# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4b4fa38-c2a3-59ef-bdeb-0861354dd3ff
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.05.2015 S 2014 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-141_2015-05-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 14 141

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 12. Mai 2015

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny, 

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 verletzte sich 

A._____ ungefähr am 11. Juli 2013 anlässlich eines Segeltörns in der 

X._____ am rechten Handgelenk als sie versuchte, die Schot (Seil) zu lö-

sen. Dabei verspürte sie gemäss Unfallmeldung einen stechenden 

Schmerz im rechten Handgelenk. Im Unfallzeitpunkt war A._____ bei der 

D._____ als Dozentin mit einem Pensum von elf Stunden pro Woche an-

gestellt und dabei bei der B._____ AG obligatorisch gegen die Folgen von 

Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Anlässlich der Erstbehandlung 

vom 19. Dezember 2013 im Kantonsspital Graubünden diagnostizierte 

Dr. med. C._____ eine TFCC-Läsion am rechten Handgelenk. Das Rönt-

genbild zeigte eine leichtgradige Ulnaplusvarianz, das MRI eine TFCC-

Läsion. Im Fragebogen zum Ereignis vom 11. Juli 2013 führte A._____ 

am 11. April 2014 auf die Frage, wie sich der Unfall im Detail zugetragen 

habe, aus, dass sie während eines Segeltörns beim Versuch des Lösens 

der Schot aus dem Traveller wegen der Krafteinwirkung einen stechen-

den Schmerz in ihr rechtes Handgelenk erhalten habe. Auf die Frage 

nach der Ursache des Ereignisses gab sie an: "Festgeklemmte Schot im 

Traveller, die sich nicht sofort lösen liess." Aufgrund dieser Schilderung 

verneinte die B._____ AG mit Schreiben vom 2. Mai 2014 ein Unfallereig-

nis sowie das Vorliegen einer Listenverletzung und damit einer unfallähn-

lichen Körperschädigung. 

2. Auf Verlangen von A._____ erliess die B._____ AG am 14. Mai 2014 eine 

Verfügung und lehnte die Leistungspflicht auch formell ab. Begründend 

wurde ausgeführt, dass es sich beim geschilderten Ereignis vom 11. Juli 

2013 weder um einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG noch um eine un-

fallähnliche Körperschädigung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV handle. 

Dagegen erhob A._____ am 12. Juni 2014 Einsprache und beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung der ver-

sicherten Leistungen aus dem Unfall vom 14. (recte: 11.) Juli 2013. Sie 

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führte aus, dass der Katamaran plötzlich auf einen unter der Wasserober-

fläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren sei. Das 

Ruder habe hart an diesen Gegenstand angeschlagen und durch die He-

belwirkung der Pinne habe es einen heftigen Ruck und einen Schlag auf 

ihre Hand und ihr Handgelenk gegeben. Der unbekannte Gegenstand ha-

be das Ruder blockiert und das Boot sei im selben Moment nicht mehr 

steuerbar gewesen. Am 26. Juni 2014 ergänzte A._____ ihre Einsprache 

nach Einsicht in die Akten und reichte eine Bestätigung ihrer Segelpartne-

rin vom 25. Juni 2014 bei, welche erklärte, dass infolge eines Schlages 

auf das Ruder, welcher sich direkt auf die Pinne und den Ausleger über-

tragen habe, den A._____ in ihrer rechten Hand gehalten habe, ein hefti-

ger Ruck durch den Katamaran gegangen sei. 

Mit Einspracheentscheid vom 2. September 2014 wies die B._____ AG 

die Einsprache ab. Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass sie 

von den Schilderungen der ersten Stunde ausgehe und die nachgereichte 

Sachverhaltsdarstellung als unbewiesen betrachte. Gemäss Angaben von 

A._____ sei die festgeklemmte Schot Ursache des Ereignisses gewesen. 

Das Lösen der Schot sei mangels Ungewöhnlichkeit sowie mangels äus-

seren Faktors nicht als Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zu be-

trachten. Ebenso wenig liege eine unfallähnliche Körperschädigung im 

Sinne von Art. 9 UVV vor. 

3. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 2. Okto-

ber 2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den mit den Anträgen auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheent-

scheids und Verpflichtung der B._____ AG, ihr die versicherten Leistun-

gen gemäss UVG aus dem Unfall vom 11. Juli 2013 auszurichten. Zur 

Begründung brachte sie vor, dass ihr rechtliches Gehör durch das Nicht-

eintreten auf das offerierte Zeugnis der Augenzeugin bzw. durch die 

Nichtbeachtung deren schriftlicher Unfallschilderung verletzt sei. Sodann 

- 4 -

würden die Anforderungen an den Unfallnachweis übersteigert, weil die 

B._____ AG einen raschen, hektischen und kaum zu trennenden Ge-

schehensablauf in einzelne Bestandteile zerlege und diese isoliert auf ihre 

Unfallqualität untersuche. Als Rechtsunkundige habe sie nicht gewusst, 

welche Elemente des Geschehensablaufs wichtig seien und deshalb dar-

auf verzichtet, den Unfallhergang vollständig zu schildern. Da sie aber ei-

ne glaubwürdige Zeugin habe, sei sie nicht auf ihre anfänglichen, zu 

knappen und unvollständigen Sachverhaltsschilderungen zu behaften. 

Der gesamte Geschehensablauf vom Auffahren auf das Hindernis bis 

zum gewaltsamen Lösen der Schot lasse sich nur künstlich aufteilen und 

sei als Unfallgesamtgeschehen zu betrachten. Der gegenteiligen Argu-

mentation der B._____ AG, wonach Beweislosigkeit bestehe, weil nicht 

klar sei, ob die Verletzung durch den Schlag der Pinne auf das Handge-

lenk oder das gewaltsame Reissen an der Schot geschehen sei, sei nicht 

zu folgen. Aber selbst wenn die Verletzung ausschliesslich Folge des hef-

tigen Losreissens der festgeklemmten Schot wäre, wäre ein Unfall zu be-

jahen, weil im Kontext des gesamten Geschehensablaufs eine ganz aus-

serordentliche Kraftaufwendung erfolgt sei, womit der äussere Faktor zu 

bejahen sei. Gemäss Rechtsprechung sei die Ungewöhnlichkeit bei Kör-

perbewegungen und/oder Überanstrengungen zu bejahen, wenn ein ganz 

ausserordentlicher Kraftaufwand erfolge und zu einer Schädigung führe. 

4. Die B._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 die Abweisung der Beschwer-

de. Die beschwerdeführerischen Aussagen der ersten Stunde seien 

glaubwürdig und schlüssig. Hingegen schienen die späteren Angaben von 

versicherungstechnischen Gegebenheiten beeinflusst zu sein. Es sei 

nicht nachvollziehbar, dass ein sehr einprägsames Ereignis wie das an-

gebliche Auffahren auf einen unbekannten Gegenstand mit massiven 

Krafteinwirkungen auf das Ruder nicht bereits in der ersten Stunde ge-

schildert worden sei. Für die Prüfung der Anspruchsgrundlage sei deshalb 

- 5 -

auf die erste Schilderung abzustellen, wonach das starke Ziehen an der 

Schot ausschlaggebend gewesen sei. Ein ausserordentlicher Kraftauf-

wand werde nur in sehr seltenen Fällen als ungewöhnlicher äusserer Fak-

tor im Sinne von Art. 4 ATSG eingestuft. Bei Körperbewegungen gelte der 

Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann 

erfüllt sei, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürli-

chen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam programmwidrig beein-

flusst habe. Das Verklemmen oder Lösen von Seilen auf einem Boot sei 

keinesfalls ungewöhnlich bzw. programmwidrig. Vielmehr zähle das Lö-

sen von unvorhergesehenen Knoten oder verklemmten Leinen zu den 

normalen Verrichtungen eines Skippers. Von einem ungewöhnlichen äus-

seren Faktor könne keine Rede sein, auch wenn mit grosser Kraft an ei-

ner Leine gezogen werde. Ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG habe sich 

nicht zugetragen. Falls das Gericht wider Erwarten der Schilderung der 

Beschwerdeführerin folge, wonach das Boot auf einen unbekannten Ge-

genstand im Wasser aufgefahren sei und dies wiederum einen Schlag 

über das Ruder und die Pinne auf die Hand der Beschwerdeführerin aus-

gelöst habe, würde dies ebenfalls keinen Anspruch aus der Unfallversi-

cherung auslösen. Einerseits wäre die physikalische Kraft, die auf die 

Hand gewirkt habe, allein damit nicht bewiesen und könnte nachträglich 

auch nicht mehr eruiert werden. Anderseits wäre ebenso unbewiesen, ob 

das Ziehen an der Schot zur Verletzung geführt habe oder der angebliche 

Schlag ans Ruder. Von weiteren Abklärungen wie der Zeugeneinvernah-

me der Segelpartnerin seien keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Der 

Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach der ganze Geschehens-

ablauf als Einheit zu betrachten sei, könne nicht gefolgt werden. Zuerst 

sei das allfällige Anschlagen des Ruders mit dem Schlag auf die Hand 

gewesen. Erst mehrere Sekunden später habe die Beschwerdeführerin 

versucht, die Schot zu lösen. Die beiden Ereignisse seien aus versiche-

rungstechnischer Sicht isoliert zu betrachten. Die Beschwerdeführerin sei 

ursprünglich der Meinung gewesen, dass das Reissen an der Schot zur 

- 6 -

Verletzung geführt habe. Heute könnte es aus ihrer Sicht auch das An-

schlagen des Ruders gewesen sein. Sie führe zwei mögliche Ursachen 

ins Feld, die zeitlich und sachlich klar auseinanderlägen. Von einem Un-

fall könne nur dann gesprochen werden, wenn mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit bewiesen wäre, dass das Anschlagen des Ruders ursäch-

lich gewesen sei. Dieser Beweis sei auch mit den zusätzlichen Erhebun-

gen nicht zu erbringen. Die Folgen dieser Beweislosigkeit trage die Be-

schwerdeführerin. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 2. September 2014 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-

gen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versi-

cherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versi-

cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorlie-

gend hat die Beschwerdeführerin Wohnsitz in Y._____, weshalb die örtli-

che Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungs-

gericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden gegen Ein-

spracheentscheide und Verfügungen in Sozialversicherungssachen beur-

teilt, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Der Einspra-

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cheentscheid vom 2. September 2014, mit welchem die Beschwerdegeg-

nerin die Einsprache der heutigen Beschwerdeführerin abgewiesen hat, 

stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht dar. Als formelle und materielle Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten. 

2. In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs, indem die Beschwerdegegnerin auf die offerierte Ein-

vernahme ihrer Segelpartnerin nicht eingetreten sei bzw. deren schriftli-

che Unfallschilderung nicht beachtet habe.

a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BR; SR 101) i.V.m. Art. 42 ATSG haben die Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehörs. Das rechtliche Gehör dient einerseits 

der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes 

Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die 

Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere das 

Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Ent-

scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht 

in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu wer-

den und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich 

zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 

den Entscheid zu beeinflussen (vgl. BGE 132 V 368 E.3.1 mit weiteren 

Hinweisen). 

b) Gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger (und gemäss 

Art. 61 lit. c ATSG auch das Sozialversicherungsgericht) den rechtserheb-

lichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz richtig und 

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vollständig abzuklären, so dass gestützt darauf die Verfügung über die 

jeweils in Frage stehende Leistung ergehen kann (Art. 49 ATSG; BGE 

136 V 376 E.4.1.1). Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über 

die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen 

hinreichend Klarheit besteht. Der Untersuchungsgrundsatz weist enge 

Bezüge zum − auf Verwaltungs- und Gerichtsstufe geltenden − Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung auf. Führen die im Rahmen des Untersu-

chungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den 

Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, ob-

jektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 393 E.4.1) 

zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahr-

scheinlich (BGE 126 V 353 E.5b; 125 V 193 E.2, je mit Hinweisen) zu be-

trachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem festste-

henden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnah-

me weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E.5.3, 124 V 90 

E.4b). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Rich-

tigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter 

zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue 

wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (SVR 2010 AlV Nr. 2 S. 3 

E.2.2 mit Hinweis). 

c) Vorliegend trifft es zwar zu, dass die Beschwerdegegnerin die von der 

Beschwerdeführerin offerierte Augenzeugin nicht angehört hat, obschon 

die Beschwerdeführerin in ihrer Einspracheergänzung vom 26. Juni 2014 

der Beschwerdegegnerin den von der Segelpartnerin schriftlich geschil-

derten Unfallhergang eingereicht und gleichzeitig offeriert hat, dass diese 

als Zeugin befragt werden könne. Nicht richtig ist indes, dass die Be-

schwerdegegnerin deren Schilderung des Unfallhergangs vom 25. Juni 

2014 nicht beachtet hat. Denn im angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 2. September 2014 wird − zwar nicht explizit, aber doch sinngemäss 

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- 9 -

− auf die schriftliche Schilderung des Unfallhergangs der Segelpartnerin 

Bezug genommen, indem ausgeführt wird, dass aufgrund der nachge-

reichten Unfallschilderung (gemeint ist hier wohl die nachgereichte Unfall-

schilderung in der Einsprache vom 12. Juni 2014, welche indes mit jener 

in der Einspracheergänzung vom 26. Juni 2014 sowie − und dies ist ent-

scheidend − mit der schriftlichen Schilderung des Unfallhergangs der Se-

gelpartnerin vom 25. Juni 2014 übereinstimmt) unklar und somit unbewie-

sen sei, ob die Verletzung auf den Schlag am Ruder oder die erhöhte 

Krafteinwirkung an der Schot zurückzuführen sei. Könne eine Verletzung 

keinem Ereignis klar zugeordnet werden, so liege Beweislosigkeit vor, 

welche zur Ablehnung des Anspruchs aus der Unfallversicherung führe. 

Vor diesem Hintergrund bestand für die Beschwerdegegnerin denn auch 

kein Anlass, die Segelpartnerin der Beschwerdeführerin auch noch münd-

lich anzuhören, zumal die Beschwerdegegnerin davon ausgehen konnte, 

dass ein allfälliges Zeugnis der Segelpartnerin kaum Abweichungen ge-

genüber dem bereits schriftlich geschilderten Unfallhergang enthalten 

dürfte, weshalb von einer zusätzlichen Einvernahme der Segelpartnerin 

auch keine neuen wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten gewesen 

wären. Folglich durfte aber die Beschwerdegegnerin in Anwendung der 

antizipierten Beweiswürdigung auf die Einvernahme der offerierten Zeugin 

verzichten. Darin ist − wie vorstehend dargestellt (vgl. E.2b) − keine Ver-

letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zu sehen. 

3. In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Be-

schwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom 11. Juli 2013 ge-

stützt auf das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 4 ATSG oder einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne 

von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Un-

fallversicherung (UVV; SR 832.202) leistungspflichtig ist. 

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a) Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten, 

soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. Gemäss der Legaldefinition 

von Art. 4 ATSG versteht man unter einem Unfall die plötzliche, nicht be-

absichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Fak-

tors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperli-

chen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 

b) Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Unge-

wöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf 

diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist so-

mit, ob der äussere Faktor allenfalls schwer wiegende, unerwartete Fol-

gen nach sich zieht. Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den 

Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen 

überschreitet. Dies ist grundsätzlich nach objektiven Gesichtspunkten zu 

beurteilen (BGE 134 V 72 E.4.1; RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 f. E.2b; RU-

MO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-

cherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 31). 

c) Das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann nach Lehre 

und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung (RKUV 

2000 Nr. U 368 S. 100 E.2d mit Hinweisen) oder in einer (im Hinblick auf 

die Konstitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der be-

treffenden Person) ausserordentlichen Überanstrengung bestehen. Ins-

besondere wird das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

bejaht, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz ausser-

ordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer Schädigung führt. Es ist je-

doch von Fall zu Fall zu prüfen, ob die Anstrengung im Hinblick auf Kon-

stitution und berufliche oder ausserberufliche Gewöhnung der betreffen-

den Person ausserordentlicher Art war (BGE 116 V 136 E.3b; RKUV 1994 

- 11 -

Nr. U 180 S. 38 E.2; vgl. zur Kasuistik: RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 

Art. 6 S. 44 ff.). Allgemein gilt bei Körperbewegungen der Grundsatz, 

dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, 

wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Bewe-

gungsablauf durch etwas Programmwidriges wie z.B. ein Ausgleiten, 

Stolpern oder ein reflexartiges Abwehren eines Sturzes etc. beeinflusst 

hat. Bei einer derart unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche 

äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor − Veränderung zwi-

schen Körper und Aussenwelt − ist wegen der erwähnten Programmwid-

rigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichtes U 322/02 vom 7. Oktober 2003 E.2.2). Sportunfäl-

le, die durch mechanische Einwirkung eines äusseren Faktors auf den 

Körper (Sturz, Zusammenstoss, etc.) zustande kommen, erfüllen 

grundsätzlich den Unfallbegriff (SVR 1999 UV Nr. 9 S. 28 f. E.3c/dd). Kein 

Unfall wird hingegen angenommen bei einer gewöhnlichen, in der betref-

fenden Sportart üblichen und unter vertrauten Umständen ausgeführten 

Bewegung sowie in Fällen, wo sich lediglich das einer sportlichen Übung 

inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht hat. Ebenso wenig wird auf 

einen Unfall erkannt, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (er-

wähntes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 322/02 

vom 7. Oktober 2003 E.4.3 und 4.4; vgl. zum Ganzen: RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 40 ff.). 

4. a) Vorliegend ist in sachverhaltlicher Hinsicht unbestritten und anhand der 

bei den Akten liegenden Unterlagen ohne Weiteres verifizierbar, dass die 

beschwerdeführerische Schilderung des Ereignisses vom 11. Juli 2013 in 

der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen 

vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 von derjenigen in der 

Einsprache vom 12./26. Juni 2014 und auch in der Beschwerde vom 

2. Oktober 2014 abweicht. Im Wesentlichen unterscheidet sich die Schil-

- 12 -

derung hinsichtlich des auslösenden Faktors bzw. der Ursache für die 

eingetretenen Schmerzen im rechten Handgelenk. 

• In der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 gab die Beschwerdeführerin 
an, sie habe anlässlich eines Segeltörns in der X._____ "beim Versuch zum Lösen 
des Schot (Seil) einen stechenden Schmerz im Handgelenk verspürt". 

• Im Fragebogen vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 führte die Be-
schwerdeführerin auf die Frage, wie sich der Unfall im Detail zugetragen habe, aus, 
dass sie während eines Segeltörns beim Versuch des Lösens der Schot aus dem 
Traveller wegen der Krafteinwirkung einen stechenden Schmerz in ihr rechtes 
Handgelenk erhalten habe. Auf die Frage nach der Ursache des Ereignisses gab sie 
an: "Festgeklemmte Schot im Traveller, die sich nicht sofort lösen liess."

• In der Einsprache vom 12. Juni 2014 führte die Beschwerdeführerin hinsichtlich des 
massgeblichen Geschehensablaufs sodann aus, dass der Katamaran plötzlich auf 
einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufge-
fahren sei. Das Ruder habe hart an diesen Gegenstand angeschlagen und durch die 
Hebelwirkung der Pinne habe es einen heftigen Ruck und einen Schlag auf ihre 
Hand und ihr Handgelenk gegeben. Der unbekannte Gegenstand habe das Ruder 
blockiert und das Boot sei im selben Moment nicht mehr steuerbar gewesen. Um 
das Grosssegel zur Reduktion der Geschwindigkeit und damit auch der Gefahr in 
den Wind zu stellen, habe sie mit der linken Hand an der Schot gezogen, die aber im 
Traveller festgeklemmt gewesen sei und sich nicht sofort habe lösen lassen. Sie ha-
be dann die Ruderpinne loslassen müssen, was problemlos gewesen sei, weil das 
Ruder nicht mehr habe bewegt werden können, und mit beiden Händen die Schot 
frei gezogen. Dies alles sei in einem einzigen raschen Vorgang geschehen, der we-
niger als eine Minute gedauert habe. Als die Situation deeskalierte, habe sie einen 
stechenden Schmerz im rechten Handgelenk verspürt. Ob die Läsion bereits durch 
den Schlag der Pinne gegen das Handgelenk oder erst durch das angesichts der 
Gefährdungssituation heftige Reissen an der Schot erfolgt sei, sei unerheblich und 
wahrscheinlich auch nicht mehr rekonstruierbar. 

b) Bei sich widersprechenden Angaben der Versicherten über den Gesche-

hensablaufs des zur Diskussion stehenden Ereignisses − was vorliegend 

offenkundig der Fall ist − ist der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu-

folge auf die Beweismaxime abzustellen, wonach die sogenannten "Aus-

sagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger 

sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im 

Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Un-

fall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu, als jenen, die sie nach 

- 13 -

einer Ablehnungsverfügung des Versicherers getan hat (BGE 121 V 45 

E.2a, 115 V 133 E.8c; RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 E.3b/aa). Dabei han-

delt es sich indessen nicht um eine förmliche Beweisregel, sondern ledig-

lich um eine im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigen-

de Entscheidungshilfe. Sie kann zudem nur dann zur Anwendung gelan-

gen, wenn von zusätzlichen Beweismassnahmen keine neuen Erkennt-

nisse mehr zu erwarten sind (Urteile des Bundesgerichtes 8C_50/2012 

vom 1. März 2012 E.5.1, 8C_827/2007 vom 22. September 2008 E.5; 

RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29 f.). 

c) Vorliegend gilt es im Zusammenhang mit der Beweismaxime, wonach die 

sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 

und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder un-

bewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können, indes zu beachten, dass die Bagatel-

lunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 erst rund acht Monate nach dem 

Ereignis erfolgte, weshalb der angerufenen Beweisregel bloss unterge-

ordnete Bedeutung zukommen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

8C_50/2012 vom 1. März 2012 E.5.5). Richtig ist allerdings, dass die 

nach dem Erlass der angefochtenen, ablehnenden Verfügung vom 

14. Mai 2014 von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zum Ge-

schehensablauf in der Einsprache vom 12./26. Juni 2014 sowie in der Be-

schwerde vom 2. Oktober 2014 von Überlegungen versicherungsrechtli-

cher Art beeinflusst sein könnten. 

d) Vor dem Hintergrund der vorstehenden Ausführungen erachtet das streit-

berufene Gericht die anfängliche Schilderung der Beschwerdeführerin, 

wonach sie anlässlich eines Segeltörns in der X._____ beim Versuch zum 

Lösen der Schot einen stechenden Schmerz im Handgelenk verspürt ha-

be, als glaubwürdiger als die nach der ablehnenden Verfügung vom 

14. Mai 2014 gemachten Aussagen. Insbesondere ist es − wie bereits die 

- 14 -

Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 

zu Recht ausgeführt hat − nicht nachvollziehbar, dass das erstmals in der 

Einsprache vom 12. Juni 2014 geschilderte Auffahren des Katamarans 

auf einen unbekannten Gegenstand mit massiver Krafteinwirkung auf das 

Ruder nicht bereits in der ersten Stunde, mithin in der Bagatellunfall-

Meldung UVG vom 7. März 2014 und insbesondere auf Nachfrage der 

Beschwerdegegnerin im entsprechenden Fragebogen vom 11. April 2014 

zum Ereignis vom 11. Juli 2013, geschildert wurde, zumal es sich hierbei 

um ein eindrückliches und einprägsames Ereignis handelt. Daran vermag 

der beschwerdeführerische Einwand, wonach es auf dem Fragebogen 

zum Ereignis vom 11. Juli 2013 zu wenig Platz gehabt habe, um den 

vollständigen Geschehensablauf zu schildern, nichts zu ändern. Denn es 

hätte zweifelsohne die Möglichkeit bestanden, auf der Rückseite des Fra-

gebogens oder auf einem zusätzlichen Blatt ergänzende Ausführungen zu 

machen. Auch aus der beschwerdeführerischen E-Mail vom 9. Mai 2014 

ergibt sich nichts anderes. Denn auch dort hat die Beschwerdeführerin 

den später anders geschilderten Hergang nicht erwähnt, verweist sie 

doch darin auf das Falldossier und damit auf ihre bisherigen Schilderun-

gen des Ereignisses. Lediglich aus der Klammerbemerkung "übertragener 

Schlag durch Krafteinwirkung ins Handgelenk" lässt sich entgegen den 

beschwerdeführerischen Ausführungen nicht schliessen, dass die Be-

schwerdeführerin unmissverständlich auf den später geschilderten Her-

gang verwiesen hat. Vor diesem Hintergrund ist für die Beurteilung der 

Frage, ob die Beschwerdeführerin am 11. Juli 2013 einen Unfall im Sinne 

von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG erlitten hat, mit der Beschwer-

degegnerin auf die beschwerdeführerische Sachverhaltsdarstellung in der 

Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen 

vom 11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 abzustellen. Dies zu-

mal vorliegend auch der beschwerdeführerischen Argumentation, wonach 

der ganze Geschehensablauf als Einheit zu betrachten sei, nicht gefolgt 

werden kann. Vielmehr erfolgte zuerst das allfällige Auffahren des Kata-

- 15 -

marans auf einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden Gegen-

stand bzw. das allfällige Anschlagen des Ruders mit dem Schlag auf das 

Handgelenk der Beschwerdeführerin. Erst später versuchte die Be-

schwerdeführerin, die Schot aus dem Traveller zu lösen. Diese beiden 

Ereignisse sind − wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeant-

wort vom 24. Oktober 2014 zu Recht ausführte − aus versicherungstech-

nischer Sicht isoliert zu betrachten. 

e) Doch selbst dann, wenn − auch unter Berücksichtigung der knapp ein 

Jahr nach dem Ereignis verfassten schriftlichen Darlegung des Gesche-

hensablaufs der Segelpartnerin vom 25. Juni 2014 − von den nachträglich 

in der Einsprache vom 12./26. Juni 2014 und auch in der Beschwerde 

vom 2. Oktober 2014 gemachten Schilderungen zum Ereignis ausgegan-

gen würde, wonach der Katamaran auf einen unter der Wasseroberfläche 

schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren sei und dies einen 

Schlag über das Ruder und die Pinne auf die Hand der Beschwerdefüh-

rern ausgelöst hätte, würde dies − wie nachfolgend noch zu zeigen sein 

wird − im Ergebnis nichts ändern bzw. keinen Anspruch der Beschwerde-

führerin aus der Unfallversicherung auslösen (vgl. dazu nachstehend 

E.5c). 

5. a) Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob das Lösen der verklemmten Schot 

aus dem Traveller mit anschliessendem stechenden Schmerz im Handge-

lenk gemäss Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin in der Ba-

gatellunfall-Meldung UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen vom 

11. April 2014 zum Ereignis vom 11. Juli 2013 als Unfall im Sinne von 

Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist. Dabei ist insbe-

sondere strittig, ob ein ungewöhnlicher äusserer Faktor im Sinne einer 

den normalen, üblichen Bewegungsablauf störenden "Programmwidrig-

keit" auf den Körper der Beschwerdeführerin eingewirkt hat (vgl. zum un-

gewöhnlichen äusseren Faktor vorstehend E.3c). 

- 16 -

b) Vorliegend fehlt es an einem ungewöhnlichen äusseren Faktor bzw. an 

der soeben erwähnten "Programmwidrigkeit". Insbesondere ergeben sich 

aus der Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin keine äusseren 

Einwirkungen auf den Körper, die im Bereich des Segelsports nicht üblich 

wären. Vielmehr gehört das Lösen der im Traveller verklemmten Schot − 

wie allgemein das Lösen von verklemmten Seilen auf einem Boot − zu 

den üblichen und alltäglichen Handgriffen im Segelsport. Dass dabei ein 

erhöhter Kraftaufwand erforderlich war, um die Schot aus dem Traveller 

zu lösen, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Denn mit Blick 

auf vergleichbare Fälle bedürfte es hinsichtlich des ausserordentlichen 

Kraftaufwandes erheblich grösserer Anstrengungen als das blosse Lösen 

der verklemmten Schot aus dem Traveller. So waren die entsprechenden 

Voraussetzungen nach der Rechtsprechung etwa auch beim Heben einer 

30 kg schweren Lautsprecherbox (Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichtes U 65/02 vom 13. Dezember 2002), einer 85 kg schweren 

Steinplatte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 7/00 

vom 27. Juli 2001), eines 100 kg schweren Radiators (Urteil des Eid-

genössischen Versicherungsgerichtes U 110/99 vom 12. April 2000) oder 

einer 200 kg schweren Glasscheibe (Urteil des Eidgenössischen Versi-

cherungsgerichtes U 214/95 vom 23. Dezember 1996) nicht erfüllt. Über-

dies ist die Person, die mit erhöhtem Kraftaufwand an einem Seil zieht, 

sowohl auf die erhöhte Kraftanstrengung als auch auf ein allfälliges plötz-

liches Nachlassen des Widerstands vorbereitet, wie auch die Beschwer-

degegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2014 zu Recht 

ausführt. Zusammenfassend bietet der Geschehensablauf gemäss Sach-

verhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin in der Bagatellunfall-Meldung 

UVG vom 7. März 2014 sowie im Fragebogen vom 11. April 2014 zum 

Ereignis vom 11. Juli 2013 keine Anhaltspunkte für die Annahme einer 

unkoordinierten Bewegung, die als ungewöhnlicher äusserer Faktor in 

Frage käme. Auch eine augenfällige Überanstrengung ist angesichts der 

- 17 -

Tatsache, dass es sich bei der Beschwerdeführerin gemäss eigenen An-

gaben um eine geschulte Seglerin handelt und sie dementsprechend mit 

dem Lösen von verklemmten Seilen auf einem Boot vertraut sein dürfte, 

zu verneinen. Mangels äusseren Faktors sowie mangels Ungewöhnlich-

keit ist das Lösen der verklemmten Schot aus dem Traveller somit nicht 

als Unfallereignis im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG zu 

qualifizieren. 

c) Nichts anderes ergäbe sich, wenn von den nachträglich in der Einsprache 

vom 12./26. Juni 2014 und auch in der Beschwerde vom 2. Oktober 2014 

gemachten Schilderungen der Beschwerdeführerin zum Ereignis ausge-

gangen würde, wonach der Katamaran auf einen unter der Wasserober-

fläche schwimmenden unsichtbaren Gegenstand aufgefahren sei und 

dies einen Schlag über das Ruder und die Pinne auf die Hand der Be-

schwerdeführern ausgelöst habe. Denn einerseits lässt sich die effektive 

physikalische Kraft, die aufgrund des allfälligen Auffahrens des Katama-

rans auf einen unter der Wasseroberfläche schwimmenden Gegenstand 

bzw. aufgrund des allfälligen Schlages über das Ruder und die Pinne auf 

die rechte Hand der Beschwerdeführerin gewirkt hat, aufgrund der vagen 

Aussagen der Beschwerdeführerin und ihrer Segelpartnerin nicht ermit-

teln. Anderseits wäre ebenso unbewiesen, ob tatsächlich der angebliche 

Schlag ans Ruder und die Pinne oder doch das Lösen der verklemmten 

Schot aus dem Traveller zur Verletzung des rechten Handgelenks der 

Beschwerdeführerin geführt hat. Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer 

Einsprache vom 12. Juni 2014 denn auch selbst fest, dass sich der hekti-

sche Vorgang innert weniger als einer Minute abgespielt und sie den ste-

chenden Schmerz im rechten Handgelenk erst gespürt habe, als die Si-

tuation deeskalierte. Ob die Läsion bereits durch den Schlag der Pinne 

gegen das Handgelenk oder erst durch das angesichts der Gefährdungs-

situation heftige Reissen an der Schot erfolgt sei, sei letztlich unerheblich 

und auch nicht mehr rekonstruierbar. Folglich geht aber auch die Be-

- 18 -

schwerdeführerin von zwei möglichen Ursachen für die Verletzung am 

rechten Handgelenk aus, die jedoch, wie die Beschwerdegegnerin richtig 

argumentiert, zeitlich und sachlich auseinanderliegen und nicht als Einheit 

betrachtet werden können (vgl. dazu vorstehend E.4d in fine). Von einem 

Unfallereignis im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 4 ATSG kann 

aber bloss dann ausgegangen werden, wenn mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit bewiesen wäre, dass der Schlag auf das Ruder und die 

Pinne ursächlich für die Verletzung der Beschwerdeführerin war. Dieser 

Beweis ist vorliegend aber auch mit der Einvernahme der Segelpartnerin 

der Beschwerdeführerin als Zeugin nicht zu erbringen. Denn es ist nicht 

zu erwarten, dass diese Aussagen zur effektiven Ursache der zugezoge-

nen Verletzung, mithin, ob die Handgelenksverletzung vom Lösen der 

verklemmten Schot oder vom Schlag ans Ruder und die Pinne herrührt, 

machen könnte. Folglich verzichtet das streitberufene Gericht in Anwen-

dung der antizipierten Beweiswürdigung auf die Einvernahme der Segel-

partnerin als Zeugin (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung vorstehend 

E.2b). Da im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 

ableiten wollte (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 29), hat vorlie-

gend die Beschwerdeführerin die Folge der Beweislosigkeit zu tragen. 

Selbst wenn somit von den nachträglich in der Einsprache vom 

12./26. Juni 2014 und in der Beschwerde vom 2. Oktober 2014 gemach-

ten Schilderungen zum Ereignis vom 11. Juli 2013 ausgegangen würde, 

würde dies einerseits mangels Nachweises der effektiven physikalischen 

Kraft, die auf die rechte Hand der Beschwerdeführerin gewirkt hat, sowie 

anderseits infolge Beweislosigkeit keinen Anspruch der Beschwerdeführe-

rin aus der Unfallversicherung auslösen. 

6. Zu prüfen bleibt, ob die beim Ereignis vom 11. Juli 2013 erlittene Ge-

sundheitsschädigung eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von 

Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV darstellt. 

- 19 -

a) Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die 

den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. 

Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch 

gemacht und verschiedene Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeu-

tig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, 

auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichge-

stellt. Dazu zählen Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken 

(lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), 

Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen 

(lit. h). Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädi-

gungen ist abschliessend (BGE 123 V 43 E.2b, 116 V 145 E.2b). 

Bei unfallähnlichen Körperschädigungen müssen zur Begründung der 

Leistungspflicht des Unfallversicherers mit Ausnahme der Ungewöhnlich-

keit die übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein. Besondere 

Bedeutung kommt hierbei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses 

zu, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, 

sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls (BGE 129 V 466 E.2.2). Die 

schädigende äussere Einwirkung kann in einer körpereigenen Bewegung 

bestehen (BGE 129 V 466 E.4.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 

S. 80). 

b) Vorliegend ist dem Arztbericht über die Erstbehandlung vom 19. Dezem-

ber 2013 von Dr. med. C._____ vom 17. März 2014 die Diagnose "Läsion 

des triangulären fibrocartilaginären Komplexes (TFCC)" zu entnehmen. 

Im Arztbericht vom 19. Mai 2014 bestätigte Dr. med. C._____ die Diagno-

se einer TFCC-Läsion und führte aus, dass das Röntgenbild eine leicht-

gradige Ulnaplusvarianz und das MRI eine TFCC-Läsion zeige. Weitere 

medizinische Berichte sind nicht aktenkundig. 

- 20 -

Aus den medizinischen Akten ergibt sich somit, dass vorliegend keine der 

in Art. 9 Abs. 2 UVV abschliessend aufgezählten Körperschädigungen  

diagnostiziert wurde und dementsprechend auch keine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegt. Dass es sich 

bei einer TFCC-Läsion nicht um eine Listenverletzung im Sinne von Art. 9 

Abs. 2 UVV handelt, wurde im Übrigen auch schon vom Bundesgericht 

bestätigt (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_141/2013 vom 8. Mai 2013 

E.5). Gegenteiliges wird von der Beschwerdeführerin denn auch zu Recht 

nicht geltend gemacht. Da es vorliegend somit bereits an einer Listenver-

letzung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV mangelt, brauchen die übrigen 

Tatbestandsmerkmale des Unfallbegriffs − insbesondere die Vorausset-

zung eines äusseren Ereignisses − nicht mehr geprüft zu werden. 

7. a) Nachdem vorliegend weder ein Unfall im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG 

i.V.m. Art. 4 ATSG noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne 

von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegen, hat die Be-

schwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht verneint. Der angefoch-

tene Einspracheentscheid vom 2. September 2014 erweist sich somit als 

rechtens, was zur vollumfänglichen Abweisung der dagegen erhobenen 

Beschwerde führt. 

b) Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen − ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung − für die Parteien kostenlos. Demnach werden für das 

vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten erhoben. Der obsiegen-

den Beschwerdegegnerin steht überdies kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG). 

- 21 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]