# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7718ead-8dc2-59d0-b58f-6a979802f6d3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 23.06.2021 IV 2019/288
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-288_2021-06-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/19

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/288

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2022

Entscheiddatum: 23.06.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2021
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 ATSG: Beweistauglichkeit eines 
psychiatrischen Gutachtens, gemäss dem aufgrund von Inkonsistenzen 
Aussagen zur Diagnostik und Arbeitsfähigkeit nicht möglich sind. Der 
Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni 2021, IV 
2019/288).

Entscheid vom 23. Juni 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-

Studerus und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2019/288

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG, 

Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war gemäss Bericht von Dr. med. B.___, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 20. Dezember 2016 während neun 

Jahren bei ihr in ambulanter Therapie (IV-act. 5). Am 11. April 2016 erfolgte eine 

Erstkonsultation bei Dr. med. C.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

(Bericht vom 12. April 2016, IV-act. 28). Vom 26. Mai bis 2. Juli 2016 war der 

Versicherte in der Psychiatrischen Klinik D.___ (Austrittsbericht vom 28. Juli 2016, IV-

act. 3) und vom 18. Oktober bis 14. Dezember 2016 in der E.___ (Austrittsbericht vom 

15. Dezember 2016, IV-act. 4) in stationärer Behandlung. Die bei Dr. B.___ 

durchgeführte ambulante Psychotherapie wurde am 20. Dezember 2016 abgebrochen 

und der Versicherte wurde zur Weiterbehandlung an das Psychiatriezentrum F.___ 

überwiesen, da eine längere Abwesenheit der Ärztin bevorstand (Bericht vom 

20. Dezember 2016, IV-act. 5). Diagnostiziert bzw. erhoben wurden durch die 

behandelnden Fachärzte im Wesentlichen übereinstimmend eine mittelgradige bzw. 

schwergradige depressive Episode, eine (vorbestehende) generalisierte Angststörung 

sowie auffällige, insbesondere narzisstische Persönlichkeitszüge bzw. eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (vgl. die zitierten Berichte).

A.a. 

Am 26. Januar 2017 meldete sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung 

(IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle wies mit Mitteilung vom 7. März 

2017 das Gesuch um berufliche Massnahmen ab. Da der Versicherte als 

Selbständigerwerbender in der Elektrobranche tätig sei, seien berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zurzeit nicht angezeigt (IV-act. 35).

A.b. 

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Gemäss Arztbericht vom 27. März 2017 (IV-act. 39) und Austrittsbericht vom 

30. Juni 2017 (IV-act. 49-4 ff.) war der Versicherte vom 30. Januar bis 30. März 2017 

erneut in der Psychiatrischen Klinik D.___ hospitalisiert. Es wurden eine generalisierte 

Angststörung, eine gegenwärtig schwere depressive Episode und der Verdacht auf 

eine narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung (kodiert als ICD-10: F60.8) bzw. eine 

narzisstische Persönlichkeitsstörung festgehalten. Bei Austritt wurde eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bis auf Weiteres attestiert (IV-act. 49-4).

A.c. 

Dr. med. G.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im 

Arztbericht vom 26. April 2017 aus, sie behandle den Versicherten seit Dezember 2016. 

Er leide unter einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1), einer 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) sowie einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2) und sei seit Dezember 2016 zu 

100 % arbeitsunfähig bzw. sei ihm seine bisherige Tätigkeit während einer Stunde 

täglich zumutbar (IV-act. 40). Gemäss Arztzeugnis vom 4. September 2017 attestierte 

sie dem Versicherten für den Monat September 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %.

A.d. 

Eine Abklärung vor Ort betreffend Selbständigerwerbende vom 18. September 

2017 ergab eine geltend gemachte Einschränkung von 84 %. Der Versicherte gab an, 

seit Mai 2016 sei er nicht mehr in der Lage, auf Baustellen zu arbeiten. Diese 

Verantwortung und Wahrung der Geschäftsinteressen auf den Baustellen habe der 

Stiefvater seiner Ehefrau übernommen. Er verrichte gewöhnlich nachmittags während 

bis zwei Stunden administrative Arbeiten. Sein Ziel sei, im Sommer 2018 wieder 

einigermassen fit zu sein und wieder voll arbeiten zu können (Abklärungsbericht vom 

27. September 2017, IV-act. 47). Dr. G.___ führte im Verlaufsbericht vom 23. März 2018 

aus, es seien immer noch ängstlich-depressive Symptome vorhanden. Der Versicherte 

verrichte aktuell während zwei Stunden administrative Arbeiten und fühle sich danach 

sehr erschöpft. Zurzeit bestehe in der bisherigen und in einer ideal adaptierten Tätigkeit 

eine Arbeitsfähigkeit von 20 % (IV-act. 49-1 ff.). Im Verlaufsbericht vom 30. Juli 2018 

gab sie keine Arbeitsfähigkeitsschätzung ab und empfahl eine Begutachtung (IV-

act. 58). Der RAD-Arzt J.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in 

seiner Stellungnahme vom 3. August 2018 aus, der lange Verlauf der depressiven 

Episode ohne eine Remission trotz leitliniengerechter medikamentöser antidepressiver 

Behandlung und mehrmaliger stationärer Behandlung sei aus 

A.e. 

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versicherungsmedizinischer Sicht zu hinterfragen. Die Diskrepanz zwischen der durch 

die Psychiatrische Klinik D.___ attestierten Arbeitsfähigkeit von 50 % und der anlässlich 

der Abklärung an Ort und Stelle geltend gemachten Einschränkung von 84 % sei nicht 

nachvollziehbar (IV-act. 64).

Im psychiatrisch-neuropsychologischen Gutachten vom 4. März 2019 (Dr. med. 

H.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. phil. I.___, Fachpsychologe 

Neuropsychologie; Untersuchungen 27. November 2018 und 15. Februar 2019; IV-

act. 71) kamen die Gutachter zusammenfassend zum Schluss, eine Diagnostik und 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich, da sie zuverlässige Angaben 

voraussetzten, die aufgrund vorhandener Inkonsistenzen vor allem in der 

neuropsychologischen Begutachtung nicht vorhanden seien (IV-act. 71-51 ff.). Dies 

bedeute jedoch nicht, dass der Versicherte sicherlich gesund sei und keinerlei 

Einschränkungen bestünden (IV-act. 71-56).

A.f. 

Der RAD-Arzt J.___ legte in seiner Stellungnahme vom 23. Mai 2019 dar, 

zusammenfassend sei die gutachterliche Beurteilung aus versicherungsmedizinischer 

Sicht plausibel und nachvollziehbar. Es sei nicht möglich, medizinisch-theoretisch zu 

beurteilen, ob ein dauerhafter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliege und ob und in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit des 

Versicherten eingeschränkt sei (IV-act. 72).

A.g. 

Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2019 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens um Rente (IV-

act. 74). Innert erstreckter Frist (vgl. IV-act. 80 ff., 86) liess der Beschwerdeführer mit 

begründetem Einwand vom 29. August 2019 vorbringen, da der Gutachter zum 

Ergebnis gelangt sei, keine Diagnose stellen und keine Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit vornehmen zu können, hätte sich die Erhebung von Fremdanamnesen 

aufgedrängt. Er leide an einer chronifizierten und jahrelangen Spielsuchtproblematik 

und an den Folgen einer Kindheit ohne Liebe und Geborgenheit, was in der Psychiatrie 

eine grosse Bedeutung und Rolle spiele (IV-act. 88).

A.h. 

Der RAD-Arzt J.___ äusserte sich am 16. September 2019, aus dem Einwand gehe 

kein neuer medizinischer Sachverhalt hervor, der dem Gutachter nicht bekannt 

A.i. 

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B.  

gewesen sei oder von ihm nicht gewürdigt worden sei. Die Spielsuchtproblematik und 

die Kindheitserlebnisse stellten aus versicherungsmedizinischer Sicht keinen 

dauerhaften Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit dar (IV-

act. 90).

Der Rechtsdienst der IV-Stelle führte in seiner Stellungnahme vom 30. September 

2019 aus, der Gutachter halte fest, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 

einer Aggravation auszugehen sei. Damit falle eine versicherte Gesundheitsschädigung 

ausser Betracht und ein Rentenanspruch sei ausgeschlossen. Eine erneute 

Begutachtung sei nicht angezeigt. Die vom Rechtsvertreter gerügte behauptete kurze 

Explorationsdauer sowie das Nichteinholen von Fremdanamnesen ändere an der 

Beweiskraft des Gutachtens nichts, zumal es im pflichtgemässen Ermessen des 

Gutachters liege, wie viel Zeit er für die Exploration in Anspruch nehme und ob er das 

Einholen einer Fremdanamnese für notwendig erachte (IV-act. 91).

A.j. 

Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Zur Begründung führte sie aus, aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung sei es dem 

Gutachter nicht möglich gewesen, zu beurteilen, ob ein Gesundheitsschaden mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Dies sei aus versicherungsmedizinischer 

Sicht plausibel und nachvollziehbar. Ebenfalls spreche die gezeigte und beschriebene 

Aktivität im Alltag gegen eine invalidisierende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In 

erneuten Stellungnahmen des RAD und des Rechtsdienstes sei festgehalten worden, 

dass aus dem Einwand kein neuer medizinischer Sachverhalt hervorgehe, der dem 

Gutachter nicht bereits bekannt gewesen sei oder von ihm nicht gewürdigt worden sei. 

Aus juristischer Sicht erfülle das Gutachten vom 27. November 2018 die 

bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische 

Entscheidungsgrundlage. Der Gutachter halte fest, dass mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer Aggravation auszugehen sei. Damit falle eine versicherte 

Gesundheitsschädigung und ein Rentenanspruch ausser Betracht. Eine erneute 

Begutachtung sei nicht angezeigt (IV-act. 92).

A.k. 

Mit Beschwerde vom 29. Oktober 2019 beantragt A.___ (fortan: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. K. Glavaš, die Verfügung der 

B.a. 

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IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 1. Oktober 2019 unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge aufzuheben und die Streitsache sei einer vertieften Abklärung in 

medizinischer und erwerblicher Hinsicht zu unterziehen, bevor darüber entschieden 

werde. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm mindestens 

eine halbe Rente zu gewähren. Der Gutachter Dr. H.___ habe festgehalten, aufgrund 

der - ausdrücklich bestrittenen - eingeschränkten Mitwirkung des Beschwerdeführers 

sei ihm keine klare Stellungnahme zur Diagnostik und zu Einschränkungen möglich. Die 

Beschwerdegegnerin hätte ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchführen müssen. 

Indem sie uneingeschränkt auf das Gutachten abgestellt habe, habe sie den 

Untersuchungsgrundsatz und die Begründungspflicht verletzt. Angesichts der 

angeblich fehlenden Mitwirkung hätte der Gutachter Fremdanamnesen erheben 

müssen, insbesondere da der Gutachter ausführe, dass der Beschwerdeführer in 

zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen sei. Habe der Gutachter keine Diagnose 

stellen können, habe er auch keine Aggravation feststellen können. Im Gegensatz zu 

Dr. H.___ hätten ihn alle behandelnden Psychiater krankgeschrieben. Der Gutachter 

habe deren Diagnosen unter Vorwand der fehlenden Mitwirkung ignoriert, statt den 

Auftrag zurückzugeben (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2020 beantragt die Beschwerdegegnerin, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Dr. H.___ habe in seinem Gutachten anhand 

vorliegender Austrittsberichte diverse Inkonsistenzen aufgezeigt. Auch der 

neuropsychologische Gutachter sei zum Schluss gekommen, dass die erbrachten 

Leistungen des Beschwerdeführers nicht dem eigentlichen Leistungspotential 

entsprächen und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Aggravation vorliege. Es 

sei zu Recht von einer Aggravation ausgegangen und ein Rentenanspruch deshalb 

ausgeschlossen worden (act. G 4).

B.b. 

Mit Replik vom 24. Januar 2020 macht der Beschwerdeführer geltend, der 

Gutachter habe eine Aggravation ausdrücklich ausgeschlossen. Diese Feststellung sei 

für die Beschwerdegegnerin verbindlich. Auf die neuropsychologische Abklärung sei 

nicht abzustellen, da solche Untersuchungen manipulierbar seien und die 

Untersuchung nicht in seiner Muttersprache erfolgt sei. Indem die Beschwerdegegnerin 

nicht auf die fachmedizinische Beurteilung abstelle, verstosse sie gegen den 

Untersuchungsgrundsatz und gegen die medizinischen Regeln der Begutachtung. 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

Aufgrund der divergierenden Beurteilung des psychiatrischen und des 

neuropsychologischen Gutachters bezüglich Aggravation sei die Gesamtbeurteilung 

nicht schlüssig und nachvollziehbar, sondern widersprüchlich (act. G 6).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 3. Februar 2020 auf eine Duplik (act. G 8).B.d. 

Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie 

die Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

B.e. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2; 

Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist 

zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden können und sich 

auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427 E. 6). Für 

somatisch unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und 

gleichgestellte Diagnosen), psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen 

und Abhängigkeitserkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren 

mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 145 V 226 E. 6; BGE 143 V 429 E. 7.2; 

BGE 141 V 294 f., E. 3.5 f. und S. 298, E. 4.2).

1.2. 

Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden kann nur gegeben sein, 

wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und soziokulturellen 

1.3. 

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Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch unterscheidbare 

Befunde umfasst. Auch bei einer diagnostizierten Depressionsstörung sind daher das 

Beschwerdebild prägende psychosoziale Belastungsfaktoren bei der Beurteilung, ob 

ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, zu beachten und auszuklammern 

(Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 5.3). Nicht als 

invalidisierend zu berücksichtigen sind gesundheitliche Störungen, die bei intakten 

sozialen Verhältnissen weitgehend entfielen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 

23. Mai 2020, 9C_171/2020, E. 5.1, vom 7. Mai 2019, 9C_740/2018, E. 5.2.1 f., und 

vom 29. Januar 2019, 9C_194/2017, E. 6.3.4 a. E.).

Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Kon­

stellation, die eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur Schmerzausweitung 

und -verdeutlichung hinausgeht, ohne dass das betreffende Verhalten auf eine 

verselbständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre, fällt eine 

versicherte Gesundheitsschädigung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist 

ausgeschlossen. Ob ein Ausschlussgrund gegeben ist, bedarf einer sorgfältigen 

Prüfung auf möglichst breiter Beobachtungsbasis auch in zeitlicher Hinsicht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Oktober 2019, 9C_520/2019, E. 6.1). Das Vorliegen von 

Aggravation führt rechtsprechungsgemäss nicht automatisch zur Verneinung jeglicher 

versicherten Gesundheitsschädigung, sondern nur insoweit, als die 

Leistungseinschränkung auf der Aggravation beruht oder als deren Folge nicht mit 

ausreichender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden kann. Soweit die betreffenden 

Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung 

auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen. 

Sodann bilden Hinweise auf Inkonsistenzen, Aggravation oder Simulation nicht in 

jedem Fall einen Ausschlussgrund, rufen aber jedenfalls nach einer vertiefenden 

Prüfung des funktionellen Schweregrads (Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 

2021, 9C_383/2020, E. 3.2.3, und vom 12. März 2019, 9C_501/2018, E. 5.1). Der 

Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der 

massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein 

stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für 

die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6 a. E.).

1.4. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

1.5. 

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mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund 

eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 

Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des 

Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

1.6. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

1.7. 

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2.

Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die Erkenntnisse der Dres. H.___ und I.___ 

sowie die Einschätzungen des RAD-Arztes J.___ und hält eine IV-rechtlich versicherte 

Gesundheitsschädigung aufgrund der überwiegend wahrscheinlich vorhandenen 

Aggravation für nicht gegeben. Der Beschwerdeführer bemängelt das Gutachten in 

verschiedener Hinsicht und beantragt weitere Abklärungen. Nachfolgend ist zu prüfen, 

ob die medizinischen Akten eine zuverlässige Beurteilung erlauben.

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).

1.8. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

1.9. 

Dr. H.___ erhob die Anamnese, insbesondere die biographischen Angaben, sehr 

detailliert (IV-act. 71-33 ff.; was per se auch bereits für die ausreichende Dauer der 

Untersuchung spricht). Soweit der Beschwerdeführer einwendet, der Gutachter hätte 

Fremdanamnesen erheben müssen, ist dem entgegenzuhalten, dass die Auswahl der 

Untersuchungsmethoden grundsätzlich den Sachverständigen obliegt (Urteile des 

Bundesgerichts vom 23. April 2019, 8C_8/2019, E. 5.2.1, und vom 13. August 2018, 

8C_341/2018, E. 6.1.2).

2.1. 

Der Beschwerdeführer gab im Wesentlichen an, er sei in einer schwierigen 

Situation. Er sei depressiv, könne sich nicht gut konzentrieren, sei schnell müde, 

mache sich viele Gedanken und diese würden sich mischen. Er habe keine Lust zu 

2.2. 

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leben, mit seinen Kindern zu spielen, er gerate in Angst, Panik und Depressionen. Er 

habe auch keine Lust zu arbeiten und das mache ihm noch mehr Angst, weil er nicht 

wisse, wie sein Leben (sein) werde mit drei Kindern und Frau (IV-act. 71-33). Sobald er 

Probleme in der Familie oder im Geschäft habe, würde er sofort zittern, habe sofort 

keine Lust, bekomme sofort Angst und gehe ins Bett. Er sei oft innerlich unruhig. Zum 

Einschlafen brauche er manchmal eine halbe Stunde, manchmal eine Stunde, 

manchmal eineinhalb Stunden. Er erwache jede Nacht und stehe sicher fünfmal auf. 

Dann esse er etwas aus dem Kühlschrank und gehe wieder ins Bett. Tagsüber sei er 

müde und er schlafe auch oft. Sobald er mehr Probleme habe, schlafe er, damit er 

nicht an die Probleme denken müsse (IV-act. 71-39). Er stehe zwischen 10.00 Uhr und 

12.00 Uhr auf, denke nach und lege sich nach dem Mittag wieder hin. Danach mache 

er während einer bis zwei Stunden Büroarbeiten. Er nehme sich immer wieder vor, am 

Nachmittag etwas zu machen, verschiebe es dann aber wieder (IV-act. 71-45). 

Sämtliche Hausarbeiten erledige die Ehefrau. Er würde gerne normal leben und Freude 

haben. Es quäle ihn, dass er seinen Kindern keine Liebe zeigen könne. Wenn er mit 

Kollegen zusammen sei, würde er nur schweigen und nichts sagen. Er habe auch 

Kollegen verloren (IV-act. 71-37). Hobbys habe er nicht. Zum Fernsehen und Lesen 

habe er kein Interesse. Besuche mache und bekomme er nur wenig. Nur in den Ferien 

könne er sich ein wenig von der Arbeit distanzieren. Meistens mache er in seiner 

Heimat Ferien. Seine Mutter habe da ein Haus. Kleider kaufe er nur zweimal im Jahr in 

einem Einkaufszentrum ein. Nach einer Stunde werde er sofort nervös und halte es 

nicht mehr aus (IV-act. 71-46).

Im Befund erhob Dr. H.___ keine Auffälligkeiten bezüglich Aufmerksamkeit, 

Konzentration, Auffassung und Langzeitgedächtnis. Es hätten sich leichte 

Merkfähigkeitsstörungen gezeigt. Die Grundstimmung war etwas zum depressiven Pol 

hin verschoben, die affektive Modulationsfähigkeit war eingeschränkt. Der 

Beschwerdeführer habe eine starke Ambivalenz mit Kopfschmerzen beschrieben, wenn 

er entscheiden müsse. Gelegentlich sei er gereizt, oft ängstlich und die Stimmung sei 

meist schlecht; je nach Situation, wenn er etwas nicht lösen könne, sei die Stimmung 

noch schlechter. Beschrieben worden sei auch eine ausgeprägte Minderung des 

Antriebs, Mimik und Gestik seien aber nicht auffällig gewesen. Weiter habe er 

regelmässige Ein- und Durchschlafstörungen, moderate körperliche 

Begleiterscheinungen der Angst und fehlende Energie beklagt (IV-act. 71-41, 49 f.). 

Eine Diagnosestellung hielt der Gutachter aufgrund fehlender Zuverlässigkeit der 

Angaben des Beschwerdeführers bzw. vorhandener Inkonsistenzen für ausgeschlossen 

(IV-act. 71-52). Sodann hielt er zur Diagnostik fest, gemäss ICD-10 würden sich die 

Diagnosen einer generalisierten Angststörung und eine mittelgradigen depressive 

2.3. 

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Episode gegenseitig ausschliessen (IV-act. 71-51). Der RAD-Arzt J.___ führte in seiner 

Stellungnahme vom 23. Mai 2017 aus, es sei nachvollziehbar, dass es dem Gutachter 

aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht möglich 

gewesen sei, eine psychiatrische Diagnose zu stellen oder zu den Einschränkungen 

Stellung zu nehmen (IV-act. 72-3).

Der Gutachter zeigte folgende Inkonsistenzen auf: In den Austrittsberichten sei 

immer wieder eine Verbesserung beschrieben worden, während der Beschwerdeführer 

selber zur Behandlung in der Schweiz pauschal sage, dass diese überhaupt nichts 

genützt habe, es sei ihm stattdessen immer nur schlechter gegangen sei. Wiederholt 

sei darauf hingewiesen worden, dass der Beschwerdeführer sich nicht auf die 

Behandlung habe einlassen können, stattdessen auf die Medikation fixiert gewesen sei 

und sogar während der stationären Aufenthalte für sein Geschäft gearbeitet habe. 

Dennoch sei er von Dr. G.___ zu diesem Zeitpunkt noch zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben gewesen und habe auch angegeben, dass er nicht mehr im Geschäft 

arbeite (IV-act. 71-52 f.). Auch im Rahmen der aktuellen Untersuchung hätten sich 

Hinweise auf Diskrepanzen und Widersprüche ergeben. So habe der Beschwerdeführer 

angegeben, Arbeitsschritte und beispielsweise das Löschen des Lichts bis zu zehn Mal 

kontrollieren zu müssen, aber erst, nachdem ihm diese Beispiele bei der Evaluation von 

Zwängen aufgezeigt worden seien. Weiter habe er berichtet, sich nur in den Ferien ein 

wenig von der Arbeit distanzieren zu können, andrerseits aber, dass er nur am Tisch im 

Wohnzimmer sitzen und alles verschieben würde (IV-act. 71-54). Schliesslich ergab die 

neuropsychologische Untersuchung, dass verschiedene Auffälligkeiten klar auf 

suboptimales Leistungsverhalten hinweisen würden: Einer der 

Beschwerdevalidierungstests habe hochauffällige Resultate ergeben, in einem weiteren 

entspreche das Resultat genau dem Grenzwert. Die Leistung liege bei einer Aufgabe 

bei mehreren Parametern in einem Bereich, der üblicherweise bei randomisierter 

Testbearbeitung beobachtet werden könne. Die Reaktionszeiten hätten starke 

Schwankungen und eine Verschlechterung gegenüber dem ersten Testdurchgang 

aufgewiesen, was bei authentischen Störungen in der Regel nicht zu erwarten sei. 

Diskrepant zu den vorgängigen Untersuchungen sei am Ende der Untersuchung eine 

Aufgabe zur Erfassung der psychomotorischen Geschwindigkeit durchgeführt worden 

mit durchschnittlichem Resultat. Die Leistung beim Abzeichnen einer Figur sei in 

Anbetracht der Schulbildung und möglicher vorliegender Störungen ungewöhnlich 

deutlich reduziert. Es hätten sich keine Hinweise auf psychische Beschwerden gezeigt, 

welche die beschriebenen Auffälligkeiten erklären könnten. Insgesamt könne man nur 

festhalten, dass der Beschwerdeführer bei dieser Abklärung nicht mitgewirkt hat. Das 

Ausmass von tatsächlich vorliegenden Einschränkungen lasse sich daher nicht sicher 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/19

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festlegen. Negative Antwortverzerrung resp. Aggravation erscheine überwiegend 

wahrscheinlich. Die Kriterien für das wahrscheinliche Vorliegen von suboptimalem 

Leistungsverhalten von Slick et al. (1999) seien erfüllt (IV-act. 71-55 f., 69 ff., 72).

Seitens der behandelnden Fachärzte wurden - wenn überhaupt - lediglich leichte 

kognitive Einschränkungen festgehalten (Austrittsbericht E.___ vom 15. Dezember 

2016, IV-act. 4-2; Bericht Dr. B.___ vom 20. Dezember 2016, IV-act. 5; Austrittsbericht 

Psychiatrische Klinik D.___ vom 22. Juni 2017, IV-act. 49-6; vgl. aber Arztbericht 

Psychiatrische Klinik D.___ vom 27. März 2017, wo Konzentrationsschwierigkeiten 

unter den Funktionsausfällen erwähnt werden, IV-act. 39). Die neuropsychologische 

Abklärung am Psychiatrischen Zentrum K.___ ergab eine psychogen reduzierte mentale 

Effizienz (mentale Verlangsamung, Aufmerksamkeitsstörung und 

Konzentrationsstörung). Es wurde festgehalten, es bestünde eine "ziemlich grosse 

Variabilität der Ergebnisse" (Bericht vom 19. April 2017, IV-act. 55-2 ff.). Auch die 

behandelnde Dr. G.___ berichtete nicht von relevanten kognitiven Einschränkungen 

(vgl. Arztbericht vom 26. April 2017, IV-act. 40-3; Verlaufsberichte vom 23. März 2018, 

IV-act. 49-2, und vom 30. Juli 2018, IV-act. 58-2). Im Austrittsbericht der 

Psychiatrischen Klinik D.___ vom 28. Juli 2016 wurde festgehalten, bei Austritt sei der 

Beschwerdeführer stabilisiert gewesen, namentlich seien über mehrere Wochen keine 

Panikattacken mehr aufgetreten und der Antrieb sei gebessert gewesen; nach wie vor 

vorhanden sei eine Grübelneigung tagsüber (IV-act. 3). In der E.___ minimierten sich 

zunächst die innere Unruhe und Suizidgedanken. Nach der Geburt des dritten Kindes 

habe sich erneut ein Stimmungseinbruch abgezeichnet. Der Beschwerdeführer sei auf 

die medikamentöse Behandlung fokussiert gewesen (Austrittsbericht vom 

15. Dezember 2016, IV-act. 4). Während des Aufenthaltes in der Psychiatrischen Klinik 

D.___ vom 30. Januar bis 30. März 2017 stabilisierte sich die Symptomatik Schritt für 

Schritt. Der Beschwerdeführer habe mehr Antrieb gezeigt und der Grundaffekt habe 

sich aufgehellt. Insgesamt habe sich der Zustand aber lediglich etwas gebessert 

(Austrittsbericht vom 22. Juni 2017, IV-act. 49-4 ff.). Dennoch bezeichnete der 

Beschwerdeführer diese Behandlungen, insbesondere jene in der E.___, als frustran. 

Erst die Behandlung in K.___ habe insoweit eine Besserung gebracht, als er seither im 

zeitlichen Pensum von etwa 20 % für sein Unternehmen administrative Arbeiten 

verrichten könne (vgl. Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D.___ vom 22. Juni 2017, 

IV-act. 49-5; Abklärungsbericht Selbständigerwerbende vom 23. Oktober 2017, IV-

act. 47-1 f.; Gutachten, IV-act. 71-36). Allerdings führte der Beschwerdeführer bereits 

während des stationären Aufenthalts vom 30. Januar bis 30. März 2017 Arbeiten für 

sein Unternehmen aus und liess sich nicht in angeratener Weise auf die Therapie ein 

(Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D.___, vom 22. Juni 2017, IV-act. 49-6). In diesem 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/19

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Zusammenhang führte der RAD-Arzt J.___ bereits in seiner Stellungnahme vom 

3. August 2018 an, der lange Verlauf der depressiven Episode ohne eine Remission 

trotz leitliniengerechter medikamentöser antidepressiver und mehrmaliger stationärer 

Behandlung sei aus versicherungsmedizinischer Sicht zu hinterfragen (IV-act. 64-2). Bei 

Austritt aus der Psychiatrischen Klinik D.___ sei dem Beschwerdeführer eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden (vgl. Austrittsbericht vom 22. Juni 2017, 

IV-act. 49-4), was in nicht nachvollziehbarer Diskrepanz zur anlässlich der Abklärung an 

Ort und Stelle geltend gemachten Einschränkung von 84 % (vgl. Abklärungsbericht 

vom 23. Oktober 2017, IV-act. 47) stehe (IV-act. 64-3). Gegen eine schwere Depression 

sprächen auch die regelmässige Teilnahme des Beschwerdeführers an Glückspielen im 

Ausland und die uneingeschränkte Fähigkeit, mit seinem Auto in sein Heimatland zu 

fahren. Zudem spreche das bewusste mehrwöchige Absetzen von Medikamenten, um 

mit seiner Ehefrau sexuell verkehren zu können, gegen einen entsprechenden 

Leidensdruck (RAD-Stellungnahme vom 23. Mai 2019, IV-act. 72). Weiter fällt auf, dass 

selbst die behandelnde Psychiaterin Dr. G.___ im Arztbericht vom 26. April 2017 

festhielt, sie empfehle Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 40-4), im Verlaufsbericht 

vom 23. März 2018, die Diagnose sei unklar (IV-act. 49-3) und im Verlaufsbericht vom 

30. Juli 2018, es sei eine Begutachtung erforderlich (IV-act. 58-2), obwohl sie noch 

nach dem Klinikaufenthalt in D.___ von Anfang 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

und später von 80 % attestierte.

Der Beschwerdeführer macht geltend, Dr. H.___ habe eine Aggravation 

ausdrücklich ausgeschlossen, während der neuropsychologische Gutachter sie bejaht 

habe. Massgeblich ist, ob und wie der psychiatrische Gutachter die Ergebnisse der 

neuropsychologischen Untersuchung gewürdigt hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 12. November 2019, 8C_605/2019, E. 3.2.2). Vorliegend hat der psychiatrische 

Gutachter das neuropsychologische Teilgutachten visiert (IV-act. 71-73). In seinem 

Gutachten hat er zunächst Ungereimtheiten in der Diagnostik und in den Angaben des 

Beschwerdeführers bzw. den medizinischen Akten aufgezeigt und daran anschliessend 

festgehalten, "ganz eindeutig" habe sich die Situation dann im Rahmen der 

neuropsychologischen Abklärung gezeigt (IV-act. 71-55). Damit ist er den 

Ausführungen des neuropsychologischen Gutachters gefolgt und hat die 

neuropsychologischen Ergebnisse als Hinweis auf eine Aggravation gewertet. Ebenso 

kann der Beschwerdeführer mit seiner Behauptung, die neuropsychologische 

Abklärung habe nicht in seiner Muttersprache stattgefunden, nichts zu seinen Gunsten 

ableiten (act. G 6, S. 3). Denn der neuropsychologischen Beurteilung ist zu entnehmen, 

dass ein Dolmetscher anwesend war (IV-act. 71-64) und die Instruktionen und 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/19

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3.  

Anweisungen übersetzt wurden, obwohl der Beschwerdeführer angab, dass er es auch 

auf Deutsch verstehe (IV-act. 71-68).

Insgesamt entspricht das Gutachten gemäss Gesagtem den von der 

Rechtsprechung geforderten formellen und materiellen Kriterien und es sind keinerlei 

konkreten Anhaltspunkte gegen dessen Zuverlässigkeit vorhanden (vgl. E. 1.6). Somit 

ist den Gutachtern und dem RAD zu folgen, dass Inkonsistenzen bzw. Hinweise auf 

eine Aggravation vorliegen. Ob diese einem invalidenversicherungsrechtlich relevanten 

Gesundheitsschaden im Sinne eines Ausschlussgrundes von vornherein 

entgegenstehen, kann offenbleiben, da ein solcher auch aus weiteren Überlegungen als 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen betrachtet werden muss, 

wie im Folgenden aufzuzeigen ist.

2.7. 

Der Beschwerdeführer schilderte anlässlich der Begutachtung im Wesentlichen, 

ein erstes Mal sei er depressiv geworden, nachdem er im Jahr 2003 nach rund 15 

Jahren seine damalige Stelle in einem metallurgischen Labor verloren habe (IV-

act. 71-40 f.; vgl. auch Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D.___ vom 16. April 2004, 

IV-act. 27). Einmal sei er einfach mit einem Kollegen spielen gegangen. Dabei habe er 

gemerkt, dass es ihm gut gehe und er nicht über die Freundin oder den Job 

nachdenke. Er habe gesehen, dass es ihm gut gehe, wenn er spiele. Mittlerweile sei er 

in der Schweiz und in umliegenden Ländern ausser L.___ gesperrt. Dorthin gehe er nur 

noch spielen, wenn er einen starken Reiz verspüre, das letzte Mal vor einer Woche (IV-

act. 71-42). Nach dem Austritt aus der Klinik habe ein Kollege ihm Elektroarbeiten 

gezeigt. Ab 1. Mai 2004 habe er sich in diesem Bereich (Vorbereitung 

Elektroinstallationen) selbständig gemacht. 2016 sei die Auftragslage nicht gut 

gewesen. Als er erfahren habe, dass die Ehefrau wieder schwanger sei, sei er in eine 

wirklich tiefe Depression gefallen. Nach der stationären Therapie im Mai und Juni 2016 

habe er zu Hause nur noch geweint, gezittert und sich gequält. Im Juni 2017 sei er zu 

einem Arzt in .___ gegangen, welcher ihn medikamentös behandelt habe. Er sei über 

die rasche Wirkung überrascht gewesen. Seit August 2017 erledige er wieder 

administrative Arbeiten im Pensum von 20 % (IV-act. 71-35 ff.). Inzwischen habe er 

Schulden in der Höhe von Fr. 300'000.--, wovon etwa 30 % bis 40 % aus dem 

Glückspiel stammen würden (IV-act. 71-44). Aufgrund dieser Angaben erscheint 

nachvollziehbar, dass sowohl der RAD-Arzt J.___ (Stellungnahme vom 3. August 2018, 

IV-act. 64) als auch der Gutachter (IV-act. 71-53, 60 f.) betonen, dass gravierende 

psychosoziale Belastungsfaktoren am Krankheitsgeschehen beteiligt seien.

3.1. 

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Der Beschwerdeführer gab gegenüber den behandelnden Ärzten einen deutlichen 

Verlust an Interessen und Freude, an sozialer Teilhabe, an Antrieb, Schlafstörungen, 

Gereiztheit, Existenz- und Zukunftsängste sowie wiederkehrende suizidale Gedanken 

an. Entsprechend wurden ihm eine mittelgradige bis schwere depressive Erkrankung 

bzw. eine generalisierte Angststörung diagnostiziert (Bericht Dr. C.___ vom 12. April 

2016, IV-act. 28; Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D.___ vom 28. Juli 2016, IV-

act. 3; Bericht E.___ vom 15. Dezember 2016, IV-act. 4-3; Bericht Dr. B.___ vom 

20. Dezember 2016, IV-act. 5; Austrittsbericht Psychiatrische Klinik D.___ vom 22. Juni 

2017, IV-act. 49-6; Arztbericht Dr. G.___ vom 26. April 2017, IV-act. 40). Der Gutachter 

hielt zunächst fest, eine mittelgradige depressive Episode und eine generalisierte 

Angststörung könnten nicht gleichzeitig diagnostiziert werden (IV-act. 71-51). 

Massgeblich ist im invalidenversicherungsrechtlichen Kontext jedoch nicht, welcher 

Diagnose die geklagten Beschwerden zuzuordnen sind, sondern dass diese als die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden lege artis objektivierbar sind 

(vgl. BGE 136 V 281 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2020, 

9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren Verweisen). Ob die Beschwerden einer depressiven 

Episode oder einer Angststörung zugeschrieben werden, ist somit aus rechtlicher Sicht 

nicht relevant.

3.2. 

Weiter hielt der Gutachter fest, sofern tatsächlich eine depressive Episode 

bestehen würde, würde die Stimmung nicht auf die jeweiligen Lebensumstände 

reagieren, wie etwa die vom Beschwerdeführer angegebene Ablenkung durch das 

Spielen (IV-act. 71-54). Der RAD-Arzt J.___ führte in seiner Stellungnahme vom 23. Mai 

2017 aus, im psychiatrischen Befund würden aus versicherungsmedizinischer Sicht 

lediglich leichte depressive Symptome beschrieben (IV-act. 72-3), was auf eine wenig 

stark ausgeprägte Beeinträchtigung der funktionellen Leistungsfähigkeit hinweist. 

Während der gutachterlichen Anamneseerhebung beschrieb der Beschwerdeführer 

nicht mehr Panikattacken und Existenzängste, sondern vordergründig ein 

immerwährendes Gedankenkreisen, so dass nachvollziehbar erscheint, dass die 

geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit nicht primär auf den Symptomen der 

generalisierten Angststörung, sondern auf der depressiven Symptomatik beruht. Ein 

pathologisches Spielen (ICD-10: F63) wurde dem Beschwerdeführer nie diagnostiziert. 

Er betreibt zwar gelegentliches Glücksspiel, jedoch geht aus seinen Angaben nicht 

hervor, dass er dadurch in seiner Funktionsfähigkeit im täglichen Leben beeinträchtigt 

wäre und er ständig mit entsprechenden Gedanken oder Vorstellungen beschäftigt 

wäre (vgl. H. Dilling/H. J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation 

psychischer Störungen, 9. Aufl., Bern 2019, S. 255 f.).

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/19

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Dem Beschwerdeführer wurden verschiedentlich Diagnosen im Bereich der 

Persönlichkeit gestellt (Austrittsbericht Klinik D.___ vom 16. April 2004, IV-act. 27: 

auffällige Persönlichkeitszüge, narzisstisch, ängstlich und abhängig; Austrittsbericht 

Psychiatrische Klinik D.___ vom 28. Juli 2016, IV-act. 3: Verdacht auf sonstige 

spezifische Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Zügen; Austrittsbericht E.___ 

vom 15. Dezember 2016, IV-act. 4: Akzentuierung narzisstischer Persönlichkeitszüge; 

Bericht Dr. B.___ vom 20. Dezember 2016, IV-act. 5: kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, ängstlichen und abhängigen Zügen; Bericht 

Psychologisches Zentrum K.___ vom 19. April 2017, IV-act. 55-2 ff.). Der 

Beschwerdeführer verlebte seine Kindheit und Jugend bei seiner Grossmutter, da seine 

Eltern in Deutschland bzw. in der Schweiz wohnten und arbeiteten. Er berichtete dem 

Gutachter von starkem Heimweh mit einmalig Suizidgedanken (IV-act. 71-40 f.). Bei 

Persönlichkeitsstörungen handelt es sich um Bedingungen der 

Persönlichkeitsentwicklung, die in der späten Kindheit oder Adoleszenz beginnen und 

bis ins Erwachsenenleben andauern (Dilling/Freyberger, a.a.O., S. 231). Sie führen 

dazu, dass die charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und 

Verhaltensmuster der Betroffenen deutlich vom kulturell erwarteten und akzeptierten 

Vorgaben abweichen (Dilling/Freyberger, a.a.O., S. 234 f.). Der Beschwerdeführer hat 

nach eigener Angabe das Gymnasium mit Matura abgeschlossen und rund 15 Jahre 

lang in einem metallurgischen Labor gearbeitet (IV-act. 71-42, 57, 65). Gemäss Bericht 

von Dr. C.___ vom 12. April 2016 habe er eine schöne Kindheit ohne traumatische 

Ereignisse verbracht (IV-act. 28). Somit ist nachvollziehbar, dass der Gutachter keine 

die Arbeitsfähigkeit schmälernde Persönlichkeitsstörung diagnostizierte. Eine 

zusätzliche relevant einschränkende Komorbidität oder erschwerende Indikatoren 

seitens der Persönlichkeit liegen damit nicht vor. Wie bereits erwähnt sind die 

Ressourcen durch verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren beeinträchtigt. Die 

Alltagsaktivitäten bewegen sich auf einem niedrigen Niveau und soziale Beziehungen 

ausserhalb der Familie bestehen wenige. Aufgrund der bereits aufgezeigten 

Inkonsistenzen kann jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich erachtet werden, 

dass dies auf einem objektiv nachgewiesenen Gesundheitsschaden beruht. Das 

Vorhandensein von psychosozialen Belastungsfaktoren und von Inkonsistenzen erklärt 

auch die von den behandelnden Ärzten abweichende Beurteilung des Gutachters.

3.4. 

Unabhängig davon, ob die festgestellten Inkonsistenzen bereits IV-rechtlich 

relevanten Gesundheitsschaden ausschliessen, ergibt sich unter Berücksichtigung der 

vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren (E. 3.1), des nachweisbaren leichten 

Schweregrades der funktionellen Einschränkungen (E. 3.2), der fehlenden 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem der Spielsucht (E. 3.3) sowie der 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/19

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4.

Soweit der Beschwerdeführer rügt, statt Beweislosigkeit anzunehmen, wäre ein Mahn- 

und Bedenkzeitverfahren anzuordnen gewesen, kann dem nicht gefolgt werden. Zum 

einen enthielt die Mitteilung vom 6. September 2018, wonach sich der 

Beschwerdeführer einer medizinischen Abklärung zu untersuchen habe, einen Hinweis 

auf die Folgen einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG und 

Art. 7b (Abs. 1 ) IVG (IV-act. 67). Zudem statuiert Art. 7 b Abs. 2 lit. d IVG eine 

Ausnahme von der Anwendbarkeit des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, wenn die 

versicherte Person der IV-Stelle Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer 

gesetzlichen Aufgabe benötigt. Nach dem Zweck der Norm hat dies auch zu gelten für 

Auskünfte gegenüber ärztlichen Gutachtern und auch, wenn eine Mitwirkung oder 

Auskunft nicht verweigert, sondern bewusst nicht vollständig oder den Tatsachen 

entsprechend erteilt wird. Es ist in solchen Fällen nicht Sinn und Zweck des Mahn- und 

Bedenkzeitverfahrens, dass die versicherte Person in solchen Fällen durch ihr 

Verhalten eine weitere Begutachtung erwirken kann.

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

fehlenden Komorbidität seitens der Persönlichkeit (E. 3.4), dass eine 

rentenbegründende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beweislos bleibt. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Rentenanspruch somit zu Recht abgewiesen.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

5.2. 

bis

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2. Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 23.06.2021
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 ATSG: Beweistauglichkeit eines psychiatrischen Gutachtens, gemäss dem aufgrund von Inkonsistenzen Aussagen zur Diagnostik und Arbeitsfähigkeit nicht möglich sind. Der Beschwerdeführer hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. Juni 2021, IV 2019/288).

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