# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db864689-f145-5012-80d8-6ad59d5bf40a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.02.2014 B-3154/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3154-2012_2014-02-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-3154/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Hans Urech (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Vera Marantelli,    

Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. 

 

 
 

Parteien 

 
X._______,    

vertreten durch lic. iur. Claude Wyssmann, Rechtsanwalt, 

_______, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenrente (Rentenanspruch). 

 

 

B-3154/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am '_______' 1955 geborene schweizerische Staatsangehörige 

X._______ ist verheiratet und Vater zweier mittlerweile erwachsener Kin-

der. Der ungelernte Hilfsarbeiter war seit dem 14. August 1995 in einem 

100%igen Pensum bei A._______ als Lagermitarbeiter tätig 

(kant. IV-act. 13 und kant. IV-act. 53 S. 3). X._______ entrichtete dabei die 

obligatorischen Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinterbliebenen- 

und Invalidenversicherung (AHV/IV). Zudem war er seit dem 1. August 

1996 bei der Stiftung B._______ in einem Pensum von 4 bis 7 Wochen-

stunden (kant. IV-act. 54 S. 5) sowie seit dem 1. Januar 1998 bei der 

C._______ in einem Pensum von rund 17 % – unter Mitarbeit der Ehegat-

tin – (kant. IV-act. 6; IV-act. 3 S. 1) als nebenamtlicher Hauswart ange-

stellt. 

Ab dem 22. Mai 2000 war X._______ gemäss einem Attest von Dr. med. 

D._______, Spezialarzt FMH für Chirurgie, bis auf Weiteres als Magazi-

ner zu 50 % arbeitsunfähig (kant. IV-act. 8 S. 1). 

B.  

Mit Formular vom 8. April 2001 meldete sich der Versicherte wegen 

schweren Rückenproblemen und Schmerzen im linken Bein, bestehend 

seit ca. dem Jahr 1994, erstmals bei der schweizerischen Invalidenversi-

cherung zum Leistungsbezug an (kant. IV-act. 2). Ende Juni 2001 endete 

das Arbeitsverhältnis mit der B._______ wegen Kündigung der Kursräu-

me (kant. IV-act. 54 S. 5; IV-act. 3 S. 1). Da die Krankentaggeldversiche-

rung Swica ab dem 7. Januar 2002 kein Taggeld mehr ausrichtete 

(kant. IV-act. 11 S. 1 und kant. IV-act. 12 S. 3), wurde X._______ seit die-

sem Datum bei A._______ nur noch in einem Pensum von 50 % beschäf-

tigt (kant. IV-act. 39 und 53 S. 3).  

Nachdem die IV-Stelle des Kantons Solothurn ein rheumatologisches 

Gutachten eingeholt hatte (Gutachten von Dr. med. E._______, Oberärz-

tin, Dr. med. F._______, Assistenzärztin, und Prof. Dr. G._______, Chef-

arzt, alle tätig an der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunolo-

gie/Allergologie des Spitals H._______, vom 23. Mai 2002; 

kant. IV-act. 18), wies sie mit Verfügung vom 8. November 2002 das Leis-

tungsbegehren des Versicherten ab, da er weiterhin ein rentenaus-

schliessendes Einkommen erzielen könne (kant. IV-act. 20). Diese Verfü-

gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

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Seite 3 

C.  

Mit Anmeldungsformular vom 16. April 2003 ersuchte X._______ die 

schweizerische Invalidenversicherung erneut um Ausrichtung von Leis-

tungen. Er begründete seine Anmeldung mit starken Schmerzen der gan-

zen linken Körperhälfte seit September 1994 (kant. IV-act. 34). Mit Verfü-

gung vom 30. April 2003 trat die IV-Stelle Solothurn auf das Leistungsbe-

gehren mangels einer erheblichen Änderung der tatsächlichen Verhält-

nisse seit Erlass der Verfügung vom 8. November 2002 nicht ein (kant. 

IV-act. 37). Auch diese Verfügung wurde unangefochten rechtskräftig. 

D.  

Ende Juli 2006 endete das Arbeitsverhältnis mit der C._______ (kant. IV-

act. 54 S. 3). Per 31. Januar 2007 kündigte A._______ das Arbeitsver-

hältnis mit X._______ aus disziplinarischen Gründen (Kündigungsschrei-

ben vom 24. Oktober 2006, kant. IV-act. 53 S. 9-10; Arbeitgeberbericht 

vom 24. April 2007, kant. IV-act. 53 S. 2). Daraufhin bezog er seit dem 

1. Februar 2007 Leistungen der Arbeitslosenversicherung (kant. IV-act. 

45). 

E.  

Am 3. Juli 2007 stellte der Versicherte bei der schweizerischen Invaliden-

versicherung infolge von Nacken- und Rückenschmerzen, die seit 1994 

vorhanden seien, abermals ein Gesuch um Leistungsausrichtung 

(kant. IV-act. 38). Die IV-Stelle des Kantons Solothurn holte einen Bericht 

der Arbeitslosenversicherungskasse  (kant. IV-act. 45), einen Arbeitge-

berbericht (kant. IV-act. 53) sowie Arztberichte (kant. IV-act. 56, 58, 68-69 

und 74) ein, führte ein Intake-Gespräch mit dem Versicherten durch 

(kant. IV-act. 51) und unterstützte ihn bei der Stellensuche (Stellenver-

mittlung; kant. IV-act. 67). Eine am 17. März 2008 begonnene arbeits-

marktliche Massnahme brach X._______ am 23. April 2008 infolge seines 

physischen und psychischen Zustands ab (kant. IV-act. 62).  

Im Jahr 2009 verlegte der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz nach Ita-

lien (kant. IV-act. 75; IV-act. 46 S. 23 f.). Die nunmehr zuständige 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorin-

stanz) liess den Versicherten vom Zentrum für Medizinische Begutach-

tung (ZMB; italienisch: Servizio Accertamento Medico [SAM]; im Folgen-

den: ZMB) in I._______ polydisziplinär begutachten (rheumatologisches 

Teilgutachten von Dr. med. J._______, Facharzt FMH für Rheumatologie, 

vom 14. Dezember 2010 [IV-act. 46 S. 29-36]; psychiatrisches Teilgutach-

ten von Dr. med. K._______, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho-

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Seite 4 

therapie, und Dr. med. L._______ vom 28. Januar 2011 [IV-act. 46 S. 22-

28] sowie allgemeinmedizinisch-internistisches Gesamtgutachten von Dr. 

med. M._______, Fachärztin FMH in Innerer Medizin, und Dr. med. 

N._______, Facharzt FMH in Allgemeiner Medizin, vom 24. März 2011 

[IV-act. 46 S. 1-21]). Nachdem die IVSTA hierzu vom Regionalen Ärztli-

chen Dienst (RAD) Rhone medizinische Stellungnahmen eingeholt hatte 

(Stellungnahme vom 10. Juni 2011 [IV-act. 56 S. 5-6] und vom 12. Juli 

2011 [IV-act. 56 S. 7-12]), stellte die IVSTA dem Versicherten mit Vorbe-

scheid vom 26. September 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens 

in Aussicht (IV-act. 57). X._______ erhob dagegen am 27. Oktober 2011 

Einwand (IV-act. 58). Am 1. Januar 2012 nahm der Versicherte wieder 

Wohnsitz in der Schweiz, im Kanton Solothurn (IV-act. 67 und 72). Am 7. 

Mai 2012 verfügte die IVSTA wie angekündigt eine Abweisung des Leis-

tungsbegehrens (IV-act. 75). 

F.  

Gegen diese Verfügung hat der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

11. Juni 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Er 

beantragt Folgendes: 

"1.  Die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 7. Mai 2012 

sei aufzuheben. 

2.  a)  Es sei die Beschwerdesache zur korrekten Durchführung des Vor-

bescheidverfahrens an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland zu-

rück zu weisen. 

b)  Eventualiter: es seien dem Beschwerdeführer ab wann rechtens die 

gesetzlichen Leistungen (berufliche Massnahmen inkl. vorgängige 

Integrationsmassnahmen, Invalidenrente) nach Massgabe einer Er-

werbsunfähigkeit von mindestens 40 % zzgl. eines Verzugszinses 

zu 5 % ab wann rechtens auszurichten. 

c)  Subeventualiter: es sei ein (interdisziplinäres) Gerichtsgutachten 

(unter Einbezug mindestens der Fachrichtungen Rheumatologie, 

Orthopädie, Radiologie, Psychiatrie) einzuholen. 

d)  Subsubeventualiter: es sei die Beschwerdesache zu medizinischen 

und beruflichen Neuabklärungen an die IV-Stelle zurück zu weisen. 

3.  Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung mit Publikums- und Presse-

anwesenheit im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK durchzuführen. 

4.  Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem unterzeich-

neten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer detaillierten Kos-

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tennote zu geben, damit dieser eine Partei- oder Armenrechtsentschädi-

gung geltend machen kann (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV). 

5.  Dem Beschwerdeführer und Versicherten sei die volle unentgeltliche 

Rechtspflege und Rechtsverbeiständung unter gleichzeitiger Einsetzung 

des unterzeichneten Rechtsanwalts als unentgeltlicher Rechtsbeistand 

zu gewähren. 

6.  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer-

degegnerin." 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2012 heisst das Gericht das Gesuch 

des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltli-

che Verbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Claude Wyssmann gut. 

H.  

In ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2012 beantragt die Vorin-

stanz, die angefochtene Verfügung sei grundsätzlich aus formellen Grün-

den aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines korrekten Anhö-

rungsverfahrens an die IVSTA zurückzuweisen. Im Falle einer möglichen 

gerichtlichen Heilung der Gehörsverletzung sei die Beschwerde abzuwei-

sen. 

I.  

Mit Replik vom 15. April 2013 stellt der Beschwerdeführer unter vollum-

fänglichem Festhalten an der Beschwerde folgende Anträge: 

"1.  Es sei Frau O._______, '_______', als Zeugin/Auskunftsperson ge-

richtlich einzuvernehmen. 

2.  Es sei bei A._______, Verteilbetrieb P._______, '_______', ein Bericht 

über die im Zeitpunkt der Kündigung vom Versicherten ausgeübte Tätig-

keit und zu den damaligen Möglichkeiten, ihm innerhalb des Betriebes 

langfristig eine körperlich angepasste Tätigkeit zur Verfügung zu stellen, 

einzuholen. 

3.  Es sei davon Kenntnis zu nehmen, dass der Beschwerdeführer an einer 

öffentlichen Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1  EMRK festhält." 

  

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Seite 6 

J.  

Die Vorinstanz verzichtet in ihrem Schreiben vom 2. Mai 2013 unter Fest-

halten an den vernehmlassungsweise getroffenen Feststellungen aus-

drücklich auf eine Duplik. 

Mit Verfügung vom 7. Mai 2013 wurde diese Eingabe dem Beschwerde-

führer zur Kenntnis gebracht. 

K.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

näher eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsge-

richt vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 

Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali-

denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen 

Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 

nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das 

Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an-

deres bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund 

von Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssa-

chen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. 

Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invali-

denversicherung (Art. 1a bis 26
bis

 und 28 bis 70) anwendbar, soweit das 

IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 

1.3 Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer 

besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Ände-

rung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Die dreissigtägige Beschwerdefrist 

(Art. 60 ATSG) ist gewahrt. Sodann hat das Bundesverwaltungsgericht 

mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2012 das Gesuch des Beschwerde-

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Seite 7 

führers um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen und ihn damit von 

der Pflicht zur Leistung eines Kostenvorschusses entbunden. Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten.  

2.  

2.1 Die örtliche Zuständigkeit der IV-Stelle richtet sich in der Regel nach 

dem Wohnsitz des Versicherten im Zeitpunkt der Anmeldung (Art. 55 

IVG). Verlegt eine versicherte Person, die ihren Wohnsitz im Ausland hat, 

während des Verfahrens ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder ihren Wohn-

sitz in die Schweiz, so geht die Zuständigkeit auf die (kantonale) IV-Stelle 

über, in deren Tätigkeitsbereich die versicherte Person ihren gewöhnli-

chen Aufenthalt oder ihren Wohnsitz nach Art. 40 Abs. 1 Bst. a der Ver-

ordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, 

SR 831.201) hat (Art. 40 Abs. 2
ter

 IVV; in Kraft seit 1. Januar 2012). 

2.2 Vorliegend gab der Beschwerdeführer der IVSTA am 27. Februar 

2012 bekannt, seit dem 1. Januar 2012 wieder in der Schweiz, im Kanton 

Solothurn, wohnhaft zu sein (IV-act. 67). Die IVSTA übermittelte deshalb 

mit Schreiben vom 24. April 2012 ihre Akten mit Hinweis auf Art. 40 

Abs. 2
ter

 IVV an die IV-Stelle des Kantons Solothurn (IV-act. 72). Zu die-

sem Zeitpunkt war das Vorbescheidsverfahren bereits durchgeführt und 

der Fall entscheidungsreif (vgl. IV-act. 57-71). Die Solothurner IV-Stelle 

ersuchte infolge dessen die IVSTA, die Verfügung noch zu erstellen 

(Schreiben vom 30. April 2012, IV-act. 73).  

Die Verfügung einer örtlich unzuständigen IV-Stelle ist in der Regel nicht 

nichtig, wohl aber anfechtbar. Gemäss der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung kann aus prozessökonomischen Gründen von der Aufhebung 

einer angefochtenen Verfügung und der Überweisung an die zuständige 

Behörde abgesehen werden, falls einerseits die Unzuständigkeit nicht ge-

rügt wird und andererseits aufgrund der gegebenen Aktenlage in der Sa-

che entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_891/2010 

vom 31. Dezember 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).  

Vorliegend erlaubte die Aktenlage der IVSTA eine materielle Beurteilung. 

Zudem hat die an sich zuständige IV-Stelle des Kantons Solothurn in 

Kenntnis der Aktenlage ausdrücklich dem Erlass der angefochtenen Ver-

fügung zugestimmt. Wenn die kantonale IV-Stelle die Verfügung selbst er-

lassen hätte, würde sie höchstwahrscheinlich einen der angefochtenen 

Verfügung inhaltlich entsprechenden Entscheid erlassen haben. Der Be-

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schwerdeführer rügt die fehlende Zuständigkeit der IVSTA nicht. Damit 

kann die Frage offen gelassen werden, ob unter diesen Umständen die 

Aufhebung der Verfügung und Überweisung der Sache an die Solothur-

ner IV-Stelle allein aus prozessualen Gründen einen Leerlauf bedeuten 

würde und deshalb von der Aufhebung der angefochtenen Verfügung in-

folge Unzuständigkeit der Erlassbehörde abzusehen wäre.  

3.  

3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-

brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Un-

angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).  

3.2 Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde vom 11. Juni 

2012 im Wesentlichen damit, in formeller Hinsicht habe die Vorinstanz auf 

keine der Einwendungen vom 27. Oktober 2011 inhaltsbezogen entgeg-

net. Auch der Antrag auf Zusprache von beruflichen Massnahmen sei 

weder behandelt worden noch sei ausgeführt worden, warum er nicht zu 

behandeln sei. Materiellerseits sei bereits im Januar 2009 mittels Upright 

MRI eine verminderte Stabilität zervikal im Segment C1/2 und auf Höhe 

C3/4 eine Hypermobilität dargestellt worden. Diesen Befunden sei der 

Rheumatologe des Servizio Accertamento Medico (SAM) nicht weiter 

nachgegangen. Der RAD halte in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 

2011 fest, dass das Knieleiden ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit blei-

be. Dies stehe in Widerspruch zum SAM-Gutachten, das die chronischen 

Kniebeschwerden unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä-

higkeit aufgelistet habe. Zum Knieleiden finde man im SAM-Gutachten 

weder isoliert betrachtet noch im Zusammenwirken mit den Limitierungen 

seitens der Wirbelsäule eine abschliessende Auseinandersetzung. Ein 

Magaziner müsse über gesunde Knie verfügen. Aus dem psychiatrischen 

Teilgutachten des SAM gehe nicht hervor, inwiefern eine Persönlichkeits-

störung vorliege oder nicht. Auch lasse sich dem Gutachten nicht ent-

nehmen, inwiefern die auffällige Persönlichkeit die Überwindbarkeit der 

somatoformen Schmerzstörung hindere. Der Tinnitus und seine Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht geprüft worden. Im SAM-

Gutachten fehle eine gemeinsame Konklusion. Zudem sei es im Verfü-

gungszeitpunkt nicht mehr aktuell gewesen und nicht in Beachtung der in 

BGE 137 V 210 verbürgten Verfahrensgrundsätze eingeholt worden. Der 

Umschulungsinvaliditätsgrad von praxisgemäss 20 % sei erfüllt.  

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In seiner Replik vom 15. April 2013 führt der Beschwerdeführer aus, das 

vollständige Ignorieren der Einwände stelle im Ergebnis ein Unterlassen 

des Vorbescheidverfahrens dar, was als schwere Verletzung des rechtli-

chen Gehörs einzustufen sei. In materieller Hinsicht fehle eine aktuelle 

psychiatrische Befundaufnahme im Verfügungszeitpunkt. Auch die soma-

tischen Leiden seien progredient. Es wäre zudem erforderlich, die Begut-

achtung ohne massiven Benzodiazepin- und Analgetika-Einfluss durchzu-

führen. Zu diesem sei dem SAM-Gutachten nichts wirklich Klärendes zu 

entnehmen. Beim SAM-Gutachten seien die gemäss BGE 137 V 210 ein-

zuhaltenden Mitwirkungs- und Verfahrensrechte verwehrt worden. Das 

Arbeitsplatzprofil beim A._______-Verteilbetrieb korreliere nicht mit dem 

Zumutbarkeitsprofil des SAM-Gutachtens. Vor der Beendigung des Ar-

beitsverhältnisses bei A._______ sei mitgeteilt worden, es stünden keine 

leichten Tätigkeiten mehr zur Verfügung. Die frühere Tätigkeit als Kom-

missionierer/Magaziner beim A._______-Verteilbetrieb in P._______ sei 

nicht mehr zumutbar, da es sich um eine Tätigkeit ohne Wechselposition 

und mit unzumutbarer Gewichtsbelastung handle. Beim Valideneinkom-

men sei grundsätzlich auf den zuletzt bei A._______ erzielten Lohn abzu-

stellen. Beim Invalideneinkommen wäre höchstens von den LSE-

Tabellenlöhnen im Anforderungsniveau 4 für einfache und repetitive Tä-

tigkeiten auszugehen. Dabei wäre ein Tabellenlohnabzug von mindestens 

15 % vorzunehmen. Denn er – der Beschwerdeführer – vermöge nicht 

mehr regelmässig Gewichte über 5 bis 10 kg heben, sei auf Wechselposi-

tionen angewiesen, bis zum Verfügungszeitpunkt ca. sechs Jahre vom 

Arbeitsmarkt abwesend gewesen und müsste in ein neues Tätigkeitsfeld 

wechseln, ohne hierzu über (aktuelle) Erfahrungen zurückgreifen zu kön-

nen. Es komme hinzu, dass ein vermehrter Pausenbedarf vorhanden sei 

und dass auch bei ganztägigem Pensum wegen der reduzierten Leis-

tungsfähigkeit Kostennachteile für einen Arbeitgeber resultierten. Einen 

Abzug rechtfertige ebenfalls das fortgeschrittene Alter von im Verfü-

gungszeitpunkt 56.5 Jahren. 

3.3 Als Begründung der angefochtenen Verfügung führt die IVSTA an, es 

liege keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während ei-

nes Jahres vor. Eine dem Gesundheitszustand angepasste gewinnbrin-

gende Tätigkeit sei noch immer in rentenausschliessender Weise zumut-

bar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Lagermitarbeiter könne weiterhin 

zu 70 % ausgeübt werden.  

In ihrer Vernehmlassung räumt die Vorinstanz ein, sie habe die Einwände 

vom 27. Oktober 2011 gegen den Vorbescheid vom 26. September 2011 

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Seite 10 

nicht geprüft und im Rahmen der angefochtenen Verfügung dazu nicht 

Stellung genommen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör sei klar und 

eindeutig verletzt worden. In Bezug auf die materiellen Einwände verweist 

die Vorinstanz auf die Stellungnahmen ihres ärztlichen Dienstes vom 8., 

17. und 31. Oktober 2012. Da keine Hinweise auf eine Veränderung des 

Gesundheitszustands bis zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorlä-

gen, habe weiterhin auf das SAM-Gutachten abgestellt werden können. 

Da eine Arbeitsfähigkeit von 70 % auch in der früheren Tätigkeit festge-

stellt worden sei, sei die Invaliditätsbemessung aufgrund eines Prozent-

vergleichs erfolgt. Ein leidensbedingter Abzug sei dabei nicht vorgenom-

men worden. Dies sei nicht zu beanstanden. Da eine Arbeitsfähigkeit von 

70 % in der bis Anfang 2007 ausgeübten Tätigkeit als Lagerist bestehe, 

sei von deren Verwertbarkeit ohne berufliche Massnahmen auszugehen 

gewesen. Solange sich der Beschwerdeführer in Italien aufgehalten habe, 

sei er im Übrigen für Eingliederungsmassnahmen nicht versichert gewe-

sen. Falls er nun Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche benötigte, könne er sich 

an die IV-Stelle des Kantons Solothurn wenden.  

4.  

4.1 Der im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung in der 

Schweiz wohnhaft gewesene Beschwerdeführer besitzt die Schweizer 

Staatsbürgerschaft, weshalb sich sein Anspruch auf Leistungen der 

schweizerischen Invalidenversicherung ausschliesslich nach schweizeri-

schem Recht richtet. Demnach bestimmt sich die Frage, ob und gegebe-

nenfalls ab wann ein Anspruch auf Leistungen der schweizerischen Inva-

lidenversicherung gegeben ist, allein aufgrund der schweizerischen 

Rechtsvorschriften. Insbesondere besteht für die rechtsanwendenden 

Behörden in der Schweiz keine Bindung an Feststellungen und Entschei-

de ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und 

Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn (vgl. BGE 130 

V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). 

Vielmehr unterstehen die aus dem Ausland stammenden Beweismittel der 

freien Beweiswürdigung durch das Gericht (vgl. Urteil des Eidgenössi-

schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 11. De-

zember 1981 i.S. D. und BGE 125 V 351 E. 3a). 

4.2 In zeitlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass Rechts- und 

Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er-

lasses der streitigen Verfügung (hier: 7. Mai 2012) eintraten, im vorlie-

genden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind 

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Seite 11 

(vgl. BGE 130 V 329, 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b sowie 

129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Denn das Sozialversicherungsgericht 

stellt bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum 

Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung eingetrete-

nen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen 

Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand 

einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). In zeitli-

cher Hinsicht sind daher grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (BGE 132 V 215 

E. 3.1.1). Dabei ist ein allfälliger Leistungsanspruch für die Zeit vor einem 

Rechtswechsel aufgrund der bisherigen sowie ab diesem Zeitpunkt nach 

den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 

4.3 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene 

schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der ange-

fochtenen Verfügung vom 7. Mai 2012 in Kraft standen; weiter aber auch 

alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfügung 

im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich der al-

lenfalls anspruchsbegründende Sachverhalt im Zeitraum 8. November 

2002 (letztmaliger materieller Rentenentscheid) bis 7. Mai 2012 (Erlass 

der angefochtenen Verfügung) zugetragen hat, ist vorliegend entspre-

chend grundsätzlich auf die materiellen Bestimmungen des IVG und der 

IVV in der Fassung gemäss den am 1. Januar 1992 (3. IV-Revision; 

AS 1991 2116 und AS 2377), am 1. Januar 2004 (4. IV-Revision; 

AS 2003 3837 und AS 2003 3859) und am 1. Januar 2008 

(5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) in Kraft getretenen 

Änderungen abzustellen. Zudem sind die mit dem ersten Massnahmen-

paket der 6. IV-Revision am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Änderun-

gen des IVG und der IVV (IV-Revision 6a; IVG in der Fassung vom 

18. März 2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 

2011 [AS 2011 5679]) zu beachten, soweit diese einschlägig sind. 

4.4 Da die 5. IV-Revision für die Invaliditätsbemessung keine substanziel-

len Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewe-

senen Rechtslage brachte, ist bezüglich der entsprechenden Normen die 

zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin mass-

gebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_373/2008 vom 

28. August 2008 E. 2.1). 

B-3154/2012 

Seite 12 

4.5 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, 

SR 830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Ar-

beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) sowie der Invalidität 

(Art. 8) entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung zur Invali-

denversicherung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 

V 343 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der Revision des 

IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006, der IVV und der ATSV vom 

28. September 2007 (5. IV-Revision [AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155], 

in Kraft seit 1. Januar 2008), des IVG und des ATSG vom 18. März 2011 

sowie der IVV und der ATSV vom 16. November 2011 (IV-Revision 6a 

[AS 2011 5659 bzw. AS 2011 5679], in Kraft seit 1. Januar 2012) nichts 

geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen 

verwiesen wird. 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht sinngemäss gel-

tend, die Vorinstanz sei auf seine Vorbringen nicht eingegangen und habe 

durch Missachtung der Begründungspflicht sein rechtliches Gehör ver-

letzt. Diese Rüge ist aufgrund ihrer formellen Natur vorweg zu prüfen. 

5.2 Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben 

der expliziten gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 

Abs. 2 der Bundesverfassung (BV, SR 101) garantiert wird (vgl. BGE 124 

V 180 E. 1a), ist das Recht der betroffenen Person, sich vor Erlass eines 

in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, 

erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit 

erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung we-

sentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-

weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-

einflussen (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a mit Hinweisen; UELI KIESER, ATSG-

Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Rz. 11 ff. zu Art. 42 

ATSG). Im ATSG sind insbesondere die Mitwirkungsrechte bei Einholung 

eines Gutachtens (Art. 44 ATSG), die Akteneinsicht (Art. 47 ATSG) und 

die Begründung der Verfügung (Art. 49 Abs. 3 ATSG) separat geregelt. 

Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. 

5.3 Das im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltene Recht auf eine 

Begründung versetzt die versicherte Person in die Lage, einen Entscheid 

sachgerecht anzufechten. Um den verfassungsrechtlichen Anforderungen 

B-3154/2012 

Seite 13 

zu genügen, muss die Begründung wenigstens kurz die Überlegungen 

nennen, von denen sich die Behörde bei ihrem Entscheid hat leiten las-

sen und auf die sich der Entscheid stützt. Aus der Begründung muss je-

denfalls ersichtlich werden, ob und weshalb die Behörde ein Vorbringen 

einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält oder ob 

sie es überhaupt in Betracht gezogen hat; sie darf sich nicht auf den Hin-

weis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien zur 

Kenntnis genommen und geprüft worden (KIESER, ATSG-Kommentar, 

a.a.O., Rz. 38 zu Art. 49 ATSG, mit Hinweis auf BGE 124 V 180). Die Be-

gründung muss so abgefasst sein, dass eine Anfechtung des Entscheids 

möglich ist (KIESER, ATSG-Kommentar, a.a.O., Rz. 126 zu Art. 61 ATSG). 

Dies bedeutet indessen nicht, dass die Behörde sich ausdrücklich mit je-

der tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand ausei-

nandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid we-

sentlichen Gesichtspunkte bzw. auf jene Aspekte beschränken, die von 

der Behörde ohne Willkür als wesentlich betrachtet werden (vgl. BGE 136 

I 184 E. 2.2.1, 124 V 180 E. 1a und 118 V 56 E. 5b; Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts B-523/2012 vom 11. Juli 2012 E. 2.1;  

MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches 

Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, 

S. 403 f. mit Hinweisen). 

5.4 Die Verletzung des rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Er-

folgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, 

ob die Anhörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen 

Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Behörde zu einer 

Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 132 V 390 

E. 5.1 und 127 V 437 E. 3d/aa). Vorbehalten sind rechtsprechungsge-

mäss diejenigen Fälle, in denen diese Verletzung nicht besonders schwer 

wiegt und dadurch geheilt wird, dass die betroffene Person die Möglich-

keit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den 

Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann (vgl. BGE 124 

V 183 E. 4a mit Hinweisen; KIESER, ATSG-Kommentar, a.a.O., Rz 10 zu 

Art. 42 ATSG). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des 

Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen 

Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem forma-

listischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 

die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen 

Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren 

B-3154/2012 

Seite 14 

wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 und 116 V 182 E. 3d; SVR 2008 IV Nr. 6 

S. 15 E. 3.5; vgl. auch RKUV 1998 U 309 S. 461 f. E. 4c). Die Heilung ei-

nes allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 431 

E. 3d/aa, 126 I 68 E. 2 und 126 V 130 E. 2b; SVR 2008 IV Nr. 6 S. 15 

E. 3.5).  

5.5 In der angefochtenen Verfügung führt die Vorinstanz lediglich an, 

dass sie nur den Einwand zum Vorbescheid erhalten habe, ohne zusätzli-

che medizinische Akten zur Beweisführung. Trotz einer Fristverlängerung 

zur Ergänzung des Einwands seien keine neuen Unterlagen eingegangen 

(IV-act. 75 S. 2). Im Übrigen wiederholt die Vorinstanz wörtlich die Be-

gründung ihres Vorbescheids vom 26. September 2011 (IV-act. 58 

S. 12-14). Die Vorinstanz setzt sich in der angefochtenen Verfügung mit 

den detaillierten und begründeten Einwendungen des Beschwerdefüh-

rers, die er gegen den Vorbescheid vorbrachte, in keiner Weise ausein-

ander. Insbesondere geht die Vorinstanz mit keinem Wort auf den ein-

wandweise geltend gemachten Anspruch auf berufliche Massnahmen 

(IV-act. 58 S. 2) ein. Insofern fehlt eine einlässliche Begründung der an-

gefochtenen Verfügung und genügt diese den Anforderungen, die aus 

dem Recht auf rechtliches Gehör folgen, eindeutig nicht. Die Vorinstanz 

hat anlässlich ihrer Vernehmlassung vom 14. November 2012 einge-

räumt, die Einwände des Beschwerdeführers überhaupt nicht geprüft zu 

haben. Somit ist die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht klarerweise un-

vollständig nachgekommen. Der Beschwerdeführer konnte die erwähnte 

Verfügung infolge dessen bloss bedingt sachgerecht anfechten. Es be-

steht daher für das Gericht kein Anlass, die Gehörsverletzung als im vor-

liegenden Verfahren geheilt zu betrachten, weshalb die angefochtene 

Verfügung bereits aus diesem Grunde aufzuheben ist. 

6.  

6.1 Im vorliegenden Verfahren ist sodann streitig und vom Bundesverwal-

tungsgericht zu prüfen, ob die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung 

zu Recht das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung einer Inva-

lidenrente abgewiesen hat.  

6.2 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 7, 8, 16 ATSG; Art. 4, 28, 

28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall während mindestens eines vol-

len Jahres (Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden 

Fassung) bzw. mindestens dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 

B-3154/2012 

Seite 15 

1. Januar 2008 geltenden Fassung) Beiträge an die Alters-, Hinterlasse-

nen- und Invalidenversicherung geleistet hat. Diese zwei Bedingungen 

müssen kumulativ erfüllt sein. Vorliegend sind die beitragsmässigen Vor-

aussetzungen für den Bezug einer ordentlichen Invalidenrente erfüllt. Zu 

prüfen bleibt damit, ob und gegebenenfalls ab wann und in welchem Um-

fang der Beschwerdeführer im rechtsrelevanten Zeitraum als invalid im 

Sinne des Gesetzes zu betrachten ist.  

6.3  

6.3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-

ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die 

Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähig-

keit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).  

6.3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher 

Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme 

eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 

sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich 

eine lege artis auf die Vorgaben eines wissenschaftlich anerkannten 

Klassifikationssystems abgestützte fachärztliche (psychiatrische) Diagno-

se voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich 

notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für einen invalidisieren-

den Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4). So ist zu beachten, 

dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen be-

stehen darf, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturel-

len Faktoren herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende 

Befunde zu umfassen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Ver-

stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression in 

fachmedizinischem Sinne. Solche verselbständigte psychische Störungen 

mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, 

B-3154/2012 

Seite 16 

damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 232/04 vom 10. Januar 2005 

E. 5). Nach der Rechtsprechung ist entscheidend, ob der versicherten 

Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit 

(bzw. der Fähigkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen) so-

zial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (vgl. BGE 127 

V 294 E. 4c und 102 V 165).  

Invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 

allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, 

abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl. auch BGE 102 V 165; 

AHI-Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen). 

6.3.3 In Bezug auf diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstö-

rungen besteht eine Vermutung, dass die Schmerzstörung oder ihre Fol-

gen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Be-

stimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und kon-

stant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess indes-

sen unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über 

die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen ver-

fügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall 

anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung ei-

ner psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und 

Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische 

körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krank-

heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne län-

ger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des 

Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inner-

seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlasten-

den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 

Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 

oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeuti-

schem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person 

(BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter 

sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – aus-

nahmsweise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstren-

gung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen; SVR 2008 

IV Nr. 23 S. 72 E. 2.1).  

B-3154/2012 

Seite 17 

Diese Rechtsprechung, wonach von der Vermutung auszugehen ist, dass 

mit zumutbarer Willensanstrengung trotz der Schmerzen eine leidensan-

gepasste Tätigkeit ausgeübt werden kann, kommt insbesondere dann zur 

Anwendung, wenn zwar gewisse somatische Befunde erhoben wurden, 

diese die geklagten Schmerzen jedoch nur zu einem kleineren Teil erklä-

ren können (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_591/2009 

vom 27. November 2009 E. 4.2). Gemäss dieser im Zusammenhang mit 

der Problematik von somatoformen Schmerzstörungen entwickelten 

Rechtsprechung setzt die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Un-

zumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung das Vorliegen einer 

mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher 

Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhanden-

sein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter 

Kriterien voraus (BGE 130 V 352; vgl. auch beispielsweise Urteil des 

Bundesgerichts 8C_362/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 5 f.). Eine sol-

che psychische Komorbidität stellt zum Beispiel eine depressive Störung 

grösseren Ausmasses dar (BGE 132 V 65 E. 4.2.2).  

6.4 Gemäss Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie 

die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforder-

liche Art und Schwere erreicht hat (sogenannter leistungsspezifischer 

Versicherungsfall; vgl. BGE 137 V 417 E. 2.2.1 und 2.2.4; SVR 2007 IV 

Nr. 7 E. 1.1).  

6.5 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen ge-

ben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch 

auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad 

von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die 

ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der 

Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abwei-

chende Regelung vorsehen, was für die Staaten der Europäischen Union 

(EU) der Fall ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellt 

diese Vorschrift eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 

V 275 E. 6c).  

6.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

B-3154/2012 

Seite 18 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszu-

stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 

ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 

die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zu-

gemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen). Die – ar-

beitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich 

dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen 

oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt ist.  

6.7  

6.7.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ver-

weigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur ge-

prüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung er-

füllt sind. Danach ist im Leistungsbegehren gleich wie im Revisionsge-

such glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versi-

cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 

hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 

materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicher-

ten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 

tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-

nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu 

BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 83 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass 

der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung 

keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. An-

dernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verände-

rung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu be-

jahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-

che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 

E. 3.2.2 f.).  

6.7.2 Eine Änderung des Invaliditätsgrades setzt stets auch eine Ände-

rung der tatsächlichen Verhältnisse voraus. Zu vergleichen ist dabei der 

Sachverhalt im Zeitpunkt der letzten der versicherten Person eröffneten 

rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren-

tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdi-

gung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-

ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesund-

heitszustandes) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wie-

B-3154/2012 

Seite 19 

dererwägung und prozessualen Revision (BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Ferner 

muss die Veränderung der Verhältnisse erheblich, das heisst hinsichtlich 

der Auswirkungen auf den Invaliditätsgrad rentenwirksam sein (siehe 

Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unter revisions-

rechtlichen Gesichtspunkten – welche gleichermassen für das Neuan-

meldungsverfahren gelten (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.2; Urteil des Eidge-

nössischen Versicherungsgerichts I 658/05 vom 27. März 2006 E. 4.4) – 

ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert 

gebliebenen Sachverhaltes unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b mit Hin-

weisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a).  

6.7.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheb-

lichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige 

Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche 

oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invalidi-

tätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 

und Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit 

Hinweisen).  

6.8  

6.8.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das 

heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen.  

6.8.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und 

Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 

I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 

E. 3a).  

B-3154/2012 

Seite 20 

7.  

7.1 Somit ist vorliegend zu prüfen, ob seit dem 8. November 2002 (letzt-

maliger materieller Rentenentscheid) bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung am 7. Mai 2012 eine erhebliche Änderung der Verhältnisse 

eingetreten ist, welche (rückwirkend) einen Rentenanspruch begründet.  

7.2 Die IV-Stelle des Kantons Solothurn begründete die letztmalige mate-

riell rentenabweisende Verfügung vom 8. November 2002 

(kant. IV-act. 20) damit, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätig-

keit im Pensum von 50 % bzw. leichte körperliche wie auch mittelschwere 

Tätigkeiten, ohne Heben von Lasten über 10 kg und Vermeidung von re-

petitivem Bücken und Tragen, zu 100 % zumutbar seien und somit ein 

rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden könne. Diese Be-

gründung stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das rheumatologische 

Gutachten vom 23. Mai 2002 von Dr. E._______, Dr. F._______ und Dr. 

G._______ (kant. IV-act. 18). Daraus geht im Wesentlichen Folgendes 

hervor: 

Die drei Gutachter nannten in ihrer Expertise als Diagnosen mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisch rezidivierendes lumbospondy-

logenes Syndrom links, bestehend seit dem Jahr 1994, mit/bei: 

 altersentsprechenden degenerativen Veränderungen (Diskopathie 

L4/5, leichte Spondylarthrose L5/S1); 

 torsionskoliotischer Fehlhaltung; 

 rechtsbetonter muskulärer Dysbalance; 

 abdominaler Adipositas (Body-Mass-Index 25.9 kg/m
2
); 

 Verdacht auf intermittierende ISG-Blockaden rechtsbetont. 

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben Dr. 

E._______, Dr. F._______ und Dr. G._______ folgende an: 

1. chronisch rezidivierendes Zervikalsyndrom, bestehend seit dem 

Jahr 1994 

 spondylogene Ausstrahlungen mit linksseitigem Zervikobra-

chial- und Zervikozephalsyndrom; 

 partielle Blockwirbelbildung C2/3, keine degenerative Verände-

rungen (Magnetresonanztomographie [MRI] vom August 2000); 

 muskuläre Dysbalance, Fehlhaltung; 

2. diskrete Periarthropathie humeroscapularis links, Beginn unbe-

kannt, mit/bei leichter Impingementsymptomatik; 

3. gemischte Hyperlipidämie; 

4. Nikotinabusus; 

B-3154/2012 

Seite 21 

5. Ulkus Bulbus duodeni im Jahre 1979.  

Auf der psychisch-geistigen Ebene bestünden keine Einschränkungen. 

Körperlich bestehe aufgrund der lumbalen und zervikalen Rückenproble-

matik aus rheumatologischer Sicht eine qualitative Beeinträchtigung für 

schwere körperliche Arbeit. Diese sei dem Beschwerdeführer nicht mög-

lich, vor allem wenn Lasten gehoben und getragen werden müssten, und 

nicht mehr zumutbar. Für körperliche Schwerarbeit sei er infolge der de-

generativen Wirbelveränderungen nicht geeignet. Quantitativ betrage die 

Beeinträchtigung für schwere körperliche Arbeiten 100 %. Für mittel-

schwere und leichte körperliche Arbeiten bestünden rheumatologischer-

seits hingegen keine Einschränkungen. Nicht ideal seien sicherlich repeti-

tive Tätigkeiten mit monotonen Bewegungen, mit häufigem Bücken oder 

Heben von Lasten über 10 bis 15 kg. Eine regelmässige, ausgewogene 

muskuläre Beanspruchung während der Arbeit – wie beispielsweise die 

mittelschwere Arbeit als Magaziner – wäre aus rheumatologischer Sicht 

sogar wünschenswert, um die aktuell bestehenden muskulären Dysba-

lancen zu vermindern. Aus rheumatologischer Sicht wäre die aktuelle 

leichte körperliche Tätigkeit in der A._______-Non-Food-Filiale 

Q._______ zu 100 % zumutbar. Für diese Tätigkeit sei der Beschwerde-

führer voll belastbar. Auch eine mittelschwere Tätigkeit im A._______, wo 

keine Lasten über 10 kg gehoben werden müssten und repetitives Bü-

cken und Tragen vermieden werden könne, wäre voll zumutbar. Seit Ja-

nuar 2000 bestehe konstant eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Mittelschwe-

re körperliche Tätigkeiten, welche den oben erwähnten Anforderungen 

genügten, seien acht Stunden pro Tag zumutbar. Für leichte körperliche 

Arbeit mit Wechselbelastung und ohne Heben von Gewichten über 5 bis 

10 kg bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Limitierend bezüglich Leistungsfähigkeit dürfe wohl jedoch die Motivation 

des Beschwerdeführers sein, welcher der Ansicht sei, unmöglich mehr als 

vier Stunden täglich arbeiten zu können und das nur unter den aktuellen 

Bedingungen ohne Leistungs- und Zeitdruck, wo er sich die Arbeit selber 

einteilen könne. Es sei prognostisch sehr ungünstig, dass der Beschwer-

deführer fest überzeugt sei, wegen seiner Schmerzen nicht mehr als 

50 % arbeiten zu können. Diese Haltung sei der entscheidende Faktor 

dafür, dass jeder Versuch, die Arbeitstätigkeit zu steigern, zum Scheitern 

verurteilt sein werde. Der Beschwerdeführer werde in der Realität wahr-

scheinlich wegen persönlichen Faktoren maximal 50 % arbeiten können. 

Wegen der muskulären Dekonditionierung wäre es prognostisch falsch, 

eine Tätigkeit ohne jegliche Muskelbeanspruchung anzustreben.  

B-3154/2012 

Seite 22 

7.3 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kann aufgrund der vor-

liegenden medizinischen Akten nicht abschliessend entschieden werden, 

ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem 8. No-

vember 2002 gegenüber dem Vorzustand wesentlich verschlechtert hat 

oder nicht. Zwar erhellt sich aus den dem Gericht vorliegenden Berichten, 

dass der Beschwerdeführer nach wie vor an mehreren gesundheitlichen 

Problemen leidet. Wie weit er seit dem 8. November 2002 in seiner 

verbleibenden Leistungsfähigkeit zusätzlich eingeschränkt ist, lässt sich 

den verfügbaren Akten indes nicht mit der erforderlichen Klarheit und Be-

gründetheit entnehmen.  

7.3.1  

7.3.1.1 Dr. J._______ hielt in seinem rheumatologischen Teilgutachten 

vom 14. Dezember 2010 (IV-act. 46 S. 29-36) zuhanden der ZMB folgen-

de Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: 

 Panvertebralsyndrom mit einer zervikospondylogenen Komponen-

te beidseits und einer chronischen lumbospondylogenen Kompo-

nente links bei 

 kleinsten degenerativen plurisegmentalen Veränderungen 

der Halswirbelsäule; 

 bekannter Diskopathie L4/5, Spondylarthrose L5/S1; 

 partieller Synostose der Wirbelkörper C2-C3; 

 rechtskonvexer torakolumbaler Skoliose; lumbaler Hyper-

lordose; 

 Dekonditionierung und Muskeldefizit;  

 chronische Gonalgie links bei/mit 

 Bakerziste links; 

 Varus-Knie. 

Rheumatologische Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

nannte Dr. J._______ keine. In einer dem Gesundheitszustand angepass-

ten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer arbeitsfähig in einem Umfang von 

100 % mit einer maximalen Arbeitsleistung von 100 % seit dem Jahr 

2007. In seiner letzten Tätigkeit als Magaziner, die seit 2000 das Sam-

meln von leeren Kartons, Plastik, Papier etc. eingeschlossen habe, wel-

che in Pressen oder Abfallsäcke zu werfen gewesen seien, sei der Be-

schwerdeführer seit dem 31. Januar 2007 arbeitsfähig im Rahmen eines 

normalen Arbeitstags von 8 bis 9 Stunden, mit einer Verminderung der 

Leistungsfähigkeit um 10 %. Mit dem Auftreten der Schwellung an der 

Kniekehle links, bewertet als Bakerziste und aktuell schmerzend, sei der 

Beschwerdeführer – immer für die letzte Tätigkeit als Magaziner mit dem 

B-3154/2012 

Seite 23 

oben zitierten Pflichtenheft – arbeitsfähig im Rahmen eines normalen Ar-

beitstags von 8 bis 9 Stunden, aber mit einer Verminderung der Leis-

tungsfähigkeit um 30 % seit dem 25. Oktober 2010, dem Datum der Ult-

raschalluntersuchung der linken Kniekehle. Als Hausmann sei der Be-

schwerdeführer seit Januar 2007 arbeitsfähig im Rahmen eines üblichen 

Arbeitstags mit einer maximalen Leistungsfähigkeit (IV-act. 46 S. 34-36). 

7.3.1.2 Auf dieses Gutachten kann nicht abgestellt werden. Denn ob seit 

dem 8. November 2002 in rheumatologischer Hinsicht eine wesentliche 

Veränderung des Gesundheitszustands bezüglich der Arbeitsfähigkeit 

eingetreten ist oder nicht, kann aufgrund des Gutachtens Dr. J._______s 

nicht beurteilt werden. Der Experte nahm keinen direkten Vergleich des 

gesundheitlichen Zustands mit jenem anfangs November 2002 vor. Wei-

ter äussert sich Dr. J._______ überhaupt nicht zur Frage, ob die Tätigkeit 

als Magaziner/Lagermitarbeiter als solche weiterhin zumutbar ist. Die 

vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Tätigkeit bei A._______ war ei-

ne individuell behinderungsangepasste Tätigkeit (vgl. kant. IV-act. 18 S. 

4, 8 und 11 f. sowie kant. IV-act. 39 S. 3), welche nicht mit jeglicher Tätig-

keit als Magaziner/Lagermitarbeiter gleichgesetzt werden kann. Diesbe-

züglich nahm Dr. J._______ keinerlei Differenzierung vor. Auch geht aus 

der Expertise Dr. J._______s nicht hervor, welche Tätigkeiten generell 

leidensangepasst wären. Er äussert sich lediglich zur zuletzt bei 

A._______ ausgeübten individuell angepassten Tätigkeit sowie dazu, 

welche Einzelverrichtungen der Beschwerdeführer noch vornehmen 

könnte, ohne diese näher bestimmten Tätigkeiten zuzuordnen. Ferner 

begründet Dr. J._______ nicht mit eigenen objektiven Befunden, wieso 

leidensangepasste Tätigkeiten seit dem Jahr 2007 allgemein zu 100 % 

zumutbar sein sollen. Sodann ist unklar, wieso seit dem 31. Januar 2007 

in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit, welche per dato gekündigt war, die 

Leistungsfähigkeit um 10 % vermindert sein soll. Schliesslich ist ebenfalls 

nicht einsichtig, weshalb seit ebenfalls Januar 2007 – auf dessen Ende 

die zuletzt ausgeübte Erwerbstätigkeit gekündigt worden war – eine voll-

schichtige Arbeitsfähigkeit als Hausmann anzunehmen ist.  

7.3.2  

7.3.2.1 Dr. K._______ und Dr. L._______ diagnostizierten in ihrem psy-

chiatrischen Teilgutachten vom 28. Januar 2011 (IV-act. 46 S. 22-28) zu-

handen der ZMB ein anhaltendes somatoformes Schmerzsyndrom (ICD-

10 F45.4) sowie depressive Aspekte insbesondere korrelativ zum familiä-

ren Umfeld. Es könne eine psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit 

B-3154/2012 

Seite 24 

infolge der plötzlichen Kündigung der letzten Arbeitsstelle am 31. Januar 

2007 anerkannt werden. Der Anteil der psychiatrisch begründeten Ar-

beitsunfähigkeit habe zeitlich variiert. Für den Monat August 2008 bestä-

tige sich eine einmonatige vollständige Arbeitsunfähigkeit, welche sich um 

50 % seit dem Beginn des Folgemonats, dem 1. September 2008, redu-

ziert habe. Seit dem 31. Januar 2007 könne eine Arbeitsunfähigkeit von 

20 % anerkannt werden. Die Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit, die den 

Kompetenzen des Beschwerdeführers angepasst sei, betrage 80 %. Die 

psychiatrischerseitige Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 20 % beste-

he im Einzelnen wegen der empfundenen Schmerzen des Beschwerde-

führers und eines Gefühls der Unsicherheit auch wegen langjähriger Ab-

wesenheit von der Arbeitswelt. Einfache Tätigkeiten könnten in einem 

Umfang von 80 % ab sofort ausgeführt werden. Die Tätigkeit als Haus-

mann könne der Beschwerdeführer vollständig ausüben. Die mittelfristige 

Prognose sei positiv. Die depressiven Aspekte seien unbestrittenermas-

sen keine offene depressive Störung gemäss ICD-10. Möglicherweise 

bestehe das Risiko einer Verschlechterung der psychischen Verfassung 

fort, sowohl wegen somatoformen als auch wegen depressiven Aspekten. 

Es sei wohl geringer bei einer nächsten Eingliederung in die Arbeitswelt 

(IV-act. 46 S. 27 f.). 

7.3.2.2 Dieses psychiatrische Gutachten erweist sich in inhaltlicher Hin-

sicht vorliegend als unvollständig, objektiv nicht nachvollziehbar und nicht 

schlüssig. Die beiden psychiatrischen Gutachter nannten keine Diagnose 

gemäss ICD-10, welche sich ausdrücklich auf die Arbeitsfähigkeit aus-

wirkt. Sie begnügten sich mit einer allgemein gehaltenen Diagnosefest-

stellung. Da die Experten den darin aufgeführten depressiven Aspekten 

keinen Krankheitswert gemäss ICD-10 zumassen und die dabei erwähn-

ten Faktoren des familiären Umfelds rein psychosoziale bzw. soziokultu-

relle Faktoren darstellen, fällt jedoch diese Teildiagnose als Grundlage für 

eine invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit ausser Acht (vgl. E. 6.3.2 vor-

stehend). Auch kann eine plötzliche Kündigung der Arbeitsstelle per se 

kein Grund für eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit sein, ist eine 

Stellenkündigung doch eindeutig kein anerkannter unmittelbarer Grund 

für eine psychische Krankheit gemäss ICD-10. Es ist daher davon auszu-

gehen, dass die beiden Gutachter sich bei der diesbezüglichen Anerken-

nung einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit auf die subjektiven Äusserungen 

des Beschwerdeführers stützten. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

ist aber die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers nicht ent-

scheidend. Massgebend ist allein die medizinisch begründete und nach-

vollziehbare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, wobei es sich hierbei um 

B-3154/2012 

Seite 25 

eine medizinisch-theoretische Beurteilung handelt. Sodann geht aus der 

Expertise nicht hervor, warum der Beschwerdeführer im August 2008 

während eines Monats vollständig und danach zu 50 % arbeitsunfähig 

gewesen sein soll. Hierfür fehlt jegliche Begründung. Wann die 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit sich wieder auf die danach beschriebene 20%ige Ar-

beitsunfähigkeit verminderte, wird von Dr. K._______ und Dr. L._______ 

ebenfalls nicht erläutert. Zudem ist unklar, wieso die angeblich kündi-

gungsbedingte 20%ige Arbeitsunfähigkeit schliesslich zu einer dauerhaf-

ten 20%igen Arbeitsunfähigkeit werden konnte, welche mit den empfun-

denen Schmerzen des Beschwerdeführers und einem Unsicherheitsge-

fühl auch wegen langjähriger Abwesenheit von der Arbeitswelt begründet 

wird. Sowohl das Schmerzempfinden als auch das beschriebene Unsi-

cherheitsgefühl stützen sich ebenfalls offensichtlich auf subjektive Anga-

ben des Beschwerdeführers und stellen keinen objektiven psychiatri-

schen Befund dar. Der Expertise sind weiter insbesondere keine objektiv 

nachvollziehbare Ausführungen zur Überwindbarkeit der diagnostizierten 

Schmerzstörung zu entnehmen. Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-

chung setzt die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung von Schmerz-

störungen eine gesamthafte Prüfung der Sachlage nach den in BGE 130 

V 352 formulierten Kriterien voraus (Urteil des Bundesgerichts 

8C_420/2011 vom 26. September 2011 E. 2.4.2). Eine solche Prüfung 

fehlt vorliegend. Desgleichen haben die beiden Experten es unterlassen, 

sich mit dem in den Akten beschriebenen Benzodiazepin- und Analgetica-

Abusus (kant. IV-act. 69) auseinanderzusetzen. Warum der Beschwerde-

führer als Hausmann uneingeschränkt tätig sein kann, während ihm ein-

fache Tätigkeiten – wozu hinsichtlich des Anforderungsprofils auch die 

Haushalttätigkeit zu zählen ist – bloss zu 80 % zumutbar sein sollen, wird 

im Gutachten ebenfalls nicht ausgeführt. 

7.3.3  

7.3.3.1 Dr. M._______ und Dr. N._______ führten in ihrem pluridisziplinä-

ren (Gesamt-)Gutachten vom 24. März 2011 (IV-act. 46 S. 1-21) als Diag-

nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit alle von Dr. J._______, Dr. 

K._______ und Dr. L._______ erwähnten Diagnosen an. Als einzige Di-

agnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten Dr. M._______ und 

Dr. N._______ einen chronischen übermässigen Tabakkonsum (IV-act. 46 

S. 14 f.). Der aktuelle Grad der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit als Magaziner werde auf 70 % geschätzt, verstanden als Reduk-

tion der Leistung im Verlauf eines ganzen Arbeitstags. Die Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit stammten aus den untersuchten rheumatischen 

B-3154/2012 

Seite 26 

und psychiatrischen Leiden. Die von den Teilgutachtern beschriebenen 

Arbeitsunfähigkeiten könnten nicht summiert werden. Zusammenfassend 

sei aus physischer und psychischer Sicht der aktuelle Grad der Arbeitsfä-

higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Magaziner mit 70 % einzu-

schätzen. Die Arbeitsunfähigkeit habe ab der plötzlichen Kündigung durch 

den letzten Arbeitgeber, also dem 31. Januar 2007, 20 % betragen. Seit 

dem 25. Oktober 2010 sei eine 70%ige Arbeitsfähigkeit vorhanden. Aus 

den von Dr. J._______, Dr. K._______ und Dr. L._______ beschriebenen 

Profilen noch zumutbarer Tätigkeiten folgerten Dr. M._______ und Dr. 

N._______, dass in einer für den Gesundheitszustand geeigneten Tätig-

keit, welche die beschriebenen Einschränkungen berücksichtige, seit dem 

31. Januar 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % vorhanden sei. Diese sei 

zu verstehen als Verminderung der Leistungsfähigkeit im Verlauf eines 

ganzen Arbeitstags (IV-act. 46 S. 18-21). 

7.3.3.2 Insgesamt erscheint das Gutachten als oberflächlich und wenig 

detailliert, wobei nicht erkennbar ist, ob diese Oberflächlichkeit ebenfalls 

auf die Untersuchung selbst zutraf. Dr. M._______ und Dr. N._______ 

übernahmen im Wesentlichen einfachhin die Ergebnisse der beiden Teil-

gutachten (E. 7.3.1-2 vorstehend) und fügten sie zu einem Gesamtergeb-

nis zusammen. Eine eigene fachärztliche Auseinandersetzung mit der Ar-

beitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist nicht ersichtlich. Unter anderem 

fehlt eine kritische Auseinandersetzung mit den von Dr. K._______ und 

Dr. L._______ gestellten Diagnosen. So entging Dr. M._______ und 

Dr. N._______ bereits bei der Aufzählung der Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit, dass die diagnostizierten depressiven Aspekte 

und Faktoren des familiären Umfelds praxisgemäss (vgl. E. 6.3.2 vorste-

hend) von vornherein keine invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit zu be-

gründen vermögen. Die einzige diagnostische Eigenleistung von 

Dr. M._______ und Dr. N._______ ist die Erwähnung eines chronischen 

übermässigen Tabakkonsums. Der Frage, ob allenfalls internistisch-

allgemeinmedizinische Befunde die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers dauerhaft beeinflussen, gingen die beiden Ärzte überhaupt nicht nä-

her nach. Entsprechend fehlt auch eine darauf gestützte einlässliche po-

lydisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers. Die Expertise leuchtet in der Darlegung der medizini-

schen Zustände und Zusammenhänge entsprechend nicht ein, und sind 

auch die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten nicht nachvoll-

ziehbar. Das Gutachten Dr. M._______s und Dr. N._______s entspricht 

den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines Arztbe-

richts nicht.  

B-3154/2012 

Seite 27 

7.3.4 Dr. R._______, Spezialärztin FMH für Psychiatrie und Psychothera-

pie, wie auch Dr. med. S._______, Fachärztin FMH für Allgemeine Medi-

zin, beide Ärztinnen des RAD Rhone, stützten sich in ihren Stellungnah-

men vom 10. Juni 2011, 12. Juli 2011, 17. Oktober 2012 und 31. Oktober 

2012 auf das ZMB-Gutachten, berücksichtigten ihrerseits aber auch die 

anderen in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen und würdigten 

sie selbständig. 

7.3.4.1 Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Be-

weiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begrün-

det sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu-

verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in ei-

nem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un-

parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen 

(BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). 

Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann für 

den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur ab-

gestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anforde-

rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD-

Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und 

fachlichen Qualifikationen verfügen. Für die Eignung eines Arztes als 

Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ist ein entspre-

chender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des den 

Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 

vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 

E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte 

Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Nicht zwin-

gend erforderlich ist hingegen, dass die versicherte Person untersucht 

wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der medi-

zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ sel-

ber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine 

Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen 

von eigenen Untersuchungen an sich ist somit kein Grund, um einen 

RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

B-3154/2012 

Seite 28 

Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versicher-

ten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. Novem-

ber 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 

7.3.4.2 Die RAD-Psychiaterin Dr. R._______ schrieb in ihrer Stellung-

nahme vom 10. Juni 2011 (IV-act. 56 S. 5 f.), psychiatrischerseits könne 

dem Gutachten aus I._______ in jeder Hinsicht gefolgt werden. Die Ar-

beitsunfähigkeit von 20 % seit dem 31. Januar 2007 in allen Tätigkeiten 

sei angepasst gleich wie der Vorschlag einer (Arbeits-)Wiederaufnahme. 

