# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79bdba0d-f4b5-500b-ac0e-40c29935eb6a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2011 C-1733/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1733-2008_2011-09-08.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­1733/2008

U r t e i l   v om   8 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richterin Ruth Beutler, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

Parteien A._______, 
Beschwerdeführer, 
vertreten durch lic. iur. Ismet Bardakci, Fürsprecher,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein 1974 geborener türkischer Staatsangehöriger, 
heiratete  am  15.  März  2002  in  der  Türkei  eine  im  Kanton  Bern 
niedergelassene Landsfrau. Am 6. Juni 2002 gelangte er  in die Schweiz 
und  erhielt  im  Kanton  Bern  zum  Verbleib  bei  seiner  Ehefrau  eine 
Aufenthaltsbewilligung.  Die  Aufenthaltsbewilligung  wurde 
ordentlicherweise letztmals mit Wirkung bis 18. April 2005 verlängert.

B. 
Die Ehegatten trennten sich 24. November 2004 und am 26. Januar 2009 
wurde die Ehe des Beschwerdeführers geschieden.

C. 
Nachdem  die  zuständige Migrationsbehörde  des  Kantons  Bern  von  der 
per  24.  November  2004  realisierten  Trennung  der  Ehegatten  Kenntnis 
erhalten hatte, teilte sie dem Beschwerdeführer am 14. Juni 2005 mit, sie 
erwäge  seine  Aufenthaltsbewilligung  wegen  weggefallenem 
Aufenthaltszweck  nicht  weiter  zu  verlängern  und  ihn wegzuweisen.  Der 
Beschwerdeführer  wurde  eingeladen,  zu  dieser  Angelegenheit  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs Stellung zu nehmen.

D. 
Der Beschwerdeführer  nahm am 8. August  2005 Stellung  und  ersuchte 
um  Aussetzung  des  Bewilligungsentscheids  bis  zum  Abschluss  eines 
gegen ihn hängigen Strafverfahrens wegen häuslicher Gewalt. Weil er die 
Pläne  seiner  Ehefrau  durchkreuzt  und  sich  geweigert  habe,  nicht 
registrierte  Kinder  seines  Schwagers  als  ihre  gemeinsamen,  vorehelich 
geborenen Kinder registrieren und dann in die Schweiz nachkommen zu 
lassen,  wolle  seine  Ehefrau  die  Scheidung  und  versuche,  seinem 
Aufenthalt in der Schweiz mit falschen Anschuldigungen ein Ende setzen.

E. 
Mit  Blick  auf  seine  ungeklärte  zivil­  und  strafrechtliche  Situation 
verlängerte  die  kantonale  Migrationsbehörde  die  Aufenthaltsbewilligung 
des Beschwerdeführers  in der Folge ausnahmsweise und ohne Präjudiz 
insgesamt  fünf Mal,  letztmals  bis  30.  Juni  2007.  Der  Beschwerdeführer 
wurde  dabei  jeweils  angehalten,  die  Migrationsbehörde  über  aktuelle 
Sachverhaltsentwicklungen  zu  orientieren. Dieser Aufforderung  kam der 
Beschwerdeführer mit Eingaben vom 14. November 2005, 25. März 2006, 
17. Juli 2006 und 4. Dezember 2006 nach.

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F. 
Als nach zwei Jahren ausserordentlicher Bewilligungsverlängerungen die 
straf­  und  zivilrechtliche  Situation  des  Beschwerdeführers  immer  noch 
einer  definitiven  Klärung  harrte,  gelangte  die  kantonale 
Migrationsbehörde  am  13.  Juni  2007  an  den  Beschwerdeführer  und 
unterbreitete  ihm  im Hinblick  auf  den  anstehenden Entscheid  über  eine 
erneute  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  eine  Reihe  von 
Fragen zum Stand der verschiedenen, in seiner Angelegenheit hängigen 
Verfahren,  zu  seinen  Verhältnissen  in  der  Schweiz  und  in  der  Türkei 
sowie zu allfälligen Reisen in die Heimat während der letzten Jahre.

G. 
Am  28.  Juli  2007  erteilte  der  Beschwerdeführer  die  geforderten 
Auskünfte.  Unter  anderem  orientierte  er  darüber,  dass  in  seiner  Sache 
zur  Zeit  ein  Scheidungsverfahren  und  zwei  Strafverfahren  anhängig 
seien. Das erste Strafverfahren sei gegen  ihn gerichtet und betreffe den 
aus  der  Luft  gegriffenen  Vorwurf  häuslicher  Gewalt.  Das  zweite 
Strafverfahren  habe  er  gegen  seine  Ehefrau  wegen  falscher 
Anschuldigung  und  Urkundenfälschung  angestrengt.  Des  Weiteren 
äusserte  sich  der  Beschwerdeführer  ausführlich  zu  seinen 
Zukunftsplänen, seiner familiären und beruflichen Situation in der Türkei, 
sowie zu den Gründen, die aus seiner Sicht für einen weiteren Verbleib in 
der  Schweiz  sprächen.  In  diesem  Zusammenhang  wies  er  darauf  hin, 
dass er einer Erwerbstätigkeit als Bodenleger nachgehe, zur Zeit  jedoch 
wegen eines Unfalls arbeitsunfähig sei.

