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**Case Identifier:** 02f62a4f-b01c-5c28-9cfe-a4092d87000e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.06.2018 200 2017 956
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-956_2018-06-07.pdf

## Full Text

200 17 956 IV
GRD/RUM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Juni 2018

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. September 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 15. Oktober 2015 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 1). Die 
IVB holte erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und stellte der Ver-
sicherten mit Vorbescheid vom 20. Oktober 2016 bei einem Invaliditätsgrad 
von 20 % die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht (AB 31). Nach-
dem die Versicherte am 27. Oktober und 28. November 2016 Einwand er-
hoben hatte (AB 33, 35), veranlasste die IVB eine polydisziplinäre Begut-
achtung (MEDAS-Gutachten vom 22. Mai 2017 [AB 56.1]). Gestützt darauf 
lehnte die IVB nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 61, 
66) mit Verfügung vom 27. September 2017 bei einem Invaliditätsgrad von 
20 % einen Rentenanspruch ab (AB 68).

B.

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2017 erhob die Versicherte Beschwerde. Sie 
beantragt, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr eine IV-
Rente zuzusprechen. Zudem sei ihr bezüglich der Verfahrenskosten die un-
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2017 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 5. Dezember 2017 hiess der Instrukti-
onsrichter das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung betreffend der 
Verfahrenskosten gut.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 27. September 2017 (AB 68). 
Streitig ist der Anspruch auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-

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unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall an-

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hand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin-
dest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es dar-
an, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbe-
lastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt 
für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggra-
vation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
E. 2.2.1 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädi-
gung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normati-
ven Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene 
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindern-
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen Ei-
genschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 
S. 297), welche sich in die Kategorien „funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 
S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsras-
ter ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-

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werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be-
stimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Ein-
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe-
rungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 27. September 2017 (AB 68) ba-
siert in medizinischer Hinsicht auf dem polydisziplinären (allgemeininternis-
tischen, neurologischen, orthopädischen und psychiatrischen) Gutachten 

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der B.________ (MEDAS) vom 22. Mai 2017 (AB 56.1). In der Expertise 
wurden folgende Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufge-
führt (AB 56.1/39 f. Ziff. 8.1.1):

 Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.40)
 Polyneuropathisches Schmerzsyndrom bei sensibler Polyneuropa-

thie unklarer Genese (auch nutritiv-toxisch) mit Rumpfataxie

Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
wurden ferner festgehalten (AB 56.1/40 Ziff. 8.1.2):

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 
F33.4)

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkoholabhängigkeits-
syndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10, F10.20)

 Akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10, Z73.1)
 Dranginkontinenz leichten Grades (unklarer Genese)
 Rezidivierende Lumbalgien ohne Hinweise auf radikuläre Beteili-

gung
 Schmerzen tieflumbal und mittlere BWS bei degenerativen Verände-

rungen der LWS (radiologisch verifiziert Februar 2010)
 Status nach Ermüdungsfraktur Metatarsale II rechts, voll ausgeheilt
 Status nach Fraktur Grundphalanx Dig. V Fuss rechts, schmerzfrei, 

Bewegungseinschränkung im PIP-Gelenk
 Status nach Smith fracture Radius links, nach offener Reposition 

und Plattenosteosynthese nach Metallentfernung, schmerzfrei, mini-
me Einschränkung der Dorsalextension

 Leichte Insuffizienz des medialen Seitenbandes Knie rechts
 Adipositas Grad I

Aus allgemein-internistischer und orthopädischer Sicht ergäben sich keine 
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Sicht liege in der 
angestammten Tätigkeit als … bzw. … eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % 
vor (auch bedingt durch eine Minderung des Rendements um 30 %). Aus 
psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit als … bzw. … durch die anhal-
tende somatoforme Schmerzstörung mit eingeschränkter Ausdauer mässig 
beeinträchtigt. Es resultiere eine (quantitative) Reduktion der Arbeitsfähig-
keit um 50 %. Die Arbeitstätigkeit sollte eine Pause ermöglichen (z.B. 2 x 2 
bis 2.5 Stunden Arbeit und dazwischen eine Pause). Die Arbeitsunfähigkeit 
in der angestammten Tätigkeit beginne 2013. Die somatoforme Schmerz-
störung mit eingeschränkter Ausdauer reduziere die Arbeitsfähigkeit in je-
der körperlich zumutbaren Tätigkeit (quantitativ) um 50 %. In einer adap-
tierten Tätigkeit liege aus neurologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 
80 % vor, vermutlich – soweit retrospektiv beurteilbar – ebenfalls seit Mai 
2013. Aus psychiatrischer Sicht könne die Versicherte keine Tätigkeiten 

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ausüben, die eine erhöhte Verantwortung und erhöhte Ansprüche an daue-
rhafte Konzentration beinhalteten. Es könne auch keine Tätigkeit ausgeübt 
werden, die die vorhandenen Schmerzen und Empfindungsstörungen in 
den Füssen verstärkten. Nicht zugemutet werden sollten Tätigkeiten mit 
höheren Anforderungen an den Gleichgewichtssinn und der Überwindung 
von Höhendifferenz, ferner Tätigkeiten, die nicht selbstbestimmt unter-
brechbar seien. Toiletten sollten in der Nähe sein. Tätigkeiten unter Zeit-
druck seien (wegen der Notwendigkeit, zwischenzeitlich zur Entlastung und 
für kleinere Pausen zu unterbrechen) nicht möglich. Weitere Einschränkun-
gen ergäben sich aus neurologischer Sicht nicht (AB 56.1/39-44)

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-
dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 27. September 2017 (AB 56.1) ist um-
fassend, beruht auf einlässlichen anamnestischen Erhebungen sowie eige-
nen fachärztlichen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Be-
schwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten erstellt. Die Gutachter ha-
ben die Befundlage sorgfältig erhoben und die von ihnen gestellten Dia-

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gnosen überzeugend begründet. Auf das Gutachten ist damit, soweit die 
Befundlage und Diagnostik betreffend, abzustellen.

3.4 In somatischer (neurologischer) Hinsicht gingen die Gutachter nach-
vollziehbar von einer Leistungseinschränkung von 20 % auch in adaptierten 
Tätigkeiten aus. Grund hierfür sind die auf die diagnostizierte Polyneuropa-
thie zurückzuführenden Sensibilitätsstörungen und damit einhergehend ei-
ne Rumpfinstabilität sowie die – jedoch nicht im gesamten Umfang objekti-
vierbaren – neuropathischen Schmerzen (AB 56.1/35). Aus orthopädischer 
Sicht besteht gemäss Gutachten ein sehr gutes Ergebnis nach der im Sep-
tember 2015 (vgl. AB 18.2) operativ behandelten Smith fracture am Radius 
links. Die verbleibende minime, völlig schmerzfreie Einschränkung der Dor-
salextension schränkt die Arbeitsfähigkeit nicht ein (AB 56.1/29 f.). Glei-
ches gilt bezüglich der seit der Ermüdungsfraktur Metatarsale II rechts und 
der Fraktur der Zehe V rechts (beides Ende 2013; vgl. AB 13/2 f.) persistie-
renden Bewegungseinschränkung im PIP-Gelenk der Zehe. Aus den übri-
gen Akten ergibt sich nichts Gegenteiliges und auch in der Beschwerde 
wird in somatischer Hinsicht nichts gegen die gutachterliche Einschätzung 
vorgebracht.

3.5

3.5.1 In psychiatrischer Hinsicht haben die Gutachter nachvollziehbar und 
überzeugend begründet, dass abgesehen von der somatoformen Schmerz-
störung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. 
Insbesondere konnten die Gutachter im Rahmen ihrer Untersuchung (Ende 
April 2017) weder eine relevante depressive Symptomatik noch eine Angst-
symptomatik feststellen (AB 56.1/23). Die zuvor im Verlaufsbericht der Kli-
nik C.________ vom 7. Juni 2016 beschriebene rezidivierende depressive 
Störung, mittelgradige bis schwere Episode (AB 27/2), konnte von den 
Gutachtern mit Blick auf die damals erhobene Befundlage nicht bestätigt 
werden (AB 56.1/22). Zudem ist widersprüchlich, dass im erwähnten Be-
richt der Klinik C.________ trotz des diagnostizierten mittelgradigen bis 
schweren Grades der Depression von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit aus-
gegangen wurde (AB 27/3 f.); gemäss den klinisch-diagnostischen Leitlini-
en könnte ein Patient mit dieser Diagnose eine berufliche Aktivität nur unter 
erheblichen Schwierigkeiten bzw. nur sehr begrenzt fortsetzen (DIL-

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LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 173 f.). Sodann spricht auch die damals lediglich alle 3-4 Wochen 
durchgeführte ambulante Psychotherapie (AB 27/3 Ziff. 7) gegen eine 
schwerere Depression. Der Bericht der Klinik C.________ vom 7. Juni 
2016 und die beiden nachfolgenden „Stellungnahmen“ vom 14. November 
2016 (AB 35/3-5) und 12. September 2017 (AB 66/3 f.) vermögen das Gut-
achten somit nicht in Zweifel zu ziehen. Dies umso mehr, als in der Stel-
lungnahme vom 12. September 2017 offenkundig nicht mehr weiter von 
einem depressiven Geschehen ausgegangen, sondern die Diagnose einer 
somatoformen Schmerzstörung bestätigt wird (AB 66/3 f.). Nicht zu bean-
standen ist weiter, dass die Gutachter dem Alkoholabhängigkeitssyndrom 
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen haben. Denn nach 
ständiger Rechtsprechung begründet Alkoholismus für sich allein keine 
Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine solche Sucht invali-
denversicherungsrechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder ei-
nen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psy-
chischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden ein-
getreten ist, oder wenn sie selbst Folge eines körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 
124 V 265 E. 3c S. 268; SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7 E. 2.2.1). Beides war und 
ist vorliegend gemäss Gutachten nicht der Fall (AB 56.1/23). Was schliess-
lich die akzentuierten Persönlichkeitszüge anbetrifft, handelt es sich dabei 
um eine sog. Z-Diagnose, welche als solche unbeachtlich ist (vgl. SVR 
2008 IV Nr. 15 S. 45 E. 2.2.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
2. Juni 2015, 9C_780/2014, E. 4.1.1) und was auch nach der Rechtspre-
chungsänderung zu den psychischen Störungen gilt (BGE 143 V 409 und 
418).

3.5.2 Nach dem Dargelegten liegt hauptsächlich eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) vor, welche – gemäss gutachterli-
cher Einschätzung – die Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht in 
jeder Tätigkeit um 50 % reduziert. Was nun jedoch die Folgenabschätzung 
der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigung für die Arbeitsfähigkeit 
anbetrifft, kommt dem Arzt – entgegen der in der Beschwerde und im Be-
richt der Klinik C.________ vom 12. September 2017 (AB 66/3 f.) offenbar 

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vertretenen Auffassung – keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 196). Vielmehr ist entsprechend der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung (unbesehen der psychiatrischen Diagnosen; 
BGE 143 V 409 ff. und 418 ff.) die sozialversicherungsrechtliche Massgeb-
lichkeit der im Gutachten aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfä-
higkeit von 50 % im Rahmen einer Prüfung der sog. Standardindikatoren zu 
validieren (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 S. 297 f.; vgl. E. 2.2.3 hiervor).

3.5.3 Die diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-
10: F45.4; AB 56.1/25) hält unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgrün-
de nach BGE 131 V 49 stand (vgl. E. 2.3.3 hiervor), zumal anlässlich der 
gutachterlichen Untersuchung zwar eine der somatoformen Schmerz-
störung inhärente Verdeutlichung, darüber hinaus jedoch weder eine Ag-
gravation noch eine Simulation festgestellt wurde (AB 56.1/23).

Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie «funktionel-
ler Schweregrad» (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.). Mit Bezug auf den 
Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) er-
gibt sich Folgendes:

Was die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome an-
belangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.), berichtete die Beschwer-
deführerin anlässlich der gutachterlich-psychiatrischen Untersuchung über 
massive Einschränkungen infolge der Schmerzen und Empfindungsstörun-
gen in den Füssen und Unterschenkeln, so dass das Ausmass der be-
schriebenen Schmerzen für den Gutachter nach eigenen Angaben massiv 
zu sein schien (AB 56.1/23). Anlässlich der neurologischen Untersuchung 
beschrieb die Beschwerdeführerin ihr Leiden jedoch viel weniger drastisch; 
in den Füssen bestehe ein dumpfes Gefühl mit verminderter Wahrnehmung 
der sensiblen Empfindungen, einem überlagernden Gefühl des Ameisen-
laufens sowie einem belastungs- und bewegungsabhängigen Schmerz. 
Hinsichtlich der jahrelangen belastungs- und positionsabhängigen Rücken-
schmerzen kenne sie ihre Belastungsgrenzen und vermeide körperlich be-
lastende, schwere Tätigkeiten sowie ungünstige Körperpositionen. Der Rü-
ckenschmerz sei rein lokal und strahle nicht in die Beine oder in die Leis-
tenbereiche aus. Darüber hinaus habe sie immer wieder, vor allem beim 
Liegen, stechende Schmerzen im Brustraum mit dem Gefühl einer Luftnot 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 12

(AB 56.1/32). Sodann ist dem Gutachten zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin keine Schmerzmedikation einnimmt (AB 56.1/32). 
Schliesslich wurden seitens des psychiatrischen Gutachters aufgrund der 
Schmerzen allein leichte bis höchstens mässige Beeinträchtigungen der 
Funktionsfähigkeit beschrieben (AB 56.1/24 Ziff. 5.4.4). Unter diesen Um-
ständen bestand bzw. besteht kein schweres psychiatrisches Krankheitsge-
schehen und die diagnoserelevanten Befunde und Symptome, namentlich 
ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz (vgl. DILLING et al., 
a.a.O., S. 233), waren jedenfalls nicht erheblich ausgeprägt.

Bezüglich Behandlungserfolg bzw. -resistenz (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nach An-
gaben im Gutachten zwar nach wie vor in der Klinik C.________ in ambu-
lanter psychiatrischer Betreuung steht (AB 56.1/21 Ziff. 5.4.1). Es sei dort 
jedoch weder eine störungsspezifische, intensive psychotherapeutische 
noch eine medikamentöse Behandlung eingeleitet worden (AB 56.1/22 Ziff. 
5.4.2). Damit übereinstimmend finden sich in den Akten seit dem Bericht 
der Klinik C.________ vom 7. Juni 2016 (die damalige ambulante psycho-
therapeutisch-psychiatrische Behandlung beschränkte sich auf drei- bis 
vierwöchentliche Termine; AB 27/3 Ziff. 7) keine weiteren medizinischen 
Angaben, die auf eine konsequent durchgeführte und insbesondere hinrei-
chende Psychotherapie sowie Medikation schliessen liessen. Soweit letzte-
res in der Beschwerde gestützt auf die (im Vorbescheidverfahren einge-
reichte) Stellungnahme der Klinik C.________ vom 12. September 2017 
(AB 66/3 f.) allein behauptet wird, vermag dies deshalb nicht zu überzeu-
gen. Zusammenfassend ist nicht rechtsgenüglich erstellt, dass die thera-
peutischen Optionen voll ausgeschöpft sind. Damit verbietet sich die An-
nahme einer Behandlungsresistenz, was ebenfalls gegen eine rechtserheb-
liche Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit spricht.

Die bisherigen Kriterien der «psychiatrischen Komorbidität» und «körperli-
chen Begleiterkrankung» wurden zu einem einheitlichen Indikator zusam-
mengefasst. Relevant ist die Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen 
und sonstigen Bezüge des psychosomatischen Leidens zu sämtlichen be-
gleitenden krankheitswertigen Störungen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.). Gemäss den Angaben im Gutachten werden die Schmerzemp-

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findungsstörungen und die Funktionseinschränkungen ihrerseits durch die 
emotionale Instabilität, insbesondere durch die depressiven Phasen, noch 
verstärkt (AB 56.1/23). Allerdings haben die Gutachter (wie in E. 3.5.1 hier-
vor dargelegt wurde) nachvollziehbar dargelegt, dass die rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig remittiert, keine Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit hat, womit auch keine Wechselwirkungen zu berücksichtigen sind. 
Gleiches gilt hinsichtlich der invalidenversicherungsrechtlich nicht massge-
benden weiteren psychiatrischen Diagnosen (vgl. E. 3.5.1 hiervor) sowie 
bezüglich der im Gutachten erwähnten (AB 56.1/23) invaliditätsfremden 
psychosozialen Faktoren (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Was schliesslich den somatischen Gesundheitsscha-
den (Polyneuropathie; vgl. E. 3.4 hiervor) anbelangt, werden im Gutachten 
keine über die objektivierbaren somatischen Einschränkungen hinausge-
henden Wechselwirkungen festgehalten. 

Dafür, dass der Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
einer Erwerbstätigkeit entgegensteht, bestehen keine Anhaltspunkte. Abge-
sehen von einer gewissen Inflexibilität, die sich anhand der Anamnese und 
des Verhaltens im Gespräch gezeigt habe, hielten die Gutachter im Psy-
chostatus keine weiteren Besonderheiten oder Abnormitäten betreffend die 
Persönlichkeit fest (AB 56.1/19 f. Ziff. 5.3.1). Zwar seien Persönlichkeitsak-
zentuierungen im Sinne von Instabilität und zwischenmenschlichen Proble-
men vorhanden und es sei sehr wahrscheinlich, dass die Persönlichkeitss-
truktur die Beschwerdeführerin in deren Leben in mancherlei Hinsicht be-
einträchtigt habe (AB 56.1/24). Ob überhaupt und gegebenenfalls welche 
Beeinträchtigungen aufgrund der Persönlichkeitsstruktur noch bestehen, 
wird im Gutachten jedoch nicht dargelegt. Insbesondere wird auch nicht 
ausgeführt, dass und inwiefern die erwähnte Instabilität die Arbeitsaufnah-
me erschwert oder verhindert. Umgekehrt werden als persönliche Ressour-
cen eine gute Intelligenz und Sprachgewandtheit (AB 56.1/24), ebenso wie 
eine intakte Selbstbehauptungsfähigkeit sowie eine uneingeschränkte Kon-
taktfähigkeit zu Dritten und Gruppenfähigkeit (AB 56.1/25) aufgeführt.

Auch der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
spricht gegen die rechtliche Anerkennung der geltend gemachten Ein-
schränkungen, hält doch das soziale Umfeld bedeutende Ressourcen be-

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reit. Gemäss eigenen Angaben anlässlich der Untersuchung – welche als 
sog. spontane „Aussagen der ersten Stunde“ nach der entsprechenden im 
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismaxime in der Regel unbefan-
gener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 
anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 
E. 8c S. 143; SVR 2016 UV Nr. 44 S. 147 E. 3.5) – geht die Beschwerde-
führerin einkaufen, unternimmt regelmässige Spaziergänge und kleine Aus-
flüge am Wochenende, hat einige gute Freunde und nimmt bei Bedarf die 
Hilfe ihrer Nachbarn in Anspruch (AB 56.1/15). Gestützt darauf kann von ei-
nem sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens keine Rede sein. 
Demgegenüber erscheint die im Vorbescheidverfahren abgegebene gegen-
teilige Darstellung des behandelnden Arztes im Bericht der Klinik 
C.________ vom 12. September 2017 (AB 66/3 f.) nachgeschoben und 
vermag nicht zu überzeugen. 

3.5.4 In der Gesamtbetrachtung fehlt es am erforderlichen funktionellen 
Schweregrad der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Die Indika-
torenprüfung gemäss BGE 141 V 281 zeigt weder im Komplex Gesund-
heitsschädigung noch im Komplex Persönlichkeit noch im Komplex Sozia-
ler Kontext eine negative Beeinflussung. Eine eingehende Konsistenzprü-
fung (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.) erübrigt sich vor diesem Hintergrund 
(vgl. Entscheid des BGer vom 21. April 2016, 9C_367/2015, E. 4). Dem-
nach besteht kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden, wo-
mit – entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung – allein die 
im Gutachten aus somatischer Sicht postulierte Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit (vgl. E. 3.4 hiervor) massgebend bleibt. Diese beträgt somit in 
einer leidensadaptierten Tätigkeit 80 % (gemäss Gutachten seit Mai 2013; 
AB 56.1/42 Ziff. 9.2.1). Die der Beschwerdeführerin aufgrund der im Sep-
tember 2015 erlittenen, operativ behandelten Radiusfraktur im Handgelenk 
links attestierte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit dauerte nur wenige Wochen 
(AB 18.2/1; vgl. AB 56.1/30 Ziff. 6.6.2) und ist somit nicht zu berücksichti-
gen (vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die In-
validenversicherung [IVV; SR 831.201]; vgl. zudem E. 4.2 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 15

4.

Auf dieser Basis ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. 
E. 2.4 hiervor).

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der tatsäch-
lichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierba-
re Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und 
Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf 
sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberück-
sichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten 
persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 V 28 
E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Dabei gilt es zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 16

S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

4.2 Der Beschwerdeführerin wurde ab August 2015 eine Arbeitsunfähig-
keit von 50 % attestiert (AB 27/3). Die IV-Anmeldung erfolgte am 15. Okto-
ber 2015 (AB 1/1). Damit ist der hypothetische Rentenbeginn unter Berück-
sichtigung des Wartejahres und der sechsmonatigen Karenzfrist auf Anfang 
August 2016 festzulegen (Art. 28 Abs. 1 lit. b und Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG). 
Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durchzuführen. 

4.3 Die Beschwerdeführerin ist seit September 2013 arbeitslos bzw. 
nicht mehr erwerbstätig. Sie verfügt über eine ausländische Ausbildung zur 
… (ohne Anerkennung in der Schweiz) und war nach ihrer Einreise bei ver-
schiedenen Arbeitgebern als … und … tätig (AB 1/4, 12/1, 16/1, 23/2, 
56.1/15 Ziff. 3.1.2). Laut dem gutachterlichen Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
E. 3.5.4 hiervor und AB 56.1/42 Ziff. 9.2.1 f.) sind ihr angepasste Ver-
weistätigkeiten mit einem Pensum von 80 % in verschiedenen Wirtschafts-
bereichen zumutbar. Allein das Alter der Beschwerdeführerin (im Zeitpunkt 
der Erstattung des Gutachtens [vgl. BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462] 59 Jah-
re; AB 1/1, 56.1/1) führt unter Berücksichtigung, dass Hilfstätigkeiten al-
tersunabhängig nachgefragt werden (Entscheid des BGer vom 10. Septem-
ber 2013, 8C_345/2013, E. 4.3.2), noch nicht zur Unverwertbarkeit der 
Restarbeitsfähigkeit (vgl. Beschwerde, S. 2). Aber auch bei zusätzlicher 
Berücksichtigung der aus gutachterlich-neurologischer Sicht formulierten 

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Bedingungen an einen Arbeitsplatz (keine erhöhten Anforderungen an den 
Gleichgewichtssinn und die Überwindung von Höhendifferenzen; keine 
Arbeiten, die nicht selbstbestimmt unterbrochen werden können; kein Zeit-
druck [AB 56.1/42 Ziff. 9.2.2]) ergibt sich nichts anderes, zumal der nach 
Art. 16 ATSG hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt rechtsprechungs-
gemäss durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfra-
ge nach Arbeitskräften gekennzeichnet ist sowie einen Fächer verschie-
denster Tätigkeiten aufweist und zwar sowohl bezüglich der dafür verlang-
ten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich 
des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; SVR 2008 IV Nr. 
62 S. 205 E. 5.1).

Sind unter diesen Umständen Validen- und Invalideneinkommen ausge-
hend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue 
Ermittlung; diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Tabellenlohnabzugs (Ent-
scheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Selbst wenn entgegen 
der angefochtenen Verfügung (AB 68/2) namentlich mit Blick auf die (auf-
geführten) Anforderungen an den Arbeitsplatz sowie das invaliditätsbedingt 
allein noch zumutbare Teilpensum ein Tabellenlohnabzug von maximal 
10 % gewährt würde, resultierte nach dem Dargelegten mit 22 % (20 % + 
[20 % x 0.10]) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad (vgl. Art. 28 Abs. 2 
IVG). Damit verneinte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-
fügung vom 27. September 2017 einen Rentenanspruch im Ergebnis zu 
Recht. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die unterliegende Beschwerdeführe-
rin hat damit grundsätzlich die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, zu bezahlen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2018, IV/17/956, Seite 18

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege betreffend 
die Verfahrenskosten vom 30. Oktober 2017 gut. Die Beschwerdeführerin 
ist damit – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG 
i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-
ber 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald sie innert zehn Jahren nach Ab-
schluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage ist – vorläufig von der 
Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
zum Vornherein keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.