# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a2787c9-5aa5-5e2a-b948-58257c4a5bdc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2009 D-5311/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5311-2009_2009-09-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5311/2009/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli,
Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, geboren (...), 
und deren (Kind) B._______, geboren (...),
Kolumbien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 29. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5311/2009

Sachverhalt:

A.
Mit  an die  schweizerische Vertretung in  Bogotá  gerichteter  und dort 
am 27. November  2008  eingegangener  Eingabe  vom 25. November 
2008 ersuchte die Beschwerdeführerin – eine kolumbianische Staats-
angehörige  aus  C._______  (Departement  D._______)  mit  aktuellem 
Wohnsitz in E._______ – für sich und (ihr Kind) um Gewährung von 
Asyl  in  der  Schweiz.  Zur  Begründung  machte  sie  im  Wesentlichen 
geltend, ihr Ehemann sei als Armeeangehöriger im Rahmen der gegen 
die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) geführten 
militärischen  Operation  "F._______"  schwer  verwundet  worden  und 
leide  seither  an  einem posttraumatischen  Syndrom; aufgrund  seiner 
gesundheitlichen  Probleme  sei  es  zu  innerfamiliären  Spannungen 
gekommen, welche letztlich dazu geführt hätten, dass sie sich von ihm 
getrennt habe und seither als alleinerziehende Mutter mit (ihrem Kind) 
lebe. Sie habe als (Beruf) im "G._______" von C._______ gearbeitet, 
wo  sie  neben  ihrer  Aufgabe  als  (...)  auch  für  die  (...)  zuständig 
gewesen  sei.  (...).  Sie  sei  in  diesem  Zusammenhang  von  einem 
Vertreter der Staatsanwaltschaft  kontaktiert  und zur Zusammenarbeit 
aufgefordert  worden;  gleichzeitig  sei  sie  von  Mitarbeitern  davor 
gewarnt  worden,  den  Justizbehörden  etwelche  Dokumente  oder 
Kopien auszuhändigen. In der Folge habe sie der Staatsanwaltschaft 
Informationen  und  Unterlagen  weitergeleitet.  Aufgrund  von 
anschliessenden schweren Drohungen gegen ihr Leben habe sie am 
(Datum)  ihre  Arbeitsstelle  verlassen  und  sich  mit  (ihrem  Kind) 
fluchtartig  nach  E._______  begeben,  wo  sie  inzwischen  innerhalb 
eines  Jahres  bereits  fünfmal  die  Wohnung  gewechselt  habe.  Am 
(Datum) habe sich um (Uhrzeit) ein Mann Eintritt in ihre Wohnung zu 
verschaffen  versucht.  Nach  glücklicherweise  rascher  Ankunft  einer 
Patrouille  der  von  ihr  gerufenen  Polizei  sei  der  Unbekannte 
verschwunden,  aber  in  der  Folge  habe  sie  merkwürdige  Anrufe 
erhalten. Sie habe aufgrund der von ihr erlebten Vorfälle bei diversen 
Stellen Anzeige gegen Unbekannt erhoben, so bei (Aufzählung). Trotz 
eines Zeugenschutzprogrammes könne sie unter solchen Umständen 
nicht  mehr  in  ihrem  Heimatland  leben,  zumal  (ihr  Kind)  aus 
Sicherheitsgründen  und  wegen  fehlender  finanzieller  Unterstützung 
durch ihren Ehemann nur mit Mühe zur Schule gehen könne.

Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte die Beschwerdeführerin zahlrei-
che Beweismittel zu den Akten, so (Aufzählung).

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B.
Die schweizerische Vertretung in Bogotá forderte die Beschwerdefüh-
rerin mit Schreiben vom 1. Dezember 2008 zur schriftlichen Beantwor-
tung  spezifischer  Fragen  im  Zusammenhang  mit  ihrem  Asylgesuch 
und zur Einreichung entsprechender Beweismittel auf.

C.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 9. Dezember 2008 beantwortete die Beschwerdeführerin die ihr 
gestellten Fragen. Sie gab dabei im Wesentlichen an, sie habe keine 
Verwandten im Ausland. Im Weiteren wiederholte  sie  die  im Asylge-
such genannten Gründe und die von ihr unternommenen Schritte zur 
Erlangung staatlichen Schutzes. Ergänzend fügte sie an, dass vor we-
nigen Tagen einige unbekannte Personen um (Uhrzeit)  den Strom in 
ihrem Wohnblock unterbrochen und versucht hätten,  sich Zutritt  zum 
Gebäude zu verschaffen, worauf sie mit (ihrem Kind) erneut habe um-
ziehen  müssen und nunmehr  bei  einer  (Verwandten)  lebe. Sie  sehe 
keine  Möglichkeit,  in  einem anderen  lateinamerikanischen  Staat  um 
Schutz nachzusuchen, da in diesen Ländern dieselben Probleme wie 
in  Kolumbien  herrschten  und  die  Menschenrechte  nicht  geachtet 
würden.

