# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a923c301-7fbb-51f8-a833-569059025c3b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2024 200 2023 660
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-660_2024-02-16.pdf

## Full Text

200 23 660 UV
FUE/BOC/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2024

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 13. Juli 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) erlitt in den letzten Jahren verschiedene Unfälle und war 
dabei über die jeweiligen Arbeitgeber bei der Schweizerischen Unfallversi-
cherungsanstalt (nachfolgend: Suva bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten obli-
gatorisch versichert: 

Am 4. Juni 2013 verletzte er sich an der rechten Hand bzw. am Ring- und 
kleinen Finger, als er mit seinem kleinen Finger in einem Kettenglied hän-
gen blieb (Akten der Suva [act. II] 1, 21, 23, 31). Die Suva erbrachte die 
gesetzlichen Leistungen und schloss den Fall mit Verfügung vom 9. April 
2014 ab (act. II 72) bzw. trat auf eine dagegen erhobene Einsprache nicht 
ein (act. II 84). 

Am 30. Januar 2017 rutschte der Versicherte beim Gehen auf Glatteis aus 
und stürzte (Akten der Suva [act. IIc] 1). Dabei zog er sich eine Ellbogen-
kontusion rechts, eine MCP-(Fingergrundgelenk)-V-Luxation rechts und 
einen Aussenmeniskuskorbhenkelriss am linken Knie zu (act. IIc 132), wo-
bei die rechte Hand und das linke Knie operativ versorgt wurden (act. IIc 
18, 40, 139). Im Zusammenhang mit der Kniegelenksspiegelung vom 
9. Oktober 2017 (act. IIc 139) kam es zu einem Infekt (act. IIc 156 f., 176). 

Am 1. August 2018 erlitt der Versicherte einen Treppensturz und zog sich 
dabei eine Skaphoidfraktur rechts, eine Contusio capitis, eine Kniekontusi-
on links, eine Ellbogenkontusion rechts und eine kleine Rissquetschwunde 
links supraorbital zu (Akten der Suva [act. IIf] 2, 7), wobei die Skaphoidfrak-
tur operativ versorgt wurde (act. IIf 18, 28).

Im April 2019 wurde der Versicherte aufgrund einer Alkoholintoxikation mit 
fremdaggressivem Verhalten ins Spital C.________ eingewiesen (act. IIc 
336). Im Rahmen dieses Aufenthaltes schlug der Versicherte am 12. April 
2019 mit der (rechten) Faust gegen eine Wand und erlitt dadurch eine 
leicht dislozierte, subkapitale Fraktur des Os metacarpale II rechts (act. IIc 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 3

337; Akten der Suva [act. IIj] 25/24), welche operativ versorgt wurde (act. IIj 
2, 5). 

Am 28. Juni 2019 machte der Versicherte geltend, er habe im Sommer 
2016 einen schweren Arbeitsunfall erlitten und sich dabei zwei Wirbelkör-
per frakturiert (act. IIc 349). 

Am 3. Juli 2019 fand eine kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt (act. 
IIj 25) und am 30. Januar 2020 stellte der Versicherte aufgrund der am lin-
ken Knie und an der rechten Hand bestehenden Einschränkungen einen 
Antrag auf Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung (Akten der Suva [act. 
IId] 385). Diesen Antrag wies die Suva mit Verfügung vom 17. Februar 
2020 (act. IId 396) bzw. Einspracheentscheid vom 8. September 2020 (act. 
IId 435) ab und auf ein Gesuch um prozessuale Revision (Akten der Suva 
[act. IIg] 265) trat sie mit Verfügung vom 8. Februar 2021 (act. IIg 289), 
bestätigt mit Einspracheentscheid vom 18. August 2021 (Akten der Suva 
[act. IIh] 347), nicht ein. 

Am 29. Februar 2020 stürzte der Versicherte in der Badewanne und ver-
letzte sich am Rücken (Akten der Suva [act. IIi] 2, 9). Mit Verfügung vom 
11. August 2020 (act. IIi 31) schloss die Suva den Fall per 31. August 2020 
ab und lehnte den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen im Zu-
sammenhang mit dem Ereignis vom 29. Februar 2020 ab. 

Auf Gesuch des Versicherten (act. IIh 309) lehnte die Suva mit Verfügung 
vom 10. Mai 2021 (act. IIh 310) ihre Leistungspflicht für die psychischen 
Beschwerden bzw. einen stationären Entzugsaufenthalt im Psychiatriezen-
trum D.________ ab. 

Am 27. Juli 2021 fand eine ärztliche Abschlussuntersuchung statt (act. IIh 
330), woraufhin die Suva dem Versicherten gleichentags schriftlich den 
Fallabschluss und die Einstellung der Heilungs- und Taggeldleistungen per 
30. September 2021 mitteilte (act. IIh 334). Mit Verfügung vom 8. Septem-
ber 2021 (act. IIh 355) sprach die Suva dem Versicherten im Zusammen-
hang mit den Unfällen vom 4. Juni 2013, 30. Januar 2017, 1. August 2018 
und 12. April 2019 ab dem 1. Oktober 2021 eine Invalidenrente bei einer 
Erwerbsunfähigkeit von 22 % und eine Integritätsentschädigung bei einer 
Integritätseinbusse von 41 % zu. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten 

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durch Rechtsanwältin B.________, am 11. Oktober 2021 vorsorglich Ein-
sprache (act. IIh 357), welche mit Eingaben vom 17. und 19. Dezember 
2021 (act. IIh 366 f.) ergänzt wurde. Die Suva holte drei Stellungnahmen 
der Versicherungsmedizin ein (act. IIh 379; Akten der Suva [act. IIe] 543, 
546), wozu der Versicherte am 23. September 2022 (act. IIh 384) unter 
Meldung eines Rückfalls der Bursitis am Ellbogen (rechts) Stellung nahm. 
Mit Einspracheentscheid vom 13. Juli 2023 (act. IIh 406) hiess die Suva die 
Einsprache insoweit teilweise gut, als sie dem Versicherten ab dem 1. Ok-
tober 2021 eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 27 % zu-
sprach. Soweit weitergehend wies sie die Einsprache ab, soweit sie darauf 
eintrat.

B.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 14. September 2023 Beschwerde mit dem Antrag, die 
Rentenleistungen seien zu erhöhen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. September 2023 nahm die Beschwerde-
gegnerin aufforderungsgemäss Stellung zur örtlichen Zuständigkeit des 
angerufenen Gerichts, welche sie als gegeben erachtete. Gleichzeitig be-
antragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Oktober 2023 stellte der Instrukti-
onsrichter fest, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers innert 
angesetzter Frist weder eine Kostennote noch ein Fristverlängerungsge-
such eingereicht habe.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 Abs. 2 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 
60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 13. Juli 2023 (act. IIh 
406). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente der 
Unfallversicherung im Zusammenhang einzig mit den Unfällen vom 4. Juni 
2013, 30. Januar 2017, 1. August 2018 und 12. April 2019 und hierbei de-
ren Höhe. Vorliegend nicht zu beurteilen sind die Folgen der zahlreichen 
weiteren erlittenen Sturzereignisse (vgl. insbesondere act. IIh 396; act. IIi 2, 
9, 31) und der gemeldete Rückfall bezüglich der Bursitis am rechten Ellbo-
gen (act. IIh 384), da darüber mit Verfügung vom 8. September 2021 (act. 
IIh 355) bzw. mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 13. Juli 
2023 (act. IIh 406) nicht entschieden wurde; es fehlt diesbezüglich an ei-
nem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung 
(BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2). Nach 
einer entsprechenden Verfügung wäre, vor einer allfälligen Beschwerde, 
zwingend das Einspracheverfahren zu durchlaufen (vgl. BVR 2020 S. 155 
ff.). Die mit Verfügung vom 8. September 2021 (act. IIh 355) zugesproche-
ne und mit dem angefochtenen Einspracheentscheid bestätigte Integritäts-

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entschädigung von 41 % wird beschwerdeweise nicht bestritten, womit die-
se nicht Streitgegenstand bildet (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 165, 125 V 413 
E. 2a S. 415; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1) und der Einspracheent-
scheid diesbezüglich in Teilrechtskraft erwachsen ist (vgl. dazu BGE 144 V 
354 E. 4.3 S. 358).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 
832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-
krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Der Be-
schwerdeführer hat einen Unfall (4. Juni 2013) vor dem 1. Januar 2017 und 
drei Unfälle (30. Januar 2017, 1. August 2018 und 12. April 2019) nach 
diesem Zeitpunkt erlitten. Die Beschwerdegegnerin hat die Ansprüche aus 
den daraus resultierenden verschiedenen Schädigungen vereinigt (act. IIh 
355) und somit gesamthaft beurteilt. Folglich sind vorliegend sowohl die bis 
zum 31. Dezember 2016 gültig gewesenen (fortan: aArt.) als auch diejeni-
gen ab 1. Januar 2017 gültigen Bestimmungen anwendbar. In Bezug auf 
die hier relevanten Bestimmungen betreffend Rentenanspruch haben sich 
im neuen Recht inhaltlich jedoch keine relevanten Änderungen ergeben.

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 

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Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation 
vorgesehen], E. 3).

2.4 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

2.5 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG in der bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung), 
sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters bzw. des 
Referenzalters ereignet hat (Art. 18 Abs. 1 UVG in der seit 1. Januar 2017 
bzw. 1. Januar 2024 gültigen Fassung). Der Bundesrat regelt die Bemes-
sung des Invaliditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 
ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

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2.6 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesentlich – 
hauptsächlich das Folgende zu entnehmen: 

3.1 Im Bericht vom 3. Juli 2019 (act. IIj 25) zur kreisärztlichen Ab-
schlussuntersuchung vom gleichen Tag führte Dr. med. E.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Chirurgie, die folgenden Dia-
gnosen auf (act. IIj 25/23 ff.): 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 9

Unfall vom 4. Juni 2013 (Finger zwischen zwei Gliedern einer Kette eingek-
lemmt).

1. Grundphalanxfraktur Dig V rechts, in Dorsalkippung konsolidiert mit zeitgleich 
erlittener Ruptur des Mittelzügels Dig V rechts
 initial konservative Therapie
 10. Dezember 2013: Mittelzügelrekonstruktion durch Umkippplastik nach 

Snow und Refixierung am proximalen Mittelglied mittels Mikro-Mitek-Anker 
Dig V rechte Hand (Dr. med. F.________, Facharzt für Plastische, Rekon-
struktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie Spital G.________)

 volle Arbeitsfähigkeit ab 7. April 2014
 Einspracheentscheid vom 20. Juni 2014: Auf die Einsprache werde nicht 

eingetreten (trotz Aufforderung sei keine Begründung eingereicht worden).
2. Aggravation

 Bereits damals IV-Rentenbegehren geäussert (siehe Bericht Dr. med. 
H.________, Facharzt für Chirurgie sowie Plastische, Rekonstruktive und 
Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie, Chefarzt Handchirurgie Spital 
G.________ vom 11. März 2014)

Unfall vom 30. Januar 2017 (Sturz auf Glatteis)

1. Ellbogenkontusion rechts
 Keine sichtbare Atrophie der Interossei, Fromentzeichen negativ
 Bursitis olecrani rechts
 4. Februar 2019: Bursektomie der Bursa olecrani rechts (Dr. med. 

I.________, Facharzt für Chirurgie sowie Plastische, Rekonstruktive und 
Ästhetische Chirurgie und Handchirurgie, Handchirurgie Spital 
C.________) bei chronischer Bursitis

 6. Februar 2019: Hämatomausräumung, Drainage (Dr. med. I.________, 
Handchirurgie Spital C.________) wegen Hämatom

 Aktuell: teigige Schwellung Ellbogen dorsal rechts, reizlose Narbe
2. MCP V-Luxation

 11. Februar 2017: Raffung der palmaren Platte (Dr. med. J.________, 
Facharzt für Chirurgie, Spital K.________)

3. Aussenmeniskuskorbhenkelriss linkes Knie
 21. April 2017: Kniegelenksspiegelung links, Resektion des Aussenmenis-

kuskorbhenkels (Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital C.________)

 9. Oktober 2017: Kniearthroskopie links mit unauffälligem Befund (Dr. med. 
L.________, Spital C.________)

 20. Oktober 2017: Kniegelenksspiegelung links, Spülung, Débridement, 
Drainage-Einlage (Dr. med. L.________, Spital C.________) wegen 
Empyem

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 Nachweis von Staph. aureus, Antibiose mit Co-Amoxicillin, Floxapen
 Pangonarthrose
 Aktuell: Angabe von persistierenden Beschwerden infrapatellar medial, 

keine Quadricepshypotrophie, grotesk anmutendes Gangbild
4. Aggravation

Unfall vom 1. August 2018 (in … beim Spazieren an Krücken mit dem Knie 
eingebrochen und eine Treppe hinuntergestützt)

1. Scaphoidfraktur rechts
 6. August 2018: Geschlossene Reposition, Schraubenosteosynthese Sca-

phoid rechts mit durchbohrter Doppelgewindeschraube (Dr. med. 
I.________, Handchirurgie Spital C.________)

 Aktuell: ossär konsolidiert
2. Ellbogenkontusion links

 Traumatische Bursitis olecrani links
 29. Oktober 2018: Punktion von blutig-seröser Flüssigkeit
 Aktuell: persistente prallelastische schmerzlose Schwellung am linken Ell-

bogen, reizlose Weichteile
3. Schädelprellung mit kleiner RQW supraorbital links

 Versorgung der RQW mit Histoacrylkleber
4. Kniekontusion links

 MRI vom 21. Januar 2019: keine frischen Unfallfolgen, femorotibiale Ar-
throse, degenerative VKB-Veränderung

Unfall vom 12. April 2019 (nach Einweisung zur Hospitalisation ins Spital 
C.________ aufgrund fremdagressiven Verhaltens bei Alkoholintoxikation 
[2.9 Promille] aus Wut mit der [rechten] Faust gegen eine Wand geschla-
gen)

 Dislozierte Metacarpale II-Köpfchenfraktur direkt im Köpfchenbereich als Ab-
scherung knapp subcapital, mit massiver Dislokation des Fragmentes nach 
palmar
 15. April 2019: Geschlossene Reposition intramedulläre K-Draht-

Osteosynthese mittels eines 1.8 mm K-Drahtes, zusätzlich eine weitere K-
Draht-Osteosynthese mittels eines 1.2 mm K-Drahtes 
fragmentüberbrückend, ohne Störung des Gelenkes (Dr. med. I.________, 
Handchirurgie Spital C.________)

 13. Mai 2019: Kirschnerdraht-Entfernung 2 Mal und Setzen eines Handblo-
ckes zur postoperativen Analgesie mit Ropivacain 0.75 % (Dr. med. 
M.________, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, Handchirurgie Spi-
tal N.________)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 11

 Aktuell: Leichte Schwellung am Handrücken, leicht eingeschränkte Flexion 
im MP II, keine Hypertrichosis, keine Hyperhidrosis.

Es wurde die folgenden weiteren Diagnosen gestellt:

1. Anamnestisch St. n. operativ versorgter proximaler intraartikulärer Grundpha-
lanxfraktur Dig III rechts 2002 in …

2. Chronische Alkoholabhängigkeit
 Aethylische Hepatopathie

3. Wiederholte Grand-mal-Anfälle, zuletzt klinisch dokumentiert vom 3. Mai 2019
 Im Zusammenhang mit Alkoholüberkonsum

4. Chronische Opioidabhängigkeit
 Dauermedikation mit Oxycodon seit 2010 nach Diskushernie

5. Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung
6. Impulskontrollstörung
7. Dringender Verdacht auf Somatisierungsstörung
8. Chronisch rezidivierende Rückenbeschwerden

 zweimalige Bandscheibenvorfälle vor 2013
 Deshalb seit 2010 Dauermedikation mit Oxycodon (siehe Bericht Spital 

O.________, wohin der Versicherte wegen Konflikt mit Polizei wegen Al-
kohol, 1.6 Promille, gebracht worden sei)

 28. Juli 2016: Verhebetrauma
 5. August 2016 MRI: Diskusbulging L5/S1 mediolateral links mit Touchie-

rung der Wurzel S1 links. Geringe Diskusbulging L3/4 und L4/5 ohne Neu-
rokompression

9. Undislozierte Querfortsatzfrakturen LWK 2 und LWK 3 rechts
 CT vom 3. Mai 2019: konsolidierende Frakturen der Processus transversi 

LWK 2 und LWK 3 rechts
 Am ehesten im Rahmen der epileptischen Grand-mal-Anfälle im Zusam-

menhang mit dem Alkoholüberkonsum, resp. -entzug.
10. Obstruktive Pneumopathie

 chronischer Nikotinkonsum
 Turbuhaler 200/6

Zur Frage des Erreichens des Endzustandes gab Dr. med. E.________ an, 
für die Fälle von 2013, 2017 und 2018 könne vom Erreichen des Endzu-
standes ausgegangen werden. Aber noch nicht im neuen Fall von 2019. 
Hier sei die Fraktur bei der letzten radiologischen Kontrolle vor K-Draht-
Entfernung in guter Stellung, jedoch noch nicht vollständig konsolidiert und 
der Endzustand noch nicht erreicht gewesen. Die Hand sei bei der Kreisa-
rztuntersuchung noch leicht geschwollen gewesen. Erfahrungsgemäss 
könne drei bis sechs Monate nach einer solchen Fraktur nach kontinuierli-

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chem Belastungsaufbau wieder mit einer vollen Belastbarkeit in einer an-
gepassten Tätigkeit gerechnet werden. Es empfehle sich die handchirurgi-
sche Abschlusskontrolle abzuwarten. Was die Querfortsatzfrakturen betref-
fe, so seien diese im Mai 2019 bereits in Abheilung gewesen. 
Erfahrungsgemäss werde eine Konsolidation innerhalb von acht bis zwölf 
Wochen erreicht. Somit könne spätestens ab August 2019 von einem End-
zustand ausgegangen werden (act. IIj 25/29 Ziff. 1). 

Zumutbar seien unfallbedingt leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten 
mit Heben von Gewichten beidhändig bis 15 kg. Einschränkungen für die 
linke Hand bestünden nicht. Zumutbar seien wechselbelastende vorzugs-
weise sitzende Tätigkeiten mit nur kurzen Geh- oder Stehphasen. Nicht 
zumutbar sei das Tragen von Gewichten von mehr als 10 kg und das nur 
kurze Strecken aufgrund der Einschränkung der Belastbarkeit des linken 
Kniegelenks. Von Seiten der rechten Hand bestünden Einschränkungen für 
Tätigkeiten mit Einwirkungen von starken Vibrationen oder Schlägen und 
das Manipulieren von Lasten von mehr als 5 kg. Monotones repetitives 
Manipulieren von Gegenständen mit der rechten Hand sei nur bis 2 kg zu-
mutbar. Einschränkungen der Zumutbarkeit aufgrund der Ellbogenkontusi-
on mit Bursitis olecrani bestehe für Tätigkeiten mit der Notwendigkeit zum 
Aufstützen resp. Abstützen des Körpergewichts auf die Ellbogen. Eine zu-
sätzliche Einschränkung der Zumutbarkeit aufgrund der Querfortsatzfraktu-
ren bestehe spätestens ab August 2019 nicht mehr (act. IIj 25/29 Ziff. 2).

Hauptproblem des Beschwerdeführers sei seine schwere Suchterkrankung 
mit Alkohol-, Opiat- und Nikotinabhängigkeit. Diese sei, wie aus den ver-
schiedenen medizinischen Unterlagen ersichtlich sei, nachweislich vorbe-
stehend und sicher nicht kausal zu einem der Suva-versicherten 
Ereignisse. Die Rechtsanwältin habe der Case-Managerin gegenüber an-
gedeutet, dass die psychische Verfassung allenfalls auf eine traumatische 
Hirnschädigung zurückzuführen sei. Eine solche habe aber in der bei der 
Ursachenabklärung der epileptischen Anfälle durchgeführten Bildgebung 
(MRI Schädel vom 9. Mai 2019) ausgeschlossen werden können (act. IIj 
25/31 Ziff. 6).

3.2 In dem von der Invalidenversicherung veranlassten polydiszi-
plinären Gutachten der MEDAS P.________ vom 19. November 2020 (act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 13

II 229 - 232; Akten der Suva [act. IIa] 233 - 235) mit Untersuchungen in den 
Fachgebieten Orthopädie, Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, 
Allgemeine Innere Medizin und Neuropsychologie wurden die folgenden 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. II 230/9 
Ziff. 4.2.1):

 Postinfektiöse Abnützung am Kniegelenk links (postoperativer Infekt mit Sta-
phylococcus aureus 2017; ICD-10 M17.2-3 und M00.06)

 Chronischer Kreuzbeinschmerz beidseits bei mehretagigen, degenerativen 
Veränderungen (ICD-10 M51.2 und M47.87)

 Bewegungs- und Funktionseinschränkung des Handgelenkes und der Finger 
rechts nach mehrfachen Verletzungen und multiplen operativen Eingriffen 
(ICD-10 S62.0, S62.12, S62.3, S62.6 und S66.2)

 Mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
 Störungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, ggw. Substanzgebrauch 

(ICD-10 F10.24)
 Störungen durch Sedativa oder Hypnotika, Abhängigkeitssyndrom, ggw. Sub-

stanzgebrauch (ICD-10 F13.24)
 Läsion des R. infrapatellaris des N. saphenus mit/bei neuropathischen 

Schmerzen (ICD-10 G57.8)
 Provozierte, äthyltoxisch bedingte tonisch-klonische epileptische Anfälle (ICD-

10 R56.8)

Aus polydisziplinärer Sicht bestehe eine erhebliche Einschränkung der be-
ruflichen Leistungsfähigkeit. Derzeit könnten nur geringe Ressourcen für 
eine Wiedereingliederung am allgemeinen Arbeitsmarkt festgestellt werden. 
Mit Sicherheit seien aktuell und auch zukünftig schwere bzw. mittelschwere 
körperliche Berufe nicht mehr möglich. Da die nachvollziehbaren, körperli-
chen Schmerzen erfahrungsgemäss und anhand des aktuellen Wissens-
standes die psychische Stabilität negativ beeinflussten und somit die 
psychiatrische Therapie erschwerten, müsse eine Teilsummation der fach-
spezifischen Arbeitsunfähigkeiten angenommen werden (act. II 230/9 Ziff. 
4.1). Die Sachverständigen attestierten in der bisherigen Tätigkeit seit dem 
30. Januar 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepassten 
Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsfähigkeit (70%ige Arbeitsunfähigkeit; act. II 
230/10 Ziff. 4.7 und 4.8). 

3.3 Im Bericht vom 27. Juli 2021 (act. IIh 330) zur ärztlichen Abschluss-
untersuchung vom gleichen Tag ergänzte bzw. aktualisierte der Kreisarzt 
Dr. med. E.________ die Diagnosen gemäss dem Bericht vom 3. Juli 2019 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 14

(act. IIj 25). Er führte zudem aus, was die unfallbedingten somatischen 
Probleme betreffe, sei der Beschwerdeführer vor allem durch die Kniebe-
schwerden links in seiner Gehfähigkeit eingeschränkt bei Varusgonarthrose 
nach postoperativem Infekt nach diagnostischer Kniearthroskopie vom 
9. Oktober 2017. Hier wäre die Implantation einer Knietotalprothese mög-
lich. Eine Operation berge aber das Risiko eines erneuten Infekts. Zudem 
sei der Beschwerdeführer nicht mehr gewillt, sich operieren zu lassen. So-
mit seien hier aktuell keine weiteren Therapien mehr vorgesehen. Auch 
Physiotherapie werde nicht mehr durchgeführt. Entsprechend könne aus 
versicherungsmedizinischer Sicht vom Endzustand ausgegangen werden. 
Bei weitgehend unveränderter Klinik seit der letzten Untersuchung von 
2019 und radiologisch keiner wesentlichen Befundänderung könne bezüg-
lich des Kniegelenks auch an der Höhe des beurteilten Integritätsschadens 
festgehalten werden. Im Bereiche der rechten Hand sei es wahrscheinlich 
im Zusammenhang mit der Spickdrahtosteosynthese des Metacarpale II 
durch den von radial eingebrachten Spickdraht zu einer Durchscheuerung 
der Extensor pollicis longus-Sehne gekommen, welche durch ihren abge-
winkelten Verlauf besonders gefährdet sei. Eine operative Sehnennaht leh-
ne der Beschwerdeführer explizit ab. Der Funktionsverlust betreffe nur die 
Extension im Daumenendglied, was die Handfunktion und insbesondere 
die Greiffunktion kaum beeinträchtige. Hier seien vor allem die Beugeseh-
nen wichtig. Die Abduktion und die Extension des Daumengrundgliedes 
sowie Beugung und Opposition des Daumens seien weiterhin intakt. Der 
Befund im Bereich des Kleinfingers bleibe unverändert (act. IIh 330/31).

3.4 In der ärztlichen Beurteilung vom 2. Mai 2022 (act. IIh 379) hielt der 
Kreisarzt Dr. med. E.________ fest, die Querfortsatzfrakturen seien inzwi-
schen, wie das CT vom 29. Februar 2020 zeige, vollständig und in absolut 
anatomischen Stellungsverhältnissen konsolidiert. Sie spielten im Be-
schwerdebild des Beschwerdeführers somit keine Rolle mehr. Entspre-
chend seien die LWS-Beschwerden anlässlich des Gutachtens vom 
September 2020 auf die mehretagigen degenerativen Veränderungen 
zurückgeführt worden. 

Ein Grossteil der erlittenen Verletzungen und insbesondere die erschwer-
ten Verläufe seien in erheblichem Anteil auf die schwere Suchterkrankung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 15

zurückzuführen. Der Beschwerdeführer sei bereits Jahre vor dem Unfall 
von 2017 wegen Alkoholexzessen und Opiatabhängigkeit auffällig gewor-
den. Er sei offenbar nicht in der Lage, seine Sucht in den Griff zu bekom-
men. Es bestehe eine deutliche Selbst- und zeitweise auch 
Fremdgefährdung. Die von der Rechtsvertreterin offenbar geltend gemach-
te Unfallkausalität der angeblich erlittenen Herzinfarkte sei aus versiche-
rungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. Es fehlten entsprechende 
Unterlagen zu den erwähnten Hospitalisationen in ….

Es lägen die folgenden unfallbedingten Gesundheitsschäden vor:

Am linken Knie bestehe ein Zustand nach medialer Teilmeniskektomie we-
gen Korbhenkelläsion und intraartikulärem Infekt und eine mittelschwere 
posttraumatische Gonarthrose. Die Belastbarkeit des linken Kniegelenks 
sei dadurch vermindert und die Beweglichkeit leicht eingeschränkt. Zudem 
sei eine Läsion eines Hautnervs (R. infrapatellaris N. saphenus) dokumen-
tiert.

Die zusätzlich anlässlich der klinischen Untersuchung vom 27. Juli 2021 
beobachtete Fussheber-, allenfalls auch Fusssenkerschwäche links sei 
nicht mit Unfallfolgen erklärbar, sondern am ehesten im Zusammenhang 
mit der unfallfremden Diskushernienproblematik oder allenfalls einer peri-
pheren aethylischen Neuropathie.

An der Hand rechts bestehe ein Zustand nach ossär konsolidierter mit einer 
Schraubenostheosynthese versorgten Scaphoidfraktur, eine ossär konsoli-
dierte Metacarpale II- und einer ebenfalls konsolidierten Kleinfinger-
Grundphalanxfraktur und operativ versorgter Mittelzügelläsion am PIP. 
ResidueII bestehe ein leichte Einschränkung der Handgelenksbeweglich-
keit gegenüber links und am Kleinfinger rechts eine Extensionsdefizit im 
PIP. Der Faustschluss sei gut möglich. Zudem bestehe ein Extensionsdefi-
zit im IP-Gelenk des rechten Daumens. Dieses sei wahrscheinlich vorbe-
stehend. Allenfalls wäre auch eine iatrogene Läsion der Sehne des 
Musculus extensor pollicis longus denkbar durch Durchscheuerung auf-
grund des eingebrachten Kirschner Drahtes zur Osteosynthese der Meta-
carpale-II-Fraktur. Der Funktionsverlust betreffe nur die Extension im 
Daumenendglied, was die Handfunktion und insbesondere die Greiffunktion 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 16

nur geringfügig beeinträchtige. Hier seien vor allem die Beugesehnen wich-
tig. Insgesamt sei eine gewisse Verminderung der Belastbarkeit der rech-
ten Hand nachvollziehbar.

Unfallbedingt zumutbar seien mindestens leichte wechselbelastende vor-
zugsweise sitzende Tätigkeiten mit nur kurzen Geh- oder Stehphasen. Ein-
schränkungen für die linke Hand bestünden nicht. Aufgrund der 
Einschränkung der Belastbarkeit des linken Kniegelenks sei das Tragen 
von Gewichten beidhändig nur selten und nur bis 10 kg zumutbar. Von Sei-
ten der rechten Hand bestünden Einschränkungen für Tätigkeiten mit Ein-
wirkungen von starken Vibrationen oder Schlägen und für das Manipulieren 
von Lasten von mehr als 5 kg. Monotones repetitives Manipulieren von 
Gegenständen mit der rechten Hand sei nur bis 2 kg zumutbar. Aufgrund 
der durchgemachten Bursitis olecrani seien Tätigkeiten mit der Notwendig-
keit zum Aufstützen des Körpergewichts auf die Ellbogen nicht zumutbar. 
Unfallbedingt sei dem Beschwerdeführer im Rahmen der Zumutbarkeitskri-
terien eine ganztägige Arbeitsplatzpräsenz zumutbar.

Die Differenz zum anlässlich des IV-Gutachtens formulierten Zumutbar-
keitsprofil erkläre sich durch die im Verlauf der weiteren zehn Monate 
nachweislich eingetretene Verbesserung des Gesamt-Gesundheits-
zustandes des Beschwerdeführers, was nicht zuletzt aufgrund der mehr-
wöchigen Alkoholabstinenz eingetreten sei, und insbesondere auch durch 
die Kniegelenksfunktion mit deutlich grösserem Bewegungsumfang. Die 
Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule seien übereinstimmend 
mit den begutachtenden Ärzten "auf die mehretagigen degenerativen Ver-
änderungen (Bandscheibenvorwölbungen, Facettgelenksarthrosen und 
Spondylosen) zurückgeführt" und bei der Beurteilung der unfallbedingten 
Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt worden.

3.5 In der Stellungnahme vom 23. Mai 2022 (act. IIe 543) zur Einspra-
che des Beschwerdeführers hielt Prof. Dr. med. Q.________, Fachärztin für 
Neurochirurgie, von der Versicherungsmedizin der Beschwerdegegnerin 
fest, die Läsion eines kleinen Hautnerves Ramus infrapatellaris nervi sa-
pheni sei in Anbetracht der Gesamtproblematik mit Zustand nach Teilme-
niskektomie bei Korbhenkelläsion und mittelschwerer posttraumatischer 
Gonarthrose überwiegend wahrscheinlich nicht die einzige Schmerzursa-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 17

che zu den verschiedenen Nebenerkrankungen bei chronischem Alkohol-
konsum. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Läsion des Ramus infrapa-
tellaris mit angegebenen neuropathischen Schmerzen flexible Pausen not-
wendig mache. Des Weiteren sei nicht nachvollziehbar, warum bei 
fehlenden strukturellen Läsionen als Folge des initialen Ereignisses eine 
kognitiv weniger anspruchsvolle Tätigkeit ausgeübt werden sollte.

4.

4.1

4.1.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Es steht fest und ist unbestritten, dass die im Zeitpunkt der Renten-
prüfung (Verfügung vom 8. September 2021 [act. IIh 355]) bestehenden 
Verletzungen am linken Knie, an der rechten Hand und an beiden Ellbogen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 18

sowie die dadurch bedingten Funktionseinschränkungen in einem natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zu den im Sinne von Art. 4 
ATSG (vgl. E. 2.2 hiervor) zu Recht als tatbestandsmässig anerkannten 
Ereignissen vom 4. Juni 2013, 30. Januar 2017, 1. August 2018 und 
12. April 2019 stehen (der Faustschlag gegen die Wand erfolgte mit hoher 
Blutalkoholkonzentration und ist deshalb nicht mit dem Sachverhalt von 
BGE 143 V 285 vergleichbar). Bezüglich der undislozierten Querfortsatz-
frakturen LWK 2 und LWK 3 rechts hat der Kreisarzt Dr. med. E.________ 
am 2. Mai 2022 (act. IIh 379) überzeugend und schlüssig festgehalten, wie 
das CT vom 29. Februar 2020 zeige, seien diese vollständig und in absolut 
anatomischen Stellungsverhältnissen konsolidiert. Sie spielten im Be-
schwerdebild des Beschwerdeführers somit keine Rolle mehr. Entspre-
chend seien die LWS-Beschwerden anlässlich des IV-Gutachtens vom 
September 2020 auf die mehretagigen degenerativen Veränderungen 
zurückgeführt worden. Für die Beschwerden an der LWS (Diskusprotrusi-
on/Osteochondrose) hat die Beschwerdegegnerin bereits mit Verfügung 
vom 11. August 2020 (act. IIi 31) rechtskräftig die Unfallkausalität (Ereignis 
vom 29. Februar 2020) per 31. August 2020 verneint und die Leistungen 
eingestellt. Folglich sind die LWS-Beschwerden im Zeitpunkt der Renten-
prüfung (Verfügung vom 8. September 2021 [act. IIh 355]) nicht mehr un-
fallkausal. Weiter hat die Beschwerdegegnerin für die bestehenden 
psychischen bzw. organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwer-
den, insbesondere die Suchtproblematik, einen natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhang zu den hier fraglichen Unfallereignissen rechtskräf-
tig verneint (Einspracheentscheid vom 8. September 2020 [act. IIg 251]; 
Verfügung vom 10. Mai 2021 [act. IIh 310]; Einspracheentscheid vom 18. 
August 2021 [act. IIh 347]). 

Im Zeitpunkt der Rentenprüfung (Verfügung vom 8. September 2021 [act. 
IIh 355]) waren die Voraussetzungen für den Fallabschluss (vgl. E. 2.4 
hiervor) gegeben, weil gemäss der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 
27. Juli 2021 von weiteren medizinischen Massnahmen keine Besserung 
des unfallbedingten Gesundheitsschadens mehr zu erwarten war und sich 
der Beschwerdeführer auch nicht mehr operieren lassen wollte (act. IIh 
330). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 19

4.3 Die Berichte des Kreisarztes Dr. med. E.________ vom 3. Juli 2019 
(act. IIj 25), 27. Juli 2021 (act. IIh 330) und 2. Mai 2022 (act. IIh 379) sowie 
von Prof. Dr. med. Q.________ vom 23. Mai 2022 (act. IIe 543) erfüllen die 
an den Beweiswert eines medizinischen Berichtes gestellten Anforderun-
gen (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Folglich kann auf das Zumutbarkeitsprofil (act. 
IIh 379/7 Ziff. 2), basierend auf der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 
27. Juli 2021 (act. IIh 330) und den Beurteilungen von Dr. med. 
E.________ vom 2. Mai 2022 (act. IIh 379) und Prof. Dr. med. Q.________ 
vom 23. Mai 2022 (act. IIe 543), abgestellt werden, gemäss welchem dem 
Beschwerdeführer unfallbedingt im Rahmen der Zumutbarkeitskriterien 
eine ganztägige Arbeitsplatzpräsenz zumutbar ist. In dem von der Invali-
denversicherung veranlassten MEDAS P.________-Gutachten vom 19. 
November 2020 (act. IIa 229 - 235) wurde dem Beschwerdeführer in der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung in einer angepassten Tätigkeit eine 
Arbeitsfähigkeit von 30 % (bzw. eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %) attestiert 
(act. IIa 230/10 Ziff. 4.8), wobei in den folgenden Fachgebieten Einschrän-
kungen festgehalten wurden: Der orthopädische Gutachter attestierte in 
einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und hielt fest, es 
sollte sich um eine leichte körperliche Arbeit in einer überwiegend sitzen-
den Haltung handeln (act. IIa 233/14 Ziff. 8.2). Zusammenfassend seien 
aufgrund der unfallbedingten, postoperativen und degenerativen Be-
schwerden bzw. Einschränkungen am Bewegungsapparat schwere und 
mittelschwere Berufe aktuell und sicherlich auch zukünftig nicht mehr mög-
lich. Bei der Ausübung einer angepassten Tätigkeit müsse wegen chroni-
scher Schmerzen (vor allem am linken Kniegelenk und der 
Lendenwirbelsäule) und aufgrund der im Tagesverlauf mit Sicherheit zu-
nehmenden Beschwerden von einer relevanten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit ausgegangen werden (act. IIa 233/12 Ziff. 6.1). Aus 
psychiatrischer Sicht wurde in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige 
Arbeitsfähigkeit attestiert (act. IIa 234/20 Ziff. 8.2) und aus neurologischer 
Sicht wurde bezüglich einer angepassten Tätigkeit ausgeführt (act. IIa 
235/14 Ziff. 8.2), die Möglichkeit flexibler Pausen sollte gegeben sein auf-
grund der neuropathischen Schmerzen; auch sei eine kognitiv wenig an-
spruchsvolle Tätigkeit bei anzunehmenden schmerzbedingten 
Leistungseinbussen empfohlen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 20

Die unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS 
P.________-Sachverständigen einerseits und Dr. med. E.________ sowie 
Prof. Dr. med. Q.________ andererseits liegt u.a. darin begründet, dass 
aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht sowohl die degenerativen Verän-
derungen an der Lendenwirbelsäule als auch die psychischen Beschwer-
den unberücksichtigt zu bleiben haben, was bereits vorstehend dargelegt 
wurde (vgl. E. 4.2 hiervor). Hinzu kommt, dass Dr. med. E.________ in der 
Stellungnahme vom 2. Mai 2022 (act. IIh 379) feststellte, die Kniegelenks-
beweglichkeit (links) habe sich (bei der Kreisarztuntersuchung am 27. Juli 
2021) im Vergleich zur Voruntersuchung anlässlich der Begutachtung im 
September 2020 deutlich verbessert gezeigt bzw. es liege ein deutlich 
grösserer Bewegungsumfang vor. Zudem verwies er auf den Zeitablauf von 
rund zehn Monaten seit der IV-Begutachtung im September 2020 bis zu 
seiner kreisärztlichen Untersuchung am 27. Juli 2021 sowie den Umstand 
einer mehrwöchigen Alkoholabstinenz (siebenwöchiger stationärer Alkoho-
lentzug) und den dadurch verbesserten Gesamtgesundheitszustand. 
Schliesslich hat die Neurochirurgin Prof. Dr. med. Q.________ am 23. Mai 
2022 (act. IIe 543) schlüssig und überzeugend dargelegt, weshalb die im 
neurologischen MEDAS P.________-Teilgutachten postulierte Notwendig-
keit flexibler Pausen und einer kognitiv wenig anspruchsvollen Tätigkeit aus 
rein unfallversicherungsrechtlicher Sicht nicht erforderlich – d.h. nicht un-
fallbedingt – seien. Folglich vermag das MEDAS P.________-Gutachten 
vom 19. November 2020 (act. IIa 229 - 235) das am 2. Mai 2022 formulierte 
Zumutbarkeitsprofil (act. IIh 379/7 Ziff. 2) nicht in Zweifel zu ziehen und 
beschwerdeweise wird diesbezüglich auch nichts Neues vorgebracht. Da-
mit ist basierend darauf die Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 21

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.1.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich 
erzielen würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst 
als gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht 
unfallbedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden 
sind (SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe-
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus der 
Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der Schweizerischen Unfallversi-
cherungsanstalt (Suva) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 
297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemäs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 22

sem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt 
höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3).

Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätz-
lich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu 
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 
148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20; SVR 2023 IV Nr. 18 S. 64 
E. 5.2.1.1).

5.2 Massgeblicher Zeitpunkt für den potentiellen Rentenbeginn ist der 
1. Oktober 2021 (Fallabschluss bzw. Taggeldeinstellung per 30. September 
2021 [act. act. IIh 334]; vgl. E. 2.4 hiervor). Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein 
Einkommensvergleich vorzunehmen.

5.2.1 Die Beschwerdegegnerin hat, weil die Kündigung der letzten Ar-
beitsstelle bei der R.________ AG aus unfallfremden Gründen erfolgte (act. 
IIc 89; vgl. auch act. IIc 123 und act. IIh 295/3), das Valideneinkommen zu 
Recht aufgrund der statistischen Werte der LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, be-
stimmt (act. IIh 406/8 Ziff. 7.2; vgl. Entscheid des BGer vom 10. November 
2021, 8C_636/2021, E. 3.2). Mit Blick auf die in … erworbenen Ausbildun-
gen bzw. Zertifikate (act. IIh 370) hat die Beschwerdegegnerin Ziff. 28 (…) 
als massgebend erachtet, was korrekt ist. Bei den Kompetenzniveaus hat 
sie das Kompetenzniveau 1, Männer, im Betrag von Fr. 5'867.-- monatlich 
als einschlägig erachtet mit der Begründung, der Beschwerdeführer verfü-
ge nicht über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse, welche die Anwen-
dung des Kompetenzniveaus 2 rechtfertigen würden (act. IIh 406/8 Ziff. 
7.2). Ob dies angesichts der abgeschlossenen … im …-Handwerk (act. IIh 
370/4) zutrifft, kann vorliegend offenbleiben. Denn für die Ermittlung des 
Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person überwie-
gend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2) und nicht, was sie bes-
tenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 
53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2). Gestützt auf den Auszug aus dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 23

individuellen Konto (IK-Auszug [act. IIc 147: Jahreseinkommen 2012 / 2013 
/ 2014 / 2016: Fr. 45'965.-- / Fr. 46'855.-- / Fr. 22'775.-- / Fr. 14'589.--]) so-
wie die Lohnangaben der letzten Arbeitgeberin (act. IIh 295/3: Mutmassli-
che Lohnentwicklung 2021 bzw. 2022: brutto Fr. 5'700.-- bzw. Fr. 5'730.-- 
monatlich + Fr. 475.-- bzw. Fr. 477.50 Gratifikation/13. Monatslohn) ist so 
oder anders nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer 
mehr verdient hätte als das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Vali-
deneinkommen, ist doch zu keinem Zeitpunkt ein Jahreseinkommen aus-
gewiesen, das höher als der Tabellenwert wäre. Für die beschwerdeweise 
geltend gemachte, von der R.________ AG angeblich versprochene Beför-
derung (Beschwerde S. 1) liegen keine Anhaltspunkte vor, vielmehr weisen 
Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin auf das Gegenteil hin (act. IIc 89), 
wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid zutreffend 
festhält (act. IIh 406/28 Ziff. 7.2). Folglich ist das von der Beschwerdegeg-
nerin ermittelte Valideneinkommen von Fr. 71'617.-- jährlich (angepasst an 
die Nominallohnentwicklung des Jahres 2021 [Tabelle T1.1.15, Nominal-
lohnindex, Männer, 2016 - 2022, Ziff. 10 - 33, Verarbeitendes Gewer-
be/Herstellung von Waren 2021: - 1.0 %] und die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2021, Ziff. 28, rfau, von 41.1 Stunden [Ta-
belle T 03.02.03.01.04.01]: Fr. 5'867.-- x 12 = Fr. 70'404.-- : 40 h x 41.1 h = 
Fr. 72'340.10 x 0.99 = Fr. 71'616.70) nicht zu beanstanden. 

5.2.2 Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine ihm an sich zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, ist auch 
das Invalideneinkommen anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. 
E. 5.1.2 hiervor) und zwar basierend auf den LSE 2020, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, 
Männer, im Betrag von Fr. 5'261.-- monatlich. Die vorgenommene Anpas-
sung an die Nominallohnentwicklung des Jahres 2021 (Tabelle T1.1.15, 
Nominallohnindex, Männer, 2016 - 2022, Ziff. 5 - 96, Total, 2021: - 0.7 %) 
und die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2021, Ziff. 1 - 96, 
Total, von 41.7 Stunden, sind nicht zu beanstanden, so dass ein Betrag 
von Fr. 65'354.40 jährlich resultiert (Fr. 5'261.-- x 12 = Fr. 63'132.-- : 40 h x 
41.7 h = Fr. 65'815.10 x 0.993 = Fr. 65'354.40; act. IIh 406/11 Ziff. 9.3). Die 
Beschwerdegegnerin hat den bisher gewährten leidensbedingten Abzug 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 24

(vgl. E. 5.1.2 hiervor) von 15 % im angefochtenen Entscheid auf 20 % er-
höht mit der Begründung (act. IIa 406/11 Ziff. 9.4), da im MEDAS 
P.________-Gutachten flexible Pausen als angezeigt erachtet würden (act. 
IIa 235/14 Ziff. 8.2), werde der leidensbedingte Abzug zu Gunsten des Be-
schwerdeführers erhöht, obwohl die Notwendigkeit solcher Pausen gemäss 
Prof. Dr. med. Q.________ von der Versicherungsmedizin der Beschwer-
degegnerin als nicht nachvollziehbar eingestuft werde (act. IIe 543). Dieses 
Vorgehen erscheint grosszügig, ist indes nicht zu beanstanden. Folglich 
resultiert unter Berücksichtigung eines 20%igen leidensbedingten Abzuges 
ein Invalideneinkommen von Fr. 52'284.-- (Fr. 65'354.40 x 0.8). 

5.2.3 Die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen Vergleichsein-
kommen ergibt einen Invaliditätsgrad von gerundet 27 % ([Fr. 71'617.-- - 
Fr. 52'284.--] / Fr. 71'617.-- x 100); zu den Rundungsregeln vgl. (BGE 130 
V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1), womit ab 
dem 1. Oktober 2021 ein entsprechender Rentenanspruch besteht.

5.3 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 13. Juli 2023 (act. IIh 406) nicht zu beanstanden und die Beschwerde 
folglich abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, UV/23/660, Seite 25

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerde-

führers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.