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**Case Identifier:** 54a1ded6-78ca-52f8-b53f-a6dfa6e9cbb3
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-22
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2016
**Docket/Reference:** ST.2019.5
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2019.5.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2019.5 

Entscheid 

22. März 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Marius Obertüfer 

In Sachen 

1.  A,    
2.  B,    

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

Rekurrenten,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2016 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der  bzw.  die  Pflichtige,  zusammen  die  Pflichtigen) 

reichten am 14. Juni 2017 ihre Steuererklärung 2016 ein. Darin deklarierten sie bei den 

Berufsauslagen  des  Pflichtigen  u.a.  Autofahrkosten  in  der  Höhe  von  Fr.  8'400.-,  ent-

sprechend 240 Tage x 50 km (2 x 25 km) x Fr. 0.70. Am 12. September 2018 wurden 

die Pflichtigen vom kantonalen Steueramt für die Steuerperiode 2016 mit einem steu-

erbaren  Einkommen  von  Fr. 111'200.-  (direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr. 112'100.- 

(Staats-  und  Gemeindesteuern)  veranlagt  bzw.  eingeschätzt.  Das  steuerbare  Vermö-

gen  wurde  auf  Fr. 559'000.-  festgesetzt.  Abweichend  von  der  eingereichten  Steuerer-

klärung  reduzierte  das  kantonale  Steueramt  unter  anderem  die  deklarierten  Autofahr-

kosten des Pflichtigen zum Arbeitsort, indem es lediglich Abonnementskosten von Fr. 

2'904.- zum Abzug zuliess. 

B.  Gegen  die  Einschätzung  bzw.  Veranlagung  erhoben  die  Pflichtigen 

am  10. Oktober  2018  Einsprache  mit  dem  Antrag,  die  Autofahrkosten  gemäss  einge-

reichter  Steuererklärung  vollumfänglich  zum  Abzug  zuzulassen.  Mit  Einschätzungs-

vorschlag vom jeweils 17. Oktober 2018 reduzierte das kantonale Steueramt das steu-

erbare  Einkommen  betreffend  direkte  Bundessteuer  auf  Fr. 111'100.- resp.  betreffend 

Staats-  und  Gemeindesteuern  auf  Fr. 111'400.-.  Unverändert  blieb  das  steuer- 

bare  Vermögen.  Diesen  Vorschlag  lehnten  die  Pflichtigen  am  19. November  2018 

ab.  Sodann  setzte  das  kantonale  Steueramt  mit  Einspracheentscheiden  vom 

5. Dezember 2018  unter  teilweiser  Gutheissung  das  steuerbare  Einkommen  auf 

Fr. 111'100.- (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. 111'400.- (Staats- und Gemeindesteuern) 

sowie das steuerbare Vermögen auf Fr. 559'000.- fest.  

C. Mit Rekurs vom 4. Januar 2019 erhoben die Pflichtigen beim Steuerrekurs-

gericht  Rekurs  betreffend  Staats-  und  Gemeindesteuern  und  wiederholten  ihren  Ein-

spracheantrag.  

In der Rekursantwort vom 30. Januar 2019 schloss das kantonale Steueramt 

auf Abweisung des Rechtsmittels und verzichtete im Übrigen auf eine Stellungnahme. 

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Auf die Vorbringen der Pflichtigen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Nach  §  26  Abs.  1  lit.  a  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni  1997  (StG) 

werden  als  Berufskosten  u.a.  die  notwendigen  Kosten  für  Fahrten  zwischen  Wohn- 

und Arbeitsstätte abgezogen. Die kantonale Finanzdirektion legt Pauschalansätze fest 

(§ 26 Abs. 2 StG).  

b) Gemäss Ziff. I.1. lit. a der Verfügung der Finanzdirektion über die Pauscha-

lierung  von  Berufsauslagen  Unselbständigerwerbender  bei  der  Steuereinschätzung 

vom  19  März  2015  (ZStB  Nr.  17/204;  gültig  ab  Steuerperiode  2016)  können  als  not-

wendige Kosten für  Fahrten  zwischen Wohn-  und Arbeitsstätte bei  Benützung  der öf-

fentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich entstehenden Auslagen bzw. die notwendigen 

Abonnementskosten  abgezogen  werden.  Steht  kein  öffentliches  Verkehrsmittel  zur 

Verfügung oder ist dessen Benützung objektiv nicht zumutbar, können ausnahmsweise 

die Kosten des privaten Fahrzeugs abgezogen werden. 

Objektive  Unzumutbarkeit  liegt  gemäss  Ziff.  I.1  der  Verfügung  der  Finanzdi-

rektion  insbesondere  dann  vor,  wenn  der  Steuerpflichtige  gebrechlich  oder  kränklich 

ist,  die  nächste  Haltestelle  eines  öffentlichen  Verkehrsmittels  mindestens  1  km  von 

der  Wohn-  oder  Arbeitsstätte  entfernt  ist,  Arbeitsbeginn  und  Arbeitsschluss  nicht  zu 

fahrplanmässigen Zeiten erfolgen, der Steuerpflichtige für die Berufsausübung auf ein 

Motorfahrzeug  angewiesen  ist  oder  wenn  sich  mit  dem  privaten  Motorfahrzeug  eine 

Zeitersparnis  von  über  einer  Stunde  (gemessen  von  der  Haustüre  zum  Arbeitsplatz 

und  zurück)  ergibt.  Massgebend  ist  eine  objektive  Betrachtungsweise  unter  Berück-

sichtigung  der  Verhältnisse  in  der  streitbetroffenen  Steuerperiode.  Dies  gilt  nicht 

nur  hinsichtlich  der  Wahl  mehrerer  in  Betracht  kommender  (längerer  oder  kürzerer) 

Fahrstrecken (VGr, 22. Mai 2013, SB.2012.00168), sondern auch hinsichtlich der Wahl 

mehrerer  in  Betracht  kommender  Abfahrts-  und  Rückfahrtszeiten,  die  gerade  in  Ag-

glomerationen wie der beiden im Kanton Zürich gelegenen Städten C und D aufgrund 

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des  Verkehrsaufkommens  zu  beträchtlichen  Zeitdifferenzen  bei  der  Reisezeit  führen 

können. Ist der Steuerpflichtige in der Arbeitszeitgestaltung frei, genügt es nicht, wenn 

nur zu bestimmten Saison- oder Tageszeiten, d.h. bei besonders günstigen Fahrbedin-

gungen auf den Strassen eine Stunde eingespart werden kann. Notwendig ist vielmehr, 

dass der Steuerpflichtige mit dem Privatfahrzeug regelmässig über eine Stunde Fahr-

zeit einspart (StRG, 20. Juni 2016, 1 ST.2016.70, www.strgzh.ch).  

Nur  in  diesen  Fällen  gelten  Autofahrkosten  als  notwendig  im  Sinn  von  §  26 

Abs. 1 lit. a StG und ist der Steuerpflichtige berechtigt, für die Fahrten zwischen Wohn- 

und Arbeitsstätte mit dem Auto 70 Rappen pro Fahrkilometer in Abzug zu bringen. 

2. a) Der als Senior Project Manager bei der E AG tätige Pflichtige wohnte in 

der  hier  massgebenden Steuerperiode  zusammen  mit  der  Pflichtigen  an  der  Adresse 

...weg  22  in  der  Stadt  D.  In  der  Rekursschrift  erklärten  die  Pflichtigen,  es  müsse  ge-

mäss  einem  Entscheid  der  Steuerrekurskommission  (StRK  III,  31. Oktober  2005, 

3 ST.2005.172 + 3 DB.2005.85) bei der Berechnung des Arbeitswegs auf die (geogra-

fisch)  kürzeste  Strecke  abgestellt  werden.  Diese  Voraussetzung  gilt  nicht  nur,  wenn 

etwa mit dem Privatauto verschiedene Routenvarianten zur Auswahl stünden, sondern 

auch bei der Gegenüberstellung mit der Routenwahl beim öffentlichen Verkehr betref-

fend die Berechnung der  Zeitersparnis. Werde  dies  nicht so gehandhabt,  werde Glei-

ches  nicht  mit  Gleichem  verglichen.  Im  Fall  des  Pflichtigen  führe  der  distanzmässig 

kürzeste  Arbeitsweg  vom  Wohnort  in  der  Stadt  D  an  den  Arbeitsort,  ...strasse 155  in 

der Stadt C via die Gemeinden F, G, H und I (insgesamt ca. 21 km) und nicht über die 

Autobahn D – C via die Gemeinde J (insgesamt ca. 22 km). Die Fahrzeit dafür betrage, 

je nach gewähltem Routenplaner ca. 21 - 30 Minuten. Um den gleichen kürzesten Weg 

mit öffentlichen Verkehrsmitteln via die Gemeinden F, G (Bus), H und I zurückzulegen, 

bedürfe man hingegen ca. 80 Minuten pro Weg (Hinweg ca. 84 Minuten bzw. Rückweg 

ca. 78 Minuten inklusive Fussweg von und zu den jeweiligen Haltestellen). Dies ergebe 

eine  Zeitersparnis  von  ca.  100  Minuten  pro  Tag,  womit  die  Voraussetzungen  für  die 

Anrechnung  der  effektiven  Kosten  für  das  private  Motorfahrzeug  erfüllt  seien.  Der 

Pflichtige  verwende  ca. 2-4  Mal  pro  Monat  sein Auto  auch für  die Beförderung  seiner 

Kunden  zum  Erreichen  der  Aussenstelle  in  K  und  sei  auch  deshalb  beruflich  darauf 

angewiesen.  

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3. a) Die Fahrkosten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte gelten als abzugsfähi-

ge  Berufskosten  und  stellen  nach  herrschender  Lehre  auch  Gewinnungskosten  dar 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A., 

2013,  §  26  N 14  m.w.H.).  Es  ist  jedoch  im  Allgemeinen  davon  auszugehen,  dass  ein 

Konnex  zur  Berufstätigkeit  des  Steuerpflichtigen  nur  solange  besteht,  als  dieser  zwi-

schen Wohn- und Arbeitsstätte den effizientesten und demnach zeitlich kürzesten Weg 

wählt. Nimmt der Pflichtige freiwillig einen längeren und ineffizienteren Arbeitsweg auf 

sich,  so  besteht  kein  Konnex  mehr  zur  eigentlichen  Berufstätigkeit.  Entsprechende 

Aufwendungen stellen denn auch keine Kosten dar, die einen Zusammenhang zur Ein-

kommenserzielung  aufweisen  und  sind  deshalb  als  nicht  abzugsfähige  allgemeine 

Lebenshaltungskosten  zu  qualifizieren.  Das  Gesagte  gilt  grundsätzlich  allgemein  und 

unabhängig davon, wie der Arbeitsweg konkret zurückgelegt wird. Sowohl mit öffentli-

chen  Verkehrsmitteln  als  auch  mit  Bezug  auf  das  eigene  private  Motorfahrzeug  ist 

deshalb  die  Anrechnung  einer  distanzmässig  längeren  Fahrstrecke  nicht  von  vornhe-

rein ausgeschlossen,  sofern  sich  die  Benutzung dieser  Strecke gegenüber  der kürze-

ren  Strecke  mit  einer  wesentlichen  Zeiteinsparung  rechtfertigen  lässt,  mithin  als 

zweckmässig erscheint (StRG, 9. März 2016, 2 DB.2015.234 + 2 ST.2015.283 mit wei-

teren  Hinweisen;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 26  N 122  StG).  Dies  ergibt  sich 

entgegen der Auffassung der Pflichtigen im Übrigen auch aus dem von ihnen zitierten 

Entscheid der Steuerrekurskommission III. 

b) Auf diese Weise ist demzufolge auch die gemäss Verfügung der Finanzdi-

rektion  über  die  Pauschalisierung  von  Berufsauslagen  Unselbständigerwerbender 

massgebende Zeitersparnis zu ermitteln. Demnach ist in der Regel die zweckmässigs-

te  Zurücklegung  des  Arbeitswegs  mit  dem  privaten  Motorfahrzeug  mit  derselben  mit 

öffentlichen Verkehrsmitteln zu vergleichen. Dass dabei zwingend auf die distanzmäs-

sig kürzeste Strecke abzustellen ist und die Streckenführung beim besagten Vergleich 

identisch bzw. nahezu identisch zu sein braucht, findet in Gesetz und Rechtsprechung 

entgegen der Auffassung der Pflichtigen keine Stütze.  

c)  Demnach  ist  nicht  zu  beanstanden,  dass  das  kantonale  Steueramt  bei 

der  Ermittlung  des  Arbeitswegs  des  Pflichtigen für  die öffentlichen Verkehrsmittel  von 

der Stadt D in den Ortsteil L der Stadt C und umgekehrt auf die zeitmässig effizienteste 

Streckenführung durch J abstellte, anstatt die "kürzere" Strecke über die Gemeinden F, 

G (Bus), H und I. Im Resultat sind demnach die ermittelten Fahrzeiten von 49 Minuten 

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für  die  Hinfahrt  bzw.  43 Minuten für  die  Rückfahrt  (jeweils  inkl.  Fussweg  und  einmali-

gem  Umsteigen)  nicht  zu  beanstanden.  Dies  entspricht  einer  Reisezeit  pro  Tag  von 

durchschnittlich  92  Minuten.  Einwände  gegen  die  vom  kantonalen  Steueramt  im  Ein-

spracheentscheid  gewählte  Reisestrecke  oder  die  jeweiligen  Abfahrtszeiten  (Abfahrt 

um  08... Uhr  bzw.  18... Uhr),  wurden  nicht  substanziiert  vorgebracht.  Ebenfalls  nicht 

geltend  gemacht  wurde,  dass  die  Benützung  der  öffentlichen  Verkehrsmitteln  dem 

Pflichtigen aus anderen Gründen (vgl. E. 1b) objektiv unzumutbar wäre.  

d) Für den Arbeitsweg mit seinem privaten Motorfahrzeug stehen dem Pflich-

tigen  verschiedene  Routenvarianten  offen.  Die  Fahrzeit  für  die  schnellste  Route  ge-

mäss Ausführungen der Pflichtigen beträgt dabei unter Optimalbedingungen, d.h. ohne 

Berücksichtigung  des  tatsächlichen  Verkehrsaufkommens,  für  den  Hinweg  ca.  22  Mi-

nuten und für den Rückweg ca. 21 Minuten (insgesamt ca. 43 Minuten). Vergleicht man 

diese Fahrzeit mit dem ermittelten Zeitaufwand bei den öffentlichen Verkehrsmitteln (E. 

3c), so ergibt sich, dass selbst unter diesen für den Pflichtigen optimalen Bedingungen 

die tägliche Zeitersparnis lediglich 49 Minuten beträgt und damit die gemäss Verfügung 

notwendige Zeitersparnis von 60 Minuten nicht erreicht wird. Unter diesen Umständen 

erübrigt  sich  eine  Auseinandersetzung  mit  den  verschiedenen  Routenvarianten  des 

Arbeitswegs mit dem privaten Motorfahrzeug. Zusammengefasst erreicht der Pflichtige 

die  erforderliche  Zeitersparnis  von  mehr  als  einer  Stunde  damit  offensichtlich  nicht. 

Folglich muss es sein Bewenden haben, dass der Pflichtige nicht zum Abzug der priva-

ten Fahrkosten berechtigt ist und gemäss der erwähnten Verfügung der Finanzdirekti-

on lediglich die Abonnementskosten des öffentlichen Verkehrs, d.h. Fr. 2'904.-, abzie-

hen kann. 

4. Diese Erwägungen führen zur Abweisung des Rekurses. Ausgangsgemäss 

sind die Verfahrenskosten den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen 

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