Der Beschwerdeführer habe genügende Ressourcen, um angesichts sei-

ner Schmerzen eine Tätigkeit wiederaufzunehmen. Es gebe keine Anzei-

chen, dass der Beschwerdeführer damit fortfahre, Benzodiazepine zu 

nehmen. Es lasse sich die Diagnose einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4 stellen. 

In ihrer Stellungnahme vom 17. Oktober 2012 führte Dr. R._______ so-

dann aus, die Dauer der verschiedenen vom Beschwerdeführer innege-

habten Arbeitsstellen – sechs Jahre in einer Schuhfabrik, elf Jahre bei der 

T._______ und fünf Jahre bei A._______ zu 100 % – und die Fähigkeit 

des Beschwerdeführers, eine lange und befriedigende Ehe zu führen – 30 

Jahre –, seien zwei Hauptzeichen, welche gegen eine manifeste Persön-

lichkeitsstörung sprächen. Die im Jahre 2008 gezeigte Änderung im Ver-

halten sei sehr wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Benzodiaze-

pinabusus zu sehen. Die allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeits-

störung seien nicht erfüllt. Dasselbe gelte für die eine histrionische Per-

sönlichkeitsstörung betreffenden Kriterien, zumal das augenfälligste Krite-

rium, die emotionale Labilität, dem Benzodiazepinabusus zugeschrieben 

werden müsse. Dr. K._______ schliesse in seinem Gutachten die Persön-

lichkeitsstörung implizit aus. Das Ich und seine Funktionsweise bezeich-

neten keine psychiatrische Krankheit per se und erlaubten keinen Mitein-

bezug in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf lange Sicht.   

7.3.4.3 Auf diese Beurteilungen der RAD-Psychiaterin Dr. R._______ 

kann klarerweise ebenfalls nicht abgestellt werden. Denn ihre Einschät-

zung, welche Dr. R._______ vornehmlich auf das nicht nachvollziehbare 

ZMB-Gutachten abstützt, stellt eine blosse Mutmassung aufgrund der Ak-

ten dar. Dabei fehlt eine kritische Auseinandersetzung mit den offensicht-

lichen Mängeln der ZMB-Expertise; die RAD-Ärztin stellt vielmehr gänz-

lich auf dieses ab. Die RAD-Psychiaterin hat den Beschwerdeführer nie 

selber untersucht, so dass ihre mutmassende Einschätzung die Mängel 

B-3154/2012 

Seite 29 

dieses Gutachtens in psychiatrischer Hinsicht nicht zu beheben vermag. 

Eine eigene, mit objektiven Befunden argumentierende Begründung 

Dr. R._______s für die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20 % seit 

dem 31. Januar 2007 in allen Tätigkeiten ist nicht vorhanden. 

7.3.4.4 In ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2011 (IV-act. 56 S. 7-12) 

nannte die RAD-Allgemeinmedizinerin Dr. S._______ als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.9. Als Diagnose ohne Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit gab die RAD-Ärztin chronische Gonalgien mit/bei 

Bakerzyste links und einer Genua valga sowie eine diskrete Periarthro-

pathie humeroscapularis links, mit leichter Impingementsymptomatik, eine 

gemischte Hyperlipidämie, einen chronischen Nikotinabusus, einen Sta-

tus nach Parotitis links (Jahr 1997) sowie einen Status nach Ulkus bulbi 

duodeni (Jahr 1979) an. Seit dem 31. Januar 2007 bestehe in einer an-

gepassten Tätigkeit eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit, und seit dem 25. Ok-

tober 2010, dem Ultraschall der Kniekehle links, sei in der angestammten 

Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden. Eine adaptierte Tä-

tigkeit könne sofort aufgenommen werden. Möglich sei eine vollzeitliche 

Arbeit mit vermehrten Pausen, das heisst einer Leistungseinschränkung 

von 20 %. Eine wechselbelastende Arbeitshaltung sei zu bevorzugen. Der 

Beschwerdeführer könne selten Lasten von maximal 25 kg tragen. 

Schwere Arbeiten sowie alle längeren oder wiederholten rückenbelasten-

den Zwangshaltungen seien zu meiden. Die Prognose sei sowohl in psy-

chiatrischer wie in somatischer Hinsicht als gut zu bezeichnen. Die Ar-

beitsfähigkeit könne sowohl in der zuletzt ausgeübten wie in einer ange-

passten Tätigkeit mittelfristig gesteigert werden. Jegliche Tätigkeit, wel-

che die genannten Einschränkungen berücksichtige, sei möglich. 

In ihrer Stellungnahme vom 31. Oktober 2012 führte RAD-Ärztin Dr. 

S._______ neu als weitere Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit chronische Gonalgien mit/bei Bakerzyste links und einer Genua valga 

gemäss ICD-10 M25.5 an. Die verbleibenden Nebendiagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ergänzte Dr. S._______ mit der Diag-

nose "histrionische Persönlichkeitszüge". Im Übrigen hielt Dr. S._______ 

an ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2011 fest. Die aus den Kniebe-

schwerden resultierende Beeinträchtigung sei in den Einschränkungen für 

schwere Arbeiten, im weiteren Sinne auch in der vermehrten Pausenbe-

dürftigkeit bzw. der Leistungseinbusse mitberücksichtigt worden. Eine 

Bakerzyste bewirke keine Arbeitsunfähigkeit. Eine solche Zyste sei Aus-

druck einer Gelenksarthrose, welche die beschriebenen Kniebeschwer-

B-3154/2012 

Seite 30 

den erkläre. Es handle sich um eine in geringem Ausmass relevante Arth-

rose, da der Bewegungsumfang im Knie erhalten sei. Eine Unmöglichkeit 

für wechselbelastende Tätigkeiten ergebe sich daraus nicht, da eine ge-

wisse Aktivität bei Abnützung wünschenswert sei. Die Diagnose einer 

Persönlichkeitsstörung sei von den Gutachtern ausgeschlossen worden. 

Ein Tinnitus könne ausser bei Vorliegen einer damit verbundenen psychi-

atrischen Störung keine Arbeitsunfähigkeit begründen. Der Psychiater 

habe diesbezüglich weder anamnestische Klagen noch Befunde erheben 

können, womit der Tinnitus versicherungsmedizinisch nicht weiter abklä-

rungsbedürftig gewesen sei.  

7.3.4.5 Die beiden Stellungnahmen Dr. S._______s vom 12. Juli 2012 

und 31. Oktober 2012 sind die einzigen ärztlichen Berichte, die eine an-

haltende somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.9 erwähnen. 

Die psychiatrischen Experten Dr. K._______ und Dr. L._______ 

(E. 7.3.2.1 vorstehend) wie auch die RAD-Psychiaterin Dr. R._______ 

(E. 7.3.4.2 hiervor) sprechen von einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung gemäss ICD-10 F45.4. Zudem hat Dr. S._______ die 

Diagnose "histrionische Persönlichkeitszüge" festgehalten, ohne dass 

aus den vorliegenden Berichten der psychiatrischen Fachärzte eine sol-

che Diagnose hervorgeht. Dr. S._______ ist nicht psychiatrische Fachärz-

tin, so dass sie die betreffenden psychiatrisch-fachärztlichen Feststellun-

gen von vornherein nicht durch eine eigene Ansicht zu ersetzen vermag. 

Im Übrigen hat auch Dr. S._______ den Beschwerdeführer nie selbst un-

tersucht. In ihrer Einschätzung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit stützt 

sich die RAD-Allgemeinmedizinerin auf das ZMB-Gutachten, ohne des-

sen eindeutige Mängel zu erkennen und sich mit ihnen kritisch auseinan-

derzusetzen. Die Angabe Dr. S._______s, dass seit dem 25. Oktober 

2010 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden sei, wobei der Be-

schwerdeführer eine vollzeitliche Arbeit mit einer Leistungseinschränkung 

von 20 % aufnehmen könne, ist zudem widersprüchlich. Beide Angaben 

beziehen sich nämlich auf behinderungsangepasste Tätigkeiten. Somit 

kann bei der Entscheidfindung auf die Stellungnahmen Dr. S._______s 

vom 12. Juli 2011 und 31. Oktober 2012 nicht abgestützt werden. 

7.3.5 Auf die Aussagen der anderen Ärzte kann ebenfalls nicht abgestellt 

werden.  

7.3.5.1 Dr. med. U._______, Facharzt FMH für Rheumatologie, führte am 

21. März 2007 bloss aus, dass die psycho-soziale Situation kritischer sei, 

da der Beschwerdeführer ab Oktober 2006 als Lagerist bei A._______ 

B-3154/2012 

Seite 31 

gekündigt worden und seit Januar 2007 arbeitslos sei. Aus rheumatologi-

scher Sicht sei der Beschwerdeführer aktuell voll erwerbsfähig ohne Ein-

schränkung der Leistungsfähigkeit (kant. IV-act. 56 S. 5 f.). Eine Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf seit dem 8. November 2002 

fehlt. Darüber hinaus ist Dr. U._______ kein psychiatrischer Facharzt, so 

dass seine Feststellung betreffend die psycho-soziale Situation des Be-

schwerdeführers bei der Entscheidfindung von vornherein nicht berück-

sichtigt werden könnte.  

7.3.5.2 Dr. D._______ äusserte sich letztmals am 21. August 2007 zur 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, und zwar lediglich mittels einer 

Aufzählung der sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen. Dr. 

D._______ verwies im Übrigen auf den Bericht Dr. U._______s vom 21. 

März 2007 (kant. IV-act. 56 S. 1 f.). 

7.3.5.3 Dr. med. V._______, Fachärztin FMH für Innere Medizin und 

Rheumatologie, wies in ihrem Bericht vom 27. Oktober 2008 (kant. IV-act. 

68 S. 7-9) zuhanden der IV-Stelle des Kantons Solothurn darauf hin, dass 

sie zur aktuellen Arbeitsunfähigkeit keine Angaben machen könne, denn 

diese sei wohl vorwiegend durch die psychiatrische Krankheit bedingt. 

Am 27. April 2009 schrieb Dr. V._______ der Solothurner IV-Stelle (kant. 

IV-act. 74 S. 1-4), eine multidisziplinäre Begutachtung sei zu befürworten. 

Die Ärztin berichtete, dass sie aufgrund ihrer bisherigen Beobachtungen 

und der neuen Befunde der bildgebenden Untersuchung nicht mit endgül-

tiger Sicherheit darüber Auskunft geben könne, in welchem Ausmass die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers eingeschränkt sei und in wel-

chem Ausmass diese Einschränkungen durch psychische und krankheits-

fremde Faktoren mitbestimmt würden. Eine Stellungnahme Dr. 

V._______s zum ZMB-Gutachten oder ein von ihr nach dieser Expertise 

erstellter medizinischer Bericht findet sich in den Akten nicht. 

7.3.5.4 Dr. med. Y._______, Assistenzarzt, und Dr. med. Z._______, 

Oberarzt, beide tätig am Psychiatrischen Ambulatorium AA._______, teil-

ten in ihrem Bericht vom 21. Oktober 2008 (kant. IV-act. 69) der IV-Stelle 

des Kantons Solothurn mit, die tatsächliche Leistungsfähigkeit, vor allem 

der zeitliche Rahmen, sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen. 

Eine Abklärung in einer geeigneten IV-Institution könne diesbezüglich 

Aufschluss geben. Eine nach der ZMB-Begutachtung erstattete ärztliche 

Stellungnahme oder ein entsprechender Bericht Dr. Y._______s und Dr. 

Z._______s liegt ebenfalls nicht bei den Akten. 

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Seite 32 

7.3.5.5 Dr. med. BB._______, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, Arzt 

des RAD der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn, ging in seinen Stell-

lungnahmen vom 10. März 2009 (kant. IV-act. 71 S. 2-4) und 11. August 

2009 (kant. IV-act. 77 S. 2-3) davon aus, dass der Beschwerdeführer kei-

ne einzige Diagnose aufweise, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit aus-

wirkt. Er sei unverändert in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagermit-

arbeiter und in einer angepassten Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 

Bei Schwerarbeit seien funktionelle Einschränkungen vorhanden. Ge-

mäss Dr. BB._______ zeigt der Beschwerdeführer "das Verhalten eines 

somatoformen Schmerzpatienten, als der er seit langem beurteilt ist" 

(kant. IV-act. 77 S. 2). 

Dr. BB._______ ignorierte bei dieser Einschätzung die Äusserungen so-

wohl der rheumatologisch-internistischen Fachärztin Dr. V._______ als 

auch der beiden Psychiater Dr. Y._______ und Dr. Z._______, welche 

sich nicht zu einer abschliessenden Beurteilung imstande sahen und eine 

eingehende Abklärung bzw. Begutachtung des Beschwerdeführers forder-

ten (E. 7.3.6.3-4 hiervor). Dr. BB._______ schrieb hierzu lediglich, es 

könne nicht sein, dass das Verhalten des Beschwerdeführers immer wie-

der versicherungsmedizinische Beurteilungen bzw. Begutachtungen nach 

sich ziehe (kant. IV-act. 77 S. 3). Insbesondere fehlt eine detaillierte Aus-

einandersetzung Dr. BB._______s mit den von diesen Fachärzten festge-

stellten Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche sich in 

den vorstehend erwähnten Berichten finden. Als Allgemeinmediziner hat 

Dr. BB._______ nicht die erforderliche fachärztliche Kompetenz, sich 

über klare Aussagen von Fachärzten hinwegzusetzen. Zudem hat Dr. 

BB._______ den Beschwerdeführer nie selbst untersucht und sich bei der 

medizinischen Beurteilung einzig auf die damals vorliegenden – für eine 

abschliessende Beurteilung eindeutig unzureichenden – Akten gestützt. 

7.3.6 Weitere entscheidrelevante ärztliche Berichte finden sich in den vor-

liegenden Akten nicht. Denn in den übrigen medizinischen Akten fehlen 

Äusserungen dazu, in welchen Tätigkeiten in welchem Umfang seit dem 

8. November 2002 und weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit auszugehen 

ist, gänzlich. Die Ärzte nahmen dazu überhaupt keine Stellung. 

8.  

8.1 Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der vorliegenden 

medizinischen Stellungnahmen eine rechtskonforme Beurteilung des Ge-

sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Verlauf ab dem 8. No-

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Seite 33 

vember 2002 (letztmaliger materieller Rentenentscheid) bis zum Erlass 

der angefochtenen Verfügung am 7. Mai 2012 nicht möglich ist. Daher ist 

die angefochtene Verfügung, welche auf einer lückenhaften medizini-

schen Aktenlage beruht, auch aus materieller Sicht aufzuheben.  

8.2 Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das 

den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache 

zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder 

selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Abklä-

rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung 

als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines 

einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, 

wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des ge-

richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn auf-

grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere 

gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des 

Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die 

Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be-

zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend sind keine 

Gründe ersichtlich, die der Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zwecks weiterer Abklärung entgegenstehen würden. 

8.3 Vorliegend sind von der Verwaltung ergänzende, auf einer persönli-

chen Untersuchung des Beschwerdeführers basierende fachärztliche 

(psychiatrische, rheumatologische und allgemeinmedizinisch-internisti-

sche) – vorzugsweise ergänzungsgutachterliche – Abklärungen vorzu-

nehmen, die sich schlüssig und nachvollziehbar namentlich zur Entwick-

lung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätig-

keit als Lagermitarbeiter bzw. Magaziner und in leidensangepassten Tä-

tigkeiten seit dem 8. November 2002 zu äussern haben. Die behinde-

rungsangepassten Tätigkeiten sind dabei näher zu beschreiben. An-

schliessend an diese Gutachtensergänzung (vgl. hierzu BGE 137 V 210 

E. 4.4.1.4) ist von der Verwaltung über den Rentenanspruch neu zu ver-

fügen.  

Rechnung zu tragen sein wird dabei auch der Tatsache, dass es sich bei 

dem somatoformen Schmerzssyndrom (ICD-10 F45.4), welches die psy-

chiatrischen Gutachter Dr. K._______ und Dr. L._______ sowie die RAD-

Psychiaterin Dr. R._______ diagnostizierten, um ein pathogenetisch-

ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbar aus-

reichende organische Grundlage handelt, dessen invalidisierender Cha-

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Seite 34 

rakter in rechtlicher Hinsicht nach den in BGE 130 V 352 entwickelten Kri-

terien zu beurteilen ist (vgl. etwa: Urteil des Bundesgerichts 9C_673/2012 

vom 28. November 2012 E. 3.1 mit Hinweisen). 

9.  

Da dem Hauptantrag des Beschwerdeführers stattgegeben wird, entfällt 

die Durchführung einer publikumsöffentlichen Verhandlung im Sinne von 

Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR. 0.101). Denn eine sol-

che vermöchte am Verfahrensausgang nichts zu ändern. Aus dem glei-

chen Grund sind auch die beiden Verfahrensanträge des Beschwerdefüh-

rers auf Einvernahme der eigenen Ehegattin als Zeugin/Auskunftsperson 

und Einholung eines Berichts bei A._______ über die frühere Tätigkeit 

bzw. die damaligen Integrationsmöglichen abzuweisen. 

10.  

Vorliegend wird die IV-Stelle des Kantons Solothurn für die Fortsetzung 

des Verfahrens zuständig (E. 2 vorstehend). Die IVSTA ist deshalb aufzu-

fordern, die Akten an die neu zuständige IV-Stelle des Kantons Solothurn 

zwecks Vornahme der erforderlichen Abklärungen und zum Erlass der 

neuen Verfügung zu überweisen. Die Solothurner IV-Stelle wird gegebe-

nenfalls auch berufliche Massnahmen zu prüfen und durchzuführen ha-

ben. 

11.  

11.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 

VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Eine 

Rückweisung gilt praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden 

Partei (BGE 132 V 215 E. 6), so dass dem Beschwerdeführer keine Ver-

fahrenskosten aufzuerlegen sind. Da aufgrund von Art. 63 Abs. 2 VwVG 

auch der unterliegenden Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt 

werden können, ist vorliegend auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 

verzichten. 

11.2 Der obsiegende vertretene Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 

Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteient-

schädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eingereicht 

wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 

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Seite 35 

Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, 

des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streit-

sache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beurteilenden Verfahrens 

sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschä-

digungen ist eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.– (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer [vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6983/2009 

vom 12. April 2010 E. 3.2]) gerechtfertigt (Art. 9 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 10 Abs. 2 VGKE).  

11.3 Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspfle-

ge und unentgeltliche Verbeiständung durch Rechtsanwalt lic. iur. Claude 

Wyssmann, welches mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2012 gutge-

heissen wurde, wird hinfällig, weil dem Beschwerdeführer keine Verfah-

renskosten auferlegt werden und ihm eine Parteientschädigung zur De-

ckung seiner Auslagen ausgerichtet wird (vgl. Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts C-6629/2010 vom 22. Dezember 2011). 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.  

2.  

Die Verfügung vom 7. Mai 2012 wird aufgehoben und die Sache an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Die Vorinstanz wird aufgefordert, die Akten an die neu zuständige 

IV-Stelle des Kantons Solothurn zu überweisen, damit diese nach erfolg-

ter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsanspruch neu 

verfüge.  

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

5.  

Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'800.– zugesprochen.  

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Seite 36 

6.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. '_______'; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) 

  

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Urech Andrea Giorgia Röllin 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: 24. Februar 2014