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**Case Identifier:** f3b2f686-ad7d-535c-82dc-f8882f8641ce
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 20.07.2021 ZK1 2021 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-104_2021-07-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 20. Juli 2021

Referenz ZK1 21 104

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Blumenthal, Aktuar ad hoc

Parteien A._____
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. Ärztliche Einweisung vom 11.07.2021

Mitteilung 26. Juli 2021

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Sachverhalt

A. A._____, geboren am A._____ 1961, wurde mit Verfügung vom 11. Juli 
2021 durch Dr. med. B._____ gestützt auf Art. 426 und Art. 429 f. ZGB für die 
Dauer von 6 Wochen in der Klinik C._____, D._____, fürsorgerisch untergebracht. 
Als Grund für die Einweisung von A._____ wurde angeführt, dass sie von der Poli-
zei in einem Zug aufgegriffen worden sei, nachdem sie mit aufgesetztem Velohelm 
bei jeder Haltestelle versucht habe auszusteigen und repetitiv Worte von sich ge-
geben habe. Sie sei verwirrt und desorientiert, wobei sie geäussert habe, sie sei 
der Papst, könne zaubern und müsse sterben.

B. Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerde-
führerin) Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden und beantragte die 
sofortige Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung.

C. Mit Schreiben vom 14. Juli 2021 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik C._____ unter Fristansetzung 
bis zum 15. Juli 2021 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, inwiefern 
die Voraussetzungen für eine weitere fürsorgerische Unterbringung aus ärztlicher 
Sicht gegeben seien. Weiter forderte er die wesentlichen Klinikakten über die Be-
schwerdeführerin an.

D. Am 14. Juli 2021 reichte die Klinik C._____ den angeforderten Bericht ein, 
worauf mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 
15. Juli 2021 Dr. med. E._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, gestützt auf Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begut-
achtung der Beschwerdeführerin beauftragt wurde.

E. Nach Eingang des Gutachtens von Dr. med. E._____ vom 19. Juli 2021 
fand am 20. Juli 2021 die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher die Beschwerdeführerin per-
sönlich teilnahm und befragt wurde. Nach durchgeführter Urteilsberatung wurde 
der ärztlichen Leitung der Klinik C._____, auch zu Handen der Beschwerdeführe-
rin, noch gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

F. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen im Gutachten und in den beigezogenen Akten 
wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

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1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbindung 
mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; 
BR 210.100]).

1.2. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorge-
rische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene 
oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen 
Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist 
nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend 
handelt es sich um eine Beschwerde der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist 
wurde mit Eingabe vom 13. Juli 2021 gewahrt (act. 01). Daher ist auf die frist- und 
formgerechte Beschwerde einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 
und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 
Ziff. 4 EMRK ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfragen wie 
auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen volle 
Kognition zukommt.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 

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sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 19. Juli 2021 von Dr. med. E._____, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welche die Beschwerdeführerin persön-
lich untersucht hat, wurde dieser Vorschrift Genüge getan (act. 07).

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 20. Juli 2021 wurde 
diese Vorgabe umgesetzt (act. 8).

3.1. Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss 
Art. 429 Abs. 1 ZGB auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärz-
te eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen 
nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr 
anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 
Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dies bedeutet, dass die 
Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der einweisende Arzt 
muss sich gestützt auf eine klinische Untersuchung und soweit möglich nach ei-
nem Gespräch mit der betroffenen Person eine Meinung bilden (vgl. Olivier Guil-
lod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, Fam-Kommentar, Bern 2013, 
N 4 zu Art. 430 ZGB).

3.2. Dr. med. B._____ ist Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin in F._____. 
Damit war sie gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit Art.  22 der 
Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (KESV; BR 215.010) als 
im Kanton zur selbstständigen Berufsausübung zugelassene Ärztin der Grundver-
sorgung zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung legitimiert. Die ärztli-
che Untersuchung fand am 11. Juli 2021 statt. Zudem enthält die Verfügung vom 
11. Juli 2021 die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB vorgeschriebenen Minimalangaben 
(act. 04.2).

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4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 6 zu 
Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem Schutz der betrof-
fenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur Änderung des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kin-
desrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zitiert: Botschaft]). Erste 
gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme ist einer der drei 
abschliessend genannten Schwächezustände: psychische Störung, geistige Be-
hinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist sodann eine sich aus dem 
Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung beziehungsweise Be-
treuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung beziehungsweise 
Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden kann. Gesetzlich verlangt ist 
schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. BGer 5A_228/2016 v. 11.7.2016 
E. 3.1). Die genannten Voraussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in 
ihrem Zusammenhang verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine für-
sorgerische Unterbringung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit 
der Notwendigkeit einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer 
solchen ist die freiheitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, 
wenn der Zweck der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht 
werden kann (Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den ange-
strebten Zweck auch tauglich ist (vgl. Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB).

4.2. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Geiser/Etzensberger, 
a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

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Dr. med. E._____ kam in ihrem Kurzgutachten vom 19. Juli 2021 aufgrund der 
Akten der Klinik C._____ und einem Gespräch mit Frau G._____, Fachpflegerin 
auf der Station H.________, sowie ihren eigenen Beobachtungen anlässlich der 
psychiatrischen Untersuchung zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin ei-
ne paranoide Schizophrenie (ICD-10: F20.0) vorliege (act. 07). Bei der vorliegen-
den Diagnose handelt es sich um eine psychische Störung im juristischen Sinne. 
Damit ist bei der Beschwerdeführerin der gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die für-
sorgerische Unterbringung erforderliche Schwächezustand grundsätzlich gege-
ben.

4.3. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung.

Im Bericht der Psychiatrischen Klinik C._____ vom 14. Juli 2021 wird die Notwen-
digkeit einer stationären Behandlung bejaht. Die Beschwerdeführerin sei den 
Psychiatrischen Diensten Graubünden seit 2010 bekannt. Bei ihr bestehe eine 
Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, die sich sowohl in formalen als 
auch in inhaltlichen Denkstörungen zeigen würde. Affektiv sei eine impulsive Ge-
reiztheit zu beobachten, wobei eine Fremdgefährdung im stationären Rahmen 
verneint wurde. Weiter hätten sich deutliche Beeinträchtigungen der exekutiven 
Funktionen gezeigt. Die Beschwerdeführerin verweigere seit Eintritt sowohl anti-
psychotische als auch somatische Medikation. Es bestehe eine schwergradige 
Ablehnung der Behandlung und ferner auch Fluchtgefahr. Es sei davon auszuge-
hen, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin aufgrund der bewussten 
Nicht-Einnahme der antipsychotischen Medikation nicht verbessern werde. Dies 
führe langfristig zu irreversiblen Hirnstrukturalterationen, die zu einer Verschlech-
terung der Gesamtprognose beitragen würden (act. 04). 

Im Kurzgutachten von Dr. med. E._____ vom 19. Juli 2021 wird die Notwendigkeit 
einer stationären Behandlung verneint. Die Beschwerdeführerin scheine sich in 
einem akuten Schub zu befinden, wobei aufgrund der Akten auch möglich wäre, 
dass sich die Beschwerdeführerin permanent in einer gewissen psychotischen 
Situation befinden würde. Es sei möglich, dass sie bereits seit einigen Jahren kei-
ne Medikation mehr einnehme, es aber immer wieder bewerkstellige, sich wenn 
nötig in der Realität zu behaupten. Entgegen den Ausführungen im Bericht der 
Klinik liege keine Fluchtgefahr vor und es bestehe keine nachweisliche Gefahr von 
strukturellen Hirnveränderungen bei Nichteinnahme der Medikation. Der Be-
schwerdeführerin sei es trotz Erkrankung möglich, bei wichtigen Angelegenheiten 
im Alltag einigermassen geordnet zu funktionieren. Eine Medikation wäre wün-

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schenswert, doch keineswegs zwingend. Dies gelte auch für eine Behandlung, 
jedoch wenigstens im ambulanten und freiwilligen Rahmen, wobei kein Grund be-
stehen würde, diese mit Zwang durchzusetzen (act. 07). 

Angesichts des Gutachtens, der Stellungnahme der Klinik C._____ und der Vorak-
ten scheint für das Kantonsgericht die Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerde-
führerin fraglich. Es stellt sich die Frage, ob die fürsorgerische Unterbringung in 
der Klinik C._____ angesichts des schweren Eingriffs in die persönliche Freiheit 
des Betroffenen im konkreten Fall und aktuell noch als verhältnismässig erscheint.

4.4. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 
rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung 
des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie 
BGE 140 III 105 E. 2.4 m.w.H. auf BGer 5A_312/2007 v. 10.7.2007 E. 2.3 und 
5A_288/2011 v. 19.5.2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person 
entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt 
sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Gesetzgeber eine im Vergleich 
zum alten Recht restriktivere Regelung der Entlassungsvoraussetzungen (vgl. 
Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand 
des Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen (vgl. 
Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessenab-
wägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unterbringung, nämlich die 
Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlas-
sungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit er-
gibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreuung nicht anders 
erfolgen kann als mit der Einweisung in eine Einrichtung. Mit anderen Worten 
muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, den Zweck der beab-
sichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger einschneidende Mass-
nahme genügen würde (vgl. dazu Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 
ZGB und Guillod, a.a.O., N 64 f. zu Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss 
der Botschaft zum neuen Erwachsenenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in 
Betracht (Botschaft, a.a.O., S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambu-
lanten Massnahmen und der Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe ent-
scheidende Bedeutung zu (Geiser/Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

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4.4.1. Aus der einweisenden Verfügung vom 11. Juli 2021 ergibt sich, dass die 
Beschwerdeführerin aufgrund eines Aufgriffs durch die Polizei in einem Zug infol-
ge eines verwirrten und desorientierten Verhaltens eingewiesen wurde (act. 01.1). 
Aus dem Eintrittsbericht der Klinik C._____ ist ersichtlich, dass sich die Beschwer-
deführerin im Eintrittsgespräch im Kontakt auffällig, im Denken zerfahren, nicht 
logisch, mit Beobachtungs- und Verfolgungswahn und im Affekt mittelgradig de-
primiert, flach sowie innerlich und psychomotorisch unruhig präsentierte. Sie habe 
von wahnhaften Ideen berichtet, wie der Papst zu sein oder Zwillinge zu haben. 
Sie habe das Gefühl gehabt, während des Gesprächs aufgenommen zu werden, 
wobei sie von Beobachtungs- und Verfolgungswahn berichtete. Weiter berichtete 
die Klinik, dass im geschützten Rahmen keine Selbst- oder Fremdgefährdung be-
stehen würde, weshalb eine Unterbringung in der stationären Abteilung indiziert 
sei (act. 04.1).

4.4.2. Gemäss Kurzgutachten von Dr. med. E._____ seien während der Untersu-
chung die Konzentration etwa mittelgradig reduziert und das Gedächtnis in Bezug 
auf die Inhalte, die sich auf die aktuelle Realität betreffen, intakt gewesen. Die Be-
schwerdeführerin sei in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand. Es zeige 
sich ein deutliches Misstrauen im Rahmen des inhaltlichen Denkens, wobei Wahn-
ideen nicht eruierbar seien. Die Beschwerdeführerin sei fähig, sich auf Alltagsdin-
ge und die Realität zurückzubesinnen, und mache diesbezüglich kohärente Ant-
worten, wenn auch die deutliche Tendenz bestehe, viele Fragen offen zu lassen. 
Zum jetzigen Zeitpunkt gäbe es keine Hinweise für eine akute Selbstgefährdung 
oder Fremdgefährdung (act. 07). 

4.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 20. Juli 2021 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild 
von der Beschwerdeführerin machen. Die ihr gestellten Fragen beantwortete sie 
zurückhaltend, wenn auch manchmal ausschweifend. Die Ausführungen waren, 
wie der Beschwerdeführerin im Kurzgutachten in Stresssituationen attestiert wur-
de, teils ohne Zusammenhang. Die Beschwerdeführerin machte anlässlich der 
Verhandlung geltend, die Umstände in der Klinik seien katastrophal und ihr seien 
sowohl Kleider als auch persönliche Effekten entzogen worden. Sie beobachte 
und dokumentiere, was in der Klinik passiere. In der Konfrontation mit der Diagno-
se, respektive der Behandlung in der Klinik, zeigte sie sich nüchtern. Es würde 
keine Rolle spielen, was für eine Diagnose gestellt werde, da sie ihrer Ansicht 
nach lediglich ein Problem mit Dopamin habe, was sie durch Sport und Zunahme 
von gewissen Lebensmitteln zu verbessern versuche. Insbesondere macht die 

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Beschwerdeführerin geltend, sie habe diverse Behandlungen ohne Zustimmung 
über sich ergehen lassen müsse, für welche ihres Wissens keine Entscheide vor-
gelegen hätten, weshalb sie damit nicht einverstanden wäre und dagegen rekur-
riere (act. 8).

In Anbetracht der Ausführungen der Gutachterin, der Stellungnahme der Klinik 
C._____ und des Eindrucks des Gerichts an der Hauptverhandlung vom 20. Juli 
2021 kann die geforderte konkrete, unmittelbare und erhebliche Fremd- bzw. 
Selbstgefährdung nicht erkannt werden. Weder den Berichten der Psychiatrischen 
Klinik C._____ noch dem Kurzgutachten ist zu entnehmen, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben insbesondere Dritter zu rechnen sei, 
wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit unterbliebe. An-
lässlich der Hauptverhandlung zeigte sich die Beschwerdeführerin in einer eini-
germassen guten Verfassung und liess keine Hinweise auf eine hinreichend kon-
krete Fremd- bzw. Selbstgefährdung erkennen. Eine Nichtverbesserung des Zu-
standes aufgrund der ausbleibenden Medikation und die damit einhergehenden 
hypothetischen Hirnstrukturalterationen genügen unter dem Gesichtspunkt der 
Verhältnismässigkeit nicht für eine fürsorgerische Unterbringung. Dies gilt umso 
mehr, als die Gutachterin in Ziff. 6 f. des Kurzgutachtens ausführte, es würde kei-
ne nachweisliche Gefahr von strukturellen Hirnveränderungen bei Nichteinnahme 
der Medikation bestehen. Eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung sei nicht er-
sichtlich und somit auch kein Grund, welcher eine Unterbringung notwendig ma-
chen würde. Das Gericht sieht keinen Anlass, von dieser Schlussfolgerung des 
Kurzgutachtens abzuweichen.

4.4.4. Auch wenn sich die Beschwerdeführerin als behandlungsbedürftig erweist, 
was fraglich ist, rechtfertigt dieser Umstand für sich alleine noch keine fürsorgeri-
sche Unterbringung. Eine Unterbringung darf nur gestützt auf ein hinreichend kla-
res Gutachten und nur als ultima ratio in Betracht fallen. Wenngleich dem Kurz-
gutachten von Dr. med. E._____ zu entnehmen ist, dass der freiwillige Verbleib 
der Beschwerdeführerin in der Klinik für die Erreichung einer psychischen Stabi-
lität wünschenswert wäre, ist die zwangsweise stationäre Unterbringung in der 
Klinik C._____ aufgrund der fehlenden konkreten Selbst- und Fremdgefährdung 
nicht mehr zu rechtfertigen und somit unverhältnismässig.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Behandlung des bei der 
Beschwerdeführerin vorliegenden Schwächezustands angesichts wiederholter 
Einweisungen wünschenswert wäre, die Voraussetzungen für eine fürsorgerische 

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Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB im Zeitpunkt der Beurteilung jedoch nicht 
mehr gegeben sind. Daher ist die vorliegende Beschwerde gutzuheissen und die 
fürsorgerische Unterbringung aufzuheben. 

6. Die von der Beschwerdeführerin während der Hauptverhandlung erhobene 
mündliche Beschwerde gegen die mehrfachen Behandlungen ohne Zustimmung 
wird infolge der Entlassung aus der fürsorgerischen Unterbringung gegenstands-
los.

7. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Antrag auf Aufhebung der fürsor-
gerischen Unterbringung in der Klinik C._____ umfassend durchgedrungen. Die 
Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'463.00 (CHF 1'500.00 
Gerichtsgebühr und CHF 963.00 Gutachterkosten) gehen somit zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die fürsorgerische Unterbringung 
wird aufgehoben.

2. Die Klinik C._____ wird angewiesen, A._____ unverzüglich aus der fürsor-
gerischen Unterbringung zu entlassen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 2'463.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 963.00 Gutachterkosten) gehen zu Las-
ten des Kantons Graubünden.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: