# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a28f1465-cc28-5796-b310-9344db38ac67
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.11.2021 100 2020 244
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-244_2021-11-12.pdf

## Full Text

100.2020.244U
DAM/GRS/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. November 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiber Grossrieder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Einwohnergemeinde Thun
Bauinspektorat, Industriestrasse 2, Postfach 145, 3602 Thun
Beschwerdegegnerin

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baupolizei; Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 
bezüglich Umgebungsmauer (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion 
des Kantons Bern vom 26. Mai 2020; BVD 120/2020/5)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ist Eigentümer der Parzelle Thun 2 (Thun) Gbbl. 
Nr. 1________. Das Grundstück ist mit einem Einfamilienhaus überbaut, das 
unter Denkmalschutz steht. Um einen Baustellenzugang für 
Sanierungsarbeiten am Dach des Wohnhauses zu schaffen, brach 
A.________ einen Teil der bestehenden Umgebungsmauer entlang der 
Parzellengrenze ab. Nach Beendigung der Dachsanierung wollte er den 
bereits bestehenden Mauereinschnitt vergrössern und einen Abstellplatz für 
Motorfahrzeuge errichten. Die hier interessierenden Abbrucharbeiten an der 
Mauer sowie das Erstellen des Autoabstellplatzes nahm er ohne 
Baubewilligung vor. Nach Aufforderung der Einwohnergemeinde (EG) Thun 
reichte er am 20. August 2018 ein (nachträgliches) Baugesuch für das 
Fertigstellen der Parkfläche und den zurückversetzten Wiederaufbau der 
abgebrochenen Umgebungsmauer ein. Mit Gesamtentscheid vom 
5. November 2018 bewilligte die EG Thun das Vorhaben. Da A.________ 
zwar die Parkfläche fertig erstellt, die teilweise abgebrochene 
Umgebungsmauer aber nicht wieder errichtet hatte, verpflichtete ihn die EG 
Thun mit Wiederherstellungsverfügung vom 16. Dezember 2019 unter 
Androhung der Ersatzvornahme zur Bauausführung gemäss den bewilligten 
Baugesuchsunterlagen. Dafür setzte sie ihm eine Frist.

B.

Gegen diese Verfügung führte A.________ am 16. Januar 2020 Beschwerde 
bei der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Diese wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 26. Mai 2020 ab, soweit sie darauf eintrat. 
Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands setzte sie neu 
auf den 31. August 2020 an.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 3

C.

Gegen diesen Entscheid hat A.________ am 26. Juni 2020 Verwaltungsge-
richtsbeschwerde erhoben mit den Rechtsbegehren, der Entscheid der BVD 
sei aufzuheben; eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückzuweisen. Die EG Thun beantragt mit Beschwerdeantwort 
vom 22. Juli 2020 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten 
sei. Die BVD schliesst mit Vernehmlassung vom 9. Juli 2020 auf Beschwer-
deabweisung.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 49 Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 
[BauG; BSG 721.0]). Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfah-
ren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än-
derung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist grundsätz-
lich einzutreten (vgl. aber auch hinten E. 4.3 und 4.5).

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 4

2.

2.1 Das im Jahr 1918 erbaute Einfamilienhaus auf dem streitbetroffenen 
Grundstück wurde in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts als erhal-
tenswertes Baudenkmal in das Bauinventar der EG Thun aufgenommen (Ak-
ten Gemeinde pag. 123). Mit der Revision des Inventars im Jahr 2018 wurde 
der Schutzstatus erhöht. Es handelt sich nunmehr um ein schützenswertes 
Baudenkmal («K-Objekt»; Akten Gemeinde pag. 123). Das Grundstück ge-
hört zum B.________quartier in Thun, grenzt nördlich an eine 
Quartierstrasse (...strasse) und ist von einer Mauer mit Lattenzaun 
umgeben. Die gartenstadtähnliche Überbauung der B.________ ist im 
Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als 
Villenquartier (Baugruppe) in der Aufnahmekategorie AB (ursprüngliche 
Substanz und Struktur) mit dem höchsten Erhaltungsziel A (Erhalten der 
Substanz) eingetragen (Thun Nr. 0.4; Akten BVD pag. 16 Beilage 2, Inventar 
auch einsehbar unter: <https://gisos.bak.admin.ch>). Zudem ist sie Teil des 
kommunalen Ortsbildgebiets O Nr. ... «B.________».

2.2 Das Bauinspektorat der Gemeinde stellte im Herbst 2017 fest, dass 
der Beschwerdeführer auf seinem Grundstück ohne Baubewilligung einen 
Teil der nördlichen Umgebungsmauer abgebrochen, einen Kiesplatz errich-
tet und einen Abstellplatz für Motorfahrzeuge mit einem neuen Strassenan-
schluss erstellt hatte (Akten Gemeinde pag. 241 f.). Die Gemeinde verfügte 
am 11. Januar 2018 die provisorische Schliessung des Abstellplatzes mit 
baulichen Massnahmen und forderte den Beschwerdeführer zum Einreichen 
einer Bauvoranfrage mit der Möglichkeit für ein anschliessendes (nachträg-
liches) Baugesuch auf. Für den Fall eines ausbleibenden Baugesuchs ord-
nete sie den «Abbruch» des Abstellplatzes sowie die Wiederherstellung der 
Mauer an (Akten Gemeinde pag. 232 ff.). Der Beschwerdeführer reichte am 
28. Februar 2018 eine Bauvoranfrage ein. Danach sollte die Umgebungs-
mauer entlang der nördlichen Parzellengrenze (…strasse) auf einer Länge 
von 14 m bis zur nordwestlichen Grundstücksgrenze abgebrochen und um 
2,6 m von der Strasse zurückversetzt wiederaufgebaut werden. Weiter sah 
er vor, die Fortsetzung der Mauer entlang der westlichen Parzellengrenze 
(Nachbargrundstück) ebenfalls auf einer Länge von 2,6 m zu entfernen so-
wie die Ausrundung, die die abzubrechenden nördlichen und westlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 5

Mauerteile miteinander verbindet, zurückzubauen (Akten Gemeinde 
pag. 205 ff. und 201). Der so entstehende Garteneinschnitt zur …strasse hin 
sollte als Abstellplatz für Motorfahrzeuge dienen. 

2.3 Die Kantonale Denkmalpflege (KDP) führte in ihrer Stellungnahme 
vom 4. Mai 2018 zum Projekt aus, die hohe Wohnqualität der gartenstädti-
schen Überbauung des Quartiers liege in den grosszügigen Gärten und den 
intakten Einfriedungen. Durch das Entfernen dieser prägenden Elemente 
gehe der Charakter des Strassenraums und des Quartiers verloren. Die Ein-
friedung entlang der …strasse sei unbedingt beizubehalten. In einem all-
fälligen Baubewilligungsverfahren könnte dem Vorhaben daher nicht zuge-
stimmt werden (Akten Gemeinde pag. 188 f.). Der Beauftragte für Städtebau 
der Gemeinde hielt ebenfalls fest, die Umfriedung des Grundstücks stelle ein 
wesentliches qualitatives Merkmal «sowohl der spezifischen Liegenschaft 
als auch des stadträumlichen Kontexts» dar. In der projektierten Form erfülle 
das Erstellen einer Parkbucht die Ortsbildschutzziele sowie die Anforderun-
gen an eine gute Gesamtwirkung nicht; die Situation sei wiederherzustellen 
(Akten Gemeinde pag. 193). In der Folge führten Beschwerdeführer, Ge-
meinde und KDP eine umfangreiche Korrespondenz und es fand eine Be-
sprechung vor Ort statt, an welcher ein Vertreter der KDP erneut auf die 
Bedeutung der Einfriedung hinwies (Akten Gemeinde pag. 160-187, zur 
Ortsbegehung pag. 179). Die Gemeinde unterbreitete den Beteiligten einen 
Vorschlag, der neben einem Parkplatz den Erhalt eines Grossteils der Mauer 
vorsah (Akten Gemeinde pag. 164 f.). Die KDP stimmte dieser Projektva-
riante zu (Akten Gemeinde pag. 169), der Beschwerdeführer lehnte sie hin-
gegen ab (Akten Gemeinde pag. 160 f.). Er überarbeitete schliesslich sein 
ursprüngliches Projekt und verzichtete darauf, die Ausrundung sowie das 
westliche Teilstück der Mauer abzubrechen (Akten Gemeinde pag. 154 ff.). 
Nach weiterer Korrespondenz mit der Gemeinde passte er das Vorhaben 
leicht an und reichte schliesslich am 20. August 2018 ein Baugesuch mit fol-
gender Umschreibung des Vorhabens ein: «Abbruch der Umgebungsmauer, 
Erstellen von zwei Autoabstellplätzen parallel zur Strasse. Hinter den Park-
plätzen Neuerstellung der Umgebungsmauer im gleichen Stil wie die beste-
hende Mauer» (Akten Gemeinde pag. 111 ff.). Die KDP führte im Fachbe-
richt vom 14. September 2018 aus, das überarbeitete Projekt werde dem 
wertvollen Ortsbild weitgehend gerecht und als vertretbar beurteilt. Es könne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 6

unter der Auflage bewilligt werden, dass die Wiederherstellung oder Neuer-
stellung der Umgebungsmauer exakt nach dem Vorbild der bereits beste-
henden Mauer mit Zaun zu erfolgen habe (Akten Gemeinde pag. 130 f.). Mit 
Gesamtentscheid vom 5. November 2018 bewilligte die Gemeinde das Vor-
haben, wobei die Auflage nach dem Fachbericht der KDP als Bestandteil des 
Entscheids gilt (Dispositiv-Ziff. 2.3). Weiter hielt sie fest, von der Wiederher-
stellung des rechtmässigen Zustands gemäss der Verfügung vom 11. Ja-
nuar 2018 (E. 2.2 hiervor) könne abgesehen werden, falls das Bauvorhaben 
gemäss der Baubewilligung bis zum 31. Juli 2019 ausgeführt werde (Dispo-
sitiv-Ziff. 2.4). Der Gesamtentscheid blieb unangefochten.

2.4 Der Beschwerdeführer machte in der Folge von der Baubewilligung 
insoweit Gebrauch, als er die Parkfläche für zwei Abstellplätze erstellte und 
die hierfür notwendigen Abbrucharbeiten an der Mauer fortsetzte; die teil-
weise zerstörte Umgebungsmauer baute er jedoch nicht wieder auf. Die Ge-
meinde erliess daher am 16. Dezember 2019 eine Wiederherstellungsverfü-
gung (Akten Gemeinde pag. 223). Sie verpflichtete den Beschwerdeführer 
unter Androhung der Ersatzvornahme, das Bauvorhaben und insbesondere 
die Umgebungsmauer gemäss dem bewilligten Gesuch und den am 5. No-
vember 2018 abgestempelten Planunterlagen auszuführen. Dafür setzte sie 
ihm eine Frist bis zum 31. März 2020. Diese baupolizeilichen Anordnungen 
hat der Beschwerdeführer bei der BVD angefochten (vorne Bst. B). Sie bil-
den Gegenstand des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht (vorne Bst. C).

2.5 Die BVD hat im angefochtenen Entscheid zusammenfassend erwo-
gen, der Beschwerdeführer sei nach dem Gesamtentscheid der Gemeinde 
vom 5. November 2018 nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, die 
Umgebungsmauer wie bewilligt zu erstellen. Auf diese rechtskräftige Auflage 
könne er nicht mehr zurückkommen. Weiter sei nicht zu beanstanden, dass 
die Gemeinde mit der Wiederherstellungsverfügung vom 16. Dezember 
2019 die vollständige Bauausführung verlangt habe. Habe die Behörde die 
Auflage zu einer Baubewilligung wie hier hinreichend detailliert und klar for-
muliert, sei diese Anordnung selbständig durchsetzbar (E. 2 und 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 7

3.

Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 
Baubewilligung ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten 
Vorhabens Vorschriften missachtet, so setzt die Baupolizeibehörde der je-
weiligen Grundeigentümerschaft gemäss Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG eine an-
gemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands unter 
Androhung der Ersatzvornahme. Die Verpflichtung zur Wiederherstellung 
kann auch in der Aufforderung bestehen, den rechtmässigen Zustand (erst-
mals) herzustellen. Zu denken ist etwa an die Vollendung eines bewilligten, 
aber unvollendeten Baus oder der Gestaltung von dessen Umgebung. 
Ebenso kann die Erfüllung einer rechtskräftigen Bedingung oder Auflage ver-
langt werden (Zaugg/Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, Band I, 
5. Aufl. 2020, Art. 46 N. 8 mit weiteren Hinweisen), beispielsweise einen 
Grünstreifen nach den bewilligten Plänen anzulegen (vgl. VGE 2014/296 
vom 17.8.2015 E. 3, bestätigt durch BGer 1C_495/2015 vom 1.2.2016, insb. 
E. 6). Nach allgemeinen staats- und verwaltungsrechtlichen Grundsätzen 
muss die Wiederherstellung im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismäs-
sig sein und darf den Vertrauensgrundsatz nicht verletzen (vgl. auch Art. 47 
Abs. 6 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren 
[Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]; dazu statt vieler BVR 2020 
S. 380 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 46 N. 9).

4.

4.1 Der Beschwerdeführer ist zunächst der Ansicht, die Bewilligung der 
Gemeinde vom 5. November 2018 (Gesamtentscheid) zwinge ihn nicht zum 
Wiederaufbau der Mauer. Die darin enthaltene, allerdings missverständlich 
formulierte Auflage schreibe einzig vor, dass ein allfälliger Wiederauf-
bau – sollte er denn stattfinden – nach dem Vorbild der bereits bestehenden 
Umgebungsmauer zu erfolgen habe. Sie betreffe lediglich die Optik einer al-
lenfalls wiederherzustellenden oder neu zu bauenden Mauer. Eine Baube-
willigung beinhalte sodann nie eine Pflicht, sondern eine Berechtigung zum 
Bauen; bei Nichtausübung innert Frist falle sie ohne Folgen dahin. Solange 
die «Gesamtheit des Bauvorhabens» gewahrt werde, stehe es folglich in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 8

alleinigen Kompetenz des Baugesuchstellers, ob er einzelne Punkte der er-
teilten Baubewilligung umsetzen wolle oder nicht. Die ästhetisch wenig be-
deutsame Umgebungsmauer könne im Rahmen des Umbauprojekts prob-
lemlos vernachlässigt werden (Beschwerde S. 5-7). – Es ist unbestritten, 
dass der Beschwerdeführer die abgebrochene Mauer nicht wiederaufgebaut 
und damit das Vorhaben nicht wie rechtskräftig bewilligt ausgeführt hat. Aus 
dem Gesamtentscheid vom 5. November 2018 geht eindeutig hervor, dass 
der Beschwerdeführer verpflichtet ist, die Umgebungsmauer wieder aufzu-
bauen. Die Gemeinde hielt ausdrücklich fest, auf die früher verfügte Wieder-
herstellung werde nur verzichtet, wenn er das bewilligte Vorhaben innert Frist 
ausführe (Dispositiv-Ziff. 2.4; vorne E. 2.3). Es liegt damit nicht im Gutdün-
ken des Beschwerdeführers, auf die hier zur Diskussion stehenden Arbeiten 
zu verzichten. In Verbindung mit der klar formulierten Auflage der KDP im 
Fachbericht vom 14. September 2018, die ausdrücklich Bestandteil des 
kommunalen Gesamtentscheids ist (Dispositiv-Ziff. 2.3), besteht kein Zweifel 
über die Wiederaufbaupflicht des Beschwerdeführers. Angesichts des inten-
siven Kontakts zwischen ihm und den Behörden nach Einreichen der Bau-
voranfrage musste ihm auch aus Sicht eines Laien die zentrale Bedeutung 
der Umgebungsmauer für die Bewilligungsfähigkeit des gesamten Vorha-
bens bewusst sein. Entsprechend detailliert hat er in seiner eigenen Projekt-
umschreibung auf die «Neuerstellung der Umgebungsmauer im gleichen Stil 
wie die bestehende Mauer» hingewiesen (vorne E. 2.3). Es erscheint gera-
dezu treuwidrig, wenn er nun nachträglich geltend macht, die Umgebungs-
mauer sei «von untergeordneter Bedeutung und ohne besondere Relevanz» 
(Beschwerde S. 6) und er habe die Bewilligung so verstanden, dass kein 
Wiederaufbau notwendig sei. Ein derart widersprüchliches Verhalten ver-
dient von vornherein keinen Schutz (vgl. statt vieler BGE 136 I 254 E. 5.2 
[Pra 100/2011 Nr. 13]; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 22 N. 1 und 24 f.). Es erübrigt sich unter diesen 
Umständen, näher zu diskutieren, inwiefern dem Beschwerdeführer die «an-
geblich historisch relevante Bedeutung» der Mauer bewusst war.

4.2 Der Beschwerdeführer ist weiter der Ansicht, die Verpflichtung der 
Behörden, wonach er den Zaun auf der Umgebungsmauer mit Holzschindeln 
erstellen solle, liege nicht im öffentlichen Interesse und sei unverhältnismäs-
sig, zumal es sich bei den ursprünglichen Schindeln um einfache Plastiklat-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 9

ten gehandelt habe. Für das Ortsbild sei das Material nicht von Bedeutung 
(Beschwerde S. 8 f.). – Die Vorinstanzen haben den Beschwerdeführer ver-
pflichtet, die Mauer gemäss den am 5. November 2018 abgestempelten 
Planunterlagen wiederaufzubauen (vorne E. 2.4). Im bewilligten Plan 
«Grundriss/Ansicht» ist ein Zaun aus Holzschindeln vorgesehen; die Kunst-
stoffschindeln sind zu entfernen («Front- Westansicht»; Akten Gemeinde 
pag. 3). Der Beschwerdeführer hat im Baubewilligungsverfahren somit sel-
ber Zaunlatten aus Holzschindeln vorgesehen. Er verhält sich widersprüch-
lich, wenn er nun ausführt, das Verwenden von Holzschindeln für den Wie-
deraufbau sei unverhältnismässig. Selbst wenn der Wiederaufbau des 
Zauns mit Holzschindeln aus Gründen des Denkmal- und Ortsbildschutzes 
nicht notwendig sein sollte (was kaum anzunehmen ist), kann der Beschwer-
deführer seine diesbezüglichen Einwände im nachgelagerten Wiederherstel-
lungsverfahren grundsätzlich nicht mehr vorbringen. Etwas anderes würde 
nur gelten, wenn die Auflage zum Wiederaufbau nach den Vorgaben der 
rechtskräftigen Baubewilligung geradezu nichtig wäre, wenn sie unverzicht-
bare oder unverjährbare verfassungsmässige Rechte verletzen würde oder 
wenn der Beschwerdeführer Anspruch auf Wiederaufnahme des Verfahrens 
hätte (BVR 2013 S. 85 [VGE 2011/388 vom 26.7.2012] nicht publ. E. 4.3 mit 
Hinweis auf BVE 23.3.1993, in BVR 1994 S. 116 und Baudirektion 
23.6.1992, in BVR 1992 S. 449; JTA 2018/66 vom 24.9.2018 E. 2.2; 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 49 N. 4; ferner Herzog/Sieber, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 116 N. 16 ff.). 
Solches wird vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und ist auch 
nicht ersichtlich (vgl. zur Frage der Nichtigkeit auch angefochtener Entscheid 
E. 3b).

4.3 Der Beschwerdeführer macht weiter einen Verstoss gegen das Ge-
setz vom 8. September 1999 über die Denkmalpflege (Denkmalpflegege-
setz, DPG; BSG 426.41) geltend, weil der «mit vergilbten Plastiklatten 
behangene Zaun» seines Erachtens nicht hätte unter Schutz gestellt werden 
dürfen (Beschwerde S. 10 f.). – Zunächst scheint der Beschwerdeführer zu 
übersehen, dass die Aufnahme eines Objekts in das Bauinventar nach den 
Vorschriften der Baugesetzgebung von der hier nicht interessierenden Un-
terschutzstellung gemäss Art. 13 ff. DPG zu unterscheiden ist (vgl. dazu 
Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 10a-10f N. 16). Die Vorinstanz hat erwogen, über 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 10

den Schutzstatus der streitbetroffenen Liegenschaft (einschliesslich des 
Zauns) sei im Wiederherstellungsverfahren nicht zu befinden. Insoweit ist sie 
auf die Beschwerde nicht eingetreten (angefochtener Entscheid E. 1b). Der 
Beschwerdeführer legt nicht ansatzweise dar, weshalb das Nichteintreten 
rechtsfehlerhaft sein soll, was den gesetzlichen Begründungsanforderungen 
für Parteieingaben grundsätzlich nicht genügt (vgl. Michel Daum, a.a.O., 
Art. 32 N. 27 mit Hinweisen). Ungeachtet dessen ist die Auffassung der BVD 
jedenfalls korrekt. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zur Denkmal-
pflege zielen nicht auf eine Überprüfung der Wiederherstellungsanord-
nungen ab, sondern auf eine (erneute) Beurteilung der Bewilligung vom 
5. November 2018. Im vorliegenden baupolizeilichen Verfahren kann sich 
einzig die Frage stellen, ob der rechtskräftige Gesamtentscheid der Ge-
meinde nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Verpflichtung beinhal-
tet, das Vorhaben wie seinerzeit bewilligt auszuführen. Dies ist wie dargelegt 
der Fall.

4.4 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, er habe sich per E-Mail 
an den Bauinspektor der Gemeinde gewandt und beantragt, anstelle der 
Mauer eine Hecke zu pflanzen. Dies stelle einen «Antrag zu einer Projektän-
derung» dar. Anstatt diesen pflichtgemäss zu prüfen, habe die Gemeinde die 
Wiederherstellung verfügt (Beschwerde S. 9 f.). – Der Beschwerdeführer ge-
langte mit E-Mail vom 4. Dezember 2019 an die Gemeinde mit der Bitte, die 
Frist zur Erstellung des Parkplatzes bis zum 31. März 2020 zu verlängern 
(Akten Gemeinde pag. 226; zur angesetzten Frist Wiederherstellungsverfü-
gung der Gemeinde vom 16.12.2019 Sachverhalt Ziff. 6, Akten Gemeinde 
pag. 222). In der Folge erliess die Gemeinde am 16. Dezember 2019 eine 
Wiederherstellungsverfügung, in der sie die Ausführung der Arbeiten bis zum 
31. März 2020 anordnete (vorne E. 2.4). Damit entsprach sie dem Ersuchen 
betreffend die Frist (vgl. E-Mail des Verfahrensleiters vom 13.1.2020, Akten 
Gemeinde pag. 216). Anders als der Beschwerdeführer geltend macht, hat 
er im Rahmen dieses E-Mailverkehrs keine Projektänderung in Aussicht ge-
stellt. Ebenso wenig finden sich in den amtlichen Akten Unterlagen für eine 
Zusatzbewilligung, wie sie erforderlich wäre, um ein rechtskräftig bewilligtes 
Projekt vor oder während der Bauausführung zu ändern (vgl. Zaugg/Ludwig, 
a.a.O., Art. 32-32d N. 14). Die Gemeinde war demnach nicht gehalten, vor 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 11

Erlass der Wiederherstellungsverfügung eine Zusatzbewilligung zu prüfen 
oder Abklärungen in diesem Zusammenhang vorzunehmen.

4.5 Zum Eventualbegehren (Antrag auf Rückweisung zur Neubeurtei-
lung; vorne Bst. C) äussert sich der Beschwerdeführer nicht. Es ist daher 
fraglich, ob seine Beschwerde insoweit den Anforderungen an eine hinrei-
chende Begründung genügt (Art. 32 Abs. 2 VRPG; vgl. dazu auch Michel 
Daum, a.a.O., Art. 32 N. 26). Gründe für eine Rückweisung sind aber jeden-
falls keine ersichtlich.

5.

Die Beschwerde erweist sich somit in allen Teilen als offensichtlich unbe-
gründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vorne E. 4.3 und 
4.5). Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zweierbeset-
zung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Die 
von der Vorinstanz angesetzte Wiederherstellungsfrist ist verstrichen (vorne 
Bst. B), weshalb praxisgemäss eine neue festzulegen ist (Art. 46 
Abs. 2 BauG; vgl. statt vieler VGE 2019/392 vom 15.12.2020 E. 7.1). Der 
Zeitraum von rund drei Monaten, den die Vorinstanz als angemessen er-
achtet hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 3c), wird vom Beschwerdeführer 
nicht bemängelt; derselbe Zeitraum ist daher auch der neuen Frist zugrunde 
zu legen. Aufgrund der kommenden Wintermonate erweist es sich allerdings 
als sachgerecht, die Frist um einen Monat zu verlängern.

6.

Bei diesem Prozessausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten des ver-
waltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Partei-
kosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.11.2021, Nr. 100.2020.244U, 
Seite 12

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands wird neu auf 
den 31. März 2022 festgesetzt.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Beschwerdegegnerin
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- Denkmalpflege des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.