# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 96aabe5a-0f8a-53cd-8960-7e49961ae58d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 18.03.2015 110 2014 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2014-141_2015-03-18.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 

abgewiesen (VGE 2015/121 vom 21.3.2016). 

RA Nr. 110/2014/141 Bern, 18. März 2015

in der Beschwerdesache zwischen

Frau A.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Allmendingen, Gemeindeverwaltung, 
Thunstrasse 9, 3112 Allmendingen b. Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Allmendingen vom 
6. November 2014 (Akten-Nr. BG 3_2014; Loggiaverglasung)

I. Sachverhalt

1. Mit Gesamtentscheid vom 9. September 2011 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Bern-Mittelland die Baubewilligung für die Überbauung "C.________" in Allmendingen, 

bestehend aus sechs Mehrfamilienhäusern. Das Bauvorhaben schöpft die für das 

C.________-areal geltende Ausnützung, das heisst die maximal zulässige 

Bruttogeschossfläche von 6'600 m2, vollständig aus. Ein Teil der erstellten Gebäude verfügt 

über Loggien, das heisst vollständige einspringende bzw. sich innerhalb der Kubatur der 

Gebäude befindliche Balkone im Obergeschoss bzw. vollständig einspringende, gedeckte 

Sitzplätze im Erdgeschoss. Diese Loggien wurden der Bruttogeschossfläche der 

Überbauung nicht angerechnet. 

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2. Anlässlich der Bauabnahme vom 27. Februar 2014 stellte die Baupolizeibehörde der 

Gemeinde Allmendingen fest, dass bei der als auf zwei Seiten offen bewilligten Loggia der 

Erdgeschosswohnung der Beschwerdeführerin ohne Bewilligung eine bewegliche 

Verglasung erstellt worden war (Parzelle Allmendingen Grundbuchblatt Nr. D.________). 

3. Mit Verfügung vom 28. Mai 2014 ordnete die Gemeinde die Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes an und forderte die Beschwerdeführerin auf, die Verglasungen 

zu entfernen. Gleichzeitig wies sie auf die Möglichkeit eines nachträglichen Baugesuchs 

hin und hielt fest, eine nur einseitige Verglasung sei allenfalls rechtmässig. Weiter drohte 

sie für den Fall der Nichtbefolgung die Ersatzvornahme an.

4. Die Beschwerdeführerin reichte – nachdem ihr eine Fristerstreckung gewährt worden 

war – am 16. Juli 2014 ein nachträgliches Baugesuch ein. Dieses sah eine Verglasung der 

ursprünglich offenen Südost- und Südwestseite der Loggia mittels je vier verschieb- und 

zusammenlegbaren Glaselementen vor. Nachdem die Gemeinde der Beschwerdeführerin 

den Bauabschlag ohne vorgängige Publikation in Aussicht stellte, reicht die 

Beschwerdeführerin am 3. September 2014 eine Projektänderung ein. Diese sieht auf der 

Südwestseite der Loggia eine vollständige Schliessmöglichkeit mit vier Glaselementen und 

auf der Südostseite nur noch eine hälftige Schliessung mit zwei Glaselementen vor. 

Mit Entscheid vom 6. November 2014 erteilte die Gemeinde der Projektänderung ohne 

vorgängige Publikation den Bauabschlag und ordnete die Entfernung der Verglasungen an. 

Gleichzeitig drohte sie die Ersatzvornahme und eine Busse bei Nichtbefolgung an und wies 

auf die Möglichkeit hin, ein nachträgliches Baugesuch für eine einseitige Verglasung 

einzureichen. 

5. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2014 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die 

Aufhebung des Bauentscheides vom 6. November 2014 und die Erteilung der 

Baubewilligung für die Projektänderung. Sie macht insbesondere geltend, gemäss 

Projektänderungsgesuch solle die Loggia auf der Südostseite lediglich zur Hälfte verglast 

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werden. Es handle sich daher um einen mindestens einseitig offenen Sitzplatz und nicht 

um an die Bruttogeschossfläche anrechenbaren Wohnraum. 

6. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Die Gemeinde beantragt die 

Bestätigung ihres Entscheides. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Bauentscheide und baupolizeiliche Verfügungen können nach Art. 40 und Art. 49 Abs. 1 

BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVE angefochten werden. 

Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Die Beschwerdeführerin 

ist durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und zur Beschwerdeführung legitimiert. 

Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Anrechenbare Bruttogeschossfläche

a) Die Gemeinde Allmendingen kam in ihrem Entscheid zum Schluss, eine zweiseitige 

Verglasung der als auf zwei Seiten offen bewilligten Loggia führe dazu, dass deren Fläche 

an die Bruttogeschossfläche angerechnet werden müsse. Weil die maximal zulässige 

Bruttogeschossfläche (BGF) auf dem Schlossareal bereits ausgeschöpft sei, könne eine 

zweiseitige Verglasung der Loggia nicht bewilligt werden. Dies gelte auch für die 

Projektänderung, die auf einer Seite eine teilweise Öffnung vorsehe. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

4

b) Da die Gemeinde Allmendingen ihr Baureglement (GBR3) noch nicht an die 

Bestimmungen der BMBV4 angepasst hat, findet vorliegend für die Bestimmung der 

anrechenbaren Bruttogeschossfläche der bisherige Art. 93 BauV5 Anwendung (Art. 34 Abs. 

2 BMBV und Art. 14 Abs. 2 GBR). Gemäss Art. 93 Abs. 2 BauV gilt als anrechenbare 

Bruttogeschossfläche die Summe aller dem Wohnen oder dem Gewerbe dienenden oder 

hierfür verwendbaren ober- und unterirdischen Geschossflächen einschliesslich der Mauer- 

und Wandquerschnitte. Nicht angerechnet werden unter anderem "mindestens einseitig 

offene Dachterrassen oder Gartensitzplätze" (Bst. g) und "offene ein- und vorspringende 

Balkone, sofern sie nicht als Laubengänge dienen" (Bst. h).

c) Die Bedeutung dieser Vorschrift ist vorliegend umstritten. Die Vorinstanz ist der 

Auffassung, dass die Loggia gemäss Projektänderungsgesuch nur noch auf einer halben 

Seite und damit nicht mehr "mindestens einseitig offen" sei. Die Beschwerdeführerin 

dagegen macht geltend, dass die Loggia einseitig offen bleibe, da die Südostfassade nicht 

ganz geschlossen werde. Massgebend für die Anrechenbarkeit eines Raumes an die 

Bruttogeschossfläche sei dessen tatsächliche Verwendbarkeit zum Wohnen. Die in Art. 93 

Abs. 2 BauV genannten Begriffe seien Anhaltspunkte, wann Flächen und Räume als 

objektiv nicht bewohnbar zu gelten hätten. Sie seien entsprechend dem Sinn und Zweck 

der Norm auszulegen. Die umstrittene Loggia sei nicht vollständig verschliessbar, nicht 

unterkellert, habe nur ein Holzriemenboden und sei nicht sinnvoll beheizbar. Sie gelte 

daher nicht als bewohnbar und sei damit nicht an die Bruttogeschossfläche anrechenbar. 

Zudem sei zu beachten, dass an Sitzplätze nicht höhere Anforderungen als an Balkone zu 

stellen seien. Der Balkon im Obergeschoss habe eine Glasbrüstung, die etwa die gleiche 

Fläche habe wie die Verglasung auf der Südostseite der Loggia im Erdgeschoss. Beide 

seien somit etwa gleichermassen verglast bzw. geschlossen. 

d) Nach den üblichen Regeln der Gesetzesauslegung ist eine Bestimmung in erster 

Linie nach ihrem Wortlaut auszulegen. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene 

Auslegungen möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter 

Berücksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich von Sinn und Zweck sowie der 

3 Baureglement der Gemeinde Allmendingen vom 10.6.1994 mit Teilrevisionen vom 31.5.2007 und 26.5.2011
4 Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3)
5 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)  

5

dem Text zugrunde liegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im 

Kontext zukommt.6

e) Art. 93 Abs. 2 BauV nimmt Balkone, Dachterrassen und Sitzplätze im Erdgeschoss 

unter bestimmten Voraussetzungen von der anrechenbaren Bruttogeschossfläche aus. Die 

Vorschrift unterscheidet dabei zwischen ein- und vorspringenden Balkonen, bei denen 

verlangt wird, dass sie "offen" sind (Bst. h), und Dachterrassen sowie Sitzplätzen, die 

"mindestens einseitig offen" sein müssen (Bst. g). Aus dem Wortlaut ergibt sich nicht 

eindeutig, ob die für Sitzplätze verwendete Formulierung "mindestens einseitig offen" 

meint, dass eine Seite vollständig offen sein muss oder ob mindestens eine Seite nicht 

vollständig geschlossen sein darf, das heisst eine teilweise Öffnung ausreicht. Den 

Materialien zu dieser Bestimmung und zu ihrer Vorgängernorm (Art. 151 der 

Bauverordnung 1970) lässt sich dazu nichts entnehmen.7 Die unterschiedlichen 

Formulierungen bei Balkonen und Sitzplätzen zeigen aber, dass Balkone und 

Erdgeschosssitzplätze nicht gleich behandelt werden können. Dies ergibt sich auch 

daraus, dass Balkone sowohl in der heutigen Regelung als auch in der Vorgängernorm der 

Bauverordnung 1970 separat und nicht zusammen mit Dachterrassen, Gartensitzplätzen 

und Erdgeschosshallen aufgeführt werden. Eine vollständige Gleichbehandlung wäre auch 

nicht sinnvoll, da Balkone aus Sicherheitsgründen zwingend eine Brüstung haben müssen 

und damit auch die offenen Seiten nicht vollflächig offen sein können. Der Auffassung der 

Beschwerdeführerin, wonach an Sitzplätze nicht höhere Anforderungen als an Balkone 

gestellt werden dürften und auch Sitzplätze auf der offenen Seite im Umfang der Fläche 

einer Balkonbrüstung geschlossen werden könnten, kann daher nicht gefolgt werden. 

f) Gemäss dem einleitendem Satz von Art. 93 Abs. 2 BauV gehören zur anrechenbaren 

Bruttogeschossfläche jene Geschossflächen, die dem Wohnen oder dem Gewerbe dienen 

oder dafür verwendbar sind. Dementsprechend umfasst die Aufzählung der nicht 

anzurechnenden Fläche Nebenräume oder Verkehrsflächen, die zwar einen 

Zusammenhang mit der Wohn- und Gewerbenutzung haben, aber nicht dem länger 

dauernden Aufenthalt von Menschen dienen. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin 

gehört die umstrittene Loggia zu diesen privilegierten Flächen, da sie aufgrund der 

6 BGE 139 V 148 E. 5.1 mit Hinweisen
7 Vortrag der kantonalen Baudirektion an den Regierungsrat zur Bauverordnung vom 06.03.1985 sowie Vortrag 
der kantonalen Baudirektion an den Regierungsrat zur Bauverordnung vom 26.11.1970, beides einsehbar unter 
https://www.bve.be.ch, Rechtsamt/rechtliche Grundlagen/Vorträge

https://www.bve.be.ch

6

unvollständigen Schliessung und der fehlenden Beheizbarkeit nicht bewohnbar sei. Nach 

der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung müssen allerdings Räume, damit sie als für 

das Wohnen verwendbar gelten, nicht in jeder Hinsicht vollständig wie ein Wohnraum 

ausgestattet sein und es ist auch nicht massgebend, ob ein Raum unter Einhaltung 

sämtlicher gesundheitspolizeilicher und wohnhygienischer Vorschriften als Wohnraum 

genutzt werden darf. Es genügt laut Verwaltungsgericht, wenn die Ausgestaltung die 

Bewohnbarkeit eines Raumes wesentlich begünstigt.8 Aus diesem Grund werden auch 

geschlossene Wintergärten und Gartenhallen, die meist nicht beheizt und unterkellert sind, 

zur anrechenbaren Bruttogeschossfläche gezählt.9 Sitzplätze, die gedeckt und auf mehr als 

drei Seiten geschlossen sind, sind damit gleichzustellen. Sie erlauben ein 

wetterunabhängiges Verweilen während eines grossen Teils des Jahres und damit einen 

regelmässigen, länger dauernden Aufenthalt von Menschen. Daher ist Art. 93 Abs. 2 Bst. g 

BauV so zu verstehen, dass nur Sitzplätze, die auf mindestens einer Seite vollständig offen 

sind, nicht anzurechnen sind. Dies entspricht im Übrigen auch der Praxis der Abteilung 

Bauen des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR), gemäss der Loggien auf 

mindestens einer ganzen Seite offen sein müssen (mit Ausnahme einer Brüstung bei 

Loggien in Obergeschossen).10 

g) Die umstrittene Loggia soll gemäss Projektänderungsgesuch auf der Südwestseite 

vollständig verglast werden. Auf der Südostseite der Loggia soll mit zwei verschiebbaren 

Glaselementen eine hälftige Schliessung der 3.20 m breiten Öffnung vorgenommen 

werden können. Die minimale Öffnung wäre somit 1.60 m breit. Da allerdings die Loggia 

auf der Südostseite insgesamt 4.77 m breit ist und im Eckbereich über einen gemauerten 

Teil mit einer Breite von 1.57 m verfügt, könnte mit zwei Glaselementen eine Schliessung 

von zwei Dritteln der Seite erreicht werden. Die Loggia ist daher gemäss 

Projektänderungsplänen nicht mehr auf mindestens einer ganzen Seite offen und müsste 

an die Bruttogeschossfläche angerechnet werden. Da die Überbauung "C.________" die 

maximal zulässige Bruttogeschossfläche für das Schlossareal bereits vollständig 

ausschöpft, kann eine Verglasung der Loggia auf zwei Seiten nicht bewilligt werden.

8 VGE 21762 vom 22.3.2004 E. 3.4
9 BSIG Nr. 7/721.0/10.1 "Empfehlungen zur Handhabung einiger Sonderfälle von baubewilligungspflichtigen 
Vorhaben", Ziff. 2.2 und Anhang I 
10 Rolf Mühlemann/Jürg Rüedi, Aus der Praxis der Abteilung Bauen des AGR, KPG-Bulletin, 2/2010, S. 55 ff., 
S. 61

7

3. Wiederherstellung

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer 

Baubewilligung ausgeführt, so hat die zuständige Baupolizeibehörde ein 

Wiederherstellungsverfahren einzuleiten und darüber zu entscheiden, ob und inwieweit der 

rechtmässige Zustand wiederherzustellen ist (Art. 46 BauG). Die 

Wiederherstellungsverfügung wird aufgeschoben, wenn der oder die Pflichtige innert Frist 

ein Gesuch um nachträgliche Baubewilligung einreicht. Bei vollständiger oder teilweiser 

Bewilligung des Bauvorhabens fällt die Wiederherstellungsverfügung im entsprechenden 

Umfang dahin (Art. 46 Abs. 2 Bst. d BauG). Im Falle des Bauabschlags entscheidet die 

Baubewilligungsbehörde zugleich darüber, ob und inwieweit der rechtmässige Zustand 

wiederherzustellen ist; sie setzt dafür gegebenenfalls eine neue Frist (Art. 46 Abs. 2 bst. e 

BauG). Dies bedeutet nach der Praxis der BVE und des Verwaltungsgerichts, dass die 

Wiederherstellungsverfügung von Gesetzes wegen dahinfällt, wenn das nachträgliche 

Baugesuch fristgerecht eingereicht wird.11 Die Wiederherstellungsverfügung vom 28. Mai 

2014 ist daher – anders als die Vorinstanz meint – nicht rechtskräftig geworden, sondern 

mit Einreichung des nachträglichen Baugesuches vom 16. Juli 2014 dahingefallen.

b) Im nachträglichen Baubewilligungsverfahren ist zu prüfen, ob das Bauvorhaben 

wenigstens teilweise bewilligt werden kann (Art. 46 Abs. 2 Bst. b und c BauG). Diese 

Prüfung hat die Baubewilligungsbehörde von Amtes wegen vorzunehmen.12 

Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin mehrmals signalisiert, dass eine nur einseitige 

Verglasung bewilligt werden könnte und sie hat dies auch in ihrer Stellungnahme im 

Beschwerdeverfahren vor der BVE bestätigt. Im angefochtenen Bauentscheid vom 

6. November 2014 hat sie allerdings dem nachträglichen Baugesuch bzw. der 

Projektänderung ohne Publikation vollständig den Bauabschlag erteilt, der 

Beschwerdeführerin aber erneut eine Frist zur Einreichung eines nachträglichen 

Baugesuches für eine einseitige Verglasung angesetzt. Diese Vorgehensweise entspricht 

11 BVR 1990 S. 396 ff. E. 2.b; zur Praxis der BVE vgl. beispielsweise die Abschreibungsverfügung im Verfahren 
RA 120/2009/12, einsehbar unter: https://www.bve.be.ch, Rechtsamt/Entscheide und Rolf Zürcher, Verfahren 
zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands; nachträgliches Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 
6/1990 S. 18 ff.
12 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 46 
N 14.

https://www.bve.be.ch

8

nicht den Vorgaben von Art. 46 Abs. 2 Bst. c und Bst. d BauG. Die Vorinstanz hätte, da sie 

die Verglasung auf der Südwestseite bei Weglassung der Teilverglasung auf der 

Südostseite für bewilligungsfähig hält, das Vorhaben teilweise bewilligen müssen. Dies 

hätte allerdings eine vorgängige Publikation oder zumindest eine Mitteilung an alle 

betroffenen Nachbarn der umliegenden Gebäude erfordert (Art. 26 ff. BewD13). Es ist nicht 

Aufgabe der BVE als Beschwerdeinstanz, diese Veröffentlichung nachzuholen und als 

erste Instanz eine teilweise Bewilligung zu erteilen. Die angefochtene Verfügung wird 

daher aufgehoben und die Sache zur Fortführung des Verfahrens an die Gemeinde 

Allmendingen zurückgewiesen (Art. 72 Abs. 1 VRPG14).

4. Zusammenfassung und Kosten

a) Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben und die 

Sache zur Fortführung des Verfahrens an die Gemeinde Allmendingen zurückzuweisen ist. 

Die Projektänderung kann nicht vollständig, aber allenfalls teilweise bewilligt werden. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens gelten die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz als je 

teilweise unterliegend. Es rechtfertigt sich daher grundsätzlich eine je hälftige Auferlegung 

der Kosten (Art. 108 Abs. 1 und Abs. 3 VRPG).

b) Die Verfahrenskosten werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.00 

(Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 GebV15). Davon hat die 

Beschwerdeführerin die Hälfte, ausmachend Fr. 400.00, zu tragen. Der Gemeinde 

Allmendingen können keine Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 108 Abs. 2 VRPG 

i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. b VRPG). 

c) Die Gemeinde Allmendingen hat der Beschwerdeführerin die Hälfte ihrer 

Parteikosten zu ersetzen; sie selbst hat dagegen keinen Anspruch auf Parteikostenersatz 

(Art. 104 Abs. 1 und Abs. 4 i.V.m. Art. 108 Abs. 3 VRPG). Der Anwalt der 

Beschwerdeführerin macht ein Honorar von Fr. 5'950.00, Auslagen von Fr. 35.00 und 

13 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1) 
14 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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Mehrwertsteuern von Fr. 478.80, total ausmachend Fr. 6'463.80, geltend. Nach Art. 11 

Abs. 1 PKV16 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 

400.00 bis Fr. 11'800.00 pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der 

Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung 

der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG17). Im 

vorliegenden Fall ist der gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu werten, da nur 

ein Schriftenwechsel stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt wurde. Angesichts 

der geringen Baukosten gemäss Projektänderungsgesuch von rund Fr. 10'000.00 ist auch 

die Bedeutung der Streitsache als unterdurchschnittlich einzustufen, die umstrittenen 

Rechtsfragen und die Schwierigkeit des Prozesses dagegen als durchschnittlich. Daher 

erscheint eine Ausschöpfung des Gebührenrahmens zu 35% und damit ein Honorar von 

Fr. 4'390.00 zuzüglich Auslagen von Fr. 35.00 und Mehrwertsteuern von Fr. 354.00, total 

Fr. 4'779.00, als angemessen. Die Gemeinde Allmendingen hat der Beschwerdeführerin 

die Hälfte davon, ausmachend Fr. 2'389.50, als Parteikostenentschädigung zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Gemeinde 

Allmendingen vom 6. November 2014 wird aufgehoben und die Sache zur 

Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde Allmendingen zurückgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten werden festgesetzt auf Fr. 800.00. Davon hat die Be-

schwerdeführerin Fr. 400.00 zu bezahlen; auf die Erhebung der restlichen 

Verfahrenskosten wird verzichtet. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald 

dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Die Gemeinde Allmendingen hat der Beschwerdeführerin eine 

Parteikostenentschädigung von Fr. 2'389.50 (inkl. Mehrwertsteuern) zu ersetzen.

16 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, 
PKV; BSG 168.811)
17 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt B.________, mit Gerichtsurkunde

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Allmendingen, Gemeindeverwaltung, mit 

Gerichtsurkunde

- Regierungsstatthalter von Bern-Mittelland, zur Kenntnis

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

B. Egger-Jenzer,

Regierungspräsidentin