# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c40a6c6-fb46-5c67-bc93-81502219997f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 02.12.2011 SB110504
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110504_2011-12-02.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110504-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. R. Naef und  

Ersatzoberrichter lic. iur. E. Leuenberger sowie die Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Semadeni 

 
Urteil vom 2. Dezember 2011 

 
in Sachen 

 
A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 
gegen 

 
Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt Dr. iur. M. Hug,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
sowie 

 
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,  
IV-Stelle, Rechtsdienst, v.d. Y._____ daselbst,  

Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend  

mehrfacher, teilweise versuchter Betrug etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom  
11. Februar 2011 (DG100392) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 4. August 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 64/2). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 49 ff.) 

"Das Gericht erkennt:  

1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen, teilweise versuchten Betruges im  

Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 45 Tage durch 

Haft erstanden sind, teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Entscheid des Bezirksamtes 

Münchwilen vom 12. Oktober 2006 ausgefällten Strafe.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre fest-

gesetzt.  

4. Auf den Zivilanspruch der Privatklägerin C._____, … [Adresse], wird nicht eingetre-

ten. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Oktober 2008 

beschlagnahmten und unter Sachkautionsnummer ... deponierten 27 Tickets, zum 

Teil im Doppel, werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft dieses Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 900.–   Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 4'560.–   Auslagen Untersuchung 

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 25'014.80   amtliche Verteidigung  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

-   3   - 

7. Die Verfahrenskosten werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden unter Vorbehalt einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO auf die Gerichtskasse genommen. 

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (schriftlich und mündlich; Urk. 108) 

1. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten freizusprechen.  

 

Eventualiter sei er für den Fall der anklagegemässen Schuldigspre-

chung mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu bestrafen, unter Auf-

schub des Strafvollzugs unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. 

2. Dem Beschuldigten sei für die 1,5 Monate dauernde Untersuchungshaft 

eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- aus der Staatskasse zuzusprechen, 

sowie eine Entschädigung (für Ausfall IV-Rente, sowie Fr. 1'200.– für 

Arztbericht Dr. D._____). 

3. Die Verfahrenskosten für 1. und 2. Instanz, inklusive diejenigen der 

amtlichen Verteidigung, seien ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. 

 Im Falle einer (Teil-)Verurteilung seien dem Beschuldigten die  

Gerichtskosten ganz aufzuerlegen, jedoch aufgrund offensichtlicher 

Uneinbringlichkeit abzuschreiben. 

4. Die Anschlussberufung sei abzuweisen, sofern und soweit darauf ein-

getreten wird. 

-   4   - 

b) Der Privatklägerschaft Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 109 S. 2)  

1. Die Berufung des Angeklagten sei abzuweisen und die Verurteilung 

wegen mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs sei zu bestätigen. 

2. Das Strafmass sei zu bestätigen. 

c) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 110) 

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (4. Abteilung) vom 11. Februar 

2011 sei vollumfänglich zu bestätigen, mit der Korrektur, dass eine 

Freiheitsstrafe auszusprechen ist und nicht eine Zusatzstrafe zur  

Busse. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss dem  

Beschuldigten und der SVA Zürich aufzuerlegen. 

 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Mit Urteil vom 11. Februar 2011 wurde der Beschuldigte des mehrfachen, 

teilweise versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von  

24 Monaten (unter Anrechnung von 45 Tagen Haft) bestraft, teilweise als Zusatz-

strafe zu der mit Entscheid des Bezirksamtes Münchwilen vom 12. Oktober 2006 

ausgefällten Busse. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die 

Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. Auf die Zivilansprüche der Privatklägerin 

C._____ wurde nicht eingetreten. 

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2. Mit Eingabe vom 11. Februar 2011 (eingegangen bei der Vorinstanz am 

14. Februar 2011) liess der Beschuldigte innert Frist Berufung gegen den vor-

instanzlichen Entscheid erheben (Urk. 79/1; Urk. 82). Ebenfalls fristgerecht ging 

die Berufungserklärung ein (Urk. 83 = 85; Urk. 84/2; Urk. 87). 

3. Die Privatklägerin Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (nach-

stehend SVA) schloss sich mit Eingabe vom 1. September 2011 innert Frist vor-

erst der Berufung an (Urk. 89; Urk. 90; Urk. 93). Die Anklagebehörde verzichtete 

in ihrer Vernehmlassung darauf, sich der Berufung anzuschliessen und beantragt 

Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 91). Die Privatklägerin  

C._____ liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

4.1 Die SVA beantragte, das interdisziplinäre Gutachten des Medizinischen 

Zentrums E._____ vom 23. Juni 2011, welches in ihrem Auftrag aufgrund eines 

Urteils des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich über den Beschuldig-

ten erstellt wurde, sei in die Erwägungen mit einzubeziehen und zu berücksichti-

gen (Urk. 93 S. 2; Urk. 94/1 = Urk. 92). Auf selbiges Gutachten verweist in ihrer 

Vernehmlassung auch die Anklagebehörde und stellte das Begehren, dieses sei 

zu den Akten zu nehmen (Urk. 91 S. 1; Urk. 92). In Anwendung von Art. 400 

Abs. 2 und Art. 401 StPO wurde den Parteien mit Präsidialverfügung der hiesigen 

Kammer vom 20. September 2011 die jeweiligen Eingaben samt Beilagen zuge-

stellt (Urk. 96; Urk. 97). 

4.2 Mit Eingabe vom 28. November 2011 reichte die Verteidigung eine  

Stellungnahme zum inderdisziplinären Gutachten des den Beschuldigten behan-

delnden Psychiaters Dr. med. F._____ sowie ein Arztzeugnis resp. Zweitgutach-

ten von Dr. med. D._____ ein (Urk. 100; Urk. 102/1-2). Diese wurden zur Wah-

rung des rechtlichen Gehörs den weiteren Verfahrensbeteiligten zugestellt (Urk. 

103 f.). 

5. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 1. Dezember 2011 zog die SVA 

ihre Anschlussberufung vollumfänglich zurück und beantragte Bestätigung des 

vorinstanzlichen Entscheides (Prot. II S. 8; Urk. 109). Hiervon ist vorab Vormerk 

zu nehmen. 

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6. Nicht angefochten und folglich in Rechtskraft erwachsen ist der Nichteintre-

tensentscheid betreffend Zivilansprüche der Privatklägerin C._____ (Urteilsdispo-

sitivziff. 4) sowie der Entscheid betreffend Herausgabe der beschlagnahmten 27 

Tickets an den Beschuldigten (Urteilsdispositiv-Ziffern 4. und 5.; vgl. Urk. 87 S. 3; 

Prot. II S. 10). Hiervon ist vorab Vormerk zu nehmen (Art. 404 Abs. 1 i.V.m. 402 

StPO). 

7.1 Tags vor der Berufungsverhandlung stellte die Anklagebehörde den An-

trag, es seien im Rahmen der Verhandlung einige Videosequenzen, die im Rah-

men des Observationsverfahren aufgenommen seien, abzuspielen (Urk. 105A). 

Die erkennende Kammer kam zu Schluss, dass es sich hierbei nicht um neue 

Beweise handelt. Die Videoaufzeichnungen sind bereits Teil der Akten, Fotoaus-

züge der Aufnahmen liegen den Akten bei (Urk. 3). Zudem wurden sie dem Be-

schuldigten anlässlich der Untersuchung vorgehalten, weshalb dies auch anläss-

lich der Berufungsverhandlung wiederholt werden kann (Urk. 19). Weiter ist es 

Sache der Anklagebehörde, mit welchen Ausschnitten des Observationsmaterials 

sie ihre Anklage unterstützen möchte. Deshalb ist auch der diesbezügliche  

Eventualantrag der Verteidigung, es sei das ganze Videomaterial und nicht nur 

prätentiöse Ausschnitte hiervon abzuspielen, abzuweisen (Prot. II S. 11-14). 

7.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 1. Dezember 2011 stellte die 

Verteidigung im Rahmen des Beweisverfahrens den Antrag, es seien Dr. D._____ 

und Dr. F._____ als Zeugen aufzurufen. Diese seien zu den eingereichten Berich-

ten und der psychischen Verfassung des Beschuldigten als Zeugen zu befragen 

(Prot. II S. 13).  

Im vorliegenden Verfahren geht es darum, ob die im Rahmen der Begutachtung 

im Jahre 2006 deponierten Aussagen des Beschuldigten zu seinem Gesundheits-

zustand der Wahrheit entsprachen oder nicht. Es ist nicht Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens, den Inhalt des inderdisziplinären Gutachtens des Medizini-

schen Zentrums E._____ vom 23. Juni 2011 auf seine Glaubhaftigkeit zu überprü-

fen. Ebenso wenig gilt es zu klären, wie hoch ein allfälliger Anspruch des Be-

schuldigten auf eine Invalidenrente in Kenntnis der wahren Tatsachen gewesen 

wäre. Dies zu beurteilen fällt in die Kompetenz des Sozialversicherungsgerichts. 

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Die Ausführungen in der Stellungnahme von Dr. F._____ sind somit im vorliegen-

den Prozess nicht von Belang. Zudem ist nicht zu erwarten, dass er als Zeuge 

einvernommen von seiner schriftlich Eingabe – soweit diese überhaupt verständ-

lich ist – abweichen würde. Bei Dr. med. D._____ wurde sodann im Auftrag von 

Dr. F._____ eine Zweitmeinung eingeholt. Dieser sah den Beschuldigten im Jahre 

2011 zwei Mal zur Untersuchung. Auch seine Angaben können nichts über die 

hier interessierenden Fragen aussagen. Ganz allgemein ist hier anzufügen, dass 

ein behandelnder Psychiater, welcher Gutachten zu einer Person verfassen soll, 

die er als Patienten behandelt hat, wegen Vorbefassung als befangen gilt (vgl. 

dazu Donatsch in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Zürich 2010, N 14 zu Art. 183). Die erkennende Kammer 

sah sich somit nicht veranlasst, die vom Beschuldigten beantragten Beweise ab-

zunehmen, weshalb diese abgewiesen wurden (Prot. II S. 14).  

II. Schuldpunkt 

1. Die Vorinstanz stellte vorab den Anklagesachverhalt zusammengefasst dar 

und machte sodann theoretische Ausführungen zu den Beweisführungsregeln. 

Auf diese sowie auf die Ausführungen zur Verwertbarkeit der Zeugenaussagen 

und des Observationsmaterials kann vollständig verwiesen werden (Urk. 85 

Ziff. 1. - 4. auf S. 6 -11; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2. Anklageziffern I.1. und I.2.: 

Vorab ist festzuhalten, dass es entgegen der Verteidigung nicht angeht, das Han-

deln des Beschuldigten in verschiedene Teilabschnitte aufzuteilen, um danach 

getrennt zu beurteilen, ob dieser sich anlässlich der einzelnen Handlungen in 

strafrechtlicher Weise relevant verhielt (Prot. II S. 16). Dabei handelt es sich mit 

der Anklagebehörde um eine reichlich verquere Ansicht des vorliegend zu beurtei-

lenden Sachverhaltes. Der Beschuldigte durchlief ein Rentenrevisionsverfahren, 

welches zwar aus verschiedenen Teilabschnitten bestand (u.a. Antragstellung 

und Begutachtung), jedoch stets mit dem Ziel vor Augen, eine Rentenerhöhung 

-   8   - 

zu erlangen. Das Handeln des Beschuldigten ist somit als einheitliches Vorgehen 

zu beurteilen. 

2.1 Die Vorinstanz erachtete den unter Anklageziffern I.1. und I.2. vorgehalte-

nen Sachverhalt nach eingehender Beweiswürdigung als erstellt. So hielt sie ins-

besondere fest, dass keine vernünftigen Zweifel verbleiben würden, dass die vom 

Beschuldigten im Rahmen des Revisionsverfahrens in der Anmeldung und bei der 

psychiatrischen Exploration gemachten Angaben falsch und sinnentstellend un-

vollständig gewesen seien, was dem Beschuldigten auch bewusst gewesen sei. 

Zudem sei erstellt, dass die rückwirkende Zusprechung einer ganzen Invaliden-

rente durch die SVA direkt kausal auf das täuschende Verhalten des Beschuldig-

ten zurückzuführen sei. So sei der unter Ziffer I.2. eingeklagte Sachverhalt jeden-

falls in Bezug auf die psychischen Beschwerden erstellt. Da für die Renten-

erhöhung allein der psychiatrische Befund ausschlaggebend gewesen sei, könne 

dahingestellt bleiben, ob der Beschuldigte die Versicherung auch mit der Be-

hauptung, er leide zunehmend an Schmerzen, habe täuschen wollen (Urk. 85 

S. 18-22). 

2.2 Wie bereits vor Vorinstanz bestreitet die Verteidigung ein vorsätzliches Be-

gehen des Beschuldigten. Er habe die Fragen der Ärzte jederzeit nach bestem 

Wissen und Gewissen wahrheitsgetreu beantwortet und nicht wissentlich betrüge-

rische Falschangaben gemacht. Wie seine Angaben gewertet und welche 

Schlussfolgerungen daraus gezogen worden seien, habe der Beschuldigte nicht 

zu verantworten (Urk. 76 S. 4 und 9, Urk. 87 S. 2; Urk. 108 S. 6 und S. 23). 

2.3 Vorab ist festzuhalten, dass hinsichtlich der Sachverhaltserstellung zur 

Vermeidung von Weiderholungen vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen verwiesen werden kann (Urk. 85 S. 14-22; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachstehenden Ausführungen sind lediglich ergänzender Natur: 

2.3.1 Der Beschuldigte wurde am 12. bzw. 19. Juli 2006 im Rahmen eines Ein-

spracheverfahrens gegen die hinsichtlich Erhöhung der Invalidenrente abschlägi-

ge Verfügung vom 24. Mai 2004 (Urk. 13/8) einer interdisziplinären medizinischen 

Begutachtung unterzogen. In diesem Gutachten wurde festgehalten, aus rein so-

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matischer Sicht sei der Beschuldigte für eine behinderungsangepasste Tätigkeit 

im Gegensatz zu früher nicht mehr nur zu 50%, sondern voll arbeitsfähig 

(Urk. 13/16 S. 15 und S. 23). Gestützt auf die psychiatrische Begutachtung wurde 

dem Beschuldigten jedoch eine volle Invalidenrente zugesprochen, weshalb  

vorliegend mit der Vorinstanz vor allem die psychiatrische Begutachtung von  

Interesse ist (Urk. 13/16 S. 16 ff. und S. 23 ).  

2.3.1.1 Der mit der Begutachtung beauftragte Psychiater Dr. med. G._____ 

machte anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 20. Mai 2010 geltend, er sei auf-

grund der Aussagen des Beschuldigten zur Auffassung gekommen, dass sich 

letzterer "sozial sehr zurückgezogen habe"; hierbei – beim Gesichtspunkt des so-

zialen Rückzuges – handle es sich bei der Beurteilung einer Depression um einen 

Hauptpunkt (Urk. 36/5 S.6 f.). Dies schlug sich entsprechend im Gutachten nie-

der: der Beschuldigte lebe mit seiner Frau und dem Sohn sozial sehr zurückgezo-

gen, habe hauptsächlich Kontakt mit seinen Brüdern (…). Der Beschuldigte gehe 

tagsüber etwas spazieren, teils alleine oder mit der Ehefrau (…). Mit dem Sohn 

könne er nicht viel unternehmen, da ihm dazu die Energie und die Lust fehlen 

würde. Er schaue manchmal etwas fern (Sport und Filme), insgesamt interessiere 

ihn aber nichts besonders. Er habe keine Hobbys oder besonderen Interessen. Er 

denke und grüble viel, könne aber nicht genauer angeben worüber (…) 

(Urk. 13/16 S. 17 f.). Auf entsprechende Frage führte Dr. med. G._____ anlässlich 

der Zeugeneinvernahme sinngemäss aus, er habe sich den Alltag des Beschul-

digten eintönig und inhaltsleer vorgestellt, frei von produktiven Tätigkeiten, inten-

siven Gesprächen und Kontakten zu anderen Personen (Urk. 36/5 S. 8 und 11).  

2.3.1.2 Was der Beschuldigte Dr. med. G._____ anlässlich vorgenannter me-

dizinischer Begutachtung im Juli 2006 mitteilte, steht offensichtlich diametral zu 

seinen Aussagen anlässlich der Einvernahmen vom 22. September 2009 resp. 

vom 24. März 2010, anlässlich welchen er unter anderem ausführte, er sei eine 

sehr kontaktfreudige Person, da er dadurch Schmerzen und Sorgen vergessen 

würde. Er schaue den Leuten beim Schachspiel zu, und sie hätten Spass mitei-

nander. Er gehe manchmal zu Besuch zu seinem Bruder oder seinem Neffen, o-

der sie würden ihn abholen, worauf sie dann zusammen in den Ausgang gehen 

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würden. Auch am Schalter der H._____ Reisen habe er Spass mit seinem Be-

kannten I._____ gehabt (Urk. 27 S. 3 f. und S. 12). Er schaue sich gerne Fuss-

ballspiele an, dies ca. einmal in der Woche und vorwiegend in …, je nach dem, ob 

er vom Bruder oder Neffen abgeholt würde (Urk. 27 S. 4). Weiter gab er zu, dem 

Alkoholkonsum nicht abgeneigt zu sein und sich in Restaurants mit Landsleuten 

aufzuhalten (Urk. 27 S. 11 sowie S. 12 f.; Urk. 28 S. 9 f.). Seit dem Jahre 2004 sei 

er vielleicht zwei oder dreimal, vielleicht auch vier oder fünf Mal pro Jahr in den 

J._____ [Land in Europa] gereist (Urk. 27 S. 14). Zudem habe er eine grosse 

Verwandtschaft und Kollegen (Urk. 28 S. 4). Weiter gab er auf entsprechendes 

Nachfragen zu, von I._____ fast jeden Morgen um vier Uhr geweckt worden zu 

sein. Es sei häufig vorgekommen, dass dessen Vater ihn und seine Frau zu sich 

nachhause mitgenommen habe, um Tee zu trinken. Umgekehrt sei I._____s Vater 

auch zum Mittagessen zu ihnen gekommen (Urk. 28 S. 5).  

Insbesondere verschwieg der Beschuldigte dem begutachtenden Psychiater, sich 

regelmässig am Flughafen einzufinden, um sich am Schalter der H._____ Travel 

– wie auch immer – zu beschäftigen. Gemäss den glaubhaften Aussagen des 

Zeugen I._____, welche zudem vom Beschuldigten lediglich hinsichtlich der Fre-

quenz, nicht jedoch der Zeitspanne in Abrede gestellt wurden (Urk. 27 S. 11 f.; 

Urk. 107 S. 10), kann als erstellt erachtet werden, dass sich der Beschuldigte seit 

mindestens Herbst 2005 – mithin seit mehr als einem halben Jahr vor der Begut-

achtung im Juli 2006 – fast täglich bzw. regelmässig am Schalter der H._____ 

Travel am Flughafen einfand (Urk. 31/1 Frage 3 und 4; Urk. 31/2 S. 6).  

2.3.1.3 Über all diesen Aktivitäten wurde der begutachtende Psychiater ge-

mäss seinen glaubhaften Zeugenaussagen nicht informiert (Urk. 36/5 12 f.) und 

entsprechend fanden diese vom Beschuldigten nicht erwähnten Tatsachen auch 

keinen Eingang in das psychiatrische Gutachten (vgl. Urk. 13/16 S. 17 unter  

'aktuelle Situation'). Auf Vorhalt der Untersuchungsergebnisse (Einvernahmen 

des Beschuldigten und von Zeugen, sowie Ermittlungsergebnisse wie Videoauf-

nahmen, Parkkartenkontrolle, verzeichnete SMS- und Telefonkontakte) entgegne-

te der Gutachter ausnahmslos, dass er solche Informationen nicht gehabt habe 

(Urk. 36/5 S. 8-15). Zwar seien einzelne Aktivitäten für sich alleine nicht unverein-

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bar mit den Schlussfolgerungen im Gutachten, doch stünden diese Informationen 

im Widerspruch zu denjenigen, wie sie ihm gegeben worden seien. Er führte je-

doch auch mehrmals an, dass die ihm nicht bekannten Aktivitäten des Beschul-

digten (regelmässiger Aufenthalt in Lokalen und Alkoholkonsum mit Landsleuten, 

Teilnahme als Zuschauer beim Fussball) im Widerspruch zur dessen Angabe des 

fast vollständigen sozialen Rückzugs stehen würden (Urk. 36/5 S. 12 ff.). Letzte-

res ist schlussendlich auch für den Laien augenfällig. An dieser Stelle ist auf die 

anlässlich der Berufungsverhandlung vorgespielten Videosequenzen zu verwei-

sen (Prot. II S. 14), in welchen ein aufgeweckter Beschuldigten zu sehen war, der 

sich hinter dem Schalter der H._____ Travel befand, und welcher bei der er-

kennenden Kammer keineswegs einen abgelöschten, schwer depressiven Ein-

druck hinterliess. 

2.3.1.4 Vergleicht man das im Juli 2006 erstellte Gutachten (Urk. 13/16), die 

Zeugenaussage von Dr. med. G._____ und die Aussagen des Beschuldigten, 

verbleiben aufgrund der bis anhin eingereichten Beweismittel mit der Vorinstanz 

keine Zweifel daran, dass letzterer für die Begutachtung wesentliche Fragen hin-

sichtlich seines Gemütszustandes und Tagesablaufes nicht wahrheitsgetreu be-

antwortete resp. relevante Tatsachen verschwieg, ansonsten der begutachtende 

Psychiater Dr. med. G._____ nicht zu einer Schlussfolgerung gekommen wäre, 

welche mit dem effektiven Allgemeinzustand des Beschuldigten kontrastierte.  

Lediglich am Rande sei erwähnt, dass das durch die Anklagebehörde und  

Privatklägerschaft ins Recht gereichte Gutachten des Medizinischen Zentrums 

E._____ dieses Fazit bestätigt (Urk. 92 S. 47-49., vgl. vorstehend Ziff. I.3.2.). Ent-

gegen der Ausführungen der Verteidigung handelt es sich hierbei nicht ohne Wei-

teres um ein Parteigutachten (Urk. 108 S. 20). Das Gutachten wurde von  

einer öffentlich-rechtlichen Anstalt (SVA) auf Geheiss des Sozialversicherungs-

gerichts des Kantons Zürich in Auftrag gegeben, weshalb dieses in die Nähe ei-

nes gerichtlichen gerückt wird und erhöhten Beweiswert hat (vgl. dazu BSK StPO 

- Heer, a.a.O., N 7 zu Art. 189). Wie jedoch vorstehend festgehalten, ist der 

Sachverhalt mit den bis anhin eingereichten Beweismitteln bereits erstellt.  

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2.3.2 Den Beanstandungen der Verteidigung hinsichtlich des fehlenden vorsätz-

lichen Vorgehens des Beschuldigten (Urk. 87 S. 2; vgl. vorstehend Ziff. II 2.2) ist 

Folgendes entgegenzuhalten:  

2.3.2.1 Mit der Zeugenaussage des Gutachters konfrontiert, beschränkte sich der 

Beschuldigte darauf geltend zu machen, er habe vergessen, welche Angaben er 

diesem gegenüber betreffend seiner Tagesstruktur resp. täglichen Beschäftigun-

gen gemacht habe, oder aber er sei vom Psychiater zur Thematik nicht befragt 

worden. Meistens liess der Beschuldigte die Aussagen des Gutachters zu seinem 

widersprüchlichen Aussageverhalten unkommentiert (Urk. 29 S. 13 ff.). Auch an-

lässlich der heutigen Verhandlung limitierte sich der Beschuldigte entweder darauf 

zu entgegnen, er sei vom Psychiater zu diesen Themen nicht befragt worden, o-

der aber sich auf seine Konzentrationsschwäche zu berufen, aufgrund derer er 

sich nicht an die Fragen anlässlich der Begutachten erinnern könne (Urk. 107 S. 9 

f. und S. 11 f.). Es ist nicht nachvollziehbar, wie sich der Beschuldigte an einige 

Fragen und deren Antworten anlässlich der Exploration erinnern kann, sich auch 

bewusst ist, zu welchen Themen er nicht befragt wurde, sich aber bezüglich ande-

rer Fragen und Antworten auf seine Konzentrationsschwäche beruft und sich an 

gar nichts mehr erinnern kann. Der selektive Gedächtnisverlust kann dem Be-

schuldigten nicht abgenommen werden; das Aussageverhalten überzeugt kei-

neswegs und ist nicht glaubhaft. 

2.3.2.2 Der Beschuldigte beantragte am 13. Juni 2003 eine Erhöhung seiner 

Rente, mit der Begründung, dass er in den letzten eineinhalb Jahren zunehmend 

Schmerzen und psychische Probleme habe. Gegen den abschlägigen Entscheid 

der SVA (mit der Begründung, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

sei nicht nachvollziehbar; Urk. 13/8) liess der Beschuldigte Einsprache erheben. 

Im Rahmen dieses Einspracheverfahrens wurde sodann im Juli 2006 das inter-

disziplinäre Gutachten erstellt (Urk. 13/1-30). Die Argumentation der Verteidigung, 

die Angaben des Beschuldigten hätten sich nur auf den Zeitpunkt der Begutach-

tung bezogen, er habe diese nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet 

(Urk. 76 S. 5 f., 8, 10 und 15; Urk. 108 S. 12), sind nicht zielführend. Der Beschul-

digte war sich der Tragweite der medizinischen Beurteilung bewusst. Entgegen 

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den Beanstandungen der Verteidigung (Urk. 76 S. 6; Urk. 108 S. 7 ff.) wusste der 

Beschuldigte, dass es bei der Begutachtung – wie von ihm beantragt – um die 

rückwirkende Zusprechung einer erhöhten IV-Rente ging. Schliesslich durchlief er 

das Prozedere bereits vorher (Urk. 12/1-25, insb. 12/17). Er wusste weiter, dass 

es anlässlich der Begutachtung nicht etwa darum ging, seinen momentanen Ge-

mütszustand zu schildern, sondern vielmehr ein umfassendes Bild darüber zu lie-

fern. Wenn er anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte (Urk. 107 S. 9 f. 

und S. 11 f.), er habe einfach die Fragen des Begutachters wahrheitsgetreu be-

antwortet und dieser habe ihn nicht danach gefragt, ob er zum Schach- und 

Fussballspiel gehe oder ab und zu verreise etc. (Urk. 107 S. 9 f. und S. 11 f.), ist 

an dieser Stelle in aller Deutlichkeit auf die Mitwirkungspflicht des Beschuldigten 

als Versicherter zu verweisen. Von ihnen wird verlangt, dass sie sich aktiv an der 

Umsetzung aller zumutbaren Abklärungsmassnahmen beteiligen. Gemäss Art. 28 

ATSG (Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht, 

SR 830.1) muss derjenige, der Versicherungsleistungen beansprucht, unentgelt-

lich alle Auskünfte erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur Festsetzung 

der Versicherungsleistung erforderlich sind. Dieser Pflicht, die ihn als Versicherten 

trifft, ist der Beschuldigte mitnichten nachgekommen. Er unterliess es somit  

wissentlich und willentlich, für die Diagnose relevante Tatsachen kundzutun bzw. 

erzählte bewusst Unwahrheiten, dies mit dem Ziel, die von ihm beantragte  

Rentenerhöhung zu erlangen – was er schlussendlich auch erreichte. Lediglich 

ergänzungshalber ist festzuhalten, dass selbst wenn es ihm in den Tagen der Un-

tersuchung derart schlecht gegangen wäre, ihn die Pflicht getroffen hätte, eine 

Veränderung seines Gesundheitszustandes sofort der IV-Stelle mitzuteilen (vgl. 

Art. 31 Abs. 1 ATSG sowie beispielsweise Urk. 13/22 S. 3). 

2.4 Mit der Vorinstanz ist somit rechtsgenügend festgestellt, dass der Beschul-

digte anlässlich der psychiatrischen Exploration bewusst falsche, sinnentstellende 

und unvollständige Angaben machte resp. wichtige Auskünfte vorenthielt, auf-

grund deren ein nicht den Tatsachen entsprechendes Gutachten erging. Dieses 

wiederum war Grundlage für die rückwirkende Zusprechung einer vollen IV-Rente 

durch die SVA, was der Beschuldigte auch wusste und wollte. Der unter Ziffer I.2. 

eingeklagte Sachverhalt ist somit erstellt. 

-   14   - 

3. Anklageziffer I.3.: 

3.1 Die Vorinstanz erachtete den unter Anklageziffer I.3. vorgehaltenen Sach-

verhalt nach ausführlicher Beweiswürdigung als erstellt. Die Angabe des  

Beschuldigten, sein Gesundheitszustand habe sich seit ca. September 2007 in 

einem rentenerhöhenden Ausmass verschlechtert, und er leide vermehrt an 

Schmerzen am Kopf, an der Wirbelsäule und am Beinmuskel, könne objektiv nicht 

zutreffen. Aufgrund der eklatanten Diskrepanz zwischen den Angaben des Be-

schuldigten und seiner Erscheinung im Alltag würden sich seine Angaben hin-

sichtlich der angeblichen Verschlechterung seines Allgemeinzustandes nicht mehr 

als subjektiv vertretbare Darstellung von schon lange anhaltenden Schmerzen 

würdigen lassen. Den gegenteiligen Beteuerungen des Beschuldigten könne nicht 

geglaubt werden (Urk. 85 S. 31). 

3.2 Die Verteidigung bringt zu diesem Anklagepunkt vor, der Beschuldigte habe 

dazumal tatsächlich eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes gefühlt 

und bestreitet somit sinngemäss ein vorsätzliches Vorgehen (Urk. 108 S. 23 f.).  

3.3 Auch hinsichtlich der Anklageziffer I.3. kann vollumfänglich auf die zutreffen-

den, ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 85 S. 22-

33; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nachfolgende Ausführungen sind lediglich ergänzender 

Natur:  

3.3.1 Als hilflos im Sinne von Art. 13 ATSG gilt eine Person, die wegen der Be-

einträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der 

Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (vgl. hierzu auch Art. 42 

Abs. 3 des Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20). 

3.3.2 Grundsätzlich reicht ein Blick in die Foto-Dokumentation bzw. in die anläss-

lich der Berufungsverhandlung vorgespielten Videosequenzen, um jegwelche 

Hilflosigkeit des Beschuldigten zu verneinen. Die Bilder resp. der Film wurden 

knapp viereinhalb Monate nach dem Ausfüllen des Antrags auf Hilflosenentschä-

digung gemacht (Urk. 3/2). Darauf abgebildet ist – wie dies bereits die Vorinstanz 

fest- 

-   15   - 

hielt –, der Beschuldigte, welcher offensichtlich keinerlei Mühe bekundet, sich und 

insbesondere seine Arme ohne Einschränkungen zu bewegen. Inwiefern es dem 

Beschuldigten nicht möglich sein soll, sich ohne die Hilfe der Ehefrau die Socken 

aus- und anzuziehen, ist schlichtweg nicht ersichtlich (Urk. 14/1; Urk. 27 S. 2 f.). 

Zudem würde eine solche Hilfe noch lange keine Hilflosenentschädigung rechtfer-

tigen. Auch seine anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

22. September 2011 geltend gemachte Vergesslichkeit rechtfertigt selbstverständ-

lich noch keinen Anspruch auf Hilflosenentschädigung (Urk. 27 S. 2; "Wenn ich 

einkaufen gehe, muss ich meine Frau dabei haben. Auch wenn ich spazieren ge-

he. Ich bin sehr vergesslich, vor allem wenn ich Termine einhalten muss. Meine 

Frau muss mich an diese Termine erinnern. Sie telefoniert mir und erinnert mich 

daran. (…) Ich sage ihr bereits in der Wohnung, was wir brauchen. Wenn wir 

dann im Laden sind, erinnert sie mich daran. Wenn ich alleine einkaufen gehe, 

ruft sie mich an und sagt mir, ich soll dieses und jenes nicht vergessen."). 

3.4 Mit der Vorinstanz verbleiben keine Zweifel, dass der Beschuldigte die Un-

richtigkeit seiner Angaben im Antrag auf Hilflosentschädigung kannte, ebenso 

dass er wusste, dass ihm eine solche nicht zusteht. Weiter war er sich bewusst 

oder vertraute zumindest darauf, dass eine Überprüfung bzw. erneute Begutach-

tung im Hinblick auf die soeben zugesprochene volle IV-Rente ausbleiben würde. 

Er beabsichtigte damit, die zusätzlichen Versicherungsleistungen für sich zu  

beanspruchen. Der unter Ziffer I.3. eingeklagte Sachverhalt ist somit mit der Vo-

rinstanz rechtsgenügend erstellt. 

4. Anklageziffer II.: 

Hinsichtlich der Sachverhaltserstellung kann vollumfänglich auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 85 S. 33; Art. 82 Abs. 4 StPO), welche le-

diglich indirekt beanstandet wurden (Urk. 87 S. 2 f.; Urk. 108 S. 25).  

5. Rechtliche Würdigung: 

-   16   - 

Auch bezüglich der rechtlichen Würdigung ist auf die zutreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 85 Ziff. III S. 33-39; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

nachstehenden Ausführungen sind lediglich ergänzender Natur: 

5.1 Zu Anklageziffern I.1. und 2. führt die Verteidigung an, der Beschuldigte 

habe nicht zu verantworten, wie seine Angaben gewertet resp. welche Schluss-

folgerungen daraus gezogen würden und verneint somit ein arglistiges Vorgehen. 

Zudem läge es nicht in der Verantwortung des Beschuldigten, wenn ihm die Ren-

te rückwirkend ausbezahlt worden sei (Urk. 87 S. 2; Urk. 108 S. 7 ff.). 

5.1.1 Art. 146 StGB erfasst nicht jede Täuschung, sondern nur die arglistige 

Täuschung. Arglist ist indes ausgeschlossen, wenn das Opfer die angesichts der 

konkreten Umstände und seiner persönlichen Verhältnisse angemessenen, 

grundlegendsten Vorsichtsmassregeln nicht beachtet (Opfermitverantwortung). 

Zur Frage der Opfermitverantwortung hat die Vorinstanz das Notwendige bereits 

mit aller Klarheit ausgeführt, weshalb zwecks Vermeidung von Wiederholungen 

auch hierauf zu verweisen ist (Urk. 85 S. 33 ff., Art. 82 Abs. 4 StPO). Das Bun-

desgericht lehnt in ständiger Praxis nur dann die Annahme von Arglist aufgrund 

der Opfermitverantwortung ab, wenn die Geschädigten die grundlegendsten Vor-

sichtsmassnahmen nicht beachtet haben. Entsprechend entfällt der strafrechtliche 

Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei derartiger 

Leichtfertigkeit, die das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund 

treten lässt – mithin nur in Ausnahmefällen (vgl. u.a. Entscheid des Bundes-

gerichts 6B_147/2009 vom 9. Juli 2009). 

5.1.2 Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Urk. 108 S. 17) erfordert es 

keine grossen schauspielerischen Fähigkeiten, im Rahmen eines 60 bis 90 Minu-

ten dauernden Explorationsgesprächs einen eingemauerten und ausgelöschten 

Eindruck zu hinterlassen (Urk. 13/16 S. 19; Urk. 36/5 S. 4). Weiter wird es dem 

Beschuldigten keine grossen Schwierigkeiten bereitet haben, seine gesellschaftli-

chen Aktivitäten gegenüber dem Psychiater zu verschweigen. An dieser Stelle ist 

festzuhalten, dass die nicht der Wahrheit entsprechenden Angaben des Beschul-

digten sowie sein Verhalten indes nicht leicht zu durchschauen waren. Dass es im 

Rahmen einer Begutachtung durchaus möglich ist, von Exploranden getäuscht zu 

-   17   - 

werden, hält Dr. med. G._____ gleich selbst fest ("Man muss sich als Strafverfol-

ger bewusst sein, dass den Erkenntnismöglichkeiten im Rahmen einer solchen in-

terdisziplinären sozialversicherungsrechtlichen Begutachtung Grenzen gesetzt 

sind. Wenn jemand versucht, mit gezielter Absicht zu täuschen, ist dies in einem 

gewissen Rahmen möglich"; Urk. 36/5 S. 15). Es handelt sich somit mitnichten um 

einfache Lügen, plumpe Tricks oder leicht überprüfbare falsche Angaben des  

Beschuldigten, mit welchen er den begutachtenden Psychiater und folglich die 

Sozialversicherungsanstalt täuschte.  

Wiederum lediglich ergänzungshalber ist diesbezüglich auf das interdisziplinäre 

Gutachten des E._____ aus dem Jahre 2011 zu verweisen, in welchem fallbezo-

gen Folgendes ausgeführt wird (Urk. 92 S. 40): 

"Es ist auch nicht auszuschliessen, dass er das Zustandsbild vollständig simu-

liert. Ohne Kenntnis der übersandten Aktenunterlagen und des in Augen-

schein genommenen Filmmaterials wäre dieser Sachverhalt nur bei besonde-

rer Analyse der Chronologie des Rentenverfahrens aufzuklären gewesen." 

5.1.3 Der Zusprechung der vollen IV-Rente ging ein langwieriges Verfahren vo-

raus, sie wurde dem Beschuldigten nicht etwa bereits nach Antragsstellung zuge-

sprochen (Urk. 13/1-30). Die Sozialversicherungsanstalt hat folglich mit der ent-

sprechenden Vorsicht vertiefte Abklärungen vorgenommen. Es ist nicht ersicht-

lich, inwiefern die Schilderungen des Beschuldigten abermals hätten überprüft 

werden müssen. Dazu bestand kein Anlass, die Diagnose einer schweren De-

pression im Gutachten war eindeutig. Dass sich der Gutachter hinsichtlich der 

Dauer der depressiven Episode nicht genau festlegte resp. festlegen konnte, liegt 

in der Natur dieser psychischen Erkrankung.  

5.1.4 Selbiges gilt für die IV-Renten, welche dem Beschuldigten rückwirkend zu-

gesprochen wurden: die diesbezügliche Argumentation der Verteidigung grenzt 

an Rabulistik (Urk. 76 S. 6; Urk. 108 S. 7 ff.). Sie verkennt, dass eine IV-Rente 

bzw. deren Erhöhung mit Eintritt der Veränderung des Gesundheitszustandes be-

antragt wird (und nicht etwa bloss in prophylaktischer Hinsicht). Mit Einreichen 

des Antrages bedeutete der Beschuldigte, er habe Anspruch auf eine IV-Rente. 

-   18   - 

Ob er von diesem Zeitpunkt an Anspruch auf eine solche hatte, war sodann Ge-

genstand des Revisionsverfahrens. Von Anfang an war von einer allfälligen 

schweren depressiven Entwicklung des Beschuldigten die Rede (vgl. Urk. 13/2 

S. 1, Urk. 13/7 S. 1). Das entsprechende Gutachten basiert denn auch auf der 

Krankengeschichte des Beschuldigten sowie einer erneuten Anamnese und hält 

nicht etwa bloss den momentanen Gesundheitszustand fest. Bezüglich des Ge-

sundheitszustandes in der Zeit zwischen Antragsstellung und Begutachtung konn-

te sich der Gutachter nur auf die vom Beschuldigten gemachten – unvollständigen 

und falschen – Angaben (und die darauf ergangenen Gutachten) stützen. Als die 

Rente zugesprochen wurde, wurde sie – wie gesetzlich vorgesehen – rückwirkend 

ab Beginn des vermeintlichen Anspruchs an, ausbezahlt (vgl. Art. 27 Abs. 3 IVG). 

Auch hinsichtlich der rückwirkenden Zusprechung liess die SVA genügend Sorg-

falt walten. 

5.1.5 Zu Anklageziffern I.1. und 2. und folglich auch der Anklageziffer II. ist  

zusammengefasst festzuhalten, dass sich der Beschuldigte aufgrund seiner un-

wahren und sinnentstellenden Aussagen arglistig verhielt, wobei die SVA die ihr 

zuzumutenden Vorsichtsmassnahmen getroffen hatte. Hinsichtlich der weiteren 

Tatbestandselemente des Betruges ist auf den vorinstanzlichen Entscheid zu 

verweisen (Urk. 85 Ziff. III. 2.a], S. 34-38).  

5.2 Zu Anklageziffer I.3. beanstandete die Verteidigung vor Vorinstanz, der Be-

schuldigte habe davon ausgehen müssen, dass sein Antrag auf Hilflosenentschä-

digung nicht einfach von der IV unbelesen übernommen werden würde, sondern 

mittels Arztberichten / Gutachten überprüft resp. erst einmal abgelehnt und dieser 

erst auf Einsprache hin überhaupt geprüft würde. Schon deshalb sei das Verhal-

ten des Beschuldigten nicht geeignet, um arglistig zu täuschen (Urk. 76 S. 18; 

Prot. I S. 14, E16). In ihrer Berufungsbegründung brachte sie ergänzend vor, es 

hätte dem Beschuldigten sowieso keine Hilflosenentschädigung zugesprochen 

werden können, da er auf dem entsprechenden Formular nicht zwei (was für die 

Zusprechung notwendig gewesen wäre), sondern nur ein Kreuzchen gesetzt habe 

(Prot. II S. 16 f.; Urk. 108 S. 24). 

-   19   - 

Der schriftliche Antrag des Beschuldigten auf Hilflosenentschädigung kann nicht 

als isolierte Handlung betrachtet werden, sondern ist im Zusammenhang mit dem 

vorangehenden Rentenrevisionsverfahren zu werten. Wie in der Anklageschrift 

vermerkt, bestätigte der Beschuldigte mit der Antragsstellung sinngemäss die 

Richtigkeit seiner Angaben im Revisionsverfahren (Urk. 64/2 E. 3.a) S. 5). Es 

handelt sich somit um ein eigentliches Lügengebäude, welches der Beschuldigte 

vorliegend errichtete: Aufgrund seiner unwahren und sinnentstellenden Aussagen 

war die Sozialversicherungsanstalt fälschlicherweise der Ansicht, dem Beschul-

digten stehe eine volle IV-Rente zu. Im Wissen darum stellte der Beschuldigte, ein 

Jahr nachdem ihm diese zugesprochen wurde, den Antrag auf eine Hilflosenent-

schädigung. Der Beschuldigte konnte darauf vertrauen, dass eine Überprüfung 

seiner Hilflosigkeit schwierig würde, war es ihm doch eben gelungen, die SVA 

über seinen Gesundheitszustand erfolgreich in die Irre zu führen. Der Beschuldig-

te ging somit auch bei dem ihm unter Anklageziffer I.3. vorgehaltenen Sachverhalt 

arglistig vor. Da der Beschuldigte mit seinem Antrag auf Hilflosenentschädigung 

erfolglos blieb, liegt mit der Vorinstanz ein Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 

StGB vor. Ob er nun ein oder zwei Kreuzchen machte, ist hinsichtlich des Ver-

suchs irrelevant. Mit der Anklagebehörde wird er die entsprechende Verordnung 

nicht gelesen haben (Prot. II S. 18).  

5.3 Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung von Anklageziffer II. kann vollum-

fänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Urk. 85 S. 38 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.4 Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte des mehrfachen Betruges im 

Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, teilweise in Verbindung mir Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe sind keine er-

sichtlich. 

III. Sanktion 

1. Die Vorinstanz erklärte vorab zu Recht, dass die auszufällende Sanktion 

nach neuem Recht zu beurteilen sei (Urk. 85 Ziff. IV.1. S. 39 f.; Art. 82 Abs. 4 

-   20   - 

StPO). Sodann wurde der Beschuldigte zu 24 Monaten Freiheitsstrafe als teilwei-

se Zusatzstrafe zu der mit Entscheid des Bezirksamtes Münchwilen vom 

12. Oktober 2006 ausgefällten Strafe verurteilt, wobei sie den Vollzug der Frei-

heitsstrafe aufschob und die Probezeit auf drei Jahre festsetzte (Urk. 85 Ziff. IV.1. 

S. 39 - 46). 

2.1 Am 12. Oktober 2006 wurde der Beschuldigte aufgrund Fahrens in fahrun-

fähigem Zustand (Motorfahrzeug / qualifizierte Blutalkoholkonzentration) und Ver-

letzung von Verkehrsregeln vom Bezirksamt Münchwilen zu einer Busse von 

Fr. 1'100.– verurteilt (Urk. 86). Der vorliegend zu prüfenden Strafzumessung liegt 

der mehrfache, teilweise versuchte Betrug zugrunde, welcher der Beschuldigte 

vom Frühling 2003 bis Oktober 2008 beging. Der Betrug wurde somit teilweise vor 

und nach dem Urteil des Bezirksamtes Münchwilen vom 12. Oktober 2006  

begangen. Damit stellt sich die Frage der Strafzumessung bei retrospektiver Kon-

kurrenz nach Art. 49 Abs. 2 StGB. 

2.2 Gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB bestimmt das Gericht, wenn es eine Tat zu 

beurteilen hat, die der Täter beging, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt 

wurde, die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, 

als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Somit 

soll das Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleistet wer-

den. Der Täter soll durch die getrennte Beurteilung von Straftaten, über die zeit-

lich zusammen hätte befunden werden können, nicht benachteiligt und soweit als 

möglich auch nicht besser gestellt werden. Die Zusatzstrafe gleicht dementspre-

chend die Differenz zwischen der ersten Einsatz- oder Grundstrafe und der  

hypothetischen Gesamtstrafe aus, die nach Auffassung des Richters bei Kenntnis 

der später beurteilten Straftat ausgefällt worden wäre (BGE 137 IV 57 E. 2.2 mit 

weiteren Hinweisen).  

2.3 Die Vorinstanz fällte als Zusatzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB ei-

ne Freiheitsstrafe zu einer Busse als Grundstrafe aus. Sie bildete hierbei jedoch 

keine hypothetische Gesamtstrafe, sondern beschränkte sich bei der Strafzumes-

sung auf den mehrfachen, teilweise versuchten Betrug (Urk. 85 Ziff. IV 3.  

S. 40-46). Ein solches Vorgehen entspricht nicht den von der bundesgerichtlichen 

-   21   - 

Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen für die Strafzumessung bei retrospek-

tiver Konkurrenz. Bedingung für eine Zusatzstrafe ist stets, dass die Vorausset-

zungen der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB erfüllt sind (BGE 102 IV 242 

E. 4b mit Hinweis). Danach sind ungleichartige Strafen kumulativ zu verhängen, 

weil das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausge-

sprochen werden. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist bei ungleichartigen Strafen 

nicht möglich (Urteil 6B_785/2009 vom 23. Februar 2010 E. 5.5 mit Hinweisen). 

Die Praxis zu Art. 68 aStGB ist somit weiterhin massgebend. Gemäss dieser 

Rechtsprechung mussten beide Strafen verhängt und konnte keine Gesamtstrafe 

gebildet werden, wenn jemand einerseits mit einer Freiheitsstrafe und anderseits 

mit einer Busse zu bestrafen war (BGE 102 IV 242 E. 5 mit Hinweisen). Dies gilt 

gleichermassen nach neuem Recht, ungeachtet dessen, dass durch die am 

1. Januar 2007 in Kraft getretene Revision des Allgemeinen Teils des Strafge-

setzbuchs neue Strafarten hinzugekommen sind. Die Bildung einer Gesamtstrafe 

– und mithin einer Zusatzstrafe – ist also nur möglich, wenn mehrere Geldstrafen, 

mehrfache gemeinnützige Arbeit, mehrere Freiheitsstrafen oder mehrere Bussen 

ausgesprochen werden (vgl. Jürg-Beat Ackermann, in: Basler Kommentar, Straf-

recht I, 2. Aufl. 2007, N. 37 zu Art. 49 StGB). Demnach ist es ausgeschlossen, ei-

ne Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu einer Busse auszusprechen. Aus dem nach 

Art. 68 Ziff. 2 aStGB ergangenen BGE 132 IV 102 E. 8.2, wonach der Zweitrichter 

in Bezug auf die Strafart nicht an den rechtskräftigen ersten Entscheid gebunden 

ist, kann für das heutige Recht nichts abgeleitet werden (vgl. wiederum BGE 137 

IV 57, E. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen). 

2.4 Als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksamts Münchwilen ausgespro-

chenen Grundstrafe käme demzufolge nur eine Busse in Betracht. Diese Möglich-

keit entfällt, sieht der ordentliche Strafrahmen beim Betrug keine Busse vor und 

ist kein Strafmilderungsgrund ersichtlich, der ein Verlassen des ordentlichen Straf-

rahmens zwingend nahelegen würde (vgl. nachstehend Ziff. 3.). Vorliegend ist ei-

ne Freiheitsstrafe zu verhängen, weshalb eine eigenständige Strafe zu bilden ist. 

-   22   - 

3. In Korrektur zu den theoretischen Ausführungen zum Strafrahmen und ent-

sprechender Subsumtion der Vorinstanz (Urk. 85 Ziff. IV 2. S. 40) ist Folgendes 

anzufügen: 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für 

mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

schwersten Straftat, das heisst derjenigen Tat, die mit der schwersten Strafe be-

droht ist, und erhöht sie angemessen (Asperationsprinzip). Es darf jedoch das 

Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 

StGB). In diesem Zusammenhang ist aber festzuhalten, dass Strafschärfungs- 

und Strafmilderungsgründe in aller Regel obligatorisch bei der Strafzumessung 

innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen sind (Donatsch/ 

Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kommentar, 18.A., 

Zürich 2010 N 6 zu Art. 49 StGB unter Hinweis auf N 4 zu Art. 48a StGB; 

BGE 116 IV 302, 121 IV 55), wobei das Gewicht je nach dem Ausmass des  

privilegierenden oder qualifizierenden Umstandes sehr unterschiedlich sein kann. 

Dabei ist festzuhalten, dass der ordentliche Rahmen nur zu verlassen ist, wenn 

aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedroh-

te Strafe im konkreten Fall zu hart beziehungsweise zu milde erscheint (Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_238/2009 vom 8. März 2010, E. 5.8.). Dies ist vorliegend 

nicht der Fall, weshalb der Versuch mit der Vorinstanz strafmindernd zu berück-

sichtigen ist. Die tat- und täterangemessene Strafe ist deshalb innerhalb des  

ordentlichen Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung 

festzusetzen. 

4.1 Die Vorinstanz stuft das Verschulden des Beschuldigten nach ausführlicher 

und vollständiger Beurteilung der objektiven und subjektiven Tatkomponente zu 

Recht als erheblich ein (Urk. 85 Ziff. IV. E. 4. S. 42-44). In diesem Zusammen-

hang ist zu erwähnen, dass die schweizerische Praxis bei nicht besonders schwe-

rem Verschulden in aller Regel die Strafen im unteren bis mittleren Teil des vor-

gegebenen Strafrahmens ansiedelt, Strafen im oberen Bereich, insbesondere 

Höchststrafen sind bloss ausnahmsweise und bei sehr schwerem Verschulden 

-   23   - 

des Täters auszusprechen (vgl. Wiprächtiger in: BSK-Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 

2007, N15 zu Art. 47 StGB). 

Mit der Vorinstanz hat der Beschuldigte die auf Vertrauen und Solidarität basie-

rende Beziehung zur Sozialversicherung unverfroren ausgenutzt (Urk. 85 Ziff. 

IV. 4.1 S. 42). Die diesbezüglichen Beanstandungen der Verteidigung sind nicht 

zu hören (Urk. 108 S. 27 f.). Mit der Verteidigung (Urk. 108 S. 28 f.) kann ihm ein 

finanzielles Motiv nicht zum Nachteil straferhöhend angelastet werden, zumal dies 

bereits Merkmal des gesetzlichen Tatbestandes ist (Doppelverwertungsverbot, 

vgl. hierzu Urteil des Kassationshofs in Strafsachen 6S.44/2007 E. 4.3.2). Die Vo-

rinstanz wertete dies jedoch nicht straferhöhend, sondern bestätigte nach Beurtei-

lung der subjektiven das bereits nach Beurteilung der objektiver Tatkomponente 

als erheblich qualifizierte Verschulden (Urk. 85 Ziff. IV. 4. S. 42-44). Dass er ent-

gegen den Ausführungen der Verteidigung nicht etwa vor dem Hintergrund einer 

finanziellen Notlage handelte, führte bereits die Vorinstanz zu Recht aus (Urk. 85 

Ziff. IV 4.1 S. 43f.; Urk. 108 S. 28). Abgesehen davon würden selbst  

finanziell knappe Verhältnisse sein Tun weder rechtfertigen noch entschuldigen, 

liegt es doch auf der Hand, dass er eine Vielzahl von Möglichkeiten gehabt hätte, 

um seinen Lebensunterhalt auf legale Art und Weise zu bestreiten (Anstellung su-

chen bzw. auf legalem Weg staatliche Unterstützung beantragen). 

Berücksichtigt man den konkreten Strafrahmen von einem Tagessatz Geldstrafe 

bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe, in dessen mittleren Drittel die Strafe aufgrund 

des als erheblich einzustufenden Tatverschulden anzusiedeln wäre, wäre nach 

Beurteilung der Tatkomponente eine Strafe im Bereich von 24 Monaten ange-

messen. 

4.2.1 Unter dem Titel Täterkomponente machte die Vorinstanz zunächst Ausfüh-

rungen zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen und hielt sodann fest, 

dass sich darin keine strafzumessungsrelevanten Faktoren erblicken lassen.  

Darauf kann verwiesen werden (Urk. 85 Ziff. IV. E. 5.1 und E. 6. S. 44 ff.; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Leicht straferhöhend ist die Tatmehrheit und die nicht einschlägige 

Vorstrafe zu berücksichtigen. Strafmindernd ist sodann der Versuch zu beurteilen; 

Einsicht und Reue kann der ungeständige Beschuldigte nicht für sich reklamieren.  

-   24   - 

4.2.2 Zur geltend gemachten Strafempfindlichkeit (Urk. 87 S. 2 f.) ist festzuhal-

ten, dass Strafempfindlichkeit und Strafempfänglichkeit als Strafminderungsgrün-

de nur in Betracht fallen, wenn Abweichungen vom Grundsatz der einer einheitli-

chen Leidempfindlichkeit geboten sind, wie etwa bei Gehirnverletzungen, 

Schwerkranken, unter Haftpsychose Leidenden oder Taubstummen. Verschiede-

ne gesundheitliche Probleme wie beträchtliche neurologische Schmerzen, Ver-

ringerung der Muskelkraft und Muskelschwund reichen nach der Rechtsprechung 

nicht für eine Strafminderung aus (Wiprächtiger in: BSK Strafrecht I, a.a.O., N 117 

zu Art. 47 mit Hinweis u.a. auf BGer, KassH, 26.03.1996 [6S.703/1995] sowie 

17.06.2003, [6S.120/2003]). Die behaupteten gesundheitlichen Probleme (Krank-

heit und Schmerzen) des 1964 geborenen Beschuldigten sind für eine Strafmin-

derung nicht ausreichend bzw. würden eine Abweichung vom Grundsatz der ein-

heitlichen Leidempfindlichkeit nicht rechtfertigen. Aus dem Umstand, dass er bis 

im Frühjahr 2003 eine halbe Invalidenrente bezog – dies bis zum Beweis des Ge-

genteils berechtigterweise –, kann dieser strafzumessungsrechtlich nichts für sich 

ableiten, zumal die Berentung lediglich etwas über seine (damalige) Erwerbs-

unfähigkeit (wirtschaftlicher Aspekt der Leistungsverminderung) auszusagen ver-

mag, nichts aber über eine allenfalls das normale Mass übersteigende Leid-

empfindlichkeit. Eine solche Leidempfindlichkeit bzw. aussergewöhnliche Um-

stände aufgrund seiner geltend gemachten Krankheit und Schmerzen ist hier im 

Übrigen weder ersichtlich noch sind diese belegt (vgl. hierzu auch Urteil des Bun-

desgerichts vom 24. August 2010 [6B_570/2010 E. 2.5] mit weiteren Hinweisen). 

Es kann in diesem Zusammenhang einmal mehr auf die Akten verwiesen werden 

(Observationsunterlagen; Urk. 3/1).  

4.2.3  Straferhöhungs- und minderungsgründe gleichen sich somit aus. 

4.3 Die nach Einschätzung der Tatkomponente festgelegte Strafe bleibt auf-

grund der Täterkomponente unverändert. Der Tat und dem Verschulden des Be-

schuldigten angemessen erscheint somit eine – selbstständige – Freiheitsstrafe 

von 24 Monaten. Der Anrechnung der durch Haft erstandenen 45 Tagen an die 

Strafe steht nicht entgegen (Art. 51 StGB). 

-   25   - 

5. Mit der Vorinstanz ist der Vollzug der Freiheitsstrafe bedingt zu gewähren. 

Auf die entsprechenden vorinstanzlichen Ausführungen kann verwiesen werden 

(Urk. 85 Ziff. V. S. 46; Art. 82 Abs. 4 StGB). Der Beschuldigte ist nun Sozialhil-

febezüger (Urk. 107 S. 2 f.; Urk. 108 S. 30). Trotz seiner offenbar lediglich teilwei-

sen Arbeitfähigkeit hat er nie etwas unternommen, um wenigstens beschränkt im 

Arbeitsleben wieder Fuss zu fassen (Urk. 107 S. 18). Aufgrund der bleibenden 

Bedenken ist die von der Vorinstanz ausgesprochene Probezeit von drei Jahren 

zu bestätigen, dies wurde denn auch nicht beanstandet.  

IV. Kosten 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauferlegung (Dispositiv- 

ziffer 7.) zu bestätigen. 

2.1 Die Kosten der Berufungsverfahrens sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen 

(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des 

Obergerichts, LS. 211.11). 

2.2 Im Berufungsverfahren unterliegt der Beschuldigte mit seinen Anträgen voll-

umfänglich, weshalb ihm die Kosten des vorliegenden Verfahrens aufzuerlegen 

sind (Art. 428 Abs. 1 StPO). Wie bereits vor Vorinstanz sind indes die Kosten der 

amtlichen Verteidigung dem derzeit mittellosen Beschuldigten nicht aufzuerlegen, 

sondern auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzahlungspflicht ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt.  

Nachdem die SVA anlässlich der Berufungsverhandlung ihre Anschlussberufung 

zurückgezogen hat, rechtfertigt es sich nicht, ihr Kosten des Berufungsverfahrens 

aufzuerlegen. 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Privatklägerin Sozialversiche-

rungsanstalt des Kantons Zürich wird Vormerk genommen. 

-   26   - 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 11. Februar 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

 
"Das Gericht erkennt:  

1.-3. (…) 

4. Auf den Zivilanspruch der Privatklägerin C._____, … [Adresse], wird nicht eingetre-

ten. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Oktober 2008 

beschlagnahmten und unter Sachkautionsnummer … deponierten 27 Tickets, zum 

Teil im Doppel, werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft dieses Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 900.–   Kosten der Kantonspolizei  

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung 

Fr. 4'560.–   Auslagen Untersuchung  

Fr.     amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 25'014.80   amtliche Verteidigung  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7. (…) 

8. (Mitteilung) 

9. (Rechtsmittel)" 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen, teilweise versuchten 
Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

-   27   - 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 45 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

drei Jahre festgesetzt. 

4. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 7) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

   

 
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.   

 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten (vorab per Fax) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (vorab per Fax) 

− die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Rechts-

dienst, zHdv. Y._____, (vorab per Fax) 

− C._____, … [Adresse], 

(Eine begründete Urteilsausfertigung wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten  

-   28   - 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  

− die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Rechts-

dienst, zHdv. Y._____  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz in die Akten DG110392 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 

und Löschungsdaten 

8. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

-   29   - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 2. Dezember 2011 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Semadeni 
 
 
 
 

	Urteil vom 2. Dezember 2011
	Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 49 ff.)
	"Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfachen, teilweise versuchten Betruges im  Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 45 Tage durch Haft erstanden sind, teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Entscheid des Bezirksamtes Münchwilen vom 12. Oktober 2006 ausgefällten Strafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	4. Auf den Zivilanspruch der Privatklägerin C._____, … [Adresse], wird nicht eingetreten.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Oktober 2008 beschlagnahmten und unter Sachkautionsnummer ... deponierten 27 Tickets, zum Teil im Doppel, werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verl...
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Verfahrenskosten werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden unter Vorbehalt einer Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genommen.
	8. (Mitteilung)

	9. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4 f.)
	1. Der Beschuldigte sei in allen Anklagepunkten freizusprechen.   Eventualiter sei er für den Fall der anklagegemässen Schuldigsprechung mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten zu bestrafen, unter Aufschub des Strafvollzugs unter Ansetzung einer Prob...
	2. Dem Beschuldigten sei für die 1,5 Monate dauernde Untersuchungshaft eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- aus der Staatskasse zuzusprechen, sowie eine Entschädigung (für Ausfall IV-Rente, sowie Fr. 1'200.– für Arztbericht Dr. D._____).
	3. Die Verfahrenskosten für 1. und 2. Instanz, inklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung, seien ausgangsgemäss auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	Im Falle einer (Teil-)Verurteilung seien dem Beschuldigten die  Gerichtskosten ganz aufzuerlegen, jedoch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlichkeit abzuschreiben.
	4. Die Anschlussberufung sei abzuweisen, sofern und soweit darauf eingetreten wird.
	1. Die Berufung des Angeklagten sei abzuweisen und die Verurteilung wegen mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs sei zu bestätigen.
	2. Das Strafmass sei zu bestätigen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales
	II.  Schuldpunkt
	III.  Sanktion
	IV.  Kosten

	Es wird beschlossen:
	1. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Privatklägerin Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 11. Februar 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Das Gericht erkennt:
	1.-3. (…)
	4. Auf den Zivilanspruch der Privatklägerin C._____, … [Adresse], wird nicht eingetreten.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Oktober 2008 beschlagnahmten und unter Sachkautionsnummer … deponierten 27 Tickets, zum Teil im Doppel, werden dem Beschuldigten nach Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlan...
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. (…)
	8. (Mitteilung)

	9. (Rechtsmittel)"
	3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des mehrfachen, teilweise versuchten Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 45 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt.
	4. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 7) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.    Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt v...
	7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (vorab per Fax)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (vorab per Fax)
	 die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Rechtsdienst, zHdv. Y._____, (vorab per Fax)
	 C._____, … [Adresse],
	(Eine begründete Urteilsausfertigung wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)

	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Rechtsdienst, zHdv. Y._____
	 die Vorinstanz in die Akten DG110392
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	8. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.