# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca78e8d6-f806-5b9a-bfb1-4207f6717915
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 22.06.2021 SK 2020 203
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2020-203_2021-06-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 20 203

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Juni 2021 

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), Oberrichterin Sanwald, 
Oberrichter Studiger
Gerichtsschreiberin López

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecherin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

 und

C.________
vertreten durch Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Vergewaltigung, einfache Körperverletzung, Drohung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-See-
land (Kollegialgericht) vom 4. September 2019 (PEN 19 100)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Dreierbesetzung) 
fällte am 4. September 2019 gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) fol-
gendes Urteil (pag. 793 ff.; Hervorhebungen im Original):

Das Gericht erkennt:

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen Tätlichkeiten, angeblich mehrfach z.N. von 
C.________ begangen in der Zeit von September 2015 bis Juni 2016 in E.________(Ort), 
F.________(Strasse) wird infolge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Vergewaltigung, z.N. von C.________ begangen an einem Mittwoch, in der Zeit Ende Okto-
ber/Anfang November 2016 in E.________ (Ort), F.________(Strasse)

2. der versuchten Vergewaltigung, z.N. von C.________ begangen an einem Tag Ende Okto-
ber/Anfang November 2016 in E.________(Ort), F.________(Strasse)

3. der einfachen Körperverletzung, mehrfach z.N. von C.________ begangen in der Zeit von Okto-
ber 2014 bis Juni 2016 in E.________(Ort), F.________(Strasse)

4. der Drohung, begangen z.N. von C.________ am 10.05.2017 in G.________(Ort), 
H.________(Strasse)

5. der Nötigung, begangen z.N. von C.________ im Frühjahr 2016 in E.________(Ort), 
F.________(Strasse)

und in Anwendung der 
Art. 22 Abs. 1, aArt. 34, aArt. 40, aArt. 42 Abs. 1, aArt. 43, Art. 44 Abs. 1 und 2, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, 
Art. 51, Art. 66a Abs. 1 lit. h, Art. 67b, Art. 123 Ziff. 1 und 2 Abs. 4, Art. 180 Abs. 1 und 2 lit. a, Art. 181, 
Art. 190 Abs. 1 StGB;
Art. 20 N-SIS-Verordnung
Art. 426 StPO

verurteilt:

1.   Zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten.
Davon sind 12 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 24 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

Die vorläufige Festnahme von 2 Tagen wird im Umfang von 2 Tagen auf die zu vollziehende Teil-
strafe angerechnet.

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Für die Dauer der Probezeit wird Bewährungshilfe angeordnet und A.________ die Weisung erteilt, 
solange notwendig eine ambulante Therapie beim Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des 
Schweizerischen Roten Kreuzes zu absolvieren.

2.  Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 3‘600.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3.  Es wird eine Landesverweisung von 5 Jahren ausgesprochen.

Die Landesverweisung ist im Schengener Informationssystem (Einreise- und Aufenthaltsverweige-
rung) auszuschreiben.

Das Gericht empfiehlt der zuständigen Behörde, den Vollzug der Landesverweisung in Anwendung 
von Art. 66d StGB aufzuschieben.

4.  Es wird das folgende Kontakt- und Rayonverbot erlassen:

A.________ wird für die Dauer von 3 Jahren

- verboten, mit C.________, in irgendeiner Form direkt oder indirekt (namentlich telefonisch, 
brieflich, etc.) Kontakt aufzunehmen; die Kontakte für die Übergabe der Kinder erfolgen via 
Rotes Kreuz bzw. über die zuständigen Behörden oder direkt über die Kinder. Vorbehalten sind 
Kontaktaufnahmen im Einklang mit Verfahren vor Behörden;

- verboten, sich dem Wohndomizil von C.________ im Kanton Zürich – sollte ihm dieses bekannt 
sein oder werden – auf eine Distanz von weniger als 150 Meter anzunähern;

- angewiesen, sich im Falle einer zufälligen Begegnung mit C.________ unverzüglich und un-
aufgefordert zu entfernen.

5.  Zur Tragung der Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 17‘600.00 
und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Verbeiständung der 
Privatklägerschaft) von CHF 43‘273.85, insgesamt bestimmt auf CHF 60‘873.85 (ohne Kosten für 
die amtliche Verteidigung und die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerschaft auf 
CHF 20‘076.80).

[Kostentabelle]

III. 

1. [Amtliche Entschädigung Rechtsanwältin B.________]

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwältin I.________ wurden mit Verfügung vom 13.05.2019 bestimmt.
[Nachzahlungsmodalitäten]

3. [Amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwältin J.________]

IV. 

Im Zivilpunkt wird in Anwendung von 49 OR sowie Art. 126 StPO erkannt:

1. A.________ wird zur Bezahlung von CHF 15‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 
16.10.2015 an die Straf- und Zivilklägerin C.________ verurteilt.

Soweit weitergehend wird die Genugtuungsforderung abgewiesen.

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2. In Anbetracht der unzureichenden Begründung und Bezifferung wird die Zivilklage der Straf- und 
Zivilklägerin C.________ soweit den Schadenersatz betreffend auf den Zivilweg verwiesen.

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

V.

Weiter wird beschlossen:

1. A.________ wird als Ersatzmassnahme gemäss Art. 237 Abs. 1 und 2 lit. g StPO, vorerst befristet 
bis zum 03.12.2019, 

- verboten, mit C.________, in irgendeiner Form direkt oder indirekt (namentlich telefonisch, 
brieflich, etc.) Kontakt aufzunehmen; die Kontakte für die Übergabe der Kinder erfolgen via 
Rotes Kreuz bzw. über die zuständigen Behörden oder direkt über die Kinder. Vorbehalten 
sind Kontaktaufnahmen im Einklang mit Verfahren vor Behörden;

- verboten, sich dem Wohndomizil von C.________ im Kanton Zürich – sollte ihm dieses be-
kannt sein oder werden – auf eine Distanz von weniger als 150 Meter anzunähern;

- angewiesen, sich im Falle einer zufälligen Begegnung mit C.________ unverzüglich und un-
aufgefordert zu entfernen.

Begründung: siehe separates Dokument.

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-
Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-
ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 
Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienst-
licher Daten).

4. Die Privatklägerin wird für die Beschädigung ihres Mobiltelefons vom Kanton Bern mit CHF 811.90 
entschädigt (Art. 434 StPO analog).

5. [Eröffnungsformel] 

2. Berufung und weitere Massnahmen

Gegen dieses Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Vor-
instanz) meldete die amtliche Verteidigung, Fürsprecherin B.________, im Namen 
und im Auftrag des Beschuldigten am 10. September 2019 fristgerecht Berufung an 
(pag. 880). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert auf den 4. Mai 2020 und wurde 
den Parteien gleichentags zugestellt (pag. 880). 

Mit Verfügung vom 20. Mai 2020 verlängerte die Verfahrensleitung die durch das 
erstinstanzliche Gericht befristet angeordneten Ersatzmassnahmen bis zum Ab-
schluss des rechtskräftigen Berufungsverfahrens (pag. 904). 

Am 25. Mai 2020 reichte die amtliche Verteidigung, Fürsprecherin B.________, 
form- und fristgereicht gegen das vorgenannte Urteil eine begründete Berufungser-
klärung ein (pag. 906 ff.). Sie focht das erstinstanzliche Urteil, mit Ausnahme der 
Ziff. I (Einstellung), vollumfänglich an. Die Berufung bezieht sich demnach auf die 

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Schuldsprüche (Ziff. II.1 – 5), die Sanktion (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Landesver-
weisung gemäss Ziff. II.1 – 3), die Auferlegung der Kosten (Ziff. II.5) und auf den 
Zivilpunkt (Ziff. II.4 und Ziff. IV) sowie auf die weiteren Verfügungen (Ziff. V.).

Die Berufungserklärung wurde den Parteien mit Verfügung vom 28. Mai 2020 zuge-
stellt (pag. 911). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dass sie auf die An-
schlussberufung verzichte und keine Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung 
des Beschuldigten geltend mache (pag. 924). 

Mit Gesuch vom 4. Juni 2020 beantragte Rechtsanwalt K.________, unentgeltlicher 
Rechtsbeistand der Straf- und Zivilklägerin, C.________ (nachfolgend: Privatkläge-
rin), auf ihren Wunsch hin seine Entlassung aus dem amtlichen Mandat respektive 
den Wechsel ihrer amtlichen Vertretung (pag. 917). Dieses Gesuch wurde mit Ver-
fügung vom 25. Juni 2020 gutgeheissen und Fürsprecherin D.________ als amtli-
che Rechtsbeiständin eingesetzt (pag. 926, 938 f.). Rechtsanwalt K.________ 
wurde mit vorgenannter Verfügung aus dem Mandat entlassen (pag. 938 f.). Die 
vom Vorgenannten eingereichte Honorarnote für das oberinstanzliche Verfahren 
wurde mit Beschluss vom 10. Juli 2020 durch die Verfahrensleitung genehmigt (pag. 
949).

Die Vorinstanz behielt sich auf Antrag von Rechtsanwältin J.________ hin im Wei-
teren vor, den in Ziff. I.4 der Anklageschrift umschriebenen Sachverhalt (Nötigung) 
– allerdings ohne diesen zu ergänzen – auch unter dem Tatbestand der Gefährdung 
des Lebens i.S.v. Art. 129 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 
311.0) rechtlich zu würdigen (pag. 741). Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten 
in der Folge lediglich der Nötigung schuldig. Wegen des im vorliegenden oberin-
stanzlichen Verfahrens geltenden Grundsatzes des Verschlechterungsverbots (Art. 
391 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; siehe 
nachfolgend Ziff. I.5 dieses Urteils), darf die Kammer ohnehin nicht auf den Tatbe-
stand der Gefährdung des Lebens erkennen.

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 21./22. Juni 2021 statt.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Berufungsverhandlung wurden von Amtes we-
gen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 27. Mai 2021; pag. 984) und 
ein aktueller Leumundsbericht (datierend vom 20. Mai 2021; pag. 977 ff.) über den 
Beschuldigten eingeholt.

Schliesslich wurden der Beschuldigte und die Privatklägerin anlässlich der oberin-
stanzlichen Berufungsverhandlung erneut zur Person und zur Sache befragt (pag. 
1043 ff.).

Im Rahmen der Berufungserklärung vom 25. Mai 2020 (pag. 907 f.) stellte die amt-
liche Verteidigung den Beweisantrag, dass beim Regionalgericht Bern-Mittelland, 
Zivilabteilung, die Akten des zivilrechtlichen Verfahrens auf Abänderung des Ehe-
scheidungsurteils der Parteien zu edieren seien (CIV 19 3176/19 31 77). Der Be-
weisantrag wurde mit Verfügung vom 28. Mai 2020 gutgeheissen (pag. 911 f.).

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Anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsverhandlung wurde die Anklageschrift – 
nach erfolgter Stellungnahme der Parteien – durch die Generalstaatsanwaltschaft 
auf schriftlichem Wege i.S.v. Art. 333 StPO dahingehend angepasst, als dass der 
Deliktszeitraum der Anklagepunkte gemäss Ziff. II.1.1 und II.1.2 betreffend die Ver-
gewaltigung und die versuchte Vergewaltigung – in Übereinstimmung mit dem erst-
instanzlichen Urteil – von Ende Oktober 2016 auf Ende Oktober/Anfang November 
2016 ausgedehnt wurde (pag. 1024, 1036 f.).

4. Anträge Parteien

4.1. Anträge der Berufungsführerin

Fürsprecherin B.________ stellte anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsver-
handlung folgende Anträge (pag. 1026; Hervorhebungen im Original):

A.
Es sei festzustellen, dass das Urteil bezüglich Ziffer I, der Einstellung des Verfahrens wegen Tätlich-
keiten, in Rechtskraft erwachsen ist.

B.
1. Mein Klient sei von sämtlichen übrigen Anschuldigungen, angeblich begangen gemäss Ziffern 

II. 1 bis 5 des erstinstanzlichen Urteils bzw. Ziffern 1 bis 4 der (ergänzten) Anklageschrift, 
freizusprechen.

2. Die erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Meinem Klienten sei eine Entschädigung in der Höhe der erst- und oberinstanzlichen Vertei-
digungskosten sowie eine persönliche Entschädigung von CHF 2'200.00 zuzusprechen.

C. Die Zivilforderung sei abzuweisen.

D. Weiter seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen, insbesondere seien die Honorare der 
amtlichen Anwälte zu bestimmen.

4.2. Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der oberinstanzlichen Berufungs-
verhandlung folgende Anträge (pag. 1027 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura Seeland (Kol-
legialgericht in Dreierbesetzung) vom 4. September 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 
der Einstellung des Strafverfahrens wegen Tätlichkeiten, angeblich mehrfach begangen z.N. von 
C.________ in der Zeit von September 2015 bis Juni 2016 infolge Eintritts der Verfolgungsverjährung, 
ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der Vergewaltigung, z.N. von C.________ begangen an einem Mittwoch, in der Zeit Ende Ok-
tober/Anfang November 2016 in E.________ (Ort);

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2. der versuchten Vergewaltigung, z.N. von C.________ begangen an einem Tag Ende Okto-
ber/Anfang November 2016 in E.________(Ort);

3. der einfachen Körperverletzung, mehrfach begangen z.N. von C.________ in der Zeit von Ok-
tober 2014 bis Juni 2016 in E.________(Ort);

4. der Drohung, begangen z.N. von C.________ am 10. Mai 2017 in G.________(Ort);

5. der Nötigung, begangen z.N. von C.________ im Frühling 2016 in E.________(Ort).

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, aArt. 34, aArt. 40, aArt.42 Abs. 1 aArt. 43, Art. 44 
Abs. 1 und 2, Art. 47, Art. 49 Abs. 1, Art. 51, Art. 67b, Art. 123 Zlff. 1 und 2, Abs. 4, Art. 180, Abs. 1 
und 2 lit. a, Art. 181, Art. 190 Abs. 2 StGB; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten, davon 12 Monate unbedingt und 24 Monate bedingt 
mit einer Probezeit von 3 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen vorläufigen Festnahme 
von 2 Tagen und unter Anordnung von Bewährungshilfe für die Dauer der Probezeit und unter 
Erteilung der Weisung eine ambulanten Therapie beim Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer 
des Schweizerischen Roten Kreuzes zu absolvieren;

2. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 3'600.00, wobei 
der Vollzug der Geldstrafe mit einer Probezeit von 3 Jahren aufzuschieben sei;

3. zu einem Kontakt- und Rayonverbot von 3 Jahren;
4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 

Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Von der Anordnung einer Landesverweisung sei in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB abzusehen.

         V.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Honorare der amtlichen Verteidigerin und der Vertreterin der Privatklägerin seien gerichtlich 
zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Dem zuständigen Bundesamt sei die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNAProfils (PCN-
Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 
DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist zu ertei-
len (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 der Verordnung über die Bearbeitung biometrischer er-
kennungsdienstlicher Daten).

4. Die Privatklägerin sei für die Beschädigung ihres Mobiltelefons vom Kanton Bern mit CHF 811.90 
zu entschädigen (Art. 434 StPO analog).

4.3. Anträge der Privatklägerin

Fürsprecherin D.________ stellte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung sinngemäss folgende Anträge (pag. 1059):
1. Die erstinstanzlichen Schuldsprüche seien zu bestätigen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verurteilen der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 15'000.00 inklu-

sive Zins von 5% seit dem 16. Oktober 2015 auszurichten. 

3. Es sei keine Landesverweisung auszusprechen.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen.

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Im Rahmen ihres oberinstanzlichen Parteivortrags führte Fürsprecherin 
D.________ aus, dass die Privatklägerin nicht möchte, dass gegenüber dem Be-
schuldigten eine Landesverweisung ausgesprochen werde.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die amtliche Verteidigung focht, mit Ausnahme von Ziff. I (Einstellung), das erstin-
stanzliche Urteil vollumfänglich an. Ziff. I des erstinstanzlichen Urteils ist demnach 
in Rechtskraft erwachsen und bildet nicht mehr Gegenstand des oberinstanzlichen 
Verfahrens. 

Die Kammer erachtet darüber hinaus die Entschädigung der Privatklägerin für die 
Beschädigung ihres Mobiltelefons im Umfang von CHF 811.90 als rechtskräftig (Ziff. 
V.4).

Unklar ist, ob das mit erstinstanzlichem Urteil angeordnete Kontakt- und Rayonver-
bot ebenfalls angefochten wurde oder nicht. In der Berufungserklärung sowie im 
Rahmen der oberinstanzlich eingereichten Anträge wurde ausgeführt, dass das Ur-
teil, mit Ausnahme der Einstellungen, vollumfänglich angefochten werde. In der 
nachfolgenden Aufzählung betreffend den Umfang der Anfechtung wurde das Kon-
takt- und Rayonverbot dann aber nicht erwähnt (pag. 906 f.). Da die Verteidigung 
des Beschuldigten überall Freisprüche verlangt, gibt es für das Kontakt- und Ray-
onverbot grundsätzlich keine Grundlage mehr, sodass die Kammer davon ausgeht, 
dass auch dieses mitangefochten wurde. 

Gegenstand des oberinstanzlichen Verfahrens bilden demzufolge die Schuld-
sprüche (Ziff. II.1 – 5), die Sanktion (Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Landesverweisung 
gemäss Ziff. II.1 – 3), die Auferlegung der Kosten (Ziff. II.5), der Zivilpunkt (Ziff. II.4 
und Ziff. IV) sowie die weiteren Verfügungen (Ziff. V.; mit Ausnahme von Ziff. V.4).

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Auf die Höhe des 
amtlichen Honorars für die Verteidigung des Beschuldigten in erster Instanz ist nur 
zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zuste-
hende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile 6B_349/2016 
vom 13. Dezember 2016, E. 2.4.2; 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017, E. 2.3).

Aufgrund der ausschliesslich Berufung des Beschuldigten, darf das erstinstanzliche 
Urteil nicht zum Nachteil des Vorgenannten abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 
StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen zur Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen 
und der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen (S. 26 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 839 f.).

7. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Der Vorwurf der Tätlichkeiten z.N. der Privatklägerin angeblich begangen in der Zeit 
von September 2015 bis Juni 2016 in E.________(Ort), F.________ (Strasse) (Ziff. 

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I.5 der Anklageschrift) wurde infolge Eintritts der Verfolgungsverjährung eingestellt 
und ist in Rechtskraft erwachsen, weshalb – wie bereits voranstehend erwähnt – auf 
weitere Ausführungen hierzu verzichtet wird.

Dem Beschuldigten wurde im Rahmen der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen 
(pag. 570 ff.; Hervorhebungen im Original):

I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO)

1. Vergewaltigung und Versuch dazu

1.1. begangen an einem Mittwoch, in der Zeit von Anfang September 2016 bis Ende Oktober 2016, 
in E.________(Ort), F.________(Strasse), zum Nachteil von C.________, indem sich der Be-
schuldigte an das damalige Domizil der Privatklägerin begab, sie zu umarmen versuchte, was sie 
nicht wollte, er die Privatklägerin dann am Kragen ihres Shirts packte und sie ins Schlafzimmer 
warf, wo sie zunächst zu Boden fiel und er sie an den Haaren riss, mit dem Kopf gegen die Wand 
schlug, ihr das T-Shirt zerriss und sie anschliessend aufhob und aufs Bett warf, sie mit der flachen 
Hand am gesamten Körper schlug, ihr mehrmals mit den Füssen gegen den Unterleib zwischen 
die Beine trat, ihr den BH herunterzog und versuchte ihre Brüste zu  küssen, ihr immer wieder 
versuchte die Hosen herunterzuziehen und sie sich dagegen wehrte, indem sie versuchte die 
Hosen heraufzuziehen, er ihr die Hosen schliesslich im Intimbereich zerriss, ihr die Beine auf-
presste während sie auf dem Rücken lag und sich zwischen ihre Beine hinkniete und vaginal in 
sie eindrang, obwohl sie versuchte die Beine zusammenzupressen, ihn von sich wegzustossen 
und sein Penis mehrmals versuchte herauszuziehen, er wiederum vaginal in sie eindrang und ihr 
dabei mit einer Hand den Mund zu hielt und sie am Körper festhielt, bis er zum Samenerguss 
kam.

Der Beschuldigte setzte sich vorsätzlich über den verbal und konkludent manifestierten Willen 
der Privatklägerin, nicht mit ihm Geschlechtsverkehr haben zu wollen, hinweg;

1.2. (Versuch) begangen an einem Tag gegen Ende Oktober 2016, in E.________(Ort), 
F.________(Strasse), zum Nachteil von C.________, indem sich der Beschuldigte erneut an das 
Domizil der Privatklägerin begab, als diese im Begriff war das WC zu reinigen, die unverschlos-
sene Wohnungstür betrat, sie ins WC zerrte und versuchte die Türe des WCs zu schliessen, ihr 
die Hosen bis auf Höhe der Oberschenkel herunterzog und seine Hose und Unterhose herunter-
zog, ihr versuchte den Mund mit der Hand zuzuhalten und ihr sagte, dass er es nun machen 
würde, sie weiter versuchte an den Brüsten zu küssen und reinzubeissen, sie überall anfasste, 
ihre Hand nahm und zu seinem Penis führen wollte, wobei sie schreien und die Türe aufreissen 
konnte und er daraufhin die Wohnung verliess. 
Der Beschuldigte versuchte sich vorsätzlich über den verbal und konkludent manifestierten Willen 
der Privatklägerin, nicht mit ihm Geschlechtsverkehr haben zu wollen, hinweg zu setzen.

2. Einfache Körperverletzung
mehrfach begangen in der Zeit von Oktober 2014 bis Juni 2016 in E.________(Ort) 
F.________(Strasse), zum Nachteil von C.________, indem der Beschuldigte die Privatklägerin 
mehrmals an verschiedenen Tagen schlug und sie davon mehrmals blaue Hämatome am Körper 
und am Gesicht trug und einmal ein Backenzahn unter starker Blutung abgebrochen ist (im April 
2015) und er die Privatklägerin einmal in die Hand gebissen hat, wobei diese Wunde ebenfalls 

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geblutet hat. 

3. Drohung
begangen am 10. Mai 2017, 10.15 Uhr, in G.________ (Ort), H.________ (Strasse), zum Nachteil 
von C.________, indem der Beschuldigte der Privatklägerin am Telefon damit drohte sie in Stü-
cke zu schneiden, zu Hackfleisch zu machen und sie umzubringen sowie ihr weiter damit drohte, 
dass er schon schauen werde, dass sie nach Afghanistan zurück gebracht werde und sie nicht 
das Gefühl haben müsse nur weil er die Scheidungspapiere unterschrieben habe, er sie in Ruhe 
lassen würde, es fange gerade erst an und indem er weiter zu ihr sagte, er wisse genau, dass 
man sie in Afghanistan umbringen werde, wegen der ganzen Scheidungsgeschichte und dass er 
bei Gott schwöre, dass er ihr das ganze Leben nehmen werde, wobei die Privatklägerin dadurch 
in Angst und Schrecken versetzt wurde.

4. Nötigung
begangen an einem Tag im Frühjahr 2016, vor der Trennung im Juni 2016, in E.________(Ort), 
F.________(Strasse), im Küchen-Wohnbereich, zum Nachteil von C.________, indem der Be-
schuldigte der Privatklägerin ein Küchenmesser mit Zacken («Schnitzer») während 1-2 Minuten 
direkt an deren Hals hielt, wobei die Klinge des Messers die Haut der Privatklägerin berührte und 
er dabei zu ihr sagte, es werde gemacht was er sage und sie solle nicht zur Polizei gehen und 
sich nicht von ihm trennen, ansonsten er sie umbringen werde, weshalb sie zu diesem Zeitpunkt 
weder zur Polizei ging noch sich von ihm trennen konnte.

8. Beweisergebnis der Vorinstanz (Ziff. I.1.1, I.1.2, I.2, I.3, I.4 der Anklageschrift)

Betreffend die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten kam die Vorinstanz zu 
folgendem Schluss (S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 843):
Alles in allem sind die Aussagen des Beschuldigten kaum einer genaueren Analyse zugänglich. Um-
gekehrt findet sich in seinen Schilderungen doch das eine oder andere mögliche Lügensignal und auch 
sonst wenig detaillierte und wenig stimmige Darstellungen. Die Aussagen des Beschuldigten sind zu-
mindest nicht dermassen glaubhaft, dass man beweismässig unbesehen darauf abstellen könnte.

Hinsichtlich der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin stellte die Vorinstanz 
fest (S. 33 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 846):
Zusammenfassend hat die Privatklägerin im Kernbereich immer detaillierte, konstante und stimmige 
Aussagen mit vielfältigen Wahrheitssignalen gemacht. Die bestehenden Widersprüche sind entweder 
erklärbar oder dann insofern nicht von Bedeutung, als sie nicht das Kerngeschehen betreffen. Im Üb-
rigen stimmen die Aussagen der Privatklägerin im Wesentlichen mit den Aussagen der Zeuginnen 
L.________, M.________ und N.________ überein und werden zusätzlich von den Arztberichten von 
Frau Dr. O.________ und dem Zahnarztbericht von Herrn P.________ gestützt. Die Aussagen der 
Privatklägerin sind somit glaubhaft. Es kann beweismässig vollumfänglich darauf abgestellt werden.

Bezüglich die Würdigung der Aussagen der Zeuginnen führte die Vorinstanz aus, 
dass die Aussagen von L.________, von M.________ und von N.________ glaub-
haft seien und beweismässig darauf abgestützt werden könne (S. 33 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 846 f.).

Hinsichtlich der Würdigung der objektiven Beweismittel kam die Vorinstanz zu fol-
genden Schlüssen (S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 847 f.):

11

a. Arztberichte
Der Bericht von Frau Dr. med. O.________ bestätigt die Angaben der Privatklägerin in jeglicher Hin-
sicht. Einerseits ergibt sich daraus, dass die Privatklägerin der Hausärztin unter verschiedenen Malen 
von häuslicher Gewalt berichtete, indessen aber auch darauf hinwies, dass der Beschuldigte mit den 
Kindern freundlich sei, weshalb sie sich nicht von ihm trennen könne (pag. 153). 

Weiter bestätigt der Bericht, dass die Privatklägerin am 17.04.2015 gegenüber der Hausärztin einen 
Vorfall von häuslicher Gewalt geschildert hat, bei welchem ihr ein Backenzahn abgebrochen sei (pag. 
154); zeitlich stimmt dies mit den Aussagen der Privatklägerin überein.

Aus der Gefährdungsmeldung der Hausärztin vom 22.05.2017 geht ferner hervor, dass die Privatklä-
gerin auch ihr gegenüber von einem Vorfall berichtet hat, an welchem der Beschuldigte sie mit einem 
Messer bedrohte (pag. 157).

Somit kann festgestellt werden, dass die Angaben, welche die Privatklägerin gegenüber ihrer Ärztin in 
den Jahren 2015 bis Frühling 2017 machte, weitgehend mit ihren im hiesigen Strafverfahren gemach-
ten Aussagen übereinstimmen.

Daneben ist die Konsultation und Behandlung eines gebrochenen Zahns (Zahn 48) am 09.04., 13.04. 
und 17.04.2015 (Extraktion und kleine Naht) beim Zahnarzt P.________ vom Q.________ in 
E.________(Ort) ärztlich dokumentiert. Diese passt zeitlich und thematisch vollumfänglich zu den An-
gaben der Privatklägerin (pag. 166). 

b. Sprachnachrichten
Die übersetzten Inhalte der hier interessierenden Sprachnachrichten vom 10.05.2017 sind im Grunde 
genommen sehr eindeutig und bedürfen keiner weiteren Auslegung (pag. 333 ff.). Wie die Untersu-
chungen ergeben haben, ist es in Übereinstimmung mit den Aussagen der Privatklägerin an besagtem 
Tag denn auch tatsächlich zu einem fast zehnminütigen Telefonat zwischen den ehemaligen Ehegat-
ten gekommen (pag. 336). Auch wenn der Gesprächsinhalt dieses Telefonats nicht bekannt ist, kann 
aufgrund der vorhandenen Sprachnachrichten davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte die 
Privatklägerin anlässlich dieses Telefonats massiv bedroht hat. Dafür, dass die Privatklägerin die 
Nachrichten - entsprechend der Behauptung der Verteidigung - lediglich gemacht haben soll, um dem 
Beschuldigten zu schaden, fehlt es bereits an einer entsprechenden Motivlage, geschweige denn an 
konkreten Hinweisen (vgl. oben Ziff. IV.3.1.).

Das vorinstanzliche Beweisergebnis lautete damit wie folgt (S. 35 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 848 f.):
Nachdem nun nach eingehender Analyse festgestellt worden ist, dass die Aussagen der Privatklägerin 
nicht nur in sich glaubhafter sind als diejenigen des Beschuldigten, sondern auch mit den ebenfalls als 
glaubhaft zu qualifizierenden Aussagen der Zeuginnen sowie den bei den Akten befindlichen Arztbe-
richten im Wesentlichen übereinstimmen, kann beweismässig in Bezug auf die hier zu prüfenden Sach-
verhalte vollumfänglich darauf abgestellt werden. Die in der Anklageschrift umschriebenen Sachver-
halte (Ziff. I.1.1, Ziff. I.1.2., Ziff. I.2., Ziff. I.3 und Ziff. I.4) sind somit beweismässig erstellt.

III. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

9.1. Verteidigung

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Im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten führte die Verteidigung 
aus, dass die Vorinstanz zu Unrecht ausgeführt habe, dass wegen seines Aussage-
verhaltens keine gewöhnliche Beweiswürdigung habe vorgenommen werden kön-
nen. Denn der Beschuldigte habe einen Sachverhalt, der sich nicht zugetragen 
habe, gar nicht zusammenhängend schildern können. Ebenfalls könne aus den ver-
schiedenen Erklärungsversuchen, weshalb die Privatklägerin diese Vorwürfe gegen 
den Beschuldigten erhoben habe, nicht geschlossen werden, dass der Vorgenannte 
lüge. Denn der Beschuldigte kenne ja den wahren Grund nicht. Die Privatklägerin 
habe im Weiteren ausgesagt, dass sie keine Wiedervereinigung mit dem Beschul-
digten gewollt habe. Sie habe einzig ihre Kinder zurückgewollt. Daraus könne ge-
schlossen werden, dass die Privatklägerin vermutlich geplant habe mit den von ihr 
gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfen, den Vorgenannten loszuwerden. 

Hinsichtlich der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin führte die Verteidigung 
verschiedene Argumente auf, die gegen deren Glaubhaftigkeit sprechen würden: So 
habe sie den Biss in die Hand durch den Beschuldigten massiv übertrieben geschil-
dert; weiter habe sie den Grund für die Trennung widersprüchlich angegeben; eben-
falls widersprüchlich habe sie ausgesagt, wie oft sie Gewalt durch den Beschuldig-
ten erlebt habe; sie habe zudem angegeben, dass der Beschuldigte sie überwacht 
habe, obwohl dafür keine Beweise bestünden; die Sprachnachrichten liessen aus-
serdem den Anschein erwecken, als habe sie diese absichtlich abgeschickt, um da-
mit ihre Anzeige zu stützen; die Art der Hose, die der Beschuldigte angeblich zerris-
sen haben soll, habe sie widersprüchlich beschrieben als «Jeans» / «Leggins» / 
«jeansartige Leggins/Jeggings», eine solche Hose könne zudem nicht einfach zer-
rissen werden; die Aussagen zum Ablauf der Vergewaltigung seien zudem sehr de-
tailarm erfolgt; weiter habe sie angegeben, dass die Psychiaterin Fotos von den 
Verletzungen gemacht habe, was nicht stimme. Hinsichtlich des Vorwurfs der einfa-
chen Körperverletzung habe die Privatklägerin gesagt, dass die Deutschlehrerin die 
blauen Flecken gesehen habe, was diese aber verneint habe. Sie habe auch aggra-
vierend angegeben, dass der Beschuldigte sie umgebracht hätte, wenn es darauf 
angekommen wäre. Niemand habe je eine Rötung oder Prellung feststellen können, 
was befremdend sei, zumal es ja angeblich täglich zur Gewalt gekommen sein soll. 
Der Zahn, der kaputtgegangen sei, habe gemäss Bericht des Zahnarztes Karies 
gehabt und sei in einem katastrophalen Zustand gewesen. Deshalb sei dieser in der 
Folge abgebrochen. Auch betreffend die Drohung habe die Privatklägerin sehr de-
tailarme Aussagen gemacht und habe widersprüchlich angegeben, wann diese be-
gonnen hätten. Auch hinsichtlich des Vorwurfs der Nötigung habe sie inkonsistent 
ausgesagt, um was für ein Messer es sich dabei gehandelt habe. Ihre Aussagen 
würden konstruiert und nicht spontan wirken. Mangels glaubhafter Aussagen der 
Privatklägerin, könne darauf nicht abgestützt werden.

9.2. Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte in ihrem oberinstanzlichen Parteivortrag aus, 
dass der Beschuldigte zum vorgeworfenen Sachverhalt nie konkret Stellung genom-
men und diesen nie eindeutig bestritten habe. Die Verteidigung führe aus, dass die 
Privatklägerin vermutlich geplant habe, den Beschuldigten mit den geltend gemach-

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ten Vorwürfen loszuwerden. Die Generalstaatsanwaltschaft traue es der Privatklä-
gerin aber nicht zu, dass diese über mehrere Jahre hinweg einen solchen Plan auf-
gebaut hätte. In den Jahren 2014 bis 2017 hätte sie sich demnach verschiedenen 
Person anvertrauen müssen, wobei diese Personen übereinstimmende Berichte 
hätten verfassen müssen. Das entspreche einem krassen Lügengebäude und es 
sei unmöglich, dass die Privatklägerin dies hätte planen können, ohne sich in grös-
sere Widersprüche zu verwickeln. Auf die Aussagen des Beschuldigten könne man-
gels deren Glaubhaftigkeit demnach nicht abgestützt werden. Die Privatklägerin 
habe hingegen die Erlebnisse sehr detailreich und logisch schildern können. Insbe-
sondere die originellen Details betreffend die Vergewaltigung und den Versuch 
dazu, könne man nicht erfinden. Sie habe konkrete Gefühle und Emotionen geschil-
dert und angegeben, dass sie Schmerzen gehabt habe. Die Privatklägerin habe zu-
dem keinen der Vorfälle aggravierend geschildert. Sie habe immer versucht, den 
Beschuldigten nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Man könne den Aussagen der 
Privatklägerin auch entnehmen, dass sie sich im Zwiespalt befunden habe. Denn 
sie habe nicht gewollt, dass er ins Gefängnis komme oder ausgeschafft werde. Die 
Privatklägerin differenziere im Weiteren klar zwischen dem «einvernehmlichen» Ge-
schlechtsverkehr, den sie in der Ehe gehabt hätten, und dem nicht einvernehmlichen 
Geschlechtsverkehr nach der Trennung. Dies sei ein starkes Realitätskriterium und 
spreche für die Wahrheit ihrer Aussagen. Aus den Akten gehe weiter die Gefähr-
dungsmeldung vom 22. Mai 2017 hervor, nachdem die Privatklägerin ihrer Ärztin 
gegenüber vom Vorfall berichtet habe, bei welchem der Beschuldigte sie mit einem 
Messer bedroht habe. Eine weitere Notiz liege vom 21. Dezember 2016 vor, wonach 
die Privatklägerin ihrer Ärztin erzählt habe, dass sie vor ein paar Wochen in ihrer 
alten Wohnung vom Beschuldigten vergewaltigt worden sei. Dies alles stimme zeit-
lich mit den Angaben der Privatklägerin überein. Frau L.________ habe erzählt, 
dass am Tag, an welchem die Vergewaltigung vorgefallen sei, sie den Beschuldig-
ten im Treppenhaus gekreuzt habe und dieser verlegen gewesen sei. Die Privatklä-
gerin habe sie bedrückt und traurig angetroffen. Auch Frau M.________ habe man 
befragt, die ausgesagt habe, dass die Privatklägerin von der Gewalt und von der 
Vergewaltigung erzählt habe. Die Zeugin Frau N.________ habe auch glaubhaft 
ausgesagt, dass ihr die Privatklägerin von der andauernden Gewalt durch ihren Ehe-
mann erzählt habe. Sämtliche Zeugenaussagen und sämtliche Dokumentationen 
würden demnach die Aussagen der Privatklägerin stützen. Dass sich in den Aussa-
gen der Privatklägerin gewisse von der Verteidigung vorgebrachte Widersprüche 
vorfinden würden, lasse nicht per se auf deren Unglaubhaftigkeit schliessen. Ein 
Widerspruch liege angeblich darin, dass die Privatklägerin nicht stimmig ausgesagt 
habe, ob zuerst die vollendete oder die versuchte Vergewaltigung stattgefunden 
habe. Dieser Widerspruch lasse sich insofern erklären, als dass die Fragen diesbe-
züglich jeweils hin und her übersetzt worden und damit für Fehler anfälliger gewesen 
seien. Daraus könne ihr demnach kein Strick gezogen werden. Auch wenn der Ab-
lauf umgekehrt gewesen wäre, wäre dies nicht matchentscheidend. Hinsichtlich des 
angeblichen Widerspruchs betreffend ihrer Hosen, könne festgestellt werden, dass 
die Privatklägerin sehr wohl ausgesagt habe, dass sie lediglich jeansartige Leggins 
getragen habe, welche um einiges einfacher zu zerreissen seien als gewöhnliche 
Jeans. Der Umstand, dass die Verletzungen nicht dokumentiert worden seien, sei 

14

bei häuslicher Gewalt geradezu deliktstypisch. Das Aussageverhalten der Privatklä-
gerin sei gesamthaft betrachtet logisch, konsistent, stimmig und gleichbleibend. Ihre 
Aussagen würden mit den Aussagen der etlichen Zeugen und mit den Berichten 
respektive den Akten übereinstimmen. Der angeklagte Sachverhalt sei damit be-
weismässig erstellt.

9.3. Privatklägerschaft

Die Privatklägerin habe die Handlungsabläufe und das Kerngeschehen stets nach-
vollziehbar geschildert. Ihre Schilderungen würden sich mit den Berichten und den 
Zeugenaussagen decken. Im Jahr 2002 sei die Privatklägerin verheiratet worden. 
Sie habe sich stets nach dem Willen des Beschuldigten fügen müssen. Dass sie 
innert dem sehr langen Deliktszeitraum nicht vollständig konsistente und wider-
spruchsfreie Aussagen habe machen können, sei logisch und nachvollziehbar. Das 
gesamte Geschilderte wirke eindrücklich und selbsterlebt.
Der Beschuldigte sei hingegen absolut uneinsichtig. Er vermöge sich auch nicht 
mehr an das Gespräch über die häusliche Gewalt mit dem SRK erinnern. Es liege 
zudem kein Widerspruch darin vor, dass die Privatklägerin mit dem Beschuldigten 
selbst keine Wiedervereinigung gewollt habe, aber als notwendiges Übel, damit 
diese ihre Kinder wieder bei sich haben konnte, eine solche angestrebt habe. 

10. Unbestrittener/Bestrittener Sachverhalt 

Der Beschuldigte bestreitet sämtliche Anschuldigungen im vorliegenden Verfahren 
vollumfänglich.

11. Einleitende Bemerkungen

Die Vorinstanz führte zutreffend aus, dass die angeklagten Sachverhalte stets unter 
vier Augen stattgefunden hätten und zudem wenig direkte objektive Beweismittel 
wie Spuren oder dokumentierte Verletzungen vorliegen würden (S. 6 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 819 f.). Gestützt auf diese Umstände ist der 
Sachverhalt demnach primär über die Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 
und der Privatklägerin zu ermitteln. Ausserdem sind auch Aussagen von Personen, 
die zur massgebenden Zeit in die Betreuung der Familie involviert waren, hierbei 
von wesentlicher Bedeutung.

Die Kantonspolizei führte in ihrer Anzeige vom 30. März 2018 (pag. 131 ff.) in den 
Schlussbemerkungen aus, dass keine Beweise vorliegen würden, welche die An-
schuldigungen der Privatklägerin gegenüber dem Beschuldigten bestätigen würden. 
Die Privatklägerin habe aber gemäss allen Auskunftspersonen ähnliche oder glei-
che Aussagen gemacht, ohne sich dabei in Widersprüche zu verwickeln. Es habe 
zudem nicht geklärt werden können, ob der Beschuldigte seine Frau überwachte 
oder überwachen liess (pag. 137). Die Kammer stellt hierbei fest, dass diesen 

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Schlussbemerkungen im Rapport der Kantonspolizei beweismässig keine massge-
bende Bedeutung zuzumessen ist, zumal es nicht Aufgabe der Kantonspolizei ist, 
die ihnen vorliegenden Beweismittel zu würdigen. 

12. Beweismittel

Vorweg ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Beweismittel ausführlich wiederge-
geben hat, sodass hierfür auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden 
kann (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 820 ff.). 

Die vorliegenden Beweismittel werden – der guten Ordnung halber – nachfolgend 
dennoch kurz aufgelistet.

Als objektive Beweismittel respektive als weitere Beweismittel liegen der Kammer 
der Bericht von Dr. med. O.________ vom 22. Mai 2017 (pag. 153 ff.), der Zahna-
rztbericht von P.________ (Q.________) vom 22. Oktober 2018 (pag. 166 f.) und 
die Sprachnachrichten der Privatklägerin an den Beschuldigten vom 10. Mai 2017 
(pag. 334) sowie die edierten Akten des Schweizerischen Roten Kreuzes (nachfol-
gend: SRK; pag. 10 001 ff.) vor.

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten 
anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 18. Mai 2017 (pag. 277 ff.), der Haf-
teinvernahme vom 19. Mai 2017 (pag. 288 ff.), der delegierten Einvernahme vom 
24. Januar 2018 (pag. 300 ff.), der Schlusseinvernahme vom 13. Juni 2018 (pag. 
314 ff.), der Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 
3. September 2019 (pag. 752 ff.) sowie der Einvernahme im Rahmen der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Juni 2021 (pag. 1043 ff.) vor.

Als weitere subjektive Beweismittel liegen der Kammer die Aussagen der Privatklä-
gerin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 12. Mai 2017 (pag. 173 ff.), der 
polizeilichen Einvernahme vom 17. Mai 2017 (pag. 184 ff.), der staatsanwaltschaft-
lichen Einvernahme vom 13. Juni 2018 (pag. 200 f.), anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 3. September 2019 (pag. 742 ff.) sowie der Einvernahme im 
Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Juni 2021 (pag. 1039 ff.) 
vor.

Im Weiteren liegen als subjektive Beweismittel die Aussagen der Zeugin  
L.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. September 2017 
(pag. 238 ff.), die Aussagen der Zeugin M.________ anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 11. September 2017 (pag. 249 ff.) sowie anlässlich der Hauptver-
handlung vom 3. September 2019 (pag. 756 ff.) als auch die Aussagen der Zeugin 
N.________ anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 31. Oktober 2017 (pag. 
222 ff.) vor.

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12.1. Subjektive Beweismittel

Die Vorinstanz fasste die Einvernahmen des Beschuldigten, der Privatklägerin und 
der Zeuginnen umfassend zusammen, sodass darauf vorab vollumfänglich verwie-
sen werden kann (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 820 ff.). 

Sofern es die Kammer als notwendig erachtet, werden nachfolgend weitere – zu 
den durch die Vorinstanz bereits zusammengefassten Aussagen der involvierten 
Personen – ergänzende und präzisierende sachverhaltliche Ausführungen vorge-
nommen.

12.1.1. Aussagen des Beschuldigten: Sachverhaltliche Ergänzungen durch die Kammer

Die Kammer stellt ergänzend und präzisierend zu den Ausführungen der Vorinstanz 
betreffend die erste polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 18. Mai 2017 
(S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 820; pag. 272 ff.) fest, dass 
dem vorgenannten Protokoll entnommen werden kann, dass der Beschuldigte of-
fenbar Mühe bekundete, die Schilderungen auszusprechen, sichtlich betroffen ge-
wesen ist und weinte. Er führte aus, dass er Tag für Tag habe erleben müssen, wie 
seine Frau ihn beschimpft und erniedrigt habe. Deshalb habe er sich an die dama-
lige Assistentin des SRK gewandt und ihr gesagt, dass er vier Kinder habe, aber es 
zu Hause nicht mehr aushalte (pag. 277 Z. 193 f.). Daraufhin habe er die Adresse 
eines Hotels erhalten (recte: Passantenheim der Heilsarmee). Jede Nacht habe ihn 
seine Frau angerufen und habe ihm gesagt, dass sie ihn in den Knast stecken und 
ihn nach Afghanistan zurückschicken werde (pag. 277 Z. 205 f.). Er habe seiner 
Betreuerin beim SRK ein paar Mal gesagt, dass sie ihm einen Anwalt organisieren 
solle, denn er habe gewusst, dass die Sache so enden würde, wie sie jetzt geendet 
habe (pag. 277 Z. 211 f.). Bezüglich der Abmachung des Besuchsrechts der Kinder 
meinte der Beschuldigte, dass seine Frau lüge, wenn diese geltend mache, dass er 
sich nicht an den Übergabeort und an die Übergabezeit gehalten habe. Wenn er sie 
abgeholt oder gebracht habe, sei er jeweils nicht länger als eine Minute dort gewe-
sen (pag. 278 Z. 236 ff.). Auf Vorhalt der Anzeige seiner Frau wegen häuslicher 
Gewalt meinte der Beschuldigte, dass sie lüge, denn es sei zwar zu verbalen Strei-
tereien gekommen, aber er sei nie handgreiflich geworden, er könne sie gar nicht 
schlagen, denn er kenne sie seit klein auf (pag. 278 Z. 253 ff.). Er glaube, das Ganze 
hänge damit zusammen, dass sie sich in Griechenland verloren hätten. Sie habe 
ihm immer gesagt, er habe dies absichtlich gemacht, um sie zu verlassen (pag. 278 
Z. 262 f.). Obwohl sie ihn in diese Lage gebracht habe, liebe er sie immer noch und 
er sei ganz sicher, dass nachdem diese Geschichte abgeschlossen sein werde, in 
ein bis zwei Jahren, sie ihn wieder heiraten wolle, denn er habe nichts Schlechtes 
gemacht (pag. 278 Z. 265 f.). Er habe sie nie mit dem Leben bedroht, es könne aber 
sein, dass er im Rahmen eines Streites gesagt habe, dass er sich selbst am besten 
töten würde, damit sie in Frieden leben könne (pag. 279 Z. 303 ff.). Wenn er seine 
Frau jeden Tag geschlagen hätte, dann wäre sie nicht mehr auf den Beinen, sondern 
im Spital, das habe er nicht gemacht (pag. 280 Z. 354 f.). Es stimme nicht, dass er 
sie am Tag seiner Einreise am 17. September 2014 geschlagen habe, weil sie kein 
Kopftuch getragen habe, ihm sei ein Kopftuch gar nicht wichtig (pag. 280 Z. 363 ff.). 
Auf Vorhalt des Vorwurfs der Vergewaltigung und auf Frage, ob er Frau ________ 

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(recte: L.________) begegnet sei, antwortete er, dass weder etwas vorgefallen sei, 
noch habe er diese Frau ________ gesehen (pag. 281 Z. 385 ff.). 

Betreffend die Hafteinvernahme vom 19. Mai 2017 ist zu ergänzen, dass der Be-
schuldigte zu Protokoll gab, dass er nie mehr als ein Glas Alkohol trinke (pag. 287 
Z. 117 ff.). Auf Vorhalt der Aussage der Privatklägerin, wonach er sie mehrmals mit 
den Händen auf dem ganzen Körper geschlagen und sie Verletzungen davongetra-
gen habe, führte der Beschuldigte aus, dass das alles Lügen seien (pag. 288 Z. 125 
ff.). Die Frage, ob er Verletzungen bei der Privatklägerin gesehen habe, verneinte 
er und sagte, dass er seine Frau liebe (pag. 288 Z. 130 ff.). Selbst was sie (heute) 
an ihrer Einvernahme erzähle, ändere nichts an seinen Gefühlen für sie (pag. 288 
Z. 133 f.). Er habe sie ein paar Mal gefragt, weshalb sie diese Aussagen gegen ihn 
mache. Sie habe ihm darauf geantwortet, dass sie wolle, dass er nach Afghanistan 
ausgeschafft werde (pag. 288 Z. 144 f.). Auf Frage, ob er jemals ein Messer gegen 
die Privatklägerin gerichtet habe, sagte er aus, dass das Lügen seien, er habe dies 
nie gemacht (pag. 288 Z. 151 ff.). Die Frage, ob er nach der Trennung mit der Pri-
vatklägerin – gegen deren Willen – weiter eine sexuelle Beziehung geführt habe, 
verneinte er. Während ihrer Beziehung habe er sie nie zum Sex gezwungen (pag. 
289 Z. 161 ff.). Er sei kein Tier und würde seine Frau nie vergewaltigen (pag. 289 
Z. 171 f.). Auf Frage, ob er das Scheidungsbegehren der Privatklägerin akzeptiert 
habe, gab er an, dass er sich nicht von ihr habe scheiden lassen wollen, sie ihm 
aber gesagt habe, dass wenn er die Papiere nicht unterschreibe, sie ihm Probleme 
machen werde (pag. 289 Z. 178 ff.). Nachdem er dann die Scheidungspapiere un-
terzeichnet habe, habe ihn die Privatklägerin angerufen und ihm gesagt, er werde 
nun sehen, was er für Probleme haben werde (pag. 289 Z. 182 f.). Er wolle nieman-
dem etwas Schlechtes antun, wenn die Staatsanwaltschaft Informationen darüber 
habe, dass er seiner Frau oder jemand anderem etwas Schlechtes angetan habe, 
dann sei er sofort bereit, die Folgen zu tragen (pag. 290 Z. 203 ff.). Der Beschuldigte 
weinte. Auf Frage, ob er Kenntnis vom Zahnarztbesuch seiner Frau wegen eines 
abgebrochenen Zahns habe, gab er an, dass er seiner Frau keinen Zahn abgebro-
chen habe. Er liebe seine Frau und wolle, dass es ihr gut gehe, sie sei die Mutter 
seiner vier Kinder (pag. 290 Z. 212 ff.).  

Der delegierten Einvernahme vom 24. Januar 2018 kann ausserdem entnommen 
werden, dass Fürsprecherin B.________ mitteilte, dass die Scheidung zwischen 
den Eheleuten A.________ am 6. September 2017 ausgesprochen worden sei (pag. 
299 Z. 46 f.). Die Frage, ob es zutreffe, dass er in der Türkei im Lager andere Frauen 
habe vergewaltigen müssen, verneinte er (pag. 299 Z. 71 ff.). Auf Vorhalt der Aus-
sagen der Privatklägerin führte er auch aus, dass er mit keiner ihrer Freundinnen 
Sex gehabt habe (pag. 299 f. Z. 81 f.). Es treffe demnach auch nicht zu, dass er 
seine Frau dazu gezwungen habe, ihm und dieser Freundin beim Sex zuzuschauen 
(pag. 300 Z. 84 ff.). Auf Vorhalt, seine Frau habe mehreren Personen, die durch die 
Polizei einvernommen worden seien, mitgeteilt, der Beschuldigte habe sie geschla-
gen und/oder vergewaltigt, antwortete er, dass dies nicht stimme, sie habe einfach 
einen Grund gesucht, um sich von ihm scheiden zu lassen (pag. 300 Z. 113 ff.). In 
dieser Einvernahme wurden dem Beschuldigten zudem diverse Sprachnachrichten, 
die er von der Privatklägerin erhalten haben soll, vorgespielt (pag. 301 Z. 133 ff.). 
Dabei ging es um die Scheidung und dass die Privatklägerin aus Afghanistan gehört 

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haben soll, dass er dort mittgeteilt habe, dass er sie umbringen werde, weil er die 
Scheidung nicht wolle. Er bestritt dies mitgeteilt zu haben, zumal er in Afghanistan 
nur seine Mutter habe, die zur Privatklägerin keinen Kontakt pflege. 

Ergänzend zu den vorinstanzlichen Ausführungen zur Schlusseinvernahme vom 13. 
Juni 2018 (S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 821) ist festzuhalten, 
dass der Beschuldigte aussagte, dass er die Wohnung gewechselt habe, weil er 
nicht jeden Tag Diskussionen mit seiner Frau haben wollte (pag. 311 Z. 173 f.). Eine 
Antwort auf die Frage, weshalb seine Frau sich darum bemüht habe, ihn in die 
Schweiz zu holen, wenn sie ihn gleich wieder hätte loswerden wollen, habe er nicht 
geben können. Er könne es bis heute immer noch nicht glauben, dass es zwischen 
ihnen so weit gekommen sei (pag. 311 Z. 194 f.). Sie habe ihn so geliebt. Er führte 
aus, dass die Flucht und alles was sie in ihrer Vergangenheit erlebt habe, sie ver-
ändert habe (pag. 312 Z. 212 ff.). Als sie (der Beschuldigte und die Privatklägerin) 
über die Flucht gesprochen hätten, habe sie ihm erzählt, dass sie geglaubt habe, 
dass er sie absichtlich verloren habe (pag. 312 Z. 216 f.). Sie habe gedacht, dass 
er in der Türkei eine andere Frau geheiratet habe. Es habe der gegenseitige Re-
spekt gefehlt, woher wohl auch die Distanz gekommen sei (pag. 312 Z. 218 ff.). Auf 
Vorhalt, dass die Privatklägerin bereits ab Februar 2015 in regelmässigen Abstän-
den ihrer Ärztin immer wieder von Schlägen seinerseits berichtet habe, gab er an, 
dass er sie nie geschlagen habe. Sie hätten einfach verbale Diskussionen gehabt 
(pag. 312 Z. 222 ff.). Es habe ihn auch nicht gestört, wenn sie kein Kopftuch getra-
gen habe, er habe dies sogar bevorzugt (pag. 313 Z. 261 f.). Auf Frage, ob er die 
Privatklägerin im April 2015 geohrfeigt habe und ihr dabei ein Zahn abgebrochen 
sei, führte er aus, dass dies nicht stimme und dass ihre Zähne schon vorher kaputt 
gewesen seien (pag. 313 Z. 252 ff.). Auf Vorhalt, dass seine Frau einer Mitarbeiterin 
vom SRK ab dem 13. April 2015 regelmässig erzählt habe, sie werde von ihm ge-
schlagen, meinte der Beschuldigte, es sei umgekehrt gewesen. Die Frage, ob dem-
zufolge die Privatklägerin ihn geschlagen habe, verneinte er. Sie habe wohl einfach 
einen Grund für die Scheidung gesucht (pag. 412 Z. 279). Er führte aus, dass man 
in Afghanistan einen Grund brauche, um sich scheiden lassen zu können (pag. 314 
Z. 287 f.). Auf Vorhalt, dass die Privatklägerin ausgeführt habe, dass er sie verge-
waltigt haben soll, gab der Beschuldigte an, dass seine Frau kein 18-jähriges Mäd-
chen und er nicht irgendein Freund von ihr sei, sie seien seit 14 Jahren verheiratet 
und hätten gemeinsam vier Kinder. Er sei der Vater dieser Kinder und schlussend-
lich kein 18-jähriger Junge, der es so wahnsinnig nötig habe, sie zu vergewaltigten 
(pag. 314 Z. 298 ff.). Es sei doch zum Lachen, wie könne man seine eigene Frau 
vergewaltigen (pag. 315 Z. 315). Die Frage, ob die Privatklägerin demnach alles frei 
erfunden habe, beantwortete der Beschuldigte damit, dass man sie selber fragen 
solle (pag. 315 Z. 321 f.). Auf Frage, ob in Afghanistan jemand seine Ehefrau ver-
gewaltigen könne, gab er an, dass er dies dort nie gehört habe, da man ja eben 
verheiratet sei (pag. 316 Z. 351 f.). Schliesslich meinte der Beschuldigte er möchte 
noch etwas ergänzen, seine Frau und er hätten vier Kinder, das was zwischen ihnen 
vorgefallen sei, dafür entschuldige er sich. Beim Verlesen des Protokolls wollte er 
präzisiert haben, er meine damit die Diskussionen, die zwischen ihnen vorgefallen 
seien (pag. 316 Z. 364 ff.). 

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Anlässlich der Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 3. 
September 2019 gab der Beschuldigte zudem zu Protokoll, dass seine vier Kinder 
bei ihm leben würden (S. 8 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 821 f., 
pag. 751 Z. 25 ff.). Er suche nun eine grössere Wohnung, was schwierig sei, weil 
niemand helfe. Seine Aufenthaltsbewilligung sei vor fünf Monaten abgelaufen. Im 
Rahmen der Fragen zur Sache bestritt der Beschuldigte sämtliche Vorwürfe (pag. 
752 Z. 7 ff.). Er führte mehrfach aus, dass alles gelogen sei und ihn diese Vorwürfe 
beschämen würden (pag. 752 Z. 7 ff.). Auf Vorhalt des Vorwurfs der Drohung 
gemäss Ziff. 3 der Anklageschrift, gab er an, dass die Privatklägerin ihn immer be-
droht habe. Sie habe gesagt, dass sie ihn nach Afghanistan zurückschicken wolle, 
weil sie wisse, dass er dort umgebracht werde (pag. 752 Z. 25 ff.). Die Sprachnach-
richten habe sie in die Wege geleitet, um diese gegen ihn zu verwenden (pag. 752 
Z. 36 ff.). Nach dem Versenden der Sprachnachrichten (Nr. 3, pag. 334) habe sie 
ihn angerufen und ihm gesagt, die Polizei werde in einer Stunde kommen; dies sei 
Teil ihres Planes gewesen (pag. 752 Z. 44 ff.). Er bestritt auch den Vorwurf der 
Nötigung mit dem Messer (pag. 753 Z. 4 ff.). Auf Frage, ob demzufolge generell 
nichts passiert sei, gab er an, dass er sie so fest geliebt habe, dass er nicht gewollt 
habe, dass sie sich von ihm scheiden lasse. Sie habe ihm immer gedroht, sie wolle 
sich von ihm trennen, da er zehn Jahre älter als sie sei (pag. 753 Z. 9 ff.). Weiter 
führte der Beschuldigte aus, dass auch die Kinder bestätigen könnten, dass die Pri-
vatklägerin immer Bier und Wodka unter dem Bett gehabt habe (pag. 753 Z. 25 ff.). 
Zweimal die Woche sei sie einfach weg gewesen, meistens in Bern bei Kollegen, 
wenn er fragte, wo sie gewesen sei, habe sie ihm einfach den Stinkefinger gezeigt 
und habe gemeint, es gehe ihn nichts an. Hier in der Schweiz hätten nur die Frauen 
etwas zu sagen, hier gelte eine Frauenherrschaft (pag. 753 Z. 29 ff.). Er habe dem 
SRK gegenüber nichts vom Alkoholkonsum gesagt, weil er Angst gehabt habe, dass 
sie ihnen die Kinder wegnehmen würden (pag. 753 Z. 36 ff.). Wenn es zu einer 
Landesverweisung komme und er zurück müsse, werde er in Afghanistan gesteinigt 
(pag. 754 Z. 1 ff.). 

Im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Juni 2021 führte der 
Beschuldigte aus, dass er unter massivstem Druck wegen den falschen Anschuldi-
gungen seitens der Privatklägerin stehe (pag. 1043 Z. 18). Auf Frage, wie es dazu 
komme, dass seine Kinder bei ihm wohnen würden, sagte er aus, dass seine Kinder 
ihn lieben würden und er nicht wisse, weshalb sie ihre Mutter verlassen hätten (pag. 
1043 Z. 29 ff.). Der Kontakt mit der Privatklägerin betreffend die Kinder verlaufe 
telefonisch (pag. 1044 Z. 5 f.). Er führte zudem aus, dass er zu seinen Aussagen 
nichts zu ergänzen habe, er sei seit drei Jahren über mehrere Instanzen hinweg 
nicht korrekt behandelt worden (pag. 1046 Z. 6 ff.). Auf Frage, ob er seine Frau 
geschlagen habe, antwortete er, dass er das nicht gemacht habe. Er würde sich 
schämen, wenn er so etwas täte (pag. 1046 Z. 13 ff.). Auf Frage, ob man seine 
eigene Ehefrau vergewaltigen könne, antwortete er, er sei ein Mensch der in der 
Gesellschaft lebe, in welcher zu 100 Prozent die Gesetze herrschen würden und 
warum er so etwas tun sollte (pag. 1046 Z. 27 ff.). Auf Nachfrage, ob es generell 
möglich sei, seine Ehefrau zu vergewaltigen, führte er aus, dass dies nicht möglich 

20

sei, denn Mann und Frau müssten gegenseitig einverstanden sein, damit Sexual-
kontakt zustande komme (pag. 1046 Z. 32 ff.). Auf erneute Nachfrage hin führte er 
aus, dass er nicht wisse, ob dies möglich sei (pag. 1046 Z. 41 ff.).

12.1.2. Aussagen der Privatklägerin: Sachverhaltliche Ergänzungen durch die Kammer

Die Kammer stellt ergänzend und präzisierend zu den Ausführungen der Vorinstanz 
betreffend die erste polizeiliche Einvernahme der Privatklägerin vom 12. Mai 2017 
(S. 10 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 823 ff.) fest, dass die Privat-
klägerin ausführte, dass ihr Mann ihr am Telefon erklärt habe, dass ihr nichts pas-
sieren werde, wenn sie die Scheidung zurückziehe und sie ihn als Ehemann zurück-
nehme. Sie habe ihn gefragt, ob er sich dann ändern werde und ob es dann besser 
werde. Daraufhin habe er ihr geantwortet, dass sie eine afghanische Frau sei und 
ihm zu gehorchen habe. Sie habe ihm dann gesagt, dass sie das nicht mehr wolle. 
Daraufhin habe er ihr vermittelt, dass er bei Gott schwöre, dass er ihr das Leben 
nehmen werde; dabei weinte die Privatklägerin (pag. 175 Z. 71 ff.). Weiter führte die 
Privatklägerin aus, dass die Reise nach Südarabien (wohl Saudi-Arabien) nie als 
Reise mit Heirat gedacht gewesen sei. Er habe ihr vorgemacht, dass sie einen Aus-
flug machen würden, dann habe er den Imam angerufen, vor welchem sie die Heirat 
vollzogen hätten. Sie sei zwischen 13 und 14 Jahre alt gewesen. Ihre Mutter habe 
mitgeholfen, dies zu arrangieren (pag. 176 Z. 114 ff.). Da sie ihn auf der Flucht ver-
loren habe, habe sie den Antrag beim Migrationsamt gestellt, dass er in die Schweiz 
habe kommen können. Sie habe diesen Antrag nur deshalb gestellt, damit ihre bei-
den Söhne, die bei ihm gewesen seien, zu ihr hätten kommen können (pag. 176 Z. 
145 ff.). Während der Befragung weinte die Privatklägerin immer wieder. Sie hielt 
fest, dass der Grund, weshalb sie das alles der Ärztin erzählt habe, sei, dass wenn 
sie wirklich umgebracht werde, wenigstens jemand wisse, was passiert sei (pag. 
180 Z. 346 ff.). Zu Gewalttätigkeiten, ausgehend von ihrem Mann, sei es sicher im 
Minimum zwei Mal wöchentlich gekommen, es habe aber auch Zeiten gegeben, wo 
es täglich passiert sei (pag. 181 Z. 372 ff.). Sie frage sich auch, weshalb sie so lange 
durchgebissen habe. Sie habe es kulturbedingt einfach nicht anders gelernt. Er habe 
sie jeweils überall am Körper mit der flachen Hand geschlagen und mit den Füssen 
getreten. Er habe sie an den Haaren gezogen und ihren Kopf gegen die Wand ge-
schlagen, so lange, bis sie sich in ein Zimmer retten oder die Wohnung habe ver-
lassen können (pag. 181 Z. 378 ff.). 

Betreffend die zweite polizeiliche Einvernahme vom 17. Mai 2017 (S. 12 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung, pag. 825 f.) – welche die Vorinstanz sehr umfas-
send wiedergegeben hat – ist ergänzend festzuhalten, dass die Privatklägerin zu 
Protokoll gab, dass sie in ihrem Leben mit ihrem Mann nie gewollten Geschlechts-
verkehr gehabt habe (pag. 188 Z. 195 f.). Weiter gab sie an, sich mit Sicherheit 
während zehn Minuten bei der Vergewaltigung zur Wehr gesetzt zu haben, danach 
habe sie einfach keine Kraft mehr gehabt (pag.  190 Z. 270 ff.). Frau Dr. O.________ 
habe noch leichte Flecken festgestellt (pag. 191 Z. 341 ff.). Die Frage, ob sie mit 
gewissen Handlungen (bezugnehmend auf die vollendete Vergewaltigung) einver-
standen gewesen sei, beantwortete sie mit: «Nein, garantiert nicht.» (pag. 191 f. Z. 
352 ff.). Auf Frage, wie es zur zweiten Vergewaltigung gekommen sei, antwortete 
die Privatklägerin, dass es ein Versuch gewesen sei, sie zu vergewaltigten (pag. 

21

192 Z. 362). Zudem sei die Wohnung wegen des Umzugs nach G.________(Ort) 
bereits geräumt gewesen. 

Hinsichtlich der Zusammenfassung der Aussagen der Privatklägerin anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 13. Juni 2018 (S. 15 ff. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 828 ff.) ist konkretisierend auszuführen, dass die Pri-
vatklägerin angab, weil es alle zwei bis drei Wochen zu Vorfällen (Schläge) gekom-
men sei, sie dann auch im selben Zeitabstand Frau Dr. O.________ aufgesucht und 
dieser davon erzählt habe (pag. 203 Z. 162 ff.). Auf Frage, wie oft der Beschuldigte 
sie geschlagen habe, führte sie zudem aus, dass es auch Zeiten gegeben habe, in 
denen der Beschuldigte sie nicht geschlagen habe. Immer wenn er sich entschuldigt 
habe, sei es ein bis zwei Monate gut gewesen, danach sei es wieder passiert (pag. 
203 Z. 191 ff.). Die Frage, ob er sie nach der Trennung im Juni 2016 noch geschla-
gen habe, verneinte sie. Er sei zwar vorbeigekommen, geschlagen habe er sie aber 
nicht (pag. 204 Z. 200 ff.). Den Grund für die Trennung im Juni 2016 konnte respek-
tive wollte sie weder der Polizei noch ihrer Anwältin gegenüber mitteilen (pag. 204 
Z. 203 ff.). Er habe einen dermassen grossen Fehler gemacht, dass sie nicht mehr 
mit ihm zusammen sein habe können, auch wenn sie dies gewollt hätte. Sie wolle 
auch heute nicht darüber reden. Es gebe einen Grund, weshalb er schlussendlich 
die Scheidung akzeptiert habe und er wisse um den Fehler, welchen er begangen 
habe. Sie wolle sich keinen Feind schaffen. Sie denke, sein Gewissen habe ihn 
schon genügend «umgebracht» (geschädigt; pag. 204 Z. 218 ff.). Auf Frage, ob er 
sie auch gegen den Kopf getreten habe, führte sie aus, dass sie schon Aussagen 
machen möchte, aber sie wisse, dass er ihre Aussagen, die sie hier mache, alle 
mitbekommen werde und dann mache sie ihn sich noch mehr zum Feind. Schluss-
endlich bejahte sie jedoch, dass er sie auch gegen den Kopf getreten habe (pag. 
205 Z. 238 ff.). Auf Frage, was der Inhalt der Drohungen gewesen sei, führte sie 
aus, dass er jeweils gesagt habe, dass er sie umbringen respektive aus ihr Hack-
fleisch machen werde. Sie habe Angst gehabt, dass er die Drohungen verwirklichen 
würde (pag. 205 Z. 262 ff.). Sie bestätigte im Weiteren, dass der Beschuldigte ihr 
einmal ein Messer an den Hals gehalten habe. Er habe dies gemacht, um sie ein-
zuschüchtern, damit sie nicht zur Polizei gehe und mit niemandem darüber rede. Er 
habe ihr das Messer an den Hals gehalten, habe aber nicht geschnitten. Sie habe 
dabei versucht ihn von sich wegzubringen indem sie gesagt habe, es sei gut, sie 
gehe nicht zur Polizei (pag. 206 Z. 276 ff.). Die Privatklägerin schilderte auf Frage, 
wie es damals zur Vergewaltigung gekommen sei, dass es zuerst zum Versuch des 
erzwungenen Sexualverkehrs und erst anschliessend zum tatsächlich vollzogenen 
Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen gekommen sei (pag. 207 Z. 343 ff.). Die 
Staatsanwaltschaft fragte die Privatklägerin sodann wie viel Zeit zwischen dem Vor-
fall (Vergewaltigung) und dem späteren Vergewaltigungsversuch vergangen sei. Die 
Privatklägerin führte aus, dass sie es nicht genau wisse, es könnten zwei Wochen 
gewesen sein (pag. 208 Z. 380 ff.). Das letzte Mal als sie ihn gesehen habe, sei 
beim Vergewaltigungsversuch gewesen (pag. 209 Z. 417 ff.). Ansonsten habe sie 
ihn nur noch von Weitem gesehen. Auf Frage, ob sie noch immer von ihm beobach-
tet werde, sagte sei aus, dass sie in G.________(Ort) im ersten Stock wohne und 
es vorgekommen sei, dass zwei Männer mit Messern auf ihren Balkon gestiegen 
seien, was sie der Polizei gemeldet habe, die dann innert 20 Minuten gekommen 

22

sei (pag. 209 f. Z.423 ff.). Ob der Beschuldigte diese Leute beauftragt habe, wisse 
sie nicht. Wenn sie in die Badi in E.________(Ort) oder in Basel in die Stadt gegan-
gen sei, seien diese Leute eigentlich immer aufgetaucht. Es seien immer Schweizer 
vom Aussehen her gewesen (pag. 210 Z. 427 ff.). Sie habe zu allen Kollegen, die 
sie gehabt habe, den Kontakt abgebrochen, da es Landsleute von ihr seien, die sie 
gehasst hätten. Ihre Nachbarn hätten sie auch sehr stark im Visier gehabt, wann sie 
komme und gehe (pag. 211 Z. 476 ff.). Die Staatsanwaltschaft hielt der Privatkläge-
rin vor, dass der Beschuldigte die Vorwürfe allesamt bestreite. Sie führte dazu aus, 
dass sie ihn nicht als Feind wolle. Sie wolle nicht, dass er ausgeschafft werde (pag. 
212 Z. 483 ff.). Auf Vorhalt einer Aktennotiz des SRK, wonach der Beschuldigte im 
Juni 2016 mit ihrer besten Freundin im Nebenzimmer geschlafen haben soll, erklärte 
sie, dass sie darüber nicht reden möchte (pag. 212 Z. 518 ff.). Auf Vorhalt der 
Sprachnachrichten gab sie an, dass es stimme, dass der Beschuldigte nach Afgha-
nistan telefoniert und seiner Mutter gesagt habe, sie dürfe sich nicht von ihm tren-
nen, sonst mache er Stücke aus ihr. Sie habe ihn damals angefleht, dass er sie nicht 
umbringen werde (pag. 212 Z. 518 ff.). Ihre zwei Söhne R.________ und 
S.________ hätten zwei Jahre bei ihrem Vater gelebt, wenn er das Land verlassen 
müsste, würden ihre zwei Söhne auch mitgehen, das wolle sie nicht (sie schluchzt 
dabei heftig und kann sich kaum beruhigen; pag. 215 Z. 621 ff.). 

Bezüglich der Einvernahme an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 3. Sep-
tember 2019 ist ergänzend anzumerken, dass die Privatklägerin ausführte, dass es 
in ihrer Kultur nicht vorgesehen sei, dass sich eine Frau von ihrem Mann trenne oder 
bei (ehelichen) Problemen zur Polizei gehe. Es habe sie grosse Überwindung ge-
kostet, aber es sei für sie jetzt alles zu viel geworden. Die ganze Familie in Afghani-
stan habe den Kontakt zu ihr abgebrochen, auch die Afghanen in der Schweiz woll-
ten nichts mehr mit ihr zu tun haben (pag. 748 Z. 1 ff.). Die Privatklägerin wurde 
sodann dazu befragt, ob zuerst die versuchte oder die vollendete Vergewaltigung 
stattgefunden habe. Sie antwortete darauf, dass zum ersten Mal nichts passiert und 
er geflüchtet sei und beim zweiten Mal sei er zum Orgasmus gekommen (pag. 748 
Z. 21 ff.). Auf Vorhalt des Widerspruchs betreffend den zeitlichen Ablauf dieser 
Übergriffe, führte sie aus, dass sie nicht mehr genau wisse in welcher Reihenfolge 
diese Übergriffe erfolgt seien (pag. 748 Z. 26 ff.). Es wurde ihr auch vorgehalten, 
dass sie ausgesagt habe, dass die Wohnung beim zweiten Vorfall – dem Versuch – 
bereits leergeräumt gewesen sei. Sie führte aus, das sie Vorbereitungen für den 
Umzug getätigt habe (pag. 748 Z. 31 ff.).

An der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Juni 2021 führte die Privatklä-
gerin aus, dass die Kinder zurzeit alle beim Vater leben würden (pag. 1039 Z. 21 f.). 
Die drei ältesten Kinder würden den Kontakt zu ihr ablehnen, da diese sie für die 
ganze Sache (Strafverfahren) verantwortlich machen würden (pag. 1039 Z. 31 ff.). 
Mit dem Beschuldigten könne sie ein normales Gespräch führen, sie habe keine 
Angst mehr vor ihm (pag. 1039 Z. 42 ff.). Seit die Kinder beim Vater seien, habe sie 
nicht mehr das Gefühl von ihm kontrolliert zu werden (pag. 1040 Z. 1 ff.). Sie habe 
hier niemanden, keine Freunde und keine Familie (pag. 10 40 Z. 14 ff.). Auch mit 
ihrer Familie in Afghanistan spreche sie seit zwei Jahren nicht mehr (pag. 1040 Z. 
23 ff.). Sie bestätigte zudem ihre bereits gemachten Aussagen zur Sache (pag. 1040 

23

Z. 39 ff.). Auf Frage, ob zuerst der Versuch oder zuerst die vollendete Vergewalti-
gung erfolgt sei, antwortete sie zuerst, dass sie sich nicht mehr erinnere und ant-
wortete danach, dass sie nicht mehr darüber sprechen wolle (pag. 1041 Z. 4 ff.). Die 
Frage, ob sie in Anwesenheit des Beschuldigten frei aussagen könne, bestätigte sie 
(pag. 1041 Z. 21 f.). Auf Frage, welchen Fehler der Beschuldigte begangen habe, 
der zur Trennung geführt habe, sagte sie aus, dass er es eingesehen habe mit den 
Gewaltausübungen und Allem was vorgefallen sei. Er habe sie losgelassen (pag. 
1041 Z. 9 ff.).

12.1.3. Aussagen der Zeuginnen: Sachverhaltliche Ergänzungen durch die Kammer

Betreffend die Aussagen der Zeugin L.________ ist ergänzend anzufügen, dass sie 
als sie von der Polizei am 21. September 2017 befragt wurde, angab, dass sie für 
Beide eine Vertrauensperson gewesen sei, weil sie mit ihnen Urdu habe sprechen 
können (pag. 239 Z. 39 ff.). Sie meinte, die Hochzeit sei von der Privatklägerin wohl 
nicht gewollt gewesen (pag. 239 Z. 64 ff.). Die Frage, ob sie den Beschuldigten ein-
mal aggressiv erlebt habe, beantwortete sie damit, dass es eine Szene im Garten 
gegeben habe, als er «mega hässig» gewesen sei, wobei es um ein Tomatenhaus 
gegangen sei (pag. 244 Z. 313 ff.). Sie habe nicht den Eindruck gehabt, dass er kurz 
vor einem Gewaltausbruch gewesen sei, es sei für sie einfach erstaunlich gewesen, 
wie er reagiert habe, weil es eigentlich um eine kleine und unbedeutende Sache 
gegangen sei (pag. 244 Z. 317 f.). Er sei mit der Ehescheidung überhaupt nicht 
einverstanden gewesen und habe ausgerufen, sei aber nicht gewalttätig geworden. 
Sie habe eher nicht das Gefühl, die Anzeige der Privatklägerin könne ein Druckmittel 
für das alleinige Sorgerecht sein (pag. 245 Z. 378 ff.).

Hinsichtlich der Aussagen der Zeugin N.________ ist zu ergänzen, dass sie anläss-
lich der polizeilichen Einvernahme vom 31. Oktober 2017 angab, dass als sie das 
Dossier von Frau T.________ übernommen habe, diese ihr gesagt habe, dass es 
schon viele Konflikte zwischen dem Ehepaar gegeben habe (pag. 223 Z. 52 ff.). Auf 
Frage, ob sie Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen des Beschuldigten oder der 
Privatklägerin hege, gab sie an, dass häusliche Gewalt nicht bei jedem Gespräch 
ein Thema gewesen sei, aber wenn die Privatklägerin davon erzählt habe, sie sich 
nie widersprochen habe (pag. 224 Z. 103 ff.). Der Beschuldigte habe sich auch nie 
widersprochen, aber häusliche Gewalt sei bei ihm nie ein Thema gewesen. Auf Vor-
halt der Aktennotiz der SRK vom 31. Mai 2016 wurde die Zeugin befragt, wie sie es 
sich erklären könne, dass es in der Beziehung des Beschuldigten und der Privatklä-
gerin Momente gegeben habe, in welchen die Privatklägerin grosse Angst vom Be-
schuldigten gehabt habe und es wiederum auch andere Momente gegeben habe, in 
welchen alles unproblematisch erscheint sei. Sie antwortete darauf, dass sie sich 
die Ambivalenz nicht erklären könne (pag. 227 Z. 237 ff.). Es sei aber allgemein 
schwierig bei so komplexen Familiengeschichten.

Hinsichtlich der Aussagen der Zeugin M.________ verweist die Kammer vollum-
fänglich auf die Zusammenfassungen der Vorinstanz (S. 20 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 833 ff.).

24

12.2. Objektive / weitere Beweismittel

Betreffend die Zusammenfassung der vorliegenden objektiven respektive der wei-
teren Beweismittel kann vollumfänglich auf das durch die Vorinstanz Ausgeführte 
verwiesen werden (S. 25 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 828 f.). 

Ergänzend ist hierbei der Standortbericht von Frau M.________ der Familienbeglei-
tung vom 6. September 2017 (pag. 259 ff.) zu erwähnen. Diesem Bericht kann ent-
nommen werden, dass sich die Privatklägerin im August 2016 aufgrund der immer 
wiederkehrenden Übergriffe des Beschuldigten entschieden habe, sich von ihm zu 
trennen. Sie habe im Alltag immer wieder feststellen müssen, dass er nicht bereit 
gewesen sei, seine psychischen Probleme anzugehen und damit seine Gewaltmus-
ter zu durchbrechen (pag. 260).

13. Beweiswürdigung durch die Kammer

13.1. Vorbemerkungen

Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass sich die Kammer der erstinstanzlichen Beweis-
würdigung im Wesentlichen anschliessen kann. Die erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung ist sorgfältig verfasst und die Vorinstanz hat alles Wesentliche erfasst und die 
verschiedenen (allenfalls möglichen) Varianten eingehend beleuchtet. In diesem 
Sinne kann vorweg auf die Beweiswürdigung der Vorinstanz verwiesen werden (S. 
26 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 839 ff.). Ergänzungen, Präzisie-
rungen oder allenfalls Abweichungen vom erstinstanzlichen Urteil werden durch die 
Kammer im Rahmen der nachfolgenden konkreten Würdigung eingehend ausge-
führt.

Die Kammer erachtet es als notwendig vorab festzuhalten, dass sich die konkrete 
Beweiswürdigung im vorliegenden Verfahren als relativ schwierig erweist, weil es 
einerseits um häusliche Gewalt unter Eheleuten geht und andererseits Delikte be-
troffen sind, die offensichtlich gerade im vorliegenden Kulturraum sehr schambehaf-
tet sind. Im Weiteren gehen die Betroffenen, allen voran natürlich der Beschuldigte, 
aufgrund des kulturellen Hintergrunds offenbar von einem ganz anderen Rechtsver-
ständnis aus. Der Beweiswürdigung sind selbstverständlich die hier geltenden Wert- 
und Rechtsvorstellungen zugrunde zu legen, trotzdem darf mit Blick auf die Bewer-
tung einzelner Reaktionen und Aussagen der kulturelle Hintergrund der Beteiligten 
und auch ihre schwierige Lage in der Schweiz nicht unberücksichtigt bleiben.

Infolge des engen sachlichen Zusammenhangs wird – in Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz – darauf verzichtet hinsichtlich jedes einzelnen Anklagepunktes eine se-
parate Beweiswürdigung vorzunehmen. Die Vorwürfe werden dementsprechend 
nachfolgend gesamteinheitlich gewürdigt.  

13.2. Konkrete Würdigung der subjektiven Beweismittel

13.2.1. Aussagen des Beschuldigten

Wie die Vorinstanz im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten 
zutreffend festhielt, beschränkte sich der Vorgenannte bei den Befragungen weitge-
hend darauf, die ihm gemachten Vorwürfe zu bestreiten. Dementsprechend fehlt es 
von seiner Seite her an zusammenhängenden Schilderungen zu den angeklagten 

25

Sachverhalten, sodass seine Aussagen grösstenteils nicht verlässlich nach den 
aussagepsychologischen Kriterien gewürdigt werden können (S. 28 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung, pag. 841 f.).

Festgestellt werden kann jedoch vorab, dass die wenigen Aussagen, welche der 
Beschuldigte zur Sache tätigte, etliche Hinweise auf Lügensignale aufweisen:
Als Lügensignal ist zu werten, dass der Beschuldigte bereits anlässlich der ersten 
polizeilichen Einvernahme vom 18. Mai 2017 (pag. 276 f. Z. 156 ff.) direkt zum Ge-
genangriff überging und die Privatklägerin ihrerseits der Drohung und Beschimpfung 
bezichtigte, noch bevor ihm die durch die Vorgenannte geltend gemachten Vorwürfe 
überhaupt vorgehalten werden konnten. So gab er an, er habe es zu Hause nicht 
mehr ausgehalten, jeden Tag von seiner Frau beschimpft und erniedrigt zu werden. 
Seine Frau habe ihn jeden Tag angerufen und habe ihm gesagt, sie werde ihn in 
den Knast stecken und ihn nach Afghanistan zurückschicken. Auch habe sie ihn 
psychisch krankmachen wollen. Sie habe ihn zudem als homosexuell beschimpft. 
Sodann versuchte der Beschuldigte die Privatklägerin in jeder Einvernahme graduell 
in einem schlechteren Licht erscheinen zu lassen. So behauptete er in der ersten 
Einvernahme, die Privatklägerin habe psychische Probleme (pag. 278 Z. 260 f.). In 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte er dann aus – ohne dies in den vor-
angehenden Befragungen jemals thematisiert zu haben – dass sie alkoholsüchtig 
sei und es deswegen zu Streitereien gekommen sei. Sogar die Kinder könnten 
bestätigen, dass die Privatklägerin immer Bier und Wodka unter dem Bett gehabt 
habe (pag. 753 Z. 25 ff.). Zudem sei die Privatklägerin oft abwesend gewesen. Sie 
habe sich meistens bei Kollegen in Bern aufgehalten und als sie zurückgekommen 
sei, habe sie ihn beleidigt, indem sie ihm jeweils den Stinkefinger gezeigt habe, 
wenn er sie gefragt habe, wo sie gewesen sei (pag. 753 Z. 29 ff.). Gerade der Vor-
wurf, dass sie angeblich alkoholsüchtig und oft abwesend gewesen sei, findet in den 
Akten keine Stütze. Den Akten ist hingegen zu entnehmen, dass Alkoholprobleme 
eher seitens des Beschuldigten vorgelegen haben dürften (pag. 10 145 der SRK-
Akten). Es lassen sich betreffend seines Aussageverhaltens – nebst den geschil-
derten Gegenangriffen – starke Aggravierungstendenzen feststellen, indem der Be-
schuldigte augenfällig beabsichtigte die Privatklägerin in jeder Einvernahme – unter 
Angabe von stets neuen Gründen – schlechter dastehen zu lassen. Sich selbst hin-
gegen stellte er jeweils in die Opferrolle. 

Dem Beschuldigten war es zudem nicht möglich eine nachvollziehbare Erklärung 
dafür zu geben, weshalb die Privatklägerin, die sich in der Vergangenheit bekannt-
lich für eine Familienzusammenführung eingesetzt hatte, jetzt mit falschen Anschul-
digungen die Absicht verfolgen sollte, ihn zurück nach Afghanistan zu schicken (vgl. 
pag. 288 Z. 144 f.).

Widersprüchlich beantwortete der Beschuldigte im Weiteren die Frage, ob er eine 
Erklärung für die Anschuldigungen der Privatklägerin habe respektive ob er ihre 
Gründe hierfür kennen würde. So gab er in der ersten Einvernahme als Begründung 
für ihre Anzeige an, dass sie psychische Probleme habe (pag. 278 Z. 259 f.). In der 
darauffolgenden Einvernahme führte er dann aus, dass die Privatklägerin ihn für 
den Tod ihrer Eltern durch die Taliban verantwortlich machen würde und dass sie 

26

ihm noch immer vorhalte, dass er sie absichtlich auf der Flucht verloren habe, wes-
halb sie sich von ihm trennen möchte (pag. 288 Z. 127 ff.). Schliesslich führte er 
aus, dass die Privatklägerin einfach einen Grund für die Trennung bzw. Scheidung 
benötigt habe (pag. 300 Z. 117 ff.), denn in Afghanistan brauche man einen Grund 
für eine Scheidung (pag. 314 Z. 287 ff.). Er verkennt hierbei jedoch, dass die Aus-
sagen, die die Privatklägerin bei den Strafverfolgungsbehörden machte, bereits 
nach der Trennung und grösstenteils auch nach der Scheidung erfolgt sind. Mit die-
sen Anzeigen lediglich einen Grund für die Trennung bzw. Scheidung zu konstruie-
ren, ist wirklichkeitsfremd. Als weiteren Grund gab er auch an, dass ihr der Alters-
unterscheid zu ihm zu gross gewesen sei und sie sich deshalb von ihm habe trennen 
wollen. Im Weiteren führte er aus, dass sie einen Plan geschmiedet habe, um ihm 
nachhaltig Schaden zuzufügen. Wie die Vorinstanz diesbezüglich zutreffend fest-
stellte, fehlt es hierfür gänzlich an entsprechenden Hinweisen (pag. 752 Z. 44 ff.; S. 
29 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 842). Eine solche Vorgehensweise 
ist in Anbetracht des Ausmasses der hierfür erforderlichen Raffinesse und Kalküls, 
wie im konkreten Fall, realitätsfremd. Dasselbe hielt die Staatsanwaltschaft in ihrem 
oberinstanzlichen Parteivortrag fest, in welchem sie ausführte, dass es unmöglich 
sei, dass die Privatklägerin während den Jahren 2014 bis 2017 ein derartiges Lü-
gengebäude aufgebaut hätte, ohne sich in Widersprüche zu verwickeln (pag. 1055). 
Auf diesen Punkt wird sodann erneut im Rahmen der Würdigung der Aussagen der 
Privatklägerin als auch bei der Würdigung der objektiven Beweismittel eingegangen 
werden. 
Es kann demzufolge festgestellt werden, dass der Beschuldigte eine schlüssige Er-
klärung für die angeblichen Falschanschuldigungen der Privatklägerin, nicht liefern 
konnte.

Im Weiteren weist das Aussageverhalten des Beschuldigten auf Schutzbehauptun-
gen hin, so führte er aus, dass wenn er seine Frau tatsächlich geschlagen hätte, sie 
jetzt nicht auf den Beinen stünde, sondern sie sich im Spital befinden würde. Unter 
Vorhalt des Vorwurfs der Vergewaltigung gab er auch an, dass er kein 18-jähriger 
Junge mehr sei, der es so wahnsinnig nötig habe, seine Frau zu vergewaltigen; das 
sei doch lächerlich (pag. 314 Z. 298 ff.). Auf Frage, ob er sie geschlagen habe, führte 
er aus, dass es zwar zu verbalen Streitigkeiten gekommen, er aber nie handgreiflich 
geworden sei, da er seine Frau von klein auf kenne (pag. 278 Z. 253 ff.). Seine 
Schlussfolgerungen respektive Begründungen, weshalb er nicht als Täter in Frage 
komme – so weil er es beispielsweise nicht nötig habe sich an seiner Frau zu ver-
gehen – sind nicht schlüssig.

Sehr auffallend und ebenfalls als Lügensignal zu werten ist sodann, dass der Be-
schuldigte, als dieser jeweils mit den Vorwürfen konfrontiert wurde, wiederholt der 
gestellten Frage auswich, ohne direkt darauf einzugehen oder diese sogar mit einer 
Gegenfrage beantwortete, wie beispielsweise: «Wer würde so etwas seiner Frau 
antun?» (pag. 281 Z. 417 f.), oder «Warum hätte ich meine Frau schlagen sollen?» 
(pag. 285 Z. 28). 

Der Beschuldigte wurde im Verfahren mehrmals dazu befragt, ob man seine eigene 
Ehefrau seiner Vorstellung nach überhaupt vergewaltigen könne. In der Schlussein-
vernahme vom 13. Juni 2018 meinte er, dass es zum Lachen sei, wie könne man 

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seine eigene Frau vergewaltigen (pag. 315 Z. 315). Das Wort vergewaltigen gebe 
es bei ihnen zwischen Mann und Frau gar nicht, denn sie seien schliesslich verhei-
ratet. Sei die Frau mit dem Geschlechtsverkehr nicht einverstanden, könne man sie 
natürlich nicht zwingen. Bis heute habe er in Afghanistan nie gehört, dass jemand 
seine eigene Ehefrau vergewaltigen könne (pag. 315 Z. 331 ff.). Auch im Rahmen 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung wurde er hierzu befragt. Nachdem er der 
Frage zuerst mehrmals auswich, sagte er anschliessend aus, dass dies nicht mög-
lich sei, antwortete danach aber auf erneute Nachfrage, dass er es nicht wisse (pag. 
1046 Z. 27 ff.). Der Beschuldigte offenbarte mit seinen Aussagen ein Selbstver-
ständnis, dass sich nicht mit den hiesigen Normvorstellungen vereinbaren lässt. Zur 
Veranschaulichung seines Rechtsverständnisses, verwies die Staatsanwaltschaft in 
ihrem oberinstanzlichen Parteivortrag auf das afghanische Gesetzbuch zur Rege-
lung des Familienlebens, in welchem geregelt ist, dass eine Frau verpflichtet sei, 
den sexuellen Bedürfnissen ihres Mannes jederzeit nachzukommen (pag. 1055).

Festzuhalten ist ausserdem – wie bereits eingangs erwähnt – dass der Beschuldigte 
auf Vorhalt der gegen ihn lautenden Vorwürfe, keine zusammenhängenden Gegen-
sachverhalte respektive Begründungen schildern konnte, sondern sich auf deren 
pauschale Negierung beschränkte. So lautete eine häufig gegebene Antwort, dass 
die Privatklägerin lüge und alles nur eine Unterstellung sei (vgl. pag. 278 Z. 251; 
pag. 288 Z. 125 ff.).

Der Beschuldigte stritt zudem im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung 
(pag. 1046 Z. 23 ff.) ab, dass die häusliche Gewalt beim SRK Thema gewesen sei, 
was offensichtlich der Aktenlage wiederspricht (pag. 10 143 der SRK-Akten). Zudem 
führte er aus, dass er nicht gewalttätig sei. Beim SRK wurden demgegenüber aber 
Wutausbrüche seinerseits dokumentiert (pag. 757 Z. 22 f.).  

Insgesamt stellt die Kammer fest, dass der Beschuldigte zu den konkreten Anschul-
digungen kaum Antworten lieferte, sondern er sich auf Gegenangriffe gegenüber 
der Privatklägerin beschränkte und ihr Fehlverhalten vorwarf. Die Darstellung der 
Person der Privatklägerin durch den Beschuldigten, unter anderem als alkoholsüch-
tige, psychisch kranke und abwesende Mutter, wird von keinen weiteren Beweismit-
teln gestützt. Insgesamt machen die Aussagen des Beschuldigten den Eindruck ei-
ner Person, die sich in die Enge getrieben sieht, alles von sich weist und ihr eigenes 
Fehlverhalten auf andere überträgt. Zudem weichen die vom Beschuldigten geäus-
serten Vorwürfe gegen die Privatklägerin diametral davon ab, was die Vorgenannte 
selbst sowie etliche Zeuginnen – wie nachfolgend aufgezeigt wird – zu Protokoll 
gaben. Der Beschuldigte tendierte bei seinen Antworten im Weiteren zur pauschalen 
Negierung, zur Verharmlosung oder zur Konstruktion von Gründen, die schlussend-
lich in Widersprüche mündeten. Wie bereits einleitend erwähnt sind die Aussagen 
des Beschuldigten kaum einer genauen Analyse zugänglich. Umgekehrt finden sich 
in seinen knappen Schilderungen etliche Lügensignale. Die Kammer gelangt – in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz – zum Schluss, dass die Aussagen des Be-
schuldigten infolge Vorliegens etlicher Lügensignale nicht glaubhaft sind, so dass 
darauf beweismässig nicht abgestellt werden kann (S. 30 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung, pag. 843). 

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13.2.2. Aussagen der Privatklägerin

Vorab kann hinsichtlich der Würdigung der Aussagen der Privatklägerin auf die zu-
treffenden vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (S. 30 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung, pag. 843 f.). 

Ergänzend und präzisierend ist festzustellen, dass die Vorinstanz betreffend die 
Schilderung der Entstehungsgeschichte korrekt festhielt, dass der vorliegende Fall 
einen bei häuslicher Gewalt häufig erscheinenden Handlungsverlauf aufzeige (S. 30 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 843). So lässt sich den Akten des 
SRK als auch den Aussagen von diversen Personen entnehmen (pag. 10 143 ff. der 
SRK-Akten), dass sich die Privatklägerin betreffend die häusliche und sexuelle Ge-
walt, die sie durch den Beschuldigten erlebt habe, ihrem persönlichen Umfeld be-
reits über mehrere Jahre hinweg anvertraut hatte, bevor es zur Strafanzeige kam. 
Sie habe dennoch versucht einerseits den Kindern zu Liebe und andererseits auch 
unter Beachtung ihrer kulturellen Wertvorstellungen die Ehe zum Beschuldigten auf-
recht zu erhalten. Als sich die Situation nicht verbessert habe, habe sich die Privat-
klägerin zur Trennung durchgerungen. Da jedoch auch die Trennung die bestehen-
den Probleme nicht zu lösen vermochte, erstatte die Privatklägerin, insbesondere 
aus Angst vor dem Beschuldigten, Strafanzeige (pag. 194 Z. 473 ff.). Diese Entste-
hungsgeschichte bis zur Erstaussage der Privatklägerin und damit bis zur Strafan-
zeige ist deliktstypisch. Der Auffassung der Verteidigung des Beschuldigten (pag. 
1052), dass die Privatklägerin über Jahre hinweg ein Lügengebilde aufgebaut und 
sich gezielt Personen im Umfeld anvertraut habe, um den Beschuldigten mit Falsch-
aussagen ins Gefängnis zu bringen sowie eine Landesverweisung nach Afghanistan 
zu erreichen, kann – wie bereits im Rahmen der Würdigung der Aussagen des Be-
schuldigten ausgeführt – nicht gefolgt werden. Ein solches Vorgehen bedürfte einer 
über Jahre hinweg lückenlosen exakten Planung, was der Privatklägerin vorliegend 
nicht unterstellt respektive zugetraut werden kann. Auf Frage, weshalb sie solange 
bei ihrem Mann geblieben sei, führte sie nachvollziehbar aus, dass sie es vor ihrem 
kulturellen Hintergrund nicht anders gelernt habe.

Die Privatklägerin hinterlässt bzw. erweckt bei der Kammer gerade vor dem Hinter-
grund der obenerwähnten Umstände einen glaubwürdigen Eindruck.

Bezüglich der Analyse des Aussageverhaltens der Privatklägerin stellt die Kammer 
fest, dass sie das Kerngeschehen und die zentralen Handlungsabläufe hinsichtlich 
jedes einzelnen Vorwurfs kontinuierlich widerspruchsfrei und trotz der teilweise lan-
gen zeitlichen Abstände zwischen den Befragungen, nachvollziehbar wiedergab. So 
führte die Privatklägerin betreffend den Vorwurf der Drohung stets gleichbleibend 
aus, dass der Beschuldigte ihr gedroht habe, sie in Stücke zu schneiden und Hack-
fleisch aus ihr zu machen. Weiter habe er ebenfalls damit gedroht, sie nach Afgha-
nistan zurückzubringen, wo man sie wegen der ganzen Scheidungsgeschichte um-
bringen werde (pag. 175 Z. 58 f., pag. 205 Z. 262 ff.). Übereinstimmend in allen 
Einvernahmen gab sie auch an, dass der Beschuldigte sie einmal so fest geschla-
gen habe, sodass der hintere Backenzahn durch den Schlag abgebrochen sei. Sie 
habe aus dem Mund geblutet und habe einen Zahnarzt aufsuchen müssen (pag. 
202 Z. 152 ff., pag. 203 Z. 168 ff., pag. 181 Z. 388 ff.). Zudem sagte sie aus, dass 

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sie ihr Gesicht vor den Schlägen des Beschuldigten habe schützen wollen, worauf-
hin er sie in die Hand gebissen habe (pag. 180 Z, 328 ff.). Schlüssig erfolgte im 
Weiteren die Beschreibung des Vorfalls, wonach der Beschuldigte der Privatklägerin 
ein Küchenmesser mit Zacken ein bis zwei Minuten direkt an ihren Hals gehalten 
habe, wobei die Klinge des Messers die Haut der Privatklägerin berührt und er ihr 
gesagte habe, dass sie sich nicht von ihm trennen und zur Polizei gehen dürfe, sonst 
werde er sie umbringen (pag. 206 Z. 283 ff., pag. 180 Z. 346 ff.). Entgegen der 
Auffassung der Verteidigung führte sie widerspruchsfrei aus, dass es sich beim Mes-
ser um ein Rüstmesser, mit welchem man Tomaten und Zwiebeln schneide, gehan-
delt habe (pag. 181 Z. 357 ff., pag. 206 Z. 307 f.). Sie erläuterte zudem nachvoll-
ziehbar, dass wenn sie den Kopf nach unten gehalten hätte, sie das Messer ge-
schnitten hätte. Hinsichtlich der (vollendeten) Vergewaltigung sagte die Privatkläge-
rin sodann übereinstimmend aus, dass er sie am Shirt gepackt und sie ins Schlaf-
zimmer geworfen habe, wobei sie zu Boden gefallen sei. Anschliessend habe er ihr 
an den Haaren gerissen und ihren Kopf gegen die Wand geschlagen, sie aufgeho-
ben und danach aufs Bett geworfen. Daraufhin habe er sie mit der flachen Hand am 
ganzen Körper geschlagen, mit den Füssen getreten und ihr die Hosen herunterge-
zogen (pag. 188 Z. 180 ff., pag. 207 Z. 343 ff., pag. 746 Z. 1 ff.). Gleichbleibend 
führte sie aus, dass sie auf dem Rücken gelegen sei, ihre Beine zusammengedrückt 
gehalten habe, er aber versucht habe diese auseinander zu drücken. Schliesslich 
sei er vor sie gekniet und vaginal in sie eingedrungen, nachdem sie mehrfach er-
folglos versucht habe, seinen Penis herauszuziehen (pag. 188 Z. 193 f.). Er habe 
ihr den Mund zugehalten, bis er schliesslich in ihr zum Samenerguss gekommen 
sei. Bezüglich die (versuchte) Vergewaltigung führte sie stimmig und stringent aus, 
dass sie dabei gewesen sei, das WC im Hinblick auf den Umzug zu reinigen, als der 
Beschuldigte die unverschlossene Wohnung betreten und sie ins WC gezerrt und 
versucht habe die Türe zu schliessen (pag. 192 Z. 362 ff., pag. 208 Z. 384 ff., pag. 
745 Z. 38 ff.). Er habe seine als auch ihre Hosen bis Höhe Oberschenkel herunter-
gezogen, sie überall angefasst, sie an den Brüsten geküsst und habe ihre Hand zu 
seinem Penis führen wollen, wobei ihr klar gewesen sei, dass er sie wieder habe 
vergewaltigen wollen. Sie habe deshalb nach einer Nachbarin geschrien und habe 
die Türe aufreissen können. Es sei ihm nicht gelungen in sie einzudringen. Darauf-
hin habe er die Wohnung fluchtartig verlassen.  
Alle angeklagten Vorwürfe konnte die Privatklägerin demnach im Kernbereich – wie 
bereits erwähnt – schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei wiedergeben.

Im Weiteren gestand sich die Privatklägerin mehrfach Erinnerungslücken ein. So 
gab sie an sich nicht mehr erinnern zu können, ob der Beschuldigte sie in die linke 
oder in die rechte Hand gebissen habe (pag. 180 Z. 332 ff.; pag. 744 Z. 32 ff.; pag. 
201 Z. 115 f.) oder ob er bei der Vergewaltigung auch ihre Unterhosen zerrissen 
habe (pag. 188 Z. 184 f.). Sie wisse auch nicht mehr welche Kleidung er bei der 
Vergewaltigung getragen oder wie lange diese gedauert habe (pag. 188 Z. 201 ff.). 
Sie gestand sich auch ein nicht mehr zu wissen, in welcher Hand er das Messer 
gehalten habe, mit welchem er sie bedroht habe (pag. 206 Z. 288 ff.). Das Vorhan-
densein von Erinnerungslücken ist vorliegend infolge des (teilweise langen) Zeitab-
laufs zwischen den jeweiligen Vorfällen und den Befragungen dazu sowie infolge 

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der psychischen Belastung der Privatklägerin nachvollziehbar und lässt vermuten, 
dass das Erzählte auf Erlebtem basiert.

Die Aussagen der Privatklägerin sind zudem detailreich und zeichnen sich teilweise 
durch originelle oder nebensächliche Schilderungen aus. Originell schilderte die Pri-
vatklägerin nämlich, dass der Beschuldigte bei der Vergewaltigung versuchte habe 
ihre Hose herunterzuziehen und als sie sich dagegen gewehrt habe, er diese im 
Intimbereich zerrissen habe (pag. 188 Z. 180 ff., pag. 208 Z. 351 f.). Als nebensäch-
liche Schilderung gab sie wieder, dass er sie nach dem Geschlechtsverkehr mit ei-
nem Nasentuch zwischen ihren Beinen gereinigt habe, welches sie dann die Toilette 
heruntergespült habe (pag. 189 Z. 205). Hinsichtlich des Vorwurfs der Vergewalti-
gung verwendete die Privatklägerin zudem bei jeder Einvernahme immer die glei-
chen Schlagwörter, das Schlagen mit der flachen Hand, das auf das Bett werfen, 
das Zerreissen der Hose und die Begegnung mit Frau L.________. Diesbezüglich 
führte die Staatsanwaltschaft oberinstanzlich aus, dass infolge der zahlreichen De-
tails und der originellen Schilderungen in ihren Erzählungen, diese nicht erfunden 
sein könnten (pag. 1056). Detailliert gab sie hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten 
Vergewaltigung sodann an, er habe ihr die Hosen bis Höhe Oberschenkel herunter-
gezogen, so auch seine Hose und Unterhosen, weshalb ihr klar gewesen sei, dass 
er sie habe vergewaltigen wollen.

Die Privatklägerin beschreib im Weiteren anschaulich ihre Gefühle und Emotionen, 
indem sie beispielsweise angab bei der Vergewaltigung grosse Schmerzen empfun-
den zu haben und dass es gebrannt habe, wie wenn jemand mit einem Messer hin-
einstiesse (pag. 188 Z. 186 f.). Ausserdem sagte sie aus, bei der Vergewaltigung 
grosse Angst empfunden zu haben (pag. 189 Z. 224 f.). Während den Einvernah-
men lässt sich zudem deutlich erkennen, dass es der Privatklägerin sehr schwer fiel 
über das Vorgefallene zu berichten. Sie führte mehrfach aus, dass sie sich schäme 
und sie weinte. Es gelang ihr sodann auch erst bei der zweiten polizeilichen Einver-
nahme Details von der Vergewaltigung zu schildern. Sie habe ihm immer wieder 
vergeben, bis er einmal einen grossen Fehler begangen habe, welchen sie ihm nicht 
habe verzeihen können (pag. 204 Z. 208 ff.). Die Privatklägerin bringt damit zum 
Ausdruck von ihm enttäuscht und auch emotional verletzt gewesen zu sein. Im Wei-
teren gab sie auch nachvollziehbar an, dass sie beim Umzug alle Sachen aus dem 
Schlafzimmer habe wegwerfen wollen, da diese sie jedes Mal daran erinnert hätten, 
was vorgefallen sei. Alles sei dann wieder hochgekommen (pag. 180 Z. 310 ff.). 
Diese Schilderungen der inneren psychologischen Vorgänge und erlebten Empfin-
dungen der Privatklägerin, verleiht ihren Aussagen entsprechende Authentizität.

Bei der Schilderung der sexuellen Übergriffe fällt auf, dass die Privatklägerin angab, 
dass sie eigentlich nie mit dem Beschuldigten Sex haben wollte (pag. 188 Z. 195 f., 
pag. 194 Z. 498 f.), jedoch erst als dieser nicht mehr in der ehelichen Wohnung lebte 
respektive sie sich getrennt haben, sie dies als Vergewaltigung bezeichnete. Nach 
Angaben der Privatklägerin gehöre es zu ihrer Kultur, dass sich die Ehefrau dem 
Ehemann hingebe. Nach der Trennung vom Beschuldigten empfand sie es dem-
nach nicht mehr als angezeigt, dieser Pflicht nachkommen zu müssen. Auch die 
Staatsanwaltschaft führte in ihrem oberinstanzlichen Parteivortrag aus, dass die Pri-
vatklägerin damit klar zwischen dem «einvernehmlichen» Geschlechtsverkehr, den 

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sie in der Ehe gehabt hätten und dem nicht einvernehmlichen Sexualverkehr nach 
der Trennung differenzieren würde, was ein starkes Realitätskriterium darstelle und 
für die Wahrheit ihrer Aussagen spreche (pag. 1056). 

Eindrücklich und selbsterlebt legte die Privatklägerin zudem dar, dass die gewalt-
tätigen Übergriffe durch den Beschuldigten auf sie bereits am ersten Tag als dieser 
in die Schweiz gekommen sei, erfolgt seien, weil sie kein Kopftuch mehr getragen 
habe (pag. 178 Z. 211 ff.). Ihr äusserliches Erscheinungsbild habe immer wieder zu 
Konflikten in der Ehe geführt. Als sie dann endlich den Mut gefasst habe, sich von 
ihm zu trennen, habe er sie nicht in Ruhe gelassen, weil er die Scheidung nicht 
akzeptiert habe. Der Beschuldigte bestätigte dies im Rahmen der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung sogar sinngemäss selbst, indem er aussagte, dass er sie so fest 
geliebt und er nicht gewollt habe, dass sie sich von ihm scheiden lasse (pag. 753 Z. 
10 ff.). Ebenfalls sehr eindrücklich erfolgte ihre Schilderung wie es zum Biss in die 
Hand gekommen sei, so sei er am besagten Abend nach Hause gekommen und sie 
habe ihm gesagt, dass er nach Alkohol rieche. Er habe ihr daraufhin geantwortet, 
dass sie nicht so mit ihm reden dürfe und habe begonnen mit der flachen Hand auf 
sie einzuschlagen. Sie habe ihre Hand vor ihr Gesicht gehalten, um dieses vor den 
Schlägen zu schützen, woraufhin er in diese hineingebissen habe (pag. 180 Z. 328 
ff.).

Den Aussagen der Privatklägerin lässt sich sodann entnehmen, dass sie keines-
wegs darauf aus war, den Beschuldigten mit ihren Vorwürfen übermässig zu belas-
ten. Die vorgenannten Vorfälle schilderte sie weder dramatisierend noch aggravie-
rend. Obwohl sie offensichtlich mit dem Geschlechtsverkehr mit dem Beschuldigten 
nie einverstanden gewesen ist respektive dieser während ihrer ganzen Beziehung 
gegen ihren Willen erfolgte, erachtete sie nur die zur Anzeige gebrachten Vorfälle 
als Vergewaltigung (pag. 194 Z. 496 ff.). Sie gab auch an, dass der Beschuldigte ihr 
gegenüber nur dann Gewalt angewendet habe, wenn die Kinder nicht da gewesen 
seien. Er sei zudem zu den Kindern ein guter Vater (pag. 215 Z. 621 ff.). Sowohl 
während den Einvernahmen als auch im erst- und oberinstanzlichen Verfahren 
führte die Privatklägerin mehrfach aus, dass sie nicht wolle, dass der Beschuldigte 
wegen einer möglichen Landesverweisung das Land verlassen müsse, denn dann 
hätte sie noch mehr Probleme (pag. 211 Z. 489 ff.). Sie wolle auch nicht, dass ihre 
Kinder ohne ihren Vater aufwachsen würden. Sie führte aus, dass sie sich den Be-
schuldigten nicht zum Feind machen wolle (pag. 204 Z. 218 ff., pag. 212 Z. 483). Im 
Weiteren sagte sie auch aus, dass es Tage als auch Wochen gegeben habe, in 
welchen er sie nicht geschlagen habe. Er habe sich nach den Gewaltausbrüchen 
immer wieder entschuldigt und ihr gesagt, dass es ihm leidtue. Sie gestand sich 
zudem Erinnerungslücken ein, aus welchen hervorgeht, dass sie den Beschuldigten 
nicht übermässig belasten und den Vorfall nicht dramatisieren wollte. So sagte sie 
beispielsweise aus, dass sie nicht mehr wisse wie lange die Vergewaltigung gedau-
ert und oder welche Kleidung er getragen habe (pag. 188 Z. 201 ff.).

Im Weiteren ist kein Motiv seitens der Privatklägerin erkennbar, welches erklären 
würde, weshalb sie den Beschuldigten fälschlicherweise anschuldigen sollte. Ganz 
im Gegenteil, denn die Privatklägerin lebe seit der Scheidung vom Beschuldigten 
völlig einsam und isoliert, da sich die Afghanen in der Schweiz und in der Heimat 

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von ihr abgewendet hätten (vgl. pag. 748 Z. 1 ff.). Sie gab auch an, dass ihre Familie 
in der Heimat Probleme haben würde, falls der Beschuldigte nach Afghanistan 
zurückgeschickt werden sollte. 

Die Verteidigung brachte erst- wie auch oberinstanzlich vor, dass die Privatklägerin 
widersprüchlich angegeben habe, ob zuerst die angeblich vollendete oder die an-
geblich versuchte Vergewaltigung erfolgt sei (pag. 1051). Wegen dieses Wider-
spruchs seien – nach Auffassung der Verteidigung – die Aussagen der Privatkläge-
rin diesbezüglich nicht als glaubhaft zu bezeichnen (pag. 1053). Das erste Mal als 
die Privatklägerin frei über die Vorfälle berichtete, gab sie an, dass zuerst die voll-
endete und anschliessend die versuchte Vergewaltigung erfolgt sei. Bei der ver-
suchten Vergewaltigung sei die Türe infolge des Umzugs nach G.________(Ort) 
offengestanden, während bei der vollendeten Vergewaltigung sich der Beschuldigte 
in die nach wie vor bewohnte Wohnung in E.________(Ort) Zutritt verschafft habe 
(pag. 187 Z. 142 ff., pag. 192 Z. 362 ff.). In der darauffolgenden Einvernahme schil-
derte sie jedoch die Vorfälle in einer umgekehrten Reihenfolge. Die Staatsanwalt-
schaft befragte die Privatklägerin hierzu, wie viel Zeit zwischen der vollendeten und 
der versuchten Vergewaltigung vergangen sei, worauf sie antwortete, dass dies un-
gefähr zwei Wochen gewesen seien (pag. 207 Z. 343 ff.). Betreffend die versuchte 
Vergewaltigung gab sie an, dass ihr klar gewesen sei, dass er sie habe vergewalti-
gen wollen, weil er seine Hosen und Unterhosen schon heruntergezogen gehabt 
und versucht habe in sie einzudringen, was sie habe verhindern können, indem sie 
unter anderem geschrien habe. Sie habe ihm zudem gesagt, weshalb er nun wieder 
damit (gemeint ist der sexuelle Übergriff