# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8e05e92-33b3-5dc6-b97e-81882a500327
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.02.2015 E-1377/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1377-2014_2015-02-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-1377/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), 

Richterin Esther Karpathakis, Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Regina Derrer. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…),  

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

alle Ägypten,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM, zuvor Bundesamt für 

Migration BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  ,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 12. Februar 2014 / N (…). 

 

 

E-1377/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführer – ein Vater mit [seinen Kindern], ägyptische 

Staatsangehörige, mit letztem Wohnsitz in E._______ (zugehörig zum 

Gouvernement F._______) – reisten nach eigenen Angaben [im August 

2013] mit dem Flugzeug aus G._______ aus. [Im August 2013] stellten sie 

am Flughafen Zürich ein Asylgesuch, wo ihnen gleichentags die Einreise 

in die Schweiz vorläufig verweigert und ihnen für maximal 60 Tage der 

Transitbereich des Flughafens Zürich-Kloten als Aufenthaltsort zugewie-

sen wurde. Am 22. August 2013 fand die Befragung zur Person mit sum-

marischer Erhebung der Gesuchsgründe des Vaters, A._______ (Be-

schwerdeführer 1), und [seines ältesten Kindes], B._______ (Beschwerde-

führer 2), statt. Am 6. September 2013 bewilligte das BFM den Beschwer-

deführern die Einreise in die Schweiz und wies sie dem Kanton H._______ 

zu. Am 2. Oktober 2013 wurde der Beschwerdeführer 1 erstmals im Rah-

men der einlässlichen Bundesanhörung nach Art. 29 Abs. 1 des Asylgeset-

zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) befragt (nachfolgend: erste An-

hörung). Da er geschlechtsspezifische Gesuchsgründe vorbrachte, wurde 

die Anhörung gestützt auf Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 

1999 (AsylV 1, SR 142.311) abgebrochen und am 6. Dezember 2013 mit 

einem Team von Personen männlichen Geschlechts fortgeführt (nachfol-

gend: zweite Anhörung). Die Anhörung des Beschwerdeführers 2 im Rah-

men von Art. 29 Abs. 1 AsylG fand ebenfalls am 6. Dezember 2013 statt.  

A.b In den Befragungen machte der Beschwerdeführer 1 im Wesentlichen 

geltend, sowohl von den ägyptischen Behörden als auch von der religiösen 

Gruppierung "[Name der religiösen Gruppierung]", welcher er ungefähr von 

2000 bis 2007 (beziehungsweise 2008 oder 2009) angehört habe, verfolgt 

zu werden. Da er den ägyptischen Behörden keine Informationen zur "[re-

ligiösen Gruppierung]" habe geben wollen, sei er von Ersteren zwischen 

2000 und 2010 ungefähr sechs bis acht Mal für einige Tage festgenommen 

und gefoltert worden. Im Jahr 2007 (beziehungsweise 2010) habe er den 

Behörden schliesslich die Namen von Mitgliedern der genannten religiösen 

Gruppierung preisgegeben. Die Behörden hätten ihn daraufhin bei der "[re-

ligiösen Gruppierung]" als Verräter denunziert, weshalb ihn Letztere im 

Jahr 2007 (beziehungsweise 2008 oder nach 2010) hätten töten wollen. 

Betreffend die Zeit nach der letzten Inhaftierung im Jahr 2010 machte der 

Beschwerdeführer 1 anlässlich der Befragungen zunächst geltend, dass es 

bis zu seiner Ausreise aus Ägypten [im August 2013] keine Hinweise mehr 

dafür gegeben habe, dass die ägyptischen Behörden ihn gesucht hätten. 

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Seite 3 

Erst als die Behörden, die von seiner Landesabwesenheit keine Kenntnis 

gehabt hätten, ihm das am 22. Oktober 2013 beim BFM in Kopie einge-

reichte Dokument mit dem Titel "Vorladung des Nationalen Sicherheits-

dienstes" – das darüber Auskunft gibt, dass (…) (vgl. A41, Beilage 14) – 

hätten übergeben wollen, seien sie erneut bei ihm zu Hause aufgetaucht. 

Im Laufe der Befragung gab er indes zu Protokoll, dass die ägyptischen 

Behörden bereits im Jahr 2010 und nochmals in der ersten Hälfte des Jah-

res 2012 (…) gekommen und in seine Wohnung eingedrungen seien, ihn 

festgenommen und geschlagen hätten, weshalb er schliesslich mit seiner 

Familie geflohen sei.  

Als weiteren Gesuchsgrund brachte der Beschwerdeführer 1 anlässlich der 

Befragungen vor, zwischen seiner und einer anderen Familie herrsche eine 

Fehde mit Blutrache. Die gegnerische Familie habe einen seiner Cousins 

umgebracht, woraufhin sich dessen Sohn im Jahr 2009 (beziehungsweise 

2010) mit einem Mord an einem Mitglied der gegnerischen Familie gerächt 

habe. Die Familie des Beschwerdeführers 1 verlange nun von ihm, ein wei-

teres Mitglied der gegnerischen Familie umzubringen. Er wolle dies aber 

nicht tun. Obwohl bezüglich dieser Vendetta seit dem Jahr 2009 (bezie-

hungsweise 2010) nichts mehr vorgefallen sei, fürchte er wegen dieser An-

gelegenheit nicht nur um sein eigenes Leben, sondern auch um jenes sei-

ner Kinder.    

Der Beschwerdeführer 1 gab überdies unter Beilage diverser Unterlagen 

(vgl. A41, Beilagen 1-5 und 7-9) zu Protokoll, bereits im Jahr 2001 ein Asyl-

gesuch in I._______ gestellt und sich bis ins Jahr 2006 mit seiner Familie 

dort aufgehalten zu haben. Aufgrund von psychischen Problemen, die der 

Beschwerdeführer 1 vermutungsweise erstmals im Jahr 2003 behandeln 

liess (vgl. A15/6), hätten er und seine Familie I._______ im Jahr 2006 wie-

der verlassen.   

Schliesslich reichte der Beschwerdeführer 1 Dokumente bezüglich seiner 

gesundheitlichen Beschwerden ein, darunter ein ärztliches Zeugnis [der 

psychiatrischen Klinik] in F._______ vom [Jahr 2013], welches darüber 

Auskunft gibt, dass sich der Beschwerdeführer 1 wegen psychischer Prob-

leme ([…]) (…) dort behandeln liess (vgl. A41, Beilage 11), sowie ein ärzt-

liches Zeugnis des Psychiaters Dr. med. J._______ vom 30. Oktober 2013, 

worin Letzterer erklärt, dass der Beschwerdeführer 1 durch seine unklare 

Situation als Asylsuchender schwer belastet sei und bei drohender Rück-

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Seite 4 

schaffung nach Ägypten zusätzlich mit einer Verschlechterung seines Ge-

sundheitszustands bis zur suizidalen Krise zu rechnen sei (vgl. A41, Bei-

lage 12).  

A.c In seinen Ausführungen anlässlich der Befragung zur Person und der 

Bundesanhörung bestätigte der Beschwerdeführer 2, dass sein Vater sei-

tens der ägyptischen Behörden, der "[religiösen Gruppierung]" sowie der 

verfeindeten Familie verfolgt werde, wobei er anmerkte, dass er über die 

Einzelheiten dieser Probleme des Vaters nicht orientiert sei. Indes machte 

er geltend, dass ihn diese Vorfälle im Heimatland insofern auch selbst be-

lastet hätten, als er nicht mehr gerne aus dem Haus gegangen sei und die 

Schule nicht mehr regelmässig habe besuchen können. Gemäss einem ins 

Recht gelegten ärztlichen Zeugnis eines Psychiaters in F._______ wurde 

beim Beschwerdeführer 2 [im Jahr 2013] eine [Krankheit] diagnostiziert 

(vgl. A41, Beilage 13).  

B.  

Mit Verfügung vom 12. Februar 2014, zugestellt am 14. Februar 2014, wies 

das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführer ab und ordnete die Weg-

weisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Bezüglich Flüchtlingsei-

genschaft und Asyl hielt das Bundesamt fest, dass das Vorbringen der Be-

schwerdeführer, in eine Fehde mit Blutrache verstrickt zu sein, nicht asyl-

relevant sei, da die damit einhergehende Bedrohung nicht von staatlichen 

Organen ausgehe und Ägypten seiner Schutzpflicht grundsätzlich nach-

komme. Die vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte Bedrohung sei-

tens der ägyptischen Behörden qualifizierte das BFM als unglaubhaft, da 

sich der Beschwerdeführer 1 bezüglich Zeitpunkt und Häufigkeit der be-

haupteten Verfolgung ständig widersprochen habe und auch die Beschrei-

bung der Haft im Jahr 2010 substanzarm und oberflächlich ausgefallen sei. 

Überdies sei es nicht nachvollziehbar, weshalb sich die ägyptischen Be-

hörden von ihm auch nach seinem Austritt aus der "[religiösen Gruppie-

rung]" noch Informationen über religiöse Gruppierungen hätten erhoffen 

sollen. Auch die Aussagen bezüglich der Bedrohung seitens der "[religiö-

sen Gruppierung]" seien widersprüchlich und unglaubhaft. So leuchte es 

nicht ein, weshalb der Beschwerdeführer 1 der Gruppierung seine Situation 

nicht habe erklären können. Zudem wäre bei Vorliegen einer tatsächlichen 

Verfolgungsgefahr zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer 1 be-

reits im Rahmen seines letzten Aufenthaltes in der Schweiz im Jahr 2012 

ein Asylgesuch gestellt hätte. Nach Ansicht der Vorinstanz vermögen die 

vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachten psychischen Probleme diese 

Ungereimtheiten nicht zu begründen.  

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Seite 5 

Bezüglich des Vollzugs der Wegweisung hielt die Vorinstanz in ihrer ableh-

nenden Verfügung fest, dass dieser zulässig sei, da die Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten und somit auch der Grundsatz der 

Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht greife. Zudem be-

stünden keine Anhaltspunkte dafür, dass den Beschwerdeführern im Falle 

einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

eine durch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe 

oder Behandlung drohe. Auch sei der Wegweisungsvollzug trotz der psy-

chischen Probleme der Beschwerdeführer 1 und 2 zumutbar, könne eine 

konkrete Gefährdung aufgrund einer medizinischen Notlage bei einer 

Rückkehr nach Ägypten doch verneint werden. So habe der Beschwerde-

führer 1 seine psychischen Probleme in F._______ nach eigenen Angaben 

und gemäss Arztbericht vom 30. Oktober 2013 denn auch behandeln las-

sen und dort jeweils alle notwendigen Medikamente erhalten. Dies entspre-

che den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil D-

643/2007 vom 7. August 2009 (E. 7.7-7.9) betreffend das ägyptische Ge-

sundheitssystem, wonach psychiatrische Behandlungsmöglichkeiten in 

Ägypten vorhanden seien und für 80 Prozent der Bevölkerung eine kosten-

lose Grundversorgung mit psychotropen Medikamenten gewährleistet sei. 

Würden die Kosten von antipsychotischen Medikamenten nicht gedeckt, 

beliefen sie sich auf drei respektive fünf Prozent des täglichen Mindest-

lohns. Da die geltend gemachte Verfolgung nicht glaubhaft sei, könne nicht 

nachvollzogen werden, weshalb sich der psychische Zustand des Be-

schwerdeführers 1 durch den Wegweisungsvollzug nach Ägypten zu sei-

ner Familie und seinem gewohnten sozialen Umfeld in entscheidrelevanter 

Weise verschlechtern sollte. Die im Arztbericht vom 30. Oktober 2013 er-

wähnte suizidale Krise aufgrund des drohenden Wegweisungsvollzugs 

lasse sich in Ägypten überdies, wie zuvor erwähnt, adäquat behandeln. 

Sollte die Suizidalität in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wegwei-

sungsanordnung stehen, könne dieser durch die entsprechende Ausge-

staltung der konkreten Vollzugsmodalitäten Rechnung getragen werden. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer 2 vorgetragenen psychischen 

Probleme könne ebenfalls auf die in Ägypten vorhandenen Behandlungs-

möglichkeiten von psychischen Krankheiten verwiesen werden.     

C.  

Gegen diesen Entscheid der Vorinstanz erhoben die Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 14. März 2014 (Poststempel) Beschwerde und beantragten 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. In einem Eventualbegehren 

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Seite 6 

beantragten sie, es sei die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzuges festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

In prozessualer Hinsicht wurde um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses ersucht.  

Mit der Beschwerde wurden zwei weitere an den Beschwerdeführer 1 ge-

richtete Dokumente (im Original) mit dem Titel "Vorladung" eingereicht. 

Diese wurden gemäss Übersetzung ins Deutsche von der Generaldirektion 

der Untersuchungsabteilung der Nationalen Sicherheit in F._______ aus-

gestellt und geben darüber Auskunft, dass (…). 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2014 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses gut. 

E.  

Am 19. März 2014 reichten die Beschwerdeführer im Nachtrag zur Rechts-

mitteleingabe ein weiteres, den Beschwerdeführer 1 betreffendes, ärztli-

ches Zeugnis des Psychiaters Dr. med. J._______ vom 17. März 2014 ein, 

worin Letzterer erklärt, dass er eine Wegweisung des Beschwerdeführers 

1 nach Ägypten aufgrund dessen psychischer Probleme und der schlech-

ten Prognose als unzumutbar erachte. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2014 teilte das Bundesverwaltungs-

gericht den Beschwerdeführern mit, dass die beiden den Beschwerdefüh-

rer 1 betreffenden Arztzeugnisse des Psychiaters Dr. med. J._______ in 

medizinischer Hinsicht eher oberflächlich ausgefallen seien, da sie ohne 

Begründung eine Diagnose festhielten, die sich in zwei Begriffen er-

schöpfe, und sich im Übrigen weitgehend auf die persönliche Anamnese 

des Beschwerdeführers 1 und daraus folgende Handlungsanweisungen an 

die Asylbehörden beschränken würden. Dementsprechend forderte das 

Gericht die Beschwerdeführer – unter der Androhung, dass nach ungenutz-

ter Frist aufgrund der Akten entschieden würde – auf, die Beschwerdefüh-

rer 1 und 2 betreffende Arztzeugnisse einzureichen, die sich zur Anam-

nese, zu den beklagten Beschwerden, allfälligen psychischen Befunden, 

der Diagnose und den daraus folgenden Einschränkungen und Behinde-

rungen sowie zu allenfalls durchgeführten Behandlungen und zur Medika-

tion sowie zu zukünftig nötigen Therapien und Medikamenten äussern.  

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Seite 7 

G.  

Mit Schreiben vom 7. August 2014 teilte die Gemeinde K._______ dem 

Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie mit dem Beschwerdeführer 1 im-

mer wieder Probleme hätten, da er sich nicht an die Hausordnung halte 

und die allgemeinen Regeln der Wohngemeinschaft missachte. Ausser-

dem vernachlässige er insbesondere [seine jüngeren Kinder], so dass zum 

Schutz des Kindeswohls die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde 

(KESB) habe benachrichtigt werden müssen. Aus diesen Gründen er-

suchte die Gemeinde K._______ das Bundesverwaltungsgericht um prio-

ritäre Behandlung des Verfahrens.  

Am 22. August 2014 trat die KESB Kreis L._______ telefonisch mit dem 

Bundesverwaltungsgericht in Kontakt und teilte mit, dass der Beschwerde-

führer 1 anlässlich eines Gesprächs mit der KESB angegeben habe, er 

würde unter keinen Umständen nach Ägypten zurückkehren und sich mit 

allen Mitteln gegen eine allfällige Zwangsrückschaffung wehren, da er in 

Ägypten politische Verfolgung zu befürchten habe und er und [seine Kin-

der] auch aufgrund einer Blutrache bedroht seien. Aufgrund dieses Ge-

sprächs erachtete die KESB das Kindeswohl insbesondere bei einer allfäl-

ligen Rückschaffung der Beschwerdeführer als gefährdet.  

Mit Schreiben vom 11. September 2014 gelangte die Gemeinde K._______ 

erneut ans Bundesverwaltungsgericht und teilte mit, dass der Beschwer-

deführer 1 seinen Verpflichtungen gegenüber [seinen unmündigen Kin-

dern] nach wie vor nicht nachkomme und sich die Klagen häuften. Kürzlich 

habe [eines der Kinder] in der Schule eine Verwarnung erhalten. Folglich 

sei die Gemeinde dankbar, wenn der Fall so rasch als möglich bearbeitet 

werde.    

H.  

Mit Eingabe vom 1. September 2014 reichten die Beschwerdeführer – in-

nert der mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 

6. August 2014 erstreckten Frist – eine Kopie eines den Beschwerdeführer 

1 betreffenden Arztzeugnisses vom 13. August 2014 ein, welches teilweise 

unleserlich war (Kopfzeile auf der ersten Seite) und auf dem die Unter-

schrift des ausstellenden Arztes fehlte.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. September 2014 forderte das Bundesver-

waltungsgericht die Beschwerdeführer – unter Hinweis darauf, dass der 

eingereichten Kopie des Arztzeugnisses keine Beweiskraft zukomme – auf, 

innert sieben Tagen ein vom ausstellenden Arzt unterschriebenes Original 

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Seite 8 

des Arztzeugnisses vom 13. August 2014 nachzureichen, ansonsten das 

Verfahren aufgrund der Akten fortgeführt werde.  

Mit fristgerechter Eingabe vom 17. September 2014 (Poststempel) kamen 

die Beschwerdeführer dieser Aufforderung nach und reichten das Original 

des Arztzeugnisses vom 13. August 2014, unterzeichnet durch den Psychi-

ater Dr. med. J._______, nach. Mit Eingabe vom 16. September 2014 

(Poststempel) reichte Dr. med. J._______ selbst überdies ein gleichlauten-

des, aber mit Datum vom 16. September 2014 versehenes, Originalzeug-

nis beim Bundesverwaltungsgericht ein.  

Für den Beschwerdeführer 2 wurde kein aktuelles Arztzeugnis ins Recht 

gelegt.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. September 2014 bot das Gericht der Vo-

rinstanz Gelegenheit, zur Beschwerde Stellung zu nehmen.  

J.  

In Ergänzung zu ihren Erwägungen in der angefochtenen Verfügung führte 

die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 3. Oktober 2014 an, dass der 

Beschwerdeführer 1 Ägypten sowohl am 16. August 2013 als auch anläss-

lich seines Aufenthalts in Europa im Jahr 2012 legal habe verlassen kön-

nen, was gegen das von ihm geltend gemachten Interesse der ägyptischen 

Behörden respektive des nationalen Sicherheitsdienstes an seiner Person 

spreche. Im Übrigen hielt das Bundesamt vollumfänglich an den Erwägun-

gen in seinem Entscheid vom 12. Februar 2014 fest.  

K.  

Mit Replik vom 20. Oktober 2014 nahmen die Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung des BFM Stellung und trugen vor, dass die Ausreise im Jahr 

2012 ohne Probleme möglich gewesen sei, weil zu diesem Zeitpunkt Mo-

hammed Mursis der Staatspräsident Ägyptens gewesen sei. Für die Aus-

reise im Jahr 2013 hätten sie indes Schmiergeld bezahlen müssen. Die 

gesamte Reise habe ungefähr USD 30'000. gekostet, was der Beschwer-

deführer 1 bereits anlässlich der Befragung zur Person erwähnt habe. Ein 

grosser Teil dieses Geldes sei auf die Bestechung entfallen. Die Ausreise 

aus Ägypten im Jahr 2013 sei somit nicht legal erfolgt.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

E-1377/2014 

Seite 9 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das SEM beziehungsweise 

BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vo-

rinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch 

vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführer haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch 

die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie sind 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Asylbereich die Verletzung von Bundesrecht (ein-

schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-

richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, so-fern ihr 

die Nachteile gezielt und aufgrund bestimmter, in Art. 3 Abs. 1 AsylG auf-

gezählter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind, respektive zugefügt zu 

werden drohen. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor 

zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die 

Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im 

Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Zudem muss feststehen, 

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Seite 10 

dass die von einer Verfolgung bedrohte Person über keine innerstaatliche 

Fluchtalternative verfügt (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1, BVGE 2011/51 E. 6, 

je mit weiteren Hinweisen).  

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss dem beim BFM eingereichten Arztzeugnis vom 30. Okto-

ber 2013 (vgl. A41, Beilage 12), dem auf Beschwerdeebene ins Recht ge-

legten Zeugnis vom 17. März 2014 und dem vom Bundesverwaltungsge-

richt mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2014 verlangten ärztlichen Attest 

vom 13. August 2014 beziehungsweise 16. September 2014, alle ausge-

stellt durch den – den Beschwerdeführer 1 aktuell behandelnden – Psychi-

ater Dr. med. J._______ in M._______, leidet der Beschwerdeführer 1 an 

einer [schweren psychischen Krankheiten]. Angesichts dessen stellt sich 

zunächst die Frage, ob die protokollierten Asylanhörungen des Beschwer-

deführers 1 überhaupt aussagekräftig sind und für die Beurteilung der Ver-

folgungsgefahr mithin auf diese abgestellt werden kann. Diesbezüglich ist 

einerseits unklar, inwiefern der Beschwerdeführer 1 überhaupt in der Lage 

ist, detailliert und in zusammenhängender Weise Aufschluss darüber zu 

geben, was er in der Vergangenheit erlebt hat. Andererseits ist fraglich, ob 

die Furcht des Beschwerdeführers 1 vor Verfolgung ihre Ursache in wirkli-

chen Erlebnissen hat respektive ob sie eine gesundheitlich bedingte über-

steigerte Reaktion auf gewisse Ereignisse darstellt.  

Das vom Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 16. 

Juli 2014 dazu verlangte ärztliche Attest vom 13. August 2014 beziehungs-

weise 16. September 2014 äussert sich lediglich in allgemeiner Weise zur 

Fähigkeit [von Personen, mit psychischen Krankheiten, wie der Beschwer-

deführer 1], detailliert und zusammenhängend über Erlebtes zu berichten. 

Gemäss der im Attest wiedergegebenen ICD-10-Verschlüsselung für [die 

psychische Krankheit] sind die Bewusstseinsklarheit und die intellektuellen 

Fähigkeiten bei Personen, die unter dieser Krankheit leiden, jedoch in der 

Regel nicht beeinträchtigt. Im ärztlichen Attest vom 13. August 2014 bezie-

hungsweise 16. September 2014 wurden denn auch keinerlei Vorbehalte 

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Seite 11 

angebracht, wonach die Erhebung der Anamnese aufgrund beeinträchtig-

ter Bewusstseinsklarheit respektive eingeschränkter intellektueller Fähig-

keiten des Beschwerdeführers 1 erschwert gewesen wäre. Die Darstellung 

der Leidensgeschichte des Beschwerdeführers 1 vermittelt vielmehr den 

Eindruck, dieser sei in der Lage gewesen, in chronologischer und nachvoll-

ziehbarer Weise über seine Vergangenheit zu berichten. Auffällig ist einzig, 

dass sich der Beschwerdeführer 1 lediglich an die ungefähren Jahreszah-

len, nicht aber an das genaue Datum der geschilderten Ereignisse erinnern 

kann. Dies entspricht dem Eindruck, den die Befragungsprotokolle des Be-

schwerdeführers 1 vermitteln. So schien dieser anlässlich der Befragungen 

in der Lage, über weite Teile der darin thematisierten Bereiche klare, in sich 

logische und orientierte Angaben zu machen. Beispielsweise konnte er in 

nachvollziehbarer und zusammenhängender Weise darüber berichten, 

welche Aufgaben er als Mitglied der "[religiöse Gruppierung]" wahrgenom-

men habe (A40/15, F79-85 und F97-100), weshalb er vom Nationalen Si-

cherheitsdienst verhaftet worden sei (A40/15, F86-91) oder mit welchen 

Problemen er bei der Ausreise aus Ägypten am 16. August 2013 konfron-

tiert gewesen sei (A18/50, Rz. 5.02, S. 17; A40/15, F61-67). Die Angabe 

von Jahreszahlen und vor allem von genauen Daten fiel dem Beschwerde-

führer 1 indes schwer (vgl. z.B. A18/50, Rz. 1.14, S. 4 und Rz. 2.01, S. 8; 

A40/15, F112; A44/15, F55 ff. und F59). Nach dem Gesagten geht das Ge-

richt davon aus, dass der Beschwerdeführer 1 grundsätzlich in der Lage 

ist, in hinreichend detaillierter und zusammenhängender Weise über seine 

Erlebnisse zu berichten, auch wenn er Schwierigkeiten bei der Angabe ge-

nauer Daten und Jahreszahlen bekundet.    

Dass die vom Beschwerdeführer 1 geäusserte Furcht ihre Ursache nicht in 

wirklichen Erlebnissen hat, sondern auf eine krankheitsbedingt gestörte 

Wahrnehmung desselben zurückzuführen ist, wird im ärztlichen Attest vom 

13. August 2014 beziehungsweise 16. September 2014 nicht ausgeschlos-

sen. Gemäss der ICD-10-Verschlüsselung für [die psychische Krankheit] 

zählt die Wahnwahrnehmung denn auch zu einem der wichtigsten Symp-

tome dieser Krankheit. Auch wenn dies bei der Würdigung der Aussagen 

des Beschwerdeführers 1 zu berücksichtigen ist, führt dies nicht zur Un-

brauchbarkeit der im Rahmen der Anhörungen erhobenen Informationen. 

So machen die Angaben im Rahmen der Befragungen keinen durchge-

hend wirren und wahnhaften Eindruck, sondern sind, wie im vorangehen-

den Absatz dargestellt, in weiten Teilen logisch und orientiert. 

E-1377/2014 

Seite 12 

4.2 Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Beschwerdeführer 1 

grundsätzlich in der Lage ist, in hinreichend detaillierter und zusammen-

hängender Weise Aufschluss über seine Erlebnisse zu geben, selbst wenn 

ihm die genaue Angabe von Daten und Jahreszahlen schwer fällt. Dass die 

bei ihm diagnostizierte [psychische Krankheit] Störungen in seiner Wahr-

nehmung mit sich bringen kann, ist bei der Würdigung seiner Aussagen 

zwar zu berücksichtigen, macht die im Rahmen der Anhörungen erhobe-

nen Informationen aber noch nicht unbrauchbar, hinterlassen die Angaben 

im Rahmen der Befragungen doch keinen durchgehend wirren und wahn-

haften Eindruck. Folglich kommt das Gericht zum Schluss, dass trotz der 

psychischen Beeinträchtigung des Beschwerdeführers zwecks Erhebung 

des Sachverhaltes vorliegend – unter Berücksichtigung der genannten Ein-

schränkungen – auf die Anhörungen des Beschwerdeführers 1 abgestellt 

werden kann.  

5.  

Folglich bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführer eine asylrelevante Ver-

folgung im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft machen können.   

5.1  

5.1.1 Mit Blick auf die Angaben des Beschwerdeführers 1 anlässlich der 

Befragungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser im Zeitraum 

zwischen 2000 und 2010 tatsächlich von den ägyptischen Behörden fest-

genommen und gefoltert wurde, nachdem er sich geweigert hatte, Informa-

tionen über die religiöse Gruppierung "[Name der religiösen Gruppierung]" 

preiszugeben. So erscheint es glaubhaft, dass der Beschwerdeführer 1 der 

genannten religiösen Gruppierung angehörte, berichtete er doch anschau-

lich darüber, welche Aufgabe er als deren Mitglied wahrgenommen habe 

(vgl. A40/15, F79-F85 und F97-F100). Auch war er in der Lage, das Ober-

haupt der "[religiösen Gruppierung]" – N._______ (vgl. ahramonline, […]) 

– sowie den Namen seines direkten Vorgesetzten zu nennen (vgl. A40/15, 

F75 f.). Dass er aufgrund dieser Mitgliedschaft ins Visier der ägyptischen 

Behörden gelangte, erscheint (…), ebenfalls plausibel (vgl. Egypt Indepen-

dent, […]; ahramonline, a.a.O.). Überdies beschreibt der Beschwerdefüh-

rer 1 das von ihm behauptete Foltererlebnis relativ detailliert und realitäts-

nah. Die Angaben, die er anlässlich des ersten Teils der Bundesanhörung 

dazu gemacht hat, stimmen weitgehend mit seinen diesbezüglichen Schil-

derungen anlässlich des zweiten Teils der Bundesanhörung überein (vgl. 

A40/15, F156; A44/15, F31 und F77). Schliesslich konnte der Beschwer-

deführer 1 über die Namen sowohl jener Mitglieder der "[religiösen Grup-

pierung]", welche er unter Folter preisgegeben haben will, als auch der 

E-1377/2014 

Seite 13 

Personen, die ihn im Rahmen der ersten Festnahme befragt hätten, ohne 

zu zögern Auskunft geben (vgl. A44/15, F36 und F82 ff.; A40/15, F110 und 

F149). Dass er unter belastenden Erlebnissen – wie beispielsweise erlitte-

ner Folter – leidet, wird letztlich auch durch die bei ihm diagnostizierte [psy-

chische Krankheit] untermauert (vgl. Arztzeugnis vom 13. August 2014 res-

pektive vom 16. September 2014).   

Dass der Beschwerdeführer 1 auch nach 2010 noch von den ägyptischen 

Behörden behelligt wurde, erscheint indes unglaubhaft. So gab er anläss-

lich der zweiten Anhörung zunächst zu Protokoll, im Jahr 2010 zum letzten 

Mal inhaftiert und gefoltert worden zu sein (vgl. A44/15, F23 und F33). Da-

nach habe es – bis zur Zustellung der Vorladung des Nationalen Sicher-

heitsdienstes, (…) – keine Hinweise für eine Verfolgung durch die ägypti-

schen Behörden mehr gegeben (vgl. A44/15, F38 ff.). Im Laufe der Befra-

gung machte der Beschwerdeführer 1 demgegenüber plötzlich geltend, er 

sei Ende 2010 und in der ersten Hälfte 2012 erneut von den Behörden 

gesucht worden. Diese seien in der Nacht oder am Morgen (…) vor seinem 

Haus vorgefahren, hätten die Eingangstüre zu seiner Wohnung eingebro-

chen, ihn vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder geschlagen und 

anschliessend mitgenommen. Es sei ihm dann aber die Flucht gelungen, 

so dass die Behörden ihn nicht mehr gefunden hätten. Von der Vorinstanz 

darauf angesprochen, wie er denn habe fliehen können, gab er lediglich 

an, die Gegend einfach verlassen zu haben (vgl. A44/15, F44 ff.). Diese 

auf die Zeit nach der letzten Inhaftierung im Jahr 2010 bezogenen Ereig-

nisse wirken nicht nur nachgeschoben, sondern angesichts deren lücken-

haften Darstellung durch den Beschwerdeführer 1 auch unsubstantiiert 

und wenig schlüssig. Zudem wäre – wie in der vorinstanzlichen Verfügung 

argumentiert – zu erwarten gewesen, dass die Beschwerdeführer 1 und 2 

bei ihrem Aufenthalt in der Schweiz in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 

(vgl. A18/50, Rz. 2.03, S. 9; A44/15, F60) bereits ein Asylgesuch gestellt 

hätten, wenn der Beschwerdeführer 1 in der ersten Hälfte des Jahres 2012 

– wie von ihm behauptet – tatsächlich nochmals von den ägyptischen Be-

hörden behelligt worden wäre. Da sie dies nicht getan haben, sondern nach 

ihrem Aufenthalt in Europa ohne weiteres nach Ägypten zurückgekehrt 

sind (vgl. A18/50, Rz. 2.03, S. 10; A44/15, F61), drängt sich der Schluss 

auf, dass der Beschwerdeführer 1 zu jenem Zeitpunkt keine Furcht vor Ver-

folgung in seinem Heimatland empfand. Seit der Rückkehr aus Europa bis 

zur Ausreise aus Ägypten im August 2013 hätten die Behörden den Be-

schwerdeführer 1 nach eigenen Angaben in Ruhe gelassen (vgl. A44/15, 

F63). Demnach ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführer 

E-1377/2014 

Seite 14 

ihr Heimatland [im August 2013] aus begründeter Furcht vor Verfolgung 

verlassen haben. 

Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer 2, ähnlich wie der 

Beschwerdeführer 1, zu Protokoll gab, die ägyptischen Behörden seien je-

weils in der Nacht (…) vor ihrem Haus vorgefahren und hätten den Be-

schwerdeführer 1 mitgenommen (vgl. A45/9, F23 ff.). So geht aus den Dar-

stellungen des Beschwerdeführers 2 nicht hervor, welchem Zeitraum diese 

Ereignisse zuzuordnen wären. Auch sind seine Ausführungen substanz-

arm. Überdies bekundete der Beschwerdeführer 2 Mühe, die geschilderten 

Ereignisse den verschiedenen Verfolgern (Behörden, "[religiöse Gruppie-

rung]", verfeindete Familie) zuzuordnen (vgl. A45/9, F22-26 und F35 ff.). 

Dies legt die Vermutung nahe, dass er die von ihm beschriebenen Ereig-

nisse nicht selbst erlebt hat, sondern vorwiegend über die subjektiven 

Schilderungen seines Umfeldes, insbesondere des Beschwerdeführers 1, 

davon erfahren hat.    

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es dem Beschwerdefüh-

rer 1 nicht gelungen ist, glaubhaft zu machen, von 2010 bis zur Ausreise 

aus dem Heimatstaat im August 2013 weiterhin von den Behörden behelligt 

worden zu sein. Die für den Zeitraum von 2000 bis 2010 geltend gemachte 

staatliche Verfolgung ist aus den oben erwähnten Gründen zwar plausibel, 

für die erst im August 2013 erfolgte Ausreise aus Ägypten mangels Aktua-

lität aber nicht kausal. Folglich ist davon auszugehen, dass die Beschwer-

deführer ihren Heimatstaat [im August 2013] nicht aus begründeter Furcht 

vor Verfolgung durch die ägyptischen Behörden verlassen haben, weshalb 

die Existenz von entsprechenden Vorfluchtgründen vorliegend zu vernei-

nen ist.  

5.1.2 Mit Blick auf die anlässlich der zweiten Anhörung des Beschwerde-

führers 1 respektive auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente mit 

dem Titel "Vorladung" – (…) – bleibt zu prüfen, inwiefern sich die Beschwer-

deführer auf objektive Nachfluchtgründe infolge staatlicher Verfolgung be-

rufen können. Während aus den drei ins Recht gelegten Dokumenten – die 

nebenbei erwähnt keinerlei Fälschungssicherheiten enthalten – nicht her-

vorgeht, weshalb der ägyptische Sicherheitsdienst den Kontakt zum Be-

schwerdeführer 1 gesucht haben könnte, sind aufgrund der Äusserungen 

des Beschwerdeführers 1 anlässlich der zweiten Anhörung beziehungs-

weise aufgrund seiner Rechtsmitteleingabe keine neuen Gründe für eine 

mögliche Behelligung seitens der Behörden ersichtlich (vgl. A44/15, F13, 

E-1377/2014 

Seite 15 

F18 ff. und F38 ff.). Folglich kommt gestützt auf die eingereichten Doku-

mente lediglich eine erneute Verfolgung wegen der früheren Zugehörigkeit 

des Beschwerdeführers 1 zur "[religiösen Gruppierung]" in Frage, weshalb 

zu klären bleibt, wie realistisch es ist, dass die ägyptischen Behörden we-

gen der ehemaligen Mitgliedschaft des Beschwerdeführers 1 bei der religi-

ösen Gruppierung heute noch Interesse an dessen Person haben. Da die 

letztmalige Verfolgung des Beschwerdeführers 1 durch die ägyptischen 

Behörden, wie in Erwägung 5.1.1 dargelegt, ins Jahr 2010 zurückreicht, 

der Beschwerdeführer 1 nie ein exponiertes Mitglied der religiösen Grup-

pierung war (vgl. A40/15, F79 ff. und F97 ff.) und er ohnehin spätestens im 

Jahr 2009 aus der "[religiösen Gruppierung]" ausgetreten sein will (vgl. 

A40/15, F103), ist nicht ersichtlich, was sich die ägyptischen Behörden von 

einer erneuten Festnahme und Behelligung des Beschwerdeführers 1 er-

hofften. Zudem ist davon auszugehen, dass der Sicherheitsdienst, wenn er 

tatsächlich ein Interesse an der Vorsprache des Beschwerdeführers 1 ge-

habt hätte, nach zweimaligem Nichterscheinen desselben wohl versucht 

hätte, diesen respektive dessen in Ägypten [verbliebene Familie] unter 

Druck zu setzten. Während der Beschwerdeführer 1 bezüglich der Über-

gabe der ersten Vorladung noch von Nachbarn erfahren haben will, dass 

die Behörden seine Wohnung auf den Kopf gestellt hätten (vgl. A44/15, 

F70 ff.), machte er bezüglich der zweiten und dritten Vorladung keine ent-

sprechenden Umstände geltend. Dass sich die Behörden bei einer geziel-

ten Verfolgungsabsicht darauf beschränken, der betroffenen Person wie-

derholt Vorladungen ohne Strafandrohung bei Nichterscheinen zuzustel-

len, erscheint unglaubhaft. Schliesslich ist zu erwähnen, dass das Risiko 

des Beschwerdeführers 1, aufgrund der früheren Mitgliedschaft bei der re-

ligiösen Gruppierung einer erneuten Verfolgung ausgesetzt zu sein, 

dadurch verringert ist, als (…) (vgl. Al Jazeera Center for Studies, […]; Al 

Jazeera, […]).  

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine in absehbarer Zukunft 

drohende staatliche Verfolgung wegen der früheren Mitgliedschaft des Be-

schwerdeführers 1 bei der "[religiösen Gruppierung]" aus den obengenann-

ten Gründen nicht realistisch und somit unwahrscheinlich ist. Andere Ver-

folgungsmotive seitens der ägyptischen Behörden sind nicht ersichtlich 

und wurden von den Beschwerdeführern auch nicht geltend gemacht. 

Demnach vermögen die eingereichten Dokumente keine in absehbarer Zu-

kunft zu befürchtenden asylrelevanten Nachteile und mithin keine objekti-

ven Nachfluchtgründe darzulegen. Dabei kann offen bleiben, ob die Doku-

mente tatsächlich echt oder gefälscht sind.  

E-1377/2014 

Seite 16 

5.2  

5.2.1 Die vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte Bedrohung seitens 

der "[religiösen Gruppierung]" ist bereits deshalb nicht asylrelevant, weil es 

ihr an der zeitlichen Kausalität zur Flucht aus dem Heimatland und mithin 

an der notwendigen Aktualität fehlt. So gab der Beschwerdeführer 1 an-

lässlich der ersten und zweiten Anhörung an, die Mitglieder der "[religiösen 

Gruppierung]" hätten ihn töten wollen, nachdem er gegenüber den ägypti-

schen Behörden die Namen zweier ihrer Angehöriger preisgegeben habe 

und vom Staatssicherheitsdienst verraten worden sei (vgl. A40/15, F110 ff. 

und 119 f.; A44/15, F54 ff. und F73 ff.). In der ersten Anhörung machte er 

geltend, dass sich diese Ereignisse um das Jahr 2007 abgespielt hätten 

(vgl. A40/15, F112 und F120). In der zweiten Anhörung meinte er indessen, 

die Namen der beiden Angehörigen der religiösen Gruppierung anlässlich 

seiner letzten Inhaftierung im Jahr 2010 verraten zu haben, weshalb er zu-

sammen mit seiner Familie auch seine Wohnung verlassen habe und nach 

E._______ gezogen sei (vgl. A44/15, F54 ff. und F73 ff.). Diesen Umzug 

nach E._______ datieren sowohl der Beschwerdeführer 1 als auch der Be-

schwerdeführer 2 ungefähr auf das Jahr 2010 (vgl. A40/15, F137; A44/15, 

F51; A45/9, F33 und F44). Selbst wenn davon ausgegangen wird, dass 

sich die "[religiöse Gruppierung]" noch im Jahr 2010 und nicht bereits im 

Jahr 2007 am Beschwerdeführen 1 rächen wollte, ist anzunehmen, dass 

die religiöse Gruppierung zwischenzeitlich von diesem Vorhaben Abstand 

genommen hat, hätte sie bis zur Ausreise der Beschwerdeführer im Au-

gust 2013 doch genügend Zeit und wohl auch die Möglichkeit gehabt, den 

Beschwerdeführer 1 aufzuspüren. So scheint es denn – wie von der Vo-

rinstanz argumentiert – auch plausibel, dass sich die vom Beschwerdefüh-

rer 1 geltend gemachte Verstimmung der Mitglieder der "[religiösen Grup-

pierung]" über den vorgebrachten Verrat aufgrund seines grossen Enga-

gements (vgl. A40/15, F79 ff. und F96 ff.) und seiner Beziehungen inner-

halb der religiösen Gruppierung (vgl. A40/15, F114 und F127 f.; A44/15, 

F100) mit der Zeit gelegt haben musste.     

5.2.2 Ähnlich verhält es sich mit der geltend gemachten Bedrohung infolge 

der Fehde mit Blutrache zwischen der Familie der Beschwerdeführer und 

einer verfeindeten Familie. So gab der Beschwerdeführer 1 anlässlich der 

zweiten Anhörung zu Protokoll, dass die gegnerische Familie ungefähr im 

Jahr 2009 einen seiner Cousins umgebracht habe, woraufhin sich der Sohn 

dieses Cousins im Jahr 2009 oder 2010 mit einem Mord an einem Mitglied 

der verfeindeten Familie gerächt habe. Seither sei in dieser Sache nichts 

mehr passiert (vgl. A44/15, F104 ff.). Dies wird vom Beschwerdeführer 2 

E-1377/2014 

Seite 17 

bestätigt, wobei dieser angibt, dass seit 2010 oder 2011 nichts mehr vor-

gefallen sei (vgl. A45/9, F31 ff.). Da die vorgetragene Bedrohung infolge 

dieser Vendetta somit spätestens seit 2011 ruht, konnte sie für die Flucht 

der Beschwerdeführer aus Ägypten nicht kausal gewesen sein. Auch er-

scheint eine künftige Bedrohung infolge dieser Blutfehde unwahrschein-

lich. So machen die Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen keiner-

lei konkrete Behelligungen ihrer Person infolge dieser Angelegenheit gel-

tend. Selbst wenn sie in Ägypten aber Vergeltungsakten ausgesetzt gewe-

sen wären, wofür keine Anhaltspunkte bestehen, ist davon auszugehen, 

dass die verfeindete Familie längst versucht hätte, sich zu rächen, wenn 

sie dies gewollt hätte.    

5.2.3 In jedem Fall ist der geltend gemachten Bedrohung sowohl seitens 

der Mitglieder der "[religiösen Gruppierung]" als auch seitens der verfein-

deten Familie aber die flüchtlingsrechtliche Relevanz abzusprechen, wären 

allfällige Vergeltungsakte seitens dieser beiden Gruppen doch lediglich aus 

privaten, asylfremden Motiven und nicht aus einem in Art. 3 Abs. 1 AsylG 

aufgezählten Grund zu befürchten.  

5.3 Nach dem Gesagten kommt das Bundesverwaltungsgericht mit der Vo-

rinstanz zum Schluss, dass es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, 

eine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 und 7 AsylG glaubhaft zu 

machen.   

6.  

Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es nicht darauf ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet deren 

Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtliche Auf-

enthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. 

Ihre Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2011/24 E. 10.1 mit Hinweis auf EMARK 2001 Nr. 21). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

E-1377/2014 

Seite 18 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen 

gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie 

sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Be-

schwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in ihren 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.2.2  

7.2.2.1 Fraglich ist allerdings, ob der Beschwerdeführer 1 aufgrund seiner 

Befürchtung, im Falle einer Ausschaffung in den Heimatstaat Opfer von 

Racheakten seitens der "[religiösen Gruppierung]" beziehungsweise der 

verfeindeten Familie zu werden, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK respektive Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre.  

E-1377/2014 

Seite 19 

Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 

(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine kon-

krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 

Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. EGMR, Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Be-

schwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, m.w.H.). Sowohl der EGMR als auch 

die Europäische Menschenrechtskommission haben die Anwendbarkeit 

von Art. 3 EMRK auf nichtstaatliche Akteure – unabhängig vom Verhalten 

der betroffenen Person – bejaht (vgl. EGMR, Ahmed gegen Österreich, Ur-

teil vom 17. Dezember 1996, Beschwerde Nr. 25964/94; seither ständige 

Praxis; Europäische Menschenrechtskommission, Entscheid vom 2. März 

1995 [Nr. 24573/94]). In Übereinstimmung damit vertrat auch die Schwei-

zerische Asylrekurskommission (ARK) die Ansicht, dass die Anwendung 

von Art. 3 EMRK nicht voraussetzt, die drohende menschenrechtswidrige 

Behandlung müsse von staatlichen Organen ausgehen (vgl. EMARK 2004 

Nr. 14 E. 5.b, mit Hinweis auf EMARK 1996 Nr. 18 S. 182 ff.).  

Was die geschützten Rechtsgüter anbelangt, so ist der Anwendungsbe-

reich von Art. 3 EMRK enger als jener des Non-Refoulement-Prinzips. Er 

umfasst nur den Schutz vor drohender Folter, unmenschlicher Behandlung 

oder Strafe und anderen schwerwiegenden Verletzungen der körperlichen 

oder psychischen Integrität einer Person, nicht aber vor jeder Art politisch 

motivierter Massnahmen, die zur Asylgewährung führen können. Die An-

forderungen, welche die europäischen Organe an den Nachweis drohen-

der unmenschlicher Behandlung stellen, sind als relativ hoch zu bezeich-

nen. Die bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Asylgesetz 

gestellten Anforderungen genügen hier nicht. Eine Rückschiebung wird nur 

dann für unzulässig erachtet, wenn eine "konkrete und ernsthafte Gefahr" 

besteht, dass die betroffene Person eine schwere Menschenrechtsverlet-

zung erleiden wird (vgl. EGMR, Saadi gegen Italien, a.a.O.; EMARK 1996 

Nr. 18 S. 186 f.). Demgegenüber kann die blosse Möglichkeit einer Miss-

handlung – ohne Vorliegen stichhaltiger Gründe für die Annahme eines 

"real risk" – nicht zur Verletzung von Art. 3 EMRK führen (vgl. EGMR, So-

ering gegen Vereinigtes Königreich, Urteil vom 7. Juli 1989, Beschwerde 

Nr. 14038/88; seither ständige Praxis).  

Wie in Erwägung 5.2 festgehalten, ist eine konkrete und ernsthafte Bedro-

hung der Beschwerdeführer sowohl durch die Mitglieder der "[religiösen 

Gruppierung]" als auch durch die verfeindete Familie bereits deshalb aus-

zuschliessen, weil nach Angaben der Beschwerdeführer 1 und 2 seit 2010 

E-1377/2014 

Seite 20 

beziehungsweise 2011 nichts mehr im Zusammenhang mit diesen Grup-

pierungen vorgefallen ist. Den Aussagen der Beschwerdeführer 1 und 2 

zufolge ist es ohnehin nie zu konkreten und seriösen Behelligungen ihrer 

Person seitens der "[religiösen Gruppierung]" beziehungsweise der ver-

feindeten Familie gekommen. Es ist folglich unwahrscheinlich, dass die Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr in ihr Heimatland einem realen Risiko 

einer Verletzung von Art. 3 EMRK ausgesetzt sind.  

7.2.2.2 Schliesslich kann der Vollzug der Wegweisung einer ausländischen 

Person gemäss der Rechtsprechung des EGMR im Fall D. gegen Verei-

nigtes Königreich (Urteil vom 2. Mai 1997, Beschwerde Nr. 30240/96) auch 

mit Blick auf deren gesundheitliche Situation einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen, wobei der Gerichtshof die Schwelle dafür bereits im ge-

nannten Entscheid sehr hoch ansetzte. So blieb dies denn auch der einzige 

Fall, in dem eine Person vor dem EGMR erfolgreich geltend machte, ihre 

Ausschaffung verletzte aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands 

Art. 3 EMRK (vgl. FANNY DE WECK,  Das Rückschiebungsverbot aus medi-

zinischen Gründen nach Art. 3 EMRK, Ein Grundsatzurteil bleibt Einzelfall, 

Jusletter vom 18. März 2013, Rz. 27). In einem späteren Entscheid stellte 

der EGMR klar, dass ein Beschwerdeführer dem Tod bereits nahe sein 

muss, um aus gesundheitlichen Gründen Schutz vor Abschiebung unter 

Art. 3 EMRK zu erlangen (vgl. EGMR, N. gegen Vereinigtes Königreich, 

Urteil vom 27. Mai 2008, Beschwerde Nr. 26565/05).  

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers 1 errei-

chen diese vom EGMR festgesetzte hohe Schwelle offensichtlich nicht. 

Eine Verletzung von Art. 3 EMRK und die damit einhergehende Unzuläs-

sigkeit des Wegweisungsvollzugs aus gesundheitlichen Gründen kann vor-

liegend somit von vorneherein ausgeschlossen werden. Der Frage, inwie-

fern der Beschwerdeführer 1 in Ägypten Zugang zu einer adäquaten Be-

handlung seiner psychischen Beschwerden haben wird, ist im Rahmen der 

Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Erwägung 7.3 

nachzugehen.  

7.2.2.3 Im Übrigen lässt die allgemeine Menschenrechtssituation in Ägyp-

ten den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen.  

7.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  

E-1377/2014 

Seite 21 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Angesichts der heutigen Lage in Ägypten ist gemäss konstanter Pra-

xis nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder kriegerischer bezie-

hungsweise bürgerkriegsähnlicher Verhältnisse zu sprechen. Es bleibt zu 

prüfen, ob den Beschwerdeführern aufgrund ihrer individuellen Situation – 

insbesondere aufgrund der gesundheitlichen Probleme des Beschwerde-

führers 1 – eine Rückkehr in ihr Heimatland zuzumuten ist.  

7.3.2.1 Wie in Erwägung 4 ausgeführt, leidet der Beschwerdeführer 1 ge-

mäss den ins Recht gelegten Arztzeugnissen an [psychischen Krankhei-

ten]. Gemäss den Ausführungen seines behandelnden Psychiaters, 

Dr. med. J._______, im Attest vom 13. August 2014 respektive 16. Sep-

tember 2014 ist er auf medikamentöse Therapie (…) sowie Dauerbetreu-

ung (unter anderem Gesprächstherapie, Soziotherapie, Arbeitstherapie) 

angewiesen. Aktuell erhält er alle zwei Wochen [Medikamente]. Die wirk-

samste therapeutische Massnahme wäre nach Einschätzung des Psychi-

aters aber die Gewährleistung von Sicherheit und Ruhe. Es stellt sich die 

Frage, ob der Beschwerdeführer 1 in Ägypten Zugang zu den genannten 

Medikamenten und einer adäquaten Behandlung respektive Betreuung 

hat.    

7.3.2.2 Nach Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts sind die vom Be-

schwerdeführer 1 benötigten Medikamente in Ägypten grundsätzlich er-

hältlich. Die in den Medikamenten [Namen der Medikamente] enthaltenen 

Wirkstoffe [Namen der Wirkstoffe] sind auf der aktuellsten "Essential Drug 

List" Ägyptens aufgeführt (vgl. Egyptian Drug Authority, Egyptian Essential 

Drug List 2012-2013, undatiert) und können bei Seif Pharmacies oder Ag-

zakhana in Ägypten erworben werden (vgl. Agzakhana, < http://www.agz-

akhana.com >; Seif Pharmacies, < http:// www.seif-online.com >, beide ab-

gerufen am 17. Dezember 2014). Der im Medikament [Name des Medika-

ments] enthaltene Wirkstoff [Name des Wirkstoffs] ist zwar nicht auf der 

"Essential Drug List" aufgeführt, kann aber ebenfalls bei Agzakhana und 

Seif Pharmacies gekauft werden (vgl. Agzakhana, a.a.O.; Seif Pharmacies, 

E-1377/2014 

Seite 22 

a.a.O.). In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass dem Beschwerde-

führer 1 während seiner Behandlung [in der psychiatrischen Klinik] in 

F._______ denn auch [die benötigten Medikamente] verabreicht wurden 

(vgl. A41, Beilage 11).  

Die Kosten für jene Medikamente, die auf der "Essential Drug List" aufge-

führt sind, werden von der ägyptischen Krankenkasse (Health Insurance 

Organisation [HIO]) grundsätzlich übernommen. Allerdings zählt der Be-

schwerdeführer 1 – der eigenen Angaben zufolge bis ins Jahr 2011 (…) 

selbständig erwerbend, und danach nicht mehr erwerbstätig war (vgl. 

A18/50, Rz. 1.17.04, S. 6) – nicht zu den versicherten Personengruppen 

(vgl. Ministry of Health [Egypt], / World Health Organization [WHO], Egypt 

Pharmaceutical Country Profile, Juli 2011, Section 6; Center for Economic 

and Social Richts [CESR] et al., Joint Submission to the Committee on 

Economic, Social and Cultrual Rights, On the occasion of the review of 

Egypt's 4th periodic report at the 51st Session, November 2013, 

http://www.cesr.org/ downloads/Egypt_CESCR_Joint_report_English.pdf? 

preview=1, abgerufen am 17. Dezember 2014). Wie der Beschwerdeführer 

1 anlässlich der ersten Anhörung angab, wird ihm aber bis heute sein Anteil 

am Gewinn (…) ausbezahlt (vgl. A40/14, F48), weshalb er über ein regel-

mässiges Einkommen verfügen dürfte. Überdies ist nicht auszuschliessen, 

dass der Beschwerdeführer 1 nach wie vor auf grössere Ersparnisse zu-

rückgreifen kann, fehlte es ihm in den vergangenen Jahren doch nicht an 

Mitteln, wiederholt nach Europa zu reisen (vgl. A18/50, Rz. 2.03ff., S. 9f.). 

Sollte er für die notwendigen Medikamente dennoch nicht aufkommen kön-

nen, übernimmt der ägyptische Staat zumindest die Finanzierung der auf 

der "Essential Drug List" aufgeführten Medikamente (vgl. Ministry of Health 

[Egypt], / WHO, a.a.O., Section 6). Bezüglich des nicht aufgelisteten Medi-

kaments [Name des Medikaments] hätte der Beschwerdeführer 1 zudem 

die Möglichkeit, im Rahmen der individuellen Rückkehrhilfe einen Vorrat 

zwecks Überbrückung der ersten Monate zu beantragen. Dass er für die 

Finanzierung eines Teils seiner Medikamente danach auf die Hilfe von Fa-

milienangehörigen zurückgreifen müsste, macht den Vollzug der Wegwei-

sung noch nicht unzumutbar.   

7.3.2.3 Auch sind in Ägypten – insbesondere in städtischen Regionen (…) 

– grundlegende Behandlungsmöglichkeiten für psychisch kranke Personen 

vorhanden, wobei private Kliniken, die ähnliche Behandlungen wie in west-

lichen Ländern und regelmässig bessere Leistungen als öffentliche Einrich-

tungen anbieten, in der Regel nur wohlhabenderen Personen zugänglich 

E-1377/2014 

Seite 23 

sind (vgl. RACHEL JENKINS / AHMED HESHMAT / NASSER LOZA / INKERI SIEK-

KONEN / EMAN SOROUR, Mental health policy and development in Egypt – 

Integrating mental health into health sector reforms 2001-9, International 

Journal of Mental Health Systems 2010, 4:17; Egypt Independent, Anxious 

times: Stress and stigma take toll on mental health, 30. September 2012; 

WHO Regional Office for the Eastern Mediterranean, Country Cooperation 

Strategy for WHO and Egypt 2010-2014, 2010, S. 20). Personen, die sich 

keine solche Behandlung leisten können und – wie auch der Beschwerde-

führer 1 (vgl. E. 7.3.2.2) – nicht von der Krankenversicherung erfasst sind, 

können beim Gesundheitsministerium eine kostenlose Behandlung in öf-

fentlichen Einrichtungen beantragen (vgl. Integrated Regional Information 

Networks [IRIN], Egypt: End of free health care hits poor hardest, 15. Feb-

ruar 2010). Allerdings sind die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in 

Ägypten gerade im psychiatrischen Bereich stark unterfinanziert und die 

von ihnen angebotenen Dienstleistungen von entsprechend mangelhafter 

Qualität. So ist der psychiatrische Bereich öffentlicher Einrichtungen insbe-

sondere der Kritik ausgesetzt, dass der Fokus zu stark auf der medikamen-

tösen Behandlung der Patienten liege, während psychiatrische Therapien 

regelmässig vernachlässigt würden (vgl. WHO Regional Office for the Eas-

tern Mediterranean, a.a.O., S. 20 f.; Aswat Masriya, Trauma and the Egyp-

tian Revolution [Part 2]: Issues of Mental Health [Continued], 20. Mai 2013).  

Wie den Akten entnommen werden kann, liess sich der Beschwerdeführer 

1 bis ins Jahr 2009 drei Mal in einer – vermutungsweise privaten – psychi-

atrischen Einrichtung in F._______ mit Medikamenten und einer [Therapie] 

behandeln (vgl. A41, Beilage 11). Ob er sich auch heute noch eine entspre-

chende Behandlung leisten könnte, ist unklar. Fraglich ist allerdings, ob der 

Beschwerdeführer 1 überhaupt auf regelmässige Therapien angewiesen 

ist, oder medizinische Konsultationen zwecks Verabreichung und allfälliger 

Anpassung der Medikation seinen Bedürfnissen schon gerecht werden. So 

führt der den Beschwerdeführer behandelnde Psychiater weder in den bei-

den kürzeren Arztzeugnissen vom 30. Oktober 2013 und vom 17. März 

2014 noch im ausführlicheren Attest vom 13. August 2014 respektive 16. 

September 2014 aus, welche konkreten Therapien der Beschwerdeführer 

1 neben der medikamentösen Therapie (…) derzeit erhält. Stattdessen 

wies er wiederholt darauf hin, dass die wirksamste therapeutische Mass-

nahme die Gewährleistung von Sicherheit und Ruhe wäre. Diese würde 

der Beschwerdeführer 1 aber am ehesten in seinem gewohnten Umfeld in 

Ägypten – wo er bei der Betreuung seiner Kinder, die ihn nach Ansicht sei-

nes Psychiaters ebenfalls schwer belaste, von seiner Ehefrau unterstützt 

würde – finden, nachdem gemäss Erwägung 5 nicht davon auszugehen 

E-1377/2014 

Seite 24 

ist, dass er in seinem Heimatland Verfolgung zu gewärtigen hat. Sollte der 

Beschwerdeführer 1 dennoch spezifische psychiatrische Therapien benö-

tigen, sei darauf hingewiesen, dass verschiedene Akteure Initiativen ergrif-

fen haben, um die Behandlungsmöglichkeiten mittelloser psychisch Kran-

ker in Ägypten zu verbessern. In O._______, (…), wurde im Januar 2011 

beispielsweise das erste Community Mental Health Center (Franco Ba-

saglia Centre) in Ägypten eröffnet, welches neben der individuellen Bera-

tung und Behandlung von Patienten insbesondere auf deren psychosoziale 

Rehabilitation setzt. Patienten können sich direkt ans Zentrum wenden und 

dessen Leistungen kostenlos beziehen (vgl. Mental Health Network, Me-

henet project supporting the development of community services for mental 

health in egypt, An egyptian strategy to reduce hospitalization for mental 

health disorders, fact sheet, November 2009 – April 2012, S. 6 f.). Im Rah-

men des Projekts "Phase" wird traumatisierten Personen ohne die erfor-

derlichen Mittel zudem psychologische Behandlung angeboten (vgl. 

www.ephase.org). 

7.3.2.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die vom Be-

schwerdeführer 1 benötigten Medikamente in Ägypten verfügbar und für 

diesen grundsätzlich auch erhältlich sind. Obwohl die Leistungen der öf-

fentlichen psychiatrischen Einrichtungen in Ägypten grundsätzlich als man-

gelhaft einzustufen sind, ist davon auszugehen, dass [in Ägypten] grundle-

gende Behandlungsmöglichkeiten und einige wenige Institutionen mit indi-

vidualisierten Betreuungsprogrammen vorhanden und öffentlich zugäng-

lich sind, sollte der Beschwerdeführer 1 neben der medikamentösen Be-

handlung tatsächlich noch auf spezifische psychiatrische Therapien ange-

wiesen sein. 

7.3.3 Da auf Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts in seiner Zwi-

schenverfügung vom 16. Juli 2014 hin für den Beschwerdeführer 2 kein 

aktuelles ärztliches Zeugnis eingereicht wurde, ist davon auszugehen, 

dass sich dessen Gesundheitszustand derart verbessert hat, dass er ge-

genwärtig keiner psychiatrischen Behandlung mehr bedarf. Sollten seine 

Probleme – die von einem Psychiater in F._______ diagnostizierte [psychi-

sche Krankheit] – wieder auftauchen, ist nach dem Gesagten und ange-

sichts der Tatsache, dass diese nicht den Schweregrad der Erkrankung des 

Beschwerdeführers 1 aufweisen, zu erwarten, dass auch für den Be-

schwerdeführer 2 in Ägypten grundlegende Behandlungsmöglichkeiten 

vorhanden wären. 

E-1377/2014 

Seite 25 

7.3.4 In seinem Arztzeugnis vom 17. März 2014 erachtete der behan-

delnde Psychiater des Beschwerdeführers 1 dessen Wegweisungsvollzug 

nach Ägypten schliesslich für unzumutbar, weil er, der Psychiater, bei einer 

Rückführung in den Heimatstaat von einem hohen Risiko der Selbstgefähr-

dung bis hin zur suizidalen Krise sowie der Fremdgefährdung ausging. 

Auch die KESB Kreis L._______ wies auf eine Fremdgefährdung durch 

den Beschwerdeführer 1 im Rahmen des Wegweisungsvollzugs hin, indem 

sie anlässlich des Telefongesprächs vom 22. August 2014 die Auffassung 

äusserte, eine Gefährdung des Kindeswohls sei insbesondere bei der 

Rückschaffung ins Heimatland nicht auszuschliessen (vgl. Bst. G). Selbst 

wenn der Auffassung des behandelnden Psychiaters nicht beigepflichtet 

und die Ausschaffung der Beschwerdeführer nicht per se als unzumutbar 

eingestuft werden kann, erscheint es zentral, dass der gesundheitlichen 

Situation des Beschwerdeführers 1 insbesondere bei der Ausgestaltung 

der Vollzugsmodalitäten gebührend Rechnung getragen wird. 

Da vor dem Hintergrund der Einschätzung des behandelnden Psychiaters 

und der KESB bereits die Eröffnung des vorliegenden Entscheids gegen-

über dem Beschwerdeführer 1 ein gewisses Gefährdungspotential in sich 

birgt und die Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht über einen 

Rechtsvertreter verfügen, wird die kantonale Behörde darum ersucht, dem 

Beschwerdeführer 1 das vorliegende Urteil in geeigneter Form – gegebe-

nenfalls unter Beizug der KESB und in Anwesenheit des behandelnden 

Psychiaters – zu eröffnen. Überdies hat die mit dem Vollzug beauftragte 

schweizerische Behörde allenfalls zweckdienliche Massnahmen zu ergrei-

fen, um einer vom Beschwerdeführer 1 ausgehenden Selbst- oder Fremd-

gefährdung bei der Überstellung nach Ägypten entgegenzuwirken. Dabei 

ist unter anderem eine getrennte Rückführung des Beschwerdeführers 1 

und [seiner Kinder] in Betracht zu ziehen, wobei Letztere angesichts ihrer 

Minderjährigkeit diesfalls wohl während der gesamten Reise von einer ge-

eigneten Person zu begleiten wären und deren in Ägypten lebende Mutter, 

gegebenenfalls unter Einbezug der Schweizerischen Botschaft in Kairo 

über die Ankunft ihrer Kinder zu informieren wäre, so dass sie, stellvertre-

tend allenfalls die Schweizerische Botschaft, die Kinder bei deren Ankunft 

in Ägypten in Empfang nehmen könnte. Zur Verhinderung einer Selbstge-

fährdung wäre überdies sicherzustellen, dass der Beschwerdeführer 1 bei 

seiner Ankunft in Ägypten an seine Angehörigen, gegebenenfalls auch an 

die Schweizer Botschaft in Kairo, übergeben wird, und die involvierten Per-

sonen beziehungsweise Stellen zu diesem Zweck über die Ankunft und die 

gesundheitliche Probleme sowie die diesbezüglichen Schutzbedürfnisse 

E-1377/2014 

Seite 26 

des Beschwerdeführers 1 präzise und umfassend informiert werden. Zu-

dem wäre in Betracht zu ziehen, den Beschwerdeführer 1 auf der Reise 

nach Ägypten von einer psychiatrischen Fachkraft begleiten zu lassen und 

sicherzustellen, dass er sowohl für die Reise als auch für die Übergabe an 

die involvierten Personen respektive Stellen die notwendige Medikamen-

tierung erhält. 

7.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar.  

7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den 

Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 600. festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1377/2014 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.‒ werden den Beschwerdeführern aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Christa Luterbacher Regina Derrer 

 

 

Versand: