# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b9343b2a-596e-5c51-8411-645d82fd4108
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.11.2011 S 2011 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-56_2011-11-16.pdf

## Full Text

S 11 56

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 16. November 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Anspruch nach AVIG / Vermittlungsfähigkeit

1. …, geboren am … 1953, ist von Beruf Gipser und heute wohnhaft in ... Zuletzt 

war er bis zu deren Konkurs im April 2009 bei der Firma … AG in … als 

Inhaber bzw. Mitglied des Gipsergeschäfts tätig. Von der 

Invalidenversicherung bezieht der Versicherte aufgrund eines Unfalls im 

Jahre 1989 mit Verletzung des linken Handgelenkes und Entwicklung einer 

posttraumatischen Arthrose des Radiocarpalgelenkes seit dem 1. November 

1992 eine halbe IV-Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50%. Am 

1. Januar 2010 meldete der Versicherte bei der Arbeitslosenversicherung 

einen Anspruch auf Arbeitslosenversicherungstaggeld im Umfang von 100% 

ab selbigem Datum an.

2. Infolge eines Langlauf-Unfalls vom 17. März 2008, bei dem sich der 

Versicherte eine Kontusion des rechten Schultergelenks zuzog, richtete die 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) dem 

Versicherten vom 1. Januar 2010 bis zum 2. Mai 2010 

Unfallversicherungstaggelder im Umfang von 100% und vom 3. Mai 2010 bis 

zum 30. Juni 2010 solche im Umfang von 50% aus. Mit Verfügung vom 9. Juni 

2010 lehnte die Arbeitslosenkasse Graubünden aufgrund der von der SUVA 

ausbezahlten Unfalltaggelder die Anspruchsberechtigung des Versicherten 

für die Zeit vom 1. Januar 2010 bis zum 2. Mai 2010 ab bzw. verfügte die 

Verrechnung von den zu Unrecht erhaltenen Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung mit fälligen Leistungen aus der obligatorischen 

Unfallversicherung. Mit Verfügung vom 2. Juli 2010 sprach die SUVA dem 

Versicherten ab dem 1. Juli 2010 für die verbliebene Beeinträchtigung aus 

dem versicherten Unfallereignis eine monatliche IV-Rente von Fr. 1'317.60 bei 

einer Erwerbsunfähigkeit von 23% sowie eine Integritätsentschädigung von 

Fr. 12'600.-- bei einer Integritätseinbusse von 10% zu. Nachdem der 

Versicherte dagegen am 2. September 2010 Einsprache erhoben hatte, 

bestätigte die SUVA ihre Verfügung mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 

2010. Dagegen erhob der Versicherte am 22. November 2010 Beschwerde 

ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag auf 

Ausrichtung einer vollen IV-Rente. Mit Urteil S 10 158 vom 29. März 2011, 

mitgeteilt am 6. Mai 2011, hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut 

und wies die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die SUVA zurück. Das 

Verwaltungsgericht beanstandete dabei weder das von der SUVA berechnete 

Valideneinkommen noch die der Rentenberechnung zugrunde gelegte 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit von 100% 

noch den von der SUVA vorgenommenen Leidensabzug von 10%. Lediglich 

in der Frage, inwieweit das in die Bemessung des Valideneinkommens 

einbezogene Zusatzeinkommen aus Nebenerwerbstätigkeit als Hauswart bei 

der Ermittlung des Invalideneinkommens zu berücksichtigen sei, folgte das 

Verwaltungsgericht der SUVA nicht. Die SUVA ging davon aus, dass die 

Nebentätigkeit als Hauswart dem Versicherten trotz des Unfalls 

uneingeschränkt zumutbar sei. Der Versicherte stellte sich auf den 

Standpunkt, die Hauswarttätigkeit sei ihm infolge der unfallbedingten 

Einschränkungen grösstenteils nicht mehr zumutbar. Aufgrund der 

diesbezüglich unpräzisen Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. … in seinem 

Arztbericht vom 28. April 2010 sowie der Tatsache, dass auch den weiteren 

medizinischen Berichten und Beurteilungen keine Aussagen zur Zumutbarkeit 

der Hauswarttätigkeit zu entnehmen war, wies das Verwaltungsgericht die 

Sache zur Vornahme von weiteren Abklärungen an die SUVA zurück, um 

anschliessend je nach Ergebnis dieser Abklärungen gegebenenfalls das 

Invalideneinkommen und den beschwerdeführerischen Rentenanspruch neu 

zu berechnen. 

3. Vom 27. April 2010 bis 29. Oktober 2010 absolvierte der Versicherte auf 

Anweisung des zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums 

(nachfolgend: RAV) im Einsatzprogramm IIZ … ein kontrolliertes 

Arbeitspensum im Umfang von 50%. Gemäss Zwischenbericht des 

Einsatzprogramms … vom 3. August 2010 arbeitete der Versicherte dabei 

ruhig und fleissig und führte die ihm aufgetragenen Arbeiten zuverlässig aus. 

