# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 877ec2a3-9b54-5323-9ff6-1addce6fe939
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.03.2022 200 2021 799
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-799_2022-03-03.pdf

## Full Text

200 21 799 UV
FUE/FRN/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. März 2022

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 16
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2021 (14.090010)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, UV/21/799, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
von 1. Januar 2014 bis 30. Juni 2014 beim B.________ als … … angestellt 
und dadurch bei der Visana Versicherungen AG (Visana bzw. Beschwer-
degegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrank-
heiten versichert, als es gemäss Schadenmeldung UVG vom 23. April 2021 
am 12. April 2014 im B.________ zu einer … von … gekommen sei und 
der Versicherte einen Schock bzw. eine Retraumatisierung erlitten habe 
(Akten der Visana [act. II] 1 f.). Nach medizinischen und erwerblichen Er-
hebungen teilte die Visana dem Versicherten mit formlosem Schreiben vom 
3. August 2021 (act. II 31 f.) mit, die Voraussetzungen zur Annahme eines 
Unfalles im Rechtssinne seien nicht erfüllt. Mit Verfügung vom 31. Au-
gust 2021 (act. II 39 ff.) verneinte diese einen Anspruch auf Versicherungs-
leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung. Die hiergegen erho-
bene Einsprache des Versicherten vom 26. September 2021 (act. II 47 ff.) 
wies die Visana mit Entscheid vom 19. Oktober 2021 (act. II 56 ff.) ab. 

 

B.

Dagegen erhob der Versicherte am 19. November 2021 Beschwerde mit 
dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2021 sei aufzuhe-
ben und es seien ihm alle Leistungen der Unfallversicherung zuzuspre-
chen, die im gesetzlich zustünden, u.a. fünf Jahre Nachzahlung vom 
27. April 2021 (Anmeldung) gerechnet sowie alle Leistungen für seine Be-
handlungen, d.h. Selbstbehalte, etc. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Januar 2022 schloss die Beschwerdegeg-
nerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2022, UV/21/799, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 19. Oktober 
2021 (act. II 56 ff.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwer-
deführers auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung aufgrund 
des Ereignisses vom 12. April 2014. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). 

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.3 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Ein-
flüsse auf die Psyche als Einwirkung auf den menschlichen Körper im Sin-
ne des Unfallbegriffs (Art. 4 ATSG) anerkannt und für ihre unfallversiche-
rungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Das Be-
griffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit vermögen nur aussergewöhnliche 
Schreckereignisse, die mit einem ausserordentlichen psychischen Schock 
verbunden sind, zu erfüllen. Die seelische Einwirkung muss durch einen 
gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versicherten Person sich 
abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftig-
keit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des 
seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie 
Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen (BGE 129 V 177 E. 2.1 S. 179; 
SVR 2019 UV Nr. 20 S. 72 E. 2.2). 

Es handelt sich dabei um Ereignisse – wie etwa Brand- oder Erdbebenka-
tastrophen, Eisenbahn- oder Flugzeugunglücke, schwere Autokollisionen, 
Brückeneinstürze, Bombenabwürfe, verbrecherische Überfälle oder sonsti-

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ge plötzliche Todesgefahren sowie Seebeben – bei denen, anders als im 
Rahmen der üblichen Unfälle, die psychische Stresssituation im Vorder-
grund steht, wogegen dem somatischen Geschehen keine (entscheidende) 
Bedeutung beigemessen werden kann. An den Beweis der Tatsachen, die 
das Schreckereignis ausgelöst haben, an die Aussergewöhnlichkeit dieses 
Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schock sind strenge 
Anforderungen zu stellen (SVR 2019 UV Nr. 20 S. 72 E. 2.2, 2016 UV Nr. 
11 S. 34 E. 2.1). 

2.4 Als Berufskrankheiten gelten gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG Krankhei-
ten (vgl. Art. 3 ATSG), die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder 
vorwiegend durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht 
worden sind. Der Bundesrat erstellt eine Liste dieser Stoffe und Arbeiten 
sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen. Gestützt auf diese Delegations-
norm und Art. 14 UVV hat der Bundesrat in Anhang 1 zur UVV eine Liste 
der schädigenden Stoffe und der arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. 
Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verursachung von 
Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten gegeben, 
wenn diese mehr wiegen als alle anderen mitbeteiligten Ursachen, mithin 
im gesamten Ursachenspektrum mehr als 50 % ausmachen (BGE 133 V 
421 E. 4.1 S. 425, 119 V 200 E. 2a S. 200; SVR 2011 UV Nr. 5 S. 17 
E. 2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 6. November 2014, 
8C_429/2013, E. 5.1 f.). 

Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere 
Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder 
stark überwiegend durch berufliche Tätigkeit verursacht worden sind. Diese 
Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, die dadurch ent-
stehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV 
entweder einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder 
eine Krankheit nicht aufführt, die durch die Arbeit verursacht wurde. Nach 
der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "ausschliesslichen oder 
stark überwiegenden" Zusammenhangs erfüllt, wenn die Berufskrankheit 
mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist. 
Dabei ist grundsätzlich in jedem Einzelfall Beweis darüber zu führen, ob die 
geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche be-

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rufliche Verursachung vorliegt. An die Annahme einer Berufskrankheit sind 
relativ strenge Anforderungen zu stellen. Verlangt wird, dass die versicher-
te Person für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt 
ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der Be-
rufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Exposition (oder 
Arbeitsdauer) ist die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen 
(BGE 126 V 183 E. 2b S. 186 und E. 4b S. 189, 119 V 200 E. 2b S. 201; 
SVR 2018 UV Nr. 26 S. 91 E. 2.2). 

Soweit nichts anderes bestimmt ist, sind Berufskrankheiten von ihrem Aus-
bruch an einem Berufsunfall gleichgestellt. Sie gelten als ausgebrochen, 
sobald der Betroffene erstmals ärztlicher Behandlung bedarf oder arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) ist (Art. 9 Abs. 3 UVG). Ein Unfallversicherer wird nur 
leistungspflichtig, wenn der Betroffene im Zeitpunkt, als sich ein Berufsun-
fall ereignete, versichert war. Bei Berufskrankheiten ist die Einwirkung des 
gefährlichen Stoffes oder die Verrichtung der krankmachenden Arbeit, 
kurzum die Exposition (Gefährdung), nicht weniger wichtig als der Aus-
bruch der Krankheit. Die Leistungspflicht hängt somit vom Umstand ab, ob 
die von der Krankheit betroffene Person während der vorwiegenden Expo-
sition versichert war. Die Versicherung wirkt somit beim Erkrankten über 
das Ende seines Versichertseins hinaus, wenn die Krankheit erst später 
ausbricht. Sie entfaltet eine Nachwirkung (SVR 2020 UV Nr. 11 S. 40 
E. 4.1.2).

3.

3.1 Zum Ereignis vom 12. April 2014 bzw. in medizinischer Hinsicht 
lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Re-
habilitation bzw. die ihn vertretende Dr. med. D.________, Fachärztin für 
Allgemeine Innere Medizin, hielt im Eintrag in die Krankengeschichte vom 
14. April 2014 (act. II 6) fest, subjektiv sei der Beschwerdeführer am An-
schlag mit dem Job. Ein … sei von vier … verprügelt worden, die … seien 
dann abgehauen. Der Beschwerdeführer habe insbesondere vor einem … 
grosse Angst gehabt. Zudem seien Bilder von der Kindheit hochgekom-

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men. Objektiv bestehe eine sehr verschlossene, starre Mimik, die Hände 
seien vor dem Körper verschränkt, keine Gestikulation, der Affekt sei starr, 
er trage eine Brille, habe ein gepflegtes Äusseres und keine inhaltlichen 
Denkstörungen. Das formale Denken sei abgehackt, nur auf Nachfrage 
erfolgten genauere Erläuterungen, zum Teil seien die Andeutungen nicht 
verständlich. Aktuell bestehe eine Belastungssituation am Arbeitsplatz 
(Kündigung erhalten per E-Mail, Gewalt). Es bestünden Ein- und Durch-
schlafstörungen und der Beschwerdeführer sehe wiederkehrende Bilder 
aus traumatisierter Kindheit. Es bestehe ein Verdacht auf eine Persönlich-
keitsstörung mit Rückzugstendenz. Dr. med. D.________ attestierte eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit für 14 Tage (act. II 5). 

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 3. Juli 2014 (act. II 7 f.) leichte bis mittelgra-
dige depressive Episoden mit Suizidalität, eine paranoide Persönlichkeitss-
törung (ICD-10: F60.0 / F33) sowie einen Verdacht auf eine Posttraumati-
sche Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F43.1). Er führte aus, der Be-
schwerdeführer mache einen hoffnungslosen und verzweifelten Eindruck, 
sei resigniert und ohne Perspektive. Er klage über starke Schlafstörungen, 
Konzentrationsschwierigkeiten und Energielosigkeit. Er werde von massi-
ven Zukunftsängsten geplagt. Es bestünden keine Anhaltspunkte auf Ich- 
oder Wahrnehmungsstörungen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei 
stark eingeschränkt, der Rapport herstellbar. Der Beschwerdeführer er-
zähle, dass ihn die Arbeit mit den … sehr gefordert, wenn nicht überfordert 
habe. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit.

3.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im zu Handen der Krankentaggeldversicherung erstatteten 
Gutachten vom 7. Oktober 2014 (act. II 9 ff.) mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie 
eine paranoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0, S. 14). Anamnes-
tisch berichte der Beschwerdeführer, dass Mitte April 2014 … randaliert 
und Schlüssel gestohlen und damit andere … befreit hätten. Dies habe bei 
ihm dann zum Zusammenbruch geführt. Die Stelle sei ihm dann per Ende 
Juni 2014 gekündigt worden (act. II S. 10 f.). Der Beschwerdeführer habe 
jahrelang als … gearbeitet, offenbar habe er aber nie eine Festanstellung 

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erhalten. Die befristete Anstellung per 1. Januar 2014 im B.________ sei 
umstritten gewesen. Im Team hätten sich rasch Probleme ergeben. Durch 
den Umgang im Team sei der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Per-
sönlichkeitsstruktur zunehmend traumatisiert worden. Die Episode mit den 
… und … … habe dann die akute Krise ausgelöst (act. II 13). Die psychi-
schen Probleme bestünden schon lange. Der Beschwerdeführer berichte 
von mehr als 20 psychiatrischen Behandlungsversuchen (act. II S. 14). In 
der bisherigen Tätigkeit als … oder … sei er arbeitsunfähig (act. II S. 15). 

3.1.4 In der Schadenmeldung UVG vom 23. April 2021 (act. II 1 f.) be-
schrieb der Beschwerdeführer das Ereignis vom 12. April 2014 wie folgt:

“Auf der … kam es zur … aller …. Diese hatten einen Mitarbeiter niederge-
schlagen und ihn und eine Mitarbeiterin eingeschlossen. Mit den Schlüs-
seln flüchteten sie. Ich musste gemäss Anweisungen allein auf der … blei-
ben. Diese zwei Stunden mit aufgebrachten … erwiesen sich als immer be-
lastender und es gab null Rückmeldung, was läuft. Am nächsten Tag 
musste ich wieder zur Arbeit, es kam zu Auseinandersetzungen mit …, bei 
denen ich mich nicht mehr durchsetzen konnte wie üblich. Schon vor der 
Rückfahrt am Abend ging es mir extrem schlecht, was ich während der Ar-
beit noch versuchte zu verstecken. Danach, v.a. am Tag danach ging es 
mir extrem schlecht, dass mir klar war, dass ich da nicht mehr arbeiten 
konnte. Ich bin sicher, dass die Polizei noch über einen Bericht verfügt. Alle 
… konnten entkommen.“

3.1.5 In der Einsprache vom 26. September 2021 (act. II 47 ff.) beschrieb 
der Beschwerdeführer das Ereignis vom 12. April 2014 wie folgt (S. 47):

“Am 12. April 2014 gelang den … der … die Flucht mittels Niederschlagen 
eines Mitarbeiters, dem Einsperren desselben und der zweiten Mitarbeite-
rin und der Nutzung derer Schlüssel. Mir wurde die Aufgabe zugeteilt, allein 
in der … zu bleiben, während sich alle anderen in den oberen Stock bega-
ben. Die Stimmung in der … war angespannt bis aggressiv, auch am 
nächsten Tag. An diesem ging ich zur Arbeit, obwohl ich mich dazu eigent-
lich nicht in der Lage fühlte. Es kam zu Auseinandersetzungen mit …, für 
die ich nicht mehr die Kraft aufbrachte und entsprechend negativ verliefen 

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diese, d.h. ich erliess Sanktionen und konnte mich sonst nicht mehr durch-
setzen wie üblich.“

3.2 Aufgrund der Akten, insbesondere der Schadenmeldung UVG vom 
23. April 2021 (act. II 1 f.) und der Einsprache vom 26. September 2021 
(act. II 47 ff., vgl. auch den damit im Wesentlichen übereinstimmenden 
Krankengeschichteeintrag vom 14. April 2014 [act. II 6]), ist in sachverhalt-
licher Hinsicht erstellt, dass es am 12. April 2014 im B.________ in der … 
zur Flucht aller … kam, wobei diese einen Mitarbeiter niederschlugen, die-
sen sowie eine weitere Mitarbeiterin einschlossen und mit den Schlüsseln 
des … flüchteten. Der Beschwerdeführer musste gemäss Anweisungen als 
einziger Angestellter über zwei Stunden auf der – von der … räumlich ab-
getrennten – … bleiben, wobei der Beschwerdeführer die Stimmung als 
angespannt bis aggressiv beschrieb (Beschwerde S. 1, act. II 47). Auch am 
darauffolgenden Tag arbeitete der Beschwerdeführer, wobei es zu Ausein-
andersetzungen mit … gekommen ist, bei denen er sich nicht wie üblich 
durchsetzen konnte (act. II 2, 47).

3.3 Das konkrete Erlebnis des Beschwerdeführers vom 12. April 2014 
erfüllt – wie die Beschwerdegegnerin richtig erkannte – die rechtspre-
chungsgemäss sehr hohen Anforderungen an ein aussergewöhnliches 
Schreckereignis und damit an den gesetzlichen Unfallbegriff nicht. Insbe-
sondere ereignete sich kein gewaltsamer, in der unmittelbaren Gegenwart 
des Beschwerdeführers sich abspielender Vorfall (vgl. E. 2.3 hiervor). Die 
Flucht und das Niederschlagen eines Mitarbeiters fand allein in der … statt 
und die dort ausbrechenden … drangen auch nicht in die … ein. Gemäss 
den Schilderungen des Beschwerdeführers war die Stimmung dort zwar 
angespannt bis aggressiv, was ihn belastete, doch blieb dort ein gewaltsa-
mer Vorfall aus. Objektiv betrachtet lag nie eine konkrete Gefährdung vor. 
Diese Situation stellt kein aussergewöhnliches Schreckereignis dar. Zutref-
fend verwies die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang auf den 
Entscheid des BGer vom 5. Dezember 2018, 8C_609/2018, betreffend das 
Attentat von Nizza vom 14. Juli 2016. Das in jenem Entscheid beurteilte 
Geschehen war insofern vergleichbar mit dem vorliegenden Fall, als der 
dortige Versicherte nicht verletzt wurde und weder das Attentat noch die 
darauffolgende Schiesserei zwischen der Polizei und dem Attentäter direkt 

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gesehen oder miterlebt hatte, und der sich auf Aufforderung Dritter in das 
Innere eines Beachclubs begab und sich dort während rund zwei Stunden 
aufhielt (BGer 8C_609/2018, E. 3.2). Das Bundesgericht hielt dazu fest, die 
verständliche Angst des Versicherten, es könnte etwas geschehen, vermö-
ge die für die Erfüllung des Unfallbegriffs notwendige Voraussetzung, dass 
sich der gewaltsame Vorfall in unmittelbarer Gegenwart des Versicherten 
abgespielt haben muss, nicht zu ersetzen (a.a.O., E. 3.3.2). Dies hat in 
analoger Weise auch für die verständlichen Befürchtungen des Beschwer-
deführers zu gelten, wonach die ausbrechenden … “jemanden in der … 
befreien wollten“ (Beschwerde S. 3 in fine). 

Ein Ereignis, das ein aussergewöhnliches Schreckereignis darstellte, trat 
sodann auch am Folgetag nicht ein, als es zu Auseinandersetzungen zwi-
schen dem Beschwerdeführer und … kam, wobei es zu jenem Zeitpunkt zu 
keinerlei gewaltsamen Vorfall kam. 

3.4 Sodann hat die Beschwerdegegnerin zutreffend verneint, dass sich 
in den Akten Anhaltspunkte finden, die den Schluss auf eine Berufskrank-
heit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 14 UVV erlauben würden, 
da weder schädigende Stoffe noch arbeitsbedingte Erkrankungen gemäss 
Anhang 1 UVV in Frage stehen (vgl. Beschwerdeantwort S. 8). 

Schliesslich verneinte die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer Berufs-
krankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG. Dazu ist festzustellen, dass Dr. 
med. F.________ das Ereignis vom 12. April 2014 zwar nachvollziehbar als 
Auslöser einer akuten Krise bewertete. Gleichzeitig hielt er indessen fest, 
dass die psychischen Probleme bereits lange bestünden und der Be-
schwerdeführer von mehr als 20 psychiatrischen Behandlungsversuchen 
berichtet habe (act. II 13 f.). Sowohl Dr. med. F.________ als auch der be-
handelnde Dr. med. E.________ diagnostizierten eine paranoide Persön-
lichkeitsstörung (ICD-10: F60.0) sowie eine mittelgradige depressive Epi-
sode (ICD-10: F32.1) bzw. leichte bis mittelgradige depressive Episoden 
mit Suizidalität (ICD-10: F33, act. II 7). In diesem Zusammenhang weist die 
Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin, dass insbesondere von Dr. 
med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regiona-
ler Ärztlicher Dienst, bereits im Jahr 2008 dieselben Diagnosen gestellt 
wurden (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Dezem-

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ber 2016, IV/2016/659, E. 3.1.4 ff., act. II 63, Beschwerdeantwort S. 9). Der 
Gesundheitsschaden besteht somit offenkundig seit langem, weshalb zahl-
reiche psychiatrische Behandlungsversuche erfolgten. Eine ausschliessli-
che oder stark überwiegende Verursachung des psychischen Gesundheits-
schadens durch die vormalige berufliche Tätigkeit im B.________ und ins-
besondere durch das Ereignis vom 12. April 2014 ist folglich nicht mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 
S. 429) erstellt. 

4.

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Leis-
tungen der obligatorischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 12. April 2014 zu Recht verneint. Der Einspracheentscheid 
vom 19. Oktober 2021 (act. II 56 ff.) ist nicht zu beanstanden und die dage-
gen erhobene, offensichtlich unbegründete Beschwerde abzuweisen. 

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.