# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6cbeb1a-1377-5306-bc52-a50236e8b4d9
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 05.04.2024 SB230109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230109_2024-04-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230109-O/U/nk-ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Cas-

trovilli und Oberrichter Dr. iur. Rauber sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Boese

Urteil vom 5. April 2024

in Sachen

A._____, 
Privatklägerin und Berufungsklägerin

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

sowie

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 
Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

B._____, 
Beschuldigter und Berufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 
2. November 2022 (DG220150)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. August 

2022 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen Pornografie im Sinne 

von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB.

2. Vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne 

von Art. 187 Ziffer 1 StGB sowie der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie 

im Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB 

wird der Beschuldigte freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

CHF 90.–, wovon 3 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gel-

ten, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

vom 28. September 2022.

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5. Die mit Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü-

rich vom 8. August 2021 beschlagnahmten und unter der Geschäfts-Num-

mer ... und BM Lager-Nummer S00807-2021 lagernden Betäubungsmittel 

(Asservat Nr. A015'045'713, A015'045'724) werden eingezogen und nach 

Eintritt der Rechtskraft des Urteils durch die Lagerbehörde vernichtet.

6. Das mit Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü-

rich vom 8. August 2021 beschlagnahmte und unter der Geschäfts-Nummer 

... lagernde Tablet PC Microsoft Surface (A015'045'097) wird dem Beschul-

digten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen her-

ausgegeben oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.

- 3 -

7. Die folgenden, mit Beschlagnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich vom 8. August 2021 beschlagnahmten und unter der Ge-

schäfts-Nummer ... lagernden Gegenstände werden der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen:

 Mobiltelefon Apple IPhone XR (Asservat Nr. A015'044'981)
 Datenträger USB-Stick 2 GB (A015'045'100)
 Datenträger DVD (A015'045'111)
 Mobiltelefon Apple IPhone 6 (A015'045'122)
 Datenträger USB-Stick (A015'045'133)
 Datenträger USB-Stick (A015'045'224)

8. Die Zivilforderungen der Privatklägerin werden abgewiesen.

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

CHF 6'000.–   Gerichtsgebühr

CHF 5'300.–   Gebühr Strafuntersuchung

CHF 520.–   Auslagen Untersuchung
CHF 15'619.60   unentgeltliche Rechtsbeiständin (RAin X._____)
CHF 32'312.15   amtliche Verteidigung (RAin von Y._____)

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten zu 1/10 auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse ge-

nommen.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen.

- 4 -

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Das Bezirksgericht Zürich sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 2. No-

vember 2022 der mehrfachen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig und bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 

50 Tagessätzen zu Fr. 90.–. Von den Vorwürfen der mehrfachen sexuellen Hand-

lungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB und der mehrfachen Anstif-

tung zur Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 24 

Abs. 1 StGB sprach es den Beschuldigten frei. Die Zivilforderungen der Privatklä-

gerin wies die Vorinstanz ab und entschied über die Einziehung und Vernichtung 

respektive Herausgabe verschiedener beschlagnahmter Gegenstände. Die Kos-

ten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldig-

ten im Umfang von 1/10 auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genom-

men (Urk. 50 S. 91 f.).

2. Gegen dieses mündlich eröffnete Urteil meldeten sowohl die Privatklägerin 

mit Eingabe vom 3. November 2022 als auch die Staatsanwaltschaft mit Eingabe 

vom 7. November 2022 (Prot. II S. 18; Urk. 39; Urk. 40) fristgerecht Berufung an 

und liessen die Berufungserklärung jeweils ebenfalls fristgerecht folgen 

(Urk. 49/1+3; Urk. 52; Urk. 53).

3. Mit Präsidialverfügung vom 1. März 2023 wurde sämtlichen Parteien Frist 

angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten 

auf die erhobenen Berufungen der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft zu 

beantragen (Urk. 54). Mit Eingabe vom 13. März 2022 [recte: 2023] verzichtete 

der Beschuldigte darauf, Anschlussberufung zu erheben (Urk. 56). Die übrigen 

Parteien liessen sich nicht vernehmen.

4. Mit Eingabe vom 14. März 2023 beantragte die Privatklägerin, dass dem 

urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehöre und sie für den 

Fall ihrer Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung von einer Person glei-

chen Geschlechts einvernommen werde (Urk. 57), was den übrigen Parteien zur 

Kenntnis gebracht wurde (Urk. 58).

- 5 -

5. Am 3. Juli 2023 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

5. April 2024 vorgeladen (Urk. 59). Mit Schreiben vom 28. Dezember 2023 wurde 

ihnen sodann eine Änderung der Gerichtsbesetzung mitgeteilt (Urk. 60). Zum Ver-

handlungstermin erschienen Rechtsanwältin lic. iur. X._____ namens und in Ver-

tretung der Privatklägerin, Staatsanwältin lic. iur. C._____ als Vertreterin der 

Staatsanwaltschaft sowie der Beschuldigte persönlich in Begleitung seiner amtli-

chen Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. von Y._____ (Prot. II S. 5). Das Urteil 

erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung und wurde den Parteien münd-

lich eröffnet (Prot. II S. 37).

II. Prozessuales

1. Umfang der Berufung

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_533/2016 vom 29. November 2016 E. 4.2 mit Hin-

weisen).

1.2. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Berufungserklärung vom 27. Februar 

2023 (Eingang am hiesigen Gericht) fest, dass die Berufung nicht beschränkt 

werde (Urk. 52 S. 1). Aus den gestellten Berufungsanträgen wurde indessen klar, 

dass sie nur einzelne Dispositivziffern des vorinstanzlichen Urteils vom 2. Novem-

ber 2022 anficht (Urk. 52 S. 2). Anlässlich der Berufungsverhandlung konkreti-

sierte die Staatsanwaltschaft, dass sie die Aufhebung bzw. Abänderung der Dis-

positivziffern 2, 3, 4 und 10 des angefochtenen Urteils verlange (Urk. 68 S. 1; 

Prot. II S. 7 f.). Ihre Berufung richtet sich somit primär gegen den von der Vorin-

stanz entschiedenen Freispruch des Beschuldigten von den Vorwürfen der mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit Kindern und der mehrfachen Anstiftung zur Por-

- 6 -

nografie gemäss der Dispositivziffer 2. Da die Staatsanwaltschaft beantragt, der 

Beschuldigte sei anklagegemäss auch wegen dieser Vorwürfe schuldig zu spre-

chen, wendet sie sich mit ihrer Berufung ferner gegen die vorinstanzliche Strafzu-

messung und die Regelung bezüglich des Vollzugs der ausgesprochenen Strafe 

gemäss den Dispositivziffern 3 und 4 sowie gegen die Verlegung der Kosten der 

Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens gemäss der Disposi-

tivziffer 10. 

1.3. Die Privatklägerin beantragt ebenfalls die Aufhebung bzw. Abänderung der 

Dispositivziffern 2, 3 und 4 des vorinstanzlichen Urteils und verlangt, der Beschul-

digte sei anklagegemäss der sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen (Urk. 53 

S. 2; Urk. 69 S. 2). An dieser Stelle ist festzuhalten, dass die Privatklägerin mit 

Bezug auf den Entscheid der Vorinstanz zur Strafzumessung und zum Vollzug 

der ausgesprochenen Strafe (Dispositivziffern 3 und 4) nicht zur Berufung legiti-

miert ist (Art. 382 Abs. 2 StPO). Als Folge des beantragten Schuldspruchs des 

Beschuldigten im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB ficht die Privatklägerin sodann 

die Dispositivziffern 8 (Abweisung ihrer Zivilforderungen) und 10 (Kostenauflage) 

des vorinstanzlichen Urteils an (Urk. 53 S. 2; Urk. 69 S. 2).

1.4. Unangefochten blieben dagegen der Schuldspruch des Beschuldigten we-

gen mehrfacher Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB (Dispositivziffer 1), die vorinstanzlichen Entscheide über be-

schlagnahmte Betäubungsmittel und Gegenstände (Dispositivziffern 5 bis 7) so-

wie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 9). Es ist somit vorab mittels Beschluss 

festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. November 2022 

in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Beweisanträge

2.1. Grundsätzlich beruht das Rechtsmittelverfahren auf den Beweisen, die im 

Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben wurden (Art. 389 

Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag 

einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Der 

- 7 -

massgebliche Zeitpunkt für Beweisanträge ist grundsätzlich die Berufungserklä-

rung (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO). Drängen sich im weiteren Verlauf des Beru-

fungsverfahrens noch zusätzliche Beweisabnahmen auf, sind entsprechende An-

träge indes zulässig (vgl. JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, 4. Auflage, 

Zürich/St. Gallen 2023, N 13 zu Art. 399 StPO).

2.2. Seitens der Parteien wurden keine Beweisanträge gestellt. Im Übrigen 

drängen sich im Berufungsverfahren – abgesehen von der erneuten Befragung 

des Beschuldigten – auch von Amtes wegen keine weiteren Beweiserhebungen 

auf. Demgemäss erweist sich die Sache als spruchreif.

III. Sachverhalt

1. Vorbemerkungen

1.1. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt sich, 

dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen tatsächlich zu hören, prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksich-

tigen hat. Dabei ist es nicht erforderlich, dass es sich mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt. Vielmehr kann es sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1135/2022 vom 

21. September 2023 E. 3.2.3; 6B_1354/2021 vom 22. März 2023 E. 4.4.2; je mit 

weiteren Hinweisen). Folglich wird sich auch die hiesige Berufungsinstanz auf die 

ihrer Auffassung nach wesentlichen und massgeblichen Vorbringen der Parteien 

beschränken.

1.2. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, wird im vorliegenden Urteil in 

Bezug auf die tatsächliche Würdigung ergänzend an den entsprechenden Stellen 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen (vgl. Art. 82 Abs. 4 StPO). 

- 8 -

2. Anklagesachverhalt und Standpunkt des Beschuldigten

2.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, er habe kurz 

nach dem Eintritt der Privatklägerin in die Wohngruppe D._____ angefangen, die 

Privatklägerin wiederholt am Oberschenkel anzufassen, indem er sie dort gestrei-

chelt oder ihren Oberschenkel gedrückt habe. Sodann habe der Beschuldigte zu 

einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt im Pikettzimmer der Angestellten im 

Wohnheim D._____ seinen Finger in die Vagina der Privatklägerin eingeführt, um 

sie zu "fingern". Als die Privatklägerin "Stopp" gesagt habe, weil ihr dies nicht ge-

fallen habe, sei der Beschuldigte ihrer Aufforderung nachgekommen und habe 

aufgehört. 

Zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt, als die Privatklägerin ungefähr elf 

Jahre alt gewesen sei, habe der Beschuldigte bei sich zu Hause die Privatklägerin 

umarmt und sie auf sein Bett getragen. Dort habe der Beschuldigte der Privatklä-

gerin die Kleider ausgezogen und sie auf der nackten Haut am ganzen Körper, 

auch an ihren Brüsten, berührt. Im Zuge dessen habe sich der Beschuldigte eben-

falls teilweise entkleidet und beide Parteien seien nebeneinander auf dem Bett 

gelegen. Sodann habe der Beschuldigte mit seiner Hand die entblösste Vulva der 

Privatklägerin gerieben und seinen Finger in ihre Vagina eingeführt. Als die Privat-

klägerin den Beschuldigten aufgefordert habe, damit aufzuhören, habe er von ihr 

abgelassen, um in der Folge seinen Finger dennoch ein zweites Mal in ihre Va-

gina einzuführen. Daraufhin habe die Privatklägerin dem Beschuldigten zwar er-

neut gesagt, dass sie das nicht wolle, habe ihn aber gewähren lassen, weshalb er 

seinen Finger einige Sekunden in ihrer Vagina belassen habe. 

Nach diesem Vorfall in seiner Wohnung habe der Beschuldigte die Privatklägerin 

an einem nicht näher eingrenzbaren Nachmittag im Wohnzimmer der Wohn-

gruppe auf seinen Schoss gezogen und sie während einer gewissen Zeit zu-

nächst ohne und danach mit Zunge geküsst, was für die Privatklägerin das erste 

Mal gewesen sei. Später am Abend habe der Beschuldigte die Privatklägerin er-

neut im Flur der Wohngruppe geküsst, jedoch ohne Zunge. 

- 9 -

Im Frühjahr 2020, als die Privatklägerin in Quarantäne gewesen sei, habe sich 

der Beschuldigte in das Zimmer der Privatklägerin begeben, wo er sie ohne 

Zunge geküsst und sie dazu gebracht habe, in seine Hose an seinen Penis zu 

greifen und diesen mit der Hand unter den Kleidern zu frottieren, wobei er nicht 

zum Orgasmus gekommen sei. Sodann sei es im Wohnheim D._____ entweder 

im Zimmer der Privatklägerin oder im Pikettzimmer der Angestellten zu verschie-

denen, in der Anklageschrift beschriebenen Vorfällen gekommen, wobei der Be-

schuldigte jeweils die Tür zum Zimmer der Privatklägerin zugezogen und mittels 

Drehknopf abgeschlossen oder aber den Vorhang vor der Pikettschlafecke im 

Büro ganz zugezogen habe. Dabei sei die Initiative immer vom Beschuldigten 

ausgegangen, der die Privatklägerin zuerst berührt oder geküsst und ihr gezeigt 

habe, was sie bei ihm machen solle. Der letzte Vorfall habe sich ca. Ende April 

2021 ereignet, rund eine bis zwei Wochen bevor die Privatklägerin das Wohnheim 

D._____ verlassen habe. Die Privatklägerin sei mit diesen Handlungen des Be-

schuldigten teilweise einverstanden gewesen, habe diese aber teilweise auch als 

negativ empfunden, was sie dem Beschuldigten allerdings nicht explizit gezeigt 

habe, da es ihr unangenehm gewesen sei, "Stopp" zu sagen oder sich zu wehren.

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten vorgeworfen, dass er aufgrund sei-

ner Arbeitstätigkeit als Betreuer im Wohnheim D._____ gewusst habe, dass die 

Privatklägerin zwischen 10 und 12 Jahren alt gewesen sei, und dass er zumindest 

in Kauf genommen habe, durch sein Verhalten die ungestörte sexuelle Entwick-

lung der Privatklägerin zu gefährden (Urk. 18 S. 3-5).

2.2. Dem Beschuldigten wird weiter zur Last gelegt, er habe über die Applika-

tion KIK-Messenger mit einem nicht näher bekannten Nutzer, welcher ihm gegen-

über angegeben habe, 16 Jahre alt zu sein, gechattet. Dabei habe sich der Be-

schuldigte als 21-Jähriger ausgegeben und mit seinem Chatpartner über sexuelle 

Handlungen geschrieben und diesem sodann ein Bild seines nackten Penis ge-

schickt. Am 26. Februar 2017 habe der Beschuldigte seinen Chatpartner aufgefor-

dert, ihm etwas zu zeigen, worauf dieser ihm ein Bild seines nackten Penis habe 

zukommen lassen. Dies habe der Beschuldigte kommentiert, worauf sein Chat-

partner ihm ein weiteres Bild seines nackten Penis geschickt habe. 

- 10 -

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten angelastet, er habe mit seinem 

Verhalten den nicht näher bekannten Chatpartner bewusst aufgefordert, Bilder mit 

explizit sexualisiertem Inhalt zu erstellen, obschon er davon habe ausgehen müs-

sen bzw. damit gerechnet habe, dass sein Chatpartner noch minderjährig sei 

(Urk. 18 S. 5 f.).

2.3. Schliesslich wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, er 

habe über die Applikation KIK-Messenger mit einem nicht näher bekannten Nut-

zer, welcher ihm gegenüber angegeben habe, 15 Jahre alt zu sein, gechattet. Da-

bei habe sich der Beschuldigte als 16-Jähriger ausgegeben und seinen Chatpart-

ner am 8. Dezember 2018 aufgefordert, seinen Penis zu zeigen. Im Zuge der wei-

teren Chat-Kommunikation mit dem nicht näher bekannten Nutzer am 27. Dezem-

ber 2018 habe der Beschuldigte diesen ein weiteres Mal implizit aufgefordert, Fo-

tos mit sexuellem Inhalt zu schicken, worauf der unbekannte Chatpartner dem Be-

schuldigten ein Bild seines nackten Penis habe zukommen lassen. 

In subjektiver Hinsicht wird dem Beschuldigten angelastet, er habe mit seinem 

Verhalten den nicht näher bekannten Chatpartner bewusst aufgefordert, Bilder mit 

explizit sexualisiertem Inhalt zu erstellen, obschon er davon habe ausgehen müs-

sen bzw. damit gerechnet habe, dass sein Chatpartner erst 15 Jahre alt sei 

(Urk. 18 S. 6 f.).

2.4. Der Beschuldigte bestreitet den vorstehenden Sachverhalt hinsichtlich des 

Vorwurfs der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern (s. vorne, 

Ziff. III./2.1.). Es ist daher zu prüfen, ob sich der angeklagte Sachverhalt gestützt 

auf die Untersuchungsakten und die vor Gericht vorgebrachten Argumente nach 

den allgemein gültigen Beweisregeln erstellen lässt.

Mit Bezug auf den Vorwurf der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie (s. vorne, 

Ziff. III./2.2.-2.3.), welcher ebenfalls noch Gegenstand des Berufungsverfahrens 

bildet, zeigte sich der Beschuldigte – was den Sachverhalt betrifft – hingegen voll-

umfänglich geständig. 

- 11 -

3. Beweisregeln

3.1. Hinsichtlich der Beweisregeln ist festzuhalten, dass das Gericht in der Wür-

digung der Beweise nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 

Überzeugung frei ist (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen unüberwindliche Zweifel an 

der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht 

das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus 

(Art. 10 Abs. 3 StPO).

3.2. Gemäss dem in Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und in Art. 10 Abs. 3 

StPO verankerten Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Beschuldigten) 

ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen ei-

ner strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3. mit 

Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_1282/2017 vom 

23. März 2018 E. 2.2.1).

3.3. Als Beweislastregel bedeutet dieser Grundsatz, dass es Sache der Ankla-

gebehörde ist, die Schuld des Beschuldigten zu beweisen, und nicht dieser seine 

Unschuld nachweisen muss. Ein Beschuldiger darf nie mit der Begründung verur-

teilt werden, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 E. 2a mit 

Hinweis; JOSITSCH/SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 

4. Auflage, Zürich/St. Gallen 2023, N 216).

3.4. Wenn allerdings ein Beschuldigter eine ihn entlastende Behauptung auf-

stellt, ohne dass er diese wenigstens in einem Mindestmass glaubhaft machen 

kann, findet der Grundsatz in "dubio pro reo" keine Anwendung. Es tritt nämlich 

insoweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn gewisse 

Anhaltspunkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Rich-

tigkeit der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen 

lassen, oder wenn der Beschuldigte sie sonstwie glaubhaft macht (Urteile des 

Obergerichts des Kantons Zürich vom 6. September 2022, Geschäfts-

Nr. SB210559, S. 8; vom 23. September 2020, Geschäfts-Nr. SB200195, S. 8; je 

- 12 -

mit Hinweis). Andernfalls könnte jede Anklage mit einer abstrusen Schutzbehaup-

tung zu Fall gebracht werden. 

3.5. Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grundsatz "in dubio pro reo", dass 

sich das Gericht nicht von einem für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalt 

überzeugt erklären darf, wenn nach objektiver Würdigung der gesamten Beweise 

ernsthafte Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht 

hat, oder wenn eine für die beschuldigte Person günstigere Tatversion vernünfti-

gerweise nicht ausgeschlossen werden kann. Eine einfache Wahrscheinlichkeit 

genügt somit nicht. Auf der anderen Seite sind bloss abstrakte und theoretische 

Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-

heit nicht verlangt werden kann. Relevant sind mithin nur unüberwindliche Zweifel, 

d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 145 IV 154 

E. 1.1; BGE 144 IV 345 E. 2.2.1; BGE 138 V 74 E. 7; BGE 127 I 38 E. 2a; Urteile 

des Bundesgerichts 6B_1377/2022 vom 20. Dezember 2023 E. 2.2.2; 

6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.3.2; 6B_824/2016 vom 10. April 2017 

E. 13.1; je mit Hinweisen). Der Grundsatz "in dubio pro reo" besagt indes nicht, 

dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die be-

schuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Beweiswürdigungsre-

gel kommt nur zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung als Gan-

zem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; Urteile des Bundes-

gerichts 6B 295/2021 vom 31. März 2022 E. 3.3.2; 6B_13/2022 vom 23. März 

2022 E. 1.1.1; 6B_1131/2021 vom 12. Januar 2022 E. 2.2.2; 6B_1302/2020 vom 

3. Februar 2021 E. 1.2.3; je mit Hinweisen).

3.6. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Personen, so ist an-

hand sämtlicher Umstände, die sich aus den Untersuchungsakten und den Ver-

handlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist. 

Dabei kommt es primär auf den inneren Gehalt der Aussagen an, verbunden mit 

der Art und Weise, wie diese Angaben erfolgten. Der allgemeinen Glaubwürdig-

keit der befragten Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 

kommt dabei kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahrheits-

findung ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen, welche durch 

- 13 -

eine methodische Analyse ihres Inhaltes (Vorhandensein von Realitätskriterien, 

Fehlen von Fantasiesignalen) darauf zu überprüfen sind, ob die auf ein bestimm-

tes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der befragten 

Person entspringen (BGE 147 IV 534 E. 2.3.3; BGE 147 IV 409 E. 5.4.3; BGE 133 

I 33 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_764/2023 vom 19. Februar 2024 

E. 2.3.2; 6B_1060/2022 vom 11. Januar 2023 E. 1.3.2; 6B_1029/2021 vom 

24. August 2022 E. 2.1.2; je mit weiteren Hinweisen).

3.7. Nach dem empirischen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfordern 

wahre und falsche Schilderungen unterschiedliche geistige Leistungen. Überprüft 

wird in erster Linie die Hypothese, ob die aussagende Person unter Berücksichti-

gung der Umstände, der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine 

solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Metho-

disch wird die Prüfung in der Weise vorgenommen, dass das im Rahmen eines 

hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Quali-

tätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und der Bewertung der Entste-

hungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewon-

nene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der 

aussagenden Person analysiert wird. Bei der methodischen Analyse ist immer da-

von auszugehen, dass die Aussage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Er-

gibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobe-

nen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, so wird sie verworfen. 

Es gilt dann die Alternativhypothese, dass die Aussage wahr sei. Erforderlich ist 

dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte 

der Aussage (Aussagegenese; BGE 129 I 49 E. 5; BGE 128 I 81 E. 2 mit Hinwei-

sen; Urteil des Bundesgerichts 6B_308/2024 vom 22. Mai 2024 E. 1.1.3). Trau-

matische Erlebnisse werden gemäss wissenschaftlichen Erkenntnissen anders 

verarbeitet als alltägliche Vorkommnisse. Einerseits können Erinnerungsverzer-

rungen und Gedächtnisausfälle auftreten, namentlich hervorgerufen durch Ver-

drängungsbestrebungen. Andererseits bleibt bei gewissen Opfern eine grosse An-

zahl von Einzelheiten des traumatischen Erlebnisses im Gedächtnis haften resp. 

wird dieses praktisch vollständig erinnert (BGE 147 IV 409 E. 5.4.2 mit Hinwei-

sen).

- 14 -

4. Beweiswürdigung

4.1. Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern

Die Vorinstanz hat die für die Beurteilung dieses Anklagevorwurfs massgebenden 

Beweismittel vollständig angegeben und zutreffend festgehalten, dass sich hin-

sichtlich der Verwertbarkeit keinerlei Einschränkungen ergeben (Urk. 50 S. 15-

20). Auf die entsprechenden Erwägungen kann zur Vermeidung unnötiger Wie-

derholungen vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).

4.1.1. Aussagen des Beschuldigten

4.1.1.1. Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass der Beschuldigte als direkt vom 

Verfahren Betroffener ein Interesse daran haben dürfte, die Geschehnisse, wel-

che Anlass zur Erhebung der vorliegend zu beurteilenden Anklage gaben, in ei-

nem für ihn günstigen Licht darzustellen (Urk. 50 S. 20). Es liegen indessen keine 

Anhaltspunkte vor, welche an seiner generellen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. 

Der Glaubwürdigkeit einer befragten Person im Sinne einer dauerhaften persona-

len Eigenschaft ist im Rahmen der Beweiswürdigung allerdings eine nur unterge-

ordnete Rolle zuzumessen. Entscheidender ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der 

konkreten Aussagen.

4.1.1.2. Die Vorinstanz hat die vom Beschuldigten im Rahmen der Untersuchung 

und anlässlich der Hauptverhandlung deponierten Aussagen vollständig und kor-

rekt wiedergegeben (Urk. 50 S. 60 ff.). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte, 

dass er den Sachverhalt mit Bezug auf den Vorwurf der sexuellen Handlungen 

zum Nachteil der Privatklägerin vollumfänglich bestreite (Prot. II S. 16).

4.1.1.3. Mit Bezug auf die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten erwog die 

Vorinstanz, dass seine Depositionen konsistent, detailliert, nicht von Übertreibun-

gen geprägt und insgesamt glaubhaft seien. Der Beschuldigte sei während der 

gesamten Untersuchung darauf bedacht gewesen, die Privatklägerin – trotz der 

schweren Anschuldigungen ihm gegenüber – in kein schlechtes Licht zu rücken 

und habe versucht, sie zu verstehen. So sei denn auch seine Verzweiflung und 

- 15 -

die grosse Frage, warum die Privatklägerin ihn derart belasten könnte, ersichtlich. 

Seine Fassungslosigkeit und sein Unverständnis ob der Vorwürfe würden authen-

tisch und glaubhaft wirken (Urk. 50 S. 64 f.).

4.1.1.4. Den Schlussfolgerungen der Vorinstanz kann grundsätzlich gefolgt wer-

den. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass aus der Tatsache, dass der Be-

schuldigte in sämtlichen Einvernahmen den Tatvorwurf der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Kindern bestritt, weder etwas zugunsten noch zulasten der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen abgeleitet werden kann. Vielmehr stellt dies eine 

nachvollziehbare, ohne weiteres verständliche Reaktion eines Beschuldigten auf 

die gegen ihn erhobenen Vorwürfe dar. Zuzustimmen ist der Vorinstanz indessen 

darin, dass die vom Beschuldigten in seinen Einvernahmen gezeigten Emotionen 

– so insbesondere, dass er zum Teil weinen musste, gerade wenn es um die ge-

gen ihn erhobenen Vorwürfe ging (so z.B. Urk. D1/2/1 F/A 23 ff.; Urk. D1/2/2 

F/A 6 ff.) – die Glaubhaftigkeit seiner Bestreitungen erhöht. 

4.1.1.5. Zudem räumte er wiederholt ein, dass die Privatklägerin und er ein sehr 

enges Verhältnis zueinander gehabt hätten und er ihre Hauptbezugsperson gewe-

sen sei. Dies sei auch von Aussenstehenden so beobachtet worden und er sei 

von verschiedener Seite darauf hingewiesen worden, dass das bestehende Nähe-

verhältnis zur Privatklägerin auch Risiken berge. Dennoch habe er sich bis kurz 

vor dem Austritt der Privatklägerin aus dem Wohnheim D._____ nicht zu einer Än-

derung seines Verhaltens ihr gegenüber veranlasst gesehen (vgl. Urk. D1/2/2 

F/A 14, 16, 27, 32; Urk. D1/2/3 F/A 66 ff., 101; Urk. D1/2/5 F/A 85, 94; Urk. 2/7 

F/A 20; Urk. 29 S. 14, 16 f., 19; Prot. II S. 16, 19, 28 f.). Diese Zugeständnisse 

des Beschuldigten waren geeignet, seinen professionellen und rein beruflichen 

Umgang mit der Privatklägerin in Frage zu stellen, was tendenziell für die Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen spricht.

4.1.2. Aussagen der Privatklägerin

4.1.2.1. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin ist mit der Vorinstanz 

festzuhalten, dass sie (die Privatklägerin) aufgrund ihrer Stellung als Geschädigte 

und vor dem Hintergrund der von ihr geltend gemachten Schadenersatz- und Ge-

- 16 -

nugtuungsforderungen ein persönliches Interesse an einer Verurteilung des Be-

schuldigten hat (Urk. 50 S. 20 f.). Es liegen indessen keine Anhaltspunkte vor, 

welche an ihrer generellen Glaubwürdigkeit zweifeln liessen. Auch an dieser 

Stelle ist nochmals hervorzuheben, dass der Glaubwürdigkeit einer befragten Per-

son im Rahmen der Beweiswürdigung eine nur untergeordnete Bedeutung zuzu-

messen ist. Entscheidender ist vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussa-

gen.

4.1.2.2. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wurde infolge einer von der 

Privatklägerin am 16. Mai 2021 erstatteten Anzeige bei der Stadtpolizei Zürich 

eingeleitet. Dabei gab die Privatklägerin an, über eine längere Zeit von ihrem Be-

treuer, dem Beschuldigten, sexuell missbraucht worden zu sein. Seit sie vor drei 

Jahren in die Wohngruppe am D._____ in Zürich eingetreten sei, sei es mehrere 

Male zu sexuellen Übergriffen gekommen (Urk. 1/1 S. 2). Die Polizeibeamtin, wel-

che die Anzeige entgegennahm und den entsprechenden Rapport erstellte, hielt 

darin fest, dass die Privatklägerin sichtlich eingeschüchtert gewesen sei und nicht 

richtig habe erzählen können, was genau vorgefallen sei. Ihr Onkel habe dann 

den ersten Schritt gemacht und erwähnt, dass diese Übergriffe bereits über län-

gere Zeit so hätten stattfinden müssen. Die Privatklägerin habe dann zögerlich 

von sich aus zum Ausdruck gebracht, dass der Beschuldigte als ihr Betreuer je-

weils in der Nacht in ihr Zimmer gekommen sei und sie an verschiedenen Körper-

teilen berührt habe. Er habe sie jeweils gestreichelt, bis sie eingeschlafen sei. 

Teilweise habe er sie über den Kleidern berührt, sicher an den Brüsten und zwi-

schen den Beinen. Weiter gab die Privatklägerin an, dass der Beschuldigte schon 

fast alles mit ihr gemacht habe, ausser zum Geschlechtsverkehr sei es nie ge-

kommen. Der letzte Vorfall sei ca. drei Wochen her, als sie mit dem Beschuldigten 

habe sprechen wollen, da es ihr einfach nicht so gut gegangen sei (Urk. 1/1 S. 3).

4.1.2.3. In der Folge wurde die Privatklägerin zweimal einvernommen, und zwar 

am 18. Mai 2021 und am 19. August 2021. Im Zeitpunkt dieser Einvernahmen war 

sie 13 Jahre alt. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin im Rahmen 

des Vorverfahrens vollständig und korrekt wiedergegeben (Urk. 50 S. 24-39). Dar-

auf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).

- 17 -

4.1.2.4. Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 

ist zu beachten, dass traumatische Erlebnisse gemäss wissenschaftlichen Er-

kenntnissen anders verarbeitet werden als alltägliche Vorkommnisse. Einerseits 

können Erinnerungsverzerrungen und Gedächtnisausfälle auftreten, namentlich 

hervorgerufen durch Verdrängungsbestrebungen. Andererseits bleibt bei gewis-

sen Opfern eine grosse Anzahl von Einzelheiten des traumatischen Erlebnisses 

im Gedächtnis haften resp. wird dieses praktisch vollständig erinnert. Detailreich-

tum, insbesondere wenn er Nebenschauplätze betrifft, stellt denn auch ein gängi-

ges, bei der Aussageanalyse zu beachtendes Realitätskennzeichen dar (BGE 147 

IV 409 E. 5.4.2 mit zahlreichen Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 

6B_442/2019 vom 26. August 2019 E. 6.3.2; 6B_253/2011 vom 5. Oktober 2011, 

E. 1.3.2; GEIPEL, a.a.O., S. 794 ff.; JANSEN, a.a.O., S. 313; je mit Hinweisen).

4.1.2.5. Bei der Befragung von Kindern, die Opfer einer Straftat gegen die sexu-

elle Selbstbestimmung geworden sein sollen, ist sodann zu beachten, dass es bei 

deren Befragung häufig zu Scham kommt, gegenüber Dritten von dem Erlebten 

zu berichten. Hinzu kommt, dass gerade Kinder dem mutmasslichen Täter trotz 

der Tat emotional ambivalent gegenüber stehen. Die Vernehmung solcher – mög-

licherweise traumatisierter – Zeugen ist von Beginn der Ermittlungen in besonde-

rem Masse behutsam und schonend durchzuführen, ohne dabei die Aufgabe der 

Wahrheitsfindung einzuschränken (BENDER/HÄCKER/SCHWARZ, Tatsachenfeststel-

lung vor Gericht, 5. Auflage, München 2021, Rz 1594).

4.1.2.6. Die Vorinstanz hat die Aussagen und das Aussageverhalten der Privat-

klägerin äusserst detailliert, umfassend und überzeugend gewürdigt (Urk. 50 

S. 24-40). Auf ihre umfangreichen Erwägungen im begründeten Urteil kann daher 

einleitend verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

4.1.2.7. Die Vorinstanz gelangte zur Einschätzung, dass die Aussagen der Privat-

klägerin in der Tendenz dürr und platt seien sowie insgesamt sehr wenige origi-

nelle Details aufweisen würden. Einzelheiten zu den anklagegegenständlichen 

Vorfällen habe die Privatklägerin mehrheitlich nur auf konkrete Fragen bzw. auf 

aktives Nachfragen preisgegeben. Ihre Aussagen hätten sich augenscheinlich je-

weils an der Formulierung der gestellten Frage orientiert. Sei die Frage umformu-

- 18 -

liert worden, sei eine andere Antwort erfolgt. Die Aussagen der Privatklägerin wür-

den daher auf den gestellten Fragen aufbauen, was zur Folge habe, dass sie sich 

praktisch durchgehend in Widersprüchen verstricke. Bereits innerhalb der glei-

chen Einvernahme seien ihre Aussagen zu diversen Einzelheiten uneinheitlich 

und unbestimmt. Zwischen verschiedenen Einvernahmen würden sich Inkongru-

enzen dergestalt ergeben, dass Ereignisse Erwähnung fänden, die zuvor kein 

Thema gewesen seien oder solche, die zuvor geschildert worden seien, später 

nicht wiederholt würden. Dies spreche nicht für erlebnisbasierte Aussagen. Spon-

tane Schilderungen und von sich aus dargestellte Emotionen seien überdies 

kaum zu finden. Die Aussagen der Privatklägerin seien deshalb insgesamt un-

glaubhaft. Die Anklagevorwürfe liessen sich gestützt darauf nicht mit der erforder-

lichen Überzeugung erstellen, sondern nur, wenn selektiv die vielen Widersprüche 

und Unklarheiten ausgeblendet würden (Urk. 50 S. 39 f.; vgl. auch S. 65).

4.1.2.8. Ergänzend zu den Erwägungen der Vorinstanz ist Folgendes festzuhal-

ten:

4.1.2.9. Die Antworten der Privatklägerin auf die an sie gestellten Fragen fielen je-

weils eher knapp aus. Zudem äusserte sie sich nur sehr zurückhaltend zum mut-

masslich Vorgefallenen und machte von sich aus fast keine detaillierten Angaben. 

Vielmehr war es die auf Kinderbefragungen spezialisierte Polizeibeamtin, welche 

die für die Untersuchung notwendigen Informationen bei der Privatklägerin erfra-

gen musste. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, entsteht der 

Eindruck, als habe die Privatklägerin ihre Antworten abhängig davon formuliert, 

was sie zuvor gefragt worden war. Wurde die Frage umformuliert oder zu einem 

späteren Zeitpunkt in anderem Zusammenhang nochmals gestellt, erfolgte häufig 

eine entsprechend angepasste oder eine andere Antwort. Die Privatklägerin schil-

derte das mutmasslich Erlebte folglich nicht mit eigenen Worten und noch weniger 

aus eigenem Antrieb, sondern liess sich durch die Fragen der spezialisierten Poli-

zeibeamtin leiten, auf welche sie häufig nur kurz, knapp und einsilbig antwortete. 

Gewisse Konkretisierungen und/oder einzelne Details konnte die Privatklägerin 

immer nur dann anfügen, wenn sie von der befragenden Polizeibeamtin ausdrück-

lich darauf angesprochen bzw. explizit danach gefragt worden war. Schliesslich 

- 19 -

fällt auf, dass die Aussagen der Privatklägerin geprägt sind von zahlreichen Flos-

keln wie "weiss nicht", "glaubs" und "oder so", wodurch ihre ohnehin dürftigen und 

einsilbigen Angaben eine weitere Relativierung erfahren.

4.1.2.10. Insbesondere wenn sich die Fragen auf das Kerngeschehen, d.h. die 

mutmasslichen sexuellen Übergriffe des Beschuldigten bezogen, fielen die Ant-

worten der Privatklägerin sehr dürr, zögerlich, allgemein und pauschal aus. An-

lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 18. Mai 2021 schilderte sie beispiels-

weise auf die Frage, wie es angefangen habe, als der Beschuldigte in seiner 

Wohnung sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen habe, dass er sie umarmt 

habe. Sie seien auf dem Sofa gewesen. Umarmt und auch … sie seien rüberge-

gangen zum Bett und dort habe er weitere Sachen gemacht. Aber sie könne sich 

nicht mehr erinnern (Urk. D1/3/2 F/A 118). In der darauffolgenden Einvernahme 

vom 19. August 2021 fiel der freie Bericht der Privatklägerin zu den sexuellen 

Übergriffen des Beschuldigten in seiner Wohnung ähnlich dürftig aus. So be-

schrieb sie: "Dann ist er zu mir gekommen, hat mich umarmt und nachher hat er 

mich aufs Bett getragen oder so, ja. Und dort ja… Weiss ich nicht mehr genau… 

Aber ich weiss, dass er mich angefasst hat und…, ja" (Urk. D1/3/10 F/A 54). Ein-

zelheiten zu den sexuellen Handlungen gab die Privatklägerin nur auf aktives 

Nachfragen der zuständigen Polizeibeamtin an, wobei sie sehr vage bzw. pau-

schal blieb und wiederholt Unsicherheiten äusserte. Teilweise widersprach sie 

sich auch, insbesondere mit Bezug auf die Fragen, ob der Beschuldigte sie über 

oder unter ihren Kleidern angefasst habe und ob es zu sexuellen Handlungen ge-

kommen sei, die sie an ihm habe vornehmen müssen. Da es in der Wohnung des 

Beschuldigten gemäss den erfragten Schilderungen der Privatklägerin zu sehr 

weitgehenden bzw. erheblichen sexuellen Handlungen (insbes. Einführen des 

Fingers in die Vagina der Privatklägerin) gekommen sein soll, wären detaillierte, 

originelle und nachvollziehbare Aussagen durchaus zu erwarten gewesen. Diesel-

ben Überlegungen gelten auch für die Beschreibungen der Privatklägerin zu wei-

teren sexuellen Handlungen, die der Beschuldigte bei anderen Gelegenheiten und 

an anderen Orten bei ihr vorgenommen haben soll. Dazu kann auf die entspre-

chenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 50 S. 34-39). 

- 20 -

4.1.2.11. Auch wenn zugunsten der Privatklägerin zu berücksichtigen ist, dass sie 

zum Zeitpunkt ihrer Depositionen 13 Jahre alt war und die Schilderungen über 

das mutmasslich Erlebte für sie schambehaftet waren, hätte dennoch erwartet 

werden dürfen, dass sie das Kerngeschehen und insbesondere die angeblichen 

sexuellen Handlungen, die der Beschuldigte immer wieder an ihr vorgenommen 

haben soll, von sich aus detaillierter und authentischer hätte beschreiben können. 

Mit der Schamhaftigkeit und ihrer Unerfahrenheit in sexuellen Belangen allein 

lässt sich nicht erklären, dass ihre Ausführungen über weite Strecken hinweg äus-

serst dürr, vage und detailarm ausfielen.

4.1.2.12. Ebenso zulasten der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ist zu werten, dass 

die Privatklägerin nicht ansatzweise schilderte, wie sie sich während der mut-

masslichen Übergriffe des Beschuldigten fühlte und was diese in ihr auslösten. 

Auch anlässlich ihrer Einvernahmen zeigte sie kaum eigene Emotionen, sondern 

schilderte lediglich trocken, fast schon mechanisch, was ihr widerfahren sein soll. 

Illustrativ lässt sich dies wiederum anhand der Aussagen der Privatklägerin zum 

Vorfall in der Wohnung des Beschuldigten zeigen. So beschrieb sie zwar, dass 

der Beschuldigte über ihre Anwesenheit überrascht gewesen sei, als er seine 

Wohnung betreten habe, wo sie bereits auf ihn gewartet habe (Urk. D1/3/10 

F/A 19, 54). Wie sie selbst sich fühlte, als der Beschuldigte sie gemäss ihren 

Schilderungen umarmte, zum Bett trug, dort auszog und anfing, sie an intimen 

Körperstellen zu berühren, benannte sie dagegen nicht. Insbesondere äusserte 

sie sich nicht dazu, dass es ihr unwohl gewesen sei, als der Beschuldigte ange-

fangen habe, sie "zu fingern", und sie deshalb "Stopp" gesagt habe (vgl. 

Urk. D1/3/2 F/A 121). Auch auf entsprechende Nachfrage der befragenden Poli-

zeibeamtin konnte die Privatklägerin diesbezüglich nichts, geschweige denn et-

was Glaubhaftes ausführen. Ihren Aussagen fehlt somit jegliche Emotionalität und 

zwar nicht nur mit Bezug auf die mangelnde Verknüpfung ihrer Schilderungen 

zum Kerngeschehen mit ihren eigenen Emotionen. Darüber hinaus zeigte sie 

auch anlässlich ihrer Befragungen kaum äusserlich wahrnehmbare Gefühlsregun-

gen, wenn sie auf die einzelnen sexuellen Übergriffe des Beschuldigten zu spre-

chen kam. Ihre Aussagen erscheinen daher wenig authentisch und lebensnah. 

- 21 -

4.1.2.13. Im Gegensatz dazu steht, dass die Privatklägerin zu Nebenpunkten teil-

weise äusserst genaue Angaben machen konnte. So war es ihr beispielsweise 

möglich, den Grundriss der Wohnung und die Wohnungseinrichtung des Beschul-

digten im Einzelnen zu beschreiben und in nahezu fotografischer Genauigkeit 

nachzuzeichnen (vgl. Urk. D1/3/2 F/A 145 ff.; Urk. D1/3/6). Zudem konnte sie das 

Modell und die Farbe des Autos nennen, mit welchem der Beschuldigte sie nach 

dem angeblichen sexuellen Übergriff in seiner Wohnung wieder zurück ins Wohn-

heim fuhr (vgl. Urk. D1/3/2 F/A 188 ff.). 

4.1.2.14. Die Vorinstanz wies in ihrem begründeten Urteil sodann zu Recht auf 

zahlreiche Widersprüche und Unstimmigkeiten in den Aussagen der Privatkläge-

rin hin (Urk. 50 S. 24-40). Auf ihre ausführlichen und überzeugenden Erwägungen 

kann an dieser Stelle vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Es 

ist hervorzuheben, dass die Widersprüche zum Teil zentrale Punkte des Kernge-

schehens betreffen, bei welchen auch von der 13-jährigen und sexuell unerfahre-

nen Privatklägerin widerspruchsfreie und in sich stimmige Aussagen zu erwarten 

gewesen wären. Um nochmals auf den von der Privatklägerin geschilderten Vor-

fall in der Wohnung des Beschuldigten zurückzukommen, betreffen die Wider-

sprüche und Unstimmigkeiten beispielsweise die Fragen, ob der Beschuldigte sie 

über oder unter den Kleidern an intimen Stellen berührt habe (vgl. Urk. D1/3/2 

F/A 102; Urk. D1/3/10 F/A 57, 78) und ob sie an ihm ebenfalls habe sexuelle 

Handlungen vornehmen müssen, insbesondere ob sie ihn manuell habe befriedi-

gen müssen (Urk. D1/3/2 F/A 130 ff., 181, 253; Urk. D1/3/10 F/A 80, 95). Inkon-

sistente Angaben traten allerdings auch in Nebenpunkten rund um das Kernge-

schehen auf. So konnte die Privatklägerin nicht gleichbleibend schildern, ob der 

Beschuldigte sie in seine Wohnung eingeladen habe oder ob sie von sich aus in 

die Wohnung des Beschuldigten gegangen sei (Urk. D1/3/2 F/A 115-117, 138, 

175, 309; Urk. D1/3/10 F/A 23, 33-38). 

4.1.2.15. Mit Bezug auf die weiteren sexuellen Handlungen, die der Beschuldigte 

bei anderen Gelegenheiten und an anderen Orten bei ihr vorgenommen haben 

soll, lässt sich beispielhaft anführen, dass die Privatklägerin nicht darlegen konn-

te, wie oft sie den Beschuldigten mit ihrer Hand an seinem Penis habe berühren 

- 22 -

sollen. Anlässlich ihrer ersten Einvernahme vom 18. Mai 2021 erklärte sie auf ent-

sprechende Fragen der Polizeibeamtin, dass dies drei bis viermal der Fall gewe-

sen sei (Urk. D1/3/2 F/A 219 f.), nur um später in derselben Einvernahme zu ant-

worten, dass sie nicht mehr wisse, wie oft dies geschehen sei (Urk. D1/3/2 

F/A 256). Anlässlich der zweiten Einvernahme vom 19. August 2021 führte sie in 

Widerspruch dazu aus, dass sie den Beschuldigten mit ihrer Hand zweimal habe 

berühren müssen (Urk. D1/3/10 F/A 252 f.). Ebenso lässt sich anhand der vorge-

nannten Aussagen der Privatklägerin nicht schlüssig nachvollziehen, ob der Be-

schuldigte bei den Gelegenheiten, als sie ihn an seinem Penis habe berühren 

müssen, zum Samenerguss gekommen sei oder nicht. Während sie anlässlich ih-

rer ersten Befragung durch die spezialisierte Polizeibeamtin nicht erwähnte, ob 

der Beschuldigte infolge ihrer Manipulationen einen Orgasmus gehabt habe oder 

nicht, beschrieb sie bei ihrer zweiten Befragung wenige Monate später, dass er 

einmal gekommen sei und einmal nicht (Urk. D1/3/10 F/A 253). Eine weitere In-

konsistenz betrifft sodann die Frage, wie häufig der Beschuldigte versucht habe, 

mit ihr zu schlafen. In der ersten Einvernahme vom 18. Mai 2021 führte die Privat-

klägerin diesbezüglich aus, dass es zweimal gewesen sei (Urk. D1/3/2 F/A 237). 

An anderer Stelle innerhalb derselben Einvernahme schilderte sie dann drei Ver-

suche des Beschuldigten (Urk. D1/3/2 F/A 248 f.). 

4.1.2.16. Selbst unter Berücksichtigung des noch jugendlichen Alters der Privat-

klägerin und ihrer Unerfahrenheit in sexuellen Belangen wäre durchaus zu erwar-

ten gewesen, dass sie die sexuellen Handlungen, die der Beschuldigte an ihr vor-

genommen haben soll, konstanter, widerspruchsfrei und in sich stimmig hätte 

schildern können. 

4.1.2.17. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sind die Aussagen der Pri-

vatklägerin mit der Vorinstanz (Urk. 50 S. 39 f., 65) als wenig glaubhaft zu qualifi-

zieren. Es verbleiben unüberwindbare Zweifel daran, ob ihre Schilderungen wirk-

lich authentisch sind und tatsächlich Erlebtem entsprechen. Glaubhafte Aussagen 

zeichnen sich durch aussageimmanente Qualitätsmerkmale, sogenannte Real-

kennzeichen aus. Dazu gehören insbesondere Detailreichtum, Originalität, innere 

Konsistenz bzw. Widerspruchslosigkeit, Nachvollziehbarkeit, zeitliche und räumli-

- 23 -

che Einordnung sowie emotionale Verknüpfung bzw. Einbettung. Wie vorstehend 

dargelegt wurde, zeichnen sich die Aussagen der Privatklägerin dagegen dadurch 

aus, dass sie detailarm, platt und äusserst vage bzw. pauschal ausfielen. Sie sind 

weder von spontanen Schilderungen noch von originellen Details geprägt, son-

dern enthalten zahlreiche Widersprüche, Inkonsistenzen und Unsicherheiten so-

wohl mit Bezug auf ganz zentrale Elemente des Kerngeschehens als auch mit Be-

zug auf Nebenpunkte. Sodann fehlt es ihrer Darstellung an jeglicher Emotionalität. 

Folglich ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin den entwickelten 

Qualitätsmerkmalen nicht entsprechen. Das noch jugendliche Alter der Privatklä-

gerin zum Zeitpunkt ihrer Depositionen vermag nicht zu rechtfertigen, über die 

fehlenden bzw. ungenügenden Realkennzeichen hinwegzusehen. Wie vorstehend 

bereits mehrfach erwähnt wurde, darf bzw. muss auch bei einer 13-Jährigen eine 

gewisse Konstanz und Qualität (Detailreichtum, Originalität, emotionale Einbet-

tung) in den Aussagen erwartet werden. Die von der Aussagepsychologie entwi-

ckelten Kriterien, um Schilderungen als glaubhaft qualifizieren zu können, dürfen 

zulasten des Beschuldigten nicht völlig aufgeweicht werden. 

4.1.3. Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen

4.1.3.1. Im Verlauf der Untersuchung wurden sodann verschiedene Zeugen und 

Auskunftspersonen befragt. Die Vorinstanz hat deren Aussagen im begründeten 

Urteil korrekt zusammengefasst (Urk. 50 S. 40-58), weshalb ohne weiteres auf die 

entsprechenden Erwägungen verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).

4.1.3.2. Die einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen waren bei den an-

klagegegenständlichen Vorfällen nicht zugegen und konnten entsprechend keine 

eigenen Wahrnehmungen oder Eindrücke hinsichtlich der sexuellen Handlungen 

nennen, die der Beschuldigte an der Privatklägerin vorgenommen haben soll. De-

ren Aussagen können damit höchstens dazu dienen, die Ausführungen der Privat-

klägerin und/oder des Beschuldigten zu plausibilisieren oder in Zweifel zu ziehen.

4.1.3.3. Mit Bezug auf die Würdigung der Aussagen der befragten Zeugen und 

Auskunftspersonen kann einleitend auf die ausführlichen und überzeugenden Er-

wägungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 50 S. 58-60; Art. 82 

- 24 -

Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Erwägungen verstehen sich als blosse Ergän-

zungen bzw. Präzisierungen:

4.1.3.4. Die Auskunftsperson E._____ bestätigte in ihren Einvernahmen grund-

sätzlich die Depositionen der Privatklägerin. Selbst wenn diesbezüglich berück-

sichtigt werden muss, dass sie das ihr Bekannte von der Privatklägerin selbst er-

zählt erhalten hatte, weshalb es nachvollziehbar erscheint, dass sie Dasselbe 

ausführte wie ihre Freundin, fällt doch auf, dass sie es unterliess, in ihren Ausfüh-

rungen zu übertreiben, den Beschuldigten besonders zu belasten oder die Dar-

stellung der Privatklägerin besonders unterstützend oder besonders zweifelnd zu 

schildern (so z.B. Urk. D1/4/2 F/A 20 ff.). Vielmehr versuchte E._____, das ihr Er-

zählte wiederzugeben, soweit sie sich daran erinnern konnte. Weiter fällt auf, 

dass ihr das Erzählen zum Teil sichtlich peinlich war. 

Darüber hinaus äusserte sie sich auch kritisch zu den Ausführungen der Privatklä-

gerin, indem sie beispielsweise wiederholt ausführte, dass sie der Privatklägerin 

am Anfang nicht geglaubt habe, da die erzählten Vorfälle für sie einfach unfassbar 

gewesen seien (so z.B. Urk. D1/4/2 F/A 4 ff., 13; Urk. D1/4/3 F/A 24 ff., 45). 

Gleichzeitig hielt E._____ fest, dass sie nicht davon ausgehe, dass die Privatklä-

gerin sie angelogen habe (Urk. D1/4/2 F/A 13). Anlässlich ihrer Einvernahme vom 

30. September 2021 erklärte sie, dass sie nicht wisse, was sie glauben solle. Ei-

nerseits glaube sie der Privatklägerin, aber sie glaube auch der anderen Seite 

(Urk. D1/4/3 F/A 78). In diesem Zusammenhang räumte E._____ ein, dass die 

Privatklägerin sie auch schon angelogen habe. Allerdings erklärte sie, dass ein 

solches Anlügen jeweils nur bei nicht gravierenden Ereignissen vorgefallen sei 

und die Privatklägerin es später zugegeben habe, wenn sie gelogen habe (Urk. 

D1/4/3 F/A 79 f.). Am Anfang habe sie – so E._____ weiter – mehr der Privatklä-

gerin geglaubt, aber mittlerweile schwanke es (Urk. D1/4/3 F/A 83). Gerade diese 

Aussagen sprechen für die Glaubhaftigkeit der Ausführungen von E._____.

4.1.3.5. Auch die Auskunftsperson F._____ bestätigte in ihren Befragungen im 

Wesentlichen das von der Privatklägerin Erzählte. Dabei versuchte sie jeweils, mit 

eigenen Worten zu beschreiben, was sie von der Privatklägerin erfahren hatte. 

Gemäss ihren Aussagen soll die Privatklägerin erzählt haben, dass der Beschul-

- 25 -

digte sie 2019 oder 2020 an Stellen berührt habe, wo man eigentlich eine Frau 

nicht berühren sollte, konkret am Gesäss, an der Brust und solche Sachen 

(Urk. D1/4/10 F/A 14 f.; Urk. D1/4/11 F/A 14 ff.). Auch die Auskunftsperson 

F._____ räumte ein, dass sie am Anfang eher skeptisch gewesen sei, als ihr die 

Privatklägerin dies erzählt habe. Allerdings – so die Auskunftsperson weiter – 

habe ihre Kollegin später nochmals, ernster davon berichtet, woraufhin sie den 

Erzählungen Glauben geschenkt habe (Urk. D1/4/10 F/A 16 f.; Urk. D1/4/11 

F/A 14 ff.). 

Trotz des offenkundigen Näheverhältnisses zur Privatklägerin bestehen keine An-

haltpunkte, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von F._____ aufkom-

men lassen. Dass sich eine im Zeitpunkt der Einvernahme 13-jährige Jugendliche 

derartige Erzählungen der Privatklägerin ausdenken würde, erscheint unplausibel. 

Folglich ist davon auszugehen, dass sie das ihr Bekannte von der Privatklägerin 

selbst erfahren hatte. Auffällig ist, dass die Auskunftsperson F._____ lediglich 

über Erzählungen der Privatklägerin betreffend Berührungen des Beschuldigten 

am Gesäss, an der Brust und anderen intimen Körperstellen berichten konnte. 

Von weiteren sexuellen Handlungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem 

anklagegegenständlichen Vorfall in der Wohnung des Beschuldigten und dem 

versuchten Geschlechtsverkehr, berichtete die Auskunftsperson dagegen nichts.

4.1.3.6. Die Zeugin G._____ konnte zu den anklagegegenständlichen Vorfällen 

praktisch keine Ausführungen machen. Allerdings bestätigte sie, dass der Be-

schuldigte immer dann, wenn er gearbeitet habe, die Privatklägerin besucht habe. 

Dass es dann zu einem körperlichen Kontakt gekommen sei, konnte sie nicht be-

stätigen (Urk. D1/4/4 F/A 11; Urk. D1/4/5 F/A 17 f.). Insgesamt aber äusserte sich 

G._____ kritisch zu den von der Privatklägerin erhobenen Vorwürfen. So führte 

sie insbesondere aus, dass sie sich nicht vorstellen könne, dass es zu sexuellen 

Belästigungen seitens des Beschuldigten gekommen sei. Die Privatklägerin sei 

jung gewesen und es seien ihr komische Sachen eingefallen. Ebenso habe die 

Privatklägerin auch schon Unsinn erzählt, wenngleich nicht über ernste Sachen 

(Urk. D1/4/5 F/A 46). Die kritischen Voten von G._____ sprechen gegen eine vor-

- 26 -

gängige Einflussnahme oder Absprache mit der Privatklägerin und lassen ihre 

Aussagen glaubhaft erscheinen.

4.1.3.7. Auch die Zeugin H._____, die Vorgesetzte des Beschuldigten und seine 

Praxisanleiterin in der Ausbildung zum Sozialpädagogen (Urk. D1/4/6 F/A 3; ; 

Urk. D1/4/7 F/A 6), konnte hinsichtlich der anklagegegenständlichen Vorfälle 

keine eigenen Beobachtungen oder anderen Wahrnehmungen machen. Vielmehr 

berichtete sie generell von den in der Wohngruppe geltenden Regeln (so z.B. Urk. 

D1/4/6 F/A 15, 29). Auch H._____ bestätigte, dass zwischen der Privatklägerin 

und dem Beschuldigten eine nahe Beziehung bestanden habe (Urk. D1/4/6 

F/A 13; Urk. D1/4/7 F/A 20 f.). Insgesamt nahm die Zeugin den Beschuldigten als 

ihren Angestellten vor allem in Schutz. Dies beispielsweise, indem sie ausführte, 

dass sie tief von der Unschuld des Beschuldigten überzeugt sei (Urk. D1/4/6 

F/A 21), oder indem sie die Aussagen von E._____ abstritt und in diesem Zusam-

menhang angab, dass sie sich vorstellen könne, dass die Privatklägerin ihr dies 

erzählt habe. Die Privatklägerin sei – so die Zeugin weiter – noch sehr kindlich 

und habe viele Fragen gestellt (Urk. D1/4/7 F/A 42 f.). Schliesslich führte die Zeu-

gin aus, dass die Privatklägerin in der Vergangenheit auch schon gelogen habe 

(Urk. D1/4/7 F/A 46). Damit stimmt sie zwar mit den Ausführungen von anderen 

Zeugen respektive Auskunftspersonen überein. Allerdings ist zu beachten, dass 

ein Lügen über harmlose Vorgänge, wie beispielsweise einen Ausflug oder über 

andere Personen, nicht ansatzweise vergleichbar ist mit der Situation, wie sie die 

Zeugin impliziert, nämlich dass die Privatklägerin auch hinsichtlich der anklagege-

genständlichen Vorfälle (möglicherweise) gelogen habe. Bei der Würdigung der 

Aussagen von H._____ ist schliesslich zu berücksichtigen, dass sie durchaus ein 

eigenes Interesse daran hat, den Beschuldigten hinsichtlich der anklagegegen-

ständlichen Vorwürfe möglichst zu entlasten, da ein Fehlverhalten seinerseits 

auch negativ auf sie als seine Vorgesetzte zurückfallen könnte.

4.1.3.8. Die Zeugin I._____ konnte hinsichtlich der anklagegegenständlichen 

Übergriffe ebenfalls keine sachdienlichen Hinweise geben. Zwar führte sie aus, 

dass sie die Vorwürfe schlimm finde und sich diese nicht vorstellen könne 

(Urk. D1/4/8 F/A 23). Diese Einschätzung gab die Zeugin aufgrund ihrer – wie sie 

- 27 -

selbst angab – sehr engen Freundschaft mit dem Beschuldigten ab (Urk. D1/4/8 

F/A 13). Gleichzeitig schilderte sie, dass es Thema gewesen sei, dass der Be-

schuldigte zur Privatklägerin ins Zimmer gegangen sein solle (Urk. D1/4/8 

F/A 24). Dieser Hinweis der Zeugin erfolgte, ohne dass sie hierzu befragt worden 

war. Vor ihrer Einvernahme musste sie somit offenbar mit jemandem darüber ge-

sprochen haben. Entsprechend sind ihre Ausführungen nur mit einer gewissen 

Sorgfalt bzw. Zurückhaltung zu berücksichtigen, was ohnehin aufgrund ihres be-

sonderen Näheverhältnisses zum Beschuldigten gilt. 

Im Übrigen führte die Zeugin aus, dass die Privatklägerin manipulativ gewesen 

sei. Sie (die Zeugin) könne es nicht verstehen, warum die Privatklägerin dem Be-

schuldigten so etwas antun wolle. Sie sei indessen – so die Zeugin weiter – das 

einzige Kind, welchem "wir das zutrauen würden". Sie sei die Einzige, welche sol-

che Anschuldigungen nicht zurückziehen würde. Die Privatklägerin habe vieles 

abgestritten, entartete Lügen nie aufgelöst und sich nie entschuldigt (Urk. D1/4/8 

F/A 49). Die Zeugin stellte sich damit sinngemäss auf den Standpunkt, dass die 

Privatklägerin die anklagegegenständlichen Vorwürfe gegen den Beschuldigten 

erfunden habe. Unklar ist indessen, vor welchem Hintergrund sie zu dieser Ein-

schätzung gelangte und die vorstehenden Aussagen tätigte. Wie bereits erwähnt, 

führte sie lediglich aus, dass es Thema gewesen sei, dass der Beschuldigte zur 

Privatklägerin ins Zimmer gegangen sein solle (Urk. D1/4/8 F/A 24). Dass weiter 

thematisiert worden sei, was dort konkret geschehen sein solle, konnte sie dage-

gen nicht berichten. Auch von den weiteren, von der Privatklägerin gegen den Be-

schuldigten erhobenen Vorwürfen, insbesondere hinsichtlich der sexuellen Hand-

lungen im Pikettbüro und in der Wohnung des Beschuldigten, wusste die Zeugin 

somit offenbar im Zeitpunkt ihrer Befragung nichts.

4.1.3.9. Unter Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist zu-

nächst festzuhalten, dass sich hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

einzelnen Zeugen und Auskunftspersonen keine generellen Einschränkungen er-

geben. Dass aufgrund ihres jeweiligen Näheverhältnisses zur Privatklägerin oder 

zum Beschuldigten gewisse Vorbehalte bestehen bzw. die Schilderungen teil-

weise mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen sind, wurde bereits ausgeführt. 

- 28 -

4.1.3.10. Inhaltlich lassen die Aussagen der befragten Zeugen und Auskunftsper-

sonen keine verlässlichen Schlüsse zu, was die Plausibilisierung resp. Widerle-

gung von Aussagen der Privatklägerin und/oder des Beschuldigten betrifft. Viel-

mehr verbleibt jeweils ein gewisser Interpretationsspielraum und können die rele-

vanten Aussagen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung gedeutet 

werden. Illustrativ ist in diesem Zusammenhang auf die Ausführungen der Freun-

dinnen der Privatklägerin zu verweisen. Sowohl E._____ als auch F._____ bestä-

tigten in ihren Einvernahmen grundsätzlich die Depositionen der Privatklägerin 

und gaben in ihren eigenen Worten wieder, was sie von ihrer Kollegin mit Bezug 

auf die Annäherungen des Beschuldigten erfahren hatten. Dies lässt sich einer-

seits so interpretieren, dass sich die Privatklägerin ihnen anvertraut hatte und den 

beiden Freundinnen von ihrem tatsächlich Erlebten berichtete. Andererseits ist 

auch die Deutung möglich, dass sich die Privatklägerin mit ihren Schilderungen zu 

vermeintlichen sexuellen Übergriffen des Beschuldigten bei ihren Freundinnen 

wichtigmachen wollte. So finden sich in den Erzählungen von 

G._____, E._____ und F._____ Anhaltspunkte dafür, dass sich die Privatklägerin 

in der Vergangenheit wiederholt ins Zentrum gedrängt habe. Weiter räumten 

diese Freundinnen übereinstimmend ein, dass die Privatklägerin sie in der Ver-

gangenheit vereinzelt angelogen habe. Allerdings relativierten alle drei, dass ein 

solches Anlügen jeweils nur bei nicht gravierenden Ereignissen vorgefallen sei 

und die Privatklägerin es später zugegeben habe, wenn sie gelogen habe. Vor 

diesem Hintergrund ist somit nicht auszuschliessen, dass die gegenüber dem Be-

schuldigten geäusserten Vorwürfe der Privatklägerin nicht dem tatsächlich Erleb-

ten entsprechen. 

4.1.3.11. Auch aus dem Umstand, dass die Freundinnen der Privatklägerin über-

einstimmend bestätigten, dass diese ihnen gegenüber angegeben habe, sie sei in 

der Wohnung des Beschuldigten gewesen, könnte einerseits abgeleitet werden, 

dass die Privatklägerin dort tatsächlich Opfer von sexuellen Handlungen des Be-

schuldigten wurde. Andererseits ist nicht auszuschliessen, dass sich die Privatklä-

gerin in Abwesenheit des Beschuldigten selbst Zugang zu dessen Wohnung ver-

schafft hatte, wie es der Beschuldigte im Sinne eines Erklärungsversuchs für die 

- 29 -

genauen Kenntnisse der Privatklägerin vom Grundriss und der Einrichtung seiner 

Wohnung vorbrachte.

4.1.3.12. Auch aus dem besonderen und ungewöhnlich engen Verhältnis zwi-

schen der Privatklägerin und dem Beschuldigten, welches sämtliche Auskunfts-

personen und Zeugen wahrgenommen hatten, lassen sich keine verlässlichen 

Schlüsse hinsichtlich der angeklagten Taten ziehen. So ist einerseits die Argu-

mentation möglich, dass die Privatklägerin nicht derart auf den Beschuldigten fi-

xiert gewesen wäre und stets seine Nähe gesucht hätte, wenn die Vorwürfe, die 

sie ihm gegenüber erhob, zuträfen. Entsprechend würde das Vertrauensverhältnis 

dagegen sprechen, dass die sexuellen Handlungen des Beschuldigten tatsächlich 

so stattfanden, wie die Privatklägerin sie schilderte. Andererseits ist zu berück-

sichtigen, dass jugendliche Opfer mit ambivalentem Verhalten gegenüber ihren 

Peinigern reagieren können (s. vorstehend, Ziff. III./4.1.2.5.). Folglich ist auch mit 

Bezug auf die Privatklägerin nicht auszuschliessen, dass sie trotz allfälliger sexu-

eller Übergriffe des Beschuldigten diesem nach wie vor zugeneigt war und sich 

nicht von ihm distanzieren wollte bzw. konnte, weil er im Wohnheim D._____ die 

engste Vertrauensperson unter den Betreuern und Sozialpädagogen für sie war.

4.1.3.13. Abschliessend ist festzuhalten, dass sämtliche Zeugen und Auskunfts-

personen mit Schock und Fassungslosigkeit auf die gegenüber dem Beschuldig-

ten erhobenen Vorwürfe reagierten. Auch diese Reaktionen gingen in beide Rich-

tungen. So zeigten einige der befragten Personen grosse Fassungslosigkeit, weil 

sie den Schilderungen der Privatklägerin Glauben schenkten, andere reagierten 

mit Nichtglauben auf die anklagegegenständlichen Vorwürfe der sexuellen Hand-

lungen zum Nachteil der minderjährigen Privatklägerin. Auch aus den Aussagen 

sämtlicher Zeugen und Auskunftspersonen wird deutlich, dass sie es für möglich 

hielten, dass die gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen, 

zumal die Privatklägerin bereits in der Vergangenheit dazu neigte, Unwahrheiten 

zu erzählen. In diesem kritischen Sinne äusserten sich selbst die engen Kollegin-

nen der Privatklägerin. Gleichzeitig aber weisen die Ausführungen der befragten 

Zeugen und Auskunftspersonen auch darauf hin, dass sie nicht mit Gewissheit 

- 30 -

ausschliessen konnten, dass sich die sexuellen Übergriffe entsprechend den 

Schilderungen der Privatklägerin tatsächlich ereigneten. 

4.1.3.14. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die im Vorverfahren 

einvernommenen Zeugen und Auskunftspersonen keine relevanten Aussagen zu 

den anklagegegenständlichen Vorfällen machen konnten, da sie diese nicht selbst 

mitbekommen hatten und daher keine eigenen Beobachtungen und Wahrneh-

mungen dazu bekunden konnten. Ihre Aussagen zum allgemeinen Verhältnis zwi-

schen der Privatklägerin und dem Beschuldigten sowie zu den vermeintlichen se-

xuellen Übergriffen, von welchen sie aus Erzählungen der Privatklägerin erfahren 

hatten, lassen keine verlässlichen Schlüsse zu, was die Plausibilisierung resp. Wi-

derlegung von Aussagen der Privatklägerin und/oder des Beschuldigten betrifft. 

4.1.4. Gesamtwürdigung

4.1.4.1. Erstellt ist, dass die Privatklägerin im 10. Altersjahr in die Wohngruppe 

D._____ eintrat und sich rasch ein nahes Verhältnis zum dort als Betreuer ange-

stellten Beschuldigten entwickelte. Dies wurde sowohl von der Privatklägerin als 

auch von verschiedenen Zeugen und Auskunftspersonen übereinstimmend aus-

geführt (Urk. D1/3/2 F/A 32 ff., 301; Urk. D1/3/10 F/A 49 f., 99, 387; Urk. D1/4/1 

F/A 12 f.; Urk. D1/4/4 F/A 13 ff.; Urk. D1/4/5 F/A 6 f., 15; Urk. D1/4/6 F/A 13; 

Urk. D1/4/7 F/A 20 f.; Urk. D1/4/8 F/A 19).

4.1.4.2. Im Übrigen ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass sich der Sachverhalt 

gemäss Anklageschrift anhand der erhobenen Beweismittel nicht erstellen lässt. 

Es ist hervorzuheben, dass es sich bei den sexuellen Handlungen zum Nachteil 

der Privatklägerin, die dem Beschuldigten zur Last gelegt werden, um klassische 

Vier-Augen-Delikte handelt. Entscheidend ist damit, ob der Anklagesachverhalt 

insbesondere gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin erstellt werden kann. 

Wie vorstehend im Einzelnen aufgezeigt wurde (Ziff. III./4.1.2.6. ff.), ist die Sach-

darstellung der Privatklägerin als unglaubhaft zu qualifizieren. 

4.1.4.3. Für einen rechtsgenügenden Nachweis des Anklagesachverhalts wären 

detaillierte, originelle, spontane, von Emotionen geprägte, konsistente und wider-

- 31 -

spruchsfreie Aussagen der Privatklägerin notwendig gewesen. Solche Aussagen 

liegen jedoch gerade nicht vor. Es ist zwar zu berücksichtigen, dass die Privatklä-

gerin zum Zeitpunkt ihrer Depositionen erst 13 Jahre alt und in sexuellen Belan-

gen unerfahren war. Entsprechend ist es durchaus nachvollziehbar, dass die 

Schilderungen über das mutmasslich Erlebte für sie schambehaftet waren. Den-

noch wäre zu erwarten gewesen, dass ihre Aussagen zum Kerngeschehen und 

insbesondere zu den angeblichen sexuellen Handlungen, die der Beschuldigte 

immer wieder an ihr vorgenommen haben soll, zumindest teilweise den vorge-

nannten Realkennzeichen entsprechen, mithin eine gewisse Qualität aufweisen. 

4.1.4.4. Wie bereits vorstehend dargelegt wurde, dürfen an die Aussagequalität 

einer minderjährigen Person nicht wesentlich geringere Anforderungen gestellt 

werden als an die Aussagequalität von Erwachsenen. Die Schamhaftigkeit, über 

gewisse mutmassliche Vorfälle berichten zu müssen, kann und muss bei der Wür-

digung der Aussagen von kindlichen oder jugendlichen Verfahrensbeteiligten zwar 

durchaus berücksichtigt werden. Allerdings müssen auch deren Ausführungen zu-

mindest in einem gewissen Mass Detailreichtum, Originalität, innere Konsistenz 

bzw. Widerspruchslosigkeit, Nachvollziehbarkeit und emotionale Verknüpfung 

bzw. Einbettung aufweisen, um als glaubhaft zu gelten. Die von der Aussagepsy-

chologie entwickelten Kriterien, um Schilderungen als tatsächlich erlebnisbasiert 

qualifizieren zu können, dürfen bei minderjährigen Verfahrensbeteiligten nicht zu-

lasten der beschuldigten Person aufgeweicht werden.

4.1.4.5. Ausgehend von diesen Schlussfolgerungen rechtfertigt es sich vorliegend 

nicht, aufgrund des noch jugendlichen Alters der Privatklägerin zum Zeitpunkt ih-

rer Depositionen zulasten des Beschuldigten über die fehlenden bzw. ungenügen-

den Realkennzeichen hinwegzusehen und Abstriche bei der Qualität der Aussa-

gen der Privatklägerin zuzulassen, um den Anklagesachverhalt gestützt darauf zu 

erstellen. 

4.1.4.6. Abgesehen von den (unglaubhaften) Aussagen der Privatklägerin liegen 

keine weiteren Beweismittel vor, die zur Erstellung des bestrittenen Sachverhalts 

herangezogen werden können. Die im Vorverfahren einvernommenen Zeugen 

und Auskunftspersonen konnten keine sachdienlichen Aussagen zu den anklage-

- 32 -

gegenständlichen Taten machen, da sie diese nicht selbst beobachtet hatten und 

auch sonst keine eigenen Wahrnehmungen dazu bekunden konnten. 

4.1.4.7. Im Ergebnis verbleiben ernsthafte und unüberwindbare Zweifel daran, 

dass sich der Sachverhalt tatsächlich so, wie er in der Anklageschrift basierend 

auf den Schilderungen der Privatklägerin beschrieben wird, verwirklicht hat. In Be-

stätigung des vorinstanzlichen Urteils ist der Beschuldigte daher in Anwendung 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" (Art. 10 Abs. 3 StPO) vom Vorwurf der mehr-

fachen sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB frei-

zusprechen.

4.1.4.8. In diesem Punkt vertritt eine Minderheit des Gerichts eine gegenteilige 

Meinung. Der Minderheitsantrag liegt diesem Urteil bei (Urk. 77; Prot. II S. 38, 41).

4.2. Vorwurf der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie

Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, anerkannte der Beschuldigte den ihm unter 

dem Anklagevorwurf der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie zur Last gelegten 

Sachverhalt sowohl in objektiver als auch in subjektiver Hinsicht (Urk. D1/2/7 

F/A 21-26). Sein Geständnis deckt sich mit dem übrigen Beweisergebnis. Der 

Sachverhalt ist damit anklagegemäss erstellt und kann der rechtlichen Würdigung 

zugrunde gelegt werden. 

IV. Rechtliche Würdigung

1. Vorbemerkungen

1.1. Soweit der Anklagesachverhalt erstellt werden kann, beantragt die Staats-

anwaltschaft, der Beschuldigte sei der mehrfachen Anstiftung zur Pornografie im 

Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen (Urk. 52 S. 5; Urk. 68 S. 1). Der Beschuldigte beantragt dagegen die 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und damit einen Freispruch von diesem 

Vorwurf (Urk. 71 S. 1). 

- 33 -

1.2. Der Schuldspruch des Beschuldigten wegen mehrfacher Pornografie im 

Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ist – wie ein-

gangs dargelegt wurde (Ziff. II./1.4.) – bereits in Rechtskraft erwachsen und im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung daher nicht mehr zu prüfen.

1.3. Strafbarkeit setzt voraus, dass sich der Beschuldigte tatbestandsmässig 

verhalten hat, die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens nicht durch Rechtfertigungs-

gründe beseitigt wird und er schuldhaft gehandelt hat. Tatbestandsmässig verhal-

ten hat sich der Beschuldigte dann, wenn sowohl der objektive als auch der sub-

jektive Tatbestand einer strafrechtlichen Norm erfüllt ist.

2. Mehrfache Anstiftung zur Pornografie

2.1. Grundlagen

2.1.1. Wer pornografische Schriften, Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, an-

dere Gegenstände solche Art oder pornografische Vorführungen, die tatsächliche 

sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, herstellt, einführt, la-

gert, in Verkehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, zeigt, überlässt, zugänglich 

macht, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder be-

sitzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 197 

Abs. 4 StGB).

2.1.2. Es steht ausser Frage, dass es sich bei den Fotos, welche die nicht näher 

bekannten Chatpartner des Beschuldigten "J._____" und "K._____" jeweils von 

ihren nackten Penissen erstellten und dem Beschuldigten über die Applikation 

KIK-Messenger zukommen liessen, um kinderpornografische Erzeugnisse im 

Sinne von Art. 197 Abs. 1 und 4 StGB handelt. 

2.1.3. Zu prüfen bleibt einzig, ob der Beschuldigte seine beiden Chatpartner durch 

sein Verhalten in strafbarer Weise dazu anstiftete, kinderpornografische Erzeug-

nisse herzustellen und ihm über den genannten Messenger-Dienst zugänglich zu 

machen. 

2.1.4. Anstifter ist gemäss Art. 24 Abs. 1 StGB, wer jemanden vorsätzlich zu dem 

von diesem verübten Verbrechen oder Vergehen bestimmt hat. Durch die Anstif-

- 34 -

tung wird in einem andern der Entschluss zu einer bestimmten Tat hervorgerufen. 

Als objektives Anstiftungsmittel kommt grundsätzlich jedes motivierende Verhal-

ten des Anstifters in Frage. Das Hervorrufen des Tatentschlusses beim Haupttäter 

kann dabei durch Überreden, konkludente Aufforderung, Bitten usw. erfolgen. Die 

Überwindung eines erheblichen Widerstandes ist nicht erforderlich. Zwischen dem 

motivierenden Verhalten des Anstifters und dem Tatentschluss des Haupttäters 

muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Angestiftet werden kann auch je-

mand, der allgemein zur Begehung gewisser Delikte bereit ist. Anstiftung fällt da-

gegen ausser Betracht, wenn der andere zu einer bestimmten Tat bereits ent-

schlossen ist (FORSTER, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Straf-

recht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 12 ff. zu Art. 24 StGB; DONATSCH, in: Donatsch 

[Hrsg.], Orell Füssli-Kommentar StGB, 21. Auflage, Zürich 2022, N 17 ff. zu 

Art. 24 StGB; je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 IV 122 E. 2b/aa; BGE 128 IV 

11 E. 2a; je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 6B_828/2015 vom 5. No-

vember 2015 E. 2.1). Im Übrigen ist auf die korrekten theoretischen Ausführungen 

der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 50 S. 73).

2.1.5. Subjektiv muss der Anstifter wenigstens mit Eventualvorsatz handeln, in der 

von ihm angegangen Person den Entschluss zur Verübung einer strafbaren 

Handlung hervorzurufen. Sodann ist erforderlich, dass sich der Anstifter alle ob-

jektiven und subjektiven Merkmale der von ihm angeregten Straftat vorstellt und 

will, dass der Angestiftete den betreffenden Tatbestand auch verwirklicht (FORS-

TER, a.a.O., N 3 zu Art. 24 StGB; DONATSCH, a.a.O., N 25 f. zu Art. 24 StGB; je mit 

Hinweisen; vgl. auch BGE 127 IV 122 E. 4a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_828/2015 vom 5. November 2015 E. 2.1; je mit Hinweisen).

2.2. Würdigung

2.2.1. Die Staatsanwaltschaft sieht eine Anstiftung zunächst darin als gegeben, 

dass der Beschuldigte über die Applikation KIK-Messenger mit dem nicht näher 

bekannten Nutzer "J._____", welcher ihm gegenüber angegeben hatte, 16 Jahre 

alt zu sein, gechattet habe und diesen am 26. Februar 2017 aufgefordert habe, 

ihm etwas zu zeigen, worauf dieser ihm ein Bild seines nackten Penis geschickt 

habe. Dies habe der Beschuldigte kommentiert, worauf sein Chatpartner ihm ein 

- 35 -

weiteres Bild seines nackten Penis geschickt habe (Urk. 18 S. 5 f.). Die Vorin-

stanz verneinte das Vorliegen einer Anstiftung mit der Begründung, dass der un-

bekannte Nutzer bereits dazu entschlossen gewesen sei, dem Beschuldigten ein 

pornografisches Foto zu schicken, indem er dies bereits in Aussicht gestellt habe, 

bevor der Beschuldigte überhaupt danach gefragt habe. Wer lediglich eine Situa-

tion schaffe, in der sich ein anderer voraussichtlich zur Verübung einer Straftat 

entschliessen werde, sei nicht Anstifter (Urk. 50 S. 74 f.).

2.2.2. Diese Beurteilung trifft zu. Aus dem mittels Telefonauswertung sicherge-

stellten Chat zwischen dem Beschuldigten und dem nicht näher bekannten Nutzer 

"J._____" ergibt sich, dass Letzterer am 9. Februar 2017 zunächst den Beschul-

digten fragte, ob dieser ein Bild seines Penis habe. Der Beschuldigte antwortete, 

dass er ein Foto machen werde, im Gegenzug aber auch eines vom Penis des 

Nutzers "J._____" wolle. Dieser stellte in Aussicht: "und na klar send ich sir denn 

au eis" (Urk. 1/7; Chat 5 S. 3). Nachdem der Beschuldigte dem unbekannten Nut-

zer ein Bild seines Penis geschickt hatte, kommentierte dieser: "nöd schlecht! ich 

send der nachher". Der Beschuldigte fragte nach, wann sein Chatpartner ihm ein 

Bild seines Penis schicken werde. Nachdem der Nutzer "J._____" darauf nicht 

antwortete (Urk. 1/7; Chat 5 S. 4), fragte der Beschuldigte am 26. Februar 2017 

nochmals explizit nach, ob dieser ihm (dem Beschuldigten) auch etwas zeige, 

woraufhin der unbekannte Nutzer dem Beschuldigten ebenfalls ein Bild seines 

entblössten Penis schickte (Urk. 1/7; Chat 5 S. 5). Nachdem der Beschuldigte die-

ses Bild mit: "Grad spitz sie ab dim schwanz" kommentierte, erhielt er vom unbe-

kannten Nutzer "J._____" ein weiteres Bild seines nackten Penis (Urk. 1/7; Chat 5 

S. 6).

2.2.3. Mit der Vorinstanz kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Be-

schuldigte, indem er dem nicht näher bekannten Nutzer "J._____" am 9. Februar 

2017 in Aussicht stellte, ihm ein Bild seines nackten Penis zu schicken, falls die-

ser ihm im Gegenzug ebenfalls ein Bild von seinem Penis zukommen lasse, bei 

diesem einen entsprechenden Tatentschluss hervorrief. Der vorstehende Chat-

verlauf weist vielmehr darauf hin, dass beim besagten Nutzer bereits eine ge-

wisse Bereitschaft bestand, ein Foto seines nackten Penis zu erstellen und dieses 

- 36 -

dem Beschuldigten über den KIK-Messenger zugänglich zu machen. Dafür spricht 

insbesondere, dass es der nicht näher bekannte Nutzer "J._____" war, der den 

Beschuldigten am 9. Februar 2017 zuerst aufforderte, ein Foto seines Penis zu 

senden. Es liegt nahe, dass der Chatpartner bereits damit rechnete, dass der Be-

schuldigte im Gegenzug um ein Foto seines Geschlechtsteils bitten würde, und er 

auch bereit war, ein solches zu erstellen und zu verschicken, antwortete er doch 

auf die Nachricht des Beschuldigten: "Ich machder eis wett aber au eis vo dim" 

sogleich mit: "na klar send ich sir denn au eis" (Urk. 1/7; Chat 5 S. 3). Gestützt auf 

den Chatverlauf ist nicht nachgewiesen, dass der Nutzer "J._____" allein auf-

grund des angeklagten Verhaltens des Beschuldigten dazu motiviert wurde bzw. 

den Entschluss fasste, ein Foto seines nackten Penis zu erstellen und dieses dem 

Beschuldigten über den KIK-Messenger zu schicken. Insofern fehlt es am Kausal-

zusammenhang zwischen dem (vermeintlich) motivierenden Verhalten des Be-

schuldigten und dem Tatentschluss des vorgenannten Nutzers.

2.2.4. Auch der vom Beschuldigten angebrachte Kommentar: "Grad spitz sie ab 

dim schwanz" in Reaktion auf den Erhalt eines Bildes vom nackten Penis des Nut-

zers "J._____" stellt keine Anstiftung für das Erstellen und Verschicken von weite-

ren solchen Bildern dar. Aufgrund des vorangehenden Austauschs von solchen 

Bildern zwischen dem Beschuldigten und dem Nutzer "J._____" lag bereits eine 

Situation vor, in welcher Letzterer bereit bzw. entschlossen war, solche Bilder 

über die Applikation KIK-Messenger auszutauschen. Der vorgenannte Kommen-

tar des Beschuldigten vom 26. Februar 2017 qualifiziert somit ebenfalls nicht als 

motivierendes Verhalten, welches beim unbekannten Nutzer "J._____" überhaupt 

erst einen Tatentschluss hervorrief.

2.2.5. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten weiter vor, er habe den 

nicht näher bekannten Nutzer "K._____", welcher ihm gegenüber angegeben 

hatte, 15 Jahre alt zu sein, am 8. Dezember 2018 aufgefordert, seinen "Schwanz" 

zu zeigen. Sodann habe er seinen Chatpartner am 27. Dezember 2018, nachdem 

dieser ihm geschrieben hatte, dass er am "wixen" sei, gefragt: "Hesch en stän-

der?". Als der unbekannte Nutzer sodann gefragt habe, ob er auch einen wolle, 

und der Beschuldigte dies bejaht habe, habe der unbekannte Nutzer dem Be-

- 37 -

schuldigten ein Bild seines nackten Penis geschickt (Urk. 18 S. 6 f.). Die Vorin-

stanz verneinte das Vorliegen einer Anstiftung. Zur Begründung führte sie aus, 

dass es zwar zutreffe, dass der Beschuldigte am 8. Dezember 2018 den unbe-

kannten Nutzer "K._____" aufgefordert habe, ihm (dem Beschuldigten) seinen Pe-

nis zu zeigen. Allerdings sei das Foto, welches der unbekannte Nutzer dem Be-

schuldigten am 27. Dezember 2018, mithin 19 Tage später, zugeschickt habe, 

klarerweise nicht direkte Folge der am 8. Dezember 2018 erfolgten Aufforderung 

(Urk. 50 S. 76 f.).

2.2.6. Auch dieser Einschätzung ist zu folgen. Der Beschuldigte forderte den un-

bekannten Nutzer "K._____" am 8. Dezember 2018 zwar auf, ihm seinen Penis zu 

zeigen. Dieser Aufforderung kam der Nutzer indessen nicht nach bzw. er rea-

gierte gar nicht mehr auf die entsprechende Nachricht des Beschuldigten 

(Urk. 1/7; Chat 1 S. 3). Nach dem Austausch weiterer (unverfänglicher) Nachrich-

ten am 14. und 15. Dezember 2018 (Urk. 1/7; Chat 1 S. 3  f.) hatten der Beschul-

digte und der Nutzer "K._____" am 27. Dezember 2018 wieder Kontakt miteinan-

der. Erst im Zuge dieser Kommunikation schickte der Chatpartner dem Beschul-

digten ein Bild seines nackten Penis (Urk. 1/7; Chat 1 S. 7). Hierzu war er jedoch 

vom Beschuldigten nicht (nochmals) aufgefordert worden. Dass der Beschuldigte 

auf die anzüglichen Chatnachrichten bzw. Fragen des Nutzers "K._____" mit In-

teresse reagierte, stellt noch keine tatbestandsmässige Handlung im Sinne von 

Art. 24 Abs. 1 StGB dar (Urk. 1/7; Chat 1 S. 6 f.). Die vom Beschuldigten ver-

schickten Nachrichten lassen nicht darauf schliessen, dass er den vorgenannten 

Nutzer erst dazu motivierte bzw. bei diesem den Entschluss hervorrief, ein Foto 

seines nackten Penis zu erstellen und dieses dem Beschuldigten über den KIK-

Messenger zugänglich zu machen. Der Chatverlauf vom 27. Dezember 2018 im 

Vorfeld des Bildversands weist vielmehr darauf hin, dass beim besagten Nutzer 

bereits eine gewisse Bereitschaft hierzu bestand. 

2.2.7. Die Vorinstanz ist sodann zu Recht davon ausgegangen, dass die Nach-

richt des Beschuldigten vom 8. Dezember 2018: "Zeig mal din schwanz" nicht 

kausal dafür war, dass sich der Nutzer am 27. Dezember 2018, d.h. 19 Tage spä-

ter, dazu entschloss, dem Beschuldigten tatsächlich ein Foto seines entblössten 

- 38 -

Geschlechtsteils zukommen zu lassen. Für die gegenteilige Annahme besteht ge-

rade vor dem Hintergrund der Unmittelbarkeit der Kommunikation via Instant-Mes-

saging-Diensten wie KIK-Messenger kein Anlass. Zudem kam die Aufforderung 

des Beschuldigten vom 8. Dezember 2018 in seiner weiteren Kommunikation mit 

dem Nutzer "K._____" am 14., 15. und 27. Dezember 2018 nicht mehr zur Spra-

che. 

3. Fazit

Der Beschuldigte ist somit vom Vorwurf der mehrfachen Anstiftung zur Pornogra-

fie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB in Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 StGB frei-

zusprechen.

V. Strafzumessung

1. Vorbemerkungen

1.1. Die Vorinstanz fällte für die mehrfache Pornografie im Sinne von Art. 197 

Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB eine Geldstrafe von 50 Tagessät-

zen zu Fr. 90.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 28. September 2022 aus (Urk. 50 S. 86 und S. 91).

1.2. Demgegenüber verlangt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung – aus-

gehend von einem anklagegemässen Schuldspruch auch wegen mehrfacher se-

xueller Handlungen mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB und mehrfa-

cher Anstiftung zur Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 StGB in Verbindung 

mit Art. 24 Abs. 1 StGB – die Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheits-

strafe von 4.5 Jahren (Urk. 52 S. 6; Urk. 68 S. 1).

1.3. Der Beschuldigte beantragt die Bestätigung der von der Vorinstanz ausge-

fällten Strafe (Urk. 71 S. 1).

- 39 -

2. Strafrahmen / Grundlagen der Strafzumessung

2.1. Die Vorinstanz hat den massgeblichen Strafrahmen für die mehrfache Por-

nografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB kor-

rekt mit drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe abgesteckt 

(Urk. 50 S. 78). Es liegen keine aussergewöhnlichen Umstände im Sinne der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung vor, die ein Verlassen dieses Strafrahmens als 

angezeigt erscheinen liessen (BGE 136 IV 55 E. 5.8; Urteil des Bundesgerichts 

6B_196/2021 vom 25. April 2022 E. 5.4.3).  Die tat- und täterangemessene Strafe 

für die mehrfache Pornografie ist deshalb innerhalb des ordentlichen Strafrah-

mens festzusetzen.

2.2. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Dar-

über hinaus berücksichtigt es das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Die 

rechtlichen Grundlagen zur Strafzumessung mit der Unterscheidung zwischen 

Tat- und Täterkomponente wurden im vorinstanzlichen Urteil zutreffend dargelegt 

(Urk. 50 S. 79-81), worauf vollumfänglich verwiesen werden kann. Im Übrigen hat 

das Bundesgericht die Grundsätze der Strafzumessung wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). 

2. Konkrete Strafzumessung

2.1. Tatkomponente

2.1.1. Mit Bezug auf die Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB ist bei der 

objektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte am 17. Juni 

2018 einem letztlich unbekannten Minderjährigen pornografisches Material, kon-

kret zwei Fotos seines entblössten Penis, via die Applikation KIK-Messenger zu-

schickte. Der Vorinstanz ist insofern zuzustimmen, dass der Beschuldigte den 

Austausch mit dem minderjährigen Nutzer "L._____" über den Messenger-Dienst 

und das Zusenden der pornografischen Bilder nicht zum Vornherein geplant hatte, 

sondern sein Entschluss zu dieser Tat vielmehr aus der konkreten Situation her-

aus entstand (Urk. 50 S. 82). In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, 

dass der minderjährige Chatpartner den Beschuldigten mehrmals aufforderte, ihm 

- 40 -

Fotos zu schicken (Urk. 1/7, Chat 3 S. 10: "Hesch no meh pics"; Chat 3 S. 13: 

"Wenn schicksch mir no es pic?"), wobei er jedoch unspezifisch blieb und nicht 

ausdrücklich nach Fotos vom Geschlechtsteil des Beschuldigten fragte. Verschul-

densmindernd fällt ins Gewicht, dass der letztlich unbekannte Nutzer des KIK-

Messengers dem Beschuldigten gegenüber angab, er werde in zwei Wochen 14 

Jahre alt, womit er nicht wesentlich unter die Altersgrenze gemäss Art. 197 Abs. 1 

StGB fiel. Verschuldenserhöhend ist dagegen zu gewichten, dass der Beschul-

digte gegenüber dem Nutzer "L._____" ein falsches, deutlich jüngeres Alter vor-

gab (konkret 15 Jahre), womit er mutmasslich dessen Bereitschaft fördern wollte, 

ihm ebenfalls pornografische Bilder zuzuschicken. Durch seine Vorgehensweise 

offenbarte er eine gewisse Abgeklärtheit und Skrupellosigkeit. 

2.1.2. Mit Bezug auf die Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ist 

bei der objektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte am 

26. Februar 2017, am 17. Juni 2018 und am 27. Dezember 2018, d.h. bei insge-

samt drei Gelegenheiten innerhalb eines längeren Deliktszeitraums von knapp 

zwei Jahren, Minderjährigenpornografie konsumierte, die ihm zuvor mittels KIK-

Messenger von letztlich unbekannten Chatpartner zugänglich gemacht worden 

war. Bei den pornografischen Erzeugnissen handelte es sich jeweils um Fotos 

von entblössten Penissen, welche keine Identifikation oder Rückschlüsse auf die 

betroffenen Personen zulassen. Verschuldensmindernd ist weiter zu gewichten, 

dass keine sexuelle Handlungen dargestellt werden. Aufgrund des jeweiligen 

Chatverlaufs zwischen dem Beschuldigten und den unbekannten Nutzern, die ihm 

diese Fotos zuschickten, ist davon auszugehen, dass darauf die Geschlechtsteile 

der Chatpartner des Beschuldigten abgebildet sind und die Erstellung dieser Fo-

tos auf freiwilliger Basis erfolgte. 

2.1.3. Die objektive Tatschwere wiegt nach dem Erwogenen gerade noch leicht.

2.1.4. In subjektiver Hinsicht ist mit Bezug auf sämtliche Taten im Sinne von 

Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB festzuhalten, dass der Be-

schuldigte mit direktem Vorsatz und aus egoistischen Motiven handelte. Konkret 

ging es ihm um seine sexuelle Erregung. Die subjektive Tatschwere führt somit zu 

keiner Relativierung der objektiven Tatschwere.

- 41 -

2.1.5. Das Verschulden ist nach dem Erwogenen als gerade noch leicht zu qualifi-

zieren. Dafür erscheint eine Strafe von 180 Einheiten angemessen. 

2.2. Täterkomponente

2.2.1. Zur Biografie und den persönlichen Verhältnisse des aktuell 30-jährigen Be-

schuldigten kann einleitend auf die ausführlichen und zutreffenden Erwägungen 

im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 50 S. 83 f.). Anlässlich der Be-

rufungsverhandlung aktualisierte der Beschuldigte, dass er rund zwei Wochen 

nach Durchführung der Hauptverhandlung aufgrund der Vorwürfe der Pornografie, 

die ihm gegenüber erhoben worden waren, als auszubildender Sozialpädagoge 

im Heim D._____ entlassen worden sei. In der Folge habe er sich zunächst wie-

der fangen müssen und habe während einiger Monate Gelegenheitsjobs über-

nommen, auf die er über die Vermittlungsplattform Coople Schweiz gestossen sei 

und ihn jeweils angesprochen hätten, insbesondere im Service. Seit einiger Zeit 

arbeite er nun im Restaurant M._____ in N._____. Nachdem er auch dort zu-

nächst im Service tätig gewesen sei, habe sich per April 2023 eine Festanstellung 

für die Betreuung der Rezeption und die Planung von Events ergeben. Er sei 

nach wie vor ledig, habe keine Partnerin und auch keine Kinder (Prot. II S. 9 ff.). 

Aus dem Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten er-

geben sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

2.2.2. Bei Verübung der Taten im Sinne der mehrfachen Pornografie nach 

Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB hatte der Beschuldigte 

keine Vorstrafen erwirkt (Urk. 67). Auch dies wirkt sich strafzumessungsneutral 

aus.

2.2.3. Mit Bezug auf das Nachtatverhalten kann zunächst auf die Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 50 S. 85). Diese hält zurecht fest, dass der 

Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung hinsichtlich des Vorwurfs der mehrfa-

chen Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB nicht geständig war und bestritt, sich entsprechend strafbar gemacht zu ha-

ben. Nachdem ihm die Ergebnisse der Durchsuchung seines Mobiltelefons vorge-

halten worden waren, zeigte sich der Beschuldigte noch immer zurückhaltend und 

- 42 -

schob die Tathandlungen zunächst auf seinen damaligen Kokain- und Alkohol-

konsum. Er brachte ausserdem vor, er habe sich nicht daran erinnern können, die 

nachgewiesenen Chats geführt und pornografische Bilder gesandt bzw. zum Kon-

sum zugeschickt erhalten zu haben. Schliesslich anerkannte er in der Schlussein-

vernahme aber doch die ihm zur Last gelegten Vorfälle. Entgegen den Erwägun-

gen der Vorinstanz kann ein solches Nachtatverhalten indessen nicht strafmil-

dernd berücksichtigt werden. Das Geständnis des Beschuldigten erfolgte erst, als 

die Untersuchung hinsichtlich des Vorwurfs der mehrfachen Pornografie bereits 

abgeschlossen war und ihm sein strafbares Verhalten nachgewiesen werden 

konnte. Insofern trug es nicht wesentlich zur Vereinfachung des Strafverfahrens 

bei.

2.2.4. Im Ergebnis führt die Täterkomponente weder zu einer Erhöhung noch zu 

einer Reduktion der vorstehend festgesetzten Strafe von 180 Einheiten. 

2.3. Sanktionsart

2.3.1. Bei diesem Strafmass fällt die Ausfällung sowohl einer Freiheits- als auch 

einer Geldstrafe in Betracht (Art. 34 Abs. 1 StGB; Art. 40 Abs. 1 StGB). Bei der 

Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer be-

stimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld so-

wie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3.2; BGE 144 

IV 313 E. 1.1.1; BGE 134 IV 82 E. 4.1; BGE 134 IV 97 E. 4.2; je mit Hinweisen). 

Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll gemäss konstanter bundesge-

richtlicher Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden und hinsicht-

lich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt 

werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 

bzw. die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; BGE 138 IV 120 

E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.2; je mit 

Hinweisen). Der Gesetzgeber hat für den Bereich der leichteren und mittleren Kri-

minalität die Geldstrafe als die der Freiheitsstrafe vorgehende Regelsanktion vor-

gesehen (BGE 134 IV 82 E. 4.1). Gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. b StGB kann das Ge-

richt einzig dann auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine Geldstrafe voraus-

sichtlich nicht vollzogen werden kann. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer 

- 43 -

Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen ist gemäss Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB 

zudem zulässig, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von der Be-

gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Das Bundesgericht be-

kräftigt auch in seiner neueren Rechtsprechung den Vorrang der Geldstrafe ge-

genüber der Freiheitsstrafe im Strafbereich bis 180 Tagessätzen bzw. sechs Mo-

naten (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; BGE 144 IV 217 E. 3.3.3; Urteil des Bundesge-

richts 6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.1 f. und E. 1.3.7; je mit Hinwei-

sen).

2.3.2. Mit der Vorinstanz sind keine Gründe ersichtlich, die es als notwendig er-

scheinen lassen würden, von der Geldstrafe als Regelsanktion abzusehen und für 

die mehrfache Pornografie eine Freiheitsstrafe zu verhängen. Der Beschuldigte 

wurde zwar nach Verübung der vorliegend zu beurteilenden Taten mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 28. September 2022 wegen Fahrens 

eines Motorfahrzeugs in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Alkoholkonzen-

tration zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu Fr. 90.– verurteilt 

(Urk. 67). Diese Verurteilung ist jedoch mit Bezug auf die Straftaten, für welche 

der Beschuldigte im Rahmen dieses Strafverfahrens schuldig gesprochen wurde, 

nicht einschlägig. Seit Ausfällung des genannten Strafbefehls sind inzwischen 

rund anderthalb Jahre vergangen, während welcher Zeit sich der Beschuldigte so-

weit ersichtlich bewährt hat. Die angesetzte Probezeit von zwei Jahren wird er so-

mit aller Voraussicht nach bestehen und die vorgenannte Geldstrafe nicht vollzie-

hen müssen. Unter diesen Umständen erscheint die Ausfällung einer Freiheits-

strafe nicht geboten, um den Beschuldigten von weiterer Delinquenz abzuhalten. 

Angesichts seiner finanziellen Verhältnisse ist auch nicht davon auszugehen, 

dass eine Geldstrafe nicht vollzogen werden könnte. Für die mehrfache Pornogra-

fie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ist der Be-

schuldigte demnach mit einer Geldstrafe zu sanktionieren.

2.4. Ausfällung einer Zusatzstrafe

2.4.1. Mit dem bereits erwähnten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ZürichLim-

mat vom 28. September 2022 wurde der Beschuldigte wegen Fahrens eines Mo-

torfahrzeugs in angetrunkenem Zustand mit qualifizierter Alkoholkonzentration zu 

- 44 -

einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Die Tathandlungen im Sinne der mehrfachen 

Pornografie beging er noch vor dieser Verurteilung. Es ist daher die Ausfällung ei-

ner Zusatzstrafe nach Art. 49 Abs. 2 StGB bei retrospektiver Konkurrenz zu prü-

fen. 

2.4.2. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor 

er wegen einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe 

in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren 

Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Be-

stimmung will im Wesentlichen das in Art. 49 Abs. 1 StGB verankerte Asperati-

onsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der meh-

rere gleichartige Strafen verwirkt hat, soll nach einem einheitlichen Prinzip der 

Strafschärfung beurteilt werden, unabhängig davon, ob die Verfahren getrennt 

durchgeführt werden oder nicht (BGE 142 IV 265 E. 2.3.1; BGE 141 IV 61 

E. 6.1.2; BGE 138 IV 113 E. 3.4.1 mit Hinweis).

2.4.3. Eine Zusatzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB kann nur ausgespro-

chen werden, soweit die Strafen der neu zu beurteilenden Delikte und die Grunds-

trafe gleichartig sind. Die Frage der Gleichartigkeit von Strafen beurteilt sich bei 

der retrospektiven Konkurrenz gleich wie bei der Konkurrenz nach Art. 49 Abs. 1 

StGB (BGE 142 IV 265 E. 2.3.1 f., E. 2.4.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinwei-

sen). 

2.4.4. Die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat sanktionierte das von ihr zu beurtei-

lende Delikt im Strafbefehl vom 28. September 2022 mit einer Geldstrafe. Nach-

dem für die mehrfache Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 

197 Abs. 5 Satz 2 StGB – wie gezeigt – ebenfalls eine Geldstrafe auszufällen ist 

(s. vorstehend, Ziff. V./2.3.2.), sind die Voraussetzungen für die Bildung einer Zu-

satzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB erfüllt. 

2.4.5. Zum konkreten Vorgehen für die Bemessung der Zusatzstrafe ergibt sich 

aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass das Gericht zunächst eine hy-

pothetische Gesamtstrafe aus der rechtskräftigen Grundstrafe (für die abgeurteil-

ten Taten) und der nach seinem freien Ermessen festzusetzenden Einzelstrafen 

- 45 -

für die neuen Taten bildet. Es hat sich zu fragen, welche Strafe es ausgesprochen 

hätte, wenn es sämtliche Delikte gleichzeitig beurteilt hätte. Dabei hat es nach 

den Grundsätzen von Art. 49 Abs. 1 StGB zu verfahren (vgl. BGE 142 IV 265 

E. 2.3.3; BGE 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67; BGE 138 IV 120 E. 5.2; je mit Hinweisen). 

Die Einsatzstrafe bildet die Strafe der (abstrakt) schwersten Straftat sämtlicher 

Delikte (vgl. zum Ganzen Vorgehen im Einzelnen BGE 142 IV 265 E. 2.4.4). 

2.4.6. Da die mehrfache Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StGB und 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat ist, gilt die 

hierfür festgesetzte Strafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe als Einsatzstrafe. 

Diese ist nunmehr in Anwendung des Asperationsprinzips (Art. 49 Abs. 1 StGB) 

um die Grundstrafe angemessen zu erhöhen. Wie bereits erwähnt, fällte die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat mit Strafbefehl vom 28. September 2022 eine 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen aus. Es erscheint angemessen, die Einsatzstrafe 

um 80 Tagessätze Geldstrafe zu erhöhen, woraus eine hypothetische Gesamts-

trafe von 260 Tagessätzen Geldstrafe resultiert. Allerdings sind auch bei der ge-

danklich zu bildenden hypothetischen Gesamtstrafe die Ober- und Untergrenze 

der verschiedenen Strafarten einzuhalten (BGE 142 IV 265 E. 2.4.6). Folglich ist 

die hypothetische Gesamtstrafe auf 180 Tagessätze, d.h. auf das gesetzliche 

Höchstmass der Geldstrafe festzusetzen. Hiervon ist die rechtskräftige Grunds-

trafe von 100 Tagessätzen Geldstrafe wieder abzuziehen, was die Zusatzstrafe 

ergibt.

2.4.7. Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen 

zu sanktionieren, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 28. September 2022.

2.5. Tagessatzhöhe

2.5.1. Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindestens Fr. 30.– und höchstens 

Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Verhält-

nisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf Fr. 10.– gesenkt wer-

den. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich 

- 46 -

nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unter-

stützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB).

2.5.2. Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Nettoeinkommen, das dem 

Täter im Zeitpunkt des Urteils durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz 

gleich, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Zum Einkommen zählen ins-

besondere die Einkünfte aus selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit, 

aber auch privat- und öffentlich-rechtliche Unterhalts- und Unter