# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71a68cc0-1560-5bf0-884c-8ec62ab36bff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 E-312/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-312-2007_2011-09-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­312/2007

U r t e i l   v om     2 9 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Pietro Angeli­Busi, Richterin Christa Luterbacher,
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sudan,  
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 
Advokatur Kanonengasse, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 13. Dezember 2006 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Zaghawa – stammt nach eigenen 
Angaben  aus  B._______,  Nord­Darfur).  Ende  August  2006  sei  er  nach 
Libyen ausgereist und über Italien am 1. November 2006 in die Schweiz 
eingereist,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
C._______ ein Asylgesuch stellte.

Im Rahmen  der  Befragung  vom  17. November  2006  und  der  Anhörung 
vom 29. November 2006 machte er  im Wesentlichen geltend, er sei seit 
1999  Mitglied  der  D._______  Partei  (D._______),  die  ihrerseits  der 
National  Democratic  Alliance  (NDA)  angehöre.  Als  Student  (1999  bis 
2003) der Universität von Al­Gezira in F._______) habe er Gespräche mit 
anderen  Studenten  gesucht,  um  ihnen  die  Ziele  der  Partei  zu  erklären 
und sie so von einer Mitgliedschaft zu überzeugen. Zudem habe er auch 
Artikel für ein Blatt der Universität von B._______ verfasst und dabei über 
die miserable Wohnsituation der Studenten innerhalb der Universität und 
über  die  schlechten  Lebensbedingungen  der  aus  Darfur  stammenden 
Personen ausserhalb ihres Bundesstaates berichtet.

Am 7. Januar  2000  habe  er  sich  ferienhalber  in B._______  aufgehalten 
und  sei  –  nachdem  er  an  einer  Versammlung  teilgenommen  habe  –  in 
seinem  Haus  von  in  Zivil  gekleideten  Personen  verhaftet  worden.  Drei 
Tage  habe  man  ihn  in  einem  dunklen  Raum  gefangen  gehalten,  ihn 
geschlagen  und  ausgepeitscht.  Er  sei  über  seinen  Aufenthalt  an  der 
Universität  von B._______ ausgefragt worden, wo er doch eigentlich an 
einer  anderen  Universität  studiere.  Man  habe  ihm  vorgeworfen, 
Studenten  gegen  die  Universitätsleitung  aufgewiegelt  zu  haben.  Nach 
drei  Tagen  sei  er  entlassen  worden,  doch  habe  er  verbindlich  erklären 
müssen,  die Universität  von  B._______  nicht mehr  zu  betreten.  Zudem 
habe  er  sich  während  eines  Monats  jeden  Morgen  auf  einem 
Polizeiposten  melden  müssen.  Nach  diesem  Monat  sei  es  ihm  erlaubt 
gewesen,  nach  F._______  zurückzukehren,  um  sein  Studium  wieder 
aufzunehmen. Während zwei Semestern habe er sich jede Woche einmal 
auf einem Polizeiposten in F._______ melden müssen.

Nach  einer  Teilnahme  seinerseits  an  einer  Versammlung  in  der 
Universität  G._______  in  Khartum,  wo  man  über  die  Probleme  des 
Sudans – wie beispielsweise die Flüchtlingslager – diskutiert habe, sei er 
auf dem Rückweg nach H._______ am 6. Juni 2006 ein zweites Mal von 
zivilen  Personen  verhaftet  worden.  Am  ersten  Tag  habe  man  ihn  ca. 

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24 Stunden  in  einem  Bad  mit  schmutzigem  Wasser  und  Exkrementen 
gelassen.  Danach  sei  er  geschlagen  und  ausgepeitscht  worden;  man 
habe ihn zudem an den Füssen aufgehängt. Ihm sei vorgeworfen worden, 
einer  verbotenen  Partei  anzugehören  und  gegen  das  Regime  zu 
operieren.  Man  habe  ihn  auch  über  die  Partei  ausgefragt.  Vom  dritten 
Tag an habe man ihm einen Flaschenhals in den Anus gestossen und mit 
einer Zange seine Hoden angefasst, um Druck auf diese auszuüben. Die 
Befragungen  und  die  Folterungen  hätten  sich  abgewechselt;  er  habe 
dabei jegliches Zeitgefühl verloren. Neben der Angst um sein Leben habe 
er grosse physische Schmerzen  im Analbereich, am Rücken und  in den 
Nasenhöhlen  durchlitten.  Nach  fünf  Tagen  sei  er  mit  der  Auflage,  sich 
jeden  Morgen  auf  dem  Polizeiposten  von  I._______  (Khartum)  zu 
melden, entlassen worden. Man habe ihn zudem inständig gewarnt, dass, 
wenn er seinen Freunden von seiner Haft und dem Verhör erzähle, sein 
Ende sehr brutal sein werde. Aus Angst habe er sich dann entschlossen, 
sein Land Ende August 2006 zu verlassen.

Der  Beschwerdeführer  habe  während  des  Studiums  –  d.h.  bis  2003 – 
unter  der Woche  in  einem  Studentenwohnheim  in  F._______  gewohnt. 
Als weiteren Wohnsitz  nannte er ein Haus  in H._______  (bei Khartum), 
das  er  mit  anderen  Angehörigen  seiner  Volksgruppe  Zaghawa  geteilt 
habe.  In  den  Semesterferien  sei  er  zudem  meist  nach  B._______ 
zurückgekehrt. Ab 2004 habe er mehrheitlich in B._______ gelebt, zuletzt 
– im Mai 2006 – sei er indes wieder nach Khartum zurückgekehrt.

B. 
Das  BFM  verneinte  mit  Verfügung  vom  13. Dezember  2006  die 
Flüchtlingseigenschaft  des Beschwerdeführers, wies das Asylgesuch ab 
und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. 
Es  begründete  seinen  Entscheid  im  Wesentlichen  mit  der 
Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  (Art. 7  des Asylgesetzes  vom  26. Juni 
1998  [AsylG,  SR  142.31]).  Für  den  Beschwerdeführer  sei  ferner  als 
einfaches  Parteimitglied,  das  offensichtlich  nicht  verfolgt  werde,  keine 
begründete Frucht vor Verfolgung ersichtlich. Auch seien die Vorbringen 
vor  dem  Jahr  2006  aus  zeitlicher  und  sachlicher  Hinsicht  ungenügend, 
um  den  erforderlichen  engen  Kausalzusammenhang  zwischen 
Verfolgung  und  Flucht  herzustellen.  Daher  halte  die  Asylbegründung 
auch nicht den Anforderungen an Art. 3 AsylG stand.

Der Vollzug der Wegweisung sei, so das BFM, zudem zulässig, zumutbar 
und  möglich.  Mitglieder  nicht­arabischer  Ethnien  aus  Darfur  seien 

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ausserhalb  dieses  Gebietes,  z.B.  im  Grossraum  Khartum,  keiner 
kollektiven Verfolgung ausgesetzt, weshalb die Möglichkeit bestehe, sich 
dort  anzusiedeln.  Auf  die  Details  dieses  Entscheides  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen.

C. 
Gegen  diese  Verfügung  reichte  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter am 12. Januar 2007 beim Bundesverwaltungsgericht eine 
Beschwerde  ein. Dabei  begehrte  er  die Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  die 
Asylgewährung. Eventualiter sei wegen Unzulässigkeit, beziehungsweise 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen.  In  formeller Hinsicht  sei die unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.

Der  Beschwerdeführer  sei  ohne  Zweifel  aufgrund  seiner  Mitgliedschaft 
bei der D._______ Partei und bei (…) – vom Staat verfolgt, weswegen er 
die  Flüchtlingseigenschaft  erfülle.  Der  Hinweis  des  BFM  auf  eine 
innerstaatliche Fluchtalternative sei unstatthaft, da wirksamer Schutz vor 
Verfolgung  im  gesamten  Staatsgebiet  nicht  gewährt  werden  könne. 
Ferner sei durch die Ausreise des Beschwerdeführers aus dem Sudan – 
d.h.  durch  die  Missachtung  der  angeordneten  Meldepflicht  –  ein 
objektiver  (recte:  subjektiver)  Nachfluchtgrund  gegeben.  Der 
sudanesische Geheimdienst  sei  vor  allem  an Personen  interessiert,  die 
im  Ausland  ein  Asylgesuch  gestellt  hätten;  insbesondere  Angehörige 
nicht­arabischer  Ethnien  aus  Darfur  würden  bei  der  Rückkehr  in  ihren 
Heimatstaat  erfasst  und  befragt  werden.  Auf  die  Details  dieser 
Beschwerde  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen 
eingegangen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  24. Januar  2007  verzichtete  das 
Bundesverwaltungsgericht  auf  einen  Kostenvorschuss;  über  die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sei  indes  im Endentscheid 
zu befinden.

E. 
Im  Rahmen  einer  Vernehmlassung  erklärte  das  BFM  am  29. Januar 
2007, die Beschwerde enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen, die 
eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  würden;  daher 

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beantrage  es  eine  Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  Stellungnahme 
wurde dem Beschwerdeführer am 1. Februar 2007 zur Kenntnis gebracht.

F. 
Mit  Eingabe  vom 27. Februar  2007  reichte  der Beschwerdeführer  einen 
Bericht  eines  Facharztes  für  Innere Medizin  vom  22. Februar  2007  ein, 
der  ihm  einen  sich  verschlechternden  Gesundheitszustand  und  eine 
Posttraumatische  Belastungsstörung  (PTBS)  nach  einer  Misshandlung 
attestierte.

G. 
Am  12. Dezember  2007  wurde  ein  zweites  ärztliches  Zeugnis  der 
Fachstelle  für  Sozialpsychiatrie  und  Psychotherapie  J._______  vom 
6. Dezember 2007 beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Es wurde 
eine  mittelgradige  Depression  sowie  eine  PTBS  nach  Foltererfahrung 
diagnostizierte.

H. 
Am  21. Juli  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht mit,  dass er  in  der Zwischenzeit Mitglied des 
Vereins Darfur Friedens­ und Entwicklungszentrum (DFEZ) geworden sei, 
der  sich  aktiv  für  die  Menschen  aus  Darfur  einsetze.  So  habe  er  am 
12. April  2008  im Rahmen des weltweiten  "5th Day  for Darfur"  an einer 
Protestaktion beim Bahnhof K._______ mitgemacht. Zudem habe er am 
19. April  2008 an einer Demonstration unter  dem Motto  "Bleiberecht  für 
alle"  in  K._______  teilgenommen.  Als  Beweis  dafür  reichte  er 
Fotoaufnahmen ein, auf welchen er klar erkennbar sei.

I. 
Mit Eingabe vom 4. Mai 2009 übergab er einen dritten Arztbericht – einen 
Schlussbericht  des  Sozialpsychiatrischen  Dienstes  des  Kantons 
L._______  vom  28. April  2008  –  zu  den  Akten,  der  eine  mittelgradige 
Depression sowie eine PTBS nach Foltererfahrung diagnostiziert.

Darüber  hinaus  reichte  er  weitere  Belege  (Fotoaufnahmen  sowie  DVD) 
seiner exilpolitischen Aktivität ein. So habe er am (…) 2008  im Rahmen 
des  "4th  Global  Day  for  Darfur"  an  einer  Podiumsveranstaltung  an  der 
Universität K._______, am (…) 2008 an einer  Informationsveranstaltung 
der  Schweizer  Sektion  der  Sudan  Liberation  Movement  (SLM)  in 
K._______ und am (…) 2008 an einer Versammlung der Rebellengruppe 
Justice  and  Equality  Movement  (JEM)  im  M._______  teilgenommen. 

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Zudem  sei  er  am  (…)  2009  bei  einer  Podiumsdiskussion  der  Gruppe 
Sudan Liberation Movement (SLM) in K._______ zugegen gewesen. Am 
19. April 2009 habe er das "Geneva Summit for Human Rights, Tolerance 
and Democracy" in Genf besucht, eine Art Parallelveranstaltung der UN­
Anitrassismus­Konferenz. Seine Teilnahme als Mitglied der NGO United 
Nations Watch an der  "Anti­racism Durban Review Conference"  in Genf 
(vom  20.  bis  24. April  2009)  sei  durch  die  eingereichten  Zutrittsplakette 
und Fotoaufnahmen belegt.

J. 
Im Rahmen  der  zweiten  Vernehmlassung machte  das  BFM  am  10. Juli 
2009  geltend,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  hinsichtlich  seiner 
exilpolitischen  Tätigkeiten  nicht  über  das  Mass  anderer  Personen 
exponiert  und  das  Interesse  der  sudanesischen  Behörden  so  auf  sich 
gezogen hätte. Aufgrund dieser Feststellung beantrage die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde im Flüchtlingspunkt.

K. 
In  seiner  Replik  vom  31. Juli  2009  unterstrich  der  Beschwerdeführer 
seine politische Exponiertheit aufgrund der steten Teilnahme an diversen 
Veranstaltungen.  Dies  werde  auch  durch  –  beispielsweise  –  seine 
Anwesenheit  als  Mitglied  der  NGO  United  Nations  Watch  an  der 
11. Session  des  UN­Menschenrechtsrats  vom  16.  bis  19. Juni  2009 
untermauert.  Die  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  würden  ein 
ausgeprägtes  Profil  ausweisen;  innerhalb  der  exilpolitischen  Gemeinde 
der  Sudanesen  sei  er  eine  bekannte  Person.  Ferner  wurde  auf  die 
Tatsache  hingewiesen,  dass  die  sudanesische  Regierung  die  JEM 
infiltriert habe – sowohl im Inland wie auch in der Diaspora. Wegen einer 
am 10. Mai 2008 verübten Attacke der JEM­Rebellen  in Omdurman (bei 
Khartum)  seien  die  Sicherheitskräfte  in  erhöhter  Alarmbereitschaft;  es 
würden  dort  zahlreiche  Razzien  durchgeführt  und  Menschen  gefangen 
genommen.

L. 
Am  7. Dezember  2009  wurden  zur  weiteren  Untermauerung  der 
exilpolitischen  Aktivitäten  Fotoaufnahmen  des  Beschwerdeführers 
eingereicht,  die  ihn  an  einer  Veranstaltung  gegen  den  Bau  eines 
Staudammes in Nordsudan, die am (…) 2009 in K._______ stattfand, und 
an einem Treffen  im November 2009 mit  dem UN­Sondergesandten  für 
den Sudan, Mohamed Osman, zeigen würden.

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M. 
Weitere  Fotoaufnahmen  wurden  am  24. März  2010  eingebracht.  Sie 
würden den Beschwerdeführer, der an einer Veranstaltung vom 8. März 
2010  des  "2nd  Geneva  Summit  for  Human  Rights,  Tolerance  and 
Democracy"  (organisiert  von  einer  globalen  Koalition  von  25 
Menschenrechtsgruppierungen)  teilgenommen  habe,  im  Gespräch  mit 
Podiumsrednern zeigen.

N. 
Mit  Eingabe  vom  4. April  2011  unterstrich  der  Beschwerdeführer  ein 
weiteres  Mal  sein  exilpolitisches  Engagement.  So  habe  er  am  21. Juli 
2010  in Genf der Aushandlung und Unterzeichnung eines Memorandum 
of  Understandig  zwischen  der  UNO  und  der  JEM  bezüglich  des 
Kinderschutzes  in  Darfur  beigewohnt.  Die  beigelegten  Fotografien 
würden den Beschwerdeführer dabei zeigen. Am 25. März 2011 habe er 
zudem  am  "3rd  Geneva  Summit  for  Human  Rights  and  Democracy"  in 
Genf teilgenommen. 

O. 
Am 21. April 2011 sandte der Rechtsvertreter nach einer entsprechenden 
Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  ausgefüllte  Formular 
für das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie seine Kostennote 
zu.  Darüber  hinaus  fand  sich  im  Anhang  des  Schreibens  ein  aktueller 
Arztbericht  des  Ambulatoriums  für  Folter­  und  Kriegsopfer  des 
Universitätsspitals  Zürich  vom  21. April  2011,  der  eine  PTBS,  eine 
mittelgradige  depressive  Episode  und  Spannungskopfschmerzen 
bestätigte.  Diese  Befunde  seien  plausibel  und  medizinisch 
widerspruchsfrei  vereinbar  mit  den  geltend  gemachten 
Traumatisierungen.  Der  unsichere  Aufenthaltsstatus  und  die  Angst  vor 
einer  Rückkehr  würden  zudem  die  Symptombelastung  beträchtlich 
verstärken.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 

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gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 
AsylG, Art. 48 Abs. 1, Art. 50 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1. Es wird zunächst die Frage zu klären sein, ob die geltend gemachten 
Vorfluchtgründe  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art. 7  AsylG 
glaubhaft sind.

Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

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3.2.  Das  BFM  stellte  in  seiner  abweisenden  Verfügung  vom 
13. Dezember 2006 fest, die Vorbringen würden den Anforderungen von 
Art. 7 AsylG nicht standhalten. Der Beschwerdeführer habe ein wichtiges 
Beweismittel,  seinen  Mitgliedsausweis  der  D._______  Partei,  nicht 
eingereicht.  Die  Begründung,  er  sei  aus  Angst  nicht  oft  zu  Hause 
gewesen, sei im Lichte der angeblich täglichen Registrierungspflicht nicht 
nachvollziehbar.  Ebenfalls  nicht  vorstellbar  sei  seine  Aussage,  nicht  zu 
wissen,  ob  andere  Mitglieder  seiner  politischen  Entourage  ebenfalls 
Nachteile erlitten hätten. 

Der Wahrheitsgehalt wesentlicher Vorbringen sei dann zweifelhaft, wenn 
man  diese  ohne  zwingenden  Grund  erst  im  späteren  Verlauf  des 
Verfahrens  geltend  mache.  Der  Beschwerdeführer  habe  während  der 
Erstbefragung keine geschlechtsspezfischen Nachteile geltend gemacht; 
auch  bei  der  Anhörung  hätten  keine  seiner  Antworten  darauf 
hingewiesen.  Erst  als  man  ihn  daraufhin  angesprochen  habe,  habe  er 
über die Folterungen gesprochen – dies sei zumindest erstaunlich.

Ferner  seien  wesentliche  Punkte  zu  wenig  konkret,  detailliert  und 
differenziert  dargelegt  worden.  So  sei  er  auf  Details  der  genannten 
Foltermethoden  nicht  eingegangen  und  habe  bloss  Allgemeinheiten 
thematisiert.  Auch  die  Meldepflicht  nach  der  Freilassung  am  11. Juni 
2006  könne  nicht  als  authentisch  gelten,  da  der  Beschwerdeführer 
unpräzise Angaben bezüglich der Dauer gemacht habe und nichts über 
Mitunterzeichner  habe  aussagen  können.  Auch  habe  er  nicht  sagen 
können,  welcher  Sicherheitsdienst  ihn  jeweils  verhaftet  habe.  Seine 
Aktivitäten  für  seine Partei  habe  er  nicht  konkretisieren  können.  Zudem 
wäre  eine  behördlich  gesuchte,  missliebige  Person  nicht  dauernd  mit 
Behörden in Kontakt.

