# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5a4fd26-c9fb-5821-b462-757bc19b7086
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.02.2013 SB120037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120037_2013-02-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120037-O/U/eh 
 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. R. Naef und  

lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Hürlimann 

Winterhalter 

Urteil vom 4. Februar 2013 

in Sachen 
 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  
vertreten durch Stv. Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

Misswirtschaft etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 5. Oktober 2011  
(DG110006) 

 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 24. März 2011 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 82). 

Entscheid der Vorinstanz: 
(Urk. 110 S. 61 ff.) 

"Es wird beschlossen: 

1. Auf die Zivilansprüche des Privatklägers 2, B._____, wird nicht eingetreten. 

2. Die Kostenregelung richtet sich nach Dispositiv-Ziffer 6 des nachfolgenden Erkenntnisses. 

3. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv und hernach in begründeter Form an: 

− den amtlichen Verteidiger im Doppel, für sich und zuhanden der Beschuldigten, 

− die Staatsanwaltschaft See / Oberland, 

− den Vertreter des Privatklägers 2 (in Doppel für sich und den Privatkläger 2), 

je gegen Empfangsschein. 

4. (Rechtsmittel) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD) 

− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB (HD) 

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (HD) 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND1) 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 2) 

− der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im Sinne von Art. 169 

StGB (ND 2) 

− der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 

StGB (ND 3) 

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2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die  

Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Strafe vollzogen. 

4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 8. März 2010 beschlag-

nahmte Pinsel wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf 

erstes Verlangen durch die Bezirksgerichtskanzlei herausgegeben.  

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 2'780.–   Auslagen Untersuchung 

CHF …   amtliche Verteidigung 

CHF …   Total 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Rückzahlung der  

Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

7. (Mitteilung) 

8. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 3 f.) 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

(schriftlich und mündlich; Urk. 138 S. 1 f.) 

1. Es sei auf die Anklage nicht einzutreten. 

2. Eventualiter sei die Beschuldigte vom Vorwurf 

− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD), 
− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB 

(HD), 
− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB (HD),  

- 4 - 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND 
1), 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 
2), 

− der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im 
Sinne von Art. 169 StGB (ND 2) und 

− der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne 
von Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 3) 

freizusprechen. 

3. Die Kosten der Untersuchung und des erst- und zweitinstanzlichen 

Verfahrens einschliesslich die Kosten der amtlichen Verteidigung,  

seien auf die Staatskasse zu nehmen.  

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 117) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren 

Hierzu kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter Ziff. I. des angefochtenen 

Entscheides verwiesen werden (Urk. 110 S. 4). 

2. Urteil der Vorinstanz 

Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerichts  

Meilen vom 5. Oktober 2011 wurde die Beschuldigte der Misswirtschaft im Sinne 

von Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD), der Unterlassung der Buchführung im Sinne von 

Art. 166 StGB (HD), der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB (HD), der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (ND1), der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 2), 

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der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im Sinne von Art. 169 

StGB (ND 2) und schliesslich der Gewalt und Drohung gegen Behörden und  

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 3) schuldig gesprochen. Die  

Beschuldigte wurde mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten bestraft, wobei der 

Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt wurde. Im Umfang von 9 Monaten wurde die 

Freiheitsstrafe für vollziehbar erklärt. Weiter erkannte das Gericht, dass der  

beschlagnahmte Pinsel der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des  

Entscheides auf erstes Verlangen herauszugeben sei. Schliesslich wurden der 

Beschuldigten ausgangsgemäss die Kosten der Untersuchung und des gerichtli-

chen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, auferlegt 

(Urk. 101 S. 62 ff.). 

3. Berufungsverfahren 

3.1. Gegen diesen Entscheid meldete der Verteidiger der Beschuldigten mit 

Eingabe vom 13. Oktober 2011 rechtzeitig bei der Vorinstanz Berufung an  

(Art. 399 Abs. 1 StPO; Urk. 105). Die Berufungserklärung der Beschuldigten ging 

ebenfalls innert gesetzlicher Frist bei der Berufungsinstanz ein (Art. 399 Abs. 2 

StPO; Urk. 112). Die Verteidigung erklärte darin, die Beschuldigte lasse das  

vorinstanzliche Urteil vollumfänglich anfechten. Unangefochten seien einzig die 

Dispositivziffern 4 (Freigabe des Pinsels) und 5 (Kostenfestsetzung) sowie der 

Beschluss betreffend Nichteintreten auf die Zivilansprüche des Privatklägers 2 

(B._____). 

3.2. Die Anklagebehörde teilte auf entsprechende Aufforderung hin mit Eingabe 

vom 2. Februar 2012 mit, dass sie auf Anschlussberufung und eine weitere  

Beteiligung am Verfahren verzichte (Urk. 117; Art. 400 Abs. 3 StPO). Die Privat-

kläger liessen sich innert Frist nicht vernehmen.  

3.3. Beweisanträge wurden seitens der Verteidigung explizit keine gestellt  

(Urk. 112 S. 3; Urk. 138).  

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3.4. Der Berufung der Beschuldigten richtet sich gegen die Schuldsprüche, die 

ausgesprochene Sanktion sowie gegen die Regelung der Kostenfolgen. Damit 

bleiben der Beschluss betreffend Nichteintreten auf die Zivilansprüche des Privat-

klägers 2 sowie die Herausgabe des beschlagnahmten Pinsels (Dispositivziffer 4), 

und die Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 5) unangefochten. Es ist vorab festzu-

stellen, dass das angefochtene Urteil in diesem Umfang bereits in Rechtskraft  

erwachsen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

3.5. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. Entscheid des 

Bundesgerichts vom 10. November 2011 6B_170/2011 E. 1.2.). Die Berufungs- 

instanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte  

beschränken. 

4. Anwendbares Recht 

Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Meilen datiert vom 5. Oktober 

2011 (Urk. 101). Dementsprechend gelten für das vorliegende Berufungsver-

fahren die einschlägigen Bestimmungen der schweizerischen Strafprozess-

ordnung (Art. 448 und Art. 454 Abs. 1 StPO).  

5. Prozessuale Einwände  

5.1. Vor Vorinstanz machte die Verteidigung eine ganze Reihe von prozessua-

len Einwänden geltend. Beanstandet wurden namentlich eine Verletzung des 

Prinzips der Waffengleichheit im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO sowie je eine 

Verletzung des Anklageprinzips (Art. 9 und Art. 325 StPO) und des Grundsatzes 

der Unteilbarkeit des Strafantrags (Art. 32 StGB). Weiter monierte die Verteidi-

gung, die Anklageschrift insinuiere unter dem Titel "Vorbemerkungen" gewisse 

unbewiesene Tatsachen als bewiesen und beschreibe den Sachverhalt falsch und 

unvollständig (Urk. 100 S. 3 f.). Aus all diesen Gründen stellte die Verteidigung 

vor Bezirksgericht Meilen den Hauptantrag, auf die Anklage sei nicht einzutreten 

(Urk. 100 S. 1). 

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5.2. Im Rahmen des Berufungsverfahrens beantragt die Verteidigung im 

Hauptstandpunkt erneut, auf die Anklage sei nicht einzutreten (Urk. 112 S. 2;  

Urk. 138 S. 3 ff.). Zur Begründung ihres Antrages führt sie wie bereits vor  

Vorinstanz aus, die "Vorbemerkungen" in der Anklageschrift würden den Grund-

satz der Waffengleichheit verletzen. Es gehe nicht an, dass die Staatsanwalt-

schaft einen Teil ihres Plädoyers präsentieren könne, bevor sie damit an der  

Reihe sei. Es mache den Eindruck, als habe die Staatsanwaltschaft aus den  

unzulässigen "Vorbemerkungen" Vorteile gezogen, da die Vorinstanz in allen  

angeklagten Punkten zu Schuldsprüchen gekommen und dem Antrag der Staats-

anwaltschaft grösstenteils nachgekommen sei. Obwohl der Gedanke der Waffen-

gleichheit und des fair trial mit Füssen getreten und gerügt worden sei, habe sich 

die Vorinstanz nicht mit diesem Einwand auseinandergesetzt. Die Handhabung 

des Gebots der Kürze durch die Vorinstanz erscheine sodann zum Nachteil der 

Beschuldigten einseitig unfair und würde die Grundsätze der Waffengleichheit und 

des fair trial massiv verletzen. Weiter führte die Verteidigung aus, die "Vorbemer-

kungen" würden auch das Anklageprinzip verletzen, schreibe dieses doch vor, 

dass die Staatsanwaltschaft den in der Anklageschrift geschilderten Sachverhalt 

auf das Notwendigste zu beschränken habe. Die Vorinstanz räume selbst ein, 

dass die Staatsanwaltschaft sich nicht auf das Notwendigste beschränkt habe. 

Die Anklageschrift enthalte auch einen erwiesenermassen tatsachenwidrigen 

Vorwurf, sei daher falsch und unzulässig. Durch die Falschbezeichnung der 

GmbH in der Anklageschrift, würde sodann der Sachverhalt zum Nachteil der  

Beschuldigten verwirrt, was eine Verletzung des Anklageprinzips darstelle. Aus-

serdem rügte die Verteidigung, der Strafantrag wie auch die Ermittlungen könnten 

aufgrund der Unteilbarkeit des Strafantrages nicht auf eine Täterin beschränkt 

werden. Sodann werde in der Anklageschrift nicht dargelegt, dass eine Über-

schuldung sowohl nach Fortführungs- wie nach Liquidationswerten vorgelegen 

habe. Schliesslich monierte die Verteidigung, die Anklageschrift habe Um-

grenzungsfunktion. Es gehe nicht an, dass die Staatsanwaltschaft in der Anklage  

diverse Waren aufzähle und dann erkläre, zumindest ein Teil davon habe der 

C._____ GmbH gehört. Die angeblich der C._____ GmbH gehörenden Gegen-

stände hätten einzeln aufgezählt werden müssen. 

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5.3. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Verteidigung sehr detailliert und um-

fassend gewürdigt und sich bei der Beantwortung der einzelnen Fragen kritisch 

mit der herrschenden Lehre und der einschlägigen Rechtsprechung auseinander 

gesetzt. Insbesondere ist die Behauptung des Verteidigers unzutreffend, die  

Vorinstanz habe sich nicht mit dem Einwand der Verletzung des Prinzips der  

Waffengleichheit auseinandergesetzt. Die Vorinstanz widmete sich auf gut zwei 

Seiten diesem Einwand und handelte ihn damit sorgfältig ab. Auch die übrigen 

prozessualen Einwände der Verteidigung behandelte die Vorinstanz mit der  

gebotenen Sorgfalt und verletzte daher entgegen der Behauptung der Verteidi-

gung das rechtliche Gehör der Beschuldigten nicht. Die betreffenden Erwägungen 

der Vorinstanz sind in allen Teilen zutreffend und bedürfen weder einer Korrektur, 

noch sind sie ergänzungsbedürftig. Da die Verteidigung keine neuen Argumente 

vorbringt, kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Vorbringen unter Ziff. III. 2. 

bis und mit Ziff. 5 (Urk. 110 S. 7 ff.) verwiesen werden.  

II. Schuldpunkt 

1. Allgemeine Bemerkungen 

Die Vorinstanz hat den Anklagesachverhalt richtig und vollständig zusammen-

gefasst (Urk. 110 S. 5 ff.) und darauf hingewiesen, dass die Beschuldigte die ihr 

zur Last gelegten Vorwürfe betreffend Misswirtschaft (HD, Anklageziffer 1), Unter-

lassung der Buchführung (HD, Anklageziffer I.2) und Veruntreuung (HD, Anklage-

ziffer I.3) im Kern bestritt (Urk. 110 S. 20, S. 33, S. 43). Korrekterweise hat die  

Vorinstanz in Bezug auf den Vorwurf der Sachbeschädigung (ND 2) festgehalten, 

dass die Beschuldigte den Sachverhalt grundsätzlich anerkannte, jedoch bestritt, 

weisse Farbe auf die Treppe geleert zu haben (Urk. 110 S. 46). Weiter wurde 

ebenfalls zutreffend festgehalten, dass die Beschuldigte den objektiven Sachver-

halt betreffend den Vorwurf der Verfügung über mit Beschlag belegter Ver-

mögenswerte (ND 2) anerkannte, während sie den subjektiven Tatbestand bestritt 

(Urk. 110 S. 47). Zudem hielt die Vorinstanz fest, dass die Beschuldigte den 

Sachverhalt bezüglich Gewalt und Drohung gegen Beamte (ND 3) mit der Ein-

schränkung eingestanden habe, dass sie die fraglichen Gegenstände nicht gegen 

den Beamten geworfen, sondern diese lediglich vom Tisch "weggewischt" habe 

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(Urk. 110 S. 49). Des Weiteren macht die Vorinstanz zutreffende Ausführungen 

zur Beweiswürdigung und zur Unschuldsvermutung (Urk. 110 S. 17 f.) und setzte 

sich mit der Frage der Verwertbarkeit der vorhandenen Beweismittel auseinander. 

Sie resümiert hierzu, jene polizeilichen Einvernahmen dürften nicht zum Nachteil 

der Beschuldigten verwendet werden, welche unter Verletzung ihrer Konfron-

tationsrechte zustande gekommen seien. Ebenso seien die Fragebogen nicht als 

Beweismittel zum Nachteil der Beschuldigten verwertbar, weil sie nicht in Konfron-

tationseinvernahmen mit ihr erhoben worden seien (Urk. 110 S. 19).  

