# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 41638928-cba8-5226-b34b-616d85b11909
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2022 D-4248/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4248-2021_2022-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4248/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry,  

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,    

Gerichtsschreiberin Angela Hefti. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Thierry Büttiker,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 24. August 2021 / N (…). 

 

 

 

D-4248/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger tadschiki-

scher Ethnie aus B._______ stammend – verliess Afghanistan gemäss ei-

genen Angaben im Jahr 2019 (im Alter von etwa 12 Jahren) und gelangte 

über Pakistan, den Iran, die Türkei sowie verschiedene europäische Län-

der, inklusive Griechenland, Kroatien, Slowenien und die Niederlande, am 

26. Juni 2021 in die Schweiz, wo er gleichentags als unbegleiteter minder-

jähriger Asylsuchender (UMA) ein Asylgesuch stellte. Am 22. Juli 2021 

führte das SEM eine Befragung (Erstbefragung unbegleiteter minderjähri-

ger Asylsuchender [EB UMA]) durch und am 12. August 2021 wurde er 

eingehend zu seinen Asylgründen angehört. 

B.  

Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen geltend, sein Vater – ein hoher afghanischer Beamter – sei unter 

unbekannten Umständen ermordet worden, als er fünf Jahre alt gewesen 

sei. Seine Mutter – eine gebildete Frau sunnitischen Glaubens – vermute, 

ein Onkel väterlicherseits habe seinen Vater getötet, weil dieser (ursprüng-

lich ein Schiite) nach seiner Heirat zum sunnitischen Glauben konvertiert 

sei. Sie habe der Heirat nur unter der Voraussetzung dieser Konversion 

zugestimmt. Sein Vater habe sich danach von seinen (schiitischen) Brü-

dern distanziert, wobei er als ältester Sohn über das vererbte Haus und 

das Vermögen habe verfügen können. Nach dem Tod seines Vaters hätten 

seine Onkel väterlicherseits kein Interesse an der Aufklärung der Todes-

umstände gehabt. Vielmehr hätten sie das Haus der Familie und das Ver-

mögen (teilweise) in Anspruch genommen und seien herzlos mit ihm, sei-

nen Schwestern und seiner Mutter umgegangen. Seine Onkel hätten ihn 

seit dem Tod seines Vaters bis zur Ausreise einmal wöchentlich oder alle 

zwei Wochen verprügelt, wobei er Knochenbrüche erlitten habe. Sie hätten 

ihn als Diener für sich gewinnen und seine Schwestern mit ihren Söhnen 

zwangsverheiraten wollen.  

Zudem habe seine Mutter bis im Jahr 2018 für ein ausländisches Projekt 

bezüglich Bevölkerungsregistrierung oder Bewässerung gearbeitet. Wäh-

rend eines Jahres – bis zu ihrer Ausreise im Jahr 2019 – habe sie nicht 

mehr gearbeitet. Seine Mutter sei mit fünf ihrer Kinder (der Beschwerde-

führer und vier Schwestern) aufgrund der Misshandlungen durch seine On-

kel, zur Verhinderung eines Racheaktes des Beschwerdeführers an seinen 

Onkeln und der Furcht vor Zwangsheirat (der Schwestern) ausgereist. Auf 

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der Flucht sei die Familie getrennt worden. Zurzeit würden sich seine Mut-

ter und drei Schwestern in Pakistan befinden, eine Schwester lebe mit ihrer 

Familie in Griechenland. 

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er seine Tazkera im Original, di-

verse medizinische Unterlagen betreffend Schmerzen im Bauch, Rumpf 

und Rücken (angeblich durch Schläge der kroatischen Polizei), sowie zwei 

Teilnahmebestätigungen (vom 3. bis 5. Juni 2013 und vom 6. Juni 2013 bis 

2. Dezember 2013) betreffend Projektarbeit seiner Mutter zu den Akten. 

C.  

Nachdem die Vorinstanz am 20. August 2021 den Entscheidentwurf der 

Rechtsvertretung zur Stellungnahme unterbreitet hatte, nahm diese am 

23. August 2021 dazu Stellung. Sie führte aus, den massiven Übergriffen 

seitens der Onkel des Beschwerdeführers liege ein asylrelevantes religiö-

ses Motiv zugrunde, das der Hauptgrund für seine Ausreise gewesen sei. 

Die erlittenen Übergriffe seien sowohl körperlich als auch psychisch für ein 

Kind nicht zu erdulden gewesen. Die Argumentation, er hätte als Angehö-

riger der sunnitischen Mehrheitsgesellschaft Hilfe oder Schutz vor den re-

ligiös motivierten Übergriffen erhalten können, sei zurückzuweisen. 

Schliesslich verletze die Behörde ihre Begründungspflicht sowie seinen 

Gehörsanspruch, indem sie die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen nicht in 

Frage stelle, jedoch eine nicht nachvollziehbare und seinen Ausführungen 

widersprechende Prüfung der Asylrelevanz vornehme. 

D.  

Mit Verfügung vom 24. August 2021 – gleichentags eröffnet – lehnte das 

SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers im Rahmen des beschleu-

nigten Verfahrens ab und ordnete die Wegweisung an, nahm den Be-

schwerdeführer jedoch wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

in der Schweiz vorläufig auf. 

E.  

Mit Eingabe vom 23. September 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Beantragt 

wurde die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, betreffend die Dispo-

sitivziffern 1 – 3, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Asyl-

gewährung sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz zur Neubeurteilung. In prozessualer Hinsicht wurde um unentgelt-

liche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie Verzicht auf 

Kostenvorschuss ersucht. 

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Seite 4 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2021 stellte die Instruktionsrichte-

rin fest, der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten und hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung sowie um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht 

gut. 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 5. November 2021 hielt das SEM vollum-

fänglich an seinen Erwägungen fest. 

H.  

Mit Replik vom 10. November 2021 nahm der Beschwerdeführer durch sei-

nen Rechtsvertreter zur Vernehmlassung des SEM Stellung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden die Fragen der Flücht-

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lingseigenschaft, des Asyls und der verfügten Wegweisung. Der Wegwei-

sungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den Be-

schwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläu-

fig aufgenommen hat. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

4.  

4.1 Im Sinne eines Eventualantrages beantragt der Beschwerdeführer die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Hinsichtlich seiner Rüge, das 

SEM habe seinen Vorbringen leichtfertig die Asylrelevanz abgesprochen, 

lässt sich weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch der Begrün-

dungspflicht erkennen.  

4.2 Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs 

ergibt sich, dass die Abfassung der Begründung den Betroffenen ermögli-

chen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, 

wenn sich sowohl die Betroffenen als auch die Rechtsmittelinstanz über 

die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Die Begründungs-

dichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfah-

rensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei schwerwie-

genden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen 

– und um solche geht es bei Verfahren betreffend Asyl und Wegweisung – 

eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 

BVGE 2008/47 E. 3.2).  

4.3 In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und im 

Einzelnen hinreichend differenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen 

es sich leiten liess. Es hat sich mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des 

Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Zudem hat das SEM die Glaub-

haftigkeit seiner Vorbringen nicht grundsätzlich in Frage gestellt, weshalb 

es sich – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – zu Recht auf 

die Prüfung der Asylrelevanz beschränkt hat. Diesbezüglich ist offensicht-

lich keine Verletzung der Begründungspflicht zu erkennen ist. Der blosse 

Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM bezüglich 

der Intensität der Übergriffe seiner Onkel nicht teilt, ist keine Verletzung der 

Begründungspflicht, sondern eine materiell-rechtliche Frage. Auch war die 

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Vorinstanz nicht gehalten die inhaltliche Begründung nach der Stellung-

nahme der Rechtsvertretung anzupassen. Das Gericht entscheidet in der 

Sache selbst (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. zur Glaubhaftmachung 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Das SEM hielt zur Begründung seiner Verfügung fest, zwischen dem 

Tod des Vaters des Beschwerdeführers und seiner Ausreise stehe kein 

zeitlicher Kausalzusammenhang, weshalb diesem Vorbringen keine flücht-

lingsrechtliche Relevanz zukomme. Beim Tod seines Vaters sei er fünf 

Jahre alt gewesen und erst Jahre später ausgereist, wobei er angegeben 

habe, nichts über dessen Todesumstände zu wissen.  

In der sunnitischen Mehrheitsgesellschaft – lediglich zehn bis fünfzehn Pro-

zent der afghanischen Bevölkerung seien dem Schiismus zugehörig –, wel-

cher der Beschwerdeführer angehöre, würde er aufgrund seines sunniti-

schen Glaubens keiner gezielten Verfolgung unterliegen. Er habe auch an-

gegeben, dass er sich nicht erinnern könne, Probleme als Sunnit gehabt 

zu haben, wobei solche Probleme eher in den Dörfern und weniger in den 

Städten vorkommen würden. Demnach sei seine Furcht vor einer zukünf-

tigen Verfolgung aufgrund seines sunnitischen Glaubens nicht begründet.  

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Weiter handle es sich bei den Übergriffen seiner Onkel um einen familiären 

Konflikt, dem in erster Linie ein finanzielles Motiv zugrunde liege. Seine 

Onkel hätten an das Vermögen der Familie herankommen und dies für sich 

beanspruchen wollen. Denn als ältester Sohn habe sein Vater über das 

vererbte Haus und das Vermögen seines Grossvaters entscheiden kön-

nen. Von einer begründeten Furcht im Zusammenhang mit dem sunniti-

schen Glauben sei nicht auszugehen. Im Übrigen würden sich die Angaben 

betreffend die Konversion seines Vaters lediglich auf Angaben von Dritten, 

beziehungsweise seiner Mutter stützen, wobei er zu Beginn der Anhörung 

geltend gemacht habe, nicht zu wissen, weshalb sein Vater Sunnit gewor-

den sei, beziehungsweise er wisse lediglich, dass er nach der Heirat mit 

seiner Mutter Sunnit geworden sei.  

Zu seiner Furcht vor Verfolgung durch seine Onkel führte das SEM sodann 

aus, es sei zwar nicht auszuschliessen, dass er von seinen Onkeln mehr-

fach geschlagen worden sei. Jedoch seien den Akten keinerlei Hinweise 

zu entnehmen, dass der familiäre Konflikt ihm ein menschenwürdiges Le-

ben vor seiner Ausreise aus Afghanistan verunmöglicht habe. So sei er 

zwar seit dem Tod seines Vaters, als er ungefähr fünf Jahre alt gewesen 

sei, geschlagen worden. Jedoch habe er nicht im selben Haus mit seinen 

Onkeln gelebt, wodurch er und seine Familie sich teilweise der Gewalt hät-

ten entziehen können. Zwar hätten sie das Haus seines Vaters nicht ver-

kaufen können, es sei aber erst nach ihrer Ausreise von seinen Onkeln 

beansprucht worden. Auch sei er noch weitere sechs Jahre in Afghanistan 

geblieben. Darüber hinaus habe seine Mutter befürchtet, der Beschwerde-

führer würde sich eines Tages an seinen Onkeln rächen. Diese Vorbringen 

seien mangels Intensität und mangels objektivierbarem und unmittelbarem 

Verfolgungsinteresse an seiner Person flüchtlingsrechtlich nicht relevant, 

zumal die geltend gemachten Probleme auch nicht im Zusammenhang mit 

einem Verfolgungsmotiv stehen würden. Es könne daher verzichtet wer-

den, auf vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente einzugehen.   

Betreffend die Mutter sei festzustellen, dass diese seit dem Jahr 2018 bis 

zu ihrer Ausreise nicht mehr gearbeitet habe. Seinen Aussagen sei nicht 

zu entnehmen, dass seine Mutter ihre Arbeit für das ausländische Projekt 

aufgrund der Bedrohung durch die Taliban beendet oder irgendwelche 

Probleme mit den Taliban gehabt habe. Somit habe er als Sohn einer Per-

son, die für eine ausländische Organisation gearbeitet habe, keine Nach-

teile im Sinne von Art. 3 AsylG erlitten. Seinen Angaben seien keine Hin-

weise zu entnehmen, wonach seine Mutter eine öffentlich exponierte Per-

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sönlichkeit mit entsprechender Position bei einer internationalen Organisa-

tion gewesen sei. Vielmehr seien seinen Aussagen Hinweise zu entneh-

men, dass seine Mutter in einfacher Position am Projekt mitgearbeitet 

habe. Somit sei wenig wahrscheinlich, dass er als Familienmitglied ins Vi-

sier der Taliban geraten sei. An dieser Einschätzung zum Profil seiner Mut-

ter und von ihm als Familienmitglied vermöge auch die aktuell volatile Lage 

in Afghanistan nichts zu ändern. Mehrere Jahre nachdem seine Mutter ihre 

Arbeit für die ausländische Organisation eingestellt habe, sei nicht von ei-

nem zukünftigen Verfolgungsinteresse der Taliban auszugehen. Den ein-

gereichten Beweismitteln sei lediglich zu entnehmen, dass seine Mutter im 

Jahr 2013 an den von ihm genannten Trainings teilgenommen habe (wobei 

im englischen Fliesstexts des Zertifikats vom 6. Juni bis 2. Dezember 2013 

ihr Name nicht aufgeführt sei). 

Hinsichtlich des Krieges in Afghanistan und der Taliban sei anzumerken, 

dass die allgemeinen Lebensbedingungen grosse Teile der Bevölkerung in 

ähnlicher Weise treffen würden. Seine diesbezüglichen Vorbringen seien 

flüchtlingsrechtlich nicht relevant. 

6.2 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Rechtsmitteleingabe fest, den  

vorinstanzlichen Erwägungen sei in Bezug auf die flüchtlingsrechtliche Re-

levanz betreffend die Tötung seines Vaters sowie die Furcht vor Verfolgung 

durch die Taliban zuzustimmen. Bestritten sei jedoch, dass die regelmäs-

sigen Misshandlungen durch seine Onkel nicht asylrelevant im Sinne von 

Art. 3 AsylG seien. Massgebend für die Beurteilung eines flüchtlingsrecht-

lich relevanten Motivs sei die Perspektive des Verfolgers. Der Begriff der 

Verfolgungsmotivation beziehe sich auf die Überlegungen und Ziele, die 

hinter der Verfolgung stünden. Der Beschwerdeführer habe sich im Rah-

men seiner freien Rede klar dahingehend geäussert, dass seine Mutter von 

den Brüdern seines Vaters nicht gut behandelt worden sei, da dieser nach 

seiner Heirat Sunnit geworden sei. Er habe diesbezüglich nachvollziehbar 

geschildert, wie es zur doch eher ungewöhnlichen Konversion seines Va-

ters gekommen sei (wegen der Bildung und der offenen Haltung seiner 

Mutter). Er als Minderjähriger habe die Schikanen, Misshandlungen und 

Beschimpfungen (auch während er geschlagen worden sei) als Ungläubi-

ger durch seine Onkel eindrücklich geschildert. Obwohl seine Onkel den 

finanziellen Nebeneffekten wohl nicht abgeneigt gewesen seien, sei die 

Konversion seines Vaters klar der Hauptgrund der Verfolgung gewesen, 

die nach dessen Tod reflexweise die ganze Familie und den Beschwerde-

führer als einzigen Jungen im Haushalt besonders getroffen hätten, womit 

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von einer gezielten, aus einem asylrelevanten Motiv erfolgenden Verfol-

gung auszugehen sei. 

Bezüglich der Intensität der erlittenen Verfolgung hielt der Beschwerdefüh-

rer fest, er sei während eines Zeitraums von sechs Jahren ungefähr wö-

chentlich von seinen Onkeln verprügelt worden. Gefragt nach der Heftigkeit 

dieser Prügelattacken habe er geantwortet, diese seien so heftig gewesen, 

dass seine Onkel davon müde geworden seien. Dabei sei es auch zu Arm- 

und Beinbrüchen gekommen. Inwiefern die Vorinstanz bei dieser Aus-

gangslage die Intensität dieser Übergriffe habe verneinen können, er-

schliesse sich ihm nicht. Schliesslich handle es sich bei ihm um ein Kind, 

das aufgrund eines klar religiös motivierten interfamiliären Konflikts wäh-

rend sechs Jahren auf das Übelste verprügelt worden sei.  

Die durch seine Onkel verübten Übergriffe seien sowohl in zeitlicher als 

auch in sachlicher Hinsicht kausal für seine Flucht gewesen, weshalb auf 

das Bestehen einer Furcht vor künftiger Verfolgung zu schliessen sei. Es 

liessen sich den Akten auch keine Hinweise entnehmen, wonach die Ver-

folgung nicht mehr aktuell wäre, womit weitere Ausführungen zur Begrün-

detheit einer künftigen Furcht vor Verfolgung obsolet würden. Eine inner-

staatliche Schutzalternative sei nicht gegeben, da es der Familie nicht 

möglich sei, anderswo in Afghanistan ihre existenziellen Bedürfnisse zu 

decken. Seine Familie sei den Übergriffen durch die Onkel schutzlos aus-

geliefert gewesen, da sie weder der Staat noch die Onkel mütterlicherseits 

hätten schützen können. Somit erfülle er die Voraussetzungen für die An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft und es sei ihm Asyl zu gewähren.  

6.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, dass selbst wenn den 

Übergriffen der Onkel ein religiöses Motiv unterstellt werde, im vorliegen-

den Einzelfall bei einer hypothetischen Rückkehr nicht von einer begrün-

deten Furcht vor zukünftiger Verfolgung auszugehen sei. Aufgrund der 

Machtübernahme durch die Taliban seien seine gewalttätigen schiitisch-

gläubigen Onkel in einer anderen Situation, zumal diese für die afghani-

sche Regierung beziehungsweise als Kommandant einer Polizeistelle tätig 

gewesen seien. Daher sei nicht mehr davon auszugehen, dass seine On-

kel sich noch immer in der Position befinden würden, derart gegen den 

Beschwerdeführer, der wie die vorherrschenden Mächte Gläubiger eines 

sunnitischen Islams sei, vorzugehen. Aufgrund der Aktenlage sei nicht von 

einer begründeten Furcht vor Verfolgung auszugehen. 

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6.4 In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer fest, die Vorinstanz er-

kenne nun in seinen Vorbringen (Misshandlungen seitens seiner Onkel) 

deutlich ein asylrelevantes Verfolgungsmotiv. Der Hinweis der Vorinstanz 

auf die veränderte Lage in Afghanistan sei unbehelflich, zumal noch nicht 

absehbar sei, wie die Taliban mit spezifischen Personengruppen umgehen 

würden. Die Taliban seien kaum im Stande und Willens, ihn vor den Über-

griffen seiner Onkel zu schützen, wobei sie nicht als Vertreter der Rechte 

von Kindern in Erscheinung getreten seien und auch keine Hinweise er-

sichtlich seien, wonach sie dies zu tun gedenken würden. Die Erwartung 

der Vorinstanz, dass sich der Beschwerdeführer nicht mehr in derselben 

vulnerablen Situation betreffend seine gewalttätigen Onkel befinden würde 

wie vor seiner Ausreise, sei in mehrfacher Hinsicht unstatthaft. 

7.  

7.1 Es ist unbestritten, dass die geltend gemachten physischen Übergriffe 

von Privaten – den Onkeln des Beschwerdeführers – ausgegangen sind. 

Hinsichtlich der geltend gemachten Misshandlungen ist festzuhalten, dass 

der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben bereits als fünfjähriger 

Junge und bis zu seiner Ausreise – während etwa sechs Jahren – regel-

mässig von seinen Onkeln geschlagen wurde. Entgegen der Ansicht des 

SEM können solche über einen längeren Zeitraum erlittenen schweren 

physischen Misshandlungen eines Kindes (seine Onkel hätten ihn geschla-

gen bis sie müde gewesen seien [vgl. Anhörung F81] und seine Arme und 

Beine seien gebrochen worden [vgl. Anhörung F65]) durchaus als ernst-

hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert werden. Diese vermö-

gen allerdings vorliegend keine Asylrelevanz zu entfalten (vgl. nachfol-

gend).   

7.2 Die Flüchtlingseigenschaft setzt bei einer Verfolgung durch Private vo-

raus, dass der geltend gemachten Verfolgung oder der staatlichen Schutz-

verweigerung ein flüchtlingsrechtlich relevantes Motiv gemäss Art. 3 Abs. 1 

AsylG (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

sozialen Gruppe, politische Anschauungen) zugrunde liegt. Die Erfüllung 

der Flüchtlingseigenschaft ist aber gemäss geltender Praxis nicht von einer 

bestimmten Definition eines Verfolgungsmotivs abhängig, bestimmen doch 

letztlich die Verfolger allein, wen sie weshalb verfolgen. Ausschlaggebend 

ist deshalb vielmehr, ob die Verfolgung wegen äusserer oder innerer Merk-

male erfolgt ist beziehungsweise künftig droht, die untrennbar mit der Per-

son oder Persönlichkeit des Opfers verbunden sind (u.a. Geschlecht, Ab-

stammung, Herkunft, Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, Sprache, Veran-

lagung, Hautfarbe, Gebrechen, Glauben, Denken, politische Meinung, 

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Seite 11 

Überzeugung, Lebenseinstellung). Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes 

und der Flüchtlingskonvention erfolgt immer wegen des Seins, nicht wegen 

des Tuns; zwar kann der Verfolger gleichfalls oder sogar vordergründig 

hauptsächlich auf Handlungsweisen einer Person abzielen; bedeutsam für 

die Flüchtlingseigenschaft wird der Eingriff der Verfolger aber nur, wenn 

diese die hinter einer Handlungsweise steckende Eigenart und Gesinnung 

der entsprechenden Person treffen wollen (Entscheidungen und Mitteilun-

gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 32 

E. 8.7.1 sowie WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 

[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.11).  

7.3 Vorliegend ist übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustellen, dass 

es den Vorbringen des Beschwerdeführers am Verfolgungsmotiv im Sinne 

von Art. 3 AsylG fehlt. Vielmehr ergibt sich aus seinen Aussagen, dass den 

geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen in erster Linie finanzielle Mo-

tive zugrunde liegen. Zwar ist ebenfalls nicht auszuschliessen, dass seine 

Onkel die Konversion des Vaters vordergründig missbilligten, dies war aber 

nicht ausschlaggebend für seine Misshandlungen. Die Flüchtlingseigen-

schaft muss deshalb verneint werden.  

7.3.1 Zunächst ergibt sich das monetäre Interesse seiner Onkel am Eigen-

tum der Familie des Beschwerdeführers bereits aus ihren Versuchen an 

das Vermögen der sehr wohlhabenden Familie zu gelangen. Als ältester 

Sohn konnte der Vater des Beschwerdeführers über das Haus, in dem die 

Familie wohnte, und das Vermögen verfügen (vgl. Anhörung F78). Auf-

grund der Abwendung des Vaters von seinen Brüdern nach seiner Heirat – 

und nicht etwa der Konversion an sich – konnten die Onkel väterlicherseits 

des Beschwerdeführers nicht an das Vermögen der Familie gelangen 

(vgl. Anhörung F78). Nach dessen Tod nahmen denn die Onkel auch ein 

anderes Haus der Familie vollständig in Anspruch (Anhörung F79). Gleich-

zeitig nahmen Behelligungen zu und die Onkel verboten der Familie das 

Haus, in dem sie wohnten, zu verkaufen. Wie der Beschwerdeführer aus-

führte: «Meine Onkel wollten das ganze Vermögen, das wir hatten, für sich 

nehmen» (vgl. Anhörung F62). Dies weist darauf hin, dass die Onkel nicht 

das Ziel verfolgten, den Beschwerdeführer und seine Familie aufgrund ih-

res «Sunniten-Seins» zu treffen. Vor diesem Hintergrund müssen auch die 

Beschimpfungen der Onkel des Beschwerdeführers als Ungläubiger als 

Versuch seiner Onkel gewertet werden, die Übernahme des familiären Ver-

mögens zusätzlich zu legitimieren.  

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Seite 12 

7.3.2 Ferner erscheint auch das Interesse der Onkel am Beschwerdeführer 

und seinen Schwestern finanzieller Natur. Gemäss seinen Angaben hätten 

seine Onkel nach dem Tod seines Vaters «mich [den Beschwerdeführer] 

und meine Schwestern zu sich nehmen und alles, was sie wollen, mit uns 

machen [wollen]» (vgl. Anhörung F107). Sie hätten beabsichtigt, den Be-

schwerdeführer als Diener zu beschäftigen, was wiederum eher auf mone-

täre und wirtschaftliche Interessen hinweist. Es ist auch davon auszuge-

hen, dass mit der anvisierten Zwangsheirat zumindest einer Schwester, der 

Verbleib des Vermögens in der Familie sichergestellt werden sollte.   

7.3.3 Es ist insgesamt auch nicht ersichtlich, inwiefern die Konversion des 

Vaters und die Zugehörigkeit zur sunnitischen Glaubensgemeinschaft der 

Familie vorliegend ein asylrechtlich erhebliches Motiv darstellen soll, zumal 

der Beschwerdeführer seine diesbezüglichen subjektiven Befürchtungen 

nicht substanziell zu konkretisieren vermag. So hat das SEM zu Recht aus-

geführt, dass seine Angaben zu diesem Verfolgungsmotiv lediglich auf Mut-

massungen seiner Mutter basieren, die ihrerseits den Onkeln vorwarf, sich 

nicht über den Grund des Todes ihres Ehemannes informiert zu haben 

(vgl. Anhörung F62 und F77). Dies alleine stellt noch kein Indiz für die Er-

mordung des Vaters durch seine Brüder aufgrund seiner Konversion dar. 

Dabei erscheint auch fraglich, weshalb die beiden Onkel seinen Vater – 

wenn sie ihn tatsächlich ausschliesslich aufgrund seiner Konversion ermor-

det hätten – dies nicht bereits kurz nach dessen Heirat mit einer Sunnitin 

getan haben. Hinzu kommt, dass seine Mutter ausreisen wollte, um einen 

allfälligen zukünftigen Racheakt des Beschwerdeführers an seinen Onkeln 

zu verhindern (vgl. Anhörung F75), was ebensowenig auf begründete 

Furcht vor Verfolgung aufgrund eines flüchtlingsrechtlich relevanten Motivs 

schliessen lässt. 

7.4 Schliesslich gehört der Beschwerdeführer aktuell auch nicht einer 

Gruppe von Personen an, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten 

Verfolgungsrisiko ausgesetzt wäre. Gemäss seinen eigenen Angaben hat 

seine Mutter im Jahr 2018 ihre Tätigkeit für ein ausländisches Projekt be-

endet und sein Vater ist bereits sechs Jahre vor seiner Ausreise verstorben. 

Soweit der Beschwerdeführer auf die Gewaltsituation in seiner Heimat hin-

weist, ist zwar festzustellen, dass die aktuelle Sicherheitslage in Afghanis-

tan nicht abschliessend beurteilt werden kann, sie sich jedoch nach der 

Machtübernahme der Taliban im August 2021 stark verschlechtert hat 

(vgl. Urteil des BVGer D-2511/2021 vom 8. Februar 2022 E. 8.3). Die all-

gemeine Lage entfaltet jedoch noch keine Asylrelevanz, solange keine 

konkret gegen den Beschwerdeführer gerichteten Nachteile ersichtlich 

D-4248/2021 

Seite 13 

sind. Vorliegend wird nicht ausreichend dargetan und es ist aus den Akten 

auch nicht ersichtlich, inwiefern sich eine mögliche Missbilligung der Tali-

ban bezüglich der niederschwelligen Tätigkeiten seiner Eltern zukünftig re-

flexweise auf den Beschwerdeführer erstrecken sollte.  

7.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver-

folgungsgründe ersichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-

such abgelehnt hat. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.3 Abschliessend ist festzuhalten, dass sich aus den vorstehenden Erwä-

gungen nicht der Schluss ergibt, der Beschwerdeführer sei zum heutigen 

Zeitpunkt angesichts der Entwicklungen in Afghanistan nicht gefährdet. In-

dessen ist eine solche Gefährdungslage unter dem Aspekt von Art. 83 

Abs. 4 AIG einzuordnen, wonach der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein kann, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf 

Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Der generellen Gefährdung 

aufgrund der aktuellen Situation wurde durch die Vorinstanz mit der Anord-

nung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs Rechnung getragen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten des Verfahrens 

grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; 

D-4248/2021 

Seite 14 

Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Nachdem das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2021 gutgeheissen wurde und es 

keine Hinweise auf eine massgebliche zwischenzeitliche Veränderung gibt, 

sind jedoch keine Kosten aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4248/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Angela Hefti 

 

 

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