwerdeführers 

mit der Musterlösung sowie (teilweise) dem Unterrichtsstoff zum Schluss, 

dass der Beschwerdeführer vor der Prüfung Einsicht in die Musterlösung 

hatte bzw. gehabt haben musste (vgl. oben E. 11.1). Zu dieser Überzeu-

gung gelangt es unabhängig davon, ob sich die näheren Umstände der 

Einsichtnahme anhand der vorliegenden Akten rekonstruieren bzw. 

nachweisen lassen. Des entsprechenden Beweises bedarf es, wie auch 

das Bundesgericht im oben angeführten Urteil darlegte, unter den gege-

benen Voraussetzungen nicht. 

Ungeachtet dessen lässt sich im hier zu beurteilenden Fall – auch unter 

Bezugnahme auf die Erwägungen der Vorinstanz (vgl. oben E. 12.4) – die 

Möglichkeit nicht von der Hand weisen, dass jemand die Prüfungsunter-

lagen mit den Musterlösungen während der Ferienabwesenheit des Prä-

sidenten der Prüfungskommission in dessen Unternehmen behändigt, 

aus der Versandhülle genommen, kopiert und danach wieder in die Ver-

sandhülle zurückgelegt hat, ohne diese sichtbar zu beeinträchtigen. Der 

Beschwerdeführer könnte aber auch auf anderem Weg Kenntnis von den 

Musterlösungen erhalten haben. 

13.  

Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid entge-

gen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht willkürlich ist. Einer Er-

gänzung des Sachverhalts bedarf es nicht. Die Beschwerde ist demnach 

abzuweisen. 

14.  

Gemäss Art. 21 Abs. 1 Satz 1 des Prüfungsreglements wird, wer die Prü-

fung nicht bestanden hat, frühestens nach einem Jahr zur nächsten or-

dentlichen Prüfung zugelassen. Seit der Prüfungssession vom 1.-3. Ok-

tober 2008 bzw. seit der schriftlichen Orientierung des Beschwerdefüh-

rers vom 16. Oktober 2008 über das Nichtbestehen der Prüfung sind 

B-1353/2010 

Seite 38 

mehr als drei Jahre vergangen. Dem Beschwerdeführer steht es daher 

frei, sich erneut zur Prüfung anzumelden. 

15.  

Abschliessend ist über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient-

schädigung zu befinden. Der Beschwerdeführer beantragt die unentgeltli-

che Prozessführung. 

15.1. Nach Art. 65 Abs. 1 VwVG kann eine Partei, die nicht über die er-

forderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrens-

kosten befreit werden, sofern ihr Begehren nicht als aussichtslos er-

scheint. Unter denselben Voraussetzungen (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5; 

MARCEL MAILLARD, in: Waldmann/Weissenberger, a.a.O., Art. 65 N. 23 

und 37; MARTIN KAYSER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin 

Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren (VwVG), Zürich/St. Gallen 2008, Art. 65 N. 27) wird ihr ein An-

walt bestellt, wenn es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 

Abs. 2 VwVG). 

15.2. Prozessbegehren sind gemäss Rechtsprechung des Bundesge-

richts als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten (ex ante 

betrachtet; vgl. BGE 124 I 304 E. 2c, 122 I 5 E. 4a) beträchtlich geringer 

sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet 

werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn 

sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten 

oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-

tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung 

zur Einlegung des Rechtsmittels entschliessen oder aber davon absehen 

würde, soll doch eine Partei einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung 

und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er 

sie nichts kostet (vgl. BGE 129 I 129 E. 2.3.1). 

15.3. Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sind, ex ante betrach-

tet, als aussichtslos zu bezeichnen. Seine Prüfungsantworten weisen 

zahlreiche augenfällige, offensichtliche Übereinstimmungen mit der Mus-

terlösung auf. Dies gilt auch für die mündlichen Prüfungen, bezüglich de-

rer schon im vorinstanzlichen Verfahren übereinstimmende und glaubhaf-

te schriftliche Stellungnahmen seitens der Experten vorlagen. Beweise 

dafür, dass die frappanten Parallelen durch den Unterrichtsstoff oder die 

Fragestellung bedingt sein könnten, bestehen nicht. Das Gesuch des Be-

B-1353/2010 

Seite 39 

schwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist 

deshalb abzuweisen. 

15.4. Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei 

aufzuerlegen; unterliegt diese nur teilweise, so werden sie ermässigt, und 

ausnahmsweise können sie ihr erlassen werden (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführer unterliegt vollständig, weshalb die Verfahrenskos-

ten ihm aufzuerlegen sind. Sie sind in Anwendung von Art. 1 i.V.m. Art. 2 

und Art. 3 Bst. b des Reglements über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 

173.320.2) auf Fr. 1'000.- festzusetzen und mit dem geleisteten Kosten-

vorschuss zu verrechnen. 

15.5. Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer angemes-

senen Parteientschädigung, worauf er bei diesem Verfahrensausgang je-

doch keinen Anspruch hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

16.  

Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, 

SR 173.110) können Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen nicht 

mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden. Der vorliegen-

de Entscheid ist deshalb endgültig. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Antrag des Beschwerdeführers auf Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'000.− festgesetzt. Sie werden mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.− verrechnet. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

B-1353/2010 

Seite 40 

– den Beschwerdeführer; 

– die Vorinstanz; 

– die Erstinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Hans Urech Urs Küpfer 

 

Versand: 15. Dezember 2011