# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** feeee613-51a6-58bc-b1d3-2a139d5fbd0b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2021 D-2839/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2839-2021_2021-11-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2839/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry, Richter Gérard Scherrer,    

Gerichtsschreiberin Angela Hefti. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihr Sohn 

B._______, geboren am (…), 

beide Kongo (Kinshasa),  

beide vertreten durch MLaw Barbara Stangherlin,  

Rechtsschutz für Asylsuchende - Bundesasylzentrum Region 

Bern,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Mai 2021 / N (…). 

 

 

 

D-2839/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden – kongolesische Staatsangehörige mit letztem 

Wohnsitz in Kinshasa – verliessen den Kongo eigenen Angaben zufolge 

am 26. Februar 2020. Sie gelangten auf dem Luftweg über Brazzaville 

nach Paris und am 28. Februar 2020 illegal in die Schweiz, wo sie glei-

chentags ein Asylgesuch stellten. Am 4. März 2020 wurden ihre Persona-

lien aufgenommen. Am 17. April 2020 wurde A._______ (die Beschwerde-

führerin) eingehend befragt. Am 26. April 2021 wurde sie im Rahmen der 

ergänzenden Anhörung (EA) befragt. 

Zur Begründung ihres Gesuches machten die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen geltend, die Beschwerdeführerin sei zwei Mal Opfer einer 

Zwangsheirat geworden. Ihrer ersten Zwangsheirat (2009-2019) – der 

auch ihr Sohn B._______ (der Beschwerdeführer) entstamme – sei sie 

durch den Tod ihres Ehemannes im Jahr 2019 entronnen. Weil sie nicht 

offiziell verheiratet gewesen sei, sei sie in der Folge mit ihrem Sohn zu ihrer 

Familie zurückgekehrt. Am (…) 2020 sei sie von ihrem Vater und ihrer Tante 

(ihre Mutter habe sich am diesbezüglichen Gespräch nicht beteiligt) mit ih-

rem Cousin, einem Geheimdienstmitarbeiter, erneut zwangsverheiratet 

worden. Ihr Cousin habe sie danach in seiner Wohnung eingesperrt, wo er 

sie mehrfach misshandelt und vergewaltigt habe, teilweise in Anwesenheit 

des Beschwerdeführers. Als der Beschwerdeführer nach ungefähr einer 

Woche krank geworden sei, habe ihr Cousin ihnen erlaubt, die Apotheke 

der Mutter der Beschwerdeführerin aufzusuchen. Diese habe ihnen Medi-

kamente verschrieben und sie während eines Monats bei ihrer Freundin 

versteckt. Ihre anschliessende Ausreise sei durch die Mutter finanziert wor-

den.  

Die Beschwerdeführerin sei mit Herrn C._______ unter falschem Namen 

als dessen Ehefrau «D._______» und der Beschwerdeführer als deren 

Sohn «E._______» ausgereist. Dabei hätten sie kongolesische Pässe mit 

einem französischen Aufenthaltsstatus verwendet. Sie hätten ausser zur in 

der Schweiz weilenden Schwester der Beschwerdeführerin (F._______) 

keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Ihre Mutter sei am (…) 2020 verstor-

ben. 

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten sie unter anderem die Wählerkarte 

der Beschwerdeführerin, die Geburtsurkunden der Beschwerdeführenden, 

diverse medizinische Unterlagen aus der Schweiz, einen Bericht der uni-

versitären psychiatrischen Dienste Bern vom 24. Juli 2020, Arztberichte 

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vom 23. und 29. März 2021 sowie (auf Beschwerdeebene) die 

Bestattungserlaubnis und eine Todesurkunde der Mutter (in Kopie) zu den 

Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 18. Mai 2021 – gleichentags eröffnet – lehnte das SEM 

das Asylgesuch der Beschwerdeführenden im Rahmen des erweiterten 

Verfahrens ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 17. Juni 2021 erhoben die Beschwerdeführenden gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und bean-

tragten die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft und die Asylgewährung, eventualiter die Anordnung 

einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz sowie subeventualiter die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. In prozessualer Hinsicht wurde 

um vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege sowie Verzicht auf Kosten-

vorschuss ersucht.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2021 stellte die zuständige Instrukti-

onsrichterin fest, die Beschwerdeführenden dürften den Ausgang des Ver-

fahrens in der Schweiz abwarten und hiess die Gesuche um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Befreiung von der Kostenvor-

schusspflicht gut. Die rubrizierte Rechtsvertreterin wurde als amtliche 

Rechtsbeiständin eingesetzt. 

E.  

In seiner Vernehmlassung vom 6. Juli 2021 hielt das SEM vollumfänglich 

an seinen Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. 

F.  

Mit Replik vom 13. August 2021 nahmen die Beschwerdeführenden zur 

Vernehmlassung Stellung. 

G.  

Mit Eingabe vom 27. August 2021 reichten sie einen Schulbericht des Be-

schwerdeführers zu den Akten. 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

3.  

Im Sinne eines Eventualantrages begehren die Beschwerdeführenden die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Dieser Antrag wurde in der 

Folge kaum begründet. Dass die Beschwerdeführenden die Begründung 

des SEM zur Zumutbarkeit der Wegweisung nicht für überzeugend erach-

ten ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern des materiellen 

Rechts. Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, dass vorliegend die diag-

nostizierte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) der Beschwerde-

führerin Auswirkungen auf die Beantwortung der sich stellenden materiell-

rechtlichen Fragen bezüglich der Flüchtlingseigenschaft und der Durch-

führbarkeit des Wegweisungsvollzugs hatten; die Beschwerdeführerin 

stellte Rückfragen und war grundsätzlich in der Lage die Fragen, teilweise 

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auch vertieft, zu beantworten. Es ist nicht ersichtlich inwiefern der Sach-

verhalt ungenügend abgeklärt wäre. Der Antrag auf Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz wird demnach abgewiesen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM hielt zur Begründung seiner Verfügung fest, bezüglich der 

ersten Zwangsheirat bestehe keine begründete Furcht vor zukünftiger Ver-

folgung und diese sei mangels Aktualität nicht flüchtlingsrechtlich relevant. 

Auch wenn Zweifel bezüglich der entsprechenden Vorbringen bestünden, 

könne die Frage der Glaubhaftigkeit in diesem Zusammenhang offen blei-

ben. Die letztlich fluchtauslösenden Ereignisse bezüglich der zweiten 

Zwangsheirat qualifizierte das SEM als unglaubhaft. 

Zunächst seien ihre Aussagen zu ihrem Beziehungsnetz und ihren Lebens-

umständen ausweichend ausgefallen. Bei der Anhörung habe sie gesagt, 

keinen Kontakt mit ihrer Familie aufnehmen zu wollen und auch kein Tele-

fon mitgenommen zu haben. In der EA habe sie angegeben, ausser zur 

Mutter, die verstorben sei, keinen Kontakt zur Familie zu haben. Weiter 

habe sie Unstimmigkeiten zu den Fluchtgründen ihrer Schwester 

F._______ nicht nachvollziehbar aus dem Weg geräumt. Einerseits habe 

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sie angegeben, ihre Schwester sei ebenfalls wegen einer Zwangsheirat 

aus dem Kongo geflüchtet und habe den Kontakt zur Familie abgebrochen. 

Hingegen habe ihre Schwester ausgesagt, eine gute Beziehung zur Fami-

lie zu haben. Zudem habe ihre Schwester andere Verfolgungsgründe gel-

tend gemacht. Das traditionelle Bild ihrer Familie stimme nicht mit ihrer 

Verfolgungsgeschichte überein, da ihre Schwester selbständig gewesen 

sei, mitunter Handel betrieben und Pädagogik studiert habe. Diesbezüglich 

seien die Aussagen der Beschwerdeführerin bei der Anhörung, sie habe 

gerne Pädagogik studieren wollen, dies sei ihr aber verwehrt worden, nicht 

mit den Aussagen bei der EA vereinbar, sie sei gezwungen worden, Päda-

gogik zu studieren. Auch habe die Beschwerdeführerin nicht nachvollzieh-

bar ausgeführt, weshalb ihre Schwester einen modernen und unabhängi-

gen Weg genommen habe, bei ihr aber traditionelle Werte im Vordergrund 

gestanden hätten. Auch die Hergänge zur Partnerschaft ihrer Schwester 

habe sie nicht schlüssig dargelegt, weshalb sich der Eindruck erhärte, sie 

versuche dem SEM die Umstände ihres sozialen Beziehungsnetzes vorzu-

enthalten. 

Hinsichtlich ihrer Aussagen zur zweiten Zwangsheirat mit ihrem Cousin 

mangle es am nötigen Detailgrad. Sie habe gesagt, es sei beabsichtigt ge-

wesen, das Geld in der Familie zu behalten, ohne hierzu nähere Informati-

onen zum besagten Brauch, zum Geldbetrag und zur Trennung seiner 

früheren Ehefrau zu geben. Zu den beim Gespräch betreffend ihre zweite 

Zwangsheirat anwesenden Personen habe sie bei der Anhörung angege-

ben, ihr Vater, ihre Tante und ihr Cousin hätten teilgenommen. Bei der EA 

habe sie ausgesagt, ihr Vater, ihre Tante und «Leute» seien da gewesen. 

Erst auf Nachfrage habe sie ihre Mutter erwähnt. Dass ihre Mutter als Frau 

am Gespräch nicht habe teilnehmen dürfen, stehe im Widerspruch zur An-

wesenheit ihrer Tante. Da das Gespräch einschneidend gewesen sei, hätte 

sie dieses konzis und übereinstimmend schildern müssen. Auffallend sei, 

dass sie diesbezüglich keine Interaktionen zwischen ihr und ihrer Mutter 

habe schildern können. 

Zu ihrem Aufenthalt bei ihrem Cousin habe sie keine näheren Einzelheiten 

oder Realkennzeichen genannt. Fragen dazu, wie sie bedroht worden sei, 

habe sie in knappen Sätzen pauschal beantwortet, ohne konkrete Drohun-

gen zu nennen. Sie habe zu wenig ausführlich über die Zeit in Gefangen-

schaft berichtet, sondern habe vage wiederholt, dass er sie immer wieder 

vergewaltigt und eingesperrt habe. Ihre Aussagen zu ihren Tätigkeiten bei 

Abwesenheit ihres Cousins oder als dieser ferngesehen habe, seien real-

kennzeichenarm gewesen. Sie habe lediglich ausgeführt, mit ihrem Kind 

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im Zimmer nebenan gewesen zu sein. Zudem habe sie den unerwarteten 

Sinneswandel des Cousins nicht nachvollziehbar begründen können. Ei-

nerseits habe sie angegeben, er sei ein gewissenloser und gewaltsamer 

Mensch. Demnach erstaune es, weshalb er sie nach einer Woche in die 

Apotheke ihrer Mutter habe gehen lassen. Ihr Erklärungsversuch, er habe 

keine Zeit gehabt sie zu begleiten, beziehungsweise er habe gewusst, dass 

sie nicht weggehen würde, sei nicht überzeugend, insbesondere, weil er 

sie vorher eingesperrt habe. 

Auch den Aufenthalt bei einer Freundin ihrer Mutter habe sie nicht erleb-

nisbasiert schildern können. Sie habe lediglich ausgesagt, die Medika-

mente eingenommen zu haben. Es sei ihren Aussagen auch keine persön-

liche Betroffenheit zu entnehmen. Ihre Antwort, ob bei dieser Freundin et-

was passiert sei, wirke ausweichend, indem sie zuerst gesagt habe, es sei 

nichts passiert und sodann, sie könne sich nicht daran erinnern. Gerade 

weil ihr Cousin beim Geheimdienst gearbeitet habe, sei zu erwarten gewe-

sen, dass er seinen Machtspielraum auf sie und ihre Familie ausgeweitet 

hätte, was aber offenbar nicht der Fall gewesen sei. 

Bezüglich ihrer Ausreise sei auffallend, dass sie die Handlungsabfolge sehr 

wohl mit dem nötigen Detailgrad habe schildern können. Damit zeichne 

sich ein Strukturbruch ab. Im Übrigen habe ihre Schwester über ihre Aus-

reise dieselben Angaben gemacht. Sie sei über denselben Weg, mit dem-

selben Mann und ebenfalls mit dem Pass dessen Frau ausgereist. Damit 

konfrontiert, habe die Beschwerdeführerin zuerst erwidert, sie glaube dies 

nicht. Danach habe sie gesagt, viele Leute würden über denselben Weg 

ausreisen.  

5.2 In ihrer Rechtsmitteleingabe hielten die Beschwerdeführenden im 

Wesentlichen an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwer-

deführerin fest. Weil das Asylgesuch ihrer Schwester als unglaubhaft 

abgewiesen worden sei, könnten ihr Widersprüche zu den Vorbringen ihrer 

Schwester nicht angelastet werden. Zudem liessen sich ihre Angaben zur 

Familie sehr wohl mit denen ihrer Schwester vereinbaren. Zum Kontakt zu 

ihrer Familie nach ihrer ersten Zwangsheirat führte sie aus, die Vorinstanz 

habe sie dazu nicht näher befragt. Sie ergänzte, sie habe diesen während 

ihrer ersten Ehe nicht gesucht, da ihre Familie für ihre Zwangsehe 

verantwortlich gewesen sei. Deswegen sei auch nachvollziehbar, dass sie 

die Asylgründe ihrer Schwester kaum kannte. Mit ihrer Aussage habe sie 

dargelegt, dass ihre Schwester ebenfalls Opfer einer Zwangsehe 

geworden sei. Ihre Schwester sei nicht im Detail zu ihrer Familie befragt 

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worden und habe deshalb auch nichts von ihrer Zwangsheirat erzählt. Die 

Angabe der Schwester, sie verstehe sich mit allen gut, stütze sich auf eine 

Äusserung während der summarischen Befragung zur Person. Im Lichte 

ihrer psychischen Verfassung und des ärztlichen Berichts sei die Aussage 

der Beschwerdeführerin, sie wünsche keinen Kontakt mit ihrer Familie, zu 

würdigen. Auch ihre Aussage bezüglich des Pädagogik-Studiums sei nicht 

widersprüchlich. Es sei gut möglich, dass für Eltern eine einzige 

Studienrichtung in Frage komme, und auch vom Kind gewünscht werde, 

diese abzuschliessen.  

Zur zweiten Zwangsehe führte sie aus, die Beschwerdeführerin habe das 

Gespräch mit der Familie in der EA nur präzisiert. Die Schilderung bei der 

Anhörung, ihr Vater habe sie gerufen, sei insofern zu verstehen, als dass 

die Mutter das Sprachrohr des Vaters gewesen sei, weshalb sie sich 

hinsichtlich der Anwesenheit ihrer Mutter nicht widersprochen habe. Ihre 

Tante sei Witwe, weshalb die Ungleichbehandlung mit ihrer Mutter 

erklärbar sei. Zudem habe sie aufgrund von Kopfschmerzen 

Schmerztabletten eingenommen. Die Qualität ihrer Vorbringen müsse im 

Lichte des ärztlichen Berichts und den darin diagnostizierten kognitiven 

Problemen betrachtet werden. Es sei von einer geschlechtsspezifischen 

Verfolgung auszugehen. 

Bezüglich ihres Aufenthaltes im Haus des Cousins sei zu bedenken, dass 

es sich um zentral traumatisierende Ereignisse gehandelt habe. Zum 

Zeitpunkt der Anhörung habe sie noch keine psychologische Betreuung 

gehabt, womit sich ein Stilbruch erklären lasse. Die Aussagequalität in 

Bezug auf die traumatischen Erlebnisse habe sich denn auch im Rahmen 

der EA bereits deutlich gesteigert. Sie habe das Gespräch zwischen ihr, 

dem Vater und dem Cousin detailliert wiedergegeben. Die bildhaften 

Beschreibungen ihrer Vergewaltigungen seien substantiiert und 

lebensnah. Auch habe sie von den nachfolgenden gesundheitlichen 

Beschwerden und der Sorge um ihren Sohn substantiiert erzählt. Es 

erschliesse sich ihr nicht, weshalb sie den Preis, den ihr Cousin für sie 

bezahlt habe, hätte kennen sollen, sei sie doch nicht an dieser Verhandlung 

beteiligt gewesen. Schliesslich erscheine das Verhalten des Cousins nach-

vollziehbar, weil er kein Interesse hätte, ein krankes Kind zu Hause zu 

haben und die Hilfe der Mutter nicht habe voraussehen können. In diesem 

Zusammenhang stellte die Beschwerdeführerin in Aussicht, Beweismittel 

zum Tod ihrer Mutter nachzureichen. 

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Als aktenwidrig erweise sich der Vorhalt, sie und ihre Schwester hätten 

denselben Reiseweg angegeben. Ihre Schwester sei über Äthiopien nach 

Paris gelangt, wobei sie direkt von Brazzaville nach Paris geflogen sei. Die 

Schwester sei mit einem diplomatischen Pass gereist, wogegen die 

Beschwerdeführerin einen normalen Pass mit einem französischen 

Aufenthaltsstatus verwendet habe. Schliesslich sei die Schwester als 

«G._______», die Tochter des Diplomaten, ausgereist. Hingegen seien die 

Beschwerdeführenden als «D._______» und «E._______», als Frau und 

Sohn des Herrn C._______, ausgereist. Bloss weil zufälligerweise gewisse 

Ähnlichkeiten bestünden, sei in keinem Fall von einer gleichen Schilderung 

der Ausreise auszugehen. Somit seien ihre Aussagen insgesamt glaubhaft 

und auch flüchtlingsrechtlich relevant.  

5.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM fest, dass sich eine Gegen-

überstellung ihrer Aussagen mit den Angaben ihrer Schwester F._______ 

aufdränge, weil deren Aussagen zum Beziehungsnetz, zur Ausbildung und 

beruflichen Tätigkeit nicht als unglaubhaft qualifiziert worden seien. Weiter 

seien die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu ihrer Schwester als 

nachgeschoben zu qualifizieren. Denn die Beschwerdeführerin sei spätes-

tens nach der Anhörung mit ihrer Schwester in Kontakt getreten. Es sei 

deshalb nicht nachvollziehbar, weshalb sie in der EA nicht über die Um-

stände der Partnerschaften ihrer Schwester konzise und detailliert ausge-

sagt habe. 

Die Erklärungsversuche hinsichtlich der Ausreise würden nicht überzeu-

gen, weil die Beschwerdeführerin mithilfe derselben Person wie ihre 

Schwester ausgereist sei. Kleine Namensunterschiede, wie «H._______» 

anstatt «I._______» sowie die neu vorgebrachten Elemente wie beispiels-

weise, dass sie direkt nach Paris geflogen sei, während ihre Schwester 

einen Zwischenstopp gemacht habe, und die Angaben zur Verwendung ei-

nes normalen, beziehungsweise eines Diplomatenpasses, würden diese 

Parallelen nicht aus dem Weg räumen. 

Weiter sei die verspätete Einreichung der Beweismittel zum Tod ihrer Mut-

ter auf Beschwerdeebene auffallend, zumal die Beschwerdeführerin an-

lässlich der Anhörung aufgefordert worden sei, diesbezügliche Belege ein-

zureichen. Im Asylentscheid werde weiter auf Unklarheiten zwischen dem 

Arztbericht und den Aussagen zum Tod ihrer Mutter hingewiesen. Letzt-

endlich würden die Kopien einer Todesurkunde und Bestattungserlaubnis 

für die Mutter die diversen Unstimmigkeiten bezüglich ihres Beziehungs-

netzes und der Asylgründe nicht auflösen. Es handle sich vorliegend um 

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Kopien, denen eine geringe Aussagekraft zukommen würde. Zudem habe 

die Beschwerdeführerin bei der Anhörung angegeben, ihre Mutter sei am 

(…) 2020 verstorben, während auf der Kopie des Todesscheins der (…) 

2020 als Todesdatum vermerkt sei. 

5.4 In der Replik hielten die Beschwerdeführenden fest, ihre Schwester 

F._______ habe nur in einem einzigen Satz im Rahmen der Befragung zur 

Person festgehalten, sie verstehe sich gut mit ihrer Familie. In der Anhö-

rung seien bloss ihre Asylgründe thematisiert worden. Jegliche Fragen 

über das familiäre Umfeld seien ausgeblieben. Es erschliesse sich ihr nicht, 

wie die Vorinstanz zum Schluss komme, dass die dargelegten familiären 

Umstände der Schwester glaubhaft seien. Die Aktenlage sei diesbezüglich 

offensichtlich ungenügend. 

Der Vorwurf, sie habe sich mit ihrer Schwester abgesprochen, verkenne 

die fragile Lage der Schwestern und sei zurückzuweisen. F._______ habe 

grosse Schwierigkeiten und Schamgefühle gehabt über ihre Erlebnisse zu 

berichten. Erst nach der EA habe sich ihre Schwester ihr teilweise anver-

traut, wobei die Beschwerdeführerin aber bis heute die Einzelheiten der 

Asylgründe ihrer Schwester nicht kenne. Es sei darauf hinzuweisen, dass 

ihre Schwester während ihrem Asylverfahren in psychiatrischer Behand-

lung gewesen und bei ihr eine schwere Depression sowie eine PTBS diag-

nostiziert worden sei.  

Die Aussagen der Beschwerdeführerin und ihrer Schwester zur Ausreise 

seien nicht deckungsgleich. Ihre Angaben zum Direktflug von Brazzaville 

nach Paris seien nicht nachgeschoben, da sie in der Anhörung angegeben 

habe, von Brazzaville um 23 Uhr abgeflogen und zirka um 6 Uhr in Paris 

angekommen zu sein. Eine solch kurze Reisedauer sei nur mit einem Di-

rektflug möglich. 

Schliesslich seien die Diskrepanzen zu ihren Aussagen im Arztbericht, bei-

spielsweise in Bezug auf das Todesdatum der Mutter, auf Flüchtigkeitsfeh-

ler der Ärztin zurückzuführen. Im Übrigen sei der vom SEM vorgebrachte 

Widerspruch betreffend den Todeszeitpunkt aktenwidrig. Das konkrete To-

desdatum der Mutter sei der (…) 2020 wie die Beschwerdeführerin selbst 

im Rahmen der Rückübersetzung habe korrigieren lassen. Es sei darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner speziellen Be-

dürfnisse eine Spezialschule besuche. 

 

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Seite 11 

6.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch der Beschwerdeführenden 

mit zutreffender Begründung abgelehnt hat. Die zentralen Verfolgungsvor-

bringen der Beschwerdeführerin, insbesondere zur zweiten Zwangsehe, 

genügen den Anforderungen an die Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 

AsylG nicht. Die erste geltend gemachte Zwangsheirat wurde durch den 

Tod ihres Ehemannes aufgelöst und war auch nicht mehr zeitlich und sach-

lich kausal für ihre Ausreise im Jahr 2020, weshalb deren Glaubhaftigkeit 

offenbleiben kann. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene führen zu kei-

ner anderen Betrachtungsweise. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann vorab auf die überzeugenden und ausführlichen Erwägungen der  

Vorinstanz verwiesen werden.  

6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin 

zu ihrer Familie in einem Spannungsverhältnis zwischen patriarchaler Le-

bensweise und moderner Lebenshaltung stehen. Einerseits sei die Rolle 

der Frauen in ihrer Familie sehr fortschrittlich gewesen. Die Mutter habe 

als Apothekerin gearbeitet und sie – wie auch ihre Schwester – hätten zu-

mindest zeitweise Pädagogik studiert (die Angaben der Beschwerdeführe-

rin zu ihrem Werdegang sind widersprüchlich; vgl. A23 F14, F16 und A44 

F59). Andererseits sei sie Opfer zweier Zwangsehen geworden, wobei ihr 

Vater – ein im Bildungsbereich tätiger Beamter – zusammen mit ihrer Tante 

den Entscheid betreffend die zweite Zwangsehe gefällt hätte, die Mutter 

sich aber nicht habe einmischen können (vgl. A44 F57 und F74). Diese 

widersprüchlichen Angaben zur traditionellen beziehungsweise modernen 

Familie lassen sich nicht miteinander vereinbaren, womit ihre Asylvorbrin-

gen mit erheblichen Zweifeln behaftet sind.  

6.2 Zudem ist nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Mutter im Zusammenhang mit dem Gespräch vom (…) 2020 betreffend die 

zweite Zwangsehe in der Anhörung nicht erwähnt hatte. Gerade weil ihre 

Mutter ihre Vertrauensperson gewesen sein soll, wäre zu erwarten gewe-

sen, dass sie über deren Rolle bei diesem einschneidenden Gespräch sub-

stantiiert und präzise berichtet hätte. Dass sie die Anwesenheit ihrer Mutter 

erst bei der EA erwähnte (vgl. A44 F20), stellt angesichts deren wichtigen 

Funktion als Fluchthelferin eine zentrale Unstimmigkeit zu ihren Angaben 

bei der Anhörung dar, der Vater, die Tante und der Cousin seien zugegen 

gewesen (vgl. A23 F76). Jedenfalls ist es angesichts der Wichtigkeit der 

Mutter nicht nachvollziehbar, dass diese nicht zumindest am Gespräch teil-

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Seite 12 

genommen und in irgendeiner Weise versucht hatte, die zweite Zwangs-

heirat zu verhindern. Widersprüchlich ist auch, dass ihre Mutter praktisch 

an der Organisation der Zwangsheirat beteiligt war, indem sie die Sachen 

der Beschwerdeführenden ins Auto gebracht (vgl. A44 F23 und F25) und 

zumindest zunächst die Zwangsehe unterstützt hatte («meine Eltern waren 

auch dafür, dass ich aus diesem Haus rausmusste»; vgl. A44 F23). Der 

Erklärungsversuch der Beschwerdeführerin, die Tante, weil sie verwitwet 

gewesen sei – nicht aber die Mutter –, habe am Gespräch betreffend die 

zweite Zwangsehe teilgenommen, erscheint unbehelflich. Angesichts der 

modernen Rolle der weiblichen Mitglieder ihrer Familie erscheinen die Vor-

bringen betreffend die Organisation der zweiten Zwangsheirat ebenso un-

begründet, was auf die Konstruktion der entsprechenden Vorbringen hin-

weist.  

6.3 Die Beschwerdeführerin hat vorliegend ausgesprochen stereotype 

Aussagen zur Zwangsheirat gemacht. Ihre inneren Vorgänge sind haupt-

sächlich im Zusammenhang mit den psychischen Problemen ihres Sohnes 

und ihrer allgemeinen Unzufriedenheit mit ihrem Leben ersichtlich 

(vgl. A23 F76 und F88), die sich aber nicht direkt auf ihre Asylgründe be-

ziehen. Ansonsten finden sich kaum Realkennzeichen in ihren Erzählun-

gen und ihre Angaben blieben oberflächlich («[ich habe] viel Zeit mit mei-

nem Sohn verbracht»; vgl. A44 F32). Auch zu den Vergewaltigungen, die 

sie zwar von sich aus erwähnte, und den diesbezüglichen Umständen er-

zählte sie allzu stereotyp («er hat mich einfach nur geholt und vergewaltigt 

und mich geschlagen, wenn ich nein gesagt habe» und «wenn er nach 

Hause kam, hat er seine Sachen gemacht und erledigt und in der Zeit, in 

der er mich haben wollte, hat er mich gepackt und vergewaltigt» vgl. A44 

F26 und F33). Weitere Nebensächlichkeiten oder Realkennzeichen lassen 

sich ihren Erzählungen nicht entnehmen. Entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz kann zwar nicht erwartet werden, dass ein Opfer einer Zwangs-

heirat den Preis dieses Geschäfts kennt, doch ihre zusätzlichen Ausfüh-

rungen dazu blieben pauschal und substanzlos (Verbannung aus dem El-

ternhaus, Entführung, Vergewaltigung und anschliessende Flucht). Diese 

Erzählungen erwecken nicht den Eindruck, dass sie die geltend gemachten 

Ereignisse selbst erlebt hätte. Vielmehr erschöpfen sie sich in auffallend 

chronologischen Erzählungen allgemeiner Handlungsabläufe. Ebensowe-

nig passt es in das Bild, das sie von dieser Zwangsehe zeichnete, dass ihr 

Cousin, ein angeblich «bösartige[r] Mensch[ ]» (vgl. A23 F119) mit «zor-

nige[m] Gesicht» (vgl. A44 F26), ihr erlaubte – und sie gar aufforderte – zur 

Beschaffung von Medikamenten für ihren Sohn zur Apotheke ihrer Mutter 

zu gehen (vgl. A23 F76). Es wäre auch zu erwarten gewesen, dass sie den 

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Seite 13 

doch einmonatigen Aufenthalt bei einer Freundin ihrer Mutter bis ins Detail 

hätte beschreiben können, zumal sie sich zu diesem Zeitpunkt vor weiteren 

Konsequenzen seitens des Cousins hätte fürchten müssen. Einzig die Ein-

nahme von Medikamenten vermochte sie in diesem Zusammenhang sub-

stantiiert zu beschreiben (vgl. A23 F97-F99).  

6.4 Auch die auffallenden Ähnlichkeiten ihres Reisewegs zu den diesbe-

züglichen Angaben ihrer Schwester lassen ihre Fluchtgeschichte zweifel-

haft erscheinen. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführte, kann 

die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zwar nicht an den als unglaubhaft ta-

xierten Vorbringen ihrer Schwester gemessen werden. Auch nicht massge-

bend für das Gericht ist, ob die Beschwerdeführerin über die Asylgründe 

und Ausreisemodalitäten der Schwester Bescheid wusste. Allerdings wur-

den die Angaben ihrer Schwester zur Ausreise von der Vorinstanz nicht 

explizit als unglaubhaft qualifiziert, weshalb diese Analogien kaum dem Zu-

fall zugeschrieben werden können. Es ist zunächst auffallend, dass der 

Name des Diplomaten mit dem ihre Schwester ausgereist ist, deckungs-

gleich mit einem Teilnamen des Vaters des Beschwerdeführers 

(«H._______»; vgl. A23 F26) ist und fast mit demjenigen der Begleitperson 

der Beschwerdeführenden («C._______») übereinstimmt (vgl. A23 F59). 

Ebenso sind die beiden Schwestern als «D._______», respektive 

«G._______», ausgereist – wiederum verwechselbar ähnliche Namen. Ob-

wohl diese Ähnlichkeiten alleine – die Angaben der Schwestern zum Rei-

seweg sind tatsächlich unterschiedlich ausgefallen – ihre Asylgründe nicht 

in Zweifel zu ziehen vermögen, sind sie doch im Lichte der bereits festge-

stellten Unstimmigkeiten zu betrachten.  

6.5 Gewichtige Zweifel ergeben sich ebenfalls hinsichtlich ihres tatsächli-

chen Beziehungsnetzes. Es ist der Beschwerdeführerin zwar zuzustim-

men, dass sie den Todeszeitpunkt ihrer Mutter mit dem (…) 2021 überein-

stimmend angegeben hatte und sie diesen anlässlich der EA sogar im Pro-

tokoll korrigieren liess. Den Kopien der Bestattungserlaubnis und der To-

desurkunde der Mutter kommt allerdings ein geringer Beweiswert zu, da 

Kopien beliebige Änderungen zulassen. Das Gericht stützt sich auch nicht 

grundsätzlich auf die Schilderung der Geschehnisse im Arztbericht vom 

29. März 2021, worin der Todeszeitpunkt der Mutter auf «Anfang 2020» 

gelegt wird. Angesichts dieser Ungenauigkeiten ist aber ihre Aussage 

umso erstaunlicher, sie habe nach ihrer Ausreise keinen Kontakt zu ihrer 

Mutter pflegen wollen («ich möchte zuerst hier ankommen» vgl. A23 F107). 

Weil ihre Mutter aufgrund einer Krankheit verstorben ist, wäre eine Kon-

taktaufnahme vor deren Tod möglich und auch zu erwarten gewesen. Auch 

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Seite 14 

hat die Vorinstanz berechtigte Zweifel zum späten Beibringen der diesbe-

züglichen Beweismittel. Die Beschwerdeführerin hat nämlich nicht darge-

legt, weshalb sie diese, mehr als ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter, erst 

auf Beschwerdeebene einreichen konnte. Somit bleibt zumindest zweifel-

haft, wann die Mutter der Beschwerdeführerin gestorben ist. Auch weil die 

Angaben zu ihrer zweiten Zwangsheirat nicht glaubhaft sind, ist davon aus-

zugehen, dass sie weiterhin in Kontakt mit nahen Verwandten steht. Wie 

die Vorinstanz zutreffend ausführte, wirken ihre Aussagen zum letzten Kon-

takt mit Verwandten, es sei «wirklich schon lange her» und sie habe kein 

Telefon mitgenommen, ausweichend (vgl. A23 F45). Gleichzeitig ist er-

staunlich, dass sie nicht gewusst haben soll, wo in Europa sich ihre in der 

Schweiz lebende Schwester befand (vgl. A23 F51). Ein zusätzliches 

(wenngleich nicht auschlaggebendes) Indiz für ein intaktes Familienver-

hältnis stellt die kurze diesbezügliche Aussage ihrer Schwester dar. Dass 

die Beschwerdeführerin zu Protokoll gegeben hatte, keinen Kontakt zu ih-

ren Geschwistern suchen zu wollen, bis ihr Aufenthaltsstatus in der 

Schweiz geklärt sei, deutet nicht auf eine subjektive Furcht, sondern viel-

mehr auf die Verschleierung ihres Beziehungsnetzes hin (vgl. A23 F40-

F47). Es muss somit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerde-

führerin auf ein bestehendes soziales und tragfähiges Beziehungsnetz im 

Kongo zurückgreifen kann. 

6.6 Nach dem Gesagten ist zwar nicht vollständig auszuschliessen, dass 

die Beschwerdeführerin im Kongo – lange bevor sie ausgereist ist – eine 

schwierige Beziehung oder sogar eine arrangierte, mitunter unglückliche 

Ehe geführt hat. Allzu zahlreiche Unstimmigkeiten und Widersprüche in ih-

ren Schilderungen deuten aber darauf hin, dass diese Probleme weit we-

niger intensiv waren, als geltend gemacht wurde. Vielmehr erscheint vor-

liegend, dass die Beschwerdeführerin diese zwecks Flüchtlingsrelevanz 

aufgebauscht hat. Schliesslich vermag sie aus ihren psychischen Proble-

men nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, zumal die medizinischen Berichte 

zwar eine PTBS diagnostizieren, nicht aber deren genaue Ursache bele-

gen können (vgl. Urteil des BVGer E-1728/2020 vom 16. Juni 2021 E. 9.3 

m.w.H.). 

6.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin 

nicht gelungen ist, eine begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmass-

nahmen im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaub-

haft zu machen. Das SEM hat demnach zu Recht festgestellt, dass die 

Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, und das 

Asylgesuch abgelehnt. 

D-2839/2021 

Seite 15 

 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

D-2839/2021 

Seite 16 

8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr («real risk») 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im 

Kongo (Kinshasa) lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4.1 Im Kongo (Kinshasa) herrscht keine landesweite Situation von Krieg, 

Bürgerkrieg oder allgemeiner Gewalt, die ungeachtet der Umstände des 

Einzelfalles zu einer konkreten Gefährdung aller Staatsangehörigen im 

Sinne von Art.  83 Abs. 4 AIG führen würde (vgl. Urteil des BVGer D-

6772/2019 vom 14. April 2021 E. 10.2). 

8.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-731/2016 

vom 20. Februar 2017 zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs für eine 

D-2839/2021 

Seite 17 

alleinstehende Frau mit Kleinkind nach Kinshasa festgestellt, dass der Voll-

zug der Wegweisung nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung der indivi-

duellen Umstände in der Regel – selbst bei letztem Wohnsitz der Betroffe-

nen in Kinshasa oder in einer über einen Flughafen verfügenden Stadt im 

Westen des Landes und bei Vorliegen eines Beziehungsnetzes an diesem 

Ort – unzumutbar ist, wenn die Betroffenen (kleine) Kinder in ihrer Beglei-

tung haben, für mehrere Kinder verantwortlich sind oder sich bereits in ei-

nem vorangeschrittenen Alter oder in einem schlechten Gesundheitszu-

stand befinden (vgl. E-731/2016 E. 7.3.4). 

8.4.3 Das Gericht erachtet den Vollzug vorliegend als zumutbar. Die Be-

schwerdeführerin ist zwar alleinstehend, ihr Sohn kann aber mit seinen 

acht Jahren nicht mehr als «Kleinkind» im Sinne des Referenzurteils be-

zeichnet werden. Wie das SEM zutreffend ausführte, hat die Beschwerde-

führerin im Kongo zudem ein tragfähiges familiäres und soziales Bezie-

hungsnetz, welches sie bei der Wiedereingliederung unterstützen kann. 

Ein Teil ihrer Familie und zumindest ihr Vater – der als ehemaliger Beamter 

eine Pension erhält –, eine Schwester und zwei ihrer Brüder, wobei einer 

ein Unternehmen betreibt, leben nach wie vor in Kinshasa. Die Beschwer-

deführerin übte gemäss eigenen Angaben zwar keine Berufstätigkeit aus, 

scheint aber gemäss Aktenlage einen gewissen Bildungsstand zu haben, 

weshalb es ihr möglich sein dürfte, in ihrem Heimatland einer Arbeit nach-

zugehen. Das Gericht geht davon aus, dass sie – sollte sie keiner Erwerbs-

tätigkeit nachgehen können – weiterhin finanzielle Unterstützung durch die 

im Kongo lebenden Verwandten, die verhältnismässig gut situiert sind, so-

wie ihre in der Schweiz und in Angola wohnhaften Geschwister erhalten 

wird, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Somit ist davon auszugehen, 

dass sie bei ihrer Rückkehr die individuellen Zumutbarkeitskriterien erfüllt.  

8.4.4 Hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Probleme ist 

sodann Folgendes festzustellen: Gemäss dem Arztbericht vom 29. März 

2021 und den weiteren ärztlichen Unterlagen leidet die Beschwerdeführe-

rin im Wesentlichen unter einer PTBS respektive den damit verbundenen 

Symptomen. Der Beschwerdeführer weist gemäss dem Arztbericht vom 

23. März 2021 und einem Bericht der universitären psychiatrischen 

Dienste Bern vom 24. Juli 2020 ebenfalls Hinweise auf eine PTBS auf und 

ist verhaltensauffällig. Wenn auch nicht auf demselben hohen Niveau wie 

in der Schweiz, so können die psychischen Beschwerden der Beschwer-

deführenden doch im Kongo behandelt werden, beispielsweise am 

«Centre Neuro-Psycho-Pathologique» der Universität Kinshasa und im 

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Seite 18 

Centre Hospitalier Monkole sowie in den auf die Behandlung von psychi-

schen Erkrankungen spezialisierten Einrichtungen Centre Neuro-Psycho-

Pathologie (CNPP) du Mont Amba, Centre Medical de Kinshasa in 

Gombe/Kinshasa und Centre de Santé Mentale TELEMA (vgl. Urteil des 

BVGer D-5554/2020 vom 2. September 2021 E. 8.2.2.; European Asylum 

Support Office [EASO], Democratic Republic of Congo [DRC]: Medical 

Country of Origin Information Report, Dezember 2020, S. 92 und 93, 

<https://coi.easo.europa.eu/administration/easo/PLib/2020_DRC_Med-

COI_report.pdf>, abgerufen am 13.10.2021). Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schwei-

zerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist 

(vgl. Urteil des BVGer E-3911/2021 vom 21. September 2021 E. 9.3.5.2). 

Somit werden die Beschwerdeführenden Zugang zu einer medizinischen 

Versorgung haben, die zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Exis-

tenz notwendig ist. Sollten die Beschwerdeführenden Schwierigkeiten ha-

ben, aus eigener Kraft für die Kosten einer notwendigen Behandlung auf-

zukommen, so können sie einerseits aufgrund ihres Beziehungsnetzes auf 

die finanzielle und soziale Unterstützung ihrer Familie zurückgreifen. An-

dererseits haben sie die Möglichkeit medizinische Rückkehrhilfe, beispiels-

weise in der Form der Mitgabe von Medikamenten oder der Übernahme 

von Kosten für notwendige Therapien, in Anspruch zu nehmen (vgl. Art. 93 

Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 

[AsylV 2, SR 142.312]).  

8.4.5 Schliesslich ist bezüglich des Kindeswohls darauf hinzuweisen, dass 

der Beschwerdeführer zwar eine Spezialschule besucht – ein Asperger-

Syndrom wurde diagnostiziert – er jedoch lernfreudig und intelligent ist. 

Dem Kindeswohl wird insofern Rechnung getragen, als dass der Be-

schwerdeführer zusammen mit seiner Mutter in seine Heimat zurückkehren 

wird und er sich aufgrund seines Alters in seinem Heimatland, wo auch 

einige nahe Verwandte leben und er den Kindergarten besucht hat, im an-

gestammten Kulturkreis wird integrieren können. Er ist nach etwas mehr 

als eineinhalb Jahren auch nicht derart in der Schweiz verwurzelt, dass der 

Vollzug der Wegweisung mit dem Kindeswohl nicht vereinbar ist 

(vgl. BVGE 2009/28 E. 9.3). Gemäss Aktenlage verfügt die Familie über 

gewisse finanzielle Mittel und starke Beziehungen zum Bildungswesen, 

weshalb die Ausbildung des Beschwerdeführers trotz der Einschränkungen 

gewährleistet scheint. Auch wenn nicht in Abrede gestellt wird, dass die 

Beschwerdeführenden aufgrund ihrer psychischen Verfassung vor gewis-

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Seite 19 

sen Herausforderungen stehen werden, ist es der Beschwerdeführerin zu-

zumuten, sich auch in Betreuungsfragen allenfalls mit der Hilfe ihrer Ge-

schwister, an geeignete Institutionen zu wenden.  

8.4.6 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des Verfah-

rens grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Nachdem das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 25. Juni 2021 gutgeheissen 

wurde und es keine Hinweise auf eine massgebliche zwischenzeitliche Ver-

änderung gibt, sind jedoch keine Kosten aufzuerlegen. 

10.2 Mit derselben Zwischenverfügung wurde die rubrizierte Rechtsvertre-

terin der Beschwerdeführenden als amtliche Rechtsbeiständin beigeord-

net. Diese ist unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen 

soweit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 

VGKE). In ihrer Kostennote vom 17. Juni 2021 hat die Rechtsvertreterin 

einen Aufwand von 11 ¾ Stunden (Besprechungen, Aktenstudium und Ver-

fassen der Beschwerde) geltend gemacht, was als der Sache nicht ange-

messen und zu hoch bezeichnet werden muss. Nach dem Gesagten ist 

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Seite 20 

das amtliche Honorar aufgrund der Aktenlage (der seither anfallende Auf-

wand ist dazuzurechnen), der massgebenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 12 i.V.m. Art. 9-11 VGKE) und des praxisgemässen Stundenansatzes 

auf Fr. 1365.– festzusetzen (was einem Aufwand von 9 Stunden entspricht, 

inkl. Auslagen; das amtliche Honorar umfasst keinen Mehrwertsteuerzu-

schlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der rubrizierten Rechtsvertreterin wird für ihren Aufwand als amtliche 

Rechtsbeiständin ein Honorar von Fr. 1365.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Angela Hefti 

 

 

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