# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a1979614-bd2a-5216-8078-8f2248a74367
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.11.2016 SB140499
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140499_2016-11-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140499-O/U/cs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Stiefel, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

Bertschi und Ersatzoberrichterin Dr. iur. Bachmann sowie der  

Gerichtsschreiber lic. iur. Höfliger 

 

 

Urteil vom 25. November 2016 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. Oertle,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache Gefährdung des Lebens etc. und Widerruf (Rückwei-
sung des Schweizerischen Bundesgerichtes)   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, vom 
30. August 2012 (DG120003); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 

II. Strafkammer, vom 9. Dezember 2013 (SB130105); Urteil des Schweizeri-
schen Bundesgerichtes vom 22. Oktober 2014 (6B_333/2014) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 14. März 

2012 (Urk. 38) ist diesem Urteil beigeheftet.  

Beschluss der Vorinstanz:  

Das Verfahren gegen den Beschuldigten A._____ wird bezüglich der Vorwürfe der 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 

lit. a und b StGB gemäss Anklageziffer 1./10., 1./11., 1./12a. sowie 1/12b. in Be-

zug auf diejenigen strafbaren Tathandlungen, welche sich vor dem 30. August 

2009 ereignet haben, eingestellt.  

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen 

− des versuchten Schwangerschaftsabbruchs im Sinne von Art. 118 

Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (gemäss An-

klageziffer 1./1.), 

− der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB (gemäss 

Anklageziffer 1./4.), 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB (gemäss 

Anklageziffer 1./8.). 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der mehrfachen Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB (gemäss Anklageziffern 1./3. und 1./5a.), 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(gemäss Anklageziffer 1./5b.), 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB 

(gemäss Anklageziffern 1./2., 1./3., 1./5a. sowie 1./6.), 

- 3 - 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

(gemäss Anklageziffern 1./2. und 1./7.), 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 und 3 StGB (gemäss Anklageziffern 1./9. und 1./12a.), 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB 

in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. a und b StGB (gemäss An-

klageziffern 1./10., 1. /11., 1./12a. sowie 1./12b.). 

3. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

25. März 2009 ausgefällte bedingte Strafe von 90 Tagessätzen Geld-

strafe zu Fr. 80.– wird nicht widerrufen. Der Beschuldigte wird in An-

wendung von Art. 46 Abs. 2 StGB verwarnt.  

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 542 

Tage durch Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft bis und mit 

heute erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 1.5 Jahren aufge-

schoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

6. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren 

Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

7. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer Weisung, sich 

während des Vollzugs der Freiheitsstrafe einer psychologischen Be-

treuung zu unterziehen, wird abgewiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (B._____) eine 

Genugtuung von Fr. 10'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 1. Januar 2009 

zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Genugtuungsforderung der Pri-

vatklägerin 1 abgewiesen. 

- 4 - 

9. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1 aus den 

eingeklagten Ereignissen gemäss Anklageziffern 1./2., 1./3., 1./5a., 

1./5b., 1./6., 1./7., 1./9., 1./10. sowie 1./11. grundsätzlich schadener-

satzpflichtig ist. Hinsichtlich der Höhe der Schadenersatzforderung wird 

die Zivilklage der Privatklägerin 1 auf den Zivilweg verwiesen. Im Übri-

gen werden die Schadenersatzforderungen der Privatklägerin 1 vollum-

fänglich auf den Zivilweg verwiesen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 2 und 3 (C._____ 

und D._____) eine Genugtuung von je Fr. 750.– zuzüglich 5 % Zins 

seit 1. Juli 2009 zu bezahlen. Im Mehrbetrag werden die Genugtuungs-

forderungen der Privatkläger 2 und 3 abgewiesen. 

11. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den Privatklägern 2 und 3 

aus den eingeklagten Ereignissen gemäss Anklageziffern1./12a und 

1./12b., soweit das diesbezügliche Verfahren mit vorstehendem Be-

schluss nicht eingestellt wurde, grundsätzlich schadenersatzpflichtig 

ist. Hinsichtlich der Höhe der Schadenersatzforderung wird die Zivilkla-

ge der Privatkläger 2 und 3 auf den Zivilweg verwiesen. Im Übrigen 

werden die Schadenersatzforderungen der Privatkläger 2 und 3 vollum-

fänglich auf den Zivilweg verwiesen. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr.   8'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 18'659.40   Auslagen Vorverfahren (HD 27/2) 

Fr.      450.00   Kosten KAPO (HD 27/2) 

Fr.   3'000.00   Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung (HD 27/2) 

Fr. 15'342.65   unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatklägerin 1 (act. 80) 

Fr.   9'750.00   unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatkläger 2 und 3 (act. 71) 

    amtliche Verteidigung (noch offen) 

Fr. 55'202.05    
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

- 5 - 

13. Die Kosten des Verfahrens werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln 

auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Staatskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt das Rückforderungsrecht des Staates ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Die Kosten der unentgeltlichen Verbei-

ständung der Privatklägerschaft werden auf die Staatskasse genom-

men. 

Weiterer Beschluss der Vorinstanz: 

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 9. Juni 

2011 bzw. 7. Oktober 2011 beschlagnahmten Gegenstände, nämlich ein Fleisch-

messer (Gesamtlänge 33 cm, Klingenlänge 20 cm, schwarzer Griff) sowie ein 

Dolch mit asymmetrischer Klinge und Kompass in schwarzem Lederetui (Gesamt-

länge 28.5 cm, Klingenlänge 15.2 cm, schwarzer Griff) bzw. ein Schuhlöffel (grau, 

"Vögele Shoes") werden eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen. 

Berufungsanträge  
(des 1. Berufungsverfahrens vom 9. Dezember 2013): 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten 

(Urk. 125 S. 2 f.) 

I. Rechtsbegehren 

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 30. August 

2012 sei in den Ziffern 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12 und 13 aufzuheben. 

Die Ziffern 1 und 7 seien zu bestätigen.  

2. A._____ sei in sämtlichen Punkten von Schuld und Strafe freizuspre-

chen.  

- 6 - 

3. Eventualiter sei A._____ der Drohung und der Tätlichkeit schuldig zu 

sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von maximal 12 Monaten zu ver-

urteilen. Die Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit von 3 

Jahren bedingt aufzuschieben, wobei sie bereits erstanden ist. In die-

sem Fall sei die Ziffer 3 des Urteils des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 

30. August 2012 zu schützen.  

4. Die Zivilforderungen seien vollumfänglich abzuweisen.  

5. Eventualiter seien die Zivilforderungen auf den Zivilweg zu verweisen.  

6. Die Kosten seien nach Gesetz zu verlegen.  

7. A._____ ist für das vorliegende Verfahren die amtliche Verteidigung 

bewilligt worden. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für vorliegen-

des Verfahren seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.  

8. Der ehemaligen amtlichen Verteidigerin lic. iur. X1._____ sei das ge-

samte beantragte Honorar für die Aufwendungen im Untersuchungs-

verfahren und im erstinstanzlichen Verfahren in der Höhe von 

CHF 72'977.35 (inkl. 8% MwSt) zuzusprechen.  

9. Die Verfügung des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 21. Februar 2013 sei 

aufzuheben.  

10. Eventualiter sei die Verfügung des Bezirksgerichts Dielsdorf im Sinne 

der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

11. Die Kosten für die zurückgezogene Anschlussberufung und die auf-

grund des Fernbleibens des Dolmetschers ausgefallene Verhandlung 

vom 10. September 2013 seien unabhängig von den anderen Verfah-

renskosten und vom Verfahrensausgang vom Staat zu tragen.  

12. A._____ sei für die Überhaft ein Schadenersatz und eine Genugtuung 

im Umfang von mindestens CHF 50'000.00 auszurichten.  

- 7 - 

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staats.  

II. Beweisanträge 

1. Es seien die Akten aus dem Untersuchungsverfahren sowie diejenigen 

aus dem Verfahren vor dem Bezirksgericht Dielsdorf beizuziehen.  

2. Bezüglich der Aussagen der Mutter und der von den Kindern am 

20. Juni 2011 getätigten Aussagen sei ein Glaubwürdigkeitsgutachten 

zu erstellen.  

3. Bezüglich des Verhaltens des Angeschuldigten während der Untersu-

chungshaft sei ein Verhaltensbericht einzuholen.  

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 122, schriftlich) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Urteil des Obergerichts vom 9. Dezember 2013: 

1. Der Beschuldigte ist der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB (Anklageziffern 1./3. und 1./5a) nicht schuldig und wird diesbezüglich 

freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (An-

klageziffer 1./5b.) 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB (Anklageziffern 1./2.,1./3.,1./5a. und 

1./6.) 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1./2.) 

- 8 - 

− der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1./7.) 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 126 Abs. 2 lit b StGB (Anklageziffer 1./11.) 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, die durch 731 

Tage Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind, sowie mit einer 

Busse von Fr. 100.–.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe  wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 1 Tag. 

5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 

25. März 2009 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 80.– wird nicht widerrufen. Der Beschuldigte wird diesbezüglich verwarnt. 

6. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 1, dem Privat-

kläger 2 und der Privatklägerin 3 aus den Ereignissen gemäss den Anklage-

ziffern 1./2., 1./3., 1./5a., 1./5b., 1./6., 1./7. und 1./11. grundsätzlich scha-

denersatzpflichtig ist. Hinsichtlich des Quantitativs und bezüglich der weite-

ren Anklageziffern werden die Schadenersatzforderungen der Privatkläger 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 eine Genugtuung von 

Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins seit 1. Januar 2009 zu bezahlen. Im Mehrbe-

trag wird die Genugtuungsforderung der Privatklägerin 1 abgewiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 2 und 3 eine Genugtu-

ung von je Fr. 750.– zuzüglich 5% Zins seit 1. Juli 2009 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag werden die Genugtuungsforderungen der Privatkläger 2 und 3 

abgewiesen. 

9. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Dispositiv-Ziffer 12) wird bestätigt. 

- 9 - 

10. Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens 

werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Vor-

verfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren werden auf die Ge-

richtkasse genommen unter Vorbehalt der Rückforderung im Umfang der 

Hälfte. 

11. Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ wird für ihre Aufwendungen sowie Baraus-

lagen im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren als amtli-

che Verteidigerin des Beschuldigten wie folgt entschädigt: 

Honorar:   Fr. 45'525.90 

Barauslagen  Fr.  4'676.90 

MWSt 8%   Fr.  4'016.20 

Total:   Fr. 54'219.– 

Bereits getätigte Akontozahlungen der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 7. Dezember 2011 (Fr. 25'500.--) und der Bezirksgerichtskasse 

Dielsdorf vom 18. September 2012 (Fr. 13'340.60) im Gesamtbetrage von 

Fr. 38'840.60 sind davon in Abzug zu bringen. 

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 21'000.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 1'090.15   unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatklägerin 1 

Fr. 1'546.55   unentgeltliche Rechtsbeiständin Privatkläger 2 und 3 

 
13. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zu 2/3 auf-

erlegt und zu 1/3 auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtli-

chen Verteidigung für das Berufungsverfahren werden auf die Gerichtskasse 

genommen unter Vorbehalt der Rückforderung im Umfang von Fr. 12'000.–. 

14. Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft wer-

den für das gesamte Verfahren auf die Gerichtskasse genommen, vorbehal-

ten bleibt die Rückforderung gegenüber dem Beschuldigten in vollem Um-

fang. 

- 10 - 

15. Dem Beschuldigten wird für die erlittene Überhaft eine Genugtuung von 

Fr. 18'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Bundesgerichtsurteil vom 22. Oktober 2014: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichtes des Kan-

tons Zürich vom 9. Dezember 2013 wird aufgehoben und die Sache zu neu-

er Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Der Kanton Zürich hat dem Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- zu bezahlen.  

Berufungsanträge  
(des vorliegenden 2. Berufungsverfahrens): 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:  

(Prot. II S. 24, sinngemäss) 

Bestätigung des Urteils des Obergerichts vom 9. Dezember 2013. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(schriftlich, vgl. Urk. 190, sinngemäss) 

Keine Anträge. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerin 1:  

(Urk. 201 S. 1) 

Bestätigung Urteils des Obergerichts vom 9. Dezember 2013, unter Kosten 

und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt) zu Lasten des Beschuldigten. 

 

- 11 - 

 

Erwägungen: 

I.  Verfahrensgang und Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1.  Mit Urteil des Bezirksgerichtes Dielsdorf, I. Abteilung, vom 30. August 2012 

wurde der Beschuldigte freigesprochen von den Vorwürfen des versuchten 

Schwangerschaftsabbruchs (Anklageziffer 1.1.), der Gefährdung des Lebens (An-

klageziffer 1./4.) und der Drohung (Anklageziffer 1./8.). Schuldig gesprochen wur-

de er der mehrfachen Gefährdung des Lebens (Anklageziffern 1./3. und 1./5a), 

der Freiheitsberaubung (Anklageziffer 1./5b.), der mehrfachen Drohung (Anklage-

ziffern 1./2., 1./3., 1./5a. sowie 1./6.), der mehrfachen, teilweise versuchten Nöti-

gung (Anklageziffern 1./2. und 1./7.), der mehrfachen einfachen Körperverletzung 

(Anklageziffern 1./9. und 1./12a.) und der mehrfachen Tätlichkeiten (Anklagezif-

fern 1./10., 1./11., 1./12a. sowie 1./12b.). Die Gewährung des bedingten Strafvoll-

zuges betreffend die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 25. März 2009 ausgefällte Geldstrafe von 90 Tagessätzen wurde nicht wider-

rufen. Der Beschuldigte wurde bestraft mit einer Freiheitstrafe von 3 Jahren unter 

Gewährung des teilbedingen Strafvollzuges im Umfang von 1,5 Jahren bei einer 

Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von Fr. 500.--. Er wurde verpflichtet, der 

Privatklägerin 1 eine Genugtuung von Fr. 10'000.-- und den Privatklägern 2 und 3 

eine Genugtuung von je Fr. 750.--  zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurden die Ge-

nugtuungsforderungen der Privatkläger abgewiesen. Es wurde festgestellt, dass 

der Beschuldigte gegenüber den Privatklägern aus den eingeklagten Ereignissen 

grundsätzlich schadenersatzpflichtig ist. Im Übrigen wurden die Schadenersatz-

forderungen auf den Zivilweg verwiesen. Mit gleichzeitig ergangenem Beschluss 

hat die Vorinstanz das Verfahren gegen den Beschuldigen eingestellt bezüglich 

der Tätlichkeiten vor dem 30. August 2009 (Anklageziffern 1./10., 1./11., 1./12a., 

sowie 1./12b.). 

- 12 - 

2.  Der Beschuldigte hat mit Eingabe vom 10. September 2012 fristgerecht Beru-

fung angemeldet (Urk. 78) und mit Eingabe vom 21. Februar 2013 die Berufungs-

erklärung eingereicht (Urk. 96). Er beantragte einen vollumfänglichen Freispruch 

und die Abweisung der Zivilforderungen. Ausserdem stellte er den Antrag auf 

Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens betreffend die am 20. Juni 2011 von 

C._____ und D._____ getätigten Aussagen sowie betreffend die von der Privat-

klägerin 1 getätigten Aussagen (vgl. Urk. 125 S. 3). 

3.  Seitens der Privatklägerschaft erfolgte weder Berufung noch Anschlussberu-

fung (vgl. Urk. 103).  

4.  Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst Anschlussberufung erhoben (Urk. 102), 

diese mit Eingabe vom 9. September 2013 aber wieder zurückgezogen und 

gleichzeitig ein Gesuch um Dispensation von der Berufungsverhandlung gestellt 

(Urk. 122). Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft wurde daher rechts-

kräftig als durch Rückzug erledigt abgeschrieben und dem Dispensationsgesuch 

zur ersten Berufungsverhandlung vom 3. Dezember 2013 wurde stattgegeben.  

5.  Nach durchgeführtem erstem Berufungsverfahren hat das Obergericht des 

Kantons Zürich, II. Strafkammer, mit Beschluss vom 9. Dezember 2013 festge-

stellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf, 1. Abteilung, vom 30. August 

2012, bezüglich Dispositivziffer 1 (Teilfreisprüche) sowie der gleichentags ergan-

gene Beschluss (Verfahrenseinstellungen) in Rechtskraft erwachsen sind, ferner 

wurde das Verfahren betreffend die Anklageziffern 1./9., 1./10., 1./12a. und 

1./12b. eingestellt. Mit Urteil des Obergerichtes vom 9. Dezember 2013 wurde der 

Beschuldigte vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 

StGB (Anklageziffern 1./3. und 1./5a.) freigesprochen. Er wurde der Freiheitsbe-

raubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 1./5b.), der 

mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB (Anklageziffern 1./2.,1./3.,1./5a. und 1./6.), der Nötigung 

im Sinne von Art. 181 StGB (Anklageziffer 1./2.), der mehrfachen versuchten Nö-

tigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Ankla-

geziffer 1./7.) und der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 126 Abs. 2 lit b StGB (Anklageziffer 1./11.) schuldig gesprochen und mit 

- 13 - 

einer bedingten Freiheitsstrafe vom 18 Monaten und einer Busse von Fr. 100.--  

bestraft. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

25. März 2009 ausgefällte bedingte Geldstrafe wurde nicht widerrufen, und der 

Beschuldigte wurde verwarnt. Ferner wurde über die Zivilansprüche der Privatklä-

ger entschieden. 

6.  Gegen das Urteil vom 9. Dezember 2013 hat der Beschuldigte beim Bundes-

gericht Beschwerde in Strafsachen erhoben. Das Bundesgericht hat die Be-

schwerde mit Urteil vom 22. Oktober 2014 gutgeheissen, das Urteil des Oberge-

richtes des Kantons Zürich vom 9. Dezember 2013 aufgehoben und die Sache 

zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

7.  Am 2. Dezember 2014 hat das Obergericht die Einholung eines psychiatri-

schen Gutachtens (Glaubwürdigkeitsgutachten) über C._____ (Privatkläger 2) 

und D._____ (Privatklägerin 3) bei Dr. med. E._____ beschlossen. Den Parteien 

wurde Frist angesetzt, um sich zur Person der Gutachterin sowie zu den gestell-

ten Fragen zu äussern und eigene Anträge zu stellen (Urk. 143). Innert erstreckter 

Frist liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 21. Januar 2015 Ergänzungsfragen 

an die Gutachterin stellen (Urk. 149). 

Mit Beschluss vom 29. Januar 2015 wurde darüber entschieden, welche Ergän-

zungsfragen des Beschuldigten zuzulassen und welche abzuweisen sind 

(Urk. 152). Gleichentags erfolgte der Gutachtensauftrag an Dr. med. E._____ 

(Urk. 154). Am 2. Oktober 2015 gingen die Gutachten vom 30. September 2015 

betreffend die Privatkläger 2 und 3 ein (Urk. 160 und 161). Mit Präsidialverfügung 

vom 7. Oktober 2015 wurde den Parteien eine Kopie der Gutachten zugestellt und 

Frist zur Stellungnahme angesetzt (Urk. 163). Die Stellungnahme der Staatsan-

waltschaft ging am 19. Oktober 2015 ein (Urk. 165). Die Privatkläger haben auf 

Stellungnahme verzichtet (Urk. 166 und 168). Der vormalige amtliche Verteidiger 

des Beschuldigten legte mit Schreiben vom 20. November 2015 sein Mandat nie-

der (Urk. 169/1). Mit Präsidialverfügung vom 15. Dezember 2015 wurde Rechts-

anwalt lic. iur. X2._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten entlassen 

und Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ als neuer amtlicher Verteidiger bestellt 

(Urk. 173). Innert erstreckter Frist nahm der neue amtliche Verteidiger des Be-

- 14 - 

schuldigten mit Eingabe vom 16. März 2016 zu den Gutachten Stellung 

(Urk. 181). 

8.  Mit Vorladung vom 12. Juli 2916 wurde zur (zweiten) Berufungsverhandlung 

vom 27. September 2016 vorgeladen (Urk. 187A). 

9.  Mit E-Mail vom 23. August 2016 stellte die Staatsanwaltschaft ein Gesuch um 

Dispensation von der Berufungsverhandlung, welches bewilligt wurde (vgl. 

Urk. 190 f.). 

10.  Mit Beschluss vom 7. September 2016 wurde die Publikumsöffentlichkeit von 

der Berufungsverhandlung und von der zweitinstanzlichen Urteilseröffnung aus-

geschlossen (Urk. 192).  

11.  Am 27. September 2016 fand die Berufungsverhandlung statt. B._____ (Pri-

vatklägerin 1) wurde als Auskunftsperson einvernommen.  

12. a)  Der Beschuldigte erschien nicht zu dieser Berufungsverhandlung, sondern 

teilte anlässlich derselben der Kanzlei der II. Strafkammer telefonisch mit, er wer-

de ein ärztliches Zeugnis einreichen (vgl. Prot. II S. 10), welches er kurze Zeit 

später per Fax - über eine Faxnummer der Schweizerischen Post - dann auch zu-

kommen liess (vgl. Prot. II S. 25, Urk. 199). 

In diesem – von Dr. med. F._____ in G._____ ausgestellten – ärztlichen Zeugnis 

mit Datum vom 26. September 2016 wird dem Beschuldigten eine Arbeitsunfähig-

keit zu 100% vom 27. September bis inklusive 28. September 2016 bescheinigt 

(Urk. 199). Andererseits führte die Rechtsvertreterin der Privatklägerin 1 anläss-

lich der zweiten Berufungsverhandlung aus, der Sohn des Beschuldigten (der Pri-

vatkläger 2) habe der Privatklägerin 1 erzählt, dass der Beschuldigte am 

27. September 2016, morgens um 02:00 Uhr auf Instagram gepostet habe, er sei 

in Mazedonien im Ausgang (Prot. II S. 19).  

b)  In der Erwägung, dass die ausgebliebene Partei verpflichtet ist, sie entschuldi-

gende Gründe glaubhaft vorzubringen (vgl. BSK StPO-Eugster, Art. 407 N 1), 

wurde dem Beschuldigten mit Beschluss vom 27. September 2016 Gelegenheit 

gegeben, schriftlich darzutun, weshalb er sich als verhandlungsunfähig erachtete 

- 15 - 

bzw. an der Berufungsverhandlung nicht teilnehmen konnte. Gleichzeitig wurde 

angedroht, dass im Säumnisfall aufgrund der bisherigen Akten über die Frage der 

Verhandlungsfähigkeit bzw. der Entschuldbarkeit seines Nichterscheinens ent-

schieden werde (Urk. 203).  

Der amtliche Verteidiger teilte dem Gericht innert mehrfach erstreckter Frist mit, 

dass er mit dem Beschuldigten trotz mehrfacher Bemühungen keinen Kontakt ha-

be aufnehmen können (Urk. 206-209). Mangels Rücksprachemöglichkeit mit dem 

Beschuldigten sei er nicht in der Lage, entschuldigende Gründe für dessen Fern-

bleiben von der zweiten Berufungsverhandlung mindestens glaubhaft zu machen. 

Entsprechend gehe er davon aus, dass das Gericht feststellen werde, dass der 

Beschuldigte der Berufungsverhandlung unentschuldigt ferngeblieben sei. Ange-

sichts des Verfahrensstandes habe der Beschuldigte durch sein Fernbleiben kei-

nen Nachteil erleiden können (Urk. 209).  

Der Verteidiger hatte schon anlässlich der zweiten Berufungsverhandlung ausge-

führt, dass er im Vorfeld zu dieser Verhandlung keinen Kontakt zum Beschuldig-

ten mehr gehabt habe (Prot. II S. 19). Bis heute hat der Beschuldigte nicht darge-

tan, ob er sich aktuell in der Schweiz oder in Mazedonien aufhält. Gemäss telefo-

nischer Auskunft der Einwohnerkontrolle der Gemeinde G._____ zog der Be-

schuldigte am 20. Mai 2015 von G._____ weg und ist eine neue Adresse nicht 

bekannt (Urk. 186). Obgleich der Beschuldigte – welcher überdies auch öffentlich 

vorgeladen wurde (vgl. Urk. 187A) – um dieses Verfahren sowie den Termin der 

zweiten Berufungsverhandlung wusste (vgl. Urk. 187/1-2), hat er während des 

gesamten Berufungsverfahrens nicht nur seinem amtlichen Verteidiger den Kon-

takt erschwert (vgl. Urk. 181 S. 2; Prot. II S. 19, Urk. 185, Urk. 206 S. 3), sondern 

auch die Aufforderung des Gerichts (Urk. 187/1) ignoriert, seine aktuelle Adresse 

anzugeben und (bei allfälligem Wohnsitz oder Aufenthalt im Ausland) ein Zustel-

lungsdomizil in der Schweiz anzugeben. Unter diesen Umständen hat der Be-

schuldigte eine Kontaktaufnahme mit dem Gericht bewusst vermieden. Hinzu 

kommt, dass aus dem vom Beschuldigten eingereichten Arztzeugnis zwar eine 

Arbeitsunfähigkeit, nicht aber eine Verhandlungsunfähigkeit hervorgeht. Eine Ver-

handlungsunfähigkeit wurde somit seitens des Beschuldigten nicht glaubhaft dar-

- 16 - 

getan. Der Beschuldigte ist deshalb als der mündlichen Berufungsverhandlung 

vom 27. September 2016 unentschuldigt ferngeblieben (im Sinne von Art. 407 

StPO) zu betrachten.  

c)  Das Berufungsverfahren unterliegt weitgehend der Dispositionsmaxime. Ent-

sprechend unterscheiden sich die Säumnisfolgen im Berufungsverfahren (Art. 407 

StPO) von denjenigen im erstinstanzlichen bzw. im Abwesenheitsverfahren 

(Art. 366 ff. StPO; vgl. BSK StPO-Eugster Art. 407 N 2). Gemäss Art. 407 Abs. 1 

lit. a StPO gilt die Berufung oder Anschlussberufung als zurückgezogen, wenn die 

Partei, die sie erklärt hat, der mündlichen Berufungsverhandlung unentschuldigt 

fernbleibt und sich auch nicht vertreten lässt (sog. «Totalversäumnis»; vgl. BGE 

133 I 12 E. 8.1; Urteil 6B_876/2013 E. 2.3.1; 6B_37/2012 E. 4). Nicht als säumig 

zu betrachten ist somit eine Partei, die sich rechtmässig vertreten lässt. Sodann 

regelt das Gesetz in den Art. 407 Abs. 2 und 3 StPO das Verfahren bei Säumnis 

der beschuldigten Person. Hat die Staatsanwaltschaft oder die Privatklägerschaft 

Berufung im Schuld- oder Strafpunkt erklärt und bleibt die beschuldigte Person 

der Verhandlung unentschuldigt fern, so findet ein Abwesenheitsverfahren statt 

(Abs. 2). Dieses kommt folglich nur in Frage, wenn die beschuldigte Person Beru-

fungsbeklagte ist (mit Ausnahme der Berufungen der Staatsanwaltschaft zuguns-

ten der beschuldigten Person; vgl. Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Aufl., 

Art. 407 N 7). Ist die beschuldigte Person Berufungsklägerin und erscheint sie 

nicht zur Verhandlung, so ist die Verhandlung angesichts der vorerwähnten ge-

setzlichen Konzeption und im Lichte der Dispositionsmaxime durchzuführen, so-

fern sie sich rechtmässig vertreten lässt. Ein Abwesenheitsverfahren findet mithin 

nicht statt (so auch GVP 2014 Nr. 74A, Urteil der Strafkammer des Kantonsge-

richts St. Gallen vom 29. August 2014). 

Vorliegend ist der ordnungsgemäss vorgeladene Beschuldigte unentschuldigt 

nicht zur Verhandlung erschienen, war jedoch durch seinen amtlichen Verteidiger 

rechtmässig vertreten. Im Lichte der vorstehend erwähnten Grundsätze durfte die 

Verhandlung deshalb durchgeführt werden, zumal die Beweislage sowie der Ver-

fahrenstand ein Urteil ohne Anwesenheit des Beschuldigten zulässt. 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/86d522a3-b51f-4205-98b3-904419566856?source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/86d522a3-b51f-4205-98b3-904419566856?source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/6ada1ac2-2969-41fc-b759-60da049f477c?source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/f03d43ec-1972-4e47-8769-0b1abdba30d4?citationId=6b8138b4-6d00-4214-8372-0f622317ab93&source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/f03d43ec-1972-4e47-8769-0b1abdba30d4?citationId=6b8138b4-6d00-4214-8372-0f622317ab93&source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/35078956-78f6-4049-9f9b-73be28ef107f?citationId=1fe9f029-97cc-4904-b166-03b19a862092&source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/8ac6a834-6aaa-42dd-b6fe-57f0364ca91c?citationId=70ae4d00-c0a1-4407-9eff-24d368f5afd2&source=document-link&SP=11|0atjgw
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/00000000-0000-0000-0000-000000000000?source=document-link&SP=11|0atjgw

- 17 - 

13.  Der Beschluss des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 9. Dezember 

2013 wurde vor Bundesgericht nicht angefochten und ist in Rechtskraft erwach-

sen, was heute vorab mittels Beschluss festzustellen ist. Mit diesem Beschluss 

wurde die Rechtskraft der Teilfreisprüche und der Verfahrenseinstellungen ge-

mäss Beschluss des Bezirksgerichtes Dielsdorf, 1. Abteilung, vom 30. August 

2012 festgestellt und wurde das Verfahren betreffend Anklageziffern 1./9., 1./10., 

1./12a. und 1./12b. eingestellt. Aus dem Beschluss vom 9. Dezember 2013 geht 

weiter hervor, dass der Beschuldigte betreffend die Anklagevorwürfe 1./1., 1./4. 

und 1.8. rechtskräftig freigesprochen wurde und das Verfahren bezüglich der An-

klagevorwürfe 1./9.,1./10., 1./11., 1.12a. und 1./12b. rechtskräftig eingestellt wur-

de. Gegenstand der Beurteilung im vorliegenden Verfahren bilden die Anklage-

vorwürfe 1./2., 1./3., 1./5a., 1./5b., 1./6., 1./7. und 1./11. 

Betreffend die Anklageziffern 1./3. und 1./5a. wurde der Beschuldigte mit Urteil 

des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 9. Dezember 2013 

vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens freigesprochen. Da das obergerichtliche 

Urteil vom 9. Dezember 2013 mit Urteil des Bundesgerichtes vom 22. Oktober 

2014 vollumfänglich aufgehoben wurde, ist der Freispruch betreffend diese An-

klagepunkte nicht in Rechtskraft erwachsen und ist darüber erneut zu befinden. 

Festzuhalten ist jedoch, dass diese Freisprüche vor Bundesgericht nicht ange-

fochten waren und nicht Gegenstand der Beurteilung durch das Bundesgericht 

bildeten. 

II.  Bindungswirkung des Urteils des Bundesgerichtes vom 22. Oktober 2014 

1. Allgemeiner Grundsatz 

Zur Bindungswirkung eines Rückweisungsentscheides hat sich das Bundesge-

richt im Urteil 6B_372/2011 E. 1 wie folgt geäussert: 
 
"1.1.2 Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der Neubeurteilung 
befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, 
ihrer Entscheidung zugrunde zu legen. Diese Beurteilung bindet auch das Bundesgericht, falls ihm 
die Sache erneut unterbreitet wird. Aufgrund dieser Bindungswirkung ist es den nochmals mit der 
Sache befassten Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Überprüfung einen anderen als den 
bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prü-

- 18 - 

fen, die im Rückweisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung ge-
zogen worden sind (BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 S. 335 f. mit Hinweisen; vgl. hierzu auch Ur-
teile 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 2.1; und 6B_754/2010 vom 4. April 2011 E. 2.2.1). 
Die kantonale Instanz hat sich bei der neuen Entscheidung mit anderen Worten auf das zu be-
schränken, was sich aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der neuen Beurtei-
lung ergibt. Im Falle einer Kassation des Urteils infolge Gutheissung einer Beschwerde in Strafsa-
chen soll folglich nicht das ganze Verfahren neu in Gang gesetzt werden, sondern nur insoweit, 
als dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tra-
gen. In den Grenzen des Verbots der reformatio in peius kann sich dabei die neue Entscheidung 
auch auf Punkte beziehen, die vor Bundesgericht nicht angefochten waren, sofern dies der Sach-
zusammenhang erfordert (BGE 123 IV 1 E. 1; 117 IV 97 E. 4; Urteil 6S.270/2003 vom 28. Novem-
ber 2003 E. 3.2.1 und 3.3.1). 
  
Rügen, die schon gegen das erste kantonale Urteil hätten vorgebracht werden können und deren 
Geltendmachung den Parteien nach Treu und Glauben auch zumutbar war, können nach der 
Rechtsprechung gegen das zweite kantonale Urteil nicht mehr vorgebracht werden (Urteil 
6P.176/2006 vom 16. Februar 2007 E. 3, nicht publiziert in BGE 133 IV 21 E. 3; 117 IV 97 E. 4a 
S. 104, siehe namentlich auch Urteile 6B_503/2007 vom 1. Januar 2008 E. 4.3 und 6S.50/2007 
vom 18.April 2007 E. 2)." 

Diesen Ausführungen zur Bindungswirkung folgend ist nachfolgend darzulegen, 

auf welchen Erwägungen des Bundesgerichts der Rückweisungsentscheid ba-

siert. 

2. Urteil des Bundesgerichtes vom 22. Oktober 2014 

Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 22. Oktober 2014 erwogen, be-

züglich der Aussagen der beiden Kinder des Beschuldigten, welche im Zeitpunkt 

ihrer Befragung 9 bzw. 10 Jahre alt waren, sei eine Beeinflussung durch die Mut-

ter in Betracht zu ziehen, weshalb betreffend die beiden Kinder Glaubwürdigkeits-

gutachten einzuholen seien. Die Aussagen der Kinder könnten ohne Einholung 

eines Glaubwürdigkeitsgutachtens nicht zur Begründung eines Schuldspruchs 

herangezogen werden (Urk. 141 S. 5). Diesen Erwägungen des Bundesgerichtes 

folgend wurde betreffend C._____ (Privatkläger 2) und D._____ (Privatklägerin 3) 

je ein Glaubwürdigkeitsgutachten eingeholt. 

Betreffend die Aussagen der Privatklägerin 1, B._____, führte das Bundesgericht 

aus, die Privatklägerin 1 habe wiederholt widersprüchliche Angaben zu zentralen 

Fragen gemacht, weshalb erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer gesam-

ten Darstellung entstünden. Die Vorinstanz habe zu prüfen, ob sich das wider-

sprüchliche Aussageverhalten der Privatklägerin 1 plausibel erklären lasse oder 

sich die Widersprüche nachvollziehbar auflösen lassen. Dazu sei die Privatkläge-

- 19 - 

rin 1 persönlich anzuhören. Diese Anhörung der Privatklägerin 1 erfolgte durch ih-

re Befragung als Auskunftsperson in der Berufungsverhandlung vom 27. Septem-

ber 2016. 

Demnach wurden den Erwägungen des Bundesgerichtes folgend betreffend die 

Privatkläger 2 und 3 Glaubwürdigkeitsgutachten eingeholt und die Privatklägerin 1 

im Berufungsverfahren als Auskunftsperson einvernommen.  

Den Erwägungen des Bundesgerichtes ist zu entnehmen, dass es auf die Be-

gründung der Freisprüche betreffend Gefährdung des Lebens betreffend Ankla-

geziffer 1/3. und 1/5a. im Urteil des Obergerichtes vom 9. Dezember 2013 abstellt 

und diese in die Argumentation betreffend Widersprüche in den Aussagen der 

Privatklägerin übernimmt. Demzufolge ist mit Bezug auf den Vorwurf der Gefähr-

dung des Lebens auf die Erwägungen im Urteil vom 9. Dezember 2013 zu ver-

weisen (Urk. 129 S. 34-37), und der Beschuldigte in diesen Anklagepunkten vom 

Vorwurf der Gefährdung des Lebens freizusprechen. 

III.   Sachverhaltserstellung 

1. Vorbemerkung 

Infolge rechtskräftiger Freisprüche, Verfahrenseinstellungen und der im vorlie-

genden Verfahren erfolgenden Freisprüche vom Vorwurf der Gefährdung des Le-

bens in den Anklageziffern 1./3. und 1./5a beschränkt sich die Sachverhaltserstel-

lung auf folgende Anklagevorwürfe, welche vom Beschuldigten alle bestritten 

werden: 

In Anklageziffer 1./2. wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe ca. am 6. Mai 

2009 im Haus seiner Eltern in Mazedonien die Privatklägerin 1 mit einem spitzen, 

geschliffenen Fleischmesser bedroht, indem er das Messer mit der Spitze gegen 

sie gerichtet seitlich auf der Höhe seines Kopfes gehalten und gesagt habe, er 

werde sie umbringen. Er habe versucht, mit dem Messer auf sie loszugehen, wo-

bei sein Vater ihm das Messer habe wegnehmen können. Er habe seine Drohun-

- 20 - 

gen mehrfach wiederholt und der Privatklägerin 1 gesagt, wenn sie ihre Familie 

anrufe und von den Drohungen erzähle, werde sie und ihre Familie tot sein. 

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1./3. vorgeworfen, er habe ca. im April 

oder Juni 2010 in der ehelichen Wohnung ein spitzes, geschliffenes Fleischmes-

ser auf der Höhe seines Kopfes mit der Spitze in Richtung des Kopfes der Privat-

klägerin 1 gehalten und gedroht, er werde sie umbringen. Bei diesem Vorfall habe 

er sie am Hals gepackt. 

Gemäss Anklagevorwurf 1/5a. habe der Beschuldigte am 12. oder 13. Januar 

2011 zwischen ca. 20.00 und 21.00 Uhr in der ehelichen Wohnung der Privatklä-

gerin 1 mit einem Messer aus dem Schlaf- oder Kinderzimmer mit einer asymmet-

rischen Klinge und einem schwarzen Griff mit Kompass gedroht, welches er seit-

lich auf der Höhe seines Kopfes mit der Messerspitze in Richtung der Privatkläge-

rin 1 gehalten habe. Ferner habe er gesagt, er werde sie umbringen. Ausserdem 

habe er sie am Hals gepackt. Nach diesem Vorfall habe er die Wohnung zwi-

schen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr verlassen, die Privatklägerin 1 und die beiden 

Kinder in der Wohnung eingeschlossen, Telefone und Hausschlüssel wegge-

nommen und gesagt, sie solle nicht versuchen, nach Hilfe zu rufen, er werde in 

der Nähe bleiben. Er sei zwischen 03.00 Uhr und 04.00 Uhr in die Wohnung zu-

rückgekehrt (Anklageziffer 1./5b.). 

Ca. Ende Januar 2011 oder anfangs Februar 2011 habe der Beschuldigte von 

Mazedonien aus die Privatklägerin 1 angerufen und ihr gesagt, er werde sie und 

ihre Familie umbringen (Anklageziffer 1./6.). 

Im Zeitraum zwischen ca. 2007 und Januar 2011 habe der Beschuldigte mehrfach 

zur Privatklägerin 1 gesagt, er werde ihr die beiden Kinder wegnehmen, und sie 

werde diese nicht mehr sehen, wenn sie den Eltern erzähle, was passiert sei (An-

klageziffer 1./7.). 

Der Beschuldigte habe im Juni 2010 die Privatklägerin 1 in der ehelichen Woh-

nung mit einem Plastikschuhlöffel auf die Oberschenkelseite geschlagen, 

wodurch sie eine längliche Rötung erlitten habe. Ca. im Oktober 2010 habe der 

- 21 - 

Beschuldigte versucht, den Sohn C._____ zu schlagen, und habe die Privatkläge-

rin 1, welche dazwischen gegangen sei, am Rücken getroffen und ihr dadurch ei-

ne Rötung zugefügt (Anklageziffer 1./11.). 

2. Beweismittel und Beweiswürdigung 

2.1. Übersicht 

Im Vordergrund stehen als Beweismittel für die Sachverhaltserstellung die Aussa-

gen der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten sowie die Aussagen des Privat-

klägers 2 und der Privatklägerin 3 (Urk. HD 10/1-10, Urk. HD 11/1-3 und Urk. HD 

12/1-9). 

Die Mutter und der Vater des Beschuldigten, die Schwägerin der Privatklägerin 1 

und ihr Bruder wurden als Zeugen einvernommen (Urk. HD13/1-4). Ferner liegt 

die Zeugenaussage einer Nachbarin der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten 

vor (Urk. HD 13/5). 

Betreffend die von der Privatklägerin 1 geltend gemachten Verletzungen bzw. 

körperlichen Folgen im Zusammenhang mit den Würgevorfällen liegt ein medizini-

sches Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Zürich vom 

14. September 2011 vor (Urk. HD 15/5). Bezüglich der gesundheitlichen Situation 

der Privatklägerin 1 wurden diverse Arztberichte eingeholt (Urk. HD 14/4, Urk. HD 

14/7, Urk. HD14/13, Urk. HD 4/14, Urk. HD 14/18 und Urk. HD 14/29). 

Über den Beschuldigten wurde ein psychiatrisches Gutachten erstellt, welches für 

die Beweiswürdigung relevante Feststellungen betreffend seine Persönlichkeits-

züge enthält (Urk. HD 20/6). 

2.2. Aussagen des Beschuldigten 

2.2.1. Zusammenfassung 

In der Hafteinvernahme vom 8. März 2012 hat der Beschuldigte zuerst ausgesagt, 

er habe mit der Privatklägerin 1 eine perfekte Ehe geführt (Urk. HD10/2 S. 2). Er 

habe bis heute gar nie etwas gegen seine Frau gemacht und die ganze Zeit für 

- 22 - 

die Familie gearbeitet. Im Januar 2011 sei die ganze Familie in Mazedonien in 

den Ferien gewesen, und es sei alles super, normal und perfekt gewesen 

(Urk. HD 10/2 S. 3). Unmittelbar darauf schilderte er dann aber, die Privatklägerin 

1 habe gesagt, er sei schuld, dass sie Schulden hätten und sie habe ihn manch-

mal auch sehr aggressiv von sich weggestossen, manchmal habe sie ihn auch 

geschlagen (Urk. HD 10/2 S. 3). Er denke, sie habe es darauf ausgelegt, einen 

Konflikt anzufangen. Er habe immer geschluckt und nicht darauf reagiert. Seit ei-

nem Jahr habe sie jeden zweiten Tag mit ihm gestritten. Sie habe ihn manchmal 

gestossen und manchmal mit den Fäusten gegen seine Brust geschlagen. Wenn 

sie jeweils aggressiv gewesen sei, habe er die Wohnung für ca. 30 Minuten ver-

lassen bis sie sich beruhigt habe. Sie habe immer zu ihm gesagt, dass sie ihn 

nicht mehr sehen wolle (Urk. HD 10/2 S. 4). Auf den Widerspruch hingewiesen, 

wonach er die Ehe zuerst als sehr gut bezeichnet habe, erklärte er, die Streiterei-

en hätten erst in letzter Zeit angefangen, vorher sei alles in Ordnung gewesen, 

2007 und 2008 sei alles super gewesen (Urk. HD 10/2 S. 6). Ferner bestritt er 

sämtliche Vorwürfe betreffend Drohung mit Umbringen oder mit dem Messer, so-

wie betreffend Würgen und Schlagen. Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin 1 

lügen sollte, erklärte er, sie würden seit einem Jahr das Ehebett nicht mehr teilen. 

Sie habe ihm schon gedroht, er werde sehen, wer sie sei. Sie sei Schweizerin, 

und er sei ein Niemand. Sie würde es so weit bringen, dass er im Gefängnis lande 

(Urk. HD 10/2 S. 9). Diese Drohungen hätten angefangen, als der Vater der Pri-

vatklägerin 1 in Mazedonien festgenommen worden sei, weil er Straftaten began-

gen habe. Die Privatklägerin 1 habe gedacht, er habe etwas damit zu tun, da er 

früher in Mazedonien als Polizist gearbeitet habe und sein Vater pensionierter Mi-

litäroberst sei (Urk. HD 10/2 S. 9). Der Beschuldigte bestritt auch Schläge gegen-

über den Kindern mit der Hand oder dem Schuhlöffel sowie den Vorwurf, dass er 

die Familie in der Wohnung eingesperrt habe (Urk. HD 10/2 S. 10). Betreffend 

letzteren Vorwurf erklärte er, er habe mit einem Kollegen namens H._____ etwas 

besprechen müssen, seine Frau habe ihn gebeten, die Wohnungstüre von aussen 

mit dem Schlüssel abzuschliessen, damit sie nicht aufstehen müsse, wenn er zu-

rückkehre, dies sei im Januar oder Februar 2011 gewesen (Urk. HD 10/2 S. 11). 

- 23 - 

In der Einvernahme vom 31. Mai 2011 sagte der Beschuldigte aus, er habe die 

Kinder nie mit einem Schuhlöffel geschlagen, er habe damit höchstens Ratschlä-

ge gegeben und den Schuhlöffel mahnend in die Höhe gehalten und hin und her 

bewegt. Er habe die Kinder nie geschlagen, jedoch mal an den Ohren gezogen, 

wenn sie unartig waren, jedoch nicht fest (Urk. HD 10/4 S. 2). Er betonte erneut, 

seit dem Tag der Verhaftung des Vaters seiner Frau sei die Beziehung zwischen 

ihm und seiner Frau schlecht geworden. Sie habe ihn immer provoziert und immer 

wieder zu ihm gesagt, "schlag mich, schlag mich, wenn du ein Mann bist". Er ha-

be die Privatklägerin 1 nie gewürgt, sie habe ihn immer wieder schlagen wollen, 

er habe sie höchstens jeweils leicht weggestossen oder von ihm ferngehalten. Vor 

ca. 7 bis 8 Monaten hätten er und seine Frau einen Streit gehabt; damit sie sich 

beruhige, habe er sie leicht gegen die Wand gedrückt (Urk. HD 10/4 S. 3). Er ha-

be seine Frau nicht bedroht, nicht mit dem Messer bedroht und nicht gewürgt. Er 

habe sie im Zusammenhang mit diversen Streitigkeiten mehrfach beschimpft, ihr 

ein- bis dreimal "Nutte" gesagt und "Arschloch" zu ihr gesagt, und dass sie kein 

Mensch sei. Seit der Verhaftung ihres Vaters hätten sie jeden zweiten bis dritten 

Tag Streit gehabt, sie habe ihm vorgeworfen, er habe etwas mit der Verhaftung 

ihres Vaters zu tun. 

In der Schlusseinvernahme vom 12. Januar 2012 sagte der Beschuldigte betref-

fend die Schläge mit dem Schuhlöffel aus, er habe weder die Kinder noch die Ex-

Frau damit geschlagen. Einige Male habe er diesen Schuhlöffel in die Hand ge-

nommen und zu den Kindern gesagt, wenn sie etwas machen würden, dann wür-

de er sie mit dem Schuhlöffel auf den Po schlagen. Dies habe er jedoch nur aus 

Spass gemeint (Urk. HD 10/10 S. 9). Den Anklagevorwurf bestritt er in allen Punk-

ten (Urk. HD 10/10 S. 16). 

Der Beschuldigte hat in der Befragung vor Vorinstanz wiederholt, dass die Pri-

vatklägerin 1 ihm gedroht habe, sie habe mit dem Schweizerpass mehr Rechte 

als er, und sie könne ihn aus dem Land jagen, wann sie wolle. Ihm sei die Schuld 

an der Haft seines Schwiegervaters gegeben worden, da er Polizist sei und in 

Mazedonien viele Freunde habe, die in führenden Positionen sitzen würden. Zu-

dem sei sein Vater Offizier. Es sei der Verdacht entstanden, sie hätten etwas mit 

- 24 - 

der Verhaftung des Vaters der Privatklägerin 1 zu tun (Urk. HD 62 S. 1). Ausser-

dem habe seine Frau eine aussereheliche Beziehung unterhalten. Er habe 

mehrmals Telefonate mitbekommen, die ihm dies gezeigt hätten. Er und seine 

Frau hätten im letzten Jahr keine intime Beziehung mehr unterhalten. Er habe 

dies geschluckt, vor allem wegen den Kindern (Urk. HD 62 S. 2). Wenn es in letz-

ter Zeit zu Streit gekommen sei, sei er jedes Mal zur Seite gegangen, sei stabil 

und ruhig geblieben und habe dies nicht an sich heranlassen wollen. Er sei nie 

laut geworden oder habe aufgeregt reagiert (Urk. HD 62 S. 4). Zu den Kindern 

habe er ein super Verhältnis gehabt, sie hätten ihm mehr als der Mutter gehorcht, 

da er ihnen viel mehr geboten habe. Wenn sie mal nicht gehorchten, habe er sich 

sehr diplomatisch benommen. Wenn sie etwas nicht tun wollten, habe er gesagt 

"Gut, dann mach wie ihr wollt". Dann hätten sie jeweils schnell realisiert, dass ihr 

Verhalten falsch war und sich so verhalten, wie er es gewollt habe (Urk. 62 

S. 5f.). Mit dem Schuhlöffel habe er mit den Kindern gespielt. Sie hätten gespielt 

"Ich hau dir nun eins", das sei aber nur ein Spiel gewesen (Urk. HD 62 S. 12). 

Die Kinder würden unter Druck stehen. Kinder im Alter von 9 oder 11 Jahren sei-

en natürlich beeinflussbar, vor allem, wenn man ihnen sage, der Vater sei im Ge-

fängnis. Insgesamt hat der Beschuldigte die Anklagevorwürfe auch in der Einver-

nahme durch die Vorinstanz vollumfänglich bestritten. 

2.2.2. Würdigung 

Bei den Aussagen des Beschuldigten fällt auf, dass er dazu neigt, die Dinge zu 

seinen Gunsten zu beschönigen. So erklärte er bei der ersten Befragung zuerst, 

er habe mit der Privatklägerin 1 eine perfekte Ehe geführt. Noch im Januar 2011 

sei die ganze Familie in Mazedonien in den Ferien gewesen, und es sei alles su-

per, normal und perfekt gewesen (Urk. HD 10/2 S. 3). Unmittelbar darauf schilder-

te er dann aber tiefgreifende Auseinandersetzungen. Die Privatklägerin 1 habe 

seit einem Jahr jeden zweiten Tag mit ihm gestritten. Sie habe ihn dabei manch-

mal auch geschlagen. Sie habe ihm gedroht, sie werde es so weit bringen, dass 

er im Gefängnis lande (Urk. HD 10/2 S. 9). Er habe immer alles geschluckt und 

nicht darauf reagiert. Die Privatklägerin 1 habe ihn immer provoziert und gesagt 

"schlag mich, schlag mich, wenn du ein Mann bist " (Urk. HD 10/4 S. 2/3). Die Pri-

- 25 - 

vatklägerin 1 habe ihn immer wieder schlagen wollen, er habe sie höchstens 

leicht weggestossen oder von ihm ferngehalten (Urk. HD 10/4 S.3). Wenn es in 

letzter Zeit zu Streit gekommen sei, sei er jedes Mal zur Seite gegangen, sei stabil 

und ruhig geblieben und habe dies nicht an sich heranlassen wollen. Er sei nie 

laut geworden oder habe aufgeregt reagiert (Urk. 62 S. 4).  

Diese Darlegungen des Beschuldigten, wie er immer nur geschluckt und abge-

wehrt haben will, erscheinen vor dem Hintergrund der Feststellungen im psychiat-

rischen Gutachten betreffend den Beschuldigten als nicht glaubhaft. Dr. med. 

I._____ kam in seinem Gutachten vom 4. November 2011 nachvollziehbar zum 

Schluss, dass beim Beschuldigten akzentuierte Persönlichkeitszüge im Sinne ei-

ner rigiden, unflexiblen, an Konventionalität und Stereotypien orientierten Persön-

lichkeitsstruktur vorliegen. Der Gutachter führt sodann aus, wenn etwas nicht 

nach den Vorstellungen und Gewohnheiten des Beschuldigten laufe, gerate die-

ser aus dem Tritt, seine gedanklichen und verhaltensmässigen Stereotypien be-

währten sich dann nicht mehr, und er gerate in einen Zustand innerer Unruhe und 

Erregtheit, der sich auch in aggressiven Ausbrüchen äussern könne. Falls das 

Gericht die aggressiven Ausbrüche des Beschuldigten als glaubhaft einstufe, so 

könnten diese aus psychiatrischer Sicht durchaus mit diesen charakterlichen Ei-

genheiten kausal zusammenhängen. Sie wären dann als eine Überforderungsre-

aktion des Beschuldigten aufgrund seiner von Starrheit und Unflexibilität gepräg-

ten Persönlichkeitsstruktur zu verstehen (Urk. HD 20/6 S. 45). Die vom Beschul-

digten geschilderte Verhaltensweise (Rückzug, Ausweichen, Schlucken) bei Pro-

vokation ist mit diesen diagnostizierten Persönlichkeitszügen kaum vereinbar, 

wogegen aggressive Ausbrüche persönlichkeitsadäquat wären. 

Unglaubhaft erscheint sodann die Darstellung des Beschuldigten, wonach er mit 

den Kindern mit dem Schuhlöffel nur gespielt habe "ich hau dir nun eins". Immer-

hin räumte er ein, dass er einige Male den Schuhlöffel in die Hand genommen 

und gesagt habe, wenn sie etwas machen würden, dann würde er sie mit dem 

Schuhlöffel auf den Po schlagen (Urk. HD 10/10 S. 16). Gänzlich unglaubhaft ist 

schliesslich die Darstellung des Beschuldigten, wonach er sich gegenüber den 

Kindern sehr diplomatisch benommen habe und wenn sie etwas nicht tun wollten 

- 26 - 

gesagt habe "Gut, dann mach wie ihr wollt", dann hätten sie schnell realisiert, 

dass ihr Verhalten falsch sei und sich so verhalten, wie er es gewollt habe 

(Urk. 62 S. 5f, und S. 12). Es widerspricht jeglicher Lebenserfahrung, dass Kinder 

im Alter von 9 oder 11 Jahren sich aufgrund des blossen Hinweises, sie könnten 

machen wie sie wollten, überzeugen lassen, etwas zu tun, was sie nicht wollen.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt 

der Darstellung des Beschuldigten bestehen. 

2.3. Aussagen von Drittpersonen 

2.3.1. Zeugenaussagen J._____ (Urk. HD 13/1) und K._____ (Urk. HD 13/2) 

J._____, der Vater des Beschuldigten, sagte auf die Frage, ob die Schwiegertoch-

ter mit ihm über Schläge oder Würgen gesprochen habe, als Zeuge aus, so etwas 

habe er nicht gesehen, sie habe dies nie zu ihm gesagt. Er habe weder gesehen 

noch gehört, dass sie geschlagen worden sei (Urk. HD 13/1 S. 6). Es habe keinen 

Vorfall gegeben, bei welchem der Beschuldigte in Mazedonien in ihrem Haus mit 

dem Messer auf die Privatklägerin 1 losgegangen sei (Urk. HD 13/1 S. 8). Es tref-

fe auch nicht zu, dass die Schwiegertochter Ende Januar 2011/anfangs Februar 

2011 gesagt habe, der Beschuldigte habe sie am Telefon mit dem Tode bedroht 

und dass der Beschuldigte ihn angerufen habe und so laut gesagt habe, er werde 

die Privatklägerin 1 und deren Familie umbringen, dass es die anwesenden Fami-

lienmitglieder gehört hätten (Urk. HD 13/1 S. 13 f.). 

K._____, die Mutter des Beschuldigten, sagte als Zeugin aus, es treffe nicht zu, 

dass der Beschuldigte anfangs Mai 2010 im Haus in Mazedonien mit dem Messer 

auf die Privatklägerin 1 losgegangen sei (Urk. HD 13/2 S. 7). Es sei auch nicht 

richtig, dass der Beschuldigte die Privatklägerin 1 im Oktober 2010 am Hals ge-

packt habe, und sie die Privatklägerin 1 ins Badezimmer gebracht habe (Urk. HD 

13/2 S. 8). 

- 27 - 

2.3.2. Zeugenaussage L._____ (Urk. HD 13/3) 

Die Schwägerin der Privatklägerin 1 sagte aus, die Privatklägerin 1 habe ihr er-

zählt, dass sie vom Beschuldigten am Hals gewürgt worden sei und er mit dem 

Messer auf sie losgegangen sei (Urk. HD 13/3 S. 7). In der Nacht dieses Vorfalles 

mit dem Würgen sei sie mit den Kindern in der Wohnung eingesperrt worden 

(Urk. HD 13/3 S. 8). 

2.3.3. Zeugenaussage M._____ (Urk. HD 13/4) 

Der Bruder der Privatklägerin 1 sagte als Zeuge aus, der Beschuldigte habe aus 

Mazedonien angerufen als die Privatklägerin 1 mit den Kindern bei ihnen gewohnt 

habe und der Vater des Beschuldigten bei ihnen gewesen sei. Der Beschuldigte 

habe mit B._____ sprechen wollen. Als er dem Beschuldigten gesagt habe, dass 

B._____ nicht da sei, sei dieser ausgerastet und habe gesagt "Ich werde euch 

noch zeigen Mazedonien könnt ihr vergessen". Er habe dies nicht ernst genom-

men (Urk. HD 13/ 4 S. 5). Die Privatklägerin 1 habe ihm erzählt, dass der Be-

schuldigte sie und die Kinder geschlagen habe, dass er sie mit dem Messer be-

droht habe. Dieser habe auch bedrohende SMS geschickt. Er (der Zeuge) habe 

eine gesehen mit dem Inhalt "Du bist mit einem Bein schon im Grab". Von Wür-

gen habe sie nicht erzählt (Urk. HD 13 /4 S. 6 f.) 

2.3.4. Zeugenaussage N._____ 

N._____ ist eine Nachbarin des Beschuldigten und der Privatklägerin 1. Sie sagte 

als Zeugin aus, sie habe den Beschuldigten in der Wohnung herumschreien ge-

hört, sie wisse nicht mehr wie oft. Sie habe die Privatklägerin 1 einmal weinen ge-

hört. Die Kinder habe sie beim Streit der Eltern weinen und schreien gehört 

(Urk. HD. 13/5 S. 4 ff.). 

2.3.5. Würdigung 

a)  Den Zeugenaussagen von N._____ können keine Angaben entnommen wer-

den, welche für die Sachverhaltserstellung herangezogen werden können. 

- 28 - 

b)  Die Aussagen der Eltern des Beschuldigten sind betreffend den Anklagevor-

wurf 1./2. von Relevanz. Bei der Würdigung ihrer Aussagen ist zu berücksichti-

gen, dass sie aufgrund ihrer engen familiären Beziehung ein Interesse daran ha-

ben könnten, ihren Sohn nicht zu belasten und in einem günstigen Licht erschei-

nen zu lassen. Ihren Aussagen ist denn auch zu entnehmen, dass sie offensicht-

lich darauf bedacht waren, den Beschuldigten nicht zu belasten. Eindrücklich 

ergibt sich dies aus den ausweichenden, nichtssagenden Antworten seines Va-

ters, J._____. So antwortete er auf die Frage, ob seine Schwiegertochter mit ihm 

über Schläge oder Würgen gesprochen habe, er habe so etwas nicht gesehen, es 

sei auch nicht recht, dass jemand so etwas tue, es sei ja eine Ehe, sie müssten ja 

zusammenleben. Ausserdem antwortete er mit "Wie kann man jemanden würgen 

und nicht erwürgen" (Urk. HD 13/1 S. 6). Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklä-

gerin 1, wonach der Beschuldigte ein Fleischmesser in der Küche geholt habe, 

damit auf die Privatklägerin 1 losgegangen sei und zu ihr gesagt habe, er werde 

sie umbringen, antwortete er, was das heisse, jemand wolle jemanden umbrin-

gen. Er hielt sodann lapidar fest, sie seien eine Familie mit einem guten Ruf 

(Urk. HD 13/1 S. 8). Ferner antwortete er auf den Vorhalt, die Privatklägerin 1 ha-

be ausgesagt, der Beschuldigte habe ihr weiterhin gedroht, er werde sie umbrin-

gen, "Nein, wie soll er sie umbringen. Was soll das? Wenn jemand jemanden um-

bringen will, kann er das auch draussen tun" (Urk. HD 13/1 S. 8). Solche Aussa-

gen sprechen für sich und sind nicht geeignet, Zweifel an der Darstellung der Pri-

vatklägerin 1 aufkommen zu lassen. Dasselbe gilt bezüglich der Aussagen von 

K._____, der Mutter des Beschuldigten. Ihre Aussagen sind äusserst pauschal 

und erschöpfen sich über weite Strecken in der Bestreitung mit "Nein, das ist nicht 

wahr". 

Insgesamt bestehen erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen der 

Eltern des Beschuldigten. 

c)   Die Verwandten der Privatklägerin 1 (ihr Bruder und ihre Schwägerin) haben 

selber keine Bedrohung der Privatklägerin 1 mit dem Messer mitbekommen, sie 

konnten nur aussagen, was ihnen die Privatklägerin 1 diesbezüglich erzählt hatte. 

Der Bruder der Privatklägerin 1 hat gemäss seiner Aussage leidglich einmal ein 

- 29 - 

SMS des Beschuldigten gesehen, in welchem dieser die Privatklägerin 1 mit dem 

Tod bedroht habe. Den Aussagen von M._____ und von L._____ lassen sich 

mangels eigener Wahrnehmungen keine schlüssigen Erkenntnisse für die Sach-

verhaltserstellung entnehmen. 

2.4. Aussagen von C._____ (Privatkläger 2) und D._____ (Privatklägerin 3) 

2.4.1. Aussagen des Privatklägers 2 

Der Privatkläger 2 (geboren am tt.mm. 2000) wurde am 20. Juni 2011 im Alter von 

rund 10 1/2 Jahren als Auskunftsperson einvernommen. Er sagte aus, der Vater 

habe die Mutter ein paar Mal geschlagen, er habe dies viele Male gesehen. Der 

Vater sei zweimal mit dem Messer auf die Mutter losgegangen. Einmal habe der 

Vater das Messer aus der obersten Schublade im Elternschlafzimmer geholt 

(Urk. HD 12/3 S. 3). Einmal sei der Vater in Mazedonien im Haus der Grosseltern 

mit einem Messer auf die Mutter losgegangen (Urk. HD 12/3 S. 5, 00:46:05). Er 

bestätigte, dass er zwei Vorfälle mit dem Messer gesehen habe, einen in der 

Schweiz und einen in Mazedonien. Während des Vorfalles in der Schweiz habe er 

geweint und habe den Vater gebeten, er solle aufhören, der Vater habe dann das 

Messer auf den Boden getan. Der Vater habe bei diesem Vorfall zur Mutter ge-

sagt, wenn sie ihrem Vater oder sonst jemandem oder der Polizei etwas sage, 

bringe er sie um (Urk. HD 12/3 S. 3). 

Der Vater habe die Mutter ein paar Mal am Hals gepackt, und die Mutter habe ein 

paar Mal keine Luft mehr bekommen. Wenn er sich recht erinnere, sei dies in Ma-

zedonien gewesen. Hier in der Schweiz habe er nie gesehen, dass der Vater am 

Hals der Mutter etwas mache (Urk. HD 12/3 S. 5). 

Auf die Frage, ob es vorgekommen sei, dass er, seine Schwester und die Mutter 

nicht mehr aus der Wohnung hätten gehen können, bestätigte der Privatkläger 2 

dies und erklärte, der Vater habe die Wohnung verschlossen und sei weggegan-

gen, während sie drei zuhause eingeschlossen gewesen seien (Urk. HD 12/3 

S. 3/4). 

- 30 - 

Der Vater habe ihn und seine Schwester mit dem Schuhlöffel geschlagen auf die 

Oberschenkel und die Oberarme. Er habe wegen diesen Schlägen mit dem 

Schuhlöffel ca. zwei oder drei Mal am rechten Oberschenkel blaue Flecken ge-

habt und auch einmal am Knie. Der Vater habe auch die Schwester auf die glei-

che Weise geschlagen, er sei aber öfter drangekommen als seine Schwester. Er 

habe zweimal gesehen, dass der Vater die Mutter mit dem Schuhlöffel geschla-

gen habe. 

2.4.2. Aussagen der Privatklägerin 3  

Die Privatklägerin 3 (geboren am tt.mm.2002) wurde ebenfalls am 20. Juni 2011, 

damals rund 9 Jahre alt, als Auskunftsperson einvernommen. Sie sagte aus, sie 

habe gesehen, wie Papi Mami am Hals gepackt habe. Mami habe gesagt, er solle 

aufhören, es tue ihr weh, sie habe fast nicht reden können, weil Papi so fest zu-

gedrückt habe. Sie habe dann eine andere Stimme bekommen. Mami sei auch 

schon rot am Hals gewesen (Urk. HD 12/4 S. 3). Sie habe Angst um Mami ge-

habt, am meisten, wenn Papi Mami am Hals festgehalten habe (Urk. HD 12/4 

S. 3). 

Papi habe auch ein paar Mal das Messer genommen, dieses hole er aus der Kü-

che, ein anderes befinde sich im Schlafzimmer neben dem Bett in einem Fach. Es 

habe einen schwarzen Griff (Urk. HD 12/4 S. 3). 

Papi habe Ohrfeigen ausgeteilt, mit der Faust auf den Oberschenkel geschlagen. 

Er habe sie ganz fest geschlagen, sie habe ein paar Mal mega feste Kopfschmer-

zen bekommen. Er habe sie und den Bruder mit dem Schuhlöffel geschlagen, 

dies habe am meisten Schmerzen verursacht (Urk. HD 12/4 S. 4). 

2.4.3. Würdigung  

Betreffend die Privatkläger 2 und 3 wurde ein Glaubwürdigkeitsgutachten bei Dr. 

med. E._____ vom Zentrum für Kinder- und Jugendforensik der Psychiatrischen 

Universitätsklinik Zürich eingeholt. Die beiden Gutachten datieren je vom 30. Sep-

tember 2015 (Urk. 160 und 161). 

- 31 - 

In beiden Gutachten werden der Explorand/die Explorandin mittels wissenschaftli-

cher Methoden, die von der Gutachterin im einzelnen verständlich beschrieben 

werden, aufgrund der Akten, Explorationsgespräche, Fremdauskünfte und psy-

chologischen Tests auf seine/ihre Entwicklung, Intelligenzgrad und Persönlichkeit 

untersucht. Anschliessend werden ihre Aussagen einer fundierten Analyse unter-

zogen. Vertieft setzt sich die Gutachterin mit der Beziehung der Exploranden zu 

beiden Elternteilen und einer möglichen Beeinflussung des Aussageverhaltens 

auseinander. Die Gutachten bezüglich beider Kinder wurden sorgfältig nach dem 

Stand der Wissenschaft erstellt. Es erfolgten fundierte Erhebungen, und die Gut-

achten sind schlüssig abgefasst. Auch die Verteidigung anerkennt, dass die fach-

liche Richtigkeit nicht in Frage gestellt werden kann und den Gutachten zu folgen 

ist (Urk. 181 S. 5 f.). 

Gestützt auf das Gutachten betreffend C._____ konnten demnach keine Hinweise 

auf eine symbiotische Verflechtung zwischen Mutter und Sohn gefunden werden, 

welche ihn in seiner Erkenntnis und Willensfähigkeit beeinträchtigt hätten, so dass 

er durchaus auch positive Gefühle gegenüber dem Vater hat und noch heute in 

einem deutlichen Loyalitätskonflikt verhaftet ist. Es liegen keine Hinweise auf eine 

Suggestion seitens der Mutter vor, vielmehr haben sich die Familienangehörigen 

nicht über die aggressiven Übergriffe des Vaters ausgetauscht. Auch aufgrund 

der inhaltlichen Analyse der Aussagen von C._____ ist eine relevante Fremdbe-

einflussung nicht anzunehmen (Urk. 160 S. 66). Die Gutachterin weist darauf hin, 

dass die Aussagen konstant und stabil sind, keine relevanten Abweichungen vor-

liegen weder innerhalb der Einvernahme noch zu den Angaben gegenüber der 

Gutachterin in den Explorationsgesprächen (Urk. 161 S. 53). Seine Aussagen 

weisen nach gutachterlicher Einschätzung logische Konsistenz und Realitätsbe-

zug auf. Zusammenfassend erweisen sich die Aussagen von C._____ als glaub-

haft, und es kann für die Sachverhaltserstellung auf sie abgestellt werden. 

Dem Gutachten betreffend D._____ ist zu entnehmen, dass ihre Aussagen als 

konstant eingeschätzt werden, keine relevanten inhaltlichen Abweichungen vor-

liegen, weder innerhalb der Einvernahme noch im Rahmen der Begutachtung 

(Urk. 161 S. 31). Ihre Aussagen enthalten diverse Realkennzeichen, weisen logi-

- 32 - 

sche Konsistenz auf und enthalten Details wie die Beschreibung des Messers, 

dessen Aufbewahrungsort, die emotionale und verbale Reaktion der Eltern und 

die Beschreibung des Schuhlöffels etc. (Urk. 161 S. 33). Ferner wird von der Gut-

achterin festgehalten, dass D._____ eigene psychische Vorgänge und Emotio-

nen, wie Angst um die Mutter und vor dem Vater beschreibt. Dass die Explorandin 

als Neunjährige mit niedriger Intelligenz in grösserem Umfang Gespräche, Reak-

tionen, Reflexionen und innerpsychische Vorgänge in den Einvernahmen habe 

darstellen können, weist nach gutachterlicher Einschätzung auf ein erlebnisba-

siertes Geschehen hin (Urk. 161 S. 39). Die Gutachterin hebt die konstante Schil-

derung des Kerngeschehens und die Übereinstimmung mit den Aussagen des 

Bruders und der Mutter hervor, was auf die Glaubhaftigkeit hinweise (Urk. 161 

S. 40). Es bestehen nach Einschätzung der Gutachterin keine Anhaltspunkte für 

eine bewusste Falschbelastung des Vaters (Urk. 161 S. 41). Der Realitätsbezug 

der Aussagen von D._____ habe im Rahmen der Begutachtung untermauert wer-

den können (Urk. 161 S. 43). Das Gutachten kommt zum Schluss, dass keine 

Hinweise bestehen für eine symbiotische Verflechtung zwischen Mutter und Toch-

ter und für eine aktive Suggestion seitens der Mutter auf die Kinder betreffend die 

umstrittenen Sachverhalte. Es sei ersichtlich geworden, dass die Familienangehö-

rigen sich nicht über die strittigen Übergriffe des Vaters ausgetauscht hätten (Urk. 

161 S. 44 f.). D._____ verfüge über eine intakte Willensbildung und -äusserung 

und eine altersadäquate Abgrenzungsfähigkeit. Eine relevante Fremdbeeinflus-

sung in Bezug auf die strafrechtliche relevanten Aussagen sei nicht anzunehmen 

(Urk. 161 S. 45). 

Aufgrund der schlüssigen Darlegungen in den Gutachten betreffend die Privatklä-

ger 2 und 3 ist somit festzuhalten, dass die Aussagen der beiden Kinder glaubhaft 

erscheinen und keine Anhaltspunkte für eine Fremdbeeinflussung durch die Mut-

ter bestehen. 

Gestützt auf die Aussagen der beiden Kinder ist somit erstellt, dass der Beschul-

digte einmal mit einem Messer, welches er aus der Schublade im Schlafzimmer 

geholt hat, auf die Privatklägerin 1 losgegangen ist, dass der Privatkläger 2 bei 

diesem Vorfall weinte und den Vater gebeten hat, aufzuhören. Beide Kinder schil-

- 33 - 

derten ferner, dass der Beschuldigte die Mutter mehrmals am Hals gepackt habe, 

so dass diese keine Luft bekommen habe, wobei die Privatklägerin 3 aussagte, 

die Privatklägerin 1 sei auch schon rot am Hals gewesen und habe einmal, als er 

fest zugedrückt habe, fast nicht mehr reden können. Der Privatkläger 2 sagte aus, 

der Beschuldigte habe bei diesem Vorfall zur Privatklägerin 1 gesagt "ich bring 

dich um, din Tod isch cho". Aufgrund der glaubhaften Aussagen der beiden Kin-

der lässt sich der Anklagesachverhalt betreffend Drohung im Anklagepunkt 1./5a 

erstellen.  

Betreffend den Anklagesachverhalt 1./5b (Freiheitsberaubung) bestätigte der Pri-

vatkläger 2, es sei vorgekommen, dass er, seine Schwester und die Mutter nicht 

mehr aus der Wohnung hätten gehen können, da der Vater die Wohnung ver-

schlossen habe und weggegangen sei, während sie drei zuhause eingeschlossen 

gewesen seien (Urk. HD 12/3 S. 3/4). Auch betreffend diesen Anklagesachverhalt 

stützen die Aussagen des Privatklägers 2 diejenigen der Privatklägerin 1.  

Die Aussage des Privatklägers 2, wonach der Beschuldigte in Mazedonien bei 

den Grosseltern mit dem Messer auf die Privatklägerin 1 losgegangen sei, stützt 

den Anklagevorwurf 1./2. Zwar wird die Nötigungshandlung der Drohung, wenn 

sie ihrem Vater oder der Polizei etwas sage, vom Privatkläger 2 im Zusammen-

hang mit dem Anklagevorwurf 1./5a erwähnt, wo ein solcher nicht angeklagt ist, 

nicht jedoch im Zusammenhang mit dem Vorfall in Mazedonien (Anklagevorwurf 

1./2.), dies ändert nichts daran, dass eine solche Drohung vom Privatkläger 2 be-

stätigt wird, weshalb auch der Nötigungsvorwurf erstellt ist, wobei bezüglich der 

korrekten zeitlichen Einordnung auf die Angaben der Privatklägerin 1 als erwach-

sene Person abzustellen ist. Damit ist der Anklagesachverhalt 1./2. aufgrund der 

Aussagen des Privatklägers 2 erstellt. 

Der Anklagevorwurf 1./11. ist ebenfalls aufgrund der glaubhaften Aussagen der 

beiden Kinder erstellt. Beide bestätigten, vom Beschuldigten mit dem Schuhlöffel 

geschlagen worden zu sein, der Privatkläger 2 sagte zudem aus, er habe zweimal 

gesehen, dass der Vater die Mutter mit dem Schuhlöffel geschlagen habe. Die 

Privatklägerin 3 erklärte, der Beschuldigte habe die Privatklägerin 1 mit dem 

Schuhlöffel auf die Beine und den Po geschlagen (Urk. HD 12/4 S. 4). 

- 34 - 

Die Anklagesachverhalte 1./3., 1./6. und 1./7. lassen sich aufgrund der Aussagen 

der beiden Privatkläger 2 und 3 nicht erstellen. Es ist darauf hinzuweisen, dass 

der Privatkläger 2 aussagte, er habe nur zwei Vorfälle mit dem Messer gesehen, 

einen in Mazedonien und einen in der Schweiz (Urk. HD12/3 S. 5). Bezüglich der 

in Anklageziffer 1./7. angeklagten Drohung, der Privatklägerin 1 die Kinder weg-

zunehmen, ist darauf hinzuweisen, dass der Privatkläger 2 in seiner Befragung 

angab, er habe Angst, dass der Vater, wenn er frei sei, die Mutter umbringe und 

ihn und die Privatklägerin 3 nach Mazedonien bringen würde (Urk. HD 12/3 S. 7). 

Auch die Privatklägerin 3 erklärte, sie habe Angst, dass der Vater sie mitnehmen 

würde (Urk. HD 12/4 S. 5). 

2.5. Aussagen der Privatklägerin 1 

2.5.1. Erwägungen des Bundesgerichtes 

Betreffend die Aussagen der Privatklägerin 1 hat das Bundesgericht in seinem 

Entscheid vom 22. Oktober 2014 festgehalten, das Bezirksgericht habe die Dar-

stellung der Privatklägerin 1 bezüglich der Vorwürfe des versuchten strafbaren 

Schwangerschaftsabbruches und der Gefährdung des Lebens (Anklageziffern 

1./1. und 1./4.) als widersprüchlich beurteilt und den Beschuldigten freigespro-

chen. Das Obergericht habe bezüglich des Anklagevorwurfes 1./5a die Aussagen 

der Privatklägerin mit Bezug auf den Vorwurf der Gefährdung des Lebens als wi-

dersprüchlich beurteilt. Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass ihre Aussagen 

bezüglich eines nicht zur Anklage gebrachen Vorfalls in der Einvernahme vom 

23. Mai 2011 inkonstant seien. Da die Privatklägerin 1 wiederholt widersprüchli-

che Angaben zu zentralen Fragen gemacht habe, entstehen nach Auffassung des 

Bundesgerichtes erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der gesamten Darstel-

lung der Privatklägerin 1. Das Obergericht wurde angewiesen, zu prüfen, ob sich 

die Widersprüche nachvollziehbar auflösen lassen, eine persönliche Anhörung 

der Privatklägerin 1 scheine dazu unerlässlich (BGer 6B_333/2014 E. 1.3.2 und 

E. 3). Dieser Anordnung des Bundesgerichtes folgend wurde die Privatklägerin 1 

am 27. September 2016 als Auskunftsperson befragt. 

 

- 35 - 

2.5.2. Befragung als Auskunftsperson vom 27. September 2016 

Die Privatklägerin 1 wurde in der Befragung als Auskunftsperson vom 27. Sep-

tember 2016 zu den im Entscheid des Bundesgerichts aufgeführten Widersprü-

chen in ihren früheren Aussagen befragt.  

Auf Vorhalt der Widersprüche betreffend den Vorwurf des versuchten strafbaren 

Schwangerschaftsabbruchs (Anklageziffer 1./1.) – hinsichtlich der Frage, ob sie 

Blut oder Wasser verloren habe – gab die Privatklägerin 1, stark weinend zur 

Antwort, sie könne sich nicht mehr daran erinnern, ob es Blut oder Wasser gewe-

sen sei, sie könne sich nur noch an die Schläge erinnern. Sie wolle nichts Fal-

sches sagen, wenn sie sich nicht mehr erinnern könne (Prot. II S. 18). Auf den 

weiteren Vorhalt – wonach sie vor der Polizei ausgesagt habe, sie sei zur Zeit 

dieses Vorfalls im 4. oder 5. Monat schwanger gewesen, und vor der Staatsan-

waltschaft, es sei im 6. Schwangerschaftsmonat gewesen – und die Anschluss-

frage, ob sie diese zeitlichen Unterschiede erklären könne, antwortete die Privat-

klägerin 1, sie wisse nur noch, dass es ein paar Monate vor der Geburt gewesen 

sei. Der Beschuldigte sei betrunken zurückgekommen, und sie habe bereits ge-

schlafen. Er habe mehrmals geklingelt, was sie aber nicht gehört habe. Wahr-

scheinlich habe er dann bei den Nachbarn geklingelt und sei dann hochgekom-

men. Darauf habe er stark gegen die Türe geklopft. Dies habe sie mitbekommen 

und sei dann aufgestanden. Er habe dann voll die Türe zugeknallt und sie voll ge-

gen die Wand gedrückt. Sie sei dann zu Boden gekommen, und dann habe er sie 

getreten. In welchem Schwangerschaftsmonat dies gewesen sei, könne sie sich 

nicht mehr erinnern. Sie könne sich einfach immer noch an die Schläge erinnern, 

wie diese gewesen seien (Prot. II S. 14 ).  

Auf Vorhalt der Widersprüche betreffend den Vorwurf der Gefährdung des Lebens 

(Anklageziffer 1./4.) – wonach sie einerseits in der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 23. Mai 2011 ausgesagt habe, es sei ihr schwarz vor den Augen 

geworden, und sie sei dann im Badezimmer in Anwesenheit ihrer Schwiegermut-

ter (wieder) zu sich gekommen, und sie andererseits in der staatsanwaltschaftli-

chen Befragung vom 6. Juni 2011 ausgesagt habe, sie wisse nicht, ob sie das 

Bewusstsein verloren habe, sie könne sich einfach erinnern, dass die Schwie-

- 36 - 

germutter ihr mit einem nassen Tuch die Stirn befeuchtet habe – antwortete die 

Privatklägerin 1 unter Tränen, sie wisse einfach nur noch, dass sie hinter der Türe 

beim WC gewesen sei, und dass die Schwiegermutter bei ihr gewesen sei und ihr 

ein nasses Tuch aufgelegt habe. Wie sie dorthin gekommen und wie es passiert 

sei, wisse sie nicht mehr. Sie könne sich einfach noch an die Hilfe erinnern, die 

sie bekommen habe, und an die Schläge, und wer dabei gewesen sei, aber wie 

genau alles gewesen sei, daran könne sie sich nicht mehr erinnern (Prot. II S. 15). 

Auf den weiteren Vorhalt – wonach sie in der zweiten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme auf eine entsprechende Frage bestätigt habe, dass sie Urin- und 

Stuhlabgang gehabt habe, derweil sie in der vorhergehenden Einvernahme Ent-

sprechendes nicht erwähnt habe – sagte sie aus, sie wisse heute wirklich nicht 

mehr, ob sie Urin- und Stuhlabgang gehabt habe (Prot. II S. 15). 

Auf Vorhalt, weshalb sie in der Einvernahme vom 23. Mai 2011 zuerst einen (nicht 

zur Anklage gebrachten) Vorfall vom Dezember 2010 geschildert habe – bei wel-

chem der Beschuldigte mit einem Messer in der Hand auf sie zugerannt sei, sie 

erfolglos versucht habe, sich im Badezimmer einzusperren, und danach ins 

Wohnzimmer gegangen sei, wo er sie am Hals gepackt habe und mit der rechten 

Hand das Messer in der Höhe gegen sie gehalten und gesagt habe, er bringe sie 

um (vgl. Urk. HD 11/2 S. 16) –, dann aber nach einer Unterbrechung der Einver-

nahme ausgesagt habe, sie wolle etwas berichtigen, der Beschuldigte habe sie 

insgesamt dreimal gewürgt, im April 2010, Oktober 2010 und Januar 2011, im 

Dezember 2010 habe es keinen Vorfall gegeben, antwortete die Privatklägerin 1, 

sie sei sich damals wegen den Ferien nicht sicher gewesen. Es sei nach den Ap-

rilferien gewesen, als der Beschuldigte es das erste Mal gemacht habe. Dann sei 

es wieder im Oktober passiert, ebenfalls nach den Ferien. Und dann sei es nach 

dem Neujahr wieder geschehen. Sie habe deshalb (zuerst) nicht mehr gewusst, 

ob es vor oder nach dem Neujahr gewesen sei. Es sei ihr dann aber in den Sinn 

gekommen, dass es nach den Ferien, im Januar 2011, und nicht vor den Ferien, 

im Dezember 2010, gewesen sei (Prot. II S. 16).  

Auf Vorhalt ihrer früheren Aussagen zu Anklagevorwurf 1./5a. – wonach sie zuerst 

ausgesagt habe, der Beschuldigte habe sie am Hals gepackt, nicht gewürgt, aber 

- 37 - 

mit der linken Hand am Hals gehalten (Urk. HD 11/2 S. 18), und sie später auf 

entsprechende Frage bejaht habe, dass sie bei diesem Vorfall Urin- und Stuhlab-

gang gehabt habe (Urk. HD 11/3 S. 4) – und auf die Anschlussfragen, ob sie da-

mals auch unabhängig von den Würgevorfällen unkontrollierten Urinabgang ge-

habt habe, wenn ja, in welchem Zusammenhang, und ob sie gegebenenfalls des-

halb in ärztlicher Behandlung gestanden sei, antwortete die Privatklägerin 1 (u.a.), 

sie habe das auch heute noch, wenn sie das Würgen in sich spüre. Sie habe 

dann Probleme beim Atmen. Sie spüre noch heute, wie er komme, um sie zu 

würgen. Sie könne nachts nicht schlafen, habe immer einen Druck in sich drin, 

weil er das immer wieder gemacht habe. Sie glaube, dass wenn sie in diesem 

Moment aufstehen würde, auch wieder Urin in der Unterhose hätte. Das Gericht 

könne auch den Arzt fragen. Dies sei einfach aufgrund der Angst, die einfach 

nicht weg sei (Prot. II S. 17).  

2.6. Würdigung der Aussagen der Privatklägerin 1 

2.6.1. Vorbemerkungen 

Unter Hinweis auf vorstehende Erwägungen (2.4.3.) betreffend die Würdigung der 

Aussagen der Privatkläger 2 und 3 ist festzuhalten, dass der Sachverhalt gemäss 

Anklageziffern 1./2., 1./5a, 1./5b und 1./11. gestützt auf die glaubhaften Aussagen 

der beiden Kinder weitgehend erstellt ist. Ihre Aussagen stützten diejenigen der 

Privatklägerin 1 zu diesen Anklagepunkten und sprechen für die Glaubhaftigkeit 

ihrer Darstellung.  

Betreffend die Anklagesachverhalte 1./6. und 1./7. beruht die Anklage einzig auf 

den Aussagen der Privatklägerin 1. Beim Anklagesachverhalt 1./3. handelt es sich 

um einen mit denjenigen gemäss Anklagevorruf 1./2. und 1./5a. vergleichbaren 

Vorwurf, der aufgrund der Aussage des Privatklägers 2 nicht erstellt werden kann, 

da er sich nur an einen Vorfall in der ehelichen Wohnung (Anklageziffer 1./5a) und 

einen in Mazedonien (Anklageziffer 1./2.) erinnern konnte. 

Vorab ist festzuhalten, dass nicht unglaubhafte Aussagen der Privatklägerin 1 be-

treffend die Vorwürfe der Gefährdung des Lebens (Anklageziffern 1./3. und 1./5a) 

- 38 - 

zum Freispruch im vorliegenden Verfahren führen. Vielmehr sind es gerade ihre 

Aussagen zu Knoten am Hals; Antibiotikabehandlung und ihre Hinweise auf eine 

Stressinkontinenz, ihre Ausschläge, welche Zweifel am Eintritt einer unmittelbaren 

Lebensgefahr aufkommen lassen. Hätte sie den Beschuldigten zu Unrecht belas-

ten wollen, hätte sie nicht von sich aus auf diese Stresssymptomatik bzw. die Ent-

zündung hingewiesen. Unklarheiten in diesem Kontext sind auch damit erklärbar, 

dass die Privatklägerin 1 nicht über medizinische Kenntnisse zu Hautunterblutun-

gen bei Würgevorgängen verfügt und wohl nicht zu unterscheiden vermag zwi-

schen solchen Hautunterblutungen und den von ihr geschilderten blauen Verfär-

bungen unter den Augen wegen des vielen Weinens oder dem von ihr geschilder-

ten punktförmigen Ausschlag. Punktförmige Hautunterblutungen hat die Privatklä-

gerin 1 denn auch nicht von sich aus erwähnt. Ihr wurden vielmehr in der polizeili-

chen Einvernahme entsprechende Fotos von Punktblutungen vorgehalten, und 

sie wurde gefragt, ob sie solche gehabt habe (Urk. HD 11/1 S. 8/9).  

Die Freisprüche betreffend die Vorwürfe der Gefährdung des Lebens erfolgen 

einzig deshalb, weil keine unmittelbare Lebensgefahr erstellt werden konnte. Dar-

aus, dass der Beschuldigte betreffend diese Anklagepunkte freizusprechen ist, da 

Zweifel am Eintritt einer unmittelbaren Lebensgefahr bestehen, kann nicht ge-

schlossen werden, dass die Aussagen der Privatklägerin 1 allgemein unglaubhaft 

sind. 

Auch die Widersprüche in den Aussagen, welche zu einer Rückweisung durch 

das Bundesgericht führten, konnten im Rahmen der Befragung vom 27. Septem-

ber 2016 von der Privatklägerin 1 plausibel erklärt werden. Aus dem verbalen wie 

nonverbalen Aussageverhalten der Privatklägerin 1 anlässlich ihrer Befragung 

vom 27. September 2016 geht eindrücklich hervor, dass diese aufgrund des Vor-

gefallenen bis heute traumatisiert ist und sich deswegen noch immer in ärztlicher 

Behandlung befindet. Der an der Befragung deutlich sichtbare Gemütszustand 

der fast durchgehend stark weinenden Privatklägerin, der so nicht gespielt werden 

kann, deutet auf eine hohe Authentizität ihrer Aussagen hin. Dabei ist es nach-

vollziehbar, dass sich der Privatklägerin 1 insbesondere die Schläge und Tritte 

des Beschuldigten mit aller Deutlichkeit eingeprägt haben, während sie sich hin-

- 39 - 

sichtlich weiterer Einzelheiten weniger gut zu erinnern vermochte, welche für sie 

offensichtlich nicht von zentraler Bedeutung waren. Wie die unentgeltliche Vertre-

terin der Privatklägerin 1 zutreffend ausführte (Urk. 201 S. 8), kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass ein sich in einer Ausnahmesituation befindendes Ge-

waltopfer einen Vorfall erlebnismässig nach den gleichen Kriterien gewichtet, wie 

sie nachträglich zur juristischen Erfassung dieses Vorfalls von Bedeutung sind. 

Wenn die Privatklägerin 1 deshalb hinsichtlich solcher für sie eher unwichtigen 

Details – Urin- und Stuhlabgang, Bewusstlosigkeit, genauer Schwangerschafts-

monat – widersprüchlich aussagte, so vermag dies ihre glaubhaften Aussagen 

zum Verhalten des Beschuldigten nicht in Frage zu stellen.  

2.6.2. Zu den einzelnen Anklageziffern 

a) Anklageziffer 1./2. 

Die Vorinstanz hat die Aussagen, welche diesen Anklagesachverhalt betreffen, 

zutreffend wiedergegeben. Es kann darauf verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO; Urk. 95 S. 31 ff.). 

Auch mit Bezug auf die Würdigung der Aussagen kann der Vorinstanz gefolgt 

werden. Insbesondere ist ihr darin beizupflichten, dass die Schilderungen der Pri-

vatklägerin 1 detailreich und nachvollziehbar sind. Lebensnah schildert sie, wie 

der Beschuldigte die ganze Nacht hindurch mit Kollegen unterwegs gewesen sei 

und dann nach der Heimkehr fortlaufend erbrochen habe. Auf ihre Frage, was er 

gemacht habe, habe er keine Antwort gegeben und die Tür zugeknallt. Auch die 

Schwiegereltern seien anwesend gewesen und hätten wissen wollen, was er ge-

macht habe. Sie schilderte auch, dass ihr Schwiegervater dazwischen ging, als 

der Beschuldigte mit dem Messer auf sie losging und ihm das Messer wegneh-

men konnte und dass die Schwiegermutter sie nach dem Vorfall an die frische 

Luft brachte.  

Es ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin 1 die Anwesenheit der Schwie-

gereltern nicht erwähnt hätte, wenn sie den Beschuldigten wahrheitswidrig belas-

tet hätte, musste sie doch damit rechnen, dass diese ebenfalls einvernommen 

- 40 - 

würden. Dass die Schwiegereltern der Privatklägerin 1 deren Darstellung nicht 

bestätigten, vermag die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen (entgegen der Auffassung 

der Verteidigung, Urk. 125 S. 21) nicht zu erschüttern, zumal die Eltern des Be-

schuldigten offensichtlich darauf bedacht waren, ihn nicht zu belasten. Eindrück-

lich ergibt sich dies - wie bereits erwähnt - aus den ausweichenden, nichtssagen-

den Antworten seines Vaters, J._____. So antwortete er auf die Frage, ob seine 

Schwiegertochter mit ihm über Schläge oder Würgen gesprochen habe, er habe 

so etwas nicht gesehen, es sei auch nicht recht, dass jemand so etwas tue, es sei 

ja eine Ehe, sie müssten ja zusammenleben. Ausserdem antwortete er mit "Wie 

kann man jemanden würgen und nicht erwürgen" (Urk. HD 13/1 S. 6). Auf Vorhalt 

der Aussagen der Privatklägerin 1, wonach der Beschuldigte ein Fleischmesser in 

der Küche geholt habe, damit auf die Privatklägerin 1 losgegangen sei und zu ihr 

gesagt habe, er werde sie umbringen, antwortete er, was das heisse, jemand wol-

le jemanden umbringen. Er hielt sodann lapidar fest, sie seien eine Familie mit ei-

nem guten Ruf (Urk. HD 13/1 S. 8). Ferner antwortete er auf den Vorhalt, die Pri-

vatklägerin 1 habe ausgesagt, der Beschuldigte habe ihr weiterhin gedroht, er 

werde sie umbringen, "Nein, wie soll er sie umbringen. Was soll das? Wenn je-

mand jemanden umbringen will, kann er das auch draussen tun" (Urk. HD 13/1 

S. 8). Solche Aussagen sprechen für sich und sind nicht geeignet, Zweifel an der 

Darstellung der Privatklägerin 1 aufkommen zu lassen. Dasselbe gilt bezüglich 

der Aussagen von K._____, der Mutter des Beschuldigten. Ihre Aussagen sind 

äusserst pauschal und erschöpfen sich über weite Strecken in der Bestreitung mit 

"Nein, das ist nicht wahr". 

Wie bereits mehrfach erwähnt, wird die Darstellung der Privatklägerin 1 gestützt 

durch die glaubhaften Aussagen des Privatklägers 2. Der Sachverhalt ist gestützt 

auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1 und des Privatklägers 2 erstellt. 

- 41 - 

b) Anklageziffer 1./3. 

Betreffend diesen Anklagesachverhalt hat die Privatklägerin 1 ausgeführt, der Be-

schuldigte sei ca. im Juni 2010 aus Mazedonien zurückgekehrt, und sie habe ihn 

gefragt, wofür er das Geld gebraucht habe, das er bei verschiedenen Personen 

ausgeliehen habe, denn sie sei während seines Aufenthaltes in Mazedonien von 

Leuten aufgesucht worden, die wissen wollten, wo er sei und die von ihm Geld zu-

rückverlangten. Sie habe den Beschuldigten auch gefragt, weshalb er während 

eines halben Jahres nicht gearbeitet habe und ihr dies nicht gesagt habe. Der Be-

schuldigte sei wegen der Fragen wütend geworden, sei in die Küche gerannt, ha-

be das Fleischmesser aus dem Messerblock genommen, sei mit dem Messer in 

der Hand, die Spitze gegen sie gerichtet, auf sie zugerannt, habe sie mit der an-

dern Hand am Hals gepackt und habe gesagt, er werde sie umbringen. 

Die Darstellung der Privatklägerin 1 ist plausibel. Insbesondere ist nachvollziehbar 

dass der Beschuldigte wegen ihren unangenehmen Fragen in Aufregung geriet, 

welche in einen aggressiven Ausbruch mündete. Dass eine solche Verhaltens-

weise mit den charakterlichen Eigenheiten des Beschuldigten vereinbar ist, wurde 

im psychiatrischen Gutachten dargelegt. Der Gutachter stellt fest, dass der Be-

schuldigte aus dem Tritt gerät, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen und 

Gewohnheiten läuft, worauf es zu aggressiven Ausbrüchen kommen kann 

(Urk. HD 20/6 S. 45).  

Der Übergriff lief sodann nach dem gleichen Muster ab wie der vorhergehende 

(Anklageziffer 1./2.) und der nachfolgende (Anklageziffer 1./5a.), was für ein all-

gemeingültiges Tatmuster spricht. 

Der Sachverhalt ist somit gestützt auf die glaubhaften detaillierten Aussagen der 

Privatklägerin 1 erstellt. 

c) Anklageziffern 1./5a und 1./5b 

Der Anklagevorwurf 1./5a basiert auf den Aussagen der Privatklägerin 1. Sie hat 

bezüglich dieses zeitlich letzten Vorfalles vor ihrer Anzeigeerstattung konstant 

- 42 - 

ausgesagt, der Beschuldigte habe sie mit dem Messer bedroht, mit der Hand am 

Hals festgehalten, bis die Kinder ihn dazu gebracht hätten, loszulassen (Urk. HD 

11/1 S. 10). Sie schilderte nachvollziehbar, dass der Auslöser für das gewalttätige 

Vorgehen des Beschuldigten eine Diskussion wegen Geldproblemen gewesen 

sei. Sie habe ihn gefragt, weshalb er immer nach Mazedonien gehe. Er habe er-

klärt, er gehe dorthin, um die Geldprobleme zu lösen, er werde das Auto verkau-

fen. Sie habe sich nach ihrem Schmuck erkundigt, und er habe erwidert, er werde 

diesen in Mazedonien schätzen lassen. Sie habe wiederum gesagt, ihr Schmuck 

werde nicht verkauft, er solle den Mercedes verkaufen. Der Beschuldigte habe 

sich über ihre wiederholten Fragen aufgeregt und sei ins Kinderzimmer oder ins 

Schlafzimmer gegangen und habe ein Messer geholt mit schwarzem Griff, ge-

zackter Schneidefläche und einer Wasserwaage im Griff. Er sei auf sie zuge-

kommen, habe die Messerspitze gegen sie gerichtet und sie mit der linken Hand 

am Hals gepackt. Er habe gesagt, sie solle aufhören mit der Fragerei wegen dem 

Geld, er werde das Problem selber lösen. Die Kinder seien gekommen und hätten 

geweint. Die Tochter habe sie gebeten, mit dem Streiten aufzuhören (Urk. HD 

11/2 S. 17 f.). 

Der Beschuldigte räumte selber ein, er habe zur fraglichen Zeit mit der Privatklä-

gerin 1 über die Schulden gesprochen. Die Privatklägerin 1 habe ihn für die 

Schulden verantwortlich gemacht. Sie habe ihn manchmal auch sehr aggressiv 

gestossen, manchmal auch geschlagen. Er denke, sie sei darauf aus gewesen, 

mit ihm einen Konflikt anzufangen. Er habe immer nur geschluckt und nicht darauf 

reagiert (Urk. HD 10/2 S.3 f.). Dieses vom Beschuldigten geschilderte Schlucken 

und passive Verhalten im Konflikt erscheint indessen nicht persönlichkeitsadä-

quat, eine aggressive Reaktion, wie sie die Privatklägerin 1 schildert, erscheint 

aufgrund seiner Persönlichkeitszüge viel naheliegender.  

Die detaillierte nachvollziehbare Schilderung des Vorfalles durch die Privatkläge-

rin 1 wird gestützt durch die Aussagen der beiden Kinder. Der Privatkläger 2 sag-

te aus, der Vater sei zweimal mit dem Messer auf die Mutter losgegangen, einmal 

in Mazedonien und einmal in der Schweiz. Beim Vorfall in der Schweiz habe der 

Vater das Messer aus der obersten Schulbade im Elternschlafzimmer geholt 

- 43 - 

(Urk. HD 12/3 S. 3). C._____ konnte das Messer ferner genau beschreiben. Er 

erklärte weiter, er habe geweint und den Vater gebeten, er solle aufhören. Der 

Vater habe die Mutter ein paar Mal am Hals gepackt. Wenn er sich recht erinnere, 

sei dies in Mazedonien gewesen, hier in der Schweiz habe er nie gesehen, dass 

der Vater am Hals der Mutter etwas mache (Urk. HD 12/3 S. 5). Die Aussagen 

des Privatklägers 2 wirken authentisch, erfolgen nicht stereotyp und erwecken 

nicht den Eindruck von Angelerntem. Letzteres zeigt sich u.a. darin, dass seine 

Aussagen in verschiedenen Punkten von denjenigen der Privatklägerin 1 abwei-

chen, er gibt an, er habe nur zweimal gesehen, wie der Vater mit dem Messer auf 

die Mutter losging, wogegen die Privatklägerin 1 drei Vorfälle schildert. Dasselbe 

gilt bezüglich seiner Aussage, er habe nie gesehen, dass der Vater der Mutter in 

der Schweiz am Hals etwas gemacht habe. Der Privatkläger 2 wirkt emotional be-

troffen und traurig. Er spricht eher leise, wirkt ernst und konzentriert. Sein Aussa-

geverhalten und seine Stimmung sind stets der Thematik adäquat. Es bestehen 

insgesamt keine Anhaltspunkte dafür, dass der Privatkläger 2 nicht tatsächlich Er-

lebtes schildert und über die Mutter Angelerntes wiedergibt. Die Glaubhaftigkeit 

der Aussagen des Privatklägers 2 wird durch das Gutachten bestätigt. 

Auch die Privatklägerin 3 schildert, dass Papi ein paar Mal das Messer genom-

men habe, dieses hole er aus der Küche oder aus dem Schlafzimmer aus einem 

Fach neben dem Bett. Mit dem Messer erschrecke er die Mutter und halte es ihr 

an den Hals (Urk. HD 12/4 S. 3). Sie habe auch gesehen, wie Papi Mami am Hals 

gepackt habe. Auch bei D._____ ist festzustellen, dass sie stimmungsmässig dem 

Befragungsthema entsprechend reagiert. Bei der Schilderung der Messerattacken 

und des Packens am Hals wirkt sie der Situation angemessen bedrückt und be-

troffen. Sie kann ihre Angst glaubhaft schildern. Auch bei ihr entsteht nicht der 

Eindruck, dass sie Angelerntes wiedergeben würde. Ihre Aussagen sind ihrem 

jüngeren Alter entsprechend weniger strukturiert als diejenigen ihres älteren Bru-

ders und fallen pauschaler aus. Ausserdem zeigt sie eine Tendenz zur Übertrei-

bung, indem sie z.B. aussagte, der Vater habe fast immer sie, ihre Mutter und ih-

ren Bruder geschlagen (Urk. HD 12/4 S. 3), und sie habe von den Schlägen des 

Vaters paarmal mega feste Kopfschmerzen bekommen (Urk. HD 12/4 S. 4). In 

diesem Zusammenhang ist auch die Aussage der Privatklägerin 1 zu beachten, 

- 44 - 

wonach die Privatklägerin 3 ihr erzählt habe, dass sie vom Vater geschlagen wer-

de, sie aber manchmal auch Sachen sage, die nicht stimmen (Urk. HD11/2 S. 28). 

Festzuhalten ist, dass die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin 3 

ebenfalls durch das Gutachten bestätigt wurde. 

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 1, welche durch diejeni-

gen der beiden Kinder untermauert werden, ist somit der Anklagesachverhalt er-

stellt. 

Der Anklagevorwurf betreffend Freiheitsberaubung (Anklageziffer 1./5b.) beruht 

auf den Aussagen der Privatklägerin 1. Sie hat diesbezüglich ausgesagt, der Be-

schuldigte habe am 12. oder 13. Januar 2011, nachdem er mit dem Messer auf 

sie losgegangen sei und sie bedroht und gewürgt habe, die Wohnung um 22.30 

Uhr verlassen und sie und die Kinder bis zu seiner Rückkehr gegen 04.00 Uhr 

eingeschlossen und die Telefone und beide Schlüssel mitgenommen (Urk. 

HD11/1 S. 10/11; Urk. HD 11/2 S. 29/30). 

Der Beschuldigte machte bezüglich dieses Vorwurfes geltend, er habe mit einem 

Kollegen etwas besprechen müssen. Die Privatklägerin 1 habe ihn gebeten, die 

Wohnungstüre von aussen mit dem Schlüssel abzuschliessen, damit sie nicht 

aufstehen müsse, wenn er zurückkehre (Urk. HD 10/2 S. 11). 

Aufgrund der insoweit übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin 1 und des 

Beschuldigten hat er beim fraglichen Vorfall die Wohnungstüre von aussen abge-

schlossen, als er die Wohnung in der Nacht verlassen hat. Der Beschuldigte stell-

te jedoch in Abrede, der Privatklägerin 1 den Hausschlüssel weggenommen zu 

haben, so dass sie die Wohnung nicht mehr verlassen konnte. 

Der Privatkläger 2 antwortete auf die Frage, ob es vorgekommen sei, dass seine 

Mutter, seine Schwester und er nicht mehr aus der Wohnung hätten gehen kön-

nen, der Vater habe die Wohnung verschlossen und sei weggegangen während 

sie drei zuhause eingeschlossen gewesen seien, bis er wieder nach Hause ge-

kommen sei. Die Mutter habe nicht gewollt, dass der Vater die Wohnung ver-

schliesse (Urk. HD 12/3 S. 3 /4).  

- 45 - 

Die Privatklägerin 3 erklärte, der Vater habe sie, die Mutter und den Bruder auch 

schon in der Wohnung eingeschlossen und den Schlüssel versteckt, das sei 

mehrmals passiert (Urk. HD12/4 S. 5).  

Die Schilderung der Privatklägerin 1 ist konstant und widerspruchslos. Sie lässt 

sich zudem mit dem erstellten vorausgehenden gewalttätigen Vorgehen des Be-

schuldigten in Einklang bringen. Die Aussagen der Privatkläger 2 und 3 stützen 

die Aussagen der Privatklägerin 1. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach 

die Privatklägerin 1 ihn gebeten habe, die Türe von aussen zu schliessen, ist vor 

dem Hintergrund der erfolgten Drohung und Gewaltausübung eine höchst unge-

wöhnliche Reaktion. Es ist daher auf die stimmige und glaubhafte Darstellung der 

Privatklägerin 1 abzustellen. Der Sachverhalt ist erstellt. 

d) Anklageziffer 1./6. 

Die Vorinstanz hat die für die Beurteilung dieser Anklageziffer relevanten Aussa-

gen der Privatklägerin 1 sowie der Vaters und der Mutter des Beschuldigten, der 

Schwägerin der Privatklägerin 1 und des Bruders der Privatklägerin 1 korrekt dar-

gelegt, darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 95 S. 75 ff.). 

Mit der Vorinstanz ist die Darstellung der Privatklägerin 1 betreffend diesen An-

klagepunkt als nachvollziehbar und realistisch zu beurteilen. Ihre Aussagen stim-

men mit denjenigen des Vaters des Beschuldigten insoweit überein, als dieser 

bestätigte, dass er im Tatzeitpunkt anwesend war und dass ein Telefongespräch 

zwischen der Privatklägerin 1 und dem Beschuldigten stattfand. Er habe sich mit 

seinem Sohn am Telefon unterhalten und gewollt, dass sich die beiden versöhn-

ten. Er habe dann das Telefon an die Privatklägerin 1 übergeben und sie habe im 

Korridor telefoniert. Dagegen sagte er abweichend von der Darstellung der Privat-

klägerin 1 aus, sie habe nichts von einer Drohung gesagt, und er habe auch keine 

solche gehört. Die bei ihm erkennbare Tendenz, seinen Sohn nicht zu belasten, 

wurde bereits vorstehend aufgezeigt. Dass er keine Drohung wahrnahm, spricht 

nicht gegen die Darstellung der Privatklägerin 1. Seine Aussagen vermögen die 

Aussagen der Privatklägerin 1 nicht in Zweifel zu ziehen.  

- 46 - 

Gestützt werden die Aussagen der Privatklägerin 1 ferner durch die Aussage ih-

res Bruders, der erklärte, er habe an einem Mittag, als der Vater des Beschuldig-

ten bei ihnen gewesen sei, das Telefon abgenommen. Der Beschuldigte habe an-

gerufen und habe die Privatklägerin 1 sprechen wollen. Als er diesem gesagt ha-

be, dass die Privatklägerin 1 nicht da sei, sei der Beschuldigte ausgerastet und 

habe gesagt, "Ich werde es euch noch zeigen. Mazedonien könnt ihr vergessen". 

Dass M._____ den Beschuldigten nicht unnötig belastet, ergibt sich daraus, dass 

er erklärte, er habe die Aussage des Beschuldigten nicht ernst genommen, dieser 

sei zu diesem Zeitpunkt wütend gewesen.  

Die ganzen Umstände, dass die Privatklägerin 1 für den Beschuldigten in dieser 

Zeit nicht erreichbar war, der Vater des Beschuldigten aus diesem Grunde in die 

Schweiz reiste, um Nachschau zu halten und zwischen der Privatklägerin 1 und 

dem Beschuldigten zu vermitteln, stützen zusammen mit den Feststellungen im 

psychiatrischen Gutachten, wonach der Beschuldigte aufgrund seiner akzentuier-

ten Persönlichkeitszüge in einen Zustand der inneren Unruhe und Erregtheit gera-

te, wenn etwas nicht nach seinen Vorstellungen und Gewohnheiten laufe, und es 

zu aggressiven Ausbrüchen kommen könne (Urk. HD 20/6 S. 45), die Aussagen 

der Privatklägerin 1. Gestützt auf ihre glaubhaften Aussagen ist der Anklagesach-

verhalt erstellt. 

e) Anklageziffer 1./7. 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe zwischen 2007 und Januar 2011 

der Privatklägerin 1 mehrfach gesagt, er werde ihr die beiden Kinder wegnehmen, 

und sie werde diese nie mehr sehen, wenn sie ihren Eltern erzähle, was passiert 

sei. 

Bezüglich dieser Anklageziffer kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. HD 95 S. 84 f.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Entgegen der Argumentation der Verteidigung (Urk. 128 S. 30) spricht so-

dann nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Privatklägerin 1, dass sie die Kinder trotz 

der Drohungen des Beschuldigten nach Mazedonien in die Ferien gehen liess, 

gab sie doch (auf die Frage, welchen Eindruck die Worte des Beschuldigten auf 

- 47 - 

sie gehabt hätten) spontan und nachvollziehbar an, sie habe jedes Mal, wenn die 

Kinder bei den Schwiegereltern in Mazedonien gewesen seien, angerufen und ge-

fragt, ob alles gut sei (Urk. 11/2 S. 7). Der Sachverhalt ist somit aufgrund der ko-

härenten Aussagen der Privatklägerin 1, welche in nachvollziehbarem Kontext mit 

den vorausgehenden Gewalttätigkeiten stehen, erstellt. 

f) Anklageziffer 1./11. 

Bezüglich dieses Anklagesachverhaltes hat die Privatklägerin 1 in der polizeili-

chen Befragung ausgeführt, der Beschuldigte schlage die Kinder mit der offenen 

Hand und mit dem Schuhlöffel. Letzteres verursache extreme Schmerzen, die be-

troffenen Stellen würden ganz stark brennen, sie wisse das, weil sie damit auch 

geschlagen werde, wenn sie dazwischen gehe, wenn er die Kinder schlage. Der 

Schuhlöffel hinterlasse rote Striemen, die Kinder hätten oft Striemen am Rücken 

und den Oberschenkeln gehabt (Urk. HD. 11/1 S. 10). 

In der Einvernahme als Auskunftsperson vom 23. Mai 2011 sagte sie aus, der 

Beschuldigte habe die Kinder mehrfach mit dem langen Schuhlöffel geschlagen 

(Urk. HD 11/2 S. 26). Sie sei jeweils dazwischen gegangen und manchmal habe 

er sie erwischt. Im Oktober habe sie eine Rötung am Rücken gehabt, als sie sich 

schützend über die Kinder gebeugt habe (Urk. HD 11/2 S. 29). 

Die Aussagen der Privatklägerin 1 sind glaubhaft. Sie schildert eindrücklich den 

brennenden Schmerz, welchen ein Schlag mit dem Schuhlöffel bewirkt. Ihre Aus-

sagen werden gestützt durch die Aussagen der Kinder. Diese sagten beide aus, 

der Vater habe sie mit dem Schuhlöffel geschlagen. Der Privatkläger 2 gab an, er 

habe zweimal gesehen, dass der Vater die Mutter mit dem Schuhlöffel geschla-

gen habe (Urk. HD 12/3 S. 4). Die Privatklägerin 3 schilderte ebenfalls, dass der 

Vater sie und den Bruder mit dem Schuhlöffel geschlagen habe, was am meisten 

Schmerzen verursacht habe (Urk. HD 12/4 S. 4). 

Diesen klaren Aussagen des Privatklägers und der Privatklägerinnen stehen die 

diffusen und nicht glaubhaften Erklärungen des Beschuldigten gegenüber, der 

zwar einräumte, er habe den Schuhlöffel in die Hand genommen aber nur aus 

- 48 - 

Spass und um zu spielen "ich hau dir nun eins". Es bestehen somit keine un-

überwindbare Zweifel im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO an der Sachdarstellung 

der Privatklägerschaft. Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1./11. ist erstellt.  

IV. Rechtliche Würdigung 

Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend Anklageziffer 1./2. ist zutref-

fend, ihren Erwägungen ist nichts beizufügen (Urk. 95 S. 37 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Der Beschuldigte ist daher der Drohung im Sinne von Art