# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84ca97a9-0c71-5e44-96a1-930dc5d46295
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 08.07.2021 B 2021/64
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2021-64_2021-07-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2021/64

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 28.09.2021

Entscheiddatum: 08.07.2021

Entscheid Verwaltungsgericht, 08.07.2021
Strassenverkehr, Führerausweisentzug, Bemessung der Entzugsdauer, 
Art. 16 Abs. 1 und 2 SVG, Art. 44 Abs. 2 StGB. Eine die Fahreignung 
bejahende, positiv lautende verkehrspsychologische Begutachtung hat 
keinen massnahmemindernden Einfluss auf die Dauer des 
Warnungsentzugs. Das vom Strafrichter als Weisung im Rahmen des 
bedingten Strafvollzugs ausgesprochene Fahrverbot dient nicht demselben 
Zweck wie der Führerausweisentzug gemäss SVG und wirkt sich nicht 
massnahmemindernd aus. Analoge Anwendung des strafrechtlichen 
Asperationsprinzips für mehrere Widerhandlungen bei der Bemessung der 
Dauer des Warnungsentzugs (Verwaltungsgericht, B 2021/64).

Entscheid vom 8. Juli 2021

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiberin Schmid Etter

Verfahrensbeteiligte

A.__,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roman Schmidlin, Hofmann Gehler Schmidlin, 

Lattenhofweg 4, Postfach 2151, 8645 Jona,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Führerausweisentzug (Warnungsentzug)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.__, geb. 1988, wurde am 5. August 2017 auf der Autobahn A3 polizeilich angehalten, 

nachdem er die allgemeine Höchstgeschwindigkeit mehrmals überschritten wie auch 

abrupt abgebremst hatte. Es bestand der Verdacht, dass er sich mit einem zivilen 

Polizeifahrzeug ein Rennen hatte liefern wollen. Bei der Sichtung des beschlagnahmten 

Mobiltelefons stellte sich heraus, dass A.__ zwischen 6. März 2015 und 2. August 2017 

mehrfach gegen die Strassenverkehrsvorschriften verstossen hatte, teilweise sehr 

schwer. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Dezember 2019 wurde A.__ der 

mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln, der mehrfachen groben 

Verletzung der Verkehrsregeln sowie der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln 

schuldig gesprochen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten sowie 

einer Busse von CHF 3'000 verurteilt. Das Gericht verbot ihm zudem mittels Weisung, 

während zwei Jahren Motorfahrzeuge der Kategorie B zu lenken.

B.

Nach Abschluss des Strafverfahrens forderte das Strassenverkehrs- und 

Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen A.__ auf, sich einer verkehrspsychologischen 

Untersuchung zu unterziehen. Im Gutachten vom 23. Juni 2020 wurde die Fahreignung 

aus verkehrspsychologischer Sicht bejaht. Mit Verfügung vom 24. September 2020 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entzog das Strassenverkehrsamt A.__ den Führerausweis für die Dauer von 38 

Monaten. Die Verwaltungsrekurskommission hiess den dagegen erhobenen Rekurs mit 

Entscheid vom 25. Februar 2021 teilweise gut. Die Gutheissung betraf jedoch nur die 

Festlegung des Vollzugsbeginns und -endes. Hinsichtlich der Höhe der Entzugsdauer 

wurde der Rekurs abgewiesen. Zufolge Verletzung des rechtlichen Gehörs wurden die 

amtlichen Kosten dem Staat auferlegt und dem Beschwerdeführer eine ausseramtliche 

Entschädigung zugesprochen.

C.

A.__ (Beschwerdeführer) erhob gegen den am 1. März 2021 versandten Entscheid der 

Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe 

vom 16. März 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids 

aufzuheben und der Führerausweis für 24 Monate mit Wirkung ab 11. Dezember 2019 

zu entziehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Vernehmlassung vom 26. März 2021 verwies die Vorinstanz auf die Erwägungen 

des angefochtenen Entscheids und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das 

Strassenverkehrsamt (Beschwerdegegner) verzichtete am 15. April 2021 auf eine 

Stellungnahme. Am 21. April 2021 (Datum Posteingang) reichte der Beschwerdeführer 

eine persönliche Stellungnahme ein. Auf die Ausführungen des Beschwerdeführers zur 

Begründung seiner Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. Eintreten

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der Beschwerdeführer 

ist als Adressat des angefochtenen Entscheides zur Erhebung des Rechtsmittels 

befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde wurde mit 

Eingabe vom 16. März 2021 rechtzeitig erhoben und erfüllt in formeller und inhaltlicher 

Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und 

Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. Streitgegenstand

Der Beschwerdeführer beanstandet ausschliesslich die Bemessung der Entzugsdauer. 

Die von ihm begangenen Verkehrsregelverletzungen sowie deren rechtliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Qualifikation bestreitet er nicht. Dabei handelt es sich um folgende Tatbestände:

 

Sachverhalt                                                   Datum           Tatbestand

Geschwindigkeitsüberschreitungen 50 + 18  25.01.2017  Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG 

 leicht innerorts                                           50 + 27  26.01.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a 

SVG  schwer

Geschwindigkeitsüberschreitungen  80 + 17  16.02.2017 Art. 16a Abs. 4  SVG        bes. 

leicht

ausserorts                                         80 + 46  10.03.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a 

SVG  schwer

Geschwindigkeitsüberschreitungen 120 + 56 06.03.2015  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

auf der Autobahn                             120 + 47  06.04.2015  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

                                                         120 + 50 16.06.2016  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

                                                         120 + 42  23.01.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

                                                         120 + 74  02.08.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

                                                         120 + 74  02.08.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

                                                         120 + 40  05.08.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

schwer

Teilnahme an zwei nicht bewillig-                     13.03.2017  Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG 

qual. schwer ten Rennen                                                       13.03.2017  Art. 16c Abs. 1 

lit. a SVG qual. schwer

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 

Von diesen Verkehrsregelverletzungen ist bei der Bemessung der Entzugsdauer im 

Folgenden auszugehen.

3. Vorbringen des Beschwerdeführers

Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, der Warnungsentzug müsse 

verhältnismässig sein und sich auf das Notwendige beschränken. Bei der Bemessung 

der Entzugsdauer sei die erzieherische Komponente in ausgeprägtem Masse zu 

berücksichtigen. In der vorliegenden speziellen Konstellation sei fraglich, ob sein 

persönliches Interesse an der Wiedererteilung des Führerausweises das öffentliche 

Interesse nicht überwiege. Die auszusprechende Massnahme dürfe keinen strafenden 

Charakter haben und nicht über das im öffentlichen Interesse angestrebte Ziel, die 

Verkehrssicherheit, hinausgehen. Die Strafe sei bereits durch das Strafgericht 

ausgesprochen worden. Jenes Verfahren habe bei ihm offensichtlich die gewünschte 

erzieherische Wirkung ausgelöst. Unberücksichtigt sei auch das 

verkehrspsychologische Gutachten vom 23. Juni 2020 geblieben, wonach er sein 

Unrecht offensichtlich eingesehen habe und in der Lage sei, sich nicht in höherem 

Masse als die Gesamtheit der Verkehrsteilnehmer verkehrsgefährdend zu verhalten. 

Seit 2017 habe er keine Verkehrsdelikte mehr begangen und sich im Strassenverkehr 

wohlverhalten. Ein Führerausweisentzug über die Mindestentzugsdauer von zwei 

Jahren hinaus sei somit nicht mehr erforderlich und folglich nicht verhältnismässig. Es 

liege eine Verletzung des Übermassverbots vor. Gegen die von der Vorinstanz 

errechnete Gesamtentzugsdauer von 46 Monaten (vor Berücksichtigung 

massnahmemindernder Umstände) sei nichts auszusetzen. Indessen seien die 

massnahmemindernden Faktoren zu wenig gewichtet worden. Er sei gleich stark wie 

ein Berufschauffeur auf den Führerausweis angewiesen, da ihm seine Arbeitgeberin 

klar mitgeteilt habe, dass er die Stelle verlieren könnte, sofern er am 1. Januar 2022 

über keinen Führerausweis verfüge. Als Aussendienstmitarbeiter müsse er täglich viele 

Kunden besuchen, was Flexibilität und Mobilität erfordere. Ein Führerausweisentzug in 

der verfügten Länge führe zum Verlust der Arbeitsstelle, sei nicht zumutbar und wiege 

unverhältnismässig schwer. Aufgrund der hohen Massnahmeempfindlichkeit sei eine 

Reduktion der Entzugsdauer um 40 Prozent vorzunehmen. Auch das umfassende 

Geständnis im Strafverfahren müsse gebührend berücksichtigt werden.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4. Verhältnis Sicherungsentzug – Warnungsentzug

4.1. Rechtliches

Das Strassenverkehrsgesetz unterscheidet zwischen dem Sicherungsentzug wegen 

Fehlens der Fahreignung (Art. 16 Abs.1 in Verbindung mit Art. 16d des 

Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, SVG) und dem Warnungsentzug wegen 

Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Art. 16 Abs. 2 in Verbindung 

mit Art. 16a-16c SVG). Der Führerausweisentzug dient einerseits der Gefahrenabwehr, 

indem er fahrungeeignete Personen daran hindert, ein Motorfahrzeug zu führen und so 

die Verkehrssicherheit zu gefährden (Sicherungsentzug), andrerseits hat der Staat mit 

dem Ausweisentzug ein Mittel in der Hand, um auf das Fehlverhalten von 

Motorfahrzeuglenkern im Strassenverkehr zu reagieren (Warnungsentzug). Der 

Führerausweisentzug stellt in jenen Fällen eine Sanktion dar, welche fehlbare 

Fahrzeuglenker künftig zu rücksichtsvollem und sicherem Fahren bewegen sowie im 

Sinn einer fühlbaren Warnung gefährliche Fahrer davon abhalten soll, die gebotene 

Sorgfalt und Disziplin im Strassenverkehr zu missachten und die Verkehrsvorschriften 

zu verletzen (B. Rütsche, in: Niggli/ Probst/Waldmann [Hrsg.], Strassenverkehrsgesetz, 

Basel 2014, N 26 zu Vor Art. 16-17a SVG). Voraussetzung für die Verfügung eines 

Warnungsentzugs ist, dass der Ausweisinhaber über die nötige Fahreignung verfügt; 

andernfalls wäre ein Sicherungsentzug anzuordnen (BGE 131 II 248 E. 4.2). Zum 

andern setzt der Warnungsentzug notwendig ein Verschulden des betroffenen Lenkers 

voraus (vgl. Art. 16 Abs. 3 SVG). Der Warnungsentzug ist mithin nach der 

Rechtsprechung eine der Strafe ähnliche, aber dennoch von ihr unabhängige 

Verwaltungsmassnahme mit präventivem und erzieherischem Charakter. Die 

Rechtsprechung hat daher verschiedene für die Strafen geltende strafrechtliche sowie 

verfassungs- und konventionsrechtliche Regeln und Grundsätze auf den 

Warnungsentzug analog angewandt, so beispielsweise die Unschuldsvermutung, das 

Doppelbestrafungsverbot, die strafrechtlichen Konkurrenz- und Verjährungsregeln oder 

den Anspruch auf eine mündliche Verhandlung (Ph. Weissenberger, Kommentar SVG 

und OBG, 2. Aufl. 2015, N 5 f. zu den Vorbemerkungen zu Art. 16 ff. SVG). Der 

Warnungsentzug ist ein Entscheid über die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen 

Anklage im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK; BGE 121 II 22 E. 2).

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=133+II+331&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-248%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page248
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2021&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=verh%E4ltnis+sicherungsentzug+warnungsentzug&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-II-22%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page22

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Das Bundesgericht erwog, der Warnungsentzug setze, wie die Strafe, die schuldhafte 

Verletzung von Verkehrsregeln voraus, durch welche der Verkehr beziehungsweise die 

Sicherheit anderer irgendwie gefährdet worden sei. Seine Dauer bemesse sich im 

Wesentlichen nach denselben Umständen wie eine Strafe, indem gemäss Art. 16 

Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen seien, namentlich die 

Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als 

Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 

Die "Gefährdung des Verkehrs" bzw. die "Gefahr für die Sicherheit anderer", von 

welcher im Gesetz (Art. 16 ff. SVG) mehrfach die Rede sei, meine nicht eine 

Gefährdung in der Zukunft, sondern die Gefährdung, die der Fahrzeugführer durch die 

konkrete Widerhandlung hervorgerufen oder in Kauf genommen habe. Die vom 

Fahrzeuglenker allenfalls ausgehende Gefahr von Widerhandlungen in der Zukunft sei 

weder ein Grund für die Anordnung des Warnungsentzugs noch ein Kriterium für die 

Bemessung der Dauer. Der Warnungsentzug werde – im Unterschied zum 

Sicherungsentzug – nicht deshalb angeordnet, weil zu befürchten sei, dass der 

Fahrzeugführer in der Zukunft ein Strassenverkehrsdelikt begehe und dadurch die 

Verkehrssicherheit gefährden könnte, sondern er werde wie die Strafe angeordnet, weil 

der Fahrzeugführer ein solches Delikt begangen und dadurch die Verkehrssicherheit 

gefährdet habe. Allerdings erhoffe man sich vom Warnungsentzug wie von der Strafe, 

dass sich der Betroffene dadurch beeindrucken lasse und keine 

Verkehrsregelverletzungen mehr begehen werde (BGE 133 II 331 E. 6.4.2).

4.2. Würdigung

Der Beschwerdeführer beging im Zeitraum 6. März 2015 bis 5. August 2017 schuldhaft 

die eingangs aufgeführten 13 Verkehrsregelverletzungen, wofür er rechtskräftig 

verurteilt wurde. Da aufgrund der zahlreichen, mehrheitlich sehr schweren Verstösse 

gegen die Strassenverkehrsvorschriften – insbesondere der Beteiligung an nicht 

bewilligten Rennen – Zweifel an seiner Fahreignung bestanden (vgl. Art. 15d Abs. 1 

lit. d SVG), gab der Beschwerdegegner ein verkehrspsychologisches Gutachten in 

Auftrag. Im Gutachten vom 23. Juni 2020 wurde die charakterliche und kognitive 

Fahreignung des Beschwerdeführers positiv beurteilt (vi-act. 9/469). Nachdem die 

Fahreignung beim Beschwerdeführer damit erwiesenermassen vorlag, waren die 

Grundvoraussetzungen für einen Warnungsentzug erst gegeben. Entgegen der Ansicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des Beschwerdeführers hat die positiv lautende verkehrspsychologische Beurteilung 

keinen massnahmemindernden Einfluss auf die Dauer des Warnungsentzugs, da dieser 

auf einer Beurteilung der Vergangenheit, namentlich der begangenen Delikte, der dabei 

geschaffenen Gefährdung, des Verschuldens und des Leumunds beruht. Dass der 

Warnungsentzug keinen strafenden Charakter haben dürfe, wie der Beschwerdeführer 

geltend macht, trifft aufgrund der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ebenfalls nicht zu.

5. Verhältnis Strafverfahren – Administrativmassnahmeverfahren

5.1. Rechtliches

Nach ständiger und langjähriger Rechtsprechung des Bundesgerichts verletzt die im 

schweizerischen Recht vorgesehene Zweispurigkeit der Verfahren nach 

Strassenverkehrsdelikten den Grundsatz "ne bis in idem" nicht (BGE 137 I 363 E. 2.4 

mit weiteren Hinweisen). Während der Strafrichter über die strafrechtlichen Sanktionen 

Busse und Haftstrafe befindet, entscheidet die zuständige Administrativbehörde über 

die Administrativmassnahmen der Verwarnung und des Führerausweisentzuges. 

Obwohl der Führerausweisentzug eine gewisse Strafähnlichkeit aufweist, handelt es 

sich bei dieser Sanktion um eine im Verwaltungsverfahren ausgesprochene 

Massnahme, welche primär die Erziehung des Fehlbaren, nicht dessen Bestrafung 

bezweckt. Es ist daher nicht so, dass der Betroffene, der für ein Verkehrsdelikt 

strafrechtlich belangt worden ist, mit dem Führerausweisentzug ein zweites Mal für 

dasselbe Verhalten bestraft wird (BGE 128 II 133 E. 3a). Mit dem Straf- und dem 

Massnahmeverfahren werden unterschiedliche Sanktionen ausgesprochen.

Das Gericht kann dem zu einer bedingten Strafe verurteilten Täter für die Probezeit 

Weisungen erteilen (Art. 44 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311.0, 

StGB). Durch derartige Weisungen kann das Führen von Motorfahrzeugen bestimmter 

Kategorien, aber auch das Führen von Motorfahrzeugen schlechthin verboten werden. 

Eine Weisung betreffend Fahrverbot kann bei einer Verurteilung zu einer bedingten 

Strafe wegen SVG-Widerhandlungen erteilt werden, auch wenn dem Täter wegen der 

SVG-Widerhandlung von den Administrativbehörden gemäss Art. 16 ff. SVG der 

Führerausweis entzogen wird; denn die Weisung betreffend Fahrverbot im Rahmen des 

bedingten Strafvollzugs einerseits und der Führerausweisentzug gemäss Art. 16 ff. SVG 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

andererseits dienen verschiedenen Zwecken (BGE 137 IV 72 E. 2.4). Die 

strafrechtlichen Massnahmen mit Bezug zum Strassenverkehr sind somit von den 

Administrativmassnahmen abzugrenzen (Rütsche, a.a.O., N 22 zu Vor Art. 16-17a 

SVG).

5.2. Würdigung

Da im Schweizer Recht bei Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften 

im Straf- und Administrativmassnahmeverfahren je unterschiedliche Sanktionen 

ausgesprochen werden, hat die Verurteilung des Beschwerdeführers im Strafverfahren 

durch das Bezirksgericht Zürich keinen massnahmemindernden Einfluss auf die 

Entzugsdauer im Administrativverfahren.

Mit Strafurteil vom 11. Dezember 2019 verbot das Bezirksgericht Zürich dem 

Beschwerdeführer, während der Probezeit von zwei Jahren ein Motorfahrzeug der 

Kategorie B zu lenken (vgl. vi-act. 2/2). Angesichts der Parallelität der beiden 

Massnahmen kann man sich fragen, ob die ab 11. Dezember 2019 geltende 

strafrechtliche Weisung an den administrativmassnahmerechtlichen 

Führerausweisentzug anzurechnen ist. Tatsächlich abgegeben hat der 

Beschwerdeführer den Führerausweis erst am 9. September 2020 (vi-act. 9/484). Da 

der Beschwerdegegner wie auch die Vorinstanz die Dauer der Weisung jedoch 

zugunsten des Beschwerdeführers vollumfänglich berücksichtigten, kann diese Frage 

offengelassen werden.

6. Dauer des Warnungsentzugs

6.1. Allgemeines

Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die 

Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der 

Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die 

berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf 

jedoch nicht unterschritten werden (Art. 16 Abs. 3 SVG). Alle Umstände sind dabei 

gesamthaft zu würdigen, und es ist im Einzelfall die Entzugsdauer so festzusetzen, 

dass die mit der Massnahme beabsichtigte erzieherische und präventive Wirkung am 

besten erreicht wird (Weissenberger, a.a.O., N 28 zu Art. 16 SVG). Wie alle hoheitlichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Massnahmen muss auch ein Führerausweisentzug dem Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit gerecht werden. Unter anderem muss die Anordnung des Entzugs 

noch erforderlich sein, um dessen Zweck, die Erziehung und Besserung des 

Fahrzeuglenkers, zu erreichen (BGE 120 Ib 504 E. 4e). Für den Warnungsentzug 

existieren keine Höchstentzugsdauern. Die Behörde sollte sich jedoch bei der 

Bemessung der Entzugsdauer nach oben an der Mindestentzugsdauer der 

nächsthöheren Stufe im Kaskadensystem orientieren. Dabei handelt es sich nicht um 

fixe Höchstgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen; Warnungsentzüge sollen 

indessen fünf Jahre nicht überschreiten. Ein Warnungsentzug von fünf Jahren stünde 

im Widerspruch zu den Bestimmungen von Art. 17 Abs. 4 und Art. 23 Abs. 3 SVG, 

welche bei Sicherungsentzügen für immer nach fünf Jahren einen Anspruch auf 

Wiedererwägung einräumen (Rütsche, a.a.O., N 112 zu Art. 16 SVG). Ein 

Warnungsentzug von mehr als fünf Jahren wäre auch nicht sinnvoll. Ein solcher 

Zeitraum übersteigt schlechterdings den Prognosehorizont (R. Schaffhauser, Grundriss 

des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, 

Bern 1995, Rz. 2426).

Für den Fall, dass mehrere Widerhandlungen begangen wurden, ist in analoger 

Anwendung von Art. 49 StGB die für die schwerste Verkehrsregelverletzung verwirkte 

Massnahme angemessen zu erhöhen (BGer 6A.74/2005 vom 15. März 2006 E. 5.3, 

BGE 120 Ib 54 E. 2a; B. Rütsche, a.a.O., N 134 zu Art. 16 SVG; Weissenberger, a.a.O., 

N 14 zu den Vorbemerkungen zu Art. 16 ff. SVG). Die Behörde hat zunächst die 

Widerhandlung mit der höchsten Mindestentzugsdauer und die dieser Widerhandlung 

entsprechende Entzugsdauer zu bestimmen; anschliessend ist diese Entzugsdauer 

unter Berücksichtigung der anderen Widerhandlungen angemessen zu erhöhen. Mit 

diesem Vorgehen soll verhindert werden, dass durch die Kumulation der 

Entzugsdauern für verschiedene Entzugsgründe ein übermässig langer Ausweisentzug 

verhängt wird (Rütsche, a.a.O., N 134 zu Art. 16 SVG).

Der Verwaltungsbehörde und der Vorinstanz steht bei der Bemessung der Dauer des 

Führerausweisentzugs ein weiter Ermessensspielraum zu. Das Ermessen muss 

pflichtgemäss, das heisst insbesondere verhältnismässig und rechtsgleich, gehandhabt 

werden (Schaffhauser, a.a.O., Rz. 2413). Dies bedeutet, dass alle in der Sache 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erheblichen Interessen zu berücksichtigen und sorgfältig gegeneinander abzuwägen 

sind. Da im Beschwerdeverfahren gemäss Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP ausschliesslich 

Rechtsverletzungen gerügt werden können, greift das Verwaltungsgericht nur ein, wenn 

das Ermessen überschritten oder missbraucht wurde. Dies ist namentlich der Fall, 

wenn einzelne Umstände zu Unrecht ganz ausser Acht gelassen oder in einer 

unhaltbaren Weise gewichtet wurden (BGE 128 II 173 E. 4b mit Hinweisen). Der 

Entscheid muss sich auf sachlich haltbare Gründe stützen und von rechtlich 

massgebenden Gesichtspunkten ausgehen. Zu prüfen ist, ob die Gewichtung und 

gesamthafte Würdigung der verschiedenen Umstände im Rahmen des zustehenden 

Ermessens erfolgte und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet wurde. Die 

Einräumung eines Ermessensspielraums bei der Festsetzung der Entzugsdauer 

bedeutet nicht, dass nach Belieben entschieden werden kann (BGE 120 Ib 312 4d).

6.2. Massnahmedauer für die schwerste Verfehlung und Erhöhung aufgrund mehr-        

facher Tatbegehung

Nach Art. 16c Abs. 2 lit. a  SVG beträgt die Mindestentzugsdauer zwei Jahre, wenn 

durch vorsätzliche Verletzung elementarer Verkehrsregeln das hohe Risiko eines 

Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern bestand, namentlich durch besonders 

krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, waghalsiges Überholen 

oder Teilnahme an einem nicht bewilligten Rennen mit Motorfahrzeugen. Der 

Tatbestand des Rennens wurde vom Beschwerdeführer am 13. März 2017 gleich 

zweimal erfüllt, wobei die Vorinstanz in Übereinstimmung mit dem Strafrichter mangels 

einheitlichen Willensentschlusses keine Tateinheit annahm. Massnahmeerhöhend ins 

Gewicht fällt sodann die mehrfache Tatbegehung. Der Beschwerdeführer hat im 

Zeitraum vom 6. März 2015 bis 5. August 2017 neun schwere 

Geschwindigkeitsüberschreitungen begangen (siebenmal auf der Autobahn, einmal 

ausserorts und einmal innerorts). Zweimal fehlte nur wenig zur Grenze des 

Rasertatbestands, für den ebenfalls eine Mindestentzugsdauer von zwei Jahren gilt 

(Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG). Die von der Vorinstanz für sämtliche Widerhandlungen vor 

Minderung angesetzte Entzugsdauer von 46 Monaten ist angesichts der zwei 

Rennteilnahmen und der geschilderten Tatmehrheit nicht zu beanstanden. Der 

Beschwerdeführer bringt dagegen denn auch keine Rügen vor (act. 1, S. 5).

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.3. Sanktionsempfindlichkeit

Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Prüfung der 

Massnahmeempfindlichkeit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit Rechnung zu 

tragen und deshalb zu berücksichtigen, in welchem Masse der Fahrzeugführer infolge 

beruflicher Angewiesenheit auf ein Motorfahrzeug stärker als andere Fahrer vom 

Entzug des Führerausweises betroffen ist (BGE 128 II 285 E. 2.4). Mit Blick auf die 

abschreckende und erzieherische Zielsetzung des Warnungsentzugs sowie aus 

Gründen der Rechtsgleichheit ist es nur folgerichtig, dass die unterschiedliche 

Betroffenheit bei der Bemessung der Entzugsdauer zu berücksichtigen ist. Dabei gibt 

es nicht nur Fahrzeuglenker, die beruflich entweder überhaupt nicht oder dann wie ein 

Berufschauffeur auf den Ausweis angewiesen sind. Vielmehr ist der Übergang 

fliessend, d.h. es gibt auch Betroffene, bei denen eine leicht- oder mittelgradig erhöhte 

Massnahmeempfindlichkeit gegeben ist (BGE 123 II 572 E. 2c). Ein gewisser 

organisatorischer, zeitlicher oder finanzieller Mehraufwand ist als Folge eines jeden 

Führerausweisentzugs allerdings hinzunehmen (BGE 122 II 21 E. 1c). Massgebend für 

die Prüfung der Sanktionsempfindlichkeit ist der Zeitpunkt der Entscheidung über die 

Massnahme, nicht jener des Verkehrsregelverstosses. Ist der Betroffene in der neuen 

Tätigkeit stärker als früher und jedenfalls in grösserem Masse als der normale Fahrer 

beruflich auf ein Fahrzeug angewiesen, so muss diese Situation bei der Bemessung der 

Massnahmedauer berücksichtigt werden. Umgekehrt kann sich etwa ein 

Berufschauffeur, der während des Massnahmeverfahrens eine Arbeit aufnimmt, bei 

welcher er auf den Führerausweis nicht angewiesen ist, nicht mehr auf das 

entsprechende Zumessungskriterium berufen. Massgebend ist mit andern Worten die 

aktuelle berufliche Situation des Fahrzeuglenkers zu dem Zeitpunkt, an welchem 

letztmals neue Tatsachen betreffend die berufliche Situation berücksichtigt werden 

können (BGE 128 II 285 E. 2.4).

Im Verfahren vor dem Beschwerdegegner machte der Beschwerdeführer geltend, er sei 

für das Einzelunternehmen "X.__" seiner zwei Brüder tätig. Er bringe jeweils die 

Fahrzeuge zum Kunden oder hole diese vom Kunden ab (act. 9/491). Der 

Beschwerdegegner führte in der Verfügung vom 24. September 2020 aus, bei der 

Festsetzung der Entzugsdauer (38 Monate) sei die geltend gemachte 

Sanktionsempfindlichkeit berücksichtigt worden. Nur wenige Tage später, am 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=1c_320%2F2018&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-21%3Ade&number_of_ranks=0#page21

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

29. September 2020, schloss der Beschwerdeführer mit der Firma Y.__ einen 

Handelsreisendenvertrag mit Arbeitsbeginn 1. Januar 2021 ab. Seine Tätigkeit 

beinhaltet unter anderem den Vertrieb und Verkauf von Produkten und 

Dienstleistungen, die Erweiterung des Kundenportfolios sowie die nachhaltige Pflege 

und Förderung von Kundenbeziehungen (vi-act. 2/4). Der Beschwerdeführer arbeitet 

somit seit Januar 2021 im Aussendienst. Die Vorinstanz führte im angefochtenen 

Entscheid aus, aufgrund der Tätigkeit im Unternehmen seiner Brüder sowie der 

Anstellung als Aussendienstmitarbeiter sei der Beschwerdeführer mehr vom 

Ausweisentzug betroffen als ein Fahrzeuglenker, der bei einem Fahrverbot problemlos 

auf den öffentlichen Verkehr umsteigen könne. Insgesamt liege bei ihm eine leicht 

erhöhte Massnahmeempfindlichkeit vor, die zu einer Reduktion um rund zehn Prozent 

führe (fünf von 46 Monaten; Rekursentscheid E. 3d.aa).

Dem Beschwerdeführer wird die Berufsausübung durch den Führerausweisentzug 

nicht gänzlich verunmöglicht. Es ist offensichtlich, dass er nicht in gleicher Weise wie 

ein Berufs-chauffeur auf das Führen eines Motorfahrzeuges angewiesen ist. Während 

es sich bei der Tätigkeit im Unternehmen der Brüder um eine nicht näher umschriebene 

und in keiner Weise belegte Tatsache handelte, erweist sich die neue Festanstellung im 

Aussendienst in Bezug auf die Massnahmeempfindlichkeit doch als von anderer 

Qualität. Diese gegenüber dem Verwaltungsverfahren neue Tatsache war von der 

Vorinstanz zu berücksichtigen (vgl. Art. 46 Abs. 3 VRP), was sie in ihrem Entscheid 

auch tat. Im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Versicherungsvertretern hat das 

Bundesgericht wiederholt festgehalten, dass es für die Ausübung dieses Berufs nicht 

zwingend nötig sei, ein Motorfahrzeug zu führen (BGer 1C_204/2008 vom 

25. November 2008 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht keine 

konkreten Angaben zu seiner Tätigkeit für die Firma Y.__, insbesondere nicht zur 

Häufigkeit von Kundenbesuchen und zum von ihm zu betreuenden Gebiet. Inwiefern es 

ihm nicht möglich sein soll, Termine vor Ort nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, 

einem Taxi oder anderen Fahrdiensten wahrzunehmen, kann daher nicht nachvollzogen 

werden. Ausserdem ist davon auszugehen, dass er im Aussendienst einer 

Kommunikationsgesellschaft einen erheblichen Teil seiner Arbeit von Zuhause oder aus 

dem Geschäft mittels moderner Kommunikationstechnologien erledigen kann und 

seine physische Präsenz bei den Kunden nicht in jedem Fall erforderlich ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wie aus dem Schreiben der Arbeitgeberin vom 15. März 2021 hervorgeht, wusste diese 

im Zeitpunkt der Anstellung, dass der Beschwerdeführer keinen Führerausweis besass. 

Trotzdem war sie offenbar bereit, ihm einen unbefristeten Vertrag als Handelsreisender 

auszustellen. Allerdings ging sie dabei aufgrund der unzutreffenden Angaben des 

Beschwerdeführers davon aus, dass der Entzug lediglich zwei Jahre bis Ende 2021 

dauern würde. Sollte der Führerausweisentzug nun 38 Monate betragen, erwägt die 

Arbeitgeberin, die Anstellung zu überprüfen (act. 3/5). Dass sie den Beschwerdeführer 

deswegen definitiv entlassen wird, steht im heutigen Zeitpunkt aber nicht fest. Die 

Situation des Beschwerdeführers ist demzufolge weder mit jener eines 

Berufschauffeurs noch mit jener von Personen vergleichbar, bei denen die Ausübung 

des Berufes durch die Massnahme sehr stark eingeschränkt wird und dadurch hohe 

Kosten oder ein hoher Einkommensverlust resultieren. Die von ihm hinzunehmenden 

Mehraufwände und Unannehmlichkeiten in Bezug auf seine Berufsausübung sprengen 

damit das übliche Mass, welches mit jedem Führerausweisentzug einhergeht, nicht 

(BGer 1C_415/2020 vom 17. Februar 2021 E. 3.5). Die Gewichtung der 

Massnahmeempfindlichkeit durch die Vorinstanz als leicht erhöht erscheint vor diesem 

Hintergrund nicht als unhaltbar.

6.4. Geständnis

Die Vorinstanz hat die Entzugsdauer aufgrund der Geständigkeit des 

Beschwerdeführers um drei Monate reduziert. Sie erwog, der Beschwerdeführer sei im 

Strafverfahren nicht umgehend geständig gewesen, sondern habe die einzelnen 

Tatvorwürfe erst während der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme anerkannt. Zudem 

sei die Beweislage aufgrund des sichergestellten Videomaterials einigermassen 

erdrückend gewesen.

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das 

Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Gemäss Rechtsprechung können sich ein 

kooperatives Verhalten wie auch ein Geständnis strafmindernd auswirken. Eine 

Strafminderung wegen eines Geständnisses ist indessen nicht angebracht, wenn es die 

Strafverfolgung nicht vereinfacht, sondern aufgrund einer erdrückenden Beweislage 

erfolgt (Wiprächtiger/Keller, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, N 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

170 zu Art. 47 StGB). Das Gericht mildert die Strafe, wenn der der Täter aufrichtige 

Reue betätigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat 

(Art. 48 lit. d StGB). Dabei geht es um eine aktive Wiedergutmachung nach einer 

Straftat, bloss verbale Äusserungen genügen nicht (Wiprächtiger/Keller, a.a.O., N 30 f. 

zu Art. 48 StGB). Darüber, ob und falls ja, in welchem Ausmass, im 

Administrativmassnahmerecht entsprechende Strafminderungs- oder 

Strafmilderungsgründe zu berücksichtigen sind, fehlen einschlägige Hinweise in der 

Rechtsprechung. Zur Praxis kann festgehalten werden, dass in der überwiegenden 

Mehrzahl der administrativrechtlichen Verfahren die Verkehrsregelverletzungen von den 

Betroffenen nicht bestritten werden, was jedoch in aller Regel keine 

Massnahmeminderung nach sich zieht. Gemäss Lehre kann sich ein Verhalten nach der 

Widerhandlung, welches auf aufrichtige Reue im Sinn von Art. 48 lit. d StGB schliessen 

lässt, massnahmemindernd auswirken (Rütsche, a.a.O., N 114 zu Art. 16).

Eine Betätigung aufrichtiger Reue liegt beim Beschwerdeführer nicht vor. Aus den 

Akten ergibt sich, dass er die ihm vorgeworfenen Verstösse während der Untersuchung 

mehrheitlich bestritt (vgl. Schlussbericht der Kantonspolizei Zürich vom 9. April 2019, 

vi-act. 9/192 ff.). Offenbar anerkannte er diese erst später im Hinblick auf eine Anklage 

im abgekürzten Verfahren. Von einem umfassenden Geständnis kann nicht gesprochen 

werden. Dass die Vorinstanz das Geständnis des Beschwerdeführers 

massnahmemindernd berücksichtigte und die Entzugsdauer um drei Monate 

reduzierte, erscheint unter diesen Umständen eher grosszügig. Eine weitere Reduktion 

unter diesem Titel rechtfertigt sich auf jeden Fall nicht.

6.5. Lange Verfahrensdauer

Der Beschwerdeführer verlangt eine Verkürzung des Warnungsentzugs aufgrund der 

langen Verfahrensdauer. Die Erziehung und Besserung eines Täters setzt voraus, dass 

die Massnahme in einem angemessenen zeitlichen Zusammenhang zur 

Regelverletzung steht. Ausserdem nimmt mit dem Zeitablauf die Erforderlichkeit einer 

erzieherischen Sanktion ab, wenn sich der Täter in dieser Zeit wohl verhalten hat (BGE 

127 II E. 3d). Der Entzug soll daher mit der Verkehrsregelverletzung in einem 

angemessenen zeitlichen Zusammenhang stehen; unter diesem Gesichtspunkt ist ein 

Warnungsentzug nicht mehr gerechtfertigt, wenn seit dem ihm zugrundeliegenden 

Ereignis lange Zeit verstrichen ist, der Fahrzeuglenker hierfür nicht verantwortlich ist 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und er sich während dieser Zeit im Strassenverkehr wohlverhalten hat (BGE 120 Ib 

504 E. 4e). Welche Verfahrensdauer als überlang zu gelten hat, lässt sich nicht abstrakt 

und in absoluten Zahlen ausdrücken, sondern ist nach den Umständen des Einzelfalls 

zu beantworten. Die strafrechtlichen Verjährungsregeln sind sinngemäss beizuziehen. 

Das Bundesgericht hat im Falle einer groben Verletzung der Verkehrsregeln eine Dauer 

des kantonalen Verfahrens von fünf Jahren als überlang erachtet (BGE 120 Ib 504 E. 3), 

im Falle einer blossen Übertretung schon eine solche von viereinhalb Jahren (BGE 127 

II 297 E. 3d).

Im vorliegenden Fall hat das Administrativmassnahmeverfahren nach rechtskräftigem 

Abschluss des Strafverfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil nicht einmal eineinhalb 

Jahre beansprucht. Seit der letzten Widerhandlung (5. August 2017) bis zur Verfügung 

(24. September 2020) sind drei Jahre vergangen. Von einer unverhältnismässig langen 

Verfahrensdauer kann somit nicht gesprochen werden. Das Wohlverhalten des 

Beschwerdeführers dauerte bisher gut zwei Jahre an (6. August 2017 bis 11. Dezember 

2019 [Fahrverbot]). Auch unter diesem Titel ist keine Reduktion der Massnahmedauer 

angezeigt.

6.6. Leumund

Nach Art. 16 Abs. 3 SVG ist bei der Bemessung der Entzugsdauer auch der Leumund 

als Motorfahrzeugführer – ob und welche Delikte der Betroffene in seiner Geschichte 

als Motorfahrzeugführer bereits begangen hat – zu berücksichtigen. Verfügt der 

Betroffene über einen belasteten Leumund, hat er insbesondere schon Massnahmen 

erdulden müssen, so stellt ein neuerliches Delikt, das zu einem Warnungsentzug führt, 

gewissermassen den Nachweis dafür da, dass er die frühere "Lektion" nicht gelernt 

hat. Dies wirkt sich erschwerend aus, denn der Betroffene bedarf offenbar einer 

strengeren Massnahme, um die erforderlichen Lernschritte zu vollziehen (Schaffhauser, 

a.a.O., Rz. 2435).

Der automobilistische Leumund des Beschwerdeführers ist getrübt. Er beging in den 

Jahren 2009, 2010 und 2011 je eine Verkehrsregelverletzung (schwer, mittelschwer und 

schwer). Die ersten zwei Widerhandlungen führten zur Annullierung des 

Führerausweises auf Probe. Im Zeitpunkt der zwei Geschwindigkeitsüberschreitungen 

vom 6. März und 6. April 2015 war der Beschwerdeführer im Besitz des 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-504%3Ade&number_of_ranks=0#page504
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-504%3Ade&number_of_ranks=0#page504
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-504%3Ade&number_of_ranks=0#page504

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Führerausweises auf Probe, den er zum zweiten Mal am 25. Februar 2013 erworben 

hatte. Seit der Widerhandlung vom 3. Januar 2011, die sich nach der Annullierung des 

Führerausweises auf Probe ereignet hatte, waren damals gut vier Jahre verstrichen. 

Auch wenn die früheren Widerhandlungen keine Geschwindigkeitsüberschreitungen 

und damit nicht einschlägig waren, zeigt das Verhalten des Beschwerdeführers doch, 

dass er sich von den früher ausgesprochenen Administrativmassnahmen nicht 

nachhaltig beeindrucken liess (BGer 1C_320/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.2 und 

3.4). Der Beschwerdegegner ist in der Verfügung vom 24. September 2020 von einem 

getrübten Leumund des Beschwerdeführers ausgegangen, der sich nicht mehr 

massnahmeerhöhend auswirke. Dem angefochtenen Rekursentscheid sind keine 

Ausführungen zum Leumund zu entnehmen. Inwiefern sich der getrübte Leumund im 

konkreten Fall bei bereits sehr hoher Entzugsdauer massnahmeerhöhend auswirkt, 

kann offen gelassen werden, da sich dies zuungunsten des Beschwerdeführers 

auswirken würde und eine entsprechende Änderung zu dessen Nachteil 

ausgeschlossen ist (vgl. Art. 63 VRP).

7. Zusammenfassung

Zusammenfassend ist die Vorinstanz bei der Würdigung der konkreten Umstände im 

Rahmen des ihr zustehenden Ermessens geblieben. Die vom Beschwerdegegner 

verfügte und von der Vorinstanz bestätigte Entzugsdauer von 38 Monaten erweist sich 

unter Berücksichtigung der Mindestentzugsdauer von 24 Monaten, der mehrfachen 

Tatbegehung, der leichtgradig erhöhten Sanktionsempfindlichkeit und des 

Geständnisses keinesfalls als zu hoch, zumal der getrübte Leumund nicht 

berücksichtigt wurde. Angesichts der zahlreichen, durchwegs schweren und in zwei 

Fällen massiven Verstössen gegen die Strassenverkehrsvorschriften verletzt ein Entzug 

für die Dauer von 38 Monaten das Übermassverbot nicht. Die Beschwerde ist 

dementsprechend abzuweisen.

8. Kosten

8.1. Amtliche Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die amtlichen Kosten zu 

bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

CHF 1'500 (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.

8.2. Ausseramtliche Kosten

Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Entschädigung seiner ausseramtlichen Kosten für das Beschwerdeverfahren (Art. 98 

Abs. 1 und Art. 98  VRP).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.

Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 1'500, unter Verrechnung mit dem von ihm in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

3.

Es wird keine ausseramtliche Entschädigung zugesprochen.

 

bis

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Verwaltungsgericht, 08.07.2021
	Strassenverkehr, Führerausweisentzug, Bemessung der Entzugsdauer, Art. 16 Abs. 1 und 2 SVG, Art. 44 Abs. 2 StGB. Eine die Fahreignung bejahende, positiv lautende verkehrspsychologische Begutachtung hat keinen massnahmemindernden Einfluss auf die Dauer des Warnungsentzugs. Das vom Strafrichter als Weisung im Rahmen des bedingten Strafvollzugs ausgesprochene Fahrverbot dient nicht demselben Zweck wie der Führerausweisentzug gemäss SVG und wirkt sich nicht massnahmemindernd aus. Analoge Anwendung des strafrechtlichen Asperationsprinzips für mehrere Widerhandlungen bei der Bemessung der Dauer des Warnungsentzugs (Verwaltungsgericht, B 2021/64).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:37:36+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen