# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa20dabb-4e70-5a3f-88dd-d493f08705de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.01.2022 C-3194/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3194-2019_2022-01-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3194/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richterin Regina Derrer, 

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 Spital Thurgau AG, 

vertreten durch Daniel Staffelbach, Rechtsanwalt, und  

Dr. iur. Daniel Zimmerli, Rechtsanwalt, Walder Wyss AG,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM-Beschlussorgan),  

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin,  

gysin rechtsanwälte,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 HSM, Leistungsauftrag HSM, Zuteilung der Leistungsauf-

träge (Pankreasresektion bei Erwachsenen);  

Verfügung des HSM-Beschlussorgans vom 21. Mai 2019. 

 

 

 

C-3194/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend HSM) haben 

die Kantone zur gemeinsamen Planung die Interkantonale Vereinbarung 

über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) vom 14. März 2008 abge-

schlossen.  

A.b Mit Beschluss vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. Sep-

tember 2013 (BBl 2013 6809), hat das Beschlussorgan der IVHSM (nach-

folgend HSM-Beschlussorgan oder Vorinstanz) diversen Leistungserbrin-

gern definitive vierjährige und provisorische zweijährige Leistungsaufträge 

für den Bereich der Pankreasresektion erteilt. Der Spital Thurgau AG 

(nachfolgend auch Beschwerdeführerin) wurde lediglich für den Standort 

Kantonsspital Münsterlingen (KSM) – und nicht auch wie beantragt für den 

Standort Kantonsspital Frauenfeld (KSF) – ein auf vier Jahre befristeter 

definitiver Leistungsauftrag für die Pankreasresektion erteilt (vgl. auch 

Vorakten zur Zuordnung [GDK1-act.] 3.03). Am 10. Oktober 2013 erhob die 

Spital Thurgau AG Beschwerde gegen diesen Beschluss und ersuchte um 

Leistungserteilung an sie ohne Festlegung des Standorts beziehungsweise 

um Streichung des Zusatzes «Standort Kantonsspital Münsterlingen» (vgl. 

dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-5787/2013 vom 

20. Februar 2014). 

A.c Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) betreffend die Behandlung von schweren Verbrennun-

gen bei Kindern hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass in der 

Planung der hochspezialisierten Medizin ein zweistufig ausgestaltetes Ver-

fahren erforderlich sei, das heisst, dass in einem ersten Schritt der HSM-

Bereich definiert werden müsse (sog. Zuordnung), damit dieser Bereich 

anschliessend geplant werden könne (sog. Zuteilung). Entsprechend hat 

das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde der Spital Thurgau AG mit 

Urteil vom 20. Februar 2014 insoweit gutgeheissen, als der angefochtene 

Beschluss, soweit er die Nichtzuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich 

Pankreasresektion an die Beschwerdeführerin betraf, aufgehoben wurde. 

Die Sache wurde in diesem Umfang zur Durchführung einer bundesrechts-

konformen Versorgungsplanung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen (vgl. Urteil C-5787/2013).  

A.d In der Sitzung vom 21. Januar 2016 hat das HSM-Beschlussorgan be-

schlossen, dass die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie der 

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Seite 3 

hochspezialisierten Medizin zugeordnet werde und dass diese die Berei-

che Oesophagusresektion, Pankreasresektion, Leberresektion, tiefe Rekt-

umresektion sowie komplexe bariatrische Chirurgie umfasse (Beschluss 

publiziert im Bundesblatt am 9. Februar 2016, BBl 2016 813; vgl. auch 

GDK1-act. 1.146 = Akten im Beschwerdeverfahren [B-act.] 1 Beilage 12). 

Gleichzeitig wurde der Schlussbericht vom 21. Januar 2016 für die Zuord-

nung zur hochspezialisierten Medizin (nachfolgend Schlussbericht vom 

21. Januar 2016) publiziert (vgl. GDK1-act. 1.145). 

A.e Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 im Bundesblatt (BBl 2016 8021; 

vgl. auch GDK2-act. 1.001) und Ankündigungsschreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 1.002) eröffnete das Fachorgan der IVHSM (nachfolgend 

HSM-Fachorgan) für die Leistungserbringer die Bewerbungsfrist betreffend 

die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie. Die Spital Thurgau AG 

bewarb sich in der Folge am 19. Dezember 2016 mit dem Standort Kan-

tonsspital Münsterlingen («Spitalname: Spital Thurgau, Kantonsspital 

Münsterlingen [KSM]»; «Angaben zum Leistungserbringer: Institution: Spi-

tal Thurgau AG, Fachabteilung: Chirurgie KSM») um einen Leistungsauf-

trag für den Bereich der Pankreasresektion (GDK2-act. 1.006; B-act. 1 Bei-

lage 3). 

A.f Das HSM-Fachorgan gewährte den betroffenen Spitälern und interes-

sierten Kreisen mit Mitteilung vom 12. Dezember 2017 im Bundesblatt (BBl 

2017 7862; vgl. auch GDK2-act. 4.001) und Schreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 4.002) das rechtliche Gehör in Bezug auf die vorgesehene 

Leistungszuteilung im Bereich der Pankreasresektion. Im Erläuternden Be-

richt vom 19. Oktober 2017 für die Leistungszuteilung in der komplexen 

hochspezialisierten Viszeralchirurgie wurde sodann vorgeschlagen, insbe-

sondere die Spital Thurgau AG, Kantonsspital Münsterlingen, bei der Zu-

teilung eines Leistungsauftrags für die Pankreasresektion nicht zu berück-

sichtigen (GDK2-act. 4.003 S. 88 f. = B-act. 1 Beilage 7 S. 88 f.). Die Spital 

Thurgau AG reichte diesbezüglich mit Schreiben vom 19. Januar 2018 eine 

Stellungnahme mit Beilagen ein und beantragte weiterhin die Zuteilung ei-

nes Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion für das KSM 

(GDK2-act. 4.005 = B-act. 1 Beilage 6). Sie führte insbesondere aus, dass 

sie bereits 2013 angekündigt habe, die HSM-Pankreasresektion auf das 

KSM zu konzentrieren. Die Fallzahlen seien in den Jahren 2014 bis 2016 

über das ganze Spital (KSM und KSF) erreicht worden. Seit dem 1. Januar 

2017 würden HSM-Pankreasresektionen ausschliesslich am KSM durch-

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Seite 4 

geführt. Im Übrigen würden auch die Voraussetzungen an Lehre und For-

schung erfüllt, weshalb alle Voraussetzungen für die Zuteilung der Pan-

kreasresektion erfüllt seien. 

A.g In seiner Sitzung vom 31. Januar 2019 hat das HSM-Beschlussorgan 

über die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen 

entschieden (Beschluss publiziert im Bundesblatt am 19. Februar 2019, 

BBl 2019 1492; vgl. auch GDK2-act. 4.012 = B-act. 1 Beilage 8) und der 

Spital Thurgau AG keinen Leistungsauftrag für den Standort Kantonsspital 

Münsterlingen erteilt (e contrario). Für die Begründung wurde auf den 

Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie» – Erläu-

ternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 31. Januar 2019 (vgl. GDK2-

act. 4.013 = B-act. 1 Beilage 2; nachfolgend Schlussbericht vom 31. Ja-

nuar 2019) verwiesen. Den nicht berücksichtigten Leistungserbringern – 

unter anderen der Spital Thurgau AG – wurden zusätzlich separate indivi-

duelle Verfügungen mit der Möglichkeit zur Anfechtung beim Bundesver-

waltungsgericht in Aussicht gestellt. 

A.h Mit individueller Verfügung vom 21. Mai 2019 erteilte das HSM-Be-

schlussorgan der Spital Thurgau AG keinen Leistungsauftrag für den Be-

reich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasre-

sektion bei Erwachsenen am Standort Kantonsspital Münsterlingen und 

wies gleichzeitig die gestellten Beweisanträge ab (GDK2-act. 4.015 =  

B-act. 1 Beilage 1). 

B.  

B.a Am 21. Juni 2019 reichte die Spital Thurgau AG (nachfolgend auch Be-

schwerdeführerin), nunmehr vertreten durch die Rechtsanwälte Daniel 

Staffelbach und Dr. Daniel Zimmerli, Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 21. Mai 2019 betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchi-

rurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen beim Bundesverwaltungsge-

richt ein und stellte folgende Rechtsbegehren:  

In der Sache: 

1. Dispositiv-Ziffer 2 der Verfügung der Vorinstanz vom 21. Mai 2019 über die 

Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der hochspezialisierten Medizin 

(HSM), komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie, Teilbereich «Pan-

kreasresektion bei Erwachsenen» sei aufzuheben, und der Spital Thurgau 

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Seite 5 

AG (Kantonsspital Münsterlingen) sei ein befristeter Leistungsauftrag im Be-

reich der hochspezialisierten Medizin (HSM), komplexe hochspezialisierte 

Viszeralchirurgie, Teilbereich «Pankreasresektion bei Erwachsenen» zu er-

teilen. 

2. Eventualiter: Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der Verfügung der Vorinstanz vom 

21. Mai 2019 über die Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der hoch-

spezialisierten Medizin (HSM), komplexe hochspezialisierte Viszeralchirur-

gie, Teilbereich «Pankreasresektion bei Erwachsenen», seien aufzuheben, 

und die Sache sei zur Neubeurteilung im Sinne der nachstehenden Begrün-

dung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

3. Subeventualiter: Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der Verfügung der Vorinstanz vom 

21. Mai 2019 über die Erteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der hoch-

spezialisierten Medizin (HSM), komplexe hochspezialisierte Viszeralchirur-

gie, Teilbereich «Pankreasresektion bei Erwachsenen», seien aufzuheben, 

die Zuordnung des Teilbereichs «Pankreasresektion bei Erwachsenen» zum 

Bereich der hochspezialisierten Viszeralchirurgie gemäss dem Zuordnungs-

beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 21. Januar 2016 sei aufzuheben, 

und die Vorinstanz sei anzuweisen, über die Zuordnung dieses Teilbereichs 

zum Bereich der hochspezialisierten Viszeralchirurgie erneut zu befinden. 

Zum Verfahren: 

4. Der Beschwerdeführerin seien die vollständigen, paginierten und mit einem 

Aktenverzeichnis versehenen Akten des vorinstanzlichen Verfahrens betref-

fend Reevaluation der Leistungszuteilungen im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie, Teilbereich «Pankreasresektion bei Erwach-

senen», zugänglich zu machen. 

5. Nach erfolgter Akteneinsicht der Beschwerdeführerin gemäss Antrag 4 sei ein 

zweiter Schriftenwechsel anzuordnen, und der Beschwerdeführerin sei Gele-

genheit zu geben, sich innert angemessener Frist zu den Akten zu äussern. 

6. Bundesverwaltungsrichter Michael Peterli-Caruel sei in den Ausstand zu ver-

setzen. 

– alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehrwertsteuer) – 

B.b Der mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2019 bei der Beschwerde-

führerin eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5’000.- (B-

act. 2) wurde am 4. Juli 2019 geleistet (B-act. 3). 

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B.c Mit Entscheid vom 4. Juli 2019 im separaten Verfahren C-3268/2019 

schrieb das Bundesverwaltungsgericht den vorsorglich gestellten Antrag 

auf Ausstand von Bundesverwaltungsrichter Michael Peterli-Caruel infolge 

Gegenstandslosigkeit ab (vgl. B-act. 4). 

B.d Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 4. September 2019 

den Antrag, die Beschwerde gegen die Verfügung des HSM-Beschlussor-

gans vom 21. Mai 2019 sei unter Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen 

(B-act. 6). In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellte sie die Anträge, ein Be-

weismittel («Liste mit Fachpublikationen» in B-act. 1 Beilage 3, angehängt 

nach Anhang 4) sei gestützt auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG aus dem Recht 

zu weisen, eventualiter sei es als verspätet und daher unzulässig zu be-

trachten. Ausserdem sei der Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf 

die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels abzuweisen. 

B.e Auf entsprechende Einladung des Bundesverwaltungsgerichts hin 

äusserte sich das Bundesamt für Gesundheit (nachfolgend BAG) als 

Fachbehörde mit Stellungnahme vom 16. Oktober 2019 dahingehend, 

dass die Beschwerde abzuweisen sei (B-act. 10). 

B.f Mit Instruktionsverfügung vom 22. Oktober 2019 stellte das Bundesver-

waltungsgericht den Parteien jeweils die Stellungnahme des BAG zu sowie 

der Beschwerdeführerin überdies die Stellungnahme der Vorinstanz samt 

den eingereichten Vorakten (B-act. 11). 

B.g Die Vorinstanz reichte mit Schreiben vom 20. November 2019 ihre 

Schlussbemerkungen zu den Ausführungen des BAG ein (B-act. 13).  

B.h Am 21. November 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin um Fristab-

nahme für die Einreichung der Schlussbemerkungen und beantragte die 

Sistierung des Verfahrens, bis das HSM-Beschlussorgan über die neue 

Bewerbung der Beschwerdeführerin vom 21. November 2019 um Erteilung 

eines Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion befunden habe 

(B-act. 14 und 15).  

B.i Das Bundesverwaltungsgericht nahm der Beschwerdeführerin darauf-

hin die Frist zur Einreichung von Schlussbemerkungen mit Instruktionsver-

fügung vom 25. November 2019 bis auf weiteres ab und lud die Vorinstanz 

zur Stellungnahme hinsichtlich des Sistierungsantrages ein (B-act. 17). 

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B.j Mit Stellungnahme vom 16. Dezember 2019 beantragte die Vorinstanz 

insbesondere, der Sistierungsantrag der Beschwerdeführerin sei abzuwei-

sen (B-act. 18). Zur Begründung führte sie aus, der von der Beschwerde-

führerin angeführte Sachverhalt sei nicht korrekt. Es werde bestritten, dass 

es sich bei der Spital Thurgau AG mit dem Standort Kantonsspital Müns-

terlingen um eine Neubewerberin handle. 

B.k Das HSM-Beschlussorgan trat schliesslich mit Verfügung vom 23. De-

zember 2019 auf die Neubewerbung der Spital Thurgau AG nicht ein (B-

act. 19 Beilage 2). 

B.l Mit Instruktionsverfügung vom 24. Dezember 2019 wies das Bundes-

verwaltungsgericht den Antrag der Beschwerdeführerin um Verfahrenssis-

tierung sowie um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels ab und 

räumte der Beschwerdeführerin eine neue Frist zur Einreichung ihrer 

Schlussbemerkungen ein (B-act. 20). 

B.m Daraufhin reichte die Beschwerdeführerin am 14. Januar 2020 ihre 

Schlussbemerkungen ein und hielt an den in der Beschwerde gestellten 

Anträgen 1, 2 und 3 fest (B-act. 22). 

B.n Den Parteien wurden mit Instruktionsverfügung vom 20. Januar 2020 

die eingereichten Schlussbemerkungen zur Kenntnis gebracht und der 

Schriftenwechsel abgeschlossen (B-act. 23). 

C. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die einge-

reichten Akten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. Die vorliegende Beschwerde vom 21. Juni 2019 gegen die Verfügung 

vom 21. Mai 2019 richtet sich gegen einen Entscheid des HSM-Beschlus-

sorgans zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

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Seite 8 

Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei 

insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kan-

tonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorge-

sehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-

kenversicherung (KVG, SR 832.10) sieht vor, dass das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen 

nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtba-

ren Beschlüssen der Kantonsregierungen gehören namentlich die Spital- 

oder Pflegeheimlisten im Sinne von Art. 39 KVG (vgl. Urteil des BVGer C-

5733/2007 vom 7. September 2009 E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 

2009/48 sowie Urteil des BVGer C-6062/2007 vom 20. April 2010 E. 1.1, 

teilweise publiziert in BVGE 2010/15). Mit Grundsatzurteil C-5301/2010 

vom 2. April 2012 (publiziert als BVGE 2012/9) hat das Bundesverwal-

tungsgericht die Frage, ob auch ein Zuteilungsentscheid des HSM-Be-

schlussorgans beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden kann, 

bejaht (E. 1). Damit ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig, die vor-

liegende Beschwerde vom 21. Juni 2019 gegen die Verfügung vom 21. Mai 

2019 betreffend die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Er-

wachsenen zu beurteilen. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-

schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG 

und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 

1.4 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist als Adressatin durch den angefochtenen Beschluss beziehungs-

weise die Verfügung des HSM-Beschlussorgans besonders berührt und 

hat insoweit an deren Aufhebung beziehungsweise Abänderung ein 

schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Be-

schwerde legitimiert. Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde 

ist, nachdem auch der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet 

wurde (vgl. B-act. 3), einzutreten (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 

Abs. 4 VwVG). 

2.  

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Seite 9 

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG). 

2.2 Nach der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Spitalplanung 

der Kantone ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui generis und in erster 

Linie als Bündel von Individualverfügungen zu qualifizieren. Zudem enthal-

ten Spitallisten nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG eine allgemein gültige Re-

gelung, indem sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie 

sich zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung behandeln lassen 

können. Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend Spi-

tallisten bildet nur die Verfügung, welche das die Beschwerdeführerin be-

treffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Verfügungen 

der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1).  

 

Soweit das HSM-Beschlussorgan einzelnen Spitälern Leistungsaufträge 

zuteilt und spezifiziert (Zuteilungsentscheid), entspricht der HSM-Be-

schluss der vorgängig beschriebenen Rechtsnatur und es handelt sich um 

Individualverfügungen (BVGE 2013/45 E. 1.1.2). Vorliegend hat das HSM-

Beschlussorgan mit der Verfügung vom 21. Mai 2019 gegenüber der Be-

schwerdeführerin (zusätzlich) eine individuelle Verfügung erlassen. 

2.3 Die Beschwerdeführerin hat die individuell an sie gerichtete Verfügung 

insgesamt angefochten, indem sie die Aufhebung und Erteilung eines Leis-

tungsauftrags sowie eventualiter die Rückweisung an die Vorinstanz ver-

langt. Materielles Prozessthema bildet damit die Nichterteilung des Leis-

tungsauftrags im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchi-

rurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen an die Beschwerdeführerin. 

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Seite 10 

3.  

3.1 Mit Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-Beschlussorgans im 

Sinne von Art. 39 Abs. 2bis KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter 

Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens so-

wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts gerügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Un-

angemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 3; BVGE 2012/9 E. 2). 

Dem HSM-Beschlussorgan steht – wie den zum Erlass der kantonalen Spi-

tallisten zuständigen Organen – ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. 

BVGE 2013/45 E. 5.4 m.H.).  

 

Des Weiteren stellt die unrichtige Anwendung von kantonalem oder inter-

kantonalem Recht keinen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG dar. Mit 

Beschwerde gegen einen Zuteilungsbeschluss kann eine Verletzung der 

IVHSM daher nur gerügt werden, wenn gleichzeitig eine Verletzung von 

Bundesrecht, namentlich des KVG und seinen Ausführungsverordnungen 

oder des Willkürverbotes (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft [BV, SR 101]) vorliegt (vgl. BVGE 2010/51 

E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_399/2012 vom 8. Juni 2012 

E. 2.7; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 366 Rz. 1034; MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 

2013, S. 99 Rz. 2.172). Zwar verlangt die Rechtsweggarantie von Art. 29a 

BV grundsätzlich, dass eine Streitigkeit von einem Gericht mit freier 

Rechts- und Sachverhaltsprüfung beurteilt wird (vgl. BERNHARD WALD-

MANN, in: Basler Kommentar, Bundesverfassung, 2015, Art. 29a Rz. 14; 

ANDREAS KLEY, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kom-

mentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29a Rz. 15 f.). Wie das Bundesgericht in seinem 

Urteil 2C_399/2012 (E. 2.7) erwogen hat, handelt es sich bei der auch hier 

anwendbaren Kognitionsregelung um eine bundesgesetzliche Ausnahme 

von der Rechtsweggarantie, wie sie in Art. 29a BV ausdrücklich vorbehal-

ten ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2016/14 E. 1.6.2 zweiter Absatz). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

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Seite 11 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRIZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 48 zu Art. 62 VwVG). 

3.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozi-

alversicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), 

nicht aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 117 Rz. 2.204 ff.; 

SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu Art. 52 VwVG). In Beschwerdeverfahren nach 

Art. 53 Abs. 1 KVG soll das Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln konfrontiert werden, welche der vorinstanzli-

chen Beurteilung nicht zugrunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von 

Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss 

dazu Anlass gibt (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer C-

195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2). 

4.  

Die Beschwerdeführerin beantragt subeventualiter, die Zuordnung des Teil-

bereichs «Pankreasresektion bei Erwachsenen» zum Bereich der hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie gemäss dem Zuordnungsbeschluss des 

HSM-Beschlussorgans vom 21. Januar 2016 sei aufzuheben und die Vor-

instanz sei anzuweisen, über die Zuordnung dieses Teilbereichs zum Be-

reich der hochspezialisierten Viszeralchirurgie erneut zu befinden. 

4.1 Dieser Antrag ist vorweg zu prüfen, zumal dessen Gutheissung zu ei-

ner Nichtanwendung des Zuordnungsbeschlusses vom 21. Januar 2016 

und einer Aufhebung des vorliegend angefochtenen Zuteilungsentschei-

des führen würde (vgl. nachfolgend E. 4.3). Im Folgenden werden die we-

sentlichen Bestimmungen insbesondere betreffend die Zuordnung (vgl. zur 

Begrifflichkeit oben Bst. A.c) und die von der Rechtsprechung dazu bereits 

entwickelten Grundsätze dargestellt. 

4.1.1 Die Spitalplanung ist grundsätzlich Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG 

(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

C-3194/2019 

Seite 12 

Planung. Im HSM-Bereich beschliessen die Kantone nach Art. 39 Abs. 2bis 

KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) gemeinsam eine gesamtschweizerische 

Planung. Kommen sie dieser Aufgabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch 

Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG [Spitalfinan-

zierung] vom 21. Dezember 2007 [AS 2008 2056]), so legt der Bundesrat 

fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den kantonalen Spitallisten 

aufzuführen sind.  

4.1.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben die 

Kantone am 14. März 2008 die IVHSM beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. Das 

Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, in welcher Form sie über die 

gemeinsame gesamtschweizerische Planung Beschluss zu fassen haben. 

Dass sie dafür ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkordat) geschaf-

fenes interkantonales Organ, das mit entsprechenden Entscheidungskom-

petenzen ausgestattet ist, vorgesehen haben, ist zulässig (BVGE 2012/9 

E. 1.2.3.4; vgl. Art. 48 BV). 

4.1.3 Wie bei den übrigen Spitalplanungen entscheidet auch über die 

HSM-Listen ein politisches Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich 

aus Mitgliedern der GDK-Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf 

Kantonen mit Universitätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die 

weiteren fünf Sitze (mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt wer-

den (vgl. Art. 3 Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat insbeson-

dere die gesetzlichen Bestimmungen und die IVHSM zu beachten; im Üb-

rigen steht ihm jedoch ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. auch oben 

E. 3.1). 

4.1.4 Es obliegt dem HSM-Beschlussorgan insbesondere, die Zuordnung 

zur hochspezialisierten Medizin zu regeln (Art. 3 IVHSM). Der Begriff der 

hochspezialisierten Medizin wird weder im KVG noch in der KVV definiert. 

Erst die IVHSM enthält in der Zweckbestimmung eine Definition. So um-

fasst die hochspezialisierte Medizin gemäss Art. 1 Abs. 1 IVHSM diejeni-

gen Bereiche und Leistungen, die durch ihre Seltenheit, durch ihr hohes 

Innovationspotenzial, durch einen hohen personellen oder technischen 

Aufwand oder durch komplexe Behandlungsverfahren gekennzeichnet 

sind. Für die Zuordnung müssen mindestens drei dieser genannten Vorga-

ben erfüllt sein, wobei immer aber dasjenige der Seltenheit vorliegen muss. 

Diese Aufgabe des HSM-Beschlussorgans wird in weiteren Bestimmungen 

der IVHSM verschiedentlich differenzierend aufgeführt. Art. 3 IVHSM, wel-

C-3194/2019 

Seite 13 

cher die Zusammensetzung, die Wahl und die Aufgaben des HSM-Be-

schlussorgans regelt, bestimmt in Abs. 3, dass das Beschlussorgan die Be-

reiche der hochspezialisierten Medizin bestimmt, die einer schweizweiten 

Konzentration bedürfen; es trifft zudem die Planungs- und Zuteilungsent-

scheide. Die Vereinbarungskantone übertragen ihre Zuständigkeit gemäss 

Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich der 

hochspezialisierten Medizin dem HSM-Beschlussorgan (Art. 9 IVHSM). 

Art. 3 Abs. 4 IVHSM bestimmt sodann, dass das HSM-Beschlussorgan 

eine Liste der Bereiche der HSM und der mit der Erbringung beauftragten 

Zentren erstellt, welche periodisch überprüft wird. Diese Liste gilt als ge-

meinsame Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. Ab 

dem Zeitpunkt der gemäss Art. 3 Abs. 3 und 4 IVHSM erfolgten Bestim-

mung eines Bereichs der hochspezialisierten Medizin und seiner Zuteilung 

durch das HSM-Beschlussorgan an mit der Erbringung der betreffenden 

Leistung beauftragte Zentren gelten abweichende Spitallistenzulassungen 

der Kantone im entsprechenden Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 

IVHSM). In Art. 3 Abs. 5 IVHSM ist sodann vorgesehen, dass das Be-

schlussorgan bei der Zuordnung die Vorgaben von Art. 4 Abs. 4 IVHSM 

beachtet. Es sind die Relevanz des Bezugs zu Forschung und Lehre sowie 

die internationale Konkurrenzfähigkeit zu beachten (Ziff. 3); überdies sind 

die Wirksamkeit, der Nutzen, die technologisch-ökonomische Lebensdauer 

sowie die Kosten der Leistung (Ziff. 1) zu berücksichtigen. In Art. 7 IVHSM 

werden die «Grundsätze für die Planung» umschrieben. 

4.2 Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass im 

HSM-Bereich ein zweistufig ausgestaltetes Verfahren erforderlich sei. In 

einem ersten Schritt hat die Zuordnung zum HSM-Bereich zu erfolgen und 

in einem zweiten Schritt die Zuteilung der Leistungsaufträge an die Leis-

tungserbringer (vgl. auch oben Bst. A.c). Im weiteren Grundsatzurteil C-

2251/2015 vom 9. Juni 2016 (publiziert als BVGE 2016/15) ist das Bundes-

verwaltungsgericht auf die Beschwerde eines Leistungserbringers gegen 

den Zuordnungsentscheid im Bereich der komplexen Behandlung von 

Hirnschlägen nicht eingetreten. Das Gericht hat diesbezüglich ausgeführt, 

dass es zwar grundsätzlich zuständig sei (E. 2.5), jedoch eine selbständige 

Anfechtung des Zuordnungsbeschlusses beim Bundesverwaltungsgericht 

ausgeschlossen sei (E. 5.3). Allerdings sei ein Zuordnungsentscheid als 

generell-abstrakter Erlass beziehungsweise «texte normatif» aufgrund ei-

ner sich darauf stützenden Verfügung im Einzelfall grundsätzlich gerichtlich 

überprüfbar (vgl. BVGE 2016/15 E. 5.1.1 mit Hinweis auf BGE 139 II 384 

C-3194/2019 

Seite 14 

E. 2.3). Diese Rechtsprechung wurde im Grundsatzurteil C-1465/2016 

vom 26. September 2016 (publiziert als BVGE 2016/14) bestätigt. 

4.3 Der von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfah-

ren gegen einen Zuteilungsentscheid gestellte Subeventualantrag ist ent-

sprechend vorfrageweise im Rahmen der akzessorischen (auch inzidenten 

oder konkreten) Normenkontrolle zu prüfen. Dabei wird ein Erlass (vorlie-

gend der Zuordnungsbeschluss vom 21. Januar 2016) anlässlich der An-

fechtung eines darauf gestützten Einzelaktes (konkret die individuelle Zu-

teilungsverfügung vom 21. Mai 2019) vorfrageweise auf seine Rechtmäs-

sigkeit einschliesslich seiner Verfassungsmässigkeit beziehungsweise vor-

liegend auf seine Übereinstimmung mit übergeordnetem Bundesrecht 

überprüft und im Falle der Rechtswidrigkeit nicht angewendet (vgl. dazu 

Urteil des BGer 2C_345/2014 u.w. vom 23. September 2014 E. 4.3 und 

ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundes-

staatsrecht, 10. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Rz. 2070 ff.). Das akzesso-

rische Prüfungsrecht führt jedoch nicht zur formellen Aufhebung von 

Rechtsnormen. Die rechtsanwendenden Behörden können den betreffen-

den Rechtssatz lediglich als rechtswidrig erklären und ihm im zu beurtei-

lenden Fall die Anwendung versagen. Aufgehoben wird nur der Rechtsan-

wendungsakt. Die Rechtswidrigkeit einer Norm kann in jedem weiteren An-

wendungsfall geltend gemacht werden. Entsprechend wirken negative Ent-

scheide der obersten Rechtsmittelinstanz faktisch wie eine Ungültigkeits-

erklärung (vgl. HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 2076). Früher ergan-

gene Anwendungsakte bleiben jedoch davon unberührt, ausser wenn 

diese an derart groben Mängeln leiden, dass sie selbst als nichtig erschei-

nen (Urteil des BGer 2P.112/2003 vom 29. August 2003 E. 2.4.2). 

4.4 Umstritten ist zwischen den Parteien im Hinblick darauf, ob der Zuord-

nungsbeschluss vom 21. Januar 2016 bundesrechtskonform sei, insbe-

sondere, ob die Vorinstanz verpflichtet gewesen wäre, vor Erlass des Zu-

teilungsentscheides inzident zu prüfen, ob ihr Zuordnungsbeschluss aus 

dem Jahr 2016 bundesrechtskonform war. 

4.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt beschwerdeweise vor, sie habe in ih-

rer Stellungnahme an die Vorinstanz vom 19. Januar 2018 einlässlich be-

gründet, weshalb dieser Zuordnungsbeschluss bundesrechtswidrig sei. Sie 

habe zudem mehrere Beweisanträge gestellt. Die Vorinstanz habe sich we-

der mit ihren materiellen Ausführungen noch mit den gestellten Beweisan-

trägen in der Stellungnahme vom 19. Januar 2018 befasst. Denn die Vor-

instanz sei der bundesrechtswidrigen Meinung, Zuordnungsbeschlüsse 

C-3194/2019 

Seite 15 

seien «gemäss Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [C-2251/2015] vom 

8. [recte: 9.] Juni 2016 nicht anfechtbar» und deshalb «rechtskräftig». Als 

generell-abstrakte Grundlage des angefochtenen Zuteilungsentscheids 

und der angefochtenen Verfügung könne der Zuordnungsbeschluss näm-

lich auf dem Weg der akzessorischen Normenkontrolle vorfrageweise an-

gefochten und vom Bundesverwaltungsgericht überprüft werden. Wie jede 

rechtsanwendende Behörde hätte die Vorinstanz im Vernehmlassungsver-

fahren zum angefochtenen Zuteilungsentscheid inzident prüfen müssen, 

ob ihr Zuordnungsbeschluss aus dem Jahr 2016 bundesrechtskonform ge-

wesen sei. Dies habe sie in bundesrechtswidriger Weise unterlassen (B-

act. 1 Rz. 105-107). 

4.4.2 In ihrer Vernehmlassung macht die Vorinstanz diesbezüglich geltend, 

das Bundesverwaltungsgericht habe festgestellt, dass die Natur der Zuord-

nungsbeschlüsse generell-abstrakt und den Regelungen der Rechtssätze 

zu unterwerfen sei. Gestützt auf den Wortlaut von Art. 12 IVHSM und die 

Materialien habe das Bundesverwaltungsgericht erkannt, dass sich die in 

Art. 12 Abs. 1 IVHSM vorgesehene Beschwerdemöglichkeit nur auf die Zu-

teilungsbeschlüsse und nicht auf die Zuordnungsentscheide beziehe. Der 

Zuordnungsentscheid könne somit nur im Rahmen einer konkreten Nor-

menkontrolle überprüft werden. Bei der konkreten Normenkontrolle bilde 

aber nicht der Erlass selbst das Anfechtungsobjekt, sondern der konkrete 

Rechtsanwendungsakt, in casu die Nichtzuteilung vom 21. Mai 2019. Vor 

Erlass des angefochtenen Rechtsanwendungsaktes respektive vor Erlass 

der Verfügung betreffend Leistungszuteilung durch die Vorinstanz bestehe 

somit kein Raum für eine konkrete Normenkontrolle beziehungsweise 

Überprüfung des Zuordnungsbeschlusses. Aus Sicht der Vorinstanz sei es 

daher verfehlt, wenn die Beschwerdeführerin annehme, die Vorinstanz 

hätte sich vor Leistungszuteilung von Amtes wegen mit der Frage ausei-

nandersetzen müssen, ob ihr eigener Zuordnungsbeschluss bundes-

rechtskonform ergangen sei. Täte sie dies, handelte es sich vielmehr um 

ein Wiedererwägungsverfahren eines von ihr (als Vorinstanz) erlassenen 

Beschlusses. Die Vorinstanz habe aber nicht vor, ihren Zuordnungsbe-

schluss aus dem Jahr 2016 in Wiedererwägung zu ziehen (vgl. B-act. 6 

Rz. 65). 

4.4.3 Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, die Vorinstanz hätte vor Er-

lass des vorliegend angefochtenen Zuteilungsentscheids eine inzidente 

vorfrageweise Prüfung vornehmen müssen, ob der Zuordnungsbeschluss 

aus dem Jahr 2016 bundesrechtskonform gewesen sei, ist der Vorinstanz 

C-3194/2019 

Seite 16 

zuzustimmen, dass dafür im vorinstanzlichen Verfahren kein Raum be-

stand. Wie bereits ausgeführt, wird bei der konkreten Normenkontrolle ein 

Erlass (Zuordnungsbeschluss vom 21. Januar 2016) anlässlich der An-

fechtung eines darauf gestützten Einzelaktes (Zuteilungsverfügung vom 

21. Mai 2019) vorfrageweise auf seine Rechtmässigkeit einschliesslich sei-

ner Verfassungsmässigkeit überprüft (vgl. oben E. 4.3). Solange also kein 

Einzelakt ergangen ist, kann ein Erlass auch keiner konkreten Normenkon-

trolle unterzogen werden. Entsprechend erweist sich diese Rüge der Be-

schwerdeführerin als unbegründet. 

4.5 Weiter bringt die Beschwerdeführerin zusammengefasst vor, der Zu-

ordnungsbeschluss vom 21. Januar 2016 beruhe auf einem falsch und un-

vollständig erhobenen Sachverhalt und auf einer tatsächlichen und rechtli-

chen Würdigung, welche gegen die Ziele der Spitalplanung in der HSM und 

gegen das Willkürverbot verstosse (vgl. B-act. 1 Rz. 129). 

4.5.1 In ihrer Beschwerde macht die Beschwerdeführerin geltend, bei der 

Überprüfung der von der Vorinstanz als erfüllt angesehenen Kriterien für 

die Zuordnung der Pankreasresektion zur HSM sei der rechtserhebliche 

Sachverhalt teilweise falsch beziehungsweise willkürlich und teilweise un-

vollständig erhoben worden (Art. 49 Bst. b VwVG). Der Erhebung und Wür-

digung des rechtserheblichen Sachverhalts liege zudem eine statistisch 

und medizinisch unhaltbare Methode zu Grunde, die willkürlich und KVG-

widrig sei. Die Zuordnung des Teilbereichs «Pankreasresektion» zur HSM 

sei deshalb insgesamt bundesrechtswidrig. Darüber hinaus erfasse sie 

eine Reihe von Eingriffen, die gar nicht den IVHSM-Kriterien entsprechen 

würden (B-act. 1 Rz. 112-113).  

 

Bei der Definition und Anwendung des «Seltenheitskriteriums» gehe die 

Vorinstanz falsch und unsystematisch vor: Sie unterteile die Viszeralchirur-

gie zuerst in hochspezialisierte Teilbereiche. Ihre Kategorisierung durch-

breche sie aber sofort wieder, indem sie die einzelnen Eingriffskategorien 

allen Eingriffen des gesamten Verdauungssystems gegenüberstelle. Kor-

rekterweise müssten aber die einzelnen Resektionen der fünf Teilbereiche 

ins Verhältnis zu den jeweiligen – von der Vorinstanz selber kategorisierten 

– organspezifischen Teilbereichen gesetzt werden. Nur dann lasse sich 

medizinisch und statistisch erkennen, ob eine bestimmte Resektion das 

Kriterium der Seltenheit erfülle. Die Zuordnung der viszeralchirurgischen 

Eingriffe, welche Gegenstand des Zuordnungsbeschlusses vom 21. Ja-

nuar 2016 gewesen seien, müssten deshalb wegen Verletzung von Art. 49 

Bst. b VwVG aufgehoben und neu beurteilt werden (B-act. 1 Rz. 114; 118-

C-3194/2019 

Seite 17 

119).  

 

Die von der Vorinstanz suggerierte Seltenheit werde zusätzlich ausge-

schlossen, weil Ektomien bei Tumorerkrankungen häufig indiziert seien. 

Die Lehre gehe zudem davon aus, dass die Inzidenz der abdominellen Tu-

more (z.B. auch des Pankreaskarzinoms) in naher Zukunft aufgrund des 

«Lifestyles» und der höheren Lebenserwartung der Bevölkerung weiter zu-

nehmen werde. Indem die Vorinstanz diese Zusammenhänge und Entwick-

lungen missachte, entziehe sie mit dem bundesrechtswidrigen Zuord-

nungsbeschluss kleineren und mittleren medizinischen Zentren Fachkom-

petenzen. Auch Weiterbildung könne an solchen Spitälern nicht mehr be-

trieben werden. Dies stelle eine KVG-konforme Bedarfsdeckung im Sinne 

von Art. 58b KVV in Frage. Schliesslich missachte die Vorinstanz, dass 

Ösophagus, Pankreas, Leber sowie Rektum die zentralen Organe des Ver-

dauungstraktes beziehungsweise der Viszeralchirurgie seien. Der HSM-

Katalog gemäss Anhang 1 des Schlussberichts vom 21. Januar 2016 

weise auch Eingriffe an Nachbarorganen der HSM zu. Auf welche Überle-

gungen sich die Vorinstanz dabei stütze, sei nicht ersichtlich. Jedenfalls sei 

sie im Rahmen der Sachverhaltsermittlung zu Unrecht davon ausgegan-

gen, bei diesen Eingriffen würde es sich um seltene viszeralchirurgische 

Eingriffe handeln. Gemäss Vorinstanz vermeintlich «seltene» und «nicht 

seltene» viszeralchirurgische Eingriffe würden aber zusammenhängen. 

Auch Eingriffe, die nicht der HSM zugeordnet würden, müssten von gut 

qualifizierten Ärzten durchgeführt werden. Spitäler, denen auf Grundlage 

des interessierenden Zuordnungsbeschlusses keine HSM-Viszeralresekti-

onen mehr zugeteilt würden, würden solche Ärzte verlieren. Entsprechend 

sinke die Qualität der Leistungserbringung insgesamt, und auch die Wei-

terbildung leide darunter, weil Assistenzstellen verloren gehen würden. 

Dies gefährde die künftige Bedarfsdeckung gemäss Art. 58b KVV. Die Vo-

rinstanz verkenne oder ignoriere diese gravierenden Konsequenzen, in-

dem sie die viszeralchirurgischen Eingriffe, die ihrer Ansicht nach zur HSM 

gehören sollen und im Anhang des Schlussberichts vom 21. Januar 2016 

erscheinen, nach der Schweizerischen Operationsklassifikation (CHOP) 

einteile und von dieser abhängig mache (vgl. B-act. 1 Rz. 120-128).  

 

Betreffend die weiteren Kriterien für die Zuordnung der interessierenden 

Resektionen zur HSM verweist die Beschwerdeführerin auf ihre Stellung-

nahme vom 19. Januar 2018 sowie sämtliche Beilagen (vgl. GDK2-

act. 4.005). Diese Verweisung auf die materiellen Argumente in der Stel-

lungnahme vom 19. Januar 2018 sei vorliegend sachgerecht. Die Vor-

instanz sei auf keinen Beweisantrag und auf kein einziges Argument in der 

C-3194/2019 

Seite 18 

Stellungnahme eingegangen mit dem lapidaren Hinweis, die Zuteilung sei 

«rechtskräftig» und somit nicht überprüfbar. Die Beschwerdeführerin könne 

sich deshalb nicht mit Argumenten der Vorinstanz auseinandersetzen. Es 

sei daher nicht sinnvoll die materiellen Argumente in der Stellungnahme 

vom 19. Januar 2018 im Rahmen einer «Kopierübung» in diese Rechts-

schrift einzufügen (vgl. B-act. 1 Rz. 130-132).  

4.5.2 In der Stellungnahme vom 19. Januar 2018, auf welche die Be-

schwerdeführerin in ihrer Beschwerde mehrfach verwiesen hat, bringt sie 

zusätzlich vor, das Rechtssicherheitsgebot gemäss Art. 5 BV sei verletzt 

worden. Die Vorinstanz habe die viszeralchirurgischen Eingriffe, die neu 

zur HSM gehören sollen und im Anhang des Schlussberichts vom 21. Ja-

nuar 2016 aufgelistet seien, nach der Schweizerischen Operationsklassifi-

kation (CHOP) eingeteilt und somit von dieser abhängig gemacht. Es 

handle sich mithin um dynamische Verweise. Die erfassten Leistungen 

könnten mittels eines jährlichen Antragsverfahrens erweitert oder modifi-

ziert werden. Die Zuordnung zahlreicher viszeralchirurgischer Eingriffe zur 

HSM habe für das Leistungsangebot der Beschwerdeführerin weitrei-

chende Konsequenzen, würden dieser doch essentielle Kompetenzberei-

che entzogen. Umso wichtiger erscheine es, dass sie zumindest auf die 

Voraussehbarkeit, Berechenbarkeit und Beständigkeit der Beschlüsse des 

Beschlussorgans vertrauen könne. Die jährliche, selbständige und vom 

Einflussbereich der betroffenen Spitäler völlig losgelöste Anpassung der 

CHOP und damit der zugeordneten Leistungen mache die Zuordnung für 

die Spital Thurgau AG völlig unberechenbar (vgl. GDK2-act. 4.005 

Rz. 67 ff.).  

 

Weiter wird geltend gemacht, gemäss Botschaft zur Änderung des Bun-

desgesetzes über die Krankenversicherung (Stärkung von Qualität und 

Wirtschaftlichkeit) vom 4. Dezember 2015 müssten die Kantone bei der ge-

samtschweizerischen HSM-Planung diese auf die Kriterien der Wirtschaft-

lichkeit und Qualität stützen. Die Kantone hätten die Pflicht, die Qualität 

und Wirtschaftlichkeit der Spitäler im Rahmen der Versorgungsplanung zu 

beurteilen. Die Vorinstanz habe durch die ausufernde Zuordnung von vis-

zeralchirurgischen Bereichen zur HSM das Wirtschaftlichkeitsgebot ge-

mäss Art. 39 Abs. 2bis KVG mehrfach verletzt. Zunächst führe die übermäs-

sige Zentralisierung der Leistungen unweigerlich zu einer Verlängerung der 

Facharztausbildung, womit nicht Kosten gespart, sondern intensiviert wür-

den. Des Weiteren habe das Bundesverwaltungsgericht in seinem Ent-

scheid C-245/2012 vom 3. Oktober 2012 festgehalten, dass mit der Ver-

pflichtung zur Spitalplanung das öffentliche Interesse der Versicherten an 

C-3194/2019 

Seite 19 

der Gewährleistung der Versorgungssicherheit und der Versicherten und 

Steuerzahler an der Kostenbegrenzung geschützt würden, wobei auch die 

Optimierung der Ressourcennutzung im Fokus stehe. Die Qualitätssicher-

heit und das Wirtschaftlichkeitsgebot würden somit wesentliche Zielsetzun-

gen der Spitalplanung bilden. Betreffend Wirtschaftlichkeit habe die GDK 

festgehalten, dass bei der Erbringung von stationären medizinischen Leis-

tungen Skaleneffekte zwar relevant seien, Skaleneffekte beziehungsweise 

die Grössenvorteile bei Leistungserbringern jedoch nur bis zu einer be-

stimmten Maximalzahl gelten würden. So seien die Grössenvorteile bei 

Leistungserbringern von 100 bis 200 Betten bereits voll realisiert. Bei der 

Überschreitung einer bestimmten Zahl an Leistungen würden die Kosten 

nicht abnehmen, sondern insbesondere aufgrund von zusätzlichen Orga-

nisationskosten wieder ansteigen. Dies habe zur Folge, dass die Zentrum-

spitäler die Maximalzahlen überschreiten würden, mit dem gezeigten ne-

gativen Effekt für die Kosten. Damit werde deutlich, dass das Beschlussor-

gan das Wirtschaftlichkeitsgebot mit ihrem Zuordnungsentscheid verletzt 

habe (vgl. GDK2-act. 4.005 Rz. 70 ff).  

 

Ausserdem stehe der Beschluss im Widerspruch zu Art. 18 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die universitären Medizinalberufe (Medizinalberufe-

gesetz, MedBG, SR 811.11). Die extensive Zuordnung von chirurgischen 

Leistungen zur HSM habe zur Folge, dass sich die Facharztausbildung der 

Assistenzärzte verlängere (vgl. GDK2-act. 4.005 Rz. 75).  

 

Die Konzentration der HSM dürfe zudem nicht dazu führen, dass auch 

Leistungen der medizinischen Grundversorgung nur noch in wenigen Zent-

rums- und Universitätsspitälern angeboten würden. Genau dies geschehe 

jedoch im Bereich der Viszeralchirurgie, wenn alle im Anhang zum Schluss-

bericht vom 21. Januar 2016 genannten Leistungen der HSM zugeordnet 

würden. Eine solche Konzentration habe insbesondere zur Folge, dass für 

die Bevölkerung in abgelegenen Regionen gewisse grundlegende medizi-

nische Leistungen nur noch unter Inkaufnahme einer unverhältnismässig 

grossen räumlichen und zeitlichen Distanz angeboten würden. Aus diesen 

Gründen und wegen drohenden Kapazitätsengpässen bei den Zent-

rumsspitälern sei auch die Gefahr einer Unterversorgung sehr real. Es 

liege in der Verantwortung des Beschlussorgans, eine derartige Situation, 

indem es nur diejenigen viszeralchirurgischen Leistungen der HSM zu-

ordne, die nicht von der medizinischen Grundversorgung erfasst würden, 

zu vermeiden. In der publizierten Form verletze der Zuordnungsbeschluss 

jedoch Art. 117a Abs. 1 BV, wonach Bund und Kantone im Rahmen ihrer 

Zuständigkeit für eine ausreichende, allen zugängliche medizinische 

C-3194/2019 

Seite 20 

Grundversorgung von hoher Qualität sorge (vgl. GDK2-act. 4.005 Rz. 76-

78).  

 

Ferner stehe die vorgenommene Zuordnung auch im Widerspruch zu den 

Sozialzielen, insbesondere Art. 41 Abs. 1 Bst. b BV. Nach dieser Bestim-

mung würden sich Bund und Kantone dafür einsetzen, dass jede Person 

die für ihre Gesundheit notwendige Pflege erhalte. Sie würden damit den 

(verbindlichen) Auftrag erhalten, sich für das Vorhandensein (qualitativ 

hochstehender) Pflegeangebote einzusetzen. Unter Pflege seien alle fach-

kundigen ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten zu verstehen. Trotz der 

programmatischen Natur dieser Bestimmung seien die Behörden verpflich-

tet, die Sozialziele bei der Rechtsanwendung zu berücksichtigen. Dies un-

terlasse das Beschlussorgan in gravierender Weise, wenn es eine exten-

sive Zuordnung viszeralchirurgischer Leistungen zur HSM vornehme. Auf-

grund der Überlastung der Zentrumspitäler, dem vorübergehenden Verlust 

von Know-How sowie dem Mangel an Fachpersonal würde eine spürbare 

quantitative und qualitative Leistungseinbusse resultieren (GDK2-

act. 4.005 Rz. 79). 

4.5.3 Die Vorinstanz verweist in ihrer Vernehmlassung auf BVGE 2016/14 

und führt dazu insbesondere aus, im Rahmen ihrer Beschwerde vom 

21. Juni 2019 könne die Beschwerdeführerin einzig geltend machen, dass 

der Zuordnungsbeschluss der Vorinstanz gegen höherrangiges Recht 

verstosse, namentlich gegen das KVG oder seine Ausführungsbestimmun-

gen. Die unrichtige Anwendung von kantonalem oder interkantonalem 

Recht stelle hingegen keinen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG dar. 

Die Beschwerdeführerin verkenne in ihrer Beschwerde, dass die unrichtige 

oder unvollständige Erhebung des Sachverhalts keine Rechtsverletzung 

darstelle. Eine Verletzung von Bundesrecht schliesse entsprechend dem 

Wortlaut von Art. 49 Bst. a VwVG einzig die Überschreitung oder den Miss-

brauch von Ermessen ein. Diese Rüge bringe die Beschwerdeführerin in-

des nicht vor. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sei es somit 

auch nicht die Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts zu prüfen, ob die 

Vorinstanz den Sachverhalt im Vorfeld ihres Zuordnungsbeschlusses kor-

rekt festgestellt habe; notabene bestreite die Vorinstanz, dass sie den 

Sachverhalt nicht korrekt festgestellt habe. Diese Frage betreffe das Zu-

standekommen des Zuordnungsbeschlusses. Bei Erlass einer generell-

abstrakten Regelung bestehe gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung kein Anspruch auf rechtliches Gehör. Im Rahmen einer akzessori-

schen Normenkontrolle sei einzig zu prüfen, ob der rechtskräftig zustande 

gekommene Zuordnungsbeschluss gegen höherrangiges Recht verstosse. 

C-3194/2019 

Seite 21 

Sollte das Bundesverwaltungsgericht wider Erwarten zum Schluss kom-

men, dass dies der Fall sei, würde dies zur Aufhebung der Nichtzuteilung 

eines Leistungsauftrags vom 21. Mai 2019 an die Beschwerdeführerin füh-

ren (vgl. B-act. 6 Rz. 66).  

 

Hinsichtlich der vorgebrachten Argumente der Beschwerdeführerin betref-

fend das Kriterium der Seltenheit führt die Vorinstanz aus, die Beschwer-

deführerin mache abermals nicht geltend, aus welchem Grund die von der 

Vorinstanz ermittelte Methodik willkürlich oder KVG-widrig sein solle. Sie 

bringe einzig vor, dass der Sachverhalt unvollständig oder unrichtig erho-

ben worden sei. Diese Rüge betreffe jedoch das Zustandekommen des 

Zuordnungsbeschlusses, bei dem kein Anspruch auf rechtliches Gehör be-

standen habe. Es sei den verschiedenen Leistungserbringern und anderen 

Institutionen sowie Interessierten jedoch im Rahmen der Vernehmlassung 

im Zuordnungsverfahren möglich gewesen, sich zur Zuordnung verneh-

men zu lassen. Nicht ersichtlich sei, inwiefern die Beschwerdeführerin aus 

ihren Ausführungen auf die Bundesrechtswidrigkeit des Zuordnungsbe-

schlusses schliessen wolle. Im Übrigen enthalte das KVG keine Regelung, 

wie der Zuordnungsbeschluss zu fällen sei. Hinzu komme, dass weder das 

KVG noch die IVHSM vorschreiben würden, wie das Kriterium der Selten-

heit zu definieren sei (vgl. B-act. 6 Rz. 72).  

 

Weiter wird der Vorwurf, die prognostizierte Zunahme der zu erwartenden 

Fallzahlen sei nicht berücksichtigt und dadurch sei keine bedarfsgerechte 

Spitalplanung vorgenommen worden, von der Vorinstanz ausdrücklich be-

stritten. Eine KVG-konforme Spitalplanung verfolge einerseits die Sicher-

stellung einer bedarfsgerechten Versorgung, andererseits auch eine Kos-

teneindämmung und strebe den Abbau von Überkapazitäten an. Die Auf-

nahme eines Spitals in die Spitalliste hänge somit von einer Bedarfsprü-

fung ab. Entsprechend den bundesrechtlichen Vorgaben sei zur Bedarfs-

ermittlung gestützt auf statistisch ausgewiesene Daten das Angebot zu er-

mitteln, das durch das Aufführen von Einrichtungen auf der Spitalliste zu 

sichern sei, damit die Versorgungssicherheit gewährleistet sei (Art. 58b 

KVV). In der Spitalliste seien dann diejenigen Bewerber aufzunehmen, die 

notwendig seien, um das ermittelte Angebot sicherzustellen (Art. 58e 

KVV). Die Frage nach der bedarfsgerechten Versorgung betreffe somit das 

Zuteilungsverfahren und nicht das Zuordnungsverfahren. In Bezug auf die 

Zuordnung stelle sich einzig die Frage, welche Teilbereiche/Operationen 

der hochspezialisierten Medizin zuzuordnen seien, womit die Kompetenz 

der Leistungszuteilungen in diesem Bereich auf das HSM-Beschlussorgan 

übertragen werde. Es seien diejenigen Bewerber berücksichtigt worden, 

C-3194/2019 

Seite 22 

die notwendig seien, den per 2025 prognostizierten Bedarf zu decken. Es 

sei somit nicht ersichtlich, inwiefern der Zuteilungsentscheid gegen 

Art. 58b KVV verstossen habe (vgl. B-act. 6 Rz. 75).  

 

Nicht ersichtlich sei im Weiteren, aus welchen Gründen die Schweizerische 

Operationsklassifikation (CHOP) für die Zuordnung zur hochspezialisierten 

Medizin nicht hinzugezogen werden könne. Der rechtskräftig definierte 

HSM-Bereich werde in der schweizerischen Operationsklassifikation 

(CHOP) und der ICD-Klassifikation entsprechend abgebildet. Die Kodie-

rung der Diagnosen und Behandlungen unterliege präzisen Richtlinien. Der 

Bereich Medizinische Kodierung und Klassifikation des Bundesamtes für 

Statistik (BFS) überprüfe und redigiere die entsprechenden Klassifikatio-

nen jährlich. Diese würden danach für alle Akteure gelten, auch für die Or-

gane der IVHSM. Die von der Beschwerdeführerin beantragte CHOP-Ana-

lyse würde daran nichts ändern, weshalb auch dieser Beweisantrag abzu-

lehnen sei (vgl. B-act. 6 Rz. 76).  

 

Zusammenfassend bestreite die Vorinstanz, die Seltenheit falsch ermittelt 

zu haben. Der Zuordnungsbeschluss sei unter Wahrung sämtlicher bun-

desrechtlichen Vorgaben erfolgt. Im Übrigen handle es sich bei den in Art. 4 

Abs. 1 IVHSM vorgesehenen Kriterien der Zuordnung zur HSM um offen 

formulierte Vorgaben, wobei der Vorinstanz aufgrund ihrer besonderen 

Fachkenntnisse ein weiter Ermessensspielraum zustehe. Sodann enthiel-

ten weder das KVG noch das KVV Vorgaben dazu, was zur hochspeziali-

sierten Medizin gehöre, geschweige denn Ausführungen beziehungsweise 

Vorgaben zum Kriterium der Seltenheit. Der Beschwerdeführerin gelinge 

es nicht, einen Verstoss des Zuordnungsbeschlusses gegen Bundesrecht 

darzulegen oder zu beweisen (vgl. B-act. 6 Rz. 78). 

4.5.4 Zur Stellungnahme vom 19. Januar 2018 führt die Vorinstanz in ihrer 

Vernehmlassung aus, was unter die HSM falle und was nicht, sei dem gel-

tenden Zuordnungsbeschluss des HSM-Beschlussorgans zu entnehmen. 

Dabei werde, wie die Beschwerdeführerin korrekt vermerkt habe, auf die 

CHOP- und ICD-Kataloge verwiesen. Ebenfalls korrekt sei, dass diese bei-

den Klassifizierungssysteme periodisch vom BFS angepasst würden (im 

Falle der CHOP-Codes jedes Jahr, in Bezug auf den ICD-Katalog alle zwei 

Jahre). Aus diesem Grunde müsse die Abbildung der HSM-Leistungen in 

diesen beiden Klassifikationssystemen jedes Jahr aktualisiert werden. Da-

mit würden der Beschwerdeführerin aber keine Kompetenzbereiche entzo-

gen. Die CHOP-Codes würden vielmehr die zugeordneten Bereiche defi-

nieren. Eine Anpassung der für die HSM massgebenden CHOP-Codeliste 

C-3194/2019 

Seite 23 

erfolge nur, wenn das BFS beispielsweise auf Gesuch einer Fachgesell-

schaft hin Änderungen an den HSM-relevanten CHOP-Codes vornehme. 

So könne es vorkommen, dass ein Code durch zwei oder mehr neue 

Codes ersetzt werde oder gänzlich neue Codes geschaffen würden. Sol-

che Aktualisierungen würden von der Vorinstanz jeweils auf die Vereinbar-

keit mit den zugeordneten Bereichen geprüft, damit die Zuordnung so 

bleibe wie beschlossen. So sei beispielsweise der auf 2017 neu geschaf-

fene Code Z52.69 «Totale Pankreatektomie, sonstige» in die HSM-Liste 

aufgenommen worden, da es sich dabei um einen HSM-Eingriff im Sinne 

der gültigen Zuordnung gehandelt habe. Die CHOP-Codes würden also 

jährlich so definiert, dass immer noch die gleiche Zuordnung gelte. Damit 

werde gerade Rechtssicherheit garantiert. Zudem sei darauf hinzuweisen, 

dass ohne Verweis auf die CHOP-Codes die Rechtsunsicherheit, welche 

Eingriffe nun zur HSM gehören würden und welche nicht, viel grösser sei, 

und auch ein Monitoring kaum möglich wäre (B-act. 6 Rz. 102).  

 

Weiter sei vorab anzumerken, dass Art. 39 Abs. 2bis KVG nicht ein eigen-

ständiges «Wirtschaftlichkeitsgebot» statuiere, sondern ein gesetzlicher 

Auftrag an die Kantone sei, im Bereich der hochspezialisierten Medizin 

eine gesamtschweizerische Planung zu beschliessen. Zur Umsetzung sei 

die IVHSM erlassen worden. Mit der von der IVHSM vorgesehenen Zent-

ralisierung der Leistungen im Bereich der hochspezialisierten Medizin 

werde eine qualitativ hochstehende und wirtschaftlich erbrachte medizini-

sche Versorgung gewährleistet. Nicht nachvollziehbar sei die Argumenta-

tion der Beschwerdeführerin, dass die Zuordnung zu ausufernd sei und die 

Kosten in die Höhe treibe. Die Vorinstanz habe die Zuordnung zur hoch-

spezialisierten Medizin korrekt vorgenommen. Entgegen der Behauptung 

der Beschwerdeführerin beinhalte die von der Vorinstanz vorgenommene 

Zuordnung auch keine nicht seltenen Eingriffe. Die Beschwerdeführerin 

lege im Übrigen abermals nicht dar, welche Eingriffe ihrer Meinung nach 

nicht zur HSM gehören sollen. Mit ihrem pauschalen Verweis verkenne sie 

offenbar einmal mehr, dass ein gesetzlicher Auftrag bestehe, die hochspe-

zialisierte Medizin zuzuordnen und an Kompetenzzentren zu konzentrieren 

– auch im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Von vornherein nicht massgebend 

könnten die GDK-Empfehlungen sein, auf die sich die Beschwerdeführerin 

beziehe. Die aktuellen Empfehlungen vom 25. Mai 2018 würden auf 

Seite 2 explizit festhalten, dass die Empfehlungen nicht die interkantonale 

Planung der HSM nach Art. 39 Abs. 2bis KVG beträfen (B-act. 6 Rz. 104). 

 

Ausserdem habe die Zuordnung von Eingriffen zur hochspezialisierten Me-

dizin auch keine Auswirkungen auf die Dauer der Weiterbildung von Ärzten. 

C-3194/2019 

Seite 24 

Aus diesem Grund verstosse der Zuordnungsbeschluss auch nicht gegen 

die Ärztliche Weiterbildung gemäss Art. 18 Abs. 1 MedBG. Im Übrigen sei 

auch diese Behauptung der Beschwerdeführerin weder substantiiert noch 

bewiesen (B-act. 6 Rz. 105).  

 

Hinsichtlich des gerügten Verstosses gegen die Medizinische Grundver-

sorgung gemäss Art. 117a Abs. 1 BV verkenne die Beschwerdeführerin 

einmal mehr, dass es sich bei der Bedarfsdeckung um eine Frage der Zu-

teilung handelt. Die 18 berücksichtigten Leistungserbringer würden den 

prognostizierten Bedarf ohne Weiteres abdecken. Im HSM-Bereich werde 

zudem eine Konzentration gefordert. Es handle sich im Übrigen bei allen 

fünf Teilbereichen um planbare elektive Eingriffe, die von überall in der 

Schweiz innert nützlicher Frist erreichbar seien, und nicht um Notfallinter-

ventionen. Die Beschwerdeführerin substantiiere oder belege die geltend 

gemachte – bestrittene – Unterversorgung nicht, sondern behaupte diese 

einfach pauschal (B-act. 6 Rz. 107).  

 

Nicht ersichtlich sei auch, was die Beschwerdeführerin mit ihrem Verweis 

auf die notwendige Pflege gemäss Art. 41 Abs. 1 Bst. b BV darzulegen ver-

suche. Bund und Kantone hätten dafür zu sorgen, dass jede Person die für 

ihre Gesundheit notwendige Pflege erhalte. Die Kantone seien dabei für 

sämtliche pflegerelevanten Aspekte zuständig, sofern und soweit die Bun-

desverfassung die Regelungsbefugnis nicht dem Bund übertragen habe. 

Die Vorinstanz sei entsprechend dieser Vorgabe ihrem gesetzlichen Auf-

trag nachgekommen, die hochspezialisierte Medizin zuzuordnen und an 

Kompetenzzentren zu konzentrieren (Art. 39 Abs. 2bis KVG). Nur der Voll-

ständigkeit halber sei erneut anzumerken, dass es zufolge bedarfsgerech-

ter Leistungszuteilung zu keiner Überlastung der berücksichtigten Bewer-

ber komme. Im Weiteren seien Fallzahlen nach konstanter bundesverwal-

tungsgerichtlicher Rechtsprechung Qualitätsindikatoren. Die Erfahrung ei-

nes Arztes und seines Teams wachse mit der Anzahl vorgenommener Ein-

griffe, womit die Zentralisierung der Eingriffe aufgrund der Zuordnung zur 

HSM zu einer Qualitätssteigerung führe (B-act. 6 Rz. 108). 

4.5.5 Das BAG führt dazu aus, die Vorinstanz zeige in ihrer Vernehmlas-

sung, dass die Zuordnung der Pankreasresektion zur HSM im Sinne des 

gesetzlichen Auftrags an die Kantone zur gemeinsamen Planung der hoch-

spezialisierten Bereiche sei. Die Zuordnung eines hochspezialisierten Leis-

tungsbereichs zur HSM sei die Voraussetzung für eine qualitative und wirt-

schaftliche Leistungserbringung. Zum Beispiel in Bezug auf das Kriterium 

C-3194/2019 

Seite 25 

des Innovationspotentials erlaube die gesamtschweizerische HSM-Pla-

nung die erforderliche Konzentration der Ressourcen und der Fachkompe-

tenzen, damit die Investitionen und die Spezialisierung zwecks Innovation 

überhaupt möglich seien. Oder in Bezug auf die Patientensicherheit er-

laube die Zentralisierung, die erforderliche Verfügbarkeit des technischen, 

pflegerischen und ärztlichen geeigneten Personals beziehungsweise der 

Infrastruktur zu gewährleisten, die postoperative Komplikationen ohne Spi-

talverlegung zu behandeln (vgl. B-act. 10 Rz. 7.3). 

4.5.6 In ihren Schlussbemerkungen bringt die Beschwerdeführerin vor, sie 

rüge im Zusammenhang mit dem Zuordnungsbeschluss, die Vorinstanz 

habe den Sachverhalt unvollständig sowie falsch und willkürlich erhoben 

beziehungsweise willkürlich gewürdigt. Sie mache eine Rechtsverletzung 

im Sinne von Art. 49 Bst. b VwVG geltend. Solche Rügen seien ohne wei-

teres zulässig. Genau dies folge auch aus dem Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-1560/2016 vom 29. September 2016 (E. 1.7.2). Die ge-

genteilige Ansicht der Vorinstanz sei unverständlich. Ausserdem nehme die 

Vorinstanz ab Rz. 69 ihrer Vernehmlassung Stellung zu den Rügen, welche 

die Beschwerdeführerin unter Art. 49 Bst. b VwVG vorgebracht habe. (B-

act. 22 Rz. 62-64). Die Vorinstanz bringe nichts vor, was die Ausführungen 

in der Beschwerde betreffend Seltenheit und weitere Tatsachen widerlegen 

würde. Der Zuordnungsbeschluss basiere auf einem unvollständig, grob 

falsch und willkürlich erhobenen sowie willkürlich gewürdigten Sachverhalt. 

Es werde auf die Beschwerde verwiesen (vgl. B-act. 22 Rz. 67-69). 

4.6 Soweit die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ausführungen den An-

trag stellt, die Zuordnung des Teilbereichs «Pankreasresektion bei Erwach-

senen» zum Bereich der hochspezialisierten Viszeralchirurgie sei aufzuhe-

ben und die Vorinstanz anzuweisen, über die Zuordnung dieses Teilbe-

reichs neu zu befinden (vgl. oben Bst. B.a und E. 4), verkennt sie, dass im 

Rahmen der konkreten Normenkontrolle der Zuordnungsbeschluss bezie-

hungsweise Teile davon lediglich als bundesrechtswidrig erklärt werden 

könnten. Eine festgestellte Bundesrechtswidrigkeit hätte im Übrigen ledig-

lich Auswirkungen auf den vorliegend angefochtenen Zuteilungsentscheid 

vom 21. Mai 2019, ausser wenn der Zuordnungsentscheid vom 21. Januar 

2016 im Hinblick auf die Zuordnung der Pankreasresektionen zur HSM an 

derart groben Mängeln leiden würde, dass er selbst als nichtig erscheinen 

würde (vgl. oben E. 4.3). Letzteres ist – wie sich im Folgenden zeigen wird 

– vorliegend nicht der Fall. Entsprechend ist auf diesen Antrag nicht einzu-

treten. Soweit der Antrag (darüber hinaus) sinngemäss auf eine materielle 

Überprüfung der Zuordnung im Rahmen einer inzidenten Normenkontrolle 

C-3194/2019 

Seite 26 

und damit der Nichtanwendung des Zuordnungsbeschlusses zielt, ist dazu 

Folgendes auszuführen: 

4.6.1 Hinsichtlich der Vorbringen, der Zuordnungsbeschluss vom 21. Ja-

nuar 2016 basiere auf einem unvollständigen und grob falschen Sachver-

halt und verstosse damit gegen Art. 49 Bst. b VwVG (vgl. oben E. 4.5.1 und 

E. 4.5.6), ist daran zu erinnern, dass es sich beim Zuordnungsbeschluss 

nicht um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG handelt, sondern um 

einen generell-abstrakten Erlass beziehungsweise «texte normatif» (BVGE 

2016/15 E. 4.5 und 5.1.2; vgl. auch oben E. 4.2). Das Verwaltungsverfah-

rensgesetz findet jedoch gemäss Art. 1 Abs. 1 VwVG (nur) Anwendung auf 

das Verfahren in Verwaltungssachen, die durch Verfügungen von Bundes-

verwaltungsbehörden in erster Instanz oder auf Beschwerde zu erledigen 

sind. In diesem Zusammenhang kann insbesondere die unrichtige oder un-

vollständige Sachverhaltsfeststellung gemäss Art. 49 Bst. b VwVG gerügt 

werden. Konkret ist dies vorliegend in Bezug auf den angefochtenen Zutei-

lungsentscheid vom 21. Mai 2019 möglich, welcher als Verfügung im Sinne 

von Art. 5 VwVG zu qualifizieren ist (vgl. auch oben E. 2.2). Diese Rüge ist 

jedoch nicht zulässig im Rahmen einer akzessorischen Normenkontrolle 

hinsichtlich eines generell-abstrakten Erlasses beziehungsweise «texte 

normatif», konkret in Bezug auf den Zuordnungsbeschluss vom 21. Januar 

2016. Nichts Anderes ist im Übrigen den Urteilen des Bundesverwaltungs-

gerichts und insbesondere dem von der Beschwerdeführerin zitierten Urteil 

C-1560/2016 vom 29. September 2016 in Erwägung 1.7.2 zu entnehmen: 

Die Ausführungen, dass mit Beschwerde gegen einen Spitallistenentscheid 

im Sinne von Art. 39 KVG die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss 

des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens und die unrich-

tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

gerügt werden könne, beziehen sich einzig auf den Zuteilungsentscheid. 

Im Gegensatz zum Zuteilungsentscheid stellt der Zuordnungsentscheid 

gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eben gerade 

keinen anfechtbaren Spitallistenentscheid im Sinne von Art. 39 KVG dar 

(vgl. dazu BVGE 2016/15 E. 3.3.2 und E. 5.1 je m.w.H; vgl. auch oben 

E. 4.2). In der Erwägung 1.8 des erwähnten Urteils C-1560/2016 wird so-

dann festgehalten, dass Zuordnungsbeschlüsse nicht beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten werden können.  

 

Entsprechend sind die Ausführungen der Beschwerdeführerin, weshalb der 

Zuordnungsbeschluss vom 21. Januar 2016 auf einem unvollständigen 

und grob falschen beziehungsweise willkürlichen Sachverhalt beruhe und 

gegen Art. 49 Bst. b VwVG verstosse, vorliegend unbeachtlich. Aus diesem 

C-3194/2019 

Seite 27 

Grund sind auch die in diesem Zusammenhang gestellten Beweisanträge 

der Beschwerdeführerin (vgl. B-act. 1 Rz. 119 und 124; GDK2-act. 4.005 

Rz. 27, 30 und 37) abzuweisen. 

4.6.2 Zu prüfen bleibt damit, ob der Zuordnungsbeschluss vom 21. Januar 

2016 – wie dies von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde geltend 

gemacht und teilweise bereits im Zuteilungsverfahren vor der Vorinstanz 

ausgeführt wurde – gegen materielles Bundesrecht und/oder gegen die 

Bundesverfassung verstösst. 

4.6.2.1 Hinsichtlich des Vorbringens, der Zuordnungsbeschluss verstosse 

gegen das Willkürverbot gemäss Art. 9 BV (vgl. oben E. 4.5) ist festzuhal-

ten, dass sich die Rügen der Beschwerdeführerin darin erschöpfen, darzu-

legen, dass die Vorinstanz den Sachverhalt willkürlich erhoben habe und 

der Erhebung und Würdigung des rechtserheblichen Sachverhalts zudem 

eine statistisch und medizinisch unhaltbare Methode zu Grunde liege, die 

willkürlich sei. Da die Ausführungen betreffend Sachverhaltserhebung im 

Rahmen der akzessorischen Normenkontrolle unbeachtlich sind (vgl. oben 

E. 4.6.1), keine weiteren Substantiierungen der Beschwerdeführerin vorlie-

gen und für das Bundesverwaltungsgericht auch nicht ersichtlich ist, inwie-

fern der Zuordnungsentscheid der Vorinstanz betreffend die Pankreasre-

sektion konkret gegen das Willkürverbot verstossen soll, ist vorliegend – 

zumal die Vorinstanz überdies rechtsprechungemäss über ein weiteres Er-

messen verfügt (vgl. oben E. 3.1 und 4.1.3) – kein Verstoss gegen Bun-

desrecht ersichtlich. 

4.6.2.2 Im Zusammenhang mit der Rüge, der Zuordnungsbeschluss 

verstosse gegen eine KVG-konforme Bedarfsdeckung im Sinne von 

Art. 58b KVV (vgl. oben E. 4.5.1 dritter Absatz), ist der Vorinstanz zuzu-

stimmen, wenn sie ausführt, die Frage nach der bedarfsgerechten Versor-

gung betreffe grundsätzlich das Zuteilungsverfahren und nicht die Zuord-

nung. Zwar kann im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden akzessori-

schen Normenkontrolle vorgebracht werden, der Zuordnungsentscheid 

verstosse gegen Art. 58b KVV als übergeordnetes Recht. Allerdings ver-

mochte die Beschwerdeführerin nicht aufzuzeigen, inwiefern bereits der 

Zuordnungsentscheid betreffend die Pankreasresektion gegen die Versor-

gungsplanung, welche wie bereits erwähnt notabene im Rahmen des Zu-

teilungsverfahrens vorzunehmen ist, verstossen haben soll. Angemerkt 

werden kann, dass für das Gericht nicht nachvollziehbar ist, inwiefern die 

künftige Bedarfsdeckung durch die Zuordnung der Pankreasresektionen 

bei Erwachsenen zur hochspezialisierten Medizin gefährdet sein soll, wie 

C-3194/2019 

Seite 28 

dies die Beschwerdeführerin vorbringt: Die Vorinstanz geht im Bereich der 

Pankreasresektionen von einer Zunahme der Fallzahlen um 34 % bis 2025 

und damit von einer jährlichen Wachstumsrate von 3 % aus (vgl. Bedarfs-

prognose HSM: Leistungsbereich Pankreasresektion VIS1.1 Version 1.1 

vom 22. September 2017 S. 12 und 14 [GDK2-act. 2.008]; Schlussbericht 

vom 31. Januar 2019 S. 66 [GDK2-act. 4.013]). Die berücksichtigten Leis-

tungserbringer können den Bedarf an den prognostizierten 980 Eingriffen 

im Jahr 2025 ohne Weiteres decken. Im Durchschnitt der Jahre 2014 - 

2016 erbrachten die berücksichtigen Leistungserbringer insgesamt 616 

Eingriffe und die mögliche Kapazitätssteigerung beläuft sich auf weitere 

662 Eingriffe, woraus sich ein Total von 1’278 Eingriffen und ein Über-

schuss von 298 Eingriffen ergibt (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 93). 

4.6.2.3 Auch unter dem Titel der medizinischen Grundversorgung gemäss 

Art. 117a Abs. 1 BV (vgl. oben E. 4.5.2 vierter Absatz) und der notwendigen 

Pflege gemäss Art. 41 Abs. 1 Bst. b BV (vgl. oben E. 4.5.2 fünfter Absatz) 

macht die Beschwerdeführerin letztlich eine drohende Unterversorgung 

geltend, welche für das Gericht jedoch nicht ersichtlich ist (vgl. dazu bereits 

oben E. 4.6.2.2). Ausserdem ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass von Ge-

setzes wegen eine Konzentration im HSM-Bereich angestrebt wird und es 

sich bei den Pankreasresektionen im HSM-Bereich um planbare Eingriffe 

handelt, die für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz innert nütz-

licher Frist in den Kompetenzzentren erreichbar sind. 

4.6.2.4 Soweit die Beschwerdeführerin zudem die Verletzung der Rechts-

sicherheit gemäss Art. 5 BV (vgl. oben E. 4.5.2 erster Absatz) rügt, ist Fol-

gendes festzuhalten:  

 

Der HSM-Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie ba-

siert auf der schweizerischen Operationsklassifikation (CHOP) und dem in-

ternationalen Diagnoseverzeichnis (ICD) (vgl. GDK1-act. 1.145 S. 20 ff. 

und 35), ebenso wie die Spitalplanungs-Leistungsgruppen diverser Kan-

tone (z.B. Zürich, St. Gallen, Thurgau, Bern). Seit dem Jahr 2011 empfiehlt 

die GDK den kantonalen Gesundheitsdepartementen die Anwendung des 

vom Kanton Zürich entwickelten Spitalleistungsgruppenkonzepts. Für die 

Spitäler bedeutet dies, dass die Leistungsaufträge aus verschiedenen Kan-

tonen harmonisiert ausgestaltet sind (vgl. https://www.gdk-cds.ch/de/ge-

sundheitsversorgung/spitaeler/planung/splg; abgerufen am 5. Oktober 

2021). CHOP bildet die Kodierung der Behandlungen ab, welche präzisen 

Richtlinien unterliegt. Der Bereich Medizinische Kodierung und Klassifika-

tionen des BFS redigiert, überprüft und passt diese Richtlinien allenfalls an 

C-3194/2019 

Seite 29 

und pflegt die oben genannten Klassifikationen (vgl. https://www.bfs.ad-

min.ch/bfs/de/home/statistiken/kataloge-datenbanken/publikationen.as-

setdetail.13772937.html; abgerufen am 5. Oktober 2021). CHOP- und ICD-

Kataloge sind dynamische Gebilde. Die Fachgesellschaften, die FMH, der 

Dachverband der Spitäler (H+) sowie die GDK können beim BFS Anträge 

zur Weiterentwicklung des CHOP-Katalogs eingeben (GDK1-act. 1.145 

S. 20). Die Anwendung der jeweils aktuellen Version der CHOP ist zudem 

für die Kodierung der Prozeduren im Rahmen der Medizinischen Statistik 

der Krankenhäuser, welche für alle Kranken- und Geburtshäuser obligato-

risch ist und damit eine Auskunftspflicht beinhaltet, verbindlich. Die Aus-

kunftspflicht trifft mithin alle Spitäler, unabhängig davon, ob Leistungen zu-

lasten der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) erbracht 

werden (vgl. dazu Art. 6 Abs. 1 i.V.m. Anhang Nr. 62 der Verordnung über 

die Durchführung von statistischen Erhebungen des Bundes [Statistikerhe-

bungsverordnung, SR 431.012.1]; vgl. auch Schweizerische Operations-

klassifikation [CHOP] Systematisches Verzeichnis – Version 2021 S. V 

[Gültigkeit]; abrufbar unter https://www.sfgg.ch/wp-content/uploads/ 

CHOP_2021_d.pdf).  

 

Die Rechtssicherheit gehört zu den allgemeinen Rechtsgrundsätzen und 

ist daher auch für die Spitalplanung und den Erlass einer Spitalliste zu be-

achten (BVGE 2018 V/3 E. 10.1 m.w.H.). Vorliegend ist der Beschwerde-

führerin zwar insoweit zuzustimmen, als das Abstellen im Zuordnungsbe-

schluss auf CHOP, welches periodisch vom BFS überarbeitet wird, gewis-

sermassen einen dynamischen Verweis darstellt. Allerdings ist diese Dy-

namik, die im Übrigen auch im Bereich der kantonalen Spitalplanung be-

steht, vorliegend einerseits systembedingt, da die Verwendung der CHOP 

für die Erhebung der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser auch im 

HSM-Bereich verbindlich ist, und andererseits ohne Weiteres sachgerecht, 

weil damit die Weiterentwicklung im medizinischen Bereich – analog zur 

Spitalplanung der Kantone – konsequent abgebildet wird. Entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin ist die Weiterentwicklung der CHOP 

zudem nicht völlig vom Einflussbereich der betroffenen Spitäler losgelöst, 

sondern dem BFS können allfällige Fehler, Unzulänglichkeiten und Verbes-

serungsvorschläge mitgeteilt werden (vgl. Schweizerische Operationsklas-

sifikation [CHOP] Systematisches Verzeichnis – Version 2021 S. XIV [Hin-

weise zur Anwendung]; vgl. auch GDK1-act.1.145 S. 20). Ausserdem hat 

die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung erläutert, dass CHOP-Aktualisie-

rungen jeweils auf die Vereinbarkeit mit den zugeordneten Bereichen ge-

prüft würden. Entsprechend kann vorliegend darin, dass der Zuordnungs-

beschluss vom 21. Januar 2016 betreffend Pankreasresektion auf die 

C-3194/2019 

Seite 30 

CHOP verweist, kein Verstoss gegen die Rechtssicherheit erkannt werden. 

 

Vor diesem Hintergrund erübrigt sich die Anordnung einer CHOP-Analyse, 

welche die Beschwerdeführerin beantragt hat (vgl. B-act. 1 Rz. 128; 

GDK2-act. 4.005 Rz. 34). 

4.6.2.5 Hinsichtlich des gerügten Verstosses gegen das Wirtschaftlich-

keitsgebot von Art. 39 Abs. 2bis KVG (vgl. oben E. 4.5.2 zweiter Absatz) ist 

der Vorinstanz beizupflichten, dass der angeführte Artikel in erster Linie die 

Pflicht zur gesamtschweizerischen HSM-Planung beinhaltet. Die von der 

Beschwerdeführerin kritisierte (Un-)Wirtschaftlichkeit ist zudem ein Krite-

rium bei der Zuteilung von Leistungsaufträgen. Zwar kann vorliegend 

durchaus geltend gemacht werden, der Zuordnungsentscheid verstosse 

gegen übergeordnetes Recht (vgl. auch oben E. 4.6.2.2), allerdings ist vor-

liegend für das Bundesverwaltungsgericht kein konkreter Verstoss ersicht-

lich. Einerseits ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Facharz-

tausbildung verlängere sich mit der Zentralisierung, lediglich eine nicht be-

legte Parteibehauptung. Ausserdem ist dem von der Vorinstanz eingereich-

ten Dokument betreffend die Weiterbildung in Viszeralchirurgie (vgl. B-

act. 6 Beilage 9) zu entnehmen, dass es sich beim Schwerpunkt Viszeral-

chirurgie um eine Schwerpunktweiterbildung nach der mindestens 6-jähri-

gen Weiterbildung zum Facharzt Chirurgie (ärztliche Weiterbildung gemäss 

Art. 18 Abs. 1 MedBG) handelt. Dem in diesem Dokument enthaltenen 

Operationskatalog ist zu entnehmen, dass in sechs verschiedenen Berei-

chen (Areas) Punkte für durchgeführte Eingriffe gesammelt werden kön-

nen, wobei in zwei Bereichen die Punktzahl erreicht und in einem weiteren 

80 % der Punktzahl erreicht werden müssen, bei einem Minimum von total 

1000 Punkten. Die Pankreasresektion ist in diesem Katalog enthalten, al-

lerdings ist dem Katalog nicht zu entnehmen, dass es sich dabei um einen 

Pflichteingriff handelt. Entsprechend könnten die für die Weiterbildung in 

Viszeralchirurgie erforderlichen Punkte grundsätzlich auch mit anderen 

Eingriffen erreicht werden. Andererseits wird mit einer Konzentration des 

Angebots nicht nur die Qualität, sondern auch die Wirtschaftlichkeit geför-

dert. Betreffend die offenbar enthaltenen nicht seltenen Leistungen hat die 

Beschwerdeführerin zudem keine konkreten Ausführungen gemacht. 

4.6.2.6 Soweit die Beschwerdeführerin zusätzlich einen Verstoss gegen 

die ärztliche Weiterbildung gemäss Art. 18 Abs. 1 MedBG geltend macht, 

ist auf das bereits Gesagte in Erwägung 4.6.2.5 betreffend Facharztausbil-

dung zu verweisen. 

C-3194/2019 

Seite 31 

4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Rahmen der konkreten 

Normenkontrolle kein Verstoss des Zuordnungsbeschlusses vom 21. Ja-

nuar 2016 betreffend Pankreasresektionen gegen übergeordnetes Recht 

festzustellen ist. 

5.  

Im Folgenden werden die für die Zuteilung wesentlichen Bestimmungen 

und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze – soweit nicht 

bereits unter Erwägung 4.1 aufgeführt – dargestellt. 

5.1 Die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

setzt den Leistungsauftrag aufgrund einer interkantonalen Spitalliste vo-

raus (Art. 35 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e sowie Abs. 2bis KVG; vgl. zum 

Zeitpunkt und Umfang der Aufhebung der kantonalen Spitallisten auch 

oben E. 4.1.4). 

5.2 Art. 4 Abs. 4 IVHSM definiert die Kriterien, welche das HSM-Beschlus-

sorgan bei der Zuordnung zum Bereich der HSM (vgl. auch oben E. 4.1.4) 

und bei der Zuteilung der Leistungsaufträge zu berücksichtigen hat. Die 

Kriterien für den im vorliegenden Verfahren interessierenden Zuteilungs-

entscheid sind die Qualität, die Verfügbarkeit hochqualifizierten Personals 

und Teambildung, die Verfügbarkeit der unterstützenden Disziplinen, die 

Wirtschaftlichkeit sowie das Weiterentwicklungspotenzial. Weiter sind die 

Relevanz des Bezugs zu Forschung und Lehre sowie die internationale 

Konkurrenzfähigkeit zu berücksichtigen. 

5.3 Die IVHSM enthält spezifische Planungsgrundsätze für die HSM. Dem-

nach sollen die hochspezialisierten Leistungen zur Gewinnung von Syner-

gien auf wenige universitäre oder multidisziplinäre Zentren konzentriert 

werden (Art. 7 Abs. 1). Die Planung der HSM soll mit jener im Bereich der 

Forschung abgestimmt werden, Forschungsanreize sollen gesetzt und ko-

ordiniert werden (Art. 7 Abs. 2). Die Interdependenzen zwischen verschie-

denen hochspezialisierten medizinischen Bereichen sind bei der Planung 

zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 3), wobei die Planung jene Leistungen um-

fasst, die durch schweizerische Sozialversicherungen mitfinanziert werden 

(Art. 7 Abs. 4). Die Zugänglichkeit für Notfälle ist bei der Planung zu be-

rücksichtigen (Art. 7 Abs. 5), ebenso wie die vom schweizerischen Ge-

sundheitswesen erbrachten Leistungen für das Ausland; Kooperations-

möglichkeiten mit dem nahen Ausland können genutzt werden (Art. 7 

Abs. 6 und 7). Die Planung kann in Stufen erfolgen (Art. 7 Abs. 8). Gemäss 

Art. 8 IVHSM sind bei der Zuordnung der Kapazitäten folgende Vorgaben 

C-3194/2019 

Seite 32 

zu beachten: Die gesamten in der Schweiz verfügbaren Kapazitäten sind 

so zu bemessen, dass die Zahl der Behandlungen, die sich unter umfas-

sender kritischer Würdigung erwarten lassen, nicht überschritten werden 

kann (Bst. a). Die resultierende Anzahl der Behandlungsfälle der einzelnen 

Einrichtung pro Zeitperiode darf die kritische Masse unter den Gesichts-

punkten der medizinischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit nicht un-

terschreiten (Bst. b). Den Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Zentren 

im Ausland kann Rechnung getragen werden (Bst. c). 

5.4 Im Übrigen sind bei der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste 

grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Erstellung einer kantona-

len Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; vgl. auch RÜTSCHE/ 

PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz und 

zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, Rz. 95 zu Art. 39). Die 

zugelassenen Spitäler haben somit die Anforderungen von Art. 39 Abs. 1 

KVG zu erfüllen und das interkantonale Beschlussorgan hat die Planungs-

kriterien nach Art. 58a ff. KVV zu beachten. Das Beschlussorgan ermittelt 

den Bedarf in nachvollziehbaren Schritten und stützt sich auf statistisch 

ausgewiesene Daten und Vergleiche (Art. 58b Abs. 1 KVV). Es ermittelt 

das Angebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der von 

ihm erlassenen Liste aufgeführt sind (Abs. 2). Es bestimmt das Angebot, 

das durch die Aufführung der Spitäler auf der Spitalliste zu sichern ist, da-

mit die Versorgung gewährleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem nach 

Art. 58b Abs. 1 KVV festgestellten Versorgungsbedarf abzüglich des nach 

Art. 58b Abs. 2 KVV ermittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurteilung und 

Auswahl des auf der Liste zu sichernden Angebotes berücksichtigt das Be-

schlussorgan insbesondere die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leis-

tungserbringung, den Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behand-

lung innert nützlicher Frist sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrich-

tung zur Erfüllung des Leistungsauftrages (Abs. 4). Bei der Prüfung der 

Wirtschaftlichkeit und Qualität beachtet es insbesondere die Effizienz der 

Leistungserbringung, den Nachweis der notwendigen Qualität, die Min-

destfallzahlen (im Spitalbereich) und die Nutzung von Synergien (Abs. 5). 

Die Planung erfolgt für die Versorgung der versicherten Personen in Spitä-

lern zur Behandlung von akutsomatischen Krankheiten leistungsorientiert 

(Art. 58c Bst. a KVV).   

 

Entsprechend ist im HSM-Bereich auch die diesbezügliche Rechtspre-

chung zur kantonalen Spitalplanung zu berücksichtigen. 

C-3194/2019 

Seite 33 

5.5 Im Rahmen der Verpflichtung zur interkantonalen Koordination der Pla-

nungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG müssen die Kantone insbesondere die 

nötigen Informationen über die Patientenströme auswerten und diese mit 

den betroffenen Kantonen austauschen (Art. 58d Bst. a KVV) und die Pla-

nungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation betroffe-

nen Kantonen koordinieren (Bst. b). Während die Auswertung der nötigen 

Informationen über die Patientenströme auch bei der interkantonalen Pla-

nung der HSM von Bedeutung ist, dürften die übrigen in Bst. a und b ge-

nannten Anforderungen durch die Einsetzung des interkantonalen Be-

schlussorgans nach Art. 3 IVHSM abgedeckt sein. 

6.  

6.1 Bei der HSM-Spitalplanung lassen sich im Rahmen des Zuteilungsver-

fahrens – wie bei der kantonalen Spitalplanung auch – zwei Etappen un-

terscheiden: die Bedarfsermittlung (vgl. nachfolgend E. 6.2) und die Be-

darfsdeckung (vgl. nachfolgend E. 6.3). Zuerst ist der Bedarf der Einwoh-

nerinnen und Einwohner der Schweiz an stationärer Behandlung im ent-

sprechenden HSM-Bereich zu ermitteln. Nach der Bedarfsermittlung er-

folgt die Phase der Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leistungserbrin-

ger (vgl. Urteil des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 4.3.2. 

m.H.). 

6.2 Im vorliegenden Fall basiert die im Streit liegende Zuteilung der Leis-

tungsaufträge im Bereich der komplexen hochspezialisierten Viszeralchi-

rurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen auf dem prognostizierten 

Leistungsbedarf bis ins Jahr 2025, welcher die erste Stufe der HSM-Spital-

planung, das heisst die Bedarfsermittlung, darstellt. Bei dieser Bedarfs-

prognose wurden basierend auf dem Nachfragejahr 2014 Einflussfaktoren 

wie die demografische, medizintechnische, epidemiologische, ökonomi-

sche und sonstige Entwicklung berücksichtigt (vgl. Bedarfsprognose HSM: 

Teilbericht Methodik Version 3.1 vom 23. Mai 2017 S. 4 f. [GDK2-

act. 2.001]). Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Einflussfakto-

ren rechnet die Vorinstanz mit einer starken Zunahme der Fallzahlen um 

34 % bis 2025 im Bereich der Pankreasresektionen und damit mit einer 

jährlichen Wachstumsrate von 3 % (vgl. oben E. 4.6.2.2).  

 

Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde zwar geltend, die von 

der Vorinstanz vorgenommene Ermittlung des Bedarfs und des Angebots 

verstosse gegen die Regeln von Art. 58b KVV, wenn bei der Bedarfspla-

nung die Fallzahlen der gesamten Spital Thurgau AG beigezogen würden, 

C-3194/2019 

Seite 34 

für die Bedarfsdeckung dann jedoch nur die Fallzahlen des KSM, wodurch 

die ganze Spital Thurgau AG als Leistungserbringerin wegfalle (vgl. B-

act. 1 Rz. 60-66). Allerdings bestreitet die Beschwerdeführerin an keiner 

Stelle den prognostizierten Anstieg der Fallzahlen bis ins Jahr 2025 und 

damit die von der Vorinstanz für die gesamte Schweiz durchgeführte Be-

darfsermittlung substantiiert, sondern sie führt vielmehr aus, es sei kran-

kenversicherungsrechtlich korrekt, wenn die Fallzahlen der (ganzen) Spital 

Thurgau AG bei der Bedarfsplanung berücksichtigt würden (vgl. B-act. 1 

Rz. 64). Die entsprechende Rüge der Beschwerdeführerin wird daher viel-

mehr im Rahmen der zweiten Stufe, der Auswahl der Leistungserbringer 

zur Bedarfsdeckung, zu prüfen sein. 

6.3 Entsprechend ist vorliegend die Auswahl der Leistungserbringer, die 

den ermittelten Bedarf decken sollen, namentlich die Nichterteilung des 

Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion an die Beschwerde-

führerin, strittig. 

6.3.1 Für den Bereich der Pankreasresektion sind bei der Eröffnung des 

Bewerbungsverfahrens Ende 2016 – neben den generellen Anforderungen 

an die Leistungserbringer gemäss IVHSM und KVV sowie den Qualitäts-

anforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezialisierten 

Viszeralchirurgie» – die folgenden spezifischen Qualitätsanforderungen 

vom HSM-Fachorgan festgelegt worden (vgl. Erläuternde Notiz zur Bewer-

bung für den HSM-Leistungsauftrag im Bereich «Komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie» vom 25. Oktober 2016 [GDK2-act. 1.004 S. 9]): 

- Strukturqualität:  

- Verantwortlicher Chirurg mit Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie  

oder äquivalenter Qualifikation 

- Personelle und strukturelle Voraussetzungen, um postoperative 

Komplikationen selbständig und ohne Spitalverlegung zu behan-

deln (24/7 Verfügbarkeit einer diagnostischen und interventionel-

len Radiologie [oder Äquivalent]; 24/7 Verfügbarkeit eines qualifi-

zierten Chirurgen-Teams [Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie oder 

äquivalente Qualifikation] mit der Möglichkeit einer chirurgischen 

[Re-]Intervention innerhalb eines indizierten Zeitintervalls [1h]; Mi-

nimalanforderung: 2 Ärzte mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie oder 

äquivalenter Ausbildung) 

- Durch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) 

anerkannte Intensivstation im Haus 

- 24/7 Verfügbarkeit einer interventionellen Endoskopie 

C-3194/2019 

Seite 35 

- Onkologie im Haus 

- Mindestfallzahlen: pro Standort muss eine Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen / Jahr im Durchschnitt über die letzten drei Jahre (gerechnet ab 

Endfrist des Bewerbungsverfahrens) erreicht werden 

- Prozessqualität: jeder Fall wird im interdisziplinären Tumorboard vor-

gestellt (zusammengesetzt gemäss Vorgaben der IVHSM-Organe) 

- Weiterbildung, Lehre und Forschung: aktive Teilnahme an klinischen 

Forschungsstudien oder anderen klinischen Forschungsprojekten 

6.3.2 Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.013 = B-act. 1 

Beilage 2), welcher integraler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 

2019 (GDK2-act. 4.012 = B-act. 1 Beilage 8) bildet, legte die Vorinstanz 

dar, dass die Empfehlung für die Zuteilung eines HSM-Leistungsauftrags 

nach einem Evaluationsschema erarbeitet worden sei. In einem ersten 

Schritt sei zu prüfen, ob die generellen und bereichsspezifischen Anforde-

rungen pro Leistungserbringer erfüllt seien. Seien die Anforderungen nicht 

erfüllt, erfolge bereits hier keine Empfehlung für einen HSM-Leistungsauf-

trag. Ansonsten werde in einem zweiten Schritt geprüft, ob in der Versor-

gungsregion Bedarf für eine (zusätzliche) Leistungserbringung bestehe. 

Sofern der Bedarf bestehe, werde die Empfehlung für einen HSM-Leis-

tungsauftrag abgegeben, andernfalls nicht. Bei der Beurteilung des Be-

darfs in einer Versorgungsregion würden nebst den Fallzahlen und den Pa-

tientenströmen zudem weitere Kriterien (Vorhandensein eines HSM-Leis-

tungserbringers in der Versorgungsregion; Bedarf für Leistungserbringung 

aufgrund der sprachlichen Region oder geographischen Lage) berücksich-

tigt (GDK2-act. 4.013 S. 90). 

6.3.3 In Bezug auf die Mindestfallzahlen hielt die Vorinstanz fest, diese 

seien anhand der im Register eingetragenen Fälle überprüft worden, dabei 

sei der Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

massgeblich gewesen. Über diese drei Jahre sei der Jahresdurchschnitt 

errechnet worden. Bei dieser Überprüfung hätten 20 Bewerber die nötigen 

Minimalfallzahlen erreicht, die anderen neun nicht. Bei den Kliniken, die bei 

der Selbstdeklaration angegeben hätten, die Zahlen zu erreichen, seien die 

entsprechenden Operationsberichte einverlangt worden, um sie durch Ex-

perten daraufhin zu überprüfen, ob es sich um HSM-Fälle nach Zuord-

nungsdefinition handle (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 79).  

C-3194/2019 

Seite 36 

7.  

Die Beschwerdeführerin rügt betreffend den nicht erteilten HSM-Leistungs-

auftrag im Bereich der Pankreasresektion verschiedene Aspekte des Kri-

teriums «Mindestfallzahlen». 

7.1 Strittig ist vorliegend unter anderem, ob die Fallzahlen der gesamten 

Spital Thurgau AG, also der beiden Standorte Kantonsspital Münsterlingen 

und Kantonsspital Frauenfeld, im Bereich der Pankreasresektion für die 

Berechnung der Mindestfallzahl von durchschnittlich 12 Pankreasresektio-

nen zu berücksichtigen sind. 

7.1.1 Zu prüfen ist diesbezüglich insbesondere, ob die Vorinstanz mit ihrem 

Vorgehen Art. 7 Abs. 1 IVHSM und gleichzeitig die Planungsgrundsätze 

von Art. 58a-c KVV i.V.m Art. 39 Abs. 1 Bst. d und Abs. 2bis KVG verletzt 

hat. 

7.1.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt beschwerdeweise vor, bei der Be-

darfs- und Angebotsermittlung seien die gesamten Fallzahlen des KSM 

und des KSF eingeflossen. Entsprechend würden die Fallzahlen des KSM 

und KSF auch die Ermittlung des künftigen Bedarfs beeinflussen. Bei der 

Beurteilung der Mindestfallzahlen im Rahmen der künftigen Bedarfsde-

ckung blende die Vorinstanz aber die Zahlen des KSF aus. Dies, obwohl 

klar und unbestritten sei, dass die Pankreasresektionen ab 2017 am KSM 

behandelt werden würden – aber immer noch in der Spital Thurgau AG als 

der unternehmerischen Einheit. Diese Systematik sei in sich widersprüch-

lich und leide an einem schweren logischen Bruch. Sie verstosse gegen 

die Regeln von Art. 58b KVV zur Ermittlung des Bedarfs und des Angebots 

und führe zu einem bundesrechtswidrigen Resultat. Sodann ermittle und 

würdige die Vorinstanz den Sachverhalt unvollständig (Art. 49 Bst. b 

VwVG) und willkürlich (Art. 9 BV), wenn sie für die Bedarfsplanung die Fall-

zahlen der ganzen Spital Thurgau AG beiziehe, die Bedarfsdeckung dann 

aber nur aufgrund der Fallzahlen des KSM vornehme. Weiter sei unklar, 

wie die Vorinstanz in Bezug auf andere Spitäler mit mehreren Standorten 

vorgegangen sei und allenfalls eine Verletzung des Gleichbehandlungsge-

bots gemäss Art. 8 BV vorliege (vgl. B-act. 1 Rz. 60-65; 67). 

7.1.1.2 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, es sei nicht er-

sichtlich, inwiefern sie gegen Art. 58b KVV verstossen haben soll. Die Be-

schwerdeführerin begründe diesen Vorwurf auch nicht weiter. Ebenso 

führe diese nicht aus, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt unvollstän-

C-3194/2019 

Seite 37 

dig und willkürlich ermittelt haben soll. Auch dieser Vorwurf werde aus-

drücklich bestritten. Die Vorinstanz habe die Bedarfsplanung unter Wah-

rung sämtlicher bundesrechtlicher Vorgaben vorgenommen. Es sei der Ge-

samtbedarf prognostiziert worden, unabhängig davon, wer ihn abdecke o-

der an welchem Spital (Standort) die Eingriffe durchgeführt worden seien. 

Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin habe es somit auf die Be-

darfsprognose keine Auswirkung, ob die Standorte einzeln oder zusammen 

in der medizinischen Statistik 2015 erfasst seien, da die Fallzahl und damit 

das Ergebnis gleichbleibe, unabhängig von der Erfassungsart. Für die Zu-

teilungen seien die Kapazitätsreserven der sich bewerbenden Spitäler ab-

gefragt worden. Die prognostizierte Zunahme der Eingriffe finde kontinu-

ierlich statt, sodass sich die 18 berücksichtigten Zentren darauf einstellen 

und ihre Kapazitäten entsprechend erhöhen könnten. Unter Berücksichti-

gung dieser zusätzlichen Kapazitäten sei die Vorinstanz in Ausübung des 

ihr zustehenden Ermessens zum Schluss gekommen, dass 18 Leistungs-

erbringer den prognostizierten Bedarf abdecken könnten. Die berücksich-

tigten Leistungserbringer würden den gesamten ermittelten Bedarf abde-

cken. Da der Standort Frauenfeld ebenfalls Fälle durchgeführt habe, seien 

diese zur Ermittlung des Bedarfs zu berücksichtigen gewesen. Entgegen 

der Annahme der Beschwerdeführerin gehe die Vorinstanz somit nicht da-

von aus, dass die Fälle des Standorts Frauenfeld einfach verschwinden 

würden. Es könne somit festgehalten werden, dass die geltend gemachte 

Verletzung von Bundesrecht gänzlich unbegründet sei. Die Vorinstanz 

habe sämtliche gesetzliche Vorgaben eingehalten und den Sachverhalt 

korrekt abgeklärt. Sie habe im Übrigen bei keinem Bewerber die Fallzahlen 

von mehreren Standorten zusammengezählt (vgl. B-act. 6 Rz. 34-41). 

7.1.1.3 Das BAG hält in seiner Stellungnahme fest, dass das Beschlussor-

gan die Bedarfsermittlung auf statistisch ausgewiesene Daten abgestellt 

habe, und mit Konsultation des Schlussberichts vom 31. Januar 2019 

seien die gemachten Schritte zur Ermittlung des Bedarfs nachvollziehbar. 

Daher beruhe die angefochtene Verfügung nicht auf einer ungenügenden 

Bedarfsplanung. Basierend auf dieser seien die Leistungserbringer zu be-

stimmen, die diesen Bedarf decken könnten. Dazu sei bei den Bewerbern 

die zukünftig mögliche Kapazität erfragt worden. Es sei im vorliegenden 

Fall unerheblich, ob die Vorinstanz bei der Beschwerdeführerin für die Ka-

pazitätsermittlung die Fallzahlen beider Standorte zusammengezählt habe 

oder nicht, da es sich bei der zukünftigen Kapazität nicht um ein Zuteilungs-

kriterium handle. Die Bedarfsermittlung sei korrekt erfolgt und der Bedarf 

sei mit den berücksichtigten Leistungserbringern gedeckt. Somit sei eine 

bedarfsgerechte Versorgungsplanung von der Vorinstanz durchgeführt 

C-3194/2019 

Seite 38 

worden. Grundsätzlich zeige die Differenz zwischen Bedarfsermittlung und 

-deckung, dass eine weitere Konzentration möglich gewesen wäre. Es 

stelle sich daher die Frage, ob das Beschlussorgan nicht noch weiteren 

Spitälern den Leistungsauftrag hätte verweigern können, um die Konzent-

ration weiter zu forcieren. Jedenfalls habe das Beschlussorgan die Über-

kapazitäten reduziert und damit, wie erwähnt, eine bedarfsgerechte Pla-

nung vorgenommen (vgl. B-act. 10 Rz. 2.3). 

7.1.1.4 In ihren Schlussbemerkungen führt die Beschwerdeführerin aus: 

Werde bereits der Gesamtbedarf prognostiziert «unabhängig davon, wer 

ihn abdeckt oder an welchem Spital (Standort) die Eingriffe durchgeführt 

werden», und spiele es keine Rolle, «ob die Standorte einzeln oder zusam-

men in der medizinischen Statistik 2015 erfasst sind, da die Fallzahlen und 

damit das Ergebnis gleich bleibt [...]», dann seien auch bei der Bedarfsde-

ckung – genauer: bei der Beurteilung der Mindestfallzahlen der Bewerber 

– Spitalunternehmen wie die Spital Thurgau AG mit mehreren Standorten 

(KSM und KSF) als Einheiten zu behandeln. Alles andere sei beliebig, 

pflichtwidrig, logisch nicht nachvollziehbar, willkürlich und letztlich politisch. 

Entweder gelte die standortübergreifende Einheitsbetrachtung in der Spi-

talplanung, oder sie gelte nicht, und zwar konsequent. Die Ausführungen 

der Vorinstanz und des BAG würden noch einmal verdeutlichen, dass die 

Vorinstanz willkürlich und in Verletzung des KVG und der KVV vorgehe 

(vgl. B-act. 22 Rz. 39-41). 

7.1.1.5 Zunächst ist festzuhalten, dass das Gesetz den einzelnen Spitälern 

keinen Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Spitalliste gibt. Vielmehr ha-

ben die zuständigen kantonalen Behörden vorhandene Synergien zu nut-

zen (Art. 58b Abs. 5 Bst. c KVV). Sie haben einen erheblichen Ermessens-

spielraum (auch bezüglich der Auswahl der Leistungserbringer), welcher in 

Bezug auf die Angemessenheit der Entscheidung vom Bundesverwal-

tungsgericht nicht überprüft werden kann (vgl. auch oben E. 3.1). Ange-

messenheit ist die den Umständen angepasste Lösung im rechtlich nicht 

normierten Handlungsspielraum. Hält sich die Behörde an den Ermessens-

spielraum und übt ihr Ermessen unzweckmässig aus, handelt sie unange-

messen, aber nicht rechtswidrig. Übt sie dagegen ihr Ermessen in einer 

Weise aus, dass die getroffene Anordnung dem Zweck der gesetzlichen 

Ordnung widerspricht, liegt Ermessensmissbrauch vor (vgl. BGE 142 II 268 

E. 4.2.3). Von Missbrauch des Ermessens wird gesprochen, wenn die Be-

hörde zwar im Rahmen des ihr vom Gesetz eingeräumten Ermessens han-

delt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden Vorschrif-

ten fremden Erwägungen leiten lässt und insbesondere allgemeine 

C-3194/2019 

Seite 39 

Rechtsprinzipien, wie das Verbot der Willkür oder von rechtsungleicher Be-

handlung, das Gebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit verletzt (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer C-

2818/2019 vom 4. Februar 2021 E. 7.6 m.w.H.). Willkürlich ist ein Ent-

scheid nicht bereits dann, wenn eine andere Lösung allenfalls vertretbar 

erschiene oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst dann, wenn er offen-

sichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch 

steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt 

oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Will-

kür liegt nur vor, wenn nicht bloss die Begründung eines Entscheides, son-

dern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 135 V 2 E. 1.3 m.H.). 

7.1.1.6 Nicht zu beanstanden ist, dass – wie von der Beschwerdeführerin 

ausgeführt (vgl. oben E. 7.1.1.1 und 7.1.1.4) – die gesamten Fallzahlen 

von KSM und KSF in die Bedarfs- und Angebotsermittlung eingeflossen 

sind. Der Beschwerdeführerin ist weiter zuzustimmen, dass entsprechend 

die gesamten Fallzahlen (hier: 12 Eingriffe [im Jahr 2015]) der Spital Thur-

gau AG, bestehend aus KSM und KSF, die Ermittlung des künftigen Be-

darfs insofern mitbeeinflusst haben, als die Gesamtzahl der ermittelten 

durchgeführten Eingriffe anhand der prognostizierten Zunahme bis ins Jahr 

2025 hochgerechnet wurde