# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 542b8bae-47bd-5904-b968-e517ddbac2a2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 21.10.2022 ZK1 2022 164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2022-164_2022-10-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 21. Oktober 2022

Referenz ZK1 22 164

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Killer, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand Ablehnung Entlassung aus fürsorgerischer Unterbringung

Anfechtungsobj. Verfügung der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) vom 
12.10.2022 

Mitteilung 28. Oktober 2022

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1961, wurde durch Dr. med. C._____ mit Ver-
fügung vom 16. September 2022 für eine Dauer von sechs Wochen in der Klinik 
D._____ fürsorgerisch untergebracht. Die Einweisung erfolgte aufgrund aggressi-
ven Verhaltens mit Fremdgefährdung und Exazerbation einer nicht hinreichend 
behandelten Psychose. Die Patientin war bereits seit 2006 mehrfach in stationärer 
psychiatrischer Behandlung.

B. A._____ Beschwerde vom 19. September 2022 (Poststempel) gegen die 
fürsorgerische Unterbringung wurde mit Entscheid vom 27. September 2022 vom 
Kantonsgericht von Graubünden (nachfolgend Kantonsgericht) abgewiesen 
(ZK1 22 151).

C. Am 12. Oktober 2022 stellte A._____ ein Entlassungsgesuch an die PDGR, 
welches gleichentags durch die Chefärztin Dr. med. E._____ abgelehnt wurde.

D. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 
am 13. Oktober 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht.

E. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2022 wurde die Klinik D._____ um einen 
kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, zur Art der Be-
handlung und insbesondere darüber, inwiefern die Voraussetzungen für eine wei-
tere fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher Sicht gegeben seien, ersucht. 
Ferner wurden die wesentlichen Klinikakten über die Beschwerdeführerin angefor-
dert, soweit sie nicht schon im Verfahren ZK1 22 151 übersandt wurden (nament-
lich der aktuelle Behandlungsplan und das Verlaufsjournal).

F. Am 17. Oktober 2022 reichte die Klink D._____ den angeforderten Bericht 
sowie die Klinikakten ein, worauf gleichentags mit prozessleitender Verfügung Dr. 
med. B._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt auf 
Art. 439 Abs. 3 i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begutachtung der Beschwer-
deführerin beauftragt wurde.

G. Die Gutachterin reichte ihr Gutachten vom 19. Oktober 2022 beim Kantons-
gericht ein, woraufhin am 21. Oktober 2022 die mündliche Hauptverhandlung vor 
der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts stattfand. An dieser nahm die Beschwer-
deführerin persönlich teil und wurde befragt. Nach durchgeführter Urteilsberatung 
wurde der ärztlichen Leitung der Klinik D._____, auch zuhanden der Beschwerde-
führerin, gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

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Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Ablehnung der Entlassung 
aus der am 16. September 2022 angeordneten fürsorgerischen Unterbringung. 
Gemäss Art. 439 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 60 Abs. 1 
EGzZGB (BR 210.100) ist das Kantonsgericht in diesen Fällen die einzige gericht-
liche Beschwerdeinstanz und dementsprechend für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde zuständig.

1.2. Gemäss Art. 439 Abs. 2 ZGB beträgt die Beschwerdefrist 10 Tage. Eine 
Begründung der Beschwerde ist nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. 
Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend erhob die Beschwerdeführerin direkt am Folge-
tag (Poststempel) nach Ablehnung des Gesuchs Beschwerde, womit die zehntä-
gige Frist gewahrt wurde. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 
ist einzutreten.

2.1. Art. 439 Abs. 3 ZGB sieht für die gerichtliche Überprüfung einer ärztlich an-
geordneten fürsorgerischen Unterbringung eine sinngemässe Anwendung der Be-
stimmungen über das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz 
(Art. 450a ff. ZGB) vor. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrens-
grundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Ver-
fahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Ge-
setz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz 
Droese, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
7. Aufl., Basel 2022, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in Art. 446 
ZGB verankerte, uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime und das 
an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes we-
gen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze bezieht sich 
auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und er-
streckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach dem Grund-
satz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Be-
schwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). 
Aus Art. 450a ZGB ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfra-
gen sowie die Angemessenheit frei überprüft.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 

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sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger, in: Geiser/Foun-
toulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 48 ff. 
zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl., Basel 2022, N 19 zu Art. 450e ZGB). Mit dem Kurz-
gutachten vom 19. Oktober 2022 von Dr. med. B._____, welche die Beschwerde-
führerin am 18. Oktober 2022 persönlich in der Klinik D._____ untersucht hat, 
wurde dieser Vorschrift Genüge getan (vgl. act. 06).

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch zur 
Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Christof Bernhart, 
Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). Mit der 
Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 21. Oktober 2022 wurde die-
se Vorgabe ebenfalls umgesetzt.

3.1. Das Gesuch um Entlassung vom 12. Oktober 2022 steht im Zusammen-
hang mit der von Dr. med. C._____ angeordneten fürsorgerischen Unterbringung 
vom 16. September 2022 (vgl. act. 01.1 [ZK1 22 151]), weshalb es vorliegend zu 
prüfen gilt, ob die Voraussetzungen für die ärztlich angeordnete fürsorgerische 
Unterbringung noch gegeben oder diese mittlerweile weggefallen sind. Der Ent-
scheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des Betroffenen im 
aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl.  Geiser/ Etzensberger, a.a.O., N 44 zu 
Art. 426 ZGB).

3.2. Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Massnahme gemäss Art. 426 
Abs. 1 ZGB ist einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: psy-
chische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich 
ist sodann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der 
Behandlung beziehungsweise Betreuung. Eine weitere Voraussetzung ist, dass 
der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als 
durch eine Einweisung bzw. Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden 
kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 
5A_228/2016 v. 11.7.2016 E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich 
gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezu-
stand allein vermag eine fürsorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, son-
dern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit einer persönlichen Behandlung 
oder Betreuung (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 vor Art. 426–439 ZGB). Selbst 
bei Vorliegen einer solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur 

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gesetzeskonform, wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen 
Massnahme erreicht werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unter-
bringung für den angestrebten Zweck tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 7 zu Art. 426 ZGB).

Die Belastung und der Schutz von Angehörigen und Dritten sind zu berücksichti-
gen (Art. 426 Abs. 2 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient aber dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur 
Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Perso-
nenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zit.: Bot-
schaft]). Eine Fremdgefährdung darf für sich alleine daher nie ausschlaggebend 
für eine fürsorgerische Unterbringung sein (BGE 145 III 441 E. 8.3 f.). Die betrof-
fene Person wird zudem gemäss Gesetz entlassen, sobald die Voraussetzungen 
der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB).

3.3.1. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD [International Classification of Disturbances]; vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB).

3.3.2. Dr. med. B._____ bestätigte in ihrem Kurzgutachten vom 19. Oktober 2022 
(act. 06) die Diagnose der PDGR (act. 03.1) einer schizoaffektiven Störung (ICD-
10: F25.0) und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin sich derzeit in einer schizo-
manischen Episode befinde. Bei der Diagnose handelt es sich um eine psychische 
Störung im juristischen Sinne. Damit ist bei der Beschwerdeführerin der gemäss 
Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung erforderliche Schwäche-
zustand grundsätzlich gegeben.

3.4.1. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, 
dass eine fürsorgerische Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechter-
halten werden darf, als mit einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von 
einem gewissen Ausmass zu rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, 
dass es für die Beurteilung des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich 

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sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffe-
nen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachter-
lich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 
E. 6.2.2; BGE 140 III 105 E. 2.4 m.w.H.). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine 
Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr 
erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Ver-
gleich zum alten Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen 
(vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist, wie bereits 
erwähnt, stets anhand des Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeit-
punkt zu bestimmen (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). 
Dabei ist eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen 
Unterbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigen-
verantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrichtung. 
Mit anderen Worten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, 
den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger 
einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., 
N 22 ff. zu Art. 426 ZGB; Guillod, a.a.O., N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbrin-
gung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur 
als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme 
kommt den ambulanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilli-
gen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 
zu Art. 426 ZGB).

3.4.2. In ihrem Bericht vom 17. Oktober 2022 (act. 03) führte die Klinik D._____ 
aus, dass die Patientin fast täglich auf sofortigen Austritt, Wochenendurlaub, Arzt-
zeugnis etc. bestehe und externe Ärzte in ihr ausgeprägtes Wahnsystem mitein-
beziehe. Zudem zeige sie sich weiterhin impulsgesteuert, sehr fordernd, schnell 
reizbar und teils verbal drohend. Ihre krankheitsbedingten Wahrnehmungsstörun-
gen würden sich vorwiegend durch Beeinflussungsideen (ihre Wohnung werde 
betreten, Gegenstände und Kleider würden entfernt, aktuelle Beeinflussung auf 
der Station) zeigen. Sie verhalte sich distanzlos und anmassend auffällig gegenü-
ber Mitpatienten und Personal. Das Setting habe etwas gelockert werden können 
und die Beschwerdeführerin befinde sich derzeit auf der offenen Notfallstation mit 
Arealausgang bzw. (je nach Tagesbefinden) nach Absprache mit Stadtausgang 
(Arzttermine), wobei sich die Beschwerdeführerin nicht immer an die Absprachen 
halte. Die Symptome der Manie im Rahmen der schizoaffektiven Störung seien 
weiterhin so ausgeprägt, dass die Fortsetzung der stationären Behandlung mit 

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kontinuierlicher, ausreichend dosierter medikamentöser Behandlung indiziert sei. 
Ziele seien die Motivation zur adäquaten Dosierung und wenn möglich die Einstel-
lung auf Depot-Medikation und Krankheitseinsicht. Aktuell nehme die Patientin 
eine minime Dosis Quetiapin 100 mg ein, die Erhöhung auf mindestens 400 mg 
lehne sie ab. Bislang habe sich kein längerer Zeitraum (ganzer Tag oder mehr 
ausreichende Stabilität) gezeigt, welcher die Aufhebung der fürsorgerischen Un-
terbringung oder Verlegung möglich machen würde. Weniger einschneidende 
Massnahmen seien derzeit noch nicht möglich, denn bei vorzeitigem Austritt ohne 
genügende Behandlung und Nachbehandlung stelle die Patientin für sich und an-
dere eine Gefahr dar, welche rasch eine erneute fürsorgerische Unterbringung 
erforderlich machen sowie die Langzeitprognose der Patientin verschlechtern 
würde. Es sei anzunehmen, dass sich die Patientin bei konsequenter Einnahme 
einer Quetiapin-Dosis von 400–600 mg oder eines alternativen Antipsychotikums 
(Zyprexa, Invega bis hin zur Depot-Medikation, o.ä.) innert 7–10 Tagen anhaltend 
stabilisieren könnte, sodass die fürsorgerische Unterbringung aufgehoben bzw. 
auslaufen könne.

3.4.3. Im Kurzgutachten vom 19. Oktober 2022 (act. 06) hielt Dr. med. B._____ 
fest, dass die Beschwerdeführerin sich inzwischen soweit beruhigt und stabilisiert 
habe, dass ihr Verhalten überwiegend freundlich und angepasst sei, wenngleich 
sie mit manchem unzufrieden sei und einen deutlichen Drang zeige, davon zu be-
richten und ihre Situation mithilfe wiederholter schriftlicher Anträge zu verbessern. 
Die fraglich wahnhaften Inhalte werden nur am Rande genannt und erklärt. Die 
Beschuldigte verfüge über einiges Wissen über ihre Erkrankung, spiele jedoch die 
Folgen der aktuellen Reizbarkeit und wohl wahnhafter Verkennungen herunter und 
sehe ihr Verhalten nicht als Fehlverhalten an. Ihre Krankheitseinsicht sei also 
deutlich eingeschränkt.

