# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d696d736-abf3-5d71-b093-8f2a171f0294
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 22.09.2025 SV2 2023 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SV2-2023-60_2025-09-22.pdf

## Full Text

«I_NAM»
«I_ALI»
«I_BEM»

Urteil vom 22. September 2025
mitgeteilt am 25. September 2025

[Gegen dieses Urteil wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht 
hängig (8C_628/2025 und 8C_630/2025)]

Referenz SV2 23 60 und SV2 23 612 23 60V2 23 60 und SV2 23 61

Instanz Zweite sozialversicherungsrechtliche Kammer

Besetzung von Salis, Vorsitz
Bäder Federspiel und Pedretti
Parolini, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Gehring

gegen

B._____ AG
Beschwerdegegnerin im Verfahren SV2 23 60 und Beigeladene im 
Verfahren SV2 23 61

und

C._____
Beschwerdegegnerin im Verfahren SV2 23 61 und Beigeladene im 
Verfahren SV2 23 60

Gegenstand Versicherungsleistungen nach UVG

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Sachverhalt

A. A._____, Jahrgang 1979, begann eine Lehre als Karosseriespenglerin 
(1997-2001), die sie eigenen Angaben zufolge nicht abschloss. In der Folge 
absolvierte sie eine Lehre als Verkäuferin für Autoersatzteile (2001-2003). 

A.a. Vom 1. Juli 2009 bis zum 28. Februar 2011 war A._____ bei der D._____ als 
Teilzeitkassiererin (bei einem Arbeitspensum von 42 %) angestellt und dadurch bei 
der C._____ Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend C._____) obligatorisch 
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. 

A.b. Per 8.  Mai 2017 trat A._____ bei der E._____ AG eine Stelle als Hauswartin 
(bei einem Arbeitspensum von 100 %) an. Im Rahmen dieses 
Anstellungsverhältnisses war sie bei der B._____ AG (nachfolgend B._____) 
obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie 
Berufskrankheiten versichert. 

B. A._____ verunfallte in den Jahren 2010 und 2017 und verletzte sich jeweils 
u.a. an der linken Schulter:

B.a. Am 12. Mai 2010 wurde A._____ in G._____ auf dem Fussgängerstreifen 
von einem Automobilisten angefahren. Dabei erlitt sie (mutmasslich) eine Knie- und 
Schulterkontusion links. Dieser Unfall wurde der C._____ mit Schadenmeldung 
UVG vom 17. Mai 2010 (eingegangen am 18. Mai 2010) gemeldet 
(Schadennummer GAM/9940/0019.04585.10.2). 

B.b. Am 9. Dezember 2017 rutschte A._____ bei der Arbeit auf Schnee und Eis 
aus und stürzte dabei auf die linke Schulter. In der Folge litt sie erneut an 
Beschwerden der linken Schulter. Dieser Unfall wurde der B._____ mit 
Schadenmeldung UVG vom 1. August 2018 (eingegangen am 14. bzw. 22. August 
2018) gemeldet (Schadennummer 301.352.055.00). 

C. In der Schadenmeldung UVG vom 17. Mai 2010 an die C._____ wurde als 
Folge des Unfalls vom 12. Mai 2010 von einer Quetschung des linken Unterarms 
sowie einer Schürfung des linken Knies berichtet.

C.a. Die am Unfalltag konsultierten Ärztinnen, Dr. med. H._____, Leitende Ärztin 
Notfall-Zentrum der Klinik I._____, und Dr. med. J._____, Assistenzärztin Notfall-
Zentrum, diagnostizierten eine Knie- und Schulterkontusion links. 

C.b. Die C._____ anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen 
Leistungen (Heilbehandlung und Taggelder). In der Radiologie der Uniklinik 

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K._____ vom 9. August 2010 wurde eine posttraumatische Frozen Shoulder links 
diagnostiziert. Mit Bericht vom 31. Januar 2011 hielt die Hausärztin, Dr. med. 
L._____, Ärztin für allgemeine Medizin FMH, fest, dass die Versicherte beim Heben 
und Tragen von Lasten bzw. Kraftaufwendungen mit dem linken Arm sowie bei 
Arbeiten über Schulterhöhe und evtl. auf Leitern steigen eingeschränkt, in einer 
angepassten Tätigkeit jedoch voll arbeitsfähig sei. In der Folge teilte die C._____ 
der Versicherten mit Schreiben vom 8. Februar 2011 mit, dass sie die 
Taggeldleistungen unter Berücksichtigung einer Übergangsfrist maximal bis zum 
30. April 2011 erbringe. 

C.c. Wegen persistierender Beschwerden suchte A._____ Dr. med. S._____, 
Facharzt für Chirurgie FMH, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Orthopädische 
Chirurgie, auf. Dieser diagnostizierte am 1. Oktober 2012 eine Hill-Sachs-Läsion, 
eine Labrumruptur und eine Bursitis subacromialis/subdeltoidea der linken Schulter. 
Er attestierte ihr für eine körperlich schwere Tätigkeit eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit, in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit jedoch eine volle 
Arbeitsfähigkeit. Nach einer am 13. Februar 2013 durchgeführten Schulteroperation 
(arthroskopische Labrumrekonstruktion, Synovektomie [Anm. des Gerichts = 
operative Abtragung der Gelenkschleimhaut, vgl. https://flexikon.doccheck.com/ 
de/Synovektomie] des glenohumeralen Gelenks, subacromiale Dekompression) 
liess die C._____ die Versicherte durch Dr. med. M._____, Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, zertifizierte med. Gutachterin SIM, 
Vertrauensärztin SGV, begutachten. 

C.d. Das Gutachten wurde am 4. August 2016 erstattet. Dr. med. M._____ 
antwortete auf die Frage nach dem Kausalzusammenhang (bei fehlender 
Erstdokumentation aus der Klinik in G._____, jedoch gestützt auf den MRT-Befund 
vom 29. Juni 2010), dass eine Schulterluxation durch das Unfallereignis sehr 
unwahrscheinlich bzw. unwahrscheinlich sei; dieses sei geeignet gewesen, zu einer 
Prellung oder Stauchung der Schulter zu führen. Zeitnah sei es zu einer retraktilen 
Kapsulitis (Anm. des Gerichts: Kapsulitis = Frozen Shoulder/Schultersteife = 
chronische, entzündliche Veränderungen im Bereich der Schultergelenkkapsel, vgl.  
https://flexikon.doccheck. com/de/Frozen_shoulder) mit Komplikationen 
gekommen; eine solche könne viele Ursachen haben. Inzwischen würden 
ausgeprägte degenerative Veränderungen vorliegen. Dr. med. M._____ attestierte 
A._____ eine volle Arbeitsfähigkeit für ihre Tätigkeit als Kassiererin mit einem 
Arbeitspensum von 42 % bei unfallbedingten Einschränkungen für mittelschwere 
und schwere Tätigkeiten in Kombination mit Heben und Tragen sowie Tätigkeiten 
über Kopf. Die Versicherte könne körperlich leichte Tätigkeiten, bevorzugt aus 

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wechselnder Ausgangslage, in vollem Pensum ohne Einschränkungen verrichten. 
Der unfallbedingte Integritätsschaden (Omarthrose mit deutlichen 
Funktionseinschränkungen) betrage aktuell 15 %, auf Dauer voraussichtlich 20 %. 
Auf die Frage nach unfallfremden Faktoren verwies die Gutachterin auf die 
allgemeine Anamnese.

C.e. Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. M._____ vom 4. August 2016 und 
weitere medizinische Berichte stellte die C._____ mit Verfügung vom 21. Juli 2017 
die Ausrichtung von Heilbehandlungskosten per 4. August 2016 ein, bejahte den 
Taggeldanspruch für die Zeit zwischen dem 13. Februar 2013 und dem 
9. November 2014 und verneinte einen Rentenanspruch. Sie sprach A._____ 
zudem eine Integritätsentschädigung von CHF 25'200.00 zu. Die C._____ hielt fest, 
gemäss dem Gutachten von Dr. med. M._____ sei mit keiner namhaften Besserung 
mehr zu rechnen, weshalb die Voraussetzungen für einen Anspruch auf weitere 
Heilbehandlungen und Taggelder nicht mehr erfüllt seien. Der 
Einkommensvergleich bei einem Valideneinkommen von CHF 47'714.15 und einem 
Invalideneinkommen von CHF 52'844.75 ergebe keine Erwerbseinbusse. Die 
Integritätsentschädigung wurde gestützt auf einen Integritätsschaden von 20 % auf 
der Basis des Höchstbetrages des versicherten Jahresverdienstes von 
CHF 126'000.00 festgelegt.

C.f. Die dagegen erhobene Einsprache von A._____ vom 13. September 2017 
wies die C._____ in Bestätigung der angefochtenen Verfügung mit 
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2018 ab. 

C.g. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ am 10. September 2018 
Beschwerde an das Sozialversicherungsgericht Zürich. Dieses hielt mit Urteil vom 
16. Dezember 2019 (Verfahren UV.2018.00203) fest, dass die Frage der 
Ausrichtung von Taggeldleistungen über den April 2011 
hinaus unfallversicherungsrechtlich als abgeschlossen zu betrachten sei (E. 4.2), 
dass die Parteien ausgewiesener- und unbestrittenermassen von einem 
Endzustand per 4. August 2016 sowie einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer den 
Beschwerden angepassten Tätigkeit ausgingen (E. 5.1) und dass die C._____ 
einen Rentenanspruch zu Recht verneint habe (E. 5.3.3). In Bezug auf den Unfall 
vom 9. Dezember 2017 hiess das Gericht die Beschwerde teilweise gut (E. 6). Es 
führte diesbezüglich aus, anhand der im Recht liegenden Unterlagen könne nicht 
abschliessend festgestellt werden, ob und in welchem Umfang die C._____ 
leistungspflichtig sei, weshalb es die Sache an die C._____ zurückwies, damit sie 
in Bezug auf das Ereignis vom Dezember 2017 weitere Abklärungen tätige und über 
ihre diesbezügliche Leistungspflicht entscheide. 

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C.h. In der Folge zog die C._____ die Akten der B._____ bei und verneinte mit 
Verfügung vom 29. Mai 2020 ihre Leistungspflicht bezüglich des Unfalls vom 
9. Dezember 2017. Sie begründete dies damit, dass der Fallabschluss per 
4. August 2016 erfolgt sei, weshalb sie vom Ereignis vom 9. Dezember 2017 
grundsätzlich nicht betroffen sei. Dagegen erhob A._____ am 1. Juli 2020 
Einsprache, beantragte die Ausrichtung weiterer Taggelder und die Prüfung von 
Langzeitleistungen.

C.i. Mit Einspracheentscheid vom 18. August 2020 wies die C._____ die 
Einsprache in Bestätigung ihrer Verfügung vom 29. Mai 2020 ab. Darin führte sie 
aus, es liege kein koordinationsrechtlicher Tatbestand vor, für den Unfall vom 
9. Dezember 2017 sei vollumfänglich der für dieses Ereignis zuständige Versicherer 
leistungspflichtig. Die Versicherte habe bis zum Unfall 2017 nie über eine mögliche 
Verschlechterung ihres Zustands informiert, weshalb davon auszugehen sei, sie sei 
bis dahin beschwerdefrei gewesen. Auch die UV-Akten liessen keinen anderen 
Schluss zu. Ein Rückfall könne erst geprüft werden, wenn der Endzustand 
feststehe; da die diesbezügliche Verfügung nicht rechtskräftig sei, entfalle die 
Prüfung eines Rückfalls. Ein solcher liege allerdings gar nicht vor, da aufgrund der 
Akten eher von einem krankheitsbedingten Geschehen auszugehen sei. Selbst 
wenn die entsprechende Verfügung rechtskräftig wäre, müsse der für den Unfall 
vom 12. Mai 2010 (recte wohl: 9. Dezember 2017) zuständige Versicherer für einen 
Rückfall aufkommen, zumal es sich um ein neues Ereignis handle, das nach 
Eintreten des Endzustands eintrat und auf das sie keinen Einfluss mehr habe.

D. In der Schadenmeldung UVG vom 1. August 2018 an die B._____ wurde 
festgehalten, dass A._____ nach dem Sturz auf die linke Schulter im Dezember 
2017 zugewartet habe, dass die Beschwerden jedoch immer schlimmer geworden 
seien.

D.a. A._____ begab sich im August 2018 erstmals nach dem Unfall vom 
9. Dezember 2017 in ärztliche Behandlung. Dr. med. N._____, FMH Allgemeine 
Innere Medizin, Sportmedizin SGSM, Notarzt SGNOR, attestierte ihr eine volle 
Arbeitsunfähigkeit vom 2.-14. August 2018, Dr. med. O._____, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, eine solche vom 15.-31. August 2018. Letzterer 
diagnostizierte eine fortgeschrittene Omarthrose links (Anm. des Gerichts = 
degenerative Veränderungen des Gelenkknorpels des Schultergelenks, vgl. 
https://flexikon.doccheck.com /de/Omarthrose) bei Exazerbation der 
vorbestehenden Omarthrose durch den Unfall und überwies sie an das 
Kantonsspital Graubünden (nachfolgend AN._____). Dr. med. P._____, Leitender 
Arzt der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates am 

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AN._____, stellte mit Bericht vom 22. August 2018 die Diagnose einer 
fortgeschrittenen Omarthrose links bei Status nach Arthroskopie der Schulter links 
mit anterokaudaler Schulterstabilisation und subacromialer Dekompression am 
13. Februar 2013. Im Dezember 2017 sei es zu einem erneuten Distorsionstrauma 
der linken Schulter gekommen, wobei die vorbestandenen Beschwerden deutlich 
exazerbiert seien. Auf seine Empfehlung hin erfolgte am 16. Oktober 2018 die 
Implantation einer anatomischen Schulter-Totalprothese links. 

D.b. Die B._____ holte bei ihrem beratenden Arzt, Dr. med. Q._____, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie an der I._____-Klinik, eine 
Aktenbeurteilung ein. Dieser hielt am 7. Dezember 2018 bzw. 6. Januar 2019 fest, 
dass es beim Sturz im Dezember 2017 zu einer vorübergehenden Verschlimmerung 
des Vorzustands im Sinne einer Distorsion der linken Schulter gekommen sei. Eine 
traumatisch bedingte, strukturelle Verletzung der linken Schulter aufgrund des 
Sturzes sei nicht objektivierbar. Die Implantation der Schulterprothese links vom 
16. Oktober 2018 stehe nicht mit dem Unfallereignis vom 9. Dezember 2017 in 
natürlich kausalem Zusammenhang. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei der 
Vorzustand aus dem Jahr 2013 die Indikation der Prothesenimplantation. Da die 
Beschwerden infolge einer Distorsion in der Regel innert weniger Monate abheilten, 
wobei der Vorzustand den Heilverlauf verlängere, sei der Status quo sine am 
31. August 2018 erreicht. 

D.c. Mit Verfügung vom 27. März 2019 verneinte die B._____ gestützt auf die 
Stellungnahme von Dr. med. Q._____ wegen Wegfalls der Unfallkausalität ihre 
Leistungspflicht für die Zeit ab dem 1. September 2018 und stellte die Ausrichtung 
von Heilbehandlungskosten und Taggeldern ein. Sie ging davon aus, dass die 
Versicherte anlässlich des Unfalls vom 9. Dezember 2017, bei einer 
fortgeschrittenen Omarthrose als Vorzustand, eine Distorsion der linken Schulter 
erlitten habe. Die Implantation der Schulterprothese links sei dem Vorzustand aus 
dem Jahr 2013 bzw. dem Unfallereignis aus dem Jahr 2010 zuzuordnen und beim 
damaligen Unfallversicherer zu melden. Gegen diese Verfügung erhob A._____ am 
9. Mai 2019 Einsprache. 

D.d. Mit Einspracheentscheid vom 13. September 2019 wies die B._____ die 
Einsprache von A._____ ab. Sie stellte dabei weiterhin auf die Beurteilung von 
Dr. med. Q._____ ab, wonach dem Sturz vom 9. Dezember 2017 lediglich eine 
untergeordnete Bedeutung zukomme. Dieser habe zu einer vorübergehenden 
Exazerbation der Schulterbeschwerden links geführt, sei jedoch nicht kausal zur 
Implantation der Schulterprothese. Die Schulterbeschwerden seien auf den 
Vorzustand mit Status nach Schulterluxation links und Verletzung des Labrums und 

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Labrumrekonstruktion mit subacromialer Dekompression bei 
Impingementsymptomatik im 2013 zurückzuführen. Die im August 2018 
festgestellte fortgeschrittene Omarthrose sei letztlich die Ursache der 
Schulterprothesenimplantation.

E. A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) erhob gegen beide 
Einspracheentscheide Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 
Graubünden:

E.a. Gegen den Einspracheentscheid vom 13. September 2019 (Unfall vom 
9. Dezember 2017/B._____) erhob die Beschwerdeführerin am 11. Oktober 2019 
Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren (Verfahren S 19 123):

1. Der Einspracheentscheid vom 13. September 2019 und die zu Grunde 
liegende Verfügung seien aufzuheben, soweit die gesetzlichen 
Leistungen per 31. August 2018 terminiert wurden.

2. Die Beschwerdegegnerin sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 
zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen 
als Vorleistungen gemäss Art. 102a UVV auch nach 31. August 2018 
zu erbringen.

3. Die Beschwerdegegnerin sei alsdann zu verpflichten, der 
Beschwerdeführerin ab 1. September 2018 die gesetzlichen Leistungen 
definitiv zu gewähren. Insbesondere Taggelder zu entrichten und 
Heilbehandlungskosten zu übernehmen, später allenfalls weitere 
Leistungen.

4. Es sei die C._____ AG, dem Prozess beizuladen.

5. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin (inkl. 7.7 % MwSt.).

E.a.a. Am 31. Oktober 2019 reichte die C._____ als Beigeladene ihre 
Vernehmlassung ein. Sie stellte mit Hinweis darauf, dass bereits ein Verfahren vor 
dem Sozialversicherungsgericht Zürich hängig sei, keinen Antrag. Darüber hinaus 
erachtete sie sich als nicht leistungspflichtig und von der Verfügung der B._____ 
nicht betroffen. Der Endzustand sei noch vor dem Unfall vom 9. Dezember 2017 
erreicht gewesen und der Fallabschluss per 4. August 2016 verfügt worden, 
weshalb der aktuelle Unfall und die dadurch verursachten Beschwerden nichts mit 

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dem Unfall vom 12. Mai 2010 zu tun hätten. Der neue Unfall schliesse zudem einen 
Rückfall aus; ein solcher wäre ohnehin erst zu prüfen, wenn der Endzustand 
rechtskräftig feststehe.

E.a.b. Mit Vernehmlassung vom 4. November 2019 beantragte die B._____ die 
Abweisung der Beschwerde und auch des Antrags auf Erlass von vorsorglichen 
Massnahmen (Vorleistungspflicht), zumal die Beschwerdeführerin nach eigenen 
Angaben für ihren Erwerbsausfall Krankentaggeld beziehe und für die 
Heilungskosten die Krankenkasse vorleistungspflichtig sei. Zudem habe die 
C._____ noch keinen Entscheid über den Rückfall gefällt. Grundsätzlich sei gemäss 
Art. 70 Abs. 1 lit. 1 ATSG die Krankenkasse vorleistungspflichtig. Nur wenn 
zweifelsfrei feststehe, dass nur Unfallfolgen vorlägen, komme Art. 102a UVV zur 
Anwendung, wonach derjenige Versicherer die Leistungen im Sinne von 
Vorleistungen zu erbringen hat, der dem Auftreten der Unfallfolgen in zeitlicher 
Hinsicht am nächsten ist. In Bezug auf die materielle Leistungspflicht machte die 
B._____ geltend, dass die nach dem 31. August 2018 aufgetretenen 
Schulterbeschwerden gestützt auf die Beurteilung des ärztlichen Beraters Dr. med. 
Q._____ nicht mehr auf den Unfall vom 9. Dezember 2017 zurückzuführen seien. 
Gemäss dem Bericht von Dr. med. S._____ vom 9. Juni 2017 sei der 
Beschwerdeführerin schon vor dem Unfall die Implantation einer Schulterprothese 
empfohlen worden, womit der Beweis des Wegfalls der natürlichen Kausalität 
erbracht sei. 

E.a.c. Mit Verfügung vom 8. November 2019 forderte die Instruktionsrichterin die 
Parteien auf, sich zur vorgesehenen Sistierung des Verfahrens bis zum Vorliegen 
des Urteils des Sozialversicherungsgerichts Zürich zu äussern. Die entsprechende 
Stellungnahme der Beschwerdeführerin ging am 13. Dezember 2019 ein mit 
Zustimmung betreffend Sistierung im Hinblick auf die materielle Prüfung, jedoch 
nicht im Hinblick auf die Vorleistungspflicht. 

E.a.d. Die C._____ nahm am 18. Dezember 2019 zur Frage der Vorleistungspflicht 
in ablehnender Weise Stellung und stellte mit Schreiben vom 8. Januar 2020 das in 
der Zwischenzeit ergangene Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 
16. Dezember 2019 (UV.2018.00203) zu. Dazu hielt sie fest, dass sie gemäss dem 
erwähnten Urteil keine weiteren Taggelder auszurichten habe, der Endzustand per 
4. August 2016 erreicht und keine Rente zugesprochen worden sei. Die Sache sei 
lediglich zu weiteren Abklärungen betreffend das Ereignis vom Dezember 2017 
zurückgewiesen worden. Sie lehne allerdings ihre Leistungspflicht grundsätzlich ab.

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E.a.e. Mit Eingabe vom 31. Januar 2020 nahm die B._____ zu den Schreiben der 
C._____ vom 18. Dezember 2019 und vom 8. Januar 2020 Stellung. Sie teilte die 
Ansicht der C._____, dass offen sei, ob Unfallfolgen vorlägen und dass somit 
grundsätzlich nach Art. 70 Abs. 2 lit. a ATSG die Krankenkasse vorleistungspflichtig 
sei. Nur wenn zweifelsfrei feststehe, dass nur Unfallfolgen vorlägen, komme 
Art. 102a UVV zur Anwendung. 

E.a.f. Mit Eingabe vom 16. März 2020 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 
gestellten Anträgen fest und bestritt die Vorbringen der B._____. Sie bestätigte, 
dass sie das Urteil des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 16. Dezember 2019 
(UV.2018.00203) nicht weitergezogen habe.

E.a.g. Mit Eingabe vom 24. März 2020 bestätigte die C._____, dass sie das Urteil 
des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 16. Dezember 2019 (UV.2018.00203) 
nicht angefochten habe. Sie werde dieses umsetzen, sich anhand der Akten der 
B._____ über das Unfallereignis vom 9. Dezember 2017 ein Bild machen und über 
dessen Einfluss auf die Verfügung vom 21. Juli 2017 verfügen. Über einen allfälligen 
Rückfall könne sie aber erst nach rechtskräftigem Fallabschluss entscheiden, was 
wegen des Rückweisungsentscheids bisher nicht der Fall sei.

E.a.h. Mit Eingabe vom 14. Mai 2020 nahm die Beschwerdeführerin zur Eingabe 
der C._____ vom 24. März 2020 Stellung. Sie führte aus, insbesondere in Bezug 
auf die Frage der Vorleistungspflicht sei es nicht relevant, ob die C._____ bereits 
eine formelle Verfügung betreffend Rückfall oder Spätfolge erlassen habe oder 
nicht.

E.a.i. Mit Eingabe vom 15. September 2020 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 
die C._____ ihre Leistungspflicht erneut mit Verfügung vom 29. Mai 2020 und 
Einspracheentscheid vom 18. August 2020 abgelehnt habe, wogegen sie nun 
ebenfalls Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 
erhoben (Verfahren S 20 107) und die Vereinigung beider Verfahren beantragt 
habe.

E.b. Gegen den Einspracheentscheid der C._____ vom 18. August 2020 (Unfall 
vom 12. Mai 2010/C._____) erhob die Beschwerdeführerin am 15. September 2020 
Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren (Verfahren S 20 107):

1. Der Einspracheentscheid vom 18. August 2020 und die zu Grunde 
liegende Verfügung vom 29. Mai 2020 seien aufzuheben.

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2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin - 
nach Einholung einer gerichtlichen medizinischen Expertise oder nach 
eigenen medizinischen Abklärungen - die gesetzlichen Leistungen zu 
gewähren, insbesondere Taggelder zu entrichten und 
Heilbehandlungskosten zu übernehmen, später allenfalls weitere 
Leistungen.

3. Es sei das vorliegende Verfahren mit dem Verfahren Nr. S 19 123 zu 
vereinigen. 

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin (inkl. 7.7 % MwSt.).

Sie stellte in beweisrechtlicher Hinsicht den Antrag auf Einholung eines 
gerichtlichen Gutachtens.

E.b.a. Mit Vernehmlassung vom 28. September 2020 beantragte die C._____ die 
Abweisung der Beschwerde. Zudem ersuchte sie um Beizug des von der IV-Stelle 
des Kantons Graubünden eingeholten polydisziplinären Gutachtens vom 
23. August 2020. Weiter sprach sie sich gegen eine Vereinigung der Verfahren aus. 

E.b.b. Mit Vernehmlassung vom 26. Oktober 2020 enthielt sich die B._____ als 
Beigeladene eines Antrags, sprach sich jedoch für eine Verfahrensvereinigung aus.

E.b.c. Mit Replik vom 8. Dezember 2020 hielt die Beschwerdeführerin an den mit 
Beschwerde vom 15. September 2020 gestellten Anträgen vollumfänglich fest.

E.b.d. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2020 verzichtete die B._____ auf die 
Einreichung einer Duplik. Ebenfalls mit Duplik vom 18. Dezember 2020 hielt die 
C._____ an ihren Rechtsbegehren fest.

F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. Dezember 2020 vereinigte die 
Instruktionsrichterin die beiden Verfahren S 19 123 und S 20 107, legte dar, dass 
vorerst auf den Erlass eines Zwischenentscheids bezüglich Vorleistungspflicht im 
Sinne vorsorglicher Massnahmen verzichtet werde und ordnete die Einholung der 
IV-Akten an. Sie kündigte zudem ihre Absicht an, ein monodisziplinäres 
Gerichtsgutachten, insbesondere zur Frage des Kausalzusammenhangs zwischen 
den orthopädischen Beschwerden und dem Unfall vom 9. Dezember 2017 bzw. 
einem Rückfall/Spätfolgen zum Unfall vom 12. Mai 2010, in Auftrag zu geben.

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F.a. Mit Schreiben vom 8. Januar 2021 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 
sie mit dem aufgezeigten Vorgehen einverstanden sei. Sie schlug als 
Gerichtsgutachter Dr. med. T._____, Chefarzt/Leiter Schulter- und 
Ellenbogenchirurgie Kantonsspital U._____, und alternativ Spezialisten (z.B. Prof. 
Dr. med. V._____, bei dem die Beschwerdeführerin eine Zweitmeinung zur 
Notwendigkeit der Operation eingeholt habe, Dr. med. W._____ und Dr. med. 
X._____) der Y._____ Klinik, Fachbereich Schulter- und Ellenbogenchirurgie, vor. 

F.b. Mit Schreiben vom 29. Januar 2021 bestätigte die C._____, die Anordnungen 
der Instruktionsrichterin zur Kenntnis genommen zu haben. Sie führte aus, eine 
erneute Leistungspflicht der C._____ komme nur dann in Frage, wenn ein 
revisionsrechtlicher Tatbestand (d.h. Rückfall oder eine Spätfolge) von der 
Beschwerdeführerin glaubhaft gemacht werde. Zudem wies sie darauf hin, das 
Gericht dürfe keinen Entscheid fällen, der im Widerspruch zum nicht angefochtenen 
Urteil vom 16. Dezember 2019 (gemeint sein dürfte das Urteil des 
Sozialversicherungsgerichts Zürich UV.2018.00203) stehe, und es sei auch Sache 
des Gerichts zu verhindern, dass es anstelle der Beschwerdeführerin die 
nachträgliche Änderung des anspruchsrelevanten Sachverhalts abkläre, nachdem 
sich diese ihr gegenüber zu keinem Zeitpunkt in diesem Sinne geäussert habe. 
Gemäss rechtskräftigem Urteil vom 16. Dezember 2019 betrage das 
Valideneinkommen CHF 49'314.05; ein Einkommen, das die Beschwerdeführerin 
mit ihrer späteren körperlich anspruchsvollen Tätigkeit als Hauswartin bei weitem 
überschritten habe, weshalb ein Anspruch ihr gegenüber ohnehin ausgeschlossen 
sei.

F.c. Mit Schreiben vom 9. Februar 2021 teilte die B._____ mit, dass sie gegen die 
von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Gutachtensperson keine Einwände 
habe. Alternativ schlug sie Dr. med. Z._____, Orthopädische Chirurgie FMH, 
zertifizierter Gutachter SIM, AA._____-Spital, AB._____, oder Dr. med. AC._____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, In Motion, Zentrum für 
Orthopädie & Neurochirurgie, AD._____, vor. 

F.d. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 9. März 2021 gab die 
Instruktionsrichterin bekannt, dass sich Prof. Dr. T._____, Kantonsspital U._____, 
zur Erstellung des Gutachtens in Zusammenarbeit mit dem Assistenzarzt pract. 
med. AE._____ bereit erklärt habe. Gleichzeitig räumte sie den Parteien die 
Möglichkeit ein, vor der definitiven Auftragserteilung allfällige Ausstands- oder 
Ablehnungsgründe betreffend den vorgeschlagenen Gutachter bzw. den 
Assistenzarzt geltend zu machen sowie zum beigelegten Fragenkatalog Stellung zu 
nehmen und allfällige Ergänzungsfragen einzureichen. Die Beschwerdeführerin (mit 

12 / 73

Ergänzungsantrag zu Frage Ziff. 6 betreffend den natürlichen 
Kausalzusammenhang) und die C._____ (mit Antrag auf Weglassen der 
Kurzübersicht zur Vorgeschichte, Unzulässigkeit der Frage Ziff. 6.2 mangels 
Rückfallmeldung, verschiedenen Ergänzungsfragen und Hinweisen auf einen 
Krankheitszustand vor dem Unfall 2010 sowie auf die Verteilung bzw. Tragung der 
Gutachtenskosten) reichten je mit Schreiben vom 25. März 2021, die B._____ (mit 
Antrag auf Streichung der Fragen Ziffern 7-9 und Ergänzungen/Anpassungen der 
Fragen Ziffern 6.1.1, 6.1.2, 7.1, 8 und 9) mit Schreiben vom 29. März 2021 ihre 
Stellungnahmen ein. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. April 2021 
bereinigte die Instruktionsrichterin den Fragenkatalog und stellte den Parteien die 
definitive Fassung zu. 

F.e. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. April 2021 erteilte die 
Instruktionsrichterin Prof. Dr. med. T._____, unter Hinweis auf Art. 307 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311 [StGB]; Strafbarkeit der Abgabe eines 
falschen Gutachtens), den Auftrag zur Erstellung eines orthopädischen 
Gerichtsgutachtens.

G. Das monodisziplinäre Gerichtsgutachten von Prof. Dr. med. T._____/pract. 
med. AE._____ wurde am 30. Dezember 2021 ausgestellt. 

G.a. Die Gutachter stellten folgende fachspezifische Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 29): 

- St.n. Implantation anatomische Schultertotalprothese links am 
16.10.2018 (Dr. P._____) mit postoperativer transienter Neuropraxie 
N. axillaris, N. musculocutaneus und N. medianus links bei

- posttraumatischer fortgeschrittener Omarthrose links, ED 06/2015 
(Dr. AK._____)

- St.n. SAS links mit anterokaudaler Schulterstabilisation, 
subacromialer Dekompression vom 13.02.2013 (Dr. S._____) bei

- St.n. Schulterkontusion mit Schulter(sub)luxation und spontaner 
Reposition links anlässlich Auffahrtrauma vom 12.05.2010

- Depression.

Zum Vorzustand legten die Gutachter dar, dass zum Zeitpunkt des Unfalls vom 
9. Dezember 2017 eine fortgeschrittene Omarthrose bestanden habe, die erstmals 
im September 2013 MR-tomographisch beschrieben worden war, in der MR-

13 / 73

Untersuchung vom Juni 2012 und somit vor der Schulterarthroskopie noch nicht 
bestanden hatte. Die Omarthrose sei überwiegend wahrscheinlich in der Zeit 
zwischen 2010 und 2013 aufgetreten, weshalb die Gutachter unfallfremde Faktoren 
verneinten. Die Omarthrose sei überwiegend wahrscheinlich Folge des Unfalls vom 
12. Mai 2010 bzw. der Operation vom 13. Februar 2013. Auf die Frage nach dem 
natürlichen Kausalzusammenhang legten sie dar, dass die Omarthrose als 
Hauptursache der Beschwerden eher unwahrscheinlich kausal (im Sinne von 
Hauptursache) mit dem Unfall vom 9. Dezember 2017 sei. Die dabei erlittene 
Kontusion/Distorsion habe höchstwahrscheinlich zu einer Aktivierung der 
vorbestehenden Omarthrose und somit zu einer richtunggebenden 
Verschlechterung geführt. Sie bejahten eine Teilkausalität von ungefähr 20 % und 
erachteten den Status quo sine als am 31. August 2018 wahrscheinlich noch nicht 
eingetreten. Bei der Omarthrose handle es sich überwiegend wahrscheinlich um 
Spätfolgen des Unfalls vom 12. Mai 2010 bzw. der Operation vom 13. Februar 2013. 
Brückensymptome seien gegeben. Als Endzustand lasse sich anamnestisch der 
August 2020 evaluieren. Die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit 
(Bürotätigkeiten/kommunikative Arbeiten ohne Belastung der linken Schulter) 
bezifferten die Gutachter auf 100 %, diejenige für die (nicht leidensangepasste) 
Tätigkeit als Hauswartin/Verkäuferin auf 0 %. Den Integritätsschaden gemäss 
Anhang 3 der UVV/SUVA-Tabellen legten sie bei 25 % fest.

G.b. Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2022 hielt die C._____ fest, das 
Gutachten bestätige, dass höchstens eine Omarthrose auf den Unfall vom 12. Mai 
2010 zurückzuführen sein könnte. Diese (als Spätfolge des Unfalls) habe sie bereits 
mit der Zusprechung einer Integritätsentschädigung von 20 % mittels Verfügung 
vom 21. Juli 2017 berücksichtigt, womit dieser Gesundheitsschaden zu keinen 
weiteren Ansprüchen ihr gegenüber führe. Die seit August 2015 bestehende und 
auch von Dr. med. M._____ bestätigte, unfallfremde Depression (mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit) sei nicht in die gutachterliche Beurteilung eingeflossen, 
zudem sei widersprüchlich, dass trotz dieser Diagnose unfallfremde Faktoren 
verneint würden. Weiter führte die C._____ aus, wenn der Gutachter das Entstehen 
der Omarthrose auf die Zeit zwischen 2010 und 2013 zurückführe, weil vor dem 
Unfall vom 12. Mai 2010 keine Schulterbeschwerden bestanden hätten, so bediene 
er sich der unzulässigen Beweismaxime "post hoc, ergo propter hoc". Offensichtlich 
lasse sich die Ursache der Omarthrose retrospektiv nicht evaluieren. Ferner 
bemängelte die C._____ auch, dass die Versicherte eine ihrem 
Gesundheitszustand nicht angepasste Tätigkeit angenommen und damit ihre 
Schadenminderungspflicht verletzt habe. Für eine allfällige Verschlimmerung des 
Gesundheitszustands müsse sie nicht aufkommen. Im Übrigen enthalte das 

14 / 73

Gutachten verschiedene Inkonsistenzen zur Belastbarkeit und den geschilderten 
Tätigkeiten in Haushalt und Sport.

G.c. Die Beschwerdeführerin erachtete das Gerichtsgutachten in ihrer 
Stellungnahme vom 28. Januar 2022 als beweiskräftig. Sie wies darauf hin, dass 
entgegen der Ansicht der B._____ am 31. August 2018 noch kein Status quo 
erreicht gewesen sei. Angesichts der Mitverursachung der Gesundheitsschädigung 
durch die bei den Beschwerdegegnerinnen versicherten Unfälle würden 
Leistungsansprüche bestehen, für deren Erbringung gestützt auf Art. 102a UVV 
(Vorleistungspflicht) und Art. 100 Abs. 4 und Abs. 5 UVV (Leistungspflicht bei 
mehreren Unfallereignissen) die B._____ zuständig sei. Die Beschwerdeführerin 
habe im Rahmen einer durch die Invalidenversicherung finanzierten Umschulung 
im Dezember 2021 das Diplom als Sachbearbeiterin Immobilienbewirtschaftung 
erlangt und befinde sich weiter in der Umschulung zur Erlangung eines 
Handelsdiploms. Die Invalidenversicherung habe dafür ab dem 16. April 2021 bis 
zum 31. August 2021 Invalidentaggelder ausgerichtet, aktuell richte sie seit dem 
1. Februar 2022 erneut Taggelder aus. Da der Rentenanspruch erst nach der 
Umschulung beurteilt werden könne, habe die Beschwerdeführerin vorerst 
Anspruch auf Taggelder der Unfallversicherung.

G.d. Mit Stellungnahme vom 24. Februar 2022 beantragte die B._____, auf das 
Gerichtsgutachten sei nicht abzustellen und es sei gestützt auf die eingereichte 
medizinische Stellungnahme von Dr. med. AF._____, Facharzt Orthopädische 
Chirurgie, vom 28. Januar 2022 die Leistungspflicht der B._____ mangels 
natürlicher Kausalität zu verneinen. Eventualiter sei ein gerichtliches Obergutachten 
einzuholen, subeventualiter seien die gesetzlichen Leistungen zu 20 % dem von ihr 
zu vertretenden Unfallereignis vom 9. Dezember 2017 aufzuerlegen. Das 
Gutachten habe formale Mängel, insbesondere würde die Aktenlage unvollständig 
dargestellt, beispielsweise bezüglich Schmerzmittelkonsum und 
Funktionseinschränkungen, und es würden Anamnese und subjektive Angaben 
vermischt. Zudem sei das Gutachten auch nicht schlüssig. Die Aussage, der Unfall 
2017 sei für die nach dem 31. August 2018 aufgetretenen Beschwerden eher 
unwahrscheinlich kausal, sei zur Aussage, der Unfall habe zu einer 
richtunggebenden Verschlechterung der vorbestehenden Klink geführt, 
widersprüchlich. Darüber hinaus entbehre die Postulierung einer richtunggebenden 
Verschlimmerung einer schlüssigen Grundlage, zumal die Beschwerdeführerin 
nach dem Unfall 2017 nicht mehr Schmerzmittel einnehmen musste als vorher, ihr 
in den Monaten nach dem Unfall keine schulterbedingte Arbeitsunfähigkeit attestiert 
worden war, für die Zeit nach dem Unfall 2017 keine Funktionseinschränkung, die 

15 / 73

über die davor festgestellten erheblichen Funktionseinschränkungen hinausgingen, 
dokumentiert seien, und zumal der Unfall 2017 auch keine strukturellen 
Schädigungen bewirkt habe. Sie widerspreche u.a. auch der Aussage, dass bei 
einer so fortgeschrittenen Omarthrose der Zeitpunkt zur Prothesenoperation sehr 
wahrscheinlich früher oder später eingetroffen wäre. Der von ihr konsultierte 
Dr. med. AF._____ teile die Schlüsse der Gutachter nicht; nach dessen Ansicht 
habe der Unfall 2017 nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung geführt, 
zumal sich aus den Akten keine Grundlage für die Annahme ergebe, wonach der 
Unfall die vorbestehende Omarthrose aktiviert habe. Der Begriff der Aktivierung 
entspreche einer nachweisbaren strukturellen Schädigung, die entzündliche 
Veränderungen des Gelenks und/oder des subchondralen Knochens 
(Knochenmarködem) beinhalte und vorliegend im MRI neun Monate nach dem 
Ereignis nicht zu erkennen sei, womit eine Aktivierung der Omarthrose nie 
eingetreten sei oder spätestens zu jenem Zeitpunkt abgeheilt gewesen wäre. Dies 
sei wenig wahrscheinlich, weil sich dadurch eine Verbesserung der Beschwerden 
eingestellt hätte. Die Indikation zur endoprothetischen Versorgung sei bereits über 
ein Jahr vor dem Unfall 2017 von zwei unabhängigen Ärzten festgestellt worden; 
gemäss Dr. med. AF._____ hätte jedes denkbare äussere Ereignis oder auch jeder 
innere Anlass ohne Zweifel und zur gleichen Zeit zur schulterprothetischen 
Versorgung geführt. Mit den aufgezeigten Mängeln sowie den Aussagen von 
Dr. med. AF._____ lägen triftige Gründe vor, die ein Abweichen von der 
gerichtsgutachterlichen Postulierung einer richtunggebenden Verschlimmerung 
durch den Unfall 2017 rechtfertigten. Sollte das Gericht die natürliche Kausalität 
nicht bereits aufgrund der Stellungnahme von Dr. med. AF._____ verneinen, so sei 
ein Oberexperte zur Überprüfung der Kausalitätsüberlegungen des 
Gerichtsgutachters zu beauftragen. Im Falle der Bejahung eines natürlichen 
Kausalzusammenhangs seien allfällig neu zugesprochene Dauerleistungen im 
Innenverhältnis gestützt auf Art. 100 Abs. 5 UVV und anhand der gutachterlichen 
Gewichtung der Kausalitätsanteile im Verhältnis 20 % (Unfall 2017) zu 80 % (Unfall 
2010) zu verteilen. Die Gutachter hätten das Erreichen des Endzustands per August 
2020 festgelegt, bis dahin sei der Anspruch auf UVG-Taggelder zu prüfen. 

G.e. Mit Schreiben vom 6. April 2022 äusserte sich die Beschwerdeführerin 
eingehend zu den Stellungnahmen der Beschwerdegegnerinnen. Vorerst 
beanstandete sie die Einreichung des versicherungsmedizinischen Berichts von 
Dr. med. AF._____ nach Eintritt der Rechtshängigkeit des Beschwerdeverfahrens. 
Die Stellungnahme der C._____ erachtete die Beschwerdeführerin als 
widersprüchlich und deren Einwände weder geeignet, Zweifel an der 
gutachterlichen Einschätzung zu begründen noch deren Leistungspflicht in Frage 

16 / 73

zu stellen. Die formale Kritik der B._____ am Gerichtsgutachten wies die 
Beschwerdeführerin zurück. Die Ausführungen der Gerichtsgutachter, welche die 
Omarthrose als Hauptursache für die Operation und die bestehenden Beschwerden 
und den Unfall 2017 als teilkausal-mitursächlich beurteilten, seien sehr differenziert 
und von grossem Sachverstand in unfallversicherungsrechtlicher Hinsicht getragen. 
Diese begründeten schlüssig und nachvollziehbar, dass der Unfall 2017 den 
gesundheitlichen Verlauf beschleunigt habe und somit mitursächlich für die 
Behandlungsnotwendigkeiten (inkl. Prothesenimplantation) sei, unabhängig davon, 
dass früher oder später allenfalls eine Operationsnotwendigkeit eingetreten wäre. 
Die von der B._____ eingeholte Parteibeurteilung von Dr. med. AF._____ vermöge 
das Gerichtsgutachten nicht zu entkräften.

H. Gemäss den IV-Akten meldete sich die Beschwerdeführerin am 22. Oktober 
2018 aufgrund einer Erschöpfungsdepression bei der IV-Stelle Graubünden 
(nachfolgend IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an. Gemäss 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis des behandelnden Psychiaters, Dr. med. Bohnhoff, vom 
11. Februar 2019 lag eine Anpassungsstörung mit ausgeprägten angstbetonten 
funktionell-vegetativen Symptomen und einer depressiven Episode bei habituell 
biografisch-traumatogener Strukturvulnerabilität (u.a. mit erhöhter emotionaler 
Verletzungssensitivität) vor. Seit dem 7. Mai 2018 bestand deswegen eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit. Gemäss Bericht von Dr. med. P._____ vom 29. April 2019 zeigte 
sich bei der Versicherten, nach deutlicher Einschränkung in den ersten 
postoperativen Monaten, ein erfreulicher Verlauf. In der Folge holte die IV-Stelle ein 
polydisziplinäres Gutachten ein, das am 23. August 2020 erstattet wurde (in den 
Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Neuropsychologie, 
Orthopädie und EFL). Demnach wurde folgender Gesundheitszustand 
diagnostiziert: Schmerzhafte Funktionseinschränkung (ICD: M25.81) der linken 
Schulter mit/bei - St.n. fortgeschrittener Omarthrose (ICD: M19.21) links mit/bei: - 
St.n. Arthroskopie Schulter links mit anterocaudaler Schulterstabilisation, 
subacromialer Dekompression vom 13. Februar 2013 - St.n. Implantation 
anatomische Schulter Totalprothese links (Tornier Wright Ascend Flex, Schaft 2C, 
Kopf 46/17/4. Perform Glenoid S40, Optipac Zement), transossäre Naht 
Subscapularis, Bizepstenodese am 16. Oktober 2018, sowie leichtgradig 
depressive Episode (ICD-10: F32.00). Die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 
als Hausabwartin wurde als aus orthopädischer (100 %) und psychiatrischer (20 %) 
Sicht nicht mehr zumutbar erachtet und die Arbeitsunfähigkeit ab dem 7. Mai 2018 
auf 100 % geschätzt. In einem leidensadaptierten Beruf betrage die 
Arbeitsunfähigkeit 20 % (aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht) ab dem 
24. Juni 2020. 

17 / 73

Die IV-Stelle gewährte mit Mitteilung vom 28. Oktober 2020 Berufsberatung und 
Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten. In der Folge begann die 
Beschwerdeführerin ab Januar 2021 einen Wiedereingliederungsprozess mit 
Umschulung zur Sachbearbeiterin Immobilienbewirtschafterin und eine 
Weiterbildung zur Erlangung des Handelsdiploms, das sie ihren Angaben zufolge 
voraussichtlich im März 2023 erlangen werde. 

I. Mit Verfügung vom 15. September 2022 schloss die Instruktionsrichterin den 
Schriftenwechsel ab und forderte die anwaltlich vertretenen Parteien auf, ihre 
Honorarnoten einzureichen.

J. Mit Schreiben vom 21. September 2022 gab der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin seinen Aufwand in den beiden (nunmehr vereinigten) 
Verfahren bekannt. 

K. Das (damalige) Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden fällte am 
25. Oktober 2022 folgendes Urteil (Dispositiv): 

1.1. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 13. September 
2019 der B._____ AG (Verfahren S 19 123) wird abgewiesen, soweit 
darauf einzutreten ist. 

1.2.  Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 18. August 2020 
der C._____ (Verfahren S 20 107) wird gutgeheissen, soweit darauf 
einzutreten ist, und der angefochtene Einspracheentscheid vom 
18. August 2020 wird aufgehoben sowie die Sache zu neuem Entscheid 
im Sinne der Erwägungen an die C._____ zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Kosten des monodisziplinären Gerichtsgutachtens von 
Prof. Dr. med. T._____/pract. med. AE._____ vom 30. Dezember 2021 
über CHF 17'197.30 gehen vollumfänglich zu Lasten der C._____. 

4. Die C._____ entschädigt A._____ aussergerichtlich mit CHF 14'323.45 
(inkl. Spesen und MWST).

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilungen). 

18 / 73

Das Verwaltungsgericht gelangte zum Schluss, dass das monodisziplinäre 
Gerichtsgutachten von Prof. Dr. med. T._____ und pract. med. AE._____ vom 
30. Dezember 2021 in formaler Hinsicht die vom Bundesgericht aufgestellten 
Erfordernisse erfülle. Mit Bezug auf die darin bejahte Kausalität der Beschwerden 
im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Mai 2010 stellte es darauf ab. Hingegen 
verneinte das Verwaltungsgericht gestützt auf die von der B._____ eingereichte 
versicherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. med. AF._____ vom 28. Januar 
2022 eine Teilkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 9. Dezember 2017 und 
den andauernden Schulterbeschwerden. Es kam zum Schluss, dass mit dem Unfall 
vom Dezember 2017 keine richtunggebende Verschlimmerung eingetreten sei. Da 
folglich ausschliesslich ein Rückfall oder Spätfolgen des Unfalls vom 12. Mai 2010 
bzw. der Operation vom 13. Februar 2013 vorlägen, habe die C._____ für sämtliche 
kurz- und langfristigen Leistungen im Zusammenhang mit den ab dem 1. September 
2018 weiterbestehenden Schulterbeschwerden der Versicherten aufzukommen.

L. Mit Urteil 8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 hiess das 
Bundesgericht die Beschwerden von A._____ und der C._____ im Sinne der 
Erwägungen teilweise gut, hob das Urteil S 19 123 und S 20 107 des 
Verwaltungsgerichts Graubünden vom 25. Oktober 2022 auf und wies die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerden 
ab.

Das Bundesgericht pflichtete dem Verwaltungsgericht bei, dass das 
Gerichtsgutachten bezüglich der Frage der (Teil-)Kausalität zwischen dem Unfall 
vom 9. Dezember 2017 und den von der Versicherten über den 31. August 2018 
hinaus geklagten Beschwerden nicht schlüssig sei. Es rügte das Verwaltungsgericht 
jedoch dahingehend, dass dieses unter den gegebenen Umständen mangels 
medizinischer Fachkenntnisse nicht ohne weitere Abklärungen vom 
Gerichtsgutachten hätte abweichen und die Funktionseinschränkung der linken 
Schulter sowie die bildgebenden Befunde nicht selber in medizinischer Hinsicht 
hätte interpretieren dürfen. Aus demselben Grund hätte das Verwaltungsgericht 
auch nicht unbesehen auf die Beurteilung des Dr. med. AF._____ abstellen dürfen, 
ohne diese zuvor den Gerichtsgutachtern zur Stellungnahme zu unterbreiten, zumal 
der Beurteilung von Dr. med. AF._____ trotz ihrer Geeignetheit, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens infrage zu stellen, geringere Beweiskraft zukomme, weil sie 
nicht auf den Originalakten, sondern lediglich auf den im Gerichtsgutachten vom 
30. Dezember 2021 und im Gutachten von Dr. med. M._____ vom 4. August 2016 
erwähnten Aktenzusammenfassungen beruhe. Indem das Verwaltungsgericht von 
weiteren Abklärungen abgesehen habe, obschon es das Gutachten mit Bezug auf 

19 / 73

die Kausalität des Unfalls vom 9. Dezember 2017 nicht als schlüssig erachtete, 
habe es den Untersuchungsgrundsatz gemäss Art. 61 lit. c ATSG verletzt. 

Das Bundesgericht wies die Sache an das Verwaltungsgericht zurück, damit es 
beim Gerichtsgutachter weitere Abklärungen bezüglich der widersprüchlichen 
medizinischen Auffassungen treffe. Sollten sich die offenen Fragen nicht durch 
Rückfragen klären lassen, wäre die Einholung einer Oberexpertise zu erwägen. 
Auch werde das Verwaltungsgericht über die Frage zu urteilen haben, ob der Status 
quo sine vel ante hinsichtlich des Unfalls vom 9. Dezember 2017 am 31. August 
2018 erreicht gewesen sei oder nicht, ob mithin die B._____ über diesen Zeitpunkt 
hinaus leistungspflichtig sei oder nicht, womit auch noch nicht abschliessend über 
die Leistungspflicht der C._____ befunden werden könne. Denn diese hänge 
massgeblich von der Leistungspflicht der B._____ ab (vgl. Art. 100 UVV). Sollten 
die weiteren Abklärungen ergeben, dass die B._____ auch nach dem 31. August 
2018 leistungspflichtig bleibe, so werde sich das Verwaltungsgericht mit den sich 
stellenden koordinationsrechtlichen Fragen zu befassen haben. Andernfalls dürfte 
es bei der Leistungspflicht der C._____ aufgrund eines Rückfalls im Sinne von 
Art. 11 UVV sein Bewenden haben, worüber das Verwaltungsgericht nach erfolgten 
weiteren Abklärungen abschliessend zu entscheiden habe.

M. In der Folge nahm das Verwaltungsgericht (ab dem 1. Januar 2025: 
Obergericht) das Verfahren unter den Prozedur-Nummern S 23 60 und S 23 61 (ab 
dem 1. Januar 2025: SV2 23 60 und SV2 23 61) wieder auf. Mit Verfügung vom 
9. Juni 2023 holte es bei Prof. Dr. med. T._____ eine Stellungnahme zur 
Beurteilung von Dr. med. AF._____ vom 28. Januar 2022 ein. Diese erging am 
29. Juni 2023. Prof. Dr. med. T._____/pract. med. AE._____ äusserten sich 
dahingehend, dass eine Teilursache bezüglich des Unfalls vom 9. Dezember 2017 
nicht mit Sicherheit nachgewiesen, aber sicher auch nicht ausgeschlossen werden 
könne. Der Zeitpunkt der Prothesenimplantation beruhe vorwiegend auf subjektiver 
Basis.

N. Zu diesen Ausführungen von Prof. Dr. med. T._____ äusserten sich die 
C._____ mit Vernehmlassung vom 24. Juli 2023, die Beschwerdeführerin mit 
Stellungnahme vom 16. August 2023 und die B._____ ebenfalls mit Schreiben vom 
16. August 2023. 

N.a. Die C._____ ist der Ansicht, dass die Gutachter den Kausalzusammenhang 
zwischen den Beschwerden der Beschwerdeführerin und dem Unfall vom 
Dezember 2017 bestätigt hätten, was zur Leistungspflicht der B._____ und zum 
Ausschluss der Leistungspflicht der C._____ führe.

20 / 73

N.b. Laut der Beschwerdeführerin würden die Ausführungen von Prof. Dr. med. 
T._____/pract. med. AE._____ zeigen, dass Dr. med. AF._____ von falschen 
Annahmen ausgegangen sei, was mehr als nur geringe Zweifel an dessen 
Beurteilung begründe. Die Gutachter zeigten nachvollziehbar und schlüssig auf, 
dass der Unfall vom Dezember 2017 zu einer dauerhaften Intensivierung der 
Schmerzen im Zusammenhang mit der Omarthrose geführt habe. Sie würden von 
einer richtunggebenden Verschlimmerung sprechen, die sich in der Verstärkung der 
Beschwerden gezeigt habe. Das Ereignis vom Dezember 2017 habe gemäss 
Gutachter medizinisch nachvollziehbar zu einer Schmerzexazerbation geführt und 
dann zum Entscheid, die Prothesenoperation durchzuführen. Die Verschlechterung 
sei im August 2018 noch nicht abgeklungen gewesen und damit sei auch der Status 
quo ante/quo sine noch nicht eingetreten, als die Prothesenoperation vorgenommen 
worden sei. Die Argumentationskette der Gutachter sei nachvollziehbar und es 
lägen keine triftigen Gründe vor, die ein Abweichen von der gutachterlichen 
Beurteilung rechtfertigten.

N.c. Die B._____ beantragte, dass auf das Gutachten von Prof. Dr. med. 
T._____/pract. med. AE._____ inkl. dessen Ergänzung nicht abgestellt werde und 
dass die Leistungspflicht der B._____ gestützt auf die vorliegenden medizinischen 
Akten, insbesondere auf die Stellungnahmen von Dr. med. AF._____ vom 
28. Januar 2022 und dessen beigelegte Stellungnahme vom 10. Juli 2023, mangels 
Kausalzusammenhangs verneint werde. Eventualiter sei ein gerichtliches 
Obergutachten in Form eines Aktengutachtens einzuholen. Sie legte dar, mit der 
ergänzenden Stellungnahme von Prof. Dr. med. T._____ sei nun offensichtlich, 
dass die von ihm postulierte richtunggebende Verschlechterung durch den Unfall 
vom Dezember 2017 nicht rechtsgenüglich erstellt sei. Auch Dr. med. AF._____ sei 
der Ansicht, dass der Ergänzung von Prof. Dr. med. T._____/pract. med. AE._____ 
keine Argumente zu entnehmen seien, die seine Aussage entkräften würden, dass 
das Unfallereignis vom Dezember 2017 lediglich eine Gelegenheitsursache dafür 
darstelle, dass die vorbestehende und durch das Unfallereignis strukturell nicht 
weiter verschlimmerte Omarthrose in der Folge einer prothetischen Versorgung 
zugeführt werden musste.

O. In einem zweiten Rechtsschriftenwechsel äusserten sich die 
Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 29. August 2023 zu den 
Stellungnahmen der C._____ und der B._____ und die C._____ mit Stellungnahme 
vom 30. August 2023 zu den Stellungnahmen der Beschwerdeführerin und der 
B._____. 

21 / 73

O.a. Die Beschwerdeführerin bestätigte ihren Standpunkt, wonach den 
Gerichtsgutachtern folgend die B._____ auch nach August 2018 leistungspflichtig 
sei. Zur gleichen Auffassung komme die C._____, deren Argumentation sie sich im 
Wesentlichen anschliesse. Wie die B._____ aus den klaren Aussagen der 
Gutachter (eine Teilursache vom Unfall vom 9. Dezember 2017 kann nicht mit 
Sicherheit nachgewiesen, aber sicher auch nicht ausgeschlossen werden) ableite, 
dass der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im vorliegenden 
Einzelfall nicht erfüllt sein solle, sei nicht nachvollziehbar. Die Beurteilung von 
Dr. med. AF._____ vermöge die Schlussfolgerungen der Gerichtsgutachter 
Prof. Dr. med. T._____/pract. med. AE._____ aus verschiedenen Gründen nicht zu 
widerlegen. 

O.b. Die C._____ legte dar, dass die Beurteilung von Dr. med. AF._____ 
unqualifiziert und unsorgfältig sei, und diese daher keine Zweifel am 
Gerichtsgutachten zu wecken vermöge. Letzterem sei volle Beweiskraft 
zuzumessen. Für die Kosten des Gutachtens müsse die B._____ aufkommen, weil 
diese den Untersuchungsgrundsatz verletzte habe. 

P. Mit Verfügung vom 17. November 2023 entschied die Instruktionsrichterin, in 
der entscheidenden Frage der (Teil-)Kausalität eine Oberexpertise 
(Aktengutachten) einzuholen. Sie schlug als Obergutachterin Dr. med. AH._____, 
Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
zertifizierte medizinische Gutachterin SIM, Schulterzentrum AB._____ AG._____, 
AB._____, vor. Diese hatte sich vorgängig auf telefonische Anfrage hin bereit 
erklärt, eine solche Oberexpertise zu erstellen. Den Parteien wurde vor der 
definitiven Auftragserteilung Gelegenheit gegeben, allfällige Ausstands- oder 
Ablehnungsgründe betreffend die vorgeschlagene Obergutachterin geltend zu 
machen, sich zum beigelegten Fragenkatalog zu äussern sowie allfällige 
Ergänzungsfragen einzureichen. 

P.a. Mit Stellungnahme vom 29. November 2023 teilte die C._____ mit, dass sie 
keine Ausstands- und Ablehnungsgründe gegen die vorgeschlagene 
Obergutachterin habe und auf die Stellung von Zusatzfragen verzichte.

P.b. Mit Stellungnahme vom 17. Januar 2024 teilte auch die Beschwerdeführerin 
mit, dass ihr keine Ausstandsgründe gegen die angefragte Obergutachterin bekannt 
seien. Sie beantragte einige Ergänzungen des Fragenkatalogs und eine persönliche 
Kontaktaufnahme mit der Beschwerdeführerin, damit gewisse Umstände direkt von 
ihr erfragt werden könnten. 

22 / 73

P.c. Auch die B._____ legte mit Eingabe vom 19. Januar 2024 dar, dass sie keine 
Einwände gegen die Obergutachterin habe. Gleichzeitig beantragte sie einige 
Ergänzungen des Fragenkatalogs.

P.d. Mit Schreiben vom 30. Januar 2024 verzichtete die Beschwerdeführerin auf 
weitere Ausführungen zur Eingabe der B._____.

P.e. Mit Stellungnahme vom 5. Februar 2024 äusserte sich die C._____ zu den 
Stellungnahmen der Beschwerdeführerin und der B._____. Sie beantragte die 
Einholung des Gutachtens auf der Basis des Fragenkatalogs vom 17. November 
2023 unter Berücksichtigung der Anregungen der Beschwerdeführerin. Die 
Anregungen der B._____ seien nicht zu berücksichtigen, da sie akten- und 
faktenwidrig seien.

P.f. Mit Stellungnahme vom 5. März 2024 äusserte sich die Beschwerdeführerin 
zu diesen Eingaben der C._____ und beantragte, dass deren Einwände gegen die 
Fragestellung der B._____ nicht beachtet würden.

Q. Mit Verfügung vom 7. März 2024 schloss die Instruktionsrichterin den 
Schriftenwechsel zur Frage des Obergutachtens ab. Sie teilte mit, dass im 
Fragenkatalog die Anregungen der Beschwerdeführerin und der B._____ 
berücksichtigt würden. Mit Verfügung vom 26. März 2024 erteilte sie schliesslich 
den Gutachtensauftrag an Dr. med. AH._____. 

R. Das Obergutachten wurde am 23. Mai 2024 ausgestellt. Gestützt auf die 
medizinischen Berichte vor und nach dem Unfallereignis vom Dezember 2017 
stellte die Obergutachterin fest, dass sich die Beschwerden durch dieses nicht 
verstärkt hätten, und dass die von der Explorandin nach dem Unfallereignis 
beschriebenen anhaltenden Beschwerden auch durch den progredienten Verlauf 
einer Arthrose erklärt werden könnten. Bereits vor dem Unfallereignis sei für die 
Schulterorthopäden klar gewesen, dass die einzige therapeutische Möglichkeit die 
Schulterprothese sei. Gemäss Bildgebung im MRI vom 10. August 2018 und im 
Röntgen vom 16. August 2018 sei die Arthrose gleichbleibend fortgeschritten 
gewesen. Unfallkausale strukturelle Läsionen oder Veränderungen bezogen auf 
das Unfallereignis vom Dezember 2017 seien nicht dargestellt. Die Obergutachterin 
kam zum Schluss, dass überwiegend wahrscheinlich die vorbestehende 
ausgeprägte Arthrose kurzfristig aktiviert worden sei bzw. eine vorübergehende 
Verschlimmerung des Vorzustands durch das Unfallereignis vom Dezember 2017 
stattgehabt habe. Allein die erhöhte Schmerzmitteleinnahme nach dem 
Unfallereignis genüge aber nicht, um eine richtunggebende Verschlimmerung zu 

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begründen. Gemäss der klinischen Erfahrung sei anzunehmen, dass eine 
Aktivierung der Arthrose spätestens drei Monate nach dem Ereignis abgeklungen 
sei. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung könne nicht postuliert 
werden. Ein vulnerabler Vorzustand habe nicht vorgelegen; mit dem Vorzustand 
allein sei mit dem Schaden (Prothesenimplantation) zu rechnen gewesen. Das 
Ereignis vom Dezember 2017 stelle hierfür eine Gelegenheits- oder Zufallsursache 
dar. Ferner führte die Obergutachterin die massgeblichen Diagnosen auf und 
beantwortete darüber hinaus die seitens des Gerichts gestellten Fragen gemäss 
Fragenkatalog.

S. Mit Eingabe vom 11. Juni 2024 nahmen die B._____, mit Eingabe vom 
12. Juni 2024 die C._____ und mit Eingabe vom 11. Juli 2024 die 
Beschwerdeführerin zum Obergutachten vom 23. Mai 2024 Stellung.

S.a. Die B._____ beantragte, dass gestützt auf das Obergutachten ihre 
Leistungspflicht mangels natürlicher Kausalität zwischen den über den 31. August 
2018 hinaus anhaltenden Schulterbeschwerden und dem Unfall vom Dezember 
2017 verneint und die Beschwerde gegen ihren Einspracheentscheid vom 
13. September 2019 abgewiesen werde. Sie erachtete das Obergutachten als voll 
beweiswertig und damit die Leistungseinstellung ihrerseits per 31. August 2018 als 
zu Recht erfolgt. Den Ausführungen des Bundesgerichts folgend habe es damit bei 
der Leistungspflicht der C._____ aufgrund eines Rückfalls im Sinne von Art. 11 UVV 
sein Bewenden und es stellten sich keine koordinationsrechtlichen Fragen.

S.b. Die C._____ stellte sich auf den Standpunkt, die Obergutachterin habe eine 
unfallkausale Ursache der Arthrose klar verneint. Im Übrigen müsse auf mehrfache 
Widersprüche einerseits und Kompetenzüberschreitungen andererseits 
hingewiesen werden, die das Obergutachten als nur bedingt beweiswertig 
erscheinen liessen. Insbesondere könne der Unfall vom Mai 2010 nicht als 
auslösender Faktor für die Schulterprothese betrachtet werden, da der zeitliche 
Abstand über 18 Jahre betrage. Es bleibe bei der rechtskräftig verfügten 
Leistungseinstellung infolge Endzustands inkl. Integritätsentschädigung. Eine 
Unfallkausalität zwischen dem Ereignis vom Mai 2010 und den behaupteten 
gesundheitlichen Beschwerden werde im Obergutachten nicht festgestellt.

S.c. Die Beschwerdeführerin machte geltend, es falle auf, dass die 
Obergutachterin nebst medizinischen auch juristische Begrifflichkeiten verwende 
und damit rechtliche Würdigungen aufgreife, die ihr nicht zustehen würden. Dies 
führe zu einem nicht ergebnisoffenen und unzutreffenden Resultat. Unzweifelhaft 
gehe aus dem Obergutachten hervor, dass das Unfallereignis vom Mai 2010 

24 / 73

zumindest teilkausal zur 2018 notwendig gewordenen Versorgung mittels einer 
Schulterprothese gewesen sei. Jedoch gehe die Obergutachterin faktenwidrig 
davon aus, dass sich die Beschwerden durch das Unfallereignis vom Dezember 
2017 nicht verstärkt hätten, ohne dabei zu würdigen, dass die Beschwerdeführerin 
fast eineinhalb Jahre lang eine mittelschwere bis schwere Tätigkeit als Abwartin 
eines grossen Sportcenters habe ausüben können. Gegenüber dem Zustand vor 
dem Unfallereignis habe die Beschwerdeführerin die Schmerzmitteldosis ständig 
erhöhen müssen. Faktisch anerkenne sie eine klinische Verschlechterung des 
Gesundheitszustands nach dem Unfallereignis vom Dezember 2017. Im Hinblick 
auf die Beantwortung der Fragen und die Gesamtbeurteilung schwenke die 
Gutachterin jedoch in eine rechtliche Würdigung über, weshalb auf ihre 
Schlussfolgerungen nicht abgestellt werden könne. In Bezug auf die Problematik 
der vorübergehenden oder richtunggebenden Verschlimmerung seien ihre 
Aussagen widersprüchlich. Als Folge der unzulässigen rechtlichen Würdigung habe 
die Obergutachterin auch nicht sauber medizinisch dargelegt, weshalb im August 
2018 der Status quo sine bzw. quo ante hätte erreicht sein sollen. Das Gutachten 
sei nicht geeignet, den Wegfall des Kausalzusammenhangs zwischen dem 
Unfallereignis vom Dezember 2017 und der prothetischen Versorgung mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, weshalb die 
B._____ für die Operation und auch die daraus resultierenden späteren Folgen 
leistungspflichtig sei. 

T. In einem zweiten Rechtsschriftenwechsel äusserten sich die C._____ mit 
Stellungnahme vom 21. August 2024 zu den Stellungnahmen der 
Beschwerdeführerin und der B._____ sowie die Beschwerdeführerin mit Eingabe 
vom 24. September 2024 zu den Stellungnahmen der C._____ und der B._____. 
Mit Eingabe vom 26. August 2024 verzichtete die B._____ auf eine Stellungnahme 
zu den Eingaben der Beschwerdeführerin und der C._____.

T.a. Die C._____ behauptete, weder die Beschwerdeführerin noch die B._____ 
hätten die Kausalität der Beschwerden auf den Unfall vom 2010 zurückgeführt oder 
einen Rückfall medizinisch oder juristisch begründet. Da die aktuelle Arthrose von 
der C._____ mit einer Integritätsentschädigung abgegolten worden sei, müsse die 
Beschwerde gegen ihren Einspracheentscheid abgewiesen werden. Es gebe 
keinerlei Anhaltspunkte für einen Rückfall zum Unfall vom 2010. 

T.b. Die Beschwerdeführerin rügte, dass die Obergutachterin sich auf die 
medizinische Beurteilung hätte beschränken müssen. Der Standpunkt der C._____, 
das versicherte Ereignis vom Mai 2010 habe keinen Einfluss mehr auf die 
Notwendigkeit der prothetischen Versorgung, mute eigenartig an und sei 

25 / 73

unzutreffend, nachdem kein einziger Gutachter bzw. keine einzige Gutachterin dies 
je so beurteilt habe. Der C._____ sei aber zuzustimmen, dass die Obergutachterin 
eine Kompetenzüberschreitung vorgenommen habe, indem sie die Frage der 
Notwendigkeit der Prothesenversorgung nicht nach rein medizinischen Kriterien 
beurteilt habe, sondern den Begriff der Objektivierung der Beschwerden selbst 
interpretiert habe. Damit bleibe offen, weshalb das Unfallereignis vom Dezember 
2017 keinen Einfluss auf die prothetische Versorgung gehabt haben soll. Es würden 
keine anderen Gründe genannt, einzig das Unfallereignis mit der Intensivierung der 
Beschwerden, welche die Beschwerdeführerin bewogen hätten, die prothetische 
Versorgung vornehmen zu lassen. Der Wegfall des Kausalzusammenhangs werde, 
wie die C._____ zu Recht ausführe, unzureichend begründet.

U. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung zu 
den Vernehmlassungen der C._____ und der B._____.

V. Mit Verfügung vom 12. November 2024 schloss die Instruktionsrichterin den 
Rechtsschriftenwechsel ab und forderte die Parteien auf, ihre Honorarnoten 
einzureichen.

W. Am 22. Januar 2025 (Poststempel) reichte die Beschwerdeführerin die 
Honorarnote ein. Diese wurde den Beschwerdegegnerinnen am 24. Januar 2025 
zur Kenntnis zugestellt. 

Auf die weiteren Ausführungen in den angefochtenen Einspracheentscheiden und 
in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1. Am 1. Januar 2025 trat im Kanton Graubünden die Justizreform 3 in Kraft. 
Das Kantons- und das Verwaltungsgericht wurden zum neuen Obergericht des Kan-
tons Graubünden zusammengeführt, das ab diesem Datum die 
Verwaltungsgerichtsbarkeit ausübt (vgl. Art. 55 Abs. 1 Ziff. 1 der Verfassung des 
Kantons Graubünden; BR 110.100). Gemäss Art. 122 Abs. 5 GOG (BR 173.000) 
werden Verfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes (am 1. Januar 2025) beim 
Kantons- oder Verwaltungsgericht hängig sind, auf diesen Zeitpunkt hin dem 
Obergericht übertragen.

2.1. Die Voraussetzungen für die örtliche, sachliche und funktionelle 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts bzw. neu des Obergerichts sind gegeben 

26 / 73

und auch nicht bestritten; dasselbe gilt für die Beschwerdelegitimation der 
Beschwerdeführerin (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 
ATSG [SR 830.1], Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a VRG [BR 370.100], 
Art. 59 ATSG). 

2.2. Anfechtungsobjekte sind die Einspracheentscheide der B._____ vom 
13. September 2019 (Unfall vom 9. Dezember 2017) und der C._____ vom 
18. August 2020 (Unfall vom 12. Mai 2010), gegen die sich die Beschwerden 
richten. Letztere sind im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 60 
und Art. 61 lit. b ATSG), weshalb darauf einzutreten ist.

2.3. Nicht eingetreten werden kann auf das Rechtsbegehren der 
Beschwerdeführerin, auch die dem Einspracheentscheid der B._____ vom 
13. September 2019 zugrundeliegende Verfügung vom 27. März 2019 und die dem 
Einspracheentscheid der C._____ vom 18. August 2020 zugrundeliegende 
Verfügung vom 29. Mai 2020 seien aufzuheben, wurden diese doch bereits mit dem 
jeweils angefochtenen Einspracheentscheid hinfällig. 

3.1. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist festzuhalten, dass nach Aufhebung des 
Urteils des Verwaltungsgerichts S 19 123 und S 20 107 vom 25. Oktober 2022 
durch das Bundesgericht sämtliche Akten jener beiden ursprünglichen und mit 
verfahrensleitender Verfügung vom 22. Dezember 2020 vereinigten Verfahren 
mitsamt den entsprechenden Bezeichnungen aus jenem Verfahren zu den Akten 
der vorliegenden Verfahren SV2 23 60 und SV2 23 61 genommen werden. 

Was die Zitierweise betrifft, werden die im ursprünglichen Verfahren S 19 123 und 
S 20 107 eingereichten Akten der Beschwerdeführerin mit Bf-act., die Akten der 
B._____ mit Bg1-act. und diejenigen der C._____ mit Bg2-act. bezeichnet 
(entsprechend der Zitierweise im Urteil vom 25. Oktober 2022). Die in den 
vorliegenden Verfahren SV2 23 60 und SV2 23 61 eingereichten Akten werden mit 
den Bezeichnungen gemäss Aktenverzeichnis zitiert.

3.2. Im Übrigen sind auch die beiden vorliegenden Verfahren SV2 23 60 und 
SV2 23 61 gestützt auf Art. 6 VRG zu vereinigen, und es wird ein einziges Urteil 
erlassen. 

4. Streitgegenstand ist vorliegend die Frage, welche Versicherung – oder, wenn 
beide, dann in welchem Verhältnis – für die Behandlung der nach dem 31. August 
2018 verbliebenen Beschwerden in der linken Schulter und damit auch für die im 
Zusammenhang mit der Schulterprothesenimplantation im Oktober 2018 stehenden 
Kosten leistungspflichtig ist bzw. sind. Auszugehen ist vom Sachverhalt, der sich 

27 / 73

bis zum Zeitpunkt der beiden Einspracheentscheide (13. September 2019 
betreffend Unfall vom 9. Dezember 2017 bzw. 18. August 2020 betreffend Unfall 
vom 12. Mai 2010) realisiert hat (BGE 143 V 295 E. 4.1.2, 142 V 337 E. 3.2.2, 131 
V 407 E. 2.1.2.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_719/2020 vom 4. Januar 2022 
E. 3.2).

4.1. Das Bundesgericht hat die Beschwerden der Beschwerdeführerin und der 
C._____ teilweise gutgeheissen (im Sinne der Erwägungen), im Übrigen aber 
abgewiesen (Urteil 8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023). Dennoch hat es 
das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts vom 25. Oktober 2022 ohne 
Einschränkung aufgehoben und die Sache an das Verwaltungsgericht zu neuer 
Entscheidung zurückgewiesen (Urteilsdispositiv Ziff. 2). In folgenden Fragen hat 
das Bundesgericht die Auffassung des Verwaltungsgerichts geschützt:

4.2. Das Bundesgericht verwarf die Rüge der C._____, dass die Versicherte ihr 
noch keinen Rückfall gemeldet habe. Das Bundesgericht hielt fest, dies sei 
unzutreffend, und verwies diesbezüglich auch auf die zutreffenden Ausführungen 
des Verwaltungsgerichts im Urteil vom 25. Oktober 2022 (Urteil 8C_692/2022, 
8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 E. 6.1.2).

4.3. Auch in Bezug auf die Rüge, es lägen weder ein Rückfall noch Spätfolgen in 
Bezug auf den Unfall vom Mai 2010 vor, widersprach das Bundesgericht der 
C._____. Es bestätigte die vorinstanzliche Beurteilung, dass sich das 
Gerichtsgutachten von Prof. Dr. med. T._____/pract. med. AE._____ vom 
30. Dezember 2021 in Bezug auf die Frage, ob der Unfall vom 12. Mai 2010 für die 
von der Versicherten geklagten Beschwerden und die nötige Implantation der 
Schultertotalprothese zumindest teilkausal sei, als schlüssig erweise (Urteil 
8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 E. 6.5). 

4.4. Ferner pflichtete das Bundesgericht dem Verwaltungsgericht auch insofern 
bei, als dieses das Gerichtsgutachten bezüglich einer (Teil-) Kausalität zwischen 
dem Unfall vom Dezember 2017 und den von der Versicherten über den 31. August 
2018 hinaus geklagten Beschwerden als nicht schlüssig erachtet hatte (Urteil 
8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 E. 6.6.3). 

Mittlerweile wurden die vom Bundesgericht als notwendig erachteten Abklärungen 
bezüglich der widersprüchlichen medizinischen Auffassungen getätigt und die 
offenen Fragen mittels Oberexpertise geklärt. Zentral und noch zu prüfen bleiben 
somit die Fragen, ob der Status quo sine vel ante hinsichtlich des Unfalls vom 
Dezember 2017 am 31. August 2018 erreicht war oder nicht, ob also die B._____ 

28 / 73

über diesen Zeitpunkt hinaus leistungspflichtig ist oder nicht, wovon wiederum die 
Leistungspflicht der C._____ abhängt (vgl. Urteil 8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 
2. Mai 2023 E. 6.7).

5. Bezüglich des anwendbaren Rechts ist zu beachten, dass am 1. Januar 2017 
die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die 
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten ereignet haben 
(…), nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher für die Fragen im 
Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. Mai 2010 grundsätzlich die bis zum 
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen des UVG Anwendung, für diejenigen 
im Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. Dezember 2017 die revidierten 
Bestimmungen des UVG. 

6. In beweisrechtlicher Hinsicht ist zunächst auf die Anträge der Parteien 
einzugehen.

6.1. Die Beschwerdeführerin beantragte den Beizug der vollständigen Akten der 
C._____ sowie die Einholung eines medizinischen Gerichtsgutachtens zur Frage 
der Unfallkausalität, eventualiter (mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 
9C_207/2012 vom 3. Juli 2013 = BGE 139 V 349 E. 5.4) könne auch lediglich ein 
Einigungsverfahren durchgeführt werden, mit Festlegung des Fragenkatalogs und 
dannzumaliger Rückweisung an die Beschwerdegegnerinnen zur Durchführung des 
Gutachtens. 

Mit Vernehmlassung vom 31. Oktober 2019 reichte die C._____ sämtliche sie 
betreffenden Akten ein, womit der entsprechende Antrag der Beschwerdeführerin 
gegenstandslos wurde. Dem Antrag auf Einholung eines Gerichtsgutachtens wurde 
mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. April 2021 stattgegeben, die 
Instruktionsrichterin beauftragte mit entsprechender Verfügung (ohne Durchführung 
eines Einigungsverfahrens) Prof. Dr. med. T._____, das entsprechende 
monodisziplinäre Gerichtsgutachten (in Zusammenarbeit mit pract. med. AE._____) 
zu verfassen, worauf das Gerichtsgutachten am 30. Dezember 2021 erstattet 
wurde. 

6.2. Die B._____ beantragte die Einholung der Akten des 
Sozialversicherungsgerichts Zürich. Da dieses, soweit ersichtlich, auf dieselben 
medizinischen Akten abstellte, kann auf die Einholung dieser gerichtlichen 
Verfahrensakten verzichtet werden. Weiter beantragte die B._____ den Beizug des 

29 / 73

von der IV-Stelle eingeholten polydisziplinären Gutachtens vom 23. August 2020. 
Im Januar 2021 edierte die IV-Stelle sämtliche IV-Akten inkl. das polydisziplinäre 
Gutachten vom 23. August 2020, womit diesem Antrag Genüge getan ist.

6.3. Die B._____ hatte bereits mit ihrer Stellungnahme vom 24. Februar 2022 
zum Gutachten von Prof. Dr. med. T._____ vom 30. Dezember 2021 den 
Eventualantrag gestellt, es sei ein Obergutachten zur Überprüfung der 
Kausalitätsüberlegungen der Gerichtsgutachter einzuholen. Mit Schreiben vom 
16. August 2023 in Bezug auf die Stellungnahme bzw. Ergänzung von 
Prof. Dr. med. T._____ vom 29. Juni 2023 wiederholte sie diesen Beweisantrag. 
Diesem wurde mit der seitens des Gerichts veranlassten Einholung des 
Obergutachtens bei Dr. med. AH._____ nachgekommen. 

6.4. In ihrer Stellungnahme vom 11. Juli 2024 zum Obergutachten von Dr. med. 
AH._____ beantragte die Beschwerdeführerin, dass diese nach einer Beurteilung 
des Integritätsschadens befragt werde, damit die gesetzlichen Leistungen bereits 
im vorliegenden Verfahren bestimmt werden könnten. Dieser Antrag wird abgelehnt, 
zumal Streitgegenstand vorliegend im Wesentlichen die Leistungspflicht der einen 
oder anderen oder beider Versicherungen ist (vgl. Erwägung 4). Wie noch zu zeigen 
ist (vgl. insbesondere Erwägungen 8.6.2 f. und 8.7), weist das Gericht die 
Streitsache in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 18. August 2020 an die 
C._____ zurück, damit diese einen neuen Entscheid fällt und mit diesem die 
gesetzlichen Leistungen inkl. allfällige Integritätsentschädigung festlegt. Würde das 
Gericht diese bereits im vorliegenden Verfahren beurteilen, würde der 
Beschwerdeführerin unzulässigerweise eine Rechtsmittelinstanz verloren gehen. 

7. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, soweit das Gesetz nichts anderes 
bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 
Berufskrankheiten gewährt. Zu den kurzfristigen Versicherungsleistungen zählen 
die Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und die Taggelder (Art. 16 UVG), zu den 
langfristigen die Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) und die 
Integritätsentschädigung (Art. 24 UVG). Mit dem Rentenbeginn fallen die 
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG) (Wortlaut 
von Art. 18 UVG in der Fassung vor dem 1. Januar 2017: Ist der Versicherte infolge 
des Unfalles zu mindestens 10 % invalid [Art. 8 ATSG], so hat er Anspruch auf eine 
Invalidenrente). 

7.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers setzt eine 
Kausalität zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung sowie deren 
Folgen voraus (Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, Integritätseinbusse, 

30 / 73

Hilflosigkeit), wobei es sich um einen natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhang handeln muss (BGE 147 V 161 E. 3.1, 129 V 177 E. 3.1; 
HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische 
Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-
JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, 
Art. 6 S. 53 ff.). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann (statt vieler: BGE 147 V 161 E. 3.2). 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass das Unfallereignis die alleinige oder 
unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störungen und Beschwerden ist; 
vielmehr genügt es, dass das Unfallereignis eine Teilursache des 
Gesundheitsschadens ist (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: 
Hürzeler/Kieser, Kommentar zum UVG, AB._____ 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass 
der Unfall nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele (BGE 147 V 161 E. 3.2, 129 V 177 E. 3.1).

7.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 
dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden Person 
nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher besteht, den 
Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 150 V 188 E. 4.2, 146 V 51 E. 5.1; 
HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53). Nicht 
tauglich für den Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs ist das Argument, 
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten 
und deshalb auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post 
hoc, ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 149 V 218 E. 5.6, 142 V 325 
E. 2.3.2.2, 119 V 335 E. 2b/bb; Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 
29. Mai 2020 E. 3; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., 
Art. 6 Rz. 53 Fn. 94).

7.3. Die Frage, ob ein bestimmter natürlicher Kausalzusammenhang adäquat ist, 
stellt eine Rechtsfrage dar. Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
erfolgt eine einfache Adäquanzprüfung. Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche 
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden 
Leistungspflicht des Unfallversicherers praktisch keine (selbständige) Rolle, da sich 
hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 
E. 3.2, 138 V 248 E. 4; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271; NABOLD, a.a.O., 

31 / 73

Art. 6 Rz. 62 f.). Daher erfolgt in solchen Fällen grundsätzlich keine Eingrenzung 
mittels der Adäquanzformel (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271).

7.4. Entfällt der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis 
und dem Gesundheitsschaden gänzlich, so besteht keine Leistungspflicht des 
Unfallversicherers mehr (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261; NABOLD, 
a.a.O., Art. 6 Rz. 54). Klingt der Gesundheitsschaden infolge eines Vorzustandes 
nicht ab, so kann sich der Unfallversicherer nur von einer Leistungspflicht befreien, 
wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der 
Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht (BGE 147 V 161 E. 3.3 mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 
Rz. 261). Dies trifft zu, wenn entweder der Status quo ante – der 
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat –, oder aber 
der Status quo sine, – der Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf 
eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 
hätte –, erreicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 mit Hinweisen; HÜRZELER/USINGER-
EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; NABOLD, Art. 6 Rz. 54). Was den konkreten Zeitpunkt 
betrifft, an dem der Status quo sine erreicht wurde, gilt zu beachten, dass sich dieser 
von der Natur der Sache her nicht auf den Tag genau feststellen lässt, sondern 
lediglich mehr oder minder präzise geschätzt werden kann (Urteile des 
Bundesgerichts 8C_654/2023 vom 25. September 2024 E. 6.1, 8C_167/2018 vom 
28. Februar 2019 E. 6.5, 8C_506/2016 vom 4. November 2016 E. 3.2.1).

Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht medizinischerseits fest, 
dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden 
können, so handelt es sich nach der Rechtsprechung um eine richtunggebende 
Verschlimmerung (Urteile des Bundesgerichts 8C_421/2018 vom 28. August 2018 
E. 3.2, 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E. 5.1, 8C_589/2017 vom 
21. Februar 2018 E. 3.1.2 und 8C_240/2016 vom 13. Juli 2016 E. 3 in fine; NABOLD, 
a.a.O., Art. 6 Rz. 54; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54; ACKERMANN, in: 
Schaffhauser/Kieser, Unfall und Unfallversicherung, U._____ 2009, S. 39 f.). 
Solange der Status quo sine vel ante nicht erreicht ist, hat der Unfallversicherer 
gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch 
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen (Urteile des 
Bundesgerichts 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E. 3.2 und 8C_781/2017 vom 
21. September 2018 E. 5.1). Wird hingegen durch einen Unfall ein klinisch stummer 
krankhafter Vorzustand aktiviert, wäre aber zu dessen Aktivierung nicht unbedingt 
ein Unfallereignis notwendig gewesen, so  spricht das Bundesgericht von einer 
blossen  Gelegenheits- oder  Zufallsursache des Gesundheitszustands, die keine 

32 / 73

Leistungspflicht der Unfallversicherung nach sich zieht (Urteile des Bundesgerichts 
8C_206/2022 vom 14. Juli 2022 E. 2.3, 8C_287/2020 vom 27. April 2021 E. 3.1 und 
8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 4.1; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 55; ACKERMANN, 
a.a.O., S. 38 f.).

7.5. Der Beweis, dass der einmal erstellte natürliche Kausalzusammenhang 
weggefallen ist, obliegt dem Unfallversicherer (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 
Rz. 264). Der Beweis ist hauptsächlich mit Angaben medizinischer Fachpersonen 
zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 
E. 4.2, 8C_287/2020 vom 27. April 2021 E. 3.1; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 53); es 
gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (HÜRZELER/USINGER-
EGGER, a.a.O., Rz. 264). Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als 
auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten 
massgebend (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 8C_734/2021 vom 
8. Juli 2022 E. 2.2.2, 8C_93/2019 vom 23. August 2019 E. 2.2; HÜRZELER/USINGER-
EGGER, a.a.O., Rz. 264). 

7.6. Ist der Unfall nur teilweise ursächlich für den Gesundheitsschaden, so führt 
die Regelung von Art. 36 Abs. 1 UVG dazu, dass der Unfallversicherer dennoch die 
ungekürzten sogenannt kurzfristigen Leistungen (Heilbehandlung, 
Kostenvergütungen, Taggelder, Hilflosenentschädigungen) schuldet 
(HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261 und Rz. 292 [Durchbrechung des 
Kausalitätsprinzips bei diesen Leistungen]; NABOLD, a.a.O., Art. 36 Rz. 9). Eine 
angemessene Kürzung (als Folge des Kausalitätsprinzips) der langfristigen 
Leistungen (Invalidenrenten, Hinterlassenenrenten, Integritätsentschädigungen) 
erfolgt unter bestimmten, sehr eingeschränkten Voraussetzungen, wenn der 
Gesundheitsschaden teilweise durch mitwirkende unfallfremde Ursachen 
herbeigeführt wurde (Art. 36 Abs. 2 UVG; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 
Rz. 292). Damit eine Kürzung der langfristigen Leistungen zulässig ist, muss die auf 
die unfallfremden Ursachen zurückzuführende Gesundheitsschädigung bereits vor 
dem Unfall zu einer Verminderung der Erwerbsfähigkeit geführt haben (BGE 126 V 
116 E. 3, 121 V 326 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_337/2016 vom 7. Juli 2016 
E. 4.2.1; NABOLD, a.a.O., Art. 36 Rz. 19 f.; ACKERMANN, a.a.O., S. 36).

7.7. Gestützt auf Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen durch die 
Unfallversicherung auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall 
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 
Gesundheitsschädigung; von Spätfolgen wird gesprochen, wenn ein scheinbar 
geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische Veränderungen bewirkt, die 
zu einem oft völlig anders gearteten Krankheitsbild führen (BGE 118 V 293 E. 2c; 

33 / 73

Urteile des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.1.1, 
8C_934/2014 vom 8. Januar 2016 E. 3.2; HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., 
Rz. 324; GEHRING, in: Gehring/Kieser/Bollinger, Kommentar KVG/UVG, Zürich 
2018, Nr. 2 UVG, Art. 6 Rz. 26 f.; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 89). Voraussetzung für 
die Ausrichtung von Versicherungsleistungen für Rückfälle und Spätfolgen ist, dass 
zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim 
versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 
8C_421/2018 vom 28. August 2018 E. 3.1.1; NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 90; 
GEHRING, a.a.O., Nr. 2 UVG, Art. 6 Rz. 28). Der Beweis für den Bestand des 
natürlichen Kausalzusammenhangs obliegt dem/der Versicherten; je grösser der 
Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen werden an den 
Wahrscheinlichkeitsbeweis gestellt (Urteile des Bundesgerichts 8C_772/2019 vom 
4. August 2020 E. 3.2 und 8C_331/2015 vom 21. August 2015 E. 2.2.2; NABOLD, 
a.a.O., Art. 36 Rz. 12; GEHRING, a.a.O., Nr. 2 UVG, Art. 6 Rz. 28). Bei 
Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus (Urteile 
8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2 und 8C_331/2015 vom 21. August 
2015 E. 2.2.2). Werden durch einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die 
Unfallversicherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden, spätere 
Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben 
sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.2, 
8C_331/2015 vom 21. August 2015 E. 2.2.2 und 8C_521/2011 vom 5. Dezember 
2011 E. 2.2.2).

Rückfall und Spätfolgen setzen in aller Regel voraus, dass die Heilbehandlung nach 
dem Grundfall (rechtskräftig z.B. durch Ablauf der Rechtsmittelfrist oder Zeitablauf 
nach einer formlosen Mitteilung) abgeschlossen wurde (NABOLD, a.a.O., Art. 6 
Rz. 91; GEHRING, a.a.O., Nr. 2 UVG, Art. 6 Rz. 31). Solange dies nicht der Fall ist, 
obliegt der Kausalitätsnachweis nicht dem Versicherten, vielmehr hat der 
Unfallversicherer den Wegfall des Kausalzusammenhangs nachzuweisen 
(GEHRING, a.a.O., Nr. 2 UVG, Art. 6 Rz. 31). 

7.8. Die Art. 77 UVG und Art. 99 ff. UVV regeln den Fall, dass mehrere 
Unfallversicherer, bei denen die versicherte Person zugleich oder hintereinander 
versichert ist bzw. war, für die Erbringung der Leistungen in Frage kommen 
(HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 574; Mehrfachträgerschaft). Die 
Leistungspflicht bei zeitlich nacheinander eingetretenen Unfällen, für die 
verschiedene Versicherer zuständig sind, ist in Art. 100 UVV geregelt (MOSIMANN, 

34 / 73

in: Hürzeler/Kieser, a.a.O., Art. 77 Rz. 7 ff.); die Bestimmung umfasst den Fall, dass 
eine versicherte Person verunfallt, während sie aufgrund eines früheren 
versicherten Unfalls noch Anspruch auf Taggeld hat (Art. 100 Abs. 1 UVV) oder 
während sie aufgrund eines früheren versicherten Unfalls noch in medizinischer 
Behandlung steht, aber keinen Anspruch mehr auf ein Taggeld hat (Art. 100 Abs. 2 
UVV). Ferner ist die Konstellation von Rückfällen und Spätfolgen aufgrund mehrerer 
versicherter Unfälle normiert (Art. 100 Abs. 3 UVV). In den Fällen nach Art. 100 
Abs. 1-3 UVV, in denen der zweite bzw. der letzte Versicherer leistungspflichtig ist, 
sind die anderen Versicherer dem leistungspflichtigen Versicherer nicht zur 
Vergütung verpflichtet (Art. 100 Abs. 4 UVV). Art. 100 Abs. 5 UVV regelt die Frage 
der Leistungspflicht für eine Rente, Integritätsentschädigung oder eine 
Hilflosenentschädigung, wenn diese Folge mehrerer Unfälle sind (zum Ganzen: 
HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 578).

7.9. Können sich mehrere Unfallversicherer nicht einigen, wer von ihnen für 
Unfallfolgen leistungspflichtig ist, so kommt Art. 102a UVV (in Kraft seit 2017) zum 
Tragen (HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 579; MOSIMANN, a.a.O., Art. 77 
Rz. 13). Demnach hat derjenige Versicherer die Leistungen im Sinne von 
Vorleistungen zu erbringen, der dem Auftreten der Unfallfolgen in zeitlicher Hinsicht 
am nächsten ist. Art. 70 Abs. 1 ATSG regelt hingegen die Vorleistungspflicht unter 
mehreren Sozialversicherungen.

7.10. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Versicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als 
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur 
dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6).

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der 
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 
Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die 
Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im 
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast 

35 / 73

nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 
Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich 
erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 
E. 3.2, 138 V 218 E. 6; Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom 4. April 2017 
E. 2.2).

7.11. Versicherungsträger und im Beschwerdefall das Gericht sind auf verlässliche 
medizinische Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Wie die einzelnen 
Beweismittel zu würdigen sind, wurde in BGE 125 V 351 E. 3 festgelegt. Demnach 
gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren 
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Das heisst, Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, nämlich ohne Bindung an 
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (zum Ganzen: BGE 143 
V 124 E. 2.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 
Art. 1 S. 6 f.). 

7.12.1. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet, 
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (zum Ganzen: 
BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 1 S. 6 f.). 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 122 V 157 E. 1c).

7.12.2. Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

36 / 73

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 
aufzustellen:

Was die Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen betrifft, so 
kommt auch ihnen Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Die Tatsache allein, 
dass die befragte Arztperson in einem Anstellungsverhältnis zum 
Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 
Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, die das 
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, die den Arztberichten im 
Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters 
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (zum Ganzen: BGE 125 V 351 E. 3b). 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 
E. 5.2, 135 V 465 E. 4.3.2 und 4.4; Urteile 9C_168/2020 vom 17. März 2021 E. 3.2 
und 8C_679/2016 vom 7. Dezember 2016 E. 2). Was Parteigutachten anbelangt, 
rechtfertigt der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei 
eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert 
(BGE 125 V 351 E. 3b/dd). 

Nach der Praxis weicht das Gericht nicht ohne zwingende Gründe von der 
Einschätzung von medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn das Gerichtsgutachten widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht 
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen 
Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt 
sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem 
Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in 
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine/n Oberexpertin/en für 
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des 
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 
E. 3b/aa, 122 V 157 E. 1a-c, 118 V 290 E. 1b). Anspruch auf ein Gerichtsgutachten 
besteht rechtsprechungsgemäss, wenn die Abklärungsergebnisse aus dem 
Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend 
beweiswertig sind (BGE 143 V 269 E. 6.2.3.2, 137 V 210 E. 4.4.1.5; Urteile des 

37 / 73

Bundesgerichts 8C_692/2022 vom 2. Mai 2023 E. 6.2, 8C_80/2021 vom 7. Juli 
2021 E. 2.1, 8C_188/2020 vom 5. Mai 2020 E. 2, 8C_187/2017 vom 11. August 
2017 E. 2.4).

8. Im Nachfolgenden sind diese Grundsätze auf den vorliegenden Fall 
anzuwenden.

8.1.1. Anfänglich anerkannten beide Beschwerdegegnerinnen ihre Leistungspflicht 
nach UVG –, die C._____ für den Unfall vom 12. Mai 2010 bzw. die 
Schulteroperation vom 13. Februar 2013, die B._____ für den Unfall vom 
9. Dezember 2017 – und erbrachten die diesbezüglichen gesetzlichen Leistungen. 
Damit entfällt die einmal anerkannte Leistungspflicht der Unfallversicherer für den 
jeweiligen Unfall erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 
Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht, mithin der Status quo ante oder 
der Status quo sine erreicht ist (vgl. dazu Erwägung 7.4 f.). 

Im Einspracheentscheid vom 13. September 2019 (Bf-act. 2, Bg1-act. 81) verneinte 
die B._____, dass die nach dem 31. August 2018 fortbestehenden Beschwerden, 
die zur Implantation der Schultertotalprothese geführt hatten, auf den Unfall vom 
9. Dezember 2017 zurückzuführen seien. Sie ging von einem Vorzustand aus dem 
Jahr 2013 bzw. einem Rückfall bezüglich des Unfalls aus dem Jahr 2010 aus, für 
den die C._____ zuständig sei, weshalb sie den Fall auf den Zeitpunkt 31. August 
2018 hin abschloss. 

8.1.2. Das Erreichen des (medizinischen) Endzustands (Fallabschluss) bedeutet in 
erster Linie, dass von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung zu 
erwarten ist, was eine zukünftige Verschlechterung und den Bezug von Leistungen 
aus Rückfall/Spätfolgen nicht ausschliesst (BGE 144 V 245 E. 5.5.5 und 6.1). In 
Bezug auf den Unfall vom 12. Mai 2010 bzw. die Schulteroperation vom 13. Februar 
2013 wurde der Endzustand am 4. August 2016 erreicht, was das 
Sozialversicherungsgericht Zürich mit rechtskräftigem Urteil vom 16. Dezember 
2019 (Verfahren UV.2018.00203 E. 5.1) bestätigte (auf Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid vom 11. Juli 2018 bzw. die Verfügung vom 21. Juli 2017 hin 
[Bg2-act. 136]). Die Behauptung der C._____, der Fallabschluss sei angesichts des 
Rückweisungsentscheids des Sozialversicherungsgerichts Zürich noch nicht 
erfolgt, ist daher nicht zu hören. Für die Zeit nach der Schulteroperation im Februar 
2013 bis zum 9. November 2014 richtete die C._____ weitere Taggelder aus und 
sprach eine Integritätsentschädigung zu, was vorliegend nicht strittig ist; ein 
Rentenanspruch wurde hingegen verneint. Der Grundfall selbst war damit 

38 / 73

abgeschlossen und die C._____ hatte nach August 2016 keine Leistungen mehr zu 
erbringen (Taggelder, Heilbehandlung, Rente, Integritätsentschädigung). Sofern die 
C._____ im Zusammenhang mit dem Unfall vom Dezember 2017 leistungspflichtig 
werden sollte, wäre dies nur dann der Fall, wenn für die Zeit nach Fallabschluss am 
4. August 2016 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands, mithin ein 
Rückfall oder Spätfolgen aus dem Unfall 2010 bzw. aus der Schulteroperation 2013 
vorliegen würden. In diesem Zusammenhang muss denn auch die Rückweisung der 
Sache seitens des Sozialversicherungsgerichts Zürich gesehen werden (Urteil vom 
16. Dezember 2019 im Verfahren UV.2018.00203 E.6). Dies hat auch das 
Bundesgericht im Urteil 8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 bestätigt (vgl. 
E. 6.1.2). Das Sozialversicherungsgericht Zürich verpflichtete die C._____, weitere 
Abklärungen zu tätigen und ihre Leistungspflicht bezüglich der nach dem Unfall vom 
9. Dezember 2017 aufgetretenen Beschwerden zu prüfen. Die Beweispflicht für 
einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den erneut geltend gemachten 
gesundheitlichen Beschwerden (Rückfall/Spätfolgen) und dem Unfall 2010 bzw. der 
Operation 2013 oblag in diesem Fall der Beschwerdeführerin (vgl. dazu Erwägung 
7.7).

8.1.3. Ein Rückfall bzw. Spätfolgen können der Versicherung jederzeit gemeldet 
werden (GEHRING, a.a.O., Nr. 2 UVG Art. 6 Rz. 25 mit Hinweis auf Urteil der Cour 
de droit public Neuchâtel vom 9. Februar 2015, CPD.2014.13, publiziert in: SVR 
2016 UV Nr. 6). Auch wenn die C._____ behauptet, die Beschwerdeführerin habe 
ihr nie einen Rückfall und somit eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 
gemeldet, so erlangte sie von den nach dem Unfall vom 9. Dezember 2017 
aufgetretenen gesundheitlichen Beschwerden unbestrittenermassen Kenntnis. 
Ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin mit den Schreiben vom 
17. September 2018 (Bg2-act. 140), vom 19. Oktober 2018 (Bg2-act. 142) und vom 
4. April 2019 (Bf-act. 5) an die C._____ auf das erneute Ereignis bzw. auf den 
verschlechterten Gesundheitszustand hinwies und dass in der Beschwerdeschrift 
der Beschwerdeführerin vom 10. September 2018 an das 
Sozialversicherungsgericht Zürich (Bg2-act. 139) davon die Rede war. In ihrer 
Beschwerdeantwort im dortigen Verfahren führte die C._____ aus, der geltend 
gemachte Rückfall werde im Rahmen eines neuen Verwaltungsverfahrens zu 
prüfen sein (Bg2-act. 141). Im Übrigen war in den auch der C._____ zugestellten 
Entscheiden der B._____ – Verfügung vom 27. März 2019 (Bg1-act. 66) bzw. 
Einspracheentscheid vom 13. September 2019 (Bg1-act. 81) –, mit der diese ihre 
Leistungspflicht (Heilbehandlungen und Taggeldleistungen) per 31. August 2018 
einstellte, von einem Rückfall bzw. von der Notwendigkeit einer entsprechenden 

39 / 73

Anmeldung die Rede. Der angeblich verspätete Zeitpunkt der Anmeldung kann der 
Beschwerdeführerin somit nicht entgegengehalten werden.

Dass die C._____ aufgrund des Urteils des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 
16. Dezember 2019 im Zusammenhang mit dem Unfall vom 9. Dezember 2017 ihre 
Leistungspflicht für einen allfälligen Rückfall oder allfällige Spätfolgen prüfen muss 
und dass sie sich dabei nicht auf den Standpunkt stellen könne, die Versicherte 
habe ihr keinen Rückfall gemeldet, bestätigte auch das Bundesgericht im Urteil 
8C_692/2022, 8C_702/2022 vom 2. Mai 2023 (vgl. E. 6.1.1 f.). 

8.1.4. Die C._____ zog in Folge des Urteils des Sozialversicherungsgerichts Zürich 
vom 16. Dezember 2019 (Verfahren UV.2018.00203) die Akten der B._____ bei und 
verneinte mit Verfügung vom 29. Mai 2020 (Bg2-act. 183) bzw. 
Einspracheentscheid vom 18. August 2020 (Bg2-act. 186) ihre Leistungspflicht 
bezüglich des Unfalls vom 9. Dezember 2017. Eigene medizinische Abklärungen 
nahm sie nicht vor. Vielmehr stellte sie darauf ab, dass die Versicherte keine 
Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geltend gemacht habe, der 
Fallabschluss per 4. August 2016 zu Recht erfolgt bzw. ein Rückfall mangels 
Feststehens des Endzustands nicht zu prüfen und sie vom Unfall vom 9. Dezember 
2017 nicht betroffen sei. Geht man von einer gültigen Rückfallmeldung aus (vgl. 
Erwägung 8.1.3), so ist fraglich, ob die C._____ ihrer Untersuchungspflicht allein 
mit dem Beizug der Akten der B._____ nachgekommen ist. Immerhin ist es nach 
dem Untersuchungsgrundsatz Sache der verfügenden Verwaltungsstelle, für die 
Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein (BGE 138 V 218 E. 6, 117 
V 261 E. 3b; vgl. Erwägung 7.10).

Zwar ist die Beschwerdeführerin für das Vorliegen eines Rückfalls bzw. von 
Spätfolgen beweispflichtig (vgl. Erwägung 7.7), doch hat sie die Folgen der 
Beweislosigkeit nur dann zu tragen, wenn der Sachverhalt, aus dem sie 
Leistungsansprüche ableitet (Rückfall/Spätfolgen), unbewiesen bleibt, wenn es sich 
mithin als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund 
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 
E. 6, 117 V 261 E. 3b, 115 V 142 E. 8a; Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2017 vom 
4. April 2017 E. 2.2; vgl. Erwägungen 7.7 und 7.10). 

8.2.1. In Bezug auf die Folgen aus dem Ereignis vom 9. Dezember 2017 erachtete 
die B._____ den Status quo sine vel ante als am 31. August 2018 erreicht 
(Verfügung vom 27. März 2019 bzw. Einspracheentscheid vom 13. September 
2019). Da der diesbezügliche Einspracheentscheid der B._____ (Bg1-act. 81) 

40 / 73

angefochten (Verfahren S 19 123) und somit nicht rechtskräftig ist, bleibt die 
B._____ angesichts der ursprünglich anerkannten Leistungspflicht für den Wegfall 
des Kausalzusammenhangs (Erreichen des Status quo ante oder des Status quo 
sine) beweispflichtig (vgl. Erwägun