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**Case Identifier:** ba72db64-4b70-515f-bf65-b36d9afeaef9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.08.2014 200 2013 1134
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-1134_2014-08-06.pdf

## Full Text

200 13 1134 UV
FUR/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. August 2014

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 29. November 2013 (08.116192/1)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2014, UV/13/1134, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war bei der Visana Versicherungen AG (Visana resp. Beschwerdegegnerin) 
gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als sie sich gemäss 
Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. Juli 2008 (Antwortbeilagen der Visana 
[AB] 1) am 16. Juni 2008 bei einem Sturz vom Fahrrad das linke Handge-
lenk verletzte. Die Visana kam für die Heilbehandlung auf. 

Im Dezember 2012 begab sich die Versicherte wegen Handgelenksbe-
schwerden erneut in medizinische Behandlung (vgl. AB 7 und 9). Die 
Visana zog diverse Arztberichte und einen Aktenbericht ihres beratenden 
Arztes Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
vom 15. August 2013 (AB 38 bis 40) bei. Gestützt darauf verneinte sie mit 
Verfügung vom 4. September 2013 (AB 42 bis 44) ihre Leistungspflicht, da 
der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 16. Juni 
2008 und den jetzigen Handgelenksbeschwerden nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt sei. Daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 67 bis 69) mit 
Entscheid vom 29. November 2013 (AB 72 bis 76) fest. 

B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 20. Dezember 2013 Beschwerde erheben und die Aufhe-
bung des ergangenen Verwaltungsaktes beantragen. Es seien der Be-
schwerdeführerin die Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Un-
fallversicherung für die seit dem Unfall vom 16. Juni 2008 wiederkehrenden 
Beschwerden im linken Handgelenk zu gewähren. Eventuell sei die Ange-
legenheit zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 11. April 2014 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Eventuell sei die Sache zur Neu-
beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 29. Novem-
ber 2013 (AB 72 bis 76). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leis-
tungen der Unfallversicherung für die als Folgen des Ereignisses vom 
16. Juni 2008 geltend gemachten Beschwerden im linken Handgelenk.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs geltend. Der angefochtene Entscheid enthalte kei-
ne inhaltsbezogene Begründung in Bezug auf sämtliche relevante Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren (vgl. Beschwerde, 
S. 5).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Die Begründungspflicht ist wesentli-
cher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 
Abs. 2 BV. Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, den Entscheid ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181).

2.3 Die Beschwerdegegnerin setzte sich mit den Vorbringen der Be-
schwerdeführerin in rechtsgenüglicher Weise auseinander. Dass sie auf-
grund ihrer Wertungen zu einem anderen Ergebnis als die Beschwerdefüh-
rerin kam, stellt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, sondern ist 
eine materielle Frage. Auch der Umstand, dass sie nicht im Detail jede vor-
gebrachte Rüge (namentlich gegen den Aktenbericht von Dr. med. 
C.________ vom 15. August 2013; AB 38 bis 40) einzeln widerlegte, ist 
nicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu qualifizieren, da sich aus 
der beschwerdegegnerischen Begründung insgesamt ergibt, weshalb sie 
dem Aktenbericht vollen Beweiswert beimass und darauf abstellte. So war 
die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin denn auch in der Lage, den 
Einspracheentscheid vom 29. November 2013 sachgerecht anzufechten. 
Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist mithin unbegründet.

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3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2 Die Versicherungsleistungen werden grundsätzlich auch für Rück-
fälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversi-
cherung vom 20. Dezember 1982 [UVV; SR 832.202]). Bei einem Rückfall 
handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 
Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu 
(weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen spricht man, wenn ein 
scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psy-
chische Veränderungen bewirkt, die zu einem völlig anders gearteten 
Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 2003 U 
487 S. 341 E. 2).

Liegt ein Rückfall oder eine Spätfolge vor, so besteht eine Leistungspflicht 
des Unfallversicherers nur dann, wenn zwischen den erneut geltend ge-
machten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-
nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-
menhang besteht. Dabei kann der Unfallversicherer nicht auf der Anerken-
nung des Kausalzusammenhangs beim Grundfall oder einem früheren 
Rückfall behaftet werden (BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 1994 U 206 
S. 327 E. 2 und S. 328 E. 3b). Vielmehr obliegt es dem Leistungsanspre-
cher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem als Rückfall oder Spätfolge postulierten Beschwerdebild und dem Un-
fall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des Unfall-
versicherers (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 26. September 
2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Je grösser der zeitliche Abstand zwischen 
dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, 

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desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des 
natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 1997 U 275 S. 191 
E. 1c).

3.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.4 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

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4.

