# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b03581d1-53ea-5c91-9da4-f236bf3ee27f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-05-30
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 30.05.2001 U 384/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-384-99_2001-05-30.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 384/99 Vr 

 

 

III. Kammer 

 

Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; 

Gerichtsschreiber Scartazzini 

 

 

Urteil vom 30. Mai 2001 

 

in Sachen 

 

K.________, 1967, Beschwerdeführer, vertreten durch den 

Verband X.________, 

gegen 

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse 

1, 6002 Luzern, 

und 

 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, St. Gallen 

 

 

A.- Der 1967 geborene K.________ war seit 1. Oktober 

1996 als Einbaumonteur bei der S.________ AG tätig und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(SUVA) versichert. Am 26. November 1996 meldete die Arbeitgeberin 

der SUVA, der Versicherte habe am 18. Oktober 

1996 zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter im Gerätelager 

einen Geschirrspüler auf zwei aufeinander stehende Geräte 

stellen wollen. Als seinem Arbeitskollegen das Gerät aus 

den Händen gerutscht sei, habe der Versicherte sofort 

nachgefasst. Dadurch sei seine Rückenmuskulatur angerissen 

worden. Nachdem der Versicherte ab 5. November 1996 arbeitsunfähig 

gewesen sei, habe er am 18. November 1996 die 

Arbeit wieder ganz aufnehmen können. Der am 6. November 

1996 erstmals aufgesuchte Arzt, Dr. med. A.________ berichtete 

am 3. Dezember 1996, der Versicherte habe beim 

Auffangen einer überschweren Last von 90 kg Schmerzen in 

der tiefen Lendenwirbelsäule verspürt. Die SUVA ist auf den 

Fall eingetreten und hat die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

erbracht. 

Die W.________ GmbH, bei welcher der Versicherte seit 

5. August 1997 angestellt war, meldete am 21. August 1997 

der SUVA, am 18. August 1997 habe der Arbeitnehmer an 

seinem Maschinenarbeitsplatz einen «Schnittresten heruntergehoben», 

wobei er plötzlich einen «Zwick im Rücken» verspürt 

und sich eine Bandscheibenverletzung zugezogen habe; 

möglicherweise stamme der Schaden von einem früheren bei 

der SUVA gemeldeten Unfall. Die von Dr. med. P.________ in 

einem Arztzeugnis vom 1. September 1997 gestellte Diagnose 

lautete auf posttraumatische, rezidivierende Rückenbeschwerden 

bei HWS- und LWS-Distorsion 12/96. Anlässlich 

einer Befragung vom 30. September 1997 schilderte der 

Versicherte, wahrscheinlich noch während der Behandlung 

hätten sich die Schmerzen in der Nackengegend verstärkt, 

welchen er aber keine grosse Bedeutung zugemessen habe. Vor 

allem beim Heben von grösseren Lasten habe es immer wieder 

verstärkte Schmerzen im Nacken gegeben, und ganz schmerzfrei 

sei er nie mehr gewesen. 

Im Nachgang zu ärztlichen Abklärungen und Behandlungen 

lehnte die SUVA mit Verfügung vom 19. November 1997 Leistungen 

ab mit der Begründung, die vorhandenen Beschwerden 

seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den 

versicherten Unfall vom 18. Oktober 1996 zurückzuführen, 

und beim Ereignis vom 18. August 1997 habe es sich um einen 

normalen Vorfall gehandelt, der keinen Unfall darstelle. 

Mit Entscheid vom 4. März 1998 wies die SUVA die vom Versicherten 

und von der CSS Versicherung erhobenen Einsprachen 

ab. 

 

B.- Beschwerdeweise liess K.________ beantragen, in 

Aufhebung des Einspracheentscheides sei die SUVA zur Ausrichtung 

der gesetzlichen Leistungen zu verpflichten. Insbesondere 

beantragte er die Zusprechung von Taggeldleistungen 

auf der Basis einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

und die Übernahme von Heil- und Pflegekosten sowie die 

Prüfung des Integritätsschadens und des Anspruchs auf eine 

Invalidenrente. Mit Entscheid vom 18. August 1999 wies das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde 

ab. 

 

C.- K.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

führen und beantragen, es seien die Nackenbeschwerden als 

unfallkausal festzustellen und die Angelegenheit zur Festlegung 

der gesetzlichen Leistungen an die verfügende Instanz 

zurückzuweisen. Gestützt auf Arztzeugnisse von Dr. 

med. A.________ (vom 22. Oktober 1999) und von Dr. med. 

P.________ (vom 25. Oktober 1999) erklärt er zur Begründung 

im Wesentlichen, bei seinen Gesundheitsschädigungen handle 

es sich um Verletzungen im Nackenwirbelbereich mit der Folge 

von Nacken- sowie Kopfschmerzen und Übelkeit. 

Die SUVA beantragt Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 

Das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) 

lässt sich nicht vernehmen. Die CSS Versicherung erklärt, 

sich am Prozess nicht mitzubeteiligen; die Visana verzichtet 

auf Vernehmlassung. 

 

 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- Streitig und zu prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer 

gemäss vorinstanzlichem Entscheid kein Anspruch auf 

Versicherungsleistungen zusteht, oder aber ob, entsprechend 

seiner Rechtsbegehren, solche auszurichten sind, eventuell 

unter vorhergehender Anweisung zur Vornahme weiterer Abklärungen. 

 

 

2.- Das kantonale Gericht hat die massgeblichen Bestimmungen 

über die Gewährung von Versicherungsleistungen 

bei Unfällen sowie die vom Eidgenössischen Versicherungsgericht 

entwickelten Grundsätze zu dem für die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers vorausgesetzten natürlichen 

(BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) 

und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 125 V 461 Erw. 5a mit 

Hinweisen) zwischen Unfallereignis und eingetretenem 

Schaden zutreffend dargelegt. Gleiches gilt in Bezug auf 

den Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 

122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen) sowie hinsichtlich des im 

Sozialversicherungsrecht im Allgemeinen erforderlichen 

Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 125 

V 195 Erw. 2 mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.- a) Die SUVA ging in ihrem Einspracheentscheid vom 

4. März 1998 davon aus, dass die geklagten Rückenbeschwerden 

nicht auf den Unfall vom 18. Oktober 1996 zurückzuführen 

sind. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, 

er habe sich anlässlich dieses Ereignisses im Rücken und im 

Nackenbereich verletzt. Infolge des Gewichtes des hinuntergleitenden 

Gerätes sei auch sein Kopf nach hinten zurückgedrückt 

worden. Zum damaligen Zeitpunkt habe er die Nackenprobleme 

als Begleiterscheinung einer Erkältung angesehen. 

Am 25. Oktober 1999 habe sein Hausarzt, Dr. med. P.________ 

jedoch ausdrücklich erwähnt, dass die Beschwerden bezüglich 

Nacken typisch in ihrer Art seien und häufig nach HWS-Distorsion 

so geklagt würden. Beim Unfall vom Oktober 1996 

könne er sehr wohl eine HWS-Distorsion erlitten haben. 

 

b) Die Vorinstanz hat in einlässlicher Würdigung der 

gesamten eingeholten oder beigezogenen ärztlichen Unterlagen 

mit überzeugender Begründung erkannt, dass keine 

nachweisbaren Beschwerden als Folgen des Unfalles vom 

18. Oktober 1996 vorhanden sind. Auch was in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

diesbezüglich vorgebracht wird, 

vermag die dargelegte Sachverhaltsfeststellung und das 

davon abgeleitete Ergebnis nicht in Zweifel zu ziehen oder 

zu entkräften. Zwar klagt der Beschwerdeführer nach wie vor 

über Beeinträchtigungen im Nackenbereich, ohne sich jedoch 

auf einen objektivierbaren Befund stützen zu können. So 

beschränkt er sich darauf, lediglich unter Vorweisung eines 

hausärztlichen Zeugnisses von Dr. med. P.________ und eines 

Arztzeugnisses von Dr. med. A.________, den von der Vorinstanz 

bereits abschliessend und in jeder Hinsicht richtig 

geklärten Unfallhergang zu beanstanden. Insbesondere behauptet 

er im jetzigen Verfahren erstmals, infolge des 

Gewichtes des hinuntergleitenden Gerätes sei auch sein Kopf 

nach hinten gedrückt worden. Nachdem in den vorliegenden 

Akten erst im September 1997 von Schmerzen in der Nackengegend 

die Rede ist und auch in medizinischer Hinsicht erst 

ab jenem Zeitpunkt auf das typische Beschwerdebild einer 

HWS-Distorsion hingewiesen wurde (Arztzeugnis von Dr. med. 

P.________ vom 1. September 1997), ist die Frage, ob zwischen 

dem erlittenen Unfall und den organisch nicht nachweisbaren 

Gesundheitsstörungen ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht, mangels überwiegender Wahrscheinlichkeit 

zutreffend verneint worden. Dabei drängen sich ergänzende 

Abklärungen nicht auf, da von ihnen keine weiteren Aufschlüsse 

zu erwarten sind. 

 

c) Aus dem vorgehend Gesagten folgt, dass das kantonale 

Gericht den Einspracheentscheid vom 4. März 1998 in 

zutreffender Berücksichtigung der gegebenen medizinischen 

Befunde zu Recht bestätigt hat. 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen, dem Bundesamt für 

Sozialversicherung, der CSS Versicherung und der 

Visana zugestellt. 

 

Luzern, 30. Mai 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident der III. Kammer: 

 

 

 

 

 

Der Gerichtsschreiber: