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**Case Identifier:** c85440da-d385-519f-b598-51132abdbe99
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.08.2014 IV 2013/230
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-230_2014-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/230

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.06.2020

Entscheiddatum: 19.08.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2014
Art. 42 IVG. Art. 37 IVV. Hilflosenentschädigung. Revision. Bei der geistig 
beeinträchtigen Beschwerdeführerin geht es in erster Linie um indirekte 
Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen in Form von persönlicher 
Überwachung. Ein regelmässiger erheblicher Hilfebedarf ist in der 
Verrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen nicht mehr ausgewiesen. Da die 
Beschwerdeführerin somit nicht mehr in allen alltäglichen 
Lebensverrichtungen einen regelmässigen erheblichen Hilfebedarf hat, 
erweist sich die Reduktion der bisher ausgerichteten Hilflosentschädigung 
schweren Grades auf eine solche mittleren Grades als rechtmässig 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. 
August 2014, IV 2013/230).

Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug,

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 19. August 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch B.___,

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diese wiederum vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o Procap 

Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Hilflosenentschädigung

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ leidet an einem unklaren Syndrom mit deutlichem allgemeinem 

Entwicklungsrückstand, einer Sprachenwicklungsstörung sowie einem atypischen 

Autismus. Die IV-Stelle anerkannte die Beeinträchtigung als Geburtsgebrechen und 

sprach der Versicherten u.a. die Kosten für medizinische Behandlungsmassnahmen zu 

(GG 401 bzw. ab 1. Januar 2010 GG 405, IV-act. 241, 243). Ab 1996 wurden der 

Versicherten Pflegebeiträge für Hilflosigkeit mittleren Grades (IV-act. 33) und ab 2002 

ausserdem Hauspflegebeiträge ausgerichtet (IV-act. 74).

A.b  Im Zuge der 4. IVG-Revision wurden der Versicherten am 2. April 2004 eine Hilf­

losenentschädigung mittleren Grades und ein Intensivpflegezuschlag zugesprochen. 

Die IV-Stelle hatte gestützt auf den Bericht der Abklärung vor Ort vom 12. September 

2002 (IV-act. 71) einen Hilfebedarf in den Verrichtungen An-/Auskleiden, Essen, 

Körperpflege, Verrichten der Notdurft sowie der Fortbewegung angenommen (vgl. IV-

act. 108).

A.c  Im Rahmen einer im Jahr 2006 von Amtes wegen eingeleiteten Revision fand am 

6. September 2006 erneut eine Abklärung vor Ort statt. Die Abklärungsverantwortliche 

hielt in ihrem Bericht fest, dass die Betreuung und die Überwachung der Versicherten 

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seit der letzten Abklärung viel intensiver geworden seien. Die Versicherte habe täglich 

mehrere aggressive Durchbrüche. Früher habe sie mittels Körperkontakt beruhigt 

werden können, was heute nicht mehr so gut funktioniere. Die Versicherte sei sehr 

kräftig geworden und könne ihre Kraft nicht richtig dosieren. Sie brauche sowohl zu 

Hause als auch in der Schule eine individuelle Betreuung und könne nie alleine 

gelassen werden. Die Versicherte sei weiterhin in den Verrichtungen An-/Auskleiden, 

Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft sowie der Fortbewegung auf 

regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen. Neu könne auch ein Hilfebedarf bei 

der Verrichtung Aufstehen/ Absitzen/Abliegen bejaht werden, da die Versicherte ohne 

Begleitung nicht zu Bett gehe. Ausserdem müsse sie am Morgen geweckt werden, 

damit sie aufstehe. Demnach sei die Entschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren 

Grades auf eine solche schweren Grades zu erhöhen (IV-act. 137). Mit einer Verfügung 

vom 20. November 2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

Hilflosenentschädigung schweren Grades sowie einen Intensivpflegezuschlag ab 1. 

Januar 2006 zu (IV-act. 147).

A.d  Ab dem 1. April 2007 nahm die Versicherte am Pilotprojekt C.___ teil (IV-act. 163). 

Gegen Ende des Pilotprojekts (per 31. Dezember 2012) stellten die Eltern am 14. 

September 2012 einen Antrag auf Ausrichtung eines Assistenzbeitrages für die 

Versicherte (IV-act. 281). Zur Abklärung eines allfälligen Anspruchs der Versicherten auf 

einen Assistenzbeitrag sowie einer Wiederausrichtung der Hilflosenentschädigung per 

1. Januar 2013 führte die IV-Stelle am 10. Januar 2013 eine Abklärung vor Ort durch. 

Die Abklärungsverantwortlichen führten betreffend den Anspruch auf 

Hilflosenentschädigung aus, die Versicherte habe gemäss den aktuellen Angaben der 

Mutter im Vergleich zur letzten Abklärung an Ort und Stelle im September 2006 

Fortschritte in einzelnen Lebensverrichtungen erzielen können. Durch ihre 

gesundheitliche Beeinträchtigung sei die Versicherte jedoch weiterhin auf umfangreiche 

Betreuung und vor allem auf Überwachung angewiesen. Sie sei während des Tages 

sehr aktiv und spreche pausenlos vor sich hin. Die Aussprache sei verwaschen, bei 

genauem Hinhören und Nachfragen jedoch zu verstehen. Die Versicherte könne sich 

situativ mitteilen und bedingt verbal ausdrücken, wenn ihr etwas nicht passe. 

Anweisungen verstehe sie und könne diese meistens auch ausführen. Aufgaben 

müssten immer einzeln erteilt werden, da sie sonst an ihre Leistungsgrenzen stosse. 

Die Versicherte müsse ständig beschäftigt werden. Am liebsten unterstütze sie die 

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Mutter beim Bügeln und Zusammenlegen von Tüchern. Eher selten helfe sie zu Hause 

in der Küche mit. Wichtig sei immer, dass die Eltern der Versicherten keinen Druck 

machten, da diese sich sonst wehre. Die Versicherte zeige täglich Wutausbrüche, wenn 

ihr beispielsweise etwas nicht gelinge oder sie sich wehtue. Dabei beginne sie zu 

schreien und schlage sich den Kopf gegen die Wand. In diesen Situationen sei eine 

Intervention der Eltern umgehend nötig. Die Abklärungsverantwortlichen bejahten einen 

regelmässigen und erheblichen Dritthilfebedarf in den Verrichtungen An-/Auskleiden, 

Körperpflege, Verrichten der Notdurft sowie Fortbewegung. Betreffend den Bereich 

Aufstehen/Absitzen/Abliegen führten sie aus, dass die Versicherte gewisse Fortschritte 

habe erzielen können. Sie gehe jeweils zwischen 21:00 und 21:30 Uhr zu Bett, wobei 

seitens der Mutter kein Druck gemacht werden dürfe. Die Versicherte müsse bei der 

Vorbereitung des Zubettgehens jeweils mit Gesprächen abgelenkt werden. Dafür 

werde sie von der Mutter ins Badezimmer begleitet, wo sie sich fürs Bett vorbereite. 

Sobald die Versicherte im Bett liege, wünsche ihr die Mutter eine gute Nacht und 

verlasse den Raum. Es sei für die Versicherte wichtig, dass sie ihre Familie weiterhin 

hörend wahrnehme. In der Regel schlafe die Versicherte bis zum Morgen durch. Rund 

zwei bis dreimal pro Woche stehe sie jedoch auf, worauf sie von der Mutter zügig 

wieder zu Bett gebracht werde. Betreffend den Bereich Essen gaben die 

Abklärungsverantwortlichen an, dass die Versicherte mehrheitlich selbständig sei. Sie 

sei in der Lage, mehrheitlich eigenständig mit Besteck zu essen. Sie setze das Messer 

ein und könne die übliche Nahrung selbständig zerkleinern. Gelegentlich sei für das 

Zerkleinern von harten Nahrungsmitteln wie z.B. Fleisch Unterstützung notwendig, was 

jedoch nicht täglich vorkomme. Das Trinken aus einem Glas funktioniere ohne Dritthilfe. 

Am Abklärungstag habe beobachtet werden können, wie die Versicherte selbständig 

ein Stück Kuchen gegessen und eine Tasse Tee getrunken habe (IV-act. 304 ff.) Die 

Mutter der Versicherten bestätigte die Angaben im Abklärungsbericht am 28. Januar 

2013 und  verwies gleichzeitig auf ihr Ergänzungsschreiben sowie ein Schreiben der 

Ergotherapeutinnen der Versicherten (IV-act. 304-5).

A.e  Mit einem undatierten Schreiben hatte die Mutter zum Abklärungsbericht 

festgehalten, dass der kurz dargestellte Tagesablauf vom Aufstehen bis zur Abfahrt 

grundsätzlich korrekt sei. Das Problem seien jedoch all die Hürden, welche zwischen 

den Zeilen stünden. Der Zeitraum am Morgen bestehe aus vielen Übergängen, welche 

für die Versicherte ein grosses Problem darstellten. Dies fange damit an, dass die 

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Versicherte aufstehen und ins Bad gehen müsse. Dort müsse sie sich auf die Toilette 

setzen und anschliessend waschen. Nur schon diese kurze Zeitspanne beinhalte vier 

isolierte Tätigkeiten, zwischen denen je nach Tagesform variierende Verbindungen 

geschaffen werden müssten, damit die Versicherte weiter komme und nicht blockiere. 

Im Fall einer Blockade schreie die Versicherte und verweigere sich nach ihren Mustern. 

Die Betreuung erfordere eine grosse Konzentration auf die Versicherte und eine genaue 

Wahrnehmung der Stimmungen und Handlungen, um auf Aussetzer schon im Ansatz 

reagieren zu können. Anspruchsvoll sei es vor allem am Morgen, wenn die Versicherte 

zu einer bestimmten Zeit bereit sein müsse. Auch die Essensituation verlange viel 

Einfühlungsvermögen. Zwar könne die Versicherte allein essen, sei aber auf ihre 

Anwesenheit angewiesen. Wenn sie (die Mutter) vom Tisch aufstehe, um etwas zu 

holen, bestehe die Gefahr, dass die Versicherte den Teller ausleere oder das Besteck 

auf den Boden werfe und dann – aus Frust über ihr eigenes Handeln – nicht mehr 

weiteressen könne. Wenn die Versicherte angespannt sei, helfe es, wenn sie den Teller 

der Versicherten festhalte. Auch das Abendritual verlange sehr viel Fingerspitzengefühl. 

Schon das Klingeln des Telefons oder das Läuten an der Türe könnten eine Eskalation 

auslösen. Um zu veranschaulichen, dass die Versicherte immer und überall ausrasten 

kann, berichtete die Mutter von einem Vorfall, der sich einen Tag nach der Abklärung 

vor Ort zugetragen hatte. Gemäss der Mutter hatte die Versicherte, welche in 

Begleitung ihrer Betreuerin im Solebad gewesen war, in der Umkleidekabine von einer 

Sekunde auf die andere einen Ausraster, wobei sie Kleider herumgeworfen, geschrien 

und den Kopf gegen die Kabinentür geschlagen hatte (IV-act. 306-1 ff.). 

A.f   Die Ergotherapeutinnen der Versicherten, D.___ und E.___, hatten am 29. Januar 

2013 festgehalten, dass die Versicherte zwar ohne körperliche Unterstützung aufsitzen 

oder aufstehen könne, sie dabei jedoch psychische Unterstützung benötige, damit sie 

nicht ausflippe und ihre Kleider oder Gegenstände herumwerfe oder sich bei einer 

Selbstaggression Schaden zufüge. Die intensive Betreuung und Begleitung bei 

diversen alltäglichen Tätigkeiten seien anstrengender als jede körperliche Hilfestellung. 

Die Betreuung beinhalte das Managen verschiedenster Übergänge im Alltag und das 

Auffangen der von der Tagesform abhängigen Stimmungen und Zuständen der 

Versicherten, was von der Mutter immer wieder kreative Lösungen erfordere. Im Alltag 

sei die Familie stark eingeschränkt, da Besuch oder irgendwelche Veränderungen die 

Versicherte stark verunsicherten und massives Verhalten auslösen könnten. 

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Demgegenüber hatten die Ergotherapeutinnen aber auch ausgeführt, dass die 

Versicherte in den vergangenen Jahren sehr viel gelernt habe und mit diversen 

Situationen lockerer umgehen könne. Sie sei auch gut in der Lage, Arbeiten 

auszuführen (IV-act. 306-4 ff.).

A.g  Am 14. Februar 2013 hielten die Abklärungsverantwortlichen zusammenfassend 

fest, dass die Versicherte im Vergleich zur letzten Abklärung vor Ort im September 

2006 aktuell keine regelmässige und erhebliche Hilfe mehr beim Aufstehen/Absitzen/

Abliegen sowie beim Essen benötige. Die ergänzenden Ausführungen der Mutter sowie 

der Ergotherapeutinnen seien zur Kenntnis genommen worden, vermochten an der 

Beschlussfassung jedoch nichts zu ändern. Die bisherige Entschädigung wegen 

Hilflosigkeit schweren Grades sei auf den nächstmöglichen Termin auf eine solche 

mittleren Grades herabzusetzen (IV-act. 304-6).

A.h  Mit eiem Vorbescheid vom 20. Februar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

eine Reduktion der bisherigen Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit auf eine 

solche mittleren Grades in Aussicht (IV-act. 307). Gegen diesen Vorbescheid liess die 

Versicherte, vertreten durch die Procap, am 8. April 2013 Einwand erheben und 

beantragen, ihr sei weiterhin eine Entschädigung wegen schwerer Hilflosigkeit 

auszurichten. Die Rechtsvertreterin führte aus, dass die Versicherte in den Bereichen 

Aufstehen/Ab-sitzen/Abliegen und Essen zwar nicht in körperlicher, jedoch in 

psychischer Hinsicht auf Hilfe angewiesen sei. Die Versicherte sei nicht fähig, ohne 

stete Anleitung, Rituale und ein speziell auf sie abgestimmtes Umfeld regelmässig zu 

essen oder sich rechtzeitig selbständig zur Nachtruhe zu begeben. Die Einnahme der 

Mahlzeiten zusammen mit der ganzen Familie sei z.B. grundsätzlich nicht möglich. Ein 

für die Versicherte hingestellter Teller könne dazu führen, dass sie ausraste und für 

längere Zeit nicht mehr zu beruhigen sei. Sie kehre z.B. den Teller oder Stühle um und 

entkleide sich vollständig. Es sei nicht möglich, die Versicherte bei solchen Ausfällen 

wieder zur Vernunft zu bringen. Die Mutter sei deshalb immer darauf bedacht, dass sie 

beim Essen mit der Versicherten allein sei, um Ablenkungen und Störfaktoren so gut 

wie möglich zu vermeiden. Eine Störung könne alleine dadurch entstehen, dass die 

Mutter aufstehe, um noch etwas zu holen. Mit Ausrastern müsse auch bei optimaler 

Betreuung jederzeit gerechnet werden, da die Versicherte sich bei den kleinsten 

Vorkommnissen unter Druck gesetzt fühle (IV-act. 315).

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A.i   Aufgrund des Einwandes der Versicherten nahm die IV-Stelle am 8. April 2013 

telefonisch Rücksprache mit Frau F.___, welche die Versicherte von Dienstagmorgen 

bis Mittwochabend betreut. Gemäss dem Protokoll des Abklärungsverantwortlichen 

gab Frau F.___ an, dass die Versicherte beim Kochen mithelfe und Arbeiten wie 

Tischdecken, Geschirrspüler ein- und ausräumen, Küchenboden aufnehmen, Tisch 

putzen, etc. erledige. Beim Essen sei keine Hilfestellung nötig. Die Versicherte esse 

selbständig mit Besteck. Ab und zu könne es vorkommen, dass beim Zerkleinern 

etwas geholfen werden müsse. Es seien immer mehrere Personen anwesend, welche 

gleichzeitig am Tisch gemeinsam ässen. Ausraster während dem Essen habe die 

Versicherte praktisch nie mehr. Früher sei die Versicherte regelmässig ausgerastet, 

wenn sie z.B. etwas nicht habe essen wollen. Dies sei jedoch schon seit längerer Zeit 

nicht mehr der Fall. Die Versicherte habe beträchtliche Fortschritte erzielen können. 

Wenn die Versicherte heute etwas störe, teile sie dies verbal mit. Somit seien Ausraster 

und Blockaden so gut wie nicht mehr vorhanden. Die Versicherte könne auch allein am 

Esstisch gelassen werden. Dies komme z.B. vor, wenn die Versicherte am Morgen das 

Frühstück selbständig einnehme, währenddem sie  (Frau F.___) sich im Badezimmer 

richte. In der Öffentlichkeit kämen Ausraster eigentlich nie mehr vor. Am 

Dienstagmorgen besuche sie mit der Versicherten ein öffentliches Fitnesscenter, wo 

die Versicherte sehr gerne hingehe. Am Abend sei die Versicherte immer sehr müde 

und gehe meistens freiwillig zu Bett. Für die Abendtoilette (Zähne putzen, Schlafanzug 

anziehen) müsse sie aufgefordert werden. Die Versicherte schlafe dann immer sehr 

rasch ein, wobei sie etwas Musik höre. Spezielle Rituale seien nicht nötig. Es müsse 

auch keine Person anwesend sein. Die Versicherte schlafe immer durch. Abschliessend 

gab Frau F.___ gemäss Protokoll an, dass sich die Situation mit der Versicherten im 

Vergleich zu früher verbessert habe. Die ganzen Abläufe bei ihr zu Hause hätten sich 

eingespielt und die Situation habe sich stabilisiert. Sie kenne die Versicherte 

mittlerweile gut und könne deshalb gleich reagieren, wenn sich ein Ausraster anbahne 

(IV-act. 316).

A.j   Mit einer Verfügung vom 19. April 2013 reduzierte die IV-Stelle die schwere Hilf­

losenentschädigung auf eine solche mittleren Grades. Sie hielt fest, die Abklärungen 

bei Frau F.___ hätten ergeben bzw. bestätigt, dass die Versicherte in der Lage sei, 

selbständig mit Besteck zu essen, selbständig aus einem Glas zu trinken, die Nahrung 

selbst zu zerkleinern (nur teilweise Hilfestellung nötig, z.B. bei hartem Pizzaboden), mit 

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mehreren Personen gleichzeitig am Tisch zu essen sowie alleine am Tisch zu essen, 

während Frau F.___ im Badezimmer sei und sich richte. Die Angaben von Frau F.___ 

korrespondierten mit den Beobachtungen der beiden Abklärungsverantwortlichen. Am 

Abklärungstag habe die Versicherte trotz Anwesenheit der für sie fremden Personen 

selbständig Kuchen gegessen und Tee getrunken. Eine Blockade oder ein Ausraster 

hätten sich nicht abgezeichnet. Die Versicherte sei friedlich und gesellig gewesen (IV-

act. 319).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Martin 

Boltshauser von Procap, am 24. Mai 2013 Beschwerde. Sie beantragte die Aufhebung 

der Verfügung vom 19. April 2013 und die Weiterausrichtung einer 

Hilflosenentschädigung schweren Grades. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter 

an, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung 

indirekte Hilfe benötige, insbesondere auch in den Bereichen Aufstehen/Absitzen/

Abliegen und Essen. Die von der Mutter beschriebenen Einschränkungen und 

Hilfeleistungen seien durch die telefonische Auskunft von Frau F.___ widerlegt worden. 

Dabei habe die IV-Stelle sich aber nicht damit auseinandergesetzt, dass die Versicherte 

sich lediglich wenige Stunden inklusive einer Nacht bei Frau F.___ aufhalte und die 

restlichen sechs Tage und Nächte der Woche zu Hause bei ihren Eltern wohne (act. G 

1). In Ergänzung der Beschwerde hielt der Rechtsvertreter am 26. Juni 2013 fest, es sei 

trotz der im Abklärungsbericht beschriebenen Fortschritte in den Bereichen Aufstehen/

Absitzen/Abliegen und dem Essen zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin 

nach wie vor in erheblichem Ausmass auf indirekte Dritthilfe angewiesen sei. Dies gehe 

aus dem Schreiben der behandelnden Ergotherapeutin vom 29. Januar 2013 sowie der 

undatierten Stellungnahme der Mutter zum Abklärungsbericht hervor. Es möge 

zutreffen, dass die Versicherte in fremder Umgebung bei Frau F.___ ein anderes 

Verhalten zeige als zu Hause und aufgrund der dort abwechslungsreichen Tätigkeit 

auch gut einschlafe. Dies könne aber nicht dazu führen, dass die Situation an den 

anderen sechs Tagen gleich wie an diesem Tag beurteilt werde. Zudem sei darauf 

hinzuweisen, dass die Situation bei der Mutter zu Hause deutlich schwieriger sein 

dürfte, da es sich um Alltagsabläufe handle, währenddem die kurze Zeit bei Frau F.___ 

für die Versicherte etwas Spezielles darstelle und sie sich deshalb auch anders 

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verhalte. Die Hilflosenentschädigung sei aber grundsätzlich dort zu bemessen, wo sich 

die Versicherte hauptsächlich aufhalte und dies sei zu Hause (act. G 3).

B.b  Am 9. September 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte aus, es stehe aufgrund der Abklärungsergebnisse fest, dass 

die Beschwerdeführerin mit den Jahren selbständiger geworden sei und besser mit 

ihrer Krankheit umgehen könne. Vergleiche man die aktuellen Abklärungsberichte mit 

jenem von September 2006, so sei die positive Veränderung ohne Weiteres ersichtlich. 

Früher habe die Beschwerdeführerin täglich mehrere aggressive Ausbrüche gehabt. 

Man habe im oberen Stock speziell alle Fenster verriegeln müssen. Auch die Küche 

habe abgeschlossen werden müssen. Die Beschwerdeführerin habe nie alleine in 

einem Raum gelassen werden können. Aktuell sei nun sogar die Rede davon, dass der 

Beschwerdeführerin einzelne Aufgaben z.B. im Haushalt erteilt werden könnten, welche 

sie meistens erfülle. Konkret auf die Lebensverrichtung Essen bezogen habe die Mutter 

früher immer wieder Impulse und Körperkontakte geben müssen, damit die 

Beschwerdeführerin gegessen habe. Heute sei diese beim Essen mehrheitlich 

selbständig und habe sich sogar während der Abklärung ein Stück Kuchen genommen 

und dieses gegessen. Beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen habe die Beschwerdeführerin 

früher gar keinen Tag-Nacht-Rhythmus gehabt und sei in der Nacht wiederholt 

aufgestanden. Beim Einschlafen habe die Mutter jeweils eine Stunde vor der Türe 

stehen müssen. Heute müsse die Beschwerdeführerin zwar noch immer vorsichtig und 

geschickt motiviert werden, um ins Bett zu gehen. Danach reiche jedoch die hörende 

Wahrnehmung der Familie, damit sie in ihrem Zimmer bleibe und einschlafen könne. In 

aller Regel schlafe sie durch und stehe nur zwei bis dreimal in der Woche auf, worauf 

sie von der Mutter wieder zügig ins Bett gebracht werden könne. Somit sei die 

Hilflosigkeit in diesen beiden Lebensverrichtungen nicht mehr gegeben. Es werde nicht 

in Abrede gestellt, dass die Beschwerdeführerin noch immer psychische Unterstützung 

und gewisse Rahmenbedingungen benötige, jedoch sei dies im Rahmen der 

anerkannten dauernden persönlichen Überwachungsbedürftigkeit abgegolten. Die 

Abklärungsergebnisse stützten sich auf die unterschriftlich bestätigten Angaben der 

Mutter und nicht nur auf jene von Frau F.___. Deren Aussagen machten allerdings noch 

deutlicher klar, dass die Beschwerdeführerin Fortschritte erzielt habe. Im Ganzen 

ergebe sich ein stimmiges Bild darüber, dass die Krankheit der Beschwerdeführerin die 

Alltagsbewältigung weniger stark behindere als früher. Dies sei insbesondere beim 

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Essen und Aufstehen/Absitzen/Abliegen der Fall, so dass ein erheblicher Hilfebedarf in 

diesen Verrichtungen zu Recht verneint worden sei (act. G 7). 

B.c  Mit einer Replik vom 11. November 2013 hielt die Beschwerdeführerin an den 

Beschwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter machte im Wesentlichen nochmals 

geltend, die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer Erkrankung nach wie vor auf eine 

intensive indirekte Hilfe, insbesondere bei den Verrichtungen Essen und Aufstehen/

Absitzen/Ab-liegen, angewiesen. Die Situation anlässlich der Abklärung, in der die 

Beschwerdeführerin selbständig ein Stück Kuchen gegessen habe, sei 

aussergewöhnlich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe sich aufgrund der fremden 

Personen im Haus von ihrer "guten Seite" gezeigt. Ausserdem handle es sich beim 

Kuchenessen um ein seit längerer Zeit ausgeübtes Ritual, welches zufällig zeitlich 

genau in den Abklärungszeitraum gefallen sei. Beim Zubettgehen dürfte zwar im 

Vergleich zu früher tatsächlich eine gewisse minimale Verbesserung eingetreten sein, 

jedoch sei auch in diesem Bereich ein indirekter Dritthilfebedarf noch in einem 

Ausmass vorhanden, das eine Bejahung der Hilflosigkeit rechtfertige (act. G 12).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 14).

Erwägungen:

1.

1.1  Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; ST 830.1) wird neben der Rente (Abs. 1) auch jede 

andere formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde 

liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Hilflosenentschädigungen 

fallen in den Anwendungsbereich von Art. 17 Abs. 2 ATSG

1.2  Als hilflos gilt, wer wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche 

Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung 

bedarf (Art. 9 ATSG). Hilflose Personen haben einen Anspruch auf eine Hilflosenent­

schädigung. Es ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter 

Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

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[IVG; SR 831.20]). Eine leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn eine versicherte Person trotz 

Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen 

regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a 

der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]), einer dauernden 

persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV), einer durch das Gebrechen 

bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. c 

IVV) oder nur dank regelmässigen und erheblichen Dienstleistungen Dritter 

gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV). Als mittelschwer gilt 

die Hilflosigkeit, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den 

meisten alltäglichen Lebensverrichtungen in erheblicher Weise auf Dritthilfe 

angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

wird eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen 

vorausgesetzt (BGE 121 V 90 E. 3b). Überdies ist eine mittelschwere Hilflosigkeit 

gegeben, wenn die versicherte Person Dritthilfe in mindestens zwei 

Lebensverrichtungen und zudem einer dauernden persönlichen Überwachung oder 

dauernder lebenspraktischer Begleitung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. b und c IVV). Ist die 

versicherte Person vollständig hilflos, benötigt sie also in allen Lebensverrichtungen 

regelmässig und in erheblicher Weise Dritthilfe und dauernde Pflege oder persönliche 

Überwachung, so gilt die Hilflosigkeit als schwer (Art. 37 Abs. 1 IVV).

1.3  Die Praxis kennt die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen: An-/Aus­

kleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Notdurftverrichtung sowie 

Fortbewegung einschliesslich der Pflege gesellschaftlicher Kontakte (vgl. Rz 8010 des 

Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV [KSIH], in der Fassung gültig 

ab 1. Januar 2014). Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen 

umfassen, ist nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 

der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, 

dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte 

oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 91 E. 3c). Indirekte Hilfe von 

Drittpersonen ist gegeben, wenn die versicherte Person die alltäglichen 

Lebensverrichtungen zwar funktionsmässig selbst ausführen kann, dies aber nicht, nur 

unvollständig oder zu Unzeiten tun würde, wenn sie sich selbst überlassen wäre (ZAK 

1984 S. 354, 1980 S. 66, KSIH Rz 8029). Die indirekte Hilfe, die zur Hauptsache 

psychisch und geistig Behinderte betrifft, setzt voraus, dass die Drittperson 

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regelmässig anwesend ist und die versicherte Person insbesondere bei der Ausführung 

der in Frage stehenden Verrichtungen persönlich überwacht, sie zum Handeln anhält 

oder von schädigenden Handlungen abhält und ihr nach Bedarf hilft (KSIH Rz 8030). 

Die Hilfe ist regelmässig, wenn die versicherte Person sie täglich benötigt oder 

eventuell täglich nötig hat. Dies ist z.B. auch gegeben bei Anfällen, die zuweilen nur alle 

zwei bis drei Tage, jedoch unvermittelt und oft auch täglich oder täglich mehrmals 

erfolgen (ZAK 1986 S. 484; Rz 802 KSIH).

1.4  Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine 

enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. 

Ersterer hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. 

geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann 

an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei Unklarheiten über physische 

oder psychische bzw. geistige Störungen oder deren Auswirkungen auf alltägliche 

Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur 

zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen 

und der versicherten Person, soweit diese urteilsfähig ist, zu berücksichtigen.

2.

2.1  Vorweg ist festzuhalten, dass die Teilnahme der Beschwerdeführerin am 

Pilotversuch C.___ bis zum 31. Dezember 2012 keinen Einfluss auf die Anwendbarkeit 

von Art. 17 Abs. 2 ATSG hat. Die der Beschwerdeführerin am 20. November 2006 

zugesprochene Hilflosenentschädigung schweren Grades ist als eine der Revision 

offen stehende Dauerleistung zu qualifizieren, selbst wenn sie während der Dauer des 

Pilotversuchs vorübergehend durch eine Assistenzpauschale ersetzt worden ist. Der 

Hilflosigkeitsgrad der Beschwerdeführerin hat sich allein dadurch nämlich nicht 

verändert. Nach Beendigung des Pilotversuchs hat die Beschwerdeführerin wieder 

dem ordentlichen Recht unterstanden und damit wieder eine schwergradige 

Hilflosenentschädigung gemäss Art. 42 IVG erhalten (vgl. Art. 5 Abs. 4 der Verordnung 

des Bundesrates über den Pilotversuch C.___ vom 10. Juni 2005).

2.2  Zu beurteilen ist als Nächstes, welcher Vergleichszeitpunkt vorliegend für den 

Nachweis einer anspruchsrelevanten erheblichen Änderung des Hilflosigkeitsgrades 

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herangezogen werden muss. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zur 

Rentenrevision ist der Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen 

Änderung des Invaliditätsgrades die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer 

materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 

108 E. 5.4). Diese Rechtsprechung ist in Bezug auf eine rechtskonforme 

Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung auch bei der Revision der 

Hilflosenentschädigung anzuwenden, da es sich dabei wie bei der Rente um eine 

Dauerleistung handelt.

2.3  Vorliegend hat die letzte revisionsweise Leistungsüberprüfung des Anspruchs auf 

Hilflosenentschädigung im Jahr 2006 stattgefunden. Im Rahmen dieser Überprüfung 

hat die Beschwerdegegnerin einen Fragebogen durch die Eltern der 

Beschwerdeführerin ausfüllen lassen und einen Verlaufsbericht beim Hausarzt 

eingeholt (vgl. IV-act. 129). Im Weiteren hat sie am 6. September 2006 eine Abklärung 

vor Ort durchgeführt (vgl. IV-act. 137). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, 

dass der Sachverhalt im Revisionsverfahren von 2006 rechtskonform abgeklärt worden 

ist. Die Verfügung vom 20. November 2006 (vgl. IV-act. 147) kann somit als 

Vergleichszeitpunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des 

Hilflosigkeitsgrades herangezogen werden.

3.

3.1  Zu prüfen ist nun, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine erhebliche Ver­

besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Vergleich zur Ver­

fügung vom 20. November 2006 angenommen und die Hilflosenentschädigung ent­

sprechend reduziert hat.

3.2  Nicht umstritten ist, dass die Beschwerdeführerin nach wie vor einen erheblichen 

und regelmässigen Dritthilfebedarf in den Bereichen An-/Auskleiden, Körperpflege, 

Verrichtung der Notdurft sowie der Fortbewegung hat. Weiter ist auch die 

Notwendigkeit einer dauernden persönlichen Überwachung ausgewiesen (vgl. IV-act. 

319-2). Umstritten und zu prüfen ist hingegen der Hilfebedarf der Beschwerdeführerin 

in den Lebensverrichtungen Aufstehen/Absitzen/Abliegen und Essen. Die 

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Beschwerdegegnerin hat geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin insbesondere 

in diesen zwei Bereichen derart Fortschritte gemacht habe, dass keine Hilflosigkeit 

mehr angenommen werden könne. Sie hat sich dabei im Wesentlichen auf die 

Ergebnisse der Abklärung vor Ort vom 10. Januar 2013 sowie die telefonische Auskunft 

der Betreuerin Frau F.___ vom 17. April 2013 gestützt.

3.3  In der Verrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen ist im Rahmen der Abklärung vor 

Ort am 6. September 2006 ein erheblicher und regelmässiger Hilfebedarf bejaht 

worden. Die Abklärungsverantwortliche hat damals festgehalten, die 

Beschwerdeführerin habe keinen Tag-Nacht-Rhythmus und stehe in der Nacht 

regelmässig auf. Die Mutter müsse die Beschwerdeführerin wieder ins Bett begleiten 

und warten, bis diese eingeschlafen sei. Ohne die Hilfe der Mutter würde die 

Beschwerdeführerin nicht ins Bett gehen (vgl. IV-act. 137-5). Demgegenüber ist im 

Bericht der Abklärung vor Ort vom 10. Januar 2013 festgehalten worden, dass die 

Beschwerdeführerin vor dem Zubettgehen zwar noch immer vorsichtig und geschickt 

motiviert werden müsse. Nachdem die Beschwerdeführerin sich dann ins Bett gelegt 

habe, reiche aber eine hörende Wahrnehmung der Familie, damit die 

Beschwerdeführerin im Bett bleibe und einschlafe. Gemäss dem Abklärungsbericht 

komme es zwei bis drei Mal in der Woche vor, dass die Beschwerdeführerin aufstehe, 

worauf sie von der Mutter jedoch zügig wieder zu Bett gebracht werden könne (vgl. IV-

act. 304-3). Motorische Einschränkungen beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen hat die 

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen keine. Vielmehr geht es vorliegend um eine 

indirekte Hilfe in Form einer psychischen Unterstützung bzw. Überwachung beim 

Abliegen im Sinne des Zubettgehens sowie beim Aufstehen am Morgen nach dem 

Aufwachen. Aufgrund der Ausführungen im Abklärungsbericht vom 10. Januar 2013 ist 

davon auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin im Gegensatz zur letzten 

Abklärung im 2006 zwischenzeitlich an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt hat. 

Zudem hat sie gelernt, im Bett zu bleiben, ohne dass die Mutter im Gang warten muss, 

bis sie eingeschlafen ist. Es reicht nun offenbar aus, dass die Beschwerdeführerin ihre 

Familie vom Schlafzimmer aus noch hörend wahrnehmen kann. Die Betreuerin Frau 

F.___ hat am 17. April 2013 angegeben, dass die Beschwerdeführerin bei ihr sogar 

freiwillig ins Bett gehe und rasch einschlafe, da sie durch die Arbeit im Stall immer sehr 

müde sei. Zum Einschlafen höre sie jeweils etwas Musik, ansonsten seien keine 

speziellen Rituale erforderlich. Es sei auch nicht nötig, dass jemand warte, bis die 

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Beschwerdeführerin eingeschlafen sei (vgl. IV-act. 316-2). Der Rechtsvertreter hat 

vorgebracht, es könne nicht auf die Ausführungen von Frau F.___ abgestellt werden. 

Die Beschwerdeführerin zeige bei Frau F.___ ein besseres Verhalten, weil der 

Aufenthalt dort etwas Spezielles sei, wohingegen sie zu Hause bei der Mutter nur den 

Alltag erlebe. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sich an 

die seit Jahren gleichen Betreuungspersonen und externen Betreuungsorte (vgl. IV-act. 

298-1) derart gewöhnt hat, dass der Aufenthalt dort für sie ebenfalls zur Routine 

geworden ist. Gestützt auf die Abklärung vor Ort vom 10. Januar 2013 ist auch ein 

Bericht als Grundlage zur Berechnung eines allfälligen Anspruchs auf einen 

Assistenzbeitrag, ein sogenannter FAKT, erstellt worden. Im FAKT wurde bei der 

Verrichtung Aufstehen/Absitzen/ Abliegen ein Hilfebedarf der Stufe 0 vermerkt, was 

bedeutet, dass die Beschwerdeführerin keinerlei Hilfebedarf in diesem Bereich 

aufweist. Als Bemerkung haben die Abklärungsverantwortlichen festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin selbst aufstehen könne, nachdem sie am Morgen aufgewacht sei. 

Wenn die Beschwerdeführerin noch nicht wach sei, werde sie spätestens gegen 07:00 

Uhr vorsichtig geweckt (vgl. IV-act. 298-8). Demnach ist die Beschwerdeführerin weder 

beim Zubettgehen noch beim Aufstehen am Morgen auf eine erhebliche Dritthilfe 

angewiesen. Es bedarf lediglich – und dies offenbar auch nicht immer – einer 

Motivation bzw. einer leichten Führung, damit die Beschwerdeführerin am Abend ins 

Bett geht bzw. am Morgen aufsteht. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin jede 

zweite oder dritte Nacht aufsteht und wieder zu Bett gebracht werden muss, erfüllt 

nicht die geforderten Voraussetzungen der Regelmässigkeit und Erheblichkeit des 

Hilfebedarfs. Die nach der seit 2006 eingetretenen Verbesserung noch erforderlichen 

Hilfestellungen erreichen nicht ein solches Ausmass, um eine Hilflosigkeit im Bereich 

Aufstehen/Absitzen/Abliegen annehmen zu können. Gemäss dem FAKT sind die 

Abklärungsverantwortlichen davon ausgegangen, dass der Hilfebedarf nicht einmal die 

Stufe 1 erfüllt, d.h. nicht einmal ein Bedarf an lediglich punktueller direkter oder 

indirekter Hilfe besteht. Die Einschätzung der Hilflosigkeit im FAKT ist von der Mutter 

der Beschwerdeführerin unterschriftlich bestätigt worden (vgl. IV-act. 298-4). Auch die 

Verneinung eines Hilfebedarfs beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen im Bericht betreffend 

die Hilflosenentschädigung hat sie bestätigt (vgl. IV-act. 304-5). In ihrem 

Ergänzungsschreiben hat die Mutter zwar festgehalten, dass das Problem vor allem in 

den Übergängen zwischen zwei Tätigkeiten liege (z.B. aufstehen und ins Badezimmer 

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gehen), wobei sie für die Beschwerdeführerin Verbindungen herstellen müsse, damit 

diese nicht blockiere (vgl. IV-act. 306-2). Es geht aus ihren Ausführungen jedoch nicht 

hervor, dass die Beschwerdeführerin allein für das Aufstehen oder Abliegen als 

Tätigkeit an sich (psychische) Unterstützung benötigen würde. Zusammengefasst ist 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Bereich Aufstehen/Absitzen/

Abliegen im Vergleich zur Abklärung im Jahr 2006 erhebliche Fortschritte gemacht hat, 

so dass überwiegend wahrscheinlich kein erheblicher und regelmässiger Hilfebedarf in 

dieser Verrichtung mehr besteht.

3.4  Betreffend die Verrichtung Essen hat die Abklärungsverantwortliche im Bericht 

vom 6. September 2006 einen regelmässigen und erheblichen Hilfebedarf bejaht und 

ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin keine regelmässigen Essenszeiten einhalte, 

sondern dann esse, wenn sie Hunger habe. Die Mutter müsse beim Essen anwesend 

sein und ihr immer wieder Impulse und Körperkontakte geben, damit sie esse. Die 

Beschwerdeführerin esse mehrheitlich mit den Händen oder mit einem Löffel. 

Sämtliche Speisen müssten in mundgerechte Stücke zerkleinert werden. Die Mutter 

selbst könne nebenbei nicht essen  (vgl. IV-act. 137-5). Demgegenüber ist in der 

Abklärung vor Ort vom 10. Januar 2013 festgehalten worden, dass die 

Beschwerdeführerin beim Essen mehrheitlich selbständig sei. Sie sei in der Lage, mit 

Besteck zu essen und das Messer einzusetzen, um Nahrung zu zerkleinern. Nur 

gelegentlich sei für das Zerkleinern harter Nahrung Unterstützung nötig. Das Trinken 

aus einem Glas funktioniere ohne Dritthilfe (vgl. IV-act. 304-4). In funktionaler Hinsicht 

bestehen beim Essen grundsätzlich keine Einschränkungen mehr, was auch von der 

Mutter nochmals ausdrücklich im Ergänzungsschreiben bestätigt worden ist (vgl. IV-

act. 306-2). Offenbar sind auch keine Impulse und Körperkontakte seitens der Mutter 

mehr nötig, um die  Beschwerdeführerin zum Essen zu motivieren. Die Feststellungen 

im Abklärungsbericht sind von der Mutter zwar unterschriftlich bestätigt worden, 

ergänzend hat sie jedoch geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin im Sinne 

einer psychischen Unterstützung und Überwachung auf ihre Anwesenheit während 

dem Essen angewiesen sei. Es bestehe sonst die Gefahr, dass die Beschwerdeführerin 

ausraste und z.B. den Teller ausleere oder das Besteck auf den Boden werfe (vgl. IV-

act. 306-2). Es geht somit um die Frage, ob die Beschwerdeführerin während der 

Verrichtung Essen eine erhebliche und regelmässige indirekte Hilfe in Form einer 

persönlichen Überwachung bedarf (vgl. KSIH Rz 8030). Vergleicht man die 

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Abklärungsberichte von 2006 und 2013, ist eine gewisse Verbesserung in der 

Lebensverrichtung Essen ersichtlich. Die Frage, ob der noch bestehende Hilfebedarf 

als regelmässig und erheblich zu qualifizieren ist und damit die Annahme einer 

Hilflosigkeit im Bereich Essen rechtfertigt, kann vorliegend aber offen gelassen werden.

3.5  Für die Annahme einer schweren Hilflosigkeit ist ein regelmässiger und erheblicher 

Hilfebedarf in sämtlichen sechs alltäglichen Lebensverrichtungen vorausgesetzt (Art. 37 

Abs. 1 IVV). Da ein solcher Hilfebedarf in der Verrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen 

nicht mehr gegeben ist (vgl. E. 3.3), kann die Beschwerdeführerin – unabhängig von der 

Beurteilung des Hilfebedarfs in der Verrichtung Essen – keinen Anspruch auf eine 

Hilflosenentschädigung schweren Grades begründen. Die Beschwerdegegnerin hat die 

bisher ausgerichtete Hilflosenentschädigung schweren Grades somit zu Recht auf eine 

solche mittleren Grades reduziert. Folglich erweist sich die angefochtene Verfügung 

vom 19. April 2013 als rechtmässig.

4.

4.1  Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2  Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 10. 

September 2013 bewilligt worden (act. G 8). Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es 

gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung verpflichtet werden (Art. 123 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.3  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Der 

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die Beschwerdeführerin von der 

Bezahlung der Gerichtskosten zu befreien.

bis

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4.4  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom Ver­

sicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be­

deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 

lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- 

bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der  Beschwerdeführerin verzichtete auf das 

Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Diese ist um 

einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetztes [ AnwG/SG; sGS 963.70]). 

Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 2'800 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in Höhe von 

Fr. 600.-- befreit.

3.      Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2014
	Art. 42 IVG. Art. 37 IVV. Hilflosenentschädigung. Revision. Bei der geistig beeinträchtigen Beschwerdeführerin geht es in erster Linie um indirekte Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen in Form von persönlicher Überwachung. Ein regelmässiger erheblicher Hilfebedarf ist in der Verrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen nicht mehr ausgewiesen. Da die Beschwerdeführerin somit nicht mehr in allen alltäglichen Lebensverrichtungen einen regelmässigen erheblichen Hilfebedarf hat, erweist sich die Reduktion der bisher ausgerichteten Hilflosentschädigung schweren Grades auf eine solche mittleren Grades als rechtmässig (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. August 2014, IV 2013/230).

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