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**Case Identifier:** 579a2761-2759-56ab-a844-f5e09c1f57d5
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 31.10.2022 VKL.2021.6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2021-6_2022-10-31.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VKL.2021.6 / cj / BR 
  

Art. 81      

 

Urteil vom 31. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Peterhans  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiberin Junghanss          

 

 

 
   

Kläger   A._____   

 

Vorsorge- 

einrichtung  

 Stiftung B._____   

 

       
   

Beklagte   C._____   

vertreten durch lic. iur. Paul Langner, Rechtsanwalt, Wehrenbachalde 22, 

8053 Zürich    

 

Vorsorge- 

einrichtung  

 Pensionskasse D._____   

 

     
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend BVG 

(Teilung der Austrittsleistungen im Nachgang zum Scheidungsverfahren) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Das Bezirksgericht Q. schied die am tt.mm. 1992 geschlossene Ehe der 

Parteien nach Einreichung der Scheidungsklage am 25. März 2014 mit Ur-

teil vom 16. Mai 2019 (in Rechtskraft erwachsen am 17. September 2019). 

Mit Urteil vom 13. Februar 2020 (in Rechtskraft erwachsen am 23. Februar 

2021) regelte das Bezirksgericht die Scheidungsnebenfolgen. Es ent-

schied, dass die während der Ehedauer geäufneten Vorsorgeguthaben der 

beruflichen Vorsorge hälftig zu teilen seien und überwies die Streitsache 

gestützt auf Art. 281 Abs. 3 ZPO zum Entscheid an das Versicherungsge-

richt des Kantons Aargau. 

 

2. 

Mit instruktionsrichterlichen Verfügungen vom 23. März und 13. April 2021 

wurde die Meldung des Bezirksgerichts Q. den Parteien zur Stellung von 

Anträgen gemäss Art. 25a Abs. 2 FZG zugestellt. Zudem wurden sie auf-

gefordert, verschiedene Angaben zu machen. 

 

3. 

Gestützt auf die Verfügungen vom 23. März und 13. April 2021 und weitere 

Abklärungen des Versicherungsgerichts gingen ein: 

 

Auf Seiten des Klägers: 

 

- Schreiben der E. vom 19. April 2021 

- Schreiben der Stiftung B. vom 19. April 2021 

- Schreiben der BVG-Sammelstiftung G. vom 7. Mai 2021 

- Eingabe des Klägers vom 3. August 2021 mit Beilagen 

- Schreiben der Pensionskasse H. vom 28. Februar 2022 

 

Auf Seiten der Beklagten: 

 

- Eingabe der Beklagten vom 6. April 2021 

- Schreiben der E. vom 16. April 2021 

- Eingabe der Beklagten vom 17. Mai 2021 mit Beilagen 

- Eingabe der Beklagten vom 15. November 2021 mit Beilagen 

- Schreiben der I. Freizügigkeitsstiftung vom 2. Februar 2022 

- IK-Auszug vom 3. März 2022 

 

4. 

4.1. 

Mit Beschluss vom 11. Mai 2022 wurden den Parteien die eingegangenen 

Unterlagen zugestellt, die vorgesehene Teilung der Freizügigkeitsleistun-

gen mitgeteilt und Frist zur Erhebung von allfälligen Einwendungen und 

Beweisanträgen angesetzt. 

 - 3 - 

 

 

 

 

4.2. 

Die Beklagte teilte mit Eingabe vom 1. Juni 2022 mit, keine Einwendungen 

zu erheben. 

 

4.3. 

Mit Schreiben vom 29. August 2022 beantragte der Kläger sinngemäss wei-

tere Abklärungen betreffend die rückabgewickelten Vorsorgegelder der 

Jahre 2003 bis 2010 bei der E. zu tätigen. Am 27. September 2020 bean-

tragte die Beklagte, die Eingabe des Klägers vom 29. August 2020 sei 

der E. (und allenfalls der Stiftung B.) zur Stellungnahme zuzustellen. 

 

4.4. 

Mit Eingabe vom 17. Oktober 2022 hielt der Kläger sinngemäss an seinen 

Begehren gemäss Schreiben vom 29. August 2022 fest. Mit Schreiben vom 

28. Oktober 2022 verzichtete die Beklagte auf eine weitere Stellungnahme. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Gemäss Art. 22 Abs. 1 FZG werden die Austrittsleistungen und Rentenan-

teile nach den Art. 122–124e ZGB sowie den Art. 280 und 281 ZPO geteilt; 

die Art. 3–5 FZG sind auf den zu übertragenden Betrag sinngemäss an-

wendbar. Art. 123 Abs. 1 ZGB statuiert den Grundsatz der hälftigen An-

spruchsteilung. 

 

2. 

Der Beschluss vom 11. Mai 2022 lautete: 

 

1. 

Gestützt auf die Verfügungen vom 23. März und 13. April 2021 sowie weitere 

getätigte Abklärungen sind eingegangen: 

 

(…) 

 

2. 

Gemäss Entscheid des Bezirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020 werden die 

Austrittsleistungen der Parteien hälftig geteilt. Die Ehe der Parteien dauerte 

vom tt.mm. 1992 bis 17. September 2019 (Datum der Rechtskraft im Schei-

dungszeitpunkt). Die Scheidungsklage wurde am 25. März 2014 beim Bezirks-

gericht Q. eingereicht. Es gilt die während der Ehedauer vom Zeitpunkt der 

Eheschliessung bis zur Einreichung der Scheidungsklage beim Bezirksge-

richt Q. geäufneten Austrittsleistungen zu ermitteln und zu teilen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_819/2017 vom 20. März 2018). 

 

 

 - 4 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Die zu teilende Austrittsleistung eines Ehegatten entspricht der Differenz zwi-

schen der Austrittsleistung zuzüglich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeit-

punkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens und der Austrittsleistung zuzüg-

lich allfälliger Freizügigkeitsguthaben im Zeitpunkt der Eheschliessung. Die 

Austrittsleistung und das Freizügigkeitsguthaben im Zeitpunkt der Eheschlies-

sung sind auf den Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens aufzuzin-

sen. Barauszahlungen und Kapitalabfindungen während der Ehedauer werden 

nicht berücksichtigt (Art. 22a Abs. 1 FZG). 

 

3.2. 

Gestützt auf die obigen Unterlagen stellen sich die Beschäftigungen des Klä-

gers samt den dazugehörenden BVG-Einrichtungen sowie die geäufneten Frei-

zügigkeitsguthaben wie folgt dar: 

 
Zeitraum Arbeitgeber FZ/BVG Einrichtung Eingang (E) 

Ausgang (A) 

FZL (F) 

01.05.91 – 30.06.93 J. AG H. Pensionskasse FZL: Fr. 0.00 per 

tt.mm.1992 

 

A: Fr. 1'048.75 per 

22.02.2000 an die Stif-

tung B. 

Ab ca. 1992 bis 

31.12.12 

Selbständigerwer- 

bend / K. AG 

E. 

(Vertrag ... Plan Ba-

sisvorsorge) 

E: Fr. 0.00 per 01.12.2005 

 

Einkauf Fr. 76'000.00 per 

29.12.2005 

 

FZL: Fr. 172'065.90 am 

25.03.2014 

 

A: Fr. 187'381.05 

(Fr. 169'906.55 plus Zins 

von Fr. 17'474.50) per 

31.03.2021 an Stiftung B.  

  E. 

(Vertrag ... Plan Zu-

satzvorsorge) 

E: Fr. 0.00 per 01.12.2005 

 

Einkauf Fr. 724'000.00 

per 29.12.2005 

 

FZL: Fr. 1'215'446.70 per 

25.03.2014  

 

A: Fr. 1'323'630.75 

(Fr. 1'200'193.55 plus 

Zins von Fr. 123'437.20) 

per 30.03.2021 an Stif-

tung B.  

  E. 

(Vertrag ...) 

E: Fr. 0.00 per 01.02.2012 

 

FZL: Fr. 3'834.95 per 

25.03.2014  

 

A: Fr. 4'009.05 (3'746.80 

plus Zins von Fr. 262.25) 

per 21.02.2017 an Stif-

tung B. 

 - 5 - 

 

 

 

Ab 01.10.13 L. GmbH BVG-Sammelstif-

tung G. 

E: F. 0.00 per 01.10.2013 

 

FZL: Fr. 1'702.25 per 

25.03.2014 

 
Zeitraum Arbeitgeber FZ/BVG-Einrichtung Eingang (E) 

Ausgang (A) 

FZL (F) 

  Stiftung B. 

(Freizügigkeitskonto 

Nr. ...) 

E: Fr. 1'048.75 von der 

H. Pensionskasse per 

23.02.2000 

 

FZL: Fr. 1'197.95 per 

25.03.2014  

 

E: Fr. 187'381.05 per 

31.03.2021 von der E. 

(Vertrag ...) 

 

E: Fr. 1'323'630.75 per 

30.03.2021 von der E. 

(Vertrag ...) 

 

E: Fr. 4'009.05 per 

21.02.2017 von der E. 

(Vertrag ...) 

 

Aus dieser Aufstellung ergibt sich, dass der Kläger im Zeitpunkt der Heirat kein 

Vorsorgeguthaben aufwies. Per Einleitung des Scheidungsverfahrens am 

25. März 2014 belaufen sich seine Freizügigkeitsleistungen auf 

Fr. 1'394'247.75 (= Fr. 1'197.95 + Fr. 172'065.90 + Fr. 1'215'446.70 

+ Fr. 3'834.95 + Fr. 1'702.25). Aufgrund des Teilungsschlüssels gemäss Urteil 

des Bezirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020 von je 50 % ergibt sich ein An-

spruch zugunsten der Beklagten von Fr. 697'123.88. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Gestützt auf die obigen Unterlagen stellen sich die Beschäftigungen der Be-

klagten samt den dazugehörenden BVG-Einrichtungen sowie die geäufneten 

Freizügigkeitsguthaben wie folgt dar: 

 
Zeitraum Arbeitgeber FZ/BVG Einrichtung Eingang (E) 

Ausgang (A) 

FZL (F) 

tt.mm.92 – 30.04.95 M. AG R. Leben E: Fr. 0.00 per 01.01.1989 

(Erreichen 25. Altersjahr) 

 

FZL: Fr. 9'878.00 per 

tt.mm.1992 

 

A: Fr. 23'855.25 per 

14.09.1995 an I. 

  Freizügigkeitsstiftung 

der I. 

E: Fr. 23'855.25 per 

18.09.1995 von R. Leben 

 

FZL: Fr. 35'517.55 per 

25.03.2014  

 

 - 6 - 

 

 

 

Zeitraum Arbeitgeber FZ/BVG Einrichtung Eingang (E) 

Ausgang (A) 

FZL (F) 

Ab ??? – 31.12.02 N. Stiftung B. E: Fr. 0.00 per 01.04.2000 

 

A: Fr. 9'454.00 per 

31.12.2001 an E. 

  E. 

(Vertrag ... Zusatzvor-

sorge) 

E: Fr. 0.00 per 01.12.2000 

 

Einkauf Fr. 150'000.00 

per 22.12.2000 

 

Einkauf Fr. 60'000.00 per 

18.12.2001 

 

A: Fr. 231'933.35 per 

18.12.2001 an E. 

FZP Nr. ... 

  E. 

(Vertrag ... Basisvor-

sorge) 

E: Fr. 9'454.00 per 

01.01.2002 von der Stif-

tung B. 

 

A: Fr. 15'269.50 per 

01.01.2003 an E. 

FZP Nr. ... 

Ab 01.01.03 arbeitslos E. 

(Freizügigskeitspolice 

Nr. ...) 

E: Fr. 231'933.35 per 

01.01.2003 

 

FZL: Fr. 311'556.60 per 

25.03.2014  

  E. 

(Freizügigkeitspolice 

Nr. ...) 

E: Fr. 15'269.50 per 

01.01.2003 

 

FZL: Fr. 18'110.10 per 

25.03.2014  

15.02.00 – 29.09.04 M. AG Einkommen zu tief; 

nicht BVG-pflichtig 

 

01.04.12 – 31.01.14 O. Einkommen zu tief; 

nicht BVG-pflichtig 

 

21.11.12 – 31.07.14 Stellvertretungen an 

Schulen des Kan-

tons S. 

Einkommen zu tief; 

nicht BVG-pflichtig 

 

Ab 01.08.14 – heute Einsätze an Schulen 

des Kantons S. 

Pensionskasse D. E: Fr. 0.00 per 01.08.2014 

 

3.3.2. 

Aus den eingereichten Unterlagen ist ersichtlich, dass die Beklagte zur Zeit der 

Eheschliessung am tt.mm. 1992 bei der R. Leben ein Freizügigkeitsguthaben 

von Fr. 9'878.00 aufwies. Dieses Guthaben betrug aufgezinst auf den Zeitpunkt 

der Einleitung des Scheidungsverfahrens am 25. März 2014 gemäss den je-

weils geltenden BVG-Mindestzinssätzen gestützt auf Art. 12 BVV 2 

Fr. 19'147.20. Dieses aufgezinste voreheliche Guthaben ist nicht zu teilen 

(vgl. E. 3.1.). 

 

Das bei der R. Leben angesparte Freizügigkeitsguthaben wurde am 14. Sep-

tember 1995 auf ein Konto der Freizügigkeitsstiftung der I. überwiesen. Die Be-

klagte führt diesbezüglich in ihrer Eingabe vom 15. November 2021 aus, die 

Parteien hätten während des gesamten Scheidungsverfahrens übereinstim-

mend und gestützt auf einen Ehevertrag vom 12. Oktober 2001 (vgl. Beilage 26 

 - 7 - 

 

 

 

zur Klagebegründung im Scheidungsverfahren) festgehalten, das Freizügig-

keitsguthaben bei der I. sei vorehelich angespart worden. Entsprechend sei in 

Erwägung 3.1.2. des Urteils des Bezirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020 fest-

gehalten worden, dieses Guthaben sei beim Vorsorgeausgleich nicht zu be-

rücksichtigen (Eingabe der Beklagten vom 15. November 2021, S. 2 f.). Diese 

Ausführungen der Beklagten sind so zu verstehen, dass sie das gesamte bei 

der I. liegende Freizügigkeitsguthaben von der Teilung ausgeschlossen haben 

will, und nicht nur das vorehelich angesparte und aufgezinste Guthaben. Hierzu 

ist festzuhalten, dass das Versicherungsgericht die vom Bezirksgericht im Dis-

positiv angeordnete hälftige Teilung der von den Parteien angesparten Vorsor-

gegelder vorzunehmen hat (BGE 132 V 341 E. 2.2 S. 341 f.). Das Urteil des 

Bezirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020 ist am 23. Februar 2021 in Rechts-

kraft erwachsen; die hälftige Teilung der Vorsorgegelder ist damit rechtskräftig 

und rechtsverbindlich entschieden (vgl. Dispositiv 3 des Entscheids des Be-

zirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020). Damit ist das gesamte während der 

Ehedauer angesparte Guthaben der Beklagten hälftig zu teilen (vgl. E. 3.3.4.). 

 

3.3.3. 

Ab ca. 1999 übte die Beklagte Erwerbstätigkeiten bei A. bzw. seinen Unterneh-

men (AB. AG, K. AG) aus (vgl. IK-Auszug der Beklagten). In einer Selbstan-

zeige vom 7. Dezember 2012 machte sie gegenüber den Steuerbehörden gel-

tend, in den Vorjahren ein Einkommen als unselbständige Erwerbstätige dekla-

riert zu haben, obwohl dies nicht korrekt gewesen sei (Beilage 23 zur Klagebe-

gründung im Scheidungsverfahren). Aufgrund der behaupteten, aber nicht be-

standenen und damit fingierten Erwerbstätigkeiten der Beklagten wurde das im 

Zeitraum ab 1. Januar 2003 angesparte Säule 2 Guthaben an den ehemaligen 

Arbeitgeber zurückerstattet (vgl. Entscheid des Bezirksgerichts Q. vom 

13. Februar 2020, E. 3.1.2.; mit Hinweis auf Schreiben der E. vom 17. Januar 

2019 [auch als Beilage 2 vom Kläger mit Schreiben vom 3. August 2021 im 

vorliegenden Verfahren eingereicht]). Die vor dem 1. Januar 2003 angesparten 

Freizügigkeitsleistungen wurden jedoch nicht rückabgewickelt, weswegen sie 

vorliegend als Freizügigkeitsguthaben der Beklagten zu berücksichtigen und zu 

teilen sind. Die Freizügigkeitsleistungen der Beklagten bei der E. belaufen sich 

gemäss Angaben der E. vom 16. April 2021 im vorliegenden Verfahren per Ein-

leitung des Scheidungsverfahrens am 25. März 2014 auf Fr. 329'666.70 

(= Fr. 311'556.60 + Fr. 18'110.10). 

 

3.3.4. 

Die Austrittsleistungen und das Freizügigkeitsguthaben der Beklagten im Zeit-

punkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens am 25. März 2014 betrugen 

somit insgesamt Fr. 365'184.25 (Fr. 35'517.55 + Fr. 311'556.60 + 

Fr. 18'110.10). Von diesem ist das aufgezinste voreheliche Guthaben in Abzug 

zu bringen, was ein zu teilendes Vorsorgeguthaben der Beklagten von 

Fr. 346'037.05 ergibt (Fr. 365'184.25 abzüglich aufgezinstes voreheliches Gut-

haben von Fr. 19'147.20). Aufgrund des Teilungsschlüssels gemäss Urteil des 

Bezirksgerichts Q. vom 13. Februar 2020 von je 50 % ergibt sich ein Anspruch 

zugunsten der Klägers von Fr. 173'018.53. 

 

4. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beklagten am Freizügig-

keitsguthaben des Klägers ein hälftiger Anspruch in der Höhe von 

 - 8 - 

 

 

 

Fr. 697'123.88 zusteht. Dem Kläger steht demgegenüber am während der Ehe-

dauer erworbenen Freizügigkeitsguthaben der Beklagten ein hälftiger Anspruch 

im Umfang von Fr. 173'018.53 zu. Die Stiftung B. wird daher anzuweisen sein, 

vom Konto des Klägers den Betrag von Fr. 524'105.35 (= Fr. 697'123.88 – 

Fr. 173'018.53) auf das Vorsorgekonto der Beklagten bei der Pensions-

kasse D., zu überweisen. 

 

5. 

Der genannte Betrag ist mit dem Mindestzinssatz zu verzinsen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_149/2017 vom 10. Oktober 2017 E. 5.2), denn mit der 

(durchgehenden) Verzinsung soll der Vorsorgeschutz erhalten bleiben. Dies gilt 

auch für den Fall der verfahrensmässig bedingten Verzögerung der Aufteilung 

der Austrittsleistung bei Ehescheidung und deren Vollzug (BGE 129 V 251 

E. 3.2 und 4.1 S. 255 ff.). Der Mindestzinssatz im Sinne von Art. 15 Abs. 2 BVG 

beträgt vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2015 1.75 %, vom 1. Januar 

bis 31. Dezember 2016 1.25 % und ab 1. Januar 2017 1 % (Art. 12 BVV 2). 

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 129 V 251 E. 4.2 S. 257 f.) 

ist auf die zu überweisende Austrittsleistung ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft 

des Urteils des Versicherungsgerichts, bei dessen allfälligem Weiterzug auf den 

Tag der Ausfällung des Urteils des Bundesgerichts, jeweils zuzüglich einer Zah-

lungsfrist von 30 Tagen, ein Verzugszins zu bezahlen. Gemäss Art. 7 FZV ent-

spricht der Verzugszinssatz dem BVG-Mindestzinssatz plus 1 %, sodass der 

Verzugszins seit 1. Januar 2017 2.00 % beträgt (Art. 12 BVV 2).  

 

6. 

Es ist vorgesehen, so zu entscheiden, falls keine der Parteien Einwände gegen 

die Berechnung erhebt oder konkrete zusätzliche Abklärungen verlangt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 29. August 2022 nahm der Kläger Stellung zum Beschluss 

vom 11. Mai 2022 und beantragte Folgendes: 

 

"1. E. und die B. seien anzuweisen, dem Gericht die Gesamthöhe der rück-
abgewickelten Vorsorgegelder 2003 – 2010 mitzuteilen; 

 
2. Sodann seien E. und B. anzuweisen, die eruierten rückabgewickelten 

ausschliesslich dem Kläger auszubezahlen; eventuell als Freizügig-
keitspolicen ausschliesslich zu Gunsten des Klägers zu erstellen. 

 
3. Es sei festzustellen, dass die E. der Beklagten am 01.06.2021 den Be-

trag von CHF 123'466.40 zu Unrecht ausbezahlt hatte. Sollte das Ge-
richt im Rahmen der Untersuchungsmaxime andere prozessuale Wege 
als geeigneter erachten, dieses Geld für den Beklagten (recte: Kläger) 
"zurückzuholen", sei es gebeten, dies zu tun. 

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten." 

 

 - 9 - 

 

 

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Kläger macht mit dem Ausgeführten zusammengefasst geltend, die 

Rückabwicklung der in den Jahren 2003 bis 2010 bei der E. eingezahlten 

Vorsorgegelder zugunsten der Beklagten, die aufgrund ihrer fingierten Er-

werbstätigkeit nicht geschuldet gewesen seien, sei nicht korrekt erfolgt. 

 

3.2.2. 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Teilung der während 

der Ehedauer geäufneten Vorsorgeguthaben der beruflichen Vorsorge zwi-

schen den Parteien. Die Einzahlung von Vorsorgegeldern während den 

Jahren 2003 bis 2010 zugunsten der Beklagten bei der E. erfolgte jedoch 

aufgrund ihrer fingierten Erwerbstätigkeit beim Kläger bzw. seinen Unter-

nehmen (AB. AG, K. AG) zu Unrecht (vgl. Schreiben des Steueramtes AC. 

vom 20. September 2018, Beilage zur Eingabe des Klägers vom 3. August 

2021). Damit handelt es sich bei den einbezahlten Geldern nicht um Vor-

sorgeguthaben, womit sie nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 

sind. Daraus folgt, dass Abklärungen betreffend "die Gesamthöhe der rück-

abgewickelten Vorsorgegelder 2003 – 2010" für das vorliegende Verfahren 

nicht von Relevanz sind; dass nicht darüber entschieden zu werden 

braucht, ob und an wen die rückabgewickelten Beiträge auszuzahlen sind; 

und nicht zu beurteilen ist, ob die Auszahlung der E. an die Beklagte in 

Höhe von Fr. 123'466.40 korrekterweise erfolgte, da es sich auch dabei ge-

mäss dem Schreiben der E. vom 24. März 2021 um einen Beitrag im Zu-

sammenhang mit dem fiktiven Vorsorgeverhältnis handelt (Beilage zum 

Schreiben des Klägers vom 29. August 2022). 

 

Auf die Anträge des Klägers im Schreiben vom 29. August 2022 ist somit 

nicht einzutreten. Im Zusammenhang mit seinen Ausführungen ist jedoch 

noch auf zwei Punkte hinzuweisen: Betreffend die Übertragung per 1. Ja-

nuar 2003 der vor diesem Datum angesparten Vorsorgegelder der Beklag-

ten auf Freizügigkeitspolicen durch die E. (Schreiben des Klägers vom 

29. August 2022, S. 2) ist festzuhalten, dass die Rückabwicklung des fikti-

ven Vorsorgeverhältnisses nur die Jahre 2003 bis 2010 betraf. Die E. hat 

somit auf den Zeitpunkt des rückwirkenden Austritts der Beklagten aus dem 

Vorsorgeverhältnis am 31. Dezember 2002 die Freizügigkeitspolicen Nr. ... 

und ... erstellt und die vor dem 1. Januar 2003 einbezahlten Vorsorgegelder 

darauf übertragen (vgl. Schreiben der E. vom 24. März 2021 an die Be-

klagte, als Beilage 4 zur Eingabe der Beklagten vom 17. Mai 2021; Schrei-

ben der E. vom 24. März 2021 an das Obergericht Kanton Aargau, Beilage 

zum Schreiben des Klägers vom 29. August 2022; Durchführbarkeitserklä-

rung der E. vom 16. April 2021). Diese Vorsorgeguthaben wurden vorlie-

gend entsprechend auch bei der Teilung berücksichtigt (vgl. Beschluss vom 

11. Mai 2022). Betreffend die vom Kläger gerügte Überweisung von 

Fr. 1'511'011.75 (recte: Fr. 1'511'011.80) von der E. an die Stiftung B. 

(Schreiben des Klägers vom 29. August 2022, S. 3), ist festzuhalten, dass 

 - 10 - 

 

 

 

es sich bei diesem Betrag um die vom Kläger während den Jahren 2005 

bis 2012 angesparten Vorsorgeguthaben handelt. Auch diese Vorsorgegut-

haben wurden vorliegend bei der Teilung berücksichtigt (vgl. Beschluss 

vom 11. Mai 2022). 

 

Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, was für das vorliegende Ver-

fahren durch die Zustellung der Eingabe des Klägers vom 29. August 2022 

an die E. und allenfalls die B. gewonnen werden kann. Damit ist der Antrag 

der Beklagten im Schreiben vom 27. September 2022 abzuweisen. 

 

3.3. 

Demnach kann die Teilung der während der Ehedauer geäufneten Vorsor-

geguthaben der beruflichen Vorsorge zwischen den Parteien gemäss den 

Ausführungen im Beschluss vom 11. Mai 2022 vorgenommen werden. Die 

Stiftung B. wird anzuweisen sein, vom Konto des Klägers den Betrag von 

Fr. 524'105.35 auf das Vorsorgekonto der Beklagten bei der Pensions-

kasse D zu überweisen. 

 

4. 

Der genannte Betrag ist mit dem Mindestzinssatz zu verzinsen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 9C_149/2017 vom 10. Oktober 2017 E. 5.2), denn mit 

der (durchgehenden) Verzinsung soll der Vorsorgeschutz erhalten bleiben. 

Dies gilt auch für den Fall der verfahrensmässig bedingten Verzögerung 

der Aufteilung der Austrittsleistung bei Ehescheidung und deren Vollzug 

(BGE 129 V 251 E. 3.2 und 4.1 S. 255 ff.). Der Mindestzinssatz im Sinne 

von Art. 15 Abs. 2 BVG beträgt vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 

2015 1.75 %, vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016 1.25 % und ab 1. Ja-

nuar 2017 1 % (Art. 12 BVV 2). 

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 129 V 251 E. 4.2 

S. 257 f.) ist auf die zu überweisende Austrittsleistung ab dem Zeitpunkt 

der Rechtskraft des Urteils des Versicherungsgerichts, bei dessen allfälli-

gem Weiterzug auf den Tag der Ausfällung des Urteils des Bundesgerichts, 

jeweils zuzüglich einer Zahlungsfrist von 30 Tagen, ein Verzugszins zu be-

zahlen. Gemäss Art. 7 FZV entspricht der Verzugszinssatz dem BVG-Min-

destzinssatz plus 1 %, sodass der Verzugszins seit 1. Januar 2017 2.00 % 

beträgt (Art. 12 BVV 2).  

 

5. 

5.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 25 FZG i.V.m. Art. 73 Abs. 2 BVG). 

 

5.2. 

Das BVG enthält keine Regelung betreffend die Parteientschädigung. Dies-

bezüglich gilt das kantonale Prozessrecht (HANS-ULRICH STAUFFER, Die be-

 - 11 - 

 

 

 

rufliche Vorsorge, in: Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialver-

sicherungsrecht, 1996, S. 106). Gemäss § 64 Abs. 3 des Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes (VRPG, SAR 271.200) i.V.m. Art. 106 ZPO werden 

die Parteikosten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Da die 

Ausgangslage aufgrund des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts Q. klar 

war, kann keine Partei als obsiegend betrachtet werden, weshalb die Par-

teikosten wettzuschlagen sind (vgl. auch Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Vorsorgeeinrichtung des Klägers, die B. wird angewiesen, vom Konto 

des Klägers den Betrag von Fr. 524'105.35, zuzüglich Zins von 1.75 % vom 

25. März 2014 bis 31. Dezember 2015, von 1.25 % vom 1. Januar bis 

31. Dezember 2016 und von 1 % ab dem 1. Januar 2017 bis zum Überwei-

sungszeitpunkt (längstens bis zum 30. Tag nach Rechtskraft des vorliegen-

den Urteils) auf das Vorsorgekonto der Beklagten bei der Pensions-

kasse D. zu überweisen. Ab dem 31. Tag nach Rechtskraft dieses Urteils 

hat die Vorsorgeeinrichtung des Klägers gegebenenfalls einen Verzugszins 

von 2 % zu bezahlen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Kläger 

die Beklagten (Vertreter; 2-fach) 

die Vorsorgeeinrichtungen 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

 

[Eine Rechtskraftbescheinigung wird der verpflichteten Vorsorgeein-

richtung/Bank zu gegebener Zeit automatisch/von Amtes wegen zu-

gestellt] 
 

 

  

 - 12 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 31. Oktober 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Gössi Junghanss