# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 111691fd-66bc-5a78-b955-8a631ff787f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.04.2021 E-1535/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1535-2021_2021-04-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1535/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,   

vertreten durch lic. iur. Urs Späti, Rechtsanwalt,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. März 2021 / N (…). 

 

 

 

E-1535/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 6. Januar 2017 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 11. Januar 2017 folgte eine Befragung zur Person (BzP). Auf-

grund unterschiedlicher Altersangaben gegenüber verschiedenen Behör-

denstellen, wegen fehlender Identitäts- und Reisedokumente sowie auf-

grund eines deutlich älteren äusseren Erscheinungsbildes des Beschwer-

deführers wurde ihm am 11. Januar 2017 zu seinen unterschiedlichen Al-

tersangaben das rechtliche Gehör gewährt. Das SEM teilte ihm im An-

schluss daran mit, dass es ihn infolge unglaubhafter Minderjährigkeit als 

volljährig erachte und für das weitere Asylverfahren als volljährige Person 

behandle. 

Das SEM beendete am 1. Mai 2017 das zuvor eingeleitete Dublin-Verfah-

ren und teilte dem Beschwerdeführer mit, sein Asylgesuch werde in der 

Schweiz durchgeführt. Am 14. September 2018 wurde er vertieft und am 

24. September 2019 ergänzend angehört.  

Der Beschwerdeführer machte in Bezug auf seine Person anlässlich der 

BzP geltend, er sei in Pakistan geboren und habe bis zu seiner Ausreise 

im Grossraum B._______ im Punjab gelebt. Er bezeichnete sich als pakis-

tanischen Staatsangehörigen, dem Familienverband der Jat (Jutt) angehö-

rend. Anlässlich der Anhörungen vom 14. und 24. September 2018 machte 

er geltend, sein im Jahre 2012 verstorbener Vater sei afghanischer Staats-

angehöriger gewesen. Er habe in Pakistan über eine Flüchtlingskarte ver-

fügt. Seine Mutter habe ihre ursprüngliche pakistanische Staatsangehörig-

keit mit der Heirat verloren. Deshalb verfüge er – der Beschwerdeführer – 

nicht über die pakistanische Staatsangehörigkeit, sondern über die afgha-

nische. Als afghanischer Staatsangehöriger seien seine Rechte in Pakistan 

auf Schulbildung und berufliches Fortkommen beschränkt gewesen. Er 

habe keine offizielle Aufenthaltsbewilligung erhalten. Er sei in der Heimat-

provinz seines Vaters – Nangarhar – behördlich registriert. Er begründete 

sein Asylgesuch im Wesentlichen damit, er habe seit ungefähr 2012 bei 

einem Bauern in der Umgebung von B._______ gearbeitet. Dieser habe 

ihm nach zirka einem Jahr ermöglicht, bei seiner Tochter C._______ Nach-

hilfeunterricht zu geniessen. Er und C._______ hätten sich ineinander ver-

liebt. Anfang 2016 seien sie von seinem Arbeitgeber und Vater von 

C._______ in flagranti erwischt worden, als sie sich umarmt hätten. Da-

raufhin habe dieser ihn beschimpft, geschlagen, ihm mit dem Tod gedroht 

E-1535/2021 

Seite 3 

und ihn aus dem Haus geworfen, worauf er weggerannt sei. Sein ehemali-

ger Arbeitgeber habe ihn bei der Polizei angezeigt, weil er Afghane sei und 

über keine gültigen Papiere verfüge. Zudem habe er ihn bezichtigt, terro-

ristische Anschläge verüben zu wollen. Deshalb sei der Beschwerdeführer 

zu seiner Mutter ins Nachbardorf gegangen. Nachdem ihn die Polizei ge-

sucht habe, habe er sich an verschiedenen Orten im Umkreis von 

B._______ aufgehalten. Deshalb habe er sich zur Ausreise entschlossen. 

Er fürchte sich im Falle einer Rückkehr nach Pakistan als vermeintlicher 

Terrorist polizeilich gesucht zu werden. Er könne auch nicht nach Afgha-

nistan gehen, obwohl er dort Anspruch auf Ländereien habe, jedoch nicht 

wisse, wie er diesen durchsetzen könne, da ihm die dortigen Verwandten 

nicht wohlgesinnt seien. 

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. 

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte er Fotos, seine Tazkera im 

Original sowie betreffend seinen Vater eine Tazkera in Kopie und afghani-

sche Todesbescheinigung im Original als Beweismittel zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. März 2021 – eröffnet am 10. März 2021 – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht 

und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung 

aus der Schweiz und den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihren Ent-

scheid damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforde-

rungen an die Glaubhaftmachung nicht standhalten.  

C.  

Mit Eingabe vom 6. April 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht durch seinen Rechtsvertreter dagegen Beschwerde 

und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gewäh-

rung von Asyl und eventualiter die vorläufige Aufnahme in der Schweiz. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses und sinngemäss auf die Auferlegung von Verfahrenskos-

ten.  

D.  

Mit Verfügung vom 9. April 2021 wurde die Eingabe des Rechtsmittels be-

stätigt und festgestellt, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten dürfe. 

E-1535/2021 

Seite 4 

E.  

Am 12. April 2021 wurde eine Sozialhilfebestätigung vom 7. April 2021 ein-

gereicht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

E-1535/2021 

Seite 5 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie BVGE 2013/11 E. 5.1; ANNE KNEER und LINUS 

SONDEREGGER, Glaubhaftigkeitsprüfung im Asylverfahren – Ein Überblick 

über die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, Asyl 2/2015 

S. 5). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründet ihre Verfügung damit, die angeblich fehlende 

pakistanische und die angebliche afghanische Staatsangehörigkeit des 

Beschwerdeführers seien als unglaubhaft zu erachten. So sei nicht nach-

vollziehbar, weshalb er nicht bereits auf seinem Personalienblatt und im 

Rahmen der BzP ausdrücklich auf seine fehlende pakistanische und seine 

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Seite 6 

afghanische Staatsangehörigkeit hingewiesen habe. Zudem habe er bei 

der vorgängigen Anmeldung bei den österreichischen Asylbehörden offen-

bar ebenfalls "Pakistan" als seine Staatsangehörigkeit angegeben. Seine 

Schilderungen würden auch nicht den Eindruck vermitteln, dass er in einem 

(auch) afghanisch geprägten Exilmilieu aufgewachsen und sozialisiert wor-

den sei. Ferner seien seine Angaben zu weiteren Gegebenheiten afghani-

scher Staatsangehöriger in Pakistan, wie sie von einem in Pakistan aufge-

wachsenen und wohnhaft gewesenen afghanischen Staatsangehörigen zu 

erwarten wären, einsilbig ausgefallen. Sodann habe er kein einziges in Pa-

kistan ausgestelltes Dokument eingereicht, aus welchem seine afghani-

sche Staatsangehörigkeit direkt oder allenfalls nur indirekt hervorginge 

(beispielsweise eine Geburtsbescheinigung, eine zivilrechtliche Erfassung 

und Registrierung seiner Geburt oder eine verwaltungsrechtliche Erfas-

sung seines Aufenthaltes in Pakistan). Seine Erklärung, weshalb er keine 

Schulbestätigung und kein Schulzeugnis der von ihm während mehrerer 

Jahre besuchten Privatschule erhalten habe – Zeugnisse würden nicht 

ausgehändigt und Klassenbeförderungen nur mündlich mitgeteilt – sei als 

Schutzbehauptung zu werten. Weiter habe er keine Kopie der pakistani-

schen Ehebescheinigung seiner Eltern und keine pakistanische Todesbe-

scheinigung seines in Pakistan bei einem Arbeitsunfall verstorbenen Vaters 

beigebracht. Der angebliche Verlust der pakistanischen Staatsangehörig-

keit seiner Mutter aufgrund ihrer Heirat mit einem afghanischen Staatsan-

gehörigen – weshalb auch er über keine pakistanische Staatsangehörigkeit 

verfüge – sei nicht nachvollziehbar, zumal er auch keine entsprechenden 

Dokumente vorgelegt habe. Gemäss der pakistanischen Gesetzgebung 

würden selbst im Ausland wohnhafte pakistanische Frauen durch Heirat 

mit einem Ausländer ihre pakistanische Staatsangehörigkeit nicht verlie-

ren. Zudem würden pakistanische Mütter ihre pakistanische Staatsange-

hörigkeit ihren Kindern weitergeben. Die vom Beschwerdeführer im Okto-

ber 2018 eingereichten afghanischen Dokumente seien nicht geeignet, 

seine allfällige afghanische Staatsangehörigkeit und den Nichtbesitz einer 

pakistanischen Staatsangehörigkeit glaubhaft zu machen. Derartige Doku-

mente seien leicht erhältlich und deshalb nur von geringer Beweiskraft. Ins-

gesamt sei von der pakistanischen Staatsangehörigkeit des Beschwerde-

führers auszugehen. Ob er zusätzlich auch über die afghanische Staats-

angehörigkeit verfüge, könne offenbleiben.  

Ferner bezeichnete die Vorinstanz das Kernvorbringen des Beschwerde-

führers – das Ereignis, das ihn zu seiner Ausreise aus Pakistan veranlasst 

habe (die Schläge und Drohungen und die Anzeige seines früheren Arbeit-

gebers bei der Polizei sowie die anschliessende polizeiliche Suche wegen 

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Seite 7 

Terrorismus) – als eindimensional und überspitzt dargestellt und damit als 

unglaubhaft. Es wäre zu erwarten gewesen, dass die emotionale Bezie-

hung zwischen dem Beschwerdeführer und der Tochter C._______ seines 

Arbeitsgebers nicht erst nach rund drei Jahren festgestellt und beobachtet 

worden wäre. Auch erscheine die heftige und klischeehafte Reaktion des 

Arbeitgebers und Vaters von C._______ übertrieben dargestellt. Der Um-

stand, dass dieser den Beschwerdeführer bereits drei Jahre lang in einem 

privaten häuslichen Rahmen durch C._______ habe unterrichten lassen, 

weise auf ein vergleichsweise offenes Gesellschaftsbild des Arbeitgebers 

hin und wäre in einem streng islamisch geprägten Familienverband wohl 

gar nicht zugelassen worden. Zudem wäre eine Anzeige gegen den Be-

schwerdeführer als "illegaler Afghane und gefährlicher Terrorist" geeignet 

gewesen, ihm selbst Ärger einzutragen, etwa in Form eines gegen ihn er-

hobenen behördlichen Vorwurfs, während längerer Zeit einen "illegalen Af-

ghanen und Terroristen" bei sich beherbergt zu haben. Ferner sei fraglich, 

ob die pakistanischen Polizeibehörden den Beschwerdeführer allein auf-

grund der Beschuldigung durch den Arbeitgeber, die letztlich auf eine nicht 

statthafte Liebesbeziehung zurückgegangen sei, tatsächlich und ohne wei-

tere konkreten Anhaltspunkte als Terroristen ausschreiben würden. Zwar 

könne polizeiliche Willkür in Pakistan in einem Einzelfall nicht von vornhe-

rein ausgeschlossen werden. Dennoch sei anzunehmen, dass die pakista-

nischen Polizeibehörden bei einem derart gravierenden Vorwurf wie Terro-

rismus eine polizeiliche Ausschreibung als Terrorist nicht ohne einen tat-

sächlich bestehenden Anlass und Anfangsverdacht vornehmen würden.  

5.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei nachvollziehbar, dass er 

sich zuerst als pakistanischer Staatsangehöriger bezeichnet habe, habe er 

in Pakistan doch sein ganzes Leben verbracht. Dass er eine andere Nati-

onalität besitze, sei für ihn daher weniger bedeutsam gewesen. Er habe 

seine afghanische Staatsangehörigkeit dokumentiert. Er habe zudem nie 

vorgebracht, in einem (auch) afghanischen Milieu aufgewachsen zu sein. 

Entgegen der Argumentation der Vorinstanz gebe es nicht den typischen 

Exil-Afghanen, der in Pakistan klar definierte Kontakte pflege und entspre-

chend eingeordnet werden könne. Im Gegensatz zur Schweiz sei es in Pa-

kistan praktisch unmöglich, die von der Vorinstanz erwarteten Unterlagen 

zu beschaffen. Paradoxerweise bezeichne diese derartige Dokumente so-

gleich auch als leicht käuflich und spreche ihnen nur geringe Beweiskraft 

zu. Hinsichtlich der von ihm geschilderten Ereignisse auf dem Bauernhof 

habe die Vorinstanz diese zu Unrecht als unglaubhaft bezeichnet. Die hef-

tige Reaktion des früheren Arbeitgebers auf die festgestellte emotionale 

Nähe des Beschwerdeführers zu dessen Tochter C._______ sei plausibel.  

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Seite 8 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu 

Recht abgelehnt hat. Dabei ist sie zu Recht von dessen pakistanischen 

Staatsangehörigkeit ausgegangen. Dessen Entgegnungen, wonach er 

ausschliesslich afghanischer Staatsangehöriger sei, überzeugen nicht. Ins-

besondere hätte erwartet werden dürfen, dass er von sich aus zu Beginn 

des Asylverfahrens darauf hinweist, dass er zwar in Pakistan geboren und 

bis zur Ausreise gelebt habe, jedoch nicht über die pakistanische, sondern 

(lediglich) über die afghanische Staatsangehörigkeit verfügt. Stattdessen 

hat er damals wiederholt Pakistan als seine Staatsangehörigkeit angege-

ben (BzP S. 3, 1.09, 1.11. 1.15). Trotz entsprechender Aufforderung an-

lässlich der Erstanhörung vom 14. September 2018 und der Zweitanhö-

rung vom 24. September 2019 reichte er keine Unterlagen ein, denen all-

fällige Hinweise auf seine mangelnde pakistanische Staatsangehörigkeit 

oder seinen Aufenthaltsstatus in Pakistan hätten entnommen werden kön-

nen (vgl. A40 F7 f., A47 F44 ff.). Dies hätte von ihm jedoch erwartet werden 

können, zumal er mit seiner Mutter weiterhin in Kontakt stehen will (vgl. 

A47 F18 ff.), und diese ihm bereits Unterlagen betreffend die afghanische 

Staatsangehörigkeit seines Vaters und zur eigenen afghanischen Staats-

angehörigkeit zugestellt habe (A47 F60). Der Erklärungsversuch zur feh-

lenden Beschaffungsmöglichkeit solcher Dokumente in Pakistan muss als 

Schutzbehauptung zurückgewiesen werden. An dieser Stelle ist überdies 

zu bemerken, dass der Beschwerdeführer in der BzP vom 11. Januar 2017 

bei der Frage nach seinen Beziehungen im Heimatstaat auch seinen Vater 

erwähnt hatte und angab, dieser sei zirka 40-jährig (A9 S. 5). Demgegen-

über machte er anlässlich der Erstanhörung vom 14. September 2018 gel-

tend, sein Vater sei im Jahre 2012 verstorben, wobei er eine diesbezügli-

che Todesbescheinigung sowie dessen Tazkera in Kopie und eine eigene 

Tazkera aus Afghanistan einreichte (vgl. A40 F9 ff., A41). Dies trägt nicht 

zu seiner Glaubwürdigkeit bei. Unabhängig vom Beweiswert dieser Unter-

lagen würden sie seine mangelnde pakistanische Staatsangehörigkeit oh-

nehin nicht nachzuweisen vermögen. Weiterhin bliebe damit die Frage of-

fen, weshalb er sich vorab als pakistanischer Staatsangehöriger bezeich-

net hat. Der diesbezügliche Erklärungsversuch, Pakistan sei seine soziale 

Heimat, überzeugt nicht. Weiter vermochte er keine Unterlagen einzu-

reichen, die den angeblichen Verlust der pakistanischen Staatsangehörig-

keit seiner Mutter durch die Heirat mit einem Ausländer belegen würde. 

