# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3270385c-bb84-5cc4-a36b-12365734a0f4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** DG240005-H8
**Docket/Reference:** DG240005-H8
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/DG240005-H8.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Pfäffikon
Kollegialgericht

Geschäfts-Nr.: DG240005-H/U2

Mitwirkend: Gerichtspräsidentin lic. iur. M. Sigrist-Tanner (Vorsitzende)

Bezirksrichterin lic. iur. E. Casparis (Referentin)

Bezirksrichter M. Ottiger

Gerichtsschreiberin MLaw H. Gökdemir

Urteil vom 17. bzw. 25. März 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigte

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, 

substituiert durch Substitutin Rechtsanwältin MLaw, LL.M. X2._____ 

betreffend Gefährdung des Lebens

Privatklägerin

B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y1._____, 

seit 12. Juli 2025: vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____, 

- 2 -

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 17. Juni 2024 

(act. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung vom 18. November 2024 sowie an der Fortsetzung 
der Hauptverhandlung vom 17. März 2025 anwesende Parteien:
(Prot. S. 10 und 87)

Der Staatsanwalt lic. iur. C._____, die Privatklägerin in Begleitung ihres unentgelt-

lichen Rechtsbeistands RA MLaw Y1._____ sowie die Beschuldigte in Begleitung 

ihrer  erbetenen  Verteidigerinnen  RAin  lic. iur.  X1._____  und  RAin  MLaw  LL.M. 

X2._____.

I.

der Anklagebehörde (act. 48 i.V.m. act. 18):

Anträge:

1.

Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift wegen Ge-

fährdung des Lebens i.S.v. Art. 129 StGB.

2.

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

3. Gewährung  des  bedingten  Vollzuges  der  Freiheitsstrafe  unter  Anset-

zung einer Probezeit von zwei (2) Jahren.

4.

Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-

Profiles im Sinne von Art. 257 StPO; Erteilung des Vollzugsauftrages an 

den Erkennungsdienst des Forensischen Instituts Zürich (FOR) und Ver-

pflichtung der beschuldigten A._____, innert 30 Tagen ab Eintritt Rechts-

kraft des Urteils beim Erkennungsdienst des Forensischen Instituts Zü-

rich, Polizei- und Justizzentrum (PJZ), Güterstrasse 33, 8004 Zürich, Te-

lefon 058 649 80 50, zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wan-

genschleimhautabnahme zu erscheinen.

5.

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft.

- 4 -

6.

Kostenauflage  (Kosten, 

inkl.  Gebühr 

für  das  Vorverfahren  von 

CHF 3'000.00).

II.

der Privatklägerin (act. 27):

"1. Die  Beschuldigte  sei  anklagegemäss  schuldig  zu  sprechen  und  ange-

messen zu bestrafen.

 2. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin Schadenersatz 

in der Höhe von CHF 2'162.95 zzgl. Zins zu 5% zu bezahlen. Die Gel-

tendmachung allfälliger weiterer Ansprüche auf dem Zivilweg sei vorzu-

behalten.

 3. Die Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung 

in der Höhe von CHF 10'000.- zzgl. Zins zu 5% seit 27. Februar 2023 zu 

bezahlen.

 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. Mehrwertsteuer) zu 

Lasten der Beschuldigten."

III.

der Beschuldigten (act. 49):

"1. Es  sei  A._____  vom  Vorwurf  der  Gefährdung  des  Lebens  freizuspre-

chen.

 2. Es sei von der Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellen 

eines DNA-Profils im Sinne von Art. 257 StPO abzusehen.

 3. Es sei die Zivilforderung der Privatklägerin abzuweisen, eventualiter auf 

den Zivilweg zu verweisen.

 4. Es sei A._____ für die entstandenen Anwaltskosten eine Entschädigung 

von mindestens CHF 23'765.10 aus der Gerichtskasse auszurichten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten 

der Staatskasse."

Erwägungen:

I.

Prozessgeschichte

- 5 -

1.

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (fortan Staats-

anwaltschaft) vom 17. Juni 2024 ging am 24. Juni 2024 beim hiesigen Gericht ein 

(act. 18).

2.

Mit  Verfügung  vom  10.  Juli  2024  wurde  zur  Hauptverhandlung  auf  den 

18. November 2024 vorgeladen, unter Ansetzung einer 20-tätigen Frist zum Stellen 

und Begründen von Beweisanträgen (act. 23). Innert Frist stellte die Privatklägerin 

den  Antrag  auf  persönliche  Befragung  anlässlich  der  Hauptverhandlung  und  be-

gründete in der gleichen Eingabe ihre Zivilansprüche (act. 27), woraufhin mit Ver-

fügung vom 22. August 2024 ihr Beweisantrag gutgeheissen und sie zum persönli-

chen Erscheinen zur Hauptverhandlung verpflichtet wurde (act. 30). Innert mehr-

fach erstreckter Frist stellte sodann die Beschuldigte Beweisanträge (act. 33), die 

mit Verfügung vom 1. Oktober 2024 teilweise abgelehnt wurden (act. 37).

3.

Mit  Eingabe  vom  4. November  2024  beantragte  die  Beschuldigte  die  Ver-

schiebung der auf den 18. November 2024 angesetzten Hauptverhandlung bis zum 

Vorliegen des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich betreffend die Einstel-

lungsverfügung  der  Staatsanwaltschaft  I  des  Kantons  Zürich  vom  17. Juni  2024 

(act. 39).  Daraufhin  wurde  der  Anklägerin  und  der  Privatklägerin  eine  fünftägige 

Frist zur Stellungnahme angesetzt (act. 40), die innert Frist eingingen und auf Ab-

weisung des Antrags der Beschuldigten lauteten (act. 41 resp. act. 42). Mit Verfü-

gung vom 11. November 2024 wurde sodann das Verschiebungsgesuch der Be-

schuldigten abgelehnt und am Verhandlungstermin vom 18. November 2024 fest-

gehalten (act. 43).

4.

Zur Hauptverhandlung erschienen die Beschuldigte persönlich in Begleitung 

ihrer  erbetenen  Verteidigerinnen,  Rechtsanwältin  lic.  iur.  X1._____  und  MLaw 

LL.M. X2._____ als Substitutin, Staatsanwalt lic. iur. C._____ als Vertreter der An-

klagebehörde  sowie  die  Privatklägerin  persönlich  in  Begleitung  ihres  unentgeltli-

chen Rechtsbeistands, Rechtsanwalt MLaw Y1._____ (Prot. S. 10).

5.

Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. November 2024 beschloss das hie-

sige Gericht, das Beweisverfahren wieder aufzunehmen (Prot. S. 78) und die Gut-

achter Dr. med. D._____ und Dr. med. univ. E._____ als Sachverständige zu be-

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fragen  (vgl.  act. 51),  woraufhin  die  Parteien  mit  Verfügung  vom  5.  Februar  2025 

(act. 52) zur Fortsetzung der Hauptverhandlung auf den 17. März 2025 vorgeladen 

und  die  Fragen  an  die  Gutachter  bekannt  gegeben  wurden  sowie  den  Parteien 

gleichzeitig Frist zur Stellung von Beweisanträgen angesetzt wurde. Die Privatklä-

gerin  verlangte  mit  Eingabe  vom  17. Februar 2025  (act. 56)  die  Anpassung  des 

Fragenkatalogs, und die Beschuldigte verzichtete innert erstreckter Frist einstwei-

len auf Beweisanträge (vgl. act. 57).

6.

Zur Fortsetzung der Hauptverhandlung erschienen die Beschuldigte persön-

lich  in  Begleitung  ihrer  erbetenen  Verteidigerinnen,  Rechtsanwältin  lic.  iur. 

X1._____und MLaw LL.M. X2._____ als Substitutin, Staatsanwalt lic. iur. C._____ 

als Vertreter der Anklagebehörde, die Privatklägerin persönlich in Begleitung ihres 

unentgeltlichen Rechtsbeistands, Rechtsanwalt MLaw Y1._____ sowie die beiden 

Gutachter Dr. med. D._____ und Dr. med. univ. E._____ (Prot. S. 87).

7.

Nach  Durchführung  der  Fortsetzung  der  Hauptverhandlung  wurde  am 

17. März 2025 das Urteil gefällt und den Parteien, da sie auf eine mündliche Eröff-

nung des Urteils verzichtet hatten, schriftlich als Kurzurteil eröffnet (Prot. S. 120). 

Mit  Urteil  vom  25. März  2025  wurde  die  Dispositiv-Ziffer  6  des  Kurzurteils  vom 

17. März 2025 berichtigt (vgl. nachstehend Ziffer VII. 3.1 und 3.2).

II. Prozessuales

1.

Die  Beschuldigte  machte  geltend,  der  Tatbestand  der  Gefährdung  des  Le-

bens im Sinne von Art. 129 StGB fordere skrupelloses Handeln, mithin eine beson-

dere  Hemmungs-  und  Rücksichtslosigkeit.  Dieses  Tatbestandselement  werde  in 

der  Anklageschrift  nicht  einmal  erwähnt  und  beschrieben.  Die  Anklageschrift  be-

schränke sich auf das subjektive Tatbestandsmerkmal des Vorsatzes. Damit werde 

der  subjektive  Tatbestand  unzureichend  umschrieben,  was  eine  Verletzung  des 

Anklagegrundsatzes darstelle, da die Beschuldigte nicht wissen könne, wogegen 

sie  sich  verteidigen  müsse,  da  die  Anklage  nicht  sage,  woraus  sich  eine  Hem-

mungs- und Rücksichtslosigkeit ergebe (act. 49 S. 23).

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2.

Es ist zutreffend, dass die Anklageschrift das subjektive Tatbestandselement 

der Skrupellosigkeit nicht detailliert beschreibt. Der Anklageschrift ist lediglich zu 

entnehmen, dass der Vorfall aus "nichtigem Anlass" geschah. Damit ist das Ele-

ment der Skrupellosigkeit sehr knapp bis gar nicht in der Anklageschrift umschrie-

ben. Allerdings sind die Anforderungen an das Anklageprinzip bei den subjektiven 

Tatbestandsmerkmalen  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  eher  tief 

(vgl.  BGE  143  V  63  E.  2.3.).  Insgesamt  musste  der  Beschuldigten  aufgrund  der 

Umschreibung in der Anklageschrift klar sein, gegen welchen Vorwurf sie sich im 

Verfahren zu verteidigen hatte. Das Anklageprinzip ist deshalb nicht verletzt.

1.

Anklagesachverhalt

III. Sachverhalt

Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 17. Juni 

2024 (act. 18) kam es am 27. Februar 2023, um ca. 17.50 Uhr, aus nichtigem An-

lass zu einem Streit zwischen der Privatklägerin und der Beschuldigten, welcher 

zunehmend eskaliert sei. Die Beschuldigte habe die Privatklägerin gepackt und sie 

von sich und rücklings gegen die Wand bzw. den Lift gestossen. Dort habe sie ihren 

Unterarm von vorne gegen die Brust/den Halsbereich und ihr Knie gegen den Un-

terkörper  der  Privatklägerin  gestemmt.  Mit  der  anderen  Hand  habe  die  Beschul-

digte die Privatklägerin am Hals gegriffen und habe zu oder ebenfalls dagegen ge-

drückt.  Durch  diesen  Würgegriff  am  Hals  und  eines  flächigen  Drucks  gegen  die 

Brust/den  Halsbereich  habe  die  Beschuldigte  eine  kleine  Hautabschürfung  am 

Mundboden auf Höhe des linken Unterkieferastes sowie Hautrötungen am Mund-

boden am Übergang auf die Halsvorderseite sowie an der rechten Halsseite verur-

sacht. Die Privatklägerin habe Mühe bekundet, frei zu atmen und zu sprechen. Sie 

habe Bewusstseinsstörungen erlitten («schwarz vor Augen», «Sterne sehen», Er-

schlaffung) und habe unwillkürlich Urin verloren. Durch die Kompression der Hals-

weichteile habe die Beschuldigte die Blutzirkulation der Geschädigten abgedrückt, 

wobei es zu einer sauerstoffmangelbedingten Hirnfunktionsstörung gekommen sei. 

Dabei sei es der Beschuldigten nicht möglich zu erkennen gewesen, ab welcher 

lntensität und/oder Dauer der Halskompression der Tod der Geschädigten eintreten 

werde. Die Möglichkeit des Eintritts des Todes der Geschädigten habe somit nahe-

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gelegen. Die Beschuldigte habe gewusst, dass sie die Geschädigte durch das Wür-

gen  und  den  Druck  gegen  Hals  und  Brust  in  unmittelbare  Lebensgefahr  bringen 

konnte, und habe dies auch gewollt.

2.

Standpunkt der Beschuldigten / zu erstellender Sachverhalt

Die Beschuldigte bestritt den ihr vorgeworfenen Sachverhalt und machte geltend, 

die Privatklägerin habe sie zuerst tätlich angegangen. Im Nachfolgenden ist zu prü-

fen, inwieweit sich der angeklagte Sachverhalt anhand der vorliegenden Beweis-

mittel erstellen lässt. Anzumerken bleibt, dass der Auslöser des Streits (Situation 

beim Aussteigen aus dem Lift) nicht Teil des Anklagesachverhalts ist, sondern al-

lein mit den Worten "aus nichtigem Anlass" zusammengefasst ist. Die von den Be-

teiligten unterschiedlich dargestellte Vorphase des eskalierenden Streites ist also 

nicht im Detail zu erstellen.

3.

Beweiswürdigung – Grundlagen

3.1 Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO).

3.2 Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld der Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein ver-

nünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der der Beschuldigten in der Ankla-

geschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht hat. Dies bedingt, dass 

das  Gericht  eine  persönliche  Gewissheit  erhält.  Nicht  ausreichend  ist,  wenn  die 

vorliegenden Beweise objektiv klar auf eine Schuld der Beschuldigten hindeuten, 

das Gericht aber persönlich nicht zu überzeugen vermögen. Allfällige abstrakte the-

oretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-

solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn vernünf-

tige Zweifel an der Schuld der Beschuldigten ausgeschlossen werden können.

3.3 Die blosse Wahrscheinlichkeit vermag einen Schuldspruch nicht zu begrün-

den. Nur wenn sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder 

von der Existenz noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu 

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überzeugen vermag, kommt der der Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in 

dubio pro reo" zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu un-

terdrückende Zweifel (d.h. solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrän-

gen), so muss es die Beschuldigte freisprechen.

3.4 Stützt sich die Beweisführung im Wesentlichen auf die Aussagen von Betei-

ligten, so sind diese frei zu würdigen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand 

sämtlicher  Umstände,  die  sich  aus  den  Akten  ergeben,  zu  untersuchen,  welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

Es darf aber nicht einfach auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdig-

keit des Aussagenden abgestellt werden, sondern auf die Glaubhaftigkeit der kon-

kreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer Analyse bzw. kritischen 

Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Reali-

tätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (BENDER, Die häufigsten Fehler bei der 

Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81, S. 53 ff.).

4.

Beweismittel und Verwertbarkeit

4.1 Nach dem hier zu beurteilenden Ereignis rief die Privatklägerin die Polizei an, 

die innert kurzer Zeit am Tatort eintraf. Die Privatklägerin wurde noch am Ereignis-

tag, um ca. 21.45 Uhr, erstmals von der Polizei auf Deutsch befragt; sie gab an, 

Deutsch zu verstehen (act. 4/1). Anschliessend wurde sie rechtsmedizinisch unter-

sucht (act. 1/1), woraus ein Gutachten resultierte (act. 6/8). Das nächste Mal wurde 

die  Privatklägerin  am  27.  Februar  2024,  ein  Jahr  nach  dem  Vorfall,  durch  den 

Staatsanwalt befragt (act. 4/3). Dabei waren auch die Beschuldigte und deren Ver-

teidigerin anwesend und konnten Ergänzungsfragen an sie stellen. Zudem wurde 

die Privatklägerin anlässlich der Hauptverhandlung vom 18. November 2024 durch 

das Gericht eingehend zum Vorfall befragt (Prot. S. 11 ff.).

4.2 Die  Beschuldigte  wurde  ebenfalls  noch  am  Ereignistag,  um  ca.  22.45  Uhr, 

erstmals  von  der  Polizei  befragt,  anlässlich  derer  sie  von  Rechtsanwalt  lic.  iur. 

X3._____ verteidigt wurde (act. 4/2). Die staatsanwaltschaftliche Einvernahme der 

Beschuldigten fand am 27. Februar 2024, ein Jahr nach dem Vorfall, in Begleitung 

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ihrer erbetenen Verteidigerin, Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, statt (act. 4/4). Sie 

wurde mit den Aussagen der Privatklägerin konfrontiert und hatte über ihre Vertei-

digerin vollständige Akteneinsicht. Sodann erfolgte eine einlässliche Befragung der 

Beschuldigten vor Gericht (Prot. S. 41 ff.).

4.3 Als weitere Beweismittel stehen zur Verfügung:



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





die Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich (act. 2/1),

das Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung der Privatkläge-
rin vom 2. Mai 2023 (act. 6/8),

die  mündliche  Erläuterung  und  Ergänzung  des  Gutachtens  durch 
Dr. med D._____ und Dr. med. univ. E._____ anlässlich der Fortsetzung 
der Hauptverhandlung (Prot. S. 88 ff.),

das Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung der Beschuldig-
ten vom 2. Mai 2023 (act. 6/7),

die Aussagen von F._____ bei der Staatsanwaltschaft am 27. Februar 
2024 (act. 4/6).

4.4 Bezüglich  der  Verwertbarkeit  der  Beweismittel  ergeben  sich  keinerlei  Ein-

schränkungen, weshalb für die Erstellung des Sachverhalts grundsätzlich auf diese 

abgestellt werden kann.

5.

Aussagen der Beschuldigten

5.1 Anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme bestritt die Beschuldigte, die Pri-

vatklägerin so lange gewürgt zu haben, bis diese Würgemerkmale am Hals aufge-

wiesen und einen unkontrollierten Urinabgang gehabt habe. Vielmehr gab sie zu 

Protokoll,  von  der  Privatklägerin  angegriffen  worden  zu  sein.  Die  Privatklägerin 

habe ihr einen Fusstritt ans rechte Knie und einen Schlag in den rechten Oberarm 

verpasst und habe vor ihrem Gesicht mit Faustschlägen herumgefuchtelt, weshalb 

sie sich daraufhin lediglich gewehrt habe, indem sie die Privatklägerin mit der linken 

Hand am Kragen gepackt und bis zum Lift oder zur Wand weggestossen und dort 

fixiert habe. Die Privatklägerin habe dabei rückwärts laufen müssen und sie habe 

sich immer noch bewegen können, da sie ihr Handy hervorgenommen habe, um 

die Polizei zu rufen. Sie habe die Privatklägerin ein bis zwei resp. drei Sekunden 

lang an die Wand gedrückt. Die Privatklägerin habe gesagt, dass sie die Beschul-

digte beissen werde, woraufhin sie ihre Hand zurückgezogen habe. Auf Nachfrage 

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führte die Beschuldigte aus, dass sie die Privatklägerin nur mit der Hand am Kragen 

an die Wand gedrückt habe. Sie habe die Privatklägerin nicht fest gedrückt. Es sei 

ein Wegdrücken und eine Abwehrhaltung gewesen. Die Privatklägerin habe immer 

Luft bekommen. Sie habe ständig geredet und gesagt, dass sie die Beschuldigte 

beissen werde. Die Privatklägerin habe auch mit dem Nachbarn noch kommunizie-

ren können. Danach gefragt, führte die Beschuldigte aus, dass die Privatklägerin 

nicht nach Luft gerungen habe, im Gesicht nicht blau oder rot angelaufen sei, dass 

sie während und nach der Auseinandersetzung nicht bemerkt habe, dass die Pri-

vatklägerin sich eingenässt habe, ansonsten sie ihr geholfen hätte und schliesslich, 

dass die Privatklägerin nicht ohnmächtig geworden sei (act. 4/2 F/A 5 f., 9 f., 13, 

15-22, 27 und 30).

5.2 In der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 27. Februar 2024 führte die Be-

schuldigte auf Nachfrage hin, nachdem sie die staatsanwaltliche Einvernahme der 

Privatklägerin per Video- und Tonübertragung mitverfolgen konnte, aus, dass die 

Aussagen  der  Privatklägerin  nicht  ihrer  Wahrnehmung  entsprechen  würden.  Sie 

erinnere sich vage an ihre bisherigen Aussagen und halte insofern daran fest, so-

weit sie sich daran erinnern möge. Sie habe ihre bisherigen Aussagen nicht mehr 

gelesen. Die Beschuldigte änderte ihre bisherigen Aussagen einzig – aber grund-

legend – dahingehend, dass sie die Privatklägerin mit ausgestreckter offener bzw. 

flacher Hand zurückgestossen habe, anstatt am Kragen gepackt und an der Wand 

resp. Lift fixiert zu haben. Ferner konkretisierte sie ihre bisherigen Aussagen dahin-

gehend, dass sie von der Privatklägerin zwei Schläge in den Oberarm eingefangen 

habe. Auf Vorhalt der vom IRM festgehaltenen Verletzungen der Privatklägerin er-

klärte die Beschuldigte, dies zum ersten Mal zu hören und dazu nichts sagen zu 

können.  Zum  Vorwurf  des  Staatsanwaltes,  dass  sie  durch  Halskompression  die 

Sauerstoffzufuhr des Hirns der Privatklägerin massgeblich beeinträchtigt habe und 

dass sie dies nicht mehr habe kontrollieren können, weshalb es allein dem Zufall 

überlassen gewesen sei, dass es schadlos ausgegangen sei, sagte die Beschul-

digte  nichts.  Des  Weiteren  nahm  sie  zur  Kenntnis,  dass  ihr  kein  Tötungsvorsatz 

nachgewiesen werden könne bzw. dass es dafür an direkten oder zumindest erd-

rückenden indirekten Beweisen fehle, aber wiederum klar sei, dass sie die Beschul-

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digte in Lebensgefahr gebracht und dies gewollt habe. Den Tatvorwurf von Art. 129 

StGB verneinte sie (act. 4/4 F/A 10 ff., 23, 26 ff., 40 ff., 45).

5.3 Anlässlich  der  Hauptverhandlung  vom  18.  November  2024  wiederholte  die 

Beschuldigte  im  Wesentlichen  ihre  bisherigen  gegenüber  dem  Staatsanwalt  ge-

machten Aussagen (Prot. S. 47 ff.). Neu fügte sie an, dass sie gesehen habe, dass 

ihre Hand geblutet habe und sie dann die Privatklägerin losgelassen habe und sie 

die Privatklägerin einhändig mit ausgestreckter Hand auf Brusthöhe weggestossen 

habe  und  nicht  auf  Höhe  des  Halses  (Prot.  S. 47,  53  f.  und  61).  Auf  Vorhalt  der 

Verletzungen der Privatklägerin und danach gefragt, ob diese aus ihrer Sicht von 

ihrer Hand stammen würden und wie sie sich die Rötungen erkläre, führte die Be-

schuldigte aus, es sei schwierig, sie habe gestossen. Ob sie die Privatklägerin ge-

kratzt habe oder nicht, könne sie nicht sagen. Sie wisse nicht einmal, ob der Mantel 

der Privatklägerin offen oder zu gewesen sei. Sie wisse, dass sie die Privatklägerin 

mit der flachen Hand gestossen habe. Sie habe keine langen Fingernägel, dass sie 

dies bewusst gemacht hätte. Sie könne es jedoch auch nicht ausschliessen, dass 

es passiert sei. Sie könne nicht wirklich etwas dazu sagen (Prot. S. 55). Auf Nach-

frage hin führte die Beschuldigte aus, nicht mit ihrem Knie gegen den Unterkörper 

der Privatklägerin gedrückt zu haben. Es mache anatomisch Sinn, dass durch Kom-

pression des Halses die Blutzufuhr zum Hirn unterbrochen werde, was eine lebens-

bedrohliche Situation verursachen könne, jedoch habe sie nie jemanden gewürgt 

oder  dies  vorgehabt  (Prot.  S.  58).  Danach  gefragt,  erklärte  die  Beschuldigte,  sie 

habe auf Kleider gedrückt. Sie habe zu keinem Zeitpunkt festgestellt, dass die Pri-

vatklägerin aufgegeben oder nicht mehr reagiert habe (Prot. S. 62).

6.

Aussagen der Privatklägerin

6.1 In  ihrer  polizeilichen  Einvernahme  vom  27.  Februar  2023  führte  die  Privat-

klägerin zusammengefasst aus, dass die Beschuldigte sie weg- bzw. zurückgestos-

sen habe, woraufhin die Beschuldigte sie gepackt und zur Lifttüre geschoben habe. 

Die Beschuldigte habe sie mehrmals gegen den Lift gestossen, dann habe sie sie 

gegen den Lift gedrückt. Sie habe sich nicht wehren können, weil sie beide Hände 

voll gehabt habe. Alles, was sie in den Händen getragen habe, sei zu Boden gefal-

len; plötzlich sei sie fast bewusstlos geworden. Sie habe dann gemerkt, dass sie 

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sich eingenässt habe (act. 4/1 F/A 5). Auf Nachfrage hin beschreibt sie den Angriff 

der Beschuldigten dahingehend, dass diese sie zuerst mit der rechten Hand und 

dann mit der linken Hand geschlagen habe und die Beschuldigte sie auch mit Bei-

nen getreten habe. Die Beschuldigte habe sie mehrfach gestossen und geschla-

gen; sie habe sie bis zum Lift gestossen. Die Beschuldigte habe sie dann gegen 

den Lift gedrückt und gewürgt (act. 4/1 F/A 16). Nach dem Würgen gefragt, führte 

die Privatklägerin aus, dass die Beschuldigte sie gegen den Lift gedrückt und sie 

mehrmals dagegen gestossen habe. Sie glaube, dass die Beschuldigte sie mit der 

rechten Hand gepackt und mit dem Ellbogen und dem Knie gegen den Lift gestos-

sen habe. Sie habe geschrien, dass die Beschuldigte sie loslassen solle. Die Be-

schuldigte habe sie beim Lift eingeklemmt und sie sei nicht mehr weggekommen 

(act. 4/1 F/A 17). Auf Nachfrage führte die Privatklägerin aus, dass die Beschuldigte 

sie richtig gegriffen und zugedrückt habe. Sie glaube, dass die Beschuldige sie ge-

würgt  hätte,  bis  sie  am  Boden  gelegen  wäre  (act.  4/1  F/A 18).  Die  Beschuldigte 

habe  mit  der  rechten  Hand  ihren  Hals  zusammengedrückt  und  mit  der  anderen 

Hand habe sie sie gegen den Lift gedrückt. Es sei ihr schwindlig und fast schwarz 

vor  den  Augen  geworden.  Plötzlich  habe  sie  keine  Kraft  mehr  gehabt  (act.  4/1 

F/A 19). Nach der Körperhaltung gefragt, erklärte die Beschuldigte, dass sie an der 

Lifttüre  angelehnt  gewesen  sei,  sie  sei  noch  einigermassen  gestanden  (act.  4/1 

F/A 20). Danach gefragt, führte die Privatklägerin aus, dass sie Druck am Hals und 

auf der Brust gespürt habe (act. 4/1 F/A 25). Auf Befragen beschrieb die Privatklä-

gerin, dass sie während des Angriffs Angst um ihr Kind gehabt habe, wie betäubt 

und völlig überrascht gewesen sei. Sie habe auch Angst um ihr Leben gehabt, weil 

sie gespürt habe, dass die Beschuldigte sie zu Ende drücke (act. 4/1 F/A 32 f.).

6.2 Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme brachte die Privatkläge-

rin diverse Ergänzungen an. Die Beschuldigte habe sie fast umgebracht (act. 4/3 

F/A 37). Danach gefragt, führte die Privatklägerin aus, dass die Beschuldigte sie 

angesprungen habe (act. 4/3 F/A 40). Auf Nachfrage führte die Privatklägerin aus, 

dass die Beschuldigte sie irgendwie mit einer Hand um den Hals und an der Klei-

dung gepackt habe, wobei sie noch in der gleichen Frage ihre Antwort unaufgefor-

dert dahingehend abänderte und gänzlich neu davon berichtete, dass die Beschul-

digte mit dem linken Unterarm bzw. Ellbogen gegen ihre Brust gedrückt und mit der 

- 14 -

rechten Hand sie am Hals gepackt habe (act. 4/3 F/A 41, 47, 112). Sie habe der 

Beschuldigten  fünf  Mal  gesagt,  dass  sie  sie  loslassen  solle  (act.  4/3  F/A  45,  87, 

111).  Es  sei  ihr  ganz  schwarz  vor  Augen  geworden,  sie  habe  nicht  mehr  reden 

können, sie sei wie ohnmächtig geworden, sie habe "Glinz" und "Sterne" gesehen 

und dann habe sie plötzlich die Augen aufgemacht und habe ihr Kind schreien hö-

ren.  Sie  habe  Schmerz  am  Hals  verspürt  und  dass  sie  sich  eingenässt  habe 

(act. 4/3 F/A 47 f.). Sie habe das Bewusstsein verloren. Sie habe nichts mehr ge-

sehen und nichts mehr gehört; es sei wie ein Vakuum und ruhig gewesen. Sie sei 

"ko"  gewesen  und  habe  die  Welt  nicht  mehr  verstanden  (act.  4/3  F/A  50  f.).  Auf 

mehrfache Nachfrage führte die Privatklägerin zuerst aus, dass die Beschuldigte 

sie nicht geschlagen habe, wobei dies ein Jahr her sei, später jedoch bestätigte sie 

gegenüber  dem  Staatsanwalt,  dass die Beschuldigte  sie  doch  geschlagen habe. 

Die Beschuldigte habe sie auch mit dem Bein getreten, wobei sie sich zu schützen 

gewusst habe (act. 4/3 F/A 68 ff.). Es habe so ausgesehen, als hätte die Beschul-

digte sie geschlagen und gewürgt (act. 4/3 F/A 77). Danach gefragt, was sie an der 

Lifttüre  gespürt  habe,  erklärte  die  Beschuldigte,  keine  Luft  bekommen  zu  haben 

wegen des Drucks auf der Brust und auf dem Hals (act. 4/3 F/A 80 ff.). Mit dem 

Knie habe die Beschuldigte gegen ihre Beine oder den Bauch gedrückt (act. 4/3 

F/A 85 f.). Sie habe immer wieder gesagt, die Beschuldigte solle aufhören, wobei 

diese  weiter  gedrückt  habe.  Danach  gefragt,  bestätigte  sie,  dass  sie  nicht  mehr 

habe schreien können, sie habe nur noch leise gesagt, dass die Beschuldigte auf-

hören solle. Sie habe aber noch Töne rausgebracht, jedoch habe sie wegen dem 

Kind nicht schreien wollen. Auf Nachfrage erklärte die Privatklägerin, dass sie nicht 

habe schreien können und dies auch nicht gewollt habe wegen dem Kind. Danach 

gefragt, weshalb sie sich nicht gewehrt habe, meinte sie, sie habe dies nicht ge-

konnt, weil sie die Hände voll gehabt habe und eine Wehr für sie keine Option ge-

wesen sei und sie sich gedacht habe, es werde gleich aufhören (act. 4/3 F/A 87-

92). Ihr Körper sei ganz schwach und weich geworden und sie sei wie betäubt ge-

wesen. Sie habe den Urinabgang nicht bemerkt. Es sei plötzlich ganz dunkel ge-

wesen  und  sie  habe  Sterne  gesehen,  sie  habe  nichts  gehört  und  nichts  gespürt 

(act. 4/3 F/A 113 f.).

- 15 -

6.3 Anlässlich der Hauptverhandlung wiederholte die Privatklägerin im Wesentli-

chen ihre Aussagen von der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme (Prot. S. 16 ff., 

23).

6.4 Anzumerken  bleibt,  dass  die  Privatklägerin  gemäss  Gutachten  gegenüber 

dem  Gutachter  den  Tathergang  wie  folgt  geschildert  hat  (act.  6/8  S.  2):  Die  Be-

schuldigte habe sie beleidigt und angegriffen. Die Beschuldigte habe sie einhändig 

von vorne gewürgt und ebenfalls mit dem Unterarm von vorne für ca. 30 Sekunden 

gegen den Hals gedrückt, woraufhin sie Blitze gesehen, schlaffe Arme bekommen 

und Urin verloren habe. Unwillkürlichen Urinabgang habe sie sonst nie gehabt. Sie 

habe seither Kopfschmerzen und Kehlkopfdruckschmerzen.

7.

Aussagen von F._____

7.1 Am Ereignistag wurde F._____ als beschuldigte Person mündlich von der Po-

lizei befragt. Sie gab gemäss Polizeirapport an, dass sie von der Wohnung ihrer 

Tochter mit dem Lift runtergefahren seien und als sie hätten aussteigen wollen, sei 

die Privatklägerin mit ihrer Tochter vor dem Lift gestanden. Die Beschuldigte habe 

zur Privatklägerin gesagt, sie solle auf die Seite gehen, damit sie aussteigen kön-

nen, wobei sie den genauen Wortlaut nicht mehr wisse. Sie, F._____, wisse nicht 

mehr genau wie es angefangen habe. Sie und die Beschuldigte seien an der Pri-

vatklägerin vorbeigedrängt. Sie habe gesehen, wie die Privatklägerin der Beschul-

digten an das rechte Bein getreten habe. Dann habe es ein Handgemenge gegeben 

und die Privatklägerin habe die Beschuldigte gestossen und geschlagen. Die Be-

schuldigte  habe  sich  natürlich  auch  gewehrt,  wobei  sie  nicht  mehr  genau  wisse, 

wie.  Irgendwann  habe  die  Beschuldigte  gerufen,  sie  sei  noch  gebissen  worden, 

wobei F._____ die Verletzung nicht wirklich gesehen habe. Die Beschuldigte habe 

die Privatklägerin nie am Hals gepackt oder in einer Form gewürgt. Die Privatklä-

gerin sei so aggressiv gewesen, dass sich die Beschuldigte nur gewehrt habe. Es 

könne auch sein, dass sich die Privatklägerin die Würgemale selbst zugefügt habe 

(act. 1/1 S. 3).

7.2 Anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  stützte  sich  F._____ 

grundsätzlich auf die gegenüber der Polizei gemachten Aussagen und gab mehr-

- 16 -

heitlich an, Einzelheiten nicht mehr genau zu wissen. Sie vermochte jedoch zu wis-

sen, dass die Privatklägerin die Beschuldigte getreten und in den Arm geboxt habe. 

Daraufhin habe die Beschuldigte die Privatklägerin rückwärts mit der flachen Hand 

bis zur Lifttüre weggestossen (act. 4/4 F/A 17, 24, 27 ff.).

8.

Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich

Die Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich vom 27. Februar 2023 hält die 

angetroffene Tatortsituation vor dem Lift fest. Weiter sind die eingenässte Hose der 

Privatklägerin  sowie  diverse  Rötungen  im  Halsbereich  der  Privatklägerin  ersicht-

lich;  zudem  ist  die  Verletzung  der  Beschuldigten  an  der  Hand  dokumentiert 

(act. 2/1). 

9.

Rechtsmedizinische Untersuchungen

9.1 Aus dem Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin, welche 

rund neun Stunden nach dem Ereignis stattfand, geht hervor, dass am Mundboden 

auf Höhe des linken Unterkieferastes eine kleine, frische Hautabschürfung sowie 

Hautrötungen am Mundboden am Übergang auf die Halsvorderseite sowie an der 

rechten Halsseite festgestellt werden konnten. Die Entstehung dieser Verletzungen 

durch einen Angriff gegen den Hals im beschriebenen Ereigniszeitraum erscheine 

plausibel.

Im rechtsmedizinischen Gutachten wird weiter festgehalten, dass keine klassischen 

Würgemale am Hals festgestellt werden konnten, jedoch könne die Hautabschür-

fung am linken Unterkieferast vom Entstehungsmechanismus her durch ein Krat-

zen  mit  dem  Fingernagel  im  Rahmen  eines  Würgens  entstanden  sein.  Bei  den 

Hautrötungen handle es sich um eine temporäre Mehrdurchblutung der Haut (Hy-

perämie), welche durch eine mechanische Reizung (z.B. durch Druck oder Reibung 

an der Haut) entstehen können und normalerweise nach kurzer Zeit (wenige Stun-

den) wieder verschwinden würden. Die flächigen Hautrötungen seien untypisch für 

ein Würgen mit der Hand, allerdings sei aus rechtsmedizinischer Sicht eine Entste-

hung durch die flächige Kompression des Halses mit dem Unterarm wie von der 

Privatklägerin geschildert denkbar.

- 17 -

Gestützt  auf  die  subjektiven  Angaben  der  Privatklägerin,  wonach  es  im  Rahmen 

des Würgens zu Blitzesehen, Schwächegefühl in den Armen und unwillkürlichem 

Urinabgang gekommen sei, könnten diese subjektiven Symptome als Zeichen einer 

vorübergehenden  sauerstoffmangelbedingten  Hirnfunktionsstörung  interpretiert 

werden,  welche  auf  eine  Lebensgefahr  durch  den  Angriff  gegen  Hals  schliessen 

lassen würden. Die gemäss Angaben der Kantonspolizei Zürich festgestellte, urin-

getränkte Hose der Privatklägerin würde ihre Angabe unterstützen.

Schliesslich  wird  im  Gutachten  festgehalten,  dass  eine  ergänzende  bildgebende 

Untersuchung  der  Halsweichteile  inklusive  forensisch-radiologischer  Zweitbefun-

dung bei der Privatklägerin keine Verletzungen der Halsweichteile oder der hirnver-

sorgenden Halsgefässe ergab (act. 6/8 S. 4).

9.2 Aus dem Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Beschuldigten, wel-

che  etwa  acht  Stunden  nach  dem  Ereignis  stattfand,  geht  für  die  Erstellung  des 

Sachverhaltes wenig Erhellendes hervor. Einerseits fanden sich kleine, unspezifi-

sche Hautabschürfungen am linken Handrücken, welche gemäss Gutachten Fol-

gen von stumpfer Gewalt darstellen würden. Andererseits konnte die Entstehung 

der Hautabschürfung am linken Daumengrundgelenk nicht eruiert werden – eine 

Bissverletzung wie von der Beschuldigten berichtet sei möglich, aber es seien keine 

eindeutigen,  mit  einem  Biss  zu  vereinbarende  Verletzungen  festgestellt  worden 

(act. 6/7 S. 4).

10. Aussagen der beiden Sachverständigen zur Ergänzung/Erläuterung des Gut-

achtens  betreffend  die  Privatklägerin  anlässlich  der  Fortsetzung  der  Haupt-

verhandlung

Danach  gefragt,  ob  die  von  der  Privatklägerin  gegenüber  dem  Staatsanwalt  be-

schriebene  Tathandlung  (sog.  zweite  Sachverhaltsvariante)  –  Drücken  mit  einer 

Hand gegen den Hals und mit dem Unterarm gegen die Brust (und nicht auch ge-

gen den Halsbereich, wie in der Anklageschrift festgehalten) – mit dem von ihnen 

festgehaltenen Verletzungsbild vereinbar sei, bestätigte dies Dr. D._____. Die fest-

gehaltenen Rötungen und Hautabschürfungen seien mit dem Ablauf eines einhän-

digen Würgens oder der Kompression des Halses oder der Halsweichteile verein-

- 18 -

bar. Es komme dabei nicht darauf an, dass gleichzeitig mit einem Arm gegen den 

Hals oder die Brust gedrückt werde, die Rötungen können auch durch die einzelne 

Hand ausgelöst werden. Auch die zweite Sachverhaltsvariante könne prinzipiell zu 

Bewusstseinsstörungen führen. Bei der Kompression der Halsweichteile bestehe 

nämlich allgemein die Gefahr einer durchblutungsrelevanten Kompression des Hal-

ses,  was  entsprechende  Symptome  verursachen  könne.  Ergänzend  führte  Dr. 

E._____ aus, dass eine ausreichende Kompression der Halsweichteile zur Kom-

pression der hirnversorgenden Blutgefässe an der Halsvorderseite führe. Dadurch 

entstehe eine Sauerstoffunterversorgung im Gehirn, die die relevanten Hirnzellen 

betreffe. Dies könne einhändig ausgelöst werden, es brauche dazu eine relativ ge-

ringe Kraft. Zudem seien die festgehaltenen Rötungen bei der Privatklägerin auch 

mit der von der Beschuldigten gegenüber der Polizei beschriebenen Handlung – 

Packen des Kragens mit der linken Hand und Rückwärtsstossen – vereinbar. Ein 

solches Packen führe dann zur sauerstoffmangelbedingten Hirnfunktionsstörung, 

wenn der Kragen im Sinne einer Strangulation zugezogen werde, wobei es auf die 

Beschaffenheit und das Material des Kleidungsstückes ankomme. Wenn man je-

doch gegen eine Lifttüre gedrückt werde, werde ein entsprechender Gegendruck 

aufgebaut, welcher die Wirkung verstärke, wodurch dies eine verstärkte Kompres-

sion der Halsweichteile verursache. Die Gutachter betonten, dass bei der Untersu-

chung keine Strangulationsmarke, keine Drosselmarken und keine typischen Wür-

gemale, d.h. Blutergüsse, festgestellt werden konnten.

Danach gefragt, ob das im Gutachten festgehaltene Verletzungsbild mit den von 

der Privatklägerin geschilderten Symptomen – Blitze gesehen, schlaffe Arme be-

kommen, Urin verloren – vereinbar sei, führte D._____ aus, dass die Befunde, die 

sie am Hals festgestellt hätten, mit einem Angriff gegen den Hals zu vereinbaren 

seien. Aufgrund der Befunde könne man nicht auf die Intensität der Halskompres-

sion schliessen. Es könne auch sein, dass die von der Privatklägerin beschriebenen 

subjektiven  Symptome  wie  unwillkürlicher  Urinabgang  auch  durch  andere  Ursa-

chen, die nicht auf einer vorübergehenden sauerstoffmangelbedingten Hirnfunkti-

onsstörung beruhen würden, zum Beispiel starke Anspannungszustände, grosse 

Angst  oder  Panik,  hervorgerufen  werden  können.  Bei  einer  rechtsmedizinischen 

Gesamtbeurteilung eines Falles müsse immer das Befundbild am Hals und die gel-

- 19 -

tend gemachte Symptomatik angeschaut werden, und es sei ein Gespür des Tat-

hergangs nötig. Aus rechtsmedizinischer Sicht erscheine es vorliegend plausibel, 

dass die Symptome durch den Angriff am Hals entstanden seien. Danach gefragt, 

ob bei den besagten subjektiven Symptomen der Privatklägerin zwingend Lebens-

gefahr  bestehe,  führten  die  beiden  Gutachter  gestützt  auf  die  Richtlinien  der 

Schweizerischen  Gesellschaft  für  Rechtsmedizin  aus,  dass  vorliegend  unter  Be-

rücksichtigung der Befunde eine konkrete Lebensgefahr durch den Angriff gegen 

den Hals grundsätzlich vereinbar sei, das bedeute es könne sein, könne aber auch 

nicht sein. Die geschilderten Symptome seien ein Zeichen für eine Funktionsstö-

rung, wobei man diese nicht objektivieren könne, das heisst es seien vorliegend 

keine objektive Befunden wie Stauungsblutungen in den Schleimhäuten festgestellt 

worden.

Weiter wurden die Gutachter gefragt, ob es physisch und physikalisch möglich sei, 

dass man bei den beschriebenen subjektiven Symptomen noch steht, wenn man 

zwar gegen eine Lifttüre gelehnt ist, aber nicht mehr gedrückt und gehalten wird. 

Diese  Frage  beantworteten  die  Gutachter  klar  bejahend,  da  kein  kompletter  Be-

wusstseinsverlust stattfinde. Wenn man dann noch ein bisschen anlehnen könne, 

sei es durchaus möglich, dass man nicht umfalle. Es handle sich nicht um einen 

kompletten Bewusstseinsverlust, also eine Bewusstlosigkeit, sondern um eine Be-

wusstseinsstörung. Eine solche äussere sich zum Beispiel durch ein Schwarzwer-

den vor den Augen (vgl. zum Ganzen Prot. S. 88 ff.).

11.

Würdigung der Beweismittel und Sachverhaltserstellung

11.1

Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen

Mit Bezug auf die Beschuldigte und die Privatklägerin ist festzuhalten, dass beide 

ein  persönliches  Interesse  am  Ausgang  dieses  Verfahrens  haben:  Die  Beschul-

digte, weil sie nicht verurteilt werden möchte, die Privatklägerin, weil sie finanzielle 

Ansprüche gegen die Beschuldigte gestellt hat. Dazu kommt, dass die Beschuldigte 

und die Privatklägerin Nachbarinnen waren und offenbar schon wiederholt anein-

andergeraten waren. So brachte die Beschuldigte zum Ausdruck, dass die Privat-

klägerin und ihre Tochter Angst vor ihrem Hund gehabt hätten und es seitens der 

Privatklägerin deswegen Beschwerden gegeben habe (Situation in der Waschkü-

- 20 -

che und betreffend Balkon). Die Privatklägerin hingegen betonte, dass die Beschul-

digte ihren grossen Hund nicht im Griff habe und brachte auch die Vermutung ins 

Spiel, dass die Beschuldigte ein Alkoholproblem haben könnte. Die offensichtlichen 

persönlichen Animositäten zwischen den Parteien stellen zwar die Glaubwürdigkeit 

der Beschuldigten und der Privatklägerin nicht grundsätzlich in Frage, sind aber bei 

der Beweiswürdigung zu berücksichtigen.

Mit Bezug auf F._____ ist festzuhalten, dass sie die Mutter der Beschuldigten ist, 

betreffend Vorfall selber als Beschuldigte einvernommen wurde und zu ihrer Toch-

ter offenbar ein gutes Verhältnis pflegt, zumal sie beim Vorfall gerade miteinander 

und dem Hund unterwegs waren. Es ist nicht davon auszugehen, dass sie mit ihren 

Aussagen die Beschuldigte belastet. Vielmehr dürfte sie ein Interesse daran haben, 

ihre Tochter mit ihren Aussagen zu unterstützen. Ihre Aussagen sind deshalb mit 

der gebotenen Vorsicht zu würdigen.

11.2. Würdigung der Aussagen unter Einbezug der objektiven Beweismittel

11.2.1. Tathergang

a)

Es fällt auf, dass die Privatklägerin während der Strafuntersuchung unter-

schiedliche  Angriffe  der  Beschuldigten  mit  nicht  unwesentlichen  Differenzen  be-

schrieben hat. Während sie gegenüber der Polizei im Wesentlichen ausführte, dass 

sie gepackt – ohne konkrete Angaben wie und wo sie gepackt wurde – und gestos-

sen und noch gewürgt worden sei, erzählte sie dem Gutachter gegenüber, dass die 

Beschuldigte sie einhändig von vorne gewürgt habe und mit dem Unterarm gegen 

ihren Hals gedrückt habe. Sodann führte sie, ein Jahr nach dem Vorfall, gegenüber 

dem Staatsanwalt aus, dass die Beschuldigte sie einhändig gewürgt und mit dem 

anderen Unterarm auf die Brust gedrückt habe, wobei sie diese letzte Sachverhalts-

variante  auch  vor  Schranken  wiederholte.  Interessant  ist,  dass  sie  in  ihrer  freien 

Erzählung, zu Beginn der polizeilichen Einvernahme, einen Würgeangriff der Be-

schuldigten nicht erwähnt hat. Dies tat sie erst im Verlaufe der besagten Einver-

nahme bei Frage 16, auf Nachfrage hin, wobei sie erst am Ende ihrer Antwort er-

wähnte, gewürgt worden zu sein (vgl. act. 4/1 F/A 5 und 16). Auffallend ist zudem 

auch, dass sie zu Beginn der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit Bestimmt-

heit  aussagte,  sich  an  den  Vorfall,  der  ein  Jahr  vor  der  staatsanwaltschaftlichen 

- 21 -

Einvernahme passierte, erinnern zu können und zu ihren damaligen Aussagen ge-

genüber der Polizei stehe (vgl. act. 4/3). Hinsichtlich des Angriffes sagte sie jedoch 

teils vage und nicht detailreich aus, und erst auf Nachfragen des Staatsanwaltes 

hin  konkretisierte  die  Privatklägerin  ihre  Antworten  beispielsweise  dahingehend, 

dass die Beschuldigte einen zudrückenden Griff ausgeführt habe (vgl. Prot. S. 39). 

Sie sagte teils auch widersprüchlich aus, indem sie gegenüber dem Staatsanwalt 

nicht mehr wusste, ob sie geschlagen worden sei – dies obwohl sie anmerkte, sich 

an ihre bisherigen Aussagen erinnern zu können –, wobei sie auf mehrfache Nach-

frage  hin  doch  bestätigte,  dass  die  Beschuldigte  sie  geschlagen  habe  (act.  4/3 

F/A 68  ff.).  Während  die  Privatklägerin  betonte,  sie  habe  sich  gegen  den  Angriff 

gegen den Hals nicht wehren können und eine Wehr sei keine Option gewesen, 

weil sie ihre Hände voll gehabt habe (act. 4/1 F/A 5 und act. 4/3 F/A 91 f.), brachte 

sie jedoch gleichzeitig vor, dass sie sich gegen die Fusstritte der Beschuldigten zu 

schützen  gewusst  habe,  da  sie  Sport  treibe  (act.  4/3  F/A  76).  Weshalb  sie  sich 

gegen den Angriff gegen den Hals nicht wehren konnte oder gewehrt hat, konnte 

die Privatklägerin nicht logisch und lebensnah erklären und erschliesst sich dem 

Gericht aus den insgesamt gemachten Aussagen nicht, da es wohl die natürlichste 

Reaktion wäre, zur Not die in den Händen gehaltenen Taschen fallen zu lassen und 

sich gegen die Angreiferin zu wehren.

Diese Differenzen in der Beschreibung des Kerngeschehens muten - auch wenn 

zu berücksichtigen ist, dass die Privatklägerin nicht deutscher Muttersprache ist - 

seltsam an und erwecken den Eindruck, dass die Privatklägerin jeweils auf Nach-

frage der einvernehmenden Person ihre Antworten anpasste. Allerdings ist an die-

ser Stelle auch festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin durch die Foto-

dokumentation, die Ergebnisse des IRM-Gutachtens und die Aussagen der Sach-

verständigen grundsätzlich gestützt werden. So konnten am Hals zwar keine Stran-

gulationsmerkmale oder Handabdrücke festgestellt werden, aber trotzdem sind Rö-

tungen  und  eine  kleine,  frische  Hautabschürfung  dokumentiert,  welche  sich  mit 

dem  beschriebenen  Angriff  gegen  den  Hals  der  Privatklägerin  plausibel  erklären 

lassen.

- 22 -

b)

Auch  die  Beschuldigte  beschrieb  den  Tathergang  nicht  einheitlich.  Wäh-

rend  sie  der  Polizei  gegenüber  ausführte,  die  Privatklägerin  am  Kragen  gepackt 

und diese von sich weggestossen zu haben (act. 4/2 F/A 6 und 9), änderte sie diese 

Aussage  gegenüber  dem  Staatsanwalt  dahingehend,  dass  sie  die  Privatklägerin 

mit der flachen bzw. ausgestreckter offener Hand weg- bzw. zurückgestossen habe 

und ergänzte vor Schranken, dass ihre Hand auf Brusthöhe gewesen sei und sie 

auf Kleider gedrückt habe (act. 4/4 F/A 15 und 27 und Prot. S. 47, 53, 61 f.). Dabei 

machte sie geltend, dass sie sich vielmehr habe wehren wollen, weil die Privatklä-

gerin ihrerseits sie und ihre Mutter angegriffen habe, wobei sie den Angriff auf ihre 

Mutter  erst  gegenüber  dem  Staatsanwalt  und  vor  Schranken  erwähnte  (act.  4/4 

F/A 15 und Prot. S. 47). Es mutet seltsam an, wenn sich die Beschuldigte ein Jahr 

nach  dem  Vorfall,  anlässlich  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme,  an  ge-

wisse Details plötzlich zu erinnern mag oder gar von neuen Abläufen erzählt, wie 

beispielsweise,  dass  die  Privatklägerin  sie  zweimal  in  den  Oberarm  geschlagen 

habe  (act. 4/4  F/A  15),  dass  die  Privatklägerin  mit  hoch  erhobenen  Arm  auf  ihre 

Mutter los sei, dass sie die Privatklägerin nicht am Kragen gepackt habe, sondern 

nur mit flacher Hand von sich gestossen habe und dass sie gesehen habe, dass 

ihre Hand geblutet habe (Prot. S. 47), weshalb sie von der Privatklägerin unter an-

derem auch deshalb abgelassen habe. Sodann könne sie sich nicht daran erinnern, 

dass sie gesagt habe, die Privatklägerin an der Wand bzw. Lifttüre fixiert zu haben; 

das sei ohnehin ein heftiges Wort (act. 4/4 F/A 27), womit sie sich von ihren bishe-

rigen Aussagen teilweise distanzierte. Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass 

die Beschuldigte im Laufe der Untersuchung und vor Gericht ihre Aussagen betref-

fend ihre Handlungen relativierte und abmilderte, die Handlungen der Privatklägerin 

jedoch akzentuiert darstellte. Gerade der Umstand, dass die Privatklägerin zuerst 

auf F._____ losgegangen sei, wäre ja ein Umstand, den man natürlicherweise bei 

der ersten Einvernahme erzählen würde, wenn es so geschehen wäre. Das dies 

von der Beschuldigten erst ein Jahr nach dem Vorfall so geschildert wurde, deutet 

darauf hin, dass die Beschuldigte nach Rechtfertigungsgründen für ihr Verhalten 

suchte. Diese Relativierung zeigt sich auch bei der Art und Weise, wie die Beschul-

digte ihre Tathandlung schilderte: Während sie bei der Polizei gerade nach der Tat 

noch eingestanden hatte, die Privatklägerin mit der linken Hand am Kragen gepackt 

- 23 -

und so zum rückwärts Gehen gezwungen zu haben, schilderte die Beschuldigte ihr 

Vorgehen bei der Staatsanwaltschaft nur noch als Zurückstossen mit der flachen 

Hand. Auch der Ausdruck, die Privatklägerin beim Lift "fixiert" zu haben, erschien 

ihr später zu heftig. Diese Relativierung überzeugt nicht, insbesondere auch, da die 

objektiven Beweismittel wie bereits ausgeführt diese Rötungen und die Schürfung 

beim Halsbereich der Privatklägerin festhalten. Ein reines Wegdrücken mit der fla-

chen Hand würde nicht derartige Male an der Haut hinterlassen, gerade auch, wenn 

dies noch über den Kleidern geschieht, wie die Beschuldigte ihre Aussagen anläss-

lich der Hauptverhandlung weiter relativiert hat.

c)

Die Aussagen von F._____ wirken insgesamt sehr voreingenommen gegen 

die Privatklägerin. So will sie nicht viel gesehen und den Ort des Geschehens schon 

bald verlassen haben, weil ihr die ganze Situation "zu blöde" gewesen sei, trotzdem 

will sie dann genau gesehen haben, dass die Privatklägerin die Beschuldigte ins 

Bein getreten und in den Arm geboxt hat, um die Aussage mit "mehr habe ich nicht 

gesehen" zu beenden. Sie schilderte weiter, die Privatklägerin sei "wie eine Furie" 

auf ihre Tochter los mit "Fäusten" und "Tritten" in der Mehrzahl. Die Beschuldigte 

habe die Privatklägerin nur mit der flachen Hand gestossen, das habe sie gesehen. 

Bezeichnenderweise führte F._____ auf die Frage, was denn ihre Tochter getan 

habe,  aus,  sie  wisse  es  nicht  mehr,  sie  sei  weggegangen.  Als  Erklärung  für  die 

Aussage bei der Polizei, die Beschuldigte habe sich natürlich auch gewehrt, führte 

sie bei der Staatsanwaltschaft dann an, die Privatklägerin sei noch zu ihr gekom-

men und habe auf sie losgehen wollen. Diese Aussage - in Kombination mit dersel-

ben Aussage der Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft - wirkt abgesprochen, 

um das Verhalten der Beschuldigten zu rechtfertigen. Aufgrund dieser Schilderun-

gen und des Aussageverhaltens sind die Wahrnehmungen von F._____ als sehr 

selektiv zugunsten der Beschuldigten und zulasten der Privatklägerin einzustufen. 

Es kann für die Sachverhaltserstellung nicht auf sie abgestellt werden.

d)

Als Fazit kann zum Tathergang festgehalten werden, dass die Beschuldigte 

selbst ausgeführt hat, sie habe die Privatklägerin am Kragen gepackt und gegen 

den  Lift  gestossen.  Die  späteren  Relativierungen  dieser  Aussagen  überzeugen 

nicht und erscheinen als Schutzbehauptungen. Die objektiven Beweismittel doku-

mentieren zudem einen Angriff gegen den Hals der Privatklägerin. Ebenfalls nicht 

- 24 -

überzeugend  sind  die  rechtfertigenden  Elemente,  welche  die  Beschuldigte  vor-

brachte,  insbesondere,  dass  die  Privatklägerin  auf  F._____  losgegangen  sein 

sollte.

Die Schilderung der Anklageschrift mit Bezug auf das objektive Geschehen (erster 

Abschnitt des Anklagesachverhaltes) lässt sich aufgrund der Aussagen der Betei-

ligten  und  der  objektiven  Beweismittel  somit  grundsätzlich  erstellen.  Erstellt  ist, 

dass die Beschuldigte die Geschädigte packte, von sich stiess und dann rücklings 

gegen den Lift drückte und dass die Beschuldigte der Privatklägerin mit einer Hand 

an den Hals griff und zu oder ebenfalls dagegen drückte, allenfalls durch Griff an 

den Kragen der Privatklägerin. Nicht mit Sicherheit erstellbar ist, dass die Beschul-

digte ihr Knie gegen den Unterkörper der Geschädigten gestemmt hat, was jedoch 

für den ihr vorgeworfenen Tatbestand auch nicht relevant erscheint. Aufgrund der 

Aussagen der Privatklägerin ist zudem davon auszugehen, dass die Beschuldigte 

ihr mit dem anderen Arm gegen den Brustbereich (nicht aber gegen den Halsbe-

reich) gedrückt hat.

11.2.2 Subjektive Symptome und unmittelbare Lebensgefahr

a)

Mit Bezug auf die subjektiven Symptome hält die Anklageschrift im zweiten 

Absatz fest, die Privatklägerin Mühe gehabt habe, frei zu atmen und zu sprechen 

und  sie  habe  Bewusstseinsstörungen  erlitten  ("schwarz  vor  Augen",  "Sterne  se-

hen", Erschlaffung). Diese Beschreibung basiert naturgemäss auf den Schilderun-

gen der Privatklägerin. Sie führte im Rahmen der Untersuchung konstant aus, wie 

sie den Angriff subjektiv empfunden habe, ergänzte jedoch bei jeder Einvernahme 

ihre  subjektiven  Symptome,  wobei  sie  diese  teils  widersprüchlich  beschrieb.  So 

führte sie anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aus, sie habe nicht 

mehr schreien können, sondern nur fünf Mal leise sagen können, dass die Beschul-

digte sie loslassen solle (act. 4/3 F/A 87 f.). In dieser Hinsicht widerspricht sie sich, 

da sie der Polizei gegenüber aussagte, sie habe mehrfach geschrien, dass die Be-

schuldigte sie loslasse (act. 4/1 F/A 17). Darüber hinaus mutet es seltsam an, dass 

die Privatklägerin ein Jahr nach dem Vorfall zu wissen scheint, dass sie genau fünf 

Mal gesagt haben soll, die Beschuldigte solle sie loslassen. Schliesslich ist auch 

eine Tendenz zu Übertreibungen ersichtlich, zumal die Privatklägerin ausführte, die 

- 25 -

Beschuldigte habe sie fast umgebracht und sie sei bewusstlos geworden, wobei sie 

jedoch nach Bemerkung des Staatsanwaltes, dass sie dann nicht mehr stehen ge-

blieben wäre, ihre Aussage zurückgenommen hat (act. 4/3 F/A 37 und 50 f.). Ins-

gesamt imponieren bei der Beschreibung der subjektiven Symptome aber nicht das 

nicht  mehr  sprechen  können,  sondern  die  Anzeichen  der  Bewusstseinsstörung, 

nämlich  das  "Glinz"  und  "Sterne"  sehen  und  die  Beschreibung,  dass  es  wie  still 

geworden sei. Ebenso passt der unwillkürliche Urinabgang ins Bild. Diesbezüglich 

ist auf die Fotodokumentation zu verweisen: Auf den Fotos hat die Privatklägerin 

die eingenässte Hose noch an. Auch wenn die Flüssigkeit an der Hose nicht unter-

sucht wurde, ist aufgrund der Lage der Einnässung offensichtlich, dass es sich um 

den Urin der Privatklägerin handeln muss.

Neben diesen Beschreibungen kommt hinzu, dass die Gutachter ausgeführt haben, 

dass bei Druck gegen die hirnversorgenden Blutgefässe ein nur leichter Druck ge-

nügt, um entsprechende Symptome hervorzurufen. Auch ein Druck mit nur einer 

Hand könne dies ohne weiteres verursachen. Weiter erschien dem Gericht fraglich, 

dass jemand, nachdem von einem abgelassen wurde, bei den beschriebenen Sym-

ptomen stehen bleibt und nicht zusammensackt. Die Gutachter haben aber auch 

diesbezüglich  nachvollziehbar  ausgeführt,  dass  dies  physisch  und  physikalisch 

durchaus möglich sei, gerade wenn man gegen etwas gelehnt sei. Aufgrund der 

Beschreibung der Privatklägerin und der Aussagen der Gutachter ist der Sachver-

halt mit Bezug auf die subjektiven Symptome ebenfalls erstellt.

b)

Zur  unmittelbaren  Lebensgefahr  beschreibt  die  Anklageschrift  im  dritten 

Abschnitt,  dass  es  zu  einer  sauerstoffmangelbedingten  Hirnfunktionsstörung  ge-

kommen sei und es der Beschuldigten nicht möglich gewesen sei zu erkennen, ab 

welcher Dauer und/oder Intensität der Tod der Privatklägerin eintreten werde. Ge-

mäss rechtsmedizinischem Gutachten vom 28. Februar 2023 bzw. Aussagen der 

beiden  Sachverständigen  anlässlich  der  Fortsetzung  der  Hauptverhandlung  vom 

17. März 2025 konnten bei der Privatklägerin keine objektiven Zeichen einer Le-

bensgefahr, wie Stauungsblutungen im Halsbereich, festgestellt werden. Das Gut-

achten bzw. die beiden Sachverständigen kommen allerdings zum Schluss, dass 

die subjektiven Symptome der Privatklägerin mit einer sauerstoffmangelbedingten 

Hirnfunktionsstörung vereinbar  sind,  was auf eine Lebensgefahr schliessen lässt 

- 26 -

(act. 6/8 S. 4 und Prot. S. 99). Die gutachterlichen Festhaltungen in Bezug auf die 

Lebensgefahr sind nachvollziehbar und überzeugend. Die diametral anders wahr-

genommene  Situation  durch  die  Beschuldigte  –  nämlich,  dass  sie  keine  tatbe-

standsmässig relevante Bewusstseinsstörung bei der Privatklägerin bemerkt habe, 

was sie immerhin während des ganzen Verfahrens mit Bestimmtheit ausführte – 

und  ihre  diesbezüglich  kargen  Antworten  mögen  daran  nichts  ändern.  Es  liegen 

keine Anhaltspunkte vor, die an der Richtigkeit des Gutachtens und an den Aus-

führungen der Sachverständigen zweifeln liessen. Die von der Privatklägerin an-

lässlich  der  medizinischen  Untersuchung  sowie  im  Rahmen  des  Strafverfahrens 

geschilderten Symptome lassen – wie im rechtsmedizinischen Gutachten nachvoll-

ziehbar konstatiert wird – klar auf einen durch den Angriff auf den Halsbereich her-

beigeführten relevanten Sauerstoffmangel schliessen. Dass ein durch einen Angriff 

gegen den Hals bewirkter Sauerstoffmangel eine akute Lebensgefahr herbeiführt, 

entspricht sodann der allgemeinen Lebenserfahrung.

c)

Als Fazit kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass der Sachverhalt 

mit Bezug auf die subjektiven Symptome des Angriffes gegen den Hals der Privat-

klägerin und die dadurch hervorgerufene unmittelbare Lebensgefahr erstellt ist.

11.2.3 Subjektiver Sachverhalt

In einem letzten Abschnitt umschreibt die Anklageschrift den subjektiven Sachver-

halt. Darauf ist sogleich im Rahmen der rechtlichen Würdigung näher einzugehen.

IV. Rechtliche Würdigung

1. Grundlagen

1.1 Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten der Beschuldigten in Bezug auf 

den Angriff gegen den Hals in rechtlicher Hinsicht als Gefährdung des Lebens im 

Sinne von Art. 129 StGB. Nach dieser Bestimmung macht sich strafbar, wer einen 

Menschen in skrupelloser Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt.

1.2 Die Verteidigung macht geltend, der Tatbestand von Art. 129 StGB sei weder 

in objektiver noch in subjektiver Hinsicht erfüllt. In objektiver Hinsicht würde eine 

Tathandlung im Sinne von Art. 129 StGB fehlen (act. 49 Rz. 49). In subjektiver Hin-

- 27 -

sicht könne weder ein direktvorsätzliches Handeln der Beschuldigten noch ein skru-

pelloses  Vorgehen  bejaht  werden,  vielmehr  habe  diese  aus  Notwehr  gehandelt 

(act. 49 Rz. 54 ff.).

1.3 Der Tatbestand von Art. 129 StGB erfordert in objektiver Hinsicht den Eintritt 

einer unmittelbaren Lebensgefahr. Als Lebensgefahr wird ein Zustand angenom-

men, aufgrund dessen nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Wahrscheinlich-

keit oder nahe Möglichkeit des Todeseintritts besteht. Der Erfolg besteht somit in 

einer konkreten, unmittelbaren Gefahr für das Leben, nicht bloss für die Gesundheit 

(BGE 101 IV 154, BGE 111 IV 55, BGE 133 IV 1 E. 5.1). Die Lebensgefahr muss 

sodann eine unmittelbare sein. Die Unmittelbarkeit ist einerseits durch die zeitliche 

Aktualität und andererseits durch den direkten Zusammenhang zwischen der Ge-

fahr und dem Verhalten des Täters charakterisiert. Aus dem Verhalten des Täters 

muss sich direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge er-

geben.

1.4 Nach der Rechtsprechung ist in der Regel bereits von einer unmittelbaren Le-

bensgefahr auszugehen, wenn der Täter das Opfer stranguliert, ohne ihm ernst-

hafte  Verletzungen  beizufügen  und  ohne  dass  das  Opfer  ohnmächtig  wird  (BGE 

124 IV 53 E. 2; Urteil 6B_54/2013 vom 23. August 2013 E. 3.1 mit Hinweis). Ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können bei der Würdigung der unmit-

telbaren Lebensgefahr sodann sehr wohl auch die subjektiven Schilderungen des 

Opfers  herangezogen  werden  (BGer 6B_1258/2020  vom  12. November 2021, 

E. 1.4; BGer 6B_758/2018 vom 24. Oktober 2019, E. 2.2).

2.

Subsumption

2.1 Vorliegend ist gestützt auf die glaubhaft geschilderten Symptome der Privat-

klägerin und die Festhaltungen im rechtsmedizinischen Gutachten davon auszuge-

hen, dass der Angriff der Beschuldigten gegen den Hals der Privatklägerin zu einem 

relevanten  Sauerstoffmangel  und  einer  daraus  folgenden  nahen  Möglichkeit  des 

Todeseintritts führte. Die zeitliche Aktualität ist sodann gegeben, auch hat das Ver-

halten der Beschuldigten direkt zum Zustand der akuten Lebensgefahr geführt, so-

dass  auch  die  Voraussetzung  der  Unmittelbarkeit  erfüllt  ist.  Das  Vorliegen  einer 

- 28 -

unmittelbaren Lebensgefahr im Sinne von Art. 129 StGB kann somit bejaht werden. 

An  dieser  rechtlichen  Qualifikation  ändert  das  Fehlen  von  objektiven  Befunden 

nichts. Wie erwähnt, lässt die Rechtsprechung Schilderungen des Opfers für die 

Annahme  einer  Lebensgefahr  genügen  und  bejaht  eine  solche  in  der  Regel  bei 

Strangulationen auch ohne dass der Täter dem Opfer ernsthafte Verletzungen bei-

gefügt, dieses ohnmächtig wird oder punktförmige Stauungsblutungen an den Au-

genbindehäuten  auftreten  (BGer  6B_1258/2020  vom  12. November  2021  E. 1.4; 

BGer 6B_758/2018 vom 24. Oktober 2019 E. 2).

Der objektive Tatbestand von Art. 129 StGB ist somit entgegen der Ansicht der Ver-

teidigung erfüllt.

2.2 In subjektiver Hinsicht ist direkter Vorsatz hinsichtlich des Herbeiführens einer 

unmittelbaren  Lebensgefahr  erforderlich.  Eventualvorsatz  bezüglich  der  Gefähr-

dung genügt damit nicht (MAEDER, BSK StGB II, 4. Aufl., N 47 zu Art. 129 StGB; 

DONATSCH, OFK StGB, 21. Aufl., N 4 zu Art. 129 StGB). Direkter Vorsatz ist gemäss 

der Rechtsprechung dann gegeben, wenn der Täter den deliktischen Erfolg, mag 

ihm dieser auch gleichgültig oder sogar unerwünscht sein, als notwendige Folge 

oder als Mittel zur Erreichung des verfolgten Zwecks in seinen Entschluss mitein-

bezogen hat. Der Erfolg braucht nicht das vom Täter angestrebte Ziel zu sein; es 

genügt, dass er mitgewollt ist. Wer mit Wissen und Willen einen Zustand schafft, 

aus welchem sich eine Gefahr ergibt, die er kennt, will diese Gefahr letztlich auch. 

Ein Gefährdungsvorsatz ist somit gegeben, wenn der Täter die Gefahr kennt und 

trotzdem handelt, dies ohne auf ihren Nichteintritt zu vertrauen, in welchem Fall nur 

bewusste Fahrlässigkeit vorläge (BGE 119 IV 193, E. 2.b/cc; Urteile 6B_913/2016 

vom  13.  April  2017,  E.  1.1.1.  und  6B_352/2011  vom  20.  Oktober  2011,  E.  3.2.). 

Was ein Täter bei der Tatausführung wusste und wollte bzw. in Kauf nahm, muss 

das  Gericht  bei Fehlen  eines  Geständnisses  der  beschuldigten  Person  aufgrund 

der Umstände entscheiden.

Im Weiteren setzt die Qualifikation einer Tathandlung als Gefährdung des Lebens 

ein  skrupelloses  Vorgehen  voraus.  Es  wird  somit  ein  qualifizierter  Grad  der  Vor-

werfbarkeit  im  Sinne  einer  besonderen  Hemmungs-  und  Rücksichtslosigkeit  des 

Täters in der konkreten Situation verlangt. Je naheliegender dabei die Gefahr ist, 

- 29 -

die der Täter herbeiführt, und je weniger seine Beweggründe zu billigen oder auch 

nur zu verstehen sind, umso eher kann von Skrupellosigkeit ausgegangen werden 

(MAEDER, BSK StGB II, N 51 zu Art. 129 StGB).

2.3 Im vorliegenden Fall kam es zwischen der Privatklägerin und der Beschuldig-

ten zu einer zufälligen Begegnung aufgrund der Benützung des Lifts. Es entstand 

ein Wortwechsel, es kam zur Eskalation und zum Streit. Im Rahmen dieses Streites 

griff die Beschuldigte der Privatklägerin an den Hals, stiess sie von sich weg und 

fixierte sie dann beim Lift. Bei einem solchen Vorgehen, auch wenn es zur Abwehr 

und Verteidigung geschieht, ist wohl davon auszugehen, dass Eventualvorsatz mit 

Bezug auf Gefährdung des Lebens vorliegt. Um einen Angriff abzuwehren, ist es 

nämlich nicht nötig, der anderen Person an den Hals zu fassen und zuzudrücken. 

Durch ein solches Vorgehen nimmt man grundsätzlich und allgemein in Kauf, die 

andere Person ernsthaft zu gefährden. Ein direkter Vorsatz, also dass die Beschul-

digte durch ihr Vorgehen die Privatklägerin bewusst in unmittelbare Lebensgefahr 

bringen wollte und deshalb so gehandelt hat, kann der Beschuldigten jedoch nicht 

nachgewiesen  werden  und  liegt  beim  vorliegenden  spontanen  Geschehen  auch 

nicht auf der Hand. Dies insbesondere auch, da nicht allgemein bekannt sein dürfte, 

wie erstaunlich wenig Kraft es im allgemeinen braucht, um die Gefässe, welche das 

Gehirn mit Sauerstoff versorgen, zu komprimieren. So reichen für die Venen 2 Ki-

logramm Kraft und für die Halsschlagader 5 Kilogramm, wobei die durchschnittliche 

Handgreifkraft einer Frau bei 30 Kilogramm liegt (Prot. S. 89 f.).

Als weiteres subjektives Element muss Skrupellosigkeit vorliegen. Aus Sicht des 

Gerichts handelt es sich beim Vorgehen der Beschuldigten gegen die Privatklägerin 

um eine Überreaktion, selbst wenn die Privatklägerin mit dem Streit beim Lift be-

gonnen haben sollte. Trotzdem ist eine besondere Hemmungs- und Rücksichtslo-

sigkeit der Beschuldigten nicht ersichtlich, zumal es sich wie bereits ausgeführt um 

eine spontane Eskalation handelte, die wohl von beiden Beteiligten nicht beabsich-

tigt war. Auch wenn diese Eskalation unnötig und unverständlich ist, erreicht das 

Vorgehen der Beschuldigten nicht die Intensität und Schwere, damit die Schwelle 

für ein skrupelloses Handeln überschritten wäre. 

- 30 -

3.

Nach  dem  Gesagten  kann  der  Beschuldigten  aufgrund  der  gesamten  Um-

stände nicht nachgewiesen werden, dass sie in subjektiver Hinsicht mit direktem 

Vorsatz  und  skrupellos  gehandelt  hat.  Der  subjektive  Tatbestand  ist  daher  nicht 

erstellt. Die Beschuldigte ist entsprechend vom Vorwurf der Gefährdung des Le-

bens im Sinne von Art. 129 StGB freizusprechen. Damit erübrigt sich die nähere 

Prüfung  von  Rechtfertigungs-  und  Schuldausschlussgründen,  insbesondere  des 

Vorliegens von Notwehr.

V. Antrag DNA-Profilerstellung

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe 

und die Erstellung eines DNA-Profils im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes 

(act.  18).  Auf  diesen  Antrag  ist  nicht  weiter  einzugehen,  da  aufgrund  des  Frei-

spruchs von einer Anordnung der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines 

DNA-Profils abzusehen ist.

VI. Zivilforderungen

1.

Allgemeines

1.1 Die geschädigte Person kann zivilrechtliche Ansprüche aus der Straftat ent-

weder selbständig auf dem Wege des Zivilprozesses oder adhäsionsweise durch 

schriftliches oder mündliches Begehren an das für den Entscheid über die Anklage 

zuständige Strafgericht geltend machen (Art. 119 i.V.m. Art. 122 Abs. 1 StPO). Die-

ses hat nach Art. 126 Abs. 1 StPO  über die anhängig gemachten Zivilklagen zu 

entscheiden, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht oder freispricht und 

der Sachverhalt spruchreif ist. Die Zivilklage wird demgegenüber auf den Zivilweg 

verwiesen, wenn das Strafverfahren eingestellt oder im Strafbefehlsverfahren erle-

digt wird, die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder bezif-

fert hat, die Privatklägerschaft die Sicherheit für die Ansprüche des Beschuldigten 

nicht  leistet,  der  Beschuldigte  freigesprochen  wird,  der  Sachverhalt  aber  nicht 

spruchreif ist oder die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismäs-

sig aufwendig wäre (Art. 126 Abs. 2 lit. a-d StPO sowie Art. 126 Abs. 3 StPO). Die 

Bezifferung und Begründung der Zivilklagen hat innert der von der Verfahrenslei-

- 31 -

tung  gemäss  Art.  331  Abs.  2  StPO  angesetzten  Frist  zu  erfolgen  (Art. 123 

Abs. 2 StPO).

1.2 Als Voraussetzungen der Schadenersatzpflicht müssen ein widerrechtliches 

Verhalten des Schädigers, ein beim Geschädigten eingetretener Schaden, ein ad-

äquater Kausalzusammenhang sowie ein Verschulden des Schädigers vorliegen. 

Dabei kann auch im Zivilpunkt auf die im Strafverfahren getroffenen tatsächlichen 

Feststellungen abgestellt werden (BSK StPO-LIEBER, Art. 123 StPO N 2). Bei der 

Bestimmung  des  Schadens  hat  das  Gericht  sowohl  die  Umstände  als  auch  die 

Grösse des Verschuldens zu würdigen (Art. 43 Abs. 1 OR).

1.3 Genugtuung kann jeder beanspruchen, der durch einen widerrechtlichen Ein-

griff immaterielle Unbill erlitten hat. Die Bemessung der Genugtuung richtet sich vor 

allem nach der Art und Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Aus-

wirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffenen, dem Grad des Verschuldens des 

Täters  sowie  einem  allfälligen  Selbstverschulden  des  Geschädigten.  Die  Festle-

gung der Höhe beruht auf der Würdigung sämtlicher Umstände und richterlichem 

Ermessen (Art. 4 ZGB; Urteil des BGer vom 13. April 2010, 6B_105/2010 E. 3.2).

2.

Schadenersatz

2.1 Die Privatklägerin machte Schadenersatz in der Höhe von Fr. 2'162.95 zuzüg-

lich  Zins  zu  5%  geltend  [ohne  Datum  des  Beginns  des  Zinsenlaufes],  wobei  sie 

beantragte, dass die Geltendmachung allfälliger weiterer Ansprüche auf dem Zivil-

weg vorzubehalten sei (act. 27 S. 1). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen 

aus, dass der Vorfall in psychischer Hinsicht ein massiver Schock gewesen sei, der 

erhebliche  Spuren  hinterlassen  habe.  Die  Privatklägerin  und  ihre  Tochter  hätten 

sich aufgrund des Vorfalls kaum mehr aus der Wohnung getraut. Die belastende 

Wohnsituation sei nicht mehr länger tragbar gewesen, so dass die Privatklägerin 

zu einem Umzug gezwungen gewesen sei. Für diesen Umzug habe sie ein Fahr-

zeug  mieten  müssen,  was  Kosten  von  Fr.  220.–  verursacht  habe,  und  sie  habe 

Zügelmänner  engagieren  müssen,  wodurch  Kosten  von  Fr.  1'000.–  entstanden 

seien. Nachdem sich der Zustand der Privatklägerin stabilisiert hatte, habe sie auf-

grund  des  Erhalts  der  Vorladung  zur  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  wie-

- 32 -

derum massive Schlafstörungen und Panikattacken erlitten, weshalb sie sich in Be-

handlung habe begeben müssen. Es sei eine Traumatisierung diagnostiziert und 

eine entsprechende Therapie angeordnet worden. Die Belastung habe zu einer vor-

übergehenden Arbeitsunfähigkeit geführt. Insgesamt seien der Privatklägerin un-

terdessen Behandlungskosten von Fr. 654.95 entstanden. Da noch weitere Thera-

piesitzungen anstehen würden, sei zudem noch mit künftigen Kosten von Fr. 88.– 

zu rechnen. Da der Heilungsverlauf noch nicht abgeschlossen sei, sei die Geltend-

machung  allfälliger  weiterer  Ansprüche  auf  dem  Zivilweg  vorzubehalten  (act.  27 

S. 3 ff.).

2.2 Vorliegend erfolgt ein Freispruch der Beschuldigten, da ihr ein tatbestands-

mässiges Verhalten nicht rechtsgenügend nachgewiesen werden kann. Damit fehlt 

es auch an den Voraussetzungen für eine zivilrechtliche Haftbarkeit für den von der 

Privatklägerin geltenden gemachten Schaden, insbesondere an einem widerrecht-

lichen und schuldhaften Verhalten. Auch die Frage des adäquaten Kausalzusam-

menhangs  würde  sich  grundsätzlich  stellen.  Richtigerweise  hat  die  Verteidigung 

darauf hingewiesen, dass die Therapie, deren Kostenanteil von der Privatklägerin 

geltend gemacht wird, erst nach fast einem Jahr nach dem Vorfall verordnet wurde. 

Dies scheint doch eine ungewöhnlich lange Zeitspanne zu sein, auch wenn sie von 

der Privatklägerin mit der Vorladung zur staatsanwaltschaftlichen Einvernahme be-

gründet wird. Auch bei den Umzugskosten ist der adäquate Kausalzusammenhang 

fraglich, zumal die Gründe für einen Umzug äusserst vielfältig sein können. Insge-

samt liegen die Voraussetzungen für die Zusprechung des beantragten Schaden-

ersatzes nicht vor, weshalb die Forderung abzuweisen ist.

3. Genugtuung

3.1 Weiter liess die Privatklägerin beantragen, die Beschuldigte sei zu verpflich-

ten, ihr eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit 

27. Februar 2023 zu bezahlen (act. 27 S. 1). Wie bereits ausgeführt, sind aufgrund 

des  Freispruchs  die  zivilrechtlichen  Voraussetzungen  für  die  Zusprechung  einer 

Genugtuung nicht gegeben, weshalb die Forderung abzuweisen ist.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

- 33 -

1.

Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren ist in Anbetracht der Be-

deutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitaufwands des Gerichts in An-

wendung von § 2 Abs. 1 lit. b-d und § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG auf Fr. 5'000.– fest-

zusetzen.

2. Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so wird sie grundsätzlich von 

der  Kostentragung  befreit  (Art. 426  Abs. 2  StPO;  BSK  StPO-DOMEISEN,  Art. 426 

N 22). Vorliegend wurde die Beschuldigte vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens 

freigesprochen,  weshalb  die  Verfahrenskosten  vollumfänglich  auf  die  Gerichts-

kasse zu nehmen sind.

3.1 Während einer telefonischen Kontaktaufnahme mit der Rechtsvertretung der 

Beschuldigten, Rechtsanwältin X1._____, anlässlich derer sie unter anderem um 

eine kurze mündliche Begründung des Urteils, insbesondere der der Beschuldigten 

zugesprochenen Entschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrens-

rechte gemäss Dispositiv-Ziffer 6 des Urteils vom 17. März 2025, ersuchte, machte 

sie das Gericht darauf aufmerksam, dass die von ihr anlässlich der Fortsetzung der 

Hauptverhandlung vom 17. März 2025 eingereichte Honorarnote (act. 63) nicht alle 

bisherigen von ihr ins Recht gereichten Honorarnoten ersetzen würde, da sie un-

terschiedliche Zeiträume betreffen würden.

3.2 Nach Durchsicht aller von Rechtsanwältin X1._____ eingereichten Honorar-

noten und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeiträume hat das Gericht 

festgestellt, dass es bei der Festsetzung der der Beschuldigten zugesprochenen 

Entschädigung gemäss Dispositiv-Ziffer 6 des Urteils vom 17. März 2025 fälschli-

cherweise übersehen hat, dass die anlässlich der Fortsetzung der Hauptverhand-

lung vom 17. März 2025 von Rechtsanwältin X1._____ ins Recht gereichte Hono-

rarnote nicht die gesamten Aufwendungen während des ganzen Untersuchungs-

verfahrens umfasste, womit es die Entschädigung irrtümlich zu tief ansetzte, wes-

halb diesbezüglich am 25. März 2025 ein berichtigendes Urteil erging (act. 69).

4.

Die Verteidigung der Beschuldigten macht für ihre Bemühungen und Baraus-

lagen insgesamt Fr. 36'211.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer; act. 63 i.V.m. 

act. 50/11-14)  geltend,  wobei  davon  Fr. 3'409.05  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwert-

- 34 -

steuer) Aufwendungen von Rechtsanwalt X4._____, des ehemaligen Rechtsvertre-

ters der Beschuldigten, betreffen.

5.

In Anwendung von Art. 429 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO und §§ 16 ff. Anw-

GebV rechtfertigt es sich, der Beschuldigten für die angemessene Ausübung der 

Verfahrensrechte pauschal Fr. 28'000.– (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) 

aus der Gerichtskasse zuzusprechen.

6.

Der unentgeltliche Vertreter der Privatklägerin berechnet für seine Bemühun-

gen  und  Barauslagen  den  Betrag  von  Fr. 7'992.–  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwert-

steuer; act. 59 i.V.m. act. 46). Dieser Aufwand ist ausgewiesen und das geltend 

gemachte Honorar steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenver-

ordnung, weshalb ihm das geltend gemachte Honorar zuzusprechen ist und nach 

dem Gesagten auf die Gerichtskasse zu nehmen ist.

VIII. Rechtsmittel

Gegen das vorliegende Urteil kann Berufung im Sinne von Art. 398 ff. StPO erho-

ben werden.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte wird vom Vorwurf der Gefährdung des Lebens im Sinne von 

Art. 129 StGB freigesprochen. 

2.

Von einer Anordnung einer DNA-Probenahme und Erstellung eines DNA-Pro-

files wird abgesehen.

3.

Die Zivilklage der Privatklägerin wird abgewiesen.

- 35 -

4.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

3'000.–   Gebühren für das Vorverfahren,

2'583.85   Auslagen (Gutachten),

2'314.15   Entschädigung amtliche Verteidigung der Beschuldigten                                              

(RA lic. iur. X3._____),

7'992.–   das  Honorar  des  unentgeltlichen  Rechtsbeistands  der    

Privatklägerin (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer),

1'070.–   Auslagen (Befragung der Sachverständigen).

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

5.

Die Kosten gemäss vorstehender Ziffer 4 werden vollumfänglich auf die Ge-

richtskasse genommen.

6.

Der Beschuldigten wird eine Entschädigung für die angemessene Ausübung 

ihrer Verfahrensrechte von insgesamt Fr. 28'000.– (inkl. Auslagen und Mehr-

wertsteuer) aus der Gerichtskasse zugesprochen.

7.

Schriftliche Mitteilung als Kurzurteil an







die  Verteidigung  im  Doppel  für  sich  und  zuhanden  der  Beschuldigten 
(versandt),

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt),

die Privatklägerin (versandt),

und hernach als begründetes Urteil an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten,

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,

die Privatklägerin,

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an







die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben gemäss 
§ 54a PolG,

die  Koordinationsstelle  VOSTRA  zur  Entfernung  der  Daten  gemäss 
Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA,

die Bezirksgerichtskasse.

- 36 -

8. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Bezirks-

gericht Pfäffikon, 1. Abteilung, Hörnlistrasse 55, 8330 Pfäffikon, mündlich oder 

schriftlich Berufung angemeldet werden.

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder wenn 

ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit  der  Berufung  kann  das  Urteil  in  allen  Punkten  umfassend  angefochten 

werden. Mit der Berufung können gerügt werden:

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung des Ermessens, Rechts-

verweigerung  und  Rechtsverzögerung,  die  unvollständige  und  unrichtige 

Feststellung des Sachverhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des be-

gründeten  Entscheids  dem  Obergericht  des  Kantons  Zürich,  Strafkammer, 

Postfach,  8021 Zürich,  eine  schriftliche  Berufungserklärung  einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. Wer-

den nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf welche 

sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

BEZIRKSGERICHT PFÄFFIKON
Kollegialgericht

Die Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Sigrist-Tanner

MLaw H. Gökdemir