3.3.  Der  Beschwerdeführer  machte  demgegenüber  in  seiner 
Beschwerdeschrift  geltend,  dass  die  Vorinstanz  völlig  zu  Unrecht  seine 
Glaubwürdigkeit  bestreite.  Die  D._______  Partei  sei  Mitglied  eines 
Allianzbündnisses  "al  djebha  al  demokratija"  (National  Democratic 
Alliance) und teile mit diesem das Zeichen "Jeen Dal" (JD), das auch als 
verkürzte Schreibform des Namenszuges "al djebha al demokratija" gelte. 
Mit  der  Bejahung  der  Frage  nach  einem  Mitgliedsausweis  habe  er 
aussagen  wollen,  dass  er  einen  Ausweis  der  "Jeen  Dal"  habe.  Der 
Aussage, er  sei nicht oft  zu Hause gewesen, gelte es beizufügen, dass 
das  gesamte  Haus  von  Studierenden  –  allesamt  Angehörige  der 
Zaghawa­Ethnie  –  bewohnt  gewesen  sei,  die  mit  den  Rebellen 

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sympathisiert  hätten.  Da  die  Gefahr  einer  Razzia  gross  gewesen  sei, 
habe  er  sich  dort  –  aus  nachvollziehbaren  Gründen  –  nicht  oft 
aufgehalten.

Ferner  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  sich  sicher,  dass  auch 
andere Studenten verfolgt worden seien, doch habe aus Angst niemand 
über  jegwelche  Verhaftungen  gesprochen.  Nach  den  erlittenen 
Folterungen  habe  sich  auch  der  Beschwerdeführer,  den  man  aufs 
Eindringlichste gewarnt habe, etwas darüber verlauten zu  lassen, daran 
gehalten.

Der Umstand, dass er die geschlechtsspezifische Verfolgung erst später 
im  Verfahren  geltend  gemacht  habe,  sei  auf  das  Schamgefühl  ob  der 
erlittenen sexuellen Misshandlung zurückzuführen; dies gelte auch für die 
Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung – wo auch eine 
Frau zugegen gewesen sei – erst nach Nachfragen davon erzählt habe. 
Erst  als  die  weibliche  Person  den  Raum  verlassen  habe,  sei  es  ihm 
überhaupt  möglich  gewesen,  über  das  Geschehene  zu  berichten.  Das 
Argument  des  BFM,  der  Beschwerdeführer  habe  die  Folterungen  zu 
wenig  konkret  dargelegt,  sei  mit  Vehemenz  zurückzuweisen.  Diese 
Behauptung  ignoriere  wissenschaftliche  Erkenntnisse  über  die 
psychologischen Nachwirkungen bei Folteropfern. Es gelte insbesondere 
den psychologischen Verdrängungsmoment zu berücksichtigen, dem die 
Gefolterten ausgeliefert seien. Auch müsse festgestellt werden, dass der 
Beschwerdeführer  sehr  wohl  über  die  erlittenen  Schmerzen  berichtet 
habe.  Es  liege  auch  auf  der  Hand,  dass  –  entgegen  der  Meinung  des 
BFM – er einer seriösen Nachkontrolle bedurft habe, die er sich indes aus 
Scham nicht geholt habe.

Dass  sich  der  Beschwerdeführer  über  die  Dauer  der  Meldepflicht  nach 
der  zweiten  Freilassung  geirrt  habe,  sei  ein  kleines  Versehen,  das  er 
auch gleich korrigiert habe (vgl. A8, S. 7). Zudem seien die Polizisten auf 
der  Polizeistation  immer  in  Zivil  gekleidet  gewesen,  so  habe  er  nicht 
erahnen  können,  welchem  Geheimdienst  diese  unterstehen  würden. 
Auch  sei  es  ihm  nicht  erlaubt  gewesen,  den  Kopf  zu  heben, 
beziehungsweise  die  Beamten  anzuschauen  (vgl.  A8,  S. 7).  Die 
Behauptung,  der  Beschwerdeführer  habe  sein  politisches  Engagement 
nicht glaubhaft vorgebracht, könne mit einem Blick in die Akten verworfen 
werden.  Schliesslich  sei  auch  zu  erwähnen,  dass  er  hinsichtlich  seines 
geleisteten Militärdienstes Nachteile erlitten habe, da er länger als Andere 

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im  Dienst  gestanden  habe  und  am  Ende  kein  Dienstleistungszertifikat 
erhalten habe.

3.4.  Wie  sich  nachfolgend  zeigen  wird,  kommt  das 
Bundesverwaltungsgericht entgegen der Meinung des BFM zum Schluss, 
dass  die Vorbringen  des Beschwerdeführers  im Sinne  von Art. 7  AsylG 
glaubhaft sind.

3.4.1.  Das  BFM  führte  aus,  ein  wichtiges  Beweismittel,  der 
Mitgliedsausweis der D._______ Partei, sei nicht eingereicht worden. Der 
Beschwerdeführer sagte  im Rahmen der Anhörung aus, die Karte sei  in 
seiner "residenza", er sei nicht viel dort gewesen, weil er Angst vor einem 
Übergriff gehabt habe (vgl. A8, S. 12).