Sein Einwand, er kenne die damaligen Vorgänge und die pakistanische 

Gesetzgebung nicht, trägt zu keiner Klärung bei, hätte er doch seine Mutter 

entsprechend bitten können, solche Unterlagen zu beschaffen. Überdies 

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Seite 9 

hat die Vorinstanz berechtigterweise auf Art. 14 der pakistanischen Bürger-

rechtsgesetzgebung von 1951 (Citizenship Act) hingewiesen. Zudem er-

halten Kinder von pakistanischen Staatsangehörigen gemäss Art. 5 dieses 

Gesetzes mit der Geburt automatisch die pakistanische Staatsbürger-

schaft. Nachdem sich die Aussagen des Beschwerdeführers zur angeblich 

fehlenden pakistanischen Staatsangehörigkeit als unglaubhaft erwiesen 

haben, bestehen gewichtige Zweifel an seiner persönlichen Glaubwürdig-

keit. 

6.2 Schliesslich ist die Vorinstanz in ihren Erwägungen zur zutreffenden 

Erkenntnis gelangt, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht genügen. Seine 

Entgegnungen sind nicht geeignet, zu einer anderen Schlussfolgerung zu 

führen. Insbesondere überzeugt der Einwand, dass die heftige Reaktion 

des früheren Arbeitgebers – eine Anzeige als illegaler Afghane und als Ter-

rorist – auf seine Liebschaft mit dessen Tochter C._______ plausibel sei, 

nicht, zumal sich der Arbeitgeber damit sehr wohl in den Fokus der pakis-

tanischen Behörden und in einen möglichen Zusammenhang mit einem 

Terroristen, den er über drei Jahre lang bei sich habe arbeiten lassen, ge-

stellt hätte, was weit über sein Anliegen, seine Tochter vom Beschwerde-

führer fern zu halten, gegangen wäre. Der Hinweis des Beschwerdeführers 

auf die angeblich unterschiedliche Verhaltensweise von Arbeitgebern in der 

Schweiz und in Pakistan lässt keine andere Schlussfolgerung zu. Folglich 

kann auch nicht geglaubt werden, er sei wegen Verdachts auf Terrorismus 

behördlich gesucht worden. Das SEM hat sein Asylgesuch somit zu Recht 

abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

E-1535/2021 

Seite 10 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

E-1535/2021 

Seite 11 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 

als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-

weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-

mungen zulässig. 

8.4  

8.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4.2 In Pakistan herrscht nach konstanter Rechtsprechung, trotz teilweise 

angespannter Lage, keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt, die 

zur Annahme führen müsste, jede dorthin zurückkehrende Person sei mit 

erheblicher Wahrscheinlichkeit konkret gefährdet. Der Wegweisungsvoll-

zug ist daher nicht generell unzumutbar (vgl. dazu das Referenzurteil des 

BVGer E-3258/2018 vom 2. Juni 2020 E. 12.4.1 sowie das Urteil des 

BVGer D-2534/19 vom 7. April 2021 E. 8.4.2, m.w.H.).  

8.4.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ergeben sich auch 

keine individuellen Vollzugshindernisse. Dem hat der Beschwerdeführer 

auch nichts entgegengehalten. Es kann auf die zutreffenden Erwägungen 

in der angefochtenen Verfügung hingewiesen werden. 

8.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-1535/2021 

Seite 12 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 

10.2 Der mit der Beschwerde sinngemäss gestellte Antrag auf Erlass der 

Verfahrenskosten ist abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vor-

stehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, 

weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

10.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1535/2021 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

Versand: