# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 714cd209-6cf4-5d8e-be04-fa11a35f1cc6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.11.2010 D-4069/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4069-2008_2010-11-09.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4069/2008
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Daniel Schmid; 
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A.___________, geboren (...),
Kamerun,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. Mai 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4069/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  Kameruns,  der 
Ethnie  der  E.___________  angehörend  und  christlichen  Glaubens, 
aus  B.__________  (Nordwestprovinz)  stammend,  gelangte  am 
24. Oktober 2007 auf dem Luftweg von Douala in die Schweiz, wo er  
am  gleichen  Tag  im  Flughafen  Zürich  um  Asyl  nachsuchte.  Der 
Beschwerdeführer  reichte  dabei  seine  Identitätskarte,  seinen 
Reisepass,  einen  Führerausweis,  einen  Parteiausweis,  zwei  Badges 
und zwei Legitimationsausweise ein. 

A.b Mit Verfügung vom 24. Oktober 2007 verweigerte das BFM dem 
Beschwerdeführer vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihm 
für  die Dauer  des Asylverfahrens den Transitbereich des Flughafens 
Zürich-Kloten bis maximal 7. November 2007 als Aufenthaltsort zu.

A.c Die vom Beschwerdeführer mitgeführten und zuhanden der Vor-
instanz sichergestellten  Dokumente  –  ein  kamerunischer  Reisepass, 
eine Identitätskarte, zwei Legitimationsausweise, zwei Badges und ein 
Parteiausweis  –  wurden am 24. Oktober  2010  einer  Ausweisprüfung 
unterzogen. Gemäss den Berichten des Urkundenlabors der Kantons-
polizei  Zürich  handle  es  sich  bei  den  beiden  Badges  um  Total-
fälschungen.  Bei  den  anderen  Ausweisen  konnten  keine  objektiven 
Fälschungsmerkmale festgestellt werden.

A.d Am 25. Oktober 2007 fand eine Befragung durch die Flughafen-
polizei  Zürich statt. Der Beschwerdeführer reichte  ein elektronisches 
Flugticket,  die  Boardingkarte,  ein  Bestätigungsschreiben  der 
Christadelphian Bible Mission in Cameroon, drei Arbeitsverträge und 
zwei Arbeitszeugnisse der  C.__________  ein. Am 1. November 2007 
hörte ihn das BFM zu seinen Asylgründen an.

A.e Mit  Verfügung  vom 6. November  2007  bewilligte  das  BFM dem 
Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz  zur  Prüfung  seines 
Asylgesuchs  und  verwies  ihn  an  das  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum (EVZ) Kreuzlingen.

B.
Am  22. November  2007  erhob  das  BFM  im  EVZ  Kreuzlingen  die 
Personalien des Beschwerdeführers und befragte ihn summarisch zum 

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Reiseweg.  Am  28. November  2007  führte  das  BFM  mit  dem  Be-
schwerdeführer eine einlässliche Anhörung zu den Asylgründen durch, 
welche es am 30. November 2007 fortsetzte.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen  geltend,  es  sei  am  3. März  2007  in  seinem  Dorf  zu 
einem Konflikt zwischen den D.___________ und den E.___________ 
gekommen.  Die  E.___________  hätten  verhindern  wollen,  dass  die 
D.___________ anlässlich des traditionellen F.__________ durch ihr 
Gebiet  marschieren.  Dabei  hätten  sie  drei  junge  D.___________  in 
einem Haus festgehalten. Noch am gleichen Abend hätten deswegen 
die D.___________ aus Rache das E.___________-Dorf gestürmt. Er 
habe  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  zu  Hause  aufgehalten  und  sei  mit 
seiner Familie ins Nachbardorf G.__________ geflüchtet. Am 6.  März 
2007 hätten  die  D.___________ eine Hütte  des D.___________-(...) 
angezündet, aber ihn und den E.___________-(...) dafür beschuldigt. 
Dies habe den D.___________ einen Anlass für einen zweiten Angriff 
auf  das  E.___________-Dorf  geboten.  Dabei  seien  viele  Häuser 
zerstört  worden,  so  dass  viele  Einwohner  nach  H.__________ 
geflüchtet  seien. Er  habe in Douala seine Arbeit  auf  der (...)  wieder 
aufnehmen  müssen.  Am  15. März  2007  habe  er  dort  mit  dem 
E.___________-(...)  und  einem pensionierten  Polizeioffizier,  namens 
I.___________ eine Beschwerde gegen die D.___________ verfasst. 
Am  20. März  2007  seien  die  Parteien  auf  dem  Polizeiposten  in 
D.___________  vorgeladen  worden.  Am  19. März  2007  habe  er 
deshalb Douala verlassen, so dass er am 20. März 2007 am Morgen 
auf  dem Polizeiposten in  H.__________ eingetroffen sei. Von einem 
Polizisten begleitet, sei er zur D.___________-Polizeistation gebracht 
worden. Sofort  sei er dort  von anderen anwesenden D.___________ 
erkannt  worden,  welche  ihm vorgeworfen hätten,  Lügen und  falsche 
Aussagen gegen die D.___________ zu machen. Die D.___________ 
hätten  versucht  die  Polizeistation  zu  stürmen und  ihn  umzubringen. 
Die Polizeibeamten hätten ihn in ein separates Zimmer in Sicherheit 
gebracht. Nachdem sich die Lage gegen Abend beruhigt habe, habe er 
nach  Douala  zurückkehren  können.  In  der  Folge  sei  er  von  seinen 
Mitarbeitern gemobbt und mit dem Tod bedroht worden, so dass er das 
Gespräch mit seinem Chef gesucht habe, welcher jedoch nichts unter-
nommen habe. Da habe er realisiert, dass sein Leben in Gefahr sei, 
habe er bei einem Priester gewohnt. Gleichzeitig habe er sich darum 
bemüht,  ein  Visum zu  erhalten. Nachdem sich  die  Lage  wieder  be-
ruhigt habe, und er auch wieder zu Hause habe wohnen können, habe 

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sich  die Lage im Juli  2007 wegen den Parlaments-  und Ratswahlen 
erneut  zugespitzt.  Er  habe  sich  als  Berater  aufstellen  lassen,  sei 
jedoch von der Liste der Kandidaten gestrichen worden. Bei Einsicht in 
die  Wählerliste  habe die  Regierungsverwaltung bemerkt,  dass  keine 
E.___________  auf  der  Liste  aufgeführt  waren  und  habe  wegen 
vermuteter Diskriminierung die komplette Liste gestrichen. Dies habe 
die  D.___________  wiederum  verärgert  und  sie  hätten  ihn  dafür 
verantwortlich gemacht. Sie hätten Männer beauftragt, ihn zu verfolgen 
und  umzubringen.  Er  habe  sich  deshalb  entschlossen,  sich  in 
Sicherheit zu bringen und aus Kamerun auszureisen.

C.
Im Auftrag des BFM führte ein LINGUA-Experte mit dem Beschwerde-
führer  am 5.  Dezember  2007  eine  Sprachanalyse  durch.  In  seinem 
dem BFM übermittelten Gutachten vom 19. Dezember 2007 kam der 
Experte  zum  Ergebnis,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der 
Lingua-Analyse mit Sicherheit aus Kamerun stammt.

D.
Mit Verfügung vom 22. Mai 2008 stellte das BFM fest, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asyl -
gesuch vom 24. Oktober 2007 ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei-
sung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und forderte ihn – unter 
Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz 
bis zum 17. Juli 2008 zu verlassen.

E.
Mit  Eingabe  vom 18. Juni  2008  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und 
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm Asyl 
zu gewähren oder  jedenfalls  die Flüchtlingseigenschaft  festzustellen. 
Eventuell  sei  die  Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzu-
ordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses zu verzichten. Der Beschwerde legte er eine hand-
geschriebene  Beschwerdeergänzung  in  englischer  Sprache  und  ein 
Telefax-Schreiben seiner Frau bei.

F.
Am 25. Juni 2008 reichte der Beschwerdeführer je  eine Telefaxkopie 
einer  Suchanzeige  (avis  de  recherche)  und  eines  Schreibens  der 

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Christadelphian  Bible  Mission  in  Cameroon zusammen  mit  einer 
englischsprachigen, handgeschrieben Erklärung und eine Fürsorgebe-
stätigung zu den Akten.

G.
Mit  Verfügung  vom  1. Juli  2008  stellte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts fest, dass der Beschwerdeführer den Aus-
gang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig 
hiess er das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und über-
mittelte die Beschwerdeakten dem BFM zur Vernehmlassung.

H.
In der Vernehmlassung vom 10. Juli 2008 beantragte das BFM die Ab-
weisung  der  Beschwerde.  Die  Vernehmlassung  wurde  dem  Be-
schwerdeführer am 16. Juli 2008 zur Kenntnisnahme zugestellt.

I.
Mit Eingabe vom 20. August 2008 reichte der Beschwerdeführer zwei 
eingescannte  Artikel  der  Zeitung  "The  Sentinel"  No.  010  vom  April  
2008  und  einer  englischsprachigen  handgeschriebenen  Erklärung 
dazu ein.

J.
Am 20. November  2008  sandte  der  Beschwerdeführer  dem Bundes-
verwaltungsgericht  eine  Kopie  eines  Bestätigungsschreibens  der 
Action  By  Christians  for  the  Abolition  of  Torture vom 10. November 
2008 zu.

K.
Am 13. Februar  2009 reichte  der  Beschwerdeführer  drei  Fotos,  eine 
CD-Rom und die Seiten 3-6 der Zeitung "The Sentinel" No. 010 ein.

L.
Mit  Eingabe  vom  18. März  2010  stellte  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht die Seiten 3-6 der Zeitung "The Observer" 
No. 0005  vom  29. Juni  2009,  einen  Totenschein  seiner  Frau  vom 
20. Juni 2009, eine Todesanzeige der Christadelphian Bible Mission in 
Cameroon vom 28. Juni 2009 und ein vom High Court J.__________ 
bestätigte Todesurkunde vom 10. August 2009 zu.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie  Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist ein-
zutreten.

3.
3.1 In der Beschwerde wird zunächst in verfahrensrechtlicher Hinsicht 
geltend gemacht, dem Beschwerdeführer sei während den Befragun-
gen immer wieder gesagt worden, er solle sich kurz halten, nicht aus -
schweifen. Er habe deshalb nicht frei sprechen können. 

3.2 Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der 
Untersuchungsgrundsatz, das heisst die Asylbehörde hat den rechts-
erheblichen Sachverhalt  vor ihrem Entscheid von Amtes wegen voll-
ständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Da-
bei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterla-
gen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären und 

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darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Gemäss Art. 8 AsylG hat die 
asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht und unter dem Blick-
winkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 Abs. 2  der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101) auch das Recht, an der Feststellung des Sachver-
halts mitzuwirken. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich 
auch, dass Asylsuchende zu ihren Asylgründen anzuhören sind (vgl. 
Art. 29 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 13,  EMARK  2004  Nr. 16 
E. 7a,  EMARK 2004 Nr. 30 E. 5.3.1). Was die  Anforderungen an die 
mündliche  Anhörung  gemäss  Art. 29  AsylG  und  die  entsprechende 
Gewährung des rechtlichen Gehörs betrifft, so soll die Anhörung Ge-
währ dafür bieten, dass die asylsuchende Person ihre Asylgründe voll -
ständig darlegen kann und diese von der Asylbehörde korrekt erfasst 
werden,  wobei  die  mündliche  Befragung  insbesondere  auch  dazu 
dient,  gezielte Rückfragen zur Erhebung des Sachverhalts zu stellen 
und  Missverständnisse  zu  klären  (vgl.  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des 
Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M. 1990, S. 256 f.).

3.3 Der Beschwerdeführer wurde erstmals am 1. November 2007 im 
Flughafen Zürich-Kloten zu den Asylgründen befragt (vgl. act.  A14/13) 
und  am 28.  und  30. November  2007  nochmals  einlässlich  angehört 
(vgl.  act. A26/19).  Aus  den  beiden  Protokollen  ergeben  sich  indes 
keine Hinweise, die darauf schliessen liessen, dass diese Anhörungen 
mangelhaft  erfolgt  sind. Entgegen der Behauptung des Beschwerde-
führers wurde er nie aufgefordert, er solle sich kurz halten und nicht 
ausschweifen. Im Gegenteil: Dem Beschwerdeführer wurde bei beiden 
Anhörungen ausreichend Zeit  eingeräumt,  um seine Asylgründe dar-
zulegen. Die Befragung vom 1. November 2007 dauerte inklusive einer 
Pause und der Rückübersetzung beinahe siebeneinhalb Stunden. Dem 
Protokoll  zufolge  konnte  er  seine  Asylvorbringen  –  teils  langfädig  – 
ausführen,  ohne dabei  unterbrochen zu werden. Auch die Anhörung 
am 28. November zog sich über zwei Nachmittage hin. Dem Protokoll 
lässt  sich  entnehmen,  dass  seine  Ausführungen  zu  seinen  Asyl-
gründen  dreieinhalb  Protokollseiten  füllen,  ohne  dass  er  in  seinen 
Schilderungen unterbrochen worden wäre (vgl. act. A26/19 S. 2-5). Am 
Schluss der Befragung und der Anhörung wurde er jeweils gefragt, ob 
er alles habe sagen können, was für sein Asylgesuch wichtig sei, was 
er bejahte (vgl. act. A 14/13 S. 11 F:82, A26/19 S. 18). Die bei der An-
hörung  anwesende  Hilfswerksvertreterin  hatte  ebenfalls  keine  Ein-
wände anzubringen beziehungsweise weitere Abklärungen anzuregen.

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3.4 Es  kann  deshalb  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Be-
schwerdeführer seine Asylgründe vollständig darlegen konnte. Es lässt 
sich demnach keine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts  oder  eine  Verletzung  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs ausmachen.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  mass-
geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 
(Art. 7 AsylG).

4.3 Die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG erfüllt  eine asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden  drohen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2008/4 E. 5.2 S. 37, EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff., EMARK 
2005  Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlings-
rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft 
ausserdem voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem Heimatland 
keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE  2008/12 

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E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f., EMARK 2006 Nr. 18 
E. 10 S. 201 ff., EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 
f.).  Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist 
die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung 
oder begründeten Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt 
des  Asylentscheides  ist  jedoch  im  Rahmen  der  Prüfung  nach  der 
Aktualität  der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich. Veränderungen 
der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asyl -
entscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der  das Asylgesuch 
stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 
f.,  EMARK  2000  Nr. 2  E. 8a  S. 20,  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 

5.
5.1 Das BFM lehnte  das Asylgesuch einerseits  mit  der  Begründung 
ab, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen 
an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  standhalten  und 
andererseits der Asylrelevanz entbehren.

Im Einzelnen führte es aus, der Beschwerdeführer mache geltend, er 
sei  der  Sohn  eines (...)  und habe  innerhalb  der  Gemeinde  wichtige 
Aufgaben übernommen. Zudem sei er der erste Berater des Chefs von 
E.___________  gewesen.  Obschon  er  vorgebe,  seit  Jahren  eine 
tragende  Rolle  innerhalb  der  Dorfgemeinschaft  der  E.___________ 
gespielt  zu  haben,  habe er  nicht  darzulegen  vermocht,  weshalb  ein 
Aussenstehender  als  Dorfvorsteher  berücksichtigt  worden  sei  und 
nicht  sein  Vater.  Bezeichnenderweise  habe  er  sich  auch  zu  seiner 
eigenen Funktion innerhalb der Gemeinschaft nur sehr vage äussern 
können,  obschon  er  immer  wieder  betont  habe,  dass  ohne  seine 
Anwesenheit  und  ohne  seinen  Rat  nichts  im  Dorf  geschehen  und 
entschieden werden könne. Aufgrund der mangelnden Kenntnisse und 
vagen Äusserungen zur Machtstruktur innerhalb der E.___________-
Gemeinschaft, sei daran zu zweifeln, dass der Beschwerdeführer eine 
derart  wichtige  Funktion  innerhalb  seiner  Dorfgemeinschaft  inne 
gehabt  habe.  Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  geltend  gemacht, 
dass er nach den Vorfällen im März 2007 von seinen Arbeitskollegen 
mit dem Tode bedroht worden sei. Aus diesem Grund habe er seinen 
Wohnort, aber nicht seine Arbeitsstelle gewechselt. Da die Bedrohung 
von seinen Arbeitskollegen ausgegangen sei,  sei  dies unlogisch und 
sein  Verhalten  somit  nicht  nachvollziehbar.  Ebenso  nicht 

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nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer sich ein paar Monate 
später bei den Wahlen habe aufstellen lassen, obschon er immer noch 
mit  dem  Tod  bedroht  worden  sei  und  sich  habe  versteckt  halten 
müssen. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer noch bis zum 
1. Oktober 2007 an seinem Arbeitsplatz erschienen sei, sei nicht mit 
seiner  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  zu  vereinbaren  und 
somit  als  realitätsfremd  zu  taxieren.  Ausserdem  sei  darauf 
hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  seiner  Ankunft  am 
Flughafen Zürich-Kloten vier Firmen-Badges auf sich getragen habe, 
die  er  bei  seiner  beruflichen  Tätigkeit  benutzt  habe.  Durch  das 
Urkundenlabor  der  Kantonspolizei  Zürich  sei  eine  Prüfung 
vorgenommen worden. Dabei  sei  festgestellt  worden,  dass  zwei  der 
eingezogenen Badges Totalfälschungen seien. Bei den zwei anderen 
Ausweisen  hätten  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  festgestellt 
werden  können,  doch sei  eine  abschliessende  Beurteilung  aufgrund 
mangelnden Vergleichsmaterials nicht möglich. Ausserdem sei hierbei 
festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  zu  seiner  von  ihm 
angegebenen  beruflichen  Tätigkeit  nur  sehr  vage  habe  äussern 
können. Ebenso hätten die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten 
Beweismittel  seine  Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu  untermauern  ver-
mocht.  Der  Zeitungsartikel,  der  über  die  Geschehnisse  im 
E.___________-Dorf berichte, erwähne den Beschwerdeführer selbst 
nicht.  Auf  die  anderen  beiden  Beweismittel  werde  aufgrund  der 
mangelnden  Aussagekraft  und  der  Manipulierbarkeit  nicht  weiter 
eingegangen. Ausserdem sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
keine  Verfolgung  seitens  der  kamerunischen  Behörden  geltend 
machte.  Im  Gegenteil,  die  kamerunische  Polizei  habe  ihm  Schutz 
gewährt  und sei auch auf seine Beschwerde eingegangen. Ebenfalls 
sei  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  eine  lokal  beschränkte 
Verfolgung  geltend  gemacht  habe,  weshalb  es  ihm  zuzumuten 
gewesen wäre, in Douala um Schutz bei den Behörden zu ersuchen.

5.2 In der Beschwerde wird demgegenüber im Wesentlichen geltend 
gemacht,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  in  kurzer 
Form  seitenlang  seine  Gründe  vorgetragen,  habe  Namen  und  Uhr-
zeiten nennen können, Geschehnisse geschildert etc. Ihm sei nicht be-
wusst gewesen, dass für die Schweizer Behörden und für sein Asyl-
gesuch  beispielsweise  Aussagen  zu  den  Machtstrukturen  seiner 
Gemeinschaft  oder seine konkreten Arbeitstätigkeiten derart  relevant 
seien.  Zu  den  Machtstrukturen  innerhalb  der  E.___________ 
Gemeinschaft könne er sagen, dass sein Vater ein angesehener und 

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reicher  Mann  gewesen  sei,  der  sehr  wichtig  für  die  Gemeinschaft 
gewesen sei, aber nicht zu den beiden Erstgeborenen gehört habe. In 
der Tradition ihrer Gemeinschaft bestimme der bestehende (...) selber, 
wer sein Nachfolger werde und behalte dies für sich. Nach seinem Tod 
könnten  die  Ältesten  sehen,  für  wen  er  sich  entschieden  habe. 
Dadurch  werde  der  Hass  und  Konflikt  zwischen  den  Söhnen 
vermieden. Das BFM glaube ihm nicht, dass er trotz Bedrohung noch 
gearbeitet habe. Es sei so, dass die Bedrohung und Verfolgung stetig 
angestiegen sei und sich von einem Vorfall zum Nächsten konkretisiert 
habe. Am schlimmsten sei es im Juli 2007 gewesen, als die Abweisung 
der Liste der Social Democratic Front (SDF) gekommen sei, weshalb 
er  auch  die  konkreten  Fluchtmassnahmen  getroffen  habe.  Zudem 
handle  es  sich  bei  seinem  Arbeitsplatz  nicht  um  ein  öffentliches 
Gelände und es bestünden hohe Sicherheitsmassnahmen, um auf das 
Gelände zu kommen. Er selber kontrolliere alle Arbeiter jeden Tag. Bei 
den von den Behörden als gefälscht  eingestuften Badges handle es 
sich  nicht  um  Identifikationsbadges,  sondern  um  sogenannte 
Projektbadges. Für jedes Projekt gebe es einen solchen. Sie würden 
nur die Namen, Funktionen der Arbeiter und die Nummer tragen und 
hätten  kein  Foto.  Er  habe  sehr  viele  solcher  Projektbadges.  Diese 
seien  nur  dazu  da,  die  Arbeiter  zu  checken,  die  für  das  jeweilige 
Projekt  arbeiten  würden. Er  sei  immer  sehr  früh  bei  der  Arbeit  und 
führe jeden Morgen mit  den Arbeitern  ein Sicherheitsmeeting durch. 
Alle müssten dabei teilnehmen und würden den Namen, die Funktion, 
die Projektbudgetnummer und Unterschrift eintragen. Sonst dürften sie 
nicht arbeiten. Am Abend müssten sich dann alle wieder abmelden. Er 
sei  der  Letzte  der  das  Gelände  verlassen  würde  und  würde  jeden 
Abend  den  Tagesbericht  zu  Handen  des  Chief  Office  schreiben.  Er 
könne nicht anderswo in Kamerun ein neues Leben beginnen. Seine 
Verfolger  würden  Geld  bezahlen,  um  Informationen  über  ihn  zu 
erhalten beziehungsweise um ihn zu töten. Er sei deshalb nirgendwo 
sicher. Die Polizei könne Personen bei solchen Arten von Verfolgungen 
nicht schützen und hätten dafür auch nicht die nötigen Mittel.

In  der  handgeschriebenen  Beschwerdeergänzung  in  englischer 
Sprache  führte  der  Beschwerdeführer  zudem  im  Wesentlichen  aus, 
dass  die  kamerunischen  Zeitungen  jeweils  erst  zwei  Wochen  nach 
einem  Ereignis  detailliert  Bericht  erstatten  würden  mit  Fotos  und 
Namen der involvierten Personen. Er habe seine Arbeit nicht wechseln 
können, weil es nur ein (...) in Kamerun gebe und bei einem Wechsel 
zu einem anderen (...) hätte dies zu Problemen geführt, wenn er das 

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Arbeitszeugnis verlangt hätte. Er habe klar hervorheben wollen, dass 
er  Kamerun  nicht  aus  ökonomischen  Gründen  verlassen  habe.  Er 
habe  dem  Sachbearbeiter  erklärt,  dass  die  beiden  Badges  nicht 
Legitimationsausweise  seien  und  ausserhalb  des  Projekts  keinen 
Verwendungszweck hätten. Die Badges würden nur dazu dienen, dass 
mit dem Projekt nicht beauftragte Personen keinen Zugang zu diesem 
hätten  beziehungsweise  aus  Sicherheitsgründen  bei  einer 
Notfallsituationen,  damit  man  wisse,  ob  alle  Projektarbeiter  das 
Gelände verlassen hätten.

6.
6.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach  Prüfung  der  Akten 
zur Auffassung, dass die Angaben des Beschwerdeführers, wonach er 
Angehöriger der E.___________ ist und auf einer (...) gearbeitet hat, 
glaubhaft  sind.  Mit  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  stimmt  auch 
überein,  dass  es  zwischen  den  D.___________  und  den 
E.___________ zu Konflikten gekommen ist. Es ist  deshalb möglich, 
dass der Beschwerdeführer von diesem Konflikt betroffen war und von 
der  Polizei  zur  Aufklärung  der  Sachverhalts  vorgeladen  wurde. 
Allerdings  bestehen  erhebliche  Zweifel,  an  der  Echtheit  der 
eingereichten Suchanzeige, gemäss welcher er sich wegen Anstiftung 
zu  Revolte  bei  der  Polizei  zu  melden  habe. Einerseits  liegt  die  von 
einem Freund gefaxte Suchanzeige, bloss als Kopie vor, andererseits 
ist erstaunlich, dass die Polizei auf dem Dokument nicht einmal seinen 
Namen korrekt  angeben konnte. Zudem ist  allgemein  bekannt,  dass 
das Fälschen von Dokumenten in Kamerun ein besonders verbreitetes 
Phänomen  ist  und  es  einen  umfangreichen  offenen,  aber  illegalen 
Handel  an  Blankodokumenten  gibt.  Die  per  Telefax  übermittelte 
Suchanzeige ist daher nicht geeignet, nachzuweisen, dass gegen den 
Beschwerdeführer ein Verfahren wegen Anstiftung zur Revolte eröffnet 
wurde. 

6.2 Unabhängig davon, ob die Vorbringen des Beschwerdeführers in 
all  ihren  Teilen  als  glaubhaft  erachtet  werden  können,  ist  sodann 
festzuhalten,  dass  die  angebliche  Furcht  vor  Verfolgung  durch  die 
D.___________-Bevölkerung  den  Anforderungen  von  Art.  3  AsylG 
nicht  standzuhalten  vermag.  Die  hinsichtlich  der  Verfolgung  durch 
Private  massgebliche  Schutztheorie  setzt  –  auf  Grund  der 
Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes – voraus, dass es der 
betroffenen Person nicht möglich ist,  im Heimatland davor Schutz zu 
finden. Der Schutz ist dann als ausreichend zu qualifizieren, wenn die 

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betroffene  Person  effektiv  Zugang  zu  einer  funktionierenden 
Infrastruktur hat und ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei 
von  einem  Staat  nicht  erwartet  werden  kann,  dass  er  jederzeit 
präventiv  in  alle  Lebensbereiche seiner  Bürger  eingreifen kann (vgl. 
BVGE 2008/5 E. 4.2 S. 60 f.; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3.2 S. 203).

6.3 Der  Beschwerdeführer  macht  geltend,  die  kamerunische  Polizei 
verfüge nicht  über  die Mittel,  um ihn vor einer  Verfolgung durch die 
D.___________-Bevölkerung zu schützen. Gemäss den Angaben des 
Beschwerdeführers  hat  ihn  die  Polizei  jedoch  zu  einer  Befragung 
vorgeladen,  nachdem  er  bei  ihr  eine  Anzeige  gegen  die 
D.___________-Leute eingereicht  hatte. Der  Beschwerdeführer  hatte 
somit  einerseits  Zugang  zur  örtlichen  Schutzinfrastruktur  und 
andererseits  blieben  die  kamerunischen  Sicherheitsbehörden  nicht 
untätig.  Der  Beschwerdeführer  gab  sogar  an,  dass  er  auf  der 
Polizeistation  der  D.___________,  vor  einer  Gruppe  aufgebrachter 
D.___________ gerettet worden sei, die ihn hätten umbringen wollen 
(vgl.  act. A14/13  S. 5  f.  und  10  F: 21  und  69;  A26/19  S. 4).  Die 
kamerunischen  Sicherheitsbehörden  sind  demnach  grundsätzlich  in 
der Lage und willens, den Einwohnern Schutz vor allfälliger Verfolgung 
zu  gewähren  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D-5682/2006 vom 6. November  2009 E. 4.2.1  und E-6672/2009 vom 
30. November 2009). Zudem hatte er gemäss seinen Aussagen keine 
Probleme mit den Behörden, der Polizei oder dem Militär gehabt (vgl. 
act. A14/13  S. 11  F: 81).  Vor  diesem  Hintergrund  ist  davon  aus-
zugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Kamerun  effektiven  Schutz 
vor Verfolgung durch die D.___________-Bevölkerung findet,  und es 
sind keine Gründe ersichtlich,  warum es ihm nicht  zuzumuten wäre, 
sich an diese zu wenden. Die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft  
fällt  im Falle  des  Beschwerdeführers  aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  mithin  nicht  in  Betracht.  Es  erübrigt 
sich  deshalb,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  den  Eingaben  des 
Beschwerdeführers  sowie  auf  die  eingereichten  Zeitungsartikel  und 
Bestätigungsschreiben der Kirchen, welche seine Vorbringen belegen 
sollen,  näher  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  nichts  zu  ändern 
vermögen.

6.4 Der Beschwerdeführer bringt  somit  keine Asylgründe vor, die im 
Sinne von Art. 3 AsylG asylrelevant sind. Die Vorinstanz hat somit im 
Ergebnis zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Asyl-
gesuch abgelehnt.

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7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

8.2
8.2.1 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  BV,  Art. 3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984  gegen Folter  und andere grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und 
der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender 
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  des 
Beschwerdeführers nach Kamerun ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer Ausschaffung nach Kamerun dort  mit  beachtlicher Wahrschein-
lichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 16  S. 122  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 
2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). 
Auch die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Kamerun  lässt  den 
Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er-
scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu-
lässig.

8.3
8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot -
schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.3.2 Angesichts der aktuellen Lage in Kamerun kann nicht von einer 
Situation  allgemeiner  Gewalt  oder  von  kriegerischen  oder  bürger-
kriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden, welche für den Be-

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schwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  eine  konkrete  Gefährdung  dar-
stellen würde.

8.3.3 Aus den  Akten und  Angaben des Beschwerdeführers  ergeben 
sich  zudem  keine  hinreichend  konkreten  Anhaltspunkte,  die  darauf 
schliessen liessen, der 32-jährige und – soweit ersichtlich – gesunde 
Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  nach  Kamerun  aus 
individuellen Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 
Natur  in  eine existenzbedrohende Situation. Gemäss eigenen Anga-
ben hat  er  sieben Jahre  Primarschule,  sechs Jahre  Sekundarschule 
und eine dreijährige  Berufsausbildung in  (...)  absolviert  und  danach 
als (....) gearbeitet und damit sehr gut seine Familie ernähren können 
(vgl. act. A23/10 S. 2 f.). Es ist deshalb davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer in der Lage ist, in Kamerun wieder Fuss zu fassen 
und  ein  Auskommen  zu  finden.  Obwohl  der  Beschwerdeführer  eine 
Todesurkunde  seiner  Frau  einreichte  und  angab,  seine  Eltern  seien 
bereits  gestorben  und  die  beiden  Geschwister  würden  im  Ausland 
leben,  verfügt  der  Beschwerdeführer  in  Kamerun  gemäss  seinen 
Eingaben  über  ein  Beziehungsnetz  aus  Freunden.  Zudem  dürfte  er 
auch  auf  die  Kirche  zählen  können,  bei  welcher  bereits  seine 
verstorbene Frau und seine Kinder untergekommen sind. Unter diesen 
Umständen  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers 
nach Kamerun nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG.

8.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass das BFM den Vollzug der Weg-
weisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  somit  nicht  in  Betracht 
(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

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11.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Nachdem 
das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit  Verfügung vom 1. Juli  2008 gut-
geheissen wurde, sind jedoch keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilagen:  drei  Fotos,  zwei 
Zeitungen, CD-Rom, Todesurkunde, Totenschein und Todesanzeige) 

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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