# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd4c5d4a-19ca-5660-91a9-c84fc8fca7ea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2015 200 2014 1205
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1205_2015-05-28.pdf

## Full Text

200 14 1205 IV
SCJ/COC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Mai 2015

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1956 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 10. September 2008 bei der Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin 
führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) medizinische und 
erwerbliche Erhebungen durch und holte eine Stellungnahme des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn 
(AB 39 und 40) ein. Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebungen 
sprach die IVB mit Verfügung vom 16. Februar 2011 (AB 43) bei einem 
ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 50% ab Mai 2009 eine halbe IV-
Rente zu (vgl. auch AB 41). Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Am 20. Oktober 2012 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV zum 
Leistungsbezug an (Revisionsbegehren; AB 44). Nach der Durchführung 
von medizinischen und erwerblichen Erhebungen und insbesondere nach 
Einholung einer Stellungnahme des RAD (AB 86 und 90) stellte die IVB mit 
Vorbescheid vom 24. März 2014 (AB 94) bei einem neu ermittelten IV-Grad 
von 61% die Erhöhung der bisherigen halben IV-Rente auf eine Dreivier-
telsrente ab März 2013 in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte nicht 
einverstanden und liess Einwand erheben (AB 95). Nach Einholung einer 
weiteren Stellungnahme des RAD (AB 99) verfügte die IVB am 14. Novem-
ber 2014 (AB 106) wie im Vorbescheid angekündigt und sprach dem Versi-
cherten ab März 2013 eine Dreiviertelsrente zu.

C.

Hiergegen liess der Versicherte am 15. Dezember 2014 Beschwerde erhe-
ben und folgende Anträge stellen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 3

1. Die Verfügung vom 14. November 2014 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdefüh-
rer ab dem 1. September 2012 eine ganze Rente, zuzüglich Ver-
zugszins seit wann rechtens, zu gewähren.

Eventualiter:

Die Akten seien zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Nachdem die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung während 
des Beschwerdeverfahrens am 29. Januar 2015 wiedererwägungsweise 
aufgehoben und – nach Durchführung weiterer Abklärungen – den Erlass 
einer neuen Verfügung in Aussicht gestellt hatte, beantragte sie mit Be-
schwerdeantwort vom 29. Januar 2015, das Beschwerdeverfahren sei als 
gegenstandslos vom Protokoll abzuschreiben. Auf Anfrage des Instrukti-
onsrichters hin hielt die Beschwerdegegnerin in der Stellungnahme vom 
11. Februar 2015 fest, die in Aussicht gestellten weiteren Abklärungen er-
folgten zur Prüfung, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine ganze 
IV-Rente habe und bejahendenfalls ab wann dieser Anspruch bestehe. Der 
Anspruch auf mindestens eine Dreiviertelsrente werde gestützt auf die bis-
herigen Abklärungen als gegeben erachtet, weshalb eine allfällige 
Schlechterstellung nicht beabsichtigt sei.

Mit Stellungnahme vom 24. Februar 2015 zeigte sich der Beschwerdefüh-
rer mit der Wiedererwägungsverfügung vom 29. Januar 2015 nicht einver-
standen, da weitere Abklärungen nicht notwendig seien. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Weiter sind auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwal-
tungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten. 

1.2

1.2.1 Der Versicherungsträger kann eine Verfügung oder einen Einspra-
cheentscheid, gegen die Beschwerde erhoben wurde, so lange wiederer-
wägen, bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt (Art. 53 
Abs. 3 ATSG). Die pendente lite erlassene Verfügung beendet den Streit 
nur insoweit, als sie dem Begehren der beschwerdeführenden Person ent-
spricht. Soweit in dieser neuen Verfügung Streitfragen ungelöst bleiben, 
besteht der Streit über die nichterfüllten Begehren weiter. In diesem Falle 
muss die Beschwerdeinstanz auf die Sache eintreten, soweit darüber in der 
neuen Verfügung nicht befunden worden ist, ohne dass die beschwerde-
führende Person diese ebenfalls anzufechten braucht (BGE 127 V 228 E. 
2b bb S. 233, 113 V 237 E. 1a S. 238).

1.2.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 14. November 2014 
(AB 106), mit welcher die bisherige halbe IV-Rente rückwirkend ab März 
2013 auf eine Dreiviertelsrente erhöht worden ist. 

Während des Beschwerdeverfahrens zog die Beschwerdegegnerin die an-
gefochtene Verfügung in Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 3 ATSG) und stell-
te nach Durchführung ergänzender Abklärungen den Erlass einer neuen 
Verfügung in Aussicht. In der Eingabe vom 11. Februar 2015 (in den Ge-
richtsakten) präzisierte sie weiter, dass ein Anspruch auf eine 
Dreiviertelsrente ausgewiesen sei und mit weiteren Abklärungen zu prüfen 

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sei, ob gegebenenfalls Anspruch auf eine ganze IV-Rente bestehe. Eine 
Schlechterstellung bewirkt die Wiedererwägungsverfügung somit nicht, da 
die Beschwerdegegnerin auf der Zusicherung zu behaften ist. Mit Eingabe 
vom 24. Februar 2015 (in den Gerichtsakten) zeigte sich der Beschwerde-
führer mit der Wiedererwägungsverfügung vom 29. Januar 2015 jedoch 
explizit nicht einverstanden und beantragte erneut die Zusprache einer 
ganzen IV-Rente ab September 2012. Dabei erachtete er insbesondere die 
Durchführung von weiteren Abklärungen – entgegen der Auffassung der 
Beschwerdegegnerin – als nicht notwendig und beurteilte die Streitsache 
als genügend abgeklärt und damit spruchreif. Somit hat die Beschwerde-
gegnerin mit der pendente lite erlassenen Verfügung vom 29. Januar 2015 
dem (Haupt-)Antrag des Beschwerdeführers auf Zusprechung einer ganzen 
IV-Rente ab September 2012 nicht entsprochen (vgl. E. 1.2.1 hiervor), 
weshalb das Beschwerdeverfahren nicht als gegenstandlos geworden vom 
Protokoll abzuschreiben, sondern fortzusetzen und auf die Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 71 Abs. 2 VRPG). Die Wiedererwägungsverfügung vom 
29. Januar 2015 kann damit lediglich als Antrag an das Gericht betrachtet 
werden, wie nach Auffassung der Beschwerdegegnerin zu urteilen sei.

1.3 Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine IV-Rente und dabei 
insbesondere die revisionsweise Erhöhung der bisherigen halben IV-Rente 
auf eine Dreiviertelsrente ab März 2013.

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-

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lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-

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wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch 
dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur 
Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetre-
ten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1). 

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

3.

3.1 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 16. Februar 
2011 (AB 43) und der hier angefochtenen Verfügung vom 14. November 
2014 (AB 106) eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnis-
sen eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Rentenan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 16. Februar 2011 (AB 43) stützte sich massge-
blich auf den Aktenbericht der RAD-Ärztin med. pract. C.________, Prakti-
sche Ärztin, vom 28. Oktober 2010 (AB 40). In diesem diagnostizierte sie 
gestützt auf eine Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. D.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates FMH, mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
führte sie insbesondere eine Polymyalgia rheumatica und eine Epicondylitis 
lateralis links an (S. 5). Dem Beschwerdeführer gehe es von Seiten der 
linken Hüfte bei Status nach Implantation vom 21. August 2009 gut. Zwi-
schenzeitlich habe er starke Rückenschmerzen, welche medikamentös gut 
behandelt werden könnten. Zusätzlich leide er gelegentlich unter ein-
schiessenden Schmerzen in der rechten Schulter. Auch diese Schmerzen 
seien medikamentös behandelbar (S. 4). In einer angepassten Tätigkeit 
(körperlich leicht, mit der Möglichkeit nach Bedarf die Position zu wechseln, 

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ohne Überkopfarbeiten, Gewichtsobergrenze von 10kg) bestehe bei einem 
100% Pensum eine Leistungseinschränkung von 30% aufgrund des 
erhöhten Pausenbedarfs sowie des verlangsamten Arbeitstempos infolge 
behinderungsbedingter Bewegungseinschränkung. In der angestammten 
Tätigkeit als …, welche nicht als ideal angepasst anzusehen sei, bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von 50% (S. 5). 

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 14. November 2014 
(AB 106) liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde: 

3.3.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
führte im Bericht vom 3. Dezember 2012 (AB 67.3 S. 4 f.) aus, der Be-
schwerdeführer leide seit Jahren an täglichen, massiven Beschwerden im 
Bereich des Bewegungsapparates. Zudem leide er an einer koronaren 
Herzkrankheit, weshalb er körperlich und auch psychisch weniger 
belastbar sei (S. 4). In der bisherigen Tätigkeit als … sei der 
Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Aufgrund der degenerativ 
und teilweise entzündlich bedingten Beschwerden des 
Bewegungsapparates sei es ihm grundsätzlich nicht mehr möglich zu 
100% zu arbeiten. Er könne keine Überkopfarbeiten leisten und keine 
Gewichte über 5kg tragen oder heben. Ein stressiger, unruhiger 
Arbeitsplatz sollte wegen des kardialen Leidens ebenfalls vermieden 
werden. Körperlich leichte Arbeiten mit der Möglichkeit, öfters die 
Körperhaltung zu wechseln, bei geregelten Arbeitszeiten, sollten 
längerfristig zu 50% (halbtags) möglich sein (S. 5).

3.3.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 4. April 2013 (AB 59 S. 4 f.) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
einen Status nach Schulterarthroskopie mit Bizepssehnentenotomie sowie 
Mini-open-Reinsertion der Supraspinatussehne Schulter rechts vom 7. De-
zember 2012 (S. 4). Die Beschwerden im Bereich beider Schultern, 
insbesondere der rechten, stünden momentan im Vordergrund. Hier sei der 
Beschwerdeführer momentan 100% arbeitsunfähig. Von Seiten der Hüfte 
bestehe insgesamt eine relative Einschränkung was das Tragen von 
schweren Lasten anbelange. Auch sei zu erwarten, dass das Heben und 
Tragen von schweren Lasten über die Horizontale längerfristig eher 

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ungünstig sei oder zumindest im Bereich Ausdauer und Gewicht eine 
Einschränkung bestehen könne (S. 5). 

Im Bericht vom 30. Januar 2014 (AB 80) diagnostizierte Dr. med. 
F.________ neu insbesondere einen Status nach Reinsertion der 
Supraspinatussehne mit subacromialer Dekompression vom 11. November 
2013 nach Reruptur der Supraspinatussehne (Schulter rechts) und eine 
Partialläsion der Supraspinatussehne und Tendinopathie der 
Subscapularissehne Schulter links mit deutlich subacromialem 
Impingement (S. 2). Im Vordergrund stehe die Schmerzsituation mit 
entsprechender Bewegungseinschränkung (S. 3). 

3.3.3 Im Aktenbericht vom 17. März 2014 (AB 90) diagnostizierte die 
RAD-Ärztin med. pract. C.________ gestützt auf eine Beurteilung des 
RAD-Arztes Dr. med. D.________ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit insbesondere einen Status nach Reinsertion der Supraspinatussehne 
mit subacromialer Dekompression rechts vom 11. November 2013 nach 
Reruptur der Supraspinatussehne, einen Status nach Schulterarthroskopie 
mit Bizepssehnentenotomie sowie mini open Reinsertion der 
Supraspinatussehne Schulter rechts am 7. Dezember 2012 und ein 
chronisches Lumbovertebralsyndrom (S. 3). Eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes sei seit dem 7. Dezember 2012 ausgewiesen. Trotz 
dieser Verschlechterung habe sich das Zumutbarkeitsprofil nicht verändert. 
Deshalb könne weiterhin auf das Profil, welches im Bericht vom 28. Okto-
ber 2010 (AB 40) formuliert worden sei, abgestellt werden. Es müsse 
davon ausgegangen werden, dass die aktuelle Tätigkeit nicht ideal 
angepasst sei; entsprechend sei die attestierte 50%-ige Arbeitsfähigkeit 
nachvollziehbar. In einer ideal angepassten Tätigkeit sei von einer 70%-
igen Leistungsfähigkeit auszugehen (S. 4).

3.3.4 Nach Erlass des Vorbescheids vom 24. März 2014 (AB 94) nahm 
Dr. med. E.________ am 4. April 2014 zum Gesundheitszustand nochmals 
Stellung (AB 95 S. 13 f.). Der Beschwerdeführer sei vor allem aufgrund 
seiner ausgeprägten entzündlich degenerativen Gelenksveränderungen 
massiv in seiner Lebensqualität eingeschränkt. Vor allem wegen der Schul-
ter- aber auch der Rückenbeschwerden sei er bei der Verrichtung seiner 
alltäglichen Körperpflege oft auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen. Re-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 10

gelmässig sei trotz Ausbau der Analgesie die Nachtruhe massiv gestört 
(S. 13). Aufgrund des Gesundheitszustandes, welcher dem 
Beschwerdeführer nicht nur verunmögliche seiner Arbeit nachzukommen, 
sondern ihn auch in den Alltagstätigkeiten massiv einschränke, sei er nicht 
mehr in der Lage einer Teilzeitarbeit nachzukommen (S. 14).

3.3.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation sowie für Rheumatologie FMH, diagnostizierte im Bericht 
vom 28. April 2014 (AB 95 S. 10 ff.) insbesondere eine Periarthropathia 
humeroscapularis rechtsbetont und ein chronisches 
Lumbovertebralsyndrom bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen 
(S. 10). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit 
dem 27. Oktober 2010 unzweifelhaft signifikant verschlechtert. Dies vor 
allem durch das 
Manifestwerden der Schulterpathologie. Die rechte Schulter habe im 
Frühjahr 2011 begonnen schmerzhaft zu werden, sodass im März 2011 
eine erstmalige Infiltration subacromial an der rechten Schulter mit gutem 
Erfolg bezüglich Schmerzreduktion gemacht worden sei. Nach einigen 
Wochen habe sich jedoch die Schmerzhaftigkeit bei Bewegungen und 
Belastungen der rechten, weniger auch der linken Schulter verstärkt. Leider 
hätten die durchgeführten operativen Eingriffe (an der rechten Schulter) 
nicht zum erhofften Erfolg geführt. In den letzten Monaten habe sich auch 
die lumbale Problematik wiederum verstärkt. Die Tätigkeit als … sei nicht 
mehr zumutbar. Eine körperlich leichte, angepasste Tätigkeit sei aktuell nur 
zumutbar, wenn dabei die Arme kaum bewegt werden müssten und ein 
freier Wechsel zwischen Sitzen und Stehen/Gehen möglich sei (S. 11). 

3.3.6 Auch Dr. med. F.________ bejahte im Bericht vom 22. April 2014 
(AB 95 S. 8 f.) eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Es seien 
Probleme in beiden Schultern sowie das Beschwerdebild einer Polymyalgia 
rheumatica hinzugekommen. Diese Beschwerden führten aufgrund von 
Funktionseinschränkungen und den Schmerzen in den oberen Extremitäten 
zu einer erheblichen Beeinträchtigung. In der angestammten Tätigkeit 
attestierte der Arzt deshalb eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 8). In einer 
angepassten Tätigkeit bestehe vielleicht eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit 
(Einschränkung von Heben und Tragen von Lasten, Arbeiten mit 

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Gewichten, Mobilisation der Arme über die Horizontale, abrupte und 
schnelle Bewegungen). Ideal wäre eine Tätigkeit, welche der 
Beschwerdeführer abwechselnd sitzend oder stehend durchführen könne, 
ohne höhere Belastungen mit Mobilisation der Arme auf Bauch- bis max. 
Brusthöhe (S. 9).

3.3.7 Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin nahm der RAD-Arzt 
Dr. med. D.________ im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nochmals 
Stellung. Er führte am 12. Juni 2014 (AB 99 S. 2) aus, es sei unbestritten, 
dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als … in der … nicht 
mehr zugemutet werden könne. In einer angepassten Tätigkeit sei von ei-
ner 50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Hinsichtlich des Zumutbar-
keitsprofils müsse davon ausgegangen werden, dass Einschränkungen für 
das Heben und Tragen von Lasten über 10kg, für die Mobilisation der Arme 
über die Horizontale sowie für abrupte und schnelle Bewegungen der obe-
ren Extremitäten bestünden. Bezüglich des Zeitpunktes der Verschlechte-
rung verwies der RAD-Arzt auf dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer 
vor der Operation vom 7. Dezember 2012 von Seiten der Schultern keine 
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 12

nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.5 Vorliegend erfüllt der Aktenbericht des RAD-Arztes Dr. med. 
D.________ vom 12. Juni 2014 (AB 99 S. 2) die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-
ten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor). Der RAD-Arzt hat gestützt auf die 
medizinischen Vorakten nachvollziehbar dargelegt, dass sich der Gesund-
heitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert hat, dass die ange-
stammte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar ist und dass in einer ange-
passten Tätigkeit (Einschränkungen für das Heben und Tragen von Lasten 
über 10kg, für die Mobilisation der Arme über die Horizontale sowie für ab-
rupte und schnelle Bewegungen der oberen Extremitäten) eine Arbeits-
fähigkeit von 50% besteht. Diese Einschätzung ist überzeugend und findet 
ihren Rückhalt in den medizinischen Akten. So ging insbesondere Dr. med. 
F.________ im Bericht vom 22. April 2014 (AB 95 S. 8 f.) aufgrund der neu 
hinzugetretenen Probleme in beiden Schultern von einer Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes aus und attestierte in der angestammten Tätig-
keit eine 100%-ige und in einer angepassten Tätigkeit eine 50%-ige Ar-
beitsunfähigkeit. Darauf ist abzustellen.

Daran ändert nichts, dass die RAD-Ärztin med. pract. C.________ im Be-
richt vom 17. März 2014 (AB 90) noch ausführte, dass das Zumutbar-
keitsprofil gemäss Bericht vom 28. Oktober 2010 (AB 40) weiterhin Gültig-
keit habe und somit in einer angepassten Tätigkeit eine 70%-ige Leistungs-
fähigkeit bestehe. Denn diese Beurteilung wurde durch den RAD-Arzt 
Dr. med. D.________ im Bericht vom 12. Juni 2014 (AB 99 S. 2) schlüssig 
revidiert. Dass der RAD-Arzt seine Einschätzung während des Vorbe-

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scheidverfahrens geändert hat, scheint die Beschwerdegegnerin im Übri-
gen beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. November 2014 
(AB 106) übersehen zu haben und hat weiterhin auf die vorherige Beurtei-
lung im Bericht vom 17. März 2014 abgestellt. 

An der schlüssigen Beurteilung des Dr. med. D.________ ändert auch der 
Bericht des Dr. med. E.________ vom 4. April 2014 (AB 94) nichts, in wel-
chem der Arzt eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten 
attestierte (S. 14). Denn eine nachvollziehbare Begründung für die 
vollständige Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. Zudem steht diese 
Einschätzung in Widerspruch zu derjenigen des RAD-Arztes und Dr. med. 
F.________, welche dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit 
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestierten (AB 95 S. 9 und 99 S. 2). Ferner 
erachtete auch Dr. med. G.________ eine angepasste Tätigkeit als zumut-
bar, wobei sich dieser nicht über das Ausmass der Arbeitsfähigkeit äusser-
te (AB 95 S. 1).

Hinsichtlich des Zeitpunkts der eingetretenen Verschlechterung hat der 
RAD-Arzt im Bericht vom 12. Juni 2014 (AB 99 S. 2) schlüssig auf die 
Schulter-Operation vom 7. Dezember 2012 abgestellt. Dies insbesondere 
aufgrund der Tatsache, dass vor dieser Operation von Seiten der Schultern 
keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Auch diese Einschätzung ist 
überzeugend und steht im Einklang mit den medizinischen Vorakten. Daran 
ändert – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 7 f. Ziff. 6) – 
nichts, dass dem Beschwerdeführer seit dem 11. Juni 2012 eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit (in seiner angestammten Tätigkeit) attestiert worden war 
(vgl. AB 48 S. 3 Ziff. 2.14, 67.4, 77.5). Denn für die Beurteilung des Zeit-
punkts der Erhöhung einer laufenden IV-Rente kommt es nicht auf das 
Ausmass der Arbeitsunfähigkeit, sondern auf die Invalidität an (vgl. E. 2.1 
hiervor). Diesbezüglich ist es aufgrund der Akten nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt, dass der Beschwerdeführer bereits vor der Operation 
vom 7. Dezember 2012 in einer angepassten Tätigkeit nur noch zu 50% 
arbeitsfähig war.

3.6 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass gestützt auf die 
schlüssige Beurteilung des RAD-Arztes vom 12. Juni 2014 (AB 99 S. 2) seit 
dem 7. Dezember 2012 in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%-igen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 14

Arbeits- und Leistungsfähigkeit auszugehen ist. Damit ist erstellt, dass sich 
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 
16. Februar 2011 (AB 43) wesentlich verändert hat. Folglich ist das Vorlie-
gen eines Revisionsgrundes zu bejahen und eine umfassende Prüfung des 
Rentenanspruchs vorzunehmen. 

Da der Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist, kann – entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdegegnerin (Wiedererwägungsverfügung vom 29. 
Januar 2015) – im Rahmen der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 122 V 
157 E. 1d S. 162) auf weitere Beweismassnahmen verzichtet werden.

4.

4.1 Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleich zu ermit-
teln.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass ge-
sundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeiter-
tätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 15

deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt 
der Rentenrevision abzustellen (Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 12. Februar 2004, I 607/03, 
E. 7.2.1). Das Bestehen eines Revisionsgrundes – und damit auch der Re-
visionszeitpunkt – ist vorliegend ab der Operation vom 7. Dezember 2012 
erstellt (vgl. E. 3.5 hiervor), so dass die Vergleichseinkommen auf das Jahr 
2012 hin zu bestimmen sind.

4.2.1 Es ist unbestritten und aufgrund der Akten anzunehmen, dass der 
Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin in seinem angestammten 
Arbeitsplatz als … im … in unverändertem Umfang tätig wäre, weshalb das 
Valideneinkommen grundsätzlich aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – 
erzielten Lohnes festzusetzen ist.

Den Gehaltsabrechnungen ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 
im Jahr 2012 in die Gehaltsklasse 14 Gehaltsstufe +53 eingereiht war 
(AB 50). Darauf ist abzustellen. Somit ist das Valideneinkommen auf 
Fr. 91‘720.85 festzulegen (vgl. Personalamt des Kantons Bern, Gehalts-
klassentabelle ab 01.01.2012 Kantonspersonal, Jahresgehalt; abrufbar 
unter www.fin.be.ch).

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweisungstätigkeit im zumutba-
ren Rahmen aufgenommen hat, ist das Invalideneinkommen gestützt auf 
die LSE 2010 zu ermitteln (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 16

Dem Beschwerdeführer ist die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar. 
Dagegen ist eine angepasste Tätigkeit zu 50% zumutbar (vgl. E. 3.5 hier-
vor). Deshalb ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 
das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des Anforderungsniveaus 4 
(einfache und repetitive Tätigkeiten) der Tabelle TA1 festgelegt hat. Der 
massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer beträgt dabei Fr. 4'901.--. 
Auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (Bundesamt 
für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsab-
teilungen, Total) und auf das massgebende Jahr 2012 aufgerechnet, resul-
tiert daraus ein jährliches Einkommen von Fr. 62'353.80 (Fr. 4'901.-- : 40 x 
41.7 x 12 : 100 x 101.7; vgl. BFS, Nominallöhne 2010 – 2012, Tabelle 
T1.1.10, Total Männer). Unter Berücksichtigung der 50%-igen Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit, ergibt dies ein Einkommen von Fr. 31'176.90 
(Fr. 62'353.80 x 0.5) im Jahr. Der von der Beschwerdegegnerin zugestan-
dene Abzug von 17.5% (AB 94 S. 3) trägt allen einkommensbeeinflussen-
den gesundheitsbedingten Aspekten genügend Rechnung. Ein anderweiti-
ger persönlicher oder beruflicher Umstand, der einen höheren Abzug recht-
fertigte, ist nicht ersichtlich. Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 25‘720.95 (Fr. 31'176.90 – 17.5%) im Jahr.

Selbst wenn das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2012, Tabelle 
TA1, Kompetenzniveau 1, Wert „Total“, berechnet würde, würde dies – wie 
nachfolgend dargelegt wird – am Ergebnis nichts ändern. Unter Berück-
sichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden 
(BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 
Total), der 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit und eines Abzuges 
von 17.5% ergibt dies ein Invalideneinkommen von Fr. 26‘885.55 
(Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.5 – 17.5%).

4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 91‘720.85 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 25‘720.95 resp. von Fr. 26‘885.55 resultiert ein 
IV-Grad von gerundet 72% resp. 71% (zur Rundung: BGE 130 V 121 
S. 123 E. 3.2 und 3.3). Somit besteht ein Anspruch auf eine ganze Rente 
der IV (vgl. E. 2.2 hiervor). Da die Veränderung resp. Verschlechterung ab 
dem 7. Dezember 2012 erstellt ist (vgl. E. 3.5 hiervor), ist die bisherige hal-
be IV-Rente folglich in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 der Verordnung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 17

über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) 
nach drei Monaten und somit ab März 2013 auf eine ganze IV-Rente zu 
erhöhen.

5.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 
14. November 2014 teilweise gutzuheissen, die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab März 2013 eine ganze 
IV-Rente auszurichten. Die nachzuzahlenden Rentenbetreffnisse sind zu-
dem – entsprechend dem Antrag in der Beschwerde – nach Art. 26 Abs. 2 
ATSG von der Beschwerdegegnerin zu verzinsen, wobei die Verzugszins-
pflicht ab März 2015 besteht (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 
2. Aufl. 2009, Art. 26 N. 24 f. und 30). Soweit weitergehend ist die Be-
schwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

6.2 Der teilweise obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf Er-
satz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (vgl. Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Da das geringfügige Unterliegen des Beschwerdeführers den Prozessauf-
wand nicht beeinflusst hat, rechtfertigt sich vorliegend keine Reduktion der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2015, IV/14/1205, Seite 18

Parteientschädigung. Entsprechend der angemessenen Kostennote von 
Rechtsanwalt B.________ vom 24. Februar 2015 wird die Parteientschädi-
gung festgesetzt auf Fr. 3‘331.90 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). 
Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu er-
setzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 14. November 2014 aufgehoben und 
dem Beschwerdeführer ab März 2013 eine ganze IV-Rente inkl. Ver-
zugszinsen zugesprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewie-
sen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurück-
erstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘331.90 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 24. Fe-

bruar 2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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