Die Gutachterin hält eine längerfristig gesicherte Behandlung der schizo-
manischen Erkrankung für unerlässlich. Damit könne eine weitere Verbesserung 
und Stabilisierung erreicht werden, sodass die Beschuldigte wieder selbstbe-
stimmt und angepasst an gesellschaftliche Normen leben könne. Die Behandlung 
habe in der Vergangenheit die Arbeit in ihrem Beruf und ein selbständiges Leben 
ermöglicht, was bei durchaus erhaltener Intelligenz in behandeltem Zustand auch 
in Zukunft wieder zu erwarten wäre. Ohne medikamentöse antipsychotische Be-
handlung würde es durch ihren gesteigerten Antrieb und ihren Eindruck, von ande-
ren bedroht und bestohlen zu werden, zu Selbst- und Fremdgefährdungen auf-
grund entstehender Konflikte mit anderen kommen. Dies hätten die Aussagen der 
Polizei und des Hausarztes sowie die wiederholten Zusammenstösse mit Mitpati-

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enten und Personal während des aktuellen Klinikaufenthaltes gezeigt. Bisher sei-
en diese wohl überwiegend verbal ausgetragen worden, es könnte jedoch leicht 
zur Tätlichkeit eskalieren, wie es bei der Aufnahmesituation geschehen sei. Die 
Gefährdung geschehe auch dadurch, dass die Beschuldigte wohl aufgrund wie-
derholter Konflikte ihre Wohnung verliere und somit sozial ungesichert sei, zumal 
anscheinend auch finanzielle Probleme bestehen würden. Ein manisches Zu-
standsbild gehe üblicherweise auch mit unüberlegten Handlungen einher, welche 
die eigene Integrität und die Integrität Dritter gefährden könnten. Betreffend die 
medikamentöse Behandlung sei sie ebenfalls nur teilweise einsichtig, wobei bei 
der Ablehnung einer höheren Dosierung der aktuellen Medikation mit Quetiapin 
ihre langjährige Erfahrung mit Nebenwirkungen des Medikamentes (erhebliches 
Übergewicht) zu berücksichtigen sei. Die Beschwerdeführerin sei jedoch zur Ko-
operation fähig und gewillt, eine Neueinstellung auf eine Depot-Medikation, wie 
von Dr. med. F._____ (im Gutachten für das Verfahren ZK1 22 151) vorgeschla-
gen, zu versuchen. Zur Wiedereinstellung der notwendigen antipsychotischen Me-
dikation und allenfalls zur Umstellung auf eine Depotmedikation sei aktuell die 
psychiatrische Behandlung in stationärem Rahmen unerlässlich. Die Umstellung 
auf ein neues Medikament zur Depot-Medikation sei im ambulanten Rahmen ein 
hohes Risiko.

Weiter wünsche die Beschuldigte bei Dr. med. F._____ eine Nachbehandlung so-
wie aktuell eine Verlegung in die Klinik G._____, da sie dort die Rückzugsmöglich-
keit eines Einzelzimmers geniessen könnte. Diese Rückzugsmöglichkeit sei auch 
aus ärztlicher Sicht hilfreich, würde wohl die Behandlungsmotivation erhöhen und 
wird daher von der Gutachterin empfohlen.

3.4.4. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der mündlichen Hauptverhandlung vom 21. Oktober 2022 konnte sich die Be-
schwerdeinstanz ein eigenes Bild von der Beschwerdeführerin – und unter ande-
rem auch von der Veränderung seit der letzten Hauptverhandlung vom 27. Sep-
tember 2022 (ZK1 22 151) – machen. Ihr Auftreten und ihre Ausführungen an der 
Verhandlung bestätigten für das Kantonsgericht insgesamt die gutachterlichen 
Feststellungen, in welchen die Notwendigkeit einer fürsorgerischen Unterbringung 
bejaht wurde. Sie vermittelte zwar einen besseren Eindruck als bei der letzten 
Verhandlung und schien strukturierter und gepflegter, beantwortete die ihr gestell-
ten Fragen jedoch immer noch teilweise ausschweifend (wenn auch deutlich we-
niger als bei letzten Verhandlung). Ihre Krankheits- und Behandlungseinsicht 
scheint verbessert, sie zeigte Wissen über ihre Diagnose und eine Kooperations-

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bereitschaft betreffend Krankheit und Behandlung ist vorhanden. Indessen fehlt 
die Einsicht in die Auswirkungen ihrer nicht bzw. ungenügend behandelten Krank-
heit wie auch die Erkennung von eigenem Fehlverhalten, indem sie mehrfach 
festhielt, nicht fremdgefährdend zu sein. Die Behandlungseinsicht ist verbessert, 
aber mindestens betreffend den Wirkstoff Quetiapin noch nicht ausreichend, da 
sie die gemäss Klinikbericht notwendige höhere Dosis nach wie vor ablehnt. An-
ders als bei der letzten Verhandlung erklärte sie sich jedoch grundsätzlich zum 
Versuch einer Depot-Medikation bereit. Zusammenfassend ist eine Verbesserung 
und ein Fortschritt in Richtung zukünftig selbständige Bewältigung des Alltags zu 
erkennen, der Heilungsprozess jedoch noch nicht abgeschlossen und die Einstel-
lung der Depot-Medikation aktuell noch ausstehend.

Bei einer allfälligen Entlassung aus der Klinik D._____ zum jetzigen Zeitpunkt wä-
re gemäss Gutachten das Risiko hoch, dass es zu Konflikten und dadurch zu einer 
konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung kommen würde. Diese Gefahr wurde 
aufgrund der Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit bejaht. Es ist gemäss 
Verlaufsjournal der Klinik mehrfach zu verbalen Konflikten bzw. distanzlosem Ver-
halten gegenüber Mitpatientinnen und Mitpatienten sowie Personal gekommen 
(bspw. act. 03.3, Einträge vom 13.10.2022: 20.32 Uhr, 3.10.2022: 20.38 Uhr, 
30.9.2022: 16.12 Uhr, 26.9.2022: 20.14 Uhr, 20.9.2022: 19.54 Uhr; act. 03.4, Ein-
trag vom 23.9.2022: 16.14 Uhr; act 03.5, Eintrag vom 21.9.2022: 12.22 Uhr). Teil-
weise habe es auch aggressives Verhalten (Umsichschlagen, Spucken) gegenü-
ber dem Personal gegeben (vgl. act. 03.3, Einträge vom 21.9.2022: 21.56 Uhr, 
16.9.2022: 16.46 Uhr; act. 03.4, Eintrag vom 16.9.2022: 14.54 Uhr). Solche Strei-
tereien könnten gemäss Gutachten, aufgrund ihres gesteigerten Antriebs und des 
Gefühls immer bedroht und bestohlen zu werden (vgl. auch Verlaufsjournal 
act. 03.3, Einträge vom 12.10.2022: 13.44 Uhr, 11.10.2022: 21.13 Uhr, 7.10.2022: 
20.38 Uhr), leicht in Tätlichkeiten münden. Aufgrund wiederholter Konflikte drohe 
der Beschwerdeführerin auch der Verlust der Wohnung und von der Polizei seien 
ebenfalls Konflikte dokumentiert, wie derjenige, der zur Einweisung geführt habe. 
Somit kann entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin eine Eigen- und 
Fremdgefährdung bejaht werden.

Gemäss Gutachterin kann ein solcher Rückfall momentan nur mit der längerfristi-
gen Sicherstellung der antipsychotischen Medikation verhindert werden, was der-
zeit ausschliesslich im stationären Setting erfolgen könne. Diese Schlussfolgerung 
der Gutachterin, wonach es aktuell keine Alternative zur stationären Behandlung 
gebe, ist für das Kantonsgericht nachvollziehbar. Im Hinblick auf die Verhältnis-
mässigkeit ist auch zu beachten, dass die fürsorgerische Unterbringung nur noch 

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für eine weitere Woche besteht. Danach müsste allenfalls die Kindes- und Er-
wachsenenschutzbehörde über die Fortsetzung neu entscheiden. Die Massnahme 
ist subjektiv auch insofern etwas weniger einschneidend, als die Beschwerdefüh-
rerin sich im Rahmen der Hauptverhandlung grundsätzlich bereit erklärte, stationär 
untergebracht eine Depot-Medikation zu versuchen. Sie forderte lediglich eine Be-
handlung durch Ärztinnen und Ärzte ihrer Wahl und sprach erneut den Wunsch 
aus, in die Klinik G._____ verlegt zu werden, wo sie in einem Einzelzimmer unter-
gebracht würde. Eine Verlegung ist nicht Sache des Gerichtes. Allerdings ist dar-
auf hinzuweisen, dass eine solche und die damit zusammenhängende Rückzugs-
möglichkeit gemäss Gutachterin hilfreich in der Behandlung der Manie wäre sowie 
die Behandlungsmotivation erhöhen würde, womit eine Verlegung allenfalls als 
sinnvoll erscheint. Die Modalitäten der Unterbringung sowie die Dosierung der 
Medikation werden jedoch von der Klinik festzulegen sein. Diese hat auch laufend 
zu prüfen, ob die fürsorgerische Unterbringung aufgehoben werden kann, weil 
glaubhaft umfassende Krankheits- und Behandlungseinsicht besteht und der Ver-
bleib in der psychiatrischen Klinik mit medikamentöser Behandlung auf freiwilliger 
Basis weitergeführt werden kann.

Zusammenfassend zeigte sich die Beschwerdeführerin dem Gericht unter ande-
rem mit der Aussage, sie sei nicht fremdgefährdend, betreffend die Auswirkungen 
ihrer Krankheit (entstehende Probleme, Belastung des Umfelds) und das Ausmass 
der Behandlungsbedürftigkeit (Dosierung) als noch nicht vollständig einsichtig. 
Trotz verbessertem Zustand ist es aufgrund der fehlenden Stabilität, welche sich 
auch in den ausschweifenden Berichten bemerkbar machte, noch zu früh für eine 
Entlassung, da es ihr ansonsten mit grosser Wahrscheinlichkeit erneut verwehrt 
bliebe, ein geordnetes Leben zu führen sowie die Chronifizierung der Krankheit 
und eine weitere fürsorgerische Unterbringung zu verhindern. Aus diesen Gründen 
kommt das Kantonsgericht zum Schluss, dass die nötige Behandlung oder Be-
treuung der Beschwerdeführerin derzeit nicht anders erfolgen kann als mit dem 
Verbleib in der Klinik.

3.5. Als letzte kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische 
Unterbringung erfordert Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nöti-
ge Behandlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Dass die Klinik D._____ 
nach wie vor eine geeignete Einrichtung für eine stationäre Behandlung in ge-
schlossenem Rahmen darstellt, steht im vorliegenden Fall ausser Frage, womit die 
fürsorgerische Unterbringung auch unter diesem Aspekt den Grundsatz der Ver-
hältnismässigkeit wahrt.

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3.6. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB auch im aktuellen Zeitpunkt 
noch erfüllt sind. Die Aufhebung der von Dr. med. C._____ am 16. September 
2022 verfügten fürsorgerischen Unterbringung und die Entlassung aus der Klinik 
D._____ kann zurzeit nicht gewährt werden. Sowohl das Gutachten wie auch die 
persönliche Anhörung haben aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin zum jetzi-
gen Zeitpunkt und in der momentanen Verfassung noch auf eine stationäre Be-
handlung zwecks Einstellung der Medikation und gegebenenfalls Umstellung auf 
eine Depot-Medikation angewiesen ist, damit sich ihr Gesundheitszustand verbes-
sert und stabilisiert. Die Beschwerde gegen die Ablehnung des Entlassungsge-
suchs vom 12. Oktober 2022 ist folglich abzuweisen.

4. Betreffend die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutzrecht-
lichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 5 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Aufhebung der fürsorgerischen 
Unterbringung wurde abgewiesen. Die vorliegenden Verfahrenskosten von insge-
samt CHF 3'104.00 (CHF 1'500.00 Gerichtskosten und CHF 1'604.00 Gutachter-
kosten) gehen daher zulasten der Beschwerdeführerin, welche gemäss eigenen 
Angaben im Rahmen der Hauptverhandlung vom 27. September 2022 über ein 
regelmässiges Einkommen von CHF 4'600.00 pro Monat und einige Ersparnisse 
verfüge (Protokoll S. 3 [ZK1 22 151]).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'104.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'604.00 Gutachterkosten) gehen zulas-
ten von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: