# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ceea025-f068-5d9d-a7fe-461d55f8b734
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.05.2017 D-2426/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2426-2017_2017-05-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2426/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M a i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Wespi, 

mit Zustimmung von Richter François Badoud;  

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Tschad,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 28. März 2017 / N (…). 

 

 

 

D-2426/2017 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Jahr 2016 nach 

Libyen ausreiste, sich dort etwa sechs Monate aufhielt, um über Italien 

zehn Tage später am 22. Juli 2016 in die Schweiz einzureisen, wo er glei-

chentags um Asyl nachsuchte, 

dass er bei der Einreichung des Asylgesuches im Empfangs- und Verfah-

renszentrums (EVZ) B._______ im Personalienblatt als Geburtsdatum  

(…) eintrug, 

dass wegen Zweifeln an der behaupteten Minderjährigkeit des Beschwer-

deführers am 27. Juli 2016 eine Knochenaltersbestimmung durchgeführt 

wurde, wonach das Knochenalter (…) Jahre (…) statt der angegebenen 

(…) Jahre betrage, 

dass ihm anlässlich der Kurzbefragung im EVZ B._______ vom 2. August 

2016 das rechtliche Gehör zum Ergebnis der Knochenaltersanalyse ge-

währt wurde, wobei der Beschwerdeführer an seiner Minderjährigkeit fest-

hielt und vorbrachte, er sei (…) geboren worden, 

dass dem Beschwerdeführer mitgeteilt wurde, aufgrund der Aktenlage 

werde nicht von seiner Minderjährigkeit ausgegangen, sondern vielmehr 

sein Geburtsdatum festgelegt als (…), zudem werde keine Vertrauensper-

son im Verfahren hinzugezogen, 

dass das SEM am 5. August 2016 ein Informationsbegehren an Italien ge-

stützt auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Par-

laments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO) richtete, 

dass die italienischen Behörden am 24. August 2016 antworteten, der Be-

schwerdeführer sei in Italien nicht bekannt, 

dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben des SEM vom 5. September 

2016 mitgeteilt wurde, das Dublin-Verfahren werde beendet und das Asyl-

gesuch in der Schweiz geprüft, 

D-2426/2017 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer in der Kurzbefragung vom 2. August 2016 und 

in der Anhörung zu den Asylgründen vom 27. September 2016 zur Begrün-

dung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er sei in 

C._______ (nahe D._______) geboren, 

dass seine Mutter getötet worden sei, als er noch sehr klein gewesen sei, 

dass er nie zur Schule gegangen sei, sondern lediglich mit (…) Jahren ein 

Jahr lang in der Moschee den Koran gelernt habe,  

dass er auch auf dem Feld in der Landwirtschaft und als Hirte gearbeitet 

habe, 

dass er im Alter von (…) Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder vom 

Stamm des Präsidenten entführt und in eine Kaserne gebracht worden sei 

und er seinen Bruder, der wahrscheinlich zur Armee gebracht worden sei, 

seitdem nicht mehr gesehen habe, 

dass bei dem Angriff auf die Familie die Anhänger des Präsidenten seinem 

Vater das Bein gebrochen hätten, 

dass auch alle anderen Dorfbewohner von diesen gewalttätigen Übergrif-

fen betroffen gewesen seien und deren Kinder auch entführt beziehungs-

weise die Beine der Bewohner gebrochen worden seien, 

dass der Beschwerdeführer nach drei Monaten aus der Kaserne habe flie-

hen können und nach der Flucht eine alte Frau getroffen habe, die ihn zur 

tschadisch-sudanesischen Grenze gebracht habe, 

dass der Beschwerdeführer bei der alten Frau ungefähr zwei Jahre ge-

wohnt und ihr geholfen habe, indem er Schafe gehütet und in der Landwirt-

schaft gearbeitet habe, 

dass der Beschwerdeführer bei der alten Frau nicht immer genug zu essen 

bekommen und es in der Gegend auch nicht viel Arbeit gegeben habe, 

dass er vor seiner Ausreise seinen Vater, dessen  Bein amputiert worden 

sei, in D._______ getroffen habe und er eigentlich zum Vater habe zurück-

gehen wollen, 

dass sein Vater ihm aber gesagt habe, dass die Personen vom Stamm des 

Präsidenten noch immer Kinder entführen und foltern würden,   

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Seite 4 

dass sein Vater ihn aufgefordert habe auszureisen und ihm seine Geburts-

urkunde, die er später in Libyen verloren habe, und seine Telefonnummer 

gegeben habe,  

dass er Angst gehabt habe, getötet zu werden, und daher im Jahr 2016 

nach Libyen ausgereist sei, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

28. März 2017 – eröffnet am 3. April 2017 – ablehnte, die Wegweisung aus 

der Schweiz verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete, 

dass es zur Begründung anführte, die geltend gemachten Vorbringen 

(Übergriffe und Entführung), die sich zugetragen haben sollen, als der Be-

schwerdeführer (…) Jahre alt gewesen sei, hätten 2016 bei der Ausreise 

bei Richtigkeit des angegebenen Alters bereits (…) Jahre zurückgelegen, 

dass dem Beschwerdeführer seinen Aussagen gemäss nach dem Ereignis 

nichts mehr passiert sei, was zur Ausreise geführt habe, 

dass es somit an einem genügend engen Kausalzusammenhang zwischen 

Verfolgung und Flucht fehle, weshalb es an Asylrelevanz mangle, 

dass die ohnehin nicht asylrelevanten Aussagen zudem widersprüchlich in 

zentralen Punkten und als insgesamt unglaubhaft zu werten seien, 

dass das SEM im Rahmen einer Gesamtwürdigung der Vorbringen des 

Beschwerdeführers zum Schluss kam, er sei volljährig und versuche, seine 

wahre Identität sowie den tatsächlichen Reiseweg gegenüber den Behör-

den zu verheimlichen, 

dass sich dies aus der pflichtwidrigen Nichtabgabe rechtsgenüglicher Aus-

weispapiere, den widersprüchlichen und unglaubhaften Angaben zum Al-

ter, dem sicheren Antwortverhalten und Auftreten, dem äusseren Erschei-

nungsbild sowie dem Resultat der Knochenaltersanalyse ergebe, 

dass die Vorbringen insgesamt weder den Anforderungen an die Flücht-

lingseigenschaft nach Art. 3 AsylG (SR 142.31) noch denen an die Glaub-

haftigkeit nach Art. 7 AsylG standhielten und der Wegweisungsvollzug zu-

lässig, zumutbar und möglich sei, 

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Seite 5 

dass in Bezug auf die Zumutbarkeit auch keine individuellen Gründe gegen 

einen Wegweisungsvollzug in den Tschad sprächen, da der Beschwerde-

führer jung, gesund und arbeitsfähig sei und im Landwirtschaftsbereich Ar-

beitserfahrungen gesammelt habe, 

dass zudem angesichts seiner unglaubhaften Aussagen davon ausgegan-

gen werden könne, dass er im Heimatstaat über ein tragfähiges soziales 

und familiäres Beziehungsnetz zur Unterstützung verfüge, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. April 2017 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die vorinstanzliche Verfügung in Bezug auf den Wegweisungs-

vollzug aufzuheben und unter Anordnung der vorläufigen Aufnahme fest-

zustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzulässig und unzumutbar sei, 

dass eventualiter die Sache aufzuheben und wegen Verletzung der Be-

gründungs- und Untersuchungspflicht zur neuen Entscheidung an die Vor-

instanz zurückzuweisen sei, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter Beilage einer Fürsorgebe-

stätigung vom 24. April 2017 um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege und amtlichen Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses ersuchte, 

dass er in der Beschwerde unter Berufung auf eine Verletzung der Begrün-

dungs- und Untersuchungspflicht der Vorinstanz vorbrachte, der Wegwei-

sungsvollzug sei unzulässig wegen einer Verletzung von Art. 3 EMRK in 

Form einer bestehenden Gefahr, von der Terrormiliz Boko Haram angegrif-

fen zu werden, 

dass der Wegweisungsvollzug überdies unzumutbar sei, da er über kein 

tragfähiges soziales Netz im Tschad verfüge, nicht finanziell vom Vater  

oder anderen Personen unterstützt werden könne und eine Rückkehr an 

seinen Wohnsitz unmöglich sei, 

dass er überdies über keine Schulbildung verfüge, weshalb ihm nicht Un-

glaubhaftigkeit bei den Angaben von Jahreszahlen vorzuwerfen sei, 

dass er aus einem armen Land komme und persönlich von Arbeitslosigkeit 

bedroht sei und nicht immer genug zu essen bekommen habe, 

 

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Seite 6 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass das Dispositiv der angefochtenen Verfügung vom 28. März 2017 hin-

sichtlich der Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, der Ablehnung des 

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Seite 7 

Asylgesuches und der Anordnung der Wegweisung in Rechtskraft erwach-

sen ist, nachdem die Verfügung in diesen Punkten unangefochten geblie-

ben ist,  

dass die Beschwerde sich somit gegen den Vollzug der Wegweisung (Dis-

positivziffern 4 und 5 des angefochtenen Entscheids) richtet,  

dass das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-

chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Voll-

zug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verletzung der Begrün-

dungs- und Untersuchungspflicht wegen Nichtberücksichtigung seiner in-

dividuellen Umstände beziehungsweise wegen des Vorliegens der Gefahr 

von Terrorismus und damit einer Verletzung von Art. 3 EMRK nicht festge-

stellt werden kann, 

dass der Entscheid sachgerecht angefochten werden konnte und der Be-

schwerdeführer vielmehr implizit die Richtigkeit der materiellen Würdigung 

in Frage stellt, 

dass dies aber nicht eine Frage der allfälligen Verletzung der Begründungs-

pflicht, sondern vielmehr die materielle Auseinandersetzung mit der Frage 

der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges betrifft,  

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

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Seite 8 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimatstaat drohende men-

schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass die in der Beschwerde vorgebrachte Gefahr eines terroristischen 

Übergriffs durch die islamistische Miliz Boko Haram nicht mit konkreten 

Umständen, sondern allgemein unter Zitierung eines Menschenrechtsbe-

richts vorgebracht wird, weshalb es an einer konkreten Gefährdung der 

Verletzung von Art. 3 EMRK fehlt, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass die allgemeine Lage im Tschad nicht auf eine konkrete Gefährdung 

schliessen lässt, 

dass allein die in sozio-ökonomischer Hinsicht schwierige Situation im Hei-

matstaat nicht ausreicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AuG zu begründen, 

dass das SEM zu Recht erwogen hat, der Beschwerdeführer sei jung, ge-

sund (vgl. act. A6, S. 12) und in der Lage, Arbeitstätigkeiten auszuführen, 

dass er sich auch bisher in der Landwirtschaft und als Hirte seinen Lebens-

unterhalt habe verdienen können (vgl. act. A6, S. 5), auch wenn er über 

keine Schulbildung verfüge, 

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dass ihm seinen Angaben gemäss in den Jahren vor der Ausreise nichts 

widerfahren sei (vgl. act. A15, S. 7) und er selbständig für seinen Lebens-

unterhalt durch landwirtschaftliche Tätigkeiten bei einer alten Frau aufge-

kommen sei, 

dass die gewiss sehr schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Verhält-

nisse, die in der Beschwerde vorgebracht werden, einerseits nicht in Ab-

rede gestellt werden sollen, aber andererseits auch keine Anhaltspunkte 

vorliegen, wonach der Beschwerdeführer aufgrund der Umstände in eine 

existenzbedrohende Situation geraten würde und bei der Rückkehr konkret 

gefährdet wäre, 

dass das in der Beschwerde behauptete Fehlen eines sozialen Netzes vor 

dem Hintergrund der unglaubhaften Angaben im Zusammenhang mit der 

zeitlichen Einordnung der Ereignisse, der unglaubhaften Altersangaben die 

Familienangehörigen betreffend und den vorhandenen Zweifeln an der vor-

gegebenen Identität des Beschwerdeführers mit dem SEM zu bezweifeln 

ist, 

dass zum einen angesichts der unterbliebenen Abgabe von Identitätspa-

pieren und der widersprüchlichen und substanzlosen Angaben des Be-

schwerdeführers zu seinem Alter Zweifel an seiner Identität (Art. 1a Bst. a 

der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1 [SR 142.311]) beste-

hen, 

dass der Beschwerdeführer als Geburtsdaten (..) (vgl. act. A6, S. 3) bezie-

hungsweise (…) angab (vgl. act. A1) und erklärte, zum Zeitpunkt des Asyl-

gesuches (…) Jahre alt zu sein (vgl. act. A6, S. 3), 

dass die Angaben zum verletzen Vater und zur verstorbenen Mutter Fragen 

aufwerfen, da die Mutter angeblich das Geburtsjahr (…) und der Vater das 

Geburtsjahr (…) habe (vgl. act. A6, S. 4), der Vater aber heute (…) Jahre 

alt sei (vgl. act. A15, S. 7), 

dass er die Moschee mit (…) Jahren für ein Jahr besucht habe (vgl. act. A6, 

S. 5), und er später zu Protokoll gab, er habe diese mit (…) Jahren besucht 

(vgl. act. A15, S. 3), 

dass aber auch die vermeintliche Entführung des Beschwerdeführers und 

seines Bruders fraglich ist, habe diese einmal stattgefunden, als er (…) 

Jahre (vgl. act. A6, S. 5), ein anderes Mal, als er (…) Jahre alt gewesen sei 

(vgl. act. A15, S. 6), 

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Seite 10 

dass er in der BzP zuerst angab, er sei nach der Entführung zwei Jahre 

lang in einem Lager gewesen (vgl. act. A6, S. 6), um daraufhin in der An-

hörung von einem dreimonatigen Aufenthalt in der Kaserne zu reden (vgl. 

act. A15, S. 4) 

dass der Bruder bei der Entführung angeblich (…) Jahre alt gewesen sei 

und somit älter wäre als die Mutter mit dem vermeintlichen Geburtsjahr-

gang (…) (vgl. act. A15, S. 7), 

dass die Ereignisse der Entführung und des weiteren Aufenthaltes auch 

deshalb in Frage zu stellen sind, da der Beschwerdeführer, der bei der Ent-

führung (…) Jahre alt gewesen sein will, nach den zwei Jahren Aufenthalt 

bei einer älteren Frau unmittelbar nach dem zufälligen Treffen seines Va-

ters ausgereist sei, 

dass sich diese zeitliche Einordnung aber mit dem angegeben Ausreisejahr 

2016 und dem wiederholt vom Beschwerdeführer geäusserten Alter von 

(…) Jahren bei der Ausreise und Asylgesuchstellung widerspricht (vgl. act. 

A15, S. 4, 5), 

dass somit auch unter Berücksichtigung der behaupteten fehlenden Schul-

bildung des Beschwerdeführers nicht geglaubt werden kann, er verfüge 

über kein tragfähiges soziales und familiäres Beziehungsnetz mehr und 

würde bei der Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation geraten und 

sei konkret gefährdet, 

dass somit keine individuellen Gründe auf eine konkrete Gefährdung im 

Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegwei-

sung vorliegend zumutbar ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

D-2426/2017 

Seite 11 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass die vorinstanzliche Verfügung somit vollumfänglich zu bestätigen und 

die Beschwerde aus den genannten Gründen abzuweisen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses als gegenstandslos erweist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass das Gesuch um Gewährung der amtlichen Rechtsverbeiständung 

(Art. 110a Abs. 1 AsylG) demzufolge ebenfalls abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach  

Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie um Gewährung der amtlichen Rechtsverbei-

ständung nach Art. 110a Abs. 1 AsylG werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Wespi Mareile Lettau 

 

 

Versand: