# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 072ddf54-99c1-5877-a520-e9387954db40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.08.2011 D-4440/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4440-2011_2011-08-16.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4440/2011

U r t e i l   v om   1 6 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;  
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

Parteien A._______, geboren (…),
Nigeria, 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 27. Juli 2011 / N (…)

D­4440/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
im  November  2007  verliess  und  nach  einer  mehrmonatigen  Reise  auf 
dem  Landweg  nach  Libyen  und  von  dort  per  Schiff  im  Juni  2008  nach 
Italien gelangte,

dass  er  am  24. Mai  2011  in  die  Schweiz  einreiste  und  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um  Asyl 
nachsuchte,

dass  das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  EURODAC­Datenbank 
feststellte,  der  Beschwerdeführer  sei  am  25. Juli  2008  durch  die 
österreichischen  und  am  21. November  2008  durch  die  italienischen 
Behörden daktyloskopisch erfasst worden,

dass  für  die Aussagen  des Beschwerdeführers  zur Verfolgungssituation 
im Heimatland auf die Akten verwiesen wird,

dass  dem  Beschwerdeführer  im  Rahmen  seiner  Befragung  zur  Person 
und  zu  den  Asylgründen  vom  27. Mai  2011  im  EVZ  B._______  das 
rechtliche  Gehör  zum  EURODAC­Ergebnis  sowie  zu  einer  allfälligen 
Wegweisung nach Österreich oder Italien gewährt wurde,

dass er angab, er habe sich bis Ende Juli 2008 in Italien aufgehalten und 
sei dann nach Österreich weitergereist,

dass  er  im  November  2008  von  den  österreichischen  Behörden  nach 
Italien überstellt worden sei und er sich in der Folge bis zur Einreise in die 
Schweiz in Italien aufgehalten habe,

dass  sein  in  Italien  gestelltes  Asylgesuch  erst­  und  zweitinstanzlich 
abgelehnt worden sei,

dass er in Italien aber eine befristete Aufenthaltsbewilligung (für zweimal 
6 Monate) erhalten habe,

dass er nicht dorthin zurückkehren wolle, da er  in  Italien keine Hilfe und 
keine Unterkunft erhalten habe,

dass  er  auch  nicht  nach Österreich  zurückkehren wolle,  da  er während 
seines dortigen Aufenthaltes inhaftiert gewesen sei,

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dass das BFM mit Verfügung vom 27. Juli 2011 – eröffnet am 3. August 
2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und 
die Wegweisung nach Italien anordnete,

dass das Bundesamt den Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die 
Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu 
verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisungsverfügung  beauftragte,  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen 
diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  ihm  die 
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer sei gemäss eigenen Aussagen im Juni 2008 in Italien 
eingereist und habe gemäss EURODAC­Treffer vom 21. November 2008 
in Italien ein Asylgesuch gestellt, 

dass  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen 
[DAA,  SR 0.142.392.68])  und  auf  das  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft, 
der Republik Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, 
Anwendung  und  Entwicklung  des  Schengen­Besitzstands  und  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig 
sei,

dass  Italien am 28. Juni 2011 einer Übernahme des Beschwerdeführers 
gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des 
Rates vom 18. Februar 2003 (Dublin­II­Verordnung; nachfolgend Dublin­
II­VO) zugestimmt habe,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens am 28. Dezember 2011 zu erfolgen habe,

dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Gewährung 
des rechtlichen Gehörs zu einer Wegweisung nach Italien kein Hindernis 
für eine Wegweisung dorthin darstellten,

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dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei, die Wegweisung aus 
der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und 
der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich 
sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  9. August  2011 
(Eingangsstempel  BFM:  10. August  2011)  beim  BFM  ein 
Akteneinsichtsgesuch und gleichzeitig eine Beschwerdeschrift einreichte,

dass das Bundesamt die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht 
weiterleitete, wo sie am 12. August 2011 einging,

dass  der  Beschwerdeführer  (in  englischer  Sprache)  beantragte,  der 
angefochtene  Entscheid  sei  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  sei 
anzuerkennen,  es  sei  Asyl  zu  gewähren  und  festzustellen,  dass  der 
Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei, und 
die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  sowie  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersuchte, eventualiter sei die aufschiebende Wirkung 
wiederherzustellen und die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen, 
die  Kontaktnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaats 
sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventuell 
sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdeführende Person 
darüber in einer separaten Verfügung zu informieren,

dass  auf  die  (in  deutscher  Sprache  gehaltene)  Begründung  –  soweit 
entscheidwesentlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  12. August  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 

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Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme nicht vorliegt,

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  die  in  Englisch  und  damit  nicht  in  einer  Amtssprache  verfassten 
Beschwerdeanträge  verständlich  sind  und  dieses  Verfahren  prioritär  zu 
behandeln  ist  (Art. 109  Abs. 2  AsylG;  Erwägung  Nr. 4  Dublin­II­VO), 
weshalb auf eine Übersetzung verzichtet wurde,

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde – 
unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches 
zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20),

dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im 
Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (BVGE 
2010/45 E. 8.2.3 und 10.2),

dass  dementsprechend  die  Anordnung  von  Ersatzmassnahmen 
respektive  die  Feststellung  von  diesen  zugrundeliegenden 
Vollzugshindernissen  auch  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens sein kann,

dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin 
beantragt wird, es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen,

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dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin  beantragt 
wird,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers 
festzustellen und ihm Asyl zu gewähren,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  eigenen  Angaben  im  Juni  2008  in 
Italien in den Dublin­Raum einreiste,

dass  sich  aus  den  Akten  ergibt,  dass  er  nach  seiner  Rückführung  aus 
Österreich  in  Italien  daktyloskopisch  erfasst  worden  ist,  als  er  in 
D.______ ein Asylgesuch einreichte,

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dass  Italien  in Bezug auf eine Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 
zuständig  ist  und  die  italienischen  Behörden  der  Übernahme  des 
Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. e  Dublin­II­VO  mit 
Schreiben vom 28. Juni 2011 zustimmten (vgl. Akten BFM A 18/1),

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines 
Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,

dass  hinsichtlich  des  Einwandes  des  Beschwerdeführers,  er  habe  in 
Italien keine Unterkunft gehabt und keine Hilfe erhalten,  festzuhalten  ist, 
dass  Italien  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten 
Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem 
Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen 
konfrontiert sieht,

dass  Italien  aufgrund  seiner  ausdrücklichen  Zustimmung  indes 
verpflichtet ist, über das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu befinden, 
und vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, der italienische 
Staat würde den Zugang zu einem  funktionierenden Asylverfahren nicht 
gewährleisten,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene 
Kapazitätsprobleme in jüngster Zeit akzentuiert haben dürften,

dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass 
zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  würde  nach  der 
Rückführung  in  Italien  in  eine  existenzielle  Notlage  geraten,  zumal  er 
aufgrund  seines  früheren  Aufenthaltes  mit  den  Verhältnissen  in  Italien 
bestens vertraut ist,

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Seite 8

dass  weder  den  vorinstanzlichen  Akten  noch  der  Beschwerdeschrift 
Hinweise  auf  eine  besondere  Verletzlichkeit  des  Beschwerdeführers 
entnommen werden können,

dass  somit  ohne weiteren Begründungsaufwand  davon  auszugehen  ist, 
das BFM habe keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt gehabt,

dass  der  Beschwerdeführer  schliesslich  in  Bezug  auf  den  in  der 
Beschwerde geäusserten Wunsch, mit  der Überstellung nach  Italien  bis 
Ende  November  2011  zuzuwarten,  da  er  bis  dahin  eine  Wohnung 
organisiert haben dürfte, an die Vollzugsbehörden zu verweisen ist, da es 
diesen obliegt, die Überstellungsmodalitäten festzusetzen,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d   AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid  im 
Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

dass  im Rahmen des Dublin­Verfahrens  –  bei  dem es  sich, wie  bereits 
erwähnt,  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des 
Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt  –  systembedingt  kein  Raum 
bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m. 
Art. 83 Abs. 1 AuG,

dass eine entsprechende Prüfung, soweit notwendig, vielmehr bereits im 
Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende 
Erwägungen),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  für  die  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu bestätigen 
ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

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Seite 9

dass  mit  vorliegendem  Urteil  das  Beschwerdeverfahren  abgeschlossen 
ist, weshalb sich die Anträge auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen, 
wie  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung,  Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses und Unterlassung der Datenweitergabe an die 
Behörden  des  Heimatstaates,  welche  ohnehin  nur  für  die  Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens wirksam sind, als gegenstandslos erweisen,

dass  im  Übrigen  aus  den  dem  Gericht  vorliegenden  Akten  nicht 
hervorgeht,  die  Vorinstanz  habe  den  Beschwerdeführer  betreffende 
Daten  an  den  Heimatstaat  weitergegeben,  weshalb  auf  das 
Eventualbegehren,  es  sei  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  der 
Beschwerdeführer darüber  in einer separaten Verfügung zu  informieren, 
mangels  Rechtsschutzinteresses  im  Rahmen  dieses  Verfahrens  nicht 
einzutreten ist,

dass  das  mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs.  1  und  2  VwVG 
abzuweisen  ist,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden 
Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 
kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art. 65 
Abs. 1 und 2 VwVG) wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: