# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 898bc2c4-c333-530e-bca9-c57f2edc51fc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 01.09.2020 HG170202
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG170202_2020-09-01.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 
 

Geschäfts-Nr.: HG170202-O U 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Präsident, Oberrichterin Dr. Helen 

Kneubühler Dienst, Handelsrichter Thomas Steinebrunner, Handels-

richter Dr. Felix Graber und Handelsrichter Christian Zuber sowie 

der Gerichtsschreiber Rudolf Hug 

 

Urteil vom 1. September 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y2._____,  

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Inhaltsverzeichnis 
Rechtsbegehren ........................................................................................................... 3 
I. Sachverhalt und Verfahren ............................................................................... 4 
A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................. 4 
B. Prozessverlauf ............................................................................................. 5 
II. Prozessuales .............................................................................................. 6 
A. Prozessvoraussetzungen ............................................................................. 6 
 1. Vorbemerkungen ............................................................................................. 6 
 2. Zuständigkeit ................................................................................................... 6 
 3. Bestimmtheit der Rechtsbegehren .................................................................. 7 
 4. Objektive Klagehäufung ................................................................................ 10 
 5. Klageänderung .............................................................................................. 11 
 6. Übrige Prozessvoraussetzungen .................................................................. 11 
B. Noveneingabe und Stellungnahme ............................................................ 12 
C. Editionsanträge des Klägers ...................................................................... 12 
III. Materielles .......................................................................................................... 14 
A. Allgemeines zur Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast ........... 14 
B. Sachverhalt ................................................................................................ 15 
C. Qualifikation des Rechtsverhältnisses ........................................................ 17 
 1. Parteistandpunkte ......................................................................................... 17 
 2. Rechtliches .................................................................................................... 19 
 3. Würdigung ..................................................................................................... 20 
D. Hauptbegehren: Schadenersatz aus Pflichtverletzung............................... 27 

1. Parteistandpunkte ......................................................................................... 27 
 2. Rechtliches .................................................................................................... 29 
 3. Würdigung: Dauerhafte Pflichtverletzung ...................................................... 34 
 4. Würdigung: Verletzung der Pflicht zur Risikoaufklärung ............................... 46 
 5. Würdigung: Unangemessene Empfehlungen ................................................ 50 
 6. Würdigung: Genehmigung ............................................................................ 52 
 7. Fazit  ............................................................................................................. 55 
E. Eventualbegehren 1: Rückforderung von Zuvielleistungen ........................ 55 
 1. Parteistandpunkte ......................................................................................... 55 
 2. Rechtliches .................................................................................................... 57 
 3. Würdigung ..................................................................................................... 58 
F. Eventualbegehren 2: Ansprüche aus Devisenkursmanipulation ................ 59 
 1. Parteistandpunkte ......................................................................................... 59 
 2. Rechtliches .................................................................................................... 60 
 3. Würdigung: Auskunft und Rechenschaftsablage/Negativerklärung .............. 62 
 4. Würdigung: Schadenersatzbegehren ............................................................ 65 
G. Zusammenfassung und Fazit ..................................................................... 65 
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................ 67 
A. Gerichtskosten ........................................................................................... 67 
B. Parteientschädigung .................................................................................. 68 
Dispositiv ..................................................................................................................... 68 

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Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 1'000'000.– nebst 
5% Zins seit 1. Januar 2013 zu bezahlen. 
2. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 100'000.– nebst 
5% Zins seit 10. Juni 2012 zu bezahlen. 
3.a. Die Beklagte sei zu verpflichten, Auskunft und Rechenschaft dar-
über zu erteilen, ob und in welcher Höhe der Kläger aufgrund von ma-
nipulierten Devisen- und/oder Edelmetallhandelskursen im Zeitraum 
1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2012 einen finanziellen Nachteil und/-
oder Schaden erlitten hat. Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, 
dem Kläger eine schriftliche (Negativ-)Erklärung mit dem (sinngemäs-
sen) Inhalt, der Kläger habe im Zusammenhang mit den Manipulatio-
nen keinen finanziellen Nachteil und/oder Schaden erlitten, zuzustellen. 
b. Nach der Auskunfts- und Rechenschaftsablage gemäss Rechtsbe-
gehren Ziff. 3.a. hiervor sei die Beklagte im Fall eines finanziellen 
Nachteils und/oder Schaden zu verpflichten, dem Kläger Ersatz zu leis-
ten für diesen aufgrund von manipulierten Devisen- und/oder Edelme-
tallhandelskursen erlittenen (vom Kläger noch zu beziffernden) finanzi-
ellen Nachteil und/oder Schaden (nebst Zins zu 5%, Datum ebenfalls 
noch zu beziffern), mindestens jedoch CHF 30'000.–. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8% MWST) zulas-
ten der Beklagten." 

Replikweise geänderte Rechtsbegehren: 
(act. 22 S. 2) 

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger CHF 1'000'000.– 
nebst 5% Zins seit 1. Januar 2013 zu bezahlen. 

  2.  Eventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, 
a. dem Kläger CHF 100'000.– nebst 5% Zins seit 10. Juni 2012 zu 
bezahlen; 
b. Auskunft und Rechenschaft darüber zu erteilen, ob und in wel-
cher Höhe der Kläger aufgrund von manipulierten Devisen- und/-
oder Edelmetallhandelskursen im Zeitraum 1. Januar 2011 bis 
31. Dezember 2012 einen finanziellen Nachteil und/oder Schaden 
erlitten hat. Subeventualiter sei die Beklagte zu verpflichten, dem 
Kläger eine schriftliche (Negativ-)Erklärung mit dem (sinngemäs-
sen) Inhalt, der Kläger habe im Zusammenhang mit den Manipu-
lationen keinen finanziellen Nachteil und/oder Schaden erlitten, 
zuzustellen. 
c. dem Kläger nach der Auskunfts- und Rechenschaftsablage 
gemäss Eventual-Rechtsbegehren Ziff. 2.b. hiervor, im Fall eines 
finanziellen Nachteils und/oder Schadens Ersatz zu leisten für 

- 4 - 

diesen aufgrund von manipulierten Devisen- und/oder Edelme-
tallhandelskursen erlittenen (vom Kläger noch zu beziffernden) fi-
nanziellen Nachteil und/oder Schaden (nebst Zins zu 5%, Datum 
ebenfalls noch zu beziffern), mindestens jedoch CHF 30'000.–. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% MWST) zu-
lasten der Beklagten." 

I. Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

1.   Der Kläger ist ausgebildeter Metzger, arbeitete jedoch nie als solcher. Nach 

einer Karriere im Immobilienentwicklungssektor und im Bereich der Schliess- und 

Zutrittskontrolltechnologie betätigt sich der Kläger heute als Unternehmer, Inves-

tor und Privatier (act. 1 Rz. 12, 20-25, 27, 31). Die Beklagte ist eine Aktiengesell-

schaft mit Sitz in Zürich, welche den Betrieb einer Bank bezweckt (act. 3/2). 

2.   Der Kläger verlangt mit seinem Hauptbegehren teilklageweise Schadener-

satz über CHF 1 Mio. aus der Verletzung vertraglicher Pflichten. Insbesondere 

habe die Beklagte ihre aus dem Anlageberatungsvertrag erwachsenden "Aufklä-

rungs-, Beratungs- und/oder Warnpflichten" verletzt (act. 1 Rz. 11). Eventualiter 

begehrt der Kläger einerseits (Eventualbegehren 1 = Rechtsbegehren 2.a.) teil-

klageweise die Zahlung von CHF 100'000.– aus Verletzung einer Margen- und 

Preisabrede im Devisengeschäft (act. 1 Rz. 11; act. 22 Rz. 3). Andererseits 

(Eventualbegehren 2) fordert er im Rahmen einer Stufenklage zunächst Auskunft 

und Rechenschaft (Rechtsbegehren 2.b.) darüber, ob und in welcher Höhe er 

aufgrund manipulierter Devisen- und/oder Edelmetallhandelskurse vom 1. Januar 

2011 bis 31. Dezember 2012 einen finanziellen Nachteil und/oder Schaden erlit-

ten hat und sodann (Rechtsbegehren 2.c.) der Ersatz eines allfälligen Schadens, 

einstweilen mindestens CHF 30'000.– (act. 1 Rz. 12 Ziff. 5).  

3.   Die Beklagte schliesst ihrerseits auf Abweisung der Klage (act. 14 S. 2; 

act. 27 S. 2). Sie macht hinsichtlich des Hauptbegehrens insbesondere geltend, 

der Kläger sei betreffend die gehandelten Produkte ein erfahrener bzw. sach- und 

fachkundiger "Execution only"-Kunde gewesen, der keiner Beratung bedurfte und 

hierauf auch mehrfach ausdrücklich verzichtet habe. Er habe in Kenntnis der Ver-

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luste weiterspekuliert und sämtliche Geschäfte genehmigt. Einen Schaden habe 

der Kläger nicht genügend substantiiert (act. 14 Rz. 7; act. 27 Rz. 9). Zum Even-

tualbegehren 1 (Rechtsbegehren 2.a. des Klägers) führt die Beklagte aus, die 

klägerischen Behauptungen seien unsubstantiiert, sowie, dass eine allfällige For-

derung verjährt sei (act. 27 Rz. 63 ff.). Zur eventualiter vorgebrachten Stufenklage 

(Rechtsbegehren 2.b. und 2.c. des Klägers) bringt die Beklagte vor, sie sei hin-

sichtlich der Auskunft ihren vertraglichen Pflichten nachgekommen; das Scha-

denersatzbegehren sei im Übrigen aber unsubstantiiert (act. 14 Rz. 67 ff.).  

B. Prozessverlauf  

Der Kläger überbrachte am 3. Oktober 2017 die Klage vom 2. Oktober 2017 

(act. 1) und leistete den hierauf geforderten Kostenvorschuss von CHF 32'000.– 

fristgerecht (act. 4; act. 6). Innert hernach angesetzter und erstreckter Frist (act. 7; 

act. 12) erstattete die Beklagte am 18. Januar 2018 die Klageantwort (act. 14; Da-

tum Poststempel). Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 24. Mai 2018 konn-

te zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden (Prot. S. 7 f.). Daraufhin 

wurde mit Beschluss vom 16. Juli 2018 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet 

und zugleich der prozessuale Antrag des Klägers betreffend Edition von Urkun-

den vor dem Beweisverfahren einstweilen abgewiesen (act. 20). Der Kläger repli-

zierte mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 (act. 23), die Duplik der Beklagten er-

folgte am 14. Januar 2019 (act. 27; Datum Poststempel). Am 31. Januar 2019 

reichte der Kläger eine "Dupliknoveneingabe" ein (act. 31; Datum Poststempel), 

zu welcher die Beklagte am 13. Februar 2019 (act. 33; Datum Poststempel) Stel-

lung nahm. Mit Verfügung vom 4. November 2019 (act. 35) wurde den Parteien – 

unter Hinweis auf den eingetretenen Aktenschluss – Frist angesetzt zur Erklä-

rung, ob sie auf die Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung – vorbehal-

ten der Durchführung eines Beweisverfahrens – verzichteten. Mit Eingabe vom 

6. November 2019 (act. 37) verzichtete die Beklagte auf eine Hauptverhandlung, 

während der Kläger mit Schreiben vom 14. November 2019 (act. 38) die Durch-

führung einer ebensolchen verlangte. Infolgedessen wurde zur Hauptverhandlung 

vorgeladen (act. 39). Die Hauptverhandlung fand am 1. September 2020 statt 

(vgl. Prot. S. 10 ff.). Der Prozess ist nunmehr spruchreif (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

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II. Prozessuales 

A. Prozessvoraussetzungen 

1. Vorbemerkungen 

Das Gericht tritt auf eine Klage nur ein, sofern die von Amtes wegen zu prüfenden 

Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 59 f. ZPO). Die Liste der Prozessvo-

raussetzungen in Art. 59 Abs. 2 ZPO ist nicht abschliessend (ZINGG in: Haus-

heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 

Band I, 2012, Art. 59 N 156; ZÜRCHER in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, 

Art. 59 N 9). Zu den nicht in Art. 59 Abs. 2 ZPO genannten Prozessvoraussetzun-

gen gehört die gehörige Verfahrenseinleitung mittels formell gültiger Klage 

(ZINGG, a.a.O., Art. 59 N 159; ZÜRCHER, a.a.O., Art. 59 N 59) und damit, dass die 

Klage die formellen Anforderungen von Art. 221 ZPOm erfüllt (MÜLLER in: Brun-

ner/Gasser/Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2016, 

Art. 59 N 81). Demnach muss die Klage ein Rechtsbegehren enthalten (Art. 221 

Abs.1 lit. b ZPO), wobei dieses genügend bestimmt sein muss. Weitere, in Art. 59 

Abs. 2 ZPO ungenannte Prozessvoraussetzungen sind die Erfüllung der Voraus-

setzungen von Art. 90 ZPO bei Vorliegen einer objektiven Klagehäufung (BESSE-

NICH/BOPP in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 90 N 10; 

ZINGG, a.a.O., Art. 59 N 169) bzw. die Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 227 

ZPO bei Vorliegen einer Klageänderung (MÜLLER, a.a.O., Art. 59 N 82; LEUEN-

BERGER in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 227 N 12). 

2. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit wurde zur Recht nicht bestritten (act. 14 

Rz. 2): Die Beklagte hat ihren Sitz in Zürich (act. 3/2). Zudem vereinbarten die 

Parteien, dass Zürich für alle im Zusammenhang mit der Konto-/Depotbeziehung 

stehenden Streitigkeiten Gerichtstand ist (act. 3/3b S. 2). Das Handelsgericht des 

Kantons Zürich ist damit gestützt auf Art. 17 ZPO bzw. Art. 31 ZPO örtlich zustän-

dig. Die sachliche Zuständigkeit ergibt sich ohne Weiteres aus Art. 6 Abs. 3 ZPO 

i.V.m. § 44 lit. b GOG.  

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3. Bestimmtheit der Rechtbegehren 

3.1. Ausgangslage 

Der Kläger verlangt in seinem Eventualbegehren 2.b., die Beklagte sei zu ver-

pflichten "Auskunft und Rechenschaft darüber zu erteilen, ob und in welcher Höhe 

der Kläger aufgrund von manipulierten Devisen- und/oder Edelmetallhandelskur-

sen im Zeitraum 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 2012 einen finanziellen Nach-

teil und/oder Schaden erlitten hat. Subeventualiter sei die Beklagte zu verpflich-

ten, dem Kläger eine schriftliche (Negativ-)Erklärung mit dem (sinngemässen) In-

halt, der Kläger habe im Zusammenhang mit den Manipulationen keinen finanziel-

len Nachteil und/oder Schaden erlitten, zuzustellen" (act. 22 S. 2). Hierzu führt der 

Kläger aus, die Beklagte habe in den Jahren 2011 und 2012 mit ihm zahlreiche 

Devisen- und Edelmetallgeschäfte getätigt. Die Beklagte sei deshalb "verpflichtet 

Auskunft dahingehend zu erteilen, bzw. Rechenschaft abzulegen, ob der Kläger 

von den Vorkommnissen um die Devisenkursmanipulationen, Frontrunning oder 

anderer illegaler Verhaltensweisen betroffen ist, d.h. ob es (a) sicher ist oder (b) 

zumindest möglich erscheint, dass der Kläger hieraus eine Vermögenseinbusse 

(Verlust, Schaden o.ä.) entstanden ist, und wenn ja, in welcher Höhe" (act. 1 

Rz. 312). Sodann erklärt der Kläger, die Beklagte verfüge denn auch selber über 

"diese (internen) Aufzeichnungen" und sei ohne Weiteres in der Lage, die ge-

wünschten Auskünfte zu erteilen (act. 1 Rz. 315). Die Beklagte könne die Vorfälle 

intern untersuchen und "feststellen, konkret, indem sie die Handelsbücher mit Be-

zug auf ihre Transaktionen mit dem Kläger durchsieht für den Zeitraum, in dem 

sich die festgestellten Devisenkursmanipulationen ereigneten" (act. 22 Rz. 176). 

3.2. Rechtliches 

Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung 

der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann (BGE 142 III 102 E. 5.3.1 

S. 107; 137 III 617 E. 4.3 S. 619). Zweck des derart bestimmten Rechtsbegehrens 

ist dreierlei: Erstens fixiert das Rechtsbegehren zusammen mit dem tatsächlichen 

Klagefundament den Streitgegenstand, zweitens dient der Bestimmtheitsgrund-

satz der Wahrung des rechtlichen Gehörs der Gegenpartei, welche wissen muss, 

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wogegen sie sich zu verteidigen hat und drittens muss das aufgrund des Rechts-

begehrens zu fällende Urteil die Zwangsvollstreckung ermöglichen, ohne dass es 

dazu weiterer Abklärungen bedarf. Die Anforderungen an die Bestimmtheit sind 

im Einzelfall von den Besonderheiten des materiellen Rechts abhängig (BGer 

4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.1; HGer ZH HG150130 vom 2. März 2017 

E. 1.3, je mit weiteren Hinweisen). Unklare Rechtsbegehren sind nach Treu und 

Glauben und unter Berücksichtigung des Wortlauts des Begehrens und der Kla-

gebegründung auszulegen. Bleibt es unklar oder unbestimmt, ist auf das Begeh-

ren nicht einzutreten (BGE 137 III 617 E. 6.2 S. 622 f.; BGer 5A_1048 vom 4. De-

zember 2018 E. 2.2). Im Rahmen einer Stufenklage muss der Kläger mit Blick auf 

die inhaltliche Konkretisierung des Zielanspruchs Angaben dazu machen, was 

Gegenstand der Informationspflicht ist. Die Anforderungen an die Bestimmtheit 

des Informationsbegehrens sind aber nicht streng handzuhaben, da der Kläger 

noch gar nicht weiss, was genau der Inhalt der ihm zustehenden Informationen 

ist. Es genügt, wenn er mit seinem Antrag Klarheit darüber schafft, zu welchem 

Zweck er worüber Auskunft oder Rechnungslegung verlangt und für welchen Zeit-

raum und in welcher Form er dies begehrt (BGE 143 III 297 E. 8.2.5.4 S. 328). 

3.3. Würdigung 

3.3.1. Art. 400 Abs. 1 OR verpflichtet den Beauftragten, auf Verlangen jederzeit 

über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge 

derselben aus irgendeinem Grunde zugekommen ist, zu erstatten. Die Rechen-

schaftspflicht gliedert sich in eine Benachrichtigungs-, Auskunfts- und Abrech-

nungspflicht (HOFSTETTER, Der Auftrag und die Geschäftsführung ohne Auftrag, 

in: Schweizerisches Privatrecht, Bd. VII/6, 2. Aufl. 2000, S.115). Sie soll dem Auf-

traggeber die Kontrolle über seine Tätigkeiten ermöglichen. Sie bildet Vorausset-

zung und Grundlage der Ablieferungs- oder Herausgabepflicht und findet ihre 

Grenzen im Grundsatz von Treu und Glauben. Der Umfang der Rechenschafts-

pflicht ist beschränkt auf Belange des Auftragsverhältnisses, wobei der Beauftrag-

te den Auftraggeber vollständig und wahrheitsgetreu zu informieren und ihm alle 

Dokumente vorzulegen hat, die sich auf die im Interesse des Auftraggebers be-

sorgten Geschäfte beziehen (BGE 139 III 49 E. 4.1.2 f. S. 54). Die Rechen-

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schaftsablegung hat dabei einen einlässlichen Bericht über alle wesentlichen Vor-

gänge des konkreten Auftrags und die Erläuterung ihrer Bedeutung zu umfassen. 

Der Beauftragte hat dem Auftraggeber in verkehrsüblicher Weise die wesentli-

chen Einzelheiten seines Handelns zur Auftragsausführung darzulegen (FELL-

MANN, Der einfache Auftrag, in: Berner Kommentar, VI/2/4, 1992, Art. 400 N 27). 

3.3.2. Unter Berücksichtigung des Rechtsbegehrens (act. 22 S. 2) und der kläge-

rischen Ausführungen (vgl. act. 1 Rz. 312 ff.; act. 22 Rz. 173 ff.) ist nicht ersicht-

lich, was der Kläger konkret verlangt bzw. worüber die Beklagte Rechenschaft ab-

legen soll. Mit der vom Kläger gewählten Formulierung "und/oder" bleibt offen, ob 

sich die Auskunfts- und Rechenschaftsablage nunmehr auf manipulierte Devisen-

handelskurse, auf manipulierte Edelmetallhandelskurse oder auf beide beziehen 

soll. Dasselbe gilt für die verlangte Auskunft über einen "finanziellen Nachteil 

und/oder Schaden" bzw. einem "Verlust, Schaden o.ä.". Im Wesentlichen stellt 

der Kläger damit mehrere, sprachlich in einem Begehren zusammengefasste al-

ternative Rechtsbegehren. Diese sind unzulässig (vgl. HURNI, in: Berner Kommen-

tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, a.a.O., Art. 58 N 40). Die Alternativität 

bewirkt eine Unbestimmtheit in dem Sinne, als nicht gewiss ist, welcher Verpflich-

tung die Beklagte nun nachzukommen hat, bzw. wozu das Gericht die Beklagte 

nun zu verpflichten hätte. Die Unbestimmtheit erstreckt sich vorliegend zudem 

auch über die vom Kläger gewählten Begriffe. Unklar ist, was der Kläger unter "fi-

nanziellem Nachteil und/oder Schaden" versteht, inwiefern sich die Begriffe unter-

scheiden und was die Beklagte genau zu tun hätte, um dem klägerischen Begeh-

ren zu genügen (bzw. wie der Schaden oder der finanzielle Nachteil zu errechnen 

wäre). Soweit der Kläger mit "Schaden" einen Schaden im Rechtssinne bzw. im 

Sinne von Art. 42 OR bzw. Art. 97 OR meint, bewirkt dies jedenfalls nicht, dass 

das Rechtsbegehren die notwendige Bestimmtheit aufweisen würde. Ein Begehen 

um Auskunft und Rechenschaft kann nur dazu dienen, über Tatsachen zu infor-

mieren. Im Rahmen einer Stufenklage, wie sie der Kläger hier erhebt, können die-

se Tatsachen hernach herangezogen werden, um einen Schaden zu beziffern. 

Ein Schaden ist aber keine Tatsache, über welche Auskunft und Rechenschaft 

abzulegen wäre, sondern ein Rechtsbegriff. Es geht nicht an, die Schadensbe-

rechnung über ein unbestimmtes Begehren um Auskunft und Rechenschaftsabla-

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ge auf die Beauftragte bzw. die Beklage abzuwälzen. Schliesslich hilft auch der 

Hinweis auf unbekannte, nicht näher bezeichnete interne Aufzeichnungen und die 

Möglichkeit der Durchsicht der Handelsbücher nicht weiter. Dies, da der Kläger 

nicht erklärt, welche internen Aufzeichnungen überhaupt gemeint sind und inwie-

fern diese mit einer Auftragsausführung in Zusammenhang stehen. Dasselbe gilt 

für die Handelsbücher. Welche Informationen sich daraus ergeben sollen und in-

wiefern diese von der Beklagten zwecks Auskunfts- und Rechenschaftsablage 

bzw. zwecks Bestimmung eines finanziellen Nachteils und/oder Schadens heran-

zuziehen wären, erschliesst sich nicht aus den klägerischen Ausführungen. 

3.3.3. Da letztlich unklar bleibt, wozu die Beklagte verpflichtet werden soll, ist das 

klägerische Rechtsbegehren 2.c. betreffend Auskunft und Rechenschaft zu unbe-

stimmt. Die Verwendung alternativer Formulierungen und unbestimmter Begriffe 

im klägerischen Rechtsbegehren bewirkt nicht zuletzt, dass dieses nicht unverän-

dert zum Urteil erhoben werden kann und der Zwangsvollstreckung nicht zugäng-

lich ist. Dasselbe gilt für die subeventualiter begehrte Negativerklärung, zumal es 

sich hierbei lediglich um die gegenteilige Auskunft handelt, ohne dass dabei klarer 

wäre, wozu die Beklagte zu verpflichten wäre. Mangels genügender Bestimmtheit 

ist auf das Rechtsbegehren 2.b. insgesamt nicht einzutreten. Selbst wenn darauf 

einzutreten wäre, kann dem klägerischen Begehren, wie unter E. III.F.3. aufzuzei-

gen ist, nicht stattgegeben werden. 

4. Objektive Klagehäufung 

Ein Kläger kann mehrere Ansprüche gegen dieselbe Partei in einer Klage verei-

nen, sofern das gleiche Gericht sachlich dafür zuständig ist und die gleiche Ver-

fahrensart anwendbar ist (Art. 90 ZPO). Nach Addierung der durch das Rechts-

begehren bestimmten Streitwerte (BGE 142 III 788 E. 4.2.3 S. 792; Art. 93 Abs. 1 

ZPO i.V.m. Art. 91 Abs. 1 ZPO und unter Hinweis, dass sich der Streitwert des 

Begehrens um Rechenschaft und Auskunft im Rahmen einer Stufenklage nach 

dem Hauptbegehren bemisst, vgl. FÜLLEMANN in: Brunner/Gasser/Schwander, 

a.a.O., Art. 85 N 5) und mangels zwingender Anwendbarkeit des vereinfachten 

bzw. des summarischen Verfahrens für eines der gestellten Rechtsbegehren (vgl. 

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Art. 243 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 243 Abs. 3 ZPO sowie Art. 248 ZPO ff.) ergibt 

sich, dass die Voraussetzungen der objektiven Klagehäufung erfüllt sind.  

5. Klageänderung 

Als Klageänderung im Sinne von Art. 227 ZPO gilt die Änderung des Streitgegen-

standes. Nach Begründung der Rechtshängigkeit bildet somit jede inhaltliche Än-

derung der (bisherigen) Rechtsbegehren, mit welchen mehr, zusätzliches oder 

anderes verlangt wird, eine Klageänderung. Mit der Klageänderung wird mithin 

das Rechtsbegehren erweitert oder modifiziert, sie kann aber auch in der Ände-

rung bzw. Erweiterung des Klagefundaments bestehen (ZR 116/2017 Nr. 23 

E. III). Keine Klageänderung liegt demgegenüber vor, wenn das Hauptbegehren 

zugunsten eines von Anfang an geltend gemachten Eventualbegehrens zurück-

gezogen wird, oder bei einer Beschränkung der Klage (LEUENBERGER, a.a.O., 

Art. 227 N 6 und N 8). Ebenfalls liegt keine Klageänderung vor, wenn ein Haupt-

begehren in ein Eventualbegehren geändert wird, da weder mehr, zusätzliches 

noch etwas anderes begehrt wird und auch keine Änderung bzw. Erweiterung des 

Klagefundaments vorliegt (vgl. auch die entsprechende österreichische Recht-

sprechung, OGH 4 OB 88/01x vom 12. Juni 2001). Analog der Beschränkung (vgl. 

Art. 227 Abs. 3 ZPO) muss eine Änderung eines Haupt- in ein Eventualbegehren 

jederzeit möglich sein. Die mit Replik erfolgte Änderung der ursprünglichen 

Rechtsbegehren 2, 3.a. und 3.b. des Klägers (vgl. act. 1 S. 2) in die Eventualbe-

gehren 2.a., 2.b., und 2.c. (vgl. act. 22 S. 2) ist daher ohne Weiteres zulässig. 

Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die Voraussetzungen von Art. 227 

Abs. 1 ZPO dennoch zu erfüllen wären, wäre der Änderung vorliegend stattzuge-

ben, zumal der erforderliche sachliche Zusammenhang im Sinne von Art. 227 

Abs. 1 lit. a ZPO angesichts der Identität des Streitgegenstandes ohnehin gege-

ben ist, und die Änderung zudem mit der Replik und damit innerhalb eines gesetz-

lich vorgesehenen Verfahrensschrittes erfolgte (vgl. ZR 116/2017, Nr. 52). 

6. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen, insbesondere die in Art. 59 Abs. 2 ZPO einzeln genannten Prozess-

voraussetzungen sind erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 

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B. Noveneingabe und Stellungnahme 

1.   Die Beklagte beantragt, die Ausführungen und die neuen Beweisanträge in 

der "Dupliknoveneingabe" des Klägers seien verspätet und damit abzuweisen, 

bzw. die Eingabe sei insgesamt aus dem Recht zu weisen (act. 33 S. 1. f).  

2.   Erfordern es die Verhältnisse, kann das Gericht einen zweiten Schriften-

wechsel (Replik und Duplik) anordnen (Art. 225 ZPO). Soweit die Beklagte aller-

dings duplicando neue Behauptungen aufstellt, ist der Gegenpartei in Erwahrung 

des rechtlichen Gehörs Gelegenheit zu bieten, hierzu Stellung zu nehmen (statt 

vieler BGE 139 I 189 E. 3.1 f. S. 191 f.; 138 I 484 E. 2 S. 485 f.). Erfolgt nach 

Durchführung des zweiten Schriftenwechsels eine Eingabe, sind – Noven im Sin-

ne von Art. 229 ZPO vorbehalten – allfällige darin enthaltene neue Tatsachenbe-

hauptungen und Beweisofferten für die Entscheidfindung unbeachtlich. 

3.   Soweit der Kläger in dessen "Dupliknoveneingabe" vom 31. Januar 2019 

(act. 31) und die Beklagte in der Stellungnahme vom 13. Februar 2019 dazu 

(act. 33) Ausführungen zum Sachverhalt machen, zu denen der Kläger nicht erst 

durch die Duplik bzw. die Beklagte durch die "Dupliknoveneingabe" veranlasst 

wurde, sind diese Ausführungen nur bei Erfüllung der Voraussetzungen von 

Art. 229 ZPO zu hören. Ob dies im Einzelnen der Fall ist, wird nur dann zu prüfen 

sein, wenn die betreffenden Ausführungen für die Entscheidfindung überhaupt 

von Bedeutung sind.  

C. Editionsanträge des Klägers 

1.   Seiner Klageschrift vom 2. Oktober 2017 hat der Kläger Auszüge aus dem 

Kundendossier der Beklagten betreffend die Bankbeziehungen 1 und 2 als Be-

weismittel beigelegt, in welchen gewisse Angaben geschwärzt sind (act. 3/5a-5b; 

act. 3/12a-12b). Das klägerische Begehren, die Beklagte sei prozessual noch vor 

der Durchführung des zweiten Schriftenwechsels dazu zu verpflichten, die 

Schwärzungen zu entfernen und sämtliche Namen von B._____-Bankmitarbeitern 

mittels Edition ungeschwärzter Kopien der genannten Auszüge aus dem Kunden-

dossier der Beklagten offenzulegen, wurde mit Beschluss vom 16. Juli 2018 

einstweilen abgewiesen (vgl. act. 20).  

- 13 - 

2.   In der Replik hält der Kläger an der Edition fest (vgl. act 22 S. 117 Fn. 262, 

wonach das Beweismittelverzeichnis der Replik ergänzend zum Beweismittelver-

zeichnis der Klage sei). Ebenso beantragt der Kläger die Edition weiterer Urkun-

den und von Telefonmitschnitten (vgl. act. 1 S. 111 und act. 22 S. 118). Über die-

se Editionsanträge ist grundsätzlich im Rahmen der Begründung insoweit zu be-

finden, als es sich dabei um form- und fristgerechte, taugliche Beweisanträge 

handelt, welche sich auf rechtserhebliche, streitige Tatsachen beziehen (vgl. 

Art. 150 Abs. 1 ZPO sowie die Ausführungen zur Behauptungs-, Substantiie-

rungs- und Beweislast sogleich, E. III.A.). Vorwegzunehmen ist indes einerseits, 

dass den Editionsanträgen, soweit sie auf die Aufklärung des Sachverhalts abzie-

len, nicht stattzugeben sein wird. Das Beweisverfahren dient nämlich nicht dazu, 

fehlende Behauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, sondern setzt solche vo-

raus (BGer 4A_113/2017 vom 6. September 2017 E. 6.1.1). Andererseits ist da-

rauf hinzuweisen, dass nur ein Anspruch auf Abnahme tauglicher Beweismittel 

besteht (Art. 152 Abs. 1 ZPO).  

3.   Im Zusammenhang mit der Tauglichkeit drängen sich bereits an dieser Stel-

le Ausführungen zu den Telefonmitschnitten auf, deren Edition der Kläger bean-

tragt. Aufgrund der übereinstimmenden Erklärungen der Parteien ist davon aus-

zugehen, dass die Beklagte nicht mehr über diese Aufzeichnungen verfügt, bzw. 

dass diese bereits vernichtet wurden (vgl. act. 1 Rz. 102 ff.; act. 14 Rz. 142 ff.). 

Damit wäre eine Verpflichtung der Beklagten zur Edition fruchtlos. Die Nichtver-

fügbarkeit der Aufzeichnungen kann indes, entgegen der Ansicht des Klägers, 

nicht zum Nachteil der Beklagten gereichen. Eine Grundlage, aufgrund welcher 

die Beklagte verpflichtet ist, die Telefonmitschnitte für länger als zwei Jahre auf-

zubewahren, ist nicht ersichtlich. Insbesondere kann eine über die zweijährige 

aufsichtsrechtliche Aufbewahrungspflicht (vgl. FINMA-Rundschreiben 2013/08, 

Marktverhaltungsregeln, Rz. 60) andauernde Aufbewahrungspflicht nicht aus 

Art. 400 OR i.V.m. Art. 127 OR abgeleitet werden. Anhaltspunkte, dass die Be-

klagte die Aufzeichnungen sodann im Hinblick auf den Prozess gelöscht hätte und 

damit die Beweisführung vereitelt hat, sind keine ersichtlich. Zudem offeriert der 

Kläger für seine entsprechende Behauptung – Löschung der Aufzeichnungen im 

Hinblick auf den vorliegenden Prozess (vgl. act. 1 Rz. 108 und S. 40 Fn. 80, 

- 14 - 

act. 22 Rz. 344) –, eine Behauptung, die von der Beklagten bestritten wird (act. 14 

Rz. 145, vgl. auch act. 27 Rz. 73), keine Beweismittel. Damit fällt eine Berücksich-

tigung der Telefonmitschnitte als Beweismittel schon im Voraus aufgrund derer 

definitiven Unverfügbarkeit als untauglich ausser Betracht, wobei die Unverfüg-

barkeit mangels bewiesenen Vereitelungshandlungen keinen für die Beklagte 

nachteiligen Einfluss auf die Beweiswürdigung hat (Art. 164 ZPO e contrario). 

III. Materielles 

A. Allgemeines zur Behauptungs-, Substantiierungs- und Beweislast 

1.   Unter der Verhandlungsmaxime obliegt es den Parteien, die Tatsachen, auf 

die sie ihre Begehren stützen, darzulegen (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Welche Tatsa-

chen zu behaupten sind, ergibt sich aus dem Tatbestand der materiellrechtlichen 

Anspruchsgrundlage und dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei (vgl. BGE 

144 III 519 E. 5.2.1.1 S. 522 f.; 127 III 365 E. 2b S. 368). Dabei folgt die Behaup-

tungslast der Beweislast (Art. 8 ZGB; BGE 132 III 186 E. 4). Bestreitet die Ge-

genpartei den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei, 

greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast (BGer 

4A_9/2018 vom 31. Oktober 2018 E. 2.2; 4A_443/2017 vom 30. April 2018 

E. 2.1). Die Vorbringen sind dann nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzel-

tatsachen zergliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis 

abgenommen oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 127 III 365 

E. 2b S. 368). Die Tatsachenbehauptungen und die Bezeichnung der einzelnen 

Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen ist im Rahmen der Parteivorträge, 

namentlich in der Klage bzw. in der Klageantwort nachzukommen (Art. 221 Abs. 1 

lit. d ZPO und Art. 222 Abs. 2 ZPO; BGE 144 III 519 E. 5.2.1 S. 521).  

2.   Das genügende Behaupten der rechtserheblichen Tatsachen ist eine Oblie-

genheit, eine prozessuale Last, deren Nichterfüllung prozessuale Nachteile für die 

betreffende Partei zur Folge haben kann, indem das Gericht auf das mangelhafte 

Parteivorbringen abstellen wird. Ist bereits die Behauptung nicht schlüssig, führt 

dies zur Abweisung der Klage, selbst wenn sie nicht bestritten wird. Einen schlüs-

- 15 - 

sigen Tatsachenvortrag hat die Gegenpartei dagegen zu bestreiten, andernfalls 

die Klage gutzuheissen ist (sofern der geltend gemachte Sachverhalt den Tatbe-

stand erfüllt). Wird der schlüssige Tatsachenvortrag bestritten, vom Kläger in der 

Folge aber nicht substantiiert, führt dies ebenfalls zur Abweisung der Klage (MAR-

KUS/HUBER-LEHMANN, Zivilprozessuale Grundsätze der Sachverhaltsermittlung, 

ZBJV 154/2018, S. 283 mit Hinweis auf BGer 4A_210/2009 vom 7. April 2010 

E. 3.5). Ein derartiger Tatsachenvortrag ist einem unbewiesenen Sachverhalt 

gleichzusetzen (BGer 5P.210/2005 vom 21. Oktober 2005 E. 4.1). Umgekehrt ist 

über schlüssige und substantiierte Behauptungen, die überhaupt nicht, nicht 

schlüssig oder zwar schlüssig, aber unsubstantiiert bestritten werden, kein Beweis 

zu führen (Art. 150 Abs. 1 ZPO e contrario, vgl. MARKUS/HUBER-LEHMANN, a.a.O., 

S. 284). Pauschal bestrittene Behauptungen gelten als unbestritten und sind als 

solche vom Gericht dem Entscheid als wahr zugrunde zu legen (BGE 141 III 433 

E. 2.6 S. 437 f.; BGer 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 4.1; 4A_178/2015 vom 

11. September 2015 E. 2.6). Zu einem Beweisverfahren kommt es nur über 

rechtserhebliche Tatsachen, die substantiiert behauptet und substantiiert bestrit-

ten worden sind (Art. 150 Abs. 1 ZPO; BGE 144 III 67 E. 2.1 S. 68 f.). 

3.   Der Kläger hat als Ansprecher auf vertraglichen Schadenersatz sämtliche 

Anspruchsvoraussetzungen substantiiert zu behaupten und gegebenenfalls zu 

beweisen, vorliegend das Zustandekommen eines Vertrags, die Verletzung des-

selben, den Schaden sowie den Kausalzusammenhang zwischen der Vertrags-

verletzung und dem Schaden (BGer 4A_539/2014 vom 7. Mai 2015 E. 3.1; 

4A_264/2013 vom 5. März 2014 E. 6.6.4; vgl. BGE 139 III 13 E. 3.1.3.1 S. 17 f.).  

B. Sachverhalt 

1.   Unbestritten, nicht substantiiert bestritten oder anerkannt ist Folgendes: Die 

Beklagte unterhielt mit dem Kläger zwei Bank-Kunden-Beziehungen. Die erste 

Beziehung wurde am 14. Juni 2007 (Stamm-Nr. 3), die zweite am 10. August 

2007 (Stamm-Nr. 4) eröffnet (act. 1 Rz. 16 f.; act. 14 Rz. 90). Im Rahmen dieser 

Beziehungen wurde der Beklagte zunächst von C._____ und ab November 2010 

von D._____ betreut (act. 1 Rz. 50, 76; act. 14 Rz. 19, 117, 133), wobei das Ver-

hältnis des Klägers zu D._____ wesentlich distanzierter und weniger persönlich 

- 16 - 

war als jenes zu C._____ (act. 22 Rz. 14; act. 27 Rz. 85, 92, 96). Noch unter der 

Betreuung von C._____ unterschrieb der Kläger am 10. August 2008 die Erklä-

rung "Verzicht auf …-information" (act. 14 Rz. 28; act. 22 Rz. 218). Schliesslich 

trafen sich die Parteien, nachdem der Kläger aufgrund des Verkaufs seiner Antei-

le an der E._____ GmbH zu erheblichem liquidem Vermögen gekommen war (act. 

1 Rz. 47; act. 14 Rz. 47, 93), am 15. Oktober 2010 zu einem Lunch in Zürich (act. 

1 Rz. 43 f.; act. 14 Rz. 47, 112). Am 25. Januar 2011 gingen die Parteien sodann 

den "Schweizer Rahmenvertrag für Over-the-Counter-(OTC-) Derivate" (hernach 

"OTC-Vertrag") und am 22. Januar 2011 bzw. am 7. Februar 2011 den "Vertrag 

über den Direktzugriff (Direct Access) auf B._____ Produktspezialisten" (hernach 

"DAC-Vertrag") ein (act. 1 Rz. 82; act. 14 Rz. 29, 33). Am 15. März 2011 trafen 

sich die Parteien sodann zu einem Beratungsgespräch, wobei dem Kläger im Vor-

feld hierzu per Email am 9. Februar 2011 ein Anlagevorschlag zugestellt wurde 

(act. 1 Rz. 209, 289; act. 14 Rz. 11, 89, 49, 196, 287, 292; act. 22 Rz. 247 ff., 388, 

451; act. 27 Rz. 247, 276). Die Behauptung der Beklagten, dass über die Konten 

und das Depot des Klägers unter der Stamm-Nr. 4 im Jahr 2011 1291 Handels-

geschäfte mit einem Volumen von CHF 20'559'949'558.58 und im Jahr 2012 157 

Handelsgeschäfte mit einem Volumen von CHF 1'627'091'825.16 abgerechnet 

wurden (act. 14 Rz. 41) anerkannte der Kläger im Wesentlichen mit dem Bemer-

ken, dass die Zahlen der Beklagten mit den in der Klageschrift errechneten Zah-

len weitgehend übereinstimmen würden (act. 22 Rz. 235). Bei diesen Geschäften 

handelte es sich fast durchwegs um Kassa- und Termingeschäfte mit Devisen 

und Edelmetallen, um Devisenswapgeschäfte, Geschäfte mit Optionen und Opti-

onsscheinen und um Geschäfte mit Strukturierten Produkten (vgl. act. 1 Rz. 111, 

150; act. 14 Rz. 43, 147, 160; act. 15/7, 13-18, 33; act. 28/40). Wiederum gänzlich 

unbestritten ist, dass die Parteien nach Abschluss der vorgenannten Verträge 

häufig, das heisst drei bis vier Mal (act. 1 Rz. 208; act. 14 Rz. 45, 210; act. 22 

Rz. 23), teilweise bis zu zehn Mal täglich (act. 14 Rz. 23; act. 22 Rz. 209) mitei-

nander telefonierten, um Strukturierte Produkte, Edelmetall-, Devisen- und/oder 

Optionsgeschäfte und -positionen zu besprechen (act. 1 Rz. 208; act. 14 Rz. 45, 

210). Zudem bestritt die Beklagte nicht substantiiert, dass im von ihr geführten 

Kundendossier zwischen November 2011 und Juni 2012 99 Kundenkontakte ver-

- 17 - 

zeichnet sind (act. 22 Rz. 31; vgl. act. 27 Rz. 95 f.). Vielmehr gab sie selber an, 

dass D._____ zwischen November 2010 und Dezember 2012 mit dem Kläger re-

gelmässig in Kontakt gestanden hatte (act. 14 Rz. 19). Schliesslich gehen die 

Parteien darin einig, dass zwischen ihnen kein Vermögensverwaltungsvertrag ab-

geschlossen wurde und dass auch keine schriftliche Vereinbarung vorlag (act. 14 

Rz. 48, 62; act. 22 Rz. 244; act. 27 Rz. 9, 14).  

2.   Die Parteivorbringen betreffend die strittigen Punkte werden nachfolgend 

jeweils zunächst im Wesentlichen dargestellt. Auf die einzelnen Behauptungen 

wird im Rahmen der Würdigung eingegangen, soweit dazu Anlass besteht.  

C. Qualifikation des Rechtsverhältnisses 

1. Parteistandpunkte 

1.1. Der Kläger behauptet im Wesentlichen, es habe zwischen den Parteien ab 

Mitte Oktober 2010 bis und mit Juni 2012 eine Bank-Kunde-Beziehung vorgele-

gen, welche die Intensität der Anlageberatung erreicht habe (act. 1 Rz. 192 f.; 

act. 22 Rz. 34), bzw. dass ein Anlageberatungsvertrag vorliegen würde (act. 22 

Rz. 350, 464). Bis am 15. Oktober 2010, als sich die Parteien zu einem Business-

Lunch getroffen hätten, habe sich die Beziehung des Klägers zur Beklagten in ru-

higen Bahnen bewegt (act. 1 Rz. 142). Anlässlich des Gesprächs vom 15. Okto-

ber 2010 habe der Kläger der Beklagten seine Anlageziele und sein Risikoprofil 

bekanntgegeben (act. 1 Rz. 48 und Rz. 90). Zudem könne es sein, dass an jenem 

Treffen auch Renditevorstellungen besprochen worden seien (act. 1 Rz. 54). Ins-

besondere nach dem Abschluss des OTC-Vertrages am 25. Januar 2011 und des 

DAC-Vertrages am 22. Januar 2011 bzw. am 7. Februar 2011 sei es zu einer In-

tensivierung der Beziehung gekommen (act. 1 Rz. 208). Es sei die Beklagte ge-

wesen, welche ihn, den Kläger, kontaktierte (und nicht umgekehrt), wobei man ihn 

bevorzugt auf dessen Mobiltelefon angerufen habe (act. 22 Rz. 22, 113, 209). 

Dabei habe er, der Kläger, darauf vertraut, dass er beraten und wenn nötig ge-

warnt werde (act. 1 Rz. 89 f., 121, 180; act. 22 Rz. 96, 110, 113, 373) und er habe 

auch das Bedürfnis nach Beratung gehabt und nach dieser gesucht (act. 1 Rz. 62; 

act. 22 Rz. 97. f, 183, 244, 332, 340, 379). Dies sei für die Beklagte erkennbar 

- 18 - 

gewesen (act. 1 Rz. 181; act. 22 Rz. 94). Dieses Vertrauen habe der Kläger in die 

Beklagte haben dürfen. So habe einerseits zwischen den Parteien bereits vor Mit-

te Oktober 2010 ein langjährige Beziehung und ein Vertrauensverhältnis bestan-

den, das auf der persönlichen Betreuung des Klägers durch die Beklagte fusste 

(act. 22 Rz. 12, 14, 244). Der Kläger und C._____ hätten sich sogar geduzt (act. 

22 Rz. 11). Andererseits seien die Erwartungen des Klägers berechtigt gewesen, 

da die Beklagte das Risikoprofil und die Verhältnisse des Klägers gekannt haben 

würde (act. 1 Rz. 52, act. 22 Rz. 12).  

1.2. Die Beklagte entgegnet im Wesentlichen, es habe sich bei der Beziehung 

zwischen den Parteien um eine reine "Execution-only"-Beziehung gehandelt (vgl. 

u.a. act. 14 Rz. 6 f., 24, 45, 48, 62; act. 27 Rz. 10 ff.). Der Kläger habe allein die 

Entscheidung getroffen, ob er Handelsgeschäfte abschliessen wolle (act. 14 

Rz. 23, 126, 167, 188, 201, 216, 251; act. 22 Rz. 156, 189, 234). Er habe keine 

Beratung oder Risikoaufklärung gewünscht, diese abgelehnt bzw. sei an einer Be-

ratung nicht interessiert gewesen und habe auch auf eine Risikoaufklärung schrift-

lich verzichtet (act. 14 Rz. 6 f., 24, 26, 28 ff., 179, 188, 310; act. 27 Rz. 9, 10 f., 

244, 340). Ein Anlageberatungsvertrag mit entsprechender Honorarvereinbarung 

sei weder schriftlich, mündlich noch konkludent abgeschlossen worden und der 

Kläger habe auch keine entsprechende Vergütung geleistet (act. 27 Rz. 16). Der 

Kläger habe gar keinen Anlageberatungsvertrag gewollt (act. 14 Rz. 174, 188; 

act. 27 Rz. 125, 189, 236). Die Beratungsleistungen und Risikoaufklärungen, wel-

che die Beklagte vereinzelt erbracht habe, seien erfolgt, ohne dass sie hierzu ver-

pflichtet gewesen sei (u.a. act. 14 Rz. 45, 51, 62; act. 27 Rz. 19 und 48 f.). So sei 

es auch sie, die Beklagte, gewesen, welche anlässlich des Gesprächs vom 

15. Oktober 2010 dem Kläger vorgeschlagen habe, eine defensive Strategie zu 

verfolgen (act. 14 Rz. 115), denn die Beklagte habe damals den Kläger dazu be-

wegen wollen, seine erhaltenen Vermögenswerte langfristig und sicher zu inves-

tieren (act. 14 Rz. 47). Der teilweise intensive Kontakt zwischen den Parteien ha-

be sich auf eine Periode von zwei Jahren beschränkt und sei zudem vom Kläger 

initiiert worden (act. 14 Rz. 23; act. 27 Rz. 17). Die Beklagte habe den Kläger nur 

sehr selten von sich aus auf dem Mobiltelefon kontaktiert (act. 27 Rz. 90). Der 

Kontakt habe zudem grossmehrheitlich die Entgegennahme von Instruktionen be-

- 19 - 

troffen bzw. sei mit Mitarbeitern des DAC-Desks erfolgt, welche keine Beratungs-

tätigkeiten anbieten würden (act. 14 Rz. 23; act. 27 Rz. 17, 90). Entgegen den 

klägerischen Ausführungen habe damit insgesamt kein Vertrauensverhältnis zwi-

schen den Parteien vorgelegen, bzw. ein solches habe der Kläger nicht genügend 

substantiiert dargetan (act. 14 Rz. 179, 181; act. 27 Rz. 45, 82, 85, 92, 96, 128 f., 

268, 273, 348).  

2. Rechtliches 

2.1. Für die Abwicklung von Börsengeschäften bzw. die Anlagetätigkeit kommen 

grundsätzlich drei verschiedene Vertragsbeziehungen in Betracht: die blosse Kon-

to-/Depotbeziehung ("Execution-only"), die Anlageberatung und die eigentliche 

Vermögensverwaltung (BGE 144 III 155 E. 2.1 S. 156; 138 III 755 E. 5.5 S. 764; 

133 III 97 E. 7.1 S. 102; BGer 4A_54/2017 vom 29. Januar 2018 E. 5.1.1; 

4A_436/2016 vom 7. Februar 2017 E. 3.1; 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 

E. 7.1.1). Bei der blossen Konto-/Depotbeziehung führt die Bank lediglich die In-

struktionen des Kunden aus. Der Anlageberatungsvertrag zeichnet sich in Ab-

grenzung von der reinen Konto-/Depot-Beziehung dadurch aus, dass der Kunde 

die Anlageentscheide zwar ebenfalls selber trifft, die Bank ihm jedoch dabei bera-

tend zur Seite steht (BGer 4A_449/2018 vom 25. März 2019 E. 3.1 f.). Der Anla-

geberatungsvertrag unterscheidet sich dagegen vom Vermögensverwaltungsver-

trag insofern, als bei Letzterem die Verfügungsmacht über die Vermögenswerte 

an einen Dritten delegiert wird, welcher die Anlageentscheide für den Kunden 

vornimmt (BGer 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.3; 4A_168/2008 

vom 11. Juni 2008 E. 2.1; HGer ZH HG150201 vom 16. März 2018 E. 5.2.3).  

2.2. Die Anlageberatung kann im Rahmen eines auf Dauer angelegten Vertrags-

verhältnisses oder von Fall zu Fall ("punktuell") erfolgen. Ein Anlageberatungsver-

trag kann schriftlich, mündlich oder konkludent geschlossen werden. In der Regel 

muss dann vom Vorliegen eines Beratungsauftrages ausgegangen werden, wenn 

sich die Bank auf eine Beratung einlässt, eine tatsächliche Beratung des Kunden 

erfolgt, der Kunde diese Beratungsleistung entgegennimmt und danach handelt 

(HGer ZH HG170121 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.2.2). Der konkludente Vertrags-

schluss liegt insbesondere auch dann vor, wenn sich wegen einer andauernden 

- 20 - 

Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kunde ein besonderes Vertrauensver-

hältnis entwickelt hat, aus welchem der Kunde nach Treu und Glauben unaufge-

fordert Beratung und Abmahnung erwarten darf (BGE 133 III 97 E. 7.2 S. 103; 

BGer 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.4 a. E.). Eine spezielle Vergü-

tung der Bank ist dazu nicht erforderlich (BGer 4A_593/2015 vom 13. Dezember 

2016 E. 7.1.4 a. E.). Indizien für die Intensität der Geschäftsbeziehung sind ins-

besondere ihre Dauer sowie die Häufigkeit des Kontakts zwischen Bank und 

Kunde (vgl. BGE 133 III 97 E. 7.2 S. 103). Dabei sind vorweg jene Kontakte rele-

vant, die stets mit derselben Person (wie einem persönlichen Kundenberater) ge-

führt werden und mindestens punktuell die Vermögensanlage oder andere ver-

trauensbegründende Momente zum Gegenstand haben, aufgrund welcher der 

Kunde das berechtigte Vertrauen gewinnen darf, dass er in Fragen des Anlage-

geschäfts eine Interessenswahrung erwarten kann. Inhaltlich umfasst die Anlage-

beratung nebst der Abgabe von Anlageempfehlungen an den Kunden unter ande-

rem auch die Abklärung der Vermögensverhältnisse, der Risikofähigkeit sowie der 

Zielsetzungen des Kunden (HGer ZH HG150201 vom 16. März 2018 E. 5.2.3; vgl. 

auch GUTZWILLER, Rechtsfragen der Vermögensverwaltung, 2008, S. 57).  

3. Würdigung 

3.1. Vorliegend haben die Parteien mehrere Verträge abgeschlossen. Einig sind 

sich die Parteien darin, dass kein Vermögensverwaltungsvertrag vorliegt. Strittig 

ist indes, ob es sich bei der Beziehung zwischen den Parteien um einen (konklu-

denten) Anlageberatungsvertrag oder um eine einfache Konto-/Depotbeziehung 

handelt. Ob ein konkludenter Anlageberatungsvertrag vorliegt, hängt insbesonde-

re von der Dauer und Intensität der Beziehung zwischen den Parteien ab.  

3.1.1. Für die Zeit bis zum 15. Oktober 2010, jenem Tag, an welchem sich die 

Parteien zum Lunch trafen und bis zu welchem die Beziehung zwischen den Par-

teien gemäss dem Kläger in ruhigen Bahnen verlief (act. 1 Rz. 142), ergibt sich 

Folgendes: Zunächst sind die Parteien zwei Konto-/Depotbeziehungen eingegan-

gen. Die Beziehung mit der Stamm-Nr. 4, unter welcher die streitgegenständli-

chen Transaktionen ausgeführt wurden, wurde am 10. August 2007 eröffnet (act. 

3/3b). Das Basisdokument zur Konto-/Depotbeziehung wurde bankseitig von 

- 21 - 

C._____, damals Kundenberater der Beklagten, unterzeichnet (act. 3/3b S. 2). 

Auch der vom Kläger am 10. August 2007 unterschriebene "Verzicht auf …-

information" wurde seitens der Beklagten durch C._____ gegengezeichnet (act. 

15/8). Nach Übergabe der Kundenbeziehung an D._____ war es Letzterer, der 

die hernach abgeschlossenen Verträge, so den OTC-Vertrag vom 25. Januar 

2011 und den DAC-Vertrag vom 22. Januar 2011 bzw. vom 7. Februar 2011, für 

die Beklagte zeichnete (vgl. act. 3/18 S. 11 und act. 3/19 S. 3). Daraus ergibt sich, 

dass die Beziehung zwischen den Parteien bereits vor dem 15. Oktober 2010 

über drei Jahre dauerte und der Kläger immer einen Ansprechpartner hatte. In der 

Zeit vor dem 15. Oktober 2010 kam es auch zu Kontakten zwischen den Parteien, 

wenngleich nicht in der Intensität, wie sie ab Oktober 2010 dokumentiert ist (vgl. 

die Kontaktübersichten der Bankbeziehungen Stamm-Nr. 4 in act. 3/5b und der 

Stamm-Nr. 3 in act. 3/12b). Auffallend ist dabei einerseits, dass der Kontakt (vor 

dem 15. Oktober 2010) tatsächlich von einer persönlichen Nähe geprägt gewesen 

zu sein scheint, zumal sich die Parteien duzten (vgl. der Kontakt vom 21. Juli 

2009 unter der Stamm-Nr. 3 in der Kontaktübersicht in act. 3/12b, S. 17: "Email von 

Hr. C._____. an Kunde:¶ "Hallo A._____ ¶ Wie am Donnerstag in München am Flughafen kurz be-

sprochen werden wir auf Deinen beiden Konti bei uns hier […]"). Andererseits fällt ins Ge-

wicht, dass ein erheblicher Teil der Kontakte vor dem 15. Oktober 2010 unter bei-

den Stammnummern nicht mit dem Kläger, sondern mit Dritten geführt wurde 

(u.a. von der F._____ AG, vgl. act. 3/5b, Teil 2, S. 15; act. 3/12b, Teil 2, S. 2), so-

wie, dass bis auf zwei Aktientransaktionen im September 2008 (vgl. act. 3/5b, Teil 

2, S. 13 f.), dem Kauf von Krügerrand-Münzen im September 2011 (vgl. act. 

3/12b, Teil 1, S. 15) sowie vereinzelter Geldmarktanlagen keine Handelsgeschäf-

te im Kundendossier vermerkt sind. Daraus ist zu folgern, dass zwischen den Par-

teien bereits vor dem 15. Oktober 2010 eine langjährige Geschäftsbeziehung und 

auch ein Vertrauensverhältnis bestand. Konkrete Tatsachenbehauptungen des 

Klägers, aufgrund welcher aber auf ein besonderes Vertrauensverhältnis bereits 

vor dem 15. Oktober 2010, und das sich zudem auch berechtigterweise auf Fra-

gen der Vermögensanlage erstreckte, geschlossen werden muss, sind aber nicht 

ersichtlich. Insbesondere kann aus der Behauptung des Klägers, man habe sich 

in der Zeit zwischen Mitte 2007 und Mitte 2010 persönlich getroffen (vgl. act. 22 

- 22 - 

Rz. 11), nicht abgeleitet werden, dass deswegen ein besonderes Vertrauensver-

hältnis vorlag. Der Kläger substantiiert nicht, in welcher Häufigkeit und unter wel-

chen Umständen diese Treffen stattgefunden haben und inwiefern diese vertrau-

ensbildend waren. Insgesamt folgt, dass bis zum 15. Oktober 2015 kein besonde-

res Vertrauensverhältnis dargetan ist, aufgrund dessen auf ein konkludent ge-

schlossenes Anlageberatungsverhältnis geschlossen werden muss. Dieser 

Schluss ist auch deshalb gerechtfertigt, weil bis zu diesem Zeitpunkt nicht ersicht-

lich ist, dass die Beklagte Beratungsleistungen erbrachte, die der Kläger annahm.  

3.1.2. Fraglich ist, wie es sich für die Zeit danach verhält. Festzuhalten ist zu-

nächst, dass das – wenngleich nicht besondere – Vertrauensverhältnis auch nach 

dem 15. Oktober 2010 weiterbestanden haben dürfte und zwar auch nachdem die 

Kundenbeziehung auf D._____ übertragen wurde. Anzeichen, dass der Kläger 

sein Vertrauen in die Beklagte aufgrund des Kundenberaterwechsels verlor und 

kein Vertrauensverhältnis mehr gegeben war, liegen entgegen der Behauptung 

der Beklagten keine vor. Im Gegenteil. Die Beziehung zwischen den Parteien in-

tensivierte sich vielmehr. Hiervon zeugen die im Kundendossier der Beklagten 

zwischen November 2011 und Juni 2012 aufgeführten 99 Kundenkontakte (vgl. 

act. 3/5b) sowie die häufigen Telefonate zwischen den Parteien, die regelmässig 

mehrmals täglich und auch über das Mobiltelefon des Klägers geführt wurden. 

Nebst der andauernden Geschäftsbeziehung und dem bestehenden Vertrauens-

verhältnis zwischen den Parteien, liegen weitere Indizien vor, die für das Vorlie-

gen eines Anlageberatungsvertrages und gegen ein reines Execution-only-

Verhältnis sprechen. So erfüllte die die Beklagte anlässlich des Gesprächs vom 

15. Oktober 2011, als die Anlageziele und das Risikoprofil des Klägers bespro-

chen wurden, für einen Anlageberatungsvertrag typische (vor-)vertragliche Pflich-

ten. Andererseits erbrachte die Beklagte, wie sie selber vorbringt, gewisse Bera-

tungsleistungen (vgl. u.a. act. 14 Rz. 45, 51, 62 act. 27 Rz. 19 und 48 f.). So hat 

die Beklagte beispielsweise dem Kläger mit Email vom 9. Februar 2011 einen 

"persönlichen Anlagevorschlag mit der Analyse" (vgl. act. 15/20) zugestellt. Ob 

die Beratung dabei unaufgefordert erfolgte oder nicht, ist (hier) irrelevant, zumal 

ein Anlageberatungsverhältnis durchaus so ausgestaltet sein kann, dass eine Be-

ratungspflicht nur auf Verlangen des Kunden besteht. Ebenfalls unbeachtlich ist 

- 23 - 

letztlich, dass der Kläger für die Beratungsleistungen der Beklagten keine speziel-

le Vergütung leistete, zumal eine solche gemäss zitierter bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung für die Annahme eines Anlageberatungsverhältnisses nicht not-

wendig ist (vgl. oben, E. III.C.2.2). Darüber hinaus gibt es Anhaltpunkte, wie vom 

Kläger vorgebracht (vgl. act. 1 Rz. 224-226), dass der Kläger die Beratung der 

Beklagten teilweise auch annahm. Die Behauptung des Klägers, im Kundendos-

sier sei am 6. März 2012 festgehalten, "[der Kläger] sieht die Situation ein und setzt einen 

Stop Loss", bzw. am 14. Mai 2012, "[der Kläger] willigt ein und öffnet kurz darauf eine netto 

long postition mit einem stop loss limit" (act. 1 Rz. 225 f.) bestreitet die Beklagte nicht, 

bzw. sie bekräftigt, den Kläger beraten zu haben (act. 14 Rz. 222). 

3.2. Insgesamt ergibt sich, dass die Geschäftsbeziehung zwischen den Parteien 

gerade nach dem 15. Oktober 2010 zunehmend intensiver geführt wurde, als dies 

in einem reinen Execution-only-Verhältnis zu erwarten gewesen wäre. Unter Be-

rücksichtigung aller Umstände ist damit von einem unbestimmten Zeitpunkt an, 

jedenfalls nicht vor dem 15. Oktober 2010, davon auszugehen, dass die Voraus-

setzungen eines konkludenten Vertragsschlusses gegeben waren. Ob von einem 

punktuellen Anlageberatungsverhältnis oder aber von einem auf Dauer angeleg-

ten Vertrag auszugehen ist, ist primär anhand der Häufigkeit der erbrachten (und 

vom Kläger angenommenen) Beratungsleistungen zu untersuchen.  

3.2.1. Vorliegend bestehen Anhaltspunkte, dass die Beklagte dem Kläger sowohl 

am 15. Oktober 2010 als auch am 8. Februar 2011 eine umfassende Beratung 

zukommen liess. Weder das Gespräch vom 15. Oktober 2010 noch der Anlage-

vorschlag vom 8. Februar 2011 genügen aber, um den Abschluss eines auf Dauer 

gerichteten Anlageberatungsvertrags zu begründen. Die vom Kläger getätigten 

Kassa- und Termingeschäfte mit Devisen und Edelmetallen, Devisenswapge-

schäfte, Geschäfte mit Optionen und Optionsscheinen sowie Geschäfte mit Struk-

turierten Produkten waren weder Gegenstand des Gesprächs vom 15. Oktober 

2010 (vgl. act. 3/5b, Teil 2, S. 13), noch waren sie Teil des Anlagevorschlags vom 

8. Februar 2011 (vgl. act. 15/20). Letzterer sieht eine Anlage in Obligationen, Ak-

tien, Hedge Fonds und Rohwaren vor (vgl. act. 15/20, Blatt 4). Soweit diese um-

fassenden Beratungen tatsächlich stattgefunden haben, waren sie jedenfalls nicht 

- 24 - 

kausal für die klägerischen Geschäfte und können somit nicht als Anhaltspunkt für 

ein auf Dauer angelegtes Vertragsverhältnis herangezogen werden.  

3.2.2. Dass der Kläger aufgrund einer Beratung der Beklagten gehandelt hätte, 

kann aber auch auf transaktionsbezogener Ebene nicht erschlossen werden. 

Diesbezüglich behauptet der Kläger Folgendes: Am 29. November 2010 habe der 

Kläger zwei Devisentermingeschäfte abgeschlossen, nachdem die Beklagte dem 

Kläger mitgeteilt habe, diese Transaktionen seien gute Absicherungen gegen 

Währungsschwankungen (act. 1 Rz. 74). Hinzugekommen sei, dass D._____ den 

Kläger darauf hingewiesen habe, dass er, der Kläger, mit seinen Währungsge-

schäften einen Gewinn erzielt habe (act. 22 Rz. 17). Auch der Kauf eines B._____ 

DOCU, einem strukturierten Währungsprodukt, am 10. Januar 2011 sei auf Vor-

schlag der Beklagten erfolgt, und es sei dem Kläger diesbezüglich lediglich "er-

zählt" worden, "dass es bei diesem Produkt um Währungen gehe und dies etwas 

für den Kläger sei", sowie, dass im Vergleich zu Festgeldanlagen eine leicht bes-

sere Rendite durch Verzinsung erzielt werden könne (act. 1 Rz. 79, 115, 121). 

Schliesslich habe die Beklagte anlässlich des Verkaufs von Put-Optionen auf 

G._____ Aktien gesagt, das Risiko eines Verlustes sei nur theoretischer Natur 

(act. 1 Rz. 128). Diese Darstellungen werden indes von der Beklagten bestritten 

(vgl. act. 14 Rz. 131, 135, 151, 153, 156).  

3.2.3. Betreffend die Umstände der Transaktion vom 29. November 2010 offeriert 

der Kläger das Kundendossier (act. 3/5b), die eigene Aussage, das Zeugnis von 

D._____ sowie die Edition der Aufzeichnung des Telefonats vom 29. November 

2010 als Beweis. Aus dem Kundendossier ist lediglich ersichtlich, dass ein Tele-

fonat geführt wurde, sowie, dass zwei Devisentermingeschäfte abgeschlossen 

wurden (act. 3/5b, Teil 2, S. 12). Dass eine Beratung stattgefunden hätte, ergibt 

sich aus dem Eintrag alleine nicht. Die Edition der Gesprächsaufzeichnung vom 

29. November 2010 ist unmöglich (vgl. oben, E. II.C.2), hätte aber selbst bei Ver-

fügbarkeit der Aufnahme zu unterbleiben, da der Antrag vorliegend auf die Sach-

verhaltsaufklärung und nicht auf den Beweis abzielt (vgl. E. II.C.3). Sodann kann 

auch eine Befragung des Klägers zum Gespräch vom 29. November 2010 unter-

bleiben. Es ist nicht zu erwarten, dass der Kläger im Rahmen einer Einvernahme 

- 25 - 

von seiner in der Klage vorgebrachten Positionen abweichen würde. Um zur rich-

terlichen Überzeugung im Sinne der klägerischen Behauptungen zu gelangen, 

bedürfte es bei dieser Ausgangslage eines komplementären Beweismittels. Die 

Abnahme der anerbotenen Zeugeneinvernahme von D._____ kann indes unter-

bleiben. Selbst wenn D._____ gesagt hätte, dass der Kläger mit seinen Wäh-

rungsgeschäften einen Gewinn erzielte (vgl. act. 22 Rz. 17), so ist dies lediglich 

eine tatsächliche Feststellung, aber keine Empfehlung, eine bestimmte Anlage zu 

tätigen. Damit beschlägt die Aussage von D._____ keine rechtserhebliche Tatsa-

che, über welche Beweis abzunehmen ist (vgl. Art. 150 Abs. 1 ZPO). Insgesamt 

gelingt dem Kläger der Beweis nicht, dass die Beklagte ihn im Vorfeld der Trans-

aktion vom 29. Oktober 2010 beraten hat. Diese Überzeugung wird durch die klä-

gerische Darstellung der eigenen Motivation zum Abschluss der Devisentermin-

geschäfte unterstrichen. So erklärte der Kläger selber, an der Absicherung gegen 

Währungsrisiken interessiert gewesen zu sein (act. 1 Rz. 74). Damit ist nicht aus-

zuschliessen, dass der Abschluss der Geschäfte auf seine eigene Anweisung und 

ohne Beratung durch die Beklagte erfolgte.  

3.2.4. Die Behauptung, die Beklagte habe den Kläger zum Abschluss der Ge-

schäfte verleitet, ist mit Bezug auf die übrigen behaupteten Beratungen am 

10. Januar 2011 und anlässlich des Verkaufs von Put-Optionen auf G._____ nicht 

schlüssig dargetan. Insbesondere legt der Kläger jeweils ungenügend dar, wann 

eine Beratung durch die Beklagte stattfand, was Inhalt dieser Beratungen war und 

inwiefern diese Beratung den Entscheid beeinflusste, ein bestimmtes Produkt zu 

kaufen. Selbst wenn die klägerische Darstellung genügend substantiiert wäre, wä-

re der Beweis, dass am 10. Januar 2011 sowie anlässlich des Verkaufs von Put-

Optionen vorgängig eine Beratung bzw. Empfehlung der Beklagten zur Anlage er-

folgte, nicht erbracht. Der Kläger offeriert betreffend die behaupteten Beratungen 

seine eigene Aussage als Beweis, sowie für den Kauf des B._____ DOCU und für 

den Verkauf der Put-Optionen zusätzlich das Kundendossier bzw. die Mitschnitte 

der Telefonate vom 2. Februar 2011 und vom 9. Februar 2011 (vgl. act. 1 Rz. 79, 

115, 121, 128). Aus dem Kundendossier ergibt sich betreffend die Transaktion 

vom 11. Januar 2011 indes nicht, dass vorgängig eine Beratung stattgefunden hat 

(act. 3/5b, Teil 2, S. 11 f.). Die Edition der Gesprächsaufzeichnung vom 2. Febru-

- 26 - 

ar 2011 und vom 9. Februar 2011 ist unmöglich (vgl. oben, E. II.C.2), würde aber 

selbst bei deren Verfügbarkeit nichts ändern. Denn selbst wenn dem Kläger ge-

sagt worden wäre, dass das Risiko eines Verlustes nur theoretischer Natur sei, da 

praktisch ausgeschlossen sei, dass die G._____ Aktie innert 5 Monaten grosse 

Verluste erleiden würde (act. 1 Rz. 128), so ist diese Aussage alleine noch keine 

Beratung bzw. Anlageempfehlung. Damit verbleibt lediglich eine Befragung des 

Klägers als offeriertes Beweismittel, welche indes aus vorgenannten Gründen 

(vgl. E. III.C.3.2.4.) auch hier unterbleiben kann. Weitere, komplementäre Be-

weismittel offeriert der Kläger nicht, womit ihm der Beweis misslingt, dass er vor 

der Transaktion am 10. Januar 2011 bzw. vor dem Verkauf der Put-Optionen von 

der Beklagten beraten wurde.  

3.2.5. Damit erhellt, dass auch mit Blick auf einzelne Transaktionen nicht ge-

schlossen werden kann, der Kläger habe zu Beginn seiner Handelstätigkeiten 

(und damit insbesondere vor Abschluss des OTC- und des DAC-Vertrages) eine 

bzw. mehrere Beratungsleistungen der Beklagten entgegengenommen und da-

nach gehandelt. Mangels erstellter erbrachter und angenommener Beratungsleis-

tungen der Beklagten bestehen keine Indizien, aufgrund derer zu schliessen ist, 

dass die Parteien bereits zu Beginn der klägerischen Handelstätigkeiten einen auf 

Dauer gerichteten Anlageberatungsvertrag schliessen wollten.  

3.2.6. Soweit es, wie von der Beklagten eingeräumt, zu Beratungsleistungen ge-

kommen ist, ist somit jeweils von einem punktuellen, konkludent abgeschlossenen 

Anlageberatungsvertrag auszugehen, auf welchen das Auftragsrecht nach 

Art. 394 ff. OR anwendbar ist. Es gibt Anhaltspunkte, die letztlich auch den 

Schluss zulassen würden, dass ab einem unbestimmten Zeitpunkt von einem 

dauernden Anlageberatungsverhältnis auszugehen wäre. Letztlich ist die ab-

schliessende Zuordnung des Vertrages aber nicht ausschlaggebend. Massge-

bend für den Bestand, Inhalt und Umfang der Informationsvermittlungspflichten 

sind andere Faktoren (vgl. dazu unten, E. III.D.2.3 a. E. f.).  

- 27 - 

D. Schadenersatz aus Pflichtverletzung (Hauptbegehren) 

1. Parteistandpunkte 

1.1. Der Kläger behauptet im Hauptstandpunkt im Wesentlichen, die Beklagte 

habe zwischen dem 15. Oktober 2010 bis Ende Juni 2012 (act. 22 Rz. 64) dauer-

haft (act. 1 Rz. 193, 195, 221, 246, 252, 260, 268, 278, 292) ihre Pflichten ver-

letzt, indem sie es dauerhaft unterlassen habe, den Kläger, einem Laien in Bör-

sen- und Finanzsachen (act. 1 Rz. 11, 31, 36, 62, 77, 122, 186; act. 22 Rz. 321, 

381, 397), namentlich ohne Sach- und Fachkunde sowie Erfahrung in Bezug auf 

Geschäfte mit Devisen, strukturierten Produkten, Edelmetallen und Optionen 

(act. 1 Rz. 11 f., 14, 33, 36, 42, 77, 84, 88, 98, 100, 127, 129, 138, 160, 196, 208, 

216, 288, 293, 323; act. 22 Rz. 93) und der zudem der Beklagten seit Jahren als 

konservativer Anleger mit konservativem Risikoprofil bzw. mit sehr beschränkter 

Risikobereitschaft bekannt gewesen sei (act. 1 Rz. 49, 52, 138, 194, 207; act. 22 

Rz. 12, 59, 62, 65), zu beraten und zu warnen, obwohl mehrfach dazu Anlass be-

standen hätte (vgl. act. 1, Rz. 74 f., 79, 82, 91, 124-124, 129, 193, 207, 211, 217; 

act. 22 Rz. 20). Die Beklagte habe den Kläger proaktiv auf den DAC-Desk gelenkt 

und mit ihm proaktiv Handel betrieben bzw. ihn dazu und zu dessen Ausbau ani-

miert, ihn proaktiv in fremde Geschäftsarten bzw. in eine Anlagestrategie gelenkt, 

die Geschäfte bzw. Geschäftsarten bzw. Anlagen mit (sehr) hoher Komplexität 

und Risikoexposition zur Folge gehabt haben würden und nicht zur Person bzw. 

zum Risikoprofil des Klägers gepasst hätten (act. 1 Rz. 3, 11, 14, 17, 26, 32, 60, 

73, 74, 98, 109, 122, 124-127, 136 ff., 152, 193, 196, 209, 211, 246, 323; act. 22 

Rz. 15, 22, 24, 27, 64, 70). Zudem sei die dem Kläger teilweise zugekommene 

Beratung fehlerhaft (sinngemäss act. 1 Rz. 74, 79, 121, 128; ausdrücklich act. 22 

Rz. 68 f.) bzw. unpassend (act. 22 Rz. 60) gewesen. Im Eventualstandpunkt 

bringt der Kläger sodann im Wesentlichen vor, die Beklagte habe den Kläger nicht 

ordnungsgemäss bzw. genügend konkret (act. 1 Rz. 5, 8, 11, 128, 206, 221, 227, 

237, 239, 257, 260; act. 22 Rz. 132) bzw. falsch aufgeklärt (sinngemäss, act. 1 

Rz. 235). Insgesamt habe der Kläger weder auf die Beratungs-, Warn- und Auf-

klärungspflicht der Beklagten verzichtet (act. 1 Rz. 190 ff.; act. 22 Rz. 5, 94-96, 

117), noch habe er die Pflichtverletzungen der Beklagten genehmigt (act. 1 

Rz. 148, 243-247; act. 22 Rz. 5, 119, 125, 126, 138).  

- 28 - 

1.2. Die Beklagte bestreitet die klägerische Darstellung und bringt ihrerseits ins-

besondere vor, der Kläger sei ein erfahrener, risikobereiter Geschäftsmann und 

Investor (act. 14 Rz. 6, 11, 16-18, 44; act. 27 Rz. 9 f., 21, 34, 36), der bereits 

mehrere Jahre vor dem 15. Oktober 2010 sowohl bei der Beklagten als auch bei 

anderen Banken spekulative Finanzgeschäfte getätigt habe (act. 14 Rz. 21 f., 22, 

24, 40, 46, 50; act. 27 Rz. 9, 24, 27, 29, 36). Entsprechend habe sich der Kläger 

mit den Geschäften bzw. dem Handel mit Finanzprodukten ausgekannt und er 

habe auch die damit einhergehenden Risiken gekannt (act. 14 Rz. 6, 11, 24, 48, 

51; act. 27 Rz. 9, 22, 36). Auch bei der Beklagten habe der Kläger bewusst eine 

auf kurzfristige Gewinne gerichtete, spekulative und risikoreiche Anlagestrategie 

verfolgt (act. 14 Rz. 11, 25-27, 48, 50; act. 27 Rz. 12, 40). Um zeitlich flexibler und 

unabhängig vom Kundenberater handeln zu können, habe der Kläger freiwillig 

den DAC- und den OTC-Vertrag eingehen wollen (act. 14 Rz. 29 f., 30, 33 f.; 

act. 27 Rz. 11, 31). Dabei habe der Kläger selbst über die Strategie und deren 

Änderung, sowie darüber, in welchem Volumen und zu welchen Bedingungen er 

ein Produkt handelte oder nicht, entschieden (act. 14 Rz. 13, 24; act. 27 Rz. 9, 

36). Die Geschäfte würden zur Strategie gepasst haben (act. 14 Rz. 187, 237). 

Beratung habe der Kläger keiner bedurft und er habe eine solche auch nicht ge-

wünscht (act. 14 Rz. 6, 26; act. 27 Rz. 9 f., 35). Vielmehr habe er mehrfach 

schriftlich erklärt, dass er genügend einschlägige Kenntnisse und Erfahrungen 

habe, sich den Risiken bewusst sei und auf Beratung sowie weitergehende Infor-

mationen und Risikoaufklärung durch die Beklagte verzichten würde (act. 14 

Rz. 28, 37; act. 27 Rz. 9, 30, 32, 37, 44). Nichtsdestoweniger sei er mehrfach 

standardisiert und individuell bzw. konkret korrekt über die Risiken aufgeklärt 

worden und er sei zu zahlreichen Zeitpunkten informiert, beraten, und gewarnt 

worden (act. 14 Rz. 45, 51; act. 27 Rz. 19, 39, 48). Im Übrigen habe der Kläger 

allfällige, bestrittene Pflichtverletzungen der Beklagten genehmigt, da er nicht in-

nert Frist gegen die ihm zugestellten Vermögensausweise, Kontoausweise und 

Handelsabrechnungen opponiert habe (act. 14 Rz. 55 f.; act. 27 Rz. 9, 50, 52). 

- 29 - 

2. Rechtliches 

2.1. Der Anlageberatungsvertrag wird als einfacher Auftrag im Sinne von Art. 394 

ff. OR qualifiziert. Die Bank, die als Anlageberaterin tätig ist, hat nicht für den Er-

folg ihrer Tätigkeit einzustehen. Sie haftet dem Kunden für die sorgfältige und ge-

treue Beratung (Art. 398 Abs. 2 OR; BGer 4C.171/2000 vom 6. Dezember 2000 

E. 2c und 4A_168/2008 vom 11. Juni 2008, E. 2.2). Personen und Unternehmen, 

die sich berufsmässig mit dem Anlagegeschäft befassten, unterstehen dabei ge-

genüber ihren Kunden gestützt auf die Sorgfalts- und Treuepflicht im Sinne von 

Art. 398 Abs. 2 OR bei der Vertragsanbahnung und -abwicklung einer Reihe an 

Informationsvermittlungspflichten (vgl. BGE 124 III 155 E. 3a S. 162). Je nach 

Gegenstand der vermittelten Information wird zwischen der Aufklärungs-, Bera-

tungs- und einer Warn- bzw. Abmahnpflicht differenziert. Der Kunde ist hinsicht-

lich der Risiken der beabsichtigten Investitionen aufzuklären, nach Bedarf in Be-

zug auf die einzelnen Anlagemöglichkeiten sachgerecht zu beraten und vor über-

eilten Entschlüssen zu warnen (BGE 124 III 155 E. 3a S. 162 mit Hinweisen). Der 

Sorgfalts- und Treuepflicht ist Genüge getan, wenn der Kunde rechtzeitig und 

vollständig informiert wird, mithin rechtzeitig über alle erforderlichen Informationen 

verfügt, um einen fundierten Anlageentscheid treffen zu können.  

2.2. Zeitlich hat die Bank ihre Informationsvermittlungspflichten regelmässig vor 

einem Anlageentscheid zu erfüllen. Auslöser hierfür kann, je nach Ausgestaltung 

des Vertrags, das Ersuchen des Kunden um (transaktionsbezogene oder umfas-

sende) Anlageberatung oder das Herantreten der Bank an den Kunden sein, bei-

spielsweise nach einer periodischen Überprüfung des Kundenportfolios und dem 

sich daraus ergebende Handlungsbedarf mit Blick auf die anvisierte Anlagestrate-

gie. Damit die Bank ihre Informationsvermittlungspflichten rechtzeitig erfüllen 

kann, bedarf es mithin, sofern der Kunde eine Anlage tätigen will, dass dieser 

vorgängig mit der Bank Kontakt im Hinblick auf eine Beratung aufnimmt. Denn es 

bestehen grundsätzlich keine Informationsvermittlungspflichten der Bank im 

Rahmen gezielter Weisungen des Kunden zu kontorelevanten Verfügungen, sei 

dies, weil der Kunde den Auftrag direkt platziert, oder wenn der Kunde durch die 

unbedingte Erteilung entsprechender Aufträge oder Weisungen zu erkennen gibt, 

- 30 - 

dass er Aufklärung und Beratung seitens der Bank weder benötigt noch wünscht 

(vgl. Art. 397 Abs. 1 OR; BGE 133 III 97 E. 7.1.2 S. 103). Dessen ungeachtet be-

steht dennoch eine Warnpflicht der Bank hinsichtlich wesentlicher Ereignisse in 

Bezug auf die im Portfolio des Kunden liegenden Produkte. Warnpflicht in diesem 

Sinne meint die Verpflichtung der Bank, den Kunden in bestimmten Situationen 

unaufgefordert vor sich abzeichnenden Gefahren zu warnen (BGer 4A_525/2011 

vom 3. Februar 2012 E. 8.1, 4A_140/2011 vom 27. Juni 2011 E. 3.1; TRAUT-

MANN/VON DER CRONE, a.a.O., S. 154 f.). Generell setzt eine Warnpflicht für die 

Zeit nach getroffenem Anlageentscheid de facto eine ständige Überwachung des 

Depots voraus, ohne die eine spontane und rechtzeitige Warnung des Kunden 

nicht möglich ist. Darin liegt aber eine aufwändige Dienstleistung, die üblicher-

weise nicht unentgeltlich erbracht wird. Bei einer Anlageberatung, die ausserhalb 

einer eigentlichen Vermögensverwaltung erfolgt, kann der Kunde ohne anderslau-

tende Vereinbarung grundsätzlich nicht erwarten, dass die Bank das Wertschrif-

tendepot dauernd überwacht und ihn gegebenenfalls auf Gefahren hinweist. Aus-

nahmsweise ergibt sich eine Warnpflicht auch ohne ausdrückliche Vereinbarung. 

Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben folgt, dass die Bank, wenn sie mit 

dem Kunden in Kontakt ist und das Anlagedossier ohnehin zur Hand nehmen 

muss, auf offensichtliche Problemsituationen hinweisen muss (BGer 4A_525/2011 

vom 3. Februar 2012 E. 8.1). Sodann besteht auch eine Warnpflicht, wenn die 

Bank bei der Entgegennahme gezielter Weisungen des Kunden bei pflichtgemäs-

ser Aufmerksamkeit erkennen muss, dass der Kunde eine bestimmte, mit der An-

lage verbundene Gefahr nicht erkannt hat, oder wenn sich wegen der andauern-

den Geschäftsbeziehung zwischen der Bank und dem Kunden ein besonderes 

Vertrauensverhältnis entwickelt hat, aus welchem der Kunde nach Treu und 

Glauben auch unaufgefordert Beratung und Abmahnung erwarten darf (BGE 133 

III 97 E. 7.1.2 S. 103). 

2.3. Wie weit die Informationspflichten bei der Anlageberatung im Einzelnen ge-

hen und wann die Bank diesen Pflichten zeitlich nachzukommen hat, kann nicht 

allgemein festgelegt werden, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls 

ab. Die Informationsvermittlung dient dazu, Informationsdefizite auszugleichen, 

um dem Kunden so alle für einen fundierten Anlageentscheid notwendigen Infor-

- 31 - 

mationen zu verschaffen. Im Umkehrschluss heisst das, dass derjenige, der alle 

für den Anlageentscheid relevanten Umstände kennt, keiner Informationsvermitt-

lung bedarf, sowie, dass über übliche Risiken nicht aufgeklärt werden muss (BGE 

133 III 97 E. 7.1.1 S. 102; 119 II 333 E. 5a S. 335; vgl. BGer 4A_525/2011 vom 

3. Februar 2012 E. 3.3 und E. 5.3; 4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 

E. 7.1.3). Ausschlaggebend für Bestand und Umfang der Informationsvermitt-

lungspflicht sind damit insbesondere (I) die Ausgestaltung des jeweiligen Bera-

tungsverhältnisses, (II) die Art des konkreten Anlagegeschäftes sowie (III) die Er-

fahrung und die Kenntnisse des Kunden (vgl. BGer 4A_449/2018 vom 25. März 

2019; E. 3.2; 4A_525/2011 vom 3. Februar 2012 E. 3.2). 

2.3.1.  Ausgangspunkt für die Bestimmung des Umfangs der Informationspflichten 

ist die Vereinbarung zwischen den Parteien. Relevant für den Umfang der Infor-

mationspflichten ist dabei insbesondere, ob die Anlageberatung im Rahmen eines 

auf Dauer angelegten Vertragsverhältnisses, in welchem der Kunde regelmässig 

Beratungsdienstleistungen in Anspruch nimmt, oder von Fall zu Fall ("punktuell") 

erfolgt. Dies, da die Bank einerseits bei einer punktuellen Anlageberatung keine 

Pflicht zu aktivem Handeln hat (HGer ZH HG140077 vom 6. April 2016; GUTZWIL-

LER, a.a.O., S. 50, PROJER/VON DER CRONE, a.a.O., S. 159), und andererseits, da 

die dem Anlageentscheid nachgelagerte Warnpflicht nur im Rahmen eines Dau-

erschuldverhältnisses besteht (PROJER/VON DER CRONE, a.a.O., S. 162). Der Inhalt 

des Anlageberatungsvertrages und damit auch die Art und der Umfang der ge-

schuldeten Information kann von den Parteien ungeachtet dessen in den Schran-

ken des zwingenden Rechts aber frei vereinbart werden (vgl. Art. 20 OR). Ent-

sprechend sind die Parteien frei in der Vereinbarung, unter welchen Umständen 

eine Beratung durch den Anlageberater geschuldet ist. Das heisst konsequenter-

weise, dass der Kunde auch auf eine spontane Informationsvermittlung durch die 

Bank verzichten kann, selbst wenn ihm aufgrund eines besonderen Vertrauens-

verhältnisses grundsätzlich ein Anspruch auf unaufgeforderte Beratung und Ab-

mahnung zusteht. Vorausgesetzt ist hierfür jedoch einerseits, dass der Verzicht 

nicht gegen zwingendes Recht verstösst und andererseits, dass der Kunde weiss, 

worauf er verzichtet (vgl. BGE 137 III 393 E. 2.2 S. 396, BGE 132 III 460 E. 4.2 

S. 465 f.). Das zwingende Mindestmass der Informationsvermittlung, soweit der 

- 32 - 

Anlageberater zugleich Effektenhändler ist, das gegenüber dem Kunden zu erfül-

len ist, bestimmt Art. 11 Abs. 1 lit. a BEHG (BGE 133 III 97 E. 5.2 S. 98 f.; 

JUTZI/EISENBERGER, Das Verhältnis von Aufsichts- und Privatrecht im Finanz-

marktrecht, AJP 2019, S. 12). Ob der Kunde befähigt ist, im darüber hinaus ge-

henden Mass einen Verzicht auf Informationsvermittlung in voller Kenntnis der 

Sachlage zu erklären und weiss, worauf er verzichtet, hängt von seiner Erfahrung 

und seinen Kenntnissen ab (vgl. unten E. III.C.2.3.3). Ein Verzicht kann demnach 

nur der sach- bzw. fachkundige Anleger in jenem Umfang erklären, in welchem 

mangels bestehender Bedürftigkeit bzw. mangels bestehender Informations-

asymmetrie ohnehin keine Informationsvermittlungspflicht besteht (vgl. AR-

TER/JÖRG, Informationspflichten beim Discountbrokerage, AJP 2001, S. 66 f.; 

LUCHSINGER GÄHWILER, Der Vertrieb von Fondsanteilen, Schweizer Schriften zum 

Bankrecht, Bd. 76, Zürich 2004, S. 218). Ist der Verzicht gültig, ist dem Kunden 

später die Argumentation verwehrt, ihm sei zu Unrecht keine unaufgeforderte Be-

ratung und Abmahnung zugekommen. Ein derartiges Verhalten wäre wider-

sprüchlich und würde keinen Rechtsschutz verdienen. 

2.3.2.  Die Informationspflicht wird, wie ausgeführt, auch durch die Art des in Fra-

ge stehenden Anlagegeschäfts bestimmt (BGE 124 III 155 E. 3.a S. 162; BGer 

4A_140/2011 vom 27. Juni 2011 E. 3.1; TRAUTMANN/VON DER CRONE, a.a.O., 

S. 153 f.). Gegenüber erfahrenen Kunden ist bei Instrumenten mit tiefem und mitt-

lerem Risiko grundsätzlich keine Aufklärung geschuldet, während bei Instrumen-

ten mit hohem Risiko auch der börsenerfahrene Kunde auf Risiken aufmerksam 

zu machen ist, sofern er nicht gerade bekanntermassen regelmässig mit dieser 

Anlageform spekuliert (HGer ZH HG150201 vom 16. März 2018 E. 7.2.2.). 

2.3.3.  Der Massstab der Informationspflichten richtet sich aber eben insbesonde-

re auch nach dem Erfahrungsstand des Kunden, wobei sich die Bank durch Be-

fragung einlässlich über den Wissensstand des Kunden zu informieren hat (BGer 

4A_593/2015 vom 13. Dezember 2016 E. 7.1.3 m.w.H.; ROTH, Die Spielregeln 

des Private Banking in der Schweiz, 3. Aufl. 2009, S. 34; GUTZWILLER, a.a.O., 

S. 103; SCHALLER, Handbuch des Vermögensverwaltungsrechts, 2013, N 126). 

Die Informationspflicht ist demnach bei sach- bzw. fachkundigen Anlegern einge-

- 33 - 

schränkt. Für einen Privatanleger bedarf es hierzu einer über den allgemeinen 

Wissensstand hinausgehenden Sach- oder Fachkunde mit spezifischem Bezug 

auf Börsen, Märkte, Anlagen und Finanzinstrumente. Anlegerspezifische Sach- 

und Fachkunde indizieren können die Ausbildung (Banklehre, Hoch- oder Fach-

hochschulabschluss mit wirtschaftlichem Bezug), der Beruf (Bankmitarbeiter, Mit-

arbeiter bei unabhängigem Vermögensverwalter, Unternehmer/Kaufmann mit 

Sachwissen und Erfahrung mit Bezug auf Börsen und (Finanz-)Märkte), Nebentä-

tigkeiten (privater Börsenhandel), Affinität (Personen mit Affinität zu Börsen und 

Märkten und/oder bestimmten Anlagen und Produkten) oder die Korrespondenz 

(Verwendung von Fachbegriffen, der Anleger macht einen wissenden Eindruck 

und "weiss, wovon er spricht"; SCHALLER, a.a.O., N 131 und N 133 f.).  

2.4. Wie eben dargestellt, haftet die Bank dem Kunden für die sorgfältige und ge-

treue Beratung, wobei die sorgfältige Auftragsausführung auch die Vermittlung 

von Information beinhaltet. Die Sorgfaltspflicht gebietet aber auch, dass die Bank 

den Auftrag weisungsgemäss ausführt. Weicht sie ohne Zustimmung des Kunden 

von den Weisungen ab, begeht sie eine Vertragsverletzung (Art. 397 Abs. 1 OR). 

Dabei hat die Bank als Anlageberaterin jede Transaktion, die sie dem Bankkun-

den zur Ausführung empfiehlt, vorgängig oder nachträglich durch Letzteren ge-

nehmigen zu lassen (ZR 106/2007 Nr. 1 S. 2). Ist davon auszugehen, dass ein 

Kunde einem Anlageentscheid der Bank ausdrücklich oder stillschweigend zuge-

stimmt hat, wird eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung der Bank geheilt. Die Ge-

nehmigung hat zur Folge, dass Schadenersatzansprüche des Kunden gegenüber 

der Bank verwirken (BGer 4C_194/2005 vom 28. September 2005 E. 3.2.4; 

ABEGGLEN/SCHOTT, Einsatz alternativer Anlagen in der Vermögensverwaltung, 

GesKR 2010, S. 488 f.; GUTZWILLER, a.a.O., S. 60 f.). Einer stillschweigenden Zu-

stimmung kommt aber nur ausnahmsweise ein rechtsgeschäftlicher Erklärungs-

gehalt zu (vgl. Art. 6 OR). Eine solche Ausnahme ist die vertragliche Vereinba-

rung einer Genehmigungsfiktion. Mit der Genehmigungsfiktion vereinbaren die 

Parteien, dass ein passives Verhalten des Bankkunden (Nichtbeanstandung in-

nert Frist) als Annahme des Kontoauszugs im Sinne von Art. 6 OR zu werten ist 

(BGE 127 III 147 E. 2d S. 151). Die Genehmigungsfiktion bezieht sich auf die ein-

zelnen nicht anlagekonformen Transaktionen (BERTSCHINGER, Sorgfaltspflicht der 

- 34 - 

Bank bei Anlageberatung und Verwaltungsaufträgen, 1991, S. 211 f.). Von einer 

stillschweigenden Genehmigung kann aber auch dann nur ausgegangen werden, 

wenn der Kunde die Leistung der Bank in Kenntnis des zu genehmigenden Sach-

verhalts, das heisst in Kenntnis der Vertragsverletzung, vorbehaltlos angenom-

men hat, es dem Kunden möglich und zumutbar war, Einwände vorzubringen und 

wenn kein rechtsmissbräuchliches Verhalten der Bank vorliegt, wie es gegeben 

ist, wenn die Bank weiss oder nach den Umständen wissen muss, dass dem 

Kunden der Genehmigungswille fehlt (BGer 4C_18/2004 vom 3. Dezember 2004 

E. 1.8; 4C_175/2006 vom 4. August 2006 E. 2). 

3. Würdigung: Dauerhafte Pflichtverletzung 

3.1. Sach- und Fachkunde des Klägers 

3.1.1. Bestand, Inhalt und Umfang der Informationsvermittlungspflichten der Be-

klagten richten sich nach dem Gesagten im vorliegenden Fall also insbesondere 

nach den Erfahrungen und Kenntnissen des Beklagten, der Ausgestaltung des 

vorliegend konkludent geschlossenen Anlageberatungsverhältnisses sowie der 

Art der konkreten Anlagegeschäfte. Aufgrund der Bedeutung der Sach- und 

Fachkunde des Klägers auch mit Blick auf die Ausgestaltung des Vertragsverhält-

nisses, ist zunächst auf diese einzugehen. 

3.1.2. Der Kläger ist ausgebildeter Metzger. Er arbeitete indes nie auf dem Beruf, 

sondern war zunächst im Immobilienentwicklungssektor tätig und beteiligte sich 

hernach an der E._____ GmbH, einem weltweit tätigen Technologieunternehmen, 

wo er letztlich Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer war (act. 1 Rz. 20 ff.; 

act. 14 Rz. 16). Die Anteile an der E._____ GmbH, die damals rund 310 Mitarbei-

ter hatte und einen Umsatz von >37 Mio. generierte, verkaufte der Kläger in den 

Jahren 2010 (2/3 der Anteile für EUR 82 Mio., vgl. act. 3/3/5a, Blatt 3) und 2011 

(act. 1 Rz. 25). Heute ist er unter anderem an der H._____ S.A., einem Spin-Off 

der E._____ GmbH, sowie an weiteren Private-Equity-Projekten beteiligt und be-

tätigt sich als Privatier und Investor bzw. "Business Angel" (act. 1 Rz. 27). Der 

Kläger ist mithin ein erfahrener Investor. Als solcher war und ist ihm bewusst, 

dass jede Investition mit einem Risiko behaftet ist. Gerade die Tätigkeit als "Busi-

- 35 - 

ness Angel", also das Investieren in Start-Ups, bringt regelmässig sehr hohe Risi-

ken mit sich, unter Umständen aber auch sehr hohe Gewinne. Unter diesen Um-

ständen ist davon auszugehen, dass der Kläger ein Grundverständnis für Finanz-

geschäfte hat, sowie, dass sich dieses Verständnis auch auf Handelsgeschäfte 

mit einer Bank erstreckt.  

3.1.3. Solche Handelsgeschäfte hat der Kläger denn auch vor der streitgegen-

ständlichen Periode, das heisst vor dem 15. Oktober 2011 getätigt. So tätigte der 

Kläger im September 2009 mehrere Aktien-Käufe bzw. Verkäufe (B._____ und 

I._____ Aktien, vgl. act. 3/5b, Teil 2, S. 13 f.; act. 15/21). Weitere Abrechnungen, 

aus welchen sich ergäbe, dass der Kläger vor dem 15. Oktober 2010 weitere 

Handelsgeschäfte mit Finanzprodukten, insbesondere Termingeschäfte und Ge-

schäfte mit strukturierten Produkten und Edelmetallen tätigte, liegen nicht im 

Recht. Insbesondere lassen die substantiierten Ausführungen des Klägers (vgl. 

act. 22 Rz. 83 ff.) den Schluss nicht zu, dass es sich bei den vor dem 15. Oktober 

2010 abgewickelten Devisengeschäften um Termingeschäfte handelte (vgl. act. 

14 Rz. 40). Ungeachtet dessen bestehen Indizien, dass der Kläger nicht nur bei 

der Beklagten in Handelsaktivitäten involviert war (vgl. act. 14 Rz. 21). Ein derar-

tiger Hinweis ergibt sich aus dem Kundendossier der Beklagten, welche am 11. 

Januar 2011, als der Kläger, nachdem er der Beklagten eine Stop Loss-Limite für 

ein Devisentermingeschäft EUR/CHF für EUR 5 Mio. auf 3 Monate erteilte, fest-

hielt, dass der Kläger "das gleiche Geschäft jedoch mit EUR 40'000'000 bei einer anderen 

Bank abschliessen wollte und er [dort] jedoch niemand erreichen kann" (act. 3/5b, Teil 2, 

S. 11). Anhaltpunkte, wonach dieser Eintrag nicht richtig ist (soweit die implizite 

Darstellung des Klägers, act. 22 Rz. 207), sind nicht ersichtlich. Die Unerreichbar-

keit einer Ansprechperson bei dieser "anderen Bank" deutet darauf hin, dass der 

Kläger nicht nur bei der Beklagten Handelsgeschäfte tätigte. Ein weiterer Hinweis, 

wonach der Kläger insbesondere auch bei der J._____ einschlägige Handelsge-

schäfte (in casu mit Put-Optionen) tätigte, ergibt sich sodann aus dem Eintrag im 

Kundendossier vom 25. Januar 2011 (act. 3/5b, Teil 2, S. 10, vgl. act. 14 Rz. 21, 

101; act. 27 Rz. 24). Demgemäss kontaktierte der Kläger die Beklagte zwecks 

Verkaufs eines Short Puts auf G._____-Aktien über die Beklagte, wobei der Ver-

kauf ausserbörslich (OTC) erfolgen sollte, andernfalls der Kläger das Geschäft 

- 36 - 

"[a]lternativ […] via J._____ abgewickelt" hätte (act. 3/5b, Teil 2, S. 10). Die Möglichkeit, 

Put-Optionen bei einer anderen Bank zu verkaufen, setzt regelmässig eine etab-

lierte Kundenbeziehung zu dieser anderen Bank, hier zur J._____, voraus. Aus-

serdem scheint der Kläger, mindestens, was seine Beziehung zur J._____ betrifft, 

ein falsches bzw. unvollständiges Bild zeichnen zu wollen. So behauptete der 

Kläger, dass er bei der J._____ nur über ein Sparkonto verfügte, welches er in 

"keiner Weise für irgendwelchen Handel in FX, SP, Edelmetallen oder Optionen" 

verwendet habe (act. 22 Rz. 77). Letzteres mag zutreffend sein (act. 23/61). Auf 

dem vom Kläger eingereichten Kontoauszug ist indes auf der ersten Seite am 17. 

November 2010 eine Überweisung über EUR 9.5 Mio. zugunsten eines anderen 

Kontos des Klägers bei derselben Bank aufgeführt (vgl. den Bank Identifier Code 

… der J._____ in 5, act. 23/61 Blatt 1). Damit ist nicht auszuschliessen, dass der 

Kläger auch bei anderen Banken, insbesondere bei der J._____, über weitere 

Konten verfügte und über diese Konten auch Handelsgeschäfte tätigte. Ob er dies 

auch vor dem 15. Oktober 2010 und auch bei anderen Banken, so bei der 

K._____, der L._____, der M1._____ Bank, der M2._____ Bank, der N1._____ 

AG, der N2._____ oder der O._____ (vgl. act. 27 Rz. 26) tat, kann unter Berück-

sichtigung der nachfolgenden Punkte offenbleiben, womit auch die von der Be-

klagten beantragten Editionen und schriftlichen Auskünfte bei diesen Banken (vgl. 

act. 14 Rz. 100 ff.; act. 27 Rz. 26 ff.) unterbleiben können. 

3.1.4. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Kläger entgegen seiner Darstellung in 

Bezug auf Devisengeschäfte Sach- und Fachkunde besass, ist sein Auftreten. Am 

22. August 2011 schrieb der Kläger um 17.40 Uhr an D._____ per Email "Können 

sie 10.Mio € verkaufen bei 1,1345 ¶ Mit freundlichen Grüssen ¶ A._____" und 48 Minuten spä-

ter, um 18.28 Uhr "20mio € kaufen bei 1.1305 ¶ Mit freundlichen Grüssen ¶ A._____" (act. 

15/7, vollständige Widergabe der Emails). Die Art, in welcher der Kläger die Wei-

sungen erteilte, ist gezielt und bestimmt; der Kläger wusste offensichtlich, was er 

tat und was er wollte. Gegenteilige Anzeichen können diesen Mitteilungen nicht 

entnommen werden. Das Bild des erfahrenen und wissenden Anlegers wird auch 

bei Betrachtung des von der Beklagten geführten Kundendossiers und mit Blick 

auf Optionsgeschäfte bestätigt (vgl. act. 14 Rz. 200 und act. 3/5b). Dies ist insbe-

sondere bezüglich der Zeit vor dem 7. Februar 2011 bemerkenswert, als der Klä-

- 37 - 

ger noch nicht über einen DAC-Zugriff verfügte. Illustrativ ist der Kontakt vom 

3. Dezember 2010, wo die Beklagte folgenden Vermerk notierte: "Will mit Hebeleffekt 

in P._____ investieren. Erteilt folgenden Auftrag: - Buy 100'000 Call Optionsschein von Q._____ V. 

6 bestens […]" (vgl. act. 3/5b, Teil 2, S. 12). Es bedarf klar der Sach- und Fachkun-

de, um einen derart spezifischen und präzisen Auftrag erteilen zu können. Dass 

die Beklagte dem Kläger zu diesem Geschäft geraten haben soll, substantiiert der 

Kläger nicht genügend (vgl. act. 22 Rz. 259). Insbesondere behauptet der Kläger 

nicht, unter welchen Umständen und aus welchem Anlass die Beklagte bzw. ein 

Mitarbeiter von ihr, den Kläger bezüglich des Kaufs dieser Optionsscheine bera-

ten haben soll. Bezeichnend ist aber auch der Kontakt vom 25. Januar 2011, wo-

bei hierzu anzumerken ist, dass dieser Kontakteintrag betreffend seine Richtigkeit 

nicht ausdrücklich bestritten ist (vgl. indes act. 1 Rz. 82, 124, 203, 205, 228 wo 

der Kläger jeweils selber daraus zitiert). Folgendes ist vermerkt: "Kunde kontaktiert 

uns um 10.00 und will wissen was ein Put auf G._____ Strike 310 $ Verfall July 2011 bezahlt. Er 

beabsichtigt für 33'000 Aktien einen Short Put zu verkaufen. […]" (act. 3/5b, Teil 2, S. 10). 

Verfügte der Kläger nicht über Sach- und Fachkunde im Optionshandel, würde er 

nicht mit einer derartigen Frage an die Beklagte herantreten. Damit vermag der 

Kläger den sich verdichtenden Eindruck des sach- und fachkundigen Anlegers 

nicht zu erschüttern. Im Gegenteil: Der Kläger schloss zu einem späteren Zeit-

punkt mit der Beklagten eine Vereinbarung ab, wonach ihm im Devisengeschäft 

eine tiefere Marge verrechnet würde (vgl. dazu im Einzelnen unten, E. III.F.). Da 

die Margenberechnung im Devisenhandel in Basispunkten (bzw. pips) erfolgt, ist 

davon auszugehen, dass ein Verhandeln darüber bzw. eine entsprechende Ver-

einbarung ein vertieftes Fachwissen voraussetzt. Angesichts des für den Kläger 

erfolgreichen Verlaufs der Verhandlungen und dem Abschluss einer für ihn vor-

teilhaften Vereinbarung, demonstrierte der Kläger sein Fachwissen im Devisen-

handel. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang schliesslich auch das klägeri-

sche Vorbringen betreffend eine Transaktion in DAX-Futures anfangs September 

2011. Der Kläger behauptet, er habe nicht wie im Kundendossier festgehalten, ei-

nen möglichst aggressiven Put gewünscht, sondern eine "('normale') Absicherung 

gegen Kursverluste durch Put-Optionen" (act. 1 Rz. 217). Erneut zeigt der Kläger 

damit selber, dass er weiss, was er will bzw. welche Produkte er zu welchem 

- 38 - 

Zweck einsetzen wollte. Seine wiederholten unsubstantiierten Behauptungen, er 

sei von der Beklagten in eine ungewollte Strategie bzw. in ungewollte Geschäfte 

gelenkt worden, verfangen somit nicht.  

3.1.5. Wesentlich sind im Weiteren auch die Erklärungen, welche der Kläger ge-

genüber der Beklagten schriftlich abgab. Am 10. August 2007 unterschrieb der 

Kläger einen "Verzicht auf Risikoaufklärung" (act. 15/8, vgl. act. 14 Rz. 28 und 

act. 22 Rz. 218 f.). Der Inhalt dieser Erklärung lautet: "Ich/Wir bestätige(n) hiermit, dass 

ich/wir die Broschüre "Besondere Risiken im Effektenhandel", welche mich/uns über die Risiken bei 

Geschäftsarten mit erhöhtem Risikopotential oder mit komplexem Risikoprofil orientiert, erhalten 

habe(n). Ich/Wir kenne(n) die in dieser Broschüre geschilderten Geschäftsarten und entbinde(n) 

B._____ von der Pflicht, mir/uns von sich aus zusätzliche Informationen zu erteilen" (act. 15/8). 

Die Broschüre "Besondere Risiken im Effektenhandel", dessen Erhalt der Kläger 

nicht bestreitet, enthält dabei insbesondere auch Ausführungen zu Optionen, zu 

Termingeschäften und zu Strukturierten Produkten (vgl. act. 15/9, S. 6 ff., S. 11 f. 

und S. 13 f.). Sodann unterzeichnete der Kläger am 22. Januar 2011 den DAC-

Vertrag, dessen Ziffer 5 lautet: "Der Kunde nimmt zur Kenntnis, dass der Direktzugriff aus-

schliesslich für professionelle Anleger vorgesehen ist. Der Kunde bestätigt hiermit, dass er über die 

erforderlichen Kenntnisse und die notwendige Erfahrung im Umgang mit den Risiken der Anlagein-

strumente verfügt. Ferner ist sich der Kunde bewusst, dass beim Einsatz elektronischer Tools keine 

Überwachung und Beratung hinsichtlich seines Portfolios und seiner Handelsaktivitäten erfolgt. Der 

Kunde bestätigt weiter, die Broschüre "Besondere Risiken im Effektenhandel", die über die erhöhten 

Risiken bzw. die komplexen Risikoprofile bestimmter Effekten informiert, erhalten und verstanden zu 

haben. Des Weiteren nimmt der Kunde zur Kenntnis und ist damit einverstanden, dass B._____ 

nicht dazu verpflichtet ist, zusätzlich mit den Anlageinstrumenten verbundene Risiken offenzulegen 

oder produktspezifische Informationen zu liefern, und dass B._____ weder beurteilt noch über-

wacht, ob sich eine Transaktion oder ein Anlageinstrument für den Kunden eignet." (act. 3/19). 

Schliesslich ist die folgende Passage Gegenstand des von den Parteien abge-

schlossenen OTC-Vertrages vom 25. Januar 2011: "Mit der Unterzeichnung dieses 

Rahmenvertrags erklären die Parteien, dass ihnen die betroffenen Geschäftsarten und insbesonde-

re deren Risiken bekannt sind. Gesetzliche Informationspflichten, soweit auf die Parteien anwend-

bar, bleiben vorbehalten" (act. 3/18 S. 2). Zuletzt unterzeichnete der Kläger am 21. 

April 2011 noch das "B._____ Professional Client Service Agreement" (nachfol-

- 39 - 

gend PCS-Agreement). Demgemäss erklärte der Kläger, im PCS-Agreement als 

"the Client" bezeichnet, Folgendes: "The Client wishes to be treated as Professional Client 

[…]. The Client confirms to have received, read and understood the 'Special Risks in Securities 

Trading' brochure; and the attached 'Additional Risk Information'. […] Furthermore, the Client under-

takes only to instruct B._____ in respect of Investment Opportunities and Investments in which the 

Client […] has experience and has full knowledge of the risks involved" (act. 3/51 S. 1 f.).  

3.1.6. Wohl behauptet der Kläger bezüglich dieser Erklärungen (mit Ausnahme 

des PCS-Agreements), dass er sie unter Zeitdruck unterzeichnen musste (act 1 

Rz. 88, 288; act. 22 Rz. 219, 413). Entsprechende Anhaltspunkte bestehen hierfür 

jedoch nicht. Der DAC-Vertrag wurde dem Kläger mit Email vom 20. Januar 2011 

und damit zwei Tage vor Unterzeichnung zugestellt (vgl. act. 3/19 und act. 15/11). 

Das bestreitet der Kläger nicht (vgl. act. 22 Rz. 225). Inwiefern der Kläger damit 

unter Druck stand, den DAC-Vertrag zu unterzeichnen, erklärt der Kläger nicht. 

Etwas anders verhält es sich beim OTC-Vertrag. Soweit sich der Kläger diesbe-

züglich auf den Kontakteintrag im Kundendossier der Beklagten vom 25. Januar 

2011 stützt (vgl. insb. act. 1 Rz. 228), ist für das bessere Verständnis desselben 

dessen Wiedergabe – soweit massgeblich – angezeigt: "Kunde kontaktiert uns um 

10.00 und will wissen was ein Put auf G._____ Strike 310 $ Verfall July 2011 bezahlt. Er beabsich-

tigt für 33'000 Aktien einen Short Put zu verkaufen. Quotes werden auf Basis Schlusskurs 

24.01.2011 angegeben. Der Kunde wünscht ausdrücklich "vorbörslich" durch ein OTC Geschäft die 

Optionen noch zu verkaufen. Informieren ihn über den speziellen Prozess für OTC Equity Geschäfte 

und der Kunde willigt ein diesen einzugehen. Im Eilverfahren wird der Set-up initiiert. Diverse Stel-

len wie [zensiert] und weiteren Stellen [zensiert] arbeiten daran. Um kurz vor 15.00 erhalten wir die 

Dokumente, welche vom Kunden zusätzlich unterzeichnet werden müssen (SMA Vertrag) Alle in-

volvierten Parteien willigen ein, auf Basis einer FAX Kopie des Kunden den Trade durchzuführen. 

Alternativ hätte der Kunde das Geschäft via J._____ abgewickelt und wir hätten mit einer Ablösung 

div. Geschäfte 6 Monate Verzögerung herbeigeführt. […] Der Kunde gibt um 15.10 das OK zum 

Verkauf von 33'000 Optionen Put auf G._____ (american style) Strike 310.00 Verfall 07/2011 Ratio 

1x1. SMA Originalvertrag seitens des Kunden wird auf dem Postweg an B._____ zugestellt gem. 

Aussage Herr A._____ […]" (act. 3/5b, Teil 2, S. 10). Diese Notiz, welche der Kläger in 

dessen Richtigkeit nicht substantiiert bestreitet bzw. aus ihr vielmehr etwas für 

sich abzuleiten versucht, zeigt, dass der Zeitdruck, soweit er betreffend des OTC-

- 40 - 

Vertrages (= SMA Vertrag, vgl. act. 1 Rz. 82) überhaupt bestanden hat, von ihm 

selber ausgeübt wurde. Umstände, aus welchen das Gegenteil zu schliessen wä-

re, behauptet der Kläger nicht. Und selbst dann wäre es dem Kläger noch immer 

möglich gewesen, die Unterzeichnung des Originalvertrages noch zu überdenken. 

Insgesamt erscheint die eigene Charakterisierung des Klägers, wonach er einer-

seits ein erfahrener, international tätiger Geschäftsmann und Investor ist, sich 

aber andererseits von einer Bank derart unter Druck stellen lässt und infolge des-

sen unbesehen Erklärungen bzw. Verträge unterschreibt, die nicht seinem Willen 

entsprechen, widersprüchlich und lebensfremd. Entsprechend unglaubwürdig ist 

die Behauptung des Klägers, er habe in unwissender Selbstüberschätzung ge-

handelt, bzw. er sei sicher nicht in der Lage gewesen, die betroffenen Geschäfts-

arten und deren Risiken zu kennen (vgl. act. 1 Rz. 88). Von einem erfahrenen in-

ternational tätigen Geschäftsmann und Investor kann erwartet werden, dass er 

sich der Tragweite seiner Erklärungen – gerade im geschäftlichen Umfeld – be-

wusst ist. Die Beklagte durfte demnach auch aufgrund der ausdrücklichen Erklä-

rungen des Klägers, er sei ein professioneller Anleger, der die Risiken kenne und 

keiner Risikoaufklärung bedürfe, davon ausgehen, dass er in Bezug auf Kassa- 

und Termingeschäfte mit Devisen und Edelmetallen, Devisenswapgeschäfte, Ge-

schäfte mit Optionen und Optionsscheinen und mit Geschäften mit Strukturierten 

Produkten über die erforderliche Sach- und Fachkunde verfügte. Damit ist freilich 

nicht gesagt, dass die entsprechenden Erklärungen die Beklagte auch tatsächlich 

von ihren Informationsvermittlungspflichten ganz oder teilweise entbinden. Ob 

dies zutrifft, ist nachfolgend zu untersuchen (vgl. unten, E. III.D.3.2).  

3.1.7. Ein weiterer Anhaltspunkt, der für die Sach- und Fachkunde des Klägers 

spricht, ist dessen Anlageverhalten: Der Kläger tätigte in den Jahren 2011 und 

2012 insgesamt 1291 bzw. 157 Handelsgeschäfte mit einem Handelsvolumen von 

CHF 20'559'949'558.58 bzw. CHF 1'627'091'825.16 (vgl. E. III.B.1; act. 14 Rz. 41; 

act. 22 Rz. 235). Alleine in den 10 Tagen zwischen dem 1. August 2011 und dem 

10. August 2011 tätigte der Kläger 180 Handelsgeschäfte mit einem Volumen von 

CHF 3'625'058'158.49 (act. 14 Rz. 27; act. 22 Rz. 217). Die Art, die Anzahl und 

das Volumen der Geschäfte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie 

je nach Kontext eine Berechtigung haben können. So können insbesondere Devi-

- 41 - 

senkassa- und Devisentermingeschäfte im grenzüberschreitenden Handel eine 

Rechtfertigung finden. Eine solche ist vorliegend aber nicht ersichtlich und wird 

auch nicht behauptet. Die Häufigkeit und Intensität der Anlagegeschäfte, insbe-

sondere von Devisengeschäften, welche der Kläger ohne ersichtlichen kommerzi-

ellen Hintergrund tätigte, lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der Kläger 

diese tätigte, um Kurs- und/oder Zinsdifferenzen zu seinem Vorteil auszunutzen. 

Ein derartiges Verhalten ist spekulativ und indiziert Fachwissen. Dies wird 

dadurch, dass der Kläger seine Handelstätigkeit fortsetzte, obwohl er wusste, 

dass er damit auch erhebliche Verluste generierte, unterstrichen. Entgegen seiner 

Behauptung (act. 1 Rz. 139, 147, 155, 240, 242) war dem Kläger nämlich be-

wusst, dass seine Handelsaktivitäten ihm auch erhebliche Verluste einbrachten. 

Der Kläger gibt denn auch ohne Umschweife zu, dass er am 25. Februar 2011 – 

und damit nur wenige Wochen nach Abschluss des OTC- und des DAC-Vertrages 

und noch bevor das Gros der Handelsgeschäfte abgewickelt wurde (vgl. die im 

Wesentlichen unbestrittene Behauptung der Beklagten, wonach der Kläger im Ja-

nuar und im Februar 2011 18 von 1291 Geschäften im Jahr 2011 abwickelte; 

act. 14 Rz. 41; act. 22 Rz. 235) – über einen Verlust von CHF 350'000.– informiert 

wurde (act. 1 Rz. 207; act. 22 Rz. 401). Anderers