# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef683449-52ee-5477-89e9-9bc7c511763e
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-10
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2010
**Docket/Reference:** ST.2012.94
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2012_94_ya.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2012.94 

Entscheid  

10. Juli 2013 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Alexander Widl und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A ,    

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrentin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die im Kanton Zürich wohnhafte A (nachfolgend die Pflichtige) und C sind 

je  zur  Hälfte  Eigentümer  des  vermieteten  Mehrfamilienhauses  in  D,  Kanton  Zug.  Mit 

Einschätzungsentscheid vom 14. Oktober 2011 schätzte das kantonale Steueramt die 

Pflichtige  für  die  Steuerperiode  2010  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 118'700.-  (zum  Satz  von  Fr. 139'600.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

Fr. 418'000.-  (zum  Satz  von  Fr. 704'000)  ein.  Für  die  Verlegung  der  Schulden  und 

Schuldzinsen  im  Rahmen  der  interkantonalen  Steuerausscheidung  setzte  es  den  an-

teilsmässigen  Repartitionswert  der  oben  genannten  Liegenschaft  auf  Fr. 640'200.- 

(582'000.- x 110%) fest. Unter Umrechnung  dieses Werts mit dem zürcherischen Re-

partitionskoeffizienten  von  90%  setzte  es  sodann  den  für  die  Veranlagung  im  Kanton 

Zürich  massgebenden  satzbestimmenden  Vermögenssteuerwert  auf  Fr.  711'333.- 

(Fr. 640'200.- : 90% x 100%) fest. 

B. Die dagegen erhobene Einsprache, womit die Pflichtige beantragte, bei der 

interkantonalen  Verlegung  der  Schulden  und  Schuldzinsen  sowie  für  die  Festsetzung 

des  steuerbaren  satzbestimmenden Vermögens auf  die  Anwendung  der Repartitions-

werte zu verzichten, wies das kantonale Steueramt am 19. März 2012 ab. 

C. Mit Rekurs vom 10. April 2012 liess die Pflichtige beantragen, das satzbe-

stimmende Vermögen von Fr. 704'000.- auf Fr. 571'000.- zu reduzieren. Sie macht zur 

Hauptsache geltend, dass die Anwendung der Repartitionskoeffizienten bezüglich der 

oben erwähnten vermieteten Liegenschaft, die ausschliesslich zum Ertragswert bewer-

tet werde, nicht gerechtfertigt sei. Überdies sei das Ziel, den ausserkantonalen Vermö-

genssteuerwert  mittels  der  Repartitionskoeffizienten  dem  zürcherischen  Niveau  anzu-

nähern,  verfehlt  worden.  Vorliegend  sei  genau  das  Gegenteil  eingetreten,  indem  die 

streitbetroffene Liegenschaft, die bei Anwendung der zürcherischen Bewertungsregeln 

einen tieferen amtlichen Steuerwert von Fr. 578'000.- (anteiliger Mietertrag Fr. 40'760.-, 

kapitalisiert mit 7,05% ) aufgewiesen hätte, auf Fr. 711'000.- korrigiert worden sei. Die-

se  Bewertung  führe  allein  aufgrund  der  ausserkantonalen  Lage  der  Liegenschaft  zu 

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einer Schlechterstellung gegenüber ausschliesslich im Kanton Zürich steuerpflichtigen 

Personen. 

In der Rekursantwort vom 20. April 2012 schloss das kantonale Steueramt auf 

Abweisung des Rekurses. 

Auf  die  Parteivorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a)  Gemäss  §  5  Abs.  1  (erster  Satzteil)  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997 (StG) sind natürliche Personen mit Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton grund-

sätzlich  unbeschränkt  im  Kanton  steuerpflichtig.  Die  Steuerpflicht  erstreckt  sich  aber 

nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke ausserhalb des Kantons 

(§ 5 Abs. 1 zweiter Satzteil).  

b) Grundeigentum gemäss Art. 655 ZGB und sein Ertrag ist dem Kanton der 

gelegenen  Sache  zur  ausschliesslichen  Besteuerung  zugewiesen  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 5 N 65). Die 

Steuerausscheidung für Grundstücke ausserhalb des Kantons erfolgt im Verhältnis zu 

den anderen Kantonen nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot der 

interkantonalen  Doppelbesteuerung  (§  5  Abs. 3  StG).  Steuerpflichtige,  die  im  Kanton 

nur für einen Teil ihres Einkommens und Vermögens steuerpflichtig sind, entrichten die 

Steuern für die im Kanton steuerbaren Werte nach dem Steuersatz, der ihrem gesam-

ten Einkommen und Vermögen entspricht. 

c)  Die  vom  Bundesgericht  in  lückenfüllender  Rechtsprechung  entwickelten 

Grundsätze  zum  interkantonalen  Doppelbesteuerungsrecht  sind  grundsätzlich  reine 

Kollisionsnormen,  die bestimmen,  welche  Teile  des (Gesamt-)  Einkommens und (Ge-

samt-) Vermögens den beteiligten Kantonen zur Besteuerung zuzuweisen sind (Steu-

errekurskommission  III,  19.  März  2002,  3  ST.2001.540,  ZStP  2002,  195,  auch  zum 

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Folgenden). Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht verbietet einem Kanton ins-

besondere nicht, das auf ihn entfallende Einkommen und Vermögen nach dem Steuer-

satz des gesamten Einkommens und Vermögens zu besteuern (sog. Progressionsvor-

behalt).  Die  Berechnung  des  Gesamteinkommens  und  -vermögens  wird  dabei  stets 

nach  Massgabe  des  kantonalen  Rechts  vorgenommen,  da  wie  erwähnt  das  überge-

ordnete bundesgerichtliche Kollisionsrecht lediglich vorschreibt, wie das nach kantona-

lem Recht ermittelte (Gesamt-) Einkommen und (Gesamt-) Vermögen auf die beteilig-

ten Kantone zu verteilen ist. Daraus folgt, dass das Gesamteinkommen und -vermögen 

in den beteiligten Kantonen unterschiedlich ausfallen kann, was aber keine unzulässige 

Doppelbesteuerung darstellt, solange jeder Kanton für die Bestimmung des ihm zuste-

henden  Teils  des  (nach  seinen  Grundsätzen  ermittelten)  Gesamteinkommens  und  

-vermögens  die  bundesrechtlichen  Zuteilungsregeln  beachtet  (dazu  Höhn/Mäusli,  In-

terkantonales Steuerrecht, 4. A., 2000, S. 65 ff.).  

d)  Aus  dem  Grundsatz,  dass  das  Gesamteinkommen  bzw.  -vermögen  nach 

der  jeweiligen  kantonalen  Ordnung  zu  bestimmen  ist,  ergibt  sich,  dass  insbesondere 

auch die Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände nach den jeweiligen kanto-

nalen  Grundsätzen  zu  erfolgen  hat.  Aus  den  Regeln  des  interkantonalen  Doppelbe-

steuerungsrechts,  insbesondere  des  Schlechterstellungsverbots,  ist  dabei  lediglich 

abzuleiten,  dass  inner-  und  ausserkantonale Werte  gleich  zu  bestimmen  sind.  Insbe-

sondere darf ein Steuerpflichtiger aus dem Umstand, dass er in einem Kanton nur ei-

ner beschränkten Steuerpflicht untersteht, nicht schlechter behandelt werden, als wenn 

er im Kanton unbeschränkt steuerpflichtig wäre. Die Ermittlung der Gesamtsteuerwerte 

hat  deshalb derart  zu erfolgen,  wie  wenn er  voll  der  Steuerhoheit  des  Kantons  unter-

stünde  (Reimann/Zuppinger/Schärrer,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  Band I, 

1961, § 7 N 5). Zwar schreibt die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum interkanto-

nalen  Doppelbesteuerungsrecht  den  Kantonen  im  Zusammenhang  mit  der  Verlegung 

der  Schuldzinsen  bestimmte  –  vom  innerkantonalen  Recht  allenfalls  abweichende  – 

Bewertungsnormen vor; diese sind von den Kantonen aber lediglich bezüglich der Be-

stimmung der Quoten für die  (nach Lage der Aktiven vorzunehmende)  Verlegung der 

Schuldzinsen zu beachten. Nach welchen Grundsätzen die Kantone das Vermögen für 

die Bestimmung des Gesamtsteuersatzes bewerten, steht ihnen – unter Vorbehalt der 

rechtsgleichen  Bewertung  ausser-  und  innerkantonaler  Vermögenswerte  und  der  Be-

achtung weiteren übergeordneten Rechts – nach wie  vor frei und sind sie diesbezüg-

lich einzig an die eigene kantonale Gesetzgebung gebunden. 

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e) Nach § 39 Abs. 1 StG wird das Vermögen zum Verkehrswert berechnet. Die-

se Vorgabe schreibt das Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern 

der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 den Kantonen zwingend 

vor. Wie die Kantone den Verkehrswert von unbeweglichem Vermögen ermitteln ist, ist 

ihnen freigestellt. Es besteht diesbezüglich ein grosser Regelungs- und Anwendungs-

spielraum (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 39 N 1), den alle Kantone in unterschied-

licher Weise auch ausschöpfen. Der Verkehrswert kann tiefer als der Marktwert festge-

setzt werden. Allerdings hat das Bundesgericht diesen Regelungsspielraum begrenzt, 

indem  es  einen  Zielwert  von  60%  des  Marktwerts  für  verfassungswidrig  erklärte  

(BGE  124  I  145).  Eine  Bandbreite  von  70%  bis  90%  ist  dagegen  für  zulässig  erklärt 

worden (BGr, 8. April 2010, 2C_682/2009, E. 3.3.1, www.bger.ch).  

f)  Die  Bestimmung  des  Vermögenssteuerwerts  von  ihm  Kanton  gelegenen 

Liegenschaften erfolgt im Kanton Zürich aufgrund der Weisung des Regierungsrats an 

die Steuerbehörden über die Bewertung von Liegenschaften und die Festsetzung der 

Eigenmietwerte ab Steuerperiode 2009 vom 12. August 2009 (ZStB I Nr. 15/502; nach-

folgend  Weisung  2009).  Diese  sieht  bei  Mehrfamilienhäusern  und  Geschäftshäusern 

eine  Bewertung  zum  Ertragswert  vor  (Rz  36  Weisung  2009).  Zur  Ermittlung  des  Er-

tragswerts wird der Bruttomietertrag mit einem festen Satz von 7,05% kapitalisiert. Bei 

unüberbauten  (nicht  landwirtschaftlichen)  Grundstücken,  Einfamilienhäusern,  Eigen-

tumswohnungen  und  industriellen  oder  gewerblichen  Liegenschaften  fliessen  auch 

andere  Bewertungsfaktoren,  hauptsächlich  der  Landwert  und  bei  überbauten 

Grundstücken der Zeitbauwert in die Bewertung ein (Rz 4 ff., 20 ff. und 45 ff. Weisung 

2009).  Die  im  Kanton  Zürich  steuerlich  massgebenden  Landwerte  wurden  für  jede 

Gemeinde, unterteilt nach Art des Grundstücks und Lageklassen, individuell ermittelt. 

Im  Kanton  Zug  werden  Mehrfamilienhäuser  gemäss  Ziffer  4  der  kantonalen 

Wegleitung über die Festsetzung der Vermögenssteuer- und Eigenmietwerte nach den 

gleichen  Regeln  bewertet.  Der  einzige  Unterschied  zur  Regelung  im  Kanton  Zürich 

besteht  darin,  dass  der  Bruttomietertrag  im  Jahr  2010  mit  einem  festen  Satz  von  7% 

kapitalisiert  wird.  Dieser  Unterschied  wirkt  sich  dahingehend  aus,  dass  der  Vermö-

genssteuerwert  eines  im  Kanton  Zug  gelegenen  Mehrfamilienhauses  bei  gleichem 

Bruttomietertrag um rund 0,7% höher ist als im Kanton Zürich. Dagegen werden ande-

re Arten von Liegenschaften im Kanton Zug nach anderen Kriterien als im Kanton Zü-

rich bewertet, was tendenziell, insbesondere bei den Eigenmietwerten gegenüber dem 

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Kanton  Zürich  zu  tieferen  Steuerwerten  führt.  Die  Schweizerische  Steuerkonferenz 

(SSK) geht in ihrem Kreisschreiben Nr. 22 vom 21. November 2006 betreffend Regeln 

für  die  Bewertung  der  Grundstücke  bei  interkantonalen  Steuerausscheidungen  ab 

Steuerperiode 1978/98 (ZStB I Nr. 11/256) davon aus, dass die Steuerwerte von zuge-

rischen Liegenschaften durchschnittlich rund 22% tiefer sind als im Kanton Zürich. 

g)  Das  erwähnte  Kreisschreiben  zielt  darauf  ab,  die  unterschiedlichen  kanto-

nalen  Bewertungskriterien  und  die  daraus  resultierenden  uneinheitlichen  Steuerwerte 

mittels  Umrechnungskoeffizienten  (Repartitionsfaktoren),  welche  die  Eigenheiten  der 

kantonal unterschiedlichen Bewertungen berücksichtigen, auszugleichen. Wie erwähnt 

handelt es dabei in erster Linie um ein auf Erfahrungswerten beruhendes Hilfsmittel für 

die  Ausscheidung  der  Schulden  und  Schuldzinsen,  welches  von  den  Kantonen  -  zu-

mindest für die Verlegung der Schuldzinsen – zwingend anzuwenden ist (Roman Sie-

ber,  in:  Zweifel/Beusch/Mäusli-Allenspach,  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht,  Interkantonales  Steuerrecht,  2011,  §  25  N  27).  Für  die  Bewertung  des 

Gesamtvermögens  (und  auch  des  Gesamteinkommens)  sind  die  Repartitionsfaktoren 

dagegen  nicht  zwingend  anzuwenden.  Der Wohnsitzkanton  ist  berechtigt,  ausserkan-

tonale Liegenschaften nach seinen eigenen Regeln zu bewerten. Damit käme er dem 

Gebot, Steuerpflichtige mit einer beschränkten Steuerpflicht im Kanton nicht schlechter 

zu behandeln, als wenn sie im Kanton unbeschränkt steuerpflichtig wären, in optimaler 

Weise nach. Praktische Schwierigkeiten – insbesondere das Fehlen von Schätzungs-

grundlagen  (Landwerte,  Gebäudewerte),  aber  auch  die  Unpässlichkeit  des  zürcheri-

schen  Kapitalisierungssatzes bei  der  Bewertung von  Renditeobjekten  in abgelegenen 

oder nicht vergleichbaren Gegenden des Landes – legen es jedoch nahe, die Reparti-

tionsfaktoren auch für die Festsetzung der Steuerwerte ausserkantonaler Liegenschaf-

ten  anzuwenden.  Damit  dienen  die  Repartitionsfaktoren  zugleich  als  Hilfsgrösse  zur 

Ermittlung  der  für  die  Steuersatzbestimmung  massgebenden  Vermögenssteuerwerte 

der ausserkantonalen Liegenschaften. Auf diese Weise lässt sich in den meisten Fällen 

eine  vergröbernde  Annäherung  an  die nach  zürcherischen  Regeln ermittelten  Steuer-

werte erzielen.  

2. a) Für die Bestimmung des für den Steuersatz massgebenden Vermögens-

steuerwerts ausserkantonaler Liegenschaften übernimmt die zürcherische Steuerpraxis 

ausnahmslos,  so  auch  im  vorliegenden  Fall,  die  ausserkantonalen  amtlichen  Steuer-

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werte  und  rechnet  diese  mit  den  Repartitionskoeffizienten  gemäss  dem  erwähnten 

Kreisschreiben  um.  Die  Repartitionsfaktoren  betrugen  im  Kanton  Zug  110%  und  im 

Kanton  Zürich  90%.  Diese  Umrechnung  führte  im  vorliegenden  Fall  dazu,  dass  der 

Zuger  Steuerwert  von  Fr. 582'000.-  (anteiliger  Mietertrag,  kapitalisiert  mit  7,05%),  der 

bei Anwendung der Zürcher Weisung 2009 Fr. 578'000.- (anteiliger Mietertrag, kapitali-

siert mit 7%) betragen würde, auf Fr. 711'000.- (Fr. 582'000.- x 110 : 90) korrigiert wur-

de. 

b) Wie  die  Pflichtige  zu  Recht  geltend  macht,  widerspricht  diese  Vorgehens-

weise dem Regelwerk der SSK. Denn diese geht davon aus, dass die Steuerwerte von 

im  Kanton  Zug  gelegenen  Liegenschaften  um  rund  22%  tiefer  liegen  als  im  Kanton 

Zürich. Im vorliegenden besonderen Fall ist dies aber gerade nicht der Fall, weil Mehr-

familienhäuser in den Kantonen Zürich und Zug nach den gleichen Kriterien bewertet 

werden  und  die  Verhältnisse  auf  dem  Immobilienmarkt  in  beiden  Kantonen  ähnlich 

sind. Aufgrund des geringfügigen Unterschieds beim Kapitalisierungssatz ist der amtli-

che Steuerwert im Kanton Zug sogar noch geringfügig (um 0,7%) höher als der nach 

der Weisung 2009 ermittelte Steuerwert. Bei dieser besonderen Sachlage erweist sich 

die  Anwendung  der  Repartitionsfaktoren  als  Hilfsgrösse  zur  Ermittlung  des  für  die 

Satzbestimmung  massgebenden  Vermögenssteuerwerts  der  ausserkantonalen  Lie-

genschaft  als  nicht gerechtfertigt.  Es  ist  unsinnig,  einen ausserkantonalen  Steuerwert 

dem Zürcher Niveau anzupassen, wenn dieser bereits dem Zürcher Niveau entspricht 

bzw.  sogar  geringfügig  höher  ist  als  in  Zug,  zumal  die  Verhältnisse  auf  dem  Immobi-

lienmarkt  in  den  Kantonen  Zug  und  Zürich  ähnlich  sind.  In  diesem  Fall  läuft  die  Um-

rechnung  dem  Regelwerk  der  SSK,  das  von  tieferen  Steuerwerten  im  Kanton  Zug  

(gegenüber Zürich) ausgeht, zu wider. Dadurch wird die Pflichtige allein aufgrund des 

Umstands,  dass  sie  im  Kanton  Zürich  einer  beschränkten  Steuerpflicht  unterliegt, 

schlechter behandelt, als wenn sie im Kanton Zürich unbeschränkt steuerpflichtig wäre 

(E. 1.d).  

Somit  ist  der  satzbestimmende  anteilige  Vermögenssteuerwert  der  streitbe-

troffenen  Liegenschaft  im  vorliegenden  Fall  nach  der  Zürcher  Weisung  2009  zu 

bestimmen  und  auf  Fr.  578'000.-  (anteiliger  Bruttomietertrag  Fr.  40'760.-  kapitalisiert 

mit  7,05%)  festzusetzen.  Die  gesetzesvertretende  Rechtsprechung  des  Bundesge-

richts  zur  Vermeidung  der  Doppelbesteuerung  im  interkantonalen  Verhältnis  verbietet 

dieses Vorgehen nicht (vgl. E. 1.c und 1.d). Bei Ertragswertliegenschaften in Kantonen 

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mit  vergleichbaren  Verhältnissen  auf  dem Immobilienmarkt  ist  die  Bewertung gemäss 

der Zürcher Methode die geeignetste Methode, um zu tiefe oder zu hohe ausserkanto-

nale Steuerwerte dem Zürcher Niveau anzupassen. Sie darf aber nur zur Bestimmung 

des satzbestimmenden Vermögenssteuerwerts angewendet werden, weil für die Verle-

gung  der  Schuldzinsen  die  Anwendung  der  Repartitionsfaktoren  zwingend  vorge-

schrieben ist. 

c)  Was  das  kantonale  Steueramt  für  die  ausnahmslose  Anwendung  der  Re-

partitionsfaktoren  als  Hilfsgrösse  zur  Ermittlung  des  im  Kanton  Zürich  für  die  Satzbe-

stimmung massgebenden Vermögenssteuerwerts ausserkantonaler Liegenschaften ins 

Feld führt,  vermag  nicht  zu überzeugen,  weil  die besonderen  Verhältnisse des  vorlie-

genden  Falles  nicht  gebührend  berücksichtigt  wurden.  Es  erwähnt  lediglich,  dass  die 

zürcherischen Gerichtsinstanzen bis anhin die Praxis des kantonalen Steueramts stets 

geschützt  hätten.  Dies  trifft  zwar  zu  (Steuerrekurskommission  III,  19.  März  2002; 

3 ST.2001.540,  ZStP  2002,  195;  VGr,  27.  Februar  2008,  SB.2007.00080).  Allerdings 

lagen diesen Fällen nicht die gleichen Sachverhalte zugrunde. Im Fall, den die Steuer-

rekurskommission beurteilte, ging es um die zürcherische Einschätzung einer im Kan-

ton  Zug  (haupt)steuerpflichtigen  Person  mit  Liegenschaftenbesitz  in  den  Kantonen 

Zug, Graubünden, Solothurn und Zürich. Nebst dem Hauptanliegen, die Verlegung der 

Schulden und Schuldzinsen aufgrund anderer, vom Kreisschreiben abweichender Re-

partitionsfaktoren  vorzunehmen,  beantragte  die  betreffende  Person,  bei  der  Bemes-

sung des für den Steuersatz massgebenden Vermögens ausschliesslich die amtlichen 

Steuerwerte der ausserkantonalen Liegenschaften anzuwenden. Diesen Antrag hat die 

Steuerrekurskommission zu Recht abgelehnt, weil die Steuerwerte der ausserkantona-

len Liegenschaften allesamt unter dem Wert einer vergleichbaren Liegenschaft im Kan-

ton Zürich lagen, wenn dieser nach der zürcherischen Weisung berechnet würde. Eine 

Annäherung  dieser  Werte  auf  zürcherisches  Niveau  war  somit  geboten.  Im  zweiten, 

vom Verwaltungsgericht beurteilten Fall ging es um die Einschätzung einer im Kanton 

Zürich  (haupt)steuerpflichtigen  Person  mit  Liegenschaftenbesitz  (Renditeliegenschaft) 

im  Kanton  Solothurn.  Auch  hier  lag  der  amtliche  ausserkantonale  Steuerwert 

(Fr. 1'123'000.-)  weit  unter  dem  Wert,  der  sich  bei  Anwendung  der  Zürcher  Weisung 

ergeben  hätte  (Fr.  2'606'808).  Somit  bestand  im  Gegensatz  zum  vorliegenden  Fall 

wiederum ein Korrekturbedarf nach oben. Die Korrektur wurde mittels Anwendung der 

Repartitionsfaktoren vorgenommen, welche den Steuerwertunterschied einigermassen 

richtig  wiedergaben.  Auf  diese  Weise  ergab  sich  ein  satzbestimmender  Vermögens-

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steuerwert  von  Fr.  2'809'750.  Anders  als  hier  ging  es  im  betreffenden  Prozess  aber 

ausschliesslich  um  die  Frage,  ob  der  mittels  Repartitionswerten  angepasste  ausser-

kantonale Formelwert dem behaupteten Verkehrswert von Fr. 1'400'000.- entsprochen 

habe.  Eine  Festsetzung  des  Steuerwerts  gemäss  den  Regeln  der  Zürcher  Weisung 

stand nicht  zur  Debatte und wäre  wohl  auch  nicht  in Frage gekommen, weil  auf  dem 

Liegenschaftenmarkt im Kanton Solothurn offenbar andere Verhältnisse herrschten. 

Auch  die  weiteren  Einwendungen  des  kantonalen  Steueramts  stechen  nicht. 

Dass der  Kanton Zug  die Steuerwerte  ausserkantonaler  Liegenschaften wie der  Kan-

ton  Zürich  mit  den  Repartitionsfaktoren  berechne,  ist  für  Ermittlung  des  satzbestim-

menden  Vermögens  belanglos,  da  die  Kantone  frei  sind,  nach  welchen  Kriterien  sie 

ausser-  und  interkantonale  Liegenschaften  bewerten  (vgl.  E. 1.c  und  1.d).  Die  vom 

Kanton Zug gewählte Methode zur Bewertung des Vermögenssteuerwerts des selbst-

bewohnten  Einfamilienhauses  in  E,  Kanton  Zürich  –  im  Ergebnis  wurde  der  satzbe-

stimmende Vermögenssteuerwert von Fr. 770'000.- im Kanton Zug nicht korrigiert – hat 

für  den  Kanton  Zürich  somit  keine  präjudizierende  Wirkung.  Hinsichtlich  der  Liegen-

schaft im Kanton Zug hat sich aus der Perspektive des Kantons Zug eine Umrechnung 

des  kantonalen  Steuerwerts  von  vornherein  erübrigt.  Schliesslich  vermag  auch  der 

Einwand, dass der Pflichtigen kein steuerlicher Nachteil erwachsen sei, weil der Kan-

ton Zug nach den gleichen Regeln verfahre, nicht zu überzeugen. Denn im vorliegen-

den  Fall  ist  die  Pflichtige  allein  aufgrund  ihrer  beschränkten  Steuerpflicht  im  Kanton 

Zürich schlechter behandelt worden als wenn sie im Kanton Zürich unbeschränkt steu-

erpflichtig gewesen wäre. 

d)  Dass  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  die  Repartitionsfaktoren  

– nur für die Bestimmung des satzbestimmenden Vermögens  – nicht zu berücksichti-

gen sind, bedeutet nicht, dass ausserkantonale Ertragswertliegenschaften (Mehrfamili-

enhäuser und Geschäftshäuser) inskünftig immer nach der Zürcher Weisung zu ermit-

teln  sind.  Die  Praxis  des  kantonalen  Steueramts  erweist  sich  auch 

für 

Ertragswertliegenschaften nach wie vor als ein taugliches Hilfsmittel, um tiefe  oder zu 

hohe ausserkantonale Steuerwerte dem zürcherischen Niveau anzugleichen. Von die-

ser  Bewertungsregel  darf  nur  abgewichen  werden,  wenn  die  Bewertungskriterien  bei 

der  Festsetzung  von  ausserkantonalen  Liegenschaften  der  Zürcher Weisung  entspre-

chen, d.h. die ausserkantonalen Steuerwerte bei vergleichbaren Verhältnissen auf dem 

Immobilienmarkt mindestens gleich hoch sind wie die nach Zürcher Weisung ermittel-

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ten  Steuerwerte  und  die  Umrechnung  der  ausserkantonalen  Steuerwerte  mittels  den 

Repartitionsfaktoren dem Regelwerk des SSK zuwiderläuft. Dies ist vorliegend der Fall. 

e) Die Verlegung der Schulden und Schuldzinsen unter Berücksichtigung der 

Repartitionswerte ist im Rekursverfahren nicht mehr streitig. Diesbezüglich wurden die 

Repartitionswerte zu Recht  angewendet,  weil  die  jeweiligen  Steuerwerte  der  Kantone 

verschieden sind und zwingend – zumindest für die Verlegung der Schuldzinsen – ein 

gesamtschweizerisch einheitlicher Bewertungsansatz angewendet werden muss. 

f)  Somit  ist  der  Rekurs  gutzuheissen  und  das  steuerbare  bzw.  satzbestim-

mende Einkommen und Vermögen für die Staats- und Gemeindesteuern 2010 wie folgt 

festzusetzen: 

Vermögen: 

Liegenschaften 

Bewegliches Vermögen 

Total der Aktiven 
Passiven1  

Kanton ZH  Kanton ZG 

Gesamt 

770'000 

578'000 

1'348'000 

326'018 

326'018 

1'096'018 

578'000 

1'674'018 

-677'469 

-425'542 

-1'103'011 

Steuerbares Vermögen 

418'549 

152'458 

571'007 

Steuerbares Vermögen gerundet 

418'000 

571'000 

Steuerbares Einkommen (unverändert) 
1 (Schulden gemäss Einschätzungs- bzw. Einspracheentscheid) 

118'700 

139'600 

3. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens dem 

Rekursgegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG).  

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern,  Steuerperiode  2010,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 118'700 

(zum  Satz  von  Fr. 139'600.-)  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  418'000.- 

(zum  Satz  von  Fr. 571'000.-)  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35  Abs.  1  bzw.  §  47 

Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

2 ST.2012.94