# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8675f167-5849-57c0-a313-af5c84447049
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.08.2021 IV 2020/34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-34_2021-08-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/34

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 09.02.2022

Entscheiddatum: 31.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 31.08.2021
Art. 28 IVG. Art. 29 Abs. 2 IVG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Rente der 
Invalidenversicherung. Sachverhaltsabklärung. Untersuchungspflicht. 
Psychiatrisches Gutachten. Beginn des Rentenanspruchs (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. August 2021, IV 
2020/34).

Entscheid vom 31. August 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2020/34

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Studer, Studer Zahner Anwälte AG, 

Hauptstrasse 11a, Postfach 2125, 8280 Kreuzlingen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im April 2015 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, eine Lehre als Detailhandelsfachfrau 

EFZ absolviert zu haben. Seit dem 14. Januar 2015 sei sie aufgrund einer psychischen 

Erkrankung voll arbeitsunfähig.

A.a. 

Die Arbeitgeberin B.___ AG gab am 6. Mai 2015 an (IV-act. 10), die Versicherte sei 

seit dem 1. April 2013 als Verkäuferin tätig. Zuletzt habe sie in einem 100% Pensum 

gearbeitet und dabei einen monatlichen Lohn von Fr. 3'900.-- erhalten.

A.b. 

Med. pract. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete 

am 22. Mai 2015 gegenüber der IV-Stelle (IV-act. 11), die Versicherte leide an einer 

Borderline Persönlichkeitsstörung mit Beginn im frühen Jugendalter. Die 

Arbeitsfähigkeit werde durch den hohen Erschöpfungsgrad, die bestehende 

Depressivität, die bislang unbehandelte Impulsivität und andere zentrale Symptome der 

Borderline Störung wie innere Leere, Selbsthass, Angst, intensive Wut, erhebliche 

Affektregulierungsstörung, niedriges Selbstwertgefühl mit ausgesprochen negativen 

Selbstkonnotationen usw. eingeschränkt. Ab dem Sommer 2015 sei bei einem 

weiterhin guten Therapieverlauf von einem Wiedererlagen der Arbeitsfähigkeit von 

mindestens 50% auszugehen. Am 30. März 2015 hatten die Fachärzte des 

psychiatrischen Zentrums D.___ gegenüber med. pract. C.___ berichtet (IV-act. 30), die 

Versicherte sei vom 14. Januar 2015 bis 27. März 2015 hospitalisiert gewesen. Sie 

leide an einer bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode 

ohne psychotische Symptome, Störungen durch Alkohol: schädlicher Gebrauch und 

Störungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, aber in 

A.c. 

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beschützender Umgebung. Für den aktuellen Arbeitsplatz bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit.

Am 11. November 2015 gab med. pract. C.___ gegenüber der Krankenkasse an 

(Fremdakten act. 3-6 ff.), die Versicherte leide an einer Borderline-

Persönlichkeitsstörung und an einer Dysmorphophobie. Vom 14. Januar bis 

30. September 2015 habe eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 1. Oktober 

2015 sei die Versicherte zu 50% arbeitsfähig. Aktuelle Symptome seien: Massive 

Affektregulierungsstörung bei erhöhter Impulsivität, häufige Stimmungseinbrüche und 

rezidivierende suizidale Krisen. Die Belastbarkeit der Versicherten sei deutlich 

herabgesetzt. Bei der Arbeit wirke sich dies in Form von rascher Erschöpfung und 

Reizüberflutung aus. Ab dem 16. November 2015 sei der Versicherten die 

Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50%, jedoch mit 30% 

Belastbarkeit beginnend durch eine IV-Massnahme zumutbar.

A.d. 

Am 17. März 2016 berichtete med. pract. C.___ über den Behandlungsverlauf seit 

Beginn des Aufbautrainings (IV-act. 44). Die Versicherte zeige sich konstant über die 

Zeit, möchte sich aus ihren Symptomen herausarbeiten und nehme verlässlich, 

motiviert und eigenverantwortlich an der regelmässig einmal pro Woche stattfindenden 

störungsspezifischen Einzeltherapie teil. Gegenwärtig seien dort die massive 

Affektregulationsstörung mit erhöhter Impulsivität, die Bearbeitung des negativen 

Selbstbildes und die mangelnde Fähigkeit zur Selbstfürsorge behandelte Themen. Bei 

teilweise unrealistisch hohen Selbstanforderungen sei es der Versicherten zuerst 

schwergefallen, anzuerkennen, dass sie rascher erschöpft sei als andere, frühzeitig 

Pausen benötige und für einen guten Schlaf sorgen müsse. Das Antizipieren möglicher 

Belastungen sei noch schwierig. Bei beginnender Erschöpfung habe sie sich rasch als 

"hoffnungslose Versagerin" erlebt, was zu einer Demotivierungssituation mit der 

Neigung, sich ins Bett zurückzuziehen und am liebsten "gar nichts mehr zu machen" 

geführt habe. Parallel zum Arbeitsversuch seien diese Verhaltensweisen konstruktiv 

bearbeitet worden. Inzwischen habe die Versicherte auf allen benannten 

Problemfeldern deutliche und anhaltende, zunehmend belastbare Fortschritte gemacht. 

Einen wesentlichen Anteil daran habe das Aufbautraining in einer wohlwollenden 

Umgebung, in welcher die Versicherte Ermutigung, Unterstützung und zeitnahe 

Feedbacks in verträglichen Portionen erhalte. Aufgrund der Schwere der 

A.e. 

