# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cbd3bf5-d22a-5cde-bc30-1e154e758585
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 13.01.2021 LA200035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA200035_2021-01-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LA200035-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin  

 Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga  

 sowie Gerichtsschreiber Dr. Chr. Arnold 

Urteil vom 13. Januar 2021 

 

in Sachen 

 

A._____ SA,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am 
Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 5. Mai 2020 (AH190049-L) 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 1 S. 2) 

 
" 1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin als Ersatz für 

entgangenen Lohn Fr. 14'030.30 netto zu bezahlen, zzgl. Zins zu 
5% seit dem 17. Oktober 2018. 

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin eine Strafzahlung 
von Fr. 5'000.– netto zu leisten, zzgl. Zins zu 5% seit dem 17. Ok-
tober 2018. 

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin ein 
Arbeitszeugnis aus- und zuzustellen. 

Alles unter allfälligen Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) 
zu Lasten der Beklagten." 

Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, 
vom 5. Mai 2020: 

(Urk. 44 S. 25 f. = Urk. 47 S. 25 f.) 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 6'788.75 netto nebst Zins zu 

5% seit dem 17. Oktober 2018 zu bezahlen.  

Im Mehrumfang wird Rechtsbegehren Ziffer 1 abgewiesen. 

2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 5'000.– brutto = netto nebst 

Zins zu 5% seit dem 17. Oktober 2018 zu bezahlen. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin ein Arbeitszeugnis mit folgendem 

Wortlaut aus- und zuzustellen: 

 
"Zürich, [Datum Ausstellung] 
 
Arbeitszeugnis 
 
 
Frau B._____, geboren am tt. Januar 1979, von Zürich, trat am 1. Mai 2018 in unser 
Unternehmen als Verkäuferin/Beraterin für … ein.  
 
Ihr Aufgabengebiet umfasste im Wesentlichen folgende Tätigkeiten: 
 
- Beratung unserer anspruchsvollen KundInnen 

- Entgegennahme besonderer Anliegen 

- Kassenabrechnung inkl. Tagesbericht 

- Wareneingangskontrolle sowie -auszeichnung und Lagereinordnung 

- 3 - 

- Lagerbewirtschaftung sowie Organisation der Nachbestellungen 

- Dekoration und Warenpräsentation 

- Durchführen ständiger Qualitäts-Sichtprüfungen 

 
Wir haben Frau B._____ als vertrauenswürdige und zuverlässige Mitarbeiterin kennen und 
schätzen gelernt, die ihre Aufgabe auch unter erschwerten Arbeitsbedingungen gut 
bewältigte. Sie war sehr engagiert und erledigte ihre Aufgaben sehr kompetent. Sie verfügt 
über ein gutes Verkaufstalent und übertraf unsere Erwartungen regelmässig. Sie erledigte 
auch die anderen ihr aufgetragenen Arbeiten stets zu unserer vollen Zufriedenheit. 
 
Ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war freundlich und korrekt. 
Gegenüber Kunden trat Frau B._____ kompetent und zuvorkommend auf. Entsprechend 
war Frau B._____ bei unseren anspruchsvollen KundInnen beliebt.  
 
Wir wünschen Frau B._____ alles Gute für ihre Zukunft. 
 
30. November 2018, [Unterschrift]" 

 

4. Es werden keine Kosten erhoben. 

5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 2'784.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

6.  [Schriftliche Mitteilung] 

7. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage] 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 46 S. 2): 
 

"Es sei das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 5. Mai 2020 im 
Verfahren AH190049-L aufzuheben und es sei die Sache zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; 
eventualiter sei das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 5. Mai 2020 
im Verfahren AH190049-L aufzuheben und die Klage abzuweisen. 
Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST)." 

 
 
der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 54 S. 2): 
 

"Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen; 
unter allfälligen Kosten- sowie Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu 
Lasten der Beklagten und Berufungsklägerin." 

- 4 - 

 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan: Klägerin) arbeitete seit 

dem 1. Mai 2018 bei der Beklagten und Berufungsklägerin (fortan: Beklagte) als 

"…-Beraterin" für einen monatlichen Brutto-Basislohn von Fr. 4'000.– (Urk. 1 S. 2; 

Urk. 5/1; Urk. 13 Rz. 7 f.); effektiv verdiente sie monatlich durchschnittlich 

Fr. 4'676.77 netto (Urk. 1 S. 6; Urk. 13 Rz. 56), was unter Berücksichtigung der 

Abzüge von insgesamt 7.4 % (Urk. 5/4) Fr. 5'050.50 brutto entspricht. Am 

17. Oktober 2018 kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit der Klägerin 

fristlos (Urk. 1 S. 3; Urk. 5/2; Urk. 13 Rz. 36). Ob diese Kündigung gerechtfertigt 

war, ist unter den Parteien umstritten (Urk. 1 S. 3 ff.; Urk. 13 Rz. 38). 

2. Am 3. April 2019 liess die Klägerin unter Einreichung der 

Klagebewilligung vom 11. März 2019 (Urk. 3) bei der Vorinstanz eine Klage mit 

den vorstehend zitierten Rechtsbegehren anhängig machen (Urk. 1). Nachdem 

die Beklagte die Klage schriftlich beantwortet hatte (Urk. 13), wurden die Parteien 

mit Verfügung vom 4. Juli 2019 zur Hauptverhandlung vom 22. November 2019 

vorgeladen (Urk. 18). Zu dieser erschienen die Klägerin mit Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ sowie für die Beklagte Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ in Begleitung von 

C._____ und D._____ (Prot. I, S. 4). Das Gericht nahm unter anderem die Replik, 

die Duplik sowie die Stellungnahme zu den Dupliknoven entgegen; in der Folge 

schlossen die Parteien einen Vergleich mit Widerrufsvorbehalt (Prot. I, S. 4 ff.). 

Am 29. November 2019 machte die Beklagte von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch 

(Urk. 22). Am 7. Januar 2020 erliess die Vorinstanz die Beweisverfügung 

(Urk. 25). In der Folge lud sie die Parteien (darunter D._____) sowie diverse 

Zeuginnen (E._____, F._____ und G._____) am 20. Januar 2020 zur 

Verhandlung vom 5. Mai 2020 vor (Urk. 27). Am 4. Februar 2020 teilte die 

beklagtische Rechtsvertreterin mit, dass sie das Mandat niedergelegt und ihre 

(ehemalige) Mandantin über den Termin vom 5. Mai 2020 informiert habe 

(Urk. 29). Am 30. April 2020 beantragte die Beklagte die Verschiebung der 

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Beweisverhandlung (Urk. 34). Am 1. Mai 2020 stellte die Zeugin G._____ ein 

Dispensgesuch (Urk. 36), am 2. Mai 2020 folgte ein weiteres von D._____ 

(Urk. 35). Am 5. Mai 2020 fand die Beweis- und Schlussverhandlung statt. Es 

erschien die Klägerin in Begleitung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____; seitens der 

Beklagten kam niemand. Die Vorinstanz wies das Verschiebungsgesuch der 

Beklagten vom 30. April 2020 sowie jenes von D._____ vom 2. Mai 2020 ab und 

eröffnete die Verfügung mündlich anlässlich der Verhandlung; in der Folge 

wurden F._____ und E._____ als Zeuginnen sowie die Klägerin als Partei befragt 

und der klägerische Rechtsvertreter erstattete den Schlussvortrag (Prot. I, 

S. 27 ff.). Gleichentags erliess die Vorinstanz das eingangs wiedergegebene 

Urteil zunächst im Dispositiv (Urk. 41) und in der Folge – auf Begehren der 

Beklagten (Urk. 43) – in begründeter Form (Urk. 44 = Urk. 47). 

3. Gegen das vorinstanzliche Urteil vom 5. Mai 2020 erhob die Beklagte 

mit Eingabe vom 14. September 2020 innert Frist (siehe Urk. 45/2) Berufung und 

stellte die eingangs erwähnten Berufungsanträge (Urk. 46). Mit Verfügung vom 

15. Oktober 2020 wurde der Klägerin Frist angesetzt, um die Berufung schriftlich 

zu beantworten (Urk. 52). Mit Eingabe vom 2. November 2020 äusserte sich die 

Klägerin und stellte die vorerwähnten Anträge (Urk. 54). Die Berufungsantwort 

wurde der Beklagten mit Verfügung vom 12. November 2020 zur Kenntnisnahme 

zugestellt (Urk. 57). Weitere Eingaben der Parteien folgten nicht. 

4. Mit Schreiben vom 29. Dezember 2020 teilte der beklagtische 

Rechtsvertreter mit, dass er das Mandat per sofort niedergelegt habe (Urk. 58). 

Das Rubrum wurde entsprechend angepasst. 

5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–45). Das 

Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. 

1. Prozessuale Vorbemerkungen 

1.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die 

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Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der 

Streitsache, mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung 

(Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau 

aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen 

Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Fehler 

leidet (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGE 142 I 93 E. 8.2). Der Berufungskläger muss 

sich dazu mit den Erwägungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen 

(OGer ZH LY130026 vom 04.12.2013, E. II.4.; OGer ZH LF140013 vom 

07.03.2014, E. 4.1.). Man darf von der Berufungsinstanz nicht erwarten, dass sie 

von sich aus in den Vorakten die Argumente zusammensucht, die zur 

Berufungsbegründung geeignet sein könnten (BGer 5A_438/2012 vom 27. August 

2012, E. 2.4; OGer ZH LY130013 vom 06.08.2013, E. I.4.). Das obere kantonale 

Gericht hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf 

die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift 

in rechtsgenügender Weise erhoben werden (siehe BGE 142 III 413 E. 2.2.4). 

Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbständige Begründungen, 

muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit allen Begründungen 

auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und 

Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit beiden 

Begründungen auseinandersetzen (OGer ZH LB190048 vom 05.05.2020, E. III.1.; 

Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 42 f.). In diesem Rahmen ist 

insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung 

erforderlich ist (siehe BGE 134 I 83 E. 4.1). 

Die Beklagte will für den Fall, dass die Berufungsinstanz eine Rückweisung 

ablehnt, materiell-rechtliche Ausführungen vorbringen, "welche an der 

Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 […] ja nicht vorgebracht werden konnten" 

(Urk. 46 S. 6). Wie noch zu zeigen sein wird (E. II.4.6.), blieb die Beklagte der 

fraglichen Verhandlung unentschuldigt fern. Ihre Säumnis hat zur Folge, dass sie 

mit einer Stellungnahme zum Beweisergebnis ausgeschlossen ist (siehe Art. 234 

ZPO). Darauf wurde sie auch in der Vorladung hingewiesen (Urk. 27). Es ist nicht 

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der Zweck des Berufungsverfahrens, Versäumtes nachzuholen (siehe Art. 148 

Abs. 1 ZPO und Art. 149 ZPO). Soweit sich die Beklagte nicht mit dem Entscheid 

der Vorinstanz auseinandersetzt (so insbesondere Ziffer II.5. der Berufungsschrift 

[Urk. 46 S. 7]), ist auf ihre Berufung nicht einzutreten. 

1.2. Der Berufungskläger muss durch den angefochtenen Entscheid 

beschwert sein. Formelle Beschwer dabei liegt vor, wenn das Dispositiv des 

erstinstanzlichen Entscheids von den abschliessenden Rechtsbegehren der 

rechtsmittelwilligen Partei abweicht; materielle Beschwer bedeutet, dass die 

Rechtsstellung einer rechtsmittelwilligen Partei durch den erstinstanzlichen 

Entscheid tangiert wird, indem dieser in seinen rechtlichen Wirkungen für die 

anfechtende Partei nachteilig ist und ihr dadurch ein Interesse an seiner 

Abänderung verschafft (ZK ZPO-Reetz, Vorbemerkungen zu den Art. 308–318 

N 30 ff.). 

1.3. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachen und Beweismittel nur 

noch zulässig respektive zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug 

vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. b 

ZPO). Die Berufungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend 

überprüfen, nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und 

beurteilen. Alles, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das 

erstinstanzliche Verfahren einfliessen zu lassen (siehe ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 

317 N 10). Jede Partei, welche neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat 

zunächst zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will 

eine Partei unechte Noven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für deren 

Zulässigkeit (Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 7; siehe BGer 

5A_330/2013 vom 24. September 2013, E. 3.5.1). Im Berufungsverfahren ist das 

Nachbringen von Behauptungen, welche im erstinstanzlichen Verfahren 

unsubstantiiert geblieben waren, ausgeschlossen (ZK ZPO-Reetz, 

Vorbemerkungen zu Art. 308–318 N 44). 

Die Beklagte behauptet neu, die Klägerin habe bereits bei ihrem früheren 

Arbeitgeber, dem H._____ im I._____-Shop, gravierende Probleme gehabt 

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(Urk. 46 S. 8). Sodann nennt sie neue Beweismittel (siehe Urk. 14) wie die 

Quittung Nr. LS I-13041628, die Quittung Nr. I-13041627 und das Zeugnis des / 

der Vorgesetzte(n) im H._____ I._____-Shop (Urk. 46 S. 8) und behält sich an 

diversen Stellen ihrer Berufungsschrift "weitere Beweismittel im Bestreitungsfalle" 

vor (Urk. 46 S. 2 ff.). Da sich die Beklagte nicht zur Zulässigkeit der neuen 

Tatsachen und Beweismittel äussert, geschweige denn diese belegt, ist sie damit 

nicht zu hören. 

1.4. Das vorliegende Verfahren hat eine arbeitsrechtliche Angelegenheit 

zum Gegenstand, deren Streitwert weniger als Fr. 30'000.– beträgt. Für derartige 

Streitigkeiten gilt das vereinfachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO), und das 

Gericht stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 247 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 

ZPO). Die Ermittlung der für den Entscheid massgeblichen Tatsachen 

(Sachverhaltserstellung) unterliegt der sog. sozialen bzw. eingeschränkten 

Untersuchungsmaxime (BGer 4A_46/2016 vom 20. Juni 2016, E. 7.1.2; Brunner / 

Steininger, DIKE-Komm-ZPO, Art. 247 N 6 und N 10). Diese bezweckt, die 

schwächere Partei zu schützen, die Gleichheit zwischen den Parteien zu 

garantieren und das Verfahren zu beschleunigen (BGE 141 III 569 E. 2.3.1). Die 

Parteien sind jedoch auch unter der Herrschaft der eingeschränkten 

Untersuchungsmaxime nicht davon befreit, bei der Feststellung des 

entscheidwesentlichen Sachverhalts aktiv mitzuwirken und die allenfalls zu 

erhebenden Beweise zu bezeichnen. Sie tragen auch in diesem Bereich die 

Verantwortung für die Sachverhaltsermittlung (Brunner / Steininger, a.a.O., 

Art. 247 N 10; ZK ZPO-Hauck, Art. 247 N 33); das Gericht stellt keine eigenen 

Ermittlungen an (BGE 141 III 569 E. 2.3.1; BGer 4A_46/2016 vom 20. Juni 2016, 

E. 7.1.2). Nach dem Willen des Gesetzgebers obliegt dem Gericht bei der 

sozialen Untersuchungsmaxime einzig die verstärkte Fragepflicht. Dabei hat das 

Gericht den Parteien durch sachgemässe Fragen zu helfen, damit die 

notwendigen Behauptungen gemacht und die dazugehörigen Beweismittel 

bezeichnet werden. Wenn beide Parteien anwaltlich vertreten sind, darf und soll 

sich das Gericht, wie im ordentlichen Verfahren, zurückhalten (Botschaft ZPO, 

BBl. 2006, S. 7348; BGE 141 III 569 E. 2.3.1; BGer 4A_46/2016 vom 20. Juni 

2016, E. 7.1.2). 

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2. Vorinstanzlicher Entscheid 

Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Beklagte keinen wichtigen Grund 

gehabt habe, um der Klägerin [am 17. Oktober 2018 {Urk. 5/2}] fristlos zu 

kündigen (Urk. 44 E. IV.2.1.12. [S. 19]). Da die Klägerin ihre Krankheit während 

der hypothetischen Kündigungsfrist nicht habe belegen können, habe letztere am 

30. November 2018 geendet. Die Klägerin habe demnach Anspruch auf den Lohn 

für die Monate Oktober und November 2018. Ausgehend vom anerkannten 

Monatslohn von Fr. 4'676.77 netto ergebe sich ein Betrag von Fr. 9'353.55 netto; 

davon sei der von der Beklagten bereits anerkannte Betrag von Fr. 2'564.80 

abzuziehen (Urk. 44 E. IV.2.2. [S. 19]). Zusätzlich habe die Beklagte der Klägerin 

eine Strafzahlung von Fr. 5'000.– zu leisten (Urk. IV.2.3. [S. 20]). Schliesslich 

formulierte die Vorinstanz ein Arbeitszeugnis, welches die Beklagte der Klägerin 

aus- und zuzustellen habe (Urk. 44 E. V.3. [S. 22 ff.]). 

3. Vorladung zur Schlussverhandlung 

3.1. Die Beklagte rügt vorab, dass die Vorladung zur Schlussverhandlung 

vom 5. Mai 2020 erst einen Tag vorher bei ihr eingegangen sei. Die offenbar am 

20. Januar 2020 versandte Vorladung habe die frühere Rechtsvertreterin, Rechts-

anwältin lic. iur. Y._____, der Beklagten niemals übermittelt oder sie sei 

"irgendwie, irgendwo bei der Post untergegangen". Die Beklagte habe bei der 

Vorinstanz nachgefragt und um die direkte Zustellung der Vorladung gebeten. Die 

Vorinstanz habe diese in der Folge an den Sitz der Beklagten (und nicht wie 

verlangt ins Ladenlokal oder an den Wohnort von J._____) versandt, wo man den 

Posteingang "schlicht und einfach nicht jeden Tag bearbeitet" habe (Urk. 46 S. 3). 

3.2. Wie die Klägerin zu Recht vorbringt, nahm die frühere 

Rechtsvertreterin der Beklagten, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, die Vorladung 

zur Schlussverhandlung [recte: Beweis- und Schlussverhandlung 

{Zeugeneinvernahmen, Parteibefragungen und Schlussvorträge}; Urk. 27] vom 

5. Mai 2020 am 24. Januar 2020 entgegen (Urk. 54 S. 2; Urk. 28/3). Damit galt die 

Vorladung an die Beklagte als zugestellt (Art. 137 ZPO). Sie wurde mehr als drei 

Monate vor dem Termin versandt, was ohne Weiteres rechtzeitig ist (Art. 134 

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ZPO). Die Klägerin hält weiter korrekt fest, dass Rechtsanwältin Y._____ am 

4. Februar 2020 gegenüber dem Gericht [mit Kopie an die Beklagte] bestätigt 

habe, dass ihre ehemalige Mandantin informiert sei (Urk. 54 S. 3; Urk. 29). 

Letztere bestätigte dies in ihrem Verschiebungsgesuch vom 30. April 2020 

(Urk. 34). Richtig ist auch der Hinweis der Klägerin auf die Aktennotiz der 

Vorinstanz vom 27. April 2020 (Urk. 54 S. 3): Daraus geht hervor, dass J._____ 

wissen wollte, ob die Verhandlung vom 5. Mai 2020 auch angesichts der aktuellen 

Pandemiesituation stattfinden werde (Urk. 30); er wusste mithin um den 

bevorstehenden Termin. 

3.3. Im Ergebnis erweisen sich die Rügen der Beklagten im 

Zusammenhang mit der Vorladung zur Beweis- und Schlussverhandlung vom 

5. Mai 2020 als unbegründet. 

4. Abgewiesenes Verschiebungsgesuch der Beklagten 

4.1. Die Vorinstanz erwog, dass J._____ kein Arztzeugnis für eine 

Krankheit vorgelegt habe, weshalb eine solche nicht nachgewiesen sei. Im Tessin 

gelte wie in der restlichen Schweiz keine Ausgangssperre. J._____ hätte daher 

anreisen können. Auch wäre es ihm unbenommen gewesen, eine Vertretung zu 

entsenden (Urk. 44 E. II.2. [S. 4]). 

4.2. Die Beklagte bringt vor, die auf den 5. Mai 2020 angesetzte 

Verhandlung sei praktisch genau auf den Höhepunkt der Krise rund um COVID-

19 gefallen. Daher habe sich "die Situation für die Beklagte sowie die von ihr 

angebotenen Zeuginnen komplett geändert". Die Beklagte habe deshalb am 

4. Mai 2020 eine Verschiebung der Verhandlung beantragt. Den diesbezüglichen 

Entscheid habe sie erst nach der Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 erhalten; 

diese sei in ihrer Abwesenheit durchgeführt worden, weshalb sie sich nicht habe 

äussern können (Urk. 46 S. 3). Das Urteil sei damit unter Verletzung des 

Grundsatzes "audiatur et altera pars" und des rechtlichen Gehörs, willkürlich und 

nur unter Berücksichtigung der Ausführungen der Klägerin ergangen. Allein 

deshalb schon sei das Verfahren zur Neubeurteilung zurückzuweisen (Urk. 46 

S. 4). Im Übrigen habe die Vorinstanz die Tatsache, dass der beklagtische 

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Vertreter, J._____, sich im Tessin aufgehalten und pandemiebedingt nicht nach 

Zürich habe reisen können, nicht ausreichend gewürdigt. Dasselbe gelte für sein 

Alter von 70 Jahren, womit er als "besonders gefährdete Person" nach der 

damals geltenden COVID-19-Verordnung 2 gegolten habe (Urk. 46 S. 4). 

Schliesslich habe die Beklagte erst im Nachhinein von der Verfügung erfahren 

und sich daher nicht zur Wehr setzen können (Urk. 46 S. 4). Auch damit habe die 

Vorinstanz gegen das Willkürverbot und den Grundsatz des rechtlichen Gehörs 

verstossen (Urk. 46 S. 4). 

4.3. Die Klägerin bringt vor, es habe keine "Corona"-Vorschriften gegeben, 

die es dem Geschäftsführer der Beklagten untersagt hätten, an der Verhandlung 

vom 5. Mai 2020 teilzunehmen. Es stimme nicht, dass er sich im Vorfeld der 

Verhandlung im Tessin aufgehalten habe; die Klägerin habe ihn nämlich noch in 

der Vorwoche auf der Strasse in der Stadt Zürich angetroffen (Urk. 54 S. 5). Die 

"Corona"-Problematik sei der Beklagten spätestens seit Mitte März 2020 bewusst 

gewesen, mit ihrem Modegeschäft sei sie schliesslich direkt von den 

Ladenschliessungen betroffen gewesen (Urk. 54 S. 6). Dennoch habe sie das 

Verschiebungsgesuch erst in allerletzter Sekunde versandt; damit habe sie es 

selber zu verantworten, dass sie dessen Ablehnung nicht bereits vor der 

Verhandlung schriftlich mitgeteilt erhalten habe (Urk. 54 S. 7). 

4.4. Gemäss Art. 135 lit. b ZPO kann das Gericht einen Erscheinungstermin 

aus zureichenden Gründen verschieben, wenn es vor dem Termin darum ersucht 

wird. Das Verschiebungsgesuch ist unverzüglich nach Kenntnis des 

Hinderungsgrundes zu stellen (OGer ZH RT130105 vom 27.08.2013, E. 5. a)). 

Ein Anspruch auf Verschiebung besteht nicht (BGer 5A_121/2014 vom 13. Mai 

2014, E. 3.3). Das Gericht verfügt grundsätzlich über freies Ermessen. Es hat 

insbesondere eine allfällige Dringlichkeit, den Verhandlungsgegenstand, die 

Schwere des Verhinderungsgrundes und die Rechtzeitigkeit des 

Verschiebungsgesuchs zu würdigen (BGer 5A_293/2017 vom 5. Juli 2017, 

E. 4.2.; teilweise abweichend BSK ZPO-Brändli/Bühler, Art. 135 N 9, wonach das 

Gericht ein Verschiebungsgesuch ohne materielle Prüfung abweisen darf, wenn 

es trotz Kenntnis des Hinderungsgrundes bis kurz vor dem Termin 

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hinausgezögert wird). Im vereinfachten Verfahren sind die Anforderungen an die 

zureichenden Gründe höher anzusetzen (BK ZPO-Frei, Art. 135 N 7). 

4.5.1. Die Beklagte ersuchte erst am 30. April 2020 um eine 

Verschiebung der Verhandlung und begründete dies hauptsächlich mit der 

Pandemie (Urk. 34). Wie die Klägerin zu Recht ausführt, waren die 

entsprechenden Gründe spätestens seit Mitte März 2020 bekannt, als unter 

anderem die Modegeschäfte geschlossen werden mussten. Das Gesuch erfolgte 

somit verspätet. Davon ging auch die Vorinstanz implizit aus, wenn sie ausführte, 

dass die Vorladung bereits am 20. Januar 2020 zuhanden der Rechtsvertreterin 

der Beklagten ergangen sei (Urk. 44 E. II.2. [S. 3 f.]). Besonders gefährdeten 

Personen war es sodann nicht verboten, das Haus zu verlassen und an 

Gerichtsverhandlungen teilzunehmen (siehe Art. 10b Abs. 1 der damals geltenden 

COVID-19-Verordnung 2 [Stand: 30. April 2020; SR 818.101.24]). Im Ergebnis ist 

die Ablehnung des Verschiebungsgesuchs nicht zu beanstanden. 

4.5.2. Aus dem Briefumschlag ist ersichtlich, dass das 

Verschiebungsgesuch am 30. April 2020 in Lugano aufgegeben wurde (Urk. 34). 

Da es die Unterschrift von J._____ trägt, ist davon auszugehen, dass sich dieser 

zumindest in jenem Zeitpunkt im Tessin aufhielt. Das Gesuch ging aufgrund des 

1. Mai und des darauffolgenden Wochenendes erst am 4. Mai 2020 bei der Vor-

instanz ein (Urk. 34). Die Verhandlung war auf den 5. Mai 2020, 8 Uhr, angesetzt 

(Urk. 27). Hätte die Vorinstanz den Antrag sofort abgelehnt und die 

entsprechende Verfügung versandt, hätte J._____ sie frühestens am Morgen des 

5. Mai 2020 erhalten. Es wäre ihm nicht mehr möglich gewesen, rechtzeitig vom 

Tessin nach Zürich zu fahren. Damit handelte die Vorinstanz weder willkürlich 

noch verletzte sie den Grundsatz des rechtlichen Gehörs, indem sie das Gesuch 

anlässlich der Verhandlung vom 5. Mai 2020 abwies (Prot. I, S. 28). Wer 

kurzfristig vor der Verhandlung ein Verschiebungsgesuch stellt, muss damit 

rechnen, den Entscheid nicht vor dem Termin zur Kenntnis nehmen zu können. 

4.6. Im Ergebnis erweisen sich die Rügen hinsichtlich des abgelehnten 

Verschiebungsgesuchs der Beklagten als unbegründet. Die Vorinstanz hielt 

- 13 - 

korrekt fest, dass für die Beklagte unentschuldigt niemand zur Beweis- und 

Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 erschienen sei (Prot. I, S. 27). 

5. Abgewiesenes Verschiebungsgesuch von D._____ 

5.1. Die Vorinstanz erwog, D._____ sei unentschuldigt nicht zur 

"persönlichen Befragung" erschienen. Die am 4. Mai 2020 vorgebrachte 

Begründung ihrer Verhinderung – sie habe kurz vor der Verhandlung aus 

beruflichen Gründen nach Italien reisen müssen – verfange nicht, da sie zum 

persönlichen Erscheinen verpflichtet gewesen sei. Sie habe keinen zureichenden 

Grund gehabt, ihr Erscheinen nicht sicherzustellen (Urk. 44 E. II.3. [S. 4]). Weil 

D._____ der Parteibefragung unentschuldigt ferngeblieben sei, habe die Beklagte 

den Beweis für ihre Darstellung nicht erbringen können (Urk. 44 E. IV.2.1.3. 

[S. 13]). 

5.2. Die Beklagte rügt, die dringende Reise nach Italien sei begründet 

gewesen. Es sei bei der kurzfristig angesetzten Reise darum gegangen, dass die 

Beklagte über D._____ eine Produktionsumstellung habe prüfen wollen, sodass 

fortan Masken anstelle von Bademode produziert werden könnten (Urk. 46 S. 5). 

Es sei stossend, dass die ursprünglich in der Beweisverfügung akzeptierte Zeugin 

[recte: Partei {Urk. 25}] nicht angehört worden sei (Urk. 46 S. 5). 

5.3. Die Klägerin wendet ein, dass nicht einzusehen sei, inwiefern die 

Wiederaufnahme des Betriebs in Italien ein Rechtfertigungsgrund für eine 

Abnahme der Ladung als Zeugin hätte sein sollen (Urk. 54 S. 7). 

5.4. Wie vorstehend ausgeführt (E. II.4.4.), verfügt das Gericht 

grundsätzlich über freies Ermessen, wenn es über Verschiebungsgesuche 

befindet. D._____ wurde als Partei zur Beweisverhandlung vom 5. Mai 2020 

vorgeladen (im Vorladungsprotokoll ist sie als Zeugin aufgeführt; Urk. 27), was im 

Berufungsverfahren unangefochten geblieben ist (siehe auch Urk. 24/2). Am 

2. Mai 2020 schrieb sie, dass sie nach Süditalien gereist sei, da das Atelier ab 

dem 4. Mai 2020 nach sechswöchigem Unterbruch wieder zu 100 % arbeiten 

dürfe und kurzfristig auf die Herstellung von Masken umstellen wolle. Sie werde 

- 14 - 

als Verantwortliche für das Design dringend vor Ort gebraucht. Die Produktion 

habe gegenüber den "Plänen" des Gerichts Vorrang (Urk. 35). Der Termin für die 

Beweisverhandlung war seit langem bekannt. Es wäre D._____ ohne Weiteres 

zumutbar gewesen, ihre beruflichen Verpflichtungen so zu organisieren, dass sie 

den Verhandlungstermin hätte wahrnehmen können. Dass ihre Anwesenheit in 

Italien am 5. Mai 2020 zwingend gewesen wäre, hat sie nicht dargetan. 

5.5. Damit erweisen sich die Rügen bezüglich des abgewiesenen 

Verschiebungsgesuchs von D._____ als unbegründet. Wenn die Vorinstanz das 

unentschuldigte Fernbleiben bei der Beweiswürdigung berücksichtigte (Urk. 44 

E. IV.2.1.3. [S. 13]), ist dies mit Blick auf Art. 164 ZPO nicht zu beanstanden. 

6. Keine Befragung der Zeugin G._____ 

6.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Zeugin G._____ der 

Einvernahme vom 5. Mai 2020 zwar entschuldigt ferngeblieben sei (Urk. 44 

E. II.4. [S. 4]). Ihre Einvernahme könne jedoch unterbleiben, da sie das fragliche 

Gespräch zwischen D._____ und der Klägerin nicht selber wahrgenommen habe. 

Als Mitglied der Familie C._____D._____G._____J._____ sei G._____ im Übrigen 

dem Umfeld der Beklagten zuzurechnen, weshalb ihre Einvernahme für sich allein 

ohnehin nicht weiterhelfen würde (Urk. 44 E. IV.2.1.3. [S. 13]). 

6.2. Die Beklagte bemängelt, die Argumentation der Vorinstanz sei 

widersprüchlich, denn sie habe G._____ in der Beweisverfügung vom 7. Januar 

2020 als Zeugin akzeptiert und vorgesehen (Urk. 46 S. 5). Richtig sei zwar, dass 

sie als Schwester von J._____ zur Familie gehöre und somit dem Umfeld der 

Beklagten zuzurechnen sei. Dass ihrer Befragung kein Beweiswert zukommen 

solle, sei widersprüchlich, weil seitens der Klägerin die Zeugin E._____ angehört 

worden sei, welche mit der Beklagten mittlerweile ebenfalls in Rechtsstreitigkeiten 

stehe; Ähnliches gelte für die zweite Zeugin der Klägerin, F._____. Auch sie sei 

im Zeitpunkt der Verhandlung nicht länger bei der Beklagten angestellt gewesen; 

es habe gewisse Differenzen gegeben, wenn auch ohne gerichtliches Verfahren. 

Es sei stossend, dass nur die beiden nicht unparteiischen Zeuginnen der Klägerin 

befragt worden seien, während man G._____ nicht angehört habe (Urk. 46 S. 5). 

- 15 - 

Damit habe die Vorinstanz den Grundsatz "audiatur et altera pars" und letztlich 

das rechtliche Gehör verletzt und willkürlich gehandelt (Urk. 46 S. 5 f.). 

6.3. Die Klägerin macht insbesondere geltend, dass die Vorinstanz den 

Verzicht auf die Anhörung nicht nur mit der engen familiären Beziehung, sondern 

auch damit begründet habe, dass G._____ einzig wiedergeben könne, was ihr 

von D._____ zugetragen worden sei. Mit dieser Alternativbegründung setze sich 

die Beklagte nicht auseinander (Urk. 54 S. 8). 

6.4.1. Das Recht auf Beweis gemäss Art. 152 ZPO schliesst eine 

antizipierte Beweiswürdigung nicht aus (BGE 143 III 297, E. 9.3.2; BGer 

4A_66/2018 vom 15. Mai 2019, E. 2.1). Eine solche liegt vor, wenn das Gericht 

zum Schluss kommt, ein an sich taugliches Beweismittel vermöge seine 

Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit einer strittigen Tatsache, die es 

insbesondere aufgrund der bereits abgenommenen Beweismittel gewonnen hat, 

nicht zu erschüttern (BGE 143 III 297, E. 9.3.2; BGer 4A_66/2018 vom 15. Mai 

2019, E. 2.1.1). Von einer antizipierten Beweiswürdigung ist ebenfalls die Rede, 

wenn das Gericht einem beantragten Beweismittel die Erheblichkeit oder die 

Tauglichkeit abspricht, um die behauptete Tatsache zu erstellen, zu deren Beweis 

es angerufen wurde. Das Gericht verzichtet diesfalls darauf, das von ihm als 

untauglich eingestufte Beweismittel abzunehmen – und zwar losgelöst von seiner 

Überzeugung hinsichtlich der Verwirklichung der damit zu erstellenden Tatsache, 

also insbesondere auch bei offenem Beweisergebnis (BGer 4A_66/2018 vom 

15. Mai 2019, E. 2.1.2; BGer 4A_297/2019 vom 29. Mai 2020, E. 4.3.1.2). 

(Subjektive) Untauglichkeit liegt unter anderem vor, wenn der angerufene Zeuge 

im fraglichen Zeitpunkt gar nicht anwesend war und deshalb aus eigener 

Wahrnehmung nichts berichten kann (Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 152 N 31; 

siehe Samuel Baumgartner / Annette Dolge / Alexander R. Markus / Karl Spühler, 

Schweizerisches Zivilprozessrecht mit Grundzügen des internationalen 

Zivilprozessrechts, 10. Aufl. 2018, Kap. 10 Rn 88 f.). 

6.4.2. Die Beklagte offerierte das Zeugnis von G._____ unter anderem 

als Beweismittel für folgende Behauptung: Wenige Tage vor der Kündigung habe 

D._____ die Klägerin gebeten, die Schaufenster neu zu dekorieren, welche eine 

- 16 - 

andere Mitarbeiterin, E._____, ein paar Tage vor dem Gespräch gestaltet gehabt 

habe. D._____ habe zur Klägerin gesagt, dass die Schaufenster zwar sehr schön 

gemacht seien und E._____ gute Arbeit geleistet habe; allerdings seien sie zu 

wenig auffällig für potentielle Kundschaft. Dies sei nicht als Kritik an E._____s 

Arbeit gemeint. Die Beklagte brachte vor, dass G._____ dieses Gespräch 

mitbekommen habe (Urk. 13 Rz. 17). In der Folge soll die Klägerin den Dialog 

gegenüber E._____ falsch wiedergegeben haben, indem sie geäussert habe, 

dass D._____ die Schaufenster "scheisse" finde (Urk. 13 Rz. 20). Die Vorinstanz 

fasste diese Behauptung zum Beweissatz 1 zusammen und führte G._____ als 

Zeugin auf (Urk. 25 S. 2). Wie sie zum Schluss gelangte, G._____ habe das 

Gespräch nicht selber mitbekommen (Urk. 44 E. IV.2.1.3. [S. 13]), ist unklar. So 

bestätigte selbst die Klägerin, dass die Zeugin anwesend gewesen sei (Urk. 40 

S. 2 f.). Ob das Argument, letztere sei dem Umfeld der Beklagten zuzurechnen 

(Urk. 44 E. IV.2.1.3. [S. 13]), genügt, um eine antizipierte Beweiswürdigung 

aufgrund eines untauglichen Beweismittels zu begründen, kann offen bleiben. 

Entscheidend ist nämlich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt in ihrer 

Eventualbegründung als nicht rechtserheblich betrachtete. So führte sie aus: 

Selbst wenn die Klägerin die Worte von D._____ gegenüber E._____ nicht korrekt 

wiedergegeben hätte [die beklagtische Darstellung mithin zuträfe], wäre dies noch 

kein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung (Urk. 44 E. IV.2.1.4. [S. 13 f.] 

und E. IV.2.1.11. [S. 18]). Mit dieser Eventualbegründung setzt sich die Beklagte 

nicht auseinander (siehe Urk. 46 S. 5 f.), sodass es dabei bleibt (siehe E. II.1.1.). 

6.5. Nichts abzuleiten vermag die Beklagte aus der Tatsache, dass 

G._____ als Zeugin in der Beweisverfügung vom 7. Januar 2020 aufgeführt 

(Urk. 25 S. 2), in der Folge aber nicht befragt wurde. Als prozessleitende 

Verfügung war der Entscheid vom 7. Januar 2020 nämlich jederzeit abänderbar 

(so auch explizit Art. 154 ZPO). Die Vorinstanz war nicht an ihn gebunden, 

insbesondere nicht hinsichtlich der Rechtserheblichkeit der Beweisthemen (ZK 

ZPO-Hasenböhler, Art. 154 N 31). 

6.6. Unbehelflich ist es, wenn die Beklagte geltend macht, dass die Vorin-

stanz nur E._____ und F._____ als Zeuginnen "der Klägerin" befragt habe 

- 17 - 

(Urk. 46 S. 5). Letztere hatte die beiden Zeugnisse nämlich nie zum Beweis 

angeboten (siehe Urk. 1 und 20), vielmehr war es die Beklagte selbst (Urk. 13 

Rz. 9, 11, 13, 20–27 und 29–34; Urk. 14). Diese hätte die Beweisofferten vor der 

Beweisverhandlung ohne Weiteres zurückzuziehen können, wenn sie 

(zwischenzeitlich) befürchtete, dass die Zeuginnen parteiisch seien (siehe Urk. 46 

S. 5). 

6.7. Im Ergebnis verletzte die Vorinstanz weder das rechtliche Gehör der 

Beklagten noch verfiel sie in Willkür, indem sie G._____ nicht als Zeugin befragte. 

7. Auseinandersetzung im Ladenlokal des "K._____" 

7.1. Die Vorinstanz erwog, dass D._____ die Sache [gemeint ist ihre Kritik 

an der Schaufensterdekoration; siehe E. II.6.4.2.] mit der Klägerin und E._____ im 

Ladenlokal des "K._____" habe klären wollen. Gemäss der Beklagten solle die 

Klägerin dabei vor Kundinnen laut geworden sein. Die Zeuginnen F._____ und 

E._____ hätten indessen beide bestätigt, dass zu diesem Zeitpunkt keine 

Kundinnen im Laden gewesen seien. Die Diskussion sei zwar laut gewesen, die 

Klägerin sei aber nicht "ausgerastet". Keine der Zeuginnen habe die Lautstärke 

allein auf die Klägerin bezogen. Daraus folgerte die Vorinstanz, dass nicht nur die 

Klägerin, sondern auch die übrigen Beteiligten ihre Stimme erhoben hätten. Im 

Ergebnis gelinge der Beklagten der Nachweis nicht, dass die Klägerin ein 

weiteres Mal im Laden vor Kundschaft "ausgerastet" sei (Urk. 44 E. IV.2.1.6. 

[S. 15]). 

7.2. Die Beklagte bemängelt, dass es nicht zutreffe, dass auch D._____ am 

17. Oktober 2018 laut gewesen sein solle. Sie habe versucht, zwischen der 

Klägerin und E._____ zu schlichten. Anhand des Kassensystems lasse sich 

sodann nachweisen, dass sich im fraglichen Zeitpunkt Kundinnen im Ladenlokal 

des "K._____" aufgehalten hätten. So habe F._____ um 16.25 Uhr eine 

namentlich nicht erfasste Kundin bedient; um 16.39 Uhr habe E._____ L._____ 

bedient (Urk. 46 S. 7). 

- 18 - 

7.3. Die Klägerin macht geltend, die Beklagte habe die Quittungen, die sie 

für diese Behauptung zum Beweis offeriere, weder im vorinstanzlichen noch im 

Berufungsverfahren eingereicht (Urk. 54 S. 10). Der beklagtische Rechtsvertreter 

setze sich mit den Erwägungen der Vorinstanz nicht einmal ansatzweise 

auseinander (Urk. 54 S. 9). Im Übrigen bestreitet die Klägerin, am 17. Oktober 

2018 zum wiederholten Mal vor Kunden einen Ausraster gehabt zu haben 

(Urk. 54 S. 11). 

7.4. Das Gericht bildet sich seine Überzeugung nach freier Würdigung der 

Beweise (Art. 157 ZPO). Aufgrund einer in sich stimmigen Gesamtschau kann es 

den Schluss ziehen, dass eine Tatsachenbehauptung bewiesen ist (ZK ZPO-

Hasenböhler, Art. 157 N 16). 

7.5. Die Beklagte brachte in ihrer Klageantwort vom 17. Juni 2019 vor, dass 

sich die Klägerin laut und inadäquat verhalten habe. Dies hätten auch zwei 

Kundinnen mitbekommen. Für ihre Behauptungen offerierte die Beklagte die 

Parteibefragung / Beweisaussage von D._____ sowie die Zeugnisse von E._____ 

und F._____ zum Beweis (Urk. 13 Rz. 22–24; siehe auch Prot. I, S. 14 f.). Im 

Berufungsverfahren nennt die Beklagte neu zwei Quittungen, das Zeugnis von 

G._____ sowie "weitere Beweismittel im Bestreitungsfalle", um die Anwesenheit 

der Kundinnen zu belegen (Urk. 46 S. 8). Da sich die Beklagte nicht zur 

Zulässigkeit der neu angebotenen Beweismittel äussert (Urk. 46 S. 7 f.), sind 

diese nicht zu berücksichtigen (E. II.1.3.). Vor diesem Hintergrund kann auf die 

zutreffende Erwägung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 44 E. IV.2.1.6. 

[S. 15]). Die Beklagte kritisiert die vorinstanzliche Feststellung hinsichtlich der 

Lautstärke von D._____ (Urk. 46 S. 7); sie setzt sich indessen nicht mit der 

vorinstanzlichen Beweiswürdigung (Urk. 44 E. IV.2.1.6. [S. 15]) auseinander, 

sodass ihre Berufungsschrift den Begründungsanforderungen nicht genügt (siehe 

E. II.1.1.). Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Vorinstanz diesen Punkt als nicht 

entscheidend erachtete (siehe Urk. 44 E. IV.2.1.8.–2.1.11. [S. 16 ff.]). So kritisiert 

sie im Ergebnis nicht die Lautstärke; sie führt vielmehr aus, dass D._____ an der 

Entstehung und der Eskalation des lauten Disputs einen erheblichen Anteil 

- 19 - 

gehabt habe, indem sie die Klägerin provoziert und mit Mutmassungen über 

Drogenmissbrauch beleidigt habe (Urk. 44 E. IV.2.1.11. [S. 18]). 

7.6. Folglich dringt die Beklagte mit ihren Rügen hinsichtlich der 

Auseinandersetzung im Ladenlokal des "K._____", soweit überhaupt darauf 

einzutreten ist, nicht durch. 

8. Arbeitszeugnis 

8.1. Die Vorinstanz verpflichtete die Beklagte, der Klägerin ein 

Arbeitszeugnis mit dem eingangs erwähnten Inhalt aus- und zuzustellen. Unter 

anderem stehen darin folgende Sätze (Urk. 44 E. V.3.10. [S. 24]): "Wir haben 

Frau B._____ als vertrauenswürdige und zuverlässige Mitarbeiterin kennen und 

schätzen gelernt, die ihre Aufgabe auch unter erschwerten Arbeitsbedingungen 

gut bewältigte. […] Wir wünschen Frau B._____ alles Gute für ihre Zukunft." 

8.2. Die Beklagte bringt vor, dass die Klägerin vor der fristlosen Kündigung 

schon einmal schriftlich verwarnt worden sei. Zudem sei sie erst am 1. Mai 2018 

bei der Beklagten eingetreten und daher bis zur Kündigung am 17. Oktober 2018 

noch keine sechs Monate für die Beklagte tätig gewesen. Diese Tatsachen 

fänden keine oder nur zu geringe Berücksichtigung (Urk. 46 S. 8). Nicht 

einverstanden sei die Beklagte damit, dass die Klägerin auch unter erschwerten 

Bedingungen gearbeitet habe. Laut Lehre und Rechtsprechung bestehe sodann 

kein klagbarer Anspruch des Arbeitnehmers auf Zukunftswünsche (Urk. 46 S. 9). 

8.3. Die Klägerin macht geltend, dass die Beklagte irgendwelche 

Ausführungen zum Thema "Arbeitszeugnis" mache, ohne sich auch nur 

ansatzweise mit der Begründung der Vorinstanz auseinanderzusetzen (Urk. 54 

S. 9 f.). 

8.4. Die Beklagte beantragte in ihrer Klageantwort zwar, dass die Klage 

(abgesehen vom anerkannten Betrag in Höhe von Fr. 2'564.80) abzuweisen sei 

(Urk. 13 S. 2); in ihrer Begründung bestritt sie den Anspruch der Klägerin auf 

Ausstellung eines Arbeitszeugnisses indessen nicht, im Gegenteil: Die Beklagte 

legte der Klageantwort ein "angemessenes" Arbeitszeugnis (Urk. 15/2) bei und 

- 20 - 

führte aus, dass dieses den anwendbaren Grundsätzen entspreche, die es bei der 

Ausstellung zu beachten gelte (Urk. 13 Rz. 40). Auch in ihrer Duplik bestritt sie 

den Anspruch (trotz Hinweis in der Replik auf den Widerspruch [Urk. 20 S. 8]) 

nicht, sondern äusserte sich nur zu einzelnen Formulierungen (Prot. I, S. 17 f.). 

Das von der Vorinstanz formulierte Arbeitszeugnis (Urk. 44 E. V.3.10. [S. 24]) 

stimmt in weiten Teilen mit dem Entwurf der Beklagten (Urk. 15/2) überein. Dies 

betrifft insbesondere die nicht erwähnte Verwarnung und die Zukunftswünsche 

(Letztere gestand die Beklagte der Klägerin sogar vorbehaltlos zu, obwohl ihr 

bewusst war, dass sie keinen Anspruch darauf hatte; Prot. I, S. 18). Bezüglich 

dieser beiden Punkte ist die Beklagte weder formell noch materiell beschwert 

(siehe E. II.1.2.). Hinsichtlich der "erschwerten Arbeitsbedingungen" setzt sie sich 

mit dem vorinstanzlichen Entscheid (Urk. 44 E. V.3.3. [S. 22]) nicht auseinander 

(Urk. 46 S. 9), sodass ihre Berufungsschrift den Begründungsanforderungen nicht 

genügt (siehe E. II.1.1.). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Wortlaut 

betreffend der Arbeitsbedingungen auf den Vorschlag der Klägerin zurückgeht 

(Urk. 1a). Trotz ausdrücklichem Substantiierungshinweis durch die Einzelrichterin 

unterliess es die Beklagte, ihn zu bestreiten (Prot. I, S. 17 f.). Wenn sie nun im 

Berufungsverfahren vorbringt, die Formulierung sei wahrheitswidrig (Urk. 46 S. 9), 

so erfolgt dieser Einwand verspätet (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Auch soweit die 

Beklagte rügt, die Klägerin sei keine sechs Monate für die Beklagte tätig 

gewesen, genügt sie den Begründungsanforderungen nicht (Urk. 46 S. 8): So 

befasst sie sich weder mit dem von der Vorinstanz verfassten Text des 

Arbeitszeugnisses (Urk. 44 E. V.3.10. [S. 24]) noch mit den Erwägungen, die dazu 

geführt haben (insbesondere Urk. 44 E. V.3.1 und V.3.9. [S. 22 f.]). Schliesslich 

versäumt es die Beklagte, zureichende Anträge auf eine anderweitige 

Formulierung des Arbeitszeugnisses zu stellen. 

8.6. Vor diesem Hintergrund ist auf die Berufung nicht einzutreten, soweit 

die Beklagte Rügen im Zusammenhang mit dem Arbeitszeugnis erhebt. 

9. Ergebnis 

Sämtliche Rügen der Beklagten erweisen sich als unbegründet, sofern die 

Eintretensvoraussetzungen überhaupt erfüllt sind; die Berufung ist deshalb 

- 21 - 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Einzelgerichts im 

vereinfachten Verfahren am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 5. Mai 2020 

ist zu bestätigen. 

III. 

1. Bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis sind bis zu einem 

Streitwert von Fr. 30'000.– keine Kosten zu erheben (Art. 114 lit. c ZPO). 

2. Ausgangsgemäss hat die Beklagte der Klägerin für das 

Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Der Streitwert beläuft sich auf Fr. 16'839.25 (Fr. 6'788.75 [entgangener Lohn] + 

Fr. 5'000.– [Pönalentschädigung] + Fr. 5'050.50 [ein Monatslohn für das 

Arbeitszeugnis]), was eine Grundgebühr von Fr. 3'425.90 ergibt (§ 4 Abs. 1 und 

§ 13 Abs. 1 AnwGebV). Diese ist in Anwendung von § 2 Abs. 1 und § 13 Abs. 2 

AnwGebV auf Fr. 1'400.10 (Fr. 1'300.– zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer) 

herabzusetzen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und das 

Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Arbeitsgericht 

Zürich, 1. Abteilung, vom 5. Mai 2020 wird bestätigt. 

2. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das zweitinstanzliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'400.10 zu bezahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des 

Doppels von Urk. 58, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

- 22 - 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der 
Streitwert beträgt Fr. 16'839.25. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 13. Januar 2021 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. D. Scherrer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. Chr. Arnold 
 
 
 
versandt am: 
la 

	Urteil vom 13. Januar 2021
	Rechtsbegehren:
	Urteil des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 5. Mai 2020:
	(Urk. 44 S. 25 f. = Urk. 47 S. 25 f.)
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 6'788.75 netto nebst Zins zu 5% seit dem 17. Oktober 2018 zu bezahlen.
	Im Mehrumfang wird Rechtsbegehren Ziffer 1 abgewiesen.
	2. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 5'000.– brutto = netto nebst Zins zu 5% seit dem 17. Oktober 2018 zu bezahlen.
	4. Es werden keine Kosten erhoben.
	5. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 2'784.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	6.  [Schriftliche Mitteilung]
	7. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage]
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.

	1. Prozessuale Vorbemerkungen
	1.1. Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, mithin über unbeschrä...
	Die Beklagte will für den Fall, dass die Berufungsinstanz eine Rückweisung ablehnt, materiell-rechtliche Ausführungen vorbringen, "welche an der Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 […] ja nicht vorgebracht werden konnten" (Urk. 46 S. 6). Wie noch zu ze...
	1.2. Der Berufungskläger muss durch den angefochtenen Entscheid beschwert sein. Formelle Beschwer dabei liegt vor, wenn das Dispositiv des erstinstanzlichen Entscheids von den abschliessenden Rechtsbegehren der rechtsmittelwilligen Partei abweicht; ma...
	1.3. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachen und Beweismittel nur noch zulässig respektive zu berücksichtigen, wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In...
	Die Beklagte behauptet neu, die Klägerin habe bereits bei ihrem früheren Arbeitgeber, dem H._____ im I._____-Shop, gravierende Probleme gehabt (Urk. 46 S. 8). Sodann nennt sie neue Beweismittel (siehe Urk. 14) wie die Quittung Nr. LS I-13041628, die Q...
	1.4. Das vorliegende Verfahren hat eine arbeitsrechtliche Angelegenheit zum Gegenstand, deren Streitwert weniger als Fr. 30'000.– beträgt. Für derartige Streitigkeiten gilt das vereinfachte Verfahren (Art. 243 Abs. 1 ZPO), und das Gericht stellt den S...

	2. Vorinstanzlicher Entscheid
	Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Beklagte keinen wichtigen Grund gehabt habe, um der Klägerin [am 17. Oktober 2018 {Urk. 5/2}] fristlos zu kündigen (Urk. 44 E. IV.2.1.12. [S. 19]). Da die Klägerin ihre Krankheit während der hypothetischen Künd...

	3. Vorladung zur Schlussverhandlung
	3.1. Die Beklagte rügt vorab, dass die Vorladung zur Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 erst einen Tag vorher bei ihr eingegangen sei. Die offenbar am 20. Januar 2020 versandte Vorladung habe die frühere Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin lic. iur. Y....
	3.2. Wie die Klägerin zu Recht vorbringt, nahm die frühere Rechtsvertreterin der Beklagten, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, die Vorladung zur Schlussverhandlung [recte: Beweis- und Schlussverhandlung {Zeugeneinvernahmen, Parteibefragungen und Schlus...
	3.3. Im Ergebnis erweisen sich die Rügen der Beklagten im Zusammenhang mit der Vorladung zur Beweis- und Schlussverhandlung vom 5. Mai 2020 als unbegründet.

	4. Abgewiesenes Verschiebungsgesuch der Beklagten
	4.1. Die Vorinstanz erwog, dass J._____ kein Arztzeugnis für eine Krankheit vorgelegt habe, weshalb eine solche nicht nachgewiesen sei. Im Tessin gelte wie in der restlichen Schweiz keine Ausgangssperre. J._____ hätte daher anreisen können. Auch wäre ...
	4.2. Die Beklagte bringt vor, die auf den 5. Mai 2020 angesetzte Verhandlung sei praktisch genau auf den Höhepunkt der Krise rund um COVID-19 gefallen. Daher habe sich "die Situation für die Beklagte sowie die von ihr angebotenen Zeuginnen komplett ge...
	4.3. Die Klägerin bringt vor, es habe keine "Corona"-Vorschriften gegeben, die es dem Geschäftsführer der Beklagten untersagt hätten, an der Verhandlung vom 5. Mai 2020 teilzunehmen. Es stimme nicht, dass er sich im Vorfeld der Verhandlung im Tessin a...
	4.4. Gemäss Art. 135 lit. b ZPO kann das Gericht einen Erscheinungstermin aus zureichenden Gründen verschieben, wenn es vor dem Termin darum ersucht wird. Das Verschiebungsgesuch ist unverzüglich nach Kenntnis des Hinderungsgrundes zu stellen (OGer ZH...
	4.5.1. Die Beklagte ersuchte erst am 30. April 2020 um eine Verschiebung der Verhandlung und begründete dies hauptsächlich mit der Pandemie (Urk. 34). Wie die Klägerin zu Recht ausführt, waren die entsprechenden Gründe spätestens seit Mitte März 2020 ...
	4.5.2. Aus dem Briefumschlag ist ersichtlich, dass das Verschiebungsgesuch am 30. April 2020 in Lugano aufgegeben wurde (Urk. 34). Da es die Unterschrift von J._____ trägt, ist davon auszugehen, dass sich dieser zumindest in jenem Zeitpunkt im Tessin ...
	4.6. Im Ergebnis erweisen sich die Rügen hinsichtlich des abgelehnten Verschiebungsgesuchs der Beklagten als unbegründet. Die Vorinstanz hielt korrekt fest, dass für die Beklagte unentschuldigt niemand zur Beweis- und Schlussverhandlung vom 5. Mai 202...

	5. Abgewiesenes Verschiebungsgesuch von D._____
	5.1. Die Vorinstanz erwog, D._____ sei unentschuldigt nicht zur "persönlichen Befragung" erschienen. Die am 4. Mai 2020 vorgebrachte Begründung ihrer Verhinderung – sie habe kurz vor der Verhandlung aus beruflichen Gründen nach Italien reisen müssen –...
	5.2. Die Beklagte rügt, die dringende Reise nach Italien sei begründet gewesen. Es sei bei der kurzfristig angesetzten Reise darum gegangen, dass die Beklagte über D._____ eine Produktionsumstellung habe prüfen wollen, sodass fortan Masken anstelle vo...
	5.3. Die Klägerin wendet ein, dass nicht einzusehen sei, inwiefern die Wiederaufnahme des Betriebs in Italien ein Rechtfertigungsgrund für eine Abnahme der Ladung als Zeugin hätte sein sollen (Urk. 54 S. 7).
	5.4. Wie vorstehend ausgeführt (E. II.4.4.), verfügt das Gericht grundsätzlich über freies Ermessen, wenn es über Verschiebungsgesuche befindet. D._____ wurde als Partei zur Beweisverhandlung vom 5. Mai 2020 vorgeladen (im Vorladungsprotokoll ist sie ...
	5.5. Damit erweisen sich die Rügen bezüglich des abgewiesenen Verschiebungsgesuchs von D._____ als unbegründet. Wenn die Vorinstanz das unentschuldigte Fernbleiben bei der Beweiswürdigung berücksichtigte (Urk. 44 E. IV.2.1.3. [S. 13]), ist dies mit Bl...

	6. Keine Befragung der Zeugin G._____
	6.1. Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass die Zeugin G._____ der Einvernahme vom 5. Mai 2020 zwar entschuldigt ferngeblieben sei (Urk. 44 E. II.4. [S. 4]). Ihre Einvernahme könne jedoch unterbleiben, da sie das fragliche Gespräch zwischen D._____ und ...
	6.2. Die Beklagte bemängelt, die Argumentation der Vorinstanz sei widersprüchlich, denn sie habe G._____ in der Beweisverfügung vom 7. Januar 2020 als Zeugin akzeptiert und vorgesehen (Urk. 46 S. 5). Richtig sei zwar, dass sie als Schwester von J.___...
	6.3. Die Klägerin macht insbesondere geltend, dass die Vorinstanz den Verzicht auf die Anhörung nicht nur mit der engen familiären Beziehung, sondern auch damit begründet habe, dass G._____ einzig wiedergeben könne, was ihr von D._____ zugetragen wo...
	6.4.1. Das Recht auf Beweis gemäss Art. 152 ZPO schliesst eine antizipierte Beweiswürdigung nicht aus (BGE 143 III 297, E. 9.3.2; BGer 4A_66/2018 vom 15. Mai 2019, E. 2.1). Eine solche liegt vor, wenn das Gericht zum Schluss kommt, ein an sich tauglic...
	6.4.2. Die Beklagte offerierte das Zeugnis von G._____ unter anderem als Beweismittel für folgende Behauptung: Wenige Tage vor der Kündigung habe D._____ die Klägerin gebeten, die Schaufenster neu zu dekorieren, welche eine andere Mitarbeiterin, E.___...
	6.5. Nichts abzuleiten vermag die Beklagte aus der Tatsache, dass G._____ als Zeugin in der Beweisverfügung vom 7. Januar 2020 aufgeführt (Urk. 25 S. 2), in der Folge aber nicht befragt wurde. Als prozessleitende Verfügung war der Entscheid vom 7. Jan...
	6.6. Unbehelflich ist es, wenn die Beklagte geltend macht, dass die Vorinstanz nur E._____ und F._____ als Zeuginnen "der Klägerin" befragt habe (Urk. 46 S. 5). Letztere hatte die beiden Zeugnisse nämlich nie zum Beweis angeboten (siehe Urk. 1 und 2...
	6.7. Im Ergebnis verletzte die Vorinstanz weder das rechtliche Gehör der Beklagten noch verfiel sie in Willkür, indem sie G._____ nicht als Zeugin befragte.

	7. Auseinandersetzung im Ladenlokal des "K._____"
	7.1. Die Vorinstanz erwog, dass D._____ die Sache [gemeint ist ihre Kritik an der Schaufensterdekoration; siehe E. II.6.4.2.] mit der Klägerin und E._____ im Ladenlokal des "K._____" habe klären wollen. Gemäss der Beklagten solle die Klägerin dabei vo...
	7.2. Die Beklagte bemängelt, dass es nicht zutreffe, dass auch D._____ am 17. Oktober 2018 laut gewesen sein solle. Sie habe versucht, zwischen der Klägerin und E._____ zu schlichten. Anhand des Kassensystems lasse sich sodann nachweisen, dass sich im...
	7.3. Die Klägerin macht geltend, die Beklagte habe die Quittungen, die sie für diese Behauptung zum Beweis offeriere, weder im vorinstanzlichen noch im Berufungsverfahren eingereicht (Urk. 54 S. 10). Der beklagtische Rechtsvertreter setze sich mit den...
	7.4. Das Gericht bildet sich seine Überzeugung nach freier Würdigung der Beweise (Art. 157 ZPO). Aufgrund einer in sich stimmigen Gesamtschau kann es den Schluss ziehen, dass eine Tatsachenbehauptung bewiesen ist (ZK ZPO-Hasenböhler, Art. 157 N 16).
	7.5. Die Beklagte brachte in ihrer Klageantwort vom 17. Juni 2019 vor, dass sich die Klägerin laut und inadäquat verhalten habe. Dies hätten auch zwei Kundinnen mitbekommen. Für ihre Behauptungen offerierte die Beklagte die Parteibefragung / Beweisaus...
	7.6. Folglich dringt die Beklagte mit ihren Rügen hinsichtlich der Auseinandersetzung im Ladenlokal des "K._____", soweit überhaupt darauf einzutreten ist, nicht durch.

	8. Arbeitszeugnis
	8.1. Die Vorinstanz verpflichtete die Beklagte, der Klägerin ein Arbeitszeugnis mit dem eingangs erwähnten Inhalt aus- und zuzustellen. Unter anderem stehen darin folgende Sätze (Urk. 44 E. V.3.10. [S. 24]): "Wir haben Frau B._____ als vertrauenswürdi...
	8.2. Die Beklagte bringt vor, dass die Klägerin vor der fristlosen Kündigung schon einmal schriftlich verwarnt worden sei. Zudem sei sie erst am 1. Mai 2018 bei der Beklagten eingetreten und daher bis zur Kündigung am 17. Oktober 2018 noch keine sechs...
	8.3. Die Klägerin macht geltend, dass die Beklagte irgendwelche Ausführungen zum Thema "Arbeitszeugnis" mache, ohne sich auch nur ansatzweise mit der Begründung der Vorinstanz auseinanderzusetzen (Urk. 54 S. 9 f.).
	8.4. Die Beklagte beantragte in ihrer Klageantwort zwar, dass die Klage (abgesehen vom anerkannten Betrag in Höhe von Fr. 2'564.80) abzuweisen sei (Urk. 13 S. 2); in ihrer Begründung bestritt sie den Anspruch der Klägerin auf Ausstellung eines Arbeits...
	8.6. Vor diesem Hintergrund ist auf die Berufung nicht einzutreten, soweit die Beklagte Rügen im Zusammenhang mit dem Arbeitszeugnis erhebt.

	9. Ergebnis
	Sämtliche Rügen der Beklagten erweisen sich als unbegründet, sofern die Eintretensvoraussetzungen überhaupt erfüllt sind; die Berufung ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist, und das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren ...
	III.

	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und das Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 5. Mai 2020 wird bestätigt.
	2. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'400.10 zu bezahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des Doppels von Urk. 58, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...