# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fed5bda-f143-59b6-a19b-412a7acbe9dc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.06.2024 UV 2023/65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-65_2024-06-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/65

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 02.07.2024

Entscheiddatum: 05.06.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 05.06.2024
Art. 43 ATSG Mit der Verneinung einer Kausalität zwischen den geklagten 
Beschwerden und zwei Ereignissen gestützt auf eine nicht beweiswertige 
versicherungsinterne Aktenbeurteilung verletzte die Beschwerdegegnerin 
den Untersuchungsgrundsatz. Die Angelegenheit wird zur vollständigen 
Erhebung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin 
zurückgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 5. Juni 2024, UV 2023/65).

Entscheid vom 5. Juni 2024

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn und 

Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

UV 2023/65

Parteien

Dr. med. A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 8048 Zürich,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.  

Dr. med. A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Allgemeinarzt bei der damaligen 

B.___ AG, Embrach (seit 17. Juli 2023: in Liquidation) bzw. bei der damaligen C.___ 

GmbH (seit 31. August 2023: in Liquidation; beide beherrscht von Dr. med. D.___; vgl. 

UV-act. 3 und act. G5.6.1 sowie Internet-Auszüge aus dem Handelsregister der 

Kantone Y.___ und X.___, zuletzt abgerufen am 21. Mai 2024 [nachfolgend: 

Arbeitgeberin]), angestellt und über dieses Arbeitsverhältnis bei der SOLIDA 

VERSICHERUNGEN AG (nachfolgend: Solida) gegen unter anderem Berufs- und 

Nichtberufsunfälle versichert, als er am 15. August 2022 auf einer Treppe mit dem 

linken Bein drei Stufen abrutschte (act. G5.6.1). Dabei erlitt er laut Dr. med. E.___, 

Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Orthopädie F.___, 

eine Partialruptur der Achillessehne links bei vorbestehender, schwerer Tendinopathie 

(act. G5.6.4-2). Im Fragebogen zu diesem Ereignis erklärte der Versicherte, ca. sechs 

bis acht Wochen vor dem Ereignis besonders nach sportlichen Aktivitäten Schmerzen 

im betroffenen Fuss verspürt zu haben (act. G5.6.6-3). Wohl aufgrund dieser 

Schmerzen war am 22. Juli 2022 bei der klinischen Angabe einer Achillodynie am 

myotendinösen Übergang links in der Radiologie G.___ eine 

Magnetresonanztomographie (MRT) der Achillessehne links nativ erstellt worden um 

die Frage zu beantworten, ob eine Partialläsion der Achillessehne vorliege. Dabei 

zeigten sich medialbetonte Muskelfaserrisschen im distalen Triceps Surae am 

myotendinösen Übergang mit auch medialbetont leichten tendinotischen Alterationen 

und longitudinalen Mikrorissen in der Achillessehne, jedoch keine Hinweise auf eine 

transmurale Ruptur (act. G5.6.10). Am 14. November 2022 erstattete Dr. med. H.___, 

I.___ GmbH, eine versicherungsmedizinische Stellungnahme (act. G5.6.13). Sie 

erklärte, vorübergehende Beschwerden seien mit dem Ereignis vereinbar. Der Status 

A.a. 

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B.  

quo sine (für diesen Begriff vgl. nachfolgende E. 1.5) werde spätestens vier Monate 

nach dem Ereignis und somit per 15. Dezember 2022 erreicht werden (act. G5.6.13-3 

f.). Mit Schreiben vom 24. November 2022 teilte die Solida dem Versicherten mit, dass 

sie per 15. Dezember 2022 sämtliche Versicherungsleistungen einstellen werde 

(act. G5.6.14).

Am 3. April und 8. Juni 2023 rutschte der Versicherte erneut drei beziehungsweise 

zwei Treppenstufen hinab (UV-act. 3). 

B.a. 

Mit ärztlichem Zeugnis vom 27. Juni 2023 attestierte der Hausarzt des 

Versicherten, Dr. med. J.___, Praktischer Arzt, welchen der Versicherte am 8. Juni 2023 

erstmals aufgesucht hatte, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 3. April 

bis 16. Juli 2023 (UV-act. 2-1 und 10). Ebenfalls am 27. Juni 2023 attestierte Prof. Dr. 

med. K.___, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

Orthopädie F.___, bei gleichentags erfolgter Konsultation eine unfallbedingte 

vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 8. Juni bis 16. Juli 2023 (UV-act. 2-2).

B.b. 

Auch am 27. Juni 2023 teilte die SWICA Gesundheitsorganisation als 

Krankentaggeldversicherung der Arbeitgeberin dem Versicherten mit, dass seit 28. Juli 

2022 ein Deckungsunterbruch wegen nicht bezahlter Prämien bestehe. Wie sich 

herausgestellt habe, könnte es sich jedoch beim gemeldeten Krankheitsfall um die 

möglichen Folgen eines früheren Unfalls handeln, weshalb der Sachverhalt über die 

zuständige Unfallversicherung zu prüfen sei. Sie habe die Arbeitgeberin darauf 

hingewiesen, die entsprechende Meldung vorzunehmen (UV-act. 22-3). Am 28. Juni 

2023 meldete die Arbeitgeberin der Solida die Ereignisse vom 3. April und 8. Juni 2023 

(UV-act. 3). Gleichentags bestätigte die Solida den Erhalt dieser Unfallmeldung, wobei 

sie lediglich auf das Ereignis vom 3. April 2023 Bezug nahm (UV-act. 6).

B.c. 

Mit ärztlichem Erstbericht vom 30. Juni 2023 erklärte Dr. J.___, der Versicherte 

habe am 3. April 2023 einen Treppensturz erlitten und sich dabei die linke 

Achillessehne und den Musculus (M.) gastrocnemius verletzt. Am 8. Juni 2023 habe die 

Erstbehandlung stattgefunden. Als "objektive Befunde" nannte er 

"Palpationsempfindlichkeit über Achillessehne und M. gastrocnemius, Kraftminderung 

B.d. 

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zu rechts, unterschiedlicher Wadenumfang". Als Diagnosen führte er eine 

Achillessehnenteilruptur links und den Verdacht auf einen Muskelfaserriss des M. 

gastrocnemius links an. Die konservative Therapie bestehe aus Dehnungsübungen und 

Schonung (UV-act. 10).

Die Solida ersuchte Dr. K.___ am 3. Juli 2023 um Einreichung sämtlicher 

medizinischen Akten in Zusammenhang mit dem Ereignis vom 3. April 2023 (UV-act. 

11). Daraufhin gingen bei ihr der MRT-Befund vom 22. Juli 2022 (UV-act. 12-1 f.; vgl. 

vorstehend Sachverhalt A.a) und die Krankengeschichte betreffend den Versicherten 

für die Zeit vom 18. Juli 2022 bis 27. Juni 2023 (UV-act. 12-3 ff.) ein.

B.e. 

Am 10. Juli 2023 füllte der Versicherte den ihm von der Solida unterbreiteten 

Fragebogen zum Ereignis vom 3. April 2023 aus (UV-act. 13). Dabei erklärte er, er sei 

am 3. April 2023 beim Gang in die Garage mit dem linken Bein drei Treppenstufen 

abgerutscht. Er habe ein Schnalzen und einen sofortigen Schmerz im linken 

Unterschenkel, in der linken Wade und oberhalb der linken Ferse verspürt. Er habe 

2022 schon einmal einen Achillessehnenriss gehabt. Zum Zeitpunkt des 

Beschwerdeauftritts vom 3. April 2023 sei er diesbezüglich weitestgehend 

beschwerdefrei gewesen (UV-act. 13-2).

B.f. 

Am 13. Juli 2023 attestierte Dr. J.___ dem Versicherten eine bis 31. Juli 2023 

verlängerte vollständige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 16).

B.g. 

Dr. H.___ erstattete am 17. Juli 2023 eine versicherungsmedizinische 

Stellungnahme (UV-act. 21). Sie gelangte zum Schluss, dass der geltend gemachte 

Gesundheitsschaden nur allenfalls möglicherweise in einem natürlichen 

Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 3. April 2023 stehe (UV-act. 21-3). 

Bildgebend sei als Vorzustand eine schwere Tendinopathie der linken Achillessehne 

objektivierbar, zudem zystische Veränderungen im Kalkaneus als Hinweis auf eine 

chronische Fehlbelastung. Bereits mittels MRT vom 22. Juli 2022 seien zudem ein 

peritendinöses Begleit- resp. Reizödem, eine geringe Ergussbildung im oberen 

Sprunggelenk sowie talonavikular ein Stress-/Überlastungserguss, am ehesten bei 

kompensatorischer Fussfehlbelastung, zur Darstellung gekommen (UV-act. 21-4).

B.h. 

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C.  

D.  

Mit Verfügung vom 31. Juli 2023 lehnte die Solida den Anspruch auf 

Versicherungsleistungen aus dem Ereignis vom 3. April 2023 ab (UV-act. 25).

B.i. 

Dagegen erhob der Versicherte am 7. August 2023 Einsprache und beantragte die 

unverzügliche Überweisung der Unfalltaggelder (UV-act. 29-1 f.). Der Einsprache legte 

er eine Stellungnahme von Dr. J.___ vom 5. August 2023 bei, laut welcher für diesen 

die spezifischen Anzeichen einer Palpationsempfindlichkeit über der Achillessehne und 

dem M. gastrocnemius sowie die Kraftminderung zur gesunden Seite ausreichten, um 

die Diagnose einer Achillessehnenteilruptur zu stellen; insbesondere da der 

Einbeinzehenstand normal, der Thompson-Test negativ und die Flexion gegen 

Widerstand unauffällig gewesen seien. Das rückwirkend ausgestellte Arztzeugnis 

basiere auf der Tatsache, dass der Versicherte selbst im medizinischen Bereich tätig 

sei und sich bis zu seinem erneuten Sturz eigenverantwortlich therapiert habe. Die 

Genesung sei bis zum Zeitpunkt des zweiten Sturzes positiv verlaufen. 

Zusammenfassend wolle er klarstellen, dass seine Beurteilung keinesfalls als 

Gefälligkeitszeugnis betrachtet werden sollte. Er stehe zu seinen medizinischen 

Einschätzungen, die auf den vorhandenen Befunden und seiner Expertise beruhten 

(UV-act. 29-3).

C.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2023 wies die Solida die Einsprache 

vom 7. August 2023 ab (UV-act. 40), da die Beschwerden an der Achillessehne links 

nicht kausal zu den streitgegenständlichen Ereignissen vom 3. April bzw. 8. Juni 2023 

seien (UV-act. 40-5).

C.b. 

Dagegen erhob der Versicherte am 5. November 2023 Beschwerde und 

beantragte, ihm seien für die Zeit vom 3. April bis 17. Juli 2023 Unfalltaggelder zu 

bezahlen (act. G1).

D.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 11. Januar 

2024 die Abweisung der Beschwerde (act. G5.1).

D.b. 

Mit Replik vom 31. Januar 2024 und Duplik vom 29. Februar 2024 hielten die 

Parteien an ihren Anträgen fest (act. G7 und G9).

D.c. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers gegenüber der Beschwerdegegnerin auf vorübergehende 

Versicherungsleistungen vom 3. April bis 17. Juli 2023.

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

1.1. 

Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei 

folgenden, abschliessend aufgezählten (vgl. André Nabold, N 42 zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 61 zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]), Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; 

c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; 

h. Trommelfellverletzungen.

1.2. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Die versicherte 

Person hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 

10 UVG).

1.3. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; KOSS UVG-Nabold, N 48 ff. zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], 

1.4. 

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Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, 

S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben medizinischer Sachverständiger angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den 

von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 

zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im 

Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat (Teilkausalität), der Unfall mit andern Worten 

als Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele (BSK UVG-Hofer, N 65 zu Art. 6). Damit eine 

Leistungspflicht der Unfallversicherung besteht, ist es nicht notwendig, dass das 

versicherte Ereignis die wichtigste oder auch bloss eine wichtige Ursache für den 

eingetretenen Schaden ist; vielmehr genügt rechtsprechungsgemäss bereits eine 

geringe Teilursache (KOSS UVG-Nabold, N 52 zu Art. 6).

1.5. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand beurteilen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 

E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

1.6. 

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2.  

die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten und 

Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren 

eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, kann 

rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467 

ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; 

RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a).

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel kommt jedoch nur zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b 

m. w. H.; Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2017, 8C_794/2016, E. 4.3.1 m. w. 

H.; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 1). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ist 

eine entsprechende Unmöglichkeit noch nicht ausgewiesen.

1.7. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid begründete die Beschwerdegegnerin die 

Leistungsablehnung vorderhand gestützt auf die Beurteilung von Dr. H.___ vom 17. Juli 

2023 damit, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen den Ereignissen vom 3. April 

und 8. Juni 2023 und den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden bestehe 

(vgl. hierzu nachfolgende E. 2.2) und anerkannte, dass der Beschwerdeführer auch am 

3. April und 8. Juni 2023 je einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG mit einer 

schädigenden Einwirkung auf den Körper erlitten habe. Im Rahmen des zweiten 

Schriftenwechsels des vorliegenden Beschwerdeverfahrens stellt sie nun auch das 

Vorliegen von Unfallereignissen in Frage, zumal ein in der Aussenwelt begründeter 

Umstand, der den Bewegungsablauf gestört habe, nicht aktenkundig sei (vgl. act. G9 

Rz. 6 sowie nachfolgende E. 2.3).

2.1. 

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Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin erlaubt die Aktenbeurteilung von 

Dr. H.___ keinen abschliessenden Entscheid hinsichtlich der Kausalität zwischen den 

vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden und den Ereignissen vom 3. 

April und 8. Juni 2023. So ist angesichts der gegebenen Aktenlage nicht 

nachvollziehbar, wieso Dr. H.___ am 17. Juli 2023 - und damit noch zeitnah zum 

Ereignis vom 8. Juni 2023 - die Notwendigkeit von bildgebenden Abklärungen nicht 

erkannte respektive deren Nachholung nicht veranlasste. Sie scheint bei ihrer 

medizinischen Beurteilung angenommen zu haben, dass der Beschwerdeführer von 

sich aus sämtliche notwendigen Abklärungsmassnahmen initiieren müsse. Es ist 

jedoch laut Art. 43 Abs. 1 ATSG am Versicherungsträger, die notwendigen Abklärungen 

von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen. Soweit 

ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar 

sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Eine 

Begründung, wieso die von Dr. H.___ durchaus als fehlend bemängelte Bildgebung 

(UV-act. 21-6) nicht nachgeholt wurde, enthält Dr. H.___s Beurteilung nicht. Von einer 

fehlenden Mitwirkung des Beschwerdeführers ist aufgrund der Akten nicht 

auszugehen, zumal nichts Entsprechendes dokumentiert wurde. Der Beschwerdeführer 

erklärt denn im Rahmen des Beschwerdeverfahrens auch, der Beschwerdegegnerin 

mehrfach eine Nachuntersuchung und auch eine aktuelle Bildgebung angeboten zu 

haben (act. G1 S. 3 unten). Eine reine Beurteilung aufgrund der Akten kann jedoch nur 

dann beweiskräftig sein, wenn ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen 

nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 

den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 

5.1.1). Mangels Bildgebung kann vorliegend nicht von der Erfüllung dieser 

Voraussetzungen ausgegangen werden. Bereits aus diesem Grund kommt ein 

Abstellen auf die Stellungnahme von Dr. H.___ nicht in Frage. Darüber hinaus wäre von 

Dr. H.___, um den medizinischen Sachverhalt vollständig erhältlich machen zu können, 

eine Rücksprache mit dem erstbehandelnden Dr. J.___ oder zumindest der Beizug der 

beschwerdeführerischen Krankengeschichte von Dr. J.___, welcher eine 

Achillessehnenruptur diagnostizierte, zu erwarten gewesen. Dr. H.___ kommt aufgrund 

der fehlenden Bildgebung und ihrer Ansicht nach lediglich auf subjektiven Angaben des 

Beschwerdeführers gestellten Diagnosen/erhobenen Befunden durch Dr. J.___ und Dr. 

