# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2eb6c4bf-12f4-5386-ad09-e389a7c014a6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.12.2022 SK.2022.40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2022-40_2022-12-01.pdf

## Full Text

Urteil vom 1. Dezember 2022 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Sylvia Frei, Vorsitz 

Stefan Heimgartner und Alberto Fabbri, 

Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

walt des Bundes Nils Eckmann 

 

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

Polizei B., vertreten durch H.,  

gegen 

 

A., kroatischer Staatsangehöriger, amtlich verteidigt 

durch Rechtsanwältin Michèle Akermann 

 

 

Gegenstand  Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-

brecherischer Absicht; Herstellen, Verbergen, Weiter-

schaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen; Strafbare 

Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung; 

Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz; Dro-

hung; mehrfache versuchte Nötigung; Sachbeschädigung 

und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz 
 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2022.40 

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SK.2022.40 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. Es sei festzustellen, dass A. im Zustand der Schuldunfähigkeit die folgenden Tatbe-

stände erfüllte: 

 

− Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Gasen 

(Sinne von Art. 226 Abs. 1 StGB); 

− Strafbare Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung (Art. 260bis 

Abs. 1 lit. c StGB); 

− Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht im 

Sinne von Art. 224 Abs. 2 StGB; 

− Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 ff. SprstG); 

− Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG); 

− Mehrfache versuchte Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB); 

− Sachbeschädigung (Art. 144 StGB). 

 

2. Es sei eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 3 StGB 

anzuordnen. 

 

3. Die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 310 Tagen sei auf die 

Massnahme anzurechnen (Art. 51 StGB). 

 

4. Der Kanton Luzern sei als Vollzugskanton zu bestimmen (Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. 

Art. 34 Abs. 1 StPO). 

 

5. A. sei in Sicherheitshaft zu behalten und die Sicherheitshaft sei um 3 Monate zu ver-

längern (Art. 231 Abs. 1 StPO). 

 

6. Die Zivilklage sei gerichtlich zu beurteilen. 

 

7. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien A. zurückzugeben (Art. 267 Abs. 

3 StPO): 

 Ass.-Nrn.: 33234 (1 Herrenhandtasche, 9 Quittungen, 1 Rezept, 1 Blatt mit Vermerk); 33236 (Ak-
kuschrauber); 33238 (Mobiltelefon). 

 

8. Die folgenden Gegenstände seien als Beweismittel in den Akten zu belassen: 

 Ass.-Nrn.: 100710, 100708, 100709, 100707, 100674 (5 Datenträger inkl. Daten). 

 

9. Die folgenden beschlagnahmten Vermögenswerte seien zur Kostendeckung zu ver-

wenden (Art. 268 StPO), evtl. A. zurückzugeben (Art. 419 StPO): 

 Ass-Nr.: 33234 (Bargeld Fr. 501.-- und RSD 50.--). 

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SK.2022.40 

10. Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen und zu vernichten 

(Art. 267 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 69 StGB): 

 Ass.-Nrn.: 33232 (1 Butterflymesser); 332333 (1 Minigrip mit Metallkugeln); 33237 (1 Pfefferspray); 
33239 (1 Schlagrute); 33373 (1 Gasdruckpistole inkl. Zubehör); 33374 (2 Gaspatronen); 33234 (1 Feu-

erzeug); A015806367, A015806389, A015806403, A01 58 06414 (USBV 1); A015806425, A015806436, 

A015806458 (USBV 2); A015806469, A015806470 (Überreste USBV 3); 51324 (Sturmhaube). 

 

11. Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens in der Höhe von 

Fr. 148'721.30 (Gebühren: Fr. 8'000.--, Auslagen: Fr. 140'721.30) und den gerichtlich 

zu bestimmenden Kosten des Hauptverfahrens, seien A. nach Massgabe von Art. 419 

StPO aufzuerlegen. 

 

12. Rechtsanwältin Michèle Akermann sei für die amtliche Verteidigung von A. in gericht-

lich zu bestimmender Höhe aus der Bundeskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 

StPO). 

 

A. sei nach Massgabe von Art. 419 StPO zu verpflichten, dem Bund einen gerichtlich 

festzulegenden Teil der Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftli-

chen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

13. Die Zustimmung zur Löschung des von A. erstellten DNA-Profils (PCN 4) nach Ablauf 

der gesetzlichen Frist sei zu erteilen (Art. 16 f. DNA-Profil-Gesetz). 

 

14. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst sei die Zustimmung zur Löschung 

der von A. erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN 4) nach 

Ablauf der gesetzlichen Frist zu erteilen (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 

Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten). 

Antrag der Privatklägerin: 

(sinngemäss; TPF pag. 03-00-0004) 

 

A. sei zu verpflichten, der Polizei B. als Schadenersatz den Betrag von Fr. 749.95 zu be-

zahlen. 

Anträge der Verteidigung: 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Herstellens, Verbergens, Weiterschaffens von 

Sprengstoffen und giftigen Gasen nach Art. 226 Abs. 1 und 2 StGB sowie vom Vor-

wurf der Vorbereitungshandlungen zur schweren Körperverletzung nach Art. 260bis 

Abs. 1 lit. c StGB freizusprechen und es sei festzustellen, dass er diese Tatbestände 

nicht erfüllt hat. 

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2. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte die Tatbestände der Widerhandlung ge-

gen das Sprengstoffgesetz nach Art. 37 Ziff. 1 SprstG und Art. 38 Ziff. 1 i.V.m. Art. 17 

SprstG, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz nach Art. 33 WG, der Gefähr-

dung durch Sprengstoffe und giftige Gase nach Art. 224 Abs. 2 StGB, der versuchten 

Nötigung nach Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB sowie der Sachbeschädigung nach 

Art. 144 StGB, rechtswidrig erfüllt hat. Zufolge gänzlicher Schuldunfähigkeit sei er da-

für jedoch nicht zu bestrafen. 

 

3. Es sei für den Beschuldigten eine ambulante Behandlung nach Art. 63 StGB anzu-

ordnen. 

 

3.1 Eventualiter sei eine ambulante Massnahme nach Art. 63 StGB mittels Einleitung ei-

ner stationären Massnahme von zwei Monaten nach Art. 63 Abs. 3 StGB anzuordnen. 

 

4. Es sei keine fakultative Landesverweisung anzuweisen. 

 

5. Es seien dem Beschuldigten die beschlagnahmten Gegenstände und Vermögens-

werte wie ausgeführt (Datenträger inkl. Daten, das Mobiltelefon Apple iPhone inkl. 

Daten, ein Akkuschrauber Villager, eine Herrenhandtasche mit Inhalt, Bargeld in der 

Höhe von Fr. 501.00 und RSD 50.00, sowie eine schwarze Sturmhaube mit weissem 

Doppeladler) herauszugeben. 

 

6. Es seien dem Beschuldigten keine Kosten aufzuerlegen. 

 

6.1 Eventualiter seien die Verfahrenskosten vorläufig auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

7. Es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

8. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MWST). 

  

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Prozessgeschichte: 

A. Am 26. Januar 2022 wurde A. (nachfolgend: Beschuldigter) durch die Polizei B. 

in W. festgenommen, nachdem am Vorabend dessen Sohn die Polizei infor-

mierte, dass mehrere Familienangehörige mehrfach von ihm massiv bedroht 

worden seien. Bei der Festnahme wurden im Fahrzeug des Beschuldigten unter 

anderem zwei selbst gebastelte Sprengkörper und verbotene Waffen sicherge-

stellt. Ein dritter selbst gebastelter Sprengkörper explodierte rund fünf Stunden 

zuvor in der nahen Umgebung des Festnahmeorts. Die Staatsanwaltschaft des 

Kantons Luzern eröffnete gleichentags ein Strafverfahren gegen den Beschul-

digten wegen mehrfacher Drohung (Art. 180 StGB), Herstellens, Verbergens, 

Weiterschaffens von Sprengstoffen (Art. 226 Abs. 1 StGB), eventualiter Wider-

handlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 ff. SprstG), Widerhandlungen 

gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG) und Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 

StGB). 

B. Am 28. Januar 2022 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern eine Ge-

richtsstandsanfrage zuhanden der Bundesanwaltschaft, worauf Letztere am 

1. Februar 2022 die Übernahme des Verfahrens bestätigte (BA pag. 02-00-0001, 

-0004). 

C. Die Bundesanwaltschaft dehnte das Strafverfahren mehrfach aus, so am 2. Feb-

ruar 2022 auf den Tatbestand der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu 

schwerer Körperverletzung (Art. 260bis Abs. 1 lit. c StGB) und mit Verfügung vom 

15. März 2022 auf die Tatbestände der mehrfachen versuchten Nötigung 

(Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB) und Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 2 StGB). (BA pag. 01-01-0001 

f.) 

D. Mit Verfügung vom 21. Juli 2022 vereinigte die Bundesanwaltschaft das Verfah-

ren in Bezug auf alle erwähnten Tatbestände gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO in 

der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 02-00-0008 f.). 

E. Am 26. Januar 2022 wurde das Fahrzeug sowie das Domizil des Beschuldigten 

durchsucht, wobei potenziell beweisrelevante Gegenstände von der Bundesan-

waltschaft beschlagnahmt wurden (BA pag. 08-00-0018 ff.). 

F. Am 11. April 2022 erstellte das Forensische Institut Zürich (nachfolgend: FOR) 

im Auftrag der Bundesanwaltschaft ein sprengstoffanalytisches Gutachten zu 

den sichergestellten Sprengkörpern. Sie holte ausserdem ein forensisch-psychi-

atrisches Gutachten bei der I. AG zur Frage der Schuldfähigkeit des Beschuldig-

ten ein. Mit Datum vom 13. Mai 2022, ergänzt am 15. Juli 2022, wurden die 

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psychiatrischen Gutachten erstellt. (BA pag. 11-01-0028, -0065; 17-00-0059,  

-0113, -0133, -0141). 

G. Der Beschuldigte befand sich ab dem 26. Januar 2022 in Polizei- und vom 28. Ja-

nuar 2022 bis 25. September 2022 in Untersuchungshaft. Mit Entscheid des 

Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Bern vom 28. September 2022 wurde 

auf Antrag der Bundesanwaltschaft die Sicherheitshaft angeordnet und der Be-

schuldigte wegen Fluchtgefahr bis am 8. Dezember 2022 in Sicherheitshaft ver-

setzt. 

H. Die Bundesanwaltschaft erhob am 8. September 2022 Anklage gegen den Be-

schuldigten wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperver-

letzung (Art. 260bis Abs. 1 lit. c StGB), Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 

Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 2 StGB), Herstellens, Verber-

gens, Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen Gasen (Art. 226 Abs. 1 

und 2 StGB), Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz (Art. 37 ff. SprstG), 

Drohung (Art. 180 StGB), mehrfacher versuchter Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 

StGB) und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG). 

I. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Bundesstrafgericht von Amtes 

wegen die erforderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Ver-

hältnissen des Beschuldigten (Strafregisterauszug, Steuerunterlagen, Betrei-

bungsregisterauszug) sowie einen Führungsbericht von der Justizvollzugsan-

stalt U. ein (TPF pag. 6.231.1.003; 6.231.2.003; 6.231.3.002; 6.231.7.039, -043). 

J. Die Hauptverhandlung fand am 1. Dezember 2022 vor der Strafkammer in An-

wesenheit der Anklägerin sowie dem Beschuldigten und seiner Verteidigerin am 

Sitz des Bundesstrafgerichts statt (TPF pag. 6.720.001, -013). Die Privatkläger-

schaft verzichtete auf eine Teilnahme. Das Urteil wurde gleichentags eröffnet. Im 

Anschluss an die Urteilseröffnung wurde die Sicherheitshaft bis zum 28. Feb-

ruar 2023 verlängert (TPF pag. 6.912.2.001 f.). 

K. Am 12. Dezember 2022 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen 

das Urteil an (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. Art. 398 Abs. 1 StPO). 

  

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Die Strafkammer erwägt: 

1. Prozessuales 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit ist in Bezug auf die Straftatbestände des Herstellens, Ver-

bergens und Weiterschaffens von Sprengstoffen und giftigen Gasen (Art. 226 

Abs. 1 und 2 StGB) und der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 

verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 2 StGB) gestützt auf Art. 23 Abs. 1 lit. d 

StPO gegeben. Die weiteren Tatbestände (Strafbare Vorbereitungshandlungen 

zu schwerer Körperverletzung; Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz; 

Drohung; Nötigung; Widerhandlungen gegen das Waffengesetz) unterliegen ge-

mäss Art. 22 StPO grundsätzlich kantonaler Gerichtsbarkeit; diesbezüglich er-

folgte mit Verfügung vom 21. Juli 2022 gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO eine 

Vereinigung zur Strafverfolgung und Beurteilung der Taten in der Hand der Bun-

desbehörden. Demnach ist für alle angeklagten Taten Bundesgerichtsbarkeit ge-

geben. 

1.2 Die Kompetenz des Kollegialgerichts der Strafkammer ergibt sich aus Art. 19 

Abs. 2 StPO e contrario i.V.m. Art. 36 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Or-

ganisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 (StBOG; 

SR 173.71). 

2. Anklagerelevante Vorbemerkungen 

2.1 Laut Anklage sollen die dem Beschuldigten vorgeworfenen Taten vornehmlich 

einen familiären Hintergrund haben. Zum besseren Verständnis sind daher vorab 

die familiären Verhältnisse und die Motivationslage des Beschuldigten darzule-

gen: Der Beschuldigte hat drei Kinder namens J., C. und D. J. wohnt mit ihrem 

Partner K. im Kanton Zürich. D. ist mit L. liiert. L. ist die Schwester von M. Die 

Geschwister sind gemeinsam mit ihren Eltern N. und F. in V. wohnhaft (Fami-

lie G.). 

Zu den Beweggründen des Beschuldigten zeigt die Anklage auf, wie er am 

24. Januar 2022 nach einem rund dreimonatigen Aufenthalt in Serbien in sein 

familiäres Umfeld nach V. zurückgekehrt sei. Während der nächsten zwei Tagen 

habe er sich stark auffällig und aggressiv verhalten und habe D., L. und M. mas-

siv bedroht und mit K. den Konflikt gesucht. Der Konflikt sei eskaliert, weil er mit 

den Beziehungen seiner Kinder nicht einverstanden gewesen sei und sich nicht 

hinreichend «respektiert» gefühlt habe. Vor diesem Hintergrund habe der Be-

schuldigte im Zeitraum vom 24. bis 26. Januar 2022 die Taten begangen. 

2.2 Die angeklagten Sachverhalte reihen sich chronologisch aneinander und haben 

in Bezug auf die Sprengstoffdelikte einen engen sachlichen und zeitlichen 

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Konnex. So wirft die Anklage dem Beschuldigten in den Hauptpunkten zusam-

menfassend vor, er habe zuerst in verbrecherischer Absicht mindestens drei un-

konventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (im Folgenden: USBV 1-3) her-

gestellt und diese in der Folge umhergeschafft. Die zur Herstellung erforderlichen 

Bodenknallkörper habe er von Serbien eingeführt (Sachverhaltskomplex 1). So-

dann habe er Vorbereitungshandlungen getroffen, um K. schwer zu verletzen und 

habe sich schwer bewaffnet und mit Sprengstoff (USBV 1-2) zu dessen Wohnort 

begeben (Sachverhaltskomplex 2). Daraufhin habe er in verbrecherischer Ab-

sicht die selbst hergestellte USBV 3 auf den Balkon der Familie G. geworfen und 

zum Explodieren gebracht (Sachverhaltskomplex 3). Schliesslich habe er ver-

sucht, L. und M. mittels Drohungen zu nötigen und habe eine Sachbeschädigung 

begangen (Sachverhaltskomplex 4 und 5). 

Der Beschuldigte bestreitet in subjektiver Hinsicht im Wesentlichen einzig die 

verbrecherische Absicht. Er führt dazu an, dass dies der Grund gewesen sei, 

warum er die Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung nicht zu 

Ende geführt habe. Ansonsten werden die Anklagevorwürfe anerkannt. 

2.3 Der Beschuldigte habe im angeklagten Zeitraum an einer schizoaffektiven Stö-

rung gelitten. Er sei deshalb bezogen auf die angeklagten Taten schuldunfähig 

gewesen. 

3. Vorbemerkung zur Schuldunfähigkeit 

 Aufgrund der klaren und konsistenten Ausführungen im Gutachten von Dr. med. 

E. (I. AG, Ambulante Dienste, […]) vom 13. Mai 2022 sowie in seiner Ergänzung 

vom 15. Juli 2022 ist erstellt, dass beim Beschuldigten zu den Tatzeitpunkten ein 

schizomanisches Zustandsbild bestand, wahrscheinlich im Rahmen einer schi-

zoaffektiven Störung. Durch die schizomanische Symptomatik waren die Fähig-

keit des Beschuldigten zu einer regelrechten Wahrnehmung und Verarbeitung 

der Realität und damit verbunden seine psychosozialen Kompetenzen in den 

Wochen und Monaten vor dem Delikt sowie im Zeitraum der Anlasstaten erheb-

lich beeinträchtigt gewesen. Eine Aufhebung der Einsichtsfähigkeit lässt sich im 

Tatzeitraum aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen nicht belegen. 

Es bestehen Hinweise auf eine im Tatzeitpunkt verbliebene Resteinsicht des Be-

schuldigten. Für die Tatvorwürfe ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen 

der schizoaffektiven Symptomatik. Es kann eine forensisch relevante Beeinträch-

tigung der Freiheitsgrade festgestellt werden, die zu einer fehlenden Fähigkeit 

des Beschuldigten für die Entwicklung von Handlungsalternativen führte. Der 

Gutachter kam zum Schluss, dass aus forensisch-psychiatrischer Sicht für sämt-

liche Deliktsvorwürfe eine Schuldunfähigkeit bestand (BA pag. 17-00-0107). 

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4. Herstellen, Verbergen, Weiterschaffen von Sprengstoffen und giftigen Ga-

sen (Art. 226 Abs. 1 und 2 StGB); Sachverhaltskomplex 1 

4.1 Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe zwischen dem 

24. und 25. Januar 2022 im Raum V. in verbrecherischer Absicht mindestens drei 

USBV hergestellt und diese in der Folge umhergeschafft. Die USBV 1-3 seien 

funktionstüchtig gewesen und hätten das Potenzial gehabt, Menschen lebensge-

fährlich zu verletzen und fremde Sachen zu beschädigen. Er habe beabsichtigt, 

die USBV 1-3 gegen Menschen einzusetzen, um diese schwer zu verletzen, ein-

zuschüchtern und zu zwingen, sich seinem Willen zu beugen. So habe er die 

USBV 1 und 2 gegen K. und dessen «Unterstützer» sowie die USBV 3 gegen L. 

und M. einsetzen wollen. Wenn nötig habe er die USBV 1-3 auch gegen Perso-

nen, welche mit D. in Konflikt stehen würden, einsetzen wollen. 

4.2 Rechtliches 

4.2.1 Nach Art. 226 Abs. 1 und 2 StGB macht sich strafbar, wer Sprengstoffe oder 

giftige Gase herstellt, die, wie er weiss oder annehmen muss, zu verbrecheri-

schem Gebrauch bestimmt sind (Abs. 1) und wer Sprengstoffe, giftige Gase oder 

Stoffe, die zu deren Herstellung geeignet sind, sich verschafft, einem andern 

übergibt, von einem andern übernimmt, aufbewahrt, verbirgt oder weiterschafft, 

wenn er weiss oder annehmen muss, dass sie zu verbrecherischem Gebrauche 

bestimmt sind (Abs. 2). 

4.2.2 Art. 226 StGB trägt der Bedeutung und Gefährlichkeit von Sprengstoffdelikten 

Rechnung, indem er bestimmte Vorbereitungs- und Beihilfehandlungen zu 

Art. 224 StGB, nämlich Herstellen, das Verschaffen, Übergeben, Übernehmen, 

Aufbewahren, Verbergen oder Weiterschaffen, selbständig mit Strafe bedroht 

und damit den Schutz gegen die Gefährdung mit Sprengstoff und giftigen Gasen 

weiter ausdehnt. Im Gegensatz zu den konkreten Gefährdungsdelikten gemäss 

Art. 224 und 225 StGB handelt es sich bei Art. 226 StGB um ein abstraktes Ge-

fährdungsdelikt, weshalb der Nachweis einer konkret herbeigeführten Tat nicht 

erforderlich ist (ROELLI, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 226 StGB N. 2 

und 5 m.w.H.). 

4.2.3 Der objektive Tatbestand erfordert zunächst das Vorhandensein von Sprengstoff 

oder giftigen Gasen im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB. Der Sprengstoffbegriff 

gemäss Art. 224 bis 226 StGB deckt sich im Wesentlichen mit dem Begriff im 

Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe vom 25. März 1977 (Spreng-

stoffgesetz [SprstG; SR 941.41]; Urteile des Bundesgerichts 6B_1248/2017 vom 

21. Februar 2019 E. 4.2.5; 6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2). 

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Als Sprengstoffe gelten gemäss Art. 5 Abs. 1 SprstG «einheitliche chemische 

Verbindungen oder Gemische solcher Verbindungen, die durch Zündung, me-

chanische Einwirkung oder auf andere Weise zur Explosion gebracht werden 

können und die wegen ihrer zerstörenden Kraft, sei es in freier oder verdämmter 

Ladung, schon in verhältnismässig geringer Menge gefährlich sind». Darunter 

fallen Stoffe gemäss Art. 2 der Verordnung über explosionsgefährliche Stoffe 

vom 27. November 2000 (Sprengstoffverordnung, SprstV; SR 941.411). Die De-

finition in Art. 5 Abs. 1 SprstG gilt auch für die Art. 224–226 StGB, wobei das 

Merkmal der zerstörerischen Kraft entscheidend ist (BGE 104 IV 232 E. Ia; 

103 IV 241 E. I.1; statt vieler: Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2019.35 vom 

6. September 2019 E. 2.2.2; SK.2015.28 vom 7. April 2016 E. 4.1; TRECH-

SEL/CONINX, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, 

Art. 224 StGB N. 2; ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB N. 4). 

Feuerwerkskörper und andere gebrauchsfertige Erzeugnisse mit einem Explosiv- 

oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen bestimmt sind, gelten als pyrotechnische 

Gegenstände (Art. 7 SprstG). Sie fallen nicht unter den Sprengstoffbegriff von 

Art. 5 SprstG. Pyrotechnische Gegenstände sind daher grundsätzlich nicht als 

Sprengstoff im Sinne von Art. 224 Abs. 1 StGB zu qualifizieren. Ausgenommen 

sind Erzeugnisse, die besonders grosse Zerstörungen bewirken oder zum Zwe-

cke der Zerstörung verwendet werden (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 

vom 5. August 2019 E. 1.5.1; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5; 

6B_299/2012 vom 20. September 2012 E. 2.2; BGE 104 IV 232 E. 1a; Urteile 

des Bundesstrafgerichts SK.2021.28 vom 17. Dezember 2021 E. 3.2.1; 

SK.2019.35 vom 6. September 2019 E. 2.2.2). 

4.2.4 In subjektiver Hinsicht ist erforderlich, dass der Täter weiss oder annehmen 

muss, dass der Sprengstoff oder das giftige Gas zu verbrecherischem Gebrauch 

bestimmt ist, weshalb Art. 226 StGB nur Vorbereitungs- und Beihilfehandlungen 

zu Art. 224 StGB erfasst. Nicht erforderlich ist, dass der Täter eine genaue Vor-

stellung davon hat (BGE 103 IV 244), ebenso wenig, dass er den Sprengstoff 

oder das giftige Gas selber zu verbrecherischem Gebrauch verwenden will (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_719/2011 vom 12. November 2012 E. 5.2.1). Eventual-

dolus genügt, blosse Fahrlässigkeit hingegen nicht (ROELLI, a.a.O., Art. 226 StGB 

N. 7 m.w.N.). Insofern ist der subjektive Tatbestand dann erfüllt, wenn der Täter 

weiss oder in Kauf nimmt, dass der Sprengstoff zu verbrecherischem Gebrauch 

bestimmt ist, d.h. – von wem auch immer – zur Verübung eines Verbrechens 

verwendet werden soll (Urteil des Bundesgerichts 6B_719/2011 vom 12. Novem-

ber 2012 E. 5.2.1; STRATENWERTH/BOMMER, Strafrecht BT II, Straftaten gegen 

Gemeininteressen, 7. Aufl. 2013, § 29 N. 32). 

4.2.5 Der Terminus «zum verbrecherischen Gebrauch» ist, analog der verbrecheri-

schen Absicht bei Art. 224 StGB, untechnisch zu verstehen: die geplante Tat 

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muss aber von einer gewissen Schwere sein (TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Art. 226 

StGB, N. 4; ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB N. 7; STRATENWERTH/BOMMER, a.a.O.).  

4.3 Unbestrittener Sachverhalt 

4.3.1 Unbestritten ist, dass der Beschuldigte die USBV 1-3 herstellte und bei sich zu 

Hause lagerte, respektive in seinem Auto umherfuhr. Der Beschuldigte brachte 

bei der USBV 1 die Beiladung (Stahlkugeln, Schrauben, Nägel) an. Ebenso ist 

erstellt, dass der Beschuldigte zur Herstellung der USBV 1 und 3 die Bodenknall-

körper «Jorge» verwendete, welche er am 24. Januar 2022 in die Schweiz ein-

führte (BA pag. 13-00-0038, -0040, -0042; TPF pag. 6.731.005; vgl. E. 5.3). 

4.3.2 Das Geständnis des Beschuldigten deckt sich mit folgender Aktenlage: 

4.3.2.1 Gemäss dem Bericht über die polizeilichen Ermittlungen der Bundeskriminalpo-

lizei vom 11. April 2022 wurde der Beschuldigte durch die Polizei B. am 26. Ja-

nuar 2022 angehalten, nachdem eine Anzeige gegen ihn wegen Drohung, Sach-

beschädigung und versuchter Nötigung eingegangen war. Bei seiner Anhaltung 

konnten zwei USBV sichergestellt werden, welche aus zusammengeklebten Feu-

erwerkskörpern bestanden, die er mit Schrauben und Stahlkugeln angereichert 

hatte. Gegenüber der Polizei B. gab er an, dass er die USBV habe verwenden 

wollen, um seinen Schwiegersohn K. zu verletzen (BA pag. 10-02-0013). 

4.3.2.2 Dem Bericht und Gutachten des FOR vom 26. Januar 2022 bzw. 11. April 2022 

ist zu entnehmen, dass bei der Verhaftung des Beschuldigten im Fahrzeug und 

am Wohnort «USBV-verdächtige» Gegenstände gefunden wurden. Die Polizei B. 

stellte am 26. Januar 2022 im Fahrzeug des Beschuldigten die USBV 1 und 

USBV 2 sicher. Ausserdem hat sich an einer fallrelevanten Örtlichkeit (Wohnort 

der Familie G.: T.-Strasse, V.) kurz zuvor eine Explosion ereignet, wobei entspre-

chendes Spurenmaterial zur detonierten USBV 3 sichergestellt werden konnte. 

Aus der Fotodokumentation der USBV ist ersichtlich, dass zur Herstellung der 

USBV 1 und 3 die Bodenknallkörper «Jorge» aus polnischem Fabrikat verwendet 

wurden. Die Knallkörper «Jorge» gehören zur Kategorie der am Boden knallen-

den pyrotechnischen Gegenständen (Art. 8a SprstG / Art. 31 SprstV). Laut Ge-

brauchsanweisung beträgt die Sicherheitsdistanz für Zuschauer mindestens 

25 Meter. Diese Knallkörper sind in der Schweiz verboten und haben eine Netto-

explosivmasse von 1.8 Gramm Blitzknallsatz. 

Zur Zusammensetzung und Konstruktion der USBV 1-3 stellte das FOR Folgen-

des fest: Die USBV 1 verfügt über eine Wirkladung, bestehend aus drei pyrotech-

nischen Gegenständen «FP3 Petarda Blyskowa» des polnischen Vertreibers 

«Jorge», die mit einem halbtransparenten Klebeband umwickelt und miteinander 

verbunden sind. Das Zündsystem beinhaltet die drei Anzündlitzen der pyrotech-

nischen Gegenstände, welche mit einem weiteren halbtransparenten Klebeband 

- 12 - 

SK.2022.40 

umwickelt und miteinander verbunden sind. Mit einem Gewebeklebeband sind 

im Sinne einer Beiladung 32 Stahlkugeln, 6 Schrauben und 2 Nägel um die drei 

pyrotechnischen Gegenstände angebracht. Die USBV 2 besteht aus einem Ra-

ketentreiber aus einer Feuerwerksrakete, bei dem ein grosser Teil der äusseren 

Kartonhülse entfernt worden ist, so dass nur noch die Kunststoffhülse gefüllt mit 

dem Satz des Raketentreibers übrig blieb. Beim Spurenmaterial der USBV 3 han-

delt es um die Überreste von mindestens zwei pyrotechnischen Gegenständen 

«FP3 Petarda Blyskowa» sowie Reste eines grauen Gewebeklebebandes. 

In Bezug auf die Analyse der DNA-Spuren stellte das FOR fest, dass der Be-

schuldigte als Spurenverursacher von DNA-Spuren an Bestandteilen der 

USBV 1 und der USBV 2 identifiziert werden konnte. Ausserdem ergab die Aus-

wertung, dass konkrete spurenkundliche Zusammenhänge zwischen der 

USBV 1 und der USBV 3 bestehen. Die spurenkundlichen Untersuchungen wei-

sen darauf hin, dass die USBV 1 von der gleichen Urheberschaft stammt wie die 

USBV 2 und USBV 3 (BA pag. 11-01-0002 f., 0014, -0058, -0062, -0064; vgl. BA 

pag. 11-01-0075, -0086 [Kurzbericht des FOR zur Identifizierung der DNA-Spu-

ren vom 14. März 2022]). 

Auf den Inhalt des Gutachtens in Bezug auf die Wirkung und das Verletzungspo-

tential der USBV wird im einschlägigen Kontext näher eingegangen (E. 4.6.2). 

4.3.2.3 Dem Rapport der Polizei B. vom 22. März 2022 ist zu entnehmen, dass der Be-

schuldigte im Zeitraum vom 25. bis 26. Januar 2022 mit einem Fahrzeug der 

Marke BMW (Kontrollschild: 1) namentlich in V., X., Y. und W. herumfuhr (BA 

pag. 10-01-0029). 

4.3.2.4 Am 9. Februar 2022 sagte D. bei der Bundeskriminalpolizei zur Herstellung der 

USBV aus, dass sein Vater alle Böller aus dem alten BMW in das Auto seiner 

Schwester C. umgeladen habe. Anlässlich der Einvernahme bei der Bundesan-

waltschaft am 27. April 2022 sagte D. auf Vorhalt von Fotos der USBV 1 und 

Überresten der USBV 3 aus, dass er diese gesehen habe. Sein Vater habe in 

Serbien schon ähnliche Vorrichtungen hergestellt. Er habe mit der Böllerkon-

struktion geprahlt (BA pag. 12-02-0014, -0030 f.). 

Der angeklagte äussere Sachverhalt ist somit erstellt. 

4.4 Bestrittener Sachverhalt 

Umstritten ist einzig die verbrecherische Abicht bzw. ob der Beschuldigte in sub-

jektiver Hinsicht um das Verletzungs-, Beschädigungs- und Zerstörungspotential 

der USBV 1-3 wusste (TPF pag. 6.721.028). 

  

- 13 - 

SK.2022.40 

4.5 Beweismittel 

4.5.1 Zur verbrecherischen Absicht hielt der Beschuldigte bei der Einvernahme vom 

26. Januar 2022 fest, dass alles für K. gedacht gewesen sei, weil er mit diesem 

ein Problem gehabt habe. Zu den Problemen führte der Beschuldigte zusammen-

gefasst aus, dass ihm K. verboten habe, seine Tochter J. und Enkelin in Z. zu 

sehen. K. habe ihm gedroht, dass er ihm mit seinen 6 Freunden etwas antun 

werde. Aus diesem Grund habe er ihn mit dem Sprengstoff verletzen und ihm 

das Knie kaputt machen wollen. Drei Stück (USBV) hätten einfach mehr Kraft. 

Es seien 3 Petarden/Raketen zusammengeklebt und mit Klebeband zusammen-

gebracht worden. Es habe an den USBV noch Schrauben daran, damit es mehr 

Verletzungen geben würde. (BA pag. 13-04-0004 f., -0007 f.). Am 27. Ja-

nuar 2022 sagte er aus, dass er K. nicht habe «tot machen» wollen, aber er habe 

ihm «richtig einen geben» wollen. Er habe ihm zeigen wollen, dass er keine Angst 

vor ihm habe (BA pag. 13-00-0013). 

Zu den Verletzungsabsichten bezogen auf die ehemaligen Geschäftspartner sei-

nes Sohnes D. führte er am 10. Februar 2022 aus, dass alles wegen «diesen 

Leuten mit Drogen» gewesen sei. Sein Sohn habe mit O. in V. eine Sishabar 

eröffnet. Es sei noch ein P. dabei gewesen. Er habe die Sachen (gemeint: USBV 

und Waffen) seinem Sohn D. gezeigt. Er habe ihm gesagt, er wolle damit O. 

Angst machen (BA pag. 13-00-0018, -0021). 

Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 21. Juni 2022 nahm der Beschuldigte 

seine Aussagen zur Verletzungsabsicht zurück. Er sagte aus, dass er niemanden 

habe verletzen wollen. Er habe alles nur vorgespielt und sich als «Narren gege-

ben». Angesprochen auf seine in der Erstaussagen geäusserten Verletzungsab-

sichten hinsichtlich K., sagte er aus, dass die Polizei ihn vielleicht dazu gezwun-

gen habe, solche Aussagen zu machen. Er führte ergänzend aus, dass er die 

USBV 1 gebastelt habe, falls es zu Streitigkeiten gekommen wäre (BA pag. 13-

00-0039, -0042 f., -0045). 

4.5.2 Am 9. Februar 2022 sagte D. bei der Bundeskriminalpolizei zu den Verletzungs-

absichten seines Vaters Folgendes aus: Sein Vater habe ihm gesagt: «Ah, was 

denkst du, wie weh das tut, wenn das zündet, wenn es unter die Haut geht.» Sein 

Vater habe die Drohung, die USBV zu benutzen, um K. zu verletzen, gegenüber 

ihm ausgesprochen, was er auch gehört habe. Sein Vater habe immer erzählt, 

dass er mit den USBV zu K. und seinen ehemaligen Geschäftspartnern Q. und 

P. gehen würde, welche ihn verarscht hätten, und dann noch zu M. Das Ziel sei 

gewesen, dass bei der Explosion die Nägel und Schüsse mit Hochgeschwindig-

keit herausschiessen würden. Die USBV seien für K., Q. oder P. gewesen. Er 

wisse dies, weil er gegen diese Personen am meisten Hass gehabt habe (BA 

pag. 12-02-0015 f., -0028 f.). 

- 14 - 

SK.2022.40 

4.6 Beweiswürdigung und Subsumtion objektiver Tatbestand 

4.6.1 In rechtlicher Hinsicht gilt es vorab zu prüfen, ob die vom Beschuldigten herge-

stellten USBV als Sprengstoff im Sinne von Art. 226 Abs. 1 StGB zu qualifizieren 

sind. Dies ist der Fall, wenn sie eine besonders grosse Zerstörung bewirken oder 

zum Zwecke der Zerstörung verwendet wurden (E. 4.2.3, dritter Absatz). Dabei 

ist entscheidend, ob durch die Art und Weise, wie die Feuerwerkskörper einge-

setzt wurden, eine besonders grosse Gefährdung für Personen oder Sachen ent-

standen ist. 

4.6.2 Das FOR stellte im Gutachten vom 11. April 2022 in Bezug auf die Gefährlichkeit 

der USBV fest, dass die USBV 1 tatsächlich geeignet gewesen wäre, schwere 

bis lebensbedrohliche Verletzungen von Personen herbeizuführen, wobei eine 

Wirkung entfaltet worden wäre, welche bei Menschen in einer Distanz von über 

vier Metern vom Detonationspunkt noch schwere bis lebensbedrohliche Verlet-

zungen hätte herbeiführen können. Die USBV 2 wäre tatsächlich geeignet gewe-

sen, schwere Brandverletzungen von Personen und Sachschäden zu verursa-

chen bzw. zur Entzündung von brennbarem Material zu führen. Hinsichtlich der 

USBV 3 kam das FOR weiter zum Schluss, dass diese tatsächlich geeignet ge-

wesen wäre, Verletzungen von Personen sowie Sachschäden zu verursachen 

bzw. zur Entzündung von brennbarem Material zu führen (BA pag. 11-01-0057, 

-0060, -0062). 

Nach dem Gesagten steht zweifelsfrei fest, dass von den USBV eine erhebliche 

zerstörerische Gefahr ausging. Es handelt sich damit um Sprengstoff im Sinne 

von Art. 226 StGB. 

4.6.3 Der Beschuldigte hat mit dem Herstellen der drei USBV den objektiven Tatbe-

stand von Art. 226 Abs. 1 StGB erfüllt. 

4.7 Beweiswürdigung und Subsumtion subjektiver Tatbestand 

4.7.1 Der Beschuldigte gestand zu Beginn der Untersuchung ein, die USBV hergestellt 

zu haben, um K. verletzen zu wollen respektive ihm Verletzungen zuzufügen. 

Aus den glaubhaften Erstaussagen geht weiter hervor, dass er bereit war, die 

USBV 1-3 gegen K., die Mitglieder der Familie G. und gegen die ehemaligen 

Rivalen O. und P. seines Sohnes einzusetzen. Der Beschuldigte wusste, dass 

die drei hergestellten USBV zu verbrecherischem Zweck bestimmt waren. Die 

Erstaussagen des Beschuldigten sind glaubhaft, da sie sich unter etlichen Ge-

sichtspunkten auch objektivieren lassen: 

a) Dass der Beschuldigte bei der Herstellung und beim Herumschaffen der USBV 

Verletzungsabsichten bzw. verbrecherische Absichten hatte, ergibt sich bei der 

USBV 1 aufgrund der Konstruktionsweise mit den drei zusammengeklebten Böl-

lern mit Beiladung, namentlich den beigefügten Schrauben, Kugeln und Nägel. 

- 15 - 

SK.2022.40 

Es ist im Kontext mit der von ihm angegebenen Motivation (vgl. E. 4.5.1) kein 

anderer Verwendungszweck als die Verursachung eines erheblichen Schadens 

mit der Verletzung von Menschen wahrscheinlich. Bezeichnenderweise führte er 

aus, dass er die Schrauben dem Sprengkörper beigefügt habe, dass es «mehr 

Verletzungen» gäbe und die USBV 1 bei der Zündung unter die Haut gehe. In 

subjektiver Hinsicht wusste er somit um das Verletzungs-, Beschädigungs- und 

Zerstörungspotenzial der USBV. Es entsprach mithin seiner Intention, die Knall-

köper gegen Menschen und Sachen einzusetzen. 

b) Die vom Beschuldigten geschilderten Verletzungsabsichten decken sich auch 

mit der objektivierbaren Motivlage gegen K.: Der Beschuldigte war mit der Bezie-

hung seiner Tochter J. und K. nicht einverstanden und insbesondere nicht damit, 

dass ihm K. im Herbst 2021 den Kontakt mit seiner Enkelin R. sowie die Annä-

herung an deren Wohnort verbot. Sodann war der Beschuldigte mit der Bezie-

hung seines Sohnes D. mit L. nicht einverstanden und wollte darauf Einfluss neh-

men. Er fühlte sich insgesamt nicht hinreichend «respektiert» und wollte mit der 

Begehung der Sprengstoffdelikte insbesondere den Respekt von K. und L. sowie 

aufgrund einer angeblichen Geldschuld von M. erzwingen. Wie tief der Konflikt 

beim Beschuldigten gegenüber den genannten Personen liegt und wie negativ 

seine Haltung gegenüber ihnen ist, hat sich im vorliegenden Verfahren in prak-

tisch allen durchgeführten Einvernahmen deutlich gezeigt (BA pag. 13-00-0001 

ff.). Die zum Tatzeitpunkt vorhandenen Verletzungsabsichten sowie der tiefe 

Hass gegenüber K. und der Familie G. manifestierte sich im Übrigen auch im 

Rahmen der kontrollierten Haftkorrespondenz des Beschuldigten (vgl. E. 6.5.2; 

8.5.2). 

c) Die verbrecherische Absicht manifestierte sich geradezu exemplarisch bei den 

zum Sachverhaltskomplex 2 geschilderten Handlungen. Wie noch aufzuzeigen 

sein wird, fuhr der Beschuldigte am 26. Januar 2022 mit den USBV 1 und 2 an 

den Wohnort von K. und wartete in Verletzungsabsicht auf ihn (E. 6.3 – 6.7). 

Aufgrund dieses Vorgehens kann nur auf das Vorhandensein einer verbrecheri-

schen Absicht geschlossen werden. 

d) Dass der Beschuldigte bei der Herstellung mit verbrecherischer Absicht han-

delte, belegen auch in aller Deutlichkeit die Aussagen seines Sohnes D. (vgl. E. 

4.5.2). 

Nach dem Gesagten ist entgegen den Aussagen des Beschuldigten anlässlich 

der Schlusseinvernahme und Hauptverhandlung von einer Verletzungsabsicht 

auszugehen. 

4.7.2 Als Beweisergebnis steht fest, dass der Beschuldigte bereit war, mit dem Einsatz 

der USBV 1-3 Menschen und Sachen zu gefährden, wobei er die Verletzungen 

von Menschen mindestens eventualvorsätzlich in Kauf nahm. Er handelte in 

- 16 - 

SK.2022.40 

verbrecherischer Absicht. Damit ist der Tatbestand von Art. 226 Abs. 1 StGB 

auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

4.8 Der Beschuldigte hat die drei USBV mit den mindestens 5 verbauten pyrotechni-

schen Feuerwerkskörpern vom Typ «FP3 Petarda Blyskowa» gelagert und im 

Raum V. herumtransportiert. 

4.9 Der Beschuldigte hat den Tatbestand von Art. 226 Abs. 1 und Abs. 2 StGB auf 

rechtswidrige Weise erfüllt. Wie bereits aufgezeigt, hat er im Zustand der Schuld-

unfähigkeit gehandelt (vgl. E. 3) und sich somit nicht strafbar gemacht (Art. 19 

Abs. 1 StGB). 

5. Mehrfacher unbefugter Verkehr (Art. 37 Ziff. 1 SprstG); Sachverhaltskom-

plex 1 

5.1 Anklagevorwurf 

Die zur Herstellung der USBV 1 und 3 verwendeten Bodenknallkörper «FP3 Pe-

tarda Blyskowa» des polnischen Herstellers «Jorge» (vgl. E. 4.3.1; 4.3.2.2, zwei-

ter Abschnitt) seien in der Schweiz nicht zugelassen gewesen. Der Beschuldigte 

habe trotzdem am 24. Januar 2022 ohne Bewilligung ca. 25 Stück davon von 

Serbien in die Schweiz eingeführt, diese gelagert und umhergeschafft. 

5.2 Rechtliches 

Wegen unbefugten Verkehrs im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 lit. a des Bundesgeset-

zes über Sprengstoffe vom 25. März 1977 (Sprengstoffgesetz, SprstG; 

SR 941.41; Stand 1. Januar 2022) wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ohne Bewilligung oder entgegen Verboten 

dieses Gesetzes mit Sprengmitteln oder pyrotechnischen Gegenständen um-

geht, insbesondere solche herstellt, lagert, besitzt, einführt, abgibt, bezieht, ver-

wendet oder vernichtet. 

Als Verkehr gilt jeder Umgang mit Sprengmitteln und pyrotechnischen Gegen-

ständen, insbesondere das Herstellen, Lagern, Besitzen, Einführen, Abgeben, 

Beziehen, Verwenden und Vernichten (Art. 3 Abs. 1 SprstG). Sprengmittel und 

pyrotechnische Gegenstände dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie 

bei bestimmungsgemässer und sorgfältiger Verwendung das Leben und die Ge-

sundheit der Benützer und Dritter nicht gefährden (Art. 8a Satz 1 SprstG). Unbe-

ständige oder gegen äussere Einwirkungen besonders empfindliche Sprengmit-

tel und pyrotechnische Gegenstände dürfen weder hergestellt noch eingeführt 

werden. Im Zweifel ist der Zentralstelle für Sprengstoff und Pyrotechnik des Bun-

desamtes für Polizei vorher ein Muster zu unterbreiten (Art. 15 Abs. 1 SprstG).  

- 17 - 

SK.2022.40 

Gemäss Art. 7 SprstG sind pyrotechnische Gegenstände gebrauchsfertige Er-

zeugnisse mit einem Explosiv- oder Zündsatz, die nicht zum Sprengen, sondern 

zu andern industriellen, technischen oder landwirtschaftlichen Zwecken bestimmt 

sind (lit. a), oder bloss dem Vergnügen dienen, wie die Feuerwerkskörper (lit. b). 

Nach Art. 31 der Sprengstoffverordnung vom 27. November 2000 (SprstV; 

SR 941.411; Stand 1. Januar 2022) werden Bewilligungen zur Einfuhr (u.a.) von 

pyrotechnischen Gegenständen sowie von Schiesspulver von der Zentralstelle 

Explosivstoffe (ZSE) des Bundesamtes für Polizei erteilt. Ohne Bewilligung dür-

fen im Reiseverkehr Feuerwerkskörper der Kategorien F1–F3 eingeführt werden, 

ausgenommen am Boden knallende Feuerwerkskörper, mit einem Bruttogesamt-

gewicht von höchstens 2,5 kg (Art. 31 Abs. 2 SprstV). 

5.3 Unbestrittener Sachverhalt 

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte das Ausgangsmaterial für die USBV 1 

und 3, das heisst die pyrotechnischen Gegenstände «FP3 Petarda Blyskowa» 

des Herstellers «Jorge» in Serbien kaufte und bei seiner Einreise am 24. Ja-

nuar 2022 beim Grenzübergang Chiasso ohne erforderliche Bewilligung in die 

Schweiz einführte. In der Folge lagerte er die Sprengkörper bei sich zu Hause an 

der S.-Strasse in V. und transportiere sie im Raum V. im Auto seiner Tochter 

herum. Wie noch aufzuzeigen sein wird, betrifft dies auch die in der Anklage-

schrift zum Sachverhaltskomplex 2 und 3 geschilderten Transporte (vgl. E. 6 und 

E. 8). 

Dass die Einfuhr der Knallkörper unerlaubt war, ist dem Gutachten des FOR vom 

11. April 2022 zu entnehmen, wonach der Blitzknallkörper «FP3 Petarda 

Blyskowa» als «am Boden knallender pyrotechnischer Gegenstand» gilt (Art. 8a 

SprstG, Art. 31 SprstV). Die Blitzknallkörper sind daher für die Einfuhr in die 

Schweiz nicht zugelassen (BA pag. 11-01-0055; vgl. 11-01-0113 f. [Merkblatt der 

Zentralstelle für Sprengstoff und Pyrotechnik]). 

5.4 Umstrittener Sachverhalt 

Strittig ist einzig, wie viele Bodenknallkörper «FP3 Petarda Blyskowa» des polni-

schen Herstellers «Jorge» der Beschuldigte am 24. Januar 2022 ohne Bewilli-

gung von Serbien in die Schweiz einführte, lagerte und umherschaffte. 

5.5 Beweismittel 

5.5.1 Der Beschuldigte sagte am 21. Juni 2022 aus, dass er in Serbien vielleicht 

20 Stück der Böller gekauft habe. Er habe aber höchstens 7 Petarden in die 

Schweiz gebracht. Es seien vielleicht 4 bis 5 Stück gewesen. Er habe die Böller 

in die Schweiz gebracht, damit er sich Probleme verursache. Indes habe er nicht 

https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20002454/index.html#fn-#a31-1

- 18 - 

SK.2022.40 

gewusst, dass die «FP3 Petarda Blyskowa» in der Schweiz verboten seien 

(BA pag. 13-00-0037 ff.). 

5.5.2 D. sagte am 27. April 2022 aus, dass er zwei oder drei Packungen polnischer 

Böller mit glaublich 25 Stück gesehen habe, als er am 25. Januar 2022 Sachen 

aus seinem alten BMW in das Auto von C. umgeladen habe. Es sei «PL» auf den 

Böllern gestanden. Das stehe für Polen. Sie seien etwa 5 cm lang gewesen und 

hätten einen Durchmesser von 1,5 cm gehabt. Von diesen Böllern habe sein Va-

ter A. auch noch in Serbien. Die Böller seien aus Serbien mitgebracht worden 

(BA pag. 12-02-0030 f.). 

5.6 Beweiswürdigung 

5.6.1 In objektiver Hinsicht 

Es besteht in Bezug auf die Anzahl der importierten pyrotechnischen Gegen-

stände eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Aussagen des Beschuldigten 

und seinem Sohn D. Die Aussagen des Beschuldigten zur Anzahl der eingeführ-

ten Böller zeugen vom Bestreben, die Anzahl möglichst gering zu halten. Die 

Aussagen sind zudem inkonsistent. Die genannte Anzahl schwankt zwischen 

4 und 20 Stück. Die Aussagen von D. sind hingegen bemerkenswert reich an 

Details zu den gesehenen Böllern. So fiel ihm etwa die Bezeichnung «PL» auf, 

welche auf den Böllern aufgedruckt ist und er konnte die Ausmasse der Knallkö-

per sehr gut beschreiben. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, weshalb D. seinen Va-

ter unnötig hätte belasten sollen. Seine Aussagen sind daher glaubhaft. Es ist 

daher auf seine Aussagen abzustellen, wonach sein Vater eine Packung à 

25 Stück «FP3 Petarda Blyskowa» in die Schweiz einführte, lagerte und herum-

führte. 

5.6.2 In subjektiver Hinsicht 

Beweismässig ist erwiesen, dass der Beschuldigte um die Gefährlichkeit der py-

rotechnischen Gegenstände wusste (E. 4.5.2). Er ging davon aus, dass ihm die 

Einfuhr der Böller Probleme schaffen würde. In subjektiver Hinsicht ist somit er-

stellt, dass er die Bewilligungspflicht zur Einfuhr der Knallkörper zumindest für 

möglich hielt. Ein Rechtsirrtum und dessen hohe Anforderungen liegen a priori 

nicht vor. 

Der angeklagte Sachverhalt ist erstellt. 

5.7 Subsumtion 

5.7.1 Indem der Beschuldigte bei seiner Einreise in die Schweiz 25 Stück «FP3 Pe-

tarda Blyskowa» und damit Sprengstoff im Sinne des Sprengstoffgesetzes mit 

sich führte, ohne über eine entsprechende Bewilligung zu verfügen, lagerte und 

umherschaffte, hat er den objektiven Tatbestand von Art. 37 Ziff. 1 SprstG erfüllt. 

- 19 - 

SK.2022.40 

Wie bereits aufgezeigt (E. 5.6.2) bestehen keine Zweifel, dass er zumindest 

eventualvorsätzlich handelte. 

5.7.2 Im Ergebnis hat der Beschuldigte den Tatbestand des mehrfachen unbefugten 

Verkehrs mit Sprengmitteln im Sinne von Art. 37 Ziff. 1 SprstG erfüllt. 

5.8 Der Beschuldigte war im angeklagten Zeitraum nicht schuldfähig (E. 3). Er hat 

sich somit nicht strafbar gemacht (Art. 19 Abs. 1 StGB). 

5.9 Konkurrenzen 

5.9.1 Gemäss Art. 40 Abs. 1 SprstG schliessen die Art. 224–226 StGB die Strafen nach 

dem Sprengstoffgesetz nur aus, wenn damit die Tat nach dem Unrechtsgehalt 

und dem Verschulden allseitig abgegolten wird. Die Strafbestimmungen des 

Sprengstoffgesetzes sind gemäss Lehre daher gegenüber denjenigen von 

Art. 224 StGB (und Art. 226 StGB) subsidiär (ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB 

N. 12). Obschon das durch das Sprengstoffgesetz geschützte Rechtsgut mit 

demjenigen von Art. 224 ff. StGB korrespondiert (Schutz der Allgemeinheit vor 

Gefährdung durch Sprengstoff), beanspruchen die Strafbestimmungen des 

Sprengstoffgesetzes nach dem Willen des Gesetzgebers somit grundsätzlich zu-

sätzlich Geltung. Anders verhält es sich nur, wenn die Bestrafung durch die kern-

strafrechtlichen Bestimmungen die nebenstrafrechtlichen Gefährdungsaspekte 

mitabgilt. Dies ist etwa der Fall, wenn die inkriminierte Handlung im Zusammen-

hang mit Sprengstoff sowohl in Bezug auf Art. 224 ff. StGB als auch in Bezug auf 

Art. 37 ff. SprstG dieselbe natürliche Handlung beinhaltet (Idealkonkurrenz). 

Gleich verhält es sich, wenn inkriminierte Handlungen gemäss Art. 224 ff. StGB 

zwangsläufig respektive naturgemäss mit einer Verletzung des SprstG einherge-

hen. Es ist mithin im Einzelfall zu entscheiden, ob die Verurteilung gemäss 

Art. 224 ff. StGB die Gefährdung der Allgemeinheit in objektiver und subjektiver 

Hinsicht integral abgilt, sodass die Strafbestimmungen des SprstG konsumiert 

werden (anders in Bezug auf Art. 224 StGB ROELLI, a.a.O., Art. 224 StGB N. 12 

[Subsidiarität]). 

5.9.2 Es stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen den Tathandlungen des 

Herstellens der USBV 1 und 3 (Art. 226 Abs. 1 StGB) und dem unbefugten Ver-

kehr der «FP3 Petarda Blyskowa» (Art. 37 Ziff. 1 SprstG). Vorliegend sind die 

Handlungen, welche die Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz begrün-

den, als eigenständige Handlungen mit eigenem Unrechtsgehalt zu qualifizieren, 

sofern sie keinen Sachzusammenhang mit den hergestellten USBV haben. Die-

jenigen Widerhandlungen, welche Bestandteil der Tathandlung nach Art. 226 

Abs. 1 StGB darstellen, sind hingegen vom Unrechtsgehalt bereits abgegolten. 

Das betrifft die insgesamt fünf pyrotechnischen Gegenstände, welche für den 

Bau der USBV 1 und 3 verwendet wurden (vgl. E. 4.3.2.2, dritter Abschnitt). Bei 

diesen ist der Unrechtsgehalt des unbefugten Verkehrs von Sprengstoffen i.S.v. 

Art. 37 Ziff. 1 SprstG in casu als vom Herstellen des Sprengstoffes gemäss 

- 20 - 

SK.2022.40 

Art. 226 Abs. 1 StGB mitumfasst und allseitig abgegolten; es ist insofern von un-

echter Konkurrenz (Konsumtion) auszugehen, sodass diesbezüglich eine An-

wendung des Tatbestands von Art. 37 Ziff. 1 SprstG ausser Betracht fällt. Bei 

den übrigen 20 pyrotechnischen Gegenständen besteht zwischen Art. 37 Ziff. 1 

SprstG und Art. 226 Abs. 1 StGB echte Konkurrenz. 

6. Strafbare Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung 

(Art. 260bis Abs. 1 lit. c StGB); Sachverhaltskomplex 2 

6.1 Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten weiter vor, er habe im Zeitraum 

vom 24. bis 26. Januar 2022 in V. und in den Wochen zuvor in Serbien eine 

Vielzahl an planmässig konkreten Vorkehrungen getroffen, um K. sowie dessen 

«Freunden» eine schwere Körperverletzung zuzufügen. Er sei am 26. Ja-

nuar 2022 zwischen ca. 04.00 Uhr und ca. 05.00 Uhr morgens mit den USBV 1 

und 2, Waffen (Gasdruckpistole, Schlagrute sowie ein Butterflymesser), einer 

Sturmhaube und einem «getarnten» Fahrzeug zum Wohnort von K. gefahren und 

habe rund eine Stunde lang auf ihn gewartet, dass er sein Domizil verlassen 

würde. Er habe die Absicht gehabt, K. irreversible und lebensgefährliche Verlet-

zungen zuzufügen. 

6.2 Rechtliches 

6.2.1 Gemäss Art. 260bis Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe bestraft, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische 

Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine 

der folgenden – in Abs. 1 lit. a bis j genannten – strafbaren Handlungen auszu-

führen, worunter unter anderem eine schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB 

[lit. c]) fällt. Führt der Täter aus eigenem Antrieb die Vorbereitungshandlungen 

nicht zu Ende, so bleibt er straflos (Abs. 2). 

6.2.2 Der objektive Tatbestand von Art. 260bis Abs. 1 StGB erfordert zunächst das Vor-

handensein von Vorbereitungshandlungen, welche sich vor dem Erreichen der 

Schwelle zum Versuch zu verwirklichen haben (CORBOZ, Les infractions en droit 

suisse, Band II, 3. Aufl., Art. 260bis StGB N. 5; BGE 117 IV 396 E. 3). 

6.2.3 Wo das Gesetz Vorbereitungshandlungen als strafbar erklärt, ist Strafbarkeit al-

lerdings nur vorgesehen, wenn äussere Akte des Täters auf eine solche Intensität 

des deliktischen Willens schliessen lassen, dass eine Ausführung der Straftat 

normalerweise bevorsteht (BGE 111 IV 157 E. 2a). Die Vorkehrungen müssen 

planmässig und konkret sein, d.h. es müssen mehrere überlegt ausgeführte 

Handlungen gegeben sein, die im Rahmen eines deliktischen Vorhabens eine 

- 21 - 

SK.2022.40 

bestimmte Vorbereitungsfunktion haben (BGE 111 IV 150 E. 4b; 111 IV 158 

E. 2b). Das Vorliegen eines Plans muss aus einer Mehrzahl von auf dasselbe 

Ziel – nämlich die Verübung eines deliktischen Vorhabens – gerichteten Hand-

lungen ersichtlich sein (TRECHSEL/VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Pra-

xiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 260bis StGB N. 4; ENGLER, Basler Kommentar, 

4. Aufl. 2019, Art. 260bis StGB N. 7). Hinreichend konkretisiert sind Vorbereitungs-

handlungen, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 

Lebenserfahrung zur Verwirklichung der betreffenden Tatbestände geeignet er-

scheinen (ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 8). Die konkreten Vorbereitungen 

müssen so weit gediehen sein, dass objektiv die verbrecherische Absicht eindeu-

tig erkennbar ist, und sich das Verhalten nicht anders deuten lässt, als auf eine 

der in Art. 260bis StGB aufgelisteten Taten ausgerichtet (TRECHSEL/VEST, a.a.O., 

Art. 260bis StGB N. 6). Das Gesetz verlangt hingegen nicht, dass die Vorkehrun-

gen auf ein nach Ort, Zeit und Begehungsweise bereits hinreichend konkretisier-

tes Delikt Bezug haben (BGE 111 IV 158 E. 2b). 

6.2.4 Die Vorkehrungen müssen technischer oder organisatorischer Art sein. Vorkeh-

rungen technischer Art sind das Beschaffen und Bereitstellen von Deliktswerk-

zeugen und anderen Hilfsmitteln zur Tatausführung, wie beispielsweise das Her-

stellen von Brandsätzen für Brandstiftungen (WOHLERS/GODENZI/SCHLEGEL, 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 260bis 

StGB N. 2; CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 14) oder das Bereitstellen der 

Mittel zu einer Entführung, vom Auto mit gefälschten Kontrollschildern bis zu den 

als Versteck vorgesehenen Räumen (STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches 

Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl. 2013, § 40 N. 6). Im Falle von gewöhnlichen 

Vorkehrungen, wie Kauf von Handschuhen oder eines Rucksackes, ist das Vor-

handensein zusätzlicher Elemente nötig, die diese als im Sinne von Art. 260bis 

StGB zu wertende technische Vorkehrungen erscheinen lassen (CORBOZ, a.a.O., 

Art. 260bis StGB N. 14 in fine). Die Beschaffung von Informationen wird als tech-

nische Vorkehr betrachtet (TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 3). Orga-

nisatorische Vorkehrungen sind demgegenüber alle Vorkehren nicht technischer 

Art, die den reibungslosen Ablauf der beabsichtigten Straftat ermöglichen sollen, 

wie beispielsweise die Rollenverteilung zwischen Mittätern (BGE 111 IV 150; 118 

IV 367 f.; WOHLERS/GODENZI/SCHLEGEL, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 2). Im Allge-

meinen geht es bei den organisatorischen Vorkehrungen um die Planung des 

Ablaufs (TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 3). Darunter fallen auch Au-

genscheinnahmen (CORBOZ, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 15). 

6.2.5 In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, nicht nur bezüglich der Vorberei-

tungshandlungen selber, sondern auch hinsichtlich der geplanten Tat (TRECH-

SEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 7). Der Täter muss seine Vorkehrungen 

- 22 - 

SK.2022.40 

wissentlich und willentlich treffen. Durch das objektive Tatbestandsmerkmal der 

Planmässigkeit ist bei den Vorbereitungshandlungen Eventualvorsatz ausge-

schlossen (ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 12), mit Ausnahme der in Aussicht 

genommenen Straftat, deren Art im Sinne von Art. 260bis StGB bloss zumindest 

in Kauf genommen werden muss (WEDER, StGB Kommentar, 20. Aufl. 2018, 

Art. 260bis StGB N. 11; TRECHSEL/VEST, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 7; DUPUIS ET 

AL. [Hrsg.], Petit commentaire, CP, 2. Aufl. 2017, Art. 260bis StGB N. 16). Dabei 

muss die Vorstellung des Täters hinsichtlich der Präzisierung der Tat nicht über 

die Verwirklichung des objektiven Tatbestands hinausgehen (ENGLER, a.a.O., 

Art. 260bis StGB N. 12). 

6.3 Unbestrittener Sachverhalt 

6.3.1 Die angeklagten strafbaren Vorbereitungshandlungen sind in objektiver Hinsicht 

erstellt und unbestritten (TPF pag. 6.721.030 Z. 2). Der Beschuldigte stellte die 

USBV 1 und 2 her und führte den Sprengstoff sowie die Waffen einsatzbereit mit 

sich (vgl. E. 4.3.1; 4.3.2.3; 5.1). Die Sprengköper USBV 1 und 2, Waffen und der 

Radmutterschlüssel waren darauf ausgerichtet und tatsächlich geeignet, Men-

schen schwer zu verletzen. Schliesslich organisierte sich der Beschuldigte eine 

Sturmhaube, welche ihm beim Einsatz der Tatmittel ermöglicht hätte, für jeder-

mann unerkannt zu bleiben (BA pag. 08-00-0014 f.; 10-01-0063). Sodann ist un-

bestritten, dass er einen Teil des Nummernschildes abdeckte, um die Fahndung 

nach ihm bzw. seine Ortung zu erschweren. Am 26. Januar 2022 wartete er um 

05.00 Uhr mit den USBV 1 und 2 und den Waffen rund 1 Stunde vor dem Haus 

von K., damit dieser sein Domizil verlassen würde. 

6.3.2 Das Geständnis des Beschuldigten deckt sich mit folgender Aktenlage: 

6.3.2.1 Die Ermittlungen der Polizei B. ergaben, dass der Beschuldigte ab dem 25. Ja-

nuar 2022, ca. ab 14.00 Uhr, das Auto seiner Tochter C. zum Gebrauch organi-

sierte und die USBV 1 und 2, Waffen und eine Sturmhaube mit sich führte und 

zur Verwendung bereit hielt. Aus dem Ermittlungsbericht der Polizei B. vom 

22. März 2022 sowie den Aussagen seiner Tochter C. geht weiter hervor, dass 

er die letzten Ziffern des hinteren Nummernschilds des Fahrzeugs sowie einen 

Teil des vorderen Nummernschilds mit Klebeband abdeckte (BA pag. 12-04-

0015 f.; 10-01-0028 f., -0063, 0108 f, -0110). 

6.3.2.2 Am 26. Januar 2022 wurden im Zusammenhang mit der Verhaftung des Beschul-

digten im Fahrzeug sowie an seinem Wohnort die USBV 1 und 2, Waffen (Gas-

druckpistole, Schlagrute, Pfefferspray sowie ein Butterflymesser) sowie eine 

Sturmhaube sichergestellt (BA pag. 08-00-0014 ff., -0018 ff., -0026 f.; 10-01-

0063). 

  

- 23 - 

SK.2022.40 

6.4 Bestrittener Sachverhalt 

Strittig ist einzig, ob der Beschuldigte die Vorbereitungshandlungen aus eigenem 

Antrieb nicht zu Ende führte (TPF pag. 6.721.030). Diesen Einwand brachte die 

Verteidigung anlässlich ihres Plädoyers vor. Ausserdem ist strittig, ob der Be-

schuldigte die Vorbereitungshandlungen traf, um K. am Körper schwer zu verlet-

zen. 

6.5 Beweismittel 

6.5.1 Der Beschuldigte sagte am 26. und 27. Januar 2022, 10. Februar 2022 und 

21. Juni 2022 aus, dass er die USBV hergestellt habe, weil er K. habe verletzen 

wollen. 3 Stück (gemeint: pyrotechnische Gegenstände) hätten einfach mehr 

Kraft. Die USBV seien mit Schrauben und Kugeln versehen gewesen, damit es 

mehr Verletzungen gebe. Die Waffen und die USBV seien für K. gedacht gewe-

sen. Die Waffen seien gedacht gewesen, damit er auf K. hätte schiessen können. 

Damit er ihm ins Auge, Knie oder sonst wohin hätte schiessen können. Er habe 

ihn erschiessen wollen. Zum mitgeführten Radmutterschlüssel führte er aus, 

dass dieser geeignet gewesen sei, die Schrauben des Fahrzeugs von K. zu lö-

sen, damit er einen Unfall verursache. Er habe ihn nicht umbringen wollen, aber 

es ihm richtig zeigen. Er habe ihm für immer sein Knie und die Hände abschnei-

den wollen. Zum Tatablauf sagte er aus, dass er in der Nacht vom 25. auf den 

26. Januar 2022 um ca. 05.00 Uhr in Z. bei K. angekommen sei. Er habe auf K. 

gewartet und sich versteckt, bis er mit dem Hund rauskomme. K. sei nicht raus-

gekommen. Um ca. 06.00 bzw. 06.15 Uhr sei er dann gegangen, weil er einen 

Termin beim Hausarzt gehabt habe. Er habe keine Ahnung, wieso er K. habe 

verletzen wollen. 

Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 21. Juni 2022 machte er geltend, er 

habe nicht so ausgesagt. Man habe ihn falsch verstanden. Er habe niemanden 

verletzen wollen (BA pag.13-00-0002, -0004, -0007 ff., -0013, -0021, -0043,  

-0050 f., vgl. 12-04-0016).  

6.5.2 Der kontrollierten Haftkorrespondenz des Beschuldigten ist zu entnehmen, dass 

er neben dem Namen von K. das Totenkreuz malte. Sodann teilte er in einem 

Brief an seinen Sohn D. mit, dass er wegen K. wütend und entschlossen gewe-

sen sei. Es sei nur K. in seinem Kopf gewesen. Er habe es kaum erwarten kön-

nen, dass er nach draussen gekommen wäre, damit er ihm direkt in die Augen 

hätte sehen können. K. hätte dann niemand retten können. Er habe sich ge-

wünscht, dass K. in dieser Situation seiner Wut und Stärke herausgekommen 

wäre. Er hätte für 10 K. die Kraft und Kondition gehabt, um diese zusammenzu-

schlagen (BA pag. 06-01-0069; 06-02-0007 ff.). 

6.5.3 Im Zeitraum vom 24. Januar bis 26. Januar 2022 suchte der Beschuldigte durch 

diverse Sprach- und Videonachrichten an K. den Konflikt mit diesem. So sandte 

- 24 - 

SK.2022.40 

er ihm beispielsweise über die App Viber eine Videodatei, in welcher er ein 

schwarzes Kopftuch trägt. Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 

21. Juni 2022 gestand er, dass er damit habe sagen wollen, dass er sehr gefähr-

lich sein könne (BA pag. 13-00-0049 Z. 17 ff.). 

6.5.4 Zum Motiv des Beschuldigten befragt, sagte K. am 8. Februar 2022 aus, dass es 

bei den Meinungsverschiedenheiten mit ihm meistens darum gegangen sei, dass 

er ihm verboten habe, seine Tochter zu sehen (BA pag. 12-05-0004 f.). 

6.5.5 Zu den Verletzungsabsichten des Beschuldigten sagte L. am 23. Februar 2022 

aus, dass dieser ihr gesagt habe, dass er nach Z. gehen wolle, um K. zusam-

menzuschlagen (BA pag. 12-01-0017). 

6.6 Beweiswürdigung 

6.6.1 In objektiver Hinsicht 

6.6.1.1 Rechtsanwältin Akermann wandte ein, der Beschuldigte habe zwar «den Tatbe-

stand der strafbaren Vorbereitungshandlungen von Art. 260bis Abs. 1 lit c StGB 

erfüllt» (TPF pag. 6.721.030 Z. 2). Der Beschuldigte sei aber selbstständig und 

ohne Einfluss äusserer Umstände vom Wohnort von K. wieder weggefahren, 

weshalb er von seinem kriminellen Vorhaben Abstand genommen habe. Der Be-

schuldigte bleibe daher im Sinne von Art. 260bis Abs. 2 StGB straflos 

(TPF pag. 6.721.030, -031 f.). 

6.6.1.2 Durch das Herstellen der USBV 1 und 2, das Beschaffen der Waffen und einer 

Sturmhaube, insbesondere das Mitsichführen dieser Gegenstände im Auto, mit 

welchen er in der Folge zum Wohnort von K. fuhr und rund 1 Stunde auf ihn 

wartete, in der Hoffnung, dass er sein Domizil verlassen würde, waren die Vor-

bereitungshandlungen abgeschlossen. Unter diesen Umständen ist ein Rücktritt 

der Tat ausgeschlossen. Selbst wenn man schlösse, dass die Vorbereitungs-

handlungen noch nicht abgeschlossen wären, würde für die Anwendung des 

Strafausschlussgrundes von Art. 260bis Abs. 2 StGB kein Raum bleiben. Der Be-

schuldigte hat nicht aus eigenem Antrieb die Vorbereitungshandlungen nicht zu 

Ende gebracht, sondern aus äusseren, nicht von ihm beeinflussbaren Umstän-

den: K. verliess seinen Wohnort nicht und der Beschuldigte verliess den Ort, weil 

er einen Arzttermin hatte. Es läge somit kein aus eigenem Antrieb erfolgtes Ab-

standnehmen von der Tat vor. 

Der angeklagte Sachverhalt ist erstellt. 

6.6.2 In subjektiver Hinsicht 

6.6.2.1 Zu prüfen ist, ob der Beschuldigte die Vorbereitungshandlungen traf, um K. am 

Körper schwer zu verletzen. 

- 25 - 

SK.2022.40 

6.6.2.2 Im Sachverhaltskomplex 1 (Herstellung der USBV) wurde dargelegt, weshalb in 

Bezug auf die verbrecherische Absicht auf die Erstaussagen des Beschuldigten 

abzustellen ist. Es kann vorliegend bezogen auf die Verletzungsabsicht sinnge-

mäss auf die Erwägungen 4.7.1 f. zum Sachverhaltskomplex 1 verwiesen wer-

den. Die Erstaussagen des Beschuldigten sind glaubhaft, da sie sich unter etli-

chen Gesichtspunkten objektivieren lassen. So manifestiert sich die Verletzungs-

absicht geradezu exemplarisch anhand der geschilderten Vorbereitungshandlun-

gen (vgl. E. 6.3.1 f.). Aber auch die Haftkorrespondenz des Beschuldigten bringt 

deutlich zum Ausdruck, dass er K. schwer verletzen wollte. Dass das Verhältnis 

zu K. sehr schlecht und von Hass geprägt war, belegen auch die Aussagen sei-

ner Kinder und von L. Tatsächlich bejahte der Beschuldigte denn auch in der 

Schlusseinvernahme, dass das Verhältnis sehr schlecht sei, weil K. ihn immer 

beleidigt, unterdrückt und gedemütigt habe. (vgl. BA pag. 12-04-0018 ff.; 12-01-

0010 ff., -0023 ff.; 13-00-0048). Die Motivlage des Beschuldigten untermauert 

seine Verletzungsabsichten. In Anbetracht des Dargelegten erscheint die Vernei-

nung der Verletzungsabsichten anlässlich der Schlusseinvernahme unglaubhaft. 

Im Ergebnis waren alle Vorbereitungshandlungen konkret darauf ausgerichtet, 

um K. beim geplanten Aufeinandertreffen absichtlich schwere Körperverletzun-

gen zufügen zu können. 

Der angeklagte Sachverhalt ist erstellt. 

6.7 Subsumtion 

Der Beschuldigte hat mit den Vorbereitungshandlungen (vgl. E. 6.3.1 f.) plan-

mässig konkrete technische und organisatorische Vorkehrungen getroffen, um 

K. eine schwere Körperverletzung zuzufügen. Der objektive und subjektive Tat-

bestand von Art. 260bis Abs. 1 lit. c StGB ist erfüllt. 

6.8 Der Beschuldigte hat im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbestand von 

Art. 260bis Abs. 1 lit. c StGB erfüllt (vgl. E. 3). Er hat sich somit nicht strafbar 

gemacht (Art. 19 Abs. 1 StGB). 

6.9 Konkurrenz 

Soweit sich der Tatbestand von Art. 226 StGB – insbesondere die Herstellung 

und das Umherschaffen der USBV 1 und 2 – mit dem Tatbestand von Art. 260bis 

Abs. 1 lit. c StGB überschneidet, da die Herstellung ein Bestandteil der Vorberei-

tungshandlungen darstellt, so liegt aus folgenden Gründen echte Konkurrenz 

zwischen diesen Tatbeständen vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_719/2011 

vom 12. November 2021 E. 5.2.1): 

Einerseits sind unterschiedliche Rechtsgüter betroffen, und zwar (insbesondere) 

der öffentliche Frieden bei Art. 260bis StGB (ENGLER, a.a.O., Art. 260bis StGB N. 3) 

bzw. Gemeingefahr bei Art. 226 StGB (TRECHSEL/CONINX, a.a.O., Vor Art. 221 

- 26 - 

SK.2022.40 

StGB N. 1). Andererseits wurde durch das Herstellen der nicht handhabungssi-

cheren und hochgefährlichen USBV eine Gefahr für die Allgemeinheit geschaffen 

– die verbrecherische Absicht bezog sich beim Einsatz der USBV nicht nur auf 

K., sondern auch auf Unterstützer von diesem bzw. zufällig anwesende Perso-

nen. Demgegenüber bezogen sich die Vorbereitungshandlungen auf eine 

schwere Körperverletzung primär zum Nachteil eines Individuums, namentlich K. 

7. Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Art. 33 StGB); Sachverhalts-

komplex 2 

7.1 Anklagevorwurf 

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, er habe im Zusammen-

hang mit den Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung zum 

Nachteil von K. (vgl. E. 6) ab dem 24. Januar 2022 bis zu seiner Verhaftung am 

frühen Vormittag vom 26. Januar 2022 eine einsatzbereite Gasdruckpistole, eine 

Schlagrute sowie ein Butterflymesser mit sich geführt, ohne dazu berechtigt zu 

sein. Er habe wissentlich und willentlich gehandelt. 

7.2 Rechtliches 

7.2.1 Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör 

und Munition vom 20. Juni 1997 (Waffengesetz, WG; SR 514.54) macht sich un-

ter anderem strafbar, wer vorsätzlich (Art. 333 Abs. 1 i.V.m. Art. 12 Abs. 2 StGB) 

ohne Berechtigung Waffen erwirbt, besitzt, oder trägt. 

7.2.2 Als Waffen gelten unter anderem Schmetterlingsmesser, Schlagruten und CO2-

Waffen, die eine Mündungsgeschwindigkeit von mindestens 7,5 Jule entwickeln 

oder aufgrund ihres Aussehens mit echten Feuerwaffen verwechselt werden kön-

nen (Art. 4 Abs. 1 lit. c WG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 WV [Schmetterlingsmesser]; Art. 4 

Abs. 1 lit. d [Schlagrute] und lit. f [CO2-Waffen] WG). 

7.2.3 Zum Besitz einer Waffe ist berechtigt, wer den Gegenstand rechtmässig erwor-

ben hat (Art. 12 WG). Das Waffengesetz unterstellt gewisse Waffen einem Er-

werbsverbot (Art. 5 Abs.1-2 WG; sog. verbotene Waffen). So ist namentlich der 

Erwerb von Messern nach Art. 4 Abs. 1 lit. c WG und Schlaggeräten nach Art. 4 

Abs. 1 lit. d WG in der Schweiz – seit dem Inkrafttreten des Waffengesetzes am 

1. Januar 1999 – verboten (Art. 5 Abs. 2 lit. a und lit. b WG) und nur mit einer 

Ausnahmebewilligung zulässig (Art. 5 Abs. 6 WG). Im Übrigen wird zum Erwerb 

einer nicht verbotenen Waffe grundsätzlich ein Waffenerwerbsschein benötigt 

(Art. 8 Abs. 1 WG; sog. bewilligungspflichtige Waffen). Erforderlich ist jedoch, 

dass ein schriftlicher Vertrag zur Übertragung solcher Waffen abgeschlossen und 

aufbewahrt wird (Art. 11 WG). 

- 27 - 

SK.2022.40 

7.2.4 Wer eine Waffe an öffentlich zugänglichen Orten tragen will, benötigt – vorbe-

hältlich der vorliegend nicht interessierenden Ausnahmen gemäss Art. 27 Abs. 4 

WG – eine Waffentragbewilligung (Art. 27 Abs. 1 Satz 1 WG). 

7.3 Unbestrittener Sachverhalt 

7.3.1 Beweismässig ist erstellt und unbestritten, dass der Beschuldigte im Zeitraum 

vom 24. bis 26. Januar 2022 im Raum V. im Auto von seiner Tochter C. eine 

CO2-Gasdruckpistole, eine Schlagrute und ein Butterflymesser mit sich führte 

(BA pag. 06-01-0005; 08-00-0014 ff.; 10-01-0031, -0063). 

7.3.2 Das Geständnis des Beschuldigten deckt sich mit der Aktenlage. Aufgrund der 

Aussage des Beschuldigten bei der Schlusseinvernahme ist erwiesen, dass er 

die Waffen aus Serbien mitbrachte. Er habe aber nicht daran gedacht, dass diese 

Objekte in der Schweiz als Waffen gelten würden (BA pag. 13-00-0053 f.). Der 

Beschuldigte verfügte über keinerlei waffenrechtliche Bewilligung bzw. schriftli-

chen Vertrag für die vorgenannten Gegenstände (TPF pag. 6.721.034). Nach 

dem Gesagten ist der Anklagesachverhalt in objektiver Hinsicht erstellt. 

7.4 Subsumtion 

Der Beschuldigte erwarb und besass Waffen (Schmetterlingsmesser, Schlagrute 

und CO2-Waffe) im Sinne von Art. 4 Abs. 1 lit. c, d und f WG. Er verfügte über 

keinerlei Bewilligung bzw. Vertrag zum Erwerb und Besitz dieser Waffen. Dem-

nach hat er die Waffen nicht rechtmässig erworben und somit ohne Berechtigung 

besessen. Der objektive Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG ist somit in 

rechtswidriger Weise erfüllt. In subjektiver Hinsicht hat der Beschuldigte die Waf-

fen vorsätzlich und in Kenntnis, dass er nicht über die Berechtigung verfügte, in 

die Schweiz gebracht und besessen; anderes macht er jedenfalls nicht geltend. 

Somit ist auch der subjektive Tatbestand erfüllt. Die Behauptung des Beschul-

digten, er habe die rechtliche Qualifikation der Gegenstände als Waffe nicht er-

kannt, ändert an der vorsätzlichen Begehung der Tat nichts. Für Vorsatz genügt 

eine sog. Parallelwertung in der Laiensphäre. Das Wissen um die Strafbarkeit 

gehört nicht zum Vorsatz, weshalb ein allfälliger Subsumtionsirrtum insoweit irre-

levant ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_274/2021 vom 1. Dezember 2021 

E. 1.4.1). Im Ergebnis hat der Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tat-

bestand von Art.  3 Abs. 1 lit. a WG mehrfach erfüllt. 

7.5 Der Beschuldigte hat im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbestand der Wi-

derhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG mehr-

fach erfüllt (vgl. E. 3). Er hat sich somit nicht strafbar gemacht (Art. 19 Abs. 1 

StGB). 

  

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SK.2022.40 

8. Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-

sicht (Art. 224 Abs. 1 StGB); Sachverhaltskomplex 3 

8.1 Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 26. Januar 2022, ca. um 

04:00 Uhr, an der T.-Strasse in V., in verbrecherischer Absicht die aus mindes-

tens zwei Bodenknallkörpern des Typs «FP3 Petarda Blyskowa» bestehende 

USBV 3 auf den Balkon der Familie G. geworfen, wobei der Balkon-Teppich be-

schädigt und weitere Gegenstände auf dem Balkon konkret gefährdet worden 

seien. Er habe beabsichtigt, die Familie G. einzuschüchtern. Er habe wissentlich 

und willentlich gehandelt und um die zerstörerische Kraft der USBV 3 gewusst. 

8.2 Rechtliches 

8.2.1 Nach Art. 224 Abs. 1 StGB macht sich strafbar, wer vorsätzlich und in verbreche-

rischer Absicht durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Men-

schen oder fremdes Eigentum in Gefahr bringt.  

8.2.2 Objektiver Tatbestand 

8.2.2.1 In Bezug auf den Sprengstoffbegriff und die Voraussetzungen, unter welchen py-

rotechnische Gegenstände darunter zu qualifizieren sind, ist auf Erwägung 4.2.3 

zu verweisen. 

8.2.2.2 Art. 224 StGB ist ein konkretes Gefährdungsdelikt und setzt objektiv voraus, dass 

der Täter durch Sprengstoffe oder giftige Gase Leib und Leben von Menschen 

oder fremdes Eigentum konkret in Gefahr bringt (Urteile des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.2; 6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 

E. 4.2.5; BGE 115 IV 111 E. 3b S. 113; 103 IV 241 E. I.1). Die konkrete Gefähr-

dung ist gegeben, wenn eine Verletzung nicht nur möglich, sondern nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge wahrscheinlich ist (Urteil des Bundesgerichts 

6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; BGE 103 IV 241 E. I.1). Massgebend 

sind die tatsächlichen Umstände des konkreten Falles. Die Gefahr muss nicht 

einer Mehrzahl von Personen oder Sachen von grosser Substanz gelten; es ge-

nügt die gezielte Gefährdung eines Menschen oder einer fremden Sache, aber 

gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausschliesslich unter 

der Voraussetzung, dass sie nicht im Voraus individuell bestimmt, sondern vom 

Zufall ausgewählt ist. Die besondere Verwerflichkeit des gemeingefährlichen De-

likts wird erst dadurch begründet, dass die Opfer unbeteiligte Drittpersonen sind, 

die nicht individuell ausgewählt wurden und für den Täter als Repräsentanten der 

Allgemeinheit erscheinen. Um die Allgemeinheit zu repräsentieren, müssen die 

Rechtsgüter vom Zufall ausgewählt sein, selbst wenn im Augenblick des Angriffs 

bereits feststeht, wen es treffen kann (BGE 148 IV 242 E. 2 f. [sog. Repräsenta-

tionstheorie]). Wie die Gefährdung zu erfolgen hat, umschreibt das Gesetz nicht. 

- 29 - 

SK.2022.40 

Für die Erfüllung des Tatbestandes genügt jeder wie auch immer geartete Um-

gang mit Sprengstoff oder giftigen Gasen, sofern nur der Gefährdungserfolg ein-

tritt (Urteile des Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 

6B_1248/2017 vom 21. Februar 2019 E. 4.2.5 mit Hinweisen). Allerdings ist an-

gesichts der hohen Strafdrohung und des Umstands, dass der Tatbestand schon 

im Falle der Gefährdung einer einzigen, individuell bestimmten Person erfüllt sein 

kann, eine eher grosse Wahrscheinlichkeit der Verletzung von Leib, Leben sowie 

Eigentum und damit eine eher nahe Gefahr erforderlich (Urteile des Bundesge-

richts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.1.2; 6B_1248/2017 vom 21. Feb-

ruar 2019 E. 4.4.2 mit Hinweisen). 

8.2.2.3 Der privilegierte Tatbestand gemäss Art. 224 Abs. 2 StGB kommt nur dann zur 

Anwendung, wenn Eigentum in unbedeutendem Umfang gefährdet wurde, ist je-

doch bei einer Gefährdung von Leib und Leben ausgeschlossen. Das Ausmass 

der konkreten Gefährdung fremden Eigentums ergibt sich aus den gesamten Tat-

umständen (BGE 103 IV 241 E. I.1). Ist es zu einem Sachschaden gekommen, 

muss dieser geringfügig sein (BGE 115 IV 111 E. 3b; ROELLI, a.a.O., Art. 224 

StGB N. 10). 

8.2.3 In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 224 Abs. 1 StGB zunächst Gefährdungsvor-

satz. Dieser liegt vor, sobald der Täter die Gefahr kennt und trotzdem handelt. 

Nicht erforderlich ist, dass der Täter die Verwirklichung der Gefahr, sei es auch 

nur eventuell, gewollt hat. Sodann ist eine verbrecherische Absicht verlangt. 

Diese besteht darin, dass der Täter den Sprengstoff einsetzt, um vorsätzlich ein 

darüber hinausgehendes Verbrechen oder Vergehen zu verüben (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_79/2019 vom 5. August 2019 E. 1.2.3; 6B_1248/2017 vom 

21. Februar 2019 E. 4.2.5). 

8.3 Unbestrittener Sachverhalt 

8.3.1 Der angeklagte äussere Sachverhalt ist erstellt und unbestritten. Der Beschul-

digte ist geständig, die USBV 3 auf den Balkon der Familie G. geworfen zu haben 

(TPF pag. 6.721.032). 

8.3.2 Das Geständnis deckt sich mit folgender Aktenlage: 

8.3.2.1 Dem Bericht der Polizei B. vom 28. März 2022, insbesondere der Fotodokumen-

tation, ist zu entnehmen, dass am 26. Januar 2022, ca. um 04:00 Uhr, auf dem 

Balkon der Familie G. und zwar direkt neben dem als «Raucherbereich» genutz-

ten Teil des Balkons, die USBV 3 explodierte und dadurch Brandlöcher auf dem 

Teppich des Balkons entstanden (BA pag. 10-01-0120 ff., -0129, -0131). 

8.3.2.2 Am 21. Juni 2022 sagte der Beschuldigte auf Vorhalt eines Fotos von den Über-

resten der USBV 3 aus, dass er den Böller gezündet und auf den Balkon der 

- 30 - 

SK.2022.40 

Familie G. geworfen habe. Die USBV bestehe aus 3 zusammengeklebten Petar-

den (BA pag. 13-00-0043, -0061 f.). 

8.3.2.3 Am 23. Februar 2022 sagte L. aus, dass ihr Bruder und ihre Mutter ihr erzählt 

hätten, dass der Beschuldigte bei ihnen eine Rakete auf den Balkon geworfen 

habe (BA pag. 12-01-0014, -017). 

8.4 Bestrittener Sachverhalt 

Strittig ist einzig, ob der Beschuldigte in verbrecherischer Absicht gehandelt hat 

(TPF pag. 6.72.032). 

8.5 Beweismittel 

8.5.1 Bei der Einvernahme vom 21. Juni 2022 bejahte der Beschuldigte die Frage, ob 

er gewusst habe, dass sich auf dem Balkon der Familie G. ihr «Raucherbereich» 

und Sachen befinden würden. Er habe um die zerstörerische Kraft des Knallkör-

pers gewusst, habe aber niemanden verletzen wollen. Zum Motiv gab er an, dass 

er die USBV 3 gezündet und geworfen habe, weil Herr F. seine Familie «be-

schimpfend beleidigt» habe (BA pag. 13-00-0043, -0046, -0061 f.). 

8.5.2 In der kontrollierten Haftkorrespondenz ist zu entnehmen, dass er die USBV 3 

auf den Balkon der Familie G. geworfen habe, weil sie ihn drangsaliert habe. In 

einem weiteren Schreiben drohte er F., dass es «für euch alle, grossen Teufel 

und, dass seid ihr in der Tat, nicht gut enden» wird (BA pag. 06-03-0144 ff.; TPF 

pag. 6.231.7.020, -034). 

8.5.3 Am 23. Februar 2022 sagte F. aus, dass beim Wurf des Böllers seine Frau, sein 

Sohn M. und er in der Wohnung gewesen seien (BA pag. 12-08-0005). 

8.6 Subsumtion 

8.6.1 Objektiver Tatbestand 

Von der explodierten USBV 3 ging eine erhebliche zerstörerische Gefahr aus und 

es handelte sich um Sprengstoff im Sinne von Art. 5 SprstG (vgl. E. 4.5.2). Dass 

der Beschuldigte mit dem Werfen der gezündeten USBV 3 eine konkrete Gefahr 

für fremdes Eigentum schuf, ist unbestritten. Aufgrund der Explosion entstand 

Sachschaden am Teppich und die konkrete Gefährdung betraf weiteres Eigen-

tum (Sessel, Schuhe, Pflanzen, Hausfassade, Fenster) auf dem Balkon. Der ob-

jektive Tatbestand von Art. 224 Abs. 1 StGB ist erfüllt. 

8.6.2 Subjektiver Tatbestand 

8.6.2.1 Der Beschuldigte wusste, dass sich auf dem Balkon der «Raucherbereich» der 

Familie G. befand und sich dort Sachen befanden. Er kannte die Gefahr und die 

- 31 - 

SK.2022.40 

zerstörerische Wirkung, welche vom gezündeten Sprengkörper ausging, und 

handelte trotzdem. Hierbei handelte er zumindest eventualvorsätzlich. Im Ergeb-

nis ist der Gefährdungsvorsatz gegeben. 

8.6.2.2 Die verbrecherische Absicht hängt mit den in der Anklageschrift zum Sachver-

haltskomplex 4 geschilderten Handlungen zusammen. Wie noch aufzuzeigen 

sein wird, versuchte der Beschuldigte am 25. Januar 2022, L. und M. zu drohen 

und zu nötigen (vgl. E. 9). Die verbrecherische Absicht lag darin begründet, dass 

er gegenüber L. und M. mit dem Sprengstoffdelikt vom 26. Januar 2022 seine 

Entschlossenheit zur Umsetzung seiner zuvor geäusserten Drohung und Nöti-

gung manifestierte, um sie zu zwingen, sich seinem Willen zu beugen. Dadurch, 

dass er die USBV 3, bestehend aus drei pyrotechnischen Gegenständen, weder 

rechtmässig noch sachgemäss verwendete und trotz Kenntnis der Gefährlichkeit 

zündete und auf den Balkon warf, ist das Handeln in verbrecherischer Absicht 

erstellt. Zur Verwirklichung seiner Einschüchterungstaktik nahm der Beschuldigte 

zumindest in Kauf, dass durch die Detonation der USBV 3 auf dem Balkon Sa-

chen zerstört werden, sich somit ein Vergehen verwirklicht, was für das Vorliegen 

verbrecherischer Absicht ausreicht. Der subjektive Tatbestand von Art. 224 

Abs.1 StGB ist erfüllt. 

8.7 Da «nur» Eigentum in unbedeutendem Umfang gefährdet wurde, liegt ein An-

wendungsfall von Art. 224 Abs. 2 StGB vor. 

8.8 Der Beschuldigte hat im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbestand der Ge-

fährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht im 

Sinne von Art. 224 Abs. 1 i.V.m. 2 StGB erfüllt (vgl. E. 3). Er hat sich somit nicht 

strafbar gemacht. 

9. Mehrfache versuchte Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 StGB), Drohung 

(Art. 180 StGB); Sachverhaltskomplex 4 

9.1 Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 25. Januar 2022, ca. um 

22:45 Uhr, an der Adresse AA. in X., gegenüber L. gedroht, dass er sie «abschla-

gen» und sie umbringen werde, dass er ihr Auto «abfackeln» und die Reifen ihres 

Autos «zerstechen» werde, falls sie bei seinem Sohn D. übernachten würde. 

Kurz zuvor habe der Beschuldigte dieselbe Drohung F. telefonisch mitgeteilt, wo-

bei er auch gesagt habe, dass er L. zusammenschlagen würde. 

Sodann soll er am 25. Januar 2022, ca. um 18:47 Uhr, gegenüber F. gedroht 

haben, dessen Sohn M. zu töten. Überdies habe der Beschuldigte M. mitgeteilt, 

dass es «nicht gut» käme, wenn er ihm eine Geldschuld von Fr. 87.-- nicht zu-

rückbezahlen würde. 

- 32 - 

SK.2022.40 

9.2 Rechtliches 

9.2.1 Nötigung (Art. 181 StGB) 

Der Nötigung macht sich schuldig, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung 

ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit 

nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu dulden (Art. 181 StGB). Geschütztes 

Rechtsgut ist die Handlungsfreiheit beziehungsweise die Freiheit der Willensbil-

dung und -betätigung des Einzelnen (BGE 129 IV 6 E. 2.1 mit Hinweisen). An-

drohung ernstlicher Nachteile liegt vor, wenn nach Darstellung des Täters der 

Eintritt des Nachteils als von seinem Willen abhängig erscheint und wenn die 

Androhung geeignet ist, den Betroffenen in seiner Entscheidungsfreiheit einzu-

schränken (BGE 120 IV 17 E. 2a/aa). Die Tatbestandsmässigkeit der Nötigung 

indiziert die Rechtswidrigkeit nicht; diese muss vielmehr positiv begründet wer-

den (DELNON/RÜDY, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 181 StGB N. 56 mit 

Hinweisen). Rechtswidrig ist eine Nötigung, wenn das Mittel oder der Zweck un-

erlaubt ist oder wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhält-

nis steht oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel 

und einem erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 129 

IV 6 E. 3.4; TRECHSEL/FINGERHUTH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis-

kommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 181 StGB N. 10). Ob die Beschränkung der Hand-

lungsfreiheit anderer eine rechtswidrige Nötigung ist, hängt somit vom Mass der 

Beeinträchtigung, von den dazu verwendeten Mitteln beziehungsweise den damit 

verfolgten Zwecken ab (BGE 129 IV 262 E. 2.1 mit Hinweisen). Ob missbräuch-

liche oder sittenwidrige Mittel eingesetzt oder Zwecke angestrebt wurden und wie 

sich diese im Kontext zueinander verhalten, ist immer an der geschützten Freiheit 

des Betroffenen zu messen (DELNON/RÜDY, a. a. O., Art. 181 StGB N. 50).  

Nötigung verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss sich 

auf die Einflussnahme und das abzunötigende Verhalten beziehen. Die Täter-

schaft will den Willen ihres Opfers beugen und es dadurch in dessen rechtlich 

geschützter Freiheit beschränken oder nimmt dies zumindest in Kauf (DEL-

NON/RÜDY, a. a. O., Art. 181 StGB N. 55). 

9.2.2 Drohung (Art. 180 StGB) 

Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken und Angst versetzt, wird, 

auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 

(Art. 180 StGB). 

  

- 33 - 

SK.2022.40 

9.3 Nötigung zum Nachteil von L. 

9.3.1 Unbestrittener Sachverhalt 

9.3.1.1 Im Vorverfahren und anlässlich der Hauptverhandlung gab der Beschuldigte zu, 

die vorgeworfenen Aussagen gegenüber L. gemacht und ihr gedroht zu haben 

(BA pag. 13-01-0059; TPF pag. 6.721.034 f.). 

9.3.1.2 Das Geständnis deckt sich mit folgender Aktenlage: 

a) L. sagte am 26. Januar 2022, 23. Februar 2022 und 4. Mai 2022 in konstanter 

Weise aus, dass der Beschuldigte ihrem Freund D. telefonisch mitgeteilt habe, 

dass er sie zusammenschlagen werde, falls sie bei ihm zu Hause im AA. in X. 

übernachten werde. Er werde ausserdem ihr Auto zerstören, die Pneus zerste-

chen und das Auto abbrennen. Sie sei dann am 25. Januar 2022 um ca. 

20:45 Uhr zum Wohnort ihres Freundes im AA. in X. gefahren. Der Beschuldigte 

sei dort gewesen und habe ihr gedroht. Er habe ihr gesagt, «wenn du im Bett 

meines Sohnes schläfst, werde ich dich abschlagen und ich bringe dich um». 

«Ich werde dein Auto zerstören.» «Die Pneus zerschneiden». Sodann habe er 

ihr gesagt, dass er sie «kaputtschlagen» werde (BA pag. 12-01-0005 f., -0014,  

-0019). 

b) Sodann sagte der Beschuldigte am 21. Juni 2022 aus, dass er gegenüber L. 

und seinem Sohn D. gesagt habe, dass er sie zusammenschlagen werde, wenn 

sie im Bett seines Sohnes schlafen würde (BA pag. 13-01-0059). 

Der angeklagte Sachverhalt ist insoweit erstellt und unbestritten. 

9.3.2 Bestrittener Sachverhalt 

Strittig ist einzig, ob der Beschuldigte die Drohungen in die Tat umsetzen wollte. 

9.3.3 Beweismittel 

9.3.3.1 L. sagte am 23. Februar 2022 aus, dass die Drohungen vom Beschuldigten bei 

ihr Angst ausgelöst hätten. Sie habe Angst um ihre Familie und um ihr Fahrzeug 

gehabt. Sie habe die Drohungen sehr ernst genommen. Auf die Frage, ob sie 

glaube, dass der Beschuldigte die Drohungen in die Tat umsetzen werde, sagte 

sie aus: «Ja» (BA pag. 12-01-0006, -0014). 

9.3.3.2 Der Beschuldigte sagte am 21. Juni 2022 aus, er habe L. nicht umbringen wollen 

(BA pag. 13-00-0059). 

  

- 34 - 

SK.2022.40 

9.3.4 Beweiswürdigung 

Die Aussagen von L. sind glaubhaft. Sie beschreibt in der Einvernahme ihre Ge-

fühlslage, welche die Drohungen bei ihr auslösten. Diese Beschreibung der ei-

genen psychischen Vorgänge ist Teil eines hohen Detailierungsgrades in quali-

tativer Hinsicht und ist ein sogenanntes Realkennzeichen (vgl. ARNTZEN, Psy-

chologie der Zeugenaussage, 5. Aufl. 2011, S. 27). Sodann ist kein Grund er-

sichtlich, warum sie den Vater ihres Freundes zu Unrecht belasten sollte. Sie 

vermochte insgesamt den Sachverhalt in ihren Aussagen in konstanter Weise 

und unter Nennung von Details wiederzugeben (vgl. E. 9.3.1.2 a; 9.3.3.1). Be-

weismässig ist erstellt, dass der Beschuldigte seine Drohungen in die Tat umset-

zen wollte. 

9.3.5 Subsumtion 

In rechtlicher Hinsicht handelt es sich bei den Aussagen des Beschuldigten um 

Androhungen ernstlicher Nachteile. Mit den Androhungen von körperlicher Ge-

walt und weiterer Repressalien verknüpfte der Beschuldigte die Handlungsan-

weisung, wonach L. die Nacht nicht bei D. verbringen solle. Die Androhungen 

haben eine hohe Intensität und sie haben die Qualität einer rechtswidrigen Dro-

hung. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte sowohl vorsätzlich in Be-

zug auf seine Einflussnahme wie auch auf das abzunötigende Verhalten. Sodann 

wusste er, dass das Beschädigen des Autos von L. für sie einen ernstlichen 

Nachteil bedeuten würde. 

Da sich L. schliesslich entschied, die Nacht vom 25. auf den 26. Januar 2022 

gleichwohl bei D. zu verbringen (BA pag. 12-01-0014), liegt eine versuchte Nöti-

gung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB vor. 

9.4 Nötigung zum Nachteil von M. 

9.4.1 Unbestrittener Sachverhalt 

9.4.1.1 Anlässlich der Einvernahme vom 21. Juni 2022 sowie der Hauptverhandlung vom 

1. Dezember 2022 gab der Beschuldigte zu, die vorgeworfenen Aussagen ge-

genüber M. gemacht und ihm gedroht zu haben. Er sagte aus, dass er M. und 

seinem Vater gesagt habe, dass er sie zusammenschlagen werde, wenn die ge-

schuldeten Fr. 80.-- nicht zurückbezahlt würden. (BA pag. 13-01-0059; TPF pag. 

6.721.034 f.) 

9.4.1.2 Das Geständnis deckt sich mit folgender Aktenlage: 

a) M. sagte am 21. Februar 2022 glaubhaft aus, dass der Beschuldigte seiner 

Schwester am 25. Januar 2022 geschrieben habe, dass er ihn und seine Mutter 

um 06.00 Uhr umbringen werde. Er habe ihm auch telefonisch gedroht. Der Be-

schuldigte habe ihm gesagt, dass er ihm Geld geben solle. Er sei vor 3 Jahren 

- 35 - 

SK.2022.40 

mit seiner Schwester in Belgrad gewesen und habe kein Portemonnaie gehabt. 

Der Beschuldigte habe ihm dann ca. Fr. 85.-- gegeben und gesagt, es sei gut so 

und er müsse es nicht zurückzahlen. Er habe ihm am Telefon noch gesagt, dass 

er ihn schlagen werde. Er habe auch seinem Vater telefoniert und ihm gesagt, 

dass er ihn (M.) kaputtschlagen werde. Er habe auch seinem Sohn D. gesagt, 

dass er ihn schlagen werde. Sein Sohn habe ihm das berichtet (BA pag. 12-03-

0007 f.). 

b) D. sagte am 26. Januar 2022 aus, dass der Beschuldigte gegenüber M. gesagt 

habe, dass er ihm die Fr. 87.-- zurückgeben solle, ansonsten «kommt es nicht 

gut» (BA pag. 12-02-0004). 

c) So sagte F. am 23. Februar 2022 aus, dass ihm der Beschuldigte am 25. Ja-

nuar 2022 am Telefon gesagt habe, dass er seinen Sohn M. abschlagen oder 

abstechen würde, wenn er ihn sehen würde (BA pag. 12-08-0004). 

Der angeklagte Sachverhalt ist insofern erstellt und unbestritten. 

9.4.2 Bestrittener Sacherhalt 

Strittig ist einzig, ob der Beschuldigte die Drohungen in die Tat umsetzen wollte. 

9.4.3 Beweismittel 

9.4.3.1 M. sagte am 21. Februar 2022 aus, dass er aufgrund der Drohungen ein «biss-

chen Angst» bekommen habe, dass wenn er nach draussen gehe, der Beschul-

digte ihn umbringen werde. Er habe Angst gehabt, dass der Beschuldigte mit 

einem Messer oder mit einer Waffe auf ihn losgehen würde (BA pag. 12-03-

0007). 

9.4.3.2 Aus einer kontrollierten Haftkorrespondenz des Beschuldigten vom 5. Okto-

ber 2022 an die Bundesanwaltschaft geht hervor, dass er «auf seine Fr. 87.-- 

warte». Er habe beschlossen, bis zum Ende zu gehen und sie würden «sein Ge-

fängnis» für den Rest ihres Lebens bereuen (TPF pag. 6.231.7.021). 

9.4.4 Beweiswürdigung 

Die Aussagen von M. sind in sich stimmig und werden durch die Aussagen von 

F. und D. bekräftigt. Hervorzuheben ist, dass die mehr als drei Jahre alte Forde-

rung von angeblich Fr. 87.-- welche M. gegenüber dem Beschuldigten aufgrund 

einer Taxifahrt haben soll, den Beschuldigten immer noch stark zu beschäftigen 

scheint. Dies belegt die erwähnte Haftkorrespondenz (vgl. E. 9.4.3.2), welcher er 

rund 8 Monate nach seiner Festnahme verfasste. Der drohende Unterton im 

Schreiben, wonach er ankündigte, im Zusammenhang mit der angeblichen For-

derung von Fr. 87.-- «bis zum Ende zu gehen», zeigt, wie ernstlich die Drohung 

- 36 - 

SK.2022.40 

gegenüber M. war. Sodann ist die Schilderung der eigenen Angst ein typisches 

Realkennzeichen, was für die Glaubhaftigkeit der Aussage spricht (vgl. E. 9.3.4). 

9.4.5 Subsumtion 

In rechtlicher Hinsicht handelt es sich bei den Aussagen des Beschuldigten um 

Androhungen ernstlicher Nachteile. In erster Linie wollte er M. mittels Androhung 

von körperlicher Gewalt dazu bringen, den Betrag zu bezahlen. Er drohte ein 

rechtswidriges Übel an, falls sich Letzterer nicht an die mit der Androhung ver-

knüpfte Verhaltensweise halten sollte. Die Androhung hatte eine hohe Intensität 

und sie hat die Qualität einer rechtswidrigen Drohung. Es bestehen keine Zweifel, 

dass der Beschuldigte die Ernsthaftigkeit manifestieren wollte, um seine angeb-

liche Forderung von Fr. 87.-- einzutreiben. In subjektiver Hinsicht handelte der 

Beschuldigte sowohl vorsätzlich in Bezug auf seine Einflussnahme wie auch auf 

das abzunötigende Verhalten. 

Da M. den Betrag nicht bezahlte, handelt es sich auch hier (vgl. E. 9.3.5, zweiter 

Abschnitt) um eine versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB. 

9.5 Im Ergebnis hat der Beschuldigte im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbe-

stand der mehrfachen versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. 22 

Abs. 1 StGB erfüllt (vgl. E. 3). Er hat sich somit nicht strafbar gemacht (Art. 19 

Abs. 1 StGB). 

9.6 Drohung und Konkurrenz 

Mit dem erstellten Anklagesachverhalt erfüllte der Beschuldigte überdies den 

Straftatbestand der Drohung (Art. 181 Abs. 1 StGB), wobei M. am 21. Feb-

ruar 2022 Strafantrag stellte (BA pag. 10-01-0104). In casu ist der Unrechtsgeh-

alt der Drohung von der Nötigung mitumfasst und allseitig abgegolten; es ist in-

sofern von unechter Konkurrenz (Konsumtion) auszugehen, so dass eine An-

wendung des Tatbestands von Art. 181 StGB ausser Betracht fällt. 

10. Sachbeschädigung (Art. 144 StGB); Sachverhaltskomplex 5 

10.1 Anklagevorwurf 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, er habe am 25. Januar 2022, ca. um 

23:15 Uhr, in der Nähe der Adresse AA. in X. mit einem Messer zwei Reifen des 

Patrouillenfahrzeugs (Kontrollschild: 2) der Polizei B. zerstochen und dadurch ei-

nen Sachschaden von Fr. 749.95 verursacht. 

  

- 37 - 

SK.2022.40 

10.2 Rechtliches 

Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB macht sich der Sachbeschädigung strafbar, wer 

eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder Nutzniessungs-

recht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. In subjektiver Hin-

sicht verlangt der Tatbestand Vorsatz (Art. 12 Abs. 1 und Abs. 2 StGB). 

10.3 Strafantrag 

Die Polizei B. stellte am 4. Februar 2022 fristgerecht Strafantrag und konstituierte 

sich als Privatklägerin. Mit Eingabe vom 26. Juli 2022 machte sie einen Schaden 

von Fr. 749.95 geltend. Der geltend gemachte Schaden ist mittels Rechnungs-

beleg ausgewiesen (BA pag. 03-00-0004; 10-01-0117). 

10.4 Unbestrittener Sachverhalt 

10.4.1 Der angeklagte Sachverhalt ist erstellt und unbestritten. Der Beschuldigte hat am 

25. Januar 2022, ca. um 23.15 Uhr, auf dem Parkplatz am Wohnort von L. den 

linken Vorder- und Hinterreifen des Patrouillenfahrzeugs der Polizei B. mit dem 

in seinen Effekten mitgeführten Butterflymesser zerstochen. Der Beschuldigte 

zerstach die Reifen des Patrouillenfahrzeugs, damit ihn die Polizei nicht verfol-

gen konnte (BA pag. 10-01-0116, -0061; 13-01-0061; TPF pag. 6.721.035). 

10.4.2 Der Anklagevorwurf deckt sich mit dem Bericht der Polizei B. vom 23. Feb-

ruar 2022, welchem zu entnehmen ist, dass der Beschuldigte als Täter habe er-

mittelt werden können. Er habe durch das Zerstechen der Reifen die Verfolgung 

durch die Polizei verhindern wollen. Anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten 

vom 26. Januar 2022 wurde unter anderem in seinen Effekten ein Butterflymes-

ser sichergestellt (BA pag. 10-01-0116). 

10.5 Subsumtion 

Der Beschuldigte hat adäquat kausal sowie wissentlich und willentlich Sachen 

beschädigt, an welchen fremde Eigentumsrechte bestanden. Der objektive und 

subjektive Tatbestand von Art. 144 Abs. 1 StGB ist erfüllt. 

10.6 Der Beschuldigte hat im Zustand der Schuldunfähigkeit den Tatbestand der 

Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB erfüllt (vgl. E. 3). Er hat sich somit 

nicht strafbar gemacht (Art. 19 Abs. 1 StGB). 

  

- 38 - 

SK.2022.40 

11. Stationäre Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB 

11.1 Standpunkte der Parteien 

11.1.1 Die Anklägerin beantragt für den Beschuldigten eine stationäre therapeutische 

Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB. Sie stützt sich im Wesentlichen auf die 

nachfolgend noch aufzuzeigenden Empfehlungen von Dr. med. E. im forensisch-

psychiatrischen Gutachten vom 13. Mai 2022 sowie die Ergänzung des Gutach-

tens vom 24. Juni 2022 (E. 11.3). 

11.1.2 Die Verteidigung beantragt, es sei eine ambulante Massnahme nach Art. 63 

StGB anzuordnen. Eventualiter sei eine ambulante Massnahme nach Art. 63 

StGB mittels Einleitung einer stationären Massnahme von zwei Monaten nach 

Art. 63 Abs. 3 StGB anzuordnen. Sie vertritt den Standpunkt, es sei der Empfeh-

lung des Gutachters nicht zu folgen. Sie bringt vor, dass eine ambulante Mass-

nahme ausreiche, um die Gefahr weiterer mit dem Zustand des Täters in Zusam-

menhang stehender Taten zu begegnen, und zwar aus folgenden Gründen (BA 

pag. 6.721.036, -038): 

a) Der Beschuldigte weigere sich, sich einer stationären Massnahme nach Art. 59 

Abs. 3 StGB zu unterziehen. Es sei daher fraglich, ob eine Massnahme auch 

gegen den Willen des Beschuldigten erfolgreich sein könne. Der Beschuldigte 

sei aber, im Unterschied zum Zeitpunkt der Untersuchung im Rahmen des Gut-

achtens vom 17. Mai 2022, mittlerweile bereit, sich einer ambulanten Mass-

nahme zu unterziehen. Da im Gutachten eine ambulante Massnahme im We-

sentlichen vor dem Hintergrund der fehlenden Behandlungsbereitschaft als nicht 

erfolgsversprechend betrachtet worden sei, so könne für die Anordnung einer 

stationären statt einer ambulanten Massnahme nun nicht mehr auf die fehlende 

Behandlungsbereitschaft abgestellt werden. 

b) Die Verteidigung monierte, dass das im Gutachten für die Beurteilung des zu-

künftigen Risikos für Gewaltdelikte angewandte standardisierte Prognoseinstru-

ment HCR-20 V3 für den Beschuldigten nicht geeignet sei, weil dieses auf Per-

sonen angewendet werde, welche eine gewalttätige Vorgeschichte und eine psy-

chische Störung aufweisen würden. Dies sei aber beim Beschuldigten gerade 

nicht der Fall. Er habe weder Vorstrafen, noch würden sonst Umstände vorliegen, 

welche auf eine gewalttätige Vorgeschichte schliessen lassen. Die im Gutachten 

festgestellte hohe Gefahr für die öffentliche Sicherheit sei somit nicht gegeben. 

Vom Beschuldigten würde zukünftig keine Gefahr bzw. eine «kleinstmögliche 

Gefahr» für Gewaltstraftaten ausgehen. 

11.2 Rechtliches 

11.2.1 Eine Massnahme ist anzuordnen, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der 

Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen, ein Behandlungsbedürfnis 

- 39 - 

SK.2022.40 

des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert und die Voraus-

setzungen der Art. 59-61, 63 oder 64 StGB erfüllt sind (Art. 56 Abs. 1 StGB). Die 

Anordnung einer Massnahme setzt voraus, dass der mit ihr verbundene Eingriff 

in die Persönlichkeitsrechte des Täters im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit 

und Schwere weiterer Straftaten nicht unverhältnismässig ist (Art. 56 Abs. 2 

StGB). Sind mehrere Massnahmen in gleicher Weise geeignet, ist aber nur eine 

notwendig, so ordnet das Gericht diejenige an, die den Täter am wenigsten be-

schwert (Art. 56a Abs. 1 StGB). 

11.2.2 Ist der Täter psychisch schwer gestört, so kann das Gericht gemäss Art. 59 

Abs. 1 StGB eine stationäre Behandlung anordnen, wenn das Verbrechen oder 

Vergehen des Täters mit seiner psychischen Störung in Zusammenhang steht 

und zu erwarten ist, dadurch lasse sich der Gefahr weiterer mit seiner psychi-

schen Störung in Zusammenhang stehender Taten begegnen. Voraussetzung ist 

somit ein Zusammenhang zwischen psychischer Abnormalität und Anlasstat. 

Wie bei allen Massnahmen setzt auch die Anordnung einer stationären Mass-

nahme eine Gemeingefährlichkeit des Täters für die Allgemeinheit voraus. 

(HEER/HABERMEYER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 59 StGB N. 47 f.). 

Verlangt wird somit ein Behandlungserfordernis aufgrund der Gefahr für die öf-

fentliche Sicherheit. 

Ob nun eine stationäre oder eine ambulante Massnahme angezeigt ist, beurteilt 

sich zunächst rein nach ärztlichen Kriterien. Nicht jede psychische Störung recht-

fertigt die Anordnung einer stationären Massnahme. Vielmehr muss diese von 

besonderer Schwere sein. (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich 

SB190419-O/U/cwo vom 30. Januar 2020 E. 3.2.1). Jede Einweisung gestützt 

auf Art. 59 Abs. 1 lit. a und b StGB setzt eine schwere psychische Störung und 

damit eine Krankheit im medizinischen Sinne voraus und bezweckt die Behand-

lung und damit die Besserung des Täters (BGE 141 IV 236 E. 3.7; BGE 127 IV 

154; HEER/HABERMEYER, a.a.O., 59 StGB N. 6 ff.). Das Besserungsziel allein 

rechtfertigt die Anordnung einer Massnahme jedoch nicht. Die Behandlung und 

damit die Besserung eines Täters stehen letztlich vielmehr immer im Dienste der 

Gefahrenabwehr. Sie stellen lediglich ein Mittel dar, mit welchem das Ziel, die 

Verhinderung oder Verminderung künftiger Straftaten, erreicht werden soll. Die 

Massnahme bezweckt insofern die Deliktsprävention. Wie dem Wortlaut von 

Art. 59 StGB zu entnehmen ist, wird mit Massnahmen die Verhinderung der Ge-

fahr weiterer Delikte angestrebt. In diesem Sinne bedeutet jede Behandlung und 

Besserung eines Täters im Rahmen einer stationären Einweisung gleichzeitig 

auch Sicherung für die Zeit der Unterbringung. Oberstes Ziel deliktpräventiver 

Therapien ist die Reduktion des Rückfallrisikos bzw. die künftige Straflosigkeit 

des Täters. Eine Besserung des Täters interessiert das Strafrecht grundsätzlich 

nur insoweit, als sich diese im Erlöschen der Gefährlichkeit des Täters auswirkt, 

sich also auf den Schutz der Öffentlichkeit vor weiterer Delinquenz bezieht. Damit 

wird bei stationären therapeutischen Massnahmen nach Art. 59 StGB – im 

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Hinblick auf die Gefahr weiterer Straftaten – stets an die Gefährlichkeit des Täters 

angeknüpft und geht es bei der Anordnung der Massnahme immer auch um Si-

cherung (BGE 141 IV 236 E. 3.7 f. mit Hinweisen). 

11.2.3 Die stationäre therapeutische Massnahme muss verhältnismässig sein (Art. 36 

Abs. 2 und 3 BV; Art. 56 Abs. 2 StGB). Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, 

dass die Massnahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose zu ver-

bessern. Die Eignung der Massnahme setzt aber auch die Therapierbarkeit des 

Täters voraus. Dies bedingt, dass die betroffene Person einer Behandlung über-

haupt zugänglich ist (HEER/HABERMEYER, a.a.O., 59 StGB N. 58, 63). Weiter 

muss die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich 

geeignete, aber mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen 

würde. Dieses Kriterium trägt dem Aspekt des Verhältnisses zwischen Strafe und 

Massnahme bzw. der Subsidiarität von Massnahmen Rechnung. Schliesslich 

muss zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Re-

lation bestehen (Verhältnismässigkeit i.e.S.). Das bedeutet, dass die betroffenen 

Interessen gegeneinander abgewogen werden müssen. Bei einer Prüfung des 

Zweck-Mittel-Verhältnisses fallen im Rahmen der Gesamtwürdigung auf der ei-

nen Seite insbesondere die Schwere des Eingriffs in die Freiheitsrechte des Be-

troffenen in Betracht.