# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0553c8aa-8ffc-5aaf-a0b8-206214250500
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 03.09.2014 S 2014 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-50_2014-09-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 50

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser 

und Vizepräsident Priuli, Aktuarin ad hoc Parolini

URTEIL
vom 3. September 2014

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ war seit dem 1. Februar 2007 als Lastwagenführer bei der Firma 

B._____ AG in O.1._____ angestellt und im Zusammenhang mit diesem 

Arbeitsverhältnis obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Am 13. Februar 2007 erlitt A._____ einen 

Unfall, als er mit der rechten Hand einen rollenden Rolli aufhielt. Bei der 

Erstbehandlung im Kantonsspital O.2._____ wurde eine 

„Beckenkontusion, Kontusion Hand rechts, DD: Scaphoidfraktur, Vd. a. 

Ausriss Kollateralband MP-Gelenk radial Dig I Hand links“ diagnostiziert. 

Wegen einer scapholunären Bandläsion rechts wurde er am 11. Mai 2007 

(Revision und Brunnelli-Bandplastik) und am 6. August 2007 (Entfernung 

Kirschnerdrähte) operiert. Es folgten weitere Eingriffe am 9. Mai 2008 

(partielle Gelenksdenervation, Exzision des dislozierten Mikro-Mitek-

Ankers) und am 1. Juli 2009 (four-corner-Arthrodese Handgelenk). Die 

SUVA erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen und stellte mit 

Schreiben vom 30. Juni 2010 die Heilkosten- und Taggeldleistungen 

(letztere per 31. August 2010) ein. Mit Verfügung vom 7. Juli 2010 sprach 

die SUVA A._____ eine Integritätsentschädigung von Fr. 10'680.-- 

aufgrund einer Integritätseinbusse von 10 % für die verbliebenen 

Beeinträchtigungen an der rechten Hand zu.

2. Am 6. Februar 2012 meldete sich A._____ bei der SUVA und teilte mit, er 

habe seit eineinhalb Monaten wieder vermehrt Schmerzen im rechten 

Handgelenk, die ohne Grund aus dem Nichts aufgetreten seien. Die 

SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte angesichts einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit ab dem 16. Februar 2012 

Taggeldzahlungen. Mangels Anstellung unmittelbar vor dem Rückfall 

wurden die Leistungen auf der Basis des gesetzlich garantierten 

Mindesttaggeld-Ansatzes von Fr. 27.65 pro Tag berechnet. 

- 3 -

3. Mit Gesuch vom 4. Dezember 2013 beantragte A._____ die rückwirkende 

Erhöhung der Taggelder. Er begründete dies damit, dass kein Rückfall 

vorliege, weshalb der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn massgebend 

und ein Taggeld in der Höhe von mindestens Fr. 126.85 pro Tag 

auszurichten sei. Mit Verfügung vom 31. Dezember 2013 wies die SUVA 

das Gesuch ab. 

4. Die seitens von A._____ am 15. Januar 2014 dagegen erhobene 

Einsprache wurde mit Einspracheentscheid vom 18. März 2014 

abgewiesen.

5. Gegen den Einspracheentscheid reichte A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführer) am 22. April 2014 beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden Beschwerde ein. Er stellt folgendes 

Rechtsbegehren:

„1. Die angefochtene Verfügung vom 18. März 2014 sei aufzuheben.

2. Das Gesuch vom 4. Dezember 2013 sei gutzuheissen und es seien 
die Taggelder des Versicherten mit Wirkung seit dem 16.02.2012 auf 
mindestens CHF 126.85/Tag anzusetzen und rückwirkend seit dem 
16.02.2012 auszurichten.

3. Es sei ein umfassendes, interdisziplinäres ärztliches Gutachten zur 
Krankengeschichte und zur Frage, ob ein Rückfall beim Versicherten 
vorlag, bei einem unabhängigen, neutralen Gutachter einzuholen.

4. Dem Versicherten sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen 
und der Unterzeichnete als Rechtsvertreter zu bestellen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge."

6. Mit Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2014 beantragt die SUVA 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 18. März 2014. Sie hielt 

- 4 -

an ihrer Begründung, es handle sich bei der im Februar 2012 gemeldeten 

Beschwerdeproblematik um einen Rückfall, fest. 

7. Mit Verfügung vom 19. Mai 2014 wurde dem Beschwerdeführer die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und ihm wurde in der 

Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann ein 

unentgeltlicher Anwalt (auf Kosten des Staates) bestellt. Dieser teilte dem 

Gericht mit Schreiben vom 29. Oktober 2014 mit, dass er den 

Beschwerdeführer nicht mehr vertrete.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsge-

richt desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person 

zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat der 

Beschwerdeführer Wohnsitz im Kanton Graubünden, weshalb die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Der Einspracheentscheid 

vom 18. März 2014, mit dem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des 

heutigen Beschwerdeführers abwies, stellt demnach ein taugliches 

Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als 

Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

- 5 -

dessen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

b) Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 18. März 2014 

(Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 2, Akten der Beschwerdegegnerin 

[Bg-act.] 327). Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin bei der im Februar 2012 erneut gemeldeten 

Beschwerdeproblematik zu Recht von einem Rückfall ausging und das 

Taggeld gestützt darauf nach Massgabe von Art. 23 Abs. 8 der 

Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) korrekt 

bemessen hat.

2. a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt nach dem ATSG sowie 

der Spezialgesetzgebung im UVG zunächst voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein natürlicher 

und adäquater Kausalzusammenhang besteht.

b) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

verwirklicht gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden 

Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 

und im Beschwerdefall das Gericht nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhanges genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruches noch nicht (vgl. BGE 129 V 177 E.3.1).

c) Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein 

Ereignis dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

- 6 -

Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 

129 V 177 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung 

zu (BGE 129 V 177 E.3.3, 125 V 456 E.5c, 123 V 98 E.3b). Sie hat bei 

allen Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz 

zu greifen (SVR 2002 UV Nr. 11 E.2b). Die Frage der Adäquanz ist eine 

Rechtsfrage (vgl. BGE 117 V 369 E.4a); sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen.

d) Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; 

SR 832.202) werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt. Laut Rechtsprechung handelt es sich bei einem 

Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 

Verletzung, sodass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise zu 

weiterer Arbeitsunfähigkeit kommt (BGE 118 V 293 E.2c, 105 V 31 E.1c). 

Von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im 

Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen 

bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. 

Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit begrifflich an ein bestehendes 

Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend 

gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall 

erlittenen Gesundheitsschädigungen ein natürlicher und adäquater 

Kausalzusammenhang bejaht werden kann (SVR 2003 UV Nr. 14 E.4 S. 

43; BGE 118 V 293 E.2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E.2). Mit Bezug 

auf Rückfälle oder Spätfolgen kann der Unfallversicherer nicht auf der 

Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall und 

bei früheren Rückfällen behaftet werden, weil die unfallkausalen Faktoren 

- 7 -

durch Zeitablauf wegfallen können. Vielmehr obliegt es der versicherten 

Person, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild 

und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute 

Leistungspflicht des Unfallversicherers. Je grösser der zeitliche Abstand 

zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung, desto strengere Anforderungen sind an den 

Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu 

stellen (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E.1c in fine). Bei Beweislosigkeit 

fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (RKUV 1994 

Nr. U 206 S. 32).

e) Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und so-

lange die (weitere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion 

steht (BGE 132 V 412 E.4; vgl. auch Art. 124 UVV). Erlässt der 

Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der 

Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte 

Person nicht innerhalb eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). 

Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt keine Leistungen mehr zur 

Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der versicherten 

Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle 

die Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum 

damaligen Zeitpunkt davon ausgegangen werden konnte, es werde keine 

Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfähigkeit mehr auftreten. 

Dies ist im Rahmen einer ex-ante-Betrachtung unter Berücksichtigung der 

konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung 

und dem bisherigen Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein 

vergleichsweise harmloser Unfall mit günstigem Heilungsverlauf vor, 

welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistungen 

- 8 -

begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten 

Abschluss auszugehen sein als nach einem kompliziert verlaufenen 

Heilungsprozess. Andererseits ist der Leistungsanspruch unter dem 

Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu 

prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit 

weiterhin an den nach dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat 

beziehungsweise wenn Brückensymptome gegeben sind, die das 

Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit 

kennzeichnen (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts 8C_102/2008 vom 

26. September 2008 E.4.1, 8C_433/2007 vom 26. August 2008 E.2.3).

3. a) Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde damit, dass kein 

Rückfall vorliege, weshalb bei der Bemessung des Taggeldes vom letzten 

vor dem Unfall bezogenen Lohn auszugehen sei. Der Fallabschluss 

seitens der Beschwerdegegnerin per Ende August 2010 mit der 

Begründung, eine Behandlung sei nicht mehr notwendig bzw. es könne 

keine wesentliche Besserung mehr erwartet werden, sei nicht korrekt 

gewesen. Die neuerliche Untersuchung am Kantonsspital O.3._____ 

habe ergeben, dass das Knochengefüge in der Hand nicht ordentlich 

zusammengewachsen sei. Die vorgesehene Operation sei notwendig, um 

eine wesentliche Besserung zu erreichen. Es handle sich daher nicht um 

das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Unfallfolge.

Die Beschwerdegegnerin verweist auf den angefochtenen 

Einspracheentscheid, an dem sie unverändert festhält. Sie erachtet die 

Argumentation des Beschwerdeführers als nicht überzeugend und führt 

aus, dass die Behauptung, es liege eine durchgehende 

Krankengeschichte vor, falsch und aktenwidrig sei. Dass eine Periode der 

Beschwerdefreiheit bestanden habe, gehe aus den ärztlichen Akten und 

den eigenen Angaben des Beschwerdeführers hervor. Es liege somit 

- 9 -

klarerweise ein Rückfall im Sinne der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung vor. Daran ändere nichts, dass die Leistungseinstellung 

im Jahr 2010 anhand eines formlosen Schreibens ergangen sei. Dieses 

sei unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Das dem Beschwerdeführer 

ab dem Rückfall zustehende Taggeld sei korrekt berechnet worden, 

zumal dieser kurz davor keiner Arbeit nachging und keinen Lohn bezog.

b) Die Beschwerdegegnerin teilte dem Beschwerdeführer in einem 

formlosen Schreiben vom 30. Juni 2010 (Bg-act. 154) mit, dass sie die 

Heilkostenleistungen sowie die Ausrichtung der Taggelder einstelle. Dies 

erfolgte gestützt auf die ärztliche Abschlussbeurteilung durch den 

Kreisarzt Dr. med. C._____ vom 28. Mai 2010 (Bg-act. 149), wonach sich 

das Zustandsbild im letzten Halbjahr nicht mehr wesentlich verändert 

habe und von weiteren Behandlungsmassnahmen keine wesentliche 

weitere Verbesserung mehr zu erwarten sei. In seinem ursprünglichen 

Beruf sei der Versicherte weiterhin arbeitsunfähig und diese Tätigkeit sei 

daher nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 

ganztätige Arbeitsfähigkeit. Gegen dieses Schreiben der 

Beschwerdegegnerin vom 30. Juni 2010 ging der Beschwerdeführer nicht 

vor, obwohl er, wäre er mit der Leistungseinstellung nicht einverstanden 

gewesen, den Erlass einer anfechtbaren Verfügung hätte verlangen 

können (Art. 51 Abs. 2 ATSG). Der Beschwerdeführer blieb bis zur 

Rückfallmeldung am 6. Februar 2012 und somit über mehr als eineinhalb 

Jahre untätig, weshalb der Entscheid der Beschwerdegegnerin, selbst 

wenn er in Verfügungsform hätte ergehen müssen (Art. 49 Abs. 1 ATSG), 

in Rechtskraft erwuchs (vgl. dazu BGE 134 V 145 E.5.3). Die Rüge des 

Beschwerdeführers, dieser Entscheid sei nicht korrekt gewesen, kann 

nicht gehört werden.

- 10 -

Auch der Behauptung des Beschwerdeführers, er sei seit Fallabschluss 

nicht beschwerdefrei gewesen, weshalb es sich um eine durchgehende 

Krankengeschichte handle, kann nicht gefolgt werden. Aus der 

Krankengeschichte des Kantonsspitals Graubünden (vom 5. Oktober 

2009 bis 13. März 2012) geht hervor, dass der Beschwerdeführer 

zwischen dem 1. März 2010 und dem 16. Februar 2012 keine ärztlichen 

Leistungen in Anspruch genommen hat (Bg-act. 184). Gemäss einem 

Telefonprotokoll vom 6. Februar 2012 (Bg-act. 176) sowie den 

Gesprächsprotokollen vom 28. Februar 2012 (Bg-act. 178) und vom 3. 

Mai 2012 (Bg-act. 189) sprach der Beschwerdeführer gegenüber der 

Beschwerdegegnerin von seit Herbst des vergangenen Jahres respektive 

November/Dezember 2011 erneut aufgetretenen Beschwerden. In einem 

Mail vom 16. Februar 2012 an die Beschwerdegegnerin (Bg-act. 177) 

führte er aus, er sei „fast das ganze letzte Jahr so gut wie Beschwerde 

frei“ gewesen. Beschwerdefreiheit auch ohne Schmerzmedikation 

zwischen Frühjahr 2011 und ca. November 2011 bestätigte auch der 

behandelnde Arzt Dr. med. D._____ im Bericht vom 17. Februar 2012 

(Bg-act. 179) und im Operationsbericht vom 15. Mai 2012 (Bg-act. 201). 

Der Kreisarzt Dr. med. C._____ bestätigte schliesslich am 2. März 2013 

(Bg-act. 180) das Vorliegen eines Rückfalls und die Kausalität zum Unfall 

vom 13. Februar 2007. 

Aufgrund dieser Angaben und gestützt auf die Abschlussbeurteilung des 

Kreisarztes Dr. med. C._____ vom 28. Mai 2010, wonach der Endzustand 

per Juni 2010 erreicht sei (Bg-act. 149), durfte die Beschwerdegegnerin 

zu Recht von einer, zumindest zwischen Frühjahr 2011 bis ca. November 

2011 bestehenden Beschwerdefreiheit und einer seit Juni 2010 

bestehenden Arbeitsfähigkeit ausgehen. Immerhin widersprach der 

Beschwerdeführer der Feststellung nicht, dass er während beinahe zwei 

Jahren keine ärztlichen Behandlungen in Anspruch genommen und dass 

- 11 -

keine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Jedenfalls machte er nicht 

geltend, dass er sich anderweitig habe behandeln lassen. Dass die 

Beschwerdegegnerin unter all diesen Umständen das Wiederauftreten 

der Beschwerden im rechten Handgelenk bzw. die Wiederaufnahme der 

ärztlichen Behandlung im Februar 2012 als Rückfall zum Unfall aus dem 

Jahr 2007 und nicht als Grundfall beurteilte, erweist sich als korrekt und 

ist nicht zu beanstanden. Auch die erneute Operation am 11. Mai 2012 

(Bg-act. 201) vermag daran nichts zu ändern, erfolgte diese doch nach 

Wiederauftreten der Beschwerden im rechten Handgelenk, also nach dem 

Rückfall. Die Argumentation im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

18. März 2014 als auch in der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2014 ist 

überzeugend. Weitere medizinische Abklärungen, insbesondere auch die 

beantragte Einholung eines interdisziplinären Gutachtens sind bei dieser 

Aktenlage nicht erforderlich, der entsprechende Beweisantrag wird 

deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 127 V 491 E.1b, 124 V 90 

E.4b) abgewiesen.

4. a) Wird die Rückfallkausalität bejaht, so steht dem Beschwerdeführer ein 

Taggeld zu. Der Anspruch selbst ist vorliegend nicht bestritten, strittig ist 

lediglich, auf welcher Grundlage das Taggeld zu berechnen ist.

b) Als versicherter Verdienst für die Bemessung des Taggeldes gilt gemäss 

Art. 15 Abs. 2 UVG der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn. Gemäss 

Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen grundsätzlich auch für 

Rückfälle gewährt. Art. 23 Abs. 8 UVV regelt die Grundlage für die 

Taggeldberechnung beim Rückfall und definiert für diesen Fall den 

unmittelbar zuvor bezogenen Lohn, mindestens aber einen 

Tagesverdienst von 10 % des Höchstbetrages des versicherten 

Tagesverdienstes, als massgebend (ausgenommen bei Rentnern der 

Sozialversicherung).

