# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7e68664-3bac-5e5a-808d-e450bc6664b6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.01.2007 S 2006 131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2006-131_2007-01-16.pdf

## Full Text

S 06 131

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 16. Januar 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. … ist 1984 geboren und meldete sich am 18. November 2003 zur Umschulung 

und zum Rentenbezug bei der IV-Stelle an. Sie gab an, nachdem sie die 

Volksschule absolviert habe, am 1. August 2000 eine Lehre als Coiffeuse 

begonnen und diese wegen Depressionen und Drogenkonsum am 5. 

September 2000 abgebrochen zu haben. Sie habe daraufhin vom Dezember 

2001 bis im April 2002 als Buffettochter und vom Dezember 2002 bis im April 

2003 als Serviertochter gearbeitet. In ihrer Kindheit sei sie misshandelt 

worden und habe mit zwölf Jahren angefangen, Alkohol und Tabletten zu 

nehmen. Nach einer Vergewaltigung habe sie versucht, sich die Pulsadern zu 

durchtrennen. Sie habe die Sehnen und die Nerven durchtrennt, weshalb sie 

nun sehr starke Schmerzen hätte, welche bis in den Rücken ausstrahlen 

würden. Seit fünf Jahren habe sie fast jede Nacht schreckliche Alpträume, 

andauernde Depressionen, keinen Lebenswillen sowie ständige Schmerzen 

im Unterleib. Seit sie in der Therapie gewesen sei und keine Drogen mehr 

nehme, schneide und verbrenne sie sich. 

2. a) Gemäss den Arztberichten der Psychiatrischen Dienste Graubünden, Klinik 

…, von Dr. … und von med. pract. … vom 24. Mai 2004 und vom 16. März 

2005, bestehe seit Jahren der Verdacht auf eine Borderlinestörung ICD-10: 

F60.3 sowie psychische Verhaltensstörungen durch Polytoxikomanie ICD-10: 

F19.2. Die Versicherte sei als Serviceangestellte von März 2003 bis zum April 

2004 zu 100%, ab Mai 2004 zu 50% arbeitsunfähig. Berufliche Massnahmen 

seien angezeigt, da der Gesundheitszustand besserungsfähig und 

ergänzende medizinische Abklärungen nicht nötig seien. Die bisherige 

Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit könne am bisherigen 

Arbeitsplatz nicht verbessert werden, andere Tätigkeiten seien hingegen bei 

verminderter Leistungsfähigkeit, zunächst bei einer Einschränkung von 10-

30%, später ohne Einschränkung, zumutbar. Die Tätigkeit müsse auf die 

besonderen Bedürfnisse der Patientin, insbesondere Tätigkeiten mit niedriger 

Stressbelastung sowie Arbeiten, welche unter keinem grossen Druck stünden, 

angepasst sein. Eine solche Tätigkeit wäre momentan an 4 - 5 Stunden pro 

Tag zumutbar.

b) Aus den Berichten des Hausarztes der Versicherten, Dr. … vom 9. Dezember 

2003, vom 18. April 2004 sowie vom 23. Mai 2005 geht hervor, dass die 

Versicherte an einer Persönlichkeitsstörung vom Borderlinetyp, einer 

Opiatabhängigkeit (zur Zeit im Methadonprogramm), nach einem 

Suizidversuch an Kraft- und Sensibilitätsstörungen in der rechten Hand mehr 

als in der linken sowie an chronischen Bauch- und Knieschmerzen leide. 

Durch die verminderte Belastbarkeit im heutigen Wirtschaftsleben sei sie im 

Moment aus psychischen Gründen nur reduziert arbeitsfähig und leide unter 

diversen Schmerzen und Schwächen an den Händen, sodass sie auch in 

handwerklicher Tätigkeit nicht voll belastet werden könne. Somatisch 

betrachtet wäre die Versicherte zum Beispiel im Gastgewerbe in 

angenehmem Arbeitsklima, sicher den halben Tag belastbar, aus psychischer 

Sicht sogar auch länger, wobei er von vier Stunden pro Tag ausgehen würde. 

In diesen vier Stunden wäre die Leistung in gutem Arbeitsklima nicht 

eingeschränkt. Bei einer ganztägigen Arbeit gehe er von einer 50%igen 

Leistungsfähigkeit aus. Der Kraftverlust der Hände sei konsolidiert und es 

müsse von einer reduzierten Leistung ausgegangen werden, welche 

medizinisch nicht verbessert werden könne. In behinderungsgeeigneter 

Tätigkeit wäre eine Arbeitsleistung von über 50% möglich, indessen gehe er 

von einer 50%igen Einschränkung aus, was bei voller Arbeitsleistung vier 

Stunden pro Tag entspreche. Auch in anderen möglichen Tätigkeiten gehe er 

im Moment von einer reduzierten Arbeitsleistung von 50% aus. Eine berufliche 

Integration könnte durch eine Ausbildung in einem behinderungsgeeigneten 

Tätigkeitsfeld angestrebt und damit die Arbeitsleistung über 50% gesteigert 

werden.

c) Am 29. Juni 2005 hielt die IV-Stellenärztin Dr. … dafür, dass hinsichtlich der 

Suchterkrankung wie auch der Borderlinestörung von einem stabilen Verlauf 

auszugehen sei, sodass berufliche Massnahmen gestartet werden könnten. 

Nach telefonischer Rückfrage mit Dr. … sei weiterhin zu beachten, dass 

Probleme hinsichtlich der Dauerbelastbarkeit der rechten Hand bestünden. 

Eine Wiedereinarbeitung in den bisherigen Beruf im Service komme nicht in 

Betracht, er könne sich aber beispielsweise eine Tätigkeit im Verkauf 

vorstellen. 

Am 18. April 2006 schrieb Dr. … in einem weiteren Bericht, dass für die 

Versicherte bei einem reduzierten Teil des täglichen Pensums von maximal 

vier Stunden pro Tag Tätigkeiten ohne besondere Belastung der Hände 

möglich sein sollten.

3. Am 2. August 2006 stellte die IV-Stelle der Versicherten den Vorbescheid zu. 

Danach betrage das Valideneinkommen Fr. 49'363.80, das 

Invalideneinkommen wurde auf Fr. 21'495.25 festgelegt, was einer 

Erwerbseinbusse von Fr. 27'868.55 oder einem IV-Grad von 56.45% 

entspreche. Sie habe somit ab dem 1. März 2004, befristet bis zum 31. Juli 

2004 bei einem IV-Grad von 100% einen Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente und ab dem 1. August 2004, nach Ablauf der dreimonatigen 

Wartezeit, stehe ihr eine halbe IV-Rente bei einem IV-Grad von 56%, zu.

Seit dem 1. März 2003 sei die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich 

eingeschränkt. Die nach dem Schulaustritt begonnene Lehre als Coiffeuse 

hätte sie abgebrochen und sei in der Folge im Service tätig gewesen, zuletzt 

zu einem Lohn von Fr. 3'500.-- im Restaurant … in ... Ärztlicherseits werde ab 

dem 1. März 2003 bis zum 30. April 2004 eine 100%ige und ab dem 1. Mai 

2004 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.

Am 14. August 2006 erklärte sich die Versicherte mit dem Vorbescheid 

ausdrücklich einverstanden. 

4. Nachdem die Pensionskasse … am 9. August 2006 bei der IV-Stelle 

Akteneinsicht verlangt hatte, schrieb sie der IV-Stelle am 30. August 2006, sie 

sei mit der Berentung nicht einverstanden. Bei der Versicherten bestehe seit 

Jahren eine relevante Arbeitsunfähigkeit, weshalb von einer verspäteten 

Anmeldung, eventuell von einer Frühinvalidität auszugehen sei. Zudem sei 

der Beginn der Wartefrist nicht korrekt festgelegt worden.

5. Am 15. September 2006 erliess die IV-Stelle die Rentenverfügung mit dem 

bereits mit Vorbescheid mitgeteilten Inhalt.

6. Am 6. Oktober 2006 erhob die … Pensionskasse gegen diese Verfügung 

Beschwerde, verlangte deren Gutheissung und die Aufhebung der Verfügung 

vom 15. September 2006, die Durchführung einer erneuten Begutachtung, die 

Gewährung einer erstmaligen beruflichen Ausbildung und die Neufestlegung 

sowohl von IV-Grad als auch von Wartezeitbeginn. 

Gemäss Art. 24 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, 

Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bestehe eine 

grundsätzliche Bindungswirkung der obligatorischen beruflichen Vorsorge an 

den IV-Grad der IV, es sei denn, die Vorsorgeeinrichtung werde nicht in das 

IV-Verfahren miteinbezogen (EVGU I 66/05 vom 9. Dezember 2005). 

Gemäss dem Bericht von Dr. …/med. pract. … bestehe seit Jahren eine 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Boderlinestörung und der Polytoxikomanie. 

Die Störung sei vor dem 18. Lebensjahr aufgetreten und die Versicherte habe 

aufgrund der Krankheit auch keine Ausbildung abschliessen können, weshalb 

hier eine Frühinvalidität vorliege, was von der IV-Stelle nicht geprüft worden 

sei. Inbesondere wäre zu prüfen gewesen, seit wann die Versicherte 

eingeschränkt sei, denn sie sei seit ihrer Kindheit krank. Bei einer 

Frühinvalidität hätte die Versicherte einen Anspruch auf eine erstmalige 

berufliche Ausbildung, wobei auch dies nicht abgeklärt worden sei. Da eine 

Frühinvalidität vorliege, sei der IV-Grad mit falschen Berechnungsunterlagen 

erstellt worden. Der Wartezeitbeginn sei falsch, weil gemäss dem Bericht von 

Dr. …/med. pract … seit Jahren eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der 

Borderlinestörung und der Polytoxikomanie bestehe. Es hätte mindestens 

eine verspätete Anmeldung, richtigerweise jedoch Frühinvalidität festgestellt 

werden müssen. 

7. Am 25. Oktober 2006 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde. 

Obwohl zwischen Mediziner und Berufsberater eine enge Zusammenarbeit 

erforderlich sei, sei die Berufsberatung Aufgabe der IV-Stelle resp. einer 

beigezogenen Fachstelle, jedoch nicht diejenige des begutachtenden Arztes. 

Der Arzt stelle dabei fest, was die Versicherte leisten könne, der Berufsberater 

hingegen sage, welche konkreten beruflichen Tätigkeiten in Frage kämen. 

Diesbezüglich werde auf die Arztberichte abgestellt, welche die Versicherte 

zu 50% in geeigneter Tätigkeit, ohne besondere Belastung der Hände, für 

arbeitsfähig erachteten.

Den Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs regle Art. 29 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), wonach 

ein stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler Gesundheitsschaden für den 

Beginn relevant sei. In anderen Fällen entstehe der Rentenanspruch 

frühestens dann, wenn der Versicherte während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 

gewesen sei. Die Versicherte leide gemäss Arztbericht Dr. …/med pract. … 

vom 24. Mai 2004 seit Jahren an einer Borderlinestörung und an einer 

Polytoxikomanie. Obwohl die Versicherte seit dem 15. Lebensjahr in 

psychiatrischer Behandlung gewesen sei, hätten sich diese gesundheitlichen 

Beschwerden bis zum Zeitpunkt des Suizidversuchs bzw. des Lehrabbruchs 

am 5. September 2000 aber nicht auf die schulische und berufliche 

Entwicklung ausgewirkt. Sie habe die Volksschule besucht und am 1. August 

2000 eine Lehre als Coiffeuse begonnen. Es sei bei der Berechnung des 

Rentenanspruchs berücksichtigt worden, dass die Versicherte aufgrund ihres 

Gesundheitsschadens ihre begonnene Ausbildung nicht habe beenden 

können. Die Beschwerdegegnerin habe bei der Ermittlung des 

Valideneinkommens auf das durchschnittliche Einkommen einer Coiffeuse 

abgestellt.

Betreffend dem Beginn der Wartezeit sei festzuhalten, dass sich die 

gesundheitlichen Störungen der Versicherten ab dem 5. September 2000 auf 

ihre Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten, weshalb sie nicht mehr als Coiffeuse, 

jedoch als Buffet- und Serviertochter noch bis im Winter 2002/2003 habe 

weiterarbeiten können. Zudem attestierten ihr für die Zeit bis März 2003 weder 

der Hausarzt Dr. … noch Dr. …/med. pract. … eine Arbeitsunfähigkeit. Bis 

dahin habe sie folglich ein volles Pensum als Servicemitarbeiterin zu leisten 

vermögen. Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) könne bei der 

Versicherten nach einer gewissen Zeit die Tätigkeit als Serviceangestellte als 

angestammte Tätigkeit berücksichtigt werden. Deswegen sei als Zeitpunkt 

des Beginns des Wartejahres zu Recht auf den 1. März 2003 abgestellt 

worden, da sie zuvor als Serviceangestellte voll arbeitsfähig gewesen sei. Mit 

ihrer Anmeldung vom 23. November 2003 habe sie sich somit auch nicht 

verspätet angemeldet. Sollte man nicht davon ausgehen, dass bei der 

Versicherten die Tätigkeit als Serviceangestellte als angestammte Tätigkeit 

zu berücksichtigen sei, sondern diejenige als Coiffeuse, wäre der Beginn des 

Wartejahres auf den 1. März 2002 festzusetzen. Die Versicherte wäre zwar 

seit dem 5. September 2000 in ihrer Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse derart 

eingeschränkt gewesen, dass zu diesem Zeitpunkt das Wartejahr hätte 

eröffnet werden können, doch würde sie erst seit dem 1. März 2003 nach 

Ablauf des Wartejahres auch eine mindestens 40%ige Erwerbsunfähigkeit 

aufweisen, da sie vorher sowohl als Serviceangestellte als auch in anderen 

Tätigkeiten voll arbeitsfähig gewesen sei und damit ein 

rentenausschliessendes Einkommen hätte erwirtschaften können und in den 

Wintersaisons auch erwirtschaftet habe. Somit hätte sie sich auch in diesem 

Falle nicht verspätet angemeldet. 

Das Invalideneinkommen sei ebenfalls korrekt festgestellt worden.

8. Am 6. November 2006 hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Replik fest, dass 

in der angefochtenen Verfügung vom 15. September 2006 die erstmalige 

berufliche Ausbildung gar nicht in Erwägung gezogen und somit die 

Untersuchungsmaxime verletzt worden sei. Die Abstufung der Berentung 

zeige deutlich auf, dass nicht von einer Frühinvalidität ausgegangen worden 

sei. Zudem hätte die Beschwerdegegnerin abklären müssen, ob in einer 

Alternativtätigkeit, wie in der Beurteilung von Dr. … am 9. Dezember 2003 

angeregt wurde, eine höhere Arbeitsfähigkeit bestehen würde. 

9. In ihrer Duplik vom 13. November 2006 führte die Beschwerdegegnerin aus, 

dass aus dem Bericht des zuständigen Berufsberaters vom 29. März 2006 

und dem dazugehörigen Verlaufsprotokoll ersichtlich sei, dass die 

Beschwerdegegnerin berufliche Massnahmen geprüft habe, insbesondere 

eine Ausbildung zur Receptionistin. Bedingt durch die Boderlinestörung, die 

Polytoxikomanie, die Opiatabhängigkeit, die Kraft- und Sensibilitätsstörungen 

in den Händen sowie die Bauch- und Knieschmerzen seien jedoch keine 

beruflichen Massnahmen durchführbar. Deshalb seien die beruflichen 

Massnahmen vorläufig abgeschlossen worden. Dies sei nicht zu 

beanstanden, da aus den diversen Arztberichten ersichtlich sei, dass der 

Versicherten auch in adaptierter Tätigkeit seit dem 1. Mai 2004 bloss eine 

Arbeitsfähigkeit von 50% mit Leistungseinschränkung zumutbar sei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird 

soweit erforderlich in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) und für das 

Versicherungsgericht (Art. 49 Abs. 2 VRG) die bisherige grossrätliche 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 

542.300) abgelöst hat. Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass 

sich die Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht 

richten, wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht 

abgelaufen ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, wenn die 

Rechtsmittelfrist vor dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Hier hat die 

30-tägige Beschwerdefrist gemäss Art. 60 VRG noch im Jahre 2006 geendet, 

weshalb vorliegend bisheriges Recht zur Anwendung kommt.

2. Anfechtungsobjekt bildet vorliegend die Verfügung vom 15. September 2006. 

Strittig und zu entscheiden ist, ob bei der Festsetzung des 

Valideneinkommens davon auszugehen ist, dass die Versicherte im Sinne 

von Art. 26 Abs.1 IVV frühinvalid ist und ob eine erneute Begutachtung der 

Versicherten durchzuführen ist. Ferner ist zu prüfen, ob der Beginn des 

Rentenanspruchs von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt wurde.

3. a) Als Invalidität im Sinne des IVG gilt die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit 

oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

Erwerbsunfähigkeit (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalide oder von einer Invalidität 

unmittelbar bedrohte Versicherte haben einen Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre 

ökonomische Verwertbarkeit zu fördern (Art. 8 Abs. 1 IVG). Ist ein Versicherter 

zu mindestens 40% invalid, so hat er einen Anspruch auf eine Rente (Art. 28 

Abs. 1 IVG).

b) Hat eine Versicherte wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen 

Kenntnisse erwerben können, ist sie mit anderen Worten geburts- oder 

frühinvalid, so muss das Valideneinkommen mangels konkreter 

Vergleichsgrössen aufgrund von Durchschnittswerten festgesetzt werden. 

Art. 26 IVV sieht für diesen Fall die Bemessung des Valideneinkommens nach 

dem durchschnittlichen, altersmässig abgestuften Einkommen der 

Arbeitnehmer gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für 

Statistik vor. Berufliche Kenntnisse gelten im Rahmen von Art. 26 IVV als 

zureichend, wenn sie denjenigen einer abgeschlossenen Lehre entsprechen. 

Ausschlaggebend sind sowohl bei der Lehre als auch bei der Anlehre nicht 

die beruflichen Kenntnisse an sich, sondern deren ökonomische 

Verwertbarkeit. 

Konnte die Versicherte wegen der Invalidität eine begonnene berufliche 

Ausbildung nicht abschliessen, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie 

als Nichtinvalide erzielen könnte, dem durchschnittlichen Einkommen einer 

Erwerbstätigen im Beruf, für den die Ausbildung begonnen wurde (vgl. Art. 26 

Abs. 2 IVV).

c) Vorliegend begann die Versicherte nach ihrer Schulzeit am 1. August 2000 

eine Lehre als Coiffeuse, welche sie am 5. September 2000 abbrechen 

musste. Sie hatte einen Suizidversuch unternommen und war danach 

insbesondere wegen der Schnittverletzungen an den Handgelenken nicht 

mehr in der Lage, ihre Lehre zu beenden. Danach arbeitete die Versicherte in 

der Wintersaison 2001/2002 als Buffettochter im Service in Adelboden und 

ein Jahr später in der Wintersaison 2002/2003 im Service in Davos. Die IV-

Stelle hat somit in Zusammenarbeit mit dem IV-Berufsberater gemäss Art. 26 

Abs. 2 IVV für die Festsetzung des Validenlohnes korrekterweise auf das 

durchschnittliche Einkommen einer Coiffeuse abgestellt. Dieses Vorgehen ist 

nicht zu beanstanden. 

4. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die IV-Stelle habe den Beginn der 

Rente bzw. der Wartefrist falsch festgestellt. Es handle sich vorliegend um 

eine Frühinvalidität.

Den Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs regelt Art. 29 Abs. 1 IVG. 

Bleibende Erwerbsunfähigkeit gemäss lit. a ist nur dann anzunehmen, wenn 

ein weitgehend stabilisierter, im Wesentlichen irreversibler 

Gesundheitsschaden vorliegt. Es muss mit aller Wahrscheinlichkeit 

feststehen, dass sich der Gesundheitszustand der versicherten Person künftig 

weder verbessern noch verschlechtern wird (z.B. bei Amputationen; vgl. 

Meyer-Blaser, Ziff. I 1 zu Art. 29 IVG S.232 f.). In den anderen Fällen entsteht 

der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die Versicherte 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch mindestens zu 40% 

arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Vorliegend handelt es sich eindeutig um 

ein labiles pathologisches Geschehen, weshalb Variante b) Anwendung 

findet. Keine Rolle spielt, wie hoch die bestehende Arbeitsunfähigkeit 

anfänglich war, sofern diese nur die Erheblichkeitsschwelle von jedenfalls 

20% erreicht. Die Wartezeit wird unterbrochen, wenn die Versicherte an 

mindestens 30 aufeinander folgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter 

IVV). Dabei kann ein Unterbruch nur dann angenommen werden, wenn 

während mindestens 30 aufeinander folgenden Tagen eine wirtschaftlich 

verwertbare Arbeitsfähigkeit bestand, ohne Rücksicht auf die Entlöhnung (vgl. 

Meyer-Blaser, Ziff. I 2.1 zu Art. 29 IVG, S.236 mit Hinweisen auf die 

Rechtsprechung). Eine weitere Voraussetzung für den Rentenanspruch ist 

sodann, dass die Versicherte bei Ablauf der Wartefrist im erforderlichen 

Masse erwerbsunfähig ist. Der Anspruch auf eine Viertelsrente entsteht, 

sobald die versicherte Person während der Wartezeit von einem Jahr ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig 

war und nach der Wartezeit eine in mindestens gleicher Höhe bestehende 

Erwerbsunfähigkeit bestand. Analoges gilt für die halbe bzw. ganze Rente 

(vgl. BGE 121 V 274 Erw. 6c).

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, es bestehe seit Jahren eine 

Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer Borderline-Störung und einer 

Polytoxikomanie, dass die Störung schon vor dem 18. Altersjahr aufgetreten 

sei und dass die Versicherte aufgrund der Krankheit auch keine Ausbildung 

habe abschliessen können, so dass eine Frühinvalidität vorliege. 

Es ist festzuhalten, dass die Versicherte gemäss dem Arztbericht des 

Psychiatrischen Dienstes Graubünden vom 24. Mai 2004 zwar seit Jahren an 

einer Borderline-Störung und an Politoxikomanie leidet, bis zum Zeitpunkt des 

Suizidversuches bzw. des Lehrabbruchs am 5. September 2000 wirkten sich 

diese gesundheitlichen Beschwerden, obwohl die Versicherte seit dem 15. 

Lebensjahr in psychiatrischer Behandlung war, aber nicht auf die schulische 

und berufliche Entwicklung aus. Die Versicherte konnte die Schulpflicht ohne 

Probleme erfüllen und begann daraufhin eine Lehre. Nach deren Abbruch 

arbeitete sie noch während ungefähr eineinhalb Jahren im Gastgewerbe. Die 

beteiligten Ärzte haben denn auch in keiner Weise einen Verdacht auf eine 

Frühinvalidität geäussert. Somit bestehe kein Grund zur Annahme, dass eine 

Frühinvalidität vorliegen sollte.

c) Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin ein, der Beginn der Wartezeit sei 

falsch festgelegt worden, denn gemäss dem Bericht von Dr. med. … vom 24. 

Mai 2004 bestehe seit Jahren eine Arbeitsunfähigkeit, weshalb wenigstens 

eine verspätete Anmeldung festgestellt werden müsse. 

Die Versicherte war in ihrer Arbeitsfähigkeit als Coiffeuse ab dem 5. 

September 2000 derart eingeschränkt, dass der Lauf des Wartejahres ab 

dann hätte eröffnet werden können. Allerdings weist sie erst ab dem 1. März 

2003 eine mindestens 40%ige Erwerbsunfähigkeit auf, da sie vorher als 

Serviceangestellte und in anderen Tätigkeiten voll arbeitsfähig war. Damit 

hätte sie ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erwirtschaften 

können, was ihr in der Wintersaison denn auch gelungen ist. Mit ihrem Gesuch 

am 23. November 2003 hat sich die Versicherte somit nicht verspätet 

angemeldet.

5. Zusammenfassend ergibt sich, dass keine Frühinvalidität vorliegt. Der Beginn 

des Rentenanspruchs wurde von der Beschwerdegegnerin korrekt berechnet, 

weshalb offensichtlich keine verspätete Anmeldung vorliegt. Da die 

Berechnung des Validen- und des Invalideneinkommes nicht bestritten wurde, 

erübrigt sich eine erneute Begutachtung der Versicherten. 

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren neu (seit dem 1. 

Juli 2006) – in Abweichung zu Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- 

bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts aller Umstände rechtfertigt es sich hier, 

der Beschwerdeführerin Kosten von Fr. 500.-- aufzuerlegen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 500.-- gehen zulasten der … Pensionskasse, …, und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.