H. 
Am  16.  August  2007  leitete  die  kantonale  Migrationsbehörde  die 
Bewilligungssache  mit  dem  Antrag  auf  Zustimmung  an  die  Vorinstanz 
weiter.

I. 
Die Vorinstanz gelangte am 9. November 2007 an den Beschwerdeführer 
und gewährte ihm das rechtliche Gehör zur erwogenen Verweigerung der 
Zustimmung und Wegweisung aus der Schweiz.

J. 
Mit  Schreiben  vom  31.  Dezember  2007  machte  der  Beschwerdeführer 
von  der  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  Gebrauch  und  ersuchte  um 
Erteilung der Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.

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Der  Beschwerdeführer  hob  hervor,  dass  er  nur  deshalb  Gefahr  laufe, 
seine Aufenthaltsbewilligung zu verlieren, weil er sich  für die Beachtung 
der  schweizerischen  Rechtsordnung  entschieden  und  sich  geweigert 
habe,  an  den  betrügerischen  Machenschaften  seiner  Ehefrau  im 
Zusammenhang mit dem angestrebten Nachzug der Kinder ihres Bruders 
mitzuwirken.  Der  Beschwerdeführer  berief  sich  in  diesem 
Zusammenhang  auf  die  Weisungen  des  BFM,  wonach  beim 
ermessensgelenkten  Entscheid  über  die  Verlängerung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  die  Umstände  zu  berücksichtigen  seien,  die  zur 
Auflösung  der  Ehe  oder  der  ehelichen  Gemeinschaft  geführt  hätten. 
Stehe  fest,  dass  der  im  Familiennachzug  zugelassenen  Person, 
namentlich  wenn  sie  misshandelt  worden  sei,  eine  Fortführung  der 
ehelichen Beziehung nicht  länger  zugemutet werden könne,  so  sei  dies 
beim  Entscheid  besonders  in  Rechnung  zu  stellen.  Härtefälle  seien  zu 
vermeiden.  Eine  solche  Konstellation  sei  in  seinem  Fall  gegeben.  Des 
Weiteren ging der Beschwerdeführer  auf  seine gelungene  Integration  in 
der  Schweiz  ein  sowie  auf  den  Umstand,  dass  er  nach  einem 
Arbeitsunfall  mehrere  Male  am  Knie  operiert  worden  sei  und  nach 
Einschätzung  der  SUVA  nicht  mehr  auf  dem  Bau,  seinem  bisherigen 
Tätigkeitsgebiet,  werde  arbeiten  können.  Die  Schwierigkeiten  einer 
berufliche  Neuorientierung  in  der  Türkei  müssten  im  Rahmen  des 
Verlängerungsentscheids berücksichtigt werden.

K. 
Mit  Verfügung  vom  8.  Februar  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  ihre 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und wies  den 
Beschwerdeführer  unter  Ansetzung  einer  Ausreisefrist  aus  der  Schweiz 
weg. 

Zur  Begründung  führte  sie  aus,  es  sei  dem  Beschwerdeführer  zwar 
zugute  zu  halten,  dass  er  sich  für  die  Schweizer  Rechtsordnung  und 
gegen  eine  Mitwirkung  an  den  Machenschaften  seiner  Ehefrau 
entschieden  habe.  Daraus  könne  jedoch  nicht  abgeleitet  werden,  ein 
Verlust  des  Aufenthaltsrechts  in  der  Schweiz  wäre  für  ihn  mit  einer 
besonderen  Härte  verbunden.  Zu  Unrecht  berufe  sich  der 
Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  auf  die  Weisungen  des 
BFM.  Die  von  ihm  zitierten  Textpassagen  bezögen  sich  auf  Opfer 
ehelicher  Gewalt  und/oder  des  Menschenhandels,  nicht  jedoch  auf 
Personen  in  einer  Konstellation  wie  der  seinigen.  In  Anbetracht  der 
Tatsache,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  erst  seit  5½  Jahren  in  der 
Schweiz aufhalte, die eheliche Gemeinschaft nur 2 Jahre und 8 Monate 

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gelebt  worden  und  kinderlos  geblieben  sei  und  Anhaltspunkte  für  eine 
besonders  enge  Beziehung  zur  Schweiz  fehlten,  sei  es  ihm  unter  dem 
Aspekt  der  Verhältnismässigkeit  durchaus  zumutbar,  seinen 
Lebensmittelpunkt wieder  in die Türkei zu verlegen, wo er die ersten 28 
Jahre seines Lebens verbracht habe. Sollte er wegen Kniebeschwerden 
seiner  bisherigen  Tätigkeit  nicht mehr  nachgehen  können,  so  könne  er 
sich auch in der Türkei beruflich umorientieren.

L. 
Gegen  die  vorgenannte  Verfügung  erhob  der  Beschwerdeführer  am 
13. März  2008  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem 
Antrag, der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei die Zustimmung 
zu  erteilen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der 
Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Zur  Begründung  geht  der  Beschwerdeführer  auf  die  Umstände  des 
Scheiterns  seiner Ehe ein,  die  entgegen der Auffassung der Vorinstanz 
beim  Entscheid  über  die  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung 
besonders  gewichtet  werden  müssten,  und  orientiert  in  diesem 
Zusammenhang  über  die  am  21.  August  2007  erfolgte  definitive 
Einstellung  des  gegen  ihn  geführten  Strafverfahrens  wegen  häuslicher 
Gewalt.  Der  Beschwerdeführer  fährt  fort,  dass  weder  Gesetz  noch 
Weisungen eine besondere Härte für den Fall verlangen würden, müsste 
er  die  Schweiz  verlassen.  In  diesem  Sinne  würden 
Aufenthaltsbewilligungen  von  Opfern  ehelicher  Gewalt  immer  und 
ungeachtet der Frage verlängert, ob die Rückkehr in ihre Heimat mit einer 
besonderen  Härte  verbunden  wäre.  Weshalb  es  sich  bei  ihm  anders 
verhalten  sollte,  sei  nicht  einzusehen.  Hinzu  trete,  dass  in  seinem  Fall 
eine  besondere  Härte  gerade  gegeben  sei.  Er  sei  nämlich  am 
25. November 2005 am Arbeitsplatz verunfallt und habe sich schwer am 
rechten  Knie  verletzt.  In  der  Folge  habe  er  sich mehreren Operationen 
unterziehen  müssen  und  sei  bis  heute  zu  100  %  arbeitsunfähig. 
Demnächst  sei  eine  weitere  Operation  fällig.  Obwohl  die  medizinische 
Behandlung  sowie  die  Abklärungen  der  SUVA  und  der  IV­Stelle  Bern 
noch  nicht  abgeschlossen  seien,  stehe  bereits  heute  fest,  dass  er  auf 
dem Bau – seinem bisherigen Tätigkeitsbereich sowohl in der Türkei wie 
auch hier in der Schweiz – nicht mehr werde arbeiten können. Erst nach 
Abschluss der Untersuchungen werde sich weisen, ob eine beschränkte 
Arbeitsfähigkeit  für  einfache  Arbeiten  noch  möglich  oder  ob  ein 
Berufswechsel  mit  Umschulung  nötig  sein  werde.  Hinzu  trete,  dass  er, 
der  Beschwerdeführer,  seit  längerer  Zeit  in  psychiatrischer  Behandlung 

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stehe.  Sollte  er  in  seine  Heimatstadt  Gaziantep  zurückkehren  müssen, 
werde  er  mit  seiner  Behinderung  kaum  eine  Anstellung  finden  und  für 
seinen Lebensunterhalt aufkommen können. Zwar  lebten seine Eltern  in 
Gaziantep. Die Beiden seien jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht 
erwerbstätig und auf seine finanzielle Unterstützung angewiesen. 

M. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  März  2008  lehnte  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Bewilligung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege mangels notwendiger Belege ab.

N. 
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3. Juni 2008 die 
Abweisung der Beschwerde. 

Sie weist  zur Begründung darauf hin,  dass nach  ihren Erkenntnissen  in 
der Türkei grundsätzlich alle Krankheiten behandelbar seien; so auch die 
körperlichen  und  psychischen  Gebrechen,  an  denen  der 
Beschwerdeführer  leide.  Wenn  auch  der  Beschwerdeführer  im 
Baugewerbe  vermutungsweise  keiner  Erwerbstätigkeit  mehr  werde 
nachgehen  können  und  sich  beruflich  werde  umorientieren müssen,  so 
sei  ihm  doch  zumutbar,  in  der  Türkei  eine  geeignete  Arbeit  zu  suchen. 
Sodann könne in Anbetracht der Tatsache, dass er vor seiner Einreise in 
die  Schweiz  28  Jahre  in  der  Türkei  gelebt  habe,  davon  ausgegangen 
werden,  dass  er  dort  neben  seinen  offenbar  kranken  Eltern  auf  ein 
Beziehungsnetz  zurückgreifen  könne,  das  ihn  die  erste  Zeit  nach  der 
Rückkehr  unterstützen  werde.  Eine  allfällige  IV­Rente  würde  ihm  dabei 
auch in die Türkei ausbezahlt werden. Es treffe sodann nicht zu, dass die 
Aufenthaltsbewilligung  eines  Opfers  ehelicher  Gewalt  grundsätzlich 
verlängert  werde.  Vielmehr  werde  jeder  Fall  einzeln  in  seiner 
Besonderheit  geprüft.  Im Falle  des Beschwerdeführers  sei  festzuhalten, 
dass  die  ohnehin  nur  kurz  gelebte  Ehe  offensichtlich  nicht  harmonisch 
verlaufen  sei.  Hingegen  könne  der  Beschwerdeführer  nicht  als  Opfer 
häuslicher  Gewalt  bezeichnet  werden.  Schliesslich  habe  der 
Beschwerdeführer  während  seines  bisherigen  Aufenthalts  zwar  nicht 
gegen  das  Gesetz  verstossen  und  gelte  offenbar  als  hilfsbereite, 
freundliche  und  kontaktfreudige  Person.  Einer  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  könnte  aber  nur  dann  zugestimmt werden, wenn 
die  Situation  des  Beschwerdeführers  als  Härtefall  eingestuft  werden 
könnte. Das sei nicht der Fall.

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O. 
In seiner Replik vom 11. Juli 2008 hielt der Beschwerdeführer an seinen 
Rechtsbegehren und deren Begründung fest. 

Ergänzend macht der Beschwerdeführer geltend, dass er unter multiplen 
gesundheitlichen  Problemen  leide  (Fettleibigkeit,  Diskushernien, 
Instabilität  des  linken  Handgelenks,  Läsion  im  Bereich  des  rechten 
Knies),  die  in den nächsten zwei  Jahren eine Reihe operativer Eingriffe 
notwendig machen würden. Weitere Eingriffe seien nicht ausgeschlossen. 
Müsste  er  in  die  Türkei  zurückkehren,  könnte  er  sich  mangels 
Versicherung und reeller Aussichten auf eine Arbeitsstelle die notwendige 
und  angemessene  Behandlung  nicht  leisten.  Doch  selbst  wenn  er 
Leistungen  des  öffentlichen  Gesundheitssystems  in  Anspruch  nehmen 
könnte,  wären  sie  kaum  genügend.  Denn  in  den  Einrichtungen  des 
öffentlichen Gesundheitswesens  fehlten die wichtigsten Diagnosegeräte. 
Diese befänden sich  vor allem  in den Privatpraxen von Fachärzten und 
wären  ihm nicht  zugänglich. Zudem bestehe vor allem  im Südosten der 
Türkei, von wo er komme, ein Mangel an Fachärzten und Material. Eine 
Wegweisung würde daher ein grosse Härte darstellen. Dies nicht nur für 
ihn, sondern auch  für seine  in der Türkei  lebende Familie, die auf seine 
Unterstützung  angewiesen  sei.  Der  Beschwerdeführer  bestreitet 
schliesslich, dass er  in der Türkei über ein Beziehungsnetz verfüge, das 
in  der  Lage  oder  auch  nur  gewillt  wäre,  ihn  im  Falle  der  Rückkehr  zu 
unterstützen.  Zum  Strafverfahren  gegen  seine  Ehefrau  teilt  der 
Beschwerdeführer unter Edition der entsprechenden Akten mit, dass die 
Angeschuldigte  vom  zuständigen  Untersuchungsrichteramt  am  1.  Juli 
2008 wegen  falscher Anschuldigung und Urkundenfälschung  zu  seinem 
Nachteil dem Strafgericht zur Beurteilung überwiesen worden sei.

P. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  4.  Februar  2011  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  den Beschwerdeführer  ein,  allfällige  seit  dem 
letzten  Schriftenwechsel  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  in  das 
Verfahren einzubringen.

Q. 
Der  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  kam  der 
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. März 2011 nach. 

Der  Beschwerdeführer  berichtet  darin  von  einer  fortschreitenden 
Verschlechterung  seines  Gesundheitszustands.  Seine  Ärzte  prüften 

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gegenwärtig  eine  erneute  Anmeldung  bei  der  IV,  nachdem  im  ersten 
Durchlauf die Ausrichtung einer Rente bis 30. September 2007 befristet 
worden  sei.  Gegenwärtig  beziehe  er  Taggelder  der  SUVA.  Erst  nach 
Abschluss  der  medizinischen  Behandlung  werde  die  SUVA  über  die 
Frage einer Rente entscheiden. Sozialhilfe nehme er trotz wirtschaftlicher 
Schwierigkeiten nicht  in Anspruch. Ansonsten sei er überdurchschnittlich 
gut integriert. Ohne seinen Freundes­ und Bekanntenkreis in der Schweiz 
würde  es  ihm  heute  (psychisch)  wesentlich  schlechter  gehen.  Der 
Beschwerdeführer  weist  abschliessend  darauf  hin,  dass  er  sich  bereits 
am 22. Oktober 2008 als Privatkläger aus dem gegen seine Ex­Ehefrau 
hängigen  Strafverfahren  zurückgezogen  habe.  Er  wisse  daher  nicht,  in 
welchem  Stadium  sich  das  Strafverfahren  befinde  und  ob  seine  Ex­
Ehefrau verurteilt worden sei.

R. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt,  namentlich  die  zahlreichen,  vom 
Beschwerdeführer  innerhalb  und  ausserhalb  des  ordentlichen 
Schriftenwechsels  in  das  Rechtsmittelverfahren  eingebrachten 
Beweismittel  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968  (VwVG, SR 
172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG).

1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde 
legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und 
formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG)

2. 
2.1.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die 
Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder 
Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 

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Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die 
Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das 
Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 
an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die 
Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage 
zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.451/2002 vom 28. März 2003 E. 1.2, nicht publ.  in: BGE 129 II 215). 
Inwieweit  Rechtsänderungen  zu  berücksichtigen  sind,  hängt  von  der 
massgeblichen  intertemporalen  Regelung  ab.  Fehlt  im  Gesetz  eine 
Übergangsbestimmung,  so  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
aufgrund  allgemeiner  intertemporaler  Grundsätze  (ANDRÉ  MOSER  / 
MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.202 mit Hinweisen).

2.2.  Am  1.  Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom  16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  und  seine  Ausführungsverordnungen  in  Kraft  –  unter  anderem 
die  Verordnung  vom  24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt anhängig gemacht wurden, wie es vorliegend der Fall ist, bleibt 
nach  der  übergangsrechtlichen  Ordnung  des  AuG  das  alte  materielle 
Recht  anwendbar.  Dabei  ist  entgegen  dem  zu  engen Wortlaut  des  Art. 
126 Abs. 1 AuG ohne Belang, ob das Verfahren auf Gesuch hin oder von 
Amtes  wegen  eröffnet  wurde  (vgl.  BVGE  2008/1  E.  2  mit  Hinweisen). 
Einschlägig  sind das Bundesgesetz  vom 26. März  1931 über Aufenthalt 
und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121),  die 
Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz  über 
Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer  (ANAV, AS 1949 228),  die 
Verordnung  vom  20. April  1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im 
Ausländerrecht  (nachfolgend:  Zustimmungsverordnung,  AS  1983  535) 
und die Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl 
der  Ausländer  (Begrenzungsverordnung,  BVO,  AS  1986  1791).  Das 
Verfahren  selbst  folgt  grundsätzlich  dem  neuen  Verfahrens­  und 
Organisationsrecht (Art. 126 Abs. 2 AuG).

3. 
3.1.  Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von 
Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der 

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Kantone (Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung 
des BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art. 
18  ANAG).  Die  Zustimmungsbedürftigkeit  des  kantonalen  Entscheids 
ergibt  sich  im  vorliegenden  Fall  aus  Art. 1  Abs.  1  Bst.  a 
Zustimmungsverordnung  in  Verbindung  mit  den  Weisungen  und 
Erläuterungen  des  BFM  über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt 
(ANAG­Weisungen,  3. Auflage,  Bern, Mai  2006).  Letztere  sehen  in  Ziff. 
132.4 Bst.  f vor, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines 
Ausländers  oder  einer  Ausländerin  nach  Auflösung  der  ehelichen 
Gemeinschaft mit einem ausländischen Ehegatten oder nach dessen Tod 
dem BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten  ist,  falls  der  Ausländer  oder 
die  Ausländerin  nicht  aus  einem  Mitgliedstaat  der  EFTA  oder  der  EG 
stammt.

3.2. Die  Ehegatten  lösten  die  eheliche  Lebensgemeinschaft  auf,  bevor 
dem Beschwerdeführer aus Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG ein von der Ehe 
unabhängiger  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Niederlassungsbewilligung 
und  damit  auch  auf  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung 
erwachsen konnte (vgl. dazu BGE 130 II 49 E. 3.2 S. 53 ff.). Eine andere 
Anspruchsgrundlage  des  Landes­  oder Staatsvertragsrechts  ist  nicht  zu 
erkennen.  Bei  dieser  Rechtslage  liegt  der  Entscheid  über  die  Erteilung 
oder  Verweigerung  der  Zustimmung  im  pflichtgemässen  Ermessen  des 
BFM (Art. 4 ANAG). Eine Bindung an die kantonale Beurteilung besteht 
nicht.  Das  gilt  selbst  dann,  wenn  auf  kantonaler  Ebene  ein Gericht  auf 
Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erkannt hat  (vgl. 
grundlegend BGE 127 II 49 E. 3 S. 51 ff; ferner Entscheid des EJPD vom 
15.  April  2005  E.  12  in:  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 
69.76).

4. 
Die  pflichtgemässe  Ausübung  des  Ermessens  impliziert  die  Beachtung 
rechtlicher  Schranken  bei  der  Ausfüllung  der  Ermessensspielräume. 
Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  von 
Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  der 
Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 
zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verweigerung  der 
Zustimmung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten 
privaten  Interessen  des  (oder  der)  Betroffenen  andererseits  (vgl.  statt 
vieler  ULRICH  HÄFELIN  /  GEORG  MÜLLER  /  FELIX  UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich und St. Gallen 2010, S. 138 f.).

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5. 
5.1. Richtschnur und äusseren Rahmen der  Interessenabwägung bilden 
die Grundentscheidungen  des Ausländerrechts,  namentlich  die  in Art.  1 
BVO  formulierten  migrationspolitischen  Ziele  und  die  damit 
zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber 
erwerbstätigen  ausländischen Personen aus  dem Nicht­EU/EFTA­Raum 
(in der Folge: Drittstaatsangehörige). Diese Politik  findet  ihren Ausdruck 
unter  anderem  in  den  strengen  Zulassungsbeschränkungen  der 
Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige 
namentlich in Gestalt hoher Anforderungen an die berufliche Qualifikation 
(Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen sind. Das 
erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der 
restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt 
sich  daran,  dass  humanitäre  Gründe  in  diesem  rechtlichen 
Zusammenhang  erst  Bedeutung  erlangen,  wenn  die  Betroffenheit  des 
Einzelnen  die  Grenze  zum  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  im 
Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach der Auflösung der Ehe, 
die  sie  von  restriktiven  qualitativen  und  quantitativen 
Zulassungsvoraussetzungen  der  Begrenzungsverordnung  ausnehmen, 
muss die ausländische Person dieses öffentliche Interesse grundsätzlich 
wieder gegen sich gelten lassen, auch wenn sie nach Massgabe von Art. 
12  Abs.  2  zweiter  Satz  BVO  den  Höchstzahlen  der 
Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb ein 
vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  beurteilen 
gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  Interessen 
bestehen,  denen  gegenüber  das  öffentliche  Interesse  an  der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend geht das Bundesverwaltungsgericht mit der Vorinstanz 
davon  aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach 
Auflösung  der  Ehe  in  erster  Linie  ein  Instrument  zur  Vermeidung  von 
Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C­1786/2007 vom 7. Juni 2010 E. 7.1 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­
Weisungen).

