# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 218c3173-a2a4-50f7-ad7e-2ee86782cb4d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 15.11.2005 ZF 2005 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-59_2005-11-15.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 15. November 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 59

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer, Vital und Hubert
Aktuar Engler

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In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Erich 
Vogel, Schulstrasse 1, 7302 Landquart,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes P r ä t t i g a u / D a v o s  vom 30. Juni 2005, mitge-
teilt am 9. August 2005, in Sachen des Y., Kläger und Berufungsbeklagter, vertre-
ten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach 
26, 7002 Chur, gegen den Beklagten und Berufungskläger,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. Y., der ab dem 27. April 1998 beim Kaminbauer Z. in X. angestellt 
war, kündigte das Arbeitsverhältnis auf den 29. Februar 2004. Es gelang ihm dann 
aber nicht, sich mit dem Arbeitgeber über die Forderungen zu einigen, die ihm 
seiner Meinung nach aus dem Arbeitsvertrag noch zustehen würden.

Im Einzelnen geht es um die folgenden Ansprüche: den Lohn für den Monat 
Februar 2004, den Anteil am 13. Monatslohn für Januar und Februar 2004, die 
Abgeltung nicht bezogener Ferien, die Ausgleichung ungerechtfertigter Abzüge 
bei der Arbeitszeit in Zusammenhang mit Fahrten ins Engadin sowie um die Ent-
schädigung für das Leisten von Pikettdienst.

B. Am 27. September 2004 machte Y. beim Kreispräsidenten X. als 
Vermittler eine entsprechende, gegen Z. gerichtete Forderungsklage anhängig. 
Laut dem Leitschein vom 09. Dezember 2004 hatte er an der Sühneverhandlung 
vom 05. November 2004 die folgenden Anträge gestellt:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 14'255.35, samt Zins 
ab 01. März 2004, zu bezahlen.

 2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Be-
klagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 29. Dezember 2004 unterbreitete Y. die 
Streitsache dem Bezirksgericht Prättigau/Davos, wobei er an seinen Rechtsbe-
gehren gemäss Leitschein festhielt. Er präzisierte lediglich, dass der Satz des ge-
forderten Verzugszinses 5 % betrage.

Z. reichte keine Prozessantwort ein.

D. Mit Urteil vom 30. Juni 2005, mitgeteilt am 09. August 2005, erkannte 
das Bezirksgericht Prättigau/Davos:

„1. Die Klage des Y. gegen Z. wird teilweise gutgeheissen und Z. wird 
verpflichtet, Y. netto Fr. 8110.45, zuzüglich 5 % Zins seit 1. März 2004, 
zu bezahlen.

 2. Die Kosten des Kreisamtes X. in Höhe von Fr. 155.00 gehen zulasten 
der Kreiskasse X.. Die Kosten des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos, 
bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2500.00, Schreibge-
bühren von Fr. 575.00, Barauslagen von Fr. 100.00, total somit Fr. 
3175.00, gehen zulasten der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos.

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 3. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

 4. (Rechtsmittelbelehrung).

 5. Mitteilung an: ….“

E. Hiergegen liess Z. am 27. August 2005 Berufung an die Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Prättigau/Davos vom 30. Juni 2005, 
mitgeteilt am 9. August 2005, sei aufzuheben.

 2. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

 3. Es sei eine mündliche Berufungsverhandlung mit Befragung des Be-
rufungsklägers anzuordnen.

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % MwSt.) zu 
Lasten des Berufungsbeklagten für beide Instanzen.“

F. An der mündlichen Berufungsverhandlung vom 15. November 2005 
bestätigte der Rechtsvertreter von Z. die schriftlichen Berufungsbegehren. Y. liess 
demgegenüber beantragen, es sei die Berufung abzuweisen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten und Berufungsklägers.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteivertreter zur Begründung ihrer 
Rechtsbegehren wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Im 
Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. b OG gaben die beiden Rechtsanwälte überdies 
schriftliche Ausfertigungen ihrer Vorträge zu den Akten.

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 24 Abs. 1 GestG können arbeitsrechtliche Streitigkeiten 
am Wohnsitz bzw. Sitz der beklagten Partei oder aber am gewöhnlichen Arbeitsort 
der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers anhängig gemacht werden. Zu beur-
teilen sind im vorliegenden Fall Ansprüche, die ein Arbeitnehmer (Y.) nach der 
Auflösung des Anstellungsverhältnisses gegen seinen Arbeitgeber (Z.) einklagt. 
Beschäftigt wurde der Kläger im Kaminbauunternehmen, das der Beklagte in X. 
betreibt. Der Mittelpunkt der Berufstätigkeit von Y. lag also in einer zum Bezirk 
Prättigau/Davos gehörenden Gemeinde. Damit durfte die von ihm angerufene Vor-
instanz ihre örtliche Zuständigkeit bejahen.

Y. belangte Z. auf Bezahlung von Fr. 14'255.35 samt Zins. Eine solche 
Klage fällt gemäss Art. 19 Ziff. 1 ZPO in die sachliche Zuständigkeit des jeweiligen 
Bezirksgerichtes, hier also jenes von Prättigau/Davos, so dass auch insoweit ei-
nem Eintreten auf die Streitangelegenheit durch die Vorinstanz nichts entgegen-
stand.

Bezirksgerichtliche Urteile im Sinne von Art. 19 ZPO, seien sie in vermö-
gensrechtlichen (Ziff. 1) oder nicht vermögensrechtlichen Streitsachen (Ziff. 2) er-
gangen, können gemäss Art. 218 Abs. 1 ZPO mit Berufung bei der Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes angefochten werden, wobei bei Ersteren der ursprünglich 
erforderliche Streitwert (höher als Fr. 8000.00) im Zeitpunkt der Ausfällung des 
erstinstanzlichen Urteils noch vorhanden sein muss (vgl. PKG 1994 Nr. 15 S. 54). 
Dem war hier offensichtlich so, ist es doch vor Bezirksgericht Prättigau/Davos we-
der zu einem Rückzug in entsprechendem Umfang noch zu einer teilweisen Aner-
kennung der Klage gekommen. Da das Rechtsmittel überdies innert Frist ergriffen 
wurde (Art. 219 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und da die Weiterzugserklärung ausserdem 
den gesetzlichen Formerfordernissen entspricht (Art. 219 Abs. 1 Satz 2 ZPO), ist 
darauf grundsätzlich einzutreten.

2. Das Bezirksgericht Prättigau/Davos sah es als erstellt an, dass Y. 
aus seinem inzwischen aufgelösten Arbeitsverhältnis mit Z. noch ein Bruttogutha-
ben von Fr. 8918.44 zustehe, nämlich Fr. 4800.00 Lohn für den Monat Februar 
2004, Fr. 800.00 Anteil am dreizehnten Monatslohn für Januar und Februar 2004 
sowie Fr. 3318.44 zur Ausgleichung nicht gerechtfertigter Abzüge bei der Arbeits-

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zeit in Zusammenhang mit Fahrten ins Engadin. – Die zusätzlichen Forderungen 
des Arbeitnehmers wurden vom erstinstanzlichen Gericht hingegen abgewiesen. 
Es würden hinreichende Anhaltspunkte fehlen, dass Y. nicht alle Ferientage habe 
beziehen können und er deshalb einen Anspruch besitze, sie durch eine Geldzah-
lung abgegolten zu erhalten. Ebenso müsse ihm die von ihm geltend gemachte 
Überstundenentschädigung verweigert werden, weil unbewiesen geblieben sei, 
dass er im Rahmen betrieblicher Dispositionen zur Aufrechterhaltung eines zeitlich 
ausgedehnten Angebotes zur Erbringung von Reparaturarbeiten in nennenswer-
tem Umfang auf Pikett gestellt worden sei. Insbesondere habe sich die in diesem 
Zusammenhang aufgestellte Behauptung nicht erhärten lassen, dass sich der Ar-
beitgeber in den vorprozessualen Vergleichsgesprächen dazu verpflichtet habe, 
Y. nachträglich für das Leisten von Bereitschaftsdienst doch noch eine konkrete 
Summe zu bezahlen. – Den so ermittelten Bruttobetrag von Fr. 8918.44 vermin-
derte das Bezirksgericht Prättigau/Davos schliesslich um die Sozialabgaben in der 
Höhe von Fr. 808.01. Gegen diesen Abzug wurden vor der Zivilkammer des Kan-
tonsgerichtes für den Fall, dass die eben genannte Ausgangslage Bestand haben 
sollte, keine Einwendungen erhoben. Damit ergäbe sich ein Nettoguthaben des 
Klägers von Fr. 8110.43. Entsprechend wurde der Arbeitgeber im vorinstanzlichen 
Urteil in teilweiser Gutheissung der gegnerischen Klage verpflichtet, Y. einen Be-
trag von Fr. 8110.45 zu bezahlen. Dass darauf, wie das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos in E. 13 seines Urteils zu Recht festgehalten hat, ab 01. März 2004 ein 
Verzugszins von 5 % zu entrichten ist, blieb im Berufungsverfahren für den Fall, 
dass der Arbeitnehmer gegenüber Z. überhaupt noch Ausstände besitze, wie-
derum unbestritten.

