# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4168dd4d-ccfc-599d-aa1e-f55f4f75118a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.03.2022 720 21 272/61
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-272-61_2022-03-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 

vom 24. März 2022 (720 21 272 / 61) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Verwaltungsgutachten beweiskräftig und Entscheid der Ablehnung einer Rente unter 

Anwendung der gemischten Methode (mit den Anteilen 45 % Erwerb sowie 55 % Haus-

halt) und einem ermittelten IV-Grad von 3 % nicht zu beanstanden. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber i.V. Egzon Rexhaj 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Christoph Rudin, Advo-
kat, Falknerstrasse 36, Postfach 191, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  

Betreff IV-Rente 

 

 

 

A. Die 1969 geborene A.____ meldete sich am 17. Oktober 2018 unter Hinweis auf Kopf-

schmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsprobleme bei der Eidgenössischen Invalidenversi-

cherung zum Leistungsbezug an. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gab die IV-Stelle Basel-

Landschaft (IV-Stelle) im Rahmen der Rentenprüfung ein polydisziplinäres Gutachten bei der 

estimed AG mit den Fachbereichen Innere Medizin, Neurologie, Oto-Rhino-Laryngologie, 

 
 
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Rheumatologie, Neuropsychologie und Psychiatrie in Auftrag. Unter Bezugnahme auf dieses 

Gutachten vom 16. April 2021 verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. August 2021 in An-

wendung der gemischten Bemessungsmethode mit den Anteilen 45 % Erwerb und 55 % Haus-

halt sowie einem ermittelten IV-Grad von 3 % einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente. 

 

B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Rudin, am 

14. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei-

lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die angefochtene Verfügung 

vom 2. August 2021 sei aufzuheben und der medizinische Sachverhalt sei ergänzend abzuklä-

ren. Ferner seien berufliche Eingliederungsmassnahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Sa-

che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

C. Mit Vernehmlassung vom 1. November 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung 

der Beschwerde. 

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  

 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 

19. Juni 1959 (IVG) können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-

rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 

Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, so dass die örtliche Zustän-

digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset-

zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 

beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-

tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur 

Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formgerecht erhobene 

Beschwerde der Versicherten vom 14. September 2021 ist demnach einzutreten. 

 

1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Ände-

rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfü-

gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 

Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 

129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Ver-

ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der 

bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 

23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie-

dergegeben, zitiert und angewendet. 

 

2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-

fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-

gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 

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eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 

gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 

 

2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-

higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 

berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 

ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-

sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 

zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 

sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-

ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 

 

2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-

rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 

depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409, 143 V 418), sind für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-

gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentia-

len (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu-

schätzen (BGE 141 V 281 E. 2., 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard 

(z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr 

ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenhei-

ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhan-

denen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 

 

2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-

stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 

70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 

zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 

 

3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 

anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-

rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-

men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 

invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-

mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind 

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oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen 

Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich 

tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 

Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehe-

gatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte 

Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 144 I 21 E. 2.1 mit Hinweisen). 

 

3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter-

werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 

E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 

Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo-

thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver-

sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält-

nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, 

die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega-

bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 146 E. 2c). 

 

3.3 Vorliegend ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte als Gesunde zu 45 % 

einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu 55 % im Haushalt beschäftigt 

wäre. Diese Aufteilung wird nicht bestritten, weshalb ohne weiteres darauf abgestellt werden 

kann, zumal sich auch aus den Akten keine Hinweise auf ihre Unrichtigkeit ergeben. 

 

4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

eine IV-Rente zu Recht verneint hat. 

 

4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des IV-Grades bildet die Frage, in welchem Ausmass 

die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 

Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung 

und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten 

zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher-

te Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 in fine). 

Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurtei-

lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-

geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und 

nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise 

noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der lnvalidi-

tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi-

cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 

 

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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-

prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-

deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-

tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-

statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 

Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-

geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 

des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-

den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 

 

4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-

menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 

auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-

tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-

örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 

Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-

pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 

 

5. Die IV-Stelle stützt ihren Entscheid im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten 

der estimed AG vom 16. April 2021. Die Versicherte wurde in den Fachbereichen Innere Medi-

zin, Neurologie, Oto-Rhino-Laryngologie, Rheumatologie, Neuropsychologie und Psychiatrie 

begutachtet. Die Gutachter und Gutachterinnen konstatierten keine Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit. Lediglich aus rheumatologischer Sicht habe zum damaligen Zeitpunkt 

eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden. Diese liesse sich 

aber innerhalb von drei Monaten auf 0 % senken. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

diagnostizierten sie einen Status nach Operation eines Meningeom parieto-okzipital links, ein 

partielles leeres Sella-Syndrom, eine chronische Gleichgewichtsstörung, eine leichtgradige 

Hochtonschwerhörigkeit rechts, einen gastro-laryngealen Reflux, ein chronisches linksbetontes 

zerviko-zephales Schmerzsyndrom, ein leichtgradiges intermittierendes gluteales Syndrom 

links, eine chronische Schmerzverarbeitungsstörung, Übergewicht, eine beidseitig ausgeprägte 

Unterschenkel-Varikosis sowie eine Erythro- und Leukozyturie. 

 

5.1 Dr. med. B.____, Facharzt für Neurologie, hält in seinem Teilgutachten fest, dass die 

Beschwerden in der Nackenregion und der Schwindel im Vordergrund stehen würden. Hinzu 

käme, dass die Versicherte auch Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Aussenseite des 

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linken Oberschenkels beklage. Diese Beschwerden bestünden prinzipiell schon seit 2012. Im 

Weiteren sei ein Meningeom parieto-okzipital diagnostiziert worden, welches aber 

komplikationslos habe operiert werden können. Die MRI des Schädels vom 4. Februar 2019 

habe, abgesehen von einem partiellen Empty-Sella-Syndrom, einen unauffälligen 

postoperativen Status gezeigt. Beide Befunde könnten aufgrund ihrer neuroanatomischen Lage 

keine Schwindelbeschwerden auslösen oder erklären. Ferner habe die endokrinologische 

Untersuchung keine Hinweise auf eine Hypophysen-Insuffizienz gezeigt. Fokalneurologische 

Defizite seien zu keinem Zeitpunkt sichtbar gewesen. Die nuchalen und lumbalen Beschwerden 

seien demgemäss nicht neurologisch begründbar. Bezüglich der Schwindelsymptomatik habe 

man trotz ausführlicher Untersuchungen ebenfalls kein pathologisches Korrelat finden können. 

Die Symptomatik habe bei der gutachterlichen Untersuchung als subjektiv-limitierend imponiert 

und eine Störung der Bewegungskoordination im neurologischen Sinne liege sicherlich nicht 

vor. Hinweise für Aggravation oder Simulation hätten sich trotz deutlicher Hinweise auf 

Selbstlimitation keine gefunden. 

 

5.2 Dr. med. C.____, FMH Oto-Rhino-Laryngologie, hält in ihrem Teilgutachten fest, dass 

das Stehen ohne Festhalten bei der Untersuchung nicht möglich gewesen sei. Im Romberg-

Test habe sich beim Stehen mit offenen Augen eine Falltendenz nach hinten gezeigt, die sich 

bei geschlossenen Augen verstärkt habe. Bei der Gangprüfung habe sich die Versicherte mit 

den Händen an der Wand abgestützt. Die Prüfung des Einbeinstandes sowie des Seiltänzer-

ganges sei nicht möglich gewesen, weil die Versicherte den Arm der Untersucherin nicht habe 

loslassen können. Hinsichtlich der nach der operativen Entfernung des Meningeoms eingetre-

tenen Verschlechterung des Schwindels hält die Begutachterin fest, dass sowohl die neurologi-

schen als auch die neuro-otologischen Untersuchungen keinen Befund ergeben hätten, der 

diese habe erklären können. Ein zuvor diagnostizierter Lagerungsschwindel des horizontalen 

Bogenganges habe nicht reproduziert werden können. Sämtliche apparativen Prüfungen der 

vestibulären Funktion seien im Normalbereich gewesen. Weiter habe bei der Gleichgewichts-

analyse aufgrund einer hoch pathologischen Gleichgewichtskontrolle der Verdacht auf eine 

Verdeutlichung bestanden. In der Begutachtung hätten sich jedenfalls keine Anhaltspunkte für 

eine vestibuläre Störung gezeigt. Audiometrisch habe sich eine leichtgradige sensorineurale 

Hochtonschwerhörigkeit rechts gezeigt, die am ehesten degenerativ bedingt sei. Die von der 

Versicherten beschriebene vollumfängliche Einschränkung durch die Gleichgewichtsstörung 

sowie die Notwendigkeit des Rollators als Hilfsmittel für sämtliche berufliche und häusliche Tä-

tigkeiten entspreche nicht den erhobenen Befunden. Es bestehe eine ausgeprägte subjektive 

Krankheitsüberzeugung. Der progrediente Verlauf der Beschwerden bei fehlendem Nachweis 

einer manifesten vestibulären Funktionsstörung lasse eine funktionelle Problematik vermuten. 

 

5.3 Im rheumatologischen Teilgutachten hält Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, fest, 

dass der Drang, sich immer abzustützen, aufgefallen sei. Eine Fallneigung aber bestehe nicht. 

Er diagnostizierte ein chronisches linksbetontes zerviko-zephales Schmerzsyndrom sowie ein 

leichtgradiges intermittierendes gluteales Syndrom links. Aufgrund des deutlich erhöhten 

Schmerzgebarens mit teils ungewöhnlichem bis inadäquatem Schmerzverhalten müsse zu-

sammen mit der Schmerz- und Behinderungsüberzeugung eine chronische Schmerzverarbei-

tungsstörung diagnostiziert werden. Aus rheumatologischer Sicht würden sich lediglich Ein-

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schränkungen aufgrund der vorliegenden muskulären Dekonditionierung sowie der myofaszia-

len Befunde im Nacken- und Schulterbereich für Tätigkeiten mit repetitiver, stereotypischer 

Zwangshaltung ergeben. Die geklagten Beschwerden seien seit Jahren vorhanden und hätten 

sich nach dem Unfall im Mai 2019 verstärkt. Insgesamt könnten die Untersuchungsergebnisse 

diese nicht genügend plausibilisieren. Hinsichtlich der Gehbehinderung sowie der Gleichge-

wichtsstörung hält er fest, dass diese aus rheumatologischer Sicht nicht hätten nachvollzogen 

werden können. 

 

5.4 In der neuropsychologischen Begutachtung durch die Psychologin E.____ habe sich 

die Versicherte demonstrativ überzeichnet gezeigt. Weiter sei es der Versicherten trotz dringli-

cher Ermahnung zu authentischer Leistungsbemühung nicht gelungen, sich auf die Testung 

einzulassen. Positiv belegbar und überwiegend wahrscheinlich nachweisbar seien negative 

Antwortverzerrungen, sodass kein gültiges Testprofil habe erstellt werden können. Demgemäss 

könne aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung der Versicherten weder eine Aussage gemacht 

werden, ob eine krankheitsbezogene Funktionsstörung vorliege, noch, ob allfällige Ressourcen 

vorhanden seien. 

 

5.5 Med. prakt. F.____, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, war 

für die psychiatrische Begutachtung zuständig. Er hält fest, dass keine Erkrankung aus dem 

somatoformen Diagnosespektrum die körperlichen Beschwerden betreffend habe gestellt wer-

den können, da die Diagnosekriterien nicht erfüllt seien. Das Auftreten der Versicherten sei ap-

pellativ, demonstrativ und theatralisch gewesen. Ferner habe er trotz einer psychisch affektiven 

Belastung sowie einer berichteten Grübelneigung keine Erkrankung aus dem depressiven For-

menkreis feststellen können. Die Belastung habe nicht als Anpassungsstörung oder gar sonsti-

ge depressive Störung erfasst werden können, weshalb die vom behandelnden Psychiater er-

hobene Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode oder die einer rezidivierenden de-

pressiven Störung, leichte Episode, so nicht bestätigt werden könne. Dementsprechend sei 

schon im Bericht der Rehaklinik J.____ vom 29. April 2019 keine Diagnose aus dem depressi-

ven Formenkreis genannt worden. Insgesamt könne die von der Versicherten beklagte körperli-

che Symptomatik auch nicht im Sinne einer larvierten somatisierten Depression verstanden 

werden. Die Versicherte bewege sich in einer Krankenrolle, wobei doch mindestens teilweise 

bewusste aggravatorische Anteile beständen, womit sich die geringe Veränderungsbereitschaft 

und eine allfällige Therapieresistenz erklären würden. Unter Berücksichtigung der Standardindi-

katoren habe auf psychiatrischem Fachgebiet keine Diagnose gestellt werden können. 

 

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst die Kommunikation mit dem psychiatrischen 

Gutachter. So sei nicht klar, was von der Beschwerdeführerin direkt erzählt worden sei und was 

der Dolmetscher übersetzt habe. Der Gutachter müsse Auskunft geben, wie kommuniziert wor-

den sei. Hier ist entgegenzuhalten, dass hinsichtlich der Kommunikation während der Begut-

achtung eine ausführliche Beschreibung vorliegt. So hält med. prakt. F.____ unter Ziffer 3.1 des 

psychiatrischen Teilgutachtens fest, dass die Anamneseerstellung per Diktat im Beisein der 

versicherten Person, mit der Möglichkeit und der expliziten Aufforderung erfolgt sei, jederzeit 

Korrekturen anzubringen, falls ein Sachverhalt vom Untersucher fehlerhaft erfasst würde. Die 

Beschwerdeführerin sei damit einverstanden gewesen und habe davon gelegentlich Gebrauch 

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gemacht. Die Korrektheit der aufgenommenen Aussagen sei wiederholt erfragt und von der 

Beschwerdeführerin jeweils bestätigt worden. Unter Ziffer 4.2 des psychiatrischen Teilgutach-

tens wird dann auch klargestellt, dass die Versicherte angegeben habe, der deutschen Sprache 

nicht mächtig zu sein, weshalb die Begutachtung nahezu insgesamt über den anwesenden 

Dolmetscher erfolgte. Diesem gegenüber äusserte sich die Versicherte in ihrer Muttersprache. 

Insbesondere bei der Erhebung der Anamnese habe die Versicherte aber auch dem Referenten 

direkt in deutscher Sprache (Schweizerdeutsch mit fremdsprachigem Akzent) geantwortet, 

weshalb abschliessend offengeblieben sei, inwieweit die Versicherte der deutschen Sprache 

mächtig sei. Es bestehen dem Gesagten entsprechend keine Anhaltspunkte für eine rechtsun-

genügliche Kommunikation zwischen dem psychiatrischen Gutachter und der Versicherten. 

 

6.2  Die Beschwerdeführerin rügt das psychiatrische Teilgutachten auch in weiteren Punk-

ten. So sei die Anamnese unvollständig erhoben worden. Es müsse erläutert werden, weshalb 

keine Fremdanamnese erforderlich gewesen sei, und allenfalls sei eine solche nachzuholen. 

Ferner seien die Befunde und Vorakten des behandelnden Psychiaters im Gutachten zwar zi-

tiert, aber inhaltlich nicht berücksichtigt worden. Auffällig seien die zwischen Gutachter und be-

handelndem Arzt bestehenden unterschiedlichen Verhaltensbeobachtungen. Mit diesen müsse 

sich der Gutachter auseinandersetzen.  

 

Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, inwiefern die 

Anamnese unvollständig erhoben worden ist. Die Rüge erscheint insoweit unsubstanziiert. Auch 

verhält es sich so, dass eine Fremdanamnese rechtsprechungsgemäss nicht rechtsnotwendig 

und in erster Linie eine Frage des medizinischen Ermessens ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 14. Oktober 2019 8C_318/2019 E. 4.2.2.1). Darüber hinaus vermögen auch die weiteren 

Einwände gegen das psychiatrische Teilgutachten nicht zu überzeugen. So setzt sich 

med. prakt. F.____ auf Seite 28 ff. des psychiatrischen Teilgutachtens sehr wohl inhaltlich mit 

den Befunden und Vorakten des behandelnden Psychiaters auseinander. Darin erklärt 

med. prakt. F.____ rechtsgenüglich, weshalb die zuvor vom behandelnden Psychiater, 

Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, gestellten Diagnosen einer mittelgradi-

gen depressiven Episode (vgl. Arztbericht von Dr. G.____ vom 19. März 2019) und einer rezidi-

vierenden depressiven Störung, leichte Episode (vgl. Arztbericht von Dr. G.____ vom 

29. November 2019) nicht haben bestätigt werden können. Bezüglich der Verhaltensbeobach-

tungen ist festzuhalten, dass Dr. G.____ letztlich einfach andere beschreibt als 

med. prakt. F.____. Daraus kann aber noch kein Mangel des Gutachtens abgeleitet werden. 

Auffällig erscheint, dass der behandelnde Psychiater im Rahmen seines Berichts vom 

23. Juni 2021 zwar das Gutachten punktuell kritisiert, selber aber gar keine psychiatrische Di-

agnose stellt und auch zur Frage der Arbeitsfähigkeit keinerlei Stellung nimmt. Entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin ist das psychiatrische Teilgutachten folglich nicht zu beanstan-

den und es besteht kein weiterer Abklärungsbedarf. 

 

6.3 Die Beschwerdeführerin verlangt sodann eine Wiederholung der neuropsychologischen 

Untersuchung. Diese habe nicht beendet werden können, da die Arbeit am Computer zu ermü-

dend gewesen sei. Sie habe nach der Anreise von X.____ nach Y.____ vier Stunden zur Verfü-

gung stehen müssen und das ohne Pause. Damit sei sie überfordert gewesen, zumal sie seit 

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rund drei Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen sei. Der behandelnde Psychiater, 

Dr. G.____, bestreitet in diesem Zusammenhang eine Verweigerungshaltung der Beschwerde-

führerin und begründet ihr Verhalten mit depressionsbedingten Hemmungen (vgl. Bericht von 

Dr. G.____ vom 23. Juni 2021). Im Gutachten wird dagegen festgehalten, dass es der Versi-

cherten trotz dringlicher Ermahnung zu authentischer Leistungsbemühung nicht gelungen sei, 

sich auf die Testung einzulassen. In Bezug auf die neuropsychologische Beurteilung ist festzu-

stellen, dass es sich bei dieser um eine Zusatzuntersuchung handelt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts vom 10. November 2021 8C_526/2021 E. 4.2.1). Als solche steht sie im Wesentlichen 

neben der ärztlichen Begutachtung. Dr. B.____ und med. prakt. F.____ konnten in ihren klini-

schen Untersuchungen aus fachärztlicher Sicht keinerlei Einschränkungen feststellen, weshalb 

allein aufgrund fehlender Ergebnisse in der neuropsychologischen Begutachtung nicht das ge-

samte Gutachten in Frage gestellt werden kann. Eine erneute isolierte neuropsychologische 

Begutachtung drängt sich wegen fehlender Relevanz deshalb nicht auf. Hinsichtlich der Erklä-

rung des behandelnden Psychiaters für das verweigernde Verhalten der Versicherten kann da-

rauf verwiesen werden, dass der psychiatrische Teilgutachter keine psychiatrische Einschrän-

kung festgestellt hat, weshalb auch dieser Einwand nicht zu überzeugen vermag. 

 

6.4 In ihrer Beschwerde nimmt die Versicherte auch Bezug auf die Beobachtungen ihrer 

ehemaligen Hausärztin Dr. med. H.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, und macht geltend, 

dass es sich dabei um eine inoffizielle Observation handle. Der Bericht von Dr. H.____ vom 27. 

November 2019 sei mehrmals im Gutachten erwähnt worden und diene dazu, ihre Beschwer-

den als aggravatorisch darzustellen. In ihrem Bericht hält Dr. H.____ fest, dass sie die Versi-

cherte zweimal im Freibad angetroffen habe. Das erste Mal sei der Ehemann dabei gewesen 

und er sei mit ihr armstützend mehrmals um die Schwimmbecken gelaufen. Ferner habe sie 

alleine auf das Frauen-WC gehen können. Unter der Dusche sei sie sogar alleine in der Lage 

gewesen, ein Bein hebend das Gleichgewicht zu halten. Beim zweiten Aufeinandertreffen habe 

sie sich flüssig auf- und absetzen können. Hinzu komme, dass sie kopfübergebeugt habe Sa-

chen aus ihrer Tasche holen können. Insgesamt sei die Diskrepanz im Vergleich zu ihrem Auf-

treten in der Praxis extrem gewesen. Zunächst einmal ist zu konstatieren, dass es sich beim 

Bericht von Dr. H.____ klarerweise um keine Observation im versicherungsrechtlichen Sinne 

handelt. Weder hatte Dr. H.____ einen Auftrag von der IV-Stelle noch wurde die Beschwerde-

führerin systematisch sowie verdeckt während einer gewissen Dauer beobachtet. Es handelte 

sich um eine zufällige, kurzfristige Begegnung im öffentlichen Raum, welche nicht als Observa-

tion bezeichnet werden kann (vgl. BSK-ATSG, THOMAS GÄCHTER/MICHAEL MEIER, Art. 43a N 

11). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kommt den Beobachtungen von 

Dr. H.____ auch keine zentrale Rolle zu. Zwar finden die Beobachtungen von Dr. H.____ wie-

derholt Eingang in das Gutachten und die Gutachter machen an verschiedenen Stellen Hinwei-

se auf eine Verdeutlichungstendenz im Nahbereich zur Aggravation, begründen ihre Einschät-

zungen jedoch letztlich nicht mit Aggravation. Insofern vermögen auch diese Einwände nicht zu 

überzeugen. 

 

6.5 Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, dass die Diskrepanz zwischen Haushalts-

bericht und Beurteilung der Gutachter bezüglich Einschränkung im Haushaltsbereich nicht ein-

fach durch Aggravation erklärt werden könne. Allenfalls sei die Haushaltsabklärung durch die 

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IV-Stelle neu durchzuführen. Weiter müsse die IV-Stelle die vom rheumatologischen Gutachter 

veranschlagte Senkung der Arbeitsunfähigkeit von 30 % auf 0 % begründen und spezifizieren. 

Es ist zunächst anzumerken, dass der Haushaltsbericht vor der Begutachtung erstellt wurde. 

Dr. med. I.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, führt im Bericht des Regionalen Ärztlichen Diens-

tes (RAD) vom 30. Juni 2021 aus, dass bei der Haushaltsabklärung primär auf die Aussagen 

der Beschwerdeführerin abgestellt worden sei. Das Gutachten demgegenüber stellt nun klar, 

dass im Haushalt keine wesentliche Beeinträchtigung vorliegt. Eine erneute Abklärung würde 

gemäss Ergänzungsbericht der IV-Stelle vom 20. Juli 2021 bei ausreichend medizinisch doku-

mentierter Aktenlage keine neuen Erkenntnisse bringen. In diesem Bericht wird denn auch fest-

gehalten, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich auch retrospektiv nicht einge-

schränkt gewesen sei. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Gutachter ihre Einschätzung der 

Einschränkung im Haushaltsbereich rechtsungenüglich darlegten und sich deshalb eine erneute 

Abklärung aufdrängen würde. Die Beschwerdegegnerin erklärt einleuchtend, weshalb den Ab-

klärungen durch die Gutachter und Gutachterinnen höherer Beweiswert zukommt. Auch der 

Einwand, wonach die IV-Stelle die von Dr. D.____ veranschlagte Verbesserung der Arbeitsfä-

higkeit zu begründen und zu spezifizieren habe, überzeugt nicht. Gemäss RAD-Bericht von 

Dr. I.____ vom 21. Juli 2021 könne diese Steigerung mit Physiotherapie erreicht werden. Weiter 

werden in der Konsensbeurteilung des Gutachtens unter Ziffer 4.10 als Massnahmen nebst 

Physiotherapie auch Muskelaufbau, adäquate analgetische Medikation und eine Gewichtsre-

duktion genannt. Entscheidend ist aber ohnehin, dass Dr. D.____ lediglich in der angestammten 

Tätigkeit von einer vorübergehend reduzierten Arbeitsfähigkeit ausgeht, in einer Verweistätig-

keit aber eine volle Leistungsfähigkeit attestiert. 

 

6.6 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, dass die IV-Stelle geeignete Mass-

nahmen zur Arbeitsintegration treffen müsse; so beispielsweise einen Arbeitsversuch oder Ein-

arbeitungszuschüsse. Hinsichtlich allfälliger Massnahmen der Arbeitsintegration kann auf den 

Abklärungsbericht vom 26. Juli 2021 verwiesen werden. Darin wird festgehalten, dass aufgrund 

der hochgradig vorhandenen Krankheitsüberzeugung und der demonstrierten, erheblichen Ein-

schränkungen berufliche Massnahmen nicht zielführend seien. So habe die Beschwerdeführerin 

bei der Begutachtung mehrfach angegeben, dass sie sich nicht mehr in der Lage fühle, einer 

Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese Einschätzung kann aufgrund des Gutachtens auch nach-

vollzogen werden. Unter Ziffer 3.2.8 des psychiatrischen Teilgutachtens ist die Aussage der 

Beschwerdeführerin festgehalten, sie könne sich keine, wie auch immer geartete Arbeitstätig-

keit vorstellen. Demzufolge sind keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt. 

 

6.7 Folglich ist festzustellen, dass das polydisziplinäre Gutachten der estimed AG ein ins-

gesamt schlüssiges und kongruentes Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung der Be-

schwerdeführerin ergibt. Es erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein be-

weiskräftiges Verwaltungsgutachten. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 4.3), ist den im Rah-

men des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, 

die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Ak-

ten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien ge-

gen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das frag-

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liche Gutachten der estimed AG ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die streiti-

gen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt alle geklagten 

Beschwerden und ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Ebenso leuchtet 

es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizini-

schen Situation ein, setzt sich mit den übrigen ärztlichen Einschätzungen auseinander und ist 

letztlich auch in seinen Schlussfolgerungen überzeugend. Die Beschwerdegegnerin hat zurecht 

darauf abgestellt. 

 

7. Ausgehend von einer demnach nicht zu beanstandenden Arbeitsfähigkeit von 100 % 

kann eine invalidisierende Wirkung in keinem Fachbereich begründet werden. Der vorinstanzli-

che Entscheid der IV-Stelle ist damit nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist bei diesem Er-

gebnis abzuweisen. 

 

8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwer-

deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor 

dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Ver-

fahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. 

Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten 

aufzuerlegen sind. Da ihr mit verfahrensleitender Verfügung vom 22. Oktober 2021 die unent-

geltliche Prozessführung bewilligt worden ist, gehen die Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 800.-- vorläufig zu Lasten der Gerichtskasse. 

 

8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-

gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung (vgl. Verfügung vom 

22. Oktober 2021) wird dem Rechtsvertreter ein Honorar aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 

Gemäss Honorarnote vom 23. November 2021 werden für den vorliegenden Fall 12,5 Stunden 

sowie Auslagen in Höhe von Fr. 47.40 in Rechnung gestellt. In den 12,5 Stunden sind auch 

eine Stunde für die Verhandlung und eine Stunde für die Nachbesprechung veranschlagt wor-

den. Da es sich im vorliegenden Verfahren um eine Urteilsberatung ohne Teilnahmepflicht han-

delte, wird die veranschlagte Stunde für diese nicht vergütet. Dementsprechend werden 

11,5 Stunden entschädigt. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von 

Fr. 2'528.15 (11,5 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 47.40 und 7.7 % Mehrwert-

steuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 

 

8.3 Die Beschwerdeführerin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über 

die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach 

eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet 

ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die 

Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 

Fr. 2'528.15 (inkl. Auslagen und 7.7% Mehrwertsteuer) aus der Ge-

richtskasse ausgerichtet. 

 

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