# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 862fb1e9-836b-5e65-bedd-a62eaa2d303d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 21.11.2018 470 18 348
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-18-348_2018-11-21.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

21. November 2018 (470 18 348) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Voraussetzungen einer Obduktion gemäss Art. 253 Abs. 3 StPO  

 

Die Anordnung einer Obduktion setzt voraus, dass die Legalinspektion sowie die Erkenntnis-

se aus den parallel dazu getätigten polizeilichen bzw. kriminaltechnischen Ermittlungen Hin-

weise auf eine Straftat ergeben haben. In casu liegen gewichtige Anhaltspunkte für einen 

Suizid und keinerlei handfeste Hinweise auf eine Straftat vor.  

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Dominique Steiner (Ref.), Richter 
Stephan Gass; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 
 

Parteien A.____,  
vertreten durch Advokatin F.____,  
Beschwerdeführer 
 
B.____,  
vertreten durch Advokatin F.____,  
Beschwerdeführer 

  

gegen 

 
 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  
Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 

 
Gegenstand Sicherstellung und Untersuchung eines Leichnams 

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft vom X.____  

 
 
 

 
 
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In Erwägung, dass 

 
− die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mit Verfügung vom X.____ in Bezug auf den aus-

sergewöhnlichen Todesfall von †C.____ deren Leichnam sicherstellte und die Obduktion 
des Leichnams anordnete;  

− A.____ sowie B.____, beide vertreten durch Advokatin F.____, mit Eingabe vom X.____ 
beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, Beschwerde gegen die Verfü-
gung vom X.____ erhoben und begehrten, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben 
und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Leiche von †C.____ zur Bestattung freizuge-
ben, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates, wobei der Beschwer-
de die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei;  

− der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft mit Ver-
fügung vom X.____ der Beschwerde die aufschiebende Wirkung erteilte;  

− mit Stellungnahme vom X.____ die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft den Antrag stellte, 
es sei die Beschwerde abzuweisen;  

− die Beschwerde gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zulässig ist gegen Verfügungen und 
Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden, 
weshalb die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom X.____ betreffend Sicherstellung eines 
Leichnams und Anordnung einer Obduktion ein taugliches Beschwerdeobjekt darstellt;  

− gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der 
Aufhebung oder Abänderung der angefochtenen Verfügung hat, zur Beschwerde legitimiert 
ist;  

− die Beschwerdeführer als Angehörige der Verstorbenen berechtigt sind, über deren Leich-
nam zu verfügen, wobei sie damit ihre eigenen Persönlichkeitsrechte wahrnehmen, na-
mentlich der Schutz ihrer Pietätsgefühle (BGE 127 I 124, E. 6a; Pra 2001 Nr. 161, S. 961 
ff.; NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2012, N 1103), wes-
halb sie durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren Rechten betroffen und so-
mit beschwert sind;  

− mit Eingabe vom X.____ die Beschwerdeführer überdies die Rechtsmittelfrist (Art. 396 
Abs. 1 StPO) gewahrt und ihre Begründungspflicht wahrgenommen haben;  

− die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz gemäss 
§ 15 Abs. 2 EG StPO ebenfalls gegeben ist, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist;  

− die Staatsanwaltschaft zur Begründung der verfügten Sicherstellung und Anordnung der 
Obduktion des Leichnams von †C.____ zusammengefasst ausführt, aufgrund der erfolgten 

 
 
 

 
 
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rechtsmedizinischen und polizeilichen Feststellungen, insbesondere der Legalinspektion 
des Leichnams, habe eine deliktisch beeinflusste Todesursache nicht ausgeschlossen wer-
den können, weshalb eine Obduktion angeordnet worden sei;  

− die Beschwerdeführer demgegenüber geltend machen, aufgrund der Lebensumstände der 
Verstorbenen könne eine Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden und es seien keine 
Hinweise auf eine Straftat ersichtlich, zumal die Verstorbene oft an suizidalen Tendenzen 
gelitten und ihren Suizid vorbereitet habe;  

− gemäss Art. 253 Abs. 1 StPO die Staatsanwaltschaft zur Klärung der Todesart oder zur 
Identifizierung des Leichnams die Legalinspektion anordnet, wenn bei einem Todesfall An-
zeichen für einen unnatürlichen Tod, insbesondere für eine Straftat, bestehen oder die 
Identität des Leichnams unbekannt ist;  

− die Staatsanwaltschaft die Leiche zur Bestattung freigibt, wenn nach der Legalinspektion 
keine Hinweise auf eine Straftat bestehen und die Identität der Leiche feststeht (Art. 253 
Abs. 2 StPO);  

− gemäss Art. 253 Abs. 3 StPO die Staatsanwaltschaft die Sicherstellung der Leiche und 
weitere Untersuchungen durch eine rechtsmedizinische Institution, nötigenfalls die Obduk-
tion anordnet, sofern die Voraussetzungen von Art. 253 Abs. 2 StPO zur Freigabe der Lei-
che zur Bestattung nicht erfüllt sind;  

− die Anordnung einer Obduktion somit voraussetzt, dass die Legalinspektion sowie die Er-
kenntnisse aus den parallel dazu getätigten polizeilichen bzw. kriminaltechnischen Ermitt-
lungen einen Hinweis auf eine Straftat ergeben (THOMAS HANSJAKOB, Zürcher Kommentar 
StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 253 N 15; FRANZ RIKLIN, Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 253 
N 3 f.; ULRICH ZOLLINGER/GÉRALDINE KIPFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 
Art. 253 N 52 ff.);  

− die durchgeführte Legalinspektion offenbar ergeben hat, dass sich eine deliktisch beein-
flusste Todesursache nicht ausschliessen lasse (vgl. den Bericht der Polizei Basel-
Landschaft, Polizeistützpunkt Liestal, S. 8);  

− die Legalinspektion jedoch keinerlei Hinweise auf eine Straftat zu Tage gebracht hat;  

− sich ebenso wenig aus den Erkenntnissen der parallel dazu getätigten kriminaltechnischen 
Ermittlungen Hinweise auf eine Straftat ergeben haben, namentlich weder Kampfspuren 
noch sonstige Spuren einer Dritteinwirkung festgestellt werden konnten (vgl. den Bericht 
der Polizei Basel-Landschaft, Forensik);  

− petechiale Blutungen als Vitalzeichen zwar Indiz für einen Suizid sein können, gleichwohl 
deren Fehlen nicht in jedem Fall als Hinweis auf eine Straftat zu deuten ist, zumal gerade in 

 
 
 

 
 
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denjenigen Fällen des Erhängens, in welchen – wie es in casu der Fall ist (vgl. den Bericht 
der Polizei Basel-Landschaft, Polizeistützpunkt Liestal, S. 5) – der Knoten des Strangwerk-
zeugs sich hinter dem Kieferwinkel befindet, regelmässig keine Stauungsblutungen auftre-
ten;  

− […] 

− D.____ am X.____ gegenüber der Polizei ausgesagt hat, die Verstorbene sei vor ungefähr 
drei Wochen in eine tiefe Krise geraten und zweimal ins Tessin gereist, um sich von einer 
Staumauer in den Tod zu stürzen (vgl. den Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Polizei-
stützpunkt Liestal, S. 5);  

− D.____ zudem berichtet, die Verstorbene habe sich überdies mittels Tabletten versucht das 
Leben zu nehmen, was allerdings nicht funktioniert habe (vgl. den Bericht der Polizei Basel-
Landschaft, Polizeistützpunkt Liestal, S. 5);  

− diese eindrücklichen Depositionen von D.____ im Lichte des seitens der Beschwerdeführer 
eingereichten ärztlichen Zeugnisses von Dr. med. E.____ zu würdigen sind, wonach die 
Verstorbene an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung gelitten habe, in de-
ren Rahmen es wiederholt zu Phasen mit subakuter bis akuter Suizidalität gekommen sei;  

− […] 

− im Ergebnis somit festzustellen ist, dass gewichtige Anhaltspunkte für einen Suizid und 
keinerlei handfeste Hinweise auf eine Straftat vorliegen;  

− folglich sich die Durchführung einer Obduktion unter den gegebenen Umständen nicht 
rechtfertigt;  

− somit die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom X.____ in Gutheissung 
der Beschwerde aufzuheben ist;  

− die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft in der Folge anzuweisen ist, die Leiche von 
†C.____ in Anwendung von Art. 253 Abs. 2 StPO zur Bestattung freizugeben;  

− bei diesem Verfahrensausgang die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus ei-
ner Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- (§ 13 Abs. 1 GebT) sowie Auslagen von Fr. 50.--, auf 
die Staatskasse zu nehmen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO);  

− sich der Anspruch auf Parteientschädigung im Rechtsmittelverfahren ebenso nach  
Massgabe des Obsiegens oder Unterliegens zu richten hat (PATRICK GUIDON, Die Be-
schwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N 578; NIKLAUS 
SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 436 N 1; STEFAN 

 
 
 

 
 
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WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 436 N 4), 
weshalb den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung für das vorliegende Rechtsmit-
telverfahren auszurichten ist;  

− die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer keine Honorarnote eingereicht hat, weshalb die 
Entschädigung von Amtes wegen nach Ermessen festzusetzen ist (§ 18 Abs. 1 der Tarif-
ordnung für Anwältinnen und Anwälte);  

− unter Berücksichtigung der konkreten Umstände die Beschwerdeinstanz eine Entschädi-
gung in der Höhe von Fr. 1'500.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer von 
Fr. 115.50, insgesamt somit Fr. 1'615.50, für angemessen erachtet; 

 

wird erkannt: 

 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vom X.____ betreffend Sicherstellung und 
Anordnung einer Obduktion aufgehoben.  

 
 2. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft wird angewiesen, die Leiche 

von †C.____ zur Bestattung freizugeben (Art. 253 Abs. 2 StPO).  
 
 3. Die kantonsgerichtlichen Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 1'050.--, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- 
sowie Auslagen von Fr. 50.--, gehen zu Lasten des Staates. 

 
 4. Den Beschwerdeführern wird eine Parteientschädigung in der Höhe 

von Fr. 1'500.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich 7.7% Mehrwertsteuer 
von Fr. 115.50, insgesamt somit Fr. 1'615.50, aus der Gerichtskasse 
entrichtet.  

 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Dominik Haffter