# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 734214d8-86a2-5239-8d76-a54ea4124459
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.06.2017 SB170008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170008_2017-06-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170008-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

Ch. von Moos und Ersatzoberrichter lic. iur. H. Meister sowie  

die Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Baumgartner 

 

Urteil vom 8. Juni 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. M. Kehrli,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

fahrlässige Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, Einzelgericht,  
vom 25. Februar 2016 (GG150015) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 2. September 

2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 17). 

Urteil der Vorinstanz: 
 

(Urk. 51) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG 

i.V.m. Art. 39 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von 

Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 2 SVG nicht schuldig und wird diesbezüglich freige-

sprochen. 

2. Der Beschuldigte ist der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB 

schuldig. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 90.–. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt. 

5. Auf den Widerruf des bedingten Vollzugs bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwalt-

schaft See / Oberland vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingten Strafe von 90 Tages-

sätzen zu je Fr. 90.– wird verzichtet. 

6. Der Beschuldigte wird bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland 

vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingten Strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.– 

verwarnt. 

7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen. 

8. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'400.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 60.–   Auslagen (Ärztlicher Bericht). 

Über allfällige weitere Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

- 3 - 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr auf zwei Drittel. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

10.  (Mitteilungen) 

11.  (Rechtsmittel) 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Nach abgeschlossener Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft 

See/Oberland am 2. September 2015 gegen A._____ (Beschuldigter) die im An-

hang wiedergegebene Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung, Verletzung 

der Verkehrsregeln und pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall (Urk. 17). 

1.2. Mit unbegründetem Urteil vom 25. Februar 2016 (Urk. 36) sprach 

das Bezirksgericht Pfäffikon, Einzelgericht, den Beschuldigten wegen fahrlässiger 

Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig. Vom Vorwurf der 

Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 39 

Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 2 SVG sprach es ihn frei. Die Vorinstanz bestrafte 

den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 90.–. Den 

Vollzug dieser Strafe schob sie unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren 

auf. Bezüglich der Vorstrafe vom 25. Oktober 2011 (bedingte Strafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 90.–) verzichtete sie auf den Widerruf des bedingten  

Vollzugs und sprach stattdessen eine Verwarnung aus. Die Zivilklage von 

B._____, der Privatkläger forderte eine Genugtuung von Fr. 2'000.– zuzüglich 

Zins, wies sie ab. Schliesslich auferlegte sie dem Beschuldigten die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens. 

1.3. Mit Eingabe vom 26. Februar 2016 liess der Beschuldigte Berufung anmel-

den (Urk. 37). In der Folge schlossen der Beschuldigte und der Privatkläger eine 

- 4 - 

Vereinbarung (Urk. 43). Diese enthält die Erklärung, dass der Privatkläger den 

gegen den Beschuldigten erhobenen Strafantrag gegen Bezahlung des Betrags 

von Fr. 800.– zurückzieht. Mit Eingabe vom 21. März 2016 reichte der Beschul-

digte diese Vereinbarung der Vorinstanz ein, zusammen mit einer Quittung der 

Post vom 18. März 2016 über die erfolgte Einzahlung der vereinbarten Summe 

(Urk. 41-44). In der Auffassung, damit erübrige sich eine Begründung des Urteils, 

stellte die Vorinstanz die Berufungsanmeldung samt Akten dem Obergericht zu 

(Urk. 45). Mit Beschluss vom 7. Juni 2016 (Prozess Nr. SB160146) wies die 

Kammer das Verfahren zur Ausfertigung des begründeten Entscheids an die Vor-

instanz zurück (Urk. 47). 

1.4. Am 23. Dezember 2016 wurde das schriftlich begründete Urteil versandt 

(Urk. 51) und vom Verteidiger am 3. Januar 2017 entgegengenommen 

(Urk. 50/1). Am 9. Januar 2017 gingen die Akten bei der hiesigen Kammer wieder 

ein. Bereits zuvor, mit Eingabe vom 4. Januar 2017, liess der Beschuldigte die 

Berufungserklärung einreichen (Urk. 52). Mit der Berufung ficht der Beschuldigte 

sämtliche Punkte des vorinstanzlichen Urteils an, die zu seinem Nachteil ausge-

fallen sind (vgl. Prot. II S. 5, Urk. 67): den teilweisen Schuldspruch (Ziff. 2), den 

Strafpunkt (Ziff. 3 und 4), die Verwarnung (Ziff. 6) sowie die Kostenauflage 

(Ziff. 9). Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch unter Kos-

ten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. Beweisanträge stellte er 

keine (Urk. 67). 

1.5. Mit Verfügung vom 17. Januar 2017 wurde der Anklägerin und dem Privat-

kläger Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder das Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 56). Die Anklägerin erklärte mit Eingabe 

vom 27. Januar 2017 den Verzicht auf Anschlussberufung (Urk. 58). Der Privat-

kläger liess sich nicht vernehmen. Mit Eingabe vom 7. Februar 2017 reichte der 

Beschuldigte aufforderungsgemäss das ausgefüllte Datenerfassungsblatt zu sei-

nen persönlichen Verhältnissen samt ergänzenden Unterlagen ein (Urk. 60,  

62/1-4). 

1.6. Die Berufungsverhandlung fand am 8. Juni 2017 statt (Prot. II S. 4 ff.). 

- 5 - 

2. Umfang der Berufung/Beanstandungen 

2.1. Wie bereits erwähnt bezieht sich die Berufung des Beschuldigten auf den 

Schuldspruch (Dispositiv-Ziff. 2), den Strafpunkt (Dispositiv-Ziff. 3 und 4), die 

Verwarnung (Dispositiv-Ziff. 6) und die Kostenauflage (Dispositiv-Ziff. 8 und 9). 

Unangefochten geblieben sind der Freispruch gemäss Dispositiv-Ziff. 1, der Ver-

zicht auf den Widerruf des bedingten Vollzugs bezüglich der Vorstrafe gemäss 

Dispositiv-Ziff. 5 sowie die Abweisung der Zivilklage des Privatklägers gemäss 

Dispositiv-Ziff. 7. Bei dieser Ausgangslage sind vorab die Ziffern 2 bis 4 sowie die 

Ziffern 6 und 9 angefochten und im Berufungsverfahren zu überprüfen (Art. 404 

Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 404 Abs. 2 StPO hat das Gericht überdies auch nicht 

angefochtene Punkte zu überprüfen, um gesetzeswidrige oder unbillige Entschei-

dungen zu verhindern. Demnach hat auch Dispositiv-Ziff. 5 als angefochten zu 

gelten, zumal das Vorliegen der Voraussetzungen für einen Widerruf gemäss 

Art. 46 StGB (Begehung eines Verbrechens oder Vergehens) fraglich erscheint 

(vgl. nachfolgend Ziff. 7). Würde bei dieser Ausgangslage Dispositiv-Ziff. 5 nicht 

als mitangefochten gelten, so drohte ein gesetzeswidriger Entscheid. Hingegen 

sind die Ziffern 1, 7 und 8 weder angefochten noch weisen sie eine zu beachten-

de Konnexität zu anderen Entscheid-Ziffern auf. Sie sind in Rechtskraft erwach-

sen, was vorab festzustellen ist (Art. 402 StPO i.V.m. Art. 437 StPO). 

3. Prozessuales 

3.1. Mit Bezahlung der vereinbarten Summe von Fr. 800.– wurde die Erklärung 

des Privatklägers vom 3. März 2016, den Strafantrag zurückzuziehen, verbindlich 

(Urk. 2/1 i.V.m. Urk. 43 f.). Da die antragsberechtigte Person ihren Strafantrag zu-

rückziehen kann, solange das Urteil der zweiten kantonalen Instanz noch nicht 

eröffnet ist (Art. 33 Abs. 1 StGB), erweist sich die Erklärung des Privatklägers 

vom 3. März 2016 als rechtswirksam. Bei Antragsdelikten wie dem Tatbestand 

der fahrlässigen Körperverletzung stellt der Strafantrag eine Prozessvorausset-

zung dar. Fehlt ein Strafantrag, so kann aufgrund der fehlenden Prozessvoraus-

setzung keine Verurteilung erfolgen und das Verfahren ist einzustellen (Art. 329 

Abs. 1 und 4 StPO). Demzufolge ist Dispositiv-Ziff. 2 des vorinstanzlichen Urteils 

- 6 - 

aufzuheben, und das Verfahren ist hinsichtlich des Vorwurfs der fahrlässigen Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB einzustellen. 

3.2. Wie die Kammer in ihrem Beschluss vom 7. Juni 2016 bereits ausführte, 

bleibt trotz Rückzugs des Strafantrages zu prüfen, ob der Beschuldigte bei sei-

nem Linksabbiegemanöver strafrechtlich sanktionierte Sorgfaltspflichten verletzte, 

indem er, wie die Staatsanwaltschaft See/Oberland im Anklagesachverhalt gel-

tend macht, dem Privatkläger den Vortritt verweigerte oder unaufmerksam war, 

zumal es sich dabei um Offizialdelikte handelt. 

4. Sachverhalt 

4.1. Der Beschuldigte anerkennt, am 4. März 2015, um ca. 19:15 Uhr, als Len-

ker des Lieferwagens Citroën Jumper, ZH …, auf der C._____-Strasse in D._____ 

unterwegs gewesen zu sein. Ebenso anerkennt er, nach links in die E._____-

Strasse abgebogen und bei diesem Manöver mit dem Privatkläger, der ihm in 

entgegengesetzter Richtung auf der C._____-Strasse mit dem Fahrrad entgegen-

kam, kollidiert zu sein. Hingegen bestreitet er den Vorwurf der Anklagebehörde, 

dem Privatkläger den Vortritt verweigert bzw. diesen mangels Aufmerksamkeit 

übersehen und dadurch die Kollision verursacht zu haben. Nach der Darstellung 

des Beschuldigten stoppte er seinen Wagen vorschriftsgemäss, insbesondere mit 

ausreichend Platz, um den herannahenden Privatkläger vor ihm durchfahren zu 

lassen. Zum Kollisionsgrund führte der Beschuldigte aus, der Privatkläger habe 

aus eigenem Verschulden, wohl wegen mangelnder Aufmerksamkeit, mit dem 

Fahrrad die linke Fahrzeugfront touchiert und sei in der Folge zu Fall gekommen 

(Urk. 1, Urk. 4/1-2, Urk. 66) 

4.2. Bezüglich bestrittener Sachverhaltselemente ist im Rahmen der Beweis-

würdigung zu prüfen, ob diese erwiesen sind. Die allgemeinen Grundsätze der 

Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt (Urk. 49 S. 5 f. 

Ziff. II. 2.2.2 - 2.2.5). Ebenso hat sie die relevanten Beweismittel korrekt auf-

gezählt (Urk. 49 S. 4 Ziff. II. 2.2.1). Da der Tatbestand der fahrlässigen Körper-

verletzung nicht mehr zur Debatte steht, können die Akten des Kantonsspitals 

Winterthur ausser acht bleiben. Die Vorinstanz hat auch die konkreten Aussagen 

- 7 - 

der einvernommenen Personen zum Kollisionsereignis - Beschuldigter, Privatklä-

ger und Zeuge F._____ - zutreffend wiedergegeben (Urk. 49 S. 7 ff. Ziff. II. 2.3.2 - 

2.3.4). Um Wiederholungen zu vermeiden, kann zu all diesen Punkten vollum-

fänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

4.3. In ihrer Würdigung der Aussagen der beiden Unfallbeteiligten und des 

Zeugen ging die Vorinstanz zunächst auf die Angaben zur Position bzw. Endlage 

des vom Beschuldigten gelenkten Lieferwagens, zur Stelle, wo das Fahrrad in 

den Lieferwagen prallte, und auf den Sturz des Privatklägers ein. Dabei äusserte 

sie Zweifel an der Darstellung des Beschuldigten. Die Aussagen des Privatklägers 

bewertete sie demgegenüber als spontan und detailgetreu, schlüssig und kon-

stant. Dass er sich nicht mehr an alle Vorgänge zu erinnern vermochte, insbe-

sondere nicht an die Person, welche zufällig am Unfallort vorbeikam, erachtete sie 

nicht als ungewöhnlich und nicht geeignet, um auf fehlende Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen zu schliessen. Die Aussagen des Zeugen F._____ bewertete sie als 

schlüssig, und obschon dieser den Privatkläger besser kenne als den Beschuldi-

gen, erachtete sie ihn nicht als befangen. Die Vorinstanz wies sodann darauf hin, 

dass auf der Kreuzung kein Radstreifen eingezeichnet sei und sich auch aus der 

Angabe des Beschuldigten zur Lage des Lieferwagens ergebe, dass der Wagen 

zum Unfallzeitpunkt sich auf der Spur des entgegenkommenden Verkehrs befun-

den habe. Dem Vorbringen des Verteidigers, wonach sich der Unfall auf der Fahr-

spur des Beschuldigten abgespielt habe, sei nicht zu folgen. Die Aussagen des 

Beschuldigten, wonach der Privatkläger wohl unter Drogen- und/oder Alkoholein-

fluss gestanden habe, so die Vorinstanz schliesslich, seien als reine Schutzbe-

hauptungen zu werten. Zusammenfassend kam die Vorinstanz zum Schluss, dass 

der Beschuldigte den Privatkläger übersehen habe und der Anklagesachverhalt 

insoweit erwiesen sei (Urk. 49 S. 10 ff. Ziff. 2.3.5 ff.). 

4.4. Der Verteidiger bestreitet, dass der Beschuldigte dem Privatkläger den 

Weg abschnitt, und stellt sich auf den Standpunkt, dass sich der Unfall nicht auf 

dem Radstreifen sondern auf der Fahrspur des Beschuldigten ereignete. In die-

sem Punkt, so der Verteidiger, sei die Begründung des vorinstanzlichen Urteils 

- 8 - 

widersprüchlich. So halte die Vorinstanz fest, dass der Beschuldigte und der Zeu-

ge F._____ den Standort des Autos in etwa an der gleichen Stelle und in der glei-

chen Lage ("gleich stehend") gezeichnet hätten, nämlich direkt anschliessend an 

den Fahrradstreifen, und dass sich dieser Standort auch mit der Zeichnung des 

Privatklägers decke. Damit gehe die Vorinstanz selber davon aus, dass der Be-

schuldigte den Radstreifen nicht befahren habe. Absolut nicht nachvollziehbar sei 

deshalb die in den nachfolgenden Erwägungen enthaltene Unterstellung der Vo-

rinstanz, das Auto des Beschuldigten habe sich im Unfallzeitpunkt auf der Spur 

des Privatklägers befunden (Urk. 52 S. 4 f.). 

4.5. Anlässlich der Berufungsverhandlung bekräftigte der Verteidiger seine 

Darstellung, wonach der Beschuldigte den Fahrradstreifen nicht befahren und 

sich der Unfall auf der Fahrspur des Beschuldigten ereignet habe. Der Beschul-

digte habe keine Vortrittsverweigerung beim Linksabbiegen begangen (Urk. 67 

S. 8 f.). Auf Vorhalt von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV fügte der Ver-

teidiger an, die Anklage werfe dem Beschuldigten kein Nichtbeherrschen des 

Fahrzeugs vor. Der Beschuldigte habe während des Fahrens auch zu keiner Zeit 

Manipulationen am Fahrzeug vorgenommen, weshalb seine Aufmerksamkeit nicht 

eingeschränkt gewesen sei (Prot. II S. 6) 

4.6. Unfallstelle 

4.6.1. Unbeteiligte Dritte, die den Unfallhergang beobachteten und damit (auch) 

zum genauen Ort der Kollision eigene, unmittelbare Wahrnehmungen machten, 

existieren nicht. Da die Polizei nicht informiert worden war, konnten auch keine 

Spuren gesichert werden, auf deren Grundlage die Kollisionsstelle hätte exakt 

ermittelt werden können. Der Beschuldigte bezieht sich auf die Wahrnehmungen 

der Unfallbeteiligten und des aufgrund des Kollisionslärms aufmerksam geworde-

nen Zeugen und leitet aus den entsprechenden Angaben ab, dass sich die Kolli-

sion auf seiner Fahrspur und nicht auf dem Radstreifen ereignete. 

4.6.2. Die Aussagen des Beschuldigten und des Zeugen zur Stelle, an der sich 

die Kollision ereignet haben soll, stimmen nicht überein. Am 13. März 2015 mach-

te der Beschuldigte auf der Station der Kantonspolizei in D._____ erstmals Anga-

- 9 - 

ben zum Unfallhergang und zeichnete auf einer Fotografie der Unfallörtlichkeit die 

Kollisionsstelle ein (Urk. 2/4). Stellt man darauf ab, hätte der Beschuldigte, in 

Fahrtrichtung gesehen, seinen Wagen am Anfang des Kreuzungsbereichs, noch 

auf der Höhe der letzten Radstreifenmarkierung, gestoppt, und zwar ausserhalb 

des Radstreifens, so dass die Kollisionsstelle am Ende bzw. kurz nach dem Ende 

der Radstreifenmarkierung zu liegen kommt (Urk. 1 S. 3 f. i.V.m. Urk. 2/4). Auch 

der Zeuge zeichnete den Lieferwagen, wie er ihn an der Unfallstelle angetroffen 

hatte, auf einer Fotografie ein. Danach ereignete sich die Kollision auf der Höhe 

des Schachtdeckels, der sich, in Fahrtrichtung des Beschuldigten gesehen, be-

reits nach der Mitte der Abzweigung befindet (Urk. 5/3 S. 3 Rz 18 i.V.m. S. 4). Zu-

dem führte der Zeuge aus, das Fahrzeug des Beschuldigte habe so auf der  

C._____-Strasse gestanden, dass ein entgegen kommendes Fahrrad eine Kurve 

hätte machen müssen, um am Fahrzeug vorbeizufahren (Urk. 5/4 S. 6). Diese 

Angabe lässt vermuten, dass sich der Beschuldigte mit seinem Fahrzeug im vor-

trittsbelasteten Bereich befand. Wie der nachfolgenden rechtlichen Würdigung zu 

entnehmen ist, kann jedoch offen bleiben, welche Darstellung zutrifft. In beiden 

Fällen lässt sich allein aufgrund des Standortes des Lieferwagens im Zeitpunkt 

der Kollision dem Beschuldigten kein Fehlverhalten schlüssig nachweisen. 

4.7. Aufmerksamkeit 

4.7.1. Der Zeuge sagte aus, der Beschuldigte habe ihm auf der Unfallstelle er-

klärt, den Fahrradlenker übersehen zu haben. Der Beschuldigte bestreitet, eine 

solche Aussage gemacht zu haben. Damit ist zu überprüfen, welche Darstellung 

überzeugt. 

4.7.2. Aus den Aussagen der Beiden zur angeblichen Erklärung des Beschuldig-

ten selber, lässt sich weder zu Gunsten des Einen noch zu Ungunsten des Ande-

ren etwas ableiten. Genauso wie der Zeuge schon bei der ersten Befragung durch 

die Polizei angab, der Beschuldigte habe diese Aussage getätigt (Urk. 5/3 S. 1f. 

Rz 6 i.V.m. Urk. 1 S. 4, Urk. 5/3 S. 2 Ziff. 9), und seine Darstellung im Rahmen 

seiner förmlichen Einvernahme als Zeuge gegenüber dem Staatsanwalt bestätigte 

(Urk. 5/4 S. S. 5 f. Rz ), widersprach der Beschuldigte konstant (Urk. 4/1 S. 2 f. 

Rz 24, Urk. 4/2 S. 4 Rz 20 und Urk. 4/3 S. 2 Rz 5). Anlässlich der Berufungsver-

- 10 - 

handlung fügte der Beschuldigte ergänzend an, er habe den Velofahrer schon von 

weitem gesehen (Urk. 66 S. 5). 

Der Verteidiger wies vor Vorinstanz darauf hin, dass der Zeuge nur gebrochen 

Deutsch spreche (Urk. 34 S. 5). Soweit er damit geltend machen will, der Zeuge 

habe den Beschuldigten missverstanden, kann ihm nicht gefolgt werden. Die hier 

zur Diskussion stehende Erklärung des Beschuldigten, "Ich habe den Velofahrer 

nicht gesehen" (vgl. Urk. 5/3 S. 2 Rz 9 und Urk. 1 S. 4), enthält alltägliche, leicht 

verständliche Begriffe. Hinweise, wonach er den Beschuldigten missverstanden 

haben könnte, enthalten die Aussagen des Zeugen nicht. Im Gegenteil, dieser 

war überzeugt, den Beschuldigten korrekt verstanden zu haben (Urk. 5/4 S. 5 f. 

Rz 27 ff.). 

Es bleibt somit zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der übrigen Angaben der Be-

teiligten und des Zeugen zum Unfallgeschehen, namentlich zu den Ereignissen 

nach der Kollision, erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen auszumachen sind. 

4.7.3. Dazu ist zunächst Folgendes festzuhalten: Der Beschuldigte gab an, dass 

er dem verletzten Fahrradlenker angeboten habe, ihn ins Spital zu fahren oder ei-

ne Ambulanz aufzubieten. Dieser habe abgelehnt, sein Fahrrad genommen und 

dann sei er gegangen (Urk. 1 S. 3, Urk. 4/1 S. 2 f. Rz 17, Urk. 4/2 S. 3). In 

der polizeilichen Einvernahme vom 12. Mai 2015 erwähnte der Beschuldigte auch 

die Polizei; er habe dem Privatkläger geraten, auf diese zu warten (Urk. 4/1 S. 2 f. 

Rz 17). Der Privatkläger bestätigte, dass er das Angebot des Beschuldigten, ihn 

ins Spital zu bringen, abgelehnt habe. Die Polizei sei vom Beschuldigten aber 

nicht erwähnt worden (Urk. 1 S. 2, Urk. 5/1 S. 2 Rz 13 und Urk. 5/2 S. 3 f. und 

S. 6). Der Zeuge stellte demgegenüber klar, dass er, der Zeuge, die Polizei ins 

Spiel gebracht habe. Diese zu informieren, habe der Privatkläger ebenfalls abge-

lehnt. Hinweise, wonach auch der Beschuldigte sich gegen die Information der 

Polizei gestellt habe, enthalten die Aussagen des Zeugen demgegenüber nicht 

(Urk. 2 S. 3, Urk. 5/3 S. 2 Rz 14 und Urk. 5/4 S. 4). Der Zeuge hat damit die Aus-

sagen des Beschuldigten im Wesentlichen bestätigt und diesen damit im Zusam-

menhang mit dem Vorwurf, mittels unterlassener Information der Polizei sich 

- 11 - 

pflichtwidrig verhalten zu haben, entlastet. Auch ansonsten lassen sich keine 

Aussagen des Zeugen ausmachen, die eine Tendenz zur Relativierung oder 

Dramatisierung der Verantwortung des einen oder anderen Unfallbeteiligten auf-

weisen. Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang etwa erwähnt, dass der Zeuge 

explizit erklärte, dass ihm "bei beiden kein Alkoholgeruch aufgefallen" sei (Urk. 1 

S. 4). 

4.7.4. Hervorzuheben sind sodann die Aussagen der Unfallbeteiligten zur Anzahl 

Personen, welche sich im Zeitpunkt der Kollision im Lieferwagen befunden haben 

sollen. Der Privatkläger gab an, im Fahrzeug hätten sich zwei Personen befun-

den: der Beschuldigte, der den Wagen gelenkt habe, sowie eine zweite Person 

als Beifahrer. Diese Aussage erfolgte bestimmt, und der Privatkläger hielt daran 

konstant fest (Urk. 1 S. 3, Urk. 5/1 S. 1 f. Rz 6 und Urk. 5/2 S. 3 f.). Der Beschul-

digte widersprach dieser Darstellung und gab ebenfalls bestimmt und konstant an, 

allein unterwegs gewesen zu sein (Urk. 1 S. 4, Urk. 4/1 s. 2 Rz 7 ff., Urk. 4/2 S. 3 

f. und Urk.4/3 S. 2, Urk. 66 S. 5 f.). Der Zeuge sprach ebenfalls konstant davon, 

dass der Beschuldigte in Begleitung einer anderen Person unterwegs war (Urk. 1 

S. 4, Urk. 5/3 Rz 7 ff. und Urk. 5/4 S. 5). 

Der Unfall ereignete sich am 4. März 2015 um ca. 19:15 Uhr. Zu jener Tageszeit 

war es nach Aussage des Privatklägers "schon ziemlich dunkel" (Urk. 5/1 S. 1 

Rz 5) bzw. gemäss dem Beschuldigten "schon etwas dunkel" (Urk. 4/1 S. 2 

Rz 11). Wie innerorts üblich, verfügt die C._____-Strasse über eine Beleuchtung 

(vgl. Urk. 2/4). Nach den Angaben des Privatklägers war die Beleuchtung in Be-

trieb (Urk. 5/1 S. 1 Rz 5). Widersprechende Aussagen des Beschuldigten oder 

des Privatklägers liegen nicht vor. Bei diesen Lichtverhältnissen ist es für Ver-

kehrsteilnehmer sehr wohl möglich zu erkennen, ob eine oder mehrere Personen 

in einem entgegenkommenden Fahrzeug sitzen, namentlich dann, wenn der Ver-

kehrsteilnehmer, wie der Privatkläger, dem fraglichen Fahrzeug entgegenfährt, 

die fraglichen Personen sich auf den Vordersitzen befinden (Fahrer und Beifahrer) 

und es im Bereich der Front zur Kollision kommt. Die Aussagen des Privatklägers 

enthalten zudem weitere Details: So sagte er aus, erkannt zu haben, dass der 

Fahrer zum Beifahrer geschaut habe (Urk. 5/1 S. 1 Rz 6, Urk. 5/2 S. S. 4) und 

- 12 - 

dass zunächst der Fahrer ausgestiegen sei und nach einer Weile auch der Bei-

fahrer, wohl deshalb, weil er, der Privatkläger, so wütend gewesen sei (Urk. 5/1 

S. 2 Rz 8). Diese Angaben sind stimmig und deuten auf wirklich Erlebtes hin. Ein 

Motiv für eine Falschaussage des Privatklägers ist nicht auszumachen. Hingegen 

sind auf Seiten des Beschuldigten Gründe für eine Falschaussage denkbar, sei 

es, dass der Beifahrer bei wahrheitsgemässen Aussagen zum Unfallgeschehen 

den Beschuldigten hätte belasten müssen, sei es, dass der Beifahrer und gege-

benenfalls der Beschuldigte bei Bekanntgabe der Identität sich Probleme einge-

handelt hätten wegen fehlender Aufenthalts- und/oder Arbeitserlaubnis. Dass es 

sich dabei nicht um bloss theoretische Mutmassungen ohne Bezug zum Beschul-

digten handelt, zeigt das Strafregister: Der Beschuldigte, der ein Restaurant in der 

Nähe des Unfallortes betreibt, ist wegen mehrfacher Beschäftigung von Auslän-

dern ohne Bewilligung vorbestraft (Urk. 55 Beizugsakten A). 

Zu erwähnen sind schliesslich die Aussagen des Zeugen. Auch er sprach in sämt-

lichen Einvernahmen davon, dass der Beschuldigte in Begleitung gewesen sei. 

Ein Irrtum des Zeugen, indem dieser eine der nach dem Unfall hinzugekommenen 

Personen fälschlicherweise für den Beifahrer hielt, so die Erklärung des Beschul-

digten (Urk. 4/2 S. 4), kann ausgeschlossen werden. Der Zeuge hielt sich zum 

Zeitpunkt des Unfalls in seinem Restaurant auf, dass sich bei der Kreuzung  

C._____-Strasse / E._____-Strasse befindet. Er sagte aus, unmittelbar nach dem 

Knall nach draussen gegangen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich der Be-

schuldigte und sein Kollege sowie der Privatkläger bei den Unfallfahrzeugen be-

funden. Im gleichen Zeitpunkt sei eine Person vom Bahnhof her dazugekommen. 

Dieser Mann sei aber ganz sicher nicht im Auto gewesen (Urk. 5/3 S. 2 Rz 8). Er 

sei sich, so F._____ anlässlich seiner Einvernahme als Zeuge, 100% sicher. Er 

habe vom Restaurant aus den Wagen unmittelbar vor dem Unfall vorbeifahren 

sehen. Sie seien zu zweit im Auto gewesen (Urk. 5/4 S. 5). Die Aussagen des 

Zeugen enthalten sodann Angaben zum Signalement der Begleitperson (Urk. 1 

S. 4 und Urk.°5/3 S. 2 Rz 10). Welchen Vorteil er für den Privatkläger oder für sich 

mit einer Falschaussage in diesem Punkt erhofft haben sollte, ist, wie schon zu 

den Aussagen des Privatklägers vermerkt, nicht ersichtlich. 

- 13 - 

4.7.5. Die Beziehung zwischen dem Zeugen und dem Privatkläger, welche vom 

Verteidiger hervorgehoben und hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Zeugen als 

problematisch bewertet wird (Urk. 34 S. 5 lit. a), ist wohl zu berücksichtigen. Zu 

ernsthaften Zweifeln an den Aussagen des Zeugen gibt diese Bekanntschaft in-

dessen keinen Anlass. Der Zeuge hat offen darüber berichtet, dass er den Privat-

kläger seit langem, seit dessen Geburt, kennt, und zwar über dessen Vater, mit 

dem er früher zusammen gearbeitet habe (Urk. 5/3 S 1 Rz 4, Urk. 5/4 S. 3). We-

der wird vom Beschuldigten behauptet, dass der Zeuge etwas von Belang ver-

schwieg, noch enthalten die Akten entsprechende Hinweise. Zu erwähnen ist so-

dann, dass der Zeuge auch den Beschuldigten bereits vor dem Unfall kannte. 

Beide betreiben im selben Quartier ein Restaurant und der Umgang wird vom 

Zeugen als freundlich beschrieben (Urk. 5/4 S. 2 f.). 

Anders als der Beschuldigte wurde der Zeuge sodann unter Hinweis auf die 

Wahrheitspflicht und Strafandrohung bei wissentlicher Falschaussage einver-

nommen (Urk. 5/4 S. 2). Ein handfestes Motiv, mit falschen Angaben ein allfällige 

Verurteilung zu riskieren, lässt sich beim Zeugen nicht ausmachen. Liess der kör-

perliche Zustand des Privatklägers unmittelbar nach dem Unfall bereits erhoffen, 

dass der Privatkläger Glück gehabt und keine schlimme Verletzung erlitten hatte, 

bestätigte sich diese Annahme, nachdem der Privatkläger noch am selben Abend 

sich ärztlich hatte untersuchen lassen (Urk. 6/1). Damit war schon früh klar, dass 

keine nennenswerte finanzielle Ansprüche auf dem Spiel standen. Ebenso wenig 

hatte der Privatkläger im Falle eines eigenen Fehlverhaltens mit einschneidenden 

Sanktionen zu rechnen. Für einen (falschverstandenen) Freundschaftsdienst des 

Zeugen bestand somit kein Anlass. Als völlig untauglich ist denn auch der Ver-

such des Beschuldigten zu bezeichnen, dem Zeugen sinngemäss Parteilichkeit 

vorzuwerfen, indem dieser den Privatkläger (nach dem Unfall) nicht daran gehin-

dert habe, nach Hause zu gehen (Urk. 4/3 S. 2). Dazu bestand für den Zeugen 

überhaupt kein Anlass. 

4.7.6. Im Vordergrund, soviel abschliessend, steht nicht die allgemeine Glaub-

würdigkeit der einvernommenen Personen, sondern der Gehalt ihrer Aussagen. 

Wie oben ausführlich dargelegt, erweisen sich die Aussagen des Zeugen (wie 

- 14 - 

auch des Privatklägers) als glaubhaft. Darauf, und nicht auf die zweifelhaften 

Aussagen des Beschuldigten, ist abzustellen. Dessen Erklärungsversuche, der 

Privatkläger sei zu schnell unterwegs gewesen (Urk. 4/1 S. 2 Rz 15) oder der Pri-

vatkläger habe unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss gestanden (Urk. 4/1 S. 2 f. 

Rz 17 und Urk. 4/3 S. 2), stellen reine Vermutungen dar, zumal der Zeuge keine 

derartigen Feststellungen machte und sich auch im Bericht des Arztes, den der 

Privatkläger ca. eine Stunde nach dem Unfall aufsuchte, kein entsprechender 

Hinweis findet (Urk. 6/1 i.V.m. Urk. 6/3). 

4.7.7. Die Kammer erachtet es somit als erwiesen, dass der Beschuldigte dem 

Zeugen auf dem Unfallplatz erklärte, den Velofahrer nicht gesehen zu haben. 

Damit ist der Anklagesachverhalt , wonach der Beschuldigte den Privatkläger 

übersah erstellt. Der Vorwurf, der Beschuldigte sei mangelhaft aufmerksam ge-

wesen, wird nachfolgend im Rahmen der rechtlichen Würdigung (Ziff. 5.2.) be-

handelt. 

5. Rechtliche Würdigung: 

5.1. Missachten des Vortritts 

5.1.1. Die hier zu beurteilende Kollision ereignete sich anlässlich eines Linksab-

biegemanövers. Dafür gelten besondere Vorsichtsregeln. Der Führer, der seine 

Fahrtrichtung ändern will, wie etwa zum Abbiegen, hat auf den Gegenverkehr 

Rücksicht zu nehmen (Art. 34 Abs. 3 SVG). Wer nach links abbiegen will, hat sich 

gegen die Strassenmitte zu halten, wobei der Führer den für den Gegenverkehr 

bestimmten Raum nicht beanspruchen darf, und den entgegenkommenden Fahr-

zeugen den Vortritt zu lassen. Dabei darf er den Vortrittsberechtigten in seiner 

Fahrt nicht behindern (Art. 36 Abs. 1 und 3 SVG i.V.m. Art. 13 Abs. 2 und 14 

Abs. 1 VRV). Was den für den Gegenverkehr bestimmten Raum betrifft, gelten für 

Radfahrer besondere Regeln. Diese müssen, wo vorhanden, die Radstreifen be-

nützen (Art. 46 Abs. 1 SVG). 

5.1.2. Wie dem Fotomaterial, das bei den Akten liegt, entnommen werden kann, 

hat es im Bereich, in welchem die C._____-Strasse und die E._____-Strasse zu-

- 15 - 

sammentreffen, keinen durchgehend markierten Radstreifen. Der Radstreifen be-

ginnt, in Fahrtrichtung des Privatklägers gesehen, erst am Ende der rechts weg-

führenden E._____-Strasse (Urk. 2/3, 2/4 und 5/3 Anhang). 

Stellt man auf die Aussagen des Beschuldigten ab, so befindet sich die Kollisi-

onsstelle just dort, wo der Radstreifen beginnt, und hielt er seinen Wagen noch 

ausserhalb des Radstreifens an (Urk. 2/4 und obige Erw. 4.5.2.). Hat der Be-

schuldigte aber den für den Privatkläger bestimmten Raum nicht beansprucht, 

kann ihm keine Verweigerung des Vortrittsrechts vorgeworfen werden. 

Folgt man den Aussagen des Zeugen, liegt die Kollisionsstelle im Bereich des 

Schachtdeckels (Urk. 5/3 Anhang). An dieser Stelle verfügt die C._____-Strasse 

zwar über keinen Radstreifen, zieht man indessen die erst im späteren Verlauf 

der Strasse angebrachten Markierungen gedanklich weiter, so käme die Kollisi-

onsstelle auch an diesem Ort ausserhalb des Radstreifens zu liegen. Aus dem 

Fehlen eines Radstreifens abzuleiten, die linke Hälfte der C._____-Strasse sei bis 

zur Strassenmitte für den Privatkläger bestimmt gewesen, und daraus zu folgern, 

der Beschuldigte habe vorschriftswidrig den für den Gegenverkehr bestimmten 

Raum beanspruch, geht aus zwei Gründen fehl: Erstens lässt sich anhand der Fo-

tografien nicht zweifelsfrei feststellen, dass der Schachtdeckel, wo sich die Kolli-

sion ereignete, vollumfänglich im Bereich der linken Fahrbahnhälfte lag (Urk. 2/3 

und insbesondere 2/4). Und zweitens ist der Radfahrer, wie jeder andere Ver-

kehrsteilnehmer auch, generell gehalten, sich möglichst an den rechten Strassen-

rand zu halten (vgl. Art. 34 Abs. 1 SVG). Unter Berücksichtigung dieses Gebots 

kann dem Beschuldigten auch bei dieser Sachverhaltsversion keine Missachtung 

des Vortrittsrechts des Privatklägers vorgeworfen werden. Befand sich die Kollisi-

onsstelle im Bereich des Schachtdeckels, hätte dem Privatkläger, wie die Fotos 

zeigen (Urk. 2/3 und insbesondere 2/4), ausreichend Platz zur Verfügung gestan-

den, um trotz des Abbiegemanövers des Beschuldigten unbehindert seine Fahrt 

auf der C._____-Strasse fortsetzen zu können. 

 

 

- 16 - 

5.2. Ungenügende Aufmerksamkeit 

5.2.1. Im Strassenverkehr gilt ganz allgemein, das heisst unabhängig von einem 

bestimmten Manöver oder besonderen örtlichen Verhältnissen, dass der Führer 

das Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten 

nachkommen kann. Insbesondere muss der Fahrzeugführer seine Aufmerksam-

keit der Strasse und dem Verkehr zuwenden (Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 3 

Abs. 1 VRV). 

5.2.2. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist für die Kammer erwiesen, 

dass der Beschuldigte den auf dem Fahrrad herannahenden Privatkläger über-

sah, als er (der Beschuldigte) im Begriff war, nach links in die E._____-Strasse 

abzubiegen. Wie bereits erwähnt, verfügt die C._____-Strasse über eine  

Beleuchtung und fuhr der Privatkläger mit Licht (vgl. Erw. 4.6.4). Das Übersehen 

des Privatklägers lässt sich damit einzig mit ungenügender Aufmerksamkeit des 

Beschuldigten erklären. Damit handelte der Beschuldigte pflichtwidrig. 

5.2.3. Wie der Anklageschrift entnommen werden kann, steht eine grobe Ver-

kehrsregelverletzung nicht zur Debatte. Die Vorinstanz hat sich dennoch mit die-

sem Tatbestand auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass wohl 

eine elementare Verkehrsregel verletzt worden ist, aber nicht in grober Weise 

(vgl. Urk. 49 S. 17-19). Die Kammer schliesst sich dieser Auffassung an. Der Be-

schuldigte ist somit der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV schuldig zu 

sprechen. 

6. Strafe: 

6.1. Die Verletzung von Verkehrsregeln wird mit Busse von Fr. 1.– bis 

Fr. 10'000.– bestraft (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Innerhalb 

dieses Rahmens ist die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so zu be-

messen, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist 

(Art. 106 Abs. 3 StGB). 

- 17 - 

6.2. Die konkrete Ursache der Unaufmerksamkeit des Beschuldigten ist nicht 

bekannt, ebenso wenig deren Dauer. Es ist deshalb zu Gunsten des Beschuldig-

ten von fahrlässigem Handeln und insgesamt von einem leichten Fall auszuge-

hen. Der Beschuldigte verfügt über drei Vorstrafen (alles Geldstrafen) wegen 

Raufhandel, Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung 

sowie Betrug (Gehilfenschaft) und Vergehen gegen das Bundesgesetz über die 

Alters- und Hinterlassenenversicherung (Urk. 12/1). Diese Vorstrafen sind zwar 

nicht einschlägig, wirken sich bei der Bemessung der Busse aber dennoch zu 

Ungunsten des Beschuldigten aus, wenn auch nur leicht. Schwerer wiegt, dass 

auch der automobilistische Leumund des Beschuldigten getrübt ist. Am 

6. September 2014, ca. ein halbes Jahr vor dem hier zu beurteilenden Verkehrs-

regelverstoss, überschritt der Beschuldigte die signalisierte Höchstgeschwindig-

keit von 60 km/h um 21 km/h. Dies führte am 25. Februar 2015 zu einer Verwar-

nung durch das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich wegen einer leichten 

Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Urk. 12/3). Auch dies 

wirkt sich straferhöhend aus. Der Beschuldigte verhielt sich im Rahmen der Straf-

untersuchung zwar kooperativ, blieb aber bis zum Schluss ungeständig. Anlass 

für eine Strafminderung gibt sein Nachtatverhalten daher nicht. In finanzieller Hin-

sicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte einen monatlichen Nettolohn von 

rund Fr. 4'000.– erzielt und über kein Vermögen aber auch keine Schulden ver-

fügt (Urk. 62/1 und 62/2). Er ist verheiratet, indessen ohne Unterstützungspflicht 

gegenüber Kindern.  

6.3. In Würdigung dieser Strafzumessungsgründe erscheint eine Busse von 

Fr. 500.– als dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. Anders als bei 

den übrigen Strafen ist bei Bussen der bedingte Strafvollzug nicht möglich 

(Art. 105 Abs. 1 StGB). Für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht bezahlt, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen anzusetzen (Art. 106 

Abs. 2 StGB). 

7. Widerruf 

7.1. Wie bereits angesprochen, wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 25. Oktober 2011 wegen Beschäftigung 

- 18 - 

von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung mit einer Geldstrafe von 

90 Tagessätzen à Fr. 90.– bestraft. Der Vollzug der Strafe wurde aufgeschoben 

und die Probezeit auf drei Jahre angesetzt. Am 9. Mai 2014, im Rahmen der Be-

strafung des Beschuldigten wegen Betrugs (Gehilfenschaft) und Vergehen gegen 

das Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung, wurde diese 

Probezeit von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis um ein Jahr verlängert 

(Urk. 12/1). 

7.2. Die hier zu beurteilende Verkehrsregelverletzung erfolgte am 4. März 2015 

und damit vor Ablauf der Probezeit. Negative Auswirkungen auf den Strafauf-

schub hat das Fehlverhalten des Beschuldigten indessen nicht, stellt die von ihm 

begangene Verkehrsregelverletzung doch eine Übertretung dar und kein Verbre-

chen oder Vergehen, wie es für den Widerruf des Strafaufschubs, eine Verwar-

nung oder Verlängerung der Probezeit vorausgesetzt wird (Art. 46 Abs. 1 StGB).  

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Die beschuldigte Person trägt im erstinstanzlichen Verfahren die Ver-

fahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder die 

beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz 

oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einlei-

tung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 

Abs. 1 und 2 StPO). Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage zu 

bestätigen. Die in diesem Verfahren abweichend vorgenommene rechtliche Wür-

digung wirkt sich auf die erstinstanzliche Kostenauflage nicht aus. Eine Prozess-

entschädigung ist dem Beschuldigten nicht zuzusprechen. 

8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-

setzen. 

8.3. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte ob-

siegt im Rechtsmittelverfahren mit seinem Antrag auf Einstellung des Verfahrens 

wegen fahrlässiger Körperverletzung, unterliegt hingegen hinsichtlich seines An-

- 19 - 

trags auf vollständigen Freispruch. Damit sind dem Beschuldigten die Hälfte der 

Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die andere Hälfte der Kosten ist 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

8.4. Im Berufungsverfahren ersuchte der Beschuldigte um Entschädigung für 

seine anwaltliche Verteidigung (Urk. 67). Zur Begründung des Aufwands reichte 

der Verteidiger seine Honorarnote ein, welche Auskunft über seine Aufwendun-

gen für das gesamte Verfahren gibt (Urk. 69). Die Gebühr für das Berufungs-

verfahren ist grundsätzlich nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln unter 

Berücksichtigung des Umfanges der Berufung zu bemessen (§18 Abs. 1 Anw-

GebV). Für die Führung eines Strafprozesses einschliesslich Vorbereitung des 

Parteivortrags und Teilnahme an der Hauptverhandlung beträgt die Grundgebühr 

vor dem Einzelgericht Fr. 600.-- bis Fr. 8'000.-- (§ 17 Abs. 1 lit. a.). Das vor-

instanzliche Urteil wurde vor der hiesigen Instanz nur teilweise angefochten. Das 

Verfahren ist, nachdem faktisch lediglich ein Übertretungsstraftatbestand zu prü-

fen übrig blieb, von sehr geringem Umfang. In Anbetracht dessen erscheint für 

das Berufungsverfahren eine pauschale reduzierte Entschädigung für anwaltliche 

Verteidigung von Fr. 750.-- (inkl. MwSt.) als angemessen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, Einzel-

gericht, vom 25. Februar 2016 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1. Der Beschuldigte ist der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 

 SVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im 

 Sinne von Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 2 SVG nicht schuldig und wird diesbezüg-

 lich freigesprochen. 

2. … 

3. … 

4. … 

5. … 

- 20 - 

6. … 

7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen. 

8. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf: 

 

3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

 

1'400.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

 

60.–   Auslagen (Ärztlicher Bericht). 

Über allfällige weitere Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Ent-

scheidgebühr auf zwei Drittel. 

9. … 

10.  (Mitteilungen) 

11.  (Rechtsmittel) 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Das Verfahren bezüglich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt. 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im 

Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 

VRV. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft See / Oberland betreffend Widerruf 

der mit Strafbefehl vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingt vollziehbaren 

- 21 - 

Strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.– (entsprechend Fr. 8'100.--), wird 

nicht eingetreten. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 9) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zur Hälfte 

auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Pro-

zessentschädigung von Fr. 750.-- zugesprochen. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 
Administrativmassnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. …) 

− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 12/1 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben 
(§ 54a Abs. 1 PolG) 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

- 22 - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. Juni 2017 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 

 
 

	Urteil vom 8. Juni 2017
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 51)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im Sinne von Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 2 SVG nicht schuldig und wird diesbezüg...
	2. Der Beschuldigte ist der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 90.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf drei Jahre festgesetzt.
	5. Auf den Widerruf des bedingten Vollzugs bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingten Strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.– wird verzichtet.
	6. Der Beschuldigte wird bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingten Strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.– verwarnt.
	7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen.
	8. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf:
	Über allfällige weitere Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	10. (Mitteilungen)
	11. (Rechtsmittel)
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Nach abgeschlossener Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft See/Oberland am 2. September 2015 gegen A._____ (Beschuldigter) die im Anhang wiedergegebene Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung, Verletzung der Verkehrsregeln und pflichtwid...
	1.2. Mit unbegründetem Urteil vom 25. Februar 2016 (Urk. 36) sprach das Bezirksgericht Pfäffikon, Einzelgericht, den Beschuldigten wegen fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig. Vom Vorwurf der Verletzung der Verkehrsr...
	1.3. Mit Eingabe vom 26. Februar 2016 liess der Beschuldigte Berufung anmelden (Urk. 37). In der Folge schlossen der Beschuldigte und der Privatkläger eine Vereinbarung (Urk. 43). Diese enthält die Erklärung, dass der Privatkläger den gegen den Beschu...
	1.4. Am 23. Dezember 2016 wurde das schriftlich begründete Urteil versandt (Urk. 51) und vom Verteidiger am 3. Januar 2017 entgegengenommen (Urk. 50/1). Am 9. Januar 2017 gingen die Akten bei der hiesigen Kammer wieder ein. Bereits zuvor, mit Eingabe ...
	1.5. Mit Verfügung vom 17. Januar 2017 wurde der Anklägerin und dem Privatkläger Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder das Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 56). Die Anklägerin erklärte mit Eingabe vom 27. Januar 2017...
	1.6. Die Berufungsverhandlung fand am 8. Juni 2017 statt (Prot. II S. 4 ff.).

	2. Umfang der Berufung/Beanstandungen
	2.1. Wie bereits erwähnt bezieht sich die Berufung des Beschuldigten auf den Schuldspruch (Dispositiv-Ziff. 2), den Strafpunkt (Dispositiv-Ziff. 3 und 4), die Verwarnung (Dispositiv-Ziff. 6) und die Kostenauflage (Dispositiv-Ziff. 8 und 9). Unangefoch...

	3. Prozessuales
	3.1. Mit Bezahlung der vereinbarten Summe von Fr. 800.– wurde die Erklärung des Privatklägers vom 3. März 2016, den Strafantrag zurückzuziehen, verbindlich (Urk. 2/1 i.V.m. Urk. 43 f.). Da die antragsberechtigte Person ihren Strafantrag zurückziehen k...
	3.2. Wie die Kammer in ihrem Beschluss vom 7. Juni 2016 bereits ausführte, bleibt trotz Rückzugs des Strafantrages zu prüfen, ob der Beschuldigte bei seinem Linksabbiegemanöver strafrechtlich sanktionierte Sorgfaltspflichten verletzte, indem er, wie d...

	4. Sachverhalt
	4.1. Der Beschuldigte anerkennt, am 4. März 2015, um ca. 19:15 Uhr, als Lenker des Lieferwagens Citroën Jumper, ZH …, auf der C._____-Strasse in D._____ unterwegs gewesen zu sein. Ebenso anerkennt er, nach links in die E._____-Strasse abgebogen und be...
	4.2. Bezüglich bestrittener Sachverhaltselemente ist im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen, ob diese erwiesen sind. Die allgemeinen Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt (Urk. 49 S. 5 f. Ziff. II. 2.2.2 - 2.2....
	4.3. In ihrer Würdigung der Aussagen der beiden Unfallbeteiligten und des Zeugen ging die Vorinstanz zunächst auf die Angaben zur Position bzw. Endlage des vom Beschuldigten gelenkten Lieferwagens, zur Stelle, wo das Fahrrad in den Lieferwagen prallte...
	4.4. Der Verteidiger bestreitet, dass der Beschuldigte dem Privatkläger den Weg abschnitt, und stellt sich auf den Standpunkt, dass sich der Unfall nicht auf dem Radstreifen sondern auf der Fahrspur des Beschuldigten ereignete. In diesem Punkt, so der...
	4.5. Anlässlich der Berufungsverhandlung bekräftigte der Verteidiger seine Darstellung, wonach der Beschuldigte den Fahrradstreifen nicht befahren und sich der Unfall auf der Fahrspur des Beschuldigten ereignet habe. Der Beschuldigte habe keine Vortri...
	4.6. Unfallstelle
	4.6.1. Unbeteiligte Dritte, die den Unfallhergang beobachteten und damit (auch) zum genauen Ort der Kollision eigene, unmittelbare Wahrnehmungen machten, existieren nicht. Da die Polizei nicht informiert worden war, konnten auch keine Spuren gesichert...
	4.6.2. Die Aussagen des Beschuldigten und des Zeugen zur Stelle, an der sich die Kollision ereignet haben soll, stimmen nicht überein. Am 13. März 2015 machte der Beschuldigte auf der Station der Kantonspolizei in D._____ erstmals Angaben zum Unfallhe...
	4.7. Aufmerksamkeit
	4.7.1. Der Zeuge sagte aus, der Beschuldigte habe ihm auf der Unfallstelle erklärt, den Fahrradlenker übersehen zu haben. Der Beschuldigte bestreitet, eine solche Aussage gemacht zu haben. Damit ist zu überprüfen, welche Darstellung überzeugt.
	4.7.2. Aus den Aussagen der Beiden zur angeblichen Erklärung des Beschuldigten selber, lässt sich weder zu Gunsten des Einen noch zu Ungunsten des Anderen etwas ableiten. Genauso wie der Zeuge schon bei der ersten Befragung durch die Polizei angab, de...
	Der Verteidiger wies vor Vorinstanz darauf hin, dass der Zeuge nur gebrochen Deutsch spreche (Urk. 34 S. 5). Soweit er damit geltend machen will, der Zeuge habe den Beschuldigten missverstanden, kann ihm nicht gefolgt werden. Die hier zur Diskussion s...
	Es bleibt somit zu prüfen, ob unter Berücksichtigung der übrigen Angaben der Beteiligten und des Zeugen zum Unfallgeschehen, namentlich zu den Ereignissen nach der Kollision, erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ausz...
	4.7.3. Dazu ist zunächst Folgendes festzuhalten: Der Beschuldigte gab an, dass er dem verletzten Fahrradlenker angeboten habe, ihn ins Spital zu fahren oder eine Ambulanz aufzubieten. Dieser habe abgelehnt, sein Fahrrad genommen und dann sei er gegang...
	4.7.4. Hervorzuheben sind sodann die Aussagen der Unfallbeteiligten zur Anzahl Personen, welche sich im Zeitpunkt der Kollision im Lieferwagen befunden haben sollen. Der Privatkläger gab an, im Fahrzeug hätten sich zwei Personen befunden: der Beschuld...
	Der Unfall ereignete sich am 4. März 2015 um ca. 19:15 Uhr. Zu jener Tageszeit war es nach Aussage des Privatklägers "schon ziemlich dunkel" (Urk. 5/1 S. 1 Rz 5) bzw. gemäss dem Beschuldigten "schon etwas dunkel" (Urk. 4/1 S. 2 Rz 11). Wie innerorts ü...
	Zu erwähnen sind schliesslich die Aussagen des Zeugen. Auch er sprach in sämtlichen Einvernahmen davon, dass der Beschuldigte in Begleitung gewesen sei. Ein Irrtum des Zeugen, indem dieser eine der nach dem Unfall hinzugekommenen Personen fälschlicher...
	4.7.5. Die Beziehung zwischen dem Zeugen und dem Privatkläger, welche vom Verteidiger hervorgehoben und hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Zeugen als problematisch bewertet wird (Urk. 34 S. 5 lit. a), ist wohl zu berücksichtigen. Zu ernsthaften Zwei...
	Anders als der Beschuldigte wurde der Zeuge sodann unter Hinweis auf die Wahrheitspflicht und Strafandrohung bei wissentlicher Falschaussage einvernommen (Urk. 5/4 S. 2). Ein handfestes Motiv, mit falschen Angaben ein allfällige Verurteilung zu riskie...
	4.7.6. Im Vordergrund, soviel abschliessend, steht nicht die allgemeine Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen, sondern der Gehalt ihrer Aussagen. Wie oben ausführlich dargelegt, erweisen sich die Aussagen des Zeugen (wie auch des Privatklägers) ...
	4.7.7. Die Kammer erachtet es somit als erwiesen, dass der Beschuldigte dem Zeugen auf dem Unfallplatz erklärte, den Velofahrer nicht gesehen zu haben. Damit ist der Anklagesachverhalt , wonach der Beschuldigte den Privatkläger übersah erstellt. Der V...

	5. Rechtliche Würdigung:
	5.1. Missachten des Vortritts
	5.1.1. Die hier zu beurteilende Kollision ereignete sich anlässlich eines Linksabbiegemanövers. Dafür gelten besondere Vorsichtsregeln. Der Führer, der seine Fahrtrichtung ändern will, wie etwa zum Abbiegen, hat auf den Gegenverkehr Rücksicht zu nehme...
	5.1.2. Wie dem Fotomaterial, das bei den Akten liegt, entnommen werden kann, hat es im Bereich, in welchem die C._____-Strasse und die E._____-Strasse zusammentreffen, keinen durchgehend markierten Radstreifen. Der Radstreifen beginnt, in Fahrtrichtun...
	Stellt man auf die Aussagen des Beschuldigten ab, so befindet sich die Kollisionsstelle just dort, wo der Radstreifen beginnt, und hielt er seinen Wagen noch ausserhalb des Radstreifens an (Urk. 2/4 und obige Erw. 4.5.2.). Hat der Beschuldigte aber de...
	Folgt man den Aussagen des Zeugen, liegt die Kollisionsstelle im Bereich des Schachtdeckels (Urk. 5/3 Anhang). An dieser Stelle verfügt die C._____-Strasse zwar über keinen Radstreifen, zieht man indessen die erst im späteren Verlauf der Strasse angeb...
	5.2. Ungenügende Aufmerksamkeit
	5.2.1. Im Strassenverkehr gilt ganz allgemein, das heisst unabhängig von einem bestimmten Manöver oder besonderen örtlichen Verhältnissen, dass der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen muss, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Ins...
	5.2.2. Entsprechend den vorstehenden Erwägungen ist für die Kammer erwiesen, dass der Beschuldigte den auf dem Fahrrad herannahenden Privatkläger übersah, als er (der Beschuldigte) im Begriff war, nach links in die E._____-Strasse abzubiegen. Wie bere...
	5.2.3. Wie der Anklageschrift entnommen werden kann, steht eine grobe Verkehrsregelverletzung nicht zur Debatte. Die Vorinstanz hat sich dennoch mit diesem Tatbestand auseinandergesetzt und ist zum Schluss gekommen, dass wohl eine elementare Verkehrsr...

	6. Strafe:
	6.1. Die Verletzung von Verkehrsregeln wird mit Busse von Fr. 1.– bis Fr. 10'000.– bestraft (Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 Abs. 1 StGB). Innerhalb dieses Rahmens ist die Busse je nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass dieser die S...
	6.2. Die konkrete Ursache der Unaufmerksamkeit des Beschuldigten ist nicht bekannt, ebenso wenig deren Dauer. Es ist deshalb zu Gunsten des Beschuldigten von fahrlässigem Handeln und insgesamt von einem leichten Fall auszugehen. Der Beschuldigte verfü...
	6.3. In Würdigung dieser Strafzumessungsgründe erscheint eine Busse von Fr. 500.– als dem Verschulden des Beschuldigten angemessen. Anders als bei den übrigen Strafen ist bei Bussen der bedingte Strafvollzug nicht möglich (Art. 105 Abs. 1 StGB). Für d...

	7. Widerruf
	7.1. Wie bereits angesprochen, wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 25. Oktober 2011 wegen Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 90.– be...
	7.2. Die hier zu beurteilende Verkehrsregelverletzung erfolgte am 4. März 2015 und damit vor Ablauf der Probezeit. Negative Auswirkungen auf den Strafaufschub hat das Fehlverhalten des Beschuldigten indessen nicht, stellt die von ihm begangene Verkehr...

	8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	8.1. Die beschuldigte Person trägt im erstinstanzlichen Verfahren die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise aufer...
	8.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzusetzen.
	8.3. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte obsiegt im Rechtsmittelverfahren mit seinem Antrag auf Einstellung des Verfahrens wegen fahrlässiger ...
	8.4. Im Berufungsverfahren ersuchte der Beschuldigte um Entschädigung für seine anwaltliche Verteidigung (Urk. 67). Zur Begründung des Aufwands reichte der Verteidiger seine Honorarnote ein, welche Auskunft über seine Aufwendungen für das gesamte Verf...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, Einzelgericht, vom 25. Februar 2016 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	1. Der Beschuldigte ist der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1  SVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 SVG sowie des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall im  Sinne von Art. 92 Abs. 1 i.V.m. Art. 51 Abs. 2 SVG nicht schuldig und wird diesbez...
	2. …
	3. …
	4. …
	5. …
	6. …
	7. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen.
	8. Die Entscheidgebühr (Pauschalgebühr) wird angesetzt auf:
	Über allfällige weitere Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	9. …
	10. (Mitteilungen)
	11. (Rechtsmittel)
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Das Verfahren bezüglich des Vorwurfs der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt.
	2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 500.–.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.
	5. Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft See / Oberland betreffend Widerruf der mit Strafbefehl vom 25. Oktober 2011 ausgefällten bedingt vollziehbaren Strafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 90.– (entsprechend Fr. 8'100.--), wird nicht eingetreten.
	6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 9) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten zur Hälfte auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
	9. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 750.-- zugesprochen.
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland

	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland

	und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  allfälliger Rechtsmittel an
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung Administrativmassnahmen, 8090 Zürich (PIN-Nr. …)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 12/1
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)

	11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.