# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cdeb7c8-86eb-512c-9949-416f3f1e0412
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.06.2017 MV 2015/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_MV-2015-1_2017-06-09.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: MV 2015/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: MV - Militärversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 09.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2017
Art. 5 MVG. Art. 6 MVG.Haftung für eine Gesundheitsbeeinträchtigung. 
Komplexes Beschwerdebild mit starken Schwankungen im Verlauf der 
Jahre. Mögliche Rückfälle oder neue Versicherungsereignisse? (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2017, MV 
2015/1).

Entscheid vom 9. Juni 2017

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane 

Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber;

Gerichtsschreiber Tobias Bolt             

Geschäftsnr.                                                                                                                   

MV 2015/1           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Daniel Richter,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beethovenstrasse 11, Postfach, 8027 Zürich,

gegen

Suva Abteilung Militärversicherung,

Laupenstrasse 11, Postfach 8715, 3001 Bern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Versicherungsleistungen / Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war vom 1. Januar 2001 bis zum 30. September 2003 als Berufs- 

beziehungsweise Zeitmilitär angestellt (MV-act. 18) und damit bei der 

Militärversicherung versichert (MV-act. 19), als er am 14. April 2003 einen 

Verkehrsunfall erlitt. Laut dem Rapport der Kantonspolizei St. Gallen vom 15. April 

2003 (MV-act. 32 ff.) fuhr er mit seinem Personenwagen auf einen anderen, in einen 

Parkplatz einbiegenden Personenwagen auf, weil er infolge eines dritten Fahrzeuges 

kurz abgelenkt gewesen war und das Abbiegemanöver des vor ihm fahrenden 

Fahrzeugs zu spät bemerkt hatte. Seinen Angaben zufolge hatte seine Geschwindigkeit 

bei der Einleitung der Vollbremsung etwa 60–65 km/h betragen. Die Bremsspuren 

wiesen eine Länge von neun beziehungsweise knapp elf Metern bis zum 

„Kollisionsknick“ und von etwa je zweieinhalb Metern ab dem „Kollisionsknick“ auf. Die 

Front des Fahrzeugs des Versicherten kollidierte mit der Seite des andern am Unfall 

beteiligten Fahrzeugs, das dadurch um knapp einen Viertelkreis im Uhrzeigersinn um 

die eigene Achse gedreht wurde. Beide Fahrzeuglenker gaben Kopf- und 

Nackenschmerzen zu Protokoll. Der Versicherte begab sich noch gleichentags in die 

Notfallaufnahme des Kantonsspitals Chur. Die Ärzte berichteten (MV-act. 31), er habe 

über Schmerzen über der hinteren Halswirbelsäule und über der unteren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Brustwirbelsäule geklagt. Ein Röntgenbild habe eine Dornfortsatzfraktur im zwölften 

Brustwirbelkörper gezeigt. Man habe ihm einen weichen Halskragen und Analgetika 

abgegeben. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ berichtete am 27. Mai 2003 (MV-

act. 22), der Versicherte sei als Autofahrer mit einem parkierten Auto kollidiert (Δv ≈ 

40km/h). Der Versicherte habe den Kopf am Lenkrad angeschlagen. Es sei weder zu 

einer Bewusstlosigkeit noch zu einer Amnesie gekommen. Etwa zehn Minuten nach der 

Kollision seien Bewegungseinschränkungen und Schmerzen im Bereich der Hals- und 

der Brustwirbelsäule aufgetreten. Anlässlich der Erstkonsultation am 17. April 2003 

habe er, Dr. B.___, eine Druckdolenz im Bereich der unteren Halswirbelsäule und im 

Bereich der unteren Brustwirbelsäule, paravertebrale Verspannungen der 

Halswirbelsäule, einen Kinn-Sternum-Abstand von 0/25 cm, eine praktisch unauffällige 

Seitwärtsneigung und Rotation der Halswirbelsäule und einen neurologisch 

unauffälligen Befund erhoben. Es handle sich um ein Distorsionstrauma der 

Halswirbelsäule und um eine Dornfortsatzfraktur im zwölften Brustwirbelkörper. Er 

habe dem Versicherten Mydocalm und Irfen verschrieben und eine Arbeitsunfähigkeit 

von 100 Prozent für den Zeitraum vom 17. April 2003 bis zum 2. Mai 2003 und von 60 

Prozent für den Zeitraum vom 3. Mai 2003 bis zum 16. Mai 2003 attestiert. Er rechne 

mit einem Behandlungsabschluss am 9. Mai 2003. Der Versicherte, der ab dem 19. Mai 

2003 wieder voll arbeitsfähig gewesen war (vgl. MV-act. 26), meldete den Unfall am 26. 

Mai 2003 mittels des dafür vorgesehenen Formulars (MV-act. 23). Am 30. Juni 2003 

anerkannte die Militärversicherung ihre Leistungspflicht für die Folgen des Unfalls (MV-

act. 24). Das Kantonsspital Chur berichtete am 26. August 2003 über eine weitgehende 

Konsolidation der Dornfortsatzfraktur (MV-act. 44). Am 1. Oktober 2003 trat der 

Versicherte die Ausbildung zum Berufsoffizier an (MV-act. 49).

A.b  Am 7. Januar 2004 berichtete Dr. B.___ (MV-act. 49a), der Versicherte habe sich 

wahrscheinlich eine Inguinalhernie zugezogen. Dieser Verdacht bestätigte sich in einer 

weiteren Untersuchung, weshalb eine Operation geplant wurde (MV-act. 49b). Diese 

wurde am 19. Januar 2004 durchgeführt (MV-act. 53). Nach einem komplikationslosen 

postoperativen Verlauf wurde der Versicherte am zweiten Tag nach der Operation bei 

subjektiver Beschwerdefreiheit aus der stationären Behandlung entlassen (MV-act. 54). 

Die Militärversicherung anerkannte ihre Leistungspflicht (MV-act. 57) und richtete dem 

Versicherten für die Zeit bis und mit dem 1. Februar 2004 ein Taggeld aus (MV-act. 60). 

Am 29. April 2004 berichtete der Radiologe Dr. med. C.___ über eine cranio-cerebrale 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kernspintomographieuntersuchung (MV-act. 63). Der Versicherte sei mit Hinweis auf 

den Auffahrunfall im April 2003, auf gelegentliche Konzentrationsstörungen und 

partielle Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses seit dem Sommer 2003, auf eine 

vermehrte Schlafbedürftigkeit, auf eine Verlangsamung und auf Gangstörungen seit 

etwa zwei Wochen, auf eine klinisch-neurologisch ungerichtete Falltendenz sowie auf 

Anhaltspunkte für eine Major Depression zur Untersuchung angemeldet worden. Mit 

dieser sollte eine intracranielle Raumforderung ausgeschlossen und die Frage nach 

einem epileptischen Fokus beantwortet werden. Der Befund sei altersentsprechend 

normal gewesen. Insbesondere habe keine intracranielle Raumforderung nachgewiesen 

werden können. Am 28. Mai 2004 berichtete Dr. B.___ (MV-act. 64), der Versicherte 

leide an einer Erschöpfungsdepression mit einer Somatisierung. Seit April 2004 träten 

Erschöpfungszustände, Schweissausbrüche und Schwächeanfälle auf. Bis auf weiteres 

sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Die Prognose sei aber gut. Die 

Militärversicherung anerkannte auch für die Folgen der Erschöpfungsdepression ihre 

Leistungspflicht (MV-act. 65). Im Juni 2004 berichtete Dr. B.___, der Versicherte leide 

seit der Hernienoperation im Januar 2004 an einem intermittierenden Ziehen in der 

rechten Inguina und im rechten Skrotum, das in Ruhe und bei Bewegung ein lästiges 

Ausmass angenommen habe (MV-act. 70). Gleichentags überwies er den Versicherten 

für eine konsiliarische Beurteilung mit dem Hinweis auf eine chronifizierte thoraco-

lumbale muskuläre Dysbalance an den Rheumatologen Dr. med. D.___ (MV-act. 71). 

Am 8. Juli 2004 berichtete Dr. med. E.___ (MV-act. 71a), die Beschwerden in der 

Inguinalregion würden wohl durch das eingesetzte teilresorbierende Netz ausgelöst. 

Allerdings hätten die Beschwerden nicht objektiviert werden können. Die Entfernung 

des Netzes sei kompliziert und gefährlich, weshalb ein entsprechender Eingriff nicht 

ohne weiteres empfohlen werden könne. Am 23. Juli 2004 bestätigte Dr. med. F.___, 

der um eine Zweitmeinung gebeten worden war, die Beurteilung von Dr. E.___ (MV-act. 

72). Eine Computertomographie der Lendenwirbelsäule zeigte am 9. August 2004 eine 

reguläre Struktur des Processus spinalis im zwölften Brustwirbelkörper, einen Morbus 

Scheuermann in allen abgebildeten Segmenten, eine degenerativ bedingte geringe 

Anterolisthesis im Segment L5/S1 bei einer Osteochondrose und einer breitbasigen 

kleinen Discushernie mit einer Kompromittierung der Nervenwurzeln sowie eine 

diskrete Osteochondrose im Segment L4/5 mit einer minimen Bandscheibenprotrusion 

(MV-act. 73). Am 18. August 2004 berichtete Dr. D.___ (MV-act. 74), die vom 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten angegebenen Schmerzen könnten nicht auf die Dornfortsatzfraktur 

zurückgeführt werden. Überhaupt habe eine Diskrepanz zwischen den als sehr stark 

angegebenen subjektiven Beschwerden und den relativ geringen objektiven Befunden 

bestanden. Es sei der Eindruck entstanden, dass andere psychosoziale Ursachen eine 

wesentliche Rolle spielten („Überforderung am Arbeitsplatz? Beziehungsprobleme? 

Zukunftsängste?“). Aus rheumatologischer Sicht sei der Versicherte mindestens 

teilweise arbeitsfähig. Am 24. August 2004 teilte Dr. B.___ mit, dass sich die 

Erschöpfungsdepression mittlerweile zurückgebildet habe; die Somatisierungsstörung 

sei aber geblieben (MV-act. 75). Bereits am 17. Mai 2004 hatte der Versicherte das 

Studium an der Militärakademie abgebrochen (nicht nummeriertes MV-act. zwischen 

MV-act. 75 und 76). Am 25. November 2004 wurde die Tauglichkeit des Versicherten 

als Berufsoffizier verneint; dieser wurde bis zum 31. Oktober 2005 auch vom 

Milizdienst suspendiert (MV-act. 78).

A.c  Vom 12. Dezember 2004 bis zum 15. Januar 2005 wurde der Versicherte stationär 

in der Rehabilitationsklinik G.___ behandelt (MV-act. 92). Im Austrittsbericht vom 18. 

Januar 2005 wurden als Diagnosen ein persistierendes thoraco-lumbales 

Schmerzsyndrom mit einer muskulären Dysbalance und Einschränkungen beim 

Aufrichten der Wirbelsäule sowie persistierende Schmerzen im Inguinalbereich 

angeführt. Die Ärzte hielten fest, klinisch habe sich das Bild eines dorso-lumbalen 

Schmerzsyndroms bei einer muskulären Dysbalance und Dekonditionierung gezeigt. In 

einem psychiatrischen Konsilium sei weder eine depressive noch eine 

Persönlichkeitsstörung festgestellt worden. Am 30. Mai 2005 berichtete Dr. B.___ (MV-

act. 114), der Versicherte sei nochmals von Dr. F.___ untersucht worden. Dieser habe 

eine neuralgiforme Problematik des genitalen Astes des Nervus genito-femoralis 

festgestellt (vgl. MV-act. 143 f.). Man prüfe nun die Möglichkeit einer Kryoablation jenes 

Nervs. Abgesehen davon gehe es dem Versicherten deutlich besser als noch im März 

2005. Am 12. Oktober 2005 teilte Dr. B.___ mit (MV-act. 151), der Eingriff (Kryoablation) 

sei mittlerweile erfolgt. Das Resultat sei positiv. Eventuell werde ein zweiter Eingriff zur 

Beseitigung der Residualbeschwerden durchgeführt. Am 12. Dezember 2005 führte der 

Versicherte in einem persönlichen Gespräch mit einem Case Manager der 

Militärversicherung aus (MV-act. 162), der zweite Eingriff sei am 9. November 2005 

erfolgt. Nun sei aber auch links eine Leistenhernie festgestellt worden, die im Januar 

2006 operiert werden müsse. Im Kopf fühle er sich gut. Die Wirbelsäule sei „viel 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

besser“. Betreffend seine berufliche Zukunft sei er zuversichtlich. Eine zumindest 

teilweise Arbeitsfähigkeit erscheine nun als realistisch. Er sei bereits aktiv auf 

Stellensuche. Vom 27. Februar 2006 bis zum 29. März 2006 wurde der Versicherte 

stationär in der Rehaklinik Bellikon behandelt (MV-act. 184). Deren Ärzte führten im 

Austrittsbericht aus, dem Versicherten könnten schwere Tätigkeiten ganztags 

zugemutet werden. Die psychosomatische Exploration habe keine psychische Störung 

von Krankheitswert ergeben. Obschon angesichts der erfreulichen Entwicklung des 

Gesundheitszustandes die Möglichkeit bestanden hätte, den Versicherten doch wieder 

als tauglich als Berufsoffizier zu qualifizieren (vgl. MV-act. 195), wurde das 

Arbeitsverhältnis zwischen dem Heer und dem Versicherten mit einer Vereinbarung per 

Ende September 2006 aufgelöst (MV-act. 197 ff.). Am 2. Oktober 2006 wurde die 

Leistenhernie links operativ behoben (MV-act. 215). Am 11. Oktober 2006 erhielt der 

Versicherte eine Absage auf eine Bewerbung bei der Stadtpolizei H.___ (MV-act. 222). 

Am 19. Oktober 2006 teilte der Versicherte dem Case Manager der Militärversicherung 

mit (MV-act. 223), er sei enttäuscht über die Absage, sehe nun aber ein, dass er stärker 

mit dem von der Militärversicherung finanzierten privaten Stellenvermittlungsbüro 

zusammenarbeiten müsse. Bezüglich der linken Leiste sei er beschwerdefrei. Die 

bereits operierte rechte Leiste mache wieder Probleme; die Nerven bereiteten wieder 

Schmerzen. Aktuell werde die Entfernung der Nervenbahnen geprüft. Die 

Verantwortlichen für die vom Versicherten begonnene Ausbildung zum Berufsoffizier 

hielten in einem persönlichen Gespräch mit dem Case Manager der Militärversicherung 

am 28. November 2006 fest (MV-act. 250), der Ausbildungsabbruch sei möglicherweise 

zum Teil auf die damaligen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, hauptsächlich aber 

auf eine Überforderung des Versicherten respektive auf fehlende fachliche 

Qualifikationen zurückzuführen. Dieser habe bislang nie den Versuch eines 

Wiedereinstieges unternommen, obwohl ihm mehrfach Hand dafür geboten worden 

sei. Mit einer Verfügung vom 28. März 2007 sprach die Invalidenversicherung dem 

Versicherten für die Zeit vom 1. Januar 2005 bis zum 31. März 2006 eine ganze Rente 

zu (MV-act. 261).

A.d  Bereits am 8. Februar 2007 war eine Anstellungsverfügung des Amtes I.___ 

ergangen, mit der der Versicherte per 1. März 2007 als Zivilschutzinstruktor angestellt 

worden war (MV-act. 262). Im März 2008 teilte der Versicherte mit (MV-act. 277), dass 

die Situation hinsichtlich des geschädigten Nervs nach wie vor unbefriedigend sei, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weshalb die entsprechende Behandlung andauere. Auch der Rücken schmerze wieder 

vermehrt. Er werde aber durchhalten und weiter arbeiten respektive die Ausbildung 

zum Zivilschutzinstruktor wie geplant abschliessen. Am 21. April 2008 meldete der 

Kursarzt (MV-act. 290), der Versicherte habe am 18. April 2008 nach einer 

Vollbremsung mit dem Auto (in einer Zone mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit 

von 30 km/h) ein Brennen und Ziehen im Nacken sowie ein Kribbeln im Arm verspürt. 

Er werde nun von einem Chiropraktor behandelt, sei aber weiterhin tauglich für den 

laufenden Kurs. Am 19. Mai 2008 teilte der Versicherte mit, dass die Halswirbelsäule 

wieder in Ordnung sei, aber die Behandlung in der Leistengegend fortdauere (MV-act. 

291). Am 5. Januar 2009 meldete der Versicherte einen Unfall während eines 

Wiederholungskurses (MV-act. 295). Er sei auf sein rechtes Knie gestürzt und habe sich 

einen Meniskusschaden zugezogen. Am 15. Januar 2009 werde er in die Klinik J.___ 

eintreten, um sich einer Operation am Knie zu unterziehen. Die Militärversicherung 

anerkannte am 14. Januar 2009 ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit der 

Meniskusschädigung. Am 29. Januar 2009 berichtete die Klinik J.___ (MV-act. 306), der 

postoperative Verlauf sei gut. Der Versicherte dürfe das Knie wieder voll belasten. Ab 

dem 1. Februar 2009 sei er wieder uneingeschränkt arbeitsfähig. Am 18. Februar 2009 

meldete dann der Versicherte aber (MV-act. 311), er habe den am 2. Februar 2009 

begonnenen Kurs am 11. Februar 2009 wegen Schmerzen in der rechten Leiste 

abbrechen müssen. Wahrscheinlich habe die Schonhaltung nach der 

Meniskusverletzung die Schmerzen begünstigt. Die Knieproblematik sei allerdings 

behoben. Er werde den abgebrochenen Kurs im Februar 2010 wiederholen müssen. Im 

März 2009 meldete der Hausarzt med. pract. K.___ den Versicherten für eine stationäre 

Rehabilitation bei der Klinik Valens an (MV-act. 315). Er führte aus, dieser leide an 

einem „recht chronischen und sehr komplexen“ lumbo-radiculären Schmerzsyndrom. 

Die Schmerzen hätten nach der Meniskusoperation massiv zugenommen. Vom 23. 

März 2009 bis zum 1. Mai 2009 wurde der Versicherte stationär in der Klinik Valens 

behandelt (MV-act. 333). Im Austrittsbericht vom 18. Mai 2009 führten die Ärzte aus, 

dieser leide an einem Panvertebralsyndrom mit einer cervico-cephalen und einer 

lumbo-spondylogenen Betonung, an einem chronischen inguino-skrotalen, 

rechtsbetonten Schmerzsyndrom sowie an einer Periarthropathia genu rechts. 

Während des Aufenthaltes habe er angegeben, die Schmerzen in der Leiste limitierten 

ihn und strahlten zunehmend in die gesamte rechte Körperseite aus. Aufgrund eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rezidivierenden subjektiven Instabilitätsgefühls in der Halswirbelsäule seien 

Funktionsaufnahmen und ein MRI angefertigt worden, die einen im Wesentlichen 

unauffälligen Befund ergeben hätten. Wegen Gleichgewichtsstörungen und wegen 

einer angegebenen Hyposensibilität der gesamten rechten Körperseite sei der 

Versicherte neurologisch untersucht worden. Die Störungen hätten keiner 

neurologischen Pathologie zugeordnet werden können. In den neuropsychologischen 

Tests habe sich ein insgesamt leicht beeinträchtigtes kognitives Leistungsprofil gezeigt. 

In der psychosomatischen Mitbeurteilung habe keine psychische Erkrankung im 

engeren Sinne festgestellt werden können. Für die Dauer der stationären Behandlung 

und bis zum 18. Mai 2009 sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Danach sei ein 

therapeutischer Arbeitsversuch mit einer Leistung von 25 Prozent zumutbar. Am 30. 

September 2009 berichtete die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen über 

eine neuropsychologische Untersuchung (MV-act. 365). Die berichtende Psychologin 

gab an, der Versicherte habe während mehr als zweieinhalb Stunden kooperativ 

mitgearbeitet. Das Arbeitstempo sei mittel bis langsam, die Aufmerksamkeit tief und 

schwankend gewesen. Das Vorgehen sei im allgemeinen sehr kompliziert gewesen. 

Emotional und persönlich habe der Versicherte verlangsamt, kompliziert und 

weitschweifig imponiert. In der Testung habe er gequält gewirkt, habe geseufzt, 

gestöhnt und seinen Kopf in die Hände gestützt. Aus neuropsychologischer Sicht 

hätten sich leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörungen mit vor allem 

mittelschweren Störungen der Daueraufmerksamkeit gezeigt. Ausser einer 

Verlangsamung hätten aber keine schwerwiegenden kognitiven Störungen erhoben 

werden können. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der neuropsychologischen 

Untersuchung durch die Klinik Valens sei nicht möglich, da der Versicherte den 

entsprechenden Bericht trotz seines Versprechens nicht eingereicht und sich auch 

geweigert habe, eine Erklärung zu unterzeichnen, mit der die Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen den Bericht selbst hätte einholen können. Im Oktober 2009 

berichtete der Rheumatologe Dr. med. L.___, er habe die Ursache der 

Leistenschmerzen feststellen können: Die Irritationen würden durch die Klammern im 

Bereich der Musculi pectineus und adductor longus verursacht (MV-act. 351). Am 3. 

Dezember 2009 berichtete Dr. F.___ (MV-act. 356), der Versicherte wolle die 

Tackerspiralen entfernen lassen. Er habe angegeben, unter Physiotherapie, Massage 

und Chiropraktik habe er „seinen Rücken jetzt voll im Griff“. Am 18. Dezember 2009 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entfernte Dr. F.___ laparoskopisch zwei Tackerspiralen (MV-act. 359). Am 7. Januar 

2010 teilte der Versicherte mit (MV-act. 364), mit der Klammerentfernung habe sich 

sein Zustand wesentlich verbessert. Er arbeite im Moment wieder zu 50–70 Prozent 

und versuche, seine Leistung zu steigern. Am 24. Februar 2010 berichtete Dr. F.___ 

über ein höchst erfreuliches Resultat nach einem langjährigen Leidensweg (MV-act. 

375). Am 5. August 2010 teilte der Versicherte mit, dass er die Ausbildung zum 

Zivilschutzinstruktor Ende Juni 2010 erfolgreich abgeschlossen habe (MV-act. 383). Bei 

einer Besprechung am 2. September 2010 gab der Versicherte an (MV-act. 385), dass 

er sich gut fühle und seit Januar 2010 mehr oder weniger voll arbeite. Zu Beginn habe 

er noch kämpfen müssen, um die Leistung zu erbringen. In der Zwischenzeit laufe es 

deutlich besser. Die Arbeitgeberin berichtete am 2. September 2010, sie sei mit dem 

Verlauf zufrieden (MV-act. 386).

A.e  Am 14. Januar 2011 informierte der Versicherte den Case Manager der 

Militärversicherung darüber (MV-act. 389), dass er zurzeit arbeitsunfähig sei und auf ein 

Aufgebot der Klinik M.___ für eine stationäre Behandlung warte. Seit mehr als sieben 

Jahren habe er starke Schmerzen. Sein Körper sei immer schwächer geworden und 

verfüge nun über keine Reserven mehr. Er sei komplett erschöpft von den jahrelangen 

und nach wie vor starken Schmerzen in der Leiste, im Kopf, im Nacken und im Rücken. 

Für ihn sei klar, dass die ganze Situation die Folge des Autounfalls und der 

misslungenen Leistenoperation sei. Er habe in den letzten Jahren mit allen Mitteln 

versucht zu arbeiten. Nun habe sein Körper die Notbremse gezogen. Bereits am 7. 

Januar 2011 hatte der Hausarzt K.___ der Klinik M.___ berichtet (MV-act. 390), der 

Versicherte leide unter einer „massiven Burnout-Problematik“. Aktuell liege ein 

chronisches „massivstes“ Hyperventilationssyndrom vor. Auch wenn der Versicherte 

seine Beschwerden als rein somatischer Art qualifiziere, könne aus ärztlicher Sicht nur 

von einer psychosomatischen Behandlung ein Erfolg erwartet werden. Am 9. Februar 

2011 teilte die Case Managerin des Kantons St. Gallen jenem der Militärversicherung 

mit (MV-act. 396), der Kanton sei an einer weiteren Beschäftigung des Versicherten 

nicht mehr interessiert. Es werde auf jeden Fall zu einer Auflösung des Vertrages 

kommen. Die Gründe seien unter anderem im persönlichen Verhalten, in 

Kommunikationsdefiziten, in einer mangelnden Transparenz und Konsistenz zwischen 

der Arbeitsunfähigkeit und den medizinischen Befunden sowie in einer 

Interessenabwägung zwischen dem Aufwand und dem Ertrag einer weiteren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschäftigung zu finden. Am 4. April 2011 berichtete Dr. med. N.___, Vertrauensarzt 

der Versicherungskasse für das Staatspersonal (MV-act. 402), der Versicherte leide an 

einem chronischen Schmerzsyndrom mit einer möglichen schweren depressiven 

Komponente. Das aktuell auslösende Ereignis sei eine traumatische Teilruptur des 

Musculus gastrocnemius im November 2010. Eine stationäre Behandlung in der Klinik 

M.___ sei am 2. April 2011 vom Versicherten mit der Begründung abgebrochen 

worden, diese habe keinen Erfolg gezeitigt. Am 15. April 2011 berichtete die Klinik 

M.___ (MV-act. 409), die am 17. März 2011 begonnene stationäre Behandlung sei am 

2. April 2011 vorzeitig beendet worden. Der Versicherte leide an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, an akzentuierten 

Persönlichkeitszügen mit narzisstischen und perfektionistischen Anteilen, an einem 

Status nach einem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule, an einem Status nach einer 

Herniotomie beidseits sowie an einer Discopathie L4/5 und L5/S1. In der 

Psychotherapie habe er sich kaum auf eine Problemeruierung eingelassen, habe sich 

völlig auf die somatischen Symptome fixiert gezeigt. Er sei überzeugt gewesen, bereits 

gut funktionierende, eigene Bewältigungsstrategien zu besitzen. Es sei deutlich 

geworden, dass er sich sein Leben und sein Umfeld bereits völlig im Schmerz und um 

diesen herum aufgebaut habe. Aufgrund seiner ablehnenden Haltung sei kein Zugang 

zur Psychotherapie möglich gewesen. In der Therapie habe er nur Möglichkeiten auf 

somatischer Ebene akzeptiert. Den Aufenthalt habe er unvorhergesehen vorzeitig 

abgebrochen. Eine psychotherapeutische Betreuung sei an sich indiziert, doch der 

Versicherte sei dazu nicht bereit. Am 17. Juni 2011 liess der nun anwaltlich vertretene 

Versicherte auf eine weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustandes hinweisen 

(MV-act. 412). Am 24. Juni 2011 berichtete Dr. L.___, nach mehreren Untersuchungen 

und Behandlungsversuchen durch ihn und Dr. F.___ sei letzterer der Auffassung, dass 

eine weitere operative Intervention nicht angezeigt sei (MV-act. 413).

A.f  Am 4. Juli 2011 beauftragte die Militärversicherung die Rehaklinik Bellikon mit einer 

multidisziplinären Abklärung und arbeitsorientierten Rehabilitation (MV-act. 414). Am 

25. Juli 2011 berichtete die Rehaklinik Bellikon, der Versicherte habe sich nicht in der 

Lage gesehen, sich auf ein trainingsorientiertes, multimodales und psychologisch 

begleitetes Rehabilitationsprogramm einzulassen, weshalb er noch am Eintrittstag 

wieder entlassen worden sei (MV-act. 416). Am 8. August 2011 beauftragte die 

Militärversicherung die Rehaklinik Bellikon mit einer polydisziplinären Begutachtung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(MV-act. 417). Am 19. Dezember 2012 erstattete die Rehaklinik Bellikon das Gutachten 

(MV-act. 451). Die Sachverständige für physikalische Medizin und Rehabilitation hielt 

fest (MV-act. 450), sie habe eine Reizsymptomatik rechts inguinal nicht ausschliessen 

können. Eine solche könnte eine gewisse Schmerzsymptomatik, jedoch nicht die vom 

Versicherten angegebenen Beschwerden in deren Ausmass und auch nicht die 

angegebene eingeschränkte Partizipation erklären. Bezüglich des rechten Knies und 

der rechten Wade sei der objektivierbare Befund weitgehend unauffällig. Insgesamt sei 

das Ausmass der Symptomatik nicht durch die dokumentierbaren strukturellen 

Läsionen erklärbar. Medizinisch-theoretisch seien dem Versicherten maximal 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne längeres Sitzen oder Kauern am 

Stück ganztags zumutbar. Die neurologische Sachverständige führte aus (MV-act. 

447), die vom Versicherten angegebene Kopfschmerzsymptomatik sei als 

Spannungskopfschmerz mit migräniformen Exacerbationen zu klassifizieren, der 

zumindest teilweise durch den überhöhten Analgetikakonsum mitbedingt sein könne. 

Ein Absetzen der Analgetika sei medizinisch indiziert und zumutbar. Für die 

Kopfschmerzsymptomatik finde sich kein objektivierbares organisches Korrelat. Die 

Voraussetzungen für die Diagnose einer milden traumatischen Hirnverletzung beim 

Unfall vom 14. April 2003 seien nicht erfüllt. Die Schmerzen in der rechten Leiste seien 

am ehesten als eine sogenannte Spermatikus-Neuralgie zu qualifizieren. Das Ausmass 

der Beschwerden erscheine als fraglich, da der Versicherte zumindest phasenweise – 

teilweise über zwei Jahre am Stück – voll funktionstüchtig gewesen sei und eine gute 

körperliche Leistungsfähigkeit aufgewiesen habe. Die geltend gemachte halbseitige 

Sensibilitätsstörung lasse sich nicht objektivieren. Die Evaluation der funktionellen 

Leistungsfähigkeit (vgl. MV-act. 450a) hatte nur teilweise durchgeführt werden können 

und keine verwertbaren Ergebnisse geliefert. Die Sachverständigen wiesen darauf hin, 

dass der Versicherte ein sehr eindrückliches und als invalidisierend empfundenes 

Schmerzsyndrom präsentiert habe, weshalb die Mehrheit der Tests gar nicht habe 

durchgeführt werden können oder frühzeitig abgebrochen worden sei. In der Testung 

habe der Versicherte eine erhebliche Symptomausweitung gezeigt. Der 

neuropsychologische Sachverständige führte aus (MV-act. 448), der Versicherte habe 

überwiegend unterdurchschnittliche bis weit unterdurchschnittliche Ergebnisse in den 

Tests erzielt. Die während der Untersuchung präsentierten Schmerzen hätten 

theatralisch, plakativ und histrionisch angemutet. Die kognitiven Testergebnisse 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entsprächen den Leistungen von Patienten mit schweren traumatischen 

Hirnverletzungen oder einer Demenz. Angesichts der unauffälligen bildgebenden 

Befunde seien diese Resultate nicht plausibel. Auch die vom Versicherten beklagte 

Schmerzbelastung vermöge das Ausmass der Defizite nicht zu erklären. Ein 

Symptomvalidierungstest habe Anzeichen für eine mögliche Aggravation ergeben. Das 

im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung ermittelte kognitive Testprofil 

besitze daher praktisch keine Aussagekraft. Der psychiatrische Sachverständige hielt 

fest (MV-act. 449), diagnostisch liege eine ausgeprägte multiple Symptomatik aus dem 

Spektrum der Somatisierung vor, die mit einer Verdeutlichungstendenz mit Anteilen von 

Aggravation und abnormem, sehr demonstrativem Krankheitsverhalten (kombiniert mit 

einer vegetativen Stigmatisierung mit Schwitzen und körperlich-somatisierter 

Angstkomponente) einher gehe. Die Erschöpfungssymptomatik müsse alternativ 

entweder als ein (atypisches) depressives Äquivalent oder als eine somatoforme, 

nämlich als eine sogenannt neurastheniforme Beschwerdesymptomatik im Rahmen 

des somatoformen Beschwerdeprofils verstanden werden. Es liege zumindest eine 

deutliche ich-strukturelle Auffälligkeit (akzentuierte Persönlichkeitszüge), jedoch eher 

keine klassisch ausgeprägte eigentliche Persönlichkeitsstörung vor. Längerfristig sei es 

dem Versicherten zumutbar, diesen Zustand zu überwinden, da dieser durchaus noch 

über Ressourcen und über einen entsprechenden Leistungswillen verfüge. Dazu 

benötige er aber eine spezifische therapeutische Hilfe und genügend Zeit. 

Entsprechende Therapien scheiterten leider nicht selten. Mittelfristig sei seine 

Arbeitsfähigkeit um 50 Prozent eingeschränkt.

A.g  Mit einem Vorbescheid vom 14. Februar 2013 teilte die Militärversicherung dem 

Versicherten mit (MV-act. 452), dass sie die Ablehnung einer Haftung für die 

Spannungskopfschmerzen, für die unspezifische neuropsychologische Störung und für 

die undifferenzierte Somatisierungsstörung vorsehe. Zur Begründung führte sie aus, in 

Anbetracht der Natur und des Ausmasses der von der Rehaklinik Bellikon 

beschriebenen Befunde könne die am 7. Januar 2011 vom Hausarzt K.___ gemeldete 

Burnout-Problematik respektive die von der Rehaklinik Bellikon beschriebene 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht in einem überwiegend wahrscheinlichen 

Zusammenhang mit Einwirkungen während der militärversicherten Dienstzeit stehen. 

Beim Versicherten sei es nämlich erst ab Ende des Jahres 2010 und seither progressiv 

zunehmend zu einem drastischen Funktionsabfall gekommen, nachdem dieser als 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zivilschutzinstruktor ab Februar 2010 praktisch voll arbeitsfähig gewesen sei. Eine 

Kausalkette zwischen den militärversicherten Ereignissen und den aktuellen 

Schadensbildern existiere nach Massgabe des erforderlichen Beweisgrades nicht. Ein 

Verlauf wie vorliegend widerspreche der allgemeinen medizinischen und 

psychiatrischen Erfahrung. Dagegen liess der Versicherte am 28. März 2013 einwenden 

(MV-act. 454), die Frage nach dem Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs 

im Sinne einer conditio sine qua non könne nicht von der Verwaltung, sondern nur von 

den medizinischen Sachverständigen beantwortet werden. Die Sachverständigen der 

Rehaklinik Bellikon hätten einen solchen Kausalzusammenhang bejaht. Der Versicherte 

habe folglich einen Anspruch auf ein Taggeld, das ausgehend von einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit berechnet werden müsse. Dieses sei bis zum Vorliegen des 

Gutachtens der Rehaklinik Bellikon beziehungsweise bis zum 31. Dezember 2012 

geschuldet. Für die Zeit ab dem 1. Januar 2013 habe der Versicherte einen Anspruch 

auf eine ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent berechnete 

Invalidenrente. Am 18. April 2013 notierte der Kreisarzt Dr. med. O.___ (MV-act. 455), 

aus medizinischer Sicht könne ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der 

Somatisierungsstörung und dem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule nicht 

abgesprochen werden. Die Frage, ob auch ein adäquater Kausalzusammenhang 

vorliege, müsse vom Rechtsanwender beantwortet werden. Dasselbe gelte auch für die 

Frage nach der Überwindbarkeit der als ein pathogenetisch-ätiologisch unklares 

syndromales Beschwerdebild ohne eine nachweisbare organische Genese zu 

qualifizierenden Somatisierungsstörung. Ein natürlich kausaler Zusammenhang 

zwischen der Inguinalhernienoperation und der Somatisierungsstörung sei nicht 

überwiegend wahrscheinlich. Mit einer Verfügung vom 1. Mai 2013 lehnte die 

Militärversicherung ihre Haftung für die Folgen der Spannungskopfschmerzen, für die 

unspezifische neuropsychologische Störung und für die undifferenzierte 

Somatisierungsstörung ab (MV-act. 456). Zur Begründung führte sie aus, gestützt auf 

die Stellungnahme des Kreisarztes Dr. O.___ müsse zwar ein natürlicher 

Kausalzusammenhang bejaht werden. Es fehle aber an einem adäquaten 

Kausalzusammenhang im Sinne der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 [sog. Psycho-

Praxis] und BGE 117 V 359 [sog. Schleudertrauma-Praxis]). Nachdem der Kreisarzt Dr. 

O.___ am 14. Mai 2013 notiert hatte, die bislang durchgeführte Physiotherapie sei aus 

somatischer Sicht nicht mehr indiziert (MV-act. 457), teilte die Militärversicherung dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten noch gleichentags mit, dass sie die Kosten der Physiotherapie nur noch 

bis zum 15. Juni 2013 vergüten werde (MV-act. 458).

A.h  Am 3. Juni 2013 liess der Versicherte eine Einsprache gegen die Verfügung vom 1. 

Mai 2013 erheben (MV-act. 460). Sein Rechtsvertreter beantragte die Zusprache eines 

Taggeldes bis zum 31. Dezember 2012 und einer Rente ab dem 1. Januar 2013. Zur 

Begründung führte er aus, die in der Verfügung enthaltene Adäquanzprüfung sei nur 

sehr summarisch vorgenommen und praktisch überhaupt nicht begründet worden, was 

rechtsstaatlich nicht unbedenklich sei. Bei einer gewissenhaften Prüfung zeige sich, 

dass der adäquate Kausalzusammenhang unter Berücksichtigung der vom 

Bundesgericht definierten Kriterien erfüllt sei. Die Kollision vom 14. April 2003 sei so 

heftig gewesen, dass das andere Fahrzeug um die eigene Achse gedreht worden sei. 

Der Versicherte habe mit seinem Kopf das Lenkrad komplett eingeschlagen. Die 

Fraktur an der Wirbelsäule sei als eine besondere Verletzung zu qualifizieren. Das 

Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung sei besonders 

stark erfüllt. Der Versicherte leide an Dauerbeschwerden. Im Zusammenhang mit der 

Operation der Leistenhernie rechts sei es zu einer ärztlichen Fehlbehandlung 

gekommen. Der Versicherte habe alle nur erdenklichen Mühen zur Überwindung seiner 

Arbeitsunfähigkeit unternommen. Der Heilverlauf müsse als schwierig und durch 

erhebliche Komplikationen beeinflusst bezeichnet werden. Am 4. Juni 2013 ersuchte 

der Versicherte bezugnehmend auf das Schreiben vom 14. Mai 2013 betreffend die 

Physiotherapie um den Erlass einer einsprachefähigen Verfügung (MV-act. 461). 

Diesem Begehren entsprach die Militärversicherung am 13. Juni 2013 (MV-act. 464). 

Am 31. Juli 2013 liess der Versicherte auch eine Einsprache gegen die Verfügung vom 

13. Juni 2013 erheben (MV-act. 465). Sein Rechtsvertreter beantragte die Vergütung 

der Heilbehandlungskosten über den 15. Juni 2013 hinaus. Zur Begründung führte er 

aus, die Haftung der Militärversicherung für die Folgen des Verkehrsunfalls vom 14. 

April 2003 und der Leistenhernie sei anerkannt, weshalb diese die Kosten für die 

entsprechenden Heilbehandlungen übernehmen müsse. Der Kreisarzt Dr. O.___ 

notierte am 7. August 2013 (elektronische Notiz zu MV-act. 465), für die lumbo-

radiculären Schmerzen habe die Militärversicherung keine Haftung anerkannt. Im 

Gutachten der Rehaklinik Bellikon würden keine schwer wiegenden pathologischen 

Befunde („Befund nicht gleich Diagnose“) genannt, die eine Physiotherapie 

rechtfertigen könnten. Mit einer Verfügung vom 16. Oktober 2013 wies die IV-Stelle des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kantons St. Gallen ein Rentenbegehren des Versicherten mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (MV-act. 470). Am 13. Juli 2015 liess der 

Versicherte die Militärversicherung um den umgehenden Erlass eines 

Einspracheentscheides ersuchen, wobei er die Erhebung einer 

Rechtsverzögerungsbeschwerde androhen liess (MV-act. 471). Mit einem Entscheid 

vom 1. Oktober 2015 wies die Militärversicherung die beiden Einsprachen vom 3. Juni 

2013 und vom 31. Juli 2013 ab (MV-act. 473). Zur Begründung führte sie aus, zwischen 

den von der Rehaklinik Bellikon festgestellten Beschwerden und dem Unfall vom 14. 

April 2003 und der Leistenhernie bestehe kein adäquater Kausalzusammenhang. Die 

entsprechenden Kriterien seien nicht erfüllt. Für die lumbo-radiculären Beschwerden 

treffe die Militärversicherung keine Leistungspflicht.

B.   

B.a  Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) am 4. 

November 2015 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte 

die Aufhebung des Einspracheentscheides, die Ausrichtung eines Taggeldes 

ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent bis zum 31. Dezember 2012, 

die Ausrichtung einer Invalidenrente ab dem 1. Januar 2013 und die Vergütung der 

Kosten für die physikalischen und chiropraktischen Heilbehandlungen sowie für weitere 

ausgewiesene Heilbehandlungskosten über den 15. Juni 2013 hinaus. Zur Begründung 

führte er aus, die Militärversicherung (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) sei auf 

der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den 

Gesundheitsbeeinträchtigungen des Beschwerdeführers und dem Unfall vom 14. April 

2003 zu behaften. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin bestehe auch ein 

adäquater Kausalzusammenhang, weshalb diese eine entsprechende Leistungspflicht 

treffe. Zu berücksichtigen sei auch, dass das Bundesgericht mittlerweile seine 

Rechtsprechung zur „Überwindbarkeitsvermutung“ aufgegeben habe. Die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin müsse deshalb neu mittels der im BGE 141 V 

281 definierten Indikatoren geprüft werden. Der Beschwerde lagen mehrere 

medizinische Berichte bei. Am 26. Juni 2014 hatte der Psychotherapeut Dr. phil. P.___ 

berichtet (act. G 1.4), der Beschwerdeführer leide an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sowie an einer 

Persönlichkeitsänderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom. Die Schmerzklinik 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Q.___ hatte am 7. Oktober 2014 berichtet (act. G 1.5), der Versicherte leide an einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, an 

Schlafstörungen und an Konzentrationsstörungen. Im Verlauf der Behandlung, die vom 

22. September 2014 bis zum 4. Oktober 2014 gedauert habe, sei keine befriedigende 

beziehungsweise anhaltende Besserung erreicht worden. Der Chiropraktor Dr. R.___ 

hatte am 28. Oktober 2013 berichtet (act. G 1.6), der Beschwerdeführer leide an einer 

posttraumatischen, musculo-skelettalen Desorganisation. Dieser Zustand sei massiv 

verschlimmert worden, weil der Beschwerdeführer von Seiten der Beschwerdegegnerin 

und von Seiten der Rehakliniken nicht als ein Individuum mit Schmerzen 

wahrgenommen und zudem ärztlich unethisch behandelt worden sei.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. Januar 2016 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, der Beschwerdeführer 

verkenne, dass anhand der im BGE 141 V 281 definierten Indikatoren die Frage nach 

der invalidisierenden Wirkung einer Gesundheitsbeeinträchtigung zu beantworten sei, 

was aber irrelevant sei, solange die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen der Gesundheitsbeeinträchtigung und dem versicherten Ereignis nicht 

beantwortet sei. Die vom Bundesgericht im BGE 134 V 109 neu definierten Kriterien für 

die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs seien nicht erfüllt. Das gegnerische 

Fahrzeug habe sich beim Unfall vom 14. April 2003 nicht komplett um die eigene Achse 

gedreht. Die Behauptung eines Kopfanpralls sei aktenwidrig. In keinem Aktenstück 

werde auf eine entsprechende Kontusionsmarke hingewiesen. Die unkomplizierte 

Fraktur des Dornfortsatzes des zwölften Brustwirbels könne nicht als eine besonders 

schwere Verletzung qualifiziert werden. Im Zusammenhang mit den Folgen des 

Verkehrsunfalls sei es weder zu einer ärztlichen Fehlbehandlung noch zu einem 

schwierigen Heilverlauf oder erheblichen Komplikationen gekommen. Die Adäquanz 

zwischen den Gesundheitsbeeinträchtigungen und der Leistenhernie rechts sei von 

vornherein abzusprechen. Hinsichtlich der Heilbehandlungskosten fehle es an einem 

objektivierbaren Befund, der entsprechende medizinische Massnahmen rechtfertigen 

würde.

B.c  Der Beschwerdeführer liess am 22. Februar 2016 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 7). Die Beschwerdegegnerin hielt am 24. März 2016 ebenfalls an ihrem Antrag 

fest (act. G 9).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.d  Auf eine Nachfrage des Versicherungsgerichtes hin (vgl. act. G 11) teilte das Amt 

für Militär und Zivilschutz des Kantons St. Gallen am 18. Mai 2017 mit (act. G 12), der 

Beschwerdeführer habe nach dem 19. März 2010 an keinem Kurs des Bundesamtes 

für Bevölkerungsschutz mehr teilgenommen (vgl. act. G 12.1). Das Arbeitsverhältnis sei 

per 31. Dezember 2011 aufgelöst worden.

Erwägungen

1.   

Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin zwei 

Einspracheverfahren abgeschlossen, nämlich jenes betreffend die Verfügung vom 1. 

Mai 2013 (Ablehnung der Haftung für die damals bestehende 

Gesundheitsbeeinträchtigung des Beschwerdeführers) und jenes betreffend die 

Verfügung vom 13. Juni 2013 (Verweigerung von Kostenvergütungen für eine 

Heilbehandlung). Die Frage, ob es zulässig beziehungsweise sinnvoll gewesen war, die 

Leistungsverweigerung mit zwei separaten Verfügungen zu eröffnen, kann offen 

bleiben, da die beiden Einspracheverfahren vereint worden sind und da vorliegend 

unstrittig über die Rechtmässigkeit des gesamten Einspracheentscheides zu befinden 

ist.

2.   

2.1  Laut dem Art. 5 MVG haftet die Militärversicherung für jede 

Gesundheitsbeeinträchtigung, die während des Dienstes in Erscheinung tritt und 

gemeldet oder sonstwie festgestellt wird, ausser sie kann den Beweis erbringen, dass 

die Gesundheitsbeeinträchtigung sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während des 

Dienstes verursacht werden konnte und dass sich die Gesundheitsbeeinträchtigung 

sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem Ablauf beschleunigt 

hat. Wird eine Gesundheitsbeeinträchtigung dagegen erst nach dem Dienst festgestellt 

und bei der Militärversicherung angemeldet oder werden Spätfolgen oder Rückfälle 

geltend gemacht, so haftet die Militärversicherung gemäss dem Art. 6 MVG nur, wenn 

die Gesundheitsbeeinträchtigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des 

Dienstes verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

überwiegender Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten 

Gesundheitsbeeinträchtigung handelt. Als Dienst im Sinne der Art. 5 f. MVG gelten 

unter anderem der obligatorische oder freiwillige Militär- oder Zivilschutzdienst (Art. 1a 

Abs. 1 lit. a MVG), wozu die Erfüllung der Wehrpflicht im Sinne des Militärgesetzes (Art. 

1 Abs. 1 MVV) und damit auch die Dienstleistung als Zeitmilitär (Art. 47 Abs. 3 MG) 

sowie die Ausbildung zum Berufsoffizier (Art. 2 Abs. 1 lit. b MVV) zählen. Instruktoren 

des Zivilschutzes sind dagegen nur versichert, wenn sie im Bundesdienst stehen (vgl. 

Art. 1a Abs. 1 lit. b Ziff. 7 MVG und Art. 2 Abs. 2 MVV). Da der Beschwerdeführer vom 

1. Januar 2001 bis zum 30. September 2003 als Zeitmilitär Dienst geleistet und vom 1. 

Oktober 2003 bis zum Abbruch am 17. Mai 2004 eine Ausbildung zum Berufsoffizier 

absolviert hat und da das entsprechende Arbeitsverhältnis per 30. September 2006 

aufgelöst worden ist (vgl. MV-act. 198 und 250), gilt der Zeitraum vom 1. Januar 2001 

bis zum 30. September 2006 vorliegend als Dienstzeit im Sinne der Art. 5 f. MVG. 

Während der Ausbildung zum Zivilschutzinstruktor haben nur die unter der 

Federführung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz in Schwarzenburg 

absolvierten Kurstage als Dienstzeit im Sinne der Art. 5 f. MVG gegolten, die 

mehrheitlich auf die Zeit vom 16. März 2007 bis zum 21. September 2007 und auf 

mehrere Tage in den Monaten September und Oktober 2008, Februar 2009 sowie 

Februar und März 2010 entfallen sind (vgl. act. G 12.1).

2.2  Am 14. April 2003 und damit während der Dienstzeit ist es zu einem Verkehrsunfall 

mit einem Distorsionstrauma der Halswirbelsäule und einer Dornfortsatzfraktur im 

zwölften Brustwirbelkörper gekommen, für den die Beschwerdegegnerin zu Recht 

gestützt auf den Art. 5 MVG eine Haftung anerkannt hat. Nun ist die Dornfortsatzfraktur 

entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers aber rasch und folgenlos 

abgeheilt. Schon im August 2003 hat das Kantonsspital Chur über eine bildgebend 

nachgewiesene weitgehende Konsolidierung der komplikationslosen Fraktur berichtet. 

Im August 2004 hat Dr. D.___ – gestützt auf weitere bildgebende Untersuchungen – 

festgehalten, die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden könnten nicht auf 

die Fraktur zurückgeführt werden. Die Sachverständigen der Rehaklinik Bellikon haben 

schliesslich einen diesbezüglich weitestgehend unauffälligen Befund erhoben. Auch die 

Folgen des Distorsionstraumas der Halswirbelsäule sind rasch vollständig abgeheilt. 

Der Beschwerdeführer hat nie ein „typisches, buntes“ Beschwerdebild geschildert. In 

den Akten finden sich keinerlei Hinweise auf eine – auch nur milde – traumatische 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hirnverletzung. Der Beschwerdeführer hat das Bewusstsein nicht verloren, hat keine 

Amnesie, hat keine Kontusionsmarken am Kopf aufgewiesen, hat sich nicht übergeben 

müssen und hat auch ansonsten keine Anzeichen für eine gravierende 

Halswirbelsäulen- oder Kopfverletzung gezeigt. Sämtliche bildgebenden 

Untersuchungen haben einen unauffälligen Befund hinsichtlich des Kopfes und des 

Gehirns gezeigt. Zudem hatte der Beschwerdeführer vor dem Unfall aus einer 

Geschwindigkeit von 60–65 km/h zunächst über eine Strecke von mindestens zehn 

Metern (die Verzögerung dürfte schon eingesetzt haben, bevor die Räder blockiert und 

entsprechende Spuren auf dem Asphalt hinterlassen haben) abgebremst, bevor er mit 

dem anderen Fahrzeug kollidiert ist. Angesichts der optimalen Strassen- und 

Witterungsverhältnisse und einer entsprechend anzunehmenden maximalen 

Verzögerung erscheint sogar die Angabe von Dr. B.___, der Aufprall sei mit einer 

Geschwindigkeit von bloss noch 40 km/h erfolgt, als eher zu hoch gegriffen, jedenfalls 

aber nicht als bewiesen. Entsprechend hat sich das andere Fahrzeug dann auch nicht 

komplett um die eigene Achse gedreht, wie der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers irrtümlicherweise anzunehmen scheint. Das Heck des andern 

Fahrzeugs hat sich vielmehr lediglich um etwa zwei Meter seitlich verschoben. Nach 

rund einem Monat ist der Beschwerdeführer soweit beschwerdefrei gewesen, dass er 

uneingeschränkt diensttauglich gewesen ist. Erst rund ein Jahr später ist es infolge der 

Erschöpfungsdepression wieder zu einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit gekommen, 

ohne dass dabei aber Beschwerden in der Halswirbelsäule eine Rolle gespielt hätten. 

Bis zum Erlass der Verfügung vom 3. Juni 2013 sind keine Beschwerden dokumentiert, 

die als eine Folgeerscheinung des rasch abgeheilten Distorsionstraumas der 

Halswirbelsäule zu interpretieren wären. Die durch den Verkehrsunfall vom 14. April 

2003 verursachten Gesundheitsbeeinträchtigungen sind also mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit noch während der Dauer des Versicherungsverhältnisses folgenlos 

abgeheilt, ohne dass es im weiteren Verlauf bis zum Erlass der Verfügung vom 3. Juni 

2013 wieder zu einem Rückfall gekommen wäre respektive Spätfolgen aufgetreten 

wären. Gegenteiliges ist jedenfalls nicht bewiesen.

2.3  Auch die Leistenhernie ist während der Dienstzeit aufgetreten, nämlich im Januar 

2004. Die Beschwerdegegnerin hat diesbezüglich ebenfalls zu Recht gestützt auf den 

Art. 5 MVG eine Haftung anerkannt. Anders als die durch den Verkehrsunfall vom 14. 

April 2003 verursachten Gesundheitsbeeinträchtigungen ist die Leistenhernie nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Operation nicht folgenlos abgeheilt. Auch wenn die Akten die Behauptung des 

Beschwerdeführers, es sei schon wenige Tage nach der Operation zu ersten 

Beschwerden gekommen, nicht zu belegen vermögen, ist angesichts der im weiteren 

Verlauf gewonnenen Erkenntnisse doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass es bei der Operation im Januar 2004 zu einer Nervenschädigung 

gekommen sein muss, die zunächst jahrelang unentdeckt geblieben ist und deren 

Ursache erst lange nach der Entdeckung der Nervenschädigung selbst hat festgestellt 

werden können. Bis die Tackerspiralen haben entfernt werden können, hatte sich eine 

Neuralgie verselbständigt. Trotz vorübergehenden Phasen von weitgehender 

Beschwerdefreiheit nach dem Beginn der Kryoablationen und nach der Entfernung der 

Tackerspiralen belegt der gesamte Verlauf doch, dass die im Januar 2004 eingetretene 

Gesundheitsbeeinträchtigung nie ganz hat behoben werden können. Unabhängig 

davon, ob man annimmt, die Beschwerdegegnerin treffe nach wie vor (gewissermassen 

ununterbrochen) gestützt auf den Art. 5 MVG eine Leistungspflicht, oder ob man davon 

ausgeht, der Grundfall sei zwar abgeheilt, es sei dann aber zu einem Rückfall 

gekommen, der überwiegend wahrscheinlich in einem kausalen Zusammenhang mit 

dem Grundfall steht und daher gemäss dem Art. 6 MVG eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin begründet, hat die Beschwerdegegnerin für die Folgen der 

Spermatikus-Neuralgie die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

2.4  Während der versicherten Dienstzeit ist es zu einem dritten versicherten Ereignis 

gekommen. Im April 2004 hat der Beschwerdeführer eine Erschöpfungsdepression mit 

einer Somatisierungsstörung erlitten, für deren Folgen die Beschwerdegegnerin – zu 

Recht – eine Leistungspflicht gestützt auf den Art. 5 MVG anerkannt hat (MV-act. 65). 

Der psychiatrische Sachverständige der Rehaklinik Bellikon hat anschaulich aufgezeigt, 

dass der Beschwerdeführer eine Vulnerabilität für die Entwicklung einer 

Somatisierungsstörung aufgewiesen hat, die im Zusammenhang mit einer 

Überforderungssituation aktiviert worden ist. Die Aktenlage bestätigt die Auffassung 

des psychiatrischen Sachverständigen, dass die Erschöpfungsdepression und die 

Somatisierungsstörung eine an sich missglückte, aber psychisch entlastende 

Konfliktbewältigung („Flucht in die Krankheit“; „primärer Krankheitsgewinn“) ermöglicht 

haben, indem sie es dem Beschwerdeführer erlaubt haben, die Überforderung im Zuge 

der Ausbildung zum Berufsoffizier zu verdrängen respektive einen Abbruch der 

Ausbildung mit einer (pseudo-) somatischen Begründung zu rechtfertigen. Den Akten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

lässt sich nämlich entnehmen, dass der Beschwerdeführer schon vor dem Beginn des 

Studiums von seinen Vorgesetzten wiederholt in verschiedener Hinsicht kritisiert 

worden war und dass diese seinen Wunsch, sich zum Berufsoffizier ausbilden zu 

lassen, entsprechend nur bedingt unterstützt hatten (vgl. MV-act. 250). Um die 

Zulassung zur Ausbildung an der Militärakademie zu erhalten, hatte der 

Beschwerdeführer nebst seinem Dienst als Zeitmilitär eine schulische Ausbildung 

absolvieren müssen, womit er die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht haben 

dürfte. Jene Ausbildung würde heute die Zulassung zur Militärakademie nicht mehr 

ermöglichen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer von Beginn weg eher 

unterdurchschnittliche Voraussetzungen für das Studium mitgebracht hat. Seine 

Leistungen im Studium sind dann auch tatsächlich unterdurchschnittlich gewesen, 

sodass er sich nach einem halben Jahr bereits im Hintertreffen befunden hat (vgl. MV-

act. 250). Zu Beginn des Jahres 2004 hat er dann als S.___ einen Wiederholungskurs 

absolvieren müssen, womit eine hohe Verantwortung einher gegangen ist und was zu 

einer Vergrösserung seines Rückstandes im Studium geführt hat. Die unmittelbar nach 

dem Ende des Wiederholungskurses respektive unmittelbar vor der Weiterführung des 

Studiums eingetretene Erschöpfungsdepression dürfte es dem überdurchschnittlich 

leistungswilligen und zum Perfektionismus neigenden Beschwerdeführer erlaubt haben, 

sich seiner Überforderung durch das Studium nicht stellen zu müssen. Diese vom 

psychiatrischen Sachverständigen der Rehaklinik Bellikon geäusserte und überzeugend 

begründete Schlussfolgerung stimmt mit dem Umstand überein, dass der 

Beschwerdeführer in der Folge jeden Hinweis auf Kritik von Vorgesetzten, auf eine 

Überforderung durch das Studium oder auf berufliche, durch seine Persönlichkeit 

bedingte Misserfolge weit von sich gewiesen hat, obwohl das alles durch die Akten 

belegt ist. Dieses Muster hat sich im Zusammenhang mit den 

Bewerbungsbemühungen fortgesetzt. Der Beschwerdeführer hat die Empfehlungen 

des professionellen Berufsberaters nicht befolgt und hat die Ablehnung seiner 

Bewerbung bei der Stadtpolizei H.___ nicht nachvollziehen können, obwohl sich der 

Grund dafür aus den Akten ergibt. Er vertritt heute noch die Ansicht, er habe ganz allein 

die Möglichkeit zur Ausbildung zum Zivilschutzinstruktor gefunden und realisiert (vgl. 

MV-act. 449), während sich den Akten entnehmen lässt, dass diese Gelegenheit 

mehrheitlich den intensiven Bemühungen der Beschwerdegegnerin respektive des 

Case Managers und des Berufsberaters zu verdanken gewesen ist. Der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdeführer hat das Ausbildungs- und Arbeitsverhältnis betreffend seine 

Tätigkeit als Zivilschutzinstruktor stets als unbelastet beschrieben, während sich den 

Angaben seiner Vorgesetzten und der Case Managerin des Kantons St. Gallen 

entnehmen lässt, dass er wiederholt kritisiert worden war und dass der Kanton letztlich 

angesichts persönlicher und leistungsmässiger Defizite des Beschwerdeführers nicht 

mehr daran interessiert gewesen ist, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen. Das alles 

belegt die Schlussfolgerung des psychiatrischen Sachverständigen der Rehaklinik 

Bellikon, der Beschwerdeführer weise ich-strukturelle Auffälligkeiten der Persönlichkeit 

im Sinne einer Alexithymie und damit eine Vulnerabilität für eine Somatisierungsstörung 

auf. Das im April 2004 beschriebene Syndrom weist auffällige Ähnlichkeiten mit dem 

Beschwerdebild, das sich im Frühjahr 2009 gezeigt hat, als der Beschwerdeführer in 

der Klinik Valens behandelt worden ist, und mit dem von den Sachverständigen der 

Rehaklinik Bellikon beschriebenen Beschwerdebild auf. Der psychiatrische 

Sachverständige der Rehaklinik Bellikon hat überzeugend begründet dargelegt, dass 

die neue berufliche Perspektive als Zivilschutzinstruktor es dem Beschwerdeführer 

ermöglicht hat, erfolgreich gegen die Somatisierungsstörung anzugehen, respektive 

dass sie als ein stabilisierender Faktor zu einer längeren Periode von weitgehender 

Beschwerdefreiheit geführt hat. Insofern könnte die Auffassung vertreten werden, dass 

die Erschöpfungsdepression und die Somatisierungsstörung spätestens am Ende des 

Jahres 2004 geheilt gewesen sind, da die Rehaklinik G.___ zu Beginn des Jahres 2005 

keine Hinweise auf eine Somatisierungs- oder auf eine depressive Störung mehr 

gefunden hat. Wohl vor dem Hintergrund von ersten schwerwiegenderen Problemen in 

der Ausbildung zum und Tätigkeit als Zivilschutzinstruktor ist es dann aber im Frühjahr 

2009 zu einem ersten und zu Beginn des Jahres 2011 zu einem zweiten „Rückfall“ mit 

je praktisch identischen Symptomen gekommen. Für diese beiden „Rückfälle“ müsste 

geprüft werden, ob sie einen überwiegend wahrscheinlichen kausalen Zusammenhang 

zum Grundfall vom April 2004 aufweisen und ob die Beschwerdegegnerin 

entsprechend gestützt auf den Art. 6 MVG eine Leistungspflicht trifft. Es könnte aber 

auch die Auffassung vertreten werden, der Beschwerdeführer habe die im April 2004 

erstmals aktivierte Somatisierungsstörung nur zeitweise unterdrücken können, womit 

sich der Grundfall und damit auch die Haftung der Beschwerdegegnerin gestützt auf 

den Art. 5 MVG bis zum Erlass der Verfügung vom 1. Mai 2013 erstreckt hätten. Gegen 

diese Auffassung spricht aber, dass der psychiatrische Sachverständige der Rehaklinik 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bellikon die Somatisierungsstörung angesichts des starken Leistungswillens des 

Beschwerdeführers und der diesem verbliebenen Ressourcen selbst nach dem zweiten 

„Rückfall“ im Jahr 2011 noch als überwindbar qualifiziert hat. Das bedeutet nämlich, 

dass der Beschwerdeführer sowohl zum Jahreswechsel 2004/2005 hin als auch nach 

dem ersten „Rückfall“ im Frühjahr 2009 in der Lage gewesen ist, die 

Somatisierungsstörung erfolgreich zu überwinden, sodass es diesbezüglich beide Male 

zu einer vollständigen Heilung gekommen ist. Für diese Sichtweise spricht auch der 

Umstand, dass die (mehrheitlich) beschwerdefreien Zeiträume jeweils relativ lange 

angedauert haben, nämlich einmal gut vier Jahre (2005–2009) und einmal rund zwei 

Jahre (2009–2011). Überwiegend wahrscheinlich ist die gestützt auf den Art. 5 MVG 

eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründende versicherte 

Gesundheitsschädigung vom April 2004 also spätestens gegen Ende des Jahres 2004 

dahingefallen. Weder die Gesundheitsbeeinträchtigung vom Frühjahr 2009 noch jene 

ab Beginn des Jahres 2011 haben folglich gestützt auf den Art. 5 MVG eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründen können.

2.5  Damit bleibt zu prüfen, ob es sich bei den beiden erwähnten Beeinträchtigungen 

um leistungsbegründende Rückfälle im Sinne des Art. 6 MVG gehandelt hat. Der 

Umstand, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner auffälligen 

Persönlichkeitsstruktur eine Vulnerabilität für die Entwicklung einer 

Somatisierungsstörung aufweist, scheint auf den ersten Blick für einen 

Kausalzusammenhang zwischen den drei Aktivierungen dieser Vulnerabilität in den 

Jahren 2004, 2009 und 2011 zu sprechen. Diese Vulnerabilität hat aber schon 

vordienstlich bestanden; sie hat sich überwiegend wahrscheinlich bereits in der Jugend 

entwickelt, wie der psychiatrische Sachverständige der Rehaklinik Bellikon 

überzeugend dargelegt hat und was von den zusätzlichen späteren Angaben des 

Beschwerdeführers bezüglich der Schwierigkeiten in der Kindheit und Jugend 

(Krankheit und Unfall des Vaters, Scheidung der Ehe der Eltern) zusätzlich bestätigt 

worden ist. Für sich allein hat diese Vulnerabilität die Gesundheit des 

Beschwerdeführers nicht beeinträchtigt. Er hat eine Berufslehre abschliessen, als 

Berufsmann tätig sein, eine militärische Karriere absolvieren und sogar ein Studium an 

der Militärakademie beginnen können, ohne durch seine Vulnerabilität respektive durch 

seine ich-strukturellen Auffälligkeiten der Persönlichkeit beeinträchtigt gewesen zu 

sein. Bei der ersten Erschöpfungsdepression im April 2004 hat es sich um ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eigenständiges, durch eine akute Überforderungssituation im Rahmen des Studiums 

verursachtes Ereignis gehandelt, das den Beschwerdeführer in seiner Gesundheit 

beeinträchtigt hat. Die Gesundheitsbeeinträchtigung ist gegen Ende des Jahres 2004 

komplett abgeklungen. Danach hat der Beschwerdeführer wiederum eine neue 

berufliche Karriere verfolgen können, ohne dass er durch seine Vulnerabilität 

beeinträchtigt gewesen wäre. Aus den Akten geht nicht ausreichend klar hervor, was 

die zweite Aktivierung im Frühjahr 2009 ausgelöst hat. Die Schädigung des rechten 

Knies im November 2008 kann diese für sich allein nicht erklären. Jedenfalls hat es sich 

dabei aber wieder um ein eigenständiges Ereignis gehandelt. Ein kausaler 

Zusammenhang mit dem Ereignis im April 2004 ist nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen. Mit anderen Worten 

haben die beiden Gesundheitsbeeinträchtigungen im April 2004 und im Frühjahr 2009 

zwar dieselben Auswirkungen gezeitigt und wohl auf demselben Mechanismus 

(aktivierte Vulnerabilität) beruht, aber das Ereignis vom April 2004 ist nicht die kausale 

Ursache für das Ereignis im Frühjahr 2009 gewesen. Ein solcher kausaler 

Zusammenhang könnte nur angenommen werden, wenn es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen wäre, die Folgen des Ereignisses vom April 2004 zu überwinden. Eine 

solche Annahme stünde aber im Widerspruch zur überzeugend begründeten 

Schlussfolgerung des psychiatrischen Sachverständigen der Rehaklinik Bellikon und 

kann deshalb nicht überwiegend wahrscheinlich zutreffend sein. Beim Ereignis vom 

Frühjahr 2009 kann es sich also nicht um einen Rückfall zum Ereignis vom April 2004 

im Sinne des Art. 6 MVG gehandelt haben. Dasselbe muss auch für die 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Beginn des Jahres 2011 – als drittes 

eigenständiges Ereignis – gelten. Auch diese weist zwar Ähnlichkeiten zur 

Erschöpfungsdepression und zur Somatisierungsstörung im April 2004 auf und scheint 

durch einen ähnlichen Wirkungsmechanismus ausgelöst worden zu sein. Es kann sich 

dabei aber nicht um einen kausal durch das „Grundereignis“ im April 2004 ausgelösten 

Rückfall im Sinne des Art. 6 MVG handeln. Der Beschwerdeführer hat zwar geltend 

gemacht, er habe seinem Körper über Jahre alles respektive zu viel abverlangt und sei 

deshalb zu Beginn des Jahres 2011 dekompensiert, aber der psychiatrische 

Sachverständige der Rehaklinik Bellikon hat überzeugend dargelegt, dass ein solcher 

Zusammenhang jeder medizinischen Erfahrung widerspreche und daher nicht 

überwiegend wahrscheinlich sein könne. Darauf ist abzustellen. Das bedeutet, dass es 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sich bei der Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu Beginn des Jahres 2011 

nicht um einen Rückfall zur Erschöpfungsdepression und zur Somatisierungsstörung 

im April 2004, sondern um ein neues, nachdienstliches Ereignis gehandelt hat, das 

mangels der Erfüllung der Voraussetzungen des Art. 6 MVG keine Leistungspflicht der 

Militärversicherung begründen kann. Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin überhaupt 

Leistungen im Zusammenhang mit dem zweiten Ereignis im Frühjahr 2009, für das 

grundsätzlich dasselbe gelten muss, hätte erbringen dürfen, gehört nicht zum 

Gegenstand dieses Verfahrens und kann daher unbeantwortet bleiben.

2.6  Im Ergebnis erweist sich die Ablehnung der Haftung für die undifferenzierte 

Somatisierungsstörung, für die unspezifische neuropsychologische Funktionsstörung 

und für die migräniformen Kopfschmerzen gemäss der Verfügung vom 3. Juni 2013 als 

rechtmässig. Diesbezüglich ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 1. 

Oktober 2015 folglich abzuweisen.

3.   

Laut dem Art. 16 Abs. 1 MVG hat der Versicherte einen Anspruch auf eine 

zweckmässige und wirtschaftliche Heilbehandlung, die geeignet ist, seinen Zustand 

oder seine Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder vor einer weiteren Beeinträchtigung zu 

bewahren. Als zweckmässig gilt eine Heilbehandlung, wenn sie aufgrund der konkreten 

Umstände des Einzelfalles geeignet und notwendig ist, um das gesetzliche Ziel in 

einem vernünftigen Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen zu erreichen (Art. 9a Abs. 2 

MVV). Gemäss dem überzeugenden Gutachten der Rehaklinik Bellikon hat der 

Beschwerdeführer – abgesehen von der therapeutisch wohl nicht mehr beeinflussbaren 

Neuralgie – an keiner objektivierbaren Gesundheitsbeeinträchtigung gelitten, die mittels 

der bis Mitte Juni 2013 durchgeführten Physiotherapie noch hätte beeinflusst werden 

können. Jene Therapie hat also nicht geeignet sein können, seinen Zustand oder seine 

Erwerbsfähigkeit zu verbessern. Damit hat sie auch nicht zweckmässig sein können. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine entsprechende Leistungspflicht folglich zu Recht 

verneint, weshalb sich die Verfügung vom 13. Juni 2013 als rechtmässig erweist. Auch 

diesbezüglich ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 1. Oktober 

2015 folglich abzuweisen.

4.   

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/26

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2017
	Art. 5 MVG. Art. 6 MVG.Haftung für eine Gesundheitsbeeinträchtigung. Komplexes Beschwerdebild mit starken Schwankungen im Verlauf der Jahre. Mögliche Rückfälle oder neue Versicherungsereignisse? (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2017, MV 2015/1).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T07:16:12+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen