# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0d80f42-e60b-5ee5-b78d-9c4078d9358d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-07-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 16.07.2003 SB 2003 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-24_2003-07-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 16. Juli 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 24 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuar ad hoc L. Duff.

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In der strafrechtlichen Berufung

des B., Adhäsionskläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Pierluigi Schaad, Quaderstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 10. Januar 2003, mitgeteilt am 28. April 
2003, in Sachen gegen C., Angeschuldigter, Adhäsionsbeklagter, 
Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und einfache 
Körperverletzung (Adhäsionsklage, Kosten),

hat sich ergeben:

A.1. C. (im folgenden: C.) wuchs zusammen mit zwei Geschwistern bei den 
Eltern in K. auf. Nach der obligatorischen Schule studierte er während sechs 
Semestern Medizin und besuchte anschliessend während vier Semestern eine 
Ingenieurschule. Ohne die Studien abgeschlossen zu haben, betätigte er sich 

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hierauf in K. als Kaufmann. Von 1991 bis 1995 hielt er sich im L. auf. Zusammen 
mit seiner Ehefrau D. kam er anschliessend auf Vermittlung des UNHCR als 
Kontingentsflüchtling in die Schweiz, wo am 4. Oktober 1997 sein Sohn E. geboren 
wurde. Im März 2001 verzichtete D. auf ihr Asylrecht in der Schweiz und reiste in 
den L. aus, angeblich in der Absicht, vor Ort eine Einreisebewilligung für ihren 
Ehegatten und ihren Sohn erwirken zu können. Nachdem dieses Unterfangen 
erfolglos blieb, reiste der Berufungsbeklagte und Anschlussberufungskläger 
gemeinsam mit seinem Sohn am 30. Juli 2001 nach M., um von dort aus in den L. 
zu gelangen. Am 3. August beziehungsweise am 16. Oktober 2001 kehrten er und 
sein Sohn wieder in die Schweiz zurück, wo sie bis am 16. Mai 2002 gemeinsam 
ein Zimmer im Hotel F. in G. bewohnten.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist C. mit einer Eintragung 
verzeichnet. Mit Strafmandat vom 5. Oktober 2001 verurteilte ihn der Kreispräsident 
Chur wegen einfacher Körperverletzung und Gewalt und Drohung gegen Behörden 
und Beamte zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 20 Tagen.

Mit Verfügung vom 16. Mai 2002 ordnete die Präsidentin der Vormund-
schaftsbehörde des Kreises Chur mittels fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) die 
Einweisung des Berufungsbeklagten zur fachärztlichen Behandlung und 
Begutachtung in die Klinik H. an. 

2. Im Rahmen der Strafuntersuchung ordnete der zuständige Unter-
suchungsrichter die psychiatrische Begutachtung von C. an. Das am 17. Juni 2002 
von Dr. X., Chefarzt an der Klinik H., G., gestützt auf die Strafakten, die mit 
Zustimmung des Berufungsbeklagten herangezogenen Behandlungsunterlagen 
und die Ergebnisse der bei ihm durchgeführten Untersuchungen erstellte 
spezialärztliche Gutachten kommt zu folgendem Ergebnis:

“(…) IV. Beurteilung und Fragenbeantwortung

1. Hingegen liegt bei C. eine wahnhafte Störung (ICD-10: F22.0) vor, 
d.h. ein Krankheitsbild im Rahmen der Schizophrenie und anderer 
psychotischer Störungen. Das zentrale Wahnthema bezieht sich 
dabei auf die Überzeugung, man habe sich gegen ihn 
verschworen, er werde verfolgt, vergiftet, belästigt, und man 
trachte seinen Kindern ans Leben. Dabei kann ein geringfügiger 
Affekt übersteigert werden und zum Mittelpunkt eines 
Wahnsystems gemacht werden. Personen mit Verfolgungswahn 
sind oft nachtragend und wütend und können Gewalt gegen 

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diejenigen anwenden, von denen sie sich geschädigt fühlen. 
Damit liegt beim Expl. eine behandlungsbedürftige Geistes-
krankheit vor, sodass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht 
der Taten oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht aufgehoben 
war (Art. 10 StGB).” 

In Bezug auf die Frage nach der Notwendigkeit ärztlicher 
Behandlung und Pflege und das allfällige Genügen einer 
ambulanten Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
hielt der Gutachter folgendes fest:

“3. Der Geisteszustand des Angeschuldigten erfordert ärztliche 
Behandlung. Im Kern beinhaltet diese eine adäquate Medikation 
mit Neuroleptika (Antipsychotika) sowie regelmässige Gespräche. 
(…) Eine ambulant psychiatrische Behandlung wäre u.U. 
vorstellbar, wenn C. bereit wäre, Medikamente, Neuroleptika, 
einzunehmen, was er aber nicht ist.”

B. Am 8. Oktober 2002 überwies die Staatsanwaltschaft Graubünden die 
Untersuchungsakten zusammen mit ihrem Schlussbericht an das Bezirksgericht 
Plessur. Diesem lag folgender Sachverhalt zugrunde:

“Am Montag, 8. April 2002, griff C. um 10.30 Uhr seinen Betreuer B., 
Mitarbeiter der Sozialen Dienste der Stadt G., tätlich an. Dieser hatte 
zu jenem Zeitpunkt in seinem Büro am J. in G. eine Besprechung mit 
A.. Trotzdem betrat der Angeschuldigte mehrmals das Büro von B., 
der ihn immer wieder wegweisen musste. Der Angeschuldigte 
widersetzte sich aber plötzlich der Wegweisung und schlug mit seinem 
Schirm gegen den Kopf seines Betreuers. Dieser konnte den Schlag 
noch rechtzeitig abwehren. C. schlug dann aber völlig unvermittelt mit 
seinen Fäusten gegen das Gesicht von B.. Der Geschädigte erlitt 
dabei gemäss Arztbericht einen Mehrfachbruch des Nasenbeins und 
einen seelischen Schock.

B. stellte am 10. April 2002 gegen den Angeschuldigten Strafantrag 
wegen Körperverletzung.

C. bestreitet, B. geschlagen zu haben und behauptet, möglicherweise 
sei dieser mit einer Wand oder mit dem Türrahmen zusammen-
gestossen und habe sich auf diese Weise die erwähnte Verletzung 
zugezogen.

Mit Eingabe vom 7. August 2002 liess B. gegenüber dem 
Angeschuldigten adhäsionsweise eine Genugtuungsforderung von Fr. 
1'000.-- geltend machen.”

C. Mit Urteil vom 10. Januar 2003, mitgeteilt am 28. April 2003, erkannte das 
Bezirksgericht Plessur was folgt:

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"1. Das gegen C. wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte sowie einfacher Körperverletzung geführte Strafverfahren 
wird wegen Zurechnungsunfähigkeit des Täters eingestellt.

 2. Es wird gestützt auf Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine ärztlich-
psychiatrische Behandlung in einer Heil- und Pflegeanstalt 
angeordnet.

3. Die von B. adhäsionsweise geltend gemachte 
Genugtuungsforderung von Fr. 1'000.-- wird abgewiesen.

4. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 8'344.95 (Untersuchungs-
kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'975.--, 
Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.--, Übersetzungskosten von Fr. 
125.-- und Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'244.95) 
gehen zu Lasten von C. und sind innert 30 Tagen auf das PC-
Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen. 
Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden vorschussweise 
aus der Gerichtskasse beglichen.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung).” 

D. Gegen dieses Urteil erhob B. mit Eingabe vom 19. Mai 2003 Berufung 
an den Kantonsgerichtsausschuss Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren:

"1. Das angefochtene Urteil sei in Ziff. 3 des Dispositivs aufzuheben. 
Der Adhäsionsbeklagte sei zu verpflichten, dem Adhäsionskläger 
eine Genugtuungssumme von Fr. 1'000.-- zu bezahlen.

 2. In Ergänzung des angefochtenen Urteils sei der Adhäsions-
beklagte zu verpflichten, dem Adhäsionskläger eine ange-
messene ausseramtliche Entschädigung für das Verfahren vor 
dem Bezirksgericht Plessur zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungs-
verfahren zu Lasten des Adhäsionsbeklagten.” 

In seiner Begründung macht der Berufungskläger im wesentlichen geltend, 
dass es sich bei Art. 54 OR um eine Kausalhaftung aus Billigkeit handle, welche 
auch den Genugtuungsanspruch gestützt auf Art. 47 OR umfasse. Nach dem 
Grundsatz von Recht und Billigkeit müsse das Verhalten des Täters finanzielle 
Konsequenzen haben; die Vorinstanz habe insbesondere die Interessen des 
Geschädigten überhaupt nicht berücksichtigt. Des weiteren sei es widersprüchlich, 
die bescheidene Genugtuungsforderung in der Höhe von Fr. 1'000.-- unter Verweis 
auf die fehlende Leistungsfähigkeit des Schädigers abzuweisen, diesem aber 

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sämtliche Verfahrenskosten von Fr. 8'344.95 aufzuerlegen. Diese Ungleich-
behandlung sei willkürlich.

Der Berufungsbeklagte reichte am 26. Mai 2003 seine Berufungsantwort ein; 
dies unter gleichzeitiger Erhebung einer Anschlussberufung. Die Rechtsbegehren 
lauten:

"1. Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben 
und die Kosten des Verfahrens seien dem Bezirksgericht Plessur, 
resp. der Staatskasse aufzuerlegen.

 2. Die Berufung des Herrn B. sei abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.” 

Der Anschlussberufungskläger bringt in seiner Begründung zunächst vor, 
dass die Vorinstanz die Genugtuungsforderung von Fr. 1'000.-- zu Recht und mit 
zutreffenden Erwägungen abgewiesen habe. In der Tat komme den finanziellen 
Verhältnissen der Parteien die entscheidende Rolle zu. Aufgrund der Tatsache, 
dass C. öffentliche Sozialhilfe beziehe, wäre es geradezu unbillig, ihn zur Leistung 
einer Genugtuung zu verurteilen. Mit derselben Begründung müssten aber auch die 
Untersuchungskosten sowie diejenigen des Bezirksgerichts Plessur auf die 
Staatskasse genommen werden.

In seiner Vernehmlassung vom 5. Juni 2003 beantragte der Berufungskläger 
und Anschlussberufungsbeklagte, auf die Anschlussberufung sei nicht einzutreten; 
dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von C..

E. Sowohl die Vorinstanz als auch die Staatsanwaltschaft Graubünden 
verzichteten in ihren Schreiben vom 27. Mai 2003 sowie vom 21. Mai 2003 und vom 
10. Juni 2003 auf die Einreichung einer Vernehmlassung. 

F. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im 
angefochtenen Urteil, wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung 

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erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). Ebenso können Entscheide der Bezirksgerichte 
und ihrer Ausschüsse über Adhäsionsklagen durch Berufung an den 
Kantonsgerichtsausschuss weitergezogen werden, der darüber ohne Parteivortritt 
entscheidet (Art. 133 Abs. 1 StPO). Diese ist - in analoger Anwendung von Art. 141 
- 146 StPO - innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des 
angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und hat darzutun, 
welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob das ganze 
Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen 
Anforderungen vermag die vorliegende Berufung von B. zu genügen. Auf die frist- 
und formgerecht eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantons-
gerichtsausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognition zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil 
grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung oder Anschlussberufung 
gestellten Anträge überprüft (Padrutt, Willy: Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 1996, S. 375). Auch in der 
Überprüfung von Ermessensfehlern ist der Kantonsgerichtsausschuss grund-
sätzlich frei und nicht auf eigentliche Gesetzesverletzungen (Ermessens-
missbrauch, Ermessensüberschreitung oder Ermessensunterschreitung) be-
schränkt, was bedeutet, dass auch dann korrigierend eingegriffen werden kann, 
wenn das Ermessen im Einzelfall nicht pflichtgemäss ausgeübt wurde. Dabei wird 
aber nicht verkannt, dass dem Richter bei einem Ermessensentscheid - wiewohl 
alle wesentlichen Umstände des Einzelfalls im Hinblick auf ein sachgerechtes 
Ergebnis zu berücksichtigen sind - ein gewisser Spielraum zukommt. 

a) Der Berufungskläger stellt in seiner Berufungsschrift den Antrag, es sei 
ihm gestützt auf Art. 54 OR eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.-- 
auszurichten. Gemäss Art. 130 Abs. 1 StPO kann der Geschädigte seine zivil-
rechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Strafgericht 
adhäsionsweise geltend machen. Im System der zivilrechtlichen Verschuldens-
haftung kann nur derjenige für einen Schaden ersatzpflichtig erklärt werden, den ein 
Verschulden trifft. Diese Regel kennt bloss die Ausnahme der Billigkeitshaftung 
nach Art. 54 OR, welche allenfalls dort greift, wo der Schädiger den Schaden im 
Zustand der Urteilsunfähigkeit verursacht hat, die Verschuldenshaftung von Art. 41 
OR beziehungsweise Art. 97 OR also nicht zum Zuge kommt, weil die subjektive 
Seite des Verschuldens fehlt (Rey, Hans: Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. 
Auflage, Zürich 1998, N 811 ff., BGE 116 Ia 170). Im vorliegenden Fall kam der 

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psychiatrische Gutachter zum Schluss, dass C. im Tatzeitpunkt aufgrund einer als 
Geisteskrankheit zu qualifizierenden schizophrenen Störung ausserstande war, das 
Unrecht der Tat einzusehen und entsprechend dieser Einsicht zu handeln. Weder 
die Schlussfolgerungen des Gutachters noch diejenigen der Vorinstanz, welche in 
ihrem Urteil vom 10. Januar 2003 gestützt auf Art. 10 StGB das Verfahren gegen 
den Berufungsbeklagten eingestellt hat, bilden Gegenstand des Berufungs-
verfahrens. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass C. die Urteilsfähigkeit 
vollständig fehlte, was bedeutet, dass ihm sein Verhalten nach zivilrechtlichen 
Grundsätzen nicht zum Vorwurf gereichen kann (PKG 1990 Nr. 18). Eine allfällige 
Haftung kann sich demnach nur auf Art. 54 OR stützen (PKG 1999 Nr. 21). Diese 
Bestimmung umfasst nicht nur den Schadenersatzanspruch aus unerlaubter 
Handlung gemäss Art. 41 ff. OR, sondern auch die im Sinne von Art. 47 OR infolge 
Tötung oder Körperverletzung erlittene seelische Unbill und damit den Anspruch auf 
Ausrichtung einer Genugtuung (Rey, a.a.O., N 814). Besonderes Gepräge verleiht 
dieser Kausalhaftung die Haftungsvoraussetzung der Billigkeit. Dies bedeutet, dass 
der Richter auf eine Ersatzpflicht nur dann und nur insoweit erkennt, als eine andere 
Lösung unbillig wäre. Einen Entscheid aus Gründen der Billigkeit zu treffen heisst, 
dass der Richter nach dem zu urteilen hat, was ihm im konkreten Einzelfall unter 
Würdigung aller relevanter Umstände als recht und billig erscheint. Es steht ihm mit 
anderen Worten ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Dabei ist zu beachten, 
dass Recht und Billigkeit im Sinne von Art. 4 ZGB nicht zwei voneinander 
verschiedene Beurteilungsgrundlagen sind, sondern die Billigkeit selbst zum Recht 
gehört. Der Richter hat dabei alle sachlich wesentlichen Umstände des Einzelfalls 
zu berücksichtigen und seinen Entscheid nach objektiven und nachvollziehbaren 
Gesichtspunkten zu treffen (Honsell, Heinrich: Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 
Band I, Art. 1-456 ZGB, 2. Auflage, Basel 2002, N 8 f. zu Art. 4). Es müssen also 
Umstände vorliegen, welche es als unbillig erscheinen liessen, wenn der Täter nicht 
zum Ersatz verpflichtet würde.

b) Im Vordergrund stehen dabei die finanziellen Verhältnisse der Parteien. 
Die Haftpflichtleistung des Urteilsunfähigen darf nicht seinen wirtschaftlichen Ruin 
bedeuten. Aber auch wenn die Belastung nicht so unverhältnismässig gross ist, 
kommt eine Verurteilung zu teilweisem Schadenersatz nur in Frage, wenn die 
Schädigung für den Geschädigten eine hohe Belastung darstellt. Kann der 
Geschädigte sie ohne allzu grosse Schwierigkeiten verkraften, so soll es beim 
Grundsatz “casum sentit dominus” sein Bewenden haben. Die wirtschaftliche 
Tragfähigkeit der Beteiligten spielt daher die entscheidene Rolle (Schnyder, Anton 
K.: Kommentar zum Obligationenrecht, Band I, Art. 1-529 OR, Basel 1992, N 6 zu 

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Art. 54, BGE 102 II 231). Der Berufungskläger bringt dagegen vor, ausser den 
finanziellen Verhältnissen seien auch die Interessen des Geschädigten zu 
berücksichtigen. Das uneinsichtige Verhalten des Täters und die Tatsache, dass C. 
B. anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Plessur der Lüge bezichtigte, 
müssten finanzielle Konsequenzen haben. Wohl sind unter anderem das Ausmass, 
in welchem der Täter vom Durchschnittsverhalten abweicht sowie die Art und 
Weise, wie die Schädigung zugefügt wurde Kriterien, welche im Rahmen des 
Ermessensentscheids nicht ausser Acht gelassen werden dürfen, doch vermögen 
sie nicht darüber hinwegzutäuschen, dass eine Ersatzpflicht trotz offensichtlich 
fehlender Leistungsfähigkeit des Schädigers dem Grundsatz von Recht und 
Billigkeit zuwiderlaufen würde. Es macht denn auch offenkundig wenig Sinn, dem 
Geschädigten gewissermassen pro forma eine Genugtuung zuzusprechen, die er 
in Tat und Wahrheit nie erhalten wird. Abgesehen davon ist die Schwere der 
erlittenen Verletzungen beziehungsweise das Ausmass der erlittenen immateriellen 
Unbill ein Umstand, der bei der Höhe der Genugtuung zu berücksichtigen wäre und 
demzufolge - wenn eben die finanziellen Verhältnisse des Schädigers günstig sind 
- eine grundsätzliche Bejahung der Ersatzpflicht voraussetzen würde. Dies trifft 
vorliegend nicht zu. Abgesehen davon, dass der Berufungsbeklagte aufgrund der 
Akten öffentliche Sozialhilfe bezieht und somit keine nennenswerte Einkünfte, aber 
auch kein Vermögen besitzt, steht aufgrund der Einweisung von C. in eine Heil- und 
Pflegeanstalt fest, dass er auch in absehbarer Zukunft über kein Einkommen 
verfügen wird und auch kein Vermögen besitzt. Im weiteren sind auch keine zu 
berücksichtigenden Anwartschaften ersichtlich. Die finanziellen Verhältnisse des 
Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägers können demnach als äusserst 
bescheiden bezeichnet werden. Demgegenüber verfügt der Berufungskläger über 
gesicherte  Einkünfte und hat, soweit ersichtlich, keine bleibenden Nachteile zu 
erwarten. Es ist somit nicht unbillig, von einer Ersatzpflicht abzusehen. Der 
Entscheid der Vorinstanz ist daher im Ergebnis nicht zu beanstanden. Nach dem 
Dargelegten ist die Berufung daher abzuweisen.

3. Die Anschlussberufung des Berufungsbeklagten richtet sich gegen den 
vorinstanzlichen Kostenspruch. Die Kosten seien aus Billigkeitserwägungen auf die 
Staatskasse zu nehmen. Dazu ergibt sich Folgendes:

a) Der Adhäsionskläger hat gegen das Urteil des Bezirksgerichts Plessur 
zivilrechtliche Berufung eingelegt (Art. 133 Abs. 1 StPO). Dies hat zur Folge, dass 
die Auseinandersetzung über den Zivilpunkt, nämlich die Behandlung der 
Genugtuungsforderung, in Anlehnung an rein zivilprozessuale Formen im Parteien-

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verhältnis zwischen dem Geschädigten und dem Schädiger auszutragen ist 
(Domenig, Jürg: Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss. Zürich 1990, 
S. 162 f.). Die Anschlussberufung kann sich nur gegen die Person richten, welche 
Berufung eingelegt hat, ist doch die Meinung die, dass sich in der 
Anschlussberufung die nämlichen Parteien gegenüberstehen wie in der Berufung 
(Padrutt, a.a.O., S. 370, PKG 1979 Nr. 30). Der Anschlussberufungskläger richtet 
sein Rechtsmittel indes nicht gegen den Berufungskläger, sondern allein gegen das 
Urteil der Vorinstanz. Die Anfechtung des Kostenentscheids hätte demzufolge im 
Rahmen einer selbständigen strafrechtlichen Berufung gemäss Art. 141 StPO 
erfolgen müssen; die 20-tägige Rechtsmittelfrist hat der Berufungsbeklagte jedoch 
unbenutzt verstreichen lassen. Dem Adhäsionskläger, der nicht nur Geschädigter, 
sondern aufgrund der erlittenen Verletzungen zugleich Opfer im Sinne von Art. 2 
des Opferhilfegesetzes (OHG) ist, ist es aufgrund von Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG 
gestattet, das Urteil auch mittels Berufung im Strafpunkt anzufechten, sofern der 
Strafentscheid Auswirkungen rechtlicher Natur auf die Beurteilung seiner 
privatrechtlichen Ansprüche haben kann (BGE 120 Ia 108 f.). Zudem wird 
vorausgesetzt, dass sich das Opfer am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt hat, 
zumindest insoweit, als dies nach den gesamten Umständen zumutbar war. 
Anfechtbar ist etwa ein Freispruch, der gestützt auf die Feststellung ergeht, der 
Beschuldigte habe die schädigende Tat nicht begangen oder eine Verfahrens-
einstellung aufgrund einer vollständigen Zurechnungsunfähigkeit im Sinne von Art. 
10 StGB; in solchen Fällen kann die Entscheidung Einfluss auf den Haftungsumfang 
haben und in direktem Zusammenhang mit den Zivilansprüchen des Opfers stehen 
(Gomm, Peter/Stein, Peter/Zehntner, Dominik: Kommentar zum Opferhilfegesetz, 
Bern 1995, N 12 zu Art. 8). Wie eingangs erwähnt, hat der Berufungskläger das 
vorinstanzliche Urteil aber nur im Zivilpunkt angefochten. Die Anfechtung des 
Kostenpunktes durch den Angeschuldigten hätte aber - zumal der Berufungskläger 
hier nicht Partei ist - mit selbständiger Berufung erfolgen müssen. Aus all diesen 
Gründen kann auf die Anschlussberufung nicht eingetreten werden. Da die 
Voraussetzungen für eine amtliche Verteidigung im Sinne von Art. 102 StPO nicht 
erfüllt sind, kann dem vom Berufungsbeklagten gestellten Antrag weder für das 
Vernehmlassungsverfahren im Zivilpunkt noch für das 
Anschlussberufungsverfahren entsprochen werden. Der Aufwand des Vertreters 
des Berufungsbeklagten war denn auch bescheiden. 

b) Damit hat es jedoch nicht sein Bewenden. Der Kantonsgerichtsausschuss 
hat im Rahmen der Berufung die Möglichkeit, bei materieller Gesetzesverletzung, 
fehlender Prozessvoraussetzung oder unbegründeter Kostenüberbindung von 

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Amtes wegen korrigierend einzuschreiten (Padrutt, a.a.O., S. 375, PKG 1969 Nr. 
68). Die Kostenauflage an den Berufungsbeklagten im vorinstanzlichen Urteil 
erfolgte zwar nicht ohne, jedoch - wie nachfolgend gleich dargetan wird - mit 
unzutreffender Begründung. Der in diesem Fall anwendbare Art. 157 StPO 
bestimmt, dass bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens dem 
Angeschuldigten die Verfahrenskosten ganz oder teilweise überbunden werden 
können, wenn dieser durch sein Verhalten begründeten Anlass zur Durchführung 
der Untersuchung und des Gerichtsverfahrens gegeben hat. Im Lichte der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 6 Ziff. 2 EMRK wird diese Bestimmung 
gemäss konstanter Praxis restriktiv beziehungsweise zugunsten des Betroffenen 
ausgelegt. Eine Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung des Verfahrens 
kommt höchstens dann in Betracht, wenn dem Beschuldigten ein schuldhaftes 
Verhalten vorzuwerfen ist und zwischen diesem Verhalten und den entstandenen 
Kosten ein Kausalzusammenhang besteht (BGE 114 Ia 404). Dabei genügt es 
jedoch nicht, dass der Beschuldigte durch sein Verhalten objektiv zur Untersuchung 
oder Verlängerung eines Verfahrens Anlass gegeben hat. Das Bundesgericht 
spricht von einer Haftung für prozessuales Verschulden beziehungsweise von einer 
zivilrechtlichen Grundsätzen angenäherten Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten 
(BGE 116 Ia 162 ff.; BGE 115 Ia 111 ff. und 309 ff.). Dabei sind zwei Gruppen von 
Fällen zu unterscheiden. So einerseits diejenigen, in welchen dem Beschuldigten 
eine prozessuales Verschulden im engeren Sinne zur Last gelegt wird, was 
beispielsweise dann zutrifft, wenn dieser die Untersuchungsorgane durch 
wahrheitswidrige Angaben auf eine falsche Fährte führt oder das Verfahren 
sonstwie erschwert oder verlängert. Andererseits gibt es jene Fälle, in denen dem 
Beschuldigten wegen des Verhaltens, das Gegenstand des Strafverfahrens war, die 
Kosten auferlegt werden mit der Begründung, dieses Verhalten sei zwar nicht 
strafbar, aber unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten vorwerfbar. Dies ist nur dann 
der Fall, wenn er - in analoger Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden 
Grundsätze - gegen geschriebene oder ungeschriebene, kommunale, kantonale 
oder eidgenössische Verhaltensnormen des Privat-, Verwaltungs- oder Strafrechts 
klar verstossen hat und er dadurch das Strafverfahren veranlasst hat (prozessuales 
Verschulden im weiteren Sinne, BGE 119 Ia 332 E. 1b, 116 Ia 162 ff., PKG 1995 
Nr. 30). Geht man vom dargelegten zvilrechtlichen Schuldbegriff aus, so ergibt sich, 
dass das Verhalten des Angeschuldigten dann schuldhaft ist, wenn es von dem 
unter den gegebenen Verhältnissen als angebracht geltenden 
Durchschnittsverhalten abweicht (PKG 2001 Nr. 20). Die Frage nach der 
Abweichung von einem Durchschnittsverhalten ist, wie gesagt wird, die objektive 
Seite des Verschuldens, während die Urteils- oder Zurechnungsfähigkeit dessen 

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subjektive Seite bildet. Eine schädigende Handlung wird aufgrund fehlender 
Vorwerfbarkeit demjenigen nicht zugerechnet, der nicht urteilsfähig ist. Trotz 
fehlender Urteilsfähigkeit kann aber der Richter den Schädiger zu teilweisem oder 
vollem Schadenersatz oder zur Tragung von Kosten verpflichten, wenn die Billigkeit 
dies nahelegt (BGE 116 Ia 170). Es ist somit mit Art. 6 Ziff. 2 EMRK vereinbar, einen 
zurechnungsunfähigen Angeschuldigten in sinngemässer Anwendung von Art. 54 
Abs. 1 OR aus Billigkeitserwägungen mit Kosten zu belasten, wenn er sie objektiv 
verursacht hat und die finanzielle Tragfähigkeit positiv beurteilt werden kann. Es 
gelten die gleichen Grundsätze, wie sie bereits in Ziff. 2 lit. b hievor erwähnt worden 
sind; abzustellen ist demnach vor allem auf die finanziellen Verhältnisse des 
Angeschuldigten, was vorliegend zur Kostenübernahme durch den Staat führen 
muss. C. fehlt die subjektive Seite des Verschuldens, womit man bezüglich der 
Kostentragung über Art. 157 StPO schliesslich - wie erwähnt - zur Anwendung der 
Billigkeitshaftung von Art. 54 OR gelangt, welche einer Kostenüberbindung an den 
Berufungsbeklagten klar entgegensteht, verlangt doch die Billigkeit insbesondere, 
dass die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Zurechnungsunfähigen 
berücksichtigt werden (BGE 113 Ia 76, 112 Ia 371 ff.; Pra 78 Nr. 232; PKG 1991 Nr. 
36). Nur dem wirtschaftlich leistungsfähigen Zurechnungsunfähigen sollen 
Verfahrenskosten ganz oder teilweise überbunden werden. Aus diesem Grund ist - 
da diese Leistungsfähigkeit fehlt - der vorinstanzliche Kostenspruch von Amtes 
wegen aufzuheben. Die Vorinstanz hat für das vorinstanzliche Gerichtsverfahren 
einen Dolmetscher beigezogen und hierfür Fr. 125.-- berechnet. Zu Handen der 
Vorinstanz sei vermerkt, dass solche Kosten einem Angeschuldigten nicht auferlegt 
werden dürfen (vgl. Die Praxis, 8/2001, Nr. 124, Entscheid des Kassationshofes des 
Bundesgerichts vom 25. April 2001; vgl. auch Padrutt, a.a.O., S. 197).  

4. Wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel eingelegt hat, trägt in der Regel die 
Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 160 Abs. 1 StPO). Die Formulierung “in der 
Regel” eröffnet dem Richter auch bei der Kostenauflage einen weiten 
Ermessensspielraum. Zu beachten ist, dass der Berufungskläger mit seinen 
Begehren insofern erfolgreich war, als auf die Anschlussberufung des Berufungs-
beklagten nicht eingetreten wurde. Diese Tatsache steht einer vollständigen 
Kostenüberwälzung entgegen, musste sich doch der Kantonsgerichtsausschuss 
neben dem Zivilpunkt auch mit der Anschlussberufung sowie - von Amtes wegen - 
mit dem vorinstanzlichen Kostenspruch befassen. Der Kantonsgerichtsausschuss 
erachtet es demzufolge als angemessen, die Kosten des Berufungsverfahrens je 
zur Hälfte dem Berufungskläger und - in analoger Anwendung des oben Darge-
legten - dem Kanton Graubünden aufzuerlegen. Infolge Fehlens einer besonderen 

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strafprozessualen Regelung finden hinsichtlich der aussergerichtlichen Ent-
schädigung die Bestimmungen der Zivilprozessordnung analoge Anwendung 
(Domenig, a.a.O., S. 128, PKG 1994 Nr. 33). Nachdem der Adhäsionskläger mit der 
Geltendmachung seiner Zivilforderung auch im Berufungsverfahren ohne Erfolg 
blieb, steht ihm keine Parteientschädigung zu; als unterlegene Partei wäre er im 
Sinne von Art. 122 Abs. 2 ZPO sogar grundsätzlich verpflichtet, dem 
Adhäsionsbeklagten eine ausseramtliche Entschädigung auszurichten. Dieser hat 
jedoch das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt nicht angefochten. Für das 
Berufungsverfahren kann im Ergebnis festgehalten werden, dass beide Parteien mit 
ihren Begehren insofern teilweise erfolgreich waren, als einerseits die 
Genugtuungsforderung des Adhäsions- und Berufungsklägers abgewiesen wurde, 
andererseits aber auch die Anschlussberufung des Berufungsbeklagten keinen 
Erfolg zeitigte, weil darauf - dem Antrag des Berufungsklägers entsprechend - nicht 
eingetreten werden kann. Hat demnach weder die eine noch die andere Partei 
vollständig obsiegt, so sprechen Billigkeitsüberlegungen durchaus dafür, die 
ausseramtlichen Kosten wettzuschlagen. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen. Auf die Anschlussberufung wird nicht 
eingetreten.

2. Ziff. 4 des angefochtenen Urteils wird von Amtes wegen aufgehoben. Die 
Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 1'975.-- 
gehen zu Lasten des Kantons Graubünden. Die Kosten der Vorinstanz von 
Fr. 5'125.-- sowie das Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 1'244.95 
gehen zu Lasten des Bezirkes Plessur.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von Fr. 1'500.-- gehen je 
zur Hälfte zu Lasten des Berufungsklägers sowie des Kantons Graubünden.

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts 
geltend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen 
Bundesgerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung 
des Entscheides in der gemäss Art. 273 des Bundesgesetzes über die 
Bundesstrafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für 
die Beschwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen gelten die 
Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss  von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar ad hoc