Die  D._______  Partei  Sudan  war  wie  alle  Parteien  im  Sudan  seit  dem 
Putsch von Omar al­Bashir vom 30. Juni 1989 verboten. Sie gehörte der 
Schirmorganisation  der  oppositionellen  Parteien,  National  Democratic 
Alliance  (NDA),  an,  die  im  Jahr  1995  gegründet  wurde.  Wie  Berichte 
zeigen, verfolgte die Regierung die Strategie, die grössten Parteien durch 
eine  Kombination  von  Strafen  (beispielsweise  Konfiszierung  von 
Eigentum, Verfolgung und Verhaftungen von [mutmasslichen] Mitgliedern 
der  D._______  Partei)  und  Anreizen  (selektive  Rückerstattung  von 
konfisziertem  Eigentum)  zu  schwächen  (vgl.  ACCORD 
Anfragebeantwortung  vom  5. August  2004 
[<http://www.ecoi.net/file_upload/response_de  _65583.html>]).  Erst  im 
Jahr  2005  gab  es  dank  dem  Friedensabkommen  für  die  sudanesische 
Opposition  –  mindestens  für  die  (offiziellen)  Führer  dieser  Parteien – 
Erleichterungen.  So  amnestierte  die  Regierung  im  Jahr  2005 
beispielsweise  den  Generalsekretär  der  D._______.  Trotz  dieser 
Anzeichen  einer  Beruhigung  des  Konflikts  zwischen  der  herrschenden 
Partei und der D._______ beschuldigte Letztere die Erstere, sie habe ihr 
mit Ermordungen gedroht (vgl. United Nations Mission in Sudan [UNMIS], 
Media  Monitoring  Report,  21  February  2007).  Es  erscheint  daher 
durchaus  plausibel,  dass  der  Beschwerdeführer  als  einfaches  Mitglied 
den Mitgliedsausweis  einer  über  lange  Zeit  verbotenen  Partei  nicht  bei 
sich  trug,  sondern  in  seiner  "residenza"  aufbewahrte.  Obwohl  nicht 
eindeutig ist, ob mit "residenza" B._______ oder H._______ gemeint war, 
geht  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer damit seinen (festen) Wohnort B._______ meinte, wo 
er  bis  Mai  2006  für  zwei  Jahre  gelebt  hat,  bevor  er  sich  wieder  nach 
H._______ begab. Davon ausgehend erscheint es verständlich, dass er 

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nach  seiner  Entlassung  am  11. Juni  2006  keinen  Grund  hatte,  nach 
B._______  zu  gehen,  um  sich  den Ausweis  zu  beschaffen,  zumal  er  in 
dieser Zeit einer täglichen Meldepflicht in Khartum unterlag (vgl. A8, S. 7).

3.4.2.  Das  BFM  hält  dem  Beschwerdeführer  ferner  entgegen,  er  habe 
seine Aktivitäten in der Partei nie konkretisiert. Eine Mitgliedschaft  in der 
D._______ liege – auch wegen der fehlenden Mitgliedskarte – daher nicht 
nahe. Gegen die Parteizugehörigkeit spreche auch, dass eine behördlich 
gesuchte Person nicht dauernd in Kontakt mit den Behörden, z.B. um das 
Studium  anerkennen  zu  lassen,  sein  könne.  Ausserdem  habe  der 
Beschwerdeführer  keine  Nachteile  im  Militärdienst  aufgrund  seiner 
angeblichen Parteizugehörigkeit geltend gemacht.

Der  Beschwerdeführer  führte  aus,  dass  er  als  einfaches  Mitglied  der 
Partei mit keiner speziellen Aufgabe betraut gewesen sei. Er habe einzig 
Studenten  von  einem  Parteibeitritt  zu  überzeugen  versucht  (vgl.  A8, 
S. 10).  Dabei  musste  er  den  jeweiligen  Einwänden  oder  Gerüchten – 
beispielsweise,  dass  die  Partei  ungläubig  sei  –  widersprechen.  Die 
Schilderung  seiner Argumente  für  einen Parteibeitritt  sind detailreich;  er 
spricht  sogar  das  ökonomische  Programm  der  D._______  an  (vgl.  A8, 
S. 11). Zudem habe er auch für ein Blatt der Universität von B._______– 
bevor  dieses  nach  der  Veranstaltung  im  Jahr  2000  eingestellt  werden 
musste  –  Artikel  verfasst,  in  welchen  er  über  das  studentische  Leben 
innerhalb der Universität und über das Leben der Darfuri ausserhalb ihrer 
Region  berichtet  habe  (vgl.  A1,  S. 4;  A8,  S. 11).  Dem  Argument,  der 
Beschwerdeführer habe seine Aktivitäten  für die Partei  nie  konkretisiert, 
kann daher nicht gefolgt werden.

Hinsichtlich  des  Arguments,  der  Beschwerdeführer  sei  eine  behördlich 
gesuchte  Person  gewesen,  gilt  es  zu  bemerken,  dass  er  jeweils  aus 
seiner Haft entlassen wurde und daher nicht als eine behördlich gesuchte 
Person  galt.  Der  Zweck  der  Verhaftungen  und  der Misshandlungen  lag 
wohl  einzig  in  der  Einschüchterung  des  Beschwerdeführers.  Auch 
existieren keine Hinweise darauf, dass Studenten nach einer Verhaftung 
mit dem Verbot des Studiums sanktioniert worden sind. Daher kann sich 
das  Bundesverwaltungsgericht  dem  Argument  der  Vorinstanz  nicht 
anschliessen,  er  hätte  als  behördlich  gesuchte  Person  keinen 
Behördenkontakt pflegen können.

3.4.3.  Für  das  BFM  sei  es  weiter  erstaunlich,  dass  die  vom 
Beschwerdeführer  vorgebrachte  geschlechtsspezifische  Verfolgung 

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einerseits  nicht  schon  Gegenstand  der  Kurzbefragung  war  und 
andererseits  in  der  Anhörung  nicht  umgehend  erwähnt  wurde.  Zudem 
habe  der  Beschwerdeführer  insbesondere  von  zwei  Foltermethoden 
berichtet,  indes  sei  beispielsweise unklar, was genau dabei  geschmerzt 
oder was für eine Furcht er dabei gehegt habe. Die von ihm dargelegten 
Folterungen seien daher als nicht erlebt zu bezeichnen.

Der  Beschwerdeführer  gab  im  Rahmen  der  Anhörung  –  als  die  einzig 
anwesende  Frau  den  Raum  verlassen  hatte  –  in  detaillierter  Weise 
Auskunft über die von ihm erlebten Foltermethoden (vgl. A8, S. 6 und 8.; 
vgl. beispielsweise die Umschreibung in F. 109). Dabei berichtete er nicht 
nur über den physischen Schmerz, sondern auch über die Auswirkungen 
der Folter auf seine Psyche und die erlebten Panikanfälle. Auch erwähnte 
er  den Ekel,  den  er  gegenüber  seinen Peinigern  empfunden  habe,  und 
die Enttäuschung darüber, dass er, der alles für sein Land getan habe, in 
solch beschämender Weise misshandelt werde. Letztere Aussage muss 
den  Beschwerdeführer  nach  einem  Vermerk  des  Protokolls  vom 
29. November 2006  in eine aufwühlende Stimmung versetzt haben ("RA 
è  emozionato",  vgl.  A8,  S. 9).  Geht  man  wie  das 
Bundesverwaltungsgericht  beim  Beschwerdeführer  von  einem  politisch 
aktiven  Menschen  aus,  erscheinen  die  Gefühlserregungen,  die  er 
während  der  Folterungen  empfand,  als  nachvollziehbar.  Des  weiteren 
sind  keine  Widersprüche  in  seinen  Aussagen  erkennbar:  An 
verschiedenen  Stellen  erwähnt  er  beispielsweise  die  Schmerzen  in  der 
Nasenhöhle, die Schläge mittels elektrischen Kabeln und wie er an den 
Füssen  an  der  Zimmerdecke  aufgehängt  wurde  (vgl.  A1,  S. 5;  A8,  S. 6 
und 8).  Während  des  Beschwerdeverfahrens  hat  er  zudem  mehrere 
ärztliche Berichte eingereicht, welche stets eine mittelgradige depressive 
Episode  und  eine  Posttraumatische  Belastungsstörung  nach  einer 
Foltererfahrung  diagnostizierten.  So  sind  diese  Befunde,  so  das 
Ambulatorium für Folter­ und Kriegsopfer des Universitätsspitals Zürich in 
seinem Bericht vom 21. April 2011, plausibel und aus medizinischer Sicht 
mit  den  geltend  gemachten  Traumatisierungen  widerspruchsfrei 
vereinbar.  Zwar  ist mit  dieser  gutachterlichen Feststellung grundsätzlich 
nur  glaubhaft  gemacht,  dass  der  Beschwerdeführer  eine  traumatische 
Situation erlebt haben muss – unklar bleibt, welches Ereignis das Trauma 
ausgelöst  hat  (vgl.  dazu  ein  Urteil  der  ARK  vom  25. Mai  1994, 
veröffentlicht  in  ASYL  4/94,  S. 92 f.).  Allerdings  ist  offenkundig,  dass 
Ausführungen von Ärzten zur Frage der Plausibilität der Vorbringen eines 
Patienten  nicht  von  vornherein  belanglos  sein  können  (vgl.  BVGE 
2007/31 E. 5.1). Daher und angesichts der sonstigen Glaubhaftigkeit der 

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erlebten Haft  sieht  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  veranlasst, 
an den geschilderten Folterungen zu zweifeln.

Entgegen der Ansicht des BFM, dies  trage nicht zur Glaubhaftigkeit der 
Folter  bei,  da  der  Beschwerdeführer  keiner  seriösen  medizinischen 
Nachkontrolle  bedurft  habe,  stellt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest, 
dass  der  Beschwerdeführer  sich  zwar  keiner  ärztlichen  Kontrolle 
unterzog, aber den Rat eines Krankenpflegers einholte. Behandelt wurde 
indes  nur  die  physische  Beeinträchtigung;  anscheinend  aber  auch  dies 
ungenügend, da er sich an der Anhörung über Schmerzen im Magen und 
in  den  Nasennebenhöhlen  beklagte.  Indes  wagte  er  aus  Scham  nicht, 
offen und klar vom Erlebten zu berichten (vgl. A8, S. 9). Unangesprochen 
blieb somit auch der psychische Schmerz. Aus der Tatsache, dass er sich 
keiner  ärztlichen  Untersuchung  unterzog,  kann  nicht  geschlossen 
werden, dass sie auch nicht nötig gewesen wäre. Daher überzeugt dieses 
Argument des BFM nicht.

Bekanntermassen  spricht  es  nicht  generell  gegen  die  Glaubhaftigkeit 
einer  sexuellen  Gewalterfahrung,  wenn  diese  nicht  von  Beginn  weg, 
sondern erst im Verlauf des Verfahrens geltend gemacht wird (vgl. BVGE 
2009/51 E. 4.2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5b.dd;  EMARK  2002 
Nr. 13  E. 6c).  Dem  Beschwerdeführer  ist  daher  zuzustimmen,  wenn  er 
das  Argument  des  BFM,  das  verspätete  Einbringen  der  sexuellen 
Verfolgung sei erstaunlich, als haltlos bezeichnet.

3.4.4. Es sei kaum vorstellbar, so das BFM weiter, dass eine Person, die 
nach ihrer Freilassung am 11. Juni 2006 wieder die Universität besuchen 
kann,  keine  Ahnung  von  erlittenen  Nachteilen  der  anderen  Personen 
seiner Entourage habe.

Diesbezüglich gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, er sei nach seiner 
Teilnahme  an  einer  Versammlung  in  der  Cafeteria  der  Universität 
G._______  in  Khartum  am  6. Juni  2006  für  fünf  Tage  festgenommen 
worden  (vgl.  A8,  S. 6).  Nach  der  Freilassung  habe  er  neben  seinem 
täglichen  Gang  zum  Polizeiposten  im  Quartier  I._______(vgl.  A8,  S. 7) 
seine  Zeit  in  der  Universität  G._______  verbracht,  da  ihm  dies  nicht 
verboten gewesen sei (vgl. A8, S. 11). Man habe ihm bei der Freilassung 
gedroht, dass, wenn er mit jemanden über seine Haft rede, er ein brutales 
Ende  finden werde  (vgl.  A8,  S. 6  und  9).  Er  sei  sich  sicher,  dass  auch 

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andere  Studenten  verhaftet  worden  seien,  aber  niemand  habe  darüber 
gesprochen (vgl. A8, S. 11).

Dem Bundesverwaltungsgericht  ist nicht bekannt, dass im Sudan einmal 
verhaftete  Studenten  mit  einem  Verbot  der  Wiederaufnahme  des 
Studiums  sanktioniert  werden.  In  casu  ist  überdies  davon  auszugehen, 
dass  der  Beschwerdeführer  –  da  er  sein  Studium  schon  im  Jahr  2003 
beendet  hatte  (vgl.  A8,  S. 2)  –  sich  nicht  zwecks  Studium  in  der 
Universität G._______ aufhielt. Es erscheint zudem nicht unverständlich, 
dass  nach  den  glaubhaft  dargestellten  Ereignissen  in  der Haft  und  den 
Einschüchterungen  sich  allfällige  Opfer  nicht  zu  solch  infamen 
Erlebnissen  geäussert  haben,  zumal  auch  Schamgefühle  mitgespielt 
haben dürften. Hinzu kommt, dass  im Sudan ein grosses Netzwerk von 
Informanten  Überwachungen  in  Schulen,  Universitäten,  Märkten, 
Arbeitsplätzen und politischen Treffen durchführt  (vgl. US Department of 
State,  2010  Human  Rights  Report:  Sudan,  8. April  2011).  Aus  dieser 
Sicht kann dem BFM nicht zugestimmt werden, dass diese Angaben des 
Beschwerdeführers unglaubhaft seien.

3.4.5.  Nach  Meinung  des  BFM  sei  die  Meldepflicht  des 
Beschwerdeführers  nach  seiner  Freilassung  nicht  als  authentisch  zu 
bezeichnen,  da  er  ungenaue  Angaben  über  die  Dauer  dieser  Pflicht 
gemacht habe und die Mitunterzeichner nicht näher habe unterscheiden 
können. Zudem habe er nicht gewusst, welcher Sicherheitsdienst ("Amn") 
ihn verhaftet habe.

Der Beschwerdeführer gab  im Rahmen der Anhörung an verschiedenen 
Stellen  an,  er  sei  am  6. Juni  2006  von  Personen  in  Zivilkleidung 
aufgegriffen und an einen ihm unbekannten Ort verschleppt worden (vgl. 
A1, S. 5; A8, S. 6 und 11). Da diese Personen weder eine Militäruniform 
noch  eine  Polizeiuniform  getragen  hätten,  gehe  er  davon  aus,  dass  es 
sich  dabei  um  Angehörige  eines  Geheimdienstes  gehandelt  habe  (vgl. 
A8,  S. 5).  Diese  Aussage  ist  nicht  als  widersprüchlich  zu  qualifizieren. 
Nach  den  Kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  der  National 
Intelligence  and  Security  Service  (NISS),  der  der  regierenden  National 
Congress  Party  von  Omar  al­Bashir  dient,  verantwortlich  für  zahlreiche 
Festnahmen,  Folter  und  andere  Formen  von Misshandlungen,  darunter 
auch  Todesfälle.  Normen  aus  dem  damals  geltenden  National  Security 
Forces Act (NFSA), der im Februar 2010 durch den National Security Act 
(NSA)  ersetzt  wurde,  sahen  vor,  dass  der  NISS  Personen  bis  zu  neun 
Monate  ohne  Überprüfung  durch  die  Justizbehörden  in  Haft  behalten 

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konnte.  Zudem gewährte  das Gesetz Angehörigen  des NISS  Immunität 
vor strafrechtlicher Verfolgung (vgl. dazu Amnesty International, Agents of 
Fear, The National Security Service in Sudan, 2010).

Im Gegensatz zur Vorinstanz geht das Bundesverwaltungsgericht  ferner 
von einer glaubhaften Darlegung der Ereignisse nach der Haft aus. Der 
Beschwerdeführer umschreibt durch zahlreiche und realitätstreue Details, 
wie er  jeden Morgen – vor dem Sonnenaufgang – aufgestanden  ist und 
einen überfüllten Bus bis Khartum (N._______) nehmen musste. Von dort 
wechselte er auf einen weiteren Bus Richtung O._______ (Khartum), der 
das  Ziel  I._______(Khartum)  passierte.  Nach  fünf  Minuten  Fussreise 
erreichte er  jeweils den Polizeiposten. Er unterschrieb ein Stück Papier, 
das  seinen  Namen  und  das  Datum  enthielt  und  schliesslich  in  einem 
Ordner  abgelegt  wurde  (vgl.  A8,  S. 7).  Dass  er  den  Titel  des  Papiers 
dabei  nicht  lesen  konnte  oder  seine  Gegenüber  nicht  erkannte,  spricht 
nicht  gegen  die  Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen,  insbesondere  da  er 
jeweils  während  des  Unterschreibens  seinen  Kopf  nach  unten  halten 
musste (vgl. A8, S. 7).

Die  hinsichtlich  der  Dauer  der  Meldepflicht  geltend  gemachte 
Ungenauigkeit kann nicht wie vom BFM  festgehalten als sehr unpräzise 
betrachtet werden. Mehrere Male gab der Beschwerdeführer zu Protokoll, 
er sei am 11. Juni 2006 entlassen worden und habe jeden Tag bis Ende 
August 2006 – teilweise nannte er den 28. oder 29. August 2006 – seine 
Meldepflicht  erfüllt  (vgl.  A1,  S. 5;  A8,  S. 7).  Dies  entspricht  aus 
mathematischer Sicht  in  der  Tat  nicht  den  an  anderer Stelle  erwähnten 
zwei Monaten  (vgl. A8, S. 7). Doch handelt  es sich dabei nur um einen 
kleinen  Widerspruch,  der  in  Würdigung  der  gesamten  Umstände  nicht 
massgebend sein kann. 

3.5.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers glaubhaft erscheinen. In einem weiteren Schritt gilt es 
zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  begründete  Furcht  hat,  bei  einer 
Rückkehr in den Sudan ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG 
ausgesetzt zu sein.

4. 

4.1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in 
dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer 

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politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des 
Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2. Das BFM vertrat in seiner Verfügung die Meinung, die Vorbringen vor 
2006 seien aus zeitlicher und sachlicher Hinsicht ungenügend, um einen 
Kausalzusammenhang  mit  der  im  August  2006  erfolgten  Flucht  zu 
begründen.  Aber  auch  allgemein  stellte  es  fest,  dass  für  ein  einfaches 
Mitglied  der  D._______  Partei  Sudans  keine  begründete  Furcht  vor 
Verfolgung ersichtlich sei.

Dem  BFM  ist  insofern  zuzustimmen,  als  es  hinsichtlich  der  Vorbringen 
des Jahres 2000 bemerkte, es sei aus zeitlicher und sachlicher Hinsicht 
kein  Kausalzusammenhang  zur  im  August  2006  erfolgten  Flucht 
festzustellen. So erwähnte auch der Beschwerdeführer, dass er in dieser 
Zwischenzeit nie verhaftet worden sei (vgl. A8, S. 6). Im Vordergrund der 
folgenden Erwägungen steht folglich die Verhaftung, die im Sommer 2006 
stattfand.

4.3. Der Beschwerdeführer, ein nicht­arabischer Sudanese der Ethnie der 
Zaghawa und ein politisch aktiver ehemaliger Student der Universität von 
Al­Gezira,  wurde  am  6. Juni  2006  für  fünf  Tage  verhaftet  und  massiv 
misshandelt;  unter  diesen Folterungen hat  er  bis  heute  zu  leiden. Nach 
der  Freilassung  musste  er  sich  täglich  für  eine  unbestimmte  Zeit  auf 
einem bestimmten Polizeiposten melden. Der Beschwerdeführer befolgte 
diese Anweisung bis zu seiner Ausreise Ende August 2006.

Damit kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer als 
aktives  einfaches  Mitglied  der  D._______  Partei  Sudans  wegen  seiner 
politischen  Anschauung,  die  er  beispielsweise  an  verschiedenen 
Anlässen  bei  Diskussionsrunden  in  den  Cafeterias  der  Universitäten 
publik  machte,  verfolgt  wurde.  Der  zeitliche  und  sachliche 
Kausalzusammenhang  zwischen  der  Verhaftung  im  Sommer  2006  und 
der Ausreise Ende August 2006 ist ebenfalls als erfüllt zu betrachten, was 
vom BFM auch nicht bestritten wird.

Sodann  hat  die  Verfolgung  aktuell  zu  sein,  d.h.  der  Beschwerdeführer 
muss  mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  befürchten,  dass  er  weiterhin 
einer  Verfolgung  im  Sudan  unterliegt.  Einerseits  ist  die  Tatsache,  dass 

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der Beschwerdeführer bereits aufgrund politischer Motive verfolgt wurde, 
ein  ernstzunehmender  Hinweis  auf  eine  begründete  Furcht  vor 
zukünftiger  Verfolgung.  Anderseits  entspricht  es  auch  heute  noch  den 
Tatsachen,  dass  insbesondere  Personen  ins  Visier  des  Geheim­  und 
Sicherheitsdienstes  NISS  gelangen,  die  sich  politisch  engagieren,  sich 
kritisch  gegen  die  Regierung  und  die  regierende  Partei  NCP,  gegen 
Behörden oder über die Lage in Darfur äussern. Zu dieser Risikogruppe 
gehören  auch Menschen,  die  eine  Rebellengruppe  unterstützen.  Da  es 
sich beim Beschwerdeführer um einen politischen Menschen –  früher  in 
Studentenkreisen,  heute  exilpolitisch  aktiv  –  nicht­arabischer  Ethnie 
handelt,  dessen  polizeiliche Meldepflicht  bei  seiner  Ausreise  noch  nicht 
zu  Ende war,  kann mit  grosser Wahrscheinlichkeit  davon  ausgegangen 
werden,  dass  er  bei  einer  Rückkehr  in  den  Sudan  nach  dieser  langen 
Landesabwesenheit  an  der  Grenze  festgehalten  und  dabei  seine 
politische  Vergangenheit  festgestellt  wird,  weshalb  sein  Leben  auch 
heute noch gefährdet sein dürfte. Hinzu kommt, dass er sich auch im Exil 
sichtbar politisch engagierte; so besuchte er unter anderem verschiedene 
Sessionen  des Menschenrechtsrats  in Genf  sowie  Veranstaltungen  von 
Rebellengruppen, was auch Vertretern seines Heimatlandes bekannt sein 
könnte. Durch den Kontakt mit Vertretern von Rebellengruppen könnte er 
zudem unter Verdacht deren Unterstützung geraten sein. Gemäss einem 
Bericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  sind  Personen  nicht­
arabischer  Ethnie  aus  Darfur  bei  ihrer  Rückkehr  mit  sehr  grosser 
Wahrscheinlichkeit  der  Gefahr  ausgesetzt,  registriert,  festgehalten, 
verhaftet,  verhört  und  misshandelt  sowie  nach  ihrer  Entlassung 
systematisch überwacht zu werden (vgl. MICHAEL KIRSCHNER/ANNA FACH, 
Sudan:  Rückkehrgefährdung  für  Personen  aus  Darfur,  Schweizerische 
Flüchtlingshilfe  [SFH,  Hrsg.],  Bern  November 2006).  Zudem  ist  aus 
aktueller Sicht festzuhalten, dass im Sudan mehrere Oppositionsparteien 
(darunter auch die D._______) und Studenten mit den Aufständischen in 
Nordafrika sympathisierten und in Khartum Proteste organisierten. Diese 
wurden  indes  von  Sicherheitskräften,  darunter  der  NISS,  weitgehend 
verhindert und mit Verhaftungen aufgelöst.

4.4. Aufgrund  des Gesagten  steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von Art. 3  AsylG 
erfüllt.  Aus  den  Akten  ergeben  sich  ferner  keine  Hinweise  auf  das 
Vorliegen  von  Asylausschlussgründen.  Die  Beschwerde  ist  daher 
gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfügung  der  Vorinstanz  aufzuheben 
und das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu 
gewähren.

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5. 

5.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

5.2.  Dem  Beschwerdeführer  ist  angesichts  des  Obsiegens  im 
Beschwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art. 64  Abs. 1  VwVG  eine 
Parteientschädigung  für  ihm  erwachsene  notwendige  Vertretungskosten 
zuzusprechen (vgl. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR  173.320.2]).  Der  Rechtsvertreter  weist  in  seiner  Kostennote  vom 
21. April 2011 einen Gesamtaufwand von Fr. 3'268.90 (inkl. Auslagen und 
MwSt.)  aus.  Der  ausgewiesene  Aufwand  erscheint  als  nicht 
vollumfänglich angemessen. Unter Berücksichtigung der massgebenden 
Bemessungsfaktoren  (Art. 7 ff.  VGKE)  wird  zu  Lasten  des  BFM  eine 
Parteientschädigung von insgesamt 13 Arbeitsstunden à Fr. 200.­ und die 
vom  Rechtsvertreter  ausgewiesenen  Auslagen  von  Fr. 64.­  (zuzüglich 
MwSt.)  zugesprochen.  Das  BFM  ist  entsprechend  anzuweisen,  dem 
Beschwerdeführer  den  Betrag  von  Fr. 2'872.­  als  Parteientschädigung 
auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Die angefochtene Verfügung  vom 13. Dezember 2006 wird aufgehoben 
und  das BFM wird  angewiesen,  dem Beschwerdeführer  in  der  Schweiz 
Asyl zu gewähren.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung  von  Fr. 2'872.­  (inkl.  Auslagen  und  MwSt.) 
auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

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