# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22903cc4-1bc5-5763-9f22-892f31c3a2f5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LC250009-O2
**Docket/Reference:** LC250009-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LC250009-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LC250009-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. Ch. von Moos und Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Beschluss und Urteil vom 4. April 2025

in Sachen

A._____,  

Kläger und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

B._____, 

Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

betreffend Ehescheidung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 

Bezirksgericht Bülach vom 19. Juli 2024 (FE220319-C)

- 2 -

Rechtsbegehren:

des Klägers:

ursprüngliches Begehren (Urk. 50 S. 1):

"Die zwischen den Parteien am tt Dezember 2011 begründete Ehe sei 
aufzulösen  (zu  scheiden).  Die  elterliche  Sorge  für  die  beiden  Kinder 
(C._____, geb. am tt.mm.2012 & D._____, geb. am tt.mm.2015) sei den 
Kindseltern alternativ zuzuteilen (Art. 298b Abs. 3 ter ZGB). 

Die  'effektiven'  Kinderunterhaltskosten  (Unterhaltsbeiträge)  seien  den 
Kindseltern zu je CHF 1'000.– aufzuerlegen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten"

modifiziertes Begehren (Urk. 78 S. 4 sinngemäss):

Vom Antrag der alternierenden Obhut wird Abstand genommen.

Für die Zeit nach dem Ehescheidungsurteil (bis am 1.mm.2031) sei der 
Unterhalt für die beiden Kinder (C._____ & D._____) auf monatlich nicht 
mehr als CHF 2'400.– zu bemessen.

der Beklagten (Urk. 38 und Urk. 67):

"1. Die  Ehe  der  Parteien  sei  zu  scheiden,  nötigenfalls  auch  gestützt 
auf die anlässlich der Einigungsverhandlung bereits erhobene Wi-
derklage (selbständiger Scheidungsanspruch der Beklagten).

2.

Die Kinder

-

-

C._____, geb. tt.mm.2012, und 

D._____, geb. tt.mm.2015

3.

4.

seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu be-
lassen.

Entsprechend sei festzustellen, dass die Parteien verpflichtet sind, 
sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbil-
dung miteinander abzusprechen.

Die Obhut über die Kinder sei weiterhin bei der Beklagten zu be-
lassen.

Die  Besuchsrechtsregelung  sei  grundsätzlich  gemäss  Eheschut-
zurteil (dort Ziff. 2.3 der gerichtlich genehmigten Vereinbarung) zu 
übernehmen.

Eventualiter sei dem Kläger (und Kindsvater) nach seinem explizit 
zu  erklärenden  Wunsch  ein  zusätzlicher  Betreuungsabend  (evtl. 
mit Übernachtung) unter der Woche zuzusprechen.

- 3 -

5.

Der Kläger (und Kindsvater) sei zu verpflichten, der Beklagten für 
seine  beiden  Kinder  einen,  seinen  wirtschaftlichen  Verhältnissen 
angemessenen monatlichen Unterhalt zzgl. allfällige Kinder- oder 
Ausbildungszulagen  zu  bezahlen,  zahlbar  jeweils  monatlich  im 
Voraus  auf  den  Ersten  eines  jeden  Monats,  minimal  jedoch  wie 
folgt:

Für C._____ (reiner Barunterhalt):

-

-

-

-

ab Rechtskraft Ehescheidung (1. Phase) Fr. 1’380

ab 1.mm.2025 (D._____ 10-jährig)

Fr. 1’305

ab 1. August 2028 (D._____ Oberstufe)

Fr. 1’380

ab 1.mm.2031 (D._____ 16-jährig)

Fr. 1’280

Für D._____:

-

-

-

-

ab Rechtskraft Ehescheidung (1. Phase) Fr. 1’850
(wovon Fr. 1'180 Bar- sowie Fr. 670 Betreuungsunterhalt)

ab 1.mm.2025 (D._____ 10-jährig)
(wovon Fr. 1'355 Bar- sowie Fr. 670 Betreuungsunterhalt)

Fr. 2’025

ab 1. August 2028 (D._____ Oberstufe)

Fr. 1’380

ab 1.mm.2031 (D._____ 16-jährig)

Fr. 1’280

Diese Unterhaltsbeiträge seien zahlbar zu erklären an die Beklagte 
(Kindsmutter),  dies  bis  zum  Abschluss  einer  angemessenen 
Erstausbildung der Kinder auch über die Volljährigkeit hinaus und 
solange diese im Haushalt der Beklagten (Kindsmutter) leben und 
keine eigenen Ansprüche gegen den Kläger (Kindsvater) geltend 
machen.

Zukünftige AHV-Erziehungsgutschriften seien der Beklagten allein 
anzurechnen.

Der  Kläger  sei  ausserdem  zu  verpflichten,  der  Beklagten  einen 
nachehelichen Unterhalt wie folgt zu bezahlen, zahlbar jeweils mo-
natlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:

-

-

Fr. 390 ab Rechtskraft Ehescheidung

Fr. 340 ab tt.mm.2025 bis Ende Juli 2028 (Eintritt D._____ in 
Oberstufe).

Die  wirtschaftlichen  Grundlagen  bzw.  Zahlen  der  Unterhaltsrege-
lung  seien  gerichtlich  im  Urteil  festzulegen  und  die  Kinderunter-
haltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexieren.

Der Mietvertrag der ehemals ehelichen Wohnung der Parteien an 
der E._____-strasse … im F._____ sei mitsamt der Mietzinskaution 
auf die Beklagte allein zu übertragen.

6.

7.

8.

9.

10.

Im Übrigen sei die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzuneh-
men und im Ergebnis grundsätzlich festzustellen, dass der Kläger 

- 4 -

der  Beklagten  mindestens  Fr.  18'849  (vorbehältlich  Zins  zu  5  % 
p.a.)  für  rückständige  Unterhaltsbeiträge  gemäss  Eheschutzurteil 
des Einzelgerichts Bülach vom 12. April 2021 (EE210005) schul-
det.

Zudem sei gerichtlich festzustellen, dass jede Partei die auf sie lau-
tenden  Schulden  selber  übernimmt  und  jede  Partei  zu  Eigentum 
behält, was sie derzeit besitzt oder auf ihren Namen lautet.

11. Die Teilung der beruflichen Vorsorge sei grundsätzlich von Amtes 
wegen  vorzunehmen  und  die  BVK  des  Kantons  Zürich  sei  anzu-
weisen, die Hälfte des zu teilenden Betrages auf ein noch zu eröff-
nendes Freizügigkeitskonto der Beklagten bei der Freizügigkeitss-
tiftung der ZKB zu überweisen.

Zwecks Feststellung über den vollständigen Bestand der Vorsor-
geguthaben  seien  bei  der  Zentralstelle  2.  Säule  über  sämtliche 
Guthaben des Klägers führenden Vorsorgeeinrichtungen von Am-
tes wegen Auskünfte einzuholen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. gesetzlicher MWSt 
(von derzeit noch 7.7 %) zu Lasten des Klägers." 

Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht 
Bülach vom 19. Juli 2024:
(Urk. 84 S. 4 ff. = Urk. 99 S. 25 ff. = Urk. 114 S. 25 ff.)

Die Ehe der Parteien wird geschieden.

Die  Kinder  C._____,  geboren  am  tt.mm.2012  und  D._____,  geboren  am 

tt.mm.2015,  werden  unter  der  gemeinsamen  elterlichen  Sorge  der  Parteien 

belassen.

1.

2.

3.

Die Obhut für die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2012 und D._____, ge-

boren am tt.mm.2015, wird der Beklagten zugeteilt. 

4.

Der Kläger wird berechtigt und verpflichtet, die Kinder C._____ und D._____ 

am  ersten  und  dritten  Wochenende  jedes  Monats  jeweils  ab  Freitagabend, 

18:00 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr, sowie in geraden Jahren an Ostern, 

in ungeraden Jahren an Pfingsten und in jedem Jahr am zweiten Weihnachts-

tag auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen und sie 

ausserdem für drei Wochen jährlich während der Schulferien auf eigene Kos-

ten mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

- 5 -

Können sie sich über die Ferienplanung nicht einigen, so kommt der Beklag-

ten in Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der 

Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Kläger. Das 

Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen.

Ein weitergehendes Besuchsrecht des Klägers nach gegenseitiger Absprache 

bleibt vorbehalten.

5.

Die  Erziehungsgutschriften  für  die  Berechnung  der  AHV/IV-Renten  werden 

allein der Beklagten angerechnet. Es ist Sache der Beklagten, die betroffenen 

Ausgleichskassen zu informieren.

6.

Der Kläger wird verpflichtet, für die Kinder monatliche Unterhaltsbeiträge wie 

folgt zu bezahlen:

für C._____:











Fr. 1’451.–

ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 31. Okto-
ber 2025 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’417.–

ab  1.  November  2025  bis  und  mit  31.  Oktober  2027 
(davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’425.–

ab 1. November 2027 bis zum Eintritt in die Oberstufe von 
D._____ (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’649.–

ab  Eintritt  in  die  Oberstufe  von  D._____  bis  und  mit 
tt.mm.2030 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1'258.–

ab 1. März 2030 bis zum Abschluss einer angemessenen 
Erstausbildung

 zuzüglich allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Famili-

enzulagen

für D._____:









Fr. 1’774.–

ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 31. Okto-
ber 2025 (davon Fr. 489.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’940.–

ab  1.  November  2025  bis  und  mit  31.  Oktober  2027 
(davon Fr. 489.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’899.–

ab 1. November 2027 bis zum Eintritt in die Oberstufe von 
D._____ (davon Fr. 489.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1’649.–

ab Eintritt in die Oberstufe von D._____ bis und mit 31. Ok-
tober 2031 (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

- 6 -





Fr. 1’454.–

ab 1. November 2031 bis und mit 31. Oktober 2033 (davon 
Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)

Fr. 1'258.–

ab 1. November 2033 bis zum Abschluss einer angemes-
senen Erstausbildung

 zuzüglich allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Famili-

enzulagen

Erzielt ein Kind einen Lehrlingslohn, reduzieren sich seine Unterhaltsbeiträge 

um  einen  Drittel  des  entsprechenden  Betrages  (Nettolohn  inkl.  13. Monats-

lohn).

Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten eines 

Monats im Voraus zu bezahlen an die Beklagte, solange das Kind in deren 

Haushalt  lebt,  keine  selbständigen  Ansprüche  gestützt  auf  Art. 277  Abs. 2 

ZGB gegen den Kläger stellt und keine andere Zahlstelle bezeichnet.

7.

Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten gestützt auf Art. 125 ZGB monatli-

che Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen:





Fr. 390.– 

Fr. 340.– 

ab  Rechtskraft  des  Scheidungsurteils  bis  und  mit 
tt.mm.2025

von  tt.mm.2025  bis  zum  Eintritt  in  die  Oberstufe  von 
D._____

Die Unterhaltsbeiträge sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus 

zahlbar.

8.

Die  vorstehenden  Unterhaltsbeiträge  für  die  Beklagte  gemäss  Dispositiv-

ziffer 7 und die Kinderunterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 6 sind index-

gebunden;  sie  basieren  auf  den  Landesindex  der  Konsumentenpreise  des 

Bundesamtes  für  Statistik,  Stand  per  Ende  Juni  2024  (107.7  Punkte;  Basis 

Dezember 2020 = 100 Punkte).

Sie werden jeweils jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand vom vorange-

gangenen 30. November proportional angepasst, erstmals auf den 1. Januar 

2025. Eine Erhöhung der Unterhaltsbeiträge unterbleibt in dem Masse, als der 

Kläger nachweist, dass sich sein Einkommen nicht entsprechend der Teue-

rung erhöht hat. Demnach berechnen sich die Unterhaltsbeiträge wie folgt:

- 7 -

Neuer Unterhaltsbeitrag  =  

alter Index (107.7 Punkte)

alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index

9.

Bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen 

Verhältnissen der Parteien ausgegangen:

Kläger:
Fr. 7'982.–

Einkommen 
(netto, inkl. 13. 
Monatslohn):

Beklagte:
Fr. 3'077.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
4'476.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 5'595.–

C._____:

D._____:

Familienzula-
gen:

Betreibungs-
rechtliches Exis-
tenzminimum:
Grundbetrag:

Wohnkosten:
Krankenkasse 
KVG (abz. IPV):
Fahrten zum Ar-
beitsplatz:
Mehrkosten aus-
wärtige Verpfle-
gung:

Familienrechtli-
ches Existenz-
minimum:
Steuern:

Radio/TV:
Pauschale für 
Hausrat- und 
Haftpflichtversi-
cherung: 
Kommunikati-
onskosten (inkl. 
Internet):
Krankenkasse 
VVG:
Total:

Fr. 250.–

Fr. 1'200.–

Fr. 1'350.–

Fr. 600.–

Fr. 1'595.– 
Fr. 344.– 

Fr. 1'428.–
Fr. 341.–

Fr. 639.– 
Fr. 72.–

-

-

Fr. 0.–

Fr. 0.–

Fr. 220.–

Fr. 88.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
128.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 160.–

Fr. 200.–
Ab 1.11.27: 
Fr. 250.–

Fr. 400.–
Ab 1.11.25: 
Fr. 600.–
Fr. 639.– 
Fr. 72.–

-

-

Fr. 301.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____:
Fr. 366.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 426.–
Fr. 30.–
Fr. 30.–

Fr. 154.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____:
Fr. 222.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 350.–
Fr. 30.–
Fr. 30.–

Fr. 120.–

Fr. 120.–

Fr. 123.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
166.–

Fr. 107.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
166.–

-
-

-

-
-

-

-

Fr. 25.–

Fr. 31.–

Fr. 31.–

Fr. 3'840.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 

Fr. 3'566.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 

Fr. 1'465.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 

Fr. 1'249.–
Ab 1.11.25: 
Fr. 1'449.–

- 8 -

Einnahmen ab-
züglich Ausga-
ben:

D._____: Fr. 
3'905.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 3'965.–
Fr. 4'142.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
4'077.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 4'017.–

D._____: Fr. 
3'674.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 3'834.–
- Fr. 489.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
802.–
Ab 1.11.31: 
Fr. 1'761.–

D._____: Fr. 
1'508.–

- Fr. 1'215.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: - Fr. 
1'258.– 

Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: Fr. 
1'508.–
- Fr. 1'049.–
Ab 1.11.25: 
- Fr. 1'249.–
Ab 1.11.27: 
- Fr. 1'199.–
Ab Eintritt Ober-
stufe von 
D._____: - Fr. 
1'258.– 

10. Es  wird  festgestellt,  dass  der  Kläger  der  Beklagten  Fr.  18'849.–  (exklusive 

Zins) für rückständige Unterhaltsbeiträge gemäss Eheschutzurteil des Einzel-

gerichts Bülach vom 12. April 2021 (EE210005-C) schuldet.

Im Übrigen sind die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt und behalten 

vom ehelichen Vermögen zu Eigentum, was sie davon zurzeit besitzen, re-

spektive was auf ihren Namen lautet.

11. Die Rechte und Pflichten des Klägers aus dem Mietvertrag über die 4.5-Zim-

merwohnung an der E._____-Strasse … in F._____ werden (einschliesslich 

Mietzinsdepot) auf die Beklagte alleine übertragen.

12. Die  Stiftung  Auffangeinrichtung  BVG,  Freizügigkeitskonten,  Elias-Canetti-

Strasse 2, 8050 Zürich wird angewiesen, mit Rechtskraft des Scheidungsur-

teils vom Vorsorgekonto des Klägers (geb. tt. Dezember 1984, whft. G._____-

str. …, H._____, AHV-Nr. 1) Fr. 59'168.30 zuzüglich Zins ab 21. November 

2022  auf  ein  auf  die  Beklagte  (geb.  tt.  Juni  1983,  whft.  E._____-Str.  …, 

F._____ , AHV-Nr. 2) lautendes und von der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, 

Freizügigkeitskonten, Elias-Canetti-Strasse 2, 8050 Zürich (IBAN CH3), zu er-

öffnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen.

13. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'000.– festgesetzt. Allfällige weitere Aus-

langen bleiben vorbehalten.

14. Die Gerichtskosten werden dem Kläger auferlegt, jedoch zufolge Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

- 9 -

men. Der Kläger wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hin-

gewiesen. 

15. Der  Kläger  wird  verpflichtet,  der  Beklagten  eine  Parteientschädigung  von 

Fr. 7'272.75  (inklusive  Mehrwertsteuer)  zu  bezahlen.  Diese  Entschädigung 

wird  dem  unentgeltlichen  Rechtsvertreter  der  Beklagten,  Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____, direkt aus der Gerichtskasse zugesprochen. Der Anspruch 

auf die uneinbringliche Parteientschädigung geht im Umfang von Fr. 7'272.75 

auf die Gerichtskasse über.

16.

(Schriftliche Mitteilung)

17.

(Rechtsmittel: Berufung, Frist: 30 Tage)

Berufungsanträge:

des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 113 S. 2):

 "Die Ziffern sechs bis zehn sowie die Ziffern dreizehn bis fünfzehn des 
  Erkanntnis  des  Urteils  des  Bezirksgerichts  Bülach  vom  19.  Juli  2024
  seien aufzuheben.

Der Berufungskläger sei unter dem Rechtstiteln von unterhaltsrechtliche 
Ansprüche zu einer Zahlung von nicht mehr als CHF 2'400.-- monatlich 
(für die beiden Kinder) C._____ & D._____ zu verpflichten.

Von nachehelichen Unterhaltszahlungen (Ziffer sieben) sei abzusehen. 

Von einer Ausgleichszahlung (Ziffer zehn) von CHF 18'849.-- sei abzu-
sehen. 

Die Parteientschädigung (Ziffer fünfzehn des angefochtenen Urteils) sei 
angefochten und sei mit dem Rückweisungsentscheid neu zu fassen.

Das  Verfahren  sei  -gestützt  auf  327  ZPO-  zur  Durchführung  eines 
rechtsgenügenden  Beweisverfahrens  an  die  Vorinstanz  zurückzuwei-
sen.

Alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungs-
beklagten."

- 10 -

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die  Parteien  haben  am  tt.  Dezember  2011  geheiratet  und  sind  Eltern  von 

C._____, geboren am tt.mm.2012 und D._____, geboren am tt.mm.2015 (Urk. 3). 

Die 

Parteien 

leben 

gemäss 

Eheschutzentscheid 

vom 

12. April 2021 seit dem 19. November 2019 getrennt (Urk. 21). Mit Eingabe vom 

21.  November  2022  machte  der  Kläger  und  Berufungskläger  (fortan  Kläger)  das 

Scheidungsverfahren  bei  der  Vorinstanz  anhängig  (Urk.  1).  Der  erstinstanzliche 

Prozessverlauf kann den Erwägungen des angefochtenen Entscheids entnommen 

werden (Urk. 114 E. I. 1). Am 19. Juli 2024 erliess die Vorinstanz das oben wieder-

gegebenen Urteil (Urk. 114).

2.

Dagegen  erhob  der  Kläger  mit  Eingabe  vom  27.  Februar  2025  fristgerecht 

(vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO und Urk. 100) Berufung mit den oben aufgeführten Anträ-

gen (Urk. 113).

3.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–112). Da sich die Be-

rufung – wie nachfolgend aufgezeigt wird – sogleich als offensichtlich unzulässig 

bzw. unbegründet erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden 

(vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.

4.

Auf die Ausführungen des Klägers in der Berufungsschrift ist nachfolgend nur 

insoweit einzugehen, als sich dies für die Entscheidfindung als notwendig erweist 

(vgl. dazu BGE 143 III 65 E. 5.2).

II. Prozessuale Vorbemerkungen

1.

Das  Berufungsverfahren  stellt  keine  Fortsetzung  des  erstinstanzlichen  Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Ver-

fahren  ausgestaltet  (BGE  142  III  413  Erw.  2.2.1  m.w.H.).  Mit  der  Berufung  kann 

sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz ver-

fügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich 

- 11 -

der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/ 

2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). Die Berufung ist schriftlich und begründet einzu-

reichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Zu dieser Begründungsanforderung gehört, dass in 

der Berufungsschrift hinreichend genau aufgezeigt wird, inwiefern der erstinstanz-

liche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. 

an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Amtes wegen 

zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungskläger die vor-

instanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ mit diesen 

auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten auf-

zeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Ein-

reden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte 

Berufungsgrund  ergeben  soll.  Die  pauschale  Verweisung  auf  frühere  Vorbringen 

oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht  (vgl.  BGE  141  III  569  E. 2.3.3; 

BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1). Was nicht 

oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden 

Weise  beanstandet  wird,  braucht  von  der  Rechtsmittelinstanz  nicht  überprüft  zu 

werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich 

auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen 

Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden 

(vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.; BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016 

E. 5.3).  Diese  Grundsätze  gelten  auch  im  Bereich  der  unbeschränkten  Untersu-

chungsmaxime (BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 5.1). 

2.

Für  Kinderbelange  in  familienrechtlichen  Angelegenheiten  statuiert  Art.  296 

Abs. 1 und Abs. 3 ZPO den umfassenden Untersuchungsgrundsatz sowie den Of-

fizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes 

wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. Neue Tatsa-

chen und Beweismittel diesbezüglich können auch im Berufungsverfahren unbe-

schränkt vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1bis ZPO). Im Übrigen kommt Art. 317 

ZPO zur Anwendung, wonach neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) im Beru-

fungsverfahren  nur  berücksichtigt  werden  können,  wenn  sie  –  kumulativ  –  ohne 

Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Wer sich auf (unechte) Noven 

- 12 -

beruft, hat deren Zulässigkeit darzutun und ihre Voraussetzungen notwendigenfalls 

zu  beweisen  (BGE  143  III  42  E. 4.1;  BGer  5A_86/2016  vom  5.  September  2016 

E. 2.1; je m.w.H.). Werden Tatsachenbehauptungen oder Beweisanträge im Beru-

fungsverfahren bloss erneuert, ist unter Hinweis auf konkrete Aktenstellen aufzu-

zeigen,  dass  und  wo  sie  bereits  vor  Vorinstanz  eingebracht  wurden;  andernfalls 

gelten sie als neu (OGer ZH LB210053 vom 8. Dezember 2021 E. III. 4).

III. Beurteilung der Berufung

1.

Kinderunterhalt

1.1. Der Kläger beantragt, es sei maximal ein Unterhaltsbeitrag für beide Kinder 

von Fr. 2'400.– monatlich zu sprechen (Urk. 113 S. 2). Die Berufungsschrift muss 

konkrete Anträge enthalten, aus welchen eindeutig hervorgehen muss, in welchem 

Umfang  der  vorinstanzliche  Entscheid  angefochten  wird  und  wie  der  Entscheid 

stattdessen zu lauten hätte. Auf Geldzahlungen gerichtete Berufungsanträge sind 

zu beziffern, woran auch die Geltung der Offizialmaxime im Bereich des Kinderun-

terhalts nichts ändert (vgl. BGE 137 III 617; BGer 5A_3/2019 vom 18. Februar 2019, 

E. 3, m.w.H.). Es ist fraglich,  ob der  Antrag des Klägers, welcher  lediglich einen 

Gesamtbetrag für beide Kinder enthält und sich auch aus der Begründung der Be-

rufung nicht ergibt, welcher Betrag auf jedes Kind entfällt, diesen Anforderungen 

genügt. Wie noch zu zeigen sein wird, ist der Berufung in diesem Punkt aber ohne-

hin kein Erfolg beschieden, sodass diese Frage offengelassen werden kann.

Der Kläger beanstandet mit seiner Berufung das der Beklagten angerechnete Ein-

kommen (E. III. 2.2) sowie verschiedene Positionen seines Bedarfs (E. III. 2.3).

1.2. Einkommen der Beklagten

1.2.1. Die  Vorinstanz  erwog,  die  Beklagte  sei  alleinige  Geschäftsinhaberin  des 

Einzelunternehmens  I._____.  Es  bestehe  mithin  eine  wirtschaftliche  Einheit  zwi-

schen ihr und diesem Unternehmen, weshalb die Beklagte denn auch als selbstän-

dig erwerbstätig gelte. Als Einkommen gelte dabei der Reingewinn, und es seien 

die getätigten Bezüge anzurechnen. I._____ habe im Jahr 2022 einen Gewinn in 

der Höhe von Fr. 36'924.25 erzielt. Dies ergebe einen durchschnittlichen monatli-

- 13 -

chen Gewinn von Fr. 3'077.–, welcher der Beklagten anzurechnen sei. Gemäss ei-

genen Angaben entspreche dies einem 50-60%-Pensum. Es sei daher von einem 

durchschnittlichen Pensum vom 55% auszugehen. Gemäss Schulstufenmodell sei 

die Beklagte ab Eintritt von D._____ in die Oberstufe verpflichtet, in einem 80%-

Pensum und ab Vollendung seines 16. Lebensjahrs (im Jahr 2031) in einem 100%-

Pensum zu arbeiten. Entsprechend werde sich ihr Nettoeinkommen mit D._____s 

Eintritt in die Oberstufe auf Fr. 4'476.– und ab Vollendung seines 16. Lebensjahrs 

auf Fr. 5'595.– erhöhen. Einen Grund, um wie vom Kläger vorgebracht, vom Schul-

stufenmodell abzuweichen, sei vorliegend nicht ersichtlich (Urk. 114 E. IV. 1.2).

1.2.2. Der  Kläger  rügt,  es  sei  bezüglich  des  Einkommens  der  Beklagten  keine 

formelle Parteibefragung und Beweisaussage erfolgt, obwohl dies in der Klagebe-

gründung für sämtliche Behauptungen offeriert worden sei (Urk. 113 S. 3). Es be-

finde sich auch keine Beweisverfügung in den Akten. Diese habe betreffend das 

eheliche Einkommen die Aufgabe, aufzuzeigen, wer für was den Beweis zu erbrin-

gen habe (Urk. 113 S. 3). Er bestreitet, dass die Beklagte mit ihrem angeblichen 

durchschnittlichen betreuungsbedingten Pensum von 55% lediglich einen monatli-

chen Gewinn von Fr. 3'077.– erzielen könne. Die Beklagte arbeite bereits jetzt in 

einem 100 %-Pensum. Es sei ohnehin die Grossmutter, welche sich hauptsächlich 

um die beiden Kinder kümmere. Zudem sei D._____ zwischenzeitlich bald zehn-

jährig und habe mehr und mehr ein intensiveres Verhältnis zu ihm entwickelt als 

zur Beklagten. Das hypothetische Einkommen von Fr. 5'595.– sei der Beklagten 

bereits ab dato anzurechnen (Urk. 113 S. 5 f. und S. 9).

1.2.3. Betreffend  das  tatsächliche  Einkommen  der  Beklagten  reichte  diese  ihre 

Buchhaltungen der Jahre 2020 bis 2022 ein (Urk. 15/3/1–3). Die Vorinstanz stellte 

auf die Buchhaltung für das Jahr 2022 ab (Urk. 15/3/3). Unklar ist, was der Kläger 

mit seiner Rüge, es sei keine Parteibefragung bzw. Beweisaussage zum Einkom-

men  der  Beklagten  abgenommen  worden  und  keine  Beweisverfügung  erlassen 

worden, genau beanstanden möchte, zumal er sich im Ergebnis nicht gegen das 

von der Vorinstanz hypothetisch angerechnete Einkommen für ein Vollzeitpensum 

von Fr. 5'595.– an sich wehrt (Urk. 113 S. 6), sondern einzig gegen den Zeitpunkt, 

ab welchem dieses der Beklagten angerechnet wird. Auch erneuert er seine Be-

- 14 -

weisofferten im Berufungsverfahren nicht. Was den Zeitpunkt der Anrechnung des 

hypothetischen  Einkommens  betrifft,  macht  der  Kläger  sodann  geltend,  dass  die 

Beklagte bereits heute in einem 100%-Pensum arbeite und mangels Betreuungs-

aufgaben auch könne. Die pauschale Behauptung eines 100%-Pensums der Be-

klagten und dass es nicht glaubhaft sei, dass diese gerade einmal rund Fr. 3'000.– 

erziele, ohne auszuführen, weshalb dem so sein soll, genügt den Begründungsan-

forderungen jedoch nicht. Dasselbe gilt auch betreffend die pauschale Behauptung, 

die Kinder würden hauptsächlich von der Grossmutter betreut. Auch zeigt der Klä-

ger nicht auf, wie häufig er D._____ tatsächlich betreut, sodass weiterhin von einer 

alleinigen Obhut der Beklagten auszugehen ist. Wie die Vorinstanz zutreffend aus-

führte,  ist  dem  Alleinobhutsinhaber  in  diesem  Fall  gemäss  Schulstufenmodell  ab 

dem Eintritt des jüngsten Kindes in die Oberstufe ein hypothetisches Einkommen 

für ein 80%-Pensum und mit der Vollendung des 16. Altersjahr ein solches für ein 

100%-Pensum  anzurechnen  (BGE  144  III  481  E.  4.7.6).  Es  liegen  damit  keine 

Gründe vor, um der Beklagten bereits ab dato ein Einkommen entsprechend einem 

100%-Arbeitspensum anzurechnen. Folglich hat es betreffend das Einkommen der 

Beklagten beim vorinstanzlichen Entscheid zu bleiben.

1.3. Bedarf des Klägers

1.3.1. Wohnkosten

Die Vorinstanz berücksichtigte beim Kläger seine tatsächlichen monatlichen Wohn-

kosten von Fr. 1'595.– gemäss der Mitteilung der Mietzinsänderung vom 5. Dezem-

ber 2023 (Urk. 114 E. IV. 1.5.2). Der Kläger macht geltend, es sei ihm aus Gleich-

behandlungsgründen und weil beide Kinder auf ein eigenes Zimmer Anspruch hät-

ten, ein Mietzins von mindestens Fr. 2'250.– anzurechnen (Urk. 113 S. 6 und S. 8).

Gemäss Ziff. II der Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums  (Notbedarf)  nach  Art. 93  SchKG  der  Konferenz  der  Betreibungs- 

und  Konkursbeamten  der  Schweiz  vom  1. Juli  2009  (BlSchKG  2009,  S. 192 ff., 

fortan Richtlinien) sind der effektive Mietzins für das Wohnen ohne Auslagen für 

Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas, weil im Grundbetrag inbegriffen, sowie die 

durchschnittlichen – auf zwölf Monate verteilten – Aufwendungen für die Beheizung 

- 15 -

und  Nebenkosten  der  Räume  zu  berücksichtigen.  Aufgrund  des  während  beste-

hender Ehe geltenden Gleichbehandlungsgrundsatzes ist es je nach Situation zu-

lässig, einer Partei bei der Berechnung ihres (Not-)Bedarfs nicht die tatsächlichen, 

freiwillig zu tief gehaltenen Kosten, sondern denjenigen Betrag anzurechnen, den 

sie an sich verbrauchen dürfte. Wenn sich eine Partei bezüglich des Wohnens ein-

schränkt, kann es gerechtfertigt sein, dass sie den dadurch eingesparten Betrag 

anderweitig  verwenden  darf.  Bei  der  Frage,  ob  ein  hypothetischer  Mietzins 

anzurechnen  ist,  sind  jeweils  die  einzelnen  Umstände  des  konkreten  Falls  zu 

berücksichtigen (OGer ZH LE200007 vom 22. April 2020 E. 3.3.4, m.w.H.).

Der Kläger bewohnt derzeit eine 3-Zimmer-Wohnung (Urk. 79/13). Angaben zu de-

ren Grösse oder Ausstattung macht der Kläger nicht. Es ist daher nicht ersichtlich, 

inwiefern  er  sich  bezüglich  des  Wohnens  einschränkt  und  diese  Wohnung  nicht 

angemessen sein sollte. Die Kinder verbringen jedes zweite Wochenende von Frei-

tagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, bei ihrem Vater. Bei diesem 

Umfang  der  Besuche  ist  es  entgegen  seiner  Ansicht  nicht  zwingend  notwendig, 

dass sie je über ein separates Zimmer verfügen. Als Einzelperson steht ihm ferner 

auch nicht der gleiche Mietzins zu wie der Beklagten zusammen mit den beiden 

Kindern. Dem Kläger sind daher keine höheren Wohnkosten anzurechnen.

1.3.2. Kosten für auswärtige Verpflegung

Die Vorinstanz berücksichtigte beim Kläger den für ein 100%-Erwerbspensum ge-

richtsüblichen  Betrag  für  auswärtige  Verpflegung  von  Fr.  220.–  (22  x  Fr.  10.–; 

Urk. 114 E. IV. 1.5.5). Der Kläger macht geltend, ihm seien aufgrund der gestiege-

nen Lebensmittelpreise Fr. 550.– (22 x Fr. 25.–) anzurechnen (Urk. 113 S. 6).

Die üblichen Kosten für Nahrung sind grundsätzlich bereits im Grundbetrag enthal-

ten. So sind 50% des Grundbetrags für die Nahrungskosten vorgesehen (vgl. Richt-

linien Ziff. V), vorliegend somit Fr. 600.–. Davon wiederum sind rund 55%, mithin 

Fr. 330.– pro Monat bzw. Fr. 11.– pro Tag für das Mittagessen zu verwenden (ZR 

84 [1985] Nr. 68). Bei der Bedarfsposition "Mehrkosten Verpflegung" können daher 

nur  darüber  hinausgehende  Mehrauslagen  berücksichtigt  werden,  die  vom  An-

spruchsberechtigten nachzuweisen sind (vgl. Richtlinien, Ziff. II Abs. 4 lit. b; zum 

- 16 -

Ganzen OGer ZH LZ160014 vom 7. Dezember 2016 E. 4a). Die Vorinstanz berück-

sichtigte bereits Mehrauslagen von Fr. 10.–, womit dem Kläger immerhin Fr. 21.– 

pro Tag für das Mittagessen zur Verfügung stehen. Mehrauslagen von Fr. 25.– wies 

er nicht nach, und auch die allgemein gestiegenen Lebensmittelpreise rechtfertigen 

keine solche Erhöhung. Es hat folglich auch in diesem Punkt beim vorinstanzlichen 

Entscheid zu bleiben.

1.3.3. Steuern

Der Kläger macht geltend, in den Jahren 2023 und 2024 seien ihm monatliche Steu-

ern von Fr. 600.– anzurechnen (Urk. 113 S. 6), ohne dies weiter zu begründen. Es 

ist daher nicht weiter darauf einzugehen (oben E. II. 2.1).

1.4.

Verletzung der Dispositionsmaxime

In Bezug auf den Kindesunterhalt kommt die Dispositionsmaxime nicht zur Anwen-

dung, sodass entgegen der Ansicht des Klägers (Urk. 113 S. 6) die Summe der 

zugesprochenen  Kinderunterhaltsbeiträge  und  der  nachehelichen  Unterhaltsbei-

träge höher sein kann, als von der Beklagten beantragt. Auch dies ist daher kein 

Grund für die Reduktion der Kindesunterhaltsbeiträge. 

2.5.

Im Ergebnis hat es daher bei den von der Vorinstanz festgesetzten Kinder-

unterhaltsbeiträgen zu bleiben.

2.

Nachehelicher Unterhalt

2.1. Die Vorinstanz erwog, die Beklagte beantrage, der Kläger sei zu nacheheli-

chen Unterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 390.– ab Rechtskraft der Ehescheidung 

und Fr. 340.– ab dem tt.mm.2025 bis zum Eintritt in die Oberstufe von D._____ zu 

verpflichten.  Der  Kläger  habe  es  unterlassen,  Anträge  betreffend  den  nacheheli-

chen Unterhalt zu stellen. Hinsichtlich des nachehelichen Unterhalts gelte die Ver-

handlungs- und Dispositionsmaxime, d.h. das Gericht sei an die Anträge der Par-

teien gebunden und lege seinem Entscheid den von den Parteien vorgebrachten 

Sachverhalt zugrunde. Entsprechend sei der Beklagten antragsgemäss ein nach-

ehelicher Unterhalt von Fr. 390.– ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 

- 17 -

tt.mm.2025 und Fr. 340.– ab dem tt.mm.2025 bis zum Eintritt in die Oberstufe von 

D._____  zuzusprechen,  zahlbar  jeweils  auf  den  Ersten  eines  Monats  im  Voraus 

(Urk. 114 E. IV. 3).

2.2. Der Kläger macht geltend, er habe zwar mit der Klage keinen entsprechenden 

(abweisenden) Antrag gestellt, aber sich mit der Replik gegen die Forderung ver-

weigert, worin implizit ein Antrag auf Abweisung zu erblicken sei. In diesen Erwä-

gungen lasse sich klar erkennen, dass sich die Vorinstanz zu stark auf die Seite 

der  Beklagten  stelle.  Für  was  und  weswegen  es  nach  dem  1.mm.2025  noch  zu 

einem nachehelichen Unterhalt von Fr. 340.– kommen solle, werde nicht begründet 

und  widerspreche  der  Rechtsprechung.  Beide  Parteien  hätten  während  der  Ehe 

gearbeitet, sodass keine Anspruchsgrundlage gegeben sei (Urk. 113 S. 10).

2.3. Der Kläger verweist in seiner Berufung auf Urk. 41, wobei es sich jedoch um 

Vorladungen  handelt,  sowie  auf  Urk.  50.  Seine  Anträge  im  Schlussvortrag  vom 

7. Dezember 2023 (Urk. 50) beziehen sich jedoch einzig auf den Kindesunterhalt. 

Worin ein implizierter Antrag auf Abweisung auf Zusprechung von nachehelichem 

Unterhalt zu erblicken wäre, zeigt der Kläger nicht auf und ist auch nicht ersichtlich, 

wobei  ohnehin  fraglich  ist,  ob  ein  implizierter  Antrag  einer  anwaltlich  vertretenen 

Partei genügen würde. Mangels Antrags hat die Vorinstanz in korrekter Anwendung 

der Dispositionsmaxime, welche sich einzig auf den nachehelichen Unterhalt und 

– wie bereits erwähnt (oben E. III. 2.4) – nicht auch auf die Summe von Kinder-

unterhalt und nachehelichem Unterhalt bezieht, der Beklagten die von ihr beantrag-

ten  nachehelichen  Unterhaltsbeiträge  zugesprochen.  Ob  die  Beklagte  auch  bei 

einem  abweisenden  Antrag  des  Klägers  auf  Unterhalt  Anspruch  gehabt  hätte, 

musste von der Vorinstanz nicht geprüft werden. Auf die diesbezüglichen Vorbrin-

gen des Klägers ist daher nicht weiter einzugehen. Die Kritik der Parteilichkeit der 

Vorinstanz ist unbegründet.

- 18 -

3.

Indexierung 

Der  Kläger  beantragt  die  Aufhebung  von  Dispositiv-Ziffer  8  des  vorinstanzlichen 

Urteils (Urk. 113 S. 2). Im Widerspruch dazu führt er in der Begründung aus, dass 

die Indexierung üblich und korrekt sei (Urk. 113 S. 11). Es ist daher davon auszu-

gehen, dass dieser Antrag irrtümlich gestellt wurde und diese Dispositiv-Ziffer nicht 

angefochten wurde.

4. Güterrechtliche Ausgleichszahlung

4.1. Die Vorinstanz erwog, die Beklagte beantrage, es sei festzustellen, dass der 

Kläger ihr mindestens Fr. 18'849.– (vorbehältlich Zins zu 5 % p.a.) für rückständige 

Unterhaltsbeiträge gemäss Eheschutzurteil des Einzelgerichts Bülach vom 12. April 

2021 (EE210005-C) schulde. Zudem sei gerichtlich festzustellen, dass jede Partei 

die auf sie lautenden Schulden selber übernehme und jede Partei zu Eigentum be-

halte, was sie derzeit besitze oder auf ihren Namen laute. Die rückständigen Un-

terhaltsbeiträge seien von der Beklagten konkret beziffert und substantiiert und die 

geleisteten  Unterhaltsbeiträge  mittels  Bankbelegen  belegt  worden  (Urk.  114 

E. V. 2). Auch im Rahmen des Güterrechts verzichte der Kläger auf das Stellen von 

eigenen konkreten Anträgen. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. Dezember 

2023 habe er vorgebracht, dass sich der offene Betrag auf rund Fr. 8'000.– belaufe. 

Hierzu habe er ein selbst erstelltes Excel-File eingereicht und auf Nachfrage bestä-

tigt, nichts Weiteres einzureichen zu haben. Entsprechend seien die von der Be-

klagten gemachten Ausführungen nicht substantiiert bestritten und die geleisteten 

Unterhaltszahlungen nicht ausreichend belegt worden. Es sei daher festzustellen, 

dass der Kläger der Beklagten Fr. 18'849.– (exklusive Zins) für rückständige Unter-

haltsbeiträge gemäss Eheschutzurteil des Einzelgerichts Bülach vom 12. April 2021 

(EE210005-C) schulde. Im Übrigen seien die Parteien güterrechtlich auseinander-

gesetzt und behielten vom ehelichen Vermögen zu Eigentum, was sie davon zurzeit 

besässen respektive was auf ihren Namen laute (Urk. 114 E. V. 3 f.).

4.2. Der  Kläger  moniert,  er  habe  bereits  mit  der  Klagebegründung  vom  21.  No-

vember 2022 beantragt, dass er der Beklagten aus dem Güterrecht nichts schulde. 

Die Behauptung der Beklagten, dass er ihr diesen Betrag für rückständige Unter-

- 19 -

haltsbeiträge schulde, sei zudem aktenwidrig. Die Beklagte habe bereits zu Beginn 

des Verfahrens rückständige Beiträge eingefordert, wobei diesem mit Eingabe vom 

13. Mai 2024 widersprochen worden sei, da eine mögliche Forderung durch Ver-

rechnung untergegangen sei. Dem Urteil liesse sich sodann keine Berechnung des 

geschuldeten  Betrags  entnehmen,  sodass  zu  dieser  Frage  ein  Beweisverfahren 

hätte angeordnet werden müssen. Er habe zudem die Mietkaution von Fr. 7'549.– 

bezahlt, welche wenigstens in Abzug zu bringen sei. Falls dies bestritten worden 

wäre, hätte hierüber ebenfalls Beweis abgenommen werden müssen, was nicht der 

Fall gewesen sei. Er habe mit Eingabe vom 13. Mai 2024 – zwar divergierende – 

Tabellen ins Recht gelegt und damit die Geldforderungen der Beklagten bestritten 

(Urk. 113 S. 11).

4.3. Der Kläger machte mit seiner Stellungnahme zur Klageantwort anlässlich der 

Hauptverhandlung  vom  7.  Dezember  2023  geltend,  dass  noch  ein  Betrag  von 

Fr. 8'000.– offen sei (Urk. 50 S. 3; Prot. I S. 29). Entsprechend wurde die Forderung 

der  Beklagten  von  Fr.  18'849.–  in  diesem  Umfang  bestritten.  Wie  die  Vor-

instanz zutreffend ausführte, wurden die geleisteten Unterhaltsbeiträge von der Be-

klagten  mittels  Bankbelegen  belegt  (Urk.  22/14).  Dass  der  Kläger  ein  Gegenbe-

weismittel offeriert hätte, wird von ihm nicht behauptet und ist auch nicht ersichtlich. 

Die eingereichte Tabelle (Urk. 52) stellt lediglich eine Parteibehauptung dar. Das-

selbe gilt betreffend die pauschal behauptete Verrechnung. Folglich gelang es dem 

Kläger nicht, den von der Beklagten erbrachten Hauptbeweis über die Forderung 

von Fr. 18'849.– für offene Unterhaltszahlungen zu erschüttern. 

Was die Mietkaution anbelangt, zeigt der Kläger nicht auf, wo er die entsprechen-

den Behauptungen bereits vor Vorinstanz aufstellt, und dies ist auch nicht ersicht-

lich.  Sie  gelten  daher  als  neu  (oben  E.  II.  2),  sodass  die  Voraussetzungen  von 

Art. 317 Abs. 1 ZPO erfüllt sein müssen, da das Güterrecht der Verhandlungsma-

xime untersteht. Inwiefern die Voraussetzungen erfüllt sind, führt der Kläger nicht 

aus. Entsprechend haben sie im Berufungsverfahren unberücksichtigt zu bleiben.

Damit  hat  es  im  Ergebnis  auch  betreffend  das  Güterrecht  beim  vorinstanzlichen 

Urteil zu bleiben.

- 20 -

5.

Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

5.1. Die  Vorinstanz  setzte  die  Entscheidgebühr  in  Anwendung  von  §  5  und  §  6 

Abs. 1 GebV OG angesichts des hohen Zeitaufwands des Gerichts auf Fr. 6'000.– 

fest.  Sie  erwog,  die  Prozesskosten  würden  der  unterliegenden  Partei  auferlegt 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Das Gericht könne die Prozesskosten indes in Abweichung 

von diesem Grundsatz in familienrechtlichen  Verfahren nach Ermessen verteilen 

(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Praxisgemäss seien die Kosten für die Kinderbelange 

mit Ausnahme des Kindesunterhalts den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen, sofern 

beide  Parteien  unter  dem  Gesichtspunkt  des  Kindeswohls  gute  Gründe  zur  An-

tragstellung gehabt hätten. Hinsichtlich der übrigen Belange komme die Kostenver-

teilung nach Art. 106 Abs. 1 ZPO zum Zug (Urk. 114 E. VII. 1 f.). Vorliegend habe 

der  Kläger  –  so  die  Vorinstanz  weiter  –  keine  guten  Gründe  zur  Antragsstellung 

unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls gehabt. Insbesondere der ursprünglich 

gestellte Antrag der alternierenden Obhut, welcher lediglich prozesstaktisch damit 

begründet worden sei, dass der Kläger weniger Unterhalt für seine Kinder bezahlen 

wolle,  liege  offensichtlich  nicht  im  Kindeswohl.  Die  Kinderbelange,  der  Unterhalt 

sowie das Güterrecht hätten das Verfahren hauptsächlich beansprucht. Der Vor-

sorgeausgleich sowie die Übertragung der Mietwohnung seien in dieser Betrach-

tung vernachlässigbar. Vorliegend unterliege der Kläger in diesen Punkten haupt-

sächlich, sofern er überhaupt konkrete Anträge gestellt habe. Daher erscheine es 

insgesamt angemessen, die Gerichtskosten dem Kläger aufzuerlegen und ihn zu 

verpflichten,  der  Beklagten  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  7'272.75  (inklusive 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Zufolge der beiden Parteien gewährten unentgeltli-

chen  Rechtspflege  seien  die  Gerichtskosten  einstweilen  auf  die  Staatskasse  zu 

nehmen (Urk. 114 E. VII. 3 f.).

5.2. Der Kläger moniert, es sei keineswegs auf ihn zurückzuführen, dass sich das 

Verfahren ziemlich aufwändig gestaltet habe, und es habe für ihn durchaus gute 

Gründe gegeben, sich gegen die für ihn hohen Unterhaltsforderungen der Beklag-

ten  zur  Wehr  zu  setzen.  Aufgrund  des  Berufungsentscheids  –  insbesondere  im 

Zuge  und  Falle  der  Rückweisung  –  würden  die  Gerichtskosten  neu  zu  verlegen 

sein. Ihm gehe es um eine existenzielle Frage seiner Leistungsfähigkeit und der 

- 21 -

zukünftigen Existenz seiner Person. Mit den von der Vorinstanz auferlegten Zah-

lungsverpflichtungen sei sein finanzieller Ruin vorausgeplant (Urk. 113 S. 12).

5.3. Mit diesen Ausführungen äussert sich der Kläger zwar zu seinem subjektiven 

Empfinden  und  zu  seiner  Motivlage  für  sein  aufwändiges  Prozessieren.  Er  setzt 

sich damit r aber nicht hinreichend mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausein-

ander,  womit  er  seiner  Begründungs-  und  Rügepflicht  (oben  E. II.  1)  nicht  nach-

kommt. Entsprechend ist nicht weiter darauf einzugehen. 

Lediglich ergänzend ist festzuhalten, dass aufgrund einer Scheidung regelmässig 

eine beengte finanzielle Situation für die ganze Familie entstehen kann, insbeson-

dere weil mit dem vorhandenen Budget zwei Haushalte finanziert werden müssen. 

IV. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 6 

Abs.  1  i.V.m.  §  5  Abs.  1  und  §  12  Abs.  1  und  Abs.  2  GebV  OG  auf  Fr.  1'500.– 

festzusetzen. Die Gerichtskosten sind ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

2.

Der  Kläger  ersucht  für  das  Berufungsverfahren  um  unentgeltliche  Rechts-

pflege (Urk. 113 S.13). Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege setzt neben 

der Mittellosigkeit voraus, dass die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen 

(Art. 117 lit. b ZPO). Die Berufung ist jedoch als aussichtslos anzusehen (vgl. vor-

stehende Erwägungen), weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab-

zuweisen ist.

3.

Parteientschädigungen sind im Berufungsverfahren keine zuzusprechen, dem 

Kläger infolge seines Unterliegens, der Beklagte mangels relevanter Umtriebe (vgl. 

Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen:

1.

Das Gesuch des Klägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 

das Berufungsverfahren wird abgewiesen.

- 22 -

2.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkennt-

nis.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird, und das Urteil 

des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 

19. Juli 2024 wird bestätigt.

2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'500.– festgesetzt.

Die  Gerichtskosten  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  werden  dem  Kläger 

auferlegt.

4.

Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen.

5.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage der Dop-

pel von Urk. 113 und Urk. 115/1–3, sowie an die Vorinstanz, je gegen Emp-

fangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert übersteigt 
Fr. 30'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

- 23 -

Zürich, 4. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw N. Paszehr

versandt am:
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