# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d50da44-9760-5080-9757-74c0853d502b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.05.2024 SK 2023 282
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-282_2024-05-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 282

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Mai 2024 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.)
Oberrichter Schmid, Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Corvi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern
 

Berufungsführerin

und

C.________

Strafkläger

Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverlet-
zung mit gefährlichem Gegenstand

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 24. Mai 2023 (PEN 22 829)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 24. Mai 2023 sprach das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht, nachfolgend Vorinstanz) A.________ (nachfolgend Beschuldigter) der ein-
fachen Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand, begangen am 13. Februar 
2022 in F.________ z.N. des Strafklägers C.________ (nachfolgend Strafkläger) 
sowie der versuchten schweren Körperverletzung, gleichentags begangen z.N. von 
D.________, schuldig (Ziff. I.1. und 2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, 
pag. 353). In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen verurteilte die 
Vorinstanz den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, unter An-
rechnung der ausgestandenen Polizeihaft von einem Tag sowie unter Gewährung 
des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren, zu einer Geldstrafe 
von 150 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend CHF 7'500.00, ebenfalls unter 
Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie zur 
Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 12'825.45 
(Ziff. I.1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 353). Weiter bestimmte die 
Vorinstanz die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Ver-
teidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ sowie für die unent-
geltliche Rechtsvertretung von D.________ durch Rechtsanwalt E.________ 
(Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 354). Im Zivilpunkt verurteilte 
die Vorinstanz den Beschuldigten zur Bezahlung einer Genugtuung von 
CHF 3'000.00 und Schadenersatz von CHF 1'395.00, beides zzgl. Zins von 5% seit 
dem 13. Februar 2022, an D.________ sowie zur Bezahlung einer Genugtuung von 
CHF 1'500.00 und Schadenersatz von CHF 1'720.50, ebenfalls beides zzgl. Zins zu 
5% seit dem 13. Februar 2022, an den Strafkläger (Ziff. III. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs, pag. 355). Abschliessend traf die Vorinstanz die weiteren Verfü-
gungen (Vernichtung des eingezogenen Messers, Verfügung betreffend das erstell-
te DNA-Profil sowie betreffend die erhobenen biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten; Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs, pag. 355).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland mit 
Eingabe vom 1. Juni 2023 fristgerecht Berufung an (pag. 358). Die Berufungser-
klärung datiert vom 6. Juli 2023 und ging frist- und formgerecht beim Obergericht 
des Kantons Bern ein (pag. 397 ff.).

Rechtsanwalt E.________ verzichtete mit Eingabe vom 20. Juli 2023 im Namen 
von D.________ auf eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 405).

Rechtsanwalt B.________ teilte im Auftrag des Beschuldigten mit Eingabe vom 
21. Juli 2023 mit, auf eine Anschlussberufung zu verzichten (pag. 407).

Der Strafkläger liess sich innert Frist nicht vernehmen.

3

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 10. Mai 2024, 
sowie ein aktueller Leumundsbericht samt Bericht über die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse, ebenfalls datierend vom 10. Mai 2024, eingeholt (pag. 442 und 
pag. 438 ff.). Zudem wurde der Beschuldigte oberinstanzlich nochmals zur Person 
und zur Sache einvernommen (pag. 446 ff.).

Auf die Einvernahme des Strafklägers an der oberinstanzlichen Verhandlung wurde 
mit Verfügung vom 11. August 2023 und im Einverständnis der Parteien verzichtet 
(pag. 409 ff.) und ihm das Erscheinen an der oberinstanzlichen Verhandlung mit 
Vorladung vom 13. September 2023 und ebenfalls im Einverständnis der Parteien 
freigestellt (pag. 432 ff.). In der Folge erschien der Strafkläger nicht an der oberin-
stanzlichen Verhandlung (pag. 445).

4. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
folgende Anträge (pag. 465 f., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht) vom 24. Mai 2023 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Schuldspruchs, wonach A.________ der versuchten schweren Körperverletzung 
(Art. 122 i.V.m. Art. 22 StGB), begangen am 13.02.2022 in F.________ z.N. D.________, schuldig 
erklärt wurde;

2. der weiteren Verfügung, dass das beschlagnahmte Messer (beim KTD) zur Vernichtung einge-
zogen wird (Art. 69 StGB);

3. der Verurteilung von A.________ zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

4. der Bestimmung des Honorars des amtlichen Verteidigers von A.________ für das erstin-
stanzliche Verfahren;

5. der Bestimmung des Honorars der unentgeltlichen Rechtsvertretung von D.________.

II.

A.________ sei zudem schuldig zu erklären der versuchten schweren Körperverletzung, began-
gen am 13.02.2022 in F.________ z.N. C.________

und in Anwendung von Art. 40, 47, 49 Abs. 1, 51 und 122 i.V.m. 22 StGB, Art. 426 Abs. 1 und 428 
Abs. 1 StPO

zu verurteilen:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten, unter Anrechnung der Polizeihaft von einem Tag;

2. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemessenen Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

4

III.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das von A.________ erfasste DNA-Profil ist nach 30 Jahren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu lö-
schen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

2. Die von A.________ erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sind nach 30 Jah-
ren, gerechnet ab Urteilsdatum, zu löschen (Art. 354 Abs. 3 Bst. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 2 Bst. 
c und Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG).

3. Die Honorare des amtlichen Verteidigers und der unentgeltlichen Rechtsvertretung seien gericht-
lich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Rechtsanwalt B.________ beantragte für den Beschuldigten an der oberinstanzli-
chen Verhandlung Folgendes (pag. 467):

I.

Das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 24. Mai 2023 sei zu bestätigen.

II.

Die Anträge der Staatsanwaltschaft gemäss Berufungserklärung vom 6. Juli 2023, Ziff. 1. und 3. seien 
vollumfänglich abzuweisen.

III.

Die Kosten des Verfahrens sowie die Parteientschädigung des Rechtsvertreters von D.________ sei-
en dem Kanton Bern aufzuerlegen.

IV.

A.________ sei durch den Kanton Bern eine Parteientschädigung zur Wahrung seiner Rechte in der 
Höhe von CHF 4'159.95 zu entrichten.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO)

Die Generalstaatsanwaltschaft hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungser-
klärung vom 6. Juli 2023 in Teilen angefochten (pag. 398). Ihre Berufung richtet 
sich gegen den Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem 
Gegenstand z.N. des Strafklägers (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), 
die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie die Verurteilung zu 
einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu CHF 50.00 (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositivs).

Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen sind Ziff. I.2. (Schuldspruch 
wegen versuchter schwerer Körperverletzung z.N. von D.________), Ziff. I.3. (Ver-
urteilung zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten), Ziff. II. (Bestim-
mung der amtlichen Entschädigungen und des vollen Honorars von Rechtsanwalt 
B.________ für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten und Rechtsanwalt 
E.________ für die unentgeltliche Vertretung von D.________), Ziff. III. (Zivilpunkt) 
sowie Ziff. IV.1. (Einziehung des beschlagnahmten Messers zur Vernichtung). 

5

Durch die Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die angefochtenen Punkte 
gemäss Ziff. I.1. (Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung mit gefährlichem 
Gegenstand z.N. des Strafklägers) und Ziff. I.1. und 2. (Verurteilung zu einer Frei-
heitsstrafe von zwei Jahren sowie zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 
CHF 50.00). Nicht der Rechtskraft zugänglich ist überdies Ziff. IV.2. (Verfügung be-
treffend das erstellte DNA-Profil sowie betreffend die erhobenen biometrischen er-
kennungsdienstlichen Daten).

Die Kammer verfügt hinsichtlich der angefochtenen Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Zufolge der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf 
das erstinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten auch zum Nachteil des 
Beschuldigten abgeändert werden; das Verschlechterungsverbot gilt nicht (Art. 391 
Abs. 2 StPO e contrario).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Sachverhalt

6.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Bezug auf den Vorfall z.N. des Strafklägers mit Ankla-
geschrift vom 14. September 2022 Folgendes vorgeworfen (pag. 252 f.):

Versuchte schwere Körperverletzung (Art. 122 i. V. m. Art. 22 StGB), evtl. einfache Körperverletzung 
mit gefährlichem Gegenstand (Art. 123 Ziff. 2 StGB), begangen am 13.02.2022, ca. 02:20 Uhr, in 
F.________, z.N. von C.________.

A.________ hatte mit der Gruppe von D.________, C.________, G.________ und H.________, wel-
che mit der im I.________ (Lokal) vorhandenen Nintendokonsole spielte, eine verbale Auseinander-
setzung, da A.________ ebenfalls spielen wollte. A.________ warf in der Folge aus einer Distanz von 
ca. 2 bis 2.5 Metern mit voller Wucht ein (volles) Trinkglas (Art Ikea Glas, ca. 5 dl, evtl. 3 dl) in die 
Richtung von C.________, wobei das Glas C.________ am Kopf im Bereich der Stirne seitlich links 
traf und zerbrach, was A.________ zumindest in Kauf nahm.   

C.________ erlitt dadurch oberhalb des linken Augenbrauenendes eine ca. 1 cm lange, annähernd in 
Kopfquerachse verlaufende Hautdurchtrennung mit teils glatten, teils unregelmässigen Wundrändern 
(Stich-/Schnittverletzung oder Risswunde) sowie in der Umgebung eine dezente Schwellung und eine 
rötliche Hautverfärbung. Zudem erlitt C.________ eine Hirnerschütterung und war vom 16.02.2022 bis 
am 17.02.2022 arbeitsunfähig.

Durch den heftigen Wurf eines Glases gegen den Kopf (Bereich Gesicht) von C.________ bestand 
die Gefahr von bleibenden, schweren gesundheitlichen Schädigungen, beispielsweise Verletzung der 
Augen mit einer Beeinträchtigung bis zu einem Verlust der Sehkraft, eine Entstellung des Gesichtes 
z.B. durch Narben, von Knochenbrüchen am Gesichtsschädel, von Verletzung von Gesichtsnerven, 
sowie von lebensgefährlichen Verletzungen in Form eines Schädelbruchs sowie Blutungen im Schä-
delinnern. 

A.________ wusste um die Gefährlichkeit eines heftigen Wurfs eines Glases gegen den Kopf (Kopf-
/Stirnbereich, insbesondere in Nähe von Auge und Schläfe) eines Menschen und die damit einherge-
hende konkrete Möglichkeit einer lebensgefährlichen Verletzung und/oder bleibenden, schweren ge-

6

sundheitlichen Schädigungen. Trotzdem handelte er so und nahm solche Verletzungen dadurch zu-
mindest in Kauf.

Hinsichtlich des Vorwurfs z.N. von D.________ wird dem Beschuldigten folgendes 
Verhalten zur Last gelegt (pag. 253 f.):

Versuchte schwere Körperverletzung (Art. 122 i. V. m. Art. 22 StGB), begangen am 13.02.2022, ca. 
02:20 Uhr, in F.________, z.N. von D.________.

Nach dem Vorfall gemäss Ziff. 1 wollte D.________ C.________ bei der Bar eine Serviette holen, um 
die Blutung zu stillen. A.________ stand im Bereich der Treppe, die zur Bar hinunterführte, und stellte 
sich vor D.________ und schubste diesen, woraufhin D.________ A.________ zurückstiess, wobei 
sich die beiden gegenseitig am Kragen festhielten und A.________ ca. eine Treppenstufe weiter un-
ten stand als D.________. Im Rahmen dieser Schubserei behändigte A.________ ein einhändig be-
dienbares Messer (Klingenlänge ca. 6.5 cm, Grifflänge ca. 9 cm) und stiess dieses mit voller Wucht in 
den Oberschenkel von D.________. A.________ und D.________ wurden in der Folge von einer 
Drittperson getrennt, die dazwischen ging.

D.________ erlitt dadurch am linken Oberschenkel, aussenseitig, im körperfernen Drittel, eine klaf-
fende Hautdurchtrennung im Sinne einer Stichverletzung (Länge ca. 2.3 cm, Tiefe ca. 6 cm) mit glat-
ten Wunderändern und Blick auf blutig tingiertes Fettgewebe in der Tiefe und einer Schwellung der 
umgebenden Haut. Dabei entstand als Folge der Stichverletzung eine blutende Verletzung eines As-
tes der Beinschlagader.

Durch den Stich mit dem benutzten Messer in den Oberschenkel von D.________ konnte es zu Ver-
letzungen von grossen Blutgefässen am Oberschenkel kommen. An der Stelle am Oberschenkel, an 
welcher D.________ verletzt wurde, hätte es zu einer direkten Verletzung der grossen Beinschlag-
ader und nicht nur eines Nebenastest der Beinschlagader kommen können. Verletzungen der grossen 
Beinschlagader können zu einem potentiell lebensgefährlichen Blutverlust führen. Zudem hätte es zu 
einer Verletzung grösserer Nerven kommen können. Dies hätte möglicherweise bleibende Schädi-
gungen der Sensorik und der Motorik am Bein zur Folge haben können. Durch scharfe Gewalt verur-
sachte offene Verletzungen können zudem, ohne antibiotische Behandlung, zu potentiell lebensbe-
drohlichen Infektionen führen.

A.________ wusste um die Gefährlichkeit eines Stiches in den Oberschenkel eines Menschen und 
die damit einhergehende konkrete Möglichkeit einer lebensgefährlichen Verletzung und bleibenden, 
schweren gesundheitlichen Schädigungen. Trotzdem handelte er so und nahm solche Verletzungen 
dadurch zumindest in Kauf.

6.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Sachverhalt hinsichtlich des Messerstichs z.N. von D.________ wird vom Be-
schuldigten oberinstanzlich nicht mehr bestritten, so hat er diesen Schuldspruch 
auch nicht angefochten.

Der Glaswurf z.N. des Strafklägers wird vom Beschuldigten im Grundsatz ebenfalls 
nicht bestritten. Zu klären gilt es nachfolgend jedoch, was die konkrete Absicht und 
das konkrete Ziel des Beschuldigten war, aus welcher Distanz und mit welcher 
Wucht er das Glas geworfen hatte und welche Beschaffenheit es aufwies. Eben-
falls näher einzugehen sein wird auf das Verhalten des Beschuldigten nach dem 
Vorfall (Nachtatverhalten). 

7

7. Beweiswürdigung

7.1 Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren 
gewonnen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es berücksichtigt die im Vorverfah-
ren und im Hauptverfahren erhobenen Beweise (Art. 350 Abs. 2 StPO). Freie Be-
weiswürdigung bedeutet, dass die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisre-
geln und nur nach ihrer persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prü-
fung der vorliegenden Beweise darüber entscheiden, ob sie eine Tatsache für be-
wiesen halten oder nicht (Urteil des Bundesgerichts 6B_804/2017 vom 23. Mai 
2018 E. 2.2.3.1 mit Hinweisen). Die freie Beweiswürdigung gründet auf gewissen-
haft festgestellten Tatsachen und logischen Schlussfolgerungen. Sie darf sich nicht 
auf blossen Verdacht oder blosse Vermutung stützen (TOPHINKE, in: Basler Kom-
mentar StPO, 3. Aufl. 2023, N 54 ff. zu Art. 10).

Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Vorausset-
zungen der angeklagten Tat geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweiswürdigungsregel be-
sagt der Grundsatz in dubio pro reo, dass sich das Gericht nicht von einem für die 
angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei ob-
jektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. 
Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche 
immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss 
sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, also um solche, 
die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2c S. 37; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 E. 1.3.2).

Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim 
sogenannten Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar 
rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar 
rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 
sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die 
Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, 
können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine 
Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Der Indizien-
beweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Urteil des Bundesgerichts 
6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3 mit Hinweisen).

7.2 Beweismittel

Für die allgemeinen Beweismittel kann an dieser Stelle auf die Übersicht der Vor-
instanz verwiesen werden (pag. 366 f., S. 5 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). 

In Bezug auf den Vorfall z.N. des Strafklägers hielt die Vorinstanz betreffend objek-
tive Beweismittel überdies Folgendes fest (pag. 367, S. 6 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung:

C.________ erlitt eine ca. 1 cm lange Hautdurchtrennung über der linken Augenbraue und eine Hirn-
erschütterung. 

8

Gemäss Polizeirapport ergaben die durchgeführten Atemalkoholteste (nicht in den Akten, s. aber An-
zeigerapport, pag. 10) folgende Werte:

- Beschuldigter: 0.81 mg/l;

- Privatkläger D.________: 0.25 mg/l;

- Privatkläger C.________: 0.44 mg/l.

Der Beschuldigte war somit mittelschwer alkoholisiert. Hinweise auf einen schweren Alkoholrausch 
wurden nicht berichtet (RETZ/TURNER, Straftaten in Verbindung mit Alkohol, Drogen und Medikamen-
ten, in: Praxishandbuch forensische Medizin, 4. Auflage, 2022, S. 225).

7.3 Konkrete Würdigung

7.3.1 Zu den Aussagen des Beschuldigten im Allgemeinen

Die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten fasste die Vorinstanz wie folgt zu-
sammen (pag. 367 f., S. 6 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte machte in seiner ersten Einvernahme vom 13.02.2022 geltend, er habe nur den In-
halt des Glases gegen die Gruppe der vier jungen Männer, welche am gamen waren, werfen wollen 
(pag. 99, Z. 31 ff.). Dabei habe er einen am Kopf getroffen (pag. 99, Z. 32 f.). 

In der zweiten Einvernahme bei der Polizei am 04.03.2022 gab er zu Protokoll, er habe ein Bier in der 
Hand gehabt und habe es gegen die Gruppe «ausschütten» wollen, dabei sei das Glas gleich mitge-
gangen (pag. 51 ff.). Es sei ein IKEA-Glas gewesen, ca. 10-15 cm gross (pag. 108, Z. 184 und 
pag. 109, Z. 256). Er habe es in der rechten Hand gehalten (pag. 108, Z. 203). An die Intensität des 
Wurfes könne er sich ebenso wenig erinnern wie an die Wurfbahn, die Weite des Fluges oder den 
Auftreffpunkt. Er habe danach einfach gesehen, dass jemand geblutet habe (pag. 109, Z. 210 ff.). Er 
habe den Inhalt des Glases in Richtung der Gruppe leeren wollen (pag. 109, Z. 237). Er sei extrem 
betrunken gewesen und habe nicht gewollt, dass das Glas «fliegt» (pag. 110, Z. 266). Es sei nicht 
seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen, jedoch habe er sich zunehmend provoziert gefühlt 
und sei immer «hässiger» geworden (pag. 110, Z. 275 ff.).

Bei der Staatsanwaltschaft wiederholte der Beschuldigte am 02.06.2022 seine Aussage, er habe nur 
den Inhalt des Glases, nicht aber das Glas werfen wollen (pag. 120, Z. 49 ff.). Er habe nicht die Ab-
sicht gehabt, C.________ das Glas anzuwerfen, das Glas sei halt mitgegangen (pag. 120, Z. 50 ff.). 
Er habe den Inhalt gegen «den vorne rechts» (C.________) ausleeren bzw. werfen wollen und habe 
den rechten Arm hochgehoben, so dass die Hand auf Höhe der Ohren gewesen sei, und habe das 
Glas in der Hand behalten wollen. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen 
(pag. 121, Z. 58 ff.). Das Glas sei voll gewesen und er habe gesehen, dass es kaputtgegangen sei, er 
habe aber nicht gesehen, wo es «gelandet» sei (pag. 122, Z. 90 ff.). 

In der Hauptverhandlung führte der Beschuldigte den Glaswurf vor. Er zeigte mit der rechten Hand, 
wie er das Glas in der rechten Hand bis zum rechten Ohr anhob und dabei das Glas gerade hielt 
(pag. 329, Z. 2 ff.).

Der Beschuldigte konnte aufgrund von geltend gemachten Erinnerungslücken keine genauen Anga-
ben dazu machen, wie schnell das Glas in Richtung von C.________ flog. Es sei eine Kurzschlussre-
aktion gewesen, weil das Verhalten der Gruppe vier jungen Männer etwas in ihm ausgelöst habe. Er 
habe sich arrogant behandelt und ausgelacht gefühlt. Zu diesem Punkt sagte er dann aber in der 
Hauptverhandlung auch, dass er nicht denke, dass sie ihn ausgelacht hätten, aber es für ihn so rü-
bergekommen sei (pag. 328, Z. 6 ff.).

9

Nach Auffassung der Kammer erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten ins-
gesamt als unglaubhaft und wenig überzeugend. Zwar mag sein, dass der Be-
schuldigte von Beginn weg zugegeben hatte, das Glas geworfen zu haben. Ange-
sichts seiner Aussage, wonach er nach dem Glaswurf rückwärts gestolpert und die 
Treppe hinuntergegangen sei und ihm dabei ein Türsteher entgegengekommen sei 
(pag. 110 Z. 293 ff.), ist allerdings fraglich, inwieweit der Beschuldigte den Wurf des 
Glases tatsächlich freiwillig zugegeben hatte. Weiter machte der Beschuldigte 
mehrfach im Verfahren Erinnerungslücken geltend und dass er so stark alkoholi-
siert gewesen sei, dass er sich nicht mehr erinnern könne (pag. pag. 105 Z. 23 f., 
pag. 106 Z. 93 f., pag. 110 Z. 266, Z. 283, Z. 288). Diesbezüglich fällt indes auf, 
dass sich der Beschuldigte sehr gezielt nicht erinnern können wollte, nämlich nur 
hinsichtlich der entscheidenden Sequenz des Wurfes im Konkreten, was insbeson-
dere deshalb höchst unglaubhaft erscheint, als er sich an die Vorgeschichte sowie 
von dem Moment an, als der Security mit ihm gesprochen habe, wieder genau er-
innern können wollte (vgl. u.a. pag. 123 Z. 134: «Der Türsteher kam die Treppe 
rauf, und ich habe gesagt, ich gehe raus. Da wartete ich draussen, aber nicht mit 
böser Absicht. Ich wollte mich entschuldigen. Es war mir nicht recht»). Die Behaup-
tung des Beschuldigten, wonach er sehr betrunken gewesen sei und sich deshalb 
nicht erinnern könne, erachtet die Kammer ebenso als vorgeschobene Schutzbe-
hauptung. So führte er aus, er sage ehrlich, dass ihm diese Sequenz [gemeint der 
Glaswurf] fehle, er sei extrem betrunken gewesen und könne sich nicht erinnern 
(pag. 106 Z. 93 f.). Nur kurz vorher gab er aber auf die Frage, wie 1,5 Liter Wein 
auf ihn gewirkt hätten, zu Protokoll, er habe nicht viel gefühlt, er sei aber betrunken 
gewesen (pag. 102 Z. 191 f.). Gemäss eigenen Angaben trank der Beschuldigte 
am Tag des Vorfalls seit Mittag 1,5 Liter Wein und ein paar bzw. zwei Shots 
(pag. 100 Z. 81 ff.). Angesichts dessen, dass sich der Vorfall mitten in der Nacht, 
konkret morgens um 02:20 Uhr, ereignete (pag. 252) und der Beschuldigte 1,75 m 
gross und von kräftiger Statur ist (rund 85 kg, vgl. pag. 61), ist nicht davon auszu-
gehen, dass er zum Tatzeitpunkt noch dermassen alkoholisiert war, dass er sich 
nicht mehr hätte erinnern können. Der kurz nach dem Vorfall durchgeführte Atem-
lufttest ergab zwar ein Ergebnis von 0,81 mg/l (pag. 10), was einer beträchtlichen 
Menge entspricht. Der Beschuldigte wurde aber von niemandem der Anwesenden 
als lallend oder klar betrunken wahrgenommen und beschrieben und auch seine 
koordinativen Fähigkeiten bezüglich des späteren Messereinsatzes gegenüber 
D.________ (mithin das Hervornehmen, der konkrete Einsatz sowie das anschlies-
sende Wegräumen des Messers, vgl. nachfolgende Ziff. 7.4) sprechen deutlich ge-
gen einen dermassen betrunkenen Zustand, der Erinnerungslücken zur Folge ge-
habt hätte. Der Beschuldigte hatte nach dem Glaswurf denn auch selber bemerkt, 
dass der Strafkläger am Kopf blutete («Ich habe den Drink in Richtung Gruppe ge-
worfen. Dann hat sich eine Person umgedreht und ich habe gesehen, dass er am 
Kopf blutete. Ich ging Rückwärts. Dann kam sogleich der Türsteher», pag. 99 Z. 32 
ff.; «Ich habe dann gesehen, dass es einem von ihnen ins Gesicht gegangen ist, da 
habe ich es realisiert. Ich stolperte dann irgendwie nach hinten und habe «ge-
checkt», dass ich einem ein Bierglas an den Kopf geworfen habe. Dann kam auch 
schon der Türsteher», pag. 105, Z. 53 ff. und «Ich habe einfach danach gesehen, 
dass einer geblutet hat. Dann habe ich halt realisiert, dass es ins Gesicht gegan-

10

gen ist», pag. 109, Z. 219 f.) und war ohne Weiteres in der Lage zu schildern, wie 
er dem Türsteher anschliessend gesagt habe, dass er nach draussen gehe («Ich 
weiss, dass ich nach hinten gestolpert bin. Der Türsteher kam die Treppe rauf, und 
ich habe gesagt, ich gehe raus» pag. 123 Z. 134 f.). All dies spricht deutlich gegen 
einen Filmriss oder alkoholbedingte Erinnerungslücken des Beschuldigten und sei-
ne Äusserungen dazu müssen als vorgeschobene Erklärungsversuche qualifiziert 
werden.

Das Aussageverhalten des Beschuldigten muss auch angesichts seiner Vorbringen 
in Bezug auf das Ausschütten des Bierglases – woran er sich trotz alkoholisiertem 
Zustand erinnern können wollte – als widersprüchlich bzw. nicht stringent und da-
mit unglaubhaft bezeichnet werden. Während der Beschuldigte anlässlich der Ein-
vernahme vom 4. März 2022 angab, er habe das Bier in die Menge, mithin gegen 
alle vier Personen, schütten wollen (pag. 109 Z. 237), äusserte er an der Einver-
nahme vom 2. Juni 2022, er habe es nur dem Strafkläger [«dem vorne rechts»] an-
schütten wollen (pag. 121 Z. 58). Zudem erwähnte der Beschuldigte gegenüber 
dem Security von sich aus nichts von einer Stichverletzung oder einem Messer 
(pag. 16), womit seine Aussage, er habe von sich aus erwähnt, ein Messer dabei-
zuhaben (pag. 122 Z. 126 ff.), zumindest fraglich erscheint.

Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen muss der Beschuldigte insgesamt als 
unglaubwürdig bezeichnet werden. Seine Aussagen erweisen sich mehrheitlich als 
unglaubhaft.

Zu den Aussagen der übrigen Beteiligten hielt die Vorinstanz Folgendes fest 
(pag. 368 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

C.________ konnte zum Glaswurf nichts sagen, da er diesen nicht sah. Er führte bei der Polizei am 
17.02.2022 aus, dass der Beschuldigte am besagten Abend in einer aggressiven Stimmung gewesen 
sei, es ihm komplett «usghänkt» habe und er ihm das Glas an den Kopf geworfen habe 
(pag. 131/132, Z.52 ff.). Der Beschuldigte habe sich dabei ca. drei bis vier Meter von ihm entfernt be-
funden. Er habe das Glas nicht kommen sehen. Es sei aber noch etwas darin gewesen, denn er sei 
danach nass gewesen (pag. 134, Z. 198 f.). Er denke nicht, dass jemand etwas zum Glaswurf sagen 
könne, da sie den Blick gegen den Bildschirm gerichtet gehabt hätten (pag. 135, Z 204 f.). Den Wurf 
hab er als recht stark empfunden. Der Aufprall am Kopf sei heftig gewesen und das Glas sei an sei-
nem Kopf zersprungen (pag. 135, Z. 225 f.). Er habe eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung 
gehabt und sei zwei Tage krankgeschrieben gewesen (pag. 135, Z. 234 f.). 

Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 02.06.2022 sagte C.________ aus, dass 
er vorne rechts gesessen und Richtung Bildschirm geschaut habe. Als der Beschuldigte das zweite 
Mal gekommen sei, habe er zuerst mit G.________, welcher vorne links gesessen sei, gesprochen. 
Das sei ein paar Minuten gegangen. Er habe sich umgedreht und dann sei das Glas zu fliegen ge-
kommen und habe ihn an der linken Schläfe getroffen (pag. 145, Z. 70 ff.). Weiterhin konnte er nichts 
zum Wurf an sich sagen, da er diesen nicht gesehen hat (pag. 143, Z. 74 f.). Die Entfernung schätzte 
er in dieser Einvernahme auf zwei bis drei Meter (pag. 143, Z. 81) und bezeichnete den Wurf als eher 
stark (pag. 143, Z. 89). Dies anhand des Aufpralls und der Kopfschmerzen, die er am nächsten Tag 
gehabt habe (pag. 144, Z. 92 f.). Was für ein Glas es gewesen sei, wisse er nicht, aber er selber habe 
einen Drink gehabt in einem Ikea-Glas, welches sechseckig sei. Vom Geschmack her müsse Bier im 
Glas des Beschuldigten gewesen sein (pag. 144, Z. 99 f.). Er sei am Dienstag oder Mittwoch zum Arzt 

11

gegangen und es sei eine leichte Hirnerschütterung festgestellt worden. Er sei für den Rest der Wo-
che krankgeschrieben worden (pag. 144, Z. 114 ff.). Er habe sicher während zwei bis drei Wochen 
Kopfschmerzen gehabt und habe ein bis zwei Tage Konzentrationsprobleme gehabt (pag. 144, Z. 119 
ff.). 

In der Hauptverhandlung blieb C.________ dabei, dass das Glas aufgrund der Wucht des Aufpralls 
an seinem Kopf zersplittert sei (pag. 320, Z. 33 ff.). Etwas Konkretes wisse er nicht. Es sei mehr ein 
Gefühl (pag. 321, Z. 2). Er sei nachher voller Flüssigkeit gewesen, die nach Bier gerochen habe 
(pag. 321, Z. 6). Die Distanz zwischen ihm und dem Beschuldigten schätzte er in der Hauptverhand-
lung auf ca. drei bis vier Meter (pag. 322, Z. 7). Die Wahrnehmungen von C.________ helfen lediglich 
insofern weiter, als das Glas ihn mit einer gewissen Geschwindigkeit getroffen hat. Wie genau der 
Beschuldigte es geworfen hat und ob es tatsächlich bereits beim Auftreffen im Gesicht zersplittert ist, 
konnte er nicht sicher sagen. Es sei mehr ein Gefühl, dass es an seinem Kopf kaputtgegangen sei 
(pag. 320, Z. 38 ff.). Er könne nicht sagen, ob Scherben am Boden gelegen seien, er habe sich nicht 
darauf geachtet (pag. 322, Z. 10).

G.________ sagte bei der Polizei am 22.02.2022 aus, dass er kurz mit dem Beschuldigten gespro-
chen habe. Plötzlich habe der Beschuldigte ein Glas gegen sie geworfen und er – G.________ – ha-
be gesehen, dass C.________ am Kopf geblutet habe (pag. 152, Z. 36 ff.). Wie genau der Beschul-
digte das Glas geworfen habe, könne er nicht sagen (pag. 156, Z. 117). Die Distanz zwischen dem 
Beschuldigten und C.________ schätze er auf 2 bis 2,5 Meter (pag. 154, Z. 141). Ob der Wurf gezielt 
gegen C.________ erfolgt sei, konnte er nicht sagen (pag. 155, Z. 175). 

Die Aussagen von G.________ vermögen nichts zur Klärung der Frage, wie das Glas geworfen wur-
de, beizutragen. 

D.________ gab bei der Polizei am 17.02.2022 zu Protokoll, dass der Beschuldigte aggressiv und 
laut auf sie zugekommen sei (pag. 164, Z. 68 f.). Schlussendlich habe er während der verbalen Aus-
einandersetzung ein volles Glas in ihre Richtung geworfen. Im ersten Moment habe er geglaubt, dass 
das Glas gegen die Wand geflogen sei. Aus dem Augenwinkel habe er dann gesehen, dass 
C.________ eine Platzwunde oberhalb des Auges habe (pag. 164, Z. 78 ff.). C.________ habe sehr 
schnell sehr stark zu bluten begonnen (pag. 164, Z. 82 f.). Den Wurf selbst habe er nicht gesehen, 
aber das Glas sei nicht langsam gekommen, sondern «mit viel Wucht» (pag. 167, Z. 223). Das Glas 
sei gerade und nicht in einem Bogen geflogen (pag. 167, Z. 227). Er will danach Eis am Boden gese-
hen haben (pag. 167, Z. 240). Der Beschuldigte habe wohl nicht gezielt gegen den Kopf von 
C.________ geworfen, er denke, es sei aus Wut geschehen, aber er habe wohl «in Kauf genommen», 
jemanden zu treffen (pag. 167, Z. 244 f.). Er denke nicht, dass es die Absicht des Beschuldigten ge-
wesen sei, jemanden zu verletzen. Aber es sei ein sehr kleiner Raum und der Abstand von 
C.________ zur Wand habe nicht mal einen Meter betragen (pag. 167, Z. 254 f.).

Bei der Staatsanwaltschaft sagte D.________ am 02.06.2022, der Beschuldigte habe das Glas im 
Gespräch gegen vorne geworfen und es habe C.________ am Kopf getroffen. Das habe er gesehen 
(pag. 178, Z. 58 ff.). Das Glas sei sehr schnell geflogen. Es sei ein Ikea-Glas mit Inhalt gewesen und 
es sei nicht in einem Bogen, sondern direkt geflogen (pag. 178, Z. 73 f.). Es sei seiner Meinung nach 
ein massives 3 dl-Glas gewesen (pag. 178, Z. 81 f.). Den Glaswurf bezeichnete er als stark und mit 
ganzer Kraft geworfen (pag. 179, Z. 105 ff.). Den Aufprall habe er nicht gesehen. Soviel er sich erin-
nern könne sei das Glas nicht am Kopf von C.________ zerbrochen (pag. 179, Z. 111 ff.). Er habe 
keine Scherben «springen» gehört. Er wisse, dass Eis darin gewesen sei, deshalb sei er nicht sicher, 

12

ob das Glas kaputt gegangen sei (pag. 179, Z. 118 f.). Er habe es nicht so gesehen, als hätte der Be-
schuldigte nur das Bier ausschütten wollen, denn das Glas sei geworfen worden (pag. 180, Z. 132 ff.). 

In der Hauptverhandlung sagte D.________, er habe das Glas fliegen gesehen (pag. 323, Z. 14). Ob 
es effektiv mit voller Wucht geworfen worden sei, sei schwierig zu beurteilen. Das sei einfach seine 
Wahrnehmung gewesen. Das Glas sei nicht langsam geflogen (pag. 323, Z. 22 ff.). Er könne nicht 
sagen, ob das Glas kaputtgegangen sei. Er habe kein Klirren wahrgenommen, habe aber am Boden 
Eis festgestellt. Er sei sich eigentlich sicher wegen des Eises (pag. 323, Z. 28 ff.).

Es ist nicht ersichtlich, inwiefern auf die Aussagen der weiteren Beteiligten – soweit 
sie etwas zur konkreten Frage antworten bzw. berichten konnten – nicht abgestellt 
werden könnte. Weder versuchten der Strafkläger und die drei weiteren Beteiligten, 
den Beschuldigten übermässig zu belasten, noch sind Anzeichen dafür da, dass 
sie das Geschehen übermässig dramatisch zu schildern versucht hätten. Soweit für 
den Sachverhalt relevant, kann auf deren Aussagen demnach abgestellt werden.

7.3.2 Zum Glaswurf in concreto

Der Beschuldigte stellte sich konsequent auf den Standpunkt, dass er nicht das 
Glas, sondern nur den Inhalt habe werfen wollen, was die Vorinstanz zu Recht als 
unglaubhaft taxierte (pag. 371, S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Am 13. Februar 2022, mithin an seiner ersten Einvernahme, führte der Beschuldig-
te aus, es sei ihm irgendwann einmal zu bunt geworden und er habe nur den Drink 
gegen sie [die Gruppe] werfen wollen (pag. 99 Z. 31 f.). Auch an der Einvernahme 
vom 4. März 2022 äusserte der Beschuldigte, er habe nur den Inhalt ausleeren wol-
len und das Glas nicht bewusst geworfen. Auf Nachfrage, wie er dies genau ge-
macht habe, machte er eine Bewegung mit seinem rechten Arm, wobei er seine 
Hand an seinem rechten Ohr vorbeiführte (pag. 108 Z. 193 ff.). Etwas später führte 
der Beschuldigte aus, er könne sich nicht daran erinnern, wie er es geworfen habe, 
aber er habe den Inhalt in Richtung der Gruppe leeren wollen (pag. 109 Z. 229). An 
der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 2. Juni 2022 gab er wiederum an, 
er habe ihm [dem Strafkläger] den Inhalt anschmeissen wollen, es sei aber nicht 
seine Absicht gewesen, ihm ein Glas anzuwerfen. Es sei in dem Moment ein «An-
leeren» gewesen und das Glas sei dann halt mitgegangen (pag. 120 Z. 49 ff.). Auf 
Frage, wie er es genau geworfen habe, führte der Beschuldigte aus, er habe auf-
gezogen. Das Glas sei voll gewesen, er habe den rechten Arm hochgehoben, so 
dass die Hand auf Höhe der Ohren gewesen sei, habe das Glas aber in der Hand 
behalten wollen. Es sei nicht seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen 
(pag. 121 Z. 62 ff.). Auf konkrete Nachfrage, wie man das Glas halten und bewe-
gen müsse, damit man den flüssigen Inhalt an einen gewünschten Ort werfen kön-
ne, ohne selber nass zu werden, antwortete der Beschuldigte, er arbeite mit Kin-
dern und habe gelernt, dass man das könne, ohne nass zu werden. Man müsse mit 
dem Handgelenk arbeiten. Dies sei eigentlich auch möglich, wenn man das Glas 
am eigenen Ohr vorbeiführe (pag. 125 Z. 218 ff.). Oberinstanzlich führte der Be-
schuldigte auf entsprechende Nachfrage hin schliesslich aus, es sei nie seine Ab-
sicht gewesen, das Glas zu werfen. Er habe ein volles Bierglas gehabt und es ein-
fach ausleeren, also «alääre» wollen. In dem Moment sei das Glas einfach mitge-
gangen. Der Beschuldigte demonstrierte den Glaswurf nochmals, indem er mit sei-

13

ner rechten Hand das Glas nach oben offen auf Höhe seines Ohrs hielt, die Finger 
nach oben, und mit einer Bewegung nach vorne ausschüttete (pag. 446 Z. 20 ff.).

Mit Blick auf diese Ausführungen wird ersichtlich, dass der Beschuldigte zwar kon-
stant ausführte, er habe nur den Inhalt des Glases werfen wollen, ebenso aber, 
dass er dies mittels Anheben des Glases bis zum Ohr gemacht habe. Angesichts 
dessen, dass der Beschuldigte – wie hiervor ausgeführt – zufolge seines alkohol-
bedingten Zustands in Bezug auf die entscheidende Sequenz eine Erinnerungslü-
cke geltend machte, erstaunt es sehr, dass er sich daran erinnern können wollte, 
aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit gewusst zu haben, wie man ein Glas anheben 
müsse, um lediglich den Inhalt ausschütten zu können. Hinzu kommt, dass eine 
Wurfbewegung, wie sie der Beschuldigte mehrfach vorzeigte, keineswegs Sinn 
macht, wenn lediglich der Inhalt des Gefässes ausgeschüttet werden sollte. Hätte 
der Beschuldigte tatsächlich nur den Inhalt ausleeren wollen, hätte er – entgegen 
der Auffassung der Verteidigung (pag. 460) – das volle Glas von unten nach oben 
und vorwärts geführt, so dass der Inhalt direkt nach vorne geschwappt wäre. Die 
Bewegung, wie sie der Beschuldigte zeigte, deutet vielmehr darauf hin, dass er 
nicht lediglich den Inhalt, sondern das ganze Glas werfen wollte. Seine Aussagen 
bzw. Beteuerungen anlässlich der Einvernahmen dazu müssen demnach klar als 
Schutzbehauptung bezeichnet werden.

Was die Distanz des Wurfes anbelangt, hielt die Vorinstanz fest, dazu würden von 
den anwesenden Personen unterschiedliche Schätzungen von zwei bis vier Metern 
vorliegen, weshalb zu Gunsten des Beschuldigten von vier Metern auszugehen sei 
(pag. 371, S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte konnte anlässlich seiner Einvernahme vom 4. März 2022 nicht 
sagen, wie weit das Glas geflogen war (pag. 109 Z. 210 f.), gab vor der Vorinstanz 
aber an, die Distanz zum Strafkläger habe etwa drei bis vier Meter betragen 
(pag. 328 Z. 34 ff.). Die Frage nach der konkreten Distanz wurde dem Beschuldig-
ten erst anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlung und dort nach der Einver-
nahme des Strafklägers, welcher ebenfalls von drei bis vier Metern sprach 
(pag. 322 Z. 7), gestellt, so dass sich kaum beurteilen lässt, ob diesbezüglich eine 
zuverlässige Aussage des Beschuldigten vorliegt. Fest steht aber jedenfalls, dass 
der Beschuldigte trotz Dunkelheit mit eigenen Augen feststellen konnte, dass der 
Strafkläger blutete (pag. 99 Z. 33 f., pag. 122 Z. 93 f.), womit er nicht allzu weit weg 
von diesem gestanden haben konnte. Der Strafkläger sprach anlässlich seiner ers-
ten Einvernahme bei der Polizei von drei bis vier Metern Distanz und zeichnete 
dies auch auf einem selbsterstellten Plan ein, indem er ein Kreuz unmittelbar hinter 
der zweiten Sitzreihe, welche sich nur in geringem Abstand zur ersten Sitzreihe be-
fand, einzeichnete (pag. 134 Z. 191 f. und pag. 140). An der staatsanwaltschaftli-
chen Einvernahme schätzte er die Distanz auf rund zwei bis drei Meter und führte 
aus, der Beschuldigte habe hinter der zweiten Reihe, etwa in der Mitte, gestanden 
(pag. 143 Z. 85 f.). Auch auf Nachfrage der Verteidigung bestätigte der Strafkläger 
nochmals, die Distanz habe rund zwei bis drei Meter betragen (pag. 147 Z. 225). 
An der erstinstanzlichen Verhandlung führte der Strafkläger wie erwähnt schliess-
lich aus, er könne nur schätzen, es seien rund drei bis vier Meter gewesen 
(pag. 322 Z. 7). Er bestätigte jedoch, dass vorne der Bildschirm gewesen sei und 

14

es davor zwei Zweierreihen gehabt habe (pag. 320 Z. 13 f.). G.________ sprach in 
seiner Einvernahme von «ungefähr zwei bis zweieinhalb Metern» (pag. 154 Z. 141) 
und gab zudem an, der Strafkläger habe dem Beschuldigten gesagt, er solle jetzt 
weggehen (pag. 155 Z. 164 f.). Die Distanz war damit offensichtlich gering genug, 
dass der Strafkläger von seinem Platz vorne rechts (vgl. pag. 140) direkt mit dem 
Beschuldigten sprechen konnte. Im Übrigen zeichnete auch G.________ auf einer 
Skizze die Gegebenheiten der Game-Ecke im I.________(Lokal) ein und verortete 
den Beschuldigten direkt hinter die beiden Sitzreihen (vgl. pag. 160). D.________ 
schliesslich gab an, der Beschuldigte habe gefragt, ob die Konsole ihnen [der 
Gruppe] gehöre, was G.________ verneint und gesagt habe, er habe die ID abge-
ben müssen (pag. 166 Z. 195 f.). Dies bestätigt nicht nur die Aussagen von 
G.________, sondern auch die Tatsache, dass die Distanz des Beschuldigten zur 
Gruppe nur gering gewesen sein konnte (vgl. dazu auch die Skizze gemäss 
pag. 174 von D.________, aus welcher ersichtlich wird, dass er den Beschuldigten 
ebenfalls direkt hinter der zweiten Sitzreihe verortete). Anlässlich der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme sprach D.________ von einer Distanz von zwei bis 
zweieinhalb Metern (pag. 179 Z. 98) bzw. an der erstinstanzlichen Verhandlung 
von drei Metern (pag. 325 Z. 32).

Mit Blick darauf, dass die von den anwesenden Personen gezeichneten Skizzen 
zur Übersicht gemäss pag. 21 passen, welche der ehemalige Inhaber des 
I.________(Lokal) an diesem Abend erstellt hatte, dieser gegenüber der Polizei 
angab, die Game-Ecke weise eine Länge von 250 cm und eine Breite von 130 cm 
auf (pag. 20) und die vier Stühle gemäss Skizze nahe zueinandergestanden haben, 
ist für die Kammer eine Wurfdistanz von zwei bis zweieinhalb Metern erstellt. Eine 
grössere Distanz findet in den Akten keine Stütze, zumal davon auszugehen ist, 
dass der Beschuldigte so nahe wie möglich an die hintere Reihe getreten war, als 
er mit G.________ sprechen wollte. Zudem sagte keiner der Beteiligten aus, der 
Beschuldigte habe anschliessend einen Schritt zurückgemacht, um von weiter weg 
zu werfen, ebenso wenig, dass man sich aufgrund der Distanz sowie des Lärms 
nicht verstanden hätte, als der Beschuldigte die Gruppe angesprochen hatte. Sämt-
liche Beteiligten setzten die vier Stühle in ihren Zeichnungen nahe zusammen, was 
angesichts der Länge der Game-Ecke von nur zweieinhalb Metern durchaus Sinn 
macht. Wenn auch die Beteiligten im Laufe des Verfahrens dazu neigten, die Di-
stanz etwas weiter einzuschätzen und der Beschuldigte anlässlich der erstinstanz-
lichen Verhandlung die vom Strafkläger angegebene Distanz von drei bis vier Me-
tern direkt übernommen haben dürfte, ist vorliegend insbesondere aufgrund der ört-
lichen Gegebenheiten der Game-Ecke von einer Distanz von zwei bis zweieinhalb 
Metern auszugehen, aus welcher der Beschuldigte das Glas Richtung Strafkläger 
geworfen hatte.

Hinsichtlich der Beschaffenheit des geworfenen Glases hielt die Vorinstanz in ihrer 
Urteilsbegründung fest, dazu würden lediglich subjektive Einschätzungen vorliegen, 
die gerichtsnotorisch unzuverlässig seien bzw. aufgrund der menschlichen Wahr-
nehmungsgrenzen sowie der Beobachtungsumstände sein müssten (pag. 371, 
S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Auffassung teilt die Kammer 
angesichts dessen, dass eine gerichtliche Beurteilung des Sachverhalts (nebst ob-
jektiven Beweismitteln) praktisch immer auf subjektiven Aussagen basiert und sol-

15

che subjektiven Einschätzungen ohne Aussagenanalyse nicht per se als unzuver-
lässig qualifiziert werden können, offensichtlich nicht. 

Die Generalstaatsanwaltschaft führte oberinstanzlich zu Recht aus, dass hinsicht-
lich der Beschaffenheit des Glases klare Angaben vorliegen würden. Sie stellte sich 
in der Folge auf den Standpunkt, alle hätten von einem sechskantigen und der Be-
schuldigte zudem von einem 5 dl IKEA-Glas gesprochen. Da er das Glas in der 
Hand gehabt habe, sei auf dessen Angaben abzustellen und im Ergebnis von ei-
nem 5 dl grossen IKEA-Glas auszugehen (pag. 458).

Der Beschuldigte sprach in seinen beiden ersten Einvernahmen von einem norma-
len, typischen IKEA-Glas, das rund 13 cm gross bzw. etwa 10-15 cm hoch gewe-
sen sei (pag. 101 Z. 137, pag. 108 Z. 184 f., pag. 109 Z. 255 f.). Bei der Staatsan-
waltschaft bestätigte er, dass es sich um ein «typisches IKEA-Glas» gehandelt ha-
be. Es habe die Pub-Grösse gehabt, ca. 5 dl. Als dem Beschuldigten ein Bild aus 
dem Internet eines von ihm erwähnten IKEA-Glases vorgehalten wurde, bestätigte 
er, ein solches gemeint zu haben (pag. 121 Z. 67 ff.). D.________ gab anlässlich 
seiner Einvernahme vom 17. Februar 2022 an, es sei ein wenig das klassische 
IKEA-Glas gewesen, ein recht schweres Glas (pag. 167 Z. 236). An der Einver-
nahme vom 2. Juni 2022 führte er aus, soviel er wisse, sei es ein Glas der Grösse 
3 dl gewesen, recht massiv. Auf dem Handy zeigte er das Foto eines IKEA-Glases 
mit dem Namen «Pokal». Es sei das «klassische IKEA-Glas» (pag. 178 Z. 80 ff.).

Ein Blick auf die Webseite von IKEA zeigt, dass das vom Beschuldigten und 
D.________ erwähnte Glas in zwei unterschiedlichen Grössen erhältlich ist. 
Während das kleinere Glas mit einem Inhaltvolumen von 3,5 dl eine Höhe von 14 
cm und ein Gewicht von rund 400 g aufweist, hat das grössere Glas mit einer Füll-
kapazität von 6,5 dl eine Höhe von 18 cm und ein Gewicht von rund 600 g. Bei bei-
den Grössen handelt es sich um massive Gläser mit einem jeweils sehr dicken 
Glasboden. Angesichts dessen, dass die Grösse von 5 dl offenbar nicht existiert, 
der Beschuldigte selber in seiner Einvernahme erwähnte, das Glas habe eine Höhe 
zwischen 10-15 cm gehabt und auch D.________ von einem Glas der Grösse 3 dl 
sprach, erachtet es die Kammer entgegen der Ansicht der Generalstaatsanwalt-
schaft als erstellt, dass es sich beim vom Beschuldigten am Tatabend benutzten 
Glas um ein solches mit einer Höhe von 14 cm und einem Füllvolumen von 3,5 dl 
handelte. 

Was die Wucht des Wurfes betrifft, gelangte die Vorinstanz zum Ergebnis, es sei 
lediglich erstellt, dass das Glas «jedenfalls nicht langsam» geflogen gekommen 
und dem Beschuldigten nicht nur versehentlich aus der Hand gerutscht sei. Sie 
stützte diese Annahme vor allem auf die (zuvor als unzuverlässig qualifizierte) Aus-
sage von D.________, welcher eingeräumt habe, dass er nicht sagen könne, ob 
das Glas mit «voller Wucht» geworfen worden sei, er habe dies einfach so wahrge-
nommen (pag. 371, S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Beschuldigte konnte bzw. wollte sich nicht mehr daran erinnern können, wie er 
das Glas geworfen hatte (pag. 109 Z. 229), was die Kammer wie hiervor bereits 
erwähnt als unglaubhafte Schutzbehauptung wertet. In Bezug auf die Frage, mit 
welcher Wucht das Glas geworfen worden sei und auf Vorhalt der Aussage von 

16

D.________, wonach dies mit voller Wucht geschehen und das Glas nicht langsam 
geflogen sei, gab der Beschuldigte immerhin an, er habe nichts gesagt von lang-
sam (pag. 109 Z. 223 ff.). D.________ gab in seinen Einvernahmen zu Protokoll, 
der Beschuldigte habe das Glas nicht ausgeleert, sondern dieses sei geworfen 
worden (pag. 180 Z. 133 f.). Das Glas sei zudem nicht in einem Bogen, sondern in 
direkter Flugbahn geworfen worden bzw. es sei kein Zuwerfen, sondern ein Werfen 
mit Wucht gewesen (pag. 178 Z. 72 ff. und pag. 323 Z. 14 ff.). Er zeigte wie der 
Beschuldigte selbst ebenfalls eine Wurfbewegung neben dem Kopf vor, indem er 
die Hand ca. auf die Höhe des Ohrs hochhob (pag. 178 Z. 77 f.). G.________ gab 
an, das Glas sei stark geworfen worden, man habe es richtig zersplittern hören 
(pag. 154 Z. 144 ff.), und auch der Strafkläger äusserte an der erstinstanzlichen 
Verhandlung, aufgrund der Wucht müsse das Glas direkt geworfen worden sein 
(pag. 320 Z. 33).

Mit Blick auf diese individuell basierten und nachvollziehbaren Aussagen von 
D.________ und G.________ ist für die Kammer erstellt, dass der Beschuldigte 
das Glas direkt und mit Wucht gegen den Strafkläger geworfen hatte. Zusätzlich zu 
berücksichtigen sind nebst diesen glaubhaften Aussagen der Beteiligten auch die 
Standorte der jeweiligen Personen gestützt auf die übereinstimmenden Aufzeich-
nungen des Strafklägers, G.________ und D.________ (vgl. pag. 140, pag. 160 
und pag. 174): Der Beschuldigte befand sich direkt hinter D.________ und 
H.________, die in der zweiten (näher beim Beschuldigten gelegenen) Reihe sas-
sen. Hätte der Beschuldigte das Glas bzw. dessen Inhalt wahllos gegen die vier 
Anwesenden ausleeren wollen, hätte er nicht viel Schwung benötigt, sondern das 
Glas schlichtweg einfach nach vorne kippen können. Mit der von ihm gewählten 
Methode, mithin das Glas über dem Kopf bzw. neben dem Ohr zu heben, wäre er 
bei der geringen Distanz sogar eher Gefahr gelaufen, die beiden hinteren Personen 
nicht zu treffen, da die Flüssigkeit über diese – wie vorliegend tatsächlich gesche-
hen – hinweggeflogen wäre. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Beschul-
digte relativ viel Schwung brauchte, um das Glas bis zum Kopf des Strafklägers, 
welcher sich vorne rechts befunden hatte, werfen zu können. Hinzu kommt, dass 
der Beschuldigte in seinen Einvernahmen selber angab, sich provoziert und ausge-
lacht gefühlt zu haben und in diesem Moment aggressiv gewesen sei (pag. 105 Z. 
50 ff., pag. 121 Z. 86 f., pag. 449 Z. 45, pag. 455 Z. 39 ff.), was ebenfalls dafür 
spricht, dass er das Glas mit Wucht geworfen hatte. Wie die Generalstaatsanwalt-
schaft oberinstanzlich zutreffend ausführte (pag. 457), sprechen ferner auch die 
Verletzungen des Strafklägers für einen heftigen (und gezielten) Wurf des Beschul-
digten: Der Strafkläger erlitt gemäss Bericht des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) 
eine Verletzung von 1 cm über der linken Augenbraue, die so stark geblutet hatte, 
dass D.________ dem Strafkläger eine Serviette holen musste. Zudem erlitt der 
Strafkläger eine Gehirnerschütterung, weshalb er zwei bis drei Wochen nach dem 
Vorfall noch Kopfschmerzen und Mühe hatte, sich zu konzentrieren und zudem 
zwei Tage arbeitsunfähig bzw. vier Tage krankgeschrieben war (pag. 53 ff. und 
pag. 321 Z. 14 ff.). Diese Umstände sprechen ebenfalls dafür, dass das Glas heftig 
gegen dessen Kopf geworfen wurde.

Ob das Glas letztlich am Kopf des Strafklägers oder erst am Boden zersprungen 
ist, lässt sich vorliegend nicht mit abschliessender Sicherheit beurteilen. Zwar spre-

17

chen die Aussagen des Strafklägers (pag. 135 Z. 225 f. und pag. 144 Z. 96) stark 
dafür, dass das Glas an seinem Kopf zersprungen war. Dies konnte jedoch von 
keinem der weiteren Beteiligten bestätigt werden. Insbesondere D.________ konn-
te keine Scherben springen hören bzw. konnte sich nicht erinnern, dass das Glas 
zerbrochen sei; er ging vielmehr davon aus, dass sich im Glas Eiswürfel befanden, 
die er nach dem Wurf am Boden liegen gesehen habe (pag. 179 Z. 114 ff.). Wenn 
auch die Kammer nicht davon ausgeht, dass es sich bei dem von D.________ ge-
schilderten Eis tatsächlich um solches handelte, zumal sich gemäss übereinstim-
menden Aussagen aller Beteiligten (pag. 121 Z. 89 f., pag. 115 Z. 544 ff., pag. 144 
Z. 103, pag. 321 Z. 6) Bier im Glas befunden hatte, das nicht mit Eis serviert ge-
worden sein dürfte, lässt sich vorliegend nicht zweifelsfrei erstellen, dass das Glas 
tatsächlich am Kopf des Strafklägers, sondern allenfalls am Boden, zerbrochen war 
und die Scherben als Eiswürfel wahrgenommen wurden. Für die rechtliche Würdi-
gung spielt dies letzten Endes aber auch keine Rolle und kann somit offengelassen 
werden. Fest steht jedenfalls, dass das Glas nach dem Wurf des Beschuldigten 
kaputt war.

Entgegen der Auffassung der Verteidigung (pag. 461) steht für die Kammer 
schliesslich auch fest, dass der Beschuldigte das Glas absichtlich und gezielt ge-
gen den Strafkläger geworfen hatte. Es ist unbestritten, dass die Gruppe um den 
Strafkläger und der Strafkläger selber den Beschuldigten nicht beim Gamen mit-
machen liessen und ihm erklärten, sie hätten für die Game-Kontroller eine ID ab-
geben müssen. Der Beschuldigte führte in seiner Einvernahme vom 4. März 2022 
aus, einer habe gesagt, er habe eine ID hinterlegen müssen und er habe immer 
wieder gesagt, er wolle nur mit dieser Person sprechen. Die anderen hätten jedoch 
immer dazwischen gesprochen und auch gelacht, das habe ihn einfach provoziert 
(pag. 105 Z. 46 ff.). Auf Frage, ob er das Glas gezielt in die Richtung der Gruppe 
geworfen habe, gab der Beschuldigte an, den Inhalt habe er in Richtung der Grup-
pe leeren wollen (pag. 109 Z. 236). Im Widerspruch dazu gab er später an, er habe 
einfach einem eine Bierdusche geben wollen (pag. 110 Z. 282). Anlässlich der 
nächsten Einvernahme führte der Beschuldigte aus, er habe ihm den Inhalt an-
schmeissen wollen, es sei nicht die Absicht gewesen, ihm ein Glas anzuwerfen 
(pag. 120 Z. 49 ff.). Entgegen seiner früheren Aussagen sprach der Beschuldigte 
somit nicht mehr davon, dass er den Inhalt in die Gruppe habe leeren wollen, son-
dern konkretisierte gar, dass er das Glas «dem vorne rechts» anwerfen wollte und 
es in diese Richtung geworfen habe (pag. 121 Z. 61 ff.). Für einen gezielten Wurf 
gegen den Strafkläger spricht auch die Antwort von G.________ auf die Frage, was 
der Beschuldigte mit dem Wurf des Glases beabsichtigt habe, indem dieser aus-
führte, der Strafkläger habe dem Beschuldigten gesagt, dass er weggehen solle, 
worauf es ihm wohl abgestellt habe (pag. 155 Z. 163 ff.). Der Strafkläger schilderte, 
der Beschuldigte habe vor allem mit G.________ gesprochen, sie hätten dann aber 
auch versucht, etwas dazu zu sagen. Das habe der Beschuldigte aber abgeblockt 
bzw. habe sie dann beschimpft (pag. 133 Z. 140 ff.). Auch D.________ gab zu Pro-
tokoll, der Beschuldigte sei sehr aggressiv gewesen und habe auf seinen Cousin, 
G.________, eingeredet. Aus diesem Grund hätten sie drei dann angefangen, auch 
mit dem Beschuldigten zu sprechen. Dieser sei aber sehr aggressiv gewesen und 
habe sie, sobald jemand von ihnen etwas gesagt habe, angeschrien, er wolle nicht 

18

mit ihnen sprechen, sondern mit G.________ (pag. 164 Z. 73 ff.). Aus diesen 
Schilderungen geht somit deutlich hervor, dass der Beschuldigte offensichtlich nur 
mit G.________, welcher seine ID für die Controller hinterlegt hatte, sprechen woll-
te, H.________, D.________ und zuletzt wohl der Strafkläger sich – zum Unmut 
des Beschuldigten – aber auch in das Hin und Her involvierten, was dazu führte, 
dass der Beschuldigte die Geduld verlor und dem Strafkläger, der in diesem Mo-
ment nach hinten zum Beschuldigten geschaut und seinen Kopf entsprechend zu 
ihm gedreht hatte (pag. 320 Z. 16 ff.), das Glas gezielt und mit Wucht an den Kopf 
warf. Der Einwand der Verteidigung, wonach der Beschuldigte nur mit G.________ 
habe sprechen wollen und daher fraglich sei, warum er das Glas nicht ihm faden-
grad an den Kopf geworfen habe (pag. 460), geht mit Blick auf das Gesagte offen-
sichtlich fehl, zumal nicht G.________ derjenige war, der den Beschuldigten weg-
schickte, sondern eben der Strafkläger. 

Im Übrigen zeigen die Ausführungen des Strafklägers und seiner Kollegen auch, 
dass es für den Beschuldigten keinerlei Grund gegeben hatte, sich provoziert zu 
fühlen, zumal es das gute Recht und die freie Entscheidung des Strafklägers und 
seiner Kollegen war, den Beschuldigten nicht mitspielen zu lassen. Dafür, dass die 
Gruppe den Beschuldigten, wie von ihm angenommen, ausgelacht oder sich ihm 
gegenüber sonst wie unkorrekt verhalten hätte, sind keinerlei Anzeichen ersichtlich. 
Vielmehr liegt auf der Hand, dass der Beschuldigte die Entscheidung der vier An-
deren nicht akzeptieren wollte oder konnte und entsprechend darauf reagierte. 

In welcher Stimmung sich der Beschuldigte an diesem Abend bzw. nach dem Ge-
spräch mit dem Strafkläger sowie den übrigen Beteiligten befand, zeigt sich denn 
auch an seinem Verhalten nach dem Vorfall in der Game-Ecke: Der Beschuldigte 
behändigte nach dem Vorfall mit dem Glas ein Messer, welches er von zu Hause 
mitgebracht hatte, stach D.________ damit unvermittelt in den Oberschenkel, ver-
sorgte das Messer anschliessend wieder hinten im Gürtel und wollte gemäss eige-
nen Angaben nach draussen gehen, um sich zu entschuldigen. Zu letzterem führte 
er in seiner Einvernahme vom 4. März 2022 aus, er sei nach dem Glaswurf rück-
wärts gestolpert, die Treppe hinuntergegangen und da sei ihm der Türsteher ent-
gegengekommen. Er habe ihm gleich gesagt, dass er «scheisse gebaut» habe und 
dass er nach draussen gehen werde und er ihn nicht packen müsse (pag. 110 
Z. 295 ff.). An ein Gerangel mit D.________, welcher dem Strafkläger eine Serviet-
te für dessen Verletzung am Kopf holen wollte, wollte sich der Beschuldigte nicht 
mehr erinnern können (pag. 110 Z. 304). Bei der Staatsanwaltschaft führte der Be-
schuldigte aus, er sei rausgegangen, der Türsteher sei ihm entgegengekommen 
und er habe draussen gewartet, da er realisiert habe, dass er einem das Glas an-
geworfen habe und sich habe entschuldigen wollen (pag. 102 f. Z. 52 ff.). Er habe 
draussen gewartet, aber nicht mit böser Absicht, denn er habe sich entschuldigen 
wollen (pag. 123 Z. 135 f.). Oberinstanzlich erklärte der Beschuldigte, nach dem 
Vorfall mit dem Glas habe es ein kleines Gerangel gegeben und anschliessend sei 
der Türsteher gekommen. Er habe diesem gesagt, er müsse ihn nicht packen, er 
werde selber nach draussen gehen (pag. 450 Z. 4 ff.). Später gab er auf Vorhalt, 
wonach wenig nachvollziehbar sei, dass er nach draussen gegangen sei, obwohl er 
sich habe entschuldigen wollen, zu Protokoll, der Türsteher habe ihn nach draus-
sen begleitet, weil er nicht mehr drinnen habe sein dürfen; er sei rausgeschmissen 

19

worden. Deshalb habe er draussen gewartet, um sich entschuldigen zu können 
(pag. 454 Z. 17 ff.).

Dass der Beschuldigte lediglich nach draussen gehen wollte, weil er sich entschul-
digen wollte, erweist sich nach Ansicht der Kammer schlicht als unglaubhaft. Hätte 
der Beschuldigte sich tatsächlich beim Strafkläger entschuldigen wollen, hätte er 
dies an Ort und Stelle getan. Für die Kammer liegt angesichts der Aussagen des 
Beschuldigten und der Tatsache, dass er sich an den Messerstich gegen 
D.________ nicht erinnern können, demgegenüber aber genau wissen wollte, dass 
er nach draussen gegangen sei, weil er sich habe entschuldigen wollen, vielmehr 
auf der Hand, dass der Beschuldigte sich ursprünglich vom Ort des Geschehens 
entfernen wollte, dies jedoch nicht mehr konnte, weil zwischenzeitlich bereits die 
Security den Club betreten hatte (vgl. pag. 16, telefonische Abklärung J.________).

7.4 Erstellter Sachverhalt

Gestützt auf die Ausführungen hiervor erweist sich im Ergebnis der folgende Sach-
verhalt als erstellt:

Der Beschuldigte hatte mit D.________, dem Strafkläger, G.________ sowie 
H.________, die mit der im I.________(Lokal) vorhandenen Nintendokonsole spiel-
ten, ein verbales Hin und Her, da der Beschuldigte ebenfalls mitspielen wollte. Er 
warf in der Folge aus einer Distanz von zwei bis zweieinhalb Metern mit Wucht ein 
(volles) IKEA-Glas mit einem Füllvolumen von 3,5 dl in Richtung des Strafklägers, 
wobei das Glas diesen am Kopf im Bereich der Stirne seitlich links traf und dabei 
bzw. evtl. erst am Boden zerbrach. Der Strafkläger erlitt oberhalb des linken Au-
genbrauenendes eine ca. 1 cm lange, annähernd in Kopfquerachse verlaufende 
Hautdurchtrennung mit teils glatten, teils unregelmässigen Wundrändern (Stich-
/Schnittverletzung oder Risswunde) sowie in der Umgebung eine dezente Schwel-
lung und eine rötliche Hautverfärbung. Zudem erlitt der Strafkläger eine Hirner-
schütterung und war vom 16. Februar 2022 bis am 17. Februar 2022 arbeitsun-
fähig.

Durch den heftigen Wurf eines Glases gegen den Kopf im Bereich des Gesichts 
des Strafklägers bestand die Gefahr bleibender, schwerer gesundheitlicher Schä-
digungen, beispielsweise eine Verletzung der Augen mit einer Beeinträchtigung bis 
zu einem Verlust der Sehkraft, einer Entstellung des Gesichts z.B. durch Narben, 
von Knochenbrüchen am Gesichtsschädel, Verletzungen von Gesichtsnerven so-
wie lebensgefährlicher Verletzungen in Form eines Schädelbruchs sowie Blutungen 
im Schädelinnern. Der Beschuldigte wusste um die Gefährlichkeit eines heftigen 
Wurfes eines solch massiven Glases gegen den Kopf (Kopf-/Stirnbereich, insbe-
sondere in die Nähe von Auge und Schläfe) eines Menschen und die damit einher-
gehende konkrete Möglichkeit einer lebensgefährlichen Verletzung und/oder blei-
benden, schweren gesundheitlichen Schädigung. Trotzdem handelte er so und 
nahm solche Verletzungen dadurch zumindest in Kauf.

20

7.5 Würdigung betreffend Messerstich z.N. von D.________

Die Vorinstanz hielt hinsichtlich des in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruchs be-
treffend den Vorfall z.N. von D.________ in ihrer Beweiswürdigung fest was folgt 
(pag. 372 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

1.6.1. Objektive Beweismittel

D.________ erlitt eine 6 cm tiefe und eine ca. 2,3 cm lange klaffende Hautdurchtrennung am linken 
Oberschenkel aussenseitig. Das Tatmesser weist eine Klingenlänge von ca. 6 cm auf (Foto pag. 43). 
Durch den Messerstich wurde ein Beinschlagaderast verletzt. Die Verletzung war jedoch nicht direkt 
behandlungsbedürftig (pag. 40, «Beurteilung»).

Auf dem Messer wurden Blutspuren gefunden, die mit der DNA von D.________ übereinstimmten. Da 
das Messer bei der Anhaltung auf dem Beschuldigten gefunden wurde, ging man davon aus, dass es 
nachweislich ihm gehört, weshalb bezüglich ihn keine DNA-Auswertung vorgenommen wurde.

D.________ war am 13.02.2022 und 14.02.2022 zu 100 % krankgeschrieben. In der Zeit vom 
22.02.2022 bis am 27.02.2022 wurde Homeoffice verordnet oder 100 %-ige Krankschreibung 
(pag. 86). 

1.6.2. Subjektive Beweismittel

Der Beschuldigte konnte (oder wollte) sich anfänglich nicht erinnern, jemanden mit seinem Messer 
verletzt zu haben. Obwohl er von Anfang an zugab, (zum Schutz) jeweils ein Messer bei sich zu tra-
gen, machte er gerade für diesen Bereich Erinnerungslücken geltend, obschon er zum Geschehen 
vor- und nachher detaillierte Aussagen machen konnte. Bereits anlässlich der zweiten Befragung 
räumte er ein, dass es nur er selber gewesen sein könne. 

Der Beschuldigte sagte anlässlich der Einvernahme bei der Polizei am 04.03.2022 aus, dass er sich 
in der Zwischenzeit Gedanken gemacht habe. Er sei damals betrunken gewesen, aber wahrscheinlich 
sei er es gewesen, er wisse es einfach nicht mehr, weil er sehr betrunken gewesen sei (pag. 105, 
Z. 22 ff.). Er betonte, dass es ihm von Herzen leidtue und es keine Absicht gewesen sei (pag. 105, 
Z. 25 ff.) und dass ihm diese Sequenz fehle (pag. 106, Z. 93). Wahrscheinlich habe er keine Erinne-
rung, weil er schockiert sei (pag. 106, Z. 100 f.). Das Messer habe er zur Selbstverteidigung dabeige-
habt. Er wohne in Bümpliz und es sei schon öfters vorgekommen, dass er auf dem Nachhauseweg 
von irgendwelchen Gruppen angegangen worden sei (pag. 107, Z. 108 ff.). Von einem vorgängigen 
Gerangel mit D.________ wisse er nichts (pag. 110, Z. 304). Er wisse, dass alles gegen ihn spreche, 
er könne sich halt einfach nicht mehr daran erinnern (pag. 111, Z. 335 f.). Das Messer habe er hinten 
rechts am Gurt getragen. Man könne es mit dem Daumen aufschieben und es könne einhändig geöff-
net werden (pag. 112, Z. 377 ff.). 

Bei der Staatsanwaltschaft sagte der Beschuldigte am 02.06.2022 aus, dass er es gewesen sei. Er 
habe eine Erinnerungslücke zu diesem Teil, aber nach langen Therapiegesprächen habe er gemerkt, 
dass er es gewesen sei. Er sei sich nun sicher, dass diese Anschuldigung zu recht erfolgt sei (pag. 
122, Z. 118 ff.). An den Stich habe er keine Erinnerung. Für ihn sei es dann klar gewesen, dass er Hil-
fe brauche, welche er im Rahmen der Therapie erhalten habe (pag. 123, Z. 127 ff.). An eine Schubse-
rei konnte er sich weiterhin nicht erinnern (pag. 123, Z. 148 f.). Er könne sich nicht erklären, warum er 
es getan habe. Es tue ihm so leid. Es sei nicht seine Absicht gewesen und er wisse, dass es sehr 
knapp gewesen sei und lebensgefährlich hätte sein können (pag. 123, Z. 162 f.). 

21

C.________ sah den Messerstich nicht und sagte aus, dass er – nachdem er vom Glas getroffen 
worden sei – fragte, ob jemand ein Tuch oder so holen könnte, um das Blut an seinem Kopf zu stop-
pen. Der erste, der aufgestanden sei, sei D.________ gewesen. In der Zwischenzeit habe er von je-
mand anderem ein Taschentuch erhalten. Irgendwann einmal habe er dann D.________ gesehen, 
welcher ganz bleich gewesen sei und Mühe gehabt habe, sich hinzusetzen und gesagt habe, es sei 
irgendetwas mit seinem Bein (pag. 132, Z. 63 ff.). Die Schubserei zwischen dem Beschuldigten und 
D.________ habe er nicht gesehen, sondern dies im Nachhinein erfahren (pag. 136, Z. 259). Bei der 
Staatsanwaltschaft erzählte er aber diese Sequenz so, als hätte er sie gesehen (pag. 143, Z. 55 ff.), 
um dann doch noch zu erwähnen, dass er es nicht gesehen, sondern nur gehört habe, dass es eine 
Rangelei gegeben habe (pag. 145, Z. 159 f.). 

Die Aussagen von C.________ können somit nichts zur Klärung des Tatablaufs beitragen.

G.________ sagte bei der Polizei am 22.02.2022 aus, C.________ habe nach dem Glaswurf am Kopf 
geblutet. D.________ sei dann aufgestanden und habe den Beschuldigten zurückgestossen. Es sei 
alles ziemlich hektisch gewesen. Es seien noch Leute dazwischen gegangen und dann sei es schon 
fertig gewesen. Plötzlich habe D.________ bemerkt, dass er verletzt worden und sein ganzes Bein 
voller Blut gewesen sei und habe gesagt, dass er vermutlich vom Beschuldigten gestochen worden 
sei (pag. 152, Z. 37 ff.). Der Beschuldigte und D.________ seien einander gegenübergestanden und 
dann habe D.________ ihn zurückgestossen. Es habe nur wenige Sekunden gedauert (pag. 155, 
Z. 186 ff.). Es habe niemand von ihnen gemerkt, dass D.________ etwas passiert sei, aber nach ca. 
20 Sekunden hätten sie festgestellt, dass sein ganzes Bein voller Blut gewesen sei. Aber ein Messer 
oder so etwas habe er nie gesehen (pag. 156, Z. 246 ff.). Er habe nicht gesehen, dass es der Be-
schuldigte getan hätte, aber es könne niemand anderes gewesen sein, weil sonst niemand in der 
Nähe von D.________ gewesen sei (pag. 157, Z. 256 ff.). 

C.________ kann somit auch nichts dazu beitragen, wann und wie das Messer eingesetzt wurde.

D.________ sagte bei der Polizei am 17.02.2022 aus, dass C.________ nach dem Glaswurf sehr 
stark direkt auf die Kleider zu bluten begonnen habe. Er sei aufgestanden mit dem Ziel, bei der Bar 
eine Serviette zu holen, um die Blutung zu stoppen. Als er sich umgedreht habe, sei der Beschuldigte 
direkt hinter ihnen gestanden und sei auf ihn zugekommen. Der Beschuldigte sei direkt vor ihm ge-
standen und habe ihn zurückgestossen. Dann sei eine unbekannte Person gekommen und zwischen 
sie gegangen. Danach habe sich der Beschuldigte schnell entfernt. Er habe sich zu seinen Kollegen 
umgedreht und habe realisiert, dass ihm unterhalb der Mitte des Unterschenkels etwas Flüssiges hin-
ablaufe. Als er genauer hingeschaut habe, habe er gesehen, dass es Blut sei und dass es ein Loch 
oder einen Schnitt in der Hose gehabt habe und er ziemlich stark aus diesem Loch geblutet habe 
(pag. 164, Z. 82 ff.). Weiter beschrieb er in der Einvernahme, dass er den Beschuldigten mit beiden 
Händen am Kragen gepackt und zurückgestossen habe. Dasselbe habe der Beschuldigte bei ihm 
gemacht (pag. 168, Z. 291 f.). Sie hätten sich zu keiner Zeit geschlagen (pag. 168, Z. 297 f. und 
pag. 169, Z. 310). Sie seien sehr nahe beieinandergestanden, ca. 10 – 20 cm, Gesicht an Gesicht 
(pag. 169, Z. 329). Der Beschuldigte sei eine Treppenstufe unter ihm gestanden (pag. 169, Z. 346 ff.). 
Sie hätten glaublich nichts gesagt (pag. 170, Z. 360). Auf Frage, was der Beschuldigte während der 
Schubserei mit den Händen gemacht habe, gab D.________ zu Protokoll, dass er mindestens wisse, 
dass eine Hand an ihm gewesen sei (pag. 170, Z. 369). Den Moment des Zustechens habe er nicht 
wahrgenommen. Es müsse vor oder während dem Schubsen passiert sein. Er habe nach dem Aus-
einandergehen sehr schnell diese Feuchtigkeit an seinem Bein gespürt. Er habe nicht gesehen, wer 
ihm die Verletzung zugefügt habe, aber er gehe davon aus, dass es der Beschuldigte gewesen sei. Er 

22

habe sonst mit niemandem Streit gehabt (pag. 170, Z. 389 ff.). Ein Messer habe er während des Vor-
falls nicht gesehen (pag. 171, Z. 412). 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass niemand den Messerstich gesehen hat. D.________ 
selber hat nicht einmal den Stich an seinem Oberschenkel gespürt.

1.7. Beweisergebnis Messerstich

Das Gericht schliesst im Ausschlussverfahren darauf, dass der Beschuldigte sein Klappmesser her-
vorgenommen und D.________ einmal in den Oberschenkel gestochen hat, bevor er das Messer 
wieder zuklappte, einsteckte und es von der Polizei bei ihm sichergestellt wurde.

Fraglich bleibt jedoch, ob der Stich gezielt in den Oberschenkel erfolgte, oder der Beschuldigte «blind-
lings» zugestochen hat. Da niemand den Stich sah und auch der Beschuldigte keine Aussagen dazu 
machte bzw. machen konnte, muss das Gericht von der günstigsten Variante ausgehen, nämlich, 
dass er gezielt einmal in den Oberschenkel gestochen hat. Hinweise darauf, dass er eigentlich ein 
anderes Ziel (Brust, Rücken, Kopf) anvisiert hat, liegen jedenfalls nicht vor.

Für die Behauptung der Anklage, der (gezielte) Stich in den Oberschenkel sei «mit voller Wucht» 
ausgeführt worden, liegen dem Gericht keine Beweismittel vor, zumal eben niemand gesehen hat, wie 
der Beschuldigte den Arm mit dem Messer bewegt hat. Es kann deswegen nicht nachgewiesen wer-
den, dass er mit dem Arm «ausgeholt» hat. Gegen die anklägerische Behauptung spricht zudem der 
Umstand, dass D.________ keinen Kontakt am Oberschenkel gespürt hat. Hätte der Beschuldigte die 
Faust, in welcher er das Messer hielt, mit «voller Wucht» gegen den Oberschenkel des Privatklägers 
geschlagen, wäre zu erwarten gewesen, dass das Opfer diesen Schlag gespürt hätte.

Das Gericht erachtet deshalb den Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. 2 grundsätzlich als erstellt. 
Nicht erwiesen ist lediglich der Vorwurf, der Messerstich sei mit «voller Wucht» ausgeführt worden.

Der Schuldspruch wegen versuchter schwerer Körperverletzung z.N. von 
D.________ ist unangefochten geblieben und damit in Rechtskraft erwachsen. Die 
erstinstanzliche Strafzumessung wurde von der Generalstaatsanwaltschaft jedoch 
angefochten, weshalb der erstinstanzlich festgestellte Sachverhalt nicht in Rechts-
kraft erwächst, sondern bloss der Schuldspruch. Da der Sachverhalt für die oberin-
stanzliche Strafzumessung relevant ist, worauf an der oberinstanzlichen Verhand-
lung hingewiesen wurde (pag. 450 Z. 1 ff.), hält die Kammer zu den erstinstanzli-
chen Erwägungen ergänzend fest was folgt:

Inwiefern die Tatsache, wonach D.________ den Stich gemäss eigenen Angaben 
nicht einmal gespürt habe, für die Beurteilung des Sachverhalts relevant sein kann, 
erschliesst sich der Kammer nicht, zumal gut möglich ist, dass D.________ diesen 
aufgrund des Adrenalins nicht sofort spürte und erst später feststellte, dass Blut an 
seinem Bein herunterläuft. Fest steht jedoch, dass der Beschuldigte mit seinem 
Messer nicht einfach nur geschnitten, sondern tatsächlich zugestochen hatte, zu-
mal D.________ zu Protokoll gegeben hatte, es sei ein schöner Schnitt gewesen, 
nicht schräg, sondern «gredidüre» (pag. 170 Z. 384). Fest steht zudem, dass der 
Beschuldigte seine Hand trotz Gerangel unten hatte und auch von dort zustach. 
Der Stich erfolgte damit in einer Art, die für D.________ weder vorhersehbar war, 
noch, dass er sich irgendwie dagegen hätte wehren oder etwas zu seinem eigenen 
Schutz hätte unternehmen können. Das Vorgehen des Beschuldigten wies somit 
ohne Weiteres eine gewisse Heimtücke auf.

23

Sodann ist zu berücksichtigen, dass zwar zutrifft, dass es keine Hinweise dafür 
gibt, wonach der Beschuldigte die Brust, den Rücken oder den Kopf von 
D.________ konkret im Visier gehabt hätte. Für die Kammer steht jedoch ebenso 
fest, dass es kein gezielter Stich in den Oberschenkel war, sondern der Beschul-
digte mit gestrecktem Arm von unten direkt zugestochen hatte und es ihm dabei 
schlicht egal war, wohin dieser Stich ging. D.________ gab diesbezüglich korrek-
terweise zu Protokoll, er [der Beschuldigte] sei zum Glück unter ihm gewesen, an-
dernfalls es auch in den Bauch hätte gehen können (pag. 182 Z. 214 f.). Dies ergibt 
sich auch aus den Grössenverhältnissen von D.________ (182 cm, pag. 39) und 
dem Beschuldigten (173 cm, pag. 61). Ebenso erstellt ist für die Kammer, dass der 
Stich heftig erfolgte, zumal die Wunde glattrandig und nicht gerissen war (pag. 30), 
die Klingenlänge des Messers 6,5 cm betrug (pag. 34) und bei der klinischen Ex-
ploration ein ca. 6 cm langer, nach oben verlaufender «Stichkanal» festgestellt 
wurde (pag. 39). Wie sich bereits beim Vorfall mit dem Glas gezeigt hatte, konnte 
der Beschuldigte aufgrund seines emotionalen bzw. aggressiven Zustands die Ge-
walt auch hier nicht dosieren, woraus letztlich die beschriebene Verletzung von 
D.________ resultierte.

Ferner ist zu berücksichtigen, dass auch der Stich z.N. von D.________ aus nichti-
gem Grund erfolgte. Auch wenn es vorgängig zu einem Gerangel zwischen dem 
Beschuldigten und D.________ gekommen war, ist festzuhalten, dass Letzterer le-
diglich eine Serviette für den am Kopf blutenden Strafkläger holen wollte. Als er am 
Beschuldigten vorbeikam, stach dieser mit seinem von zu Hause mitgebrachten 
Messer, welches seitlich grobe Zacken aufwies und gegen hinten breiter wurde 
(vgl. pag. 43), ohne Vorwarnung und ohne Grund zu.

III. Rechtliche Würdigung

8. Theoretische Grundlagen 

8.1 Versuchte schwere Körperverletzung

Der schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB macht sich schuldig, wer vor-
sätzlich einen Menschen lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den Körper, ein 
wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges Organ 
oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrech-
lich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend ent-
stellt oder vorsätzlich eine andere schwere Schädigung des Körpers oder der kör-
perlichen oder geistigen Gesundheit eines Menschen verursacht.

Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Verge-
hens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Vollen-
dung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann 
das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn 
der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatent-
schlossenheit manifestiert hat, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale 
verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4; BGE 137 IV 113 E. 1.4.2; BGE 131 IV 
100 E. 7.2.1, je mit Hinweisen). Zum Versuch gehören somit der Entschluss des 

24

Täters, eine Straftat zu begehen und die Umsetzung des Tatentschlusses in eine 
Handlung. Der Täter muss mit der Ausführung der Tat (mindestens) begonnen ha-
ben. Das Vorliegen eines Versuchs ist demnach zwar nach objektivem Massstab, 
aber auf subjektiver Beurteilungsgrundlage festzustellen (vgl. zum Ganzen Urteil 
des Bundesgerichts 6B_183/2014 E. 3.4).

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Wil-
len ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich 
hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach ständiger Rechtsprechung ist 
Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise 
die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den 
Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 
auch unerwünscht sein (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 222 
E. 5.3; je mit Hinweisen).  

Für den Nachweis des Vorsatzes kann sich das Gericht – soweit der Täter nicht 
geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfah-
rungsregeln stützen, die ihm Rückschlüsse auf die innere Einstellung des Täters 
erlauben (Urteil des Bundesgerichts 6B_73/2015 vom 25. November 2015 E.1.3.2).

8.2 Einfache Körperverletzung mit gefährlichem Gegenstand

Gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB begeht eine einfache Körperverletzung, wer vorsätz-
lich einen Menschen in anderer Weise (als in Art. 122 StGB umschrieben) an Kör-
per oder Gesundheit schädigt. 

Die qualifizierte Form der einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB 
ist gegeben, wenn zwar nach wie vor eine bloss einfache Körperverletzung bewirkt 
wird, das Tatvorgehen aber besonders gefährlich oder verwerflich erscheint. Be-
sonders gefährlich ist das Vorgehen dann, wenn ein Tatmittel verwendet wird, wel-
ches ein hohes Risiko einer schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
StGB erzeugt. Bei dieser qualifizierten Form bleibt zwar die Strafandrohung unver-
ändert, hingegen entfällt das Antragserfordernis. Der Täter wird von Amtes wegen 
verfolgt (ROTH/BERKEMEIER, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N 11 f. zu 
Art. 123). Als gefährliche Tatmittel nennt Art. 122 Ziff. 2 Abs. 2 StGB Gift, Waffen 
oder gefährliche Gegenstände. Ein Gegenstand ist nicht schon von sich aus ge-
fährlich. Aus der Art und Beschaffenheit an sich lässt sich noch kein Schluss auf 
seine Gefährlichkeit ziehen. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob er nach seiner Be-
schaffenheit so eingesetzt wird, dass die Gefahr einer schweren Körperverletzung 
im Sinne von Art. 122 StGB herbeigeführt wird (ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., N 19 zu 
Art. 123). So kann praktisch jeder Gegenstand von einiger Robustheit, Festigkeit 
und Härte in einer tätlichen Auseinandersetzung gefährlich werden, wenn er eben 
in gefährlicher Weise eingesetzt wird (ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., N 21 zu Art. 123). 
So etwa ein geworfenes Bierglas oder Flaschen (vgl. BGE 101 IV 285; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_181/2017 vom 30. Juni 2017).

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz bzw. 
der Eventualvorsatz muss sich auch auf die Qualifikationsmerkmale beziehen, an-
sonsten fällt die Amtsverfolgung ausser Betracht (ROTH/BERKEMEIER, a.a.O., 
N 35 f. zu Art. 123).

25

9. Subsumtion in Bezug auf den Vorfall z.N. des Strafklägers

Vorliegend wurde der Strafkläger mit dem Glas am Kopf verletzt. Konkret erlitt er 
eine ca. 1 cm lange Hautdurchtrennung oberhalb des linken Auges und eine Hirn-
erschütterung, was zu einer viertägigen Krankschreibung bzw. zweitägigen Ar-
beitsunfähigkeit und Kopfschmerzen führte, die zwei Wochen andauerten. Eine 
schwere Körperverletzung, wie sie Art. 122 StGB verlangt, liegt mit Blick darauf 
nicht vor, weshalb die versuchte Begehung zu prüfen ist. Dabei ist von den äusse-
ren Umständen auf die inneren zu schliessen, um feststellen zu können, was der 
Beschuldigte wusste, wollte und in Kauf nahm (vgl. BGE 130 IV 58 E. 8.5.).

Der Beschuldigte warf aus einer Distanz von zwei bis zweieinhalb Metern ein mas-
sives, mithin 14 cm hohes und mit sehr dickem Boden versehenes, volles Glas mit 
einem Füllvolumen von rund 3 dl gezielt in die Richtung des Kopfes des Strafklä-
gers und damit an eine besonders sensible Körperzone. Dabei war der Kopf des 
Strafklägers, anders als die Vorinstanz meint, nicht leicht nach links abgewendet, 
sondern nach hinten zum Beschuldigten gedreht, so dass sich die Silhouette des 
Strafklägers vergrösserte und die Wahrscheinlichkeit des Beschuldigten, dessen 
Kopf zu treffen, erhöhte. Hinzu kommt, dass die Distanz mit zwei bis zweieinhalb 
Metern kurz war und der Strafkläger auf einem Stuhl sass und sich somit nicht dy-
namisch bewegte, sondern statisch war. Der Beschuldigte konnte aufgrund seiner 
Position – stehend hinter der zweiten Stuhlreihe – richtig ausholen und sich auf-
grund der (engen) räumlichen Gegebenheiten für seinen Wurf auch sehr gut orien-
tieren. Auch die Beschaffenheit des Glases half ihm dabei, dass dieses nicht ir-
gendwie, sondern aufgrund seiner Grösse, seines Gewichts und des dicken Bo-
dens gezielt und mit viel Schwung durch die Luft flog. Zudem war der Beschuldigte 
mit dem Wurf des Glases, anders als im Urteil der 2. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern vom 12. August 2020 (SK 19 472), nicht in der Lage, das 
Risiko kalkulieren und dosieren zu können. Dass der Strafkläger nicht schwerer 
verletzt wurde, ist Zufall und Glück, nicht aber dem Verhalten des Beschuldigten 
zuzuschreiben. Angesichts all dieser Umstände musste der Beschuldigte – wie er 
letztlich auch selber zu Protokoll gab (pag. 123 f. Z. 162 ff.) – wissen, dass er 
schwere, lebensgefährliche Schädigungen oder eine arge Entstellung des Gesich-
tes verursachen könnte bzw. musste aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit von 
schweren Verletzungen mit dieser Konsequenz rechnen, zumal er nicht darauf ver-
trauen konnte, den Strafkläger nicht zu treffen oder dass es glimpflich verlaufen 
würde. Indem er das schwere, massive und 3 dl grosse Glas gezielt, heftig und ab-
sichtlich gegen den Kopf des Strafklägers warf, nahm der Beschuldigte eine schwe-
re Verletzung des Strafklägers somit billigend in Kauf.

Der Beschuldigte ist demnach der versuchten schweren Körperverletzung, began-
gen am 13. Februar 2022 z.N. des Strafklägers, schuldig zu erklären.

10. Subsumtion in Bezug auf D.________

Der Schuldspruch der versuchten schweren Körperverletzung z.N. von D.________ 
ist, wie hiervor bereits erwähnt, in Rechtskraft erwachsen. Der Vollständigkeit hal-
ber und im Hinblick auf die nachfolgende Strafzumessung werden die rechtlichen 

26

Erwägungen der Vorinstanz an dieser Stelle dennoch wiedergegeben (pag. 381 f., 
S. 20 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

D.________ wurde während der Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten von diesem einmalig in 
den linken Oberschenkel gestochen, wobei die Klinge (6 cm) vollständig in den Oberschenkel einge-
drungen ist. Die ca. 2,3 cm breite und 6 cm tiefe Wunde musste mit einer Wunddrainage versorgt 
werden und wurde mit zwei Einzelknöpfen genäht. Der Beschuldigte zielte zwar auf den Oberschen-
kel, konnte dabei aber weder eine Verletzung der darunterliegenden grösseren Blutgefässe oder Ner-
ven sicher ausschliessen. 

D.________ war in der Folge vom 14.02.2022 bis am 20.02.2022 zu 100 % krankgeschrieben. 
Gemäss seinen Angaben in der Hauptverhandlung konnte er wegen fehlender Mobilität eine Weile 
nicht zur Schule gehen, benutzte Krücken, war während sechs bis sieben Wochen in der Physiothe-
rapie und hatte längere Zeit Mühe bei schwerer Anstrengung.

Gemäss IRM hätte es zu Verletzungen von grossen Blutgefässen am Oberschenkel resp. einer direk-
ten Verletzung der grossen Beinschlagader und zu einem potentiell lebensgefährlichen Blutverlust 
kommen können. Weiter wird erwähnt, dass durch die Verletzung grösserer Nerven möglicherweise 
bleibende Schädigungen der Sensorik oder Motorik hätten eintreten können. Abschliessend wird auf 
die Möglichkeit von potentiell lebensbedrohlichen Infektionen hingewiesen (pag. 47).

Sowohl Staatsanwaltschaft, Privatklägerschaft als auch Verteidigung beantragen zu Recht eine Verur-
teilung wegen versuchter schwerer Körperverletzung, da ein sehr hohes Risiko für die Verletzung ei-
nes grösseren Blutgefässes bestand, wodurch innert Kürze ein lebensbedrohlicher Blutverlust hätte 
eintreten können. Gemäss der Rechtsprechung kommt es nicht darauf an, ob eine Blutung rasch ver-
sorgt werden kann, weil beispielsweise ein Spital in der Nähe ist (BGE 109 IV 18 E. 2d).

Was die Möglichkeiten einer Nervenschädigung angeht, sind weder dem Bericht des IRM noch der 
Anklage nähere Ausführungen zu Art und Ausmass der möglichen Sensorik- bzw. Motorik-Störung zu 
entnehmen, so dass eine Subsumtion unter Art. 122 StGB nicht möglich ist.

Zur lebensbedrohlichen Infektion ist anzumerken, dass grundsätzlich bei jeder offenen Wunde Erreger 
in den Körper gelangen und eine (lebensbedrohliche) Sepsis verursachen können. Im Unterschied zu 
grösseren Blutverlusten, welche innert weniger Minuten zum Tod führen können, sind bei Infektionen 
die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zu berücksichtigen (vgl. zur Verneinung einer HIV-
Infektion als lebensgefährliche Körperverletzung aufgrund der verbesserten medizinischen Behand-
lungsmöglichkeiten: BGE 139 IV 214 E. 3.4.1). Es ist dem Bericht des IRM nicht zu entnehmen, mit 
welcher Wahrscheinlichkeit eine lebensbedrohliche Blutvergiftung bei kunstgerecht durchgeführter 
Wundreinigung und Wundbehandlung (mit Antiinfektiva) zu erwarten gewesen wäre, womit diese the-
oretische Möglichkeit nicht zur Bejahung einer versuchten schweren Körperverletzung genügen kann. 
Würde anders entschieden, wäre jede vorsätzlich beigebrachte blutende Wunde potentiell eine ver-
suchte schwere Körperverletzung.

Das Gericht erachtet unter diesen Umständen den Tatbestand der eventualvorsätzlichen versuchten 
schweren Körperverletzung z.N. von D.________ in objektiver und subjektiver Hinsicht als erfüllt, weil 
das hohe Risiko eines lebensbedrohlichen Blutverlustes bestand.

27

IV. Strafzumessung

11. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht in der Urteilsbe-
gründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Ge-
wichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

Bei der versuchten Deliktsbegehung kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 
Abs. 1 StGB). Dabei ist es weder an die angedrohte Mindeststrafe noch an die an-
gedrohte Strafart gebunden (Art. 48a StGB). Wenngleich Art. 22 Abs. 1 StGB als 
Kann-Vorschrift formuliert ist, führt das unvollendete Delikt stets zu einer reduzier-
ten Strafe. Dem Ausbleiben des Erfolges ist zumindest strafmindernd Rechnung zu 
tragen (BGE 121 IV 49 E. 1; MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage 2019, 
N 120).

Methodisch hat das Gericht beim versuchten Delikt in einem ersten Schritt vom hy-
pothetisch vollendeten Delikt auszugehen, d.h. es hat die hypothetische Beurtei-
lung vorzunehmen, welche Folgen eingetreten wären, wenn die strafbare Handlung 
entsprechend dem Vorsatz der beschuldigten Person vollendet worden wäre, und 
die dafür angemessene (hypothetische) Strafe zu bestimmen (MATHYS, a.a.O., 
N 121). In einem zweiten Schritt hat es die für das vollendete Delikt angemessene 
(hypothetische) Strafe zu reduzieren. Das Mass der zulässigen Reduktion der Stra-
fe beim vollendeten Versuch hängt unter anderem von der Nähe des tatbestands-
mässigen Erfolgs und den tatsächlichen Folgen der Tat ab. Die Reduktion der Stra-
fe wird umso geringer sein, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je schwer-
wiegender die tatsächliche Folge der Tat war (MATHYS, a.a.O., N 124).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen und ist an das gesetz-
liche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). 

12. Strafart, Strafrahmen und Methodik im vorliegenden Fall

Der Beschuldigte hat vorliegend die physische Integrität zweier Personen verletzt 
bzw. schwer zu verletzen versucht. Damit liegen zwei Rechtsgutsverletzungen vor, 
womit die Grundsätze der Strafzumessung gemäss Art. 49 StGB grundsätzlich, d.h. 
bei Vorliegen gleicher Strafarten, zur Anwendung gelangen. Für beide Rechtsguts-
verletzungen sind angemessene Strafen zu ermitteln.

28

Eine (vollendete) schwere Körperverletzung nach Art. 122 StGB kann nur mit einer 
Freiheitsstrafe geahndet werden. Gemäss Art. 48a Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB könnte aufgrund der gegebenen Versuchsstrafbarkeit grundsätzlich auch auf 
eine Geldstrafe entschieden werden. Angesichts des Tatverschuldens des Be-
schuldigten sowie der Tatsache, dass selbst die Verteidigung erstinstanzlich 
(pag. 344 f.) und implizit auch oberinstanzlich (pag. 461 f.) keine Geldstrafe für den 
Beschuldigten beantragte, ist es im vorliegenden Fall jedoch nicht angezeigt, von 
der Freiheitsstrafe als gesetzlich vorgesehene Regelsanktion abzuweichen (NIGGLI/ 
MAEDER, in: Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019 N 28 zu Art. 22 StGB). Beide 
Taten sind mit einer Freiheitsstrafe zu sanktionieren. Aufgrund der Gleichartigkeit 
der Strafarten ist in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine Gesamtstrafe auszu-
fällen. Der Strafrahmen reicht gemäss Art. 122 aStGB i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StGB 
von einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Gründe für ein 
Über- oder Unterschreiten dieses Strafrahmens liegen nicht vor. 

Die konkret schwerere Straftat bildet mit Blick auf das konkrete Vorgehen sowie 
das Verletzungsbild vorliegend die versuchte schwere Körperverletzung z.N. von 
D.________. Hierfür ist in einem ersten Schritt eine Freiheitsstrafe als Einsatzstrafe 
festzusetzen. Anschliessend gilt es, die Freiheitsstrafe für den Schuldspruch wegen 
versuchter schwerer Körperverletzung z.N. des Strafklägers zu bestimmen und in 
Anwendung von Art. 49 StGB zur Einsatzstrafe zu asperieren. Die Einsatzstrafe 
und die Strafe für die versuchte schwere Körperverletzung z.N. des Strafklägers 
ergeben zusammen die Gesamtfreiheitsstrafe. 

13. Konkrete Strafzumessung

13.1 Einsatzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung z.N. von D.________ 

13.1.1 Objektive Tatkomponenten

Unter dem Titel des Ausmasses des verschuldeten Erfolges ist festzuhalten, dass 
der Beschuldigte nur, aber immerhin, einmal zugestochen hatte und der Stich in 
den Oberschenkel und nicht in den Rücken-, Brust- oder Kopfbereich erfolgte. 
Dennoch gab es auch an dieser Stelle genügend Möglichkeiten für schwere Verlet-
zungen, insbesondere, weil die Klinge des vom Beschuldigten mitgebrachten Mes-
sers eine Länge von immerhin 6 cm aufwies. Zudem handelte es sich nicht um ein 
schlichtes Sackmesser, sondern um ein Messer, das auf der einen Seite grobe Za-
cken aufwies, auf der anderen Seite mit Schliff war und zudem nach hinten breiter 
wurde. Aus dem Umstand, dass dem Beschuldigten keine versuchte vorsätzliche 
Tötung vorgeworfen wird, zumal D.________ gemäss Vorinstanz wohl schnell hätte 
ins Spital gebracht werden können (pag. 384, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung), kann der Beschuldigte nichts zu seinen Gunsten ableiten.

Was die Art und Weise der Rechtsgutsverletzung bzw. die kriminelle Energie be-
trifft, ist zu berücksichtigen, dass das Vorgehen des Beschuldigten absolut hinter-
hältig war, indem er D.________ das Messer von unten in den Oberschenkel stach 
und dieser keine Chance hatte, sich auch nur annähernd wehren zu können. Er 
musste trotz Gerangel mit dem Beschuldigten auch keinesfalls mit einem solchen 
Angriff rechnen, zumal er dem blutenden Strafkläger lediglich eine Serviette holen 
wollte. Mit seinem Verhalten zeigte der Beschuldigte eine absolute Gleichgültigkeit 

29

vor der körperlichen Integrität seines Gegenübers. Während die Vorinstanz die Al-
koholisierung des Beschuldigten leicht verschuldensmindernd berücksichtigte 
(pag. 385, S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), erachtet die Kammer ei-
ne solche Reduktion nicht als angemessen. Der Beschuldigte war trotz des Kon-
sums von Alkohol in der Lage, mit dem Security zu sprechen und keiner der Betei-
ligten gab später zu Protokoll, der Beschuldigte hätte gelallt, getorkelt oder wäre 
betrunken gewesen. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die Tat zwar nicht 
geplant war, der Beschuldigte aber auch nicht aus dem Affekt zu einem Messer 
gegriffen und zugestochen hatte, sondern das Messer von zu Hause mitgenommen 
hatte bzw. es gemäss eigenen (nicht nachvollziehbaren) Angaben an der oberin-
stanzlichen Verhandlung (pag. 450 Z. 20 ff.) grundsätzlich immer auf sich trägt. Für 
den Beschuldigten gab es auch keinerlei Anlass zur Tat, zumal es seitens 
D.________ (oder den übrigen Beteiligten) keine Provokationen gab, sondern 
D.________ vielmehr dem Strafkläger einfach helfen wollte, indem er ihm eine 
Serviette besorgte. Die Nichtigkeit des Anlasses entspricht damit entgegen der An-
sicht der Vorinstanz nicht einfach dem Regelbild; vielmehr muss die Tat als ver-
werflich bezeichnet werden. 

Insgesamt und mit Blick auf den weiten Strafrahmen bis zu zehn Jahren Freiheits-
strafe ist die objektive Tatschwere für das hypothetisch vollendete Delikt als leicht 
bis mittelschwer einzustufen. Die Kammer erachtet hierfür eine vorläufige Einsatz-
strafe von 40 Monaten als angemessen.

13.1.2 Subjektive Tatkomponenten

In Bezug auf die subjektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der Beschul-
digte lediglich eventualvorsätzlich handelte, was mit einer leichten Verschulden-
sminderung zu berücksichtigen ist. Die Beweggründe seines Handelns waren indes 
– wie hiervor bereits erwähnt – nichtig und es gab für den Beschuldigten keinerlei 
Anlass dazu, das Messer gegen D.________ zu verwenden und ihn damit zu ver-
letzen. Insgesamt erachtet die Kammer zufolge eventualvorsätzlicher Begehung 
eine Reduktion um sechs Monate als angemessen.

13.1.3 Strafmilderung Versuch

Wie unter Ziff. 11 hiervor erwähnt, führt das unvollendete Delikt stets zu einer redu-
zierten Strafe. Vorliegend ist es einzig dem Zufall zu verdanken, dass der Messer-
stich des Beschuldigten D.________ nur, aber immerhin, in den Oberschenkel traf, 
zumal der Beschuldigte mit gestrecktem Arm von unten direkt zugestochen hatte 
und es ihm dabei schlicht egal war, wohin dieser Stich ging. Die versuchte Bege-
hung ist dennoch strafmildernd, konkret im Umfang von acht Monaten, zu berück-
sichtigen.

13.1.4 Fazit

Insgesamt erweist sich das Gesamttatverschulden noch als leicht und eine Frei-
heitsstrafe von 26 Monaten als angemessen.

30

13.2 Asperation versuchte schwere Körperverletzung z.N. des Strafklägers

13.2.1 Objektive Tatkomponenten

Hinsichtlich des Ausmasses des verschuldeten Erfolgs ist mit der Generalstaats-
anwaltschaft festzuhalten, dass die Verletzung des Strafklägers am Kopf glückli-
cherweise klein ausfiel und relativ bald abklang (pag. 459). Es hätten indes weitaus 
schlimmere Verletzungen am Kopf resultieren können, zumal das volle Glas, wel-
ches der Beschuldigte geworfen hatte, massiv und mit einem sehr dicken Boden 
versehen war. Die Kopfregion gilt zudem per se als äusserst sensibel. Das (hypo-
thetische) Ausmass der Verletzung des Rechtsguts bei vollendeter Tatbegehung ist 
damit grundsätzlich als beträchtlich zu bezeichnen.

Betreffend die Art und Weise der Rechtsgutsverletzung bzw. die kriminelle Energie 
ist zu berücksichtigen, dass die Tat zwar auch hier nicht geplant, aber ebenfalls 
ohne Vorwarnung von hinten und aus nichtigem Grund erfolgte. Seitens des Straf-
klägers und dessen Gruppe gab es keinerlei Provokationen, die den Beschuldigten 
in Rage hätten bringen können; vielmehr teilten diese ihm einfach mit, er könne 
nicht beim Computerspiel mitspielen. Dass der Beschuldigte als Reaktion darauf 
mit Wucht ein Glas an den Kopf des Strafklägers warf, erweist sich als verwerflich.

Insgesamt und mit Blick auf den weiten Strafrahmen bis zu zehn Jahren Freiheits-
strafe bewegt sich das objektive Tatverschulden für das hypothetisch vollendete 
Delikt noch im leichten Bereich. Die Kammer erachtet eine vorläufige Strafe von 
32 Monaten als angemessen.

13.2.2 Subjektive Tatkomponenten

Für die subjektive Tatschwere kann grundsätzlich auf die Erwägungen unter 
Ziff. 13.1.2. hiervor verwiesen werden. Auch hinsichtlich des Vorfalls zum Nachteil 
des Strafklägers handelte der Beschuldigte lediglich eventualvorsätzlich, was sich 
verschuldensmindernd auf die Strafe auszuwirken hat. Zu berücksichtigen ist indes, 
dass der Zufallsfaktor vorliegend grundsätzlich höher war als beim gezielten Stich 
mit dem Messer, womit der Abzug für die eventualvorsätzliche Begehung höher 
auszufallen hat. Die Beweggründe waren indes auch hier egoistisch und nichtig 
und die Tat wäre ohne Weiteres vermeidbar gewesen.

Für die lediglich eventualvorsätzliche Begehung erachtet die Kammer vorliegend 
eine Reduktion um acht Monate als angemessen.

13.2.3 Strafmilderung Versuch

Auch in Bezug auf den Glaswurf ist es lediglich dem Zufall zu verdanken, dass der 
Strafkläger keine schwereren Verletzungen als die vorliegenden davontrug. Der 
Beschuldigte warf das volle, massive Glas mit Wucht an den Kopf des Strafklägers, 
womit der tatbestandsmässige Erfolg, mithin eine lebensgefährliche schwere Ver-
letzung am Kopf, nicht weit weg lag. Die tatsächlichen Folgen sind mit einer Wunde 
von 1 cm vergleichsweise gering ausgefallen. Die lediglich versuchte Begehung ist 
gestützt darauf mit einer Reduktion von sechs Monaten zu berücksichtigen.

31

13.2.4 Fazit und Asperation

Insgesamt ist das Tatverschulden auch hier mit Blick auf den weiten Strafrahmen 
noch als leicht zu bezeichnen. Eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten erweist sich als 
dem Gesamtverschulden des Beschuldigten angemessen. 

Da es sich um einen neuen Vorfall mit neuem Tatentschluss und zudem ein ande-
res Opfer handelte, ist diese zu 2/3, ausmachend 12 Monate, zur Strafe gemäss 
Ziff. 13.1.4. zu asperieren. Die Gesamtfreiheitsstrafe beläuft sich damit vorläufig – 
mithin noch ohne Berücksichtigung der Täterkomponenten – auf insgesamt 38 Mo-
nate.

13.3 Täterkomponenten

Zum Vorleben sowie den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ist dem 
oberinstanzlich eingeholten Leumundsbericht zu entnehmen, dass dieser die obli-
gatorische Schulzeit in F.________ und anschliessend eine Lehre als K.________ 
absolvierte. Aufgrund eines Unfalls sowie der darauffolgenden Rückenprobleme 
begann der Beschuldigte eine Zweitausbildung als L.________, welche zum Zeit-
punkt der oberinstanzlichen Verhandlung noch nicht abgeschlossen war. Der Be-
schuldigte befindet sich aktuell in einem Praktikum, wobei er einen monatlichen 
Nettoverdienst von rund CHF 3'000.00 erzielt (pag. 447 Z. 20 ff.). Er wohnt mit sei-
ner Freundin zusammen, hat – soweit ersichtlich – keine gesundheitlichen Proble-
me und verfügt gemäss aktuellem Strafregisterauszug über keine Vorstrafen oder 
anderweitige laufende Strafuntersuchungen (pag. 442; zu allem pag. 438 ff.). Das 
Vorleben und die persönlichen Verhältnisse wirken sich damit neutral aus.

Die Vorinstanz hielt im Rahmen der Strafzumessung zu Beginn unter dem Titel 
«Zur Person» fest, der Beschuldigte sei grundsätzlich geständig und einsichtig ge-
wesen und habe aufrichtige Reue gezeigt. Er sei über sein Verhalten selber so 
schockiert gewesen, dass er freiwillig psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen 
habe (pag. 384, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Auffassung 
teilt die Kammer nicht. In seinen Einvernahmen schilderte der Beschuldigte, der 
Vorfall tue ihm leid, es sei nicht typisch gewesen für ihn und er sei gegen Gewalt 
(pag.