# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3be0a85e-8bb5-54d7-8b64-a27e06a538ac
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 01.02.2022 SK 2021 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-56_2022-02-01.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 56+57

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. Februar 2022 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Obergerichtssuppleantin Meyes, 
Oberrichter Josi 
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand schwere Körperverletzung, Raub, Hausfriedensbruch etc. sowie 
Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 18. August 2020 (PEN 20 
353/496)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 18. August 2020 erkannte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland 
(nachfolgend: Vorinstanz) was folgt (pag. 1444 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird infolge Schuldunfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der schweren Körperverletzung, angeblich begangen am 15.08.2019 
in H.________(Ortschaft), z.N. C.________ (Ziff. 1 AKS)

2. von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfachen Körper-
verletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, angeblich begangen am 15.08.2019 in 
H.________(Ortschaft), z.N. C.________ (Ziff. 2 AKS)

3. von der Anschuldigung des Diebstahls, angeblich begangen am 15.08.2019 in 
H.________(Ortschaft), z.N. C.________ (Deliktssumme: CHF 200.00; Ziff. 3 AKS)

4. von der Anschuldigung des Raubes, angeblich begangen am 15.08.2019 in 
H.________(Ortschaft), z.N. C.________ (Deliktssumme: CHF 200.00)  

5. von der Anschuldigung der Beschimpfung, angeblich begangen am 15.08.2019 in 
H.________(Ortschaft), z.N. C.________ (Ziff. 4 AKS)

6. von der Anschuldigung der Drohung, begangen am 15.08.2019 in H.________(Ortschaft), z.N. 
C.________ (Ziff. 5 AKS)

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 24'150.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und inkl. uR Privatklä-
gerschaft) von CHF 36'042.80, insgesamt bestimmt auf CHF 60'192.80, an den Kanton Bern.

 

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 17’150.00
Auftritt der Staatsanwaltschaft CHF 1’500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 5’500.00
Total CHF 24’150.00

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 15’849.55
Kosten uR der Privatklägerschaft (vgl. Tabelle) 4’873.45
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF 15’319.80
Total CHF 36’042.80

Total Verfahrenskosten CHF 60’192.80

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Hausfriedensbruchs, begangen am 01.05.2019 in AE.________(Ortschaft)

3

2. des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, mehrfach begangen, so: 

- am 17.04.2019 in AE.________(Ortschaft)

- am 01.05.2019 in AE.________(Ortschaft)

3. der Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 06.09.2019 und zuvor 
in H.________(Ortschaft) und anderswo

und in Anwendung der 
Art. 19 Abs. 2, 34, 42, 47, 49 Abs. 2, 186, 292 StGB;
Art. 19a Abs. 1 BetmG;
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 150.00, als Zu-
satzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 16.07.2019.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten von pauschal CHF 500.00 (Ge-
bühr).

III.

Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme gemäss Art. 59 StGB angeordnet.

IV.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecherin B.________ werden wie folgt bestimmt:

 

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 67.00 200.00 CHF 13’400.00
Reisezuschlag CHF 400.00

CHF 916.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 14’716.40 CHF 1’133.15

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 15’849.55

volles Honorar 67.00 270.00 CHF 18’090.00
Reisezuschlag CHF 400.00

CHF 916.40
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 19’406.40 CHF 1’494.30

CHF 0.00
Total CHF 20’900.70

nachforderbarer Betrag CHF 5’051.15

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 15'849.55. 

Es besteht keine Rück- und Nachzahlungspflicht.

4

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwalt D.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 01.01.2018
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 21.50 200.00 CHF 4’300.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 225.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’525.00 CHF 348.45

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4’873.45

volles Honorar 21.50 250.00 CHF 5’375.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 225.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’600.00 CHF 431.20

CHF 0.00
Total CHF 6’031.20

nachforderbarer Betrag CHF 1’157.75

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit total CHF 5'088.85. 

Es besteht keine Rück- und Nachzahlungspflicht. 

V.

1. Das Widerrufsverfahren gegen A.________ wird eingestellt. 

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 150.00 werden dem Kanton Bern 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung an den Beschuldigten wird verzichtet.

VI.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 54 OR e contrario erkannt:

1. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des Straf- und Zivilklägers C.________ wird 
abgewiesen. 

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

VII.

Weiter wird verfügt:

1. A.________

wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für vorerst 3 Monate 
bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

Begründung: vgl. separates Dokument

2. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr.________ und PCN-
Nr.________) nach Ablauf der Frist wird dem zuständigen Bundesamt erteilt (Art. 16 Abs. 4 
DNA-ProfilG). 

5

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
(PCN-Nr.________ und PCN-Nr.________) durch die auftraggebende Behörde wird nach Ablauf 
der Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometri-
scher erkennungsdienstlicher Daten).

4. [Eröffnungsformel]

Mit Urteilsberichtigung vom 05. Januar 2021 berichtigte die Vorinstanz das Urteils-
dispositiv vom 18. August 2020 gestützt auf Art. 83 Abs. 1 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) insofern, als das Dispositiv um die Übertre-
tungsbusse von CHF 200.00 als Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsan-
waltschaft Berner Jura-Seeland vom 16. Juli 2019 ergänzt wurde (Ziff. II.2. zweiter 
Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) (pag. 1529 ff.). Infolge dieser Er-
gänzung des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs verschoben sich die entsprechen-
den Ziffern II.2. bis II.3. Der besseren Verständlichkeit halber wird dies nachfolgend 
entsprechend bezeichnet. 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die amtliche Verteidigung des Beschuldig-
ten/Berufungsführers (nachfolgend: Beschuldigter), Fürsprecherin B.________, mit 
Schreiben vom 20. August 2020 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 
1454). Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 25. Januar 2021 (pag. 
1459 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 25. Januar 2021 (pag. 1549 f.) 
zugestellt.

Mit form- und fristgerechter Berufungserklärung vom 19. Februar 2021 (pag. 1561 
ff.) wurde die Berufung beschränkt auf die Freisprüche von der schweren Körper-
verletzung, der versuchten schweren Körperverletzung (evtl. einfacher Körperver-
letzung mit einem gefährlichen Gegenstand), des Diebstahls, des Raubes, der Be-
schimpfung und der Drohung infolge Schuldunfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 des 
Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) (Ziff. I.1. bis I.6. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs), die Schuldsprüche wegen Hausfriedensbruchs (Ziff. II.1. erster Ab-
schnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und wegen Ungehorsams gegen 
amtliche Verfügungen (Ziff. II.2. erster Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs) sowie auf die darauf entfallenden Verfahrenskosten von CHF 500.00 (Ziff. 
II.3. [berichtigt: Ziff. II.4.] des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), auf die Strafzu-
messung (Verurteilung zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 30.00, aus-
machend total CHF 150.00 und zwei Übertretungsbussen von CHF 200.00 [Ziff. 
II.1. bis II.2. [berichtigt: Ziff. II.1. bis II.3.] zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs]), die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme 
gemäss Art. 59 StGB (Ziff. III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Abwei-
sung der Schadensersatz- und Genugtuungsforderung in Anwendung von Art. 54 
des Obligationenrechts (OR; SR 220) e contrario (Ziff. VI.1. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs) und auf die Verfügungen (Ziff. VII.2. bis VII.3. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) (pag. 2042 f.). Der Straf- und Zivilkläger erklärte mit Schrei-
ben vom 25. Februar 2021, auf eine Anschlussberufung zu verzichten und machte 
keine Gründe für ein Nichteintreten geltend (pag. 1571). Seitens der General-
staatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 02. März 2021 weder Anschlussberu-

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fung erhoben noch Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldig-
ten vorgebracht (pag. 1573 f.). Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer 
fand am 31. Januar und 01. Februar 2022 statt (pag. 1740 ff.).

3. Untersuchungs- und Sicherheitshaft

Der Beschuldigte wurde am 06. September 2019 vorläufig festgenommen (pag. 5) 
und befindet sich seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungs- bzw. Sicherheitshaft 
(pag. 35 ff., pag. 51 ff., pag. 64 ff., pag. 76 ff., pag. 1256 ff., pag. 1278 ff., pag. 
1313 f.). Nachdem die Vorinstanz die letzte Verlängerung der Sicherheitshaft um 
drei Monate bis am 18. Februar 2021 bewilligt hatte, verfügte die Verfahrensleitung 
im oberinstanzlichen Verfahren am 17. Februar 2021 den Verbleib des Beschuldig-
ten in Sicherheitshaft (SK 21 58, pag. 37 ff.). Im Zeitpunkt des oberinstanzlichen 
Urteils belief sich die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft auf ins-
gesamt 880 Tage.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug, datierend vom 17. Januar 2022 (pag. 1719 f.), und ein 
Führungsbericht beim Regionalgefängnis Thun, datierend vom 14. Januar 2022 
(pag. 1716 f.), über den Beschuldigten eingeholt.

Der Beschuldigte beantragte mit Berufungserklärung vom 19. Februar 2021 (pag. 
1561 f.) die Erstellung eines zweiten Gutachtens zur Schuldunfähigkeit. Mit Be-
schluss vom 24. März 2021 gab die Kammer eine Aktualisierung des bestehenden 
Gutachtens vom 20. Januar 2020 resp. 23. April 2020 in Auftrag und wies darüber 
hinaus den Beweisantrag des Beschuldigten ab (pag. 1581 f.). Mit Stellungnahme 
vom 28. Juni 2021 lehnte der Beschuldigte die vorgeschlagene Gutachterin Frau 
Dr. med. Z.________ ab und beantragte sinngemäss, eine andere Person mit der 
Aktualisierung des über ihn erstellten Gutachtens zu beauftragen (pag. 1635 f.). 
Die Kammer wies den Antrag des Beschuldigten mit Beschluss vom 23. August 
2021 ab (pag. 1648 f.). Das ergänzende psychiatrische Gutachten vom 14. De-
zember 2021 (pag. 1672 ff.) ging am 15. Dezember 2021 beim Obergericht des 
Kantons Bern ein und wurde den Parteien gleichentags zugestellt (pag. 1689 f.). 
Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 17. Dezember 2021 
auf eine Stellungnahme und Ergänzungsfragen (pag. 1695), der Straf- und Zivilklä-
ger liess sich innert Frist nicht vernehmen. Die Beantwortung der seitens des Be-
schuldigten mit Schreiben vom 30. Dezember 2021 beantragten Ergänzungsfrage 
(pag. 1701 f.) ging am 19. Januar 2022 beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 1726 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 24. Januar 2022 zuge-
stellt (pag. 1730 f.). Die Generalstaatsanwaltschaft hatte mit Schreiben vom 06. 
Januar 2022 keine Einwände gegen die Ergänzungsfrage erhoben (pag. 1708), der 
Straf- und Zivilkläger sich innert Frist nicht vernehmen lassen.

Mit Schreiben vom 14. Januar 2022 stellte der Straf- und Zivilkläger den Antrag auf 
Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung (pag. 1713 f.). Mit Verfügung vom 17. Januar 2022 nahm die Verfahrens-
leitung Kenntnis vom Dispensationsgesuch, liess den Parteien eine Kopie zukom-

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men und ersuchte um Stellungnahme innert 5 Tagen (pag. 1721 f.). Der Beschul-
digte teilte mit Schreiben vom 24. Januar 2022 mit, sich der Dispensation nicht zu 
widersetzen (pag. 1732), die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Schreiben 
vom 19. Januar 2022 (pag. 1725) die Abweisung des Gesuchs. Mit Verfügung vom 
25. Januar 2022 wies die Verfahrensleitung das Gesuch um Dispensation des 
Straf- und Zivilklägers ab, dispensierte den Straf- und Zivilkläger sowie seine amtli-
che Verteidigung jedoch nach der Einvernahme des Straf- und Zivilklägers von der 
weiteren Teilnahme an der Berufungsverhandlung (pag. 1734). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden schliesslich der Beschuldigte und der 
Straf- und Zivilkläger erneut befragt (pag. 1744 ff.). 

5. Oberinstanzliche Anträge der Parteien

Fürsprecherin B.________ stellte und begründete namens und im Auftrag des Be-
schuldigten in der oberinstanzlichen Verhandlung die folgenden Anträge (pag. 1769 
f.):

A. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als mein Klient der Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Ziffer II. 3.) schuldig erklärt wurde. Weiter ist festzuhalten, dass das Urteil auch rechtskräftig ist, 
insofern als das Widerrufsverfahren eingestellt, die Verfahrenskosten dem Kanton Bern auferlegt 
und diesbezüglich auf die Ausrichtung einer Entschädigung verzichtet wurde.

B. 1. Mein Klient sei freizusprechen von den Vorwürfen
a. der schweren Körperverletzung, angeblich begangen gemäss Ziffer 1 der Anklage-

schrift bzw. Ziffer I.1. des Urteils
b. der versuchten schweren Körperverletzung, evtl. einfachen Körperverletzung mit ei-

nem gefährlichen Gegenstand, angeblich begangen gemäss Ziffer 2 der Anklage-
schrift bzw. Ziffer I.2. des Urteils

c. des Diebstahls, angeblich begangen gemäss Ziffer 3 der Anklageschrift bzw. Ziffer 
I.3. des Urteils

d. des Raubes, angeblich begangen gemäss Ziffer 3 der Anklageschrift bzw. Ziffer I.4. 
des Urteils

e. der Beschimpfung, angeblich gegangen gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift bzw. Ziffer 
I.5. des Urteils

f. der Drohung, angeblich begangen gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift bzw. Ziffer I.6. 
des Urteils

2. Gestützt auf die Schuldunfähigkeit sei er weiter freizusprechen von den Vorwürfen
a. des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen gemäss Ziffer 5 der Anklageschrift 

bzw. Ziffer II.1. des Urteils
b. des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, angeblich begangen gemäss Ziffer 5 

und 6 der Anklageschrift bzw. Ziffer II.2. des Urteils

3. Die gesamten Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

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4. Für die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 880 Tagen sei ihm eine 
Entschädigung von CHF 100.00 pro Tag zuzusprechen.

5. Meinem Klienten sei weiter eine Entschädigung in der Höhe der Verteidigungskosten zuzu-
sprechen.

Schliesslich sei er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen:
1. zu einer Busse von max. CHF 100.00.
2. Die diesbezüglichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

C. Die Zivilklage sei abzuweisen.

D. Weiter seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen, u.a. sei mein Klient sofort aus der Haft 
zu entlassen und das Honorar der amtlichen Verteidigung zu bestimmen.

Staatsanwältin E.________ stellte und begründete im Rahmen der oberinstanzli-
chen Berufungsverhandlung ihrerseits die folgenden Anträge (pag. 1771 ff.; Her-
vorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner-Jura (Kollegialge-
richt in Dreierbesetzung) vom 25. Januar 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Schuldspruchs der Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz;

2. der Einstellung des Widerrufsverfahrens.

II.

A.________ sei infolge Schuldunfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB freizusprechen von den 
Anschuldigungen wegen schwerer Körperverletzung, versuchter schwerer Körperverletzung, evtl. ein-
facher Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, Diebstahls, Raubes, Beschimpfung und Dro-
hung; unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 60’192.80 an den Kanton 
Bern.

III.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Hausfriedensbruchs, begangen am 1. Mai 2019 in AE.________(Ortschaft);

2. des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen, mehrfach begangen am 17. April 2019 und am 
1. Mai 2019 in AE.________(Ortschaft).

IV.

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A.________ und er sei in Anwendung von 19 Abs. 2, 34, 42, 47, 49 Abs. 2, 186, 292 StGB, Art. 19a 
Abs. 1 BetmG, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je CHF 30.00, ausmachend total CHF 150.00, als Zu-
satzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 16. Juli 2019, wo-
bei der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben sei mit einer Probezeit von 3 Jahren;

2. zu einer Busse von CHF 200.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Berner Jura-Seeland vom 16. Juli 2019 (Ersatzfreiheitsstrafe 2 Tage);

3. zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrens-
kosten.

V.

Es sei eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB anzuordnen.

VI.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen (Art. 231 Abs. 1 Bst. a StPO).

2. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

3. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr.________ und
PCN-Nr.________) sei nach Ablauf der Frist dem zuständigen Bundesamt zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 
DNA-ProfilG).

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten durch 
die auftraggebende Behörde sei nach Ablauf der Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Zufolge der beschränkten Berufung des Be-
schuldigten (vgl. Ziff. 2. hiervor) hat die Kammer über die Freisprüche infolge 
Schuldunfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 1 StGB (Ziff. I.1. bis I.6. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs), die Schuldsprüche des Hausfriedensbruchs und des Un-
gehorsams gegen amtliche Verfügungen (Ziff. II.1. bis II.2. erster Abschnitt des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die darauf entfallenden Verfahrenskosten 
(Ziff. II.3. [berichtigt: Ziff. II.4.] zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs), die Sanktionen (Ziff. II.1. bis II.2. [berichtigt: Ziff. II.1. bis II.3.] zweiter Ab-
schnitt des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Massnahme (Ziff. III. des erstin-

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stanzlichen Urteilsdispositivs) und den Zivilpunkt (VI.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs) zu befinden. Demgegenüber sind der Schuldspruch der Übertre-
tungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. II.3. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs) sowie die Einstellung des Widerrufsverfahrens unter Auferlegung der 
Verfahrenskosten an den Kanton Bern und ohne Ausrichtung einer Entschädigung 
(Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) nicht mehr Gegenstand des obe-
rinstanzlichen Verfahrens und damit rechtskräftig geworden. 

Nicht der Rechtskraft zugänglich sind die Verfügungen betreffend der DNA-Profile 
(Ziff. VII.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie der biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten (Ziff. VII.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) und 
der Sicherheitshaft (Ziff. VII.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Über die 
Verfahrenskosten und die amtlichen Entschädigungen ist sodann praxisgemäss 
neu zu befinden.  

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der 
Rechtskraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 
StPO), ist aufgrund der alleinigen Berufung des Beschuldigten allerdings an das 
Verschlechterungsverbot (Verbot der sog. «reformatio in peius», Art. 391 Abs. 2 
StPO) gebunden. Auf die Höhe der amtlichen Honorare für die Verteidigung des 
Beschuldigten und die Vertretung des Straf- und Zivilklägers in erster Instanz ist 
nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zu-
stehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bun-
desgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 
11. Januar 2017 E. 2.3).

In prozessualer Hinsicht gilt es vorab festzuhalten, dass Freisprüche mangels Be-
schwer von der beschuldigten Person grundsätzlich nicht angefochten werden 
können (Urteile des Obergerichts des Kantons Bern SK 19 75 vom 16. Februar 
2020 E. I.5. und SK 17 290 vom 27. April 2018 E. I.8.). So ist der Beschuldigte, wie 
im Falle einer rechtskräftigen Einstellungsverfügung, nicht legitimiert, einen Frei-
spruch anzufechten mit dem Ziel, eine andere juristische Begründung zu erwirken. 
Die Beschwer ergibt sich ausschliesslich aus dem Dispositiv des angefochtenen 
Entscheids, die Begründung kann nicht angefochten werden (Urteile des Bundes-
gerichts 6B_1496/2020 vom 16. Dezember 2021 E. 3.2.; 6B_581/2017 vom 18. Juli 
2017 E. 4; 6B_155/2014 vom 21. Juli 2014 E. 1.1; je mit Hinweisen). Ein Anspruch 
auf gerichtliche Feststellung der Schuldlosigkeit lässt sich auch aus der Unschulds-
vermutung nicht ableiten (Urteile des Bundesgerichts 6B_155/2014 vom 21. Juli 
2014 E. 1.1 und 1B_3/2011 vom 20. April 2011 E. 2.3). Die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung hat demgegenüber anerkannt, dass jemand, der für unzurech-
nungsfähig erklärt, aber als Täter einer Straftat in Betracht gezogen wurde, ein aus-
reichendes schutzwürdiges Interesse hat und damit hinreichend beschwert ist 
(BGE 115 IV 223 E. 1). Ebenso kann einen Schuldspruch anfechten, wer von Stra-
fe befreit wird, sofern er geltend macht, dass ein Schuldspruch gegen ihn nicht hät-
te gefällt werden dürfen (BGE 119 IV 44 E. 1a; BGE 96 IV 67 f. E. 1).

Vorliegend wurde der Beschuldigte erstinstanzlich von den Anschuldigungen der 
Ziffern I.1 bis I.5 der Anklageschrift freigesprochen (pag. 1445, Ziff. I.1. bis I.6. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositives). Die Verteidigung brachte erst- und oberin-

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stanzlich vor, der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen, da er nicht der 
Täter der vorgeworfenen Taten sei. Demnach wird das vorinstanzliche Urteilsdis-
positiv dahingehend angefochten, als sich daraus ergibt, dass der Beschuldigte 
wegen Schuldunfähigkeit von den Vorwürfen freigesprochen wurde, und nicht 
mangels erfüllten Tatbestandes oder wegen Nachweises der Unschuld. Dies wirkt 
sich für den Beschuldigten dahingehend negativ aus, als er auf der Schuldebene 
und nicht auf der Tatebene freigesprochen wurde. Ferner zu berücksichtigen ist, 
dass die Kammer ebenfalls über die Anordnung einer Massnahme im Sinne von 
Art. 59 StGB (vgl. Ziff. V. hiernach) zu befinden hat und das Vorliegen einer Anlass-
tat, die mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht, zentrales Element 
der richterlichen Prüfung bildet. Nach Ansicht der Kammer rechtfertigten die sich 
aus dem Dispositiv ergebenden negativen Folgen für den Beschuldigten aus-
nahmsweise, auf die Berufung in diesem Punkt einzutreten und ebenfalls über die 
Freisprüche infolge Schuldunfähigkeit zu befinden. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen

Nachfolgend wird die Beweiswürdigung der einzelnen Vorwürfe – soweit in Beru-
fung gezogen – analog dem Aufbau der vorinstanzlichen Urteilsbegründung vorge-
nommen (pag. 1464 ff., S. 6 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Da sich 
die Vorwürfe gemäss den Ziffern I.1 bis I.4 der Anklageschrift sachverhaltsmässig, 
mit Ausnahme der örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten, inhaltlich decken, wür-
digt die Kammer die vorliegenden Beweismittel – wie auch die Vorinstanz – ge-
samthaft bzw. betreffend sämtlicher Vorwürfe.

8. Vorwürfe gemäss Ziff. I.1 bis I.4 der Anklageschrift

8.1 Anklagesachverhalt

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 15. August 2019, um ca. 23:00 Uhr in 
H.________(Ortschaft) im Bus Nr. 7 Richtung F.________ (Haltestelle), an den 
Straf- und Zivilkläger gerichtet mehrmals sinngemäss gesagt zu haben, dass dieser 
als «Neger» aufpassen solle, sie seien hier in der Schweiz, eine Geste des Kehle-
durchschneidens gemacht, ihn mehrmals «Arschloch» genannt und ihm den Mittel-
finger gezeigt habe. Zudem habe sich der Beschuldigte vor den Straf- und Zivilklä-
ger hingestellt und ihn böse angeschaut. Den Ausdruck «Neger» habe er als 
Schimpfwort benutzt und mit der Äusserung, der Straf- und Zivilkläger solle aufpas-
sen, sowie mit seinen Gesten habe der Beschuldigte dem Straf- und Zivilkläger ei-
nen schweren Nachteil von seiner Seite, wie beispielsweise Schläge oder gar den 
Tod, in Aussicht gestellt. Dies habe beim Straf- und Zivilkläger bewirkt, dass er 
Angst gehabt habe, dass der Beschuldigte ihn schlage oder töte (Ziff. I.4 der An-
klageschrift).

Nach dem Vorfall im Bus habe der Beschuldigte am 15. August 2019, um ca. 23:00 
Uhr, am G.________weg in H.________ (Ortschaft), ca. auf der Höhe der 
Liegenschaft Nr. ___ (Hausnummer), dem Straf- und Zivilkläger mit einem 
länglichen, harten, eventuell metallenen Gegenstand mit Wucht zuerst auf das eine 

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und dann auf das andere Knie geschlagen. Der Straf- und Zivilkläger habe durch 
die Schläge am linken Bein einen mehrfachen Bruch der seitlichen 
Schienbeinknochenoberfläche mit Eindrückungs- und Splitterkomponente, einen 
Meniskusriss sowie eine Blutansammlung im Gelenkraum, am rechten Knie eine 
Prellung mit einer Hautläsion an der Knieaussenseite erlitten. Der Straf- und Zivil-
kläger habe wegen den Verletzungen am linken Knie operiert werden müssen, und 
es sei ihm dort eine Platte eingesetzt worden, die zu einem späteren Zeitpunkt 
operativ wieder entfernt werden müsse. Nach der Operation sei ein Aufbau der 
Beweglichkeit des linken Knies erfolgt und es habe während dreier Monate eine 
Belastungslimite bestanden. Seit der Operation gehe der Straf- und Zivilkläger 
zufolge der Verletzungen am linken Knie an Krücken und habe zudem Schmerzen 
im linken Bein. Der Straf- und Zivilkläger sei aufgrund der Verletzungen 18 Tage in 
Spitalpflege gewesen und habe sich in mehrere orthopädische Nachbehandlungen 
begeben müssen. Sodann sei er zur Schmerzlinderung und Wiedererlangung der 
Beweglichkeit des linken Knies bis Ende 2019 in 29 Physiotherapie-Sitzungen 
gewesen, wobei zu diesem Zeitpunkt die Behandlung noch nicht erfolgreich 
abgeschlossen worden sei. Als Folge der Verletzungen habe der Straf- und Zivil-
kläger im Alltag Angst vor anderen Personen und leide unter Alpträumen. Vom 15. 
August 2019 bis am 12. Januar 2020 sei er 100% krankgeschrieben gewesen. Als 
Folge der Verletzungen habe er verschiedene Medikamente einnehmen müssen. 
Der Beschuldigte habe diese Folgen seines Handelns mindestens in Kauf 
genommen (Ziff. I.1 der Anklageschrift).

Gleichenorts und gleichentags habe der Beschuldigte dem Straf- und Zivilkläger mit 
einem länglichen, harten, eventuell metallenen Gegenstand mit Wucht auf den 
Kopf geschlagen. Der Straf- und Zivilkläger habe durch diesen Schlag eine 
Schädelprellung mit einer Hautdurchtrennung im Scheitelbereich rechtsseitig 
erlitten. Der Schlag hätte eine lebensgefährliche Verletzung, wie Knochenbrüche 
am Schädel und/oder Blutungen im Schädelinneren, zur Folge haben können. Der 
Beschuldigte habe diese möglichen Folgen seines Handelns mindestens in Kauf 
genommen (Ziff. I.2 der Anklageschrift). 

Nachdem der Beschuldigte die Körperverletzungsdelikte begangen habe, habe er 
dem Straf- und Zivilkläger in Bereicherungsabsicht dessen Mobiltelefon Huawei 
Typ Y6 Pro 2017 im Wert von ca. CHF 200.00 zur Aneignung weggenommen (Ziff. 
I.3 der Anklageschrift). 

Eventualiter klagte die Staatsanwaltschaft anstelle der in Ziffern I.1 bis I.3 
umschriebenen Sachverhalte einen Raub zum Nachteil des Straf- und Zivilklägers 
an: Der Beschuldigte habe am 15. August 2019, um ca. 23:00 Uhr, am 
G.________weg in H.________(Ortschaft), ca. auf der Höhe der Liegenschaft Nr. 
___ (Hausnummer), dem Straf- und Zivilkläger mit einem länglichen, harten, 
eventuell metallenen Gegenstand mit Wucht zuerst auf das eine, dann auf das 
andere Knie und letztlich auch auf den Kopf geschlagen. Mittels dieser Gewalt 
habe der Beschuldigte den Straf- und Zivilkläger zum Widerstand unfähig gemacht 
und ihm in der Folge in Bereicherungsabsicht dessen Mobiltelefon Huawei Typ Y6 
Pro 2017 im Wert von ca. CHF 200.00 zur Aneignung weggenommen. Sodann 
umschreibt die Staatsanwaltschaft in diesem Sachverhalt die unter Ziff. I.1 der 

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Anklageschrift dargelegten «schweren Schädigungen der körperlichen 
Gesundheit» des Straf- und Zivilklägers. 

8.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass 
der Anklagesachverhalt gemäss den Ziffern I.1 bis I.4 der Anklageschrift vollum-
fänglich erstellt sei, so insbesondere, was die Täterschaft des Beschuldigten anbe-
lange. Jedoch falle der eventualiter und anstelle der Ziffern I.1 bis I.3 der Anklage-
schrift angeklagte Sachverhalt weg (pag. 1497, S. 39 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung).

9. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

9.1 Vorbringen der Verteidigung

Fürsprecherin B.________ brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 
31. Januar 2022 namens und auftrags des Beschuldigten zusammengefasst vor, 
dass hinsichtlich der objektiven Beweismittel, mit Ausnahme der Videoaufnahme 
bei der I.________ AG, praktisch nichts vorhanden sei, was auf die Täterschaft des 
Beschuldigten schliessen lasse. Aus der Tatsache, dass die Kleidung und der Ge-
genstand auf dem Video mit der Beschreibung des Täters und der Tatwaffe über-
einstimmen, werde geschlossen, dass der Beschuldigte mit an Sicherheit grenzen-
der Wahrscheinlichkeit der Täter sein müsse. Es sei jedoch zu prüfen, wie die örtli-
chen Gegebenheiten des Tatorts und des I.________ AG Areals in zeitlicher Hin-
sicht zu werten seien. Gemäss Anzeige sei die Meldung am 15. August 2019 un-
mittelbar im Anschluss an den Vorfall um 23:05 Uhr eingegangen. Daraus ergebe 
sich auch für die Polizei der Schluss, dass der Vorfall um 23:00 Uhr am 
G.________weg ___ (Hausnummer) stattgefunden haben müsse. Von genau 
23:00 Uhr gehe auch der Privatkläger aus. Gemäss der Videoüberwachung der 
I.________ AG sei der Beschuldigte, so erkannte er sich selbst darauf, um 23:07 
und 23:08 Uhr auf dem Video zu sehen, folglich befand er sich zu diesem Zeitpunkt 
an der J.________strasse ___ (Hausnummer). Gemäss Google Maps handle es 
sich vom G.________weg ___ (Hausnummer) bis zur J.________strasse ___ 
(Hausnummer) um einen Weg von 450 Meter, für den man zu Fuss 6 Minuten ha-
be. Beim Spazieren betrage die Durchschnittsgeschwindigkeit 3 km/h, was für die-
sen Weg aber eine Dauer von 9 Minuten ergebe. Der Vorfall habe gemäss Aussa-
gen ein paar Minuten gedauert, weshalb sich der Täter auch wenige Minuten nach 
23:00 Uhr noch am G.________weg habe befinden müssen. Es sei somit nicht 
möglich, dass der Beschuldigte um 23:07 Uhr bereits bei der I.________ AG gewe-
sen sei. Denn es gelte zu berücksichtigen, dass der Täter nach dem Aussteigen 
noch an den Bus geschlagen habe, was zu einer Verzögerung geführt haben müs-
se und der Bus demnach nicht fahrplangemäss um 22:56 an der Haltestelle ange-
kommen, sondern ein oder zwei Minuten später. Zudem sei der Täter zwei Halte-
stellen vorher ausgestiegen und habe ja noch zu Fuss zum Tatort gelangen müs-
sen. Schliesslich sei aus den Akten bekannt, dass der Privatkläger bereits Proble-
me gehabt habe und nicht so schnell gewesen sei. Seitens der Vorinstanz seien 
somit viele Bewertungen und Annahmen zu Ungunsten des Beschuldigten getrof-
fen worden, was so nicht zulässig sei. So sei dies auch bei der Dauer der Tat ge-

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schehen. Vorliegend gehe es um die Zeitspanne des ganzen Vorfalls, wobei sich 
alle einig gewesen seien, dass es sich um ein paar Minuten und nicht um Sekun-
den gehandelt habe. Zuerst habe es einen Schlag gegeben und dann ein anderer 
auf das andere Knie. Nach dem zweiten Schlag habe sich der Privatkläger hinge-
setzt, dann sei es zum dritten Schlag gekommen, was wiederum Zeit in Anspruch 
genommen habe. Schliesslich seien auch die Handys des Privatklägers auf den 
Boden gefallen respektive der Privatkläger habe dieses Handy hervorgenommen, 
welches der Täter weggenommen habe, was abermals Zeit beansprucht habe. Die 
nach 23:00 Uhr begonnene Tat habe sicherlich so lange gedauert, dass eine An-
wesenheit des Beschuldigten um 23:07 Uhr beim I.________ AG Areal ausge-
schlossen sei. Auch zur Kleidung führte Fürsprecherin B.________ aus, dass diese 
nicht für die Täterschaft des Beschuldigten spreche. Die Kleidung habe keinen 
Wiedererkennungswert und könne deshalb zu keinem Beweis oder auch nur als 
Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten dienen. Die Tatsache, dass der Privat-
kläger wie auch alle Auskunftspersonen sich nicht einig gewesen seien hinsichtlich 
der Kopfbedeckung und der Farben der Kleidung zeige bereits, dass es Kleider oh-
ne jegliche Originalität gewesen seien. Zusammenfassend könne festgehalten 
werden, dass aus den objektiven Beweismittel einzig das I.________ AG-Video et-
was zur Täterschaft aussagen könne, dieses aber eher gegen die Täterschaft des 
Beschuldigten spreche. 

Hinsichtlich der subjektiven Beweismittel habe der Beschuldigte seine Täterschaft 
stets bestritten. Für die Ehrlichkeit seiner Aussagen spreche exemplarisch jene 
vom 6. September 2019, wobei er angegeben habe, er sei am fraglichen Tag nicht 
in H.________(Ortschaft) gewesen und auf Vorhalt des I.________ AG-Videos 
dann gesagt habe: «Dann war ich wohl doch hier.». Diese Aussage zeige, dass für 
ihn am fraglichen Tag nichts Spezielles vorgefallen sei, weshalb er sich zunächst 
auch nicht habe erinnern können, damals in H.________(Ortschaft) gewesen zu 
sein. Den Aussagen des Beschuldigten sei nichts zu entnehmen, was auf seine 
Täterschaft schliessen lasse. Bezüglich der Aussagen des Privatklägers brachte 
Fürsprecherin B.________ vor, dass er nicht immer konstante Aussagen gemacht 
habe. Zudem habe er gesagt, er verstehe gar nicht so gut Deutsch, weswegen es 
denkbar sei, dass er nicht genau verstanden habe, was der Täter gesagt habe und 
ob tatsächlich rassistische Äusserungen dabei gewesen seien. Bei der ersten Aus-
sage des Privatklägers habe er von zwei Äusserungen, bei der zweiten Befragung 
am gleichen Tag nur noch von einer Äusserung gesprochen. Beim dritten Mal habe 
er von sich aus ergänzt, es habe noch eine Geste des Halsabschneidens gegeben, 
dann wiederum nur von zwei Äusserungen gesprochen. Anlässlich der Befragung 
vor der Staatsanwaltschaft habe er wieder die Geste erwähnt und das erste Mal 
drei Äusserungen. Es könne sicher festgehalten werden, dass es nicht noch zu ei-
ner Drohung gekommen sei. Denn spätestens bei der Frage nach einer rassisti-
schen Äusserung müsse einem ein derart deutliches Zeichen in den Sinn kommen. 
Als weiteres Indiz werde die Aussage des Privatklägers vorgeführt, wonach dieser 
die Stimme des Täters bereits vorher gehört habe, und es werde auf Frau 
M.________ verwiesen. Aber Frau M.________ habe nichts von Herumschreien 
gesagt. So gebe sie beispielsweise auf S. 3 Z. 65 ihrer Aussage auf die Frage «In-
wiefern wurden Sie durch A.________ belästigt?» an: «Er stand vor der 

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X.________ draussen und hat nichts gesagt.» Weiter wurde auf Z. 34 und die Fra-
ge «Was hat er an der Bushaltestelle bzw. an Ihrem Domizil gemacht?» verwiesen: 
«Nichts.». Es könne somit nicht davon ausgegangen werden, dass die Stimme des 
Beschuldigten dem Privatkläger bereits bekannt gewesen sei.

Zur Person des Täters führte Fürsprecherin B.________ schliesslich aus, dass der 
Privatkläger mit gleicher Wahrscheinlichkeit, nämlich 80%, zwei Männer als mögli-
che Täter erkannt habe. Eine solche Wahrscheinlichkeit genüge nicht, um eine 
Täterschaft nachzuweisen. Später dann habe er den Beschuldigten auf der Foto-
dokumentation nicht mehr als Täter erkannt und auch nicht anlässlich der Video-
konfrontation an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung. Erst auf Vorhalt der Be-
hinderung an der Hand habe er gesagt, dies sage ihm etwas. Die Frage, ob es die 
gleiche Behinderung sei wie beim Täter, habe er nicht mit Ja beantwortet und vor-
her die Behinderung gar anders geschildert gehabt, als sie beim Beschuldigten vor-
liege. Auf konkrete Frage habe er geantwortet, der Beschuldigte sei möglicherwei-
se der Täter. Die Aussagen des Opfers zur Behinderung des Täters würden denn 
auch nicht genau mit der vorliegenden Behinderung übereinstimmen. So werde auf 
S. 6 Z. 20 und 21 verwiesen: «Ich möchte noch ergänzen, dass der Täter viele 
kleine Finger hatte, vom kleinen Finger bis zum Zeigefinger.» und Z. 40 und 41: 
«Ja. Ich habe einfach gesehen, dass er eine Anomalie an der rechten Hand hatte. 
Die habe ich effektiv gesehen». Man habe anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung den Beschuldigten aufgefordert, die Behinderung an der Hand zu zei-
gen, worauf der Privatkläger nicht gesagt habe, es sei genau diese Anomalie ge-
wesen. Dies lasse insgesamt keine Identifikation des Beschuldigten als Täter zu. 
Auch keine der Auskunftspersonen hätten ausgesagt, der Beschuldigte sei der 
Täter. Zusammenfassend folge daraus, dass die Täterschaft des Beschuldigten 
nicht habe erwiesen werden können (pag. 1753 ff.).

9.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde im Rahmen der Berufungsverhand-
lung vom 31. Januar 2022 im Wesentlichen vorgebracht, dass das Opfer anlässlich 
der Gegenüberstellung die klare Aussage gemacht habe, dass die Behinderung 
des Angreifers und jene des Beschuldigten identisch seien. Das Opfer habe gese-
hen, dass an eben dieser Hand mehrere kleine Finger seien, im Vergleich zu einer 
normalen Hand, und die Anomalie stimme vorliegend überein. Dies komme bei die-
ser spezifischen Behinderung einer Identifikation des Täters gleich. Weiter habe 
das Opfer von Anfang an Aussagen über das Aussehen des Täters gemacht und in 
diesem Zusammenhang die Behinderung an der Hand, die Hautfarbe, die Körper-
grösse, den Körperbau und das ungefähre Alter beschrieben. Und alle diese 
Merkmale würden auf den Beschuldigten passen. Auch seien die Kleider beschrie-
ben worden und passten genau auf jene Kleidung, die der Mann, den der Beschul-
digte als sich selbst erkannt habe, auf dem Überwachsungsvideo trage. Es möge 
zutreffen, dass Körpergrösse und Kleidung keine enorm starken Indizien seien, 
aber es seien eben Indizien. Weiter habe das Opfer den Beschuldigten mit einer 
Sicherheit von 80% als möglichen Täter erkannt. Die Verteidigung finde 80% zu 
wenig und nicht aussagekräftig. Es müsse jedoch bedacht werden, dass sich das 
Opfer in einer enormen Stresssituation befunden und den Täter nicht ewig lange 

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gesehen habe. Der Zeuge N.________ habe auf pag. 302 eine Umschreibung des 
Täters gemacht, welche ganz genau auf den Beschuldigten passe. Zudem habe 
sich der Beschuldigte auf dem Video selbst erkannt. Man sehe, dass der Mann auf 
dem Video seitlich auf der rechten Körperseite einen Gegenstand angehängt habe, 
der aus zwei geraden länglichen Teilen bestehe, die im oberen Teil verbunden ge-
wesen seien und gegen unten auseinander gingen. Von der Farbe her habe die 
Polizei vermutet, dass der Gegenstand aus Metall sei. Interessanterweise habe das 
Opfer beim Täter genau einen solchen Gegenstand gesehen und diesen auf pag. 
242 gezeichnet. Auch die Zeugen P.________ und N.________ hätten genau ei-
nen solchen Gegenstand beim Täter gesehen. 

Das Video habe den Beschuldigten um 23:08 Uhr erfasst, die Distanz zum Tatort 
betrage 450 Meter. Die Verteidigung schliesse daraus, dass die kurze Zeitdauer für 
den Beschuldigten nicht gereicht habe, um vom Tatort zum I.________ AG-
Gebäude zu gelangen. Spaziere man gemäss Wikipedia mit 3 km/h, brauche man 
9 Minuten. Es sei unbestritten, dass das Opfern den Bus um 22:48 Uhr genommen 
und die Fahrt etwa 8 Minuten gedauert habe. Man könne auch sagen, es habe sich 
alles etwas früher zugetragen, da nicht an jeder Haltestelle jemand aus- und einge-
stiegen sei. Weiter sei unbestritten, dass das Opfer ein paar Minuten vor 23:00 Uhr 
am G.________weg gewesen und gegen 23:00 Uhr angegriffen worden sei. Ein 
wichtiger Umstand sei, dass der Zeuge O.________ um 23:05 Uhr die Polizei avi-
siert und keinen Täter mehr vor Ort gesehen habe. Der Zeuge sei nicht erst um 
23:05 Uhr vor Ort gewesen, sondern sage selbst aus, er sei des Weges gekom-
men, habe die Hilferufe des Opfers gehört und sich überlegt, ob er helfen solle und 
dann erst sei er zum Opfer gegangen. Also habe er in der Zeit vor 23:05 Uhr kei-
nen Täter wahrgenommen, was bedeute, dass der Täter bereits nach 23:00 Uhr 
nicht mehr vor Ort gewesen sei. Weiter habe N.________ beschrieben, er habe ei-
nen Mann mit einem Metallstick gesehen, der die Strasse überquert und über die 
Brücke zu den Geleisen gegangen sei. Dies sei genau der Weg gewesen, den der 
Täter nehmen musste, um zum I.________ AG Gebäude zu gelangen. Google 
Maps und Search gäben 6 Minuten an für 450 Meter und gemäss Wikipedia be-
wegten sich Fussgänger mit 3 bis 5 km, die Geschwindigkeit unter normalen Be-
dingungen betrage 1.35 bis 1.65 Meter pro Sekunde, folglich 4.8 km/h bis 5.8 km/h. 
Interessant sei, dass Google Maps die Zeitangabe mit 3 bis 6 km/h einstelle. Die 
Zeitangaben auf Google Maps seien folglich realistisch und die Distanz mit norma-
lem Laufen durchaus in der angegebenen Zeit machbar. Deshalb sei das Video 
sehr wohl ein starkes Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten. Hinzu komme, 
dass die Exfreundin des Beschuldigten in der F.________(Haltestelle) wohne. Er 
habe zugegeben, oftmals dort gewesen zu sein und anlässlich der Hauptverhand-
lung gar bestätigt, dass es gut möglich sei, dass er auch am Tattag am 
R.________weg gewesen sei. Zudem habe der Privatkläger angegeben, ohne ent-
sprechendes Vorwissen, dass er glaube, die Stimme des Beschuldigten bereits in 
dieser Gegend gehört zu haben. Dieser habe in der Nacht am G.________weg und 
R.________weg herumgeschrien. Dass dies stimme, sei aufgrund der Aussagen 
von Frau M.________ belegt. Zudem habe die Polizei den Beschuldigten mehrmals 
in dieser Region festgestellt, da er Frau M.________ gestalkt und belästigt habe. 
Auch dies sei ein klares Indiz für seine Täterschaft. 

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Schliesslich spreche für die Täterschaft auch der Umstand, dass der Beschuldigte 
ein erhöhtes Aggressionspotential habe. So habe Frau M.________ ausgesagt, 
dass er beim S.________ (Einkaufszentrum) gegenüber dem AF.________ (Funk-
tion) sehr aggressiv geworden sei. Auch habe sich der Beschuldigte, als ihn die Po-
lizei mit der Kleidung des Täters konfrontiert habe, in etwas hineingesteigert, sich 
kaum mehr beruhigen lassen und gesagt, er könne auch anders, wenn er wütend 
werde. Weiter sei dem Bericht des psychiatrischen Zentrums AC.________ (Kan-
ton) vom 2007 zu entnehmen, dass er handgreiflich bzw. tätlich gegenüber dem 
neuen Freund seiner Partnerin und im 2009 aggressiv gegenüber seiner Freundin 
gewesen sei. Dazu passe auch, dass der Beschuldigte im Gespräch mit der Psych-
iaterin gesagt habe, er spüre pausenlos einen inneren Druck, eine innere Wut und 
innere Gedanken mit Gewalt. Der Beschuldigte bestreite die Tat, aber sage selbst 
aus, dass es sein könne, aber auch nicht, dass der Mann auf dem Video die Taten 
begangen habe. Dies sei ein halbes Geständnis. Nehme man alle Indizien zusam-
men, so liessen diese einzig den Schluss zu, dass der Beschuldigte der Täter sei. 
Es sei theoretisch möglich, dass ein anderer Mann mit der gleichen Statur und der 
gleichen Behinderung am Tattag dort gewesen sei und die gleichen Kleider und 
den länglichen Gegenstand getragen habe. Diese Zweifel seien aber rein abstrak-
ter Natur. Der angeklagte Sachverhalt sei als erstellt zu erachten (pag. 1758 ff.).

9.3 Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist zunächst, wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (pag. 1489, S. 31 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), dass der Straf- und Zivilkläger als Folge 
des Vorfalles diverse Verletzungen davon trug, namentlich einen mehrfachen 
Bruch der seitlichen Schienbeinknochenoberfläche mit Eindrückungs- und Splitter-
komponente, einen Meniskusriss und eine Blutansammlung im Gelenkraum am 
rechten Knie sowie eine Prellung mit einer Hautläsion an der linken Knieaussensei-
te und eine Schädelprellung mit einer Hautdurchtrennung im Scheitelbereich. Er-
gänzend ist festzuhalten, dass auch der Ablauf des Vorfalles vom 15. August 2019 
um ca. 23:00 Uhr am G.________weg in H.________(Ortschaft) auf der Höhe der 
Liegenschaft Nr. ___ (Hausnummer), wobei dem Straf- und Zivilkläger mit einem 
länglichen, harten, eventuell metallenen Gegenstand mit Wucht zuerst auf das eine 
und dann auf das andere Knie und schliesslich auf den Kopf geschlagen und im 
Anschluss sein Mobiltelefon Huawei Typ Y6 Pro 2017 weggenommen wurde, un-
bestritten ist. Ferner ist unstrittig, dass der Beschuldigte gleichentags um 23:07 Uhr 
vor dem Gebäude der I.________ AG an der J.________strasse ___ (Hausnum-
mer) in H.________(Ortschaft) durchlief und hierbei von einer Überwachungskame-
ra erfasst wurde (vgl. dazu die Ausführungen von Fürsprecherin B.________ an-
lässlich des oberinstanzlichen Parteivortrags [pag. 1754 f.]). 

Unbestritten ist ferner das Rahmengeschehen hinsichtlich der Busfahrt im Bus Nr. 
7 in H.________(Ortschaft) in Richtung F.________(Haltestelle), wobei der Straf- 
und Zivilkläger ca. um 23:00 Uhr von einem ihm unbekannten Mann verbal ange-
gangen wurde.

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9.4 Bestrittener Sachverhalt

Bestritten und Gegenstand der nachfolgenden Beweiswürdigung bildet zunächst 
die Frage nach der Täterschaft des Beschuldigten, sowohl hinsichtlich des Vorfal-
les am G.________weg auf der Höhe der Liegenschaft ___ (Hausnummer) in 
H.________(Ortschaft) als auch jene im Bus Nr. 7 in H.________(Ortschaft) in 
Richtung R.________weg. Weiter ist – entgegen den erstinstanzlichen Ausführun-
gen – ebenfalls bestritten, dass der Straf- und Zivilkläger als Folge der Verletzun-
gen bleibende Schäden an den Knien davon trage (vgl. dazu die Ausführungen von 
Fürsprecherin B.________ anlässlich des oberinstanzlichen Parteivortrags [pag. 
1753] mit Hinweis auf die Ausführungen im erstinstanzlichen Parteivortrag [pag. 
1418 f.]). Weiter wird seitens der Verteidigung in Frage gestellt, ob der Täter ge-
genüber dem Straf- und Zivilkläger rassistische Äusserungen und eine Geste des 
Halsabschneides gemacht habe (vgl. dazu die Ausführungen von Fürsprecherin 
B.________ anlässlich des oberinstanzlichen Parteivortrags [pag. 1756]). 

9.5 Beweismittel

Die Vorinstanz brachte die wesentlichen objektiven und subjektiven Beweismittel – 
konkret den Anzeigerapport vom 06. November 2019 (pag. 129 ff.), den Nachtrag 
zum Anzeigerapport vom 19. Dezember 2019 (pag. 143 f.), den Situationsplan des 
R.________- und G.________weg (pag. 258), das Überwachungsvideo der 
I.________ AG vom 15. August 2019 an der J.________ ___ (Hausnummer) in 
H.________(Ortschaft) (pag. 139.1) den Rapport des Kriminaltechnischen Dienstes 
(KTD) vom 8. September 2019 (pag. 151 ff.) und das rechtsmedizinische Gutach-
ten zur körperlichen Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) der Uni-
versität Bern vom 13. November 2019 betreffend den Straf- und Zivilkläger (inkl. 
Beilagen, pag. 162 ff.), die Akten-/Telefonnotiz der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Bern, Region Berner Jura-Seeland bezüglich der Besprechung mit Dr. med. 
K.________ des IRM (pag. 160 f.), die Berichte des Spitalzentrums H.________ 
betreffend den Straf- und Zivilkläger vom 16. August 2019 (pag. 179 ff. und pag. 
196 ff.), vom 21. August 2019 (pag. 194 ff.), vom 04. Oktober 2019 (pag. 199 f.), 
vom 27. November 2019 (pag. 201) und vom 17. März 2020 (pag. 188 ff.), den 
Hausarztbericht von Dr. med. L.________ vom 23. Dezember 2019 (pag. 192 f.) 
und den Physiotherapiebericht vom 21. März 2020 (pag. 204 f.) sowie den psychia-
trisch-psychotherapeutische Bericht vom 07. August 2020 (pag. 1431) betreffend 
den Straf- und Zivilkläger, die Aussagen des Straf- und Zivilklägers (pag. 245 ff., 
249 ff., 265 ff., 281 ff., pag. 1402 ff.), die Aussagen von M.________ (pag. 291 ff., 
in Anwesenheit der Verteidigung und des Anwalts des Straf- und Zivilklägers), die 
Aussagen von N.________ (pag. 298 f., pag. 300 ff.), die Aussagen von 
O.________ (pag. 310 ff.), die Aussagen von P.________ (pag. 316 ff.), die Aus-
sagen von Q.________ (pag. 328 ff.) und diejenigen des Beschuldigten (pag. 209 
ff., pag. 221 ff., pag. 228 ff., pag. 1408 ff.) – abschliessend vor und gab diese zu-
treffend und umfassend wieder. Darauf kann an dieser Stelle vorab verwiesen wer-
den (pag. 1466 ff.; S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung und pag. 1508 
ff.; S. 50 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung holte die Kammer über den Be-
schuldigten von Amtes wegen einen aktuellen Strafregisterauszug (datierend vom 

19

17. Januar 2022, pag. 1719 f.) und einen Führungsbericht beim Regionalgefängnis 
Thun (datierend vom 14. Januar 2022, pag. 1716 f.) ein. Ebenfalls wurden der Be-
schuldigte (pag. 1748 ff.) und der Straf- und Zivilkläger (pag. 1744 ff.) nochmals 
einvernommen.

Soweit von Relevanz, werden diese in den nachfolgenden Erwägungen wiederho-
lend und teilweise ergänzend wiedergegeben sowie anschliessend gewürdigt. Es 
wird jedoch darauf verzichtet, den Inhalt der einzelnen Beweismittel an dieser Stel-
le zusammengefasst wiederzugeben. 

9.6 Theoretische Ausführungen zur Beweiswürdigung

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen zur Beweiswürdigung und zur Aussagen-
analyse im Besonderen kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (pag. 1487 ff., S. 29 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

Im Hinblick auf die nachfolgende Beweiswürdigung sei an dieser Stelle wiederho-
lend darauf hingewiesen, dass, sofern keine direkten Beweise vorliegen, nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein indirekter Beweis zulässig ist. Beim 
Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheb-
lich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserheb-
liche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein be-
trachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 
oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen lassen, können in ihrer Ge-
samtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechtsgenügenden Be-
weis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 
03. Februar 2021 E. 1.2.3, nicht publ. in BGE 147 IV 176; 6B_902/2019 vom 
08. Januar 2020 E. 2.2.1; 6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3; je mit 
Hinweisen).  

Ergänzend ist festzuhalten, dass es sich bei den zu beurteilenden Vorfällen – zu-
mindest teilweise – um ein überraschendes, dynamisches Turbulenzgeschehen mit 
schlechten Beleuchtungsverhältnissen und von letztlich sehr kurzer Dauer handel-
te. Bei solchen ist angesichts der beschränkten menschlichen Aufnahme-, Speiche-
rungs- und Wiedergabefähigkeit einerseits eine in jeder Beziehung exakte 
nachträgliche Rekonstruktion der gesamten Abläufe unmöglich, andererseits je-
doch auch nicht erforderlich. Entscheidend ist vielmehr, ob aufgrund des gesamten 
Beweismaterials im Rahmen einer Gesamtbetrachtung sowie unter Einbezug auch 
von Erfahrungswerten das zur Diskussion stehende Geschehen in seinen wesentli-
chen Grundzügen sachverhaltsmässig mit der erforderlichen Überzeugung derart 
festgestellt und eingegrenzt werden kann, dass damit die rechtlich relevanten Fra-
gen ebenfalls beantwortet werden können. Gerade im Rahmen eines dynamischen 
Geschehens sind nachträgliche Angaben zu den sich in eigener und fremder Be-
wegung abspielenden Abläufen naturgemäss mit Vorsicht aufzunehmen, wobei 
sich erfahrungsgemäss zusätzlich tatsächliche Wahrnehmungen mit rekonstrukti-
ven Erwägungen vermischen können. Auch die verschiedenen subjektiven Betrof-
fenheits- und Interessenlagen können bewusst oder unbewusst sein. Gewisse Wi-
dersprüche und Ungereimtheiten sind natürlich, aus solchen allein darf nicht der 

20

Schluss gezogen werden, dass die Aussagen einer bestimmten Person insgesamt 
unglaubhaft oder gar unverwertbar wären. Es ist vielmehr eine Würdigung im Rah-
men einer Gesamtbetrachtung vorzunehmen (Urteile des Obergerichts des Kan-
tons Bern SK 20 119 vom 1. Dezember 2021 E. II.11 und SK 18 184 vom 21. Ja-
nuar 2019 E. II.11.1).

10. Beweiswürdigung der Kammer

10.1 Vorbemerkung

Die Urteilsbegründung der Vorinstanz ist hinsichtlich der Beweiswürdigung ausführ-
lich und detailliert ausgefallen. Es kann vorab auf die umfangreich zusammenge-
fassten Beweismittel und zitierten Aussagen verwiesen werden (pag. 1489 ff., S. 31 
ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.2 Würdigung der objektiven Beweismittel

Als objektives und zur Ermittlung der Täterschaft heranzuziehendes Beweismittel 
ist, wie auch die Verteidigung vorbringt (vgl. Ausführungen von Rechtsanwältin 
B.________ anlässlich des oberinstanzlichen Parteivortrags [pag. 1754]), insbe-
sondere der Ausschnitt aus der Videoüberwachung vor dem Gebäude der 
I.________ AG von Bedeutung. Aus den weiteren objektiven Beweismitteln lässt 
sich ferner schliessen, welche Verletzungen der Straf- und Zivilkläger davontrug, 
wie sich die Situation in örtlicher Hinsicht präsentierte und welche Feststellungen 
die Polizei im Nachgang zu den Vorfällen machen konnte, die schliesslich zum Tat-
verdacht gegen den Beschuldigten führten. 

Der vorerwähnten Videoüberwachung der I.________ AG an der J.________ ___ 
(Hausnummer) in H.________(Ortschaft) ist zu entnehmen, dass am 15. August 
2019 um 23:08 Uhr eine männliche Person die Strasse überquerte und anschlies-
send über den Vorplatz ging. Der Mann trug eine dunkle kurze Hose, einen hellen 
Pullover sowie eine dunkle Kopfbedeckung. Gleich zu Beginn des Videos ist er-
kennbar, wie der Mann sich bückt und einen Gegenstand vom Boden aufhebt. Da-
bei scheint der Gegenstand kurz aufzuleuchten (23:08:05 Uhr). An der rechten 
Körperseite des Mannes hängt ein Gegenstand, welcher aus zwei geraden, längli-
chen Teilen besteht, die im oberen Teil verbunden sind und gegen unten schräg 
auseinanderlaufen. Die Farbe des Gegenstands ist als «metallisch» zu 
beschreiben (pag. 139.1).

Gemäss Anzeigerapport erstattete O.________ am 15. August 2019 um 23:05 Uhr 
bei der Regionalen Einsatzzentrale H.________(Ortschaft) telefonisch Meldung, 
wonach am G.________weg eine Person durch ein Objekt aus Metall verletzt wor-
den sei. Beim Eintreffen der Polizei am fraglichen Ort habe der Straf- und Zivilklä-
ger verletzt am Boden liegend angetroffen werden können. Diverse Abklärungen 
hätten sodann zu einem dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten geführt, 
weshalb dieser im RIPOL zur Verhaftung ausgeschrieben worden sei. Am 06. Sep-
tember 2019 sei der Beschuldigte um 15:00 Uhr auf dem Bahnhofplatz in 
H.________(Ortschaft) angehalten worden (pag. 129 ff.).

Auf dem sich in den Akten befindlichen Situationsplan R.________- und 
G.________weg markierte der Straf- und Zivilkläger sowohl die Bushaltestelle 

21

R.________weg, seinen Wohnblock sowie die Quartierstrasse (welche er am frag-
lichen Abend begangen hatte) (pag. 258). 

Die rückwirkende Erhebung der Verbindungsdaten des Mobiltelefons Huawei Typ 
Y6 Pro 2017 des Straf- und Zivilklägers hatte ergeben, dass das fragliche Gerät 
nach dem 15. August 2019 nicht mehr über das AH.________ (Anbieter)-Netz mit 
dem Internet verbunden wurde, weshalb davon auszugehen sei, dass das Gerät 
seit dem Vorfall nicht mehr in Betrieb gewesen war (pag. 134 f.).

Gemäss Rapport des KTD sei eine Spurensicherung am Tatort nicht erfolgt und es 
seien keine Gegenstände sichergestellt worden. So sei es gemäss Aussage des 
Straf- und Zivilklägers zu keinem körperlichen Kontakt mit dem Täter, sondern nur 
mit dem unbekannten Tatwerkzeug gekommen. An den zur Tatzeit getragenen 
Kleidern des Straf- und Zivilklägers habe nichts Besonderes festgestellt werden 
können und das Tatwerkzeug sei nicht gefunden worden. Der Rapport des KTD 
umfasst ferner ein Fotodossier der Verletzungen des Straf- und Zivilklägers (pag. 
151 f.). 

Über die Verletzungen des Straf- und Zivilklägers wurde ein rechtsmedizinisches 
Gutachten erstellt. Demnach zeigten sich in dessen Scheitelbereich rechtsseitig ei-
ne Hautdurchtrennung mit Abschürfung der die Hautdurchtrennung umgebenden 
Haut. Eine Entstehung dieser Verletzung sei aufgrund der Wundmorphologie mit 
unregelmässigen Wundrändern, Gewebebrücken in der Tiefe sowie der Abschür-
fung der umgebenden Haut mit stumpfer Gewalteinwirkung erklärbar. Ebenso sei 
das Verletzungsbild mit einem Entstehungszeitpunkt mehrere Stunden vor der Un-
tersuchung vereinbar. Eine Entstehung der Verletzung infolge Einwirkung mit ei-
nem länglichen Gegenstand, wie beispielsweise einer Metallstange, sei denkbar. 
Die Hautdurchtrennung werde erfahrungsgemäss unter Narbenbildung abheilen.  
Weiter habe sich ein rundlicher Hautdefekt im Bereich der rechten Knieaussenseite 
sowie eine oberflächliche Hautabschürfung im Bereich der linken Knieaussenseite 
mit ausgeprägter Schwellung gezeigt. Diese Verletzungen seien Folge stumpfer 
Gewalteinwirkung und mit einem Entstehungszeitpunkt mehrere Stunden vor der 
Untersuchung vereinbar. Eine Entstehung infolge Einwirkung mit einem Gegen-
stand, wie beispielsweise einer Metallstange, sei denkbar. Geformte Verletzungen, 
die Hinweise auf die Verwendung eines bestimmten Gegenstands hätten geben 
können, hätten sich nicht gefunden. Der Straf- und Zivilkläger habe sich nicht in 
akuter Lebensgefahr befunden. Es bleibe jedoch zu erwähnen, dass es bei stump-
fer Gewalteinwirkung gegen den Kopf mit einem Gegenstand, wie beispielsweise 
einer Metallstange, zu schwerwiegenden Verletzungen, wie z.B. Knochenbrüchen 
und/oder Blutungen im Schädelinneren, kommen könne (pag. 160 ff.). 

Gemäss Notfallbericht des Spitalzentrums H.________(Ortschaft) (pag. 184 ff.) 
bzw. den auf diesen Bericht Bezug nehmenden Ausführungen im Gutachten des 
IRM (pag. 160 ff.) habe die Tibiaplateaufraktur mittels einer Plattenosteosynthese 
und die Korbhenkelläsion mittels einer Meniskusnaht operativ versorgt werden 
müssen. Gemäss weiterem Bericht des Spitalzentrums H.________(Ortschaft) 
(pag. 188 ff.) habe die Schnittwunde an der Stirn genäht werden müssen. Es sei 
eine Hospitalisation von 18 Tagen erfolgt. Was allfällige bleibende Schäden ange-
he, so sei das Risiko der Entwicklung einer frühzeitigen Arthrose am linken Knie 

22

durch den Vorfall erhöht. Je nach Beruf (z.B. bei körperlich anstrengenden Tätig-
keiten) müsse mit einer Teilinvalidität gerechnet werden. Am Gesicht sei mit einer 
3.5 cm langen Narbe an der rechten Stirn zu rechnen. Der Straf- und Zivilkläger sei 
während mindestens 4.5 Monate zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Dem Notfall-
bericht ist überdies zu entnehmen, dass der Straf- und Zivilkläger eine Hautläsion 
am linken Fuss aufwies, die mit Desinfektionsmittel und einem Verband behandelt 
wurde (pag. 184). Ergänzend ist festzuhalten, dass der Straf- und Zivilkläger 
gemäss Austrittsbericht eine Reihe von Medikamenten einnehmen musste, so ins-
besondere Schmerzmittel und Blutverdünner (pag. 197).

Dem ambulanten Bericht des Spitalzentrums H.________(Ortschaft) (pag. 199) 
lässt sich entnehmen, dass der Straf- und Zivilkläger 6 Wochen nach der Operation 
noch an zwei Unterarmgehstöcken ging. Insgesamt attestierte der Bericht einen 
normalen, zeitgerechten Verlauf unter Empfehlung der Beibehaltung der Physiothe-
rapie. Gemäss weiterem ambulantem Bericht (pag. 201) habe der Straf- und Zivil-
kläger 3 Monate nach der Operation begonnen, innerhalb des Zimmers gehhilfen-
frei zu gehen, während er die Gehhilfen ausserhalb des Hauses nach wie vor be-
nutze. Es sei zudem ein weiterer Nachkontrolltermin geplant gewesen, diesem sei 
der Straf- und Zivilkläger jedoch ferngeblieben (pag. 188 ff.). Gemäss Hausarztbe-
richt (pag. 192 f.) habe der Straf- und Zivilkläger am 12. November 2019 erstmals 
über nächtliche Alpträume und Schlafprobleme im Anschluss an den tätlichen An-
griff berichtet, was Zeichen einer posttraumatischen Belastungsstörung sein könn-
ten. Es bestehe die Möglichkeit einer Früharthrose im linken Knie, eine bleibende 
Entstellung des Gesichts liege nicht vor. Dem Physiotherapiebericht vom 21. März 
2020 kann entnommen werden, dass bisher 29 Behandlungen durchgeführt wor-
den seien. Die letzte Behandlung habe am 20. Dezember 2019 stattgefunden und 
seither habe sich der Straf- und Zivilkläger nicht mehr gemeldet. Er würden aber 
unbedingt weitere Behandlungen benötigt, um die Funktionalität seines linken 
Beins weiter zu verbessern (pag. 204). Der psychiatrisch-psychotherapeutische 
Bericht schliesslich führt aus, dass der Straf- und Zivilkläger seit dem 06. Mai 2020 
in Behandlung sei. Dieser habe als Folge des Vorfalls eine leichte depressive Epi-
sode mit somatischen Symptomen erlitten; er leide zudem unter posttraumatischem 
Stress sowie Alpträumen. In der Regel könnten derartige Symptome gut behandelt 
werden, lediglich in Einzelfällen könne eine chronische Entwicklung auftreten (pag. 
1431).

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist für die Kammer objektiv erstellt, dass 
sich der Straf- und Zivilkläger die in der Anklageschrift aufgeführten Verletzungen 
als Folge des Vorfalles vom 15. August 2019 am G.________weg zugezogen hat. 
Die Frage nach der Täterschaft des Beschuldigten hinsichtlich der Geschehnisse 
im Bus Nr. 7 wie auch am G.________weg lässt sich anhand der objektiven Be-
weismittel jedoch nicht abschliessend klären. Gleiches gilt in Bezug auf die Frage 
nach den Auswirkungen der Verletzungen des Straf- und Zivilklägers, insbesondere 
im Hinblick auf die rechtliche Würdigung. Hierfür ist auf die subjektiven Beweismit-
tel zu verweisen, welche nachfolgend aufgegriffen werden.

23

10.3 Würdigung der subjektiven Beweismittel

10.3.1 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde im vorliegenden Verfahren insgesamt fünf Mal einver-
nommen, zum Kerngeschehen vermochte er jedoch keine Angaben zu machen. So 
gab er anlässlich der delegierten Einvernahme vom 06. September 2019 
zunächst an, er habe sich Anfang oder Mitte August das letzte Mal in 
H.________(Ortschaft) aufgehalten. Einmal sei er am AI.________ (Festival) ge-
wesen, welches aber nicht in H.________(Ortschaft), sondern in T.________ 
(Ortschaft) sei. Er sei mit dem Bus dorthin und auch wieder zurück und nirgends 
ausgestiegen. Zudem sei er am selben Tag wieder nach Hause gegangen, es sei 
noch hell gewesen (pag. 211, Z. 58 f.). Am 15. August 2019 sei er sicher bei seiner 
Ex in U.________ (Ortschaft) gewesen und habe seine Sachen für den Folgetag 
gepackt (pag. 212, Z. 106 f.). 

Auf Vorhalt des Ausschnitts aus dem Video vom 15. August 2019 gab der Beschul-
digte dann zu Protokoll: «Dann war ich wohl doch hier. Aber auf dem Video mache ich doch 
nichts? Was werfen Sie mir vor? Dann war ich also am 14. am Packen und am 15.08.2019 war ich 
hier und übernachtete hier.» (pag. 213 f., Z. 158 f.). Der Beschuldigte hat sich demnach 
selbst auf dieser Videoaufnahme wiedererkannt und damit eingeräumt, dass er sich 
am fraglichen Abend um die Tatzeit in der Nähe des Tatorts befunden hat. Ein-
drücklich versuchte der Beschuldigte im weiteren Verlauf der Einvernahme zu re-
konstruieren, wie er an diesem Tag vor das Gebäude der I.________ AG gelangt 
war und was er dort getan hatte. Beispielhaft sei auf nachfolgende Aussagen des 
Beschuldigten verwiesen: «Wo habe ich geschlafen? Hmm…» (pag. 214, Z. 166), «In wel-
che Richtung ging ich? Wo wollte ich hin?» (pag. 214, Z. 184), die Antwort auf die Frage, 
wie er dorthin gekommen sei: «Fuhr zu dieser Zeit noch ein Bus? Ich war mir bis vor kurzem 
noch sicher, dass ich am 15.08.2019 gar nicht hier war.» (pag. 214 Z. 173 f.) und ob er wisse, 
wo dieses Gebäude der I.________ AG stehe: «Keine Ahnung. Ich weiss nicht mal mehr, 
was ich da draussen wollte, ich weiss es wirklich nicht.» (pag. 214, Z. 187 f.) sowie die Ant-
wort auf die Frage, ob es sein könne, dass er am 15. August 2019 an den 
G.________weg gegangen sei: «Es könnte folglich sein, dass ich da war, aber ich weiss es 
nicht. Die Busse könnten über eine Videoüberwachung verfügen. […] Ich ermittle ja nicht, ich weiss es 
nicht. Ich frage mich, wo mein Gepäck ist, ich frage mich, was ich dort draussen wollte. Weiter frage 
ich mich, wenn doch noch Busse fuhren, wieso ich zu Fuss unterwegs war.» (pag. 215, Z. 251 f.). 
Auf den Gegenstand angesprochen, den er auf dem Video bei sich getragen hatte 
und auf Frage, was das für ein Gegenstand gewesen sei, sagte der Beschuldigte, 
dass er es nicht wisse. Es sehe aus, wie eine Zange oder so etwas, eine Metall-
zange oder etwas (pag. 218 Z. 365 f.). Er habe keine Erklärung, wieso er diesen 
Gegenstand dabei gehabt habe (pag. 218 Z. 372 f.). Zudem könne er sich nicht 
vorstellen, woher er den Gegenstand gehabt habe (pag. 218, Z. 376). Auf Vorhalt 
des Tatvorwurfs gab der Beschuldigte zudem an, er sage nein, das sei er nicht 
(pag. 216, Z. 296). Den Aussagen kann ferner entnommen werden, dass sich der 
Beschuldigte daran zu erinnern vermochte, am auf die Tat folgenden Tag am 
AI.________(Festival) gewesen zu sein und Drogen sowie Alkohol konsumiert zu 
haben. Jedoch fehlten ihm jegliche Erinnerungen daran, sich auf dem Gelände der 
I.________ AG aufgehalten zu haben. 

24

Zu den Psychosen führte der Beschuldigte aus, diese äusserten sich aktuell in ei-
nem Leerlauf beim Denken, teilweise Abwesenheit und Konzentrationsschwäche 
(pag. 218, Z. 401 f.). Auf Frage, ob es während solcher Psychosen in der Vergan-
genheit zu Gedächtnisverlust bzw. zu Blackouts gekommen sei, antwortete der Be-
schuldigte, dies habe es sicher auch schon mal gegeben (pag. 218, Z. 406). Wenn 
es zu einer Psychose komme, seien emotionale Ausbrüche möglich, Gewaltaus-
brüche nicht. Es sei ungefähr einmal in 6 Monaten zu einer Schlägerei gekommen, 
wenn ein Kollege Stress gehabt habe, aber er sei sicher nicht der, welcher sich 
prügle (pag. 219, Z. 409 f.). Schliesslich kann dem Protokoll entnommen werden, 
dass der Beschuldigte im Verlauf der Einvernahme angab, er wolle von jemand an-
derem befragt werden, er spüre Vorurteile und wolle vom Staatsanwalt befragt 
werden. Er wolle einen anderen Anwalt und hätte zumindest informiert werden 
müssen, dass die Polizei ihn suche (pag. 217, Z. 335 f.).

Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 07. September 
2019 gab der Beschuldigte wiederum an, sich nicht mehr sicher zu sein, wo er ge-
wesen sei und was er am 15. August 2019 gegen 23:00 Uhr gemacht habe (pag. 
223, Z. 60 f.). Auch fühlte er sich hinsichtlich des Tatvorwurfs im Bus Nr. 7 Rich-
tung F.________(Haltestelle) nicht angesprochen (pag. 223, Z. 73 f.). Bei den Aus-
sagen sticht der Kammer ins Auge, dass der Beschuldigte sich an das Kernge-
schehen wiederum nicht zu erinnern vermochte, jedoch den auf dem Video ersicht-
lichen, länglichen und metallisch aussehenden Gegenstand wiedererkannte und 
gar detaillierte Angaben, insbesondere zu dessen Beschaffenheit, machte. So ant-
wortete er zunächst auf Frage, was er dazu sage, dass der Mann, der dem Opfer 
auf die Knie geschlagen habe, es dann noch mit der Metallstange mit Wucht auf 
den Kopf geschlagen habe, als es schon auf dem Boden gewesen sei: «Wie schon 
gesagt, ich war nicht daran beteiligt. Ich hatte eine Zange aus Aluminium dabei gehabt und keine Me-
tallstange.» (pag. 223, Z. 84 f.). Auf Nachfrage, ob er somit wisse, dass er eine Alu-
miniumzange dabei gehabt habe, antwortete er: «Man hat mich ja gefilmt. Auf dem Film 
habe ich es gesehen.» (pag. 224, Z. 89) und warum er wisse, dass die Zange aus Alu-
minium war: «Ich kenne die Zange. […] Es ist eine Zange um grössere Äste oder Stauden zu 
schneiden. Eine Zange die man in jedem Landi oder Gartenzenter kaufen kann.» (pag. 224, Z. 92 
ff.). Woher er diese gehabt habe, könne er nicht angeben, er nehme aber an, sie 
gefunden zu haben (pag. 224, Z. 102 f.). Der Beschuldigte wiederholte seine bishe-
rigen Aussagen, wonach er sich nicht mehr erinnern könne, beim Gebäude der 
I.________ AG gewesen zu sein, weshalb er eine Zange bei sich gehabt oder wo-
her er diese gehabt habe (pag. 224, Z. 110 f.). 

Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 30. Oktober 2019 führte der Be-
schuldigte aus, er habe zum Vorgefallenen keine Ergänzungen anzubringen. Er 
habe zudem zur Ruhe kommen müssen, weil er sich nicht erklären könne, wie er 
so etwas gemacht haben solle. Er frage sich, ob sein Zustand alles habe verges-
sen lassen oder ob er es überhaupt gewesen sei (pag. 229, Z. 28 f.). Auf aggressi-
ves Verhalten angesprochen gab der Beschuldigte an, er könne laut werden, was 
viele könnten. Es brauche aber auch eine Menge, damit er platze vor Wut (pag. 
230, Z. 69 f.). Weiter verneinte der Beschuldigte, Aggressionen gegenüber anderen 
Personen zu haben. Es brauche wirklich viel, damit er ausraste und es sei bis jetzt 
nie vorgekommen. So, wie er es für sich erlebt habe, sei er nie aggressiv gegen 

25

andere Personen, sondern eigentlich immer nur gegen sich selbst vorgegangen 
(pag. 230 Z. 50 ff.). Auf Vorhalt des Überwachungsvideos erkannte sich der Be-
schuldigte wiederum darauf (pag. 233, Z. 218) und beschrieb die Kleidung, die er 
auf dem Video trug (pag. 233, Z. 221 f.). Der Pullover gehöre ihm, es sei so ein 
hellgrau-beiger Pulli (pag. 233, Z. 225). Bei der Zange wollte der Beschuldigte dann 
jedoch nicht mehr so genau wissen, um was es sich handelte. Er gab an: «Es sieht 
so aus wie eine Zange oder wie ich auch schon gesagt habe, wie eine Schneidezange. Ich bin mir 
aber nicht sicher, was es ist.» (pag. 233, Z. 229 f.). Auch konnte er sich nach wie vor 
nicht erklären, woher er den Gegenstand hatte (pag. 233, Z. 237). 

Hinsichtlich seines Konsums ging der Beschuldigte davon aus, am 15. August 2019 
Bier und Cannabis konsumiert zu haben (pag. 235, Z. 344). Der Tageskonsum ha-
be zwischen 3 und 4 oder sogar 5 Bier (pag. 236, Z. 351) und zwischen 2 und 3 
Gramm Cannabis gelegen (pag. 236, Z. 363). Auf Frage, ob sich sein Handeln 
durch den Mischkonsum von Bier und Cannabis verändere, gab der Beschuldigte 
an, es sei schwierig zu urteilen, er könne dies nicht genau sagen (pag. 236, Z. 
373). Es sei aber nicht vorgekommen, dass er sich aggressiv verhalten habe, er sei 
vielfach friedlich und ruhig, vielfach gelassen (pag. 236, Z. 377). In Bezug auf den 
Vorfall im Bus gab der Beschuldigte an, er könne sich nicht einmal an den Bus er-
innern (pag. 237, Z. 420), jedoch könne es sein, dass er am Tattag an den 
R.________weg zu seiner Exfreundin M.________ gegangen sei (pag. 237, Z. 
436). Auf das entwendete Mobiltelefon des Straf- und Zivilklägers angesprochen 
führte der Beschuldigte aus, er benutze kein Telefon, schon seit längerer Zeit nicht 
mehr. Er wisse nicht, was er mit dem Telefon hätte tun sollen (pag. 239, Z. 524 f.). 
Zudem gab der Beschuldigte zu, er habe, seit er 16 Jahre alt sei, einen hohen 
Konsum von Marihuana gehabt, danach seien harte Drogen wie Kokain, Amphet-
amine und Ecstasy dazugekommen. Dadurch habe sich eine Psychose entwickelt, 
welche man bis zu einer schizophrenen Psychose attestiert habe (pag. 229, Z. 39 
f.). Einem Verbal ist schliesslich zu entnehmen, dass der Beschuldigte, auf Vorhalt 
des Überwachungsvideos der I.________ AG und der Aussage des Straf- und 
Zivilklägers, wonach die zitierte Beschreibung der Kleidung des Täters mit der 
Kleidung, die der Beschuldigte auf dem Video trage, übereinstimmen würde, 
zunehmend wütend geworden sei. Er habe sich gemäss dem Protokoll in etwas 
hineingesteigert und kaum beruhigen lassen. Der Beschuldigte habe angegeben, 
dass er ruhig sei. Wenn er wütend sei, könne er auch anders und zudem empfinde 
er, dass man ihm hier nur ans Bein «Pissen» und ihm die Tat mit irgendwelchen 
Fragestellungen anhängen wolle (pag. 234 Z. 283 f.). 

Im Rahmen der Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
13. August 2020 gab der Beschuldigte an, er gehe fest davon aus, dass er am 15. 
August 2019 in H.________(Ortschaft) gewesen sei. Es könne auch gut sein, dass 
er am R.________weg gewesen sei, da M.________ dort wohne. Er könne sich 
nicht erinnern, an diesem Tag dort gewesen zu sein, aber er wisse, dass er am 
nächsten Tag ans AI.________(Festival) gegangen sei und aufgrund der Akten 
gehe er stark davon aus, dass er an diesem Tag in H.________(Ortschaft) 
gewesen sei (pag. 1409, Z. 31 f.). Auf Vorhalt eines Standbildes der 
Videoüberwachung gab der Beschuldigte an, es sei ziemlich sicher er auf dem Foto 
(pag. 1409, Z. 40). Auf Vorhalt des Signalements, welches der Straf- und 

26

Zivilkläger vom Täter gegeben hatte, gab der Beschuldigte an, er fühle sich 
angesprochen, dieses passe auf ihn und er fühle sich selbst ziemlich beschrieben 
(pag. 1410, Z. 39). An die vorgeworfenen Taten wollte sich der Beschuldigte 
wiederum nicht mehr erinnern können. Er sagte hierzu aus: «Ich kann mich nicht 
erinnern. Ich weiss, dass es gemäss Videobeweis ein Werkzeug gegeben hat, welches ich 
dabeihatte. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass ich mich so verhalten habe im Bus und ich kann 
mich nicht erinnern, dass ich ihn dann geschlagen hätte. Ich bin mir nicht sicher, was es für ein 
Gegenstand gewesen sein könnte. Es sieht aus, wie eine Astschere. Woher ich den Gegenstand 
hatte, weiss ich auch nicht. Ich weiss nicht, ob ich den irgendwo aufgehoben habe.» (pag. 1410, Z. 
22 f.). Erneut eindrücklich schilderte der Beschuldigte seine Reaktion auf die ihm 
vorgeworfenen Taten: «Am Anfang habe ich mit meiner Anwältin gesprochen und das Ganze hat 
mich wirklich schockiert. Ich hatte das noch nie, dass ich mich an ein Ereignis in diesem Ausmass 
nicht erinnern kann. Es hat mal eine Situation gegeben wo ich ein Medikament genommen hatte und 
mich nicht mehr besonders gut erinnern konnte. Auch am AI.________(Festival) war ich nicht in 
einem besonders guten Zustand, aber ich hatte das definitiv noch nie, dass ich mich in diesem 
Ausmass nicht erinnern kann.» (pag. 1410 f., Z. 44 f.). 

Auch anlässlich der Einvernahme an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
vom 31. Januar 2022 hielt der Beschuldigte daran fest, sich weder an den 
Tathergang noch an die Personen erinnern zu können. Dies nicht, weil er dem 
Gericht etwas vormachen wolle, sondern weil er es wirklich nicht 
erinnerungsvermögend erklären könne (pag. 1750, Z. 31 f.). Auf Frage, wonach die 
Akten den Schluss zulassen würden, dass er (der Beschuldigte) das Gefühl gehabt 
habe, man wolle ihm etwas anhängen, antwortete der Beschuldigte, dass der 
Verfahrensleiter dies gar nicht so falsch sehe. Er habe sich dementsprechend sehr 
angegriffen gefühlt von verschiedenen Personen aufgrund dieser Situation. Er habe 
auch vermehrt gefühlt, als wäre ein Zusammenhang mit verschiedenen Personen, 
vom Straf- und Zivilkläger bis zum Gefängniswärter. Nicht, weil er sich etwas 
eingebildet habe, sondern weil er auch gemerkt habe, dass man ihn an mehreren 
Standorten angegriffen hätte. Er habe sich vermehrt gefragt, ob irgendwer etwas 
wisse über seinen Fall und anhand von dem eine Art Verschwörung gegen sich 
festgestellt (pag. 1749, Z. 16 ff.). Auf Nachfrage, ob er diese Vorstellung nach wie 
vor habe, sagte der Beschuldigte aus: «Es hat vor Kurzem eine Situation gegeben. Ich weiss 
nicht, ob ich es gleich einschätzen kann. Ich bin in der Haft so gut wie der einzige Schweizer 
gewesen. Es war eine offene Abteilung in der offenen Abteilung gewesen und man hat schon 
gemerkt, dass es Sticheleien und Provokationen gegeben hat. Ich habe vieles an mir vorbeigehen 
lassen. Und dann hat es auch Mal die Situation gegeben, dass es «geklöpft» hat. Man hat mir die 
Türe zugeschlagen, die Wächter kamen auf mich los, weil angeblich gegen die Wände geschlagen 
wurde, obwohl von meiner Seite her nichts davon ausgeführt worden ist. Und das sind für mich so 
allerlei Provokationen und auch ein bisschen eine Verschwörung. Das ist für mich ganz klar ein 
Andrang von Verschwörung gegen mich. Ich habe mich dann angefangen zu fragen, ob die sich 
organisiert haben. Oder ob es nur aus dem einfachen Grund ist, dass sie mich rausekeln wollen, dass 
sie mich einfach nicht mögen oder so.» (pag. 1749, Z. 29 ff.). Auf die Anschlussfrage 
schliesslich, wen er mit «sie» meine, gab der Beschuldigte zu Protokoll: «Die 
Gefängniswärter wie auch die anderen Insassen. Ich habe auch angefangen, alles zu hinterfragen. 
Ich möchte noch anmerken, es ist nicht erst seit Thun, es ist auch nicht erst seit Bern, es ist schon 

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recht lange. Es ist eine Systematik. Ich kann Ihnen jetzt nicht detailliert jeden Fall erzählen, ich habe 
auch vieles ein bisschen verdrängt und für mich behalten.» (pag. 1749 f., Z. 43 ff.). 

10.3.2 Aussagen des Straf- und Zivilklägers

Der Straf- und Zivilkläger wurde im vorliegenden Verfahren insgesamt sechs Mal 
einvernommen. Seine Aussagen anlässlich der delegierten Einvernahme bei der 
Polizei vom 16. August 2019 imponieren durch zahlreiche Realkennzeichen und 
erscheinen erlebnisbasiert und nicht als Produkt konstruierter Überlegungen. Auch 
sind seine Aussagen weder detailarm noch sonst wie auffällig karg. Sie verfügen 
über erheblichen Detailreichtum, sowohl zum Rahmen- als auch zum eigentlichen 
Kerngeschehen. Besonders hervorzuheben sind zunächst die Aussagen hinsicht-
lich dem Geschehnis im Bus. Demnach habe sich, als der Bus auf der Höhe der 
V.________ (Haltestelle) gewesen sei, ein Mann zwei Reihen vor ihm plötzlich um-
gedreht und ihn angestarrt. Der Mann habe zu ihm auf Deutsch gesagt: «Pass auf, 
hier sind wir in der Schweiz, Neger». Er habe ihm auch den Mittelfinger gezeigt, sei 
dann unversehens aufgestanden und auf ihn zugelaufen. Als der Mann vor ihm ge-
standen sei, habe ihn dieser böse angeschaut. Der Mann habe eine Eisenstange 
an seiner rechten Körperseite getragen (pag. 246, Z. 49 f.). Er sei anschliessend in 
Richtung der Türe im hinteren Teil des Busses gegangen und habe ihn noch ein-
mal böse angeschaut. Der Mann habe erneut gesagt, dass er als «Neger» aufpas-
sen solle, man sei hier in der Schweiz. An der Haltestelle W.________ (Haltestelle) 
angekommen und nachdem er ihm ein letztes Mal den Mittelfinger gezeigt habe, 
sei der Mann aus dem Bus ausgestiegen (pag. 246, Z. 57 f.).

Auch detailliert schildert der Straf- und Zivilkläger den folgenden Angriff auf dem 
Weg zu seinem Domizil, bei dem es sich um denselben Täter wie im Bus gehandelt 
habe. So spricht der Straf- und Zivilkläger sowohl in Bezug auf den Vorfall im Bus 
(pag. 246, Z. 57) als auch im Zusammenhang mit dem darauffolgenden Angriff 
(pag. 246, Z. 64) von «mon agresseur». Er sei an der Haltestelle R.________weg 
ausgestiegen und habe einen kleinen Weg genommen, der in den G.________weg 
führe. Er sei auf dem Trottoir gelaufen, als er den Täter gesehen habe, ihm entge-
genkommend, etwa auf Höhe der Nummer ___ (Hausnummer). Als er ihn gesehen 
habe, habe der Täter seine Metallstange genommen und ihm gesagt, er solle an-
halten. Er selbst sei dann in Richtung der Nummer ___ (Hausnummer) geflüchtet. 
Nachdem er ihn eingeholt hatte, habe ihn der Täter mit seiner Eisenstange einmal 
gewaltsam gegen sein linkes Knie geschlagen. Nachdem er daraufhin um Hilfe ge-
rufen habe, habe der Mann ihm mit der Eisenstange auch einmal auf das rechte 
Knie geschlagen. Er habe gespürt, dass er das linke Knie nicht mehr habe belasten 
können und etwas gebrochen sei. Er habe sich, seine beiden Mobiltelefone in der 
rechten Hand haltend, so gut es gegangen sei in Richtung eines weissen Autos 
bewegt, wo er sich auf der Motorhaube und dem Rad abstützen und sich habe hin-
setzen können (pag. 246, Z. 62 f.). Nachdem er weiter um Hilfe geschrien habe, sei 
eine Person am Fenster erschienen. Es habe sich um einen Afrikaner gehandelt, 
der auch vor Ort gewesen war, als die Polizei angekommen sei. Er und der Täter 
hätten Worte auf Deutsch ausgetauscht, die er nicht verstanden habe. Anschlies-
send habe ihm der Täter einmal gewaltsam mit der Eisenstange auf den Kopf ge-
schlagen. Er habe keine Zeit gehabt, sich zu schützen. Nach diesem Schlag habe 

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der Mann das weisse Mobiltelefon Huawei, welches neben ihm auf dem Boden ge-
legen habe, genommen und sei geflohen (pag. 247, Z. 73 f.). 

Mit den detaillierten Schilderungen verbunden ist auch die Schilderung von Neben-
sächlichkeiten bzw. überflüssigen Details, mithin von Einzelheiten, die mit dem 
Tathergang selbst nichts zu tun haben und für das Kerngeschehen unnötig sind. So 
sei in dem Moment, in dem er im Bus um Hilfe geschrien habe, ein Somalier oder 
Eritreer, der in der Mitte des Busses gesessen habe, aufgestanden und habe sich 
ganz nach vorne in den Bus gesetzt, da dieser wohl gemerkt habe, dass etwas 
nicht stimmte (pag. 246, Z. 55 f.). Eine eindrücklich geschilderte Nebensächlichkeit 
ist ferner die Aussage, wonach der Straf- und Zivilkläger auf der Flucht vor dem 
Täter seine Sandalen ausgezogen habe (pag. 246, Z. 66 f.). Darüber hinaus enthal-
ten die Aussagen des Straf- und Zivilklägers Beschreibungen diverser eigener psy-
chischer Vorgänge. Er habe Angst gehabt, dass ihn der Mann im Bus schlage. 
Deshalb habe er um Hilfe geschrien, sodass der Buschauffeur etwas unternehmen 
würde (pag. 246, Z. 54 f.). Eindrücklich und lebensnah ist ferner die Schilderung 
des Straf- und Zivilklägers, wonach er, nachdem der Täter sein Mobiltelefon ge-
nommen und geflüchtet sei, auf dem Gesäss in Richtung des Trottoirs und der Be-
leuchtung gerutscht sei, um besser sichtbar zu sein (pag. 247, Z. 79 f.). Auch das 
Signalement des Täters vermochte der Straf- und Zivilkläger detailliert zu beschrei-
ben, wonach es ein junger Mann in seinen Dreissigern gewesen sei, mit heller 
Hautfarbe, etwa 170-175 cm gross und habe Schweizerdeutsch gesprochen. Er 
habe eine kurze graue Hose und einen langärmligen weissen Pulli getragen. Eben-
falls habe er eine Kopfbedeckung, glaublich grau, angehabt, die aber nicht die 
Oberseite des Kopfes bedeckt habe. Er habe sehr kurze Haare und an seiner rech-
ten Hand ein auffälliges Handicap gehabt. Er glaube, er habe nur einen Finger an 
der rechten Hand gehabt (pag. 247, Z. 96 f.). Er konnte zudem im Detail den Ge-
genstand beschreiben, mit dem ihn der Täter traktierte: «C’était une barre de fer grise je 
pense. Elle se pliait comme un compas. Elle mesurait environ un mètre de long pliée. Après réflexion, 
je me demande comment il m’a frappé et je pense qu’il m’a frappé avec cette barre fermée.» (pag. 
247, Z. 111 f.). Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz ist davon auszugehen, 
dass der Straf- und Zivilkläger mit diesen Aussagen meinte, der Gegenstand sei 
wie ein Zirkel gebogen gewesen, und nicht wie ein «Kompass» (pag. 1490, S. 32 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

An der weiteren delegierten Einvernahme vom 16. August 2019 wiederholte der 
Straf- und Zivilkläger seine Aussage, wonach ihm der Täter im Bus «Ufpasse, man 
sei hier in der Schweiz, Neger» gesagt habe (pag. 251, Z. 57 f.). Auch den Hand-
lungsablauf am G.________weg 23 schilderte der Straf- und Zivilkläger gleichblei-
bend (pag. 252, Z. 133 f.). Ferner wiederholte der Straf- und Zivilkläger erneut Ne-
bensächlichkeiten im Handlungsablauf, wonach er seine Sandalen ausgezogen 
(pag. 251, Z. 90) und sich der Täter mit jemandem am Fenster auf Deutsch unter-
halten habe und diese Person ein Afrikaner gewesen sei (pag. 252, Z. 141 f.). Wei-
ter präzisierte der Straf- und Zivilkläger, dass der Täter ihn bei beiden Knien auf 
gleicher Höhe auf die Aussenseite geschlagen habe sowie auf den vorderen Teil 
des Kopfes, etwas vorne rechts (pag. 253, Z. 163 f.). Das Ganze sei sehr schnell 
gegangen und habe nur zehn Sekunden gedauert (pag. 253, Z. 177). Der Täter sei 
dann in Richtung der Passerelle über die Gleise geflüchtet (pag. 254, Z. 201 f.). 

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Auch das Signalement des Täters beschrieb der Straf- und Zivilkläger wiederum 
gleichbleibend und fügte hinzu, er habe eine sportliche Figur gehabt (pag. 255, Z. 
267). Mittels Fotokonfrontation erkannte der Straf- und Zivilkläger den Beschuldig-
ten und sagte hierzu aus: «Le n°22, à 80% c’était lui. Je pense que c’est lui par rapport à son 
regard, la taille des cheveux.» (pag. 255, Z. 293) und ebenfalls die Nummer 11 (pag. 
255, Z. 296). Schliesslich gab der Straf- und Zivilkläger an, zwischen den beiden 
sei es mehr die Nummer 2 gewesen (pag. 256, Z. 301). Dem Einwand der Verteidi-
gung, wonach der Straf- und Zivilkläger zunächst von zwei Äusserungen und an-
lässlich dieser Einvernahme nur noch von einer Äusserung gesprochen habe (vgl. 
den Parteivortrag von Fürsprecherin B.________ anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung [pag. 1756]) ist bereits an dieser Stelle entgegen zu halten, dass 
der Straf- und Zivilkläger auf Frage, was der Täter im Bus genau auf Deutsch zu 
ihm gesagt habe, antwortete: «Il a dit «Ufpassse. Ici c’est la Suisse, nègre!». Vous me 
demandez quels mots il a utilisé en allemand, je vous réponds que je ne parle pas l’allemand mais je 
le comprends. J’ai compris qu’il a dit «ici c’est la Suisse, nègre».» (pag. 251, Z. 57 f.). Schliess-
lich gab er auch an, er habe zwei oder drei Mal das Wort «Neger» gehört (pag. 
256, Z. 307). Demnach sind in Bezug auf diese Äusserung keine widersprüchlichen 
Aussagen des Straf- und Zivilklägers zwischen der ersten und zweiten Einvernah-
me auszumachen.

Im Rahmen der erneut delegierten Einvernahme vom 25. September 2019 
brachte der Straf- und Zivilkläger erstmals vor, dass der Täter nach den Beschimp-
fungen im Bus auch eine Geste des Kehledurchschneidens gemacht habe (pag. 
266, Z. 43 f.). Weiter gab der Straf- und Zivilkläger, ebenfalls erstmalig, an, der 
Täter habe «Arschloch» und derartige Ausdrücke ihm gegenüber geäussert (pag. 
269, Z. 147 f.). Ferner ist darauf hinzuweisen, dass sich die Aussagen des Straf- 
und Zivilklägers hinsichtlich der Beschreibung der Kleidung des Täters marginal 
widersprechen. So gab er zunächst an, dass der Täter einen weissen Pullover und 
graue Shorts getragen habe, später dann beschrieb er, der Pullover sei grau-beige 
gewesen und der Täter habe unter dem Pullover ein langes Shirt getragen, wel-
ches bis zu den Knien gereicht habe und dieses sei wie der Pullover grau oder bei-
ge gewesen (pag. 270, Z. 229 f.). Auch erkannte der Straf- und Zivilkläger den 
Täter anlässlich der Fotokonfrontation nicht mehr (pag. 271, Z. 279 f.), jedoch gab 
er an, keinen Fehler machen zu wollen. Er gab mithin auch Unsicherheiten zu und 
führte aus, wenn er sich nicht sicher war, so beispielsweise bei der Frage, ob der 
Täter auch ein Handicap am Arm gehabt habe (pag. 272, Z. 301 f.). Der Straf- und 
Zivilkläger versuchte schliesslich auch nicht, zu übertreiben oder den Beschuldig-
ten unnötig zu belasten. So gab er an, es seien die drei Schläge gewesen (pag. 
273, Z. 374) und der Täter habe währenddessen nichts zu ihm gesagt (pag. 273, Z. 
378). Diese Unsicherheiten in Bezug auf die konkreten Äusserungen des Täters 
schaden nach Ansicht der Kammer gerade unter Berücksichtigung 
des Zeitablaufs nicht und vermögen keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aus-
sagen zu wecken. Demgegenüber schilderte der Straf- und Zivilkläger auch anläss-
lich dieser Einvernahme das Kerngeschehen im Bus (pag. 267, Z. 60 f.) wie auch 
jenes am G.________weg 23 (pag. 272, Z. 315 ff.), gleichbleibend sowie detailliert, 
und vermochte ebenso den Gegenstand, den der Täter im Bus bei sich trug und mit 
dem er ihn auf die Knie und den Kopf geschlagen hatte, zu beschreiben und aufzu-

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zeichnen (pag. 269, Z. 185 f.; pag. 280). Er präzisierte zudem, der Gegenstand sei 
aus dem gleichen Metall gewesen, wie seine Krücke, und habe geglänzt (pag. 269, 
Z. 189 f.). Auch gab der Straf- und Zivilkläger innere Vorgänge wieder, so etwa, 
dass er erleichtert gewesen sei, als der Täter aus dem Bus ausgestiegen war, und 
er sich gesagt habe, das Schlimmste sei nun vorüber (pag. 267, Z. 93 f.). Er gab 
auch an, er habe auf die Äusserungen im Bus nicht reagiert und kein Wort gesagt, 
da er die Eisenstange gesehen und diese Äusserungen Provokationen gewesen 
seien, damit er auf ihn losgehe (pag. 269, Z. 150 f.).

Gleiches gilt auch für die Aussagen des Straf- und Zivilklägers anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. März 2020. Seine Aussagen 
betreffend das Kern- wie auch das Rahmengeschehen blieben konstant, detailliert 
und überwiegend widerspruchsfrei. Hinsichtlich den Äusserungen im Bus vermoch-
te sich der Straf- und Zivilkläger einzig noch an den Begriff «Neger» erinnern (pag. 
285, Z. 144) sowie an die Geste des Kehledurchschneidens (pag. 283, Z. 67 f.). Ob 
ihm der Täter den Mittelfinger gezeigt hatte, konnte der Straf- und Zivilkläger nicht 
mehr genau sagen (pag. 286, Z. 174). Dies ist allerdings, entgegen den Einwänden 
seitens der Verteidigung (vgl. den Parteivortrag von Fürsprecherin B.________ an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung [pag. 1756]), nicht weiter erstaun-
lich, zumal die staatsanwaltliche Einvernahme mehr als ein halbes Jahr nach dem 
Vorfall stattfand. Im Verlaufe der Zeit verblassen Erinnerungen, gewisse Dinge 
werden verdrängt oder schlicht und einfach vergessen. Es darf nicht erwartet wer-
den, dass die Schilderungen immer vollständig und stets gleich im Ablauf ausfallen. 
Mit Blick auf die rechtliche Würdigung werden ergänzend folgende Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers hervorgehoben. Auf Frage, wie er die Geste des 
Kehledurchschneidens interpretiert habe, sagte er: «Moi j’ai interprété comme si c’était un 
pure raciste, ce geste-là de «je vais t’égorger» … mais c’est après quand il a levé la barre, que j’ai 
réalisé «oui, il va le faire ». Il est passé des paroles à l’acte.» (pag. 285, Z. 159 f.). Die Frage, 
ob ihm der Angreifer damit habe zum Ausdruck bringen wollen, dass er ihn töten 
wolle, bejahte der Straf- und Zivilkläger (pag. 285 Z. 167). Als der Angreifer die von 
ihm geschilderten Beleidigungen gesagt und die Gesten gemacht habe, seien ihm 
viele Fragen und Sachen durch den Kopf gegangen. Ihm sei aber besonders die 
Geste des Kehledurchschneidens im Gedächtnis geblieben, diese habe ihn beson-
ders getroffen (pag. 286, Z. 186 f.). In diesem Moment habe er etwas Angst ge-
habt, vor allem, da sie nur zu Zweit und im hinteren Teil des Busses gewesen seien 
(pag. 286, Z. 192). Auf Frage, vor was er Angst gehabt habe, antwortete der Straf- 
und Zivilkläger: «J’avais peur de la mort qu’il avait annoncé. Moi pour me réconforter, je me disais 
intérieurement «ce n’est pas toi qui vas me tuer», c’était une manière pour me réconforter.» (pag. 
286, Z. 198 f.). 

Wiederum in Anbetracht der nachfolgenden rechtlichen Würdigung (Ziff. III. hier-
nach) ist bezüglich der Wegnahme des Mobiltelefons ebenfalls die Aussage des 
Straf- und Zivilklägers zum zeitlichen Ablauf von Bedeutung. Der Straf- und Zivil-
kläger gab zu Protokoll, dass er, nachdem er den Angreifer gesehen habe, das 
Mobiltelefon hervorgenommen habe, um die Polizei anrufen zu können. Er habe 
gesehen, wie der Angreifer seine Metallstange hervorgenommen habe und 
schliesslich keine Zeit mehr gehabt, da sich dieser sofort auf ihn gestürzt habe. Auf 
den chronologischen Ablauf angesprochen gab er an, der Angreifer habe zuerst 

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seine Metallstange erhoben und erst im Anschluss daran habe er sein Mobiltelefon 
aus der Tasche genommen (pag. 287, Z. 210 f.). Zudem führte er aus, der Angrei-
fer habe im Bus zwar seine Ohrstöpsel sehen können, das Mobiltelefon sei aber 
stets verdeckt gewesen, da er es in seiner Tasche gehabt habe (pag. 287, Z. 215 
f.). Der Angreifer habe ihn auch nicht auf das Mobiltelefon angesprochen (pag. 287, 
Z. 221). 

Nach seinem Gesundheitszustand gefragt, antwortete der Straf- und Zivilkläger, 
dass er Angst habe und oft unter Alpträumen leide. Er habe diese Angst seit dem 
Vorfall, sich seither aber noch nicht in psychologische Behandlung begeben. Wenn 
er das linke Knie hebe, verspüre er starke Schmerzen, das andere Knie mache 
hingegen keine Probleme. Er gehe seit seiner Operation an Krücken. Weiter mache 
er Physiotherapie, wobei er nicht genau sagen könne, wie viele Male er bereits in 
der Therapie gewesen sei, es seien aber sicher mehrere Besuche gewesen. Aktu-
ell mache er keine Physiotherapie mehr. Die Wunde am Kopf sei genäht worden, 
mehr wisse er aber nicht. Auf Nachfrage gab der Straf- und Zivilkläger zu Protokoll, 
er sei nicht arbeitsunfähig, da er auch vor dem Vorfall vom 15. August 2019 nicht 
gearbeitet habe (pag. 288 Z. 261 ff.). Bereits vor dem fraglichen Vorfall habe er 
Probleme mit dem linken Knie gehabt, weshalb er in die Physiotherapie gegangen 
sei. Der Arzt habe ihm gesagt, er habe nicht genügend Muskeln im Bein (pag. 289 
Z. 290 f.). Schliesslich präzisierte der Straf- und Zivilkläger, er habe vor dem Vorfall 
Probleme mit der Muskulatur in beiden Beinen gehabt, und nicht nur im linken Bein 
(pag. 290 Z. 332 f.). Auf Vorhalt des Überwachungsvideos der I.________ AG gab 
der Straf- und Zivilkläger zunächst zu Protokoll, er erkenne niemanden, nach drei-
maligem Abspielen schliesslich, dieses sage ihm etwas, er sehe etwas mit einer V-
Form. Die Kleider würden ihn an jene erinnern, die der Täter getragen habe (pag. 
289, Z. 316 f.).

Im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13. August 2020 
wurde der Straf- und Zivilkläger erneut einvernommen und vermochte das Gesche-
hene, trotz des Zeitablaufs von nunmehr einem Jahr seit dem Vorfall, erneut detail-
liert zu schildern. Hinsichtlich des Vorfalles im Bus gab der Straf- und Zivilkläger zu 
Protokoll, der Täter habe ihn beleidigt und ihm «Neger» gesagt, habe die Geste 
des Kehledurchschneidens gemacht und sei direkt vor ihm gestanden. Er habe ihm 
auch den Mittelfinger gezeigt (pag. 1402, Z. 36 f.). Gewisse Widersprüche zu vor-
herigen Angaben, wie die Aussage, dass der Täter eine Kapuze getragen habe 
(pag. 1403, Z. 19 f.), sind wohl einerseits dem Zeitablauf seit dem Vorfall vom 15. 
August 2019 geschuldet, andererseits auch mit dem teilweise dynamischen Ablauf 
der Geschehnisse erklärbar und lassen nicht auf die Unglaubhaftigkeit seiner Aus-
sagen schliessen, schon gar nicht in Bezug auf das eigentliche Kerngeschehen. 
Gleiches muss auch hinsichtlich der Konfrontation mit dem Beschuldigten per Fa-
ceTime sowie dem Vorhalt der Anomalie an der Hand des Beschuldigten gelten. So 
gab der Straf- und Zivilkläger zu, er wisse nicht, ob ihm der Beschuldigte etwas sa-
ge, er habe eine Kapuze auf dem Kopf und eine Behinderung an der Hand gehabt 
(pag. 1405, Z. 32 f.). Auf Vorhalt der rechten Hand des Beschuldigten gab er wie-
derum zu Protokoll, dies sage ihm etwas und er habe einfach gesehen, dass der 
Angreifer eine Anomalie an der rechten Hand gehabt habe (pag. 1405, Z. 40 f.). 
Auf konkrete Nachfrage, ob es die gleiche Behinderung gewesen sei, antwortete 

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der Straf- und Zivilkläger, er habe einfach gesehen, dass er mehrere kleine Finger 
gehabt habe, im Vergleich zu normalen Fingern (pag. 1406, Z. 5 f.). Er denke, dass 
es der Täter sein könne, aber er habe eben eine Kapuze auf gehabt. Die Anomalie, 
die stimme überein (pag. 1406, Z. 12 f.). Auf Vorhalt eines Standbildes aus dem 
Überwachungsvideo der I.________ AG gab er an, dass er lügen würde, würde er 
sagen, dass es der Täter sei auf dem Bild, er sehe kein klares Bild vor sich. Aber 
die Farbe des Pullovers erinnere ihn an die Farbe des Oberteils vom Täter. Er habe 
auch eine Kapuze in dieser Farbe über den Kopf gezogen gehabt (pag. 1404, Z. 42 
f.). Bezüglich seines Gesundheitszustandes führte der Straf- und Zivilkläger aus, 
immer noch Schmerzen im Bein und im Knie zu verspüren. Er habe noch Physio-
therapie und müsse an Krücken gehen. Weiter beschrieb der Straf- und Zivilkläger 
Mühe zu haben, Gewicht auf das linke Bein zu legen. Dies führe zu starken 
Schmerzen, beispielweise beim Treppensteigen (pag. 1404, Z. 5 f.). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 31. Januar 2022 gab der 
Straf- und Zivilkläger auf seinen Gesundheitszustand angesprochen zu Protokoll, 
es gehe ihm etwas besser, aber er habe nach wie vor Schmerzen. Es sei zudem 
vorgesehen gewesen, das Bein erneut zu operieren, um den operativ angebrach-
ten Titanstift zu entfernen, aber aufgrund von Corona habe dies nicht stattfinden 
können (pag. 1744, Z. 19 ff.). In der Nacht könne er fast nicht schlafen, da es im 
Bein «ziehe» (pag. 1744, Z. 35). Er benutze die Krücken jeweils, wenn er starke 
Schmerzen habe (pag. 1744, Z. 39 f.), was an drei von vier Tagen der Fall sei (pag. 
1746, Z. 22). Einschränkungen im Alltag habe er dahingehend, als er nicht mehr 
lange laufen könne und es schwierig für ihn sei, Treppen zu steigen (pag. 1744 f., 
Z. 42 f.). Aufgrund eines Muskelproblems habe er zwar schon vor dem fraglichen 
Vorfall ab und zu etwas Schmerzen gehabt, aber er habe normal gelebt (pag. 1745, 
Z. 10 ff.). Nach dem Vorfall sei er zudem zu einem Psychologen gegangen, aber 
zum Zeitpunkt der oberinstanzlichen Verhandlung nicht mehr, da er keine Proble-
me mehr habe (pag. 1745, Z. 33 f.). Er gehe zwei Mal wöchentlich in die Physiothe-
rapie (pag. 1745, Z. 20). Auf konkrete Nachfrage dann korrigierte der Straf- und Zi-
vilkläger diese Aussage und gab an, er habe die Physiotherapie nicht wieder be-
gonnen. Wenn er starke Schmerzen habe, wolle er nicht in die Physiotherapie ge-
hen. Sein Arzt sei zudem in den Ferien und müsse ihm ein neues Papier ausfüllen 
(pag. 1746, Z. 31 f.). Über die konkreten Aussichten oder eine allfällige Besserung 
habe er mit dem Arzt nicht gesprochen (pag. 1747, Z. 1 ff.).

10.3.3 Aussagen von M.________

Die seitens des Beschuldigten als dessen Exfreundin bezeichnete M.________ 
wurde einmalig, am 10. Oktober 2019 im Rahmen einer delegierten Einvernah-
me, einvernommen. Zum Geschehen vom 15. August 2019 konnte sie keine Anga-
ben machen. Jedoch sind, im Hinblick auf das Rahmengeschehen, ihre Aussagen 
beweiswürdigend einzubeziehen und wo von Relevanz, erneut hervorzuheben. 

M.________ gab an, d