# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bd73e28-7468-5b48-850c-120f46182327
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.03.2015 D-1547/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1547-2015_2015-03-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1547/2015 

thc/kna/ 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Fulvio Haefeli,    

Gerichtsschreiberin Anne Kneer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Staat unbekannt (angeblich China [Volksrepublik]),   

vertreten durch Dr. iur. Pius Fryberg, Rechtsanwalt,  

(…), 

Gesuchsteller,   

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern. 

   

Gegenstand 

 
Revision;  

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2163/2014  

vom 23. Januar 2015 betreffend Verfügung des BFM  

vom 21. März 2014 / N (…). 

 

 

 

D-1547/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Gesuchsteller – eigenen Angaben zufolge ein Staatsangehöriger von 

China tibetischer Ethnie – ersuchte am 10. Mai 2013 um Gewährung von 

Asyl in der Schweiz.  

Zur Begründung seines Asylgesuches gab er im Wesentlichen an, er 

stamme aus dem Dorf Z._______, welches in der Gemeinde Y._______ 

liege. Dort habe er mit seiner Ehefrau und seiner Tochter und zusammen 

mit seinem jüngeren Bruder bei seinen Eltern gelebt. Er habe nie die 

Schule besucht und auch keinen Beruf erlernt. Er könne daher weder lesen 

noch schreiben und er spreche auch kein Chinesisch. Er habe seine 

Heimat verlassen, da ihm dort eine Verhaftung durch die chinesischen 

Behörden gedroht habe. Er und sein Vater hätten zwei Mönchen beim 

Anzetteln einer spontanen Demonstration geholfen, respektive sie hätten 

an der spontanen Demonstration teilgenommen. Wegen der 

Demonstration sei es zu einem grossen Menschenauflauf gekommen, 

worauf die beim Kloster anwesenden chinesischen Polizisten zu schiessen 

begonnen hätten. Als die Polizisten einen der zwei Mönche erschossen 

hätten, respektive als ein neben ihm stehender Mönch getroffen worden 

sei, habe er einen der Polizisten niedergeschlagen. Danach hätten alle 

Anwesenden die Flucht ergriffen und auch sie seien nach Hause 

gegangen. Da er von den anderen Polizisten gesehen worden sei, habe er 

sich zur Flucht entschieden. Zudem machte der Gesuchsteller die 

Teilnahme an zwei Demonstrationen in den Jahren 2008 und 2011 geltend, 

und er brachte vor, mehrfach verhaftet worden zu sein. Er habe nie einen 

Pass besessen, jedoch habe er eine Identitätskarte gehabt. Aufgrund 

seiner sehr plötzlichen Flucht habe er jedoch nicht daran gedacht, diese 

mitzunehmen, und mangels Kontaktmöglichkeiten zu seiner Familie könne 

er diese auch nicht mehr beschaffen.  

B.  

Mit Verfügung vom 21. März 2014 lehnte das BFM das Asylgesuch des 

Gesuchstellers ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an, unter ausdrücklichem Ausschluss 

eines Vollzuges der Wegweisung in die Volksrepublik China. 

C.  

Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 22. April 2014 

wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2163/2014 vom 

23. Januar 2015 vollumfänglich abgewiesen. Das Gericht erachtete dabei 

D-1547/2015 

Seite 3 

nicht nur die Gesuchsvorbringen als unglaubhaft, sondern schloss 

aufgrund der Aktenlage zugleich mit hinreichender Sicherheit auf eine 

Verschleierung der tatsächlichen Herkunft, weshalb den Gesuchs-

vorbringen jegliche Grundlage entzogen und seine Herkunft zurecht als 

unbekannt qualifiziert worden sei (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts D-2163/2014 vom 23. Januar 2015 E. 4.4 ff.). 

D.  

