# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f12381d-ae67-5611-ac0e-2409e943c1a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2025 A-2545/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2545-2025_2025-10-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-2545/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Annie Rochat Pauchard,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,    

Gerichtsschreiberin Katharina Meienberg. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

vertreten durch  

Nadia Tarolli, Advokatin,  

VISCHER AG,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Grundlagen, Sektion Recht,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Erlass Automobilsteuer. 

 

 

 

A-2545/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______ führt bzw. führte zunächst als Hobby, dann als Nebenbe-

schäftigung Transporte exklusiver Fahrzeuge durch. Dafür verfügte er über 

einen für Fahrzeugtransporte dieser Art ausgerüsteten Sattelzug. Im Jahr 

2013 gründete er eine Gesellschaft, die unter anderem Handel, Vermie-

tung, Vermittlung und Transport von exklusiven Fahrzeugen und die Durch-

führung von Veranstaltungen in diesem Umfeld bezweckt. Für eine Son-

derausstellung (…) wurde A._______ mit dem Transport zweier Luxus-

Fahrzeuge aus dem Ausland an den Ausstellungsort in (…) beauftragt. Ge-

mäss den Leihverträgen wiesen die Fahrzeuge (hohe) Werte auf (…) (vgl. 

Ausführungen zum Sachverhalt im vorangegangenen Verfahren betreffend 

die Forderung: […]). 

A.b Am (…) 2011 um 20.35 Uhr verbrachte A._______ die erwähnten Fahr-

zeuge über den Grenzübergang (…) in das Schweizer Zollgebiet. Für das 

günstigere Fahrzeug hatte er keine Verzollungsmassnahmen vorgenom-

men. Es wurde vor Abschluss der Ausstellung an einen in der Schweiz 

wohnhaften Käufer zu einem Preis von (…) verkauft und von diesem über-

nommen. Für das teurere Fahrzeug hatte A._______ in Deutschland Aus-

fuhrpapiere erstellen lassen. Zudem liess er das Fahrzeug bei Passieren 

des deutschen Zolls auf einem sogenannten Warenausweis vermerken. 

A._______ führte dieses Fahrzeug nach Ende der Ausstellung nach 

Deutschland zurück (vgl. […]). 

A.c Am 13. Dezember 2017 eröffnete die (damalige) Eidgenössische Zoll-

verwaltung (EZV, heute Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, nachfol-

gend: BAZG) eine Zollstrafuntersuchung gegen A._______ wegen des Ver-

dachts der Widerhandlung gegen das Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG; 

SR 631.0), das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer 

(MWSTG; SR 641.20) und das Automobilsteuergesetz vom 21. Juni 1996 

(AStG; SR 641.51). Mit Verfügung vom 20. September 2018 forderte die 

Zollkreisdirektion (…) gestützt auf Art. 12 des Bundesgesetzes vom 

22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) von 

A._______ Abgaben nach im Betrag von Fr. 3’889'158.95 (Fr. 231.60 Zoll, 

Fr. 1’044'009.25 Automobilsteuer, Fr. 673'378.90 Zinsen und 

Fr. 2'171’539.20 Mehrwertsteuer), da er (…) 2011 im Auftrag der Ausstel-

lerin zwei Fahrzeuge ohne entsprechende Einfuhrzollabfertigung in die 

Schweiz verbracht hatte. Die Ausstellerin wurde für den gleichen Betrag 

solidarisch leistungspflichtig erklärt (…). 

A-2545/2025 

Seite 3 

A.d Mit Beschwerdeentscheid vom 31. August 2021 der Oberzolldirektion, 

mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (…) und mit Urteil des Bundes-

gerichts (…) wurden die jeweiligen Beschwerden abgewiesen. Mit dem Ur-

teil des Bundesgerichts erwuchs die Verfügung vom 20. September 2018 

somit in Rechtskraft. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 22. Februar 2024 beantragte A._______ beim 

BAZG gestützt auf Art. 21 Abs. 1 Bst. b AStG den Erlass der Automobil-

steuer von Fr. 1'044'009.25 sowie den Erlass der auf der Automobilsteuer 

lastenden Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 186'339.- (bis 15. Dezember 

2023). Eventualiter beantragte er, es sei zumindest für die Verzugszinsen 

ein Erlass zu gewähren. 

B.b Mit Verfügung vom 10. März 2025 wies das BAZG das Erlassgesuch 

auf die Erhebung der Automobilsteuer von Fr. 1'044'009.25 und dem da-

rauf entfallenden Anteil an Verzugszinsen ab.  

C.  

C.a Gegen diese Verfügung erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerde-

führer) am 10. April 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Dabei macht er im Wesentlichen und zusam-

mengefasst geltend, die Voraussetzungen für einen Erlass seien erfüllt, da 

ein aussergewöhnlicher Umstand vorliege. Es liege sodann kein Verfah-

rensversäumnis vor. Er habe alle Schritte unternommen, die unter den ge-

gebenen Umständen möglich gewesen seien. Ausserdem sei eine Strafan-

zeige eingereicht worden. Das Strafverfahren werde beweisen, dass der 

Beschwerdeführer instrumentalisiert worden sei. Auch eine besondere 

Härte sei gegeben, weshalb ein Erlass zu gewähren sei. 

C.b Mit Vernehmlassung vom 2. Juni 2025 beantragt das BAZG (nachfol-

gend: Vorinstanz) unter Verweis auf die angefochtene Verfügung die Ab-

weisung der Beschwerde. Es führt ergänzend aus, allein der Umstand, 

dass eine Strafanzeige eingereicht worden sei, stelle keinen ausserge-

wöhnlichen Umstand dar. 

C.c Mit Replik vom 16. Juni 2025 erwidert der Beschwerdeführer, in der 

Strafanzeige werde insbesondere auf den Umstand hingewiesen, dass 

sich die abgabenstrafrechtliche Untersuchung einzig auf den Beschwerde-

führer beschränkt habe und trotz hinreichender Verdachtselemente nicht 

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Seite 4 

gegen andere Beteiligte ermittelt worden sei. Die bisherige Ungleichbe-

handlung zu seinen Lasten stelle eine besondere Härte dar, welche es ge-

radezu gebiete, die auferlegte Automobilsteuer zu erlassen. Eventualiter 

werde beantragt, das Erlassgesuch zu sistieren, bis das Strafverfahren be-

endet sei. 

Auf die übrigen Vorbringen wird, sofern und soweit relevant, in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-

ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des 

Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege-

ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor. Die ange-

fochtene Verfügung ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG. Das 

BAZG bzw. die vormalige EZV (vertreten durch die Oberzolldirektion) ist 

zudem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 VGG). 

Entscheide des BAZG betreffend den Erlass von Einfuhrabgaben (Art. 21 

des Automobilsteuergesetzes vom 21. Juni 1996 [AStG, SR 641.51]) kön-

nen beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Dieses ist daher 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.  

1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung vom 

10. März 2025 des BAZG berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung (Art. 48 VwVG). Die Beschwerde wurde frist- und form-

gerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten.  

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtene Verfügung in 

vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann neben der Verlet-

zung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder un-

vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG).  

1.4  

1.4.1 An dieser Stelle ist zunächst auf das in zeitlicher Hinsicht anwend-

bare Recht einzugehen. Das Zollgesetz sowie die Zollverordnung vom 

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Seite 5 

1. November 2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 2007 in Kraft getreten. 

Damit sind sowohl die materiell- als auch die verfahrensrechtlichen Be-

stimmungen dieser Erlasse im vorliegenden Fall grundsätzlich anzuwen-

den (vgl. Urteile des BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 1.3, 

A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 1.3; A-657/2016 vom 21. Dezember 

2016 E. 1.4.1.1).  

1.4.2 Das Zollgesetz wurde zwischenzeitlich einer Revision unterzogen  

(AS 2016 2429) und die entsprechenden Änderungen – namentlich die hier 

interessierende Einführung einer neuen Erlassmöglichkeit in Art. 86 Abs. 2 

ZG – traten per 1. August 2016 in Kraft.  

1.4.3 Nachdem diesbezüglich keine explizite übergangsrechtliche Rege-

lung getroffen wurde, gelten die allgemeinen intertemporalen Regeln (vgl.  

BGE 143 V 446 E. 3.3; 130 V 445 E. 1.2.1). Diese besagen, dass in ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass- 

gebend sind, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung ha-

ben (vgl. BGE 144 II 273 E. 2.2.4; 130 V 1 E. 3.2), in materieller Hinsicht 

dagegen die Rechtssätze, welche bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 

führenden Sachverhalts Geltung hatten (vgl. BGE 146 V 364 E. 7.1;  

130 V 445 E. 1.2.1; 129 V 1 E. 1.2; BVGE 2007/25 E. 3.1; Urteil des BVGer  

A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 1.3).  

1.4.4 Da es sich beim Steuererlass um ein Institut des materiellen Rechts  

handelt (vgl. Urteil des BVGer A-1805/2012 vom 14. Mai 2012 E. 2 m.w.H.), 

ist somit dasjenige Recht anwendbar, welches zum Zeitpunkt des relevan-

ten Sachverhalts anwendbar war. Eine rückwirkende Anwendung von 

Art. 86 Abs. 2 ZG auf Sachverhalte, welche sich vor dem 1. August 2016 

verwirklicht haben, ist nicht zulässig (vgl. zum Ganzen: Urteile des BVGer 

A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 1.3; A-6134/2019 vom 28. Septem-

ber 2022 E. 6.2.4.4; A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 1.3; A-657/2016 

vom 21. Dezember 2016 E. 1.4.1.2).  

1.4.5 Vorliegend hat sich der relevante Sachverhalt, d.h. die Einfuhr der 

Fahrzeuge am (…) 2011 zugetragen (vgl. Sachverhalt Bst. A.b). Art. 86 

Abs. 2 ZG ist demnach vorliegend nicht, auch nicht analog für die Automo-

bilsteuer, anwendbar (vgl. ausführlich zum Verhältnis zwischen Art. 86 

Abs. 2 und Art. 86 Abs. 1 Bst. d ZG Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 

31. Oktober 2022 E. 1.3; dazu auch: KATHARINA MEIENBERG, Zollerlass: 

Über die Aussergewöhnlichkeit der aussergewöhnlichen Gründe und zur 

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Seite 6 

Präzisierung der Rechtsprechung, Archiv für Schweizerisches Abgaben-

recht [ASA] 93-5, S. 3 f.).  

2.  

In prozessualer Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer den Beizug der 

vorinstanzlichen Akten (Beschwerdeschrift, Rz. 11 f.). Die Vorinstanz hat 

dem Bundesverwaltungsgericht mit der Vernehmlassung vom 2. Juni 2025 

die gesamten vorinstanzlichen Akten übermittelt, wodurch sie Eingang in 

die Gerichtsakten gefunden haben. Der Antrag der Beschwerdeführerin er-

weist sich daher als gegenstandslos (vgl. Urteile des BVGer A-4564/2021 

vom 1. Juni 2023 E. 1.3, A-6508/2020 vom 30. Januar 2023 E. 1.5).  

3.  

3.1  

3.1.1 Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, 

sind grundsätzlich zollpflichtig und müssen nach dem Zollgesetz sowie 

nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt 

werden (Art. 7 ZG). Solche Waren unterliegen zudem grundsätzlich der 

Einfuhrsteuer (Art. 50 ff. MWSTG) und – sofern es sich um Automobile 

handelt – der Automobilsteuer (Art. 22 Abs. 1 AStG). Vorbehalten bleiben 

Zoll- und Steuerbefreiungen, die sich aus besonderen Bestimmungen von 

Gesetzen und Verordnungen oder Staatsverträgen ergeben (Art. 2 Abs. 1 

und Art. 8 ff. ZG, Art. 1 Abs. 2 ZTG, Art. 7 und 12 Abs. 1 AStG sowie Art. 53 

MWSTG). 

3.1.2 Zur Gewährleistung der allgemeinen Zollpflicht muss, wer eine Ware 

ins Zollgebiet verbringt, verbringen lässt oder sie danach übernimmt, sie 

unverzüglich und unverändert der nächstgelegenen Zollstelle zuführen 

oder zuführen lassen (Art. 21 Abs. 1 ZG). Zum so umrissenen Kreis der 

zuführungspflichtigen Personen gehören gemäss der präzisierenden Fest-

legung der Zollverordnung insbesondere der Warenführer, die mit der Zu-

führung beauftragte Person, der Importeur, der Empfänger, der Versender 

und der Auftraggeber (Art. 75 der Zollverordnung des BAZG vom 4. April 

2007 [ZV, SR 631.013]). Die Zuführungs- respektive die Zollmeldepflicht 

besteht unabhängig von der wirtschaftlichen oder privatrechtlichen Berech-

tigung an der Ware (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer A‑4411/2021 vom 

28. September 2022 E. 2.2 m.w.H.). 

3.1.3 Die zuführungspflichtigen Personen sind gleichzeitig – neben den mit 

der Zollanmeldung beauftragten Personen und Personen, die den Verwen-

dungszweck einer Ware ändern – auch anmeldepflichtige Personen 

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(Art. 26 ZG; vgl. Urteile des BVGer A‑4411/2021 vom 28. September 2022 

E. 2.3, A-5407/2020, A-5409/2020, A‑5410/2020 je vom 28. September 

2021 E. 2.3.1 m.w.H.).  

3.1.4 Die Zollanmeldung basiert auf dem Selbstdeklarationsprinzip, 

wodurch von der anmeldepflichtigen Person eine vollständige und richtige 

Deklaration der Ware verlangt wird. Hinsichtlich der diesbezüglichen Sorg-

faltspflicht werden an die anmeldepflichtige Person hohe Anforderungen 

gestellt (BARBARA SCHMID, in: Kocher/Clavadetscher [Hrsg.], Zollgesetz 

[ZG], 2009 [nachfolgend: Zollkommentar], Art. 18 ZG N. 3 f.; Botschaft vom 

15. Dezember 2003 über ein neues Zollgesetz, BBl 2004 567, 601; Urteil 

des BVGer A-5962/2014 vom 14. Januar 2016 E. 3.3.3). Die Zollpflichtigen 

haben sich vorweg über die Zollpflicht sowie die jeweiligen Abfertigungs-

verfahren zu informieren und die Waren entsprechend zur Veranlagung an-

zumelden. Unterlassen sie dies, haben sie dafür prinzipiell selber die Ver-

antwortung zu tragen (BVGE 2015/35 E. 3.2.1). Die Mitwirkungs- und Sorg-

faltspflichten des Zollverfahrens gelten auch für die Automobilsteuer (Art. 7 

AStG) und für die Erhebung der Einfuhrsteuer (vgl. Art. 50 MWSTG; Urteil 

des BVGer A-675/2015 vom 1. September 2015 E. 2.3.2). 

3.1.5 Zollschuldnerinnen oder Zollschuldner sind nach Art. 70 Abs. 2 ZG 

die Personen, welche die Waren über die Zollgrenze bringen oder bringen 

lassen (Bst. a), die zur Zollanmeldung verpflichtet oder damit beauftragt 

sind (Bst. b), und auf deren Rechnung die Waren ein- oder ausgeführt wer-

den (Bst. c). Unter Bst. a bzw. c fallen die eigentlichen Warenführenden, 

aber auch diejenigen, welche als Auftraggeber rechtlich oder tatsächlich 

den Warentransport veranlassen (Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 

2014 E. 3.4; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 

2022 E. 5.2 m.w.H.). Der Zollschuldner nach Art. 70 ZG ist auch für die 

Automobilsteuer steuerpflichtig (Art. 9 Abs. 1 Bst. a AStG). 

3.1.6  

3.1.6.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder 

Steuervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig 

Waren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine Wider-

handlung gegen die Zoll-, Mehrwertsteuer- bzw. Automobilsteuergesetzge-

bung (vgl. Art. 118 ZG, Art. 96 MWSTG und Art. 36 AStG). Sowohl die Zoll- 

als auch die Mehrwertsteuer- und die Automobilsteuergesetzgebung gehö-

ren zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes. Entsprechend findet bei 

Widerhandlungen in den jeweiligen Bereichen grundsätzlich das 

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Verwaltungsstrafrecht Anwendung (zum Ganzen: Urteil des BVGer A-

4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.1 m.w.H.).  

3.1.6.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrich-

ten, wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetz-

gebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind.  

3.1.6.3 Art. 12 Abs. 1 VStrR präzisiert, dass dies «ohne Rücksicht auf die 

Strafbarkeit einer bestimmten Person [Hervorhebung durch das Gericht]» 

gilt. Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder von einer 

strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder gar 

der Einleitung eines Strafverfahrens ab (BGE 106 Ib 218 E. 2c; Urteil des 

BGer 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2. m.w.H.). Vielmehr genügt es, 

dass der durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstan-

dene unrechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die 

Verwaltungsgesetzgebung des Bundes gründet (zum Ganzen statt vieler: 

BGE 129 II 160 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 

E. 3.2; Urteil des BVGer A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2 

m.w.H.).  

3.1.6.4 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen 

gehören nach dem Gesetzeswortlaut insbesondere die «zur Zahlung der 

Abgabe Verpflichteten», d.h. für die Zollabgaben jene Personen, welche 

dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG 

entsprechen. Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Ab-

gabe bevorteilt (Urteil des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3). Sie 

bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie nichts von der falschen 

bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 107 Ib 198 E. 6c/d; Urteil 

des BGer 2C_423/2014 vom 30. Juli 2015 E. 5.2.2 m.w.H.) und wenn sie 

selber aus der Widerhandlung keinen persönlichen Nutzen gezogen haben 

(Urteil des BGer 2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; Urteil des 

BVGer A-1497/2019 vom 7. Oktober 2020 E. 2.3.2; MICHAEL BEUSCH, in: 

Zollkommentar, Art. 70 N 12). Sie gelten als direkt unrechtmässig bevor-

teilt, weil sie die geschuldeten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht 

entrichten mussten. Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichti-

gen mit dem Institut der Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Per-

sonen – für welche die gesetzliche Vermutung eines unrechtmässigen Ver-

mögensvorteils gilt – haften solidarisch für den gesamten nicht erhobenen 

Abgabebetrag (Urteile des BGer 2C_420/2013 vom 4. Juli 2014 E. 3.3 und 

2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.2; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 5.1).  

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Seite 9 

3.2 Der Erlass von Abgaben stellt einen einseitigen Verzicht des öffentli-

chen Gläubigers auf eine ihm kraft öffentlichen Rechts zustehende Forde-

rung dar (ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schweizeri-

schen Steuerrechts, 7. Aufl., 2016, S. 421; BEUSCH, in: Zollkommentar, 

Art. 86 N 1). Ein Erlass kann stets nur dann erfolgen, wenn die Veranla-

gung abgeschlossen ist und eine rechtskräftig festgesetzte Abgabe vor-

liegt. Folgerichtig ist somit in den jeweiligen Erlassverfahren ausschliess-

lich zu prüfen, ob die gesetzlich statuierten Erlassvoraussetzungen erfüllt 

sind. Nie kann es in einem solchen Verfahren hingegen um die Revision 

der Veranlagung sowie um die Begründetheit der Abgabeforderung als sol-

che gehen (vgl. Urteil des BGer 2A.556/2003 vom 9. Juni 2004 E. 3.3, in: 

ASA 74 S. 246 ff.; Urteile des BVGer A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 

E. 2.1, A-657/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 3.1). Die Erlassbehörde ist 

denn auch nicht befugt, die Veranlagung nachzuprüfen (BEUSCH, Zollkom-

mentar, Art. 86 N 3; zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 31. 

Oktober 2022 E. 6.1.1).  

Ein «gnadeweiser» Erlass bzw. eine «gnadeweise» Rückerstattung über 

die gesetzlich geregelten Fälle hinaus kommt mit Blick auf die gesetzlich 

festgelegte, begrenzte Zahl der möglichen Erlass- bzw. Rückerstattungs-

gründe nicht in Betracht (zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 

31. Oktober 2022 E. 6.1.2 m.w.H.).  

3.3  

3.3.1 Der Erlass von Automobilsteuerabgaben im Speziellen richtet sich 

nach Art. 21 AStG. Steht nach Abschluss des Veranlagungsverfahrens die 

Zollschuld rechtskräftig fest, besteht bei Vorliegen von einem der in dieser 

Bestimmung festgelegten Gründe Anspruch auf Erlass (vgl. zum fehlenden 

behördlichen Ermessen bei erfüllten Voraussetzungen für einen Zollerlass 

Urteil des BGer 2A.534/2005 vom 17. Februar 2006 E. 1.1 und 2.1; Urteile 

des BVGer A-6134/2019 vom 28. September 2022 E. 6.1.2, A-1131/2017 

vom 11. Januar 2018 E. 5.1, A-7798/2015 vom 19. Juli 2016 E. 3.2 m.w.H., 

zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 

E. 6.1.3). Das Erlassgesuch ist innerhalb eines Jahres ab der Steuerfest-

setzung einzureichen (Art. 21 Abs. 2 AStG). Für die Automobilsteuer gilt 

sodann die Zollgesetzgebung, soweit das AStG nichts anderes bestimmt 

(Art. 7 AStG). 

3.3.2 Die Regelungen in Art. 21 Abs. 1 Bst. a AStG («wenn eine Nachfor-

derung mit Rücksicht auf die besondere Umstände die steuerpflichtige Per-

son unverhältnismässig belasten würde») ist dem Erlasstatbestand des 

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Seite 10 

Art. 86 Abs. 1 Bst. c ZG nachgebildet und entspricht diesem im Wesentli-

chen inhaltlich. Bei der «Nachforderung» entsprechend dieser Bestim-

mung handelt es sich gemäss ständiger Rechtsprechung zwingend um 

eine solche nach Art. 85 ZG. Dieser Artikel bestimmt, dass das BAZG den 

geschuldeten Betrag nachfordern kann, wenn es irrtümlich eine von ihm zu 

erhebende Zollabgabe nicht oder zu niedrig oder einen zurückerstatteten 

Zollabgabenbetrag zu hoch festgesetzt hat. Liegt die Verantwortung für die 

Falschberechnung nicht in diesem Sinn beim BAZG findet Art. 86 Abs. 1 

Bst. c ZG keine Anwendung (vgl. BGE 94 I 475 E. 2; zum Ganzen: Urteil 

des BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.2 m.w.H.; vgl. auch 

REGINE SCHLUCKEBIER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kom-

mentar, Schweizerisches Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, 2. Aufl., 

2019 [nachfolgend: MWSTG-Kommentar], Art. 64 N 14). Gleiches gilt für 

Art. 21 Abs. 1 Bst. a AStG, in welchem der Erlass einer «Nachforderung» 

regelt, wonach eine solche gemäss Art. 19 Abs. 1 AStG gemeint ist. Dies 

entspricht folglich der Konzeption von Art. 86 Abs. 1 Bst. c ZG mit dessen 

Verweis auf Art. 85 ZG. 

3.3.3 Gemäss Art. 21 Abs. 1 Bst. b AStG kann die Steuer ganz oder teil-

weise erlassen werden, wenn in anderen Fällen aussergewöhnliche 

Gründe, die nicht die Bemessung der Steuer betreffen, die Bezahlung als 

besondere Härte erscheinen liessen («du fait de circonstances extraordi-

naires non liées à la détermination de l’impôt, le paiement revêtirait un ca-

ractère particulièrement rigoureux»). Dieser Erlasstatbestand entspricht in 

der deutschen und französischen Sprachfassung beinahe wortwörtlich der 

Härtefallklausel gemäss Art. 86 Abs. 1 Bst. d ZG («wenn aussergewöhnli-

che Gründe, die nicht die Bemessung der Zollabgaben betreffen, die Zah-

lung als besondere Härte erscheinen liessen» bzw. «du fait de circons-

tances extraordinaires non liées à la détermination des droits de douane, 

le paiement aurait un caractère particulièrement rigoureux»). Auch wenn 

die italienischen Sprachfassungen leicht voneinander abweichen («un ri-

gore particolare» in Art. 21 Abs. 1 Bst. b AStG und «rigore eccessivo» in Art. 

86 Abs. 1 Bst. d ZG), kann aus der parallelen Konzeption der Norm und 

der Systematik des Gesetzes geschlossen werden, dass bei Art. 21 Abs. 1 

Bst. b AStG eine Anlehnung an die Härtefallklausel gemäss Art. 86 Abs. 1 

Bst. d ZG beabsichtigt war. Diese ist als allgemeiner Auffangtatbestand 

konzipiert. Nach Art. 86 Abs. 1 Bst. d ZG muss ein Zollnachlass auch in 

anderen Fällen gewährt werden, sofern aussergewöhnliche Gründe, die 

nicht die Bemessung der Zollabgaben betreffen, die Zahlung als besondere 

Härte erscheinen liessen. Diese drei Voraussetzungen – auf welche weiter 

unten detailliert eingegangen wird – müssen kumulativ erfüllt sein, damit 

A-2545/2025 

Seite 11 

einem Zollerlassgesuch stattgegeben werden kann (vgl. Urteil des BGer 

2A.534/2005 vom 17. Februar 2006 E. 2.1; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3 m.w.H.).  

3.3.4  

3.3.4.1 Als erste Voraussetzung müssen «aussergewöhnliche Gründe» 

vorliegen. Solche aussergewöhnlichen Gründe sind nach der Rechtspre-

chung nicht leichthin anzunehmen. Denn eine grosszügige Zulassung des 

Zollerlasses würde zu einer vom Gesetzgeber nicht bezweckten Abschwä-

chung der Rechtskraft von Zollentscheidungen führen (Urteil des BGer 

2A.566/2003 vom 9. Juni 2004 E. 3.5, in: ASA 74 S. 246 ff.; BVGE 2015/24 

E. 3.3.1 m.w.H.; Urteil des BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 

E. 6.2.3.1 m.w.H.).  

3.3.4.2 Nach der Rechtsprechung müssen diese aussergewöhnlichen 

Gründe «mit Bezug auf das Zollverfahren» vorliegen (zumindest in der Re-

gel; vgl. statt vieler: BVGE 2015/24 E. 3.3.1 m.w.H; zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3.1 m.w.H.). In – restrik-

tiv zu handhabenden – Ausnahmefällen können allerdings auch die finan-

zielle Situation der Gesellschaft oder eine aktuelle konjunkturelle Lage aus-

sergewöhnliche Umstände begründen und einen (zumindest teilweisen) 

Erlass der Zollabgabe rechtfertigen (zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3.1 m.w.H.).  

3.3.4.3 Weiter hat das Bundesverwaltungsgericht wiederholt festgehalten, 

dass die Bestimmung nicht dazu dienen solle, die finanziellen Folgen frühe-

rer (selbstverschuldeter) Fristversäumnisse bzw. von Pflichtverletzungen 

im Veranlagungsverfahren wieder gut zu machen. Ein Versäumnis, wel-

ches mit entsprechender Vorbereitung und Instruktion hätte vermieden 

werden können, sei nicht als aussergewöhnlich im Sinn dieser Bestimmung 

zu qualifizieren (BVGE 2015/24 E. 3.3.1 m.w.H.; Urteile des BVGer 

A-6134/2019 vom 28. September 2022 E. 6.2.3.1.3, A-1780/2019 vom 

6. Februar 2020 E. 3.1.3.1, A-657/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 4.1.3, 

A-7798/2015 vom 19. Juli 2016 E. 3.5.1). Mit anderen Worten ist gemäss 

der Rechtsprechung vorausgesetzt, dass die ausserordentlichen Um-

stände nicht der gesuchstellenden Person zuzuschreiben sind (Urteil des 

BVGer A-6134/2019 vom 28. September 2022 E. 6.2.3.1.3 und 8.2). Ange-

sichts der hohen Anforderungen an die Selbstdeklaration ist jedoch prak-

tisch jedes Fehlverhalten – zumindest soweit es im Unternehmen der ge-

suchstellenden Person auftritt – als Verletzung seiner Sorgfaltspflicht zu 

betrachten (Urteil des BVGer A-6134/2019 vom 28. September 2022 

A-2545/2025 

Seite 12 

E. 6.2.3.1.3; SONJA BOSSART MEIER/DOMINIQUE DA SILVA, Die Zollerlass-

gründe der «subjektiven Unbilligkeit» im Zollgesetz, in: Ordre Romand des 

Experts Fiscaux Diplômés [Hrsg.], Au carrefour des contributions – Mé-

langes de droit fiscal en l’honneur de Monsieur le Juge Pascal Mollard, 

2020, S. 343). Ein Erlass wäre aber immerhin dann denkbar, wenn das 

Fehlverhalten aufgrund der Komplexität der fraglichen Verfahrensbestim-

mungen nachvollziehbar war (zum Ganzen: Urteil des BVGer A-1114/2021 

vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3.1 m.w.H.).  

3.3.5 Die als Erlassgrund angerufenen aussergewöhnlichen Gründe dür-

fen zweitens nach dem Gesetzeswortlaut «nicht die Bemessung der Abga-

ben» betreffen. Ein Zollnachlass darf folglich nicht zur Korrektur der  

Tarifierung und der angewendeten Zollansätze führen (BVGE 2015/24 

E. 3.3.2; Urteile des BVGer A-6134/2019 vom 28. September 2022 

E. 6.2.3.2, A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 3.1.3.2 m.w.H.). Nach der 

Rechtsprechung steht die Bemessung der Abgaben insbesondere dann in 

Frage, wenn es um die Einreihung der Waren unter die Tarifpositionen geht 

(vgl. statt vieler: Urteil des BVGer A-657/2016 vom 21. Dezember 2016 

E. 4.1.3 m.w.H.). Wer ein Gesuch um Zollnachlass stellt, hat nachzuwei-

sen, dass die Gründe, das heisst die aussergewöhnlichen Verhältnisse, 

ausserhalb der Bemessung der Abgaben liegen (zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3.2 m.w.H.).  

3.3.6 Der Bezug der Abgabe muss drittens eine «besondere Härte» dar-

stellen. Dieses Kriterium betrifft die persönliche Lage der zahlungspflichti-

gen Person (BVGE 2015/24 E. 3.3.2 m.w.H.). Darunter ist das Missverhält-

nis zwischen dem geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfä-

higkeit der abgabepflichtigen Person zu verstehen (Urteil des BVGer  

A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 3.1.3.3 m.w.H.). Die Härte muss sich 

dabei aus der Erhebung des Zolls selbst ergeben (statt vieler: Urteil des 

BVGer A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 3.1.3.3). Der Zollerlass hat 

nicht die Aufgabe, finanzielle Schwierigkeiten zu lösen, welche die Ge-

schäftstätigkeit mit sich bringen kann, und insoweit das unternehmerische 

Risiko zu decken (statt vieler zum Ganzen: Urteil des BVGer  

A-1114/2021 vom 31. Oktober 2022 E. 6.2.3.3 m.w.H.).  

3.4 Wird die Zollschuld nicht fristgerecht bezahlt, so ist ab ihrer Fälligkeit 

ein Verzugszins geschuldet (Art. 74 Abs. 1 ZG). Gleiches gilt für Forderun-

gen, die gestützt auf Art. 12 VstR erhoben werden (Art. 12 Abs. 1 VstR).  

Verzugszinsen haben ihren Ursprung in der verspäteten Zahlung einer For-

derung und dienen dazu, den der Steuerverwaltung auf dieser Forderung 

A-2545/2025 

Seite 13 

entstandenen Zinsverlust auszugleichen. Verzugszinsen treten zur Forde-

rung hinzu und teilen ihr Schicksal (vgl. BVGE 2015/50 E. 2.9 m.w.H.). Der 

Erlass von Verzugszinsen richtet sich ebenfalls nach den Voraussetzungen 

von Art. 21 AStG. Wird also die Zollabgabe bzw. die Automobilsteuer erlas-

sen, so sind grundsätzlich auch die – dazu akzessorischen – Verzugszin-

sen vom Erlass erfasst (ausser der Erlass würde nur teilweise gewährt; 

Urteil des BVGer A-3942/2014 vom 7. Juli 2015 E. 4.7; MICHAEL BEUSCH, 

Der Untergang der Steuerforderung, 2012, S. 205, 263; derselbe, Zollkom-

mentar, Art. 74 N 9; betreffend die Einfuhrsteuer siehe SCHLUCKEBIER, 

MWSTG-Kommentar, Art. 64 N 3; zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-1780/2019 vom 6. Februar 2020 E. 3.3).  

4.  

4.1 Im vorliegenden Fall liegt ein dem Tatbestand von Art. 19 AStG ver-

gleichbarer Sachverhalt mit einer «Nachforderung», die begründet liegt in 

einer irrtümlich falsch festgesetzten Forderung (vgl. E. 3.3.2. vorstehend) 

offensichtlich und unbestrittenermassen nicht vor, weshalb ein Erlass ge-

stützt auf Art. 21 Abs. 1 Bst. a AStG nicht in Frage kommt.  

4.2 Der Erlass richtet sich mithin vorliegend nach Art. 21 Abs. 1 Bst. b 

AStG. Für die Voraussetzungen dieser Härtefallklausel können die Grund-

sätze, die für Art. 86 Abs. 1 Bst. d ZG entwickelt wurden, sinngemäss über-

nommen werden, da das AStG explizit auf das Zollgesetz verweist (vgl. 

E. 3.3.1). Es bleibt somit zu prüfen, ob vorliegend die Voraussetzungen für 

einen Erlass gestützt auf diese Härtefallklausel erfüllt sind. Dafür müsste, 

wie zuvor ausgeführt, ein aussergewöhnlicher Grund vorliegen, der nicht 

die Bemessung der Abgabe betrifft und eine besondere Härte darstellt.  

4.3 Der Beschwerdeführer führt zum aussergewöhnlichen Grund zusam-

mengefasst aus, im Fall der Einfuhr der beiden Fahrzeuge liege nicht ein 

simples Versäumnis aus Unsorgfalt vor. Vielmehr habe er (der Beschwer-

deführer) stets sorgfaltspflichtgemäss agiert. Da er zum ersten Mal einen 

internationalen Transport durchgeführt habe, habe er befürchtet, dass ein 

solcher die Erfüllung diverser Formalitäten erfordere und steuerliche Kon-

sequenzen nach sich ziehen könnte. Folglich habe er den Auftrag auch nur 

unter der Bedingung und im Vertrauen darauf angenommen, dass der Ver-

treter der Ausstellerin sich um diese Formalitäten kümmern würde. Der Be-

schwerdeführer sei getäuscht worden, indem bei ihm der Eindruck erweckt 

worden sei, der Transport der beiden Fahrzeuge sei in abgaberechtlicher 

Hinsicht korrekt und umfassend organisiert worden, was sich im Nach-

hinein als nicht zutreffend erwiesen habe, ohne dass er allerdings vorher 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/50

A-2545/2025 

Seite 14 

oder wenigstens nachher darüber informiert worden wäre. Als er diesen 

Umstand bemerkt habe, habe er sofort alles unternommen, um sich regel-

konform zu verhalten. Er habe dann alle Papiere dem Vertreter der Aus-

stellerin übergeben, damit dieser die korrekte Verzollung unverzüglich 

hätte nachholen können. Das Versäumnis habe bei der Auftraggeberschaft 

gelegen. Es sei von einem langjährigen Freund instrumentalisiert und ge-

täuscht worden. Sodann habe er auch keinerlei Vorteile aus dem Transport 

gezogen, es habe sich um eine reine Gefälligkeit gehandelt. Inzwischen 

habe er auch eine Strafanzeige eingereicht. Auch die finanzielle Situation 

sowie die Komplexität und Aussergewöhnlichkeit des vorliegenden Sach-

verhalts würden im Weiteren aussergewöhnliche Umstände begründen.  

4.4 Die Vorinstanz argumentiert in der angefochtenen Verfügung, auf wel-

che sie auch im Rahmen der Vernehmlassung verweist, beim Unterlassen 

der Zollanmeldung handle es sich nicht um ein formelles Versehen, son-

dern um eine Zollwiderhandlung. Aus seiner Darstellung, dass er in Zollan-

gelegenheiten naiv gewesen sei und deshalb zu spät realisiert habe, dass 

er als Tatwerkzeug für die unterlassene Zollanmeldung benutzt worden sei, 

könne der Beschwerdeführer im Erlassverfahren nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Der Verantwortung für eine korrekte Deklaration könne sich der 

Beschwerdeführer mit dem Argument, er habe damit gerechnet, dass der 

Auftraggeber die Zollformalitäten bereits erledigt habe, nicht entziehen. 

Auch liege keine komplexe Sache- oder Rechtslage vor. Weiter könne auch 

nicht allein von der Abgabenhöhe auf das Vorliegen aussergewöhnlicher 

Umstände geschlossen werden. Es liege damit kein aussergewöhnlicher 

Grund vor. 

4.5  

4.5.1 Im Lichte der klaren rechtlichen und vorliegend einschlägigen Vorga-

ben sind die korrekten und überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz 

zu bestätigen. Der Beschwerdeführer trug als für den Transport zuständige 

Person die Verantwortung für die korrekte Verzollung der Fahrzeuge. Die 

Frage, ob der Beschwerdeführer die Überführung im Rahmen einer unter-

nehmerischen Tätigkeit oder privat als Gefälligkeit durchführte ist dabei völ-

lig unerheblich. Jedenfalls war es der Beschwerdeführer, der gemäss Zoll-

recht als Person, die die Ware ins Zollgebiet verbrachte, zuführungspflich-

tig sowie anmelde- und zollpflichtig (vgl. E. 3.1 vorstehend). Er hätte sich 

auch ohne weiteres über die geltenden Bestimmungen informieren können 

und wäre in der Lage gewesen, deren Einhaltung zu kontrollieren. Als im 

auffiel, dass die notwendigen Schritte nicht erledigt worden waren, hatte er 

den schweizerischen Zoll noch nicht passiert, sodass er den Transport 

A-2545/2025 

Seite 15 

noch hätte ab- bzw. unterbrechen können (Beschwerde, Rz. 15, 21). Dass 

er dies nicht tat und dem (angeblichen) Druck durch die Ausstellerin nach-

gab, war seine eigene Entscheidung, die er sogar im Wissen um die feh-

lende Einhaltung der Verzollung traf (Beschwerde, Rz. 21). Sodann ist 

auch unerheblich, dass er selbst keinen Nutzen aus der unterbliebenen 

Zollanmeldung zog (vgl. E. 3.1.6.4 vorstehend).  

4.5.2 Damit liegt insgesamt ein dem Beschwerdeführer zurechenbares 

Fehlverhalten im Zollverfahren vor. Die gesetzlichen Sorgfaltspflichten bei 

der Verzollung sind denn auch bei jeder Einfuhr von Waren ins Zollgebiet 

einzuhaltenden (E. 3.1.4 vorstehend). Auch wenn dies im Einzelfall zu 

stossenden Ergebnissen führen mag, ist diese Vorgehensweise im sehr 

technisch geprägten Zollwesen aus verwaltungsökonomischer Sicht und 

im Sinne der Rechtssicherheit hinzunehmen (Urteil des BVGer 

A-1074/2022 vom 14. Dezember 2022 E. 7.2.2).  

4.5.3 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, schliesst ein Fehlverfahren im 

Veranlagungsverfahren aber den Erlass aus, da die Bestimmung nicht 

dazu dienen soll, die finanziellen Folgen früherer (selbstverschuldeter) 

Fristversäumnisse bzw. von Pflichtverletzungen wieder gut zu machen. Ein 

Versäumnis, das wie hier mit entsprechender Sorgfalt hätte vermieden wer-

den können, ist nicht als aussergewöhnlich im Sinn dieser Bestimmung zu 

qualifizieren (E. 3.3.4.3). 

4.5.4 Andere Gründe, die vorliegend als aussergewöhnlich im Sinne der 

Härtefallklausel zu qualifizieren wären, sind nicht ersichtlich. Insbesondere 

stellt die Höhe der Abgabe keinen aussergewöhnlichen Umstand dar 

(E. 3.3.4.2 vorstehend). Auch liegt weder ein komplexer Sachverhalt noch 

eine schwierige Rechtslage vor (E. 3.3.4.3 vorstehend).  

4.5.5 Damit kommt ein Erlass der Automobilsteuern bereits mangels Vor-

liegen eines aussergewöhnlichen Umstands nicht in Betracht. Folglich 

müssen die weiteren Voraussetzungen (der aussergewöhnliche Grund 

liegt nicht in der Bemessung der Abgabe und die besondere Härte) nicht 

mehr geprüft werden. Dabei sei anzumerken, dass der Beschwerdeführer 

eine behauptete Härte in keiner Weise substantiiert oder belegt hat.  

5.  

5.1 Analoges gilt für den Verzugszins. Wie bereits oben ausgeführt (E. 3.4) 

richtet sich der Erlass von Verzugszinsen ebenfalls nach den Vorausset-

zungen von Art. 21 AStG. Wie dargelegt sind vorliegend die 

A-2545/2025 

Seite 16 

Voraussetzungen für einen Erlass nach Art. 21 AStG jedoch nicht erfüllt, 

weshalb auch die akzessorischen Verzugszinsen nicht erlassen werden 

können.  

5.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ein Erlass der Automobilsteu-

ern am Fehlen eines aussergewöhnlichen Grundes im Sinne von Art. 21 

Abs. 1 Bst. b AStG scheitert. Aufgrund dieser Sachlage kommt im Ergebnis 

auch ein Erlass für die akzessorischen Verzugszinsen nicht in Betracht. Die 

Beschwerde ist folglich abzuweisen. 

6.  

Da ein eindeutiges Fehlverhalten des Beschwerdeführers im zollrechtli-

chen Sinne vorliegt, erübrigt sich auch eine Sistierung des vorliegenden 

Verfahrens bis zum Abschluss des Strafverfahrens, wie es der Beschwer-

deführer in der Replik beantragt. Die Ergebnisse des Strafverfahrens ver-

mögen die vorliegende Beurteilung nicht zu ändern, weshalb der Antrag 

auf Sistierung abzuweisen ist.  

7.   

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer als unterlie-

gende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten sind 

auf Fr. 10'000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 4 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleichem 

Umfang einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der Verfahrens-

kosten zu verwenden.  

7.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf Partei-

entschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e 

contrario).  

8.  

Entscheide betreffend Erlass von Automobilsteuern sind aufgrund des Aus-

schlusses von Art. 83 Bst. m des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 

das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) nicht vor dem Bundesgericht an-

fechtbar. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (BEUSCH, 

Zollkommentar, Art. 86 N 44). Das Urteil wird mit seiner Eröffnung rechts-

kräftig. 

 

Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. 

A-2545/2025 

Seite 17 

  

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Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Sistierung des Verfahrens wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 10’000.- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Der in gleichem Umfang einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Be-

gleichung der Verfahrenskosten verwendet.  

3.   

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.   

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz.  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jürg Steiger Katharina Meienberg 

 

 

 

Versand: 

  

A-2545/2025 

Seite 19 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)