# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3e0a44d2-b7e6-5741-867e-cd622ec50c6d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 22.09.2014 KSK 2014 63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_003_KSK-2014-63_2014-09-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 22. September 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
KSK 14 63 30. September 2014

Entscheid 
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs

Vorsitz Brunner
Aktuar ad hoc Paganini

In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde

der X._____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lukas 
Bosshard, Mosenstrasse 46, 8853 Lachen SZ, 

gegen

den Zahlungsbefehl des Betreibungsamts Churwalden vom 20. August 2014, mit-
geteilt am 25. August 2014, in Sachen S t o c k w e r k e i g e n t ü m e r g e m e i n -
s c h a f t  Y . _ _ _ _ _ , Beschwerdegegnerin, 

betreffend Zahlungsbefehl,

 

Seite  2 — 4

hat nach Kenntnisnahme der Aufsichtsbeschwerde vom 28. August 2014 sowie 
der Vernehmlassungen der Stockwerkeigentümergemeinschaft Y._____ (nachfol-
gend STWEG Y._____) und des Betreibungsamts Churwalden vom 5. bzw. 11. 
September 2014, nach Einsichtnahme in die miteingereichten Verfahrensakten 
sowie aufgrund der Feststellungen und Erwägungen,

– dass die STWEG Y._____ am 18. August 2014 beim Betreibungsamt Chur-
walden gegen X._____ ein Betreibungsbegehren über CHF 810.– zuzüglich 
Zins für Beiträge im Rahmen der Erneuerung der Heizanlage stellte,

– dass am 25. August 2014 das Betreibungsamt A._____ rechtshilfeweise den 
Zahlungsbefehl des Betreibungsamts Churwalden vom 20. August 2014 an 
die Wohnsitzadresse der Schuldnerin zustellte,

– dass diese dagegen gleichentags Rechtsvorschlag und am 28. August 2014 
Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden mit Antrag auf Aufhebung 
der Betreibung und des Zahlungsbefehls erhob,

– dass gemäss Art. 17 SchKG mit Ausnahme der Fälle, in denen dieses Gesetz 
den Weg der gerichtlichen Klage vorschreibt, gegen jede Verfügung eines Be-
treibungs- oder eines Konkursamtes innert 10 Tagen bei der Aufsichtsbehörde 
wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwerde geführt 
werden kann,

– dass die Verletzung einer Vorschrift über die örtliche Zuständigkeit rechtzeitig 
mit Beschwerde zu rügen ist, da eine am falschen Ort angehobene Betreibung 
nicht nichtig ist (Ernst F. Schmid, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler 
Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., 
Basel 2010, N 30 zu Art. 46 SchKG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung),

– dass die am 28. August 2014 dem Kantonsgericht eingereichte Beschwerde 
rechtzeitig erhoben wurde, 

– dass der bereits erhobene Rechtsvorschlag nicht schadet, zumal er lediglich 
ein Hinweis darauf ist, dass auch die Forderung nicht anerkannt wird,

– dass eine in der Schweiz lebende natürliche Person grundsätzlich an seinem 
Wohnsitz zu betreiben ist (Art. 46 Abs. 1 SchKG), es sei denn, es liege ein be-
sonderer Betreibungsort gemäss Art. 48 ff. SchKG vor,

Seite  3 — 4

– dass sich sowohl das Betreibungsamt als auch die Gläubigerin auf den Betrei-
bungsort der gelegenen Sache berufen,

– dass gemäss Art. 51 Abs. 2 SchKG die Betreibung für grundpfandgesicherte 
Forderungen nur dort stattfindet, wo das verpfändete Grundstück liegt,

– dass Voraussetzung für die Anwendbarkeit von Art. 51 Abs. 2 SchKG und 
damit die Betreibung der Schuldnerin vor dem Betreibungsamt Churwalden, in 
dessen Sprengel sich die Liegenschaft der STWEG Y._____ befindet, somit 
ein auf der Stockwerkeinheit zugunsten der STWEG Y._____ eingetragenes 
Pfandrecht (vgl. Art. 712i ZGB) wäre,

– dass dies im vorliegenden Fall aber offenbar nicht der Fall ist, so dass eine 
Betreibung am Ort der gelegenen Sache ausser Betracht fällt,

– dass Art. 46 Abs. 1 SchKG zwingendes Recht darstellt (Schmid, a.a.O., N 8 zu 
Art. 46 SchKG),

– dass sich demnach Art. 37 des Reglements der STWEG Y._____ von vorn-
herein nicht auf eine Prorogation betreffend den gesetzlichen Betreibungsort 
von Schuldnern mit Wohnsitz in der Schweiz beziehen kann,

– dass unter diesen Umständen X._____ nur an ihrem Wohnsitz in O.1_____ 
betrieben werden kann,

– dass daher der gegen sie gerichtete Zahlungsbefehl einschliesslich der Be-
treibung Nr. 2140415 aufzuheben ist, was zur Gutheissung der Beschwerde 
führt,

– dass gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG und Art. 61 Abs. 2 lit. a der Ge-
bührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs 
(GebV SchKG; SR 281.35) das Beschwerdeverfahren kostenlos ist, so dass 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von CHF 800.– beim Kanton 
Graubünden verbleiben,

– dass im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 SchKG keine Parteientschädigung 
zugesprochen wird (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG), 

– dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisa-
tionsgesetzes (GOG; BR 173.000) in einzelrichterlicher Kompetenz ergeht,

Seite  4 — 4

erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Zahlungsbefehl vom 20. August 
2014 samt Betreibung Nr. _____ wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 800.– verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 74 Abs. 2 lit. c/d BGG Be-
schwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schrift-
lich, innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Ent-
scheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzurei-
chen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: