# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6eed9f5-0b8b-544c-9a67-6be926621adb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.11.2010 A-6977/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6977-2009_2010-11-29.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6977/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Michael Beusch (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richter Daniel de Vries Reilingh, 
Gerichtsschreiberin Nadine Mayhall.

X._______ AG, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, 
Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nachbezug von Einfuhrabgaben (Zoll und 
Mehrwertsteuer).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6977/2009

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG, in A, bezweckt gemäss Handelsregistereintrag die 
Durchführung  von  Warentransporten  sowie  den  Betrieb  einer 
Reparaturwerkstätte  für  Lastwagen.  Die  Y._______  GmbH,  in  B, 
bezweckt den Verkauf und die Vermietung von multimodalen Behältern 
und Fahrzeugen.

B.
Die Y._______ GmbH führte zwischen dem 21. August 2001 und dem 
22. September  2006  52  Containerchassis  (Sattelanhänger)  ein, 
welche anschliessend  von der  X._______ AG übernommen wurden. 
Die  Einfuhr  in  die  Schweiz  erfolgte  unter  Angabe  von  zu  tiefen 
Warenwerten.  Zudem  wurden  die  Containerchassis  unrechtmässig 
zollfrei eingeführt.

C.
Am  1. Dezember  2006  verfügte  der  Direktor  der  Zollkreisdirektion 
Basel  eine  Durchsuchung  der  Räumlichkeiten  der  X._______  in  A. 
Diese  Durchsuchung  wurde  gleichentags  vollzogen.  Des  Weiteren 
wurde  am  28. August  2007  ein  Arbeitnehmer  der  X._______  AG 
einvernommen.

D.
Mit  Verfügung  vom 20. November  2007  ordnete  die  Eidgenössische 
Zollverwaltung  (EZV)  gegenüber  der  X._______  AG  –  unter 
solidarischer Haftung mit der Y._______ GmbH und Z._______ – den 
Nachbezug  der  auf  den  52  Containerchassis  lastenden 
Einfuhrabgaben  (Zoll  und  Mehrwertsteuer)  in  der  Höhe  von 
Fr. 110'054.25 an. 

Gegen die Nachbezugsverfügung vom 20. November 2007 erhob die 
X._______  AG  am  21. Dezember  2007  Beschwerde  bei  der 
Oberzolldirektion  (OZD).  Mit  Beschwerdeentscheid  vom  8. Okt-
ober 2009 hiess die OZD die Beschwerde im Umfang von Fr. 616.70 
(Zoll) und Fr. 692.80 (Mehrwertsteuer) teilweise gut, da die Forderung 
in diesem Umfang verjährt sei. Im Übrigen wies sie die Beschwerde ab 
und  setzte  den  nachzuentrichtenden  Betrag  auf  Fr. 108'744.75  fest. 
Zudem setzte die OZD die Verfahrenskosten auf Fr. 4'500.-- fest und 
auferlegte sie der X._______ AG.

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E.
Mit  Beschwerde vom 9. November 2009 an das Bundesverwaltungs-
gericht beantragte die X._______ AG (Beschwerdeführerin), der Ent-
scheid  der  OZD  vom  8. Oktober  2009  sei  unter  Kosten-  und 
Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei  festzustellen,  dass eine 
Leistungspflicht  der  Beschwerdeführerin  für  die auf  dem Beiblatt  zur 
Verfügung  vom  20. November  2007  aufgeführten  Abgaben  nicht 
bestehe. Des Weiteren sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung 
zu erteilen. 

Mit  Vernehmlassung  vom 23. Dezember  2009  schloss  die  OZD  auf 
kostenfällige  Abweisung  der  Beschwerde.  Nach  Einsicht  in  die  Bei-
lagen dieser Vernehmlassung nahm die Beschwerdeführerin dazu mit 
Eingabe vom 12. Februar 2010 unaufgefordert Stellung.

Auf die Begründung der Anträge wird – soweit entscheidwesentlich – 
im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art.  5 des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021). Als anfechtbare Verfügungen gelten auch 
Beschwerdeentscheide der Departemente und der ihnen unterstellten 
oder  administrativ  zugeordneten Dienststellen  der  Bundesverwaltung 
(Art. 5 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG). Der angefochtene Be-
schwerdeentscheid der OZD vom 8. Oktober 2009 ist  damit  als  eine 
beim  Bundesverwaltungsgericht  anzufechtende  Verfügung  zu  quali-
fizieren. Die  Beschwerde hat  aufschiebende Wirkung (Art. 55  Abs. 1 
VwVG).

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist.  Nach  der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer 
Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  rechtsgestaltenden  Ver-
fügungen  (anstatt  vieler  BGE 119  V  13  E. 2a).  Soweit  die  Be-
schwerdeführerin ihre Anträge formell als Feststellungsbegehren stellt, 
fehlt  ihr  folglich  ein  schutzwürdiges Interesse an deren Behandlung, 

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weil  bereits  das  negative Leistungsbegehren,  der  Antrag auf  Aufhe-
bung  der  angefochtenen  Nachbelastung  (durch  Aufhebung  des  Be-
schwerdeentscheids),  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  konkret  ent-
schieden  werden,  ob  die  fragliche  Steuernachbelastung  zu  Recht 
besteht,  was das Feststellungsinteresse hinfällig werden lässt (Urteil 
des Bundesgerichts 2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 1.3; BVGE 
2007/24 E. 1.3). Auf den formellen Antrag der Beschwerdeführerin auf 
Feststellung  des  Nichtbestehens  einer  Leistungspflicht  (vgl.  dazu 
oben, E) kann somit nicht eingetreten werden.

1.3 Im  Rechtsmittelverfahren  kommt  –  wenn  auch  in  sehr  ab-
geschwächter  Form  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, N. 1.55) 
– das Rügeprinzip mit Begründungserfordernis in dem Sinn zu tragen, 
dass  der  Beschwerdeführer  die  seine  Rügen  stützenden  Tatsachen 
darzulegen und allfällige Beweismittel einzureichen hat (Art.  52 Abs. 1 
VwVG;  CHRISTOPH AUER, in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], 
Zürich/St. Gallen  2008,  N. 9  und  12  zu  Art. 12).  Hingegen  ist  es 
grundsätzlich  nicht  Sache  der  Rechtsmittelbehörden,  den  für  den 
Entscheid  erheblichen  Sachverhalt  von  Grund  auf  zu  ermitteln  und 
über die tatsächlichen Vorbringen der Parteien hinaus den Sachverhalt 
vollkommen  neu  zu  erforschen  (BVGE 2007/27  E. 3.3;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-5550/2008  vom  21. Oktober  2009 
E. 1.5;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N. 1.52). Vielmehr geht es in 
diesem Verfahren darum, den von den Vorinstanzen ermittelten Sach-
verhalt zu überprüfen und allenfalls zu berichtigen oder zu ergänzen.

2.
2.1 Am  1. Mai  2007  sind  das  Zollgesetz  vom  18. März  2005  (ZG, 
SR 631.0) sowie die dazugehörige Verordnung vom 1. November 2006 
(ZV, SR 631.01)  in  Kraft  getreten. Zollveranlagungsverfahren,  die  zu 
diesem Zeitpunkt  hängig waren,  werden gemäss Art.  132 Abs. 1 ZG 
nach  dem  bisherigen  Recht  und  innerhalb  der  dort  vorgesehenen 
Fristen  abgeschlossen.  Das  vorliegende  Verfahren  untersteht  damit 
noch der alten Zollrechtsordnung (vgl. Zollgesetz vom 1. Oktober 1925 
[aZG, AS 42 287 und BS 6 465] sowie Verordnung vom 10. Juli 1926 
zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und BS 6 514]).

2.2 Am  1. Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom  12. Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetz-

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lichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschrif-
ten  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während ihrer  Geltungs-
dauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse 
anwendbar  (Art. 112  Abs. 1  MWSTG).  Das  vorliegende  Verfahren 
untersteht  deshalb  in  materieller  Hinsicht  noch  dem  Bundesgesetz 
vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 
1300). 

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des In-
krafttretens  hängigen  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art. 113 
Abs. 3 MWSTG insofern restriktiv auszulegen, als nur eigentliche Ver-
fahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es 
dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf alt -
rechtliche Sachverhalte kommen darf (Urteil  des Bundesverwaltungs-
gerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3).

Im Zusammenhang mit Art. 113 Abs. 3 MWSTG stellt sich namentlich 
die  Frage,  ob  Art. 81  MWSTG Verfahrensrecht  im  Sinne  dieser  Be-
stimmung  darstellt  und  somit  auf  bereits  hängige  Verfahren  An-
wendung  findet.  Nach  der  Rechtsprechung  geht  Art. 113  Abs. 3 
MWSTG  –  wonach  lediglich  eigentliches  Verfahrensrecht  sofort  auf 
hängige  Verfahren  Anwendung  findet  –  Art. 81  MWSTG,  welcher 
seinerseits  keine  übergangsrechtlichen  Bestimmungen  enthält,  vor 
(Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1379/2007  vom  18. März 
2010  E. 1.2.3).  Art. 81  Abs. 1  MWSTG kommt  jedoch  letztlich  keine 
eigenständige Bedeutung zu. Ungeachtet der Bestimmung von Art. 2 
Abs. 1 VwVG, welcher die Art. 12 - 19 sowie die Art. 30 - 33 VwVG für 
Steuerverfahren  ausschliesst,  wendet  das  Bundesverwaltungsgericht 
in  ständiger  Rechtsprechung  auch  in  Steuerverfahren  den  Unter-
suchungsgrundsatz in dem Sinn an, als die in den von der Anwendbar-
keit  ausgenommenen  Artikeln  näher  ausgeführten  Anhörungs-  und 
Mitwirkungsrechte gewährt werden (anstatt vieler BVGE 2009/60 E. 2). 

Anzumerken  bleibt,  dass  selbst  falls  die  Anwendbarkeit  von  Art.  81 
MWSTG auf Grund von Art. 113 Abs. 3 MWSTG bejaht werden sollte, 
dieser Bestimmung für das vorliegende Verfahren wohl trotzdem keine 
Bedeutung zukommen würde. Für die Mehrwertsteuer auf die Einfuhr 
von  Gegenständen  gilt  nämlich  grundsätzlich  die  Zollgesetzgebung 
(Art. 72  aMWSTG).  Art. 3  Bst. e  VwVG  sieht  jedoch  vor,  dass  das 
VwVG auf das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung findet; 

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ein Ausschluss der Anwendbarkeit von Art. 3 Bst. e VwVG ist in Art. 81 
MWSTG nicht vorgesehen. Auch hier gilt  jedoch in den Grundzügen, 
was oben zu Art. 2 Abs. 1 VwVG festgehalten wurde. Nach ständiger 
Rechtsprechung finden – trotz  des Ausschlusses der Anwendbarkeit 
des VwVG – die aus der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101)  abgeleiteten  Ver-
fahrensgarantien, wie namentlich der Anspruch auf rechtliches Gehör 
(Art. 29  BV),  auf  das  Verfahren  der  Zollveranlagung  Anwendung 
(NADINE MAYHALL, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger 
[Hrsg.], Zürich 2009, N. 39 zu Art. 3). 

Zudem liegt von vornherein dann keine Verletzung des rechtlichen Ge-
hörs und des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung vor, wenn die 
Behörde  auf  die  Abnahme  beantragter  Beweismittel  verzichtet,  weil 
diese eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich un-
tauglich sind oder wenn sie auf Grund der bereits abgenommenen Be-
weise ihre Überzeugung gebildet hat, sowie dann, wenn die Tatsachen 
bereits aus den Akten genügend ersichtlich sind und die Behörde in 
vorweggenommener,  antizipierter  Beweiswürdigung  annehmen  kann, 
dass  ihre  Überzeugung  durch  weitere  Beweiserhebungen  nicht 
geändert  würde  (BGE 131  I  153  E. 3,  124  I  208  E. 4a,  je  mit 
Hinweisen;  anstatt  vieler  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-705/2008 vom 12. April  2010 E. 3 und A-1379/2007 vom 18. März 
2010 E. 1.2.3; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., N. 3.144 ff.).

3.
3.1 Der Zollmeldepflicht  unterliegt  nach Art. 9  Abs. 1 aZG,  wer  eine 
Ware über die Grenze bringt sowie der Auftraggeber. Die Zollzahlungs-
pflicht obliegt dem Zollmeldepflichtigen und den übrigen, in Art.  9 aZG 
genannten  Personen,  sowie  demjenigen,  für  dessen  Rechnung  die 
Waren  ein-  oder  ausgeführt  worden  sind.  Diese  Personen  haften 
solidarisch für  die  geschuldeten Abgaben. Der  Rückgriff  unter  ihnen 
richtet  sich  nach  den  Bestimmungen  des  Zivilrechts  (Art. 13  Abs. 1 
aZG). Der Gesetzgeber hat den Kreis der Zollzahlungspflichtigen weit 
gezogen,  um  die  Einbringlichkeit  der  Zollforderung  sicherzustellen 
(BGE 110 Ib 306 E. 2b, 107 Ib 198 E. 6a; vgl. statt vieler auch Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1728/2006 vom 17. Dezember 2007 
E. 2.1 mit Hinweisen; zu Art. 70 ZG, der die Regelung von Art. 13 aZG 
mit  erweitertem  Anwendungsbereich  weiterführt:  MICHAEL BEUSCH,  in: 
Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Kommentar zum Zollgesetz, Bern 2009, 
N. 1 zu Art. 70).

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3.2 In erster Linie betroffen von der Zollmeldepflicht ist der eigentliche 
Warenführer,  also  derjenige,  der  eine  Ware  selbst  über  die  Grenze 
transportiert.  Ferner  werden  die  Abgaben  vom  Auftraggeber  i.S.v. 
Art. 9 aZG geschuldet. Nach ständiger Rechtsprechung ist neben dem 
Begriff des Zollzahlungspflichtigen auch jener des Auftraggebers weit 
zu fassen (Urteil des Bundesgerichts 2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 
E. 3.3.2).  Als  solcher  gilt  nicht  nur  derjenige,  der  im  zivilrechtlichen 
Sinne mit dem Transporteur oder Importeur einen Frachtvertrag bzw. 
Auftrag nach Art. 394 ff. des Bundesgesetzes vom 30. März 1911 über 
das Obligationenrecht  (OR, SR 220) abschliesst oder sonst ein zivil-
rechtlich  gültiges  Rechtsverhältnis  eingeht,  sondern  jede  Person, 
welche die Wareneinfuhr, d.h. den Transport der Ware über die Gren-
ze, tatsächlich veranlasst (BGE 107 Ib 198 E. 6; Urteile des Bundes-
gerichts 2C_363/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 5.1, 2C_132/2009 vom 
7. Januar 2010 E. 4.2 und 2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 2.1.2; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6912/2007  vom  30. März 
2010 E. 6.1.1 [«provoque effectivement»] und A-1720/2006 14. Januar 
2009  E. 2.1,  je  mit  Hinweisen). Insbesondere  ist  auch  derjenige  als 
Auftraggeber anzusehen, der einen Dritten dazu bringt, ihm eine Ware 
zu liefern,  von der er  weiss oder annehmen muss,  dass sie sich im 
Ausland befindet und zur Lieferung in die Schweiz eingeführt werden 
muss; dies gilt  auch dann, wenn Waren ohne vorgängige Bestellung 
des Betreffenden in die Schweiz gebracht werden, dieser zuvor aber 
seine generelle  Bereitschaft  zur  Abnahme solcher  Waren kundgetan 
hat (Urteile des Bundesgerichts 2A.242/2004 vom 15. November 2004 
E. 3.1.2  und  2A.580/2003  vom  10. Mai  2004  E. 3.3.2;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-2822/2007  vom  27. November  2009 
E. 2.2 und A-1741/2006 vom 4. März 2008 E. 2.1.2). Selbst wenn die 
Ware im Zeitpunkt der Bestellung bereits in der Schweiz ist, wird durch 
die  generelle  Bereitschaft  des  Betreffenden,  die  Ware abzunehmen, 
deren Einfuhr durch diesen mitveranlasst (Urteile des Bundesgerichts 
2A.242/2004 vom 15. November 2004 E. 3.1.2 und 2A.580/2003 vom 
10. Mai  2004  E. 3.3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-2822/2007  vom  27. November  2009  E. 2.3).  Gemäss  der  Recht-
sprechung ist  der  Begriff  des  Auftraggebers  auch insofern  nicht  auf 
eine zivilrechtliche Bedeutung beschränkt, als dass auch und zusätz-
lich zu einer juristischen Person ihre Organe bzw. die ausführenden 
(Hilfs-)Personen als "tatsächlich Veranlassende" gelten können (Urteil 
des  Bundesgerichts  2C_747/2009 vom 8. April  2010 E. 5.2  und 5.3; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6021/2007 vom 23. Dezember 

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2009 E. 6.6,  vgl.  auch  contra: Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-6912/2007 vom 30. März 2010 E. 6.1.2).

3.3 Der  Zollzahlungspflichtige  haftet  auch  für  die  nachträgliche  Er-
hebung der geschuldeten Abgabe. Dabei hängt die Zollzahlungspflicht 
nicht davon ab, ob der Betreffende schuldhaft zu wenig Zoll bezahlte 
oder gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet wurde. Auf seine Kennt -
nis der Verhältnisse kommt es nicht an (BGE 107 Ib 198 E. 6c, 106 Ib 
221 E. 2c). Enthält eine Einfuhrdeklaration unrichtige Angaben, so ist 
der Tatbestand einer Zollübertretung im Sinne von Art.  74 Ziff. 6 aZG 
bzw. Art. 74 Ziff. 8 aZG in objektiver Hinsicht erfüllt  (BGE 107 Ib 198 
E. 6c).  Eine  Zollübertretung  liegt  zudem  in  objektiver  Hinsicht  vor, 
wenn für Waren Zollbefreiung oder Zollermässigung erwirkt wird, ohne 
dass die Voraussetzungen für den zollfreien Warenverkehr oder für die 
Zollbegünstigung vorliegen (Art. 74 Ziff. 9 aZG).

4.
4.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 
über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) sind Abgaben, die 
infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des 
Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind, ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer Person nachzuentrichten. 

Art. 12  Abs. 2  VStrR  ergänzt,  dass  zur  Nachleistung  verpflichtet  ist, 
wer  in  den  Genuss  eines  unrechtmässigen  Vorteils  gelangt  ist,  ins-
besondere  der  zur  Zahlung  der  Abgabe  Verpflichtete  oder  der  Em-
pfänger der Vergütung oder des Beitrages. Voraussetzung für die An-
wendbarkeit von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist eine objektive Widerhandlung 
gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes. Die Leistungspflicht 
hängt jedoch weder von einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch 
von einem Verschulden oder gar der Einleitung eines Strafverfahrens 
ab  (BGE 106  Ib  218  E. 2c;  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.242/2006 
vom 2. Februar 2007 E. 2.1 mit Hinweisen). Vielmehr genügt es, dass 
der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene 
unrechtmässige Vorteil  in  einer  objektiven Widerhandlung gegen die 
Verwaltungsgesetzgebung  des  Bundes  gründet  (BGE  129  II  160 
E. 3.2,  115  Ib  358  E. 3a;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
1716/2006 vom 7. Februar 2008 E. 2.4). Angesichts des umfassenden 
Katalogs von strafrechtlichen Tatbeständen in Art. 74 aZG (vgl. dazu 
oben, E. 3.3) ist praktisch mit jeder abgaberechtlichen Nachleistungs-
pflicht  auch  eine  objektive  Widerhandlung  gegen  das  Zollstrafrecht 

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verbunden  (DANIEL RIEDO,  Die  Verjährung  der  Zollschuld  nach  dem 
neuen Zollgesetz,  in: Archiv  für  Schweizerisches Abgaberecht  [ASA] 
75 S. 450 ff., 458).

4.2 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen 
gehören  insbesondere  jene  Personen,  welche  dem  Kreis  der  Zoll-
zahlungspflichtigen nach Art. 13 und 9 aZG entsprechen. Diese haften 
selbst  dann,  wenn  sie  nichts  von  der  falschen  Deklaration  wussten 
(BGE 107  Ib  198 E. 6c/d),  denn sie  gelten  ipso  facto  als  durch die 
Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt (vgl. Urteil  des Bundesgerichts 
2A.82/2005  vom  23. August  2005  E. 3.1).  Nach  Art. 13  aZG  Zoll-
zahlungspflichtige sind damit ohne weiteres nach Art.  12 Abs. 2 VStrR 
leistungspflichtig  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_132/2009  vom 
7. Januar 2010 E. 4.1). Für diese Gruppe bewirkt Art. 12 Abs. 2 VStrR 
damit – im Gegensatz zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 3 VStrR zur Lei-
stung Herangezogenen – einzig eine Verlängerung der Verjährungsfrist 
(vgl. dazu unten, E. 4.3). Sie sind direkt unrechtmässig bevorteilt, weil 
sie  die  geschuldeten  Abgaben  infolge  der  Widerhandlung  nicht 
entrichten  mussten.  Der  Genuss  dieses  Vorteils  soll  den  Leistungs-
pflichtigen mit dem Institut der Nachleistungspflicht entzogen werden. 
Diese  Personen  –  für  welche  die  gesetzliche  Vermutung  eines  un-
rechtmässigen Vermögensvorteils gilt – haften solidarisch für den ge-
samten  nicht  erhobenen  Abgabebetrag.  Sie  bleiben  deshalb  selbst 
dann leistungspflichtig, wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen 
persönlichen  Nutzen  gezogen  haben  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.199/2004 vom 15. November 2004 E. 2.1.1 und 2A.242/2004 vom 
15. November  2004  E. 3.1.1;  vgl.  zum  Ganzen  auch  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1726/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.1). 
Die gemäss Art. 9 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 aZG Zollzahlungspflich-
tigen  sind  von  den  sogenannten  indirekt  Begünstigten  zu  unter-
scheiden, die allenfalls mehrere Handelsstufen vom Importeur entfernt 
aufgrund  der  Widerhandlung  in  den  Genuss  eines  unrechtmässigen 
Vorteils gelangen. Derartige Warenempfänger fallen nicht unter die ge-
setzliche  Vermutung,  weshalb  bei  ihnen  ein  unrechtmässiger  Vorteil 
angefallen sein muss, um eine Leistungspflicht auszulösen (vgl. dazu 
die  Ausführungen  im  Urteil  A-2822/2007  des  Bundesverwaltungsge-
richts vom 27. November 2009 E. 3.3). 

4.3 Die Verjährung gemäss Art. 64 aZG gilt  nach der bundesgericht-
lichen  Rechtsprechung  nur  für  Nachforderungen  im  Bereich  des 
Art. 126 aZG, wenn also die Nachforderung auf einem Irrtum der Zoll -

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verwaltung  basiert  (BGE 110  Ib  306  E. 3;  Entscheid  der  Eid-
genössischen  Steuerrekurskommission  [SRK]  vom  25. November 
2005, veröffentlicht  in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 
70.60 E. 3c/bb). Nach Art. 12 Abs. 4 VStrR verjähren Leistungs- und 
Rückleistungspflicht  hingegen nicht,  solange die  Strafverfolgung und 
-vollstreckung nicht verjährt  sind. Art. 12 Abs. 4 VStrR regelt die Ver-
jährung  für  die  in  den  Absätzen  1  und  2  genannten  Forderungen, 
welche ihren Grund darin haben können, dass eine Widerhandlung ge-
gen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes auch nur in objektiver 
Hinsicht vorliegt, jedoch ein Verschulden fehlt (BGE 106 Ib 218 E. 2d; 
vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2293/2008 
vom  28. Mai  2010  E. 2.4,  A-1535/2007  vom  26. September  2007 
E. 2.2.2). 

Nach der Rechtsprechung richten sich in Anwendung von Art.  2 VStrR 
der  Beginn  und  die  Unterbrechung  der  Verjährung  bei  Nach-
forderungen  gemäss  Art. 12  VStrR  nach  den  allgemeinen  Be-
stimmungen des Strafgesetzbuches (Entscheid der SRK vom 25. No-
vember 2005, veröffentlicht in: VPB 70.60 E. 3c/bb, unter Verweis auf 
das  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 26. März  1987,  veröffentlicht  in: 
ASA 56 S. 203 ff.,  208 f.). Die Unterbrechung wird dabei durch jede 
Tätigkeit  der Strafverfolgungsbehörde bewirkt,  die dem Fortgang des 
Verfahrens dient und nach aussen in Erscheinung tritt (Entscheid der 
SRK vom 25. November  2005,  veröffentlicht  in  VPB 70.60  E. 3c/aa; 
MICHAEL BEUSCH, in: Zweifel/Athanas/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar 
zum  schweizerischen  Steuerrecht,  Bd. II/3,  Bundesgesetz  über  die 
Stempelabgaben [StG], Basel 2006, N. 55 zu Vor Art. 45 - 50 [nach-
folgend: StG]).  Sind  mehrere  Personen  beteiligt,  so  wirkt  die  Unter-
brechung  nur  gegenüber  demjenigen,  gegen  welchen  sich  die  ent-
sprechende Handlung richtet,  und nur dann gegenüber  anderen Be-
teiligten, wenn deren Verhalten mit der Unterbrechungshandlung the-
matisiert  und  ihnen  dieser  Umstand  zur  Kenntnis  gebracht  wird 
(BEUSCH, StG, N. 55 zu Art. 45 - 50).

Vor  der  Revision  des  Allgemeinen  Teils  des  Schweizerischen  Straf -
gesetzbuches  vom  21. Dezember  1937  (StGB,  SR 311.0;  revidierte 
Fassung vom 13. Dezember 2002, in Kraft seit 1. Januar 2007) waren 
am 1. Oktober 2001 Neuerungen im Verjährungsrecht gemäss Art. 70 
ff. des aStGB (AS 2002 2993) in Kraft getreten. Die beiden Gesetzes-
fassungen unterscheiden sich jedoch hinsichtlich des Beginns der Ver-
jährungsfrist nicht, ist doch dafür sowohl nach Art. 98 Bst. a StGB als 

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auch  nach  Art. 71  Bst. a  aStGB  auf  den  Zeitpunkt  der  deliktischen 
Handlung  abzustellen.  Der  Zeitpunkt  der  deliktischen  Handlung  war 
zudem nach  der  Rechtsprechung  bereits  vor  den beiden  erwähnten 
Revisionen  für  den  Beginn  der  Verjährungsfrist  massgebend  (Urteil 
des  Bundesgerichts  vom  26. März  1987,  veröffentlicht  in:  ASA  56 
S. 203  ff.,  208;  Entscheid  der  SRK  vom  25. November  2005, 
veröffentlicht in: VPB 70.60 E. 3c/aa). Zum Zeitpunkt der deliktischen 
Handlung  ist  zudem festzuhalten,  dass  das  Bundesgericht  in  seiner 
neueren  Rechtsprechung  die  Rechtsfigur  der  verjährungsrechtlichen 
Einheit grundsätzlich aufgegeben hat (vgl. dazu BGE 131 IV 83 E. 2.4; 
BVGE 2009/59 E. 6.4.2).

Da  das  Nebenstrafrecht  (insbesondere  auch  im  VStrR)  infolge  der 
Neuerungen  im  Verjährungsrecht  per  1. Oktober  2001  jedoch  keine 
Anpassungen erfuhr, wurden für diesen Bereich Art. 333 Abs. 5 aStGB 
(sog. "Transformationsnorm"; Fassung vom 22. März 2002, in Kraft seit 
1. Oktober 2002; AS 2002 2986) bzw. Art. 333 Abs. 6 StGB (in Kraft 
seit  1. Januar  2007)  geschaffen.  Nach  deren  gleichlautenden  Bst. b 
werden  die  Verfolgungsverjährungsfristen  für  Übertretungen,  welche 
über ein Jahr betragen, um die ordentliche Dauer verlängert. 

Art. 11 Abs. 1 VStrR sieht vor, dass eine Übertretung in zwei Jahren 
verjährt. Besteht  jedoch die Übertretung in  einer  Hinterziehung oder 
Gefährdung  von  Abgaben  oder  im  unrechtmässigen  Erlangen  einer 
Rückerstattung,  Ermässigung  oder  eines  Erlasses  von  Abgaben,  so 
beträgt die Verjährungsfrist fünf Jahre und kann durch Unterbrechung 
nicht um mehr als die Hälfte hinausgeschoben werden (Art. 11 Abs. 2 
VStrR). Nach dieser Regelung verjähren Übertretungen im Sinne von 
Art. 11  Abs. 2  VStrR relativ  in  fünf,  absolut  in  siebeneinhalb  Jahren 
(BGE 134 IV 328 E. 2.1; Entscheid der SRK vom 25. November 2005, 
veröffentlicht  in:  VPB  70.60  E. 2d).  In  Anwendung  der  "Trans-
formationsnormen"  von  Art. 333  Abs. 5  aStGB  bzw.  Art. 333  Abs. 6 
StGB beträgt die allgemeine Verjährungsfrist nach VStrR neu vier und 
für  Übertretungen  gemäss  Art. 11  Abs. 2  VStrR  (und  entsprechend 
auch nach Art. 74 aZG), welche in einer unrechtmässigen Reduktion 
von Abgaben bestehen, von nunmehr zehn Jahren.

Für die nach VStrR zu ahndenden Vergehen beträgt die Verjährungs-
frist  hingegen  lediglich  sieben  Jahre  (Art. 70  aStGB,  Art. 97  StGB). 
Das  Bundesgericht  hat  in  BGE 134  IV  328  E. 2.1  entschieden,  es 
könne nicht  sein,  dass  für  Übertretungen nach Art. 11  Abs. 2  VStrR 

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eine  längere  Verjährungsfrist  gelte  als  für  die  nach  dem  gleichen 
Gesetz  zu  ahndenden Vergehen. Deshalb  wurde  im besagten  Urteil 
die Verjährungsfrist für Übertretungen auf das für nach dem StGB für 
Vergehen geltende Mass von sieben Jahren herabgesetzt  (vgl. dazu 
auch BVGE 2009/59 E. 4.3 ff.;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-2293/2008 vom 28. Mai 2010 E. 2.4).

Gestützt  auf  Art. 337  Abs. 1  aStGB  bzw.  auf  Art. 389  Abs. 1  StGB 
sind, mangels anderslautender ausdrücklicher Anordnung, die Bestim-
mungen  des  neuen  Rechts  über  die  Verfolgungs-  und  die  Voll-
streckungsverjährung,  wenn sie milder sind als das bisherige Recht, 
auch auf die Täter anwendbar, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes 
eine  Tat verübt  haben  oder  beurteilt  wurden. Das  mildere  Recht  ist  
demnach in jedem Einzelfall zu bestimmen (BVGE 2009/59 E. 4.4).

Gemäss Art. 11 Abs. 3 VStrR ruht die Verjährung zudem bei Vergehen 
und Übertretungen namentlich während der Dauer eines Einsprache-, 
Beschwerde-  oder  gerichtlichen Verfahrens über  die  Leistungs-  oder 
Rückleistungspflicht.  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung 
ist  Art. 11  Abs. 3  VStrR  dahingehend  auszulegen,  dass  die  Be-
schwerde  eines  Tatbeteiligten  gegen  seine  Leistungspflicht  die  Ver-
jährung  der  Strafverfahren  gegen  alle  Mitbeteiligten  ruhen  lässt 
(BGE 134 IV 328 E. 3.3 am Ende).

5.
Für die Mehrwertsteuer auf die Einfuhr von Gegenständen gilt grund-
sätzlich die Zollgesetzgebung (Art. 72 aMWSTG). Steuerpflichtig sind 
die Zollzahlungspflichtigen im Sinne von Art. 13 aZG (Art. 75 Abs. 1 
aMWSTG;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1751/2006  vom 
25. März  2009  E. 3.3.2  mit  Hinweisen). Steuerbemessungsgrundlage 
ist  gemäss  Art. 76  Abs. 1  Bst. a  aMWSTG  das  Entgelt,  wenn  der 
Gegenstand  in  Erfüllung  eines  Veräusserungs-  oder  Komissions-
geschäfts  eingeführt  wird. In den übrigen Fällen wird die Steuer auf 
dem Marktwert erhoben (Art. 76 Abs. 1 Bst. b aMWSTG).

Art. 88 aMWSTG erklärt das VStrR als anwendbar; diesbezüglich kann 
somit auch für die Einfuhrsteuer auf das oben Ausgeführte (E.  4) ver-
wiesen werden (BGE 134 IV 328 E. 2.1). 

6.
6.1 Sachverhaltsmässig ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin sich 
jeweils periodisch nach geeigneten Objekten beim Geschäftsführer der 

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Y._______  GmbH erkundigte.  Die  Y._______  GmbH sandte  der  Be-
schwerdeführerin  daraufhin  jeweils  eine  Fotodokumentation  (mit  un-
gefährem  Preisrahmen)  ihrer  Angebote  zu.  Daraus  wählte  die  Be-
schwerdeführerin  Containerchassis  aus  und  forderte  die  Y._______ 
GmbH zu einer unverbindlichen Präsentation ihrer Waren auf dem Be-
triebsgelände der Beschwerdeführerin (oder in der näheren Umgebung 
des Betriebes) auf. Nach technischer Begutachtung durch den Werk-
stattchef  der  Beschwerdeführerin,  wozu  namentlich  auch  die  Über-
prüfung  der  (zollamtlich  abgestempelten)  Fahrzeugpapiere  (exkl. 
Quittungen) gehörte, entschied der Geschäftsführer der Beschwerde-
führerin  jeweils,  ob  die  (bisher  unverbindlichen)  Kaufverhandlungen 
weitergeführt werden sollten. "Strassentaugliche und optisch ansehn-
liche"  Objekte  wurden  bei  vertretbaren  Preisangeboten  erworben. 
Teilweise wurden die Chassis lediglich gemietet oder geleast und erst 
anschliessend  gekauft.  Es  bestand  keine  Abnahmeverpflichtung 
seitens  der  Beschwerdeführerin.  Aufgrund  des  unstrittigen  Sachver-
halts  ist  nicht  ersichtlich,  welche  erheblichen  Präzisierung  oder  Er-
gänzung  die  von  der  Beschwerdeführerin  beantragten  Zeugenaus-
sagen beibringen könnten,  weshalb  in  antizipierter  Beweiswürdigung 
auf die Abnahme der beantragten Beweismittel verzichtet werden kann 
(vgl. oben E. 2.2). 

6.2 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Begriff des 
"Auftraggebers" im Sinne von Art. 9 Abs. 1 aZG falsch ausgelegt bzw. 
angewendet. Sie habe die Einfuhr weder durchgeführt noch veranlasst 
noch daran mitgewirkt, weshalb sie nicht als Auftraggeberin im Sinne 
der genannten Bestimmung anzusehen sei.

Die Rüge der unrichtigen Auslegung und Anwendung der Art.  9 und 13 
aZG durch die Vorinstanz ist unbegründet. Ausschlaggebend ist nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die Qualifikation als Auf-
traggeber  nicht  ein  zivilrechtliches  Rechtsverhältnis;  ausreichend  ist 
bereits eine generelle Abnahmebereitschaft für Waren, von denen an-
genommen werden muss, dass sie sich im Ausland befinden oder zur  
Lieferung  in  die  Schweiz  eingeführt  werden  müssen  (oben,  E.  3.2). 
Diese generelle Abnahmebereitschaft sowie das Wissen um die aus-
ländische  Herkunft  der  Ware  waren  bei  der  Beschwerdeführerin 
zweifellos  vorhanden  (vgl.  oben,  E. 6.1),  weshalb  sie  als  Auftrag-
geberin im Sinne von Art. 9 aZG und damit als Zollzahlungspflichtige 
im Sinne von Art. 13 aZG gilt. 

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Als Zollzahlungspflichtige haftet  die Beschwerdeführerin auch für die 
nachträgliche Erhebung der geschuldeten Abgabe, ohne dass es auf 
ihre  Kenntnisse  der  Verhältnisse  ankäme  (oben,  E. 3.3).  Der  an-
gefochtene Beschwerdeentscheid ist in diesem Punkt zu bestätigen.

6.3 Die Nachleistungspflicht  der  Beschwerdeführerin  lässt  sich  auch 
auf  Art. 12  Abs. 2 VStrR abstützen. Als  Zollzahlungspflichtige  ist  sie 
ohne  weiteres  nach  Art. 12  Abs. 2  VStrR  leistungspflichtig  (oben, 
E. 4.2). Anzumerken ist in diesem Zusammenhang, dass die Einfuhr-
deklaration  unrichtige  Angaben  enthielt,  womit  der  Tatbestand  einer 
Zollübertretung im Sinne von Art. 74 Ziff. 8 aZG in objektiver Hinsicht 
erfüllt  wurde (oben,  B und  E. 3.3). Als  Zollzahlungspflichtige  gilt  die 
Beschwerdeführerin  zudem  als  direkt  unrechtmässig  bevorteilt  im 
Sinne von Art. 12 Abs. 2 VStrR, weil sie die geschuldeten Abgaben in-
folge der  Widerhandlung nicht  entrichten musste  (oben,  E. 4.2). Der 
angefochtene Beschwerdeentscheid ist  auch in diesem Punkt zu be-
stätigen.

6.4 Für die Beschwerdeführerin als Auftraggeberin im Sinne von Art. 9 
aZG bewirkt Art. 12 Abs. 2 VStrR demnach einzig eine Verlängerung 
der  Verjährungsfrist  (oben,  E. 4.2).  Für  die  Verlängerung  der  Ver-
jährung  reicht  eine  Widerhandlung  gegen  die  Verwaltungsgesetzge-
bung des Bundes auch nur in objektiver Hinsicht aus (oben, E. 4.3).

Die  vorliegend  strittigen  Einfuhren  erfolgten  unter  unrichtigen  Anga-
ben; zudem wurde die Ware zollfrei eingeführt, ohne dass die Voraus-
setzungen für  den zollfreien Warenverkehr  vorgelegen hätten (oben, 
B). In  objektiver  Hinsicht  wurden  damit  die  Übertretungstatbestände 
von Art. 74 Ziff. 6 aZG und Art. 74 Ziff. 9 aZG erfüllt (vgl. dazu oben, 
E. 3.3).  Es  gilt  somit  die  Verjährungsfrist,  welche  für  die  Strafver-
folgung gelten würde, sofern die betreffende Widerhandlung gegen die 
Verwaltungsgesetzgebung  des  Bundes  auch  in  subjektiver  Hinsicht 
verwirklicht worden wäre (Art. 12 Abs. 4 VStrR; vgl. dazu BGE 107 Ib 
198 E. 7b/bb am Ende).

Der  Beginn  der  Verjährung  fällt  auf  den  Tag,  an  dem der  Täter  die 
strafbare Handlung ausführt (oben, E. 4.3). Da die Beschwerdeführerin 
als Auftraggeberin im Sinne von Art. 9 aZG der Zollmeldepflicht unter-
lag, fällt der Tag der Ausführung der deliktischen Handlungen auf den 
Tag, an welchem die jeweilige Einfuhr unter falschen Angaben bzw. zu 
Unrecht zollfrei erfolgte. Gemäss den Akten erfolgte eine erste Einfuhr 

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am 21. August 2001 und eine zweite am 20. März 2002; alle übrigen 
Containerchassis wurden nach diesem Datum eingeführt.

Nach den Akten bestand die erste, dem Fortgang des Verfahrens die-
nende und nach aussen in Erscheinung tretende Untersuchungshand-
lung,  welche  sich  gegen  die  Beschwerdeführerin  richtete,  aus  der 
Durchsuchung der Räumlichkeiten der Beschwerdeführerin am 1. De-
zember  2006  (oben,  C).  In  Anwendung  des  älteren  Vollstreckungs-
verjährungsrechts  als  das  für  die  Beschwerdeführerin  hier  mildere 
Recht ist somit mit der Vorinstanz (oben, D) davon auszugehen, dass 
diese  Durchsuchungshandlung  die  relative  Verjährungsfrist  von  fünf 
Jahren gemäss Art. 11 Abs. 2 VStrR für  die  Einfuhr  vom 21. August 
2001  nicht  mehr  zu  unterbrechen  vermochte.  Für  die  übrigen  Ein-
fuhren (ab 20. März 2002) gilt jedoch, dass – in Anwendung des älte-
ren Vollstreckungsverjährungsrechts – die relative Verjährungsfrist von 
fünf  Jahren  durch  die  besagte  Untersuchungshandlung  rechtzeitig 
unterbrochen worden ist  und sich die absolute Verjährungsfrist  dem-
nach auf siebeneinhalb Jahre belaufen würde. Angesichts dessen ist 
davon auszugehen, dass für die übrigen Einfuhren (ab 20. März 2002) 
die neue Verfolgungsverjährung von sieben Jahren das mildere Recht 
darstellt und damit Anwendung findet (vgl. dazu oben, E. 4.3).

Dazu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 
2007  Beschwerde  gegen  die  Nachbezugsverfügung  vom  20. No-
vember 2007 erhoben hat (oben, D). Unabhängig davon, ob allfällige 
weitere  Tatbeteiligte  gegen  Nachbezugsverfügungen  ebenfalls  Be-
schwerde erhoben haben,  gilt  somit,  dass für  die Einfuhren ab dem 
20. März 2002 die Verjährungsfrist von sieben Jahren zu diesem Zeit -
punkt  jedenfalls  noch nicht  abgelaufen war  und seither  ruht  (Art. 11 
Abs. 3  VStrR;  vgl.  dazu  oben,  E. 4.3  am  Ende).  Der  angefochtene 
Entscheid ist auch in diesem Punkt zu bestätigen.

6.5 Des  Weiteren  rügt  die  Beschwerdeführerin,  dass  die  Vorinstanz 
den  vereinbarten  Kaufpreis  der  Bemessung  der  Einfuhrsteuer  zu 
Grunde gelegt habe. Daraus ergebe sich die rechtsstaatlich unhaltbare 
Konsequenz, dass die Beschwerdeführerin auf einem Inlandkaufpreis 
Einfuhrabgaben zu entrichten habe und – da sie mit der Einfuhr nichts 
zu  tun  hatte  –  nicht  einmal  Gelegenheit  hätte,  die  für  eine  zoll-
begünstigende oder zollbefreite Abfertigung erforderlichen Unterlagen 
beizubringen.

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Die  Berechnungsgrundlagen  der  nachbezogenen  Abgaben  ergeben 
sich aus dem Beiblatt zur Verfügung der EZV vom 20. November 2007. 
Gestützt  auf  Art. 52  Abs. 1  VwVG hätte  die  Beschwerdeführerin  im 
vorliegenden  Beschwerdeverfahren  in  tatsächlicher  Hinsicht  darzu-
legen gehabt, inwiefern diese Werte ihrer Ansicht nach unrichtig fest -
gelegt worden seien (vgl. dazu oben, E. 1.3). Dass die Vorinstanz der 
nachgeforderten Einfuhrsteuer den Inlandkaufpreis zu Grunde gelegt 
hat, kann sowohl bedeuten, dass sie zur Bemessung der Einfuhrsteuer 
auf das Entgelt (im Sinne von Art. 76 Abs. 1 Bst. a aMWSTG) oder auf 
den Marktwert der eingeführten Ware (Art. 76 Abs. 1 Bst. b aMWSTG) 
abgestellt hat. 

Da bei der Beschwerdeführerin nach unstrittigem Sachverhalt lediglich 
eine generelle  Bereitschaft  zur  Abnahme der  eingeführten Ware be-
stand (vgl. oben, E. 6.1), was für eine Qualifikation als Auftraggeberin 
im  Sinne  von  Art. 9  aZG  ausreicht  (vgl.  oben,  E. 6.2),  könnte  sich 
allenfalls  die  Frage  stellen,  ob  die  Ware  in  Erfüllung  eines  Ver-
äusserungsgeschäfts  im  Sinne  von  Art. 76  Abs. 1  Bst. a  aMWSTG 
eingeführt worden ist. Falls dies verneint werden muss, könnte in der 
Tat  für  die  Berechnung  der  Einfuhrsteuer  nicht  auf  das  Entgelt  ab-
gestellt werden.

Diese Frage kann jedoch offen bleiben. Falls sie zu verneinen wäre, so 
hätte die Vorinstanz für die Berechnung der Steuer auf den Marktwert  
der  Ware  abstellen  müssen.  Dass  das  Entgelt,  welches  die  Be-
schwerdeführerin  für  die Ware bezahlt  hat,  nicht  dem Marktwert  der 
Ware entspricht,  hat die Beschwerdeführerin jedoch weder dargelegt 
noch ist dies ersichtlich. Der angefochtene Entscheid ist somit auch in 
diesem Punkt zu bestätigen.

6.6 Nicht erstellt hat die Beschwerdeführerin in tatsächlicher Hinsicht 
(vgl. dazu die Anforderungen oben, E. 1.3),  dass  andere Käufer von 
falsch deklarierter Ware die Y._______ GmbH in vergleichbarer Weise 
wie die Beschwerdeführerin veranlassten, Waren über die Grenze zu 
transportieren.  Entsprechend  braucht  auf  eine  allfällige  Gleichbe-
handlung im Unrecht (vgl. dazu statt vieler BGE 135 IV 191 E. 3.3) von 
vornherein nicht weiter eingegangen zu werden.

6.7 Damit erweist sich die erhobene Beschwerde in allen Punkten als 
unbegründet  und  ist  abzuweisen,  soweit  darauf  eingetreten  werden 
kann (vgl. dazu oben, E. 1.2). Der angefochtene Beschwerdeentscheid 
der OZD vom 8. Oktober 2009 wird bestätigt.

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7.
Die  Verfahrenskosten  werden auf  Fr. 5'000.--  angesetzt  und  der  Be-
schwerdeführerin auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie werden mit dem 
von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Eine 
Parteientschädigung  ist  der  Beschwerdeführerin  nicht  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 5'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt  und  mit  dem von  ihr  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Beusch Nadine Mayhall

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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