Jene Forderungspositionen, mit denen Y. beim Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos nicht durchzudringen vermochte (Abgeltung von Ferien und Überzeit), 
sind nicht Gegenstand des laufenden Verfahrens vor der Zivilkammer des Kan-
tonsgerichtes. Der Kläger fand sich mit seinem teilweisen Unterliegen ab und liess 
das vorinstanzliche Urteil unangefochten; er legte hiergegen weder Berufung noch 
Anschlussberufung ein. Darauf braucht also nicht näher eingegangen zu werden. 
Gleichzeitig erweisen sich die Ausführungen im Plädoyer von Rechtsanwalt Vogel 
über weite Strecken als überflüssig, ist es doch ohne ersichtlichen Grund so auf-
gebaut, als ob alles, worüber das Bezirksgericht Prättigau/Davos zu befinden 
hatte, nach wie vor streitig sei. – Durch die Weiterzugsinstanz überprüft werden 
muss das erstinstanzliche Erkenntnis hingegen insoweit, als der beklagte Arbeit-
geber darin zur Leistung von Zahlungen an Y. verpflichtet wird, beantragt er doch 

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mit seiner Berufungserklärung vom 27. August 2005, es sei die Klage vollumfäng-
lich abzuweisen. Z. stellt sich also auf den Standpunkt, dass er seinem ehemaligen 
Arbeitnehmer nichts mehr schulde.

3. Es ist unbestritten, dass Y. den mit Z. abgeschlossenen Arbeitsver-
trag mit Schreiben vom 27. November 2003 frist- und formgerecht auf den 29. 
Februar 2004 gekündigt hat. Damit besass er grundsätzlich einen Anspruch, bis 
zu diesem Zeitpunkt entlöhnt zu werden, wobei der Rechtsvertreter des Arbeitge-
bers in seinem vor Bezirksgericht Prättigau/Davos gehaltenen Plädoyer ausdrück-
lich anerkannte, dass ab dem Jahre 2004 ein Bruttomonatslohn von Fr. 4800.00 
vereinbart gewesen sei. Aus einem an Y. gerichteten Schreiben vom 15. März 
2004, auf welches in Zusammenhang mit der vom Beklagten erhobenen Verrech-
nungseinrede noch näher einzugehen sein wird (vgl. unten E. 5), sowie den Dar-
legungen von Rechtsanwalt Vogel an den mündlichen Verhandlungen vor erster 
und zweiter Instanz ergibt sich schliesslich, dass dem Arbeitnehmer für den Monat 
Februar 2004 bislang kein Lohn bezahlt wurde. – Laut Art. 40.1 des Gesamtar-
beitsvertrages (GAV) in der Schweizerischen Gebäudetechnikbranche (Fassung 
vom 1. Januar 2004) stand Y. im Jahre 2004 darüber hinaus grundsätzlich eine 
Jahresendzulage in der Höhe eines Monatslohns zu. Angesichts seines Ausschei-
dens aus dem Betrieb Ende Februar 2004 hätte sie ihm zu diesem Zeitpunkt an-
teilmässig (für die Monate Januar und Februar 2004 also) ausgerichtet werden 
müssen (Art. 40.2 und 40.3 GAV); was bei einem ausgewiesenen Monatslohn von 
Fr. 4800.00 ein Bruttoguthaben von Fr. 800.00 ergibt. Auch hieran wurde Y. nichts 
bezahlt. Dies ist unbestritten und kann im Übrigen wiederum den bereits angeführ-
ten Unterlagen entnommen werden.

Gegen die Berücksichtigung der genannten Bruttobeträge von Fr. 4800.00 
und Fr. 800.00 bei der Ermittlung eines allfälligen Guthabens des Arbeitnehmers 
liess Z. vor der Zivilkammer des Kantonsgerichtes wie bereits vor Bezirksgericht 
Prättigau/Davos vorbringen, dass Y. am Montag den 02. Februar 2004 ohne wich-
tigen Grund nicht mehr zur Arbeit erschienen sei und in der Folge seine Dienste 
auch nicht mehr angeboten habe. Damit habe er im Sinne von Art. 337d OR die 
Arbeitsstelle definitiv verlassen, was wie bei der ungerechtfertigten fristlosen Ent-
lassung nach Art. 337c OR unmittelbar zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht führe. Für die Zeit bis zum Ablauf der or-
dentlichen Kündigungsfrist besitze der Kläger demnach keinen Anspruch auf ir-

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gendwelche Entschädigungen. Dem kann sich die Zivilkammer des Kantonsge-
richtes nicht anschliessen. Wie die Vorinstanz unter Hinweis auf die Aussagen des 
Zeugen W. zutreffend festhält, vermochten sich die Parteien in seiner Anwesen-
heit anlässlich einer Besprechung vom 05. Februar 2004 dahin zu einigen, dass 
Y. bis zum Auslaufen des Vertragsverhältnisses keine Arbeit mehr verrichten 
müsse, sondern sein Ferienguthaben abbauen könne. Eine solche Regelung 
machte auch für Z. durchaus Sinn. Da im Wintermonat Februar auf dem Bau er-
fahrungsgemäss wenig Arbeit anfällt, lag es nahe, auf die Dienste des Arbeitneh-
mers vorzeitig zu verzichten und so zu verhindern, ihm nach dem Ausscheiden 
aus dem Betrieb noch nicht bezogene Ferien entschädigen zu müssen. Dies 
spricht für die Glaubwürdigkeit des vom Zeugen W. Vorgebrachten. Hinzu kommt, 
dass auch sonst nichts vorliegt, was Anlass geben könnte, seinen Schilderungen 
irgendwie zu misstrauen. Indem W. zusätzlich festhielt, es sei – allerdings ohne 
dabei zu einem Erfolg zu kommen – noch über weitere strittige Punkte verhandelt 
worden, zeigte er, dass er sich um eine differenzierte Wiedergabe des Gesprächs 
bemühte und er in seiner Eigenschaft als Gewerkschaftssekretär nicht einfach der 
Versuchung erlegen war, im Interesse des Arbeitnehmers ein Ergebnis hineinzu-
denken, das so gar nie erzielt wurde. Sollte Y. also bereits am 02. Februar 2004 
nicht mehr zur Arbeit erschienen sein, lag dies offenkundig daran, dass er beab-
sichtigte, nunmehr noch seine Ferien zu beziehen, was drei Tage später denn 
auch genehmigt wurde. Es darf ihm deshalb nicht einfach unterstellt werden, er 
habe seinen Arbeitsplatz mit sofortiger Wirkung endgültig aufgeben wollen. Abge-
sehen davon erlaubt die blosse Abwesenheit von wenigen Tagen ohne zusätzliche 
Indizien ohnehin keinen derartigen Schluss (vgl. ULLIN STREIFF / ADRIAN VON KÄNEL, 
Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 6. Aufl., Zürich 2006, Art. 
337d OR N. 2). Dass Y. schliesslich zu Beginn des Monats Februar 2004 über-
haupt noch über ein entsprechendes Ferienguthaben verfügte, lässt sich nicht 
ernstlich in Frage stellen, hätten sich doch andernfalls Verhandlungen über des-
sen Abbau, wie sie am 05. Februar 2004 stattgefunden haben, von vornherein 
erübrigt. Bezeichnenderweise gab der Beklagte denn auch keine Ferienkontrolle 
zu den Akten, aus welcher sich Gegenteiliges ergeben hätte.

An einem weiteren im Schreiben vom 15. März 2004 enthaltenen, durch 
nichts erhärteten Einwand, wonach für den Monat Februar 2004 schon deshalb 
kein Lohn auszuzahlen sei, weil noch Minusstunden ausgeglichen werden müss-
ten, hielt Z. vor der Berufungsinstanz hingegen nicht mehr fest.

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4. Im Arbeitsvertrag, den Z. mit Y. abgeschlossen hatte, wurde unter 
Ziffer 6 festgehalten, dass die Fahrten zu den jeweiligen Baustellen zu Lasten des 
Arbeitgebers gingen, also wie Arbeitszeit zu entschädigen seien, es sei denn, die 
Einsatzorte befänden sich im Engadin. In diesen Fällen gehe die Hälfte der Fahr-
zeit, höchstens aber eine Stunde pro Tag, zu Lasten des Arbeitnehmers. Wie be-
reits das Bezirksgericht Prättigau/Davos im angefochtenen Urteil im Ergebnis zu-
treffend ausführte, verstiess Letzteres gegen unabdingbare Bestimmungen des in 
den hier interessierenden Jahren (1998-2004) jeweils massgeblichen Gesamtar-
beitsvertrages (Art. 25.4 und 25.5 des GAV in der Schweizerischen Gebäudetech-
nikbranche vom 01.01.2004, Art. 25.4 und 25.5 des GAV im Schweizerischen Hei-
zungs-, Klima-, Lüftungs-, Spenglerei- und Sanitärinstallationsgewerbe vom 
01.01.2000, Art. 43 des GAV für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Heizungs-, 
Klima-, Lüftungs-, Spenglerei- und Sanitärinstallationsgewerbe vom 01.01.1996). 
Gemäss Art. 359 OR bewirkte dies die Nichtigkeit der in Art. 6 des Arbeitsvertrages 
enthaltenen Regelung über die Behandlung der Fahrzeiten ins Engadin. Hierge-
gen wurde im Berufungsverfahren denn auch nichts eingewendet. Angesichts der 
Distanzen, die von X., dem damaligen Wohnort des Arbeitnehmers und dem Ort 
der Werkstatt, ins Engadin und umgekehrt zurückzulegen waren, wurde zu Recht 
ebenso wenig in Frage gestellt, dass durch solche Fahrten der pro Tag im Maxi-
mum zulässige Abzug von einer Stunde regelmässig erreicht wurde. Nicht be-
hauptet wurde schliesslich noch, dass jener Teil von Ziffer 6 des Arbeitsvertrages, 
der sich zu Ungunsten des Arbeitnehmers auswirke, im vorliegenden Fall gar nie 
angewendet worden sei.

In nachvollziehbarer plausibler Art und Weise ermittelte das Bezirksgericht 
Prättigau/Davos für die Zeit der Anstellung von Y. bei Z. ein Total von 138 Einsät-
zen im Engadin, was bei Bruttostundenlöhnen zwischen Fr. 23.23 und Fr. 26.54 
einen Ersatzanspruch für zu Unrecht nicht berücksichtigte Arbeitszeit von insge-
samt Fr. 3318.44 brutto ergab. Darauf ist abzustellen, zumal sich der Arbeitgeber, 
der seinerzeit bereits der vorinstanzlichen Aufforderung zur Einlage der Arbeits-
rapporte und Lohnblätter nur unvollständig nachgekommen war, vor der Zivilkam-
mer des Kantonsgerichtes mit den Einzelheiten der im angefochtenen Urteil auf 
den Seiten 11 ff. enthaltenen Berechnungen in keiner Weise auseinander setzte. 
Was schliesslich der Rechtsvertreter von Z. zu dieser Forderungsposition an der 
Berufungsverhandlung sonst wie vorbrachte, ist unbehelflich und erscheint zum 
Teil als geradezu missbräuchlich. Wird einem Arbeitnehmer wie im vorliegenden 
Fall gestützt auf eine unzulässige Vertragsbestimmung zu wenig Arbeitszeit ent-

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schädigt und verlangt er im Streitfall nach Auflösung des Arbeitsvertrages und ent-
sprechender Belehrung über die Nichtigkeit der Abrede eine finanzielle Abgeltung, 
kann ihm schlechthin nicht entgegengehalten werden, dass er ja die Möglichkeit 
und zudem die Pflicht gehabt hätte, die unbezahlt gebliebenen Stunden noch 
während der Dauer des Arbeitsverhältnisses durch zusätzliche Freizeit einzuzie-
hen. Ebenso entfällt eine Kompensation mit angeblichen Minusstunden. Wie be-
reits in anderem Zusammenhang ausgeführt wurde (vgl. oben E. 3 am Ende), ist 
durch nichts belegt, dass Y. weniger gearbeitet hat, als ihm Lohn ausbezahlt wor-
den ist.

5. Für den Fall, dass er Y. doch noch etwas schulden sollte, will Z. ei-
gene Forderungen in der Höhe von Fr. 14'200.00 zur Verrechnung bringen. Auf-
gelistet sind sie in einem Schreiben, das am 15. März 2004 an den Arbeitnehmer 
ging und am 14. Juni 2005 im Anschluss an die Vorladung zur Hauptverhandlung 
innert der Frist des Art. 98 ZPO zu den Akten des laufenden Verfahrens gegeben 
wurde. Z. verlangt darin die Erstattung eines Darlehens von Fr. 9500.00, welches 
er Y. für den Kauf eines Autos gewährt habe, darüber hinaus die Bezahlung eines 
Betrages von Fr. 3000.00 in Zusammenhang mit einem Geschäft, welches der 
Arbeitnehmer auf eigene Rechnung abgewickelt habe, weiter Schadenersatz in 
der Höhe von Fr. 1000.00 wegen mutwilligen Löschens von Daten auf dem Fir-
menmobiltelefon und schliesslich die Entrichtung von Fr. 700.00 als Abgeltung für 
die private Benützung des Firmenmobiltelefons. Das Bezirksgericht Prättigau/Da-
vos verwarf indessen die Verrechnungseinrede. Dies ist nicht zu beanstanden, 
fehlt doch jeder Beweis, dass Z. gegenüber Y. tatsächlich solche Forderungen 
besitzt bzw. überhaupt je besessen hat und sei es auch nur in reduziertem Um-
fang. Dem hält der Arbeitgeber freilich unter Berufung auf die Untersuchungsma-
xime entgegen, wenn die Vorinstanz schon zur Auffassung gelangt sei, dass die 
geltend gemachten Verrechnungsforderungen nicht ausreichend erstellt seien, 
wäre sie wenigstens verpflichtet gewesen, ihn hierzu formfrei richterlich zu befra-
gen oder ihn gar zur Beweisaussage zuzulassen.

In arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen bis zu einem Streitwert von Fr. 
30'000.00 ist das Gericht nach der in Art. 343 Abs. 4 OR verankerten Untersu-
chungsmaxime verpflichtet, den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären. Dies 
bedeutet, dass es Tatsachen in den Prozess einbeziehen darf, die von nieman-
dem behauptet wurden, soweit sie sich aus den Akten ergeben. Ebenso kann es 

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Beweise erheben und berücksichtigen, die von keiner Seite angerufen wurden. 
Darüber hinaus obliegt ihm eine ausgedehntere Fragepflicht, vor allem dann, 
wenn es objektiv Grund hat, an der Vollständigkeit der Sachverhaltsvorbringen 
und Beweisanträge zu zweifeln. Dies entbindet die Parteien freilich nicht von der 
aktiven Mitwirkung im Verfahren. Sie sind auch im Bereich der Untersuchungsma-
xime gehalten, dem Gericht das in Betracht fallende Tatsachenmaterial prozess-
konform zu unterbreiten und die einschlägigen Beweismittel zu bezeichnen (vgl. 
die Urteile des Bundesgerichts vom 31.03.2003, 4C.143/2002, E. 3, und vom 22. 
Juli 2004, 4C.201/2004, E. 2; ULLIN STREIFF / ADRIAN VON KÄNEL, a. a. O., Art. 343 
OR N. 14; MANFRED REHBINDER / WOLFGANG PORTMANN, Basler Kommentar, Obli-
gationenrecht I, 3. Aufl., Basel 2003, Art. 343 OR N. 16 f.; MANFRED REHBINDER, 
Berner Kommentar, VI/2/2/2, Bern 1992, Art. 343 OR N. 21 f., insbesondere S. 
318). Ist eine Partei anwaltlich vertreten, darf das Gericht in aller Regel auf die 
Sachkunde des Rechtsvertreters vertrauen und sich darauf verlassen, dass ihm 
der Prozessstoff sowohl behauptungs- als auch beweismässig vollständig vorliegt 
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 31.03.2003, 4C.143/2002, E. 3).

Während die formfreie richterliche Parteibefragung gemäss Art. 112 ZPO 
der Aufhellung und Ergänzung unklarer, unvollständiger und unbestimmter Vor-
bringen der Parteien dient, stellt die Beweisaussage im Sinne von Art. 201 ff. ZPO 
ein eigentliches – allerdings bloss subsidiäres – Beweismittel dar, das dann zum 
Zuge kommt, wenn dies nach dem Ergebnis der formfreien Befragung und dem 
übrigen Beweisverfahren geboten und die zu befragende Person unverdächtig er-
scheint (vgl. PKG 1988 Nr. 15 S. 73 f.). Der Ausnahmecharakter der Beweisaus-
sage zeigt sich auch darin, dass sie nur zur Abwendung eines unverschuldeten 
Beweisnotstandes gegeben ist (vgl. BGE 112 Ia 369 E. 2.a S. 370; PKG 1971 Nr. 
17 S. 66). Als unverdächtig ist schliesslich eine Person anzusehen, wenn nichts 
vorliegt, was ihre Glaubwürdigkeit im Allgemeinen zu erschüttern vermag und 
wenn gleichzeitig konkrete Anhaltspunkte vorhanden sind, welche für die Wahrheit 
der von ihr aufgestellten Tatsachenbehauptungen sprechen (vgl. PKG 1988 Nr. 
15 S. 74, PKG 1971 Nr. 17 S. 66).

Als Z. am 14. Juni 2005, rund zwei Wochen vor der auf den 30. Juni 2005 
angesetzten Hauptverhandlung, dem Bezirksgericht Prättigau/Davos das die Ver-
rechnungseinrede über Fr. 14'200.00 enthaltende Schreiben vom 15. März 2004 
einreichen liess, war er bereits durch einen Anwalt vertreten. In der Folge ersuchte 
der Rechtsvertreter gar nicht erst, dass die Hauptverhandlung verschoben werde, 

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weil noch Beweismittel beschafft werden müssten, und am Gerichtstag selbst wur-
den weder Zeugen angerufen noch Urkunden eingelegt oder zur Edition verlangt, 
die irgendwie geeignet gewesen wären, die angeblichen Verrechnungsforderun-
gen zu erhärten. Hinzu kommt, dass hierzu auch den Rechtsschriften nichts Sach-
dienliches entnommen werden kann, sah Z. doch trotz zweimaliger Aufforderung 
davon ab, eine Prozessantwort einzureichen. Bei dieser Ausgangslage durfte das 
Bezirksgericht Prättigau/Davos auf eine Parteibefragung verzichten, nicht nur, weil 
der Beklagte seine prozessualen Mitwirkungspflichten krass verletzt hatte, son-
dern auch, weil hiervon keine brauchbaren zusätzlichen Aufschlüsse zu erwarten 
waren. Keiner näheren Begründung bedarf schliesslich, dass die Zulassung von 
Z. zur Beweisaussage ausser Betracht fallen musste. So fehlen konkrete Anhalts-
punkte, die dafür sprechen würden, dass die im Schreiben vom 15. März 2004 
stichwortartig benannten angeblichen Gegenforderungen tatsächlich Bestand ha-
ben, dass beispielsweise etwa dem Arbeitgeber durch das (durch nichts belegte) 
Löschen von Daten auf dem Geschäftsmobiltelefon Schaden zugefügt wurde. Bei 
den anderen drei Gegenforderungen fehlt es darüber hinaus offenkundig an einem 
unverschuldeten Beweisnotstand. Es darf erwartet werden, dass in einem Ge-
schäft wenigstens rudimentäre schriftliche Aufzeichnungen gemacht werden, 
wenn einem Arbeitnehmer für den Kauf eines Autos ein Darlehen gewährt wird, er 
ermächtigt wird, für private Zwecke aus Beständen des Betriebs Ware zu beziehen 
oder ihm ein Geschäftsmobiltelefon überlassen wird in der Meinung, dass private 
Gespräche zu seinen Lasten gingen.

Bestand nach dem Gesagten für das Bezirksgericht Prättigau/Davos keine 
Veranlassung, mit Z. eine formfreie Befragung durchzuführen, gilt dies erst recht 
für die Berufungsinstanz. Selbst wenn dadurch, wofür freilich jeder Anhaltspunkt 
fehlt, brauchbare Beweismittel hätten erfahren werden können, würde dies dem 
Beklagten nicht helfen, wäre es ihm doch ohnehin verwehrt gewesen, sie noch zu 
den Akten des laufenden Prozesses zu geben. Im Berufungsverfahren gilt auch in 
arbeitsrechtlichen Streitigkeiten das Novenverbot von Art. 226 Abs. 1 ZPO (vgl. 
PKG 1994 Nr. 10 S. 40 f.). Dass er wenn nicht vor Bezirksgericht Prättigau/Davos 
so wenigstens vor der Zivilkammer des Kantonsgerichts zur Beweisaussage zu-
gelassen werde, verlangt Z. gar nicht erst, enthält doch sein Berufungsbegehren 
keinen entsprechenden Antrag; dies mit gutem Grund, würden doch die Voraus-
setzungen für die Abnahme dieses Beweismittels nach wie vor fehlen. Die vom 
Arbeitgeber erhobene Verrechnungseinrede bleibt damit unbewiesen.

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6. In zivilprozessualen Auseinandersetzungen um behauptete An-
sprüche aus Einzelarbeitsvertrag bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 dürfen 
auf die Parteien von hier nicht weiter interessierenden Ausnahmen abgesehen 
keine Gerichtskosten abgewälzt werden (Art. 343 Abs. 2 und 3 OR); sie sind viel-
mehr auf die jeweilige Gerichtskasse zu nehmen. Dies berücksichtigend überband 
das Bezirksgericht Prättigau/Davos die vermittleramtlichen Kosten der Kreiskasse 
X., während es jene des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens der Bezirksgerichts-
kasse belastete.

Kostenbefreiung im Sinne von Art. 343 Abs. 3 OR ändert nichts daran, dass 
die obsiegende Partei grundsätzlich einen Anspruch besitzt, zu Lasten der unter-
liegenden Gegnerin die ihr erwachsenen Umtriebe angemessen abgegolten zu 
erhalten (vgl. BGE 115 II 30 E. 5.c S. 42). Da Y. mit seiner Forderungsklage nur 
ungefähr zur Hälfte durchgedrungen ist und Z. sich somit gegen weitergehende 
Ansprüche erfolgreich zur Wehr gesetzt hat, lässt sich nicht beanstanden, dass 
keiner der beiden für das erstinstanzliche Verfahren eine Umtriebsentschädigung 
zugesprochen erhalten hat. Vor der Zivilkammer des Kantonsgerichtes wurde 
denn auch zu Recht nicht geltend gemacht, dass an der vorinstanzlichen Entschä-
digungsregelung (Ziff. 3 des Dispositivs) selbst dann etwas zu ändern sei, wenn 
es im Wesentlichen beim bezirksgerichtlichen Urteil sein Bewenden haben sollte.

7. Nach den bereits dargelegten Grundsätzen, die auch in Zusammen-
hang mit der Anrufung einer Rechtsmittelbehörde verbindlich bleiben, sind die bei 
der Zivilkammer des Kantonsgerichtes aufgelaufenen Verfahrenskosten vom Kan-
ton Graubünden zu tragen.

Im Vergleich zum Ergebnis gemäss angefochtenem Urteil des Bezirksge-
richtes Prättigau/Davos vermochte Z. mit seinem Weiterzug an die Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes keine Besserstellung zu erreichen. Als unterliegende Partei 
ist er deshalb zu verpflichten, Y. für dessen Umtriebe im Berufungsverfahren eine 
angemessene aussergerichtliche Entschädigung zu bezahlen. Sie wird dem mut-
masslichen Aufwand entsprechend einschliesslich Mehrwertsteuer auf Fr. 
1200.00 festgelegt.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

3. Z. wird verpflichtet, Y. für das Berufungsverfahren eine Umtriebsentschädi-
gung von Fr. 1200.00 zu bezahlen, die Mehrwertsteuer eingeschlossen.

4. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar