# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02fb4134-3120-58f4-af47-5a535ab74f51
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2012 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2012-11_0000-00-00.pdf

## Full Text

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Sonntagsarbeit. Befreiung von der Bewilligungspflicht. 
Voraussetzungen.
– Prozessuale Ausgangslage (E. 1).
– Betriebe, die den Bedürfnissen des Fremdenverkehrs 

dienen, sind gemäss Art. 27 Abs. 1 lit. c ArGV 2 als Kate- 
gorie der sonntäglichen Bewilligungspflicht nicht unter- 
stellt (E. 2).

– Vorausgesetzt wird kumulativ, dass der Betrieb die spe- 
zifischen Bedürfnisse von Touristen befriedigt und in ei- nem 
Fremdenverkehrsgebiet liegt (E. 3a).

– Beim AVOS kann von einer Gesamtbetrachtungsweise 
ausgegangen werden und es ist somit nicht auf das Sor- 
timent der einzelnen dort vorhandenen Geschäfte abzu- 
stellen (E. 3b).

– Die vorgenommene Bezeichnung des ganzen Kantons 
Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet ist gerechtfer- tigt 
(E. 3c).

– Das Verkaufsangebot des AVOS deckt spezifisch die Be- 
dürfnisse der Touristen als solche ab (E. 3d).

– Die Unterscheidung im Kanton Graubünden zwi- 
schen einer Sommer- und einer Wintersaison ist 
sachlich begründet und somit vorschriftskonform (E. 
3e).

Lavoro domenicale. Esenzione dall’obbligo d’autorizza- 
zione. Presupposti.
– Situazione di partenza processuale (cons. 1).
– Aziende rispondenti ai bisogni specifici dei turisti se- 

condo l’art. 27 cpv. 1 lett. c OLL 2 fanno parte delle cate- 
gorie non assoggettate all’obbligo d’autorizzazione do- 
menicale (cons. 2).

– Devono essere date cumulativamente le condizioni di 
azienda rispondente ai bisogni specifici dei turisti che si 
trova in una regione turistica (cons. 3a).

– L’AVOS può essere considerato globalmente e non si 
deve quindi prendere in considerazione l’assortimento di 
ogni singolo negozio (cons. 3b).

– La designazione di tutto il Cantone dei Grigioni quale 
regione turistica risulta corretta (cons. 3c).

– L’offerta di vendita dell’AVOS copre i bisogni specifici dei 
turisti come tali (cons. 3d).

– La distinzione per il Cantone dei Grigioni tra una sta-

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gione estiva e invernale risulta motivata e conforme alle 
prescrizioni (cons. 3e).

Erwägungen:
1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die 

Verfügung des Departements für Volkswirtschaft und Soziales 
(DVS) vom 16. Januar 2012, mit welcher die Vorinstanz die Verwal- 
tungsbeschwerde der Beschwerdeführerin abgewiesen hat, so- 
weit darauf einzutreten war. Streitig und zu prüfen ist, inwiefern 
die im AVOS angesiedelten Geschäfte die Voraussetzungen für die 
Befreiung von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit gemäss 
Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 in Verbindung mit Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG und 
Art. 25 ArGV 2 erfüllen und demnach berechtigt sind, die mit der 
Bedienung der Kundschaft beschäftigten Arbeitnehmerinnen und 
Arbeitnehmer während der Saison an Sonntagen zu beschäftigen 
(vgl. erstinstanzliche Verfügung des Amtes für Industrie, Gewerbe 
und Arbeit Graubünden [KIGA] vom 21. Oktober 2010).

b) Der besseren Verständlichkeit halber ergehen in den ge- 
mäss Schreiben vom 20. Juni 2012 antragsgemäss vereinigten 
Verfahren U 12 12, U 12 25 und U 12 26 dennoch zwei selbständige 
Entscheide (Art. 6 lit. b VRG), zumal sich auch die Parteien dazu je- 
weils weitgehend unabhängig geäussert haben (Rechtsbegehren, 
Begründung, Honorarnoten). Der vorliegende Entscheid U 12 12 
befasst sich mit der Frage, inwiefern die im AVOS angesiedelten 
Geschäfte die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, um von der 
Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit befreit zu werden, 
währenddem der Entscheid in den Verfahren U 12 25 und U 12 26 
die Frage betrifft, ob die Befreiung von der Bewilligungspflicht sai- 
sonal begrenzt wird.

c) Die Beschwerdeführerin stellt in ihren Eingaben den An- 
trag auf Einholung einer Stellungnahme des Staatssekretariats für 
Wirtschaft (SECO). In der hier zu beurteilenden Konstellation recht- 
fertigt sich die Einholung einer solchen Stellungnahme indessen 
aus zwei Gründen nicht: Einerseits stellen sich im vorliegenden 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren rechtliche Fragen im Zusam- 
menhang mit der Anwendung von arbeitsrechtlichen Normen 
(Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 i. V. m. Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG und Art. 25 
ArGV 2) – mithin somit Fragen der Rechtsanwendung, welche ge- 
richtlich zu klären sind – wofür das SECO gemäss ArG nicht zu- 
ständig ist (vgl. Art. 42 ArG und Art. 75 ff. der Verordnung 1 zum Ar- 
beitsgesetz). Andererseits hat sich das SECO auch im 
Verwaltungsverfahren vor der Erst- und der Vorinstanz (KIGA,

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DVS) trotz Aufforderung durch die Gewerkschaft X nicht am Ver- 
fahren beteiligt und auch keine Stellungnahme eingereicht. Inso- 
fern besteht auch in faktischer Hinsicht kein Anlass, das SECO er- 
neut um eine Stellungnahme anzugehen (vgl. zum Ganzen auch 
das im Recht liegende Schreiben des SECO vom 3. Mai 2012, wel- 
ches die Vorinstanz mit ihrer Duplik eingereicht hat).

d) Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihren Eingaben, 
dass die Standortgemeinden des AVOS in der Zwischensaison 
noch vier bewilligungsfreie Sonntagsverkäufe nach Art. 19 Abs. 6 
ArG verfügt hätten, sodass faktisch eine bewilligungsfreie Ganz- 
jahres-Sonntagsarbeit bestehe, was eine vollständige Aushöhlung 
des Arbeitnehmerschutzes bewirke. Diese Rüge hat die Beschwer- 
deführerin indessen mit keinem Rechtsbegehren verbunden, so- 
dass darauf nicht weiter einzugehen ist. Wenn man annehmen 
wollte, die Beschwerdeführerin habe mit ihrer Rüge ein Rechtsbe- 
gehren verbunden, wäre mangels eines tauglichen Anfechtungs- 
objekts auf die Rüge nicht einzutreten, da die vier zusätzlichen be- 
willigungsfreien Sonntagsverkäufe nicht Gegenstand der 
angefochtenen Verfügung bildeten. Damit ist das vorliegende Ver- 
fahren auf die Frage beschränkt, ob die Erst- und die Vorinstanz die 
im AVOS angesiedelten Geschäfte zu Recht von der Bewilligungs- 
pflicht für Sonntagsarbeit befreit haben.

2. a) Nach Art. 18 Abs. 1 ArG ist die Beschäftigung von Ar- 
beitnehmern zwischen Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr 
grundsätzlich untersagt. Dauernde oder regelmässig wiederkeh- 
rende Sonntagsarbeit kann vom Bundesamt bewilligt werden, so- 
fern sie aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unent- 
behrlich ist (Art. 19 ArG). Gemäss Art. 27 ArG können zudem 
bestimmte Gruppen von Betrieben oder Arbeitnehmern auf dem 
Verordnungsweg vom Sonntagsarbeitsverbot bzw. der entspre- 
chenden Bewilligungspflicht ausgenommen und Sonderbestim- 
mungen unterstellt werden, soweit dies mit Rücksicht auf die be- 
sonderen Verhältnisse notwendig erscheint. Der Bundesrat hat 
hiervon für «Betriebe, die den Bedürfnissen des Fremdenverkehrs 
oder der landwirtschaftlichen Bevölkerung dienen» in Art. 27 
Abs. 2 lit. c ArGV 2 Gebrauch gemacht. Als Betriebe in Fremden- 
verkehrsgebieten gelten nach Art. 25 Abs. 2 ArGV 2 Betriebe in 
Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der Frem- 
denverkehr von wesentlicher Bedeutung ist und erheblichen sai- 
sonmässigen Schwankungen unterliegt. Auf solche Betriebe, die 
der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen, 
und auf die in ihnen mit der Bedienung der Kundschaft beschäf-

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tigten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind während der 
Saison die Artikel 4 Absatz 2 für den ganzen Sonntag sowie die Ar- 
tikel 8 Absatz 1, 12 Absatz 1 und 14 Absatz 1 anwendbar (Art. 25 
Abs. 1 ArGV 2). Danach darf die mit der Bedienung der Kundschaft 
beschäftigte Arbeitnehmerschaft unter anderem ohne behördliche 
Bewilligung ganz oder teilweise am Sonntag beschäftigt werden 
(Art. 4 Abs. 2 ArGV 2).

b) Im Zusammenhang mit der Auslegung und der Anwen- 
dung der erwähnten arbeitsgesetzlichen Grundlagen bestehen 
zwischen den Parteien in mehreren Aspekten unterschiedliche 
Rechtsauffassungen:

– Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die im AVOS angesie- 
delten Geschäfte die Voraussetzungen für die Befreiung von der 
Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit erfüllen und berechtigt 
sind, während der Saison Arbeitnehmer an Sonntagen zu be- 
schäftigen (Art. 4 Abs. 2 ArGV 2 i. V. m. Art. 27 Abs. 2 ArG und 
Art. 25 ArGV 2). Sie macht zusammenfassend geltend, (1) das 
AVOS dürfe nicht als Betrieb betrachtet werden bzw. die Fest- 
stellung betreffend Sonntagsarbeit dürfe nicht für das AVOS als 
Konglomerat einheitlich erfolgen, da gemäss einschlägigen ge- 
setzlichen Grundlagen nur einzelne Betriebe von der Bewilli- 
gungspflicht befreit sein könnten. (2) Das AVOS und seine Loka- 
litäten würden nicht in einem Fremdenverkehrsgebiet liegen, da 
die lokale Bedeutung des Tourismus ungenügend sei. Eine Tou- 
rismussaison bestehe nicht und saisonale Schwankungen seien 
nicht ausgewiesen. (3) Zudem würden das AVOS sowie die ent- 
sprechenden Shops nicht spezifische Bedürfnisse der Touristen 
befriedigen. (4) Schliesslich sei die Saison exzessiv festgelegt 
worden.

– Die Vorinstanz und die Beschwerdegegner halten demgegen- 
über fest, dass (1) das KIGA seinen Entscheid nicht gegenüber 
dem AVOS gefällt habe, sondern gegenüber den dort angesie- 
delten einzelnen Geschäften, welche Adressaten des Entscheids 
seien. Indessen sei in einer Gesamtbetrachtung über die Erfül- 
lung von Voraussetzungen entschieden worden, was hier zuläs- 
sig und sachgerecht sei (einheitliches Konzept). (2) Zu Recht 
habe das KIGA sodann festgestellt, dass die Geschäfte des AVOS 
in einem Tourismusgebiet lägen, da der ganze Kanton Graubün- 
den ein Tourismusgebiet darstelle. (3) Ebenfalls zu Recht sei das 
KIGA davon ausgegangen, dass die Geschäfte des AVOS der Be-

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friedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienten. (4) 
Korrekt sei auch die kalendarische Festlegung der Sommer- und 
der Wintersaison.

Umstritten ist somit im Wesentlichen, inwiefern das AVOS 
in A bzw. die dort ansässigen einzelnen Geschäfte als Betriebe in 
einem Fremdenverkehrsgebiet, die der Befriedigung spezifischer 
Bedürfnisse der Touristen dienen, zu qualifizieren sind. Zu prüfen 
ist, ob das AVOS bzw. die dortigen Geschäfte die Voraussetzungen 
von Art. 27 Abs. 1 und 2 lit. c ArG i. V. m. Art. 25 ArGV 2 erfüllen und 
daher berechtigt sind, Arbeitnehmende während der Saison an 
Sonntagen bewilligungsfrei zu beschäftigen (Art. 4 Abs. 2 ArGV 2).

3. a) Nach Art. 25 Abs. 2 ArGV 2 gelten als Betriebe in Frem- 
denverkehrsgebieten Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erho- 
lungsorten, in denen der Fremdenverkehr von wesentlicher Be- 
deutung ist und erheblichen saisonmässigen Schwankungen 
unterliegt. Solche Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten, die der 
Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen, sind 
während der Saison gemäss Art. 25 Abs. 1 i. V. m. Art. 4 Abs. 2 
ArGV 2 von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit ausge- 
nommen. M. a. W. ist somit bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für 
Arbeitnehmende in einem Betrieb möglich, wenn dieser Betrieb 
kumulativ die spezifischen Bedürfnisse von Touristen befriedigt 
und in einem Fremdverkehrsgebiet liegt. Nachfolgend ist aufzu- 
zeigen, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung des Kriteriums der 
Befriedigung spezifischer touristischer Interessen zu Recht von ei- 
ner Gesamtbetrachtungsweise des AVOS ausgegangen ist (Lage, 
Umgebung, Zweck) und nicht ausschliesslich auf das Sortiment 
der einzelnen Betriebe abgestellt hat (E. 3b) sowie den Kanton 
Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet gemäss Art. 25 ArGV 2 
qualifiziert hat (E. 3c). Nicht zu beanstanden sind des Weiteren 
auch die vorinstanzlichen Feststellungen, dass das Verkaufsange- 
bot des AVOS spezifisch die Bedürfnisse der Touristen abdeckt 
(E. 3d) und dass im Kanton Graubünden zwischen einer Sommer- 
und einer Wintersaison zu unterscheiden ist (E. 3e).

b) Die Beschwerdeführerin kritisiert zunächst, dass die 
vorinstanzliche Auffassung, das AVOS sei kein Betrieb, müsse 
aber als Einheit aufgefasst werden, nicht haltbar sei. Die Be- 
schwerdeführerin führt dazu aus, ein Betrieb im Sinne des Ar- 
beitsgesetztes liege vor, wenn ein Arbeitgeber Arbeitnehmer be- 
schäftige (Art. 1 Abs. 2 ArG). Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben 
(Art. 25 ArGV 2) sei infolgedessen klar, dass jedes einzelne Ge-

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schäft gesondert die Voraussetzungen für die Befreiung von der 
Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit erfüllen müsse (betriebli- 
che Einzelbetrachtung). Es könne schliesslich nicht angehen, dass 
die bewilligungsfreie Sonntagsarbeit für das AVOS und damit 
auch für die zukünftigen Geschäfte in den noch nicht belegten Lo- 
kalitäten für zulässig erklärt werde. Diese Argumentation ist aus 
den folgenden Erwägungen nicht überzeugend:

– Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom
16. Januar 2012 festgehalten, dass die im AVOS angesiedel- 
ten Geschäfte die Voraussetzungen gemäss Art. 27 Abs. 1 lit. 
c ArG i. V. m. Art. 25 ArGV 2 erfüllen und daher berechtigt 
seien, Arbeitnehmende an Sonntagen bewilligungsfrei zu be- 
schäftigen. Insofern haben weder die Vor- noch die Erstinstanz 
das AVOS als Betrieb im Sinne des Arbeitsgesetzes (Beschäf- 
tigung von Arbeitnehmern) qualifiziert. Beide Instanzen sind 
davon ausgegangen, dass die jeweiligen Arbeitgeber, also die 
einzelnen Geschäfte, Betriebe sind. Indessen sei bei der Beur- 
teilung des Sortiments, und somit bei der Prüfung der Vor- 
aussetzung der spezifischen Touristenbedürfnisse, das AVOS 
als Einheit zu betrachten, und bei der Beurteilung des Ange- 
bots könne nicht der einzelne Shop isoliert beleuchtet werden 
(angefochtene Verfügung, S. 12).

– Diese einheitliche Betrachtungsweise des AVOS im Hinblick 
auf die Befriedigung der speziellen touristischen Bedürfnisse 
begründet die Vorinstanz nachvollziehbar und einleuchtend:

– Vor dem Hintergrund, dass es sich beim AVOS um eine 
Einheit, d. h. eine in sich geschlossene, einem bestimmten 
Konzept folgende Einkaufsanlage mit über 90 Shops (da- 
von über 50 belegt) handle, könne nicht davon ausgegan- 
gen werden, jede einzelne Voraussetzung sei zwingend bei 
jedem einzelnen Shop zu prüfen. Vielmehr könne in einer 
Gesamtbetrachtung über die Erfüllung von gewissen Vor- 
aussetzungen entschieden werden, sofern sich das Ergeb- 
nis bezüglich der einzelnen Betriebe bzw. Geschäfte mit 
dem Arbeitsrecht vertrage. Im Übrigen wäre es nicht sach- 
gerecht, wenn eine in sich abgeschlossene, konzep- 
tionierte und nach aussen als Einheit auftretende Ein- 
kaufsanlage zur Beurteilung betreffend die Erfüllung der 
Voraussetzungen der Ausnahme vom Sonntagsarbeitsver-

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bot aufgeteilt würde. Dies führte zu nicht sachgerechten 
Ergebnissen, insbesondere im Vergleich mit grösseren 
Detailhandelsgeschäften oder Warenhäusern, da diese ein- 
heitlich betrachtet würden, obwohl verschiedene Abteilun- 
gen über ein sehr breites Sortiment verfügten. Dem sei 
allenfalls nur dann nicht zu folgen, wenn in solchen spe- 
ziellen Einkaufsörtlichkeiten Anbietende oder einzelne 
Shopbetreibende – z. B. aus Gründen der Auslastung – zu- 
gelassen würden, welche dem Konzept nicht entsprechen 
würden (angefochtene Verfügung, S. 13).

– Der Standort des AVOS sei offensichtlich so gewählt wor- 
den, dass insbesondere die grossen Touristenströme, wel- 
che den Kanton Graubünden über die Gemeinden B und C 
bzw. Achse A13 erreichten oder passierten, bedient wer- 
den könnten; unabhängig davon, ob es sich um Durch- 
gangstouristen, Tagestouristen oder Mehrtagestouristen 
handle (jährlich ca. 30 Mio. Passagen, zu einem guten Teil 
touristische Frequenzen). Diese touristischen Frequenzen 
seien bereits vor der Eröffnung des AVOS vorhanden ge- 
wesen. Das Angebot im AVOS bestehe aus normaler Klei- 
dung sowie Sportbekleidung (inklusive Schuhe), aus 
Accessoires und aus Haushaltartikeln (Küche, Bad, Bett- 
waren) von exklusiven und bekannten Marken sowie aus 
Souvenirs. Zudem würden Bündner und Schweizer Le- 
bensmittel- bzw. Genussmittelspezialitäten angeboten, 
und es stünden Cafés und Restaurants für die Gäste bereit. 
Ein solches oder ähnliches Angebot finde sich meist in 
Tourismusorten im Alpenraum. Entsprechend sei auch der 
Baustil mit den maximal zweigeschossigen, aneinander- 
gereihten und Chalets imitierenden Gebäulichkeiten ent- 
sprechend dem Tourismus in den Alpen bzw. den alpen- 
touristischen Klischees angepasst worden (angefochtene 
Verfügung, S. 13 f.).

– Insofern sei nicht von der Hand zu weisen, dass das AVOS 
einem bestimmten Konzept folge. Es gestalte sich zwar et- 
was anders aus, nämlich als Outlet (d. h. mit Dauerminde- 
strabatten auf die meist vorsaisonalen Artikel exklusiver 
und bekannter Marken), sodass nicht nur Luxustouristen 
angesprochen werden könnten, sondern alle Touristen. Es 
sei aber nicht vergleichbar mit einem normalen Einkaufs-

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zentrum, in welchem üblicherweise auch Lebensmittel, 
Klein- oder Grosselektronik, Audio- und Videoartikel, Mö- 
bel, Bau-, Hobby- und Gartenbedarf etc. angeboten wür- 
den. Dem versperre sich das AVOS offensichtlich bis anhin, 
und dies obwohl noch ein guter Teil der Shops leer stehe. 
Zudem sei das AVOS in sich abgeschlossen, d.h. es sei ei- 
nerseits eine bauliche Einheit und Anlage mit den rund 90 
Shops und es trete andererseits nach aussen als Einheit 
auf (angefochtene Verfügung, S. 14).

Diesen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen; zumal die 
Beschwerdeführerin in ihrer Replik hierzu keinen substan- 
ziierten Bezug nimmt.

– Schliesslich ist der Beschwerdeführerin entgegenzuhal- 
ten, dass der Wortlaut des Gesetzes mit einer solchen 
Auslegung nicht überdehnt wird. Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG 
spricht von Betrieben, die den Bedürfnissen des Frem- 
denverkehrs dienen, und Art. 25 Abs. 1 ArGV 2 von Be- 
trieben in Fremdenverkehrsgebieten, die der Befriedi- 
gung spezifischer Bedürfnisse der Touristen dienen:

– Keine der beiden Bestimmungen bestimmt damit, dass 
das Kriterium der spezifischen Bedürfnisse der Touristen 
alleine aufgrund des Sortiments eines Betriebs beurteilt 
werden muss. Eine teleologische Auslegung der beiden 
Bestimmungen ergibt vielmehr, dass nicht nur auf das 
Sortiment des einzelnen Betriebs, sondern in einer Ge- 
samtbetrachtung auch auf die Lage, die Umgebung und 
den Zweck des jeweiligen Betriebs abzustellen ist.

– In einer solchen Gesamtbetrachtung sind in casu – neben 
dem Sortiment des in Frage stehenden Betriebs – auch 
die Lage des Betriebs (Verkehrsknotenpunkt für Touris- 
tenströme), die übrigen Betriebe des AVOS mit ihren 
jeweiligen Sortimenten (Umgebung) und der nach aus- 
sen erkennbare Zweck des Betriebs zu berücksichtigen. 
Damit ist der Fokus von Gesetzes wegen nicht aussch- 
liesslich auf das Sortiment eines einzelnen Betriebs zu 
richten.

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– Hinsichtlich des nach aussen erkennbaren Zwecks des zu 
beurteilenden Betriebs ist zu berücksichtigen, dass das 
AVOS gegen aussen einheitlich in Erscheinung tritt (Wer- 
bung, Internet-Auftritt) und infolge seiner äusserlichen 
Gestaltung (Outlet Village im Stil eines alpinen Dorfes) 
sowie des beschränkten Warensortiments (keine Klein- 
oder Grosselektronik, keine Audio- und Videoartikel, 
keine Möbel, kein Bau-, Hobby- und Gartenbedarf) 
Touristen ansprechen will. Dies gilt umso mehr, als nach 
über zwei Jahren Betrieb immer noch zahlreiche Ge- 
schäftslokalitäten nicht vergeben sind. Ginge es den Be- 
schwerdegegnern tatsächlich um Gewinnmaximierung, 
dann würden die Geschäfte im AVOS auch an Anbieter 
mit touristenfremden Warensortimenten vermietet.

– Dass durch das Warenangebot letztlich nicht ausschliess- 
lich Touristen, sondern auch Anwohner des Churer 
Rheintals und weiterer Gebiete im Kanton Graubünden 
angesprochen werden, vermag daran nichts zu ändern 
(Urteil des Bundesgerichts 2A.578/2000 vom 24. August 
2001 in E. 6).

Der Wortlaut der genannten Bestimmungen erlaubt inso- 
fern nicht nur den Einbezug von sortimentsfremden Um- 
ständen, sondern verlangt geradezu eine Gesamtbetrach- 
tung; wobei neben dem Sortiment auch die Lage, die 
Umgebung und der verfolgte Zweck bzw. die angespro- 
chenen Kunden zu berücksichtigen sind.

Entsprechend ist festzuhalten, dass es sich beim AVOS um 
eine in sich geschlossene, einem bestimmten Konzept folgende 
Einkaufsanlage handelt. Im Rahmen der Prüfung der weiteren Vor- 
aussetzungen von Art. 25 ArGV 2 ist daher nicht ausschliesslich 
das Einzelsortiment jedes Geschäftes, sondern infolge der speziel- 
len Lage (Verkehrsknotenpunkt für die Touristenströme), der spe- 
ziellen Umgebung (Outlet-Dorf mit nahezu 100 Geschäftslokalitä- 
ten) und des speziellen Zwecks (touristische Ausrichtung infolge 
des alpinen dorfähnlichen Baustils und des beschränkten Ange- 
botssortiments) das Zusammenwirken aller Geschäfte und ihrer 
Verkaufssortimente im AVOS entscheidend.

c) Im Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin die vorin- 
stanzliche Entscheidung, den ganzen Kanton Graubünden als

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Fremdenverkehrsgebiet im Sinne von Art. 25 ArGV 2 zu qualifizie- 
ren, mit der folgenden Argumentation:

– Nur Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten, mithin Betriebe in Kur-
, Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der Frem- 
denverkehr von wesentlicher Bedeutung sei und erheblichen sai- 
sonmässigen Schwankungen unterliege, seien von der Bewilli- 
gungspflicht für Sonntagsarbeit ausgenommen (Urteile des 
Bundesgerichts 2A.578/2000, 2A.704/2005 und 2A.166/2003). X 
und Umgebung würden nicht von Touristen aufgesucht. Das 
AVOS liege in einer der grössten Industriezonen des Kantons. In 
der Standortgemeinde A gebe es zwei Hotelbetriebe mit 15 Zim- 
mern und in der Standortgemeinde B gebe es einen Hotelbetrieb 
mit 24 Zimmern. Der ganze Kanton Graubünden umfasse 668 er- 
hobene Betriebe mit annähernd 20 000 Zimmern. In den Stand- 
ortgemeinden komme dem Tourismus also keine wesentliche 
Bedeutung zu. In den Genuss der Ausnahmebestimmung von 
Art. 25 ArGV 2 gelangten Betriebe in Kur-, Sport-, Ausflugs- und 
Erholungsorten. Weder die Vorinstanz noch die Beschwerdegeg- 
ner behaupteten, die Betriebe der AVOS lägen in einem 
derartigen Ort. Der Begriff des Ortes dürfe nicht weit ausgelegt 
werden. Es bedürfe gar keiner weiteren Auslegung. Der Ort 
müsse nicht mit den politischen Grenzen übereinstimmen. Er 
umfasse aber begrifflich kleinere Einheiten.

– Bis ins Jahr 2000 hätten gemäss Art. 41 aArGV 2 diejenigen Ge- 
biete als Fremdenverkehrsgebiete gegolten, die in der Bundes- 
gesetzgebung über die Förderung des Hotel- und Kurortkredites 
aufgeführt würden. Seit dem Jahr 2000 bestehe betreffend 
räumlicher Geltungsbereich des Fremdenverkehrsgebiets im 
Sinne von Art. 25 ArGV 2 zu den Subventionsvorschriften der Be- 
herbergungswirtschaft kein Zusammenhang mehr, weshalb auf 
letztere nicht mehr abgestellt werden könne. Daneben seien Ein- 
kaufszentren keine touristischen Infrastrukturen und das AVOS 
sei weder auf Touristen ausgerichtet noch ein Ort, der zu Kur, 
Sport, Ausflug oder Erholung einlade; zumal der Anschluss an 
Auto- oder Eisenbahn nicht bewirke, dass das AVOS in einem 
Fremdenverkehrsgebiet liege. Zweckmässigkeitsüberlegungen, 
Marktgesetze oder Konsumbedürfnisse könnten nicht zur bewil- 
ligungsfreien Sonntagsarbeit führen. Die touristischen Aktivitä- 
ten hätten gemäss Wegleitung des Staatssekretariats für Wirt- 
schaft (SECO) mehr als die Hälfte der wirtschaftlichen Aktivitäten

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einer Ortschaft oder Region auszumachen, damit Art. 25 ArGV 2 
greife. Es sei nicht belegt, dass der Fremdenverkehr in lgis, Zi- 
zers oder der Fraktion Landquart derartige Bedeutung habe. In 
Landquart bestehe keine Touristensaison.

Auch diese beschwerdeführerische Kritik am angefochtenen Ent- 
scheid erweist sich bei näherer Betrachtung als unbegründet. Da- 
bei kann mitunter ebenfalls auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden. Die Qualifikation des Kantons 
Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet ergibt sich zunächst aus 
der Bundesgesetzgebung über die Förderung des Hotel- und Ku- 
rortkredites (aBFG):

– Unter der alten, im Jahre 2000 abgelösten Regelung von Art. 41 
aArGV 2 haben jene Gebiete als Fremdenverkehrsgebiete gegol- 
ten, welche in der BFG aufgeführt worden sind. Art. 5 aBFG hatte 
den gleichen Wortlaut wie der heutige Art. 25 Abs. 2 ArGV2 und 
in Art. 4 aBFV war ausdrücklich der Kanton Graubünden (mit ge- 
wissen Ausnahmen) als Fremdenverkehrsgebiet bezeichnet wor- 
den. Am 15. Dezember 2003 trat das Bundesgesetz über die För- 
derung der Beherbergungswirtschaft (BFG) in Kraft und ersetzte 
das aBFG aus dem Jahr 1966. Nach Art. 5 Abs. 2 BFG i. V. m. Art. 2 
BFV und dem Anhang zur BFV ist seit dem Jahr 2003 der ganze 
Kanton Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet anerkannt. Als 
solche Fremdenverkehrsgebiete gelten nach Art. 5 Abs. 2 BFG 
Gebiete und Ortschaften, in denen der Fremdenverkehr von we- 
sentlicher Bedeutung ist und erheblichen saisonalen Schwan- 
kungen unterliegt.

Damit ist festzuhalten, dass der Kanton Graubünden gemäss BFG 
von Bundesrechts wegen als Fremdenverkehrsgebiet gilt.

– Die alte Regelung von Art. 41 aArGV 2 ist im Jahr 2000 durch die 
heutige Regelung von Art. 25 ArGV 2 ersetzt worden, wonach als 
Betriebe in Fremdenverkehrsgebieten Betriebe in Kur-, Sport-, 
Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der Fremdenverkehr 
von wesentlicher Bedeutung ist und erheblichen saisonmässi- 
gen Schwankungen unterliegt, gelten. Der bis zum Jahr 2000 be- 
stehende explizite Verweis der ArGV 2 auf das BFG ist entspre- 
chend gestrichen worden. Es stellt sich somit die Frage, ob für 
die Definition des Fremdenverkehrsgebiets nicht mehr auf das 
BFG zurückgegriffen werden darf:

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– Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, nach der 
Rechtsänderung im Jahr 2000 sei der Zusammenhang zwischen 
der ArGV 2 und dem BFG aufgelöst worden, sodass nicht mehr 
auf die frühere Begriffsbestimmung zurückgegriffen werden 
könne. Als Belege für ihre Argumentation verweist sie auf meh- 
rere bundesgerichtliche Urteile (2A.578/2000, 2A.704/2005 und 
2A.166/2003).

– Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid dagegen, dass 
sich der Wortlaut der Bestimmungen (Art. 41 aArGV 2 und 25 
ArGV 2) praktisch nicht verändert habe und praktisch dieselbe 
Definition enthalte, weshalb nicht einzusehen sei, warum nicht 
auf das BFG zurückgegriffen werden könne. Im angeführten Ent- 
scheid 2A.578/2000 (Ouchy, Lausanne) bejahe das Bundes- 
gericht bei der Prüfung von Art. 25 ArGV 2 die Qualifikation von 
Ouchy als Fremdenverkehrsgebiet, was auch gemäss BFG gelte.

– Die Beschwerdegegner kritisieren die von der Beschwerdeführe- 
rin für die Untermauerung ihres Standpunktes zitierten bundes- 
gerichtlichen Entscheidungen, welche allesamt keinen  Beweis 
für den vertretenen Standpunkt liefern könnten. Im Entscheid 
2A.578/2000 erstelle das Bundesgericht klar den Zusammen- 
hang zwischen der aArGV 2 und dem BFG. Die Entscheide 
2A.704/ 2005 (Val-de-Travers) und 2A.166/2003 (La Chaux-de- 
Fonds), in welchen das Bundesgericht zum Ergebnis gekommen 
sei, die zu prüfenden Gebiete seien keine Fremdenverkehrsge- 
biete, bestätigten ebenfalls die Übereinstimmung von BFG und 
ArGV 2, da die Gebiete auch gemäss BFG nicht als Fremdenver- 
kehrsgebiete gegolten hätten.

Insgesamt ist den vorinstanzlichen und beschwerdegegnerischen 
Ausführungen zu folgen. In der Tat hat sich der Wortlaut der Be- 
stimmungen nur marginal verändert, wobei nach wie vor prak- 
tisch eine identische Definition des Fremdenverkehrsgebiets ge- 
geben ist (wesentliche Bedeutung Fremdenverkehr, saisonale 
Schwankungen). Korrekt sind auch die Ausführungen, dass die zi- 
tierten bundesgerichtlichen Urteile die Argumentation der Be- 
schwerdeführerin nicht stützen, sondern eher dagegen sprechen.

– Die beschwerdeführerische Argumentation ist damit zwar formal 
richtig, geht aber an der Sache vorbei, da sich der Wortlaut der 
geänderten Bestimmung («Betriebe in Fremdenverkehrsgebie-

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

10
3

ten in Kur-, Sport-, Ausflugs- und Erholungsorten, in denen der 
Fremdenverkehr von wesentlicher Bedeutung ist und erhebli- 
chen Schwankungen unterliegt») praktisch nicht verändert hat. 
Aus diesem Grunde besteht kein Anlass, diesem Wortlaut einen 
anderen Sinn zu geben als unter dem alten Recht. Das bestätigt 
im Prinzip auch das Bundesgericht beispielsweise im Urteil 
2A.578/2000 vom 24. August 2001 in E. 5c, wo es festhält, dass 
die terminologische Abänderung der Bestimmung nicht signifi- 
kant sei (vgl. auch angefochtener Entscheid S. 16 ff.).

Entsprechend ist auch unter dem neuen Recht davon auszugehen, 
dass der Kanton Graubünden von Bundesrechts wegen als Frem- 
denverkehrsgebiet i. S. v. BFG und ArGV 2 gilt.

Hinzu kommt schliesslich, dass Art. 27 Abs. 2 lit. c ArG ganz 
allgemein von den Bedürfnissen des Fremdenverkehrs spricht, 
ohne die Fremdenverkehrsorte oder -gebiete näher einzu- 
schränken. Damit ist klar, dass es sich dabei auch um Bedürfnisse 
des Fremdenverkehrs handeln kann, die sich über ein grösseres 
Gebiet und damit auch auf grosse Teile des Kantons erstrecken 
können (überregionale Bedürfnisse). Die Argumentation der Be- 
schwerdeführerin, es seien nur die örtlichen Fremdenverkehrsbe- 
dürfnisse zu beachten, ist demnach nicht vertretbar und mit dem 
Wortlaut der anwendbaren Bestimmungen nicht zu begründen.

Selbst wenn man annehmen wollte, dass eine Qualifika- 
tion des Kantons Graubünden als Fremdenverkehrsgebiet nicht 
auf das BFG zurückgeführt werde könnte, läge das AVOS gemäss 
den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in einem Fremden- 
verkehrsgebiet:

– Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Entscheid 
2A.704/2005 vom 4. April 2006 in E. 3.3.1 müssen drei kumula- 
tive Voraussetzungen erfüllt sein, damit ein Betrieb als in einem 
Fremdenverkehrsgebiet liegend zu qualifizieren ist:

L´art. 25 al. 2 de l´ordonnance 2 du 10 mai 2000 relative à la loi sur 
le travail (Dispositions spéciales pour certaines catégories d´ent- 
reprises ou de travailleurs) (OLT 2; RS 822.112) établit que «sont 
réputées entreprises situées en région touristique les entreprises 
situées dans des stations proposant cures, sports, excursions ou 
séjours de repos, pour lesquelles le tourisme joue un rôle pré- 
pondérant tout en étant sujet à de fortes variations saisonnières».

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

104

La reconnaissance de l´appartenance à une région touristique est 
donc subordonnée à trois conditions cumulatives: une offre variée 
d´installations et d´activités réservées aux touristes, le rôle pré- 
pondérant du tourisme dans l´économie locale et d´importantes 
variations saisonnières dans l´activité touristique.

Der Betrieb muss an einem Ort gelegen sein, welcher (1) ein viel- 
fältiges Angebot an Einrichtungen und Tätigkeiten für Touristen 
bietet, und in welchem der Tourismus (2) eine wesentliche Bedeu- 
tung hat sowie (3) saisonalen Schwankungen unterliegt.

– Dabei hat das Bundesgericht im Entscheid 2A.578/2000 vom
24. August 2001 in E. 4a festgehalten, dass der Begriff Ort in ei- 
nem weiten Sinn zu verstehen ist:

Dès lors, on ne saurait suivre les recourantes qui considèrent qu´il 
faut définir le terme station comme une localité isolée ou un en- 
semble de bâtiments construits hors de toute localité pour accu- 
eillir des touristes en particulier en montagne. Comme le terme 
station a un sens très large, les caractéristiques d´un tel endroit 
sont essentielles, pour établir si une entreprise se trouve dans une 
région touristique. En l´espèce, le quartier d´Ouchy présente trois 
des caractéristiques attachées par l´art. 25 al. 2 OLT 2 à la notion 
de station; celles-ci ne sont d´ailleurs pas des conditions cumula- 
tives. Ce quartier permet de pratiquer des sports en particulier 
nautiques, d´effectuer des excursions aussi bien dans des sites 
lausannois que sur le lac Léman ou dans des cantons et pays voi- 
sins et enfin de faire des séjours de repos notamment dans les hô- 
tels se trouvant à proximité du rivage. Dès lors, il y a lieu d´ad- 
mettre que le magasin de la Migros à Ouchy est situé dans une 
station proposant certaines des occupations mentionnées à 
l´art. 25 al. 2 OLT 2.

– Die Vorinstanz hat unter Berücksichtigung dieser höchstrichterli- 
chen Rechtsprechung im angefochtenen Entscheid detailliert 
und nachvollziehbar aufgezeigt, dass diese Voraussetzungen 
vorliegend gegeben sind (angefochtener Entscheid S. 19 ff.):

– Zunächst hat die Vorinstanz dargelegt, wieso das AVOS in der 
hier zu beurteilenden Konstellation ohne weiteres in einem Tou- 
rismusgebiet liegt:

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

10
5

Bei der Beurteilung, ob das AVOS in einemTourismusgebiet liege, 
dürfe nicht nur isoliert das Gebiet der politischen Gemeinde be- 
trachtet werden; vielmehr seien funktionale Räume, in denen die 
politischen Gebietskörperschaften liegen und welche zunehmend 
für die demografische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und nicht 
zuletzt touristische Entwicklung massgebend seien, entscheidend; 
zumal solche Entwicklungen keine Rücksicht auf gebietspolitische 
Gegebenheiten nähmen. Insofern sei es verfehlt, den Blick nur auf 
die Gemeinde Landquart oder Zizers zu richten. Zu betrachten sei 
der funktionale Raum, in welchem das AVOS eingebettet sei. Ins- 
besondere im Tourismus seien solche funktionalen Räume mass- 
gebend. Eine touristische Destination könne nur konkurrenz- und 
überlebensfähig bleiben, wenn sie durch ein breites, multiop- 
tionales Angebot eine starke Attraktivität für die verschiedensten 
individuellen Bedürfnisse der heutigen touristischen Zielgruppen 
auslösen könne.

Das AVOS liege gemäss Richtplan des Kantons Graubünden in ei- 
nem grossflächigen Einzugsgebiet (funktionales Einzugsgebiet 
von Chur mit über 80 Gemeinden in den Kantonen Graubünden 
und St. Gallen) mit zahlreichen Bewohnern, Betrieben, Arbeits- 
plätzen und grossen Tourismuszentren (z. B. Arosa, Bad Ragaz 
etc.). Daneben liege das AVOS auch im Raum der Tourismusdesti- 
nation Bündner Herrschaft, deren Vermarktung über die Heidiland 
Tourismus AG erfolge. Schliesslich liege das AVOS am Verkehrs- 
knotenpunkt Landquart, welcher das Einfallstor zu Graubünden 
und zu den grossen Tourismuszentren sei. In Anbetracht dieser 
Einzugsgebiete liege das AVOS in einer Kur-, Sport-, Ausflugs- und 
Erholungsregion.

– Dem Tourismus kommt im Gebiet, in welchem das AVOS liegt, 
eine wesentliche Bedeutung zu, wie die Vorinstanz in der ange- 
fochtenen Verfügung auf den S. 22 ff. einlässlich ausgeführt hat 
(Tourismus mit 30 % Wertschöpfung im Kanton Graubünden und 
10,7 % im Bündner Rheintal, grosse indirekte Profite durch tou- 
rismusverwandte Dienstleitungen, Tourismus als bedeutendster 
Antreiber der Bündner Volkswirtschaft [Exportanteil von 55 %]).

Diese Schlussfolgerungen ergeben sich mitunter auch aus dem im 
Recht liegenden Bericht der HTW Chur vom August 2008 zur Wert- 
schöpfung des Tourismus in den Regionen Graubündens:

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

106

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die hohe Bedeutung 
desTourismus für die Bündner Wirtschaft. Sie übertrifft bei Weitem 
die Bedeutung des Beherbergungs- und Gaststättenwesens, wel- 
che gemeinhin mit dem Tourismus in Verbindung gebracht wer- 
den. Mit 3316 Mio. Franken und etwa 25 530 Beschäftigten (in 
Vollzeitäquivalenten) können knapp über 30 Prozent der erwirt- 
schafteten Bruttowertschöpfung und der Beschäftigung im Kanton 
Graubünden auf den Tourismus zurückgeführt werden. 1016 Mio. 
Franken erwirtschaften  die  touristischen  Leistungsträger,  
1795 Mio. Franken erzielen die tourismusverwandten Branchen 
und noch einmal 506 Mio. Franken werden über den Einkommens- 
effekt gewonnen. Der Tourismus ist für Graubünden von immen- 
ser Bedeutung und wird zurecht als Motor der Bündner Wirtschaft 
bezeichnet.

– Letztlich unterliegt der Fremdenverkehr im Einzugsgebiet des 
AVOS erheblichen Schwankungen, wie der angefochtenen Ver- 
fügung S. 24 ff. entnommen werden kann: Anhand der bis im 
Jahre 2002 jeweils ausgestellten Saisonbewilligungen und 
Kurzaufenthaltsbewilligungen sei belegt, dass der Tourismus im 
Kanton Graubünden erheblichen saisonalen Schwankungen 
unterliege (ca. 13 000 bis 15 000 Saisonbewilligungen und 4000 
bis 8000 Kurzaufenthalterbewilligungen). Daneben könne auch 
anhand der Logiernächte in Hotel- und Kurbetrieben (exklusiv 
Übernachtungen in der Parahotellerie bzw. in Zweitwohnungen) 
im Kanton festgestellt werden, dass erhebliche saisonale 
Schwankungen bestünden. So gebe es im Kanton Graubünden 
im stärksten Monat über neunmal mehr Logiernächte als im 
schwächsten Monat (Jahr 2010: 848 204 Übernachtungen im 
Februar, 91 696 November). Ebenfalls grosse Schwankungen 
bestünden in den Regionen des funktionalen Einzugsgebiets. 
Entsprechend sei das Kriterium der erheblichen saisonalen 
Schwankungen im funktionalen Tourismusraum des AVOS 
erfüllt.

Die Region um das AVOS ist demnach so oder so als Frem- 
denverkehrsgebiet zu qualifizieren. Die Argumentation des DVS, 
wonach das AVOS den touristischen Bedürfnissen des Kantons so- 
wie auch unmittelbar an das AVOS angrenzenden Tourismusge- 
bieten diene, erweist sich daher als korrekt.

d) Ferner rügt die Beschwerdeführerin, dass Betriebe in 
Fremdenverkehrsgebieten spezifischen Bedürfnissen der Touris-

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

10
7

ten dienen müssten, um bewilligungsfrei sonntags Arbeitneh- 
mende zu beschäftigen:

– Im AVOS würden übersaisonale Markenartikel mit Preisreduktio- 
nen verkauft. Angeboten würden somit überwiegend Artikel des 
gewöhnlichen Gebrauchs mit Rabatt, was wenig mit spezifischen 
Touristenbedürfnissen zu tun habe. Das Konzept des AVOS ent- 
spreche exakt demjenigen von Foxtown Villeneuve. Das dortige 
Warenangebot mit Kleidern, Schuhen, Wäsche, Schmuck, Parfum 
und Haushaltartikeln entspreche weitgehend auch jenem des 
AVOS. Im Entscheid BGE 126 II 106 habe das Bundesgericht fest- 
gestellt, dass diese Produkte keine spezifischen Bedürfnisse von 
Touristen bedienten. Wenn die Vorinstanz erwäge, ein Ausflug 
ins AVOS sei allenfalls als Tourismus zu qualifizieren, sei ihr 
ebenfalls das Bundesgericht entgegenzuhalten (BGE 126 II 106), 
welches festgehalten habe, dass Shopping kein Tourismus sei; 
jedenfalls kein Tourismus, der eine Abweichung vom Sonntags- 
arbeitsverbot rechtfertige.

– Touristische Bedürfnisse seien einerseits allgemein menschliche 
(Nahrung, Getränke, Hygiene), andererseits tourismuseigene, 
wie die Nachfrage nach Fremdenführern, Souvenirs und lokalen 
Spezialitäten (Urteil des Bundesgerichts 2A.578/2000). Die Vorin- 
stanz könne nicht dartun, was am Angebot der Shops im AVOS 
spezifischer Bedürfnisbefriedigung von Touristen diene. Das 
ganze AVOS sei nicht auf Touristen ausgerichtet, sondern strebe 
einen Einkaufstourismus an, der keine Ausnahme vom Sonn- 
tagsarbeitsverbot rechtfertige (Urteil des Bundesgerichts 
2A.166/2003).

Auch diese beschwerdeführerischen Rügen sind gemäss den 
nachfolgenden Darlegungen unzutreffend und unbegründet:

– Das Bundesgericht hat sich zur Frage, wie das Kriterium der spe- 
zifischen Bedürfnisse von Touristen auszulegen ist, im Entscheid 
2A.578/2000 vom 24. August 2001 in E. 5c wie folgt geäussert:

Vu ces explications – qui paraissent cohérentes –, l´adjectif «spé- 
cifique» employé à l´art. 25 al. 1 OLT 2 n´a pas pour but d´établir 
une distinction entre deux sortes de besoins des touristes: ceux 
qui seraient spécifiques au tourisme et ceux qui ne le seraient pas. 
En effet, la législation applicable ici n´indique pas que seule une

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

108

des deux catégories de produits précités devrait être prise en 
compte à l´exclusion de l´autre. Elle n´exige pas non plus que les 
diverses sortes de biens susmentionnés soient offerts simultané- 
ment pour admettre une dérogation au principe général de l´inter- 
diction du travail dominical. Elle ne contient donc pas de conditi- 
ons cumulatives quant aux genres de produits offerts aux 
touristes. Il en résulte que le terme «spécifique» dans l´expression
«répondant aux besoins spécifiques des touristes» – soit, dans le 
texte allemand de l´art. 25 al. 1 OLT 2, «die der Befriedigung spe- 
zifischer Bedürfnisse der Touristen dienen» et, dans la version 
italienne de cette disposition, «rispondenti ai bisogni specifici dei 
turisti» – doit être pris dans un sens large. Il qualifie les besoins 
liés à la personne des touristes, mais pas les besoins exclusifs des 
touristes par opposition à ceux de la population locale.

Entsprechend ist das Kriterium der spezifischen Bedürfnisse der 
Touristen weit auszulegen. An dieser Rechtsprechung hat das 
Bundesgericht seither in den Entscheiden 2A.255/2001 und 
2A.256/2001 festgehalten.

– Unter dem Begriff «spezifische Bedürfnisse der Touristen» ge- 
mäss Art. 25 ArGV 2 sind damit (1) allgemeine menschliche Be- 
dürfnisse, welche sowohl die Touristen als auch die Bevölkerung 
vor Ort befriedigen müssen (z. B. Nahrung, Getränk, Wasch- und 
Pflegeartikel), und (2) spezielle Bedürfnisse, welche dieTouristen 
im Zusammenhang mit ihrer Reisetätigkeit – die regelmässig 
zum Zweck des Vergnügens, der Unterhaltung und Kultur er- 
folgt – haben (Reiseführer, Souvenirs, schweizerische bzw. lokale 
gastronomische wie auch andere Spezialitäten), zu verstehen.

Zu letzterer Kategorie sind auch diejenigen Artikel zu zählen, wel- 
che die Touristen aufgrund ihrer jeweils unterschiedlichen Beher- 
bergungsart (Hotel, Ferienwohnung, Camping mit Wohnwagen 
oder Zelten etc.) als Grundbedarf benötigen. Eine exklusive Aus- 
richtung des Sortiments auf Touristen ist hingegen nicht erforder- 
lich.

Diese spezifischen Bedürfnisse der Touristen deckt das 
AVOS mit seinem Produkt- und Warensortiment im Wesentlichen 
ab. Gemäss Homepage des AVOS und den Feststellungen der 
Erst- und Vorinstanz werden in den einzelnen Geschäftslokalitäten 
des AVOS im Wesentlichen die folgenden Artikel angeboten: Out-

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

10
9

door-Kleidung und Outdoor-Schuhe für die Winter- und Sommer- 
zeit, spezifische Outdoor-Sportartikel, Reiseartikel und Spiele, 
Souvenirs, lokale Spezialitäten, Dienstleistungen im lokalen Tou- 
rismusbereich, Sportbekleidung, Mode allgemein und Haushalts- 
artikel. Nicht im AVOS erhältlich sind dagegen typischerweise von 
Anwohnern nachgefragte Produkte wie z. B. Lebensmittel, alle Ar- 
ten von Elektronikgeräten, Heimwerker-Produkte und grössere 
Haushaltgeräte.

Die Beschwerdeführerin vergleicht dieses Warenangebot 
mit jenem des Foxtown Villeneuve, in welchem hauptsächlich 
Kleidung, Schuhe, Wäsche, Schmuck, Parfum und Haushaltartikel 
verkauft würden. Damit handle es sich vor allem um allgemein 
übliche Waren, die zu einem reduzierten Preis verkauft würden:

– Es dürfte wohl nicht zu bestreiten sein, dass im AVOS zumindest 
teilweise tatsächlich auch Artikel verkauft werden, welche eben- 
falls im Foxtown Villeneuve angeboten werden; zumal allge- 
meine menschliche Bedürfnisse sich regional nicht unterschei- 
den (Kleidung, Nahrung, Getränk, Wasch- und Pflegeartikel). 
Zudem entsprechen sich die Warensortimente auch in Bezug auf 
andere Artikelgruppen (z. B. spezielle Kleidung, Schuhe, Wä- 
sche). Die Beschwerdeführerin scheint aber bei ihrem Vergleich 
zu übersehen, dass das Warensortiment in den Kontext der aus- 
gewiesenen spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen For- 
men von Tourismus im Kanton Graubünden zu setzen ist. Dabei 
ist zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen von Touristen im 
Sommer und im Winter sowie zwischen den unterschiedlichen 
Bedürfnissen je nach Beherbergungsart zu unterscheiden.

– Setzt man das im AVOS angebotene Warensortiment in den Kon- 
text aller dieser Formen von Tourismus, ergeben sich die folgen- 
den Feststellungen:

Das im AVOS erhältliche Angebot richtet sich an Touristen, die 
ihren Urlaub im Kanton Graubünden verbringen und sich mit 
sportlichen Aktivitäten in Form von Sommer- (Wandern, Golf, Bi- 
ken etc.) und Wintertätigkeiten (Schneesport allgemein, Ski, 
Snowboard, Langlauf etc.) vergnügen und unterhalten. Insofern 
sind die im AVOS erhältlichen Outdoor-Waren (Kleidung, Funk- 
tionskleidung und Schuhe; vgl. z. B. die Sortimente der Geschäfte 
Nike, Maya Maya und Envy Sports) sowie Schneesport- und son- 
stigen Sportartikel (vgl. z. B. die Sortimente der Geschäfte Bogner,

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

110

Oakley, Odlo und Quiksilver etc.) offensichtlich auf die Bedürfnisse 
der Touristen ausgerichtet. Dass dabei im Vergleich zu den re- 
gulären Preisen Rabatte gewährt werden, ändert daran nichts.

Im Weiteren gibt es im AVOS Haushalt- bzw. Küchengeräte und 
Heimtextilien für Feriengäste der Region, die nicht in einem Hotel, 
sondern in einer Wohnung untergebracht sind bzw. eine solche be- 
sitzen, oder ihren Urlaub auf Campingplätzen verbringen. Da 
diese Parahotellerie im Kanton Graubünden praktisch gleichviele 
Logiernächte wie die Hotellerie generiert (Stichwort Zweitwoh- 
nungen), dient auch das entsprechende Angebot den spezifischen 
Bedürfnissen der Touristen. Ferner werden im AVOS auch Souve- 
nirs sowie schweizerische und lokale Spezialitäten (z. B. Lebens- 
mittel, Sackmesser, Uhren und Schokolade; vgl. die Geschäfte Vic- 
torinox, Wenger) angeboten. Solche Artikel und Warengruppen 
sprechen in erster Linie Touristen an.

Schliesslich bestehen im AVOS auch mehrere Geschäfte, welche 
Kleidung international bekannter Marken, Fashion-Produkte, 
Schuhe und Luxusartikel anbieten. Das dortige Sortiment dient 
ebenfalls zumindest teilweise den spezifischen Bedürfnissen der 
Touristen, da diese im Urlaub neben ihren spezifischen Bedürfnis- 
sen naturgemäss auch allgemeine Bedürfnisse befriedigen wollen 
(Kleidung, Mode, Luxus). Natürlich ist das betreffende Angebot 
aber nicht ausschliesslich auf Touristen ausgerichtet, da es sich in 
gleicher Weise auch an die einheimische Bevölkerung richtet.

Das Warensortiment des AVOS ist damit im Wesentlichen 
auf die spezifischen Bedürfnisse der Touristen des Einzugsgebiets 
Graubünden sowie der Durchgangsreisenden (in Richtung Tessin 
oder Italien) ausgerichtet. Dass neben den auf Touristen ausge- 
richteten Artikeln auch gewisse andere Artikel verkauft werden, 
welche mitunter von der einheimischen Bevölkerung nachgefragt 
werden, ändert an der Ausrichtung des Gesamtsortiments auf den 
Tourismus nichts. Diese Schlussfolgerung entspricht dem Gutach- 
ten der HTW Chur vom 6. Mai 2010 über das Alpenrhein Outlet Vil- 
lage (vgl. die betreffende im Recht liegende beschwerdegegneri- 
sche Unterlage [Vorakten des Verfahrens vor dem DVS]).

Zusammenfassend spricht Art. 25 Abs. 1 ArGV 2 zwar von 
der Befriedigung spezifischer Bedürfnisse der Touristen, doch er- 
gibt sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass dar- 
unter neben spezifischen touristischen Bedürfnissen auch allge-

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

11
1

meine menschliche Bedürfnisse und ein gewisser Grundbedarf an 
Artikeln (z. B. für Ferienwohnung, Hotel und Camping) zu verste- 
hen sind. Das Verkaufsangebot an den allgemein bekannten Tou- 
rismusdestinationen im Kanton Graubünden – z. B. in Arosa, Da- 
vos/Klosters, Flims/Laax, aber auch im Engadin (St. Moritz) – zeigt 
sodann auf, dass sich die Bedürfnisse der Touristen nicht aus- 
schliesslich auf menschliche Bedürfnisse (Nahrung, Getränke, Hy- 
giene) und typische tourismuseigene Bedürfnisse (Fremdenfüh- 
rer, Souvenirs und lokale Spezialitäten) beschränken. Denn 
gerade das Lebensmittel- und Getränkeangebot wird von denTou- 
risten nur beschränkt in Anspruch genommen. Im Vordergrund 
steht ein Bedarf an Kleidern, Schuhen, Sportartikeln, Schmuck und 
dergleichen – einerseits für tourismusspezifische Verwendungsar- 
ten (Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Klettern oder Wintersport), 
andererseits aber auch für den persönlichen Gebrauch. In diesem 
Sinne deckt das Warensortiment der Geschäfte im AVOS die spezi- 
fischen Bedürfnisse derTouristen vollständig ab, weshalb es unter 
Art. 25 ArGV 2 zu subsumieren ist. Im Weiteren belegen auch die 
Lage des AVOS am Verkehrsknotenpunkt Landquart und die Ein- 
bettung der einzelnen Geschäftslokalitäten in das AVOS, als Out- 
let-Center im Stil eines alpinen Dorfes, dass insbesondere Touris- 
ten angesprochen werden sollen. Demnach ist das AVOS bzw. sind 
die darin befindlichen einzelnen Geschäftslokalitäten offensicht- 
lich darauf ausgerichtet, spezifischen Bedürfnissen der Touristen 
zu dienen.

e) Unbegründet ist letztlich auch der beschwerdeführeri- 
sche Einwand, durch die Festlegung einer Sommer- und einer Win- 
tersaison habe die Vorinstanz den Wortlaut von Art. 25 ArGV 2 ge- 
sprengt, der nur von einer Saison spreche. Dieser Interpretation 
kann nicht gefolgt werden, da, wie die Vorinstanz richtig begründet 
hat, im Kanton Graubünden zwei verschiedene Saisons bestehen:

– Als Indikatoren für die Dauer der Saison seien einerseits die Lo- 
giernächte gemäss der Beherbergungsstatistik des Bundesamts 
für Statistik heranzuziehen. Andererseits könnten auch die Ar- 
beitslosenzahlen im Gastgewerbe im Kanton Graubünden – 
auch wenn hier keine regionalen Ausscheidungen vorhanden 
seien – oder die Betriebszeiten von touristischen Infrastrukturen 
herangezogen werden. Die Festlegung der Saison könne hier nur 
in einer Gesamtbetrachtung erfolgen, zumal verschiedene 
Touristenkategorien (nämlich Touristen, die sich in der Region 
um das AVOS befinden, Durchgangstouristen mit einem ande-

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

112

ren Ziel in Graubünden wie z. B. die obere Surselva, Davos/Klos- 
ters oder Engadin sowie Durchgangstouristen mit Ziel Tessin 
oder Italien) zu berücksichtigen seien. Diesbezüglich könnten die 
Verkehrsfrequenzen Aufschluss geben.

– Berücksichtige man die kantonalen Logiernächte der Jahre 2009 
und 2010, ergebe sich ein monatlicher Durchschnitt von etwa 
480 000 Logiernächten. Auffallend abweichen würden hiervon le- 
diglich die Zahlen in den Monaten Mai (140 000 bis 150 000 
Nächte) und November (ca. 90 000 Nächte). Insofern lasse sich 
die Aussage machen, dass die Wintersaison Anfang Dezember 
beginne und im April ende, währenddem die Sommersaison von 
Juni bis Oktober dauere, wobei die Saison jeweils im April und 
Oktober auslaufe. Die gleiche Schlussfolgerung ergebe sich 
auch, wenn man anstatt auf die kantonalen Zahlen auf die Zah- 
len der einzelnen Regionen, oder wenn man stattdessen auf die 
Öffnungszeiten der Bergbahnen abstelle. Letztlich sei es eine 
Frage des Ermessens, ob man nur die beiden Monate Mai und 
November, oder auch noch den April und den Oktober zur Zwi- 
schensaison zählen wolle; zumal diese unterdurchschnittliche 
Zahlen aufweisen würden, aber immer noch ein deutlich intensi- 
verer Tourismus als in der Zwischensaison gegeben sei. Berück- 
sichtige man, dass die Herbstferien im Oktober lägen und die 
Tourismusbranche dadurch veranlasst werde, die Betriebe offen 
zu halten, sei der Oktober zur Saison zu zählen. Im April sei je- 
weils zu berücksichtigen, dass die grösseren Bergbahnen ihren 
Betrieb i. d. R. noch aufrechterhalten würden (vgl. im Einzelnen 
angefochtene Verfügung S. 32 ff.).

– Vergleiche man die Verkehrsfrequenzen des Jahres 2009, ergä- 
ben sich die tiefsten Werte jeweils auch im Mai und im Novem- 
ber, sodass sich auch insofern eine Tendenz abzeichne, die bei- 
den Monate zur Zwischensaison zu zählen. Sehe man sich die 
Arbeitslosenzahlen der Jahre 2010 und 2011 im Gastgewerbe an, 
welches stark auf den Tourismus ausgerichtet sei, fielen die auf- 
fallend höheren Arbeitslosenzahlen in den Monaten April und 
Mai sowie Oktober und November auf. Berücksichtige man in ei- 
ner Gesamtbetrachtung die Logiernächte, die Öffnungszeiten 
von touristischen Infrastrukturen, die Arbeitslosenzahlen im 
Gastgewerbe und die Verkehrsfrequenzen auf der Autobahn vor 
Maienfeld bei der Festlegung der Saison gemäss Art. 25 ArGV 2, 
so sei die erstinstanzliche Verfügung nicht zu beanstanden.

4/11 Konzessionen und Bewilligungen PVG 2012

11
3

Diesen vorinstanzlichen Darlegungen ist vollumfänglich 
zu folgen, zumal die Beschwerdeführerin weder im Verwaltungs- 
verfahren vor dem DVS noch im vorliegenden Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht eine substanziierte Rüge betreffend Festle- 
gung der Saison erhoben – und eine alternative Festlegung ver- 
langt –, sondern sich auf die Behauptung einer exzessiven Festle- 
gung der Saison beschränkt hat. Von einer exzessiven Festlegung 
der Saison kann angesichts der nachvollziehbaren vorinstanzli- 
chen Begründung anhand der zitierten Statistiken nicht die Rede 
sein. Im Weiteren lässt sich auch den im Recht liegenden Akten 
kein Grund entnehmen, wieso diese sorgfältig begründenden 
vorinstanzlichen Ausführungen – welche auf den Logiernächten, 
den Öffnungszeiten der Bergbahnen, dem Verkehrsaufkommen 
und den Arbeitslosenzahlen basieren – im Zusammenhang mit der 
Anwendung von Art. 25 ArGV 2 in Zweifel zu ziehen wären.

Schliesslich spricht Art. 25 ArGV 2 zwar von einer Befrei- 
ung von der Bewilligungspflicht für Sonntagsarbeit «während der 
Saison», doch ist dem Wortlaut der Bestimmung nicht zu entneh- 
men, dass es sich dabei entsprechend der beschwerdeführeri- 
schen Behauptung nur um eine Saison handeln kann. Der Wortlaut 
beschränkt sich vielmehr darauf, dass die Befreiung von der Be- 
willigungspflicht auf die Dauer der Saison beschränkt ist. Wenn die 
Saison wie im Kanton Graubünden in eine Winter- und eine Som- 
mersaison zu unterteilen ist, dann gilt die Befreiung folgerichtig 
für beide Saisons bzw. beide Teile der jeweils durch eine Zwi- 
schensaison unterbrochenen Saison. Da im Kanton Graubünden 
angesichts der präsentierten Zahlen nachweislich zwei verschie- 
dene Saisons in Form einer Winter- und einer Sommersaison be- 
stehen, hat die Vorinstanz die Sonderregelung von Art. 25 ArGV 2 
zu Recht für beide Saisons verfügt.
U 12 12 Urteil vom 30. Oktober 2012

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde in öf- 
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist noch hängig.