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**Case Identifier:** 52b5351a-bbd6-51d8-8675-faa229201294
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.04.2017 200 2016 1245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1245_2017-04-03.pdf

## Full Text

200 16 1245 IV
GRD/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. April 2017

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________ Krankenversicherung AG 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

in Sachen

B.________
gesetzlich vertreten durch C.________

betreffend Verfügung vom 18. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2017, IV/16/1245, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 2000 geborene B.________ (Versicherter) wurde am 1. Dezember 
2015 durch seine Mutter – mit Hinweis auf ein ADHS – bei der IV-Stelle 
Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug angemeldet 
(Antwortbeilage [AB] 1).

Nach Vornahme von Abklärungen (AB 5 ff.) stellte die IVB mit Vorbescheid 
vom 2. August 2016 (AB 21) die Abweisung des Leistungsbegehrens in 
Aussicht: mangels spezifischer Symptome vor dem 5. Lebensjahr seien die 
Voraussetzungen zur Anerkennung eines Geburtsgebrechens nicht erfüllt.

Dagegen erhob die A.________ (Beschwerdeführerin) als obligatorische 
Krankenpflegeversicherung des Versicherten Einwand (AB 26), wobei sie 
sich mit der Verneinung eines Geburtsgebrechens bzw. mit der Ablehnung 
von Ansprüchen nach Art. 13 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) einverstanden erklärte, die 
Übernahme der Kosten für die Psychotherapie jedoch nach Art. 12 IVG 
verlangte.

Nachdem die IVB weitere Abklärungen getätigt (AB 27 ff.) und das Dossier 
u.a. ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Stellungnahme unter-
breitet hatte (AB 30, 35), lehnte sie eine Kostengutsprache für medizinische 
Massnahmen mit Verfügung vom 18. November 2016 (AB 36) – sowohl 
unter Art. 12 IVG als auch unter Art. 13 IVG – ab.

B.

Hiergegen erhob die A.________ am 13. Dezember 2016 Beschwerde. Sie 
beantragte, die Beschwerdegegnerin sei unter kostenfälliger Aufhebung der 
Verfügung vom 18. November 2016 zu verpflichten, für die Psychotherapie 
des Versicherten aufzukommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. April 2017, IV/16/1245, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2017 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, als Krankenversicherung des Versicherten 
durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist 
(Art. 59 ATSG; vgl. Art. 49 Abs. 4 Satz 2 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit 
ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG) und die Bestimmungen über die Form 
(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) 
sind eingehalten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 18. November 2016 
(AB 36). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Versicherten auf medi-
zinische Massnahmen zu Lasten der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (zum Streitwert: vgl. AB 39/12-45). Sie 
beurteilen offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle 
in Zweierbesetzung (Art. 56 f. GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.2 Nach Art. 12 Abs. 1 IVG haben Versicherte bis zum vollendeten 
20. Altersjahr Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die 
Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die Eingliede-
rung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich gerichtet und geeignet 
sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher 
Beeinträchtigung zu bewahren. Die Behandlung des Leidens an sich fällt 
nicht in den Aufgabenbereich der Invaliden-, sondern in denjenigen der 
sozialen Kranken- und Unfallversicherung (vgl. Art. 12 Abs. 1 IVG; Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. April 2014, 8C_106/2014, 
E. 7.1).

2.3 Geburtsgebrechen nehmen in der Invalidenversicherung eine Son-
derstellung ein. Denn bis zum vollendeten 20. Altersjahr können Versicher-
te gemäss Art. 8 Abs. 2 IVG unabhängig von der Möglichkeit einer späteren 
Eingliederung in das Erwerbsleben die zur Behandlung von Geburtsgebre-
chen notwendigen medizinischen Massnahmen beanspruchen. Eingliede-
rungszweck ist die Behebung oder Milderung der als Folge eines 
Geburtsgebrechens eingetretenen Beeinträchtigung (BGE 115 V 202 E. 4e 
cc S. 205; Entscheid des BGer vom 21. Mai 2015, 8C_664/2014, E. 2.2; 
vgl. Art. 13 Abs. 1 IVG). Als Geburtsgebrechen gelten diejenigen Krankhei-
ten, die bei vollendeter Geburt bestehen (Art. 3 Abs. 2 ATSG). Als medizi-
nische Massnahmen, die für die Behandlung eines Geburtsgebrechens 

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notwendig sind, gelten sämtliche Vorkehren, die nach bewährter Erkenntnis 
der medizinischen Wissenschaft angezeigt sind und den therapeutischen 
Erfolg in einfacher und zweckmässiger Weise anstreben (Art. 2 Abs. 3 der 
Verordnung vom 9. Dezember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 
831.232.21]; BGE 142 V 58 E. 2.2 S. 60).

2.4 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen:

3.1.1 Der Erziehungsberater und Fachpsychologe für Kinder und Jugend-
psychologie, lic. phil. D.________, berichtete am 22. April 2016 (AB 13/2), 
die Verhaltensauffälligkeiten des Versicherten seien seit langem bekannt. 
Sie seien für das familiäre System stets sehr belastend gewesen. Obwohl 
er schon lange keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt habe, gehe er davon 
aus, dass jener nicht in der Lage sei, selbständig und auf normalem Weg 
eine Ausbildung zu absolvieren; er werde auf die Unterstützung der Invali-
denversicherung angewiesen sein.

3.1.2 Dr. med. E.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, 
führte im Bericht vom 21. Juli 2016 (AB 20) aus, im Rückblick zeige sich, 
dass bereits vor dem 6. Lebensjahr Hinweise auf eine autistische Störung 
vorgelegen hätten. Die diagnostisch nun bewiesene Störung einer Asper-
ger-Symptomatik sei damit zu vereinbaren. Deshalb sei das Geburtsgebre-
chen Nr. 405 anzuerkennen.

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3.1.3 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Dienste F.________ vom 28. 
Juni 2016 (AB 22) wurde festgehalten, der Versicherte sei vom 2. Februar 
bis zum 26. Juni 2016 stationär und anschliessend bis zum 1. Juli 2016 
tagesklinisch behandelt worden. Die im Jahr 2010 diagnostizierte ADHS-
Störung habe anlässlich des Aufenthalts in F.________ weder testdiagnos-
tisch noch durch klinische Beobachtungen bestätigt werden können. 
Symptome einer leichten Unruhe, ein leicht provokantes Verhalten und ein 
chaotisches Arbeitsverhalten in der Schule seien nicht ausreichend für die 
entsprechende Diagnose. Vielmehr sei von einer Autismus-
Spektrumstörung (ASS) auszugehen. Der Versicherte weise deutliche Auf-
fälligkeiten in seinen emotionalen, sozialen und kommunikativen 
Fähigkeiten auf. Die Verhaltensauffälligkeiten führten insbesondere in der 
Kernfamilie zu massiven Interaktions- und Kommunikationsschwierigkeiten. 
Die Familie sei deshalb schon seit langer Zeit an die Grenzen gekommen 
und ziehe eine Platzierung in Betracht. Unter anderem scheine die Patch-
work-Familienstruktur Einfluss auf die Problematik zu haben, da sich der 
Versicherte ungleich behandelt fühle. Seine Entwicklung dürfte zunehmend 
aufgrund der konstitutionellen Vorbelastung, wiederholten Misserfolgser-
lebnissen und fehlender Förderungsmassnahmen ins Stocken geraten 
sein, was ihn trotz gutem kognitiven Potential in Überforderung und
Unsicherheit in Bezug auf die berufliche Identität gebracht habe. Die
intellektuelle Leistungsfähigkeit falle insgesamt bzw. bei einem IQ von 111 
durchschnittlich aus. Als Diagnose wurde ein Asperger-Syndrom (ICD-10 
F84.5) genannt.

3.1.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie, berichtete am 15. September 2016 (AB 29/2) auf ent-
sprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin (AB 27), der Versicherte sei 
ihm im Juli 2015, d.h. sechs Monate vor dem Klinikeintritt, von der Kinder-
ärztin zugewiesen worden. Es sei versucht worden, das belastende Famili-
ensystem zu coachen und zu stabilisieren. Weil keine Entlastung 
eingetreten sei, habe man dann in Zusammenarbeit mit der KESB nach 
einer stationären Lösung gesucht. Eine „eigentliche Psychotherapie“ habe 
„bis zum Klinikeintritt nicht stattgefunden“.

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3.1.5 Dr. med. H.________, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie 
und -psychotherapie, RAD, resümierte in der Stellungnahme vom 23. Sep-
tember 2016 (AB 30/2), der Versicherte weise ein eingeschränktes Einfüh-
lungsvermögen, eine schlechte soziale Kommunikationsfähigkeit und eine 
chaotische Arbeitsweise auf; er benötige einen eng strukturierten berufli-
chen Rahmen.

Im Bericht vom 27. September 2016 (AB 35/2) legte Dr. med. H.________ 
dar, die 2010 diagnostizierte einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits-
störung (ICD-10 F90.0) und emotionale Störung mit Beginn in der Kindheit 
(ICD-10 F98.8l) seien nicht therapeutisch behandelt worden. Erst seit dem 
2. Februar 2016 (Klinikeintritt) erfolge eine regelrechte bzw. engmaschige 
Psychotherapie. Diese laufe noch kein volles Jahr, womit die Vorausset-
zungen für eine Kostenübernahme nach Art. 12 IVG nicht erfüllt seien.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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3.3 Dass die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Geburtsgebre-
chens nicht erfüllt sind und deshalb unter diesem Titel bzw. in Anwendung 
von Art. 13 Abs. 1 IVG (E. 2.3 hiervor) kein Leistungsanspruch besteht, ist 
zu Recht unstreitig (vgl. AB 26).

Uneinig sind sich die Parteien hingegen darüber, ob die (strengeren)
Voraussetzungen des allgemeinen Anspruchs nach Art. 12 Abs. 1 IVG 
(E. 2.2 hiervor) vorliegend erfüllt sind bzw. ob die medizinische Massnahme 
in Form von Psychotherapie zu Lasten der Invaliden- oder zu Lasten der 
Krankenversicherung geht.

3.3.1 Hinsichtlich der zur Diskussion stehenden Psychotherapie sind nach 
dem Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) über 
die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 
(KSME; Rz. 645-647/845-847.5 [in der ab 1. Januar 2015 gültig gewese-
nen, hier anwendbaren Fassung]) die Voraussetzungen zur Kostenüber-
nahme gegeben, wenn nach intensiver fachgerechter Behandlung von 
einem Jahr Dauer keine genügende Besserung erzielt wurde und gemäss 
spezialärztlicher Feststellung bei einer weiteren Behandlung erwartet wer-
den kann, dass der drohende Defekt mit seinen negativen Wirkungen auf 
die Berufsausbildung und Erwerbsfähigkeit zu einem grossen Teil verhin-
dert wird. Vor Erteilung der Kostengutsprache zur psychotherapeutischen 
Behandlung wird vom behandelnden Leistungserbringer zwecks Beurtei-
lung der Indikation und der Angemessenheit ein Bericht eingeholt. Dieser 
enthält Angaben zur Diagnose, zu den Befunden mit Auswirkung auf Arbeit 
oder Schule, zum bisherigen Verlauf, zur vorgesehenen Behandlungsme-
thode, zum Ziel und Zweck sowie zur geplanten Dauer der Behandlung 
(Anzahl Sitzungen). Die medizinische Nachvollziehbarkeit und Relevanz 
dieser Angaben ist sorgfältig zu überprüfen. Die IV-Stelle verfügt danach, 
ob die Kostenübernahme ab dem 2. Behandlungsjahr erfolgen soll oder 
nicht. Die Psychotherapie ist dabei jeweils für maximal 2 Jahre zu verfügen.

3.3.2 Zwar richten sich Verwaltungsweisungen an die Durchführungsstel-
len und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses 
soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem 
Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne 

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triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeu-
gende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird 
dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsglei-
che Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 142 
V 442 E. 5.2 S. 445, 142 V 425 E. 7.2 S. 434, 141 V 365 E. 2.4 S. 368). 
Andererseits weicht das Gericht insoweit von Weisungen ab, als sie nicht 
gesetzmässig sind bzw. in Ermangelung gesetzlicher Vorschriften mit den 
allgemeinen Grundsätzen des Bundesrechts nicht im Einklang stehen 
(BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125).

Die Gesetzeskonformität der hier zur Diskussion stehenden Weisung bzw. 
der Wartezeit von einem Jahr bis zum Beginn der Kostenübernahme durch 
die Invalidenversicherung, hat das Bundesgericht erst kürzlich erneut
explizit bestätigt (Urteil des BGer vom 18. Juli 2016, 9C_354/2016, E. 4.2 
u.a. mit Hinweisen auf SVR 2006 IV Nr. 38 S. 138 und das Urteil des BGer 
vom 6. Juli 2007, I 779/06). Zu Recht stellt die Beschwerdeführerin die
Anwendbarkeit der entsprechenden Verwaltungsweisung denn auch nicht 
in Abrede.

3.3.3 Die Einschätzung der RAD-Ärztin im Bericht vom 27. September 
2016 (AB 35/2) ist nachvollziehbar und überzeugt. Wenn Dr. med. 
H.________ nach Würdigung der medizinischen Akten resp. insbesondere 
gestützt auf die eindeutigen, unmissverständlichen Angaben des Psychia-
ters Dr. med. G.________ (AB 29/2) zum Schluss gelangte, die Psychothe-
rapie habe mit dem Klinikeintritt des Versicherten, d.h. am 2. Februar 2016, 
begonnen, ist darauf abzustellen. In der Beschwerde wird nichts vorge-
bracht, was diese Darstellung ernsthaft in Zweifel zu ziehen vermöchte. 
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt stellt, es hätten 
bereits ab dem 30. April 2015 regelmässig Psychotherapiesitzungen bei Dr. 
med. G.________ stattgefunden (vgl. Beschwerde, S. 5), vermag sie dies 
nicht zu belegen. Aus den eingereichten Rechnungen von Dr. med. 
G.________ geht zwar hervor, dass ab Frühjahr 2015 Leistungen abge-
rechnet wurden (vgl. AB 39/12 ff.). Der Psychiater hat auf Anfrage der Be-
schwerdegegnerin hin (AB 27) jedoch explizit bestätigt, dass „eine 
eigentliche Psychotherapie […] bis zum Klinikeintritt nicht stattgefunden“ 
habe (AB 29/2).

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Bei der Beurteilung, ab welchem Zeitpunkt von einer entsprechenden Be-
handlung auszugehen ist, ist nicht die formale Bezeichnung der Leistung 
(„Psychotherapie“) massgebend, sondern vielmehr, ob inhaltlich effektiv 
eine solche stattfand. Dies war vorliegend ab dem 2. Februar 2016 der Fall. 
Zuvor wurde mit Unterstützung des Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. 
med. G.________ allein versucht, die schwierige und belastende familiäre 
Situation zu stabilisieren (vgl. AB 29/2). Gemäss Indikationsschreiben vom 
6. Dezember 2015 hatte sich die Problematik durch „die fehlende therapeu-
tische Begleitung über all die Jahre“ akzentuiert: Der Versicherte reagierte 
auf seine Entwicklungsdefizite mit sozialem Rückzug, war angesichts der 
bevorstehenden Berufswahl überfordert und zu Hause kam es durch den 
verstärkten Druck zu immer heftigeren Auseinandersetzungen und Konflik-
ten, so dass das Familiensystem sich zusehends destabilisiert hatte und 
auseinanderzubrechen drohte (AB 29/3). Der Versicherte benötigte drin-
gend einen hochstrukturierten therapeutischen Rahmen, um die Entwick-
lung wieder in Gang zu bringen und um an den ausgeprägten Defiziten zu 
arbeiten. In der ambulanten Behandlung bei Dr. med. G.________ fand 
sich – aufgrund der andauernden Konflikte im schulischen und familiären 
Rahmen – hierfür nicht die nötige Ruhe und Distanz. Deshalb wurde die 
stationäre Behandlung eingeleitet (vgl. AB 29/4). Erst dort konnte alsdann 
mit der eigentlichen Psychotherapie begonnen werden (vgl. AB 29/2). Dass 
die Beschwerdegegnerin die Behandlung vor dem 2. Februar 2016 als 
„Familientherapie“ bezeichnet hat (Beschwerdeantwort, S. 3), lässt sich 
nach dem Ausgeführten nicht beanstanden, zumal selbst Dr. med. 
G.________ teilweise dementsprechend abgerechnet hat (vgl. AB 39/28, 
39/34).

Damit hat als erstellt zu gelten, dass die intensive fachgerechte Behand-
lung des Leidens im Sinne von Rz. 645–647/845-847.5 KSME am 2. Fe-
bruar 2016 begann und im Verfügungszeitpunkt (18. November 2016) 
folglich noch nicht ein Jahr gedauert hat. Bei diesen Gegebenheiten kann 
offen bleiben, ob die weiteren Voraussetzungen für eine Kostenübernahme 
(vgl. Rz. 645-647/845-847.3 KSME) erfüllt wären. Insbesondere braucht 
nicht geprüft zu werden, unter welchem erworbenen psychischen Leiden 
der Versicherte konkret leidet, und ob durch die Fortführung der Psychothe-

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rapie eine Verminderung der negativen Auswirkungen der Krankheit auf die 
Berufsausbildung und Erwerbsfähigkeit erwartet werden kann.

3.4 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin ihre Leis-
tungspflicht zu Recht verneint. Die gegen die Verfügung vom 18. November 
2016 (AB 36) erhobene Beschwerde ist offensichtlich unbegründet und 
abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht nicht (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

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3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
-  A.________
- IV-Stelle Bern
-  C.________ z.H. des Versicherten (samt Kopien der Beschwerde 

vom 13. Dezember 2016 sowie der Beschwerdeantwort vom 20. Ja-
nuar 2017)

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.