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vorbestehenden Symptomatik sei bei einer insgesamt guten Prognose eine 

Verlängerung des Aufbautrainings mit dem klaren Ziel einer Steigerung der Präsenzzeit 

(bis auf eine volle Präsenzzeit) und der Leistungsfähigkeit anzustreben. Mittelfristiges 

Ziel könne bei weiterhin gutem Therapieverlauf eine berufliche Massnahme darstellen, 

da aus fachpsychiatrischer Sicht eine Rückkehr in die angestammte Tätigkeit 

unrealistisch sei. Die Versicherte verliere nämlich bei einer reizdichten Umgebung mit 

Kundenkontakt in einem Ladengeschäft rasch ihre Kapazität, sich emotional zu 

regulieren und selbst zu beruhigen. Ihre Dünnhäutigkeit führe dann zu rascher 

Überforderung und Gereiztheit und Rückzug. Die Versicherte sei weiterhin auf Hilfs-Ich 

Funktionen angewiesen.

Im Juni 2016 wurde der Arbeitsversuch aufgrund von vermehrter Abwesenheit und 

unentschuldigtem Fernbleiben der Versicherten abgebrochen (IV-act. 47); die 

Versicherte sehe sich nicht mehr in der Lage weiterzumachen.

A.f. 

Am 21. Juli 2016 berichtete med. pract. C.___ von unveränderten Diagnosen (IV-

act. 50). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Auch andere Tätigkeiten seien 

gegenwärtig nicht möglich. Eine Wiedereingliederung in einem geschützten Umfeld 

komme frühestens nach einer etwa einjährigen Stabilisierungsphase wieder in Frage. 

Der RAD-Arzt Dr. med. E.___ hielt am 10. Oktober 2016 fest (IV-act. 54), der Bericht 

von med. pract. C.___ erläutere in nachvollziehbarer Weise eine längerdauernde 

Arbeitsunfähigkeit. Am 28. Oktober 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 

58), dass das Begehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde.

A.g. 

Am 20. April 2017 gab med. pract. C.___ telefonisch an (IV-act. 63), die 

Versicherte sei 50% arbeitsfähig. In einem Bericht vom 21. April 2017 führte med. 

pract. C.___ aus (IV-act. 64), die Versicherte leide an unveränderten Diagnosen. Die 

Prognose habe sich insgesamt gebessert. Bei einer zu hohen Belastung und 

ungünstigen Umgebungsfaktoren sei ein Rückfall auf ein schlechteres 

psychophysisches Funktionsniveau jedoch nicht ausgeschlossen. In der bisherigen 

Tätigkeit sei die Versicherte unter günstigen Umständen (kleiner Laden, freundliches 

Team, Unterstützung durch einen Jobcoach etc.) 50% arbeitsfähig, beginnend mit 

einer Tätigkeit in einem 40% Pensum, welche langsam und bei guter Unterstützung 

sowie Fortsetzung des therapeutischen Prozesses auf zumindest 80% gesteigert 

A.h. 

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werden könne. Eine adaptierte Tätigkeit sei der Versicherten während 5 Stunden pro 

Tag möglich, wobei sie Rückzugs- und Pausenmöglichkeiten brauche. Die Versicherte 

habe die einjährige Stabilisierungsphase sehr gut nutzen können. Sie sei sehr motiviert 

wieder zu arbeiten, was auch zu einem stabileren Selbstwert beitragen werde, da eine 

erlebte Selbstwirksamkeit aufgrund einer Arbeitstätigkeit eine sehr hohe Bedeutung im 

Wertesystem einnehme. Die Versicherte wolle schnellstmöglich von der Sozialhilfe 

unabhängig werden.

Der RAD-Arzt Dr. E.___ hielt am 14. Juni 2017 fest (IV-act. 67), dass diagnostisch 

weiterhin von einer Borderline Persönlichkeitsstörung auszugehen sei. Der 

Gesundheitszustand sei noch nicht als Endzustand einzuordnen; im letzten Jahr habe 

hinsichtlich der Bewältigung der alltagspraktischen (und wahrscheinlich auch 

hinsichtlich der berufspraktischen) Aufgaben eine gewisse Konsolidierung erreicht 

werden können. Weiterhin bestehe eine Aussicht auf Besserung. Die Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit sei noch offen. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 

50% Arbeitsfähigkeit, wobei die Leistungsfähigkeit während der Präsenzzeit noch offen 

sei. Bei einem günstigen Verlauf sei die Arbeitsfähigkeit steigerbar. Tätigkeiten, die eine 

hohe (Selbst-)Sicherheit in der Kommunikation, eine hohe Frustrationstoleranz und 

emotionale Belastbarkeit erforderten und/oder eine geringe Strukturierung des 

Arbeitsfeldes aufwiesen, seien ohne spezifische Unterstützung eher weniger geeignet. 

Geeignet seien Tätigkeiten mit begrenzter Arbeitsverdichtung, festgelegten 

Verantwortungsbereich, überschaubaren Abläufen und eindeutigen 

Kommunikationsregeln in einem transparenten und wohlwollenden Umfeld. Hilfreich 

wäre ein fester, verständnisvoller Ansprechpartner als stabilisierende Bezugsperson für 

regelmässige und konstruktive Rückmeldungen. Die Empfehlungen seien nicht absolut, 

sondern relativ zum bisherigen Ressourcenniveau gedacht und könnten, falls eine 

"geeignete Hilfe zur Selbsthilfe" greife, gelockert werden. Ein Mitarbeiter der IV-Stelle 

notierte am 20. Juni 2017 (IV-act. 68), dass sich der Gesundheitszustand der 

Versicherten entgegen der Erwartung stabilisiert habe, sodass erneut 

Integrationsmassnahmen zu prüfen seien. Am 4. September 2017 notierte der 

Sachbearbeiter der IV-Stelle weiter (IV-act. 72), die Versicherte sei seit dem 2. August 

2017 in einem Einsatzprogramm tätig, welches durch das RAV aufgegleist worden sei. 

Sie arbeite in einem 50%-Pensum und das Einsatzprogramm dauere noch bis Ende 

A.i. 

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September. Am 1. Dezember 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 86), 

dass keine weiteren beruflichen Massnahmen mehr möglich seien, da die 

Integrationsmassnahme in Form eines Aufbautrainings am 6. November 2017 

abgebrochen worden sei.

Am 19. Dezember 2017 berichtete med. pract. C.___ von einer Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes als Folge einer weiteren Chronifizierung bei unveränderten 

Diagnosen (IV-act. 90). Eine Stabilisierung des Gesamtzustandes habe nicht erreicht 

werden könne. Die Versicherte sei gegenwärtig wieder depressiv, der Antrieb stark 

herabgesetzt. Sie leide vermehrt an Infekten und sage mit dieser Begründung 

Therapiesitzungen ab; dies erschwere auch ein kontinuierliches Arbeiten. Die 

Selbstfürsorge habe sich wieder verschlechtert, negative Denkspiralen hätten wieder 

deutlich mehr Raum eingenommen. Zentral sei der Hass auf den eigenen Körper. 

Sicher verstärkend für die erneute Verschlechterung sei die mangelnde Unterstützung 

bzw. häufige Entwertung der Therapie durch die Familie. Die Versicherte sehne sich 

nach Anerkennung, welche sie jedoch weder von der Mutter noch von der Schwester 

erhalte. Med. pract. C.___ führte weiter aus, sie müsse ihre Einschätzung vom April 

2017 teilweise revidieren; die Sorge, dass unter zu hoher Belastung eine 

Verschlechterung eintreten könne, sei leider eingetreten. Der Versicherten seien derzeit 

weder die bisherige Tätigkeit noch adaptierte Tätigkeiten zumutbar.

A.j. 

Am 3. Januar 2018 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 92), das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen.

A.k. 

Am 26. März 2018 orientierte die IV-Stelle die Versicherte darüber (IV-act. 96), dass 

zur Klärung der Leistungsansprüche eine medizinische Untersuchung im Bereich 

Psychiatrie notwendig sei.

A.l. 

Am 27. Juni 2018 gab med. pract. C.___ gegenüber einem Mitarbeiter der 

sozialen Dienste der Stadt D.___ an (IV-act. 116-1), die Versicherte befinde sich in 

einem sehr schlechten psychophysischen Zustand mit Erschöpfung, 

Selbstfürsorgedefiziten und finanzieller Not. Sie könne nicht mehr schlafen und sie esse 

und trinke unregelmässig. Die Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig.

A.m. 

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Nachdem die Versicherte die Begutachtungstermine zweimal unentschuldigt nicht 

wahrgenommen hatte (vgl. IV-act. 106 und 111), hatte die IV-Stelle bei med. pract. 

C.___ bereits am 26. Juni 2018 nachgefragt (IV-act. 114), ob die Versicherte in der Lage 

sei, einen Gutachtertermin wahrzunehmen und wenn nicht, ob auch in anderen 

Lebensbereichen ein Gefährdungsmoment bestehe, so dass die Versicherte nicht in 

der Lage sei, zentrale Belange ihrer Lebensgrundlagen eigenverantwortlich 

wahrzunehmen. Am 4. Juli 2018 antwortete med. pract. C.___ (IV-act. 119), die 

Versicherte sei krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen, die Gutachtertermine 

wahrzunehmen. In einer stabileren Phase ohne psychotisches Erleben sei die 

Versicherte in der Lage, einen Gutachtertermin wahrzunehmen. Bei der Versicherten 

bestehe das Vollbild einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (ICD-10F 60.31) und auf 

dem Hintergrund einer kumulativen Traumatisierung über Jahre bestehe zusätzlich die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10F 43.1). Es liege eine 

mittelbare Gefährdung vor, in der die Versicherte krankheitsbedingt nicht in der Lage 

sei, zentrale Belange ihrer Lebensgrundlagen eigenverantwortlich wahrzunehmen.

A.n. 

Am 12. Februar 2019 notierte der RAD-Arzt Dr. med. E.___ (IV-act. 135), Facharzt 

für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, die Versicherte sei zwischenzeitlich 

verbeiständet worden. Auch habe eine Anbindung an die psychiatrische Spitex 

stattgefunden. Der sistierte Gutachtensauftrag könne daher reaktiviert werden. Am 2. 

April 2019 erstattete Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

ein monodisziplinäres psychiatrisches Gutachten (IV-act. 141). Er gab an, zum 

aktuellen Zeitpunkt fänden sich ausreichende Hinweise, um von einer emotional 

instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus auszugehen. Weiter leide die 

Versicherte an psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen, 

Störungen durch Cannabinoide: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger 

Substanzgebrauch. Zur Herleitung der spezifischen Persönlichkeitsstörung führte er 

aus, die Versicherte habe bereits mit 13 Jahren begonnen, regelmässig Marihuana 

einzunehmen, und sie habe bereits früh eine schwer problematische Interaktion 

innerhalb der Familie erlebt. Ab dem 21. Lebensjahr zeigten sich nachweisbar 

erhebliche soziale und interaktionelle Einschränkungen. Diese Verhaltensmuster seien 

tiefgreifend und in vielen sozialen Situationen unpassend. Sowohl in der sozialen 

Interaktion bezüglich Partnerschaft als auch innerhalb von Arbeitsstrukturen fänden 

A.o. 

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sich immer wieder Auffälligkeiten. Die Versicherte habe die Tendenz, impulsiv zu 

handeln; es komme zu explosivem Verhalten und unklaren Interaktionen. Sie habe 

angegeben, ein sehr unklares Selbstbild zu haben. Innerhalb der emotionalen 

Instabilität komme es sehr häufig zu unklaren Vorstellungen bezüglich des eigenen 

Körpers und verschiedener innerer Präferenzen. Die Bindungsstruktur sei von 

Überhöhung und dann Entwerten geprägt. Die Bindungen seien unbeständig und es 

komme zu sehr schweren emotionalen Krisen. All dies zeichne sich bei der 

Versicherten sehr deutlich ab. Zum aktuellen Zeitpunkt fänden sich daher ausreichende 

Hinweise, um von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-

Typus auszugehen. Eine posttraumatische Belastungsstörung liege nicht vor. Bei 

dieser Diagnose träten sogenannte Nachhallerinnerungen auf; solche habe die 

Versicherte weder selbständig noch auf Rückfrage angegeben. Auch eine ausgeprägte 

innere Unruhe im Sinne einer sympathischen Übererregung sei nicht angegeben 

worden. Auch auf Rückfrage habe die Versicherte keine schweren Traumatisierungen 

oder lebensbedrohlichen Situationen angegeben. Eine Dysmorphophobie oder die 

unklaren Vorstellungen bezüglich dem Selbstbild und dem eigenen Körper fänden sich 

häufig im Rahmen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Dies sei 

vorliegend nicht als eigene Störung, sondern innerhalb der entsprechenden Borderline-

Erkrankung zu sehen. Retrospektiv seien Hinweise für eine depressive Symptomatik 

mit Antriebsstörung, Traurigkeit, sozialem Rückzug, sozialer Überforderung, 

Schlafstörungen, Selbstentwertung und Traurigkeit zu finden. Retrospektiv könne 

zwischen 2015 und etwa 2018 von einer depressiven Symptomatik ausgegangen 

werden, die aktuell nicht mehr auftrete. Auch für manische oder submanische Phasen 

und damit für eine bipolar-affektive Erkrankung seien aktuell keine Hinweise 

vorhanden. Die Versicherte habe angegeben, täglich inhalativ rund 1g Cannabinoide zu 

sich zu nehmen und sie erlebe auch eine körperliche Abhängigkeitssymptomatik. Die 

tägliche Zufuhr von mindestens 1g sei im Sinne einer Toleranz zu interpretieren. Andere 

Aktivitäten würden nicht vernachlässigt. Trotz erheblicher sozialer Konsequenzen 

nehme die Versicherte die Substanz weiterhin. Dies sei als Zwang oder starker Wunsch 

zu interpretieren, die Substanz zu sich zu nehmen. Daher sei ein 

Abhängigkeitssyndrom von Cannabinoiden zu dokumentieren. Die Versicherte habe 

angegeben, seit Langem keinen Alkohol mehr zu konsumieren. Auch sonst seien keine 

Hinweise dafür erkennbar; auch der anwesende Spitex-Mitarbeiter habe keine 

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diesbezüglichen Angaben gemacht. Trotzdem sei dies mitzuberücksichtigen; innerhalb 

der Aktendokumentation fänden sich ausreichend Hinweise, um von einem schädlichen 

Gebrauch trotz gegenläufiger Angaben auszugehen. Als zentrale, 

arbeitsfähigkeitsrelevante Diagnose sei in diesem Fall jedoch die emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung zu dokumentieren. Aktuell sei die emotional instabile 

Persönlichkeitsstörung als leicht- bis mittelgradig ausgeprägt zu dokumentieren. 

Innerhalb der sozialen Leistungsfähigkeit fänden sich nur sehr geringe 

Einschränkungen. Die Versicherte könne langfristige Freundschaften aufrechterhalten; 

im sozialen Rahmen fänden sich keine Einschränkungen. Alle Tätigkeiten des 

Haushalts (wie Einkaufen, Putzen, Waschen, Kochen Bügeln, etc.) seien 

uneingeschränkt durchführbar. Aktuell seien organisatorische Tätigkeiten (Erledigung 

der Finanzen [durch Beistand]) delegiert. Inwieweit diese selbst durchgeführt werden 

könnten und ob dies als Anleitung zur Selbsthilfe zum aktuellen Zeitpunkt zu 

interpretieren sei, bleibe offen. Der Schweregrad sei damit als mittelgradig anzusehen. 

Als Ressource seien Freunde, das Haustier und eigene Rückzugsmöglichkeiten 

vorhanden. In der Tätigkeit als Detailhandelsverkäuferin sei die Versicherte aktuell zwei 

Stunden einsetzbar. Innerhalb einer Interaktion sei sie jedoch nicht schwergradig 

eingeschränkt, wenn diese kein Verkaufskontakt sei. Eine Einschränkung, aber keine 

vollständige Kontraindikation sei vorhanden. Die zentrale Problematik der emotional 

instabilen Persönlichkeitsstörung sei die interaktionelle Problematik; bei 

Kundengesprächen und regelmässigem Kundenkontakt könne es zu schwierigen 

Situationen kommen. Innerhalb der zweistündigen täglichen Arbeitstätigkeit sei von 

einer nur sehr geringgradigen Einschränkung der Leistung auszugehen. Auch innerhalb 

der sehr schwierigen Untersuchungssituation habe die Versicherte grossteils adäquat 

interagieren können. Daher könne in der angestammten Tätigkeit von einer maximal 

20%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Ab Januar 2015 finde sich 

nachvollziehbar eine schwergradig ausgeprägte depressive Symptomatik 

dokumentiert. Nachvollziehbar sei insbesondere, dass bei einer schweren depressiven 

Symptomatik eine Persönlichkeitsstörung unterhalb der Nachweisgrenze verbleibe, 

wenn diese so schwer ausgeprägt sei, dass nur noch eine sogenannte 

Restpersönlichkeit dokumentierbar sei. Im Juli 2016 habe die behandelnde 

Psychiaterin wiederum eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. 2017 habe sie diese 

Meinung dann retrospektiv revidiert. Teils sei im Jahre 2015 eine volle 

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Arbeitsunfähigkeit, teilweise eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit dokumentiert worden. 

