# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1f88f77-943f-5c4f-8a1e-355515123596
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-18
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 18.02.2022 Z1 2021 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_Z1-2021-9_2022-02-18.pdf

## Full Text

20220124_145354_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2021 9

Oberrichter lic.iur. P. Huber, Abteilungspräsident
Oberrichter Dr.iur. F. Horber
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiberin MLaw K. Fotsch

Urteil vom 18. Februar 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch RA MLaw B.________,
Klägerin und Berufungsklägerin,

gegen

C.________ GmbH,
Zustelladresse: E.________ 
Beklagte und Berufungsbeklagte,

betreffend

Forderung
(Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Zug, Einzelrichter, vom 12. März 2021)

Seite 2/11

Rechtsbegehren

Klägerin und Berufungsklägerin

1. Das Urteil des Kantonsgerichts Zug sei aufzuheben und es sei die Beklagte zu verurteilen, der Klägerin 
CHF 11'480.55 zzgl. 5 % Zins seit dem 1. Dezember 2019 zu bezahlen. In diesem Umfang sei der in 
der Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamts Risch erhobene Rechtsvorschlag aufzuheben.

2. Eventualiter sei das Urteil des Kantonsgerichts Zug aufzuheben und die Sache im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST für beide Verfahren (vereinfachtes Verfahren, 
Berufungsverfahren) zu Lasten der Beklagten.

Beklagte und Berufungsbeklagte

1. Das Urteil des Kantonsgerichts und/oder der Rechtsvorschlag sei nicht aufzuheben.

2. Das Urteil des Kantonsgerichts sei nicht aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST für beide Verfahren zu Lasten der Klägerin.

Sachverhalt

1. Die C.________ GmbH (nachfolgend: Beklagte) hat ihren Sitz in Rotkreuz. Sie bezweckt die 
Erbringung von Dienstleistungen, insbesondere ________. Gesellschafter und 
Geschäftsführer der Beklagten sind E.________ (Vorsitzender der Geschäftsführung) und 
F.________, je mit Einzelzeichnungsberechtigung.

Die A.________ AG (nachfolgend: Klägerin) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Zug, die 
den Betrieb eines Inkassobüros bezweckt.

2.1 Am 24. Juli 2018 unterzeichneten E.________ und F.________ namens der Beklagten ein in 
englischer Sprache verfasstes und mit "Agreement between A.________ AG and the 
following client" betiteltes Dokument (act. 1/5). Dieses Dokument enthält nebst den 
Kontaktangaben der Beklagten und den "General terms and conditions" (Allgemeine 
Vertragsbedingungen) folgende Tariftabelle:

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2.2 Mit Schreiben vom 25. Juli 2018 bestätigte die Klägerin den ihr von der Beklagten erteilten 
Auftrag betreffend eine Forderung über EUR 139'950.00 zuzüglich Zins zu 5 % seit 31. Juli 
2018 gegenüber der G.________ (nachfolgend: Schuldnerin) mit Sitz in Sleidinge, Belgien. 
Im Weiteren wies die Klägerin darauf hin, dass dem Auftrag die "Tarife und allgemeinen 
Geschäftsbedingungen [der Klägerin] gemäss Vereinbarung" zugrunde lägen. Diese waren 
der Auftragsbestätigung erneut – diesmal in deutscher Sprache und ohne Hervorhebungen – 
beigelegt (act. 1/6). Die Beklagte hat diese Auftragsbestätigung unbestrittenermassen er-
halten (act. 15 Ziff. 7).

2.3 Nachdem die Schuldnerin auf ein Mahnschreiben der Klägerin nicht reagiert hatte, übergab die 
Klägerin den Fall mit dem Einverständnis der Beklagten an ihre Partnerin in Belgien (act. 1/7-8, 
act. 15 Ziff. 20). Diese konnte die Schuldnerin zwar dazu bringen, am 24. Dezember 2018 eine 
Abzahlungsvereinbarung zu unterzeichnen (act. 1/11-12). Die Schuldnerin geriet jedoch nach 
der Zahlung weniger Raten in Verzug, worauf sich die Beklagte damit einverstanden erklärte, 
die Forderung in Belgien gerichtlich durchzusetzen (act. 1/14). Mit Urteil des "Nederlandstalige 
ondernemingsrechtbank Brussel" [Niederländisches Handelsgericht Brüssel] vom 18. Oktober 
2019 wurde die Schuldnerin zu einer Zahlung von EUR 113'292.00 sowie EUR 1'250.00 
verpflichtet. Sie fiel allerdings kurze Zeit später in Konkurs (act. 1/19-21), womit die Forderung 
uneinbringlich wurde. 

2.4 Am 18. November 2019 stellte die Klägerin der Beklagten zunächst per E-Mail und am 
26. November 2019 auch noch per Post einen Betrag von insgesamt CHF 11'480.55 
(CHF 9'947.90 [= CHF 10'000.00 Auslagen + CHF 8'710.00 Grundgebühr und Honorar + 
CHF 1'194.85 Erfolgsprovision ./. CHF 9'956.95 Zahlungen der Schuldnerin] zuzüglich 
CHF 1'532.65 MWST) in Rechnung (act. 1/21-22).

3.1 Nachdem sich die Beklagte geweigert hatte, diese Rechnung zu bezahlen, reichte die 
Klägerin am 16. Oktober 2020 beim Kantonsgericht Zug gegen die Beklagte eine Klage auf 
Zahlung von CHF 11'480.55 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 2019 ein. 
Gleichzeitig beantragte sie, der von der Beklagten in der Betreibung Nr. D.________ des 
Betreibungsamtes Risch erhobene Rechtsvorschlag sei aufzuheben (act. 1).

3.2 In der Klageantwort vom 6. November 2020 beantragte die Beklagte die vollumfängliche und 
kostenfällige Abweisung der Klage (act. 5). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, 
eine Vergütung von Leistungen der Klägerin nach Aufwand sei nicht vereinbart gewesen. 
Vielmehr seien nach ihrem Verständnis des Vertrags lediglich eine Basis-Pauschale von 
CHF 200.00 und im Erfolgsfall eine Provision von 12 % geschuldet. In den Vertrag hätte sie 
nie eingewilligt, wenn das Risiko bestanden hätte, dass sie am Ende mehr bezahlen müsste, 
als von der Schuldnerin eingetrieben werden könne.

3.3 An der Parteibefragung und Hauptverhandlung vom 15. Januar 2021 hielten beide Parteien 
an ihren jeweiligen Standpunkten und Rechtsbegehren fest (act. 12).

3.3 Mit Entscheid vom12. März 2021 wies der Einzelrichter am Kantonsgericht Zug die Klage ab 
und auferlegte die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 1'600.00 der Klägerin. Eine 
Parteientschädigung wurde der Beklagten nicht zugesprochen (act. 20; Verfahren EV 2020 
151).

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4.1 Gegen diesen Entscheid liess die Klägerin mit Eingabe vom 9. April 2021 beim Obergericht 
des Kantons Zug innert Frist Berufung mit dem eingangs erwähnten Rechtsbegehren 
einreichen (act. 21). In der Berufungsantwort vom 17. Mai 2021 schloss die Beklagte auf 
kostenfällige Abweisung der Berufung (act. 28).

4.2 Es wurden weder ein zweiter Schriftenwechsel noch eine Berufungsverhandlung durch-
geführt.

Erwägungen

1. Die örtliche Zuständigkeit der Zuger Gerichte ist zu Recht unbestritten geblieben. 
Diesbezüglich kann ohne Weiteres auf E. 1 des angefochtenen Entscheids verwiesen 
werden.

2. Die Vorinstanz begründete die Abweisung der Klage im Wesentlichen wie folgt (act. 20):

2.1 Unbestritten sei, dass die Beklagte die Klägerin im Sinne von Art. 394 ff. OR mit dem Inkasso 
einer Forderung von EUR 139'950.00 gegenüber ihrer belgischen Schuldnerin beauftragt habe. 
Vereinbart worden sei der Auslandtarif ("Foreign Rate"), wozu unbestrittenermassen eine 
"Basic Charge" von CHF 200.00 und eine Erfolgsprovision ("Success Fee") von 12 % gehört 
hätten. In der Auftragsbestätigung vom 25. Juli 2018 werde zum "Mahn-/Inkasso-/Auslandtarif" 
sodann Folgendes festgehalten: "[…] Individuelle Arbeit nach Aufwand (unbekannte Adresse; 
schlechte Bonität; Zahlungsvereinbarungen; bestrittene, unklare oder vom Kunden selbst 
betriebene Forderung; Gerichtsverfahren; etc.)" (act. 1/6 S. 2). Im Weiteren sei unbestritten, 
dass die Firma H.________, welche die Klägerin für das Inkasso in Belgien beigezogen habe, 
ihr zuhanden der Beklagten aus Zahlungen der Schuldnerin bis am 14. März 2019 in drei 
Tranchen insgesamt EUR 9'808.00 überwiesen und die Klägerin ihrerseits der H.________ im 
Juli 2019 für die Bonitätsprüfung und als Kostenvorschuss für das Gerichtsverfahren in Belgien 
EUR 8'090.00 (rück-)überwiesen habe (E. 2). Umstritten sei hingegen, ob und gegebenenfalls 
in welchem Umfang die Beklagte der Klägerin darüber hinaus eine Vergütung für deren 
Aufwand und Auslagen schulde (E. 3).

2.2 In der Schlussrechnung stelle die Klägerin der Beklagten zunächst ein Honorar "für indivi-
duelle Bearbeitung" von CHF 8'290.00 in Rechnung. In der Klage habe die Klägerin auf den 
S. 8-17 diverse Positionen vom 25. Juli 2018 bis 2. Oktober 2020 mit einer stichwortartigen 
Beschreibung und der von ihr angeblich aufgewendeten Zeit aufgelistet, wobei zu diesen 
Positionen offenbar 232 Dokumente existierten, welche jedoch grösstenteils nicht eingereicht 
worden seien. I.________ [Prokuristin der Klägerin] habe an der Parteibefragung auf die 
Frage, wie sich die CHF 8'290.00 für "individuelle Bearbeitung" zusammensetzten, 
geantwortet, es seien 4407 Minuten gewesen, was etwas mehr als 73 Stunden zu 
CHF 225.00 pro Stunde entspreche. Das ergebe einen Betrag von CHF 16'526.25. Aus 
Kulanz habe die Klägerin ihren Zeitaufwand auf CHF 8'500.00 und damit knapp auf die Hälfte 
reduziert.

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Mit diesen Ausführungen habe die Klägerin die von der Beklagten bestrittene 
Angemessenheit (Üblichkeit) der Honorarforderung offenkundig nicht rechtsgenüglich 
nachgewiesen. Ob der geltend gemachte Aufwand der Klägerin bei sorgfältigem Vorgehen 
objektiv notwendig gewesen sei, könne insbesondere ohne die besagten 232 Dokumente 
nicht beurteilt werden. Die Klägerin habe den geltend gemachten Aufwand nicht so 
dargelegt, dass dessen Notwendigkeit und Angemessenheit überprüft werden könnte; 
insbesondere fehlten nachvollziehbare Angaben zu den erbrachten Arbeiten und die dafür 
aufgewendeten Arbeitsstunden. Abgesehen davon habe die Klägerin auch nicht 
nachgewiesen, dass der von ihr angewandte Stundenansatz von CHF 112.50 branchenüblich 
gewesen wäre. Im Übrigen sei nicht davon auszugehen, dass sich die Parteien im Juli 2018 
mit dem Passus "Individuelle Arbeit nach Aufwand" (vgl. act. 1/5 und 1/6) dahingehend 
geeinigt hätten, dass die Klägerin der Beklagten ihren – in der Höhe beliebigen – Aufwand 
unabhängig vom Erfolgsfall zu einem branchenüblichen Ansatz in Rechnung stellen dürfe. 
Mithin habe die Klägerin schon eine entsprechende Honorarabsprache nicht nachgewiesen, 
weshalb von der geltend gemachten Position "Grundgebühren / Honorar" in der Höhe von 
CHF 8'710.00 lediglich die unbestrittene Grundgebühr von CHF 200.00 zugesprochen 
werden könne (E. 4).

2.3 Zum von der Klägerin verlangten Auslagenersatz von CHF 10'000.00 (= Vertretung im 
Ausland: CHF 9'909.70 + Porti, Telefonauslagen, Fotokopien: CHF 90.30) sei vorab 
festzuhalten, dass nicht nachvollziehbar sei, wie sich diese Auslagen im Einzelnen 
zusammensetzten. Gemäss Aussagen von J.________ [Prokurist der Klägerin] würden die 
CHF 9'909.70 bzw. CHF 10'000.00 Fremdkosten zum damaligen Umrechnungskurs den 
EUR 8'000.00 entsprechen, welche die Klägerin der H.________ im Juli 2019 als 
Kostenvorschuss für das Gerichtsverfahren in Belgien überwiesen habe. Gleichzeitig sollten 
die in der Rechnung ebenfalls aufgeführten CHF 9'956.70 jedoch den EUR 9'808.00 
entsprechen, welche die H.________ der Klägerin aus dem Inkassomandat G.________ 
überwiesen habe. Wieso gemäss dieser Rechnung EUR 9'808.00 umgerechnet 
CHF 9'956.65 und EUR 8'090.00 umgerechnet CHF 10'000.00 ergeben sollten, habe die 
Klägerin nicht dargelegt und sei – 
wie erwähnt – nicht nachvollziehbar (E. 5-5.1). 

2.4 Wie es sich damit verhalte, könne aber ohnehin offenbleiben. Die Klägerin habe der 
H.________ im Juli 2019 unbestrittenermassen für die Bonitätsprüfung und als 
Kostenvorschuss für das Gerichtsverfahren in Belgien insgesamt EUR 8'090.00 überwiesen. 
Die Beklagte sei damit einverstanden gewesen, dass die H.________ ein Gerichtsverfahren 
gegen die G.________ angestrengt habe, und habe grundsätzlich die entsprechenden 
Anwalts- und Gerichtskosten zu tragen. Die Klägerin habe jedoch keine Schlussabrechnung 
der H.________ eingereicht. Weder liege eine Bestätigung der H.________ über alle von der 
G.________ geleisteten Zahlungen im Recht, noch habe die H.________ bzw. die Klägerin 
die tatsächlich angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten belegt. Auch wenn der 
Kostenvorschuss von EUR 8'000.00 in dem mit E-Mail vom 26. Oktober 2018 und vom 
28. Februar 2019 veranschlagten Bereich liege, habe die Klägerin die geltend gemachten 
tatsächlichen Auslagen von CHF 10'000.00 vorliegend nicht rechtsgenüglich substanziiert. Im 
Übrigen wäre der Klägerin selbst dann nicht geholfen, wenn die tatsächlichen Auslagen 
genau dem Kostenvorschuss entsprochen hätten. Ziehe man nämlich die Fremdkosten von 
EUR 8'090.00 von den eingegangenen EUR 9'808.00 ab, resultiere aus dem Inkassomandat 

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ein Erfolg von EUR 1'718.00. Die Erfolgsprovision der Klägerin betrage 12 %, was einen 
Betrag von EUR 206.16 ergebe. Dazu komme die Grundgebühr von CHF 200.00. Mithin 
übersteige der bei der Klägerin verbleibende Betrag von EUR 1'718.00 ihren Anspruch von 
EUR 206.16 plus CHF 200.00, sodass ihr gegenüber der Beklagten keine Ansprüche mehr 
zustünden. Daran würde auch nichts ändern, wenn man die Provision von 12 % auf dem 
gesamten eingegangenen (Brutto-)Betrag von EUR 9'808.00 berechnen würde (E. 5.2-5.3).

2.5 Die Klägerin habe unbestrittenermassen einen Betrag von EUR 9'808.00 erhalten, den ihr 
die H.________ aus dem Inkassomandat G.________ überwiesen habe. Gemäss Art. 400 
Abs. 1 OR sei der Beauftragte schuldig, auf Verlangen jederzeit über seine Geschäftsführung 
Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge derselben aus irgendeinem Grunde 
zugekommen sei, zu erstatten. Sodann habe die Klägerin in ihrer Rechnung erklärt, dass sie 
den von der H.________ erhaltenen Betrag mit ihren Ansprüchen gegen die Beklagte 
verrechnen wolle. Der Betrag von EUR 9'808.00 decke den Kostenvorschuss von 
EUR 8'000.00 für das Gerichtsverfahren, die EUR 90.00 für die Bonitätsauskunft, die 
Grundgebühr von CHF 200.00 sowie die 12 % Erfolgsprovision. Damit bestehe kein Anspruch 
der Klägerin gegenüber der 
Beklagten mehr, weshalb die Klage abzuweisen sei (E. 6).

3. Bevor auf die von der Klägerin dagegen erhobenen Beanstandungen im Einzelnen 
eingegangen wird, ist in prozessualer Hinsicht Folgendes festzuhalten:

3.1 Das Berufungsverfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht der 
Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur 
des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. 
Entsprechend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei 
muss die Berufungsklägerin aufzeigen, inwiefern und weshalb sie den angefochtenen 
Entscheid in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb 
(zulässige) Noven oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen 
Anforderungen nachzukommen, genügt es nicht, wenn die Berufungsklägerin lediglich auf 
ihre Vorbringen vor erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere 
Prozesshandlungen zufriedengibt oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise 
kritisiert. Vielmehr muss sie im Einzelnen die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die 
sie beanstandet, sich mit ihnen argumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke 
nennen, auf denen ihre Kritik beruht. Die Begründung muss hinreichend explizit sein, sodass 
sie von der Berufungsinstanz einfach nachvollzogen werden kann (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_598/2019 vom 23. Dezember 2019 E. 3.1 m.w.H., insbesondere auf BGE 
142 III 413 E. 2.2.2 und 138 III 374 E. 4.3.1).

3.2 Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraus-
setzung für die Berufung. Fehlt sie, so tritt das obere kantonale Gericht nicht auf die 
Berufung ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet nicht von einer 
gehörigen Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine Pflicht des 
Berufungsgerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich 
nicht um einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015 E. 2.4.1 und 5A_209/2014 vom 
2. September 2014 E. 4.2.1, je m.w.H.).

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4. Die Klägerin moniert zunächst, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die 
Parteien keine Vergütung nach Aufwand vereinbart hätten. Vielmehr seien die Parteien in der 
Vereinbarung vom 24. Juli 2018 (act. 1/5) zweifelsfrei schriftlich übereingekommen, dass 
individuelle Arbeit der Klägerin bei einem Auslandsinkasso-Fall nach Aufwand verrechnet 
werden solle:

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"Reminder/debt collection/foreign rate: if, at the time of the case transfer, the oldest
 claim is > 150 days since the date of the invoice, the processing fee will be increased by
 CHF 10.– and the success fee by 2 %. Individual work at cost (unknown address; poor
 creditworthiness; payment agreement; contested, ambiguous or self-prosecuted claim,
 trial, etc.)."

Die Klägerin habe zudem in ihrer Auftragsbestätigung vom 25. Juli 2018 (act. 1/6) nochmals 
schriftlich eindeutig festgehalten, dass bei einem Auslandsinkasso-Fall die individuelle Arbeit 
der Berufungsklägerin nach Aufwand in Rechnung gestellt werde: 

"Mahn-/Inkasso-/Auslandtarif: Ist bei Fallübergabe die älteste Forderungsposition 
 >150 Tage seit Rechnungsdatum, so erhöht sich die Grundgebühr jeweils um CHF 10
 und die Erfolgsprovision um 2 %. Individuelle Arbeit nach Aufwand (unbekannte Adresse;
 schlechte Bonität; Zahlungsvereinbarungen; bestrittene, unklare oder vom Kunden
 selbst betriebene Forderung; Gerichtsverfahren; etc.)."

Ferner habe die Klägerin in der Zwischenabrechnung vom 13. März 2019 nochmals auf die 
vertraglich vereinbarten Konditionen hingewiesen, aus welchen klar hervorgehe, dass die 
individuelle Arbeit der Berufungsklägerin nach Aufwand in Rechnung gestellt werde. Auch 
sei dort erwähnt worden, dass die Rechnungsstellung (Abrechnung) der Klägerin erst mit der 
Schlussrechnung erfolgen werde. Die Parteien hätten sich folglich – entgegen der Ansicht 
der Vorinstanz – vertraglich auf eine Vergütung nach Aufwand geeinigt. Indem die Vorinstanz 
die Vereinbarung vom 24. Juli 2018 und die Auftragsbestätigung vom 25. Juli 2018 nicht 
berücksichtigt habe, habe sie den vorliegenden Sachverhalt unrichtig festgestellt (act. 21 
Rz 24-27).

4.1 Diese Ausführungen genügen den dargelegten Anforderungen an eine Berufungsbegründung 
nicht. Die Klägerin wiederholt im Wesentlichen ihre bereits vor der Erstinstanz vorgetragene 
Argumentation, ergänzt um die Behauptung, die Vorinstanz liege mit ihrer anderslautenden 
Einschätzung falsch. Damit stellt sie lediglich ihre eigene Meinung dem angefochtenen 
Entscheid entgegen, ohne sich mit der Argumentation der Vorinstanz inhaltlich auseinander-
zusetzen. Eine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Entscheid fehlt auch, soweit die 
Klägerin behauptet, dass die Vorinstanz den Sachverhalt falsch festgestellt habe, indem sie 
die "Vereinbarung" vom 24. Juli 2018 (act. 1/5) und die Auftragsbestätigung vom 25. Juli 
2018 (act. 1/6) nicht berücksichtigt habe. Die Klägerin übergeht dabei, dass die Vorinstanz 
gerade unter Bezugnahme auf diese beiden Urkunden festgehalten hat, es sei nicht davon 
auszugehen, dass sich die Parteien im Juli 2018 mit dem Passus "Individuelle Arbeit nach 
Aufwand" dahingehend geeinigt hätten, dass die Klägerin der Beklagten ihren – in der Höhe 
beliebigen – Aufwand unabhängig vom Erfolgsfall zu einem branchenüblichen Ansatz in 
Rechnung stellen dürfe (act. 20 E. 4 a.E.). Die Vorinstanz hat diese beiden Urkunden 
demnach sehr wohl berücksichtigt, gelangte jedoch zum Schluss, dass damit ein Konsens 
zwischen den Parteien über die erfolgsunabhängige individuelle Vergütung nach Aufwand 
nicht dargetan sei. Warum dies unzutreffend sein soll, legt die Klägerin nicht dar, weshalb auf 
die Berufung in diesem Punkt nicht einzutreten ist.

4.2 Es bleibt somit bei der Feststellung der Vorinstanz, dass zwischen den Parteien in Bezug auf 
eine erfolgsunabhängige Entschädigung der Klägerin nach Aufwand zu einem 
branchenüblichen Ansatz kein Konsens bestanden hat. Bei diesem Ergebnis kann 
offenbleiben, ob die Klägerin ihren Aufwand überhaupt ausreichend behauptet bzw. 

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substanziiert hat und der geltend gemachte Stundenansatz von CHF 112.50 branchenüblich 
ist, sodass auf die diesbezüglichen Rügen der Klägerin nicht näher einzugehen ist.

5. Weiter beanstandet die Klägerin die Erwägung der Vorinstanz, wonach die geltend 
gemachten Auslagen von CHF 10'000.00 nicht rechtsgenüglich substanziiert worden seien. 
Es sei unbestritten, dass die Klägerin auf Kosten der Beklagten der H.________ 
EUR 8'090.00 für das erfolgreiche, letztlich aber vergebliche Gerichtsverfahren in Belgien 
überwiesen habe. Diese Kosten seien der Klägerin zweifelsfrei und unbestrittenermassen als 
Auslagen angefallen, die sie der Beklagten vertraglich weiterverrechnen könne. Die 
H.________ habe das Gerichtsverfahren zweifelsfrei eingeleitet, durchgeführt und 
gewonnen. Der Auffassung der Vorinstanz, wonach die Auslagen von EUR 8'090.00 nicht 
genügend substanziiert seien, sei nicht zuzustimmen. Indem die Klägerin im Einverständnis 
und im Auftrag der Beklagten die Auslagen von EUR 8'090.00 getätigt habe, seien ihr diese 
Kosten durch Überweisung an die H.________ zweifelsfrei angefallen und seien für den 
vorliegenden Auslandsinkasso-Fall notwendig gewesen (act. 21 Rz 29 f.).

5.1 Auch hier beschränkt sich die Klägerin im Wesentlichen darauf, zu wiederholen, dass die 
geltend gemachten Fremdkosten von EUR 8'090.00 "zweifelsfrei" und "unbestrittenermassen" 
angefallen und daher zu bezahlen seien, weshalb die gegenteilige Auffassung der Vorinstanz 
falsch sei. Auf die Begründung des angefochtenen Entscheids geht sie mit keinem Wort ein. 
Damit sind die Anforderungen an eine Berufungsbegründung (vgl. vorne E. 3.1) nicht erfüllt, 
zumal auch im Berufungsverfahren offenbleibt, weshalb EUR 8'090.00 gerade CHF 10'000.00 
entsprechen sollen. Auf die Berufung ist auch in diesem Punkt nicht einzutreten.

5.2 Lediglich der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die Klägerin die Auslagenersatz-
forderung im erstinstanzlichen Verfahren nicht nur unzureichend substanziiert, sondern 
schon gar nicht schlüssig behauptet hat.

5.2.1 Die Behauptungen der Klägerin zu diesem Thema waren in hohem Masse widersprüchlich 
und über weite Strecken logisch nicht nachvollziehbar. So war in der Klageschrift – ohne 
nähere Begründung – zunächst die Rede von Auslagen von insgesamt CHF 3'081.00 (act. 1 
Rz 20). In der Replik ging die Klägerin auf die Fremdkosten dann nicht mehr direkt ein, 
sondern wies lediglich darauf hin, dass ein Kostenvorschuss für die anwaltliche Vertretung in 
der Höhe von EUR 8'000.00 an die belgische Partnerin überwiesen worden sei bzw. die 
EUR 8'000.00 "für die Kosten der Auslandsvertretung in Belgien, den Anwaltskosten, Kosten 
des Vollstreckers, usw., also für die gesamte, geleistete Arbeit bis zum Urteil" angefallen 
seien (act. 13 S. 5). Damit wurde zwar suggeriert, dass die tatsächlichen Kosten dem 
Kostenvorschuss entsprochen hätten; ausdrücklich behauptet hat die Klägerin dies jedoch 
nicht. Gleichzeitig hielt sie im Widerspruch dazu auch in der Replik noch einmal fest, die 
Auslagen hätten sich auf CHF 3'081.00 belaufen (act. 13 S. 7). In der Rechnung vom 
26. November 2019, auf die sich die eingeklagte Forderung der Klägerin stützt, wurden 
wiederum Auslagen in der Höhe von CHF 10'000.00 geltend gemacht (CHF 9'909.70 für die 
Vertretung im Ausland und CHF 90.30 für Porti, Telefonauslagen, Fotokopien [act. 1/22]). In 
den Rechtsschriften der Klägerin erscheint diese Summe allerdings nicht.

5.2.2 An der Parteibefragung gab der Vertreter der Klägerin dann zu Protokoll, dass sich die 
CHF 10'000.00 aus den Auslagen gemäss act. 13/25-27 zusammensetzen würden, um-

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gerechnet in Schweizerfranken (act. 12 Ziff. 59). Die Belege act. 13/25-27 weisen jedoch 
gerade keine Auslagen, sondern vielmehr die Beträge aus, welche die H.________ bei der 
Schuldnerin eintreiben konnte und der Klägerin zuhanden der Beklagten überwiesen hat. 
Auch die Parteibefragung – die als Beweismittel von vornherein nicht dazu dienen kann, 
lückenhafte Tatsachenbehauptungen zu ergänzen – brachte somit keinen Aufschluss. Im 
Gegenteil bekräftigte die Parteibefragung vielmehr den bereits in den Rechtsschriften 
erweckten Eindruck, dass sich selbst die Mitarbeiter der Klägerin nicht im Klaren darüber 
waren, wie sich die geltend gemachten Auslagen zusammensetzen.

5.2.3 Zusammengefasst brachte die Klägerin insgesamt mindestens drei verschiedene Beträge 
hinsichtlich der angeblich angefallenen Auslagen ins Spiel: CHF 3'081.00, EUR 8'000.00 und 
CHF 10'000.00, wobei diese Zahlen nie in nachvollziehbarer Weise begründet wurden und im 
Fall der EUR 8'000.00 auch nie behauptet wurde, welcher Wechselkurs aus welchem Grund 
massgebend gewesen sein soll. Die verschiedenen Zahlen passen zudem nicht zusammen 
und lassen sich auch in keiner Weise miteinander in Einklang bringen. Eine Subsumtion ist 
auf dieser Grundlage von vornherein nicht möglich.

6. Die Klägerin wendet sich sodann gegen die "Verrechnungsansichten" der Vorinstanz, welche 
ihrer Meinung nach nicht zu überzeugen vermöchten. Sie macht geltend, die Erfolgsprovision 
von 12 % sei entgegen der Ansicht der Vorinstanz auf die gesamten von der Schuldnerin 
erhältlich gemachten CHF 9'956.95 geschuldet, so wie dies die Parteien in der 
"Vereinbarung" vom 24. Juli 2018 vertraglich geregelt hätten. Die Ansicht der Vorinstanz 
entspreche demnach nicht dem Vertragsinhalt, wie er von den Parteien vertraglich vereinbart 
worden sei (act. 21 Rz 31 f.).

Einmal mehr genügen diese Ausführungen den Anforderungen an eine Berufung nicht: Die 
Klägerin behauptet einfach, die Ansicht der Vorinstanz sei falsch, und wiederholt ihre eigene, 
abweichende Berechnung, was – wie bereits dargelegt – nicht ausreicht (vgl. vorne E. 3.1). 
Daran ändert auch nichts, dass die Klägerin zur Verdeutlichung ihres Standpunkts die 
"General terms and conditions" im vollen Wortlaut in ihrer Berufung abgebildet und dabei die 
– sich auf die Erfolgsprovision beziehende – Formulierung "is due in the event of each 
reduction of the total amount of the mandate" gelb markiert hat. Das blosse Zitat aus einer 
Belegstelle könnte als Begründung für eine Berufung – wenn überhaupt – allenfalls dann 
genügen, wenn sich daraus ein Fehler im angefochtenen Entscheid ohne Weiteres von 
selbst ergibt. Vorliegend ist aber der markierte Satz für die Behauptung der Klägerin nicht 
einmal aufschlussreich, weil er sich lediglich darauf bezieht, in welchem Fall, d.h. unter 
welchen Voraussetzungen, eine Erfolgsprovision geschuldet ist. Wie diese zu berechnen ist, 
ergibt sich daraus nicht.

7. Nach dem Gesagten ist auf die Berufung nicht einzutreten. Die Klägerin unterliegt somit auch 
im Berufungsverfahren und wird daher kostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

7.1 Bei der Festsetzung der Gerichtskosten für das Berufungsverfahren gilt als Streitwert das vor 
der Vorinstanz zuletzt aufrecht erhaltene Rechtsbegehren. Es finden überdies dieselben 
Ansätze und Bemessungsgrundsätze Anwendung wie vor der Vorinstanz (§ 15 Abs. 1 KoV 
OG). Bei einem Streitwert von CHF 11'480.55 beträgt die Entscheidgebühr CHF 1'600.00 
(vgl. § 11 Abs. 1 KoV OG). 

Seite 11/11

7.2 Mangels erheblicher prozessualer Umtriebe ist der Beklagten auch im Berufungsverfahren 
keine Umtriebsentschädigung zuzusprechen (vgl. GVP 2013 Ziff. 1.4.1.4).

Urteilsspruch

1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

2. Die Entscheidgebühr für das vorliegende Verfahren von CHF 1'600.00 wird der Klägerin 
auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe verrechnet.

3. Der Beklagten wird keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von unter CHF CHF 30'000.00 ist die 
Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) nur 
zulässig, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG gegeben. Die Beschwerdegründe 
richten sich nach den Art. 95 ff. bzw. Art. 116 BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 
Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen 
sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Wird gleichzeitig 
ordentliche Beschwerde und Verfassungsbeschwerde geführt, sind beide Rechtsmittel in der 
gleichen Rechtsschrift einzureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der 
Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichter (EV 2020 151)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Zivilabteilung

lic.iur. P. Huber MLaw K. Fotsch
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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