4.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin am 16. Juni 2008 einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat 
(AB 1; vgl. E. 3.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden aufgetre-
ten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versiche-
rungsleistungen (Heilbehandlungskosten) erbracht. Weiter steht zu Recht 
ausser Frage, dass hier ein Abschluss des Grundfalls auch ohne förmliche 
Mitteilung durch die Beschwerdegegnerin angenommen werden kann (Ent-
scheid des BGer vom 31. Juli 2013, 8C_400/2013, E. 4), zumal mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit der Status quo ante Ende August 2008 er-
reicht war (gemäss Rechnungsauszug erfolgte die letzte Behandlung am 
22. August 2008; AB 39) und die Beschwerdeführerin nach dem Unfaller-
eignis nicht arbeitsunfähig gewesen war bzw. erst seit Ende 2012 erneut 
behandlungsbedürftig ist (vgl. AB 7 und 9). Die der Beschwerdegegnerin im 
Jahre 2012 gemeldeten Beschwerden sind somit als Rückfall zum Unfall 
vom 16. Juni 2008 oder allenfalls als dessen Spätfolge zu beurteilen, was 
die Beschwerdeführerin im Übrigen nicht bestritten hat (vgl. AB 68 Ziff. 3). 
Umstritten ist hingegen, ob die geltend gemachten Beschwerden im linken 
Handgelenk auf das Unfallereignis vom 16. Juni 2008 zurückzuführen sind. 
Die massgeblichen medizinischen Unterlagen zeigen diesbezüglich das 
folgende Bild:

4.1.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Rheumatologie FMH, diagnosti-
zierte im Bericht vom 2. Juni 2008 (AB 29 bis 31) unter anderem Polyar-
thralgien mit Morgensteifigkeit im Fingerbereich (AB 31). Die Röntgenauf-
nahmen der beiden Hände vom 26. Mai 2008 seien unauffällig ausgefallen. 
Weder die bisherigen klinischen Untersuchungsbefunde noch die Laborun-
tersuchungen hätten klare Hinweise auf eine Systemaffektion aus dem in-
ternistischen oder rheumatologischen Formenkreis ergeben. Differential-
diagnostisch komme eine sich etwas atypisch präsentierende Karpaltun-
nelsymptomatik in Frage, weswegen ein neurologisches Konsilium vorge-
schlagen werde (AB 30). 

4.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, hielt im Bericht 
vom 6. Juni 2008 (AB 33 bis 34) als Diagnosen unter anderem Polyarthral-
gien mit Morgensteifigkeit im Fingerbereich fest (AB 34). Bei der Media-

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nusneurographie fänden sich normale Untersuchungsergebnisse. Ein Kar-
paltunnelsyndrom sei somit mit grosser Wahrscheinlichkeit ausgeschlos-
sen. Im Weiteren hätten bei der klinischen Untersuchung auch keine Hin-
weise auf eine andere neurologische Systemaffektion im Sinne einer Poly-
neuropathie oder auf eine zentral myelopathische oder demyelinisierende 
Erkrankung festgestellt werden können (AB 33). 

4.1.3 Dem Auszug aus der Krankengeschichte der F.________ vom 
23. Juni 2008 (AB 4) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor 
einer Woche mit dem Fahrrad auf das linke Handgelenk gestürzt sei. Am 
Anfang habe sie wenig Schmerzen gehabt, diese würden bei Belastung 
(beim Tragen der kleinen Tochter) zunehmen. Es lägen keine Druckdolenz 
und keine Schwellung vor. Die Ulnar- und Radialabduktion sei uneinge-
schränkt. Im Seitenvergleich bestehe eine deutlich eingeschränkte Ex-
tension und Flexion bei Schmerzen in Endstellung.

4.1.4 Im Bericht des Salem-Spitals vom 11. Juli 2008 (AB 28) zur glei-
chentags durchgeführten MRT-Untersuchung der linken Hand wurden ein 
kleinvolumiger Erguss radiokarpal und ein Erguss zwischen Pisiforme und 
Triquetrum festgehalten. Es lägen ödematöse Veränderungen über der 
dorsalen Kapsel radiokarpal mit aber nur mildem Enhancement, ohne 
Nachweis einer relevanten Synovitis, vor. Im Übrigen bestünden normale 
Befundverhältnisse ohne Nachweis einer Synovitis/Tenosynovitis. 

4.1.5 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 17. September 2008 (AB 
27) fest, dass weiterhin Polyarthralgien mit Morgensteifigkeit im Hand- und 
Fingerbereich bestünden. Differentialdiagnostisch ergäben sich klinisch und 
aufgrund der bisher durchgeführten Laboruntersuchungen keine klaren 
Hinweise auf ein systemisch-entzündlich-rheumatisches Leiden. Dieser 
Befund werde zudem durch die MRI-Untersuchung der linken Hand vom 
11. Juli 2008 (AB 28) bestätigt, welche keine Synovitis oder Tenosynovitis 
ergeben habe, die ihrerseits mit einer rheumatoiden Arthritis oder einer 
Kollagenose vereinbar wäre. Der Befund mit Nachweis von etwas Erguss 
im Carpus sei gut mit einem posttraumatischen abklingenden Zustand ver-
einbar. Schliesslich liege auch keine Karpaltunnelsymptomatik vor, welche 
die Beschwerden zu erklären vermöchte. 

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4.1.6 Dem Befundbericht des Röntgeninstituts Brunnhof vom 7. Dezem-
ber 2012 (AB 9) zur gleichentags durchgeführten MRT-Untersuchung der 
linken Hand ist zu entnehmen, dass eine leichtgradige Triscaphoidarthrose 
(STT-Arthrose) und eine am ehesten degenerativ bedingte kleine Zyste im 
Os hamatum bestünden. Ansonsten lägen normale Gelenksverhältnisse im 
Handgelenk, Carpus und Metacarpus vor. Es bestehe eine ausgeprägte 
Tenosynovitis der Extensorensehnen auf der Höhe des Handgelenks, je-
doch sei keine umschriebene Sehnenruptur nachweisbar. Die übrigen Seh-
nen dorsal wie auch volarseits seien intakt. Wahrscheinlich liege ein Status 
nach Zerrung der dorsalen interkarpalen Ligamente vor. 

4.1.7 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, führte im Bericht vom 14. Dezember 2012 (AB 7) aus, es lägen aktu-
ell geringe Beschwerden dorsal vor, welche durch die deutliche Tenosyno-
vitis der Extensorenhemmer erklärt seien. Unklar sei dagegen die deutlich 
eingeschränkte Flexion dorsal. 

4.1.8 Am 27. Februar 2013 berichtete Dr. med. H.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie, Traumatologie des Bewegungsapparates sowie 
Handchirurgie FMH, dass aktuell die Beschwerden in ihrer Genese unklar 
seien. Ein dorsales Handgelenksganglion könne nicht provoziert werden. 
Derzeit liege auch keine Tenosynovialitis vor. Die Bewegungseinschrän-
kung wäre möglicherweise durch eine seinerzeit aufgetretene Kapselband-
läsion erklärbar, sollte aber nicht in der jetzigen Form schmerzhaft sein. 
Unklar sei insbesondere das aktuell deutlich vorliegende Zahnradphäno-
men bei Prüfung der ROM für Flexion und Extension. Der Arzt diagnosti-
zierte eine erhebliche Bewegungseinschränkung radiokarpal bei fokaler 
Dystonie und beginnender STT-Arthrose. Geplant sei eine erneute neuro-
logische Untersuchung (wie bereits damals im Jahr 2008; AB 12). 

4.1.9 Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie FMH, diagnostizierte 
im Bericht vom 8. März 2013 (AB 17 f.) Schmerzen und eine Bewegungs-
einschränkung des linken Handgelenks nach Velosturz (AB 18). Elektro-
physiologisch zeige sich zwar ein leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom, dies 
jedoch beidseits und mit Betonung der rechten Seite. Hier handle es sich 
wohl um einen koinzidentellen Befund. Für die fokale Dystonie für die Ex-
tension und Flexion im linken Handgelenk finde sich allerdings keine neuro-

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logische Ursache. Das Beschwerdebild bleibe somit aus neurologischer 
Sicht unerklärt (AB 17). 

4.1.10 Der beratende Arzt Dr. med. C.________ führte in der Aktenbeurtei-
lung vom 15. August 2013 (AB 38 bis 40) aus, der am 12. September 2008 
festgestellte Erguss und das Ödem über der dorsalen Kapsel radiokarpal 
(passend zu den allfälligen Vernarbungen der dorsalen Ligamente vom 
7. Dezember 2012) sei eine unfallkausale Distorsionsfolge. Die neu festge-
stellten Befunde (Tenosynovitis der Extensorensehne, beginnende STT-
Arthrose [betroffen seien dabei das Kahnbein sowie das grosse und kleine 
Vieleckbein], Einschränkung der Extension/Flexion) seien nicht überwie-
gend wahrscheinlich unfallkausal. Nach dem Unfall vom 16. Juni 2008 sei 
der Erguss karpal und pisotriquetral (Handgelenk kleinfingerwärts) gewe-
sen. Die STT-Arthrose liege am Handgelenk daumenwärts. Die MRI-
Aufnahmen von 2008 hätten keine Hinweise auf eine Verletzung im Bereich 
dieser Gelenke/Knochen gezeigt. Zudem habe nach dem Unfall auch keine 
Tenosynovitis festgestellt werden können. Die Einschränkung der Beweg-
lichkeit sei dystoniebedingt und damit unfallfremd. Die Ursache der Hand-
gelenksbeschwerden werde von den Spezialisten weiterhin als unklar be-
schrieben. Ausserdem seien während gut vier Jahren keine Befunderhe-
bungen erfolgt. Zusammenfassend bestehe mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit kein Kausalzusammenhang zwischen den jetzigen Be-
schwerden und dem besagten Unfallereignis (AB 38). 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich im hier angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 29. November 2013 (AB 72 bis 76) massgeblich auf den 
Bericht von Dr. med. C.________ vom 15. August 2013 (AB 38 bis 40) ge-
stützt. Dieser erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 4.2 hiervor). Die darin enthaltenen Feststellungen sind in Kenntnis und 
Würdigung sämtlicher medizinischer Vorakten getroffen worden. Wie sich 
nachfolgend ergibt, sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge einleuchtend, und die gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand und zur Kausalität werden nachvollzieh-
bar begründet, so dass darauf abzustellen ist. Demnach sind die neu fest-
gestellten Befunde (Tenosynovitis der Extensorensehne, beginnende STT-
Arthrose, Einschränkung der Extension/Flexion) nicht überwiegend wahr-
scheinlich unfallkausal bzw. besteht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
kein Kausalzusammenhang zwischen den jetzigen Handgelenksbeschwer-
den links und dem Unfallereignis vom 16. Juni 2008 (AB 38). Diese Beurtei-
lung lässt sich ohne weiteres in das von sämtlichen behandelnden Ärzten 
gezeichnete Gesamtbild einfügen. Soweit sich in den medizinischen Be-
richten Formulierungen wie bspw. "Status nach Sturz" oder „Bewegungs-
einschränkung des linken Handgelenks nach Velosturz“ (AB 9 und 18) fin-
den, ist zu beachten, dass diese nur eine anamnestische Feststellung tref-
fen und als solche keiner hinreichenden Aussage zur Kausalität entspre-
chen (Entscheid des BGer vom 16. Juni 2005, U 264/04, E. 4.1).

Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. 
Zunächst spricht die Tatsache, dass es sich bei der Einschätzung von Dr. 
med. C.________ vom 15. August 2013 (AB 38 bis 40) um eine reine Ak-

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tenbeurteilung handelt (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. 31), nicht gegen deren 
Beweiswert. So konnte sich Dr. med. C.________ aufgrund vorhandener 
Unterlagen mit ausreichenden, auf persönlichen Untersuchungen der Be-
schwerdeführerin beruhenden ärztlichen Beurteilungen ein gesamthaft lü-
ckenloses Bild über Anamnese, Verlauf sowie Gesundheitszustand ma-
chen (RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Er setzte 
sich dabei - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Be-
schwerde, S. 7 Ziff. 31) - ausführlich mit sämtlichen medizinischen Vorak-
ten auseinander. Sodann können die anamnestisch festgehaltenen Anga-
ben der Beschwerdeführerin zu den seit dem Unfall persistierenden Hand-
gelenksbeschwerden (vgl. bspw. AB 18) nicht über den Umstand hinweg-
täuschen, dass die Beschwerdeführerin während gut vier Jahren (zwischen 
2008 und 2012; vgl. E. 4.1 hiervor) keine ärztliche Behandlung wegen 
Handgelenksbeschwerden in Anspruch nahm. Beweismässig kann dies nur 
so gewertet werden, dass keine dauernden Schmerzen vorlagen. Eine Brü-
ckensymptomatik lässt sich somit auch unter Berücksichtigung der Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin nicht begründen, was dazu führt, dass nicht 
nur ein Rückfall oder eine Spätfolge, sondern auch eine direkte Unfallfolge 
auszuschliessen ist.

4.4 Zusammenfasend ist die Beschwerdegegnerin gestützt auf den 
überzeugenden Bericht von Dr. med. C.________ vom 15. August 2013 
(AB 38 bis 40) zu Recht davon ausgegangen, dass mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit kein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereig-
nis vom 16. Juni 2008 und den jetzigen Beschwerden im linken Handge-
lenk besteht. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich damit (anti-
zipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d S. 162).

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
29. November 2013 (AB 72 bis 76) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde 
ist offensichtlich unbegründet und deshalb abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2014, UV/13/1134, Seite 13

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana Versicherungen AG 
- Bundesamt für Gesundheit 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.