Aufgrund der verschiedenen gesundheitlichen Einschränkungen des 

Versicherten erschien der genaue Umfang seiner Vermittelbarkeit indes 

unklar, weshalb er mit Verfügungen des Amtes für Industrie, Gewerbe und 

Arbeit Graubünden (nachfolgend: KIGA) vom 19. November 2010 

angewiesen wurde, sich einer vertrauensärztlichen Untersuchung bei Dr. 

med. … sowie bei Dr. med. … zu unterziehen. 

4. Mit Schreiben des RAV vom 19. November 2010 wurde der Versicherte 

aufgefordert, sich bei der Firma … für eine Stelle als Raumpfleger im Umfang 

von 20-40 Stellenprozent zu bewerben.

5. a) Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. November 2010 zuhanden des RAV 

attestierte der Hausarzt, Dr. med. …, dem Versicherten eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als 

Folge des Unfalls, gesamthaft somit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 

23. November 2010.

b) Der beauftragtet Vertrauensarzt, Dr. med. …, zertifizierter medizinischer 

Gutachter SIM, Psychiatrische Dienste Graubünden, diagnostizierte in 

seinem Gutachten vom 6. Dezember 2010 eine rezidivierend depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1). Es 

müsse deshalb von einer verminderten Durchhaltefähigkeit, verminderten 

Belastbarkeit für Stressspitzen und zwischenmenschlichen Konflikten 

ausgegangen werden. Für Tätigkeiten ohne ausgeprägte Stressspitzen in 

einem wohlwollenden Arbeitsumfeld sei der Versicherte aus psychiatrischer 

Sicht zu 50% arbeitsfähig.

c) Der ebenfalls beauftragte Vertrauensarzt, Dr. med. …, zertifizierter 

medizinischer Gutachter SIM, Departement Chirurgie des Kantonsspitals 

Graubünden, führte in seinem Gutachten vom 10. Dezember 2010 aus, im 

somatischen Bereich sei der Patient, zumindest medizinisch-theoretisch, in 

einer adaptierten Tätigkeit arbeits- und vermittlungsfähig. Die somatische 

Beschwerdesymptomatik dürfte indes durch die Depression überlagert sein. 

Bei der Untersuchung habe der Versicherte ein deutlich depressives 

Zustandsbild gezeigt. Eine Arbeit in seiner ursprünglichen Tätigkeit als Gipser 

könne ihm nicht mehr zugemutet werden. Unter Berücksichtigung aller 

Faktoren sei rein praktisch lediglich von einer 50%igen Arbeits- und 

Vermittlungsfähigkeit auszugehen.

d) Mit Arztzeugnis vom 13. Dezember 2010 bestätigte Dr. med. … sein ärztliches 

Zeugnis vom 23. November 2010, wonach der Versicherte seit dem 23. 

November 2010 wegen Unfalls und Depression zu 100% arbeitsunfähig sei. 

6. Mit Verfügung vom 23. Dezember 2010 verneinte das KIGA den Anspruch 

des Versicherten auf Arbeitslosenversicherungstaggeld aufgrund fehlender 

Vermittlungsfähigkeit ab dem 23. November 2010. Die dagegen vom 

Versicherten erhobene Einsprache wies das KIGA mit Einspracheentscheid 

vom 10. März 2011 ab. Begründend führte das KIGA aus, der Versicherte 

sehe sich aufgrund der gesamten Umstände subjektiv nicht in der Lage, seine 

Arbeitskraft entsprechend seinen persönlichen Verhältnissen während der 

üblichen Arbeitszeit einzusetzen. Damit aber fehle es ihm schon an der 

subjektiven Bereitschaft, eine allfällige Restarbeitsfähigkeit einzusetzen. 

Unter diesen Umständen sei die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten zu 

verneinen.

7. Dagegen erhob der Versicherte am 11. April 2011 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheides vom 10. März 2011 sowie der 

zugrunde liegenden Verfügung vom 23. Dezember 2011 (recte: 2010). Zur 

Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, er sei gemäss Arztzeugnis 

von Dr. med. … vom 23. November 2010 sowie vom 13. Dezember 2010 seit 

dem 23. November 2010 vorübergehend (objektiv) zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen, 50% wegen des Unfalls und 50% wegen Krankheit. Die vom KIGA 

angeordneten Gutachten von Dr. med. … und Dr. med. … würden in ihrem 

jeweiligen Fachbereich die Beurteilung von Dr. med. … stützen. Er habe vom 

27. April 2010 bis zum 29. Oktober 2010 im Umfang von 50% am 

Einsatzprogramm IIZ … teilgenommen. Ein höheres Pensum sei ihm gemäss 

Arztbericht vom 13. Dezember 2010 aus gesundheitlichen Gründen nicht 

zumutbar gewesen. Dieses Programm habe er ruhig und fleissig absolviert 

und die ihm aufgetragenen Aufgaben im Rahmen seiner körperlichen 

Möglichkeiten zuverlässig zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Zudem habe 

er sich bereitwillig den vom KIGA angeordneten vertrauensärztlichen 

Untersuchungen unterzogen. Damit habe er seinen Arbeitswillen und seine 

Vermittlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Bei der ihm vom RAV 

zugewiesenen Arbeitsstelle habe er sich aufgrund des Arztzeugnisses von Dr. 

med. … vom 23. November 2010 (100%ige Arbeitsunfähigkeit) am 23. 

November 2010 abgemeldet. Dies habe er gleichentags dem RAV … 

mitgeteilt, weshalb ihm diesbezüglich keine Pflichtverletzung vorgeworfen 

werden könne. Von weiteren Arbeitsbemühungen sei er aufgrund seiner 

100%igen Arbeitsunfähigkeit befreit gewesen. Er habe sich als medizinischer 

und rechtlicher Laie auf die Gutachten verlassen dürfen. Gegenüber der 

Personalberaterin habe der Beschwerdeführer lediglich die Inhalte seiner 

Arztberichte wiedergegeben ohne auszudrücken, dass er nicht arbeiten wolle 

oder dass er sich subjektiv nicht dazu in der Lage fühle. Aus alldem sei 

jedenfalls keine offensichtliche Vermittlungsunfähigkeit ersichtlich. Da er sich 

überdies auch bei anderen Versicherungen angemeldet habe, gelte er 

gemäss Art. 15 Abs. 3 AVIV bis zum Entscheid der anderen 

Sozialversicherungen als vermittlungsfähig. Ausserdem sei ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht betreffend IV-Rente der SUVA nach UVG und eines 

bei der Sozialversicherungsanstalt Graubünden betreffend IV-Rente nach 

IVG hängig. Beide Versicherungen, die SUVA sowie die 

Sozialversicherungsanstalt, seien Versicherungen im Sinne von Art. 15 Abs. 

2 AVIV. Demnach hätte das KIGA die Frage der Vermittlungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers gemäss Art. 15 Abs. 3 AVIV nicht beurteilen dürfen. Es 

hätte den Entscheid des Verwaltungsgerichts abwarten müssen. Dem 

Beschwerdeführer dürften wegen seiner Arbeitsunfähigkeit keine Nachteile 

entstehen. 

8. Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2011 beantragte das KIGA die Abweisung 

der Beschwerde. Die Bestimmung von Art. 15 Abs. 3 AVIV enthalte eine 

Vermutung zugunsten der Vermittlungsfähigkeit auch gerade dann, wenn 

Zweifel über letztere bestehen. „Offensichtlich“ vermittlungsunfähig bedeute, 

dass die Vermittlungsunfähigkeit aufgrund der Akten der 

Arbeitslosenversicherung, allenfalls anderer Sozialversicherungsträger oder 

aufgrund anderer Umstände ohne weitere Abklärungen ersichtlich sei. 

Ebenfalls offensichtlich sei die Vermittlungsunfähigkeit, wenn sich die 

behinderte Person bis zum Entscheid der Invalidenversicherung als nicht 

arbeitsfähig erachte und weder eine zumutbare Arbeit suche noch eine solche 

annehme. Das KIGA bestreite nicht, dass die Frage der Vermittlungsfähigkeit 

– soweit sie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im objektiven Sinne 

betreffe – gestützt auf Art. 15 Abs. 3 AVIV nicht durch das KIGA zu 

beantworten sei, solange kein rechtskräftiges Urteil über den Anspruch des 

Versicherten über eine Invalidenrente der SUVA vorliege. Die 

Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei denn auch nicht aufgrund 

eindeutiger medizinischer Akten abgelehnt worden. Vorliegend würden sich 

die Ansichten der beurteilenden Ärzte widersprechen. Die durch das KIGA 

beauftragten Vertrauensärzte seien übereinstimmend zum Schluss 

gekommen, dass unter Berücksichtigung sämtlicher physischer und 

psychischer Beeinträchtigungen der Gesundheit des Beschwerdeführers von 

einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50% auszugehen sei. Diese Beurteilung 

entspräche auch der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bis zum 29. 

Oktober 2010 in einem Arbeitspensum von 50% im Einsatzprogramm IIZ … 

tätig gewesen sei. Demgegenüber addiere Dr. med. … in seinem Arztzeugnis 

vom 7. Dezember 2010 (recte: 13. Dezember 2010) zur Arbeitsunfähigkeit im 

Umfang von 50% infolge des Unfalls, eine weitere Arbeitsunfähigkeit infolge 

Krankheit von ebenfalls 50% und erkläre damit eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. November 2010. Aufgrund der uneinheitlichen 

Arztberichte sei daher nicht von einer offensichtlichen Vermittlungsunfähigkeit 

auszugehen. Vielmehr sprächen die unabhängig voneinander erstellten 

Berichte der Vertrauensärzte dafür, dass im relevanten Zeitraum eine 

Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50% bestanden habe. Mangels 

offensichtlicher Vermittlungsunfähigkeit aus medizinischen Gründen habe die 

Vermittlungsfähigkeit jedoch abgelehnt werden müssen, weil sich der 

Beschwerdeführer selbst als nicht arbeitsfähig erachtet habe. Bis zum 

Abschluss des Einsatzprogramms IIZ … sei die Vermittlungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers unbestritten. Relevant sei die Zeit ab dem 23. November 

2010, während der sich der Beschwerdeführer aufgrund der pauschalen 

Beurteilung seines Hausarztes als nicht mehr arbeitsfähig erachtet habe. Dies 

obwohl die vertrauensärztlichen Gutachten übereinstimmend eine 

Restarbeitsfähigkeit von 50% festhielten und auch keine weiteren Arztberichte 

vorgelegen hätten, welche bestätigten, dass sich die Arbeitsfähigkeit nach der 

Teilnahme am Einsatzprogramm verschlechtert habe. Der Beschwerdeführer 

habe sich entgegen der erwähnten Gutachten als zu 100% arbeitsunfähig 

erachtet, was er anlässlich des Beratungsgesprächs vom 1. März 2011 seiner 

Personalberaterin auch mitgeteilt habe. Demzufolge stehe fest, dass sich der 

Beschwerdeführer als nicht arbeitsfähig und damit als nicht in der Lage 

erachtet habe, auch nur in reduziertem Umfang zu arbeiten. Zudem habe er 

während der zu beurteilenden Dauer keine zumutbare Arbeit gesucht und 

auch keine Bereitschaft gezeigt, eine solche anzunehmen. Damit sei mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es dem Beschwerdeführer an 

der subjektiven Bereitschaft fehle, eine allfällige Restarbeitsfähigkeit 

einzusetzen. 

9. Replicando ergänzte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Mai 2011 

seine beschwerdeweise vorgebrachten Ausführungen dahingehend, dass das 

Verwaltungsgericht seine Beschwerde betreffend Invalidenrente der SUVA 

mit Entscheid vom 29. März 2011 gutgeheissen und die Sache zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen habe. Ein Entscheid 

betreffend Invalidenrente der SUVA sei daher weiterhin ausstehend. Folglich 

dürfe das KIGA, da auch die Ausnahme der offensichtlichen 

Vermittlungsunfähigkeit nicht vorliege, gemäss Art. 15 Abs. 3 AVIV die 

Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht beurteilen. Die 

angefochtene Verfügung des KIGA vom 23. Dezember 2010 sowie der diese 

stützende Einspracheentscheid vom 10. März 2011 seien demnach zu 

Unrecht ergangen. Die Arbeitsbereitschaft betreffend führte der 

Beschwerdeführer aus, er sei seit seinem Unfall vom 17. März 2008 stets nur 

teilweise arbeitsfähig gewesen. Dr. med. …, leitender Arzt des Kantonsspitals 

Graubünden, habe laut Arztbericht vom 9. August 2010 beim 

Beschwerdeführer keine geistigen oder psychischen Erkrankungen feststellen 

können. Dieser halte in seinem Arztbericht fest: „…Bei nicht belastenden 

Tätigkeiten in Bauchhöhe sollte stufenweise wieder eine Arbeitsfähigkeit 

erreicht werden können. Wie weit die Belastbarkeit eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit erlaubt, muss in einem Versuch herausgefunden werden.“ 

Demzufolge sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers am 9. August 

2010 für die Zukunft ungewiss gewesen. Danach bestehe bis zum 23. 

November 2010 kein Arztbericht mehr. Die Annahme des KIGA, dass keine 

anderen Arztberichte vorlägen, welche die Verschlechterung der 

Arbeitsfähigkeit nach Absolvierung des Einsatzprogramms IIZ … erklären 

könnten, widerspreche den Tatsachen. Gemäss psychiatrischem Gutachten 

vom 6. Dezember 2010 von Dr. med. … liege beim Beschwerdeführer eine 

rezidivierend depressive Störung vor. Zwar bestehe diese anamnestisch seit 

Mitte 2009, doch in der Untersuchung vom 9. August 2010 sei sie nicht 

aufgefallen. Somit habe sich der Gesundheitszustand zwischen dem 9. 

August 2010 und dem 23. November 2010 offenbar verschlechtert. Zudem sei 

der Beschwerdeführer laut Arztbericht vom 23. November 2010, welcher am 

13. Dezember 2010 bestätigt worden sei, seit dem 23. November 2010 

arbeitsunfähig. Weitere Arztberichte seien vom Beschwerdeführer nicht zu 

verlangen. Er habe seine Mitwirkungspflicht mit dem Einreichen der 

Arztberichte vom 23. November bzw. 13. Dezember 2010 erfüllt. Es sei nicht 

ersichtlich, warum sich der Beschwerdeführer als Laie nicht auf die 

Arztberichte, insbesondere diejenigen vom 23. November bzw. vom 13. 

Dezember 2010 sowie vom 6. Dezember 2010, stützen dürfe. Beide würden 

eine Veränderung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

zwischen dem 9. August 2010 und dem 23. November 2010 beweisen. Des 

Weiteren erachte sich der Beschwerdeführer auch nicht als arbeitsunfähig. Er 

habe sich lediglich auf die ärztlichen Gutachten gestützt. Die Absprechung der 

subjektiven Vermittlungsfähigkeit entbehre einer sachlichen Grundlage und 

widerspreche den Tatsachen. 

10. Mit Eingabe vom 7. Juni 2011 verzichtete das KIGA auf die Einreichung einer 

Duplik.

11. Auf die Mitteilung der Instruktionsrichterin an die Parteien, dass in 

vorliegender Angelegenheit bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden die IV-

Akten des Beschwerdeführers beigezogen wurden, ging weder vom 

Beschwerdeführer noch vom Beschwerdegegner eine Stellungnahme beim 

Verwaltungsgericht ein. 

12. Mit Schreiben vom 14. November 2011 verzichtete der Beschwerdeführer 

unter Verweis auf seine Beschwerde vom 11. April 2011 sowie die Replik vom 

27. Mai 2011 auf eine Stellungnahme zu den ihm am 2. November 2011 von 

der Instruktionsrichterin zugestellten Kopien der beim KIGA einverlangten 

ergänzenden Akten. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid des KIGA vom 10. März 2011. Streitig und zu prüfen ist, 

ob dem Beschwerdeführer die Anspruchsberechtigung auf 

Arbeitslosentaggelder ab dem 23. November 2010 zu Recht wegen fehlender 

Vermittlungsfähigkeit abgesprochen worden ist.

2. a) Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. f in Verbindung mit Art. 15 des Bundesgesetzes über 

die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 

(AVIG; SR 837.0) hat der Versicherte Anspruch auf 

Arbeitslosenentschädigung, wenn er vermittlungsfähig ist. Vermittlungsfähig 

ist, wer bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit 

anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Demnach 

gehört zur Vermittlungsfähigkeit die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinne, 

sowie subjektiv die Bereitschaft des Versicherten, seine Arbeitskraft 

entsprechend seiner persönlichen Verhältnissen während der üblichen 

Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a). 

b) Bei körperlich oder geistig behinderten Personen kann sich die Frage der 

Koordination zwischen Arbeitslosenversicherung und Invalidenversicherung 

stellen. Der Gesetzgeber hat die Regelung der Koordination gemäss Art. 15 

Abs. 2 letzter Satz AVIG an den Bundesrat delegiert. Dieser erliess gestützt 

darauf Art. 15 Abs. 3 der Verordnung über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 

837.02), wonach ein Behinderter, der unter Annahme einer ausgeglichenen 

Arbeitsmarktlage, nicht offensichtlich vermittlungsunfähig ist und sich bei der 

Invalidenversicherung oder bei einer anderen Versicherung nach Abs. 2 

angemeldet hat, bis zum Entscheid der Invalidenversicherung bzw. der 

betreffenden anderen Versicherung als vermittlungsfähig gilt. Die genannte 

Verordnungsbestimmung enthält damit eine Vermutung zugunsten der 

Vermittlungsfähigkeit auch und gerade wenn Zweifel über diese bestehen. 

„Offensichtlich vermittlungsunfähig“ bedeutet, dass die 

Vermittlungsunfähigkeit auf Grund der Akten der Arbeitslosenversicherung, 

allenfalls gestützt auf Ermittlungen anderer Sozialversicherungsträger oder 

auf Grund anderer Umstände ohne weitere Abklärungen ersichtlich ist. Die 

Vermittlungsunfähigkeit ist ebenfalls offensichtlich, wenn sich die behinderte 

Person bis zum Entscheid des entsprechenden Sozialversicherungsträgers 

als nicht arbeitsfähig erachtet und weder eine zumutbare Arbeit sucht noch 

eine solche annimmt (AVIG-Praxis 2005/31 zu Art. 15 AVIG; 

Bundesgerichtsentscheid C 272/02 vom 17. Juni 2003 E. 2.3). Bei erheblichen 

Zweifeln an der Arbeitsfähigkeit eines Arbeitslosen, kann die kantonale 

Amtsstelle eine vertrauensärztliche Untersuchung auf Kosten der 

Arbeitslosenversicherung anordnen (Art. 15 Abs. 3 AVIG). Wird eine solche 

nicht durchgeführt oder ergibt sich keine offensichtliche 

Vermittlungsunfähigkeit, dann kommt – auch wenn Zweifel an der 

Vermittlungsfähigkeit bestehen – die Vermutung zum Tragen, wonach diese 

zu bejahen ist (SVR 1997 ALV Nr. 95 S. 292 f. E. 5; Th. Locher, Grundriss 

des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 2003, S. 148 f.; Th. 

Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: U. Meyer [Hrsg.], 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale 

Sicherheit, 2. Aufl., Basel/Genf/München 2007, Rz. 279 ff. S. 2264 f.).

3. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an einem 

Gesundheitsschaden leidet, welcher seine Arbeitsfähigkeit und demzufolge 

auch seine Vermittlungsfähigkeit beeinträchtigt. Demnach beurteilt sich seine 

Anspruchsberechtigung nach Art. 15 Abs. 2 AVIG. Ebenfalls zu Recht 

unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer nicht als offensichtlich 

vermittlungsunfähig im Sinne von Art. 15 Abs. 3 AVIV zu betrachten ist. Der 

vom KIGA mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beauftragte Vertrauensarzt, 

Dr. med. …, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, Psychiatrische 

Dienste Graubünden, hielt im Gutachten vom 6. Dezember 2010 fest, es 

müsse von einer verminderten Durchhaltefähigkeit, verminderter 

Belastbarkeit für Stressspitzen und zwischenmenschlichen Konflikten 

ausgegangen werden. Für Tätigkeiten ohne ausgeprägte Stressspitzen in 

einem wohlwollenden Arbeitsumfeld sei der Beschwerdeführer aus 

psychiatrischer Sicht zu 50% arbeitsfähig sei. Der ebenfalls vom KIGA mit der 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit beauftragte Vertrauensarzt, Dr. med. …, 

zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, Departement Chirurgie des 

Kantonsspitals Graubünden, bestätigte in seinem Gutachten vom 10. 

Dezember 2010 die 50%ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers. Im 

somatischen Bereich sei er, zumindest medizinisch theoretisch, in einer 

adaptierten Tätigkeit arbeits- und vermittlungsfähig. Eine Arbeit in seiner 

ursprünglichen Tätigkeit als Gipser könne ihm nicht mehr zugemutet werden. 

Unter Berücksichtigung aller Faktoren sei rein praktisch nur von einer 

50%igen Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit auszugehen. Die Arztzeugnisse 

des Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. med. …, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, vom 23. November 2010 und vom 13. Dezember 

2010 zuhanden der Arbeitslosenversicherung weisen eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit sowie eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit als 

Folge des Unfalls, gesamthaft somit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 

23. November 2010 bis auf weiteres aus. Demgegenüber attestierte der 

Schulterspezialist des Kantonsspitals Graubünden, Dr. med. …, im 

Arztbericht vom 9. August 2010 zuhanden der Invalidenversicherung dem 

Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 3. Mai 2010. Die 

ärztlichen Gutachten und Berichte können demnach so zusammengefasst 

werden, dass der Hausarzt ab dem 23. November 2010 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestierte, während die vom KIGA beauftragten 

Vertrauensärzte sowie Dr. med. … sowohl aus somatischer wie auch 

psychiatrischer Sicht zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit im Umfang von 50% 

bejahten. Aufgrund der erwähnten uneinheitlichen Arztberichte ist daher - wie 

schon die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat - nicht von einer 

offensichtlichen Vermittlungsunfähigkeit auszugehen. Diese Einschätzung 

wird zudem durch die Tatsache bestätigt, dass der Versicherte vom 27. April 

2010 bis 29. Oktober 2010 in einem Arbeitspensum von 50% im 

Einsatzprogramm IIZ … tätig war (H.-U. Stauffer/B. Kupfer Bucher, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 

Insolvenzentschädigung, 3. Aufl., Zürich 2008, S. 79 f. mit Hinweisen; ARV 

2002 Nr. 33 S. 238). Vorliegend bestreitet die Vorinstanz nicht, dass die Frage 

der Vermittlungsfähigkeit - soweit sie die Arbeitsfähigkeit im objektiven Sinne 

betreffe - gestützt auf Art. 15 Abs. 3 AVIV nicht durch sie zu beantworten sei, 

solange kein rechtskräftiges Urteil über den Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine Invalidenrente der SUVA vorliegt (vgl. Vernehmlassung der 

Vorinstanz vom 11. Mai 2011; S. 8 Ziff. 3). Die Vermittlungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers wurde durch die Vorinstanz denn auch nicht aufgrund der 

vorliegenden medizinischen Gutachten und Arztberichte abgelehnt, sondern 

aufgrund der fehlenden Bereitschaft des Beschwerdeführers, die Arbeitskraft 

entsprechend den persönlichen Verhältnissen einzusetzen. 

4. a) Zu prüfen bleibt demnach die subjektive Vermittlungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers. Diese verlangt in subjektiver Hinsicht die Bereitschaft, die 

Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während den 

üblichen Arbeitszeiten einzusetzen. Bei körperlichen oder geistig Behinderten 

werden gemäss Art. 15 Abs. 3 AVIV einzig an die Arbeitsfähigkeit als eines 

der beiden objektiven Elemente der Vermittlungsfähigkeit geringere 

Anforderungen gestellt, um dieser Personengruppe die 

Anspruchsberechtigung im System der Arbeitslosenversicherung zu sichern. 

Das subjektive Element der Vermittlungsbereitschaft ist demgegenüber auch 

bei der Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit behinderter Personen zu 

beachten. Wesentliches Merkmal der Vermittlungsbereitschaft ist dabei die 

Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle als Arbeitnehmer (Th. 

Nussbaumer, a.a.O., Rz. 270 S. 2261). Eine versicherte Person, die sich bis 

zum Entscheid der Organe der Unfall- oder Invalidenversicherung als nicht 

arbeitsfähig erachtet und weder Arbeit sucht noch eine zumutbare Arbeit 

annimmt, ist deshalb nicht vermittlungsfähig (Bundesgerichtsentscheid C 

160/06 vom 19. März 2007 E. 3.2.1, ARV 2004 S. 124 E. 2.3; H.-U. Stauffer/B. 

Kupfer Bucher, a.a.O., S. 80).

b) In der Beschwerde vom 11. April 2011 machte der Beschwerdeführer geltend, 

er habe sich auf die ärztlichen Zeugnisse seines Hausarztes, Dr. med. …, 

vom 23. November 2010 sowie vom 13. Dezember 2010, welche ihm eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. November 2010 attestierten, 

verlassen dürfen. Daher habe er sich bei der ihm am 19. November 2010 vom 

RAV zugewiesenen Arbeitsstelle als Raumpfleger mit einem Arbeitspensum 

von 20 - 40 Stellenprozent abgemeldet und dies am 23. November 2010 auch 

dem RAV … mitgeteilt. Aufgrund der erwähnten Arztberichte sei er auch von 

weiteren Arbeitsbemühungen befreit gewesen. 

Diesen Ausführungen vermag sich das Gericht nicht anzuschliessen. Zum 

einen sind die Arztzeugnisse des Hausarztes, Dr. med. …, vom 23. November 

2010 sowie vom 13. Dezember 2010, auf welche sich der Beschwerdeführer 

stützt, äusserst pauschal. Zur um 50% verminderten Arbeitsfähigkeit wegen 

Krankheit (Depression) addierte der Hausarzt des Beschwerdeführers eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit wegen Unfalls zu einer gesamthaften 

Arbeitsunfähigkeit von 100%. Eine Begründung für diese Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit enthalten die Arztberichte jedoch nicht. Zum anderen war 

der Beschwerdeführer – wie er selber replicando einräumte und sich im 

Übrigen insbesondere auch aus den Akten der Invalidenversicherung ergibt – 

seit dem Unfall vom 17. März 2008 zumindest teilweise arbeitsfähig. Sowohl 

der Arztbericht von Dr. med. … vom Kantonsspital Graubünden vom 25. Mai 

2010, der den Beschwerdeführer ab dem 17. Mai 2010 in einer adaptierten 

Tätigkeit für 100% arbeitsfähig erachtete, als auch der kreisärztliche 

Abschlussbericht von Dr. med. … vom 28. April 2010, der auf eigenen 

Untersuchungen beruhte und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde und 

dem Beschwerdeführer ab anfangs Mai 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, 

ab Mitte Juni 2010 sogar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, wie auch 

der Austrittsbericht der Rehaklinik … vom 1. Dezember 2009, welcher ab 

Januar 2010 eine ganztätige Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten mit 

speziellen Einschränkungen hinsichtlich der rechten Schulter statuierte, 

gingen mindestens von einer Teilarbeitsfähigkeit, mehrheitlich sogar von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch nach dem 

Langlaufunfall vom 17. März 2008 aus. Vom 27. April 2010 bis 29. Oktober 

2010 absolvierte der Beschwerdeführer denn auch im Rahmen von 50% das 

Einsatzprogramm IIZ …, was ebenfalls für eine Teilarbeitsfähigkeit spricht. 

Wie den beigezogenen IV-Akten weiter zu entnehmen ist, wurde das 

psychische Leiden in Form einer depressiven Episode mittelgradiger 

Ausprägung (ICD-10: F 32.1, Z.56, Z.63) bereits im Dezember 2009 in der 

Rehaklinik … diagnostiziert (vgl. Austrittsbericht Rehaklinik … vom 1. 

Dezember 2009). Sodann diagnostizierte auch der Kreisarzt Dr. med. … in 

seinem Bericht vom 28. April 2010 eine depressive Stimmungslage. 

Schliesslich ist auch im Arztbericht von Dr. med. …, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 30. September 2010 von einer reaktiven 

Depression die Rede. Dass Dr. med. …, leitender Arzt der Chirurgie des 

Kantonsspitals Graubünden, die Depression in seinem Arztbericht vom 9. 

August 2010 nicht erwähnte, vermag daran nichts zu ändern, wurde ein 

psychisches Leiden doch - wie aufgezeigt - bereits früher von Dr. med. M 

Bürge sowie der Rehaklinik … diagnostiziert. Offensichtlich lagen Dr. med. … 

die bisherigen Arztberichte und Gutachten nicht vor; jedenfalls finden sich in 

seinem Arztbericht vom 9. August 2010 keine diesbezüglichen Hinweise.

Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers 

nach Beendigung des Einsatzprogramms IIZ … am 29. Oktober 2010 bzw. 

eine Gesundheitsverschlechterung zwischen dem 9. August 2010 und dem 

23. November 2010, wie dies der Beschwerdeführer geltend macht, ergibt 

sich aus den erwähnten Arztberichten und Gutachten jedenfalls nicht. 

Bestätigt wird dies auch durch die nachvollziehbar begründeten und in 

Kenntnis der Vorakten erstellten Gutachten von Dr. med. … sowie Dr. med. 

… vom 6. Dezember 2010 und vom 10. Dezember 2010, welche dem 

Beschwerdeführer im zu beurteilenden Zeitraum, d.h. ab dem 23. November 

2010, übereinstimmend eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestierten. Inwiefern 

der Beschwerdeführer ab dem 23. November 2010 100% arbeitsunfähig sein 

soll, wie dies sein Hausarzt Dr. med. … in den Arztzeugnissen vom 23. 

November 2010 bzw. vom 13. Dezember 2010 entgegen sämtlichen übrigen 

ärztlichen Berichten und Gutachten auswies, ist nicht ersichtlich und aufgrund 

der rudimentären Arztzeugnisse von Dr. med. … auch nicht nachvollziehbar.

Der Beschwerdeführer hat seit Ende November 2010 keinerlei 

Arbeitsbemühungen im Hinblick auf einen Stellenantritt mehr unternommen, 

was von ihm auch nicht bestritten wird. Auch hat er keine Bereitschaft gezeigt, 

eine Stelle anzutreten, hat er doch die Aufforderung des KIGA vom 19. 

November 2010, sich bei der Firma Gross Arbeit AG für eine Stelle als 

Raumpfleger im Umfang von 20 - 40 Stellenprozent zu bewerben, abgelehnt. 

Zudem erwähnte der Beschwerdeführer, wie dem bei den Akten liegenden 

Gesprächsprotokoll zu entnehmen ist, anlässlich des Beratungsgespräches 

vom 1. März 2011 gegenüber seiner Personalberaterin des RAV ausdrücklich 

und wiederholt, er sei zu 100% arbeitsunfähig, 50% aus psychischen Gründen 

und 50% wegen des Unfalls. Dies entgegen den ihm bekannten 

vertrauensärztlichen Gutachten von Dr. med. … vom 6. Dezember 2010 und 

Dr. med. … vom 10. Dezember 2010, welche übereinstimmend eine 

verbleibende 50%ige Restarbeitsfähigkeit attestierten. Insgesamt steht damit 

fest, dass sich der Beschwerdeführer selber als nicht arbeitsfähig und damit 

als nicht in der Lage erachtet, auch nur in reduziertem Umfang einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Unter diesen Umständen ist seine 

Vermittlungsbereitschaft zu verneinen und der angefochtene Entscheid damit 

nicht zu beanstanden. Demzufolge erweist sich die Beschwerde als 

unbegründet und ist abzuweisen. 

5. Gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das kantonale 

Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen – ausser bei 

leichtsinniger oder mutwilliger Prozessführung – kostenlos, weshalb 

vorliegend keine Kosten erhoben werden. Dem obsiegenden 

Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 

61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.