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**Case Identifier:** e468af94-b220-52f4-a2a8-09fa8632a97e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2023 200 2022 374
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-374_2023-09-04.pdf

## Full Text

200 22 374 IV
WIS/COC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Mai 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2004 unter Hinweis auf Rückenprobleme bei 
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV; Ant-
wortbeilage [AB] 1). Nach erwerblichen und medizinischen Erhebungen, 
insbesondere nach Einholung eines Gutachtens von Dr. med. C.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates (Expertise vom 24. Mai 2006, AB 38), verneinte die IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 11. Oktober 2006 
(AB 43) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 10 % einen Rentenan-
spruch.

Im Mai 2017 meldete sich die Versicherte wegen Fuss-, Hüft- und Herzpro-
blemen sowie aufgrund von Depressionen erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (AB 52). In der Folge veranlasste die IVB eine bidisziplinäre 
Begutachtung bei Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie Prof. Dr. med. 
E.________, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychothe-
rapie (Expertise vom 10. April 2018; AB 81.1). Mit Verfügung vom 20. Juni 
2018 (AB 88) wies die IVB das Rentenbegehren bei einem IV-Grad von 
30 % ab. Eine dagegen erhobene Beschwerde (AB 96) wies das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 3. Dezember 2018, 
IV/2018/581 (AB 99), ab.

Im Februar 2020 melde sich die Versicherte unter Hinweis auf Fuss-, Knie-, 
Hüft-, Venen-, Herz- und Rückenbeschwerden sowie aufgrund von Depres-
sionen und eines Magenbypasses ein weiteres Mal bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (AB 102). Daraufhin führte die IVB abermals medizinische 
und erwerbliche Erhebungen durch. Dabei veranlasste sie auf Empfehlung 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 142) eine bidisziplinäre Ver-
laufsbegutachtung durch Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. 
E.________ (Expertise vom 27. April 2021; AB 160.1). Mit Vorbescheid 
vom 16. Juni 2021 (AB 161; vgl. AB 165) stellte die IVB der Versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 3

bei einem IV-Grad von 30 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aus-
sicht. Dagegen erhob die Versicherte Einwand (AB 164). Nach Rückfrage 
bei Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. E.________ (AB 167 und 171) 
und nach Einholung von Stellungnahmen des RAD (AB 174, 179) stellte die 
IVB mit Vorbescheid vom 3. März 2022 (AB 180) die Zusprache einer Vier-
telsrente ab 1. August 2020 in Aussicht. Damit zeigte sich die Versicherte 
abermals nicht einverstanden (AB 181). Nach Einholung einer weiteren 
Stellungnahme des RAD (AB 184) verfügte die IVB am 13. Mai 2022 wie im 
Vorbescheid angekündigt und sprach der Versicherten ab 1. August 2020 
eine Viertelsrente zu (AB 188). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 15. Juni 2022 Beschwerde und beantragte die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer angemessenen, die 
Viertelsrente übersteigenden IV-Rente. Gleichzeitig wurde ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gestellt.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Juli 2022 schloss die Beschwerdegegnerin 
unter Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 5. Juli 2022 (AB 191) 
auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 25. Juli 2022 und Duplik vom 31. August 2022 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen und Ausführungen fest.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. März 2023 orientierte die Instrukti-
onsrichterin aufgrund einer summarischen Prüfung der Sach- und Rechts-
lage über eine möglicherweise drohende Schlechterstellung (reformatio in 
peius) und bot der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme 
resp. zum Rückzug der Beschwerde. Mit Eingabe vom 5. April 2023 hielt 
die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest und reichte weitere me-
dizinische Unterlagen ein.

Am 28. April 2023 ging eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin beim 
Gericht ein.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Mai 2022 (AB 188). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-

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sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E.  7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2022 (AB 188), wo-
mit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. 
Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung 
eines Rentenanspruchs mit Blick auf die im Februar 2020 erfolgte (Neu-)
Anmeldung (AB 102) vor dem 1. Januar 2022 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG), 
weshalb die diesbezüglichen Bestimmungen des IVG in der bis 31. De-
zember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9101 
des Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversicherungen über Invali-
dität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von 
Verwaltungsweisungen vgl. BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 

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2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 181 E. 2.3). 

2.6 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen IV-Grades, wegen 
fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein 
Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine 
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt 
ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 

2.6.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-

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lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.6.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von Februar 
2020 (AB 102) eingetreten. Damit ist die Eintretensfrage vom Gericht nicht 
zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwischen 
der rentenabweisenden Verfügung vom 20. Juni 2018 (AB 88), welche auf 
Beschwerde hin mit VGE IV/2018/581 (AB 99) bestätigt wurde, und der hier 
angefochtenen Verfügung vom 13. Mai 2022 (AB 188) eine (potentiell) an-
spruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tatsachen eingetreten 
ist (vgl. E. 2.6.1 f. hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützten sich die Verfügung vom 20. Juni 
2018 (AB 88) bzw. der VGE IV/2018/581 (AB 99) massgeblich auf das bi-
disziplinäre Gutachten von Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. 
E.________ vom 10. April 2018 (AB 81.1). In diesem diagnostizierten die 
Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbos-
pondylogenes Schmerzsyndrom ohne Bewegungseinschränkung sowie 
ohne Radikulopathie (ICD-10 M54), eine Bewegungseinschränkung des 
linken und rechten Hüftgelenks bei regelrecht einliegenden Hüftprothesen 
(ICD-10 T84.0), eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung der rech-
ten Fusswurzel nach 2016 erfolgter Arthrodese des Calca-
neocuboidalgelenks (ICD-10 M25.6 und Z98.1), eine Bewegungs- und Be-

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lastungseinschränkung des rechten unteren Sprunggelenks bei fortge-
schrittener Arthrose mit einer Chondropathie Grad Kellgren II-III (ICD-10 
M19.07 und Z98.1) sowie eine altersentsprechende medial betonte Gonar-
throse beidseits mit einer Chondropathie Grad Kellgren I-II (ICD-10 M17.1; 
S. 2). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter einen 
Senk-/Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.4), eine knöchern in regelrechter 
Stellung ausgeheilte rechtsseitige Weber-C-Fraktur aus dem Jahre 2004 
(ICD-10 S82.6), psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol; Ab-
hängigkeitssyndrom; gegenwärtig ständiger Substanzgebrauch (ICD-10 
F10.24), sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder 
Hypnotika; schädlicher Gebrauch (low-dose Benzodiazepinabhängigkeit; 
ICD-10 F13.1) auf (S. 3).

Aus orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der biomechani-
schen Funktion ihrer Lendenwirbelsäule (LWS) sowie bezogen auf die un-
teren Extremitäten in der biomechanischen Funktion ihrer beiden Hüft- und 
Kniegelenke, ihres rechten unteren Sprunggelenks sowie ihrer rechten 
Fusswurzel limitiert mit einer daraus unweigerlich resultierenden Ein-
schränkung der Steh- und Gehfähigkeit (S. 4). In einer hüft-, knie-, sprung-
gelenk- und rückenadaptierten Tätigkeit mit intermittierender stehender, 
gehender, jedoch überwiegend sitzender Körperposition bestehe bezogen 
auf ein volles Pensum eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit von 70 %. 
Die Einschränkung von 30 % ergebe sich unter Berücksichtigung einer er-
forderlichen Hilfsmittelversorgung aufgrund der reduzierten Belastbarkeit 
und Durchhaltefähigkeit, der vermehrten Pausen sowie der reduzierten 
Arbeitsschnelligkeit (S. 5). 

Aus psychiatrischer Sicht stehe eine Suchtproblematik im Vordergrund des 
psychopathologischen Störungsbildes. Es gebe eine Überschneidung des 
affektiv-depressiv gefärbten psychischen Zustandsbildes mit der Abhängig-
keit von Alkohol und der low-dose Benzodiazepinabhängigkeit. Es ergebe 
sich kein Anhalt dafür, dass der Substanzkonsum von Alkohol und Benzo-
diazepinen Folge einer anderen psychischen Störung oder der Schmerzen 
sei. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne daher aktuell von keinem 
mittel- und langfristigen Gesundheitsschaden ausgegangen werden (S. 4).

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Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Ar-
beitsfähigkeit aus somatisch-orthopädischen Gründen limitiert werde. Es 
bestehe in einer angepassten Tätigkeit eine 70 %-ige Arbeitsfähigkeit. In 
der angestammten Tätigkeit als ... bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. 
Interdisziplinäre Interferenzen der Störungsbilder mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit bestünden nicht (S. 6 f.).

3.3 Der angefochtenen Verfügung vom 13. Mai 2022 (AB 188) liegen 
insbesondere folgende Berichte zugrunde: 

3.3.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 13. Mai 2020 (AB 112) eine bipolare affekti-
ve Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode 
(ICD-10 F31.3), eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 
F43.1) sowie komorbide, psychische und Verhaltensstörungen durch Alko-
hol, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1). Es liege ein zwar schwanken-
der, im Längsschnitt aber gleichbleibender Zustand aus dem depressiv-
bipolaren Formenkreis vor (S. 1). Die festgestellte psychisch komplexe 
Störung mit affektiv-kognitiven Symptomen begründe eine arbeitsrelevante 
Leistungsminderung. Aufgrund der reduzierten psychosozialen Belastbar-
keit mit deprimierter Verstimmung, erhöhter Müdigkeit und rascher Er-
schöpfbarkeit und damit verbundener Tagesmüdigkeit und Konzentrations-
schwierigkeiten sowie vermindertem Antrieb bestehe eine relevante Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Zusätzlich seien die kognitiven Funktionen 
in den Bereichen der Aufmerksamkeit, kognitiver Flexibilität, Ausdauer und 
Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit beeinträchtigt. Die Schwierigkeit, 
Entscheidungen zu treffen, und der Verlust der kognitiven Flexibilität sei mit 
deutlicher Verminderung des psychosozialen Funktionsniveaus verbunden. 
Die bestehenden kognitiven Beeinträchtigungen könnten zu einer raschen 
Überbelastung am Arbeitsplatz führen. Es bestehe seit Juli 2018 eine 
durchgehende Arbeitsunfähigkeit von 80 % bis 100 % für jegliche Tätigkeit 
auf dem ersten Arbeitsmarkt (S. 3).

3.3.2 Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. E.________ diagnostizier-
ten im bidisziplinären Verlaufs-Gutachten vom 27. April 2021 (AB 160.1) 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondyloge-
nes Schmerzsyndrom ohne Bewegungseinschränkung sowie ohne Radiku-

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lopathie (ICD-10 M54.1), eine Belastungs- und Bewegungseinschränkung 
des linken und rechten Hüftgelenks bei regelrecht einliegenden Hüftprothe-
sen (ICD-10 T84.0), eine Bewegungs- und Belastungseinschränkung der 
rechten Fusswurzel nach 2016 erfolgter Arthrodese des Calcaneocuboidal-
gelenks (ICD-10 M25.6 und Z98.1), eine Bewegungs- und Belastungsein-
schränkung des rechten unteren Sprunggelenks bei fortgeschrittener Ar-
throse mit einer Chondropathie Grad Kellgren II-III (ICD-10 M19.07 und 
Z98.1), eine altersentsprechende medial betonte Gonarthrose beidseits mit 
einer Chondropathie Grad Kellgren I-II (ICD-10 M17.1) sowie eine chronifi-
zierte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradig, im Ver-
lauf mittelgradig (ICD-10 F33.8). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
führten die Gutachter einen Senk-/Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.4), 
eine knöchern in regelrechter Stellung ausgeheilte rechtsseitige Weber-C-
Fraktur aus dem Jahre 2004 (ICD-10 S82.6), schädlicher Gebrauch von 
Alkohol (ICD-10 F10.1), chronische Schmerzen bei Störungen des Stütz- 
und Bewegungsapparates (ICD-10 R52), Probleme durch negative Kind-
heitserlebnisse (ICD-10 Z61.5), Probleme in Verbindung mit ökonomischen 
Verhältnissen (ICD-10 Z59) sowie Probleme in Verbindung mit Arbeitslo-
sigkeit (ICD-10 Z56) an (S. 6 f. Ziff. 4.2).

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin sei in 
der biomechanischen Funktion ihrer LWS sowie bezogen auf die unteren 
Extremitäten in der biomechanischen Funktion ihrer beiden Hüft- und Knie-
gelenke, ihres rechten Sprunggelenks sowie ihrer rechten Fusswurzel limi-
tiert mit einer daraus unweigerlich resultierenden Einschränkung der Steh- 
und Gehfähigkeit (S. 8 Ziff. 4.3). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als ... 
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 11 Ziff. 4.7/4.8). In einer hüft-, 
knie-, sprunggelenk- und rückenadaptierten Tätigkeit mit intermittierender 
stehender, gehender, jedoch überwiegend sitzender Körperposition beste-
he bezogen auf ein volles Pensum eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit 
von 70 %. Die Einschränkung ergebe sich aufgrund der reduzierten Belast-
barkeit und Durchhaltefähigkeit, der vermehrten Pausen sowie der redu-
zierten Arbeitsschnelligkeit (S. 9).

Aus psychiatrischer Sicht liege gegenwärtig ein leicht- bis mässiggradiger 
Gesundheitsschaden im Rahmen einer chronifizierten Depression vor. Im 

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Vergleich zum Referenzzeitpunkt (Gutachten vom 10. April 2018) bestehe 
aus rein psychiatrischer Sicht ein im Wesentlichen unveränderter Gesund-
heitszustand mit gewisser Besserung des Alkoholabhängigkeitssyndroms 
zuungunsten (recte: zugunsten) einer verschlechterten Essstörung (Sucht-
verlagerung). Die Essstörung gewinne derzeit keinen Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit. Der vorliegende schädliche Gebrauch von Alkohol ebenso 
nicht. Infolge der psychiatrischen Störung seien die Belastbarkeit und 
Durchhaltefähigkeit leicht- bis mässiggradig vermindert und auch die Flexi-
bilität und Umstellfähigkeit sowie die soziale Interaktivität würden darunter 
leiden. Gesamthaft bestünden leichte bis mittelschwere anhaltende Fähig-
keitsstörungen, die jedoch durch psychosoziale Faktoren deutlich unterhal-
ten würden (S. 9). Das psychische Störungsbild sei eine Gemengelage aus 
psychosozialen Problemen nach Verlust der Selbständigkeit und damit der 
wirtschaftlichen Existenz bei nun gegebener beruflicher Perspektivlosigkeit 
bei Langzeitarbeitslosigkeit und Abhängigkeit vom Sozialamt mit hohen 
Schulden. Diese mit Scham behaftete Situation führe zur affektiven Instabi-
lität mit Auftreten einer inzwischen chronifizierten Depression mit im Verlauf 
schwankender leichter bis mittelgradiger Ausprägung. Die Beschwerdefüh-
rerin stehe "vor dem Scherbenhaufen" ihres Lebens mit multiplen psycho-
sozialen Problemen, die eine Flucht in die Krankheit, den Alkohol und die 
Esssucht ausgelöst hätten. Ohne das Vorliegen der psychosozialen Auslö-
ser würde die affektive Dekompensation mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht 
bestehen. Der Leidensdruck liege in der Selbstbedauerung der Beschwer-
deführerin, einer früher geschätzten ... in selbständiger Erwerbstätigkeit 
und nun Sozialhilfeempfängerin ohne berufliche Perspektiven bei erhebli-
chem sozialem Abstieg (S. 10 Ziff. 4.4). Aufgrund der benannten Fähig-
keitsstörungen und unter Abzug psychosozialer Faktoren sei keine Arbeits-
fähigkeit mehr als ... gegeben. Dies, da eine Gefährdung durch die Nähe zu 
Alkohol ausgehe. In einer anderen Tätigkeit ... oder in somatisch adaptier-
ter Tätigkeit liege eine 30 %-ige Minderung der Arbeitsfähigkeit in Bezug 
auf ein 100 %-Pensum vor. Diese Einschätzung bestehe seit Antragstel-
lung anhaltend. Im Vergleich zum Referenzzeitpunkt bestehe aus rein 
psychiatrischer Sicht ein im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszu-
stand (S. 12).

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Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass kein addi-
tiver Effekt der genannten Teilarbeitsunfähigkeiten vorliege (S. 12).

3.3.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
für Kardiologie, diagnostizierte im Bericht vom 27. Juli 2021 (AB 164 
S. 10 f.) namentlich ein paroxysmales Vorhofflimmern (S. 10). Bei der Be-
schwerdeführerin bestehe aktuell ein tachykardes Vorhofflimmern, welches 
nachvollziehbarerweise zu einer deutlichen Leistungsabnahme führe. 
Echokardiographisch zeige sich im Rahmen des Vorhofflimmerns eine 
leicht eingeschränkte LVEF. Bis zur Behebung/Kontrolle des Vorhofflim-
merns und Abklingen der Herzinsuffizienz-Symptomatik sei die Beschwer-
deführerin aus kardiologischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig (S. 11).

3.3.4 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 31. Juli 2021 (AB 164 
S. 4 ff.) aus, diagnostisch sei von einer rezidivierenden depressiven 
Störung (ICD-10 F33), einer neurokognitiven Störung als Residuum des 
zurückliegenden Alkoholkonsums (ICD-10 F10.1) sowie von einer Trauma-
folgestörung (ICD-10 F43.1) auszugehen. Der Krankheitsverlauf während 
der letzten zwei Jahre lasse eine eindeutige Richtungsänderung erkennen, 
der Gesundheitszustand habe sich kontinuierlich verschlechtert. Mittlerwei-
le bestehe eine deutliche Chronifizierung, weshalb die Prognose ungewiss 
sei. Zudem liessen sich invaliditätsfremde, psychosoziale Faktoren identifi-
zieren, deren Einfluss auf das gesamte psychische Bild derzeit ersichtlich 
sei. Die festgestellte psychische komplexe Erkrankung mit affektiv-
kognitiven Symptomen begründe eine arbeitsrelevante Leistungsminde-
rung. Aufgrund der reduzierten psychosozialen Belastbarkeit mit deprimier-
ter Verstimmung, erhöhter Müdigkeit und rascher Erschöpfbarkeit und da-
mit verbundener Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten sowie 
vermindertem Antrieb bestehe eine relevante Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit, zusätzlich zu somatisch (muskuloskelettal, kardial) bedingten 
Einschränkungen (S. 7). Aufgrund der Befunde, des Krankheitsverlaufes, 
der funktionellen Beeinträchtigungen sowie der krankheitsbedingten, ver-
minderten psychosozialen Ressourcen sei die psychische Kraft der Be-
schwerdeführerin erheblich eingeschränkt. Die Leistungsfähigkeit sei aus 
psychiatrischer Sicht reduziert. Aus medizinisch-psychiatrischer Sicht er-
scheine derzeit bis mittelfristig ein Wiedereinstieg in den freien Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 13

markt nicht realistisch. In der bisherigen Tätigkeit bestehe weiterhin keine 
Arbeitsfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit im geschützten 
Rahmen sei gegenwärtig mit einer Arbeitsfähigkeit von ca. 40 % zu rech-
nen (S. 8).

3.3.5 Nachdem die Beschwerdeführerin gegen den Vorbescheid vom 
16. Juni 2021 Einwand erhoben hatte (AB 164), nahmen Dr. med. 
D.________ und Prof. Dr. med. E.________ auf Ersuchen der Beschwer-
degegnerin am 28. September 2021 nochmals Stellung (AB 167). In der 
angestammten Tätigkeit als ... sei aus orthopädisch-chirurgischer Sicht von 
einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht be-
stehe für diese Tätigkeit eine als dauerhaft anzusehende Arbeitsunfähigkeit 
von 100 %. Sowohl auf orthopädisch-chirurgischem als auch auf psychiatri-
schem Fachgebiet liege in einer optimal adaptierten Tätigkeit eine Arbeits-
fähigkeit von 70 % im jeweiligen Fachgebiet vor. Unter nochmaliger Be-
sprechung des komplexen Sachverhalts sei davon auszugehen, dass die 
psychiatrischen und orthopädischen Fähigkeitseinschränkungen teils nega-
tiv interferieren würden, so dass aus bidisziplinärer Sicht in einer optimal 
adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen sei. 
Diese Einschätzung bestehe spätestens seit der am 13. April 2021 erfolg-
ten Verlaufsbegutachtung (S. 2).

Am 7. Dezember 2021 nahmen Dr. med. D.________ und Prof. Dr. med. 
E.________ ein weiteres Mal Stellung (AB 171). Die im Vergleich zum Vor-
gutachten um 10 % geringere Arbeitsfähigkeit sei aus bidisziplinärer Sicht 
darin begründet, dass in der Einschätzung von 2018 kein additiver Effekt 
der einzelnen Teilarbeitsunfähigkeiten auf orthopädisch-chirurgischem und 
psychiatrischem Fachgebiet bestanden habe. Unter nochmaliger Bespre-
chung des komplexen Sachverhalts sei davon auszugehen, dass die psy-
chischen und orthopädischen Fähigkeitseinschränkungen nun teils doch 
negativ interdisziplinär interferieren würden, so dass aus bidisziplinärer 
Sicht in einer optimal adaptierten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 
60 % auszugehen sei (S. 2).

3.3.6 Die Beschwerdeführerin war vom 23. August bis 21. Oktober 2021 
in der Klinik H.________ in stationärer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 
13. Dezember 2021 (AB 173 S. 2 ff.) wurden eine rezidivierende depressi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 14

ve Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), eine PTBS 
(ICD-10 F43.1), psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: 
schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.1), Essattacken bei anderen psychi-
schen Störungen (ICD-10 F50.4) sowie ein Vorhofflimmern (ICD-10 I48.0) 
diagnostiziert. Zum Eintrittszeitpunkt habe die Beschwerdeführerin eine 
ausgeprägte depressive Symptomatik im Sinne einer depressiven Grund-
stimmung, diverse Ängste, eine starke innere Unruhe, Ein- und Durch-
schlafstörungen sowie Zwangsverhalten und intermittierende Suizidalität 
gezeigt. Zudem habe sie von optischen Halluzinationen in Form von Ge-
stalten/Geistern berichtet (S. 2). Insgesamt sei es im Rahmen des statio-
nären Aufenthalts zu einer wahrnehmbaren Stabilisierung, sowohl in Bezug 
auf die psychischen als auch somatischen Beschwerden gekommen. Es 
sei zu einer Stimmungsaufhellung, einer leichten Verbesserung der kogniti-
ven Fähigkeiten, einem verbesserten Umgang mit den teilweise ausgepräg-
ten Ängsten und einer Reduktion der damit verbundenen vegetativen Be-
gleitsymptome gekommen. Der Antrieb und die Schlafquantität und 
-qualität hätten sich verbessert. Die Beschwerdeführerin habe in gebesser-
tem Zustand entlassen werden können (S. 6).

3.3.7 Dr. med. F.________ führte im Bericht vom 20. März 2021 (recte: 
2022; AB 181 S. 4 ff.) aus, die (depressive) Störung habe einen chronifi-
zierten Verlauf genommen. Es habe keine vollständige Krankheitsremission 
trotz allen stationären und ambulanten Behandlungsbemühungen erreicht 
werden können. Hinsichtlich des Tagesablaufs sei ein tiefes Aktivitäts-
niveau mit sozialem Rückzug festzustellen. Es liessen sich aus heutiger 
Sicht keine weiteren medizinischen oder beruflichen Massnahmen empfeh-
len, mit denen das Krankheitsbild wesentlich und nachhaltig beeinflusst 
werden könnte (S. 5).

3.3.8 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychosomatik 
und Psychotherapie (...), führte im Bericht vom 14. Februar 2022 (AB 179 
S. 2) aus, hinsichtlich des paroxysmalen Vorhofflimmerns mit Erstdiagnose 
vom 31. März 2020 sei am 12. Januar 2022 eine Kryo-Ablation durchge-
führt worden. Damit handle es sich um eine kausale Therapie des benann-
ten Vorhofflimmerns, sodass aus medizinisch-theoretischer Sicht hierdurch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 15

keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Daher könne weiterhin 
auf das bidisziplinäre Gutachten aus dem Jahr 2021 abgestellt werden.

3.4 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wurden namentlich folgen-
de Berichte eingereicht:

3.4.1 Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 31. Mai 2022 (Be-
schwerdebeilage [BB] 4) aus, im Rahmen des Vorhofflimmernrezidivs wäre 
es je nach Symptomatik der Beschwerdeführerin allenfalls gerechtfertigt, 
eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Das Ziel bleibe eine 
Ablationstherapie (interventionelle Therapie, kein chirurgischer Eingriff) des 
Vorhofflimmerns mit dann hoffentlich wieder stabilem Sinusrhythmus. Als 
Sekundärziel wäre bei Nichterreichen einer Rhythmuskontrolle eine Fre-
quenzkontrolle anzustreben, auch in diesen Fällen könne im Verlauf prak-
tisch immer eine wieder normale Arbeitsfähigkeit erreicht werden.

3.4.2 Die Beschwerdeführerin war vom 30. Juni bis 2. Juli 2022 im Spital 
J.________, hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 4. Juli 2022 (BB 11) 
wurden ein paroxysmales Vorhofflimmer-Rezidiv, ein persistierendes Fo-
ramen ovale Grad II, eine substituierte Hypothyreose, eine Depression und 
eine laparoskopische Magen-Bypass-Operation 2012 diagnostiziert (S. 1). 
Der Eintritt sei zur Ablation bei paroxysmalem Vorhofflimmer-Rezidiv nach 
Ablation erfolgt. Bei der Beschwerdeführerin sei 2017 erstmals ein typi-
sches Vorhofflattern diagnostiziert und mittels Ablation therapiert worden. 
Im Verlauf sei es zu einem paroxysmalen Vorhofflimmern mit Rezidiv nach 
mehreren Elektrokonversionen gekommen. Im Januar 2022 sei eine Cryo-
Ablation erfolgt, wobei ein Teil der Lungenvenen nicht habe erreicht werden 
können. Die Beschwerdeführerin stelle sich nun zum "Re-Do" vor. Aktuell 
bestünden intermittierend auftretende Palpitationen, die mit Dyspnoe und 
thorakalem Druckgefühl einhergingen. Dabei trete auch Schwindel auf. 
Ausserhalb dieser Episoden fühle sich die Beschwerdeführerin allgemein 
leistungsgemindert und beschreibe eine zunehmende Unkonzentriertheit 
und Gedächtnisprobleme. Treppensteigen über zwei Stockwerke bereite 
Schwierigkeiten. Ansonsten bestünden keine Herzinsuffizienzeichen. Der 
postinterventionelle Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet und die 
Beschwerdeführerin sei beschwerdefrei nach Hause entlassen worden 
(S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 16

3.4.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin und für Hämatologie, nahm am 5. Juli 2022 zum kardiologi-
schen Krankheitsverlauf Stellung (AB 191). Rein aufgrund der Akten er-
scheine eine abschliessende Beurteilung schwierig, weshalb eine genaue 
Stellungnahme von kardiologischer Seite her ab dem Zeitpunkt einer rele-
vanten kardiologisch durch das paroxysmale Vorhofflimmern bedingten 
Arbeitsunfähigkeit empfohlen werde, dies mit Festhalten des genauen Be-
ginns und des Verlaufs der kardiologisch bedingten Arbeitsunfähigkeit so-
wie deren Ausmass (S. 4).

3.4.4 Die Beschwerdeführerin war vom 14. bis 20. Juni 2022 und vom 
2. Juli bis 9. August 2022 wiederum in der Klinik H.________ in stationärer 
Behandlung (BB 9 und 10). Im Austrittsbericht vom 23. August 2022 
(BB 10) wurden die bisher gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.3.6 hiervor) wie-
derholt. Der letzte stationäre Aufenthalt habe die Beschwerdeführerin für 
ca. vier bis sechs Wochen stabilisieren können. Danach seien wieder zu-
nehmend depressive Symptome (Antriebslosigkeit, Stimmungen, 
Schlafstörungen, Suizidgedanken), Bewältigungsversuche mit missbräuch-
lichem Konsum von Alkohol sowie Belastungen durch Wiedererleben trau-
matischer Erlebnisse in den Vordergrund getreten. Die Ablehnung der IV-
Rente habe sie weiter destabilisiert und bestehende Zukunftsängste ver-
stärkt (S. 1). Die Beschwerdeführerin habe in psychisch stabilem Zustand 
entlassen werden können (S. 5). 

3.4.5 Dr. med. L.________, Facharzt für Kardiologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 23. Januar 2023 (BB 12) insbesondere eine koronare 3-
Gefässerkrankung (S. 1). Als "Culprit lesion" finde sich eine RCA/RIVPO 
Stenose, welche heute erfolgreich mit 3 Stents habe behandelt werden 
können. Bei verbleibender RIVA Stenose sei eine Staged-PCI in drei Mona-
ten geplant und die verbleibende RCX Stenose werde in sechs Monaten 
behandelt (S. 3).

3.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 17

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.6

3.6.1 Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hin-
sicht massgebend auf das bidisziplinäre Verlaufs-Gutachten von Dr. med. 
D.________ und Prof. Dr. med. E.________ vom 27. April 2021 (AB 160.1) 
gestützt. Die Gutachter haben sich in ihrer ärztlichen Beurteilung in Kennt-
nis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Ein-
schränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchun-
gen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 18

zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gut-
achten vom 27. April 2021 die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderun-
gen, weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353 und E. 3.5 hiervor). Die Gutachter haben ausführlich begründet, 
dass die Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an 
einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom, einer Belas-
tungs- und Bewegungseinschränkung des linken und rechten Hüftgelenks, 
einer Bewegungs- und Belastungseinschränkung der rechten Fusswurzel, 
einer Bewegungs- und Belastungseinschränkung des rechten unteren 
Sprunggelenks, einer altersentsprechenden medial betonten Gonarthrose 
beidseits sowie einer chronifizierten rezidivierenden depressiven Störung, 
gegenwärtig leichtgradig im Verlauf mittelgradig, leidet (S. 6 f. Ziff. 4.2). 
Darauf ist abzustellen.

3.6.2 Vorab zu prüfen ist, ob seit der rentenabweisenden Verfügung vom 
20. Juni 2018 (AB 88), welche mit VGE IV/2018/581 (AB 99) bestätigt wur-
de, eine wesentliche Veränderung eingetreten ist (vgl. E. 2.6.1 f. hiervor). 
Diesbezüglich kamen die Gutachter klar zum Schluss, dass sowohl aus 
somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht ein im Wesentlichen unver-
änderter Gesundheitszustand vorliegt mit Besserung des Alkoholabhängig-
keitssyndroms zugunsten einer verschlechterten Essstörung (Suchtverlage-
rung; AB 160.1 S. 12, 160.2 S. 63, 160.3 S. 32). Zwar wird psychiatrischer-
seits neu eine chronifizierte rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig leichtgradig bzw. im Verlauf mittelgradig, diagnostiziert (AB 160.1 S. 7). 
Dabei werden die bestehenden leichten bis mittelschweren anhaltenden 
Funktionsstörungen jedoch deutlich durch psychosoziale Faktoren unter-
halten, ohne deren Existenz die affektive Dekompensation – gemäss Ein-
schätzung der Gutachter – nicht bestehen würde (AB 160.1 S. 9 f.). Damit 
liegt lediglich eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränder-
ten bzw. sogar wohl leicht gebesserten (im Vergleich zur Voruntersuchung 
war die Grundstimmung aufgehellter; AB 160.3 S. 26 Ziff. 6.2) Gesund-
heitszustandes vor. Dies ist in revisionsrechtlicher Hinsicht jedoch unerheb-
lich (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105). Gestützt auf 
diese Beurteilung attestierten die Gutachter denn auch unverändert in einer 
angepassten Tätigkeit eine 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 160.1 S. 11 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 19

Soweit die Gutachter ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nach Rückfra-
gen der Beschwerdegegnerin in den Stellungnahmen vom 28. September 
und 7. Dezember 2021 (AB 167 und 171) insoweit korrigiert haben, als sie 
nunmehr eine 40 %-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt haben, ist dies bei 
einem unverändert gebliebenen Gesundheitszustand nicht von Belang, 
handelt es sich hierbei doch bloss um eine andere Beurteilung eines un-
verändert gebliebenen Zustandes. Abgesehen davon vermag diese Neu-
einschätzung auch nicht zu überzeugen. Denn eine Begründung, weshalb 
die somatischen und psychiatrischen Einschränkungen bei unverändertem 
Gesundheitszustand nun doch negativ interferieren sollen, findet sich in 
den besagten Stellungnahmen nicht. Im Gutachten vom 27. April 2021 
(AB 160.1 S. 12 Ziff. 4.9) – wie bereits im Gutachten vom 10. April 2018 
(AB 81.1 S. 7 Ziff. 4) – wurde ein additiver Effekt der genannten Teilar-
beitsunfähigkeiten dagegen noch explizit verneint. 

An der Beurteilung, dass ein unveränderter Gesundheitszustand vorliegt, 
ändert nichts, dass Dr. med. F.________ im Bericht vom 13. Mai 2020 
(AB 112) aufgrund einer bipolaren affektiven Störung, einer PTBS und ko-
morbider, psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher 
Gebrauch, seit Juli 2018 durchgehend eine 80 % bis 100 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit für jegliche Tätigkeiten attestiert hat (S. 1 und S. 3). Denn Prof. Dr. 
med. E.________ hat sich – entgegen der Auffassung in der Beschwerde 
(S. 5 Art. 4) – mit dieser Einschätzung auseinandergesetzt. Dabei wies er 
darauf hin, dass sich der behandelnde Psychiater nicht mit den bestehen-
den multiplen und schweren psychosozialen Faktoren auseinandergesetzt 
hat (AB 160.1 S. 12). Zudem wies der Gutachter zu Recht darauf hin, dass 
den von Dr. med. F.________ erhobenen Diagnosen nicht gefolgt werden 
kann. So hat das Verwaltungsgericht im VGE IV/2018/581 (AB 99 S. 17 
E. 3.5.2) bereits dargelegt, dass weder eine bipolare affektive Störung noch 
eine PTBS als gegeben zu erachten sind. Dass diese Diagnosen aufgrund 
neu hinzugetretener Befunde bzw. neuer Erkenntnisse zu stellen wären, 
macht Dr. med. F.________ im Übrigen nicht geltend. Vielmehr sprach er 
selber davon, dass "ein zwar schwankender, im Längsschnitt aber gleich-
bleibender Zustand aus depressiv-bipolaren Formenkreis" vorliegt (AB 112 
S. 1) und ging somit selber – zumindest in diesem Zeitpunkt – von keiner 
Änderung des Gesundheitszustandes aus. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 20

3.6.3 Damit ist bis zum Zeitpunkt der Begutachtung am 13. April 2021 
(AB 160.1 S. 2) weder aus psychischer noch aus somatischer Sicht eine 
anspruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tatsachen mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. 

3.6.4 Auch aus erwerblicher Sicht hat sich gemäss Aktenlage nichts Ent-
scheidendes geändert. Entsprechendes wird von der Beschwerdeführerin 
denn auch nicht geltend gemacht.

3.7 Somit ist erstellt, dass bis zum Zeitpunkt der Untersuchung durch 
die Gutachter am 13. April 2021 weder eine wesentliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes noch der erwerblichen Situation eingetreten ist. Die 
Beschwerdeführerin hat folglich bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin keinen 
Anspruch auf eine IV-Rente.

4.

4.1 Hinsichtlich des Verlaufs des Gesundheitszustandes seit der Begut-
achtung im April 2021 geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdefüh-
rerin vom 23. August bis 21. Oktober 2021 in der Klinik H.________ hospi-
talisiert war. Zum Eintrittszeitpunkt zeigte sie eine ausgeprägte depressive 
Symptomatik. Sie konnte in stabilem und gebessertem psychischem Zu-
stand entlassen werden (AB 173 S. 2 und 6). Ob dieser Gesundheitszu-
stand im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung verschlechtert war, 
kann jedoch aufgrund der Akten nicht beurteilt werden. Diesbezüglich ist 
dem Bericht von Dr. med. F.________ vom 20. März 2022 (AB 181 S. 4 ff.; 
vgl. auch der Bericht von Dr. med. F.________ vom 12. Juni 2022 [BB 3]) 
und demjenigen der Klinik H.________ vom 23. August 2022 (BB 10) zu 
entnehmen, dass nach dem Austritt aus der Klinik H.________ im Oktober 
2021 nach vier bis sechs Wochen wieder eine Verschlechterung des psy-
chischen Gesundheitszustandes eingetreten ist bzw. keine stabile Remis-
sion erreicht werden konnte, was eine nach dem Begutachtungszeitpunkt 
eingetretene Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 
nicht ausschliesst. Dr. med. F.________ sprach im Bericht vom 31. Juli 
2021 (AB 164 S. 4 ff.) denn auch davon, dass der Krankheitsverlauf eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 21

eindeutige Richtungsänderung erkenne lasse und sich der Gesundheitszu-
stand kontinuierlich verschlechtert habe (S. 7).

Weiter geht aus den Akten hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 
eines paroxysmalen Vorhofflimmerns von Dr. med. G.________ im Bericht 
vom 27. Juli 2021 (AB 164 S. 10 f.) zu 100 % arbeitsunfähig beurteilt wur-
de. Wie lange die durch die kardiale Problematik verursachte Arbeitsun-
fähigkeit angedauert hat, geht aus den Akten jedoch nicht hervor. So 
sprach Dr. med. G.________ im Bericht vom 31. Mai 2022 (BB 4) lediglich 
davon, dass es je nach Symptomatik allenfalls gerechtfertigt wäre, eine 
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Daran ändert nichts, 
dass der RAD-Arzt Dr. med. I.________ im Bericht vom 14. Februar 2022 
eine 
massgebende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund des par-
oxysmalen Vorhofflimmerns verneint hat (AB 179 S. 2). Zum einen ist 
Dr. med. I.________ als Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie 
(...) für eine abschliessende Beurteilung einer kardialen Problematik nicht 
qualifiziert. Zum anderen machte die RAD-Internistin Dr. med. K.________ 
im Bericht vom 5. Juli 2022 (AB 191) keine Ausführungen zu einer allfälli-
gen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Zusammenhang mit der beste-
henden kardialen Problematik. Vielmehr kam sie zum Schluss, dass auf-
grund der Akten eine abschliessende Beurteilung der kardiologisch beding-
ten Arbeitsunfähigkeit und deren Ausmass schwierig sei (S. 4). Die Be-
schwerdeführerin reichte während des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
Berichte der behandelnden Kardiologen vom 4. Juli 2022 (BB 11) und 
23. Januar 2023 (BB 12) ein, welchen zu entnehmen ist, dass weitere Ope-
rationen notwendig waren und die kardiale Problematik bei Erlass der an-
gefochtenen Verfügung demzufolge weiterhin bestand. Im Übrigen finden 
sich in den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin 
aufgrund der bestehenden kardialen Problematik vor April 2021 einge-
schränkt gewesen sein könnte. Dies wird denn auch nicht geltend gemacht.

4.2 Unter diesen Umständen kann vorliegend aufgrund der Aktenlage 
nicht abschliessend beurteilt werden, ob sich der Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin seit der Begutachtung im April 2021 in einer für den 
Rentenanspruch erheblichen Weise verändert hat. Die Sache ist deshalb 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 22

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie den medizinischen 
Sachverhalt ab April 2021 durch eine nicht vorbefasste Gutachterstelle or-
thopädisch-psychiatrisch abklären lasse und in kardiologischer Hinsicht 
zumindest beim behandelnden Kardiologen eine abschliessende Beurtei-
lung des Umfangs und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit einhole. Ansch-
liessend hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch neu zu 
verfügen. Da diese Phase der gesundheitlichen Entwicklung im Verwal-
tungsverfahren bisher nicht gutachterlich erhoben wurde und insoweit eine 
Ergänzung notwendig ist, ist die Rückweisung zulässig (BGE 139 V 99 
E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; SVR 2016 IV Nr. 4 S. 12 
E. 3.1).

5.

5.1 Aufgrund des Dargelegten ist bis zum Zeitpunkt der Verlaufsbegut-
achtung am 13. April 2021 keine massgebende Veränderung ausgewiesen, 
weshalb die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. August 2020 zu Unrecht 
erfolgt und die angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2022 bereits deshalb 
aufzuheben ist. Für die Zeit ab April erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als ungenügend abgeklärt, weshalb die Sache an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen ist, damit sie den medizinischen Sachverhalt ab 
13. April 2021 weiter abklärt und anschliessend über den Leistungsan-
spruch neu verfügt. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

5.2 Mit prozessleitender Verfügung vom 6. März 2023 wurde die Be-
schwerdeführerin im Übrigen auf die Möglichkeit einer Schlechterstellung 
hingewiesen (vgl. BGE 137 V 314 E. 3.2.4 S. 320). Sie hat hierauf an der 
Beschwerde festgehalten.

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 23

begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist angesichts der sozialhilfe-
rechtlichen Unterstützung ausgewiesen (BB 5). Zudem kann das Verfahren 
nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden und die Notwen-
digkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu bejahen. Demnach ist das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt gutzuheissen, sofern es aufgrund des 
teilweisen Obsiegens nicht gegenstandslos geworden und abzuschreiben 
ist.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Verfahrensausgang den Parteien je hälftig, ausmachend 
Fr. 400.--, zur Bezahlung aufzuerlegen (vgl. Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 
2009 S. 186 E. 4). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
(vgl. E. 6.1 hiervor) ist die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – von der 
Pflicht zur Zahlung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von Fr. 400.-- zu 
befreien.

6.3 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung 
besteht bei teilweisem Obsiegen mindestens Anspruch auf eine reduzierte 
Parteientschädigung (BGE 110 V 54 E. 3a S. 57; SVR 2003 EL Nr. 5 S. 14 
E. 4.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 24

Angesichts des teilweisen Obsiegens (vgl. E. 6.2 hiervor) hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die hälftigen Parteikosten zu 
ersetzen. Mit Kostennote vom 3. Mai 2023 macht Rechtsanwalt 
B.________ einen Aufwand von 23 Stunden und 15 Minuten geltend, was 
als übersetzt zu betrachten ist. Der Streitgegenstand bezieht sich auf den 
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und dabei hauptsächlich auf die 
Frage des Eintritts einer massgebenden gesundheitlichen Veränderung. 
Damit handelt es sich um einen Fall von durchschnittlicher Komplexität. 
Insofern bedingte der vorliegende Fall keinen besonders hohen Aufwand. 
Unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Aktenumfangs und des 
doppelten Schriftenwechsels mit Androhung einer reformatio in peius sowie 
mit Blick auf die in ähnlich gelagerten Fällen geltend gemachten Parteien-
tschädigungen erscheint ein Aufwand von 16 Stunden als angemessen. 
Die Parteikosten werden deshalb auf Fr. 4'320.-- (16 h x Fr. 270.--) zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 100.30 und Mehrwertsteuer von Fr. 340.35 (7.7 % 
von Fr. 4'420.30), total Fr. 4'760.65, festgesetzt. Die Hälfte davon ergibt ein 
Honorar von Fr. 2'160.-- (8 h [16 h x 0.5] x Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 50.15 (Fr. 100.30 x 0.5) und Mehrwertsteuer von Fr. 170.20 (7.7 % 
von Fr. 2'210.15), total Fr. 2'380.35. Diesen Betrag hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

6.4 Festzusetzen bleibt im Umfang des hälftigen Unterliegens das amt-
liche Honorar von Rechtsanwalt B.________.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 25

amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Der tarifmässige Parteikostenersatz wird für das vorliegende Verfahren auf 
Fr. 2'380.35 (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt (vgl. E. 6.3 hiervor). 
Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1'600.-- (8 h 
[16 h x 0.5] x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 50.15 (Fr. 100.30 x 0.5) 
und Mehrwertsteuer von Fr. 127.05 (7.7 % von Fr. 1'650.15), total 
Fr. 1'777.20. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 
ZPO. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Bern vom 13. Mai 2022 aufgehoben.

Bis Ende April 2021 besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.

Die Akten werden im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen, damit sie für die Zeit ab April 2021 im Sinne der 
Erwägungen vorgehe und hiernach über den Leistungsanspruch neu 
verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen, so-
weit es nicht vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben wird.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden je hälftig, ausmachend 
Fr. 400.--, den Parteien auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltli-
chen Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der 
Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungs-
pflicht befreit.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2023, IV/22/374, Seite 26

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Hälfte der 
Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'380.35 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird 
in diesem Umfang als erledigt abgeschrieben.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'380.35 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'777.20 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.