- 12 -

Der Beschwerdeführer ist seit dem 16. Februar 2012 zu 100 % 

arbeitsunfähig (Bg-act. 177 und 182) und hat somit ab diesem Zeitpunkt 

Anspruch auf Taggelder nach UVG. Diese bemessen sich, da ein Rückfall 

vorliegt, nach Art. 23 Abs. 8 UVV und nicht wie beantragt nach Art. 15 

Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 22 Abs. 3 UVV (letzter vor dem Unfall bezogener 

Lohn). Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er unmittelbar vor 

dem Rückfall keiner Erwerbstätigkeit nachging und keinen Lohn bezog. 

Ausgewiesen ist, dass er seit August 2011 auf Sozialhilfe angewiesen ist 

(Bg-act. 178). Damit ist für die Berechnung des Taggeldes, wie die 

Beschwerdegegnerin dies gemacht hat, von einem Mindesttagesansatz 

von Fr. 27.65, nämlich von 10 % des Höchstbetrages des versicherten 

Tagesverdienstes (Fr. 346.-- x 10 % x 80 % [Art. 17 UVG]), auszugehen. 

Die seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung erweist 

sich als korrekt und ist nicht zu beanstanden.

5. a) Zusammenfassend kommt das Gericht zum Schluss, dass es sich beim 

Wiederauftreten der Beschwerdeproblematik im rechten Handgelenk des 

Beschwerdeführers um einen Rückfall handelt und das Taggeld damit 

aufgrund des Mindestansatzes von Fr. 27.65 zu berechnen ist. Der 

angefochtene Einspracheentscheid erweist sich als rechtens, die 

Beschwerde ist demnach abzuweisen.

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung - für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Das 

entsprechende, gleichzeitig mit der Beschwerde vom 22. April 2014 

gestellte Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der 

- 13 -

unentgeltlichen Rechtspflege wird damit - in Bezug auf die 

Verfahrenskosten - gegenstandslos.

c) Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht praxisgemäss kein Anspruch 

auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

6. a) Die Behörde kann durch verfahrensleitende Verfügung oder mit dem 

Entscheid in der Hauptsache einer Partei auf Antrag die unentgeltliche 

Prozessführung und Verbeiständung bewilligen (Art. 76 VRG). Vorliegend 

wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 19. Mai 2014 die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und ihm wurde in der 

Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann ein 

unentgeltlicher Anwalt (auf Kosten des Staates) bestellt.

Die Entschädigung richtet sich nach der Anwaltsgesetzgebung (Art. 76 

Abs. 3 VRG). Gemäss Art. 5 der Verordnung über die Bemessung des 

Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird für den berechtigten Aufwand 

der unentgeltlichen Vertretung ein Honorar von Fr. 200.-- pro Stunde 

zuzüglich notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer ausgerichtet.

b) Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann reichte mit Schreiben vom 

24. Mai 2014 seine Kostennote ein. Das geltend gemachte Honorar 

umfasst einen Zeitaufwand von 5.50 Stunden zum reduzierten Tarif von 

Fr. 200.-- (Fr. 1'100.--), die Barauslagen von pauschal Fr. 50.-- (keine 

Honorarvereinbarung/Angaben zu den Barauslagen in der Vollmacht vom 

21. Januar 2013; Bf-act. 1) und die Mehrwertsteuer von 8 % (Fr. 92.--) 

und beträgt total Fr. 1'242.--. Der Aufwand erscheint angemessen und der 

geltend gemachte Betrag ist korrekt bemessen. Damit geht das 

- 14 -

entsprechende Honorar als Auslage für die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu Lasten der Gerichtskasse. 

Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 77 VRG verpflichtet, die ihm 

vorgeschossenen Vertretungskosten (Fr. 1'242.--) zurückzuerstatten, falls 

er dazu dereinst aufgrund verbesserter Einkommens- oder 

Vermögensverhältnisse im Stande sein sollte.

- 15 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. a) Der in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Hans-Martin Allemann auf 

Kosten des Staates bestellte Rechtsvertreter wird durch die Gerichtskasse 

mit Fr. 1'242.-- (inkl. MWSt) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG). 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]