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**Case Identifier:** 35f40cf5-6f7e-55e3-a2f9-d2a78089e751
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.09.2017 200 2017 574
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-574_2017-09-12.pdf

## Full Text

200 17 574 IV
LOU/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 12. September 2017

Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Advokat B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2017, IV/17/574, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im September 2010 bei der Sozialversicherungsanstalt des 
Kantons ... (SVA ...) zum Bezug von Leistungen an (Dossier der Invaliden-
versicherung, Antwortbeilage [AB] 1.1 S. 7 ff.). Mit Verfügung vom 4. April 
2012 sprach die SVA ... dem Versicherten ab dem 1. August 2011 eine 
ganze Invalidenrente zu (AB 1.1 S. 99 ff.). Wegen Wohnsitzwechsels der 
Versicherten überwies die SVA ... im Juni 2012 die Akten an die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin; AB 1.1 S. 1).

Im Rahmen einer Revision vom Dezember 2012 (AB 2) macht der Versi-
cherte im Januar 2013 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
geltend (AB 3). Die IVB veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung 
durch die MEDAS C.________ (MEDAS-Gutachten vom 11. August 2014 
[AB 33.1]). Nach Einholung von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD; AB 40, 41, 42, 50, 60) veranlasste die IVB eine polydiszi-
plinäre Begutachtung durch die MEDAS D.________ (MEDAS-Gutachten 
vom 23. Dezember 2016 [AB 80.1]). Am 3. Januar 2017 meldete sich der 
Versicherte nach einem Wohnsitzwechsel bei der SVA ... an (AB 82.1 S. 50 
ff.). Diese überwies die Akten an die IVB (AB 82.1 S. 1). 

Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2017 stellte die IVB bei einem Invaliditäts-
grad von 55 % die Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine 
halbe Rente in Aussicht (AB 81). Hiergegen erhob der Versicherte, vertre-
ten durch Advokat B.________, am 14. Februar 2017 Einwände (AB 83). In 
der Ergänzung vom 17. März 2017 beantragte der Rechtsvertreter namens 
des Versicherten die Zusprechung einer ganzen Rente, eventualiter einer 
Dreiviertelsrente, eventualiter die Einholung weiterer Abklärungen. Weiter 
beantragte er, dem Versicherten sei die unentgeltliche Verbeiständung mit 
dem Unterzeichnenden als amtlichen Rechtsvertreter zu gewähren. Durch 
die sprachliche Barriere, aufgrund der Komplexität der sich stellenden 
Rechtsfragen und als Laie in juristischen Belangen sei es ihm nicht mög-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2017, IV/17/574, Seite 3

lich, seine Interessen im Einspracheverfahren angemessen zu wahren (AB 
88).

Die IVB holte eine Stellungnahme des RAD vom 8. Mai 2017 ein (AB 90), 
wonach auf die allgemein-internistischen, gastroenterologischen und 
psychiatrischen Begutachtungsergebnisse im Gutachten der MEDAS 
D.________ vom 23. Dezember 2016 abgestellt werden könne. Es seien 
hingegen in einer rheumatologischen Begutachtung die Beschwerden und 
Diagnosen von Seiten des Bewegungsapparates und deren Auswirkungen 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit nochmals zu evaluieren und ein 
entsprechendes Zumutbarkeitsprofil zu erstellen (AB 90 S. 13 f.). 

Mit Verfügung vom 12. Mai 2017 wies die IVB das Gesuch um unentgeltli-
che Verbeiständung im Verwaltungsverfahren ab (AB 91).

Am 23. Mai 2017 teilte die IVB dem Versicherten mit, dass eine medizini-
sche Abklärung im Spital H.________ in Auftrag gegeben werde. Sie gab 
dem Versicherten Gelegenheit zur Einreichung von Einwendungen. Weiter 
gab sie ihm Kenntnis des Fragenkatalogs und der Zusatzfragen (AB 92).

B.

Am 14. Juni 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er 
beantragt, die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 12. Mai 2017 sei aufzuhe-
ben. Dem Beschwerdeführer sei für das Einwandverfahren der Invaliden-
versicherung die unentgeltliche Verbeiständung zuzusprechen. Dem Be-
schwerdeführer sei für dieses Verfahren die unentgeltliche Prozessführung 
mit dem Unterzeichner als Rechtsvertreter zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Juli 2017 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich – da sie das Administra-
tivverfahren nicht abschliesst – um eine selbstständig eröffnete Zwischen-
verfügung. Gegen eine solche kann grundsätzlich direkt Beschwerde an 
das kantonale Versicherungsgericht erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 ATSG 
i.V.m. Art. 56 Abs. 1 ATSG; UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 
2015, Art. 49 N. 33 u. Art. 56 N. 14). Zwischenverfügungen sind jedoch 
gemäss Rechtsprechung nur dann selbstständig anfechtbar, wenn sie ei-
nen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (BGE 132 V 
93 E. 6.1 S. 106). Dies ist im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Ver-
beiständung dann der Fall, wenn ein solches Gesuch abgewiesen wird und 
der Rechtsvertreter seine Arbeit nicht ohnehin schon fertig erbracht hat 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. Juni 2008, 9C_551/2007, 
E. 1.2 e contrario; THOMAS ACKERMANN, Aktuelle Fragen zur unentgeltli-
chen Prozessführung im Sozialversicherungsrecht, in RENÉ SCHAFFHAU-
SER/UELI KIESER [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2010, S. 184). 

Im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 12. Mai 2017 (AB 91) war 
das Verwaltungsverfahren noch nicht abgeschlossen, im Gegenteil, sieht 
die Beschwerdegegnerin doch eine bidisziplinäre Begutachtung vor 
(AB 92). Folglich ist vorliegend die Abweisung des Gesuchs um Ge-
währung der unentgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren 
grundsätzlich geeignet, einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil zu 
bewirken. Die Verfügung ist somit selbständig anfechtbar. Der Beschwer-
deführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durch-

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gedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Zwischenverfügung vom 12. Mai 2017 
(AB 91). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren.

1.3 Die Mitglieder des Verwaltungsgerichts behandeln als Einzelrichte-
rin oder Einzelrichter Beschwerden gegen Zwischenverfügungen und Zwi-
schenentscheide, einschliesslich solcher betreffend die unentgeltliche 
Rechtspflege (Art. 57 Abs. 2 lit. b GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren wird der 
gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo 
die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG). Es besteht ein An-
spruch auf unentgeltliche Vertretung, wenn die entsprechenden, für das 
gerichtliche Verfahren massgebenden Voraussetzungen (finanzielle Be-
dürftigkeit, fehlende Aussichtslosigkeit, Notwendigkeit der Vertretung; 
BGE 125 V 32 E. 2 S. 34; AHI 2000 S. 164 E. 2b) kumulativ erfüllt sind. 
Das Kriterium der Notwendigkeit der Vertretung ist dabei strenger und ein-
gehender zu prüfen als im Gerichtsverfahren. Während im gerichtlichen 
Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren ist, wo die Ver-
hältnisse es "rechtfertigen" (Art. 61 lit. f ATSG), wird in Art. 37 Abs. 4 ATSG 

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der Begriff des "Erforderns" verwendet. Demzufolge wird hier eine strenge-
re Prüfung verlangt (BGE 132 V 200 E. 5.1.3. S. 204; SVR 2009 IV Nr. 48 
S. 147 E. 4.2 und 4.4.1); dies auch mit Blick auf die Offizialmaxime oder 
den Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde gehalten ist, an der 
Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken. Die sachliche 
Notwendigkeit der Verbeiständung wird aber nicht allein dadurch ausge-
schlossen, dass das in Frage stehende Verfahren vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht wird (BGE 132 V 200 E. 5.1.3 S. 204; Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
29. November 2004, I 557/04, E. 2.2).

2.2 Hinsichtlich der sachlichen Gebotenheit der unentgeltlichen anwalt-
lichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren sind die Umstände des 
Einzelfalls, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie 
die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens zu berücksichtigen. Dabei 
fallen neben der Komplexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit 
des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in 
Betracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. 
Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung der betroffenen 
Person droht, ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls 
bloss, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder 
rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen die betroffene Person auf 
sich alleine gestellt nicht gewachsen ist, und wenn auch eine Verbeistän-
dung durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrau-
ensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (SVR 2016 IV Nr. 17 
S. 51 E. 3; ARV 2015 S. 163 E. 2.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin hat das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren mit der Begründung 
abgewiesen, es fehle an der Erforderlichkeit einer Verbeiständung. Zudem 
sei die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen worden 
(AB 91 S. 3). Nicht geprüft hat die Vorinstanz die Voraussetzung der feh-
lenden Aussichtslosigkeit.

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3.2 Rechtsprechungsgemäss drängt sich im Vorbescheidverfahren eine 
anwaltliche Verbeiständung nur in Ausnahmefällen auf, in denen ein 
Rechtsanwalt beigezogen wird, weil schwierige rechtliche oder tatsächliche 
Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine Verbeiständung 
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute 
sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (vgl. E. 2.2 hiervor). 

3.2.1 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, er spräche nur mässig 
deutsch: Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass er aufgrund der langen 
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt seine sprachlichen Fähigkeiten verloren 
habe. Auch die Sozialkontakte hätten durch die Erkrankung abgenommen. 
Zu Hause spreche er ….; die behandelnden Ärzte seien der ... Sprache 
mächtig (Beschwerde S. 3 Ziff. 6). Die Beschwerdegegnerin bestreitet die 
Sprachschwierigkeiten (AB 91 S. 2). 

Der Beschwerdeführer kam nach Gymnasium und Aufnahme eines ... Stu-
diums unbestritten bereits 1992, d.h. vor 25 Jahren in die Schweiz (AB 80.1 
S. 1, 90 S. 2). Demnach verfügt er überwiegend wahrscheinlich über gute 
intellektuelle Fähigkeiten und lebt seit langer Zeit im deutschen Sprach-
raum, weshalb unter Würdigung der übrigen Angaben nicht gesagt werden 
kann, er brauche infolge seiner sprachlichen Limiten eine Rechtsvertretung 
im Verwaltungsverfahren. 

3.2.2 Das Argument des Beschwerdeführers, dass eine bloss mündliche 
oder schriftliche Mitteilung von ihm höchstwahrscheinlich nicht zu einer 
neuen Begutachtung geführt hätte (Beschwerde S. 3 Ziff. 7), überzeugt 
nicht für die Begründung der unentgeltlichen Rechtspflege im Verwaltungs-
verfahren. Denn zu Recht führt die Beschwerdegegnerin an, dass sie dazu 
verpflichtet ist, die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts ei-
genständig vorzunehmen (Untersuchungsgrundsatz: BGE 117 V 282 E. 4a 
S. 283). Dem weiteren Hinweis, seine gesundheitliche Situation erlaube 
ihm nicht, seine Interessen selbstständig zu wahren (Beschwerde S. 3 Ziff. 
8), kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin hat festgehalten, 
dass im psychiatrischen Gutachten keine kognitiven Beeinträchtigungen 
festgestellt wurden (AB 80.3 S. 11 f.); dem ist unter Hinweis auf die psych-
iatrischen Begutachtungsergebnisse ohne weiteres zuzustimmen, sodass 

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denn darauf auch abgestellt werden kann (Bericht des RAD vom 8. Mai 
2017 [AB 90 S. 13]).

Auch dem Vorbringen des Beschwerdeführers, aufgrund der Komplexität 
aus medizinischer und rechtlicher Sicht dränge sich eine anwaltliche Ver-
beiständung auf, kann nicht gefolgt werden: Das im Revisionsverfahren 
eingeholte polydisziplinäre Gutachten der MEDAS-D.________ vom 23. 
Dezember 2016 (AB 80.1) wurde ohne rechtliche Vertretung erstellt und 
gab für den Beschwerdeführer nicht Anlass, rechtlichen Beistand heranzu-
ziehen (AB 74, 80.1). Erst nach Erhalt des Vorbescheids vom 24. Januar 
2017 (AB 81) beauftragte er einen Rechtsanwalt, welcher mit Einwand hin-
sichtlich Schulter und Achillessehne Abklärungsbedarf geltend machte und 
darauf hinwies, dass in diesen Bereichen schon Abklärungen am laufen 
seien. Der RAD empfahl in der Folge hinsichtlich der Schulterbeschwerden 
weitere rheumatologische Abklärungen, weil dazu widersprüchliche Anga-
ben vorlägen (AB 90). Es stellen sich im vorliegenden Fall keine schwieri-
gen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen. Den Einwand der laufenden 
Abklärungen, wie ihn der Rechtsvertreter vorbrachte, hätte der Beschwer-
deführer ohne weiteres selbst vorbringen können. Dazu benötigte er keine 
besonderen rechtlichen Kenntnisse. Zwar führte die IV-Stelle Bern (IVB) 
tatsächlich aus, dass es sich um ein komplexes medizinisches Verfahren 
handle (AB 92 S. 5). Jedoch waren die Wesentlichen Faktoren zu diesem 
Zeitpunkt bereits geklärt und es ging nur noch um die weitere Klärung der 
Sachlage aus rheumatologischer Sicht. Unter diesen Umständen ist in Re-
lation zu den in den Akten belegten guten intellektuellen Fähigkeiten des 
Beschwerdeführers von einem „normalen Durchschnittsfall“ auszugehen. 
Auch wenn der Beschwerdeführer rechtsunkundig ist, so hätte er sich mit 
dem Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutio-
nen/unentgeltlichen Rechtsberatungen behelfen können (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012, E. 2.2.1).

3.2.3 Dem Beschwerdeführer wurde die Möglichkeit gegeben, sich zu den 
vorgesehenen Fragen zu äussern und Ergänzungsfragen zu stellen, was 
dieser auch ohne anwaltliche Vertretung gekonnt hätte (AB 92). Zudem 
stand es ihm praxisgemäss offen, rechtliche Unterstützung durch Ver-
bandsvertreter usw. einzuholen (vgl. E. 3.2.2 hiervor).

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3.3 Insgesamt ist mit Blick auf den höchstrichterlich verlangten sehr 
strengen Massstab an die Bejahung einer anwaltlichen Vertretung im Ver-
waltungsverfahren (Entscheid des BGer vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012, 
E. 2.2.1) das Erfordernis einer solchen Vertretung und damit ein entspre-
chender Anspruch ohne weitere Prüfung der kumulativen Voraussetzungen 
der Bedürftigkeit und der Aussichtslosigkeit zu verneinen, zumal auch keine 
gerichtliche Rückweisung vorliegt, welche die Erforderlichkeit der Vertre-
tung allenfalls rechtfertigen könnte.

Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch um un-
entgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren zu Recht abgewie-
sen. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet 
und ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Bei der vorliegend zu be-
urteilenden Frage der unentgeltlichen Rechtspflege im Verwaltungsverfah-
ren handelt es sich indessen nicht um eine Leistungsstreitigkeit im Sinne 
von Art. 69 Abs. 1bis IVG, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind 
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

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gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Eine Person ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskos-
ten aufzukommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur De-
ckung des Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 128 
I 225 E. 2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse 
im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; SVR 2009 
UV Nr. 12 S. 50 E. 4.1). Die Grenze für die Annahme von Bedürftigkeit im 
Sinne der Regeln über die unentgeltliche Verbeiständung liegt höher als 
diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (RKUV 2000 KV 
119 S. 155 E. 2). Personen, die Ergänzungsleistungen beziehen, sind nicht 
ohne weiteres bedürftig im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG (SVR 2009 UV Nr. 
12 S. 50 E. 4.2). 

4.3.2 Im vorliegenden Fall ist die Beschwerde nicht als von vornherein 
aussichtslos zu qualifizieren und für das Verfahren erscheint der Beizug 
einer anwaltlichen Vertretung infolge der sich stellenden Sach- und Rechts-
fragen als angezeigt, zumal hier allein schon die Abgrenzungsfragen zu 
den Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungs-
verfahren (vgl. E. 2.1 f. hiervor) für juristische Laien nicht leicht zu beant-
worten sind. 

Zur Prüfung der Bedürftigkeit ist dem Einkommen der zivilprozessuale 
Zwangsbedarf gegenüberzustellen und allfälliges Vermögen zu berücksich-
tigen. Beim Zwangsbedarf ist grundsätzlich von den betreibungsrechtlichen 
Grundbeträgen auszugehen, welche um 30 % erhöht werden (Kreisschrei-
ben Nr. 1 der Zivilabteilung des Obergerichts und des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Bern über die Ermittlung und den Nachweis der Prozessarmut 
vom 25. Januar 2011 und Kreisschreiben Nr. B 1 der Aufsichtsbehörde in 
Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern vom 1. April 2010; 
www.justice.be.ch). Der betreibungsrechtliche Grundbetrag für ein Ehepaar 
beläuft sich auf Fr. 1‘700.--, um 30 % erhöht ergibt dies Fr. 2‘210.--. Der 
Unterhalt für zwei Kinder in Ausbildung (2 x Fr. 600.-- + 30 %) beträgt 
Fr. 1‘560.--. Zum errechneten Grundbetrag sind der Mietzins samt Neben-
kosten von Fr. 2‘500.-- (Beschwerdebeilage [BB] 3) sowie die Prämien für 
die Krankenpflegeversicherung von Fr. 1‘112.95 (ohne Beiträge für Versi-

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cherungen nach VVG; A.________: Fr. 499.75; E.________: Fr. 393.60; 
F.________: Fr. 109.80; G.________: Fr. 109.80) hinzuzurechnen. Dem 
sich ergebenden Betrag von Fr. 7‘382.95 pro Monat stehen Einnahmen von 
Fr. 5‘552.-- (BB 3) gegenüber. Die Bedürftigkeit ist deshalb zu bejahen.

Das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Advokat B.________ ist demnach für das vorliegende Verfahren 
gutzuheissen. Soweit die unentgeltliche Rechtspflege auch für die Verfah-
renskosten beantragt werden sollte, was aus der Eingabe nicht klar hervor-
geht, ist dieses hinfällig, da hier keine entsprechenden Kosten zu erheben 
sind, weshalb darauf nicht einzutreten ist (vgl. E. 4.1 hiervor).

4.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Der mit Kostennote vom 10. August 2017 geltend gemachte Zeitaufwand 
von 5,47 Stunden (4,95 Stunden à Fr. 180.-- und 0,8333 Stunden à 
Fr. 250.--) ist angemessen. Der tarifmässige Parteikostenersatz ist in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘224.55 (Honorar von Fr. 1‘099.33, zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 34.50 und MWSt. von Fr. 90.71) festzusetzen. Das Honorar 
des amtlichen Anwalts ist auf Fr. 1'057.65 (4,95 Stunden à Fr. 180.-- [= 
Fr. 891.--] und 0,8333 Stunden à Fr. 200.-- [Fr. 166.66]), zuzüglich Ausla-
gen von Fr. 34.50 und MWSt. von Fr. 87.37 (8 % auf Fr. 1‘092.16), total 
Fr. 1‘179.55, festzusetzen und ist nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ur-
teils aus der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht nach Art. 123 ZPO.

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Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.   

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Ad-
vokat B.________ wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘224.55 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 
Davon wird Advokat B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘179.55 festgesetzte Ent-
schädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Advokat B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
  3001 Bern

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.