# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67797330-21b4-58b1-84ef-846f777b9506
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-26
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 26.06.2024 CA.2023.27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2023-27_2024-06-26.pdf

## Full Text

Urteil vom 26. Juni 2024 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender 
Richterinnen Brigitte Stump Wendt und Beatrice  
Kolvodouris Janett 
Gerichtsschreiberin Flurina Heer  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch a.o. Staatsan-
walt des Bundes Oliver Otto, Werdstrasse 138 + 140, 
8036 Zürich, 
 

Berufungsführerin / Anklagebehörde 
  

 
gegen 

  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Hans Hofstet-
ter, 

Berufungs- und Anschlussberufungsführer /  
Beschuldigter 

 
und als Privatklägerschaft 
 
1. B., vertreten durch E.,    

  
2. C., vertreten durch Rechtsanwalt Manuel Stengel,  

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2023.27 

- 2 - 

sowie als Drittbetroffene 
 

F. 
 

Gegenstand 
 

Berufungen vom 22. Dezember 2023 und Anschlussbe-
rufung vom 30. Januar 2024 gegen das Urteil der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts SK.2022.30 vom 
21. Juni 2023 
 
Gewerbsmässiger Betrug, mehrfache ungetreue Amts-
führung, mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäfts-
besorgung, mehrfaches Vergehen gegen das Bundes-
gesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und 
Invalidenvorsorge, mehrfaches Ausnützen von Insider-
informationen, mehrfache Geldwäscherei 

  

- 3 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil 

A.1 Ab Mai 2016 adressierte die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (nachfolgend: 
FINMA) diverse Auskunftsbegehren an die H.-Bank über die Kundenbeziehung 
des Beschuldigten (CD BA pag. 20101277, Beilage 1a), da sie den Beschuldig-
ten aufgrund ihrer Marktbeobachtungen verdächtigte, sich am Markt im Sinne 
von Art. 142 FinfraG (Ausnützen von Insiderinformationen) aufsichtsrechtlich un-
zulässig zu verhalten.  

A.2 Am 4. Dezember 2017 erstattete die FINMA gegen den Beschuldigten Strafan-
zeige beim Kantonalen Untersuchungsamt des Kantons B. wegen Verdachts der 
ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB. Gemäss 
Abklärungen der FINMA würden die vom Beschuldigten über sein Konto bei der 
H.-Bank durchgeführten privaten Transaktionen eine grosse Parallelität zu sei-
nen geschäftlichen Transaktionen aufweisen, die er in seiner Funktion als Port-
foliomanager bei der C. für die von ihm verwalteten Anlagefonds tätige. Es handle 
sich hierbei um die O. (nachfolgend zusammen: M.N.-Fonds), welche aus zwei 
Teilvermögen, namens M. und N. bestehen würden. Konkret sei zu vermuten, 
dass der Beschuldigte Informationen über bevorstehende, grossvolumige Bör-
sengeschäfte mittels privater Transaktionen für sich privat ausgenutzt habe, um 
zu seinen Gunsten und zu Lasten der Teilvermögen entsprechende Gewinne zu 
realisieren (BA pag. 20101001 ff.). 

A.3 Aufgrund der Beamtenstellung des Beschuldigten bei der C. und möglicher De-
liktsbegehung im Amt holte das kantonale Untersuchungsamt B. die erforderliche 
Ermächtigung für die Eröffnung eines Strafverfahrens von der Anklagekammer 
des Kantons B. ein, welche ihr am 21. Dezember 2017 erteilt wurde (vgl. Art. 7 
Abs. 2 lit. b StPO i.V.m. Art. 17 Abs. 2 lit. b EG-StPO/SG; BA pag. 10101001 ff.). 

A.4 Am 22. Januar 2018 wurden vom Kanton B. zwei ausserkantonale Staatsanwälte 
des Kantons Zürich als ausserordentliche Staatsanwälte eingesetzt (nachfol-
gend: die Staatsanwaltschaft). Der Regierungsratspräsident hielt die Einsetzun-
gen von Oliver Otto und Maric Demont als ausserordentliche Staatsanwälte für 
erforderlich, weil die mögliche Deliktsbegehung des Beschuldigten im Zusam-
menhang mit Pensionskassengelder der Kantonsangestellten B. stand und mit-
tels ausserkantonaler Staatsanwälte eine unabhängige Strafverfolgung gewähr-
leistet werden könne (Art. 14 Abs. 2 EG-StPO/SG; BA pag. 10201004 ff.). 

A.5 Mit Verfügung vom 13. April 2018 eröffnete die Staatsanwaltschaft ein Strafver-
fahren gegen den Beschuldigten wegen ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB) 
und ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB) (BA pag. 10101009). 

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A.6 Anschliessend nahm die Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungshandlungen 
vor; mitunter führte sie mehrere Hausdurchsuchungen durch, edierte ver-
schiedenste Unterlagen und beschlagnahmte diverse Vermögenswerte des Be-
schuldigten und seiner Ehefrau F. (Rubrik BA 04 und 08).  

A.7 Anlässlich der Hausdurchsuchung am 26. September 2018 wurde der Beschul-
digte mittels Vorführungsbefehl vorläufig festgenommen (BA pag 80101001 ff. 
und BA pag. 80101022). Nach zwei Hafteinvernahmen in Anwesenheit von Hans 
Hofstetter, des eingesetzten amtlichen Verteidigers, am selben und dem Folge-
tag (BA pag. 50101001 ff. und BA pag. 50101055 ff.), verzichtete die Staatsan-
waltschaft, einen Haftantrag zu stellen und verfügte stattdessen die Haftentlas-
sung des Beschuldigten (BA pag. 80101020). 

A.8 Anschliessend nahm die Staatsanwaltschaft weitere Beweiserhebungen vor. Am 
11. Juli 2019 ernannte sie unter vorgängiger Gewährung des rechtlichen Gehörs 
P. von der Q. AG als Sachverständigen. Sie beauftragte diesen, auf Grundlage 
der zur Verfügung gestellten Daten (private Transaktionslisten der H.-Bank und 
der Transaktionslisten der M.N.-Fonds), ein Gutachten zu erstellen, indem ins-
besondere «korrespondierende» Transaktionen zu ermitteln und identifizieren 
waren (BA pag. 41601085 ff., und BA pag. 41601065 ff.; zur Terminologie «kor-
respondierend» nachstehende Erwägung II.A.1.1.1 gemäss Anklageschrift). Am 
15. Oktober 2019 wurde das schriftliche Gutachten erstattet (BA pag. 41601107; 
nachfolgend: Gutachten 1). 

A.9 Auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft hin erstattete die Q. AG am 10. Januar 
2020 ein Ergänzungsbericht zum Gutachten vom 15. Oktober 2019 (BA pag. 
41601151 ff.; nachfolgend: Ergänzungsgutachten). 

A.10 Aufgrund der Erkenntnisse aus den Gutachten und der neusten Rechtsprechung 
kam die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass der dem Beschuldigten vorge-
worfene Sachverhalt voraussichtlich auch den Tatbestand des Ausnützens von 
Insiderinformationen gemäss Art. 154 FinfraG erfüllen würde, dessen Verfolgung 
und Beurteilung der Bundesgerichtsbarkeit unterliege (Art. 156 Abs. 1 FinfraG; 
BA pag. 10101010 ff., vgl. auch BA pag. 10201011). Infolgedessen ersuchte sie 
am 10. Februar 2020 die Bundesanwaltschaft um Verfahrensübernahme (BA 
pag. 10101010 ff., vgl. auch BA pag. 10201011), welche dieses am 14. Septem-
ber 2020 übernahm (BA pag. 10101015). Gleichzeitig setzte die Bundesanwalt-
schaft (nachfolgend: BA) die bisher verfahrensführenden ausserkantonalen 
Staatsanwälte, Oliver Otto und Maric Demont, als ausserordentliche Staatsan-
wälte des Bundes ein (BA pag. 10401001 ff.). 

A.11 Am 30. Juni 2022 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
(nachfolgend: Strafkammer oder Vorinstanz) Anklage gegen den Beschuldigten 

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wegen mehrfacher ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB), mehrfacher qualifi-
zierter ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB), 
eventualiter mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über die berufliche 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Art. 76 al. 6 und 7 BVG), eines 
schweren Falles von Ausnützen von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a 
i.V.m. Abs. 2 FinfraG resp. Art. 40 Abs. 1 lit. a i.V.m. Abs. 2 aBEHG), mehrfachen 
versuchten Ausnützens von Insiderinformationen (Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG 
resp. Art. 40 Abs. 1 aBEHG i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) und mehrfacher Geldwä-
scherei (Art. 305bis Ziff. 1 StGB) (TPF pag. 24.100.001 ff.; nachfolgend: Anklage-
schrift). Zuvor fand am 8. Juli 2021 die Schlusseinvernahme mit dem Beschul-
digten statt (BA pag. 50301001 ff.). 

A.12 Am 12. Oktober 2022 erteilte die Strafkammer an P. der Q. AG einen zusätzli-
chen Gutachtensauftrag betreffend das Ausnützen von Insiderinformationen in 
Bezug auf die Ermittlung der Kursrelevanz der jeweiligen Fondskäufe. Der in die-
ser Hinsicht gestellte Beweisantrag der Verteidigung wurde gutgeheissen (TPF 
pag. 24.250.003 ff.). Am 7. Dezember 2022 wurde das Gutachten erstattet (TPF 
pag. 24.264.1.121 ff.; nachfolgend: Gutachten 2). 

A.13 Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Bundesstrafgerichts fand am 
6. Juni 2023 in Anwesenheit des Beschuldigten, seines amtlichen Verteidigers, 
Rechtsanwalt Hans Hofstetter, sowie der BA, vertreten durch den ausserordentli-
chen Staatsanwalt des Bundes, Oliver Otto, statt. Ebenfalls anwesend waren die 
Vertreter der (ursprünglich) drei Privatklägerinnen, dem B., der C. sowie der D. 
AG (TPF pag. 26.720.003) (zum Verlust der Parteistellung der D. AG als Privat-
klägerin nachstehende Erwägung I.2). 

A.14 Das Urteil der Strafkammer SK.2022.30 wurde am 21. Juni 2023 mündlich eröff-
net und im Anschluss schriftlich zugestellt (TPF pag. 24.720.008). Das Urteils-
Dispositiv lautet wie folgt: 

« I. Schuld- und Strafpunkt 
 
 1. Das Verfahren wird eingestellt: 
 
  – betreffend den Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs i.S.v. Art. 146 Abs. 1 

und Abs. 2 StGB; 
 
  – betreffend den Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. 

Art. 40 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 aBEHG in Bezug auf die Transaktionen vom 
14. Mai 2013 (ID 1630), vom 23. Mai 2013 (ID 1644) sowie vom 13. Juni 
2013 (ID 1663). 

 
 2. A. wird freigesprochen: 
 
  –  vom Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 

lit. a und Abs. 2 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 FinfraG in 
Bezug auf sämtlichen weiteren angeklagten Transaktionen; 

- 6 - 

 
  – vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 3 StGB. 
 
 3. A. wird schuldig gesprochen: 
 
  – der mehrfachen ungetreuen Amtsführung i.S.v. Art. 314 StGB; 
 
  – des mehrfachen Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 

lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG in Bezug auf die Transaktio-
nen vom 5. Mai 2014 (ID 1970), 6. Januar 2015 (ID 2133), 7. Januar 2015 
(ID 2237), 20. Januar 2015 (ID 2250), 26. Januar 2015 (ID 2259), 2. Februar 
2015 (ID 2272), 6. Februar 2015 (ID 2281), 12. März 2015 (ID 2319), 7. Au-
gust 2015 (ID 2527), 2. November 2015 (ID 2630), 25. November 2015 (ID 
2667), 11. Dezember 2015 (ID 2705), 15. Dezember 2015 (ID 2708), 
17. Februar 2016 (ID 2773), 22. Februar 2016 (ID 2782), 7. März 2016 (ID 
2806), 23. März 2016 (ID 2829), 19. April 2016 (ID 2848), 28. April 2016 (ID 
2852), 9. Mai 2016 (ID 2864), 17. Mai 2016 (ID 2875), 31. Mai 2016 (ID 
2890), 1. Juni 2016 (ID 2892), 13. Juni 2016 (ID 2919), 22. Juni 2016 (ID 
2943), 29. Juni 2016 (ID 2967), 29. Juni 2016 (ID 2969), 16. August 2016 
(ID 3012) sowie vom 1. September 2016 (ID 3043); 

 
–  des versuchten mehrfachen Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. 

Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB in Bezug auf die Transaktionen vom 16. September 2014 (ID 
2133), 3. November 2014 (ID 2166), 21. Januar 2015 (ID 2254), 21. Juli 
2017 (ID 2485), 5. August 2015 (ID 2523), 6. August 2015 (ID 2525), 7. Sep-
tember 2015 (ID 2578), 21. Oktober 2015 (ID 2613), 8. Dezember 2015 (ID 
2691), 28. Januar 2016 (ID 2763), 11. Februar 2016 (ID 2769), 24. Februar 
2016 (ID 2787), 14. Juni 2016 (ID 2922), 27. Juni 2016 (ID 2958) sowie vom 
3. August 2016 (ID 2987); 

 
  – der mehrfachen Geldwäscherei i.S.v. Art. 305bis Ziff. 1 StGB. 
 
 4. A. wird bestraft  
 
  – mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bedingt vollziehbar bei einer Pro-

bezeit von 2 Jahren; 
 
   – mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 50.--, bedingt vollziehbar bei 

einer Probezeit von 2 Jahren. 
 
  Die erstandene Polizeihaft von einem Tag wird an die Strafe angerechnet. 
 
 II. Beschlagnahme 
 
 1. Die beschlagnahmten Vermögenswerte gemäss Beschlagnahmeliste werden 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils verwertet und der Verwertungserlös 
zur Deckung der auferlegten Verfahrenskosten gemäss Ziff. V. verwendet.  

 
 2. Im Restbetrag wird der aus der Verwertung der beschlagnahmten Vermögens-

werte gemäss Beschlagnahmeliste resultierende Erlös zur Deckung der Ersatz-
forderungen gemäss Ziff. III. verwendet.  

  
 III. Ersatzforderung 
 
 1. Zulasten von A. und zugunsten der Eidgenossenschaft wird eine Ersatzforderung 

von Fr. 2‘300‘000.-- begründet. 
 

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2. Der Antrag auf Zusprechung von Vermögenswerten i.S.v. Art. 73 StGB der C. 
wird abgewiesen. 

 
3. Der Antrag auf Zusprechung von Vermögenswerten i.S.v. Art. 73 StGB des Kan-

tons B. wird abgewiesen. 
 
4. Der Antrag auf Zusprechung von Vermögenswerten i.S.v. Art. 73 StGB der D. AG 

wird abgewiesen. 
 
IV. Zivilklagen 

  
 Die Zivilklagen werden auf den Zivil- bzw. Verwaltungsweg verwiesen. 
 

 V. Verfahrenskosten 
 

Die Verfahrenskosten betragen Fr. 254'260.40 (Vorverfahren: Gebühr 
Fr. 55’000.-- Auslagen Fr. 80’845.--; Gerichtsgebühr Fr. 20’000.--; Auslagen 
Fr. 98'415.40). 
 

 VI. Entschädigung amtliche Verteidigung 
 

Rechtsanwalt Hans Hofstetter wird für die amtliche Verteidigung von A. mit 
Fr. 88’240.70 entschädigt. 
A. hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
Ersatz in vollem Umfang zu leisten, sobald er dazu in der Lage ist. 
 

 VII. Entschädigungen 
 

1. Auf das Entschädigungsbegehren des Kantons B. wird nicht eingetreten. 
 
2. Auf das Entschädigungsbegehren der C. wird nicht eingetreten. 
 
3. Das Entschädigungsbegehren der D. AG wird abgewiesen.» 

A.15 Gegen dieses Urteil meldeten die BA mit Eingabe vom 28. Juni 2023 (TPF pag. 
24.940.001 f.), der Beschuldigte mit Eingabe vom 30. Juni 2023 (TPF pag. 
24.930.004) sowie die drei Privatklägerinnen mit Eingaben vom 29., 30. Juni bzw. 
3. Juli 2023 (TPF pag. 24.940.003 und -005 f.) jeweils Berufung an. 

A.16 Am 7. Dezember 2024 wurde den Parteien und der Drittbetroffenen die schriftli-
che Urteilsbegründung der Strafkammer zugestellt (TPF pag. 26.930.001 ff.: 
nachfolgend: Urteil SK.2022.30). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Berufungserklärung vom 22. Dezember 2023 stellte der Beschuldigte bei der 
Berufungskammer des Bundesstrafgerichts folgende Anträge (CAR pag. 
1.100.081 ff.): 

«1. Die Ziffer III.1 des angefochtenen Entscheids der Vorinstanz sei anzupassen und 
die Ersatzforderung von Fr. 2’300’000.-- sei auf den Betrag von Fr. 175’000.--zu 
reduzieren. 

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2.  Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten (inklusive der Kosten für das Vorverfahren) 
von insgesamt CHF 254’260.40, seien zur Hälfte dem Staat und zur anderen Hälfte 
dem Berufungskläger aufzuerlegen. 

3.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Staates.» 

B.2 Die BA stellte demgegenüber mit Berufungserklärung vom 22. Dezember 2023 
folgende Anträge (CAR pag. 1.100.094 ff.): 

« • Der Einstellungsbeschluss betreffend den Vorwurf des Betrugs gemäss Ziff. 1.1 
erstes Lemma des Urteils vom 21.6.2023 sei aufzuheben; 

•  Der Freispruch betreffend den Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen 
i.S.v. Art. 40 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a und 
Abs. 2 FinfraG gemäss Ziff. I.2. erstes Lemma des Urteils vom 21.6.2023 sei  
aufzuheben; 

•  Der Freispruch betreffend den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. 
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB gemäss Ziff. I.2. zweites Lemma des Urteils 
vom 21.6.2023 sei aufzuheben; 

•  A. sei schuldig zu sprechen 

>  des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 2 StGB, 

>  eventualiter der mehrfachen ungetreuen Amtsführung im Sinne von Art. 314 
StGB (zu Lasten B. und C.) 

> eventualiter (bzw. subeventualiter) der mehrfachen, qualifizierten ungetreuen 
Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB, 

 >  subeventualiter der mehrfachen Vergehen gegen das BVG im Sinne von 
Art. 76 BVG 

•  A. sei schuldig zu sprechen 

 >  des mehrfachen Ausnutzens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 Abs. 1 Iit. a 
aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG (teilweise in Verbindung mit Art. 22 
Abs. 1 StGB) in Bezug auf sämtliche angeklagte Transaktionen (mit Ausnahme 
der von der Verjährung betroffenen Transaktionen). 

•  Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren unter Anrechnung der erstande-
nen Haft (in Abänderung von Ziff. I.4. des Urteils vom 21.6.2023) 

•  Die Kosten im Zusammenhang mit dem Aufwand der Bundesanwaltschaft für das 
Berufungsverfahren seien vollständig A. zur Bezahlung aufzuerlegen.» 

B.3 Die drei Privatklägerinnen verzichteten demgegenüber je auf die Einreichung ei-
ner Berufungserklärung (CA.2023.27 pag. 1.300.001 ff.). 

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B.4 Mit Verfügung vom 11. Januar 2024 wurden die Berufungserklärungen des Be-
schuldigten und der BA in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und Abs. 3 und 
Art. 401 StPO den Parteien gegenseitig zugestellt, mit der Gelegenheit An-
schlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen 
(CAR pag. 1.400.001 f.). 

B.5 Mit Anschlussberufungserklärung vom 20. Januar 2024 stellte der Beschuldigte 
folgende ergänzende Anträge (CAR pag. 1.100.279 ff.): 

«A. Berufung der Anklagebehörde 

 1. Die Berufung der Anklagebehörde sei vollumfänglich abzuweisen. 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MWST zulasten des Staates.  

 B. Anschlussberufung 

 1. Der Schuldspruch in Ziffer 1.3. zweites Lemma des angefochtenen Entscheids der 
Vorinstanz betreffend das mehrfache Ausnützen von Insiderinformationen i.S.v. 
Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG in Bezug auf die im 
Urteil aufgeführten Transaktionen sei aufzuheben und der Beschuldigte sei vom 
Vorwurf des mehrfachen Ausnutzens von Insiderinformationen i.S.v. Art. 40 
Abs. 1lit. a aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 1 lit. a FinfraG für sämtliche Transaktionen 
freizusprechen. 

 2. Ziffer 1.4. erstes Lemma des angefochtenen Entscheides sei teilweise aufzuheben 
und der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten, bedingt vollzieh-
bar bei einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten des Staates.» 

B.6 Mit Verfügung vom 5. Februar 2024 wurde die Anschlussberufungserklärung des 
Beschuldigten in Anwendung von Art. 400 Abs. 1 i.V.m. Art. 401 Abs. 3 lit. a StPO 
der Bundesanwaltschaft und den Privatklägerinnen zugestellt, mit der Gelegen-
heit einen Antrag auf Nichteintreten zu stellen (CAR pag. 1.400.004 f.), worauf 
diese verzichteten.  

B.7 Mit Beschluss vom 8. Mai 2024 wurden die von den Privatklägerinnen durch ihre 
Berufungsanmeldungen initiierten Berufungsverfahren mangels Einreichung ei-
ner Berufungserklärung in einem separaten Verfahren mit der Geschäfts-Nr. 
CA.2024.11 abgeschrieben und vorab die Rechtskraft einzelner die Privatkläge-
rinnen betreffenden Urteilspunkten des vorinstanzlichen Urteils festgestellt. 

B.8 Zur Vorbereitung der Berufungsverhandlung wurde ein aktueller Auszug aus dem 
schweizerischen Strafregister sowie ein aktueller Betreibungsregisterauszug be-
treffend den Beschuldigten eingeholt (CAR pag. 4.401.005 f.). In Bezug auf die 
ersuchten Steuerunterlagen teilte das kantonale Steueramt des Kantons B. mit, 
dass der Beschuldigte letztmals im Jahr 2017 eine Steuererklärung eingereicht 

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habe (CAR pag. 4.401.001 f.; bereits in den Akten: TPF pag. 24.231.2.011 ff.) 
und aufgrund des hängigen Strafverfahrens ein Veranlagungsstopp vorgenom-
men worden sei (CAR pag. 4.401.007). Zu seiner persönlichen und finanziellen 
Situation reichte der Beschuldigte das gleichnamige Formular ein (CAR pag. 
4.401.008 ff.). 

B.9 Am 2. Mai 2024 wurde nach vorgängiger Terminabsprache der Beschuldigte, 
sein amtlicher Verteidiger sowie die Bundesanwaltschaft zur Berufungsverhand-
lung auf den 17. Juni 2024 vorgeladen (CAR pag. 4.300.001 ff.). Die Privatkläge-
rinnen sowie die Drittbetroffene wurden zur Teilnahme an der Berufungsverhand-
lung eingeladen (CAR pag. 4.300.008 ff.). 

B.10 Am 6. Mai 2024 gab die V. AG gegenüber dem Berufungsgericht bekannt, dass 
sie die Privatklägerin D. AG infolge Absorptionsfusion übernommen habe und 
diese per 30. April 2024 aus dem Handelsregister gelöscht worden sei (CAR pag. 
2.103.002 ff.).  

B.11 Zur Berufungsverhandlung am 17. Juni 2024 erschienen der Beschuldigte in Be-
gleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Hans Hofstetter, sowie die 
Bundesanwaltschaft, vertreten durch den ausserordentlichen Staatsanwalt des 
Bundes, Oliver Otto. Die Privatklägerinnen sowie die Drittbetroffene verzichteten 
auf eine Teilnahme. An der Berufungsverhandlung wurden mehrere prozessuale 
Vorfragen aufgeworfen (vgl. nachstehende Erwägungen I.1.2, I.5 und I.6), über 
welche das Berufungsgericht anlässlich der Verhandlung entschied. Die Ent-
scheide wurden vom Vorsitzenden an der Verhandlung summarisch begründet 
und das Verfahren in der Folge fortgesetzt. Der Beschuldigte wurde anschlies-
send einvernommen, die BA und die Verteidigung hielten ihre Parteivorträge und 
der Beschuldigte sprach das letzte Wort (CAR pag. 5.100.001 ff.). 

B.12 Nachdem die an der Berufungsverhandlung anwesenden Parteien auf eine 
mündliche Eröffnung des Urteils verzichtet hatten (Art. 84 Abs. 3 Satz 2; Art. 351 
Abs. 3 i.V.m. Art. 379 und Art. 405 Abs. 1 StPO; CAR pag. 5.100.018), wurde 
den Parteien sowie der Drittbetroffenen das Urteil am 26. Juni 2024 im Dispositiv 
schriftlich eröffnet (CAR pag. 9.100.001 ff.). 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

1.1 Sowohl die Berufungsanmeldungen der BA und des Beschuldigten sowie die Be-
rufungserklärungen der BA und des Beschuldigten vom 22. Dezember 2023 als 

- 11 - 

auch die Anschlussberufungserklärung des Beschuldigten vom 20. Januar 2024 
erfolgten jeweils unter Fristenwahrung (Art. 399 StPO und Art. 400 Abs. 3 StPO). 
Diese Berufungen richten sich gegen das Urteil der Strafkammer des Bun-
desstrafgerichts SK.2022.30 vom 21. Juni 2023, mit dem das Verfahren ganz ab-
geschlossen wurde (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die BA ist im Rahmen ihrer Beru-
fungsanträge und der Beschuldigte im Rahmen seiner Berufungs- bzw. An-
schlussberufungsanträge beschwert und sie haben in diesem Umfang ein recht-
lich geschütztes Interesse an der Abänderung des angefochtenen Urteils. Die 
Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ist in der Besetzung mit drei Richter-
personen für die Beurteilung der genannten Berufungen und der Anschlussberu-
fung örtlich und sachlich zuständig (Art. 40 aBEHG bzw. Art. 154 FinfraG i.V.m. 
Art. 26 Abs. 2 StPO; Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 33 Iit. c StBOG, Art. 38a 
StBOG und 38b StBOG). Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Auf die genannten Berufungen der BA und des 
Beschuldigten sowie die Anschlussberufung des Beschuldigten ist folglich einzu-
treten. 

1.2 Anders verhält es sich mit der Erweiterung der Berufungserklärung durch die BA 
anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung. Im Rahmen der Vorfragen 
wandte sich die BA neu zusätzlich gegen die Dispositiv-Ziffer III.1 des vorinstanz-
lichen Urteils und begehrte die Festlegung einer höheren Ersatzforderung ge-
genüber dem Beschuldigten (CAR pag. 5.100.008 f.). In ihrer schriftlichen Beru-
fungserklärung vom 22. Dezember 2023 blieb diese Dispositiv-Ziffer als Anfech-
tungsobjekt von der BA hingegen noch unerwähnt. Die BA erhob auch keine An-
schlussberufung innert Frist, weshalb diese Dispositiv-Ziffer unangefochten 
blieb.  

 Gemäss Art. 399 StPO ist eine Berufungserklärung verbindlich und hat innert der 
gesetzlichen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO zu erfolgen. Das heisst innert 20 Ta-
gen seit der Zustellung des begründeten Urteils. Mangels Einhaltung der gesetz-
lichen Frist ist auf die genannte Erweiterung der BA ihrer Berufungserklärung 
anlässlich der Berufungsverhandlung vom 17. Juni 2024 zu Lasten des Beschul-
digten nicht einzutreten. Der Nichteintretensentscheid wurde der BA bzw. den 
Parteien an der Berufungsverhandlung im Rahmen der Beantwortung der Vor-
fragen mündlich eröffnet und summarisch begründet (vgl. bereits CAR pag. 
5.100.011). 

2. Verlust der Parteistellung der D. AG 

2.1 Die D. AG war ursprünglich als Privatklägerin 3 im vorliegenden Strafverfahren 
beteiligt. Sie amtete als Fondsleiterin der M.N.-Fonds. Am 6. Mai 2024 gab die 
V. AG gegenüber dem Berufungsgericht bekannt, dass sie die D. AG infolge Ab-
sorptionsfusion übernommen habe und die D. AG per 30. April 2024 aus dem 

- 12 - 

Handelsregister gelöscht worden sei (CAR pag. 2.103.002 ff.). Infolge dieser Lö-
schung aus dem Handelsregister hat die D. AG ihre Existenz als juristische Per-
son verloren und damit auch ihre Parteistellung als Privatklägerin im vorliegen-
den Berufungsverfahren. 

2.2 Als Folgefrage stellt sich, ob die V. AG ihre Parteistellung erworben hat. Als 
Rechtsnachfolgerin der D. AG ist die V. AG als bloss mittelbar und nicht unmit-
telbar Geschädigte einzustufen. Eine originäre Parteistellung im Sinne von 
Art. 118 Abs. 1 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 lit. b und Art. 115 Abs. 1 StPO scheidet 
folglich aus (vgl. BGE 140 IV 162 E. 4.4 f.). Zu prüfen bleibt, ob die Parteirechte 
der D. AG aufgrund der Rechtsnachfolge auf die V. AG übergegangen sind. Die 
StPO regelt den Übergang von Parteirechten bei Privatklägern infolge Rechts-
nachfolge in dessen Art. 121 StPO, welcher als Ausnahmebestimmung ausge-
staltet ist. Art. 121 Abs. 1 StPO spricht von einer Situation, wenn eine «geschä-
digte Person stirbt». Nach dessen Wortlaut und gemäss bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung kommt diese Bestimmung folglich nur auf die Rechtsnachfolger 
von natürlichen Personen zur Anwendung (BGE 140 IV 162 E. 4.7 ff.). Art. 121 
Abs. 2 StPO käme zwar grundsätzlich auch bei juristischen Personen in Betracht, 
setzt jedoch gemäss dessen Wortlaut einen gesetzlichen Erwerb der Zivilansprü-
che voraus (vgl. Art. 121 Abs. 2 StPO: «Wer von Gesetzes wegen in die Ansprü-
che der geschädigten Person eingetreten ist, …»). Gemäss BGE 140 IV 162 
kommt Art. 121 Abs. 2 StPO auf die vorliegende Konstellation nicht zur Anwen-
dung, da gemäss bundesgerichtlicher Praxis eine Absorptionsfusion auf einem 
rechtsgeschäftlichen und nicht gesetzlichen Erwerb beruhe (BGE 140 IV 162 
E. 4.9.5). Der V. AG kommt somit keine Parteistellung im vorliegenden Verfahren 
zu teil, weder originär noch infolge Rechtsnachfolge. 

2.3 Die dargestellte Rechtslage wurde den Parteien sowie der V. AG durch den Vor-
sitzenden des Berufungsgerichts am 11. Juni 2024 unter Hinweis auf den zitier-
ten Leitentscheid BGE 140 IV 162 mitgeteilt (CAR pag. 2.103.006). Die V. AG 
hat in der Folge auf den Erlass eines förmlichen Entscheids verzichtet (CAR pag. 
2.103.007), weshalb auf eine förmliche Eröffnung zu verzichten ist. 

3. Verfahrensgegenstand und Kognition (teilweises Verbot der reformatio in 
peius) 

3.1 Verfahrensgegenstand 

Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzli-
che Urteil nur in den von den Parteien angefochtenen Punkten. Die nicht ange-
fochtenen Punkte erwachsen demgegenüber rückwirkend auf den Tag in Rechts-
kraft, an dem das erstinstanzliche Urteil gefällt wurde (vgl. Art. 437 Abs. 2 StPO).  

- 13 - 

3.1.1 Von den Privatklägerinnen wurden die sie betreffenden Urteilspunkte gemäss 
Dispositiv-Ziffern III.2, III.3, III.4, IV, VII.1, VII.2, VII.3 des vorinstanzlichen Urteils 
SK.2022.30 akzeptiert, wonach ihre erhobenen Zivilklagen auf den Zivil- bzw. 
Verwaltungsweg verwiesen, ihre Anträge auf Zusprechung von Vermögenswer-
ten im Sinne von Art. 73 StGB abgewiesen sowie ihre Entschädigungsbegehren 
ebenfalls abgewiesen werden, soweit darauf eingetreten wurde. Auch die übri-
gen Parteien fochten diese Dispositivziffern nicht an. Sie wurden folglich rechts-
kräftig, was bereits mit Beschluss vom 8. Mai 2024 festgestellt worden ist 
(CA.2024.11 pag. 9.100.001 ff.).  

Der Beschuldigte und die übrigen Parteien akzeptierten ferner die Verurteilung 
des Beschuldigten 

− wegen mehrfacher ungetreuer Amtsführung (Dispositiv-Ziffer I.3, erster 
Spiegelstrich) und 

− wegen mehrfacher Geldwäscherei (Dispositiv-Ziffer I.3, vierter Spiegel-
strich). 

Unangefochten blieben von den Parteien auch  

− die Einstellungen des Verfahrens wegen Ausnützens von Insiderinformatio-
nen in Bezug auf drei Transaktionen vor dem 31. Dezember 2013: ID 1630, 
ID 1644, ID 1663 (Dispositiv-Ziffer I.1, zweiter Spiegelstrich) sowie 

− die Höhe der Festsetzung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung für 
das Vor- und erstinstanzliche Verfahren (Dispositiv-Ziffer VI, erster Absatz).  

Die Rechtskraft dieser Urteilspunkte ist mit diesem Berufungsurteil noch festzu-
stellen. 
 
Nachdem die unter dieser Erwägung 3.1.1 genannten Urteilspunkte unangefoch-
ten blieben, kann im Berufungsverfahren nicht mehr darauf zurückgekommen 
werden. Sie sind für das Berufungsgericht bindend. 

3.1.2 Über folgende Urteilspunkte der Vorinstanz hat das Berufungsgericht demgegen-
über infolge der Parteianfechtungen erneut zu befinden: 

− Die Einstellung des Verfahrens wegen gewerbsmässigen Betrugs sowie 
über den Freispruch des Beschuldigten wegen ungetreuer Geschäftsbesor-
gung (Dispositiv-Ziffer I.2), infolge Anfechtungen seitens BA. 

- 14 - 

− Die Frei- und Schuldsprüche wegen mehrfachen Ausnützens von Insiderin-
formationen (Dispositiv-Ziffer I.2, erster Spiegelstrich sowie Dispositiv-Ziffer 
I.3, zweiter und dritter Spiegelstrich) infolge Anfechtungen seitens BA und 
des Beschuldigten. 

− Die Sanktion (Strafart und Strafhöhe) sowie einen allfälligen Entscheid über 
einen bedingten Strafvollzug (Dispositiv-Ziff. I.4) aufgrund der Anfechtung 
seitens BA und des Beschuldigten. 

− Die Ersatzforderung sowie den Umfang der Kostenauflage an den Beschul-
digten infolge Anfechtung durch den Beschuldigten. 

− Ebenfalls erneut zu befinden ist über die beschlagnahmten Vermögens-
werte, da diese gerade zur Deckung der Ersatzforderung und der Verfah-
renskosten herangezogen wurden, über welche erneut zu entscheiden ist. 

3.2 Kognition (teilweises Verbot der reformatio in peius) 

3.2.1 Bei der Prüfung der soeben angeführten, angefochtenen Urteilspunkte verfügt 
das Berufungsgericht grundsätzlich über umfassende Kognition in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht (vgl. Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO sowie BGE 141 IV 244 
E. 1.3.3). Nach Art. 391 Abs. 2 StPO hat es dabei jedoch das Verbot der refor-
matio in peius zu beachten, wonach Entscheide nicht zum Nachteil der beschul-
digten Person abgeändert werden dürfen, wenn das Rechtsmittel nur zu deren 
Gunsten ergriffen wird (sog. Verschlechterungsverbot). Nach der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung untersagt das Verschlechterungsverbot nicht nur eine 
Verschärfung der Sanktion, sondern auch eine härtere rechtliche Qualifikation 
der Tat (vgl. u.a. Urteil des Bundesgerichts 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 
E. 1.1.4). 

3.2.2 Das Verschlechterungsverbot steht einer Verurteilung des Beschuldigten wegen 
eines schweren Falles des Ausnützens von Insiderinformationen im Sinne von 
Art. 40 Abs. 2 aBEHG bzw. Art. 154 Abs. 2 FinfraG entgegen. Ebenso kommt 
aufgrund des Verschlechterungsverbots keine höhere Ersatzforderung gegen-
über dem Beschuldigten in Betracht als die von der Vorinstanz in Höhe von 
Fr. 2‘300‘000.-- ausgesprochene. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten vom 
Vorwurf eines schweren Falls frei (Dispositiv-Ziffer I.2, erster Spiegelstrich) und 
die BA verlangte keine Abänderung dieses Urteils zum Nachteil des Beschuldig-
ten (CAR pag. 1.100.095). Auch gegen die ausgefällte Ersatzforderung hat sich 
nur der Beschuldigte fristgerecht gewehrt (vgl. vorstehende Erwägung 1.2; zur 
Geltung des Verschlechterungsverbots bei Einziehungen und Ersatzforderungen 
siehe eingehend das Urteil CA.2022.16 der Berufungskammer des Bundesstraf-
gerichts vom 21. Dezember 2023 E. I.2.4 und 2.5).  

- 15 - 

Bei den übrigen Urteilspunkten, insbesondere auch der Sanktion (Strafart und 
Strafhöhe), ist demgegenüber aufgrund der fristgerechten Einlegung eines 
Rechtsmittels zu Lasten des Beschuldigten durch die BA eine Verschlechterung 
zu Lasten des Beschuldigten möglich. 

4. Begründungspflicht 

 Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz nicht 
mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen respektive jedes ein-
zelne Vorbringen widerlegen muss. Die Berufungsinstanz kann sich bei der Ent-
scheidfindung daher auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-
ken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_242/2020 vom 
2. September 2020 E. 2.2). 

5. Prüfung eines Betrugsvorwurfs 

5.1 Vorinstanzlicher Entscheid 

Mit Urteil vom 21. Juni 2023, Dispositiv-Ziffer I.1., erster Spiegelstrich, stellte die 
Vorinstanz das Verfahren gegen den Beschuldigten betreffend den Vorwurf des 
gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB ein. In 
der schriftlichen Urteilsbegründung finden sich keine Erwägungen zu dieser Ein-
stellung. Mündlich erläuterte der Vorsitzende diesen Einstellungsentscheid an-
lässlich der Begründung des Urteils am 21. Juni 2023, wie auf der Tonbandauf-
zeichnung der Hauptverhandlung zu hören ist. Dabei führt der vorinstanzliche 
Vorsitzende aus, die BA habe zur Überraschung des Gerichts in ihrem Parteivor-
trag die Anklage auf gewerbsmässigen Betrug ausgedehnt. Eine solche Ausdeh-
nung hätte einen Würdigungsvorbehalt gemäss Art. 344 StPO erfordert, welcher 
spätestens anlässlich der Vorfragen hätte beantragt werden müssen. Insoweit 
habe das Gericht den angeklagten Sachverhalt nicht unter dem Aspekt des Be-
trugs prüfen dürfen bzw. müssen. Der angeklagte Sachverhalt würde zudem die 
Elemente des Betrugs nicht hinreichend umschreiben. In der Anklage seien die 
Tatbestandsmerkmale der Arglist, des eingetretenen Irrtums bei einer natürlichen 
Person und der Vermögensdisposition nicht hinreichend umschrieben. Insoweit 
wäre auch bei einem Würdigungsvorbehalt eine Verurteilung wegen gewerbs-
mässigen Betrugs nicht mit dem Anklageprinzip vereinbar gewesen. Auf den ent-
sprechenden Antrag sei das Gericht daher nicht eingetreten. Technisch erfolge 
dabei eine Einstellung, weil die Strafprozessordnung das Nichteintreten auf eine 
Anklage nicht vorsähe, sondern nur Einstellungen wegen fehlenden Prozessvo-
raussetzungen (vgl. Tonbandaufzeichnung der vorinstanzlichen Hauptverhand-
lung, ab 8 Min. 10 s.). 

- 16 - 

5.2 Parteistandpunkte 

5.2.1 Die BA beantragt in ihrer Berufungserklärung im Hauptstandpunkt eine Verurtei-
lung wegen gewerbsmässigen Betruges und infolgedessen die Aufhebung des 
vorinstanzlichen Einstellungsentscheids (CAR pag. 1.100.094 ff.). Anlässlich der 
Berufungsverhandlung beantragte sie, es sei vorfrageweise darüber zu entschei-
den, ob die Prozessvoraussetzungen für die Prüfung des Vorwurfs eines ge-
werbsmässigen Betrugs vorlägen. Zudem sei ein Würdigungsvorbehalt anzubrin-
gen (Art. 344 StPO; CAR pag. 5.100.006 ff.). Die BA anerkennt dabei, dass in 
der zu beurteilenden Anklageschrift vom 30. Juni 2022 der Tatbestand des ge-
werbsmässigen Betrugs, anders als die übrigen Straftatbestände (Ungetreue 
Amtsführung, Ungetreue Geschäftsbesorgung, Ausnützen von Insiderinformati-
onen, BVG-Vergehen und Geldwäscherei), namentlich nicht aufgeführt wird 
(e contrario TPF pag. 24.100.003 und -022). Sie habe die Bestimmung von 
Art. 146 Abs. 2 StGB in der Anklageschrift zwar weggelassen, der dort umschrie-
bene Sachverhalt liesse jedoch ohne Weiteres eine entsprechende Subsumtion 
zu, worauf beim Redigieren des Textes bewusst geachtet worden sei. In Ziffer 
5.2 der Anklageschrift seien die Täuschungshandlungen detailliert umschrieben 
worden und in Ziffer 6 alsdann sämtliche weiteren Tatbestandselemente – Arg-
list, Irrtum und Vermögensdisposition (CAR pag. 1.100.096 f. und CAR pag. 
5.100.006 ff.).  

5.2.2 Die Verteidigung beantragt die Ablehnung des Antrags der BA. Ziffer 5 befasse 
sich nicht mit Täuschungshandlungen, sondern mit Pflichtverletzungen. Ziffer 6 
befasse sich mit dem Schaden und mitnichten mit der Arglist, Irrtum oder Vermö-
gensdispositionen. Das Anklageprinzip sei folglich verletzt. Der Betrug bilde da-
mit kein Gegenstand der Gerichtsverfahren, da ein solcher nicht im Sinne von 
Art. 325 StPO angeklagt worden sei (CAR pag. 1.100.283 und CAR pag. 
5.100.009).  

5.3 Verletzung des Anklagegrundsatzes und Würdigungsvorbehalt 

5.3.1 Nach Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, 
aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschrei-
bung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung. Nach dem aus 
Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b 
EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen 
Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-
fahrens (Umgrenzungsfunktion). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den 
Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den 
Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 144 I 234 E. 5.6.1; 
143 IV 63 E. 2.2; 141 IV 132 E. 3.4.1, je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person 
muss aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Sie darf nicht 

- 17 - 

Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit neuen Anschuldigungen kon-
frontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2, mit Hinweisen). Nach Art. 325 Abs. 1 
lit. g StPO bezeichnet die Anklageschrift die nach Auffassung der Staatsanwalt-
schaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der anwendbaren Gesetzesbe-
stimmungen. Nach Art. 350 Abs. 1 StPO ist das Gericht an den in der Anklage 
umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche 
Würdigung gebunden. Nach Art. 344 StPO eröffnet das Gericht den Parteien, 
wenn es den Sachverhalt anders rechtlich würdigen will als die Staatsanwalt-
schaft in der Anklageschrift (sog. Würdigungsvorbehalt).  

5.3.2 Wie sich aus den soeben zitierten Rechtsgrundlagen ergibt, ist für die Berufungs-
kammer der in der Anklageschrift vom 30. Juni 2022 umschriebene Sachverhalt 
gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO bindend. Aus der Anklageschrift wird ersichtlich, 
dass darin insbesondere das dem Betrug immanente Sachverhaltselement der 
Arglist gänzlich unerwähnt ist. Auch die übrigen für einen Betrug erforderlichen 
Tatbestandselemente der Täuschung, des Irrtums einer natürlichen Person und 
der Vermögensverfügung würden sich – wenn überhaupt – der Anklageschrift 
nur mit Phantasie entnehmen lassen. Die Vorinstanz hatte daher zu Recht in 
ihrer summarischen mündlichen Begründung darauf hingewiesen, dass die Ele-
mente des Betrugs in der Anklageschrift nicht hinreichend umschrieben sind.  

Eine Gegenüberstellung der Anklageschrift vom 30. Juni 2022 mit dem Schluss-
vorhalt vom 8. Juli 2021 verdeutlicht diese zutreffende Erkenntnis: Im Schluss-
vorhalt war der Tatbestand des gewerbsmässigen Betrugs noch über 1 ½ Seiten 
unter dem Titel «7. Eventualiter gewerbsmässiger Betrug» umschrieben (BA pag. 
503010110 ff., S. 28 f.). Die Elemente des Betrugs wurden dem Beschuldigten 
im Schlussvorhalt folglich noch ausdrücklich vorgehalten. Konkret wurde in den 
Ziffern 85 bis 92 des Schlussvorhalts das Tatbestandselement der Arglist ge-
nannt und umschrieben sowie der Irrtum von natürlichen Personen und der Ver-
mögensverfügung. Genau dieser 7. Titel zum Betrug sowie die Ziffern 85 bis 92 
und die damit einhergehenden Ausführungen fehlen nun in der erhobenen An-
klage. Dem in der zu beurteilenden Anklageschrift gänzlich fehlenden Element 
der Arglist wurde im Schlussvorhalt noch eine ganze Ziffer (89) gewidmet.  

Insgesamt genügt die Anklageschrift damit den gesetzlichen Anforderungen von 
Art. 325 StPO an die Umschreibung eines gewerbsmässigen Betrugs nicht. Der 
Anklagegrundsatz ist insoweit verletzt. Dies ergibt sich auch aufgrund der ratio 
legis des Anklagegrundsatzes, der darin liegt, dass sich der Beschuldigte und 
seine Verteidigung auf die Hauptverhandlung genügend vorbereiten können. 
Wenn nach einer Schlusseinvernahme einer der Vorwürfe in der Anklageschrift 
ausdrücklich nicht erhoben wird, dürfen daraus durchaus Rückschlüsse gezogen 
werden. Da die BA den Betrug in der Schlusseinvernahme noch als Eventual-
standpunkt bezeichnete, musste der Beschuldigte auch nicht davon ausgehen, 

- 18 - 

dass der Betrug separat eingestellt werde. Er durfte somit darauf vertrauen, dass 
ihm kein Betrugsvorwurf mehr gemacht wird. 

5.3.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz hat das Berufungsgericht folglich anläss-
lich der Berufungsverhandlung vorfrageweise entschieden, dass der Betrug kein 
Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens bildet (vgl. CAR pag. 5.100.011). Ent-
sprechend erübrigte sich das Anbringen eines Würdigungsvorbehalt gemäss 
Art. 344 StPO, da dieser eine rechtsgenügende Umschreibung eines gewerbs-
mässigen Betrugsvorwurfs erfordern würde, welche, wie dargestellt, nicht vor-
liegt.  

5.3.4 Gemäss Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO sind die Strafbehörden verpflichtet, nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben zu handeln. Nach Art. 3 Abs. 2 lit. b StPO ist 
ihnen der Rechtsmissbrauch verboten. Für den Fall, dass der Betrugssachverhalt 
genügend umschrieben worden wäre, hätte sich ernsthaft die Frage gestellt, ob 
die BA mit ihrer geltend gemachten Vorgehensweise gegen den Grundsatz von 
Treu und Glauben verstossen hätte, wenn sie ihn bewusst trotzdem nicht na-
mentlich genannt hätte. Diese Frage kann jedoch offenbleiben, da ein Betrugs-
sachverhalt in der Anklageschrift bereits nicht genügend umschrieben wurde. 

5.4 Grundsatz des rechtlichen Gehörs 

Die BA rügt betreffend den Betrug die fehlende schriftliche Begründung seitens 
der Vorinstanz und sieht darin ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt 
(CAR pag. 1.100.097 und CAR 5.100.006). Es ist zutreffend, dass die Vorinstanz 
mangels schriftlicher Erwägungen, die ihren Einstellungsentscheid hinsichtlich 
des Betruges begründen, ihre schriftliche Begründungspflicht nach Art. 82 Abs. 2 
StPO verletzt hat. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen derart schwerwie-
genden Verfahrensmangel, welche nach Art. 409 StPO eine Rückweisung an die 
Vorinstanz zur Nachholung der schriftlichen Begründung rechtfertigen würde. 
Eine Rückweisung wurde von der BA als betroffene Partei insoweit auch nicht 
beantragt. So hat sich das Berufungsgericht mit den von der BA vorgebrachten 
Argumenten schriftlich mittels der vorstehenden Erwägungen 5.2 – 5.3 auseinan-
dergesetzt und ist zum gleichen Ergebnis wie die Vorinstanz gekommen; dass 
nämlich die Elemente für den Betrug – insbesondere der Arglist – in der Ankla-
geschrift nicht rechtsgenügend umschrieben wurden. Der Entscheid der Vo-
rinstanz wurde zudem in Anwesenheit der BA zumindest mündlich begründet. 
Die Tonbandaufnahme hierüber wurde der BA und der Verteidigung vorgängig 
zur Berufungsverhandlung zugestellt, auf welcher die mündliche Begründung 
des Entscheids erneut abgehört werden konnte (CAR pag. 2.102.001). Die BA 
bedankte sich anlässlich der Berufungsverhandlung für diese Zustellung (CAR 
pag. 5.100.011). Aufgrund der mündlichen Begründung durch die Vorinstanz 
würde eine Rückweisung zudem ein rein formalistischer Leerlauf bedeuten und 

- 19 - 

wäre damit kaum im Interesse der BA. Der gerügte Verfahrensmangel der feh-
lenden schriftlichen Begründungspflicht konnte folglich durch das Berufungsge-
richt als reformatorische Rechtsmittelinstanz mittels der vorliegenden schriftli-
chen Urteilsbegründung geheilt werden.  

6. Einsetzung von ausserordentlichen Staatsanwälten  

6.1 Parteistandpunkte 

6.1.1 Im Berufungsverfahren bestreitet die Verteidigung (erstmals) die rechtmässige 
Einsetzung von Oliver Otto und Maric Demont vom 14. September 2020 als aus-
serordentliche Staatsanwälte des Bundes (CAR pag. 4.300.012 ff. und CAR pag. 
4.300.023 ff.). Sie folgert daraus die Nichtigkeit der von ihnen als ausserordent-
liche Staatsanwälte des Bundes ergangenen Verfahrenshandlungen sowie die 
Nichtigkeit des vorinstanzlichen Urteils. Konkret stellt die Verteidigung folgende 
Anträge: Feststellung der Ungültigkeit des Beizugs der ausserordentlichen 
Staatsanwälte des Bundes ohne formell-gesetzliche Grundlage (Antrag 1), Fest-
stellung der Nichtigkeit sämtlicher gegen den Beschuldigten durch sie ergange-
nen Untersuchungshandlungen, Unverwertbarkeit der dadurch geschaffenen Be-
weismittel und Verweis aus den Akten, Aufhebung der Beschlagnahmungen, 
Nichtigkeit der Anklage (Antrag 2), Feststellung der Nichtigkeit des vorinstanzli-
chen Urteils (Antrag 3), Rückweisung des Verfahrens an die (zuständige) BA zur 
Wiederholung der nichtigen Verfahrenshandlungen (Antrag 4), eventualiter 
Nichteintreten auf die Berufung der BA (Eventualantrag 5; CAR pag. 5.200.001 
ff. und CAR pag. 5.100.004 ff.).  

Zur Begründung ihrer Anträge führt die Verteidigung aus, dass der angeklagte 
Vorwurf des Ausnützens von Insiderinformationen gemäss Art. 156 Abs. 1 Fin-
fraG zwingend in die Bundesgerichtsbarkeit falle. Die zuständige Staatsanwalt-
schaft sei folglich exklusiv die BA gewesen. Eine Delegation an zwei kantonale 
Staatsanwälte ausserhalb der auf Finanzmarktdelikte spezialisierten Bundesan-
waltschaft fehle es nicht nur an einer gesetzlichen Grundlage, sie widerspreche 
gar dem Anliegen des Gesetzgebers. Der Grund für die ausschliessliche Zustän-
digkeit für die Verfolgung von Insiderdelikte durch die Bundesanwaltschaft würde 
nämlich insbesondere darin liegen, dass die BA über die besonderen Kenntnisse 
über Finanzmarktdelikte verfüge und das notwendige Knowhow damit bei einer 
Stelle gebündelt werde. Die Verfahrenshandlungen der als ausserordentliche 
Staatanwälte des Bundes eingesetzten kantonalen Staatsanwälte würden infolge 
Unzuständigkeit an einem offensichtlichen Mangel leiden und seien daher nich-
tig. Für die Einsetzung der kantonalen Staatsanwälte als ausserordentliche 
Staatsanwälte des Bundes habe keine formell-gesetzliche Grundlage bestanden. 
Ergänzend sei auf einen Entscheid in einem anderen Berufungsverfahren zu ver-
weisen. Mit Beschluss CA 2021.18 vom 15. Februar 2024 habe die 

- 20 - 

Berufungskammer des Bundesstrafgerichts entschieden, dass das StBOG keine 
weitere Kategorie von ausserordentlichen Staatsanwälten des Bundes kenne, 
abgesehen von den in Art. 67 StBOG geregelten Fällen. Eine gesetzliche Grund-
lage für ihre Einsetzung als ausserordentliche Staatsanwälte des Bundes würde 
auch aus diesem Grund fehlen. Hinsichtlich der Schwere des Verfahrensmangels 
sei zu betonen, dass Staatsanwälte über weitreichende Befugnisse verfügen 
würden, gestützt auf welche tiefgreifend in Grundrechte eines Einzelnen einge-
griffen werden könne. Infolgedessen seien sämtliche Verfahrenshandlungen für 
nichtig zu erklären, womit sie keine Rechtswirkungen entfalten würden (CAR pag. 
4.300.012 ff., CAR pag. 4.300.023 ff., CAR pag. 5.200.001 ff. und CAR pag. 
5.100.004 ff.).  

6.1.2 Die BA beantragt die Abweisung der Anträge der Verteidigung (CAR pag. 
4.300.015). Oliver Otto und Maric Demont seien rechtmässig eingesetzt worden. 
Folglich seien sämtliche ihrer Verfahrenshandlungen rechtsgültig erfolgt (CAR 
pag. 5.100.005). Gemäss Gesetzgeber stehe es der Bundesanwaltschaft frei, 
unterschiedliche Kategorien von Staatsanwälten zu schaffen und somit auch die 
Kategorie des ausserordentlichen Staatsanwaltes. Letztere diene dazu, flexibel 
und rasch auf die Anforderungen der Strafverfolgung reagieren zu können. Sie 
stütze sich bei dieser Rechtsauffassung auf Art. 9 bis Art. 12 StBOG und die 
Botschaft zum StBOG. Eine feste Wahl auf eine Amtsdauer von vier Jahren für 
einzelne Verfahren würde sachlich keinen Sinn machen. Daher sei das Mandat 
stattdessen mittels Dienstleistungsvertrag geregelt worden, was gemäss Art. 20 
Abs. 2 StBOG a maiore ad minus möglich sei. Den Parteien entstünden keine 
Nachteile aus der Einsetzung von ausserordentlichen Staatsanwälten (CAR pag. 
4.300.015 ff. und CAR pag. 5.100.005). 

6.2 Rechtsgrundlagen 

6.2.1 Die Verteidigung weist zutreffend darauf hin, dass die Verfolgung und Beurtei-
lungen von Handlungen, welche als Ausnützen von Insiderinformationen nach 
Art. 154 FinfraG bzw. Art. 40 aBEHG einzustufen sind, nach Art. 156 Abs. 1 Fin-
fraG und Art. 44 aBEHG in die Bundesgerichtsbarkeit fallen. Die sachliche zu-
ständige Strafverfolgungsbehörde im Vorverfahren ist damit die Bundesanwalt-
schaft. Gemäss Gesetz ist die Übertragung der Zuständigkeit zur Verfolgung und 
Beurteilung auf die kantonalen Behörden ausgeschlossen. 

6.2.2 Verfahrensrechtliche Einwendungen sind generell so früh wie möglich, das heisst 
nach Kenntnisnahme eines Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen (Art. 5 
Abs. 3 BV; BGE 137 V 394 E. 7.1 mit Hinweisen). Es verstösst gegen Treu und 
Glauben, Mängel dieser Art erst in einem späteren Verfahrensstadium oder so-
gar erst in einem nachfolgenden Verfahren geltend zu machen, wenn der Ein-
wand schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können. Wer sich auf 

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- 21 - 

das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel bei erster Gelegenheit 
vorzubringen, verwirkt in der Regel den Anspruch auf spätere Anrufung der ver-
meintlich verletzten Verfahrensvorschrift (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.2; BGE 134 I 
20 E. 4.3.1; BGE 132 II 485 E. 4.3.; BGE 130 III 66 E. 4.3; je mit Hinweisen; Urteil 
des Bundesgerichts 1C_630/2014 vom 18. September 2015 E. 3.1). 

6.2.3 Nichtigkeit ist demgegenüber jederzeit und von sämtlichen rechtsanwenden Be-
hörden von Amtes wegen zu beachten (BGE 144 IV 362 E. 1.4.3). Sie setzt ge-
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung einen besonders schweren bzw. tief-
greifenden und wesentlichen Mangel voraus (BGE 147 IV 93 E. 1.4.4; 145 II 436 
E. 4; 144 IV 362 E. 14.3). Als Nichtigkeitsgründe fallen vorab funktionelle und 
sachliche Unzuständigkeit der entscheidenden Behörde sowie krasse Verfah-
rensfehler in Betracht (BGE 147 IV 93 E. 1.4.4). Im Bereich des Strafrechts 
kommt der Rechtssicherheit eine besondere Bedeutung zu, womit nicht ohne 
weiteres die Nichtigkeit von in Rechtskraft erwachsenen Urteilen angenommen 
werden darf (BGE 145 IV 197 E. 1.3.2). Ein von einer unzuständigen Behörde 
erlassener Entscheid ist nicht im Sinne eines allgemeinen Grundsatzes per se 
nichtig. Vielmehr müssen auch diesfalls die drei nachfolgend genannten Voraus-
setzungen kumulativ erfüllt sein. Der Entscheid ist auch in einem solchen Fall nur 
nichtig, wenn der ihm anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er sich 
als offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar erweist und die Rechtssicher-
heit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_563/2021 vom 22. Dezember 2022 E. 1.3.3 mit Hinweis auf 
BGE 136 II 489 E. 3). 

6.3 Würdigung 

6.3.1 Oliver Otto und Maric Dumont führten die Strafuntersuchung zu Beginn als aus-
serordentliche, kantonale Staatsanwälte, seit sie am 22. Januar 2018 vom Kan-
ton B. eingesetzt wurden. Zunächst eröffneten sie mit Verfügung vom 13. April 
2018 formell ein Strafverfahren wegen ungetreuer Amtsführung bzw. ungetreuer 
Geschäftsbesorgung (CAR pag. 10101009). Erst nach zwei Jahren Ermittlungs-
handlungen sowie den neuen Erkenntnissen aus der Rechtsprechung und dem 
ersten Gutachten der Q. AG vom 15. Oktober 2019 kamen sie als kantonale 
Staatsanwälte am 10. Februar 2020 zum Schluss, dass der von ihnen unter-
suchte Sachverhalt – neben den zwei genannten Delikten – rechtlich voraussicht-
lich auch den Tatbestand des Ausnützens von Insiderinformationen erfüllt, wes-
halb sie zutreffend um Verfahrensübernahme durch die BA ersuchten (vgl. BA 
pag. 10201011).  

6.3.2 Vorab ist festzuhalten, dass die sachliche Zuständigkeit und Rechtsmässigkeit 
der zunächst vom Kanton B. als (ausser-)kantonale, ausserordentliche Staatsan-
wälte eingesetzten Verfahrensleitung (Oliver Otto und Maric Demont) auch 

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- 22 - 

seitens Verteidigung unbestritten ist. Frühere Verfahrenshandlungen von kanto-
nalen Staatsanwälten werden nicht dadurch nichtig, dass sich danach im Zuge 
der Verfahrensentwicklung für einen zusätzlichen Vorwurf eine (zwingende) Bun-
deszuständigkeit ergibt (vgl. sinngemäss Art. 27 Abs. 1 StPO sowie JO-
SITSCH/SCHMID, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2023, Art. 27 N. 1). Es ist daher fest-
zuhalten, dass die Verfahrenshandlungen vom 22. Januar 2018 bis zur Verfah-
rensübernahme der BA am 14. September 2020 nicht von einer allfälligen Nich-
tigkeit aufgrund der fehlerhaften Einsetzung betroffen sein können. 

6.3.3 Die Verteidigung bestreitet jedoch, dass ihre Einsetzungen am 14. September 
2020 als ausserordentliche Staatsanwälte des Bundes auf einer rechtlichen 
Grundlage beruht habe und folgert daraus die Nichtigkeit sämtlicher Verfahrens-
handlungen. Selbst wenn von einer ungültigen Einsetzung der ausserordentli-
chen Staatsanwälte des Bundes ausgegangen würde – was vorliegend offenblei-
ben kann – liegt auf Grund der nachstehenden Erwägungen kein gravierender 
Verfahrensmangel vor, welcher es rechtfertigen würde, sämtliche Verfahrens-
handlungen ab dem 14. September 2020 für nichtig zu erklären.  

6.3.3.1 Die Argumentation der Verteidigung hinsichtlich der tiefgreifenden Eingriffsmög-
lichkeiten von Staatsanwälten geht in der vorliegenden Konstellation fehl. In dem 
von der Verteidigung angeführten Beschluss der Berufungskammer des Bun-
desstrafgerichts CA.2021.18/CA.2024.10 wurde in Erwägung 4.3.1 festgestellt, 
dass Staatsanwälte mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet sind, welche 
in Grundrechte eingreifen können. Anders als im dortigen Verfahren waren vor-
liegend jedoch gewählte Staatsanwälte des Kantons Zürich als ausserordentliche 
Staatsanwälte des Bundes tätig. Staatsanwälte des Kantons und des Bundes 
verfügen in dieser Hinsicht gemäss StPO über dieselben Eingriffsmöglichkeiten 
in Grundrechte. Die Tatsache, dass die kantonalen Staatsanwälte als ausseror-
dentliche Staatsanwälte des Bundes eingesetzt wurden, weist damit keine spe-
zifische Grundrechtsproblematik auf. Eine genauere Betrachtung der Verfah-
renshandlungen, die nach ihrer Einsetzung am 14. September 2020 als ausser-
ordentliche Staatsanwälte des Bundes erfolgten, zeigt, dass Oliver Otto und Ma-
ric Demont keine besonders schwerwiegenden Eingriffe in die Grundrechte des 
Beschuldigten vorgenommen haben, wie sie beispielsweise im Zuge von 
Zwangsmassnahmen erfolgen. Nach dem 14. September 2020 kam es vielmehr 
noch zu Editionen bei den Privatklägerinnen (Reglemente, Verträge) sowie zu 
zwei Einvernahmen mit dem Beschuldigten (am 20. November 2020 und am 
8. Juli 2020 die Schlusseinvernahme). Diese Ermittlungshandlungen wären je-
doch gerade auch erforderlich geworden in Bezug auf denselben, in den vorgän-
gigen zwei Jahren bereits anfänglich ermittelten Lebenssachverhalt (den Vorwurf 
des Frontrunnings) unter dem Tatbestand der ungetreuen Amtsführung und Ge-
schäftsbesorgung und nicht nur im Hinblick auf den Insidertatbestand, welcher 
erst die Bundeszuständigkeit begründete.  

- 23 - 

6.3.3.2 Anders als die Einsetzung eines ausserordentlichen Staatsanwalts im Beru-
fungsverfahren CA.2021.18 weist die vorliegende Konstellation einer Einsetzung 
von bisherigen (ausser-)kantonalen Staatsanwälten aufgrund einer Verfahrens-
übernahme der BA infolge sich ergebender Bundeszuständigkeit als Staatsan-
wälte des Bundes viel eher Parallelelen zu einem Zuständigkeitskonflikt zwi-
schen Kanton und Bund auf. Wie bereits angeführt, bleiben bisherige Untersu-
chungshandlungen von kantonalen Strafverfolgungsbehörden jedoch grundsätz-
lich auch dann bestehen, wenn es sich nachträglich ergibt, dass sie in Bundes-
kompetenz fallen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass Regelungen 
zur sachlichen Zuständigkeit keinen Selbstzweck verfolgen. Vielmehr verwirkli-
chen Zuständigkeitsordnungen generell, dass einzelfallgerechte Entscheide am 
ehesten von denjenigen Behörden gefällt werden, die mit ihrer Organisation, Ver-
fahrensweise, Funktion und Zusammensetzung über die besten (z.B. fachlichen) 
Voraussetzungen zur Beurteilung des jeweiligen Problems verfügen (vgl. WEBER, 
Die Nichtigkeit im öffentlichen Recht, Von der Evidenztheorie zum verfassungs-
unmittelbaren Nichtigkeitsbegriff, S. 32 f.; mit Hinweis auf WIEDERKEHR, Fairness 
als Verfassungsgrundsatz, 2006, S. 386 ff.). Die Verteidigung hat in diesem Zu-
sammenhang den mit der Bundeszuständigkeit nach Art. 156 Abs. 1 FinfraG 
bzw. Art. 44 aBEHG verfolgten Sinn und Zweck angeführt. Einerseits wird damit 
das Fachwissen bei Insiderdelikten bei einer Behörde (Bundesanwaltschaft bzw. 
dem Bundesstrafgericht) gebündelt (vgl. Botschaft zur Änderung des Börsenge-
setzes [Börsendelikte und Marktmissbrauch], BBl 2011 6873, 6887 und 6907 f. 
[nachfolgend: Botschaft BBl 2011 6873]). Andererseits wird damit die bereits be-
stehende Koordinationsfunktion der BA mit der FINMA bei Börsendelikten fortge-
führt (vgl. THORMANN, Wirtschaftsstrafverfahren, in: Finanzmarktenforcement, 
Zulauf/Wyss [Hrsg.], 3. Aufl. 2022, S. 684). Diese Zwecke wurden in der vorlie-
genden Konstellation nicht unterlaufen. Das von der Verteidigung angebrachte 
Fachwissen wurde im konkreten Fall bei der BA gebündelt, da Oliver Otto und 
Maric Demont unter Aufsicht des jeweils deliktsfeldverantwortlichen Staatsan-
walts für allgemeine Wirtschaftskriminalität als ihre Ansprechperson standen (vgl. 
ihre Einsetzungsvereinbarungen BA pag. 104010015 und -18, jeweils Ziffer 5 so-
wie CAR pag. 5.200.008 Ziffer 5). Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass es sich 
bei Oliver Otto und Maric Demont um Staatsanwälte einer auf Wirtschaftsstraf-
recht spezialisierten Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich handelte, welche 
im Kanton Zürich bis zur Änderung der Rechtslage am 1. Mai 2013 für die Ver-
folgung von Insiderhandel zuständig gewesen war (damals noch Art. 161 aStGB) 
und damit das erforderliche Fachwissen durchaus mitbrachten. Zudem erübrigte 
sich die angesprochene Koordinationsfunktion der BA mit der FINMA aufgrund 
der von dieser eingereichten Strafanzeige vom 4. Dezember 2017, mit welchem 
das FINMA-Verfahren bereits vorgängig seinen Abschluss fand.  

6.3.3.3 Daneben rücken die Einsetzungen der kantonalen Staatsanwälte als Staatsan-
wälte des Bundes durch Vertrag mit der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 

- 24 - 

Zürich (vgl. BA pag. 10401003 ff. und -1016 ff.) in die Nähe einer Amtshilfe, wel-
che für den Bund ebenfalls möglich und zu entschädigen ist (vgl. Art. 47 StPO).  

6.3.3.4 Abschliessend verhält sich der rechtskundig vertretene Beschuldigte wider-
sprüchlich, als er am 19. Oktober 2020 die Weiterführung des Strafverfahrens 
durch die bisherigen Staatsanwälte als ausserordentliche Staatsanwälte des 
Bundes selbst noch ausdrücklich als «pragmatische Lösung» verdankte (BA pag. 
70101022).  

6.3.3.5 Selbst wenn von einer ungültigen Einsetzung der ausserordentlichen Staatsan-
wälte des Bundes ausgegangen würde – was vorliegend offenbleiben kann – 
liegt auf Grund der genannten Erwägungen kein gravierender Verfahrensmangel 
vor, welcher es rechtfertigen würde, sämtliche Verfahrenshandlungen ab dem 
14. September 2020 für nichtig zu erklären. Infolgedessen wurden die Anträge 
der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung vorfrageweise abgewie-
sen, soweit darauf eingetreten wurde (CAR pag. 5.100.005 f.).  

  

- 25 - 

II. Materielle Erwägungen 

A) Schuldpunkt 

1. Ausnützen von Insiderinformationen (1. Mai 2013 bis 30. August 2018) 

1.1 Anklagevorwurf, vorinstanzlicher Entscheid, Parteistandpunkte 

1.1.1 Anklagevorwurf 

In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, er 
habe vom 1. Mai 2013 bis zum 30. August 2018 in seiner damaligen Funktion als 
Portfoliomanager der M.N.-Fonds jeweils vor seinen geschäftlichen Aktienkäufen 
für diese Fonds privat dieselben Effekten gekauft, um danach bei einem Verkauf 
der privaten Effekten von den durch die Fondskäufe herbeigeführten Kurssteige-
rungen zu profitieren (TPF pag. 24.100.001 ff., vgl. auch Urteil SK.2022.30 E. 2.1 
mit Verweis auf E. 3.1.2).  

Konkret wird ihm der private Aktienhandel (Kauf und Verkauf) vorgeworfen, der 
in einem bestimmten Zeitfenster, einem Intervall -5, +2, zu den entsprechenden 
geschäftlichen Fondkäufen stehe. Mit -5 seien die privaten Aktienkäufe gemeint, 
bei denen der Beschuldigte den gleichen Aktientitel maximal fünf Handelstage 
vor den korrespondierenden Fondskäufen privat gekauft habe. Mit +2 seien die 
privaten Aktienverkäufe gemeint, bei denen er den Aktientitel maximal zwei Han-
delstage nach dem Fondskauf wieder privat verkauft habe. 0 beziffert folglich den 
Startzeitpunkt, der durch den jeweiligen Fondskauf ausgelöst werde (TPF pag. 
24.100.016 Ziffer 74). Diese Ereignisse werden in der Anklageschrift als sog. 
«korrespondierende Ereignisse» (bzw. «Events») bezeichnet und zusammenge-
fasst. 

Gemäss Anklageschrift werden dem Beschuldigten insgesamt 774 solcher kor-
respondierende Ereignisse bzw. Events vorgeworfen. Sie sind den Anhängen A-
C zur Anklageschrift in Ereignislisten einzeln aufgeführt und jeweils einer «Ereig-
nis ID» zugeordnet (USB-Stick in TPF pag. 24.100.030 mit Passwort in TPF pag. 
24.100.031). Bei 705 dieser Events soll der Beschuldigte hierdurch einen priva-
ten Gewinn in Höhe von Fr. 2’402’346.47 erwirtschaftet haben. Bei den übrigen 
69 Events sei ihm hingegen ein Verlust von insgesamt Fr. 242’735.17 entstanden 
(TPF pag. 24.100.016 f. Ziffer 77). 

1.1.2 Vorinstanzliches Urteil 

Die Vorinstanz hat das Verfahren wegen Ausnützens von Insiderinformationen 
betreffend drei der angeklagten ID-Ereignisse eingestellt (Dispositiv-Ziffer I.1, 

- 26 - 

zweiter Spiegelstrich). Hinsichtlich 44 der ID-Ereignisse hat sie den Beschuldig-
ten schuldig gesprochen. Von den übrigen 727 Fällen hat sie ihn freigesprochen 
(Dispositiv-Ziffer I.2, zweiter und dritter Spiegelstrich sowie Dispositiv-Ziffer I.2, 
erster Spiegelstrich sowie Urteil SK.2022.30 E. 2.5). Die Vorinstanz erachtet den 
zur Anklage gebrachten Sachverhalt als grundsätzlich erstellt. Als Beweisergeb-
nis hält sie fest, dass der Beschuldigte ohne die Kenntnis der parallelen Fonds-
Transaktionen jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt die betreffenden Effekten im 
gleichen Volumen privat gehandelt hätte. Dies ergebe sich ohne Weiteres aus 
seiner Vorgehensweise (Urteil SK.2022.30 E. 2.4.18). Auffällig sei, dass der Be-
schuldigte stets zuerst für sich privat gekauft habe. Dieser Umstand liesse nur 
den Schluss zu, dass er systematisch von den nachfolgenden Fondstransaktio-
nen zu erwarteten Kursveränderung habe profitieren wollen (Urteil SK.2022.30 
E. 2.4.19). Die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt des fraglichen Ereignisses (die 
Fondskäufe) habe in casu 100% betragen, weil ein Frontrunner a priori mit Si-
cherheit wisse, dass er die betreffenden Effekte später kaufen werde. Da sie die 
tatbestandsmässige (ex-ante vorzuliegende) Kurserheblichkeit jedoch in bloss 
44 der angeklagten Ereignisse erkannte, nahm sie bloss in diesen 44 Fällen ei-
nen Schuldspruch vor. Sie stützt sich hierbei auf einen Kurserheblichkeitsschwel-
lenwert von 2.5%, welcher im vorliegenden Fall zu erreichen gewesen sei. Von 
den 44 Fällen erkannte sie in 29 ein vollendetes Delikt, in den übrigen 15 jeweils 
ein bloss versuchtes Delikt. Im Übrigen kam sie im Rahmen der rechtlichen Wür-
digung zum Schluss, bei der Vorgehensweise des Beschuldigten handle es sich 
um eine atypische Konstellation eines Frontrunnings. Denn der Beschuldigte 
habe die Transaktionenentscheide selbständig gefällt und nicht, wie beim klassi-
schen Frontrunning üblich, von einem Dritten eine Information erlangt (Urteil 
SK.2022.30 E. 2.2.4.4). Sie erachtete jedoch auch diese Form des Frontrunnings 
als grundsätzlich strafbar, da seit der Gesetzesrevision per 1. Mai 2013 auch 
selbständig geschaffene Tatsachen – und auch solche, die sich auf unterneh-
mensexterne Sachverhalte beziehen – grundsätzlich eine Insiderinformation dar-
stellten (Urteil SK.2022.30 E. 2.2.4.3). 

1.1.3 Parteistandpunkte 

1.1.3.1 Die BA beantragt mit ihrer Berufungserklärung, dass der Beschuldigte in Bezug 
auf sämtliche angeklagte Transaktionen (mit Ausnahme der von der Verjährung 
betroffenen Transaktionen) des (teilweise versuchten) Ausnützens von Insiderin-
formationen schuldig zu sprechen sei. Sie ist der Ansicht, der einzige Grund für 
die privaten Geschäfte des Beschuldigten habe darin gelegen, vom kursbeein-
flussenden Potential der Transaktionen der Fonds zu profitieren (CAR pag. 
5.200.024 Ziffer 56). Wie die Verteidigung wendet sich auch die BA gegen den 
vorinstanzlich angesetzten Kurserheblichkeitsschwellenwert von 2.5%. Die BA 
erachtet diesen jedoch anders als die Verteidigung für die vorliegende Konstella-
tion als zu hoch, da er dem zu beurteilenden Frontrunning-Setting, in welchem 

- 27 - 

die privaten Transkationen gestützt auf (eigene) handelsbezogene Informationen 
getätigt würden, nicht gerecht würde. Die BA bezeichnet die Kursrelevanz inso-
weit als eigentlichen Knackpunkt des vorliegenden Falls (CAR pag. 5.200.025) 
und ist der Ansicht, vorliegend müsste ein Kursanstiegsschwellenwert in Höhe 
einer durchschnittlichen Kommissionsbelastung von 0.09% genügen (CAR pag. 
1.100.092 ff. und CAR pag. 5.200.011 ff.). 

1.1.3.2 Der Beschuldigte beantragt dem Berufungsgericht mittels Anschlussberufungs-
erklärung einen vollumfänglichen Freispruch vom Vorwurf, Insiderinformationen 
ausgenutzt zu haben. Auf Sachverhaltsebene führt er aus, der Grund für den 
Erwerb der gleichen Aktientitel privat und geschäftlich habe darin gelegen, dass 
es sich bei den erworbenen Aktien um qualitativ gute Titel gehandelt habe. Seine 
(positive) Markteinschätzung betreffe somit keine vertrauliche Information im 
Sinne des Insidertatbestands. Damit bestreitet der Beschuldigte den Anklagesa-
chverhalt, demzufolge er privat und geschäftlich die gleichen Aktientitel erworben 
haben soll, um von den Fondskäufen zu profitieren. Im Rahmen der Strafunter-
suchung fügt der Beschuldigte wiederholt hinzu, dass er seinen Arbeitgeber nicht 
geschädigt, sondern vielmehr eine Mehrperformance für diesen erwirtschaftet 
habe. Ergänzend bezweifelt die Verteidigung, dass der Beschuldigte entgegen 
der Anklageschrift bei keiner einzigen Transaktion bereits fünf Tage zuvor die 
Entscheidung getroffen habe, danach mit den Fonds zu investieren. Zudem be-
streitet der Beschuldigte bei seinen Geschäften mit den Fonds einen tatbestands-
relevanten Impact auf einen Kurs gehabt zu haben. In rechtlicher Hinsicht nimmt 
die Verteidigung den Begriff des atypischen Frontrunnings auf und fügt hinzu, 
dass sich dieses generell nicht unter den Anwendungsbereich des Insiderstraf-
tatbestands zwängen liesse. So würden die Kaufentscheidungen für die M.N.-
Fonds auf einem eigenem Know-how des Beschuldigten beruhen. Die Umset-
zung eines eigenen Entschlusses sei gemäss Art. 127 Abs. 1 lit. a FinfraV jedoch 
gerade zulässig. Darüber hinaus entspräche es weder der Praxis des Bundes- 
noch des Bundesstrafgerichts, Kurserheblichkeitsschwellenwerte festzulegen. 
Der von der Vorinstanz angenommene Schwellenwert von 2.5% sei auf jeden 
Fall deutlich zu niedrig (CAR pag. 1.100.081 ff. und -279 ff., CAR pag. 
5.200.049 ff.). 

1.2 Einstellungen infolge Eintritts der Verjährung 

1.2.1 Die Bestimmungen zur Verfolgungsverjährung (Art. 97 StGB) wurden am 1. Ja-
nuar 2014 revidiert. Bis zu dieser Revision verjährte das Ausnützen von Insider-
informationen aufgrund der in Art. 40 Abs. 1 lit. a aBEHG angedrohten Strafe von 
bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe nach sieben Jahren (Art. 97 Abs. 1 lit. c aStGB). 
Das ab dem 1. Januar 2014 geltende Verjährungsrecht sieht bei dieser Strafan-
drohung neu eine verlängerte Verfolgungsverjährung von zehn Jahren vor 
(Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB). Da die verlängerte Verfolgungsverjährung im neuen 

- 28 - 

Recht für den Beschuldigten nicht milder ist (Art. 389 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 
Abs. 2 StGB), stellte die Vorinstanz bei der Frage der Verjährung der mutmass-
lich vor dem 1. Januar 2014 begangenen Insiderdelikte zutreffend auf das ältere, 
damals geltende Verjährungsrecht ab. Sie kam folgerichtig zum Schluss, dass 
sämtliche mutmasslich bis am 31. Dezember 2013 begangenen Insiderdelikte 
nach sieben Jahren, somit am 31. Dezember 2020 verjährt waren, also noch be-
vor das erstinstanzliche Urteil am 21. Juni 2023 gefällt wurde (Art. 97 Abs. 3 
aStGB; vgl. Urteil SK.2022.30 E. 1.5.2).  

1.2.2 Die Vorinstanz hat infolge das Verfahren wegen Ausnützens von Insiderinforma-
tionen in Bezug auf drei «Ereignis IDs», welche sich gemäss Anklageschrift vor 
dem 31. Dezember 2013 ereignet haben (ID 1630, ID 1644, ID 1663) bereits 
rechtskräftig eingestellt (Urteil SK.2022.30 Dispositiv-Ziffer I.1, zweiter Spiegel-
strich). 

1.2.3 Gemäss Anhang A zur Anklageschrift wurden dem Beschuldigten jedoch noch 
weitere Transaktionen vorgeworfen, die er gemäss Anklage mutmasslich zwi-
schen dem 1. Mai 2013 und vor dem 31. Dezember 2013 begangen hat. Insge-
samt lassen sich 83 solcher ID-Ereignisse ausmachen bzw. zusätzliche 80 ID-
Ereignisse. Das Verfahren ist im Sinne der zutreffenden Erwägungen der Vo-
rinstanz von Amtes wegen auch in Bezug auf diese Transaktionen einzustellen.  

1.2.4 Somit ist das Verfahren wegen Ausnützens von Insiderinformationen i.S.v. 
Art. 40 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 aBEHG – zusätzlich zu den bereits rechtskräftig 
eingestellten Transaktionen ID 1630, ID 1644 und ID 1663 – für sämtliche ange-
klagte Transaktionen vor dem 1. Januar 2014 einzustellen. 

1.3 Tatsächliches 

1.3.1 Beweisgrundsätze 

 Bestreitet ein Beschuldigter wie vorliegend die ihm vorgeworfene Tat (teilweise), 
ist der Sachverhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorge-
brachten Argumente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Ge-
mäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten 
Maxime «in dubio pro reo» ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu 
vermuten, dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 
137 IV 219 E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38 E. 2a). Das heisst der verfolgende 
Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandsele-
mente nachzuweisen (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Straf-
prozessrechts, 3. Aufl. 2017, Ziffern 216 f.) und nicht der Beschuldigte seine Un-
schuld zu beweisen (BGE 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bundesgerichtes 
6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.2). Als Beweiswürdigungsregel 

- 29 - 

besagt die Maxime, dass sich das Strafgericht nicht von der Existenz eines für 
den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei 
objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, 
ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; BGE 128 I 81 
E. 2 mit Hinweisen). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtspre-
chung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus be-
stimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind 
(Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache ge-
schlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein nur mit einer gewis-
sen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln 
betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offenlassen, können einen Anfangs-
verdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver 
Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirk-
licht hat. Das ist mithin auch der Fall, wenn sich die als belastend gewerteten 
Indizien zu einer Gewissheit verdichten, welche die ausser Acht gelassenen ent-
lastenden Umstände als unerheblich erscheinen lassen (Urteil des Bundesge-
richtes 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 3.3. mit Hinweisen). Insiderfälle 
sind häufig Indizienprozesse (THORMANN/PORTMANN - Update, in: Kapitalmarkt - 
Recht und Transaktionen XIII, 2019, S. 99 ff., S. 120 ff.). So ist unter anderem 
der Nachweis der Kenntnis und Weitergabe von nicht öffentlich bekannten Infor-
mationen generell schwierig und kann oft weder direkt noch indirekt erbracht wer-
den (Urteil des Bundesgerichts 6B_1052/2017 vom 12. Juni 2018 E. 3.6.3). Ent-
sprechend kann dem Handelsverhalten des Beschuldigten eine gewichtige Indi-
zienfunktion zukommen. 

1.3.2 Beweismittel 

 Bei den Akten finden sich im Wesentlichen folgende massgeblichen Beweismit-
tel, um insbesondere den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: 

 - Transaktionslisten über die Fondstransaktionen des Beschuldigten, einge-
reicht von der C.  

 -  Private Transaktionslisten des Beschuldigten bei der H.-Bank, eingereicht von 
der H.-Bank 

 -  Q. Gutachten, insbesondere Gutachten 1 und 2  

 -  Aussagen des Beschuldigten. 

- 30 - 

1.3.3 Stellung des Beschuldigten und Anlagestrategie 

1.3.3.1 Unbestritten und belegt sind die tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz, wo-
nach der Beschuldigte im angeklagten Zeitraum (1. Mai 2013 bis 30. August 
2018) beim Finanzdepartement des Kantons B. und bei der C. angestellt und dort 
für die Verwaltung der M.N.-Fonds zuständig war, welche insbesondere aus den 
Vorsorgegeldern der zweiten Säule der Kantonsangestellten des Kantons B. be-
stand (Urteil SK.2022.30 E. 3.4.1 f.). Der Beschuldigte bestätigte diese Angaben 
von Beginn der Strafuntersuchung an (vgl. u.a. Hafteinvernahme vom 26. Sep-
tember 2018: BA pag. 50101002; Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.005 sowie Plädoyer der 
Verteidigung bei der Strafkammer: TPF pag. 24.721.083). Die Vorinstanz stützte 
sich bei ihren Erkenntnissen zusätzlich auf die Akten.  

Als Portfoliomanager der M.N.-Fonds war der Beschuldigte selbständig für die 
aktive Bewirtschaftung der Fondsvermögen zuständig. Er wählte, innerhalb sei-
nes «Anlageuniversums», wie er es bezeichnete, die Titel aus, in welche das 
Fondsvermögen investiert werden sollte (Hafteinvernahme vom 26. September 
2018: BA pag. 50101004 f.). Demnach traf der Beschuldigte die Investitionsent-
scheidungen für die von ihm betreuten M.N.-Fonds (vgl. Hafteinvernahme vom 
26. September 2018: BA pag. 5010005 ff. und BA pag. 50101010 f.; vgl. seine 
Aussage hierzu: «Das bin immer ich. Diese Frage können Sie weglassen.», BA 
pag. 50101011 F/A 64). Niemand anderes habe entscheiden können, gab er 
hierzu an (BA pag. 50101008 F/A 50). Aussagekräftig sprach er anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung insoweit von einer «One-Man-Show» (TPF 
pag. 24.731.011 Ziffer 6). Auch an der Berufungsverhandlung bestätigte der Be-
schuldigte erneut, er sei «alleine zuständig» gewesen (CAR pag. 5.300.006 Zif-
fern 5 f.).  

Folglich konnte der Beschuldigte das Fondsvermögen im Sinne der Anklage-
schrift – im Rahmen der Anlagestrategie – nach eigenem Ermessen anlegen. Er 
musste keine Rücksprache halten (TPF pag. 24.100.015 Ziffer 69) und konnte 
selbständig über den Auf- und Abbau der Aktienpositionen der M.N.-Fonds ent-
scheiden (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung: TPF pag. 24.731.005 Ziffern 16 ff. sowie -009 Ziffern 24 ff.). 

1.3.3.2  
 
a)  Der Beschuldigte investierte das Vermögen der M.N.-Fonds in Schweizer Aktien 

(Hafteinvernahme vom 26. September 2018: BA pag. 50101003). Das «Titel-Uni-
versum» des Beschuldigten umfasste grundsätzlich Aktien des Swiss Per-
fomance Index (SPI) und damit ungefähr 220 Aktientitel (Einvernahme von 
6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 

- 31 - 

24.731.010 Ziffern 46 f.; vgl. auch Plädoyer der Verteidigung bei der Strafkam-
mer: TPF pag. 24.721.083). Sein Fokus lag gemäss seinen eigenen Aussagen 
auf Small- und Midcap-Titeln (Fortsetzung der Hafteinvernahme vom 27. Sep-
tember 2018: BA pag. 50100162 F/A 34). Gemäss Akten handelte er jedoch auch 
mit Large-Cap-Titeln, beispielsweise mit CS- oder Novartis-Aktien (vgl. das Bei-
spiel der BA in ihrem Plädoyer an der Berufungsverhandlung: CAR pag. 
5.200.031 sowie Einvernahme an der Berufungsverhandlung: CAR pag. 
5.300.006 Ziffern 17 ff.). Auf eine genaue Einordnung der gehandelten Aktien in 
Small- und Midcap-Titel sowie in Übrige wird nachfolgend zurückzukommen sein 
(vgl. nachstehende Erwägung 1.4.5.6.i).  

Die Anlagestrategie der M.N.-Fonds war langfristig ausgerichtet (vgl. Einver-
nahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF 
pag. 24.731.020 Ziffern 7 ff.). Bei der Ausgestaltung seiner Anlagestrategie hatte 
der Beschuldigte eigenen Aussagen zufolge beim grösseren Fond, dem M., wel-
cher rund eine Milliarde Franken schwer gewesen sei, weniger Freiheiten als 
beim kleineren Fond, dem N.. Beim grösseren Fond habe er klare und enge Vor-
schriften gehabt, was die Abweichung vom Benchmark sein dürfe. Dieser sei 
sehr konservativ geführt worden. Die Anlagetätigkeit sei sehr risikobewusst zu 
führen gewesen und habe nicht zu Abweichungen von mehreren Prozentpunkten 
zum Index führen dürfen. Er habe mehr oder weniger, eigentlich jederzeit, immer, 
über Positionen der 30 grössten Titel verfügt. Beim kleineren Fond habe er die 
Möglichkeit gehabt, seine besten Anlageideen umzusetzen. Die einzige Vor-
schrift sei hier gewesen, dass die Diversifikation ausreichend gross gewesen sei. 
Das bedeute, die Anzahl Titel, die jederzeit hätten investiert sein müssen, habe 
bei ungefähr 25 gelegen. Dort sei er relativ frei in der Auswahl und Umsetzung 
gewesen. Das Abweichen vom Benchmark sei dort möglich gewesen und habe 
auch stattgefunden (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzli-
chen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.009 f. Ziffern 30 ff.). Auf diese im 
Grundsatz glaubhaften Aussagen hinsichtlich seiner Anlagestrategie ist im Rah-
men des von ihm bestrittenen Sachverhalts nachfolgend zurückzukommen. 

b) Im Rahmen der Strafuntersuchung gab der Beschuldigte wiederholt den unter-
schiedlichen (Anlage-)Fokus an, der ein privater gegenüber einem institutionellen 
Anleger verfolge. Als Privater verfolge er eine absolute Perfomance bzw. einen 
absoluten Gewinnfokus und als Institutioneller eine relative Perfomance (Haftein-
vernahme vom 26. September 2018: BA pag. 50101008 F/A 52; Fortsetzung der 
Hafteinvernahme vom 27. September 2018: BA pag. 50101061). Mit einem ab-
soluten Gewinnfokus sei gemeint, höher zu verkaufen, wie er gekauft habe (Ein-
vernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: 
TPF pag. 24.731.010 Ziffern 31 ff.). Begründend führt der Beschuldigte an, als 
Privatanleger eine Position über Nacht zu halten, sei immer ein gewisses Risiko. 
Er habe als Privatanleger ungern über Nacht oder über das Wochenende Risiken 

- 32 - 

getragen, weil immer Informationen, welche die Börse negativ beeinflussen kön-
nen, kommen können (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanz-
lichen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.014 Ziffern 1 ff.); beispielweise 
könne die amerikanische Börse aufgrund eines amerikanischen Problems 2% 
verlieren (TPF pag. 24.731.014 Ziffern 22 ff.). Es sei eigentlich immer das Ziel 
gewesen, am Abend keine Positionen zu haben. Das Vermögen der Fonds habe 
hingegen permanent vollständig investiert sein müssen. Dort habe er also keine 
Möglichkeit gehabt, «auf Cash» zu gehen (Fortsetzung der Hafteinvernahme 
vom 27. September 2018: BA pag. 50101067 F/A 63; BA pag. 50101061 F/A 30). 
Relative Perfomance bedeute, die Performance werde relativ zum Benchmark 
gemessen (Hafteinvernahme vom 26. September 2018: BA pag. 50101012 f. F/A 
67); das heisse versus den Benchmark (Einvernahme an der Berufungsverhand-
lung: CAR pag. 5.300.0006 Ziffern 20 f.). Wenn er für den Fond eine Position 
gekauft habe, die an einem schlechten Börsentag, an dem der Index 1% falle, 
nur 0.5% verliere, habe er damit eigentlich eine gute Auswahl getroffen und folg-
lich den Benchmark geschlagen (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der 
vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.014 Ziffern 11 ff.). Der Ar-
beitgeber komme dann nicht und sage: «Entschuldigung, Herr A., Sie haben 2% 
verloren». Sondern dieser würde kommen, wenn er 2% verliere und der Index 
2% zulege. Dann bestehe für ihn Erklärungsbedarf (Einvernahme an der Beru-
fungsverhandlung: CAR pag. 5.300.006 Ziffern 21 ff.). Bei den Fonds möchte er 
eigentlich jeweils nur in den relativ gesehen günstigsten Titel investiert sein (Ein-
vernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: 
TPF pag. 24.731.015 Ziffern 44 ff.). Als Privater hingegen mache es keinen Sinn, 
wenn er statt 20% nur 15% verliere (CAR pag. 5.300.008 Ziffern 17 ff.). Auf kon-
krete Transaktionen angesprochen, gab der Beschuldigte anfänglich auch an, 
nicht mehr zu wissen, wieso er eine Aktie am gleichen Tag wieder verkauft habe, 
vielleicht sei er im konkreten Fall am Markt unsicher geworden, habe eine bes-
sere Investition gesehen oder sei vielleicht mit dem erzielten Gewinn bereits zu-
frieden gewesen. Auf jeden Fall sei er sich sicher, dass die Pensionskasse je-
weils viel Geld mit den Trades verdient habe (Hafteinvernahme vom 26. Septem-
ber 2018: BA pag. 5010101009 F/A 52 und BA pag. 50101010 F/A 55). 

1.3.4 Intervall -5, +2 bzw. abgestimmtes Handelsverhalten 

1.3.4.1 Der Beschuldigte hat seit Beginn der Strafuntersuchung eingeräumt, dass er pri-
vat und geschäftlich in dieselben Aktientitel investiert hatte (Hafteinvernahme 
vom 26. September 2018: BA pag. 50101004 ff.; vgl. auch Einvernahme von 
6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 
24.731.008 Ziffern 27 f.). Dies ergibt sich zudem aufgrund der Transaktionslisten 
des Beschuldigten bei der H.-Bank sowie der Fondslisten, welche von der C. 
bereitgestellt wurden und den Q. Gutachten bei ihrer Analyse zugrunde lagen 
(vgl. Gutachten 1, BA pag. 41601107 S. 2 Ziffer 1.6). Der Beschuldigte gab an, 

- 33 - 

er habe privat und geschäftlich in die gleichen Effekten investiert, da er diese als 
gute und kluge Investitionen angesehen habe (Hafteinvernahme vom 26. Sep-
tember 2018: BA pag. 50101004 F/A 21 ff.). Aus seiner Sicht habe er sowohl 
privat als auch geschäftlich eigentlich ausschliesslich in qualitativ gute Aktientitel 
investiert (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-
verhandlung: TPF pag. 24.731.010 Ziffern 45 ff.; Einvernahme an der Berufungs-
verhandlung: CAR pag. 5.300.004 Ziffern 30 ff., -008 Ziffern 11 ff., -006 Ziffern 
26 ff.).  

1.3.4.2 Der Beschuldigte trennte Privates und Geschäftliches nicht mehr. Er gab in die-
sem Zusammenhang an, dass er seine privaten Kauforders am Bürocomputer 
erfasst habe, oder wenn er extern gewesen sei, über sein Handy (Fortsetzung 
der Hafteinvernahme vom 27. September 2018: BA pag. 50101067 F/A 67 f.). 
Der Beschuldigte führte an, permanent über Kurse nachgedacht zu haben. Er 
habe jede Indikation wie z.B. die Wallstreet-Schlusskurse am Abend noch verfol-
gen müssen (Fortsetzung der Hafteinvernahme vom 27. September 2018: BA 
pag. 50101075 F/A 133). In den Ferien habe er sich auf das Minimum kon-
zentriert. Das bedeute, er habe die Kurse (immer-) noch ca. 20-mal am Tag ab-
gefragt. Er würde sagen, er habe ein Burnout gehabt (Hafteinvernahme vom 
26. September 2018: BA pag. 50101010 F/A 59). Der Beschuldigte gab an, dass 
es naheliegend gewesen sei, dass er für sich dieselben aussichtsreichen Inves-
titionen gemacht habe wie für die Pensionskasse (Einvernahme von 6. Juni 2023 
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.013 Ziffern 
21 ff.).  

1.3.4.3 Dokumentiert ist auch der zeitliche Zusammenhang zwischen den Fondstrans-
aktionen und den privaten Transaktionen, also der Intervall -5, +2 (-5 = Kauf Pri-
vat; 0 = Kauf für die Fonds, +2 = Verkauf Privat]). Das Gutachten 2 identifizierte 
im Anklagezeitraum (1. Mai 2013 bis 30. August 2018) 776 Ereignisse, welche 
diesem Zeitfenster folgten (TPF pag. 24.264.1.127 Ziffer 2.2). Davon konnten 
772 mit Indexdaten verknüpft werden (TPF pag. 24.264.1.140 Ziffer 4.21; Infol-
gedessen beantragte die BA anlässlich der Berufungsverhandlung nur hinsicht-
lich dieser 772 Transkationen einen Schuldspruch, obwohl im Anhang A zur An-
klageschrift noch 774 Transaktionen aufgelistet waren [vgl. CAR pag. 5.200.025 
Ziffer 65 und Fussnote 48]). Die Q. Gutachten identifizierten diese Ereignisse 
durch eine Verknüpfung der Daten aus den Transaktionslisten des Beschuldigten 
bei der H.-Bank und der von der C. bereit gestellten Fondslisten (vgl. Gutachten 
1, BA pag. 41601107 S. 2 Ziffer 1.6). Daraus resultierten Excel-Tabellen (vgl. BA 
pag. 41601172 und 41601204), welche als Ereignislisten Eingang in die Anhänge 
A-C zur Anklageschrift fanden. Der Beschuldigte stellt die Zahlen in den Excel-
Listen (Zeitpunkt der Käufe und Verkäufe etc.) und auch deren Analyse in den 
Gutachten nicht in Zweifel (Einvernahme von 6. Juni 2023 anlässlich der 

- 34 - 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF pag. 24.731.005 Ziffern 2 ff. und TPF 
pag. 24.731.010 Ziffern 14 ff.).  

1.3.5 (Zu erwartende) Auswirkungen der Fondskäufe auf die Effektenmärkte  

1.3.5.1 Der Anklagesachverhalt geht davon aus, dass der Beschuldigte aufgrund seiner 
Erfahrung gewusst habe, dass sein geplantes Handelsverhalten mit den M.N.-
Fonds eine Kurssteigerung im jeweils gekauften Titel zur Folge haben konnte 
(TPF pag. 24.100.015 Ziffer 70). Deswegen habe der Beschuldigte zuvor privat 
jeweils dieselben Effekten gekauft, um bei einem anschliessenden Verkauf der 
privaten Effekten von den durch die Fondskäufe herbeigeführten Kurssteigerun-
gen zu profitieren (TPF pag. 24.100.015 f.). Zudem hätte auch jeder vernünftige 
Investor, der den Entschluss des Beschuldigten, die jeweiligen Effekten für die 
Fonds zu kaufen, gekannt hätte, diese Information mit erheblicher Wahrschein-
lichkeit als Teil der Grundlage seiner Anlageentscheidung genutzt (TPF pag. 
24.100.016 Ziffer 72).  

1.3.5.2 Teils bestritt der Beschuldigte durch seine ausgelösten Fondskäufen tatsächlich 
einen Einfluss auf den Preis genommen zu haben (vgl. unter anderem: Einver-
nahme von 6. Juni 2023 anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung: TPF 
pag. 24.731.015 Ziffern 25 ff.). Im Gegenteil betonte er, gerade versucht zu ha-
ben, mit seinen geschäftlichen Handelsaktivitäten, möglichst wenig Impact auf 
einen Kurs zu haben (TPF pag. 24.731.012 Ziffern 12 ff.). Es sei zwar nahelie-
gend, dass man denke, er habe das Volumen der Fonds genutzt, um die Titel 
hinaufzutreiben, damit er persönlich profitieren könne. Dazu möchte er ganz klar 
sagen, dass er das nicht gemacht habe und dass das nicht seine Absicht gewe-
sen sei. Denn das wäre in den vielen Jahren sicher auch aufgefallen, wenn er 
eine solche Strategie betrieben hätte (TPF pag. 24.731.011 Ziffern 30 ff.). Er 
habe im Rahmen des internen Controlling-Systems nie Stellung nehmen müs-
sen, weil er ein zu hohes oder zu aggressives Kaufverhalten an den Tag gelegt 
hätte (TPF pag. 24.731.009 Ziffern 14 ff.). Er habe auch nie grosse Handelsvo-
lumen in illiquide Titel gehandelt (TPF pag. 24.731.012 Ziffern 1 f., vgl. auch TPF 
pag. 24.731.015 Ziffern 25 ff.). Er habe vor allem an Tagen gehandelt, an denen 
die Aktien ohnehin ein hohes Volumen gehabt hätten und unter Druck gestanden 
seien, genau, um eigentlich keinen Kursimpact zu generieren (TPF pag. 
24.731.012 Ziffern ff.). Wenn er Kursbewegungen wirklich hätte ausnützen wol-
len, dann hätte er Titel kaufen müssen, die ohnehin schon steigen. Er hätte nur 
noch ein wenig Benzin reingiessen müssen, dann wäre es so richtig abgegangen 
(Einvernahme an der Berufungsverhandlung: CAR pag. 5.300.010 Ziffern 1 ff.).  

1.3.5.3 Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Gutachten 2, das von den Parteien nicht 
bestrittenen wird, ist erwiesen, dass die Fondskäufe des Beschuldigten durchaus 
relevante Auswirkungen auf die Effektenmärkte hatten. Ein besonders 

- 35 - 

aggressives Handelsverhalten des Beschuldigten, mittels der Fondskäufe die 
Kurse absichtlich in die Höhe zu treiben, ergibt sich aus den Gutachten nicht. 
Dies wird ihm jedoch von der Anklage auch nicht vorgeworfen. Mit den Q. Gut-
achten wurde das analysiert, was der Beschuldigte von Beginn der Strafuntersu-
chung an beantragt hatte, dass nämlich ein «fachkundiger Revisor neutral seine 
Arbeit beurteile» (vgl. seine dahingehenden Aussagen in der Hafteinvernahme 
vom 26. September 2018: BA pag. 50101013 F/A 68). Der Beschuldigte ersuchte 
im Vorverfahren darum, dass seine Trades auch unter dem Gesichtspunkt be-
trachtet würden, wie das Verhältnis des Kaufvolumens der Fonds versus das Ge-
samtvolumen der Aktien sei. Darauf komme es seiner Aussage nach an, ob ein 
Titel bewegt werde oder nicht (Fortsetzung der Hafteinvernahme vom 27. Sep-
tember 2018: BA pag. 50101061 F/A 56). Dieser Umstand wurde im Gutachten 
2 besonders untersucht. So führt das Gutachten 2 hierzu aus, dass für die Be-
rechnung der zu erwarteten Preisbeeinflussung das durchschnittliche Handels-
volumen des jeweiligen Aktientitels von Bedeutung sei. Je beträchtlicher der Um-
fang der Fondskäufe im Vergleich zum durchschnittlichen Handelsvolumen (der 
letzten 20 Handelstage), desto bedeutender sei dies für die voraussehbare Preis-
beeinflussung (vgl. TPF pag. 26.264.1.141, Ziffer 4.24). Auf Grundlage dieser 
Erkenntnis wurde im Gutachten das durchschnittlich gehandelte Handelsvolu-
men eines jeweiligen Aktientitels in den letzten 20 Börsentagen vor einer jeweils 
ersten korrespondieren privaten Transaktion ermittelt. Daran anknüpfend wurden 
die mit den Fonds gehandelten Handelsvolumen in ein prozentuales Verhältnis 
zum durchschnittlich täglich gehandelten Handelsvolumen gesetzt. Anschlies-
send wurde bei jedem untersuchten Ereignis einzeln die erwartete Preisbeein-
flussung im Handlungszeitpunkt angegeben (vgl. TPF pag. 24.264.1.147 Ziffer 
4.42). Aufgrund der Analyse des Gutachtens 2 wurde eine Excel-Tabelle erstellt, 
in der bei jeder Ereignis-ID ausgewiesen ist, welche erwartete Preisbeeinflus-
sung vorlag, ob schliesslich tatsächlich eine (positive) Preisänderung erfolgte 
(oder nicht) und in welchem Umfang der Kursanstieg letztendlich auf die Fonds-
käufe zurückzuführen war. Als Median des zurechenbaren Anteils im Falle einer 
positiven Preisänderung wurden 37,9% ermittelt (TPF pag. 24.264.1.1.56 Ziffer 
4.61). 

Das Gutachten 2 kommt zum Schluss, dass im jeweiligen Handlungszeitpunkt 
(jeweils erste korrespondierende private Transaktion) in sämtlichen Fällen eine 
Veränderung des Kurses der Aktientitel gestützt auf das angebliche Wissen über 
die bevorstehenden Fondskäufe für einen verständigen Anleger voraussehbar 
gewesen ist. Das liege daran, dass für einen verständigen Anleger von sämtli-
chen durchgeführten Kauf- oder Verkaufsentscheidungen eine Veränderung der 
Kurse zu erwarten ist. Bei kleineren Käufen sei der Einfluss einfach geringer (TPF 
pag. 24.264.1.130 Ziffer 2.7).  

- 36 - 

1.3.5.4 Im Rahmen der Gesamtbetrachtung aller 772 analysierten Ereignisse kommt das 
Gutachten schliesslich zum Ergebnis, dass bei über der Hälfte der Ereignisse die 
Investitionen der Fonds über 25 Prozent des durchschnittlichen Handelsvolu-
mens der letzten 20 Handelstage lagen (TPF pag. 24.264.128 Ziffer 2.5). Anders 
formuliert hat der Beschuldigte in mehr als der Hälfte der von ihm ausgelösten 
und untersuchten Fondskäufe folglich mehr als 25 Prozent eines durchschnittli-
chen, täglichen Handelsvolumens der letzten 20 Handelstage gehandelt. Bei 
34,6 Prozent der untersuchten Ereignisse handelte er mit den Fonds sogar über 
50 Prozent und bei 17 Prozent gar über 100 Prozent (TPF pag. 24.264.128 Ziffer 
2.5; vgl. auch die Tabelle 11 in Ziffer 4.27 in TPF pag. 24.264.1.142, welche die 
Anzahl der Ereignisse nach bestimmten Schwellen eines Prozentvergleiches des 
Fondskaufs zum durchschnittlichen Handelsvolumen der letzten 20 Tagen vor 
dem ersten privaten Kauf von Effekten zeigt). Entgegen den Aussagen des Be-
schuldigten investierte er mit den M.N.-Fonds folglich umfangreiche Handelsvo-
lumen, welche gemäss Gutachten auch (ex ante) einen Einfluss auf den Kurs 
hatten. Ob aufgrund dieser Erkenntnisse die ex ante für den Insiderstraftatbe-
stand erforderliche Kurserheblichkeit gegeben ist, ist eine Rechtsfrage, die ab-
schliessend im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu klären ist.  

Der Beschuldigte kannte die Funktionsweise des Börsenmarktes. Als erfahrener 
Anleger hatte er Kenntnis davon, dass sich der Kurs von Effekten, insbesondere 
bei Small- und Mid-Cap-Titeln, durch die Investition von grösseren Handelsvolu-
men verändert. Entsprechend wusste er auch, dass er als Portfoliomanager ei-
nes grösseren institutionellen Kunden mit seinen Fondskäufen den Kurs gerade 
bei Small- und Mid-Cap-Titeln verändern konnte, da grosse Handelsvolumen je-
weils ins Gewicht fallen und entsprechend preisrelevant sind. In diesem Zusam-
menhang gab er zu: «Wenn sie genügend viel kaufen, klar können Sie Kurse 
bewegen, da muss man gar keinen Hehl daraus machen» (Fortsetzung der 
Hafteinvernahme vom 27. September 2018: BA pag. 50101065 F/A 56). Ent-
scheidend für die Frage, ob ein Titel bewegt werde oder nicht, sei das Verhältnis 
des Kaufvolumens versus das Gesamtvolumen (BA pag. 50101061 F/A 31). An-
lässlich der Berufungsverhandlung bestätigte er in diesem Zusammenhang, dass 
er die Märkte genau beobachtet habe und auch die mit den Fonds gehandelten 
Volumen (vgl. CAR pag. 5.300.006 Ziffern 39 ff.). 

1.3.5.5 Der Beschuldigte gab anlässlich der Berufungsverhandlung an, dass für ihn nur 
das Handelsvolumen am jeweiligen Handelstag wichtig gewesen sei. Auf die 
Frage, ob es ihn überrascht habe, dass bei über der Hälfte der analysierten Er-
eignisse die Investitionen des Fonds über 25% des durchschnittlichen Handels-
volumens der letzten 20 Handelstage ausgemacht habe, gab er an, darüber habe 
er sich keine Gedanken gemacht (CAR pag. 5.300.007 Ziffern 6 ff.). Zudem be-
tonte er, bewusst an volumenreichen Tagen gehandelt zu haben, als er aussagte, 
er habe vor allem an Tagen gehandelt, an denen die Aktien ohnehin ein hohes 

- 37 - 

Volumen gehabt hätten und unter Druck gestanden seien, genau, um eigentlich 
keinen Kursimpact zu generieren (TPF pag. 24.731.012 Ziffern 24 ff.; CAR pag. 
5.300.007 Ziffern 6 ff.).  

Die Erkenntnisse aus dem Gutachten 2, konkret die nachgewiesenen Volumen 
auch am jeweiligen Handelstag, aber insbesondere die berechneten Kursim-
pacts, widerlegen diese Aussage. Das Gutachten, welches auch das Handelsvo-
lumen am jeweiligen Handelstag untersuchte, kommt nämlich schlüssig und un-
widersprochen zum Schluss, dass die Fondskäufe regelmässig einen beträchtli-
chen Anteil am gesamten Handelsvolumen der betreffenden Effekten auch am 
jeweiligen Tag ausmachten (TPF pag. 24.264.1.143 ff. Ziffern 4.30 ff.). Bei knapp 
40 Prozent machten die analysierten Fondskäufe mehr als 30 Prozent des Han-
delsvolumens der betreffenden Effekte am betreffenden Tag aus (TPF pag. 
24.264.1.144 Ziffer 4.32). Die Aussage des Beschuldigten, er habe bewusst an 
volumenreichen Tagen gehandelt, ist demnach eine Schutzbehauptung. Zudem 
ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte nicht nur am jeweiligen Handels-
tag, sondern insbesondere auch bevor er mit den Fonds investierte, den Markt 
und die Handelsvolumen eines Aktientitels genau beobachtet hatte. So gab er 
an, permanent über Kurse nachgedacht zu haben. Er gab auch an, jeweils in der 
Überzeugung gekauft zu haben, zu spüren, dass jetzt die Gegenbewegung bei 
einem Titel einsetze, der unter Verkaufsdruck stehe (CAR pag. 5.300.010 Ziffern 
1 ff.). Das setzt eine vorgehende Marktanalyse der Handelsvolumen voraus. 
Marktteilnehmer kennen sowohl den Preis einer Effekte als auch ihr Handelsvo-
lumen. Die letzten 20 Handelstage waren für den Beschuldigten deshalb rele-
vant, weil er als Marktteilnehmer so voraussehen konnte, wie hoch sein Markt-
anteil mit den Fondskäufen in etwa sein wird. Wenn eine Aktie zudem unter Ver-
kaufsdruck steht, hat ein Kaufangebot mit den Fonds mit grösseren Volumen 
umso mehr Wirkung auf den Markt. 

1.3.6 Private Effektenkäufe wegen auszulösenden Kurssteigerungen durch die 
Fondskäufe 

1.3.6.1 Die Vorinstanz kommt in ihrer Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass der Be-
schuldigte stets zuerst für sich privat gekauft habe. Dieser Umstand lasse nur 
den Schluss zu, dass er systematisch von der zu erwarteten Kursveränderung 
der nachfolgenden Fondstransaktionen habe profitieren wollen (Urteil 
SK.2022.30 E. 2.4.19). Zudem wisse ein Frontrunner a priori mit Sicherheit, dass 
er die betreffenden Effekte später kaufen werde (Urteil SK.2022.30 E. 2.4.13). 
Die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt des fraglichen Ereignisses (die Fonds-
käufe) habe damit in casu 100% betragen.  

1.3.6.2 Der Beschuldigte bestreitet, die gleichen Aktientitel privat und geschäftlich ge-
kauft zu haben, um von den Fondskäufen zu profitieren. Seine Verteidigung 

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betont zusätzlich, dass der Beschuldigte entgegen dem Anklagesachverhalt bei 
keiner einzigen Transaktion bereits fünf Tage im Voraus beschlossen habe, nach 
einigen Tagen für den Fonds bestimmte Aktien zu kaufen (CAR pag. 1.100.289). 
Die Annahme der Vorinstanz, die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschuldigte da-
nach jeweils für die Fonds kaufe, habe bei 100% gelegen, sei daher unzutreffend 
(CAR pag. 5.200.056 mit Verweis auf Urteil SK.2022.30 E. 2.4.13). Zudem habe 
der Beschuldigte nicht in allen untersuchten Fällen vorgängig auch privat inves-
tiert. Das Gutachten 2 gehe nachweislich von 544 Transaktionen aus, bei dene