# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84420810-082a-5998-9574-1110968d2f55
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.03.2010 D-7667/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7667-2009_2010-03-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7667/2009
law/rep
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
c/o Schweizer Botschaft in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 23. Oktober 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7667/2009

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  -  ein  srilankischer  Staatsangehöriger  tamili-
scher Ethnie aus B._______ - stellte am 20. Januar 2009 aus der Haft 
bei der schweizerischen Vertretung in Colombo ein schriftliches Asyl-
gesuch.

B.
Mit Schreiben vom 29. Januar 2009 wies die schweizerische Botschaft 
in Colombo den Beschwerdeführer auf die Möglichkeit hin, sich nach 
der  Haftentlassung  wieder  zu  melden  und  um  Fortsetzung  seines 
Asylverfahrens zu ersuchen.

C.
Mit an das BFM gerichtetem Fax-Schreiben vom 29. April  2009 teilte 
der Beschwerdeführer mit, am 11. April 2009 aus der Haft entlassen, 
indessen bereits am 29. April  2009 wieder zuhause von Mitarbeitern 
des CID (Criminal Investigation Department) gesucht worden zu sein. 
Gleichzeitig  ersuchte  er  um  eine  persönliche  Anhörung  in  der 
schweizerischen Vertretung in Colombo.

D.
Mit an die schweizerische Vertretung in Colombo gerichteten Eingaben 
vom  11. Juni  und  22. Juli  2009  wies  der  Beschwerdeführer  unter 
anderem  darauf  hin,  dass  sein  Bruder  C._______  (...)  vom  25. bis 
28. Mai 2009 von Unbekannten entführt, schwer misshandelt und nach 
seinem - des Beschwerdeführers - Aufenthaltsort  gefragt worden sei. 
Aus Angst, von seinen Verfolgern aufgespürt zu werden, habe er sich 
in  der  Folgezeit  bis  zu  seiner  am  20. Juli  2009  erfolgten  Rückkehr 
nach Sri Lanka in Indien aufgehalten. 

E.  Am  29. Juli  2009  befragte  eine  Mitarbeiterin  der  Botschaft  den 
Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen.

F.
Weitere, an die schweizerische Botschaft  in Colombo gerichtete Ein-
gaben des Beschwerdeführers erfolgten am 31. Juli,  7.,  11.,  17. und 
21. August 2009 sowie am 2., 7., 14., 18. und 28. September 2009.

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G.
Der Beschwerdeführer machte in seinen schriftlichen Eingaben sowie 
anlässlich seiner Befragung im Wesentlichen geltend, er sei im Jahre 
1996  zusammen mit  seiner  Mutter  sowie  seinem Bruder  C._______ 
nach D._______ gezogen,  jedoch bereits  drei  Monate  später  wieder 
nach B._______ zurückgekehrt, wo er mit kleineren Unterbrüchen bis 
2004 gelebt habe. Im Jahre 2000 habe er als E._______ in einer den 
LTTE  (Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam)  nahestehenden  Firma  ge-
arbeitet.  Später  habe  er  vier  Jahre  lang  als  E._______  in  einer 
medizinischen Einheit der LTTE gearbeitet. Im Jahre 2004 habe er die 
LTTE informiert, dass er letztere Stelle aufgeben wolle und sei in der 
Folge  nach  Colombo  gezogen.  Dort  habe  er  zusammen  mit  seiner 
Familie  gelebt  und seit  Juli  2005 als  F._______  gearbeitet.  Er  habe 
keinerlei Kontakte zur LTTE mehr gehabt, seit er nach Colombo weg-
gezogen sei. Im Jahre 2007 sei er auf einer Pilgerreise in Indien von 
seinem Vorgesetzten dahingehend informiert worden, Angehörige der 
TID (Terrorist  Investigation Division) hätten sich nach ihm erkundigt. 
Daraufhin sei er unverzüglich nach Colombo zurückgekehrt, indessen 
umgehend  wieder  nach  Indien  abgereist,  nachdem  ihn  sein  Vor-
gesetzter  aufgefordert  habe,  sich  bei  der  TID  zu  melden.  Abermals 
zurück in Colombo, habe er der TID telefoniert, die ihm mitgeteilt habe, 
er werde nicht gesucht. Im Januar 2008 habe ihn die TID telefonisch 
vorgeladen. In der Folge sei er drei Stunden lang über die LTTE be-
fragt worden. Dieser Vorgang habe sich im April 2008 wiederholt. Am 
12. September 2008 sei er von der Polizei wegen Verdachts der LTTE-
Mitgliedschaft in G._______ festgenommen worden. Dabei sei er ver-
hört  und  misshandelt  und  eine  Woche  später  ins  Gefängnis  von 
H._______  in  I._______ überführt  worden. Am 11. April  2009 sei  er 
ohne Auflagen entlassen worden und nach Colombo zurückgekehrt. In 
Colombo  seien  er  und  seine  Geschwister  seit  April  2009  indessen 
immer  wieder  von  unbekannten  Leuten  -  mutmasslich  Angehörigen 
des TID oder CID -  zuhause gesucht  worden. Im Mai  2009 sei  sein 
Bruder  C._______  drei  Tage  lang  entführt,  dann  aber  wieder  frei-
gelassen worden. Am 16. Juni 2009 sei er abermals nach Indien ge-
reist,  auf  die  Ankündigung  der  schweizerischen  Vertretung,  ihn  im 
Rahmen  des  vorliegenden  Asylverfahrens  persönlich  anzuhören, 
jedoch am 20. Juli  2009 erneut nach Colombo zurückgekehrt. Weder 
seine Eltern noch seine beiden Geschwister  hätten sich getraut,  ihn 
auf dem Flughafen abzuholen, da sie befürchtet hätten, ihre Schritte 
könnten behördlich überwacht werden. Ende Juli 2009 sei er zweimal 
von Unbekannten zuhause gesucht worden. Am 9. August 2009 hätten 

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Unbekannte überdies versucht,  ihn zu entführen. Wie er nachträglich 
von seinem Vater erfahren habe, seien am 19. August 2009 etwa 15 
Angehörige  der  Special  Task  Force  (STF)  um  acht  Uhr  abends  im 
Hause  seiner  Eltern  aufgetaucht  und  hätten  sich  erneut  nach  ihm, 
seinem  Bruder  C._______  sowie  seiner  Schwester  J._______ 
erkundigt.  Im  Weiteren  hätten  sie  das  ganze  Haus  durchsucht  und 
seien erst am nächsten Morgen um zehn Uhr wieder abgezogen. Noch 
am  selben  Abend  seien  diese  Leute  nochmals  bei  seinen  Eltern 
aufgetaucht  und  bis  etwa elf  Uhr  nachts  in  der  Nähe  ihres  Hauses 
geblieben.  Am  28. August  2009  hätten  Unbekannte  seinen  Bruder 
erneut entführt, nach ihm und seiner Schwester J._______ befragt und 
ihn schwer misshandelt. Vier Stunden später hätten sie seinen Bruder 
wieder  freigelassen.  Am  17. und  am  27. September  2009  hätten 
erneut  unbekannte  Leute  bei  seinen  Eltern  vorgesprochen  und  sich 
nach ihm und seinem Bruder C._______ erkundigt. Er fühle sich wie 
ein  Gefangener  im  eigenen  Land,  könne  kaum  mehr  schlafen  und 
halte  die  Situation,  ständig  versteckt  leben  zu  müssen,  kaum  mehr 
aus.

Zur  Untermauerung seiner  Vorbringen reichte  der  Beschwerdeführer 
im  Verlaufe  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  Kopien  eines 
Führerausweises,  einer  Geburtsurkunde,  einer  ICRC-Karte,  einer 
Businesskarte und einer Verkaufsquittung ein.

H.
Mit  via  Schweizer  Botschaft  am  11. November  2009  an  den  Be-
schwerdeführer  versandter  Verfügung  vom  23. Oktober  2009  ver-
weigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz 
und lehnte dessen Asylgesuch ab. 

I.
Mit am 7. Dezember 2009 beim BFM eingegangener und von diesem 
zuständigkeitshalber  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weiter-
geleiteter  englischsprachiger  Eingabe  vom 25. November  2009  (Ein-
gang beim Bundesverwaltungsgericht: 10. Dezember 2009) beantragte 
der  Beschwerdeführer  sinngemäss,  die  angefochtene  Verfügung  sei 
aufzuheben, sein Asylgesuch gutzuheissen und ihm die Einreise in die 
Schweiz zu bewilligen. Im Wesentlichen führte er aus, die Vorinstanz 
habe in ihrem abweisenden Entscheid mehrere wichtige Punkte über-
sehen. Entgegen deren Einschätzung sei  sein Leben in  grosser Ge-
fahr. So sei sein Bruder C._______ ein weiteres Mal von Unbekannten 

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entführt  worden,  wobei  über  dessen  weiteres  Schicksal  bis  heute 
nichts  bekannt  sei.  Demgegenüber  hätten  die  Personen,  welche 
seinen  Bruder  entführt  hätten,  verschiedentlich  angerufen  und  sich 
dabei  wiederum nach ihm -  dem Beschwerdeführer  -  erkundigt  (vgl. 
Beschwerde S. 1 und 2).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG genannten  Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105  AsylG; Art. 83 Bst. c  Ziff. 1 und Bst. d  Ziff. 1  des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung 
kann indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten  Be-
schwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 
deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber be-
funden werden kann.

1.3 Der  Beschwerdeführer hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert. Auf die die frist- und - vom sprachlichen Mangel abgesehen - 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist  somit  einzutreten (Art. 108 
AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  11  Bst.  e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

4.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet.

5.
5.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

5.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

6.  
6.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20  Abs. 3  AsylG  kann  das 

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Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

6.2 Bei  diesem Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum  zukommt  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  2004  Nr. 21  E. 2b 
S. 137).  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglich-
keit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungs-
nähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zu-
mutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen 
Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen 
(EMARK 2004 Nr. 21 E. 2b S. 137, EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130 f., 
EMARK 1997 Nr. 15 E. 2f S. 131 f.).

7.  
7.1 Der  Beschwerdeführer  begründete  sein  Asylgesuch  im  Wesent-
lichen  damit,  er  fürchte  sich  aufgrund  seiner  früheren  Festnahme 
sowie der auf seine Freilassung folgenden permanenten behördlichen 
Suche nach seiner Person davor, im Falle einer erneuten Festnahme 
ernsthaft an Leib und Leben gefährdet zu sein.

Aufgrund der Aktenlage ist jedoch mit dem BFM davon auszugehen, 
dass  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  dem 
Beschwerdeführer wegen seiner früheren Inhaftierung zwischen dem 
12. September 2008 und dem 11. April 2009 in Zukunft mit erheblicher 
Wahrscheinlichkeit  weitere  Verfolgungshandlungen  seitens  des 
srilankischen Staates drohen. Es mag zutreffen, dass der diesbezüg-
lichen  Haft  des  Beschwerdeführers  tatsächlich  der  anfängliche  Ver-
dacht,  Kontakte mit  der LTTE unterhalten beziehungsweise für diese 
terroristische Aktivitäten ausgeübt zu haben, zugrunde gelegen haben 
könnte. Wie das BFM indessen in diesem Zusammenhang zutreffend 
erwogen  hat,  wurde  der  Beschwerdeführer  am  11. beziehungsweise 
am 9. April 2009 (vgl. act. A3 S. 1 i.V.m. act. A9 S. 11) ohne Auflagen 
freigelassen.  Letzterer  Umstand  weist  deutlich  darauf  hin,  dass  die 
heimatlichen  Behörden  im  Zeitpunkt  seiner  Freilassung  von  seiner 
Unschuld  ausgingen  und  ihm  keine  terroristischen  Aktivitäten  zu-

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gunsten der LTTE mehr unterstellten. Darüber hinaus ist durch nichts 
ersichtlich, weshalb die srilankischen Behörden bereits etwas mehr als 
zwei  Wochen  nach  seiner  Freilassung  Veranlassung  gehabt  haben 
könnten,  erneut  wegen  mutmasslicher  Verbindungen  des  Be-
schwerdeführers zur LTTE nach diesem zu suchen und diese Suche in 
intensiver  Art  und  Weise  bis  zuletzt  -  und  über  den  Zeitpunkt  des 
militärischen Siegs der srilankischen Armee über die LTTE Mitte Mai 
2009  hinaus -  aufrechtzuerhalten.  Schliesslich  entspricht  auch  die 
Tatsache,  dass der  Beschwerdeführer  nach seiner  letztmaligen Aus-
reise  nach  Indien  am  16. Juni  2009  nicht  dort  blieb,  sondern  am 
20. Juli  2009  nach  Sri  Lanka  zurückkehrte,  nicht  dem  Verhaltens-
muster  einer  Person,  welche  tatsächlich  künftige  Nachteile  asyl-
beachtlichen Ausmasses in ihrer Heimat befürchtet.

7.2 Soweit  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  die  Befürchtung 
äussert,  in  Colombo (oder  sonstwo im Süden seines  Heimatlandes) 
Schwierigkeiten  mit  den  srilankischen  Sicherheitskräften  bekommen 
zu  können  (vgl.  Beschwerde  S.  2,  vorletzter  Absatz),  ist  Folgendes 
festzuhalten:  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  im  Grundsatzurteil 
BVGE  2008/2  eine  Lageanalyse  betreffend  Sri  Lanka  vorgenommen 

und  gelangte  dabei  zum  Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicher-

heitslage seit  Januar 2006 insgesamt, insbesondere aber in Colombo 

kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Nach  Ergehen  dieses  Urteils  am 

14. Februar  2008  hat  sich  der  bewaffnete  Konflikt  zwischen  der 

Regierung und der LTTE weiter  zugespitzt.  Nach der Rückeroberung 

des letzten von der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu 

wurde am 18. Mai 2009 seitens der Regierung der endgültige Sieg über 

die  LTTE verkündet  und  der  Bürgerkrieg  offiziell  für  beendet  erklärt. 

Nach dieser Niederlage der LTTE haben die srilankischen  Behörden - 

namentlich im Grossraum Colombo - die Sicherheitsmassnahmen nicht 

gelockert.  Daher  laufen  gerade  junge  Männer  wie  der 

Beschwerdeführer  Gefahr,  überall  und  jederzeit  von  srilankischem 

Sicherheitspersonal  einer  minutiösen  Personenkontrolle  unterzogen 

und  öfters  auch  für  eingehendere  Abklärungen  auf  den  Posten  mit-

genommen oder in ein Armeecamp beordert zu werden. Diese so ge-

nannten  „Anti-Terrormassnahmen“  werden  im  Raum  Colombo  -  un-

besehen der Rügen des Supreme Courts - als repressives Instrument 

gegen  befürchtete  Infiltrationen  tamilischer  Separatisten  angewandt. 

Diesen Massnahmen, denen ein Grossteil der tamilischen Bevölkerung 

im ganzen Land und ebenso auch in Colombo ausgesetzt sind, kommt 

indes  aufgrund  mangelnder  Intensität  kein  Verfolgungscharakter  im 

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Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu.  Vor  diesem  Hintergrund  vermögen  die 

sinngemäss angedeuteten Befürchtungen des seit  dem Jahre 2004 in 

Colombo  wohnhaften  Beschwerdeführers,  immer  wieder  von  Sicher-

heitskräften  kontrolliert  und  dabei  aufgrund  seiner  Herkunft  aus 

B._______ vorschnell in den Verdacht zu geraten, etwas mit den LTTE 

zu tun zu haben (vgl.  Beschwerde S.  2,  vorletzter  Absatz),  nicht  zur 

Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zu  führen,  zumal  der  Be-

schwerdeführer  in  Colombo  nach  eigenen  Angaben  seit  dem  Jahre 

2005 offiziell registriert ist (vgl. act. A9 S. 13 unten).

7.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  dem  Beschwerde-
führer nicht gelungen ist,  eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich daher, auf weitere Vorbringen in 
der  Beschwerde  einzugehen,  da  diese  keine  neuen  Begründungs-
elemente  enthalten,  welche  geeignet  wären,  die  Einschätzung  des 
BFM entscheidend  zu  relativieren. Das  BFM hat  demnach  dem Be-
schwerdeführer  zu Recht  die Einreise in die Schweiz verweigert  be-
ziehungsweise dessen Asylgesuch abgelehnt.

7.4 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt  und angemessen ist  (Art. 106 Abs. 1 
AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  3  Bst.  a  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  allerdings  auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Botschaft in Colombo)

- die schweizerische Vertretung in Colombo (unter Hinweis auf Ihre 
Referenznummer (...), mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an den 
Beschwerdeführer  sowie  um Zustellung  der  Empfangsbestätigung 
an das Bundesverwaltungsgericht)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N  (...)  (in 
Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand:

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