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**Case Identifier:** c8752a20-5050-5e48-b3b0-6db442c65171
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 30.04.2013 R 2012 183
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-183_2013-04-30.pdf

## Full Text

R 12 183

5. Kammer 

URTEIL
vom 30. April 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 3. August 2012 reichte A. ein Baugesuch für die Erstellung eines 

Einfamilienhauses auf Parzelle 405 in der Gemeinde … ein. Dagegen erhob B 

am 22. August 2012 Einsprache. Mit Einspracheentscheid vom 30. August 2012 

wies der Gemeindevorstand die Einsprache ab, soweit er darauf eintrat und 

erteilte A die Baubewilligung.

2. Dagegen erhob B. am 6. Dezember 2012 (Poststempel) Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht Graubünden und beantragte, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung zu verweigern. 

Eventualiter sei der Einspracheentscheid im Kostenpunkt aufzuheben. Der 

Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen (am 19. Dezember 2012 

erteilt). Der Bauentscheid sei ihm erst auf seine Intervention am 16. November 

2012 zugestellt worden. Das rechtliche Gehör sei deshalb verletzt. Die Parzelle 

405 sei 488 m² gross und lediglich im Rahmen des bestehenden kleinen 

historischen Speichers eingezont worden. Nur 101 m² der Parzelle lägen in der 

Dorferweiterungszone 2. Der andere Teil der Parzelle liege im übrigen 

Gemeindegebiet. Das Bauprojekt umfasse ein Einfamilienhaus. Die AZ sei 

gemäss Art. 44 BG 0.6. Dies ergebe eine maximale BGF von 60.6 m². Das 

Bauprojekt übertreffe diese BGF deutlich. Zumindest ein Teil des 

Eingangsbereiches lasse sich somit in einen Wohnraum umfunktionieren und 

sei in die Berechnung aufzunehmen. Aber auch sonst überstiege der Bau die 

erlaubten 60.6 m² BGF. Die Gemeinde habe das Vorliegen einer 

unverhältnismässigen Härte bejaht und eine Ausnahmebewilligung erteilt. Damit 

sei klar, dass das Bauprojekt die geltende Ausnützung nicht respektiere. Auch 

die Baugesuchsunterlagen seien unzureichend und die Profilierung 

ungenügend gewesen. Der Einspracheentscheid und die Baubewilligung seien 

auch deswegen aufzuheben. Die für die Behandlung der Einsprache 

auferlegten Kosten von Fr. 500.-- seien nicht begründet worden. 

3. Am 14. Januar 2013 beantragte die Gemeinde die Abweisung der Beschwerde. 

Es sei richtig, dass bei dieser Baubewilligung nicht auf die Härtefallregel 

abgestellt werden könne, was freilich auch nicht nötig sei. Der anrechenbare 

Grundstücksteil betrage 101 m². Die AZ sei 0.6 und die mögliche BGF folglich 

60.6 m². Bei der Berechnung derselben sei auf Art. 46 BG abzustellen. Das 

gesamte Erdgeschoss sei nicht zu berücksichtigen, nachdem es neben der 

Eingangshalle nur noch Ein- und Abstellräume umfasse. Voll anzurechnen sei 

das Obergeschoss mit seinen 45.438 m² BGF, während unter Berücksichtigung 

der Raumhöhenbeschränkung auf das Dachgeschoss noch 14.97 m² entfielen. 

Das Bauprojekt konsumiere folglich 60.408 m² und die AZ sei nicht 

überschritten. Die gesetzliche Grundlage für die Kostenauflage sei Art. 96 Abs. 

2 KRG.

4. Am 14. Januar 2013 beantragte auch A (nachfolgend: Beschwerdegegner) die 

Abweisung der Ziff. 1 der Beschwerde (Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids und die Verweigerung der Baubewilligung). Eine allfällige 

Verletzung des rechtlichen Gehörs würde hier geheilt, weil das 

Verwaltungsgericht gemäss Art. 51 VRG über umfassende Kognition verfüge. 

Die zulässige BGF berechne sich nach Art. 46 BG. Das Dachgeschoss weise 

eine anrechenbare BGF von 14.97m² auf. Das Erdgeschoss weise unter 

Anrechnung der Aussenmauern bis zu einer Wandstärke von 30 cm eine BGF 

von 45.438 m² auf. Das Untergeschoss habe keine Raumteile, die mehr als 1.6 

m über dem gewachsenen oder abgegrabenen Terrain lägen. Gemäss Art. 46 

Abs. 2 BG (recte: Art. 46 Abs. 3 BG) seien im Untergeschoss somit keine 

Geschossflächen anzurechnen. Die total anrechenbare BGF betrage somit 

60.408 m² und die AZ sei schon bei einer anrechenbaren Grundstücksfläche 

von 101 m² eingehalten. Gehe man richtigerweise von einer anrechenbaren 

Landfläche von 106 m² aus, wäre eine BGF von 63.60 m² möglich. Somit 

bestehe eine Ausnützungsreserve von 3.19 m². Wenn das Gericht zur 

Auffassung gelangte, die AZ sei nicht eingehalten, wäre aus Gründen der 

Verhältnismässigkeit die Baubewilligung mit der Auflage zu verbinden, dass vor 

Baubeginn entsprechend BGF beschafft würde und dies im Grundbuch 

anzumerken sei. Auch habe der Beschwerdegegner nie eine 

Ausnahmebewilligung beantragt. Der Dachfirst müsse gemäss ständiger Praxis 

der Baubehörde nicht profiliert werden, sondern lediglich die Traufe bei den 

äusseren Gebäudeecken. Die Profile, welche für die Beurteilung des Projekts 

notwendig gewesen seien, hätten gestanden. Ein unvollständiges Baugesuch 

würde nur dann zur Aufhebung der Baubewilligung führen, wenn der 

Beschwerdeführer deswegen seine Rechte überhaupt nicht oder nur mit 

grosser Mühe hätte wahren können. Hier habe er sich anhand der Profilierung 

und der öffentlich aufgelegten Pläne ein genügendes Bild vom Bauvorhaben 

machen können, was seine Einwendungen zeigten. Grundlage für die 

Kostenauferlegung sei Art. 96 Abs. 2 KRG.

5. Am 25. Januar 2013 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen Anträgen 

fest. Zwischen den gegenanwaltlichen Stellungnahmen und derjenigen der 

Gemeinde ergebe sich eine Diskrepanz. Im Einspracheentscheid habe sich die 

Gemeinde noch auf den Standpunkt gestellt, es liege ein Härtefall vor, dem mit 

einer Ausnahmebewilligung Rechnung zu tragen sei. Die Anwälte behaupteten 

dagegen, die AZ sei eingehalten. Somit sei klar, dass die Grundlagen zur 

Überprüfung der Einhaltung der AZ dem Baugesuch gar nicht beigelegt 

gewesen seien. Die Baubewilligung hätte mangels genügender Dokumentation 

nicht erteilt werden dürfen. Das Baugesuch sei deshalb an die Gemeinde 

zurückzuweisen und eine Handhabe für die Überbindung der Kosten bestehe 

nicht. 

6. Der Beschwerdegegner hielt mit Schreiben vom 4. Februar 2013 duplicando an 

seinen Anträgen fest. Nicht die Begründung des Einspracheentscheides sei 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens, sondern sein Dispositiv und die 

erteilte Baubewilligung. Somit spiele die inhaltliche Diskrepanz zwischen den 

anwaltlichen Stellungnahmen und dem Einspracheentscheid keine Rolle. Die 

Gemeinde habe auch ohne detaillierte Darstellung der anrechenbaren BGF in 

den Projektplänen die Berechnungen vornehmen können.

7. Am 6. Februar 2013 hielt auch die Gemeinde duplicando an ihren Anträgen 

fest. Der Beschwerdeführer bringe nur noch formelle Einwände gegen das 

strittige Bewilligungsverfahren vor und bestreite eigentlich nicht mehr, dass die 

erteilte Bewilligung materiell in Ordnung sei. Das Nachschieben einer 

Ersatzbegründung sei zulässig, nachdem die tatsächlichen Feststellungen und 

die rechtlichen Erwägungen des angefochtenen Entscheides nicht zum 

Dispositiv gehörten. Gestützt auf die Baugesuchsunterlagen habe die 

Gemeinde eine genaue Berechnung der AZ vornehmen können und im Sinne 

der Begründung in der Vernehmlassung feststellen können, dass diese 

eingehalten sei. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtschriften sowie auf 

den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

Einspracheentscheid der Gemeinde vom 30. August 2012, mit welchem die 

Einsprache des heutigen Beschwerdeführers gegen das vom 

Beschwerdegegner eingereichte Baugesuch vom 3. August 2012, Neubau 

eines Einfamilienhauses auf Parzelle 405 in der Gemeinde, abgewiesen und die 

Baubewilligung erteilt worden ist. Streitig und durch das Gericht zu prüfen ist die 

Frage, ob die Einsprache zu Recht abgewiesen und die Baubewilligung erteilt 

worden ist.

2. a) In formeller Hinsicht gilt es zunächst die Rüge des Beschwerdeführers 

betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs zu klären. 

Es ist festzuhalten, dass der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf 

rechtliches Gehör einerseits der Sachaufklärung dient und andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren 

garantiert, soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die 

Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, 

hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage Zürich 

2010, Rz. 1672 ff.). Neben den sich aus Art. 29 Abs. 2 BV und der langjährigen 

Bundesgerichtspraxis ergebenden Mindestgarantien finden für die kantonalen 

Behörden die im kantonalen Recht vorgesehenen Verfahrensvorschriften 

Anwendung (BGE 131 I 185 E.2.1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör für das 

Verwaltungsverfahren wird auf kantonaler Ebene durch Art. 16 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Graubünden (VRG; BR 

370.100) gewährleistet. 

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet insbesondere, dass den 

Betroffenen vor Erlass einer Verfügung in der Regel Gelegenheit zur 

Stellungnahme zu geben ist. Um den Betroffenen eine Stellungnahme zu 

ermöglichen, muss ihnen die Verwaltungsbehörde den voraussichtlichen Inhalt 

der Verfügung (zumindest die wesentlichen Elemente) bekannt geben. Der 

Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Das bedeutet, dass eine 

Rechtsmittelinstanz, die eine Verletzung des Anspruchs feststellt, den 

angefochtenen Hoheitsentscheid aufheben muss, ohne Rücksicht darauf, ob 

die Anhörung für den Ausgang des Verfahrens relevant ist, d.h. die Behörde zu 

einer Änderung des Entscheides veranlassen wird oder nicht 

(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1680 ff.).

c) Nach der Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, jedoch geheilt werden, wenn 

die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und den 

Beschwerdeführern daraus auch kein Nachteil erwächst. Eine Heilung ist 

ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Verletzung 

der Parteirechte handelt, und sie soll die Ausnahme bleiben (BGE 134 I 335 

E.3.1; 126 I 72 E.2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1). 

4. Die Anwendung der dargelegten Grundsätze auf den konkreten Fall ergibt was 

folgt: Der Beschwerdeführer macht vorliegend geltend, der Bauentscheid sei 

ihm erst auf seine Intervention mit Eingang 16. November 2012 zugestellt 

worden. Das rechtliche Gehör sei deshalb verletzt. Dieser Argumentation kann 

nicht gefolgt werden. Dem Beschwerdeführer ist aus der verspäteten Zustellung 

des angefochtenen Entscheides vom 30. August 2012 kein Nachteil erwachsen. 

Dies wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet. Er konnte schliesslich 

am 6. Dezember 2012 beim Verwaltungsgericht Graubünden Beschwerde 

erheben. Damit blieben seine Rechte gewahrt und das rechtliche Gehör ist 

diesbezüglich nicht verletzt. Es gilt noch anzumerken, dass selbst bei einer 

allfälligen Gehörsverletzung der Mangel im Rechtsmittelverfahren geheilt 

werden könnte. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das 

Verwaltungsgericht gemäss Art. 51 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) volle Kognition besitzt. Eine 

Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs würde bloss 

einen prozessualen Leerlauf bedeuten (BGE 137 I 195 E.2.3.2; 

MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 21 N. 16).

5. Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht gilt die Offizialmaxime, was heisst, 

dass, wenn sich nach der Einleitung eines Gerichtsverfahrens herausstellt, dass 

ein Bauprojekt gesetzeskonform ist und auf die Erteilung einer 

Ausnahmebewilligung verzichtet werden kann, kein vernünftiger Grund besteht, 

weswegen eine Vorinstanz eine anders lautende Begründung der 

Rechtmässigkeit eines Bauvorhabens im Verfahren vor Gericht nicht 

nachschieben dürfte. Neue rechtliche Argumentationen können die Beteiligten - 

im Rahmen der zu beurteilenden Rügen - grundsätzlich ohne Einschränkung 

vorbringen. Die Behörden sind freilich nicht an solche Argumentationen 

gebunden, da sie, wie bereits erwähnt, das Recht von Amtes wegen 

anzuwenden haben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, a.a.O., Art. 25 N. 5).

6. a) Der Beschwerdeführer moniert weiter eine ungenügende Profilierung des 

Bauvorhabens, was sich insbesondere in der fehlenden Angabe des 

Dachfirstes zeige. In Art. 43 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung des Kantons 

Graubünden (KRVO; 801.110) wird die Pflicht zur Profilierung wie folgt normiert: 

Bei Bauvorhaben, die nach aussen in Erscheinung treten, ist gleichzeitig mit der 

Einreichung des Baugesuchs ein Baugespann aufzustellen. Dieses muss die 

Lage, Höhe und Gestalt der Baute klar erkennen lassen. Aufschüttungen und 

Böschungen von mehr als 0.8 m Höhe sind ebenfalls zu profilieren. Ähnliches 

hält Art. 90 Abs. 1 des Baugesetzes der Gemeinde (BG) fest: Gleichzeitig mit 

der Einreichung des Baugesuches ist für Bauvorhaben, die nach aussen in 

Erscheinung treten, ein Baugespann aufzustellen. Dieses muss Lage, Höhe 

und Gestalt der Baute klar erkennen lassen. Aufschüttungen und Böschungen 

von mehr als 1 m Höhe sind ebenfalls zu profilieren. Damit wird klar, dass der 

formelles Baurecht bildende Art. 90 Abs. 1 BG vorliegend keine Anwendbarkeit 

(mehr) findet (vgl. dazu Art. 107 Abs. 2 Ziff. 6 KRG). Das Baugespann hat 

demnach Lage, Höhe und Gestalt der Baute klar erkennen zu lassen. Es wird 

nicht explizit gefordert, dass die Firsthöhe profiliert ist. Werden die 

Gebäudeecken und die Dachneigung profiliert, ist Art. 43 Abs. 1 KRVO 

Rechnung getragen. Die weiteren Informationen und die Details muss der 

Beschwerdeführer den aufgelegten Baugesuchsunterlagen entnehmen. Der 

Beschwerdeführer bemängelt in diesem Zusammenhang auch, dass die 

eingereichten Planungsgrundlagen unvollständig gewesen seien. Es fehle im 

Projekt der Specksteinofen mit Kamin und der Parkplatz. Die Gemeinde gehe 

einfach davon aus, der Parkplatz befinde sich vor dem Haus und der 

Specksteinofen sei im Obergeschoss. Sie schliesse daraus, dass der untere 

Teil mit Keller und Abstellraum nicht anrechenbar sei, mangels einer Heizung. 

Die Gemeinde hätte folglich die Baubewilligung mit entsprechenden Auflagen 

versehen müssen. Die von der Gemeinde geäusserten Vermutungen seien ein 

Hinweis auf ein unzureichend eingereichtes Bauprojekt. Dieses lasse sich nicht 

auf seine Gesetzeskonformität überprüfen. Der Einspracheentscheid und die 

Baubewilligung seien auch deswegen aufzuheben. Auch diese Argumentation 

zielt ins Leere. Die fehlende Einzeichnung von Specksteinofen und Parkplatz 

macht die Baugesuchsunterlagen nicht mangelhaft. Art. 89 Abs. 1 BG bestimmt, 

welche Unterlagen einem Baugesuch beizulegen sind. Danach sind die 

aufgeführten Beilagen nur beizulegen, soweit dies erforderlich ist. Was die 

Heizungsanlage anbelangt, sind gemäss Art. 89 Abs. 1 Ziff. 12 BG die 

Unterlagen für die der feuerpolizeilichen Bewilligungspflicht unterstellten 

Anlagen einzureichen. Diese wurde seitens des Beschwerdegegners 

beigebracht. Es liegt ein Gesuch für eine feuerpolizeiliche Bewilligung vor, 

welches von der Gebäudeversicherung Graubünden am 27. August 2012 

genehmigt und dem Beschwerdegegner am 31. August 2012 mitgeteilt wurde. 

Auch der gemäss Art. 89 Abs. 1 Ziff. 1 BG beizulegende Situationsplan wurde 

eingereicht, enthält allerdings keinen eingezeichneten Abstellplatz. Der 

Gemeindevorstand erachtete die Einreichung eines solchen offenbar – zu 

Recht, wie nachstehend ausgeführt wird – als nicht erforderlich. Das 

kommunale Recht bestimmt diesbezüglich Folgendes: Gemäss Art. 28 BG sind 

bei Neubauten sowie bei Umbauten und Erweiterungen, welche zusätzlichen 

Verkehr erwarten lassen, auf der Bauparzelle oder in nächster Nähe auf 

privatem Boden während des ganzen Jahres zugängliche Abstellplätze für 

Motorfahrzeuge zu erstellen und dauernd für die Parkierung offenzuhalten. Das 

kommunale Baurecht sieht demnach nicht vor, wo auf einem Grundstück 

Pflichtparkplätze erstellt werden dürfen. Es gehört daher zur Bau- und 

Eigentumsfreiheit eines Grundeigentümers, auf seiner Parzelle bestimmte 

Flächen als Abstellplätze für Motorfahrzeuge zu gebrauchen, sofern dem nicht 

andere bau- oder planungsrechtliche Hindernisse entgegenstehen (vgl. Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 00 75 vom 15. September 

2000 E.3a, VGU R 06 98 E.2b). Dies ist hier nicht der Fall, so dass der 

Beschwerdegegner in Bezug auf den Standort für den Abstellplatz frei ist. Somit 

erweisen sich die vom Beschwerdeführer angeführten Rügen als unbegründet, 

weshalb die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen ist.

b) Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, das Bauprojekt übertreffe die zulässige 

BGF deutlich, auch ungeachtet der Frage, ob der Eingangsbereich ebenfalls 

dazu gezählt werde oder nicht. Dieser hätte eingerechnet werden müssen, weil 

nicht nur die Frage zur Debatte gestanden habe, ob dieser Bereich durch den 

geplanten Specksteinofen beheizt werden könne, sondern, ob sich die 

Räumlichkeiten zu Wohnzwecken eigneten oder nicht. Der Ofen gehe aus den 

Plänen nicht hervor. Möglicherweise komme er im Erdgeschoss zu stehen. Der 

rundum isolierte Eingangsbereich, in welchen über zwei Fenster Tageslicht 

gelangen solle, könne auch mit einem Elektroofen beheizt werden. Zumindest 

ein Teil des Eingangsbereiches lasse sich somit in einen Wohnraum 

umfunktionieren und sei in die Berechnung aufzunehmen. Aber auch sonst 

überstiege der Bau die erlaubten 60.6 m² BGF. Inklusive Aussenwände belaufe 

sich diese, je nachdem in welchem Ausmass die Treppe einbezogen werde, auf 

deutlich über 40 m² pro Stockwerk. Auch wenn die Masse angenommen 

würden, welche aus den Plänen hervorgingen und die Wände nicht einbezogen 

würden, würde die Limite immer noch um 20 % übertroffen. Diesem Einwand 

kann nicht gefolgt werden. Aus den vorliegenden Schnitt- und Grundrissplänen 

lässt sich die konsumierte BGF herausmessen und bestimmen. Die vorliegende 

BGF wurde sodann im Baugesuch angegeben, zwar möglicherweise mit 106 m² 

zu hoch, unbestritten stehen aber mindestens 101 m² BGF zur Verfügung. Die 

Prüfung, ob die Ausnützungsziffer (AZ) eingehalten ist, richtet sich im konkreten 

Fall nach Art. 46 BG. Dieser hält was folgt fest: Die AZ ist die Verhältniszahl 

zwischen der anrechenbaren Bruttogeschossfläche (BGF) der Gebäude und 

der anrechenbaren Landfläche (LF). Sie wird berechnet: AZ = BGF : LF. Die 

massgebenden AZ sind im Zonenschema festgelegt. Die maximale AZ darf bei 

Neubauten, wesentlichen Umbauten und Erweiterungen nicht überschritten 

werden (Abs. 1). Als anrechenbare BGF gilt die Summe aller oberirdischen 

Geschossflächen im Aussenmass in Haupt-, An- und Nebenbauten 

einschliesslich Aussentreppen und Zwischengeschossen mit Ausnahme des 

Mehrmasses von Aussenmauern mit Wandstärken über 30 cm (Abs. 2). Im 

Dachgeschoss sind ohne Rücksicht auf die Nutzung Raumteile anzurechnen, 

deren lichte Höhe gemessen bis Unterkant Dachsparren 1.60 m überschreitet. 

In Geschossen, die nicht vollständig über dem gewachsenen oder 

abgegrabenen Boden liegen, sind Raumteile ohne Rücksicht auf die Nutzung 

anzurechnen, die mehr als 1.60 m über das gewachsene oder abgegrabene 

Terrain hinausragen. Bei Geschossen mit einer Höhe von über 4.30 m wird pro 

2.70 m Gebäudehöhe ein Geschoss berechnet und die zugehörige BGF 

ermittelt (Abs. 3). Gemäss Art. 46 Abs. 4 Ziff. 1 BG werden nicht gewerblichen 

Zwecken dienende Einstellräume für Motorfahrzeuge, Velos, Kinderwagen etc. 

nicht angerechnet. Nach Art. 46 Abs. 5 BG gilt als anrechenbare Landfläche die 

zusammenhängende Fläche der von der Baueingabe erfassten baulich noch 

nicht ausgenützten Grundstücke oder Grundstücksteile in der Bauzone. Im 

Lichte der genannten Bestimmung ergibt sich Folgendes: Das vorliegende 

Bauprojekt ragt im Erdgeschoss (EG) nur an einem Teil der Hauptfassade im 

Eingangsbereich vollständig über das abgegrabene Terrain hinaus. Alle 

anderen Fassadenpartien ragen gemäss den Schnittplänen (Schnitte A-A, B-B 

und C-C) und den visualisierten Fassaden höchstens 1.6 m über das 

gewachsene oder abgegrabene Terrain hinaus. Somit ist im EG kein Raumteil 

(i.e. etwas Dreidimensionales) vorhanden, der mehr als 1.6 m über Terrain liegt. 

Das EG gilt folglich mit Blick auf Art. 46 Abs. 3 BG nicht als anrechenbare BGF. 

Weiter sieht Art. 46 Abs. 4 BG vor, dass nicht gewerblichen Zwecken dienende 

Einstellräume nicht angerechnet werden. Die Räumlichkeiten im EG weisen 

keinen Wohncharakter auf und können allenfalls als Keller und Abstellraum 

verwendet werden. Demnach ist das EG (inkl. Treppe) auch aus diesem 

Grunde nicht anzurechnen. 

Dagegen ist das Obergeschoss (OG) voll anzurechnen, was gestützt auf den 

Grundsatz in Art. 46 Abs. 2 BG auch nicht weiter zu beanstanden ist. Eine 

Einschränkung enthält das Baugesetz nochmals in Art. 46 Abs. 3 BG, wonach 

im Dachgeschoss (DG) Raumteile anzurechnen sind, deren lichte Höhe 

gemessen bis Unterkant Dachsparren 1.6 m überschreitet. Das vorliegende 

Projekt weist im DG Raumteile auf, deren lichte Höhe weniger als 1.6 m beträgt 

und die somit nicht anrechenbar sind. Dem Beschwerdeführer ist insofern 

beizupflichten, dass diese in den Schnitt- und Grundrissplänen nicht vermasst 

sind und es dementsprechend für einen Laien nicht gerade einfach sein dürfte, 

die korrekte Berechnung den Bauplänen zu entnehmen. Letztendlich vermag 

der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal die 

richtigen Masse durchaus aus den Plänen herausgemessen werden können. 

Die Gemeinde hat deshalb zu Recht darauf verzichtet, weitere Unterlagen zu 

verlangen. Es gibt im Übrigen keinen ersichtlichen Grund, an den 

nachvollziehbaren Berechnungen der Gemeinde und des Beschwerdegegners 

bezüglich der durch das Bauvorhaben konsumierten BGF zu zweifeln. Somit ist 

mindestens die zur Verfügung stehende BGF von 60.6 m² eingehalten. Nach 

dem Gesagten steht fest, dass die Behauptung des Beschwerdeführers, 

wonach die Grundlagen zur Überprüfung der Einhaltung der AZ dem 

Baugesuch nicht beigelegt wurden, nicht zutrifft. Die Beschwerde ist somit auch 

in diesem Punkt abzuweisen.

c) Schliesslich wendet der Beschwerdeführer noch ein, die für die Behandlung der 

Einsprache auferlegten Kosten von Fr. 500.-- seien nicht begründet worden. Die 

Ausnahmebewilligung sei ein Indiz dafür, dass das Bauprojekt nicht 

baugesetzeskonform sei. Die Einsprache sei nicht offensichtlich unbegründet 

gewesen, was Voraussetzung für die Kostenauflage gewesen wäre. Der 

Beschwerdeführer verkennt damit, dass sich die Kostenauflage nicht mehr nach 

dem BG richtet, sondern nach dem direkt anwendbaren Art. 96 KRG (Art. 107 

Abs. 2 Ziff. 6 KRG). Danach sind die sich aus der Behandlung von Einsprachen 

ergebenden Kosten dem Einsprechenden zu überbinden, wenn die Einsprache 

abgewiesen oder darauf nicht eingetreten wird. Vorliegend wurde die 

Einsprache des Beschwerdeführers mit Einspracheentscheid vom 30. August 

2012 abgewiesen, weshalb er die anfallenden Kosten richtigerweise zu 

übernehmen hat. 

d) Es gilt noch anzumerken, dass sämtliche geltend gemachten angeblichen 

Verletzungen des rechtlichen Gehörs, falls sie denn tatsächlich bestünden, 

leichter Natur wären und im vorliegenden Verfahren mit doppeltem 

Schriftenwechsel geheilt worden wären.

7. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass sich der 

angefochtene Entscheid der Gemeinde vom 30. August 2012 als rechtmässig 

erweist und die damit einhergehende Baubewilligung zu Recht erteilt worden 

ist, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde vom Beschwerdeführer 

abzuweisen ist.

8. a) Die Gemeinde hat mit einem unzutreffend begründeten Einspracheentscheid 

überhaupt erst Anlass zur Beschwerdeerhebung gegeben, weshalb die 

Gerichtskosten gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zu einem Viertel der Gemeinde 

und zu drei Vierteln dem Beschwerdeführer auferlegt werden.

b) Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei im Rechtsmittel- oder 

Klageverfahren in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die durch den 

Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Die vom 

Rechtsvertreter des Beschwerdegegners am 4. Februar 2013 eingereichte 

Kostennote in der Höhe von Fr. 3‘392.10 (inkl. MWST) erscheint dem Gericht 

angemessen. Der Beschwerdeführer hat somit den Beschwerdegegner 

aussergerichtlich mit Fr. 3‘392.10 zu entschädigen. Bund, Kanton und 

Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen 

wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung 

zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon 

abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass und der Gemeinde wird folglich 

keine aussergerichtliche Entschädigung zugesprochen. Die Gemeinde 

ihrerseits hat mit einem unzutreffend begründeten Einspracheentscheid 

überhaupt erst Anlass zur Beschwerdeerhebung gegeben. Das Gericht erachtet 

deshalb eine reduzierte aussergerichtliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 

800.-- von Seiten der Gemeinde zugunsten des Beschwerdeführers als 

angemessen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 2‘352.--

gehen zu einem Viertel zulasten der Gemeinde sowie zu drei Vierteln zulasten 

von B und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. a) B. entschädigt A. aussergerichtlich mit Fr. 3‘392.10 (inkl. MWST).

b) Die Gemeinde entschädigt B. aussergerichtlich mit Fr. 800.-- (inkl. MWST).

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 25. November 

2013 gutgeheissen (1C_666/2013).