# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bfcc18f8-6133-522a-a1fa-41fb0788586d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.11.2025 D-7662/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7662-2024_2025-11-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-7662/2024 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter Kaspar Gerber, Richter Yanick Felley, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch MLaw Anja Roth, 

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht (…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. November 2024 / N (…). 

 

 

 

D-7662/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein Kurde mit letztem Aufenthalt in B._______, 

verliess die Türkei eigenen Angaben gemäss am 6. Januar 2024 und 

suchte am 10. Januar 2024 im Bundesasylzentrum (BAZ) Region 

C._______ um Asyl nach. Am 27. Februar 2024 bevollmächtigte er die ihm 

zugewiesene Rechtsvertretung. 

A.b Der Beschwerdeführer liess dem SEM am 5. März 2024 mehrere Be-

weismittel zukommen (Anklageschrift der Staatsanwaltschaft D._______ 

vom (…) 2023, Verhandlungsprotokoll der (…). Strafkammer des Amtsge-

richts D._______ vom (…) 2024, Auszug aus dem Personenstandsregister, 

diverse medizinische Berichte). 

A.c Am 8. März 2024 führte das SEM eine Erstbefragung (EB) des Be-

schwerdeführers nach Art. 26 Abs. 3 AsylG (SR 142.31) durch. Er erklärte, 

er sei in E._______ (Provinz F._______) geboren. Seine Familie sei unge-

fähr im Jahr 1996 nach B._______ gezogen. In den letzten drei Jahren 

habe er mehrheitlich in einem Haus eines Onkels in G._______ gelebt. Er 

habe die Primarschule besucht und die weitergehenden Schulen im Fern-

studium absolviert. Das Gymnasium habe er zirka im Alter von (…) Jahren 

abgeschlossen. Er habe den Beruf eines (…) gelernt und bis im (…) 2023 

bei einem Onkel (…) gearbeitet. 

Hinsichtlich seiner gesundheitlichen Verfassung führte er aus, er habe Brü-

che am (…) und am (…). Die Physiotherapie, die er in der Schweiz erhalte, 

nütze nicht viel, weil eine Operation notwendig sei. Wegen der erlebten 

Vorfälle habe er in der Türkei eine psychologische Therapie hinter sich. 

Nach seinen Asylgründen gefragt, machte er im Wesentlichen geltend, er 

werde seit Jahren mitgenommen, geschlagen und gefoltert. Sein Onkel, 

H._______, sei aus politischen Gründen in Haft gewesen. I._______, ein 

Polizist bei der Antiterrorpolizei in G._______, habe ihn in F._______ 

schwer gefoltert. Er (der Beschwerdeführer) sei von ihm grundlos mitge-

nommen und geschlagen worden. Wenn er in J._______ gewesen sei, sei 

er vom Polizisten K._______ «drangenommen» worden. Wegen eines On-

kels, der umgebracht worden sei, habe dieser bei ihnen mehrmals Razzien 

durchgeführt. Er habe behauptet, dass sie die Aufgaben des nicht mehr 

aktiven Onkels übernehmen würden. Wegen des getöteten Onkels sei er 

(der Beschwerdeführer) mehrmals mitgenommen worden. Als er einmal in 

einem Kaffeehaus gewesen sei, in dem kurdische Musik gespielt worden 

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sei, seien er und andere Personen festgenommen worden. Die Gäste des 

Lokals seien als Terroristen bezeichnet worden. Dem Inhaber sei vorge-

worfen worden, er beherberge Terroristen, weshalb sein Lokal geschlossen 

worden sei. Auch Verwandte von ihm seien als Terroristen abgestempelt 

worden, obwohl sie nichts mit Terroristen zu tun hätten. Er sei wegen sei-

nen Onkeln Gewalt ausgesetzt gewesen. Man habe ihm gesagt, er solle 

sich in Acht nehmen, obwohl er nichts Schlimmes gemacht, sondern nur 

seine Meinung geäussert habe. Als er vor zirka dreieinhalb Jahren einmal 

in einer Patisserie gewesen sei, hätten Polizisten der Antiterroreinheit sich 

erkundigt, wer er sei. Ein anderes Mal sei I._______ dort erschienen, habe 

sich an seinen Tisch gesetzt und ihn ausgefragt. Er habe gefragt, ob 

H._______ ein Onkel von ihm sei. Er (der Beschwerdeführer) habe seinen 

Onkel angerufen und ihm geschildert, wie I._______ aussehe. Danach 

habe dieser gesagt, er solle sofort nach L._______ kommen. Sein Onkel 

H._______ habe ihm geraten, er solle sich von der Region G._______ fern-

halten, da I._______ dort im Einsatz sei. Danach habe er G._______ meh-

rere Monate gemieden, weshalb I._______ Verdacht geschöpft habe. Als 

er einmal das Parteibüro der «Halklarin Demokratik Partisi» (HDP) verlas-

sen habe, sei er von vier Polizisten angehalten worden. Er sei von ihnen – 

darunter K._______ – gefoltert worden. Jedes Mal, wenn er gefoltert und 

verletzt worden sei, sei er ins Ferienhaus seines Onkels M._______ ge-

gangen, damit seine Familie ihn nicht in verletztem Zustand gesehen habe. 

Vor 13 Monaten habe er eine Psychotherapie gemacht, dem Arzt habe er 

den Grund seiner psychischen Beschwerden indessen verschwiegen. Er 

habe versucht, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Weil ein Wächter 

ihn entdeckt habe, sei er nicht gestorben. Er sei 14 Tage auf der Intensiv-

station des Krankenhauses in G._______ gewesen. Später habe ihm ein 

kurdischer Arzt helfen können, der ihm gesagt habe, er müsse erzählen 

und dürfe nicht alles für sich behalten. Er habe sich diesem Arzt öffnen 

können und bei ihm eine Therapie gemacht. 

Eines Tages seien sie in einem Autokonvoi nach N._______ gefahren, weil 

sie gewollt hätten, dass der inhaftierte Selahattin Demirtas freikomme. In 

der Nähe von O._______ seien sie in eine Strassenblockade geraten. Sie 

hätten einige Stunden warten müssen. Als sie gesehen hätten, dass ge-

panzerte Polizeifahrzeuge gekommen seien, hätten Anwälte der Partei ge-

sagt, sie sollten zurückkehren. Er sei mit Kollegen nach J._______ in den 

Park gefahren. Nach ein bis zwei Stunden seien vier Kollegen gegangen 

und er sei mit seinem Freund im Park zurückgeblieben. Als er diesem eine 

Zigarette angeboten habe, habe er «etwas ins Gesicht bekommen». Er 

habe vier bis fünf Polizisten gesehen, die schwere Gewalt ausgeübt hätten, 

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bis er bewusstlos geworden sei. Sie hätten geglaubt, er sei tot, und hätten 

ihn zurückgelassen. Als er das Bewusstsein wiedererlangt habe, habe er 

seinen Bruder angerufen, der ihn ins Krankenhaus gebracht habe. Er habe 

ihm gesagt, er sei gestürzt, und ihm geraten, dass er auch im Krankenhaus 

angeben solle, dass er gestürzt sei. Anschliessend hätten sie sich auf den 

Weg nach J._______ gemacht und seien in eine Polizeikontrolle geraten, 

bei der K._______ dabei gewesen sei. Die Polizisten hätten die Identitäts-

karte seines Bruders verlangt und diesem gesagt, dass A._______ auch 

aussteigen solle. Sein Bruder habe geantwortet, er sei verletzt und in einer 

Psychotherapie, man solle sie gehen lassen. Nach Anweisung von 

K._______ habe ein Polizist ihn aus dem Auto geholt. Sein Bruder habe 

K._______ an der Brust gehalten und ihn gefragt, warum er so weit gehe. 

Daraufhin sei sein Bruder geschlagen worden. Auch er (der Beschwerde-

führer) sei dort zusammengeschlagen worden. Ein Polizist der Einheit 

«Delfin» habe mit seinem Knie auf seinen Nacken gedrückt und seinen 

Kopf an die Autoscheibe geschlagen. Danach habe K._______ ihn am 

Kopf gehalten, ihn zu sich gezogen und ihm dreimal auf das Gesicht ge-

schlagen. Er habe aufzustehen versucht und dabei unbewusst die Lippen 

von K._______ verletzt. Danach seien ihm Handschellen angelegt und er 

sei mitgenommen worden. Seiner Familie sei gesagt worden, man sei be-

reit, die Sache zu regeln. Seine Familie müsse aber Aussagen machen, die 

von ihnen bestimmt würden. Er sei in dieser Nacht freigelassen worden. 

Einen Tag später sei er in G._______ bei einer Polizeioperation festgenom-

men und von Staatsanwalt P._______ ohne richterlichen Entscheid ins Ge-

fängnis (…) geschickt worden. Er sei in einer Zelle untergebracht worden, 

in der es viele Insekten gegeben habe, und habe kaum schlafen können. 

Die Aufseher hätten ihn auf Anweisung von P._______ in eine «Gummi-

zelle» gebracht, wo er mehrmals geschlagen worden sei. Im Gefängnis 

habe er die Anklageschrift betreffend das Verfahren im Zusammenhang mit 

dem Polizisten erhalten. Vorher sei seine Anwältin, Q._______, ins Ge-

richtsgebäude (…) zum Oberstaatsanwalt und anderen «Zuständigen» ge-

gangen. Der Oberstaatsanwalt habe entschieden, dass er am (…) 2023 

vom Gefängnis aus per Videoschaltung zu verhören sei. Anlässlich dieses 

Verhörs habe der Oberstaatsanwalt seine Freilassung angeordnet. Dann 

habe er (der Beschwerdeführer) seiner Familie alles erzählt, was er erlebt 

habe. Nach diesem Gespräch habe er entschieden, das Land zu verlassen, 

weil er davon ausgegangen sei, dass er zu Unrecht eine hohe Strafe be-

kommen werde. 

A.d Mit Eingabe vom 2. April 2024 liess der Beschwerdeführer eine Liste 

seiner Besuche in medizinischen Einrichtungen in der Türkei, wegen 

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erlittener Polizeigewalt und der davon herrührenden psychischen Prob-

leme, einreichen. Am 4. April 2024 liess er dem SEM einen Auszug aus 

dem Strafregister seines Onkels, H._______, zukommen, aus dem hervor-

gehe, dass dieser 1996 wegen Mitgliedschaft in der PKK («Partiya Karke-

ren Kurdistan») zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren und 6 Monaten ver-

urteilt und am (…) 2004 bedingt entlassen worden sei. 

A.e Das SEM hörte den Beschwerdeführer am 5. April 2024 zu seinen 

Asylgründen an. Nach seinem gesundheitlichen Befinden gefragt, sagte er, 

es gehe ihm gut. Er habe festgestellt, dass sein psychisches Leiden sich 

verbessert habe. Er zittere nicht mehr und denke auch anders. Eigentlich 

möchte er keine Therapie mit Medikamenten. Am folgenden Montag werde 

er eine psychologische Therapie beginnen. 

Zu seinen Wohnorten ab dem Jahr 2019 führte der Beschwerdeführer aus, 

er habe bei seiner Familie, bei seinem Onkel, in einer Mietwohnung und 

meistens in G._______ gelebt. Er sei immer auf der Flucht gewesen. Hin-

sichtlich seiner politischen Aktivitäten für die «Halklarin Esitlik ve Demo-

krasi Partisi» (seit Dezember 2023: DEM Parti) machte er geltend, er sei 

seit 2018 an Konferenzen gegangen, habe mit Jugendlichen diskutiert und 

für Kurden gesammelt, die Unterstützung benötigt hätten. Er habe zudem 

für verletzte Guerillas Medikamente besorgt. Anlässlich der Wahl habe er 

als Beobachter fungiert. Sie hätten sich für Gültan Kisanak und für Selahat-

tin Demirtas eingesetzt und Demonstrationen geplant, bei denen sie bis 

zum Gefängnis hätten gelangen wollen. Deswegen seien viele Freunde 

festgenommen worden. Sie hätten mit Jugendlichen gesprochen und ihnen 

gesagt, sie sollten bei Aktionen nicht aggressiv werden. Die Partei habe 

mehrfach ihren Namen wechseln müssen und heisse DEM. Er habe sich 

für die Kreisstadt L._______ eingesetzt und die Partei in J._______ be-

sucht. Sie hätten mit ihren Fahrzeugen Lebensmittel und Kleider an bedürf-

tige Familien verteilt. Da sein Vater seine Parteimitgliedschaft nie akzeptiert 

hätte, sei er der Partei nicht beigetreten. Falls der Staat von seiner Partei-

mitgliedschaft erfahren hätte, wäre sein Vater entlassen worden. Nur sein 

Onkel H._______ habe Kenntnis von seinen politischen Aktivitäten gehabt. 

Sie setzten sich für die Freiheit und für Menschen ein, die inhaftiert oder 

zum Verschwinden gebracht worden seien. Sein Onkel R._______ sei 

2006 oder 2007 umgebracht worden, weil er sich für die BDP/HADEP ein-

gesetzt habe. Man habe behauptet, er habe Suizid begangen. Seinem On-

kel H._______ sei zu Unrecht vorgeworfen worden, dass er 1992 der PKK 

beigetreten sei. Deswegen sei er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. 

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Der Beschwerdeführer erklärte weiter, dass er bereits 2019 in die Schweiz 

gekommen sei. Da er damals noch keine Probleme gehabt habe, sei er in 

die Türkei zurückgekehrt. Dann sei er in G._______ dem Folterer seiner 

Onkel (I._______) begegnet. Deshalb sei er sechs Monate lang nicht nach 

G._______ gegangen und habe die HDP in L._______ besucht, in deren 

«Parteihaus» er zum ersten Mal K._______ angetroffen habe. Dort sei er 

von ihm und von vier anderen Polizisten geschlagen worden. Auf Nach-

frage bestätigte er, dass er oftmals mitgenommen und geschlagen worden 

sei. Er sei auch von der Gendarmerie, die von I._______ instruiert worden 

sei, festgehalten und geschlagen worden. Es sei bei ihm bestimmt 20-mal 

ein MRI gemacht worden. In den Protokollen sei immer «Sturz» gestanden, 

was unzutreffend sei. Eine Woche vor seinem ersten Suizidversuch sei er 

zusammengeschlagen und gefoltert worden. Er habe sich in G._______ 

aufgehalten und sei am Abend zum See gegangen, um morgens zu fi-

schen. In der Nacht sei er in sein Zelt gegangen, um zu schlafen. Kurz 

danach seien Personen in Zivil gekommen, die sein Zelt zerstört hätten. 

Die Personen hätten Polizeistiefel angehabt, mit denen sie ihn ins Gesicht 

getreten hätten. Dabei habe er acht Zähne verloren. Sie hätten ihn liegen 

lassen und er sei später von jemandem ins staatliche Krankenhaus in 

G._______ gebracht worden. Von dort sei er in ein besser ausgestattetes 

Privatkrankenhaus namens «(…)» in S._______ verlegt worden. 

Nach weiteren Vorfällen gefragt, antwortete der Beschwerdeführer, sein 

Vater und er hätten mit vielen von dessen Verwandten T._______ abgeholt, 

als dieser nach (…) Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden sei. 

Er habe T._______ und dessen Jugendfreund U._______ mit seinem Auto 

gefahren. In V._______ seien sie angehalten und kontrolliert worden; die 

Beamten hätten gesagt, sie hätten den Terroristen aus dem Gefängnis ab-

geholt, und hätten T._______ auf den Posten mitnehmen wollen. Da sie 

gewusst hätten, dass man ihn umgebracht hätte, hätten sie dies nicht er-

laubt. Deshalb seien U._______ und er vulgär beschimpft und zusammen-

geschlagen worden. Sie seien zu dritt auf den Posten gebracht worden. 

Anwälte seien eingeschaltet worden und die anderen Personen, die 

T._______ abgeholt hätten, seien vor den Posten gefahren. Dann seien sie 

freigelassen worden. 

Nach weiteren Vorfällen gefragt, gab der Beschwerdeführer an, I._______ 

sei vier Mal in seine Wohnung gekommen. Einmal sei er mit seinen jungen 

Hunden alleine im Haus in G._______ gewesen, als dieser mit seinen Po-

lizisten gekommen sei. I._______ habe ihn unter Bezugnahme auf seinen 

Onkel als Terroristen beschimpft. Die Polizisten seien mit ihren Hunden ins 

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Haus eingedrungen. Nach einem Wortwechsel sei I._______ auf ihn los-

gegangen, worauf seine Hunde reagiert hätten. Die Polizisten hätten ihre 

Polizeihunde losgelassen und ihn gepackt, damit er gesehen habe, wie 

seine beiden Hunde zerfetzt worden seien. I._______ habe gesagt, wenn 

er sich weiterhin für die Partei einsetze, werde er noch schlimmere Sachen 

erleben. 

Der Beschwerdeführer erklärte, er sei K._______ zweimal begegnet. An-

sonsten sei er mehrheitlich von anderen Polizisten und Gendarmen ange-

griffen worden. Sie hätten von ihm jeweils verlangt, dass er die Parteiarbeit 

einstelle. Die Behörden hätten ihn wegen der früheren Aktivitäten seiner 

Onkel ins Visier genommen, die sehr erfolgreich gewesen seien und sehr 

viel bewirkt hätten. Sie gingen davon aus, dass er so wie seine Onkel wer-

den könnte. Auf Nachfrage gab er an, er sei bei mehreren Anwälten gewe-

sen. Er habe keine Anzeige erstattet, weil dies seinen Tod bedeutet hätte, 

und er habe erfolglos mehrere Massnahmen ergriffen, um sich zu schüt-

zen. Er sei vom (…) bis zum (…) 2023 im Gefängnis (…) gewesen und dort 

gefoltert worden. Der Richter habe bei seiner Entlassung aus der Untersu-

chungshaft gesagt, dass bei der nächsten Verhandlung am (…) 2024 das 

Strafmass bekannt gegeben werde. Man habe ihm vorgeworfen, 

K._______ verletzt zu haben. Die Behörden hätten eine Videoaufnahme 

vom Vorfall. Als man ihn ins Gefängnis überführt habe, sei er aufgefordert 

worden, sich auszuziehen. Er habe sich geweigert, die Unterhose auszu-

ziehen, habe «Freiheitsparolen» gerufen und sei getreten worden. Er sei 

73 Tage in einer Zelle eingesperrt und jeden Tag dreimal geschlagen wor-

den. Man habe ihn für die Schläge in einen mit Schaumstoff ausgelegten 

Raum gebracht. Im August sei seine Hand «nach unten gefallen». Er habe 

einen Aufseher gebeten, seiner Familie zu sagen, dass sie ihm einen An-

walt schicke. Die Anwältin habe zweimal erfolglos versucht, zu ihm zu kom-

men. Eines Tages sei sie mit vier bis fünf Anwälten gekommen, die gesagt 

hätten, sie würde an die Presse gelangen, falls man ihr den Eintritt ver-

wehre. Die Anwältin sei zu ihm in die Zelle gekommen und habe seine 

Hände fotografiert. Sie habe Anzeige erstattet, er sei danach ins Kranken-

haus «(…)» gebracht worden. Dort seien Vorbereitungen für eine Opera-

tion getroffen worden, die trotz Intervention seiner Anwältin nicht durchge-

führt worden sei. Später sei er in Handschellen in das Krankenhaus «(…)» 

gebracht worden. Der Chirurg habe das Gefängnispersonal angeschrien 

und gefragt, ob er schon lange in diesem Zustand sei. Er habe dies bejaht 

und gesagt, dass eine vorgesehene Operation nicht durchgeführt worden 

sei. Weil er dies gesagt habe, sei er in der Nacht wieder gefoltert worden. 

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Nach einem möglichen Strafmass gefragt, antwortete der Beschwerdefüh-

rer, seine Anwältin habe ihm gesagt, die Strafe könne zwischen zwei bis 

acht Jahren betragen. Des Weiteren sagte er, man würde ihn nicht am Le-

ben lassen. Er sei mehrmals dem Tod entkommen und einmal werde der 

Tag kommen, an dem man beseitigt werde. 

A.f Am 5. April 2024 ging beim SEM ein fremdsprachiges Schreiben des 

Beschwerdeführers vom 3. April 2024 ein. 

A.g Mit Eingabe vom 9. April 2024 teilte die Rechtsvertretung des Be-

schwerdeführers dem SEM mit, dieser habe den Eindruck gehabt, der bei 

der Anhörung eingesetzte Dolmetscher habe seine Aussagen falsch und 

teilweise unvollständig übersetzt. Seine Zweifel hätten sich anlässlich der 

Rückübersetzung bestätigt, da er fast auf jeder Seite korrigierend habe ein-

greifen müssen. Er mache sich Sorgen, dass nicht alles übersetzt worden 

sei. Die Rechtsvertretung merkte an, dass bei der Rückübersetzung wie-

derholt Korrekturen angebracht worden seien, die aus dem Protokoll nicht 

ersichtlich seien, weil diese direkt im Word-Dokument vorgenommen wor-

den seien. 

A.h Am 11. April 2024 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, sein 

Asylgesuch könne aufgrund der Aktenlage noch nicht entschieden werden. 

Es werde gemäss Art. 26d AsylG fortan im erweiterten Verfahren behan-

delt. Mit Verfügung vom gleichen Tag wies das SEM ihn für den weiteren 

Aufenthalt während des Verfahrens dem Kanton W._______ zu. 

A.i Mit Eingabe vom 16. April 2024 liess der Beschwerdeführer durch seine 

Rechtsvertretung dem SEM weitere Beweismittel zukommen (Eingangsbe-

schluss der (…) Strafkammer des Amtsgerichts D._______ vom (…) 2023, 

Aussageprotokoll von K._______ vom (…) 2023, Aussageprotokoll des Po-

lizeibeamten X._______ als Zeuge und Anzeigeerstatter vom (…) 2023, 

Aussageprotokoll des Beschwerdeführers vom (…) 2023, Aussageproto-

koll von Y._______ vom (…) 2023, Aussageprotokoll von Z._______ vom 

(…) 2023, Protokoll der Polizei über die Ereignisse und die Festnahme des 

Beschwerdeführers vom (…) 2023, gerichtsmedizinischer Bericht vom (…) 

2023, Bericht über die Videoaufzeichnung der Ereignisse vom (…) 2023, 

Überweisungsbericht des Polizeipräsidiums in J._______ an die General-

staatsanwaltschaft in D._______ vom (…) 2023, Protokoll über die Freilas-

sung des Beschwerdeführers vom Polizeipräsidium in J._______ vom (…) 

2023, Abschlusszeugnis des Bildungsministeriums, Auszüge aus «e-

nabiz» (elektronische Gesundheitsdatenbank) über die Besuche des 

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Beschwerdeführers im Spital am (…) 2021, (…) 2022 und (…) 2023, Ver-

handlungsprotokoll der (…). Strafkammer des Amtsgerichts D._______ 

vom (…) 2024). 

A.j Mit Schreiben seiner Rechtsvertretung vom 18. April 2024 liess der Be-

schwerdeführer dem SEM mitteilen, die handschriftliche Eingabe, die beim 

SEM am 5. April 2024 eingegangen sei, hänge nicht mit seinen Asylgrün-

den zusammen. Mit Schreiben vom gleichen Tag teilte die zugewiesene 

Rechtsvertretung mit, ihr Mandat sei beendet. 

A.k Die derzeitige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers informierte 

das SEM am 3. Mai 2024 über die Übernahme des Mandats und ersuchte 

um die Gewährung von vollständiger Akteneinsicht vor der Entscheidfäl-

lung. Zudem übermittelte sie dem SEM weitere Beweismittel (Niederlegung 

des Mandats der türkischen Rechtsanwältin des Beschwerdeführers vom 

18. April 2024, Verhandlungsprotokoll der (…). Strafkammer des Amtsge-

richts D._______ vom (…) 2024, Fotos der Verletzungen des Beschwerde-

führers, Video auf USB-Stick). 

A.l Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 9. Juli 2024 liess der Be-

schwerdeführer mitteilen, dass er vor einiger Zeit ein Rückkehrformular un-

terzeichnet habe. Er habe sich damals in einem psychischen Ausnahme-

zustand befunden. Er sei mehrmals in das Spital in Aa._______ eingeliefert 

worden, nachdem er versucht habe, sich etwas anzutun. Die Unterbrin-

gung in einem Einzelzimmer habe er als Retraumatisierung erlebt, da er 

sich an die Zeit erinnert habe, in der er in der Türkei festgehalten worden 

sei. Aus lauter Verzweiflung habe er dann das Rückkehrformular unter-

schrieben. Der Eingabe lagen Berichte des Psychiatrischen (…) vom (…) 

2024 sowie (…) 2024 bei. 

A.m Das SEM informierte den Beschwerdeführer am 12. Juli 2024 dahin-

gehend, dass das ihn betreffende Rückkehrverfahren geschlossen worden 

sei. 

A.n Mit Schreiben seiner Rechtsvertretung vom 16. September 2024 liess 

der Beschwerdeführer mitteilen, er habe aus lauter Verzweiflung über seine 

aktuelle Situation erneut ein Rückkehrformular unterzeichnet. Er habe sich 

wieder in einem psychischen Ausnahmenzustand befunden. Er wolle nicht 

in die Türkei zurückkehren und bitte um Kenntnisnahme, dass er an seinem 

Asylgesuch festhalte. 

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Seite 10 

A.o Der Beschwerdeführer wandte sich in einem persönlichen Schreiben 

vom 19. September 2024 an das SEM. 

A.p Das SEM teilte dem Beschwerdeführer am 26. September 2024 mit, 

sein Asylgesuch sei nicht abgeschrieben worden und das Verfahren werde 

fortgesetzt. 

A.q Mit Verfügung vom 6. November 2024 übermittelte das SEM der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers eine Kopie des Aktenverzeich-

nisses sowie Kopien der gewünschten Akten, soweit deren Einsicht nicht 

zu verweigern sei. 

B.  

Mit Verfügung vom 13. November 2024 – eröffnet am 15. November 

2024 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 10. Januar 2024 ab, wies 

ihn aus der Schweiz weg und stellte fest, er sei verpflichtet, das Staatsge-

biet der Schweiz sowie den Schengen-Raum am Tag nach Eintritt der 

Rechtskraft dieser Verfügung zu verlassen, dies zur Rückreise in seinen 

Heimat- beziehungsweise Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, 

das sich ausserhalb des Schengen-Raums befinde und in dem er aufge-

nommen werde. Es wies ihn darauf hin, dass die Wegweisung unter Zwang 

vollzogen werden könne, wenn er seiner Verpflichtung nicht innert Frist 

nachkomme, und beauftragte den Kanton W._______ mit dem Vollzug der 

Wegweisung. 

C.  

Mit Eingabe vom 5. Dezember 2024 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In dieser 

wurde beantragt, die Verfügung des SEM sei vollumfänglich aufzuheben, 

es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei Asyl zu gewäh-

ren, eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzu-

lässig, unzumutbar und unmöglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme 

anzuordnen, subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Ferner wurde in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt, es sei die 

unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses zu verzichten und es sei ein amtlicher Rechtsbeistand ein-

zusetzen. 

Der Beschwerde lagen die Kopie eines Ausweises von Bb._______ und 

eine Fürsorgebescheinigung vom 26. November 2024 bei. 

D-7662/2024 

Seite 11 

D.  

Der Instruktionsrichter hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege und amtliche Verbeiständung mit Zwischenverfügung 

vom 12. Dezember 2024 gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. Er gab dem Beschwerdeführer die Gelegenheit, dem Bun-

desverwaltungsgericht bis zum 27. Dezember 2024 Name und Adresse ei-

nes Rechtsvertreters mitzuteilen, der für die amtliche Verbeiständung zu-

gelassen werden könne, mit dem Hinweis, dass bei ungenutzter Frist Ver-

zicht angenommen werde. 

E.  

Mit Eingabe vom 17. Dezember 2024 teilte die HEKS Rechtsberatungs-

stelle für Asylrecht (…) unter Beilage einer Vollmacht vom 1. Mai 2024 mit, 

sie habe das Mandat im vorliegenden Beschwerdeverfahren übernommen 

und ersuche um Einsetzung von MLaw Shirin Fallahpour als unentgeltliche 

Rechtsbeiständin. 

F.  

Der Instruktionsrichter setzte MLaw Shirin Fallahpour mit Instruktionsver-

fügung vom 23. Dezember 2024 als amtliche Rechtsbeiständin des Be-

schwerdeführers ein. Er gewährte dem SEM zudem die Gelegenheit, bis 

zum 13. Januar 2025 eine Vernehmlassung zur Beschwerde einzureichen. 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 30. Dezember 2024 hielt das SEM vollum-

fänglich an seiner Einschätzung fest. Das Bundesverwaltungsgericht 

brachte dem Beschwerdeführer die vorinstanzliche Vernehmlassung am 

6. Januar 2025 zur Kenntnis. 

H.  

Der Beschwerdeführer wandte sich am 5. Februar 2025 persönlich an das 

Bundesverwaltungsgericht und informierte dieses über seinen angeschla-

genen Gesundheitszustand. Zudem erkundigte er sich nach dem Stand 

des Verfahrens und dem voraussichtlichen Urteilszeitpunkt. 

I.  

Mit Schreiben vom 13. Februar 2025 setzte der Instruktionsrichter die 

Rechtsbeiständin vom Schreiben des Beschwerdeführers in Kenntnis und 

teilte mit, dass es ihm nicht möglich sei, nähere Angaben zum Abschluss 

einzelner Beschwerdeverfahren zu machen. 

D-7662/2024 

Seite 12 

J.  

Mit E-Mail-Eingabe an das Migrationsamt des Kantons Dd._______ (Ein-

gang: 28. Februar 2025) stellte der Beschwerdeführer einen «Antrag auf 

Versetzung nach Dd._______ aufgrund psychischer Belastung» und damit 

ein Kantonswechselgesuch. Zuständigkeitshalber überwies das Migrati-

onsamt dasselbe an das SEM. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden Aus-

trittsberichte des Psychiatrischen (…) vom (…) 2025, (…) 2025, (…) 2025, 

(…) 2024, (…) 2024, (…) 2024, (…) 2024, (…) 2024 und (…) 2024 einge-

reicht. 

K.  

Die HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht (…) teilte mit Eingabe vom 

15. April 2025 (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 20. Mai 2025) mit, 

dass MLaw Shirin Fallahpour ihre Tätigkeit bei HEKS per 31. März 2025 

beendet habe und künftig in einem anderen Rechtsbereich tätig sein 

werde. Gleichzeitig wurde um Einsetzung von MLaw Anja Roth als neue 

Rechtsbeiständin ersucht. 

L.  

Der Instruktionsrichter entliess MLaw Shirin Fallahpour mit Instruktionsver-

fügung vom 27. Mai 2025 aus ihrem amtlichen Mandat und setzte MLaw 

Anja Roth als neue amtliche Rechtsbeiständin ein. 

M.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 24. September 2025 liess der 

Beschwerdeführer einen Arztbericht von Dr. med. Ee._______ vom 

19. September 2025 und einen Austrittsbericht des Psychiatrischen (…) 

vom 5. Juni 2025 einreichen. Die Rechtsvertretung ersuchte gleichzeitig 

um Auskunft über den Verfahrensstand. 

N.  

Der Instruktionsrichter teilte der Rechtsvertretung am 14. Oktober 2025 

mit, das Gericht sei nicht in der Lage, verbindliche Angaben zum Abschluss 

einzelner Beschwerdeverfahren zu machen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

D-7662/2024 

Seite 13 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde 

ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seines Entscheides aus, aus den vom 

Beschwerdeführer eingereichten Beweismitteln gehe nicht hervor, dass ge-

gen ihn aus politischen Gründen ein Strafverfahren eingeleitet worden sei. 

Gemäss der Bestätigung seiner Freilassung vom Polizeiposten J._______ 

D-7662/2024 

Seite 14 

vom (…) 2023 sei er wegen Behinderung einer Amtshandlung und Gewalt-

anwendung festgehalten worden. Am (…) 2023 sei gegen ihn bei der 

Staatsanwaltschaft D._______ Anzeige wegen Behinderung einer Amts-

handlung und Anwendung von Gewalt erstattet worden. Der Anklageschrift 

der Staatsanwaltschaft D._______ vom (…) 2023 hätten die Aussagen des 

Geschädigten und des Beschwerdeführers sowie Zeugenaussagen, ge-

richtsmedizinische Berichte und die Akten der Sicherheitsbehörden zu-

grunde gelegen. Aufgrund der Beweislage sei er von der Staatsanwalt-

schaft angeklagt worden, weil er sich bei einer Polizeikontrolle geweigert 

habe, seinen Personalausweis zu zeigen und den Polizisten K._______ 

beschimpft und mit einem Faustschlag verletzt habe. Gemäss Anklage-

schrift habe er sein Verschulden eingestanden. Die eingereichten Beweis-

mittel wiesen eindeutig auf ein gemeinrechtliches Delikt hin und liessen 

keine Rückschlüsse auf ein aus politischen Gründen eingeleitetes Strafver-

fahren zu. Beim Vorbringen, dass das Strafverfahren politisch motiviert sei, 

handle es sich um eine reine Behauptung. An dieser Schlussfolgerung än-

derten auch die in der Beweismitteleingabe vom 16. April 2024 gemachten 

Anmerkungen nichts. Der Bruder des Beschwerdeführers und dessen 

Freund hätten bei der Gerichtsverhandlung vom (…) 2024 ihre auf dem 

Polizeiposten J._______ gemachten Aussagen wiederholt. Beide hätten 

gesagt, dass er sich anlässlich einer Kontrolle zu kooperieren geweigert 

und einen Polizisten angegriffen habe. Dem Verhandlungsprotokoll vom 

(…) 2024 sei zu entnehmen, dass er gemäss Aussagen seines Bruders 

und dessen Freundes an psychischen Problemen leide, was der Grund für 

sein Verhalten gewesen sei. Aufgrund dieser deckungsgleichen Aussagen, 

welche auf dem Polizeiposten J._______ und vor der (…). Strafkammer 

des Amtsgerichts D._______ gemacht worden seien, könne seine Behaup-

tung, sein Bruder und dessen Freund hätten auf dem Polizeiposten die ge-

gen ihn erhobenen Anschuldigungen nur akzeptiert, damit er freigelassen 

worden sei, nicht standhalten. Auch die Tatsache, dass das Verfahren vom 

Amtsgericht in D._______ behandelt werde, spreche gegen ein aus politi-

schen Gründen eingeleitetes Verfahren. Die Amtsgerichte in der Türkei 

seien für geringfügige Straftaten zuständig. Schwere Straftaten würden 

von den Strafgerichten für schwere Straftaten behandelt. Die Ausführun-

gen seiner türkischen Anwältin im Schreiben vom 18. April 2024, betreffend 

das Verfahren bestehe ein Geheimhaltebeschluss und es handle sich um 

ein politisches Strafdossier, würden nicht überzeugen. Die Schlussfolge-

rung, dass der Beschwerdeführer in der Türkei keiner politisch motivierten 

staatlichen Verfolgung ausgesetzt sei, werde durch die Aussage seines 

Bruders anlässlich der Gerichtsverhandlung vom (…) 2024 gestützt. Er 

habe vor dem Amtsgericht geäussert, dass der Beschwerdeführer in der 

D-7662/2024 

Seite 15 

Türkei mehrmals in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden sei und 

sich wegen einer Behandlung ins Ausland begeben habe. Die Vorbringen 

bezüglich des Strafverfahrens seien flüchtlingsrechtlich nicht relevant. 

Hinsichtlich einer möglichen Reflexverfolgung des Beschwerdeführers sei 

nicht ersichtlich, warum er wegen seiner beiden Onkel eine solche zu ge-

wärtigen hätte. Sein Onkel R._______ sei gemäss seinen Angaben im Jahr 

2006/2007 umgebracht worden. Es sei nicht plausibel, dass die türkischen 

Sicherheitskräfte ihn wegen seines vor langer Zeit verstorbenen Onkels 

behelligen sollten. Es werde nicht in Abrede gestellt, dass sein Onkel 

H._______ aufgrund seiner politischen Tätigkeiten in den Blickwinkel der 

türkischen Behörden geraten sei. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb er 

(der Beschwerdeführer) wegen ihm Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 

gewesen sein sollte. Die Haft seines Onkels liege Jahre zurück. Gefragt, 

ob zurzeit Familienangehörige politisch aktiv seien, habe er diesen Onkel 

erwähnt und gesagt, dieser sei heimlich politisch aktiv, da er grosse Prob-

leme gehabt habe. Deshalb sei davon auszugehen, dass sein Onkel 

H._______ nicht mehr im Blickfeld der türkischen Behörden stehe. Da er 

unbehelligt in der Türkei lebe, sei nicht davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer seinetwegen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt werde. 

Aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdeführers für die DEM, so das SEM 

weiter, könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Übergriffen seitens 

der türkischen Sicherheitskräfte komme. Dass er die geltend gemachten 

Tätigkeiten für die Partei ausgeführt habe und die Behörden an ihm inte-

ressiert gewesen seien, genüge nicht, um von einer begründeten Furcht 

vor zukünftiger Verfolgung auszugehen. Er sei nicht in exponierter Stellung 

tätig gewesen, weshalb keine beachtliche Wahrscheinlichkeit bestehe, 

dass er bei einer Rückkehr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung 

ausgesetzt sein werde. Aufgrund seines niederschwelligen Profils sei nicht 

mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass ihm die Sicherheits-

kräfte vorwerfen könnten, die politischen Tätigkeiten seines Onkels 

H._______ übernommen zu haben. Die vom Beschwerdeführer geäus-

serte Furcht, bei einer Rückkehr entweder umgebracht zu werden oder 

eine lange Gefängnisstrafe verbüssen zu müssen, sei als nicht begründet 

einzustufen. Diese Schlussfolgerung werde erhärtet, weil er gemäss der 

eingereichten Bestätigung des Polizeipostens vom (…) 2023 freigelassen 

worden sei, da nicht nach ihm gefahndet worden sei. Es sei davon auszu-

gehen, dass er nicht im Blickwinkel der Sicherheitsbehörden gestanden 

habe. Im Verhandlungsprotokoll der (…). Strafkammer des Amtsgerichts 

D-7662/2024 

Seite 16 

D._______ vom (…) 2024 werde festgehalten, dass gegen ihn ein Vorführ-

befehl zu erlassen sei, weil er an der Gerichtsverhandlung nicht teilgenom-

men habe. Der Vorführbefehl sei zwecks Einvernahme und nicht zwecks 

Verhaftung ausgestellt worden. Er solle bei einer Festnahme im Beisein 

einer Rechtsvertretung einvernommen werden. Es werde ihm auch ein Bei-

stand zur Verfügung gestellt. Zudem beabsichtige das Amtsgericht, seine 

Krankenakten zu bestellen und ein ärztliches Gutachten betreffend seine 

Zurechnungsfähigkeit erstellen zu lassen. Es lägen keine Hinweise vor, 

dass er aufgrund des Vorführbefehls eine Haftstrafe zu gewärtigen habe. 

Da die Anklageerhebung einen geringfügigen Straftatbestand beinhalte, 

sei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht von einer Haftstrafe auszugehen. 

Die Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der geltend gemachten 

Misshandlungen durch die Polizei erschienen stark übertrieben. Sie seien 

durch die eingereichten Beweismittel nicht belegt. Als Beweis dafür, dass 

sein Vater und er einen Mann abgeholt hätten, der eine Gefängnisstrafe 

verbüsst habe, habe er einen USB-Stick mit einem Video eingereicht. Ge-

mäss Schreiben seiner Rechtsvertretung vom 3. Mai 2024 seien im von 

ihm aufgenommenen Video der ehemalige Häftling und sein Vater zu se-

hen. Dieses Video sei kein Beweis für seine politischen Tätigkeiten. Es 

gebe keinerlei Beweise dafür, um wen es sich bei den im Video vorkom-

menden Personen handle, noch dafür, dass er das Video selbst aufgenom-

men habe. Dementsprechend seien seine Aussagen, er sei von der Polizei 

geschlagen und mitgenommen worden, nicht belegt. Auch sein Vorbringen 

betreffend die Mitfahrt in einer Autokolonne nach Ff._______ am (…) 2023, 

um für die Freilassung von Selahattin Demirtas zu protestieren, sei in Zwei-

fel zu ziehen. Es handle sich um eine blosse Behauptung seinerseits, dass 

die Strassenblockade – sofern sich der Vorfall tatsächlich zugetragen ha-

ben sollte – von der Gruppe von I._______ errichtet und er später im Park 

von J._______ angegriffen worden sei. Gemäss Eingabe seiner Rechts-

vertretung vom 16. April 2024 sei als Grund für die Verletzungen vom Spital 

ein Sturz genannt worden. Auch die weiteren ärztlichen Berichte seien 

nicht geeignet, seine Aussagen zu belegen. Die Bestätigungen über die 

Behandlungen in Krankenhäusern beinhalteten beispielsweise, dass er 

notfallmässig behandelt worden sei, ihm intravenös Medikamente verab-

reicht worden seien oder, dass radiologische Ergebnisse vorliegen würden. 

Aufgrund dieser Angaben könnten keine Rückschlüsse auf erlittene Miss-

handlungen gezogen werden. Der Einwand, die Einträge in den betreffen-

den Dokumenten seien nicht korrekt, sei als Schutzbehauptung zu werten. 

Aufgrund dieser Ungereimtheiten könnten seine Vorbringen betreffend die 

Misshandlungen durch die Polizei nicht als glaubhaft erachtet werden. 

D-7662/2024 

Seite 17 

Der Beschwerdeführer habe vorgebracht, er sei am (…) 2023 in 

G._______ festgenommen und ins Gefängnis von (…) gebracht worden. 

Die Haftbedingungen seien schwierig gewesen. Die angebliche Haftstrafe 

habe er nicht belegt. Es wäre ihm zumutbar gewesen, die Anzeige, die 

seine Anwältin erstattet habe, als Beweismittel einzureichen. Zudem er-

scheine es nicht plausibel, dass er am (…) 2023 vom Polizeiposten entlas-

sen und einen Tag später in Haft genommen worden sei, da nicht nach ihm 

gefahndet worden sei. Infolgedessen sei auch die geltend gemachte Haft 

aus politischen Gründen nicht glaubhaft. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe 

alles aufrichtig geschildert und sei in die Schweiz gekommen, um nach 

Schutz zu ersuchen. Er könne den Entscheid des SEM nicht akzeptieren, 

weil er nicht in die Türkei zurückkehren könne. In seinem Heimatland habe 

er extreme psychische und physische Gewalt erlebt. Zurzeit sei er in einem 

sehr schlechten psychischen Zustand. Die Schlussfolgerung des SEM, das 

gegen ihn geführte Strafverfahren sei nicht politisch motiviert, treffe nicht 

zu. Er habe in den Anhörungen detailliert erzählt, was am (…) 2023 ge-

schehen sei. Für das «Strafdossier» sei alles so gedreht worden, als ob er 

K._______ geschlagen hätte, was nicht der Wahrheit entspreche. Sein 

Bruder und sein Freund hätten die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen 

akzeptiert, weil sie ihm hätten helfen wollen, freizukommen. Es sei nicht 

fair, dass das SEM glaube, was in den Unterlagen zum Strafverfahren 

stehe. Die Unterschrift auf dem Aussageprotokoll vom (…) 2023 stamme 

nicht von ihm, das SEM habe seine Unterschrift auf den Anhörungsproto-

kollen gesehen. Wenn man es vergleiche, werde ersichtlich, dass es nicht 

seine Unterschrift sei. Das Schreiben seiner türkischen Rechtsanwältin sei 

kein Gefälligkeitsschreiben, denn es treffe zu, dass gegen ihn aus politi-

schen Gründen ein Strafverfahren geführt werde. Die Rechtsanwältin sei 

mit ihm verwandt und habe grosse Angst, das Mandat weiterzuführen, weil 

sie denke, es handle sich um ein politisch sehr heikles Dossier. Sie wolle 

ihre Zulassung als Anwältin nicht aufs Spiel setzen. 

Der Beschwerdeführer habe seine beiden politisch aktiven Onkel erwähnt. 

Auch ein Schwager sei aus politischen Gründen 18 Jahre in Haft gewesen. 

Er stamme aus einer sehr politischen kurdischen Familie. I._______ habe 

immer wieder behauptet, dass er die politischen Aufgaben seines Onkels 

übernehmen würde. Er habe ihm vorgeworfen, dass er mit der Parteiarbeit 

nicht aufgehört habe. Er sei das Opfer einer Reflexverfolgung und habe 

deshalb schon schwerwiegende Nachteile erlitten und in den Anhörungen 

erklärt, dass er schwer gefoltert worden sei. Er habe nur von einigen 

D-7662/2024 

Seite 18 

Vorfällen erzählt, bei denen er gefoltert worden sei. Besonders traumati-

siert habe ihn der Vorfall in G._______, bei dem seine beiden Welpen von 

Polizeihunden zerfetzt worden seien. Weil er stark gefoltert worden sei, sei 

er erschöpft gewesen. Nach dem Vorfall am See, bei dem er acht Zähne 

verloren habe, habe er einen Suizidversuch unternommen. In den Anhö-

rungen habe er auch über seine Zeit im Gefängnis erzählt. Er habe viele 

Details angegeben, an die er sich habe erinnern können. Als er aufgefor-

dert worden sei, die während der Haft erlittenen Misshandlungen detailliert 

zu schildern, habe er es getan. Er habe detailreich und glaubhaft angege-

ben, wie er während der Haft und auch bei den anderen Vorfällen gefoltert 

und misshandelt worden sei. 

In den Anhörungen habe der Beschwerdeführer erklärt, dass sein Onkel 

H._______ in den Provinzen Gg._______ und H._______ sehr aktiv und 

bekannt gewesen sei. Dazu habe er dessen Strafregisterauszug einge-

reicht. Sein Onkel habe sehr viel bewirkt und erreicht, dass ihr Dorf nach 

einem Gewaltvorfall eine Zeit lang habe verhindern können, dass der JI-

TEM (Geheimdienst der türkischen Gendarmerie) dorthin gekommen sei. 

Als Neffe seines Onkels, der selber politisch aktiv sei, hätten die türkischen 

Behörden ihn im Visier gehabt. Sie hätten befürchtet, dass er so werde wie 

seine Onkel. Er habe sich für sein Volk einsetzen wollen, habe der Partei 

viel geholfen und trage den Familiennamen seines Onkels. Die Polizei 

habe bemerkt, dass er sich für die Partei einsetze. Er habe die Aufgaben 

geschildert, die er für die Partei übernommen habe. Er habe sich sehr en-

gagiert, sei dadurch exponiert gewesen und habe gezeigt, dass er sich für 

die Kurden einsetze und nicht davon abrücken möchte. 

Entgegen der Auffassung des SEM habe der Beschwerdeführer bei der 

Schilderung der Misshandlungen, die er erlebt habe, nicht übertrieben. Das 

Video von der Haftentlassung seines Freundes, der nach (…) Jahren Haft 

freigekommen sei, habe er gedreht. Man sehe seinen Vater, als Beweis 

dafür lege er der Beschwerde ein Foto von dessen Identitätskarte bei. Die 

geschilderte Strassenblockade, die von der Gruppe von I._______ errichtet 

worden sei, habe es wirklich gegeben. Er habe detailliert und ausführlich 

berichtet, was geschehen sei. Wenn man keine Beweismittel einreichen 

könne, müsse man glaubhaft machen, was vorgefallen sei. Dies habe er 

getan. Er habe sich davor gefürchtet, im Spital zu sagen, dass er Opfer von 

Polizeigewalt sei. Er habe verhindern wollen, dass seine Familie von sei-

nen Problemen mit den Polizisten erfahre, weil er nicht gewollt habe, dass 

seine Angehörigen sich um ihn Sorgen machten. 

D-7662/2024 

Seite 19 

Im Verhandlungsprotokoll vom (…) 2024 stehe, dass er in Haft gewesen 

sei, womit die Haft bewiesen sei. Diese Haft sei illegal gewesen und dank 

der Bemühungen seines Anwalts sei er am (…) 2023 auf Anordnung des 

Generalstaatsanwalts freigelassen worden. Man habe gesagt, dass die 

Haftzeit am (…) 2024 von seiner zukünftigen Strafe abgezogen werde. 

Weil er aus der Türkei geflüchtet sei, sei noch kein Urteil gefällt worden. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe in seiner Rechtsprechung befunden, 

dass die Plausibilität von Vorbringen bei der Beurteilung der Glaubhaf-

tigkeit nur sehr zurückhaltend «verwendet» werden dürfe. Damit sei das 

Argument des SEM, es sei nicht plausibel, dass er einen Tag nach der Ent-

lassung vom Polizeiposten wieder in Haft genommen worden sei, auch 

wenn keine Fahndung nach ihm bestanden habe, entkräftigt. Er sei nicht 

ohne Grund in die Schweiz gekommen, er sei dazu gezwungen gewesen 

und habe keine andere Wahl gehabt, weil er in der Türkei keine Freiheit 

und Sicherheit mehr gehabt habe. 

5.  

5.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 

2008/4 E. 5.2). Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letz-

tere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich 

– aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). 

5.2  

5.2.1 Während des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerde-

führer mehrere Dokumente betreffend eines gegen ihn vor der (…). Straf-

kammer des Amtsgerichts D._______ unter der Nummer 2023/(…) hängi-

gen Strafverfahrens zu den Akten. 

5.2.2 Gemäss dem Protokoll der Gerichtsverhandlung vom (…) 2024 sagte 

der Anzeigeerstatter K._______ aus, dass sie (die Polizisten) eine Routi-

nekontrolle durchgeführt hätten. Die Passagiere eines Wagens seien zum 

Aussteigen aufgefordert worden. Der Angeklagte (der Beschwerdeführer) 

D-7662/2024 

Seite 20 

sei nicht ausgestiegen, und als er (der Polizist) die Tür geöffnet und ihn am 

Arm gehalten habe, habe er einen Faustschlag erhalten. Die Zeugen hät-

ten gesagt, der Angeklagte sei krank, sie kämen vom Krankenhaus. Sie 

hätten den Angeklagten auf das Polizeirevier gebracht und er habe von den 

Zeugen erfahren, dass dieser psychisch krank sei. Er möchte den Gerichts-

verhandlungen nicht beiwohnen und gegen den Angeklagten auch keine 

Anzeige erstatten. Seine ursprüngliche Anzeige sei aufgrund des Ablaufs 

des Geschehens zustande gekommen. Er habe im System gesehen, dass 

der Angeklagte oft in Behandlung gewesen sei. Der Zeuge Z._______ 

sagte vor Gericht aus, der Angeklagte sei sein Nachbar, der psychische 

Probleme habe. Y._______ (der Bruder des Beschwerdeführers) und er 

seien im gleichen Fahrzeug gesessen. Der Angeklagte habe bei der Kon-

trolle Probleme gemacht. Er habe damals Medikamente eingenommen und 

habe psychische Probleme. Dies sei der Grund, warum er bei der Ausweis-

kontrolle nicht kooperiert habe. Der Bruder des Angeklagten habe ausge-

sagt, dieser sei psychisch krank. Z._______ und er (der Bruder) seien aus 

dem Fahrzeug ausgestiegen, aber der Angeklagte habe sich geweigert und 

dem Polizisten einen Faustschlag versetzt. Die Polizisten hätten seinen 

Bruder gut behandelt, als sie gemerkt hätten, dass er psychisch leide. Sein 

Bruder sei mehrmals in einer psychiatrischen Klinik gewesen. 

Die (…). Strafkammer des Amtsgerichts D._______ beschloss, dass auf 

den Vollzug des ausgestellten Vorführbefehls gewartet werde. Bei einer 

Festnahme des Angeklagten sei er im Beisein seiner Rechtsvertretung ein-

zuvernehmen Seine Zurechnungsfähigkeit sei zu prüfen (Gutachten). 

Seine Gesundheitsakte sei zu bestellen und dem Angeklagten sei ein Bei-

stand zur Seite zu stellen (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-Nr. 027 und (…)-52/6). 

5.2.3 Die (…). Strafkammer des Amtsgerichts von D._______ wandte sich 

am (…) 2024 an das psychiatrische Krankenhaus von Ii._______ und gab 

an, der Beschwerdeführer habe Beamte an der Ausführung einer Amts-

handlung gehindert. Das Krankenhaus wurde gebeten, dem Gericht die 

Gesundheitsakten des Beschwerdeführers ab dem (…) 2023 sowie die 

ausgestellten Rezepte für Medikamente zuzustellen (vgl. SEM-act. (…)-

24/- ID-Nr. 027 und (…)-52/6). 

5.2.4 Der Beschwerdeführer gab eine Bestätigung über seine Freilassung 

vom Polizeiposten vom (…) 2023 ab. Dem Dokument ist zu entnehmen, 

dass er wegen Behinderung einer Amtshandlung und Gewaltanwendung 

auf den Posten gebracht worden war. Gemäss Instruktionen der Staatsan-

waltschaft werde nicht nach ihm gefahndet. Die Polizisten und der 

D-7662/2024 

Seite 21 

Beschwerdeführer bestätigten, dass ihm alle Effekten zurückgegeben wor-

den seien (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-Nr. 018 und (…)-52/6). Der Hinweis 

in der Beschwerde, dass die unter seinem Namen angebrachte Unterschrift 

nicht derjenigen entspricht, die auf den Befragungsprotokollen in seinem 

Asylverfahren ersichtlich sind, ist zutreffend. Der Beschwerdeführer selbst 

vermutete, dass sein Bruder für ihn unterschrieben haben könnte (vgl. 

SEM-act. (…)-26/14 F67 S. 11). 

5.2.5 Angesichts der übereinstimmenden Aussagen eines involvierten Po-

lizisten, des Nachbarn und des Bruders des Beschwerdeführers (sie mach-

ten diese Aussagen sowohl auf dem Polizeirevier als auch vor Gericht) er-

weisen sich die Angaben, die der Beschwerdeführer in den Anhörungen 

beim SEM machte (er sei von K._______ aus dem Auto gezerrt und ge-

schlagen worden, wobei er ihn unbeabsichtigt mit einem Fingernagel im 

Gesicht gekratzt habe), als unglaubhaft. In den vorliegenden Austrittsbe-

richten des Psychiatrischen (…) wird mehrfach festgehalten, dass er im 

Rahmen psychotischer Schübe aggressiv wurde und andere Menschen 

angriff. Sein Bruder wies vor Gericht darauf hin, dass er (der Beschwerde-

führer) aufgrund seiner psychischen Erkrankung mehrmals in einem Kran-

kenhaus gewesen sei. Der Beschwerdeführer reichte eine Erklärung von 

Rechtsanwältin Q._______ von 18. April 2024 ein. Sie schrieb, sie werde 

das Mandat in Sachen des Beschwerdeführers nicht mehr weiterführen, 

weil es im Verfahren viele Hindernisse gebe und ein Geheimhaltungsbe-

schluss bestehe. Die Einsichtsmöglichkeiten in das Dossier seien ungenü-

gend und es sei nicht möglich gewesen, es ausführlich zu studieren. Es 

handle sich um ein «politisches Verfahren» (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-

Nr. 023 und (…)-52/6). Diese Angaben vermögen in Anbetracht der zahl-

reichen, vom Beschwerdeführer ein-gereichten Dokumente, nicht zu über-

zeugen. Den vom involvierten Polizisten und den ihn begleitenden Perso-

nen (Nachbar, Bruder) gemachten übereinstimmenden Aussagen vor Ge-

richt ist zu entnehmen, dass er sich weigerte, bei der von der Polizei beab-

sichtigten Personenüberprüfung zu kooperieren und handgreiflich wurde. 

Das Amtsgericht von D._______ entschied sich aufgrund der konkreten 

Umstände zum Beizug der Krankenakten des Beschwerdeführers, der Ver-

anlassung von Abklärungen bezüglich seiner Zurechnungsfähigkeit und 

dazu, ihm einen Beistand zur Seite zu stellen. In der Anklageschrift der 

Staatsanwaltschaft von D._______ vom (…) 2023 wird unter anderem fest-

gehalten, dass die Verletzungen des Polizisten gemäss einem Arztbericht 

nicht ernst und einfach gewesen seien (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-Nr. 001 

und (…)-52/6). 

D-7662/2024 

Seite 22 

5.2.6 Wie vorstehend festgehalten, bestehen insgesamt keine Anhalts-

punkte dafür, dass es sich bei dem gegen den Beschwerdeführer vor der 

(…). Strafkammer des Amtsgerichts D._______ unter der Nummer 

2023/(…) hängigen Strafverfahren wegen «Verhinderung einer Amtshand-

lung» um ein politisch motiviertes Strafverfahren handelt. Der angegriffene 

Polizist hat zu erkennen gegeben, dass ihm nichts an einer Strafverfolgung 

des Beschwerdeführers liege, und die Staatsanwaltschaft hält in der Ankla-

geschrift fest, dass dieser nur leicht verletzt worden sei. Das Gericht hat 

von seiner psychischen Erkrankung Kenntnis und seine Krankenakte an-

gefordert. Des Weiteren ordnete es die Prüfung seiner Zurechnungsfähig-

keit an und legte fest, dass ihm ein Beistand zur Seite zu stellen sei. Vor 

diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-

rer nicht mit einem fairen Verfahren rechnen kann und mit einem Politmalus 

zu rechnen hat. Die von ihm geäusserte Furcht, er könnte aus politischen 

Gründen zu Unrecht bestraft, gefoltert oder getötet werden, erweist sich 

objektiv gesehen als nicht begründet. 

5.3  

5.3.1 Der Beschwerdeführer gab bei seinen Befragungen zu Protokoll, 

I._______ sei wegen den politischen Aktivitäten seiner beiden Onkel auf 

ihn aufmerksam geworden. Die türkischen Sicherheitsbehörden hätten die 

Befürchtung gehabt und geäussert, er könnte politisch gesehen in die 

Fussstapfen seiner Onkel treten. 

5.3.2 Gemäss den Aussagen des Beschwerdeführers sei sein Onkel 

R._______ 2006 oder 2007 von den Sicherheitsbehörden getötet worden, 

während sein Onkel H._______ 1996 zu einer langjährigen Freiheitsstrafe 

verurteilt und im August 2004 bedingt entlassen worden sei. Man habe ihm 

zu Unrecht vorgeworfen, sich 1992 der PKK angeschlossen zu haben. Seit 

seiner Entlassung engagiere sich sein Onkel H._______ politisch nicht 

mehr öffentlich, sondern heimlich (vgl. SEM-act. (…)-31/25 F53 f., F57, 

F60). Seinen Aussagen ist zu entnehmen, dass er nicht Mitglied einer der 

oppositionellen kurdischen Parteien war, diese indessen als Sympathisant 

unterstützte, wobei er keine exponierte oder gar führende Rolle einnahm. 

Angesichts seines Geburtsjahrs ist auszuschliessen, dass er je gemein-

sam mit einem seiner beiden Onkel politisch aktiv war. Unter Hinweis auf 

die zutreffenden allgemeinen Ausführungen in der angefochtenen Verfü-

gung zur Reflexverfolgung von türkischen Staatsangehörigen wegen poli-

tischer Aktivitäten von Verwandten erscheint es vor diesem Hintergrund als 

unwahrscheinlich, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in 

sein Heimatland eine solchen drohen würde. Sein Onkel R._______ lebt 

D-7662/2024 

Seite 23 

seit über 15 Jahren nicht mehr und sein Onkel H._______ hält sich in der 

Türkei auf und ist berufstätig (vgl. SEM-act. (…)-31/25 F55 f.), sodass die 

türkischen Behörden Zugriff auf ihn hätten, sollten sie sein angeblich heim-

liches politisches Engagement aufdecken und deshalb oder aus einem an-

deren Grund Interesse an seiner Person haben. 

5.4  

5.4.1 Der Beschwerdeführer machte in den Befragungen geltend, er stehe 

seit Jahren im Fokus zweier Polizeikader, die ihn festgenommen und ge-

foltert hätten. I._______ sei Polizeichef des Gebiets (…) und K._______ 

sei stellvertretender Polizeichef von (…) (vgl. SEM-act. (…)-26/14 F66 S. 9, 

(…)-31/25 F149). 

5.4.2 Der Beschwerdeführer erklärte sodann, er habe in Jj._______ das 

«(…)» besucht, wo kurdische Musik gespielt worden sei. Anlässlich einer 

Razzia seien er und andere Besucher mitgenommen worden, wobei ihr 

Weg zu I._______ geführt habe. Das «(…)» sei geschlossen worden, weil 

ein Kollege und er als Terroristen bezeichnet worden seien und dem Inha-

ber gesagt worden sei, er beherberge in seinem Lokal Terroristen (vgl. 

SEM-act. (…)-26/14 F66 S. 8).  

Das «(…)» ist gemäss öffentlich zugänglichen Bewertungsportalen seit 

Jahren als Lokal bekannt, in dem (auch kurdische) Musik gespielt wird. 

Aufgrund dessen ist nicht auszuschliessen, dass in diesem Lokal eine Raz-

zia durchgeführt worden sein könnte. Es erschliesst sich indessen nicht, 

inwiefern I._______ darin involviert gewesen sein könnte, da er gemäss 

Angaben des Beschwerdeführers seinen Dienst in G._______ und nicht in 

B._______ verübte. Seinen Angaben ist nicht zu entnehmen, dass ihm we-

gen seiner Festnahme im «(…)» weitere Nachteile erwachsen sind, wes-

halb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. 

5.4.3 In der EB gab der Beschwerdeführer an, er habe mit K._______ vor 

zirka dreieinhalb Jahren Bekanntschaft gemacht, als er das Parteibüro der 

HDP in L._______ verlassen habe. Er sei von vier Polizisten, die mit Mo-

torrädern unterwegs gewesen seien, angehalten und gefoltert worden (vgl. 

SEM-act. (…)-26/14 F66 f., S. 8). Während der Anhörung schilderte er, er 

sei K._______ zum ersten Mal im Parteihaus der HDP in L._______ be-

gegnet. K._______ sei dort mit vier anderen Polizisten im ersten Stockwerk 

gewesen, als er vom dritten Stockwerk heruntergekommen sei. Sie hätten 

ihn schwer geschlagen (vgl. SEM-act. (…)-31/25 F68 f.). 

D-7662/2024 

Seite 24 

Abgesehen davon, dass die Angaben dazu, wie er die «Bekanntschaft» mit 

K._______ machte (von vier Polizisten auf Motorrädern angehalten bzw. 

im ersten Stock des Parteihauses von K._______ und vier Polizisten an-

gegriffen), voneinander abweichen, relativiert der Beschwerdeführer seine 

Aussage in der EB, er sei von diesem «drangenommen worden», wenn er 

in J._______ gewesen sei, dahingehend, dass er ihm gemäss seinen Aus-

sagen in der Anhörung «nur» zweimal begegnet sei (einmal vor dreieinhalb 

Jahren, zum zweiten Mal bei der Verkehrskontrolle im (…) 2023; vgl. SEM-

act. (…)-26/14 F66 S. 7 f., (…)-31/25 F83). 

Unbesehen der Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers 

ist festzustellen, dass ein ungefähr im September 2020 erfolgter polizeili-

cher Übergriff auf ihn weder sachlich noch zeitlich kausal für seine im Ja-

nuar 2024 erfolgte Ausreise aus der Türkei wäre. 

5.4.4 Im Rahmen der EB führte der Beschwerdeführer aus, als er in 

G._______ gewesen sei, seien I._______ und K._______ einmal zusam-

men mit ihren Hunden zu ihm gekommen. Er habe zwei kleine Welpen ge-

habt. Mit der Behauptung, dass auch seine Hunde Terroristen werden 

könnten, hätten sie seine Welpen durch ihre Hunde umbringen lassen 

(vgl. SEM-act. (…)-26/14 F66 S. 8). In der Anhörung schilderte er, als er 

mit seinen zwei kleinen Hunden in G._______ gewesen sei, sei I._______ 

mit seinen Polizisten gekommen. Einer sei ins Haus gekommen und habe 

die Türe geöffnet, worauf die anderen mit ihren Hunden ins Haus einge-

drungen seien. Sie hätten die beiden Polizeihunde losgelassen und ihn ge-

packt, sodass er habe knien müssen. Sie hätten seinen Kopf festgehalten 

und sein Gesicht gegen die Hunde gerichtet, damit er habe sehen müssen, 

wie seine Hunde getötet worden seien (vgl. SEM-act. (…)-31/25 F79). 

Die Angabe des Beschwerdeführers, K._______ sei zusammen mit 

I._______ zum Haus in G._______ gekommen, lässt sich nicht mit seiner 

Aussage in der Anhörung in Einklang bringen, gemäss welcher er 

K._______ insgesamt zweimal begegnet sei (vgl. E. 5.4.3). Es ist zudem 

darauf hinzuweisen, dass K._______ gemäss den Aussagen des Be-

schwerdeführers in (…) und nicht in G._______ Dienst tut. In der EB gab 

er an, K._______ sei Stellvertreter des Polizeichefs von (…), manchmal sei 

er zuständig für die Abteilung Terrorbekämpfung, manchmal für die Abtei-

lung Sicherheitspolizei (vgl. SEM-act. (…)-26/14 F66 S. 9). Im Rahmen der 

Anhörung bestätigte er, dass K._______ in (…) ein Vorgesetzter und bei 

der Antiterrorabteilung eingesetzt beziehungsweise zuständig für die Abtei-

lung zur Bekämpfung des Terrors von (…) sei (vgl. SEM-act. (…)-31/25 

D-7662/2024 

Seite 25 

F69, F149). Den von ihm eingereichten Beweismitteln ist indessen zu ent-

nehmen, dass K._______ im Jahr 2023 auf dem Polizeirevier von 

J._______ tätig war (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-Nr. 017 und 022 sowie (…)-

52/6), was ebenso wenig dafürspricht, dass er an Polizeiaktionen in 

G._______ beteiligt gewesen sein soll. Im Übrigen stimmen seine Aussa-

gen zur Funktion K._______ bei der Polizei nicht mit denjenigen auf den 

eingereichten Beweismitteln überein. Des Weiteren lassen sich seine Aus-

sagen, er habe sich in den letzten drei Jahren vor seiner Ausreise vor allem 

im Haus seines Onkels in G._______ aufgehalten, nicht mit dem von ihm 

geschilderten grossen Interesse, das der dortige Polizeichef (I._______) 

an ihm gehabt haben soll, vereinbaren. Im Rahmen der Schilderung seiner 

Erlebnisse gab der Beschwerdeführer an, er habe sich jeweils nach 

G._______ begeben, nachdem er misshandelt worden sei, damit seine Fa-

milie die Spuren der erlittenen Verletzungen nicht bemerkt habe. Hätte der 

dortige Polizeichef tatsächlich seine Mitarbeitenden und auch die Gendar-

men auf ihn angesetzt, und wäre er in G._______ zusätzlich behelligt und 

misshandelt worden, hätte er an einem Ort Zuflucht gesucht, an dem er 

sich nicht im Machtbereich eines seiner angeblichen Peiniger befunden 

hätte und nicht mit zusätzlichen Misshandlungen hätte rechnen müssen. 

5.4.5 Als er in G._______ gewesen sei – so der Beschwerdeführer weiter 

– sei er eines Abends zum Fischen gegangen. Er habe sich in der Nacht in 

sein Zelt begeben, um sich zu erholen. Zirka eine halbe Stunde später 

seien Personen in Zivil gekommen, die mit seinem Angelgerät sein Zelt 

zerstört hätten. Sie hätten Stiefel angehabt, welche Polizisten tragen wür-

den. Sie hätten gegen Kurden und ihre Werte sowie gegen seine Mutter 

geschimpft und gesagt, sie würden die ehrlosen «PKKler» umbringen. Sie 

hätten ihn ins Gesicht getreten, er sei blutverschmiert gewesen und habe 

acht Zähne verloren. Ein Mann und dessen Sohn hätten ihn ins Spital ge-

bracht. Zirka sieben oder zehn Tage später habe er einen Suizidversuch 

begangen (vgl. SEM-act. (…)-31/25 F73–F75, F143 f.). 

Gemäss seinen Angaben in der EB dürfte der Beschwerdeführer im (…) 

2023 versucht haben, sich das Leben zu nehmen, während er sich in einer 

Psychotherapie befand (vgl. SEM-act. (…)-26/14 F67 S. 9). Seinen Anga-

ben ist nicht zu entnehmen, wer die Angreifer waren, die ihn zirka eine Wo-

che zuvor derart traktierten, dass er in ein Spital verbracht werden musste. 

Seine Vermutung, die Angreifer seien Polizisten gewesen, weil sie sand-

farbene Stiefel getragen hätten wie sie Polizisten tragen würden, lässt nicht 

den Schluss zu, dass es sich tatsächlich um Polizisten handelte. Aus den 

Aussagen des Beschwerdeführers geht nicht hervor, dass seine Familie 

D-7662/2024 

Seite 26 

oder er wegen des Überfalls auf ihn und der dabei erlittenen Verletzungen 

Anzeige erstatteten. Da er zuerst ins staatliche Krankenhaus von 

G._______ und von dort nach B._______ in das besser ausgestattete Pri-

vatkrankenhaus «(…)» gebracht worden sei, ist davon auszugehen, dass 

aufgrund der Schwere der Verletzungen eines der Krankenhäuser bei den 

Sicherheitsbehörden hätte Meldung erstatten müssen. Weshalb keine Mit-

teilung an die Behörden erfolgte, bleibt im Unklaren. Den türkischen Poli-

zei- und Justizbehörden kann angesichts dieser Ausgangslage nicht ange-

lastet werden, sie hätten bei Meldung des Angriffs auf den Beschwerdefüh-

rer keine Ermittlungen aufgenommen, um die Täterschaft zu ermitteln. 

5.4.6 Der Beschwerdeführer machte in der Anhörung geltend, sein Vater 

und er hätten T._______, der aus politischen Gründen (…) Jahre im Ge-

fängnis gewesen sei, bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis abgeholt. 

Mit ungefähr 19 Fahrzeugen, in denen die Verwandten von T._______ ge-

sessen seien, hätten sie in (…) essen gehen wollen. T._______ sei zusam-

men mit seinem Freund U._______ und ihm in seinem Wagen unterwegs 

gewesen. Sie seien angehalten und kontrolliert worden. Nachdem sie (die 

Polizisten) festgestellt hätten, dass T._______ im Gefängnis gewesen sei, 

hätten sie ihn auf den Posten mitnehmen wollen. Als er (der Beschwerde-

führer) sich dagegen ausgesprochen habe, seien U._______ und er zu-

sammengeschlagen und alle drei auf den Posten mitgenommen worden. 

Nachdem die Anwälte eingeschaltet worden und die 19 anderen Fahr-

zeuge vor den Posten gefahren seien, seien sie freigelassen worden (vgl. 

SEM-act. (…)-31/25 F78). 

Insoweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, «sie» seien froh gewe-

sen, dass sein Freund T._______ aus dem Gefängnis entlassen worden 

sei, ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer kaum mit ihm befreundet 

gewesen sein kann, da er angesichts der angegebenen Haftdauer bereits 

vor seiner Geburt inhaftiert worden sein müsste. Es erschliesst sich auch 

nicht, weshalb der Freigelassene – nicht aber der Vater des Beschwerde-

führers – ausgerechnet in das Fahrzeug des Beschwerdeführers gestiegen 

sein sollte, wenn zahlreiche seiner Verwandten – alle anderen Fahrzeuge 

seien in F._______ zugelassen worden – von weither angereist seien, um 

ihn vom Gefängnis abzuholen. Nicht nachvollziehbar ist auch, weshalb der 

Beschwerdeführer keine Anzeige erstattet haben sollte, seien doch An-

wälte und zahlreiche Drittpersonen zum Polizeiposten gekommen, welche 

die Spuren der von ihm geltend gemachten Gewalt (er sei sehr zusammen-

geschlagen worden, sie hätten viel Gewalt angewandt; vgl. SEM-act. (…)-

31/25 F78) gesehen haben müssten und hätten bezeugen können. 

D-7662/2024 

Seite 27 

5.4.7 In der EB sagte der Beschwerdeführer, er sei am (…) 2023 bei einer 

Operation in G._______ festgenommen worden. Er sei zu Staatsanwalt 

P._______ – wenn er über sein Gespräch mit dem Staatsanwalt spräche, 

würde die Zeit dafür nicht ausreichen – und anschliessend ins Gefängnis 

von (…) gebracht worden, wo er unmenschlich behandelt worden sei. In 

seiner Zelle habe es viele Insekten gehabt, manchmal habe es nur trocke-

nes Brot zum Essen gegeben und er sei auf Anweisung des Staatsanwalts 

von den Aufsehern in eine «Gummizelle» gebracht worden, in der er miss-

handelt worden sei. Nach Erhalt der Anklageschrift wegen des Vorfalls bei 

der Verkehrskontrolle habe der Oberstaatsanwalt entschieden, dass er am 

(…) 2023 per Videoschaltung aus dem Gefängnis angehört werde. Am glei-

chen Tag sei er auf Anordnung des Oberstaatsanwalts freigelassen worden 

(vgl. SEM-act. (…)-26/14 F69). In der Anhörung schilderte er, er sei am (…) 

2023 zuhause in G._______ festgenommen und zum Staatsanwalt nach 

(…) gebracht worden. Er sei nur zwei Minuten in dessen Zimmer gewesen 

und danach ins Gefängnis gebracht worden. Er sei in eine Zelle gebracht 

worden, in der er 73 Tage lang gewesen sei. Er sei dreimal täglich geschla-

gen worden. Er habe politische Parolen ausgerufen, die politischen Insas-

sen hätten in diesem Moment gegen die Türen geklopft. Für die Schläge 

sei er in den Raum gebracht worden, der mit Schaumstoff ausgelegt ge-

wesen sei. Dort sei er ausser im Kopfbereich überall geschlagen und ver-

letzt worden. Als seine Anwältin zu ihm gelassen worden sei, habe sie 

seine gebrochene Hand fotografiert und Anzeige erstattet. Wegen seiner 

verletzten Hand sei er in zwei Spitäler gebracht worden, eine nötige Ope-

ration sei jedoch nicht durchgeführt worden (vgl. SEM-act. (…)-31/25 

F127 f.). 

Gemäss den eingereichten Beweismitteln wurde der Beschwerdeführer am 

(…) 2023 im Anschluss an eine Routinekontrolle des Strassenverkehrs auf 

das Polizeirevier von J._______ gebracht, weil er bei der Kontrolle nicht 

kooperierte und einen Polizisten tätlich angriff. Auf dem Revier wurde fest-

gestellt, dass nach ihm nicht gefahndet werde, weshalb er nach Erledigung 

der Formalitäten freigelassen wurde (vgl. SEM-act. (…)-24/- ID-Nr. 018 

und (…)-52/6). Aufgrund dieses Sachverhalts erscheint nicht nachvollzieh-

bar, weshalb der Beschwerdeführer bereits am folgenden Tag in 

G._______ festgenommen worden sein soll. Diesbezüglich stehen auch 

seine vorstehend wiedergegebenen Aussagen, er sei nach G.______ zu 

Staatsanwalt P._______ gebracht worden, in dessen Büro er nur zwei Mi-

nuten gewesen sei, beziehungsweise, die Zeit der EB würde nicht ausrei-

chen, falls er über das Gespräch mit dem Staatsanwalt sprechen würde, 

im Widerspruch zueinander. Die Angaben, die der Beschwerdeführer zur 

D-7662/2024 

Seite 28 

erlittenen Untersuchungshaft machte, sind zwar teilweise ausführlich und 

anschaulich, wirken aber insgesamt überzeichnet. Angesichts des ihm zur 

Last gelegten Vergehens (Hinderung einer Amtshandlung und leichte Kör-

perverletzung) erscheinen die Aussagen des Beschwerdeführers, er sei 

dreimal täglich geschlagen worden, übertrieben. So machte er in der An-

hörung geltend, er sei am Rücken verletzt worden («es sei schief»; vgl. 

SEM-act. (…)-31/25 F128 und die dazu eingereichte Fotografie [SEM-act. 

(…)-24/- ID-Nr. 025]), während dem medizinischen Bericht vom 21. Feb-

ruar 2024 zu entnehmen ist, dass er unter einer «(…)» ((…), zurückzufüh-

ren auf Nervenschäden oder muskuläre Dysbalancen) leidet (vgl. SEM-act. 

(…)-25/7). Der Beschwerdeführer reichte zwar zahlreiche Beweismittel 

zum gegen ihn von der Staatsanwaltschaft D._______ eingeleiteten Ermitt-

lungs- und Gerichtsverfahren, nicht aber zur von ihm geltend gemachten 

Untersuchungshaft, die vom (…) bis zum (…) 2023 gedauert habe (vgl. 

SEM-act. (…)-31/25 F113), ein. 

5.5 Zusammenfassend ist unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägun-

gen davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer neben seiner Ar-

beitstätigkeit im (…) an einigen Aktionen der HDP beteiligte, für die er Sym-

pathien hegte. Angesichts seiner Schilderungen in den beiden Befragun-

gen durch das SEM ist nicht auszuschliessen, dass er bei beziehungs-

weise im Anschluss an einzelne Aktionen Opfer von Polizeigewalt wurde. 

Das von ihm geschilderte Ausmass und die Häufigkeit der erlittenen Über-

griffe sind indessen zu bezweifeln. Ebenso zu bezweifeln ist angesichts 

seines Profils und seines Verhaltens das von ihm geltend gemachte starke 

Interesse, das I._______ und K._______ an seiner Person gehabt haben 

sollen. 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Asylgewäh-

rung nicht der Genugtuung für in der Vergangenheit erlittenes Unrecht, 

sondern dem Schutz vor künftiger Verfolgung dient (vgl. etwas das Urteil 

des BVGer E-2426/2020 vom 5. Juni 2024 E. 7.1; WALTER KÄLIN, Grund-

riss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 127). Fehlbares 

Verhalten einzelner Beamter kann zudem nicht generell dem türkischen 

Staat angelastet werden (vgl. Urteil des BVGer D-2312/2022 vom 24. Mai 

2024 E. 7.2). Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtspre-

chung davon aus, die Türkei verfüge über eine funktionierende und effizi-

ente Schutzinfrastruktur (vgl. Urteile des BVGer E-1577/2024 vom 17. April 

2025 E. 5.1.2 und 5.1.3, E-150/2024 vom 18. Januar 2024 E. 6.2.1), die in 

der Lage und willens ist, ihre Bürger vor gemeinrechtlichen Übergriffen Drit-

ter – auch vor fehlbarem Verhalten einzelner Beamter – zu schützen. Das 

D-7662/2024 

Seite 29 

Vorbringen des Beschwerdeführers, ein Anwalt habe ihm gesagt, es bringe 

nichts, einen Sicherheitsbeamten anzuzeigen, und seine Einschätzung, 

eine Anzeigeerstattung «würde einem Tod gleichkommen» (vgl. SEM-act. 

(…)-31/25 F100 f.), vermag mithin nicht zu überzeugen. 

5.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die wei-

teren Ausführungen in den im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge-

reichten Eingaben und Beweismittel im Einzelnen einzugehen, da sie an 

der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern ver-

mögen. Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da-

bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den ge-

setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.3  

7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

D-7662/2024 

Seite 30 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder 

unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 

werden. 

7.3.3 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die 

Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.3.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwer-

deführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 

einer Ausschaffung in die Türkei dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste er eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft 

machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies 

gelingt ihm unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen zur Flücht-

lingseigenschaft nicht. Unter Hinweis auf die vorstehend vorgenommene 

Würdigung seiner Vorbringen ist nicht anzunehmen, dass er in der Türkei 

in Rahmen des aufgrund Verhinderung einer Amtshandlung und leichter 

Körperverletzung hängigen gemeinrechtlichen Strafverfahrens zu einer un-

bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe verurteilt oder Folter beziehungs-

weise einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt wird. Die An-

ordnungen der (…). Strafkammer des Amtsgerichts in D._______ (Einho-

lung der Krankenakten, Beurteilung der Zurechnungsfähigkeit, Ernennung 

eines Beistands) lassen auch nicht erwarten, dass das Strafverfahren nicht 

fair geführt wird. Die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. 

D-7662/2024 

Seite 31 

7.3.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

7.4.2 Nach konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist in der 

Türkei nicht auf dem ganzen Staatsgebiet von einer Situation allgemeiner 

Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen auszugehen, dies auch 

nicht für Angehörige der kurdischen Ethnie (vgl. Referenzurteil des BVGer 

E-4103/2024 vom 8. November 2024 E. 13.2). 

7.4.3 Der Beschwerdeführer verfügt über eine gute schulische und berufli-

che Ausbildung sowie Berufserfahrung im Betrieb seines Onkels (…) (vgl. 

SEM-act. (…)-26/14 F14–F21). In seinem Heimatland hat er ein solides 

soziales Beziehungsnetz, seine Eltern und seine Geschwister leben in 

B._______, seine beiden Onkel leben ebenso in der Türkei (vgl. SEM-act. 

(…)-26/14 F23–F30). Gemäss seinen Angaben wohnte er seit 1996 zu-

sammen mit seinen Eltern und Geschwistern in B._______, die letzten drei 

Jahre vor seiner Ausreise habe er mehrheitlich im Haus seines Onkels in 

G._______ gewohnt (vgl. SEM-act. (…)-26/14 F8–F13). Es ist davon aus-

zugehen, dass er nach seiner Rückkehr in die Türkei bei seinen Verwand-

ten zumindest vorübergehend über eine gesicherte Wohnsituation verfügt 

und bei Bedarf auf deren Unterstützung zurückgreifen kann. Aufgrund sei-

ner beruflichen Erfahrung dürfte es ihm gelingen, sich erneut eine wirt-

schaftliche Existenzgrundlage zu schaffen, soweit es seine gesundheitli-

che Verfassung erlauben wird. Die bei ihm diagnostizierten gesundheitli-

chen Probleme – (…), psychische und (…), (…)/ vgl. Austrittsbericht des 

Psychiatrischen (…) vom (…) 2025) – stehen einer Rückkehr in die Türkei 

nicht entgegen, da das dortige Gesundheitssystem insbesondere in den 

grösseren Städten europäischem Standard entspricht (vgl. Urteile des 

BVGer D-7122/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 5.2 und D-2059/2024 

vom 15. Mai 2024 E. 6) und er gemäss den Angaben seines Bruders vor 

der (…). Strafkammer des Amtsgerichts in D._______ vom (…)2024 mehr-

mals in der psychiatrischen Klinik in (…) behandelt wurde (vgl. SEM-act. 

(…)-24/- ID-Nr. 027 und (…)-52/6). 

D-7662/2024 

Seite 32 

7.4.4 Gemäss den Ausführungen in den eingereichten ärztlichen Berichten 

wurde der Beschwerdeführer während seines bisherigen Aufenthalts in der 

Schweiz zwischen dem (…) 2024 und dem (…) 2025 mehrere Male im 

Psychiatrischen (…) stationär aufgenommen. Dem Austrittsbericht vom 

(…) 2025 ist zu entnehmen, dass er am (…) 2025 zuerst freiwillig, später 

mittels fürsorgerischer Unterbringung aufgenommen worden sei. Bei Ein-

tritt sei er in einem psychisch stark instabilen Zustand mit (…) gewesen. 

Bereits am folgenden Tag sei es zu einem massiven aggressiven Vorfall 

gekommen, bei dem aufgrund akuter Eigen- und Fremdgefährdung die Po-

lizei habe beigezogen werden müssen. Er sei ins Isolationszimmer ge-

bracht und unter Zwang zurückbehalten worden. Unter medikamentöser 

Therapie habe sich eine langsame psychische Stabilisierung gezeigt. Eine 

psychotische Symptomatik habe nicht durchgehend bestanden, aber sein 

Verhalten sei über mehrere Tage schwer einschätzbar gewesen, mit wie-

derkehrenden appellativen und manipulativen Mustern. Ab dem (…) 2025 

sei er zunehmend ruhig gewesen und habe sich klar von Eigen- oder 

Fremdgefährdung distanziert. Die Indikation für eine weitere stationäre Be-

handlung sei seitens der Klinik verneint worden, da kein therapeutischer 

Nutzen mehr ersichtlich gewesen und die Behandlung durch das zuneh-

mend fordernde Verhalten erschwert worden sei. Aufgrund des Vorfalls 

vom (…) 2025 sei er in die interne Sperrliste der Akutstation aufgenommen 

worden. Eine erneute Aufnahme sei ausschliesslich unter fürsorgerischer 

Unterbringung im Intensiv- oder Isolationszimmer möglich.  

Der psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers ist im Rahmen der 

Vorbereitung des Wegweisungsvollzugs und während der Durchführung 

desselben Rechnung zu tragen. Gemäss den Angaben, die sein Bruder vor 

der (…). Strafkammer des Amtsgerichts in D._______ machte, war er be-

reits mehrmals in der psychiatrischen Klinik in (…) und habe sich zur Be-

handlung seiner psychischen Erkrankung ins Ausland begeben (vgl. SEM-

act. (…)-24/- ID-Nr. 027 und (…)-52/6). Wie bereits vorstehend festgehal-

ten, sind die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers in seinem 

Heimatland im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten be-

handelbar. Die Behandlungsmöglichkeiten sind in den grossen Städten wie 

B._______ vielfältiger, als in abgelegenen ländlichen Gegenden. Bei ent-

sprechender Vorbereitung in Rücksprache mit den ihn behandelnden 

Fachpersonen stehen seine psychischen Erkrankungen einer Rückkehr in 

die Türkei nicht entgegen. 

7.4.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung des 

Beschwerdeführers nicht als unzumutbar. 

D-7662/2024 

Seite 33 

7.4.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 47 Abs. 1 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

Der Vollzug der Wegweisung ist als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

7.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM den Wegweisungsvoll-

zug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Die An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1–4 AIG). 

8.  

8.1 In der Beschwerde wird zum Antrag auf Rückweisung der Sache an 

das SEM ausgeführt, das SEM habe insbesondere nicht genügend geprüft, 

ob er aufgrund seines Onkels H._______ einer Reflexverfolgung ausge-

setzt sei. Bei der Prüfung der Frage der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen 

habe sich das SEM nur auf die Beweismittel gestützt und seine Aussagen 

nicht berücksichtigt. Das SEM habe auch seinen Gesundheitszustand nicht 

genügend in die Prüfung des Asylgesuchs einbezogen. 

8.2 Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung hat sich das 

SEM mit der Frage, ob dem Beschwerdeführer in der Türkei eine Re-

flexverfolgung wegen seiner beiden (ehemals) politisch aktiven Onkel 

drohe, rechtsgenüglich auseinandergesetzt. Es hat begründet, weshalb es 

davon ausgehe, ihm drohe aufgrund der früheren politischen Aktivitäten 

seines Onkels H._______ keine Verfolgung (vgl. Abschn. II Ziff. 2.a. der 

angefochtenen Verfügung). 

8.3 Das SEM ist in der angefochtenen Verfügung auf die wesentlichen Aus-

sagen des Beschwerdeführers eingegangen. So hat es sich mit der Be-

weismitteleingabe seiner Rechtsvertretung vom 16. April 2024 und darin 

enthaltenen Bemerkungen, seinen Vorbringen zu den politischen Tätigkei-

ten seiner Onkel und einer möglichen Reflexverfolgung, seinen Aussagen 

zu seinen politischen Tätigkeiten seit dem Jahr 2018 und der von ihm ge-

äusserten Befürchtung, bei einer Rückkehr in die Türkei eine lange Ge-

fängnisstrafe verbüssen zu müssen oder umgebracht zu werden, und sei-

nen Aussagen bezüglich der Abholung von T._______ vom Gefängnis und 

der Strassenblockade vom (…) 2023 rechtsgenüglich auseinandergesetzt. 

8.4 Schliesslich hat sich das SEM in der angefochtenen Verfügung – zwar 

kurz – zu den gesundheitlichen Problemen des Beschwerdeführers 

D-7662/2024 

Seite 34 

geäussert. Ihm ist es möglich gewesen, sich zur vom SEM vertretenen Auf-

fassung, dass seine gesundheitlichen Probleme (weiterhin) in der Türkei 

behandelt werden könnten, zu äussern und neuere ärztliche Berichte ein-

zureichen. 

8.5 Da der rechtserhebliche Sachverhalt als erstellt zu erachten ist, das 

SEM sich mit den wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers ausei-

nandergesetzt und seine Verfügung rechtsgenüglich begründet hat, ist der 

Subeventualantrag, die Sache sei an das SEM zurückzuweisen, abzuwei-

sen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege mit Zwischenverfügung vom 12. Dezem-

ber 2024 gutgeheissen wurde und sich an den Voraussetzungen dazu 

nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

11.  

11.1 Nachdem dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung gewährt wurde, ist MLaw Anja Roth ein amtliches Honorar aus-

zurichten. 

11.2 Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2024 war darauf aufmerk-

sam gemacht worden, dass bei amtlicher Vertretung in der Regel von ei-

nem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Ver-

treterinnen ausgegangen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). und nur der notwendige 

Aufwand entschädigt wird (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). 

11.3 Die Rechtsbeiständin hat keine Kostennote eingereicht, weshalb das 

amtliche Honorar aufgrund der Akten zu bestimmen ist (Art. 14 Abs. 2 in 

fine VGKE). Da MLaw Shirin Fallahpour erst ab dem 23. Dezember 2024 

als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt wurde, ist ausschliesslich der den 

Rechtsbeiständinnen ab diesem Datum entstandene notwendige Aufwand 

zu entschädigen. Mangels anderslautender Stellungnahme ist davon 

D-7662/2024 

Seite 35 

auszugehen, dass der Anspruch auf das Honorar der ersten amtlichen 

Rechtsbeiständin (MLaw Shirin Fallahpour) an die aktuelle Rechtsbeistän-

din (MLaw Anja Roth) abgetreten worden ist. Ausgehend von der Durch-

sicht der Verfahrensakten, der Kenntnisnahme der Korrespondenz, den 

beiden Eingaben vom 15. April und 24. September 2025 und den entstan-

denen Barauslagen erscheint ein Honorar von insgesamt Fr. 400.– (inkl. 

Auslagen) angemessen. Dieser Betrag ist der amtlich eingesetzten 

Rechtsbeiständin vom Bundesverwaltungsgericht zu entrichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-7662/2024 

Seite 36 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin, MLaw Anja Roth, wird zulasten der Ge-

richtskasse ein Honorar von Fr. 400.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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