# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c798778-3b45-5fa1-8e0b-0ce253e6b141
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 11.11.2016 A 2016 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2016-26_2016-11-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 16 26

4. Kammer

Einzelrichter Racioppi und Simmen als Aktuar

URTEIL

vom 11. November 2016

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

Eheleute A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Herbert Müffelmann,

Beschwerdeführer
gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden,
Beschwerdegegnerin 1

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin 2

und

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Beschwerdegegnerin 3

betreffend Kantons-, Gemeinde und direkte Bundessteuer

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1. Die im Ausland wohnhaften Eheleute A._____ sind Eigentümer einer in 

der Gemeinde X._____ gelegenen Liegenschaft. Im Jahr 2014 wurde die 

Liegenschaft mit Verfügung vom 20. Januar 2014 vom Amt für Schät-

zungswesen Graubünden im Zuge einer Revision neu geschätzt. Der 

Vermögenssteuerwert gemäss neuer Schätzung beträgt Fr. 305'000.-- 

und der Eigenmietwert Fr. 15'240.--.

2. Anfang des Jahres 2015 wurde den Eheleuten A._____ die Steuerer-

klärung 2014 zugestellt. Nachdem sie die Steuererklärung nicht innerhalb 

der Frist bis am 30. September 2015 eingereicht hatten, wurden sie von 

der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden mit Schreiben vom 

12. Oktober 2015 gemahnt und aufgefordert, die Steuererklärung 2014 

samt Beilagen innert zwanzig Tagen einzureichen, ansonsten eine Er-

messenstaxation erfolge. 

3. Nachdem die Steuererklärung 2014 von den Eheleuten A._____ in der 

Folge nicht eingereicht wurde, erfolgte mit Verfügungen vom 16. Novem-

ber 2015 sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuer als auch für die di-

rekte Bundessteuer 2014 eine Ermessensveranlagung. 

4. Auf die dagegen erhobene Einsprache vom 25. November 2015 mit dem 

sinngemässen Antrag auf Herabsetzung der Einkommens-, Vermögens- 

und Liegenschaftensteuer auf angemessene Beträge, mithin jene der 

provisorischen Rechnung vom 26. Januar 2015, trat die kantonale Steu-

erverwaltung mit Einspracheentscheid vom 18. Mai 2016 mangels Nach-

weises der offensichtlichen Unrichtigkeit der Ermessensveranlagungen 

nicht ein. 

5. Dagegen erhoben die Eheleute A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) 

am 20. Juni 2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem sinngemässen Antrag auf Herabsetzung der Ein-

kommens-, Vermögens- und Liegenschaftensteuer auf angemessene Be-

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träge. Begründend führten die Beschwerdeführer aus, dass die kantonale 

Steuerverwaltung Ermessenstaxationen vorgenommen habe, anstatt die 

in der Schweiz steuerpflichtigen Einkünfte exakt zu ermitteln. Die Einkünf-

te bestünden ausschliesslich aus dem Mietwert der Wohnung in X._____. 

Die Beschwerdeführer könnten aus der Vermietung der Wohnung weder 

jährliche Brutto-Mieterträge von Fr. 15'240.-- erzielen noch verbliebe ih-

nen im Fall einer Vermietung ein jährlicher Überschuss von Fr. 12'100.--

Es sei unverständlich, dass die kantonale Steuerverwaltung Erträge in 

vorgenannter Höhe annehme, während für die direkte Bundessteuer Brut-

to-Erträge von Fr. 12'192.-- pro Jahr und ein jährlicher Netto-Überschuss 

von Fr. 9'700.-- richtig sein solle. Zudem müsste bei der Schätzung der 

Brutto-Einnahmen auch die nicht besonders attraktive Lage der Wohnung 

berücksichtigt werden. Bezüglich der Ausgabenseite müssten die von den 

Beschwerdeführern belegten Kosten berücksichtigt werden, welche im 

Rechnungsjahr 1. November 2013 bis 31. Oktober 2014 Fr. 5'293.85 zu-

züglich Einlagen in den Erneuerungsfonds von Fr. 1'235.30 betragen hät-

ten. Bei Einnahmen von Fr. 12'000.-- verblieben steuerbare Einkünfte von 

Fr. 5'470.85. Die Beschwerdeführer hätten in der Vergangenheit zwar 

keine Steuererklärungen eingereicht; dies jedoch nicht, um die Höhe des 

ausländischen Einkommens vorzuenthalten, sondern weil sie die mit dem 

Ausfüllen der Steuererklärung zusammenhängende Mühe hätten vermei-

den wollen. Die damit verbundene Einordnung in eine höhere Progressi-

onsstufe für die Steuerbemessung hätten sie in Kauf genommen. Beilie-

gend zur Beschwerde werde der Einkommenssteuerbescheid des aus-

ländischen Finanzamtes für das Jahr 2014 eingereicht.

6. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwer-

degegnerin 1) beantragte am 12. Juli 2016 die Abweisung der Beschwer-

de. Zu prüfen sei einzig, ob sie auf die Einsprache zu Recht nicht einge-

treten sei. Nicht Verfahrensgegenstand sei die Frage, ob die Ermessens-

taxationen in der Sache selbst richtig seien. Die Beschwerdeführer seien 

rechtsgültig unter Androhung der Ermessenstaxation zur Einreichung der 

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Steuererklärung 2014 ermahnt worden. Trotzdem hätten sie es unterlas-

sen, die Steuererklärung innerhalb der gesetzten Frist einzureichen. Die 

Voraussetzungen für den Erlass einer Ermessenstaxation seien erfüllt 

gewesen. Die Beschwerdeführer hätten auch im Einspracheverfahren 

keine Steuererklärung eingereicht, welche Auskunft über sämtliche Ein-

künfte gegeben hätte und für die Richtigkeit und Vollständigkeit der darin 

gemachten Angaben hätte herangezogen werden können. Mit der Ein-

sprache sei der Sachverhalt nicht umfassend dargelegt und der Nachweis 

für die Unrichtigkeit der Ermessenstaxation nicht erbracht worden. Die 

Einsprache genüge den Anforderungen an die Begründungspflicht nicht, 

weshalb sie zu Recht nicht auf diese eingetreten sei.

7. Am 15. September 2016 hielten die Beschwerdeführer replicando an ih-

rem Antrag fest und bestritten gleichzeitig, je eine Mahnung bezüglich 

Einreichung der Steuererklärung 2014 erhalten zu haben. Ergänzend 

wiesen sie noch darauf hin, dass ihnen durch Eintragung im Grundbuch 

eine Pflicht zur Eigennutzung und ein Verbot der Dauervermietung aufer-

legt sei. Einerseits werde ihnen verboten, Einkünfte aus der Vermietung 

der Wohnung zu erzielen und anderseits würden nicht erzielbare Einkünf-

te der Besteuerung unterworfen, was paradox sei. Wo es keine Vermie-

tung geben könne, scheide ein Mietwert aus. Als Ausländer seien sie 

nicht berechtigt, sich dauernd in der Schweiz aufzuhalten, weshalb sie 

rechtlich nicht in der Lage seien, die Wohnung dauernd zu bewohnen. Ih-

nen gleichwohl für das gesamte Kalenderjahr einen Mietwert zuzurech-

nen, sei nicht richtig.

8. Am 5. Oktober 2016 hielt auch die Beschwerdegegnerin 1 duplicando an 

ihren Anträgen fest. Soweit die Beschwerdeführer geltend machten, sie 

hätten vor Erlass der Ermessenstaxationen keine Mahnung und Andro-

hung einer Ermessenstaxation erhalten und die Veranlagung nach Er-

messen sei somit nicht rechtsgültig erfolgt, handle es sich um ein un-

zulässiges neues Rechtsbegehren, welches vor Verwaltungsgericht erst-

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mals angeführt werde. Darauf sei nicht einzutreten. Selbst wenn darauf 

eingetreten werden könnte, wäre es als Schutzbehauptung zu qualifizie-

ren. Die Beschwerdeführer seien mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 

gemahnt und aufgefordert worden, die Steuererklärung 2014 innert zwan-

zig Tagen einzureichen, ansonsten eine Ermessenstaxation erlassen 

werde. 

9. Am 6. Oktober 2016 reichten die Beschwerdeführer dem streitberufenen 

Gericht noch eine Bestätigung des Gemeindevorstands X._____ vom 

26. September 2016 ein, wonach sie ihre Wohnung nur eingeschränkt 

und nur unter Inkaufnahme erheblicher bürokratischer Anstrengungen 

länger als drei Monate nutzen könnten. 

10. Am 21. Oktober 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin 1 unter Ver-

weis auf ihre eingereichten Rechtsschriften auf die Einreichung einer wei-

teren Stellungnahme. 

11. Am 26. Oktober 2016 verzichteten auch die Beschwerdeführer auf eine 

weitere Stellungnahme zur Sache. Darüber hinaus hielten sie noch fest, 

dass allenfalls die Durchführung einer mündlichen Verhandlung Sinn ma-

chen könnte, um ein erneutes gerichtliches Verfahren betreffend die 

Steuerveranlagungen 2015 zu vermeiden. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18. Mai 2016 wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Das vorliegende Urteil wird gestützt auf Art. 43 Abs. 3 lit. b VRG in einzel-

richterlicher Kompetenz erlassen, da die Beschwerde − wie nachfolgend 

zu zeigen ist − offensichtlich unbegründet ist. Im Übrigen läge auch der 

Streitwert unter Fr. 5'000.-- (Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG), betrifft das vorlie-

gende Beschwerdeverfahren doch das Steuerjahr 2014, für welches die 

Beschwerdeführer mit Veranlagungsverfügungen vom 16. November 

2015 zur Zahlung von Fr. 1'714.-- an Kantonssteuern, Fr. 1'699.-- an Ge-

meindesteuern und Fr. 1'003.95 an direkten Bundessteuern, total somit 

Fr. 4'416.95, verpflichtet wurden. Daraus ergibt sich, dass der Streitwert 

hier maximal − der Höhe der veranlagten Steuern entsprechend − 

Fr. 4'416.95.-- betragen kann. Da der Streitwert Fr. 5'000.-- somit nicht 

überschreitet und die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu 

entscheiden ist, wäre die Zuständigkeit des Einzelrichters auch aufgrund 

der Höhe des Streitwerts gegeben.

2. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwer-

deverfahrens bildet der Einspracheentscheid vom 18. Mai 2016 betreffend 

die Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2014, mit welchem 

die Beschwerdegegnerin 1 auf die Einsprache der heutigen Beschwerde-

führer vom 25. November 2015 nicht eingetreten ist. Solche Entscheide 

können gemäss Art. 140 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer (DBG; SR 642.11), Art. 50 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein-

den (StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 139 Abs. 1 des Steuergesetzes für den 

Kanton Graubünden (StG; BR 720.00) bzw. Art. 29 Abs. 2 des Gesetzes 

über die Gemeinde- und Kirchensteuern (GKStG; BR 720.200) mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden angefoch-

ten werden. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt 

sich aus Art. 49 Abs. 1 lit. b VRG, wonach das Verwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Entscheide von Dienststellen der kantonalen Verwal-

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tung und von unselbständigen Anstalten des kantonalen Rechts beurteilt, 

soweit das kantonale Recht den direkten Weiterzug vorsieht, was hier − 

wie gesehen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StG) − der Fall ist. Demzufolge fällt die 

Beurteilung der vorliegenden Streitsache in die Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichtes des Kantons Graubünden. Die Beschwerdeführer sind als 

formelle und materielle Adressaten des angefochtenen Einspracheent-

scheids beschwert und damit zur Beschwerdeerhebung befugt (vgl. 

Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten.

b) Die Beschwerdegegnerin 1 ist auf die Einsprache der heutigen Be-

schwerdeführer vom 25. November 2015 betreffend die Kantons-, Ge-

meinde- und direkte Bundessteuer 2014 nicht eingetreten, da die Be-

schwerdeführer auch im Einspracheverfahren ihrer Deklarationspflicht 

nicht nachgekommen seien. Streitig und zu prüfen ist somit einzig, ob die 

Beschwerdegegnerin 1 infolge nicht nachgekommener Deklarationspflicht 

zu Recht auf die Einsprache nicht eingetreten ist. Nicht Gegenstand des 

vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bilden 

demgegenüber die materiellen steuerlichen Aspekte. Somit beschränken 

sich die folgenden Ausführungen auf die Frage der Rechtmässigkeit des 

angefochtenen Nichteintretensentscheids vom 18. Mai 2016.

3. Vorab gilt es festzuhalten, dass die Beschwerdeführer für das Jahr 2014 

zu Recht nach Ermessen veranlagt wurden. Gemäss Art. 130 Abs. 2 DBG 

und Art. 46 Abs. 3 StHG i.V.m. Art. 131 Abs. 1 lit. a StG ist eine 

Ermessenstaxation zulässig, wenn der Steuerpflichtige gemahnt und ihm 

die Ermessenstaxation angedroht wurde. Voraussetzung für eine 

rechtswirksame Mahnung wiederum ist, dass der Steuerpflichtige mit der 

Erfüllung seiner Verfahrenspflichten in Verzug ist. Die Beschwerdeführer 

sind Eigentümer einer in der Gemeinde X._____ gelegenen Liegenschaft. 

Als ausserhalb des Kantons wohnhafte Personen mit Liegenschaften im 

Kanton Graubünden hatten sie ihre Steuererklärung 2014 gemäss Weg-

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leitung zur Steuererklärung 2014 bis zum 30. September 2015 einzurei-

chen. Mangels fristgerechter Einreichung der Steuererklärung mahnte die 

Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 12. Ok-

tober 2015, die Steuererklärung samt Beilagen innert 20 Tagen vollstän-

dig ausgefüllt und unterzeichnet einzureichen und drohte ihnen eine Er-

messensveranlagung an. Die gegenteilige Behauptung der Beschwerde-

führer ist als reine Schutzbehauptung zu werten, zumal sich das fragliche 

Schreiben vom 12. Oktober 2015 bei den Akten befindet. Nachdem die 

Beschwerdeführer auch innerhalb dieser Frist die Steuererklärung 2014 

nicht einreichten, erfolgte mit Verfügungen vom 16. November 2015 so-

wohl für die Kantons- und Gemeindesteuer als auch für die direkte Bun-

dessteuer 2014 eine Ermessensveranlagung. Dies ist, nachdem die Be-

schwerdeführer ihren Verfahrenspflichten trotz Mahnung und Androhung 

einer Ermessenstaxation anerkanntermassen nicht nachgekommen wa-

ren und die Steuererklärung nicht innert 20 Tagen nach Erhalt der Mah-

nung vom 12. Oktober 2015 eingereicht hatten, nicht zu beanstanden.

4. a) Eine Veranlagung nach pflichtgemässem Ermessen kann der Steuer-

pflichtige gemäss Art. 132 Abs. 3 DBG und Art. 48 Abs. 2 StHG i.V.m. 

Art. 137 Abs. 4 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. 

Die Einsprache ist zu begründen und muss allfällige Beweismittel nennen. 

Genügt die Einsprache diesen Erfordernissen nicht, wird auf sie nicht ein-

getreten. Die erhöhten prozessualen Anforderungen finden ihre Erklärung 

in der besonderen Natur der Ermessensveranlagung. Da die Steuer-

behörde mangels genügender Unterlagen nicht alle Steuerfaktoren genau 

ermitteln kann, muss sie diese schätzen. Dabei hat sie notwendigerweise 

auf Annahmen und Vermutungen abzustellen. Weil eine Ermessensein-

schätzung somit naturgemäss eine gewisse Unschärfe aufweist, ist die 

Möglichkeit, sie anzufechten, entsprechend eingeschränkt. Der Steuer-

pflichtige kann sie nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit in Frage stel-

len. Er hat nachzuweisen, dass die Ermessensveranlagung den tatsächli-

chen Verhältnissen nicht entspricht. Mittels umfassendem Unrichtigkeits-

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nachweis hat er die bisher vorhandene Ungewissheit bezüglich des 

Sachverhalts zu beseitigen; blosse Teilnachweise genügen nicht. In der 

Begründung der Einsprache ist daher der Sachverhalt in substantiierter 

Weise darzulegen, und es sind die Beweismittel für diese Sachverhalts-

darstellung zu nennen. Es reicht nicht aus, die Einschätzung bloss in 

pauschaler Weise zu bestreiten oder lediglich einzelne Positionen der 

Einschätzung als zu hoch zu bezeichnen. Vielmehr wird der Steuerpflich-

tige, der seine Mitwirkungspflichten im Veranlagungsverfahren nicht erfüllt 

und dadurch eine Ermessensveranlagung bewirkt hat, in der Regel die 

versäumten Mitwirkungshandlungen nachholen müssen, um die Einspra-

che genügend begründen zu können (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 

2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.1 mit weiteren Hinweisen). Die er-

wähnten gesetzlichen Bestimmungen schreiben indessen nicht vor, dass 

eine Einsprache gegen eine Ermessenseinschätzung wegen versäumter 

Mitwirkungshandlungen nur gültig ist, wenn damit gleichzeitig das Ver-

säumte nachgeholt wird. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ist daher das Nachreichen einer bisher nicht vorgelegten Steuererklärung 

(für sich allein) nicht Gültigkeitsvoraussetzung der Einsprache, sofern die 

Begründung in anderer Form erbracht wird (vgl. Urteile des Bundesge-

richtes 2C_579/2008 vom 29. April 2009 E.2.2, 2A.72/2004 vom 4. Juli 

2005 E. 6, je mit weiteren Hinweisen). Das Nachholen der versäumten 

Mitwirkungshandlungen stellt somit nur eine mögliche Form dar, wie die 

Begründung einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung vorge-

bracht werden kann (vgl. RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkom-

mentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 132 Rz. 58). 

b) Nach dem soeben Gesagten lässt sich allein aus dem Umstand, dass die 

Beschwerdeführer mit ihrer Einsprache vom 25. November 2015 keine 

Steuererklärung nachreichten, nicht automatisch auf deren mangelhafte 

Begründung schliessen. Allerdings ändert dies nichts daran, dass die Be-

schwerdegegnerin 1 vorliegend auf die Einsprache der Beschwerdeführer 

zu Recht nicht eingetreten ist. Die heutigen Beschwerdeführer beantrag-

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ten in ihrer Einsprache vom 25. November 2015 lediglich die Herabset-

zung der veranlagten Einkommens-, Vermögens- und Liegenschaften-

steuer auf angemessene Beträge und begründeten dies damit, dass die 

Grundstückwerte in letzter Zeit in der Gemeinde X._____ nicht gestiegen 

seien und ihre Liegenschaft überdies mit einem besonders hohen Kos-

tenaufwand verbunden sei. Das Ausfüllen einer zweiten Steuererklärung 

in der Schweiz einzig zur Besteuerung des Eigenmietwerts sei ihnen nicht 

zumutbar. Damit wurden aber die ermessensweise vorgenommenen Ver-

anlagungen von den Beschwerdeführern lediglich in pauschaler Weise 

bestritten, ohne dass der Sachverhalt umfassend dargelegt und der 

Nachweis für die Unrichtigkeit der angefochtenen Ermessenstaxationen 

erbracht wurde. Bei dieser Sachlage ist die Beschwerdegegnerin 1 auf die 

Einsprache der heutigen Beschwerdeführer vom 25. November 2015 zu 

Recht nicht eingetreten, zumal die Beschwerdeführer in den Rechtsmit-

telbelehrungen der Ermessenstaxationen für die Kantons- und Gemein-

desteuer bzw. die direkte Bundessteuer 2014 vom 16. November 2015 

darauf hingewiesen wurden, dass die nach Ermessen vorgenommenen 

Veranlagungsverfügungen nur mit dem Vorwurf der offensichtlichen Un-

richtigkeit angefochten werden könnten, was bedeute, dass die bisher 

versäumten Mitwirkungspflichten innerhalb der Einsprachefrist vollständig 

nachgeholt werden müssten und der Grund für die Ermessenstaxationen 

beseitig werden müsse. Damit ist die vorliegende Beschwerde als unbe-

gründet abzuweisen. 

c) Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt sich die von den Beschwer-

deführern beantragte Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Denn 

einerseits geht es vorliegend nicht um die Beurteilung künftiger Steuerpe-

rioden und anderseits können die im Einspracheverfahren unterlassene 

umfassende Sachverhaltsdarlegung sowie der im Einspracheverfahren 

nicht erbrachte Nachweis für die offensichtliche Unrichtigkeit der ange-

fochtenen Ermessenstaxationen im vorliegenden verwaltungsgerichtli-

chen Beschwerdeverfahren ohnehin nicht mehr nachgeholt werden. 

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Überdies räumen weder der Anspruch auf rechtliches Gehör noch das 

kantonale Verfahrensrecht einen Anspruch auf eine mündliche Verhand-

lung ein. Zudem findet Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) bzw. der darin 

enthaltene Anspruch auf Durchführung einer mündliche Verhandlung 

nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtes auf Steuerverfah-

ren wie das vorliegende keine Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerich-

tes 2C_24/2010 vom 1. Juni 2010 E.3.2). Dementsprechend ist aber der 

beschwerdeführerische Antrag auf Durchführung einer mündlichen Ver-

handlung abzuweisen. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zu Lasten der Beschwerdeführer. Eine ausserge-

richtliche Entschädigung wird der Beschwerdegegnerin 1 nicht zugespro-

chen, da sie lediglich in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt (Art. 78 

Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 304.--

zusammen Fr. 1'304.--

gehen zulasten der Eheleute A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustel-

lung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubün-

den, Chur, zu bezahlen.

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