5.2. Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit  ist zu prüfen, ob 
die Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik im konkreten Einzelfall 
zu  unbilligen,  vom  öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  einer 
restriktiven  Einwanderungspolitik  nicht  gedeckten  Härten  bei  der 
betroffenen  ausländischen  Person  führt.  Entscheidend  ist,  inwieweit  es 
der  ausländischen  Person  in  persönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer 
Hinsicht  zugemutet  werden  kann,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz 

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aufzugeben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu leben. Zu diesem 
Zweck  ist  ihre  zukünftige  Situation  im  Ausland  den  persönlichen 
Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Über die Zumutbarkeit 
ist nach Massgabe der gesamten Umstände des Einzelfalles zu befinden. 
Dazu gehören allgemeine,  von der Ehe unabhängige Elemente, wie die 
Dauer  des  Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  der  Grad  der  sozialen  und 
wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und der 
gesundheitliche Zustand, soweit Kinder vorhanden sind, deren Alter und 
schulische  Integration,  aber  auch  die  Unterkunft  und  die 
Reintegrationsmöglichkeiten  in  der  Heimat,  ferner  ehespezifische 
Elemente,  wie  die  Dauer  der  Ehe  und  die  Umstände,  die  zu  deren 
Auflösung geführt haben. Steht fest, dass der ausländischen Person eine 
Weiterführung  der  ehelichen  Beziehung  nicht  länger  zugemutet  werden 
konnte, namentlich weil sie Opfer von Misshandlungen geworden war, so 
ist  dies  besonders  zu  berücksichtigen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007  vom  7.  Juni  2010  E.  7.2  mit 
Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­Weisungen).

5.3. Welcher  Grad  an  Betroffenheit  in  den  persönlichen  Verhältnissen 
notwendig  ist,  damit  das  öffentliche  Interesse  an  der  Durchsetzung  der 
restriktiven  Migrationspolitik  gegenüber  Drittausländern  zurückzustehen 
hat,  ist  vorab  mit  Blick  auf  die  Regelung  des  Art.  7  Abs.  1  ANAG  zu 
beantworten,  der  ausländischen  Ehegatten  nach  fünf  Jahren  Ehe  auf 
schweizerischem  Territorium  einen  vom  weiteren  Bestand  der  Ehe 
unabhängigen  Anspruch  auf  Aufenthalt  vermittelt.  Vor  dem  Erreichen 
dieser  zeitlichen  Grenze  kommt  es  entscheidend  darauf  an,  welche 
Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen  Einzelfall 
zukommt, das heisst  namentlich der Dauer der ehelichen Gemeinschaft 
auf  schweizerischem  Territorium,  den  Umständen  der  Auflösung  der 
ehelichen Gemeinschaft und –  in  letzterem Zusammenhang – allfälligen 
Gewalterfahrungen  in der Ehe sowie der Existenz gemeinsamer Kinder. 
Je  mehr  diese  Elemente  ins  Gewicht  fallen,  umso  eher  wird  man  von 
einer  hinreichend  schweren Betroffenheit  ausgehen  können. Umgekehrt 
rechtfertigt sich ein umso strengerer Massstab, als sich die Härtesituation 
nicht  gerade  aus  den  oben  genannten  ehespezifischen  Elementen 
ableiten  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007 
vom  7. Juni  2010  E.  7.3  mit  Hinweis;  vgl.  schliesslich  die  abgestufte 
Regelung in Art. 50 AuG). Dabei darf  jedoch nicht ausser Acht gelassen 
werden, dass der Verordnungsgeber  in Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO 
unter anderem ausländische Ehegatten von Schweizer Bürgern von den 
Höchstzahlen  der  Begrenzungsverordnung  auch  für  die  Zeit  nach 

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Auflösung der Ehe ausnimmt und auf diese Weise ihrer besonderen Lage 
Rechnung trägt.

6. 
6.1. Die  kinderlos  gebliebene  Ehe  des  Beschwerdeführers  hatte  bis  zu 
ihrer  Scheidung  zwar  rund  sieben  Jahre  Bestand.  Das  eheliche 
Zusammenleben  auf  Schweizer  Boden  dauerte  jedoch  nur  zweieinhalb 
Jahre, was zwar nicht mehr als  sehr  kurz,  andererseits aber auch nicht 
als  derart  lang  bezeichnet werden  kann,  dass  die Dauer  des  ehelichen 
Zusammenlebens  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungen  besondere 
Berücksichtigung  einfordern  würde.  Anders  verhält  es  sich  mit  den 
Begleitumständen  des  Scheiterns  seiner  Ehe.  Nach  Darstellung  des 
Beschwerdeführers  verlangte  seine  Ehefrau  von  ihm,  die  in  der  Türkei 
lebenden,  nicht  registrierten Kinder  eines  ihrer Brüder  als  gemeinsame, 
vorehelich  geborene Kinder  registrieren  und  in  die Schweiz  nachziehen 
zu  lassen. Er  habe  seine Mitwirkung  verweigert, worauf  sie  ihm mit  der 
Scheidung und dem Verlust des Aufenthaltsrechts in der Schweiz gedroht 
habe. Als er sich nicht habe umstimmen lassen, habe sie begonnen, ihre 
Drohungen in die Tat umzusetzen. So habe sie in der Türkei mit falschen 
Tatsachenbehauptungen  eine  rasche  Scheidung  angestrebt,  was 
misslungen sei. Darüber hinaus habe sie versucht, seinem Aufenthalt  in 
der Schweiz mit Hilfe der Schweizer Behörden ein Ende zu setzen, indem 
sie  ihn  fälschlicherweise  der  häuslichen  Gewalt  beschuldigt  habe  und 
dabei selbst vor Selbstverletzung und Fälschung von ärztlichen Berichten 
nicht  zurückgeschreckt  sei.  Die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers 
sind  substantiiert  und  in  wesentlichen  Teilen  belegt.  Für  das 
Bundesverwaltungsgericht besteht genauso wenig Anlass, sie in Frage zu 
stellen,  wie  das  schon  für  die  Vorinstanz  der  Fall  war.  Entgegen  der 
Auffassung der Vorinstanz – sie spricht euphemistisch von "offensichtlich 
nicht  harmonisch"  verlaufener  Ehe  und  will  diesen  Umständen  im 
Rahmen  der  Ermessensausübung  keine  eigenständige  Bedeutung 
zuerkennen  –, muss  das Verhalten  der Ehefrau  als  versuchte Nötigung 
und  damit  als  eine mögliche  Form  häuslicher  Gewalt  bewertet  werden, 
das  in  Verbindung  mit  der  versuchten  Instrumentalisierung  der 
schweizerischen  Behörden  hinreichend  schwer  wiegt,  um  im  Sinne  der 
vorstehenden  Erwägungen  die  Anforderungen  an  die  persönliche 
Betroffenheit des Beschwerdeführers substantiell zu senken.

6.2.  Auf  dieser  Grundlage  ist  festzustellen,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  mit  rund  neun  Jahren  vergleichsweise  lang  in  der 
Schweiz  aufhält.  Während  dieser  Zeit  ist  es  ihm  in  hohem  Mass 

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gelungen, sich  in die schweizerischen Lebensverhältnisse einzugliedern. 
Aktenkundig  sind  seine  Bemühungen  um  Erlernen  der  deutschen 
Sprache,  und  den  zahlreichen  Interventionen  durch  Drittpersonen  kann 
entnommen  werden,  dass  es  ihm  gelungen  ist,  sich  einen  grossen 
schweizerischen  Bekanntenkreis  aufzubauen,  der  ihn  wegen  seiner 
Hilfsbereitschaft,  Zuverlässigkeit  und  Freundlichkeit  schätzt.  Die 
wirtschaftliche  Integration  des Beschwerdeführers  bleibt  zwar  hinter  der 
sozialen  Integration  zurück,  dies  aber  aus  Gründen,  die  er  nicht  zu 
vertreten  hat.  Den  Akten  kann  entnommen  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer im Oktober 2002 eine Erwerbstätigkeit aufnahm und in 
der  Folge  bei  verschiedenen  Arbeitgebern  vorwiegend  als  Bodenleger 
beschäftig  war.  Im  November  2005  erlitt  er  einen  Arbeitsunfall  mit 
Kontusion des  rechten Knies und  ist,  abgesehen von einem erfolglosen 
Versuch,  die  Arbeit  wieder  aufzunehmen,  seit  diesem  Zeitpunkt 
erwerbsunfähig.  Das  letzte  ordentliche  Arbeitsverhältnis  wurde  im 
Sommer 2007 aufgelöst. Wegen der gesundheitlichen Unfallfolgen bezog 
der  Beschwerdeführer  zeitweilig  eine  IV­Rente.  Gegenwärtig  erhält  er 
SUVA­Taggelder,  wobei  die  SUVA  gemäss  den  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers  nach  Abschluss  der  medizinischen  Behandlung  die 
Ausrichtung  einer  SUVA­Rente  prüfen  werde.  Die  behandelnden  Ärzte 
würden  zudem  infolge  signifikanter  Verschlechterung  seines 
gesundheitlichen Zustandes eine Neuanmeldung bei der IV erwägen. Der 
Beschwerdeführer  legt  in  diesem  Zusammenhang  Wert  auf  die 
Feststellung, dass er trotz finanzieller Schwierigkeiten keine Sozialhilfe in 
Anspruch  nehmen möchte  und  bisher  auch  nicht  genommen  habe.  Ob 
und  wann  der  Beschwerdeführer  wieder  einer  Erwerbstätigkeit  wird 
nachgehen können, ist zur Zeit offen. 

6.3. Der 37­jährige Beschwerdeführer  hat  erst  im Alter  28  Jahren  seine 
Heimat verlassen und ist mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut. 
In der Türkei leben nicht nur seine engsten Familienangehörigen; es kann 
mit  Fug  davon  ausgegangen  werden,  dass  er  dort  über  das  familiäre 
Umfeld  hinaus  auf  vielfache Art  vernetzt  ist.  Diese  Schlussfolgerung  ist 
umso mehr gerechtfertigt, als der Beschwerdeführer in der Schweiz seine 
Kontaktfähigkeit  und –freudigkeit  unter Beweis gestellt  hat,  die  ihn wohl 
schon  vor  seiner  Einwanderung  in  die  Schweiz  ausgezeichnet  haben 
dürfte und ihm nach einer Rückkehr in die Türkei wertvolle Dienste leisten 
würde. Unter diesem Gesichtspunkt stehen einer Wiedereingliederung in 
der  Türkei  zwar  keine  Hindernisse  entgegen.  Zur  Möglichkeit  einer 
wirtschaftlichen und namentlich beruflichen Wiedergliederung  ist aber zu 
bemerken,  dass  sie  in  Anbetracht  des  aktenkundig  schlechten 

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gesundheitlichen  Zustands  des  Beschwerdeführers  unter  ungünstigen 
Vorzeichen  steht.  Nach  drei  Unfallereignissen,  die  das  rechte  Knie  und 
das  linke  Handgelenk  dauerhaft  in  Mitleidenschaft  gezogen  haben  und 
den sich daraus ergebenden, direkten und indirekten Folgen (chronisches 
Schmerzsyndrom,  sich  verschärfende  Diskushernienproblematik, 
massive  Gewichtszunahme  infolge  schmerzbedingter  Bewegungsarmut, 
rezidivierende depressive Störung) wird der Beschwerdeführer in seinem 
bisherigen  Beruf  auf  dem  Bau  nicht  mehr  arbeiten  können.  Allerdings 
steht der Beschwerdeführer seit dem Sommer 2007 auch in der Schweiz 
nicht  mehr  im  Erwerbsleben,  und  es  ist  nicht  bekannt,  ob,  wann  und 
welche  Art  von  Erwerbstätigkeit  er  mit  seiner  gesundheitlichen 
Beeinträchtigung noch wird ausüben können.  Immerhin kann mit einiger 
Berechtigung angenommen werden, dass die Aussichten in der Schweiz 
schon  wegen  der  sozialversicherungsrechtlichen  Absicherung  weiterer 
medizinischer  Behandlung  und  allenfalls  notwendiger 
Umschulungsmassnahmen als besser eingestuft werden müssen. Diesen 
Umständen  ist  im Rahmen  der Gesamtwürdigung Rechnung  zu  tragen, 
auch  wenn  sie  für  sich  alleine  nicht  entscheidend  sind  (zur  Relevanz 
gesundheitlicher  Gründe  im  Bewilligungsverfahren  vgl.  etwa  Urteil  des 
Bundesgerichts  2C_216/2009  vom  20.  August  2009  E.  4.2  und  Urteil 
Bundesverwaltungsgerichts  C­497/2006  vom  21.  April  2008  E.  7.4.2  je 
mit Hinweisen).

7. 
Unter besonderer Berücksichtigung der Gründe für das Scheitern der Ehe 
des  Beschwerdeführers  und  unter  Zugrundelegung  des  sich  daraus 
ergebenden Beurteilungsmassstabs gelangt das Bundesveraltungsgericht 
in  Würdigung  der  gesamten  Umstände  zum  Ergebnis,  dass  eine 
Nichterneuerung der Aufenthaltsbewilligung in rechtserheblicher Weise in 
die  persönlichen  Verhältnisse  des  Beschwerdeführers  eingreift.  Das 
öffentliche  Interesse  an  der  Durchsetzung  der  restriktiven 
Migrationspolitik – Personen aus dem Nicht­EFTA/EU­Raum betreffend – 
muss  unter  den  gegebenen  Umständen  gegenüber  dem  Interesse  des 
Beschwerdeführers  an  einer  weiteren  ausländerrechtlichen  Regelung 
seines  Aufenthaltes  zurückstehen.  Indem  die  angefochtene  Verfügung 
dem  öffentlichen  Interesse  ein  grösseres  Gewicht  beimisst,  erweist  sie 
sich als unverhältnismässig.

8. 
Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 
Verfügung Bundesrecht verletzt  (Art. 49 Bst. a VwVG). Die Beschwerde 

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ist  deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben, und 
der  Verlängerung  der  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung  ist  die 
Zustimmung zu erteilen.

9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), und dem Beschwerdeführer 
ist  gestützt  auf  Art.  64  VwVG  i.V.m.  Art.  7  ff.  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  zu  Lasten  der 
Vorinstanz  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen.  Grundlage  des 
Kostenentscheides bildet die Kostennote vom 7. März 2011, welche die 
Kosten  der  Vertretung  auf  Fr.  5'595.25  veranschlagt.  Angesichts  der 
Vorbefassung des Rechtsvertreters und des Umfangs der Rechtsschriften 
erachtet  das  Bundesveraltungsgericht  den  für  deren  Ausfertigung 
ausgewiesene  Zeitaufwand  als  zu  hoch.  In  Würdigung  aller 
Bemessungsfaktoren  erscheint  es  als  angemessen,  die 
Parteientschädigung auf Fr. 4'000.00 festzusetzten (MwSt. inkl.).

10. 
Das  vorliegende  Urteil  ist  endgültig  (Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  des 
Bundesgerichtsgesetzes [SR 173.110]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und der Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung wird die Zustimmung erteilt.

3. 
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 700.00 wird zurückerstattet.

4. 
Die  Vorinstanz  hat  den  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 4'000.­ (inkl. MwSt.) zu entschädigen.

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5. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (…)
– die Vorinstanz (…)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

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