# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00458001-a742-5ce1-a406-1dc116184fcd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.12.2011 NQ110052
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NQ110052_2011-12-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: NQ110052-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Hodel und Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. K. Wili 

Urteil vom 20. Dezember 2011 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Berufungskläger 

 

gegen 

 

B._____, 
Berufungsbeklagte 

 

betreffend Neuregelung elterliche Sorge nach Art. 298a Abs. 2 ZGB / Be-
suchsregelung 
 
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksrates Zürich vom 20. Oktober 
2011 i.S. C._____, geb. tt.mm.1998, D._____, geb. tt.mm.2001 und E._____, 
geb. tt.mm.2005; VO.2011.608 (Vormundschaftsbehörde F._____) 

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Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind die unverheirateten Eltern der Kinder C._____, geboren 

tt.mm.1998, D._____, geboren tt.mm.2001 und E._____, geboren tt.mm.2005. Im 

November 1999 haben die Parteien einen gemeinsamen Haushalt gegründet und 

diesen anfangs des Jahres 2007 wieder aufgelöst (act. 9/11). Die Berufungsbe-

klagte (Mutter) zog damals mit den Kindern in eine neue Wohnung (act. 9/27 S. 4 

oben).  

Der Berufungskläger ist Vater eines vierten Kindes, des im Jahre 1989 geborenen 

G._____ (act. 9/7). Der Berufungskläger verfügt über ein abgeschlossenes Hoch-

schulstudium in Sozialwissenschaften und Pädagogik und die Berufungsbeklagte 

ist gelernte Physiotherapeutin. Die Berufungsbeklagte hat seit der Geburt von 

C._____, nach einer Unterbrechung, immer in einem Arbeitspensum von mindes-

tens 50 % gearbeitet (vgl. etwa act. 9/9). 

2. Mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde F._____ vom 25. März 2002 

wurde den Kindseltern im Sinne von Art. 298a Abs. 1 ZGB die gemeinsame elter-

liche Sorge über ihre beiden Kinder C._____ und D._____ übertragen und die 

Vereinbarungen vom 25. Februar 2002 über die Anteile an der Betreuung der 

Kinder und die Verteilung der Unterhaltskosten genehmigt (act. 9/10 und act. 9/8 

für C._____; act. 10/5 und act. 10/7 für D._____). Mit Beschluss der Vormund-

schaftsbehörde F._____ vom 29. März 2005 wurde den Kindseltern die gemein-

same elterliche Sorge über ihr gemeinsames drittes Kind, die Tochter E._____, 

übertragen und die Vereinbarungen vom 10. März 2005 über die Anteile an der 

Betreuung von E._____ und die Verteilung der Unterhaltskosten genehmigt (act. 

11/6 und act. 11/8).  

Mit Eingaben vom 12. und 17. Februar 2009 wandte sich die Berufungsbeklagte 

an die Vormundschaftsbehörde F._____ und beantragte, ihr sei das alleinige Sor-

gerecht über die Kinder zuzuteilen, es sei eine Besuchsrechtsbeistandschaft für 

die drei Kinder gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten und eine verbindliche 

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Regelung des Besuchsrechts und der Unterhaltszahlung festzusetzen (act. 9/11,  

act. 9/14, act. 9/17). Im Folgenden beraumte die Vormundschaftsbehörde 

F._____ zur Behandlung der Anträge der Berufungsbeklagten eine Anhörung der 

Kindseltern auf den 7. Mai 2009 an (act. 9/21). Der Vater erschien unentschuldigt 

nicht zur Anhörung, und auch nicht zur auf den 8. Juni 2009 angesetzten Anhö-

rung (act. 9/21, act. 9/24). Der Berufungskläger erstattete auch keine Stellung-

nahme zu den Anträgen der Berufungsbeklagten, sondern hielt am 5. Juni 2009 

handschriftlich zu Handen der Verantwortlichen der Vormundschaftsbehörde 

F._____ fest: "Ich arbeite montags und bekomme nicht frei für solche Sachen. 

Geben Sie ihr doch das alleinige Sorgerecht" (act. 9/25). Die Anhörung der Kinder 

fand am 22. Juni 2009 statt (act. 9/26). Mit Beschlüssen vom 14. Juli 2009 bean-

tragte die Vormundschaftsbehörde F._____ dem Bezirksrat Zürich, es sei die ge-

meinsame elterliche Sorge über die drei Kinder aufzuheben und die Kinder unter 

die alleinige Sorge der Mutter zu stellen (act. 9/27). Auf eine ausdrückliche Rege-

lung des Besuchsrechts für C._____ sei zu verzichten (act. 9/27 S. 5 f.). Hingegen 

wurde für die beiden Töchter ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende 

von Samstag Mittag bis Sonntag Abend festgelegt. Eine Ferien- und Feiertagsre-

gelung wurde auch statuiert (act. 10/25; act. 11/26). Ebenso errichtete die Vor-

mundschaftsbehörde F._____ am 14. Juli 2009 für die drei Kinder eine Erzie-

hungsbeistandschaft nach Art 308 Abs. 1 und 2 ZGB und ernannte H._____, So-

zialzentrum I._____, J._____, zur Beiständin (act. 9/27).   

Am 25. September 2009 erliess die Stadtpolizei J._____ gegen den Berufungs-

kläger gestützt auf das Gewaltschutzgesetz zum Schutz der Berufungsbeklagten 

ein Kontakt- und Rayonverbot bis zum 13. Oktober 2009 bzw. bis 9. Januar 2010, 

nachdem zuvor der Berufungskläger der Berufungsbeklagten folgende Kurzmittei-

lung hatte zukommen lassen: un jour je te fais disparaître du paysage, tu le payeras cher." 

(act. 9/30, insbesondere auch polizeiliche Einvernahme des Berufungsklägers 

vom 29. September 2011 S. 3, act. 9/34).  

Mit Beschluss vom 15. Oktober 2009 wies der Bezirksrat Zürich das Verfahren zur 

ergänzenden Untersuchung an die Vormundschaftsbehörde zurück, nachdem der 

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Berufungskläger zur bezirksrätlichen Anhörung erschienen war und sich bereit 

gezeigt hatte, am Verfahren mitzuwirken (act. 9/33 und act. 9/34).  

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2009 liess der Berufungskläger die Vormund-

schaftsbehörde wissen, dass er sich entschieden habe, eine mehrmonatige Aus-

zeit zu nehmen (act. 9/34), weshalb die Vormundschaftsbehörde F._____ die An-

hörung der Kindseltern (erst) auf den 18. Januar 2010 terminieren und auch 

durchführen konnte (act. 9/37). Am 26. Februar 2010 fand auf dessen ausdrückli-

chen Wunsch eine Anhörung des Berufungsklägers auf der Vormundschaftsbe-

hörde F._____ statt (9/46). Der Berufungskläger wies insbesondere auf die Not-

wendigkeit der Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge hin und konnte 

sich mit der von der Vormundschaftsbehörde beabsichtigten Regelung des Be-

suchsrechts nicht einverstanden erklären (act. 3/1 S. 11 ff., act. 3/2 S. 15 ff.). Vor 

allem wollte der Berufungskläger ein Besuchsrecht für C._____ festgeschrieben 

haben. Den in der Folge für beide Eltern angesetzten Anhörungstermin vom 21. 

Juni 2010 liess der Berufungskläger absagen (9/64), worauf dessen Anhörung 

durch die Verantwortlichen der Vormundschaftsbehörde am 7. Juli 2010 nachge-

holt wurde (act. 9/72). Am 3. August 2010 hörte eine Delegation der Vormund-

schaftsbehörde die beiden Töchter E._____ und D._____ an, und am 13. Sep-

tember 2010 wurde C._____ angehört (act. 9/104).  

Mit Eingabe vom 13. September 2010 liess die Berufungsbeklagte einen Antrag 

auf Anordnung eines begleiteten Besuchsrechts für die beiden Töchter stellen 

(act. 9/103); von einem Besuchsrecht des Vaters mit C._____ sei ganz abzuse-

hen. Am 14. Oktober 2010 fand in Anwesenheit von Dr. med. K._____, Stadtärzt-

licher Dienst, PPD, ein weiteres Gespräch mit dem Berufungskläger auf der Vor-

mundschaftsbehörde statt (9/113). Am 2. November 2010 ersuchte die Vormund-

schaftsbehörde im Zusammenhang mit dem möglicherweise anzuordnenden be-

gleiteten Besuchsrecht den stadtärztlichen Dienst um eine Beurteilung und Be-

antwortung folgender Fragen: "1. Bestehen aus ärztlicher Sicht Bedenken, die 

Kinder (Mädchen) dem Kindsvater ohne Begleitung anzuvertrauen? 2. Sehen Sie 

sich zu weiteren Empfehlungen und/oder Bemerkungen veranlasst ?" (act. 9/117). 

Die Einschätzung der Stadtärzte ging am 17. Dezember 2010 bei der Vormund-

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schaftsbehörde ein (act. 9/131). Mit Urteil vom 3. November 2010 genehmigte das 

Bezirksgericht Zürich nach monatelangem Prozess die vor Schranken zustande 

gekommene Unterhaltsvereinbarung und verpflichtete den Kindsvater zu Unter-

haltsbeiträgen (act. 9/141 und act. 9/142). Am 14. Februar 2011 stellte der Beru-

fungskläger einen Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen und beantragte 

eine Besuchs- und Ferienregelung, welche einen regelmässigen Kontakt zwi-

schen ihm und den Kindern ab sofort ermöglichen sollte (act. 9/146).  

3. Mit Beschlüssen vom 1. März 2011 (act. 8/1, act. 8/2 und act. 8/3) beantrag-

te die Vormundschaftsbehörde F._____ erneut dem Bezirksrat, es seien C._____, 

D._____ und E._____ in Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge unter die 

alleinige elterliche Sorge der Berufungsbeklagten zu stellen. Hinsichtlich C._____ 

wurde für den Fall der rechtskräftigen Gutheissung dieses Antrages auf die Rege-

lung eines Besuchsrechts einstweilen verzichtet. Der Antrag des Berufungsklä-

gers auf Erlass vorsorglicher Massnahme wurde, was den persönlichen Kontakt 

mit C._____ anbelangt, abgewiesen, der Beiständin allerdings zusätzliche Aufga-

ben übertragen, wie auf die Kontaktaufnahme zwischen Berufungskläger und 

C._____ hinzuwirken (act. 8/1 S. 1 ff., S. 18 f.). Bezüglich der beiden Töchter 

D._____ und E._____ wurde der Kindsvater im Sinne einer vorsorglichen Mass-

nahme bzw. für den Fall der rechtskräftigen Gutheissung des Antrages um Auf-

hebung der gemeinsamen Sorge für berechtigt erklärt, seine Töchter jedes zweite 

Wochenende zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen und mit ihnen am Mitt-

woch Abend von 18 Uhr 30 bis 19 Uhr 30 zu telefonieren. Ebenso wurde eine  

Feiertagsregelung getroffen. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschieben-

de Wirkung in Bezug auf die Besuchsrechtsregelung entzogen (Dispositivziffern 6 

i.V.m. 3 des Beschlusses, act. 8/2 S. 20 und act. 8/3 S. 20). Der Beiständin wur-

den zudem auch hinsichtlich D._____ und E._____ zusätzliche Aufgaben übertra-

gen, wie etwa die Modalitäten des Kontakts- und Besuchsrechts festzulegen (act. 

8/2 S. 1 ff. , S. 18 f.; act. 8/3 S. 1 ff., S. 18 f.).  

4.  Mit Eingabe vom 21. März 2011 erhob der Berufungskläger Beschwerde und 

beantragte beim Bezirksrat Zürich u.a. die Erweiterung seines die Töchter betref-

fenden Besuchsrechts, v.a. auch auf jeden Mittwoch von 12 Uhr bis 18 Uhr 30. 

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Gegen den Verzicht auf die Festlegung eines Besuchs- und Ferienrechts mit dem 

Sohn C._____ erhob der Berufungskläger kein Rechtsmittel.  

Die Berufungsbeklagte nahm am 5. April 2011 und am 11. April 2011 zu den  

Anträgen des Berufungsklägers Stellung, stellte ihrerseits ergänzende Anträge 

(act. 8/8 und act. 8/12) und trug auf Abweisung der Beschwerde. Der Bezirksrat 

liess beide Eltern persönlich am 4. Oktober 2011 anhören (act. 8/32). Anlässlich 

der Anhörung beantragte der Berufungskläger an der gemeinsamen elterlichen 

Sorge festzuhalten und bestätigte seine in der Beschwerdeschrift vom 21. März 

2011 gestellten Anträge bezüglich Besuchsrecht. Die Berufungsbeklagte ersuchte 

um Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und um Sistierung des Be-

suchsrechts für mehrere Monate, nachdem am 9. September 2011 der Kindsvater 

anlässlich eines Telefonats mit der zuständigen Adjunktin der Vormundschaftsbe-

hörde F._____ massive Drohungen an die Adresse der Berufungsbeklagten aus-

gesprochen hatte (act. 8/27/2, act. 8/24, vgl. sogleich unter Ziffer 2.2.a) nachste-

hend). Aufgrund einer entsprechenden Eingabe der Berufungsbeklagten sistierte 

der Präsident des Bezirksrates mit Verfügung vom 20. September 2011 das Be-

suchsrecht für das Wochenende vom 24./25. September 2011 (act. 8/29 S. 5).  

Der Bezirksrat erkundigte sich sodann bei der Beiständin über das praktische 

Funktionieren der Besuchsregelung und die Kommunikation der Eltern (act. 8/16 

und act. 8/28). Nachdem sich die Parteien nicht auf das Herbstferienbesuchsrecht 

2011 einigen konnten ─ der Berufungskläger bestand darauf, die Töchter für eine 

Woche zu sich in die Ferien zu nehmen ─, sistierte der Präsident des Bezirksra-

tes mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 das von der Vormundschaftsbehörde an-

geordnete Besuchsrecht im Sinne einer vorsorglichen Massnahme bis zum Vor-

liegen eines Entscheides der Gesamtbehörde (act. 8/34).  

Am 20. Oktober 2011 entschied der Bezirksrat, die gemeinsame elterliche Sorge 

aufzuheben und die drei Kinder C._____, D._____ und E._____ unter die alleinige 

Sorge der Berufungsbeklagten zu stellen (act. 3 S. 9 ff.). Die von der Vormund-

schaftsbehörde getroffene Besuchs- und Ferienregelung für die Töchter bestätigte 

der Bezirksrat (einstweilen) nicht, sondern es wurde entschieden, dass zur Frage 

der Ausgestaltung des persönlichen Kontaktes zwischen dem Berufungskläger 

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und seinen Töchtern ein Gutachten eingeholt wird (act. 3 S. 11 ff. und act. 7). Bis 

zum Vorliegen eines Gutachtens des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diens-

tes des Kantons Zürich (KJPD) wurde im Sinne einer vorsorglicher Massnahme 

ein begleitetes Besuchsrecht angeordnet, von einem Sonntag pro Monat, von je-

weils 11 Uhr bis maximal 16 Uhr (act. 3 S. 15). Diesbezüglich wurde dem 

Rechtsmittel der Suspensiveffekt entzogen (§ 189 Abs. 1 GOG; Dispositiv-Ziffer III 

i.V.m. VI), nicht aber gegen die Zuteilung der elterlichen Sorge und die Anordnung 

des Gutachtens (Dispositiv-Ziffer II und III i.V.m VI) 

5. Gegen diesen Beschluss erhob der Berufungskläger mit Eingabe vom  

15. November 2011 Berufung (§ 187 GOG i.V.m. Art. 308 ZPO). Er fordert die 

Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Sodann beantragte er (eventu-

aliter) die Aufhebung der Anordnung eines kinderpsychiatrischen Gutachtens und 

die Weiterführung des gemäss Beschluss der Vormundschaftsbehörde vom  

1. März 2011 angeordneten Besuchsrechts (act. 2 S. 4). Am 16. November 2011 

wurden die Akten von Bezirksrat und Vormundschaftsbehörde beigezogen  

(act. 5). Angesichts der Umstände wurde auf die Einholung eines Prozesskosten-

vorschusses verzichtet. Auf die Einholung einer Berufungsantwort und von Ver-

nehmlassungen der Vorinstanzen kann verzichtet werden, nachdem sich die Be-

rufung des Berufungsklägers nach Prüfung seiner Rügen und in Würdigung der 

Akten als unbegründet erweist.  

II. 

1. Üben unverheiratete Eltern die elterliche Sorge gemeinsam aus, so ist diese 

gemäss Art. 298a Abs. 2 ZGB auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder 

der Vormundschaftsbehörde neu zu regeln, wenn dies wegen wesentlicher Ver-

änderung der Verhältnisse zum Wohl des Kindes geboten ist. Dabei ist notwen-

dig, aber auch ausreichend, dass die wesentlichen Grundlagen für eine gemein-

same Elternverantwortung nicht mehr vorhanden sind. Das kann der Fall sein, 

wenn die Kooperationsfähigkeit der Eltern entfallen ist. 

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2.1. Erste Voraussetzung der Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge ist 

─ wie vorhin erwähnt ─ ein entsprechendes Begehren. Ein solches stellte die Be-

rufungsbeklagte mit Eingabe vom 12. und 17. Februar 2009 an die Vormund-

schaftsbehörde F._____ (act. 9/11, act. 9/14, act. 9/17). Sie hält daran auch im 

Beschwerdeverfahren vor Bezirksrat fest (act. 8/10).  

Die Vormundschaftsbehörde F._____ und der Bezirksrat Zürich hat zur Neuzutei-

lung der elterlichen Sorge eingehende Ausführungen gemacht, und sich insbe-

sondere mit den Argumenten des Vaters sorgfältig auseinander gesetzt (act. 3  

S. 6 ff.; act. 8/1 S. 1 ff., act. 8/2 S. 1 ff., act. 8/3 S. 1 ff.). Insbesondere ist auch 

festzuhalten, dass die Verantwortlichen der Vormundschaftsbehörde F._____ sich 

während zweier Jahre Zeit nahmen und immer wieder weitere Abklärungen mach-

ten, um in Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge und in Berück-

sichtigung der Anliegen des Vaters die vorliegende Streitsache einer gütlichen Ei-

nigung zuzuführen. Die Konflikte haben es den Eltern nicht möglich gemacht, die 

Elternverantwortung weiterhin gemeinsam wahrnehmen zu können und einver-

nehmliche Lösungen zu finden. Ein verbindlicher Betreuungsplan ab Auszug des 

Berufungsklägers aus der gemeinsamen Wohnung anfangs des Jahres 2007 ist 

nicht aktenkundig. Auch der Beizug von Fachpersonen, insbesondere einer Er-

ziehungsbeiständin, vermochte nicht den für die Aufrechterhaltung einer gemein-

samen elterlichen Sorge erforderlichen stabil-kontinuierlichen Rahmen zu schaf-

fen, vielmehr bot dieser Anlass zu zusätzlichen Auseinandersetzungen (vgl. hier-

zu etwa den informellen Antrag des Berufungskläger auf Beistandswechsel  

bzw. damit in Zusammenhang stehende Aussprachen; act. 9/126; act. 9/119,  

act. 9/121). Auch der Berufungskläger behauptet nicht eine über einen längeren 
Zeitraum andauernde einigermassen streitfreie Betreuung der Kinder. Gerade die 

vom Berufungskläger im Berufungsverfahren aufgenommenen Punkte (vgl. so-

gleich hiernach) zeigen exemplarisch, dass die Eltern überhaupt nicht kooperativ 

zusammenwirken können, im Gegenteil, nur schon die Ausübung des eigentlich 

für die Dauer des Verfahrens klar geregelten Besuchsrechts zwischen Vater und 

Kinder (vgl. act. 9/21) hat erheblicher Anstrengungen bedurft und ist nach wie vor 

von Unwägbarkeiten bestimmt (z.B. act. 9/50, act. 9/38; so auch übrigens der Be-

rufungskläger selbst in act. 9/43). Der Berufungskläger meldete sich während der 

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Jahreswende 2009/2010 nach mehrmonatiger Abwesenheit überraschend an den 

Festtagen, was offenbar vor allem bei C._____ zu grosser Verunsicherung führte 

(act. 9/37 S. 2). Einer Telefonnotiz der Adjunktin der Vormundschaftsbehörde 

F._____ mit der Beiständin H._____ aus dem entsprechenden Zeitraum, nämlich 

vom 8. Februar 2010, lässt sich entnehmen, dass das Verhältnis der Eltern kata-

strophal und eine Kommunikation nicht mehr möglich sei (act. 9/39). Tatsächlich 

bestehen zwischen den Eltern seit Jahren grosse Konflikte, welche wiederholt be-

hördliche Interventionen notwendig machten und zu verschiedenen Straf- und Ge-

richtsverfahren führten (sogleich hiernach). Auch gestaltet sich die Zusammenar-

beit zwischen den Verantwortlichen in der Schule und den Eltern als zunehmend 

schwierig; nicht einmal Zeugnisgespräche konnten termingerecht mit beiden El-

tern abgehalten werden: der Kindsvater konnte gar nicht erreicht werden (z.B. act. 

9/77, act. 9/112). Auch nicht über den Unterricht im Geigenspiel ihrer Kinder liegt 

Konsensbereitschaft vor (act. 9/77). Die Verantwortlichen der Schule verwehren 

sich, als Koordinationsstelle der Eltern benutzt zu werden (ebenda).  

Von einer Basis für eine gemeinsame Sorge über die drei Kinder kann keine Rede 

sein. Das Obergericht pflichtet den Überlegungen der Vorinstanzen bei, und es 

kann darauf verwiesen werden.  

2.2. a) Es ist im Folgenden auf die in der Berufung vorgetragenen Einwände des 

Berufungsklägers einzugehen (act. 2 S. 1 ff.). Der Berufungskläger beanstandet, 

dass die Vorinstanz die Akten unvollständig wiedergegeben habe, was seinen 

verbalen Angriff vom 9. September 2011 auf die Adjunktin der Vormundschafts-

behörde anbelange (act. 2 S. 1; act. 3 S. S. 7 unten, 3b). Der Berufungskläger 

gibt zu, dass er sich telefonisch der Adjunktin gegenüber dahingehend geäussert 

habe, dass es am Abend eskaliere, falls die Mutter ihm die Kinder nicht heraus-

gebe. Er, der Vater, könnte die körperliche Integrität der Mutter nicht mehr garan-

tieren, wenn sie ihm heute die Kinder nicht mehr gebe. Er verstehe die Väter, die 

in solchen Fällen ausrasten würden, wie dies in letzter Zeit passiert sei. Er sei am 

Ausrasten, am Durchdrehen (8/27/2). Der Berufungskläger betont allerdings, dass 

diese Worte erst anlässlich eines dritten Gespräches mit der Adjunktin gefallen 

seien, nachdem er die Gründe für die Besuchrechtsverweigerung durch die Mutter 

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habe ausfindig machen wollen. Diese habe nämlich die Besuchrechtsausübung 

von der Bezahlung der Alimente abhängig gemacht (act. 2 S. 1).  

Die Mutter hat tatsächlich in einer Anhörung am 21. Juni 2010 vor der Vormund-

schaftsbehörde F._____ festgehalten, dass sie dem Kindsvater zur Bezahlung der 

Unterhaltsbeiträge für die drei Kinder ein Ultimatum gestellt habe. Sie habe ihm 

mitgeteilt, dass die Kinder nicht zu ihm kommen werden, solange er nicht zahle 

(act. 9/64 S. 4, ao auch act. 8/10 S. 4). Diese nicht angehende Verknüpfung, wel-

che für den Vater schwer erträglich ist, ist allerdings in einen Gesamtkontext zu 

stellen: 

Nachdem seit geraumer Zeit, seit rund zwei Jahren, nämlich ab dem Jahr 2008, 

auch mit Hilfe der Elternberatungsstelle, versucht worden war, einvernehmlich 

Unterhaltsbeiträge festzusetzen, sah sich schliesslich die Berufungsbeklagte im 

Jahre 2009 veranlasst, Klage auf Festsetzung der Unterhaltsbeiträge zu erheben. 

Die Berufungsbeklagte hat die Klage im eigenen Namen erhoben, was angesichts 

dessen, dass die Parteien nicht verheiratet sind, aus prozessualen Gründen nicht 

möglich ist. Einem leicht vorzunehmenden Parteiwechsel, wie er von der verant-

wortlichen Einzelrichterin am Bezirksgericht Zürich vorgeschlagen wurde, hat der 

Berufungskläger nicht zugestimmt (act. 9/41). Der Berufungsbeklagten blieb 

nichts anderes übrig, als die Klage zurückzuziehen und neu im Namen der Kinder 

zu klagen. Am 3. November 2010 wurden schliesslich die Unterhaltsbeiträge auf 

einen monatlichen Betrag von Fr. 600.-- für jedes der drei Kinder festgesetzt  

(act. 9/142; act. 10/127, act. 11/124).  

b) Anhaltende ergebnislos verlaufende Gespräche über die Festsetzung der 

Kinderalimente waren begleitet von psychischen Auffälligkeiten des Berufungs-

klägers. Eine psychische Instabilität des Berufungsklägers ist bereits im Jahre 

2009 aktenkundig. Der Berufungskläger trat im Zusammenhang mit Schwierigkei-

ten in der Beziehung zu seiner damaligen Freundin L._____ in einen Hunger-

streik, welche Verweigerung der Nahrungsaufnahme er seinen damals noch sehr 

kleinen Kindern auch kundtat. Nicht nur die Kommunikation zwischen den Eltern 

funktioniert nicht, sondern die Berufungsbeklagte musste, gestützt auf das Ge-

waltschutzgesetz, sogar ein Kontakt- und Rayonverbot erwirken, nachdem der 

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Berufungskläger ihr am 22. September 2009 folgende Kurzmitteilung hatte zu-

kommen lassen: "Tu n'es qu'une pute de trottoir, un jour je te fais disparaître du paysage, tu le 

payeras cher." (act. 9/30, insbesondere auch polizeiliche Einvernahme des Beru-

fungsklägers vom 29. September 2011 S. 3, act. 9/34). Der Berufungskläger wur-

de für solche Verhaltensweisen aber auch strafrechtlich verurteilt: Gemäss einem 

Strafbefehl des Staatsanwaltes …, M._____, vom 31. März 2011 wurde er zu ei-

ner bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 70.-- und zu einer 

Busse von Fr. 560.-- wegen Tätlichkeit, Beschimpfung, Drohung und Hausfrie-

densbruch verurteilt, weil er seiner früheren Freundin L._____ am 26. Februar 

2009 einen Schlag ins Gesicht und in die Magengegend versetzt hatte, am 14. Ju-

li 2009 gegen den Willen der Berufungsbeklagten in deren Wohnung eingedrun-

gen war und am 21. September 2009 der Berufungsbeklagten folgende Kurzmit-

teilung hatte zukommen lassen: "Tu n'es qu'une Schlampe, une mère raté qui frappe son 

garcon avec les pieds quand il est parterre, feige." (act. 8/11/1). In einen Rapport der 

Stadtpolizei J._____ vom 17. März 2010 fand auch eine Auseinandersetzung des 

Berufungsklägers mit der Mutter der Berufungsbeklagten Eingang. In der Woh-

nung der Grossmutter kam es anlässlich der Übergabe der Kinder zu einer tätli-

chen Auseinandersetzung (act. 9/54). Sie beide bezichtigten sich wechselseitig 

strafrechtlich relevanten Handelns (Tätlichkeit bzw. Nötigung und geringfügige 

Sachbeschädigung).  

c) Die Dynamik in der Beziehung des Vaters zu C._____ zeigt exemplarisch 

auf, dass die Eltern trotz bald fünfjähriger Trennung nicht im Stande waren und 

sind, auf der Elternebene gemeinsam neuen Boden zu schaffen. Der Berufungs-

kläger verstand es zudem diesbezüglich nicht, sich zu sich selbst in Bezug zu 

bringen: C._____, welcher im Zeitpunkt der Trennung seiner Eltern 9 Jahre alt 

war, deponierte bereits als 10-jähriger in der Anhörung vom 22. Juni 2009 vor der 

Vormundschaftsbehörde F._____, dass er nicht zum Papi gehen möchte, wenn er 

blöd tue. Er habe es in der Hand, Papi würde auch mit ihm streiten. Es "scheisse" 

ihn (C._____) an, wenn es nach den Regeln des Gerichts gehe. Nur weil die Mut-

ter das wolle. Und C._____ fragt: "Können wir das hier nicht einfach alles abbre-

chen und nochmals von vorne anfangen?" (act. 9/26 = act. 10/24). Dem Protokoll 

lässt sich entnehmen, dass C._____ wütend und dann traurig geworden sei. 

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C._____ hat noch einmal betont, dass er es auch gut finde, wenn er seinen Vater 

sehe. Sie hätten es ja nicht immer schlecht miteinander gehabt. Aber zurzeit fühle 

er sich einfach nicht wohl dort, auch wenn sie es gut hätten. Das sei auch wegen 

seines eigenen Programms. Er würde jeweils am Mittwoch (zum Vater) gehen, 

wenn er nicht (wegen eigenem Programm) einen Tag vorher absage. Er, 

C._____, habe letztes Wochenende auch beim Vater übernachtet. Aber er habe 

mit dem Vater bis jetzt gar noch nicht richtig über die Regeln sprechen können, 

weil er, der Vater, so Puff habe mit seiner Ex-Freundin (ebenda). Auch die Töch-

ter halten fest, dass sie zum Vater gehen wollen gemäss vorgeschlagenem Be-

suchsrecht (für den Fall der Zuteilung der elterlichen Sorge an die Mutter; act. 

9/21). Die Bemühungen der Kinder um die innere Trennungsverarbeitung sind of-

fensichtlich. Um so mehr erstaunt es, dass der Vater nicht in einer prozesshaften 

Art und Weise den Gefühlen und Bedürfnissen der Kinder, und v.a. auch denjeni-

gen von C._____ Rechnung trägt (vgl. act. 9/46). Gleich anzufügen ist aber auch, 

dass es dem Vater möglicherweise aus eigenem unverschuldetem Unvermögen 

nicht möglich ist, in portionierter Herangehensweise seinen Kindern gerecht zu 

werden (vgl. hierzu die Ausführungen des Vaters in der Anhörung vor Vormund-

schaftsbehörde F._____ vom 26. Februar 2010, act. 9/46, insbesondere S. 2 un-

ten ff.). Dass er möglicherweise in seinen Kindern oder im Kontakt zu seinen Kin-

dern (krampfhaft) den Sinn seines Lebens sucht (vgl. hierzu etwa das Mail vom 5. 

November 2010 an den Adjunkt der Vormundschaftsbehörde, act. 9/119; act. 

9/46), ist dem Kindswohl abträglich. Jedenfalls hält der Vater anlässlich der Anhö-

rung vor der Vormundschaftsbehörde F._____ vom 26. Februar 2010 fest, dass 

er, der Vater, keine Sonderregelung für C._____ wolle, dieser nütze die Situation 

aus, selber entscheiden zu dürfen. Wenn die Besuche von C._____ nicht geregelt 

werden, sei es gelaufen und er, der Vater, verliere den Kontakt zu C._____. Er, 

der Vater möchte ihm, C._____, ein Zeichen geben, dass er immer für ihn da sei 

(act. 9/46 S. 2). Dass aber vor allem C._____, ein intelligentes Kind, welches nicht 

nur aufgrund von Gewichtsproblemen verschiedentlich psychologisch betreut 

worden ist (vgl. etwa act. 9/86 [Dr. N._____]; act. 9/37 [Dr. O._____]), erschüttert 

ist, zeigt sich in seinem E-Mail an den Vater vom 14. Juli 2010: Der Vater fragte 

C._____ am 8. Juli 2010 per Mail an, ob er mit ihm ins Kino kommen wolle (act. 

- 13 - 

9/83, act. 9/84, act. 9/74). Das Antwortmail von C._____ vom 14. Juli 2010 ("Be-

treff: NEGATIV/nicht mit dir !!!"; act. 9/84), welches sich auf den allerersten Blick 

überhaupt nicht zusammen bringen lässt mit der doch recht harmlosen Anfrage 

des Vaters, zeigt beim zweiten Hinsehen aber in aller Deutlichkeit, dass C._____ 

es nicht mehr aushält, dass er Ruhe braucht und dass er in Not ist (siehe act. 

9/84). Der in diesem Mail vehement angekündigte Bruch mit dem Vater und die 

Identifizierung mit der Mutter ("HALT DICH VON MEINER MUTTER VERN !!!!!") 

bedeutet, dass C._____ in seinem Alltag nur noch mit einer Abspaltung seiner 

Gefühle, welche er seinem Vater gegenüber hat, klar kommen kann. Kinder wol-

len Lebendigkeit und keinen Bruch in der Beziehung zu ihren Eltern. Sie machen 

aber einen Bruch, wenn sie in Not sind. Das Mail von C._____ an die Beiständin 

vom gleichen Tag (14. Juli 2010), welches er ihr im Zusammenhang mit der an-

zuberaumenden (erneuten) Anhörung zukommen liess, und seine Ausführungen 

an der Anhörung vom 23. September 2010 (act. 9/104 S. 4 unten f.) sprechen die 

gleiche (verzweifelte) Sprache (act. 9/83). Der Vater erwiderte mit der Anhängig-

machung einer Ehrverletzungsklage gegen seinen Sohn (act. 9/93, act. 9/103; 

act. 9/113), welche Handlung er im Nachhinein auch als Verzweiflungsakt sehen 

möchte (act. 9/113 S. 2 unten).  

Die Situation beruhigte sich nicht. Im Gegenteil, im April 2011 liess der Beru-

fungskläger das gesamte Kindesvermögen seiner drei Kinder (je im mittleren  

bis unteren vierstelligen Bereich) auf ein eigenes Konto überweisen (act. 8/43, 

act. 8/44, act. 8/45). Entsprechende Verfahren sind pendent. Auf ein weiteres so-

genanntes Hass-Mail von C._____ (der Wortlaut des Mails ist nicht aktenkundig), 

hat der Vater Strafanzeige gegen seinen Sohn erstattet, was C._____ einen Ver-

weis durch die Jugendanwaltschaft einbrachte (act. 8/16, act. 8/32 S. 2 ff., act. 4/8  

S. 2). Die jüngsten Entwicklungen von C._____ geben zu Besorgnis Anlass: Ge-

mäss einer Aktennotiz der fallführenden Verantwortlichen des Bezirksrates vom  

5. Oktober 2011 hat C._____ einen depressiven Zusammenbruch erlitten. Von ei-

ner Unterbringung von C._____ auf der Therapiestation des Kinderspitals ist die 

Rede (act. 8/33). Die Probezeit am Gymnasium wird C._____ mit grosser Wahr-

scheinlichkeit nicht bestehen (act. 8/22, act. 4/8).  

- 14 - 

d) Objektive Anhaltspunkte dafür, dass die Berufungsbeklagte die Aufhebung 

der gemeinsamen Sorge durch gezielt unkooperatives Verhalten zu erzwingen 

sucht, wie dies der Berufungskläger insinuiert (etwa in act. 9/72 S. 4, "Die Kinds-

mutter will die totale Kontrolle"), lassen sich keine erkennen. Weder kann ein sol-

cher Schluss aufgrund der Vormundschaftsakten gezogen werden, noch wird von 

der Beiständin Entsprechendes berichtet. Die Beständin hält am 8. Februar 2010 

vielmehr etwa fest, dass sich der Kindsvater anlässlich eines Gesprächs  gegen-

über der Kindsmutter respektlos gezeigt habe (act. 9/39). Aufgrund der Vormund-

schaftsakten und der Schilderungen der Parteien ergibt sich, dass zwischen den 

Eltern von C._____, D._____ und E._____ grösste Schwierigkeiten bestehen. 

Diese stetigen Elternkonflikte stellen eine Gefährdung des Wohls der Kinder dar. 

Dies gilt umso mehr, als dass die Auseinandersetzungen auch vor den Kindern 

ausgetragen werden (act. 7/72 S. 3, C._____ liest bspw. den email Verkehr der 

Parteien; act. 10/87).  

2.3. Es liegt daher im Kindswohl, die gemeinsame elterliche Sorge gestützt auf 

Art. 298a Abs. 2 ZGB aufzuheben und klare Verhältnisse herzustellen. Die Aufhe-

bung der gemeinsamen elterlichen Sorge für C._____, D._____ und E._____ ist 

daher zu bestätigen, und die Berufung in diesem Punkt abzuweisen.  

3.1. Wird die gemeinsame elterliche Sorge aufgehoben, so ist zu entscheiden, 

welchem Elternteil die alleinige Sorge übertragen wird. Die Vorinstanz hat das al-

leinige Sorgerecht der Berufungsbeklagten übertragen (act. 3 S. 9). Für den Fall 

der Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge stellt der Vater in der Beru-

fung keinen Antrag betreffend Zuweisung der Sorge (act. 2 S. 2).  

3.2. a) Die von den Vorinstanzen getroffene Regelung ist gut begründet und in 

der gegebenen Situation sachlich richtig; sie entspricht auch dem Wunsch der 

Kinder. Es kann auf die Ausführungen der Vorinstanzen verwiesen werden  

(act. 8/1 S. 10 f.; act. 3 S. 6 ff.). Ergänzend ist anzufügen, dass die von den Vo-

rinstanzen getroffene Regelung sich mit den vom Bundesgericht entwickelten Zu-

teilungskriterien in Einklang bringen lässt. Gemäss dieser Hierarchie der Zutei-

lungskriterien besitzt derjenige Elternteil Vorrang, bei welchem das Kind aller 

Wahrscheinlichkeit nach die bessere Gewähr für seine körperliche und seelisch-

- 15 - 

geistige Entwicklung vorfindet. Steht fest, dass die Erziehungsfähigkeit und so-

dann die Möglichkeit, das Kind persönlich zu betreuen, auf beiden Seiten unge-

fähr in gleicher Weise gegeben sind, ist dem Moment der örtlichen und familiären 

Stabilität und – je nach Alter des Kindes – seinem eindeutigen Wunsch Rechnung 

zu tragen. Von Bedeutung ist auch die Kooperation mit dem anderen Elternteil in 

Belangen des Kindes. Das Kind ist in der Regel demjenigen Elternteil zuzuspre-

chen, der in der Lage ist, es weitgehend persönlich und in der bisherigen Umge-

bung zu betreuen (BGE 111 II 223 f.). Die Berufungsbeklagte hat als mit dem Be-

rufungskläger nie verheiratet gewesene Mutter die Kinder seit deren Geburt im-

mer betreut.  

b)  Der Berufungskläger zweifelt die Erziehungsfähigkeit der Berufungsbeklag-

ten an (act. 2 S. 2 oben). Die Kindsmutter befinde sich seit der Trennung in psy-

chiatrischer Behandlung, und sie selbst habe zugestanden, ein paar Burnouts er-

litten zu haben. Sodann habe sie im Herbst 2008 während einer Auseinanderset-

zung mit den Füssen gegen C._____ getreten, als dieser wehrlos am Boden ge-

legen sei. Die Mutter sei dermassen überfordert, dass sie sozialpädagogische 

Familienassistenz beanspruchen müsse. Sie gebe auch die Betreuung der Kinder 

an Drittpersonen ab, weil sie dermassen überfordert sei.  

Insgesamt ergeben sich aus den Akten indes keine objektiven Anhaltspunkte, 

welche gegen die Erziehungsfähigkeit der Mutter, eine gelernte Physiotherapeu-

tin, sprechen. Dass die Mutter ob dieses jahrelang waltenden Geschehnes inner-

halb ihrer Familie psychiatrische Hilfe und Familienbegleitung in Anspruch nimmt, 

kann ihr im Rahmen der Beurteilung ihrer Erziehungsfähigkeit nicht zum Nachteil 

gereichen. Die Berufungsbeklagte hat einen erheblichen Erziehungsaufwand zu 

bewältigen und zusätzlich zu einem grossen Teil das Familieneinkommen zu er-

wirtschaften. Dass die Berufungsbeklagte ressourcenorientiert Hilfe in Anspruch 

nimmt, zeugt von Einsicht in die Komplexität des vorliegenden Beziehungsgefü-

ges, was für ihre Erziehungsfähigkeit spricht. Sollte die Berufungsbeklagte tat-

sächlich in der vom Berufungskläger beschriebenen Weise im Jahre 2008 auf den 

damals zehnjährigen C._____ eingetreten haben, so ist dies mit allem Nachdruck 

zu verurteilen. Es wurde aber nicht geltend gemacht und ist aus den Akten auch 

- 16 - 

nicht ersichtlich, dass die Kindsmutter generell in Stress- und Konfliktsituationen 

gegenüber den Kindern nicht adäquat, sondern unnötig impulsiv reagiert und bei 

Überforderung dazu neigt, die Kinder körperlich zu züchtigen. Es versteht sich 

von selbst, dass die teilzeiterwerbstätige Kindsmutter zuweilen Betreuungsaufga-

ben an Dritte, wie ihre eigene Mutter oder den Hort delegieren muss. Die Kinder 

fühlen sich bei der Mutter wohl (etwa in act. 10/87). Auf Grund der bisherigen 

Entwicklung der Kinder und auf Grund der seit Geburt der Kinder bestehenden 

Betreuungssituation ist davon auszugehen, dass eine weitere psychisch, körper-

lich und sozial gesunde Entwicklung in der Obhut und unter der Sorge der Kinds-

mutter gut gewährleistet ist. Kontinuität und Stabilität ist gewährleistet.  

3.3. Zusammenfassend ergibt sich aus diesen Erwägungen, dass die Berufung 

in diesem Punkt abzuweisen und der angefochtene Beschluss der Vorinstanz, die 

elterliche Sorge neu alleine der Berufungsbeklagten zu übertragen, zu bestätigen 

ist.  

Die Berufungsbeklagte verlangt mit Eingabe vom 9. Dezember 2011 einen 

Rechtskraftvermerk für den Entscheid über die Umteilung der elterlichen Sorge 

(act. 12). Dem Entscheid über die Neuzuteilung der elterlichen Sorge kommt 

rechtsgestaltende Wirkung zu. Gemäss Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG (Bundesge-

richtsgesetz) kommt einer Beschwerde gegen ein Gestaltungsurteil aufschieben-

de Wirkung zu. Die Rechtskraft über die Neuzuteilung der elterlichen Sorge kann 

daher im jetzigen Moment (noch) nicht bescheinigt werden. 

4.1. Der Berufungskläger ficht ─ entgegen seinem Standpunkt in der Anhörung 

vor Bezirksrat (act. 8/32 S. 4 unten) ─ auch die vom Bezirksrat getroffene Anord-

nung der Erstellung eines Erziehungs- bzw. kinderpsychologischen Gutachtens 

an und die während der Dauer des Verfahrens getroffene Regelung der Kontakte 

zwischen den Töchtern und dem Vater (act. 2 S. 3).  

Der Sache nach handelt es sich bei der Anordnung der Erstellung eines Gutach-

tens um einen prozessleitenden Entscheid. Prozessleitende Entscheide können 

mit Beschwerde u.a. angefochten werden, wenn durch sie ein nicht leicht wieder-

gutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit b, Ziff. 2). Der Berufungskläger macht 

- 17 - 

in diesem Sinne geltend, dass die beiden Töchter durch die Exploration/erneute 

Anhörung noch mehr verunsichert werden könnten (act. 2 S. 3).  

Zur Behandlung dieses Einwandes wäre ein neues Geschäft ("Beschwerde") an-

zulegen. Da aber, wie aus den nachfolgenden Erwägungen hervorgeht, den Ein-

wänden des Berufungsklägers nicht Folge geleistet werden kann, ist auf die Anle-

gung eines zweiten Geschäftes, welches für den Berufungskläger wieder mit Kos-

ten verbunden wäre, zu verzichten.  

Bezüglich der vom Bezirksrat während der Dauer des Verfahrens angeordneten 

Besuchsrechtsregelung handelt es sich der Sache nach um einen Erlass vorsorg-

licher Massnahmen, welche mit Berufung angefochten werden können (Art. 308 

Abs. 1 lit. b).  

4.2. Gutachterliche Aufträge im Rahmen der Klärung von Sorge- und Besuchs-

rechtsfragen sind nicht die Regel, sondern die Ausnahme (vgl. anstatt vieler: Fa-

mKomm Scheidung/Schweighauser, Anh. ZPO Art. 296 N 18, FamKomm Schei-

dung/Schreiner, Anh. Psych, N 317). Auch im vorliegenden Fall wurde zu Recht 

zunächst eine Erziehungsbeiständin benannt, der die Aufgabe der Umsetzung 

des Besuchsrechts zufiel. Auch haben sich die Verantwortlichen der Vormund-

schaftsbehörde ─ und alsdann auch der Bezirksrat ─ in mehreren Anhörungen, in 

ausgedehntem Schriftverkehr und in zahlreichen Telefonaten während nun bald 

drei Jahren bemüht, für die Kindseltern eine Lösung zu finden. Doch konnte an-

gesichts der Konfliktverstrickung keine Besuchsrechtsregelung erarbeitet werden, 

die Ruhe in den Kinderalltag gebracht hätte. Die psychologische Ausgangslage ist 

wohl zu komplex. Vor allem beim Kindsvater lässt sich ein Nebeneinander von 

gegensätzlichen Gefühlen, Gedanken und Wünschen ausmachen, was einer Kon-

fliktbereinigung abträglich ist. So gibt er vor Bezirksrat etwa seiner Wut und sei-

nem Leid Ausdruck, nicht richtig Vater seiner Kinder sein zu dürfen (act. 8/32 S. 

11), um dann aber sogleich festzuhalten, dass er keine E-Mails mehr möchte, 

auch keine E-Mails der Erziehungsbeiständin mehr entgegennehme, weil E-Mails 

ihm, dem Kindsvater, zu nahe gehen würden (act. 8/32 S. 14). Die E-Mails der 

Beiständin gehen im Spam-Ordner des Kindsvaters ein (act. 9/148). Damit kon-

trastiert wiederum die auch gegenüber Fachpersonen feststellbare Anspruchshal-

- 18 - 

tung des Kindsvaters (vgl. etwa act. 9/43 S. 2; act. 9/39). Zu Randzeiten, in  

Berücksichtigung der Arbeitszeiten des Berufungsklägers, angesetzte Ausspra-

chetermine ─ der Berufungskläger hatte informell einen Beistandswechsel gefor-

dert ─ sagte der Berufungskläger wegen Schlafstörungen und Konzentrations-

schwierigkeiten kurzfristig ab (act. 9/119 und act. 9/113 S. 7). Die Aussprache auf 

der Vormundschaftsbehörde fand dann doch noch statt, und es wurde auf die Ent-

täuschung, Verzweiflung und Wut des Kindsvaters eingegangen (act. 9/126 S. 2 

unten). Es wurde betont, dass die Vermittlungsarbeit der Beiständin, vor allem 

angesichts der phasenweise nicht möglichen Kommunikation der Eltern, gefordert 

sei (act. 9/126 3 am Schluss). Die Beiständin kann indes nicht ergebnisorientiert 

vermitteln und auf die Eltern einwirken, wenn die Kommunikationskanäle zuge-

macht werden. Am 20. September 2011 hält die Beiständin gegenüber der Fall-

verantwortlichen des Bezirksrates fest, dass der Kindsvater nur noch per Briefpost 

mit ihr verkehre, keine Telefonnummer angebe, und dessen Briefe an sie, die 

Beiständin, eine Zumutung seien (act. 8/28). Eine inkonsistente, von Impulsivität 

gezeichnete, und dem Kindswohl in ausserordentlichem Masse abträgliche Ver-

haltensweise lässt sich etwa auch im Zusammenhang mit der Anmeldung von 

C._____ zur Gymnasiumsprüfung und des alsdann erfolgten Widerrufs erblicken; 

der Kindsvater war sodann nach Stornierung seiner Erlaubnis zur Prüfung zur 

Klärung der Situation nicht mehr erreichbar (act. 9/144 und act. 9/145). Am Neu-

jahrstag 2011 wartetet die Kindsmutter mit den Kindern am Morgen um 12 Uhr im 

Bahnhof P._____ vergeblich auf den Vater, der nur wenige Stunden zuvor, näm-

lich um halb elf Uhr nachts am 31. Dezember 2010 (nun wiederum per E-Mail) da-

rum bat, die Kinder am 1. Januar 2011, treffen zu können (act. 9/135). Am  
14. Februar 2011 liess der Berufungskläger dann wieder einen dringenden Antrag 

für eine superprovisorische Regelung des Besuchs- und Ferienrechts stellen, mit 

der Begründung, ein geregeltes und anständiges Besuchs- und Ferienrecht werde 

ihm von der Berufungsbeklagten verweigert, ohne, einmal mehr, dass die Bei-

ständin irgendetwas zu beanstanden hätte (act. 9/146). Die Tatsache, dass es 

dem Berufungskläger seelisch nicht gut geht (vgl. Anhörung vor Bezirksrat am  

4. Oktober 2011, act. 8/32 S. 2), spielt in die elterliche Streitdynamik hinein. Ärztli-

- 19 - 

che Behandlungen oder Beratung bei einer anderen Fachperson nimmt der Beru-

fungskläger aber nicht (mehr) in Anspruch (act. 8/32 S. 2).  

4.3. Angesichts der seit Jahren bestehenden und zunehmend schwierig verlau-

fenden Konfliktsituation in der Familie A._____-B._____, welche trotz verschie-

denster Bemühungen durch die Behörden nicht beigelegt werden konnte, und 

nicht zuletzt auch unter Hinweis auf die besorgniserregende Entwicklung von 

C._____, ist die Einholung eines Erziehungsfähigkeits- bzw. kinderpsychologi-

schen Gutachtens angezeigt. Mit dem Übergang (E._____) bzw. schon stattge-

fundenen Übergang (D._____) zum Schulkind entwickelt sich erste bewusste 

Vorstellung von der Dynamik eines Menschenlebens. Im Konflikt ihrer Eltern be-

mühen sie sich um ein Verständnis des elterlichen Streits. Allerdings sind die wi-

dersprüchlichen Berichte ihrer Eltern für sie verwirrend. In diesem Alter manifes-

tiert sich der Loyalitätskonflikt des Kindes in der Überforderung, zur eigenen Liebe 

zu beiden Elternteilen stehen zu dürfen. Im August 2010 erklärten die beiden 

Mädchen, dass sie viele schöne Sachen mit ihrem Vater in den Ferien unternom-

men hätten (act. 10/87 S. 2). Und (noch) im August 2011 hält die Beiständin zu 

Handen des Bezirksrates fest, dass das Besuchrecht bei den Mädchen gut funkti-

oniere, phasenweise auch weniger gut, die Organisation der Sommerferien sei 

sehr schwierig gewesen (act. 8/16 S. 2). Wenn die Kinder die Übergänge aber 

emotional nicht (mehr) leisten können, ist eine mögliche (seelische) Notlösung, 

die Abspaltung eines Elternteils (vgl. zum Ganzen: lic.phil. Q._____, Psychologin 

FSP/Mediatorin SVM/SDM 2011, Alter und Entwicklungsstand des Kindes, mögli-

che Erlebens- und Reaktionsformen bei der Trennung der Eltern). Die Folgen sind 

bekannt (C._____). Dieser möglichen Konfliktentwicklung zu Lasten des Wohls 

der beiden Mädchen gilt es Einhalt zu gebieten.  

Es ist sodann darauf hinzuweisen, dass die Erstattung des Gutachtens bereits in 

Auftrag gegeben ist und Herr Dr. med. R._____ vom Kinder- und Jugendpsychiat-

rischen Dienst des Kantons Zürich mit der Begutachtung betraut ist  

(act. 7).  

5.1. Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben 

die Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind ge-

- 20 - 

kümmert oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann ihnen das Recht auf 

persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). 

Das begleitete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu 

begegnen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfe-

stellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern 

zu vermitteln. Es erscheint insbesondere angebracht bei negativer Beeinflussung 

des Kindes, bei Überforderungen und Ängsten des Kindes sowie bei einem stark 

gestörten Verhältnis unter den Eltern. Das begleitete Besuchsrecht ist in der Re-

gel Krisenintervention mit begrenzter zeitlicher Dauer (FamKomm Schei-

dung/Schreiner, Anh. Psych, N 224). 

5.2. Der Berufungskläger hat hinsichtlich des Besuchsrechts vorgebracht, ihm 

könnten keine wichtigen Gründe für die angefochtene Einschränkung des persön-

lichen Verkehrs vorgeworfen werden (act. 2 S. 3). Es würden keine objektiven 

Anhaltspunkte für eine Gefährdung der beiden Mädchen bestehen. Vielmehr wür-

den sie sich freuen auf die Aufenthalte bei ihrem Vater. Die Ausführungen im psy-

chologischen Gutachten von Dr. K._____ im Dezember 2010 würden bereits fest-

halten, dass keine die Einschränkung des unbegleiteten Besuchsrechts rechtferti-

gende Gefährdung der Töchter vorliege (act. 2 S. 3 unten).  

5.3. a) Die angefochtenen Beschlüsse der Vormundschaftsbehörde F._____ vom  

1. März 2011 bzw. das dort statuierte Besuchsrecht haben keine Beruhigung der 

Situation gebracht (act. 3/1, act. 3/2, act. 3/3). Das von Mai 2010 bis Ende Jahr 

2010 nicht stattgefundene Besuchsrecht, konnte ab Anfang des Jahres 2011 nur 

sporadisch wieder wahrgenommen werden. Dass der "Kinderentzug" bei ausblei-

bender Alimentenzahlung nicht angeht, weiss die Berufungsbeklagte selbst (vgl. 

act. 8/10 S. 4). Sie weist aber darauf hin, dass ab Oktober 2010 der Berufungs-

kläger die nicht stattgefundenen Besuchstage selbst zu verantworten habe, weil 

er auf Terminvorschläge nicht eingegangen sei (ebenda). Die Berufungsbeklagte 

erhob keine Beschwerde gegen die Beschlüsse der Vormundschaftsbehörde. An-

statt dass der Berufungskläger das mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde 

vom 1. März 2011 ─ angesichts der Konfliktträchtigkeit ─ doch weit gefasste Be-

suchsrecht für die beiden Töchter (kombiniert mit einer Aufgabenerweiterung der 

- 21 - 

Beiständin) hätte anlaufen lassen, monierte er in der Beschwerde an den Bezirks-

rat vom 21. März 2011 das Ferienbesuchsrecht von vier Wochen und beantragte 

deren sechs Wochen. Sodann will er auch das Auffahrtswochenende geregelt 

wissen und das Besuchsrecht auf Mittwoch Nachmittag von 12 Uhr bis 18 Uhr 30 

erweitert haben (act. 8/4). Die Rückgabe der Kinder am Sonntag Abend soll erst 

um 20 Uhr, und nicht bereits um 18 Uhr, erfolgen (act. 8/12). Dass der anlässlich 

der Anhörung vor Bezirksrat vom 4. Oktober 2011 nun doch gestellte Antrag, auf 

Beibehaltung des gemeinsamen Sorgerechts (act. 8/32 S. 2), sich nur schwierig 

mit der vom Kindsvater zuvor veranlassten Überweisung des Kindsvermögen auf 

sein eigenes Konto vereinbaren lässt (act. 43-45), muss auch dem Berufungsklä-

ger einleuchten. Die anlässlich des Telefonats vom 9. September 2011 gegen-

über der Adjunktin der Vormundschaftsbehörde ausgesprochenen Drohungen ─ 

er, der Kindsvater, könne für die körperliche Integrität der Kindsmutter nicht mehr 

garantieren, wenn sie ihm heute die Kinder nicht gebe, er verstehe langsam Vä-

ter, die ausrasten in solchen Fällen, wie es in der letzten Zeit oft passiert sei; er 

könne einen Vater, wie diesen aus dem Welschland, langsam verstehen; er sei 

auch am ausrasten, am durchdrehen (act. 8/24 und act. 8/27/2) ─ sind unter Hin-

weis darauf, dass physische Gewaltanwendung, auch sich selbst gegenüber 

(Hungerstreik), dem Berufungskläger nicht wesensfremd ist, ernst zu nehmen. 

Dass der Berufungskläger trotz der mit Präsidialverfügung des Bezirksrates vom 

20. September 2011 verfügten Sistierung des Besuchsrechts am 23. September 

2011 während des Schwimmunterrichts der sechsjährigen E._____ im Hallenbad 

zugegen war ─ wenn auch auf der Zuschauergalerie (act. 8/32 S. 3) ─ lässt ver-

muten, dass dem Berufungskläger möglicherweise der Sinn für den Ernst der La-

ge abgeht, und er das Zeichen der Zeit, nämlich des dringenden Gebots der Ein-

kehr der Ruhe, nicht zu erkennen vermag. Nur zwei Wochen zuvor hatte die 

Kindsmutter ─ welche eigenen Angaben zufolge immer noch unter dem im Jahre 

2009 (angeblich) monatelangen Stalking durch den Kindsvater leidet ─, wegen 

der erwähnten Drohungen auf dem Polizeiposten P._____ Schutz gesucht. 

E._____ war im Zeitpunkt, als die Kindsmutter von den Drohungen erfuhr, mit der 

Mutter, und damit auch mit ihr auf dem Polizeiposten. Dass solche Vorkommnisse 

- 22 - 

ein sechsjähriges Kind nachhaltig beeindrucken, muss nicht explizit betont wer-

den.  

b) Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass der stellvertretende Stadtarzt 

in einer einstweiligen Einschätzung der Lage am 15. Dezember 2010 festhielt, 

dass derzeit keine die Einschränkung des unbegleiteten Besuchsrechts rechtferti-

gende Gefährdung der Töchter vorliege (act. 9/131 S. 2). Weiter hielt er aber fest: 

"Gleichwohl sind die Sorgen der Kindsmutter aufgrund des bisherigen Verhaltens 

nicht von der Hand zu weisen. Aus diesem Grund empfehlen wir, die Besuche 

vorerst während drei Monaten unbegleitet durchzuführen. Sollte es aber während 

dieser Beobachtungszeit zu erneuten Problemen wie Nichteinhalten von Abma-

chungen, Terminen oder schweren Konflikten zwischen den Eltern kommen,  

empfehlen wir zur Beruhigung der Situation das Besuchsrecht nur begleitet zu 

gewähren. Massgebend ist die Einschätzung durch die Beiständin Frau H._____." 

(act. 9/131 S. 2).  

Die Auffälligkeiten haben, wie dargelegt, seit dieser Berichterstattung zugenom-

men. Es ist fraglich, ob C._____ seinen Mittelschuleintritt hat meistern können. 

Die möglicherweise zu befürchtende Entwicklung der Töchter wurde beschrieben. 

Entgegen der Meinung des Vaters bedarf es nicht des Nachweises von physi-

scher Gewalt gegenüber den Kindern (act. 2 S. 4), um die Anordnung eines be-

gleiteten Besuchsrechts rechtfertigen zu können. Jahrelange, vor allem auch am-

bivalent und redundant verlaufende massive Elternkonflikte können die einstweili-

ge Einschränkung des Besuchsrechts in Form eines begleiteten rechtfertigen. 

Dem Berufungskläger ist allerdings beizupflichten, wenn er ausführt, ein regel-

mässiger und in gewohntem Umfeld stattfindender Kontakt zu beiden Elternteilen 

sei wichtig und ein begleitetes Besuchsrecht sei auch belastend. Ebenso ist fest-

zuhalten, dass dem Berufungskläger während der Ausübung des Besuchsrechts, 

im Umgang mit seinen Töchtern, nichts vorgeworfen wird. Die Kindsmutter hält 

lediglich vage fest, dass sie von einer psychischen Belastung bzw. einer psychi-

scher Gewalt für die Mädchen ausgehe (act. 8/32 S. 12 unten), und sie befürchte, 

dass der Kindsvater, E._____ nicht richtig behandeln, ihre Bedürfnisse nicht 

wahrnehmen und sie zu spät zurückbringen würde (act. 8/32 S. 14). Noch im Au-

- 23 - 

gust 2011 hält die Beiständin, wie erwähnt, fest, dass das Besuchrecht bei den 

Mädchen gut funktioniere, phasenweise auch weniger gut; die Mädchen seien bis 

vor zwei bis drei Monate gerne zum Vater gegangen (act. 8/16 S. 2).  

c) Die Anordnung eines zeitlich beschränkten begleiteten Besuchsrechts soll 
eine beruhigte Phase ermöglichen, während welcher ein Sachverständigengut-

achten erstellt werden kann. (act. 2 S. 4). Ziel der Begutachtung sollte eine von al-

len Beteiligten getragene und lebbare Lösung sein, die sich am Wohl der Kinder 

orientiert. Nachzugehen ist in der Exploration auch den angeblich aus dem famili-
ären Umfeld des Kindsvaters eingegangenen Hinweisen, die Kinder sollen nicht 

dem Vater überlassen werden, weil es ihm nicht gut gehe (act. 9/112 und act. 

9/113 S. 5 Mitte). Die Voraussetzungen für die Einschränkung des persönlichen 
Verkehrs im Sinne der Anordnungen des Beschlusses des Bezirksrates vom  

20. Oktober 2011 sind aber nur unter Hinweis auf deren zeitliche Befristung ge-

geben. Sofort nach Eingang des Gutachtens bei der Vorinstanz hat die Vorinstanz 

neu über die Ausgestaltung des persönlichen Kontaktes zwischen Vater und den 

beiden Töchtern zu entscheiden (so auch die Vorinstanz in act. 3 S. 13 oben). Die 

Akten von Bezirksrat und Vormundschaftsbehörde sind denn auch ohne dass die 

Weiterzugsfrist für eine Beschwerde ans Bundesgericht abzuwarten wäre, unver-

züglich Herrn Dr. med. R._____, c/o Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst 

des Kantons Zürich zurückzugeben, damit er die Begutachtung weiter führen 

kann (vgl. auch act. 7).  

6. Der Berufungskläger wehrt sich gegen die Auferlegung der Kosten im vor-

instanzlichen Entscheid, mit der Begründung, es liege kein definitiver Entscheid 

vor (act. 2 S. 4). Die Verfahrenskosten auferlegte der Bezirksrat für den Entscheid 

über die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und die Neuzuteilung der 

elterlichen Sorge an die Berufungsbeklagte. Hier wird in der Hauptsache, mit den 

Worten des Berufungsklägers: "definitiv" (act. 2 S. 3), entschieden. Das Kosten-

dispositiv der Vorinstanz (Dispositiv-Ziffer V, act. 3 S. 16) ist zu bestätigen.  

- 24 - 

III. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem Berufungskläger 

aufzuerlegen. Mangels Umtrieben ist der Berufungsbeklagten keine Entschädi-

gung zuzusprechen. 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und der Be-

schluss des Bezirksrates Zürich vom 20. Oktober 2011 wird bestätigt.  

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt.  

3. Die Gerichtskosten des Rechtsmittelverfahrens werden dem Berufungsklä-

ger auferlegt. 

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Vormundschaftsbehörde F._____, 

die Beiständin H._____, c/o Sozialzentrum I._____, J._____, an die Direkti-

on der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie, un-

ter Rücksendung der eingereichten VB-Akten C._____ (act. 9/1-149), an den 

Bezirksrat Zürich, je gegen Empfangsschein. 

Die eingereichten VB-Akten D._____ und E._____ (act. 10/1-135 und act. 

11/1-131) und BR-Akten (act. 8/1-45) sind, ohne Abwarten einer Weiterzugs-

frist, an den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich, 

zh. Herrn Dr. med. R._____, gegen Empfangsschein zurückzugeben. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

- 25 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  
Es handelt sich um nicht vermögensrechtliche Angelegenheiten. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung, vorbehältlich 
Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Wili 
 

versandt am: 

	Urteil vom 20. Dezember 2011
	Erwägungen:
	II.
	4.3. Angesichts der seit Jahren bestehenden und zunehmend schwierig verlaufenden Konfliktsituation in der Familie A._____-B._____, welche trotz verschiedenster Bemühungen durch die Behörden nicht beigelegt werden konnte, und nicht zuletzt auch unter H...
	Es ist sodann darauf hinzuweisen, dass die Erstattung des Gutachtens bereits in Auftrag gegeben ist und Herr Dr. med. R._____ vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich mit der Begutachtung betraut ist  (act. 7).

	III.
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und der Beschluss des Bezirksrates Zürich vom 20. Oktober 2011 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Rechtsmittelverfahrens werden dem Berufungskläger auferlegt.
	4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Vormundschaftsbehörde F._____, die Beiständin H._____, c/o Sozialzentrum I._____, J._____, an die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich) sowie, unter Rücksendung der eingere...
	Die eingereichten VB-Akten D._____ und E._____ (act. 10/1-135 und act. 11/1-131) und BR-Akten (act. 8/1-45) sind, ohne Abwarten einer Weiterzugsfrist, an den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich, zh. Herrn Dr. med. R._____, gege...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...