# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4503233e-2e62-569e-96f5-d5c6dc89a5a7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2009 C-2585/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2585-2009_2009-08-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2585/2009/frj/fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

A. B._______-C._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Michael Bührer,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenrente, Wiedererwägung (Verfügung vom 
31. März 2009).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2585/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die IV-Stelle Zürich A. B._______-C._______ (damals noch unter 
dem Namen E._______-C._______) mit Verfügung vom 14. September 
1995, bei einem Invaliditätsgrad von 70 %, ab dem 1. Mai 1993 eine 
ganze Rente zusprach (IV-Akt. 31),

dass sich die rentenzusprechende Verfügung im Wesentlichen auf das 
Administrativgutachten von Dr. med. F._______, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, Z._______, vom 11. März 1995 (IV-Akt. 19) und den 
Bericht der Berufsberatung der IV-Stelle Zürich vom 6. Juni 1995 (IV-
Akt. 18) stützte,

dass die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) der Versi-
cherten,  aufgrund eines  am 10. August  2005 erlittenen Unfalles,  mit 
Verfügung  vom  18. Juli  2008  eine  Teil-Invalidenrente  (21 %)  zuge-
sprochen hat (IV-Akt. 73),

dass die IV-Stelle Zürich am 24. Juli 2008 eine Rentenrevision einge-
leitet und verschiedene Arztberichte eingeholt hat (IV-Akt. 74 ff.),

dass die IV-Stelle  Zürich,  gestützt  auf  die Stellungnahme des regio-
nalen  ärztlichen  Dienstes,  Dr. med.  G._______  (FA  Arbeitsmedizin) 
und  Dr. med.  H._______  (praktische  Ärztin  FMH),  vom  14. Januar 
2009 feststellte, es sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden aus-
gewiesen (IV-Akt. 82),

dass  die  IV-Stelle  Zürich  der  Versicherten  mit  Vorbescheid  vom 
28. Januar  2009  die  Aufhebung  der  Rente  in  Aussicht  stellte  (IV-
Akt. 84),

dass die Eidgenössische Ausgleichskasse am 23. Dezember 2008 der 
IV-Stelle Zürich den Umzug der Versicherten nach Italien meldete (IV-
Akt. 80),

dass  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle 
IVSTA)  mit  Verfügung  vom  31. März  2009  die  rentenzusprechende 
Verfügung vom 14. September 1995 in Wiedererwägung zog und die 
Rentenleistungen ab dem 1. Juni 2009 einstellte (IV-Akt. 88),

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dass  A. B._______-C._______,  zunächst  vertreten  durch  D._______ 
C._______, am 22. April  2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht einreichen liess (Akt. 1), 

dass die Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt 
Michael  Bührer,  am  30. April  2009  ein  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege und um eine Nachfrist zur Beschwerde-
ergänzung stellte (Akt. 2),

dass in der Beschwerdeergänzung vom 27. Mai 2009 beantragt wird, 
die angefochtene Verfügung sei – unter Kosten- und Entschädigungs-
folge  –  aufzuheben  und  der  Beschwerdeführerin  sei  weiterhin  eine 
ganze Rente auszurichten,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] in Verbindung 
mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) und Art. 33 Bst. d VGG zur 
Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für 
Versicherte im Ausland zuständig ist,

dass gemäss Art. 40 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die  Invalidenversicherung  (IVV,  SR  831.201)  die  einmal  begründete 
Zuständigkeit der IV-Stelle im Verlaufe des Verfahrens erhalten bleibt, 
weshalb  ein  Wechsel  der  IV-Stelle  nach  Erlass  des  Vorbescheides 
gesetzwidrig ist (Urteil EVG I 232/03 vom 22. Januar 2004, publiziert in 
SVR 2005 IV Nr. 39,  E. 3.3.1 f.; vgl. auch Urteil  BGer I  190/06 vom 
16. Mai 2007 E. 3.2), 

dass sich frühestens nach einer gerichtlichen Rückweisung der Sache 
zur  weiteren  Abklärung  und  neuer  Verfügung  an  die  Verwaltung  ein 
Wechsel  der  IV-Stelle  rechtfertigen  kann  (soeben  angeführtes  Urteil 
I 232/03 E. 3.3.2)

dass die Verfügung einer örtlich unzuständigen IV-Stelle – vorliegend 
der IV-Stelle IVSTA – in der Regel nicht nichtig sondern lediglich an-
fechtbar  ist  (soeben angeführtes  Urteil  I 232/03 E. 4.1; Urteil  BVGer 
C-2687/2006 vom 27. August 2008 E. 3.2 mit Hinweisen),

dass nach der Rechtsprechung im Beschwerdeverfahren aus prozess-
ökonomischen Gründen von der Aufhebung der Verfügung einer unzu-
ständigen IV-Stelle und Überweisung der Sache an die zuständige IV-

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Stelle abgesehen werden kann, wenn die fehlende Zuständigkeit nicht 
gerügt  wird  und  aufgrund  der  gegebenen  Aktenlage  in  der  Sache 
entschieden werden kann (Urteil EVG I 8/02 vom 16. Juli 2002 E. 2.4 
in  Verbindung mit  E. 1.1,  Urteil  EVG I 232/03  vom 22. Januar  2004, 
publiziert in SVR 2005 IV Nr. 39, E. 4.2.1),

dass die Beschwerdeführerin die fehlende Zuständigkeit der IV-Stelle 
IVSTA nicht gerügt hat,

dass die IV-Stelle IVSTA in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juli  2009, 
unter Hinweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle Zürich, die Gutheis-
sung der Beschwerde und Rückweisung an die Verwaltung beantragte 
(Akt. 9),

dass die IV-Stelle Zürich in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2009 aus-
führte,  die  Beurteilung  der  Arbeitsunfähigkeit,  auf  welche  sich  die 
rentenzusprechende  Verfügung  stützte,  sei  aus  medizinischer  Sicht 
zwar  zweifellos  falsch  gewesen,  dass  daraus  aber  nicht  abgeleitet 
werden  könne,  es  liege  eine  zweifellose  Unrichtigkeit  im  Sinne  von 
Art. 53  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  2000  über  den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vor, 
welche eine Wiedererwägung rechtfertige, 

dass die IV-Stelle Zürich weiter  einräumte, es wäre zu prüfen gewe-
sen,  ob  sich  der  medizinische  Sachverhalt  und  dessen  erwerbliche 
Auswirkungen  seit  der  rentenzusprechenden  Verfügung  wesentlich 
geändert haben,

dass diesbezüglich der rechtserhebliche Sachverhalt  jedoch ungenü-
gend abgeklärt worden sei, insbesondere seien die beiden Unfälle in 
den Jahren 2005 und 2006 nicht berücksichtigt worden, 

dass im vorliegenden Fall  weiter zu beachten ist,  dass die rentenzu-
sprechende  Verfügung  unter  anderem  auf  dem  psychiatrischen 
Gutachten  von  Dr. F._______  beruhte,  in  welchem  der  Versicherten 
aufgrund  einer  Debilität  und  einer  somatoformen  autonomen 
Funktionsstörung eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer geschützten 
Werkstätte attestiert worden ist, 

dass  der  Bericht  der  IV-Berufsberatung die  Einschätzung bestätigte, 
wonach  die  Verwertung  der  Restarbeitsfähigkeit  lediglich  in  einem 
geschützten Rahmen möglich sei,

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dass  –  entgegen  der  ursprünglichen  Ansicht  der  IV-Stelle  –  nicht 
ersichtlich ist, weshalb die rentenzusprechende Verfügung zum dama-
ligen Zeitpunkt (vgl. Urteil BGer 9C_215/2007 vom 2. Juli 2007 E. 3.1 
mit Hinweisen, Urteil EVG I 545/02 vom 17. August 2005, publiziert in 
SVR 2006 IV Nr. 21, E. 1.2) zweifellos unrichtig gewesen sein soll,

dass  die  mit  BGE  130  V  352  begründete  Rechtsprechung,  wonach 
somatoforme  Schmerzstörungen  und  sonstige  vergleichbare,  patho-
genetisch (ätiologisch)  unklare  syndromale  Zustände nur  ausnahms-
weise eine Invalidität im Rechtssinne begründen (vgl. auch BGE 131 V 
49, BGE 132 V 65), die ursprüngliche (rentenzusprechende) Verfügung 
nicht  als  unrichtig  erscheinen  lässt  (vgl.  Urteil  BGer  I 138/07  vom 
25. Juni  2007,  publiziert  in  SVR 2008  IV  Nr. 5,  E. 4;  zur  BGE-Pub-
likation  vorgesehenes  Urteil  BGer  8C_502/2007  vom 26. März  2009 
E. 5.2), 

dass diese Rechtsprechung auch keinen Grund für die Herabsetzung 
oder  Aufhebung  einer  (aufgrund  einer  entsprechenden  Diagnose) 
rechtskräftig  zugesprochenen  laufenden  Rente  unter  dem  Titel  der 
Anpassung  an  geänderte  Rechtsgrundlagen  bildet  (erwähntes  Urteil 
8C_502/2007  E. 7,  zur  BGE-Publikation  vorgesehenes  Urteil  BGer 
9C_1009/2008 vom 1. Mai 2009 E. 6 und E. 7),

dass demnach eine Herabsetzung oder Aufhebung der Rente nur dann 
zulässig  ist,  wenn  ein  Revisionsgrund  im  Sinne  von  Art. 17  Abs. 1 
ATSG vorliegt (vgl. auch Urteil  BGer 9C_149/2009 vom 14. Juli  2009 
E. 3.1),

dass nur eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnnis-
sen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen, einen Revi-
sionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1  ATSG  bildet,  nicht aber eine 
bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen auf die Arbeitsfä-
higkeit eines im Wesentlichen unverändert  gebliebenen Gesundheits-
zustandes (Urteil  BGer  9C_552/2007  vom 17. Januar  2008  E. 3.1.2, 
Urteil  BGer 9C_149/2009 vom 14. Juli  2009 E. 3.2.1, je mit  weiteren 
Hinweisen; vgl. auch BGE 112 V 371 E. 2b),

dass somit zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand und dessen 
Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit  seit  der  rentenzusprechenden 
Verfügung  vom  14. September  1995  (vgl.  BGE  133  V  108  E. 5)  in 
rentenanspruchserheblicher Weise verändert hat,

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dass mit der IV-Stelle festzustellen ist, dass der Sachverhalt insbeson-
dere  in  medizinischer  Hinsicht  unzureichend abgeklärt  wurde,  wobei 
nicht nur allfällige Unfallfolgen unberücksichtigt blieben, sondern auch 
kein psychiatrisches Gutachten eingeholt wurde,

dass die angefochtene Verfügung daher aufzuheben und die Sache an 
die  Verwaltung  zurückzuweisen  ist,  damit  sie  –  im  Sinne  der  Erwä-
gungen – die ergänzenden Abklärungen vornehme und danach über 
den Rentenanspruch neu verfüge, 

dass die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen ist,

dass  sich  vorliegend  –  angesichts  des  festgestellten  Abklärungsbe-
darfs – ein Wechsel der zuständigen IV-Stelle rechtfertigt,  da die IV-
Stelle  IVSTA aufgrund  ihrer  Kenntnisse  und  Erfahrungen  besser  als 
eine  kantonale  IV-Stelle  in  der  Lage  ist,  Abklärungen  im  Ausland 
durchzuführen  oder  relevante  Geschehensabläufe  ausserhalb  der 
Schweiz kompetent zu würdigen (vgl. Urteil  EVG I 8/02 vom 16. Juli 
2002 E. 2.4),

dass es aus prozessökonomischen Gründen gerechtfertigt  erscheint, 
die Sache zur weiteren Abklärung an die nunmehr zuständige IV-Stelle 
IVSTA zurückzuweisen,

dass bei diesem Verfahrensausgang keine Verfahrenskosten zu erhe-
ben sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),

dass  die  anwaltlich  vertretene  Beschwerdeführerin  gemäss  Art. 64 
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Partei-
entschädigung zu Lasten der  Verwaltung  hat,  welche  vorliegend auf 
Fr. 1'500.-  (ohne Mehrwertsteuer,  vgl. Art. 5 Bst. b  in Verbindung mit 
Art. 14 Abs. 3 Bst. c  des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 
1999 [MWSTG, SR 641.20]) festzusetzen ist,

dass damit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstands-
los geworden ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung 
vom  31. März  2009  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz 
zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne 
der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.
Der  Beschwerdeführerin  wird  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe 
von Fr. 1'500.- zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist.

4.
Das  Gesuch  um  Gewährung  unentgeltlicher  Rechtspflege  wird  als 
gegenstandslos geworden abgeschrieben.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Vernehmlas-
sung Vorinstanz und IV-Stelle Zürich)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
- Kopie an: SUVA und Zürich Versicherung

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdefüh-
rende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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