# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e995a03-ab75-59d3-bc64-2181795fa4e9
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2013-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 13.02.2013 RR.2012.249
**Docket/Reference:** RR.2012.249
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2012-249_2013-02-13

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Tschechien. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Tschechien. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Tschechien. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Tschechien. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 13. Februar 2013   
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Emanuel Hochstrasser,  

Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja  

   
 

Parteien 

  

A. INC., vertreten durch Rechtsanwalt Michael 

Mráz,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT I DES KANTONS 

ZÜRICH, 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an  

Tschechien 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2012.249 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Rechtshilfeersuchen vom 2. Dezember 2011 gelangte die Obere 

Staatsanwaltschaft in Olomouc, Zweigstelle Brno, Tschechische Republik, 

an die Schweiz und ersuchte um Bankermittlung bei der Bank B. AG, Zü-

rich, hinsichtlich des Kontos Nr. 1, welches mutmasslich auf die A. Inc. lau-

te. Hintergrund dieses Rechtshilfeersuchen ist ein tschechisches Strafver-

fahren gegen C. Er wird verdächtigt, zusammen mit D. und E. von letzteren 

ertrogene Gelder beseitigt zu haben (Verfahrensakten Urk. 1-2).  

 

 

B. Nachdem das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") am 22. Feb-

ruar 2012 den Vollzug des Rechtshilfeersuchens an die Staatsanwalt-

schaft I des Kantons Zürich (nachfolgend "Staatsanwaltschaft") delegiert 

hatte (Verfahrensakten Urk. 6), erliess diese am 15. August 2012 die Ein-

tretensverfügung, worin sie dem Rechtshilfeersuchen entsprach und die 

Bank B. AG in Zürich unter anderem dazu verpflichtete, sämtliche Bankun-

terunterlagen (wie Eröffnungsunterlagen, Einzelbelege, Kundeninstruktio-

nen, Kundenkorrespondenzen und interne Aktennotizen) und Konto- und 

Depotauszüge vom 1. Januar 2007 bis dato hinsichtlich aller Konten, wel-

che auf die A. Inc. lauteten bzw. lauten sowie hinsichtlich des Stammkontos 

IBAN Nr. 1, mutmasslich auf A. Inc. lautend, zu edieren (Verfahrensakten 

Urk. 9).  

 

 

C. Die Bank B. AG kam dieser Aufforderung am 28. August und 13. Septem-

ber 2012 nach (Verfahrensakten Urk. 12 und 15). 

 

 

D.  Mit Schlussverfügung vom 19. September 2012 verfügte die Staatsanwalt-

schaft unter anderem die Herausgabe der bei der Bank B. AG in Zürich 

edierten Bankunterlagen betreffend Konto Nr. 2, lautend auf A. Inc., für den 

Zeitraum vom 2. Juli 2008 bis 18. Oktober 2010 (Verfahrensakten Urk. 16). 

 

 

E. Dagegen gelangt die A. Inc. mit Beschwerde vom 25. Oktober 2012 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt, die Schluss-

verfügung vom 19. September 2012 sei aufzuheben, und es sei dem 

Rechtshilfeersuchen der Oberen Staatsanwaltschaft Olomouc vom 2. De-

zember 2011 keine Folge zu leisten; ferner seien keine die Beschwerdefüh-

rerin betreffenden Dokumente an die ersuchende Behörde herauszugeben, 

- 3 - 

 

 

insbesondere nicht sämtliche in Ziff. 2 lit. a in der Schlussverfügung ge-

nannten Bankunterlagen und Detailbelege (act. 1).  

 

 

F. Das BJ beantragt in seiner Vernehmlassung vom 19. November 2012 die 

Abweisung der Beschwerde (act. 6). Die Beschwerdegegnerin beantragt 

am 21. November 2012 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf ein-

zutreten sei (act. 7). Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 6. De-

zember 2012 an ihren in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. 10), 

was dem BJ und der Beschwerdegegnerin am 7. Dezember 2012 zur 

Kenntnis gebracht wird (act. 11). 

 

 Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:  

 

1. 

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Tschechien und der Schweiz sind primär die 

Bestimmungen des Europäischen Übereinkommens über die Rechtshilfe in 

Strafsachen vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten 

beigetreten sind, sowie das zu diesem Übereinkommen am 8. November 

2001 ergangene zweite Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.351.12) massgebend. 

Überdies gelangen die Bestimmungen der Art. 48 ff. des Übereinkommens 

vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen 

vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungsübereinkommen, SDÜ; 

ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) zur Anwendung, wobei die 

zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmungen 

aufgrund bilateraler Abkommen unberührt bleiben (Art. 48 Abs. 2 SDÜ). 

Soweit dem Beschuldigten Geldwäscherei vorgeworfen wird, kann zudem 

das von beiden Ländern ratifizierte Übereinkommen über Geldwäscherei 

sowie Ermittlung, Beschlagnahme und Einziehung von Erträgen aus Straf-

taten vom 8. November 1990 (GwUe, SR 0.311.53) zur Anwendung gelan-

gen.  

 

1.2  Soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend re-

gelt, gelangen das Bundesgesetz über internationale Rechtshilfe in Straf-

sachen vom 20. März 1981 (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über in-

ternationale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; 

SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 130 II 337 E. 1 

- 4 - 

 

 

S. 339; 128 II 355 E. 1 S. 357; 124 II 180 E. 1a S. 181). Das innerstaatliche 

Recht gilt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann, wenn dieses geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 137 IV 33, E. 2.2.2; 136 IV 

82, E. 3.1; 129 II 462 E. 1.1 S. 464, m.w.H.). Vorbehalten bleibt die Wah-

rung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c). 

 

 

2. 

2.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden kantonalen Behörde in internationalen Rechtshilfeange-

legenheiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgericht Beschwerde geführt 

werden kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a 

Ziff. 1 StBOG; Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglementes für das Bun-

desstrafgericht vom 31. August 2010, SR 173.713.161). Die gegen die 

Schlussverfügung vom 19. September 2012 erhobene Beschwerde vom 

25. Oktober 2012 ist fristgerecht erhoben worden (siehe Empfangsschein 

vom 25. September 2012, Verfahrensakten Urk. 17).  

 

2.2 Zur Beschwerdeführung ist sodann berechtigt, wer persönlich und direkt 

von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Inte-

resse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Als 

persönlich und direkt betroffen wird im Falle der Erhebung von Kontenin-

formationen der jeweilige Kontoinhaber angesehen (Art. 9a lit. a IRSV; 

BGE 118 Ib 547 E. 1d; 122 II 130 E. 2b; TPF 2007 79 E. 1.6).  

 

Die angefochtene Verfügung bezieht sich auf die Herausgabe von Bankun-

terlagen betreffend Konten der Beschwerdeführerin bei der Bank B. AG. Ih-

re Beschwerdelegitimation ist daher gegeben, weshalb auf die Beschwerde 

einzutreten ist. 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der 

Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die aus der 

Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 123 II 134 E. 1d S. 136 f.; 122 II 367 

E. 2d S. 372, mit Hinweisen). Ebenso wenig muss sich die urteilende In-

stanz nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistand-

punkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen aus-

drücklich widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentli-

chen Punkte beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigstens 

- 5 - 

 

 

kurz die Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf wel-

che sich ihr Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 

16. Juli 2004, E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 

 

 

4. 

4.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs geltend. Sie führt aus, die Schlussverfügung führe den Sachverhalt 

um einiges detailgetreuer aus als das Rechtshilfeersuchen und enthalte In-

formationen, die im Rechtshilfeersuchen nicht zu finden seien. So werde 

ausgeführt, dass die Gesellschaft F. AG einer begrenzten Anzahl von etwa 

100 Darlehensnehmern tatsächlich Kredite vermittelt habe und dass es sich 

bei der Kreditgeberin um die in U. domizilierte Gesellschaft G. Ltd. handle. 

Es bleibe unklar, auf welche Informationen die Beschwerdegegnerin den 

von ihr dargestellten Sachverhalt stütze. Aus den der Beschwerdeführerin 

im Rahmen der Akteneinsicht überlassenen Dokumente lasse sich der von 

der Beschwerdegegnerin geschilderte Sachverhalt nicht rekonstruieren. 

Soweit von der ersuchenden Behörde weitere Dokumente eingereicht wor-

den seien, in welche die Beschwerdeführerin keine Einsicht gehabt habe, 

liege eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor (act. 1 S. 6; act. 10 S. 3 

f.). 

 

4.2  Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV umfasst insbe-

sondere die Akteneinsicht. Im Bereich der Rechtshilfe wird das Aktenein-

sichtsrecht durch die Art. 80b IRSG sowie die Art. 26 und 27 VwVG (durch 

Verweis in Art. 12 Abs. 1 IRSG) definiert (Urteil 1A.57/2007 vom 14. Sep-

tember 2007, E. 2.1). Gemäss Art. 80b IRSG können die Berechtigten Ein-

sicht in die Akten nehmen, soweit dies für die Wahrung ihrer Interessen 

notwendig ist. Berechtigt im Sinne von Art. 80b Abs. 1 IRSG ist, wer Partei-

stellung hat, mithin wer im Sinne von Art. 80h lit. b IRSG beschwerdebe-

rechtigt ist. Akteneinsicht ist zu gewähren soweit diese notwendig ist, um 

die Interessen des Berechtigten zu wahren, d.h. allein jene Akten sind offen 

zu legen, welche ihn direkt und persönlich betreffen. Das Akteneinsichts-

recht umfasst alle Unterlagen, welche für den Entscheid relevant sein kön-

nen, nicht nur die im Zuge der Durchführung des Ersuchens erhobenen Ak-

ten, sondern auch diejenigen des Rechtshilfeverfahrens i. e. S., insbeson-

dere das Begehren und weitere Unterlagen des ersuchenden Staates (PE-

TER POPP, Grundzüge der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, 

S. 315 N. 463).  

 

4.3 Die Schlussverfügung vom 19. September 2012 basiert auf zwei tschechi-

schen Rechtshilfeersuchen vom 2. Dezember 2011 und 1. Februar 2012 

- 6 - 

 

 

(Verfahrensakten Urk. 16). Die tschechischen Behörden haben im Strafver-

fahren gegen C. mit dem ersten Rechtshilfeersuchen um Bankenermittlung 

betreffend das sich bei der Bank B. AG befindende Konto der Beschwerde-

führerin ersucht (s. supra lit. A.), während sich das Rechtshilfeersuchen 

vom 1. Februar 2012 auf die Bankenermittlung eines Kontos der G. Ltd. bei 

der Bank B. AG bezog (Verfahrensakten Urk. 4-5). Der Beschwerdeführerin 

wurden am 17. Oktober 2012 die Rechtshilfeakten zur Kenntnis zugestellt. 

Unter diesen Akten befand sich auch das Rechtshilfeersuchen vom 2. De-

zember 2011, nicht aber jenes vom 1. Februar 2012 (siehe Aktennotiz der 

Beschwerdegegnerin, Verfahrensakten Urk. 19/4). Wie ausgeführt, bezieht 

sich das Rechtshilfeersuchen vom 1. Februar 2012 auf die Edition von 

Bankunterlagen, welche die G. Ltd. betreffen. Dass die Beschwerdegegne-

rin der Beschwerdeführerin dieses Rechtshilfeersuchen nicht zur Kenntnis 

gebracht hat, ist daher grundsätzlich nicht zu beanstanden. Auch der Um-

stand, dass die Schlussverfügung hinsichtlich des Sachverhalts Informatio-

nen enthält, die sich aus dem Rechtshilfeersuchen vom 2. Dezember 2011 

nicht ergeben, führt zu keiner Verletzung des rechtlichen Gehörs. Diese In-

formationen beziehen sich klarerweise auf die Bankenermittlung bei der 

Bank B. AG hinsichtlich der G. Ltd. bzw. deren Konto ("Zusätzlich getätigte 

Ermittlungen sollen nun ergeben haben, dass die Gesellschaft F. AG einer 

begrenzten Anzahl von ca. 100 Darlehensnehmern tatsächlich Kredite 

vermittelte und [es] sich bei der Kreditgeberin um die in U. domizilierte Ge-

sellschaft G. Ltd. handeln soll, welche bei der Bank B. AG ein Konto unter-

hält. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei den auf der Bankverbindung 

der G. Ltd. befindlichen Vermögenswerten in Tat und Wahrheit um Gelder 

der Kreditsuchenden selbst handelt."). Diese Sachverhaltsinformation, wel-

che sich aus dem Rechtshilfeersuchen vom 1. Februar 2012 ergibt, ist für 

die Edition der Bankenunterlagen bezüglich der Beschwerdeführerin jedoch 

gar nicht relevant und hätte insoweit auch unterbleiben können. Das 

Rechtshilfeersuchen vom 1. Februar 2012 betrifft die Beschwerdeführerin 

ferner weder persönlich noch direkt, sodass die Beschwerdegegnerin keine 

Veranlassung hatte, ihr dieses Dokument zuzustellen. Zwar ist die Auswei-

tung der Sachverhaltsdarstellung gestützt auf ein der Beschwerdeführerin 

nicht zugestelltes Dokument ungeschickt, eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs ist jedoch nicht auszumachen. Die Beschwerde erweist sich daher 

in diesem Punkt als unbegründet.  

 

 

5. 

5.1 Die Beschwerdeführerin moniert sodann, das Rechtshilfeersuchen genüge 

den Anforderungen von Art. 28 Abs. 2 IRSG nicht. Sowohl der Sachverhalt 

wie auch die Angaben über die Person, gegen die sich das Strafverfahren 

- 7 - 

 

 

richte, seien nur rudimentär beschrieben worden. Aus Sicht der Beschwer-

degegnerin könnten die konkreten Verdachtsgründe nicht ausreichend 

nachvollzogen werden. Es bestünden insbesondere keine Anhaltspunkte 

dafür, dass die betreffenden Kontounterlagen Informationen bezüglich der 

in der Tschechischen Republik begangenen Betrugstatbestände liefern 

würden. Der vage Verdacht, mutmassliche Betrugsgelder seien auf Irrwe-

gen angeblich auf das Konto der Beschwerdeführerin geflossen, reiche 

nicht aus (act. 1 S. 6 ff.; act. 10 S. 4 f.). 

 

5.2 Das Rechtshilfeersuchen muss insbesondere Angaben über den Gegen-

stand und den Grund des Ersuchens enthalten (Art. 14 Ziff. 1 lit. b EUeR). 

Ausserdem muss das Ersuchen in Fällen wie hier die strafbare Handlung 

bezeichnen und eine kurze Darstellung des Sachverhalts enthalten (Art. 14 

Ziff. 2 i.V.m. Art. 3 EUeR). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG i.V.m. Art. 10 IRSV 

und Art. 27 GwUe stellen entsprechende Anforderungen an das Rechtshil-

feersuchen. Diese Angaben müssen der ersuchten Behörde die Prüfung 

der Frage erlauben, ob die doppelte Strafbarkeit gegeben ist (Art. 5 Ziff. 1 

lit. a EUeR), ob die Handlungen, wegen denen um Rechtshilfe ersucht wird, 

nicht ein politisches oder fiskalisches Delikt darstellen (Art. 2 lit. a EUeR), 

und ob der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt wird (BGE 129 II 

97 E. 3.1 S. 98 m.w.H.).  

 

 Die Rechtsprechung stellt an die Schilderung des Sachverhalts im Rechts-

hilfeersuchen keine hohen Anforderungen. Von den Behörden des ersu-

chenden Staates kann nicht verlangt werden, dass sie den Sachverhalt, der 

Gegenstand des hängigen Strafverfahrens bildet, bereits lückenlos und völ-

lig widerspruchsfrei darstellen. Das wäre mit dem Sinn und Zweck des 

Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, ersucht doch ein Staat einen anderen 

gerade deswegen um Unterstützung, damit er die bisher im Dunkeln ge-

bliebenen Punkte aufgrund von Beweismitteln, die sich im ersuchten Staat 

befinden, klären kann. Es reicht daher aus, wenn die Angaben im Rechts-

hilfeersuchen den schweizerischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob 

ausreichend konkrete Verdachtsgründe für eine rechtshilfefähige Straftat 

vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben sind bzw. in welchem Umfang 

dem Begehren allenfalls entsprochen werden muss. Es kann auch nicht 

verlangt werden, dass die ersuchende Behörde die Tatvorwürfe bereits ab-

schliessend mit Beweisen belegt. Der Rechtshilferichter hat weder Tat- 

noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch keine Beweiswürdi-

gung vorzunehmen, sondern ist vielmehr an die Sachdarstellung im Ersu-

chen gebunden, soweit sie nicht durch offensichtliche Fehler, Lücken oder 

Widersprüche sofort entkräftet wird (vgl. BGE 133 IV 76 E. 2.2 S: 79; 132 II 

81 E. 2.1 S. 85; Entscheide des Bundesstrafgerichts RR:2009.39 vom 

- 8 - 

 

 

22. September 2009, E. 8.1; RR.2008.158 vom 20. November 2008, E. 5.3, 

je m.w.H.).   

 

5.3 Im Rechtshilfeersuchen vom 2. Dezember 2011 wird zusammengefasst 

dargelegt, dass D. und E. von 2007 bis Mitte 2008 in V. einerseits als natür-

liche Personen und andererseits als Vertreter der in der Tschechischen 

Republik ansässigen Aktiengesellschaft F. AG Kreditsuchenden die Ver-

mittlung günstiger Kredite versprochen haben, wofür sie sich von diesen 

entsprechende Provisionen hätten auszahlen lassen. Darüber hinaus sollen 

D. und E. den Kreditsuchenden vorgetäuscht haben, ein Teil der jeweiligen 

Darlehenssumme werde in Finanzprodukte investiert und mit Hilfe dieser 

Kapitalinvestition und dem daraus zu erwartenden Gewinn würden die Kre-

dite zumindest teilweise amortisiert. Die Beschuldigten hätten damit Geld-

leistungen im Umfang von CZK 228'822'593 ertrogen und seien vom Land-

gericht Brno entsprechend wegen Betruges verurteilt worden. Ermittlungen 

im Strafverfahren gegen D. und E. hätten ergeben, dass die ertrogenen 

Gelder unter anderem auch auf Konten bei der Bank H. in der Bundesre-

publik Deutschland und bei der Bank I. AG in der Tschechischen Republik 

geflossen seien. Von letzterem seien sodann EUR 3'920'000 auf ein Bank-

konto Nr. 3 bei der Bank J. in Grossbritannien, lautend auf die Gesellschaft 

K. Ltd., und von dort EUR 3'558'000 auf ein Konto Nr. 1, lautend auf die 

Beschwerdeführerin bei der Bank B. AG überwiesen worden. Aufgrund der 

bisherigen Ermittlungen sei davon auszugehen, dass C. neben den Be-

schuldigten D. und E. an der Beseitigung der ertrogenen Gelder beteiligt 

gewesen sei (Verfahrensakten Urk. 1-2).  

 

 Die Sachverhaltsdarstellung hinsichtlich des C. vorgeworfenen Verhaltens 

ist zwar knapp, insbesondere was die Vortat anbelangt (Kreditvermittlungs-

betrug kombiniert mit Anlagebetrug). Insofern wäre zur besseren Konkreti-

sierung der Vortat das Urteil des Landgerichts in Brno gegen D. und E. hilf-

reich gewesen. Dennoch genügt die vorliegende Sachverhaltsdarstellung 

den gesetzlichen Anforderungen von Art. 28 Abs. 2 IRSG und Art. 14 Ziff. 2 

EUeR. Die ersuchende Behörde verfügt über konkrete Hinweise, dass C. 

zusammen mit D. und E. in hohen Beträgen Finanzoperationen vorge-

nommen haben, die über Konten zahlreicher Gesellschaften in verschiede-

nen Staaten getätigt wurden. Ein Blick auf die herauszugebenden Bankun-

terlagen bekräftigt den Verdacht der geldwäschereitypischen Finanztrans-

aktionen, indem ab Juli bzw. August 2008 bis zur Saldierung der Konten 

der Beschwerdeführerin im Juni bzw. Oktober 2010 über deren Konten bei 

der Bank B. AG zahlreiche Transaktionen von oder zugunsten diverser Ge-

sellschaften in sechsstelliger Höhe getätigt wurden (Verfahrensakten 

Urk. 21-24). Solche Handlungen sind geeignet, die Ermittlung von Vermö-

- 9 - 

 

 

genswerten zu vereiteln. Es bestehen somit keine Anhaltspunkte für die 

Einleitung des Rechtshilfeverfahrens ohne Vorhandensein von Verdachts-

momenten und damit für ein missbräuchliches Vorgehen auf Seiten der er-

suchenden Behörde. Inwiefern der Verdacht auf Verwicklung des Kontos 

der Beschwerdeführerin in die inkrimierten Handlungen unbegründet sein 

soll, wie dies die Beschwerdeführerin geltend macht (act. 1 S. 7 und act. 10 

S. 6), braucht durch den Rechtshilferichter nicht beurteilt zu werden; dies 

wird Sache des im Verfahren gegen C. urteilenden tschechischen Sach-

richters sein. Auch wird es Aufgabe der tschechischen Strafverfolgungsbe-

hörden sein, den konkreten Tatbeitrag von C. zu ermitteln. 

 

Der Sachverhalt lässt sich prima facie somit ohne weiteres unter den Tat-

bestand der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305
bis

 StGB, mit der verbre-

cherischen Vortat des Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB, subsumieren.  

 

 

6. 

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich in zweierlei Hinsicht eine Verlet-

zung des Verhältnismässigkeitsprinzips: Zum einen bestehe keine ausrei-

chende Konnexität zwischen den sichergestellten Aktenstücken der Be-

schwerdeführerin und dem Strafverfahren gegen C. Sein Name tauche in 

den Kontounterlagen nirgends auf, weder als Kontoinhaber, wirtschaftlich 

Berechtigter noch als Zahlungsempfänger oder Zahlungsanweiser. Dassel-

be gelte für D. und E. Das Rechtshilfeersuchen vermöge auch nicht aufzu-

zeigen, inwiefern sich "andere Personen" an der Straftat beteiligt haben 

sollen. Es komme einer unzulässigen Beweisausforschung gleich, und es 

sei unverhältnismässig, sämtliche Bankunterlagen der Beschwerdeführerin, 

inklusive dem wirtschaftlich Berechtigten, an die tschechischen Strafverfol-

gungsbehörden herauszugeben (act. 1 S. 9 f.; act. 10 S. 7 f.). Zum anderen 

verstosse die Beschwerdegegnerin mit ihrer Schlussverfügung gegen das 

Übermassgebot. Im Rechtshilfeersuchen würden die tschechischen Behör-

den lediglich Kontounterlagen zum Bankkonto Nr. 1 verlangen, während die 

Beschwerdegegnerin beabsichtige, auch die Unterlagen betreffend Konto 

Nr. 4 herauszugeben (act. 1 S. 11; act. 10 S. 8).  

 

6.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismäs-

sigkeit zu genügen (ROBERT ZIMMERMANN, La Coopération judiciare inter-

nationale en matière pénale, S. 669 ff., mit Verweisen auf die Rechtspre-

chung; statt vieler: Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2008.271 vom 

7. April 2009, E. 3.2). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abge-

lehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in 

keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Un-

- 10 - 

 

 

tersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine 

unzulässige Beweisausforschung (“fishing expedition“) erscheint. Nicht er-

forderlich ist, dass dem von der Rechtshilfemassnahme Betroffenen im 

ausländischen Strafverfahren selbst ein strafbares Verhalten zur Last ge-

legt wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, 

E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.29 vom 30. Mai 2007, 

E. 3). Ob die verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden 

Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grund-

sätzlich dem Ermessen der Behörden dieses Staates anheim gestellt ist. 

Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es 

ihm erlauben würden, sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise 

im ausländischen Verfahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung 

der mit der Untersuchung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu 

ersetzen und ist verpflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Akten-

stücke zu übermitteln, die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten 

Sachverhalt beziehen können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Ak-

ten, die für das ausländische Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich 

sind (sog. potentielle Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebe-

hörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinaus-

gehen (Übermassverbot; BGE 115 Ib 186 E. 4 S. 192). Die Rechtspre-

chung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als das Rechtshil-

feersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit 

ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für die Gewährung 

der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine andernfalls notwen-

dige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden werden (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.209/2005 vom 29. Januar 2007, E. 3.2, m.w.H.). Zielt 

das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmit-

tel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben wurden, so sind die Be-

hörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle Transaktionen zu 

informieren, die von Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, wel-

che in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 121 II 241 E. 3c S. 244; Ur-

teile des Bundesgerichts 1A.7/2007 vom 3. Juli 2007, E. 7.2; 1A.79/2005 

vom 27. April 2005, E. 4.1). 

 

6.3 Wie bereits oben erwähnt (s. Ziff. 5.3), ergibt eine Sichtung der Bankunter-

lagen, dass die im Ersuchen genannten Transaktionen auf Konten der Be-

schwerdeführerin tatsächlich getätigt wurden. Dass weder C., noch D. oder 

E. in den Kontounterlagen namentlich genannt werden, vermag an der po-

tentiellen Erheblichkeit der herauszugebenden Bankdokumente nichts zu 

ändern. Es ist gerade ein Charakteristikum der geldwäschereitypischen 

Handlungen, dass bei den Transaktionen oftmals Strohmänner vorgescho-

ben werden. Es wird das tschechische Strafverfahren zu zeigen haben, ob 

http://links.weblaw.ch/1A.245/2006

- 11 - 

 

 

die Geldtransfers auf und vom Konto der Beschwerdeführerin letztlich dem 

Verdächtigen C. zuzurechnen sind. Für die tschechischen Behörden ist es 

daher gerade von wesentlichem Interesse, die an der Beschwerdeführerin 

wirtschaftlich berechtigten Personen und die Begünstigten aus den mut-

masslich deliktischen Transaktionen in Erfahrung zu bringen. Von einer 

Beweisausforschung kann daher keine Rede sein. Aus den gleichen Über-

legungen ist denn auch die Übermittlung der Bankunterlagen des Kontos 

Nr. 4 nicht zu beanstanden. Auch auf diesem Konto der Beschwerdeführe-

rin sind im Zeitraum von Mitte August 2008 bis zu dessen Saldierung ver-

schiedene Transaktionen in Millionenhöhe getätigt worden, die den tsche-

chischen Behörden Aufschluss über die Verwendung des deliktisch erlang-

ten Geldes geben können (Verfahrensakten Urk. 23-24). 

 

 Die Herausgabe der vorerwähnten Unterlagen an die ersuchende Behörde 

entspricht nicht zuletzt auch dem Geist des GwUe, welches die Vertrags-

parteien zur grösstmöglichen Unterstützung bei der Ermittlung von Tat-

werkzeugen, Erträgen und anderen Vermögenswerten, die der Einziehung 

unterliegen, verpflichtet (Art. 8 GwUe) und diesen diesbezüglich sogar die 

unaufgeforderte Übermittlung von Informationen erlaubt (Art. 10 GwUe). 

Zudem vermeidet diese Vorgehensweise auch ein allfälliges Nachtragser-

suchen (BGE 121 II 241 E. 3a S. 243; Urteile des Bundesgerichts 

1A.227/2006 vom 22. Februar 2007, E. 2.5; 1A.303/2004 vom 29. März 

2005, E. 4.2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2007.89 vom 20. Au-

gust 2007, E. 4.1 m.w.H.). 

 

 

7. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.  

 

 

8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-

pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für die 

Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des Bundes-

strafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Ent-

schädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur An-

wendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG 

sowie Art. 22 Abs. 3 BStKR). Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf 

Fr. 4'000.-- festzusetzen und der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, unter 

Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

 

Bellinzona, 14. Februar 2013 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Michael Mráz 

- Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).