# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca2f138e-cd53-505f-8f24-9a9f90220dc8
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 24.04.2025 VG.2025.00019 (VG.2025.1456)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2025-00019_2025-04-24.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 24. April 2025

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  Besetzung:
  Gerichtspräsident MLaw Colin Braun, Verwaltungsrichterin Jolanda Hager,
  Verwaltungsrichter Patrik Noser und Gerichtsschreiberin MLaw Paula Brändli

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2025.00019

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
  	
    beide vertreten durch lic.
    iur. Gaby Meier,

    
	
    Rechtsanwältin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beschwerdegegner

    
	
     

    	
    Ressort
    Liegenschaften

    	
     

    
	
     

    	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    2.

    	
    Gemeinde Glarus Nord

    

  

  
	
   

  
	
  	
    3.

    	
    Departement Bau und Umwelt des Kantons
    Glarus

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
  Baubewilligung

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung:

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Auf der im Eigentum der Gemeinde Glarus Nord
  liegenden Parz.-Nr. 01, Grundbuch […], befindet sich ein Spielplatz. Die
  Eigentümer der daran angrenzenden Parz-Nr. 02, Grundbuch […], A.______
  und B.______, reichten am 13. Juli 2023 bei der Gemeinde Glarus Nord
  eine baupolizeiliche Anzeige ein, wonach am bestehenden Spielplatz auf der
  Parz.-Nr. 01, Grundbuch […], Bauarbeiten durchgeführt würden, ohne dass
  eine Baubewilligung vorliege.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Gemeinde Glarus Nord forderte ihr Ressort
  Liegenschaften am 19. Juli 2023 zur Einreichung eines Baugesuchs auf.
  Dem kam Letzteres am 23. Juli 2023 nach, wobei es um Bewilligung für die
  Erneuerung der bestehenden Spielanlage auf der Parz.-Nr. 01, Grundbuch
  […], ersuchte. Das Baugesuch lag vom 2. August 2023 bis
  1. September 2023 öffentlich auf, wogegen A.______ und B.______ am 1. September
  2023 Einsprache erhoben. Die Gemeinde Glarus Nord wies diese am
  18. Oktober 2023 ab und erteilte die Baubewilligung. Die hiergegen am
  17. November 2023 erhobene Beschwerde wies das Departement Bau und
  Umwelt des Kantons Glarus (DBU) am 3. Dezember 2024 ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  A.______ und B.______
  gelangten mit Beschwerde vom 24. Januar 2025 ans Verwaltungsgericht und
  beantragten die Aufhebung des Entscheids des DBU vom 3. Dezember 2024
  sowie die Nichterteilung der Baubewilligung. Das Ressort Liegenschaften habe
  den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolge zu dessen Lasten. Das DBU schloss am 4. Februar 2025
  auf Abweisung der Beschwerde, verzichtete jedoch auf weitergehende
  Stellungnahme. Die Gemeinde Glarus Nord schloss am 19. Februar 2025 auf
  Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten
  von A.______ und B.______. Den nämlichen Antrag stellte das Ressort
  Liegenschaften am 20. Februar 2025; unter Kostenfolgen zu Lasten von
  A.______ und B.______.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 79
  Abs. 1 des Raumentwicklungs- und Baugesetzes vom 2. Mai 2010
  (RBG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der
  vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2

  
	
  1.2.1
  Gemäss Art. 107 Abs. 1
  VRG können mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die unrichtige oder
  unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. a)
  sowie die unrichtige Rechtsanwendung einschliesslich eines Missbrauchs des
  Ermessens (lit. b) gerügt werden. Die Unangemessenheit des Entscheids
  kann gemäss abschliessender Aufzählung in Art. 107 Abs. 2 VRG nur
  ausnahmsweise geltend gemacht werden, wobei ein solcher Ausnahmefall nicht
  vorliegt.

  
	
   

  
	
  1.2.2 Der kommunalen Autonomie kommt im Bau- und
  Raumplanungsrecht eine herausragende Bedeutung zu. Die Ortsplanung ist
  Aufgabe der Gemeinde und umfasst das kommunale Entwicklungskonzept, den
  kommunalen Richtplan, den Zonenplan und das Baureglement (Art. 15
  Abs. 1 RBG). Bei der Anwendung der nutzungsplanerischen Vorschriften
  kommt der kommunalen Baubehörde ein besonderer Ermessensspielraum zu, der im
  Rechtsmittelverfahren zu beachten ist (Christian Häuptli, in Andreas Baumann
  et al. [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013,
  § 13 N. 23; VGer-Urteil VG.2021.00083 vom 24. Februar
  2022 E. II/3). Das
  Verwaltungsgericht hat zu beachten, dass es Rechtsmittel- und nicht Planungsinstanz
  ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um lokale Angelegenheiten geht. Es
  hat sich im Rahmen seiner Kognition Zurückhaltung aufzuerlegen, selbst wenn
  es zur Prüfung der Angemessenheit berufen ist (BGer-Urteil 1C_278/2018 vom
  20. Februar 2019 E. 3.3, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  1.3

  
	
  1.3.1 Intertemporalrechtlich
  gilt für die Beurteilung der Frage, welches Recht bei einer Änderung der
  Rechtsgrundlagen Anwendung findet, der Grundsatz, dass diejenigen Rechtssätze
  massgebend sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu
  Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben. Vor diesem Hintergrund sind
  Baugesuche somit grundsätzlich nach denjenigen Vorschriften zu beurteilen,
  welche im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids gelten (vgl. BGer-Urteil
  8C_124/2024 vom 19. September 2024, E. 6.1; Urteil des
  Verwaltungsgerichts Zürich VB.2022.00514 vom 13. Juli 2023,
  E. 6.2).

  
	
   

  
	
  1.3.2 Vorliegend
  ist eine Baubewilligung vom 18. Oktober 2023 strittig, womit das zu
  diesem Zeitpunkt geltende Recht zur Anwendung kommt. Dies ergibt sich
  explizit aus Art. 63 des Baureglements der Gemeinde Glarus Nord vom
  20. August 2024, wonach die neuen Bestimmungen auf alle Baugesuche und
  Planungen anwendbar sind, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Baureglements
  noch nicht bewilligt oder genehmigt sind. Der Wortlaut dieser Bestimmung
  verdeutlicht damit, dass lediglich erstinstanzliche Baubewilligungen erfasst
  werden, was der Beschwerdegegner 1 zu Recht ausgeführt hat. Es wäre in
  Fällen wie dem vorliegenden denn auch verfehlt, ursprünglich gestützt auf die
  Bauordnung […] vom 1. Juli 2011 bewilligte Projekte im
  Rechtsmittelverfahren nachträglich anhand einer neuen Bauordnung zu prüfen.
  Dies würde zur gesetzgeberisch ungewollten Situation führen, dass sich die Baubewilligungsbehörde
  nie im Rahmen ihrer Entscheidkompetenz hierzu hätte äussern können, was nicht
  angehen kann. Die streitbetroffene Baubewilligung ist entsprechend anhand des
  am 18. Oktober 2023 in Kraft gewesenen Rechts zu beurteilen, womit sich
  Weiterungen zu den nunmehr geltenden Bestimmungen des Baureglements Glarus
  Nord erübrigen.

  
	
   

  
	
  1.4

  
	
  1.4.1 Die Beschwerdeführer beantragen die Durchführung
  eines Augenscheins. Gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. f VRG
  kann die Behörde einen Augenschein durchführen. Der Entscheid über dessen
  Anordnung steht im pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Eine Pflicht zur
  Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse auf andere Weise überhaupt nicht abgeklärt werden können. Ein
  Augenschein ist insbesondere dann geboten, wenn die tatsächlichen
  Verhältnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien vermöchten durch
  ihre Darlegungen an Ort und Stelle Wesentliches zur Erhellung der sachlichen
  Grundlagen des Rechtsstreits beizutragen. Der Verzicht auf Durchführung eines
  Augenscheins ist zulässig, wenn die Akten eine hinreichende
  Entscheidgrundlage darstellen (vgl. BGer-Urteil 1C_192/2010 vom
  8. November 2010 E. 3.3, mit Hinweis; VGer-Urteil VG.2024.00006 vom
  27. Juni 2024 E. II/1.3). 

  
	
   

  
	
  1.4.2 Vorliegend stellen sich hauptsächlich Rechtsfragen, wozu ein
  Augenschein kaum Entscheidrelevantes beitragen kann. Überdies ergibt sich der
  massgebende Sachverhalt rechtsgenüglich aus den im Recht liegenden Akten
  sowie den öffentlich zugänglichen Informationen. Demgemäss ist auf einen
  Augenschein zu verzichten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die
  streitbetroffene Parz.-Nr. 01, Grundbuch […], liege in der Freihalte-
  und Grünzone. Diese dürfe nicht überbaut und je nach Zweck nur bedingt
  bewirtschaftet werden. Oberirdische Spielgeräte seien unter der BO […] nicht
  zonenkonform, da sie weder eine Kleinbaute darstellten noch der Pflege der
  Grünanlagen dienten. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners 3
  stellten die Spielgeräte keine Anlage, sondern gebäudeähnliche Objekte dar,
  welche unter das Überbauungsverbot fallen würden. Die neuen Geräte seien vom
  Ausmass her sodann nicht vergleichbar mit den früheren. Dass öffentliche
  Spielplätze grundsätzlich nicht in die Freihaltezone gehörten, zeigten des
  Weiteren sowohl die Unterscheidung in Freihaltezonen, Naherholungszonen und
  Freizeitzonen gemäss dem neuen Baureglement Glarus Nord als auch der Umstand,
  dass sich andere Spielplätze in derselben Gemeinde grundsätzlich in der Zone
  für öffentliche Bauten und Anlagen befinden würden. Ferner sei die
  ursprüngliche Erstellung der Spielgeräte gemäss der Fachstelle Hochbau der
  Beschwerdegegnerin 2 weder im Rahmen eines Baumeldeverfahrens genehmigt
  worden noch liege eine rechtskräftige Baubewilligung vor. Damit sei eine
  zentrale Voraussetzung des Bestandesschutzes nicht erfüllt. Selbst wenn dies
  aber der Fall sei, sei lediglich eine massvolle Erweiterung bei fehlenden
  entgegenstehenden nachbarlichen Interessen möglich. Eine solche liege jedoch
  nicht vor, da der Spielplatz um ein Mehrfaches grösser sei als der
  ursprüngliche. Die Erweiterung des Spielplatzes, insbesondere der erheblich
  höhere Spielturm, führe zu einer Attraktivitätssteigerung und einer
  intensiveren Nutzung, was wiederum zu mehr Lärm führe. Die Signalisation einer
  Sperrzeit für die allgemeine Nachtruhe würde hierbei zu einer Entlastung
  führen. Darüber hinaus wäre aber auch das Anbringen von Lärmschutzwänden a
  priori nicht unverhältnismässig.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdegegner 1 bringt vor, Grün- und
  Freihaltezonen bezweckten die Sicherung von Erholungs- und Freiflächen. Zwar
  dürften diese grundsätzlich nicht überbaut werden. Indessen sei der Bau von
  Anlagen aber insoweit zulässig, als dass sie dem festgelegten Zweck der Zone
  nicht entgegenstünden. Vor diesem Hintergrund falle der streitbetroffene
  Spielplatz nicht unter das Überbauungsverbot. Rundherum befinde sich sodann
  eine Wohnzone W2 mit einer Lärmempfindlichkeitsstufe II. Dies stelle
  keine besonders lärmempfindliche Zone dar. Soweit der Spielplatz Lärm
  verursache, handle es sich um Alltagslärm, wofür keine Belastungsgrenzwerte
  vorgegeben seien. Der Verzicht auf eine Signalisation der Nachtruhezeiten
  gehe sodann damit einher, dass während diesen Zeiten so oder anders die
  allgemein einzuhaltende Nachtruhe gelte. Die massgebenden Konditionen zur
  Benützung des Spielplatzes könnten zudem nicht Bestandteil eines
  Baubewilligungsverfahrens sein. Gemäss mündlichen Überlieferungen sei der
  Spielplatz ungefähr im Jahr 1970 und damit vor Inkrafttreten des
  Bundesgesetzes über die Raumplanung vom
  22. Juni 1979 (RPG) in Betrieb
  genommen worden. Die Beschwerdeführer wohnten demgegenüber seit 1993 in einer
  benachbarten Liegenschaft, wobei der Spielplatz bereits damals mit einer
  Rutsche, einem Sandkasten und einer Schaukel ausgerüstet gewesen sei. Rund
  15 Jahre später seien die Spielgeräte erneuert und mit einem Spielturm
  ergänzt worden. Ob und inwiefern die Beschwerdeführer bereits damals
  Beanstandungen erhoben hätten, lasse sich nicht mehr rekonstruieren. Der
  Spielplatz erfreue sich jedenfalls seit jeher einer grossen Beliebtheit und
  bis zum vorliegenden Fall habe man keine Kenntnis über allfällige Lärm- oder
  andere diesbezügliche Klagen. Der in der Bevölkerung geäusserte Unmut über
  das aktuelle Nutzungsverbot zeige schliesslich, dass für die
  Spielplatzflächen ein hohes öffentliches Interesse bestehe.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin 2 macht geltend, gemäss der
  BO […] befinde sich die Liegenschaft in einer Freihaltezone, welche der
  Erholung der Bevölkerung und damit dem öffentlichen Interesse diene. Darin
  seien etwa Park- und Erholungsanlagen, wozu auch ein Spielplatz mit
  Sitzgelegenheiten zähle, zonenkonform. Der Spielplatz beeinträchtige den
  Zweck der Freihaltezone in keiner Weise. Vielmehr werde dieser dadurch
  gefördert. Art. 56 BO […] stelle sodann keine Einschränkung, sondern
  eine Präzisierung des kantonalen Rechts gemäss Art. 16 der Bauverordnung
  vom 23. Februar 2011 (BauV) dar. So seien Kleinbauten und Anlagen im
  Sinne von Art. 16 Abs. 3 BauV zulässig und gemäss Art. 56 BO
  […] könnten solche insbesondere, aber nicht ausschliesslich, für die Pflege
  der Grünanlagen errichtet werden. Die ratio der Norm sei, dass Kleinbauten
  und Anlage dem Zonenzweck nicht widersprechen dürften, was auf den Spielplatz
  zweifelsfrei nicht zutreffe. Nach dem Wortlaut von Art. 56 Abs. 2
  BO […] hätten Spielgeräte ferner als Kleinbauten zu gelten, deren
  Maximalgrösse jedoch nicht festgelegt werde. Beim Spielturm handle es sich
  darüber hinaus ebenfalls um kein gebäudeähnliches Objekt. Vielmehr sei es
  eine Konstruktion aus leichten Materialien, welche nur wenige geschlossene
  Flächen aufweise. Damit gleiche er eher einem Klettergerüst als einem
  Gebäude. Dass sich andere Spielplätze in anderen Zonen befänden, sei
  schliesslich irrelevant. Insgesamt sei die Anlage mit dem Zweck der
  Freihaltezone gemäss Art. 56 BO […] vereinbar. Betreffend
  Bestandesgarantie hätten Recherchen bei den Unterlagen der damaligen Gemeinde
  nichts ergeben. Dies bedeute aber lediglich, dass keine Unterlagen betreffend
  Bewilligung auffindbar seien, womit nicht auszuschliessen sei, dass der
  ursprüngliche Spielplatz rechtmässig erstellt worden sei. Die Erweiterung sei
  zudem massvoll. Der Charakter als Kinderspielplatz bleibe erhalten und die
  Liegenschaft weise weiterhin grosszügige Grünflächen auf. Entsprechend würde
  auch die Bestandesgarantie greifen. Sämtliche Befürchtungen betreffend Lärm
  seien schliesslich rein hypothetisch und spekulativ. Allfällige
  Lärmemissionen würden nämlich bereits durch die geltende Nachtruhe
  beschränkt. Für Spielplätze bestünden darüber hinaus keine
  Belastungsgrenzwerte und es handle sich vorliegend nicht um eine besonders
  lärmempfindliche Zone. Ohnehin befinde sich die Anlage in einem Wohnquartier
  mit Familien, weshalb keine gesteigerte Lärmempfindlichkeit gegenüber
  Geräuschen spielender Kinder bestehen könne. Eine allfällige Signalisation
  sei des Weiteren nicht Bestandteil des Baubewilligungsverfahrens und eine
  Lärmschutzwand wäre nicht praktikabel, da sie gross dimensioniert sein
  müsste, teuer sowie unverhältnismässig wäre und von Kindern wohl als
  Spielgerät genutzt würde. Dies würde wiederum zu Lärm führen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Bauten und Anlagen dürfen grundsätzlich nur
  mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert werden (Art. 22
  Abs. 1 RPG). Voraussetzung einer Bewilligung ist dabei unter anderem,
  dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen
  (Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG). Dies beinhaltet unter anderem die
  Einhaltung der kantonalen
  und kommunalen Gestaltungsvorschriften (Bernhard Waldmann/Peter Hänni,
  Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 22 N. 69). Die übrigen Voraussetzungen des Bundesrechts
  und des kantonalen Rechts bleiben vorbehalten (Art. 22 Abs. 3 RPG),
  was auch im Falle einer nachträglichen Baubewilligung gilt (Bernhard
  Waldmann, in Alain Griffel et al. [Hrsg.],
  Fachhandbuch Öffentliches
  Recht, Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 6.6 ff.). Die Errichtung, Änderung und der Abbruch von Bauten
  und Anlagen bedürfen jedenfalls einer Baubewilligung, soweit sie Interessen
  der Nachbarn oder Interessen der Öffentlichkeit berühren. Dies ist unter
  anderem der Fall, wenn materielle Bauvorschriften sowie Nutzungs- und
  Schutzbestimmungen gemäss kommunalen und kantonalen Erlassen anwendbar sind
  (Art. 66 Abs. 1 lit. a RBG). Einzelheiten regelt der Landrat
  in der Bauverordnung (Art. 66 Abs. 3 RBG).

  
	
   

  
	
  3.2

  
	
  3.2.1 Die Gemeinde scheidet im Zonenplan Bau- und
  Nichtbaugebiet aus. Diesen können verschiedene Nutzungszonen mit
  unterschiedlicher Nutzungsart und Nutzungsintensität zugeordnet werden
  (Art. 19 Abs. 1 RBG). Mögliche Nutzungszonen werden in Art. 19
  Abs. 2 RBG umschrieben. Der Nutzungsplan (vgl. Art. 21
  Abs. 1 RPG) bzw. der Zonenplan (vgl. Art. 30 RBG) ist für
  jedermann verbindlich.

  
	
   

  
	
  3.2.2 Art. 16
  Abs. 1 BauV legt für Freihalte- und Grünzonen fest, dass diese nicht
  überbaut und je nach Zweck nur bedingt bewirtschaftet werden dürfen. Sie
  dienen insbesondere der Freihaltung von Flächen vor Überbauung, insbesondere
  zum Zweck der Gliederung des Siedlungsgebietes, der Freihaltung von
  Aussichtslagen, Gewässerräumen und Waldrändern (lit. a) sowie der Erhaltung
  und Schaffung von Park- und Erholungsanlagen (lit. b). Die genaue
  Zweckbestimmung ist im Zonenplan zu bezeichnen (Art. 16 Abs. 2
  BauV). Kleinbauten und Anlagen sowie unterirdische Bauten sind zulässig, soweit
  sie dem festgelegten Zweck der Zone nicht entgegenstehen (Art. 16
  Abs. 3 BauV). Gemäss Art. 56 BO […] dient die Freihaltezone
  der Gliederung des Baugebiets und der Sicherung von Erholungs- und
  Freiflächen (Abs. 1). Diese Flächen dürfen nicht überbaut werden. Der
  Gemeinderat darf aber unterirdische Bauten sowie Kleinbauten für die Pflege
  der Grünanlagen zulassen, sofern damit der Zonenzweck nicht beeinträchtigt
  wird (Abs. 2).

  
	
   

  
	
  3.2.3 Zwischen den Begriffen "Bauten"
  und "Anlagen" besteht keine scharfe Trennlinie. Als Bauten gelten
  im Allgemeinen ober- und unterirdische Gebäude oder gebäudeähnliche Objekte.
  Als Anlagen werden dabei Einrichtungen bezeichnet, die das Gelände oder den
  umliegenden Raum verändern, wie beispielsweise Park- oder Campingplätze, aber
  auch Aussichtstürme, Denkmäler, Werkplätze oder offene Schwimmbäder
  (vgl. Beat Stalder/Nicole Tschirky, in Alain Griffel et al. [Hrsg.],
  Fachhandbuch öffentliches Baurecht, N. 2.88 ff.; Urteil des
  Kantonsgerichts Luzern 7H 21 211 vom 18. Mai 2022 E. 
  5.2, mit Hinweisen). Auf kantonaler Ebene
  werden Klein- und Nebenbauten schliesslich als freistehende Gebäude, welche
  die im kommunalen Baureglement festgelegten Masse nicht überschreiten und nur
  Nebennutzflächen enthalten dürfen, definiert (Art. 33 Abs. 1 BauV).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  Bei den vorliegend streitbetroffenen Spielgeräten
  (einschliesslich des Spielturms) sowie der Tische und Bänke handelt es sich
  entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer um Anlagen und nicht um Bauten oder
  gebäudeähnliche Installationen. Augenfällig trifft dies auf die Spielgeräte,
  Tische und Bänke zu, welche allesamt keinen gebäudeähnlichen Charakter
  aufweisen. Der Spielturm kommt einem Gebäude sodann zwar näher. Dennoch weist
  er am ehesten die Qualität eines Aussichtsturms auf, welcher praxisgemäss als
  Anlage qualifiziert wird (vgl. obenstehende E. II/3.2.3). Dies legt
  denn auch der Wortlaut von Art. 75 Abs. 2 lit. f BauV nahe,
  wonach Spielgeräte im ortsüblichen Rahmen als Anlagen zu bezeichnen sind. Da
  es sich damit gesamthaft nicht um Bauten handelt, ist nicht weiter zu prüfen,
  ob Kleinbauten vorliegen. Darüber hinaus werden Anlagen weder vom RBG noch
  der BauV weiter definiert und es besteht insbesondere keine Vorgabe für die
  diesbezüglich zulässigen Ausmasse. Die BO […] macht für Anlagen in der Freihaltezone
  darüber hinaus ebenfalls keine Vorgaben. Entsprechend ist nachfolgend einzig
  zu prüfen, ob die streitbetroffenen Anlagen dem Zonenzweck nicht
  entgegenstehen (Art. 16 Abs. 3 BauV).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Zweck der Freihaltezone ist die Gliederung des
  Baugebiets und die Sicherung von Erholungs- und Freiflächen (Art. 56
  Abs. 1 BO […]). Damit lassen sich Spielgeräte bzw. ein Spielplatz
  ohne Weiteres vereinbaren, da diese offensichtlich auf die Erholung der
  Kinder und ihrer Eltern abzielen. Dabei wird nicht vorausgesetzt, dass dieser
  Zweck für die Gesamtbevölkerung erfüllt wird, zumal diese ohnehin
  unterschiedliche Bedürfnisse aufweist. Erholung ist in diesem Zusammenhang
  aber jedenfalls nicht mit einer absoluten Ruhezone gleichzusetzen. Mit Blick
  darauf entspricht das streitbetroffene Bauprojekt dem Zonenzweck, oder steht
  diesem jedenfalls nicht entgegen. Ob und inwiefern andere Spielplätze sich in
  anderen Zonen befinden und das neue Baureglement Glarus Nord hierbei eine
  weitergehende Zonenaufteilung vorsieht, ändert hieran nichts. Damit verbleibt
  die weitere Zonenkonformität zu prüfen, wobei die Beschwerdeführer vor allem
  die Einhaltung der Lärmschutzvorschriften
  beanstanden.

  
	
   

  
	
  5.2 Grundsätzlich ist in Bezug auf die
  Lärmschutzvorschriften unbestritten, dass keine spezielle Belastungsgrenze
  gilt und rund um die streitbetroffene Parzelle eine Wohnzone 2 mit
  Lärmempfindlichkeitsstufe II besteht. Es handelt sich damit nicht um ein
  generell sehr ruhig zu haltendes Gebiet. Die von den Beschwerdeführern
  vorgebrachten Bedenken sind sodann grundsätzlich spekulativ und richten sich
  lediglich gegen die Ausweitung des Spielplatzes. Sie machen dabei nicht
  geltend, dass bislang eine diesbezügliche Lärmproblematik bestanden habe, was
  denn auch nicht aus den Akten hervorgeht. Dass die Erneuerung und teils
  Vergrösserung der Spielgeräte zu einer derart erhöhten Lärmbelastung führen
  würde, erscheint dabei aber eher als unwahrscheinlich. Sofern dies dennoch
  der Fall wäre, hätte die Beschwerdegegnerin 2 immer noch die
  Möglichkeit, hiergegen vorzugehen oder geeignete Massnahmen zu treffen
  (vgl. untenstehende E. II/6). Damit erscheint das Projekt auch in
  Bezug auf die Lärmschutzvorschriften grundsätzlich zonenkonform, womit sich
  Weiterungen (unter anderem zur Bestandesgarantie) erübrigen.

  
	
   

  
	
  5.3 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die
  Baubewilligungsbehörde bei der Beurteilung der Zonenkonformität das ihr
  zustehende Ermessen nicht fehlerhaft ausgeübt hat, womit für das hiesige
  Gericht keine Not besteht, in dieses einzugreifen (vgl. vorstehende
  E. II/1.2.2).

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführer und
  ihre Anträge auf zusätzliche Massnahmen hinsichtlich Lärmschutz, namentlich
  die Signalisation der Nachtruhe bzw. Betriebszeiten sowie
  Lärmschutzwände, sind nachfolgend im Rahmen des Vorsorgeprinzips zu prüfen.

  
	
   

  
	
  6.2 Eine Baubewilligung kann mit Nebenbestimmungen
  versehen werden. Dies insbesondere mit Auflagen, welche unmittelbar
  materielle Bedeutung haben, indem nur mit ihrer Einhaltung die materielle
  Rechtmässigkeit der Baute erreicht wird. Eine solche Auflage ist die mit
  einer Baubewilligung verbundene (zusätzliche) Verpflichtung zu einem Tun,
  Dulden oder Unterlassen. Die Auflage ist selbständig erzwingbar. Wird die
  Auflage nicht erfüllt, wirkt sich dies zwar nicht auf den Bestand der
  Verfügung aus. Indessen kann das Gemeinwesen die Auflage mit hoheitlichem
  Zwang durchsetzen (Urteil des Verwaltungsgerichts Aargau WBE.2014.418 vom
  31. März 2015, mit Hinweisen; Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann,
  Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. A., Zürich/St. Gallen 2020,
  Rz. 919 ff.).  Jede einzelne Emission muss an der Quelle, ohne
  Rücksicht auf den bestehenden Umweltzustand, vermieden oder begrenzt werden,
  soweit dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar
  ist. Damit soll die Umweltbelastung möglichst weit unterhalb der
  Schädlichkeits- und Lästigkeitsgrenze gehalten werden. Unnötige Emissionen,
  die sich ohne Weiteres vermeiden lassen, sollen tatsächlich vermieden werden.
  Gesamthaft beschränkt das Verhältnismässigkeitsprinzip die materielle
  Tragweite des Vorsorgeprinzips (vgl. zum Ganzen Christoph Jäger, in
  Alain Griffel et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Öffentliches Baurecht,
  Zürich/Basel/Genf 2016, Rz. 4.199 f.).

  
	
   

  
	
  6.3 Die Beschwerdeführer beantragen zur Begrenzung des befürchteten
  Lärms sowohl die Signalisation der Betriebszeiten als auch die Errichtung von
  Lärmschutzwänden. Ersteres erscheint sinnvoll und angemessen, wobei sich dem
  auch die Beschwerdegegner 1 und 2 nicht verschlossen haben. Da dies nun
  bei allen Spielplätzen der Gemeinde ohnehin bereits geplant ist, erübrigen
  sich aber Weiterungen hierzu. Bezüglich der Lärmschutzwände machen die
  Beschwerdeführer schliesslich nicht substantiiert geltend, inwiefern dies den
  befürchteten Lärm konkret eindämmen würde. Dies gilt umso mehr, als dass die
  Einwände der Beschwerdegegner betreffend Nutzung der Wände als Spielgerät
  nach der allgemeinen Lebenserfahrung durchaus berechtigt erscheinen.
  Schliesslich erscheint es zumindest fraglich, inwiefern ein von
  Lärmschutzwänden eingezäunter Spielplatz den notwendigen Erholungsfaktor noch
  erbringen würde. Die Beschwerdegegnerin 2 durfte dementsprechend auf
  eine entsprechende Auflage verzichten bzw. hat ihr diesbezügliches
  Ermessen nicht fehlerhaft ausgeübt.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ist die
  Erteilung der streitbetroffenen Baubewilligung durch die
  Beschwerdegegnerin 2 nicht zu beanstanden. Die geplanten Anlagen
  erweisen sich mit Blick auf die vorliegend massgebenden Bestimmungen als
  zonenkonform. Dies gilt sowohl in Bezug auf den Zonenzweck als auch den
  Lärmschutz. Die Beschwerdegegnerin 2 durfte sodann auf weitere Auflagen
  und Massnahmen verzichten, ohne das Vorsorgeprinzip zu missachten. Sie hat
  das Baugesuch im Ergebnis willkürfrei und im Rahmen ihres grossen Ermessens,
  in welches das Gericht nicht ohne Not eingreift, zu Recht bewilligt.

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Ausgangsgemäss sind die
  Gerichtskosten von pauschal Fr. 3'000.- den Beschwerdeführern
  aufzuerlegen und mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in
  gleicher Höhe zu verrechnen. Ausgangsgemäss steht ihnen sodann keine
  Parteientschädigung zu (Art. 138 Abs. 3 lit. a VRG e contrario).
  Mangels besonderer Umstände ist eine solche auch der
  Beschwerdegegnerin 2 nicht zuzusprechen (vgl. Art. 138 Abs. 4 VRG).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 3'000.- werden den Beschwerdeführern auferlegt
    und mit dem von ihnen bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]