# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0f4b37c-c111-59f3-9305-5b6c8eb90251
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 30.01.2024 605 2023 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2023-81_2024-01-30.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2023 81

Urteil vom 30. Januar 2024

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross

Marc Sugnaux
Gerichtsschreiber: Timothy Schertenleib 

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz 
Fivian

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz

Gegenstand Invalidenversicherung – Rente, gemischte Methode

Beschwerde vom 17. Mai 2023 gegen die Verfügung vom 12. April 2023

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin), geboren 1981, geschieden, Mutter von zwei (geb. 2010 
und 2012) Kindern, wohnhaft in B.________, arbeitete von 2001 bis 2004 im Vollpensum als Phar-
ma-Assistentin bei der C.________ AG, mit Sitz in D.________. Ab dem 20. Januar 2004 bestand 
eine ärztlich attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 17. März 2004 eine solche von 
50%. 

Am 5. April 2004 meldete sie sich wegen multipler Sklerose (MS) für den Leistungsbezug bei der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg (IV-Stelle) an. Sie zog ihr Gesuch am 14. Okto-
ber 2004 schriftlich zurück, woraufhin die IV-Stelle das Verfahren am 21. Oktober 2004 als gegen-
standslos abschrieb.

B. Am 11. Juli 2011 machte sie wegen der MS eine Neuanmeldung bei der Invalidenversiche-
rungsstelle des Kantons Waadt (IV-Stelle VD) ein. Sie arbeitete seit Januar 2009 bei der E.________ 
AG in D.________ als Mitarbeiterin ICT-Helpdesk, bis Ende Juni 2010 im Vollpensum und ab Juli 
2010 in einem Pensum von 40%. Gemäss dem Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stellen (RAD) 
vom 26. Oktober 2011 ergab sich eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
von 40-50%.

Unter anderem gestützt auf diese Einschätzung wies die IV-Stelle VD das Leistungsbegehren mit 
rechtskräftiger Verfügung vom 26. Juli 2012 und bei einem Invaliditätsgrad von 15% ab.

C. Am 9. Januar 2018 reichte die Beschwerdeführerin bei der IV-Stelle abermals eine Neuanmel-
dung ein und machte eine Verschlechterung des Gesundheitszustands geltend. Sie arbeitete zuletzt 
von September 2016 bis Ende Juni 2017 in einem Pensum von ca. 20% bei der F.________ AG in 
G.________ als Mitarbeiterin in der Administration.

Nach Einholung diverser Arztberichte ordnete die IV-Stelle am 5. August 2020 ein bidisziplinäres 
(Neurologie, Neuropsychologie) Gutachten bei Dr. med. H.________ (Facharzt für Neurologie) und 
Herrn lic. phil. I.________ (Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP) an. Der Neurologe attestier-
te am 18. September 2020 in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 40% bei einer 
um 20% reduzierten Leistungsfähigkeit. Demgegenüber bestand gemäss der Einschätzung des 
Neuropsychologen vom 25. November 2020 in einer angepassten Tätigkeit keine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit.

Mit Vorbescheid vom 16. Februar 2021 sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin ab dem 1. Janu-
ar 2019 eine Viertelsrente (Invaliditätsgrad gerundet 42%) zu. Nach Einwänden gegen diesen 
Vorbescheid ordnete die IV-Stelle am 28. April 2021 eine weitere neurologische Begutachtung bei 
der J.________ GmbH (Gutachter Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie, Deutschland) an. 
Im Gutachten vom 15. März 2022 wurde in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
70% bei voller Leistungsfähigkeit attestiert.

Gestützt darauf wies die IV-Stelle den Antrag der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. April 
2023 ab, nachdem sie unter Anwendung der gemischten Methode einen globalen Invaliditätsgrad 
von 26% errechnete (Teilinvalidität Erwerbstätigkeit 23.41%; Teilinvalidität Haushalt 2.96%).

D. Am 17. Mai 2023 erhebt die Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Fivian, 
Beschwerde beim Kantonsgericht und beantragt, die Verfügung vom 12. April 2023 sei aufzuheben 

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und die Angelegenheit sei an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese über den Rentenanspruch 
neu verfüge. Eventualiter sei die Sache zurückzuweisen, damit ein polydisziplinäres Expertengut-
achten erstellt werde, oder es sei durch das Gericht ein polydisziplinäres Gerichtgutachten zu erstel-
len. Zur Begründung bringt sie vor, auf das Gutachten der J.________ könne nicht abgestellt 
werden. Die zuständige RAD-Ärztin Dr. med. L.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation, habe ihre Kompetenzen überschritten, womit ihr Bericht nicht berücksichtigt werden 
könne. Auch auf die durchgeführte Haushaltsabklärung könne nicht abgestellt werden. Schliesslich 
sei die Verfügung auch in Bezug auf die Berechnung des IV-Grades nicht korrekt.

In ihren Bemerkungen vom 7. Juni 2023 beantragt die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit sie für die Urteilsfindung massgebend 
sind, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 17. Mai 2023 gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 12. April 2023 ist durch 
einen ordentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständi-
gen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Inte-
resse, dass das Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, ihren Rentenanspruch prüft.

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der IV (WEIV) wurden das Bundesgesetz vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) und das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allge-
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) mit Wirkung ab 1. Januar 2022 revi-
diert (Änderung vom 19. Juni 2020; AS 2021 705; BBl 2017 2535).

Grundsätzlich sind in zeitlicher Hinsicht – auch bei einer Änderung der gesetzlichen Grundlage –
diejenigen Rechtssätze anwendbar, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden 
Sachverhaltes in Geltung standen (BGE 148 V 174 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).

Vorliegend reichte die Beschwerdeführerin ihre Neuanmeldung am 9. Januar 2018 ein. Bereits im 
Vorbescheid vom 16. Februar 2021 wurde der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der 
Wartefrist ab dem 1. Januar 2019 eine Rente zugesprochen. Eine allfällige Rente wäre daher klar 
vor dem 31. Dezember 2021 zuzusprechen. Damit beurteilt sich der vorliegende Fall nach den 
Gesetzesbestimmungen, die bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft waren (Kreisschreiben des 
Bundesamts für Sozialversicherungen zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen 
Rentensystems [KS ÜB WE IV]. Ziff. 1007 f. sowie Ziff. 1009, wonach bei Eintritt der Invalidität und 
Beginn des Rentenanspruchs vor dem 31. Dezember 2021 die erstmalige Festsetzung der IV-Rente 
nach altem Recht zu erfolgen hat). Im Folgenden werden die massgebenden rechtlichen Bestim-
mungen in dieser Fassung zitiert.

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3.

3.1. Im Sinne von Art. 8 ATSG, das hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 IVG zur Anwendung kommt, ist 
Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-
unfähigkeit. Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG kann Invalidität die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit 
oder Unfall sein.

Gemäss Art. 7 ATSG ist Erwerbsunfähigkeit der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver-
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Abs. 1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Abs. 2).

Versicherte haben gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie 
mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid sind.

3.2. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden 
können (Urteil BGer 8C_347/2015 vom 20. August 2015 E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 140 V 193 
E. 3.1 f. und BGE 132 V 93 E. 4). Der Grad der Arbeitsfähigkeit wird nach dem Mass bestimmt, in 
welchem der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen an seinem angestammten Arbeitsplatz 
zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig sein kann. Nicht massgebend ist die bloss medizi-
nisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 114 V 281 E. 1c mit Hinweisen). Bei lang-
dauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat der Versicherte andere ihm offen stehen-
de Erwerbsmöglichkeiten auszuschöpfen (BGE 115 V 404 E. 2; 114 V 281 E. 1d). Auch die Zumut-
barkeit einer Invalidentätigkeit ist vor allem aus medizinischer Sicht zu beurteilen, wobei dieser Sach-
verhalt aufgrund des objektiven Befundes durch die Ärzte bestimmt wird (BGE 107 V 20 E. 2b; 
OMLIN, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, 1995, S. 201).

3.3. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfäl-
liger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG i. V. m. Art. 28a Abs. 1 IVG).

Die Invaliditätsbemessung ist bei teilerwerbstätigen Versicherten nach der sog. gemischten Methode 
vorzunehmen. Es wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im 
Aufgabenbereich (so u. a. im Haushalt) bestimmt, wobei sich die Frage, in welchem Ausmass die 
versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf die 
gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, beur-
teilt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- 
und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinva-
lidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten ergibt 
(Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 130 V 393 E. 3; vgl. auch BGE 137 V 334 E. 3.1.3). Dabei wird das 

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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet und die prozen-
tuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV).

3.4. Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, darf auf statistische Werte wie die Lohn-
strukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückgegriffen werden, sofern dabei die für 
die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren mitberücksichtigt 
werden. Die Wahl der massgeblichen Tabellenposition soll möglichst den überwiegend wahrschein-
lichen Verlauf der Einkommensentwicklung ohne Gesundheitsschaden abbilden. Dabei ist das Vali-
deneinkommen nicht eine vergangene, sondern eine hypothetische Grösse (Urteil BGer 
8C_567_2013 vom 30. Dezember 2013 E. 4.4 f. mit Hinweisen).

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist 
der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rech-
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behin-
derung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad 
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte 
Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicher-
weise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht 
automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25% nicht übersteigen. Ein Abzug auf dem Invaliden-
einkommen wird insbesondere dann gewährt, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen 
körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Sind hingegen 
leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leis-
tungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil BGer 9C_808/2015 
vom 29. Februar 2016 E. 3.2 mit Hinweisen). Das kantonale Sozialversicherungsgericht darf sein 
Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss 
sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als 
naheliegender erscheinen lassen (Urteil BGer 8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.3.2 mit 
Hinweisen).

3.5. Der Sozialversicherungsrichter prüft objektiv alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem 
sie stammen und entscheidet danach, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf er bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdi-
gen und die Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtend ist und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

In Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung 
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei-
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc mit Hinweisen). Dies 

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gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil 
BGer 8C_913/2013 vom 11. April 2014 E. 4.4.3 mit Hinweisen).

Bezüglich des Haushalts-Abklärungsberichts greift das Gericht, sofern der Bericht eine zuverlässige 
Entscheidungsgrundlage darstellt, in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar fest-
stellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich 
kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall 
zuständige Gericht (BGE 128 V 93). Bei einer Haushaltsabklärung steht nicht die medizinische Beur-
teilung im Vordergrund, weshalb es genügt, wenn die Abklärungsperson Kenntnis der sich aus den 
medizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat (Urteil BGer 
I 246/05 vom 30. Oktober 2007 E. 5.2.2 mit Hinweisen).

4.

Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Die IV-Stelle wies diesen ab. 

4.1. Die IV-Stelle stützte sich für ihren Entscheid auf das von ihr eingeholte Gutachten der 
J.________ vom 15. März 2022.

Der Gutachter der J.________, Dr. med. K.________, diagnostizierte eine Encephalomyelitis 
disseminata (ED 02/2004) mit schubförmigem Verlauf, aktuell EDSS 1.5, mit klinisch-neurologisch 
nur minimen Residuen im Sinne leichter zerebellärer Störung (Stand- und Gangataxie in geringem 
Umfang) und Reflexbetonung links, ein umschriebenes handtellergrosses Hautareal links oberhalb 
des Beckenkamms ohne Zusammenhang mit der Encephalomyelitis disseminata, eine multifaktori-
elle Fatigue-Symptomatik, vorrangig funktionell begründet und nur teilweise als primäre MS-assozi-
ierte Fatigue (allenfalls leichtgradig) erklärbar, einen Status nach Sinusvenenthrombose, klinisch 
ohne Residuum remittiert, sowie eine episodische, nicht alltagsrelevante Migräne. Der Gutachter 
macht diesbezüglich keine explizite Unterscheidung zwischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die 
Arbeitsfähigkeit und solchen ohne.

Er erklärte, wenn der objektive klinisch-neurologische Befund betrachtet werde, so zeige sich ein 
weitgehend normaler Neurostatus mit Ausnahme einer nur sehr geringen Störungssymptomatik im 
Sinne einer geringfügigen Stand- und Gangataxie rechts. Objektivierbare Paresen bestünden nicht. 
Eine motorische Fatigue könne aus diesem klinischen Befund und aus den anamnestischen Anga-
ben nicht abgeleitet werden. Betreffend Sensibilität seien keine zentral-sensiblen Störungen objekti-
vierbar. Aber auch für eine kognitive Fatigue fänden sich keine erkennbaren Beeinträchtigungen. 
Die ansonsten oft schwierige Aussage zur zeitlichen Einschränkung der kognitiven Belastbarkeit 
habe im Rahmen der Begutachtung dahingehend konkretisiert werden können, dass die Beschwer-
deführerin bei der Begutachtung immerhin über einen Zeitraum von sechs Stunden ohne eine unan-
gemessene Ermüdung habe durchhalten können, hochgradig aufmerksam geblieben sei und selbst 
in der zuletzt noch durchgeführten ergänzenden Testung kleine Schreibfehler in der Fragebogenvor-
lage sofort identifiziert habe. Trotz der sechsstündigen intensiven Befragung und Untersuchung, 
ohne dass eine Pause von ihr verlangt worden sei, hätten keinerlei kognitive Beeinträchtigungen 
festgestellt werden können. Diese unauffällige kognitive Funktionalität decke sich auch mit dem 
Befund des Neuropsychologen, in dessen Gutachten vom 25. November 2020 ebenfalls keinerlei 
kognitive Defizite hätten objektiviert werden können. Die aktuell ausgeübten Tätigkeiten seien sehr 
gut angepasst, die ehemalige Tätigkeit als pharmazeutische Assistentin weniger gut geeignet. Opti-
mal seien körperlich leichte Wechselbelastungen, eher im Sitzen, wobei es sich um abwechslungs-
reiche Arbeiten handeln solle. Dauerhaft stehende und gehende Tätigkeiten seien weniger gut 
geeignet oder hätten mehr Pausenbedarf. Unter Beachtung dieses Fähigkeitsprofils bestehe sowohl 

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in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit wie auch bei leidensadaptierten Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit 
von 70% (mindestens sechs Stunden) bei einer vollen Leistungsfähigkeit. Diese Bewertung gelte 
auch retrospektiv (Phasen früherer Schübe ausgenommen).