K.___ zum Schluss, dass sich keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität 

beweisen lasse. Dabei lässt sie - wie der Beschwerdeführer zu Recht bemängelt - 

gänzlich ausser Acht, dass der Beschwerdeführer selber Facharzt für Allgemeinmedizin 

und als Allgemeinarzt tätig ist. Dass er seine eigene ärztliche Einschätzung auch bei 

sich selber vornimmt, seine eigene Arbeitsfähigkeit einschätzt, die notwendigen 

2.2. 

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Behandlungsmassnahmen einleitet und sich dadurch das kostenpflichtige Aufsuchen 

eines Kollegen bei fehlendem Bedarf verzögert, erscheint durchaus nachvollziehbar. 

Nicht nachzuvollziehen ist zwar, dass weder der Beschwerdeführer noch einer seiner 

behandelnden Ärzte eine Bildgebung als notwendig erachtete. Dies hätte jedoch, wie 

vorstehend ausgeführt, von Dr. H.___ nachgeholt werden müssen. Darüber hinaus 

begründet Dr. H.___ aus Sicht eines Laien nicht nachvollziehbar, wieso sie eine 

Teilkausalität, welche durchaus zu genügen vermag (vgl. vorstehende E. 1.5), als 

lediglich allenfalls möglich erachtet (UV-act. 21-3). So diskutiert sie die einleuchtende 

Einschätzung von Dr. K.___, es handle sich um eine durch Distorsionsereignisse vom 

3. April und 8. Juni 2023 aktivierte proximale Achillessehnentendinose, nicht 

ausführlich, sondern erklärt lediglich, dabei habe er sich auf die subjektiven Angaben 

des Beschwerdeführers gestützt. Dies, da er als klinischen Befund "vollständig 

erhaltene Sehnenkontinuität, keine sichere Sehnenverdickung, negatives 

Thompsonzeichen, gute Fussheberkraft gegen Widerstand, physiologische OSG-

Beweglichkeit" notiert habe und rein basierend auf der subjektiven Angabe eines 

"deutlichen Druckschmerzes im Bereich des muskulotendinösen 

Achillessehnenübergangs" und einer "Schmerzprovokation an der proximalen 

Achillessehne bei forcierter Extension" sich aus versicherungsmedizinscher Sicht keine 

überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität beweisen lasse (UV-act. 12-5 und 21-8). 

Insgesamt bestehen mehr als nur geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung von Dr. 

H.___.

Die Beschwerdegegnerin wirft - wie vorstehend in E. 2.1 gesagt - im Rahmen des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens die Frage nach der Erfüllung des Unfallbegriffs 

auf. Dies ist zwar angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer die Ereignisse

zunächst der Krankentaggeld- und nicht der Unfallversicherung gemeldet hat, 

nachvollziehbar. Angesichts der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, laut welcher das 

Ausgleiten als in der Aussenwelt begründete Programmwidrigkeit qualifiziert wird (vgl. 

BSK UVG-Hofer, N 37 zu Art. 6 und Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 53 

zu Art. 4), dürfte der Unfallbegriff jedoch durchaus erfüllt sein. Im Gegenteil zu dem 

dem Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2022, 8C_24/2022, 

zugrundeliegenden Sachverhalt macht der Beschwerdeführer nicht nur ein falsches 

Auftreten, sondern ein Abrutschen geltend (vgl. E. 5.2 f. des genannten Entscheides). 

Darüber hinaus handelt es sich bei dem von Dr. K.___ im Rahmen des von der 

Beschwerdegegnerin anerkannten Unfallereignisses vom 15. August 2022 und von Dr. 

J.___ auch in Zusammenhang mit den vorliegend streitigen Ereignissen vom 3. April 

und 8. Juni 2023 diagnostizierten Teilrissen der Achillessehne um eine Verletzung 

gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG. Sollte mangels Erfüllens des Unfallbegriffs kein Anspruch 

2.3. 

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gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG bestehen, wäre ein solcher ohnehin nach Art. 6 Abs. 2 

UVG noch zu prüfen, wofür eine Bildgebung aus Sicht des Versicherungsgerichts 

unerlässlich erscheint. Jedenfalls ist der Verweis der Beschwerdegegnerin auf die 

Einschätzung von Dr. H.___ (act. G5.1 Rz. 46) auch hinsichtlich einer allfälligen 

unfallähnlichen Körperschädigung unbehelflich, zumal dieser medizinischen 

Aktenbeurteilung kein Beweiswert zukommt (vgl. vorstehende E. 2.2). Es dürfte nicht 

auszuschliessen sein, dass ein stattgehabter Teilriss der Achillessehne auch im 

heutigen Zeitpunkt noch bildlich dargestellt werden könnte. Sollte dies ohne jeglichen 

Zweifel nicht mehr möglich sein, so bedürfte es zumindest einer dies begründenden 

Erklärung einer medizinischen Fachperson. Sollte sich bei Durchführung einer 

bildgebenden Untersuchung ein Teilriss oder ein verheilter Teilriss nach wie vor zeigen, 

so wäre von der medizinischen Fachperson auch die Frage nach dem 

Entstehungszeitpunkt zu beantworten. Sollte dieser bei einem der vorliegend streitigen 

Ereignisse zu liegen kommen, wird die Beschwerdeführerin die Angelegenheit neuerlich 

einem beratenden Arzt zur Kausalitätsbeurteilung vorzulegen haben. Sollte der 

Entstehungszeitpunkt demgegenüber bei dem von Seiten der Beschwerdegegnerin 

bereits abgeschlossenen Unfall vom 15. August 2022 liegen, wäre ebenfalls durch eine 

medizinische Fachperson eine Kausalitätsbeurteilung hinsichtlich einer allfälligen 

Verschlimmerung eines Vorzustandes durch die Ereignisse vom 3. April und vom 8. 

Juni 2023 vorzunehmen. Auch würde ein Rückfall zum Unfall vom 15. August 2022 im 

Raum stehen.

Das Versicherungsgericht lässt die Frage, ob die Ereignisse vom 3. April und 8. 

Juni 2023 den Unfallbegriff erfüllen, bewusst offen (vgl. vorstehende E. 2.3), um der 

Beschwerdegegnerin die Möglichkeit zu überlassen, auch diesbezüglich weitere 

Abklärungen zu tätigen. Der medizinische Sachverhalt erweist sich demgegenüber als 

zweifelsohne ungenügend abgeklärt (vgl. vorstehende E. 2.2). Der angefochtene 

Einspracheentscheid erging damit in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG und die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit sie die notwendige Abklärung nachholt. Dazu wird sie die 

medizinische Aktenlage zu vervollständigen haben. Dies bedingt in einem ersten Schritt 

die Einholung sämtlicher bei Dr. J.___ vorhandenen Informationen betreffend den 

Beschwerdeführer ab 3. April bis 17. Juli 2023 sowie die Nachholung einer Bildgebung 

des linken Fusses des Beschwerdeführers oder alternativ einer begründeten ärztlichen 

Stellungnahme, wieso eine solche Bildgebung keinen Sinn mehr macht. Diese 

Vorgehensweise steht auch im Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(vgl. BGE 147 V 211 E. 6.1), zumal die Beschwerdegegnerin bislang auf die Einholung 

eines Administrativgutachtens verzichtet hat.

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 26. Oktober 

2023 insofern gutgeheissen, als die Sache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 26. Oktober 2023 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Sache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen 

und neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

3.1. 

Im vorliegenden Verfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben, zumal das UVG 

keine Kostenpflicht vorsieht (Art. 61 lit. f  ATSG).

3.2. 
bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 05.06.2024
	Art. 43 ATSG Mit der Verneinung einer Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und zwei Ereignissen gestützt auf eine nicht beweiswertige versicherungsinterne Aktenbeurteilung verletzte die Beschwerdegegnerin den Untersuchungsgrundsatz. Die Angelegenheit wird zur vollständigen Erhebung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juni 2024, UV 2023/65).

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		2026-01-28T05:18:30+0100
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