# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89de6505-c8f9-5094-bc3e-e62c0d520141
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-12
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 12.06.2024 SK 2023 246
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-246_2024-06-12.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 246

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 12. Juni 2024 

Besetzung Oberrichterin Weingart (Präsidentin i.V.), 
Obergerichtssuppleant Walser, Oberrichter Schmid
Gerichtsschreiber Mäder

Verfahrensbeteiligte A.________ (vormals: A.________
a.v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
a.v.d. Fürsprecherin D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Sexuelle Nötigung, Widerhandlung gegen das Personenbeförde-
rungsgesetz
Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 2. März 2023 (PEN 22 359)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Einzelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) eröff-
nete am 2. März 2023 folgendes Urteil (pag. 450 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der sexuellen Nötigung, begangen am 20.02.2021 in ________ (Ort) zN. C.________;

2. der Widerhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz, begangen am 29.12.2020 zwi-
schen Zollikofen und Jegenstorf durch Fahren ohne gültigen Fahrausweis.

und in Anwendung der Art. 40, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 51, 66a Abs. 1 lit. h, 67 Abs. 3 lit. c, 103, 106, 
189 Abs. 1 StGB, Art. 57 Abs. 3 PBG, Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten.

Die Polizeihaft wird im Umfang von 2 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. 

2. Zu einer Landesverweisung von 5 Jahren.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet. 

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt. 

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren der Staatsanwaltschaft von 
CHF 3'700.00, Gebühren des Gerichts von CHF 3'000.00 und Auslagen von CHF 4'327.70, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 11'027.70.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 10'427.70 (ohne Kosten für die amtliche Ver-
teidigung). 

II.

1. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher 
B.________ wird wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit insgesamt CHF 8'904.75. Ergänzend wird auf die in der Verfügung vom 
22.11.2022 bestimmte Akontozahlung (CHF 7'322.00) verwiesen, welche gemäss Fürsprecher 
B.________ bis zum heutigen Tag noch nicht ausbezahlt wurde.

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A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Fürsprecherin D.________ werden wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecherin D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit CHF 7'869.65. Die Verfügung vom 22.11.2022 wird widerrufen; gemäss 
Fürsprecherin D.________ wurde die dort bestimmte Akontozahlung noch nicht ausgerichtet. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, C.________ zuhanden von Fürsprecherin D.________ als Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen 
Honorar CHF 1'742.60 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Fürsprecherin D.________ hat in 
diesem Umfang gegenüber ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

III. 

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47/49 OR sowie Art. 126 und Art. 432 ff. StPO weiter 
verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 154.15 Schadenersatz an C.________, unter Vorbehalt des Nachkla-
gerechts gemäss Art. 46 Abs. 2 OR für die künftigen, noch nicht bezifferbaren Heilungs- und 
Therapiekosten. 

2. Zur Bezahlung von CHF 10'000.00 Genugtuung, zuzüglich 5 % Zins seit dem 20.02.2021, an 
C.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 220.00 Schadenersatz an den F.________, vertreten durch 
G.________ AG.

4. Auf die Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung der Zivilklagen wird verzichtet. 

IV.

Weiter wird verfügt:

1. Gegen A.________ wird ein lebenslängliches Tätigkeitserbot für jede berufliche und jede organi-
sierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, 
angeordnet (Tätigkeitsverbot i.S.v. Art. 67 Abs. 3 lit. c StGB).

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN ________) ist nach Ablauf der 
Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-
ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 
erteilt (Art. 354 Abs. 4 lit. a StGB i.V.m. Art. 16 Abs. 4 und 17 Abs. 1 DNA-ProfilG).

4. [Eröffnungsformel]

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich 
verteidigt durch Fürsprecher B.________, am 6. März 2023 fristgerecht Berufung 
an (pag. 460). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 22. Mai 2023 
(pag. 471 ff.) und wurde dem Beschuldigten am 24. Mai 2023 zugestellt (pag. 519). 

Mit Berufungserklärung vom 9. Juni 2023 erklärte der Beschuldigte frist- und form-
gerecht die Anfechtung des erstinstanzlichen Urteils (pag.519 ff.). 

Mit Eingabe vom 26. Juni 2023 gab die Generalstaatsanwaltschaft bekannt, dass 
auf die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren verzichtet wird (pag. 530 f.). 

Fürsprecherin D.________ teilte namens und im Auftrag der Straf- und Zivilklägerin 
(nachfolgend: Privatklägerin) mit Eingabe vom 3. Juli 2023 mit, dass weder ein 
Nichteintreten auf die Berufung beantragt noch eine Anschlussberufung erklärt 
werde (pag. 532). 

Die oberinstanzliche Hauptverhandlung fand am 11. Juni 2024 vor der 2. Straf-
kammer statt (pag. 799 ff.). 

3. Entlassung der Straf- und Zivilklägerin 2 aus dem Verfahren

Die Berufung des Beschuldigten wurde mit Berufungserklärung vom 9. Juni 2023 
beschränkt (pag. 591 ff.). Nicht angefochten wurde der Schuldspruch wegen Wi-
derhandlung gegen das Personenbeförderungsgesetz (Ziff. I.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) sowie der diesbezügliche Zivilpunkt (Ziff. III.3. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs). 

Mit Verfügung vom 7. Juli 2023 teilte die Verfahrensleitung den Parteien mit, dass 
beabsichtigt werde, die Straf- und Zivilklägerin 2 ohne Kosten- und Entschädi-
gungsfolge aus dem oberinstanzlichen Verfahren zu entlassen. Die Verfahrenslei-
tung gewährte den Parteien die Möglichkeit, Einwände gegen das beabsichtigte 
Vorgehen geltend zu machen (pag. 534 ff.). Der Beschuldigte und die Privatkläge-
rin erklärten sich mit diesem Vorgehen mit Eingaben vom 27. Juli 2023 (pag. 540) 
resp. vom 31. Juli 2023 (pag. 542) einverstanden. Die Straf- und Zivilklägerin 2 
liess sich innert Frist nicht vernehmen. In der Folge wurde sie mit Verfügung vom 
4. August 2023 ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen aus dem oberinstanzli-
chen Verfahren entlassen (pag. 544 f.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Anlässlich der Berufungserklärung vom 9. Juni 2023 stellte Fürsprecher 
B.________ namens des Beschuldigten den Beweisantrag, der Auszug aus dem 
Geburtenregister vom 28. März 2023 sei zu den Akten zu nehmen. Dieser belege, 
dass der Beschuldigte der Vater der am 9. Juli 2022 geborenen E.________ sei 
(pag. 519 ff.). Dieser Antrag wurde von der Verfahrensleitung mit Verfügung vom 
7. Juli 2023 gutgeheissen (pag. 534 ff.). 

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurde über den Beschuldig-
ten von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 29. Mai 
2024; pag. 769 ff.) sowie ein aktueller Leumundsbericht samt Bericht über die wirt-

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schaftlichen Verhältnisse (datierend vom 7./11. Mai 2024; pag. 764 ff.) eingeholt. 
Beim Staatssekretariat für Migration (nachfolgend: SEM) und bei den Einwohner-
diensten, Migration und Fremdenpolizei der Stadt Bern (EMF) wurden sodann ak-
tualisierte Berichte im Hinblick auf die Prüfung der strafrechtlichen Landesverwei-
sung (datierend vom 8. Mai 2024, pag. 760 f.; datierend vom 26. April 2024 und 
7. Mai 2024, pag. 597 ff.; pag. 731) eingeholt. Sodann wurden von Amtes wegen 
die Akten BM 23 44714 der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland ediert 
(pag. 732; pag. 762).

Mit Eingabe vom 8. Mai 2024 reichte Fürsprecher B.________ namens des Be-
schuldigten diverse Zeugnisse, Zwischenzeugnisse sowie Beurteilungsberichte ein, 
die mit Verfügung vom 29. Mai 2024 zu den Akten erkannt wurden (pag. 775 f.). 

Fürsprecherin D.________ ersuchte namens der Privatklägerin mit Schreiben vom 
7. Juni 2024 darum, dass letztere ihren Therapiehund ausnahmsweise mit in den 
Gerichtssaal nehmen dürfe. Mit Eingabe vom 10. Juni 2024 reichte sie ein diesbe-
zügliches Arztzeugnis zu den Akten (pag. 279 ff.). Die Verfahrensleitung verfügte 
am 10. Juni 2024 die Gutheissung des entsprechenden Antrages (pag. 795 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte sowie die Privatklä-
gerin einvernommen (pag. 802 ff.). 

5. Konfrontationsvermeidung, Dispensation und Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Privatklägerin beantragte mit Eingabe vom 3. Oktober 2023 bezugnehmend auf 
die Vorladung vom 8. September 2023, die Konfrontation mit dem Beschuldigten 
anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung sei zu vermeiden und sie sei mit 
Ausnahme ihrer Einvernahme von der Verhandlung zu dispensieren. Sie beantrag-
te weiter, die Öffentlichkeit sei mit Ausnahme der Urteilseröffnung von der oberin-
stanzlichen Verhandlung auszuschliessen und sie selbst sei durch eine Frau zu be-
fragen (pag. 565 f.). 

Mit Verfügung vom 5. Oktober 2023 wurde die Privatklägerin auf die Kammerbe-
setzung sowie den Umstand, dass sowohl Oberrichterin Friederich Hörr als auch 
Obergerichtsuppleant Walser und Fürsprecher B.________ die Möglichkeit hätten, 
Ergänzungsfragen zu stellen, aufmerksam gemacht (pag. 568 f.). Sowohl der An-
trag auf Konfrontationsvermeidung als auch derjenige auf Ausschluss der Öffent-
lichkeit – mit Ausnahme der Urteilseröffnung – wurde mit Verfügung vom 26. Okto-
ber 2023 gutgeheissen. Gleichzeitig wurde die Privatklägerin von der persönlichen 
Teilnahme an der oberinstanzlichen Berufungsverhandlung – mit Ausnahme der 
eigenen Einvernahme – dispensiert (pag. 581 f.). 

6. Unentgeltliche Rechtsvertretung

Fürsprecherin D.________ bat namens der Privatklägerin mit Eingabe vom 
12. April 2024 darum, zu bestätigen, dass die mit Verfügung der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 18. März 2021 erteilte unentgeltliche 
Rechtspflege für die Privatklägerin auch im Berufungsverfahren ihre Gültigkeit habe 
(pag. 585 ff.). Dies wurde ihr von der Verfahrensleitung mit Verfügung vom 15. April 
2024 bestätigt (pag. 590 f.). 

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7. Anträge der Parteien

7.1 Anträge des Beschuldigten

Fürsprecher B.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Berufungsverhandlung namens des Beschuldigten die folgenden Anträge 
(pag. 835; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei freizusprechen 

von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung, angeblich begangen am 20.2.2021 z.N. C.________

unter Ausrichtung einer Entschädigung für die Verteidigungskosten und unter Übernahme der Verfah-
renskosten durch den Staat. 

II. 

Die Zivilklage von C.________ sei abzuweisen. 

IV.

Die DNA-Profile seien zu löschen. 

V.

Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss Kostennote gerichtlich festzusetzen. 

7.2 Anträge der Privatklägerin

Fürsprecherin D.________ stellte und begründete anlässlich der oberinstanzlichen 
Berufungsverhandlung namens der Privatklägerin die folgenden Anträge 
(pag. 838):

1. A.________ sei schuldig zu erklären der sexuellen Nötigung, begangen am 20. Februar 2021 in 
________ (Ort) z.N. C.________ gemäss Anklageschrift.

2. A.________ sei streng zu bestrafen.

3. A.________ sei zu verurteilen

3.1 zu den erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten;

3.2 der Privatklägerin eine Genugtuung von CHF 10'000.00, nebst Zins zu 5 % seit dem 
20. Februar 2021, zu bezahlen;

3.3 der Privatklägerin CHF 154.15 Schadenersatz zu bezahlen, unter Vorbehalt des Nachkla-
gerechts gemäss Art. 46 Abs. 2 OR für die künftigen, noch nicht bezifferbaren Heilungs- 
und Therapiekosten;

3.4 zu den erst- und oberinstanzlichen Parteikosten von C.________ gemäss Kostennoten.

4. Das erst- und das oberinstanzliche amtliche Honorar der amtlichen Anwältin von C.________ sei 
gestützt auf die eingereichten Honorarnoten gerichtlich zu bestimmen. 

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8. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]).

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Beru-
fung richtet sich gegen den Schuldspruch wegen sexueller Nötigung (Ziff. I.1. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), gegen die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe 
von 12 Monaten (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), gegen die An-
ordnung der Landesverweisung von 5 Jahren (Ziff. I.2 des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), gegen das lebenslängliche Tätigkeitsverbot (Ziff. IV.1. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs), gegen die Kostenverlegung (Ziff. I.4 des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs) sowie gegen Teile des Zivilpunkts (Ziff. III.1. – Ziff. III.2. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Zu überprüfen ist folglich der erstinstanzli-
che Schuldspruch wegen sexueller Nötigung samt Strafzumessung, Kostenverle-
gung und Zivilpunkt. Folglich ist auch über die Rück- und Nachzahlungspflicht be-
treffend die Entschädigungen der amtlichen Verteidigung (Fürsprecher 
B.________) und der amtlichen Rechtsvertretung (Fürsprecherin D.________) im 
erstinstanzlichen Verfahren zu befinden. Auf die Höhe der amtlichen Entschädi-
gung für das erstinstanzliche Verfahren ist hingegen nur zurückzukommen, sofern 
die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhalt-
barer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts [BGer] 
6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 
2017 E. 2.3). Ferner sind Entschädigungsansprüche des Beschuldigten zu prüfen 
und die amtlichen Entschädigungen von Fürsprecher B.________ und Fürspreche-
rin D.________ im oberinstanzlichen Verfahren samt allfälliger Rückzahlungspflicht 
zu bestimmen. Nicht angefochten und in Rechtskraft erwachsen ist das erstinstanz-
liche Urteil bezüglich des Schuldspruchs wegen Widerhandlung gegen das Perso-
nenbeförderungsgesetz (Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Ver-
urteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 (Ziff. I. 3 des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs) sowie den diesbezüglichen Zivilpunkt (Ziff. III.3. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs). Der Rechtskraft nicht zugänglich sind sodann die 
Verfügungen betreffend das erstellte DNA-Profil und die erhobenen biometrischen 
erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. IV.2. und IV.3. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs).

Die Kammer überprüft das vorinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten mit 
voller Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung des Be-
schuldigten gilt grundsätzlich das Verschlechterungsverbot. Das erstinstanzliche 
Urteil darf folglich grundsätzlich nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert 
werden. Vorbehalten bleibt eine strengere Bestrafung aufgrund von Tatsachen, die 
dem erstinstanzlichen Gericht nicht bekannt sein konnten (Art. 391 Abs. 2 StGB). 
Bisher unbekannte Tatsachen im Sinn von Art. 391 Abs. 2 zweiter Satz StPO sind 
beispielsweise die persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse, die für die Be-
messung der Höhe des Tagessatzes nach Art. 34 Abs. 2 dritter Satz StGB mass-
gebend sind (BGE 146 IV 172 E. 3.3.3; 144 IV 198 E. 5.4.3) oder eine Verurteilung 

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als Element der Legalprognose beim bedingten Strafvollzug (BGE 142 IV 89 E. 
2.3). 

Unter Berücksichtigung des nach dem erstinstanzlichen Urteils vom 2. März 2023 
neu ergangenen und rechtskräftigen Strafbefehls vom 15. Dezember 2023 wegen 
Urkundenfälschung und Erschleichen einer Leistung (Verurteilung zu einer unbe-
dingten Geldstrafe von 18 Tagessätzen zu CHF 30.00 und einer Übertretungsbus-
se von CHF 100.00; pag. 611 f.) sowie des neu ergangenen rechtskräftigen Straf-
befehls vom 23. März 2024 wegen Widerhandlung gegen das Personenbeförde-
rungsgesetz (Reisen ohne gültigen Fahrausweis; Verurteilung zu einer Übertre-
tungsbusse von CHF 100.00 und Schadenersatz von CHF 150.00; pag. 603 f.) ist 
die Kammer – wie hiervor erwähnt – nicht integral an das Verschlechterungsverbot 
gebunden. Das beabsichtigte Vorgehen wurde mit Verfügung vom 29. Mai 2024 in 
Aussicht gestellt; das rechtliche Gehör der Parteien mithin gewahrt (pag. 800).

In Bezug auf die Höhe der Strafe ist die Kammer hingegen auf ein Strafmass von 
zwölf Monaten Freiheitsstrafe beschränkt (vgl. Art. 405 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 337 
Abs. 3 und 4 StPO). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Vorwurf der sexuellen Nötigung (Anklageschrift Ziff. I.1.)

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird in Ziff. I.1. der Anklageschrift sexuelle Nötigung zum 
Nachteil der Privatklägerin, begangen am 20. Februar 2021, um ca. 22:00 Uhr, in 
________ (Ort), ________ (Strasse), in der ________ (Örtlichkeit), im TV-Raum, 
durch folgenden Sachverhalt vorgeworfen (pag. 253 f.):

C.________ und A.________, damals beide Bewohner der ________ (Örtlichkeit), wollten zusammen 
einen Film anschauen. Als beide in den TV-Raum der ________(Örtlichkeit) gingen, schloss der Be-
schuldigte die Türe von innen ab. C.________ dachte sich nichts weiter dabei und suchte über ihren 
Laptop einen Film aus. C.________ setzte sich danach auf das Sofa, der Beschuldigte setzte sich 
hinter ihr und lehnte sich an sie. Der Beschuldigte zog ihr das Oberteil aus, wobei C.________ per-
plex war und nicht darauf reagierte. Als der Beschuldigte ihr die Hose ausziehen wollte, stoppte sie 
ihn und sagte, dass sie das nicht möchte. Der Beschuldigte versuchte sodann ein weiteres Mal, ihr die 
Hose auszuziehen und sie sagte ihm erneut, dass sie das nicht möchte. Der Beschuldigte holte eine 
Decke und sagte ihr, sie solle sich hinlegen. Sie legte sich hin und er zog ihr daraufhin ihre Hosen 
aus, obwohl sie dies zuvor mehrfach abgelehnt hatte, was sie noch perplexer machte. C.________ 
bemerkte dann, dass auch er sein T-Shirt und seine Schuhe ausgezogen hatte. Der Beschuldigte ging 
dann über C.________, drehte sie auf die Seite, so dass sie zwischen seinen Beinen eingekeilt war 
und sich nicht mehr bewegen konnte. Er zog ihren BH und ihre Unterhose aus, welche sie festzuhal-
ten versuchte. Danach drehte der Beschuldigte C.________ wieder auf den Rücken und legte sich mit 
seinem gesamten Gewicht komplett auf sie. Der Beschuldigte küsste C.________ auf den Mund, was 
sie nicht erwidert hatte, fixierte dabei zeitweise mit seinen Händen ihre Hände hinter ihrem Kopf und 
drückte diese in das Sofa hinein. Auch küsste er sie am Kopf und am Hals, biss in ihren Hals und 
küsste sie am Bauch. C.________ sagte dem Beschuldigten, dass sie das nicht möchte und spürte, 
dass der Beschuldigte sein Gewicht stärker auf ihre Hüftknochen verlagerte. Der Beschuldigte biss 

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C.________ zudem mehrmals in beide Brüste, was ihr weh tat, und drückte mit seinen Händen sehr 
stark auf ihre Brüste. C.________ versuchte, den Beschuldigten an dessen Kopf und an den Schul-
tern von sich wegzudrücken, um zu zeigen, dass er aufhören sollte. Da der Beschuldigte jedoch im-
mer noch mit seinem ganzen Gewicht auf C.________ lag, gelang ihr dies nicht. C.________ sagte 
dem Beschuldigten erneut, dass sie das nicht wolle. Der Beschuldigte ging schliesslich mit seinem 
Kopf hinunter zu ihrem Intimbereich, legte ihre Beine vermutlich auf seine Schultern und drückte sei-
nen Kopf gegen ihren Intimbereich. C.________ setzte sich auf und versuchte erneut, den Beschul-
digten mit den Händen wegzudrücken und nach hinten zu rutschen. Der Beschuldigte biss an ihren 
Schamlippen, leckte ein bis zwei Mal mit der Zunge am Intimbereich und ging mehrmals kurz mit ei-
nem oder mehreren Fingern in ihre Vagina, was ihr weh tat. Er drückte sie nach hinten, damit sie wie-
der auf dem Rücken lag, um weitermachen zu können. C.________ konnte ihn schliesslich von ihrem 
Intimbereich wegdrücken und er rutschte dabei auf den Boden hinunter. Danach nahm C.________ 
sein Gesicht in beide Hände und sagte ihm nochmals, dass sie das nicht wolle. Damit er endlich von 
ihr abliess, vertröstete sie ihn auf den nächsten Tag. 

Der Beschuldigte setzte sich mit physischer Gewaltanwendung (Festhalten und mit dem vollen Kör-
pergewicht auf das Opfer liegen) bewusst über den Willen seines Opfers hinweg und nötigte es damit 
dazu, die von ihm vollzogenen sexuellen Handlungen über sich ergehen zu lassen.

9.2 Unbestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin am Abend des 
20. Februar 2021 gemeinsam einen Spaziergang machten. Danach gingen sie ge-
meinsam in den Aufenthaltsraum der ________ (Örtlichkeit) und wollten dort einen 
Film schauen. Es kam dort zu Küssen sowie zu einem Berühren der Brüste und 
des Intimbereichs der Privatklägerin durch den Beschuldigten. Der Beschuldigte 
räumte ein, es sei möglich, dass er mit dem Finger in die Vagina der Privatklägerin 
eingedrungen sei (pag. 97, Z. 217 f.). Anlässlich der Einvernahme an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung bestritt er sodann auch nicht mehr, die Privatkläge-
rin zwischen den Beinen geküsst zu haben (pag. 341, Z. 35 ff.). 

9.3 Bestrittener Sachverhalt

Demgegenüber bestreitet der Beschuldigte, die Privatklägerin zusätzlich im Intim-
bereich und an den Brüsten gebissen zu haben, dass die Annäherungen von ihm 
ausgegangen seien und schliesslich, dass die Handlungen nicht im gegenseitigen 
Einvernehmen stattgefunden hätten. Vielmehr sei er selber mit den Handlungen 
nicht einverstanden gewesen, aber die Privatklägerin habe ihn verführt (pag. 86, 
Z. 315; pag. 99, Z. 298 f.; pag. 101, Z. 354 f.). 

Die Kammer hat folglich zu prüfen, ob die vom Beschuldigten bestrittenen Hand-
lungen sich so ereignet haben. Sie hat insbesondere zu würdigen, ob die Handlun-
gen im gegenseitigen Einvernehmen stattgefunden haben und – sollte dies nicht 
zutreffen – ob der Beschuldigte dies gewusst hat. 

9.4 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte stark zusammengefasst zum Schluss, basierend auf den 
objektiven Beweismitteln müsse es am 20. Februar 2021 zu sexuellen Kontakten 
zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin gekommen sein. Aus den ob-
jektiven Beweismitteln als solche würden sich allerdings keine Hinweise darauf er-

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geben, ob diese sexuellen Kontakte freiwillig oder unter Druck resp. Gewaltanwen-
dung erfolgt seien (pag. 481; S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wei-
ter hielt die Vorinstanz fest, die Privatklägerin habe die Vorfälle vom Februar 2021 
so geschildert, wie sie diese erlebt habe. Es gebe keine Hinweise für Fremdbeein-
flussung, geplantes Vorgehen, oder für das Vorspielen von Unwahrheiten. Insge-
samt ging die Vorinstanz somit von glaubhaften Aussagen der Privatklägerin aus 
und stellte für die Bestimmung des rechtserheblichen Sachverhalts auf diese Aus-
sagen ab (pag. 486; S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Demgegenü-
ber hielt die Vorinstanz fest, die Aussagen des Beschuldigten seien, anders als die-
jenigen der Privatklägerin, in sich widersprüchlich, wirkten angepasst und ergäben 
keinen stimmigen, logischen Ablauf. Es könne nicht von glaubhaften Aussagen die 
Rede sein; vielmehr blieben erhebliche Zweifel, weshalb die Aussagen des Be-
schuldigten nicht als Basis zur Sachverhaltsfeststellung dienen könnten 
(pag. 488 f.; S. 18 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

9.5 Beweismittel

Der Kammer liegen zur Würdigung folgende Beweismittel vor: Die Rapporte der 
Kantonspolizei Bern vom 22. Februar 2021 (pag. 8 ff.), vom 3. Mai 2021 
(pag. 19 ff.) und vom 25. August 2021 (pag. 22 f.); der Rapport des kriminaltechni-
schen Dienstes der Kantonspolizei Bern (nachfolgend: KTD) vom 13. Mai 2021 
(pag. 125 ff.) sowie eine dazugehörende Fotodokumentation (aufgenommen am 
21. Februar 2021 [pag. 140 ff.]); das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 
(nachfolgend: IRM) vom 25. Februar 2021 und vom 5. März 2021 (pag. 111 ff.; 
pag. 121 ff.); die von der Privatklägerin eingereichten Arztzeugnisse (pag. 293 ff. 
und pag. 788); die Aussagen von H.________ vom 26. März 2021 (pag. 51 ff.), die-
jenigen von I.________ vom 26. März 2021 (pag. 61 ff.) sowie die Aussagen der 
Privatklägerin vom 22. Februar 2021 (pag. 26 ff.), vom 17. August 2021 
(pag. 40 ff.), vom 2. März 2023 (pag. 430 ff.) und vom 11. Juni 2024 (pag. 802 ff.) 
und diejenigen des Beschuldigten vom 23. Februar 2021 (pag. 78 ff.), vom 21. Fe-
bruar 2022 (pag. 91 ff.), vom 9. November 2022 (pag. 338 ff.) und vom 11. Juni 
2024 (pag. 811 ff.). 

9.5.1 Objektive Beweismittel

a) Rapporte der Kantonspolizei Bern

Die Vorinstanz hat die Rapporte der Kantonspolizei Bern vom 22. Februar 2021 
(pag. 8 ff.), vom 3. Mai 2021 (pag. 19 ff.) und vom 25. August 2021 (pag. 22 f.) zu-
treffend zusammengefasst (pag. 478; S. 8 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Darauf wird vollumfänglich verwiesen. Der besseren Übersicht halber wer-
den die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz im Nachfolgenden wiederge-
geben (Hervorhebungen im Original):

Der Anzeige der Kantonspolizei Bern vom 22.02.2021 (pag. 8 ff.) kann zusammenfassend folgen-
des [sic!] entnommen werden:

Am 21.02.2021 meldete sich Herr J.________ (Vater der Privatklägerin) telefonisch bei der regionalen 
Einsatzzentrale der Kantonspolizei Bern und erklärte, seine Tochter sei Opfer eines Sexualdelikts ge-
worden. In L.________ (Ort) traf die Polizei auf die Privatklägerin und ihren Vater. Gemäss Anzeige-
rapport habe die Privatklägerin angegeben, dass sie in einer ________ (Örtlichkeit) in ________ (Ort) 

11

wohne. Dort sei es am 20.02.2021 zu einem sexuellen Übergriff durch einen Mitbewohner, den Be-
schuldigten, gekommen. Er habe sie am Körper angefasst. Er habe versucht, mit ihr Sex zu haben. 
Aufgrund des Übergriffs sei sie am 20.02.2021 mit einem Betreuer der ________ (Örtlichkeit), 
I.________, ins Frauenspital zur Untersuchung / Spurensicherung gegangen. 

In der Anzeige werden sodann die weiteren polizeilichen Ermittlungshandlungen (Einvernahme von 
C.________, Einvernahme von J.________, Vater von C.________, Rücksprache mit der Frauenkli-
nik, Beschlagnahmung der Kleider von C.________ zwecks Spurensicherung, Anhaltung 
A.________) zusammenfassend festgehalten. Unter anderem wurde durch den kriminaltechnischen 
Dienst und dem Institut für Rechtsmedizin beim Beschuldigten und in der ________ (Örtlichkeit) Spu-
ren gesichert. Es wurde auch die vorläufige Festnahme des Beschuldigten verfügt (pag. 10 ff.). 

Im Nachtrag der Kantonspolizei Bern vom 03.05.2021 (pag. 19 ff.) wird festgehalten, dass die Pri-
vatklägerin am 22.02.2021, im Beisein ihres Vaters, als Opfer videobefragt wurde. Auch der Beschul-
digte wurde im Beisein seines Pflichtverteidigers sowie eines Übersetzers einvernommen. Dabei habe 
er ausgesagt, dass es nur zu einvernehmlichen Küssen gekommen sei. Zudem wurde er erken-
nungsdienstlich erfasst, inkl. Wangenschleimhautabstrich (WSA). Weiter wurden der Betreuer 
I.________ und eine Freundin der Privatklägerin, H.________, delegiert als Auskunftspersonen be-
fragt. 

Dem Nachtrag der Kantonspolizei Bern vom 25.08.2021 (pag. 22 f.) kann entnommen werden, 
dass die Privatklägerin am 17.08.2022 parteiöffentlich videobefragt wurde.

b) KTD-Untersuchungen

Die Vorinstanz hat den Rapport des KTD vom 13. Mai 2021 (pag. 125 ff.) wie folgt 
zusammengefasst (pag. 478; S. 9 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervor-
hebungen im Original):

Gemäss Rapport des kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei Bern vom 13.05.2021 
(pag. 125 ff.) wurden die Privatklägerin und der Beschuldigte medizinisch und kriminaltechnisch un-
tersucht. Laut Spurensicherung kann davon ausgegangen werden, dass es zwischen der Privatkläge-
rin und dem Beschuldigten zu einer Berührung gekommen ist – es wurden biologische Spuren der 
Privatklägerin und des Beschuldigten an der Brust der Privatklägerin festgestellt und gesichert. 
Gemäss Rapport ist es aber nicht möglich, anhand der Spuren genauere Angaben zum Tatablauf zu 
machen. Auch kann anhand der Spuren nicht beurteilt werden, ob die sexuellen Handlungen einver-
nehmlich geschehen sind. 

Weiter findet sich dazugehörend eine Fotodokumentation (aufgenommen am 21.02.2021) des Auf-
enthaltsraumes der ________ (Örtlichkeit) (pag. 140 ff.). Diese hilft, die Aussagen der beiden Direkt-
betroffenen zu interpretieren. Weitergehende Schlüsse ergeben sich aus den Fotos nicht. Es lässt 
sich festhalten, dass die auf den Fotos sichtbaren Sitzmöglichkeiten grundsätzlich mit beiden Sach-
verhaltsdarstellungen in Einklang gebracht werden können.

Darauf kann ebenfalls vollumfänglich verwiesen werden. 

c) Gutachten des IRM

Die Kammer verweist auch mit Blick auf die Gutachten des IRM vom 25. Februar 
2021 (betreffend den Beschuldigten) und vom 5. März 2021 (betreffend die Privat-
klägerin) auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz (pag. 479 f.; S. 9 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

12

Im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 05.03.2021 zur körperlichen und gynäkologi-
schen Untersuchung der Privatklägerin (pag. 111 ff.) wird zusammenfassend folgendes [sic!] festge-

halten:

Gemäss Gutachten gab die Privatklägerin am 21.02.2021 an, dass es am Abend des 20.02.2021 ge-

gen 22 Uhr zu einem sexuellen Übergriff gekommen sei. Es sei auf dem Sofa zu Annäherungsversu-

che gekommen. Schliesslich habe der Beschuldigte sie ausgezogen, geküsst sowie in Brüste und 

äussere Genitalien gebissen; sie sei vaginal penetriert worden. Weiter erklärte sie gegenüber den 

Ärzten, dass sie ihn weggestossen und „für mehr“ auf den nächsten Tag vertröstet habe. Dem Gut-

achten ist zu entnehmen, dass sich anlässlich der körperlichen Untersuchung eine 17-jährige Frau 

gezeigt habe, welche die ihr gestellten Fragen bereitwillig beantwortet habe. Sie habe gemäss eige-

nen Aussagen keine Erinnerungslücken bezüglich des Ereignisses aufgewiesen. Sie habe weder vor 

noch nach dem Ereignis Alkohol, Medikamente oder Drogen konsumiert. Nach dem Ereignis habe sie 

Blut im Intimbereich festgestellt. Auch seien die Schamlippen deutlich geschwollen gewesen. An vor-

bestehenden Verletzungen habe sie eine Hautunterblutung am rechten Oberschenkel aufgewiesen. 

Der letzte Geschlechtsverkehr sei um Weihnachten herum mit ihrem Freund erfolgt. Bei der Untersu-

chung habe die Privatklägerin kooperativ mitgearbeitet. Für die detaillierte Untersuchung kann hier auf 

pag. 113 verwiesen werden.

Im Ergebnis wird festhalten, dass die festgestellten Verletzungen frisch und zeitlich mit dem geltend 

gemachten Ereigniszeitpunkt vereinbar seien. Die Verletzungen am Hals seien als so genannte 

«Knutschflecken» einzuordnen und seien durch Saugen an der Haut entstanden. Sowohl die Verlet-

zungen an beiden Brüsten als auch diejenige am äusseren Genitale könnten durch ein Saugen bzw. 

oberflächliche Bissverletzungen entstanden sein. Eine Entstehung der oberflächlichen Verletzung an 

der Aussenseite der linken kleinen Schamlippe sei beispielsweise durch einen Fingernagel denkbar. 

Die Befunde zwischen den grossen und kleinen Schamlippen beidseits seien möglicherweise durch 

Spreizen/Auseinanderziehen von grossen und kleinen Schamlippen entstanden, wobei eine Entste-

hung aufgrund der Untersuchung diesbezüglich nicht sicher ausgeschlossen werden könne. Absch-

liessend wird festgehalten, dass die vorliegenden, frischen Verletzungen nichts darüber aussagen, ob 

die sexuellen Handlungen im Einverständnis oder gegen den Willen der Privatklägerin vollführt wor-

den seien. Bleibende Schäden seien nicht zu erwarten.

Im Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 25.02.2021 zur körperlichen Untersuchung des 
Beschuldigten (pag. 121 ff.) wird zusammenfassend folgendes [sic!] festgestellt:

Anlässlich der körperlichen Untersuchung (durchgeführt auf der Polizeiwache am Waisenhausplatz in 

Bern am 21.02.2021) habe sich ein ca. 176 cm grosser und ca. 75 kg schwerer Mann in gutem Allge-

meinzustand, schlankem Ernährungszustand und von dunkler Hautfarbe präsentiert. Gemäss seinen 

Angaben habe er keinen Alkohol und keine Drogen oder Medikamente eingenommen. Eine (festge-

stellte) Verletzung am rechten Unterarm habe er sich gemäss eigenen Angaben beim Fussballspielen 

zugezogen. Am übrigen Körper und am Genitale seien keine Verletzungen oder Auffälligkeiten ab-

grenzbar. Beurteilend wurde festgehalten, dass sich beim Beschuldigten das Genitale unauffällig prä-

sentierte. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei anzumerken, dass dies stattgehabte freiwillige oder un-

freiwillige sexuelle Handlungen nicht ausschliesse.

Ergänzend zum Gutachten vom 5. März 2021 liegen Fotos bei den Akten, die an-
lässlich der körperlichen und gynäkologischen Untersuchung vom 21. Februar 
2021 angefertigt wurden (pag. 415 ff.). Auf diesen Fotos sind die im Gutachten 

13

festgehaltenen Verletzungen am Hals, den Brüsten, dem rechten Oberschenkel, 
dem äusseren Genital sowie den Schamlippen der Privatklägerin zu sehen. 

d) Von der Privatklägerin eingereichte Arztzeugnisse

Betreffend die von der Privatklägerin eingereichten Arztzeugnisse vom 2. März 
2021 (pag. 332), vom 22. September 2022 (pag. 325) und vom 21. Oktober 2022 
(pag. 326 ff.) wird auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz verwiesen 
(pag. 480; S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Im Vorgang zur oberinstanzlichen Berufungsverhandlung reichte die Privatklägerin 
noch ein weiteres Arztzeugnis vom 7. Februar 2023 zu den Akten. Diesem kann 
entnommen werden, dass die Privatklägerin sich seit dem 2. September 2022 in 
ambulanter fachärztlicher Behandlung befindet und sie an einer schweren Erkran-
kung leidet, in deren Zusammenhang sie auf eine Begleitung durch einen Thera-
piehund angewiesen ist (pag. 788). 

9.5.2 Subjektive Beweismittel

a) Vorbemerkung der Kammer

Die Vorinstanz fasst die bei ihr vorhandenen subjektiven Beweismittel ausführlich 
und grundsätzlich zutreffend zusammen. Darauf kann vorab verwiesen werden 
(pag. 481; S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darüber hinaus wird 
auf die einzelnen subjektiven Beweismittel – sofern von Relevanz – direkt im Rah-
men der Beweiswürdigung (E. II./9.6 hiernach) eingegangen. 

Im Nachfolgenden wird zunächst auf Fehler der vorinstanzlichen Zusammenfas-
sungen der subjektiven Beweismittel aufmerksam gemacht resp. diese teils – wo 
nötig – ergänzt. Zudem werden die oberinstanzlichen Einvernahmen der Parteien 
der Vollständigkeit halber noch zusammengefasst. 

b) Aussagen der Privatklägerin

Anders als von der Vorinstanz zusammengefasst, führte die Privatklägerin in der 
Einvernahme vom 22. Februar 2021 nicht aus, der Beschuldigte habe sie über den 
Kleidern an den Brüsten angefasst, sondern unter den Kleidern (pag. 33, 
Zeit 14:49) 

Anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2024 
(pag. 802 ff.) führte die Privatklägerin aus, sie könne bestätigen, was sie bis anhin 
gesagt habe. Dies entspreche der Wahrheit. Ergänzungen habe sie keine, aber sie 
möchte unterschreiben, dass es wirklich gegen ihren Willen gewesen sei (pag. 805, 
Z. 161 ff.). Sie werde das Gefühl vom Körper des Beschuldigten, wie dieser sie 
herunterdrücke, nicht los. Auch seinen Geruch werde sie nicht los (pag. 805, 
Z. 178 f.). Es falle ihr sehr schwer darüber zu reden, was damals geschehen sei. 
Sie habe den Beschuldigten mit ihren Händen an seinen Schultern herunterge-
drückt und sich wirklich gewehrt. Er habe bemerkt, dass sie es nicht wolle, denn sie 
habe sich nicht nur körperlich, sondern auch verbal gewehrt. Sie habe «nein» ge-
sagt. Der Beschuldigte verstehe sehr gut Deutsch. Er habe bei Sitzungen im Heim 
nie Probleme gehabt, etwas zu verstehen (pag. 806, Z. 180 ff.). Vor dem Vorfall sei 
sie mit dem Beschuldigten nie ins Gespräch gekommen. Sie hätte am besagten 

14

Abend zusammen mit ihm die Küche aufgeräumt. Sie habe spazieren gehen wol-
len. Er habe rein kollegial angeboten, sie zu begleiten, da es schon dunkel gewe-
sen sei (pag. 806, Z. 195 ff.). Die genaue Uhrzeit wisse sie nicht. Sie wisse auch 
nicht, wie der Beschuldigte darauf komme, dass sie noch Hausaufgaben gemacht 
hätten, bevor sie einen Film geschaut hätten. Sie wisse, sie habe nach dem Spa-
zieren den Laptop geholt, um einen Film zu schauen. Entgegen den Aussagen des 
Beschuldigten habe sie weder etwas getrunken noch etwas gegessen. Sie wisse 
nicht mehr, welchen Film sie geschaut hätten, aber es sei sicherlich kein Sexfilm 
gewesen. So etwas gebe es bei ihr auf dem Laptop nicht und daran habe sie auch 
kein Interesse gehabt, denn sie sei in einer festen Beziehung gewesen. Den Film 
hätten sie nicht zu Ende geschaut, da der Beschuldigte dann angefangen habe 
(pag. 807, Z. 249 ff.). Auf Frage nach der Art des Filmes führte die Privatklägerin 
aus, sie seien erst am Aussuchen gewesen; der Film sei noch nicht gestartet ge-
wesen (pag. 808, Z. 270 ff.). Zur Aussage des Beschuldigten, wonach sie ihm eine 
Wunde oder Ähnliches gezeigt habe, führte die Privatklägerin aus, sie habe keine 
Wunde gehabt und ihm sicherlich auch keine solche gezeigt; weder an der Hand 
noch am Oberarm/den Schultern oder der Brust (pag. 808, Z. 277 ff.). Die Privat-
klägerin führte auch aus, sie habe dem Beschuldigten ihr Zimmer im Vorgang nie 
gezeigt. Man habe einfach Kontakt beim Abendessen gehabt, denn dort sehe man 
alle Leute, da alle an einem Tisch sässen (pag. 809, Z. 329 ff.). 

Zu den Folgen des Vorfalls führte sie zusammengefasst aus, sie leide noch heute 
täglich unter Panikattacken und Flashbacks – meistens ausgelöst durch Männer – 
und könne das Haus ohne Therapiehund nicht verlassen (pag. 803, Z. 51 ff.; 
pag. 809, Z. 315-318). Sie sei nach wie vor wöchentlich in Therapie, wobei es dort 
ausschliesslich um den Vorfall vom 20. Februar 2021 gehe (pag. 804, Z. 93 ff.). Ih-
re Beziehung zum Freund, den sie im Februar 2021 gehabt habe, sei an dieser Sa-
che zerbrochen (pag. 805, Z. 147-156).

c) Aussagen des Beschuldigten

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigte erneut zur Sache be-
fragt (pag. 811 ff.). Er führte zusammengefasst aus, er habe bis anhin genau das 
ausgesagt, was geschehen sei (pag. 823, Z. 552-554). Die Handlungen zwischen 
der Privatklägerin und ihm seien freiwillig gewesen (pag. 823, Z. 567). Das grosse 
Engagement sei von Seite der Privatklägerin gekommen (pag. 823, Z. 574). Auf 
Frage, wieso die Privatklägerin denn die Polizei gerufen habe, wenn alles freiwillig 
gewesen sei, führte er aus, er habe sich diese Frage auch x-mal gestellt. Er habe 
keine Ahnung, wieso sie ihn beschuldige, aber sie sei psychisch krank (pag. 823, 
Z. 577-579). Die Privatklägerin habe an besagtem Abend und in der vorangehen-
den Woche versucht, sich ihm anzunähern. Sie habe ihn darüber informiert, dass 
sie einen Freund habe, die Beziehung aber nicht mehr gut sei und sie die Bezie-
hung nicht mehr wolle. Er habe versucht, sich zu distanzieren. Als sie ihn in der 
Küche gefragt habe, ob er mit ihr kommen möchte, habe er nicht gedacht, sie hätte 
einen Plan. Er habe ihr Gesellschaft leisten und sie nicht alleine lassen wollen 
(pag. 824, Z. 582 ff.). Sie sei heiss gewesen und habe an diesem Abend mit ihm 
Sex haben wollen. Die Privatklägerin habe alles, was an diesem Abend geschehen 
sei, verursacht (pag. 824, Z. 596 f.). Sie habe bereits angefangen gehabt und dann 

15

gestoppt. Er wisse nicht wieso; vielleicht sei ihr schlecht gewesen (pag. 824, 
Z. 604 f.). Auf Frage, ob die Privatklägerin nackt gewesen sei, führte er zunächst 
aus, sie sei im Bikini gewesen, korrigierte dies dann aber dahingehend, dass sie in 
den Unterhosen gewesen sei und diese selbst ausgezogen habe (pag. 824 f., 
Z. 615 ff.). Er habe seine Hosen anbehalten, da er nicht zu weit habe gehen wollen 
(pag. 825, Z. 630 f.). Sie hätten zusammen einen Film geschaut, sich ein wenig 
geküsst und die Privatklägerin habe sich dann nackt gemacht. Sie hätten etwas 
angefangen, er habe ihren Körper berührt und sie habe sodann «stopp» gesagt. 
Danach hätten sie sich erneut angezogen und die Privatklägerin sei duschen ge-
gangen. Es sei nicht alles von ihm gekommen, sondern er sei passiv verführt wor-
den (pag. 825, Z. 640-644). Er habe dann aufgehört, sein T-Shirt angezogen und 
die Privatklägerin gefragt, wie es ihr gehe. Sie habe gesagt, sie würden morgen 
weitermachen (pag. 825, Z. 648-650). Er habe der Privatklägerin keinen Druck ge-
macht, ihr nicht gesagt, sie solle etwas tun und auch körperlich nichts «Festeres» 
gemacht (pag. 825, Z. 656-658). Die Reaktion der Privatklägerin erkläre er sich so, 
dass sie es bereut habe, da sie sich nicht richtig habe entscheiden können. Viel-
leicht sei es auch ihr Zustand. Sie könne vielleicht ihre Emotionen nicht kontrollie-
ren und wisse nicht, was sie mache oder was sie wolle (pag. 825 f., Z. 663 ff.). Zu 
Beginn habe er nicht gewusst, dass sie das nicht wolle. Sie sei vielleicht zu wenig 
intelligent gewesen, dass sie das kontrollieren und die richtigen Entscheidungen 
treffen könne. Sie habe ihm Interesse signalisiert. Die Privatklägerin habe zwei 
Wochen vor dem besagten Abend, anlässlich eines Zimmerwechsels seinerseits, 
seine Hand genommen und ihm ihr Zimmer gezeigt. Dies sei nicht ihr Auftrag ge-
wesen; sie sei körperlich auf ihn zugekommen, habe «den Arsch» an ihn gelegt. Er 
habe bemerkt, dass etwas nicht stimmt und sich distanziert (pag. 826, Z. 678 ff.; 
pag. 827, Z. 732-735). Darauf aufmerksam gemacht, dass die Privatklägerin aus-
gesagt habe, dies treffe nicht zu, führte der Beschuldigte aus, man hätte ja be-
merkt, wenn er ihr gegenüber Gewalt angewandt hätte. Es sei auch ein Betreuer 
anwesend gewesen (pag. 826, Z. 711-713). Die Privatklägerin könne ja schreien 
oder reden (pag. 827, Z. 715). Darauf hingewiesen, dass der Beschuldigte während 
fortschreitender Verfahrensdauer immer mehr Handlungen zugegeben habe, führte 
dieser aus, er habe bereits zu Beginn die Wahrheit gesagt. Er sei aber nervös ge-
wesen (pag. 828, Z. 759 ff.). Auf die bei der Privatklägerin festgestellten Verletzun-
gen angesprochen, erklärte der Beschuldigte, er wisse nicht, ob sie solche Verlet-
zungen gehabt habe. Er habe nicht festgedrückt oder sonst etwas gemacht 
(pag. 828, Z. 784 ff.). Die Privatklägerin mache Erfindungen (pag. 828, Z. 793). Sie 
habe bereits Narben gehabt (pag. 829, Z. 828). 

d) Aussagen von H.________ 

Für die parteiöffentliche Einvernahme der Auskunftsperson H.________ vom 
26. März 2021 kann auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz verwie-
sen werden (pag. 481; S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

e) Aussagen von I.________

Ergänzend zur Zusammenfassung der Vorinstanz ist festzuhalten, dass I.________ 
ausgesagt hat, H.________ hätte ihm gesagt, sie sei von sich aus zu ihm gekom-
men. Die Privatklägerin habe nicht gewollt, dass sie – H.________ – zu ihm kom-

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me. Es sei ihr aber zu viel geworden, weshalb sie ihn benötigt habe (pag. 62, 
Z. 37 f.). 

9.6 Beweiswürdigung

9.6.1 Theoretische Grundlagen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 474 ff.; S. 4 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

9.6.2 Einleitende Bemerkungen der Kammer

Der Sachverhalt stellt ein Vier-Augen-Delikt dar. Den Aussagen beider Parteien 
kommt somit entscheidende Bedeutung für die Beweiswürdigung zu. Dennoch gibt 
es vorliegend auch objektive Beweismittel, auf welche nachfolgend vorab einge-
gangen wird. Danach werden die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldig-
ten sowie die weiteren Beweismittel gewürdigt. 

9.6.3 Würdigung der objektiven Beweismittel 

Die polizeilichen Rapporte geben wieder, was die mit der Sache befassten Polizis-
ten wahrgenommen und in der Folge zwecks Klärung des Sachverhalts in die We-
ge geleitet haben. Das Vorgehen der Polizisten entspricht einer logischen Abfolge 
und ist nicht zu beanstanden. Sie zeigen zudem in sachlicher Weise auf, wie es am 
Tag nach den vorgeworfenen Handlungen zur Anzeigeerstattung durch den Vater 
der Privatklägerin gekommen ist und welche Massnahmen anschliessend ange-
ordnet wurden. Auf die Polizeirapporte kann ohne Weiteres abgestellt werden. 

Gemäss Rapport des KTD vom 13. Mai 2021 (pag. 125 ff.) befanden sich biologi-
sche Spuren des Beschuldigten an der Brust der Privatklägerin, womit erstellt ist, 
dass eine Berührung der Brust der Privatklägerin durch den Beschuldigten tatsäch-
lich stattgefunden hat. Ob die Spurenlegung durch blosses (mithin unbestrittenes) 
Berühren mit der Hand oder durch (bestrittenes) Küssen/Beissen in die Brust ent-
standen ist, lässt sich aufgrund der durchgeführten Tests (d.h. keine Unterschei-
dung, ob es sich bei den gefundenen Spuren um Speichel oder Hautpartikel oder 
ähnliches handelt) nicht eruieren. Beim DNA-Abrieb ab dem Slip der Privatklägerin 
kam es ausserdem zu einem positiven Spermavortest (sehr schwach positi-
ves/inkonklusives Resultat; pag. 131 f, pos. 33 ff.), welcher sich später nicht 
bestätigte und somit nicht von vollzogenem Geschlechtsverkehr auszugehen ist. 

Aufgrund der vom Aufenthaltsraum der ________ (Örtlichkeit) erstellten Fotos 
(pag. 140 ff.) lassen sich keine sachverhaltsrelevanten Schlüsse ziehen, da sich 
die auf den Fotos ersichtlichen Gegebenheiten und Sitz- bzw. Liegemöglichkeiten 
sowohl mit den Sachverhaltsdarstellungen des Beschuldigten als auch des Opfers 
in Einklang bringen lassen. 

