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**Case Identifier:** 71a46ba6-2f1c-5f52-a098-f154f1948194
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.05.2021 SK.2019.45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2019-45_2021-05-20.pdf

## Full Text

Beschluss vom 20. Mai 2021 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Sylvia Frei, Vorsitz 

Adrian Peter Urwyler und Miriam Forni, 

Gerichtsschreiber Tornike Keshelava 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsan-

walt des Bundes Cédric Remund,  

 

und 

 

als Privatklägerschaft: 

 

1. Deutscher Fussball-Bund e.V. (DFB), vertreten 

durch Rechtsanwältin Andrea Meier und Rechts-

anwalt Peter Reichart,  

2. Fédération Internationale de Football Associ-

ation FIFA, vertreten durch Rechtsanwältin 

Catherine Hohl-Chirazi, 

 

 gegen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  SK.2019.45 

- 2 - 

 

  1. A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Nathan 

Landshut,   

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Beat 

Luginbühl  

3. C., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Till 

Gontersweiler, 

4. D., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Bern-

hard Isenring, 

 

 

 

Gegenstand 

 

Betrug, Gehilfenschaft zu Betrug 

  

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Prozessgeschichte: 

A. Am 6. November 2015 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine Strafuntersuchung 

gegen Unbekannt wegen Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung und 

der Geldwäscherei im Zusammenhang mit Zahlungen im Vorfeld der Fussball-

Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland (nachfolgend: WM 2006). Am 5. Juli 2016 

dehnte die Bundesanwaltschaft die Strafverfolgung auf A., B., E., D. und C. we-

gen Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Ver-

untreuung aus. 

B. Gegen A., B., D. und C. wird im gleichen Sachzusammenhang in Deutschland 

ein Strafverfahren wegen Verdachts der Steuerhinterziehung bzw. der Gehilfen-

schaft dazu geführt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main erhob am 17. Mai 

2018 Anklage gegen die vier Beschuldigten beim Landgericht Frankfurt am Main. 

C. Im Laufe des hiesigen Verfahrens konstituierten sich der Deutsche Fussball-

Bund e.V. (nachfolgend: DFB) und die Fédération Internationale de Football 

Association FIFA (nachfolgend: FIFA) als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt 

gegen die Beschuldigten. 

D. Mit Verfügung vom 23. Juli 2019 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfah-

ren gegen A., B., E., D. und C. betreffend den Vorwurf der Geldwäscherei ein. 

E. Am 24. Juli 2019 verfügte die Bundesanwaltschaft die Abtrennung der Strafun-

tersuchung gegen E. vom übrigen Verfahren und die Weiterführung der Strafun-

tersuchung gegen den Genannten unter einer separaten Geschäftsnummer. Da-

gegen führten B., C. und D. jeweils Beschwerde bei der Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts. 

F. Am 5. August 2019 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage bei der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts gegen die Beschuldigten wie folgt: gegen A. und B. we-

gen Betrugs; gegen C. wegen Betrugs, eventualiter Gehilfenschaft dazu; gegen 

D. wegen Gehilfenschaft zu Betrug. 

G. Am 26. September 2019 wies die Beschwerdekammer mit Beschlüssen 

BB.2019.162, BB.2019.163 und BB.2019.166 die Beschwerden von B., C. und 

D. gegen die erwähnte Abtrennungsverfügung der Bundesanwaltschaft ab. 

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H. Am 10. Oktober 2019 lud die Strafkammer die Parteien zur Stellung von Beweis-

anträgen unter Fristansetzung bis 25. Oktober 2019 ein. Die Frist wurde in der 

Folge auf entsprechende Gesuche der Verteidiger verschiedentlich verlängert, 

zuletzt bis 15. November 2019. Die Verteidiger stellten umfassende Beweis- und 

weitere Prozessanträge, u.a. auf Rückweisung der Anklage zur Vervollständi-

gung der Untersuchung. 

I. Mit Verfügung vom 21. Januar 2020 entschied die Vorsitzende über die Beweis- 

und andere Prozessanträge der Verteidiger. Insbesondere wies sie den Antrag 

auf Rückweisung der Anklage ab. Gleichentags lud die Strafkammer die Bundes-

anwaltschaft zur Ergänzung der Anklage i.S.v. Art. 333 Abs. 1 StPO im Hinblick 

auf die sich aufdrängende Prüfung des Anklagesachverhalts unter dem Gesichts-

punkt des Tatbestands der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung 

(Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB) resp. des Missbrauchstatbestands der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 2 StGB ein. Am 27. Januar 2020 reichte 

die Bundesanwaltschaft die ergänzte Anklageschrift ein. 

J. Am 22. Januar 2020 wurden die Parteien mit Vorladungen I und II zur Hauptver-

handlung bedient. Im Hinblick auf die Regelung von Art. 366 StPO wurde die 

Eröffnung der Hauptverhandlung in der Vorladung I auf den 9. März 2020 ange-

setzt; in der Vorladung II wurde, für den Fall, dass eine der beschuldigten Perso-

nen zur Hauptverhandlung am 9. März 2020 nicht erscheine, die Hauptverhand-

lung neu auf den 11. März 2020 angesetzt. 

K. Am 9. März 2020 wurde die Hauptverhandlung am Sitz des Bundesstrafgerichts 

in Bellinzona eröffnet und gleichentags infolge der Abwesenheit der Beschuldig-

ten A., B. und D. gemäss Art. 366 Abs. 1 StPO geschlossen. 

L. Am 11. März 2020 wurde die gemäss Vorladung II angesetzte Verhandlung am 

Sitz des Bundesstrafgerichts in Anwesenheit der Parteien und ihrer Vertreter mit 

Ausnahme der Beschuldigten A. und B. eröffnet. 

M. Vor und während der Hauptverhandlung stellten die Verteidiger der Beschuldig-

ten verschiedentlich Anträge auf Nichteröffnung bzw. Unterbruch der Hauptver-

handlung und Sistierung des Verfahrens. Die Anträge wurden insbesondere mit 

dem Gesundheitszustand der Beschuldigten und der allgemeinen Situation im 

Zusammenhang mit der Verbreitung des Coronavirus im Kanton Tessin begrün-

det. (Der Staatsrat des Kantons Tessin hatte am 11. März 2020 mit Risoluzione 

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Nr. 1262 die Notlage im Kanton ausgerufen und verschiedene Massnahmen zur 

Eindämmung der Pandemie angeordnet.) Das Gericht wies diese Anträge – unter 

Vorbehalt einer Neubeurteilung in Berücksichtigung allfälliger neuer Entwicklun-

gen – jeweils ab, zuletzt mit prozessleitendem Beschluss vom 13. März 2020. 

N. Am 14. März 2020 ordnete der Staatsrat des Kantons Tessin zusätzliche Mass-

nahmen zur Eindämmung der Pandemie an (namentlich die Schliessung diverser 

öffentlich zugänglicher Einrichtungen wie Restaurants, Hotels, Läden usw., die 

Schliessung aller Schulen, die Aufhebung der Gottesdienste und Teilnahmebe-

schränkungen bei Beerdigungen). Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Fort-

bewegungen auf das Notwendige zu reduzieren (Risoluzioni 1298 bis 1301, vom 

14. März 2020). 

Der Bundesrat hatte am 28. Februar 2020 die Situation im Zusammenhang mit 

der Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz als «besondere Lage» gemäss 

Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen 

vom 28. September 2012 (Epidemiengesetz, EpG; SR 818.101) eingestuft und 

eine Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus erlassen, 

die fortlaufend angepasst wurde. Am 16. März 2020 verordnete der Bundesrat – 

vorerst bis 19. April 2020 – neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens in 

Bezug auf Veranstaltungen, Restaurants, Freizeitbetriebe, Einkaufsläden, Be-

triebe mit personenbezogenen Dienstleistungen und verbot den Präsenzunter-

richt in Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten. Darüber hinaus be-

stimmte der Bundesrat, dass besonders gefährdete Personen (Personen ab 65 

Jahren und Personen mit vorbestehenden Erkrankungen) zu Hause bleiben und 

Menschenansammlungen meiden sollten. Ferner wurde u.a. Deutschland als Ri-

sikoland aufgelistet und der Reiseverkehr mit diesem Land weitgehend be-

schränkt (Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus 

[Covid-19] vom 13. März 2020 [COVID-19-Verordnung 2; SR 818.101.24], in der 

Fassung vom 17. März 2020 [AS 2020 783]). Analoge Regelungen wurden auch 

in Deutschland eingeführt. 

Aufgrund dieser Entwicklung unterbrach die Strafkammer mit Beschluss 

SN.2020.10 vom 17. März 2020 die Hauptverhandlung und sistierte das Verfah-

ren mindestens bis zum 20. April 2020. Das Gericht erwog dabei, dass sämtliche 

Beschuldigte älter als 65 Jahre seien und teilweise einschlägige Vorerkrankun-

gen aufweisen würden. Sie würden demnach zur Risikogruppe gemäss der zi-

tierten Verordnung gehören. Es könne ihnen daher zumindest für die Dauer der 

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seitens des Bundesrats angeordneten Massnahmen nicht zugemutet werden, an 

der Hauptverhandlung teilzunehmen. 

O. Am 17. April 2020 verfügte der Bundesrat die Verlängerung der Massnahmen 

gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Institutionen bis zum 26. Ap-

ril 2020 (COVID-19-Verordnung 2; in der Fassung vom 17. April 2020).  

Angesichts des Fortbestehens der ausserordentlichen Lage im Zusammenhang 

mit der Pandemie wurde mit Beschluss der Strafkammer vom 20. April 2020 die 

Verfahrenssistierung bis zum 27. April 2020 aufrechterhalten. 

P. Mit Schreiben vom 28. April 2020 teilte die Vorsitzende den Parteien mit, das 

Gericht beabsichtige das Verfahren wegen Verjährungseintritts einzustellen, und 

leitete i.S.v. Art. 329 Abs. 4 StPO einen Schriftenwechsel betreffend die diesbe-

züglichen Folgen ein. Der Schriftenwechsel endete nach mehrfacher Fristerstre-

ckung am 30. November 2020. 

Q. Die Parteien reichten die folgenden Anträge in der Sache ein:  

Bundesanwaltschaft: 

1. Sämtliche Verfahrenskosten seien den Beschuldigten A., B., C. und D. in angemessenem 

Verhältnis aufzuerlegen. 

2. Zulasten der Beschuldigten A., B., C. und D. sei der Fédération Internationale de Football 

Association FIFA und dem Deutschen Fussball-Bund e.V. eine angemessene Parteient-

schädigung zuzusprechen. 

3. Die (nachfolgend wiedergegebenen) Anträge von A., B., C. und D. seien abzuweisen. 

Deutscher Fussball-Bund e.V.: 

Die Beschuldigten A., B., C. und D. seien für den Fall, dass sie nach Art. 426 Abs. 2 StPO kosten-

pflichtig werden, zu verpflichten, dem Deutschen Fussball-Bund e.V. eine Parteientschädigung in 

Höhe von Fr. 138'146.70 zu bezahlen. 

Fédération Internationale de Football Association FIFA: 

Die Beschuldigten A., B., C. und D. seien für den Fall, dass sie nach Art. 426 Abs. 2 StPO kosten-

pflichtig werden, zu verpflichten, der Fédération Internationale de Football Association FIFA eine 

Parteientschädigung in Höhe von Fr. 385'218.66 zu bezahlen. 

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A.: 

1. A. sei eine Entschädigung für die angemessene Ausübung von Verfahrensrechten in Höhe 

von Fr. 343'086.50 zuzusprechen. 

2. A. sei eine Genugtuung für besonders schwere Verletzungen seiner persönlichen Verhält-

nisse in Höhe von Fr. 100'000.– zuzusprechen. 

B.: 

1. Das Strafverfahren gegen A., B., C. und D. sei gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO einzustel-

len. 

2. Die Verfahrenskosten seien gemäss Art. 423 Abs. 1 StPO vollumfänglich der schweizeri-

schen Eidgenossenschaft aufzuerlegen. 

3. B. sei gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung in Höhe von EUR 29'754.– 

zzgl. Zins seit wann rechtens für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte zu-

zusprechen. 

4. B. sei gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO eine Entschädigung in Höhe von EUR 5’900.– zzgl. 

Zins seit wann rechtens für seine wirtschaftlichen Einbussen aufgrund des Verfahrens zu-

zusprechen. 

5. B. sei gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO eine Genugtuung von Fr. 100’000.– für die beson-

ders schweren Verletzungen seiner persönlichen Verhältnisse zuzusprechen. 

6. Die Anträge der Bundesanwaltschaft seien abzuweisen. 

7. Die Anträge der Privatklägerschaft seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

C.: 

1. Es sei das Strafverfahren einzustellen. 

2. Auf die Anträge der Bundesanwaltschaft und der Privatklägerschaft sei nicht einzutreten; 

eventualiter seien diese abzuweisen. 

3. Es sei C. eine Entschädigung für die Kosten seiner Verteidigung in Höhe von 

- Fr. 2'055'922.50 (Kosten der erbetenen Vertretung durch RA Gontersweiler) zzgl. 5 % 

Zins seit 1. Januar 2018, 

- Fr. 36'763.50 (Kosten Gutachten), 

- Fr. 75'863.08 (Kosten Medienberatung), 

- EUR 108’315.– (Kosten der erbetenen Vertretung durch RA Dörr) 

zuzusprechen. 

4. Es sei C. Schadenersatz in Höhe von Fr. 792’200.– zzgl. 5 % Zins seit 1. Januar 2018 

zuzusprechen. 

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5. Es sei C. eine Genugtuung in Höhe von Fr. 100'000.– zzgl. 5 % Zins seit 5. Juli 2016 zuzu-

sprechen. 

6. Die Kosten für Untersuchung, Verfahren und Verteidigung sowie diejenigen für Schadener-

satz und Genugtuung seien der Bundesanwaltschaft, der Fédération Internationale de Foot-

ball Association FIFA und dem Deutschen Fussball-Bund e.V. zu gleichen Teilen aufzuerle-

gen. 

7. Eventualiter unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Privatkläger, evtl. des 

Staates. 

D.: 

1. Sämtliche Kosten des Verfahrens seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. 

2. Es sei D. für die angemessene Ausübung seiner Verteidigungsrechte eine Entschädigung 

im Betrag von Fr. 511'070.67 (inkl. Spesen) und EUR 123’075.46 (inkl. Umsatzsteuer und 

Spesen) auszurichten. 

3. Es sei D. für wirtschaftliche Einbussen, die ihm aus der notwendigen Beteiligung am Ver-

fahren entstanden sind, eine Entschädigung im Betrag von Fr. 1'680.50 auszurichten.  

4. Es sei D. eine Genugtuung im Betrag von Fr. 100'000.– auszurichten.  

Der amtliche Verteidiger von B., Rechtsanwalt Beat Luginbühl, beantragt, er sei 

für die Ausübung des Mandats gemäss der eingereichten Honorarnote zu ent-

schädigen. 

R. Mit Eingaben ihrer Rechtsvertreter, jeweils vom 25. November 2020, teilten die 

FIFA und C. der Strafkammer mit, dass sie sich in der Zwischenzeit über die 

zivilrechtlichen Folgen der vorliegenden Angelegenheit hätten einigen können. 

Die FIFA ziehe die adhäsionsweise erhobenen Zivilansprüche gegen C. zurück; 

die Zivilansprüche gegen die übrigen Beschuldigten blieben hiervon unberührt. 

C. ziehe seinerseits die gegen die FIFA erhobenen Ansprüche zurück. 

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Formelles 

1.1 Bundesgerichtsbarkeit 

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Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 24 Abs. 2 StPO gege-

ben (vgl. auch BGE 133 IV 235 E. 7.1). 

 

 

1.2 Anwendbares Recht  

1.3 Die Beschuldigten sollen die ihnen vorgeworfenen Handlungen im Tatzeitraum 

zwischen Sommer 2003 und April 2005 begangen haben. Seitdem sind die ein-

schlägigen Strafnormen mehrfach revidiert worden. Unter Berücksichtigung des 

strafrechtlichen Rückwirkungsverbots gilt das zum Tatzeitpunkt in Kraft gewe-

sene Recht (Art. 2 Abs. 1 StGB), es sei denn, das neue Recht ist für den Täter 

das mildere (Art. 2 Abs. 2 StGB, Art. 389 Abs. 1 StGB). Letzteres trifft in concreto 

nicht zu. 

2. Anklagesachverhalt  

Die Anklage wirft den Beschuldigten zusammenfassend Folgendes vor: 

Im September 2000 habe der DFB ein Organisationskomitee für die Fussball-

Weltmeisterschaft 2006 (nachfolgend: OK WM 2006) gegründet und mit der Pla-

nung und Vorbereitung des Turniers beauftragt. Das OK WM 2006 sei eine recht-

lich unselbständige, organisatorisch verselbständigte Abteilung des DFB gewe-

sen. Es sei operativ durch ein vierköpfiges Präsidium (nachfolgend: OK-Präsi-

dium) geleitet worden, dem im Tatzeitraum E. (als Präsident), A., B. und D. an-

gehört hätten. Die Geschäftstätigkeit des OK-Präsidiums sei durch den Auf-

sichtsrat des OK WM 2006 überwacht worden. Ab Mai 2003 sei zudem der sog. 

Präsidialausschuss des Aufsichtsrats des OK WM 2006 (nachfolgend: OK-Präsi-

dialausschuss) als zusätzliches Kontrollgremium für Finanz- und Personalthe-

men bestellt worden. Dieses Gremium sei insbesondere für die Zustimmung zu 

finanziellen Transaktionen ab einem bestimmten wirtschaftlichen Volumen zu-

ständig gewesen. 

E. habe im Jahr 2002 im eigenen Namen und auf eigene Rechnung ein verzins-

liches Darlehen in Höhe von Fr. 10 Mio. bei dem (in der Zwischenzeit verstorbe-

nen) Geschäftsmann F. aufgenommen. Nachdem E. das Darlehen nicht innert 

- 10 - 

 

der vereinbarten Frist zurückgezahlt habe, habe F. im Sommer 2003 über einen 

Mittelsmann Kontakt zu A. aufgenommen und die Rückzahlung des Darlehens 

durch das OK WM 2006 eingefordert. In der Folge seien A., B. und D. von E. 

über den Hintergrund der Darlehensaufnahme orientiert worden. Gemäss des-

sen Angaben seien die von ihm bei F. als Darlehen erhältlich gemachten Fr. 10 

Mio. im Zusammenhang mit der Gewährung eines Fr. 250 Mio.-Zuschusses an 

das OK WM 2006 benötigt worden, zu welchem sich die FIFA 2002 nach lang-

wierigen Verhandlungen verpflichtet habe. Der damalige FIFA-Präsident G. habe 

ihm im Rahmen der diesbezüglichen Verhandlungen anlässlich eines Vier-Au-

gengesprächs mitgeteilt, dass er (G.) mit der Gewährung des Zuschusses ein-

verstanden sei, dass man sich jedoch direkt an die FIFA-Finanzkommission bzw. 

an deren Mitglied H. wenden und diese bzw. diesen gleichfalls überzeugen 

müsse. Daraufhin sei es über eine Vertrauensperson von E. zur Kontaktauf-

nahme mit H. gekommen. Ergebnis dieser Kontaktaufnahme sei gewesen, dass 

im Gegenzug für die Bewilligung des Zuschusses Fr. 10 Mio. an die FIFA-Finanz-

kommission bzw. konkret an H. hätten fliessen müssen. Dabei sei Wert darauf-

gelegt worden, dass dieser Betrag separat gezahlt und nicht mit dem Zuschuss 

an das OK WM 2006 verrechnet würde. Mit dieser Forderung habe sich E. an 

den damaligen DFB-Präsidenten I. gewandt. Dieser habe jedoch eine Zahlung 

durch den DFB abgelehnt. Da E. dem OK WM 2006 den Zuschuss von Fr. 250 

Mio. unbedingt habe sichern wollen, habe er sich kurzum entschieden, sich per-

sönlich um die Zahlung der geforderten Fr. 10 Mio. zu kümmern. Letztlich sei 

diese Zahlung über die Aufnahme des Darlehens bei F. finanziert worden. Er (E.) 

habe in der Erwartung gehandelt, der DFB würde seine persönliche Darlehens-

schuld dereinst übernehmen.  

A., B. und D. sei bewusst gewesen, dass rechtlich nicht das OK WM 2006 bzw. 

der DFB, sondern E. persönlich die Rückzahlung des Darlehens geschuldet 

habe. Nichtsdestotrotz hätten sie sich gegenüber E. aufgrund seiner Verdienste 

bei der Organisation der WM 2006 verpflichtet gefühlt. Zudem hätten sie befürch-

tet, dass E. ohne ihre Unterstützung als Präsident des OK WM 2006 zurücktreten 

würde. Sie hätten daher beschlossen, dafür zu sorgen, dass E. für die Darlehens-

schuld nicht persönlich in Anspruch genommen werde. Dabei sei ihnen bewusst 

gewesen, dass eine direkte Zahlung aus den Mitteln des OK WM 2006 an F., der 

in keiner Weise in die Organisation der WM 2006 involviert gewesen sei, proble-

matisch sein würde. In der Auffassung, dass die FIFA das Problem durch die 

mutmassliche Forderung der Finanzkommission bzw. von H. verursacht habe, 

hätten sie entschieden, dass die Rückzahlung des Darlehens vermittelt über die 

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FIFA erfolgen sollte. Da hierfür die Mitwirkung einer FIFA-Kaderperson erforder-

lich gewesen sei, habe sich A. Ende 2003/Anfang 2004 an den damaligen FIFA-

Generalsekretär und primären Ansprechpartner des OK-Präsidiums seitens der 

FIFA C. gewandt. C. habe sich zu einer Mitwirkung an der Darlehensrückzahlung 

gemäss den von A., B. und D. vereinbarten Eckpunkten bereit erklärt, da auch er 

einen öffentlichen Eklat rund um die thematisierten Umstände befürchtet habe. 

In der Folgezeit hätten A., B. und C. schrittweise den Plan entwickelt, die Darle-

hensrückzahlung aus den Mitteln des OK WM 2006 zu finanzieren und die be-

treffende Zahlung insbesondere gegenüber dem OK-Präsidialausschuss, der bei 

einer Transaktion dieser Grössenordnung in die Entscheidfindung zwingend ein-

zubeziehen gewesen sei, als finanziellen Beitrag des OK WM 2006 an der tat-

sächlich geplanten Auftaktveranstaltung der FIFA zur WM 2006 zu legendieren. 

In Umsetzung dieses Plans habe das OK-Präsidium anlässlich einer am 7. April 

2005 in Köln stattgefundenen Sitzung beschlossen, eine Zahlung von bis zu EUR 

7 Mio. als angeblichen Mitfinanzierungsbeitrag des OK WM 2006 für die FIFA-

Auftaktveranstaltung zu leisten. Tags darauf habe gleichenorts eine Sitzung des 

OK-Präsidialausschusses stattgefunden. Anlässlich derselben, habe das OK-

Präsidialausschuss die Absicht des OK-Präsidiums, der FIFA zwecks Mitfinan-

zierung der erwähnten Veranstaltung bis zu EUR 7 Mio. aus dem Budget des OK 

WM 2006 bereitzustellen, zur Kenntnis genommen. Die Mitglieder des OK-Präsi-

dialausschusses seien dabei nicht über den wahren Zweck der beabsichtigten 

Zahlung informiert gewesen. 

In weiterer Folge hätten A. und B. mit einem an C. adressierten Schreiben vom 

19. April 2005 mit Betreff «Beitrag Kulturprogramm FIFA Fussball-Weltmeister-

schaft 2006» die FIFA angewiesen, den in Kürze vom OK WM 2006 eingehenden 

Betrag von EUR 6.7 Mio. (entsprechend der von F. geforderten Summe) auf ein 

F. zuzuordnendes Kontos bei der Bank J. SA in Zürich weiterzuleiten. Daraufhin 

habe C. den nach der FIFA-internen Kompetenzordnung in eine solche Transak-

tion zwingend einzubeziehenden CFO (Chief Financial Officer) der FIFA K. mit 

der Ausführung der Zahlung beauftragt, ohne ihn über den wahren Hintergrund 

und den Begünstigten der Zahlung aufzuklären. Sodann hätten A. und B. mit 

Zahlungsauftrag vom 26. April 2005, ausgeführt am darauffolgenden Tag, unter 

Angabe des Zahlungszwecks «Kostenbeteiligung OK an FIFA Football Gala» 

EUR 6.7 Mio. von einem auf den DFB lautenden, durch das OK WM 2006 ver-

wendeten Bankkonto bei der Bank L. AG in Deutschland auf ein Konto der FIFA 

bei der Bank M. AG in Zürich überwiesen. Gleichentags (am 27. April 2005) sei 

der genannte Betrag im Auftrag von K. (entsprechend der Anweisung von C.) 

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unter Angabe des Zahlungszwecks «FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutsch-

land 2006» vom letzteren Konto auf das F. zuzuordnende Konto bei der Bank J. 

SA in Zürich weitergeleitet worden. 

Durch die dargelegten Handlungen hätten die Beschuldigten bewirkt, dass das 

Vermögen des DFB ohne Gegenleistung um EUR 6.7 Mio. verringert worden sei. 

3. Einstellung des Verfahrens 

Die Strafverfolgung verjährt in 15 Jahren, wenn die für die Tat angedrohte 

Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren ist (Art. 70 Abs. 1 lit. b 

aStGB in der bis 31. Dezember 2006 in Kraft gewesenen Fassung). Die Verjäh-

rung beginnt mit dem Tag, an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt; 

wenn der Täter die strafbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten ausführt, mit dem 

Tag, an dem er die letzte Tätigkeit ausführt (Art. 71 lit. a und b aStGB in der 

genannten Fassung). 

Sowohl Betrug wie auch die beiden vorliegend in Frage kommenden Tatbe-

standsvarianten der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 und 

Ziff. 2 StGB) werden mit einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren als 

Höchststrafe bedroht. Die Verjährungsfrist für die Verfolgung dieser Delikte be-

trägt somit 15 Jahre (Art. 70 Abs. 1 lit. b aStGB). Gemäss Anklage erfolgte die 

letzte Tathandlung spätestens am 27. April 2005. Somit ist die Verfolgungsver-

jährung spätestens am 27. April 2020 eingetreten. Das Strafverfahren gegen die 

Beschuldigten ist folglich gemäss Art. 329 Abs. 4 StPO einzustellen. 

4. Zivilklagen 

Die gegen die Beschuldigten anhängig gemachten Zivilklagen des DFB und der 

FIFA sind – mit folgender Ausnahme – infolge der Einstellung des Strafverfah-

rens gemäss Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO auf den Zivilweg zu verweisen. 

Die Zivilklage der FIFA gegen C. ist infolge Rückzugs (TPF pag. 139.552.69) als 

gegenstandslos abzuschreiben.  

5. Verfahrenskosten 

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5.1 Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, so 

können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie 

rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen 

Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO).  

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verstösst eine Kostenauflage bei 

Freispruch oder Einstellung des Verfahrens gegen die Unschuldsvermutung (Art. 

10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK), wenn der beschul-

digten Person in der Begründung des Kostenentscheids direkt oder indirekt vor-

geworfen wird, es treffe sie ein strafrechtliches Verschulden. Damit käme die 

Kostenauflage einer Verdachtsstrafe gleich. Dagegen ist es mit der Verfassung 

und der EMRK vereinbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person die Kos-

ten zu überbinden, wenn sie in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise, d.h. im Sinne 

einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsätze, 

eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die sich aus der Ge-

samtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann, klar verletzt und 

dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. 

Die Überbindung der Verfahrenskosten an die beschuldigte Person bei Frei-

spruch oder Verfahrenseinstellung soll aber Ausnahmecharakter haben. Nicht 

jedes vertrags-, sitten- (Art. 20 OR) oder treuwidrige Verhalten (Art. 2 ZGB) recht-

fertigt eine Kostenauflage. Erforderlich sind qualifiziert rechtswidrige Sachver-

halte. Die missachtete Verhaltensnorm muss den Schutz des verletzten Rechts-

guts bezwecken. Widerrechtlichkeit liegt mithin nur vor, wenn entweder ein 

Rechtsgut oder eine Verhaltensnorm, die den Schutz des Geschädigten be-

zweckt, verletzt wird. In tatsächlicher Hinsicht darf sich die Kostenauflage nur auf 

unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände stützen. Die Verfah-

renskosten müssen mit dem widerrechtlichen Verhalten in einem adäquat-kau-

salen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 202 E. 2.2; Urteile des Bundesge-

richts 6B_1347/2019 vom 11. August 2020 E. 3.2; 6B_732/2019 vom 5. Juni 

2020 E. 1.1.2 und 1.3.2; 6B_877/2016 vom 13. Januar 2017 E. 3.1 f.; GRIESSER, 

Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 426 N 13). 

Die Kostenauflage wegen Erschwerung der Durchführung des Strafverfahrens 

(sog. prozessuales Verschulden i.e.S.) setzt eine Verletzung klarer prozessualer 

Pflichten voraus. Das blosse Wahrnehmen verfahrensmässiger Rechte genügt 

für eine Kostenauflage nicht. Vielmehr muss der Beschuldigte in einem solchen 

Fall ein hinterhältiges, gemeines oder krass wahrheitswidriges Benehmen an den 

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- 14 - 

 

Tag gelegt haben, damit ihm wegen Erschwerung oder Verlängerung des Ver-

fahrens Kosten überbunden werden können (BGE 116 Ia 162 E. 2d/aa; 

SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 426 N 6). 

5.2  

5.2.1 Die Bundesanwaltschaft macht geltend, die Beschuldigten hätten die Einleitung 

des Strafverfahrens rechtswidrig und schuldhaft bewirkt (sog.  prozessuales Ver-

schulden i.w.S.). 

5.2.2 In diesem Zusammenhang beantragt die Bundesanwaltschaft Edition diverser 

Unterlagen bei der FIFA, um festzustellen, welche Pflichten A. und C. als FIFA-

Funktionäre gegenüber dieser Organisation gehabt hätten (TPF pag. 

139.510.271/278/300). 

Eine Kostenauflage bei Freispruch oder Verfahrenseinstellung rechtfertigt sich 

nur, wenn das Verhalten der beschuldigten Person in klarer Weise gegen die 

Normen der Rechtsordnung verstösst. Entscheidend für die Kostenauflage ist 

nicht, ob nachträglich irgendeine Verletzung zivilrechtlicher Regeln feststellbar 

ist, sondern allein, welches der Grund für die Einleitung des Verfahrens war und 

ob dieser Grund von der beschuldigten Person in zivilrechtlich vorwerfbarer 

Weise gesetzt worden ist. Mögliche Rechtsverstösse, die erst im Nachhinein fest-

gestellt werden, sind a priori nicht geeignet, den Verdacht einer strafbaren Hand-

lung zu erwecken und damit Anlass zur Eröffnung des Strafverfahrens zu geben 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_877/2016 vom 13. Januar 2017 E. 4.3). In 

diesem Stadium des Verfahrens besteht insoweit kein Raum für zusätzliche Be-

weiserhebungen. 

5.2.3 Für die Beurteilung der Frage, ob den Beschuldigten Kosten des Verfahrens auf-

erlegt werden dürfen, ist zunächst zu klären, aus welchem Grund die Strafunter-

suchung eingeleitet wurde. Daran schliesst sich die Frage an, ob dieser Grund 

den beschuldigten Personen in zivilrechtlicher Hinsicht vorwerfbar ist. 

Anlass für die Einleitung und Ausdehnung des Verfahrens gegen die Beschuldig-

ten war der Verdacht auf Vermögensdelikte (Betrug, ungetreue Geschäftsbesor-

gung, Veruntreuung) zum Nachteil des DFB. Konkret wurden die Beschuldigten 

verdächtigt, sie hätten durch die über die Konti des DFB und der FIFA getätigten 

Zahlungen bewirkt, dass das Vermögen des DFB pflichtwidrig gemindert und 

zweckentfremdet worden sei, um eine Privatschuld von E. zu begleichen. Zudem 

bestand der Verdacht auf Geldwäscherei (vgl. BA 1.100.2/4 f.). Letzterer Vorwurf 

- 15 - 

 

wurde indessen aus dem Verdacht der genannten Vermögensdelikte abgeleitet 

und hat daher vorliegend keine selbständige Bedeutung. 

5.2.4  

5.2.4.1 Die Bundesanwaltschaft begründet das prozessuale Verschulden der Beschul-

digten i.w.S. zur Hauptsache mit diversen Verstössen gegen zivilrechtliche Nor-

men, die sie im Tatzeitraum im Zusammenhang mit dem angeklagten Sachver-

halt begangen haben sollen (TPF pag. 139.510.273 ff.).  

5.2.4.2 Hierzu ist vorab festzuhalten, dass bezüglich des zur Diskussion stehenden 

Sachverhalts nicht nur die strafrechtliche, sondern auch die einschlägigen zivil-

rechtlichen Verjährungsfristen verstrichen sind (vgl. Art. 60, 127 OR; für das deut-

sche Recht vgl. § 195 des Bürgerlichen Gesetzesbuchs). Der Zweck der Verjäh-

rung im Allgemeinen ist die Wahrung der Rechtssicherheit und des Rechtsfrie-

dens. Es wird damit dem Umstand Rechnung getragen, dass der Zeitablauf die 

Verhältnisse verdunkelt und dadurch der Beweis erschwert wird. Das Rechtsin-

stitut schützt den Schuldner vor Ansprüchen aus lange zurückliegender Zeit. Zu-

dem entlastet es Gerichte, indem sie nicht mehr mit lange zurückliegenden Sach-

verhalten, an deren Aufklärung die Rechtsgemeinschaft generell nur noch ein 

untergeordnetes Interesse hat, befassen müssen (vgl. BGE 136 II 187 E. 7.4). 

Es widerspräche der ratio legis der verjährungsrechtlichen Regelungen, die Kos-

tenpflicht i.S.v. Art. 426 Abs. 2 StPO gestützt auf einen unter zivilrechtlichen Ge-

sichtspunkten vorwerfbaren Sachverhalt zu begründen, bezüglich dessen die zi-

vilrechtliche Verjährung eingetreten ist (in diesem Sinne auch Entscheid des Kan-

tonsgerichts Basel-Landschaft vom 4. September 2018 [470 18 185] E. 3.2), zu-

mal die Kostenauflage bei Freispruch oder Einstellung, wie dargelegt, Ausnah-

mecharakter haben soll.  

5.2.4.3 Die Voraussetzungen für eine Kostenauflage gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO sind 

vorliegend, wie im Folgenden gezeigt wird, aber auch unabhängig von der Ver-

jährungsproblematik nicht gegeben. 

5.2.5  

5.2.5.1 A., B. und D. waren im untersuchten Zeitraum jeweils in leitender Funktion für 

den DFB resp. das OK WM 2006 tätig. Die Bundesanwaltschaft legt ihnen diverse 

Pflichtverletzungen gegenüber dem DFB zur Last, die sie im Zusammenhang mit 

der Vorbereitung, Abwicklung und der buchhalterischen und steuerlichen Erfas-

sung der inkriminierten Zahlung aus den Mitteln des DFB begangen haben sollen 

(TPF pag. 139.510.276 ff.). 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gericht
https://de.wikipedia.org/wiki/Sachverhalt
https://de.wikipedia.org/wiki/Sachverhalt

- 16 - 

 

5.2.5.2 Beim DFB handelt es sich um eine juristische Person (eingetragener Verein) 

nach deutschem Recht mit Sitz in Deutschland. Beim OK WM 2006 handelte es 

sich um eine Abteilung des DFB ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Die Arbeits- 

und sonstigen Rechtsverhältnisse von A., B. und D. mit dem DFB gründeten je-

weils im deutschen Zivilrecht. Allfällige Verstösse der Genannten gegen ihre ar-

beits- oder sonstigen vertraglichen Pflichten gegenüber dem DFB beurteilen sich 

mithin nach jenem Recht. Die Kostenauflage nach Art. 426 Abs. 2 StPO setzt 

nach dem Ausgeführten einen klaren Verstoss gegen eine Verhaltensnorm der 

schweizerischen Rechtsordnung voraus; der Verstoss gegen eine ausländische 

Rechtsnorm genügt nicht (E. 5.1; vgl. auch GRIESSER, a.a.O., Art. 426 N 10; 

BORBÉLY, Die Kostentragung in Einstellungsverfügungen, ZStrR 2011, S. 422). 

Mögliche Pflichtverletzungen der Beschuldigten gegenüber dem DFB begründen 

demnach kein prozessuales Verschulden i.w.S. Dass die thematisierten Hand-

lungen, wären sie im Rahmen eines Anstellungs- oder Auftragsverhältnisses 

nach schweizerischem Recht begangen worden, allenfalls auch gegen Verhal-

tensnormen der schweizerischen Rechtsordnung (etwa die Treuepflicht des Ar-

beits- resp. Auftragnehmers nach Art. 321a Abs. 1 bzw. Art. 398 Abs. 2 OR) 

verstossen hätten, wie von der Bundesanwaltschaft vorgebracht (TPF pag. 

139.510.283/294/296), vermag dem Erfordernis der tatsächlich begangenen Ver-

letzung einer schweizerischen Rechtsnorm nicht zu genügen. 

5.2.6  

5.2.6.1 In Bezug auf A. bringt die Bundesanwaltschaft zusätzlich vor, dieser sei im un-

tersuchten Zeitraum nebst seinen Funktionen beim DFB/OK WM 2006 Mitglied 

bzw. Berater der FIFA-Organisationskommission für die WM 2006 gewesen. Auf-

grund dieser Funktion habe A. Treue- und allenfalls weitere (durch die beantragte 

Unterlagenedition [E. 5.2.1] zu klärende) Pflichten gegenüber der FIFA (einem 

Verein nach schweizerischem Recht) gehabt. Er habe gegen diese Pflichten 

verstossen, indem er die ihm durch E. zur Kenntnis gebrachten möglichen 

Rechtsverstösse von Mitgliedern der FIFA-Finanzkommission bzw. H. im Zusam-

menhang mit der Gewährung des Zuschusses an das OK WM 2006 nicht den 

zuständigen FIFA-Gremien gemeldet habe (TPF pag. 139.510.278 ff.). 

5.2.6.2 Allfällige Unregelmässigkeiten im Zusammenhang mit der Gewährung des Zu-

schusses von Fr. 250 Mio. an das OK WM 2006 durch die FIFA-Finanzkommis-

sion waren nicht Gegenstand der Strafuntersuchung (vgl. E. 5.2.3). Den Beschul-

digten wurden diesbezüglich keine strafrechtlich relevanten Vorwürfe gemacht. 

Die A. zur Last gelegte Unterlassung der Meldung des möglichen Fehlverhaltens 

der Mitglieder der FIFA-Finanzkommission bzw. H. bei den zuständigen FIFA-

- 17 - 

 

Gremien war somit von vornherein nicht geeignet, eine Verdachtslage betreffend 

die verfahrensgegenständlichen Vermögensdelikte zu begründen und infolge-

dessen die Einleitung resp. die Ausdehnung des Strafverfahrens gegen ihn zu 

provozieren. 

5.2.7  

5.2.7.1 In Bezug auf D. thematisiert die Bundesanwaltschaft weiter mutmassliche Pflicht-

verletzungen im Zusammenhang mit den internen Untersuchungen des DFB und 

der FIFA im Jahr 2015. D. sei ab März 2012 DFB-Präsident und ab März 2015 

Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees gewesen. Er habe spätestens im Juni 2015 

(im hier nicht interessierenden Kontext) Hinweise auf Unregelmässigkeiten bei 

der Mitfinanzierung der FIFA-Auftaktveranstaltung zur WM 2006 erhalten, es je-

doch unterlassen, die zuständigen Gremien des DFB und der FIFA rechtzeitig 

darüber zu orientieren. Damit habe er gegen seine organschaftlichen Pflichten 

gegenüber diesen Vereinen verstossen (TPF pag. 139.510.296 ff.). 

5.2.7.2 Hinsichtlich der zur Diskussion stehenden Pflichtverletzungen gegenüber dem 

DFB kann zunächst auf das oben Ausgeführte verwiesen werden (E. 5.2.5); es 

liegt diesbezüglich kein Verstoss gegen eine Verhaltensnorm der schweizeri-

schen Rechtsordnung vor. Zudem waren allfällige Verfehlungen von D. im Zu-

sammenhang mit den internen Untersuchungen des DFB und der FIFA im Jahr 

2015 nicht Gegenstand des Strafverfahrens. Es fehlt somit an einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen dem inkriminierten Verhalten und den Verfah-

renskosten. 

5.2.8  

5.2.8.1 C. war in der anklagerelevanten Tatzeit Generalsekretär der FIFA, eines Vereins 

nach schweizerischem Recht (Art. 60 ff. ZGB) mit Sitz in Zürich. In dieser Funk-

tion stand er mit der FIFA in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis nach 

schweizerischem Recht (Art. 319 ff. OR). Die Bundesanwaltschaft macht geltend, 

C. habe seine arbeitsrechtliche Treuepflicht i.S.v. Art. 321a Abs. 1 OR sowie al-

lenfalls weitere (durch die beantragte Unterlagenedition [E. 5.2.1] zu klärende) 

Pflichten gegenüber der FIFA dadurch verletzt, dass er im Zusammenhang mit 

der Weiterleitung des von A. und B. überwiesenen Betrags an F. FIFA-intern, 

namentlich gegenüber dem CFO K. unvollständige bzw. falsche Angaben zu den 

Hintergründen der Transaktion gemacht habe. Die wahren Umstände hätten K. 

zu weiteren Abklärungen veranlasst. Weiter habe C. seine Pflichten gegenüber 

der FIFA dadurch verletzt, dass er die ihm durch A. zur Kenntnis gebrachten 

möglichen Rechtsverstösse von Mitgliedern der FIFA-Finanzkommission bzw. H. 

- 18 - 

 

im Zusammenhang mit der Gewährung des Zuschusses an das OK WM 2006 

nicht den zuständigen FIFA-Gremien gemeldet habe (TPF pag. 139.510.299 ff.). 

5.2.8.2 Anlass für die Einleitung und Ausdehnung des Verfahrens im zu beurteilenden 

Fall war nach dem Dargelegten (E. 5.2.3) der Verdacht, die Beschuldigten hätten 

durch die thematisierten Transaktionen den DFB am Vermögen geschädigt. C. 

und die Mitbeschuldigten wurden mithin eines Verhaltens zum Nachteil des DFB, 

nicht der FIFA verdächtigt. Die von der Bundesanwaltschaft vorliegend themati-

sierten Pflichtverletzungen von C. gegenüber der Arbeitgeberin genügen für die 

Auferlegung der Verfahrenskosten nicht, da die angerufene Verhaltensnorm 

von Art. 321a Abs. 1 OR nicht den Schutz Dritter bezweckt (vgl. hierzu auch Urteil 

des Bundesgerichts 6B_877/2016 vom 13. Januar 2017 E. 4.2 f. mit einer ver-

gleichbaren Konstellation). Die von C. allenfalls begangenen Vertragsverletzun-

gen gegenüber der FIFA stellen demnach kein widerrechtliches Verhalten i.S.v. 

Art. 426 Abs. 2 StPO dar. 

Hinsichtlich des Vorwurfs der unterlassenen Meldung mutmasslicher Verstösse 

im Zusammenhang mit der Zuschussgewährung an das OK WM 2006 kann zu-

dem auf das oben zum analogen Vorbringen der Bundesanwaltschaft betreffend 

A. Ausgeführte verwiesen werden (E. 5.2.6.2). Es fehlt insoweit von vornherein 

an der Kausalität zwischen dem inkriminierten Verhalten und dem Strafverfahren.  

5.2.9 Nach dem Gesagten trifft die Beschuldigten kein prozessuales Verschulden 

i.w.S. 

5.3  

5.3.1 Die Bundesanwaltschaft begründet die beantragte Kostenauflage an die Be-

schuldigten zudem mit prozessualem Verschulden i.e.S. Die Beschuldigten, ins-

besondere C. und B., in einem geringeren Ausmass auch A. und D., hätten nichts 

unversucht gelassen, um das Strafverfahren zu verzögern und den Verjährungs-

eintritt zu bewirken (TPF pag. 139.510.305 ff./325 ff.). 

5.3.2  

5.3.2.1 Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft soll das Strafverfahren insbesondere 

durch eine Vielzahl der von den Beschuldigten mutwillig initiierten aussichtslosen 

Beschwerde- und Ausstandsverfahren erheblich verzögert worden sein. In die-

sem Zusammenhang werden namentlich 10 von C. angestrengte Beschwerde-

verfahren sowie 14 von den Beschuldigten gestellte Ausstandsgesuche gegen 

den fallführenden Staatsanwalt des Bundes Cédric Remund, die Assistenz-

- 19 - 

 

Staatsanwältin des Bundes Simone Beckers und weitere nicht operativ in das 

Verfahren involvierte Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft problematisiert. Alle 

diese Verfahren seien von den zuständigen Instanzen (Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts, Bundesgericht) mit Nichteintreten, Abweisung oder Ab-

schreibung infolge Gegenstandslosigkeit erledigt worden (TPF pag. 139.510.307 

ff./326 f.). 

5.3.2.2 Mit dem Einlegen der infrage stehenden Rechtsbehelfe übten die Beschuldigten 

die ihnen zustehenden prozessualen Rechte aus. Ein hinterhältiges, gemeines 

oder krass wahrheitswidriges Benehmen ist insoweit nicht auszumachen. Dem 

in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwand wurde mit der Verlegung der 

Kosten im jeweiligen Beschwerde- resp. Austandsverfahren bereits Rechnung 

getragen. Es besteht insoweit kein Raum für eine zusätzliche Inpflichtnahme der 

Beschuldigten hinsichtlich der Kosten des vorliegenden Strafverfahrens. 

Im Übrigen haben die zur Diskussion stehenden Rechtsmittel – Beschwerde 

nach Art. 393 ff. StPO, Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG – grund-

sätzlich keine aufschiebende Wirkung (Art. 387 StPO, 103 BGG). Die vom Aus-

standsgesuch betroffene Person übt gemäss Art. 59 Abs. 3 StPO ihr Amt bis zum 

Entscheid über das Gesuch aus. Bei dieser Rechtslage waren die thematisierten 

Prozesshandlungen der Beschuldigten von vornherein nicht geeignet, den Gang 

des Verfahrens in einer vorwerfbaren Weise zu beeinträchtigen. Soweit die Bun-

desanwaltschaft diesbezüglich vorbringt, die von den Beschuldigten angestreng-

ten Nebenverfahren hätten zahlreiche Stellungnahmen erforderlich gemacht und 

entsprechend die Ressourcen der fallbearbeitenden Staatsanwälte gebunden, 

überzeugt dieses Argument nicht (TPF pag. 139.510.327). Aussichtslose Rechts-

behelfe verursachen bei der Gegenpartei generell keinen grossen notwendigen 

Argumentationsaufwand. Sofern die infrage stehenden Beschwerden und Aus-

standsgesuche offensichtlich unbegründet, unzulässig oder gegenstandslos wa-

ren, wie die Bundesanwaltschaft behauptet, leuchtet nicht ein, weshalb ihr im 

Zusammenhang mit der Ausarbeitung der entsprechenden Stellungnahmen ein 

derart grosser Aufwand entstanden sein soll, dass sie dadurch an der operativen 

Führung des Strafverfahrens erheblich gehindert wurde. 

5.3.3  

5.3.3.1 Die Bundesanwaltschaft bringt weiter vor, B. und C. hätten das Verfahren durch 

haltlose Strafanzeigen gegen den verfahrensleitenden Staatsanwalt und die As-

sistenz-Staatsanwältin erschwert (TPF pag. 139.510.315 f.). 

- 20 - 

 

5.3.3.2 B. stellte zwei Mal, am 3. Mai und 6. September 2019, Strafanzeigen gegen StA 

Remund und Ass.-StA Beckers wegen Amtsmissbrauchs (Art. 312 StGB), unge-

treuer Amtsführung (Art. 314 StGB) und (in einem Fall) Begünstigung (Art. 305 

Abs. 1 StGB), angeblich begangen im Zusammenhang mit der Führung dieses 

Strafverfahrens. StA Remund und Ass.-StA Beckers wurden zudem am 30. Juli 

2019 von C. wegen der erwähnten Delikte angezeigt. Die Strafanzeigen wurden 

durch einen ausserordentlichen Staatsanwalt des Bundes geprüft und am 29. 

Juli, 31. Oktober resp. 27. Dezember 2019 jeweils gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. 

a StPO aufgrund eindeutiger Nichterfüllung der fraglichen Straftatbestände nicht 

anhand genommen (BA pag. 18.402.20 ff.; TPF pag. 139.510.166 ff./209 ff.).  

Während der Prüfung der Strafanzeigen waren StA Remund und Ass.-StA Be-

ckers nicht in ihrer Amtsführung beeinträchtigt. Inwiefern der Gang des vorlie-

genden Strafverfahrens durch diese Strafanzeigen beeinträchtigt worden sein 

soll, ist nicht ersichtlich und wird im Übrigen auch von der Bundesanwaltschaft 

nicht konkret dargelegt. 

5.3.4  

5.3.4.1 Die Bundesanwaltschaft macht ferner geltend, A., B. und (zum Teil) D. seien den 

Parteiverhandlungen unentschuldigt ferngeblieben (vgl. Prozessgeschichte, lit. K 

und L). Es sei angezeigt, hierdurch entstandene Verfahrenskosten den genann-

ten Beschuldigten aufzuerlegen (TPF pag. 139.510.316). 

5.3.4.2 Die Hauptverhandlung war für den Zeitraum vom 9. bis 27. März 2020 (gemäss 

Vorladung I) resp. vom 11. bis 27. März 2020 (gemäss Vorladung II) terminiert; 

zudem waren gemäss beiden Vorladungen 6. bis 9. April 2020 als Reservetage 

vorgesehen (TPF pag. 139.331.1/5). Wie oben dargelegt (Prozessgeschichte, 

lit. N und O), musste die Hauptverhandlung am 17. März 2020 aufgrund der pan-

demiebedingten Umstände unterbrochen werden und konnte in der Folge bis 

zum Eintritt der Verjährung nicht wieder aufgenommen werden. An diesem Aus-

gang des Verfahrens hätte sich nichts geändert, auch wenn die Gerichtsverhand-

lung vom ersten gelplanten Tag (9. März 2020) an in Anwesenheit aller Beschul-

digten geführt worden wäre. Das Nicht- bzw. teilweise Nichterscheinen von A., 

B. und D. zu den Parteiverhandlungen war mithin – unabhängig der Frage der 

Entschuldbarkeit – nicht kausal dafür, dass das Verfahren nicht mit einem Sa-

churteil abgeschlossen werden konnte. Es entstanden diesbezüglich auch keine 

Mehrkosten. 

5.3.5  

- 21 - 

 

5.3.5.1 Mit Bezug auf C. problematisiert die Bundesanwaltschaft weiter unter dem As-

pekt des prozessualen Verschuldens i.e.S. das Verhalten von dessen Verteidi-

ger, RA Till Gontersweiler. Dieser habe die ihm ins Postfach seiner Kanzlei per 

Einschreiben zugestellten fristauslösenden Mitteilungen der Bundesanwaltschaft 

häufig erst mehrere Tage nach Avisierung abgeholt. RA Gontersweiler habe die 

angesetzten Fristen regelmässig unter Hinweis auf das Datum der effektiven Ab-

holung versäumt bzw. sich erstrecken lassen, weshalb die Bundesanwaltschaft 

sich mitunter gezwungen gesehen habe, ihm wichtige fristauslösende Mitteilun-

gen durch die Polizei zustellen zu lassen. Aufgrund dieses Gebarens habe RA 

Gontersweiler bisweilen von vornherein gegenstandslose Beschwerden gegen 

die Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft geführt, die sich bei zeitna-

her Abholung der Postsendungen hätten vermeiden lassen können (TPF pag. 

139.510.306). 

5.3.5.2 Dieser Vorwurf bezieht sich nicht auf das Verhalten von C., sondern seines Ver-

teidigers. Eine Kostenpflicht des Beschuldigten lässt sich damit nicht begründen.  

Soweit RA Gontersweiler durch das fragliche Verhalten seine Pflicht zur sorgfäl-

tigen und gewissenhaften Berufsausübung gemäss Art. 12 lit. a des Bundesge-

setzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 

(Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) verletzt und dadurch unnötige Verfahrens-

kosten verursacht haben soll, kommt eine Kostenauflage gemäss Art. 417 StPO 

an ihn in Frage. Gemäss dieser Bestimmung kann die Strafbehörde bei Säumnis 

und anderen fehlerhaften Verfahrenshandlungen Verfahrenskosten und Ent-

schädigungen ungeachtet des Verfahrensausgangs der verfahrensbeteiligten 

Person auferlegen, die sie verursacht hat. Art. 417 StPO ist als eine Kann-Be-

stimmung konzipiert. Der Strafbehörde steht es frei, von einer Kostenauflage an 

einen fehlerhaft handelnden Verfahrensbeteiligten abzusehen, wenn ihr dies als 

recht und billig erscheint (DOMEISEN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 417 

StPO N 4). Über die Verlegung der Kosten der Beschwerdeverfahren, die allen-

falls durch das RA Gontersweiler zur Last gelegte Verhalten verursacht wurden, 

war in jenen Verfahren zu entscheiden, nicht in diesem. Im Übrigen kommt dem 

hier thematisierten Sachverhalt im Hinblick auf die Kostenfrage eine klar unter-

geordnete Bedeutung zu. Es kann insoweit auf eine Kostenverlegung i.S.v. Art. 

417 StPO ohne Weiterungen verzichtet werden. 

5.4 Zusammenfassend kann den Beschuldigten kein die Kostenpflicht i.S.v. Art. 426 

Abs. 2 StPO begründendes Verhalten vorgeworfen werden. 

- 22 - 

 

5.5 Verfahrenskosten, die ausschliesslich im Zusammenhang mit den Anträgen der 

Privatkläger DFB und FIFA im Zivilpunkt angefallen wären, liegen keine vor.  Eine 

Kostenauferlegung an die Privatklägerschaft nach Art. 427 Abs. 1 lit. a StPO fällt 

damit ebenfalls ausser Betracht. 

5.6 Im Ergebnis sind die Verfahrenskosten von der Eidgenossenschaft zu tragen. 

6. Entschädigungs- und Genugtuungsansprüche der Beschuldigten  

6.1  

6.1.1 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das 

Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie nach Art. 429 Abs. 1 lit. a-c StPO An-

spruch auf Schadensersatz und Genugtuung. Der Staat muss den gesamten 

Schaden ausgleichen, der mit dem Strafverfahren in einem Kausalzusammen-

hang im Sinne des Haftpflichtrechtes steht. Die zu erstattenden Aufwendungen 

im Sinne von lit. a bestehen hauptsächlich aus den Kosten der frei gewählten 

Verteidigung, wenn der Beistand angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen 

Komplexität notwendig war und wenn der Arbeitsaufwand und somit das Honorar 

des Anwalts gerechtfertigt sind. Nach lit. b muss die beschuldigte Person für die 

wirtschaftlichen Nachteile, die sich aus dem Verfahren ergeben, entschädigt wer-

den. Es geht vor allem um Lohn- oder Erwerbseinbussen, die wegen Verhaftung 

oder der Beteiligung an den Verfahrenshandlungen erlitten wurden sowie um 

Reisekosten. Hat die beschuldigte Person wegen des Verfahrens eine besonders 

schwere Verletzung ihrer persönlichen Verhältnisse erlitten, hat sie Anspruch auf 

Genugtuung (lit. c). Hauptanwendungsfall der Genugtuung ist der im Gesetz aus-

drücklich erwähnte Freiheitsentzug. Eine schwere Persönlichkeitsverletzung 

kann aber auch andere Ursachen haben, etwa eine extensive Medienberichter-

stattung (BGE 143 IV 339 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_491/2020 vom 

13. Juli 2020, m.w.H.). 

Gemäss Art. 429 Abs. 2 StPO prüft die Strafbehörde den Anspruch auf Entschä-

digung und Genugtuung von Amtes wegen. Sie kann die beschuldigte Person 

auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen. Die Strafbehörde ist 

nicht verpflichtet, alle für die Beurteilung des Entschädigungsanspruchs bedeut-

samen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären. Es obliegt der beschuldigten 

Person, ihre Ansprüche zu begründen und zu belegen. Dies entspricht der zivil-

rechtlichen Regel von Art. 42 Abs. 1 OR, wonach wer Schadenersatz bean-

sprucht, den Schaden zu beweisen hat (BGE 142 IV 237 E. 1.3.1 m.w.H.). 

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- 23 - 

 

6.1.2 Auf die Berechnung der Entschädigung der freigesprochenen Person für erbe-

tene Verteidigung sind die Bestimmungen über die amtliche Verteidigung an-

wendbar (Art. 10 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 

über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren 

[BStKR; SR 173.713.162]). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die 

notwendigen Auslagen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie 

Porti und Telefonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem 

notwendigen und ausgewiesenen Zeitaufwand des Verteidigers bemessen. Der 

Stundenansatz beträgt mindestens Fr. 200.– und höchstens Fr. 300.– (Art. 12 

Abs. 1 BStKR). Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbereich beträgt der 

Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Strafkammer Fr. 230.– für Arbeits-

zeit und Fr. 200.– für Reisezeit. Der Stundenansatz für Praktikanten beträgt in 

der Regel Fr. 100.– (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2015.12 vom 15. Sep-

tember 2015 E. 9.2; SN.2011.16 vom 5. Oktober 2011 E. 4.1, je m.w.H.; vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts 6B_118/2016 vom 20. März 2017 E. 4.4.1). Die Aus-

lagen werden im Rahmen der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen Kosten 

vergütet (Art. 13 BStKR). 

6.1.3 Die Entschädigung oder Genugtuung kann insbesondere dann herabgesetzt      

oder verweigert werden, wenn die beschuldigte Person rechtswidrig oder schuld-

haft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert 

hat (Art. 430 Abs. 1 lit. a StPO). Diese Bestimmung knüpft an die gleichen Vo-

raussetzungen wie die Regelung von Art. 426 Abs. 2 StPO betreffend die Kos-

tenauflage an die beschuldigte Person bei Freispruch oder Verfahrenseinstellung 

(BGE 137 IV 352 E. 2.4.2). Die betreffenden Voraussetzungen sind nach dem 

Ausgeführten (E. 5.4) nicht gegeben. 

6.2 Im Folgenden werden zunächst die Entschädigungsansprüche der Beschuldig-

ten i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. a und b StPO einzeln geprüft. Bezüglich der Genug-

tuungsbegehren (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO) sind bei allen Beschuldigten im We-

sentlichen die gleichen Faktoren zu berücksichtigen. Es rechtfertigt sich daher, 

die diesbezüglichen Anträge der Beschuldigten zusammen zu behandeln. 

 

6.3 Entschädigungsanspruch von A. 

 

- 24 - 

 

6.3.1 A. verlangt eine Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO im Zusammen-

hang mit seiner erbetenen Verteidigung durch RA Nathan Landshut in Höhe von 

Fr. 343'086.50 (TPF pag. 139.521.119/189). 

6.3.2 Die anwaltliche Verbeiständung war vorliegend bei sämtlichen Beschuldigten er-

forderlich, da ein Fall notwendiger Verteidigung vorliegt (Art. 130 lit. b und d 

StPO). 

RA Landshut weist in den eingereichten Kostennoten einen Aufwand von insge-

samt 878 Stunden (inkl. nicht separat ausgewiesener Reisezeit) zu einem Stun-

denansatz von Fr. 350.– und Auslagen von Fr. 11'352.10 (zzgl. MWST) aus (TPF 

pag. 139.521.164 ff, …190). Der geltend gemachte Zeitaufwand erscheint ange-

messen. Hiervon entfallen (geschätzte) 100 Stunden auf die Reisezeit, die für die 

Teilnahme an 14 Einvernahmen in Bern, 8 Reisen nach Frankfurt a.M. zwecks 

Teilnahme an Einvernahmen bzw. Treffen mit dem Klienten sowie die Hauptver-

handlung in Bellinzona benötigt wurde. Dieser Aufwand ist praxisgemäss mit ei-

nem Stundenansatz von Fr. 200.– zu vergüten. Der Arbeitsaufwand (778 Stun-

den) ist zum üblichen Stundenansatz von Fr. 230.– zu entschädigen, da das 

Strafverfahren weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht überdurch-

schnittliche Anforderungen an die Verteidigung stellte. Der Umstand alleine, dass 

es sich vorliegend um einen Fall mit grosser Medienresonanz handelt, rechtfertigt 

nicht die Anwendung eines erhöhten Stundenansatzes. Die in Rechnung gestell-

ten Auslagen sind ebenfalls angemessen. Die Mehrwertsteuer fällt vorliegend 

nicht an, da der Dienstleistungsempfänger im Ausland wohnhaft ist (vgl. Art. 8 

MWSTG).  

Im Ergebnis betragen die vom Staat zu ersetzenden Kosten der erbetenen Ver-

teidigung von A. aufgerundet Fr. 210‘300.–. 

6.4 Entschädigungsansprüche von B. 

6.4.1 B. wird im vorliegenden Verfahren nebst dem amtlichen Verteidiger RA Luginbühl 

vom deutschen Anwalt N. auf erbetener Basis vertreten, der auch im erwähnten 

Verfahren in Deutschland als sein Verteidiger tätig ist. Für die Aufwendungen von 

RA N. im hiesigen Verfahren macht B. eine Entschädigung im Betrag von EUR 

29'754.– (85.5 Stunden à EUR 300.– zzgl. Umsatzsteuer) zzgl. Zins geltend (TPF 

pag. 139.522.121/165). 

- 25 - 

 

RA N. wurde am 1. September 2016 von B. mit der Interessenwahrung in diesem 

Verfahren beauftragt. Nachdem B. der mehrfachen Aufforderung seitens der 

Bundesanwaltschaft, i.S.v. Art. 23 BGFA zusätzlich einen Schweizer Anwalt zu 

bezeichnen, nicht nachgekommen war, setzte die Bundesanwaltschaft am 

9. März 2017 mit sofortiger Wirkung RA Luginbühl als amtlichen Verteidiger ein 

(BA pag. 16.3.47 ff.). Gemäss den eingereichten Rechnungen von RA N. leistete 

er bis zur Bestellung der amtlichen Verteidigung rund 20 Stunden Arbeit im vor-

liegenden Verfahren (TPF pag. 139.522.167 f.). Dieser Aufwand war für die Inte-

ressenwahrung von B. im betreffenden Stadium des Verfahrens notwendig und 

ist zu entschädigen. Hingegen ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Aufwendun-

gen von RA N. im Umfang von rund 60 Stunden für die Interessenwahrung von 

B. in diesem Verfahren notwendig waren, nachdem RA Luginbühl mit der amtli-

chen Verteidigung mandatiert worden war. In seiner Eingabe vom 25. August 

2020 führt RA Luginbühl diesbezüglich aus, die fraglichen Aufwendungen von 

RA N. seien im Hinblick auf die Koordination der Verteidigungstätigkeit im 

schweizerischen und deutschen Verfahren sowie die Sicherstellung einer rei-

bungslosen Kommunikation zwischen dem amtlichen Verteidiger und B. notwen-

dig gewesen (TPF pag. 139.522.133). Hierzu ist Folgendes festzuhalten: Der für 

die Verteidigung von B. im vorliegenden Verfahren notwendige Aufwand im Zu-

sammenhang mit der Koordination der Verteidigungsstrategien in beiden Verfah-

ren wird durch die Entschädigung des amtlichen Verteidigers (E. 7) abgegolten; 

die entsprechenden Aufwendungen von RA N. sind dem Verfahren in Deutsch-

land zuzuordnen und nicht in diesem Verfahren zu entschädigen. Sodann ist 

nicht einzusehen, weshalb RA Luginbühl für die Kommunikation mit B. auf die 

Dienste von RA N. angewiesen gewesen sein soll. Sofern B. oder RA Luginbühl 

diesen Kommunikationskanal bevorzugt oder vereinbart haben sollten, ist dieser 

Umstand nicht vom Staat zu vertreten.  

Im Übrigen ist ein Vergleich mit dem beim Mitbeschuldigten A. angefallenen Ver-

teidigungsaufwand aufschlussreich (vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts 

6B_1389/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 2.7.4; 6B_528/2010 vom 16. September 

2010 E. 2.5.1). Der Arbeitsaufwand von RA Landshut beläuft sich, wie dargelegt 

(E. 6.3.2), auf 778 Arbeitsstunden und ist in diesem Umfang mit dem zu entschä-

digenden Arbeitsaufwand des amtlichen Verteidigers von B. (778.3 Anwaltsstun-

den, 11.7 Stunden Praktikantenarbeit; vgl. E. 7) vergleichbar. Dem nachvollzieh-

baren Mehraufwand im Zusammenhang mit der Vertretung von B. durch RA N. 

vor der Einsetzung der amtlichen Verteidigung wird, wie vorstehend ausgeführt, 

im Umfang von 20 Stunden Rechnung getragen. Weitere Elemente, die einen 

zusätzlichen Aufwand im Vergleich zur Verteidigung von A. erklärbar machen 

- 26 - 

 

könnten, sind nicht ersichtlich. Ein Vergleich mit dem Verteidigungsaufwand von 

C. und D. ist nicht zielführend, da die veranschlagten Aufwendungen ihrer Ver-

teidiger, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, übersetzt und zu kürzen sind. 

Nach dem Dargelegten sind im Zusammenhang mit der erbetenen Verteidigung 

von B. 20 Anwaltsstunden zu entschädigen. Der anzuwendende Stundenansatz 

beträgt Fr. 230.– (vgl. E. 6.3.2). Unter Berücksichtigung der notwendigen Ausla-

gen, die mit Fr. 100.– geschätzt werden, und der deutschen Umsatzsteuer (16 % 

des Nettobetrags) wird die Entschädigung auf Fr. 5'452.– festgelegt. Bezüglich 

dieses Betrags fallen keine Zinsen an (BGE 143 IV 495 E. 2.2.4). 

6.4.2  

6.4.2.1 Weiter macht B. wirtschaftliche Einbussen i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO in 

Höhe von EUR 5'900.– und Fr. 908.– zzgl. Zins geltend (TPF pag. 139.522.122). 

6.4.2.2 Die erste Position bezieht sich auf die Kosten im Zusammenhang mit den Dienst-

leistungen der O. GmbH, Agentur für Public Relations und Medienberatung. RA 

Luginbühl führt diesbezüglich aus, B. habe diese Agentur im Zusammenhang mit 

der Eröffnung der Strafuntersuchung in der Schweiz aufgrund des enormen Me-

dieninteresses engagiert. Die betreffenden Dienstleistungen seien zur Vermei-

dung einer noch gravierenderen Rufschädigung notwendig und im Hinblick auf 

die zivilrechtliche Schadensminderungspflicht geboten gewesen (TPF pag. 

139.522.134). 

Der diesbezüglich ins Recht gelegten Rechnung der O. GmbH, datiert vom 7. Ok-

tober 2016, ist zu entnehmen, dass es sich beim fraglichen Betrag (Pauschale 

von EUR 5'000.– zzgl. 19 % MWST) um die vereinbarte Vergütung für «mediale 

Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Thematik ‘WM 2006’» handelt (TPF 

pag. 139.522.181). Welche Leistungen konkret erbracht wurden, ist nicht be-

kannt. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der geltenden gemachten Kosten für 

die angemessene Wahrung der Persönlichkeitsrechte von B. im Zusammenhang 

mit dem vorliegenden Strafverfahren ist damit nicht möglich. Im Übrigen kann auf 

das zum analogen Antrag von C. Ausgeführte verwiesen werden (E. 6.5.1.6). Die 

diesbezüglichen Kosten sind nicht entschädigungspflichtig.  

6.4.2.3 Bei der zweiten Position handelt es sich um Reisespesen im Zusammenhang mit 

der Einvernahme von B. am 17. Mai 2018 bei der Bundesanwaltschaft in Bern 

(TPF pag. 139.522.134). Diese Kosten sind nicht zu beanstanden. B. hat insoweit 

- 27 - 

 

Anspruch auf Schadenersatz in Höhe von Fr. 908.–. Die Entschädigung ist an-

tragsgemäss zu 5 % ab dem 17. Mai 2018 zu verzinsen (vgl. BGE 131 III 12 

E. 9.1). 

6.5 Entschädigungsansprüche von C. 

 

6.5.1  

6.5.1.1 C. macht unter dem Titel von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO folgende Kosten geltend: 

Fr. 2'055'922.50 zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Dezember 2018 (Honorar von RA 

Gontersweiler), EUR 108’315.– (Honorar der deutschen Rechtsvertreter RA P. 

und RA Q.), Fr. 36'763.50 (Kosten für zwei Gutachten) und Fr. 75'863.08 (Kosten 

der Medienberatung) (TPF pag. 139.523.190, 139.823.4). 

6.5.1.2 Von den geltend gemachten Kosten der erbetenen Verteidigung durch RA Gon-

tersweiler (Fr. 2'055'922.50) entfallen Fr. 576'998.– auf Aufwendungen, die in 

verschiedenen Nebenverfahren (Beschwerdeverfahren, Entsiegelungsverfah-

ren, Verfahren betreffend Ausstandsbegehren und Strafanzeige gegen die Ver-

treter der Bundesanwaltschaft) und in dem gegen C. in Deutschland geführten 

Strafverfahren angefallen sind (Eingabe vom 29.6.2020, Beilagen 26 bis 42 [TPF 

pag. 139.523.230]). Hierbei handelt es sich um verfahrensfremde Aufwendun-

gen, die im vorliegenden Verfahren a priori nicht zu berücksichtigen sind.  

6.5.1.3 Für seine im Strafverfahren erbrachten Leistungen macht RA Gontersweiler, ba-

sierend auf einem Aufwand von 2834.3 Stunden (inkl. Reisezeit) bei einem Stun-

denansatz von Fr. 500.– und Auslagen von Fr. 29'141.20 (zzgl. MWST), insge-

samt Fr. 1'478'924.50 geltend (Beilagen 43 bis 47 zur Eingabe vom 29.6.2020 

[TPF pag. 139.523.230/409 ff.]; Rechnung vom 4.3.2021 [TPF pag. 139.823.5 

ff.]). 

Der verbuchte Aufwand ist offensichtlich übersetzt; es ist insbesondere nicht 

nachvollziehbar, weshalb für die Verteidigung von C. ein mehr als dreifacher Zeit-

aufwand im Vergleich zur Verteidigung von A. benötigt wurde. Ebenso wenig 

nachvollziehbar ist die grosse Diskrepanz bei den Auslagen (vgl. E. 6.3.2). Bei 

dieser Sachlage ist die Entschädigung für die Verteidigungskosten von C. ermes-

sensweise unter Bezugnahme auf den gerechtfertigten Verteidigungsaufwand 

von A. zu bestimmen, wobei den Besonderheiten des vorliegenden Falls Rech-

nung zu tragen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1389/2016 vom 16. Ok-

- 28 - 

 

tober 2017 E. 2.7.4; 6B_528/2010 vom 16. September 2010 E. 2.5.1). Ein Ver-

gleich mit dem Verteidigungsaufwand von B. und D. ist aufgrund des oben 

(E. 6.4.1) Ausgeführten nicht zielführend.  

Im Vergleich zum Arbeitsaufwand von RA Landshut (778 Stunden) ist bei RA 

Gontersweiler ein Mehraufwand an Arbeitsstunden im folgenden Umfang nach-

vollziehbar: 22 Stunden für die Teilnahme an 9 Einvernahmen, bei denen RA 

Landshut nicht anwesend war (Positionen vom 3.10.2017, 18.5.2018, 6.9.2018, 

17.9.2018, 10.10.2018, 6.3.2019, 14.3.2019, 4.4.2019, 11.6.2019); 34 Stunden 

für die Konsultation von Akten mit beschränkter Akteneinsicht in den Räumlich-

keiten der Bundesanwaltschaft in Bern (Positionen vom 13.11.2018, 14.11.2018, 

6.12.2018, 7.12.2018, 8.1.2019, 11.2.2019, 23.5.2019, 24.5.2019, 11.7.2019; 

vgl. BA pag. 16.5.249/294/303/374/ 642/814); 1 Stunde für die Teilnahme an ei-

ner Hausdurchsuchung (Position vom 6.12.2016, vgl. BA pag. 8.110.20); zusätz-

lich werden ermessensweise 15 Stunden als angemessener Aufwand anerkannt. 

Im Ergebnis werden bei RA Gontersweiler 850 Arbeitsstunden als gerechtfertig-

ter Aufwand anerkannt. Sie sind nach dem Dargelegten (E. 6.3.2) mit einem 

Stundenansatz von Fr. 230.– zu vergüten. Die nicht separat ausgewiesene Rei-

sezeit wird mit 150 Stunden geschätzt und mit einem Stundenansatz von 

Fr. 200.– vergütet.  

Die Auslagen sind ermessensweise mit einem Pauschalbetrag von Fr. 12’000.– 

zu entschädigen. Bei der Festsetzung dieses Betrags wird Folgendes berück-

sichtigt: Auf der einen Seite sind bei RA Gontersweiler im Vergleich zu RA Lands-

hut zusätzliche Kosten aufgrund seines vorstehend thematisierten höheren Ar-

beitsaufwands entstanden. Auf der anderen Seite ist bei RA Landshut eine hö-

here Anzahl an kostenintensiven Reisen nach Deutschland im Zusammenhang 

mit der Teilnahme an den rechtshilfeweise durchgeführten Einvernahmen und 

Treffen mit dem Klienten (8 Reisen) als bei RA Gontersweiler (6 Reisen) zu ver-

zeichnen. 

Nach dem Gesagten belaufen sich die zu entschädigenden Kosten der erbeten-

den Verteidigung netto auf Fr. 237’500.–. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer in 

Höhe von Fr. 18'500 (8 % auf rund 1/3 des Betrags [Positionen bis 31.12.2017], 

7.7 % auf rund 2/3 des Betrags [Positionen ab 1.1.2018]). Im Ergebnis beträgt 

die Entschädigung für die Verteidigungskosten Fr. 256'000.–. 

- 29 - 

 

6.5.1.4 Nebst RA Gontersweiler liess sich C. im vorliegenden Strafverfahren durch seine 

Verteidiger im deutschen Strafverfahren RA P. und RA Q. vertreten. Diese ma-

chen für ihre Bemühungen im Zusammenhang mit dem hiesigen Strafverfahren 

zusammen einen Zeitaufwand von 319.7 Stunden zu einem Stundenansatz von 

EUR 450.– (RA P.) resp. EUR 300.– (RA Q.) geltend, ausmachend total EUR 

108’315.– (TPF pag. 139.523.478). 

Der angemessene Verteidigungsaufwand von C. für das vorliegende Strafverfah-

ren wurde vorstehend abschliessend bestimmt. Es ist nicht ersichtlich, weshalb 

für die effiziente Wahrnehmung der Verteidigungsrechte von C. im vorliegenden 

Verfahren nebst der Verteidigungstätigkeit von RA Gontersweiler der Einsatz 

weiterer Rechtsvertreter notwendig war. Aufwendungen im Zusammenhang mit 

der Koordination der Verteidigungsstätigkeit im schweizerischen und deutschen 

Verfahren sind durch die Entschädigung für die Kosten der Verteidigung durch 

RA Gontersweiler abgedeckt. Der entsprechende Aufwand der Rechtsvertreter 

aus Deutschland ist dem in jenem Land geführten Verfahren zuzuordnen. Der 

diesbezügliche Entschädigungsantrag ist abzuweisen. 

6.5.1.5 Zu den geltend gemachten Kosten für zwei Gutachten (Fr. 36'763.50) ergibt sich 

Folgendes: RA Gontersweiler führt in seiner Eingabe vom 29. Juni 2020 aus, 

dass er über zwei (von nicht namentlich angegebenen Experten erstellte) Gut-

achten zu den verfahrensrelevanten Fragestellungen verfüge (TPF pag. 

139.523.203/207/231). Die fraglichen Gutachten sind indes nicht aktenkundig. In 

Bezug auf das eine Gutachten geht aus der entsprechenden Rechnung zudem 

hervor, dass dieses für das gegen C. in Deutschland geführte Strafverfahren er-

stellt worden sei (TPF pag. 139.523.494). In Bezug auf das zweite Gutachten 

liegen keinerlei Informationen vor, welche die Beurteilung der behaupteten Rele-

vanz desselben für das vorliegende Verfahren erlauben könnten. Bei der gege-

benen Aktenlage besteht diesbezüglich kein Entschädigungsanspruch. 

6.5.1.6 Weiter macht C. Kosten von Fr. 75'863.08 für eine professionelle Medienbera-

tung durch die R. AG geltend. Er habe diese Dienstleisterin wegen der medialen 

Vorverurteilung und der einseitigen Berichterstattung über das Strafverfahren 

beigezogen (TPF pag. 139.523.231/488 ff.). 

Der Umstand, dass es sich vorliegend um einen medienträchtigen Fall handelt 

und in diesem Zusammenhang bestimmte zusätzliche Aufwendungen (Sichtung 

der Medienberichte, Beantwortung von Anfragen von Medienschaffenden etc.) 

bei der Verteidigung angefallen sind, wurde vorstehend bei der Bestimmung des 

- 30 - 

 

notwendigen Verteidigungsaufwands berücksichtigt. Die festgesetzte Entschädi-

gung für die Kosten der erbetenen Verteidigung deckt diese Aufwendungen in 

angemessenem Umfang. Die hier separat geltend gemachten Aufwendungen 

gehen sowohl hinsichtlich des Zeitaufwands (135.25 Stunden) wie auch des ver-

anschlagten Stundenansatzes (Fr. 500.–) weit über die angemessene Ausübung 

von Verfahrensrechten hinaus. Die diesbezüglichen Kosten sind nicht vom Staat 

zu tragen. 

6.5.1.7 Zusammenfassend hat die Eidgenossenschaft C. für die Kosten der angemes-

senen Ausübung der Verfahrensrechte mit Fr. 256'000.– zu entschädigen. Be-

züglich dieses Betrags besteht kein Anspruch auf Verzinsung (BGE 143 IV 495 

E. 2.2.4).  

 

6.5.2  

6.5.2.1 C. verlangt weiter eine Entschädigung i.S.v. Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO für einen 

durch das Strafverfahren entstandenen Erwerbsausfall von insgesamt 

Fr. 792’200.– zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Januar 2018, weil er Verwaltungsrats-

mandate bei mehreren Gesellschaften (S. AG, T. AG, AA. Genossenschaft, BB. 

AG, CC.) habe niederlegen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DD. 

AG (einem auf Erbringen von Dienstleitungen im Sportbereich spezialisierten Un-

ternehmen mit Sitz in Zürich) als Berater habe aufgeben müssen (TPF pag. 

139.523.224 ff.). 

6.5.2.2 Bezüglich der geltend gemachten Einbussen im Zusammenhang mit den Man-

datsverlusten bei der S. AG, der T. AG, der AA. Genossenschaft, der BB. AG 

und CC. – diese belaufen sich zusammen auf Fr. 523’500.– (TPF pag. 

139.523.224 ff.) sind die im Wesentlichen gleichlautenden Mandatsverträge, da-

tiert jeweils mit 23. März 2016, aktenkundig. Alle diese Verträge wurden zwischen 

der jeweiligen Gesellschaft, der C. AG als Auftragnehmerin und C. als Mandats-

träger geschlossen. Den Verträgen ist jeweils zu entnehmen, dass die Auftrag-

nehmerin (C. AG) den Mandatsträger (C.) beauftrage, als Verwaltungsratsman-

dat der betreffenden Gesellschaft tätig zu werden. Der Mandatsträger über-

nehme das Mandat als Mitarbeiter der Auftragnehmerin und nicht als Privatper-

son. Die Auftragnehmerin erhalte von der Gesellschaft für die zur Verfügung-

Stellung des Mandatsträgers als Verwaltungsrat ein fixes Honorar pro Kalender-

jahr, eine variable Entschädigung in Form von Sitzungsgeldern und eine pau-

schale Spesenentschädigung in der jeweils vereinbarten Höhe (TPF pag. 

- 31 - 

 

139.262.3.3 ff., 139.523.323 ff./331 ff./334 ff./341 ff.). Im Weiteren ergibt sich aus 

den von C. eingereichten Erfolgsrechnungen der C. AG, dass die Einnahmen aus 

den zur Diskussion stehenden Mandaten jeweils als Ertrag dieser Gesellschaft 

verbucht wurden (TPF pag. 139.523.353 ff.). Allfällige infolge der verfahrensbe-

dingten vorzeitigen Beendigung der fraglichen Mandatsverhältnisse entstandene 

finanzielle Einbussen traten somit jeweils bei der C. AG, einer von C. unabhän-

gigen juristischen Person, ein. Inwiefern C. persönlich ein wirtschaftlicher Scha-

den in diesem Zusammenhang erwachsen sein soll, geht aus den vorhandenen 

Akten nicht hervor. Die diesbezüglichen Entschädigungsbegehren sind somit un-

belegt. 

6.5.2.3 In Bezug auf die behauptete Einbusse im Betrag von Fr. 268'500.– im Zusam-

menhang mit der DD. AG präsentiert sich die Lage im Wesentlichen gleich. C. 

legt diesbezüglich ein auf Englisch verfasstes Schreiben der DD. AG vom 

17. März 2016 ins Recht, in welchem die Bedingungen eines zwischen dieser 

Firma und der C. AG abgeschlossenen Dienstleitungsvertrags («Services Agree-

ment») bestätigt werden (TPF 139.523.345 ff.). Dem Schreiben ist zu entneh-

men, dass die DD. AG die C. AG als Dienstleisterin («services provider») im Zu-

sammenhang mit der Fussball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland für die ver-

tragliche Dauer vom 1. November 2015 bis 31. Oktober 2018 engagiere. Die C. 

AG stelle ihrerseits der DD. AG C. als Berater («consultant») zur Verfügung. Die-

ser würde dabei als Arbeitnehmer der C. AG tätig sein; Letztere trage die volle 

Verantwortung betreffend die Sozial- und sonstige Versicherungen. Bezüglich 

der Vergütung wird im Schreiben zwar an einer Stelle festgehalten, dass das 

Entgelt für die erbrachten Dienstleitungen (Fr. 4'000.– pro Arbeitstag resp. Fr. 

2'000.–, wenn die Dienstleitung weniger als einen Arbeitstag beanspruche) dem 

Berater bezahlt werde («the Consultant shall be paid …»). Dieser Passus steht 

jedoch im Widerspruch zum übrigen Vertragsinhalt (Vertragsparteien sind die 

DD. AG und die C. AG, nicht C.; C. erbringt seine Dienstleistungen im Rahmen 

des Arbeitsverhältnisses mit der C. AG) und stellt wohl einen redaktionellen Feh-

ler dar. Dies ergibt sich auch aus den von C. eingereichten Jahresrechnungen 

der C. AG; in diesen sind die Einnahmen aus dem vorliegenden Vertrag als Er-

trag dieser Gesellschaft verbucht (TPF 139.523.353 ff.). Der geltend gemachte 

Schaden bezieht sich mithin auf (allfällige) entgangene Einnahmen der C. AG. 

Inwiefern C. persönlich ein wirtschaftlicher Schaden infolge einer vorzeitigen Be-

endigung des Vertragsverhältnisses zwischen der DD. AG und der C. AG ent-

standen sein soll, ist nicht belegt. 

- 32 - 

 

Im Übrigen fehlt es in casu auch am Nachweis eines Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Strafverfahren und der Beendigung des Vertragsverhältnisses. 

Anders als etwa bei der S. AG, der T. AG, der AA. Genossenschaft und der BB. 

AG ergeben sich aus den eingereichten Unterlagen betreffend die DD. AG keine 

Hinweise auf die Umstände der Vertragsauflösung. 

6.5.2.4 Nach dem Dargelegten sind die geltend gemachten wirtschaftlichen Einbussen 

unbewiesen. Der Entschädigungsantrag ist abzuweisen. 

6.5.3 Soweit C. beantragt, die Kosten für die Entschädigung und Genugtuung dem 

DFB anteilsmässig aufzuerlegen (TPF pag. 139.523.190; der entsprechende An-

trag gegen die FIFA wurde zurückgezogen [TPF pag. 139.523.547]), ergibt sich 

dazu Folgendes: 

Art. 432 Abs. 1 StPO räumt der obsiegenden beschuldigten Person gegenüber 

der Privatklägerschaft Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch 

die Anträge zum Zivilpunkt verursachten Aufwendungen. Gesetzlich nicht aus-

drücklich geregelt ist, ob der Verweis der Zivilklage auf den Zivilweg nach Art. 

126 Abs. 2 StPO als Unterliegen der Privatklägerschaft i.S.v. Art. 432 Abs. 1 

StPO gilt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt die Privatkläger-

schaft jedenfalls bei Verweisung der Klage auf den Zivilweg bei Erlass eines 

Strafbefehls (Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO) nicht als unterliegende Partei (BGE 139 

IV 102 E. 4.4). Das Gleiche muss auch gelten, wenn die Zivilklage – wie vorlie-

gend – infolge Einstellung des Strafverfahrens auf den Zivilweg verwiesen wird, 

zumal die Privatkläger diese Rechtsfolge nicht zu vertreten haben (in diesem 

Sinne WEHRENBERG/FRANK, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 432 StPO N 6). Im 

Übrigen wird seitens C. nicht aufgezeigt, inwiefern ihm in diesem Verfahren aus-

schliesslich den Zivilpunkt betreffende Aufwendungen entstanden sind. Dem-

nach ist der DFB gegenüber C. nicht entschädigungspflichtig.  

Eine Inpflichtnahme der Privatklägerschaft bezüglich der Entschädigung und Ge-

nugtuung gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. b und c StPO kommt mangels gesetzlicher 

Grundlage a priori nicht in Betracht.   

6.6 Entschädigungsansprüche von D. 

 

6.6.1  

6.6.1.1 D. macht unter dem Titel von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO Kosten von 

Fr. 511'070.67 für die erbetene Verteidigung durch RA Bernhard Isenring sowie 

- 33 - 

 

EUR 123’075.46 für die Rechtsvertretung durch die deutsche Anwältin EE. gel-

tend (TPF pag. 139.524.330/799). Letztere vertritt D. auch im erwähnten Verfah-

ren in Deutschland. 

6.6.1.2 RA Isenring weist in seinen Kostennoten (TPF pag. 139.524.602 ff./831) einen 

Aufwand von 1092.5 Stunden (inkl. Reisezeit) à Fr. 350.–, 392.65 Stunden Prak-

tikantenarbeit à Fr. 220.– sowie Auslagen in Höhe von Fr. 29'564.34.– aus, aus-

machend insgesamt Fr. 498'322.34 (die Differenz zum geltend gemachten Total-

betrag von Fr. 511'070.67 ist nicht nachvollziehbar). 

Der verbuchte Aufwand ist übersetzt. Es ist insbesondere nicht ersichtlich, wes-

halb für die Verteidigung von D. durch RA Isenring ein Mehraufwand von über 

210 Stunden (inkl. Reisezeit) anwaltlicher Leistungen und zusätzlich die Prakti-

kantenarbeit von über 390 Stunden im Vergleich zur Verteidigung von A. benötigt 

wurde, zumal D. in der Anklage ein weniger schwerwiegender Vorwurf gemacht 

wurde. Ebenso wenig nachvollziehbar ist die Differenz von über Fr. 18'000.– bei 

den geltend gemachten Auslagen von RA Isenring und RA Landshut. Bei dieser 

Sachlage ist der notwendige Verteidigungsaufwand von D. unter Bezugnahme 

auf den Verteidigungsaufwand von A. zu bestimmen. Ein Vergleich mit dem Ver-

teidigungsaufwand der übrigen Mitbeschuldigten ist nach dem Dargelegten 

(E. 6.4.1) nicht aufschlussreich. 

Im Vergleich zum Arbeitsaufwand von RA Landshut (778 Stunden) ist bei 

RA Isenring ein Mehraufwand an Arbeitsstunden im folgenden Umfang nachvoll-

ziehbar: 20 Stunden für die Teilnahme an 7 Einvernahmen, bei denen RA Lands-

hut nicht anwesend war (Positionen vom 3.10.2017, 18.5.2018, 6.9.2018, 

17.9.2018, 14.3.2019, 4.4.2019, 11.6.2019); 3 Stunden für die Konsultation von 

Akten mit beschränkter Akteneinsicht in den Räumlichkeiten der Bundesanwalt-

schaft in Bern (Positionen vom 20.2.2019, 5.7.2019 [vgl. BA pag. 16.2.587]; be-

züglich der letzteren Position werden für die verbuchten 4 Stunden Praktikanten-

arbeit 2 Anwaltsstunden angerechnet); zusätzlich werden ermessensweise 15 

Stunden als angemessener Aufwand anerkannt. Im Ergebnis werden bei 

RA Isenring 816 Stunden Anwaltsarbeit als gerechtfertigter Aufwand anerkannt. 

Sie sind nach dem Dargelegten (E. 6.3.2) mit einem Stundenansatz von Fr. 230.– 

zu vergüten. Die z.T. nicht separat ausgewiesene Reisezeit wird (in Berücksich-

tigung der Anzahl der Reisen und der Reisezielorte) mit 150 Stunden geschätzt 

und mit einem Stundenansatz von Fr. 200.– vergütet.  

- 34 - 

 

Die Auslagen sind mit einem Pauschalbetrag von Fr. 13’000.– abzugelten. Bei 

der Festsetzung dieses Betrags werden bei RA Isenring Mehrkosten im Zusam-

menhang mit seinem vorstehend thematisierten zusätzlichen Arbeitsaufwand im 

Vergleich zu RA Landshut berücksichtigt.  

Die Mehrwertsteuer fällt nicht an, da der Dienstleistungsempfänger im Ausland 

wohnhaft ist. Im Ergebnis betragen die vom Staat zu ersetzenden Kosten der 

erbetenen Verteidigung von D. durch RA Isenring Fr. 230‘680.–. 

6.6.1.3 Die geltend gemachten Kosten der zusätzlichen Rechtsvertretung von D. durch 

RA EE. stellen keinen notwendigen Verteidigungsaufwand in diesem Verfahren 

dar und finden hier daher keine Berücksichtigung. Es kann insoweit auf das zum 

analogen Entschädigungsbegehren von C. Ausgeführte (E. 6.5.1.4) verwiesen 

werden.  

6.6.2 Unter dem Gesichtspunkt von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO macht D. verfahrensbe-

dingte Reisespesen im Betrag von Fr. 1’680.50 geltend (TPF pag. 

139.524.330/363 f.). Diese Kosten geben zu keiner Kritik Anlass. Die Eidgenos-

senschaft hat D. für den genannten Betrag zu entschädigen.  

6.7 Genugtuung 

6.7.1 A., B., C. und D. beantragen jeweils eine Genugtuung in Höhe von Fr. 100'000.– 

für besonders schwere Verletzungen der persönlichen Verhältnisse. Im Wesent-

lichen begründen sie den Anspruch jeweils mit der extensiven Medienberichter-

stattung über den Prozess (TPF pag. 139.521.120 f., 139.522.135 ff., 

139.523.197, 139.524.363 ff.). 

6.7.2 Gegenstand des Strafverfahrens waren mutmassliche Straftaten im Zusammen-

hang mit der Organisation der WM 2006, weltweit eines der bedeutendsten 

Sportereignisse. Verdächtigt, die Straftaten begangen zu haben, waren ehema-

lige hochrangige Sportfunktionäre, darunter ein weltbekannter ehemaliger Fuss-

ballspieler (E.). Entsprechend wurde das Strafverfahren von Anfang an von ei-

nem grossen medialen Interesse im In- und Ausland (insbesondere in Deutsch-

land) begleitet. Die Beschuldigten, die bis dato einen tadellosen Ruf hatten, wur-

den jahrelang in der Öffentlichkeit unter voller Namensnennung mit schwerwie-

genden Vorwürfen konfrontiert. Sie wurden dadurch in ihren persönlichen Ver-

hältnissen besonders schwer beeinträchtigt und haben daher Anspruch auf Ge-

nugtuung. Dabei ist indes zu berücksichtigen, dass die inkriminierten Taten der 

- 35 - 

 

Beschuldigten in den Medien bereits vor der Eröffnung des Strafverfahrens the-

matisiert wurden. Zum Teil gaben Medienberichte Anlass für die Einleitung der 

Strafuntersuchung (vgl. Eröffnungsverfügung der Bundesanwaltschaft vom 

6. November 2015; BA pag. 1.100.1). Zu berücksichtigen ist weiter, dass gegen 

die Beschuldigten im gleichen Kontext auch in Deutschland ein Strafverfahren 

mit medialer Resonanz geführt wird. Das hiesige Verfahren stellt somit nicht die 

alleinige Ursache der Persönlichkeitsverletzungen der Beschuldigten im Zusam-

menhang mit der Medienberichterstattung dar. Relativiert wird die Schwere der 

Persönlichkeitsverletzung ferner dadurch, dass die Beschuldigten gerade auch 

wegen dem starken medialen Interesse die Möglichkeit hatten, ihre Sicht der 

Dinge in der Öffentlichkeit darzulegen. 

Weitere genugtuungsrelevante Umstände sind nicht ersichtlich. Insbesondere ist 

entgegen den Vorbringen von RA Luginbühl und RA Isenring (TPF pag. 

139.522.136, 139.524.363) unerheblich, dass das Strafverfahren mit einer Ein-

stellung infolge Verjährung und nicht allenfalls mit Freisprüchen der Beschuldig-

ten abgeschlossen wird. Denn die definitive Einstellung des Strafverfahrens ist 

nicht ein «Freispruch zweiter Klasse» (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_3/2011 

vom 20. April 2011 E. 2.2 m.w.H.). Nicht zu überzeugen vermag sodann das Vor-

bringen von RA Luginbühl, wonach diverse gravierende Verletzungen der Ver-

fahrensrechte durch die Bundesanwaltschaft – thematisiert werden diesbezüg-

lich fehlende Schlusseinvernahmen, kurzfristige Verschiebung von Terminen 

ohne Konsultation der Parteien, grundlose Verweigerung von Fristerstreckungs-

gesuchen, verspätetes Zustellen von Einvernahmeprotokollen, Missachtung der 

Konfrontationsrechte, nicht protokollierte Kontakte der Bundesanwaltschaft mit 

der Privatklägerin FIFA – die bereits ohnehin starke psychische Belastung seines 

Mandanten durch das Verfahren vervielfacht hätten (TPF pag. 139.522.136). Ein 

Genugtuungsanspruch setzt eine besonders schwere Verletzung der Persönlich-

keitsrechte voraus. Die problematisierten Umstände, sofern hier überhaupt pro-

zessuale Verstösse auszumachen sind, wiegen jedenfalls nicht derart schwer, 

dass sie eine genugtuungsrelevante Verletzung der Persönlichkeitsrechte der 

Beschuldigten begründen könnten. 

Im Lichte des Dargelegten erscheint bezüglich aller Beschuldigten jeweils eine 

Genugtuung in Höhe von Fr. 15’000.– der Schwere der erlittenen Verletzung der 

Persönlichkeitsrechte angemessen. 

6.8 Bezüglich der Genugtuung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verzinsung 

ab dem Zeitpunkt des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte. Der Zinssatz beträgt 

- 36 - 

 

gemäss Art. 73 OR 5 % (Urteil des Bundesgerichts 6B_1404/2016 vom 13. Juni 

2017 E. 2.2). Der Anspruch wird vorliegend nur von C. ausdrücklich geltend ge-

macht. In Anlehnung an die zivilprozessuale Maxime, wonach das Gericht nur 

durch den insgesamt geltend gemachten Betrag gebunden ist (BGE 119 II 396 

E. 2), rechtfertigt es sich angesichts der Differenz zwischen den beantragten und 

zugesprochenen Genugtuungssummen, auch die übrigen Beschuldigten in den 

Genuss der Verzinsung kommen zu lassen. Nachdem die Beschuldigten die Ein-

griffe in ihre Persönlichkeitsrechte über einen längeren Zeitraum erlitten haben, 

ist der Beginn des Zinsenlaufs auf den mittleren Zeitpunkt festzulegen (vgl. BGE 

129 IV 149 E. 4). Massgeblich ist der Zeitraum von der Ausdehnung der Strafun-

tersuchung gegen die Beschuldigten (5. Juli 2016) bis zum Verjährungseintritt 

(27. April 2020). Der Beginn des Zinsenlaufs fällt demnach auf den 1. Juni 2018. 

7. Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

RA Luginbühl macht für die amtliche Verteidigung von B. eine Entschädigung von 

insgesamt Fr. 249'121.– geltend. Die ausgewiesenen Aufwendungen umfassen 

778.3 Stunden Anwaltsarbeit à Fr. 280.–, 11.7 Stunden Praktikantenarbeit à 

Fr. 100.–, 31 Stunden Reise- und Wartezeit à Fr. 200.– sowie Auslagen von 

Fr. 6’453.– zzgl. MWST (TPF pag. 139.522.208 ff.). Der geltend gemachte Zeit-

aufwand und die Auslagen erscheinen insgesamt angemessen. Der Arbeitsauf-

wand des Verteidigers ist nach dem oben Dargelegten (E. 6.3.2) zum üblichen 

Stundenansatz von Fr. 230.– zu vergüten. Daraus resultiert (aufgerundet) eine 

Entschädigung von Fr. 207’700.– (inkl. MWST). Die von der Bundesanwaltschaft 

geleistete Akontozahlung ist auf diesen Betrag anzurechnen. 

8. Entschädigungsansprüche der Privatklägerschaft 

Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf 

angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, 

wenn sie obsiegt oder die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kos-

tenpflichtig ist (Art. 433 Abs. 1 lit. a und b StPO). 

Diese Voraussetzungen liegen nach dem Dargelegten nicht vor. Der DFB und 

die FIFA haben somit keinen Anspruch auf Entschädigung. 

 

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- 37 - 

 

  

- 38 - 

 

Die Strafkammer beschliesst: 

1. Das Verfahren gegen A., B., C. und D. wird eingestellt. 

 

2. Die Zivilklagen des Deutschen Fussball-Bundes e.V. (DFB) und der Fédération In-

ternationale de Football Association FIFA gegen A., B., C. und D. werden auf den 

Zivilweg verwiesen, soweit sie nicht als gegenstandslos abgeschrieben werden. 

 

3. Die Verfahrenskosten verbleiben bei der Eidgenossenschaft. 

 

4.  

4.1 Die Eidgenossenschaft bezahlt A.  

 

 - Fr. 210‘300.– als Entschädigung für die Kosten der erbetenen Verteidigung, 

 

 - Fr. 15‘000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Juni 2018 als Genugtuung. 

 

4.2 Die Eidgenossenschaft bezahlt B. 

 

- Fr. 5'452.– als Entschädigung für die Kosten der erbetenen Verteidigung, 

 

- Fr. 908.– zzgl. 5 % Zins ab dem 17. Mai 2018 als Entschädigung für die durch 

das Strafverfahren verursachten wirtschaftlichen Einbussen, 

 

 - Fr. 15‘000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Juni 2018 als Genugtuung. 

 

4.3 Die Eidgenossenschaft bezahlt C. 

 

 - Fr. 256'000.– als Entschädigung für die Kosten der erbetenen Verteidigung, 

 

 - Fr. 15‘000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Juni 2018 als Genugtuung. 

 

4.4 Die Eidgenossenschaft bezahlt D. 

 

 - Fr. 230‘680.– als Entschädigung für die Kosten der erbetenen Verteidigung, 

 

- Fr. 1’680.50 als Entschädigung für die durch das Strafverfahren verursachten 

wirtschaftlichen Einbussen, 

 

- 39 - 

 

 - Fr. 15‘000.– zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Juni 2018 als Genugtuung. 

 

4.5 Im Übrigen werden die Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen von A., B., 

C. und D. abgewiesen.  

 

5. Rechtsanwalt Beat Luginbühl wird für die amtliche Verteidigung von B. von der Eid-

genossenschaft mit Fr. 207’700.– (inkl. MWST) entschädigt. 

 

6. Der Deutsche Fussball-Bund e.V. (DFB) und die Fédération Internationale de Foot-

ball Association FIFA haben keinen Anspruch auf Entschädigung. 

 

7. Dieser Entscheid wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie die Verfahrenshandlungen der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts als erstinstanzliches Gericht, ausgenommen verfahrensleitende Entscheide, kann innert 10 Tagen 

schriftlich und begründet Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt werden 

(Art. 393 Abs. 1 lit. b und Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen schriftlich und begrün-

det Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts führen (Art. 135 Abs. 3 lit. a und Art. 

396 Abs. 1 StPO; Art. 37 Abs. 1 StBOG). 

Mit der Beschwerde können gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Miss-

brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung; die unvollständige oder unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 StPO) 

- 40 - 

 

 

 

    Versand 20. Mai 2021