# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63edac94-e9e4-5c76-b6d7-dcd72ae54e79
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.09.2023 VBE.2023.166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-166_2023-09-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

 

VBE.2023.166 / aw / sc 

Art. 100 

 

 

Urteil vom 21. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin  

Oberrichterin Gössi  

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiber i.V. Walder         

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____   

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1983 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

obligatorisch unfallversichert, als er am 12. Juni 2010 beim Spielen von 

American Football einen schnellen Richtungswechsel vollzog und mit dem 

rechten Knie seitwärts abknickte. Am 27. Juli 2010 wurde der Beschwerde-

führer operiert und eine Kniearthroskopie rechts mit Naht des lateralen Me-

niskus und vorderer Kreuzbandplastik mittels Ligamentum patellae und In-

terferenzschraube durchgeführt. Die Beschwerdegegnerin anerkannte für 

den fraglichen Unfall ihre Leistungspflicht und erbrachte daraufhin vorüber-

gehende Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). 

 

1.2. 

Mit Schadenmeldung vom 2. Mai 2017 meldete der Beschwerdeführer ein 

neues Unfallereignis vom 29. April 2017, bei dem er erneut beim American 

Football das Knie verdrehte und eine Distorsion am rechten Kniegelenk er-

litt. Am 13. Juli 2017 wurde der Beschwerdeführer wiederum operiert und 

es wurden eine Arthroskopie, eine Innenmeniskusteilresektion und –stabi-

lisationsnähte, ein Knorpelrepair am medialen Femurkondylus sowie eine 

offene Aussenbandverstärkungsplastik durchgeführt. Die Beschwerdegeg-

nerin anerkannte auch für diesen Unfall ihre Leistungspflicht und erbrachte 

daraufhin vorübergehende Leistungen. 

 

1.3. 

Mit Schadenmeldung vom 7. November 2019 meldete der Beschwerdefüh-

rer einen Rückfall zum Unfallereignis vom 29. April 2017. Nach Rückspra-

che mit dem Kreisarzt anerkannte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben 

vom 26. November 2019 einen Rückfall zum Unfall vom 12. Juni 2010. Am 

10. November 2020 wurde der Beschwerdeführer erneut operiert. Mit Te-

lefonat vom 26. Februar 2021 teilte der Beschwerdeführer mit, dass die jet-

zigen Beschwerden Folge des Unfallereignisses vom 29. April 2017 und 

nicht von jenem vom 12. Juni 2010 seien. Nach erneuter Rücksprache mit 

dem Kreisarzt verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

7. April 2021 einen Kausalzusammenhang der Kniebeschwerden zum Un-

fallereignis vom 29. April 2017, anerkannte aber einen Rückfall zum Unfall-

ereignis vom 12. Juni 2010 sowie die damit verbundene Leistungspflicht. 

Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 

27. Februar 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 27. Februar 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 27. März 2023 fristgerecht Beschwerde 

und stellte folgende Anträge: 

 - 3 - 

 

 

 

"Es wird bestritten, dass die 2019 gemeldeten Kniebeschwerden auf das 
Schadenereignis vom 12.06 2010 zurückzuführen sind. Nach der OP 
vom 27.07.2010 erfolgte die komplette Heilung. Ohne die vollständige 
Genesung wäre Sport gar nicht mehr möglich gewesen in dieser Leis-
tungsstufe als American Footballer. 
 
Es sei festzustellen, dass die OP vom 10.11.2020 in direktem Zusam-
menhang stehe mit der OP vom 13.07.2017 und nicht als Folge der OP 
vom 27.07.2010. 
 
Es sei die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen der 
SUVA über den Schadenfall Nr. 24.61661.17.6 auszurichten. 
 
Es sei der Kausalzusammenhang der OP vom 13.07.2017 und der OP 
vom 10.11.2020 festzustellen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit des angefochtenen Ein-

spracheentscheides vom 27. Februar 2023 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] I 121). 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, 

dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank-

heit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursa-

chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 

oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-

hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 

Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-

dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 

beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 

(BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. 

auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

  

 - 4 - 

 

 

 

2.2. 

Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch 

den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung ei-

nes Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen 

Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt 

späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der 

Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 

und 4 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG) geregelte Grundsatz gilt 

auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jeder-

zeit frei steht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten 

Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistun-

gen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt 

es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, 

so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) 

Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychi-

sche Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild 

führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254). Rückfälle und Spätfolgen 

schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis (Grund-

fall) an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) 

Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend ge-

machten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-

nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-

menhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2018 vom 6. Novem-

ber 2018 E. 2.2; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). 

 

2.3. 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_646/2019 vom 6. März 

2020 E. 8). 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheent-

scheid in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilun-

gen des Kreisarztes Dr. med. univ. C._____, Praktischer Arzt, vom 25. No-

vember 2019 (VB I 55) und vom 16. März 2021 (VB I 86). 

 

3.1. 

Mit Stellungnahme vom 25. November 2019 bestätigte 

Dr. med. univ. C._____, dass die geltend gemachten Beschwerden am 

 - 5 - 

 

 

 

rechten Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 

12. Juni 2010 zurückzuführen seien. Seit dem letzten Behandlungsab-

schluss sei eine unfallbedingte objektivierbare Verschlimmerung eingetre-

ten, welche einer Behandlung bedürfe (VB I 55 S. 1). 

 

3.2. 

Mit Beurteilung vom 16. März 2021 hielt Dr. med. univ. C._____ fest, dass 

die Beschwerden am rechten Kniegelenk, aufgrund von Knorpelschäden, 

Folgen des geltend gemachten Ereignisses vom 12. Juni 2010 seien. Ent-

sprechend dem natürlichen Verlauf sei es aufgrund der Vorschädigung zu 

entsprechendem Fortschreiten der unfallbedingt ausgelösten Schäden ge-

kommen, sodass am 10. November 2020 eine erneute Arthroskopie mit 

Entfernung abgelöster Knorpelsegmente, Notch-Plastik zur Verbesserung 

der Streckfähigkeit, Knorpelglättung retropatellar sowie anterograder K-

Drahtbohrung plus Endoret medialer Femurcondylus, lateraler Femurcon-

dylus und Trochlea Kniegelenk rechts durchgeführt worden sei. In der 

Summe handle es sich um Folgen/Teilfolgen des 2010 erlittenen Unfaller-

eignisses, wobei anlässlich einer Kniedistorsion 2017 und der MRI-Abklä-

rung bereits eine deutliche Zunahme der Unfallfolgen von 2017 [recte: 

2010] festgestellt worden sei, wobei nicht zuletzt der weiterhin betriebene 

Fussballsport, welcher trotz der Vorschäden betrieben worden sei, als re-

levante Ursache zu sehen sei. Es sei im Verlauf der Zeit unfallbedingt zu 

einer objektivierbaren Verschlimmerung des Zustandes des Kniegelenkes 

gekommen (VB I 86 S. 1 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

 - 6 - 

 

 

 

4.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis 

auf Urteil des Bundesgerichts I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1 

in fine.; Urteil des Bundesgerichts U 357/06 vom 28. Februar 2007 E. 4.3 

mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die mit Rückfallmeldung 

vom 7. November 2019 geltend gemachten Kniebeschwerden seien auf 

das Unfallereignis im Jahr 2017 und nicht – wie von der Beschwerdegeg-

nerin behauptet – auf dasjenige im Jahr 2010 zurückzuführen. So vermi-

sche die Beschwerdegegnerin Chronologie sowie das Verletzungsbild in 

Abweichung zur Beurteilung der behandelnden Ärzte (Beschwerde S. 3). 

 

5.2. 

Mit Beurteilung vom 16. März 2021 hielt Dr. med. univ. C._____ unter an-

derem fest, dass es entsprechend dem natürlichen Verlauf aufgrund der 

Vorschädigung zu entsprechendem Fortschreiten der unfallbedingt ausge-

lösten Schäden gekommen sei, sodass am 10. November 2020 eine er-

neute Arthroskopie mit Entfernung abgelöster Knorpelfragmente, Notch-

Plastik zur Verbesserung der Streckfähigkeit, Knorpelglättung retropatellar 

sowie anterograder K-Drahtbohrung plus Endoret medialer Femurcondylus 

und Trochlea Kniegelenk rechts durchgeführt worden sei. In der Summe 

handle es sich um Folgen/Teilfolgen des 2010 erlittenen Unfallereignisses, 

wobei anlässlich einer Kniedistorsion 2017 und der MRI-Abklärung bereits 

eine deutliche Zunahme der Unfallfolgen von 2017 [recte: 2010] habe fest-

gestellt werden können, wobei nicht zuletzt der weiterhin betriebene Fuss-

ballsport [recte: American Football], welcher trotz der Vorschäden betrie-

ben worden sei, als relevante Ursache zu sehen sei (VB I 86 S. 1). 

 

Die Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med. univ. C._____ werden den von 

der Rechtsprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige 

medizinische Stellungnahme (vgl. E. 4.1. hiervor) gerecht. Die Einschät-

zungen des Kreisarztes Dr. med. univ. C._____ erfolgten in Kenntnis der 

Vorakten unter ausdrücklichem Hinweis auf die Bildgebung (VB I 40 S. 1, 

VB I 119) sowie in Auseinandersetzung mit den aufgeführten Befunden 

(VB I 86 S. 1). Die Einschätzungen sind in der Beurteilung der medizini-

schen Zusammenhänge und der medizinischen Situation nachvollziehbar 

und damit grundsätzlich geeignet, den Beweis für den anspruchserhebli-

chen medizinischen Sachverhalt zu erbringen. Im Weiteren liegen auch 

keine Berichte der behandelnden Ärzte vor, welche von der Beurteilung des 

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Kreisarztes abweichen oder zu dieser im Widerspruch stehen. Vom Be-

schwerdeführer wurden solche medizinischen Berichte weder im Einspra-

che- noch im Beschwerdeverfahren eingereicht. Die Schlussfolgerungen 

von Dr. med. univ. C._____ sind schlüssig sowie vollständig, weshalb auf 

dessen Aktenbeurteilungen abgestellt werden kann. 

 

5.3. 

Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen geltend macht, dass die Befunde 

im Bericht von Dr. med. D._____, Facharzt für Radiologie, vom 5. Mai 2017 

keinen Rückschluss auf den operativen Eingriff vom 27. Oktober 2010 zu-

lassen und keine deutliche Zunahme der Unfallfolgen von 2010 zeigen, 

sondern einen neuen medizinischen Sachverhalt darstellen würden, ist hin-

sichtlich der medizinischen Beurteilung des Sachverhalts durch den Be-

schwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 3 f.) darauf hinzuweisen, dass diese 

bereits deshalb unbehelflich ist, weil er als medizinischer Laie hierfür nicht 

befähigt ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_283/2017 vom 29. August 

2017 E. 4.1.2; 9C_614/2015 vom 21. Juni 2016 E. 5.1). 

 

5.4. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen des Be-

schwerdeführers noch den medizinischen Akten auch nur geringe Zweifel 

an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der kreisärztlichen Beurteilungen 

von Dr. med. univ. C._____ (vgl. E. 4.2. hiervor). Die besagten Beurteilun-

gen erfüllen demnach die Anforderungen der Rechtsprechung an beweis-

kräftige medizinische Stellungnahmen (vgl. E. 4.1. hiervor). Der medizini-

sche Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig ab-

geklärt, sodass auf die Einholung weiterer Beweismittel verzichtet werden 

kann, da von diesen keine weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (antizi-

pierte Beweiswürdigung, BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit Hinweisen; 

SVR 2001 IV Nr. 10 S. 27 E. 4). Es ist folglich mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hin-

weis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) davon auszugehen, dass die mit 

Rückfallmeldung vom 7. November 2019 geltend gemachten Beschwerden 

am rechten Knie auf das Unfallereignis vom 12. Juni 2010 und nicht auf 

jenes vom 29. April 2017 zurückzuführen sind. Der Einspracheentscheid 

vom 27. Februar 2023 (VB I 121) ist damit zu bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

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als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Peterhans Walder