# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1f861a3-94ba-5e13-8ad9-3e450b1da4ba
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-02
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 02.05.2024 BZ 2024 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2024-2_2024-05-02.pdf

## Full Text

20240321_150824_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2024 2

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Sidler
Gerichtsschreiberin D. Huber Stüdli

Urteil vom 2. Mai 2024 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________ und/oder Rechtsanwalt C.________ und/oder Rechts-
anwalt D.________, 
Beschwerdeführerin,

gegen

E.________ AG, 
vertreten durch Rechtsanwalt F.________ und/oder Rechtsanwalt G.________, 
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Akteneinsicht
(Beschwerde gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 22. Dezember 
2023)

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Sachverhalt

1. Am 15. Mai 2023 reichte die E.________ AG, Zug (nachfolgend: Beschwerdegegnerin), beim 
Kantonsgericht Zug, 3. Abteilung, gegen die A.________ AG, Zürich (vormals: "H.________ 
AG"; nachfolgend: Beschwerdeführerin), und die I.________, Moskau, Russische Föderation, 
eine Klage auf Schadenersatz aus faktischer Organschaft, alternativ aus Geschäftsführung 
ohne Auftrag über insgesamt CHF 91'640'162.05 ein (Verfahren A3 2023 20). Der Prozess 
ist noch hängig. 

2. Am 24. Mai 2023 stellte die Beschwerdegegnerin bei der Einzelrichterin am Kantonsgericht 
Zug ein Gesuch um Bewilligung der provisorischen Nachlassstundung. Mit Entscheid vom 
7. Juni 2023 wies die Einzelrichterin das Gesuch ab und eröffnete über die Beschwerdegeg-
nerin den Konkurs (Verfahren EN 2023 3). Eine gegen diesen Entscheid gerichtete Be-
schwerde der Beschwerdegegnerin hiess das Obergericht das Kantons Zug mit Urteil vom 
22. August 2023 gut. Es hob den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug auf 
und wies die Sache zur Bewilligung der provisorischen Nachlassstundung und zur Durch-
führung des Nachlassverfahrens an die Vorinstanz zurück (Verfahren BZ 2023 62). Mit Ent-
scheid vom 29. August 2023 gewährte die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug der Be-
schwerdegegnerin eine provisorische Nachlassstundung bis 29. Dezember 2023 und mit 
Entscheid vom 19. Dezember 2023 die definitive Nachlassstundung bis 29. Juni 2024. Zu-
dem ernannte sie jeweils die Rechtsanwälte J.________ und K.________ zu provisorischen 
bzw. definitiven Sachwaltern (Verfahren EN 2023 3).

3. Gegen diesen Entscheid reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. Januar 2024 
Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug ein und verlangte die Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheids und die Rückweisung der Sache zur neuen Entscheidung an die Vor-
instanz, eventualiter die Nicht-Gewährung der definitiven Nachlassstundung und die Konkur-
seröffnung über die Beschwerdegegnerin. Das Obergericht trat mit heutigem Datum wegen 
fehlender Beschwerdelegitimation auf die Beschwerde nicht ein (Verfahren BZ 2024 1). 

4. Nachdem die definitiven Sachwalter der Beschwerdeführerin am 22. Dezember 2023 eine 
Kopie des Bewilligungsentscheids in elektronischer Form übermittelt hatten, ersuchte die Be-
schwerdeführerin mit Eingabe vom 22. Dezember 2023, 12:48 Uhr (e-Post), um Einsicht in 
die Akten des Verfahrens EN 2023 3. Mit Entscheid vom 22. Dezember 2023 wies die Einzel-
richterin am Kantonsgericht Zug das Akteneinsichtsgesuch ab. Die Kosten des Verfahrens 
von CHF 800.00 auferlegte sie der Beschwerdeführerin. 

5. Gegen diesen Entscheid reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 2. Januar 2024 
Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug ein und stellte folgende Anträge (act. 1): 

1. Es sei der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 22. Dezember 2023, Verfahrens-Nr. EN 2023 
3, aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei vollständige Einsicht in die Verfahrensakten des 
Verfahrens mit der Verfahrens-Nr. EN 2023 3 zu geben.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

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5. Die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug verzichtete am 7. Januar 2024 auf eine Vernehm-
lassung (act. 5). 

6. Die beiden Sachwalter beantragten in der Vernehmlassung vom 15. Januar 2024, die Be-
schwerde sei abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten sei, alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwertsteuerzusatz zulasten der Beschwerdeführe-
rin (act. 7). 

7. Die Beschwerdegegnerin stellte in der Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2024 Antrag auf 
Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 8). 

8. Die Beschwerdeführerin ersuchte mit Eingabe vom 24. Januar 2024 um Zustellung von act. 4 
und um Ansetzung einer Frist für die Stellungnahme zur Beschwerdeantwort, zur Vernehm-
lassung der Sachwalter und zu den beigezogenen Akten des Kantonsgerichts Zug (act. 9). 
Mit Schreiben vom 26. Januar 2024 räumte der Abteilungspräsident der Beschwerdeführerin 
Frist ein, um sich zu den Stellungnahmen der Beschwerdegegnerin und der Sachwalter zu 
äussern. Gleichzeitig teilte er der Beschwerdeführerin mit, die beigezogenen Akten des Kan-
tonsgerichts könnten ihr nicht zur Verfügung gestellt werden, weil das Recht auf Einsicht in 
diese Akten Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilde (act. 10). In der Stel-
lungnahme vom 9. Februar 2024 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren 
fest. Neu stellte sie den Verfahrensantrag, es sei die "Vernehmlassung" der Sachwalter vom 
15. Januar 2024 aus dem Recht zu weisen und unberücksichtigt zu lassen (act. 12).  

9. Die Sachwalter hielten in ihrer Stellungname im Rahmen des rechtlichen Gehörs vom 
22. Februar 2024 an ihrer Vernehmlassung vom 15. Januar 2024 ausdrücklich fest (act. 13). 
Die Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 7. März 2024 (act. 14). Dazu nahmen 
wiederum die Sachwalter mit Eingabe vom 25. März 2023 Stellung (act. 15). 

10. Die vorinstanzlichen Akten EN 2023 3 wurden beigezogen. 

Erwägungen

1. Anfechtungsobjekt ist ein Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug über ein Ak-
teneinsichtsgesuch in ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren betreffend definitive Nach-
lassstundung. Es stellt sich vorab die Frage, welches Rechtsmittel gegen diesen Entscheid 
gegeben ist. 

1.1 Eine um Einsicht in die Akten ersuchende Verfahrenspartei leitet ihren Anspruch auf Akten-
einsicht während eines hängigen Verfahrens aus ihrer Parteistellung ab, weshalb der ent-
sprechende Entscheid über die Akteneinsicht die Parteirechte und damit das Prozessrecht 
betrifft. Entsprechend ist die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht bei Verfahrensparteien 
während eines hängigen Verfahrens grundsätzlich mit ordentlichen Rechtsmitteln zu rügen. 
Anders verhält es sich bei Akteneinsichtsgesuchen von Dritten, d.h. nicht am Verfahren Be-
teiligten. Dabei handelt es sich um eine Justizverwaltungssache, die nach den Regeln des 
Verwaltungsrechts zu behandeln ist (vgl. Beschluss der Verwaltungskommission des Ober-
gerichts Zürich VB180009-O/U vom 17. Dezember 2018 E. 2.1 f). Aus dieser Unterscheidung 

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folgt, dass ein Entscheid über Akteneinsicht einer Verfahrenspartei mit den ordentlichen 
Rechtsmitteln anzufechten ist, während gegen den Entscheid betreffend die Akteneinsicht 
eines Dritten nur ein verwaltungsrechtliches Rechtsmittel in Betracht kommt. 

1.2 Als Rechtsmittel gegen Justizverwaltungsakte sieht das Gerichtsorganisationsgesetz (GOG) 
in § 79 einzig die Verwaltungsbeschwerde vor. Diese ist – nebst anderen Anfechtungsobjek-
ten – zwar insbesondere gegen Verfügungen zulässig, welche die Akteneinsicht bei abge-
schlossenen Verfahren zum Gegenstand haben (§ 79 Abs. 2 GOG). Die Aufzählung in § 79 
Abs. 1 GOG ist aber nicht abschliessend. Die Verwaltungsbeschwerde muss auch gegen 
Entscheide zur Verfügung stehen, die ein Akteneinsichtsgesuch von Dritten (nicht am Verfah-
ren Beteiligten) in ein hängiges Verfahren zum Gegenstand haben, weil es sich dabei – wie 
ausgeführt – ebenfalls um Justizverwaltungsakte handelt. 

1.3 Vorliegend macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei Gläubigerin der Beschwerdegeg-
nerin. Im Beschwerdeverfahren BZ 2024 1 wurde dargelegt, dass der Beschwerdeführerin 
keine Gläubigerstellung zukommt und sie daher nicht zur Beschwerde gemäss Art. 295c 
Abs. 1 SchKG legitimiert ist. Mangels Parteistellung ist sie auch nicht zur Beschwerde 
gemäss Art. 319 ff. ZPO legitimiert. Sie kann daher eine Verletzung des Rechts auf Akten-
einsicht nicht mit ordentlichen Rechtsmitteln rügen. Als nicht am Verfahren beteiligte Dritte 
steht ihr aber die Verwaltungsbeschwerde zur Verfügung (vgl. vorne E. 1.1 f.). Insofern ist 
vorliegend die II. Beschwerdeabteilung als zuständige Aufsichtsbehörde zur Behandlung der 
Beschwerde zuständig, auch wenn im angefochtenen Entscheid als zulässiges Rechtsmittel 
die Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO aufgeführt ist. 

2. Die Vorinstanz wies das Gesuch um Akteneinsicht der Beschwerdeführerin mit der Begrün-
dung ab, das Bundesgericht habe bislang nicht entschieden, inwiefern die Beschwerdelegiti-
mation nach Art. 295c Abs. 1 SchKG zu einer Parteistellung der Gläubiger führe und sich 
diese auf das Akteneinsichtsrecht nach Art. 53 Abs. 2 ZPO berufen könnten. Vorliegend sei 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin keine Parteistellung im Sinne von § 88 
Abs. 1 GOG zukomme. Dritte könnten gemäss § 88 Abs. 2 GOG Akten in hängigen Verfah-
ren einsehen, wenn sie dafür ein wissenschaftliches oder ein anderes schützenswertes In-
teresse geltend machten und der Einsichtnahme keine überwiegenden öffentlichen oder pri-
vaten Interessen entgegenstünden. Ein schutzwürdiges Interesse Dritter bedeute, dass die 
gesuchstellende Partei ein persönliches und aktuelles Interesse tatsächlicher oder rechtlicher 
Art an der Akteneinsicht haben und daraus einen Nutzen ziehen können müsse. In casu ha-
be die Beschwerdeführerin kein schützenswertes Interesse im Sinne von § 88 Abs. 2 GOG 
an der Einsichtnahme in die Akten des Nachlassverfahrens geltend gemacht. Sie verweise 
diesbezüglich lediglich auf ihre Gläubigerstellung. Der Beschwerdeführerin stehe es frei, ge-
gen die Bewilligung der definitiven Nachlassstundung Beschwerde zu erheben. Inwiefern sie 
dafür vorliegend auf die amtlichen Akten angewiesen wäre, sei nicht ersichtlich. Das Akten-
einsichtsgesuch sei daher abzuweisen (vgl. act. 1/1).  

3. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin – zusammengefasst – Folgendes vor (act. 1 
Rz 28 ff.): 

3.1 Gemäss Art. 295c SchKG könnten der Schuldner und die Gläubiger den Entscheid des 
Nachlassgerichts (über die definitive Nachlassstundung) mit Beschwerde nach der ZPO an-

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fechten. Sie sei Gläubigerin der Beschwerdegegnerin. Mit Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zug vom 21. November 2023, Verfahren BZ 2023 79, sei die Beschwerdegegnerin ver-
pflichtet worden, ihr eine Parteientschädigung für das gesamte Verfahren zu entrichten. Die 
entsprechende Forderung sei noch offen. Sie sei damit Gläubigerin der Beschwerdegegnerin 
und als solche zur Beschwerde legitimiert. Ausserdem sei sie Gläubigerin einer suspensiv 
bedingten Forderung gegenüber der Beschwerdegegnerin. Sie und die Beschwerdegegnerin 
stünden sich derzeit in einem Zivilverfahren vor dem Kantonsgericht Zug gegenüber (Verfah-
ren A3 2023 20). Sofern sie in diesem Zivilverfahren obsiege, habe sie einen Anspruch auf 
Parteientschädigung gegen die Beschwerdegegnerin. Es handle sich mithin um eine suspen-
siv bedingte Forderung in Abhängigkeit vom Ausgang des Verfahrens. Als Gläubigerin sei sie 
zur Anfechtung des Entscheids über die Bewilligung der definitiven Nachlassstundung legiti-
miert. 

3.2 Die Rechtsmittellegitimation bewirke zwingend auch ein umfassendes Akteneinsichtsrecht. 
Eine Rechtsmittellegitimation ohne Akteneinsichtsrecht bzw. Aktenkenntnis würde die ge-
setzlich eingeräumte Möglichkeit, ein Rechtsmittel zu erheben, vollständig entleeren. Das 
entspreche ständiger Rechtsprechung anderer Kantone, beispielsweise des Obergerichts 
des Kantons Bern in einem Entscheid vom 9. Juli 2019 (Verfahren ZK 19 282). Sie gelte da-
her spätestens ab dem Zeitpunkt des Entscheids über die Gewährung der definitiven Nach-
lassstundung als Partei und habe daher ein uneingeschränktes Akteneinsichtsrecht. Dies 
würde auch dann gelten, wenn man die Parteistellung erst mit der Einreichung der Be-
schwerde bejahen würde. Die Vorinstanz habe sich in ihrem Entscheid mit diesen Überle-
gungen nicht auseinandergesetzt. Indem die Vorinstanz das Akteneinsichtsgesuch abgewie-
sen habe, habe sie Art. 295c SchKG, Art. 53 ZPO und Art. 29 BV verletzt. 

3.3 Paragraph 88 Abs. 2 GOG komme von vornherein nicht zur Anwendung, weil sie Partei sei. 
Dass sie berechtigt sei, den Entscheid über die Bewilligung der definitiven Nachlassstundung 
anzufechten, sei erstellt und von der Vorinstanz anerkannt. Dieses Recht setze sachlich Ak-
teneinsicht zwingend voraus, um nicht inhaltsleer zu sein, zumal auch gewisse gesetzliche 
Anforderungen an die Begründung eines Rechtsmittels bestünden. Ausserdem gehe auch 
das Bundesgericht davon aus, dass die Wahrung von Parteirechten in einem anderen Ver-
fahren ein schutzwürdiges Interesse an vollumfänglicher Akteneinsicht begründe. In diesem 
Sinne habe das Bundesgericht beispielsweise in seinem Urteil 1B_33/2014 vom 13. März 
2014, E. 3.2 f., gestützt auf eine analoge Bestimmung in der StPO, ein schutzwürdiges Inter-
esse einer Drittpartei aufgrund eines laufenden Zivilverfahrens bejaht und der Drittpartei um-
fassende Akteneinsicht in ein Strafverfahren gewährt. Dasselbe müsse auch unter dem GOG 
gelten.  

4. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. 

4.1 Im Beschwerdeverfahren BZ 2024 1 kam das Obergericht zum Schluss, dass der Beschwer-
deführerin die Gläubigerstellung im Nachlassverfahren der Beschwerdegegnerin fehlt und sie 
nicht zur Beschwerde nach Art. 295c SchKG gegen den Entscheid der Einzelrichterin am 
Kantonsgericht Zug vom 19. Dezember 2023 betreffend definitive Nachlassstundung legiti-
miert ist. Fehlt der Beschwerdeführerin mithin die Gläubigerstellung und ist sie nicht zur Be-
schwerde gegen die definitive Nachlassstundung legitimiert, ist ihrer Argumentation, wonach 
sie zur Anfechtung des Entscheids über die Bewilligung der definitiven Nachlassstundung le-

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gitimiert sei und die Beschwerdeberechtigung zwingend Akteneinsicht voraussetze, die 
Grundlage entzogen. Diesem Ergebnis steht der von der Beschwerdeführerin zitierte Ent-
scheid des Obergerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2019 (Z2 19 282) nicht entgegen. Das 
Obergericht des Kantons Bern führte aus, der anfechtende Gläubiger sei als Partei im Be-
schwerdeverfahren nach Art. 295c SchKG zu betrachten. Als Partei habe er Anspruch auf 
rechtliches Gehör (Art. 53 ZPO) und damit auch ein Recht auf Akteneinsicht. Das Oberge-
richt betonte allerdings, dass die Stellung als Rechtsmittelpartei mit der Beschwerdelegitima-
tion korrelieren [Hervorhebung hinzugefügt] müsse. Es ging dabei vom Fall aus, dass die 
Gläubigerstellung während des Rechtsmittelverfahrens bestehen bleibt. Vorliegend fiel die 
Gläubigerstellung der Beschwerdeführerin während des laufenden Beschwerdeverfahrens 
mit der Zahlung der offenen Parteientschädigung von CHF 2'000.00 gemäss Urteil des Ober-
gerichts des Kantons Zug vom 21. November 2023 dahin (sofern die Schuld nicht bereits 
durch die [bestrittene] Verrechnungserklärung der Beschwerdeführerin getilgt war). Mangels 
Gläubigerstellung kann der Beschwerdeführerin kein Akteneinsichtsrecht als Partei zukom-
men. 

4.2 Die Vorinstanz prüfte weiter, ob der Beschwerdeführerin als Dritter ein Akteneinsichtsrecht 
nach Massgabe von § 88 Abs. 2 GOG zukommt. Gemäss dieser Bestimmung können Dritte 
die Akten einsehen, wenn sie dafür ein wissenschaftliches oder ein anderes schützenswertes 
Interesse geltend machen und der Einsichtnahme keine überwiegenden öffentlichen oder 
privaten Interessen entgegenstehen. Die Beschwerdeführerin hat keine Gläubigerstellung im 
Nachlassverfahren der Beschwerdegegnerin (vgl. Verfahren BZ 2024 1) und damit auch kein 
aktuelles und schutzwürdigen Interesse, Akteneinsicht zu nehmen. Sie verweist lediglich auf 
ihre Gläubigerstellung. Ein schützenswertes Interesse im Sinne von § 88 Abs. 2 GOG an der 
Akteneinsicht hat sie nicht dargetan. Das erwähnte Urteil des Bundesgerichts 1B_33/2014 
vom 13. März 2014, E. 3.2 f., hilft nicht weiter, geht es doch dort um den Beizug von Akten 
eines Strafverfahrens für einen Verantwortlichkeitsprozess vor Verwaltungsgericht, wobei es 
offensichtlich war, dass sich der Ausgang des Strafverfahrens auf die Zivilforderung auswir-
ken könnte. Demgegenüber ist nicht ersichtlich und erhellt aus den Eingaben der Beschwer-
deführerin nicht, inwieweit das Nachlassverfahren materiell Einfluss auf den Ausgang des 
Forderungsprozesses gegen die Beschwerdeführerin haben könnte.  

4.3 Wie dargelegt, handelt es sich vorliegend nicht um eine Beschwerde nach ZPO, sondern um 
eine Verwaltungsbeschwerde gemäss § 79 GOG. Nach Abs. 2 dieser Bestimmungen gelten 
für das Verwaltungsverfahren die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 
(VRG). Mit der Verwaltungsbeschwerde können alle Mängel des Verfahrens und des ange-
fochtenen Entscheids gerügt werden. Neue Begehren, neue tatsächliche Behauptungen und 
die Bezeichnung neuer Beweismittel sind zulässig (vgl. § 42 Abs. 1 und 2 VRG). Das Noven-
verbot gemäss Art. 326 ZPO gilt nicht und es kann ohne weiteres berücksichtigt werden, 
dass der Beschwerdeführerin keine Gläubigerstellung zukommt. 

4.4 Anzumerken bleibt, dass die Vernehmlassungen der Sachwalter – entgegen den Ausführun-
gen der Beschwerdeführerin (vgl. act. 12 Rz 6 ff.; act. 14 Rz 37 ff.) – nicht unzulässig sind. 
Der Sachwalter im Nachlassverfahren agiert als öffentlich-rechtliches Organ und nimmt eine 
ähnliche Stellung wie diejenige eines Betreibungs- oder Konkursbeamten ein. Als öffentliches 
Organ des Staates hat der Sachwalter die Interessen der Gläubiger und des Schuldners glei-
chermassen zu wahren (Bauer/Luginbühl, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 295 SchKG N 

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23 ff. m.H.). Der Sachwalter prüft und überwacht die Aussicht auf Sanierung und die Mög-
lichkeit der Bestätigung eines Nachlassvertrages; er entwirft den Nachlassvertrag und über-
wacht die Handlungen der Nachlassschuldnerin. Zudem bzw. in der Hauptsache hat der 
Sachwalter die Aufgabe, das Nachlassverfahren zu leiten, und ist für dessen reibungslosen 
und gesetzkonformen Ablauf verantwortlich (vgl. Bernheim/Geiger, Der Sachwalter im Nach-
lassverfahren, in: ZZZ 2021 S. 666 f., m.H.). Als "öffentliches Organ des Staates zur Leitung 
des Nachlassverfahrens" und somit als rechtliches bzw. staatliches Organ der Zwangsvoll-
streckung (vgl. Oeri, Der Sachwalter im Nachlassverfahren, in: Sprecher [Hrsg.], Hotspots 
des Sanierungsrechts, 12. Fachtagung zur Sanierung und Insolvenz von Unternehmen, 
Tagungsband 2021, S. 95, m.H.) ist dem Sachwalter in einem Beschwerdeverfahren das 
rechtliche Gehör zu gewähren. Folglich können die Vernehmlassungen der Sachwalter 
berücksichtigt werden. 

5. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist demnach abzu-
weisen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat daher die 
Gerichtskosten zu tragen und der Beschwerdegegnerin für die anwaltschaftliche Vertretung 
eine Parteientschädigung auszurichten (§ 79 Abs. 2 GOG i.V.m. § 23 Abs. 1 Ziff. 3 und 
Abs. 2 VRG), jedoch ohne Mehrwertsteuer, weil die Beschwerdegegnerin dies im Rechtsbe-
gehren nicht ausdrücklich beantragt hat (vgl. Weisung des Obergerichts Zug über die Mehr-
wertsteuer in der Zivil- und Strafrechtspflege des Kantons Zug vom 29. Juli 2015 S. 2). Der 
Honoraranspruch der Sachwalter bildet eine Masseverbindlichkeit. Die Sachwalter können ih-
ren Honoraranspruch dem erstinstanzlichen Nachlassgericht zur Genehmigung unterbreiten.

Urteilsspruch

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 2'000.00 wird der Beschwerde-
führerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von CHF 2'000.00 verrechnet. 

3. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das Beschwerdeverfahren mit 
CHF 1'000.00 zu entschädigen. 

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe rich-
ten sich nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Ent-
scheids schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Ent-
scheides und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

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5. Mitteilung an:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin 
- definitive Sachwalter 
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (EN 2023 3)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

St. Scherer D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

versandt am: