# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a9ea1ca-939e-57e1-95f0-fad56fdbbfd7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 28.10.2010 R 2010 74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-74_2010-10-28.pdf

## Full Text

R 10 74
5. Kammer 

URTEIL
vom 28. Oktober 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baubescheid

1. … ist Eigentümer der in der Dorfzone von …, Gemeinde …, gelegenen 

Parzelle Nr. 2300. Er beabsichtigt, diese mit einem Zweifamilienhaus (mit 

angebauter Garage) zu überbauen und ist zu diesem Zweck bereits am 17. 

April 2009 mit einem Gesuch im vorläufige Beurteilung (i.S.v. Art. 41 der 

Raumplanungsverordnung für den Kantons Graubünden [KRVO]) an die 

Gemeinde herangetreten. Mit Vorentscheid vom 9. Juni 2009 wurde ihm 

eröffnet, dass das Bauvorhaben an den Grenzabstandvorschriften von Art. 49 

Abs. 2 und 3 des kommunalen Baugesetzes (BG) sowie an Art. 75 Abs. 1 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG) in Verbindung mit 

Art. 77 Abs. 1 KRG scheitern würde, ausser es könne eine Vereinbarung 

bezüglich Unterschreitung der Grenzabstände beigebracht werden.

Am 17. November 2009 reichte … für sein Bauvorhaben ein offizielles 

Baugesuch ein, welches ordnungsgemäss aufgelegt und publiziert wurde. 

Dagegen reichten in der Folge … als Eigentümer der benachbarten Parzelle 

Nr. 2874 Baueinsprache ein, in welcher sie die Verweigerung der 

Baubewilligung beantragten. Sie machten geltend, dass das Erstellen einer 

hinterfüllten Stützmauer auf der Grenze gemäss Art. 49 BG unzulässig sei. 

Ferner beanstandeten sie das Fehlen der Grundrisspläne des 

Dachgeschosses. Diese wurden in der Folge nachgereicht und diese 

Ergänzung neu publiziert. Auch dagegen erhoben die Nachbarn Einsprache 

im Wesentlichen mit dem Hinweis auf den nach wie vor nicht eingehaltenen 

Grenzabstand der hinterfüllten Stützmauer.

Im Rahmen einer vorläufigen Prüfung des Baugesuchs i.S. von Art. 44 KRVO 

ersuchte das kommunale Bauamt die Bauherrschaft am 6. Januar 2010 um 

Überarbeitung des Bauvorhabens, und zwar bezüglich Dachfarbe, 

Grenzabstände, Ein- und Ausfahrt, Terrainveränderung und Parkplätze. 

Ausserdem bemängelte es das Fehlen diverser Unterlagen. In der Folge 

entwickelte sich ein längerer Briefwechsel, welcher letztlich darin gipfelte, 

dass der Gemeinde seitens der Bauherrschaft am 2. Juni 2010 eine 

Rechtsverweigerungsbeschwerde angedroht wurde, für den Fall, dass das 

Bausgesuch nicht umgehend behandelt werde.

Anlässlich seiner Sitzung vom 22. Juni 2010 befasste sich der 

Gemeindevorstand mit dem Baugesuch. Er gelangte zum Schluss, dass es in 

verschiedenen Punkten, insbesondere hinsichtlich der bereits im Vorbescheid 

bemängelten Punkte Terrainveränderung, Grenzabstände, Dachfarbe und 

Parkplätze, die Voraussetzungen für eine Baubewilligung nicht erfülle. 

Entsprechend wies sie das Gesuch unter gleichzeitiger Gutheissung der 

dagegen erhobenen Einsprache sowie unter Auferlegung der 

Behandlungskosten von Fr. 2'047.-- (wovon Fr. 600.-- für Rechtsberatung) ab. 

Im Süden, Osten und Westen reiche die vorgesehene Aufschüttung bis an die 

Grenze und solle durch eine Stützmauer gehalten werden, was im 

Widerspruch zu Art. 49 Abs. 2 BG stehe, zumal auch keine 

Unterschreitungsvereinbarung im Sinne von Art. 77 Abs. 1 KRG beigebracht 

worden sei. Der auf der Südseite vorgesehene, verglaste Vorbau verletze den 

in der Dorfzone geltenden, minimalen Grenzabstand von 2,5 m um ca. 15 cm. 

Der Vorbau sei weder als Erker noch als offener Balkon zu qualifizieren, und 

könne mangels der erforderlichen Unterschreitungsvereinbarung ebenfalls 

nicht bewilligt werden. Mit der vorgesehenen Dacheindeckung des Neubaus 

könne der nach Art. 73 Abs. 1 KRG gebotenen guten Eingliederung und 

Einpassung nicht angemessen Rechnung getragen werden, nachdem in der 

Fraktion … zirka 85% Häuser mit roten Ziegeldächern versehen seien. Nach 

Art. 55 BG seien bei Wohnbauten ein Parkplatz pro 80 m² 

Bruttogeschossfläche (BGF), mindestens aber ein Platz pro Wohnung 

bereitzustellen. Vorliegend belaufe sich die dem Bauvorhaben 

zuzurechnende BGF auf 334.85 m², weshalb denn auch wenigstens vier 

Pflichtparkplätze zur Verfügung zu stellen wären. Dass in der Dorfzone keine 

Ausnützungsziffer (AZ) vorgesehen sei, vermöge am Umfang der 

Verpflichtung nichts zu ändern. 

2. Dagegen erhob … am 21. Juli 2010 beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Er 

beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Anweisung 

an die Gemeinde, das Bauprojekt zu bewilligen. Eventuell sei es unter der 

Auflage der ortsüblichen Dachgestaltung (rotes Ziegeldach) zu bewilligen. 

Subeventuell seien die ihm auferlegten Kosten um Fr. 600.-- zu reduzieren. 

Die Bauparzelle Nr. 2300 grenze an die eine Steigung von 11% aufweisende 

Kantonsstrasse. Die Parzelle selbst weise in der Diagonalen eine 

Geländeneigung von 24% auf. Ein Bauvorhaben könne daher nur mittels 

Abgrabungen und Aufschüttungen realisiert werden. Daher sehe er an der 

Grundstücksgrenze stehende Stützmauern von 0.8 m bis 1 m Höhe vor. Das 

geplante Gebäude halte den kleinen Grenzabstand von 2,5 m ein, weshalb 

die ihm entgegen gehaltene 45°-Regelung und Art. 49 bs. 2 S. 1 BG gar nicht 

zur Anwendung gelangen könnten, zumal eine Stützmauer mangels 

kommunalgesetzlicher Grundlage keinen bestimmten Abstand gegenüber der 

Grundstücksgrenze einzuhalten habe. Die Zulässigkeit der geplanten 

Stützmauern ergebe sich aus Art. 76 Abs. 2 KRG, wobei diese nicht einmal 

baubewilligungspflichtig seien (Art. 40 Abs. 1 Ziff. 18 KRVO). An der 

Südfassade sei ein Terrassenvorsprung (65 cm) vorgesehen, welcher an der 

östlichen  Seite geringfügig (ca. 20 cm) in den kleinen Grenzabstand von 2.5 

m hineinragen werde. Aufgrund der Ausstattung der Terrasse mit einer 

Schiebeverglasung sei diese als offener Wintergarten zu werten, welcher in 

den Grenzabstand hineinragen dürfe und gestützt auf Art. 75 Abs. 2 KRG 

bewilligungsfähig sei. Im Übrigen handle es sich um eine vernachlässigbare 

Unterschreitung. Anlässlich eines gerichtlichen Augenscheines solle überprüft 

werden, ob die graue Eternitabdeckung sich nicht in die Umgebung einfüge. 

Ferner bemängelte er die von der Gemeinde gewählte Berechnung der BGF, 

für welche es keine gesetzliche Grundlage gebe. Vorliegend dürfe nur die 

tatsächliche BGF der beiden Wohnungen, welche 248,1 m2 betrage, zur 

Ermittlung der Pflichtparkplätze verwendet werden. Somit genügten drei 

Pflichtparkplätze. Ferner rügte er noch die Überwälzung von Kosten für die 

Rechtsberatung, welche er ebenfalls zufolge Fehlens einer hinreichenden 

gesetzlichen Grundlage als nicht rechtens erachtete. 

3. Die Gemeinde … beantragte die Abweisung der Beschwerde. Bei den 

Abstandsvorschriften handle es sich grundsätzlich um kantonale Normen, die 

Gemeinden könnten aber für Böschungen und Stützmauern strengere 

Sondervorschriften aufstellen. Diesbezüglich gebe es im kantonalen Recht 

keine Vorgaben. Art. 49 und 55 BG stellten somit autonomes Gemeinderecht 

dar. Der Gemeindevorstand habe die gemäss kantonalem Recht von der 

Bewilligungspflicht ausgenommenen Tatbestände dem Meldeverfahren 

unterstellt. Zudem bestünden hier Verletzungen materieller Vorschriften, 

weswegen die Gemeinde gestützt auf Art. 40 Abs. 3 KRVO das 

Baubewilligungsverfahren durchzuführen habe. Art. 49 Abs. 2 BG sei strenger 

als Art. 76 Abs. 2 KRG. Stützmauern und Böschungen seien somit nur 

insoweit zulässig, als sie ab der Grenze innerhalb des 45°-Bereichs lägen. 

Eine Stützmauer könne höher erstellt werden, je weiter entfernt sie von der 

Grenze errichtet werde. Werde in Art. 49 Abs. 2 zweiter Satz BG auf den 

kleinen Grenzabstand Bezug genommen, so deshalb, weil innerhalb 

desselben auch normale Hochbauten errichtet werden dürften. Es würde nun 

keinen Sinn machen, Stützmauern gegenüber (höheren) Hochbauten zu 

benachteiligen. Es gebe aber auch keinen sachlichen Grund, den 

Grenzabstand von Stützmauern von einem Hauptgebäude abhängig zu 

machen. Wenn der Bauherr die Stützmauer im Bereich der 45°-Linie 

zurückversetze, könne er diese ohne weiteres erstellen, bei einer 

Rückversetzung von 2,5 m sei er nach dem Gesagten in der Höhe an keine 

Vorgabe mehr gebunden. Eine rationelle bauliche Nutzung von Parzelle Nr. 

2300 sei in jedem Fall möglich. Beim geplanten Vorbau handle es sich nicht 

um einen offenen, sondern um einen verglasten Balkon. Dies zeige sich 

daran, dass jeder grundsätzlich geschlossene Wohnraum mehr oder weniger 

grosse Fenster aufweise, welche sich öffnen liessen. 

Abstandsunterschreitungen von mehr als 20 cm seien nicht geringfügig. Sie 

könnten selbst dann nicht toleriert werden, wenn sie geringfügig wären. Dafür 

gebe es keine gesetzliche Grundlage. Zutreffend sei, dass Baubewilligungen 

mit Auflagen verknüpft werden könnten. Nachdem der Beschwerdeführer aber 

trotz entsprechendem Hinweis im Vorverfahren auf der Dachausführung in 

grauem Eternit beharrt habe, habe kein Anlass für die Aufnahme einer Auflage 

in die Baubewilligung bestanden. Die gemeindliche BGF-Berechnung sei 

korrekt erfolgt; es seien vier Pflichtparkplätze zu erstellen. Die gesetzliche 

Grundlage für die Erhebung von Auslagen wie Rechtsberatungen finde sich 

in Art. 96 KRG. Dabei handle es sich nicht um eine ausseramtliche 

Entschädigung. Der Beizug des Rechtsberaters sei notwendig gewesen und 

die dem Beschwerdeführer daraus resultierenden Kosten seien 

vergleichsweise gering. 

4. … verzichteten auf das Einreichen einer Vernehmlassung.

5. Im Rahmen eines weiteren Schriftenwechsels erhielten die Parteien 

Gelegenheit, die von ihnen vertretenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen und 

zu vertiefen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet der Ablehnungs- und Einspracheentscheid vom 

22./23. Juni 2010, mit welchem die Beschwerdegegnerin unter gleichzeitiger 

Gutheissung der dagegen seitens der Beschwerdegegner 2 erhobenen 

Einsprache dem Bauvorhaben des Beschwerdeführers die Baubewilligung 

verweigert und ihm zudem - abgesehen von den ordentlichen 

Verfahrenskosten - auch noch die Kosten der Rechtsberatung auferlegt hat.

2. Auf den vom Beschwerdeführer beantragten Augenschein kann - nachdem in 

tatbeständlicher Hinsicht unbestritten geblieben ist, dass in der Fraktion … der 

weitaus grösste Teil der Häuser mit roten Ziegeldächern gedeckt ist - 

verzichtet werden.

3. Mit Blick auf die dem Verwaltungsgericht bei der Prüfung der aufgeworfenen 

Fragen zustehenden Kognition gilt es vorweg festzuhalten, dass das 

öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden fällt. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen entsprechend 

autonomes Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die 

Gemeindeautonomie bezieht sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, 

sondern auch auf die Rechtsanwendung und Rechtsauslegung, sofern die 

anwendbare Bestimmung dem selbständigen Gemeinderecht angehört. Das 

Verwaltungsgericht hat sich ferner bei der Anwendung und Auslegung solcher 

Normen Zurückhaltung aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die 

Auslegung schwierig ist oder in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu 

würdigen sind. Den Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter 

Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das 

Verwaltungsgericht nur eingreifen kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich 

missbraucht oder überschritten hat. Die Kognition beschränkt sich damit 

praktisch auf eine Willkürprüfung, d.h. das Gericht kann nur dann eingreifen, 

wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene Entscheid 

als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine Rechtsgrundsätze 

verstösst (vgl. statt vieler VGU R 09 14). Art. 107 Abs. 2 des kantonalen 

Raumplanungsgesetzes (KRG) erklärt sodann verschiedene Bestimmungen 

dieses Gesetzes, wie das kantonale Baurecht nach den Art. 72 - 84 KRG, als 

unmittelbar anwendbar und damit abweichenden kommunalen Vorschriften 

als vorgehend. Den kommunalen Vorschriften kommt diesbezüglich keine 

eigenständige Bedeutung mehr zu. Die Überprüfung durch das 

Verwaltungsgericht ist daher grundsätzlich frei im Sinne von Art. 51 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG). Das bedeutet, dass die 

Ermessensausübung auf Missbrauch oder Überschreitung zu prüfen ist. Den 

Gemeinden kommt demnach im Sinne der bisherigen konstanten 

Rechtsprechung bei der Anwendung des kantonalen Baurechtes ein 

geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das 

Gericht nur eingreift, wenn die Gemeinde diesen Spielraum missbraucht oder 

überschritten hat (statt vieler: VGU R 07 114). Dies gilt umso mehr, als Art. 3 

KRG den Gemeinden bei der Ortsplanung im Rahmen des übergeordneten 

Rechtes ausdrücklich Autonomie zubilligt.

4. a) Der Beschwerdeführer stellt sich unter Verweis auf Art. 40 Abs. 1 Ziff. 18 

KRVO auf den Standpunktpunkt, die gegen Parzelle Nr. 2301 vorgesehene, 

ca. 0,8 m bis 1 m hohe Stützmauer sei zu Unrecht der Baubewilligungspflicht 

unterstellt worden. Sein Einwand geht fehl, vorliegend zum einen bereits 

deshalb, weil die Gemeinde gestützt auf Art. 50 Abs. 2 KRVO auch die in Art. 

40 Abs. 1 KRVO aufgelisteten Tatbestände dem Meldeverfahren unterstellt 

hat, zum andern aber auch deshalb, weil die Stützmauer im Zusammenspiel 

mit dem Bauvorhaben zu sehen und mit diesem zusammen auf die Einhaltung 

von materiellen Vorschriften hin zu prüfen sind, wobei bereits letzteres allein 

die Unterstellung unter die Bewilligungspflicht von Amtes wegen rechtfertigt 

(Art. 40 Abs. 3 KRVO). Die Gemeinde hat daher zu Recht die Stützmauer auf 

ihre Übereinstimmung mit dem kommunalen BG und dem kantonalen Recht 

(KRG) hin geprüft.

b) Dabei hat sie ihrer Prüfung zu Recht auf den (gegenüber dem vom 

Beschwerdeführer favorisierten Art. 76 Abs. 2 KRG) strengeren Art. 49 BG 

abgestellt. Hierzu ist sie deshalb befugt, weil der Gesetzgeber den Bündner 

Gemeinden mit Art. 22 KRG die Möglichkeit gegeben hat, im Rahmen ihrer 

Zuständigkeiten strengere Bestimmungen zu erlassen, sofern es die örtlichen 

Verhältnisse erfordern und die übergeordnete Regelung dem nicht entgegen 

steht. Dass die in Art. 75 ff. KRG geregelten Abstandsvorschriften dem Erlass 

strengerer Regelungen nicht entgegenstehen, hat das Verwaltungsgericht 

bereits mehrfach festgehalten (VGU R 09 73 und 74).

c) Eine solche strengere Regelung, mit welcher mithin von dem in Art. 76 Abs. 2 

KRG enthaltenen Grundsatz (bis 1 m hohe Mauern dürfen an der Grenze 

errichtet werden) abgewichen werden darf, enthält Art. 49 Abs. 2 BG. Soweit 

vorliegend von Interesse, hat er folgenden Wortlaut:

„Die mit Aufschüttungen verbundenen Böschungen und Stützmauern dürfen 
nur innerhalb einer 45°-Llinie ab der Grenze errichtet werden. Diese Regelung 
findet dort keine Anwendung, wo in der betreffenden Zone geltende 
Grenzabstand eingehalten ist.“

Der Sinn und Zweck der zitierten Bestimmung ist offenkundig und bedarf 

keiner vertiefteren Auslegung: Stützmauern, welche innerhalb des kleinen 

Grenzabstands von 2.5 m errichtet werden sollen, haben wenigstens die 45°-

Linie zu beachten. Dass die vom Beschwerdeführer auf der Grenze 

vorgesehene Stützmauer dieser Vorgabe nicht gerecht wird, ist offenkundig. 

Gestützt auf Art. 49 Abs. 2 BG war die Gemeinde ohne weiteres befugt, dem 

Bauvorhaben diesbezüglich die Bewilligung zu verweigern. Die vom 

Beschwerdeführer zur Begründung seiner Auffassung vertretene Auslegung 

von Art. 49. Abs. 2 BG ist abwegig. Die Gemeinde hat entsprechend der 

Stützmauer zu Recht die Bewilligung verweigert.

5. a) Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der mit einem Wind- 

und Witterungsschutz vorgesehene Terrassenvorsprung sei zu Unrecht als 

„verglaster Vorbau“ qualifiziert worden. Vielmehr handle es sich um einen 

privilegierten Gebäudeteil (offener Wintergarten), der in den Grenzabstand 

hineinragen dürfe. Selbst wenn die gemeindliche Qualifikation zutreffend sein 

sollte, müsse das Vorhaben zufolge Geringfügigkeit der Verletzung - der 

Vorsprung rage max. 20 cm in den Grenzabstand hinein - bewilligt werden. 

Ihm kann nicht gefolgt werden.  

b) Gemäss Art. 75 Abs. 3 KRG dürfen vorspringende Gebäudeteile wie 

Dachvorsprünge, Vordächer, Vortreppen, Erker, offene Balkone bis zu  1 m in 

den Grenzabstand hineinragen. Bildet der vorspringende Gebäudeteil nach 

aussen eine Wand, gilt diese als Teil der Umfassungswand. Der vorspringend 

zu beurteilende, an der Südfassade vorgesehene, vorspringende Gebäudeteil 

im Obergeschoss bildet Teil einer Terrasse, welche sich über die Hälfte der 

Hausfassade erstrecken soll. Aufgrund der vorgesehenen Verglasung, die 

den erwähnten Wind- und Witterungsschutz bilden soll, erhält  die Terrasse 

offenkundig einen geschlossenen Charakter, und sie tritt nach aussen als Teil 

der Umfassungswand in Erscheinung. Der Umstand, dass die Verglasung bei 

günstigem Wetter zurückgeschoben werden kann, vermag daran nichts zu 

ändern, insbesondere entsteht daraus kein offener Balkon i.S. der zitierten 

Bestimmung. Damit steht aber bereits fest, dass der geplante 

Terrassenvorsprung auf der gesamten Länge den kleinen Grenzabstand 

einzuhalten hat. Der Einwand der Geringfügigkeit ist ohne Belang, da 

diesbezüglich - unter Vorbehalt der in Art. 77 Abs. 1 KRG vorgesehenen 

Vereinbarung zwischen den Betroffenen - den Gemeinden kein 

Ermessensspielraum für die Bewilligung von Abweichungen zusteht. Auch 

unter diesem Aspekt erweist sich der gemeindliche Entscheid als rechtens. 

6. Unbestritten ist, dass in der Fraktion … die grosse Mehrheit der Häuser mit 

roten Ziegeldächern gedeckt ist. Angesichts des der Gemeinde zustehenden 

weiten Ermessens- und Beurteilungsspielraums in Ästhetikfragen lässt sich 

deren Auffassung, dass mit der vom Beschwerdeführer vorgesehenen 

Dacheindeckung mit grauem Eternit die in Art. 73 Abs. 1 KRG enthaltene 

Vorgabe nach einer guten Eingliederung bzw. Einpassung  nicht erreicht 

werde, nicht beanstanden. Nachdem das Bauvorhaben auch noch an 

weiteren Mängeln krankte, mithin die Baubewilligung auch aus anderen 

Gründen nicht erteilt werden konnte, bestand für die Gemeinde auch kein 

Anlass, diesen Mangel mittels Verknüpfung mit einer Nebenbestimmung i.S. 

von Art. 90 Abs. 1 KRG zu beheben. 

7. Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass bei der Ermittlung der 

bereitzustellenden Pflichtparkplätze auf die „reale“ Bruttogeschossfläche, (2 x 

124,05 m2 = 248,1 m2) abzustellen sei. Ihm kann nicht gefolgt werden. 

Auszugehen ist von Art. 55 BG. Danach sind bei Neubauten auf der 

Bauparzelle oder in nächster Nähe auf privatem Boden während des ganzen 

Jahres zugängliche Abstellplätze für Motorfahrzeuge zu erstellen und dauernd 

für die Parkierung offen zu halten (Abs. 1). Bei Wohnbauten ist ein Platz pro 

80 m2 BGF, mindestens aber ein Platz pro Wohnung, bereitzustellen (Abs. 2). 

Aufgrund der eingereichten Pläne und gestützt auf Art. 25 Abs. 2 BG, welcher 

die gesetzliche Grundlage für die gemeindliche Berechnungsweise der 

ermittelten BGF bildet, hat die Gemeinde für das Bauvorhaben eine BGF von 

334.85 m2 ermittelt. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, was die 

gemeindliche Berechnung als falsch und unzutreffend erscheinen liesse. 

Seine Darstellung, wonach lediglich auf die von den beiden Wohnungen 

(insgesamt 248.1 m2 BGF) beanspruchte reale BGF abzustellen sei, scheitert 

jedenfalls an den Vorgaben von Art. 25 Abs. 2 BG. Ist aber von einer von der 

Gemeinde zutreffend ermittelten BGF von 334.85 m2 auszugehen, ergibt sich 

ohne weiteres, dass der Beschwerdeführer zur Realisierung seines 

Bauvorhabens nicht nur wie von ihm vorgesehen drei Pflichtparkplätze, 

sondern, wie von der Gemeinde verlangt, deren vier bereitzustellen hat. Was 

der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang noch unter Hinweis auf die 

in der Dorfzone fehlende AZ vorbringt, ist ohne Belang. Damit erweist sich die 

Beschwerde auch in diesem Punkt als unbegründet.

8. Unzutreffend ist sodann auch die Meinung des Beschwerdeführers, dass die 

Gemeinde ihm keine Kosten für die Rechtsberatung (Fr. 600.--) in Rechnung 

stellen dürfe. Nach Art. 96 Abs. 1 KRG sind der Gemeinde - abgesehen von 

Gebühren im Baubewilligungsverfahren und weiteren baupolizeilichen 

Verfahren - auch Auslagen für Leistungen Dritter wie Fachgutachten, 

Beratungen sowie Grundbuchkosten zu vergüten. Dass darunter auch die 
dem Beschwerdeführer in Rechnung gestellten Fr. 600.-- für Rechtsberatung 

zu verstehen sind, ist offenkundig, ebenso, dass es sich dabei nicht um eine 

ausseramtliche Entschädigung (i.S. von Art. 96 Abs. 2 KRG) handelt. Da es 

sich um einen vergleichsweise geringen Betrag handelt und die Notwendigkeit 

des fachmännischen Beizugs zu keinen Bemerkungen Anlass gegeben hat 

(und auch nicht gibt), wurde die streitige Vergütung auch aus dieser Sicht 

betrachtet zu Recht erhoben.  - Die Beschwerde erweist sich mithin unter allen 

Titeln als unbegründet und ist daher abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des 

Beschwerdeführers (Art. 73 VRG). Für die Zusprechung von 

Parteientschädigungen besteht kein Anlass (Art. 78 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 3'314.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.