# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f141dcd-fa4c-5e0a-923d-e29675d2a8ad
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.08.2023 100 2021 269
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-269_2023-08-25.pdf

## Full Text

100.2021.269U
BUC/LIJ/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. August 2023

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa, Abteilungspräsidentin
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Liniger

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin …
Beschwerdeführer

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Sicherheitsdirektion, Kramgasse 20, 3011 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Staatshaftung; Schadenersatz und Genugtuung wegen 
unrechtmässiger bzw. ungerechtfertigter Ausschaffungshaft und 
unrechtmässigen Wegweisungsvollzugs (Verfügung der Sicherheits-
direktion des Kantons Bern vom 6. August 2021; 2020.SIDGS.415)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ reichte am 12. April 2020 bei der Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern (SID) ein Staatshaftungsgesuch ein und beantragte Ge-
nugtuung und Schadenersatz wegen unrechtmässiger bzw. ungerechtfertig-
ter Ausschaffungshaft sowie unrechtmässigen Wegweisungsvollzugs. Mit 
Verfügung vom 6. August 2021 wies die SID das Gesuch ab, soweit sie da-
rauf eintrat.

B.

Dagegen hat A.________ mit vom 1. September 2021 datierter Eingabe 
(Postaufgabe: 31.8.2021) Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er 
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben (Rechtsbegehren 1). 
Ihm sei eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'200.-- zuzusprechen «für 
gesetzwidrig verfügte Administrativhaft von 51 Tagen, von 22. März bis am 
6. Mai 2014 und von 31. Oktober bis am 4. November 2014, gerechnet pro 
Tag Fr. 200.--» (Rechtsbegehren 2). Weiter sei ihm eine Genugtuung in der 
Höhe von Fr. 44'400.-- zuzusprechen «für widerrechtliche Verhinderung 
[s]einer freiwilligen Ausreise aus der Schweiz bis am 31. Oktober 2014» und 
für ihm aufgrund der «unrechtmässige[n] Landesverweisung nach 
Kirgisistan» zugefügte Folterhandlungen, «gerechnet pro Tag Fr. 200.--» 
(Rechtsbegehren 3). Schliesslich fordert er einen Betrag in der Höhe von 
Fr. 4'000.-- «für entstandene Nachteile [aufgrund] der unrechtmässigen 
Ausschaffung nach Kirgistan» (Rechtsbegehren 4). In prozessualer Hinsicht 
ersucht A.________ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter 
Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung (Rechtsbegehren 5 und 6; 
Eingabe vom 27.9.2021). 

Im weiteren Verlauf des Verfahrens hat A.________ Beilagen zu seinem 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nachgereicht. Mit Eingabe vom 
27. September 2021 hat Rechtsanwältin … mitgeteilt, dass sie A.________ 
mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe. 

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Die SID schliesst mit Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2021 auf Abwei-
sung der Beschwerde. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche Rechts-
pflege enthält sie sich eines Antrags.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21; 
vgl. auch Art. 104 Abs. 3 des Personalgesetzes vom 16. September 2004 
[PG; BSG 153.01]) zuständig. Der Beschwerdeführer macht namentlich 
keine Entschädigungsansprüche nach Art. 429 ff. der Schweizerischen 
Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; 
SR 312.0) – die in die Zuständigkeit der Strafgerichte fallen würden – gel-
tend, sondern davon unabhängige Ansprüche aus Staatshaftung (weiterfüh-
rend BVR 2022 S. 433 E. 1.1.1 f.). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und 
Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.

1.2 Die Vorinstanz ist auf das Staatshaftungsbegehren mangels Zustän-
digkeit nicht eingetreten, soweit der Beschwerdeführer als haftungsbegrün-
denden Sachverhalt allfälliges Fehlverhalten des Haftrichters des kantonalen 
Zwangsmassnahmengerichts (ZMG) und von Mitarbeitenden des Bundes-
amts für Migration (BFM; heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) an-
führt (vgl. angefochtene Verfügung E. 2.2.3 und 2.3; vorne Bst. A), was der 
Beschwerdeführer nicht in Frage stellt (Beschwerde S. 5 Ziff. 1). Im Licht der 
Begründung (vgl. BVR 2016 S. 560 E. 2, 2011 S. 391 E. 3.3) ist sein Antrag 
auf vollständige Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vorne Bst. B) 

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deshalb so zu verstehen, dass er das teilweise Nichteintreten vor Verwal-
tungsgericht nicht beanstandet. Der Beschwerdeführer wirft allerdings die 
Frage auf, ob die SID nicht gehalten gewesen wäre, sein Begehren insofern 
an die zuständigen Behörden zu übermitteln (Beschwerde S. 5 Ziff. 1). Ge-
mäss Art. 4 Abs. 1 VRPG leitet die angerufene Behörde, die sich für unzu-
ständig hält, die betreffende Eingabe an die zuständige Verwaltungs- oder 
Verwaltungsjustizbehörde weiter. Die SID weist indessen zu Recht darauf 
hin (Beschwerdeantwort S. 1), dass die Überweisungspflicht entfällt, wenn 
für die Behandlung der Eingabe mehrere andere Behörden in Betracht fallen 
(Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 4 N. 9). Dies war hier der Fall: Soweit der Beschwerdefüh-
rer seine geltend gemachten Ansprüche auf das (angebliche) Fehlverhalten 
des Haftrichters des ZMG abstützt, wäre das Haftungsbegehren durch Klage 
beim Verwaltungsgericht geltend zu machen gewesen (Art. 104b Abs. 1 
Satz 1 i.V.m. Art. 38 Bst. b PG). Hingegen hätte das Begehren beim Eidge-
nössischen Finanzdepartement (EFD) eingereicht werden müssen, soweit 
sich die haftungsbegründenden Vorwürfe gegen die Mitarbeitenden des 
BFM richten (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. e i.V.m. Art. 20 Abs. 2 des Bundesgeset-
zes vom 14. März 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner 
Behördenmitglieder und Beamten [Verantwortlichkeitsgesetz, VG; 
SR 170.32]; Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 30. Dezember 1958 zum Ver-
antwortlichkeitsgesetz [SR 170.321]). Die SID konnte damit ohne Verstoss 
gegen Art. 4 Abs. 1 VRPG von einer Weiterleitung absehen.

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Dem Haftungsbegehren liegt zusammenfassend folgender Sachverhalt zu-
grunde:

2.1 Der aus Kirgisistan stammende Beschwerdeführer (geb. 1986) stellte 
am 19. November 2009 in der Schweiz ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 
26. Juni 2012 lehnte das BFM das Gesuch ab, wies den Beschwerdeführer 