6. Misswirtschaft, Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD, Anklageziffer 1) 

6.1. Sachverhalt 

1.1.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, es bestehe kein vernünftiger Zweifel  

daran, dass die C._____ GmbH gegründet worden sei, um die bereits zuvor eröff-

nete Bar an der D._____-Strasse ... in E._____ zu betreiben. Dafür spreche klar-

erweise der Umstand, dass sich die Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung 

unmissverständlich so geäussert und ihren diesbezüglichen Standpunkt erst spä-

ter verändert habe. Ihre ursprünglichen Aussagen würden durch die Angaben ih-

rer Mutter sowie diejenigen von F._____ und G._____ gestützt. Zudem würden 

auch die vorhandenen Dokumente und Unterlagen keinen anderen Schluss zu-

lassen. Lediglich H._____ (Ehemann der Beschuldigten) und I._____ (langjähriger 

Freund der Beschuldigten) hätten im Rahmen ihrer Befragungen eine Unterschei-

dung zwischen dem Barbetrieb und der GmbH gemacht. Weder H._____ noch 

I._____ seien jedoch nachweislich in die Gründung der GmbH involviert gewesen 

und könnten daher ohnehin keine verbindlichen Aussagen machen. Einerseits 

hätten sie ihre Informationen lediglich vom hören sagen und andererseits sei auf-

fällig, dass ihre vage gehaltenen Aussagen vom Bemühen geprägt gewesen sei-

en, der Beschuldigten zu helfen, ohne jedoch die Unwahrheit zu sagen. Die Be-

hauptung der Verteidigung, wonach es sich bei der C._____ GmbH - verstanden 

als Betriebsgesellschaft - nur um ein Konstrukt von G._____ gehandelt habe, sei 

falsch (Urk. 110 S. 27). 

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In Bezug auf die Frage, welche Funktion die Beschuldigte in der C._____ GmbH 

inne gehabt habe, habe sie sich zunächst als Geschäftsführerin mit einem 50% 

Pensum bezeichnet. Diese Geschäftsführerstellung habe sie in der nächsten poli-

zeilichen Einvernahme relativiert und in der dritten Einvernahme vom 3. Juni 2009 

habe sie sich dann gar nicht mehr als Geschäftsführerin bezeichnet, sondern an-

gegeben, sie habe lediglich ihre Mutter zu 50% vertreten. Gegenüber der Staats-

anwaltschaft habe sie im Rahmen der Schlusseinvernahme ausgeführt, sie sei bei 

der C._____ GmbH Geschäftsführerin gewesen. In der C._____-Bar sei sie aber 

nur Barmaid gewesen. Diese Aussagen, so die Vorinstanz, stünden in einem un-

auflösbaren Widerspruch zu den vorliegend wesentlichen Dokumenten. Aus dem 

Handelsregistereintrag sei ersichtlich, dass die Beschuldigte als einzelzeich-

nungsberechtigte Geschäftsführerin der Bar C._____ GmbH eingetragen gewe-

sen sei. Die betreffende Handels-registeranmeldung sei von der Beschuldigten 

selbst unterzeichnet worden, wobei sie explizit eine persönliche Unterschrift als 

Geschäftsführerin habe leisten müssen. Im Arbeitsvertrag zwischen der Beschul-

digten und der C._____ GmbH sei ihre Funktion mit "Geschäftsführerin" um-

schrieben und gegenüber der Hausbank habe sie sich auf dem Formular "Gene-

relle Unterschriftenregelung" als Geschäftsführerin aufgeführt. In der gleichen 

Funktion sei sie gegenüber der J._____ SA im Zusammenhang mit einem Kredit-

kartenvertrag aufgetreten. Gemessen an ihren Erstaussagen erweise sich der In-

halt der erwähnten Dokumente also nicht als zufällig. Schliesslich hätten auch 

K._____, L._____ und M._____ die Beschuldigte als Geschäftsführerin der Bar 

wahrgenommen. Die Bestreitungen der Beschuldigten, Geschäftsführerin der (als 

Betriebsgesellschaft der Bar C._____ verstandenen) C._____ GmbH gewesen zu 

sein, seien nichts anderes als reine Schutzbehauptungen. Es sei folglich davon 

auszugehen, dass sie formell und faktisch sowie ihrer Intention entsprechend Ge-

schäftsführerin der (als Betriebsgesellschaft der Bar C._____ verstandenen) 

C._____ GmbH gewesen sei (Urk. 110 S. 27 ff.). 

Aufgrund der Geschäftsführerstellung der Beschuldigten sei diese für die in der 

Anklageschrift umschriebenen und grundsätzlich unbestrittenen Pflichtverletzun-

gen (keine Trennung von Privatkonto der Mutter und Firmenkonto, keine Über-

sicht über Einnahmen und Ausgaben, mit wenigen Ausnahmen keine Lohn-

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abrechnungen, keine Sozialabzüge für die Angestellten, keine Erstellung der 

Mehrwertsteuerabrechnung, keine Erstellung einer Zwischenbilanz und (recht-

zeitige) Anzeige der Überschuldung an den Richter, kein Geschäftsbericht, keine 

Finanzplanung und Finanzkontrolle) verantwortlich gewesen (Urk. 110 S. 30 f.). 

Gleiches gelte für die unbestrittenermassen vernachlässigte Buchhaltung. Soweit 

die Beschuldigte hier geltend mache, aufgrund einer internen Abmachung sei ihre 

Mutter für die Buchhaltung zuständig gewesen, vermöge dies die Beschuldigte 

nicht zu entlasten. Die Beschuldigte habe als Geschäftsführerin nämlich die Ver-

pflichtung gehabt, die Aufsicht auszuüben und die Pflichterfüllung sicherzustellen. 

Abgesehen davon habe die behauptete Abmachung mit ihrer Mutter ohnehin 

bloss die Führung des Kassabuchs betroffen und nicht die Erstellung der gesam-

ten Buchhaltung. Die Beschuldigte habe ihre Verantwortung in der Schlussein-

vernahme dann auch eingestanden. Dort habe sie zu Protokoll gegeben: "Ich  

hatte die Kontrolle über den Betrieb, aber nicht über das Kassabuch. Ich hätte es 

vielleicht schon haben müssen, es ist mir dann aber zu viel geworden. Ich mochte 

nicht mehr" (Urk. 110 S. 31).  

1.1.2. Die Verteidigung stellte sich im erstinstanzlichen Verfahren und auch im 

Berufungsverfahren zusammengefasst auf den Standpunkt, die Beschuldigte  

habe das "C._____" an der D._____-Strasse ... in E._____ zusammen mit ihrer 

Mutter als einfache Gesellschaft betrieben (Urk. 100 S. 13; Urk. 138 S. 9). Die 

C._____ GmbH hingegen sei als Gesellschaft gegründet worden, welche den 

Zweck verfolgte habe, Liegenschaften in E._____ und N._____ [Stadt in Europa] 

käuflich zu erwerben. Dieser Gesellschaftszwecke gehe denn auch aus dem 

Handelsregistereintrag hervor (Urk. 100 S. 4; Urk. 138 S. 20). Eine Firma Bar 

C._____ GmbH, wie sie in der Anklageschrift genannt werde, existiere nicht. Es 

werde von der Anklagebehörde ignoriert, dass die Beschuldigte nicht für die 

C._____ GmbH tätig gewesen sei, sondern nur für die Bar C._____. Weil nicht die 

GmbH die Bar "C._____" betrieben habe, sondern die Beschuldigte mit ihrer Mut-

ter, habe die Beschuldigte gar keine Überschuldung der GmbH ersehen können. 

Die GmbH sei untätig gewesen und habe weder Gewinne noch Verluste gemacht. 

Aus diesem Grund könne der Beschuldigten keine Nachlässigkeit vorgeworfen 

werden. Der Beschuldigten könne auch keine Misswirtschaft zur Last gelegt wer-

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den, das Gegenteil sei zutreffend. So habe sie sich darum bemüht, Käufer für den 

Betrieb zu suchen, um auf diese Weise die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. 

Diese Verkaufsbemühungen seien aber vom Vertreter der Gesellschafterin 

F._____, Herrn G._____, sabotiert worden. Was den Vorwurf der Überschuldung 

angehe, sei festzuhalten, dass in der Anklageschrift nicht dargelegt werde, dass 

eine solche sowohl zu Fortführungs- wie Liquidationswerten vorgelegen habe. 

Wenn man nämlich nur auf den Liquidationswert abstelle, so müsste wohl noch 

über manch gut rentierende Gesellschaft wegen Überschuldung der Konkurs er-

öffnet werden. Tatsache sei jedoch, dass das "C._____" nicht wegen Misswirt-

schaft Konkurs gegangen sei, sondern wegen seiner schlechten Lage und der viel 

zu hohen Mietzinse.  

1.1.3. Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die massgeblichen Aussa-

gen der Beschuldigten sowie diejenigen von O._____ (Mutter der Beschuldigten), 

F._____, G._____, H._____ und I._____ im Kern richtig zusammengefasst und 

korrekt wiedergegeben hat (Urk. 110 S. 20 ff.). Zutreffend sind sodann die vo-

rinstanzlichen Erwägungen in Bezug auf die persönlichen und wirtschaftlichen 

Beziehungen sowie die entsprechenden Schlüsse mit Blick auf die Glaubwürdig-

keit der aussagenden Personen. Des weiteren hat sich die Vorinstanz gründlich 

und ausführlich mit den einzelnen Vorbringen der Verteidigung auseinanderge-

setzt und eine sorgfältige Beweiswürdigung vorgenommen, die im Ergebnis nicht 

zu beanstanden ist. Zur Vermeidung von unnötigen Wiederholungen wird auf die 

betreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Mit der 

Vorinstanz ist festzuhalten, dass kein Zweifel daran besteht, dass die C._____ 

GmbH in erster Linie zum Zwecke des Betriebs der gleichnamigen Bar gegründet 

wurde. Die massgeblichen Beweise (ursprüngliche Aussagen der Beschuldigten 

selbst, Handelsregisterauszug, Handelsregisteranmeldung, Geschäftsgebaren der 

Beschuldigten und Wahrnehmung der Beschuldigten durch Dritte), die keinen an-

deren Schluss zulassen, wurden von der Vorinstanz genannt. Ergänzend zu den 

vorinstanzlichen Erwägungen ist auf folgendes hinzuweisen: Die Verteidigung 

bringt vor, die C._____ GmbH sei mit dem Gesellschaftszweck gegründet worden,  

Liegenschaften in E._____ und N._____ käuflich zu erwerben. Dieser Gesell-

schaftszweck gehe denn auch aus dem Handelsregistereintrag hervor (Urk. 100 

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S. 4). In diesem Zusammenhang hat die Vorinstanz richtigerweise darauf hinge-

wiesen, dass der im Handelsregister eingetragene Zweckpassus betreffend die 

Möglichkeit, im Rahmen des Hauptzwecks im In- und Ausland Grundeigentum 

erwerben zu können, lediglich standardisierter Natur sei (Urk. 110 S. 26). Wäre 

die C._____ GmbH tatsächlich ausschliesslich als Immobilien Beteiligungsgesell-

schaft gegründet worden, so wären als Hauptzweck wohl kaum gastronomische 

Dienstleistungen im Handelsregister erwähnt. Im Gegenteil, eine derartige Zweck-

nennung würde wohl ein fragwürdiges und äusserst unprofessionelles Licht auf 

eine Immobilienbeteiligungsgesellschaft werfen und zukünftige Investoren  

abschrecken. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Gesellschaftsform einer 

GmbH mit einem einbezahlten Stammkapital von lediglich Fr. 20'000.-- zur  

Absicherung respektive Finanzieren von Liegenschaftskäufen (vorliegend war 

immerhin die Rede von einer Liegenschaft in N._____ mit einem geschätzten 

Marktwert von mehreren Millionen Franken; Urk. 30) wohl alles andere als geeig-

net gewesen wäre. Bezeichnenderweise wurde denn auch weder eine Liegen-

schaft in die Gesellschaft eingebracht, noch konnten nachvollziehbare Angaben 

über die beabsichtigte Finanzierung und die Überführung der im Ausland gelege-

nen Liegenschaft in die schweizerische GmbH dargetan werden. Die Beschuldigte 

führte in diesem Zusammenhang anlässlich ihrer Einvernahme vom 29. Novem-

ber 2010 aus, die C._____ GmbH sei wegen den Liegenschaften in N._____ und 

E._____ gegründet worden. Frau F._____ habe diese kaufen wollen. Die Bar hät-

ten sie bloss nebenher laufen lassen (Urk. 31 S. 1). Frau F._____ hingegen sagte 

als Zeugin zu derselben Thematik befragt aus, ein Liegenschaftskauf in N._____ 

und E._____ sei nie abgemacht gewesen. Die Beschuldigte habe wohl einmal 

vorgeschlagen, sie könnten zusammen ein Grundstück in N._____ kaufen. Sie 

habe ihr dann aber gesagt, dass zuerst "unser gemeinsames Projekt, die Bar, ge-

sund werden müsse". Erst wenn dieses laufe und die Beschuldigte ihr das Geld 

zurückbezahlt habe, käme ein Liegenschaftskauf in Frage (Urk. 20 S. 8). Unter all 

diesen Gesichtspunkten bestehen keinerlei Zweifel daran, dass die C._____ 

GmbH zum alleinigen Zweck gegründet wurde, die gleichnamige Bar an der 

D._____-Strasse ... in E._____ zu betreiben. Den vorinstanzlichen Ausführungen 

ist daher vollumfänglich zuzustimmen. Damit ist auch erstellt, dass die Beschul-

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digte formell Geschäftsführerin der C._____ GmbH war. Diesbezüglich sprechen 

die Handelsregisteranmeldung (Urk. 10.11.1.1.3) und der Handelsregisterauszug 

der C._____ GmbH (Urk. 10.11.1.2; Urk. 32) eine klare Sprache. Zudem ist darauf 

hinzuweisen, dass sich die Beschuldigte anlässlich der Einvernahme im Konkurs-

verfahren über die C._____ GmbH gegenüber dem Konkursbeamten als Ge-

schäftsführerin der konkursiten Gesellschaft bezeichnet und diese Angabe unter-

schriftlich bestätigt hat (Urk. 10.11.1.3.13 S. 7). Schliesslich lässt auch das Auftre-

ten und das Selbstverständnis der Beschuldigten in diesem Zusammenhang kei-

ne Fragen offen. Die Vorinstanz hat sich unter Ziff. 3.2 des angefochtenen Ent-

scheides ausführlich damit auseinandergesetzt (Urk. 110 S. 29). Weiterungen er-

übrigen sich hierzu. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, hat die Beschuldigte 

anlässlich ihrer Schlusseinvernahme anerkannt, dass sie die Kontrolle über den 

Betrieb gehabt habe, nicht aber über das Kassabuch. Sie anerkannte, dass sie 

auch darüber die Kontrolle hätte haben müssen, es sei ihr aber dann zu viel ge-

worden. Sie habe nicht mehr gemocht. Es sei nie eine Übersicht über die laufen-

den Einnahmen und Ausgaben erstellt worden. Abgesehen von einem einzigen 

Mal seien keine Lohnabrechnungen erstellt worden. Die Löhne seien jeweils am 

Tag der erbrachten Arbeitseinsätze ausbezahlt worden. Es sei logisch, dass So-

zialabzüge zu machen gewesen wären. Solche seien aber mit einer Ausnahme 

nie gemacht worden. Zutreffend sei auch, dass die Kreditkarteneinnahmen auf 

das Seniorensparkonto ihrer Mutter einbezahlt worden seien, über ein anderes 

Konto habe die C._____ GmbH nicht verfügt. Mit der Mehrwertsteuer habe es 

auch Probleme gegeben (Urk. 31 S. 8 ff.).  

1.1.4. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der Sachverhalt 

in Bezug auf den Tatvorwurf der Misswirtschaft (Urk. 82 S. 4 f.) im Sinne der  

Anklageschrift erstellt ist, was die Vorinstanz mit zutreffender Begründung fest-

stellte (Urk. 110 S. 27 ff.). Für die rechtliche Würdigung ist daher vom eingeklag-

ten Sachverhalt auszugehen. 

6.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.5. Gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB wird der Schuldner, der durch Misswirtschaft, 

namentlich durch ungenügende Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Auf-

- 15 - 

wand, gewagte Spekulationen, leichtsinniges Gewähren oder Benützen von  

Kredit, Verschleudern von Vermögenswerten oder arge Nachlässigkeit in der  

Berufsausübung oder Vermögensverwaltung, seine Überschuldung herbeiführt 

oder verschlimmert, seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein 

seiner Zahlungsunfähigkeit seine Vermögenslage verschlimmert, mit Freiheits-

strafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft, sofern über ihn der Konkurs eröff-

net oder gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Die Eröffnung  

des Konkurses ist objektive Strafbarkeitsbedingung (Alexander Brunner, Basler 

Kommentar StGB Bd. II, 2. Aufl., Basel 2007, Art. 165 StGB N. 11). Der Tat-

bestand der Misswirtschaft stellt einen Auffangtatbestand zu den Tatbeständen 

des betrügerischen Konkurses und des Pfändungsbetrugs gemäss Art. 163 StGB 

und der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung im Sinne von  

Art. 164 StGB dar.  

1.1.6. Art. 165 StGB stellt ein sogenannt echtes Sonderdelikt dar, dessen Tatbe-

stand nur vom "Schuldner" selbst respektive einer der in Art. 29 StGB genannten 

natürlichen Personen erfüllt werden kann. Die Beschuldigte war einzel-

zeichnungsberechtigte Geschäftsführerin der C._____ GmbH (Urk. 32). Als sol-

che stellte sie ein Organ der Gesellschaft im Sinne von Art. 29 lit. c StGB dar und 

es kommt ihr mithin die geforderte Tätereigenschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

StGB zu. Als tatbestandsmässiges Verhalten umschreibt das Gesetz neben wei-

teren Handlungen und Unterlassungen auch die arge Nachlässigkeit in der  

Berufsausübung. Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift einerseits vor-

geworfen, sie habe spätestens ab dem Zeitpunkt der ersten Betreibung am  

29. Januar 2007 ihre Geschäftsführerpflichten gemäss Art. 725 Abs. 2 OR i.V.m. 

Art. 820 Abs. 1 OR und Art. 810 Abs. 2 grob verletzt, was einer argen Nachlässig-

keit in der Berufsausübung entspreche. Trotz entsprechender Aufforderung habe 

sie sich weder um die Buchhaltung gekümmert, noch habe sie in irgendeiner Art 

und Weise eine Finanzplanung oder Finanzkontrolle vorgenommen. Die von der 

C._____ GmbH eingenommenen Kreditkartengelder seien auf das private Senio-

rensparkonto der Mutter der Beschuldigten geflossen und den Arbeitnehmern sei-

ne Löhne ohne entsprechende Abrechnungen sowie ohne Abzüge für die Versi-

cherungsleistungen ausbezahlt worden. Schliesslich habe sich die Beschuldigte 

- 16 - 

nicht um die Mehrwertsteuerabrechnungen gekümmert. Durch dieses Verhalten 

habe ihr jeglicher Überblick über die entsprechenden Ausgaben gefehlt und die fi-

nanzielle Situation der C._____ GmbH habe im Hinblick auf eine allfällige Sanie-

rung weder rekonstruiert noch eingeschätzt werden können. Die Vorinstanz re-

sümierte diesbezüglich, die Beschuldigte habe bei der Führung des Barbetriebes 

ihre Sorgfaltspflichten verletzt, was von der Verteidigung zu Recht nicht in Frage 

gestellt worden sei (Urk. 110 S. 32). Zweifelsohne hat die Beschuldigte die ihr als 

Geschäftsführerin der C._____ GmbH obliegenden und namentlich in Art. 810 OR 

statuierten Pflichten und unübertragbaren Aufgaben im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

StGB arg vernachlässigt, was zu einer Verschlimmerung der bereits von Beginn 

an bestehenden, desolaten finanziellen Situation der  

Gesellschaft führte. Zu recht haben die Vorderrichter denn auch erwogen, dass 

die C._____ GmbH spätestens Ende Januar 2007 zahlungsunfähig  

gewesen sei und sich diese Zahlungsunfähigkeit durch die laufenden Betriebs-

kosten ständig verschlimmert habe, bis Ende Oktober 2007 der Konkurs über die 

Gesellschaft eröffnet worden sei. Dies ergebe sich zwanglos allein schon aus 

dem Umstand, dass die Miete für das Barlokal bereits ab Oktober 2006 nicht 

mehr hätten bezahlt werden können und der Konkurs schliesslich mangels  

Aktiven habe eingestellt werden müssen (Urk. 110 S. 32 f.). Nach dem Gesagten 

und mit Verweis auf die zutreffenden erstinstanzlichen Ausführungen hierzu liegt 

es auf der Hand, dass die pflichtwidrige Verhaltensweise der Beschuldigten direkt 

und kausal zur Verschlimmerung der Vermögenslage bzw. zum unumgänglichen 

Eintritt der Zahlungsunfähigkeit der C._____ GmbH geführt hat. Dass die soge-

nannte Bankrotthandlung - gemeint ist vorliegend die arge Vernachlässigung in 

der Berufsausübung der Beschuldigten - nicht die einzige Ursache für den  

Eintritt des wirtschaftlichen (Miss-)Erfolges war, spielt keine Rolle. Hierzu kann 

vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz unter Ziff. 5.3 

(Urk. 110 S. 32) verwiesen werden. Der betreffende Einwand der Verteidigung 

zielt daher ins Leere, denn sie verkennt, dass der Kausalzusammenhang nicht 

zwischen der Täterhandlung und dem Konkurs, sondern zwischen der Bankrott-

handlung und der Vermögenseinbusse bestehen muss (Trechsel/Ogg, Praxis-

kommentar, Zürich / St. Gallen 2008, Art. 165 StGB N. 10). Damit hat sich die  

- 17 - 

Beschuldigte in objektiver Hinsicht tatbestandsmässig im Sinne von Art. 165  

Ziff. 1 StGB verhalten. 

1.1.7. Der subjektive Tatbestand fordert Vorsatz nur hinsichtlich der Bankrott-

handlung, für die Vermögenseinbusse genügt grobe Fahrlässigkeit, denn bestraft 

wird nicht nur, wer die Zahlungsunfähigkeit will oder in Kauf nimmt, sondern auch 

wer sie in unverantwortlicher Weise bzw. unter Verletzung elementarster Vor-

sichtspflichten verneint, weil ihm jegliches Verantwortungsgefühl fehlt (Trechsel, 

a.a.O., Art. 165 StGB N. 11). Hierzu gilt es festzuhalten, dass die Beschuldigte 

nach ihren eigenen Angaben grundsätzlich um ihre administrativen Pflichten 

wusste, gab sie doch an, dass sie die Kontrolle über den Betrieb, nicht aber über 

das Kassabuch, gehabt habe. Auch über das Kassabuch hätte sie "vielleicht 

schon die Kontrolle haben müssen", es sei ihr dann aber einfach alles zu viel  

geworden. Sie habe nicht mehr gemocht. Gegenüber der Staatsanwaltschaft  

bestätigte sie die zuvor in der polizeilichen Einvernahme gemachten Aussagen, 

wonach sie gewusst habe, dass ihre Mutter das Kassabuch nie begonnen und 

auch nicht nachgeführt habe. Sie habe weiter gewusst, dass sie als Geschäfts-

führerin für die Kontrolle verantwortlich gewesen sei, sie habe sich aber nie darum 

gekümmert (Urk. 31 S. 10). Dass der Betrieb von Anfang an schlecht lief, war der 

Beschuldigten ihren eigenen Angaben zufolge ebenfalls bewusst (Urk. 31 S. 4). 

Damit gesteht die Beschuldigte ein, dass sie einerseits um die desolate finanzielle 

Situation der C._____ GmbH und andererseits um ihre Geschäftsführerpflichten 

wusste und sich dennoch nicht darum kümmerte. Dieses vogelstraussähnliche 

Geschäftsgebaren der Beschuldigten manifestiert sich auch dort, wo sie von 

G._____ mit Schreiben vom 19. Januar 2007 auf die missliche Lage des Betrie-

bes hingewiesen wurde (Urk. 23). Auf entsprechenden Vorhalt gab sie anlässlich 

der Schlusseinvernahme lapidar zu Protokoll, der Brief sei ihr bekannt. Sie habe 

ihn gelesen. Sie habe aber nicht darauf geachtet, dass dieser Brief auch an die 

"C._____ GmbH" adressiert gewesen sei (Urk. 31 S. 9). Insgesamt bringt die Be-

schuldigte damit in optima forma zum Ausdruck, dass sie ihren Pflichten als Ge-

schäftsführerin mit Wissen und Willen - mithin vorsätzlich - nicht nachkam. Sie hat 

mit ihrem Verhalten in unverantwortlicher Art und Weise bzw. unter Verletzung 

elementarster Vorsichtspflichten die Zahlungsunfähigkeit der C._____ GmbH so 

- 18 - 

lange negiert, bis der finanzielle Kollaps nicht mehr zu verhindern war. Ihr Verhal-

ten ist damit auch in subjektiver Hinsicht als tatbestandsmässig zu  

qualifizieren.  

1.1.8. Mit Verfügung des Konkursrichters des Bezirksgerichts Meilen vom  

25. Oktober 2007 wurde über die C._____ GmbH der Konkurs eröffnet und her-

nach mittels Verfügung vom 6. Dezember 2007 mangels Aktiven wieder einge-

stellt. Art. 165 StGB setzt als objektive Strafbarkeitsbedingung die Konkurs-

eröffnung oder das Ausstellen eines Verlustscheines voraus. Ersteres ist vor-

liegend erfüllt.  

1.1.9. Der vorinstanzliche Schuldspruch betreffend Misswirtschaft im Sinne von 

Art. 165 Ziff. 1 StGB erweist sich nach dem Gesagten als korrekt. Nachdem  

weder Rechtfertigungs- noch Schuldausschlussgründe vorliegen, ist er auch im 

Berufungsverfahren zu bestätigen. 

7. Unterlassung der Buchführung, Art. 166 StGB (HD, Anklageziffer I.2) 

7.1. Sachverhalt 

1.1.10. Die Vorinstanz sah es im Rahmen ihrer Beweiswürdigung als erwiesen an, 

dass die Beschuldigte in ihrer Funktion als verantwortliche Geschäftsführerin der 

C._____ GmbH die Buchhaltung vernachlässigte. Dies habe sie selbst im Rah-

men der Schlusseinvernahme gegenüber der Staatsanwaltschaft eingestanden. 

Für die rechtliche Würdigung ging die Vorinstanz daher vom eingeklagten Sach-

verhalt aus (Urk. 110 S. 31 ff.). 

1.1.11. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz zusammengefasst auf den 

Standpunkt, die Beschuldigte anerkenne den in Ziffer I. 2 der Anklageschrift dar-

gestellten Sachverhalt nicht. Die Führung der Buchhaltung sei an ihre Mutter  

delegiert gewesen und im Übrigen sei G._____ mit Vollmacht vom  

8. September 2009 beauftragt worden, die Buchhaltung zu erstellen, welcher  

Aufgabe er nach längerer Untätigkeit durch die Erstellung eines Geschäfts-

abschlusses 2007 mit einer Bilanz per 31. Juli 2007 nachgekommen sei. Demzu-

folge sei die befugtermassen delegierte Buchhaltung nicht unterlassen worden. 

- 19 - 

Ausserdem sei in subjektiver Hinsicht eine Verschleierungsabsicht der Beschul-

digten nicht nachgewiesen (Urk. 100 S. 18 ff.). 

1.1.12. Die Verteidigung führte anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

aus, die Beschuldigte habe von Anfang an erklärt, sie könne und wolle nichts mit 

der Buchführung zu tun haben, sie könne das nicht. Auch die Gesellschafterin 

F._____ habe bestätigt, dass die Mutter der Beschuldigten und sie selbst für die 

Buchhaltung zuständig gewesen seien. Auch die Geschäftsführerin eines kleinen 

Unternehmens sei befugt, die Buchführungspflicht zu delegieren. Ausserdem sei 

der Tatbestand der Unterlassung der Buchführung im Tatbestand der Misswirt-

schaft enthalten (Urk. 138 S. 24 f.). 

1.1.13. Dass faktisch, mit Ausnahme des rückwirkend per 31. Juli 2007 durch  

G._____ erstellten Geschäftsabschlusses, weder ein ordentliches Kassabuch, 

noch eine Lohnbuchhaltung oder eine Übersicht über das Inventar oder die Kredi-

toren bestand, wurde von der Beschuldigten nicht bestritten. Die Einwände der 

Verteidigung erschöpfen sich denn auch überwiegend entweder in entschuldigen-

den Erklärungsversuchen, weshalb eben die geforderte Buchführung im  

Ergebnis doch unterlassen wurde, oder in unsubstantiierten Schuldzuweisungen 

an Dritte. In tatsächlicher Hinsicht monierte die Verteidigung vor Vorinstanz ledig-

lich, die Behauptung der Anklagebehörde sei falsch, wonach sich niemand um  

die Buchhaltungsunterlagen, also um Kassarollen, Rechnungen, Mahnungen, 

Quittungen etc. gekümmert habe. Es stimme nicht, dass diese Unterlagen bis  

ca. im Juni 2007 und somit rund 9 Monate in einer Schachtel gelegen hätten  

(Urk. 100 S. 18). F._____ gab diesbezüglich in ihrer Zeugen- 

einvernahme vom 8. Juni 2010 glaubhaft zu Protokoll, die Beschuldigte habe trotz 

Drängen ihrerseits, die erforderlichen Unterlagen zur Erstellung der Buchhaltung 

nicht herausgegeben. Anfang 2007 habe sie dann Papiersäcke mit Unterlagen 

erhalten, welche zuvor von H._____ an das Treuhandbüro von I._____ ausge-

händigt worden seien. In den Säcken habe sie dann ungeöffnete Rechnungen 

und Mahnungen vorgefunden. Auch habe sie festgestellt, dass Geld eingegangen 

sei, mit welchem die Rechnungen hätten bezahlt werden können. Weiter habe sie 

die Beschuldigte mehrfach aufgefordert, ihr die erforderlichen Bankauszüge aus-

- 20 - 

zuhändigen. Auch dieser Aufforderung sei sie nicht nachgekommen (Urk. 20 S. 

5). Abgesehen davon, dass in der Anklageschrift keine Rede von einer Schachtel 

ist, wie dies die Verteidigung ausführt, ist die beanstandete Passage der Anklage-

schrift für die rechtliche Beurteilung an sich nicht von grosser  

Relevanz. Dennoch ist festzuhalten, dass der eingeklagte Sachverhalt durch die 

zitierte Zeugenaussage von F._____ auch in diesem Teilaspekt ohne weiteres er-

stellt werden kann. Insgesamt ist deshalb mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

der eingeklagte Sachverhalte, soweit er denn überhaupt bestritten wird, als erstellt 

betrachtet werden kann. 

7.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.14. Die Vorinstanz hat ihrer rechtlichen Würdigung die einschlägigen und  

massgeblichen Lehrmeinungen zu Grunde gelegt und hernach, unter Miteinbezug 

der Einwände der Verteidigung, eine in allen Teilen korrekte Würdigung vorge-

nommen. Mit zutreffender Begründung ist sie zum Schluss gelangt, die Beschul-

digte habe mit ihrem Verhalten den Tatbestand der Unterlassung der Buch-

führung im Sinne von Art. 166 StGB erfüllt. Schliesslich hat die Vorinstanz richtig-

erweise erwogen, dass zwischen dem Straftatbestand der Misswirtschaft gemäss 

Art. 165 StGB und jenem der Unterlassung der Buchführung echte Idealkon-

kurrenz besteht und dass bei der vorliegenden Konstellation dem engen tatsächli-

chen Zusammenhang im Rahmen der Strafzumessung Rechnung zu tragen sei. 

Auf diese Ausführungen im angefochtenen Entscheid kann vollumfänglich verwie-

sen werden (Urk. 110 S. 34).  

1.1.15. Nach dem Gesagten ist der Schuldspruch wegen Unterlassung der Buch-

führung im Sinne von Art. 166 StGB auch im Rechtsmittelverfahren zu bestätigen. 

8. Veruntreuung (Getränke), Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bzw. ungetreue  
Geschäftsbesorgung, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (HD, Anklageziffer I.3) 

8.1. Sachverhalt 

1.1.16. In tatsächlicher Hinsicht hält die Vorinstanz fest, die Beschuldigte habe  

anerkannt, dass sämtliche noch vorhandenen Getränke vor Rückgabe des Lokals 

- 21 - 

an die Vermieterschaft aus dem "C._____" weggebracht worden seien. Soweit die 

Beschuldigte behaupte, die Getränke hätten nicht zu den Aktiven der GmbH  

gehört, so sei diese Behauptung durch das Beweisergebnis widerlegt. Auch die 

Beschuldigte sei davon ausgegangen, dass die zur Diskussion stehenden Ge-

tränke der C._____ GmbH zur Verwendung im Rahmen des Barbetriebs zur Ver-

fügung gestellt worden seien. Damit sei erstellt, dass die Getränke zum Gesell-

schaftsvermögen gehört hätten (Urk. 110 S. 39). 

1.1.17. Die Verteidigung dagegen argumentierte in Bezug auf die Getränke - nur 

diese interessieren vorliegend noch - wie folgt: Die in der Anklageschrift erwähn-

ten 120 Flaschen Heineken und die 50 Flaschen Wein hätten M._____  

gehört. Mit den übrigen Getränken, dabei habe es sich ausschliesslich um  

Mineralwasser gehandelt, "habe die Beschuldigte Herrn M._____ etwas an die 

von ihm gelieferten Champagner, Spirituosen und Rittergold zurückgegeben". 

Weil diese Getränke nicht der GmbH gehört hätten, liege weder eine Veruntreu-

ung noch eine ungetreue Geschäftsbesorgung vor (Urk. 100 S. 20 ff; Urk. 138 S. 

25 ff.). 

1.1.18. Den Erwägungen der Vorinstanz zur Sachverhaltserstellung kann vollum-

fänglich zugestimmt werden (Urk. 110 S. 36 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend 

ist noch hinzuzufügen, dass die Verteidigung selbst eingesteht, dass die Beschul-

digte Herrn M._____ eben gerade nicht die von ihm eingebrachten Getränke  

(zit. "etwas an die von ihm gelieferten Champagner, Spirituosen und Rittergold") 

zurückgeben wollte, sondern diesem andere Getränke, nach Meinung der Vertei-

digung lediglich Mineralwasser, sozusagen als Entschädigung aushändigte. Dass 

diese Getränke, unabhängig davon, ob es sich dabei nun um Mineralwasser,  

Coca Cola oder um Elmer Citro handelte, zum Inventar der C._____ GmbH ge-

hörten, hat die Vorinstanz mit zutreffender Begründung dargetan.  

Bemerkenswert ist immerhin in diesem Zusammenhang, dass M._____ als Zeuge 

aussagte, die Getränke seien in die Wohnung der Beschuldigten respektive in de-

ren Keller gebracht worden. Davon, dass er Getränke für sich oder seinen Betrieb 

erhalten haben soll, sagte er nichts (Urk. 26 S. 11).  

8.2. Rechtliche Würdigung 

- 22 - 

1.1.19. Die Vorinstanz hat zunächst erwogen, der Tatbestand der Veruntreuung 

von Geschäftsvermögen könne durch die Beschuldigte zum vornherein nicht  

erfüllt worden sein, weil das Geschäftsvermögen von Handelsgesellschaften nicht 

als den Organen anvertraut gelte. In Frage komme daher alleine der Tatbestand 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB. Diese Erwägungen 

können ohne weiteres übernommen werden (Urk. 110 S. 40; Art. 82 Abs. 4 

StPO).  

1.1.20. Noch vor der Hauptverhandlung liess die Vorinstanz den Parteien mittei-

len, dass es das Verhalten der Beschuldigten allenfalls auch unter dem Gesichts-

punkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB prüfe 

(Prot. VI S. 12). In der Folge hatten sowohl die Staatsanwaltschaft (Urk. 99), als 

auch die Verteidigung (Urk. 100 S. 20), ausreichend Gelegenheit sich auf die 

durch das Gericht in Aussicht gestellte Subsumtion unter den Straftatbestand der 

ungetreuen Geschäftsbesorgung vorzubereiten und eine entsprechende Stellung-

nahme abzugeben. Wie die Vorinstanz unter Ziff. 4.2 (Urk. 110 S. 40 f.) ihres  

Entscheides weiter zutreffend ausführt, ist das Gericht frei, im Rahmen des tat-

sächlich eingeklagten Sachverhaltes eine von der Anklageschrift abweichende 

Würdigung vorzunehmen (Art. 350 Abs. 1 StPO). 

1.1.21. Nachdem die Verteidigung den Einwand erhob, der eingeklagte Sachver-

halt in der Anklagepassage "HD Veruntreuung" genüge den Anforderungen,  

welche das Anklageprinzip an den Tatbestand der ungetreuen Geschäfts- 

besorgung stelle, nicht, setzte sich die Vorinstanz zunächst mit diesem Argument 

auseinander. Auf die betreffenden Erwägungen der Vorinstanz kann verwiesen  

werden (Urk. 110 S. 41), denn es nicht einzusehen, inwiefern hier das Anklage-

prinzip verletzt sein soll. Bezeichnenderweise bleiben denn auch die betreffenden 

Beanstandungen der Verteidigung vollkommen unbegründet. Mit keinem Wort 

führt sie aus, worin sie konkret eine Verletzung des Anklageprinzips erblicken will 

(Urk. 100 S. 21). Wenn die Vorinstanz ausführt, der eingeklagte Tatvorwurf unter 

dem Titel Veruntreuung umfasse sämtliche objektiven und subjektiven Tat-

bestandselemente der ungetreuen Geschäftsbesorgung, dann ist ihr darin vollum-

fänglich zuzustimmen. Der Beschuldigte respektive die Verteidigung hatten alle 

- 23 - 

Möglichkeiten die ihnen zustehenden Verteidigungsrechte hinreichend auszu-

üben, sodass von einer Verletzung des Anklageprinzips keine Rede sein kann. 

1.1.22. Als Täter im Sinne von Art. 158 StGB kommt in Frage, wer aufgrund sei-

ner Stellung eine Schutzgarantie für fremde Vermögensinteressen innehat. Nach-

dem feststeht, dass die Beschuldigte Geschäftsführerin der C._____ GmbH war 

und diese zum Zwecke des Betriebs der gleichnamigen Bar gegründet wurde, 

kommt der Beschuldigten die vom Gesetzgeber geforderte Tätereigenschaft per 

definitionem zu. Um den Tatbestand zu erfüllen, wird weiter vorausgesetzt, dass 

der Täter seine Obliegenheiten als Vermögensverwalter verletzt. Der Inhalt  

der betreffenden Pflichten muss für den Einzelfall unter Berücksichtigung der  

konkreten Umstände festgelegt werden. Hierfür sind beispielsweise einschlägige 

gesetzliche Bestimmungen massgebend. Vorliegend leiten sich die Pflichten der 

Beschuldigten direkt aus Art. 810 OR ab. Wie die Vorinstanz richtig ausführt, hat 

die Beschuldigte durch ihr Verhalten der Gesellschaft Vermögenswerte entzogen 

und damit ihre Pflicht zur Verwaltung des Gesellschaftsvermögens in deren  

Sinne, verletzt. Die vom Gesetzgeber geforderte Vermögensschädigung ist daher 

ausgewiesen, hat die Beschuldigte doch Vermögenswerte der Beschuldigte ohne 

Gegenleistung der GmbH entzogen und diese für sich selber weiterverwendet. 

Durch diese Verminderung der Aktiven trat bei der C._____ GmbH ein Vermö-

gensschaden ein, womit der tatbestandsmässige Erfolg auf der Hand lag und das 

Delikt vollendet war. In objektiver Hinsicht handelte die Beschuldigte nach dem 

Gesagten tatbestandsmässig. 

1.1.23. In subjektiver Hinsicht erfordert Art. 158 Ziff. 1 StGB, dass der Täter vor-

sätzlich, zumindest aber eventualvorsätzlich handelt (BGE 86 IV 15; BGE 105 IV 

191 ff.). Die Vorinstanz kam zum Schluss, es sei davon auszugehen, dass die 

Beschuldigte im Rahmen der damals bereits virulenten Auseinandersetzungen 

von G._____ und F._____ gehandelt und durch die Pflichtverletzung die Schädi-

gung des Gesellschaftsvermögens zu ihren Gunsten angestrebt habe (Urk. 110 S. 

42). Die Verteidigung dagegen machte geltend, die Beschuldigte habe nicht ge-

wusst, dass die Gegenstände der GmbH gehört hätten. Damit habe sie auch nicht 

vorsätzlich handeln können (Art. 100 S. 21). Die Beschuldigte wusste um ihre Po-

- 24 - 

sition als Schutzgarantin für das Vermögen der C._____ GmbH. Ihre entspre-

chenden Vermögensverwaltungspflichten missachtete sie willentlich indem sie 

veranlasste, die Getränke aus den Räumlichkeiten der GmbH wegzuschaffen um 

sie in ihren privaten Gewahrsam - sprich in ihre Räumlichkeiten - zu bringen. Sie 

wusste, dass sie der C._____ GmbH dadurch Schaden zufügte. Damit handelte 

sie direkt vorsätzlich und infolgedessen tatbestandsmässig im Sinne des Geset-

zes. Weitergehende Absichten sind in subjektiver Hinsicht nicht erforderlich.  

1.1.24. Dem Einwand der Verteidigung, wonach die weggeschafften Getränke  

einen derart geringen Wert aufgewiesen haben sollen, dass Art. 172ter StGB zu 

Anwendung komme, kann mit Verweis auf die korrekte Begründung der  

Vorinstanz nicht gefolgt werden (Urk. 110 S. 42). Der Grenzwert für die Annahme 

eines geringfügigen Vermögensdelikts im Sinne von Art. 172ter StGB liegt nach 

ständiger Rechtsprechung bei Fr. 300.--. Selbst wenn man der vollkommen un-

substantiierten Behauptung der Verteidigung folgen würde, wonach es sich bei 

den abtransportierten Getränken nur um Mineralwasser gehandelt habe, würde 

zweifelsfrei ein Fr. 300.-- übersteigender Deliktsbetrag resultieren. Gemäss  

erstellten Sachverhalt wurden alleine 30 Kisten / Harasse Softgetränke abtrans-

portiert. Bei einem Flaschenpreis von mindestens Fr. 1.-- sowie zuzüglich des  

üblichen Betrages von mindesten Fr. 5.-- als Depot resultiert schon ein Betrag 

jenseits der definierten Grenze von Fr. 300.--. Die diesbezüglichen Behauptungen 

der Verteidigung sind einmal mehr haltlos und abgesehen davon, vollkommen 

unbegründet.  

 

1.1.25. Zusammenfassend ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass sich die  

Beschuldigte der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. In Ermangelung von Rechtfertigungs- respek-

tive Schuldausschlussgründen ist der angefochtene Schuldspruch vollumfänglich 

zu bestätigen.  

- 25 - 

9. Veruntreuung zum Nachteil der Vermieterschaft, Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
(Windfang und Bar; ND 1) 

9.1. Sachverhalt 

1.1.26. Die Vorinstanz hielt in tatsächlicher Hinsicht kurz zusammengefasst fest, 

die Beschuldigte habe sowohl anlässlich der Schlusseinvernahme als auch im 

Hauptverfahren anerkannt, dass in ihrem Auftrag das Inventar aus der Gaststätte 

geräumt und dabei sowohl der Windfang wie auch die Bar vor der Küche weg-

geschafft worden seien. Beide Elemente seien später in ihrem neuen Lokal  

wieder eingebaut worden. Wenn die Beschuldigte behaupte, der Windfang sei irr-

tümlich weggebracht worden, so handle es sich dabei um eine Schutzbehaup-

tung. Die Beschuldigte habe behauptet, der Windfang sei kaputt gewesen und 

ausserdem sei sie wütend geworden, als sie von dessen Abtransport erfahren 

habe. Gleichzeitig aber habe sie den Windfang in ihrem neuen Lokal einbauen 

lassen. An anderer Stelle wiederum habe sie ausgesagt, der kaputte Windfang sei 

im Auftrag ihrer Mutter durch H._____ entsorgt worden. Ähnlich widersprüchlich 

habe sich die Beschuldigte im Zusammenhang mit der Bar geäussert. Hier habe 

sie versucht einen Zusammenhang zwischen dem Bierlieferungsvertrag und dem 

Eigentum an der Bar vor der Küche herzustellen. Ein solcher Zusammenhang sei 

jedoch nicht herstellbar. Vertragsparteien des Bierlieferungsvertrages seien die 

Vermieterschaft sowie der Bierlieferant gewesen. Aus diesem Vertragsverhältnis 

könne die Beschuldigte also nichts zu ihren Gunsten ableiten. Insbesondere ma-

che es keinen Sinn, wenn die Beschuldigte behaupte, als Entschädigung für die 

entgangene Provision sei ihr zugesichert worden, sie könne nach Ende des Miet-

verhältnisses die Bar behalten. Der Zeuge P._____, welcher immerhin nach Dar-

stellung der Beschuldigten diese Vorgehensweise vorgeschlagen haben soll, ha-

be einen Zusammenhang zwischen der Bar vor der Küche und dem Bier-

lieferungsvertrag klar verneint (Urk. 110 S. 43 ff.). 

1.1.27. Die Verteidigung stellte sich auf den Standpunkt, die Beschuldigte habe 

sich nicht der Veruntreuung schuldig gemacht. Dass der Windfang weggeschafft 

worden und später nicht wieder zurück gebracht worden sei, sei nicht richtig  

gewesen. Die Demontage sei aber irrtümlich erfolgt, weshalb es am für die  

- 26 - 

Erfüllung des Tatbestandes der Veruntreuung nötigen Vorsatz fehle. Eventualiter 

sei von einem nach Art. 172ter StGB geringfügigen Vermögensdelikt auszugehen. 

Die fortgebrachte Bar vor der Küche sodann habe anders als der Windfang  

dagegen nicht im Eigentum der Vermieter gestanden. Es habe einen Bierliefe-

rungsvertrag zwischen der Vermieterschaft und der Brauerei … gegeben, aus 

dem der Vermieterschaft eine Provision von CHF 15'000.– zugestanden sei. Die-

se Provision hätten die Vermieter benötigt, um die Lüftungsanlage der Gaststätte 

zu erneuern. Herr P._____ vom … habe den Vermietern vorgeschlagen, einen  

solchen Bierlieferungsvertrag abzuschliessen, um an die Provision zu gelangen. 

Da solche Provisionen aus Bierlieferungsverträgen normalerweise an den Wirt  

gingen, der das Bier verkaufe, habe Herr P._____ der Beschuldigten im Gegen-

zug zugesichert, sie könnte – weil sie um die eigentlich ihr zustehende Provision  

gebracht worden sei – dafür nach Ende des Mietverhältnisses die Bar in der  

Küche behalten (Urk. 100 S. 20 ff.). 

1.1.28. Anlässlich der Berufungsverhandlung führte die Verteidigung aus, der  

Beschuldigten sei zu glauben, dass Herr P._____ ihr erklärt habe, dass sie anstel-

le der Provision von Fr. 15'000.-- aus dem Bierlieferungsvertrag das Mietinventar 

be-halten könne. Die Darstellung der Beschuldigten werde von Treuhänder 

I._____ bekräftigt (Urk. 138 S. 28 f.). 

1.1.29. Die Vorinstanz hat sich mit den Einwänden der Verteidigung erneut gründ-

lich auseinandergesetzt und eine Beweiswürdigung vorgenommen, die in allen 

Teilen vollständig und korrekt ist. Da die Verteidigung keine neuen Argumente 

vorbringt, kann vollumfänglich auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

unter Ziff. 2.1 (Urk. 110 S. 43 ff.) verwiesen werden. Der Sachverhalt bezüglich 

den Vorwurf der Veruntreuung zum Nachteil der Vermieterschaft im Zusammen-

hang mit der Bar und dem Windfang ist damit erstellt. 

9.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.30. Die Vorinstanz schloss sich der rechtlichen Würdigung der Anklagebehör-

de an und erkannte, die Beschuldigte habe sich der Veruntreuung im Sinne von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Ein Anwendung von Art. 172ter 

- 27 - 

StGB stehe ausser Frage, da es sich bei der Bar und dem Windfang zweifellos 

um Gegenstände gehandelt habe, welche einen Wert von über Fr. 300.-- aufge-

wiesen hätten (Urk. 110 S. 45 f.). 

1.1.31. Die Verteidigung äusserte sich vor Vorinstanz nicht substantiiert zur recht-

lichen Würdigung der Anklagebehörde. In Bezug auf die Veruntreuung betreffend 

den Windfang stellte sie sich auf den Standpunkt, die Beschuldigte haben den 

subjektiven Tatbestand der Veruntreuung nicht erfüllt, da dieser irrtümlich  

abtransportiert worden sei. Betreffend die Bar liege keine Veruntreuung vor, weil 

die Bar nicht Eigentum der Vermieterschaft dargestellt habe (Urk. 100 S. 20 ff.).  

1.1.32. Die Argumente der Verteidigung zielen ins Leere. Wie die Beweiswürdi-

gung ergeben hat, liess die Beschuldigte den Windfang nicht irrtümlich abtrans-

portieren. Ihr diesbezügliches Vorgehen muss vielmehr als planmässig angese-

hen werden, liess sie doch den fraglichen Windfang in ihrer neuen Bar wieder 

einbauen. Damit steht zweifelsfrei fest, dass die Beschuldigte wissen- und willent-

lich handelte. Nachdem sie den objektiven Tatbestand anerkannte, ist mit der  

Vorinstanz festzuhalten, dass sie in Bezug auf den Windfang tatbestandsmässig 

handelte. Gleiches gilt in Bezug auf die Bar. Aufgrund des Beweisergebnisses 

steht fest, dass die Bar entgegen der Behauptung der Beschuldigen im Eigentum 

der Vermieterschaft stand. Indem die Beschuldigte die Bar abtransportieren und 

in ihrem neuen Lokal einbauen liess, handelte sie sowohl in objektiver, wie auch 

in subjektiver Hinsicht tatbestandsmässig im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist daher zutreffend und zu  

bestätigen. 

1.1.33. Dass es sich bei der Bar und dem Windfang um Gegenstände handelt,  

welche insgesamt einen Fr. 300.-- nicht übersteigenden Wert aufweisen sollen, 

hat die Vorinstanz richtigerweise verneint. Der betreffende Einwand ist nicht nur 

einmal mehr unbegründet, er ist auch derart offensichtlich haltlos, dass sich  

weitere Ausführungen hierzu erübrigen. 

- 28 - 

10. Sachbeschädigung, Art. 144 StGB (ND 2) 

10.1. Sachverhalt 

1.1.34. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der Sachverhalt  

gemäss Anlageschrift sei mit einer Ausnahme erstellt. Zugunsten der Beschuldig-

ten sei davon auszugehen, dass diese für die Beschädigung der Treppe nicht 

verantwortlich sei. Im übrigen, von der Beschuldigten anerkannten Umfang, sei 

der eingeklagte Sachverhalt rechtsgenügend erstellt (Urk. 110 S. 46).  

1.1.35. Die Verteidigung stellte vor Vorinstanz den eingeklagten Sachverhalt nicht 

in Abrede (Urk. 100 S. 22).  

1.1.36. Die Erwägungen der Vorinstanz sind zutreffend und wurden von der Ver-

teidigung nicht beanstandet. Sie sind zu bestätigen (Urk. 110 S. 46). 

10.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.37. Die Vorinstanz erachtet die rechtliche Würdigung der Anklagebehörde als 

zutreffend und sprach die Beschuldigte anklagegemäss der Sachbeschädigung 

im Sinne von Art. 144 StGB schuldig (Urk. 110 S. 46). 

1.1.38. Die Verteidigung stellte sich vor Vorinstanz und auch anlässlich der  

Berufungsverhandlung auf den Standpunkt, die Beschuldigte habe mit ihren  

"Verzierungen" keine Sachbeschädigung begangen, sondern lediglich den von ihr 

für die Katz geschaffenen Mehrwert beschränkt (Urk. 100 S. 22; Urk. 138 S. 29). 

1.1.39. Wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums- Gebrauchs- oder Nutz-

niessungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht, wird, auf 

Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 144 

Abs. 1 StGB). Die Beschuldigte ist überführt, in den von ihr und ihrer Mutter  

gemieteten Räumlichkeiten an der Q._____-Strasse ... in R._____ mittels Pinsel 

und weisser Farbe die Wände und die Türe mit Smiley's, einer Blume sowie den 

Wörtern "… haben hier gratis gearbeitet" und einem Fragezeichen  

versehen zu haben. Dieses Vorgehen hat die Vorinstanz vollkommen zu Recht 

als tatbestandsmässiges Handeln der Beschuldigten taxiert. Ebenso zutreffend 

- 29 - 

hat sie sich mit dem doch reichlich abwegigen Argument der Verteidigung aus-

einandergesetzt, wonach die Schmierereien eine "Verzierung" darstellen würden, 

die lediglich den von der Beschuldigten geschaffenen Mehrwert reduziert hätten 

und damit keine Sachbeschädigung darstellen würden. Die massgeblichen und 

zutreffenden Argumente der Vorinstanz brauchen hier nicht wiederholt zu werden; 

darauf kann verwiesen werden (Urk. 110 S. 46; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die  

Beschuldigte handelte sowohl in objektiver wie in subjektiver Hinsicht tat-

bestandsmässig, weshalb der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen ist.  

1.1.40. Dass eine Anwendung von Art. 172ter StGB auch vorliegend nicht in Fra-

ge kommt, wurde von der Vorinstanz mit zutreffender Begründung festgehalten.  

Darauf ist ebenfalls zu verweisen (Urk. 110 S. 46; Art. 82 Abs. 4 StGB).  

11. Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, Art. 169 StGB  
(ND 2) 

11.1. Sachverhalt 

1.1.41. Die Vorinstanz kommt in ihren Erwägungen unter Ziff. 2.1 des angefoch-

tenen Entscheides (Urk. 110 S. 47) zum Schluss, die Beschuldigte habe im  

Rahmen ihrer Erstaussage sinngemäss zu Protokoll gegeben, sie habe gewusst, 

dass die Gegenstände mit Retention belegt gewesen seien. Sie habe anklage-

gemäss gehandelt, weil sie wütend darüber gewesen sei, dass ihr die Liegen-

schaftsverwaltung ein Lokal zur Nutzung als Bar vermietet habe, ohne dass die 

erforderlichen Auflagen erfüllt gewesen seien. Anlässlich ihrer späteren Einver-

nahmen, habe die Beschuldigte dann abweichende und widersprüchliche Aus-

sagen zu Protokoll gegeben. Auch in Bezug auf den vorliegend zu beurteilenden 

Vorwurf habe sie sich bei ihren Aussagen auffallend ausweichend und schön-

färberisch verhalten. Aufgrund der gesamten Umstände könne den Aussagen der 

Beschuldigten kein Glaube geschenkt werden, wenn sie geltend mache, ihr sei im 

Zeitpunkt der Veräusserung nicht bewusst gewesen, dass die Gegenstände noch 

immer mit Retention belegt gewesen seien. Im Lichte ihrer lebendigen und in sich 

geschlossenen Erstaussagen müssten die späteren Aussagen der Beschuldigten 

schlicht als unglaubhaft bezeichnet werden. Damit stehe fest, dass der eingeklag-

- 30 - 

te Sachverhalt erstellt sei, davon könne im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

ausgegangen werden (Urk. 110 S. 47 f.). 

1.1.42. Dass die Gegenstände gemäss Anklageziffer III. 6 durch das zuständige 

Betreibungsamt mit Retention belegt wurden und die Beschuldigte diese dessen 

ungeachtet verschenkte, wurde weder von ihr, noch von der Verteidigung in  

Abrede gestellt. Vor Vorinstanz führte die Verteidigung aus, die Beschuldigte  

habe gar nicht gewusst, dass die aufgelisteten Gegenstände noch retiniert  

gewesen seien. Die Beschuldigte habe nämlich ihren Ehemann unmittelbar nach 

der Retention mit Vollmacht und Fr. 381.-- oder Fr. 361.-- zum Betreibungsamt 

geschickt. Er habe die Gegenstände dort auslösen wollen. Man habe ihm aber 

mitgeteilt, das sei nicht möglich, weil das Prozedere des Betreibungsamtes  

bereits mehr als die Fr. 361.-- oder  Fr. 381.-- koste. Daraufhin habe der Ehe-

mann der Beschuldigten wohl vergessen, dies seiner Frau mitzuteilen. Weil die 

Beschuldigte nicht gewusst habe, dass die Gegenstände nicht ausgelöst worden 

seien, sei sie der Ansicht gewesen, sie müsse beim Räumen des Lokals die  

retinierten Gegenstände entfernen. Damit stehe fest, dass die Beschuldigte  

keinen Vorsatz gehabt habe, die Gläubiger zu schädigen. Abgesehen davon sei 

durch ihr Verhalten kein Gläubiger geschädigt worden. Kein einziger Gläubiger sei 

an der ramponierten Ware interessiert gewesen (Urk. 100 S. 23).  

1.1.43. Die Vorinstanz hat die massgebenden Aussagen der Beschuldigten richtig 

dargestellt und eine Würdigung vorgenommen, die nicht zu beanstanden ist.  

Aufgrund des Beweisergebnisses - namentlich des glaubhaften Geständnisses 

der Beschuldigten anlässlich ihrer ersten Einvernahme vom 12. März 2009 (Urk.  

ND 2/21) - ist erstellt, dass die Beschuldigte Kenntnis von der Retention hatte. 

Dessen ungeachtet verschenkte sie aus Wut über die Vermieterschaft die mit  

Retention belegten Gegenstände an die in der Anklageschrift genannten Dritt-

personen. Die nachträglich vorgebrachten Schilderungen der Beschuldigten und 

die entsprechenden Vorbringen der Verteidigung, wonach sie gar nicht gewusst 

habe, dass die Gegenstände noch retiniert seien, überzeugen in keiner Art und 

Weise. H._____ erklärte auf die Frage, ob die Beschuldigte von der  

Retention Kenntnis gehabt habe wörtlich: "Ja, sicher hat sie davon gewusst".  

- 31 - 

Konfrontiert mit der Aussage der Beschuldigten, wonach diese behauptet habe 

keine Kenntnis von der Retention gehabt zu haben, glich H._____ seine Aussage 

sofort derjenigen der Beschuldigten an und gab zu Protokoll "es nicht zu wissen" 

(Urk. 24 S. 20). Anlässlich seiner ersten Einvernahme durch die Polizei gab er 

dagegen unmissverständlich an, die Beschuldigte habe Kenntnis von der Retenti-

on gehabt. Er habe sie sogar noch darauf hingewiesen, dass man nichts unter-

nehmen dürfe ohne es mit dem Betreibungsamt abgeklärt zu haben  

(Urk. 10.3.9 S. 11). Wenn die Vorinstanz daher insgesamt zum Schluss kommt, 

es sei unglaubhaft wenn die Beschuldigte entgegen ihrem anfänglichen Einge-

ständnis nun behaupte, sie habe von der Retention keine Kenntnis gehabt, so ist 

ihr darin vollumfänglich zuzustimmen. Der Sachverhalte gemäss Anklageschrift ist 

damit erstellt. 

11.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.44. Die Vorinstanz kam zum Schluss, die Beschuldigte habe in objektiver  

Hinsicht tatbestandsmässig gehandelt. Entgegen der Meinung der Verteidigung 

spiele es dabei keine Rolle, ob die retinierte Ware im Einzelnen als Ramsch zu 

qualifizieren sei, entscheidend für die Erfüllung des objektiven Tatbestandes sei 

einzig, dass das Verschenken der Gegenstände den Vermieter um das noch vor-

handene Haftungssubstrat gebracht habe, was vorliegend unbestrittenermassen 

der Fall gewesen sei. In subjektiver Hinsicht habe die Beschuldigte von der  

Retention gewusst und die Gegenstände trotzdem verschenkt. Ihre Handlungs-

weise habe sich daher ganz bewusst gegen die Interessen der Vermieterschaft 

gerichtet (Urk. 110 S. 48 f.).  

 

1.1.45. Die Verteidigung bestritt vor Vorinstanz und an der Berufungsverhandlung, 

dass die Beschuldigte vorsätzlich gehandelt habe. Im Übrigen sei bei keinem der 

Gläubiger durch das Handeln der Beschuldigten ein Schaden entstanden. Dem-

entsprechend müsse ein Freispruch erfolgen (Urk. 100 S. 23; Urk. 138 S. 29 f.).  

- 32 - 

1.1.46. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz ist vollständig und korrekt. Weite-

rungen hierzu erübrigen sich. In Bestätigung des vorinstanzlichen Schuldspruchs 

kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter Ziff. 3.1 (Urk. 110 S. 48 f.; Art. 82 

Abs. 4 StPO) verwiesen werden. 

12. Gewalt und Drohung gegen Beamte, Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 3) 

12.1. Sachverhalt 

1.1.47. Die Vorinstanz sah den Sachverhalt als erstellt an. Sie stellte dabei voll-

umfänglich auf die Aussagen des betroffenen Beamten S._____ ab und erachtete 

dessen Angaben als in sich geschlossen und vollkommen glaubhaft. Auch die 

Beschuldigte habe in der Hauptverhandlung nicht beanstandet, S._____ habe 

falsch ausgesagt. Vielmehr habe sie in gewohnt schönfärberischer Manier mit 

Wortklaubereien versucht ihr Handeln herunter zu spielen (Urk. 110 S. 50). 

1.1.48. Die Verteidigung stellte den objektiven Sachverhalt mit Ausnahme der 

nachfolgenden Einschränkung nicht substantiiert in Abrede. Die Beschuldigte  

habe den Kugelschreiber mitsamt Sockel und den Blumentopf nicht geworfen, 

sondern mit einer Wischbewegung auf die andere Tischhälfte befördert. Man  

könne daher nicht von einem eigentlichen Wurf und damit auch nicht von einem 

tätlichen Angriff der Beschuldigten auf den Beamten S._____ sprechen (Urk. 100 

S. 25; Urk. 138 S. 30). 

1.1.49. S._____ wurde am 7. Oktober 2012 polizeilich (ND 3 Urk. 7) und fast zwei 

Jahre später am 9. Juni 2010 als Zeuge durch die Staatsanwaltschaft einver-

nommen (ND 3 Urk. 8). In beiden Einvernahmen schilderte er den Sachverhalt 

gleich und es bestehen keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass seine Schilderungen 

nicht dem tatsächlich Erlebten entsprechen würden. Zudem scheint S._____ auch 

in persönlicher Hinsicht keine negativen Gefühle gegenüber der Beschuldigten zu 

hegen. Anders lässt sich nämlich nicht erklären, dass er nach Angaben des Ver-

teidigers, unmittelbar vor der erstinstanzlichen Hauptverhandlung von der Be-

schuldigten zum Kaffee trinken eingeladen wurde und dieser Einladung auch be-

reitwillig Folge leistete (Urk. 100 S. 24 oben). Es besteht also keinerlei Anlass, an 

- 33 - 

der Glaubwürdigkeit von S._____, oder an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

zu zweifeln. Die Vorinstanz hat damit zurecht erkannt, der eingeklagte Sachver-

halt sei aufgrund der Aussagen S._____s erstellt.  

12.2. Rechtliche Würdigung 

1.1.50. Die Vorinstanz sprach die Beschuldigte der Gewalt und Drohung gegen 

Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB schuldig. Sie erwog hierzu, ent-

scheidend sei, dass die Gegenstände in Richtung des Betreibungsbeamten 

S._____ geflogen seien. Dieser sei darob derart erschrocken, dass er  

unmittelbar nach dem Ereignis gegenüber seinem Vorgesetzten und auch später 

anlässlich der Einvernahmen ausgesagt habe, die Beschuldigte habe Gegen-

stände nach ihm geworfen. Es bestünde daher keine vernünftiger Zweifel daran, 

dass die Gegenstände den Beamten auch hätten treffen können. Was den Vor-

satz der Beschuldigten angehe, sei darauf hinzuweisen, dass es gerade nicht 

entscheidend sei, ob sie S._____ habe verletzen wollen. Eine das  

gesellschaftlich geduldete Mass überschreitende physische Einwirkung auf den 

Körper genüge jedenfalls. Auf eine Schädigung des Körpers komme es nicht an. 

Dass die Beschuldigte zumindest in Kauf genommen habe, den Beamten mit den 

Gegenständen zu treffen, ergebe sich einerseits aus der Flugrichtung der Gegen-

stände, andererseits aus der eindeutig gegen den Betreibungsbeamten gerichte-

ten Gemütsbewegung, in welcher die Beschuldigte gemäss deren Zugeständnis 

gehandelt habe. Nicht zuletzt sei der Vorsatz der Beschuldigten auch aus dem 

subjektiven Eindruck des Betreibungsbeamten herzuleiten, an dessen Aufrichtig-

keit zu zweifeln keine Gründe ersichtlich seien. Soweit die Verteidigung moniere, 

es sei nicht ersichtlich, welche Amtshandlung dauerhaft gestört worden sei, sei 

darauf hinzuweisen, dass sich bei der Tatbestandsvariante des tätlichen Angriffs 

die Handlung nicht gegen eine bestimmte Amtshandlung zu richten habe.  

Erforderlich sei lediglich, dass der Angriff während einer Amtshandlung erfolgt sei. 

Zu den Amtshandlungen gehörten nicht nur Rechts- oder Vollzugshandlungen, 

sondern auch Handlungen zur Erfüllung staatlicher Aufgaben sowie Vorbe-

reitungs- und Begleithandlungen. Indem die Beschuldigte die Tätlichkeit während 

einer Unterredung zwischen ihr und dem Beamten betreffend die Rückzahlung  

- 34 - 

eines gepfändeten Geldbetrages begangen habe, dies während den Bürozeiten 

und im Büro des Beamten, sei die Tatbestandsvoraussetzung des Angriffs  

während einer Amtshandlung ohne Weiteres erfüllt. 

1.1.51. Weil die Anklageschrift die Dauer der Störung nicht umschreibe und auch 

nicht ersichtlich sei, bei welcher amtlichen Tätigkeit S._____ gestört worden sei, 

sei das Anklageprinzip verletzt. Dass die Beschuldigte Herrn  

S._____ nicht getroffen habe, sei keine glückliche Fügung gewesen. In diesem 

Umstand komme zum Ausdruck, dass es eben gar nicht dem Willen der  

Beschuldigten entsprochen habe ihn zu treffen. Man könne daher nicht von einem 

tätlichen Angriff der Beschuldigten auf den Beamten S._____ sprechen. 

1.1.52. Auch in Bezug auf den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt über-

zeugen die Einwände der Verteidigung nicht einmal ansatzweise. Zunächst ist  

darauf hinzuweisen, dass von einer Verletzung des Anklageprinzips auch hier 

keine Rede sein kann. Die Anklageschrift schildert in unmissverständlicher Art 

und Weise, dass die Beschuldigte am 30. Januar 2008 im Zusammenhang mit der 

Pfändung von SUVA-Taggeldern beim Betreibungsbeamten S._____ zu einer Un-

terredung erschien, in deren Verlauf die Beschuldigte zunächst verbal ausfällig 

wurde und hernach die fraglichen Gegenstände in Richtung des  

Betreibungsbeamten S._____ warf, welcher schliesslich - um nicht getroffen zu 

werden - ausweichen musste. Wie die Vorinstanz korrekt ausführt, ist es entge-

gen der Ansicht der Verteidigung irrelevant, bei welcher konkreten  

amtlichen Tätigkeit S._____ gestört wurde. Entscheiden ist, dass der Angriff wäh-

rend einer Amtshandlung erfolgte. Dass es zu den zentralen Amtshandlungen ei-

nes Betreibungsbeamten gehört, betreibungsrechtliche Belange im Rahmen einer 

Pfändung mit einer Schuldnerin zu erörtern, kann wohl schwerlich in Abrede ge-

stellt werden. Wenn die Beschuldigte in dieser Situation gegenüber dem Betrei-

bungsbeamten in dessen Amtslokal und während der Bürozeiten  

aggressiv auftritt und ihn mit Gegenständen bewirft, dann sind sämtliche objekti-

ven Tatbestandsmerkmale des Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllt. Richtigerweise hat die 

Vorinstanz in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass es eben gerade 

nicht entscheidend ist, ob die Beschuldigte die Verletzung von S._____ herbeifüh-

- 35 - 

ren wollte, oder nicht. Die Intensität der von ihr verursachten physischen Einwir-

kung überschritt so oder so zweifelsohne das tolerierbare Mass, was sich auch 

darin manifestierte, dass S._____ seitlich ausweichen musste, um nicht vom Ku-

gelschreiber mitsamt Sockel oder der Topfpflanze getroffen zu  

werden. Die Beschuldigte wusste, dass Herr S._____ in Ausübung seines Amtes 

die Unterredung mit ihr hielt. Indem sie ihn mit Gegenständen bewarf nahm sie 

zumindest im Sinne eines Eventualvorsatzes in Kauf, dass der  

Betreibungsbeamte seine Amtshandlung nicht ungehindert durchführen konnte. 

Da Art. 285 Ziff. 1 StGB in subjektiver Hinsicht neben dem direkten Vorsatz, auch 

den Eventualvorsatz als tatbestandsmässig deklariert (Trechsel, a.a.O., Art. 285 

StGB N. 12), erging der vorinstanzliche Schuldspruch zu Recht. Der ange-

fochtene Entscheid ist auch in diesem Punkt zu bestätigen. 

III. Strafzumessung 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Strafzumessungsgrundlagen korrekt darge-

stellt und ist mit zutreffender Begründung zum Schluss gelangt, verschuldens-

mässig stehe der Vorwurf der Misswirtschaft im Vordergrund. Aufgrund des engen 

sachlichen Konnexes zwischen der Misswirtschaft und der Unterlassung der 

Buchführung rechtfertigt es sich, mit der Vorinstanz, eine Deliktsgruppe zu bilden 

und dafür eine Einsatzstrafe festzulegen. Auf die vorinstanzlichen Erwägungen 

unter Ziff. V. 1.1 bis 3 (Urk. 110 S. 52 ff.) kann vorab verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO). 

13. Tatkomponenten 

13.1. Misswirtschaft/Unterlassung der Buchführung 

1.1.1. Objektive Tatschwere 

Wie die Vorinstanz richtig ausführt, lässt sich das konkrete Ausmass des durch 

die Misswirtschaft verursachten Schadens nur ansatzweise abschätzen. Wenn sie 

- 36 - 

zur Schadensermittlung den einschlägigen Betreibungsregisterauszug berück-

sichtigt und weiter in Betracht zieht, dass während rund eines Jahres der Mietzins 

für den Barbetrieb nachweislich nicht bezahlt wurde, so erscheint es realistisch, 

wenn von einem Fr. 100'000.-- übersteigenden Schaden ausgegangen wird.  

Richtig ist zwar, wie der Verteidiger anlässlich der Berufungsverhandlung ausführ-

te (Urk. 138 S. 31 f.), dass die Betreibungen, die bezahlt oder erloschen sind, 

nicht zur Schadenssummer zu zählen sind, lediglich eine unsubstantiierte  

Behauptung stellen allerdings Ausführungen dar, die ausstehende Miete sei durch 

das Depot gedeckt worden. Aus dem Betreibungsregisterauszug ergibt sich eine 

Schadenssumme von Fr. 56'998.40 (vgl. Urk. 10/10.11.1.4.1). Weiter liegt ein Ver-

lustschein über Fr. 93'274.20 für ausstehende Mietzinse bei den Akten (ND2/39). 

Wenn die Vorinstanz also von einem Fr. 100'000.-- übersteigenden Schaden aus-

geht, ist dies nicht zu beanstanden, selbst wenn ein Teil der ausstehenden  

Mietzinse durch das Depot in Höhe von Fr. 40'000.-- gedeckt sein sollte. Die  

Vorinstanz weist sodann auf das relativ hohe Mass an Pflichtwidrigkeit hin, dass 

die Beschuldigte zu verantworten hat. Insgesamt können die Erwägungen der  

Vorinstanz zur objektiven Tatschwere grundsätzlich übernommen werden  

(Urk. 110 S. 55). Ergänzend ist aber dennoch darauf hinzuweisen, dass die  

Beschuldigte nicht eine sonderlich hohe kriminelle Energie an den Tag legte. Ihr 

Handeln respektive Unterlassen scheint vielmehr von einem gewissen Über-

nahmeverschulden geprägt zu sein, was sich namentlich auch darin zeigte, dass 

sie in administrativen Belangen einerseits hoffnungslos überfordert war und sich 

aber andererseits nicht um die dringend benötigte Hilfe bemühte. Immerhin kann 

zu Gunsten der Beschuldigten berücksichtigt werden, dass sie zumindest bemüht 

war, die Löhne der wenigen Angestellten jeweils zu bezahlen. Insgesamt muss 

die objektive Tatschwere in Bezug auf den Vorwurf der Misswirtschaft als noch 

nicht erheblich bezeichnet werden.  

1.1.2. Subjektive Tatschwere 

Die Beschuldigte ist ihren Pflichten als Geschäftsführerin vorsätzlich nicht nach-

gekommen. Sie hat mit ihrem Verhalten in unverantwortlicher Art und Weise bzw. 

unter Verletzung elementarster Vorsichtspflichten die Zahlungsunfähigkeit der 

- 37 - 

C._____ GmbH so lange negiert, bis der finanzielle Kollaps nicht mehr zu verhin-

dern war. Dabei war ihr pflichtwidriges Verhalten einerseits von egoistischen Mo-

tiven geleitet, andererseits aber verschloss sie auch auf äusserst nachlässige Art 

und Weise ihre Augen vor den wirtschaftlichen Realitäten. Dass sie sich gegen-

über den Gesellschaftern und den Gläubigern der C._____ GmbH verantwor-

tungslos und gleichgültig verhielt trifft fraglos zu. Immerhin aber muss der Be-

schuldigten zu Gute gehalten werden, dass sie aus ihrem deliktischen Verhalten 

keinen nennenswerten Profit für sich selber generierte, sondern mutmasslich um 

das nackte Überleben ihrer Bar und damit ihrer Arbeitsstelle kämpfte. Insgesamt 

kann auch die subjektive Tatschwere als noch nicht erheblich bezeichnet werden. 

1.1.3. Hypothetische Einsatzstrafe 

Unter Einbezug von objektiven und subjektiven Gesichtspunkten erscheint im 

Rahmen der Tatkomponente eine hypothetische Einsatzstrafe von 15 Monaten 

als angemessen. 

13.2. Ungetreue Geschäftsbesorgung/Veruntreuung 

1.1.4. Objektives Tatschwere 

Die Beschuldigte hat veranlasst, dass diverse Getränke, welche zum Gesell-

schaftsvermögen der C._____ GmbH gehörten, abtransportiert und an  

ihren damaligen Wohnort, mithin in ihren alleinigen Gewahrsam, verbracht  

wurden. Der Wert der abtransportierten Getränke (50 Flaschen Wein, mindestens 

120 Flaschen Heineken Bier und rund 30 Kisten Softgetränke) dürfte sich auf  

maximal Fr. 1'500.-- belaufen haben, womit von einem relativ geringen Delikts-

betrag auszugehen ist. Weiter liess die Beschuldigte ein Bar-Element sowie den 

Windfang im Eingangsbereich demontieren und an den Standort ihres neuen  

Lokals nach R._____ verbringen, wo die Gegenstände eingebaut werden sollten. 

Auch hier ist, nachdem sich die Anklageschrift über den Wert der Gegenstände 

nicht äussert, von einem verhältnismässig geringen Deliktsbetrag auszugehen. 

Die objektive Tatschwere kann insgesamt als noch nicht erheblich bezeichnet 

werden. 

- 38 - 

1.1.5. Subjektive Tatschwere 

In subjektiver Hinsicht ist der Beschuldigten vorzuwerfen, dass sie aus egoisti-

schen Motiven und ohne erkennbare Not die zum Gesellschaftsvermögen  

gehörenden Getränke wegschaffen liess, dies in der Absicht, sie hernach selber 

zu verwenden. Dabei schädigte sie nicht bloss die C._____ GmbH,  

sondern hinterging auch ihre langjährige Freundin und Gesellschafterin F._____. 

Ähnlich verhält es sich mit der Bar und dem Windfang. Diesbezüglich gilt es da-

rauf hinzuweisen, dass die betreffenden Gegenstände gemäss  

Mietvertrag klarerweise zum Objekt gehörten. Dessen ungeachtet und in Miss-

achtung der Eigentumsrechte der Vermieterschaft, ordnete die Beschuldigte die  

Demontage an.  

1.1.6. Hypothetische Einsatzstrafe 

Angesichts des zur Verfügung stehenden theoretischen Strafrahmens von bis  

zu drei Jahren Freiheitsstrafe würde sich aufgrund der insgesamt noch nicht  

erheblichen Tatschwere eine Einsatzstrafe von 4 Monaten als angemessen  

erweisen.  

13.3. Sachbeschädigung 

1.1.7. Objektive Tatschwere 

Die Beschuldigte hat die Wände und eine Türe der durch sie und ihre Mutter  

gemieteten Räumlichkeiten an der Q._____-Strasse ... in R._____ mittels Pinsel 

und weisser Farbe verunstaltet. Der dadurch verursachte Schaden überstieg  

dabei Fr. 300.--. Zur Behebung des angerichteten Schadens mussten die Wände 

und die Türe neu gestrichen werden. In objektiver Hinsicht ist noch von einem 

leichten Verschulden auszugehen. 

1.1.8. Subjektive Tatschwere 

Die Beschuldigte und ihre Helfer verunstalteten das Mietobjekt nach eigenen  

Angaben aus einer Frustration über die Vermieterschaft, welche ihr - nach ihrer 

- 39 - 

Ansicht - Lokalitäten zum Betrieb eines Gastgewerbes vermietete, obwohl diese 

gar nicht zum vertraglich vereinbarten Zweck genutzt werden konnten. Mit ihren 

Schmierereien habe sie den durch sie "für die Katz" geschaffenen Mehrwert  

wieder zunichte machen wollen. Abgesehen davon, dass es sich die Beschuldigte 

selbst zuzuschreiben hätte, wenn sie einen Mietvertrag eingeht, ohne zuvor die 

fraglichen Voraussetzungen geprüft zu haben, zeigt sich in ihrem Vorgehen  

mangelnder Respekt vor fremdem Eigentum. Die Beschuldigte hat direkt vorsätz-

lich gehandelt, was sie unumwunden auch zugegeben hat. Die subjektive Tat-

schwere ist damit als noch nicht erheblich zu bezeichnen.  

1.1.9. Hypothetische Einsatzstrafe 

Angesichts des Strafrahmens würde sich daher allein für die Sachbeschädigung 

eine Sanktion von 2 Monaten Freiheitsstrafe als angemessen erweisen. 

13.4. Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte 

1.1.10. Objektive Tatschwere 

In objektiver Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass die der Retention unterliegen-

den Gegenstände insgesamt einen Schätzwert von lediglich Fr. 381.-- aufwiesen. 

Indem die Beschuldigte die betreffenden Gegenstände verschenkte respektive 

entsorgte, handelte sie zwar tatbestandsmässig, der deliktische Erfolg ist aber als 

sehr gering einzustufen. Entsprechend marginal fiel auch der Schaden bei der 

Begleichung der ausstehenden Mietzinse aus. Bei objektiver Betrachtungsweise 

muss die Tatschwere als ausserordentlich leicht bezeichnet werden. 

1.1.11. Subjektive Tatschwere 

Die Beschuldigte setzte sich ohne erkennbaren Grund über die amtliche Verfü-

gung hinweg und brachte damit ihre Geringschätzung gegenüber hoheitlichen 

Anordnungen zum Ausdruck. Zudem richtete sich die Handlungsweise der  

Beschuldigten ganz bewusst auch gegen die legitimen finanziellen Interessen der 

Vermieterschaft, was doch eine zweifelhafte Gesinnung der Beschuldigten  

- 40 - 

erkennen lässt. Die subjektive Tatschwere ist aber klarerweise noch als leicht zu 

bezeichnen. 

1.1.12. Hypothetische Einsatzstrafe 

Für den sogenannten Verstrickungsbruch würde es sich insgesamt rechtfertigen 

eine Freiheitsstrafe von 1 Monat auszusprechen.  

13.5. Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 

1.1.13. Objektive Tatschwere 

Anlässlich einer Unterredung bewarf die Beschuldigte den Betreibungsbeamten 

S._____ mit einem Kugelschreiber inkl. eines Sockels in Form einer massiven 

Metallkugel sowie mit einer Topfpflanze. In beiden Fällen konnte der Betreibungs-

beamte ausweichen, sodass er nicht getroffen wurde. Beschädigungen an der Inf-

rastruktur des Büros sind nicht bekannt. Die objektive Tatschwere kann noch als 

leicht bezeichnet werden. 

1.1.14. Subjektive Tatschwere 

Die Beschuldigte wurde aufgrund einer ihr zuzurechnenden Verfehlung (sie hatte 

es trotz entsprechender Verpflichtung unterlassen, dem Betreibungsamt gegen-

über SUVA Taggelder als Einkommen zu deklarieren) zu einer Unterredung in 

das Büro des Betreibungsbeamten bestellt. Nachdem sie der Betreibungsbeamte 

aufforderte zwecks Abklärung weitere Unterlagen einzureichen, verlor sie offen-

kundig die Fassung, wurde ausfällig und liess sich dazu hinreissen, den Betrei-

bungsbeamten mit den beschriebenen Gegenständen zu bewerfen. Mit dieser 

Vorgehensweise brachte sie ihre Respektlosigkeit gegenüber dem Betreibungs-

beamten und seiner hoheitlichen Funktion zum Ausdruck und blendete dabei voll-

kommen aus, dass sie den Grund für die Unterredung setzte. Immerhin kann  

zugunsten der Beschuldigten angenommen werden, sie habe die Gegenstände 

nicht sonderlich gezielt nach S._____ geworfen, ansonsten sie ihn aufgrund der 

kurzen Distanzen wohl auch getroffen hätte. Dass die Beschuldigte eventualvor-

- 41 - 

sätzlich handelte ist zu ihren Gunsten zu berücksichtigen. Das subjektive Tatver-

schulden wiegt insgesamt noch leicht. 

1.1.15. Hypothetische Einsatzstrafe 

Für die Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte würde es sich ins-

gesamt rechtfertigen eine Freiheitsstrafe von 1 Monat auszusprechen.  

2. Täterkomponente 

13.6. Vorleben 

Die am tt.mm.1962 geborene Beschuldigte kam im Jahre 1968 zusammen mit ih-

ren Eltern in die Schweiz. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule in 

Bern absolvierte sie die Service-Fachschule sowie eine Bar- und in … eine Kos-

metikfachschule, danach arbeitete sie als Barmaid, Chef de Bar oder sonst im 

Service. Seit 1997 leidet die Beschuldigte nach eigenen Angaben an gesundheit-

lichen Problemen, welche verschiedene Operationen notwendig machten und 

welche sie immer wieder in ihrem beruflichen Fortkommen einschränkten. Nach 

einem Unfall im Jahre 2008, bei welchem sich die Beschuldigte die linke Schulter 

und das Knie verletzte, war sie arbeitsunfähig. Deswegen befindet sie sich zur 

Zeit in einer IV-Abklärung. Die Beschuldigte ist Mutter einer Tochter. Aktualisie-

rend führte sie anlässlich der Berufungsverhandlung aus, sie sei wieder arbeits-

tätig. Sie arbeite seit Januar 2013 zu 100% als Barmaid in einer Bar. Gleichzeitig 

laufe aber noch das Verfahren bei der IV, das in circa drei Wochen abgeschlos-

sen sein solle. Sie werde voraussichtlich eine IV-Rente erhalten. Von ihrem Ehe-

mann lebe sie gerichtlich getrennt und erhalte Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.-- 

pro Monat. Ihre Tochter wohne bei ihrer Mutter in N._____, wo sie eine … Schule 

besuche. Sie unterstütze die Tochter finanziell mit Fr. 600.-- pro Monat (Urk. 137).  

Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Werdegang der Beschuldigten  

lassen sich weder straferhöhende noch strafmindernde Faktoren ableiten. 

13.7. Vorstrafen 

- 42 - 

Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass sich die einschlägige Vorstrafe der 

Beschuldigten vom 11. November 2004 (Urk. 53/1 und Urk. 53/9) deutlich strafer-

höhend auswirkt. Damals wurde die Beschuldigte vom Bezirksgericht Zürich  

wegen mehrfachem Betrug, versuchtem Betrug und mehrfacher Urkundenfäl-

schung zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt, wobei der Vollzug aufgeschoben und 

eine Probezeit von 2 Jahren angesetzt wurde. Bereits innerhalb eines Jahres 

nach Ablauf der Probezeit delinquierte die Beschuldigte erneut, was straf-

erhöhend ins Gewicht fällt. Die Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 110 S. 55) sind 

in diesem Sinne zu bestätigen.  

13.8. Strafempfindlichkeit 

Die Vorinstanz attestierte der Beschuldigten aufgrund ihrer Schmerzen und ihrer 

Betreuungspflichten gegenüber der damals 16-jährigen Tochter "eine gewisse" 

Strafempfindlichkeit (Urk. 110 S. 55). Diese Erwägung der Vorinstanz ist als 

wohlwollend zu qualifizieren und kann zugunsten der Beschuldigten so belassen 

werden. Festzuhalten ist allerdings, dass die Betreuung der Tochter gestützt auf 

die ständige Praxis (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6P.39/2004 vom 23. Juli 

2004 E. 7.4) keine Strafempfindlichkeit begründet. 

13.9. Nachtatverhalten 

Die Vorinstanz hat richtigerweise erkannt, dass das Teilgeständnis der Beschul-

digten sehr leicht strafmindernd zu berücksichtigen ist. Das weitere Nachtat-

verhalten, insbesondere ihre Uneinsichtigkeit und auch der Umstand, dass die 

Beschuldigte trotz laufender Strafuntersuchung nicht davor zurückschreckte,  

weiter zu delinquieren, sind dagegen straferhöhend zu berücksichtigen.  

13.10. Einsatzstrafe 

Die hypothetischen Einsatzstrafen erfahren aufgrund der Vorstrafe und des 

Nachtatverhaltens der Beschuldigten eine deutliche Straferhöhung. Strafmindernd 

kann lediglich das marginale Teilgeständnis resp. das vollumfänglich Geständnis 

hinsichtlich der Sachbeschädigung berücksichtigt werden. Bei einer Gesamt-

- 43 - 

betrachtung zeigt sich daher, dass die straferhöhenden Faktoren deutlich stärker 

zu gewichten sind, als die strafmildernden.  

14. Sanktion 

Nach dem gemäss Art. 49 StGB geltenden Asperationsprinzip muss die festgeleg-

te Einsatzstrafe unter Berücksichtigung der weiteren Straftaten innerhalb des  

ordentlichen Strafrahmens für das schwerste Delikt angemessen erhöht werden, 

wobei die mehrfache Tatbegehung und die Deliktsmehrheit strafschärfend ins 

Gewicht fallen. Ausgehend von einer Einsatzstrafe von 15 Monaten für das 

schwerste Delikt sowie erwägend, dass sich für die weiteren Delikte in Anwen-

dung des Asperationsprinzips insgesamt eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten als 

angemessen erweisen würde, resultiert in Nachachtung der Straferhöhung auf-

grund der Täterkomponente eine Gesamtstrafe von 26 Monaten. Die so ermittelte 

Gesamtstrafe ist schliesslich aufgrund der langen Verfahrensdauer (immerhin 

wurde das vorliegende Strafverfahren mit Strafanzeige des G._____ vom 

6. August 2007 ins Rollen gebracht) um 2 Monate auf 24 Monate zu reduzieren.  

 

IV. Vollzug 

1. Bedingter Vollzug 

14.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger  

Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens 

zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig  

erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten (Art. 42 

Abs. 1 StGB). Wurde der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat zu  

einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten 

oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt, so ist der 

Aufschub nur zulässig, wenn besonders günstige Umstände vorliegen (Art. 42 

Abs. 2 StGB). Bei Art. 42 Abs. 2 StGB gilt demnach die Vermutung einer günsti-

gen Prognose bzw. des Fehlens einer ungünstigen Prognose nicht. Vielmehr 

kommt der früheren Verurteilung zunächst die Bedeutung eines Indizes für die 

- 44 - 

Befürchtung zu, dass der Täter weitere Straftaten begehen könnte. Die Gewäh-

rung des bedingten Strafvollzuges kommt daher nur in Betracht, wenn eine  

Gesamtwürdigung aller massgebenden Faktoren den Schluss zulässt, dass trotz 

der Vortat eine begründete Aussicht auf Bewährung besteht. Dabei ist zu prüfen, 

ob die indizielle Befürchtung durch die besonders günstigen Umstände zumindest 

kompensiert wird. Das trifft etwa zu, wenn die neuerliche Straftat mit der früheren 

Verurteilung in keinerlei Zusammenhang steht, oder bei einer besonders positiven 

Veränderung in den Lebensumständen des Täters (BGE 134 IV 1 E. 4.2.3. mit 

weiteren Hinweisen). 

14.2. Vorliegend wird die Beschuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten 

verurteilt. Die objektiven Voraussetzungen für den bedingten Vollzug sind daher 

noch erfüllt. In subjektiver Hinsicht müssen indes besonders günstige Umstände 

im Sinne von Art. 42 Abs. 2 StGB für die Gewährung des bedingten Vollzugs vor-

liegen, wurde die Beschuldigte doch mit Urteil vom 11. November 2004 zu einer 

bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 10 Monaten verurteilt (Urk. 136). Zurecht 

macht die Vorinstanz auf ihre Bedenken im Hinblick auf die Bewährungsaussich-

ten der Beschuldigten aufmerksam (Urk. 110 S. 57). Insbesondere der Umstand, 

dass die Beschuldigte während laufender Strafuntersuchung delinquierte und sich 

hinsichtlich des Unrechtsgehalts ihrer Handlungen vollkommen uneinsichtig zeig-

te, lässt gewisse Bedenken aufkommen. Allerdings und auch darin ist der  

Vorinstanz zuzustimmen, hat sich die Beschuldigte nun seit rund 4 ½ Jahren  

klaglos verhalten und sich keine weiteren Straftaten zu Schulden kommen lassen.  

Ausserdem fallen die geänderten Lebensumstände der Beschuldigten positiv ins 

Gewicht. Sie ist nicht mehr selbständig tätig, sondern in einem Angestelltenver-

hältnis, was das Rückfallrisiko für Taten der vorliegend zu beurteilenden Art  

eigentlich ausschliesst. Sodann ist die belastende Kinderbetreuung weggefallen. 

All diese Faktoren sprechen doch dafür, dass bei der Beschuldigten besonders 

günstige Umstände vorliegen, so dass ihr gerade noch einmal der bedingte Straf-

vollzug gewährt werden kann. 

- 45 - 

15. Probezeit 

Angesichts der unter Ziffer 1.2 vorstehend genannten Restbedenken erscheint es 

angebracht, die Dauer der Probezeit auf 4 Jahre festzulegen.  

V. Berufsverbot 

Die Anklagebehörde beantragte vor Vorinstanz, die Beschuldigte sei mit einem 

Berufsverbot im Sinne von Art. 67 StGB zu belegen (Urk. 82 S. 13). Von der Aus-

sprechung eines Berufsverbotes sah die Vorinstanz in der Folge mit zutreffender 

Begründung im Rahmen ihrer Erwägungen ab. Darauf wird, insbesondere auch 

mit Blick auf das in Art. 391 Abs. 2 StPO statuierte Verschlechterungsverbot  

verwiesen (Urk. 110 S. 59; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die angefochtene Kostenauflage zu bestätigen  

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-

setzen. 

3. Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte mit Ausnahme der Sank-

tion vollumfänglich. Es rechtfertigt sich daher, ihr die gesamten Kosten des 

Rechtsmittelverfahrens aufzuerlegen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Meilen vom  

5. Oktober 2011 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

- 46 - 

"Es wird beschlossen: 

1. Auf die Zivilansprüche des Privatklägers 2, B._____, wird nicht eingetreten. 

2. (…) 

3. (Mitteilung) 

4. (Rechtsmittel) 

Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 8. März 2010  

beschlagnahmte Pinsel wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheides auf erstes Verlangen durch die Bezirksgerichtskanzlei herausgegeben.  

5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 2'780.–   Auslagen Untersuchung 

CHF …   amtliche Verteidigung 

CHF …   Total 

6. (…) 

7. (Mitteilung) 

8. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD) 

− der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB (HD) 

- 47 - 

− der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB (HD) 

− der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND1) 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 2) 

− der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im Sinne 

von Art. 169 StGB (ND 2) 

− der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von 

Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 3). 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

4 Jahre festgesetzt.  

4. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 6) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, exklusive der Kosten der amtlichen 

Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen, wobei eine Nach-

forderung nach Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten bleibt.  

 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− den amtlichen Verteidiger im Doppel, für sich und zuhanden  
der Beschuldigten, 

− die Staatsanwaltschaft See / Oberland, 

 und hernach als begründetes Urteil an 

− den amtlichen Verteidiger im Doppel, für sich und zuhanden  
der Beschuldigten, 

- 48 - 

− die Staatsanwaltschaft See / Oberland, 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA, mit Formular A. 

 
8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichts (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.  

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 4. Februar 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 
 

 
 
 
 

	Urteil vom 4. Februar 2013
	Anklage:
	Entscheid der Vorinstanz: (Urk. 110 S. 61 ff.)
	"Es wird beschlossen:
	1. Auf die Zivilansprüche des Privatklägers 2, B._____, wird nicht eingetreten.
	2. Die Kostenregelung richtet sich nach Dispositiv-Ziffer 6 des nachfolgenden Erkenntnisses.
	3. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv und hernach in begründeter Form an:
	 den amtlichen Verteidiger im Doppel, für sich und zuhanden der Beschuldigten,
	 die Staatsanwaltschaft See / Oberland,
	 den Vertreter des Privatklägers 2 (in Doppel für sich und den Privatkläger 2),

	je gegen Empfangsschein.
	4. (Rechtsmittel)
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig
	 der Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB (HD)
	 der Unterlassung der Buchführung im Sinne von Art. 166 StGB (HD)
	 der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (HD)
	 der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (ND1)
	 der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (ND 2)
	 der Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte im Sinne von Art. 169 StGB (ND 2)
	 der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (ND 3)

	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 21 Monaten aufgeschoben und die  Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (9 Monate) wird die Strafe vollzogen.
	4. Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 8. März 2010 beschlagnahmte Pinsel wird der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides auf erstes Verlangen durch die Bezirksgerichtskanzlei herausgegeben.
	5. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden der Beschuldigten auferlegt. Die Rückzahlung der  Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehal...
	7. (Mitteilung)
	8. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 3 f.)
	1. Es sei auf die Anklage nicht einzutreten.
	2. Eventualiter sei die