# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f76738cf-0376-5d01-ba87-577e56836630
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.09.2010 S 2010 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-75_2010-09-07.pdf

## Full Text

S 10 75

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. September 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geboren am 1. November 1974, ist portugiesische Staatsangehörige, 

verheiratet und Mutter zweier Kinder. Seit dem Jahre 1993 lebt sie in der 

Schweiz. Die Versicherte, welche nach der Grundschulausbildung in Portugal 

keinen Beruf erlernt hat, arbeitete seit ihrer Einreise in die Schweiz in Hotel- 

und Restaurationsbetrieben. Seit 1999 war sie im Restaurant … als 

Serviceangestellte tätig. 

2. Am 23. Dezember 2003 erlitt die Versicherte nach einem Sturz auf vereister 

Strasse einen Unfall, bei welchem sie eine Kontusion des rechten Ellbogens 

erlitt, was eine Arbeitsunfähigkeit und Behandlungsbedürftigkeit nach sich 

zog. Für die Zeit ab dem 26. Dezember 2003 wurden seitens der 

Unfallversicherung SWICA Taggelder entrichtet. Mit Datum vom 15. März 

2004 wurde die Wartezeit eröffnet. Am 29. April 2004 meldete sich die 

Versicherte zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen 

Invalidenversicherung an. 

3. Nach diversen ärztlichen Berichten sowie einem neurologischen Gutachten 

von Dr. med. … im Jahre 2005 beziehungsweise einem Gutachten der Klinik 

… vom 2. Januar 2007 beauftragte die … im Februar 2008 das 

Schweizerische Institut für Versicherungsmedizin (nachfolgend SIVM) mit der 

Erstellung eines interdisziplinären Gutachtens betreffend die Versicherte. 

4. In seinem Gutachten vom 10. Juli 2008 beziehungsweise in der Ergänzung 

vom 27. Januar 2009 diagnostizierte das SIVM aus orthopädischer Sicht ein 

Myofasziales Schmerzsyndrom des rechten Schulter-, Nacken- und 

Armbereiches bei Status nach Kontusion des rechten Ellbogens und 

Kontusion des Nervus ulnaris rechts, Status nach Vorverlagerungsoperation 

des Nervus ulnaris. Neurologisch wurde ein chronisches rechtsseitiges 

zervikobrachiales und zephales Zervikalsyndrom festgestellt. Aus 

psychiatrischer Sicht wurde schliesslich eine Schmerzverarbeitungsstörung 

(ICD-10 F54) bei einem chronischen rechtsseitigen zervikothorakalen und 

zephalen Syndrom diagnostiziert. Aus orthopädischer und neurologischer 

Sicht sei die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit als 

Serviceangestellte zu 100% arbeitsunfähig, in einer angepassten Tätigkeit sei 

jedoch eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben. Aus psychiatrischer Sicht liege 

hingegen keine Arbeitsunfähigkeit vor. Weiter stellte das SIVM auf Anfrage 

der SWICA hin fest, dass sich die aktuellen Beschwerden nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 23. Dezember 2003 

zurückführen liessen. Aufgrund der fehlenden Kausalität entschied die SWICA 

mit Verfügung vom 11. Februar 2009 aus der obligatorischen 

Unfallversicherung ab 1. Mai 2008 keine Leistungen mehr für die Folgen des 

Unfalls vom 23. Dezember 2003 zu erbringen.

5. Im beruflichen Massnahmebericht der EVAL der Klinik … vom 27. Februar 

2009 wurde die Leistung der Versicherten – welche in der Zeit vom 2. Februar 

2009 bis 27. Februar 2009 erprobt worden war - als massiv eingeschränkt 

beurteilt. Diese sei momentan in der freien Wirtschaft nicht verwertbar. 

6. Am 29. Juni 2009 erliess die IV-Stelle ihren Vorbescheid, gegen welchen die 

Versicherte in Bezug auf das angenommene Validen- und 

Invalideneinkommen und den gestützt darauf errechneten Invaliditätsgrad ab 

dem 1. Dezember 2007 Einwände erhob. Mit Verfügung vom 14. April 2010 

erkannte die IV-Stelle auf eine ganze Rente ab dem 1. März 2005 bis zum 30. 

November 2007. Ab dem 1. Dezember 2007 lag gemäss Berechnung der IV-

Stelle ein Invaliditätsgrad von 46% vor, so dass die Versicherte noch 

Anspruch auf eine Viertelsrente hatte. Zur Begründung führte die IV-Stelle 

aus, dass aus ärztlicher Sicht die Ausübung der angestammten Tätigkeit nicht 

mehr zumutbar sei. Hingegen könne die Versicherte ab September 2007 in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeiten. Das Valideneinkommen betrage 

Fr. 47'081.--. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens stellte die IV auf 

die Tabellenlöhne (schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] des 

Bundesamtes für Statistik), Niveau 4 ab und ermittelte entsprechend bei einer 

Leistungsfähigkeit von 50% ein Invalideneinkommen von Fr. 25'582.--. 

Für die Frage der Arbeitsfähigkeit könne insbesondere auf das SIVM-

Gutachten vom 26 Juni 2008 (inkl. Ergänzung vom 27.01.2009) abgestellt 

werden. Der berufliche Massnahmebericht der EVAL der Klinik … vom 27. 

Februar 2009 vermöge das SIVM-Gutachten nicht zu erschüttern, würden 

doch deren Abklärungen nicht auf einer medizinisch-theoretischen 

Einschätzung beruhen, sondern im Wesentlichen auf die subjektive 

Überzeugung der Versicherten selbst abstellen. In Bezug auf den Entscheid 

des KIGA beziehungsweise des ärztlichen Berichtes von Dr. med. … vom 21. 

Januar 2008 sei festzuhalten, dass sich diese klar zur arbeitslosenrechtlichen 

Vermittlungsfähigkeit äussern würden, weshalb sie – entgegen der Ansicht 

der Versicherten – die Erkenntnisse aus dem SIVM-Gutachten ebenfalls nicht 

erschüttern könnten. Schliesslich könne auch nicht auf die hausärztliche 

Stellungnahme von Dr. med. … vom 13. August 2009 abgestellt werden, 

zumal sich der Hausarzt ausschliesslich auf den beruflichen 

Massnahmebericht der EVAL der Klinik … abstütze und er sich entsprechend 

nicht mit dem SIVM-Gutachten auseinandergesetzt habe. 

7. Gegen diese Verfügung reichte die Versicherte am 14. Mai 2010 beim 

Verwaltungsgericht von Graubünden Beschwerde ein. Darin beantragte sie 

die Aufhebung der Verfügung betreffend IV-Rente ab dem 1. Dezember 2007 

und gesetzliche Leistungen nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von 

mindestens 50% rückwirkend ab dem 1. Dezember 2007 zuzüglich 5% Zins. 

Die Beschwerdeführerin rügte – unter Hinweis auf die beruflichen 

Abklärungen der EVAL der Klinik … vom 27. Februar 2009 – die Annahme 

einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Die sich widersprechenden 

Berichte der SIVM und der EVAL … hätten die IV-Stelle zumindest dazu 

veranlassen müssen, das SIVM mit den Erkenntnissen der EVAL … zu 

konfrontieren, zumal sich das SIVM schon einmal von der Annahme einer 

100%-igen zu einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit habe korrigieren müssen. 

Hinzu komme, dass vier Stunden pro Tag zumutbare Arbeit nicht einer 50%-

igen Arbeitsfähigkeit entsprechen würden. Schliesslich rügte die 

Beschwerdeführerin auch das zugrunde gelegte Valideneinkommen. Dieses 

weiche um 8% vom LSE-Tabellenlohn ab, was eine Parallelisierung 

erforderlich mache. 

8. Mit Vernehmlassung vom 17. Juni 2010 beantragte die IV-Stelle die 

Abweisung der Beschwerde und verwies primär auf die angefochtene 

Verfügung, an welcher sie vollumfänglich festhalte. Ergänzend führte sie aus, 

dass die Gleichsetzung einer Leistungsfähigkeit von vier Stunden pro Tag mit 

einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit durch die Gutachter des SIVM nicht zu 

beanstanden sei. Es könne die Tatsache berücksichtigt werden, dass bei 

einem durchschnittlichen Arbeitstag von ca. 8.5 Stunden zwei Pausen von 15 

Minuten inbegriffen seien, was einer Nettoarbeitszeit von 8 Stunden 

entspreche. Auch könne – entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin 

– keine Rede davon sein, dass das von der IV-Stelle aufgewertete 

tatsächliche Einkommen im Branchenvergleich unterdurchschnittlich sei. Eine 

Parallelisierung sei daher nicht angezeigt. 

9. In ihrer Replik vom 14. Juli 2010 bekräftigte die Beschwerdeführerin nochmals 

ihren Standpunkt. Neu brachte sie vor, dass sich das SIVM-Gutachten nur zur 

unfallkausalen Arbeitsfähigkeit äussere. Die diagnostizierte 

Schmerzverarbeitungsstörung sei nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

eingeflossen. 

10. In der Duplik vom 5. August 2010 führte die IV-Stelle aus, dass im SIVM-

Gutachten die Arbeitsfähigkeit gesamthaft betrachtet eingeschätzt und 

differenziert dazu Stellung genommen worden sei. Die Beschwerdeführerin 

sei im Rahmen des SIVM-Gutachtens psychiatrisch abgeklärt worden. Dabei 

hätten sich die Gutachter auch zur Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht 

geäussert.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften der Parteien wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung der IV-Stelle 

vom 14. April 2010. Streitig und zu prüfen ist die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und insbesondere das seitens der IV-

Stelle angewandte Valideneinkommen und damit einhergehend die 

Feststellung des Invaliditätsgrades beziehungsweise des Rentenanspruches 

ab dem 1. Dezember 2007.

2. Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) die durch einen körperlichen oder 

geistigen Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG hat eine 

Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens 70%, auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn 

sie mindestens 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens 40% 

invalid ist. Für die Bestimmung des IV-Grades wird gemäss Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3. a) Vorweg zu prüfen, ist die strittige Frage nach dem hypothetischen 

Invalideneinkommen, beziehungsweise die für die Bemessung des 

Invalideneinkommens entscheidende Frage, welche Arbeitsleistung die 

Beschwerdeführerin seit dem 1. Dezember 2007 noch erbringen kann. Von 

der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird der Umstand, dass die 

Vorinstanz zur Berechnung des Invalideneinkommens auf die Lohntabelle der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung, Basis 2006, Anforderungsniveau 4 

(einfache und repetitive Tätigkeiten), weiblich, abgestellt hat.

b) Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, sind die 

Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte auf Unterlagen 

angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 

Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. 

Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch 

zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99; 125 V 256 E. 4 S. 261). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 

für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahmen der Berichte oder Gutachten, sondern deren Inhalt (BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 478 S. 345 E. 

5.1).

c) Zur Beurteilung der seit dem 1. Dezember 2007 verbliebenen Arbeitsfähigkeit 

der Versicherten liegen dem Gericht folgende massgeblichen Arztberichte 

und Gutachten vor, die sich wie folgt zu der verbleibenden Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin äussern:

• Interdisziplinäres Gutachten des SIVM vom 26. Juni 2008 mit Ergänzung 

vom 27. Januar 2009:

Die behandelnde Fachärztin für Orthopädie diagnostizierte ein 

Myofasziales Schmerzsyndrom des rechten Schulter-, Nacken- und 

Armbereichs bei Status nach Kontusion des rechten Ellbogens und 

Kontusion des Nervus ulnaris rechts, Status nach 

Vorverlagerungsoperation des Nervus ulnaris. Aus neurologischer Sicht 

wurde ein chronisches rechtsseitiges zervikobrachiales und zephales 

Zervikalsyndrom festgestellt. Der behandelnde Psychiater diagnostizierte 

eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54). Auf die Frage nach der 

Arbeitsfähigkeit, erkannten die Gutachter, dass unfallkausal eine volle 

Arbeitsfähigkeit besteht, da keine wahrscheinlichen, somatisch 

begründeten Unfallfolgen vorliegen würden. Hingegen kamen die 

Gutachter zum Schluss, dass unter Berücksichtigung sämtlicher heute 

vorliegenden Beschwerden die Versicherte in der angestammten 

Tätigkeit als Buffet-Service-Mitarbeiterin nicht mehr arbeitsfähig sei. Unter 

detaillierter Angabe, welche Tätigkeiten der Versicherten heute noch 

zugemutet werden könnten, hielten die Gutachter fest, dass die 

Versicherte in einer solchen angepassten Tätigkeit und aufgrund der 

somatischen Beschwerden vier Stunden pro Tag arbeiten könne. Allein 

aus psychiatrischer Sicht könnten der Versicherten unter Beachtung 

allfälliger körperlicher Limitationen alle Tätigkeiten vollumfänglich 

zugemutet werden. Insgesamt hielten die Gutachter fest, dass in einer 

angepassten Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit der Versicherten 

bestehe.

• Beruflicher Massnahmebericht vom 27. Februar 2009 des EVAL der Klinik 

…:

Gemäss den beiden Berichterstattern des EVAL, Frau …, Bereichsleitung 

Elektrotechnik/Elektronik und Herr …, Dipl. Sozialpädagoge HFS, Leiter 

EVAL, hatte die Versicherte – wegen der starken Schmerzen in beiden 

Armen – bereits bei leichtesten Tätigkeiten Mühe gehabt, diese 

auszuführen. Generell hätten die Schmerzen im Zentrum gestanden und 

sie hätten sich im Verlauf der beruflichen Massnahmen verstärkt. Zur 

Leistungsfähigkeit der Versicherten hielten die Berichterstatter fest, dass 

diese massiv eingeschränkt und momentan in der freien Wirtschaft nicht 

verwertbar sei. 

• Beurteilung Dr. med. …, RAD Ostschweiz, vom 10. Oktober 2008 und 

vom 9. Juni 2009 im Case Report vom 22. April 2010:

In ihrer Abschlussbeurteilung vom 10. Oktober 2008 nahm Dr. … zum 

interdisziplinären Gutachten des SIVM Stellung und hielt fest, dass das 

Gutachten zwar primär zuhanden der Unfallversicherung erstellt worden 

sei und zwischen unfallbedingten und unfallfremden Beschwerden 

differenziere. Es enthalte aber auch eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit/-

unfähigkeit aufgrund sämtlicher Beschwerden. Daher könne auf diese 

Beurteilung und entsprechend auf die 50%-ige Arbeitsfähigkeit in 

angepasster Tätigkeit abgestellt werden. In Bezug auf die Einschätzung 

der berufspraktischen Arbeitsfähigkeit der EVAL der Klinik … hielt Dr. … 

am 9. Juni 2009 fest, dass diese Beurteilung nicht auf der medizinisch-

theoretischen Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit beruhe. 

Vielmehr stelle sie im Wesentlichen auf die subjektive Überzeugung der 

Versicherten selbst ab, welche aufgrund der bekannten Beschwerden das 

Bild vermittle, nicht einsatzfähig zu sein.

• Stellungnahme zum Vorbescheid der IV-Stelle von Dr. med. … vom 13. 

August 2009:

In seiner Stellungnahme hielt Dr. med. … fest, dass der Bericht der EVAL 

der Klinik … vom 27. Februar 2009 die Belastbarkeit der Versicherten – 

auch bei sehr geringen körperlichen Anstrengungen – als sehr gering 

bewertet habe. Eine Integration in einen Arbeitsprozess sei demnach 

nicht möglich. Berufliche Perspektiven und eine Aussicht auf Steigerung 

der Leistungsfähigkeit würden nicht bestehen. Das im Vorbescheid der 

IV-Stelle attestierte Einkommen mit Behinderung von Fr. 25'582.-- könne 

die Versicherte nicht erzielen.

d)  In Würdigung der soeben erwähnten Berichte ist das Gericht zur 

Überzeugung gelangt, dass es inhaltlich keine triftigen Gründe gibt, nicht auf 

das umfassende und schlüssige Gutachten des SIVM vom 26. Juni 2008, 

beziehungsweise auf die Ergänzung des Gutachtens des SIVM vom 27. 

Januar 2009 abzustellen. Die Untersuchung der Beschwerdeführerin erfolgte 

im Rahmen einer persönlichen, zweitägigen Abklärung (24. April und 25. April 

2008) in orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht mit 

jeweils eigenen Teilgutachten. Darin wurden sämtliche Beschwerden der 

Beschwerdeführerin abgeklärt und beurteilt. Da das Gutachten ursprünglich 

für die Unfallversicherung SWICA erstellt wurde, haben sich die Gutachter mit 

der Frage der Unfallkausalität auseinandergesetzt und entsprechend die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gesamthaft beurteilt. Wie oben 

dargelegt, gelangten die Gutachter zum Schluss, dass unfallkausal eine volle 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten bestehe. Unter Berücksichtigung sämtlicher 

heute bestehender Beschwerden sei die Versicherte hingegen in der 

angestammten Tätigkeit zu 100% und in einer adaptierten Tätigkeit zu 50% 

arbeitsunfähig. Angesichts dessen ist die Kritik der Beschwerdeführerin – das 

Gutachten spreche sich nur zur unfallkausalen Arbeitsfähigkeit aus – nicht 

nachvollziehbar. Es kann ohne Weiteres auf die Feststellungen im SIVM-

Gutachten abgestellt werden. Wie Dr. … in ihrer Stellungnahme vom 9. Juni 

2009 zu Recht feststellte, wurde die zumutbare Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten durch die EVAL der Klinik … – im Gegensatz zum SIVM-

Gutachten – nicht medizinisch-theoretisch eingeschätzt. Vielmehr wurde in 

diesem Bericht im Wesentlichen auf die subjektive Überzeugung der 

Beschwerdeführerin selbst, nicht einsatzfähig zu sein, abgestellt. Damit wird 

deutlich, dass der berufliche Massnahmebericht der EVAL der Klinik … die 

medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das SIVM-Gutachten 

nicht zu erschüttern vermag. Gleiches gilt auch in Bezug auf die 

Stellungnahme des Hausarztes Dr. med. … vom 13. August 2009. Er gelangte 

– allein unter Bezugnahme auf den Bericht der EVAL der Klinik … – zur 

Ansicht, dass die Versicherte das von der IV-Stelle berechnete 

Invalideneinkommen nicht erzielen könne. Eine eingehende Begründung oder 

eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem SIVM-Gutachten fehlte in seinem 

Bericht. 

Die Beschwerdeführerin rügt des Weiteren, dass vier Stunden pro Tag 

zumutbare Arbeit nicht einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit entsprechen würden, 

wenn gleichzeitig bei einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit von 8.2 Stunden pro 

Tag ausgegangen werde. Vorweg ist festzuhalten, dass das SIVM in seinem 

Gutachten vom 26. Juni 2008, S. 33, Ziffer 13.3, letzter Absatz – in Bezug auf 

die 100%-ige Arbeitsfähigkeit oder 8.2 Stunden pro Tag – klarerweise ein 

Schreibfehler unterlaufen ist, was sich allein schon aus dem Gutachten selbst 

ergibt. Tatsächlich ist einige Zeilen vorher zu lesen: „Frau … kann Tätigkeiten, 

die diese Vorgaben berücksichtigen, zu vier Stunden pro Tag ausführen“. In 

diesem Gutachten ist zudem diverse Male die Rede von der 50%-igen 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dass sich die Gutachter betreffend 

diesem Punkt tatsächlich verschrieben haben, ergibt sich im Übrigen mit aller 

Deutlichkeit aus der Ergänzung des SIVM vom 27. Januar 2009 auf Seite 4. 

Darin wird der fragliche Absatz gestrichen und wie folgt korrigiert: „In einer 

angepassten Tätigkeit, wie oben beschrieben, besteht eine 50% 

Arbeitsfähigkeit, d.h. eine angepasste Tätigkeit ist Frau … zu 4 Stunden pro 

Tag zumutbar“. Massgebend ist somit diese korrigierte Beurteilung des SIVM, 

worin eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit mit einer Tätigkeit von vier Stunden pro 

Tag gleichgesetzt wird. Angesichts dessen, dass ein durchschnittlicher 

Arbeitstag 8.5 Stunden dauert und zwei Pausen von je 15 Minuten beinhaltet, 

ist die Berechnung der SIVM (4 Stunden = 50% Arbeitsfähigkeit) vertretbar 

und daher nicht zu beanstanden. Die Kritik der Beschwerdeführerin geht somit 

ins Leere.

e) Dem Gesagten nach ergibt sich, dass dem SIVM-Gutachten vom 26. Juni 

2008 samt Ergänzung vom 27. Januar 2009 volle Beweiskraft zukommt. Die 

von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Argumente vermögen dieses 

nicht zu entkräften. An der festgestellten Höhe der noch verwertbaren 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 50% – und demzufolge am 

berechneten Invalideneinkommen von Fr. 25'582.-- – kann festgehalten 

werden. 

4. a) Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin das für die Ermittlung des 

Invaliditätsgrades angewandte Valideneinkommen. 

Für die Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist entscheidend, 

was die Versicherte im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdient hätte und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. 

Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und 

der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da 

es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1; 

RKUV 2006 U 568 S. 66 E. 2).

Die Beschwerdegegnerin stellte bei Erlass ihrer Verfügung auf das 

Einkommen ab, welches die Beschwerdeführerin bei ihrem letzten 

Arbeitgeber als Buffet-Service-Angestellte erzielt hatte. Dementsprechend 

wurde angenommen, dass sie ein hypothetisches Valideneinkommen 

(aufindexiert für das Jahr 2008) von Fr. 47'081.-- erzielen könnte. Dieses 

Vorgehen ist grundsätzlich nicht zu beanstanden und entspricht der geltenden 

höchstrichterlichen Rechtsprechung.

b) Die Beschwerdeführerin macht nun geltend, die Parallelität der Einkommen 

sei nicht gewährleistet. Die Beschwerdegegnerin habe das zuletzt von ihr 

erzielte Erwerbseinkommen auf zwölf Monate umgerechnet, der Teuerung 

angepasst und sodann diesem Einkommen ein ungekürztes 

Invalideneinkommen gegenüber gestellt. Hierbei habe sie nicht 

berücksichtigt, dass es sich um ein deutlich unterdurchschnittliches 

Valideneinkommen handle, was eine Parallelisierung erforderlich mache. 

Dieser Argumentation kann vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 

nicht gefolgt werden.

c) Die Parallelisierung der Vergleichseinkommen soll dem Umstand Rechnung 

tragen, dass eine versicherte Person bereits aus invaliditätsfremden Gründen 

nur ein unterdurchschnittliches Einkommen erzielen kann; da die 

Invalidenversicherung die invaliditätsbedingte Einkommensbusse versichert, 

sind die invaliditätsfremden Aspekte ausser Acht zu lassen. Eine solche 

Parallelisierung kann praxisgemäss entweder auf Seiten des 

Valideneinkommens durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv 

erzielten Einkommens, durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber 

auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechende 

Herabsetzung des statistischen Werts erfolgen (BGE 134 V 326 E. 4.1 mit 

Hinweisen; SVR 2009 IV Nr. 7 [9C_488/2008] E. 6.1 und 6.4). Gemäss 

Rechtsprechung ist eine Parallelisierung nur vorzunehmen, wenn das 

Valideneinkommen vom branchenüblichen Durchschnitt „deutlich“ abweicht. 

Weicht der tatsächliche erzielte Verdienst mindestens 5% vom 

branchenüblichen Tabellenlohn ab, so ist er deutlich unterdurchschnittlich und 

kann eine Parallelisierung rechtfertigen. Es ist jedoch nur in dem Umfang zu 

parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den 

Erheblichkeitswert von 5% übersteigt (BGE 135 V 297 Erw. 6.1.2 und 3).

d) Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin ist als Vergleichswert - wie 

gesehen - nicht etwa der allgemeine LSE-Tabellenlohn, sondern der 

branchenübliche LSE-Tabellenlohn heranzuziehen. Im konkreten Fall sind 

daher die Zahlen des Gastgewerbes massgebend. Gemäss LSE 2008, 

Tabelle 55 Gastgewerbe, hätte die Beschwerdeführerin im Jahre 2008 im 

Anfoderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) einen Lohn von Fr. 

46’061.60 verdient. Damit wird deutlich, dass das von der Beschwerdeführerin 

auf das Jahr 2008 aufindexierte tatsächliche Einkommen von Fr. 47'081.-- im 

Branchenvergleich keinesfalls unterdurchschnittlich ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht darauf erkannt, dass eine 

Parallelisierung nicht angezeigt ist.  

e) Weiter wendet die Beschwerdeführerin ein, dass beim Valideneinkommen der 

Monatslohn von Fr. 3'800.-- nicht mit zwölf, sondern richtigerweise mit elf hätte 

multipliziert werden müssen, zumal ihr jeweils seitens des Arbeitgebers 

effektiv nur 11 Monatslöhne pro Jahr ausbezahlt worden seien. Inwiefern die 

Beschwerdeführerin aus ihrer Begründung, beziehungsweise Berechnung, 

etwas für sich ableiten möchte, kann nicht nachvollzogen werden. Tatsächlich 

würde sich eine solche Berechnungsmethode – wie dies die 

Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung richtig aufzeigte – klar 

zu ungunsten der Beschwerdeführerin auswirken. 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin beim 

Invalideneinkommen zu Recht von einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin von 50% ausgegangen ist. Da auch gegen das 

vorliegend berechnete Valideneinkommen nichts einzuwenden ist, erweist 

sich die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 14. April 2010 in jeder 

Hinsicht als rechtens, was zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der 

Beschwerde führt. 

6. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Aufgrund des Ausganges dieses Verfahrens rechtfertigt es sich 

hier, der unterliegenden Beschwerdeführerin Kosten von Fr. 700.- zu 

überbinden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.