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aus der Schweiz weg und forderte ihn auf, das Land bis zum 21. August 2012 
zu verlassen (Vorakten SID [act. 8B] pag. 33 ff.). Vom 1. bis zum 7. August 
2012, als ihn die französischen Behörden wieder in die Schweiz überstellten, 
galt er als untergetaucht (vgl. Haftanordnung vom 27.2.2014, Vorakten SID 
[act. 8B] pag. 101 ff.). Da der Beschwerdeführer es ablehnte, bei der 
Beschaffung eines Ersatzreisedokuments für die Rückführung in sein 
Heimatland mitzuwirken, und stattdessen wünschte, in einen visumsbefrei-
ten Drittstaat auszureisen, beantragten die Migrationsbehörden die Ausstel-
lung eines Reisepasses (vgl. E-Mail MIDI vom 2.11.2012 sowie Haftanord-
nung vom 27.2.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 67, 103). Am 23. Januar 
2014 teilte das BFM dem Amt für Migration und Personenstand des Kantons 
Bern (MIP; heute: Amt für Bevölkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst 
(MIDI) mit, dass unter anderem der kirgisische Reisepass und die kirgisische 
Identitätskarte (als Originaldokumente) ausgestellt werden konnten (Vorak-
ten SID [act. 8B] pag. 95). Der Beschwerdeführer gab daraufhin zu verste-
hen, dass er nunmehr nach Pakistan und Afghanistan ausreisen wolle, wofür 
jeweils ein Visum erforderlich gewesen wäre. Der Aufforderung des MIDI, für 
seine Ausreise ein Land zu wählen, in das er ohne Visum einreisen könne, 
kam er nicht nach. In der Folge ordnete der MIDI am 27. Februar 2014 die 
Ausschaffungshaft an und buchte einen Rückflug nach Kirgisistan für den 
25. März 2014 (Vorakten SID [act. 8B] pag. 101 ff.). Am 22. März 2014 
wurde der Beschwerdeführer von der Kantonspolizei angehalten und in Aus-
schaffungshaft versetzt (Anhaltungsrapport vom 22.3.2014, Vorakten SID 
[act. 8B] pag. 110 f.). Am 25. März 2014 weigerte er sich, den Rückflug an-
zutreten (Vorakten SID [act. 8B] pag. 133). Der MIDI stellte daher gleichen-
tags beim ZMG einen Antrag auf Überprüfung der Haftanordnung für die 
Dauer von drei Monaten (Haftanordnung vom 25.3.2014, Vorakten SID 
[act. 8B] pag. 125 ff.). Mit Entscheid vom 26. März 2014 entsprach das ZMG 
dem Antrag teilweise und bestätigte die Ausschaffungshaft für die Dauer ei-
nes Monats bis zum 21. April 2014 (Vorakten SID [act. 8B] pag. 149 ff.). Die 
dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht am 11. April 
2014 ab (VGE 2014/98 vom 11.4.2014, berichtigt am 15.4.2014). Das Urteil 
blieb unangefochten.

2.2 Am 10. April 2014 ersuchte der MIDI das ZMG um Überprüfung der 
Rechtmässigkeit und Angemessenheit einer Verlängerung der Ausschaf-

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fungshaft um drei Monate (Vorakten SID [act. 8B] pag. 178 f.). Das ZMG 
hiess den Antrag nach einer mündlichen Verhandlung teilweise gut und ver-
längerte die Ausschaffungshaft um einen Monat bis zum 21. Mai 2014 (vgl. 
Protokoll Haftverhandlung sowie Entscheid vom 22.4.2014, Vorakten SID 
[act. 8B] pag. 198 ff., 203 ff.). Da bis zu diesem Zeitpunkt kein Sonderflug für 
die Rückführung organisiert werden konnte, wurde der Beschwerdeführer 
auf Anweisung des MIDI bereits am 6. Mai 2014 aus der Haft entlassen (vgl. 
Anordnung MIDI vom 5.5.2014 sowie E-Mail MIDI vom 8.5.2014, Vorakten 
SID [act. 8B] pag. 208, 212).

2.3 Der Beschwerdeführer bemühte sich in der Folge um ein Touristen-
visum für Turkmenistan, weshalb der MIDI vorerst davon absah, ihn für einen 
(weiteren) Sonderflug nach Kirgisistan anzumelden (vgl. Bestätigung/
Erklärung vom 6.5.2014 sowie E-Mail vom 19.5.2014, Vorakten SID [act. 8B] 
pag. 213 f., 227). Anfang Juni 2014 wurde der Visumsantrag jedoch abge-
lehnt (vgl. E-Mail MIDI vom 6.6.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 252). Der 
MIDI forderte ihn daraufhin (erneut) dazu auf, sich für eine selbständige 
Rückkehr in seinen Heimatstaat oder einen visumsbefreiten Drittstaat bei der 
Rückkehrberatung anzumelden; der Beschwerdeführer weigerte sich jedoch, 
eine entsprechende Erklärung zu unterzeichnen (Vorakten SID [act. 8B] 
pag. 275 f.). Mitte Juni 2014 erklärte er, nunmehr nach Ecuador ausreisen 
zu wollen und erkundigte sich bei der Kirchlichen Kontaktstelle für Flücht-
lingsfragen über die Möglichkeit einer Rückkehrhilfe. Das BFM lehnte es auf 
Anfrage aber ab, einen Flug nach Ecuador zu buchen. Zur Begründung 
führte es aus, der Flug sei nicht in derselben Preisklasse wie jener in den 
Heimatstaat. Weiter sei nicht erwiesen, dass der Beschwerdeführer über ir-
gendwelche Verbindungen zu Ecuador verfüge, weshalb fraglich sei, ob er 
sich dort integrieren könne. Zudem sei der Beschwerdeführer ohne Visum 
nur während 90 Tagen aufenthaltsberechtigt, und es könne während des 
Aufenthalts nicht um eine Aufenthaltsbewilligung ersucht werden (vgl. E-
Mails vom 19. und 20.6.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 282 f.). Am 
14. Oktober 2014 ersuchte der Beschwerdeführer das BFM um Herausgabe 
seines Reisepasses und machte geltend, die ecuadorianischen Behörden 
hätten ihm zugesagt, dass er mit einem gültigen Reisepass ohne Visum ein-
reisen dürfe. Zudem seien Drittpersonen bereit, ihm den Flug nach Ecuador 
zu finanzieren (Vorakten SID [act. 8B] pag. 287).

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2.4 Auf Anordnung des MIDI vom 23. Oktober 2014 hin, wurde der Be-
schwerdeführer am 31. Oktober 2014 in Ausschaffungshaft versetzt (Haftan-
ordnung vom 23.10.2014 sowie Stammblatt vom 31.10.2014, Vorakten SID 
[act. 8B] pag. 309 ff., 316). Am 4. November 2014 wurde er per Sonderflug 
in seinen Heimatstaat zurückgeführt (Mitteilung vom 7.11.2014, Vorakten 
SID [act. 8B] pag. 346). 

2.5 Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer Kirgisistan 
im Februar 2015 und begab sich nach Ecuador, wo er sich bis im September 
2018 aufhielt (vgl. Beschwerde S. 2 Bst. D). Anschliessend reiste er nach 
Holland, wo er bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt offenbar als Asylsuchender 
lebt.

2.6 Mit Urteil vom 24. Juni 2019 sprach das Regionalgericht Berner Jura-
Seeland den Beschwerdeführer vom Vorwurf des rechtswidrigen Aufenthalts 
in der Zeit vom 30. Juli 2012 bis am 22. März 2014 frei und richtete eine 
Genugtuung von Fr. 1'400.-- (für sieben Tage Strafvollzug à Fr. 200.--) aus 
(Vorakten SID [act. 8B] pag. 419 ff.). Am 23. Dezember 2019 stellte die 
Staatsanwaltschaft Oberland das gegen den Beschwerdeführer erhobene 
Strafverfahren wegen rechtswidrigen Aufenthalts in der Zeit vom 23. März 
2014 bis am 23. Dezember 2014 ebenfalls ein, ohne ihm eine Entschädigung 
oder Genugtuung auszurichten (Vorakten SID [act. 8B] pag. 429 ff.). Die da-
gegen erhobene Beschwerde des Beschwerdeführers wies das Obergericht 
mit Beschluss vom 12. März 2020 ab (Beilage 5 zur Beschwerde [act. 1C]). 

2.7 Der Beschwerdeführer strengte gegen die mit seinem Wegweisungs-
vollzug befasste Sachbearbeiterin des MIDI sowie diverse weitere Personen 
Strafverfahren wegen falscher Anschuldigung, Irreführung der Rechtspflege, 
Begünstigung und weiterer Delikte an, welche die Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland mit Verfügung vom 1. März 2019 nicht an die Hand nahm (Vorak-
ten SID [act. 8B] pag. 409 ff.). Die vom Beschwerdeführer dagegen gerich-
tete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Bern mit Beschluss vom 
4. Juni 2019 ab (Beilage 18 zur Beschwerde [act. 1C]). Auf die dagegen er-
hobene Beschwerde in Strafsachen trat das Bundesgericht nicht ein 
(BGer 6B_855/2019 vom 9.9.2019, Vorakten SID [act. 8B] pag. 422 ff.).

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3.

3.1 Der Kanton haftet für den Schaden, den die Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeiter in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zugefügt 
haben (Art. 100 Abs. 1 PG; vgl. auch Art. 71 Abs. 1 der Verfassung des Kan-
tons Bern [KV; BSG 101.1]). Für Verletzungen der körperlichen Integrität und 
schwere Persönlichkeitsverletzungen haben die Geschädigten Anspruch auf 
eine angemessene Genugtuung (Art. 100 Abs. 3 PG). Die Haftung setzt so-
mit einen Schaden, eine widerrechtliche amtliche Handlung sowie einen (na-
türlichen und adäquaten) Kausalzusammenhang zwischen dieser und dem 
Schaden voraus; die Haftungsvoraussetzungen müssen kumulativ erfüllt 
sein (statt vieler BVR 2022 S. 433 E. 2.2.1, 2014 S. 297 [VGE 2012/65/66 
vom 16.4.2014] nicht publ. E. 3.3). Während die geschädigte Person gemäss 
der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches (ZGB; SR 210) die Beweislast für die Haftungsvoraussetzungen 
trägt, ist das Gemeinwesen beweispflichtig hinsichtlich möglicher Entlas-
tungstatbestände (Rechtmässigkeit der Amtshandlung, Selbstverschulden 
etc.; BVR 2022 S. 433 E. 2.2.1; Jürg Wichtermann, Staatshaftungsrecht, in 
Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2021, S. 143 
N. 88; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 16).

3.2 Im Bereich des Freiheitsentzugs gilt zudem gestützt auf Art. 25 Abs. 5 
KV, dass eine Entschädigungspflicht nicht nur im Fall von Widerrechtlichkeit 
besteht, sondern auch dann, wenn der Freiheitsentzug ungerechtfertigt war 
(vgl. Kälin/Bolz, Handbuch des bernischen Verfassungsrechts, 1995, Art. 25 
N. 11a f. mit Hinweisen). Widerrechtlich bzw. rechtswidrig ist eine Haft, wenn 
ihre Anordnung auf einer Verletzung von Rechtsnormen beruht. Als unge-
rechtfertigt gilt Haft, die zwar rechtmässig angeordnet worden ist, sich aber 
nachträglich als unbegründet erweist (vgl. BGE 117 IV 209 E. 4c; 
BGer 2C_809/2018 vom 18.6.2019 E. 3.5; BVR 2022 S. 433 E. 2.2.1; Reto 
Feller, Das Prinzip der Einmaligkeit des Rechtsschutzes im Staatshaftungs-
recht, Diss. Bern 2006, S. 149 f.; Thomas Hugi Yar, Zwangsmassnahmen im 
Ausländerrecht, in Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, 3. Aufl. 2022, 
N. 12.206). 

3.3 Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen können auch direkt ge-
stützt auf die Bestimmungen der Europäischen Menschenrechtskonvention 

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(EMRK; SR 0.101) geltend gemacht werden. Nach Art. 5 Ziff. 5 EMRK hat 
jede Person, die unter Verletzung der Bestimmungen dieses Artikels von 
Festnahme oder Freiheitsentzug betroffen ist, Anspruch auf Schadenersatz. 
Voraussetzung ist, dass Vorschriften, wie sie sich aus Art. 5 Ziff. 1-4 EMRK 
ergeben, verletzt worden sind; ein Verschulden braucht hierfür nicht nachge-
wiesen zu werden. Art. 5 Ziff. 5 EMRK stellt eine eigenständige Haftungs-
norm dar und kommt unabhängig vom kantonalen Recht zur Anwendung. 
Materiell besteht danach Anspruch auf eigentlichen Schadenersatz ebenso 
wie auf Genugtuung; der Schaden kann ein rein immaterieller, ideeller sein 
(vgl. BGE 129 I 139 E. 2, 125 I 394 E. 5a mit Hinweisen; BGer 6B_747/2016 
vom 27.10.2016 E. 3.3.4). Die Geltendmachung eines Entschädigungsan-
spruchs für unrechtmässige Festnahme oder Haft nach Art. 5 Ziff. 5 EMRK 
ist auch dann möglich, wenn die Anordnung der Festnahme oder Haft selbst 
nicht angefochten wurde. Das Verfahren ist sogar zulässig, wenn die Haft 
zunächst als rechtmässig anerkannt worden ist (vgl. BGE 129 I 139 E. 3.1 f., 
125 I 394 E. 5d am Ende; zum Ganzen BVR 2022 S. 433 E. 2.2.2).

3.4 Das vom Beschwerdeführer beanstandete Verhalten des MIDI steht 
unbestrittenermassen im Zusammenhang mit der Ausübung einer amtlichen, 
nichtgewerblichen Tätigkeit, wobei die gerügten Verhaltensweisen der Mit-
arbeitenden des MIDI dem Kanton zuzurechnen sind. Näher zu prüfen sind 
indes im Zusammenhang mit der Ausschaffungshaft vorab deren Rechtmäs-
sigkeit bzw. Rechtfertigung (E. 4.1 und 4.3 ff.) sowie die in diesem Kontext 
erhobenen Gehörsrügen (E. 4.2) einerseits und das Vorliegen einer genug-
tuungsbegründenden Persönlichkeitsverletzung bzw. einer widerrechtlichen 
amtlichen Handlung in Bezug auf den gerügten Wegweisungsvollzug ande-
rerseits (E. 5). 

4.

Der Beschwerdeführer verlangt eine Genugtuung, weil er sich vom 22. März 
bis 6. Mai 2014 sowie vom 31. Oktober bis 4. November 2014 und damit 
während 51 Tagen widerrechtlich in Ausschaffungshaft befunden habe. Zu-
dem macht er (sinngemäss) geltend, die Haft habe sich auch nachträglich 
als ungerechtfertigt erwiesen, da er strafrechtlich vom Vorwurf des rechts-

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widrigen Aufenthalts freigesprochen bzw. das Verfahren gegen ihn einge-
stellt worden sei. 

4.1 Das Verwaltungsgericht hat die Ausschaffungshaft für die Zeit vom 
22. März 2014 bis 21. April 2014 als rechtmässig beurteilt und die dagegen 
erhobene Beschwerde abgewiesen (VGE 2014/98 vom 11.4.2014, berichtigt 
am 15.4.2014). Das Urteil ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen 
(vorne E. 2.1). Sind wie hier Entschädigungsansprüche unmittelbar gestützt 
auf Art. 5 EMRK zu beurteilen, kommt das auch im Staatshaftungsrecht des 
Kantons Bern an sich zu beachtende Prinzip der Einmaligkeit des Rechts-
schutzes, wonach die Rechtmässigkeit formell rechtskräftiger Verfügungen, 
Entscheide und Urteile in einem Staatshaftungsverfahren nicht mehr über-
prüft werden kann (vgl. BVR 2014 S. 297 E. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen), 
jedoch ausnahmsweise nicht zum Tragen (vgl. BGE 129 I 139 E. 3.1 f.; Reto 
Feller, a.a.O., S. 151 ff.; vorne E. 3.3). Es ist somit im Folgenden zu prüfen, 
ob die erstmalige Haftanordnung auf einer Verletzung von Rechtsnormen 
beruht (vgl. vorne E. 3.2).

4.2 Der Beschwerdeführer erhebt in diesem Zusammenhang zunächst 
verschiedene formelle Rügen:

4.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) steht 
den Parteien das rechtliche Gehör zu. Dieser Anspruch beinhaltet unter an-
derem das Recht, sich vor Erlass einer Verfügung oder eines Entscheids zu 
den Sachumständen zu äussern (vgl. Art. 26 Abs. 2 KV; Art. 21 Abs. 1 
VRPG; BVR 2018 S. 281 E. 3.1). Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör 
ergibt sich ferner eine Informationspflicht bei der Haftanordnung. Gemäss 
Art. 31 Abs. 2 BV hat jede Person, der die Freiheit entzogen wird, unter an-
derem Anspruch darauf, unverzüglich und in einer ihr verständlichen Spra-
che über die Gründe des Freiheitsentzugs und über ihre Rechte unterrichtet 
zu werden. Für die Anordnung der ausländerrechtlichen Haft heisst dies, 
dass der rechtsunkundigen ausländischen Person spezifisch darzulegen ist, 
weshalb sie inhaftiert wird. Die rechtliche Beurteilung und die zugrundelie-
genden Tatsachen sind ihr verständlich und untechnisch mitzuteilen 
(BGer 2C_549/2021 vom 3.9.2021 E. 3.3.4 mit Hinweis auf Martin Businger, 
Ausländerrechtliche Haft, Diss. Zürich 2015, S. 223; VGE 2021/361 vom 
21.1.2022 E. 2.2). 

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4.2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Behörden hätten ihn fest-
genommen, ohne ihn über die Anordnung der Ausschaffungshaft zu infor-
mieren (Beschwerde S. 1 Bst. B). Aus den Akten ergibt sich, dass der MIDI 
am 27. Februar 2014 die Kantonspolizei Bern mit der Anhaltung beauftragt 
hat (vgl. Haftanordnung vom 27.2.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 101 ff.). 
Diese hielt den Beschwerdeführer am 22. März 2014 im Sachabgabezent-
rum … in … an, überführte ihn ins Regionalgefängnis Bern und eröffnete 
ihm, dass gegen ihn «ein Rapport wegen rechtswidrigem Aufenthalt in der 
Schweiz eingereicht» werde (Anhaltungsrapport vom 22.3.2014, Vorakten 
SID [act. 8B] pag. 110 f.). Gleichentags wurde dem Beschwerdeführer das 
Merkblatt «Vollzug von Zwangsmassnahmen» in ihm verständlicher Sprache 
ausgehändigt (deutsche Version; Vorakten SID [act. 8B] pag. 114), das 
Hinweise zur gerichtlichen Haftprüfung und den der inhaftierten Person 
zustehenden Rechten enthielt. Da er sich am 25. März 2014 weigerte, den 
Rückflug anzutreten (Vorakten SID [act. 8B] pag. 133), stellte der MIDI 
sogleich beim ZMG einen Antrag auf Überprüfung der Haftanordnung für die 
Dauer von drei Monaten (Haftanordnung vom 25.3.2014, Vorakten SID [act. 
8B] pag. 125 ff.; zum Ganzen auch vorne E. 2.1). Die Haftanordnung mit 
dem Haftprüfungsantrag (datierend vom 25.3.2014, Vorakten SID [act. 8B] 
pag. 125 ff.) erhielt er tags darauf (Vorakten SID [act. 8B] pag. 140), mithin 
erst vier Tage nach erfolgter Verhaftung. Der Beschwerdeführer wurde 
jedoch bereits am 27. Februar 2014 telefonisch dazu aufgefordert, sich bei 
der Rückkehrberatung für eine Rückkehr in ein visumsfreies Land 
anzumelden. Bei dieser Gelegenheit wurden ihm auch Zwangsmassnahmen 
und die behördliche Buchung eines Rückflugs in seinen Heimatstaat 
angedroht (vgl. unbestritten gebliebene Ausführungen des MIDI in dessen 
Haftanordnung vom 27.2.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 103). Daraus ist 
zu schliessen, dass ihm im Zeitpunkt der Verhaftung jedenfalls in den 
Grundzügen bewusst war, weshalb er inhaftiert wurde. Es liegt damit keine 
Gehörsverletzung vor.

4.2.3 Soweit er ferner behauptet, der Haftrichter des ZMG habe an der 
Haftverhandlung vom 26. März 2014 rechtserhebliche Tatsachen nicht be-
rücksichtigt bzw. keine «vollständige Anhörung» durchgeführt und damit sein 
Äusserungsrecht verletzt (Beschwerde S. 1 Bst. B und S. 7 f. Ziff. 3), bewegt 
er sich grundsätzlich ausserhalb des Streitgegenstands (vgl. vorne E. 1.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
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Der Vorwurf wäre im Übrigen ohnehin unbegründet: So wurde der Beschwer-
deführer an der mündlichen Verhandlung vor dem ZMG zu allen entscheid-
relevanten Fragen – und insbesondere auch zu seiner Weigerung, tags zu-
vor den Flug anzutreten (vgl. Verhandlungsprotokoll ZMG vom 26.3.2014 
S. 2 f., Vorakten SID [act. 8B] pag. 155 f., auch zum Folgenden) – angehört. 
Angesichts der offen formulieren Fragen (z.B. «Was sagen Sie dazu?») wäre 
es ihm ohne weiteres möglich gewesen, sich auch zu nicht ausdrücklich er-
fragten Aspekten zu äussern und dabei seine Sicht der Dinge darzulegen. 

4.2.4 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, ihm sei an der Haftver-
handlung zu Unrecht ein Rechtsbeistand verweigert worden (vgl. Be-
schwerde S. 1 Bst. B und S. 7 f. Ziff. 3). Selbst wenn darauf einzutreten wäre 
(vorne E. 1.2 und E. 4.2.3 hiervor), erwiese sich auch diese Rüge als unbe-
gründet: Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, zu Beginn der Verhandlung 
über die Möglichkeit informiert worden zu sein, einen Rechtsbeistand zu be-
antragen (vgl. Verhandlungsprotokoll ZMG vom 26.3.2014 S. 2, Vorakten 
SID [act. 8B] pag. 155; zur entsprechenden Informationspflicht des Haftge-
richts vgl. BVR 2012 S. 289 E. 2, betreffend Haftverlängerung). Aus dem 
Verhandlungsprotokoll geht indes nicht hervor, dass er einen entsprechen-
den Antrag gestellt hätte. Es ist weder geltend gemacht noch ersichtlich, 
dass das Protokoll den tatsächlichen Verhandlungsverlauf insoweit ungenü-
gend wiedergeben würde, zumal der Beschwerdeführer die Richtigkeit des 
Protokolls durch seine Unterschrift vorbehaltlos bestätigt und bei der Anfech-
tung des hierauf ergangenen Entscheids des ZMG keine entsprechenden 
Rügen erhoben hatte (vgl. VGE 2014/98 vom 11.4.2014 E. 2 ff.). Auch inso-
weit liegt keine Verletzung von Verfahrensgarantien vor. 

4.3 In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, die Behörden 
seien zu Unrecht von einer Untertauchensgefahr im Zeitpunkt der Haftanord-
nung ausgegangen. 

4.3.1 Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländerge-
setz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und die 
offizielle Abkürzung geändert hat. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über 
die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG). Mangels besonderer Übergangsbestimmungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 13

sind entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Prinzipien 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze anwendbar, die im Zeitpunkt der Ver-
wirklichung des Sachverhalts in Kraft standen (BVR 2014 S. 297 
[VGE 2012/65/66 vom 16.4.2014] zusammengefasst publ. E. 3, 2011 S. 200 
E. 2.4.1, 2008 S. 163 E. 2; Michel Daum, a.a.O., Art. 25 N. 8), mithin das alte 
Recht. Die anwendbaren Bestimmungen sind jedoch soweit hier interessie-
rend inhaltlich unverändert geblieben, weshalb im Folgenden ausschliesslich 
auf das AIG verwiesen wird.

4.3.2 Eine Untertauchensgefahr liegt nach Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und 
Ziff. 4 AIG vor, wenn konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass die be-
troffene Person sich der Ausschaffung entziehen will, insbesondere weil sie 
der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 Abs. 1 Bst. a oder Abs. 4 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) nicht nachkommt 
(Ziff. 3) oder wenn ihr bisheriges Verhalten darauf schliessen lässt, dass sie 
sich behördlichen Anordnungen widersetzt (Ziff. 4). Ob eine derartige Unter-
tauchensgefahr vorliegt, muss aufgrund der gesamten Umstände des Ein-
zelfalls beurteilt werden. Neben den ausdrücklich genannten Fällen der Mit-
wirkungspflichtverletzung ist sie auch dann zu bejahen, wenn die betroffene 
Person bereits einmal untergetaucht ist, durch unglaubhafte und wider-
sprüchliche Angaben die Vollzugsbemühungen zu erschweren versucht oder 
sonst klar zu erkennen gibt, dass sie nicht bereit ist, in ihre Heimat zurück-
zukehren bzw. auszureisen. Für eine Untertauchensgefahr spricht sodann, 
wenn die betroffene Person straffällig geworden ist, keinen festen Aufent-
haltsort hat oder mittellos ist (BGE 140 II 1 E. 5.3 [Pra 103/2014 Nr. 34], 
130 II 56 E. 3.1, 125 II 369 E. 3b/aa; BVR 2016 S. 529 E. 5.2). 

4.3.3 Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil VGE 2014/98 vom 
11.4.2014 die Untertauchensgefahr des Beschwerdeführers mit der Begrün-
dung bejaht, dass dieser kurz nach dem für ihn negativen Entscheid des 
BFM vom 26. Juni 2012 (illegal) nach Frankreich ausgereist sei, wo er ver-
haftet und am 7. August 2012 im Rahmen eines Dublin-Verfahrens wieder in 
die Schweiz überstellt worden sei. Es könne daher keine Rede davon sein, 
er hätte sich den Behörden stets zur Verfügung gehalten. Zudem habe er 
sich erst unter Androhung von Zwangsmassnahmen dazu bereit erklärt, das 
Antragsformular für einen Reisepass auszufüllen. Im Gespräch mit der Rück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
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kehrberatung habe der Beschwerdeführer sodann erklärt, keinesfalls in sei-
nen Heimatstaat zurückkehren zu wollen, und deshalb zunächst den 
Wunsch geäussert, in die Türkei oder nach Turkmenistan auszureisen. 
Nachdem ihm der MIDI am 23. Januar 2014 mitgeteilt habe, dass sein Rei-
sepass eingetroffen sei, habe er zu verstehen gegeben, er wolle nunmehr 
nach Pakistan bzw. nach Afghanistan ausreisen. Der Aufforderung des MIDI, 
für seine Ausreise ein Land zu wählen, in das er – anders als im Fall von 
Pakistan – ohne Visum einreisen könne, sei er nicht nachgekommen. In der 
Folge habe der MIDI die zwangsweise Ausschaffung nach Kirgisistan ange-
ordnet, die jedoch am Widerstand des Beschwerdeführers gescheitert sei. 
Damit habe der Beschwerdeführer nicht nur den Vollzug der Wegweisung 
mit widersprüchlichen Angaben erheblich erschwert, sondern sich auch aus-
drücklich behördlichen Anordnungen widersetzt. Insbesondere seine Weige-
rung, den für ihn gebuchten Flug nach Kirgisistan anzutreten, lasse klar er-
kennen, dass er nicht bereit sei, zu kooperieren, wenn eine Anordnung nicht 
seinen Vorstellungen entspreche. Zudem sei er bereits einmal unterge-
taucht, als er sich nach Frankreich (und allenfalls auch nach Italien) abzu-
setzen versucht habe (VGE 2014/98 vom 11.4.2014 E. 4.1.2).

4.3.4 Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was diese Erwägungen 
(nachträglich) in Frage stellen würde. Er führt aus, es sei unzutreffend, dass 
er sich geweigert habe, freiwillig aus der Schweiz auszureisen. Vielmehr 
habe er sich seit der Ausstellung seines Reisepasses um ein Visum zur Aus-
reise nach Pakistan bemüht. Der MIDI habe sich jedoch geweigert, ihm sei-
nen Reisepass auszuhändigen und ihn bei seinem Bestreben (finanziell) zu 
unterstützen. Ohne den Pass sei es ihm unmöglich gewesen, ein Visum zu 
beantragen (Beschwerde S. 1 Bst. A und S. 6 f. Ziff. 2). Dem ist Folgendes 
entgegenzuhalten: Zwar mussten die Migrationsbehörden den Beschwerde-
führer nicht zwingend in dessen Heimat ausschaffen, sondern konnten ihn 
grundsätzlich auch in das Land seiner Wahl überführen, sofern er die Mög-
lichkeit hatte, dort rechtmässig einzureisen; indes hatte der Beschwerdefüh-
rer keinen festen Anspruch, in das Land seiner Wahl gebracht zu werden 
(vgl. Art. 69 Abs. 2 AIG; VGE 2015/290 vom 6.10.2015 E. 4.3, 2014/98 vom 
11.4.2014 E. 4.1.4; Andreas Zünd, in Spescha et al. [Hrsg.], Migrationsrecht, 
5. Aufl. 2019, Art. 69 AIG N. 6). Der MIDI war daher grundsätzlich nicht ge-
halten, zusätzliche Abklärungen und Vorkehren im Hinblick auf die vom Be-

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schwerdeführer gewünschte Ausreise nach Pakistan (Drittstaat) zu treffen, 
wenn eine feste Ausreisemöglichkeit in seinen Heimatstaat gegeben war. 
Vielmehr wäre es an ihm gewesen nachzuweisen, dass er die Vorausset-
zungen für eine rechtmässige Einreise in diesen Drittstaat erfüllt, namentlich 
ein Visum vorliegt. Dass er, wie er behauptet, sich ohne den Originalpass 
nicht erfolgreich um ein Visum hätte bemühen können, ändert daran nichts, 
zumal sich der Pass offenbar ohnehin im Besitz des BFM befand und das 
Verhalten von dessen Mitarbeitenden nicht Gegenstand des vorliegenden 
Verfahrens bildet (vgl. vorne E. 1.2). Auch wenn der Beschwerdeführer be-
reit bzw. darum bemüht gewesen sein mag, freiwillig in ein anderes Land als 
seine Heimat auszureisen, stand dies der Annahme einer Untertauchensge-
fahr nach dem Gesagten nicht entgegen (vgl. bereits VGE 2014/98 vom 
11.4.2014 E. 4.1.4). 

4.3.5 Weitere Gründe, die geeignet wären, die Rechtmässigkeit der erst-
mals angeordneten Ausschaffungshaft nachträglich in Zweifel zu ziehen, 
sind weder geltend gemacht noch ersichtlich (zum Vorliegen eines gültigen 
Wegweisungstitels und zur Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs vgl. 
hinten E. 4.6.1 und E. 5.4). 

4.4 Auch die Verlängerung der Ausschaffungshaft von 22. April 2014 bis 
zur (vorzeitigen) Haftentlassung am 6. Mai 2014 (vorne E. 2.2) war nicht wi-
derrechtlich: Die Situation hatte sich insofern seit der ersten Haftgenehmi-
gung nicht verändert, namentlich war der Haftgrund der Untertauchensge-
fahr nach wie vor gegeben. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden 
Erwägungen des ZMG im Haftverlängerungsentscheid vom 22. April 2014 
verwiesen werden (Vorakten SID [act. 8B] pag. 203 ff., insb. 204), denen der 
Beschwerdeführer nichts entgegenhält. Die Rechtswidrigkeit der Haft ergibt 
sich auch nicht etwa daraus, dass der Beschwerdeführer bereits am 6. Mai 
2014 und damit vor dem bewilligten Haftende (21.5.2014) freigelassen 
wurde (vorne E. 2.2). Denn nicht jede Freilassung bedeutet auch, dass die 
Ausschaffungshaft von Anfang an widerrechtlich war (vgl. BGE 129 I 139 
E. 3.2). Im Zeitpunkt der Haftanordnung hatte der MIDI noch keinen Grund 
zur Annahme, dass der Wegweisungsvollzug nicht in absehbarer Zeit hätte 
vollzogen werden können, zumal er die Haftverlängerung für drei Monate 
beantragt hatte. Es ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden, wenn 

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der MIDI die Haftanordnung erst zurücknahm, nachdem das ZMG die Haft 
für lediglich einen Monat bewilligt (vgl. Haftverlängerungsentscheid ZMG 
vom 22.4.2014, Vorakten SID [act. 8B] pag. 203 ff.) und ihm das BFM auf 
schriftliche Nachfrage vom 28. April 2014 (Vorakten SID [act. 8B] pag. 207) 
mitgeteilt hatte, dass ein Sonderflug nicht vor Ende Juni 2014 organisiert 
werden könne (vgl. E-Mail MIDI vom 8.5.2014, Vorakten SID [act. 8B] 
pag. 212). Vermeid- und vorwerfbare zeitliche Verzögerungen sind weder 
dargetan noch ersichtlich. Bis zur Haftentlassung am 6. Mai 2014 erweist 
sich die Ausschaffungshaft folglich als rechtmässig, da der MIDI die Haftvo-
raussetzungen im Zeitpunkt der Haftanordnung in vertretbarer Weise beja-
hen durfte (vgl. BGE 129 I 139 E. 4.1.3).

4.5 Schliesslich war auch der Freiheitsentzug vom 31. Oktober bis 4. No-
vember 2014 entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers nicht wider-
rechtlich: 

4.5.1 So ist es zulässig, den Beschwerdeführer im Rahmen desselben 
Wegweisungsverfahrens ein zweites Mal ausländerrechtlich zu inhaftieren, 
wenn wesentlich veränderte Umstände gegeben sind wie beispielsweise ein 
neuer Haftgrund oder der Wegfall eines Hindernisses für den Vollzug der 
Wegweisung (vgl. dazu BGE 140 II 1 E. 5.2 [Pra 103/2014 Nr. 34]; darauf 
verweisend BGer 2C_898/2017 vom 2.2.2018 E. 4.4). Mit dem geplanten 
Sonderflug nach Bischkek am 4. November 2014 war das Hindernis der 
mangelnden Absehbarkeit des Vollzugs weggefallen. Wenn der MIDI den 
Beschwerdeführer für diesen Flug angemeldet hatte und ihn deshalb erneut 
in Ausschaffungshaft versetzte (vorne E. 2.4), sind darin wesentlich verän-
derte Verhältnisse zu erblicken, die eine erneute Inhaftierung erlaubten. 

4.5.2 Weiter war nach wie vor von einer Untertauchensgefahr auszugehen, 
hatten sich doch die haftbegründenden Umstände seit dem Haftgenehmi-
gungs- und dem Haftverlängerungsentscheid vom 26. März bzw. 22. April 
2014 nicht verändert. Der Beschwerdeführer kann nichts zu seinen Gunsten 
ableiten, wenn er vorbringt, der MIDI sei nicht mehr befugt gewesen, ihn 
nach Kirgisistan auszuschaffen, nachdem das ZMG im Haftverlängerungs-
entscheid vom 22. April 2014 angeordnet habe, es sei die Ausreise nach 
Pakistan bzw. Turkmenistan zu prüfen (vgl. Beschwerde S. 8). Wie erwähnt 
hatte der Beschwerdeführer keinen Anspruch darauf, in ein Land seiner Wahl 

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Seite 17

ausgeschafft zu werden, wenn aufgrund eines fehlenden Visums keine tat-
sächliche Ausreisemöglichkeit bestand (vorne E. 4.3.4). Sodann verhielt er 
sich weiterhin nicht kooperativ, wenn er es ausdrücklich ablehnte, sich für 
die selbständige Rückkehr in seinen Heimatstaat oder einen visumsbefreiten 
Drittstaat bei der Rückkehrberatung anzumelden (vgl. Erklärung vom 
12.6.2014 mit Vermerk «Unterschrift: verweigert», Vorakten SID [act. 8B] 
pag. 275). Für das Vorliegen einer Untertauchensgefahr ist schliesslich un-
erheblich, dass der Beschwerdeführer nunmehr offenbar bereit war, nach 
Ecuador auszureisen. Der MIDI war (auch hier) nicht gehalten, den Be-
schwerdeführer bei diesem Ansinnen zu unterstützen, zumal das BFM eine 
Flugbuchung aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt hatte. Daran ändert 
nichts, dass ihm nach eigenen unbelegten Angaben, Drittpersonen den Flug 
finanziert hätten (vgl. vorne E. 2.3). Dass die weiteren Haftvoraussetzungen 
nicht gegeben waren, ist weder vorgebracht noch erkennbar.

4.5.3 An der Rechtmässigkeit der fraglichen Ausschaffungshaft ändert ent-
gegen dem Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 4) nichts, dass er 
noch vor der Haftprüfung durch das ZMG ausgeschafft wurde. Die haftan-
ordnende Behörde kann die betroffene Person während 96 Stunden ohne 
gerichtliche Prüfung festhalten, wenn sie – wie hier – aufgrund der konkreten 
Umstände davon ausgehen darf, dass der Vollzug der Wegweisung innert 
dieser Frist durchführbar ist (BGE 137 I 23 E. 2.4.4; Martin Businger, a.a.O., 
S. 234, auch zum Folgenden). Denn aufgrund des Beschleunigungsgebots 
ist sie verpflichtet, den Vollzug so schnell wie möglich durchzuführen, damit 
der Freiheitsentzug auf das Notwendigste beschränkt wird (vgl. Art. 76 
Abs. 4 AIG). Selbstverständlich müssen auch in diesem Fall die Haftvoraus-
setzungen vorliegen, was nach dem Ausgeführten der Fall war.

4.6 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, die Ausschaffungshaft 
erweise sich auch deshalb als «unrichtig», da er im Nachhinein vom Vorwurf 
des rechtswidrigen Aufenthalts in der Zeit vom 30. Juli 2012 bis 22. März 
2014 und vom 23. März 2014 bis 23. Dezember 2014 freigesprochen bzw. 
das Strafverfahren gegen ihn eingestellt worden sei (Beschwerde S. 6 Ziff. 2 
und S. 7 f. Ziff. 3). Damit macht er sinngemäss geltend, die Haft sei unge-
rechtfertigt gewesen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 18

4.6.1 Ungerechtfertigt ist die Haft, die zwar rechtmässig angeordnet wurde, 
sich aber nachträglich als unbegründet erweist (vorne E. 3.2). Dies trifft bei 
der ausländerrechtlichen Haft zu, wenn der Aus- oder Wegweisungsent-
scheid formell aufgehoben oder die Entfernungsmassnahme nicht vollzogen 
wird, so dass die ausländische Person in der Schweiz bleiben kann (Martin 
Businger, a.a.O., S. 91). Beides war hier jedoch nicht der Fall. Daran vermag 
der Umstand nichts zu ändern, dass sich der Beschwerdeführer kurzfristig in 
Frankreich aufhielt (vorne E. 2.1), wurde doch der ursprüngliche Wegwei-
sungsentscheid solange nicht vollzogen, als für die Schweiz eine Rücküber-
nahmepflicht bestand (vgl. BGer 2C_104/2017 vom 6.3.2017 E. 5.2, 
2C_689/2014 vom 25.8.2014 E. 2.2; VGE 2016/352 vom 21.12.2016 E. 3.4, 
2014/98 vom 11.4.2014 E. 3.2). Der Beschwerdeführer wurde im Rahmen 
des Dublin-Verfahrens wieder in die Schweiz überstellt (vgl. Schreiben BFM 
vom 2.8.2012, Vorakten SID [act. 8B] pag. 47), weshalb auch nach seinem 
(Kurz-)Aufenthalt in Frankreich ein gültiger Wegweisungsentscheid vorlag, 
dessen Vollzug durch die Anordnung von Ausschaffungshaft sichergestellt 
werden konnte.

4.6.2 Dass der Beschwerdeführer strafrechtlich vom Vorwurf des rechts-
widrigen Aufenthalts freigesprochen bzw. das Strafverfahren gegen ihn ein-
gestellt wurde, ist nicht ausschlaggebend. Die hier zu beurteilende rein ad-
ministrative Ausschaffungshaft bildete keine Strafe, sondern diente einzig 
dazu, den Vollzug seiner Wegweisung sicherzustellen (vgl. Art. 76 Abs. 1 
AIG), der aufgrund der Untertauchensgefahr als gefährdet erschien (vgl. 
BGE 149 II 6 E. 4.2.1, 122 II 299 E. 3b, 122 II 49 E. 5a). Der Beschwerde-
führer wurde mit anderen Worten nicht im Zusammenhang mit einem Straf-
verfahren festgehalten, sondern im Rahmen einer ausländerrechtlichen 
Massnahme, um seine Wegweisung zwangsweise realisieren zu können 
(vgl. BGE 134 I 92 E. 2.3.3, betreffend Durchsetzungshaft). Strafverfolgung 
und ausländerrechtliche Haft laufen parallel und unabhängig voneinander 
(vgl. Martin Businger, a.a.O., S. 163 f.). Die Anordnung der Ausschaffungs-
haft setzt damit nicht voraus, dass die betroffene Person wegen rechtswidri-
gen Aufenthalts strafrechtlich verurteilt wurde, sondern (soweit hier interes-
sierend) lediglich die Eröffnung eines erstinstanzlichen Wegweisungsent-
scheids (vgl. BGE 140 II 409 E. 2.3.4; Andreas Zünd, a.a.O., Art. 76 AIG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 19

N. 2). Entsprechend erweist sich die Haft aufgrund des Freispruchs bzw. der 
Verfahrenseinstellung nicht als nachträglich ungerechtfertigt. 

4.7 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ergibt sich zusammenfas-
send, dass dem MIDI im Zusammenhang mit der durch den Beschwerdefüh-
rer ausgestandenen Ausschaffungshaft keine widerrechtliche amtliche 
Handlung vorzuwerfen ist; es liegt insoweit entgegen seinen Vorbringen (vgl. 
Beschwerde S. 7 Ziff. 2) keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vor. 
Die weiteren (kumulativen) Voraussetzungen für eine Haftung des Kantons 
nach Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 PG müssen daher nicht geprüft werden 
(vorne E. 3.1). Es besteht unter diesem Titel kein Anspruch auf Genugtuung. 
Ebenso entfällt ein Anspruch aus Art. 25 Abs. 5 KV, da sich der Freiheitsent-
zug nicht als nachträglich unbegründet und damit ungerechtfertigt erwiesen 
hat (E. 4.6 hiervor).

5.

Der Beschwerdeführer verlangt weiter eine Genugtuung wegen widerrechtli-
cher Verhinderung seiner freiwilligen Ausreise und wegen der Folter, die er 
aufgrund der unrechtmässigen Ausschaffung in seinen Heimatstaat habe er-
dulden müssen. Ferner beansprucht er Schadenersatz für damit (angeblich) 
zusammenhängende Nachteile. 

5.1 Nach Art. 100 Abs. 3 PG haben Geschädigte für schwere Persönlich-
keitsverletzungen Anspruch auf eine angemessene Genugtuung (vorne 
E. 3.1). Da das Staatshaftungsrecht für Genugtuungsansprüche wegen Per-
sönlichkeitsverletzung – gleich wie Art. 49 OR – an die Schwere der Verlet-
zung anknüpft, kann die diesbezügliche Lehre und Rechtsprechung heran-
gezogen werden. Demnach muss die erlittene Beeinträchtigung nicht nur in 
subjektiver Hinsicht, sondern auch objektiv schwerer Natur sein (vgl. 
BGE 129 III 715 E. 4.4). Damit die (objektive) Schwere der Verletzung bejaht 
werden kann, bedarf es einer ausserordentlichen Kränkung (BGE 125 III 70 
E. 3a); es reicht nicht aus, wenn die betroffene Person schockiert ist, Unan-
nehmlichkeiten empfindet oder einige Schmerzen hat. Erforderlich sind viel-
mehr physische oder psychische Leiden, verursacht durch eine Verletzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 20

der Persönlichkeit, die das Wohlbefinden beeinträchtigt (vgl. 
BGer 6B_1309/2019 vom 6.5.2020 E. 2.3, 5A_329/2011 vom 12.12.2011 
E. 5.5, 6B_390/2008 vom 9.7.2008 E. 3.3; zum Ganzen auch VGE 2012/249 
vom 26.9.2013 E. 4.2 [bestätigt durch BGer 4D_70/2013 vom 25.3.2014]; zur 
Beweislast vorne E. 3.1).

5.2 Der Beschwerdeführer begründet den Genugtuungsanspruch im Zu-
sammenhang mit der angeblichen widerrechtlichen Verhinderung seiner frei-
willigen Ausreise im Wesentlichen damit, dass es ihm ohne seinen Reise-
pass nicht möglich gewesen sei, selbständig in einen visumsfreien Drittstaat 
auszureisen. Er habe dessen Herausgabe seit seiner Haftentlassung mehr-
mals beantragt. Weshalb ihm die Behörden den Pass nicht ausgehändigt 
hätten, vermöchten sie jedoch nicht darzulegen. Es bestünden «umfangrei-
che Beweisstücke», welche die Verhinderung seiner freiwilligen Ausreise do-
kumentieren würden (Beschwerde S. 8 Ziff. 4, S. 9 Ziff. 4). – Diese Vorbrin-
gen zielen an der zentralen Voraussetzung des Genugtuungsanspruchs 
vorbei: Der Beschwerdeführer zeigt nicht ansatzweise auf und es ist auch 
nicht ersichtlich, inwiefern ihm durch seinen (angeblich unfreiwilligen) weite-
ren Aufenthalt in der Schweiz seit der Entlassung aus der Ausschaffungshaft 
am 6. Mai 2014 bis zur erneuten Inhaftierung am 31. Oktober 2014 eine ge-
nugtuungsbegründende Persönlichkeitsverletzung zugefügt worden sein 
könnte infolge behördlichen (Fehl-)Verhaltens. Wie erwähnt muss der Ein-
griff aussergewöhnlich schwer sein und seine Auswirkungen das Mass einer 
Aufregung oder einer alltäglichen Sorge klar übersteigen (E. 5.1 hiervor). Ein 
allgemeiner Unmut genügt damit nicht. Es fehlt mithin an einer Persönlich-
keitsverletzung, die aufgrund ihrer objektiven und subjektiven Schwere eine 
Genugtuung rechtfertigen würde. 

5.3 Wie die Vorinstanz im Übrigen zutreffend ausführt, richtete sich das 
Gesuch des Beschwerdeführers um Herausgabe seines Reisepasses – das 
er am 14. Oktober 2014 und damit erst kurze Zeit vor seiner Ausschaffung 
eingereicht hatte – an das BFM (vorne E. 2.3), dessen Verhalten nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens bildet (vorne E. 1.2). Wenn der Be-
schwerdeführer überdies vorbringt, er habe auch beim MIDI mehrmals die 
Herausgabe des Passes beantragt (Beschwerde S. 8 Ziff. 4), bleibt er ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 21

sprechende Beweise dafür schuldig und lassen sich den Akten auch keine 
diesbezüglichen Anhaltspunkte entnehmen. 

5.4 Soweit der Beschwerdeführer den erhobenen Genugtuungsanspruch 
damit begründet, er sei aufgrund des unrechtmässigen Wegweisungsvoll-
zugs in seinen Heimatstaat der Folter ausgesetzt gewesen, ergibt sich Fol-
gendes:

5.4.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Wegweisungsvollzug nicht zulässig, 
wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der 
Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen 
Drittstaat entgegenstehen. In diesem Zusammenhang ist das völkerrecht-
liche Rückschiebeverbot (Non-Refoulement) zu beachten; von einer Weg-
weisung muss abgesehen werden, wenn der betroffenen Person Folter oder 
eine unmenschliche Behandlung im Sinn von Art. 3 EMRK (bzw. Art. 25 
Abs. 3 BV) droht (vgl. BGE 134 IV 156 E. 6.3; BVR 2013 S. 543 E. 7.2 mit 
weiteren Hinweisen; zum Ganzen etwa VGE 2020/423 vom 10.1.2023 
E. 9.2). Mit Asylentscheid vom 26. Juni 2012 verneinte das BFM die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers, da er keine asylrechtlich relevante 
Verfolgung glaubhaft zu machen vermocht habe, und lehnte das Asylgesuch 
ab. Weiter erachtete es den Vollzug der Wegweisung als zumutbar, tech-
nisch möglich und praktisch durchführbar. Es bestünden keine Anhalts-
punkte dafür, dass dem Beschwerdeführer im Fall einer Rückkehr in den 
Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK ver-
botene Strafe oder Behandlung drohe. Mit dem Vollzug der Wegweisung be-
auftragte es den Kanton Bern (Vorakten SID [act. 8B] pag. 33 ff.). Dieser Ent-
scheid ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Gründe, die den MIDI 
dazu hätten bewegen müssen, die Einschätzung der Fachbehörde in Frage 
zu stellen, sind weder geltend gemacht noch ersichtlich. Vielmehr fehlten 
Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Hei-
matland, die dem Vollzug der Wegweisung offensichtlich entgegengestan-
den hätten. Somit ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Weg-
weisungsvollzug sowohl im Sinn der landes- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig war. Es fehlt damit (auch hier) an einer widerrecht-
lichen amtlichen Handlung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 22

5.4.2 Im Übrigen hat die Vorinstanz die behaupteten Folterhandlungen 
durch die kirgisischen Behörden nicht als erwiesen erachtet. Diese bleiben 
auch vor Verwaltungsgericht unbelegt. Der Beschwerdeführer verweist in 
diesem Zusammenhang auf die durch die Organisation … in seinem Namen 
verfasste Beschwerde an die Generalstaatsanwaltschaft der Kirgisischen 
Republik (Beilagen 15 und 16 zur Beschwerde [act. 1C]), welche die SID 
nicht gewürdigt habe (Beschwerde S. 9 f. Ziff. 5). Dies trifft jedoch nicht zu; 
stattdessen erblickte die Vorinstanz darin – zu Recht – keinen 
rechtsgenüglichen Beweis für seine Sachverhaltsdarstellung (vgl. 
angefochtene Verfügung E. 2.4). Weshalb es ihm auch nach den (an-
geblichen) Folterhandlungen unmöglich gewesen sein soll, zumindest die 
geltend gemachten physischen Misshandlungen in irgendeiner Form zu do-
kumentieren, vermag der Beschwerdeführer auch nicht ansatzweise glaub-
haft darzulegen. 

5.5 Da dem MIDI im Zusammenhang mit dem Wegweisungsvollzug bzw. 
der Ausschaffung nach dem Gesagten kein widerrechtliches Verhalten vor-
geworfen werden kann, besteht auch kein Anspruch auf Schadenersatz für 
daraus (angeblich) entstandene Nachteile. Es kann daher offenbleiben, ob 
der Beschwerdeführer die unter diesem Titel vorgebrachten Schadenspos-
ten überhaupt hinreichend substanziiert und belegt hat.

6.

6.1 Die Beschwerde erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet 
und ist abzuweisen, ohne dass etwa noch zu prüfen wäre, ob die geltend 
gemachten Ansprüche verjährt sind; die Vorinstanz hat diese Frage im Übri-
gen ebenfalls offengelassen (vgl. angefochtene Verfügung E. 1; anders aber 
Beschwerde S. 4 Ziff. 1). Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der un-
terliegende Beschwerdeführer an sich kostenpflichtig und hat seine Partei-
kosten selber zu tragen (Art. 108 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). 
Er hat indes für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Anwäl-
tin ersucht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
Seite 23

6.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 
verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen. Das heisst, 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage hal-
ten oder jene nur wenig geringer sind als diese (statt vieler BVR 2019 S. 128 
E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1; weiterführend zum Ganzen Lucie von Büren, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 111 N. 29 ff.).

6.3 Die Vorinstanz hat schlüssig und überzeugend dargelegt, weshalb 
das Staatshaftungsbegehren des Beschwerdeführers abzuweisen war. Der 
Beschwerdeführer bringt nichts vor, was den angefochtenen Entscheid 
ernsthaft in Frage zu stellen vermag, weshalb die Beschwerde von vornhe-
rein aussichtslos war. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher 
abzuweisen, ohne dass die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers 
noch zu prüfen wären.

6.4 Da über das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege erst im Endent-
scheid befunden wird und der Beschwerdeführer deshalb keine Gelegenheit 
hatte, die Beschwerde nach Abweisung des Gesuchs zurückzuziehen und 
damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss in der Höhe der üb-
lichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2016 S. 369 E. 4.3.1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2023, Nr. 100.2021.269U, 
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3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden dem Beschwerde-
führer auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegner

Die Abteilungspräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. 
i.V.m. Art. 85 Abs. 1 BGG erreicht Fr. 30'000.--.