# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e4637b0-321a-5787-94e7-d703d2f0ecd5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 01.11.2023 R 2023 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2023-13_2023-11-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 23 13

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterIn Audétat und Pedretti

Aktuarin ad hoc Zindel

URTEIL

vom 1. November 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und AB._____,

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Corina Caluori,

Beschwerdeführer

gegen

B._____,

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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I. Sachverhalt:

1. Am 10. Juni 2022 reichten A._____ und AB._____, Eigentümer der 

Parzelle Nr. C._____ in D._____, ein Baugesuch für eine PV-Anlage an 

die Süd Fassade bei der B._____ ein. Gegen das Bauvorhaben wurden 

keine Einsprachen erhoben.

2. Mit Baubescheid Nr. 2022-0086 wurde die Bewilligung am 

10. Januar 2023 durch die B._____ erteilt und den Gesuchstellern am 

19. Januar 2023 mitgeteilt. Unter Auflagen, Ziff. 5.1.1 sieht der 

Baubescheid vor, dass die Farbgebung der Photovoltaikanlage nach den 

Vorgaben der Farbtabelle gemäss Art. 8 QPV (Anmerkung des Gerichts: 

Quartierplanvorschriften vom 14. August 2007) zu erfolgen habe und vor 

Baubeginn dem Bausekretariat ein Farbmuster der Photovoltaikanlage 

gemäss Farbtabelle unterbreitet werden muss.

3. Gegen den Baubescheid Nr. 2022-0086 erhoben A._____ und AB._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführer) am 20. Februar 2023 Beschwerde am 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den folgenden 

Rechtsbegehren:

1. Die mit dem Baubescheid Nr. 2022-0086 verfügte Auflage in 

Ziff. 5.1.1 des angefochtenen Entscheids, wonach die Farbgebung 

der Photovoltaikanlage nach den Vorgaben der Farbtabelle gemäss 

Art. 8 QPV zu erfolgen hat und vor Baubeginn dem Bausekretariat 

ein Farbmuster der Photovoltaikanlage gemäss Farbtabelle zur 

Genehmigung unterbreitet werden muss, sei aufzuheben.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

Begründend fügten die Beschwerdeführer im Wesentlichen an, die 

angefochtene Auflage würde eine Sonderanfertigung farbiger PV-Paneele 

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bedingen. Nebst zeitlicher Verzögerung seien damit nicht nur erhebliche 

Mehrkosten bei der Beschaffung der Anlage verbunden, sondern auch 

erhebliche Leistungseinbussen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis 

verschlechtere sich erheblich, die Auflage verunmögliche damit die PV-

Anlage faktisch. Der geltende Quartierplan enthalte keinerlei 

Quartierplanbestimmungen betreffend Photovoltaikanlagen. Die geplante 

Photovoltaikanlage sei keine Fassade, weshalb Art. 8 QPV nicht, auch 

nicht sinngemäss, anwendbar sei. Die Auflage verstosse gegen Art. 18a 

Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) 

wonach die Interessen an der Nutzung der Solarenergie auf bestehenden 

oder neuen Bauten den ästhetischen Anliegen grundsätzlich vorgehen. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung müsse die Baubehörde das 

Vorliegen besonderer Umstände aufzeigen, die ein Abweichen von der 

bundesgesetzlich vorgegebenen Interessenabwägung rechtfertigen, wenn 

sie gestalterischen Überlegungen den Vorrang geben wolle. Solche 

Umstände würden vorliegend weder geltend gemacht, noch seien sie 

erkennbar. Die Auflage sei zudem unverhältnismässig. Bei 

Photovoltaikanlagen handle es sich um technische Anlagen; die Farbe 

einer Photovoltaikanlage sei technisch bedingt. Es handle sich somit nicht 

um ein gestalterisches Element. Folglich sei es nicht möglich, eine Auflage 

zur Farbgestaltung der PV-Anlage zu formulieren, ohne dass nicht die 

Betriebsfähigkeit der Anlage beeinträchtigt werde. Nicht zu Letzt gehe die 

vom Kanton erfolgte Beitragszusage verloren.

4. Mit Vernehmlassung vom 13. März 2023 beantragte die B._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter 

gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Begründend führte sie im 

Wesentlichen aus, dass innerhalb des Quartierplangebietes die 

Gestaltung, die Materialwahl und die Farbgebung der Neubauten (inkl. 

Fassaden) aufeinander abzustimmen seien. Der Gesamteindruck solle 

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einfach, klar und kubisch sein. Art. 8 QPV sei nach Auffassung des 

Stadtrates bereits deshalb anwendbar, da die Photovoltaikanlage auf der 

Fassade befestigt werden solle und damit wie eine Fassade in 

Erscheinung trete. Dass dies die eigentliche Planungsabsicht sei, ergebe 

sich nicht zuletzt auch aus der revidierten Formulierung von Art. 8 QPV, 

die zwar noch nicht in Kraft gesetzt sei, aber dennoch eine gewisse 

Vorwirkung habe. Der konkret zu beachtende Art. 18a Abs. 4 RPG 

wiederum lasse eine Interessenabwägung zu Gunsten der Gestaltung 

ausdrücklich zu, solange damit Solaranlagen nicht gänzlich verunmöglicht 

würden. Der im Jahre 2004 erlassene Quartierplan E._____ zeichne sich 

seit jeher durch strenge Gestaltungsvorschriften aus, was aufgrund der 

prominenten Lage der Siedlung im öffentlichen Interesse liege. Weiter 

bestreitet die Beschwerdegegnerin sowohl die höheren Kosten als auch 

die Tatsache, dass die Förderbeiträge des Kantons wegfallen würden. 

Zusätzlich dazu befürchtet die Beschwerdegegnerin eine unerwünschte 

Präjudizwirkung.

5. Mit ihrer jeweiligen Replik und Duplik hielten die Parteien an ihren 

Rechtsbegehren und Begründungen fest bzw. vertieften diese. Mit 

Eingabe vom 2. Juni 2023 reichten die Beschwerdeführer neben der 

detaillierten Kostennote noch die in der Replik angekündigte "Experten-

Stellungnahme" der F._____ AG nach. Diesbezüglich brachte die 

Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 5. Juli 2023 vor, dass es 

sich dabei lediglich um eine Parteibehauptung handle und nicht um ein 

Gutachten oder eine neutrale Fachmeinung, da die F._____ AG als 

Baugesuchstellerin und Auftragnehmerin für die Erstellung der Anlage 

direkt daran interessiert sei, das Bauvorhaben wie eingegeben zu 

verwirklichen.

6.  Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, den 

angefochtenen Entscheid sowie auf die vorliegenden Beweismittel und 

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Akten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Der vorliegend angefochtene 

kommunale Entscheid des Stadtrates der B._____ vom 10. Januar 2023, 

mitgeteilt am 19. Januar 2023, ist weder endgültig noch kann er bei einer 

anderen Instanz angefochten werden. Er bildet damit ein taugliches 

Anfechtungsobjekt im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG. Die örtliche, 

sachliche und funktionale Zuständigkeit des streitberufenen 

Verwaltungsgerichts ist somit vorliegend gegeben.

1.2. Als formelle und materielle Adressaten des angefochtenen Entscheids 

sind die Beschwerdeführer durch den Entscheid besonders berührt und 

haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung, weshalb sie zur Beschwerde gemäss Art. 50 Abs. 1 VRG 

legitimiert sind. Darüber hinaus gibt die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, sodass nach 

Art. 52 Abs. 1 VRG darauf einzutreten ist.

2. Streitgegenstand bildet die Auflage unter Ziff. 5.1.1 des angefochtenen 

Baubescheids des Stadtrates der B._____ vom 10. Januar 2023, wonach 

die Farbgebung der Photovoltaikanlage an der Fassade des Gebäudes 

der Beschwerdeführer den Vorgaben gemäss Art. 8 des Quartierplans 

E._____ bzw. der Quartierplanvorschriften (nachfolgend QPV) zu erfolgen 

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habe. Die Beschwerdeführer rügen, die Auflage verstosse gegen das 

übergeordnete Recht (Art. 18a Abs. 4 RPG) und sei nicht 

verhältnismässig. 

3. Vorab ist festzuhalten, dass Nebenbestimmungen wie Auflagen und 

Bedingungen den gleichen rechtsstaatlichen Anforderungen unterliegen 

wie Verfügungen; sie bedürfen namentlich einer gesetzlichen Grundlage 

und müssen verhältnismässig sein. Gesetzmässig ist eine 

Nebenbestimmung, die im Rahmen eines gesetzlich gewährten 

Ermessenspielraumes von der Behörde angeordnet wird (RUCH, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: 

Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, 

Art. 22 N 19).

4. Nicht strittig ist vorliegend die Anwendung des ordentlichen 

Baubewilligungsverfahrens, da weder die Voraussetzungen von 

Art. 18a Abs. 1 RPG (Solaranlagen auf Dächern) noch jene von Art. 40 

Abs. 1 Ziff. 16 der Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden 

(KRVO; BR 801.110 [Solaranlagen an Fassaden mit Fläche von max. 

6 m2]) erfüllt sind. Das Verfahren richtet sich somit nach Art. 22 

Abs. 1 RPG und nach kantonalem Baurecht (vgl. JÄGER, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG, 

a.a.O., Art. 18a N 17). Das ordentliche Baubewilligungsverfahren wird 

kantonal in Art. 41 ff. KRVO geregelt. Gemäss Art. 89 Abs. 1 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

werden Bauvorhaben bewilligt, wenn alle Vorschriften des kommunalen, 

kantonalen und eidgenössischen Rechts eingehalten sind. Abweisungen 

von Baugesuchen – oder auch Auflagen – sind gemäss Art. 46 

Abs. 2 KRVO zu begründen. Somit ist folglich zu prüfen, ob das 

Baugesuch kommunale, kantonale und eidgenössische Vorschriften 

einhält und ob die Begründung der Auflage der Beschwerdegegnerin 

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gestützt auf die Quartierplanvorschriften kantonales oder eidgenössisches 

Recht verletzt.

5.1. Die Parzelle Nr. C._____, G._____, in D._____ liegt im Quartier E._____, 

für welches der gleichnamige Quartierplan gilt. Gemäss Art. 52 KRG 

enthalten Quartierplanbestimmungen Vorschriften über die Gestaltung der 

Bauten und Anlagen, über die Ausführung, den Unterhalt und die 

Erneuerung der Quartiererschliessung sowie über die Aufteilung der 

Planungs- und Erschliessungskosten. Die Quartiergestaltungsplanung 

bestimmt die Situierung von Bauten und Anlagen sowie die 

freizuhaltenden Flächen. Sie kann weitergehende Anordnungen 

enthalten, insbesondere über die Baukuben und deren Nutzung und 

Gestaltung. Betreffend Gestaltung besagt Art. 73 KRG, Siedlungen, 

Bauten und Anlagen sind nach den Regeln der Baukunst so zu gestalten 

und einzuordnen, dass mit der Umgebung und der Landschaft eine gute 

Gesamtwirkung entsteht. Die Quartierplanvorschriften vom 

14. August 2007 für das Quartier E._____ enthalten u.a. die folgende 

Bestimmung:

Art. 8 Generelle Gestaltungsvorschriften

Innerhalb des Quartierplangebietes sind die Gestaltung, die Materialwahl 
und die Farbgebung der Neubauten aufeinander abzustimmen. Der 
Gesamteindruck soll einfach, klar und kubisch sein. Erlaubt sind folgende 
Materialien und Farben:

• Sichtbeton hell
• hell verputzte Fassaden, nach Farbtabelle
• moderner Holzbau, naturbelassen oder nach Farbtabelle
• Kombination Sockelgeschoss mural, Obergeschosse Holz
• Kombination mural mit Holzeinbauten
• Glas (nicht als ganzer Baukörper)
• Einfahrtstore zur Strasse in Metall, nach Farbtabelle

Garagen und Nebenbauten sind in Lichtbauweise auszuführen. Es sind 
naturnahe Beläge (Kies, Steinplatten, Schotterrasen etc.) zu wählen.

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Im Generellen Gestaltungsplan ist südlich der Parzelle Nr. H._____ bis 
I._____ ein Verbindungselement mit ökologischer Funktion fixiert. Die genaue 
Umsetzung und Gestaltung ist vor Baubeginn mit der Baubehörde zu klären.

5.2. Im Baubescheid Nr. 2022-0086 vom 10. Januar 2023 hält die 

Beschwerdegegnerin unter Ziff. 5.1.1 fest, gemäss Art. 8 der geltenden 

Quartierplanbestimmungen seien die Gestaltung, die Materialwahl und die 

Farbgebung der Neubauten aufeinander abzustimmen. Für die 

Fassadengestaltung seien insbesondere heller Sichtbeton, hell verputzte 

Fassaden sowie moderner Holzbau nach Farbtabelle erlaubt. Diese 

Bestimmung sei bundesrechtskonform auszulegen. Einerseits seien 

Photovoltaik-Anlagen in Bauzonen und auf den Dachflächen, welche die 

Bestimmungen gemäss Art. 32a der Raumplanungsverordnung (RPV; 

SR 700.1) einhalten, ohne Bewilligung zulässig. Es genüge eine Anzeige 

an die Baubehörde gemäss Art. 40a KRVO. Für Anlagen an Fassaden, 

die eine Fläche von 6m2 überschreiten (Art. 40 Abs. 1 Ziff. 16 KRVO), gelte 

das ordentliche Baubewilligungsverfahren. Die geplante Anlage sei zwar 

technischer Natur, dennoch trete sie als Fassade in Erscheinung. 

Trotzdem könne unter Einhaltung der generellen Gestaltungsvorschriften 

bzw. der Bestimmungen zur Fassadengestaltung gemäss Art. 8 QPV dem 

Anliegen entsprochen werden. Zumal die Farbtabelle dunkelgraue 

Farbtöne enthalte, in welchen auch Photovoltaik-Anlagen mit hoher 

Leistung erhältlich seien. Unter Berücksichtigung von Art. 18a Abs. 4 RPG 

und der damit einhergehenden Interessenabwägung zwischen der 

Nutzung der Solarenergie und den erwähnten Gestaltungsvorschriften 

werde das Baugesuch unter Auflagen bewilligt.

5.3. Die aktuelle Fassung der Quartierplanvorschriften stammt aus dem Jahr 

2007. Der Quartierplan enthält keine Vorschriften betreffend 

Photovoltaikanlagen. Der umstrittene Art. 8 QPV regelt generelle 

Gestaltungsvorschriften insbesondere in Bezug auf Materialwahl und 

Farbgebung der Neubauten. Solaranlagen werden explizit nicht erwähnt. 

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Der Quartierplan befindet sich derzeit in Revision. Diese ist noch nicht 

rechtskräftig abgeschlossen. Wie die Beschwerdeführer zurecht 

ausführen, ist in Baubewilligungsverfahren das Recht im Zeitpunkt des 

Entscheides massgebend. 

6.1. Sowohl Art. 73 KRG als auch Art. 8 QPV, auf den sich die 

Beschwerdegegnerin stützt, behandeln ästhetische Kriterien. Die 

Problematik bei Ästhetikklauseln liegt in deren unbestimmten 

Rechtsbegriffen. Deren Anwendung setzt Verwaltungsermessen voraus. 

Damit werden die behördlichen Entscheidungen darüber, was „gut 

gestaltet“ ist bzw. sich „gut einfügt“ bzw. eine „gute Gesamtwirkung" 

erzielt, in ein Spannungsfeld gesetzt zum Legalitätsprinzip, zur 

Rechtssicherheit, zur rechtsgleichen Anwendungspraxis und zum 

Vertrauensschutz (FAVRE/BAUMANN, Sorgfalt als Massstab behördlichen 

Ermessens, publ. in: ZBl 1/2015, S. 4 f.).

6.2. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, 

fällt das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden (vgl. auch Art. 85 KRG). Nach 

konstanter Rechtsprechung des streitberufenen Verwaltungsgerichts 

kommt den Gemeinden bei der Auslegung von Ästhetikfragen bzw. bei der 

Prüfung der Frage der Eingliederung von Bauten in eine bestehende 

Umgebung gemäss Art. 73 KRG ein geschützter (weiter) Beurteilungs- 

und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht nur eingreift, wenn 

die Gemeinde diesen Ermessensspielraum missbraucht oder 

überschritten hat (statt vieler: Urteile des Verwaltungsgerichts 

Graubünden [VGU] R 12 104 vom 19. März 2013 E.2a, R 03 8 vom 

10. April 2003 E.1a, R 02 62 vom 29. Oktober 2002 E.4b, R 00 64 vom 

30. August 2000 E.2b, 2c und 2e, 1994 Nrn. 19 und 20, 1991 Nr. 75, 1990 

Nr. 18, 1986 Nr. 33, 1984 Nr. 23; vgl. überdies Urteile des Bundesgerichts 

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[BGer] 1C_115/2011 vom 17. Mai 2011 E.3.2 und 3.3, 1A.9/2007 vom 

4. Dezember 2007 E.2.2.1, 2.2.2 und 3.4 am Ende).

6.3. Vorliegend geht es in erster Linie um die Prüfung der Einhaltung von 

Bundesrecht und nicht um eine einfache Prüfung der Beurteilung der 

Ästhetik durch die Beschwerdeführerin als Gemeindebehörde. Gemäss 

Art. 33 Abs. 2 und 3 lit. b RPG gewährleistet das kantonale Recht die volle 

Überprüfung von Verfügungen und Nutzungsplänen, welche sich auf das 

RPG oder seine kantonalen und eidgenössischen 

Ausführungsgesetzgebungen (mit raumplanerischen Zügen) stützen 

(siehe BGE 146 II 367 E.3.2.1 und 109 Ib 121 E.5; siehe auch BGer 

1C_682/2017 vom 11. September 2018 E.6.1 f. m.H.a. BGE 118 Ib 26 

E.4b). Aber auch in solchen Fällen ist es mit der Rechtsweggarantie 

gemäss Art. 29a BV vereinbar, dass eine Rechtsmittelinstanz sich etwa 

bei der Überprüfung von unbestimmten Rechtsbegriffen eine gewisse 

Zurückhaltung auferlegt, um insbesondere einen entsprechenden 

Spielraum der Gemeinden zu wahren bzw. die Gemeindeautonomie 

gemäss Art. 50 Abs. 1 BV zu respektieren (siehe BGer 1C_494/2018 vom 

13. Juni 2019 E.2.1 f.). Dabei verfügt das Verwaltungsgericht über 

uneingeschränkte Kognition in Sach- und Rechtsfragen (vgl. BGer 

2C_756/2019 vom 14. Mai 2020 E.3.2 und 1C_158/2019 vom 30. März 

2020 E.2.6). Beim Erlass eines Quartierplanes verfügt die zuständige 

kommunale Planungsbehörde aufgrund der ihr in diesem Bereich 

zukommenden Autonomie über einen erheblichen 

Entscheidungsspielraum innerhalb des kantonalen (und eidgenössischen) 

Rechts. Denn gemäss Art. 3 Abs. 1 KRG ist die Ortsplanung Aufgabe der 

Gemeinden, welche diese Aufgabe im Rahmen des übergeordneten 

Rechts autonom erfüllen. Ein solcher, der kommunalen (Planungs-) 

Behörde zustehender Entscheidungsspielraum wird dann sicher 

überschritten, wenn der kommunale Entscheid sachlich nicht mehr 

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vertretbar bzw. offensichtlich unhaltbar und damit willkürlich ist. 

Andererseits aber auch in den Fällen, wo sich die Gemeinde von 

unsachlichen, dem Zweck der Regelung fremden Erwägungen leiten lässt, 

die Grundsätze der Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt, 

das übergeordnete Gesetzesrecht missachtet oder grundlos von in 

Rechtsprechung und Lehre entwickelten Grundsätzen zur Auslegung der 

fraglichen, unbestimmten Rechtsbegriffe abweicht (siehe BGE 145 I 52 

E.3.6, 128 I 3 E.2b und 118 Ia 446 E.3c; BGer 1C_128/2019 vom 

25. August 2020 E.5.3, 1C_289/2019, 1C_293/2019 vom 16. Januar 2020 

E.2.1, 1C_241/2019 vom 19. August 2019 E.2.2 und 1C_494/2018 vom 

13. Juni 2019 E.2.4; VGU R 19 98 vom 11. Mai 2021 E.3, R 20 5 vom 

16. März 2021 E.3 und R 18 6 vom 2. Oktober 2018 E.2.1).

7.1. Seit dem 1. Mai 2014 gilt Art. 18a Abs. 4 RPG, wonach die Interessen an 

der Nutzung der Solarenergie auf bestehenden oder neuen Bauten den 

ästhetischen Anliegen grundsätzlich vorgehen. Bei dieser Bestimmung 

handelt es sich um eine gesetzlich vorgegebene Interessengewichtung im 

Sinn einer Prioritätenordnung. Die Prioritätenordnung stellt eine 

materiellrechtliche Vorschrift dar. Sie bringt zum Ausdruck, dass die 

Nutzung erneuerbarer Energien gefördert und nicht durch ästhetische 

Vorgaben erschwert oder verhindert werden soll. Mit dieser Regelung 

räumt der Bundesgesetzgeber dem Interesse an der Nutzung der 

Sonnenenergie grundsätzlich den Vorrang gegenüber ästhetischen 

Anliegen ein. Dieser Vorrang wirkt überall dort, wo aus Anlass eines 

Baugesuchs für eine Solaranlage im Rahmen der anwendbaren 

Rechtsvorschriften Fragen der architektonischen Gestaltung, des 

Erscheinungsbildes, des Ortsbildes o.ä. zu beurteilen sind, mithin bei der 

Anwendung von sogenannten ästhetischen Generalklauseln, 

Beeinträchtigungsverboten, Gestaltungsgeboten etc. der kantonalen oder 

kommunalen Baugesetzgebung (JÄGER, in: Aemiseg-

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ger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG, a.a.O., 

Art. 18a N 60). Damit schränkt Art. 18a Abs. 4 RPG den 

Ermessensspielraum der Bewilligungsbehörde ein. Die in der Regel 

erforderliche Interessenabwägung wird in dem Sinne beeinflusst, dass 

dem öffentlichen Interesse an der Produktion von Solarenergie ein hohes 

Gewicht eingeräumt werden soll, die Interessenabwägung fällt aber nicht 

weg. Die Verweigerung einer Baubewilligung aus ästhetischen Gründen 

ist daher nur ausnahmsweise zulässig und muss durch die Darlegung und 

Erörterung mit den entgegengesetzten Interessen, die im konkreten 

Einzelfall als überwiegend beurteilt werden, besonders gut begründet 

werden. Ein allgemeiner oder pauschaler Hinweis ("stört das 

Erscheinungsbild", "fügt sich nicht gut ein", etc.) reicht nicht aus und ist 

bundesrechtswidrig (JÄGER, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen 

[Hrsg.], Praxiskommentar RPG, a.a.O., Art. 18a N 61; BGer 1C_415/2021 

vom 25. Februar 2022, E. 3.1).

Art. 18a Abs. 4 RPG ist in der Praxis vor allem im Zusammenhang mit 

Auflagen und Bedingungen zur Baubewilligung relevant. So bedürfen 

ästhetisch motivierte Auflagen, welche die Nutzung der Solarenergie 

einschränken oder das Anlageprojekt (erheblich) erschweren oder 

verteuern, im Rahmen der Interessenabwägung einer besonderen 

Rechtfertigung bzw. Begründung (JÄGER, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG, 

a.a.O., Art. 18a N 62).

7.2. Den Beschwerdeführern sind Einschränkungen zur Verbesserung des 

Erscheinungsbildes nicht ohne weiteres zumutbar, die Abwägung mit 

ästhetischen Anliegen wird durch Art. 18a Abs. 4 RPG – wie die 

Beschwerdegegnerin zu Recht ausführt – jedoch auch nicht 

ausgeschlossen. Kann mit wenig Aufwand oder Nachteilen zulasten des 

Projekts eine bessere Gestaltung erreicht werden, so darf diese verlangt 

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werden (JÄGER, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], 

Praxiskommentar RPG, a.a.O., Art. 18a N 62). Die entgegengesetzten 

Interessen, die im konkreten Fall dem Interesse an der Förderung der 

Solarenergie entgegenstehen, müssen dargelegt und erörtert werden, 

wobei ein allgemeiner Hinweis nicht ausreicht. Auch wenn das kommunale 

oder kantonale Recht dem Bauherrn vorschreiben kann, bei 

vergleichbarer Produktion und Energieausbeute die ästhetisch am 

wenigsten schädliche Option zu wählen, darf das kantonale oder 

kommunale Recht eine konsequente Nutzung der Sonnenenergie nicht 

allein aus ästhetischen Gründen ausschliessen (BGE 146 II 367 E. 3.1.1). 

Anforderungen, welche die Effizienz der Nutzung (auch in wirtschaftlicher 

Hinsicht) beeinträchtigen, können sich als Hindernis bei der Nutzung von 

Sonnenenergie auswirken. Sie müssen daher durch gewichtige 

Ästhetikinteressen begründet sein (Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Bern RA Nr. 110/2017/60 vom 18. Oktober 2017, E. 3c).

8. Während die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang ausführen, 

dass die streitgegenständliche Auflage die Realisierung des 

Bauvorhabens faktisch verunmögliche, da die angepasste Farbe sowohl 

zu einer Leistungseinbusse als auch zu massiven Mehrkosten führe und 

nicht zuletzt der Förderungsbeitrag des Kantons verloren gehe, stellt sich 

die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass Art. 18a Abs. 4 RPG 

eine Interessenabwägung zu Gunsten der Gestaltung ausdrücklich 

zulasse, solange damit die Solaranlagen nicht verunmöglicht würden. Die 

Behörde, die die Baubewilligung erteilt, trägt die Beweislast für besondere 

ästhetische Umstände, die es rechtfertigen, von der in Art. 18a Abs. 4 RPG 

empfohlenen Lösung zugunsten der Solarenergie abzuweichen 

(BGer 1C_415/2021 vom 25. Februar 2022, E. 3.2.2). In der Folge ist auf 

die von den jeweiligen Parteien geltend gemachten Interessen näher 

einzugehen.

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8.1. Bei der Installation einer Solaranlage ist nur mit Zurückhaltung davon 

auszugehen, die Identität der Baute oder Anlage einschliesslich ihrer 

Umgebung werde erheblich beeinträchtigt (vgl. BGer 1C_345/2014 vom 

17. Juni 2015 E. 3.3; BGE 1C_311/2012 vom 28. August 2013 E. 5.3). 

8.1.1. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, dass der Eingriff in das 

Privateigentum (Baufreiheit) umso mehr verhältnismässig sei, als sich der 

im Jahr 2004 erlassene Quartierplan E._____ seit jeher durch strenge 

Gestaltungsvorschriften auszeichne, was aufgrund der prominenten Lage 

im öffentlichen Interesse liege. 

Vorliegend ist unbestritten, dass es sich bei der Liegenschaft der 

Beschwerdeführer weder um ein Kultur- noch Naturdenkmal handelt. 

Ausserdem ist das Quartier E._____ nicht in das Bundesinventar der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) 

aufgenommen. Vielmehr wird lediglich auf den hohen Stellenwert des 

ganzen J._____ aufgrund der exponierten und darum ortsbildprägenden 

Hangbebauung oberhalb der K._____ verwiesen 

(https://www.gisos.bak.admin.ch/[...], letztmals besucht am 1. November 

2023).

8.1.2. Während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, die 

Gestaltungsvorschriften seien auch auf die streitgegenständliche 

Solaranlage anwendbar, insbesondere auch da diese als Fassade in 

Erscheinung trete, ist dem Leitfaden für Solaranlagen zu entnehmen, dass 

eine Photovoltaikanlage eine "technisch bedingte Dachaufbaute" bzw. 

"technische Anlage" ohne "gebäude- bzw. fassadenähnliche Wirkung" sei 

(Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt Kanton AG, 

BVURA.15.164 vom 25. August 2015; Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kanton Schwyz, VGE III 2017 16 vom 28. Juni 2017; 

STICKELBERGER/MOLL, Leitfaden zum Melde- und Bewilligungsverfahren 

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für Solaranlagen, EnergieSchweiz, Juni 2023, Rz. 9.4, S. 51). Da letztlich 

die Einfügung der Anlage in die Umgebung aus ästhetischen 

Gesichtspunkten entscheidend ist, kann die Definition als Fassade offen 

gelassen werden.

8.1.3. Bei grossflächigen Anlagen, wie dies bei der Produktion von Winterstrom 

durch Photovoltaikanlagen in der Regel der Fall ist, ist es umso wichtiger, 

dass sich die Anlage gut in die Umgebung einfügt aber auch möglichst gut 

in die bestehende Baute integriert. Dies ist Einzelfallweise zu beurteilen 

und erfordert vorgängig eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Baute, 

um die charakteristischen Züge zu ermitteln (Leitfaden für Solaranlagen, 

Amt für Raumentwicklung Graubünden, Juli 2022, Rz. 7).

8.1.4. Zur Gestaltung führen die Beschwerdeführer insbesondere aus, die 

technische Anlage steche durch ihre ruhige und gleichmässige Farbe nicht 

heraus. Sie füge sich ohne Weiteres in die bestehende Bebauung ein, die 

durch Betonfassaden, schwarz verwitterte Holzfassaden, schwarze und 

dunkelgraue Fensterbeschattungssysteme und ähnliches geprägt sei. 

Dem ist anzufügen, dass die geplante PV-Anlage nicht am ganzen Haus, 

sondern lediglich an der Südfassade angebracht werden soll, da sich 

diese am besten für die Produktion von Winterstrom eignet. Dabei handelt 

es sich einerseits um die kürzere Fassadenseite der Baute und 

andererseits liegt diese rechtwinklig zu den beiden Strassen. Ausserdem 

steht einige Meter von der Fassade entfernt bereits das nächste Gebäude, 

wodurch die Einsehbarkeit stark eingeschränkt wird.

Auch aufgrund der hohen Mauern, welche die Parzelle Nr. C._____ 

umgeben, ist nur ein kleiner Teil der Fassade überhaupt sichtbar. Hinzu 

kommt, dass es sich um eine fassadenbündige und nicht um eine 

abgeständerte Solaranlage handelt. Analog zu Dächern wird eine 

Montage parallel zur Fassade grundsätzlich einer Aufständerung 

- 16 -

vorgezogen (Leitfaden für Solaranlagen, Amt für Raumentwicklung 

Graubünden, Juli 2022, Rz. 21).

Aus den Abbildungen in der von den Beschwerdeführern eingereichten 

Fotodokumentation (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 17) ist 

erkennbar, dass das Dach der Beschwerdeführer bereits mit Solar- bzw. 

Photovoltaikanlagen bebaut ist. Damit erübrigt sich die Frage, ob eine 

Anlage auf dem Dach als milderes Mittel in Frage kommen würde. 

Ausserdem ist auf den eingereichten Abbildungen ersichtlich, dass die 

entsprechende Anlage auf dem Dach nicht in einer der gemäss Art. 8 QPV 

anwendbaren Farbtabelle entsprechenden Farbe erstellt wurde. Die 

Gestaltung von Dächern ist in Art. 12 QPV geregelt. Demnach sind nur 

Flachdächer zulässig und diese sind extensiv zu begrünen oder mit Kies 

oder Platten etc. zu belegen. Es ist davon auszugehen, dass die PV-

Anlagen an der Fassade kaum störender sind als jene auf dem Dach, die 

zudem aufgrund der Hanglange des Quartiers ebenfalls einsehbar sind. 

Die Beschwerdegegnerin verweist in diesem Zusammenhang auf die 

Sonderstellung von PV-Anlagen auf dem Dach gemäss Art. 18a RPG und 

Art. 32a RPV, dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Beurteilung der 

Eingliederung der streitgegenständlichen Anlage in das Quartier. Im 

Übrigen sind auch – wie von den Beschwerdeführern mit der eingereichten 

Fotodokumentation (Bf-act. 17) dargelegt – unabhängig von PV-Anlagen 

viele dunklere Materialien verbaut, so beispielsweise 

Fensterbeschattungssysteme, Garagentore und verwitterte Holzbauten.

8.1.5. Eine PV-Anlage mit helleren Farben würde sich entsprechend den 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin wohl besser in das Quartier 

einfügen. Eine dunkle, wie von den Beschwerdeführern geplante Anlage, 

stellt aber aufgrund ihrer eingeschränkten Einsehbarkeit und unter 

Berücksichtigung der anderen im Quartier vorkommenden dunklen 

Farbtöne auch keinen gravierenden Eingriff in das Quartierbild dar. 

- 17 -

Vielmehr bezweckt der Quartierplan ein modernes, einfaches, klares und 

kubisches Quartier, zu welchem Solaranlagen in der heutigen Zeit 

dazugehören. An dieser Stelle ist zudem festzuhalten, dass gegen das 

Bauprojekt keine Einsprachen eingegangen sind. Damit steht fest, dass 

sich weder die direkten Nachbarn, zu deren Parzelle die PV-Anlage 

ausgerichtet ist, noch sonst eine Bewohnerin oder ein Bewohner an dem 

geplanten Projekt stören. Unter dem Aspekt der Eingliederung in die 

Umgebung überwiegen die ästhetischen Interessen jenen der Förderung 

der Solarenergie somit im konkreten Fall nicht.

8.2. Die Beschwerdeführer machen geltend, die Auflage unter Ziff. 5.1.1 führe 

zu einem faktischen Verbot des Bauvorhabens, da aufgrund der 

Mehrkosten und Leistungseinbusse das Projekt nicht mehr rentabel sei. 

Im Übrigen stelle die Stromproduktion mittels erneuerbarer Energien ein 

gewichtiges öffentliches Interesse dar, weshalb auch Art. 18a Abs. 4 RPG 

einen grundsätzlichen Vorrang des Interesses an Solarenergie gegenüber 

ästhetischen Gründen statuiere. Dagegen bringt die Beschwerdegegnerin 

vor, die bescheidene Produktion, welche mit der neuen PV-Anlage 

ermöglicht würde, sowie das Interesse der Beschwerdeführer, weniger 

Strom zu brauchen, könnten nicht zu hoch gewichtet werden. 

8.2.1. Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass es bei der Anwendung 

von Art. 18a Abs. 4 RPG nicht um den verstärkten Schutz des privaten 

Interesses der Bauherrschaft geht. Stattdessen steht der Schutz von 

öffentlichen Interessen in grösserem Umfang im Vordergrund. Das durch 

Art. 18a Abs. 4 RPG geförderte Interesse an der Nutzung der 

Sonnenenergie kann insbesondere die Einspeisung von überschüssig 

produziertem Strom in das Netz bewirken. Der in diesem Fall festgestellte 

Unterschied in der Energieproduktion, der sich in einer unbestimmten 

Anzahl von Anlagen wiederholt, kann dann erheblich werden und 

allgemein zu einer lokalen und nachhaltigen Energieversorgung beitragen 

- 18 -

(BGer 1C_415/2021 vom 25. Februar 2022, E. 3.2.2). Entsprechend 

erachtet der Kanton Graubünden Anlagen mit einer Mindestgrösse von 

3kWp als förderungswürdig, was das öffentliche Interesse an solchen 

Anlagen unterstreicht. Die von den Beschwerdeführern geplante Anlage 

soll eine Leistung von 3'375 kWp (recte: 3.375 kWp) erzielen.

8.2.2. Weiter führen die Beschwerdeführer aus, es gebe zwar mittlerweile 

Produzenten, welche Sonderanfertigungen in anderen Farben anbieten 

würden, diese seien aber technisch nicht ausgereift und vermögen nicht 

an die Leistungen der bisherigen etablierten Standard-Paneele 

heranzureichen. Der Leistungsverlust sei derart gross und das Kosten-

Nutzen-Verhältnis derart schlecht, dass diese Sonderanfertigungen bisher 

kaum Verbreitung gefunden hätten. Bisher seien sie nur vereinzelt in 

Gesamtprojekten mit PV-integrierten Hausfassaden, als eigentliche 

Gebäudebestandteile, anzutreffen. Unter Verweis auf die beigelegte 

Gegenüberstellung der Farbtabelle mit den PV-Modulfarben (Bf-act. 9) 

ergebe sich eine Leistungseinbusse von über 10% und dies bei einem 

Kostenfaktor von mehr als 3.5. Demnach lägen die Anschaffungskosten 

bei ca. CHF 8'290.-- (reine Paneelenkosten) pro Paneele und damit ca. 

CHF 6'450.-- über dem Preis der eingeplanten PV-Paneele, was dem 

Faktor 3.5 entspreche. Diese Zahlen beziehen sich auf den Richtpreis-

Report […] der M._____ AG (Bf-act. 13a und 13b).

8.2.3. Die Beschwerdegegnerin hält hingegen fest, dass auch Paneele in 

anderen Farben als schwarz immer mehr Einsatzbereiche finden und 

aufgrund ihrer überzeugenden Ästhetik eine starke Nachfrage zeigen 

würden sowie technisch ausgereift seien. Die Farbtabelle weise ein breites 

Spektrum von dunklen bis zu hellen Farben auf, so dass unzählige 

leistungsfähige und wirtschaftlich zumutbare Produkte von Solaranlagen 

für die Fassade möglich seien. Von einem "faktischen Verbot" oder einer 

"übermässigen Erschwerung" könne nicht die Rede sein. Bezugnehmend 

- 19 -

auf verschiedene Fachmeinungen führt die Beschwerdegegnerin aus, 

dass mit (dunkel-) farbigen Modulen, wie dies die Farbtabelle zulasse, 

keine massgeblichen Leistungseinbussen entstehen würden; jedenfalls 

keine von 20% oder mehr.

8.2.4. Zu prüfen ist demzufolge, ob die Leistungseinbussen, welche durch die 

Verwendung farbiger bzw. farblich an die Gestaltungsvorschriften des QP 

angepasster PV-Paneele einerseits den Beschwerdeführern zumutbar 

und andererseits mit dem öffentlichen Interesse an der Gewinnung von 

Solarenergie vereinbar sind. Wie auch aus der Rechtsprechung und Lehre 

hervorgeht, geht es in diesem Fall um die Prüfung der Einhaltung des 

Bundesrechts und nicht um eine einfache Prüfung der Beurteilung der 

Ästhetik durch die Gemeinde. Auch wenn das Bundesgericht bei der 

Beurteilung der relevanten örtlichen Verhältnisse eine gewisse 

Zurückhaltung übt, erfolgt die gerichtliche Kontrolle mit voller 

Prüfungsbefugnis (BGer 1C_415/2021 vom 25. Februar 2022 E. 3.2.2).

8.2.5. In Bezug auf die Ästhetik hat das Bundesgericht klargestellt, dass die 

Aspekte eines Projekts, die durch die Nutzung von Solarenergie 

gerechtfertigt sind, grundsätzlich und ohne vernünftige Alternative nicht 

aus ästhetischen Gründen verurteilt werden können (BGer 1C_544/2019 

vom 3. Juni 2020 E. 4.2). Im zu beurteilenden Fall ermöglichte das streitige 

Projekt eine Energieproduktion von 30.94 MWh/Jahr, was einem 

Autarkiegrad von 46.4% entspricht, während sich die Energiegewinnung 

bei der ästhetisch von der Gemeinde gewünschten Variante auf 

24.22 MWh/Jahr und einen Autarkiegrad von 38.3% reduzierte. Das 

Bundesgericht stellte fest, dass diese Leistungseinbusse nicht als gering 

bezeichnet werden kann, und kam zum Schluss, dass die dürftigen 

ästhetischen Argumente der Gemeinde nicht auf Kosten des Interesses 

an der Erzeugung von Solarenergie überwiegen dürfen, nur weil es eine 

Alternative gibt, die ästhetisch weniger schädlich ist (BGer 1C_415/2021 

- 20 -

vom 25. Februar 2022 E. 3.2.3). Zusammengefasst kommt das 

Bundesgericht zum Schluss, dass eine Leistungseinbusse von über 20 % 

und eine Minderung des Autarkiegrades von 8% als erheblich zu 

qualifizieren sind und dies nicht mit Art. 18a Abs. 4 RPG vereinbart werden 

kann, wenn nur wenig überzeugende ästhetische Interessen dagegen 

vorgebracht werden (BGer 1C_415/2021 vom 25. Februar 2022, E. 3.2.3). 

Andere Werte diesbezüglich werden in der Rechtsprechung und Literatur 

nicht genannt.

8.2.6. In der Replik vom 2. Juni 2023 verweisen die Beschwerdeführer auf die 

genannte bundesgerichtliche Rechtsprechung und machen geltend, die 

vorliegend zu beurteilende Leistungs- und Energieertragseinbusse, 

welche durch die einschränkende Farbvorgabe in der Baubewilligung 

entstehe, überschreite diese beiden Werte bezogen auf Winterstrom. 

Auch die Beschwerdegegnerin erkennt, dass mit gewissen 

Leistungseinbussen zu rechnen sei, bestreitet jedoch, dass diese mehr als 

10% betragen würden.

Entsprechend machen die Beschwerdeführer auch auf die "Expertise 

Solarfassade" vom 31. Mai 2023 der F._____ aufmerksam, wonach die 

Mehrkosten von speziell gefertigten, farbigen Solarmodulen gegenüber 

Standard-Solarmodulen in schwarz mit farblich unbehandelten Gläsern bei 

rund 340% lägen und die Leistungseinbusse pro Fläche bei mindestens 

20%. Diese Werte würden sich aus der Preisliste von Sonnenkraft 

ergeben, welche repräsentativ und kompetitiv für Farbmodulanbieter sei.

Die Beschwerdegegnerin entgegnet, es sei nicht nachvollziehbar, wie 

diese Zahlen ermittelt worden seien; ob diese aus einem 

Konkurrenzverfahren oder aus einer einseitigen Offerte der von der 

Bauherrschaft beigezogenen Firma M._____ stammen. Weiter führen sie 

an, es gebe diverse Möglichkeiten farbiger PV-Anlagen, ohne dass 

- 21 -

erhebliche Leistungseinbussen in Kauf genommen werden müssten; 

jedenfalls keine von 20% oder mehr. Die Beschwerdeführerin verweist auf 

die Unternehmen O._____  und P._____ sowie einen Bericht im Baublatt. 

Die genannten Fachmeinungen gehen entweder von einer 

Leistungseinbusse von mindestens 10% aus (https://www.[...] letztmals 

besucht am 1. November 2023) oder fügen nur an, dass mit 

Leistungseinbussen und Mehrkosten zu rechnen sei, verweisen jedoch für 

genauere Angaben auf individuelle Offerten (https://[...] letztmals besucht 

am 1. November 2023). Zwischen den Parteien ist zwar unbestritten, dass 

bei farbigen Paneelen (entsprechend der Farbtabelle) mit 

Leistungseinbussen und höheren Anschaffungskosten zu rechnen ist, 

jedoch bleibt unklar, in welchem Umfang dies der Fall ist. Im Folgenden ist 

daher die Leistungsfähigkeit der farbigen PV-Anlagen diverser Anbieter zu 

vergleichen. 

8.2.7. Im Bericht "ästhetische Integration von Solaranlagen an sensiblen 

Gebäuden", welcher vom Kanton Graubünden in Auftrag gegeben und 

vom Institut für Solartechnik sowie der Ostschweizer Fachhochschule 

ausgearbeitet wurde, ist von einer Minderleistung im Umfang von 10 bis 

80% und Mehrkosten pro Quadratmeter von mindestens 10 % bis 100 % 

für farbige Module, je nach Farbe und Ausführung, die Rede. Die 

Mehrkosten pro kWp betragen schätzungsweise sogar 40 % bis zu mehr 

als 100 % (HALLER/BAMBERGER/BOHREN/VASSELLA, Ästhetische Integration 

von Solaranlagen an sensiblen Gebäuden, im Auftrag der Denkmalpflege 

Graubünden und des Amtes für Energie und Verkehr Graubünden, 

Dezember 2021, S. 6). Für Kristalline Glas-Glas oder Glas-Folien Module 

ist mit Mehrkosten von über 100% zu rechnen. Als Anbieter werden 

beispielhaft R._____, M._____, S._____, T._____ sowie U._____ genannt 

(HALLER/BAMBERGER/BOHREN/VASSELLA, Ästhetische Integration von 

Solaranlagen an sensiblen Gebäuden, im Auftrag der Denkmalpflege 

- 22 -

Graubünden und des Amtes für Energie und Verkehr Graubünden, 

Dezember 2021, S. 20). Auch die Fassadensysteme mit farbigen Gläsern 

der Q._____ AG sind 40 bis 100% teurer als normale PV-Paneele und es 

muss gegenüber Standardkollektoren mit ungefähr 20 % Minderertrag 

gerechnet werden (HALLER/BAMBERGER/BOHREN/VASSELLA, Ästhetische 

Integration von Solaranlagen an sensiblen Gebäuden, im Auftrag der 

Denkmalpflege Graubünden und des Amtes für Energie und Verkehr 

Graubünden, Dezember 2021, S. 29). Der von der Beschwerdegegnerin 

genannte Hersteller P._____ weist je nach Farbe Mindererträge von 11 % 

bis zu 45% auf (vgl. https://www.[...]; letztmals besucht am 1. November 

2023], welche mit einer in Zusammenarbeit mit P._____ entwickelten 

Folien-Lösung wirbt). Die von den Beschwerdeführern vorgebrachten 

Werte entsprechen somit dem allgemeinen Markt bzw. weisen ähnliche 

Werte wie vergleichbare Produkte auf: So ist auch der – ebenfalls von der 

Beschwerdegegnerin vorgebrachten – Webseite von O._____ zu 

entnehmen, dass mit Mehrkosten und Mindererträgen gerechnet werden 

muss (https://[...] letztmals besucht am 1. November 2023). 

8.2.8. Aufgrund der vorliegenden Erwägungen kann davon ausgegangen 

werden, dass die Verwendung farbiger Solarpaneele, wie von den 

Beschwerdeführern vorgebracht wird, zu Leistungseinbussen von ca. 

20 % und mehr sowie zu hohen Mehrkosten führt. Bei der von den 

Beschwerdeführern geplanten Anlage mit einer Leistung von 3'375 kWp 

(recte: 3.375 kWp) würde dies das Interesse an der Stromproduktion 

überwiegen und die Anlage faktisch verhindern.

8.3. Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, aufgrund der deutlich 

tieferen Anlageleistung infolge der gestalterischen Vorgaben an die Farbe 

der PV-Paneele gehe die vom Kanton erfolgte Beitragszusage verloren. 

Die geplante PV-Anlage soll auf der Südfassade angebracht werden. 

Anlagen an der Fassade leisten einen erheblichen Beitrag zur Produktion 

- 23 -

von Winterstrom, weshalb sie im Rahmen der Förderstrategie des Kantons 

auch mit Beiträgen unterstützt werden (STICKEL-BERGER/MOLL, Leitfaden 

zum Melde- und Bewilligungsverfahren für Solaranlagen, EnergieSchweiz, 

Juni 2023, Ziff. 6.5). 

8.3.1. Gemäss Art. 23a des Energiegesetzes des Kantons Graubünden (BEG; 

BR 820.200) kann der Kanton Beiträge für die Erstellung einer 

Photovoltaikanlage für Winterstrom gewähren, sofern sie einen 

Neigungswinkel von 60° oder mehr und eine Ausrichtung zwischen Ost, 

Süd und West aufweist. Diese Voraussetzungen erfüllt das vorliegende 

Projekt, weshalb das Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität 

Graubünden mit Verfügung vom 10. Juni 2022, mitgeteilt am 20. Juni 

2022, dem entsprechenden Gesuch der Beschwerdeführer entsprochen 

und einen Förderbeitrag von maximal CHF 2'025.-- zugesichert hat. 

Weicht die realisierte Baute oder Anlage von der Projekteingabe ab, die 

der Beitragsverfügung zugrunde liegt, kann die Regierung die Beiträge an 

das Vorhaben kürzen, streichen oder zurückfordern (Art. 29 BEG).

8.3.2. Aus den Ausführungen der Beschwerdeführer geht hervor, dass für die 

geplante Anlage eine Leistung von 3'375 kWp (recte: 3.375 kWp) 

berechnet worden sei und das Investitionsvolumen CHF 20'000.-- betrage. 

Damit genügt bereits eine Leistungseinbusse von etwas mehr als 10 %, 

damit die Anlageleistung unter die 3kWP-Grenze gemäss den Green Deal 

Förderbestimmungen fallen würde und die Schwelle für die 

Förderungsbeiträge nicht mehr erreicht würde (Art. 23a BEG i.V.m. Art. 

52, Art. 55 der Energieverordnung des Kantons Graubünden [BEV; BR 

821.210] und Leitfaden und Bedingung Förderprogramm Kanton 

Graubünden für Photovoltaikanlagen für Winterstrom, Version 1/22 [Bf-

act. 18]). Dass eine Leistungseinbusse von mehr als 10% bei farbigen PV-

Paneelen realistisch ist, wurde vorstehend unter E. 8.2.5 bereits 

ausführlich dargelegt. Folglich ist davon auszugehen, dass die 

- 24 -

auflagebedingte Verwendung anderer, hellerer PV-Paneele einen Einfluss 

auf den Förderungsbeitrag hat.

8.4. Im Übrigen bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass sich nicht zuletzt 

auch aus der revidierten Formulierung von Art. 8 QPV, die zwar noch nicht 

in Kraft gesetzt sei, aber dennoch eine gewisse Vorwirkung zur Folge 

habe, die Anwendbarkeit der Farbtabelle auf Solaranlagen ergebe. 

Die revidierte Fassung enthält folgende Bestimmung zusätzlich zum in 

E. 3.3 abgebildeten Wortlaut des Art. 8 der geltenden QPV (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 5):

Die Anlagen der Energiegewinnung sind auf dem Dach und/oder auf der Fassade der 
Gebäude zulässig, sofern der Gesamteindruck einfach, klar und kubisch erhalten bleibt. 
Die Farbgebung der Anlage der Energiegewinnung (z.B.: Photovoltaik) erfolgt nach den 
Vorgaben der Farbtabelle. Vorzugsweise sind die Anlagen der Energiegewinnung auf 
den Dachflächen in Zusammenhang mit einer extensiven Begrünung umzusetzen.

Unter Vorwirkung ist die Berücksichtigung künftigen (noch nicht in Kraft 

gesetzten) Rechts bei der Beurteilung gegenwärtiger Sachverhalte zu 

verstehen. Ein Erlassentwurf hat von sich aus grundsätzlich keine 

Vorwirkung; vielmehr muss sich die Vorwirkung aus dem noch geltenden 

Recht ergeben (TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Bern 2022, S. 218 Ziff. 563). 

Die Voraussetzungen einer Vorwirkung sind vorliegend nicht erfüllt. Das 

heisst, dass der revidierte Art. 8 QPV weder direkt zur Anwendung gelangt 

noch als Auslegungshilfe beigezogen werden darf.

8.5. Die Beschwerdegegnerin bringt letztlich vor, dass es für das Gericht auf 

den ersten Blick vertretbar erscheinen möge, das konkrete Projekt der 

Beschwerdeführer mit einer Photovoltaikanlage einzig auf der Südfassade 

ihres Wohnhauses füge sich gerade noch in das Quartierbild ein. Mit einer 

Bewilligung von pechschwarzen Paneelen ginge aber nicht nur wie 

- 25 -

vorstehend ausgeführt eine Verletzung der Gestaltungsvorschriften 

gemäss Art. 8 QPV einher. Eine solche Baubewilligung sei vielmehr auch 

der Startschuss dafür, dass in Zukunft bei allen Gebäuden im Quartier 

vollflächig auf den (Sichtbeton-)Fassaden dieselben PV-Module wie die 

der Beschwerdeführer angebracht werden könnten. Dies wiederum hätte 

zur Folge, dass schrittweise ein Quartier mit komplett schwarz in 

Erscheinung tretenden Häusern entstehe und damit seinen ursprünglichen 

Charakter verliere. Der Stadtrat verfolge daher bei PV-Anlagen an den 

Fassaden zurecht eine verhältnismässig strenge Praxis, zumal nur auf 

diese Weise unerwünschte Präjudizien verhindert werden könnten.

Es ist zwar verständlich, dass die Beschwerdegegnerin sich um die 

optische Wirkung von Solaranlagen auf das Ortsbild kümmert. Entgegen 

den Befürchtungen der Gemeinde ist aber keine unerwünschte 

Präjudizwirkung für das gesamte Ortsbild zu befürchten. Vielmehr darf bei 

baubewilligungspflichtigen Vorhaben eine einzelfallbezogene Abwägung 

zwischen ästhetischen Anliegen und dem Interesse an der Nutzung der 

Solarenergie nicht unterbleiben. Bewilligungspflichtige Solaranlagen 

dürfen also weder pauschal bewilligt noch pauschal verweigert werden, 

sondern es muss jeweils eine einzelfallbezogene Güterabwägung nach 

den Vorgaben von Art. 18a Abs. 4 RPG erfolgen. Ein Präjudiz kann schon 

daher nur begrenzte Wirkung zeitigen (Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Bern RA Nr. 110/2017/60 vom 18. Oktober 2017, E. 3g).

Die meisten Bauten des Quartiers E._____ sind gegen Süden 

ausgerichtet. Damit kommt in der Regel nur eine Fassade überhaupt für 

die Montage von PV-Anlagen in Frage, und zwar meist jene welche von 

der Strasse kaum einsehbar ist. Folglich ist die Darstellung eines 

"schwarzen Quartiers" nicht nachvollziehbar und das Vorbringen 

bezüglich Präjudizwirkung sowie die Angst einer Veränderung des 

gesamten Quartiers unbegründet.

- 26 -

9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich bei Photovoltaikanlagen 

– wie die Beschwerdeführer zu Recht ausführen – um technische Anlagen 

handelt. Bei der Farbe einer Photovoltaikanlage handelt es sich nicht um 

ein gestalterisches Element. Vielmehr ist diese technisch bedingt, damit 

die Anlage ihrem Zweck entsprechend optimal Strom produzieren kann. 

Weiter erhellt, dass zwischen den Parteien die Leistungseinbussen und 

Mehrkosten, welche durch die streitgegenständliche Auflage entstehen, 

an sich (abgesehen von deren genauen Umfang) unbestritten sind. Die 

von der Beschwerdegegnerin vorgebrachten Ästhetikinteressen 

vermögen letztlich jedoch nicht zu überzeugen. Dies insbesondere da die 

geplante PV-Anlage weder von der unmittelbar vor dem Grundstück 

liegenden Strasse noch von anderen Orten der Stadt in dominanter Art 

und Weise einsehbar ist. Die Lage des Quartiers mag zwar prominent sein, 

die geplante PV-Anlage soll jedoch auf der kürzeren, in direkter Nähe zum 

Nachbarhaus stehenden Fassade angebracht werden. Hinzu kommen 

hohe Betonmauern und Pflanzen welche die Einsehbarkeit der Anlage 

einschränken. Weiter sind die Interessen an der Produktion von 

Winterstrom hoch zu gewichten und eine Leistungseinbusse von über 

10 % im konkreten Fall erscheint nicht verhältnismässig. Die 

Interessenabwägung fällt nach Auffassung des Gerichts somit im 

vorliegenden Fall gestützt auf Art. 18a Abs. 4 RPG zugunsten der 

Solarenergie aus. 

Entsprechend kam das Bundesgericht auch im Urteil 1C_415/2021 vom 

25. Februar 2022 zum Schluss, dass die dürftigen ästhetischen 

Argumente nicht auf Kosten des Interesses an der Erzeugung von 

Solarenergie überwiegen dürfen, nur weil es eine Alternative gibt, die 

ästhetisch weniger schädlich ist und als energetisch vergleichbar 

angesehen wird (BGer 1C_415/2021 vom 25. Februar 2022, E. 3.2.3). In 

der Literatur und teilweise auch in der kantonalen Rechtsprechung wird 

- 27 -

auch die Meinung vertreten, dass im Zweifelsfall immer zugunsten der 

Solaranlage zu entscheiden ist (HETTICH/PENG, Erleichterte Bewilligung 

von Solaranlagen in der Rechtspraxis, in: AJP 10/2015, S. 1432; Jäger, 

Solaranlagen, Eine Einordnung des neuen Artikels 18a RPG, in: Raum 

und Umwelt, November 6/2014, S. 17; Kantonsgericht Appenzell I.Rh., 

Verwaltungsgericht, Entscheid V 20-2018 vom 24. Juni 2019, E. 2.2).

Vor diesem Hintergrund ist die Beschwerde gutzuheissen und die Auflage 

unter Ziff. 5.1.1 im Baubescheid vom 10. Januar 2023 aufzuheben.

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten, bestehend 

aus einer Staatsgebühr und den Kanzleiauslagen (Art. 75 Abs. 1 lit. a und 

b VRG), gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Das Verwaltungsgericht erachtet eine Staatsgebühr von 

CHF 3'000.- als angezeigt und gerechtfertigt.

11. Im Rechtsmittel- oder Klageverfahren wird die unterliegende Partei in der 

Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den Rechtsstreit 

verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). Der 

von den Beschwerdeführern bzw. deren Rechtsvertreterin geltend 

gemachte Aufwand erscheint angemessen, weshalb grundsätzlich auf die 

Honorarvereinbarung vom 20. Februar 2023 (Bf-act. 1) samt detaillierter 

Honorarnote (Bf-act. 14) verwiesen werden kann. Dabei ist anzumerken, 

dass praxisgemäss eine Kleinspesenpauschale von max. 3% (nicht 4% 

bzw. CHF 88.45 nicht CHF 117.90) verrechnet werden kann. Die 

eingereichte Honorarnote über CHF 3'301.44 ist entsprechend auf 

CHF 3'269.70 anzupassen.

- 28 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Auflage unter Ziff. 5.1.1 im 

Baubescheid Nr. 2022-0086 vom 10. Januar 2023 wird aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 536.00

zusammen CHF 3'536.00

gehen zulasten der B._____.

3. Die B._____ hat A._____ und AB._____ aussergerichtlich mit CHF 

3'269.70 (inkl. 3% Spesen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]