4.2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, das J.________-Gutachten leide an Widersprüchen und 
Mängeln. 

Zur Frage der kognitiven Fatigue führe der Gutachter mehr als 1,5 Seiten Erklärungen auf, weshalb 
eine solche nicht vorliege. Es seien keine Einschränkungen von Konsistenz und Plausibilität 
bekannt. Er halte aber dennoch fest, dass die Beschwerdeführerin ihre durch die MS ausgelösten 
Beschwerden (insbesondere Fatigue-Symptomatik) durchaus konsistent vorgetragen habe, koope-
rativ gewesen sei und auch im SFSS-Test keine wesentlichen Auffälligkeiten betreffend eine inkon-
sistente Beschwerdepräsentation geboten habe. Eine Auseinandersetzung mit diesem Widerspruch 
finde im Gutachten nicht statt. Alle medizinischen Berichte und weiteren Tests mit Ausnahme des 
WEIMuS-Fragebogens würden die Konsistenz der Aussagen der Beschwerdeführerin bestätigen. 

Weiter müsse die Interpretation des MMPI-2-Tests immer von einem qualifizierten Psychologen 
durchgeführt werden. Der Gutachter schreibe selbst, dass er als Neurologe keine entsprechende 
Ausbildung habe und meine, dass ihn seine langjährige Erfahrung in der Betreuung und Versorgung 
psychiatrisch-psychosomatisch erkrankter Menschen trotzdem dazu ermächtige.

Zudem könne das Gutachten nebst den materiellen Widersprüchen in Anbetracht der Tatsache, 
dass die Beschwerdeführerin an einer Schubkrankheit leide, auch wegen der langen Zeitspanne 
nicht als Beweismittel dienen (Gutachtensauftrag am 12. Mai 2021, Untersuchung im August 2021, 
Abgabe des Gutachtens im März 2022, Eröffnung der Verfügung wiederum ein Jahr später). Bei der 
Beschwerdeführerin sei seit Februar 2023 eine hochaktive MS fachärztlich gemäss dem Arztbericht 
vom 16. Mai 2023 von Dr. med. M.________, Facharzt für Neurologie, ausgewiesen (Beschwerde-
beilage Nr. 3). Dieser schätze die Arbeitsfähigkeit auf 40% und sehe eine Steigerung als nicht realis-
tisch an.

Diese Widersprüche seien durch den RAD nicht ausgeräumt worden. Vielmehr habe die RAD-Ärztin 
ihre Kompetenzen, den Fall medizinisch zu beurteilen, in unzulässiger und herablassender Art über-
schritten. Sie habe damit gezeigt, dass sie befangen sei.

Zusammenfassend sei das J.________-Gutachten nicht schlüssig. Zudem stehe es in Widerspruch 
zum früheren neurologischen Gutachten vom 18. September 2020 von Dr. med. H.________ sowie 
den Arztberichten der behandelnden Ärzte. Es beziehe sich bei seinen Schlüssen einseitig auf den 
MMPI-2-Test, der aufgrund der Resultate – verglichen mit allen anderen Aussagen zur Plausibilität 
der Aussagen der Beschwerdeführerin – eine grosse Diskrepanz aufweise. Es seien weitere Abklä-
rungen unabdingbar, die das Ausmass der Fatigue der Beschwerdeführerin erheben würden. 

4.3. In Bezug auf die Kritik am J.________-Gutachten ist zunächst festzustellen, dass der 
Gutachter über das vollständige damalige Dossier verfügte, namentlich über die Berichte der behan-
delnden Ärzte (insbesondere Dr. med. N.________, Fachärztin für Neurologie) sowie das bidiszipli-
näre Gutachten H.________/I.________.

Der Gutachter führt entgegen der Kritik der Beschwerdeführerin an verschiedener Stelle nachvoll-
ziehbar aus, weshalb keine kognitive Fatigue belegt ist – trotz ihres konsistenten Beschwerdevor-
trags, ihres kooperativen Verhaltens und den fehlenden Auffälligkeiten im SFSS-Test: Wie bei den 
Befunden des Neuropsychologen sei über den Zeitverlauf der Untersuchung kein Unterschied der 

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kognitiven Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistungen nachweisbar gewesen. Die von der 
Beschwerdeführerin geschilderte, auffallend gute Regenerationsfähigkeit schon durch ein bis zwei 
Stunden Power-Nap sei für eine primäre MS-assoziierte Fatigue wenig plausibel. Eine subjektiv so 
schwere Fatigue-Symptomatik, die nach Meinung der Beschwerdeführerin nur zwei respektive einen 
Arbeitstag zulasse, stelle sich nicht settingabhängig dar und wäre üblicherweise so erheblich, dass 
ein ähnlicher täglicher Verlauf mit morgens bereits tiefer Energielage und mit tagsüber raschem 
Auftreten der weiteren Leistungsminderung, die nur schwerlich regelmässiges Joggen erlauben 
würde, zu erwarten wäre. Die subjektiv hohe Ausprägung der angegebenen Einschränkungen sei 
nicht nachvollziehbar. Wenn eine Arbeitstätigkeit selbst bei anspruchsvollem, teilweise hektischem 
Umtrieb ohne wesentlichen Leistungseinbruch zumindest durchführbar sei, sogar ganztägig, aber 
im Haushalt eine Strukturierung schwerfalle, sei dies nicht einer primären Fatigue-Symptomatik 
zuzuordnen, sondern vielmehr als situationsbezogene Ausprägung zu verstehen. Diesbezüglich 
seien funktionelle Phänomene anzunehmen und konkurrierende Faktoren wie beispielsweise Ziel-
konflikte zu beachten. Jedoch seien keine Hinweise für eine relevante depressive Störung oder eine 
klinisch manifeste Angststörung eruierbar.

Der Gutachter war sich zudem der Diskrepanz zwischen seinem Schluss und dem konsistenten 
Beschwerdevortrag der Beschwerdeführerin bewusst und liess diesen in seine Untersuchungen 
einfliessen: Gerade deshalb führte er den MMPI-2-Test durch. Er hat den Test auch nicht selbst 
ausgewertet, sondern ausschliesslich die ihm vom Auswertungsdienst präsentierten Ergebnisse auf 
seine Untersuchungen bezogen. Daher kann auch die Kritik, der Gutachter habe den Test ohne 
entsprechende Ausbildung interpretiert, nicht gehört werden.

Dass der Gutachter bei der Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu anderen Schlussfolge-
rungen kommt als die behandelnden (Spezial-)Ärzte, vermag am Beweiswert des Gutachtens nichts 
zu ändern, legt der Gutachter doch ausführlich und begründet dar, weshalb er sich deren Meinung 
nicht anschliessen kann. So sei in den aktenkundigen Berichten nie eine differenzierte Fatigue-
Abklärung vorgenommen und nur auf die subjektiven Angaben der Versicherten abgestellt worden. 
Das gelte auch für die Begutachtung von Dr. med. H.________, der die Widersprüche in der differen-
zierten Beschreibung der Fatigue-Angaben nicht hinreichend reflektiert und die konkurrierenden 
Faktoren nicht weiter untersucht habe. Weiter führte er aus, dass das ungeprüfte Abstellen auf die 
subjektiven Angaben der Versicherten mit Verweis auf die Statistiken des Auftretens einer Fatigue 
bei MS-Betroffenen nicht ausreichend sei, wie dies bereits von der RAD-Ärztin angemahnt worden 
sei. Gemäss seiner weitergehenden Abklärung könne keine höhergradige motorische und auch 
keine kognitive Fatigue belegt werden, zumindest nicht in dem subjektiv angenommenen hohen 
Ausmass. Die Ausführungen im neurologischen Gutachten von Dr. med. H.________ seien nicht 
plausibel. 

Diese Ausführungen überzeugen. So fehlt im Gutachten von Dr. med. H.________ eine kritische 
Auseinandersetzung mit den Beschreibungen und der Vorgeschichte der Beschwerdeführerin oder 
eine Würdigung derselben. Er belässt es hauptsächlich bei der Bemerkung, er habe zur Beurteilung 
zu seinen Voruntersuchern keine Diskrepanzen festgestellt. Im Vergleich zu einer Befunderhebung 
aus dem Jahr 2019 durch die behandelnde Neurologin habe sich der Zustand etwas verschlechtert, 
was einen möglichen Hinweis auf eine chronische progrediente Verlaufsform darstellen könnte. 
Auch die Beschwerdeführerin gebe eine Verschlechterung an. Der Schweregrad der Beeinträchti-
gung der Beschwerdeführerin sei, insbesondere aufgrund der glaubhaft geltend gemachten ausge-
prägten Fatigue, als mässig bis mittelstark zu bezeichnen. Eine Fatigue sei bei MS-Patienten ein 
sehr häufiges Syndrom, das Dreiviertel der Erkrankten betreffen, wobei ca. die Hälfte davon die 
vermehrte Ermüdbarkeit als das am meisten beeinträchtigende MS-Symptom werte. Damit verweist 

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Dr. med. H.________ namentlich auf statistische Angaben. Jedoch unterzog er die Ergebnisse der 
durchgeführten vertiefenden Befragung der Beschwerdeführerin zu ihren Beeinträchtigungen und 
dem subjektiven Ausmass derselben an keiner Stelle einer kritischen Würdigung oder Beurteilung, 
wie es der J.________-Gutachter unter Einbezug der Vorgeschichte und übrigen Aussagen der 
Beschwerdeführerin getan hat. Auch die behandelnde Ärztin Dr. med. N.________ hat ohne vertief-
tere Würdigung auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt (vgl. Berichte vom 
17. Juni 2019 [Vorakten S. 259 f.] sowie vom 4. Oktober 2019, 17. April 2019, 16. Oktober 2018, 
5. April 2018, 26. September 2017, 18. Mai 2017, 23. November 2016 und 28. April 2016 [Vorakten 
S. 278-295]). 

Zu keiner anderen Lösung führen die nach dem Gutachten eingereichten Berichte von Dr. med. 
M.________ vom 27. Februar 2023 (Vorakten S. 566 f.) und 16. Mai 2023 (Beschwerdebeilage 
Nr. 3), in denen das Bestehen einer Fatigue-Symptomatik festgehalten wird: Am 27. Februar 2023 
führt Dr. med. M.________ aus, die Beschwerdeführerin vertrage das Medikament Ocrevus gut. 
Darunter habe es keine eindeutigen Schübe gegeben. Die nächste Kontrolle werde in sechs Mona-
ten durchgeführt, erst danach finde eine weitere Konsultation bei ihm statt. Die Situation der 
Beschwerdeführerin scheint sich daher nicht derart akut verschlechtert zu haben, wenn neben der 
Routinekontrolle keine weiteren Untersuchungen oder Behandlungen notwendig waren. Die RAD-
Ärztin hält denn auch in der Stellungnahme vom 6. April 2023 nachvollziehbar und begründet fest, 
dass sich aus dem Bericht keine Verschlechterung des Gesundheitszustands ergebe. Dass sie sich 
in ihrer Stellungnahme einer gewissen Polemik bedient, ist zwar zu kritisieren, ändert aber nichts 
daran, dass ihre Begründungen in der Sache fundiert und nachvollziehbar sind. Von einer Befan-
genheit kann nicht ausgegangen werden, womit auf ihre Stellungnahme abgestellt werden kann. Im 
neueren Bericht vom 16. Mai 2023 hält der Dr. med. M.________ fest, dass er eine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit über 40% als "nicht realistisch" erachte. Aus dieser Formulierung ("nicht realistisch") 
ergibt sich, dass bereits der behandelnde Arzt die Möglichkeit einer höheren Arbeitsfähigkeit bei 
vertiefter Untersuchung nicht gänzlich ausschliesst. Er begründet seine Ansicht denn auch nicht 
weiter. Bei seinen Berichten ist zudem zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte, wie gesehen 
(E. 3.5 hiervor) in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Übrigen setzt er sich 
in keinem der beiden Berichte mit dem Gutachten auseinander oder kritisiert dieses oder die darin 
getroffenen Beurteilungen. Die Berichte genügen somit nicht, um Zweifel am überzeugenden 
J.________-Gutachten aufkommen zu lassen. Sollte sich seit der hier streitigen Verfügung die Situa-
tion in relevanter Weise verschlechtert haben, steht es der Beschwerdeführerin natürlich frei, eine 
erneute Revision zu beantragen.

Hinsichtlich der Kritik der Beschwerdeführerin betreffend den Zeitablauf ist daran zu erinnern, dass 
ein Gutachten nicht allein deshalb neu gemacht werden muss, weil behandelnde Ärzte anderer 
Meinung als die Experten sind, ausser erstere stützen sich auf wichtige objektive Elemente ab, die 
von den Experten nicht berücksichtigt worden sind (vgl. Urteil BGer 8C_184/2007 vom 19. Juni 2008 
E. 3). Letzteres ist hier eben gerade nicht der Fall – die Situation hat sich trotz den Berichten von 
Dr. med. M.________ nicht grundlegend verändert. Damit gibt es nichts daran auszusetzen, dass 
sich die IV-Stelle auf das Gutachten abgestützt hat, auch wenn dieses bereits 12 Monate alt war 
(vgl. Urteil BGer 8C_125/2016 vom 4. November 2016 E. 4, bei dem zwischen der letzten Zusatz-
begutachtung und Erlass der Verfügung über zwei Jahre verstrichen).

Zudem entspricht das Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung: Es ist für die streitigen 
Belange umfassend, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden vollum-
fänglich, wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und ist in der Beurteilung der 
medizinischen Situation sowie der medizinischen Zusammenhänge plausibel und überzeugend.

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4.4. Zusammenfassend entspricht das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Gutachten der 
J.________ den an ein Gutachten gestellten Anforderungen. Es kann daher darauf abgestellt und 
von weiteren Beweismassnahmen, wie sie die Beschwerdeführerin verlangt, abgesehen werden.

Damit ist zusammen mit dem Gutachter und der RAD-Ärztin in einer angepassten Tätigkeit von einer 
Arbeitsfähigkeit von 70% (mindestens sechs Stunden) ohne Leistungseinschränkung auszugehen. 

5. 

5.1 Hinsichtlich der Anwendung der gemischten Methode ist weder die Aufteilung zwischen 60% 
Erwerbstätigkeit und 40% Haushaltstätigkeit noch die Gewichtung der einzelnen Aufgabenbereiche 
in der Haushaltsabklärung vom 3. Juni 2020 bestritten. Die Beschwerdeführerin bringt demgegen-
über vor, auf die Haushaltsabklärung könne nicht abgestellt werden, da seit der Abklärung drei Jahre 
vergangen seien.

5.2. Die Haushaltsabklärung wurde am 3. Juni 2020 vom Abklärungsfachmann O.________ 
durchgeführt. Er hielt die Verhältnisse im Haushalt fest (insbesondere Eigentumswohnung mit 
5-½-Zimmer; die Beschwerdeführerin lebt zusammen mit ihren beiden Kindern sowie ihrem Lebens-
partner). Trotz ihrer MS-Erkrankung sei sie im Stande, die meisten anfallenden Arbeiten auszufüh-
ren, z.B. die Mahlzeiten vorzubereiten, Staub zu saugen oder die sanitären Anlagen zu reinigen. Sie 
ermüde leider sehr rasch. Es sei jedoch zumutbar, dass der Lebenspartner Teile der Arbeit über-
nehme und dadurch den Schaden mindere. Die Abklärungsperson hält, unter Berücksichtigung der 
Schadenminderungspflicht, in den verschiedenen Bereichen gewichtete Einschränkungen zwischen 
0% (Wäsche- und Kleiderpflege) und 4.35% (Pflege und Betreuung von Kindern und/oder Angehö-
rigen) fest. Sie weist in ihrem Bericht insgesamt eine Beeinträchtigung im Haushalt von 7.43% aus.

5.3. Die Kritik der Beschwerdeführerin an dieser Abklärung kann nicht gehört werden. Sie zeigt 
in keiner Weise auf, welche konkreten Veränderungen seit der Haushaltsabklärung genau eingetre-
ten sind und weshalb aufgrund dessen nicht mehr auf die umfangreiche Haushaltsabklärung abzu-
stellen wäre. Aus den Akten ergeben sich keine Änderungen (beispielsweise Umzug in neue 
Wohnung, Auflösung des Konkubinats mit ihrem aktuellen Lebenspartner), die Einfluss auf die Beur-
teilung haben könnten, auch unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht. Es finden sich 
einzig Änderungen in Bezug auf die subjektiv von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 
Beschwerden, was jedoch nicht genügt. Wie gesehen ergibt sich auch aus der Beurteilung des 
behandelnden Neurologen Dr. med. M.________ keine relevante Änderung.

Die Haushaltsabklärung ist im Übrigen inhaltlich nicht zu beanstanden. Die Abklärungsperson hat in 
den einzelnen Aufgabenbereichen schlüssig und begründet ausgeführt, weshalb sie zu ihrer 
Einschätzung betreffend die einzelnen Einschränkungen der Beschwerdeführerin gelangt. Sie hatte 
zudem Kenntnis der medizinischen Diagnose und der sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen 
der Beschwerdeführerin. Der Abklärungsbericht erfüllt die von der Rechtsprechung gestellten Anfor-
derungen (Urteil BGer 9C_150/2012 vom 30. August 2012 E. 5.3.2 mit Hinweisen; zudem E. 3.5 
hiervor).

5.4. Damit ist gestützt auf die Haushaltsabklärung vom 3. Juni 2020 davon auszugehen, dass bei 
der Beschwerdeführerin im Haushalt unter Berücksichtigung der Schadenminderung eine 
Einschränkung von 7.43% respektive eine Teilinvalidität von 2.96% (40% von 7.43%) besteht.

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6.

6.1 Hinsichtlich der konkreten Berechnung des Invaliditätsgrads bringt die Beschwerdeführerin 
vor, die IV-Stelle habe den Einkommensvergleich mit den LSE-Tabellen 2018 statt den LSE-Tabel-
len 2020 berechnet. Zudem habe sie zur Ermittlung des Valideneinkommens das Niveau 2 herange-
zogen, obwohl die Beschwerdeführerin ohne Krankheit mit höchster Wahrscheinlichkeit eine Tätig-
keit mit Kompetenzniveau 3 ausüben würde. Beim Invalideneinkommen hätte zudem ein altrechtli-
cher Leidensabzug von 15% berücksichtigt werden müssen.

6.2 Dass die IV-Stelle die LSE-Tabellen 2018 verwendet hat, ist nicht zu beanstanden. Bereits 
aus dem Vorbescheid vom 16. Februar 2021 ergibt sich, dass der Beschwerdeführerin bei Vorliegen 
der Voraussetzungen ab dem 1. Januar 2019 eine Rente zugesprochen worden wäre. Selbstredend 
sind für die Berechnung ab diesem Zeitraum die LSE-Tabellen 2018 anzuwenden. Darüber hinaus 
hat das Kantonsgericht seiner Überprüfung dieselben LSE-Tabellen zu Grunde zu legen, welche die 
IV-Stelle verwendet hat, auch wenn in der Zwischenzeit neuere Tabellen veröffentlicht wurden (Urteil 
BGer 9C_484/2016 vom 10. Februar 2017 E. 4.2.2).

Ferner ist nicht ersichtlich, weshalb die Einstufung der Beschwerdeführerin in das Kompetenzni-
veau 2 zu beanstanden und folglich in das Ermessen der IV-Stelle einzugreifen wäre. Vielmehr 
erscheint diese Einteilung unter Berücksichtigung der Umstände, insbesondere des noch nicht fort-
geschrittenen Alters (Jahrgang 1981) der Beschwerdeführerin sowie der von ihr ursprünglich ausge-
übten Tätigkeit (Ausbildung als Pharma-Assistentin; 50% Büro und 50% Verkauf in der Apotheke 
gemäss Erstgespräch vom 14. Juni 2004), angemessen (vgl. auch Urteil BVGer C-6199/2016 vom 
22. April 2020 E. 6.7, wo das Gericht Arbeiten in einer Verkaufsapotheke zu beurteilen hatte, die 
gemäss LSE-Tabellen 2012 in das Kompetenzniveau 2 eingeteilt wurden). Die Beschwerdeführerin 
legt denn auch nicht näher dar, aufgrund welcher Faktoren sie in das Niveau 3 einzuteilen wäre. Ihre 
Kritik kann nicht gehört werden.

6.3. Weiter hat die IV-Stelle keinen Abzug am Invalideneinkommen vorgenommen und ist damit 
zum Schluss gekommen, dass keine Faktoren vorliegen, die einen Abzug rechtfertigen würden. 
Dieses Vorgehen ist insbesondere unter Berücksichtigung des nur zurückhaltenden Eingriffs in das 
vorinstanzliche Ermessen (vgl. E. 3.4 hiervor) nicht zu beanstanden. Aus den Akten ergeht nicht, 
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Leistungsfähigkeit derart eingeschränkt ist, dass zwingend ein 
zusätzlicher Abzug hätte einberechnet werden müssen. Die Beschwerdeführerin begründet auch 
nicht weiter, weshalb ein Abzug vorliegend notwendig sei, geschweige denn in der von ihr geltend 
gemachten Höhe von 15%.

Doch selbst wenn ein solcher leidensbedingter Abzug vorgenommen würde, ergäbe sich keine 
Änderung hinsichtlich des Rentenanspruchs. Mit dem Abzug betrüge das Invalideneinkommen in 
derselben Position CHF 29'325.75 (85% von CHF 34’500.90). Im Vergleich zum Valideneinkommen 
von CHF 56'568.- ergäbe dies eine Einschränkung von 48.12% und damit einen gewichteten Teilin-
validitätsgrad von 28.90% (60% von 48.12%). Unter Berücksichtigung des Teilinvaliditätsgrads im 
Haushalt von 2.96% würde die Beschwerdeführerin folglich einen globalen Invaliditätsgrad von 
31.56%, gerundet 32%, aufweisen, was nicht genügt für die Zusprache einer Viertelsrente.

6.4. Ansonsten bringt die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Berechnung nichts weiter vor. Da 
es an der Sichtweise der IV-Stelle nichts auszusetzen gibt, ergibt sich auch keine Änderung beim 
Invaliditätsgrad und die von der IV-Stelle vorgenommene Berechnung erweist sich als korrekt. 

Kantonsgericht KG
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7.

Zusammenfassend hat sich die IV-Stelle zu Recht auf das Gutachten der J.________ und die 
Berichte der RAD-Ärztin abgestützt und eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands 
der Beschwerdeführerin verneint. Die IV-Stelle gelangte gestützt auf das Gutachten und die Haus-
haltsabklärung und unter korrekter Anwendung der gemischten Methode richtigerweise auf einen 
globalen Invaliditätsgrad von 26%. Die Verfügung vom 12. April 2023 ist damit zu bestätigen und die 
Beschwerde abzuweisen.

Die Gerichtskosten zu Lasten der unterliegenden Beschwerdeführerin werden auf CHF 800.- festge-
setzt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

Die mit ihren Anträgen unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf Parteientschädi-
gung.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird abgewiesen.

II. Die Gerichtskosten zu Lasten von A.________ werden auf CHF 800.- festgesetzt und mit dem 
von ihr geleisteten Kostenvorschuss von CHF 800.- verrechnet.

III. Es besteht kein Anspruch auf Parteientschädigung.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 30. Januar 2024/tsc

Der Präsident Der Gerichtsschreiber