# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74b1acc0-140b-5c8f-812d-59334b005642
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-02-28
**Language:** de
**Title:** Auffahrunfall mit HWS-Trauma am 26. Oktober 2013. Ende Januar 2015 lagen keine unfallkausalen gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr vor, weswegen kein Leistungsanspruch aus der Unfallversicherung mehr besteht.  (BGE 8C_303/2017)
**Docket/Reference:** UV.2015.00128
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00128.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00128
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichter Mosimann
Gerichtsschreiber Wilhelm
Urteil
vom
28. Februar 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
Weinbergstrasse 43, 8006 Zürich
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1953, war seit September 2001 als Vorarbeiter bei der
Y.___
AG
in
Z.___
angestellt. Die obligatorische Unfallversicherung führte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva).
Am 26. Oktober 2013 musste er als Lenker eines Personenwagens
anhalten
, wobei der Lenker des nachfolgenden Fahrzeuges nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte, worauf es zu einer Auffahrkollision kam (Urk. 8/1,
Urk.
8/7,
Urk.
8/23; vgl. auch
Urk.
8/30).
G
leichentags
suchte der Versicherte
das
A.___
auf
. Dort gingen die Ärzte
von einem
kranio
-zervikalen Beschleunigungstrauma aus
(vgl. Urk.
8/8) und führte
n
bildgebende Untersuchung
en
der gesamten Wir
belsäule (Röntgen und CT
) durch (
Urk. 8/14-15).
Ab Unfalltag war ärztlich eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
vgl.
Urk. 8/11
,
Urk.
8/27,
Urk.
8/33,
Urk.
8/39
).
Im Dezember 2013
folgte
n
weitere
ärztliche Untersuchungen
(MRT
des Schä
dels
, neurologische Abklärung
;
Urk.
8/16
-17)
und die
behandelnde Ärztin
,
Dr.
med.
B.___
, FMH für
Physikalische Medizin, stellte am 10. De
zember 2013 fest, es bestünden noch immer beträchtliche Schmerzen im gesamten Rückenbereich (Urk. 8/19). Bereits am 4. Dezember 2013 hatte sie zweitmalig eine Serie physiotherapeutischer Behandlungen verschrieben (Urk. 8/18).
Im März
2014 erfolgte in der
C.___
ein ambulantes Assessment (Urk. 8/42). Es folgten
eine Wirbelsäulenuntersuchung in der Klinik
D.___
im Mai 2014 (Urk. 8/61), in der genannten Klinik im August 2014 eine
periforaminale
Infiltration im Bereich der Halswirbelsäule (Urk. 8/85), eine kreisärztliche Unter
suchung im August 2014 (Urk. 8/8
4), eine psychiatrische Abklärung (Urk. 8/112)
sowie
eine weitere neurologische Untersuchung
im Dezember 2014
(Urk. 8/111).
Mit Verfügung vom 16. Januar 2015 stellte die Suva die bisher gewährten Versicherungsleistungen (Taggeld und Heilbehandlung) per 31. Januar 2015 ein und verneinte einen weitergehenden Leistungsanspruch in Form einer Invalidenrente oder einer Integritätsentschädigung (Urk. 8/120). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 27. Januar 2015 Einsprache (Urk.
8/124) und reichte im
Einspracheverfahren
den Bericht der
E.___
vom 15. April 2014 ein (Urk. 8/137). M
it
Einspracheentscheid
vom
2. Juni 2015 wies die SUVA die Einsprache ab (Urk. 2 =
Urk.
8/138).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
2.
Juni 2015 erhob der Versicherte am 1. Juli 2015 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Ent
scheid sei aufzuheben und es sei die Suva zu verpflichten, ihm die gesetz
lichen Leistungen aufgrund der Folgen des
am 26. Oktober 2013 erlittenen
Unfalles über den 31. Januar 2015 hinaus auszurichten (Urk. 1). Die Suva beantragte in der Beschwerdeantwort vom 17. August 2015 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Am 23. Mai 2016 äusserte sich der Versicherte erneut zur Sache und reichte weitere ärztliche Berichte ein (Urk. 11 und
Urk.
12/1-2). Dazu nahm die Suva am
2.
Juni 2016 Stellung (Urk. 15).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
26. Oktober 2013
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegen
den Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
2.
Die im Zusammenhang mit der Beurteilung des Leistungsanspruchs massge
blichen Gesetzesbestimmungen und Grundsätze
(natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang, Adäquanzbeurteilung bei psychischem
Gesundheits
schaden
und nach einem Schleudertrauma, Beweiswürdigung)
hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
korrekt darge
stellt (Urk. 2 S. 4 f. Ziff. 1 f. und S. 8 f. Ziff
. 4a, 5
a
u. 6a
). Darauf wird ver
wiesen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
fasste
im angefochtenen
Einspracheentscheid
zusammen
,
objektivierbare Unfallfolgen seien nicht festgestellt worden. Ins
besondere die bildgebenden Verfahren hätten keine Hi
nweise auf traumatisch bedingte
Läsionen ergeben. Bei den nach w
ie vor geklagten Beschwerden -
Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule (HWS),
Druckdolenzen
und muskulärer Hartspann im Bereich der HWS
-
handle es sich höchstens noch um Beschwerden, die zwar als organisch imponier
ten,
weil s
ie klinisch fest
stellbar seien,
denen aber ein organisches Substrat im Sinne einer struktu
rellen Läsion fehle. Eine organische Ursache, insbesondere eine neurolo
gische, sei nicht gegeben.
Bezüglich der organisch nicht nachweisbaren Beschwerden und auch bezüglich der ebenfalls geklagten psychischen Beschwerden stehe damit die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Vordergrund.
Da die psychischen Beschwerden im Vordergrund stünden, sei die Adäquanz entsprechend den auf psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall anwendbaren Grundsätzen
(sog. Psycho-Praxis; vgl. BGE 115 V 133)
zu prüfen. Hierbei falle ins Gewicht, dass ein mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten vorliege und von
den
in diesem Fall zu prüfen
den Adäquanzkriterien nur eines in nicht sehr ausgeprägter Form erfüllt sei. Die Adäquanz sei daher zu verneinen. Auch die Prüfung der Adäquanz ent
sprechend den Grundsätzen der
Rechtsprechung zum Schleudertrauma (sog. Schleudertrauma-P
raxis
;
BGE 117 V 359, vgl. auch
BGE 134 V 109)
führe zu keinem anderen Ergebnis. Zu beachten sei, dass im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen eine namhafte Besserung der Unfallfolgen nicht mehr zu erwarten und mithin der Endzustand erreicht gewesen sei
(Urk. 2 S. 6 ff.
Ziff. 3,
S.
9 ff. Ziff. 5, Ziff. 6
lit
. b-e und Ziff. 7
).
3.2
Der Beschwerdeführer macht
e
geltend,
die Beschwerdegegnerin
vertrete zu Unrecht den
Standpunkt
, der adäquate Kausalzusammenhang sei
entspre
chend den bei psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall anwend
baren Grundsätzen
zu prüfen, weswegen das Erreichen des medizinisch-therapeutischen Endzustandes nicht abzuwarten sei.
Zu beachten sei, dass er (der Beschwerdeführer) ein Schleudertrauma mit dem für diese Verletzung typischen Beschwerdebild erlitten habe. Unmittelbar nach dem Unfall sei er schockiert und einen Moment benommen gewesen. Als er zu sich gekommen sei, seien Nacken- und Kopfschmerzen
aufgetreten die an Intensität rasch zugenommen hätten. Davon sei im von den
erstbehandelnden
Ärzten aus
gefüllten HWS-Fragebogen jedoch nichts erwähnt worden. Nicht korrekt sei auch die dortige Erwähnung, der Aufprall des nachfolgenden Fahrzeugs sei
mit geringer Geschwindigkeit erfolgt.
Tatsächlich sei von einer
Aufprallge
schwindigkeit
zwischen 24 und 34 km/h auszugehen, was einer
Geschwin
digkeit
sänderung
(Delta-v) zwischen 12 und
18 km/h entspreche. Der Gesundheitszustand habe sich in der Folge nur wenig gebessert. Es seien weiterhin ständige Nacken
-
und Kopfschmerzen aufgetreten und bei jeglicher körperlicher Belastung hätten diese zugenommen. Begleitet worden seien diese Beschwerden von
Schwankschwindel
. Zusätzlich sei es zu Ausstrahlun
gen der Nackenschmerzen in die Schultern und Arme gekommen, begleitet von Kribbelgefühlen.
Seit dem Unfall bestünden wieder Lumbalgien. Solche seien bereits in den Jahren
zwischen
2008
und
2011 aufgetreten. Im Ver
gleich zu damals seien die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) aber deutlich intensiver
gewesen
. Insgesamt bestehe eine Häufung von Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, rasche Ermüdbarkeit, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression und Wesensveränderung.
Mit der Annahme einer
Symptomaus
weitung
durc
h die Suva-Ärzte sei nicht erwie
sen, dass die typischen Beschwerden des Schleudertraumas in den Hintergrund getreten se
ien.
Auf
grund der Akten sei sodann nicht ausgewiesen, dass durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung (Physiotherapie und Psychotherapie)
keine nam
hafte Steigerung der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden könne.
Aus den
verschieden ärztlichen Darlegungen ergebe sich, dass noch Zeit nötig sei, bis die Erwerbstätigkeit wieder
aufgenommen werden könne. Es sei notorisch, dass bei gewissen Betroffenen die
Schleudertraumabeschwerden
erst nach langer Behandlung wieder abklängen. Allein mit der Dauer der Behandlung lasse sich der Behandlungsabschluss nicht begründen.
Insgesamt ergebe sich, dass die Beschwerdegegnerin den Versicherungsfall verfrüht abgeschlossen habe. Zudem sei die Adäquanz zu Unrecht nach den bei Vorliegen eines psy
chischen Problematik anwendbaren Grundsätzen vorgenommen worden
(Urk. 1
S. 6 ff. Ziff. 7.4-5 und Ziff. 8
).
3.3
In der Beschwerdeantwort vom 17. August 2015 ergänzte die Beschwerde
-
gegnerin,
der Gesundheitszustand habe sich trotz Therapien kaum gebessert, eben weil bereits früh eine ausgeprägte psychische Problematik
aufgetreten sei
und
hernach
im Vordergrund gestanden habe. Im Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen hätten keine erfolgversprechenden
Behand
lungsoptionen
mit Aussicht auf eine namhafte Verbesserung der Arbeits
fähigkeit mehr vorgelegen. Die Adäquanz sei sowohl bei Anwendung der Schleudertrauma- als auch bei Beachtung der Psycho
-P
raxis zu verneinen.
In den ärztlichen Unterlagen seien die Angaben des Beschwerdeführers unmit
telbar nach dem Unfall dokumentiert.
Es fehlten
Anhaltspunkte
für die Annahme
, der Beschwerdeführer habe tatsächlich anderslautende Angaben gemacht. Spätere Angaben zu aufgetretenen Beschwerden könnten nicht auf den Unfallzeitpunkt zurückbezogen werden. Ein Schockzustand nach dem Unfall sei in den polizeilichen Unterlagen nirgends vermerkt. Im Gegenteil ergebe sich daraus, dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfall in der Lage gewesen sei, selbständig den Arzt aufsuchen und
Angaben zum Unfallablauf
habe machen können
(Urk. 7 S. 3 ff.).
3.4
In der Eingabe vom 23. Mai 2016 führte der Beschwerdeführer
bezogen
auf die beigelegten Arztberichte aus
,
diese belegten die organische Grundlage des Gesundheitsschadens. Mithin seien die Beschwerden objektivierbar. Ferner ergebe sich aus den Berichten, dass die Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwarten lasse (Urk. 11). Die Beschwerdegegnerin hielt dazu fest, aus den neu eingereichten Berichten ergäben sich keine neuen Gesichtspunkte. Es werde in erster Linie die Behandlung der psychischen Beschwerden empfohlen (Urk. 15).
4
.
4
.1
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
F.___
, Facha
rzt FMH für Chirurgie, hielt in der Expertise
vom 13. August 2014 fest,
anlässlich der
ärztlichen
Untersuchung nach
der selbständigen Erstvorstellung im
A.___
am 26. Oktober 2013
sei die
HWS frei beweglich gewesen
(vgl.
Urk.
8/21)
. Das CT der gesamten Wirbelsäule habe keine Hinweise auf eine frische
ossäre
Läsion ergeben.
Auch neurologische Auffälligkeiten seien nicht festgestellt worden.
Im HWS-Dokumentationsbogen sei die Diagnose einer HWS-Distorsion
Grad
0 entsprechend
der Quebec Ta
sk Force (QTF)-Klassifikation
gestellt worden
. Spätere bildgebende Abklärungen (MRT des Schädels vom 3. Dezember 2013 und MRI der HWS vom 11. Februar 2014
, MRI der LWS vom 23.4.14
; vgl.
Urk.
8/16,
Urk.
8/38
,
Urk.
8/56
) und neurologische Untersuchung
en
(vgl.
Urk.
8/17
,
Urk.
8/50
) hätten
weiterhin
keine Hinweise für eine organische Unfallschädigung ergeben. Es seien lediglich altersbedingt degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule festgestellt worden
, namentlich eine Diskushernie im Bereich C3/4
.
Sowohl von den Ärzten der Klink
D.___
als auch denjenigen der
C.___
(vgl.
Urk.
8/42,
Urk.
8/61
) sei der Verdacht auf ein demonstratives Schmerzverhalten geäussert worden.
Diese
werde durch den Vergleich der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers bei der Erstuntersuchung im
A.___
unmittelbar nach dem Unfall
und
der Angaben
bei der Erstuntersuchung beim Neurologen
Dr.
med.
G.___
, Facharzt FM
H für Neurologie, am 16. Dezember 2013
(vgl.
Urk.
8/14,
Urk.
8/17
) bestätigt.
Da strukturelle Läsionen fehlten sei die geklagte Beschwerdesymptomatik muskulär bedingt. Nach mehr als einem Dreivierteljahr nach dem Unfall könne diese aber nicht mehr als unfallkausal eingestuft werden, sondern stehe im Zusammenhang mit den vorbestehenden degenerativen Veränderungen respektive der Symptomausweitung. Da die Leistungsbereitschaft gering sei und der Beschwerdeführer zu aktiven wie auch passiven Massnahmen einen schlechten Zugang habe, mache eine weitere Therapie weni
g Sinn
. Von entsprechenden Massnahmen könne somit keine wesentliche Besserung mehr erwartet werden
(vgl.
Urk.
8/8 S. 3 Ziff. 6 u. S. 4 Ziff. 7).
4
.2
Suva-Arzt med.
pract
.
H.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie, fasste im Bericht vom 19. Dezember 2014 zusammen, es ergebe sich psychopatho
logisch das Bild eines agitiert
depressiven Syndroms mit starker innerer Gespanntheit, psychomotorischer Unruhe und einem völ
ligen Ausgeliefertsein, sowohl den körperlichen
Symptomen
als auch der schlechten psychischen Verfassung gegenüber. Zwar versuche der Beschwer
deführer gemäss eigenen Angaben mittels Massnahmen (Spaziergänge, Ablenkung durch Kollegen oder durch die Tochter) etwas Ruhe zu finden, er
sei aber nicht in der Lage
, seine Situation auch nur ansatzweise aus einer gewissen Distanz zu reflektieren und entsprechend hilfreiche Massnahmen konsequent und zielgerichtet zu verfolgen. Es falle ein gewisser affektiver
Hyperarousal
auf,
der einerseits durch die Schmerzen bedingt sei, anderer
seits aber auch Ausdruck der völligen Verunsicherung.
U
nfallbezogene intrusive Symptome (
flash-backs
, sich aufdrängende Erinnerungen,
Wi
e
dererlebensgefühle
, unmittelbar unfallbezogene Albträume) oder ein typisches Vermeidungsverhalten lägen nicht vor, so dass die Kriterien für eine posttraumatische Belastungsst
örung nicht erfüllt seien. Viel
mehr belaste und beschäftige den Beschwerdeführer
das Gefühl, völlig aus der Bah
n
geworfen worden zu sein. Er frage sich, wie er wieder zu einer regelmässigen Arbeitstätigkeit und damit auch zu einem für ihn befriedigenden Tagesablauf zurückfinden könne.
Das agitiert-depressive Syndrom übersteige das gewöhnliche Ausmass einer Anpassungsstörung und entspreche diagnostisch eher einer reaktiven depressiven Störung. Manches spreche auch für ein aty
pisches depressives Störungsbild. Hierzu passten die vorhandenen
somato
formen
Anteile der Schmerzprob
l
e
matik. Zwischen der körperlichen Symp
tomatik und der psychischen Verfassung bestünden sich negativ au
swirkende
Effekte.
Ob die
somatoforme
Komponente der körperlichen Symptome eher als
somatisierte
depressive Anteile oder aber als
komorbide
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren eingeordnet werden müsse, sei von nachgeordneter Bedeutung. Der Übergang zwischen Depression und
somatoformer
Problematik sei dimensional und nicht kate
gorial.
Aufgrund der zunehmenden depressiven Entwicklung und weitgehend fehlender fachpsychiatrischer Behandlung empfehle sich eine erneute statio
näre Rehabilitation. Dabei hätten nicht die somatisch-medizinischen Aspekte im Vorde
rgrund zu stehen. Ziel sei es, mittels gezielter Aktivierung und Anleitung geeignete Bewältigungsstrategien zu entwickeln, sowohl hinsicht
lich der psychischen als auch der körperlichen Beeinträchtigungen (Urk. 8/112 S. 8 f.).
5
.
5
.1
Die Schlussfolgerung von
Dr.
F.___
, die geklagte Beschwerdesymptomatik sei aufgrund des Fehlens struktureller Läsionen muskulär bedingt, ist kongruent zu den von ihm korrekt ausgewerteten Akten. Ein organisches Unfallsubstrat liess sich zu keinem Zeitpunkt feststellen.
Weiter folgerte
Dr.
F.___
, n
ach mehr als einem Dreivierteljahr
seit dem Unfall könne die
Beschwerdesymp
tomatik
nicht mehr als unfallkausal eingestuft werden, sondern stehe
zum einen
im Zusammenhang mit den vorbestehenden degenerativen Verände
rungen
und zum anderen mit einer
Symptomausweitung.
Auch diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar.
Unmittelbar re
spektive kurz nach dem Unfall bezeichnete
der Beschwerde
-
führer nur wenige der für ein Schleudertrauma typischen Beschwerden (
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
-
störungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reiz
barkeit, Affektlabilität etc.; BGE 117 V 359 E. 4b
). Den erstbehandelnden Ärzten des
A.___
schilderte er Kopfschmerzen und Schwindel. Nackenbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Hör-
oder Sehstörun
gen
wurden nicht angegeben
(Urk. 8/8 S. 3 Ziff. 4).
Von Nackenschmerzen und
Schmerzausstrahlungen in den Rücken, in die Schultern und die Arme
sprach
der Beschwerdeführer erst anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
G.___
am 16. Dezember 2013 (Urk. 8/17 S. 1
f.). Echtzeitlich dokumentiert
sind
entsprechende
Angaben nicht und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die spätere Erwähnung von schleudertraumatypischen Symptomen
durch versicherung
srechtliche Überlegungen
veranlasst waren.
Es ist daher auf die
erste
Darstellung
abzustellen (Aussage der ersten Stunde; vgl. BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis). Entsprechend
den Erstangaben diagnostizierten die Ärzte im
A.___
die mildeste Form einer HWS-Distorsion (Grad 0 der QTF-Klassifikation;
Urk.
8/8 S. 4 Ziff. 7).
5
.2
Zusätzlich erwähnte
d
er
Beschwerdeführer bei der Erstbehandlung
Schmer
zen im Bereich von
Brustwirbelsäule (
BW
S)
und LWS (Urk.
8/8 S. 3 Ziff. 4).
Da jegliche strukturelle Läsionen bedingt durch den Unfall ausgeschlossen, hingegen unfallfremde degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule
fest
gestellt werden konnten
(vgl.
Urk.
8/14,
Urk.
8/15,
Urk.
8/38; vgl.
Urk.
8/84 S. 2 f.)
,
war
nach
dem
Unfall
zunächst
ein Zusammenhang mit
den angege
benen Beschwerden
nicht ausgeschlossen
, jedoch kann den
auch nach län
gerer Zeit
weiterhin geklagten
B
eschwerden keine unfallkausale Bedeutung mehr zugemessen werden. Im Vordergrund
stand ab dann
vielmehr
der Zusammenhang mit den vorbestehenden Degenerationen. Zu diesem Schluss gelangte nachvollziehbar
Dr.
F.___
. Er legte dar, dass innert sechs Monaten seit dem Unfall dessen kausale Bedeutung für die Rückenbeschwerden weg
gefallen war
(Urk.
8/84 S. 4 f.
).
5
.3
Die Schmerzproble
matik hat
überdies
ein
e psychische Komponente. Med.
pract
.
H.___
legte die Zusammenhänge gestützt auf die eigenen Unter
suchungen und die
Vorakten
(Urk. 8/112 S. 1 ff.) einleuchtend dar. Die Schmerzstörung und die ebenfalls vorhandene depressive Symptomatik beeinflussen sich hierbei gegenseitig (Urk. 8/112 S. 8 f.).
Entsprechendes stellten bereits die Ärzte der
C.___
fest, die mit dem Beschwerdeführer am 4. März 2014 ein ambulantes Assessment
durchgeführt hatten
. Im Bericht vom 18. März 2014 hielten die Ärzte fest, während des Assessments seien Affektabflachung und Antriebsarmut bei massivstem Schonverhalten zu beobachten gewesen. Die strukturierte Befragung über den Umgang mit Schmerzen und Rehabilitationshindernissen habe deutliche Hinweise auf Auffälligkeiten im psychische
n Bereich ergeben (
Urk.
8/42 S.
3). Die Leistungsbereitschaft im Rahmen des Assessments sei schlecht gewesen. Die minimale Performance sei nicht erreicht worden. Sowohl für aktive als auch für passive Therapiemassnahmen sei der Beschwerdeführer schlecht respektive mässig zugänglich gewesen (Urk. 8/42 S. 4).
Während der Abklärung sei insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden (Urk. 8/42 S. 3,
Urk.
8/42 S. 10). Ausgehend vom aktuellen Verhalten des Beschwerdeführers könne derzeit keine weitere Therapie empfohlen wer
den (Urk. 8/42 S. 4).
5
.4
Für den Beschwerdeführer
steht
nicht
die
psychische Symptomatik im Vorder
grund
. Er argumentiert,
Dr.
F.___
habe
erwähnt, klinisch sei die Beschwerdesymptomatik muskulär bedingt und auch med.
pract
.
H.___
sei
von einer gegenseitigen Beeinflussung körperliche
r
und psychischer Symp
tome ausgegangen. Zusätzlich
hätten die Är
zte der
E.___
die Fortführung der ambulanten Physiotherapie empfohlen
(Urk. 1 S. 7 f.
, vgl. auch
Urk.
8/124 S. 2 f. Ziff. 1.2
).
Mit der Erwähnung
, die Beschwerdesymptomatik sei muskulär bedingt (Urk.
8/84 S. 6)
,
stellte
Dr.
F.___
klar, dass die Beschwerden zwar klinisch fassbar
sind
, jedoch nicht auf ein klar ausgewiesenes organisches Substrat zurückgeführt werden können, insbesondere nicht auf eine Unfallverletzung. Hingegen machte
Dr.
F.___
mit der fraglichen Feststellung keine Aussage darüber, w
odurch die Beschwerdesymptomatik unterhalten wird.
Analog zu verstehen ist die Feststellung von med.
pract
.
H.___
, körperliche und psychische Symptomatik seien stark ineinander verschränkt
(Urk. 8/112 S. 9). Med.
pract
.
H.___
äusserte sich zum (im Ergebnis prognostisch ungünstigen) Zusammenwirken der Folgen der Symptomausweitung und der depressiven Störung. Mithin
erklärte
med.
pract
.
H.___
die verschiedenen Eleme
nte des psychischen Geschehens
und deren Zusammenwirken
.
Kein Beleg für ein in erster Linie somatisch begründbares Geschehen ist fer
ner die
Empfehlung der Ärzte der
E.___
im provisorischen Austrittsbericht vom 15. April 2015
, die ambulante Physiotherapie sei fortzusetzen (Urk. 3 S.
3). Der Fokus der schmerzrehabilitativen Behandlung in der Klinik
betraf die aktive
Beeinflussung der körperlichen Symptome und
die
Förderung der Eigeninitiative des Beschwerdeführers in dieser Hin
sicht. Die weitgehend psychische Ursache der Schmerzsymptomatik
verbirgt
der Bericht jedoch keineswegs.
Explizit wurde festgehalten,
die
Behandlung
in der Klinik
sei
mittels
Aufnahme
einer antidepressiven
Therapie
eingeleitet worden
(Urk. 3 S. 2).
5
.5
Der Beschwerdeführer bejaht das Fortbestehen von Schleudertrauma
-
beschwerden mit der Begründung, gemäss verkehrstechnischem Gutachten sei von einer
nicht geringen Geschwindigkeitsänderung
(
Aufprallgeschwin
-
digkeit
24-34 km/h, Delta-v zwischen 12-18 km/h)
aus
zugehen.
Ent
-
sprechend müsse auch die Beurteilung im Bericht des
A.___
über die Erstkonsultation nach dem Unfall gewürdigt werden.
Darin
sei von einer geringen Geschwindigkeit
ausgegangen
worden (vgl.
Urk.
8/8 S. 2), was
nicht korrekt
sei
(Urk. 1 S. 7; vgl. auch
Urk.
8/124 S. 2 Ziff. 1.2)
.
Nicht zutreffend ist d
ie
Auffassung
des
Beschwerdeführers zur
Aufprallge
schwindigkeit
und zur G
eschwindigkeit
sänderung
. Aus dem b
iomecha
nischen Kurzgutachten der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) vom
26. März 2014 ergibt
sich
, dass von einer Aufprallgeschwindigkeit zwischen
12 und 18 km/h und von einer Geschwindigkeitsänderung (delta-v) zwischen 10-15 km/h auszugehen ist (Urk. 8/48 S. 3).
Damit korreliert, dass der Beschwerdeführer initial nur über geringe
schleudertraumatypische
Beschwerden klagte (in erster Linie Beschwerden im Bereich der BWS, weniger im Bereich der HWS; vgl.
Urk.
8/14). Entsprechend wurde auch eine HWS-Distorsion Grad 0
gemäss
der QTF-Klassifikation (keine Nackenschmerzen, keine somatischen Befunde) diagnostiziert (Urk. 8/8 S. 4 Ziff. 7).
Im Fall einer Auffahrkollision mit einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung unterhalb oder innerhalb eines Bereichs von
10-15 km/h
ist
ein Ereignis besonderer Schwere
praxisgemäss zu verneinen. B
ei einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsveränderung
von unter 10
(bis 15) km/h
und zusätzlich weitgehendem Fehlen von unmittelbar im Anschluss an den Unfall auftretenden Beschwerden
hat das Bundesgericht in einzelnen Fällen auch einen leichten Unfall angenommen, was zum direkten Verneinen des adäquaten Kausalzusammenhangs führt (Urteil 8C_715/2010 vom 2. Dezember
2010
, E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen).
5
.6
Da zeitnah zum Unfall nur wenige der für ein Schleudertrauma typische
n
Beschwerden auftraten und strukturelle Läsionen an der Wirbelsäule bei Bestehen degenerativer Vorschädigungen ausgeschlossen werden konnten, und da bereits im März 2014 anlässlich des Assessments in der
C.___
psychische Auffälligkeiten
zusammen
mit
einer erheblichen
Symp
tomausweitung festgestellt wurden, ist die Schlussfolgerung der
Beschwerde
gegnerin
einleuchtend
, die zum typischen Beschwerdebild eines
Schleuder
traumas
der Halswirbelsäule gehörenden Beeinträchtigungen seien
bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Januar 2015; vgl.
Urk.
8/120)
zwar teilweise gegeben, stünden aber im Vergleich zur ausgeprägten psy
chischen Problematik im Hintergrund.
An dieser Betrachtungsweise ändern die
vom Beschwerdeführer am 23. Mai 2016
neu eingereichten ärztlichen Berichte nichts. Die im Rahm
en
von
Abklärungen
der Invalidenversicherung erfolgte chirurgische Untersuchung vom 23. April 2015 (Urk. 12/1) und die
zusätzliche
Untersuchung
durch
die Ärzte der Klinik
D.___
vom 11. Mai 2016 (Urk. 12/2)
enthalten
zur hier vorliegend relevanten Kausalitätsfrage keine
neuen
Erkenntnisse, insbeson
dere
ergeben
sich
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 11
S. 1) keine Anhaltspunkte für
organische Unfallfolgen
.
In beiden Berichten wird die bekannte Schmerzproblematik umschrieben und auf eine Symptom
-
ausweitung
sowie
eine depr
essive Entwicklung hingewiesen und (nebst
rekonditionierenden
physikalischen Massnahmen) in erster Linie eine psychiatrische Behandlung empfohlen.
6
.
6
.1
Liegt
nach einem Schleudertrauma
zwar ein vielschichtiges Beschwerdebild vor, steht aber die
psychische Fehlentwicklung im Vordergrund,
ist
grund
sätzlich
die Psycho-Praxis anzuwenden
(
BGE 123 V 98
)
.
Da
der Beschwer
deführer
initial nur über einzelne der zum Beschwerdebild eines
Schleuder
traumas
gehörende
n
Symptome geklagt hatte (vgl.
Urk.
8/8 S. 3 Ziff. 4)
und die psychische Fehlentwicklung bereits früh manifest wurde (vgl.
Urk.
8/42
S. 3)
, liegt keine der vom Beschwerdeführer unter Hinweis auf Entscheide
des Bundesgerichts (
8C_742/2009 vom 13
.
September 2010, E. 5, und 8C_331/2007 vom 13. Juni 2008, E. 3.3
)
erwähnte Ausgangslage vor
, welche die Anwendung der Psycho-Praxis ausschlösse.
6
.2
Die Einteilung des Unfalles und die Prüfung der einzelnen Adäquanzkriterien (Urk. 2 S. 12 ff. Ziff. 6
lit
. c-d) ist korrekt und wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet.
Alternativ hat die Beschwerdegegnerin auch die Adäquanz gestützt auf die Schleudertrauma-Praxis verneint, ohne jedoch auf die einzelnen Kriterien näher einzugehen (Urk. 2 S. 14 Ziff. 6
lit
. e).
Soweit sich diese nicht mit denjenigen gemäss Psycho-Praxis decken, fällt das Folgende in Betracht:
Eine fortgesetzt spezifische und belastende ärzt
liche Behandlung (BGE 134 V 109 E. 10.2.3)
liegt nicht vor
. Der Beschwer
deführer wurde seit dem Unfall und bis zum Fallabschluss per Ende Januar 2015 zwar in regelmässigen Abständen einer der geklagten Schmerzen ent
sprechenden Behandlung unterzogen (ambulante und stationäre physio- und schmerztherapeutische Behandlung; vgl.
Urk.
8/18-19,
Urk.
8/21
,
Urk.
8/42 S. 2 f.,
Urk.
8/52-54,
Urk.
8/61 S. 2,
Urk.
8/84 S. 1 ff.)
, jedoch kann diesbe
züglich nicht von einer belastenden Behandlung gesprochen werden. Hinzu kommt, dass physiotherapeutische Massnahmen nicht im Rahmen dieses Kriteriums zu würdigen sind (vgl. Alexandra
Rumo-Jungo
, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, S. 75 mit Hinweisen).
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden (BGE 134 V 109 E. 10.2.4) ist aufgrund der seit dem Unfall zunehmend geklagten Schmerzen als erfüllt zu betrachten, wenn auch nicht sehr ausgeprägt. Es wurde seitens der Ärzte nie in Frage gestellt, dass die geklagten Beschwerden tatsächlich vorhanden sind.
Zum Kriterium der
erhebliche
n
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen
(BGE 134 V 109 E. 10.2.7) ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer entgegen entspr
echender ärztlicher Empfehlung
(Urk.
8/42 S. 4
) bislang keine Anstrengungen unternommen hat, wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Es mangelt
bereits
an der Bereitschaft,
sich konsequent rehabi
litativen
Massnahmen zu unterziehen (Urk.
8/84 S. 6
). Das Kriterium ist daher nicht erfüllt.
Die
ü
brigen Adäquanzkriterien entsprechen denjenigen der Psycho-Praxis. Diese hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
einzeln geprüft (Urk. 2 S. 13). Dem ist nichts beizufügen. Die Prüfung sowohl nach der Psycho-Praxis als auch nach der Schleudertrauma-Praxis ergibt, dass lediglich ein Kriterium
und dieses nicht ausgeprägt
zu bejahen ist,
was bei einem mittleren Unfall im Grenzbereich zu den leichten zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs nicht ausreichend ist.
6
.3
Die Adäquanzprüfung hat praxisgemäss zu er
folgen, wenn im Sinne von Art.
19
Abs.
1 UVG von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann.
Was unter einer namhaften Besserung des Gesundhe
itszustandes des Versicher
ten
zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstät
igen Personen ausgerichtet ist, wird
dies namentlich nach Mass
gabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit unfallb
edingt beeinträchtigt, bestimmt
. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch
eine
weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (
BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2010 vom 28 Juni 2010 E. 2.2
).
Im Zeitpunkt des Fallabschlusses (31. Januar 2015;
Urk.
8/120) lagen laut nachvollziehbarer ärztlicher Beurteilung keine unfallkausalen Beeinträchti
gungen mehr
vor
. Die muskulär bedingte Beschwerdesymptomatik war spä
testens nach einem Dreivierteljahr wieder abgeklungen (vgl.
Urk.
8/84 S. 6).
Bezüglich der weiterhin geklagten und ihm Rahmen einer
Symptomauswei
tung
zu erklärenden Beschwerden sowie
bezüglich der
depressive
n Sympto
matik besteht zwar ein
Besserungspotential (vgl.
Urk.
8/112
S. 8 ff.
Ziff.
5), jedoch sind diese Beschwerden nicht unfallkausal.
Dem Argument des Beschwerdeführers, der Fallabschluss sei verfrüht erfolgt, kann nach dem Ge
sagten nicht gefolgt werden. Die
Einstellung der bisheri
gen Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung) per 3
1.
Januar 2015 ist dem
nach
nicht
zu beanstanden. Auch der übrige Entscheid
(Verneinung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung)
ist
in der gegebenen Situation
korrekt
.
Bezogen auf die Unfallfolgen
besteht keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr.
Aus den genannten Gründen ist die Beschwerde somit abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
-
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesge
richt Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GrünigWilhelm