Mit einer als "Gesuch" bezeichneten Eingabe vom 26. Februar 2015 

gelangte der Gesuchsteller – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – ans 

SEM und beantragte unter anderem, der Asylentscheid vom 23. Januar 

2015 sei im Sinne einer Wiedererwägung aufzuheben und ihm Asyl zu 

gewähren, eventualiter die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In formeller 

Hinsicht ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sowie im 

nachgereichten Gesuch vom 27. Februar 2015 (ebenfalls ans SEM 

gerichtet) um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er eine Kopie einer Seite des 

Familienbüchleins, einen Brief seiner Mutter (inkl. Übersetzung) sowie den 

Umschlag, mit welchem er diese Beweismittel erhalten habe, und die 

dazugehörige Sendungsnachverfolgung zu den Akten.  

E.  

Mit Schreiben vom 9. März 2015 stellte das SEM fest, dass in der Eingabe 

keine Gründe angeführt würden, welche im Rahmen eines Wieder-

erwägungs- oder neuen Asylverfahrens zu beurteilen wären und es sich 

bei den eingereichten Beweismitteln um sogenannte "unechte Noven" 

handle, was einem Revisionsgesuch entspreche. Die Eingabe falle somit 

nicht in den Zuständigkeitsbereich des SEM und werde gestützt auf Art. 8 

VwVG zur weiteren Behandlung an das Bundesverwaltungsgericht über-

wiesen. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. März 2015 forderte die Instruktions-

richterin den Gesuchsteller auf, innert Frist eine Revisionsverbesserung 

einzureichen. Bei ungenutzter Frist werde auf das Revisionsgesuch nicht 

eingetreten. 

G.  

Mit Schreiben vom 17. März 2015 reichte der Gesuchsteller eine Revi-

sionsverbesserung ein. Dabei beantragte er zur Hauptsache, das Urteil des 

D-1547/2015 

Seite 4 

Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Januar 2015 sei aufzuheben und ihm 

sei Asyl zu gewähren, eventualiter die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In 

formeller Hinsicht ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

des Gesuchs und um Erlaubnis, während der Verfahrensdauer zu arbeiten 

sowie um Erlaubnis, an seinem bisherigen Wohnort zu bleiben. 

Diesbezüglich sei eine superprovisorische Verfügung zu erlassen. Ferner 

sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und der unterzeichnende 

Rechtsanwalt sei als Rechtsbeistand beizugeben.  

Zur Stützung der Vorbringen reichte der Gesuchsteller zusätzlich zu den 

bereits beim SEM eingereichten Beweismitteln eine beglaubigte Über-

setzung der Seite des Familienbüchleins auf Deutsch ins Recht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet gemäss Art. 105 AsylG 

(SR 142.31) auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Be-

schwerden gegen Verfügungen des SEM (vgl. zur Ausnahme: Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Es ist ausserdem zuständig für die Revision von Urteilen, die 

es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 

2007/21 E. 2.1). 

1.2 Gemäss Art. 45 VGG gelten für die Revision von Urteilen des Bun-

desverwaltungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss. Nach Art. 47 

VGG findet auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches Art. 67 

Abs. 3 VwVG Anwendung. 

1.3 Das Revisionsgesuch ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, das sich 

gegen einen rechtskräftigen Beschwerdeentscheid richtet. Wird das 

Gesuch gutgeheissen, beseitigt dies die Rechtkraft des angefochtenen 

Urteils, und die bereits entschiedene Streitsache ist neu zu beurteilen (vgl. 

ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, 2008, S. 247 Rz. 5.36). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht auf Gesuch hin seine Urteile aus 

den in Art. 121–123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45 VGG). 

Nicht als Revisionsgründe gelten Gründe, welche die Partei, die um 

Revision nachsucht, bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte 

geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). 

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Seite 5 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Besetzung mit drei 

Richterinnen oder Richtern (Art. 21 Abs. 1 VGG), sofern das Revisionsge-

such nicht in die Zuständigkeit des Einzelrichters beziehungsweise der 

Einzelrichterin fällt (vgl. Art. 23 VGG). 

2.  

2.1 Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund 

anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von 

Art. 124 BGG darzutun. 

2.2 Der Gesuchsteller macht den Revisionsgrund des nachträglich 

aufgefundenen entscheidenden Beweismittels geltend. Auch wenn der 

Gesuchsteller dabei fälschlicherweise auf Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG 

verweist, wohingegen Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG zur Anwendung gelangt, 

soll dem Gesuchsteller bei der im vorliegenden Sachverhalt 

deckungsgleichen Bestimmung kein Nachteil erwachsen, da offensichtlich 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG als Revisionsgrund angerufen wird. Die 

Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens wurde sodann aufgezeigt. Auf das 

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Revisionsgesuch ist 

einzutreten. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG kann in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten die Revision eines Urteils verlangt werden, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich entscheidende Beweismittel auffindet, die sie 

im früheren Verfahren nicht beibringen konnte, unter Ausschluss der 

Beweismittel, die erst nach dem Entscheid entstanden sind. 

3.2 Das Revisionsgesuch wurde im Wesentlichen damit begründet, es 

würden neue erhebliche Beweismittel vorliegen, in deren Besitz der 

Gesuchsteller am 13. Februar 2015 gelangt sei. Er habe nach dem Urteil 

Ende Januar 2015 seinen Bruder in X._______ kontaktieren können, 

welcher ihm die Kopie des Familienbüchleins habe zusenden können. 

Diese belege eindeutig seine chinesische Staatsangehörigkeit. Die 

Tatsache, dass er chinesischer Staatsangehöriger sei, habe er bis anhin 

nicht überzeugend beweisen können. Da nun der Beweis vorliege, dass 

China sein Heimatstaat sei, sei eine Wegweisung ausgeschlossen. Das 

neue Beweismittel sei erheblich, weil es die chinesische 

Staatsangehörigkeit bestätige und somit auch seine Flüchtlings-

eigenschaft. Er habe den Beweis nicht früher erbringen können, weil er 

unter allen Umständen habe vermeiden wollen, mit seiner Familie in 

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Seite 6 

Kontakt zu treten, da er deren Leben nicht habe gefährden wollen, solange 

es eine Chance gegeben habe, dass ihm Asyl gewährt werde und er somit 

nicht zurück müsse und sein eigenes Leben gefährde. In Angst um sein 

Leben und in absoluter Ungewissheit, wohin er zu gehen habe, habe er 

unter allen Vorsichtsmassnahmen seinen Bruder kontaktiert. Die 

Beschaffung dieser Beweismittel sei für die Familie dermassen gefährlich, 

dass er diese Option bis anhin nie in Betracht gezogen habe. Da ihm nun 

eine Zwangsausweisung drohe, habe er keine andere Möglichkeit mehr 

gesehen. Tibeter in China würden ihr Leib und Leben riskieren, wenn sie 

mit flüchtigen Tibetern Kontakt hätten. Er sei im ordentlichen Verfahren bei 

den Gesprächen mit den Experten nervös gewesen. Dabei sei zu 

beachten, dass Tibeter eine tiefsitzende Angst vor der Polizei und den 

Behörden empfinden würden. Zwischen der Befragung und seiner illegalen 

Ausreise sei eine lange Zeitspanne gelegen und somit sei es sehr gut 

möglich, dass er sich nicht mehr genau an gewisse unwichtige Einzelheiten 

erinnere. Man habe in einer solchen Situation andere Probleme, als sich 

die Berge oder Flüsse zu merken. Da er nie die Möglichkeit gehabt habe, 

die Schule zu besuchen, sei es auch sehr wahrscheinlich, dass er das 

dortige Schulsystem nicht kenne. Dieser Umstand erkläre auch den 

Mangel an Grundlagenkenntnissen der dortigen Geographie. Er habe zu 

keinem Zeitpunkt versucht, seine wahre Herkunft zu verbergen oder zu 

verschleiern und von Anfang an die Wahrheit gesagt, nämlich dass er aus 

Tibet respektive China komme. Es sei ihm auch nicht möglich, den 

Behörden bei der Abklärung seines Status in Indien oder Nepal zu helfen, 

da er in diesen Ländern nie gelebt habe. Er habe nie seine 

Mitwirkungspflicht bezüglich der Aufklärung seines bisherigen 

Aufenthaltsortes oder Staatsangehörigkeit verletzt. Ihm würden bei der 

Rückkehr nach China Folter oder Tod drohen. Es sei nicht zumutbar, nach 

Tibet zurückzukehren. Soweit es erforderlich sei, stehe er selbst-

verständlich für eine weitere Befragung zur Verfügung. 

4.  

4.1 Der Gesuchsteller beruft sich auf den Revisionsgrund des nachträglich 

aufgefundenen entscheidenden Beweismittels. Prüfungsgegenstand des 

vorliegenden Verfahrens sind somit einzig die Kopie der Seite des 

Familienbüchleins und der Brief der Mutter.  

4.2 Gründe, welche die Partei, die um Revision nachsucht, bereits im 

ordentlichen Beschwerdeverfahren hätte geltend machen können, gelten 

gemäss Art. 46 VGG nicht als Revisionsgründe (vgl. ferner sinngemäss 

Art. 125 BGG und den vor Inkrafttreten des VGG auf Revisionen 

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Seite 7 

anwendbare Art. 66 Abs. 3 VwVG). Damit übereinstimmend erwähnt 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG explizit die Voraussetzung, dass die 

nachträglich erfahrenen neuen erheblichen Tatsachen beziehungsweise 

die nachträglich aufgefundenen neuen entscheidenden Beweismittel im 

früheren Verfahren nicht beigebracht werden konnten. 

4.3 Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, wieso der Gesuchsteller die 

Kopie der Seite des Familienbüchleins nicht bereits spätestens im 

Beschwerdeverfahren hätte einbringen können. Im Revisionsgesuch wird 

dieses Versäumnis zwar damit begründet, dass der Gesuchsteller habe 

vermeiden wollen, mit seiner Familie in Kontakt zu treten, da er deren 

Leben nicht habe gefährden wollen, solange es eine Chance gegeben 

habe, dass ihm Asyl gewährt werde und er somit nicht zurück gehen 

müsste. In Angst um sein Leben und in absoluter Ungewissheit, wohin er 

zu gehen habe, habe er nun unter allen Vorsichtsmassnahmen seinen 

Bruder kontaktiert. Die Beschaffung dieser Beweismittel sei für die Familie 

dermassen gefährlich, dass er diese Option bis anhin nie in Betracht 

gezogen habe. Diese Argumentation überzeugt jedoch vorliegend nicht. So 

musste sich der Gesuchsteller spätestens mit der abweisenden Verfügung 

des BFM vom 21. März 2014 bewusst sein, dass ihm seine 

Staatsangehörigkeit nicht geglaubt würde, womit sein Aufenthalt in der 

Schweiz gefährdet war und er seine Herkunft bestenfalls mit 

Identitätspapieren oder ähnlichem zu belegen hatte. So war absehbar, 

dass das Gericht nicht ohne Weiteres von der Glaubhaftigkeit seiner 

Vorbringen ausgehen wird, zumal bereits das BFM auf die Gründe der 

Unglaubhaftigkeit ausführlich eingegangen war. Sich in einem solch 

zentralen Punkt nicht bereits zu diesem Zeitpunkt um Beweise zu 

bemühen, lässt sich im Übrigen – entgegen den Aussagen im 

Revisionsgesuch – nicht mit der in Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG statuierten 

Mitwirkungspflicht vereinbaren. 

4.4 Unabhängig von der Frage der Rechtzeitigkeit ist den neu angerufenen 

Beweismitteln auch die Erheblichkeit im revisionsrechtlichen Sinne 

abzusprechen. Dieses Erfordernis verlangt, dass die neuen Beweismittel 

zu einem anderen Entscheid hätten führen können. Neue Beweismittel 

sind mithin dann "entscheidend", wenn sie eine asylrelevante 

Verfolgungssituation glaubhaft machen könnten. Dies ist zu verneinen. Vor 

dem Hintergrund der bereits im Beschwerdeverfahren und nach wie vor 

zutreffenden Feststellung des Bundesverwaltungsgerichts, dass nicht nur 

die Gesuchsvorbringen, sondern auch die Herkunft des Gesuchstellers 

unglaubhaft ist, reicht die nun eingereichte Kopie von lediglich einer Seite 

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Seite 8 

des Familienbüchleins – wobei Kopien grundsätzlich ein geringerer 

Beweiswert zukommen – nicht aus, um die Herkunft des Gesuchstellers 

oder dessen Asylvorbringen als glaubhaft darzulegen. Der Gesuchsteller 

begründet darüber hinaus denn auch nicht genauer, unter welchen 

Sicherheitsvorkehrungen er seinen Bruder kontaktierte, wie das Gespräch 

ablief oder weshalb dieser nicht das Original oder zumindest Kopien aller 

Seiten des Familienbüchleins schicken konnte. Weiter erstaunt, dass das 

Familienbüchlein von Hand und nicht mit Maschine ausgefüllt wurde, was 

dessen Beweiswert weiter verringert. Ferner kommt das Gericht auch unter 

Berücksichtigung des Umschlags, in welchem die Beweismittel von seinem 

Bruder in X._______ versendet worden seien, nicht zu einem anderen 

Schluss, belegt dieser Umschlag lediglich, dass der Gesuchsteller einen 

Brief aus X._______ erhalten hat, was seine Herkunft nicht zu belegen 

vermag. Bezeichnenderweise wurde der Umschlag nicht übersetzt, 

weshalb bereits unklar bleibt, wer überhaupt auf dem Umschlag als 

Absender vermerkt ist. Auch der Brief der Mutter vermag am Gesagten 

nichts zu ändern, kommt diesem als Schreiben einer privaten Drittperson 

ein äusserst geringer Beweiswert zu.  

4.5 Aus denselben Überlegungen ist vorliegend auch das Bestehen eines 

Wegweisungsvollzugshindernisses – mit Ausnahme des Ausschlusses 

eines Vollzuges in die Volksrepublik China – zu verneinen. So ist ein 

Revisionsbegehren, unabhängig von der Frage der Rechtzeitigkeit der 

neuen Vorbringen respektive Beweismittel, im Wegweisungsvollzugspunkt 

gutzuheissen, wenn aufgrund der neuen Vorbringen offensichtlich wird, 

dass einem Gesuchstellenden Verfolgung oder menschenrechtswidrige 

Behandlung droht, und damit ein völkerrechtliches Vollzugshindernis 

besteht (dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 9 E. 7, insbesondere E. 7f und 

g; der Entscheid bezieht sich zwar auf Art. 66 Abs. 3 VwVG, lässt sich 

indessen auf Art. 125 BGG übertragen). Vorausgesetzt ist folglich der 

Nachweis einer beachtlichen Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, 

ernsthaften Gefahr, wobei ein herabgesetzter Beweismassstab des 

Glaubhaftmachens genügt.  

4.6 Unter den bereits genannten Gründen vermögen die neu eingereichten 

Beweismittel keine menschenrechtswidrige Misshandlungsgefahr des 

Gesuchstellers glaubhaft zu machen, so dass das Revisionsbegehren 

auch in diesem Punkt unbegründet ist. 

D-1547/2015 

Seite 9 

5.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine revisionsrechtlich rele-

vanten Gründe dargetan sind. Das Gesuch um Revision des Urteils des 

Bundesverwaltungsgerichts D-2163/2015 vom 23. Januar 2015 ist dem-

zufolge abzuweisen. 

6.  

Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache werden die Gesuche um 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, die Erlaubnis, 

während der Verfahrensdauer zu arbeiten sowie um die Erlaubnis, an 

seinem bisherigen Wohnort zu bleiben sowie das Gesuch um Verzicht auf 

Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos.  

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Gesuchsteller 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. 

Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Revisionsgesuch wurde 

jedoch ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG gestellt. Gemäss dieser Bestimmung 

wird von Verfahrenskosten abgesehen, wenn die Partei nicht über die 

erforderlichen Mittel verfügt und ihre Begehren nicht aussichtslos 

erscheinen. Wie sich auf den vorstehenden Erwägungen ergibt, waren die 

Begehren jedoch als aussichtslos zu bewerten, weshalb die Voraus-

setzungen nicht erfüllt sind. Somit ist das Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG 

abzuweisen und die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– sind dem Gesuch-

steller aufzuerlegen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1547/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Anne Kneer 

 

 

Versand: