# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c8595ad-0e01-5e53-a7ac-4be62415e529
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.08.2010 D-5556/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5556-2010_2010-08-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5556/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
Elfenbeinküste,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 19. Juli 2010 / 
N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5556/2010

Sachverhalt:

A.

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat  am  8.  Juni  2008  und  gelangte  auf  den  Landweg  nach 
Libyen sowie von Tripolis aus auf dem Seeweg nach Sizilien (Italien). 
Die italienischen Behörden hätten ihn daktyloskopiert und einige Tage 
danach  nach  M._______  transferiert.  Am 30.  April  2009  habe  er  in 
Italien ein Asylgesuch gestellt, das die zuständige Behörde abschlägig 
entschieden habe. Da er  weder  Geld  für  ein  allfälliges Beschwerde-
verfahren noch für eine Unterkunft  gehabt habe, sei er nach seinem 
etwa  neunmonatigen  Aufenthalt  in  Italien  aufgebrochen  und  am 
15. Februar 2010 auf direktem Weg und unkontrolliert  in die Schweiz 
gelangt,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ) N._______ ein Asylgesuch einreichte. Anlässlich der Befragung 
vom 12. März 2010 zur Person (BzP) im EVZ N._______ machte er 
insbesondere  geltend,  er  habe  in  Italien  zu  alledem  keine  Arbeit 
gehabt und unter schlechtesten Bedingungen gelebt.

A.b Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer am 12. März 2010 das 
rechtliche  Gehör  zum  bevorstehenden  Nichteintretensentscheid,  zur 
Zuständigkeit  von  Italien  beziehungsweise  zur  Rückweisung  nach 
Italien und gab ihm Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen.

B.
Gestützt auf die EURODAC-Treffer vom 6. April 2009 stellte das BFM 
am 28. April  2010  an  Italien  ein  Ersuchen  um Übernahme des  Be-
schwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  10  Abs. 1  der  Verordnung  (EG) 
Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin-II-VO).  Bis  zum 19.  Juli  
2010 erteilte Italien keine Antwort.

C.
Mit Verfügung vom 19. Juli 2010 – eröffnet am 28. Juli 2010 – trat das 
BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers vom 15. Februar 2010 nicht ein und ordnete die Weg-
weisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Italien 

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an. Gleichzeitig wurde festgestellt, einer allfälligen Beschwerde gegen 
diese Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  4.  August  2010  beantragte  der  Be-
schwerdeführer  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. 
Ferner sei  die Unzulässigkeit,  Undurchführbarkeit  und Unmöglichkeit 
einer  vorsorglichen Wegweisung in einen Drittstaat  festzustellen und 
dem Beschwerdeführer zu gestatten, den Ausgang des Beschwerde-
verfahrens  in  der  Schweiz  abzuwarten.  Ausserdem  sei  die  Un-
zulässigkeit,  Undurchführbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme des Be-
schwerdeführers in der Schweiz anzuordnen.  Ausserdem sei ihm die 
unentgeltliche  Rechtspflege  im Sinne von Art.  65  Abs. 1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses zu verzichten. Eventualiter  sei  die aufschiebende 
Wirkung der Beschwerde wieder herzustellen.

Auf  die  Beschwerdebegründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  Er-
wägungen eingegangen.

E.
Mit Verfügung vom 5. August 2010 setzte der zuständige Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der  Wegweisung 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme vorläufig aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 

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die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 2  AsylG,  Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 52  Abs.  1  VwVG).  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde  ist  –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  – 
einzutreten.

Indessen geht es in casu zum einen nicht um eine vorsorgliche Weg-
weisung im Sinne des aufgehobenen Art. 42 Abs. 2 AsylG, und zum 
anderen  gibt  es  –  wie  sich  aus der  nachfolgenden E. 7  ergibt  –  im 
Rahmen des Dublin-Verfahrens keinen Raum für  Ersatzmassnahmen 
in Form einer vorläufigen Aufnahme, weshalb auf diese Anträge nicht 
einzutreten ist.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

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4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. die vom 
Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der  Schwei-
zerischen  Asylrekurskommission  [ARK] in  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f. sowie Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E-7878/2008  vom  31.  Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache  -  sofern  sie  den  Nichtein -
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - zu neuer Entscheidung 
an die Vorinstanz zurück.

Demgegenüber  bildet  die  Frage der  Anerkennung als  Flüchtling  und 
der Gewährung von Asyl nicht Gegenstand des angefochtenen Nicht-
eintretensentscheides,  weshalb  auf  den  diesbezüglichen  Be-
schwerdeantrag nicht einzutreten ist.

5.

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG).

5.2 Das BFM hielt  zur Begründung seines Nichteintretensentscheids 
insbesondere fest,  nach Angaben des Beschwerdeführers sei  dieser 
via Libyen nach Italien gereist,  wo ihm am 6. April  2009 die Finger-
abdrücke  abgenommen  worden  seien.  Dort  sei  er  zunächst  noch 
einige Zeit  geblieben, bevor er am 15. Februar 2010 unkontrolliert  in 
die  Schweiz  gelangt  sei.  Italien  sei  gemäss  dem  Abkommen  vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in 
einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (DAA; 
SR  0.142.392.68)  beziehungsweise  dem  Übereinkommen  vom 
17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 

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Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in 
Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen Island/Norwegen; 
SR O.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig. Da 
Italien innerhalb der festgelegten Frist nicht geantwortet habe, sei die 
Zuständigkeit gestützt auf Art. 18 Abs. 7 Dublin-II-VO auf Italien über-
gegangen.  Die  Rückführung  habe  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung  oder  Verlängerung  (Art.  19  ff.  Dublin-II-VO)  –  bis 
spätestens  am  29.  Dezember  2010  zu  erfolgen.  Dem  Beschwerde-
führer sei am 12. März 2010 das rechtliche Gehör gewährt worden. Bei 
dieser  Gelegenheit  habe  er  die  Abklärungsergebnisse  des  BFM be-
stätigt. Er verstehe, dass Italien für  sein Asylverfahren zuständig sei  
und die Schweiz deshalb nicht auf sein Asylgesuch eintreten könne. Er 
habe  des  Weiteren  geltend  gemacht,  nicht  nach  Italien  gehen  zu 
wollen,  weil  er  dort  kein  Zuhause  und  keine  Arbeit  habe,  Die  Vor-
bringen des Beschwerdeführers stellten kein Hindernis für eine Weg-
weisung nach Italien dar, zumal  das logistische Probleme seien,  die 
der  Beschwerdeführer  mit  den  Behörden  des  zuständigen  Dublin-
Staates regeln müsse. Auf das Asylgesuch sei dementsprechend nicht 
einzutreten. 
Die Folge eines Nichteintretensentscheids sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der  Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht 
zu prüfen. Ferner bestünden keine Hinweise auf eine Verletzung von 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Italien.  Weder  die  in  Italien 
herrschende Situation  noch andere Gründe sprächen gegen die Zu-
mutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat. Ausserdem sei der Voll-
zug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar. 
Italien  habe  der  Rückübernahme  stillschweigend  zugestimmt. 
Schliesslich  hätten  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide 
gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine 
aufschiebende Wirkung.

5.3 In der  Rechtsmitteleingabe machte der Beschwerdeführer als Be-
gründung geltend, er werde in Italien zum Opfer der dortigen Verhält -
nisse, habe kein Dach über dem Kopf und ersuche um einen zeitlichen 
Aufschub, um noch zur Schule gehen zu können und etwas zu lernen.

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5.4
5.4.1 Gemäss den Akten steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
6. April  2010 in  O._______ (Italien)  daktyloskopiert  wurde und nach 
eigenen Angaben am 30. April  2009 ein Asylgesuch stellte,  welches 
die  zuständige  italienische  Behörde  bereits  abgewiesen  habe. 
Ausserdem stimmten die italienischen Behörden einer Übernahme des 
Beschwerdeführers  stillschweigend  zu.  Der  Beschwerdeführer  kann 
somit  ohne Weiteres in  den Dublin-Staat  (Italien) ausreisen,  welcher 
für die Prüfung seines Asylantrags staatsvertraglich zuständig ist.

5.4.2 Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, er wolle vorderhand in 
der Schweiz leben, ist entgegenzuhalten, dass Italien unter anderem 
Signatarstaat der EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  und  des  Überein-
kommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) ist. Es bestehen keine Hinweise darauf, dass Italien 
sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrecht-
lichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot 
oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten würde. Im Weiteren 
ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in Italien nicht ein-
fach auf  der  Strasse leben  muss,  da er  den italienischen Behörden 
übergeben wird, die damit erst die Möglichkeit haben, sich um ihn ge -
bührend zu kümmern.

Auch der Umstand, in Italien allenfalls weniger gut versorgt zu sein als 
in der Schweiz, spricht nicht gegen eine Wegweisung dorthin, zumal 
ein  allenfalls  niedrigerer  Lebensstandard  als  in  der  Schweiz  kein 
Wegweisungshindernis  darstellt.  Bei  einer  allfälligen  Mittellosigkeit 
steht es dem Beschwerdeführer offen, sich an die dafür zuständigen 
Behörden  beziehungsweise  karitativen  Organisationen  zu  wenden. 
Gegebenenfalls  kann  er  auch  in  Italien  eine  Zusatzausbildung 
absolvieren.  Überdies  ist  es  dem  Beschwerdeführer  unbenommen, 
sich dort ein soziales Beziehungsnetz aufzubauen.

Angesichts  der  gesamten  Umstände  erweist  sich  der  Vollzug  der 
Wegweisung nach Italien in Berücksichtigung der entscheidrelevanten 
Aspekte unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK als zulässig, weshalb 
vorliegend kein Anlass zum Selbsteintritt besteht.

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6.
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten. Die  sinngemässen  Rechtsbegehren,  die  angefochtene  Ver-
fügung  sei  aufzuheben  und  das  BFM anzuweisen,  sein  Recht  zum 
Selbsteintritt  auszuüben und sich für das vorliegende Asylgesuch für 
zuständig zu erachten, sind somit abzuweisen.

7.
7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 
2001  Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 
des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden.

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  -  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  -  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-VO).

7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit 
darauf einzutreten ist.

9.

9.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache fällt  der vor-
sorgliche  Vollzugsstopp  dahin  und  die  Anträge  auf  Gewährung  der 

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aufschiebenden Wirkung der  Beschwerde sowie  um Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses werden gegenstandslos.

9.2 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  ist  das  Gesuch  um  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und  2  VwVG  im  Hinblick  auf  die  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerdebegehren  abzuweisen,  und  die  Kosten  von  Fr.  600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  sind  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 

Kurier; in Kopie)
- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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