# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae0ce6d7-f7cf-51cb-80ed-c626f365278f
**Source:** Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** FR 607_2008_27_28_11_02_09.pdf
**Docket/Reference:** 607_2008_27_28_11_02_09.pdf
**URL:** https://www.fr.ch/sites/default/files/contens/tc/_www/files/pdf2/607_2008_27_28_11_02_09.pdf

## Full Text

607 2008-27 
607 2008-28 

Entscheid vom 11. Februar 2009 

PRÄSIDENT DES STEUERGERICHTSHOFS 

BESETZUNG 

Präsident: Hugo Casanova 

PARTEIEN 

X, Beschwerdeführer, vertreten durch die Y AG 

gegen 

KANTONALE  STEUERVERWALTUNG,  Rue  Joseph-Piller  13,  Postfach, 
1701 Freiburg, Vorinstanz,     

GEGENSTAND 

Einkommenssteuer 
der 
(auswärtige Verpflegung) 

natürlichen 

Personen;  Gewinnungskosten 

Beschwerde vom 2. Juli 2008 gegen den Einspracheentscheid vom 26. Mai 
2008; direkte Bundessteuer und Kantonssteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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S a c h v e r h a l t  

A. X ist diplomierter … und arbeitet als Angestellter (mit einem Beschäftigungsgrad von 85 
%) bei Z. In seiner Steuererklärung, welche er am 18. Februar 2008 für die Steuerperiode 
2007 einreichte, deklarierte er ein Einkommen aus unselbstständiger Haupterwerbstätigkeit 
im  Betrag  von  62'567  Franken.  Zudem  machte  er  insbesondere  Abzüge  für  Fahrkosten  im 
Betrag  von  700  Franken  (Pauschale  für  das  Fahrrad)  sowie  für  Mehrkosten  auswärtiger 
Verpflegung im Betrag von 3'060 Franken (204 auswärtige Mahlzeiten) geltend. 

Gemäss  Veranlagungsanzeige  vom  25.  April  2008  wurde  dem  Steuerpflichtigen  der  Fahr-
kostenabzug  von  700  Franken  gewährt.  Die  geltend  gemachten  Mehrkosten  auswärtiger 
Verpflegung  wurden  hingegen  überhaupt  nicht  in  Abzug  gebracht.  Unter  Berücksichtigung 
der übrigen Faktoren ergab sich ein steuerbares Einkommen von 50'162 Franken (Kanton) 
bzw. 51'969 Franken (direkte Bundessteuer). 

B.  Am  5.  Mai  2008  erhob  X  gegen  diese  Veranlagung  Einsprache  mit  dem  Antrag,  den  in 
der  Steuererklärung  verlangten  Abzug  für  die  Mehrkosten  auswärtiger  Verpflegung  (85 % 
der Pauschale) zu gewähren. Zur Begründung berief er sich auf "Code 2.12 der allgemeinen 
Wegleitung 2007". 

Mit  Entscheid  vom  26.  Mai  2008  wies  die  Kantonale  Steuerverwaltung  die  Einsprache 
sowohl  bezüglich  der  Kantonssteuer  als  auch  der  direkten  Bundessteuer  ab.  Zur  Be-
gründung  legte  sie  insbesondere  dar,  der  Abzug  werde  nur  gewährt,  wenn  die  steuer-
pflichtige Person wegen grosser Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsstätte eine Haupt-
mahlzeit  nicht  zu  Hause  einnehmen  könne.  Im  vorliegenden  Fall  seien  Wohn-  und 
Arbeitsort praktisch identisch, sodass der Steuerpflichtige die Mahlzeiten ohne Weiteres zu 
Hause einnehmen könne. 

C.  Mit  Eingabe  vom  2.  Juli  2008  reichte  X,  nunmehr  vertreten  durch  die  Y  AG,  beim 
Kantonsgericht  gegen  den  Einspracheentscheid  Beschwerde  ein  mit  dem  Begehren,  den 
Abzug  für  auswärtige  Verpflegung  in  der  Höhe  von  3'060  Franken  oder  eventuell  einen 
Abzug  von  720  Franken  (48  Samstage  à  15  Franken)  zuzulassen  (unter  Kosten-  und 
Entschädigungsfolge).  Er  macht  insbesondere  geltend,  der  Abzug  müsse  auch  gewährt 
werden,  wenn  die  steuerpflichtige  Person  wegen  kurzer  Essenspause  eine  Hauptmahlzeit 
nicht  zu  Hause  einnehmen  könne.  Insofern  sei  nicht  nur  die  Entfernung  zwischen  Wohn- 
und Arbeitsstätte massgebend. Als eidgenössisch diplomierter … habe er engen Kontakt mit 
Kunden.  Das  bedinge,  dass  er  Dossiers  vorbereite,  nach  dem  Kundenbesuch  die 
entsprechenden  Bestellungen  und  Aufträge  an  die  Werkstatt  vergebe  sowie  die  Waren  vor 
der  Auslieferung  an  die  Kunden  der  Qualitätskontrolle  unterziehe.  Wie  sich  aus  der 
Bestätigung  des  Arbeitgebers  ergebe,  sei  er  weiter  mit  administrativen  Aufgaben  betraut 
(Datensicherung,  Bestellungen,  Empfang  von  Vertretern  der  Lieferanten).  Diese  Arbeiten 
würden  zur  Hauptsache  während  der  Ladenschlusszeit  in  der  Mittagszeit  erledigt.  Unter 
diesen  Umständen  habe  er  am  Samstag  eine  Pause  von  30  Minuten  und  an  den  übrigen 
Tagen  eine  solche  von  rund  60  Minuten.  Nach  der  allgemeinen  Praxis  und  Steuerlehre  sei 
es  in  der  Regel  zumutbar,  sich  zu  Hause  zu  verpflegen,  wenn  die  Aufenthaltsdauer 
mindestens  45  Minuten  bzw.  -  falls  selbst  gekocht  werde  -  1  Stunde  und  15  Minuten 
betrage.  Da  er  alleine  lebe,  sei  ihm  letztere  Mindestaufenthaltsdauer  zuzugestehen. 
Abschliessend rügt er, dass der Einspracheentscheid mit B-Post eröffnet worden sei und die 
anwendbare  Verordnungsvorschrift  nur  unvollständig  wiedergebe.  Zudem  enthalte  die 
Veranlagungsanzeige  entgegen  der  Vorschrift  von  Art.  165  Abs.  2  DStG  auch  keine 
Begründung  für  die  Abweichung  von  der  Steuererklärung.  Es  sei  somit  fraglich,  ob  die 
Veranlagung überhaupt rechtsgültig eröffnet worden sei. 

 
 
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Der mit Verfügung vom 8. Juli 2008 festgesetzte Kostenvorschuss von 270 Franken wurde 
fristgemäss bezahlt. 

In  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  5.  bzw.  11.  September  2008  erklärt  sich  die  Kantonale 
Steuerverwaltung  aufgrund  der  eingereichten  Bestätigung  des  Arbeitgebers  bereit,  einen 
Abzug von 720 Franken für die Kosten auswärtiger Verpflegung zuzulassen (48 Samstage). 
Im Übrigen schliesst sie auf Abweisung der Beschwerde. Sie hält an ihrem Standpunkt fest, 
dass es an den übrigen Wochentagen zumutbar sei, die Mahlzeiten zu Hause einzunehmen. 
Einerseits  daure  der  Arbeitsweg  nur  wenige  Minuten;  andererseits  erschienen  die  Aus-
führungen über die während der Mittagszeit erledigten Arbeiten als übertrieben. 

Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete auf eine Vernehmlassung. 

In  seinen  Gegenbemerkungen  vom  21.  bzw.  22.  Oktober  2008  macht  der  Beschwerde-
führer insbesondere noch geltend, der Arbeitsweg (hin und zurück) mache rund 5 Minuten 
aus.  Angesichts  der  vom  Arbeitgeber  bestätigten  Mittagspause  von  60  Minuten  verbleibe 
noch ein netto Mittagspause von 55 Minuten. Dies liege unter dem Zumutbaren. Im Übrigen 
stelle  sich  die  Frage,  weshalb  die  Vorinstanz  erst  nach  der  aufwändigen  Beschwerde  nun 
das Eventualbegehren  anerkenne.  In der Folge reichte der Beschwerdeführer am 12. bzw. 
13. November 2008 eine neu formulierte Bestätigung des Arbeitgebers ein. 

Die  Vorinstanz  hält  in  ihren  Schlussbemerkungen  vom  26.  bzw.  27.  November  2008  an 
ihrem Standpunkt fest. 

E r w ä g u n g e n  

I.  Anwendbares  Verfahrensrecht,  Vereinigung  der  Verfahren,  Zuständigkeit  des 
Einzelrichters, verfahrensrechtliche Rügen 

1. 
a)  Gemäss  Art.  104  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom  14.  Dezember  1990  über  die 
direkte  Bundessteuer  (DBG;  SR  642.11)  regelt  das  kantonale  Recht  Organisation  und 
Amtsführung  der  kantonalen  Vollzugsbehörde,  soweit  das  Bundesrecht  nichts  anderes  be-
stimmt.  Insofern  sind  die  Kantone  auch  in  der  Bestellung  und  Organisation  der  Steuer-
rekurskommission grundsätzlich frei (vgl. RAINER ZIGERLIG / GUIDO JUD in Zweifel / Athanas, 
Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, 2. Aufl., Basel 2008, N 3 ff. zu Art. 104 
DBG).  Dementsprechend  bestimmen  Art.  4  Abs.  1  und  2  des  kantonalen  Ausführungs-
beschlusses  vom  5.  Januar  1995  zum  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer  (SGF 
634.1.11),  dass  im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Kantonsgericht,  welches  Beschwerde-
instanz  im  Sinne  von  Art.  104  Abs.  3  DBG  ist,  unter  Vorbehalt  anders  lautender  Be-
stimmungen  des  Bundesrechts  (vgl.  Art.  140  ff.  DBG)  sinngemäss  die  entsprechenden 
Bestimmungen  des  kantonalen  Rechts  gelten.  Somit  gelangen  also  die  Verfahrensvor-
schriften  des  Gesetzes  vom  6. Juni  2000  über  die  direkten  Kantonssteuern  (DStG;  SGF 
631.1)  sowie  des  Gesetzes  vom  23.  Mai  1991  über  die  Verwaltungsrechtspflege  (VRG; 
SGF 150.1) subsidiär zur Anwendung. 

b)  Art.  42  Abs.  1  lit.  b  VRG  sieht  vor,  dass  Eingaben,  die  den  gleichen  Gegenstand 

betreffen, aus wichtigen Gründen in einem einzigen Verfahren vereinigt werden können. 

Im  vorliegenden  Fall  erschien  es  von  Beginn  weg  (Einreichung  der  Rechtsmittel)  ange-
bracht,  die  Beschwerde  betreffend  die  direkte  Bundessteuer  (607  08  27)  und  den  Rekurs 
betreffend  die  Kantonssteuer  (607  08  28)  im  gleichen  Verfahren  zu  vereinigen.  Die  ent-

 
 
 
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sprechenden  Veranlagungen  bilden  nämlich  Gegenstand  des  gleichen  Einspracheent-
scheides  und  es  wurde  vor  dem  Kantonsgericht  auch  bloss  eine  einzige  Rechtsschrift 
eingereicht. Im Übrigen stehen die beiden Rechtsmittel nicht nur prozessual, sondern auch 
sachlich in einem engen Zusammenhang, werden doch im Wesentlichen übereinstimmende 
Rechtsfragen aufgeworfen. 

Trotz  der  Vereinigung  der  Verfahren  sind  jedoch  im  Lichte  der  bundesgerichtlichen  Recht-
sprechung  (vgl.  BGE  130  II  509,  Erw. 8.3)  die  vom  Steuergerichtshof  zu  fällenden 
Entscheide  (direkte  Bundessteuer  bzw.  Kantonssteuer)  grundsätzlich  in  Begründung  und 
Dispositiv klar auseinanderzuhalten. 

c) In Anwendung von Art. 100 Abs. 1 lit. c VRG, in Verbindung mit Art. 186 DStG ist 
der  Präsident  des  Steuergerichtshofs  zuständig  über  die  vorliegende  Beschwerde  zu 
entscheiden,  da  der  Streitwert,  berechnet  aufgrund  der  jährlichen  Kantonssteuer,  1'000 
Franken nicht überschreitet. 

2. 
a)  Der  Beschwerdeführer  macht  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  erstmals 
geltend,  die  Veranlagung  sei  ihm  nicht  gültig  eröffnet  worden,  da  sie  entgegen  der  Vor-
schrift  von  Art.  165  Abs.  2  DStG  keine  Begründung  für  die  Abweichung  von  der 
Steuererklärung enthalten habe. 

Diese  Frage  bildete  nicht  Gegenstand  des  Einspracheverfahrens,  sodass  auf  die  Rüge  (in 
Anwendung von Art. 81 Abs. 3 VRG) nicht einzutreten ist. 

Im  Übrigen  wäre  die  Rüge  auch  unbegründet.  Sowohl  Art.  131  Abs.  2  DBG  als  auch 
Art. 165  Abs.  2  DStG  sehen  bloss  vor,  dass  Abweichungen  von  der  Steuererklärung 
spätestens  bei  der  Eröffnung  der  Veranlagungsverfügung  bekannt  zu  geben  sind.  Eine 
eigentliche  Begründung  der  Abweichung  ist  in  der  Regel  nicht  erforderlich,  zumal  ja  auch 
die  Einsprache  nicht  zu  begründen  ist  (vgl.  MARTIN  ZWEIFEL  /  HUGO  CASANOVA,  Schwei-
zerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich 2008, § 15 Rz. 43). Diesbezüglich kann darauf hin-
gewiesen  werden,  dass  die  Verweigerung  des  Abzuges  zwar  nicht  ausdrücklich  begründet, 
jedoch ohne Weiteres daraus ersichtlich wurde, dass Code 2.12 ("Auswärtige Verpflegung") 
entgegen  dem  ausgefüllten  Steuererklärungsformular  in  der  Veranlagungsanzeige  wegge-
lassen  wurde.  Unter  den  vorliegend  gegebenen  Umständen  (simpler  Sachverhalt)  vermag 
diese schematisierte Bekanntgabe zu genügen. Der Beschwerdeführer war denn auch ohne 
Weiteres in der  Lage, seine Rechte mit einer  Einsprache wahrzunehmen. Schliesslich wäre 
eine  allfällige  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  im  Rahmen  des  Einspracheverfahrens 
geheilt worden. 

b) Offensichtlich unbegründet ist sodann die Rüge, dass der Einspracheentscheid bloss 
mit  B-Post  eröffnet  worden  sei.  Die  Zustellung  mit  A-Post  oder  gar  mit  eingeschriebener 
Post ist nirgends vorgeschrieben. Es genügt zur Wahrung der Rechte der Steuerpflichtigen, 
dass die Steuerbehörde die Beweislast für die Eröffnung des Entscheides trägt. 

c)  Schliesslich  vermag  der  Beschwerdeführer  auch  mit  dem  Hinweis  nicht  durchzu-
dringen,  dass  die  anwendbare  Verordnungsbestimmung  im  Einspracheentscheid  nicht 
vollständig  zitiert  worden  sei.  Da  der  Beschwerdeführer  weder  im  Veranlagungs-  noch  im 
Einspracheverfahren  je  eine  kurze  Mittagszeit  geltend  gemacht  hat,  hatte  die  Vorinstanz 
keinen Anlass, auf den diesbezüglichen Teil der Verordnungsvorschrift einzugehen. 

II. Direkte Bundessteuer (607 08 27) 

 
 
 
 
 
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3. 
a)  Unselbstständigerwerbende  können  nach  Art.  26  DBG  als  Berufskosten 
insbesondere die notwendigen Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und 
bei  Schichtarbeit  vom  Erwerbseinkommen  in  Abzug  bringen  (Abs.  1  lit.  b).  Für  diese 
Gewinnungskosten werden Pauschalansätze festgelegt (Abs. 2). 

Die  entsprechenden  Ausführungsvorschriften  sind  in  der  Verordnung  des  Eidgenössischen 
Finanzdepartements vom 10. Februar 1993 über den Abzug von Berufskosten der unselbst-
ständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer (SR 642.118.1; BKV) enthalten. 

b)  Mehrkosten  für  Verpflegung  können  gemäss  den  vom  Eidgenössischen  Finanz-
departement  festgesetzten  Pauschalansätzen  abgezogen  werden,  wobei  der  Nachweis 
höherer Kosten ausgeschlossen ist (Art. 3 und 6 BKV sowie Anhang). In der Steuerperiode 
2007  beträgt  der  volle  Abzug  für  eine  Hauptmahlzeit  15  Franken  bzw.  3'200  Franken  im 
Jahr. 

c) Wie die Steuerrekurskommission des Kantons Freiburg in einem Urteil vom 11. Mai 
1990  entschieden  hat,  fällt  ein  Abzug  für  Mehrkosten  auswärtiger  Verpflegung  nur  in 
Betracht,  wenn  die  Einnahme  der  ordentlichen  Mahlzeiten  zu  Hause  nicht  möglich  oder 
nicht zumutbar ist. Dies könne z. B. der Fall sein, weil die Mittagspause zu knapp sei. In der 
einschlägigen Rechtsprechung werde jedoch eine Stunde für die Zubereitung und Einnahme 
einer  Mittagsmahlzeit  als  genügend  erachtet  (KRKE  FR  1990  II.  E  Nr.  11  Erw.  3).  Diese 
Rechtsprechung  wurde  in  der  Folge  auch  vom  Steuergerichtshof  des  Verwaltungsgerichts 
übernommen  (vgl.  etwa  unveröffentlichtes  Urteil  4F  91  167  vom  6.  Dezember  1993).  Das 
Bundesgericht  seinerseits  gelangte  in  einem  Urteil  vom  12.  Mai  2003  zum  Schluss,  es  sei 
nicht  zu  beanstanden,  dass  eine  Aufenthaltsdauer  zu  Hause  von  50  Minuten  für  die  Zu-
bereitung  und  die  Einnahme  der  Mahlzeit  als  genügend  erachtet  werde  (StE  2003  B  22.3 
Nr.  76).  Diese  Grundsätze  gelten  heute  im  Zeitalter  von  Mikrowelle,  Dampfgarer  und 
(Teil-)Fertigmahlzeiten mehr denn je. 

d)  Im  vorliegenden  Fall  hat  sich  die  Vorinstanz  gestützt  auf  die  neuen,  vom  Arbeit-
geber  bestätigten  Angaben  des  Beschwerdeführers  nun  bereit  erklärt,  unter  diesem  Titel 
einen Abzug von 720 Franken (48 Samstage) zu gewähren. Davon ist Vormerk zu nehmen. 

Im  Übrigen  ist  davon  auszugehen,  dass  das  Geschäft,  in  dem  der  Beschwerdeführer 
arbeitet,  am  Mittag  1 ½  Stunden  geschlossen  ist.  Gemäss  eigenen  Angaben  benötigt  der 
Beschwerdeführer für den Arbeitsweg (hin und zurück) insgesamt 5 Minuten. Dies leuchtet 
ein,  da  Wohn-  und  Arbeitsort  nur  rund  300  m  auseinander  liegen.  Diese  Strecke  wird 
zudem  mit  dem  Fahrrad  zurückgelegt,  weshalb  auch  ein  entsprechender  Abzug  gewährt 
worden  ist.  Im  Weitern  ist  dem  Beschwerdeführer  einzuräumen,  dass  er  nach  Geschäfts-
schluss allenfalls noch einige Minuten im Geschäft verbringt und nicht in letzter Minute zur 
Widereröffnung  erscheint.  Hingegen  ist  entgegen  den  Behauptungen  des  Beschwerde-
führers und den Angaben in den Arbeitgeberbestätigungen schwerlich nachvollziehbar, dass 
sämtliche  geltend  gemachten  Arbeiten  (insbesondere  Dossiervorbereitung,  Qualitäts-
kontrollen,  Bestellungen,  Empfang  von  Vertretern  der  Lieferanten)  zwingend  über  die 
Mittagszeit  erledigt  werden  müssen.  Erfahrungsgemäss  werden  solche  Arbeiten  in  erster 
Linie in "kundenfreien" Zeiten oder nötigenfalls am Ende des Tages erledigt; auf jeden Fall 
sind sie kein wesentliches Hindernis für eine ordentliche Mittagspause. Zudem arbeitet der 
Beschwerdeführer ja auch nicht allein im Geschäft, sodass eine Kompensation möglich ist, 
falls  einmal  ein Kundengespräch  etwas  länger  dauern  sollte.  Soweit  der  Beschwerdeführer 
aus  eigenen  Stücken  eine  verkürzte  Mittagspause  einlegt,  weil  er  seine  Arbeitszeit  bis  zu 
einem gewissen Grad frei gestalten kann, ist dies steuerrechtlich ohne Belang. Unter diesen 
Umständen sind die vorne dargelegten Voraussetzungen für die Gewährung des Abzuges - 

 
 
 
 
 
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abgesehen  von  den  Samstagen  -  nicht  erfüllt.  Demzufolge  ist  die  Beschwerde  im 
Hauptpunkt abzuweisen. 

4. 
a)  Der  Beschwerdeführer  ist  im  Hauptpunkt  unterlegen.  Zudem  wäre  das  Be-
schwerdeverfahren  vor  dem  Kantonsgericht  bezüglich  des  anerkannten  Abzuges  für  die 
Samstage nicht erforderlich gewesen, wenn der Beschwerdeführer bereits früher  auf diese 
besondere  tatsächliche  Situation  hingewiesen  hätte.  Dementsprechend  sind  ihm  in  An-
wendung von Art. 144 Abs. 1 und 2 DBG die Kosten aufzuerlegen. 

Die Höhe der Verfahrenskosten wird durch das kantonale Recht bestimmt (Art. 144 Abs. 5 
DBG).  Das  heisst,  dass  insbesondere  der  Tarif  vom  17.  Dezember  1991  der  Verfahrens-
kosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz zur Anwendung gelangt (vgl. Art 146 
f. VRG). 

Im  vorliegenden  Fall  erscheint  es  angemessen,  die  anteilsmässige  Gerichtsgebühr  auf  90 
Franken festzusetzen. 

b)  Aus  den  gleichen  Gründen  ist  dem  Beschwerdeführer  auch  keine  Parteient-
schädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art.  144  Abs.  4  DBG  und  Art.  64  des  Verwaltungsver-
fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968; SR 172.021). 

III. Kantonssteuer (607 08 28) 

5. 
a) Gemäss Art. 27 DStG (vgl. auch Art. 9 Abs. 1 StHG) werden bei unselbstständiger 
Erwerbstätigkeit  ebenfalls  insbesondere  die  notwendigen  Mehrkosten  für  Verpflegung 
ausserhalb  der  Wohnstätte  und  bei  Schichtarbeit  von  den  steuerbaren  Einkünften  abge-
zogen (Abs. 1 lit. b). Diese Berufskosten werden pauschal festgesetzt (Abs. 2).  

Die  entsprechenden  Ausführungsvorschriften  sind  in  der  Verordnung  der  Finanzdirektion 
vom  21.  März  2001  über  den  Abzug  von  Berufskosten  bei  unselbstständiger  Erwerbs-
tätigkeit (SGF 631.411) enthalten. 

b) Für die Mehrkosten gegenüber der normalen Verpflegung zu Hause sieht Art. 4 der 
kantonalen  Verordnung  für  die  Steuerperiode  2007  ebenfalls  einen  -  unwiderlegbaren  - 
Pauschalansatz  von  15  Franken  pro  auswärtiger  Hauptmahlzeit  bzw.  3'200  Franken  pro 
Jahr vor. 

c)  Die  kantonalen  Vorschriften  lauten  also  gleich  wie  jene  betreffend  die  direkte 
Bundessteuer.  Somit  gelten  die  vorne  in  Erwägung  3  für  die  direkte  Bundessteuer  darge-
legten  Ausführungen  ebenfalls  unter  dem  kantonalen  Recht  (vgl.  zum  entsprechenden 
Harmonisierungsrecht  MARKUS  REICH  in  M.  Zweifel  /  P.  Athanas,  Kommentar  zum  Schwei-
zerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl. 2002, N. 4 ff. zu Art. 9 StHG). Demzufolge ist der 
Rekurs betreffend die Kantonssteuer gleich zu beurteilen. 

Aus  den  in  Erw.  4  dargelegten  Gründen  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer 
7. 
aufzuerlegen (Art. 131 Abs. 1 und 2 VRG). Dabei gelangt der Tarif vom 17. Dezember 1991 
der  Verfahrenskosten  und  Entschädigungen  in  der  Verwaltungsjustiz  zur  Anwendung  (vgl. 
Art  146  f.  VRG).  Im  vorliegenden  Fall  erscheint  es  angemessen,  die  anteilsmässige 
Gerichtsgebühr auf 180 Franken festzusetzen. 

In  Anwendung  von  Art.  137  f.  VRG  ist  der  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  zu 
verneinen. 

 
 
 
 
 
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D e r   P r ä s i d e n t   e n t s c h e i d e t :  

Direkte Bundessteuer (607 08 49) 

I. 

Es  wird  davon  Vormerk  genommen,  dass  sich  die  Vorinstanz  bereit  erklärt  hat,  dem 
Beschwerdeführer  einen  Abzug  für  Mehrkosten  auswärtiger  Verpflegung  im  Betrag 
von 720 Franken zu gewähren. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

II.  Die  Kosten  (Gebühr:  90  Franken)  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Diese 

Gerichtsgebühr wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

III.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Kantonssteuer (607 08 50) 

IV.  Es  wird  davon  Vormerk  genommen,  dass  sich  die  Vorinstanz  bereit  erklärt  hat,  dem 
Beschwerdeführer  einen  Abzug  für  Mehrkosten  auswärtiger  Verpflegung  im  Betrag 
von 720 Franken zu gewähren. 

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

V.  Die  Kosten  (Gebühr:  180  Franken)  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Diese 

Gerichtsgebühr wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

VI.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Der  vorliegende  Entscheid  kann  sowohl  bezüglich  der  veranlagten  direkten  Bundessteuer 
als  auch  der  Kantonssteuer  gemäss  Art.  146  DBG  bzw.  73  StHG  und  82  ff.  des  Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) innert 30 Tagen 
seit  Eröffnung  mit  einer  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  beim 
Bundesgericht,  Lausanne,  angefochten  werden,  wobei  die  Begehren  und  Begründungen  je 
der betroffenen Steuer anzupassen sind. 

Gegen  die  Festsetzung  der  Höhe  der  Verfahrenskosten  ist  innert  30  Tagen  die  Einsprache 
an  die  Behörde,  die  entschieden  hat,  zulässig,  sofern  nur  dieser  Teil  des  Entscheides 
angefochten wird (Art. 148 VRG). 

401.155; 401.156; 402.35; 402.37