Trotz der dokumentierten 50%igen Arbeitsunfähigkeit komme es jedoch zur 

Dekompensation innerhalb der Integrationsversuche. Insgesamt könne ab Januar 2015 

von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Die angegebenen Daten der 

Versicherten seien nur teilweise nachvollziehbar. Sie habe einen Therapieabbruch ab 

2017 angegeben, in den Akten finde sich jedoch eine Stellungnahme von med. pract. 

C.___ bezüglich Therapieverlauf vom Dezember 2017. Im Juni 2018 habe sich die 

Versicherte noch in psychiatrischer Therapie bei med. pract. C.___ befunden. Hier 

werde noch von einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen. 

Zum Zeitpunkt März 2019 sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angepassten 

Tätigkeit und einer 20%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

auszugehen. Mit ausreichender medizinischer Sicherheit könne daher ab Januar 2015 

bis November 2018 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten und in 

einer angepassten Tätigkeit nachvollziehbar ausgegangen werden. Die angepasste 

Tätigkeit werde entsprechend mitberücksichtigt, da hier die Verlaufsdokumentation 

durch med. pract. C.___, aber auch entsprechende Arbeitsversuche festgehalten 

worden seien. Die Versicherte habe angegeben, dass es im November 2018 zu einer 

deutlichen Besserung gekommen sei. Sie mache hier jedoch teilweise verschiedene 

Angaben, ab wann eine Verbesserung nachvollziehbar sei. Mit ausreichender 

medizinischer Wahrscheinlichkeit und Sicherheit sei daher im Untersuchungszeitpunkt 

ab Februar 2015 bis März 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit und ab März 2019 eine 

80%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu dokumentieren. Analog 

sei für eine angepasste Tätigkeit ausreichend nachvollziehbar ab Januar 2015 bis März 

2019 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit (aufgrund der Dokumentation durch med. 

pract. C.___) und ab März 2019 von einer 50%ige Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Als 

angepasste Tätigkeit sei eine Tätigkeit mit einem persönlichen Kundenkontakt unter 

50% der Arbeitszeit mit möglichen Telefonkontakten und administrativen Tätigkeiten zu 

definieren. Zusätzlich wären ein kleines Team und ein unmittelbarer Vorgesetzter 

optimal. Eine Tätigkeit im Verkauf sei nicht als sinnvoll anzusehen. Es sei von einer 

Tätigkeit von 4 Stunden pro Tag mit Pausen (wie gesetzlich vorgeschrieben) 

auszugehen. Innerhalb dieser Tätigkeit sei es der Versicherten zumutbar, dass eine 

Tätigkeit durchgeführt werden könne. Die Versicherte habe innerhalb der gesamten 

Untersuchungszeit eine adäquate kognitive und emotionale Leistungsfähigkeit 

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vorweisen können. Sowohl fremdanamnestisch als auch eigenanamnestisch werde 

davon ausgegangen, dass im ersten Arbeitsmarkt innerhalb einer angepassten 

Tätigkeit eine solche Arbeitsfähigkeit möglich sei. Die oben beschriebene 

Arbeitstätigkeit sei daher ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit für die Versicherte 

entsprechend möglich. Trotz des Vorliegens einer emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung sei es derzeit zu einer Stabilisierung innerhalb der Interaktion 

gekommen. Die Versicherte sei interaktionsfähig und könne Impulse grossteils 

kontrollieren. Auch innerhalb der Untersuchungssituation habe sich eine ausreichende 

Struktur gezeigt, um zu interagieren und Impulse zu kontrollieren. Hinweise auf eine 

Unmöglichkeit der adäquaten Interaktion im Arbeitsbereich seien nicht vorhanden. 

Trotz der Abhängigkeitserkrankung von Cannabinoiden fänden sich keine 

Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten. Auch Antriebsstörungen oder eine 

Erhöhung der Ermüdbarkeit seien nicht angegeben worden. Zum aktuellen Zeitpunkt 

sei davon auszugehen, dass die Suchtproblematik die adaptierte Tätigkeit nicht in 

schwergradiger Weise einschränke.

Der RAD-Arzt Dr. E.___ notierte am 9. April 2019 (IV-act. 142), das psychiatrische 

Gutachten entspreche im Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen 

Kriterien. Am 7. August 2019 kam ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes der IV-Stelle nach 

Prüfung der Standardindikatoren gemäss der neuen Rechtsprechung zum Schluss, 

dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit im Gesamtbild 

nachvollzogen werden könne.

A.p. 

Mit einem Vorbescheid vom 15. Oktober 2019 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten an (IV-act. 146), ab dem 1. Mai 2016 (nach Beendigung der beruflichen 

Massnahmen) habe sie Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab dem 1. Juni 

2019 (1. März 2019 + 3 Monate) auf eine halbe Invalidenrente. Die IV-Stelle führte aus, 

spezialärztliche Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte seit dem 14. Januar 

2015 aus gesundheitlichen Gründen in erheblichem Ausmass in ihrer Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt sei. Vom 16. November 2015 bis 15. Mai 2016 sei ein Aufbautraining 

durchgeführt worden. Im Anschluss daran habe eine volle Arbeitsunfähigkeit in 

sämtlichen Tätigkeiten bestanden. Seit März 2019 sei eine Verbesserung des 

Gesundheitszustandes eingetreten. Ihre angestammte Tätigkeit als Verkäuferin EFZ sei 

ihr noch zu 20%, eine adaptierte Tätigkeit in einem kleinen Team mit weniger als 50% 

A.q. 

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B.  

Kundenkontakt während der Arbeitszeit sei ihr zu 50% zumutbar. Am 10. Januar 2020 

verfügte die IV-Stelle ab 1. Mai 2016 bis zum 31. Mai 2019 eine ganze und ab 1. Juni 

2019 eine halbe Invalidenrente (IV-act. 150).

Am 10. Februar 2020 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde gegen die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

vom 10. Januar 2020 erheben (act. G 1). Sie beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente seit dem 1. 

Januar 2016. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme ergänzender Abklärungen und 

zur anschliessenden Neuverfügung an die Verwaltung zurückzuweisen. In der 

Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, eine dauerhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustandes ab März 2019 sei nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit gegeben. Weiter sei der Rentenbeginn nicht auf den 1. Mai 2016, 

sondern infolge aktenkundiger dauerhafter Arbeitsunfähigkeit ab Januar 2015 auf den 

1. Januar 2016 anzusetzen. Hinzu komme, dass das IV-Gutachten unter 

Ausserachtlassung der Suchtproblematik der Beschwerdeführerin zustande gekommen 

sei.

B.a. 

In einer Beschwerdeantwort vom 20. März 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Sie begründete diesen 

Antrag damit, dass der psychiatrische Sachverständige aufgrund seiner Feststellungen 

anlässlich der Untersuchung vom 7. März 2019 zum Schluss gekommen sei, der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich im Vergleich zu der 

vorangehenden Einschätzung durch die behandelnde Psychiaterin Dr. C.___ im Juni 

2018 stabilisiert und verbessert. Der Sachverständige habe nachvollziehbar dargelegt, 

dass sich die Arbeitsfähigkeit ab März 2019 verbessert habe. Auch unter 

Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den 

Auswirkungen eines ärztlich diagnostizieren Abhängigkeitssyndromes sei die 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50% nachvollziehbar. 

Der Beschwerdeführerin sei vom 16. November 2015 bis 12. Mai 2016 ein Taggeld 

ausgerichtet worden (mit Verweis auf act. 59). Gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG entstehe der 

Rentenanspruch nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG 

B.b. 

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Erwägungen

1.

In der angefochtenen Verfügung vom 10. Januar 2020 hat die Beschwerdegegnerin 

über das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin entschieden. Da das 

Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, 

muss es sich auf den in der Verfügung enthaltenen Gegenstand beschränken. Folglich 

ist nur zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

2.  

beanspruchen könne. Die Rente werde vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem 

der Rentenanspruch entstehe (mit Verweis auf Art. 29 Abs. 3 IVG und KSIH Rz. 2026). 

Somit entstehe der Rentenanspruch ab dem 1. Mai 2016.

Das Versicherungsgericht bewilligte am 31. März 2020 das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege (act. G 6).

B.c. 

In einer Replik vom 15. April 2020 liess die Beschwerdeführerin an den bisherigen 

Anträgen festhalten (act. G 8). Sie führte aus, es sei zutreffend, dass ihr mit einer 

Verfügung vom 27. November 2015 ein IV-Taggeld für das Aufbautraining vom 16. 

November 2015 bis 15. Mai 2016 zugesprochen worden sei. Indessen sei unklar, wie 

lange sie ein IV-Taggeld erhalten habe, da sie bereits ab dem 25. Januar 2016 bis auf 

Weiteres voll arbeitsunfähig gewesen sei. In den Akten sei lediglich eine 

Taggeldabrechnung für April 2016 ersichtlich (mit Verweis auf IV-act. 46).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 28. April 2020 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 10).

B.e. 

Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

2.1. 

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3.  

wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens kommt 

den Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit in der 

Regel eine zentrale Rolle zu. Zur Abklärung des Gesundheitszustandes ist durch die 

Beschwerdegegnerin die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens durch Dr. F.___ 

in Auftrag gegeben worden. Aufgrund der Einwände der Beschwerdeführerin ist zu 

prüfen, ob dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob die angegebene 

Arbeitsfähigkeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachvollziehbar belegt ist.

2.2. 

Zunächst ist zu prüfen, ob das Gutachten die vom Bundesgericht vorgegebenen 

Anforderungen an medizinische Gutachten erfüllen. Ein Gutachten hat einen 

ausreichenden Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a). Notwendig ist 

zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom Bundesgericht in Bezug auf 

anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische 

Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen Erkrankungen, insbesondere auf 

leichte bis mittelschwere depressive Störungen, anwendbar erklärten 

Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143 V 409 und 143 V 418).

3.1. 

Dr. F.___ hat die relevanten Vorakten gewürdigt (IV-act. 141-12 ff..), die 

Beschwerdeführerin persönlich untersucht und ihre subjektiven Klagen aufgenommen 

(IV-act. 141-40) und im Rahmen der Anamnese (IV-at. 141-41 ff.) und der objektiven 

Befunderhebung (IV-act. 141-47 ff.) die entsprechenden Ergebnisse festgehalten. 

Anschliessend hat Dr. F.___ die objektiven Befunde in ihrer Art und Schwere gewürdigt 

und die Herleitung seiner erhobenen Diagnosen geschildert (IV-act. 141-50 ff.). Weiter 

hat er sich mit den bisherigen Behandlungen auseinandergesetzt (IV-act. 141-53 f.) und 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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zur Konsistenz und Plausibilität Stellung genommen (IV-act. 141-54). Abschliessend 

hat er gestützt auf seine umfassenden Untersuchungen eine Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit sowohl für die angestammte als auch für eine leidensadaptierte 

Tätigkeit abgegeben (IV-act. 141-55 ff.). Wie nachfolgend dargelegt wird, überzeugt 

jedoch die von Dr. F.___ abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung sowohl für die 

angestammte als auch die adaptierte Tätigkeit nicht.

Dr. F.___ hat mehrmals festgehalten, dass bei der Versicherten im November 2018 

eine "deutliche" Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist (vgl. bspw. IV-

act. 141-57). Dennoch hat er im Weiteren sowohl für die angestammte als auch die 

adaptierte Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum März 2019 angenommen. 

Wieso trotz der mehrfach angegebenen Besserung des Gesundheitszustandes im 

November 2018 dennoch eine volle Arbeitsunfähigkeit zum Begutachtungszeitpunkt 

(März 2019) vorliegen soll, wird von Dr. F.___ nicht erklärt. Die Angabe der vollen 

Arbeitsunfähigkeit vom November 2018 bis März 2019 ist nicht vereinbar mit der 

Angabe eines verbesserten Gesundheitszustandes und damit nicht nachvollziehbar. 

Weiter hat Dr. F.___ nicht begründet, wieso die Beschwerdeführerin in einer 

angepassten Tätigkeit ab März 2019 zu 50% arbeitsfähig sein soll. Er hat zwar die 

Diagnosen aufgelistet, an denen die Beschwerdeführerin leidet, er hat es jedoch 

unterlassen, darzulegen, welche Einschränkungen (bspw. schnelle Ermüdbarkeit, 

Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen) dazu führen, dass die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit nur in einem hälftigen Pensum 

arbeiten kann. Es finden sich nur Äusserungen zum Pausenbedarf, der jedoch nicht 

erhöht sei (IV-act. 141-58). Weiter sind auch die Angaben zur interaktionellen 

Problematik der Beschwerdeführerin im Gutachten widersprüchlich. Dr. F.___ hat die 

Borderline-Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin als mittelgradig eingestuft 

(IV-act. 141-52). Dazu hat er ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 

Interaktion nicht schwergradig eingeschränkt sei, wenn diese keinen 

Interaktionsverkaufskontakt darstelle. Eine Einschränkung sei vorhanden, jedoch keine 

vollständige Kontraindikation. Die zentrale Problematik der emotional instabilen 

Persönlichkeitsstörung bilde die interaktionelle Problematik (IV-act. 141-55 f.). Im 

Weiteren hat Dr. F.___ dann wieder angegeben, dass trotz des Vorliegens einer 

emotional instabilen Persönlichkeitsstörung derzeit eine Stabilisierung innerhalb der 

Interaktion vorhanden sei (IV-act. 141-60). Die Beschwerdeführerin sei interaktionsfähig 

und könne ihre Impulse grösstenteils kontrollieren. Auch innerhalb der 

Untersuchungssituation habe sie eine ausreichende Struktur gezeigt, um zu 

interagieren und Impulse zu kontrollieren. Ein Hinweis auf eine Unmöglichkeit der 

adäquaten Interaktion im Arbeitsbereich sei nicht vorhanden. Dr. F.___ hat folglich 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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erklärt, dass die Interaktion ein zentrales Problem der als mittelgradig eingestuften 

Borderline-Persönlichkeitsstörung darstelle. Damit hat er unter anderem auch die stark 

eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin 

begründet. An anderer Stelle im Gutachten steht dann aber, dass sich die Interaktion 

bei der Beschwerdeführerin stabilisiert habe und dass kein Hinweis auf eine 

Unmöglichkeit der adäquaten Interaktion im Arbeitsbereich vorhanden sei. Damit stellt 

sich die Frage, wieso die angestammte Tätigkeit nur in einem solch geringen Pensum 

möglich sein soll, wenn doch die Interaktion, die als Hauptargument für die 

Einschränkung genannt wird, stabilisiert sein soll. Weitere Gründe, die eine so hohe 

Einschränkung in der angestammten Tätigkeit erklären würden, sind nicht genannt 

worden. Damit ist auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung für die angestammte Tätigkeit 

nicht nachvollziehbar. Weitere Unklarheiten sind bei den Prozent- bzw. 

Stundenangaben der verbleibenden Arbeitsfähigkeiten vorhanden. Bezüglich der 

angestammten Tätigkeit hat Dr. F.___ angegeben, dass diese zum aktuellen Zeitpunkt 

noch zwei Stunden täglich möglich sei, was einer maximal 20%igen Arbeitsfähigkeit 

entspreche (IV-act. 141-55 f.). Bei der angepassten Tätigkeit hat er ausgeführt, diese 

sei der Beschwerdeführerin zu 50% zumutbar, wobei von einer Tätigkeit von vier 

Stunden täglich auszugehen sei. Bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zur angestammten 

Tätigkeit entsprechen zwei Stunden damit 20%, bei der angestammten Tätigkeit 

entsprechen vier Stunden dann aber 50%. Bei der angestammten Tätigkeit wird damit 

davon ausgegangen, ein Arbeitstag (=100%) umfasse zehn Stunden und bei der 

angepassten Tätigkeit acht Stunden. Eine Erklärung hierfür fehlt. Auch aufgrund dieses 

Widerspruches kann nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. F.___ 

abgestellt werden.

Die Beschwerdeführerin hat zudem zu Recht eingewendet, dass sich der 

Gutachter zu wenig mit der Suchtproblematik auseinandergesetzt habe. Dr. F.___ hat 

angegeben, der Cannabiskonsum (rund 1g Cannabis pro Tag) schränke die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht schwergradig ein. Aus den Akten 

geht hervor, dass die Beschwerdeführerin während des Arbeitsversuchs vermehrt 

gefehlt bzw. immer wieder unentschuldigte Absenzen ausgewiesen hat (vgl. bspw. IV-

act. 47-5). Dr. F.___ hat sich nicht damit auseinandergesetzt, wie bzw. ob das 

unentschuldigte Fehlen, also wohl das Durchhaltevermögen der Beschwerdeführerin, 

mit dem Cannabiskonsum zusammenhängt. Dr. F.___ hat weiter ausgeführt, dass bei 

der Beschwerdeführerin keine Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten vorhanden 

seien. Bei der Befunderhebung hat er jedoch angegeben (IV-act. 141-47), er habe nur 

eine grob orientierende Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten durchgeführt. Auch 

aus Sicht eines medizinischen Laien ist jedoch ersichtlich, dass eine solche "grobe" 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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Prüfung der kognitiven Fähigkeiten nicht genügen kann, um die Auswirkungen des 

Cannabiskonsums im Detail zu prüfen und allfällige Störungen festzustellen. Dr. F.___ 

hat damit nicht ausreichend genau geprüft, ob aufgrund des langjährigen 

Cannabiskonsums irreversible Folgeschäden eingetreten sind. Diesbezüglich ist das 

Gutachten zu ergänzen. Im Weiteren hat Dr. F.___ in seinem Gutachten nicht 

angegeben, ob eine bestehende Gesundheitsstörung der Beschwerdeführerin zu ihrer 

Cannabinoidabhängigkeit geführt hat. Damit ein Gutachten jedoch den 

Standardindikatoren des Bundesgerichts (BGE 141 V 281) standhält, muss unter 

anderem diskutiert werden, ob eine vorangehende Gesundheitsstörung mit 

gravierendem Krankheitswert zu einem Abhängigkeitssyndrom geführt hat. 

Diesbezügliche Ausführungen sind auch ergänzungsbedürftig.

Abschliessend hat die Beschwerdeführerin ebenfalls zu Recht moniert, dass 

aufgrund der Akten unklar bleibe, in welchem Zeitraum effektiv ein Taggeld bezogen 

worden ist. In den Akten finden sich neben der Verfügung vom 27. November 2015 (IV-

act. 38) dazu lediglich eine Abrechnung für den Monat April 2016 (IV-act. 46) und eine 

Telefonnotiz vom 22. November 2016 (IV-act. 59); in letzterer wird festgehalten, dass 

vom 16. November 2015 bis zum 12. Mai 2016 ein Taggeld ausgerichtet worden sei. In 

den Akten fehlt damit eine detaillierte Zusammenstellung der zuständigen 

Ausgleichskasse, auf welcher ersichtlich ist, bis wann der Beschwerdeführerin (auch 

unter Berücksichtigung allfälliger Rückforderungen) effektiv ein Taggeld im Sinne von 

Art. 22 IVG ausgerichtet worden ist. Gemäss Art. 29 Abs. 2 IVG entsteht nämlich der 

Anspruch auf eine Invalidenrente erst, wenn kein Taggeld nach Art. 22 IVG mehr 

beansprucht werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat daher für die Ermittlung eines 

potentiellen Rentenbeginns bei der zuständigen Ausgleichskasse abzuklären, wie lange 

die Beschwerdeführerin tatsächlich (d.h. auch unter Berücksichtigung allfälliger 

Rückforderungen) ein Taggeld im Sinne von Art. 22 IVG bezogen hat.

3.5. 

Zusammenfassend überzeugt die von Dr. F.___ abgegebene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht und der potentielle Rentenbeginn steht noch nicht 

fest. Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt also nicht ausreichend abgeklärt, 

weshalb die angefochtene Verfügung in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 

Abs. 1 ATSG) ergangen ist; sie muss folglich aufgehoben werden. Da es nicht die 

Sache des Versicherungsgerichtes sein kann, die ureigenste Aufgabe der 

Beschwerdegegnerin – die Sachverhaltsabklärung – zu übernehmen, ist die Sache zur 

Ergänzung des Gutachtens von Dr. F.___ im Sinne der Erwägungen sowie zur Klärung, 

wie lange ein Taggeld nach Art. 22 IVG ausbezahlt worden ist, an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird veranlassen, 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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4.  

dass Dr. F.___ eine Präzisierung bzw. Ergänzung zu seinem Gutachten (vgl. Erw. 2.5 

und 2.6), das heisst zum zeitlichen Verlauf der Arbeitsfähigkeit, zu den 

Einschränkungen, welche die Arbeitsfähigkeit reduzieren, zu der interaktionellen 

Problematik der Beschwerdeführerin, zu den Prozent- und den Stundenangaben der 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen und zur Suchtproblematik der Beschwerdeführerin liefert. 

Nach der Auffassung des Bundesgerichts ist die Rückweisung in diesem Fall nämlich 

zulässig (vgl. BGE 137 V 264, E. 4.4.1.4, wonach eine Sache zurückgewiesen werden 

kann, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen 

Ausführungen erforderlich ist; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 15. November 

2019, 8C_525/2019, E. 3.3).

Demnach ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur 

anschliessenden neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.7. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des 

Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.1). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

4.1. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das 

Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 

963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In einem durchschnittlich 

aufwendigen IV-Rentenfall spricht das Versicherungsgericht neu eine pauschale 

Parteientschädigung von 4’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu. In einer Plenarsitzung vom 25. Mai 2021 haben die 

Versicherungsrichterinnen und Versicherungsrichter nämlich beschlossen, die 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 10. 

Januar 2020 aufgehoben und die Sache wird zur ergänzenden Abklärung und 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- zu bezahlen.

durchschnittlichen Ansätze für die Parteientschädigungen um 500 Franken zu erhöhen. 

Aus Praktikabilitätsgründen soll diese Praxisänderung sofort auf alle hängigen Fälle 

Anwendung finden. Diese Übergangsregelung führt dazu, dass die 

Beschwerdegegnerin einen Nachteil erleidet, indem sie allein deswegen eine um 500 

Franken höhere Parteientschädigung ausrichten muss, weil die Beschwerde erst nach 

dem Plenumsbeschluss vom 25. Mai 2021 beurteilt wird. Die Beschwerdegegnerin soll 

dies gemäss dem Beschluss des Richterplenums allerdings im Interesse der 

Praktikabilität in Kauf nehmen müssen.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 31.08.2021
	Art. 28 IVG. Art. 29 Abs. 2 IVG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Rente der Invalidenversicherung. Sachverhaltsabklärung. Untersuchungspflicht. Psychiatrisches Gutachten. Beginn des Rentenanspruchs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. August 2021, IV 2020/34).

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		2025-07-19T02:30:28+0200
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