# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0de46e4d-f839-5470-969e-4e37ce0abb04
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-6272/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6272-2009_2012-01-19.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6272/2009

U r t e i l   v om   1 9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Contessina Theis, 
Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka,
vertreten durch (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 28. August 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer – ein sri­lankischer Staatsangehöriger  tamilischer 
Ethnie – suchte am 4. Mai 2008 in der Schweiz um Asyl nach. 

A.a  Zur  Begründung  brachte  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Erstbefragung  im  Transitzentrum  (heute:  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum) B._______ vom 2. Juni 2008 und der Anhörung nach 
Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) 
durch das BFM vom 3. April  2009  im Wesentlichen vor,  er  stamme aus 
C._______, habe aber von 1982 bis 1983 als (Beruf)  im D._______ und 
von 1989 bis 2004 als (Beruf) in E._______ gearbeitet und sich nach der 
Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2004 in F._______ niedergelassen. Er 
habe sein Heimatland am 2. Dezember 2007 wegen Problemen mit  der 
Armee,  den  "Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam"  (LTTE)  und  Anhängern 
der "Eelam People's Democratic Party" (EPDP) verlassen. Zu Beginn des 
Jahres 2005 hätten zwei Angehörige der LTTE von ihm verlangt, dass er 
sie  entweder  finanziell  unterstütze  oder  eines  seiner  Kinder  zu  ihnen 
schicke. Als er sich geweigert habe, hätten sie ihre Forderung wiederholt, 
seien danach aber weggegangen. Seit dem 15. Februar 2005 habe er als 
(Beruf) für G._______ gearbeitet. Da das betreffende G._______­Büro in 
C._______  gewesen  sei,  habe  er  seither  in  H._______/C._______ 
gewohnt,  während  seine  Frau  und  seine  Kinder  weiterhin  im  Haus  der 
Familie  in F._______ gelebt hätten. Er sei alle drei bis vier Monate von 
C._______ nach I._______ geflogen und von dort aus mit dem Zug nach 
F._______ gefahren, um seine Familie  zu besuchen. Bei der Ausübung 
seines Berufs – (…) – habe er Angst vor der Armee gehabt. Die Soldaten 
hätten  ihn  bei  Kontrollstellen  öfters  nicht  durchfahren  lassen,  obwohl 
G._______­Fahrzeuge weder von der Armee noch von den LTTE hätten 
kontrolliert werden dürfen. Erst wenn er in Begleitung einer weisshäutigen 
Person  aus  dem  G._______­Büro  zurückgekehrt  sei,  habe  er  die 
Checkpoints  passieren  können.  Die  Soldaten  seien  wütend  gewesen, 
wenn er weisse G._______­Mitarbeiter  zu Hilfe geholt  habe, und hätten 
ihn  deshalb  beschimpft  und  seine  Adresse  notiert.  Wenn  er  alleine 
unterwegs  gewesen  sei,  hätten  ihn  Armeeangehörige  auch  manchmal 
aufgefordert, sie von einem Camp zu einem anderen zu  fahren. Da  ihm 
aufgrund einer Weisung der G._______ untersagt gewesen sei, Armee­ 
oder  LTTE­Angehörige  mitzunehmen,  habe  er  sich  jeweils  geweigert, 
worauf  die Soldaten  die Autonummer  und  seine Adresse  notiert  hätten. 
Die  Armee  habe  Zivilisten  auch  zur  Überlassung  privater  Fahrzeuge 

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aufgefordert. Sein Motorrad, das die Soldaten auch verlangt hätten, habe 
er  nicht  abgegeben,  da  er  es  für  den  Arbeitsweg  gebraucht  habe.  Er 
wisse  von  einer  Person,  die  erschossen  worden  sei,  weil  sie  sich 
geweigert  habe,  ihr  Privatfahrzeug  abzugeben.  Seine  Frau  sei  zudem 
öfters  von  Soldaten  belästigt  worden,  die  in  einem  Camp  gegenüber 
ihrem  Haus  in  F._______  stationiert  gewesen  seien.  Nachdem  er  dies 
dem G._______­Büro in F._______ gemeldet habe, habe ein Angestellter 
des Büros regelmässig bei seiner Frau vorbeigeschaut. Seither sei sie in 
Ruhe gelassen worden. Wegen der Kämpfe zwischen der Armee und den 
LTTE in F._______ habe er seine Frau und die Kinder  im Februar 2007 
nach  J._______  gebracht.  Seither  lebten  sie  in  K._______  in  einem 
gemieteten  Haus.  Er  sei  nach  ein  paar  Wochen  nach  Sri  Lanka 
zurückgekehrt,  um  seine  Arbeit  bei  G._______  wieder  aufzunehmen. 
Seine Frau sei noch zwei oder drei Mal – letztmals im November 2007 – 
nach F._______ gekommen. Dort hätten sie immer wieder Probleme mit 
einem Nachbarn gehabt. Dieser gehöre der EPDP an und habe gewusst, 
dass er (der Beschwerdeführer) in E._______ gut verdient habe. Anfangs 
November 2007, als sich seine Frau  letztmals  in F._______ aufgehalten 
habe, seien zwei EPDP­Anhänger zu ihrem Haus gekommen und hätten 
verlangt, dass er sich bei  ihnen melde. Am 10. November 2007 habe er 
sich  im  Camp  der  EPDP  in  F._______  gemeldet.  Er  sei  aufgefordert 
worden, einen Geldbetrag zu  leisten. Als er gesagt habe, dass er dafür 
erst sein Haus verkaufen müsste, sei er bedroht worden. In der Folge sei 
er mit seiner Frau nach I._______ gereist und habe sie nach J._______ 
zurückgeschickt.  Als  ihm  ein  (Verwandter)  telefonisch  mitgeteilt  habe, 
dass sich erneut zwei EPDP­Anhänger nach ihm erkundigt hätten, sei er 
am  2. Dezember  2007  mit  seinem  eigenen  Pass  aus  Sri  Lanka 
ausgereist. Von I._______ sei er via L._______, M._______, N._______ 
und O._______ am 30. April 2008 nach P._______ gelangt, von wo aus 
er  nach  Q._______  weitergeflogen  sei.  Die  (…)  Behörden  hätten  ihm 
jedoch  die  Einreise  verweigert  und  ihn  am  1. Mai  2008  in  die  Schweiz 
zurückgeschoben. In Sri Lanka lebten noch vier Geschwister: ein Bruder 
und  eine  Schwester  in  der  Nähe  von  F._______,  eine  Schwester  in 
R._______  und  eine  Schwester  in  H._______.  Zudem  wohne  eine 
(Verwandte)  in  I._______. Er habe sie manchmal besucht, wenn er sich 
beruflich  in  I._______  aufgehalten,  oder  seinen  Urlaub  dort  verbracht 
habe.  Seit  seiner  Ausreise  habe  er  keinen  Kontakt  mehr  mit  seinen 
Verwandten im Heimatland. Die beiden Häuser, die sie besessen hätten, 
habe  seine  Ehefrau  dem Schlepper  als  Entgelt  überschrieben.  Er  habe 
zudem gesundheitliche Beschwerden; er leide an (…). 

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A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten 
des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten 
verwiesen (vgl. Akten Vorinstanz A1 und A10). 

B. 
B.a  Mit  Verfügung  vom  28. August  2009  –  eröffnet  am  1. September 
2009  –  stellte  das  BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und 
ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Wegweisungsvollzug an. 

B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Die Aufforderung 
zweier  LTTE­Angehöriger  anfangs  2005,  sie  finanziell  zu  unterstützen 
oder ein Kind zur Organisation zu schicken, könne nicht als unmittelbarer 
Anlass  für  die  erst  im  Dezember  2007  erfolgte  Ausreise  des 
Beschwerdeführers  gewertet  werden.  Es  habe  sich  dabei  um  ein 
einzelnes  Vorkommnis  gehandelt,  in  dessen  Folge  ihm  keine  weiteren 
Nachteile erwachsen seien. Dieses Vorbringen sei deshalb asylrechtlich 
unbeachtlich.  Auch  die  Schwierigkeiten  beim  Passieren  militärischer 
Checkpoints  vermöchten  die  Wahrscheinlichkeit  einer  asylrelevanten 
Bedrohung nicht  hinlänglich  zu begründen. Der Beschwerdeführer  habe 
seit  anfangs  2005  von  C._______  nach  I._______  beziehungsweise 
F._______ fahren können und es sei ihm abgesehen von den genannten 
Schwierigkeiten  nie  etwas  passiert.  Gemäss  eigenen  Angaben  sei  er 
einigermassen  sicher  gewesen,  solange  er  bei  G._______  gearbeitet 
habe. Auch seine Frau sei nach der Intervention der G._______ von den 
Soldaten,  die  sie  belästigt  hätten,  in  Ruhe  gelassen  worden.  Der 
Beschwerdeführer  habe  zudem  regelmässig  nach  I._______  fliegen 
können, um zu seiner Frau nach F._______ zu gelangen. Hätte  ihm die 
Armee  misstraut,  wäre  dies  sicher  nicht  der  Fall  gewesen.  Es  sei  ihm 
auch möglich gewesen, seine Familie nach J._______ zu begleiten und 
wieder  nach  Sri  Lanka  zurückzukehren.  Seine  Furcht  vor  künftigen 
asylrelevanten Nachteilen seitens der Armee sei daher unbegründet,  so 
dass  auch  dieses  Vorbringen  asylrechtlich  irrelevant  sei.  Bezüglich  der 
vorgebrachten Probleme mit EPDP­Anhängern sei festzustellen, dass der 
sri­lankische  Staat  grundsätzlich  gewillt  sei,  Schutz  vor  Verfolgung 
seitens Dritter zu gewähren. Es lägen keine Hinweise vor, dass der Staat 
diese Taten aus asylrelevanten Gründen gefördert oder ein Einschreiten 
willkürlich unterlassen hätte. Es ergäben sich auch keine Anhaltspunkte 

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dafür,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  um  staatlichen  Schutz  bemüht 
hätte, der ihm verweigert worden wäre. Die Angst des Beschwerdeführers 
vor  zukünftigen  Behelligungen  sei  zwar  subjektiv  nachvollziehbar,  aber 
aus  objektiver  Sicht  unbegründet,  so  dass  auch  diese  Vorbringen 
asylrechtlich  unbeachtlich  seien.  Schliesslich  könne  sich  der 
Beschwerdeführer  den  lokal  oder  regional  beschränkten 
Verfolgungsmassnahmen  durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen 
Landesteil  –  beispielsweise  nach  Colombo  oder  in  den  Süden  des 
Landes  –  entziehen,  so  dass  er  nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz 
angewiesen  sei.  Es  sei  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  eine 
landesweite  Verfolgung  zu  befürchten  hätte,  zumal  er  nicht  das  Profil 
einer  Person  mit  exponierter  politischer  oder  militärischer  Stellung 
besitze. Bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz könne darauf verzichtet 
werden,  auf  die  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  einzugehen.  Er  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  weshalb  das  Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Wegweisung 
anzuordnen  sei.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  zulässig,  zumutbar  und 
möglich. Der Krieg zwischen der sri­lankischen Regierung und den LTTE 
sei im Mai 2009 zu Ende gegangen. Da der dem Bürgerkrieg zu Grunde 
liegende  Konflikt  aber  vorerst  ungelöst  bleibe  und  sich  die  Sicherheits­ 
und  Menschenrechtslage  im  Norden  und  Osten  des  Landes  nicht 
massgeblich  verändert  habe,  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  in  den  Norden  Sri  Lankas  nicht  zumutbar.  Gestützt 
auf  die  Niederlassungsfreiheit  könne  er  jedoch  in  einem  anderen 
Landesteil – beispielsweise im Grossraum Colombo – Wohnsitz nehmen. 
Zwar gebe es auch dort strenge Sicherheitskontrollen, aber es sei davon 
auszugehen, dass sich die Sicherheitslage  in dieser Region stabilisieren 
und  verbessern  werde.  Insgesamt  bestehe  im  Süden  und  Westen  des 
Landes  keine Situation  allgemeiner Gewalt  im Sinne  von Art. 83 Abs. 4 
des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20),  so  dass  der  Wegweisungsvollzug 
dorthin  nicht  generell  als  unzumutbar  zu  bezeichnen  sei.  Dem 
Beschwerdeführer  sei  eine  Wohnsitznahme  in  I._______  auch 
zuzumuten. Er sei berufs­ und ferienhalber öfters dort gewesen und habe 
seine (Verwandte) besucht. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er in 
I._______ über ein soziales Beziehungsnetz verfüge und sich angesichts 
seiner beruflichen Erfahrungen eine Existenz aufbauen könne. 

C. 
C.a Mit Eingabe vom 1. Oktober 2009 erhob der Beschwerdeführer beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und ersuchte um Aufhebung der 

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vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Gewährung  des  Asyls,  eventualiter 
um Feststellung  der Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  und  um 
Gewährung  der  vorläufigen Aufnahme.  In  formeller Hinsicht  ersuchte  er 
zudem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von 
Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  wobei  er  diesbezüglich  eine 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung vom 15. September 2009 einreichte.

C.b Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, 
er  sei  als  tamilischer  Mitarbeiter  der  G._______  von  der  Armee 
verdächtigt  worden,  für  die  LTTE  Waren  zu  schmuggeln  und 
Informationen  zu  verbreiten.  Durch  die  Weigerung,  das  G._______­
Fahrzeug an den Checkpoints durchsuchen zu lassen, habe er den Zorn 
der Armee auf sich gezogen. Er fürchte sich vor den Armeeangehörigen, 
die seine Adresse und ID­Nummer notiert hätten. G._______­Mitarbeiter 
hätten auch nach Beendigung des Krieges einen schweren Stand, da sie 
als LTTE­freundlich gälten. Einige seiner Vorgesetzten seien erschossen 
oder  gefangen genommen worden,  ohne dass die G._______  zu deren 
Befreiung  habe  beitragen  können.  Nebst  den  Problemen  bei  den 
Checkpoints sei er im Zusammenhang mit einem Angriff in C._______ im 
Jahr  2006  von der Armee beschuldigt worden,  der  LTTE Zugang durch 
sein Haus gewährt und dadurch deren Angriff auf die Armee unterstützt 
zu  haben.  Nach  diesem  Vorfall  sei  er  eingeschüchtert  und  bedroht 
worden. Hinsichtlich der geltend gemachten Verfolgung durch die EPDP 
treffe es zwar zu, dass es sich zunächst um einen Nachbarschaftsstreit 
und somit um eine private Angelegenheit gehandelt habe. Als er im Camp 
der  EPDP  auf  viele  Anhänger  getroffen  sei,  die  die  Aufforderung  zur 
Geldzahlung  mit  Todesdrohungen  unterstrichen  und  ihm  ein  Ultimatum 
gestellt hätten, habe sich die Sachlage jedoch geändert. Da er das Geld 
selbst bei einem Hausverkauf nicht hätte aufbringen können, habe er aus 
F._______  flüchten  müssen.  Die  Intensität,  mit  der  die  Geldzahlung 
verlangt  worden  sei,  und  die Drohungen  für  den  Fall  der  Nichterfüllung 
der  Forderung  würden  zeigen,  dass  es  sich  nicht  mehr  um 
nachbarschaftliche  Streitigkeiten,  sondern  um  kriminelle  Handlungen 
einer  Organisation  gehandelt  habe.  Bei  seiner  Flucht  habe  er  Haus, 
Grundstück und alle Vermögenswerte  zurückgelassen und auch die gut 
bezahlte  Stelle  bei  G._______  verloren;  es  sei  ihm  gekündigt  worden, 
nachdem  er  aufgrund  der  Fluchtvorbereitungen  nicht  mehr  zur  Arbeit 
erschienen  sei.  Viele  Tamilen,  die  sich  geweigert  hätten,  Zahlungen  an 
die  EPDP  zu  leisten,  seien  erschossen  worden.  Er  habe  deshalb 

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begründete  Furcht,  in  Sri  Lanka  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
sein.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  nicht  zumutbar.  Obwohl  der 
Bürgerkrieg  im  Mai  2009  zu  Ende  gegangen  sei,  habe  sich  die 
Sicherheitslage im Raum Colombo nicht gebessert. Es bestehe dort mehr 
denn je eine Situation allgemeiner Gewalt. Tamilen aus dem Norden oder 
Osten des Landes seien stark gefährdet, der Zugehörigkeit zu den LTTE 
verdächtigt  und  gegebenenfalls  in  ein  Internierungslager  verbracht  zu 
werden.  Für  ihn  erhöhe  sich  diese  Gefahr  zusätzlich,  da  verschiedene 
Familienmitglieder  Verbindungen  zu  den  LTTE  gehabt  hätten,  u.a. 
(Aufzählung). Zwar habe er sich im Jahr 2005 geweigert, einen Sohn zu 
den  LTTE  zu  schicken,  jedoch  hätten  seine  Kinder  häufig  Freunde mit 
Verbindungen zu den LTTE eingeladen, wodurch der Eindruck einer den 
LTTE  gegenüber  freundlich  gesinnten  Familie  entstanden  sei.  Er 
befürchte,  dass  seine  Verwandten  durch  Folter  zu  falschen 
Geständnissen  gezwungen  worden  seien,  die  ihn  bei  einer  Rückkehr 
zusätzlich  belasten  würden.  Es  bestehe  die  Gefahr,  dass  er  nach  der 
Kontrolle  am  Flughafen  in  Colombo  oder  bei  einem  Checkpoint  in  der 
Umgebung  entführt  oder  sogar  aussergerichtlich  hingerichtet  würde. 
Entgegen  der  Auffassung  des  BFM  verfüge  er  in  I._______  über  kein 
tragfähiges Beziehungsnetz und auch keine realistische Aussicht auf eine 
gesicherte  Einkommens­  und  Wohnsituation,  so  dass  keine 
innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  gegeben  sei.  Die  beruflichen 
Aufenthalte in I._______ seien jeweils nur von kurzer Dauer gewesen und 
er habe dabei nie Kontakte knüpfen können, zumal er kein Singhalesisch 
spreche  und  Tamilen  generell  auf  Misstrauen  stossen  würden.  Seine 
(Verwandte)  habe  er  zwar  öfters  besucht,  wenn  er  geschäftlich  dort 
gewesen sei, er habe  jedoch davon abgesehen, bei  ihr zu übernachten, 
wenn  ihn  seine  Frau  begleitet  habe. Mit  seiner  Frau  habe  er  jeweils  in 
einer  Lodge  übernachtet,  ohne  Kontakte  nach  aussen.  Bei  einer 
Wohnsitznahme  in  I._______  würde  er  nicht  mehr  umhinkommen,  sich 
bei  den  Behörden  anzumelden.  Da  er  nicht  nur  vom  Militär  als  LTTE­
Sympathisant  gesucht  werde,  sondern  auch  von  der  EPDP  verfolgt 
werde, dürfte die (Verwandte) kaum mehr bereit sein,  ihn aufzunehmen, 
so  dass  er  gänzlich  auf  sich  allein  gestellt  wäre.  Trotz  der  langjährigen 
Berufserfahrung als (…) könne bei den gegenwärtigen Verhältnissen und 
seinem fortgeschrittenen Alter nicht angenommen werden, dass  ihm der 
Aufbau  einer  neuen  Existenz  in  I._______  möglich  sei.  Eine 
Neuanstellung  bei  G._______  sei  auszuschliessen,  zumal  er  ohne 
Absprache mit dem Arbeitgeber nicht mehr zur Arbeit erschienen sei. 

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D. 
Mit Zwischenverfügung vom 8. Oktober 2009 stellte der Instruktionsrichter 
fest,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten  könne.  Den  Entscheid  über  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  verwies  er  auf  einen 
späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses. 

E. 
In seiner Vernehmlassung vom 24. November 2011 beantragte das BFM 
die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts 
rechtfertigen  könnten.  Der  Beschwerdeführer  stamme  aus  C._______ 
und  habe  die  drei  letzten  Jahre  vor  der  Ausreise  aus  Sri  Lanka  in 
H._______  gewohnt.  Im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen 
Verfügung  sei  der Wegweisungsvollzug  in  den Norden Sri  Lankas nicht 
zumutbar  gewesen.  Am  27. Oktober  2011  habe  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  in  Sri  Lanka  herrschende  Situation  neu 
analysiert und die vom BFM per 1. März 2011 eingeleitete Anpassung der 
Wegweisungspraxis  bestätigt.  So  erachte  auch  das  Gericht  den 
Wegweisungsvollzug für aus der Nordprovinz stammende Personen – mit 
Ausnahme  des  Vanni­Gebiets  –  als  grundsätzlich  zumutbar,  wobei  bei 
Personen, deren letzter Aufenthalt dort vor Beendigung des Bürgerkriegs 
datiere,  begünstigende  Faktoren  (Beziehungsnetz,  konkrete 
Möglichkeiten  der  Sicherung  des  Existenzminimums  und  der 
Wohnsituation)  vorliegen  müssten.  Der  Beschwerdeführer  verfüge  im 
Norden Sri Lankas über ein Beziehungsnetz. Er habe in F._______ einen 
Bruder und eine Schwester und in C._______ eine weitere Schwester. 

F. 
In seiner Replik vom 12. Dezember 2011 brachte der Beschwerdeführer 
im Wesentlichen vor, er verfüge in Sri Lanka weder über ein tragfähiges 
Beziehungsnetz  noch  über  eine  gesicherte Wohnsituation.  Er  habe  bei 
der  Erstbefragung  zwar  erwähnt,  dass  vier  (nicht  drei,  wie  vom  BFM 
angeführt)  Geschwister  in  Sri  Lanka  leben  würden,  jedoch  auch 
festgehalten, dass er mit seinen Verwandten keinen Kontakt mehr habe. 
Die  einzige  Person  in  Sri  Lanka,  zu  der  er  sporadischen  telefonischen 
Kontakt pflege, sei seine Schwester in R._______. Diese sei mittlerweile 
Witwe  und  lebe  mit  ihren  (…)  Kindern  in  prekären  Verhältnissen. 
Ansonsten habe er – abgesehen von seiner Ehefrau und seinen Kindern 
– keinen  Kontakt  zu  Angehörigen  oder  Verwandten.  Durch  den 

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fünfzehnjährigen  Aufenthalt  in  E._______  habe  er  sich  von  seinen 
Geschwistern  entfremdet  und  es  erstaune  deshalb  nicht,  dass  er  den 
Kontakt  schon  seit  langem  nicht  mehr  gesucht  habe. 
Bezeichnenderweise  habe  das  BFM  in  der  Vernehmlassung  darauf 
verzichtet, auf die gemäss Rechtsprechung notwendigen begünstigenden 
Faktoren einzugehen. Solche seien nicht vorhanden. Zudem sei er in Sri 
Lanka  nach  wie  vor  gefährdet.  Ihm  würden  Racheaktionen  von 
Armeeangehörigen  und  von  Privaten  sowie  Erpressungen  seitens 
paramilitärischer  Gruppierungen  drohen.  Er  habe  sich  während  der 
Tätigkeit  als  (…)  bei  den  Sicherheitskräften  zahlreiche  Feinde 
geschaffen. Er sei um seinen Wohlstand beneidet worden und die EPDP 
habe  versucht,  ihn  zu  erpressen,  was  ihn  schlussendlich  zur  Flucht 
bewogen  habe.  Das  Bundesverwaltungsgericht  habe  in  seinem 
Grundsatzurteil  vom 27. Oktober 2011 anerkannt, dass der sri­lankische 
Staat  wohlhabenden  Tamilen  keinen  Schutz  vor  Erpressung  und 
Entführung  gewähre.  Er  gehöre  zu  dieser  Risikogruppe.  Er  habe  in  Sri 
Lanka  zwei  Häuser  (auf  einem  Grundstück)  und  drei  Fahrzeuge 
besessen  und  über  ein  beträchtliches  Vermögen  und  einen 
überdurchschnittlichen  Lohn  verfügt.  Auch  wenn  er  die  Häuser  dem 
Schlepper  überschrieben  habe,  zähle  er  in  den  Augen  der  Armee  und 
Paramilitärs  nach  wie  vor  zu  den  Wohlhabenden.  Die  Probleme  mit 
diesen  hätten  an  allen Aufenthaltsorten  bestanden,  auch  in C._______. 
G._______  habe  ihn  zwar  weitgehend  vor  den  Übergriffen  durch 
Armeeangehörige  schützen können,  in Bezug auf die Erpressung durch 
die EPDP habe er indes nicht auf diesen Schutz zählen können, weshalb 
er  das  Land  verlassen  habe.  Heute  könne  er  auch  in  Bezug  auf 
Armeeangehörige nicht mehr  vom Schutz der G._______ profitieren,  so 
dass  er  Racheaktionen  schutzlos  ausgeliefert  wäre.  Insbesondere  drei 
Armeeangehörige,  die  wegen  ihrem  Verhalten  ihm  gegenüber  auf 
Intervention  der G._______  hin  von  ihren Vorgesetzten  bestraft  worden 
seien, dürften sich an ihm rächen wollen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 

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Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, indem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 

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auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen 
ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder 
nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5  S. 4 
ff.).

4. 
4.1.  Das  BFM  erachtete  die  geltend  gemachten  Ausreisegründe  des 
Beschwerdeführers als den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft 
gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  genügend.  Dieser  Einschätzung  ist 
beizupflichten. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die 
nicht zu beanstandenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung 
verwiesen  werden.  Den  Rechtsmitteleingaben  sind  diesbezüglich  keine 
stichhaltigen  Entgegnungen  zu  entnehmen,  die  geeignet  wären,  eine 
Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  hinsichtlich  der 
Flüchtlingseigenschaft und des Asyls herbeizuführen. 

4.2. Der Beschwerdeführer machte  geltend,  Sri  Lanka  am 2. Dezember 
2007  wegen  Problemen mit  den  LTTE,  der  Armee  und  Anhängern  der 
EPDP verlassen zu haben. 

4.2.1. Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  nach 
Art. 3  AsylG  ist  die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheids,  wobei 
erlittene Verfolgung oder begründete Furcht vor Verfolgung  im Zeitpunkt 
der  Ausreise  aus  dem  Heimatland  ein  Hinweis  auf  weiterbestehende 
Gefährdung  sein  kann  (vgl.  BVGE  2008/4  Nr. 5.4  mit  weiteren 
Hinweisen). Für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft muss zudem 
zwischen  den  geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen  und  der 
Ausreise  aus  dem  Heimatland  ein  sowohl  in  zeitlicher  als  auch  in 
sachlicher  Hinsicht  enger  Zusammenhang  bestehen  (vgl.  EMARK  1999 
Nr. 7, EMARK 2000 Nr. 2 und EMARK 2003 Nr. 8). Diese Anforderungen 
sind  hinsichtlich  der  vorgebrachten  Probleme  mit  den  LTTE  –  der 
Beschwerdeführer  sei  anfangs  2005  von  zwei  LTTE­Angehörigen 
aufgefordert  worden,  sie  finanziell  zu  unterstützen  oder  eines  seiner 
Kinder  zu  den  LTTE  zu  schicken  –  nicht  erfüllt.  Das  BFM  hat 
diesbezüglich  zutreffend  festgestellt,  dass  zwischen  diesem  singulären 
Vorkommnis  und  der  erst  im  Dezember  2007  erfolgten  Ausreise  des 
Beschwerdeführers  aus  Sri  Lanka  kein  zeitlich  und  sachlich  enger 
Zusammenhang  gegeben  ist.  Im Übrigen  kann  eine  heutige  Verfolgung 

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durch  die  LTTE  ausgeschlossen  werden,  nachdem  diese  im  gesamten 
Land  als  zerschlagen  gelten.  Dieses  Vorbringen  vermag  daher  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begründen. 

4.2.2.  Die  geltend  gemachten  Probleme  mit  Armeeangehörigen  –  der 
Beschwerdeführer habe als (…) beim Passieren militärischer Checkpoints 
wiederholt  Schwierigkeiten  gehabt  und  seine  Ehefrau  sei  von  in 
F._______  stationierten  Soldaten  belästigt  worden  –  vermögen  den 
Anforderungen  an  eine  asylrechtlich  relevante Verfolgung  im Sinne  von 
Art. 3 AsylG ebenfalls nicht zu genügen. Nach Lehre und Praxis ist für die 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  erforderlich,  dass  die 
asylsuchende  Person  ernsthafte  Nachteile  von  bestimmter  Intensität 
erlitten  hat,  die  ihr  gezielt  zugefügt  worden  sind  (vgl.  EMARK  2005 
Nr. 21). Die vorgebrachten Schikanen waren nicht von einer solch hohen 
Intensität  und  es  lässt  sich  daraus  nicht  ableiten,  dass  dem 
Beschwerdeführer  darüber  hinaus  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit 
asylrechtlich  relevante Nachteile  seitens der Armee gedroht  hätten. Der 
Beschwerdeführer  konnte  die  Strecke  von  I._______  nach  C._______ 
von anfangs 2005 bis Ende 2007 befahren, ohne dass ihm – abgesehen 
von  den  genannten  Schwierigkeiten  beim  Passieren  der  Checkpoints – 
etwas passiert ist. Er konnte auch regelmässig per Flugzeug und Zug zu 
seiner Familie  in F._______  reisen und auf dem Luftweg aus Sri Lanka 
aus­ und wieder einreisen, ohne von der Armee in asylrechtlich relevanter 
Weise behelligt worden zu sein. Die Belästigungen seiner Ehefrau haben 
nach der Intervention der G._______ ebenfalls aufgehört. Im Übrigen hat 
sich die Lage in Sri Lanka seit der Beendigung des Bürgerkriegs im Mai 
2009  wesentlich  verändert  und  es  ist  nicht  anzunehmen,  dass  der 
Beschwerdeführer mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  noch  im heutigen 
Zeitpunkt – mehr als vier Jahre nach seiner Ausreise – auf seine Person 
bezogene,  in  Zusammenhang  mit  der  vormaligen  Tätigkeit  als  (…) 
stehende,  asylrechtlich  relevante  Verfolgungsmassnahmen  von  Seiten 
Armeeangehöriger  befürchten  müsste.  Den  Akten  lassen  sich  keine 
konkreten  Anhaltspunkte  dafür  entnehmen,  dass  er,  der  sich  in  seinem 
Heimatland nicht politisch betätigt habe, im heutigen Zeitpunkt vom Militär 
beziehungsweise  den  Sicherheitskräften  als  politisch  oppositionell 
wahrgenommen respektive als LTTE­Sympathisant gesucht würde, auch 
wenn  seine  Kinder,  die  seit  Februar  2007  in  J._______  leben,  früher 
gelegentlich Freunde mit Verbindungen zu den LTTE eingeladen hätten. 

4.2.3. Der geltend gemachte Erpressungsversuch seitens privater Dritter 
– der  Beschwerdeführer  sei  von  EPDP­Anhängern  im  November  2007 

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zur  Zahlung  eines Geldbetrages  aufgefordert  worden,  da  er  um  seinen 
Wohlstand  beneidet  worden  sei,  von  dem  sein  Nachbar  in  F._______ 
(ebenfalls  ein  EPDP­Angehöriger)  Kenntnis  gehabt  habe  –  vermag  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG ebenfalls nicht zu begründen. 
Der Einwand des Beschwerdeführers in seiner Replik vom 12. Dezember 
2011,  er  sei  zur  Risikogruppe  der  wohlhabenden  Tamilen  zu  zählen, 
denen der sri­lankische Staat keinen genügenden Schutz vor Erpressung 
oder  Entführung  gewähre,  vermag  nicht  zu  greifen.  Bei  dem 
Erpressungsversuch  im  Jahr  2007  handelte  sich  um  eine  aus  einem 
Nachbarschaftsstreit hinaus entstandene, in Bereicherungsabsicht – nicht 
wegen  eines  politischen  Profils  des  Beschwerdeführers  –  begangene 
gemeinrechtliche Straftat, bezüglich derer dem sri­lankischen Staat nicht 
von vornherein jeglicher Schutzwille abgesprochen werden kann. Zudem 
ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  noch  im 
heutigen  Zeitpunkt  als  reicher  Geschäftsmann  beziehungsweise  als 
besonders  wohlhabende  Person  wahrgenommen  würde.  Er  habe  bei 
seiner  Ausreise  alles  zurückgelassen  und  sei  nicht  mehr  im  Besitz  der 
vormals nach aussen hin sichtbaren Zeichen des Wohlstands (die beiden 
Häuser  in  F._______).  Bei  der  Einreise  in  die  Schweiz  verfügte  der 
Beschwerdeführer  über  keinerlei  Barmittel  (vgl.  A1  S. 2).  Gemäss  der 
Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  vom  15. September  2009  ist  er 
vielmehr  auf  die  Unterstützung  durch  die  öffentliche  Hand  angewiesen. 
Mangels  Erwerbstätigkeit  dürfte  sich  dies  seither  nicht  geändert  haben. 
Damit  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  heute  in  Sri  Lanka  wegen 
offensichtlich erkennbaren Reichtums einem erhöhten Risiko unterliegen 
würde, Opfer von Erpressungs­ oder Entführungsaktionen zu werden. 

4.3.  Der  Beschwerdeführer  erfüllt  damit  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG nicht, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu 
Recht abgelehnt hat. 

5. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1 
AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  daher  zu  Recht 
angeordnet  (vgl.  BVGE 2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE  2008/34  E. 9.2 
S. 510). 

6. 

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6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Gemäss ständiger Rechtsprechung sind die genannten drei Bedingungen 
für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  –  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit  –  alternativer  Natur.  Sobald  eine  davon 
erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten und die weitere 
Anwesenheit  der  betroffenen  Person  in  der  Schweiz  gemäss  den 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  BVGE 
2009/51  E. 5.4  S. 748).  Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  dieser 
vorläufigen  Aufnahme  steht  dem  weggewiesenen  Asylsuchenden 
wiederum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen 
(Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG). In diesem Verfahren wäre dann 
der  Wegweisungsvollzug  vor  dem  Hintergrund  sämtlicher 
Vollzugshindernisse  von  Amtes  wegen  nach  Massgabe  der  in  diesem 
Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen. 

6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576  f.;  Botschaft 
zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818). 

6.2.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im Urteil  BVGE  2008/2  zur 
Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  nach Sri  Lanka  eine 
Lageanalyse  vor.  Gemäss  der  damals  festgelegten  Praxis  war  der 
Wegweisungsvollzug  in  die  Nordprovinz  (die  Distrikte  Kilinochchi, 
Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna umfassend) und die Ostprovinz 
(die  Distrikte  Trincomalee,  Batticaloa  und  Ampara  umfassend)  nicht 
zumutbar. Bei abgewiesenen Asylsuchenden  tamilischer Ethnie, die aus 
dem  Grossraum  Colombo  oder  dessen  Umgebung  stammten  und  dort 
über Verwandte oder engere Bekannte verfügten, war grundsätzlich von 
der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete 
auszugehen.  Bei  Tamilen  aus  den  Nord­  und  Ostprovinzen  setzte  die 
Anerkennung einer  innerstaatlichen Aufenthaltsalternative  im Süden des 

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Landes  das  Vorliegen  besonders  begünstigender  Faktoren  –  wie  die 
Existenz  eines  tragfähigen  familiären  oder  sozialen  Beziehungsnetzes 
und die Aussichten auf eine gesicherte Einkommens­ und Wohnsituation 
– voraus (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.6.1 und 7.6.2 S. 20 ff.). 

6.2.2. Im zur Publikation bestimmten Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 
2011 hat das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage 
nach  dem  Ende  des  sri­lankischen  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  eine 
erneute  Beurteilung  vorgenommen.  Demzufolge  ist  seit  dem  Ende  des 
bewaffneten Konflikts von einer erheblich verbesserten Menschenrechts­ 
und Sicherheitslage  auszugehen, wobei  sich  die Situation  nicht  in  allen 
Landesteilen  gleich präsentiert.  In  das  sogenannte  "Vanni­Gebiet"  –  die 
Distrikte  von  Kilinochchi  und  Mullaitivu  und  die  nördlichen  Teile  der 
Distrikte  von Mannar  und  Vavuniya  sowie  einen  schmalen  Landstreifen 
an der Ostküste des Jaffna­Distrikts südlich von Nagarkovil umfassend – 
ist  eine  Rückkehr  aufgrund  der  weitgehend  zerstörten  Infrastruktur  und 
der Verminung weiterhin unzumutbar.  In das übrige Staatsgebiet  ist  der 
Wegweisungsvollzug  grundsätzlich  zumutbar,  wobei  bei  aus  der 
Nordprovinz stammenden Personen – wie dem Beschwerdeführer – wie 
folgt  zu  differenzieren  ist:  Für  Personen,  die  aus  der  Nordprovinz 
stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im 
Mai 2009 verlassen haben,  ist  die Rückkehr als grundsätzlich  zumutbar 
zu  beurteilen,  wenn  davon  ausgegangen  werden  kann,  dass  die 
betreffende  Person  auf  die  gleiche  oder  gleichwertige  Lebens­  und 
Wohnsituation  zurückgreifen  kann,  und  dem Wegweisungsvollzug  auch 
anderweitig  nichts  entgegensteht.  Liegt  der  letzte  Aufenthalt  der 
betreffenden  Person  in  der  Nordprovinz  indessen  längere  Zeit  zurück 
oder  gehen  konkrete  Umstände  aus  den  Verfahrensakten  hervor,  dass 
sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert haben 
könnten,  sind  die  aktuell  vorliegenden  Lebens­  und  Wohnverhältnisse 
sorgfältig  abzuklären.  Liegen  keine  begünstigenden  Faktoren  wie  die 
Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkrete 
Möglichkeit der Sicherung des Existenzminiums und der Wohnsituation in 
der  Nordprovinz  vor,  ist  die  Zumutbarkeit  einer  innerstaatlichen 
Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum 
Colombo,  zu  prüfen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­
6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1.2 – 13.3). 

6.2.3. Der Beschwerdeführer stammt aus C._______ und liess sich nach 
der  Rückkehr  aus  E._______  im  Jahr  2004  in  F._______  nieder. 
F._______  und  C._______  liegen  in  der  Nordprovinz,  ausserhalb  des 

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"Vanni­Gebiets".  Der  Beschwerdeführer  ist  anfangs  Dezember  2007 – 
mithin  lange  vor  Beendigung  des  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  –  aus  Sri 
Lanka ausgereist. Eine Rückkehr in die Herkunftsprovinz ist für ihn somit 
nur  zumutbar,  wenn  er  dort  nach  wie  vor  über  ein  tragfähiges 
Beziehungsnetz,  die  konkrete  Möglichkeit  der  Sicherung  des 
Existenzminimums und eine gesicherte Wohnsituation verfügt (vgl. Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011 
E. 13.2.1.2). Solche begünstigenden Faktoren liegen vorliegend nicht vor. 
Die Eltern des Beschwerdeführers sind verstorben und seine Ehefrau und 
die  Kinder  haben  Sri  Lanka  bereits  im  Februar  2007  in  Richtung 
J._______  verlassen,  wo  diese  offenbar  nicht  über  einen  geregelten 
Aufenthaltsstatus verfügen und zu welchen der Beschwerdeführer heute 
nur noch gelegentlich telefonischen Kontakt pflegt (vgl. A10 S. 4 F20 und 
F28).  In Sri Lanka  leben noch vier Geschwister des Beschwerdeführers: 
eine  Schwester  im  zum  "Vanni­Gebiet"  gehörenden  R._______,  ein 
Bruder und eine Schwester in der Nähe von F._______ und eine weitere 
Schwester  in  H._______.  Aufgrund  der  berufsbedingten  langen 
Landesabwesenheit  des  Beschwerdeführers  von  1989 ­ 2004  sei  der 
Kontakt  zu  seinen  Geschwistern  indes  schon  lange  nicht  mehr  eng 
gewesen. Heute habe er nur noch sporadischen telefonischen Kontakt zu 
einem der Geschwister, der Schwester  in R._______  im "Vanni­Gebiet", 
die dort  zudem  in prekären Verhältnissen  lebe. Damit  kann nicht  davon 
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt 
in dem nicht  zum  "Vanni­Gebiet"  gehörenden Teil  der Nordprovinz über 
ein  tragfähiges  familiäres  Beziehungsnetz  und  eine  gesicherte 
Wohnsituation  verfügt,  zumal  er  nicht  mehr  im  Besitz  des  Hauses  in 
F._______  sei.  Eine  Rückkehr  in  die  Nordprovinz  ist  dem 
Beschwerdeführer deshalb gegenwärtig nicht zuzumuten. Damit bleibt zu 
prüfen,  ob  ihm  eine  Wohnsitznahme  im  restlichen  Staatsgebiet, 
namentlich  in  I._______, zuzumuten  ist. Dies  ist ebenfalls zu verneinen, 
da  auch  in  I._______  nicht  vom  Vorliegen  begünstigender  Faktoren – 
tragfähiges  Beziehungsnetz,  gesicherte  Wohnsituation,  konkrete 
Möglichkeit  der  Existenzsicherung  –  ausgegangen  werden  kann.  Zwar 
verfügt der Beschwerdeführer dort über eine (Verwandte), die er ab und 
zu  besucht  habe,  jedoch  lassen  vereinzelte  Besuche  nicht  auf  ein 
besonders  enges  und  nach  wie  vor  bestehendes  soziales  Netz 
schliessen.  Der  Beschwerdeführer  habe  während  der  mittlerweile  mehr 
als  vierjährigen  Landesabwesenheit  keinen  Kontakt  mehr  zu  seiner 
(Verwandten) gepflegt. Zudem dürfte es ihm selbst bei einer anfänglichen 
Aufnahme  durch  die  (Verwandte)  äusserst  schwer  fallen,  sich  in 
I._______  eine  neue  Existenz  aufzubauen,  zumal  aufgrund  seines 

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fortgeschrittenen Alters – er wird nächstens (…) Jahre alt – und fehlender 
singhalesischer  Sprachkenntnisse  nicht  ohne  Weiteres  davon 
ausgegangen werden  kann,  dass  er  in  der  Lage wäre,  innert  nützlicher 
Frist wieder eine Anstellung zu finden.

6.3. Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  erweist  sich 
somit  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  unzumutbar.  Die 
Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  sind 
erfüllt. Umstände  im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG, die einer vorläufigen 
Aufnahme  entgegenstehen  würden,  lassen  sich  den  Akten  nicht 
entnehmen. 

7. 
Die  Beschwerde  ist  nach  dem Gesagten  insoweit  gutzuheissen,  als  sie 
den Vollzug der Wegweisung betrifft. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs 
der Verfügung des BFM vom 28. August 2009 sind aufzuheben und die 
Vorinstanz  ist anzuweisen, den Beschwerdeführer wegen gegenwärtiger 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufzunehmen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

8. 
Zufolge  Unterliegens  im  Asyl­  und  Wegweisungspunkt  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  von  einem  hälftigen  Durchdringen  des 
Beschwerdeführers aus.  Ihm wäre damit grundsätzlich ein entsprechend 
ermässigter  Anteil  der  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG).  Da  die  Beschwerde  jedoch  nicht  als  aussichtslos  betrachtet 
werden  konnte  und  mangels  Erwerbstätigkeit  nach  wie  vor  von  der 
Bedürftigkeit  des Beschwerdeführers auszugehen  ist,  ist  in Gutheissung 
des in der Beschwerdeeingabe vom 1. Oktober 2009 gestellten Gesuchs 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 
VwVG von der Kostenerhebung abzusehen. 

9. 
Dem  vertretenen  Beschwerdeführer  ist  angesichts  seines  teilweise 
Obsiegens  in  Anwendung  von Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m.  Art. 7  Abs. 1 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2)  eine  praxisgemäss  um  die  Hälfte  reduzierte 
Entschädigung  für  die  ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten 
zuzusprechen.  Eine  Kostennote  wurde  bisher  nicht  zu  den  Akten 
gereicht.  Auf  das  Nachfordern  einer  solchen  kann  indes  verzichtet 

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werden, da sich der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund der Akten 
hinreichend zuverlässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt 
auf die  in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren  (Art. 8­13 VGKE) 
ist  dem Beschwerdeführer  zu  Lasten  der Vorinstanz  eine  um die Hälfte 
reduzierte Parteientschädigung von insgesamt Fr. 800.– zuzusprechen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  den  Vollzug  der 
Wegweisung betrifft. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Ziffern 4  und  5  des Dispositivs  der  vorinstanzlichen Verfügung  vom 
28. August  2009  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den 
Beschwerdeführer  wegen  gegenwärtiger  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. 

3. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5. 
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht eine  reduzierte Parteientschädigung von 
Fr. 800.– auszurichten. 

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

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