# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 08f29bd1-115f-5896-b68d-005f0bd40a4a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2009 A-1620/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1620-2006_2009-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1620/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 0 9  

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______ AG in Nachlassliquidation, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV),
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 2001).
Feststellung der Vorsteuern bzw. der Reduktion nach 
Art. 40 MWSTG im Nachlassverfahren; Verrechnung 
(Art. 297 Abs. 4 i.V.m. Art. 213 SchKG).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1620/2006

Sachverhalt:

A.
Die X. AG ist seit dem 1. Januar 1995 als Steuerpflichtige im Register 
der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  eingetragen.  Mit 
Verfügung des Nachlassrichters vom 19. Dezember 2001 wurde ihr die 
provisorische und am 15. Februar  2002 die  definitive  Nachlassstun-
dung gewährt. Am 8. März 2002 wurden die Gläubiger aufgefordert, 
ihre  Forderungen  per  19.  Dezember  2001  anzumelden.  Auf  Auffor-
derung  der  ESTV  deklarierte  die  Steuerpflichtige  für  die  Zeit  vom 
1. Oktober bis 19. Dezember 2001 geschuldete Mehrwertsteuern von 
Fr. ... und ein Vorsteuerguthaben von Fr. .... Daraufhin korrigierte die 
ESTV eine  frühere,  auf  einer  Schätzung  des steuerbaren  Umsatzes 
beruhende Forderungseingabe im Nachlassverfahren auf Fr. .... Darin 
enthalten  war  (neben  einer  hier  nicht  interessierenden  Forderung 
betreffend das 3. Quartal 2001) die Forderung der ESTV aufgrund der 
deklarierten Steuer für die Zeit vom 1. Oktober bis 19. Dezember 2001 
von  Fr.  ....  Die  in  der  Abrechnung  für  diesen  Zeitraum  geltend 
gemachten Vorsteuern wurden von der ESTV nicht berücksichtigt. Dies 
begründete  sie  in  einem Schreiben  vom 16. April  2002  damit,  dass 
solche  Rechnungen  im  Nachlassverfahren  erfahrungsgemäss  nicht 
beglichen würden und deswegen eine Korrektur  im Sinn von Art. 40 
des  Mehrwertsteuergesetzes  vom 2. September  1999  (MWSTG,  SR 
641.20)  vorzunehmen  sei.  Diese  Reduktion  umfasse  hier  den 
gesamten geltend gemachten Vorsteuerbetrag. Sollte  sich im Verlauf 
des Nachlassverfahrens ergeben, dass die Lieferanten ganz oder zum 
Teil  bezahlt  wurden,  könne  im Rahmen dieser  Bezahlung wiederum 
eine Korrektur erfolgen. 

Nachdem die Steuerpflichtige Belege für die Bezahlung eines Teils der 
geltend gemachten Vorsteuern beibrachte (Schreiben vom 30. Mai und 
5. Juli  2002),  stellte  die ESTV eine Gutschrift  über Fr. ....--  aus und 
reduzierte die Forderungseingabe auf Fr. .... 

B.
Am 20. August 2002 bestätigte das zuständige Gericht den Nachlass-
vertrag mit (vollständiger) Vermögensabtretung im Sinn von Art. 317 ff. 
des  Bundesgesetzes  vom 11. April  1889 über  Schuldbetreibung und 
Konkurs (SchKG, SR 281.1). Wie der Liquidator am 7. November 2003 
informierte,  sollte  gemäss Kollokationsplan auf  Drittklassforderungen 
eine Abschlagszahlung von 33% ausgerichtet werden. Am 23. Januar 

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2004 ersuchte die Steuerpflichtige (vertreten durch den Liquidator) die 
ESTV um eine Bestätigung, wonach ihr für die mit den Abschlagszah-
lungen  (33%)  sowie  der  Schlusszahlung  bezahlten  Vorsteuern  ein 
Rückforderungsrecht  zustehe.  Die  ESTV wurde  um einen  Vorschlag 
zur  Berechnung  des  Vorsteueranspruchs  (Problem  der  "Zirkelrech-
nung") gebeten. Ebenfalls wurde eine Bestätigung verlangt, dass erst 
mit den (künftigen) Abschlags- bzw. der Schlusszahlung der Rückfor-
derungsanspruch betreffend die darauf anfallenden Vorsteuern entste-
he,  weswegen  eine  Verrechnung  durch  die  ESTV  mit  ihrer  Steuer-
forderung gestützt auf Art. 297 Abs. 4 SchKG ausgeschlossen sei. 

Die ESTV teilte mit Schreiben vom 26. April 2004 (und vom 2. Juli und 
6. August 2004) mit, dass die Dividendenzahlungen durch den Nach-
lassschuldner  diesen nicht  zum Abzug von Vorsteuern  berechtigten. 
Diese Haltung bestätigte sie mit Entscheid vom 4. April 2005, worin sie 
(neben anderen, vorliegend nicht interessierenden Punkten) feststellte, 
die  Steuerpflichtige  habe  keinen  Anspruch  auf  den  Vorsteuerabzug 
von Fr. ... (Ziff. 1 des Dispositivs). 

Dagegen erhob die X. AG in Nachlassliquidation (vertreten durch den 
Liquidator) am 22. April 2005 Einsprache. Sie beantragte insbesondere 
(soweit  hier  interessierend),  es  sei  festzustellen,  dass  ihr  aus  der 
Abschlagszahlung  vom Dezember  2003  in  Bezug auf  die  (teilweise) 
Bezahlung von mehrwertsteuerrelevanten Forderungen ein Anspruch 
auf eine (zusätzliche) Vorsteuer von Fr. ... zuzüglich Zins zustehe und 
ebenso  eine  Vorsteuer  aus  allfälligen  weiteren  Abschlagszahlungen. 
Weiter  sei  festzustellen,  dass  die  ESTV  diesen  Vorsteueranspruch 
nicht  mit  ihrer  Nachlassforderung  verrechnen  könne  und  die 
Vorsteuerforderung auszubezahlen habe. 

C.
Mit Einspracheentscheid vom 9. Juni 2006 wurde die Einsprache abge-
wiesen und (nebst vorliegend nicht Streitgegenstand bildenden Punk-
ten) erkannt, die Einsprecherin schulde der ESTV unter Berücksichti-
gung  der  Nachlassdividende  an  die  nebst  der  ESTV  bestehenden 
Gläubiger per 19. Dezember 2001 Fr. ... (Ziff. 1 und 2 des Dispositivs). 
Zur Begründung führte die ESTV im Wesentlichen das Folgende aus: 

Die Einsprecherin rechne nach vereinbarten Entgelten ab, weswegen 
der Vorsteueranspruch gemäss Art. 38 Abs. 7 Bst. a MWSTG am Ende 
der Abrechnungsperiode entstanden sei, in welcher sie die Rechnun-
gen erhalten habe. Komme es wie vorliegend zu einer Nachlassstun-

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dung, stehe fest, dass nicht mehr alle vorsteuerbelasteten Forderun-
gen beglichen würden. Entgegen Art. 40 MWSTG habe die Einspre-
cherin in der Abrechnung betreffend 1. Oktober bis 19. Dezember 2001 
jedoch den vollen Vorsteuerabzug geltend gemacht. 

Die in Rechnung gestellte Vorsteuer könne abgezogen werden, soweit 
mit  einer  Dividende  im  Nachlassverfahren  mehrwertsteuerbelastete 
Forderungen getilgt würden. Bei der Berechnung des Vorsteuerabzugs 
bzw. der  Korrektur  der  geltend  gemachten  Vorsteuern  nach  Art.  40 
MWSTG ergebe sich ein Zirkelschluss, weil Dividendenzahlungen Ein-
fluss  auf  den  Vorsteueranspruch  und  ein  solcher  wiederum Einfluss 
auf die Aktiven bzw. Passiven des Nachlasses und die Dividendenzah-
lungen  habe. Aufgrund  dieser  Problematik  habe  auf  das  Datum der 
Genehmigung des Nachlassvertrags eine Schätzung der Vorsteuerkor-
rektur  nach  Art.  40  MWSTG zu  erfolgen. Es  stehe  zwar  auch  dann 
noch nicht definitiv fest, wie hoch die Dividenden auf den noch offenen 
Lieferantenforderungen sein werden, diese könnten jedoch geschätzt 
werden.  Würde  eine  solche  Schätzung  unterbleiben,  stünde  ein  Teil 
der  Mehrwertsteuerforderung der  ESTV bis  am Schluss  des  Verfah-
rens nicht fest, was Art. 69 Abs. 2 MWSTG zuwiderlaufen würde. 

Gestützt  namentlich auf  die vom Liquidator  am 13. August 2003 ge-
schätzte Nachlassdividende von 34-45%, die  bereits  geleisteten Ab-
schlagszahlungen von 33% und die Schätzung der Schlussdividende 
von 5-10% könne für die Schätzung des Vorsteuerabzugsrechts eine 
Gesamtdividende von 35% angenommen werden. Damit  ergebe sich 
ein zu berücksichtigender Vorsteuerbetrag in Höhe von Fr. ... (35% des 
maximal  möglichen  Vorsteuerbetrags  von  Fr. ...).  Der 
Forderungsbetrag  der  ESTV  per  19. Dezember  2001  belaufe  sich 
damit  auf  Fr.  ...  (Steuerforderung  der  ESTV  von  Fr. ...  minus  die 
Vorsteuern von Fr. ...). 

In Ziff. 2 der Anträge verlange die Einsprecherin, es sei festzustellen, 
dass  ihr  auch  auf  allfälligen  weiteren  Abschlagszahlungen  oder  aus 
einer Schlusszahlung auf  mehrwertsteuerrelevanten Forderungen ein 
Anspruch auf eine entsprechende Vorsteuer zustehe. Dem sei nicht so. 
Die  ESTV  sei  bei  einem  Nachlassvertrag  mit  Vermögensabtretung 
gezwungen, die durch die Gesamtdividende betroffenen Vorsteuern zu 
schätzen. Die  einzelnen Abschlagszahlungen  führten  demnach nicht 
mehr zu einer Korrektur. 

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Schliesslich sei der Anspruch auf Vorsteuerabzug als unter den Nach-
lassvertrag  fallend  einzureihen  und  Art.  297  Abs.  4  SchKG  i.V.m. 
Art. 213 Abs. 2 SchKG hinderten die Verrechnung nicht. 

D.
Dagegen lässt die X. AG in Nachlassliquidation (Beschwerdeführerin) 
vertreten durch den Liquidator  am 12. Juli  2006 Beschwerde an die 
Eidgenössische  Steuerrekurskommission  (SRK)  einreichen.  Sie  be-
antragt  (neben Eventualanträgen) im Hauptantrag unter  Kosten-  und 
Entschädigungsfolgen zu ihren Gunsten die Aufhebung von Ziff. 1 und 
2 des Dispositivs des Entscheids und die Rückweisung der Sache an 
die ESTV zur Neubeurteilung der Vorsteuer bzw. der Mehrwertsteuer-
schuld  –  gestützt  auf  die  tatsächlich  von  der  Beschwerdeführerin 
schon geleistete und die noch zu leistende, gesamte Nachlassdividen-
de – zum Zeitpunkt,  in welchem sämtliche Aktiven und Passiven der 
Nachlassmasse  ausser  der  Forderung  der  ESTV bekannt  sind  (An-
trag 1a). Es sei zudem festzustellen, dass der ESTV in Bezug auf die 
der Beschwerdeführerin zustehende Vorsteuer kein Verrechnungsrecht 
hinsichtlich der Mehrwertsteuerforderung per 19. Dezember 2001 zu-
stehe und die Vorsteuer der Beschwerdeführerin bar auszuzahlen sei 
(Antrag 1b). 

Die  Beschwerdeführerin  rügt  (im  Hinblick  auf  Antrag  1a),  dass  die 
ESTV den Vorsteuerabzug unzulässigerweise geschätzt habe. Die An-
sicht  der ESTV, dass im Fall  des Nachlassverfahrens zum Zeitpunkt 
der  Genehmigung  des  Nachlassvertrags  eine  Schätzung  der  Vor-
steuern  anhand  der  mutmasslichen  Schlussdividende  vorzunehmen 
sei  und die Schätzung endgültig sei,  sei  willkürlich und ungesetzlich 
und verletze Art. 38 MWSTG, weil weder die Aktiven noch die Passi-
ven  zu  diesem  Zeitpunkt  genau  feststünden.  Erst  am  Schluss  des 
Nachlassverfahrens, im Zeitpunkt der Schlussdividende, stehe fest, in 
welchem Umfang die Gläubiger befriedigt werden und damit auch die 
Höhe des Vorsteuerabzugsrechts. Es treffe zu,  dass die Berechnung 
der Vorsteuer zu einem Zirkelschluss führe. Zahle die Beschwerdefüh-
rerin eine Dividende, erhöhe sich der Vorsteuerabzug, was wiederum 
zu einem höheren Nettovermögen der Nachlassmasse führe und wei-
tere  Dividendenzahlungen  ermögliche.  Dieses  technische  Probleme 
lasse sich aber mit den heutigen informationstechnischen Mitteln ("An-
näherungsrechnung" bzw. "Iteration") lösen. 

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Zur Begründung von Antrag 1b wird ausgeführt,  die Mehrwertsteuer-
forderung der ESTV sei vor dem 19. Dezember 2001 entstanden und 
eine Nachlassforderung; das Vorsteuerguthaben der Beschwerdeführe-
rin  hingegen  sei  danach  entstanden  und  eine  Masseforderung.  Die 
Verrechnung der ESTV verstosse damit gegen Art. 213 Abs. 2 i.V.m. 
Art 297 Abs. 4 SchKG.

E.
Mit  Vernehmlassung  vom  29.  September  2006  beantragt  die  ESTV 
(neben einem Eventualantrag), die Beschwerde sei vollumfänglich ab-
zuweisen.  Daneben  sei  festzustellen,  dass  die  ESTV allenfalls  eine 
Anpassung  ihrer  Forderung  gestützt  auf  den  Ausgang  eines  (näher 
bezeichneten) bei ihr hängigen Verfahrens vornehmen könne. 

F.
Am 17. Januar 2008 teilt die ESTV dem Bundesverwaltungsgericht mit, 
die  Beschwerdeführerin  habe ihr  mit  Schreiben vom 9. Januar  2008 
Dokumente zugestellt, wonach eine weitere Abschlagszahlung von 9% 
erfolgen könne. Die ESTV sei in ihrer Vernehmlassung von einer Ge-
samtdividende im Umfang von 35% ausgegangen. Gemäss der neuen 
Sachlage  müsse  diese  auf  42%  (erste  Abschlagszahlung  von  33% 
plus zweite von 9%) erhöht und die Berechnung unter Ziff. 6.3 des Ein-
spracheentscheid angepasst werden. 

Weiter empfahl die ESTV in einem Schreiben vom 22. Juli  2008 der 
Beschwerdeführerin für den Fall,  dass sie noch eine die Berechnung 
der  ESTV  massgeblich  beeinflussende  Schlussdividende  erwarten 
sollte,  die  diesbezüglichen  verfahrensrechtlichen  Möglichkeiten  mit 
dem Bundesverwaltungsgericht abzuklären.

Mit Eingabe vom 30. September 2008 macht die Beschwerdeführerin 
auf verschiedene neue Sachumstände aufmerksam, so die (bereits in 
der  Eingabe  der  ESTV  vom 17.  Januar  2008  erwähnte)  zweite  Ab-
schlagszahlung von 9%, die per  dato an sämtliche Gläubiger erfolgt 
sei. Damit seien bisher Dividendenzahlungen von insgesamt 42% er-
folgt,  was substantiell  über der Schätzung der ESTV im Einsprache-
entscheid von 35% liege. Da noch zwei Aktivprozesse und passivseitig 
das vorliegende Verfahren hängig seien, könne die Schluss- bzw. Ge-
samtdividende im heutigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich geschätzt 
werden. Dies zeige,  dass eine Schätzung der  Gesamtdividende,  wie 
sie die ESTV vorgenommen habe, unzulässig und falsch sei. 

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G.
Von der mit Schreiben vom 24. April 2009 gewährten Gelegenheit zur 
Einreichung  einer  Kostennote  macht  die  Beschwerdeführerin  bzw. 
deren Vertreter keinen Gebrauch.

H.
Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidrelevant – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Auf  dem  Gebiet  der  Mehrwertsteuer  konnten  Einspracheentscheide 
der ESTV nach Art. 65  MWSTG  mit Beschwerde bei der SRK ange-
fochten werden. Die SRK ist per 31. Dezember 2006 aufgelöst worden 
und das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 unter Über-
nahme der bei der SRK hängigen Fälle seine Tätigkeit aufgenommen. 
Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  dieses  Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), so-
fern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Im Bereich der 
Mehrwertsteuer liegt eine solche Ausnahme nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht  ist  für  die Beurteilung der  vorliegenden Beschwerde 
zuständig.  Es  wendet  das  neue  Verfahrensrecht  an  (Art. 53  Abs.  2 
VGG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.

2.1 Die  Entstehung  der  Steuerforderung  der  ESTV  sowie  des  An-
spruchs auf  Vorsteuerabzug des Steuerpflichtigen hängen davon ab, 
ob nach vereinbarten Entgelten (Normalfall) oder nach vereinnahmten 
Entgelten (Ausnahme) abgerechnet wird (vgl. Art. 44 MWSTG). 

Im  Fall  der  Abrechnung  nach  vereinbarten  Entgelten  entsteht  die 
Steuerforderung  mit  der  Rechnungsstellung,  welche  spätestens  drei 
Monate nach der Erbringung der Lieferung oder Dienstleistung zu er-
folgen hat (Art. 43 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 MWSTG) bzw. bei Umsätzen, 
die zu aufeinander folgenden Teilrechnungen oder Teilzahlungen An-
lass geben, mit der Ausgabe der Teilrechnung oder mit der Vereinnah-
mung der Teilzahlung (Art. 43 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 MWSTG) bzw. bei 

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Vorauszahlungen  sowie  bei  Lieferungen  und  Dienstleistungen  ohne 
oder  mit  verspäteter  Rechnungsstellung mit  der  Vereinnahmung des 
Entgelts (Art. 43 Abs. 1 Bst. a Ziff. 3 MWSTG). Im Fall der Abrechnung 
nach  vereinnahmten  Entgelten  entsteht  die  Steuerforderung  mit  der 
Vereinnahmung des Entgelts (Art. 43 Abs. 1 Bst. b MWSTG). Die Re-
gelung für den Zeitpunkt, in welchem der Vorsteuerabzug geltend ge-
macht  werden kann,  steht  hierzu in Korrelation. Bei  der Abrechnung 
nach  vereinbarten  Entgelten  entsteht  der  Anspruch  auf  Abzug  der 
Steuer auf den Eingangsleistungen am Ende derjenigen Abrechnungs-
periode, in der der Steuerpflichtige die Rechnung erhält, bei Abrech-
nung nach vereinnahmten Entgelten am Ende der Periode, in welcher 
er die Rechnung bezahlt hat (Art. 38 Abs. 7 Bst. a MWSTG; zum Gan-
zen:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.220/2003  vom  11.  Februar  2004 
E. 2.2.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] A-1530/2006 
vom 18. März 2008 E. 2.3; A-1581/2006 vom 23. Juni 2008 E. 5.2).

2.2 Die Steuer wird vom Entgelt berechnet (Art. 33 Abs. 1 MWSTG). 
Die Vorsteuer ihrerseits kann in der Höhe geltend gemacht werden, in 
der  sie  vom Leistungserbringer  in  Rechnung  gestellt  wurde  (Art. 38 
Abs. 1 Bst. a MWSTG). Im Fall einer Minderung des fakturierten bzw. 
vereinbarten  Entgelts  sind  beim  Leistungserbringer  und  beim  Leis-
tungsempfänger folgende Korrekturen vorzunehmen:

2.2.1 Ist das vom Empfänger bezahlte Entgelt niedriger als das verein-
barte (Herabsetzung durch Skonto, Preisnachlass, Verlust usw.) oder 
werden vereinnahmte Entgelte zurückerstattet (namentlich Rückerstat-
tung wegen Rückgängigmachung der Lieferung, nachträglich gewährte 
Rabatte,  Rückvergütungen  usw.),  so  kann  der  Leistungserbringer  in 
der  Abrechnung  über  die  Periode,  in  der  die  Entgeltsminderung 
verbucht  oder  die  Rückvergütung  ausgerichtet  wurde,  einen  Abzug 
vom steuerbaren Umsatz vornehmen (Art. 44 Abs. 2 MWSTG). 

2.2.2 Als Gegenstück zu Art. 44 Abs. 2 MWSTG sieht Art 40 MWSTG 
für  den Vorsteuerabzug auf  Seiten des Leistungsempfängers im Fall 
von Entgeltsminderungen (in dieser Konstellation auch Aufwandminde-
rung genannt) vor, dass die Vorsteuer in der Abrechnung über die Pe-
riode,  in  der  die  Entgeltsminderung  eintritt,  herabzusetzen  ist.  Der 
Steuerpflichtige ist aufgrund dieser Bestimmung gehalten, den Abzug 
der durch die Entgeltsminderung oder Rückerstattung kleiner geworde-
nen  Vorsteuer  entsprechend  zu  korrigieren  (Bericht  der  Kommission 
für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats vom 28. August 1996 zur 

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Parlamentarischen Initiative "Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer" 
[Dettling],  BBl  1996  V  713 ff.  [Bericht  WAK],  S. 778;  MICHAELA MERZ, 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel 2000 [mwst.com], N. 5 zu Art. 40). 

Die Entgeltsminderungen im Sinn von Art. 40 MWSTG sind grundsätz-
lich  gleich  zu  definieren wie  jene auf  der  Umsatzseite  nach Art.  44 
Abs. 2  MWSTG (vgl. Entscheid  der  SRK vom 3. Juni  2005,  Verwal-
tungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  69.127  E.  2b/aa;  ALOIS 
CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehr-
wertsteuergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 1433). Solche tre-
ten insbesondere bei  Uneinbringlichkeit  der  Forderung aufgrund von 
Zahlungsunfähigkeit  oder  Konkurs  des  Schuldners  ein  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.220/2003 vom 11. Februar 2004, E. 3.4; Urteil des 
BVGer A-1348/2006 vom 30. Mai 2007 E. 3.2). In einem solchen Fall 
sind allfällig geltend gemachte Vorsteuerabzüge zu korrigieren und von 
der ESTV in ihrer  Forderungseingabe zu berücksichtigen (CAMENZIND/ 
HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1436). 

2.2.3 Bei Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach Art. 40 MWSTG ent-
steht die Steuerforderung der ESTV im Zeitpunkt, in dem die Minde-
rung oder Rückvergütung des Entgelts erfolgt (Art. 43 Abs. 4 MWSTG).

3.

3.1 Das Verfahren vor der ESTV wie auch jenes vor dem Bundesver-
waltungsgericht  wird  von der  Untersuchungsmaxime beherrscht. Da-
nach muss die entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sach-
verhalt  von sich aus abklären und darüber  ordnungsgemäss Beweis 
führen. Hat eine der Untersuchungsmaxime unterworfene Behörde den 
Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder hat sie dies nur un-
vollständig getan, so bildet das einen Beschwerdegrund nach Art. 49 
Bst. b VwVG (statt vieler: Urteile des BVGer A-1624/2006 vom 4. No-
vember 2008 E. 1.3; A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 1.2;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht,  Basel 2008, Rz. 1.49 ff.). Der  Untersuchungs-
grundsatz  wird  jedoch  durch  die  Mitwirkungspflichten  der  Steuer-
pflichtigen bzw. das Selbstveranlagungsprinzip relativiert  (statt  vieler: 
Urteile  des  BVGer  A-1624/2006  vom  4.  November  2008  E.  1.4; 
A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 1.2). 

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3.2 Aus  dem  Gebot  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  nach 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) folgt der Anspruch des Be-
troffenen, erhebliche Beweise beizubringen und Beweisanträge zu er-
heblichen Tatsachen zu stellen bzw. an der Erhebung wesentlicher Be-
weise mitzuwirken (BGE 127 I 54 E. 2b). Es besteht ein Anspruch auf 
Abnahme der von ihm angebotenen Beweise, soweit diese erhebliche 
Tatsachen  betreffen  und  nicht  offensichtlich  beweisuntauglich  sind 
(statt vieler: BGE 131 I 153 E. 3; vgl. auch Art. 33 Abs. 1 VwVG). 

3.3 Eine  Verfahrenssistierung  muss  durch  zureichende  Gründe  ge-
rechtfertigt sein, andernfalls von einer mit dem Beschleunigungsgebot 
von  Art. 29 Abs. 1  BV  nicht  zu  vereinbarenden  Rechtsverzögerung 
auszugehen wäre (BGE 130 V 90 E. 5; BGE 119 II 386 E. 1a). Als Sis-
tierungsgrund anerkannt ist die Hängigkeit eines anderen Verfahrens, 
dessen Ausgang für das zu sistierende von präjudizieller Bedeutung ist 
(BGE 123 II 1 E. 2b; 122 II 211 E. 3e). Eine Sistierung ist auch zuläs-
sig, wenn sie aus anderen wichtigen Gründen als geboten erscheint 
und ihr keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen ent-
gegenstehen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.15 mit Hinweis). 

4.
Vorliegend wurde der Beschwerdeführerin am 19. Dezember 2001 vom 
Nachlassrichter  die  Nachlassstundung gewährt  (Art. 295 SchKG). In 
der  Folge  kam  mit  den  Gläubigern  ein  Nachlassvertrag  mit  Vermö-
gensabtretung (Art. 317 ff. SchKG) zustande, welcher vom Richter am 
20. August 2002 bestätigt  wurde (Art. 310 SchKG). Die Steuerpflicht 
der  Beschwerdeführerin  endet  erst  mit  Abschluss  des  Liquidations-
verfahrens (Art. 29 Bst. a MWSTG). Im Folgenden ist der Einfachheit 
halber  generell  von  der  (steuerpflichtigen)  "Beschwerdeführerin"  die 
Rede, auch wenn die entsprechenden Handlungen (vgl. Art. 298 und 
319 SchKG: beschränkte bzw. aufgehobene Verfügungsbefugnis)  der 
Sachwalter bzw. Liquidator vornahm.

Strittig  ist  vorliegend,  in  welcher  Höhe  die  Beschwerdeführerin  Vor-
steuern auf Lieferantenrechnungen, die aus der Zeit vor der Nachlass-
stundung vom 19. Dezember 2001 stammen und zu diesem Zeitpunkt 
noch nicht  bezahlt  waren,  zum Abzug bringen kann. Zur  Diskussion 
steht  ein  total  fakturierter  (maximal  möglicher)  Vorsteuerbetrag  von 
Fr. ...  (vgl.  Beschwerde  S.  10  Ziff.  30,  Einspracheentscheid  S.  20). 
Umstritten ist,  welcher Teil dieser Vorsteuern aufgrund der teilweisen 

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Bezahlung  der  Lieferantenrechnungen  durch  Abschlags-  bzw. 
Dividendenzahlungen  im  Nachlassverfahren  noch  geltend  gemacht 
werden kann und wie (und wann) dieser zu bestimmen ist.

Nachdem  die  ESTV  im  (Erst-)Entscheid  vom  4.  April  2005  einen 
Anspruch auf Vorsteuerabzug noch ganz verneint hatte (vgl. Dispositiv 
Ziff. 1, Ziff. 3.7 der Begründung), hat sie im Einspracheentscheid ein-
geräumt,  dass  ein  Vorsteuerabzugsrecht  der  Beschwerdeführerin 
grundsätzlich besteht, soweit die vorsteuerbelasteten Kreditorenrech-
nungen im Nachlassverfahren noch bezahlt werden. Sie hat deswegen 
die  Gesamtdividende  geschätzt  (auf  35%)  und  entsprechend  einen 
Vorsteueranspruch von Fr. ... (35% von Fr. ...) anerkannt, welchen sie 
von ihrer Steuerforderung abgezogen hat (vgl. Einspracheentscheid S. 
20 f.; vorn Bst. C). Die Beschwerdeführerin bestreitet die Zulässigkeit 
einer Schätzung der Vorsteuern in grundsätzlicher Hinsicht sowie der 
Höhe nach (zur Frage der Verrechnung später E. 5 und 6). 

4.1 Vorab ist in Bezug auf den Vorsteueranspruch der Beschwerdefüh-
rerin  per  19.  Dezember  2001  und  dessen  Entstehung  Folgendes 
festzuhalten:

4.1.1 Die Beschwerdeführerin rechnete nach vereinbartem Entgelt ab. 
Der Anspruch auf Vorsteuerabzug entstand deswegen gemäss Art. 38 
Abs. 7 Bst. a MWSTG am Ende der Abrechnungsperiode, in welcher 
sie  die  Rechnungen  erhalten  hat  (vorn  E.  2.1).  Der  fragliche  Vor-
steuerbetrag von Fr. ... wurde unbestrittenermassen mit  vor  dem 19. 
Dezember  2001  (Stundungsbewilligung)  erhaltenen  Rechnungen 
fakturiert und der Vorsteueranspruch ist vor diesem Datum entstanden. 
Die Beschwerdeführerin hat diese Vorsteuern in der Abrechnung per 
19.  Dezember  2001  denn  auch  bereits  deklariert  (in  einem  etwas 
geringeren Betrag, vgl. vorn Bst. A, was hier nicht relevant ist). 

4.1.2 Aufgrund des Nachlassverfahrens trat sodann, was an sich un-
bestritten ist, ein Fall von Art. 40 MWSTG ein (s.a. E. 2.2.2). Zeitpunkt 
der Entgeltsminderung nach Art. 40 MWSTG und damit auch der Ent-
stehung  der  Steuerforderung  der  ESTV  gemäss  Art.  43  Abs.  4 
MWSTG (E. 2.2.3) ist (spätestens) jener der Bewilligung der Stundung 
nach Art. 294 f. SchKG am 19. Dezember 2001, denn dann ist (jeden-
falls beim vorliegenden Liquidationsvergleich nach Art. 317 ff. SchKG) 
offensichtlich, dass die offenen Lieferantenrechnung nicht vollumfäng-
lich beglichen werden können (vgl. auch  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O., Rz. 1437). In ihrer Abrechnung per 19. Dezember 2001 hätte 

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die Beschwerdeführerin, was aus Art. 40 MWSTG wie auch aus dem 
Selbstveranlagungsprinzip (vgl. Art. 46 f. MWSTG) abzuleiten ist, die 
von  ihr  zuvor  bzw.  in  der  selben  Abrechnung  geltend  gemachten 
Vorsteuern wieder herabzusetzen gehabt (vorn E. 2.2.2). 

4.1.3 Unzutreffend  ist  der  Standpunkt  der  Beschwerdeführerin  (Be-
schwerde S. 22),  ihr  Anspruch auf  Vorsteuerabzug entstehe erst  mit 
den  Dividendenzahlungen  (woraus  sie  gestützt  auf  Art.  297  Abs.  4 
SchKG die Unzulässigkeit  der Verrechnung durch die ESTV ableiten 
will,  hierzu  später  E. 5). Dies widerspräche der  Regelung in  Art. 38 
Abs. 7 Bst. a MWSTG, wonach bei Abrechnung nach vereinbarten Ent-
gelten für die Entstehung der Vorsteuerforderung nicht  der Zeitpunkt 
der Zahlung sondern jener des Eingangs der Rechnungen massgeb-
lich ist. Vorliegend ist deswegen der Anspruch auf Vorsteuerabzug vor 
der Nachlassstundung entstanden (E. 4.1.1 f.). Daran ändert die Nach-
lassstundung nichts, sie bewirkt bloss eine Minderung des Vorsteuer-
anspruchs gestützt  auf  Art. 40  MWSTG (E. 4.1.2); hingegen bewirkt 
sie nicht dessen Untergang und folglich kann entgegen der Ansicht der 
Beschwerdeführerin bei Zahlung der Dividenden auch kein neuer Vor-
steueranspruch entstehen. Die Dividendenzahlungen sind nur bedeut-
sam für die Höhe des Vorsteueranspruchs, genauer für die Höhe der 
Minderung  nach  Art.  40  MWSTG,  nicht  aber  für  den  Zeitpunkt  der 
Entstehung der Vorsteuerforderung. Das Gesagte gälte auch unter der 
von der ESTV im Entscheid vom 4. April 2005 (Ziff. 2.2, 3.7) noch ge-
troffenen und (entsprechend) in der Beschwerde (vgl. S. 22 Ziff. 87 f.) 
angesprochenen Annahme, aufgrund des Nachlassverfahrens sei die 
deklarierte  Vorsteuer  gestützt  auf  Art. 40  MWSTG vollumfänglich  zu 
kürzen und allenfalls – wie die ESTV in einem Schreiben vom 16. April 
2002 (act. 10) in Aussicht stellte – später erneut geltend zu machen, 
falls und soweit die Lieferanten im Nachlassverfahren doch noch be-
zahlt  würden. Auch unter dieser Annahme (welche vorliegend, da im 
Einspracheentscheid  nicht  mehr  verfolgt,  ansonsten  nicht  weiter  zu 
prüfen ist) wäre der Vorsteuerabzug durch die Nachlassstundung nicht 
vollständig  untergegangen  und  deswegen  auch  nicht  anlässlich  der 
Dividendenzahlungen neu entstanden. 

4.2 Die Beschwerdeführerin wehrt  sich gegen die im Einspracheent-
scheid vertretene Ansicht der ESTV, zum Zeitpunkt der Genehmigung 
des Nachlassvertrags sei eine (definitive) Schätzung des Vorsteueran-
spruchs bzw. der Reduktion nach Art. 40 MWSTG vorzunehmen. Sie 
ist der Auffassung, es seien sämtliche bisherigen und künftigen Divi-

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dendenzahlungen  für  die  Berechnung  des  abziehbaren  Vorsteuer-
betrags  zu  berücksichtigen bzw. die  Vorsteuer  sei  zum Zeitpunkt,  in 
welchem sämtliche Aktiven und Passiven der Nachlassmasse ausser 
der Forderung der ESTV bekannt seien, zu beurteilen (vgl. Antrag 1a 
und Rz. 60 der Beschwerde).

Ein solches Vorgehen scheint die ESTV anders als im Einspracheent-
scheid in  der  Vernehmlassung nicht  mehr  auszuschliessen. Sie wie-
derholt zwar, dass betreffend die Höhe der zu erwartenden Gesamtdi-
vidende "per Nachlassstundungsdatum" eine Schätzung getroffen wer-
den müsse. Sie hält  aber (neu) dafür, diese Schätzung habe zeitlich 
spätestens  nach  Bekanntsein  sämtlicher  Aktiven  und  Passiven  der 
Nachlassmasse sowie vor Erstellung der Verteilungsliste zu erfolgen. 
Zudem ergänzt sie, wenn ein steuerpflichtiger Schuldner eine von der 
ESTV geschätzte Forderung bestreite und erwarte, dass sich Aktiven 
oder Passiven noch stark veränderten, es an ihm läge, die Einsprache 
gegen die Schätzung zusätzlich mit  einem Antrag auf Sistierung, bis 
die Aktiven und Passiven der Nachlassmasse definitiv feststehen, zu 
versehen  (S.  12  Vernehmlassung).  Die  ESTV  schliesst  damit  nicht 
mehr aus, dass das Verfahren – gestützt auf ein entsprechendes Ge-
such – bis zum Feststehen der Nachlassmasse (ausser der Steuerfor-
derung der ESTV) sistiert und das Vorsteuerguthaben erst dann fest-
gelegt werden könnte. 

4.2.1 Ein förmliches Sistierungsbegehren hat die Beschwerdeführerin 
im Verfahren vor der ESTV nicht gestellt. Sie hat aber konsequent vor-
gebracht, dass sich bis zum Abschluss des Nachlassverfahrens noch 
Änderungen  in  der  Höhe  des  Vorsteueranspruchs  ergeben  können, 
welchen ihrer  Ansicht  nach Rechnung getragen werden müsse. Ent-
sprechend hat sie in der Einsprache (wie schon in vorgängigen Schrei-
ben an die ESTV) die Feststellung beantragt,  dass ihr  aus weiteren 
Abschlagszahlungen  oder  aus  einer  Schlussdividende  noch  weitere 
Vorsteueransprüche zustehen (Antrag 2 der Einsprache, welcher von 
der ESTV abgewiesen wurde: vgl. S. 22 Einspracheentscheid). Unter 
diesen Umständen erübrigte sich ein Sistierungsantrag, weil bei Gut-
heissung dieses Antrags dasselbe Ergebnis  erzielt  worden wäre wie 
mit einer Sistierung. Das Gleiche gilt, sofern dieser nicht ohnehin als 
Sistierungsantrag  qualifiziert  werden  könnte,  für  den  Antrag  1a  der 
Beschwerde. Der Hinweis der ESTV auf den fehlenden Sistierungsan-
trag (Vernehmlassung S. 12) ist somit sowohl für das Verfahren vor der 
ESTV als auch für das Beschwerdeverfahren nicht stichhaltig. 

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Im Folgenden ist vorab zu prüfen, ob die ESTV berechtigt oder sogar, 
wie sie im Einspracheentscheid noch vertritt, gezwungen war, bereits 
in einem frühen Stadium des Nachlassverfahrens einen – mit Rechts-
kraft verbindlichen und definitiven – Entscheid über die Höhe des (zu 
schätzenden) Vorsteueranspruchs der Beschwerdeführerin zu erlassen 
(sogleich E. 4.2.2). Sodann ist angesichts der erwähnten Anträge der 
Beschwerdeführerin zu untersuchen, ob die ESTV vielmehr ihr Verfah-
ren hätte  sistieren müssen und ob eine Sistierung  auch im jetzigen 
Zeitpunkt noch gewährt werden kann (E. 4.2.3). 

4.2.2 Wie erläutert ist der Vorsteueranspruch der Beschwerdeführerin 
mit  Eingang der  Rechnungen entstanden,  und sie hat  die  gesamten 
Vorsteuern auf den noch nicht bezahlten Rechnungen in der Abrech-
nung per 19. Dezember 2001 auch deklariert (E. 4.1.1). Hingegen hat 
sie trotz Eintritts eines Anwendungsfalls von Art. 40 MWSTG anläss-
lich  der  Nachlassstundung  die  Vorsteuern  pflichtwidrigerweise  nicht 
nach  Art.  40  MWSTG herabgesetzt  (E. 4.1.2).  Zur  Geltendmachung 
ihrer Forderung im Sinn von Art. 40 MWSTG (hierzu E. 4.1.2) und, da 
diese der Höhe nach bestritten war, zum Erlass eines entsprechenden 
Entscheids (vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. c MWSTG) war die ESTV damit 
grundsätzlich  berechtigt.  Auch  aus  Art. 69  Abs.  2  MWSTG,  wonach 
eine bestrittene Steuerforderung im Kollokationsplan nicht definitiv ein-
gereiht werden darf, wenn über sie noch nicht rechtskräftig entschie-
den worden ist, folgt, dass zumindest irgendwann im Verlauf des Nach-
lassverfahrens ein Entscheid über die Steuerforderung (unter Berück-
sichtigung der Vorsteuern) ergehen muss (vgl. JÜRG WERNLI, mwst.com, 
a.a.O., Rz. 25 zu Art. 69; Bericht WAK, a.a.O., S. 792). Art. 69 Abs. 2 
MWSTG sagt aber (wie Art. 63 Abs. 1 Bst. c MWSTG) nichts darüber 
aus, wann die ESTV diesen Entscheid treffen musste oder durfte. 

Die Festlegung der zum Abzug zuzulassenden Vorsteuern durch die 
ESTV war zudem nötig, weil sie ihre Steuerforderung im Nachlassver-
fahren  einzugeben  hatte.  Hierzu  wurden  die  Gläubiger  am  8.  März 
2002  aufgefordert  (vgl.  act.  6).  Die  bei  diesem  Schuldenruf  nach 
Art. 300 SchKG gesetzte Frist ist zwar nicht zwingend, denn es kön-
nen bis zum Ende des Verfahrens (bis zur Verteilung des Liquidations-
erlöses) noch Eingaben gemacht werden (vgl. Art. 251 i.V.m. Art. 321 
Abs. 2  SchKG;  ALEXANDER VOLLMAR,  Staehelin/Bauer/Staehelin  [Hrsg.], 
Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  Schuldbetreibung und Konkurs, 
1998 [im Folgenden: Komm. SchKG], N. 9 zu Art. 300). Die nicht recht-
zeitige Eingabe hat aber trotzdem negative Konsequenzen (vgl. hierzu 

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Art. 300 Abs. 1 und Art. 306 SchKG), weswegen die ESTV ein Interes-
se hatte, die Eingabe fristgerecht zu machen. Anlässlich dieser Forde-
rungseingabe hatte die ESTV auch die geltend gemachten Vorsteuern 
abzüglich der Herabsetzung nach Art. 40 MWSTG zu berücksichtigen, 
wobei  diese in diesem Zeitpunkt  offensichtlich nur geschätzt  werden 
konnten  (hierzu  auch  später  E. 4.2.5).  Auch  zum Zweck  der  Forde-
rungseingabe  war  der  Erlass  eines  Entscheids  aber  noch  nicht 
zwingend. Die ESTV hätte damit zuwarten bzw. das Verfahren sistieren 
und trotzdem ihre Forderung im Nachlass eingeben können.

Es ergibt sich, dass die ESTV nicht gezwungen war, bereits in einem 
frühen  Stadium  des  Nachlassverfahrens  einen  Entscheid  über  die 
Höhe  des  Vorsteueranspruchs  zu  erlassen.  Weder  Art.  69  Abs.  2 
MWSTG noch die Tatsache, dass die ESTV eine Forderungseingabe 
im  Nachlassverfahren  machen  musste,  standen  einer  Sistierung 
entgegen. Selbstverständlich hindert beides auch nicht eine Sistierung 
im jetzigen Zeitpunkt. 

4.2.3 Demnach ist  zu  prüfen,  ob die  ESTV das Verfahren hätte sis-
tieren  müssen  und  ob  einer  Sistierung  im  Sinn  von  Antrag  1a  der 
Beschwerde aktuell noch stattgegeben werden kann.

4.2.3.1 Die  Höhe  des  Vorsteueranspruchs  der  Beschwerdeführerin 
(unter  Herabsetzung nach Art. 40 MWSTG) hängt  davon ab, in  wel-
chem  Umfang  die  vorsteuerbelasteten  Lieferantenrechnungen  im 
Nachlassverfahren noch beglichen werden,  mithin von der Höhe der 
Dividendenzahlungen an die Gläubiger. Die Höhe der gesamten Divi-
dende steht  jedoch erst  am Ende des Nachlassverfahrens fest  (vgl. 
HANS ULRICH HARDMEIER, Komm. SchKG, a.a.O., N. 4 zu Art. 318), insbe-
sondere müssen noch hängige Aktiv- und Passivprozesse abgeschlos-
sen sein. In solchen anlässlich des Einspracheentscheids und soweit 
bekannt auch aktuell  noch bestehenden (vgl. vorn Bst. F) Prozessen 
kann ohne Weiteres ein wichtiger Grund für eine Sistierung gesehen 
werden (vgl. E. 3.3), da sie nach dem Gesagten den Umfang des Vor-
steueranspruchs beeinflussen. Es bestand damit zur Zeit des Einspra-
cheverfahrens (und soweit bekannt auch aktuell noch) ein erhebliches 
Interesse der Beschwerdeführerin bzw. der Nachlassmasse und damit 
auch aller anderen Nachlassgläubiger an der Sistierung und dem Zu-
warten mit einem Entscheid bis zum Abschluss der (abgesehen vom 
vorliegenden) hängigen Verfahren bzw. bis alle (übrigen) Aktiven und 
Passiven des Nachlasses feststehen. Dann kann der zu Recht beste-

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hende Vorsteueranspruch zwar immer noch nicht genau (aufgrund des 
Zirkelschlusses,  vgl.  unten  E. 4.2.5),  aber  doch  am  präzisesten  be-
rechnet werden.  Demgegenüber ist  kein gegen eine Sistierung spre-
chender Grund und insbesondere kein Interesse der ESTV an einer 
Beschleunigung des Verfahrens ersichtlich (vgl. E. 3.3); so  beinhaltet 
der  Zeitablauf  angesichts  des  Nachlassverfahrens,  in  welchem  die 
Gleichbehandlung aller  (Drittklass-)Gläubiger sichergestellt  wird,  kein 
sich  vergrösserndes  Risiko,  dass  die  Steuerforderung  nicht  mehr 
durchgesetzt werden kann. 

4.2.3.2 Eine Sistierung war und ist aus weiteren Gründen geboten.

Das Verfahren vor der ESTV wie auch jenes vor dem Bundesverwal-
tungsgericht untersteht der Untersuchungsmaxime (vorn E. 3.1). Auch 
eine Schätzung,  die voraussetzt,  dass der Sachverhalt  ungewiss ist, 
darf  die Behörde im Prinzip erst dann vornehmen, wenn sie alle zur 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts geeigneten und ihr zu-
mutbaren Untersuchungsmassnahmen vorgenommen hat und sich die 
Ungewissheit  im  Sachverhalt  dennoch  nicht  beseitigen  lässt  (vgl. 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren,  Zürich  1989,  S. 129).  Die  Relativierung  des  Untersuchungs-
grundsatzes durch Mitwirkungspflichten bzw. das Selbstveranlagungs-
prinzip (vorn E. 3.1) ist vorliegend nicht von Belang. Die bestehende 
Unklarheit  im  Sachverhalt,  nämlich  die  Höhe  der  abziehbaren  Vor-
steuern aufgrund der – künftigen – Bezahlung von Lieferantenrechnun-
gen,  beruht  auf  von  der  Beschwerdeführerin  nicht  beeinflussbaren, 
dem Nachlassverfahren inne wohnenden Gründen (siehe E. 4.2.3.1); 
entsprechend  ist  auch  die  unterlassene  Deklaration  der  Reduktion 
nach Art. 40  MWSTG (E. 4.1.2)  hierzu nicht  ursächlich. Neben dem 
Untersuchungsgrundsatz ist auch das Recht auf Beibringung von Be-
weisen,  auf  Beweisanträge  und  Beweisabnahme  –  immer  sofern 
erhebliche Tatsachen zur Diskussion stehen – betroffen (vorn E. 3.2). 
Dieser Anspruch besteht im Entscheid-, Einsprache- und Beschwerde-
verfahren gleichermassen,  der  Beweis der  Unrichtigkeit  einer  Schät-
zung der  ESTV ist  jederzeit  möglich (statt  vieler: Urteile  des BVGer 
A-1379/2006  vom  10.  September  2007  E.  2.6.1;  A-1376/2006  vom 
20. November 2007 E. 2.1 f., je mit Hinweisen). 

Vorliegend  sind  der  Ausgang  des  Nachlassverfahrens  (Bestimmung 
der Aktiven und Passiven) und die resultierenden Abschlags- bzw. Di-
videndenzahlungen entscheidrelevant, da dadurch die Höhe des Vor-

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steueranspruchs massgeblich beeinflusst wird (vorn E. 4.2.3.1). Es be-
stand (und besteht)  aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes  grund-
sätzlich eine Pflicht zur Abklärung dieses rechtserheblichen Sachver-
halts, was nur durch eine Sistierung möglich war und ist. Zudem hat 
die Beschwerdeführerin den Beweis dieser erheblichen Tatsachen an-
geboten, worauf die ESTV nicht eingegangen ist (hierzu E. 4.2.1). Da-
durch verunmöglichte sie die Beibringung bzw. verweigerte die Abnah-
me entscheidrelevanter  Beweise,  denn diese können vor  Erledigung 
der  Aktiv-  und  Passivprozesse  gar  nicht  erbracht  werden.  Folglich 
hätte  sich  aufgrund  des  Untersuchungsgrundsatzes  und  des  An-
spruchs auf  rechtliches  Gehör  im Verfahren vor der  ESTV eine Sis-
tierung  aufgedrängt.  Das  selbe  kann  in  Bezug  auf  das  vorliegende 
Verfahrensstadium gesagt werden. 

4.2.4 Demnach  ist  Beschwerdeantrag  1a  (weitgehend,  vgl.  sogleich 
E. 4.2.5  in  fine)  gutzuheissen.  Die  Sache  ist  zum  neuen  Entscheid 
über die Höhe des Vorsteueranspruchs an die ESTV zurückzuweisen. 
Dabei  hat  die ESTV der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit  zu geben, 
die aktuelle Sachlage darzustellen, ihr Verfahren – falls noch verlangt 
und  erforderlich  –  zu  sistieren,  bis  die  noch  hängigen  Prozesse 
(ausser  des  vorliegenden)  erledigt  sind  (vgl.  E.  4.2.3.1)  und  das 
Ergebnis des Nachlassverfahrens entsprechend zu berücksichtigen.

4.2.5 Was die Eruierung des Vorsteueranspruchs durch die ESTV im 
zweiten  Rechtsgang  anbelangt,  ist  festzuhalten,  dass  eine  effektive 
Berechnung beim Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung in keinem 
Zeitpunkt möglich ist, auch nicht nach Erledigung der hängigen Aktiv- 
und  Passivprozesse  (ausser  dem vorliegenden).  Die  Höhe  des  Vor-
steueranspruchs  hängt  wie  erläutert  von  der  Höhe  der  gesamten 
Nachlassdividende ab. Diese wiederum wird aber auch von der Höhe 
der vorliegend zu beurteilenden Steuerforderung bzw. des Vorsteuer-
anspruchs der Beschwerdeführerin beeinflusst und kann damit vor Ab-
schluss  des  vorliegenden  Verfahrens  gar  nicht  bekannt  sein  (siehe 
ausführlich  S. 11  f. Vernehmlassung;  vgl.  zum von den  Parteien  er-
wähnten "Zirkelschluss":  Beschwerde  S.  13,  Einspracheentscheid 
S. 18,  vorn  Bst.  C,  D). Deswegen  muss  die  ESTV  zwangsläufig  zu 
einer Schätzungsmethode oder einer Methode zur annäherungsweisen 
Ermittlung  greifen.  Das  in  der  Beschwerde  erwähnte  Verfahren  der 
"Iteration" ist dabei allenfalls eine Möglichkeit, es wurde aber nicht dar-
gelegt und ist nicht anzunehmen, dass dies die einzige sachgerechte 

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Möglichkeit wäre. Die Wahl einer sachgerechten Methode ist der ESTV 
im zweiten Rechtsgang zu überlassen. 

Ferner kann deswegen dem Beschwerdeantrag 1a insoweit nicht statt-
gegeben werden, als verlangt wird, die Vorsteuer bzw. die Mehrwert-
steuerschuld sei "gestützt auf die tatsächlich von der Beschwerdefüh-
rerin schon geleistete und die noch zu leistende, gesamte Nachlass-
dividende" festzulegen; Letzteres ist gar nicht möglich. 

4.2.6 Schliesslich  rechtfertigen  sich  folgende  Bemerkungen  zu  ver-
schiedenen Vorbringen der Parteien:

4.2.6.1 Angesichts  der  (weitgehenden)  Gutheissung  des  Beschwer-
deantrags  1a  braucht  zum  Vorwurf  der  Verletzung  des  rechtlichen 
Gehörs (vgl. Ziff. 31 der  Beschwerde)  aufgrund des gegenüber  dem 
Erstentscheid  neuen  Standpunkts  im  Einspracheentscheid,  die  Vor-
steuer sei zu schätzen, nicht Stellung genommen zu werden.

4.2.6.2 Wegen der  Rückweisung an die ESTV erübrigt  sich ein Ein-
gehen auf  ihren Antrag in  der Vernehmlassung,  es sei  festzustellen, 
dass sie gestützt auf den Ausgang des bei ihr von der Beschwerdefüh-
rerin am 21. Juni 2006 anhängig gemachten – näher bezeichneten – 
Verfahrens allenfalls eine Anpassung ihrer Forderung vornehmen kön-
ne. Die ESTV ist angesichts vorstehenden Ergebnisses berechtigt und 
verpflichtet, im Rahmen ihres neuen Entscheids der aktuellen Sachla-
ge Rechnung zu tragen, wozu auch die Konsequenzen aus dem ge-
nannten  Verfahren  gehören.  Zudem  geht  aus  dem  Schreiben  des 
Liquidators vom 9. Januar 2008 (Gläubigerzirkular Nr. 8, Beilage Nr. 4 
zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. September 2008) hervor, 
dass die ESTV mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 30. No-
vember 2006 festgestellt habe, dass die Mehrwertsteuerpflicht betref-
fend  fraglichen  Vergleichsbetrag  nicht  die  Nachlassmasse  der  Be-
schwerdeführerin  treffe.  Soweit  diese  Angaben  zutreffen,  wäre  der 
Antrag der ESTV ohnehin gegenstandslos geworden. 

4.2.6.3 Ebensowenig ist zu entscheiden, inwiefern die von der ESTV 
im  Einspracheentscheid  getroffene  Schätzung  im  vorliegenden  Be-
schwerdeverfahren noch hätte angepasst werden können, wenn entge-
gen  dem  Vorstehenden  die  Sistierung  nicht  zu  gewähren  gewesen 
wäre. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass eine Anpassung aufgrund 
neuer Erkenntnisse im Nachlassverfahren (vgl. vorn Bst. F; Schreiben 
der ESTV vom 17. Januar 2008), nämlich der mittlerweile ausgerichte-

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ten  Dividendenzahlungen  von 42%,  die  einiges  über  der  Schätzung 
der Gesamtdividende durch die ESTV liegen, ohne Weiteres möglich 
gewesen wäre, da vom Bundesverwaltungsgericht neue Sachverhalts-
umstände  berücksichtigt  werden  können  (vgl.  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-
LER,  a.a.O.,  Rz. 2.204 ff.). Dies  räumt  auch die  ESTV im erwähnten 
Schreiben vom 17. Januar 2008 ein. Die Beschwerde wäre auch des-
wegen gutzuheissen gewesen, was aber aufgrund des vorstehenden 
Ausgangs nicht mehr relevant ist.

5.
Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, ihr Anspruch auf Vor-
steuerabzug sei als Masseforderung zu qualifizieren und gestützt auf 
Art. 297 Abs. 4 i.V.m. Art. 213 SchKG dürfe die ESTV ihre Steuerfor-
derung  (ohne  Berücksichtigung  des  Vorsteuerabzugs)  nicht  mit  dem 
Vorsteueranspruch verrechnen (Antrag 1b und S. 22 f. Beschwerde). 

Vorab ist zu bemerken, das Antrag 1b als Feststellungsbegehren for-
muliert ist. Vorliegend ist aber ein Feststellungsentscheid aufgrund sei-
ner  Subsidiarität  gegenüber  Gestaltungs-  und  Leistungsentscheiden 
nicht zulässig (vgl. etwa Urteil  des Bundesgerichts 2A.150/2001 vom 
13. Februar 2002 E. 2b). Das fragliche Begehren kann aber – zumal in 
Antrag 1a die Aufhebung von Ziff. 1 und 2 des Dispositivs des Einspra-
cheentscheides  beantragt  wird  –  in  dem Sinn  entgegen  genommen 
werden,  dass Ziff. 2 des Einspracheentscheides aufzuheben sei,  so-
weit die ESTV darin die Steuerforderung mit dem Vorsteuerguthaben 
verrechnet hat. 

5.1 Für die Verrechenbarkeit von Forderungen während der Nachlass-
stundung  gelten  gemäss Art.  297 Abs. 4  SchKG (für  alle  Arten  des 
Nachlassvertrags) die konkursrechtlichen Regeln in Art. 213 f. SchKG, 
wobei  als  Stichtag  statt  der  Konkurseröffnung  die  Bekanntmachung 
der Stundung gilt. 

Art. 213 Abs. 1 SchKG statuiert den Grundsatz, dass ein Konkursgläu-
biger  (hier  Nachlassgläubiger)  seine  Forderung  mit  einer  Forderung 
des Schuldners ihm gegenüber verrechnen kann. Verboten ist die Ver-
rechnung aber insbesondere, wenn der Gläubiger erst nach Konkurs-
eröffnung (hier nach Bewilligung der Stundung) Schuldner des Konkur-
siten bzw. der Konkursmasse (hier des Nachlassschuldners bzw. der 
Nachlassmasse) wird (Art. 213 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG). Entscheidend ist 
dabei der Zeitpunkt der Entstehung (und nicht etwa der Fälligkeit) der 
Forderung.  Die  Verrechnung  ist  nur  bezüglich  Forderungen  ausge-

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schlossen,  deren Rechtsgrund  auf  Tatsachen beruht,  die  in  die  Zeit 
nach der Konkurseröffnung (Nachlasstundung) fallen (BGE 122 II 221 
E. 4; 117 III 25 E. 3b). 

5.2 Es wurde  bereits  erläutert  (E. 4.1),  dass  der  Anspruch  der  Be-
schwerdeführerin auf Vorsteuerabzug mit Erhalt der Rechnungen und 
damit vor der Bewilligung der Nachlassstundung entstanden ist. Auch 
die Steuerforderung der ESTV ist  vor Gewährung der Stundung ent-
standen  (E.  4.1)  bzw.  beruht  im  Sinn  der  soeben  (E. 5.1)  zitierten 
Rechtsprechung auf Tatsachen, welche vor Bewilligung der Nachlass-
stundung gegeben waren. Dies trifft  sowohl auf die Umsatzsteuerfor-
derung der ESTV zu als auch auf ihre Forderung aufgrund der Berich-
tigung des Vorsteuerabzugs nach Art. 40 MWSTG. Das Verrechnungs-
verbot im Sinn von Art. 297 Abs. 4 i.V.m. Art. 213 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG 
greift damit nicht. Die weiteren Voraussetzungen der Verrechenbarkeit 
(vgl. etwa Urteil  des BVGer A-1662/2006 vom 14. Januar 2009 E. 3) 
werden im Übrigen nicht bestritten. Die ESTV war damit grundsätzlich 
zur Verrechnung befugt.

5.3 Ferner dringt das Argument der Beschwerdeführerin nicht durch, 
es bestehe (betreffend die Verrechnung im Konkurs bzw. Nachlassver-
fahren)  eine  ungerechtfertigte  Ungleichbehandlung  mit  nach  verein-
nahmten  Entgelten  abrechnenden  Steuerpflichtigen,  weil  bei  diesen 
der Vorsteuerabzug im Zeitpunkt der Bezahlung der Rechnungen, also 
mit den Dividendenzahlungen, entstanden wäre (S. 23 f. Beschwerde). 
Vorab kann auf die Ausführungen in der Vernehmlassung (S. 10 f.) ver-
wiesen werden,  wonach gemäss Verwaltungspraxis  bei  nach verein-
nahmten Entgelten Abrechnenden bei Konkurs und Nachlass auf die 
Abrechnungsart nach vereinbarten Entgelten umgestellt werde, womit 
es zu keiner unterschiedlichen Behandlung käme. Zudem läge selbst 
ohne solchen Wechsel  der Abrechnungsart  kein Verstoss gegen das 
Gleichbehandlungsgebot  vor.  Dieses  verlangt  lediglich,  dass  "Glei-
ches" nach Massgabe seiner Gleichheit gleich zu behandeln ist (siehe 
ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungs-
recht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2006,  Rz. 495  ff.).  In  diesem  Sinn 
identisch zu behandelnde Sachverhalte sind bei verschieden abrech-
nenden Steuerpflichtigen nicht vorhanden. Die ungleiche Behandlung 
beruhte  auf  effektiv  unterschiedlichen  Gegebenheiten,  nämlich  der 
unterschiedlichen Abrechnungsart und den daraus fliessenden Konse-
quenzen für die Entstehung des Vorsteuerabzugsanspruchs wie auch 
der Steuerforderung der ESTV (hierzu E. 2.1). 

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6.
Als  Nächstes  stellt  sich  aber  die  Frage,  ob die  ESTV ihre  gesamte 
Umsatzsteuerforderung oder nur die ihr im Rahmen des vorliegenden 
Nachlassvertrags mit Vermögensabtretung zufallende Dividende (bzw. 
den  aus  der  Liquidation  gedeckten  Forderungsbetrag)  mit  dem Vor-
steuerguthaben der Beschwerdeführerin verrechnen kann. 

Diese Problematik wird zwar von der Beschwerdeführerin nicht ange-
sprochen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  jedoch  aufgrund  des 
Grundsatzes der Rechtsanwendung von Amtes wegen die Beschwer-
de bzw. den  fraglichen  Antrag 1b auch aus anderen als  den vorge-
brachten  Gründen  (teilweise)  gutheissen  (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, 
a.a.O.,  Rz. 1.54). Da die Beschwerdeführerin mit  dem Antrag 1b der 
ESTV das Verrechnungsrecht ganz abspricht, wird im Folgenden auch 
nicht etwa der Streitgegenstand ausgeweitet,  denn dieser ergibt sich 
aus der beantragten Rechtsfolge und nicht aus der Begründung des 
Antrags  (BGE  131  II  200  E.  3.3;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_642/2007 vom 3. März 2008 E. 2.2).

6.1 Der Nachlassvertrag wird gemäss Art. 310 Abs. 1 SchKG mit der 
Bestätigung  durch  den  Richter  für  alle  Gläubiger  (eine  Ausnahme 
besteht  nur  für  Pfandgläubiger)  verbindlich,  deren  Forderungen  vor 
Bekanntmachung  der  Stundung  oder  seither  ohne  Zustimmung  des 
Sachwalters entstanden sind. Dies gilt  auch für bestrittene Forderun-
gen,  für  Forderungen  von  Gläubigern,  die  dem  Vertrag  nicht  zuge-
stimmt haben sowie zu spät oder gar nicht angemeldete Forderungen. 
In diesem Sinn unter den Nachlassvertrag fallen auch Steuerforderun-
gen (BGE 129 V 389 E. 4.2; HARDMEIER, Komm. SchKG, a.a.O., N. 5 f. 
zu Art. 310;  KURT AMONN/FRIDOLIN WALTHER,  Grundriss des Schuldbetrei-
bungs- und Konkursrechts, 7. Aufl., Bern 2003, Rz. 4 zu § 55). 

Mit  dem  Nachlassvertrag  (ausser  dem  Stundungsvergleich,  wo  alle 
Forderungen voll beglichen werden) ist ein – endgültiger – Verzicht der 
Gläubiger  auf  einen  Teil  der  Forderung  verbunden.  Der  Schuldner 
muss die Nachlassgläubiger nur noch soweit befriedigen, wie es der 
Nachlassvertrag  festlegt.  Die  Forderungen  der  Gläubiger  gehen  im 
Umfang des Nachlasses,  also bezüglich des die Dividende überstei-
genden bzw. vom Erlös aus der Liquidation des abgetretenen Vermö-
gens nicht gedeckten Teils der Forderung, unter. Anders als im Kon-
kurs (wo die nicht gedeckten Forderungen nicht untergehen, vgl. etwa 
MARTIN ZWEIFEL/HUGO CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 

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Direkte Steuern, 2008, S. 415 f.) werden keine Verlustscheine ausge-
stellt.  All  dies  gilt  auch  für  Steuerforderungen  (HARDMEIER,  Komm. 
SchKG,  a.a.O.,  N. 1,  13  zu  Art.  310  und  N. 10  zu  Art.  306;  AMONN/ 
WALTER, a.a.O., Rz. 3 zu §55;  MICHAEL BEUSCH, Zweifel/Athanas [Hrsg.], 
Bd. I/2b, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 2. Aufl. 2008, 
N. 20 zu Art. 167; ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des Steuer-
rechts,  6. Aufl.,  Zürich 2002, S. 500 mit  dem Vorbehalt  der Geltend-
machung gegenüber Mitverpflichteten gestützt auf Art. 303 SchKG). 

Für den Nachlassvertrag mit  Vermögensabtretung (sog. Liquidations-
vergleich) gilt unter Vorbehalt des – hier nicht interessierenden – Falls, 
dass der Nachlassvertrag den Gläubigern im Sinn von Art. 318 Abs. 1 
Ziff. 1 (2. Satzteil)  SchKG ein Nachforderungsrecht  einräumt (AMONN/ 
WALTHER, a.a.O., Rz. 42 zu § 55) nichts anderes: Die Gläubiger verzich-
ten auf den bei der Liquidation bzw. durch den Erlös aus der Vermö-
gensabtretung  nicht  gedeckten  Forderungsbetrag  (Art.  318  Abs.  1 
Ziff. 1 [1. Satzteil] SchKG; vgl. auch BGE 129 III 559 E. 3.3). Der nicht 
gedeckte Teil der Forderung geht unter, es verbleibt keine Restschuld 
und  die  Gläubiger  erhalten  keine  Verlustscheine  (SYLVAIN MARCHAND, 
Yersin/Noël [Hrsg.], Commentaire romand, Impôt fédéral direct, Basel 
2008,  N.  1  f.  zu  Art. 310;  AMONN/WALTHER,  a.a.O.,  Rz.  26  zu  §55; 
A. WINKELMANN/L. LÉVY/V. JEANNERET/O. MERKT/F. BIRCHLER, Komm. SchKG, 
a.a.O., Rz. 4 zu Art. 318).

6.2 Diese Rechtslage zeitigt Folgen für die Verrechenbarkeit im Nach-
lassverfahren: Nach Publikation des Nachlassvertrags ist eine Verrech-
nung nur  noch in  Höhe der  Dividende möglich,  da  die  Forderungen 
des Gläubigers in dem die Dividende übersteigenden Betrag unterge-
gangen ist (HARDMEIER, Komm. SchKG, a.a.O., N. 17 zu Art. 310). Diese 
auf  den Dividendenvergleich  bezogene  Aussage  muss auch  für  den 
Liquidationsvergleich gelten, da die Ausgangslage nach dem soeben 
Ausgeführten  dieselbe  ist.  Nach  Bestätigung  des  Nachlassvertrags 
und mithin nach Verbindlichkeit des darin enthaltenen Verzichts kann 
die Verrechnung nur noch für den Teil der Forderung möglich sein, wel-
cher nicht aufgrund des Nachlasses untergegangen ist. 

6.3 Die Steuerforderung der ESTV (Steuer auf den Umsätzen), welche 
sie mit  dem Vorsteuerguthaben der Beschwerdeführerin zur Verrech-
nung  bringen  will,  ist  unstrittigerweise  vor  der  Bekanntmachung  der 
Stundung entstanden. Der Nachlassvertrag wurde damit im Sinn von 
Art. 310 Abs. 1 SchKG mit der Bestätigung durch den Richter für die 

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ESTV und deren Steuerforderung verbindlich. Im vorliegenden Nach-
lassvertrag (vgl. act. 11 S. 1 unten) haben die Gläubiger auf die Nach-
forderung  eines  Ausfalls  verzichtet,  es  wurden  auch  keine  Nachfor-
derungsrechte vorbehalten, wie dies gemäss Art. 318 Abs. 1 Ziff. 1 2. 
Satzteil  SchKG möglich wäre. Es gilt  damit das vorstehend Gesagte: 
Der Schuldner bzw. die Nachlassmasse muss aufgrund von Art. 310 
Abs. 1 SchKG den Gläubigern nur noch das erbringen, was im Nach-
lassvertrag vorgesehen wurde. Der  darüber  hinausgehende, gemäss 
Nachlassvertrag nicht  gedeckte Teil  der  Forderungen aller  Gläubiger 
geht  aufgrund  des  im  Vertrag  festgehaltenen  Nachlasses  bzw. Ver-
zichts  unter  (E. 6.1).  Nach  Bestätigung  des  Nachlassvertrags  durch 
den  Richter  können  die  untergegangen  Teile  der  Forderungen  der 
Gläubiger nicht mehr geltend gemacht und ebensowenig mit Schulden 
der Gläubiger verrechnet werden (E. 6.2). 

Aus den Akten ergibt sich, dass die ESTV ihre Verrechnung erstmals 
im  Einspracheentscheid,  datierend  aus  dem  Jahr  2006,  und  damit 
lange nach Bestätigung des Nachlassvertrags vom 20. August  2002 
erklärt hat. Die Formulierung auf den verschiedenen Forderungseinga-
ben der ESTV (vor Bewilligung des Vertrags) (vgl. act. 9, 10, 18), wo-
nach  "Verrechnungen  mit  Guthaben  von  anderen  Bundesstellen  ... 
ausdrücklich  vorbehalten"  bleiben,  kann  offensichtlich  nicht  als  Ver-
rechnungserklärung in Bezug auf das Vorsteuerguthaben interpretiert 
werden. Dass eine solche erst im Einspracheentscheid erfolgte, ist da-
rauf zurückzuführen, dass die ESTV dort erstmals einen Vorsteueran-
spruch der Beschwerdeführerin anerkannt hat. Es ist jedoch festzuhal-
ten,  dass  eine  Verrechnung  auch  mit  einer  bestrittenen  Forderung 
möglich  ist  und  die  ESTV  die  Verrechnungserklärung  somit  ohne 
Weiteres betreffend die von ihr bestrittene Vorsteuerforderung der Be-
schwerdeführerin hätte abgeben können (vgl. THEO GUHL/ALFRED KOLLER/
ANTON K.  SCHNYDER/JEAN N.  DRUEY,  Das  Schweizerische  Obligationen-
recht, 9. Aufl., Zürich 2000, S. 301 N. 15 ff.; EUGEN BUCHER, Schweizeri-
sches Obligationenrecht, 2. Aufl., Zürich 1988, S. 432 f.).

Die  nach Publikation  des Nachlassvertrags erklärte  Verrechnung mit 
dem Vorsteuerguthaben der Beschwerdeführerin ist  damit  nur soweit 
zulässig, als der ESTV in Bezug auf ihre Umsatzsteuerforderung eine 
Dividende  zusteht.  Ihre  Forderung  im  die  Dividende  übersteigenden 
Betrag ist im Zeitpunkt der Genehmigung des Nachlassvertrags unter-
gegangen, womit sie nicht mehr geltend gemacht und auch nicht mehr 
zur Verrechnung gebracht werden kann (E. 6.2). 

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Das Ergebnis ist damit betragsmässig dasselbe, wie wenn der Argu-
mentation  der  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  von  Antrag  1b 
(E. 5) zu folgen gewesen wäre; in beiden Fällen kann die ESTV nur die 
ihr  zugesprochene  Dividende  durchsetzen,  nicht  aber  ihre  ganze 
Steuerforderung. Antrag 1b der Beschwerde ist  damit  im Ergebnis  – 
lediglich  abgesehen  von  der  beantragten  Barauszahlung  des  Vor-
steuerguthabens  –  gutzuheissen.  Im  zweiten  Rechtsgang  hat  die 
ESTV das Vorsteuerguthaben festzustellen (E. 4.2.4 f.) und darf es nur 
mit  ihrer  aus  dem Nachlass  resultierenden Dividende betreffend  die 
Umsatzsteuerforderung, und nicht mit dem ursprünglich eingegebenen 
Betrag, verrechnen.

7.
Die Beschwerde ist in ihren Hauptanträgen 1a und 1b im Sinn der Er-
wägungen weitgehend (betreffend Antrag 1a vgl. E. 4.2.5 in fine und 
betreffend Antrag 1b vgl. E. 6.3 in fine) gutzuheissen. Bei diesem Aus-
gang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 
VwVG  keine  Verfahrenskosten  zu  tragen.  Der  geleistete  Kostenvor-
schuss von Fr. 7'000.-- wird ihr zurückerstattet. Die Vorinstanz hat der 
obsiegenden  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  auszu-
richten (Art. 64  Abs. 1  und 2  VwVG; Art. 7  ff. des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]). Von der mit Schreiben 
vom 24. April 2009 gewährten Gelegenheit zur Einreichung einer Kos-
tennote wurde kein Gebrauch gemacht. Die Parteientschädigung wird 
in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE auf Fr. 10'000.-- (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Sache im Sinn 
der  Erwägungen  zum neuen  Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückge-
wiesen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 7'000.--  wird  nach Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorlie-
genden Urteils zurückerstattet.

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3.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr.10'000.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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