# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6306768e-7724-543f-8358-c437309dbead
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 29.03.2022 R 2020 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-38_2022-03-29.pdf

## Full Text

r

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 38

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

RichterInnen Audétat und Racioppi

Aktuar Bühler

URTEIL

vom 29. März 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A.________,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Monika Gattiker,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde B.________, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital,

Beschwerdegegnerin

betreffend Wiederherstellungsverfügung

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I. Sachverhalt:

1.1. Am 20. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde B.________ (ehemals Ge-

meinde C.________) D.________ die Bewilligung zum Umbau des in der 

Dorfzone liegenden Stalles E.________ auf Parzelle F.________ in der 

Gemeinde C.________ (heute B.________). In dieser Bewilligung wies die 

Gemeinde D.________ darauf hin, dass die Süd- und Ostfassade mit 

Art. 37 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes C.________ (BG) nicht zu 

vereinbaren sei und die Pläne entsprechend anzupassen seien. Mit den 

Bauarbeiten dürfe deshalb erst begonnen werden, wenn die Pläne hinsicht-

lich der Fassaden vom Gemeinderat genehmigt worden seien. Am 13. Fe-

bruar 2013 wurden die nachgereichten Pläne von der Gemeinde geneh-

migt. Danach wurde die Liegenschaft durch die G.________ GmbH (nach-

folgend Bauherrschaft) erworben. Einziger Gesellschafter war und ist 

gemäss Handelsregisterauszug H.________. Mit Kaufvertrag vom 22. Ja-

nuar 2016 erwarben A.________ an vorgenanntem Grundstück (neu Par-

zelle I.________) einen Miteigentumsanteil mit einem Sonderrecht an der 

3½-Zimmerwohnung im 3. Obergeschoss mit Keller als Nebenraum im Erd-

geschoss.

2. Die Baukommission der Gemeinde führte am 14. November 2016 die 

Schlussabnahme des erfolgten Umbaus durch und stellte Nachstehendes 

fest:

• Die Raumeinteilung sei in allen vier Wohnungen abgeändert worden.
• An der Nordfassade seien zwei anstatt nur eine Türe erstellt worden.
• An der Ostfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 

seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen und der Hand-
lauf sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden.

• An der Südfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 
seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen, der Handlauf 
sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden und die Holzlamellen vor 
dem Fenster seien nicht erstellt worden.

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3. Mit Schreiben vom 16. November 2016 reichte die Bauherrschaft der Ge-

meinde die Ausführungspläne mit den Projektabweichungen nach. Am 

9. März 2017 zeigte die Gemeinde der Bauherrschaft die zuvor genannten 

Abweichungen von den Plänen vom 20. Dezember 2012 bzw. vom 13. Fe-

bruar 2013 schriftlich an und wies sie darauf hin, dass gemäss Art. 7 BG 

und Art. 86 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

(KRG; BR 801.100) Bauten und Anlagen nur mit schriftlicher Bewilligung 

der kommunalen Baubehörden geändert werden dürften. Eine solche Be-

willigung liege nicht vor, weshalb davon auszugehen sei, dass die Bau-

behörde wegen Verletzung von baugesetzlichen Vorschriften und Bestim-

mungen die Aussprechung einer Busse in Betracht ziehen müsse. Zeit-

gleich wurde der Bauherrschaft Gelegenheit gegeben, sich innert 10 Tagen 

schriftlich zu den festgestellten Abweichungen zu äussern.

4. Zu den von der Gemeinde festgestellten Abweichungen nahm die Bauherr-

schaft am 21. März 2017 Stellung. Im Wesentlichen brachte die Bauherr-

schaft vor, sie habe keine baugesetzlichen Vorschriften verletzt. Die von 

der Gemeinde vorgebrachten Einwände beträfen rein ästhetische Details, 

die in Material und Form nicht anders ausgeführt worden seien, als die Ge-

meinde es in ihrem Bewilligungsschreiben 2012.38 empfohlen habe und es 

in der Gemeinde üblich sei. Insbesondere sei ein von der Bauherrschaft 

unlängst gezeichnetes Umbauprojekt einer Scheune mit demselben Gelän-

derbild vor der Fensterfront bewilligt worden.

5. Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 übermittelte die Gemeinde der Bauherr-

schaft den Bericht ihrer Bauberatung vom 10. Mai 2017 zur Kenntnisnahme 

und forderte sie zugleich auf, ihr Terminvorschläge zu unterbreiten, damit 

die gesamte Problematik besprochen werden könne. Die Bauberatung der 

Gemeinde gelangte im vorgenannten Bericht zum Ergebnis, dass es sich 

beim fraglichen Stall um eine für das Ortsbild sehr wichtige Baute handle. 

Damit der ehemalige Stallteil auch künftig als solcher erkennbar sei, müsse 

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eine massgebende Fläche in Holz belassen werden. Dies sei an der Ost-

fassade mehr oder weniger erreicht. Anders sei dies bei der Südfassade. 

Durch die leichte, durchlässige Brüstung und das Weglassen der Holz-

flächen erscheine die Fassade als gläserne Fläche. Dieser Schritt gehe aus 

gestalterischer Sicht zu weit und sei nicht akzeptabel.

6. Mit Entscheid vom 17. Oktober 2017, mitgeteilt am 23. November 2017, 

verfügte die Gemeinde, die Holzlamellen vor dem Fenster an der Südfas-

sade seien so wie in den Plänen vom 13. Februar 2013 bewilligt, bis 

spätestens am 1. Juni 2018 auszuführen; die übrigen erfolgten Projektän-

derungen würden nachträglich bewilligt; wegen Missachtung des Bauge-

setzes werde H.________ mit einer Busse von CHF 3'000.00 gebüsst und 

die Busse sei innert 30 Tagen zahlbar; die Verfahrenskosten in Höhe von 

CHF 2'000.00 gingen zu Lasten der Bauherrschaft und seien gleichzeitig 

mit der Busse zu bezahlen.

7. Dagegen erhoben die Bauherrschaft und deren einziger Gesellschafter 

H.________ am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden (nachfolgend Verwaltungsgericht) und beantrag-

ten was folgt:

1. Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde 
B.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfah-
ren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten 
Pläne seien aufzuheben und zu neuem Entscheid und zur Durchführung eines 
ordnungsgemässen Bussstrafverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeinde-
vorstandes der Gemeinde B.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederher-
stellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilli-
gung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und der Beschwerdeführe-
rin sei entsprechend den am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Be-
willigung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilli-
gung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Ge-
meindevorstandes der Gemeinde B.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wie-
derherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Bau-

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bewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Ent-
scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, der 
Beschwerdeführerin 1 entsprechend den am 16. November 2016 eingereich-
ten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber 
der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

4. Subsubeventualbegehren zu Ziff. 1, 2 und 3: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids 
des Gemeindevorstandes der Gemeinde B.________ vom 17. Oktober 2017 
i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von 
der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu 
neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzu-
weisen, eine Duldungsverfügung zu erlassen.

5. Verfahrensantrag: Es sei ein Augenschein vor Ort in  C.________, 
J.________, durchzuführen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche Mehrwert-
steuer).

8. Mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2018 (R 18 2) wurden 

die Ziffern 1, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids aufgehoben und die 

Gemeinde angewiesen, das Wiederherstellungs- und Bussverfahren im 

Sinne der Erwägungen weiterzuführen und neu zu entscheiden. Begrün-

dend wurde insbesondere ausgeführt, dass sich weder der Begründung im 

angefochtenen Entscheid noch dem Bericht der Bauberaterin vom 10. Mai 

2017 entnehmen lasse, welche in Art. 37 Abs. 3 BG genannten ästheti-

schen Vorgaben die Bauherrschaft und H.________ an der Südfassade 

der fraglichen Liegenschaft mit den Projektabweichungen verletzt haben 

sollten.

9. Gestützt auf dieses in Rechtskraft erwachsene Urteil holte die Gemeinde 

bei der Bauberaterin einen ergänzenden Bericht ein, welcher ihr am 5. April 

2019 vorgelegt wurde. Darin wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die 

ehemalige Scheune auch inskünftig als solche erkennbar sein müsse. Für 

die Erkennbarkeit sei erforderlich, dass eine massgebende Fläche der 

Holzausfachung zwischen den Pfeilern in Holz belassen werde. Entspre-

chend sei auch eine Holzfassade in Form von Schräglamellen bewilligt wor-

den. Damit könne ein natürlicher Lichteinfall ermöglicht werden, ohne dass 

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zugleich der gewünschte Eindruck einer vollflächigen Holzfassade beein-

trächtigt werde. An der nun umgebauten Südfassade der fraglichen Liegen-

schaft würden indes die Glasflächen und die grauen Rollläden dominieren. 

Damit werde Art. 37 Abs. 3 BG sowohl in Bezug auf das verwendete Mate-

rial als auch die Farbe verletzt.

10. Mit separaten Schreiben vom 19. Juli 2019 stellte die Gemeinde der Bau-

herrschaft und H.________ sowie den Stockwerkeigentümer der fraglichen 

Liegenschaft ein Wiederherstellungsverfahren in Aussicht, mit der Ver-

pflichtung zum Anbringen von Schräglamellen aus Holz (i) vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten (auf einer Breite von ca. 1.5 m) im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-Einhei-

ten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie (ii) vor dem Fenstersegment auf der West-

seite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-Einheit Nr. 481-2). Gleichzeitig 

wurden die Bauherrschaft und H.________ unter Angabe des gesetzlichen 

Strafrahmens auf die einschlägigen Vorschriften und Strafbestimmungen 

gemäss Art. 93 ff. KRG hingewiesen. Die genannten Personen erhielten 

mit Schreiben vom 19. Juli 2019 die Gelegenheit, sich zur Angelegenheit 

vernehmen zu lassen.

11. In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2019 beantragten die Bauherr-

schaft und H.________, dass auf die in Aussicht gestellte Wiederherstel-

lung zu verzichten und der Bauherrschaft die Baubewilligung für die Pro-

jektänderung gemäss den eingereichten Plänen vom 16. November 2016 

zu erteilen sei; eventualiter sei in Bezug auf die Gestaltung der Südfassade 

eine Duldungsverfügung zu erlassen. Am 18. November 2019 liessen sich 

unter Verweis auf die Stellungnahme der Bauherrschaft und H.________ 

vom 17. September 2019 auch A.________ vernehmen.

12. Mit separaten Entscheiden vom 2. März 2020, mitgeteilt am 11. März 2020, 

verfügte die Gemeinde, dass die Bauherrschaft und H.________ einerseits 

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und die Stockwerkeigentümern der fraglichen Liegenschaft andererseits 

unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten seien, sowohl vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-Einhei-

ten Nrn. 481-3 und 481-4) als auch beim zusätzlich erstellten Fensterseg-

ment auf der Westseite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-Einheit Nr. 

481-2) Schräglamellen aus Holz anzubringen; wegen vorsätzlicher Wider-

handlung gegen Art. 86 KRG werde H.________ mit einer Busse von CHF 

3'000.-- gebüsst und diese Busse sei innert 30 Tagen zu bezahlen; die Ver-

fahrenskosten in Höhe von insgesamt CHF 3'762.70 gingen unter solidari-

scher Haftbarkeit zulasten der Bauherrschaft und H.________ und seien 

ebenfalls innert 30 Tagen zu bezahlen.

13. Dagegen erhoben die Beschwerdeführer am 11. Mai 2020 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht und beantragten die kostenfällige Aufhebung der 

Wiederherstellungsverfügung vom 11. März 2020 sowie die Genehmigung 

der Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. I.________ in 

C.________ – wie bei der Gemeinde mit den bereits am 1. September 2015 

eingereichten Plänen beantragt und in der Folge erstellt. In formeller Hin-

sicht beantragten die Beschwerdeführer die Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung. Zudem rügten sie die Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil zu 

keinem Zeitpunkt die Möglichkeit bestanden habe, Fragen an die Baubera-

terin zu stellen bzw. an der Beweiserhebung teilzunehmen und die Akten-

führung nicht vollständig, ungeordnet und unübersichtlich gewesen sei. In 

beweisrechtlicher Hinsicht stellten die Beschwerdeführer den Antrag, dass 

H.________ als Zeuge einzuvernehmen sei. Begründend wurde im We-

sentlichen geltend gemacht, dass in der angefochtenen Wiederherstel-

lungsverfügung in willkürlicher Weise von einer ortsbildprägenden Baute 

ausgegangen worden sei. Zudem verstosse diese Verfügung gegen das 

Legalitätsprinzip; schliesslich existiere für eine nachträgliche Klassifizie-

rung einer Baute als ortsbildprägend keine rechtliche Grundlage. Ferner 

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wurde vorgebracht, dass aus der Untätigkeit der Gemeinde hätten ge-

schlossen werden müssen und dürfen, dass die Gemeinde die Projektän-

derung gemäss Fassadenplan vom 1. September 2015 für zulässig erach-

ten bzw. genehmigen würde. Mit dieser Untätigkeit habe die Beschwerde-

gegnerin eine Vertrauensgrundlage geschaffen, weshalb die angefochtene 

Wiederherstellungsverfügung gegen das Vertrauensprinzip verstosse. 

Überdies verletzte diese Verfügung das Gleichbehandlungsgebot. Es ver-

halte sich nämlich so, dass in C.________ Bauprojekte bewilligt worden 

seien, welche mit dem Erscheinungsbild des hier zur Diskussion stehenden 

und realisierten Bauprojekts vergleichbar seien. Ausserdem wiesen die 

Gutachten der Bauberaterin vom 10. Mai 2017 sowie vom 5. April 2019 

inhaltliche Mängel auf, weshalb die angefochtene Wiederherstellungsver-

fügung, welche sich auf diese Gutachten stütze, auch aus diesem Grund 

aufzuheben sei. Dass das Gutachten vom 10. Mai 2017 mangelhaft sei, 

habe bereits das Verwaltungsgericht festgestellt. Im Ergänzungsgutachten 

vom 5. April 2019 habe die Bauberaterin auf die Wegleitung des Amtes für 

Raumentwicklung des Kantons Graubünden Bezug genommen. Diese Be-

zugnahme sei willkürlich, zumal diese Wegweisung ausschliesslich auf ge-

schützte und ortsbildprägende Bauten Anwendungen finden würde. Im vor-

liegenden Fall stehe zudem nicht die Ausscheidung einer Liegenschaft als 

geschützte und/oder ortsbildprägende Baute zur Diskussion. Mit ihrem Vor-

gehen habe sich die Bauberaterin so verhalten, als ob sie eine Gestaltungs-

beratung im Hinblick auf die Erteilung einer Baubewilligung bei einer bereits 

als ortsbildprägenden Baute vorgenommen hätte. Damit habe sie ihr eige-

nes Ermessen anstelle des Ermessens der Beschwerdegegnerin gesetzt, 

was unzulässig sei. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Gutachterauf-

trag nicht klar gewesen sei. Es sei zu keinem Zeitpunkt die Aufgabe der 

Bauberaterin gewesen, in Bezug auf das konkrete Projekt eine Baubera-

tung im Sinne der Fortentwicklung des Baurechts zwecks Schutz von Orts-

bilden vorzunehmen. Damit genüge das Ergänzungsgutachten den rechtli-

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chen Anforderungen ebenfalls nicht, weshalb es auch aus diesem Grund 

nicht verwertbar sei.

14. Am 22. Juni 2020 reichte die Gemeinde (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin) ihre Vernehmlassung ein. Darin beantragte sie die vollumfängliche Ab-

weisung der Beschwerde unter solidarischer Kosten- und Entschädigungs-

folge zulasten der Beschwerdeführer. In formeller Hinsicht beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Durchführung eines Augenscheins sowie die Par-

teibefragung des Bauamtsleiters und der Bauberaterin. In materieller Hin-

sicht stellte sie sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die weitge-

hend als Glasfassade wahrnehmbare Hausfront den vormaligen Heustall 

nicht mehr erkennen lasse und damit untypisch für das Ortsbild im Dorfkern 

sei. Damit verstosse die realisierte Fassadengestaltung nicht nur gegen die 

bewilligten Pläne vom 13. Februar 2013, sondern auch gegen Art. 37 Abs. 

3 BG. Es könne durchaus sein, dass in der Vergangenheit – insbesondere 

noch vor der Fusion der Gemeinde B.________ – in Einzelfällen Glasfas-

saden an ausgebauten Heuställen bewilligt worden seien, welche rückbli-

ckend betrachtet, insbesondere in ihren Ausmassen nicht hätten akzeptiert 

werden sollen. Im Hinblick auf die laufende Umsetzung von Art. 9 Abs. 1 

ZWG sei für die Zukunft eine restriktive Praxis zu Glasfassadenflächen zen-

tral. Die von den Beschwerdeführern ins Feld geführten Vergleichsprojekte 

seien im Übrigen nicht durchgehend einschlägig, wie z.B. die landwirt-

schaftliche Remise des Gemeindepräsidenten. Diese befinde sich nämlich 

nicht im besonders schützenden Dorfkern von C.________, sondern aus-

serhalb der Bauzone. Was die Verhältnismässigkeit der verfügten Wieder-

herstellung und der Baubusse anbelange, werde auf die Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen. Soweit die Beschwerdeführer 

geltend machten, dass die angeordnete Wiederherstellung nicht vollstreckt 

werden könne, sei auf die Duldungsverfügung vom 15. Juni 2020 zu ver-

weisen. Darin sei die Stockwerkeigentümergemeinschaft Parzelle Nr. 

I.________ verpflichtet worden, die mit Entscheid vom 2. März 2020 ver-

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fügte Wiederherstellung zu dulden, sollten die Verfügungsadressaten ihren 

Verpflichtungen nicht nachkommen.

15. Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihren Vernehmlassungen vom 22. 

Juni 2020 keine Einwände erhoben hatte, wurde der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zuerkannt.

16. Am 17. August sowie am 25. August 2020 hielten die Beschwerdeführer 

replicando an ihren Anträgen fest. Die Repliken enthielten nichts rechtsre-

levantes Neues, lediglich eine Vertiefung der bereits bezogenen Positio-

nen.

17. Mit Dupliken vom 16. September 2020 hielt auch die Beschwerdegegnerin 

duplicando an ihren Anträgen fest. Dem Vorwurf der Beschwerdeführer, 

wonach die von der Bauberaterin eingeholten Gutachten inhaltlich man-

gelhaft seien, hielt die Beschwerdegegnerin entgegen, dass es dabei nicht 

um eine förmliche Expertise handle. Vielmehr handle es sich um die Ein-

holung einer Information bei einer Auskunftsperson gestützt auf Art. 12 lit. 

d des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wie 

dies in Bausachen regelmässig der Fall sei. Solche Informationen dürfe 

sie jederzeit in Anspruch nehmen – wie vorliegend – auch nach der Rea-

lisierung eines Bauprojektes. Des Weiteren wurde in den Dupliken auf die 

Argumente der Beschwerdeführer eingegangen und die bereits bezoge-

nen Positionen weiter vertieft. In der Duplik war im Übrigen nichts Neues 

oder Rechtsrelevantes enthalten.

18. Am 22. November 2021 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein 

vor Ort durch, an welchem K.________ sowie die beschwerdeführerische 

Rechtsvertreterin anwesend waren. Von Seiten der Beschwerdegegnerin 

nahmen L.________ (Vizegemeindepräsident), M.________ (technischer 

Leiter/Mitglied der Geschäftsleitung Bauamt) sowie der beschwerdegeg-

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nerische Rechtsvertreter am Augenschein teil. Allen Anwesenden wurde 

dabei an verschiedenen Standorten Gelegenheit geboten, sich anhand der 

Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äus-

sern, wovon allseits Gebrauch gemacht wurde. 

Auf die Ausführungen der Parteien am Augenschein, in ihren Rechtsschrif-

ten sowie in den angefochtenen Wiederherstellungsverfügungen wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Fall bildet der baurechtliche Entscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 2./11. März 2020 betreffend Wiederherstel-

lung des rechtmässigen Zustands und Busse, wonach sämtliche Eigentü-

mer der Stockwerkeinheiten Nrn. 481-1 bis 481-4, also auch die Beschwer-

deführer, sowie die Bauherrschaft und H.________ unter solidarischer 

Haftbarkeit verpflichtet worden sind, an der Südfassade sowohl vor den bei-

den schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m 

im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (Stock-

werkeinheiten Nrn. 481-3 und 481-4) als auch vor dem zusätzlich erstellten 

Fenstersegment im westlichen Bereich der Wohnung im 1. Obergeschoss 

Schräglamellen aus Holz anzubringen. Das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden ist aufgrund von Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurtei-

lung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführer sind als Verfü-

gungsadressaten beschwert und folglich zur Erhebung der Beschwerde le-

gitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist demnach einzutreten.

2. Gemäss Art. 34 Abs. 1 VRG kommt einer Beschwerde grundsätzlich keine 

aufschiebende Wirkung zu. Nach Art. 34 Abs. 2 VRG kann die Behörde im 

Einzelfall jedoch von Amtes wegen oder auf Antrag die aufschiebende Wir-

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kung erteilen. Die Gewährung dieser Rechtswohltat setzt insbesondere die 

Vermeidung erheblicher, für die betroffene Person nicht leicht wiedergutzu-

machende Rechtsnachteile voraus. Die Beschwerdeführer beantragten die 

aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin erhob dagegen keine 

Einwände. Aus diesem Grund erteilte der Instruktionsrichter den Beschwer-

deführern mit Schreiben vom 30. Juni 2020 die aufschiebende Wirkung.

3. In beweisrechtlicher Hinsicht stellen die Beschwerdeführer den Antrag, 

dass H.________, einziger Gesellschafter der Bauherrschaft, und Projekt-

verfasser als Zeuge einzuvernehmen sei. Mit diesem Beweisantrag wollen 

die Beschwerdeführer unter Beweis stellen, dass M.________ bereits Ende 

August 2015 den Rohbau besichtigt und anlässlich dieser Besichtigung 

festgestellt hatte, dass die Südfassade mit raumhohen Fenster und mit vor-

gelagerten Holzgeländern realisiert worden war. Die Beschwerdegegnerin 

bestreitet diese Darstellungen der Beschwerdeführer und macht geltend, 

dass M.________ erst am 15. September 2015 festgestellt habe, dass die 

realisierte Südfassade nicht den bewilligten Plänen vom 24. Januar 2013 

entspreche. Auf dem am 1. September 2015 von der Bauherrschaft nach-

gereichten Fassadenplan notierte M.________ am 15. September 2015 

handschriftlich, dass die realisierte Südfassade nicht den bewilligten Plä-

nen entspreche und sich H.________ dieser Tatsache bewusst sei. Diese 

Notiz spricht nach Auffassung des Verwaltungsgerichts dafür, dass 

M.________ die Projektabweichungen an der realisierten Südfassade erst-

mals am 15. September 2015 wahrgenommen hatte (vgl. nachstehende 

Erw. 7.3.2.). Vor diesem Hintergrund ist die beantragte Zeugeneinver-

nahme von H.________ in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen.

4.1. In formeller Hinsicht rügen die Beschwerdeführer die Verletzung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör, weil ihnen im Vorfeld des Beizugs von 

N.________ keine Möglichkeit geben worden sei, sich zu ihrer Person und 

zu den ihr unterbreiten Fragen zu äussern. Auch hätten sie keine Möglich-

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keit gehabt, Abänderungs- oder Ergänzungsfragen an N.________ zu stel-

len und sich nachträglich zu den ihr eingereichten Berichten zu äussern. 

Diese Rüge verfängt nicht.

4.2. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 

101) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser ist formel-

ler Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der materiellen Begründetheit 

des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung 

des angefochtenen Entscheids (BGE 144 I 11 E.5.3. mit Hinweis auf BGE 

137 I 195 E.2.2.). Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders 

schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, 

wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Instanz zu 

äussern, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneinge-

schränkt überprüft (BGE 142 II 218 E.2.8., BGE 137 I 195 E.2.3.2., BGE 

135 I 279 E. 2.6.1. je mit Hinweisen). Unter dieser Voraussetzung ist selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör von einer Heilung des Mangels auszugehen, wenn die Rückweisung 

der Sache zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Ver-

zögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an 

einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären 

(BGE 142 II 218 E.2.8.1; BGE 137 I 195 E. 2.3.2. je mit Hinweisen). Das 

rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-

scheids dar, welcher in die Rechtstellung des Einzelnen eingreift. Dazu 

gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines sol-

ches Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen 

und Einsicht in die Akten zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 

umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei ein-

zuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur 

Geltung bringen kann. Voraussetzung des Äusserungsrechts sind genü-

gende Kenntnisse über den Verfahrensverlauf, was auf das Recht hinaus-

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läuft, in geeigneter Weise über die entscheidwesentlichen Vorgänge und 

Grundlagen vorweg orientiert zu werden. Wie weit dieses Recht geht, lässt 

sich nicht generell, sondern nur unter Würdigung der konkreten Umstände 

beurteilen (BGE 144 I 11 E.5.3 mit Hinweisen).

4.3. Sofern die Beschwerdeführer geltend machen, sie hätten über den Auftrag 

der Beschwerdegegnerin an die Bauberaterin, die ihr unterbreiteten Fragen 

sowie zu den von der Bauberaterin redigierten Berichten angehört werden 

müssen, verkennen sie, dass N.________ von der Beschwerdegegnerin 

nicht als externe Sachverständige, sondern als Beraterin zur internen Mei-

nungsbildung beigezogen wurde. Dabei ist zu berücksichtigen, dass weder 

das kantonale noch das kommunale Recht vorsehen, dass die Baubera-

tung (nachträgliche) Baugesuche im Auftrag der Baubehörde schriftlich be-

gutachtet. Bereits vor diesem Hintergrund kann den Berichten vom 10. Mai 

2017 bzw. vom 5. April 2019 nicht die Qualität eines externen Gutachtens 

zukommen. Die Baubehörde ist im Baubewilligungsverfahren allerdings be-

rechtigt, Fachpersonen zur Beratung bzw. zur internen Meinungsbildung 

heranzuziehen. Von dieser Möglichkeit hatte die Beschwerdegegnerin vor-

liegend Gebrauch gemacht, indem sie N.________ als Fachperson zur Be-

antwortung der Frage, ob die realisierte Südfassade der traditionellen Bau-

weise in der "zona O.________" entspricht und somit nachträglich bewilligt 

werden kann, zur Beratung herangezogen hatte. Im Rahmen dieser Bera-

tung reichte N.________ der Beschwerdegegnerin zwei Berichte, datierend 

vom 10. Mai 2017 bzw. vom 5. April 2019, ein. Den Inhalt dieser Berichte 

hat die Beschwerdegegnerin alsdann als ihre interne Meinung materiell in 

den angefochtenen Entscheid einfliessen lassen. Dieses Vorgehen ist nicht 

zu beanstanden. Zusammenfassend stösst die von den Beschwerdefüh-

rern geltend gemachte Gehörsverletzung somit ins Leere; schliesslich han-

delt es sich bei den genannten Berichten – wie bereits gesagt – nicht um 

externe Gutachten.  Aus diesem Grund war die Beschwerdegegnerin auch 

nicht verpflichtet, die Beschwerdeführer vor Erteilung des Auftrages über 

- 15 -

die Person von N.________ zu informieren und ihnen die Möglichkeit ein-

zuräumen, Abänderungs- oder Ergänzungsfragen zu stellen bzw. sich 

nachträglich zu den von N.________ verfassten Berichten, so insbeson-

dere zum Bericht vom 5. April 2019, zu äussern. Des Weiteren ist zu 

berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 19. Juli 

20219 sämtliche Stockwerkeigentümer, wohlgemerkt unter Bezugnahme 

auf die von N.________ eingereichten Berichte, über die beabsichtigte 

Wiederherstellung in Kenntnis setzte (vgl. Bg-act. 42). Gleichzeitig wurde 

den Stockwerkeigentümern die Möglichkeit eingeräumt zur beabsichtigten 

Wiederherstellung bzw. zu den Berichten von N.________ Stellung zu neh-

men. Von dieser Möglichkeit machten sie im Rahmen der von ihnen am 18. 

November 2019 eingereichten Stellungnahme (vgl. Bg-act. 45) Gebrauch, 

indem sie den Bericht von N.________ vom 10. Mai 2017 ohne nähere 

Begründung als mangelhaft bezeichneten und die Fachkompetenz von 

N.________ in Frage stellten. Gegen die Instruktion von N.________ erho-

ben die Beschwerdeführer dagegen keine Einwände. Auch beantragten sie 

in ihrer Vernehmlassung keine Abänderungs- oder Ergänzungsfragen. 

Auch vor diesem Hintergrund scheidet eine Gehörsverletzung in jedem Fall 

aus.

5.1. Des Weiteren beanstanden die Beschwerdeführer in formeller Hinsicht die 

Aktenführung der Beschwerdegegnerin. Es sei unklar, ob überhaupt eine 

Aktenführung mitsamt Aktenverzeichnis bestehe. Auch sei unklar, ob sie 

sämtliche Akten erhalten hätten. Ferner sei die Paginierung nicht konsis-

tent. Darin sei eine Gehörsverletzung zu erblicken. Diese Rüge geht eben-

falls ins Leere.

5.2. Die Aktenführungspflicht der Verwaltung stellt das Gegenstück zum - Be-

standteil des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV bildenden - Akten-

einsichtsrecht der Parteien dar. Die Behörde ist verpflichtet, ein vollständi-

ges Aktendossier über das Verfahren zu führen, um gegebenenfalls ord-

- 16 -

nungsgemäss Akteneinsicht gewähren und bei einem Weiterzug diese Un-

terlagen an die Rechtsmittelinstanz weiterleiten zu können. Die Behörde 

hat alles in den Akten festzuhalten, was zur Sache gehört und entscheid-

wesentlich sein kann. Der verfassungsmässige Anspruch auf eine geord-

nete und übersichtliche Aktenführung verpflichtet die Behörden und Ge-

richte, die Vollständigkeit der im Verfahren eingebrachten und erstellten Ak-

ten sicherzustellen (vgl. BGE 138 V 218 E. 8.1.2).

5.3. Die Beschwerdegegnerin hat im Rahmen ihrer Vernehmlassung vom 22. 

Juni 2020 einen grünen Ordner mit den vorinstanzlichen bzw. beschwerde-

gegnerischen Akten (Bg-act.) 1 – 53 eingereicht. Aus Sicht des Verwal-

tungsgerichts sind die Akten vollständig, durchpaginiert und grundsätzlich 

chronologisch geordnet. Es ist nicht ersichtlich noch wird es in der Be-

schwerde konkret dargetan, dass den Beschwerdeführern die Einsicht-

nahme in Akten verunmöglich worden wäre, welche für die Verfechtung ih-

rer Standpunkte wichtig gewesen wäre; dies verdeutlicht auch, dass die 

Beschwerdeführer ohne Weiteres in der Lage gewesen sind, den ihnen 

missliebigen Entscheid der Beschwerdegegnerin sachgerecht anzufech-

ten. In diesem Zusammenhang verfängt insbesondere die Rüge der Be-

schwerdeführer nicht, es hätte bei den Akten der von H.________ am 1. 

September 2015 bei der Beschwerdegegnerin eingereichte Fassadenplan 

gefehlt. Dieser Plan ist nämlich als Bg-act. 13 in dem von der Beschwerde-

gegnerin eingereichten grünen Ordner enthalten. Auch können sie nicht er-

folgreich geltend machen, sie hätten diesen Fassadenplan nicht gekannt. 

Es verhält sich nämlich so, dass die Beschwerdeführer den Fassadenplan 

vom 1. September 2015 selber als beschwerdeführerische Akte (Bf-act.) 8 

ins Recht gelegt haben. Damit können sie in jedem Fall nicht vorbringen, 

dass sich der angefochtene Entscheid auf Unterlagen stützte, die ihnen 

nicht bekannt gewesen seien.

- 17 -

5.4. Der von der Beschwerdegegnerin im grünen Ordner eingereichte Fassa-

denplan vom 1. September 2015 trägt – wie bereits gesagt – die Ziffer 13. 

Gemäss Ausführungen der Beschwerdeführer wurden ihnen auf Verlangen 

einzelne Aktenstücke zugestellt, was von der Beschwerdegegnerin in ihrer 

Vernehmlassung vom 22. Juni 2020 auch nicht bestritten wird. So soll den 

Beschwerdeführern unter anderem auch das Schreiben der Beschwerde-

gegnerin an die Bauherrschaft vom 9. August 2017 zugestellt worden sein. 

Dieses Schreiben trägt nun – wie der Fassadenplan vom 1. September 

2015 – ebenfalls die Ziffer 13 (Bf-act. 7/13). Diese Paginierung ist nun in 

der Tat nicht ganz nachvollziehbar. Aufgrund der E-Mailkorrespondenz 

vom 21./24. März 2020 (Bg-act. 53) liegt allerdings die Vermutung nahe, 

dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführer einzelne ausge-

wählte Aktenstücke zustellte und diese Aktenstücke von 1 – 18 (Bf-act. 7) 

durchpaginierte. Es ist aber davon auszugehen, dass diese inkonsistente 

Paginierung die Beschwerdeführer bei der Ausübung ihres Rechts auf Ak-

teneinsicht nicht in wesentlicher Weise behinderten hatte; dies umso weni-

ger, als die Paginierung der im grünen Ordner abgelegten vorinstanzlichen 

bzw. beschwerdegegnerischen Akten, in welche die Beschwerdeführer 

gemäss Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2020 Einsicht neh-

men konnten, nicht zu beanstanden ist. Es verhält sich nämlich so, dass 

gemäss diesen Akten der Fassadenplan vom 1. September 2015 die Ziffer 

13 und das Schreiben der Beschwerdegegnerin an die Bauherrschaft vom 

9. August 2017 die Ziffer 20 trägt. Zusammenfassend kann somit nicht von 

einem wesentlichen Mangel gesprochen werden. Allerdings ist die Be-

schwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass dahingehend Optimierungs-

bedarf besteht, dass inskünftig inkonsistente Paginierungen zu vermeiden 

sind.

5.5. Die Beschwerdeführer bezweifeln, dass überhaupt ein Aktenverzeichnis 

besteht bzw. bestanden hatte. Dem von der Beschwerdegegnerin im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren eingereichten grünen Ordner ist ein Ak-

- 18 -

tenverzeichnis beigelegt. Die Zweifel der Beschwerdeführerin sind somit 

unberechtigt. Doch selbst dann, wenn davon ausgegangen werden würde, 

dass vor der Vorinstanz noch kein Aktenverzeichnis existierte, wofür indes 

keine konkreten Anhaltspunkte bestehen, würde dies nicht schaden. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist ein Aktenverzeichnis 

zwar wünschenswert, indessen nicht in jedem Fall zwingend (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 2.2.2). Durch 

das Fehlen eines Aktenverzeichnisses wäre die Wahrnehmung des Akten-

einsichtsrechts für die Beschwerdeführer möglicherweise erschwert, aber 

sicherlich nicht unmöglich gewesen. Eine nicht heilbare Verletzung des 

rechtlichen Gehörs, welche mit der Kassation des vorinstanzlichen Ent-

scheids zu ahnden wäre, wäre darin jedenfalls nicht zu erblicken. Hätte die 

Beschwerdeführer im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens noch kein 

Aktenverzeichnis erstellt, würde auch diesbezüglich Optimierungsbedarf 

bestehen. Es ist allerdings nochmals darauf hinzuweisen, dass keine kon-

kreten Anhaltspunkte bestehen, dass kein Aktenverzeichnis erstellt wurde.

6.1. In materieller Hinsicht ist strittig und in einem ersten Schritt zu prüfen, ob 

die Beschwerdegegnerin die gemäss den nachgereichten Fassadenplänen 

vom 1. September 2015 (vgl. Bg-act. 13) bzw. vom 16. November 2016 

(vgl. Bg-act. 23) – und damit in Abweichung zum bewilligten Fassadenplan 

vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) – realisierte Südfassade zu Recht 

nicht nachträglich bewilligt hat. In einem zweiten Schritt ist alsdann zu prü-

fen, ob die von der Beschwerdegegnerin zur Herstellung des rechtmässi-

gen Zustandes angeordnete Anbringung der Schräglamellen aus Holz vor 

den Fenstersegmenten im westlichen Bereich der 1. bis 3. Obergeschosse 

rechtens ist. Die auferlegte Baubusse von CHF 3'000.-- betrifft ausschliess-

lich den einzigen Gesellschafter der Bauherrschaft, namentlich 

H.________. Die Rechtmässigkeit dieser Busse bildet somit nicht Gegen-

stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

- 19 -

6.2. Für das streitberufene Gericht steht vorweg fest, dass die Bestimmungen 

betreffend gestalterische Einordnung einer Baute ins zeitlich gewachsene 

Orts- und Landschaftsbild naturgemäss einen relativ weiten Ermessens-

spielraum der Bewilligungsbehörden mit sich bringt, da diese mit dem je-

weils vorherrschenden Baustil, der historischen Bau- und Ortsentwicklung 

sowie den architektonischen Gepflogenheiten und Besonderheiten in ihrer 

Gemeinde einschliesslich den ganzen Talschaften am besten vertraut sind. 

Nach gefestigter Rechtsprechung auferlegt sich das Verwaltungsgericht 

bei einzelfallbezogenen Überprüfung von Fragen der Ästhetik und Gestal-

tung selbst eine gewisse Zurückhaltung, was bedeutet, dass es nur aus 

ganz triftigen Gründen bzw. nicht ohne Not in das beträchtliche Ermessen 

der lokalen Baubehörden eingreift, was im Ergebnis auf eine weniger 

strenge Willkürprüfung hinausläuft (vgl. statt vieler: Urteile des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 16 35 vom 4. November 

2016 E.2d und R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b). Im konkreten Fall hat die 

von der Beschwerdegegnerin beanstandete Ästhetik anhand der Bestim-

mungen gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG und Art. 37 Abs. 3 des kommunalen 

Baugesetzes (BG) zu erfolgen. Während erstgenannte Bestimmung ver-

langt, dass Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst zu gestal-

ten seien und sich so einzuordnen hätten, dass mit der Umgebung und der 

Landschaft eine gute Gesamtwirkung entstehen würde, ist die kommunale 

Bestimmung offensichtlich strenger formuliert. Nach Art. 37 Abs. 3 BG ha-

ben sich Umbauten und Renovierungen in der "zona O.________" hinsicht-

lich des Materials, Grösse, Proportionen, Positionen, Form des Dachs und 

der Farbe an die traditionelle Bauweise der Gemeinde anzupassen.

6.3. Vorgängig ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin mit Entscheid 

vom 17. Oktober 2017 – mit Ausnahme der Anbringung von Schräglamel-

len aus Holz an der Südfassade – sämtliche anlässlich der Schlussab-

nahme vom 14. November 2016 vorgebrachten Beanstandungen (Rau-

meinteilung in sämtlichen Wohnungen; zwei anstatt eine Türe an der Nord-

- 20 -

fassade; Fenstereinteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstungen 

sowie Erhöhung des Handlaufs um ca. 30 cm an der Ostfassade; Fenster-

einteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstung sowie Erhöhung des 

Handlaufs um ca. 30 cm an der Ostfassade) nachträglich bewilligt hat. 

Diese Beanstandungen können bei der Prüfung der Frage, inwiefern die 

realisierte Südfassade Art. 37 Abs. 3 BG verletzt, somit nicht berücksichtigt 

werden. Ob diese Bestimmung verletzt wurde, beurteilt sich somit aussch-

liesslich daran, ob durch das Nichtanbringen der Schräglamellen aus Holz 

sowie dem Anbringen der grauen Rollstoren an der Südfassade die traditi-

onelle Bauweise der Gemeinde nicht eingehalten wurde. Dabei ist aller-

dings zu konkretisieren, dass es vorliegend ausschliesslich um die Nicht-

anbringung der Schräglamellen aus Holz vor den Fenstersegmenten im 2. 

und 3. Obergeschoss gehen kann (vgl. nachstehende Erw. 6.4.).

6.4. Der am 24. Januar 2013 eingereichte Fassadenplan wurde von der Be-

schwerdegegnerin am 13. Februar 2013 bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Diesem 

Plan kann entnommen werden, dass ausschliesslich vor den Fensterseg-

menten im westlichen Bereich des 2. und 3. Obergeschosses Schräglamel-

len aus Holz geplant waren (vgl. Bg-act. 6). Für das Fenstersegment im 

westlichen Bereich des 1. Obergeschosses waren solche Schräglamellen 

gemäss am 13. Februar bewilligtem Fassadenplan vom 24. Januar 2013 

indes nicht vorgesehen (vgl. Bg-act. 6). Vor diesem Hintergrund kann sei-

tens der Beschwerdegegnerin nicht beanstandet werden, vor dem Fenster-

segment im 1. Obergeschoss seien fälschlicherweise keine Schräglamel-

len aus Holz angebracht worden; schliesslich war dies gemäss bewilligtem 

Fassadenplan vom 24. Januar 2013 auch nicht vorgesehen. Mithin ist zu 

konkretisieren, dass einzig und allein zu prüfen ist, ob die Nichtanbringung 

von Schräglamellen vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss 

sowie die Anbringung der grauen Rollstoren die gestalterischen Vorgaben 

gemäss Art. 37 Abs. 3 BG verletzen.

- 21 -

6.5. Im angefochtenen Entscheid macht die Beschwerdegegnerin geltend, 

durch das Nichtabringen der Schräglamellen aus Holz an der Südfassade 

und die grauen Rollstoren würde der Stallcharakter nicht mehr gewahrt 

werden. Begründend wird im Wesentlichen vorgebracht, die realisierte 

Südfassade würde grosse sichtbare Glasflächen aufweisen, was hinsicht-

lich Materialisierung und Farbe mit der traditionellen Bauweise gemäss Art. 

37 Abs. 3 BG in keinem Zusammenhang stehe. Infolge der grossen Glas-

flächen leuchteten die Wohnräume nachts sehr stark, was genau das Ge-

genteil von dem sei, was die ehemalige Stallscheune nachts wiedergege-

ben habe. Die Funktion des Stalles sei nach dem Umbau wegen falscher 

Materialisierung (viel zu viel Glas und viel zu wenig Holz) kaum noch lesbar. 

Die im Wesentlichen als Glasfront realisierte Südfassade des vormaligen 

Stalles könnte genauso gut anderswo in der Schweiz oder im Ausland als 

Fassade eines "geschichtslosen" modernen Mehrfamilienhauses stehen. 

Der Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6), wonach das Bau-

vorhaben Glasfassadenelemente aufgewiesen habe, habe unter Berück-

sichtigung von Art. 37 Abs. 3 BG nur deshalb bewilligt werden können, weil 

die Fenstersegmente im westlichen Bereich der 2. und 3. Obergeschosse 

mit Schräglamellen aus Holz, einem traditionellen Baustoff, verblendet wor-

den seien. Diese Begründung stützt die Beschwerdegegnerin auf den Be-

richt von N.________ vom 5. Mai 2019 (Bg-act. 36). Darin wurde festge-

halten, dass die Stallwände zwischen den gemauerten Eckpfeilern voll-

flächig aus Holzbrettern bestanden hätten und ortstypisch gewesen seien. 

Die ehemalige Bauernhausanlage sei für das Ortsbild von hoher Bedeu-

tung gewesen. Vor dem Umbau seien an den Fassaden der Stallscheune 

nur zwei Materialen vorherrschend gewesen, nämlich verputztes Mauer-

werk und unbehandeltes, einheimisches Holz. Ziel müsse es sein, den ehe-

maligen Stall nach dem Umbau weiterhin als solchen zu erkennen. Hierfür 

müsse zumindest eine massgebende Fläche der Holzausfachung zwi-

schen den Pfeilern in Holz belassen werden. Glas, vor allem in grossen 

Flächen, sei ein modernes, optisch sehr hartes Material. Im Gegensatz zu 

- 22 -

Holz altere Glas nicht. Zudem bilde es einen Kontrast zu den historischen 

Materialien. Zusammenfassend hielt die Bauberaterin fest, dass an der 

Südfassade die Glasflächen deutlich dominieren würden, weshalb Art. 37 

Abs. 3 BG hinsichtlich des verwendeten Materials nicht eingehalten worden 

sei. Diese Auffassung vertrat N.________ bereits in ihrem ersten Bericht 

vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 35). Daraus kann insbesondere entnommen 

werden, dass die Stallbauten von einer durch die Landwirtschaft geprägte 

Lebensweise und Kultur vergangener Zeiten zeugten. Mit den dazugehöri-

gen Wohnbauten hätten sie bauliche Ensembles gebildet, welche für das 

Ortsbild der Dörfer bis heute prägend seien. Aus diesem Grund müsse 

gemäss Bund und Kanton bei ortsbildprägenden Stallbauten die äussere 

Erscheinung und die bauliche Grundstruktur erhalten werden. Beim Stall 

E.________ handle es sich in jedem Fall um eine für das Ortsbild bedeu-

tende Baute. Damit der ehemalige Stall auch in Zukunft als zum Wohnteil 

gehörender Stall zu erkennen sei, sei es wichtig, eine massgebende Fläche 

in Holz zu belassen. Dies sei bei der Ausführung der Ostfassade mehr oder 

weniger erreicht, jedoch nicht an der Südfassade. Durch die leichte, durch-

lässige Brüstung und das Weglassen der Holzflächen erscheine die Süd-

fassade als gläserne Fläche. Aus gestalterischer Sicht gehe dieser Schritt 

deutlich zu weit, was inakzeptabel sei. Zusammenfassend empfahl die 

Bauberaterin, eine massgebliche Fläche an der Südfassade mit Holz 

schliessen zu lassen.

6.6. Die Beschwerdeführer rügen zunächst, dass die Berichte von N.________ 

vom 10. Mai 2017 bzw. 5. April 2019 fälschlicherweise von einer ortsbild-

prägenden Baute gemäss Art. 35a der Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) ausgehen würden. Damit habe 

sie ihre rechtlichen Befugnisse überschritten, zumal die Beschwerdegeg-

nerin zu keinem Zeitpunkt von einer solchen Baute ausgegangen sei. Diese 

Rüge verfängt nicht. Gemäss dem Bericht vom 5. April 2019 (vgl. Bg-act. 

36) wurde N.________ augenscheinlich damit beauftragt, zu beurteilen, ob 

- 23 -

der Stallumbau der traditionellen Bauweise gemäss Art. 37 Abs. 3 BG ent-

spricht. In diesem Sinne wurde darin folgende Ausgangslage formuliert: 

"Art. 37 Abs. 3 BG schreibt vor, dass in der zona O.________ Umbauten 

und Renovierungen sich der traditionellen Bauweise der Gemeinde hin-

sichtlich Material, Grösse, Proportionen, Positionen, Form des Daches und 

der Farbe anzupassen haben". Um beurteilen zu können, ob der Stallum-

bau der traditionellen Bauweise entspricht, musste sich N.________ insbe-

sondere auch mit dem vorherrschenden Baustil, der historischen Bau- und 

Ortsentwicklung sowie den architektonischen Gepflogenheiten und Beson-

derheiten auseinandersetzen. Dies hat sie in ihrem Bericht vom 5. April 

2019 unter dem Titel "Situation, Stallscheunen als Zeitzeugen" getan. Darin 

kam sie zum Schluss, dass die ehemalige Bauernhausanlage für das Orts-

bild von hoher Bedeutung gewesen sei. Dass der Stall ortsbildprägend 

gemäss Art. 35 KRVO gewesen sei, wird im Bericht vom 5. April 2019 indes 

nicht ansatzweise gesagt. Das Gegenteil ist der Fall. So hielt N.________ 

unter Titel "Umnutzung von Stallscheunen" fest, dass die Stallscheune 

nicht als ortsbildprägende Baute zu qualifizieren sei. Vor diesem Hinter-

grund kann keine Rede davon sein, dass N.________ den Stall als orts-

bildprägend gemäss Art. 35a KRVO qualifiziert hatte; dies umso weniger, 

als Gegenteiliges grundsätzlich auch nicht dem Bericht vom 10. Mai 2017 

entnommen werden kann. Darin ist unter dem Titel "Folgen aus gestalteri-

scher Sicht" – wie im Bericht vom 5. April 2019 – nämlich zusammenfas-

send festgehalten, dass es sich bei der Stallscheune unter Berücksichti-

gung der historischen architektonischen Gepflogenheiten um eine für das 

Ortsbild wichtige Baute handle. Mit diesen Feststellungen hat N.________ 

ausgenscheinlich die Bedeutung der ehemaligen Bauernhausanlage für 

das Ortsbild aufzeigen wollen, was zwecks Beurteilung der Frage, ob der 

Umbau der traditionellen Bauweise entspricht, von Relevanz ist. Vor die-

sem Hintergrund kann nicht davon gesprochen werden, dass N.________ 

von einer ortsbildprägenden Baute gemäss Art. 35a KRVO ausgegangen 

ist bzw. sie ihre Befugnisse überschritten hätte. Dies hat zur Konsequenz, 

- 24 -

dass der angefochtene Entscheid auch nicht gegen das Legalitätsprinzip 

verstösst; schliesslich basiert dieser Entscheid nicht auf einer nachträgli-

chen Qualifikation des Stallumbaus als ortsbildprägend gemäss Art. 35a 

KRVO. Damit einhergehend ist die Beschwerdegegnerin auch zu keinem 

Zeitpunkt von einer solchen Baute ausgegangen, weshalb sie auch zu 

Recht nicht das in Art. 35a ff. KRVO statuierte Vorgehen beschritten hatte.

6.7. Des Weiteren beanstanden die Beschwerdeführer die von N.________ ver-

fassten Berichte in materieller Hinsicht. Der Bericht vom 10. Mai 2017 sei 

mangelhaft, was das Verwaltungsgericht bereits festgestellt habe. Im Be-

richt vom 5. April 2019 sei zudem auf die Wegleitung des Amtes für Raum-

planung des Kantons Graubünden Bezug genommen worden. Diese Be-

zugnahme sei willkürlich, zumal diese Wegleitung ausschliesslich auf ge-

schützte und ortbildprägende Bauten Anwendung finden würde. Vorliegend 

stehe nicht die Ausscheidung einer Liegenschaft als geschützte und/oder 

ortsbildprägende Baute zur Diskussion. Mit ihrem Vorgehen habe sich die 

Bauberaterin so verhalten, als ob sie eine Gestaltungsberatung im Hinblick 

auf die Erteilung einer Baubewilligung bei einer bereits ortsbildprägenden 

Baute vorgenommen hätte. Damit habe sie ihr Ermessen anstelle des Er-

messens der Beschwerdegegnerin gesetzt, was unzulässig sei. Die Bean-

standungen der Beschwerdeführer sind nicht zu hören.

6.8. Im rechtskräftigen Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2018 

(VGU R 18 2) wurde festgehalten, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Be-

gründungspflicht nicht nachgekommen sei, weil sich weder aus dem Be-

richt vom 10. Mai 2017 noch aus dem Entscheid vom 17. Oktober 2017 

ergeben habe, welche in Art. 37 Abs. 3 BG genannten ästhetischen Vorga-

ben an der Südfassade der fraglichen Liegenschaft verletzt worden sein 

sollen. Aus diesem Grund liess die Beschwerdegegnerin bei N.________ 

einen (Ergänzungs-)Bericht einholen. Die Beschwerdegegnerin hat im an-

gefochtenen Entscheid – unter Auseinandersetzung mit den von 

- 25 -

N.________ in ihrem Bericht vom 5. April 2019 – alsdann dargelegt, welche 

in Art. 37 Abs. 3 BG genannten ästhetischen Vorgaben an der Südfassade 

mit den Projektänderungen verletzt worden sind. In diesem Sinne wird darin 

dargelegt, dass sich der realisierte Umbau insbesondere wegen den gros-

sen sichtbaren Glasflächen als gesetzeswidrig erweise. Diese Glasflächen 

würden sowohl hinsichtlich Materialisierung und Farbe keinen Zusammen-

hang mit der traditionellen Bauweise aufweisen. Dasselbe habe auch für 

die grossflächigen grauen Metallstoren zu gelten. Die Funktion des ehema-

ligen Stalls sei nach dem Umbau wegen falscher Materialisierung (zu viel 

Glas und viel zu wenig Holz) kaum noch lesbar. Infolge der grossen Glas-

flächen würden die Wohnräume zudem nachts sehr stark leuchten, was 

das Gegenteil von dem sei, was die ehemalige Scheune nachts wiederge-

geben habe. Dieser bauliche Zustand verletze Art. 37 Abs. 3 BG. Diesen 

Darlegungen der Beschwerdegegnerin schliesst sich das Verwaltungsge-

richt an. An den Fassaden des Stalls waren verputztes Mauerwerk und un-

behandeltes, einheimisches Holz vorherrschend gewesen (vgl. Bg-act. 36). 

Damit kann die realisierte Südfassade nicht als der traditionellen Bauweise 

angepasst gelten. Zur Frage der Ästhetik des realisierten Umbaus in der 

"zona O.________" bzw. seiner Anpassung an die traditionelle Bauweise 

insbesondere hinsichtlich Material und Farbe hat der gerichtliche Augen-

schein vom 22. November 2021 nämlich gezeigt, dass die Glasflächen an 

der Südfassade im Vergleich zum Holz dominant sind; dies insbesondere 

deshalb, weil die Beschwerdeführer in Abweichung zum bewilligten Fassa-

denplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) auf die Anbringung der pro-

jektierten Schräglamellen aus Holz im 2. und 3. Obergeschoss verzichtet 

und grossflächige graue Rollstoren angebracht haben. Was die Rollstoren 

anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass diese – wie der Augenschein ge-

zeigt hat – meistens heruntergelassen sind; schliesslich handelt es sich um 

Zweitwohnungen, deren Inhaber nur zeitlich beschränkt anwesend sind. 

Durch die heruntergelassenen grauen Rollstoren, wodurch eine graue do-

minierende Fassadenfront entsteht, und das Nichtanbringung der hier zur 

- 26 -

Diskussion stehenden Schräglamellen aus Holz, lässt sich der ehemalige 

Stall – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – nicht mehr als 

solcher erkennen. Vor diesem Hintergrund ist die Auffassung der Be-

schwerdegegnerin, wonach es sich bei der realisierten Südfassade auch 

um eine Fassade eines "geschichtslosen" und modernen Mehrfamilienhau-

ses handeln könnte, nicht zu beanstanden. Bei dieser Betrachtungsweise 

muss deshalb gesagt werden, dass die realisierte Südfassade hinsichtlich 

Material und Farbe sich nicht an die traditionelle Bauweise gemäss Art. 37 

Abs. 3 BG anpasst. Erweist sich der angefochtene Entscheid und damit 

auch der ihm zugrundeliegende Bericht von N.________ vom 5. April 2019 

als rechtens, hat das Verwaltungsgericht auch keine Veranlassung einzu-

schreiten. Dabei sei nochmals auf die gefestigte Rechtsprechung des streit-

berufenen Gerichts hinzuweisen, wonach den mit den lokalen Verhältnis-

sen und den historischen Gegebenheiten am besten vertraute Gemeinde 

in Ästhetikfragen grundsätzlich ein weites Ermessen eingeräumt wird, in 

denen das Gericht nicht ohne Not eingreift bzw. nur bei Ermessensmiss-

brauch oder Ermessensüberschreitung (vgl. statt vieler: VGU R 16 5 vom 

8. September 2016 E.2r, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b; PVG 1995 Nr. 

25, 1994 Nrn. 19/20, 1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18; Urteile des Bundesgerichts 

1C_434/2012 vom 28. März 2013 E.3, 3.2 und 3.3, 1C_115/2011 vom 17. 

Mai 2011 E.3, 3.1-3.3, 1A.9/2007 vom 4. Dezember 2007 E.2.2.1, 2.2.2, 

3.4 am Ende, 1A.174/2003 vom 4. Mai 2004 E.3.2). Vorliegend ist dies nicht 

der Fall, weshalb auch keine Korrekturen notwendig sind. Daran, dass der 

angefochtene Entscheid und damit der ihm zugrundeliegende Bericht von 

N.________ vom 5. April 2019 nicht zu beanstanden ist, ändern auch die 

weiteren beschwerdeführerische Vorbringen nichts (vgl. nachstehende 

Erw. 6.9. f.).

6.9. Die Beschwerdeführer bringen vor, dass es im Bericht von N.________ 

vom 5. April 2019 überhaupt nicht um die Abweichungen zwischen der im 

Februar 2013 erteilten Baubewilligung und dem realisierten Bau gegangen 

- 27 -

sei und dies obschon gemäss E-Mail von M.________ vom 26. März 2020 

(vgl. Bf-act. 10) gerade diese Abweichungen hätten beurteilt werden müs-

sen. Dieses Vorbringen ist falsch. Im Rahmen des Berichts vom 10. Mai 

2017 nahm N.________ unter anderem dazu Stellung, ob bzw. inwiefern 

die realisierte Südfassade von den am 13. Februar 2013 bewilligten Fas-

sadenplänen abwich. Damit einhergehend wurden N.________ die "bewil-

ligten Baueingabepläne" sowie die "Ausführungspläne" zur Einsichtnahme 

beigebracht (vgl. Bg-act. 35). Mit "bewilligte Baueingabepläne" kann 

gemäss Auffassung des Verwaltungsgerichts ausschliesslich der am 13. 

Februar 2013 bewilligte Fassadenplan (vgl. Bg-act. 6) gemeint sein. Ein 

anderer bewilligter Fassadenplan liegt nämlich nicht im Recht. Mithin steht 

fest, dass es bereits im Bericht vom 10. Mai 2017 um die Abweichungen 

zwischen der am 13. Februar 2013 bewilligten und der realisierten Südfas-

sade gegangen ist. Im Anschluss liess die Beschwerdegegnerin bei 

N.________ einen ergänzenden Bericht einholen. In diesem (Ergänzungs-

)Bericht vom 5. April 2019 beurteilte N.________ die Frage, ob die reali-

sierten Südfassade, welche von den am 13. Februar 2013 bewilligten Fas-

sadenplänen abweicht, unter Berücksichtigung von Art. 37 Abs. 3 BG 

nachträglich bewilligt werden kann. Um beurteilen zu können, ob die reali-

sierte Südfassade in gestalterischer Hinsicht nachträglich bewilligt werden 

kann, ist geradezu erforderlich, dass N.________ (vorab) die Abweichun-

gen zwischen bewilligter und realisierter Südfassade zu beurteilen hatte. 

Vor diesem Hintergrund kann nicht davon gesprochen werden, im Bericht 

vom 5. April 2019 sei es nicht um die Abweichungen zwischen der im Fe-

bruar 2013 erteilter Baubewilligung und dem realisierten Bau gegangen. 

6.10. Die Beschwerdeführer wenden überdies ein, N.________ habe in ihrem 

Bericht vom 5. April 2019 – wie in Art. 35d KRVO vorgesehen – eine Ge-

staltungsberatung im Hinblick auf die Erteilung einer Baubewilligung bei ei-

ner bereits als ortsbildprägenden Baute vorgenommen; dies sei rechtlich 

unzulässig. Dabei verkennen die Beschwerdeführer, dass N.________ von 

- 28 -

der Beschwerdegegnerin nicht zur Gestaltungsberatung gemäss Art. 74 

KRG i.V.m. Art. 35a KRVO beigezogen wurde, sondern zur internen Mei-

nungsbildung darüber, ob die realisierte Südfassade gestützt auf Art. 37 

Abs. 3 BG nachträglich bewilligt werden kann. Angesichts der Tatsache, 

dass diese Bestimmung auf die traditionelle Bauweise abstellt, ist nachvoll-

ziehbar, dass sich der Bericht vom 5. April 2019 sowohl mit der historischen 

Bauentwicklung in C.________ als auch mit der Bedeutung der Stallbauten 

als Zeitzeugen der landwirtschaftlichen Arbeits- und Wirtschaftsweise aus-

einandersetzt. Allein daraus kann somit nicht darauf geschlossen werden, 

dass es sich beim Bericht vom 5. April 2019 um eine Gestaltungsberatung 

gemäss Art. 35d KRVO handelt. Der Bericht vom 5. April 2019 ist unter 

diesem Gesichtspunkt somit nicht als inhaltlich mangelhaft zu qualifizieren. 

6.11. Einen weiteren inhaltlichen Mangel glauben die Beschwerdeführer darin 

zu erkennen, dass sich N.________ zur Beantwortung der Frage, welche 

gestalterischen Kriterien für die Umnutzung von ehemaligen Ställen gelten 

sollten, an die Wegleitung des Amtes für Raumentwicklung anlehnte. 

Gemäss Auffassung der Beschwerdeführer regle diese Wegleitung die 

Ausscheidung von geschützten und ortsbildprägenden Bauten. Eine sol-

che Ausscheidung liege hier indes nicht vor, weshalb der Bericht vom 5. 

April 2019 den rechtlichen Anforderungen ebenfalls nicht genüge. In ihrem 

Bericht vom 5. April 2019 führt N.________ aus, in der Wegleitung des 

Amtes für Raumentwicklung des Kantons Graubünden würden – unter 

Berücksichtigung der Sicherstellung der Bauqualität in historischen Dorf-

kernen – die gestalterischen und architektonischen Möglichkeiten für die 

Umnutzung von Stallscheunen aufgezeigt werden. Auch wenn die Stall-

scheune P.________ nicht als ortsbildprägende Baute definiert werde, 

gebe diese Wegleitung die Richtung an, wie Stallscheunen – bei sorgfälti-

gem Umgang mit der bestehenden Bausubstanz –  zu unverwechselbaren 

Bauten mit hoher Wohnqualität ausgebaut werden könnten. Aus diesem 

Ausführungen ergibt sich, dass N.________ die Wegleitung des Amtes für 

- 29 -

Raumentwicklung des Kantons Graubünden lediglich hilfsweise herange-

zogen hat. Dabei ist zu konkretisieren, dass es sich dabei augenscheinlich 

um die Wegleitung "Geschützte und ortsbildprägende Bauten Wegleitung 

Bauprojekte" und nicht um die von der Beschwerdegegnerin eingereichte 

Wegleitung "Geschützte und ortsbildprägende Bauten Wegleitung Nut-

zungsplanung" (vgl. Bf-act. 16) gehandelt hat. Ausschliesslich die erste 

Wegleitung behandelt nämlich die Umnutzung von historischen Stall-

scheunen. Ziel dieser Wegleitung ist es, dass die äussere Erscheinung 

und die bauliche Grundstruktur durch einen Stallumbau im Wesentlichen 

unverändert beibehalten wird. Der Beizug dieser Wegleitung erweist sich 

nach Auffassung des Verwaltungsgerichts vorliegend durchaus als ge-

rechtfertigt. Dabei ist zu berücksichtigten, dass sich gemäss Art. 37 Abs. 

3 BG Umbauten und Renovierungen in der "zona O.________" der tradi-

tionellen Bauweise der Gemeinde hinsichtlich Materials, Grösse, Proporti-

onen, Positionen, Form des Daches und der Farbe anzupassen haben. 

Die Anpassung an die traditionelle Bauweise bringt zum Ausdruck, dass 

durch den Umbau von historischen Stallscheunen der Stallcharakter wei-

terhin beibehalten werden soll. Damit verlangt Art. 37 Abs. 3 BG dem 

Grundsatz nichts anderes, als mit der Wegleitung "Geschützte und ortbild-

prägende Bauten Wegleitung Bauprojekte" beabsichtigt wird. Der hilfs-

weise Beizug dieser Wegleitung zur Beurteilung des Stallumbaus in ge-

stalterischer Hinsicht ist somit nicht zu beanstanden. Der Bericht von 

N.________ vom 5. April 2019 leidet unter diesem Gesichtspunkt daher 

nicht an einem inhaltlichen Mangel. 

6.12. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der angefochtene Ent-

scheid sowie insbesondere der ihm zugrundliegende Bericht von 

N.________ vom 5. April 2019 nicht zu beanstanden sind. Die realisierte 

Südfassade passt sich demnach hinsichtlich Material und Farbe nicht an 

die traditionelle Bauweise gemäss Art. 37 Abs. 3 BG an, weshalb sie 

nachträglich nicht bewilligt werden kann.

- 30 -

7. Hat die Beschwerdegegnerin die realisierte Südfassade infolge Verletzung 

von Art. 37 Abs. 3 BG nachträglich zu Recht nicht bewilligt, liegt eine ma-

terielle Baurechtsverletzung vor. Entsprechend stellt sich die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht die Wiederherstellung des gesetzmässigen 

Zustands verlangt hat, indem sie die Beschwerdeführer wie folgt verpflich-

tete: 

1. Zur Herstellung des rechtmässigen Zustands sind Schräglamellen aus Holz 
vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von 
ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss 
(StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie Schräglamellen aus Holz bei 
der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlichen 
Fenstersegment auf der Westseite anzubringen.  

(…)

7.1. Dem überarbeiteten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (Bg-act. 6) kann 

entnommen werden, dass an der Südfassade ausschliesslich vor den bei-

den schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m 

im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss 

Schräglamellen auf Holz vorgesehen waren. Im 1. Obergeschoss waren 

hingegen keine solche Schräglamellen geplant (vgl. Bg-act. 6). Am 13. Fe-

bruar 2013 bewilligte die Beschwerdegegnerin diesen Fassadenplan. Die 

entsprechende Baubewilligung ist in der Folge in Rechtskraft erwachsen 

(vgl. Bg-act 8). Hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid 

angeordnet, es müssten auch beim Fenstersegment im westlichen Be-

reich der Wohnung im 1. Obergeschoss Schräglamellen aus Holz ange-

bracht werden, kommt sie auf den rechtskräftigen Fassadenplan vom 24. 

Januar 2013 bzw. die entsprechende Baubewilligung zurück. Hierfür be-

steht kein Anlass. Gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG revidiert die Behörde, die 

zuletzt entschieden hat, rechtskräftige Entscheide von Amtes wegen oder 

auf Antrag, wenn: a) die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen oder 

Beweismittel entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr nicht möglich 

- 31 -

war, b) durch ein Verbrechen oder Vergehen auf den Entscheid eingewirkt 

wurde, c) eine von der Behörde beurteilte zivil- oder strafrechtliche Vor-

frage vom zuständigen Zivil- oder Strafgericht anders entschieden worden 

ist, d) die Behörde aktenkundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht 

gewürdigt hat, e) einzelne Punkte des Rechtsbegehrens unbeurteilt ge-

blieben sind. Es verhält sich nun so, dass keiner dieser Revisionsgründe 

einschlägig sind, was von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend ge-

macht wird. Dies hat zur Konsequenz, dass die Beschwerdegegnerin die 

rechtskräftige Baubewilligung (vgl. Bg-act. 8) nicht dahingehend in Revi-

sion ziehen kann, dass sie die Anbringung von "Schräglamellen aus Holz 

bei der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätz-

lich erstellten Fenstersegment auf der Westseite" verlangen kann. Die Be-

schwerde ist insofern gutzuheissen; dies umso mehr, als auch die Voraus-

setzungen für einen Widerruf gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG nicht gegeben 

sind. 

7.2.1. Aufgrund des Darlegten ist demnach ausschliesslich zu beurteilen, ob im 

Sinne einer Wiederherstellung Schräglamellen aus Holz vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-

Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) anzubringen sind. Gemäss Art. 94 Abs. 

1 KRG sind materiell rechtswidrige Zustände auf Anordnung der kommu-

nalen Baubehörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung 

ein Bussverfahren durchgeführt wurde oder nicht. Die Pflicht zur Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustands obliegt gemäss Art. 94 Abs. 3 

KRG sowohl dem Eigentümer als auch der Person, die den rechtswidrigen 

Zustand herbeigeführt hat. Nur ausnahmsweise kann gemäss Art. 94 Abs. 

4 KRG aus Gründen der Verhältnismässigkeit oder des Vertrauensschut-

zes von der Anordnung von Wiederherstellungsmassnahmen ganz oder 

teilweise abgesehen werden, weshalb über eine Duldungsverfügung der 

gesetzwidrige Zustand hingenommen werden muss. Die Bestimmung von 

- 32 -

Art. 94 Abs. 3 KRG, welche vorschreibt, dass der Bauherr einen vor-

schriftswidrigen Zustand zu beseitigen hat, gleichgültig ob er für dessen 

Herbeiführung bestraft worden ist oder nicht, gilt nicht absolut, sondern ist 

entsprechend dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit so zu handhaben, 

dass ein blosser Verstoss gegen formelle Baupolizeivorschriften für sich 

allein die Anordnung der Beseitigung von Bauteilen nicht nach sich zieht; 

für einen solchen Eingriff ist nach ständiger Rechtsprechung des Verwal-

tungsgerichts vielmehr auch eine Verletzung materieller Bauvorschriften 

Voraussetzung (PVG 1993 Nr. 29 E. 2, PVG 1981 Nr. 22 R.3).

7.2.2. Ein weiteres Kriterium, welches das Bundesgericht bei der Wiederherstel-

lung berücksichtigt, ist die Frage, ob der Bauherr zur Bauausführung er-

mächtigt war. Diese Frage wäre zu bejahen, wenn die Bauherrschaft sich 

erfolgreich auf den Schutz des guten Glaubens berufen könnten. Es ist 

aktenkundig, dass die Bauherrschaft – entgegen dem bewilligten Fassa-

denplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) –  an den hier zur Diskussion 

stehenden Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss keine Schrägla-

mellen aus Holz angebracht hat. Gemäss Art. 60 Abs. 4 KRG hätte das 

Bauvorhaben indes den bewilligten Plänen entsprechend ausgeführt wer-

den müssen. In diesem Zusammenhang machen die Beschwerdeführer 

geltend, die Bauherrschaft habe M.________ am 1. September 2015 (vgl. 

Bg-act. 13), mithin während der Bauphase, einen neuen Fassadenplan 

eingereicht, gemäss welchem die Südfassade realisiert worden sei. Zu 

diesem neuen Fassadenplan habe sie von der Beschwerdegegnerin nie 

eine Rückmeldung erhalten. Sofern die Beschwerdeführer damit geltend 

machen wollen, die Bauherrschaft hätte darauf vertrauen dürfen, dass die 

Beschwerdegegnerin die vom bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 

2013 (vgl. Bg-act. 6) abweichenden Projektänderungen dulden würde, weil 

sie auf den neu eingereichten Fassadenplan vom 1. September 2015 

während rund 15 Monaten nicht reagierte, ist dies nicht zu hören. 

Grundsätzlich hindert die vorübergehende Duldung eines rechtswidrigen 

Zustandes die Behörde nicht an der späteren Behebung dieses Zustands. 

- 33 -

Eine Vertrauensgrundlage, die der Wiederherstellung der Rechtmässig-

keit ganz oder teilweise entgegensteht, wird durch behördliche Untätigkeit 

nur in Ausnahmefällen geschaffen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemei-

nes Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz 651). Den Akten 

kann entnommen werden, dass die Bauherrschaft M.________ den Fas-

sadenplan, gemäss welchen die Südfassade realisiert wurde, am 1. Sep-

tember 2015 eingereicht hatte. Mit Schreiben vom 9. März 2017 setzte die 

Beschwerdegegnerin die Bauherrschaft alsdann darüber in Kenntnis, dass 

ihr anlässlich der Bauabnahme vom 14. November 2016 angezeigt wor-

den sei, dass vor den Fenstern fälschlicherweise keine Schräglamellen 

aus Holz angebracht worden seien. Gleichzeitig teilte die Beschwerdegeg-

nerin mit, dass eine solche Bauausführung nicht bewilligt werden könne 

(vgl. Bg-act. 16). Vor diesem Hintergrund musste der Bauherrschaft am 

14. November 2016, spätestens aber am 9. März 2017, klar gewesen sein, 

dass der Fassadenplan vom 1. September 2015 nicht bewilligt werden 

würde. Selbst wenn in diesem Verhalten eine (vorübergehende) behördli-

che Untätigkeit zu erblicken wäre, vermöchte dadurch noch keine Vertrau-

ensgrundlage geschaffen werden; schliesslich hätte diese Untätigkeit le-

diglich maximal rund 18 Monate gedauert. Diese Zeitdauer vermag bei 

weitem keinen Ausnahmefall zu begründen, wonach behördliche Untätig-

keit eine Vertrauensgrundlage darstellt. Auf Vertrauensschutz kann sich 

zudem nur derjenige berufen, der von der Vertrauensgrundlage Kenntnis 

hatte und ihre allfällige Fehlerhaftigkeit nicht kannte und auch nicht hätte 

kennen müssen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 654 f.). Grundsätz-

lich muss in diesem Zusammenhang davon ausgegangen werden, dass 

sich der Bauwillige selber um die Zulässigkeit seines Tuns zu kümmern 

hat (vgl. PVG 1993 Nr. 29 E.2). Der Schutz des Vertrauens rechtfertigt sich 

nur, wenn der Bauherr die ihm nach den Umständen zumutbare Sorgfalt 

und Aufmerksamkeit hat walten lassen. Wer trotz vorhandener und sich 

nach objektiven Massstäben aufdrängenden Zweifeln über die Tragweite 

einer Baubewilligung ohne entsprechende Abklärungen bei der verfügen-

- 34 -

den Behörde Bauarbeiten vornimmt, kann sich gegenüber einem Abbruch-

befehl nicht mit Erfolg auf den Schutz seines Glaubens berufen (BGE vom 

14. Februar 1979 in ZBl 80/1979 S. 312 f. E.4b). Der bewilligte Fassaden-

plan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) sah an der Südfassade unbe-

strittenermassen Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen ver-

tikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen 

Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss vor. Dieser Fassa-

denplan wurde wohlgemerkt von H.________, einziger Gesellschafter der 

Bauherrschaft, gezeichnet (vgl. Bg-act. 6). Auf dem am 1. September 2015 

von der Bauherrschaft nachgereichten Fassadenplan notierte 

M.________ am 15. September 2015, dass sich H.________ bewusst 

seien, dass die realisierte Südfassade nicht dem bewilligten Fassadenplan 

vom 24. Januar 2013 entspreche. Der Bauherrschaft musste somit be-

kannt sein, dass sie die Südfassade nicht entsprechend den bewilligten 

Fassadenplan vom 24. Januar 2013 ausgeführt hat. Vor diesem Hinter-

grund kann der Bauherrschaft der gute Glaube nicht zugebilligt werden; 

dies umso weniger als die Bauherrschaft in ihrer im Parallelverfahren (R 

20 36) eingereichten Eingabe vom 8. Mai 2020 selber ausführen, dass 

"lediglich aus wohnhygienischen Gründen von der Anbringung der 

Schräglamellen (…)" abgesehen worden sei. Daraus ergibt sich, dass die 

Bauherrschaft in vollem Bewusstsein vom bewilligten Fassadenplan vom 

24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) abgewichen ist, indem sie an der Südfas-

sade auf die Anbringung von Schräglamellen aus Holz verzichtet hat. Un-

behelflich ist auch der Einwand, wonach M.________ der Bauherrschaft 

dahingehend Auskunft gegeben haben solle, dass die Projektanpassun-

gen als Nachtrag bewilligt werden würden. Der Vertrauensschutz schreibt 

vor, dass die Amtsstelle, die die Auskunft gab, zur Auskunftserteilung zu-

ständig gewesen sein müsse. Die Kompetenz zum Entscheid schliesst 

grundsätzlich auch diejenige zur Auskunftserteilung ein (HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, a.a.O., Rz 676 f). Bei der Frage, ob sich in diesem Zusam-

menhang der Vertrauensschutz rechtfertigt, ist zu berücksichtigten, dass 

- 35 -

die Bauherrschaft in der Gemeinde bereits mehrere Bauprojekte realisiert 

hat. Es hätte ihr somit bewusst sei müssen, dass über (nachträgliche) Bau-

gesuche ausschliesslich der Gemeindevorstand entscheidet, zu welchem 

M.________ indes nicht gehörte. Um eine verbindliche Zusicherung zu er-

halten, ob die Abänderungen als Nachtrag bewilligt werden würden, hätte 

sich die Bauherrschaft somit an den Gemeindevorstand wenden müssen; 

schliesslich schliesst die Entscheidkompetenz des Gemeindevorstands 

auch die Zuständigkeit zur Auskunftserteilung mit ein. Hat sie dies nicht 

getan, hat sie auch nicht die von ihr geforderte nötige Sorgfalt und Auf-

merksamkeit walten lassen, so dass sich der Vertrauensschutz auch unter 

diesem Aspekt nicht rechtfertigt. Sofern die Beschwerdeführer unter dem 

Aspekt des Vertrauensschutzes überdies vorbringen, die Beschwerdegeg-

nerin hätte gestützt auf Art. 60 Abs. 4 KRVO einen Baustopp verfügen 

müssen, verfängt dieses Vorbringen ebenfalls nicht. Es ist aktenkundig, 

dass der von der Bauherrschaft nachgereichte Fassadenplan, gemäss 

welchem die Südfassade realisiert worden ist, am 1. September 2015 bei 

der Beschwerdegegnerin einging. Am 15. September 2015 notierte 

M.________ auf diesem Plan, dass die Südfassade entgegen den bewil-

ligten Plänen ausgeführt worden sei und die Bauherrschaft sich dieser Tat-

sache bewusst sei (vgl. Bg-act. 13). Diese Notiz spricht dafür, dass 

M.________ sich erstmals am 15. September 2015 – während des Jagd-

unterbruchs – mit eigenen Augen davon überzeugen konnte, dass die re-

alisierte Südfassade nicht den bewilligten Plänen entspricht. Dass zwi-

schen der Einreichung des Fassadenplans am 1. September 2015 und 

dem Augenschein vor Ort 14 Tage verstrichen sind, ist insofern nachvoll-

ziehbar, als M.________ sich auf der Hochjagd befand, welche gemäss 

Art. 11 des kantonalen Jagdgesetzes (KJG; BR 740.000) jeweils im Monat 

September für die Dauer von höchstens 21 Tage mit der Möglichkeit eines 

Jagdunterbruchs für die Dauer von mindestens drei aufeinanderfolgenden 

Tagen angesetzt wird. Stellte M.________ am 15. September 2015 erst-

mals mit eigenen Augen fest, dass die fertiggestellte Südfassade nicht den 

- 36 -

bewilligten Plänen entspricht, wäre ein Baustopp zum Vornherein ins 

Leere gelaufen. Der Vorwurf der Beschwerdeführer, wonach der unterlas-

sene Baustopp begründetes Vertrauen dahingehend hervorgerufen habe, 

dass die realisierte Südfassade nachträglich bewilligt werden würde, ver-

fängt somit nicht. 

7.2.3. Die Beschwerdeführer machen geltend, dass sie die Wohnung am 22. Ja-

nuar 2016 gekauft hätten und bis zum Eingang des Schreibens der Be-

schwerdegegnerin vom 19. Juli 2019 in guten Treuen davon ausgegangen 

seien, dass das Bauvorhaben bewilligt werden würde. In diesem Ver-

trauen seien sie zu schützen. Die Beschwerdeführer haben die 3.5-Zim-

merwohnung in der hier zur Diskussion stehenden Liegenschaft am 22. 

Januar 2016 gekauft (vgl. Bf-act. 3). Am 14. November 2016, also vier 

Monate später, fand die Bauabnahme statt, anlässlich welcher festgestellt 

worden war, dass die Südfassade entgegen dem bewilligten Plänen vom 

24. Januar 2013 realisiert worden ist (vgl. Bg-act. 12). Bemerkenswert ist 

nun, dass H.________ anlässlich der Bauabnahme vom 14. November 

2016 als Vertreter ("rapreschantant") – zumindest für die Beschwerdefüh-

rer – fungierte (vgl. Bg-act. 12). Entsprechend waren die Beschwerdefüh-

rer damals auch nicht vor Ort, was sich aus dem Kollaudationsprotokoll 

ergibt (vgl. Bg-act. 12). Vor Ort waren auf Seiten der Bauherrschaft und 

der Stockwerkeigentümer ausschliesslich H.________. Handelte 

H.________ anlässlich der Bauabnahme vom 14. November 2016 als Ver-

treter der Beschwerdeführer, können sie nicht vorbringen, sie seien gut-

gläubig gewesen. Es verhält sich nämlich so, dass die Beschwerdeführer 

sich das Wissen ihres Vertreters anrechnen lassen müssen. H.________ 

musste aufgrund der ihm anlässlich der Bauabnahme vom 14. November 

angezeigten Beanstandungen zumindest damit rechnen, dass die Südfas-

sade nicht wie realisiert, bewilligt werden würde. Dieses Wissen ist den 

Beschwerdeführern anzurechnen, weshalb sie nicht erfolgreich auf den 

Vertrauensschutz berufen können. 

- 37 -

7.2.4. Sofern die Beschwerdeführer einwenden, dass die angeordnete Anbrin-

gung von Schräglamellen aus Holz vor den Fenstern an der Südfassade 

nicht verhältnismässig sei, ist dies nicht zu hören. Im Hinblick auf die ge-

nerelle Rechtmässigkeit der Wiederherstellungsverfügung hat eine Abwä-

gung zwischen den öffentlichen und privaten Interessen an der Wieder-

herstellung des rechtmässigen Zustands und den privaten Interessen am 

Festhalten am gesetzwidrigen Zustand zu erfolgen. Da generell ein sehr 

gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Ordnung besteht, sind kaum Fälle denkbar, in denen es trotz grösseren 

Abweichungen von den Bauvorschriften als durch ein schützenswertes In-

teresse abgedeckt erscheint, eine widerrechtliche Baute stehen zu lassen. 

Es darf deshalb bei materiell rechtswidrigen Bauten höchstens dann von 

einer Wiederherstellung abgesehen werden, wenn die Abweichung sehr 

geringfügig ist und die berührten allgemeinen Interessen den aus der Wie-

derherstellung für den Eigentümer erwachsenen Schaden nicht zu recht-

fertigten vermögen (BGE 111 Ib 224 E.6b; VGU R 15 58 vom 4. Oktober 

2016 E.5.c; BEELER, Die widerrechtliche Baute, Diss. Zürich 1984, S. 79). 

Weiter wird die Ansicht vertreten, dass es selbst bei Geringfügigkeit der 

Rechtsverletzung nicht angehe, die Einhaltung klarer Gesetzesbestim-

mungen mit Berufung auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit aufzu-

geben. Das Verhältnismässigkeitsprinzip dürfe nicht dazu führen, ein zwei-

tes Mal materielle Gesichtspunkte anzuwenden; es gehe nicht um Kapitu-

lation vor faktischen Zwängen, sondern um ein in Extremfällen gebotenes 

Abweichen vom starren Recht (RHINOW/KRÄHENMANN, Schweizerische 

Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 56 B VI d, 

S. 174). Das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der Baugesetzge-

bung ist bekanntlich gross. Zum einen soll verhindert werden, dass die 

Verletzung von gesetzlichen Vorschriften honoriert wird und damit letztlich 

die Glaubwürdigkeit von Raumplanung und Rechtsstaat gewahrt werden 

(vgl. BGE 111 Ib 2013 E.6b). Zum anderen spielt aber auch der Aspekt 

- 38 -

der Rechtsgleichheit eine Rolle. Grundsätzlich kann festgehalten werden, 

dass für den Erlass einer Wiederherstellungsverfügung im Rahmen der 

Verhältnismässigkeitsprüfung nicht eine schwere Verletzung öffentlicher 

Interessen vonnöten ist. Vielmehr erweist sich eine solche Massnahme 

bereits als gerechtfertigt, wenn die Abweichung vom Gesetz nicht mehr 

als gering bezeichnet werden kann und die allgemeinen Interessen an der 

Einhaltung der Bauordnung den dem Bauherrn erwachsenen Schaden zu 

rechtfertigen vermöge. Nach der Rechtsprechung kann sich selbst ein 

Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, gegenüber einer Wie-

derherstellung auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit berufen. Er 

muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörde aus grundsätzlichen Erwä-

gungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen 

Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmässigen 

Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn allenfalls 

erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berücksich-

tigen (BGE 111 Ib 224 E.6, 108 Ia 218 E.4b). 

7.2.5. Um beantworten zu können, ob die Bauherrschaft gut- oder bösgläubig 

war, muss erst geprüft werden, ob sie sich an den am 13. Februar 2013 

bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013, welcher Schräglamellen 

aus Holz vorsah, hätte halten müssen oder nicht, was klar zu bejahen ist; 

dies umso mehr, als sie sich – wie dargelegt – auch nicht erfolgreich auf 

den Vertrauensschutz berufen kann (vgl. vorstehende Erw. 7.3.2.). Die 

Bauherrschaft hat mithin nicht als gut-, sondern als bösgläubig zu gelten. 

An der Einhaltung der Ästhetikvorschrift gemäss Art. 37 Abs. 3 BG, welche 

vorliegend mangels Anbringung der Schräglamellen aus Holz verletzt 

wurde, besteht ein öffentliches Interesse, da damit das traditionelle ur-

sprüngliche Ortsbild in der "zona O.________", welches von verputztem 

Mauerwerk und Holz geprägt war (vgl. Bg-act. 35 und 36), beibehalten 

werden soll. Daran ändert auch das anlässlich des Augenscheins vorge-

tragene Argument nichts, wonach die Südfassade nicht einsehbar sei. Wie 

- 39 -

der Augenschein gezeigt hat, verfängt dieses Argument nämlich nicht. Es 

verhält sich vielmehr so, dass die Südfassade insbesondere von der Ver-

bindungsstrasse zwischen "Q.________" und "R.________" ganzflächig 

einsehbar ist (vgl. Foto 9 des Augenscheinprotokolls). Daneben ist die 

Südfassade – wenn auch nicht in ihrer gesamten Fläche – auch vom Dorf-

brunnen beim "Q.________" sowie vom "Q.________" selber einsehbar 

(vgl. Foto 8 und 10 des Augenscheinprotokolls). 

7.2.6. Falls es sich jedoch so verhält, dass eine grosse Anzahl von Stallumbau-

ten in der "zona O.________" nicht der Gestaltungsvorschrift von Art. 37 

Abs. 3 BG entspricht, kann unter Umständen ein Anspruch der Beschwer-

deführer auf Gleichbehandlung im Unrecht bestehen. Die Lehre und 

Rechtsprechung äussern sich dahingehend, dass wenn eine Behörde in 

einem Fall eine vom Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat, 

dies den Privaten, die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich 

keinen Anspruch darauf gibt, ebenfalls abweichend von der Norm behan-

delt zu werden (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 599; BGE 139 

II 49 E.7.1, 124 IV 44 E.2.c). Dies gilt allerdings nur dann, wenn die abwei-

chende Behandlung lediglich in einem einzigen Fall oder in einigen weni-

gen Fällen erfolgt ist. Besteht hingegen eine eigentliche ständige geset-

zeswidrige Praxis und lehnt es die Behörde ab, diese aufzugeben, so kön-

nen Private verlangen, dass die widerrechtliche Begünstigung, die Dritten 

zuteilwurde, auch ihnen gewährt wird (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, 

a.a.O., Rz 599; BGE 139 II 49 E.7.1, 136 I 65 E.5.6). In diesem Zusam-

menhang führen die Beschwerdeführer aus, dass sich der hier zur Diskus-

sion stehende Stallumbau insbesondere mit dem Projekt "S.________", 

welches sich ebenfalls in derselben Dorfkernzone in C.________ befinde, 

vergleichen lasse (vgl. Bf-act. 12). Im vorliegenden Verfahren sowie im 

Parallelverfahren (R 20 36) können neben dem Projekt "S.________" nur 

noch einige wenige angebliche Vergleichsobjekte, welche – wie der hier 

zur Diskussion stehende Stall – in der "zona O.________" in C.________ 

- 40 -

liegen, ins Feld geführt werden (vgl. Bf-act. 10). Selbst wenn diese Ver-

gleichsprojekte mit der hier zur Diskussion stehenden Baute vergleichba-

ren wären, was für das Verwaltungsgericht nicht ohne Weiteres augenfäl-

lig ist, könnte somit höchstens von einer falschen Rechtsanwendung in 

einigen wenigen Fällen gesprochen werden. Da im vorliegenden Fall keine 

ständige Praxis der Beschwerdegegnerin ausgemacht werden kann, Art. 

37 Abs. 3 BG verletzende Stallumbauten zu tolerieren, kann den Be-

schwerdeführern auch keine Begünstigung gewährt werden.

8. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Nichtanbringen von 

Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen vertikalen Fensterseg-

menten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnun-

gen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) 

materiell rechtswidrige bauliche Massnahmen darstellen. Da generell ein 

gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Ordnung vorliegt und die Beschwerdeführer keine besonderen Umstände 

geltend machen können, ist dieses vorliegend gegeben. Im Sinne des Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatzes wurde von der Beschwerdegegnerin das 

mildeste Mittel angewendet. Es ist nicht ersichtlich, welche andere, weni-

ger weit in die Rechtsposition eingreifenden Rechtsinstitute zur Durchset-

zung der Rechtsordnung zur Verfügung stünden. Die von der Bauherr-

schaft und H.________ im Parallelverfahren (R 20 36) vorgebrachten fi-

nanziellen und faktischen Interessen der Stockwerkeigentümer und des 

damit verbundenen Festhaltens am gesetzwidrigen Zustand vermag dem 

öffentlichen Interesse an der Durchsetzung der Zwangsmassnahme nicht 

entgegen zu stehen. Was die faktischen Interessen anbelangt, hat der Au-

genschein gezeigt, dass trotz Schräglamellen aus Holz – wenn auch ein-

geschränkt – dennoch eine angemessene Aussicht besteht. Entscheidre-

levant ist aber vor allem, dass der Verkaufsdokumentation (vgl. Bg-act. 48) 

entnommen werden konnte, dass vor den hier zur Diskussion stehenden 

Fenstern an der Südfassade Schräglamellen aus Holz angebracht werden 

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würden. Entsprechend ist im Baubeschrieb zu den Kaufverträgen (vgl. Bg-

act. 49) auch festgehalten, dass "alle Fenster, deren Fläche nicht von der 

Holzbretterverschalung" verkleidet sind, Lamellenstoren erhalten. Vor die-

sem Hintergrund hätte den Stockwerkeigentümern – so auch den Be-

schwerdeführern – als Käufer der Wohnungen bewusst sein müssen, dass 

Schräglamellen aus Holz geplant waren. Vor diesem Hintergrund kann 

nicht vorgebracht werden, die Stockwerkeigentümer würden durch das 

Anbringen der Holzlamellen ihrer Aussicht beraubt werden. Ob die Wie-

derherstellung beträchtliche finanzielle Kosten für die Stockwerkeigentü-

mer mit sich bringen wird, kann nicht beurteilt werden. Diese Frage kann 

letztlich offengelassen werden; schliesslich stehen den Stockwerkeigentü-

mern als Käufer der Wohnungen allenfalls Gewährleistungsansprüche aus 

Kaufvertrag gegen die Beschwerdeführer zu, womit sie die Kosten einer 

Wiederherstellung auf die Bauherrschaft bzw. H.________ überwälzen 

könnten. Dass die Anbringung der Schräglamellen aus Holz an sich tech-

nisch nicht möglich sei, wird im Übrigen nicht behauptet. 

9. Die Beschwerde wird bezüglich der Wiederherstellung somit teilweise gut-

geheissen, im Übrigen jedoch abgewiesen. Bei diesem Ausgang des Ver-

fahrens gehen die Verfahrenskosten zu 4/5 zu Lasten der solidarisch haf-

tenden Beschwerdeführer und zu 1/5 zu Lasten der Beschwerdegegnerin, 

welche überdies den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern eine ent-

sprechend dem Verfahrensausgang reduzierte Parteientschädigung zu be-

zahlen hat. Diese wird entsprechend der eingereichten Honorarnote auf 

CHF 2'755.70 (inkl. MWST) festgesetzt.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen dahingehend teilweise gut-

geheissen, dass die Verpflichtung, wonach Schräglamellen aus Holz bei 

der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlichen 

Fenstersegment an der Westseite anzubringen sind, aufgehoben wird. Im 

Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 884.--

zusammen CHF 4'884.--

gehen zu 4/5 zu Lasten von A.________, unter solidarischer Haftung, und 

zu 1/5 zu Lasten der Gemeinde B.________.

3. Die Gemeinde B.________ hat eine reduzierte Parteientschädigung von 

CHF 2'755.70 zu bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]