Die Beschwerdeführerin reichte gleichzeitig Unterlagen zu den Akten. 
Es handelte sich dabei mehrheitlich um Dokumente, welche sie bereits 
im Rahmen ihres Asylgesuches vom 25. November 2008 ins Recht ge-
legt hatte; die übrigen Unterlagen beziehen sich auf dieselben Sach-
verhalte.

D.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  übermittelte  die  Akten  am 
27. Januar  2009  zuständigkeitshalber  an  das  BFM; sie  führte  dabei 
aus, dass eine persönliche Befragung der Beschwerdeführerin aus Ka-
pazitätsgründen nicht möglich sei.

E.
Mit Eingabe vom 3. Juni 2009 (Posteingang bei der schweizerischen 
Vertretung in Bogotá am 4. Juni 2009) brachte die Beschwerdeführerin 
vor, sie sei aufgrund ihres persönlichen Hintergrundes vulnerabel und 
bitte daher um eine Anhörung oder einen raschen Entscheid über ihr 
Asylgesuch. Sie reichte bei dieser Gelegenheit weitere Unterlagen ein, 
namentlich (...).

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F.
Mit Verfügung vom 29. Juni 2009 wies das BFM das Asylgesuch der 
Beschwerdeführenden  ab  und  verweigerte  ihnen  die  Einreise  in  die 
Schweiz. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, 
der kolumbianische Staat verfüge grundsätzlich über eine funktionie-
rende und effiziente Schutzinfrastruktur, welche von den Beschwerde-
führenden  zumutbarerweise  in  Anspruch  genommen  werden  könne. 
Ferner  handle  es  sich  bei  ihnen  nicht  um  landesweit  bekannte 
Personen, weshalb davon auszugehen sei, dass ihnen innerstaatliche 
Fluchtalternativen offenstünden, und schliesslich sei es ihnen möglich 
und zumutbar, gegebenenfalls in einem anderen Land als der Schweiz 
um Schutz nachzusuchen, beispielsweise in einem der Nachbarstaa-
ten Kolumbiens, welche sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch das ent-
sprechende Zusatzprotokoll vom 31. Juli 1967 ratifiziert hätten.

G.
Mit  an  die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  gerichteter  Eingabe 
vom 7. Juli 2009 (Posteingang bei der Botschaft am 8. Juli 2009) er-
suchte die Beschwerdeführerin um einen baldigen Entscheid über ihr 
Asylgesuch und teilte ergänzend mit, dass sie am (Datum) erneut als 
Zeugin  in  der  Untersuchung  betreffend  das  "G._______"  vor  der 
Staatsanwaltschaft  ausgesagt  habe.  Aufgrund  dieser  fortgesetzten 
Zusammenarbeit mit der Justiz befürchte sie weitere Drohungen. Fer-
ner habe sie bei der Armee eine Petition gegen ihren getrennt von ihr 
lebenden  Ehemann  eingereicht  und  darin  um  die  Ergreifung  von 
Schutzmassnahmen gegen allfällige Übergriffe durch diesen gebeten, 
da  sie  solche  befürchten  müsse;  die  Beschwerdeführerin  reichte  in 
diesem  Zusammenhang  ein  entsprechendes  Beweismittel  vom 
(Datum) ein.

H.
Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter, am 28. Juli 
2009 dort  eingegangener Eingabe erhob die Beschwerdeführerin ge-
gen die Verfügung des BFM vom 29. Juni 2009 Beschwerde, welche in 
der Folge zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht wei-
tergeleitet  wurde  (Posteingang  beim  Bundesverwaltungsgericht  am 
25. August 2009). Auf die Begründung wird, soweit  entscheidwesent-
lich, in den Erwägungen eingegangen. Die Beschwerdeführerin reichte 
im Rahmen ihrer  Beschwerdeeingabe sodann Kopien der  bereits  im 
erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Unterlagen zu den Akten.

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I.
Mit Eingabe vom 13. August 2009 reichte die Beschwerdeführerin die 
Kopie eines an sie gerichteten Schreibens der (...) vom (Datum) ein, in 
welchem sie  über  die  von dieser  Stelle  vorgesehenen Massnahmen 
zum  Schutz  vor  Übergriffen  –  unter  anderem  durch  ihren  Mann  – 
informiert wurde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann 
indessen verzichtet werden, da der in Spanisch verfassten Beschwer-
deeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren 
Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber befunden 
werden kann.

1.3 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Angesichts 
der Tatsache, dass die angefochtene Verfügung vom 29. Juni 2009 da-
tiert  und die Beschwerdeeingabe vom 28. Juli  2009 gleichentags bei 
der schweizerischen Vertretung in Bogotá eingegangen ist, ist die Be-
schwerde indessen offensichtlich rechtzeitig erfolgt.

1.4 Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2009 kreuzte sich 
mit Verfügung des BFM vom 29. Juni 2009; sie ist demnach als integ-
rierender Bestandteil der Beschwerde entgegenzunehmen und zu prü-
fen.

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1.5 Die  Beschwerde  ist  demnach  –  mit  Ausnahme  des  genannten 
sprachlichen  Mangels  –  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführenden  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Die Beschwerdeführenden sind daher zur Ein-
reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 und 52f. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Die  schweizerische 
Vertretung  führt  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine 
Befragung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311]).  Ist  dies  nicht 
möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung 
aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs. 2 
AsylV 1). Das Bundesverwaltungsgericht hat in Auslegung dieser Be-
stimmungen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit ei-
ner Befragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Grün-
den  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im 
betreffenden Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden 
persönlichen Gründen ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). 
Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung  sowie  der  Gewährung 
des  rechtlichen  Gehörs  dient  (vgl.  BVGE  a.a.O.  E.  5.5),  ist  die 
asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  Anhörung 
unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten 
Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern,  ihre  Asylgründe 
schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben vermag diesen 
Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 
5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine 
schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt 
bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif 
erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls 
immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, 

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sich  zu  einem  abzusehenden  negativen  Entscheid  zumindest 
schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7).  Schliesslich  ist  das 
Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung 
in der Verfügung über das Asylgesuch zu begründen (BVGE a.a.O. E. 
5.6 sowie 5.7).

3.2
3.2.1 Im  vorliegenden  Fall  wurde  die  Beschwerdeführerin  von  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  zu  ihrem  am  27.  November 
2008 eingegangenen Asylgesuch vom 25. November  2008 nicht  be-
fragt,  da  die  Botschaft  dazu  gemäss  Überweisungsschreiben  vom 
21. Januar 2009 aus gerichtsnotorischen und mithin nachvollziehbaren 
Kapazitätsgründen nicht in der Lage war; die Beschwerdeführerin wur-
de  indessen  mittels  Schreiben  vom 1. Dezember  2008  zur  weiteren 
Konkretisierung ihrer  Asylgründe aufgefordert. Die in  diesem Schrei-
ben enthaltenen Fragestellungen decken sämtliche für die Beurteilung 
des  Asylgesuches  aus  dem  Ausland  notwendigen  Aspekte  ab  (vgl. 
dazu nachfolgende E. 4.2),  namentlich  die genauen Personalien der 
asylsuchenden  Person,  deren  verwandtschaftliche  Beziehungen  au-
sserhalb des Heimatstaates, die Asylvorbringen, die unternommenen 
Massnahmen zur Schutzsuche, die Möglichkeit einer innerstaatlichen 
Fluchtalternative sowie die Möglichkeit der Schutzsuche in anderen la-
tein- und südamerikanischen Staaten. Die Beschwerdeführerin hat die 
ihr gestellten Fragen mit Eingabe vom 9. Dezember 2008 ausführlich 
beantwortet und ihre Angaben aufforderungsgemäss mit entsprechen-
den Beweismitteln unterlegt. Bei dieser Sachlage ist festzuhalten, dass 
im erstinstanzlichen Verfahren dem Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Gewährung des rechtlichen Gehörs grundsätzlich Rechnung getra-
gen und der  entscheidwesentliche Sachverhalt  in  genüglicher  Weise 
und umfassend abgeklärt  wurde,  zumal  die  Beschwerdeführerin  ihre 
Asylgründe  bereits  im  Rahmen  ihres  schriftlichen  Asylgesuchs  vom 
25. November 2008 ausführlich dargelegt und in diesem Zusammen-
hang eine Vielzahl von Beweismitteln eingereicht hatte.

3.2.2 Die Vorinstanz hat allerdings den Verzicht auf eine Befragung in 
der  angefochtenen  Verfügung  nicht  begründet,  was  vor  dem Hinter-
grund der genannten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 
einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gleichkommt. Angesichts des 
vorab deklaratorischen Charakters der diesbezüglichen Begründungs-

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pflicht und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten des konkreten 
Einzelfalles erscheint die Gehörsverletzung indessen nicht schwerwie-
gend; insbesondere  hat  sie  die  Möglichkeit  der  Beschwerdeführerin, 
die Verfügung vom 29. Juni 2009 sachgerecht anfechten zu können, in 
keiner Weise beeinträchtigt. Eine Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung  aus  formellen  Gründen  käme  demnach  einem  blossen 
prozessualen Leerlauf gleich, weshalb der Mangel durch die im vorlie-
genden Beschwerdeentscheid  nachgereichte  Begründung als  geheilt 
zu  bezeichnen  ist.  Es  bleibt  somit  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  das 
Bundesamt  das  Asylgesuch  in  materieller  Hinsicht  zu  Recht 
abgewiesen  und  den  Beschwerdeführenden  die  Einreise  in  die 
Schweiz verweigert hat.

4.
4.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die weiter-
hin zutreffende Praxis  gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15, insbe-
sondere S. 131 ff., welche angesichts bloss redaktioneller Änderungen 
bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit 
hat). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist da-
bei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Personen  (vgl.  EMARK 
1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der 

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Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann.

5.
5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, 
die  Beschwerdeführenden  hätten  in  ihrem  Gesuch  keine  besonders 
nahen  Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Im  Weiteren  hat 
das Bundesamt zu Recht  erwogen, dass es den Beschwerdeführen-
den zuzumuten sei, in einem anderen Land um Asylgewährung nach-
zusuchen (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). So sind beispielsweise die Nach-
barstaaten Brasilien, Ecuador, Panama und Peru Vertragsparteien so-
wohl  der  FK  als  auch  des  betreffenden  Zusatzprotokolls  vom 
31. Januar 1967; Venezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst 
nicht  ratifiziert,  wohl  aber  das  Protokoll.  Diese  Länder  verfügen  mit 
Ausnahme  Venezuelas  über  ein  eigenes,  gesetzlich  geregeltes 
Verfahren zur  Anerkennung von Flüchtlingen. Zudem halten  sie  sich 
gemäss  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
grundsätzlich  an  das  Gebot  des  Non-Refoulement  von  Art.  33  FK, 
auch  wenn  als  Einschränkung  festgestellt  werden  muss,  dass  es  in 
den Grenzgebieten – insbesondere denjenigen zu Panama und Vene-
zuela  –  in  den  letzten  Jahren  zu  unkontrollierten  Rückschiebungen 
durch die Grenzbehörden gekommen ist. Für die praktische Möglich-
keit  und die Zumutbarkeit  der anderweitigen Schutzsuche spricht  im 
Weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  nach  Brasilien, 
Ecuador und Peru sowie der Umstand, dass jährlich mehrere tausend 
kolumbianische Staatsangehörige in den Nachbarländern – namentlich 
in Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort  zu einem beträchtlichen 
Teil  auch  tatsächlich  als  Flüchtlinge  anerkannt  werden.  Insgesamt 
ergeben sich keine Anhaltspunkte,  die  darauf  schliessen liessen,  es 
sei  den  Beschwerdeführenden  praktisch  unmöglich  oder  objektiv 
unzumutbar,  sich  in  einen  anderen  Staat,  insbesondere  einen  der 
Nachbarstaaten  Kolumbiens,  zu  begeben  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 20 
sowie 1997 Nr. 15, Erw. 2f, S. 132). Dies gilt umso mehr, als aus den 
Akten ersichtlich ist, dass es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um 
eine  landesweit  bekannte  Persönlichkeit  handelt,  die  aufgrund  ihrer 
besonders  exponierten  Stellung  auch  bei  einer  Flucht  ins  nahe 
Ausland allenfalls befürchten müsste, weiterhin verfolgt zu werden. Vor 
diesem  Hintergrund  vermögen  die  Entgegnungen  der  Be-
schwerdeführerin in ihren Eingaben vom 9. Dezember 2008 und vom 
13. August 2009, wonach sie keine Möglichkeit sehe, in einem anderen 

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lateinamerikanischen  Staat  um  Schutz  nachzusuchen,  da  in  diesen 
Ländern  dieselben  Probleme  wie  in  Kolumbien  herrschten  und  die 
Menschenrechte nicht geachtet würden, zu keiner anderen Einschät-
zung zu führen.

5.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Be-
schwerdeführenden den Bedrohungen durch die Paramilitärs allenfalls 
durch eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen könnten.

5.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass die 
Beschwerdeführenden aufgrund der Akten über keine Beziehungsnähe 
zur  Schweiz  verfügen,  hingegen  die  Möglichkeit  der  anderweitigen 
Schutzsuche haben. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz den 
Beschwerdeführenden zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung 
verweigert und das Asylgesuch abgewiesen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist. Die Beschwerde ist nach 
dem Gesagten abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.-- 
an  sich  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG); aus verwaltungsökonomischen Gründen wird indessen in An-
wendung von Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
(VGKE, SR 173.320.2) auf das Erheben von Verfahrenskosten verzich-
tet.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführenden, (...)
- (...)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Jürg Hünerwadel

Versand:

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