# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e487f6b0-65af-51ce-b7d3-441365ae47bb
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 16.08.2023 V 2023 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2023-41_2023-08-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

VERWALTUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Aldo Elsener, Vorsitz
Dr. iur. Matthias Suter und lic. iur. Adrian Willimann
Gerichtsschreiber: lic. iur. Peter Kottmann

U R T E I L  vom 16. August 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch Fürsprecher B.________

gegen

Strassenverkehrsamt des Kantons Zug
Beschwerdegegner 

betreffend

Strassenverkehrsrecht 
(Führerausweisentzug)

V 2023 41

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Urteil V 2023 41

A. Der damals im Kanton Bern wohnhafte A.________ führte in der Zeit vom 9. Ok-
tober 2021 bis 2. November 2021 täglich einen Personenwagen, obwohl ihm der Füh-
rerausweis anlässlich einer Polizeikontrolle vom 9. Oktober 2021 im Kanton Bern wegen 
Verdachts auf Fahren in fahrunfähigem Zustand entzogen bzw. ihm ein vorläufiges Fahr-
verbot erteilt worden war und er deshalb nicht berechtigt war, Motorfahrzeuge zu lenken. 
Für dieses Verhalten wurde A.________ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kan-
tons Bern vom 8. März 2022 wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
durch Fahren ohne Berechtigung (Führen eines Motorfahrzeuges trotz entzogenem Füh-
rerausweis) schuldig erklärt. Der Strafbefehl ist in Rechtskraft erwachsen. Mit Verfügung 
vom 3. April 2023 entzog das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug dem inzwischen in 
den Kanton Zug gezogenen A.________ den Führerausweis für zwölf Monate. Der Zeit-
raum vom 2. November 2021 (letztmaliges bekanntes Fahren trotz polizeilicher Abnahme) 
bis 17. Januar 2022 (Aufhebung des polizeilichen Fahrverbots) wurde als vollzogen ange-
rechnet.

B. Mit Beschwerde vom 3. Mai 2023 gelangte A.________, vertreten durch Fürspre-
cher B.________, an das Verwaltungsgericht und liess folgende Rechtsbegehren stellen:

"1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 3. April 2023 sei aufzuheben, dem Beschwerdeführer sei der 
Führerausweis nicht zu entziehen und ihm zu belassen.

2. Eventualiter sei die Verfügung der Vorinstanz vom 3. April 2023 aufzuheben und die Sache zur 
Neubeurteilung an die zuständige Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Subeventualiter sei die Entzugsdauer des Führerausweises angemessen zu kürzen, mindestens 
jedoch um die Hälfte.

4. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer der Führerausweisentzug bzw. die Einsendungsfrist 
des Führerausweises bis zum Ende des sechsten Monats ab der Rechtskraft der vorliegenden 
Rechtssache aufzuschieben.

5. Sofern der vorliegenden Beschwerde nicht von Amtes wegen die aufschiebende Wirkung zu-
kommt, sei dem verfügten Führerausweisentzug vom 3. April 2023 vorfrageweise die aufschieben-
de Wirkung zu erteilen, bis über die vorliegende Rechtssache rechtskräftig entschieden worden ist, 
und es sei die Einsendefrist des Führerausweises bis zum 15. Oktober 2023 aufzuheben."

C. Der Beschwerdeführer bezahlte den mit Verfügung vom 4. Mai 2023 verlangten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.– fristgerecht. 

D. Das Strassenverkehrsamt beantragte mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2023 die 
Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. 

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Urteil V 2023 41

E. Am 6. Juli 2023 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein.

F. Das Strassenverkehrsamt liess sich nicht mehr vernehmen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Gemäss § 61 Abs. 1 Ziff. 1 des Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungs-
sachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) ist die Beschwerde an das 
Verwaltungsgericht gegen Verwaltungsentscheide unterer kantonaler Verwaltungsbehör-
den zulässig, soweit sich ihre Entscheide auf Bundesrecht stützen und die Gesetzgebung 
keinen Weiterzug an den Regierungsrat oder das Bundesverwaltungsgericht vorsieht. An-
gefochten ist vorliegend eine Verfügung des Strassenverkehrsamts des Kantons Zug und 
damit einer unteren kantonalen Verwaltungsbehörde. Das Strassenverkehrsamt stützt sich 
in seiner Verfügung auf Art. 16c Abs. 1 lit. f und Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes 
(SVG; SR 741.01) und damit auf Bundesrecht. Ein Weiterzug an den Regierungsrat oder 
das Bundesverwaltungsgericht ist nicht vorgesehen, weshalb das hiesige Gericht für die 
Beschwerde zuständig ist. Der Beschwerdeführer ist Verfügungsadressat und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung des Entscheides, weshalb die 
Beschwerdelegitimation gegeben ist (§ 62 VRG). Im Übrigen wurde die Beschwerde form- 
und fristgerecht eingereicht (§ 64 f. VRG). Daher ist auf sie einzutreten.

1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann jede Rechtsverletzung gerügt wer-
den. Als Rechtsverletzung gelten: 1. die Nichtanwendung und die unrichtige Anwendung 
eines Rechtssatzes; 2. die unrichtige rechtliche Beurteilung einer Tatsache; 3. der Miss-
brauch oder die Überschreitung des Ermessens; 4. die Verletzung einer wesentlichen 
Form- oder Verfahrensvorschrift; 5. Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (§ 63 
Abs. 1 VRG). Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann überdies jede für den Ent-
scheid erhebliche unrichtige oder ungenügende Feststellung des Sachverhaltes angefoch-
ten werden (§ 63 Abs. 2 VRG). In Fällen von § 61 Abs. 1 Ziff. 1 VRG – wie vorliegend – 
kann auch die unrichtige Handhabung des Ermessens gerügt werden. 

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Urteil V 2023 41

1.3 Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsord-
nung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

2. Gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach ei-
ner schweren Widerhandlung für mindestens zwölf Monate entzogen, wenn in den voran-
gegangenen fünf Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren Widerhandlung oder 
zweimal wegen mittelschweren Widerhandlungen entzogen war. Nach Art. 16c Abs. 1 lit. f 
SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer ein Motorfahrzeug trotz Ausweisentzug 
führt.

3.
3.1 Der Beschwerdeführer lässt zunächst die Zuständigkeit des Strassenverkehrsamts 
des Kantons Zug zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. April 2023 bestreiten. 
Dies ergebe sich aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer bereits spätestens per 
20. Februar 2023 nicht mehr im Kanton Zug wohnhaft gewesen sei. 

3.2 Nach Art. 22 Abs. 1 SVG werden die Ausweise von den Verwaltungsbehörden er-
teilt und entzogen. Zuständig ist für Fahrzeuge der Standortkanton, für Führer der Wohn-
sitzkanton. Der Inhaber muss unter Vorlage seines Führerausweises oder einer besonde-
ren Bewilligung der Behörde innert 14 Tagen jede Tatsache melden, die den Ersatz des 
Ausweises oder der Bewilligung erfordert (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die Zulas-
sung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [Verkehrszulassungsverord-
nung, VZV; SR 741.51]). Verlegt der Ausweisinhaber den Wohnsitz, muss er seine neue 
Adresse der zuständigen Behörde am neuen Wohnsitz innert 14 Tagen mitteilen. Bei einer 
Wohnsitzverlegung in das Ausland muss er sich bei der bisherigen Behörde abmelden 
(Art. 26 Abs. 2 VZV). Die örtliche Zuständigkeit wird zu jenem Zeitpunkt festgelegt, in wel-
chem das Verwaltungsverfahren eröffnet wird, d.h. wenn die für den Entzug zuständige 
Behörde dem Betroffenen Gelegenheit gibt, die Akten einzusehen und sich mündlich oder 
schriftlich zur avisierten Massnahme zu äussern (BGer 1C_482/2015 vom 15. März 2016 
E. 3.1; BGE 108 Ib 139 E. 2c). Die einmal gegebene Zuständigkeit bleibt bestehen, auch 
wenn der Betroffene seinen Wohnsitz oder seinen vorwiegenden Aufenthalt während des 
Entzugsverfahrens ändert (BGer 1C_482/2015 vom 15. März 2016 E. 3.1; BGE 102 Ib 290 
E. 1 mit Hinweis; zum Ganzen siehe auch Rütsche/Schneider, in: Basler Kommentar zum 
Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 22 N 35).

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Urteil V 2023 41

3.3 Den Akten kann entnommen werden, dass das Strassenverkehrs- und Schiff-
fahrtsamt des Kantons Bern mit Schreiben vom 4. November 2022 an den Rechtsvertreter 
des Beschwerdeführers gelangte. Darin informierte es, dass der Beschwerdeführer wegen 
wiederholten Führens eines Personenwagens trotz polizeilichen Fahrverbots, begangen 
bzw. festgestellt am 2. November 2021 um ca. 12:50 Uhr in Bremgarten BE, verzeigt wor-
den sei. Diese Verkehrsregelverletzung löse zwei Verfahren aus: das Strafverfahren (Bus-
se, Geldstrafe) und das Administrativverfahren (Führerausweisentzug). Der Führeraus-
weisentzug werde im Kanton Bern durch das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt ver-
fügt, die strafrechtliche Verurteilung erfolge durch die Strafbehörde am Ort des Vorfalles. 
Im Fall des Beschwerdeführers sei zu prüfen, ob zu gegebener Zeit eine Administrativ-
massnahme (Führerausweisentzug für mindestens zwölf Monate gemäss Art. 16c Abs. 2 
lit. c SVG) anzuordnen sei. Vor einer allfälligen Verfügung einer Administrativmassnahme 
werde das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern den noch offenen 
Ausgang des Strafverfahrens abwarten. Es weise den Beschwerdeführer darauf hin, dass 
die strafrechtliche Beurteilung die noch bevorstehende Administrativmassnahme entschei-
dend beeinflussen könne. Deshalb solle er eventuelle Einwände und Entlastungsargumen-
te gegen den ihm zur Last gelegten Sachverhalt unbedingt im Strafverfahren vorbringen. 
Wenn es auf die Angelegenheit zurückkomme, werde der Beschwerdeführer Gelegenheit 
erhalten, sich zum Administrativverfahren zu äussern. 

Am 25. Januar 2023 gelangte das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug an den Be-
schwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter. In seinem Schreiben führte es aus, bekannt-
lich habe die Administrativbehörde des Kantons Bern den Beschwerdeführer mit Schrei-
ben vom 4. November 2022 mitgeteilt, in erwähnter Sache mit der Anordnung einer Admi-
nistrativmassnahme zuzuwarten. Zwischenzeitlich habe der Beschwerdeführer seinen 
Wohnsitz nach Steinhausen ZG verlegt, weshalb neu die Administrativbehörde des Kan-
tons Zug für die Verfahrensführung zuständig sei. Die entsprechenden Akten – inkl. Straf-
befehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern vom 8. März 2022 – seien dem Strassen-
verkehrsamt Zug am 20. Januar 2023 zugestellt worden. Das Strassenverkehrsamt sehe 
vor, dem Beschwerdeführer – unter Berücksichtigung der zwingend anzuwendenden Kas-
kadenbestimmung – den Führerausweis für die Dauer von zwölf Monaten (gesetzliche 
Mindestentzugsdauer) zu entziehen. Der Entzug des Führerausweises stütze sich auf 
Art. 16c Abs. 1 lit. f und Abs. 2 lit. c SVG. Die Zeit zwischen dem polizeilich ausgespro-
chenen Fahrverbot (9. Oktober 2021) und der letzten bekannten Widerhandlung (2. No-
vember 2021) werde dieser Entzugsdauer angerechnet. Bevor das Strassenverkehrsamt 
eine Massnahme verfüge, gebe es dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich zur vorgese-

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henen Massnahme zu äussern. Es bitte den Beschwerdeführer, ihm seine Stellungnahme 
bis zum 13. Februar 2023 zuzustellen. Der Beschwerdeführer solle ihm bitte mitteilen, 
wenn er die Akten nochmals benötige. 

Daraus ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Verfahren vor dem Strassenver-
kehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern noch keine Gelegenheit zur Akteneinsicht 
bzw. Stellungnahme hatte. Erst mit Schreiben des Strassenverkehrsamts des Kantons 
Zug vom 25. Januar 2023 wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme 
gegeben und damit das Verfahren eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt war der Beschwerdefüh-
rer unbestrittenermassen im Kanton Zug wohnhaft, ergibt sich doch aus der Abmelde-
bestätigung vom 20. Februar 2023, dass der Wegzug nach C.________ BE erst am 19. 
Februar 2023 erfolgte. Somit war bzw. ist das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug zu-
ständig, zumal – wie oben ausgeführt – ein späterer Wohnsitzwechsel die Zuständigkeit 
nicht mehr zu verändern vermag. 

4.
4.1 Der Beschwerdeführer lässt u.a. rügen, der primäre Führerausweisentzug, wegen 
welchem er überhaupt in die missliche Lage gekommen sei, ohne gültigen Führerschein 
beim Autofahren angehalten worden zu sein, sei bereits unrechtmässig erfolgt. Es sei 
rechtskräftig festgestellt worden, dass er ursprünglich fahrtüchtig gewesen wäre. Das Ver-
fahren diesbezüglich sei eingestellt worden. Die Ursache für den Ausweisentzug sei folg-
lich weggefallen, und infolgedessen sei der Entzug an sich ebenfalls hinfällig. Dessen sei 
sich der Beschwerdeführer stets bewusst gewesen, da er ein verantwortungsvoller Auto-
fahrer sei. Infolgedessen könne er auch nicht dafür bestraft werden, bei voller Verkehrs-
tüchtigkeit ein Fahrzeug gelenkt zu haben. 

4.2 Dem Beschwerdeführer hatte die Kantonspolizei Bern am 9. Oktober 2021 den 
Führerausweis wegen Verdachts auf Fahrunfähigkeit abgenommen. Nachdem gemäss 
Abschlussbericht des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern vom 29. November 
2021 die Auswertung der Blutproben des Beschwerdeführers negativ ausgefallen war und 
es gemäss Zeugnis des Hausarztes keine Hinweise auf problematischen Betäubungsmit-
telkonsum gab, hob das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern das von der Polizei aus-
gesprochene Fahrverbot auf. Es ordnete jedoch eine Überprüfung der Fahreignung des 
Beschwerdeführers an, weil diesem der Konsum von Amphetamin nachgewiesen worden 
war. Die Begutachtung der Fahreignung fiel dann für den Beschwerdeführer positiv aus, 

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weshalb das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern am 29. September 2022 entschei-
den konnte, dem Beschwerdeführer den Führerausweis zu belassen.

4.3 Der hiervor in E. 4.1 dargelegten Argumentation des Beschwerdeführers kann 
nicht gefolgt werden. Der Tatbestand des Fahrens trotz Ausweisentzug steht – wie die 
Vereitelung einer Untersuchung der Fahrfähigkeit – in erster Linie im Dienst der wirksa-
men Rechtsdurchsetzung. Mit dem Ausweisentzug soll einer früheren Entzugsverfügung 
Nachachtung verschafft werden, indem die Missachtung der Verfügung sanktioniert wird 
(Rütsche/Weber, in: Basler Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 16c N 41; 
vgl. auch Noah Grand, Der Führerausweis und sein Entzug in der schweizerischen 
Rechtsordnung, 2023, S. 331). Die nachfolgend darzulegenden Ausführungen des Bun-
desgerichts zur Auslegung des Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG im Zusammenhang mit einem Si-
cherungsentzug können ohne Weiteres analog auf den vorliegenden Fall angewendet 
werden, bei welchem die Polizei dem Beschwerdeführer den Führerauswies wegen des 
Verdachts auf Fahrunfähigkeit abgenommen hat. Gemäss Bundesgericht wäre es mit der 
ratio legis, die eine Verschärfung der Administrativmassnahmen im Strassenverkehr bei 
Rückfällen vorsieht, schwer vereinbar, wenn der Betroffene im Nachhinein durch die Auf-
hebung des vorsorglichen Sicherungsentzugs besser gestellt würde und der erst später 
ausgesprochene Warnungsentzug ihm eine günstigere Ausgangssituation beim zweiten 
Warnungsentzugsverfahren verschaffen würde. Der für die Dauer des Sicherungsentzugs 
verfügte vorsorgliche Entzug des Führerausweises kann deshalb nicht als "nicht gesche-
hen" betrachtet werden. Der vorsorgliche Sicherungsentzug soll gewährleisten, dass mut-
masslich nicht (mehr) fahrgeeignete Personen bis zur rechtskräftigen Abklärung der Fahr-
eignung nicht am motorisierten Strassenverkehr teilnehmen. Dieser gesetzliche Zweck 
würde vollständig unterlaufen, wenn der vom vorsorglichen Führerausweisentzug Betrof-
fene diese vorläufige Sicherungsmassnahme folgenlos missachten könnte, weil er auf ei-
nen günstigen Ausgang des hängigen Hauptverfahrens hofft (BGE 141 II 220 E. 3.3.5 mit 
Hinweis auf BGer 1C_526/2012 vom 24. Mai 2013 E. 4). 

5.
5.1 Der Beschwerdeführer lässt weiter rügen, das Strassenverkehrsamt habe die Auf-
gabe, Massnahmen auszusprechen, um die allgemeine Verkehrssicherheit zu gewährleis-
ten. Die ausgesprochene Massnahme würde jedoch mangels Allgemeingefährlichkeit des 
Beschwerdeführers nicht diesen Zweck erfüllen, sondern lediglich den Beschwerdeführer 
zusätzlich bestrafen. Der Zweck könne in seinem Fall gar nicht erfüllt werden. Infolgedes-
sen sei die Massnahme a) wirkungslos bezüglich des verfolgten Ziels und b) übermässig 

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einschneidend für den Beschwerdeführer, da dieser damit doppelt bestraft werde. Eigent-
lich sei er bereits strafrechtlich dafür belangt worden, dass er ohne Berechtigung gefahren 
sei. Dass die bezweckte Massnahme nun auch den Nachteil nach lit. b) hiervor nach sich 
ziehe, stelle eine doppelte Bestrafung und damit eine Verletzung des Verbots der Doppel-
bestrafung dar (ne bis in idem). 

5.2 Diesbezüglich ist der Beschwerdeführer insbesondere auf BGE 128 II 133 zu ver-
weisen: Nach ständiger und langjähriger Rechtsprechung des Bundesgerichts verletzt die 
im schweizerischen Recht vorgesehene Zweispurigkeit der Verfahren nach Strassenver-
kehrsdelikten den Grundsatz "ne bis in idem" nicht. Die Europäische Kommission für Men-
schenrechte hat diese Regelung als mit der EMRK konform bestätigt. Während der Straf-
richter über die strafrechtlichen Sanktionen Busse und Haftstrafe befindet, entscheidet die 
zuständige Administrativbehörde über die Administrativmassnahmen der Verwarnung und 
des Führerausweisentzugs. Obwohl der Führerausweisentzug eine gewisse Strafähnlich-
keit aufweist, handelt es sich bei dieser Sanktion wesentlich um eine im Verwaltungsver-
fahren ausgesprochene Massnahme, welche primär die Erziehung des Fehlbaren, nicht 
dessen Bestrafung bezweckt. Es kann deshalb nicht davon die Rede sein, der Betroffene 
werde, wenn er für ein Verkehrsdelikt strafrechtlich belangt worden ist, mit dem Füh-
rerausweisentzug ein zweites Mal für dasselbe Verhalten bestraft (E. 3b/aa; bestätigt in 
BGE 137 I 363 E. 2.4 = Pra 2012 328 f.).

6.
6.1 Ferner lässt der Beschwerdeführer ausführen, indem die Behörde am 2. April 
2023 [recte: 3. April 2023] die fragliche Verfügung erlassen habe, ohne dass eine entspre-
chende Widerhandlung erfolgt sei und über ein Jahr nach dem fraglichen Verhalten 
(Oktober 2021), sei das berechtigte Vertrauen im Beschwerdeführer erweckt worden, dass 
er keine solch einschneidende Massnahme zu vertreten habe. Unter dem Beschleuni-
gungsgebot sei die Beurteilung innert angemessener Frist zu verstehen (Art. 29 Abs. 1 
BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK; Art. 14 Ziff. 1 UNO-Pakt II). Erfolge der Verfahrensentscheid nicht 
innerhalb der vom Prozessgesetz festgelegten Frist oder in einer angemessenen Verfah-
rensdauer im Einzelfall, sei das Verbot der Rechtsverzögerung verletzt. Vorliegend gehe 
es um die Entzugsdauer eines Jahres, welche nach Ablauf mehr als eines Jahres verfügt 
worden sei. Einzelfallweise betrachtet erscheine der Zeitablauf viel zu lange gewesen zu 
sein, insbesondere nachdem keine Fahruntüchtigkeit des Beschwerdeführers festgestellt 
worden und schliesslich dennoch mit der Begründung einer ernstlichen Gefahr für die Si-

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cherheit anderer verfügt worden sei. Aufgrund der mehr als zwölfmonatigen Dauer des 
Verfahrens, in welchem er seinen Führerausweis ohne Verstoss gegen das Strassenver-
kehrsgesetz habe behalten und nutzen können, habe er eindeutig einen Anspruch auf Be-
halt des Führerausweises. Sollte das Gericht wider Erwarten zum Schluss kommen, dass 
ein Entzug des Führerausweises dennoch erforderlich sei, sei die Entzugsdauer eventuali-
ter um die Differenz der tatsächlichen Verkehrsdauer zu derjenigen eines hypothetischen 
angemessenen Verfahrens zu kürzen, mindestens jedoch um sechs Monate. 

6.2 Nach einer schweren Widerhandlung, insbesondere nach dem Führen eines Mo-
torfahrzeugs trotz Ausweisentzug (Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG), wird der Lernfahr- oder Füh-
rerausweis für mindestens zwölf Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen fünf 
Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren Widerhandlung oder zweimal wegen 
mittelschweren Widerhandlungen entzogen worden war (Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG). Nach 
der früheren Rechtsprechung zu den altrechtlichen Administrativmassnahmen konnte die 
SVG-Mindestentzugsdauer unterschritten und allenfalls von der Anordnung einer Mass-
nahme abgesehen werden, wenn seit dem massnahmeauslösenden Ereignis verhältnis-
mässig lange Zeit verstrichen war, sich der Betroffene während dieser Zeit wohl verhalten 
hatte und ihn an der Verfahrensdauer keine Schuld traf. Per 1. Januar 2005 wurde das 
SVG-Administrativmassnahmenrecht verschärft. Was die neurechtlichen Führerausweis-
Warnungsentzüge betrifft, wird eine Unterschreitung der gesetzlichen Mindestentzugsdau-
ern nun im SVG ausdrücklich ausgeschlossen. Soweit bei der zeitlichen Bemessung von 
Warnungsentzügen privilegierende Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind, dür-
fen diese nicht zur Unterschreitung der Mindestentzugsdauern führen (Art. 16 Abs. 3 
Satz 2 SVG). Zu diesen Umständen zählt grundsätzlich auch eine allfällige Verletzung des 
Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist. Selbst bei überlangen Administra-
tivverfahren erlaubt das SVG grundsätzlich weder die Unterschreitung der gesetzlichen 
Mindestentzugsdauer noch den Verzicht auf die gesetzlich vorgeschriebene Verwarnung 
(BGer 1C_22/2009 vom 17. September 2009 E. 2.4 ff. mit weiteren Hinweisen). 

6.3 Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. April 2017 der 
Führerausweis wegen Führens eines Personenwagens in nicht fahrfähigem Zustand ge-
stützt auf Art. 16c Abs. 1 lit. c SVG entzogen, was eine schwere Widerhandlung darstellt. 
Folglich kann die Mindestentzugsdauer von Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG von zwölf Monaten 
nicht unterschritten werden (siehe dazu Art. 16 Abs. 3 Satz 2 SVG und BGE 141 II 220 
E. 3.3.3), weshalb dem Rechtsbegehren 3 des Beschwerdeführers nicht entsprochen wer-
den kann. Der Beschwerdeführer selbst liess dem Strassenverkehrsamt des Kantons Zug 

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im Übrigen im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs mitteilen, er verzichte zum 
jetzigen Zeitpunkt auf Einwände an der vorgesehenen Entzugsdauer (siehe Schreiben 
vom 29. März 2023). Zudem ist anzumerken, dass der anwaltlich vertretene Beschwerde-
führer im Vorverfahren nie vorgebracht hatte, dass das Beschleunigungsgebot verletzt sei. 
Nicht ersichtlich ist, inwiefern im Beschwerdeführer das Vertrauen hätte erweckt werden 
sollen, dass er keine solche Massnahme zu vertreten habe. Soweit aus den Akten ersicht-
lich, gelangten die Strassenverkehrsämter Bern bzw. Zug regelmässig an den Beschwer-
deführer: Das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern informierte den Beschwerdeführer 
bereits in seiner Verfügung vom 17. Januar 2022, mit welcher das polizeiliche Fahrverbot 
aufgehoben und eine Fahreignungsuntersuchung angeordnet wurde, dass nach Vorliegen 
des Gutachtens betreffend die Fahreignung noch über den Vorfall vom 2. November 2021 
(Führen eines Personenwagens trotz polizeilichen Fahrverbots) befunden werden müsse. 
Nach Vorliegen des entsprechenden verkehrsmedizinischen Gutachtens vom 19. Septem-
ber 2022 kontaktierte das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern am 4. November 2022 
wiederum den Beschwerdeführer. Sodann gelangte das Strassenverkehrsamt des Kan-
tons Zug am 25. Januar 2023 und 15. Februar 2023 an den Beschwerdeführer, bevor es 
am 3. April 2023 den Entzug des Führerausweises verfügte. 

7.
7.1 Der Beschwerdeführer lässt abschliessend ausführen, die Abnahmefrist (15. Ok-
tober 2023) erscheine unverhältnismässig kurz, sollte ihm der Führerausweis wider Erwar-
ten entzogen werden, vor allem im Vergleich zum schon lange sich ziehenden Verfahren. 
Der Beschwerdeführer sei auf den Führerschein angewiesen, um seinen Lebensunterhalt 
zu erwerben und sei in diesem Rahmen "auf seine Fahrfähigkeit" (Zitat) angewiesen. Folg-
lich sei dem Beschwerdeführer subeventualiter der Aufschub des Führerausweisentzuges 
bzw. eine Einsendefrist bis zum Ende des sechsten Monats ab der Rechtskraft der vorlie-
genden Rechtssache zu gewähren. 

7.2 Ein Aufschub der Rechtswirksamkeit ("Aufschub des Vollzugs") ist gemäss Recht-
sprechung bei Warnungsentzügen zulässig, um dem Betroffenen hinreichend Zeit zu ge-
ben, sich beruflich ohne eigenes Fahrzeug zu organisieren. Der abschreckende und erzie-
herische Zweck der Massnahme wird durch den Aufschub des Vollzugs grundsätzlich 
nicht berührt; vorausgesetzt ist allerdings, dass sich der Aufschub zeitlich in Grenzen hält 
und nicht für mehrere Monate oder gar Jahre gewährt wird (Bernhard Rütsche, in: Basler 
Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 16 N 87 mit weiteren Hinweisen). Bei 
der Festsetzung des Vollzugsbeginns eines Warnungsentzugs – wie im Verwaltungsrecht 

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allgemein – ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV). 
Dieses Prinzip fordert, dass die Vollstreckungsmassnahmen zur Verwirklichung des im öf-
fentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sind. Beim Entscheid über die 
Aufschiebung eines Warnungsentzugs sind somit das öffentliche Interesse, insbesondere 
an einem raschen Vollzug der Massnahme, um den erzieherischen Zweck am ehesten zu 
erreichen, und das private Interesse des betroffenen Fahrzeuglenkers am Aufschub des 
Führerausweisentzugs gegeneinander abzuwägen. Hingegen kann der Zeitpunkt des Ent-
zugs nicht vollends nach den Wünschen und Bedürfnissen des Betroffenen festgelegt 
werden; die Nachteile im Zusammenhang mit einem Ausweisentzug sind Bestandteil der 
erzieherischen Wirkung und können nicht durch Umsetzung der für den Fahrer vorteilhaf-
testen Lösung beseitigt werden. Zu vermeiden ist jedoch, dass die Massnahme über den 
erzieherischen Zweck hinaus den Fahrzeuglenker besonders schwer trifft oder schikanös 
wird (KGer FR 603 2022 141 vom 8. Februar 2023 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen).

7.3 Das Strassenverkehrsamt des Kantons Zug hat in seinem Entscheid vom 3. April 
2023 festgelegt, dass der Führerausweis bis spätestens 15. Oktober 2023 abzugeben sei. 
Dies entspricht einer Frist von etwas mehr als sechs Monaten. Mit der am 3. Mai 2023 
eingereichten Beschwerde wurde diese Frist im Sinne der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde unterbrochen bzw. aufgehoben. Nichts spricht dagegen, dem Beschwerde-
führer, wie von ihm gewünscht, zu erlauben, den Führerausweis erst am Ende des sechs-
ten Monats ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils abzugeben.

8. Nach dem Dargelegten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist da-
her vollumfänglich abzuweisen. 

9. Im Beschwerdeverfahren vor den Verwaltungsbehörden und im Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht trägt die unterliegende Partei die Kosten (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG). Die 
Verfahrenskosten richten sich nach dem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls 
und nach dem Streitwert oder nach dem tatsächlichen Streitinteresse. Die Spruchgebühr 
wird ermessensweise auf Fr. 1'000.– festgesetzt. Bei diesem Verfahrensausgang ist keine 
Parteientschädigung zuzusprechen (§ 28 Abs. 2 und 2a VRG).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführer hat seinen Führeraus-
weis spätestens am Ende des sechsten Monats ab Eintritt der Rechtskraft des vor-
liegenden Urteils abzugeben. 

2. Die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.– werden mit dem geleisteten Kos-
tenvorschuss verrechnet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an das 
Strassenverkehrsamt des Kantons Zug, an das Bundesamt für Strassen, Bern, 
sowie zum Vollzug von Ziffer 2 des Dispositivs an die Finanzverwaltung des Kan-
tons Zug (nur Rubrum und Dispositiv).

Zug, 16. August 2023

Im Namen der
VERWALTUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

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