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**Case Identifier:** 3109bc03-9159-5a9a-b180-dd5a4aa1838d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.07.2019 IV 2017/200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-200_2019-07-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/200

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 10.09.2019

Entscheiddatum: 02.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2019
Art. 28 IVG; 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleichs 
basierend auf einem bidisziplinären IV-Gutachten, dessen 
Arbeitsfähigkeitsschätzung über jener des Kreisarztes der 
Unfallversicherung liegt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 2. Juli 2019, IV 2017/200).

Entscheid vom 2. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber 

und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

IV 2017/200

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

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St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ erlitt am 26. Januar 2014 auf einer Wanderung bei einem Sturz über einen 

Abhang ein Polytrauma mit diversen Verletzungen (insbesondere ein Thoraxtrauma, 

Wirbel- und Rippenfrakturen, Lungenverletzungen und eine Dünndarmkontusion, zu 

den detaillierten Diagnosen siehe den Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen 

vom 5. Februar 2014, Fremd-act. 1-103). Seine seit 1985 vollzeitlich ausgeführte 

Tätigkeit als Mechaniker bei der B.___ AG nahm er im Oktober 2014 mit kleinem 

Anfangspensum wieder auf (Fremd-act. 4-2).

A.b Am 4. März 2015 meldete sich der Versicherte zum Leistungsbezug bei der 

Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Sein Arbeitspensum steigerte er kontinuierlich 

und erreichte ab 1. Juli 2015 ein solches von 60% (vgl. IV-act. 32; 44-1; Fremd-

act. 6-10). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen teilte ihm am 28. August 2015 mit, sie 

gewähre ihm Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes (IV-act. 28). 

Wegen einer Zunahme der Schmerzen reduzierte der Versicherte per Dezember 2015 

das Pensum wiederum auf 50% (vgl. Fremd-act. 6-3; IV-act. 44-1). Eine 

Eingliederungsberaterin der IV führte am 9. März 2016 eine Abklärung am Arbeitsplatz 

durch (IV-act. 44-3 f.). Mit Mitteilung vom 18. April 2016 sprach die IV-Stelle dem 

Versicherten ein Hilfsmittel zu ("Gummimatte", IV-act. 46) und verneinte einen 

Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen (IV-act. 47).

A.c  Dr. med. C.___, Kreisarzt der Suva als zuständiger Unfallversicherung, hatte am 

20. Januar 2016 eine Abschlussuntersuchung vorgenommen und war zur Beurteilung 

gelangt, dass die aktuelle Tätigkeit zu 50% weiter ausführbar und zumutbar sei. In 

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einer körperlich leichteren Tätigkeit mit Wechselbelastung wäre auch eine Steigerung 

auf max. 60-70% in Zukunft denkbar (IV-act. 49-10 f.). Basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 43% sprach die Suva dem Versicherten ab 1. März 2016 eine 

Rente und für eine Integritätseinbusse von 15% eine Integritätsentschädigung zu 

(Fremd-act. 10-2). Da Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD) das Ausmass der gemäss Dr. C.___ verbliebenen Einschränkung nicht 

nachvollziehen konnte (vgl. Stellungnahme vom 24. Juni 2015, IV-act. 57-3), 

veranlasste die IV-Stelle eine bidisziplinäre Begutachtung (orthopädisch und 

psychiatrisch) beim Begutachtungsinstitut IME – Interdisziplinäre Medizinische 

Expertisen, St. Gallen. Im Gutachten vom 26. September 2016 wird als Diagnose mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere ein belastungsabhängig 

verstärktes thoracoscapuläres Schmerzsyndrom ohne Radikulopathie genannt. Der 

Gutachter Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, bezeichnete die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

grundsätzlich als adaptiert und attestierte in dieser und anderen geeigneten Tätigkeiten 

eine Arbeitsfähigkeit von 80%. Der begutachtende Psychiater Prof. Dr. med. F.___ 

erhob in seinem Fachgebiet keine Diagnosen und Einschränkungen (IV-act. 61-3, 61-5).

A.d Abstellend auf dieses Gutachten berechnete die IV-Stelle bei einem 

Valideneinkommen von 72'800.-- und einem auf der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) beruhenden Invalideneinkommen von Fr. 53'162.-- einen 

Invaliditätsgrad von 27% und kündigte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 

24. Oktober 2016 die Verneinung eines Rentenanspruchs an (IV-act. 64). Dagegen 

wandten sich der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. G.___, am 15. November 2016 

(IV-act. 68-3 f.) und die Procap am 22. November 2016 (IV-act. 68-1 f.). Letztere 

beantragte, es sei auf die Invaliditätsbemessung der Suva abzustellen. Nach 

Rücksprache mit dem RAD (vgl. IV-act. 70) unterbreitete die IV-Stelle den Gutachtern 

Ergänzungsfragen zur Arbeitsfähigkeit mit und ohne eine konkrete 

Medikamenteneinnahme (IV-act. 71). Diesbezüglich war im Gutachten von 

Noncompliance des Versicherten ausgegangen worden. Dr. E.___ antwortete am 

3. Februar 2017 im Wesentlichen dahingehend, dass das Attest der Arbeitsfähigkeit 

von 80% auch ohne Einnahme des diskutierten Medikaments gälte (IV-act. 72). 

Nachdem der Versicherte von der Möglichkeit einer zweiten Anhörung keinen 

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Gebrauch gemacht hatte (IV-act. 74), verfügte die IV-Stelle am 10. April 2017 gemäss 

Ankündigung die Verneinung des Rentenanspruchs (IV-act. 76).

B.   

B.a  Gegen die Verfügung vom 10. April 2017 erhob der Versicherte, vertreten durch 

die Procap, am 23. Mai 2017 Beschwerde. Beantragt wurden unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen die Aufhebung der Verfügung, die Zusprache einer IV-Rente und 

eventualiter die Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen. In der 

Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, die IV-Gutachter hätten ihre 

verglichen mit der kreisärztlichen Meinung höhere Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

begründet. Es handle sich um zwei unterschiedliche Einschätzungen des gleichen 

Sachverhalts. Unter Berücksichtigung der Erhöhung des Pensums durch den 

Beschwerdeführer und der Notwendigkeit der Reduktion erscheine die Einschätzung 

des Kreisarztes überzeugender. Kritisiert würden auch der Einkommensvergleich bzw. 

das Invalideneinkommen. Der Beschwerdeführer sei erwerbstätig und schöpfe seine 

Restarbeitsfähigkeit aus, weshalb auf den effektiven Lohn abzustellen sei. Sollte von 

einem hypothetisch ermittelten Einkommen ausgegangen werden, müsse von den 

Durchschnittslöhnen der LSE ein Abzug von mindestens 15% vorgenommen werden 

(act. G 1).

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. Juli 2017 

die Abweisung der Beschwerde. Die unfallbedingten Verletzungen des 

Beschwerdeführers seien unstrittig gut abgeheilt. Auch die Funktionsausfälle seien 

nicht so gravierend, dass sie seine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

quantitativ erheblich beeinträchtigten. Die im IME-Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit 

von 80% sei daher gut nachvollziehbar. Da der Beschwerdeführer diese 

Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpfe, sei beim Invalideneinkommen auf die 

Tabellenlöhne abzustellen. Bei einem Leidensabzug von 10% resultiere ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 35% (act. G 4).

B.c  Der Beschwerdeführer lässt in der Replik vom 29. September 2017 an seinen 

Anträgen festhalten. Selbst wenn dem Gutachten gefolgt würde, müsste der darin 

genannte Verlauf berücksichtigt werden. Gemäss dem Gutachten könne frühestens ab 

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der kreisärztlichen Stellungnahme vom 20. Januar 2016 von einer 80%-igen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (act. G 8).

B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet.

Erwägungen

1.  

1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

1.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

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gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

2.  

Bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin auf 

das IME-Gutachten (80% Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer anderen 

adaptierten Tätigkeit), während der Beschwerdeführer die kreisärztliche Beurteilung 

(60-70% Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit) für plausibler hält.

2.1 Gegenüber dem Kreisarzt Dr. C.___ hatte der Beschwerdeführer angegeben, dass 

das Laufen kein Problem mehr sei. Sitzen könne er 10-15 Minuten, dann müsse er 

aufstehen und 10-15 Schritte machen, danach seien die Beschwerden wieder 

verschwunden und er könne normal weiterarbeiten. Er nehme täglich 2-3 Tabletten 

Palexia. Diese hätten einen positiven Effekt auf seine Beschwerden und er könne somit 

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seiner Arbeit vollumfänglich nachkommen. Der Kreisarzt hielt fest, dass keine 

Bewegungseinschränkungen bestünden. Lediglich am linken Arm sei die Beweglichkeit 

bei maximaler Abduktion endgradig leicht vermindert (170° links, 175° rechts). Beim 

tiefen Einschnaufen könne der Beschwerdeführer einen akzeptablen Schmerz entlang 

des vorderen Rippenbogens provozieren, der aber nicht ständig präsent sei. Andere 

Beschwerden oder Probleme beständen laut ihm nicht. Dr. C.___ erhob bei der 

klinischen Untersuchung kaum auffällige Befunde (siehe detailliert im 

Untersuchungsbericht S. 3 unten und 4 oben, IV-act. 49-8 f.). Die komplette Mobilität 

liege im Normalbereich, sei wie vor dem Unfall und schmerzfrei ausführbar. In der 

Beurteilung hielt der Kreisarzt fest, die Beschwerden beim Sitzen mit Ausstrahlung in 

den Rücken bis interscapulär seien für ihn nicht ganz nachvollziehbar, da weder an der 

LWS noch am Becken eine Fraktur oder Läsion sichtbar sei. Die im Bereich der 

Scapula intermittär (wohl: intermediär) bestehenden Beschwerden nach längerer Arbeit 

seien erklärlich, da hier im Bereich BWK 4 und 8 der Hauptbefund liege (deutliche 

Winkelbildung, Höhenminderung mit Keilwirbelbildung). Die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 30-40% in einer adaptierten Tätigkeit begründete der Kreisarzt 

dann jedoch nicht näher. Dass der RAD das Ausmass bei dieser Sachlage mit den 

organisch einzig ausgewiesen verbliebenen Schäden in der BWS nicht nachvollziehen 

konnte (vgl. IV-act. 57-3), ist nicht erstaunlich, zumal bei den vom Kreisarzt 

protokollierten "Angaben des Versicherten" die Schmerzen im Bereich von BWS und 

linker Schulter nur im Kontext der erwähnten Sitzdauer von 10-15 Minuten und ein 

Verschwinden derselben nach einigen Schritten erwähnt wurden.

2.2 Dr. E.___ hielt demgegenüber in seinem Gutachten umfassendere Schmerzangaben 

fest. Der Beschwerdeführer habe die meisten Schmerzen zwischen den 

Schulterblättern und "im Moment" auch starke Schmerzen in der linken Schulter 

angegeben. Dort verspüre er einen Schmerz, der in den linken Brustkasten übergehe 

mit schmerzhaftem gesamtem linkem Rippenbogen. Auch verspüre er einen starken 

Druckschmerz/Berührungsschmerz im Bereich der linksseitigen unteren Thoraxapertur. 

Erwähnt wurden auch Probleme beim Sockenanziehen (IV-act. 61-63). Die geschilderte 

Schmerzverstärkung brachte der Beschwerdeführer damit in Zusammenhang, dass er 

im Zeitpunkt der Untersuchung am 30. August 2016 in der Urlaubssaison nur mit zwei 

weiteren Kollegen im Betrieb tätig sei und er zusätzlich zu seinem üblichen montags, 

mittwochs und freitags absolvierten Pensum von 50% nun auch am Dienstag- und 

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Donnerstagnachmittag arbeite (IV-act. 61-64). Dr. E.___ protokollierte seine 

Untersuchungen und Beobachtungen ausführlich. Wie Dr. C.___ erhob auch er nicht 

viele Auffälligkeiten. So waren etwa das Entkleiden und das Gangbild flüssig und 

unauffällig. Schulter- und Rückenmuskulatur waren symmetrisch kräftig ausgebildet 

und dem Gesamthabitus entsprechend gut konditioniert und regelrecht tonisiert. Die 

gesamte Wirbelsäule wurde ausführlich auf ihre Beweglichkeit untersucht und beurteilt 

(zum positiven Waddell'schen Stauchungstest siehe S. 24 des Gutachtens, IV-

act. 61-76). Auch die ausführliche Untersuchung beider Schultern erbrachte 

weitgehend seitengleiche unauffällige Resultate (mit Ausnahme einer Einschränkung 

beim Führen des linken Ellbogengelenks in eine Horizontale mit dem Schultergelenk, 

S. 28). Die detaillierten Ausführungen zu den übrigen Körperteilen (Hände, Hüfte, Knie, 

Sprunggelenke, Füsse) lassen keine relevanten Auffälligkeiten erkennen. Die im 

Rahmen der Untersuchung durchgeführten nativradiologischen Röntgenaufnahmen 

zeigten eine knöcherne Ausheilung der Frakturen an BWS, Rippen und Scapulablatt. 

Dr. E.___ hielt fest, mit den Untersuchungsbefunden von Dr. C.___ uneingeschränkt 

einig zu gehen. Auch teilte er dessen Ansicht einer dauerhaften vollen 

Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich schweren, rückenbelastenden Tätigkeit. Wie der 

Kreisarzt erkannte auch Dr. E.___ eine Limitierung des Beschwerdeführers in der 

biomechanischen Funktion seines linken Schulterblatts und seiner BWS. Er definierte 

ausführlich zu vermeidende Tätigkeiten und gab eine Beschreibung des positiven 

Leistungsbilds ab (S. 51 f., IV-act. 61-103 f.). Dass er zum Schluss einer 

Arbeitsfähigkeit von 80% in dem positiven Leistungsbild entsprechenden Tätigkeiten 

gelangte, ist insgesamt vor dem Hintergrund der ausführlichen Testergebnisse und in 

Anbetracht des guten Trainingszustands des Beschwerdeführers plausibel.

2.3 In Bezug auf die von den Parteien kontrovers diskutierte Medikamenteneinnahme 

und deren Bedeutung ist festzuhalten, dass Dr. C.___ ohne 

Blutserumspiegelbestimmung und damit ohne Überprüfung die Behauptung des 

Beschwerdeführers festhielt, wonach dieser 2-3 Tabletten Palexia einnehme. Er wies 

darauf hin, dass der Beschwerdeführer nach seinen Angaben die 

Schmerzmitteleinnahme in den kommenden Monaten mindestens halbieren wolle. 

Gegenüber den IME-Gutachtern gab der Beschwerdeführer an, dreimal täglich Palexia 

einzunehmen und die letzte Tablette am Morgen vor der Begutachtung eingenommen 

zu haben. Mit Blick auf die Ausführungen der Gutachter zur fehlenden Nachweisbarkeit 

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in der Blutkontrolle (IV-act. 72-3; 61-48; 61-101) hat als erstellt zu gelten, dass diese 

Angaben zur Einnahme des Medikaments nicht zutreffen. Die Behauptung in der 

Beschwerdeschrift, der Beschwerdeführer habe das Medikament erst bei Ankunft am 

Begutachtungsort eingenommen (S. 5), vermag den fehlenden Nachweis im Blut nicht 

zu erklären. Die Begutachtung begann um 9.30 Uhr und die Blutentnahme erfolgte um 

10.30 Uhr (vgl. den Scan des Dokuments des Labors auf S. 40 des psychiatrischen 

Gutachtens, IV-act. 61-46). Maximale Serumkonzentrationen werden typischerweise 

etwa 1.25 Stunden nach oraler Einnahme von Palexia beobachtet (vgl. die 

Fachinformation zu Palexia, herausgegeben von Swissmedic, abrufbar unter 

www.swissmedicinfo.ch). Folglich hätte der Wirkstoff bei der Blutuntersuchung sogar in 

hohem Masse nachweisbar sein müssen, wäre die Einnahme des Medikaments 

tatsächlich bei Ankunft am Begutachtungsort erfolgt. Dass der Beschwerdeführer das 

zentral wirksame Analgetikum Palexia nicht über längere Zeit einnehmen wollte bzw. 

bestrebt war, die Einnahme zu reduzieren, ist zwar durchaus einfühlbar. Aus 

medizinischer Sicht war ihm die Einnahme von 2 bis 3 täglichen Dosen à 50mg 

(immerhin die tiefste erhältliche Dosierung von Palexia, die abhängig von der 

Schmerzintensität gar alle 4 bis 6 Stunden eingenommen werden darf; vgl. die 

Fachinformation auf www.swissmedicinfo.ch) jedoch zumutbar. Wenn dadurch eine 

Schmerzreduktion und damit eine höhere zeitliche Arbeitsleistung möglich ist – wovon 

nach Lage der Akten auszugehen ist –, so ist er dazu im Rahmen der ihm obliegenden 

Schadenminderungspflicht (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG) gehalten. Darüber scheint er sich 

im Klaren gewesen zu sein, sonst hätte er gegenüber den beiden IME-Gutachtern wohl 

nicht eine unzutreffend hohe Einnahme angegeben. Hinzu kommt, dass er im Zeitpunkt 

der Untersuchung durch Dr. E.___ sein übliches 50%-Pensum, ausgeführt montags, 

mittwochs und freitags, wegen eines betrieblichen Engpasses mit zusätzlichen 

Einsätzen dienstag- und donnerstagnachmittags überschritt (S. 12, IV-act. 61-64), zwar 

über mehr Schmerzen klagte, die Medikamenteneinnahme aber dennoch nicht auf die 

behauptete Dosis erhöhte. Dies kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass die um 

10-20% höhere Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. E.___ eher zutreffen dürfte als jene 

von Dr. C.___.

2.4 Dass die angestammte Tätigkeit den gesundheitlichen Einschränkungen des 

Beschwerdeführers optimal Rechnung trägt, wie Dr. E.___ annimmt, wird von den 

Parteien nicht bestritten. Dr. C.___ war nicht dieser Ansicht und attestierte in einer den 

http://www.swissmedicinfo.ch/

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Beschwerden besser angepassten Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit. Vor dem 

Hintergrund dessen, dass die angestammte Tätigkeit durchwegs körperlichen Einsatz 

mit regelmässiger Gewichtsbelastung von 5-8 kg erfordert (IV-act. 44-3; 61-104) und 

dass der Beschwerdeführer eine belastungsabhängige Schmerzzunahme beschreibt, 

ist dies grundsätzlich plausibel. Wie es sich damit verhält, kann letztlich jedoch 

offenbleiben. Denn bei der angelernten Mechaniker-Tätigkeit handelt es sich nicht um 

eigentlich qualifizierte Arbeit, sodass dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer 

körperlich besser geeigneten anderen Hilfsarbeit zumutbar und auf dem 

massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch möglich wäre. Da er die ihm 

verbleibende Arbeitsfähigkeit von 80% am aktuellen Arbeitsplatz nicht voll ausschöpft, 

kann nicht auf den tatsächlich erzielten Verdienst abgestellt werden. Insgesamt ist 

nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 

bei der Festsetzung des Invalideneinkommens vom statistischen Durchschnittslohn für 

männliche Hilfsarbeiter und einem Arbeitspensum von 80% ausgegangen ist.

3.  

Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad zu berechnen. Dafür ist unbestrittenermassen ein 

Einkommensvergleich vorzunehmen (Art. 16 ATSG). Der Beschwerdeführer hat sich im 

März 2015 zum IV-Leistungsbezug angemeldet, sodass der frühestmögliche 

Rentenbeginn unter Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 1. September 

2015 fällt. Folglich ist der Einkommensvergleich per 2015 vorzunehmen.

3.1 Das Valideneinkommen von Fr. 72'800.-- ist zu Recht unbestritten geblieben und 

gilt auch für das Jahr 2015 (IV-act. 9-3; Fremd-act. 9-14).

3.2 Für das Invalideneinkommen gilt Folgendes:

3.2.1 Per 1. September 2015 arbeitete der Beschwerdeführer 60% und ab 1. Dezember 

2015 wiederum 50% (vgl. den Sachverhalt in lit. A.b). Dr. E.___ ging plausibel davon 

aus, dass spätestens ab der kreisärztlichen Untersuchung vom 20. Januar 2016 von 

einer Arbeitsfähigkeit von 80% auszugehen ist (S. 53, IV-act. 61-105). Dass bereits vor 

dieser Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 80% vorgelegen hat, ist unbewiesen. 

Andererseits ist nicht erstellt, dass die Pensumsreduktion von 60% auf 50% per 1. 

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Dezember 2015 in einer den Beschwerden optimal Rechnung tragenden Tätigkeit und 

bei ausreichender Medikamenten-Compliance aus medizinischer Sicht angezeigt 

gewesen wäre. Eine vorübergehende gesundheitliche Verschlechterung zwischen 

Dezember 2015 und der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 20. Januar 2016 

wird nicht behauptet. Folglich erscheint es sachgerecht, für die Zeit vom 1. September 

2015 bis zum 20. Januar 2016 von einer Arbeitsunfähigkeit von 40% und ab dann von 

20% auszugehen.

3.2.2 Das sog. Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG war am 1. September 2015 bei 

voller Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall im Januar 2014 und bis 31. August 2015 

durchgehend bestehender Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% (lit. b) offenkundig 

erfüllt.

3.2.3 Im Jahr 2015 belief sich der durchschnittliche Hilfsarbeiterlohn gemäss der 

Tabelle TA1 der LSE 2014 mit Nominallohnbereinigung per 2015 auf Fr. 66’633.-- (vgl. 

auch Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IV-

Gesetzgebung, Ausgabe 2019). Während die Suva einen Tabellenlohnabzug von 5% 

gewährte (Fremd-act. 10-3 f.), hat die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 

einen solchen von 10% vorgenommen (act. G 4 Ziff. III/4). Ein Abzug von 10% 

erscheint angemessen. Der Beschwerdeführer kann keine körperlich schweren 

Arbeiten mehr verrichten und nur noch gelegentlich mittelschwere Arbeiten ausführen. 

Er verfügt über ein eingeschränktes Rendement und ist offenkundig weniger flexibel 

einsetzbar als ein gesunder Arbeitnehmer, er muss etwa eine lange Mittagspause und 

auch sonst flexibel Pausen machen können. Weitere Gründe für einen Abzug sind 

hingegen nicht ersichtlich, so insbesondere praxisgemäss auch nicht das Alter des 

Beschwerdeführers von 52 Jahren (September 2015). Damit beläuft sich das 

Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von 60% auf Fr. 35'982.-- (Fr. 66'633.-- 

x 0.9 x 0.6) und bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% auf Fr. 47'976.-- (Fr. 66'633.-- x 0.9 

x 0.8).

3.2.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 72'800.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 35'982.-- beträgt der Invaliditätsgrad 50.6% und bei einem 

Invalideneinkommen von Fr. 47'976.-- 34.1%. Folglich besteht während der Dauer der 

Arbeitsfähigkeit von 60% unter Berücksichtigung der 3-monatigen Verzögerung 

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gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; 

SR 831.201) vom 1. September 2015 bis 30. April 2016 Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente. Ab 1. Mai 2016 besteht mangels Erreichens der 

rentenanspruchsbegründenden Grenze von 40% kein Rentenanspruch mehr.

4.  

4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

Verfügung vom 10. April 2017 insofern gutzuheissen, als dem Beschwerdeführer vom 

1. September 2015 bis 30. April 2016 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen ist. Die 

Sache ist zur Rentenberechnung und -ausrichtung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. In Anbetracht der 

Tatsache, dass dem Beschwerdeführer statt der beantragten unbefristeten Rente nur 

eine befristete Rente für sieben Monate zuzusprechen ist, ist ermessensweise von 

einem Obsiegen zu einem Drittel auszugehen. Entsprechend bezahlt die 

Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 200.-- und der 

Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 400.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 

600.-- ist dem Beschwerdeführer daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 200.-- 

zurückzuerstatten.

4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 

963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe 

Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint 

eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'600.-- (inkl. Barauslagen und 

bis

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Mehrwertsteuer) bei vollem Obsiegen angemessen. Dem Ausmass des Obsiegens 

entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit Fr. 1'200.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 10. April 2017 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer vom 1. September 2015 bis 30. April 2016 

eine halbe Invalidenrente zugesprochen. Die Sache wird zur Berechnung und 

Ausrichtung der Rente an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Im Übrigen wird 

die Beschwerde abgewiesen.

2.  

Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- hat der Beschwerdeführer im Anteil von Fr. 400.-- 

und die Beschwerdegegnerin im Anteil von Fr. 200.-- zu bezahlen. Dem 

Beschwerdeführer wird der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- angerechnet und im 

Umfang von Fr. 200.-- zurückerstattet.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.07.2019
	Art. 28 IVG; 16 ATSG. Invaliditätsbemessung mittels Einkommensvergleichs basierend auf einem bidisziplinären IV-Gutachten, dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung über jener des Kreisarztes der Unfallversicherung liegt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Juli 2019, IV 2017/200).

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