# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ae175e3c-58ec-5012-bc57-8a87ff3dd0a7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 23.04.2013 I/1-2012/211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2012-211_2013-04-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2012/211

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 23.04.2013

Entscheiddatum: 23.04.2013

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.04.2013
Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 und Ziff. 3 StG (sGS 811.1), Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG 
(SR 642.11). Kinderabzug, Stichtagsprinzip. Der volljährige Sohn der 
verheirateten Steuerpflichtigen machte 2009 die Matura, absolvierte danach 
den Militärdienst als Durchdiener und nahm Mitte 2010 sein 
Universitätsstudium auf. Am Stichtag 31. Dezember 2010 befand er sich im 
Studium. Obwohl er bis Mitte 2010 als Durchdiener genug verdiente, um den 
Lebensunterhalt selber zu bestreiten, kann dieses Einkommen bei der 
Beurteilung der Frage, wer für den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache 
sorgt, nicht berücksichtigt werden, denn es sind die am Stichtag 
massgebenden Verhältnisse entscheidend und der Dienst als Durchdiener 
ist nicht nur ein Unterbruch des Studiums bzw. der Ausbildung, wie das etwa 
bei der RS oder einem WK der Fall ist(Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung I/1, 23. April 2013, I/1-2012/211).

Präsident Thomas Vögeli, hauptamtlicher Richter Urs Gmünder, Mitglied Fritz 

Buchschacher; Gerichtsschreiber Philipp Lenz

 

X. und Y., Rekurrenten und Beschwerdeführer,

Zustelladresse: X                                                                                                                

            

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

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Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2010)

Direkte Bundessteuer (Einkommen 2010)

 

Sachverhalt:

A.- X. (geb. 1957) und Y. (geb. 1958) sind in B. wohnhaft. Sie haben vier Söhne im Alter 

von 23 bis 27 Jahren. Ihr Sohn Z.. (geb. 1990) schloss im Jahr 2009 die Mittelschule ab 

und leistete anschliessend Militärdienst als Durchdiener, bevor er im Jahr 2010 sein 

Studium an der Universität St. Gallen aufnahm.

X. und Y. machten in der Steuererklärung 2010 Abzüge für Kinder in Schule oder 

Ausbildung in der Höhe von Fr. 40'800.-- sowie für Versicherungsprämien und 

Sparzinsen in der Höhe von Fr. 7'200.-- geltend. Im Weiteren brachten sie 

Ausbildungskosten im Betrag von Fr. 31'818.-- in Abzug. Die Veranlagungsbehörde 

liess die Abzüge für Z. nicht zu und reduzierte sie auf Fr. 30'600.-- (Kinderabzug), 

6'600.-- (Versicherungsprämien und Sparzinsen) und Fr. 28'178.-- (Ausbildungskosten). 

Sie befand, Z. habe seinen Unterhalt aus selbst erzieltem Einkommen von rund 

Fr. 25'000.-- zur Hauptsache selbst bestreiten können. Das Ehepaar wurde für die 

Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 101'400.-- und einem steuerbaren Vermögen in der Höhe von Fr. 258'000.-- 

veranlagt. Für die direkte Bundessteuer 2010 wurde das steuerbare Einkommen auf 

Fr. 129'000.-- festgelegt. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies das kantonale 

Steueramt mit Einsprache-Entscheiden vom 8. November 2012 ab.

B.- Mit Eingabe vom 29. November 2012 erhoben X. und Y. Rekurs und Beschwerde 

gegen die Einsprache-Entscheide des kantonalen Steueramts. Sie beantragten, die 

Einsprache-Entscheide vom 8. November 2012 seien aufzuheben; es seien die für M. 

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geltend gemachten Abzüge zuzulassen und das steuerbare Einkommen für die Staats- 

und Gemeindesteuer 2010 sowie für die direkte Bundessteuer 2010 entsprechend zu 

reduzieren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Das kantonale Steueramt liess sich am 17. Januar 2013 vernehmen und beantragte die 

kostenfällige Abweisung des Rekurses und der Beschwerde. X. und Y. erhielten 

Gelegenheit, sich zur Stellungnahme der Vorinstanz zu äussern. Mit Schreiben vom 25. 

Januar 2013 verzichteten sie darauf. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in 

den Erwägungen eingegangen.

 

Erwägungen:

1.- Angefochten sind die Einsprache-Entscheide hinsichtlich der Veranlagungen der 

Kantons- und Gemeindesteuer 2010 sowie der direkten Bundessteuer 2010. Zwar 

müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können 

indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen Dis­

positiv, das die beiden Steuern allerdings auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 

II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurs- bzw. Beschwerdeerhebung ist gegeben. Rekurs und Beschwerde vom 29. 

November 2012 (Poststempel) sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in 

formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des 

Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und 

Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). 

Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.

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3.- Vorab ist festzuhalten, dass die Abzüge, welche Kinder betreffen, bei der direkten 

Bundessteuer und bei der kantonalen Steuer nicht identisch sind. So kennt die direkte 

Bundessteuer keinen Abzug für Ausbildungskosten der Kinder, die in der schulischen 

oder beruflichen Ausbildung stehen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die unter 

Ziff. 25.3 der Steuererklärung deklarierten Aufwendungen bei der direkten 

Bundessteuer nicht berücksichtigt.

4.- Anfechtungsobjekte sind die Einsprache-Entscheide der Vorinstanz vom 

8. November 2012. Dabei ist umstritten, ob die Vorinstanz den Kinderabzug bzw. einen 

erhöhten Abzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen für den Sohn Z. zu Recht 

verweigerte und in der Folge für die Kantons- und Gemeindesteuer auch keinen Abzug 

der Ausbildungskosten zuliess.

a) Die Rekurrenten und Beschwerdeführer machen im Wesentlichen geltend, es stehe 

ausser Frage, dass ihr Sohn Z. am 31. Dezember 2010 als Student der Universität St. 

Gallen in Ausbildung gewesen sei und sie seit Studienbeginn für den Unterhalt 

aufkämen. Ebenso sei nicht streitig, dass ihr Sohn im Jahr 2010 als Durchdiener ein 

nicht unerhebliches Einkommen in der Höhe von rund Fr. 25'000.-- erzielt habe. Unter 

Verweis auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung machen sie hingegen geltend, 

auf die Einkünfte vor Aufnahme des Studiums komme es nicht an. Vielmehr sei auf jene 

Periode abzustellen, in der die am Stichtag geltenden Statusmerkmale vorhanden 

gewesen seien. Die Vorinstanz stimmt dem zu, bringt jedoch vor, der Sohn der 

Steuerpflichtigen habe sich während des ganzen Jahres 2010 im Ausbildungsstatus 

befunden. Ein Kind befinde sich auch dann noch in der beruflichen Ausbildung, wenn 

es den eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen habe. Z. habe nach 

Beendigung der Mittelschule im Jahre 2009 und Absolvierung des Militärdienstes das 

Studium an der Universität St. Gallen aufgenommen. Deshalb sei die gesamte 

Steuerperiode in die Beurteilung einzubeziehen. Aufgrund des erzielten 

Erwerbseinkommens von rund Fr. 25'000.-- sei es Z. möglich gewesen, in der 

Steuerperiode 2010 selber zur Hauptsache für den Lebensunterhalt aufzukommen.

b) Gemäss Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG in Verbindung mit Art. 7 lit. a der Verordnung über 

den Ausgleich der Folgen der kalten Progression für die natürlichen Personen bei der 

direkten Bundessteuer (in der bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Fassung, AS 2005 

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1937, SR 642.119.2, abgekürzt: VKP) werden für jedes minderjährige oder in der 

beruflichen Ausbildung stehende Kind, für dessen Unterhalt der Steuerpflichtige sorgt, 

Fr. 6'100.-- vom Einkommen abgezogen. Das kantonale Recht sieht einen Abzug von 

Fr. 10'200.-- vor (Art. 48 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StG; vgl. zur damals gültigen Fassung nGS 

44-120). Die Voraussetzungen für die Geltendmachung von Kinderabzügen sind nach 

dem kantonalen Recht und nach dem Recht der direkten Bundessteuer 

unterschiedlich. Während das kantonale Recht für die Zulässigkeit der Kinderabzüge 

verlangt, dass der Steuerpflichtige für den Unterhalt zur Hauptsache aufkommt und 

keinen Abzug nach Art. 45 Abs. 1 lit. c StG beansprucht (Art. 48 Abs. 1 lit. a StG), 

genügt es nach dem Recht der direkten Bundessteuer, wenn der Steuerpflichtige für 

den Unterhalt des Kindes sorgt (Art. 213 Abs. 1 lit. a DBG), wobei es gemäss Praxis 

ausreicht, wenn der Steuerpflichtige mindestens Kosten im Umfang des geltend 

gemachten Kinderabzugs trägt (vgl. I. P. Baumgartner, in: Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl. 2008, N 14a zu Art. 35 DBG). Der 

erhöhte Abzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen nach Art. 212 Abs. 1 DBG in 

Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 VKP (in der bis zum 31. Dezember 2010 gültigen Fassung, 

AS 1996 1118, SR 642.119.2) beträgt Fr. 700.-- und kann nur gewährt werden, wenn 

ein Abzug nach Art. 213 Abs. 1 lit. a oder b DBG geltend gemacht werden kann. Auf 

kantonaler Ebene betragen diese Abzüge Fr. 4'800.-- bzw. Fr. 600.-- (Art. 45 Abs. 1 lit. 

g StG). Die Sozialabzüge werden nach den Verhältnissen am Ende der Steuerperiode 

oder der Steuerpflicht festgesetzt (Art. 48 Abs. 2 StG, Art. 213 Abs. 2 DBG). 

Massgebend ist im vorliegenden Fall somit der 31. Dezember 2010.

Für volljährige Kinder wird ein Kinderabzug nur gewährt, wenn sich das Kind noch in 

der beruflichen oder schulischen Ausbildung befindet. Darunter ist jeder berufliche 

Ausbildungsgang zu verstehen, welcher mittelbar oder unmittelbar dazu dient, in erster 

Linie die Erstausbildung abzuschliessen. Diese ist dann als abgeschlossen zu 

betrachten, wenn ein Abschluss erlangt wird, der für die Ausübung eines bestimmten 

Berufs erforderlich ist und somit die Aufnahme einer angemessenen beruflichen 

Tätigkeit erlaubt. Dies kann beispielsweise ein Hochschulabschluss sein (vgl. Richner/

Frei/Kaufmann/ Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 40 zu Art. 213 

DBG). Ein Kind steht auch dann noch in der beruflichen Ausbildung, wenn es den 

eigentlichen Ausbildungsgang vorübergehend unterbrochen hat. Der Unterbruch darf 

jedoch nicht grösseren Umfangs sein und sollte zweckgerichtet benützt werden, 

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namentlich um Militär-, Zivil- oder Zivilschutzdienstpflicht zu erfüllen, ergänzende Kurse 

zu besuchen oder Prüfungen angemessen vorzubereiten. Der Unterbruch muss so aus 

objektiven Gründen erfolgen und auf die Ausbildung ausgerichtet sein. Soweit der 

Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt wird, welche nicht Voraussetzung 

oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellen (z.B. Praktika, 

welche nur darauf ausgelegt sind, die Chancen am Arbeitsmarkt nach der eigentlichen 

Ausbildung zu erhöhen), muss davon ausgegangen werden, dass sich das Kind 

während diesem Unterbruch nicht in Ausbildung befindet. Fällt ein solcher Unterbruch 

auf einen Stichtag, so ist der Kinderabzug zu negieren (vgl. Baumgartner, a.a.O., N 9 zu 

Art. 35 DBG).

c) Die Verfahrensbeteiligten sind sich darin einig, dass der Sohn der Steuerpflichtigen 

am 31. Dezember 2010 in Ausbildung war. Er nahm sein Studium an der Universität 

St. Gallen im Verlaufe des Jahres 2010 (September) auf, nachdem er zuvor als 

Durchdiener während mindestens 300 Tagen Militärdienst leistete; über die genaue 

Dauer der Dienstleistung ist den Akten nichts zu entnehmen. Einen Teil absolvierte er 

jedoch als Unteroffizier (act. 2/6), was auf eine Dienstzeit von 430 Tagen schliessen 

lässt (vgl. Art. 10 der Verordnung über die Militärdienstpflicht, SR 512.21, abgekürzt: 

MDV). Dabei dürfte er ein Mindesteinkommen von Fr. 44'970.-- erzielt haben (vgl. 

Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 

Durchdiener: Minimalverdienst nach Graden, unter: www.vtg.admin.ch). Damit kann 

aber nicht mehr von einer nur kurzen Unterbrechung der Ausbildung gesprochen 

werden. Die Situation stellt sich grundlegend anders dar als bei einem Studenten, der 

seine Militärdienstpflicht - inklusive der Beförderungsdienste - in den Semesterferien 

erfüllt und seine Ausbildung in der Regel für lediglich 18 bzw. 21 Wochen unterbricht. 

Der Sohn der Rekurrenten und Beschwerdeführer entschied sich für das Durchdiener-

Modell und damit auch dafür, den Beginn des Universitätsstudiums zugunsten der 

vollständigen Erfüllung der Militärdienstpflicht hinauszuschieben. Damit fehlte es an der 

Zweckgerichtetheit des Unterbruchs, denn der Unterbruch der Ausbildung diente 

weder der Ausbildung selbst noch der Erfüllung unabwendbarer Pflichten. Dies wäre 

zum Beispiel dann der Fall gewesen, wenn Z. im Jahr 2010 die Rekrutenschule 

absolviert hätte. Ins Gewicht fällt auch, dass der Sohn der Pflichtigen, wie erwähnt, 

während der gesamten Dienstleistung ein Einkommen erzielte, das ihm - unter 

Berücksichtigung freier Kost und Logis - die eigenständige Finanzierung seines 

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Lebensunterhalts ermöglichte. Alleine im Jahr 2010 beliefen sich die Einkünfte nach 

übereinstimmenden Aussagen der Verfahrensbeteiligten auf rund Fr. 25'000.--. Damit 

ist diese freiwillige Dienstleistung mit einem nicht durch die Ausbildung bedingten 

Praktikum zu vergleichen, das ein Student im Hinblick auf seine künftigen 

Berufschancen absolviert oder einer sonstigen beruflichen Tätigkeit, die im Hinblick auf 

das berufliche Fortkommen oder die Finanzierung eines späteren Studiums ergriffen 

wird. Die Verwaltungsrekurskommission erwog in diesem Zusammenhang in einem 

Entscheid aus dem Jahre 2012, objektive Gründe für einen Unterbruch lägen nicht vor, 

wenn der Unterbruch der Ausbildung für Tätigkeiten genutzt werde, welche nicht 

Voraussetzung oder notwendige Ergänzung der eigentlichen Ausbildung darstellten. 

Wenn ein Kind aus freien Stücken und nur deswegen ein Praktikum besuche, weil 

dieses die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern könne, sei davon auszugehen, 

dass sich das Kind während dieses Unterbruchs nicht in Ausbildung befinde (VRKE I/

1-2011/29 vom 14. Februar 2012 E. 3c/aa, unter: www.gerichte.sg.ch). Gleich wie das 

erwähnte Praktikum weist auch der Durchdiener-Militärdienst eine nicht zu 

vernachlässigende karrierefördernde Komponente auf. Das Eidgenössisches 

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport weist deshalb auf der 

Internetseite für Durchdiener ausdrücklich darauf hin, diese Art der Militärdienstleistung 

sei attraktiv für den Arbeitgeber, denn es fielen später keine Absenzen wegen 

Militärdienst mehr an (www.vtg.admin.ch).

Somit ist festzustellen, dass sich Z. während seiner Militärdienstzeit nach Beendigung 

der Mittelschule im Jahre 2009 bis zur Aufnahme des Studiums in St. Gallen im 

folgenden Jahr nicht in Ausbildung befand. Unbestritten ist der Ausbildungsstatus 

hingegen per 31. Dezember 2010, so dass die Rekurrenten und Beschwerdeführer für 

die Steuerperiode 2010 gestützt auf Art. 213 Abs. 2 DBG grundsätzlich einen Anspruch 

auf einen Kinderabzug und einen erhöhten Abzug für Versicherungsprämien und 

Sparzinsen für ihren Sohn Z. haben. Anders verhielte es sich nur, wenn ihr Sohn in der 

Lage gewesen wäre, zur Hauptsache selber für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. 

Dies scheint nicht der Fall zu sein. Aus den Akten ergeben sich jedenfalls keine 

Hinweise auf nennenswerte Erwerbseinkünfte nach der Aufnahme des Studiums, und 

die Einkünfte vor der Zeitspanne, in der sich der Sohn in der Ausbildung befand, sind 

nicht zu berücksichtigen. Wird in Anwendung des Stichtagspinzips darauf abgestellt, 

ob die Ausbildung am Ende der Steuerperiode noch besteht, ist es folgerichtig, wenn 

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auch die Frage des hauptsächlichen Unterhalts lediglich in Bezug auf jenen Zeitraum 

beurteilt wird, in dem das Kind in Ausbildung stand (VerwGE B 2007/142 vom 

12. Februar 2008 E. 2.3.3, unter: www.gerichte.sg.ch). Somit kann offen bleiben, ob der 

Sohn Z. bezogen auf das gesamte Jahr 2010 tatsächlich zur Hauptsache für seinen 

Unterhalt aufkam bzw. ob die Eltern Unterstützung im Umfang des Sozialabzugs von 

Fr. 6'100.-- leisteten. Die Vorinstanz hat dazu auch keine Berechnungen angestellt. 

Entscheidend ist vielmehr, dass der Sohn während seines Studiums im Jahr 2010 kein 

Einkommen erzielte und die Eltern den Kinderabzug deshalb zu Recht beanspruchten.

d) Gemäss Art. 13 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG können unter diesen Umständen bei der 

Kantons- und  Gemeindesteuer höchstens weitere Fr. 13'000.-- für Ausbildungskosten 

geltend gemacht werden. Die Pflichtigen taten dies für ihren Sohn Z. im Umfang von 

Fr. 3'640.-- (Auswärtige Verpflegung: Fr. 1'600.--, Studiengebühren: Fr. 2'040.--, 

Fahrkosten: Fr. 1'500.--, Bücher und Schulmaterial: Fr. 1'500.--). Diese Kosten 

erscheinen im Vergleich mit den für die anderen Kinder der Pflichtigen zum Abzug 

zugelassenen Ausbildungskosten als angemessen. Sie sind deshalb ebenfalls zum 

Abzug zuzulassen.

e) Die Beschwerde und der Rekurs sind somit gutzuheissen. Die Einsprache-

Entscheide der Vorinstanz vom 8. November 2012 sind aufzuheben. Unter 

Berücksichtigung eines zusätzlichen Kinderabzugs in der Höhe von Fr. 10'200.--, eines 

um Fr. 600.--  erhöhten Abzugs für Versicherungsprämien und Sparzinsen sowie 

zusätzlicher Ausbildungskosten in der Höhe von Fr. 3'640.-- sind die Rekurrenten und 

Beschwerdeführer für die Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem steuerbaren 

Einkommen von Fr. 87'000.-- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 258'000.-- zu 

veranlagen. Bei der direkten Bundessteuer 2010 sind der Abzug für 

Versicherungsprämien und Sparzinsen um Fr. 700.-- und der Sozialabzug für Kinder 

um Fr. 6'100.-- zu erhöhen. Daraus ergibt sich ein steuerbares Einkommen von 

Fr. 122'200.--.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu 

tragen (Art. 144 Abs. 1 DBG; Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- 

erscheint angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Art. 7 Ziff. 122 der 

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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist den 

Rekurrenten und Beschwerdeführern zurückzuerstatten.

Die Rekurrenten und Beschwerdeführer haben die Anträge unter Entschädigungsfolge 

gestellt. Sie haben Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98  VRP). 

Eine Kostennote wurde nicht eingereicht. Unter Berücksichtigung sämtlicher 

Umstände, insbesondere des Aufwandes für die Rekurs- und Beschwerdeeingabe 

erscheint eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.-- als angemessen. 

Entschädigungspflichtig ist der Staat (kantonales Steueramt).

 

Entscheid:                                     

1.    Der Rekurs wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid

       vom 8. November 2012 wird aufgehoben.

2.    Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid

       vom 8. November 2012 wird aufgehoben.

3.    Die Rekurrenten werden für die Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem

       steuerbaren Einkommen von Fr. 87'000.-- und einem steuerbaren Vermögen

       von Fr. 258'000.-- veranlagt.

4.    Die Beschwerdeführer werden für die direkte Bundessteuer 2010 mit einem

       steuerbaren Einkommen von Fr. 122'200.-- veranlagt.

5.    Die amtlichen Kosten von Fr. 800.-- werden dem Staat auferlegt. Der 

Kostenvorschuss

       von Fr. 800.-- wird den Rekurrenten und Beschwerdeführern zurückerstattet.

bis

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6.    Der Staat (kantonales Steueramt) hat die Rekurrenten und Beschwerdeführer

       mit Fr. 500.-- zu entschädigen.

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		2025-07-19T10:48:36+0200
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