# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4e33580-2dd2-55b4-bb01-0d9e2badfa71
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.09.2018 200 2018 315
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-315_2018-09-04.pdf

## Full Text

200 18 315 IV
LOU/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. September 2018

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. März 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Juli 2016 bei der Invalidenversicherung 
für eine berufliche Integration/Rente an. Bezüglich Art der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung nannte er Depressionen. Er befinde sich aktuell in der 
Klinik C.________ in Behandlung (Antwortbeilage [AB] 5).

Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stellte bzw. Beschwerdegegnerin) nahm 
in der Folge in medizinischer und erwerblicher Hinsicht Abklärungen vor. 
Mit Mitteilung vom 25. August 2016 gewährte sie dem Versicherten als 
Frühinterventionsmassnahme Beratung und Unterstützung zum Erhalt sei-
nes bisherigen Arbeitsplatzes (AB 15). Mit Mitteilung vom 13. Oktober 2016 
übernahm sie für die Zeit vom 17. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 ein 
Jobcoaching durch die Abklärungsstelle D.________ (AB 26) und nachdem 
feststand, dass es zu keinem Verbleib am bisherigen Arbeitsplatz kommen 
wird, gewährte sie dem Versicherten eine Berufsberatung durch 
I.________ (AB 42).

Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 44) beauf-
tragte die IV-Stelle im Juli 2017 Dr. med. E.________, Facharzt für Psych-
iatrie und Psychotherapie, mit einer psychiatrischen Begutachtung des 
Versicherten (AB 51; siehe auch ab 45 und 47). Das entsprechende Gut-
achten datiert vom 4. September 2017 (AB 55.1). 

Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2018 stellte die IV-Stelle dem Versicher-
ten gestützt auf das gemäss RAD (AB 59) schlüssige Gutachten die Ab-
weisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Mangels eines Gesund-
heitsschadens mit invalidisierender Wirkung im Rechtssinne bestehe kein 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung (AB 61).

Nachdem sich der Versicherte hierzu nicht vernehmen liess, verfügte die 
IV-Stelle am 6. März 2018 ihrem Vorbescheid entsprechend die Abweisung 
des Leistungsbegehrens (AB 65).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 3

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
wältin Dr. iur. B.________, am 23. April 2018 Beschwerde mit den Rechts-
begehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien ihm 
berufliche Massnahmen zu gewähren. Zudem sei ihm seit Mai 2017 min-
destens eine Dreiviertelsrente zu gewähren. Eventualiter sei die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Anordnung eines polydiszi-
plinären Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen – unter 
Kostenfolge.

Am 2. Mai 2018 reichte der Beschwerdeführer eigenständig ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege ein. Der zuständige Instruktionsrichter wies ihn 
in der Folge mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2018 darauf hin, 
dass die Korrespondenz mit dem Gericht ausschliesslich über seine 
Rechtsvertreterin zu erfolgen habe und forderte diese zur Einreichung einer 
Stellungnahme und allfälliger Ergänzung auf. 

Mit Eingabe vom 17. Mai 2018 ergänzte die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers dessen Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und er-
suchte gleichzeitig um ihre Beiordnung als unentgeltliche Rechtsvertretung.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 18. Juni 2018 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 
weitere Unterlagen zum uR-Gesuch sowie zum Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers sowie ihre Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 4

Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 6. März 
2018 (AB 65). Streitig und zu prüfen ist ein Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf berufliche Massnahmen sowie eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-

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beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.3 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Be-
weislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). Aus-
gangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. 

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und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. 
Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 
E. 2.1 S. 285). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, 
dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatori-
schen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
anspruchsbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Die Anerkennung eines anspruchsbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand von Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychi-
schen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6). Liegt 
auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 

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S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines anspruchsbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (E. 6 S. 308).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

2.7 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

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Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1). 

Nach der Rechtsprechung kommt den Gutachtern, was die Wahl der Un-
tersuchungsmethoden betrifft, ein weiter Ermessensspielraum zu. Das be-
inhaltet auch die Auswahl der vorzunehmenden fachärztlichen Abklärun-
gen. Es liegt demnach im Ermessen der Gutachter, ob der Beizug weiterer 
Experten notwendig ist oder nicht (Entscheid des BGer vom 30. Januar 
2015, 8C_277/2014, E. 5.2).

2.8 Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein 
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel-
len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan-
delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 
bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil 
die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher In-
terpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Be-
gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2017 IV 
Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

3.

3.1 Gemäss Gutachten von Dr. med. E.________ vom 4. September 
2017 (AB 55.1) leidet der Beschwerdeführer mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichtgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F33.01). Daneben lägen bei ihm ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: 
Z73.0) sowie eine Doppeldepression im Sinne einer rezidivierenden de-
pressiven Störung mit partieller Remission (DSM-5: 296.35; entsprechend 
einer Dysthymia gemäss ICD-10: F34.1) vor (AB 55.1 S. 13). Die Sym-
ptombeschreibung sei differenziert und der Versicherte lasse sich medizi-
nisch behandeln. Eine mangelnde Leistungsbereitschaft und Selbstlimitie-
rung seien nicht anzunehmen. Die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und 

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Routinen, zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, die Flexibi-
lität/Umstellungsfähigkeit sowie die Durchhaltefähigkeit seien jeweils leicht-
gradig eingeschränkt. Die bisherige psychiatrische Therapie sei leitlinienge-
recht und damit adäquat und ausreichend. Es ergebe sich kein Anhalt für 
eine verminderte Therapieadhärenz. Eine stufenweise Wiedereingliederung 
in einer angepassten Tätigkeit beginnend mit einem Zeitpensum von 50% 
und Steigerung um 10% monatlich sei erfolgversprechend und medizinisch 
zumutbar. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten, die Selbstbehauptungsfähigkeit, 
die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten und die Wegefähigkeit seien 
nicht beeinträchtigt und stellten ebenso wie das soziale Netzwerk, die 
Kommunikationsfähigkeit, das Bildungsniveau, die Motivation sowie die 
Therapieadhärenz mobilisierbare Ressourcen dar (AB 55.1 S. 14 f.). Die 
gutachterliche Konsistenzprüfung habe Hinweise auf nicht im geklagten 
Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen ergeben. So bestünden 
Diskrepanzen zwischen den subjektiven Beschwerden und der erkennba-
ren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation. 
Dies sei dadurch bedingt, dass der Versicherte in unbelasteten Situationen 
weitgehend beschwerdefrei sei. Auch bestünden Diskrepanzen zwischen 
der schweren subjektiven Beeinträchtigung und dem weitgehend intakten 
psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung. Dies sei da-
durch bedingt, dass der Versicherte in einem selbstgestalteten Alltag weit-
gehend beschwerdefrei sei (AB 55.1 S. 16). Aus Anamnese, Befund und 
Dokumentation ergebe sich, dass es sich bei den psychischen 
und psychosomatischen Funktionseinschränkungen um Trait-Funktionen 
(= Persönlichkeitseigenschaften) handle. Das heisse, dass die Funktionen 
persönlichkeitsbedingt wahrscheinlich schon länger bestünden und nicht 
erst durch die Krankheit entstanden seien. Allerdings fehlten für die Dia-
gnose einer Persönlichkeitsstörung die entsprechenden Informationen aus 
der Kindheit und Adoleszenz. Bedingt durch die Persönlichkeitsakzentuie-
rung mit narzisstischen Anteilen (ICD-10: Z73.0) neige der Versicherte da-
zu, sich mit anderen zu vergleichen. Dabei erlebe er sich als ungenügend. 
Er habe Schuldgefühle wegen einer ungenügenden Versorgung seiner 
Kinder und ziehe sich zurück. Hierdurch werde ein psychodynamischer 
Circulus vitiosus unterhalten, der dazu führe, dass sich der Versicherte 
immer wieder überfordere (AB 55.1 S. 18 f.). In der angestammten/bisheri-
gen Tätigkeit sei er bis auf weiteres zu 50% arbeitsunfähig. In einer lei-

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densangepassten Tätigkeit sei er seit März 2017 wieder voll arbeitsfähig. 
Arbeiten ohne grosse Entscheidungskompetenz, z.B. handwerkliche Arbei-
ten, mit konstanten Arbeitsabläufen, möglichst eigenem Arbeitsbereich, 
konstanten Arbeitszeiten, ohne Nachtarbeit, ohne Zeitdruck, mit der Mög-
lichkeit zu Rückmeldungen durch den Arbeitsgeber, ohne konfliktträchtige 
soziale Interaktionen seien geeignet. Dies entspreche in etwa der Tätigkeit, 
welche der Versicherte beinahe täglich beim Hausbau seines Kollegen ver-
richte (AB 55.1 S. 18).

3.2 Das Gutachten von Dr. med. E.________ vom 4. September 2017 
(AB 55.1) erfüllt sämtliche der unter Erwägung 2.6 hiervor genannten, von 
der Rechtsprechung an medizinische Expertisen gestellten Anforderungen. 
Es ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseiti-
gen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und ist in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtend und die getätigten Schlussfolgerungen sind begrün-
det. Es erbringt damit grundsätzlich vollen Beweis (E. 2.7 hiervor). Aspekte, 
die vom Gutachter unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären, sind kei-
ne ersichtlich. Solche werden denn auch von der behandelnden Psychiate-
rin in ihrer Stellungnahme vom 6. April 2016 (act. I 9) nicht geltend ge-
macht. Dass diese trotz grundsätzlicher Übereinstimmung mit der gutach-
terlichen Beurteilung dem Beschwerdeführer eine höhere Arbeitsunfähig-
keit attestiert, kann für sich allein nicht als Indiz gegen die Zuverlässigkeit 
des Gutachtens gewertet werden (E. 2.8), zudem ist in diesem Zusammen-
hang auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde 
Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3 sowie Entscheid 
des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

Soweit der Beschwerdeführer die Art der Begutachtung kritisiert, indem er 
geltend macht, es hätte kein mono-, sondern ein polydisziplinäres Gutach-
ten in Auftrag gegeben werden müssen, ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer im April 2017 sowohl über die Art der vorgesehenen Be-
gutachtung als auch die Fachdisziplin, die Gutachterfragen sowie den Na-

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men des Gutachters informiert worden ist (AB 47). Das Kreisschreiben über 
das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) des BSV sieht vor, dass 
Einwände gegen die Art oder den Umfang der Begutachtung oder die Per-
son des Gutachters wie auch Zusatzfragen innert zehn Tagen seit deren 
Mitteilung einzureichen sind und dass diese Frist auf schriftliches Gesuch 
hin verlängert werden kann (Rz. 2076.1 und 2083.2 KSVI). Gemäss BGE 
139 V 349 E. 5.2.3 S. 356 ist gegen diese Regelung grundsätzlich nichts 
einzuwenden, da das Verfahren einfach und rasch bleiben muss. Es wider-
spricht Treu und Glauben, Einwendungen gegen die Art der Begutachtung 
erstmals im Beschwerdeverfahren und unter dem Vorbehalt, dass das Ge-
richt gestützt auf das Gutachten nicht zum gewünschten Ergebnis kommt 
(vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 2), zu erheben, umso mehr, als nicht neue Um-
stände geltend gemacht werden, die eine andere Art der Begutachtung 
angezeigt erscheinen liessen. Denn die Einschränkungen beim Beschwer-
deführer sind gemäss den medizinischen Akten wie auch der Einschätzung 
des Beschwerdeführers selbst (vgl. AB 30) im Wesentlichen psychisch 
bzw. psychosomatisch bedingt (siehe AB 16 S. 2 und 6, AB 22, AB 35 ins-
besondere S. 3, AB 38 S. 3, AB 44 S. 6, AB 55.1 S. 16, AB 68 S. 31). Nur 
so lässt sich erklären, dass der Beschwerdeführer in psychisch unbelaste-
ten Situationen auch von Seiten der Rücken- und Schulterschmerzen weit-
gehend beschwerdefrei ist (vgl. AB 55.1 S. 16). An dieser Beurteilung än-
dert der nach Erlass der angefochtenen Verfügung erstellte Bericht des 
Neuro- und Wirbelsäulenzentrums Zentralschweiz vom 15. Mai 2018 (Be-
schwerdebeilage [BB] 10) nichts, zeigten sich doch auch dort anlässlich der 
klinischen Untersuchung keine relevanten funktionellen Einschränkungen 
seitens des Bewegungsapparats. Die bildgebenden Befunde einer doch 
fortgeschrittenen Degeneration insbesondere der unteren Lendenwir-
belsäule sagen für sich nichts über die Genese der geklagten Rücken-
schmerzen aus, während der klinische Befund wie auch der Verlauf zumin-
dest bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 6. März 2018 
(AB 65) klar für eine primär psychische bzw. psychosomatische Genese 
sprechen. Bei dieser Ausgangslage ist in Übereinstimmung mit dem RAD-
Arzt Dr. med. F.________ (AB 44 S. 6) wie auch dem psychiatrischen Gut-
achter Dr. med. E.________ (AB 55.1) nicht zu beanstanden, dass eine 
rein psychiatrische Begutachtung stattgefunden hat und keine weiteren 
Fachdisziplinen beigezogen wurden (vgl. E. 2.7 hiervor). Etwas anderes 

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wird denn auch von Seiten der behandelnden Ärzte nicht geltend gemacht. 
Der medizinische Sachverhalt erweist sich als rechtsgenüglich abgeklärt. 

3.3 Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. E.________ ist erstellt, 
dass beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig leichtgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F33.01), eine Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen 
(ICD-10: Z73.0) sowie eine Doppeldepression im Sinne einer rezidivieren-
den depressiven Störung mit partieller Remission (DSM-5: 296.35; ent-
sprechend einer Dysthymia gemäss ICD-10: F34.1) vorliegen, wobei der 
Gutachter der Persönlichkeitsakzentuierung mit narzisstischen Anteilen 
(ICD-10: Z73.0) wie auch der Doppeldepression bzw. Dysthymia (ICD-10: 
F34.1) keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt hat, was nicht 
zu beanstanden ist. Akzentuierte Persönlichkeitszüge stellen keine Erkran-
kung im Sinne der anerkannten internationalen Klassifikationssysteme dar. 
Bei den Z-Kodierungen handelt es sich um Faktoren, die den Gesundheits-
zustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens 
führen. Die Kategorien Z00 – Z99 sind für Fälle vorgesehen, in denen 
Sachverhalte als „Diagnosen“ oder „Probleme“ angegeben sind, die nicht 
als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien 
A00 – Y89 klassifizierbar sind. Sie fallen als solche nicht unter den Begriff 
der invaliditätsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung. Die beim 
Beschwerdeführer diagnostizierte Persönlichkeitsakzentuierung mit nar-
zisstischen Anteilen (ICD-10: Z73) stellt als Z-codierte Diagnose nach dem 
Dargelegten keine rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung dar (sie-
he SVR 2012 IV Nr. 52 S. 188 E. 3.1 und 3.3). Auch eine Dysthymie, wel-
che nicht zusammen mit anderen Befunden wie etwa einer ernsthaften 
Persönlichkeitsstörung auftritt, kommt nach der Rechtsprechung nicht ei-
nem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich und ist allein so-
mit regelmässig nicht invalidisierend (SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). 
Beim Beschwerdeführer konnte keine eigentliche Persönlichkeitsstörung 
diagnostiziert werden. Entsprechend kommt der bei ihm diagnostizierten 
Dysthymie ohne weiteres keine invalidisierende Wirkung zu. Dies bedeutet 
jedoch nicht, dass die Persönlichkeitsakzentuierung wie auch die Dysthy-
mie als rechtlich bedeutsame Komorbiditäten ausser Betracht fielen (BGE 
143 V 418 E. 8.1 S. 430). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 13

3.4 Der psychiatrische Gutachter hat der beim Beschwerdeführer dia-
gnostizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichtgra-
dige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01) Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt. Nachdem die Diagnose auch unter dem 
Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält – es 
finden sich keine Anhaltspunkte für Aggravation oder Simulation in den 
Akten – bleibt zu prüfen, ob die gesundheitliche Situation des Beschwerde-
führers eine Invalidität zu begründen vermag, wobei das diesbezügliche 
Prüfungsraster rechtlicher Natur ist (vgl. E. 2.4 hiervor).

Eine schwere Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome 
ist vorliegend klar zu verneinen. Im Zeitpunkt der Begutachtung lag hin-
sichtlich Affektivität lediglich eine subdepressive Mittellage mit verminderter 
Schwingungsfähigkeit vor (AB 55.1 S. 10). Entsprechend diagnostizierte 
der Gutachter im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung denn 
auch nur eine leichtgradige Episode (AB 55.1 S. 13). Ein definitives Schei-
tern einer lege artis mit optimaler Kooperation durchgeführten Therapie ist 
ebenfalls zu verneinen. Zwar bezeichnet der Gutachter die ambulanten und 
stationären Möglichkeiten als ausgeschöpft. Die bisherige psychiatrische 
Therapie sei leitliniengerecht und damit adäquat und ausreichend. Da der 
Verlauf der Erkrankung nicht vorhersehbar sei, könne ein exakter Zeitpunkt 
für einen versicherungsmedizinisch relevanten Wirkungseintritt nicht festge-
legt werden. Eine erneute Beurteilung werde nach zwei Jahren leitlinienge-
rechter Therapie empfohlen (AB 55.1 S. 15). Der Gutachter geht somit von 
einer positiven Prognose bzw. einer mittel- bis langfristigen Wirksamkeit 
der Therapie aus. Dies deckt sich mit der Beurteilung der behandelnden 
Psychiaterin Dr. med. H.________ in ihrem Bericht vom 21. Februar 2017, 
wonach grundsätzlich von einer positiven Prognose bei aber vermutlich 
längerem Verlauf auszugehen sei (AB 35 S. 2), wie auch mit der Erfahrung 
des Beschwerdeführers anlässlich der teilstationären Therapie in der Pri-
vatklinik C.________ vom 20. Juni bis 9. September 2016, die zu einer 
vorübergehenden vollständigen Remission der depressiven Symptomatik 
führte (AB 22 S. 6). Auch der Indikator „Komorbiditäten“ spricht nicht gegen 
die Überwindbarkeit der psychischen und psychosomatischen Einschrän-
kungen. Werden als Komorbiditäten vorliegend sowohl die vom Beschwer-
deführer geklagten Rücken- und Schulterschmerzen (AB 55.1 S. 8) als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 14

auch die akzentuierten Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen und 
die Dysthymie (AB 55.1 S. 13) berücksichtigt, sprechen diese nicht gegen 
eine vollständige Arbeitsfähigkeit, da der Beschwerdeführer in unbelasteten 
Situationen bzw. in einem selbstgestalteten Alltag weitgehend beschwerde-
frei ist (vgl. AB 55.1 S. 16), abgesehen davon, dass ein wesentlicher Teil 
der Rücken- und Schulterschmerzen bei dieser Ausgangslage nicht als 
eigenständige Komorbidität, sondern als Teil der depressiven Episode zu 
betrachten ist (vgl. AB 55.1 S. 16). Wie der Gutachter in Übereinstimmung 
mit der behandelnden Psychiaterin festhält, verfügt der Beschwerdeführer 
über zahlreiche mobilisierbare Ressourcen. So ist er in der Kontaktfähigkeit 
zu Dritten wie auch in der Selbstbehauptungsfähigkeit nicht eingeschränkt, 
die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten und die Wegefähigkeit sind 
nicht beeinträchtigt und stellen ebenso wie das soziale Netzwerk, die 
Kommunikationsfähigkeit, das Bildungsniveau, die Motivation und die The-
rapieadhärenz mobilisierbare Ressourcen dar (AB 55.1 S. 15; siehe auch 
AB 35 S. 2). Ich-Störungen wie auch eine eigentliche Persönlichkeitss-
törung liegen nicht vor (AB 55.1 S. 10 und 13). Auch der geschilderte Ta-
gesablauf (AB 55.1 S. 7) und der soziale Kontext mit einem Freundeskreis 
bestehend aus drei Kollegen, regelmässigem Kontakt zu seinen Kindern 
und zu seiner Freundin, mit der er über alltägliche Dinge und über Gefühle 
und Probleme sprechen kann, lassen nicht auf eine erhebliche funktionelle 
Einschränkung durch die depressive Störung schliessen. Hinsichtlich Kon-
sistenz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in den Alltags- und 
Freizeitaktivitäten nicht erheblich eingeschränkt ist (vgl. AB 55.1 S. 7). 
Auch wenn er früher noch aktiver gewesen sein mag und mit dem Gutach-
ter (AB 55.1) von einem leicht- bis mittelgradigen Leidensdruck auszuge-
hen ist, kann der rezidivierenden depressiven Störung des Beschwerdefüh-
rers nach dem Dargelegten in Würdigung der massgebenden Indikatoren 
gemäss BGE 141 V 281 vorliegend keine invalidisierende Wirkung zuer-
kannt werden. Die angefochtene Verfügung vom 6. März 2018 (AB 65) ist 
somit nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzu-
weisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 15

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten sind vorliegend auf Fr. 800.-- festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem unterliegenden 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

4.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um unent-
geltliche Rechtspflege.

4.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

4.3.2 Aufgrund der zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege einge-
reichten Unterlagen (act. IA) ist die Prozessbedürftigkeit des Beschwerde-
führers erstellt. Seine Rechtsbegehren waren nicht von vornherein aus-
sichtslos und aufgrund der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse war 
eine anwaltliche Verbeiständung im vorliegenden Beschwerdeverfahren 
gerechtfertigt. Die Voraussetzungen zur Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verbeiständung im Beschwerdeverfahren sind damit 
erfüllt. Das Gesuch ist somit gutzuheissen. Der Beschwerdeführer ist folg-
lich – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilpro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 16

zessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungspflicht betreffend die Ver-
fahrenskosten zu befreien (Art. 113 VRPG) und ihm ist Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen.

4.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Rechtsanwältin B.________ macht in ihrer Kostennote mit Datum vom 
1. April 2018 einen zeitlichen Aufwand von 17.7 Stunden und dabei ein 
Honorar von Fr. 4‘675.-- zuzüglich Fr. 54.60 Auslagen, somit total 
Fr. 4‘729.60, geltend. Dieser Aufwand erscheint mit Blick auf andere, be-
züglich des objektiv erforderlichen Prozessaufwands, der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses vergleichbare Verfahren 
als zu hoch. Dabei ist insbesondere festzustellen, dass hinsichtlich des 
aufgeführten Zeitaufwands für Telefonate und Korrespondenz mit einem 
Dr. G.________ von einem solchen keine Unterlagen in den Akten liegen, 
dass die Rechtsvertreterin – wie sie selber einräumt – die Unterlagen zum 
vom Beschwerdeführer selbst eingereichten uR-Gesuch nicht durchgelesen 
und in der Folge mangelhafte Eingaben gemacht hat und diese deshalb zu 
korrigieren hatte und dass sie für das Aktenstudium und die Beschwerde 
einen nicht gebotenen Zeitaufwand von 12.5 Stunden geltend macht, je-
doch faktisch 13.5 Stunden in Rechnung stellte. In Würdigung der gesam-
ten Umstände ist im vorliegenden Verfahren von einem objektiv gebotenen 
und damit zu entschädigenden Zeitaufwand von insgesamt 14 Stunden 
auszugehen. Der tarifmässige Parteikostenersatz von Rechtsanwältin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 17

B.________ inkl. Auslagen wird folglich auf Fr. 3‘554.60 (Fr. 3‘500.-- Hono-
rar [14 h à Fr. 250.--], Fr. 54.60 Auslagen) und ihre amtliche Entschädigung 
auf Fr. 2‘854.60 (Fr. 2‘800.-- Honorar [14 h à Fr. 200.--], Fr. 54.60 Ausla-
gen) festgesetzt. Mehrwertsteuer hat die Rechtsvertreterin nicht geltend 
gemacht. Die amtliche Entschädigung wird Rechtsanwältin B.________ 
nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. 
Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern diese Kosten entsprechend 
den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird gutge-
heissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3‘554.60 (inkl. Auslagen) festgesetzt. Davon 
wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘854.60 festgesetzte Ent-
schädigung (inkl. Auslagen) vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzah-
lungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Sept. 2018, IV/18/315, Seite 18

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 18. Juni 

2018)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.