# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d99faa42-527c-5c38-9c6e-ba936fd2a1c2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 04.06.2015 SK2 2014 61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2014-61_2015-06-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 4. Juni 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 14 61 02. Juli 2015

Beschluss 
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Schnyder
Aktuarin ad hoc Seres

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Kol-
ler, Landstrasse 4, 9606 Bütschwil, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013, 
mitgeteilt am 1. Juli 2013, in Sachen Dr. med. vet. Y._____, Beschwerdegegner, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cavegn, Bahnhofstrasse 7, 7001 
Chur, gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Amtsmissbrauch etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ reichte am 23. Juli 2009 Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch, 
Nötigung, Sachentziehung und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gegen 
den Kantonstierarzt Dr. med. vet. Y._____ ein. Dabei wirft X._____ Dr. med. vet. 
Y._____ vor, dieser solle seine Amtsgewalt missbraucht haben, indem er am 
14./15. Juli 2009 auf der Alp A._____ in O.1_____ zwei Alphirten sowie einer 
Freundin eines Alphirten, unter Androhung rechtlicher Konsequenzen, die Mobilte-
lefone abgenommen und die drei Erwähnten unrechtmässig dazu veranlasst habe, 
120 Schafe von X._____ einzufangen und zu separieren. Anschliessend soll er die 
120 Schafe unrechtmässig gegen die Blauzungenkrankheit geimpft und an einen 
geheimen Ort verbracht haben.

B. Mit Verfügung vom 1. September 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO gegen 
Dr. med. vet. Y._____ eine Strafuntersuchung wegen Sachentziehung gemäss 
Art. 141 StGB.

C. Am 14. Juni 2010 wurde Dr. med. vet. Y._____ als Beschuldigter untersu-
chungsrichterlich einvernommen. Am 18. August 2010 wurden Dr. med. vet. FVH 
B._____ (Amtstierarzt) und C._____ (Landwirt und Alpchef) als Zeugen untersu-
chungsrichterlich einvernommen.

D. Neben der Strafanzeige reichte X._____ gegen die Verfügungen des Amtes 
für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) vom 2. Juni 2009 betreffend 
einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit) und 
vom 15. Juli 2009 betreffend Ersatzmassnahme (Separierung der Herde) und Imp-
fung gegen die Blauzungenkrankheit Beschwerde beim Departement für Volks-
wirtschaft und Soziales Graubünden (DVSG) ein. Mit den Departementsverfügun-
gen vom 11. August 2010 wurden die Beschwerden, soweit darauf eingetreten 
wurde, abgewiesen. Dagegen reichte X._____ am 13. September 2010 Be-
schwerden beim Verwaltungsgericht Graubünden ein. Mit Urteil U 10 108 vom 
22. Februar 2011 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfü-
gung betreffend einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzun-
genkrankheit) ab, soweit es darauf eintrat. Mit Urteil U 10 109 vom 22. Februar 
2011 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung betref-
fend Ersatzmassnahme (Separierung der Herde) und Impfung gegen die Blauzun-
genkrankheit teilweise gut und hob die angefochtene Verfügung bezüglich Ziffer 3 

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(Kosten für die Zwangsimpfung zu Lasten von X._____) auf, wobei die Beschwer-
de im Übrigen abgewiesen wurde. 

E. Am 1. November 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft, dass die zwischen-
zeitlich gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO sistierte Strafuntersuchung nach 
Art. 315 StPO wieder an die Hand genommen werde.

F. Mit der Parteimitteilung vom 23. November 2011 wurden die Parteien über 
den Abschluss der Strafuntersuchung orientiert. Aufgrund der tatsächlichen und 
rechtlichen Verhältnisse stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Erlass 
einer Einstellungsverfügung gemäss Art. 319 ff. StPO in Aussicht. Gleichzeitig 
wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, innert 10 Tagen Beweisanträge zu stel-
len.

G. Am 5. Dezember 2011 beantragte X._____, es sei von einer Einstellung 
des Strafverfahrens abzusehen und die Strafuntersuchung bezüglich der Straftat-
bestände des Amtsmissbrauchs, der Nötigung, der Tierquälerei und der Wider-
handlungen gegen das Tierschutzgesetz sei fortzuführen und Dr. med. vet. 
Y._____ hierfür schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Dabei stellte 
er im Vergleich zu seiner Strafanzeige keine neuen Beweisanträge. Mit den 
Schreiben vom 23. Januar 2011 und 24. Februar 2011 wirft X._____ Dr. med. vet. 
Y._____ zudem vor, die Überführungs- bzw. Rückführungsliste im Zusammen-
hang mit der Separierung seiner Schafe gefälscht zu haben, weshalb dieser der 
Urkundenfälschung schuldig zu sprechen sei. Ausserdem seien die separierten 
Schafe nicht tiergerecht gehalten worden, weshalb Dr. med. vet. Y._____ auch 
deshalb der Tierquälerei und Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz 
schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen sei. Zur Unterlegung seiner 
Ausführungen reichte er weitere Beweismittel ein und beantragte die Befragung 
von weiteren Zeugen. Zu diesen Schreiben nahm Dr. med. vet. Y._____ unter Bei-
lage verschiedener Beweismittel am 30. September 2012 Stellung, worauf sich 
X._____ dazu mit Schreiben vom 31. Dezember 2012 und 21. Januar 2013 (inkl. 
diversen Beilagen) erneut äusserte und Dr. med. vet. Y._____ zu diesen Schrei-
ben am 25. April 2013 seine Stellungnahme einreichte. 

H. In der Folge erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 28. Juni 2013, 
mitgeteilt am 1. Juli 2013, eine Einstellungsverfügung und verfügte was folgt:

„1. Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person wegen Sachentzie-
hung etc. wird eingestellt.

2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

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3. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton. Eine Entschädigung wird nicht 
zugesprochen.“

I. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X._____ (nachfolgend: Be-
schwerdeführer) am 12. Juli 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden und begehrte was folgt:

„1. Die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 
2013 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, 
gegen den Beschuldigten die Anklage beim zuständigen Gericht we-
gen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben 
oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amts-
missbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu 
sprechen und angemessen zu bestrafen.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, sämtliche Strafuntersu-
chungsakten zu edieren.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

J. Mit Verfügung vom 15. Juli 2013 wurde der Staatsanwaltschaft die Möglich-
keit gegeben, eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe vom 23. Juli 2013 
verzichtete diese darauf.

K. Mit Stellungnahme vom 15. August 2013 beantragte Dr. med. vet. Y._____ 
(nachfolgend Beschwerdegegner), die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten sei. Dies unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu-
züglich Mehrwertsteuer von 8% zu Lasten des Beschwerdeführers.

L. Mit Urteil vom 27. November 2013, mitgeteilt am 2. Dezember 2013 (SK 2 
13 36), entschied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

„1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Las-
ten des Beschwerdeführers und werden mit der Sicherheitsleistung 
verrechnet.

3. Der Beschwerdeführer entschädigt den Beschwerdegegner ausser-
amtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. MwSt.).

4. [Rechtmittelbelehrung].

5. [Mitteilung].“

M. Gegen dieses Urteil erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Ja-
nuar 2014 Beschwerde in Strafsachen beim Schweizerischen Bundesgericht und 
stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Kantonsgericht Graubünden vom 2. Dezember 2013 
sowie die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Ju-
ni 2013 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuwei-

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sen, gegen den Beschuldigten Anklage beim zuständigen Gericht we-
gen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben 
oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amts-
missbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu 
sprechen und angemessen zu bestrafen.

2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen und diese ebenfalls anzuweisen, die beantragten Be-
weise abzunehmen.

3. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz seien zu verpflichten, 
sämtliche Strafuntersuchungsakten und Vorakten zu edieren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

N. Mit Eingabe vom 15. Juli 2014 beantragte der Vorsitzende der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, die Beschwerde sei abzu-
weisen, soweit auf sie einzutreten sei.

O. Mit Urteil vom 27. November 2014 (6B_72/2014) entschied das Schweizeri-
sche Bundesgericht was folgt:

„1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 27. November 2013 wird aufgehoben und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 1'000.-- dem Be-
schwerdegegner 2 auferlegt.

3. Der Beschwerdegegner 2 und der Kanton Graubünden haben dem 
Beschwerdeführer eine Entschädigung von je Fr. 1'500.-- auszurich-
ten.

4. [Mitteilung].“

Zur Begründung führte das Bundesgericht einleitend aus, dem Beschwerdeführer 
fehle die Beschwerdelegitimation in der Sache selbst. Dennoch könne der Be-
schwerdeführer im Verfahren vor Bundesgericht die Verletzung von ihm zustehen-
den Verfahrensrechten (nämlich die Verletzung seines rechtlichen Gehörs) gel-
tend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstelle bzw. 
darauf hinauslaufe. Hinsichtlich des Tatbestandes des Amtsmissbrauchs kam das 
Bundesgericht zum Schluss, das Kantonsgericht von Graubünden habe sich nicht 
genügend mit den Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinanderge-
setzt. Es habe die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Fragen, ob der 
Beschwerdegegner im Tatzeitpunkt von der Korrektheit seines Handelns über-
zeugt gewesen sei oder ob er im Gegenteil gewusst oder in Kauf genommen ha-
be, dass er seine Kompetenzen überschritten habe, und ob allenfalls eine Schädi-
gungsabsicht vorgelegen habe, ohne weitergehende Prüfung als unzutreffend 
verworfen und die Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Entscheidfindung 

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in keiner Weise einbezogen. In Bezug auf den Tatbestand der Tierquälerei führte 
das Bundesgericht aus, das Kantonsgericht von Graubünden verkenne, dass es 
Rechtsmittelbehörde mit umfassender Kognition sei. Indem das Kantonsgericht 
von Graubünden mit der Begründung, rein appellatorische Kritik an der angefoch-
tenen Verfügung sei für die rechtsgenügliche Substanziierung der Beschwerde 
nicht ausreichend, auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten sei, habe dieses in unzulässiger Weise seine Kognition be-
schränkt und somit dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör verweigert. Fer-
ner habe sich das Kantonsgericht von Graubünden mit der Behauptung des Be-
schwerdeführers, die Impfung sei nicht de lege artis durchgeführt worden, ausein-
anderzusetzten und die diesbezüglichen, entscheidrelevanten Ausführungen zu 
berücksichtigen. Zum Tatbestand der Urkundenfälschung bemerkte das Bundes-
gericht, auch hier habe das Kantonsgericht von Graubünden seine Kognition in 
unzulässiger Weise beschränkt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 
verletzt, als es mit Hinweis auf die ungenügende Substantiierungsanforderungen 
der Beschwerde auf die Rügen des Beschwerdeführers nicht eingetreten sei. Das 
Kantonsgericht habe sich demgegenüber auch in diesem Zusammenhang mit den 
Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen und insbeson-
dere auf die Argumentation des Beschwerdeführers, weshalb es sich bei der Über-
führungs- und Rückführungsliste seiner Ansicht nach um eine Urkunde im rechtli-
chen Sinne handle und weshalb der Beschwerdegegner vorsätzlich gehandelt ha-
ben könnte, einzugehen. Zusammenfassend hielt das Bundesgericht fest, das 
Kantonsgericht habe sich nicht oder nur unzulänglich mit den Vorbringen des Be-
schwerdeführers befasst und damit dessen Anspruch auf rechtliches Gehör ver-
letzt. Die Beschwerde sei somit gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuhe-
ben und die Sache zu neuer Entscheidung an das Kantonsgericht zurückzuwei-
sen. Dieses habe sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinander-
zusetzten und unter Berücksichtigung seiner Ausführungen neu zu entscheiden. 
Dabei habe das Kantonsgericht zu prüfen, ob sich die Einwände des Beschwerde-
führers anhand der aktuellen Beweislage beurteilen liessen oder ob allenfalls wei-
tere Beweise zu erheben seien. Auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers sei indessen infolge fehlender Legitimation in der Sache nicht einzugehen.

P. Mit Schreiben vom 6. Januar 2015 teilte der Vorsitzende der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass das 
Kantonsgericht über die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013 noch einmal neu zu befinden habe 

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und gab den Parteien Gelegenheit, zum bundesgerichtlichen Urteil (6B_72/2014) 
Stellung zu nehmen.

Q. Am 26. Januar 2015 reichte der Beschwerdegegner seine Stellungnahme 
zum bundesgerichtlichen Urteil (6B_72/2014) ein. Dabei hielt er an seinem 
Rechtsbegehren – die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei 
– und an seinen Ausführungen in seiner Stellungnahme vom 15. August 2013 
vollumfänglich fest, wobei er letztere teilweise ergänzte.

R. Mit Eingabe vom 27. Januar 2015 nahm der Beschwerdeführer zum bun-
desgerichtlichen Urteil (6B_72/2014) Stellung und verwies für die Darstellung des 
Sachverhalts und die Begründung auf seine Eingaben bei der Staatsanwaltschaft 
und seine Beschwerdebegründung vom 12. Juli 2013. Der Beschwerdeführer 
machte geltend, das Kantonsgericht habe sich mit all seinen Parteistandpunkten 
auseinanderzusetzten und sämtliche gestellte Beweisanträge abzunehmen oder 
die Beweisabnahme an die Staatsanwaltschaft zu delegieren. Hinsichtlich der 
Kostenverteilung führte er aus, die Staatsanwaltschaft habe ebenso wie das Kan-
tonsgericht sein rechtliches Gehör verletzt, weshalb die Einstellungsverfügung 
vom 28. Juni 2013 bereits aus diesem Grund aufzuheben sei. Dementsprechend 
sei ihm eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren vor dem Kantons-
gericht zuzusprechen.

J. Auf die Ausführungen im Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 
2014 (6B_72/2014), im Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 27. No-
vember 2013 (SK2 13 36), in der angefochtenen Einstellungsverfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013 sowie in den Rechtsschriften 
und Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. a) Nachdem das Bundesgericht in seinem Urteil vom 27. November 2014 
(6B_72/2014) das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 27. November 
2013 (SK2 13 36) aufgehoben und zu neuer Entscheidung an das Kantonsgericht 
von Graubünden zurückgewiesen hat (vgl. Ziff. 1 des Dispositivs), ist die vorlie-
gende Beschwerdesache neu zu beurteilen. Mit der Rückweisung wird der Pro-
zess hinsichtlich des davon betroffenen Streitpunktes in die Lage zurückversetzt, 
in der er sich vor Fällung des kantonalen Urteils befunden hat. Der Rahmen wird 

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demnach vom Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts in rechtlicher Hinsicht 
abgesteckt (vgl. BGE 116 II 220 E. 4a).

b) Die Bindungswirkung bundesgerichtlicher Rückweisungsentscheide ergibt 
sich nicht aus dem kantonalen Recht, sondern ausschliesslich aus dem Bundes-
recht. Früher wurde sie für Zivil- und Strafsachen in Art. 66 Abs. 1 des Bundesge-
setzes über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG; nicht mehr in Kraft) 
bzw. Art. 277ter des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP; 
nicht mehr in Kraft) statuiert, heute ergibt sie sich (unverändert) aus dem unge-
schriebenen Bundesrecht, da die Bestimmung wegen ihrer Selbstverständlichkeit 
nicht in das neue Bundesgerichtsgesetz überführt worden ist (vgl. BGE 135 III 334 
E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_372/2011 vom 12. Juli 2011 E. 1.1.1; Bot-
schaft zur Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001, 
BBl 2001 4202 ff., Ziff. 4.1.4.5 S. 4346). Im Falle eines Rückweisungsentscheides 
hat die mit der Neubeurteilung befasste kantonale Instanz die rechtliche Beurtei-
lung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entscheidung zugrunde zu 
legen. Diese Beurteilung bindet auch das Bundesgericht, falls ihm die Sache er-
neut unterbreitet wird. Aufgrund der Bindungswirkung ist es den nochmals mit der 
Sache befassten Gerichten wie den Parteien verwehrt, der Beurteilung des 
Rechtsstreits einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zu unterstellen oder 
die Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsent-
scheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden 
sind (vgl. BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 m.w.H.). Die kantonale Instanz hat sich 
bei der neuen Entscheidung somit auf das zu beschränken, was sich aus den 
bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der neuen Beurteilung ergibt. 
Es soll nicht das ganze Verfahren neu in Gang gesetzt werden, sondern nur so-
weit dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts 
Rechnung zu tragen. In den Grenzen des Verbots der reformatio in peius kann 
sich dabei die neue Entscheidung auch auf Punkte beziehen, die vor Bundesge-
richt nicht angefochten waren, sofern dies der Sachzusammenhang erfordert 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_35/2012 vom 30. März 2012 E. 2.2 m.w.H.). 

2. a) Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 
Abs. 2 und Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Beschwerdeführung legitimiert ist jede Par-
tei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 

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angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 322 Abs. 2 
StPO können Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft von „den Parteien“ 
angefochten werden. Im Gegensatz zum engen Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO 
sind mit den „Parteien“ nicht nur die Parteien gemäss Art. 104 StPO gemeint, son-
dern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 Abs. 1 StPO, sofern 
sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 
Entscheides haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert 
sind. Der Beschwerdeführer, der zumindest je nach Beurteilung der Sach- und 
Rechtslage möglicherweise als geschädigte Person in Frage kommt und aus-
drücklich erklärt hat, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen 
(vgl. Staatsanwaltschaft act. 4.17), gilt nach Art. 118 Abs. 1 StPO als Privatkläger 
und ist somit als Partei gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO legitimiert, die Einstel-
lungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 28. Juni 2013 anzufechten. Die An-
forderungen an die Begründung werden in Art. 385 StPO konkretisiert. Dabei hat 
die beschwerdeführende Partei genau anzugeben, welche Punkte des Entscheids 
angefochten werden, welche Gründe einen anderen Entscheid nahelegen und 
welche Beweismittel angerufen werden (vgl. Niklaus Schmid, Handbuch des 
schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 1474 zu 
Art. 385 StPO). Bei rechtzeitig eingereichten, jedoch ungenügenden Eingaben ist 
gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO grundsätzlich eine Nachfrist zur Verbesserung an-
zusetzen und zwar über den Gesetzestext hinaus auch bei blossen Formmängeln. 
Dies gilt allerdings nicht für bewusst mangelhafte Rechtsmitteleingaben. Von fach-
kundigen Personen kann des Weiteren erwartet werden, dass sie Rechtsmittel 
formgerecht einreichen, weshalb in diesen Fällen eine Nachfristansetzung regel-
mässig nur bei Versehen oder unverschuldetem Hindernis in Frage kommt (vgl. 
Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommen-
tar, Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 2014, N 3 zu Art. 385 StPO).

b) Die vorliegende Beschwerde vom 12. Juli 2013 gegen die Einstellungsver-
fügung vom 28. Juni 2013, mitgeteilt am 1. Juli 2013, wurde am 12. Juli 2013 der 
Post zur Zustellung übergeben und erfolgte somit fristgerecht. Die übrigen Pro-
zessvoraussetzungen geben zu keiner weiteren Bemerkungen Anlass, weshalb 
auf die Beschwerde einzutreten ist. 

3. a) Gemäss Art. 319 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder 
teilweise Einstellung des Verfahrens wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt (lit. a); wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b); wenn Recht-
fertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c); wenn Pro-
zessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernis-

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se aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfol-
gung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Eine Einstellung erfolgt dann, 
wenn nach der gesamten Aktenlage nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorlie-
gen einer strafbaren Handlung gegeben sind und somit ein Freispruch zu erwarten 
ist. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein genügender 
Tatverdacht besteht, Zurückhaltung aufzuerlegen. Im Zweifelsfalle ist in Beach-
tung des Grundsatzes „in dubio pro duriore“ von einer Einstellung abzusehen. 
Dieser Grundsatz bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlen-
den Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist – sofern die 
Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt – Anklage zu erheben, 
wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich 
die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs und einer Verurteilung in etwa die Waa-
ge halten, drängt sich nach dem genannten Grundsatz in der Regel, insbesondere 
bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 138 IV 186 
E. 4.1, 137 IV 219 E. 7; Urteile des Bundesgerichts 1B_677/2012 vom 18. Februar 
2013 E. 3.1.1, 1B_687/2011 vom 27. März 2012, E. 4 und 1B_78/2012 vom 3. Juli 
2012, E. 4). Erscheint dagegen die Möglichkeit einer Verurteilung bei Würdigung 
sämtlicher Umstände im Sinne dieser Rechtsprechung als unwahrscheinlich oder 
jedenfalls deutlich geringer als ein Freispruch, so ist das Verfahren einzustellen. 
Daraus ergibt sich aber auch, dass die Staatsanwaltschaft nicht jedes Mal, wenn 
nach dem durchgeführten Beweisverfahren irgendwelche Zweifel über den sich 
abgespielten Sachverhalt offen bleiben, Anklage zu erheben hat. Vielmehr hat sie 
dies nur dann zu tun, wenn im Zweifel steht, ob aufgrund der Beweislage eine 
Verurteilung durch ein Gericht erfolgen kann, beziehungsweise als möglich er-
scheint. Es kann sich aber so darstellen, dass durch berechtigte Zweifel am abge-
klärten Sachverhalt eine Verurteilung unzweifelhaft als äusserst unwahrscheinlich 
erscheint. Wenn die Staatsanwaltschaft einen solchen Fall durch Ausübung 
pflichtgemässen Ermessens erkannt hat, kann sie das Verfahren einstellen. Dies 
ergibt sich auch aus Art. 324 Abs. 1 StPO, wonach dann Anklage zu erheben ist, 
wenn die Staatsanwaltschaft aufgrund der Untersuchung die Verdachtsgründe als 
hierfür hinreichend erachtet (vgl. Urteile des Kantonsgericht von Graubünden 
SK2 14 7 vom 21. Juli 2014 E. 4.b, SK2 13 60 vom 26. Mai 2014 E. 3.a).

b) Die Strafbehörden haben den Sachverhalt gemäss Art. 6 Abs. 1 StPO von 
Amtes wegen umfassend zu ermitteln; das heisst es müssen im Beweisverfahren 
grundsätzlich alle entscheidungserheblichen Tatsachen zur Überzeugung des Ge-
richts festgestellt werden (vgl. Sabine Gless, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 

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Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Ba-
sel 2014, N 31 zu Art. 139 StPO). Den Verfahrensbeteiligten steht es als Ausfluss 
des rechtlichen Gehörs frei, Beweisanträge zu stellen. Es besteht jedoch kein un-
eingeschränktes Recht auf Beweisabnahme und ist u.U. eine antizipierte Beweis-
würdigung zulässig. 

c) Die Staatsanwaltschaft führt diesbezüglich in der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung aus, es sei im vorliegenden Fall bei einer gerichtlichen Beurteilung 
mit einem Freispruch zu rechnen, so dass die Strafuntersuchung einzustellen sei. 
Weitere Beweismittel, die das Untersuchungsergebnis beeinflussen könnten, sei-
en nicht ersichtlich. Der Beschwerdeführer beantrage zwar bezüglich der Tierun-
tersuchung vor der Impfung, dass Dr. med. vet. D._____, bezüglich der Haltung 
der Schafe während der Separation E._____, F._____ und G._____ sowie betref-
fend die angebliche Manipulation der Rückführungsliste H._____ als Zeugen zu 
befragen seien. Von den beantragten Zeugenbefragungen seien jedoch keine 
neuen, wesentliche Tatsachen zu erwarten, die das Ergebnis der Strafuntersu-
chung massgeblich beeinflussen könnten. 

d) Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Einstellungsver-
fügung sei zu Unrecht erfolgt. Die Staatsanwaltschaft hätte aufgrund des erstellten 
Sachverhalts bzw. der vom Beschwerdegegner ausgeführten Handlungen entwe-
der die Anklage beim zuständigen Gericht oder allenfalls einen Strafbefehl erlas-
sen müssen. Es seien die Tatbestandsmerkmale der angezeigten Straftatbestän-
de vom Beschwerdegegner erfüllt worden. Mindestens bestehe aber der dringen-
de Verdacht, dass der Beschwerdegegner die Tatbestandsmerkmale der ange-
zeigten Straftatbestände erfüllt habe, sodass eine Anklage beim zuständigen Ge-
richt zu erheben sei. 

e) Der Beschwerdegegner hingegen führt aus, der Eintritt der Verjährung stel-
le ein Prozesshindernis im Sinne von Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO dar. Soweit Über-
tretungstatbestände betroffen seien wie die fahrlässige Widerhandlung gegen das 
Tierschutzgesetz (TSchG; SR 455), habe die Staatsanwaltschaft die Einstellung 
des Verfahrens zu Recht vorgenommen. Dies sei vom Beschwerdeführer auch 
nicht näher gerügt worden. Hinsichtlich der übrigen Vorwürfe sei festzuhalten, 
dass der Beschwerdeführer die Rechtsschrift offensichtlich aus Sicht eines erklär-
ten Impfgegners verfasst habe. Demgemäss würden sich seine Ausführungen mit 
einer appellatorischen Kritik an der von ihm schon im Grundsatz abgelehnten Imp-
fung vermischen. Der Beschwerdeführer habe sich in seiner Beschwerdeschrift 
äusserst unpräzise geäussert. Eine substantiierte Auseinandersetzung mit den 

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Erwägungen der Staatsanwaltschaft und den von dieser erhobenen Beweisen fin-
de sich in der Beschwerdeschrift nicht. Der blosse Vorwurf, ein Tatverdacht sei 
hinreichend begründet, reiche für die Aufhebung der Einstellungsverfügung nicht 
aus. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hätte im Beschwerdeverfahren 
konkret nennen müssen, welche rechtlichen Qualifikationen der Staatsanwalt-
schaft falsch seien und welche Tatsachenfeststellungen die Staatsanwaltschaft 
nicht richtig vorgenommen habe.

f) Es ist im Folgenden anhand der einzelnen Tatbestände zu untersuchen, ob 
die Kriterien für eine Einstellung des Verfahrens erfüllt sind und die Staatsanwalt-
schaft zu Recht die Einstellung des Verfahrens verfügt hat.

4. a) In Bezug auf die Erfüllung des Straftatbestandes des Amtsmissbrauchs 
gemäss Art. 312 StGB durch die Anordnung und Durchsetzung der Impfung der 
Schafe des Beschwerdeführers gegen die Blauzungenkrankheit ist zu prüfen, ob 
nach der gesamten Aktenlage nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen 
einer strafbaren Handlung des Beschwerdegegners gegeben sind und somit ein 
Freispruch zu erwarten ist und die Einstellung des Verfahrens zu Recht erfolgte. 

b) Dieser Frage liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Am 14. Januar 2009 hat 
das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) gestützt auf Art. 239g der Tierseu-
chenverordnung (TSV; SR 916.401) eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit 
für Rinder und Schafe in der ganzen Schweiz bis am 31. Mai 2009 angeordnet 
(vgl. die Verordnung des BVET über Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit 
im Jahr 2009 vom 14. Januar 2009; SR 916.401.348.2). Der Beschwerdeführer 
liess in der Folge lediglich 3 Rinder impfen, die übrigen Tiere, insbesondere seine 
Schafe, hingegen nicht. Daraufhin verfügte das ALT am 2. Juni 2009 über den 
Rinder- und Schafbestand des Beschwerdeführers ab dem 2. Juni 2009 bis zum 
1. Dezember 2009 die einfache Sperre 1. Grades, solange dieser seine Tiere nicht 
gegen die Blauzungenkrankheit geimpft habe. Das DVSG wies die dagegen erho-
benen Beschwerde mit Departementsverfügung vom 11. August 2010 ab. Auch 
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden wies die dagegen gerichtete 
Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat (vgl. zum Ganzen das Urteil U 10 108 
des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 22. Februar 2011). Nach-
dem sich der Beschwerdeführer nicht an die Verfügung des ALT vom 2. Juni 2009 
gehalten und seine Schafe stattdessen mit der Gemeinschaftsherde auf die Alp 
A._____ in O.1_____ verbracht hatte, wurde ihm mit Verfügung vom 8. Juni 2009 
eine Nachfrist bis zum 11. Juni 2009 zur Separierung seiner Tiere angesetzt, mit 
der Androhung, dass im Unterlassungsfalle die erforderlichen Ersatzmassnahmen 

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zu seinen Lasten getroffen würden. Als am 25. Juni 2009 die Ersatzmassnahmen 
vollzogen werden sollten, wurde von Seiten des Beschwerdeführers und zahlrei-
chen weiteren Personen die Zufahrt zur Alp A._____ blockiert, weshalb das ALT 
unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Am 14./15. Juli 2009 separierte das 
ALT in einer nächtlichen Aktion die Schafe des Beschwerdeführers auf der Alp 
A._____. Auf Anordnung des Beschwerdegegners nahm die Praxis von 
Dr. med. vet. FVH B._____ die Impfung der separierten Schafe vor. Anschliessend 
wurden die Schafe in Vollstreckung der einfachen Sperre 1. Grades während 60 
Tagen (bis zum Aufbau des Impfschutzes) in einem Betrieb in O.2_____ unterge-
bracht. Das ALT erliess am 15. Juli 2009 eine entsprechende Verfügung, wonach 
die Schafe des Beschwerdeführers am 14./15. Juli 2009 aus der Gemeinschafts-
herde auszuscheiden, unverzüglich gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen und 
während 60 Tagen in separater Aufstallung zu halten seien, wobei die Kosten zu 
Lasten des Beschwerdeführers gingen. Die dagegen erhobene Beschwerde wies 
das DVSG mit Verfügung vom 11. August 2010 ab, soweit es darauf eintrat. Das 
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hiess die hiergegen gerichtete Be-
schwerde teilweise gut und hob die angefochtene Verfügung des ALT bzw. die 
Verfügung des DVSG bezüglich der Kostenauferlegung gut und wies die Be-
schwerde im Übrigen ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erwog 
insbesondere, der Vollzug der einfachen Sperre 1. Grades (die Separierung, der 
Abtransport und die Unterbringung der nicht geimpften Tiere in einem Drittbetrieb) 
sei korrekt gewesen. Hinsichtlich der im Sinne eines Realaktes vollzogenen 
Zwangsimpfung der Schafe des Beschwerdeführers hingegen erwog das Verwal-
tungsgericht des Kantons Graubünden, diese sei (ohne Anhörung des Beschwer-
deführers bevor die Zwangsimpfung verfügt und anschliessend vollzogen wurde) 
unverhältnismässig gewesen, weshalb dem Beschwerdeführer die Kosten für die 
Zwangsimpfung nicht auferlegt werden könnten (vgl. zum Ganzen das Urteil 
U 10 109 vom 22. Februar 2011 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-
den). 

c) aa) Nach Art. 312 StGB werden Mitglieder einer Behörde oder Beamte, die ihre 
Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen unrechtmässigen 
Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufügen, mit Freiheits-
strafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Missbrauch im Sinne von 
Art. 312 StGB liegt vor, wenn der Täter in der Absicht der Erlangung eines un-
rechtmässigen Vorteils oder der Zufügung eines widerrechtlichen Nachteils 
Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrechtmässig anwendet, d.h. kraft 
seines Amtes verfügt oder Zwang ausübt, wo dies nicht geschehen dürfte (vgl. 

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BGE 127 IV 209 E. 1.a/aa, 114 IV 41 E. 2; Stefan Heimgartner, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2011, N 7 
zu Art. 312 StGB, Trechsel/Vest, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches 
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 3 zu Art. 
312 StGB). 

bb) In objektiver Hinsicht liegt ein Amtsmissbrauch i.d.R. vor, wenn ein Beamter 
in Grundfreiheiten eingreift, ohne dass die dazu gesetzlich notwendigen Voraus-
setzungen gegeben sind, mit anderen Worten bei der widerrechtlichen Anordnung 
von Zwangsmassnahmen. Allerdings liegt nicht in jeder diesbezüglichen Verfü-
gung ein Amtsmissbrauch, bei der sich im Nachhinein (bspw. im Beschwerdever-
fahren) herausstellt, dass die gesetzlichen Voraussetzungen nicht vorgelegen ha-
ben. Zum einen besteht ein gewisser Ermessensspielraum. Es ist erst bei einem 
eigentlichen Ermessensmissbrauch von einem Missbrauch der Amtsgewalt aus-
zugehen. Zum anderen muss in subjektiver Hinsicht auch das diesbezügliche 
Wissen und eine unrechtmässige Handlungsabsicht vorliegen (vgl. dazu die nach-
folgenden Ausführungen in E. 3.c/cc; Heimgartner, a.a.O., N 8 zu Art. 312 StGB; 
Andreas Donatsch/Wolfgang Wohlers, Strafrecht IV, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 
2011, S. 527). Weiter wird der objektive Tatbestand des Amtsmissbrauchs nicht 
nur dann erfüllt, wenn der Täter die Amtsgewalt zu sachfremden Zwecken ein-
setzt, sondern auch dann, wenn er zu an sich legitimen Zwecken unverhältnis-
mässige Mittel gebraucht. Diesfalls ist jedoch Zurückhaltung bei der Annahme von 
Amtsmissbrauch geboten. Die Mittel müssen in wesentlicher Weise nicht mehr in 
Relation zum angestrebten Zweck stehen (vgl. BGE 127 IV 209 E. 1.a/aa, 113 IV 
29 E. 1; Heimgartner, a.a.O., N 11 zu Art. 312 StGB; Trechsel/Vest, a.a.O., N 6 zu 
Art. 312 StGB). 

cc) Zur Erfüllung der subjektiven Tatbestandsmerkmale muss Vorsatz, mindes-
tens aber Eventualvorsatz vorliegen. Dazu muss sich der Täter zunächst über sei-
ne Sondereigenschaft im Klaren sein. Weiter muss er wissen, dass er möglicher-
weise seine Amtsgewalt missbraucht oder dies zumindest in Kauf nehmen. Daran 
fehlt es, wenn der Täter meint, pflichtgemäss zu handeln (vgl. Heimgartner, a.a.O., 
N 22 zu Art. 312 StGB; Trechsel/Vest, a.a.O., N 7 zu Art. 312 StGB). Schliesslich 
muss der Amtsträger zudem in der Absicht handeln, sich oder einem Dritten einen 
unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen einen Nachteil zuzu-
fügen, der ebenfalls unrechtmässig sein muss (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 23 zu 
Art. 312 StGB, Trechsel/Vest, a.a.O., N 7 zu Art. 312 StGB). Sowohl die Vor- als 
auch die Nachteile können materieller oder immaterieller Natur sein. Die Absicht, 
beim Betroffenen einen massiven Ärger auszulösen, reicht als Nachteilsabsicht 

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bspw. aus. Der Nachteil kann im Übrigen auch in der Zwangshandlung selber lie-
gen, da ansonsten physische Missbräuche, die keine weiteren negativen Folgen 
zeitigen, nicht strafbar wären (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 23 zu Art. 312 StGB; 
Trechsel/Vest, a.a.O., N 7 zu Art. 312 StGB; Günter Stratenwerth/Felix Bommer, 
Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil II, 7. Aufl., Bern 2013, § 59 N 12). 
Streitig ist im vorliegenden Verfahren nur mehr die Frage, ob der Beschwerdegeg-
ner durch die Anordnung und den Vollzug der Impfung der Schafe des Beschwer-
deführers den Tatbestand des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB erfüllt hat. 
Nicht mehr in Frage steht, dass der Beschwerdegegner die Separation, den Ab-
transport und die Unterbringung der Tiere in einem Drittbetrieb rechtens vorge-
nommen hat und somit der objektive Tatbestand von Art. 312 StGB hinsichtlich 
dieser Handlungen nicht erfüllt ist.

d) aa) Die Staatsanwaltschaft führt in Bezug auf die Erfüllung des objektiven Tat-
bestandes von Art. 312 StGB durch den Beschwerdegegner infolge der Impfung 
der Schafe in der angefochtenen Einstellungsverfügung vom 28. Juni 2013 aus, 
ein Missbrauch liege nicht nur vor, wenn der Täter die Amtsgewalt zu sachfrem-
den Zwecken einsetze, sondern auch dann, wenn er zu an sich legitimen Zwecken 
unverhältnismässige Mittel gebrauche. Zunächst sei zwar festzuhalten, dass der 
Beschwerdegegner seine Amtsgewalt nicht zu sachfremden Zwecken eingesetzt, 
sondern ein legitimes Ziel, nämlich die Verhinderung der Fremdansteckung Dritter 
durch die ungeimpften Tiere des Beschwerdeführers, verfolgt habe. Immerhin ha-
be zum damaligen Zeitpunkt gemäss der Verordnung des BVET vom 14. Januar 
2009 eine schweizweite Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit gegolten. 
Dennoch habe das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden festgestellt, dass 
der Beschwerdegegner durch die Zwangsimpfung unverhältnismässig vorgegan-
gen sei, womit er den objektiven Tatbestand von Art. 312 StGB erfülle. 

bb) In seiner Beschwerde vom 12. Juli 2013 an das Kantonsgericht von 
Graubünden macht der Beschwerdeführer geltend, die Staatsanwaltschaft habe 
den Straftatbestand des Amtsmissbrauchs nach Art. 312 StGB geprüft und korrekt 
festgehalten, dass ein Missbrauch nicht nur dann vorliege, wenn der Täter die 
Amtsgewalt zu sachfremden Zwecken einsetze, sondern auch dann, wenn er zu 
an sich legitimen Zwecken unverhältnismässige Mittel gebrauche. Es sei nicht 
strittig, dass der Beschwerdegegner seine Schafe gegen die Blauzungenkrankheit 
geimpft habe. Die Staatsanwaltschaft habe weiter richtig festgehalten, dass das 
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden geurteilt habe, dass die Zwangsimp-
fung nicht verhältnismässig und daher unrechtmässig gewesen sei. Entsprechend 

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habe die Staatsanwaltschaft zu Recht bestätigt, dass der Beschwerdegegner die 
objektiven Tatbestandsmerkmale des Amtsmissbrauchs erfüllt habe. 

cc) Der Beschwerdegegner führt in seinen Stellungnahmen vom 15. August 
2013 und vom 26. Januar 2015 aus, entgegen den Ausführungen der Staatsan-
waltschaft sei der objektive Tatbestand von Art. 312 StGB nicht erfüllt. Diese 
schliesse zu Unrecht aufgrund des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Graubünden zur Frage der Kostentragung der Zwangsimpfung auf einen straf-
rechtlich relevanten Missbrauch der Amtsgewalt. Dabei übersehe die Staatsan-
waltschaft aber die zum fraglichen Zeitpunkt geltende Rechtslage und stelle zu 
Unrecht uneingeschränkt auf die Argumentation des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Graubünden bei der Beurteilung der Kostenfolge der Verfügung des ALT 
ab. Das Verwaltungsgericht habe in seinem Urteil die Zwangsimpfung als unver-
hältnismässig erachtet und festgestellt, dass der Beschwerdegegner über das er-
forderliche Ziel einer geeigneten und effizienten, aber auch noch für den betroffe-
nen Tierhalter vertretbaren Seuchenbekämpfung hinausgeschossen sei. Die von 
der Staatsanwaltschaft getätigte Annahme, der objektive Straftatbestand sei er-
füllt, sei bei einer strafrechtlichen Beurteilung der Vorgänge nicht haltbar. Nicht 
jede Feststellung einer im Nachhinein aus verwaltungsrechtlicher Sicht als unver-
hältnismässig festgestellten Massnahme vermöge zur Erfüllung des objektiven 
Tatbestandes des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB zu genügen. Bereits 
aufgrund der damals geltenden Rechtslage in Form eines schweizweit geltenden 
Impfobligatoriums habe in objektiver Hinsicht ein Missbrauch der Amtsgewalt gar 
nicht vorliegen können. Gestützt auf die im Jahre 2009 in Anwendung von 
Art. 239g TSV erlassene Verordnung vom 14. Januar 2009 über Impfungen gegen 
die Blauzungenkrankheit im Jahre 2009 habe der Beschwerdegegner nämlich das 
Impfobligatorium für Rinder und Schafe bis zum 31. Mai 2009 umsetzen müssen. 
Entgegen den Ausführungen des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 
sei der Beschwerdegegner gehalten gewesen, die Impfung ausnahmslos durchzu-
führen. Die Anwendung der Sperrmassnahme vom 2. Juli (recte Juni) 2009 sowie 
die am 14./15. Juli (recte 15. Juli) 2009 erlassene Verfügung, wonach die Schafe 
des Beschwerdeführers unverzüglich gegen die Blauzungenkrankheit geimpft 
würden, stelle damit lediglich den geforderten zwingenden Vollzug der bundes-
rechtlich angeordneten Blauzungenimpfung dar. Der Beschwerdegegner als Kan-
tonstierarzt habe entgegen den Ausführungen des Verwaltungsgerichts keine 
Kompetenzen gehabt, durch mildere Massnahmen auf die Durchführung einer 
Blauzungenimpfung zu verzichten. Jedenfalls nachdem sich der Beschwerdefüh-
rer der am 2. Juli (recte Juni) 2009 angeordneten Separation widersetzt habe und 

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auch anlässlich der effektiven Durchführung der Separation vom 14./15. Juli 2009 
wiederum Informationen darüber bestanden hätten, dass der Abtransport blockiert 
würde, sei ein Vollzug der obligatorischen Blauzungenimpfung unumgänglich ge-
wesen. Es sei klar festzuhalten, dass der Beschwerdegegner angesichts seiner 
Erfahrungen vom 24./25. Juni 2009 selbst dann von einer Blockade habe ausge-
hen müssen, wenn der Beschwerdeführer dem Polizisten I._____ versprochen 
haben sollte, nur eine Kundgebung zu veranstalten. Das Verwaltungsgericht habe 
sich in seinem Entscheid insbesondere mit der zeitlichen Dringlichkeit nicht aus-
einandergesetzt, sich in seiner Beurteilung aber einzig mit den Kostenfolgen und 
nicht mit dem Amtsmissbrauch im strafrechtlichen Sinne auseinandersetzen müs-
sen. Wenn nun die Impfung angeordnet worden sei, als wiederum mit einem Miss-
lingen der Separation gerechnet werden musste, könne von einer Unverhältnis-
mässigkeit der Massnahme zumindest hinsichtlich des objektiven Tatbestandes 
von Art. 312 StGB nicht gesprochen werden. 

e) Wie der Beschwerdegegner richtig festhält und vorstehend bereits ausge-
führt wurde, liegt nicht bei jeder Verfügung respektive deren Vollzug, welche sich 
im Nachhinein als unverhältnismässig erweist, ein Amtsmissbrauch vor. Es ist erst 
bei einem eigentlichen Ermessensmissbrauch von einem Missbrauch der Amts-
gewalt auszugehen. Weiter ist Zurückhaltung bei der Annahme von Amtsmiss-
brauch geboten, wenn der Täter zu an sich legitimen Zwecken unverhältnismässi-
ge Mittel gebraucht. Dabei müssen die Mittel in wesentlicher Weise nicht mehr in 
Relation zum angestrebten Zweck stehen. Das Verwaltungsgericht des Kantons 
Graubünden hat in seinem Urteil U 10 109 vom 22. Februar 2011 die im Sinne 
eines Realaktes vollzogenen Zwangsimpfung (ohne Anhörung des Beschwerde-
führers bevor die Zwangsimpfung verfügt und anschliessend vollzogen wurde) als 
unverhältnismässig beurteilt und entschieden, dass dem Beschwerdeführer folg-
lich die Kosten für die Zwangsimpfung nicht auferlegt werden dürfen. Dieses Urteil 
ist in Rechtskraft erwachsen. Für das Kantonsgericht von Graubünden besteht 
vorliegend kein Anlass, von der Beurteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Graubünden, wonach die Zwangsimpfung unter dem Gesichtspunkt einer verwal-
tungsrechtlichen Beurteilung als unverhältnismässig zu betrachten ist, abzuwei-
chen. Ob durch die umgehend vollzogene, in verwaltungsrechtlicher Hinsicht un-
verhältnismässige Zwangsimpfung allerdings der objektive Tatbestand des straf-
rechtlich relevanten Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB erfüllt ist, kann – wie 
nachfolgend darzulegen sein wird – offen gelassen werden. An dieser Stelle sei 
jedoch immerhin darauf hingewiesen, dass zum damaligen Zeitpunkt nach der 
Verordnung des BVET vom 14. Januar 2009 eine schweizweite Impfpflicht gegen 

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die Blauzungenkrankheit bestand und der Beschwerdegegner seine Amtsgewalt 
nicht zu sachfremden Zwecken einsetzte, sondern ein legitimes Ziel, nämlich die 
Verhinderung der Fremdansteckung der Tiere Dritter durch die ungeimpften Tiere 
des Beschwerdeführers, verfolgte. Ob darin ein eigentlicher Ermessensmiss-
brauch liegt und ob das Mittel der Zwangsimpfung in wesentlicher Weise nicht 
mehr in Relation zum Zweck der Verhinderung der Fremdansteckung steht, muss 
vorliegend, wie gesagt, nicht abschliessend beurteilt werden. 

f) aa) Hinsichtlich der Erfüllung des subjektiven Tatbestandes von Art. 312 StGB 
durch den Beschwerdegegner führt die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen 
Einstellungsverfügung vom 28. Juni 2013 aus, diese sei zu verneinen, wenn der 
Täter glaube, pflichtgemäss zu handeln. Der Beschwerdegegner habe dargelegt, 
er sei der Ansicht gewesen, die Tiere rechtmässig geimpft zu haben. Sein einziges 
Ziel sei seine Berufspflicht, nämlich dem Gesetz Nachachtung zu verschaffen, 
gewesen. Aufgrund der Bundes- und der kantonalen Gesetzgebung sei klar gewe-
sen, dass nur gegen die Blauzungenkrankheit geimpfte Tiere gesömmert werden 
dürften. Der Beschwerdeführer habe sich nicht daran gehalten, so dass man ur-
sprünglich die mildere Massnahme der Separation habe anwenden wollen. Da 
sich an diesem Abend abgezeichnet habe, dass diese mildere Massnahme mögli-
cherweise nicht durchsetzbar sei, habe der Beschwerdegegner sich zu Impfung 
entschieden. Er sei der Meinung gewesen, dass er sich strafbar gemacht hätte, 
wenn er die Tiere nicht geimpft hätte. Die Staatsanwaltschaft beurteilt die Aussa-
gen des Beschwerdegegners als glaubwürdig. Dies zeige sich darin, dass auch 
der Vorsteher des vorgesetzten Departements (DVSG) die Impfung der Schafe für 
verhältnismässig gehalten habe. Der Beschwerdegegner habe geglaubt, pflicht-
gemäss zu handeln, womit der subjektive Tatbestand von Art. 312 StGB nicht er-
füllt sei. 

bb) Demgegenüber macht der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an das 
Kantonsgericht von Graubünden geltend, entgegen der Auffassung der Staatsan-
waltschaft habe der Beschwerdegegner auch die subjektiven Tatbestandsmerk-
male des Amtsmissbrauchs erfüllt. Es sei aufgrund der Vorgeschichte nicht mög-
lich, dass der Beschwerdegegner geglaubt habe, pflichtgemäss zu handeln. Der 
Beschwerdegegner habe genau gewusst, dass er lediglich zum Abtransport befugt 
gewesen sei. Schliesslich habe er zuvor die Separierung der Schafe wie alle an-
deren Kantonstierärzte in der Schweiz auch schriftlich verfügt. Die Kantonstierärz-
te hätten sich abgesprochen gehabt und überall die gleiche Praxis angewandt. Die 
Zwangsimpfung sei weder vom BVET für alle Kantonstierärzte vorgegeben gewe-
sen, noch sei sie in den zahlreichen anderen Fällen von Impfverweigerern durch-

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geführt worden. Der Beschwerdegegner habe beispielswiese zuvor bei der Blo-
ckade auf der Alp A._____ immer wieder beteuert, es werde keine Zwangsimp-
fung geben. Er habe damit gewusst, dass er seine Befugnisse damit überschreiten 
würde. Dies zeige auch die Tatsache, dass er schliesslich am Tag danach noch 
die schriftliche und anfechtbare Verfügung der Zwangsimpfung erlassen habe. Er 
habe damit Fakten schaffen wollen, welche er allenfalls mit einer schriftlichen Ver-
fügung nicht hätte durchsetzen können. Dies habe dann auch das Urteil des Ver-
waltungsgerichts des Kantons Graubünden gezeigt. Der Beschwerdegegner sei 
sich folglich bewusst gewesen, dass er seine Pflicht zum Erlass einer anfechtba-
ren Verfügung unterlassen habe, damit er in Missbrauch seines Amtes als Kan-
tonstierarzt die Schafe einfach habe impfen können. Dem Gesetz Nachachtung zu 
verschaffen, rechtfertige nicht jedes Vorgehen einer Amtsperson, sonst könne sich 
jede Amtsperson einfach darauf berufen und die Strafbestimmung wäre nie an-
wendbar. Dem Gesetz dürfe insbesondere im öffentlichen Recht nur in verhältnis-
mässiger Art und Weise Nachachtung verschafft werden. Dies müsse jeder Kan-
tonstierarzt bei jeder seiner obrigkeitlichen Handlungen berücksichtigen. Entgegen 
der Behauptung des Beschwerdegegners habe sich an jenem Abend bzw. bei je-
ner Nachtaktion nicht abgezeichnet, dass der Abtransport der Schafe nicht durch-
setzbar gewesen wäre. Der Abtransport sei dann auch ohne weiteres erfolgt und 
sei vom Beschwerdeführer nicht behindert worden. Das sei auch nicht möglich 
gewesen in Anbetracht der polizeilichen Begleitung sowie der beigezogenen Feu-
erwehr. Alles andere seien reine Schutzbehauptungen des Beschwerdegegners. 
Tatsächlich habe der Beschwerdeführer den Polizisten I._____ bei der Auffahrt zur 
Alp A._____ angetroffen. Dieser habe mit dem Beschwerdegegner in Kontakt ge-
standen und es sei sogar die Absprache getroffen worden, dass der Beschwerde-
führer im Tal eine harmlose Kundgebung durchführen werde. Von einer Behinde-
rung des Abtransportes der Schafe sei keine Rede gewesen. Der Beschwerde-
gegner habe demnach genau gewusst, dass keine Behinderung erfolgen würde 
und dass somit eine Zwangsimpfung überhaupt nicht angezeigt gewesen sei. Der 
Beschwerdeführer beantragt, es sei dazu der Polizist I._____ als Zeuge zu befra-
gen. Die Aussage des Beschwerdegegners, er sei der Meinung gewesen, sich 
strafbar zu machen, wenn er die Tiere nicht geimpft hätte, sei vollkommen un-
glaubwürdig. In diesem Fall hätte dieser die Impfung bereits von Anfang an verfü-
gen müssen. Zudem hätten sich dann alle seine Kollegen in den anderen Kantone 
auch strafbar gemacht. Dass dies nicht der Fall sei, habe er gewusst und er habe 
damit auch gewusst, dass er sich nicht strafbar machen würde, wenn er nicht ge-
impft hätte. Schliesslich würden die Aussagen des Beschwerdegegners nicht 
glaubwürdiger, nur weil sein Vorgesetzter die Impfung für verhältnismässig gehal-

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ten habe. Der Vorsteher des DVSG habe in nachvollziehbarer Weise die Handlun-
gen seines Kantonstierarztes geschützt, wenn er sie nicht sogar mit ihm vorbe-
sprochen hatte. Davon sei auszugehen, da der Fall und die vorangegangenen Er-
eignisse schliesslich sogar mehrfach in den Medien wie etwa dem Schweizer 
Fernsehen veröffentlich und diskutiert worden seien. Somit hätten sich der Be-
schwerdegegner und der Vorsteher des DVSG der Problematik der Zwangsimp-
fung sehr bewusst gewesen sein müssen. Weiter habe der Beschwerdegegner die 
Schafe systematisch geimpft, also auch die Jungtiere, welche selbst nach der 
Verordnung nicht hätten geimpft werden dürfen. Auch dies zeige, dass der Be-
schwerdegegner gewusst oder zumindest in Kauf genommen habe, allenfalls nicht 
pflichtgemäss zu handeln. Ansonsten hätte er die anfechtbare Verfügung zuerst 
erlassen und die Rechtskraft abwarten müssen, wie es in solchen Fällen üblich 
sei. Dies habe dem Beschwerdegegner als Kantonstierarzt vollkommen bewusst 
sein müssen. Schliesslich liege auf der Hand, dass der Beschwerdegegner mit der 
Zwangsimpfung zum Nachteil des Beschwerdeführers gehandelt habe. Mit seinem 
Demeterbetrieb mit Direktvermarktung erleide er einen Schaden, wenn seine 
Schafe geimpft würden. Auch dies sei dem Beschwerdegegner durchaus bewusst 
gewesen. Dieser sei sich bewusst gewesen, dass er keine Impfung gewollt habe 
und dass er ihm mit der Impfung einen Nachteil zufüge. 

cc) Der Beschwerdegegner bringt in seinen Stellungnahmen vor dem Kantons-
gericht von Graubünden vor, zur Erfüllung des subjektiven Tatbestandes von 
Art. 312 StGB müsse sich ein Täter im Klaren sein, dass er eine Sondereigen-
schaft aufweise und bewusst seine Amtsgewalt missbrauche. Zusätzlich müsse 
der Amtsträger auch in der Absicht handeln, jemandem einen unrechtmässigen 
Vor- oder Nachteil zu verschaffen bzw. zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft habe 
im angefochtenen Entscheid zutreffend festgehalten, dass es bereits am subjekti-
ven Tatbestand fehle, wenn er daran geglaubt habe, pflichtgemäss zu handeln. 
Dass dies der Fall gewesen sei, sei angesichts der im Recht liegenden Verfügun-
gen und seinen Aussagen sowie weiterer Zeugen nicht in Zweifel zu ziehen. Dies 
gelte umso mehr, als die anwendbare Verordnung des BVET keine Ausnahmen 
vom Impfzwang gestattet habe. Der Beschwerdeführer verkenne in seinen Aus-
führungen über das angeblich fehlende pflichtbewusste Handeln die damals gel-
tende (Bundes-)Rechtslage. Der Beschwerdeführer übe sich in seiner Kritik am 
angefochtenen Entscheid in appellatorischen Vorbringen und Mutmassungen. Die 
Einvernahmen des Beschwerdegegners hätten klar aufgezeigt, dass es ihm einzig 
um den pflichtgemässen Vollzug des bundesrechtlich angeordneten Impfzwanges 
gegangen sei. Einen anderen Schluss lasse die Aktenlage nicht zu. Hinzu komme, 

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dass er auch die Interessen der anderen Schafbesitzer zu wahren gehabt habe, 
welche nicht mehr bereit gewesen seien, ihre Schafherden mit den ungeimpften 
Tieren des Beschwerdeführers zu vermengen. Wie er anlässlich der Einvernahme 
von Dr. med. vet. FVH B._____ ergänzt habe, hätten sämtliche betroffenen Land-
wirte gegen das Verhalten des Beschwerdeführers protestiert. Weiter wäre der 
Versuch einer dritten Separation der Schafherde nach erneuter Blockade durch 
die Impfgegner kaum mehr mit der Unterstützung der anderen Tierhalter durch-
führbar gewesen. Die fehlende Erfüllung des subjektiven Tatbestandes des 
Amtsmissbrauches im Sinne von Art. 312 StGB sei offensichtlich und es bestün-
den keine anderen Anhaltspunkte. Die Ausführungen des Beschwerdeführers 
würden sich in nicht näher substantiierter Kritik an der Einstellungsverfügung er-
schöpfen. Dass er genau gewusst habe, dass keine Behinderung durch Impfgeg-
ner erfolgen würde, treffe nicht zu. Dafür bestünden in den erhobenen Beweisen 
keinerlei Anhaltspunkte. Angesichts der abermals drohenden Blockade habe er 
dies gerade nicht annehmen können. Geradezu stossend seien die Ausführungen 
des Beschwerdeführers, wonach er stets gewusst habe, dass die Zwangsimpfung 
nicht pflichtgemäss gewesen sei. Dies treffe angesichts des vom BVET angeord-
neten Impfzwangs gerade nicht zu. Inwiefern er zum Nachteil des Beschwerdefüh-
rers gehandelt haben solle, sei ebenso wenig nachvollziehbar wie der Vorwurf der 
Absicht einer Schädigung des Beschwerdeführers durch die Impfung. 

g) Der Beschwerdegegner schilderte den Ablauf der Ereignisse am 14./15. Juli 
2009 folgendermassen (vgl. die untersuchungsrichterliche Einvernahme des Be-
schwerdegegners vom 14. Juni 2010, Staatsanwaltschaft act. 1.8): Er sei am 
14. Juli 2009 um ca. 19:00 Uhr mit dem Alphirten C._____ noch ohne Polizei auf 
der Alp A._____ eingetroffen und habe die Separierung der 120 Schafe organi-
siert. Die Lastwagen seien von ca. vier Polizisten begleitet um 21:30 Uhr eingetrof-
fen. Gegen 02:30 Uhr seien alle Schafe separiert und auf die Lastwagen verladen 
gewesen. Anschliessend seien die Tiere auf dem Lastwagen durch 
Dr. med. vet. FVH J._____ geimpft worden. Er habe den Auftrag zur Impfung ge-
geben, weil sich eine erneute Blockade des Abtransports der Tiere abgezeichnet 
habe. Die Kantonspolizei habe ihm mitgeteilt, dass örtliche Kreise eine zweite Blo-
ckade planten. Wären sie mit den Tieren erneut nicht durchgelassen worden, hät-
ten sie mit diesen auf die Alp zurückkehren und diese wieder in die Herde der ge-
impften Tiere frei lassen müssen. Ohne Impfung wäre dann eine erneute Separa-
tion sehr schwierig zu bewältigen gewesen. Er wolle aber ganz klar betonen, dass 
diese Impfung nicht von Beginn weg geplant gewesen sei. Weiter bestätigte der 
Beschwerdegegner, die Impfung sei nicht durch seine vorgängige Verfügung vom 

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2. Juni 2009 gedeckt gewesen. Erst der Ablauf des betreffenden Abends habe die 
Impfung notwendig gemacht. Gegen Schluss der Einvernahme räumte der Be-
schwerdegegner sodann ein, es habe sich bei der Impfung um einen vorbehalte-
nen Entschluss gehandelt. Für den Fall einer Störung bzw. der Verhinderung der 
Separation habe er schon geplant, die Impfung durchzuführen. Deshalb habe er 
auch Dr. med. vet. FVH J._____ vorab informiert, damit dieser den Impfstoff mit 
auf die Alp nehme. Nachdem die separierten Schafe des Beschwerdeführers ge-
impft worden seien, seien diese abtransportiert worden. Auf dem Weg ins Tal hät-
ten etwa 20 Personen die Durchfahrt blockiert. Schliesslich hätten sie den Tier-
transport allerdings passieren lassen. Aus den Akten ist zu entnehmen, dass die 
Schafe sodann in Vollstreckung der einfachen Sperre 1. Grades während 60 Ta-
gen (bis zum Aufbau des Impfschutzes) in einem Betrieb in O.2_____ unterge-
bracht wurden. Am nächsten Tag, also am 15. Juli 2009, erliess das ALT eine ent-
sprechende Verfügung, wonach die Schafe des Beschwerdeführers am 14./15. Ju-
li 2009 aus der Gemeinschaftsherde auszuscheiden, unverzüglich gegen die 
Blauzungenkrankheit zu impfen und während 60 Tagen in separater Aufstallung 
zu halten seien. Aus der Aussage des Beschwerdegegners ergibt sich, dass es 
sich bei der am 14./15. Juli 2009 vorgenommenen Impfung nicht um einen situati-
ven Spontanentscheid handelte, sondern um einen vorbehaltenen Entschluss. Die 
Tiere wurden nach der Separation bereits auf dem Lastwagen vorsorglich geimpft 
für den Fall, dass der Abtransport blockiert würde. Weshalb und mit welcher 
Ernsthaftigkeit der Beschwerdegegner trotz Polizeibegleitung und verladenen 
Schafen mit einer Blockade hat oder hätte rechnen müssen, ergibt sich überhaupt 
nicht klar aus den Akten. Hinzu kommt, dass der Sinn der Impfung als solcher 
nicht einsichtig ist, da der Impfschutz erst nach 60 Tagen wirksam wurde (weshalb 
man diese auch in Quarantäne brachte), so dass die im Falle einer Blockade auf 
die Alp zurückgeführten Tiere trotz der Impfung ansteckend und ansteckbar gewe-
sen wäre. Sodann lautete die Erklärung des ALT für die sofort vollzogenen Imp-
fung im verwaltungsrechtlichen Verfahren anders: Die Schafe seien in dieser 
Nacht geimpft worden, um diese so schnell wie möglich (nach Ablauf der 60 tägi-
gen Wartefrist) wieder an den Beschwerdeführer zurückgeben zu können und 
nicht bis zum Ende der Aktivitätszeit der Gnitzen (Mückenart) im Okto-
ber/November auf Kosten des Beschwerdeführers separat unterbringen zu müs-
sen (vgl. das Urteil U 10 109 des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 
vom 22. Februar 2011). 

Gestützt auf die zur Verfügung stehenden Abklärungen und Akten der Staatsan-
waltschaft kann im jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden, ob ein Freispruch des 

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Beschwerdegegners wahrscheinlicher ist als eine Verurteilung. Im Zusammen-
hang mit der Erfüllung des subjektiven Tatbestandes des Amtsmissbrauchs 
gemäss Art. 312 StGB durch den Beschwerdegegner (insbesondere bezüglich der 
Frage, ob er der Ansicht war, pflichtgemäss zu handeln) hätte die Staatsanwalt-
schaft folgende Fragen klären müssen: 

- Was hat die Kantonspolizei Graubünden dem Beschwerdegegner er-
zählt, dass dieser gemäss seiner eigenen Aussage fest von einer er-
neuten, wirksamen Blockade der Lastwagen – trotz Polizeischutz und 
entgegenstehender Versicherung des Beschwerdeführers gegenüber 
dem Polizisten I._____ – ausging? 

- Welche Informationen hat der Polizist I._____ in diesem Zusammen-
hang weitergegeben (gemäss den Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers habe dieser am 14./15. Juli 2009 mit dem Beschwerdegegner in 
Kontakt gestanden und könne bestätigten, dass der Beschwerdeführer 
ihm versichert habe, es werde im Tal lediglich eine harmlose Kundge-
bung durchgeführt und keine Strassenblockade errichtet)? 

- Warum wurde im verwaltungsgerichtlichen Verfahren von Seiten des 
ALT eine andere Begründung für die sofort vollzogenen Impfung vor-
gebracht? 

- Warum hat der Beschwerdegegner die Zwangsimpfung für den Fall, 
dass der Abtransport blockiert würde, vorgesehen, obwohl die Impfung 
bei einer Rückführung der Schafe am gleichen Abend noch keinen 
Schutz geboten hätte? 

- Wenn der Fall der Zwangsimpfung im Sinne eines vorbehaltenen Ent-
schlusses (vor-)geplant war, warum hat der Beschwerdegegner nicht 
im Vorfeld eine entsprechende Verfügung erlassen? 

In Bezug auf den Tatbestand des Amtsmissbrauchs ergibt sich somit, dass sich 
die Beschwerde als begründet erweist, weshalb die Einstellungsverfügung in die-
sem Punkt aufzuheben (Art. 397 Abs. 2 StPO) und die Sache an die Staatsan-
waltschaft zur Fortführung des Verfahrens im Sinne des Ausgeführten zurückzu-
weisen ist (Art. 397 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). 

5. a) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Einstellung des Verfahrens 
hinsichtlich des Tatbestandes der Tierquälerei gemäss Tierschutzgesetz zu Recht 
erfolgte, d.h. ob nach der gesamten Aktenlage nicht genügend Anhaltspunkte für 
das Vorliegen einer strafbaren Handlung des Beschwerdegegners gegeben sind 
und somit ein Freispruch zu erwarten ist. 

b) aa) Gemäss dem im Zeitpunkt der Tatbegehung im Juli 2009 geltenden TSchG 
vom 16. Dezember 2005 (Stand am 1. September 2008) wird nach aArt. 26 Abs. 1 
lit. a TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit. b und Abs. 5 StGB mit einer Freiheitsstrafe 
bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ein Tier misshan-

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delt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt  oder dessen Würde in anderer 
Weise missachtet. Bei der vorsätzlichen Tierquälerei gemäss aArt. 26 Abs. 1 lit. a 
TSchG handelt es sich somit um ein Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB). Nach 
aArt. 26 Abs. 2 TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 StGB wird der 
fahrlässig handelnde Täter mit einer Busse von maximal CHF 20'000.00 bestraft, 
womit die fahrlässige Tierquälerei als Übertretung zu qualifizieren ist (Art. 103 
StGB). Der heute geltende Art. 26 Abs. 2 TSchG sieht für die fahrlässige Tierquä-
lerei eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen vor, womit sie nicht mehr als Über-
tretung sondern als Vergehen zu qualifizieren ist. Weil es sich damit um eine 
Strafverschärfung gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB handelt, ist bei Straftaten, die vor 
Inkrafttreten der Teilrevision begangen wurden, jene Strafbestimmung anzuwen-
den, die im Zeitpunkt der Tatbegehung in Kraft war (vgl. zum Ganzen: Gieri Bolli-
ger/Michelle Richner/Andreas Rüttimann, Schweizer Tierschutzstrafrecht in Theo-
rie und Praxis, Zürich 2011, S. 193 ff.). 

bb) Nach aArt. 28 TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 StGB wird, 
sofern nicht aArt. 26 TSchG anwendbar ist, mit einer Busse von maximal 
CHF 10'000.00 u.a. bestraft, wer vorsätzlich, die Vorschriften über die Tierhaltung 
missachtet (lit.a.); Tiere vorschriftswidrig befördert (lit. d); vorschriftswidrig Eingriffe 
am Tier oder Tierversuche vornimmt (lit. e) oder andere durch das Gesetz oder die 
Verordnung verbotene Handlungen an Tieren vornimmt (lit. g). aArt. 28 Abs. 2 
TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 StGB sieht vor, dass Versuch, 
Gehilfenschaft und Anstiftung strafbar ist und der Täter bei fahrlässiger Tatbege-
hung mit Busse bis zu CHF 20'000 bestraft wird. Dass die fahrlässige Widerhand-
lung einer höheren Strafdrohung untersteht, stellt ein gesetzgeberisches Versehen 
dar (welches im Rahmen der Teiländerung korrigiert wurde, so dass das Vorsatz-
delikt heute mit Busse bis zu CHF 20'000.00 und die fahrlässige Tatbegehung mit 
einer Busse gemäss Art. 106 StGB von maximal CHF 10'000.00 bestraft wird). Mit 
Busse wird ferner bestraft, wer durch Unterlassung oder in anderer Weise dem 
Gesetz, den darauf beruhenden Vorschriften oder einer unter Hinweis auf die 
Strafandrohung dieses Artikels eröffneten Verfügung vorsätzlich oder fahrlässig 
zuwiderhandelt (Abs. 3). Verstösse gegen aArt. 28 TSchG gelten immer als Über-
tretungen, egal ob sie vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurden (vgl. zum 
Ganzen: Bolliger/Richner/Rüttimann, a.a.O., S. 198).

cc) Die Verfolgungsverjährung der vorsätzlichen Tierquälerei, die nach aArt. 26 
Abs. 1 lit. a TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit. b und Abs. 5 StGB mit einer Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird und somit ein 
Vergehen darstellt, verjährt nach sieben Jahren ab dem Zeitpunkt der Tatbege-

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hung (Art. 97 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 98 StGB). Die fahrlässige Tierquälerei, die 
nach aArt. 26 Abs. 2 TSchG i.V.m. Art. 333 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 StGB mit 
einer Busse von maximal CHF 20'000.00 bestraft wird, stellt ebenso wie die vor-
sätzlichen und fahrlässigen Verstösse gegen aArt. 28 TSchG, eine Übertretung 
dar, womit die Strafverfolgung gemäss aArt. 29 TSchG nach fünf Jahren verjährt. 
Die in den Spezialgesetzen (in casu im TSchG) vorgesehenen Fristen gehen den 
allgemeinen Verjährungsregeln des StGB vor, weshalb hier nicht Art. 109 StGB 
zur Anwendung kommt.

c) aa) Unter Hinweis auf Bolliger/Richner/Rüttimann, a.a.O., stellt die Staatsan-
waltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfügung fest, eine lege artis durch-
geführte Impfung von Schafen gegen die Blauzungenkrankheit stelle per se keine 
Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG dar, denn es würden den Tieren 
dadurch keine ungerechtfertigten, übermässigen Schmerzen zugeführt. Es 
bestünden auch keine Hinweise darauf, dass die Impfung, welche durch einen 
Tierarzt vorgenommen worden sei, tierquälerisch im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a 
TSchG durchgeführt worden wäre. Dem Beschwerdegegner werde vorgeworfen, 
auch kranke und junge Tiere ohne vorgängige ärztliche Kontrolle geimpft zu ha-
ben. Ob ein solches Vorgehen überhaupt eine Verletzung von Art. 26 Abs. 1 lit. a 
TSchG darstellen würde, könne offen bleiben, denn ein solches Verhalten könne 
dem Beschwerdegegner nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden. Die durch 
den Beschwerdeführer ausgewerteten Blutproben seien kein zweifelsfreies Be-
weismittel für einen Impfnachweis. Die Staatsanwaltschaft hält unter Verweis auf 
die vom Beschwerdeführer eingereichte Stellungnahme von Dr. med. vet. K._____ 
(Staatsanwaltschaft act. 4.5) fest, dass, selbst wenn mit Sicherheit gesagt werden 
könnte, von welchen Schafen die Blutproben stammen und die Analysen justiz-
konform durchgeführt worden wären, festgestellte Antikörper gegen das Virus der 
Blauzungenkrankheit verschiedene Ursachen (Impfung, Virus-Infektion, Aufnahme 
durch Muttermilch) haben könnten. Der Beschwerdegegner bestreite, die Schafe 
ohne vorgängige Untersuchung geimpft zu haben; er sei aufgrund seiner langjäh-
rigen Erfahrung als kurativer Tierarzt im Stande, eine Beurteilung der Impffähigkeit 
vorzunehmen. Zudem sei die Feuerwehr aufgeboten worden, um genügend Licht 
zu haben, ebenso sei genügend Hilfspersonal vor Ort gewesen, um die tierärztli-
chen Verrichtungen zu unterstützen. Es lasse sich nicht mit Sicherheit feststellen, 
ob der Beschwerdegegner auch nicht gesunde Tiere im Sinne von Art. 3 Abs. 2 
der Verordnung des BVET geimpft habe. Es sei aber kein Motiv ersichtlich, wes-
halb der Beschwerdegegner nicht gesunde Tiere geimpft haben sollte, so dass 
seine Aussagen glaubwürdig erschienen. Ob durch die Impfung oder bei der Imp-

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fung der Schafe aArt. 28 Abs. 1 lit. a und e TSchG verletzt worden sei, brauche 
nicht näher geprüft werden. Die Impfungen hätten im Juli 2009 stattgefunden, 
weshalb die dreijährige Verjährungsfrist bei Übertretungen längst eingetreten sei. 
Mit Verweis auf Bolliger/Richner/Rüttimann, a.a.O. hält die Staatsanwaltschaft hin-
sichtlich der angezeigten und vom Beschwerdegegner bestrittenen nicht tierge-
rechten Haltung der Schafe während der Separation fest, es sei bereits fraglich – 
sollten die Vorwürfe zutreffend sein –, ob diese die verlangte Intensität des objek-
tiven Tatbestandes der Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG erreichen 
würde. Dies könne jedoch offen bleiben, denn für die Strafbarkeit des Beschwer-
degegners müsste auch der subjektive Tatbestand erfüllt sein, d.h. es müsste ihm 
Vorsatz betreffend der allfälligen Tierquälerei nachgewiesen werden. Der Be-
schwerdegegner habe die Tiere bei L._____ in O.2_____ – einem Landwirt-
schaftsbetrieb, der über eine langjährige Erfahrung in der Schafhaltung verfüge – 
unterbringen und von Dr. med. vet. M._____ überwachen lassen, wobei die 
Staatsanwaltschaft dazu auf den Rapport von Dr. med. vet. M._____ verweist 
(Staatsanwaltschaft act. 5.13). Vor diesem Hintergrund könne ihm der Vorwurf der 
vorsätzlichen Tierquälerei nicht gemacht werden. Die Frage, ob der Beschwerde-
gegner allenfalls fahrlässig gegen Art. 26 Abs. 2 TSchG verstossen habe, müsse 
nicht näher geprüft werden, da es sich dabei um einen Übertretungstatbestand 
handle, der bereits verjährt wäre.

bb) In seiner Eingabe vom 12. Juli 2013 an das Kantonsgericht von Graubün-
den kritisiert der Beschwerdeführer, dass die Staatsanwaltschaft die Zwangsimp-
fung nicht als unzulässigen Eingriff in die Integrität seiner Schafe erachtete. Jede 
Impfung sei von Grund auf ein Eingriff in die Integrität. Die Staatsanwaltschaft 
stütze sich einzig auf die Aussagen des Beschwerdegegners, dass der Vorsatz 
nicht gegeben gewesen sei. Es sei nicht Sache der Staatsanwaltschaft, sondern 
des Gerichts die Erfüllung eines Tatbestandes zu beurteilen, wenn der Vorsatz 
umstritten sei. Tatsache sei, dass der Beschwerdegegner systematisch die Schafe 
des Beschwerdeführers – also auch junge und kranke Schafe – geimpft habe. 
Diese hätten allerdings nicht geimpft werden dürfen. Die Behauptung der Staats-
anwaltschaft, der Impfnachweis fehle, sei aktenwidrig. Die Feststellungen von 
Dr. med. vet. K._____ – dessen Institut wissenschaftlich anerkannt sei – seien 
ausgewiesen und glaubwürdig. Dieser habe eindeutig festgestellt, dass die Anti-
körper bei allen sechs Schafen nur von der Impfung stammen könnten. Folglich 
stelle die systematische Impfung der Schafe einen tierquälerischen und daher un-
zulässigen Eingriff dar. Nach Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG mache sich strafbar, wer 
ein Tier vorsätzlich überanstrenge oder dessen Würde in anderer Weise missach-

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te. Genau dies habe der Beschwerdegegner getan, indem er die Schafe systema-
tisch mitten in der Nacht in deren Ruhephase ungeachtet deren Alter und Ge-
sundheitszustand geimpft habe. Dass er dies vorsätzlich getan habe oder zumin-
dest in Kauf genommen habe, liege auf der Hand. Die Staatsanwaltschaft würdige 
den Sachverhalt bzw. die Handlungen des Beschwerdegegners einseitig und stüt-
ze sich nur auf dessen Aussagen. Auf seine Gegenargumente werde nicht einge-
gangen. Auch seien seine Beweisanträge nicht gutgeheissen und die Beweise in 
Bezug auf die Tierquälerei in O.2_____ nicht abgenommen worden. Die Einseitig-
keit werde auch dadurch bestätigt, dass das Verfahren von der Staatsanwaltschaft 
derart lange verzögert worden sei, dass bei den Übertretungstatbeständen bereits 
die Verjährung eingetreten sei. Auf jeden Fall sei die endgültige Beurteilung, ob in 
tierschutzmässiger Hinsicht ein strafbares Verhalten vorliege, mindestens dem 
ordentlichen Gericht zu überlassen und somit auch diesbezüglich Anklage beim 
zuständigen Gericht zu erheben.

cc) Der Beschwerdegegner macht in seinen Stellungnahmen vom 15. August 
2013 und vom 26. Januar 2015 geltend, die Kritik des Beschwerdeführers in sei-
ner Beschwerdeschrift erweise sich auch in Anwendung der umfassenden Kogni-
tion des Kantonsgerichts von Graubünden und damit in Wahrung des rechtlichen 
Gerhörs als appellatorisch und es bestünden keine genügend substantiierte Vor-
bringen. Der blosse Hinweis, es seien die Gegenargumente falsch gewichtet wor-
den, ohne genau in der Rechtsschrift festzuhalten, welche Argumente denn 
tatsächlich übersehen worden sein sollen, reiche für eine genügende Substantiie-
rung der Beschwerde nicht aus. Das habe auch das Bundesgericht in seinem Ur-
teil nicht beanstandet. Gemäss Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG werde mit Freiheitsstra-
fe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ein Tier misshandle, 
vernachlässige, es unnötig überanstrenge oder dessen Würde in anderer Weise 
missbrauche. Eine Würdigung der durch die Staatsanwaltschaft erhobenen Be-
weise sowie eine rechtliche Qualifikation des Tatbestandes der Tierquälerei ma-
che zum Vornherein klar, dass kein Tatverdacht erhärtet sei, welcher eine Anklage 
rechtfertigen würde, und offensichtlich auch kein Tatbestand erfüllt sei. Die 
Staatsanwaltschaft habe zu Recht darauf hingewiesen, dass eine lege artis durch-
geführte Impfung zum Vornherein gar keine Tierquälerei darstellen könne, weil 
dadurch den Tieren keine ungerechtfertigten und übermässigen Schmerzen zuge-
fügt würden. Es bestünden denn auch keine Hinweise darauf, dass die Impfung, 
welche durch einen erfahrenen Tierarzt vorgenommen worden sei, in einer tier-
quälerischen Weise im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG durchgeführt worden 
sein solle. Dies habe auch der Beschwerdeführer nicht behauptet. Für ihn stelle 

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bereits der Impfvorgang eine tierquälerische Handlung dar. Diese subjektive Auf-
fassung eines erklärten Impfgegners vermöge indessen keine tierquälerische 
Handlung im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG zu begründen. Soweit der Be-
schwerdeführer geltend mache, es seien auch junge und kranke Tiere geimpft 
worden, was wiederum eine tierquälerische Handlung darstellen würde, sei aus 
mehreren Gründen weder ein Tatverdacht erhärtet oder gar ein Straftatbestand 
erfüllt: Zum einen sei erneut darauf hinzuweisen, dass eine Impfung selbst gar 
keinen tierquälerischen Akt darstellen könne, jedenfalls dann nicht, wenn sie lege 
artis durchgeführt worden sei. Dies gelte zum Vornherein auch für junge Tiere, 
deren Impfung alleine deshalb zu unterbleiben habe, weil der Impfschutz keine 
Wirkung zeige. Der Beschwerdeführer habe es in der Beschwerde unterlassen 
darzulegen, welche Handlungen des zuständigen Tierarztes denn konkret tierquä-
lerisch gewesen sein sollen. Dass die Impfung lege artis durchgeführt worden sei, 
sei nicht in Frage gestellt worden. Damit habe er eine substantiierte Rüge unter-
lassen. Zum anderen lasse der erhobene Sachverhalt keinesfalls den Schluss zu, 
es seien junge und kranke Tiere geimpft worden. Zunächst einmal seien entspre-
chend der "Good Veterinary Practice" vor der Impfung alle Tiere auf ihre Impf-
fähigkeit untersucht worden. Dementsprechend seien weder zu junge noch kranke 
Tiere geimpft worden. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Akten der Analy-
sen von sechs Proben würden daran nichts ändern. Diese seien bei genauem 
Studium nämlich unklar. Es werde darin bezeichnenderweise nicht einmal gesagt, 
von welchen Schafen die angeblichen Proben stammen würden. Ebenso stamme 
der eingereichte Bericht nicht von einem in der Schweiz anerkannten Referenzla-
bor. Ein Nachweis dafür, dass junge Lämmer und kranke Schafe geimpft worden 
seien, existiere damit gerade nicht. Der Beschwerdeführer sei auch jeglichen Be-
weis schuldig geblieben, dass geimpfte Tiere krank gewesen seien. Er belasse es 
in seiner Beschwerdeschrift denn auch bei nicht näher substantiierten Vorhalten. 
Unter Hinweis auf seine untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 14. Juni 
2010 (Staatsanwaltschaft act. 1.8) weist der Beschwerdegegner schliesslich dar-
auf hin, dass nicht etwa er die Impfung vorgenommen habe, sondern in Ausübung 
seines Auftrages die Praxis von Dr. med. vet. FVH B._____ (Amtstierarzt). Inner-
halb dieser Praxis sei die Impfung von Dr. med. vet. FVH J._____ vorgenommen 
worden und Dr. med. vet. M._____ habe die Schafe im Hinblick auf allfällige Impf-
nebenwirkungen überwacht. 

d) In einem ersten Schritt ist zu prüfen, für welche Tatbestände im vorliegen-
den Fall die Verjährung eingetreten ist und die Einstellung des Verfahrens gemäss 
Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO wegen Vorliegen eines Prozesshindernisses zu Recht 

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erfolgte. Die in Frage stehenden Vorkommnisse haben sich am 14./15. Juli 2009 
(Impfung) ereignet bzw. wurden am 15. September 2009 (Tierhaltung in Qua-
rantäne bzw. Rückführung der Tiere) abgeschlossen. Die vorsätzliche Tierquälerei 
nach aArt. 26 Abs. 1 TSchG kann, wie vorstehend erläutert, während sieben Jah-
ren verfolgt werden, womit die Verjährung für diesen Tatbestand vorliegend noch 
nicht eingetreten ist. Bei der fahrlässigen Tierquälerei gemäss aArt. 26 Abs. 2 
TSchG sowie den vorsätzlichen und fahrlässigen Verstössen gegen aArt. 28 
TSchG tritt die Verfolgungsverjährung, wie vorstehend bereits erläutert, nach fünf 
Jahren ein. Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die Verfolgungsverjährung für 
diese Tatbestände am 15. Juli 2014 (Impfung) bzw. am 15. September 2014 
(Tierhaltung in Quarantäne bzw. Rückführung der Tiere) eingetreten ist. Somit hät-
te die Staatsanwaltschaft, entgegen ihren Ausführungen in der angefochtenen 
Einstellungsverfügung vom 28. Juni 2013, im damaligen Zeitpunkt das Vorliegen 
eines Verstosses gegen aArt. 26 Abs. 2 TSchG und aArt. 28 TSchG prüfen müs-
sen und das Verfahren in Bezug auf diese Tatbestände nicht gestützt auf Art. 319 
Abs. 1 lit. d StPO einstellen dürfen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren vor 
dem Kantonsgericht von Graubünden kann indessen nicht mehr geprüft werden, 
ob dem Beschwerdegegner in Bezug auf aArt. 26 Abs. 2 TSchG (fahrlässige Tier-
quälerei) und aArt. 28 TSchG (übrige Widerhandlungen) ein tatbestandsmässiges 
Verhalten nachgewiesen werden kann oder ob mit einem Freispruch zu rechnen 
ist, da mittlerweile die Verfolgungsverjährung eingetreten ist. Die Verjährung ist 
von Amtes wegen und in jedem Verfahrensstadium zu beachten. Weiter liegt mit 
der Einstellungsverfügung kein erstinstanzliches Urteil im Sinne von Art. 97 Abs. 3 
StGB vor, welches den Eintritt der Verjährung verhindern würde (vgl. zum Ganzen: 
Matthias Zurbrügg, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 
3. Aufl., Basel 2013, N 61 zu Vor Art. 97-101 StGB und N 52 ff. zu Art. 97 StGB). 
Die Einstellung des Verfahrens gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO wegen Vorlie-
gen eines Prozesshindernisses hinsichtlich der Tatbestände von aArt. 26 Abs. 2 
TSchG und aArt. 28 TSchG kann somit vorliegend nicht mehr beanstandet wer-
den.

e) aa) Somit ist zu prüfen, ob die Einstellung des Verfahrens hinsichtlich des Tat-
bestandes der vorsätzlichen Tierquälerei gemäss Tierschutzgesetz mangels Erfül-
lung eines Straftatbestandes gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO zu Recht er-
folgte. Nach aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG wird bestraft, wer vorsätzlich ein Tier 
misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde in an-
derer Weise missachtet. 

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bb) Als Misshandlung gilt jedes Verhalten, mit dem einem Tier ungerechtfertigt 
Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste zugefügt werden. Ungerechtfertigt ist 
eine Beeinträchtigung des tierlichen Wohlergehens dann, wenn sie nicht durch 
überwiegende Interessen gerechtfertigt werden kann (vgl. Bolli-
ger/Richner/Rüttimann, a.a.O., S. 107). Grundsätzlich bestand im fraglichen Zeit-
punkt mit der Verordnung des BVET vom 14. Januar 2009 eine gesetzliche Grund-
lage für die Impfpflicht von Schafen gegen die Blauzungenkrankheit, welche durch 
ein überwiegendes Interesse (Verhinderung der Verbreitung der Blauzungen-
krankheit) gerechtfertigt war. Wie bereits festgestellt, hätte unter Berücksichtigung 
des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit zur Verhinderung der Fremdanste-
ckung allerdings auch die Ersatzmassnahme der zwangsweisen Separation der 
Schafherde des Beschwerdeführers gereicht. Die zwangsweise Impfung ist somit 
zumindest unter verwaltungsrechtlichen Gesichtspunkten als unverhältnismässi-
ges und nicht gerechtfertigtes Mittel zu erachten. Es stellt sich somit die Frage, ob 
in einer Impfung überhaupt eine Misshandlung (also die Zufügung von Schmer-
zen, Leiden, Schäden oder Ängsten) liegen kann. Eine Misshandlung eines Tieres 
liegt nicht nur bei physischen Einwirkungen, sondern auch beim Herbeiführen von 
Angst- und Schreckzuständen vor, wobei die Beeinträchtigung des tierlichen 
Wohlergehens eine gewisse Intensität aufweisen und damit über ein schlichtes 
Unbehagen hinausgehen muss. Die Misshandlung eines Tieres stellt ein Erfolgs-
delikt dar, bei dem nicht bloss ein Verhalten (Zufügen von Schmerzen, Leiden, 
Schäden oder Ängsten), sondern auch eine sich daraus ergebende negative Ein-
wirkung auf das Tier vorliegen muss. Ein tatbestandsmässiges Verhalten kann 
z.B. durch heftiges Schlagen oder Treten eines Tieres, durch übermässiges Züch-
tigen oder durch die schmerzhafte Vornahme von Eingriffen ohne vorgängige 
Betäubung (bspw. Kastration von Tieren ohne Schmerzausschaltung) vorliegen 
(vgl. Bolliger/Richner/Rüttimann, a.a.O., S. 108 ff.). 

Eine Misshandlung im Sinne des Gesetzes ist bei einer lege artis durchgeführten 
Impfung zu verneinen, sofern diese medizinisch indiziert ist (vgl. dazu die Aus-
führungen auf S. 35). Um ein Tier impfen zu können, muss dieses eingefangen 
und untersucht werden. Dies stellt mit Sicherheit keine tierquälerische Handlung 
dar, ist doch das Einfangen und Untersuchen von Nutztieren als alltäglicher Vor-
gang zu betrachten. Auch die Vornahme der Impfung an und für sich, nämlich der 
Nadelstich, kann als einmalige und äusserst kurze Belastung nicht als erhebliche 
Beeinträchtigung des Wohlbefindens qualifiziert werden. In der untersuchungsrich-
terliche Einvernahme des Beschwerdegegners vom 14. Juni 2010 (vgl. Staatsan-
waltschaft act. 1.8) hat dieser ausgesagt, er habe die Impfung nicht selber vorge-

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nommen, sondern damit die Praxis von Dr. med. vet. FVH B._____ (Amtstierarzt) 
beauftragt. Innerhalb dieser Praxis seien die Impfungen von Dr. med. vet. FVH 
J._____, einem qualifizierten Tierarzt, vorgenommen worden. Dies wird vom Be-
schwerdeführer auch nicht bestritten. Gemäss Art. 7 Abs. 2 der Verordnung des 
BVET erteilen die Kantonstierärzte die Aufträge zur Durchführung der Impfungen 
an die Impftierärzte. Die Impftierärzte sind nach Art. 7 Abs. 4 der Verordnung des 
BVET verantwortlich für die fachgerechte Applikation der Impfstoffe. Falls die 
Impfstoffe also tatsächlich, wie vom Beschwerdeführer behauptet, nicht fachge-
recht appliziert worden wären, so wäre dafür der ausführend Impftierarzt verant-
wortlich und nicht der Beschwerdegegner und Kantonstierarzt. Im Lichte der nach-
stehenden Ausführungen muss darauf jedoch nicht weiter eingegangen werden. 
Der verwendete Impfstoff BTVPUR AlSapTM8 ist in der Verordnung des BVET 
(Art. 3 Abs. 1) vorgesehen und war in der Schweiz und der EU zugelassen. Der 
Beschwerdeführer macht auch nicht geltend, es sei ein unzulässiger Impfstoff 
verwendet worden. Weiter beschreibt das Tierarzneimittel Kompedium der 
Schweiz zum Impfstoff BTVPUR AlSapTM8 (vgl. Staatsanwaltschaft act. 5.7) keine 
Anwendungseinschränkungen. Zu den unerwünschten Wirkungen wird angege-
ben, die Impfung könne eine leichte entzündliche Reaktion an der Injektionsstelle 
und / oder eine leichte Hyperthermie hervorrufen, welche aber von kurzer Dauer 
seien. Gemäss dem europäischen öffentlichen Beurteilungsbericht zum Impfstoff 
BTVPUR AlSapTM8 (vgl. Staatsanwaltschaft act. 5.8) kann es nach der Impfung 
während höchstens zwei Wochen zu einer kleinen Schwellung an der Injektions-
stelle kommen und die Körpertemperatur kann in den 24 Stunden nach der Imp-
fung vorübergehend, in der Regel aber nicht mehr als 1°C, ansteigen. Es kann 
also durch die Impfung nur zu geringen und kurzfristigen Nebenwirkungen und zu 
keinen langfristigen Auswirkungen kommen. Vom Beschwerdeführer wird auch 
nicht geltend gemacht, die Schafe hätten aufgrund der Impfung besondere Schä-
den davon getragen. Inwiefern die Schadenmeldungen des Beschwerdeführers 
vom Februar, März und April 2009 (vgl. Staatsanwaltschaft act. 3.3) Folge der im 
Sommer 2009 erfolgten Impfung sein sollen, ist nicht nachvollziehbar. 

Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, die Impfung seiner Schafe sei nicht 
lege artis vorgenommen worden, da diese undifferenziert an allen Tieren vorge-
nommen worden sei, insbesondere auch an Lämmern unter drei Monaten und 
kranken Tieren. Er reichte bei der Staatsanwaltschaft diverse Unterlagen ein, wo-
nach der Beschwerdegegner erwiesenermassen junge Lämmer geimpft habe, die 
nicht hätten geimpft werden sollen und die dieser als nicht geimpft angegeben ha-
be. Gemäss der Befundmitteilung der N._____GmbH vom 26. November 2009 

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(vgl. Staatsanwaltschaft act. 4.6) wurden die vier Blutproben der Schafe mit den 
Kennzeichnungen Sf 6083, Sf 6104, Sf 6093 und Sf 6078 mit dem Vermerk "Be-
sitzer: nicht bekannt" positiv auf Antikörper des Blauzungenvirus getestet. Nach 
der Befundmitteilung der N._____GmbH vom 18. Dezember 2009 (vgl. Staatsan-
waltschaft act. 4.34) wurden die Blutprobe des Schafes mit dem Kennzeichen Sf 
3508 (schlecht leserlich) positiv und die Blutproben der Schafe mit den Kennzei-
chen Sf 1598, Sf 1613, Sf 6079, Sf 6088 negativ auf Antikörper des Blauzungenvi-
rus getestet. Gemäss den Untersuchungsergebnissen der O._____GmbH vom 
16. Februar 2012 (vgl. Staatsanwaltschaft act. 4.11) wurden die Blutproben der 
Schafe mit den Kennzeichnungen Sf 2450 und Sf 2457 des Beschwerdeführers 
positiv auf Antikörper des Blauzungenvirus getestet. Wenn diese Ergebnisse mit 
der Überführungs- und der Rückführungsliste (vgl. Staatsanwaltschaft act. 5.11 
und 5.12) verglichen werden, ergibt sich Folgendes: Die Lämmer mit den Ohrmar-
ken Nr. 1598, Nr. 1613 und Nr. 3508 erscheinen weder auf der Überführungs- 
noch auf der Rückführungsliste, womit die diesbezüglichen Untersuchungsergeb-
nisse vorliegend unerheblich sind, da diese Lämmer offensichtlich nicht dem Be-
schwerdeführer gehören. Die Lämmer mit den Ohrmarken Nr. (1499)6079 und 
(1499)6088 wurden negativ auf Antikörper des Blauzungenvirus getestet, was mit 
den Angaben auf den beiden Listen übereinstimmt und deshalb vorliegend nicht 
weiter zu behandeln ist. Die Lämmer mit den Ohrmarken Nr. (1499)2450, 
Nr. (1499)2457, Nr. (1499)6078, Nr. (1499)6083, Nr. (1499)6093, Nr. (1499)6104 
erscheinen auf beiden Listen und wurden jeweils als "nicht geimpft" erfasst. Somit 
scheinen die vom Beschwerdeführer eingereichten Untersuchungsergebnisse in 
Bezug auf diese sechs Lämmer tatsächlich in Widerspruch mit den Angaben auf 
den Listen zu stehen. Der Beschwerdeführer reichte der Staatsanwaltschaft in Be-
zug auf die obenstehenden Untersuchungsergebnisse eine Email von 
Dr. med. vet. K._____ (Fachtierarzt für Klinische Laboratoriumsdiagnostik) vom 
20. Dezember 2011 (Staatsanwaltschaft act. 4.5) ein. Dieser führt aus, es bestehe 
im Moment noch keine sichere Möglichkeit, die Arten der Antikörper (ob von einer 
Impfung oder einer Infektion stammend) sicher zu unterscheiden, weil die intiierten 
Antikörper nicht gekennzeichnet seien und die Höhe der Messwerte keine Diffe-
renzierung zulasse. Als Ursachen für die Entstehung der gemessenen Antikörper 
kämen eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit (mit sehr hoher Wahrschein-
lichkeit), eine Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit (mit geringer 
Wahrscheinlichkeit – je nachdem ob das Virus in der Schweiz vorhanden sei –) 
oder eine Aufnahme der Antikörper durch die Milch der Mutterschafe (geringe 
Wahrscheinlichkeit) in Frage. Dr. med. vet. K._____ macht seine Antworten und 
insbesondere die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der Ursachen für die gemes-

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senen Antikörper davon abhängig, ob es die Blauzungenkrankheit 2009 in der 
Schweiz überhaupt gab. Der Beschwerdegegner bringt sodann verschiedene wei-
tere Einwände gegen die beschriebenen Untersuchungsergebnisse vor: Es werde 
nicht offen gelegt, wer die Blutproben von welchen Schafen abgenommen habe, 
bzw. die beiden Ärztinnen – Dr. med. vet. P._____ und Dr. med. vet. Q._____ – , 
welche die Blutproben abgenommen hätten, hätten das Serum jeweils dem Be-
schwerdeführer überreicht, womit dieser die Möglichkeit gehabt hätte, dieses (be-
wusst oder unbewusst) zu verändern. Ausserdem sei der Antikörper-ELISA-Test 
für die Blauzungenkrankheit nicht akkreditiert. Ferner handle es sich bei dem un-
tersuchenden Labor nicht um ein in der Schweiz anerkanntes Referenzlabor. 
Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung des BVET galt für Schafe im Jahr 2009 ein 
Impfobligatorium. Nicht zu impfen waren nach Art. 2 Abs. 2 lit. a der Verordnung 
des BVET Tiere, die weniger als drei Monate alt sind. Das Tierarzneimittel Kom-
pedium der Schweiz zum Impfstoff BTVPUR AlSapTM8 (Staatsanwaltschaft 
act. 5.7) sieht vor, dass Schafe ab einem Alter von 1 Monat oder ab einem Alter 
von 2.5 Monaten bei Lämmern, die von geimpften Muttertieren geboren wurden, 
zu impfen sind. Es stellt sich somit die Frage, ob die geimpften Lämmer im Zeit-
punkt der Impfung am 14./15. Juli 2009 noch nicht drei Monate alt waren. Ein sol-
cher Nachweis, nämlich das Geburtsdatum der betreffenden Lämmer, ergibt sich 
jedoch weder aus den vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Untersuchungs-
ergebnissen, noch aus den Überführungs- und Rückführungslisten oder aus einem 
anderem, dem Gericht vorliegenden Dokument. Die Staatsanwaltschaft hätte so-
mit dieser Frage nachgehen und das Alter der Lämmer aufgrund der Ohrmarken-
Nummern ermitteln müssen.

Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, es seien auch kranke Tiere geimpft 
worden, die nicht hätten geimpft werden dürfen. Dr. med. vet. FVH J._____ habe 
seine Erfahrung als Tierarzt (hinsichtlich der Beurteilung der Impffähigkeit) nicht 
angewandt und auch kranke Tiere geimpft. Die Schafe seien in der Nacht im 
Lastwagen geimpft worden, weshalb diese gar nicht hätten untersucht werden 
können. Gemäss der Rückführungsliste seien bei verschiedenen Tieren Krankhei-
ten protokolliert worden. Diese Tiere seien jedoch am 14./15. Juli 2009 dennoch 
geimpft worden, was nach der Verordnung des BVET nicht zulässig gewesen sei. 
Der Beschwerdegegner dagegen stellt sich auf den Standpunkt, die Tiere seien 
korrekt untersucht worden. Man habe die Feuerwehr sowie ausreichend Hilfsper-
sonen aufgeboten, um genügend Licht und Unterstützung zu haben. In Art. 3 
Abs. 2 der Verordnung des BVET wird vorgeschrieben, dass die Standarddosis 
bei gesunden Tieren ab einem Alter von drei Monaten appliziert wird. Das Tierarz-

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neimittel Kompedium der Schweiz zum Impfstoff BTVPUR AlSapTM8 (vgl. Staats-
anwaltschaft act. 5.7) beschreibt keine Anwendungseinschränkungen, gibt jedoch 
als Vorsichtsmassnahme an, dass nur gesunde Tiere geimpft werden sollen. Der 
Überführungsliste (vgl. Staatsanwaltschaft act. 5.11) ist in diesem Zusammenhang 
Folgendes zu entnehmen: 

- Aue (10825504), geimpft, altes Panaritium vorne links, zur Behandlung
- Lamm (14996114), nicht geimpft, Transportverletzung, Abriss Hornschuh hinten rechts
- Widder (16221984), geimpft, altes Panaritium rechts, zur Behandlung
- Aue (ohne Nr./B1), geimpft, ältere Aue
- Aue (y), geimpft, alte Aue, schlechte Zähne

Die Rückführungsliste (vgl. Staatsanwaltschaft act. 5.12) ergibt Folgendes:
- Aue (14311508), geimpft, 1 Zahn verloren vorne
- Aue (10825507), geimpft, Euter re alte Entzündung
- Aue (LL 1110825508), geimpft, alter Abszess, Kieferabszess rechts
- Lamm (14996091), nicht geimpft, Durchfallspuren alt
- Lamm (14996087), nicht geimpft, Durchfallspuren alt
- Lamm (14996120) nicht geimpft, Durchfallspuren alt
- Aue (KK 111), geimpft, wenig magerer, ältere Aue
- Aue (10825585), geimpft, Engadiner, mager
- Widder (16221984), geimpft, Th/Hornabriss
- Aue (15132342), geimpft, Euter re, alte Entzündung
- Aue (ohne Nr./B1), geimpft, ältere Aue
- Lamm (15132431), geimpft, dünn Kot
- Aue (15132306), geimpft, Zähne krumm
- Lamm (14996080), nicht geimpft, Sekretspuren Auge, Fesselgelenk geschwollen
- Aue (14311422), geimpft, gebrochener Eukranz
- Aue (15132382), geimpft, re Euterhälfte defekt
- Aue (10825654), geimpft, re Euterhälfte defekt
- Lamm (14996114), nicht geimpft, behandelt, Verband entfernt
- Aue (14311414), geimpft, dünn im Mist
- Aue (19825512), geimpft, eher mager
- Auge (y), geimpft, Abmagerung, Zähne fallen aus

In Bezug auf die Überführungsliste ist festzuhalten, dass das Lamm (14996114) 
mit der Transportverletzung (Abriss Hornschuh hinten rechts) gemäss der Liste 
nicht geimpft wurde. Etwas Gegenteiliges ergibt sich weder aus den Akten, noch 
wird es vom Beschwerdeführer geltend gemacht. Die Aue (10825504) und der 
Widder (16221984), welche beide geimpft wurden, mussten aufgrund eines alten 
Panaritiums (Klaueninfektion) behandelt werden (vgl. dazu auch die Rechnung 
von Dr. med. vet. M._____ vom 28. Oktober 2009 [Staatsanwaltschaft act. 5.14]). 
Sodann wurden gemäss der Rückführungsliste mehrere Tiere geimpft, welche aus 
verschiedenen Gründen unter gesundheitlichen Einschränkungen litten (Zähne, 
Euter, Abszess, mager, Hornabriss, alt). Dabei ist nicht klar, ob diese Tiere noch 
als "aktuell krank" zu gelten hatten oder ob es sich um ältere, verheilte Krankhei-
ten oder Verletzungen handelte. Ferner ist nicht klar, ob die Tiere aufgrund dieser 
Krankheiten bzw. Verletzungen oder aufgrund ihres Alters oder Nährzustandes 

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dermassen geschwächt gewesen sind, dass eine Impfung nicht hätte erfolgen dür-
fen. 

Aus dem vorstehend Gesagten ergibt sich, dass aufgrund der vorliegenden Akten 
nicht beurteilt werden kann, ob die im Lastwagen mitten in der Nacht vorgenom-
menen Impfungen undifferenziert an allen Tieren vorgenommen wurden oder ob 
Lämmer unter drei Monaten und kranke Tiere von der Impfung ausgenommen 
wurden. Es hätte von Seiten der Staatsanwaltschaft ermittelt werden müssen, wie 
die Impfung durch Dr. med. vet. FVH J._____ genau vonstatten ging, wie diese 
vorbesprochen und vorbereitet wurde und ob dieser ausnahmslos alle Schafe ge-
impft hat. Angesichts der Tatsache, dass offenbar – falls die Blutproben nicht ma-
nipuliert waren, was vorliegend nicht ersichtlich ist und allenfalls von der Staats-
anwaltschaft zu klären wäre – einige der als nicht geimpft bezeichneten Lämmer 
über Abwehrkörper verfügen, die, wie Dr. med. vet. K._____ plausibel festhält, mit 
sehr überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die Impfung und nicht eine natürliche 
Ansteckung zurückgehen, besteht doch immerhin ein hinreichender Verdacht, 
dass auch Tiere widerrechtlich geimpft wurden. Durch die Staatsanwaltschaft wäre 
insbesondere zu klären, wie alt die geimpften Lämmer im Zeitpunkt der Impfung 
waren und ob die "Krankheiten" der Schafe einer Impfung entgegenstanden. So-
dann wäre allenfalls zu ermitteln, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die an 
sich nicht impfpflichtigen Lämmer nicht durch Impfung sondern durch natürliche 
Ansteckung Antikörper aufweisen. In diesem Zusammenhang müsste die Frage 
beantwortet werden, ob es die Blauzungenkrankheit im fraglichen Zeitpunkt in der 
betreffenden Gegend überhaupt gab. Schliesslich ist nicht ersichtlich, warum die 
Staatsanwaltschaft die betreffenden Schafe nicht selber untersuchen liess (auf 
Alter, Krankheit und Antikörper). Diese Untersuchungen sind, falls überhaupt noch 
möglich, nachzuholen. Es ist an dieser Stelle sodann festzuhalten, dass auch 
wenn eine gerechtfertigte Impfung keine Tierquälerei darstellt, die Frage, ob das 
widerrechtliche Impfen von Tieren (also ohne Indikation, d.h. junge und kranke 
Tiere) eine Tierquälerei im Sinne des Gesetzes darstellt, eine Frage ist, die der 
Richter und nicht die Staatsanwaltschaft zu entscheiden hätte. Aus dem Gesagten 
erhellt, dass sich die Beschwerde auch im Zusammenhang mit dem Tatbestand 
der vorsätzlichen Tierquälerei gemäss aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG durch Miss-
handlung von Tieren als begründet erweist, weshalb die Einstellungsverfügung in 
diesem Punkt aufzuheben (Art. 397 Abs. 2 StPO) und die Sache an die Staatsan-
waltschaft zur Fortführung des Verfahrens im Sinne des Ausgeführten zurückzu-
weisen ist (Art. 397 Abs. 2 und Abs. 3 StPO).

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cc) Ein unnötiges Überanstrengen im Sinne von Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG liegt 
vor, wenn einem Tier Leistungen abverlangt werden, die seine Kräfte übersteigen. 
Der objektive Umfang der abgeforderten Leistung (etwa das Gewicht eines zu zie-
henden Wagens oder die angestrebte Geschwindigkeit) hat dabei in einem Miss-
verhältnis zu den Kräften des Tieres zu stehen. Die Leistung kann sowohl eine 
körperliche (bspw. Zug- oder Kraftleistung) als auch eine physiologische (Milch-, 
Lege- oder Zuchtleistung etc.) oder psychische (Konzentration, Lernvermögen) 
sein. Denkbar sind auch Überanstrengungen bei langen Tiertransporten oder bei 
Transporten von geschwächten oder zusammengepferchten Tieren sowie die Hal-
tung zu vieler Tiere auf zu engem Raum oder wenn Tiere während längerer Zeit 
grosser Hitze ausgesetzt werden (vgl. Bolliger/Richner/Rüttimann, a.a.O., 
S. 120 ff.). 

Im vorliegenden Fall erreichen die Vorkommnisse nicht die Intensität, die für eine 
tatbestandsmässige Überanstrengung der Schafe erforderlich ist. Die Schafe wur-
den einmalig und nicht wiederholt in der Nacht in ihrer Ruhephase gestört. Eine 
solche einmalige Störung stellt keine Überanstrengung im Sinne des Tierschutz-
gesetzes dar. Eine Impfung an und für sich stellt keine Überanstrengung der 
Schafe dar, welche diese mit Strapazen wie Schmerzen, Leiden oder Schäden 
bedrohen würde. Nach der Impfung wurden die Tiere von Dr. med. vet. M._____ 
überwacht, so dass allfällige Impfnebenwirkungen sofort hätten behandelt werden 
können (vgl. die untersuchungsrichterliche Einvernahme des Beschwerdegegners 
vom 14. Juni 2010, Staatsanwaltschaft act. 1.8 sowie den Rapport von 
Dr. med. vet. M._____ vom 13. September 2009, Staatsanwaltschaft act. 5.13). 
Ferner dauerte der Transport der Tiere von der zur Alp A._____ in O.1_____ nach 
O.2_____ nicht lange. Die normale Fahrzeit mit einem Personenwagen würde in 
etwa eine Stunde dauern. Somit ist klar, dass selbst unter Berücksichtigung, dass 
ein Tiertransport mehr Zeit beanspruchen wird, dieser unter keinen Umständen so 
lange dauern würde, dass damit eine Überanstrengung der transportierten Tiere 
verbunden wäre. Der Beschwerdegegner sagte in seiner untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme vom 14. Juni 2010 (vgl. Staatsanwaltschaft act. 1.8) aus, die 
Ladekapazitäten der Lastwagen seien für 120 Tiere genügend gewesen und die 
Tiere seien während des Transports, der so kurz als möglich gehalten worden sei, 
von ihm persönlich überwacht worden. In den Akten ergeben sich keine Anhalts-
punkte dafür, dass die Tiere in einem geschwächten Zustand oder zusammenge-
pfercht transportiert worden wären und der Beschwerdeführer macht dies auch 
nicht geltend. Hinsichtlich einer angeblichen Überanstrengung der Schafe 
während deren Haltung in O.2_____ wird auf die untenstehende Erwägung 5.e/ee 

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im Zusammenhang mit dem Tatbestand der Vernachlässigung gemäss aArt. 26 
Abs. 1 lit. a TSchG verwiesen. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen erhellt, 
dass entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers dem Beschwerdegegner unter 
den gegebenen Umständen nicht nachgewiesen werden kann, den Tatbestand 
der Überanstrengung nach Art. 26 Abs. 1 lit. a TSchG durch die Impfung der 
Schafe in der Nacht während deren Ruhephase erfüllt zu haben, so dass in die-
sem Zusammenhang mit einem Freispruch zu rechnen wäre und die Einstellung 
des Verfahrens zu Recht erfolgte.

dd) Als Tierquälerei im Sinne von aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG werden auch 
Eingriffe in die Tierwürde (vgl. zum Begriff der Tierwürde Art. 3 lit. a TSchG) quali-
fiziert, die nicht mit physischen Beeinträchtigungen verbunden sind. In Frage 
kommen dabei z.B. die Erniedrigung von Tieren, tief greifende Eingriffe in ihr Er-
scheinungsbild und ihre Fähigkeiten sowie ihre übermässige Instrumentalisierung, 
wie die Zurschaustellung von Tieren in Verkleidungen, lächerlich machende Prä-
sentationen, das Betrunkenmachen von Tieren und das Einfärben ihres Fells oder 
Gefieders. Dabei gilt der Schutz der Tierwürde nicht absolut. Eine Würdeverlet-
zung kann gerechtfertigt sein, wenn das verfolgte Ziel höher zu gewichten ist als 
die Verletzung der Tierwürde. Als überwiegende Interessen kommen dabei insbe-
sondere die Gesundheit von Mensch und Tie