# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9211e666-adf1-5ec2-be97-444b15a226fa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-05-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 06.05.2008 BRKE II Nrn. 0072-0073/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nrn--0072-00_2008-05-06.pdf

## Full Text

BRKE II Nrn. 0072 und 0073/2008 vom 6. Mai 2008 in BEZ 2009 Nr. 40 

(Bestätigt mit VB.2008.00251 = BEZ 2009 Nr. 05)

16.4.1 Die Rekurrierenden rügen die Nichtberücksichtigung der Wintergärten 
bei den streitbetroffenen Wohnliegenschaften als Orte mit empfindlicher Nutzung. 

Als OMEN gelten gemäss Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV Räume in Gebäuden, in de-
nen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten. Gestützt auf die-
sen Wortlaut gelten Aussenbereiche wie Terrassen, Balkone, Dachzinnen oder Gar-
tensitzplätze nach mittlerweile gefestigter Rechtsprechung nicht als Orte mit emp-
findlicher Nutzung im Sinne der NISV, weshalb dort der Anlagegrenzwert nicht ein-
gehalten werden muss (u.a. BGr 1A.264/2000 vom 24. September 2002, E. 6.1; BGr 
1A.054/2006 vom 10. Oktober 2006, E. 4.3.4). Demgegenüber hatten die Baurekurs-
kommissionen des Kantons Zürich nach dem Inkrafttreten der NISV am 1. Februar 
2000 zuerst (…) eine andere Rechtsauffassung vertreten und von Personen regel-
mässig frequentierte Balkone, Terrassen und Gartensitzplätze als Orte mit empfind-
licher Nutzung qualifiziert, sofern sie räumlich und funktionell eng mit einer Wohn-
nutzung zusammenhingen und damit eine Ergänzung der Wohnräume im Aussenbe-
reich darstellten, was bei den genannten Einrichtungen in aller Regel der Fall ist 
(u.a. BRKE II Nrn. 236 und 237/2001= BEZ 2001 Nr. 62; www.brk.zh.ch). Den Bau-
rekurskommissionen ging es bei der Auslegung von Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV darum, 
einen möglichst umfassenden Immissionsschutz zu gewährleisten, weil die Bestim-
mungen des USG und der NISV das Ziel haben, nicht  primär Räume, sondern Men-
schen vor zu hoher elektromagnetischer Strahlung zu schützen; dies legt auch den 
Einbezug von mit der Wohnnutzung in Zusammenhang stehenden Bereichen nahe, 
die keinen vollständigen Witterungsschutz bieten und insoweit nicht Raumcharakter 
aufweisen, dessen ungeachtet aber ebenfalls häufig frequentiert werden können. 
Das Bundesgericht teilte diese Betrachtungsweise indes nicht. Aufgrund der höchst-
richterlichen Auffassung bleibt für die Baurekurskommissionen kein Raum mehr, ihre 
Praxis weiterzuführen (BRKE II Nrn. 0193 und 0194/2003 vom 30. September 2003, 
E. 8.1). 

Vorliegend geht es allerdings nicht um offene, sondern um verglaste und damit 
witterungsgeschützte Aufenthaltsbereiche, nämlich um die Wintergärten, die an die 
Gebäude angebaut sind und Teil des Wohnbereiches bilden. In Wintergärten kön-
nen sich die Bewohner während des ganzen Jahres und damit regelmässig über 
längere Zeit aufhalten, weswegen sie auch nicht als Besondere Gebäude eingestuft 
werden (VB 34/1988 = RB 1988 Nr. 79). Die fragliche bundesgerichtliche Recht-
sprechung ist somit bezüglich Wintergärten nicht einschlägig; dies sowohl vom 
Wortlaut wie erst recht auch von der Zwecksetzung des USG und der NISV her be-
trachtet. Diese Überlegungen führen dazu, die vorliegend immissionsbetroffenen 
Wintergärten als Räume im Sinne von Art. 3 Abs. 3 lit. a NISV zu qualifizieren, womit 
dort die Anlagegrenzwerte der NISV einzuhalten sind.

www.brk.zh.ch).