# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 340ae1dc-7940-56a8-b73d-a6fb054de4ab
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2006 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2006-11_0000-00-00.pdf

## Full Text

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11 – Beschwerde gegen Präsidialverfügungen; Auswirkungen eines 
Klagerückzugs (Art. 237 ZPO). Bei Rückzug der Kla- ge wird 
die Beschwerde nur insoweit gegenstandslos, als dadurch 
der Streitgegenstand wegfällt, was zwar für die vom 
Bezirksgerichtspräsidenten erlassene vorsorgliche 
Massnahme zutrifft, nicht jedoch für den angefochtenen 
Kostenspruch der Massnahmeverfügung.

Aus dem Sachverhalt:
Am 14. Juli 2004 verstarb X. In seiner letztwilligen Verfügung vom

24. April 1997 hatte er D. als Vermächtnisnehmer verschiedener landwirt- 
schaftlicher Parzellen in G. und H. eingesetzt. Im Testament vom 26. No- 
vember 1999 setzte der Erblasser zu gleichen Teilen B., E. und A. als Erben,
C. und F. als Vermächtnisnehmerinnen sowie Notar Dr. iur. A. als Willens- 
vollstrecker ein.

D. reichte am 19. August 2005 beim Vermittleramt Oberengadin eine 
Klage auf Anfechtung des Testamentes von X. selig, (Ungültigkeitsklage, 
Erbschafts-/Vermächtnisklage etc.) ein und beantragte am 22. August 2005 
beim Bezirksgerichtspräsidium Maloja, verschiedene Parzellen in G. und H. 
mit einer Verfügungssperre (Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) zu belegen.

Mit Verfügung vom 28. September 2005 ordnete der Bezirksgerichts- 
präsident – in Bestätigung seiner superprovisorischen Verfügung vom
23. August 2005 – auf den verschiedenen Parzellen zur Sicherung des An- 
spruchs auf Eigentumsübertragung an D. die Vormerkung einer Verfügungs- 
beschränkung gemäss Art. 960 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB an und überband die Ver- 
fahrenskosten von Fr. 1 500.– sowie die Kosten des Grundbuchamtes unter 
solidarischer Haftung den Gesuchsgegnern, die zudem zur Bezahlung einer 
ausseramtlichen Entschädigung von Fr. 1 000.– an den Gesuchsteller D. ver- 
pflichtet wurden. Gegen diese am 29. September 2005 mitgeteilte Verfügung 
liess A. am 17. Oktober 2005 beim Bezirksgerichtsausschuss Maloja Be- 
schwerde erheben mit dem Antrag, die amtlichen Kosten und die Kosten des 
Grundbuchamtes seien dem Gesuchsteller aufzuerlegen; eventuell seien die 
Kosten- und Entschädigungsfolgen bei der Hauptsache zu belassen und dar- 
über im Endentscheid zu befinden. B. und C. reichten am 19. Oktober 2005 
Beschwerden mit identischem Rechtsbegehren beim Bezirksgerichtsaus- 
schuss Maloja ein.

Am 24. Oktober 2005 zog D. die anhängig gemachte Klage beim Ver-
mittleramt Oberengadin zurück und teilte dies auch dem Bezirksgericht Ma- 
loja mit.

Mit Abschreibungsverfügung vom 7. November 2005 ordnete der 
Bezirksgerichtsvizepräsident als Vorsitzender des Bezirksgerichtsausschus-

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ses Maloja als Beschwerdeinstanz die Löschung der vorgemerkten Verfü- 
gungsbeschränkung an (Ziff. 1), schrieb die Beschwerden von A., B. und C. 
als gegenstandslos ab (Ziff. 2) und verfügte, dass die Kosten des Massnah- 
meverfahrens vor dem Bezirksgerichtspräsidenten von Fr. 1 500.–, die Kos- 
ten des Grundbuchamtes für die Eintragung und Löschung der vorgemerk- 
ten Verfügungsbeschränkung sowie die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
von Fr. 300.– unter solidarischer Haftung von A., B. und C. zu tragen seien, 
die den Gesuchsteller D. für das Verfahren vor dem Bezirksgerichtspräsi- 
denten zudem mit Fr. 1 000.– ausseramtlich zu entschädigen hätten (Ziff. 
3–7).

Gegen diese am 17. November 2005 mitgeteilte Abschreibungsverfü- 
gung reichte A. am 21. November 2005 beim Kantonsgerichtsausschuss im 
Sinne von Art. 232 ZPO Beschwerde ein mit dem Antrag, die Ziffern 2–7 der 
Abschreibungsverfügung seien aufzuheben und der Vorsitzende des Be- 
zirksgerichsausschusses sei anzuweisen, die Beschwerde von A. dem Be- 
zirksgerichtsausschuss zur materiellen Beurteilung zu unterbreiten; eventu- 
ell sei in der Sache selbst zu entscheiden und seien die Kosten des 
Massnahmeverfahrens, des Grundbuchamtes und des Beschwerdeverfah-  
rens dem Gesuchsteller D. aufzuerlegen.  Der  Kantonsgerichtsausschuss 
hiess die Beschwerde gut und wies die Sache an den Bezirksgerichtsaus- 
schuss Maloja zum Entscheid zurück.

Aus den Erwägungen:
3. Die Beschwerdeführer rügen, dass der Bezirksgerichtsvizepräsi- 

dent nach Rückzug der Hauptklage ihre Beschwerde gemäss Art. 237 ZPO 
gesamthaft abgeschrieben hat, statt sie dem Bezirksgerichtsausschuss zum 
materiellen Entscheid vorzulegen. Der vorsitzende Richter ging indessen 
davon aus, das gesamte Beschwerdeverfahren werde mit dem Klagerückzug 
gegenstandslos, so dass über die strittigen Kostenpunkte nicht mehr ent- 
schieden werden könne. Dazu ergibt sich Folgendes:

Gegenstandslos wird ein Prozess oder ein Rechtsmittel dann, wenn 
der Streitgegenstand fehlt, es sei, dass er von Anfang an fehlte, es sei, dass er 
während des Prozesses als solcher untergegangen ist (Walder, Prozesserledi- 
gung ohne Anspruchsprüfung, Zürich 1966, S. 104). Wäre nur der Erlass der 
Grundbuchsperre als vorsorgliche Massnahme an sich streitig gewesen, so 
hätte der Bezirksgerichtsvizepräsident die Beschwerde zu Recht abge- 
schrieben, da mit dem Klagerückzug kein rechtliches Interesse am Erlass 
vorsorglicher Massnahmen mehr bestünde und somit der Streitgegenstand 
dahingefallen wäre. Der Erlass einer grundbuchlichen Verfügungsbeschrän- 
kung war aber im Beschwerdeverfahren vor Bezirksgerichtsausschuss gar 
nicht mehr Streitgegenstand, sondern die Auseinandersetzung drehte sich 
nur noch um die Kostenverteilung und die aussergerichtliche Entschädi-

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gung. Damit wurde die Kostenfrage zum eigentlichen Streitgegenstand, wel- 
cher mit dem Rückzug der Hauptklage keineswegs unterging, sondern nach 
wie vor aktuell blieb (vgl. dazu auch Addor, Die Gegenstandslosigkeit des 
Rechtsstreits, Bern 1997, S. 36 ff., 132 f.; Leuch/Marbach/Kellerhals/ Sterchi, 
a.a.O., N. 3 zu Art. 330 ZPO BE). Unter diesen Umständen hätte der Be- 
zirksgerichtsvizepräsident nicht hinsichtlich der allein Streitgegenstand bil- 
denden Kostenfrage eine Abschreibungsverfügung erlassen und darin diese 
strittigen Punkte selber regeln dürfen. Vielmehr blieb es auch nach dem Kla- 
gerückzug Sache des Bezirksgerichtsausschusses, darüber zu  entscheiden. 
Die Abschreibungsverfügung erweist sich somit als rechtswidrig und ist in 
den angefochtenen Punkten aufzuheben. Die Sache ist an den Bezirksge- 
richtsausschuss Maloja zur Entscheidung zurückzuweisen.
ZB 05 56/58/59 Urteil vom 22. Februar  2006

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