Wie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, bestätigen die anlässlich der gerichts-
medizinischen Untersuchungen festgestellten «Knutschflecken» am Hals der 
Privatklägerin (pag. 112 f.), dass es zu weiterem körperlichen Kontakt gekommen 
sein muss. Aus den Untersuchungen alleine lassen sich jedoch keine verbindlichen 
Schlüsse zur Frage der Gewaltanwendung und/oder Freiwilligkeit ziehen. Immerhin 

17

lassen sich die Verletzungen an der Brust (pag. 113) mit den Aussagen der Privat-
klägerin, wonach der Beschuldigte sie in diesem Bereich gebissen und sie dabei 
Schmerzen erlitten habe, in Übereinstimmung bringen. Demgegenüber lassen die 
festgestellten Verletzungen eher nicht darauf schliessen, dass die Version des Be-
schuldigten, wonach er die Brüste der Privatklägerin lediglich (mit den Händen) 
berührt haben will, zutrifft, zumal Berührungen, wie sie der Beschuldigte schildert, 
i.d.R. keine Verletzungen hervorrufen. Die festgestellten Verletzungen am äusse-
ren Genital, welche durch Saugen bzw. oberflächlichen Bissverletzungen oder aber 
durch einen Fingernagel entstanden sein könnten (pag. 113), finden sowohl in der 
Version der Privatklägerin als auch in der späteren Version des Beschuldigten eine 
Stütze, wonach es möglich sei, dass er mit dem Finger in die Vagina eingedrungen 
sei (pag. 97, Z. 217 f.). 

Weiter lässt sich aufgrund des IRM-Berichts festhalten, dass die Privatklägerin of-
fenbar keine weiteren als die festgestellten Verletzungen aufwies und somit dem 
Beschuldigten keine Verletzung an der Hand zeigen konnte (pag. 112 f.), was auf 
eine diesbezüglich zumindest ungenaue, wenn nicht unglaubhafte Aussage des 
Beschuldigten hinweist.

Die von der Privatklägerin eingereichten Arztzeugnisse (pag. 293 ff. und pag. 788) 
belegen sodann, dass die hier zu beurteilenden Vorfälle tiefe psychische Spuren 
bei ihr hinterlassen haben. Darauf ist bei der Beurteilung der Zivilklage näher ein-
zugehen. In Bezug auf den streitgegenständlichen Sachverhalt deuten die psychi-
schen Folgen allerdings darauf hin, dass es sich beim Vorgefallenen nicht um ei-
nen beidseits gewünschten sexuellen Kontakt handelte, zumal es eher unwahr-
scheinlich ist, dass freiwillige Handlungen – auch wenn sie im Nachhinein allenfalls 
bereut werden – zu derart schweren psychischen Folgen führen können.

9.6.4 Zwischenfazit der Kammer

Gestützt auf die objektiven Beweismittel ist erstellt, dass es am 20. Februar 2021 
zu sexuellen Kontakten zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin ge-
kommen sein muss. Dabei lassen sich die vom IRM festgestellten Verletzungen 
bzw. auch die nicht vorhandenen aber vom Beschuldigten erwähnten Verletzungen 
durchwegs mit den Ausführungen der Privatklägerin, nicht aber vollständig mit den-
jenigen des Beschuldigten in Übereinstimmung bringen.

Aus den objektiven Beweismitteln als solche lässt sich jedoch nicht schliessen, ob 
die sexuellen Kontakte im gegenseitigen Einvernehmen oder unter Druck- bzw. 
Gewaltanwendung erfolgt sind. Die festgestellten psychischen Folgen bei der Pri-
vatklägerin deuten aber eher auf eine solche Annahme aber hin. 

9.6.5 Würdigung der subjektiven Beweismittel

a) Würdigung der Aussagen der Privatklägerin

Trotz einigen kleineren Unstimmigkeiten in den Aussagen der Privatklägerin sind 
diese nach Auffassung der Kammer als glaubhaft einzustufen. Dies aus nachfol-
genden Gründen:

Die Erstaussagen der Privatklägerin erfolgten am 22. Februar 2021 und damit le-
diglich zwei Tage nach dem Tatzeitpunkt (vgl. pag. 27). Sie sind detailliert und er-

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geben eine in sich logische und nachvollziehbare Geschichte. Die Schilderungen 
der Privatklägerin wirken selbsterlebt. So erwähnte sie anlässlich ihrer Einvernah-
me vom 22. Februar 2021 bspw., sie habe das Gewicht des Beschuldigten sehr auf 
ihrem Bauch und den Hüften gespürt. Er habe ihre Hände mit einer Hand in das 
Sofa reingedrückt und sein Gewicht stärker auf ihre Hüftknochen verlagert. Sie ha-
be es nicht als sanften, sondern als sehr harten Druck erlebt und die Paletten im 
Rücken gespürt. Es sei nur eine dünne Schaumstoff-Auflage auf dem Paletten-
Sofa (pag. 30, Zeit 14:26 – 14:28). Dies bestätigte sie anlässlich der oberinstanzli-
chen Berufungsverhandlung, als sie aussagte, sie erinnere sich nach wie vor dar-
an, wie das Gewicht des Beschuldigten sie heruntergedrückt habe sowie an des-
sen Geruch (vgl. auch pag. 805, Z. 178 f.). Auf Frage, wie sie versucht habe, den 
Beschuldigten von sich wegzudrücken, führte die Privatklägern im gesamten Ver-
fahrensverlauf konstant aus, sie habe probiert, ihn am Kopf nach unten zu drücken 
und in seine Schultern gedrückt, um zu zeigen, dass dies so nicht gehe und er auf-
hören soll. Sie habe ihm mehrmals gesagt, sie wolle das nicht (pag. 30, Zeit 14:30; 
pag. 42 f., Zeit 09:43; Zeit 09:46 und Zeit 09:51; pag. 806, Z. 181 f.). 

Es sind auch keine Übertreibungen ersichtlich. Die Privatklägerin belastet den Be-
schuldigten nicht übermässig, indem sie bspw. nicht von roher Gewalt oder lange 
andauernden Handlungen, sondern vielmehr von kurzen Vorgängen spricht 
(vgl. hierzu pag. 31, Zeit 14:33). Es wäre für die Privatklägerin ein Leichtes gewe-
sen, die Frage, ob der Beschuldigte noch mit etwas anderem als den Fingern in sie 
eingedrungen sei, zu bejahen und ihm wesentlich schwerwiegendere Handlungen 
vorzuwerfen (vgl. pag. 32, Zeit 14:43). Dass sie dies nicht tat, spricht eher für die 
Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

Die Privatklägerin schilderte stringent über alle Einvernahmen hinweg, welche 
Berührungen der Beschuldigte an ihr vorgenommen hat und dass diese gegen ih-
ren ausdrücklichen Willen vorgenommen wurden, was sie dem Beschuldigten so-
wohl verbal als auch physisch kommuniziert hat. So schilderte sie durchwegs, dass 
der Beschuldigte zunächst begann, ihr Top auszuziehen und sie perplex gewesen 
sei. Dann habe er ihre Hose ausziehen wollen. Hierbei habe sie ihn gestoppt und 
gesagt, sie möchte das nicht. Schliesslich sei es ihm doch gelungen und sie sei 
noch perplexer gewesen. Er sei über ihr gewesen. Er habe sie zwischen den Bei-
nen eingekeilt, sodass sie sich nicht mehr habe bewegen können. Dann habe er ih-
ren Büstenhalter (nachfolgend: BH) und ihre Unterhose ausgezogen und sich kom-
plett auf sie gelegt. Er habe ihre Hände zeitweise hinter ihrem Kopf fixiert. Sodann 
sei er zu ihren Brüsten und ihrem Intimbereich gegangen. Der Beschuldigte habe in 
beide Brüste gebissen, was schmerzhaft gewesen sei. Sie habe versucht, ihn von 
sich wegzukriegen. Im Intimbereich sei er mit dem Mund gewesen und habe rein-
gebissen. Er sei auch mit den Fingern mehrmals kurz in ihr gewesen (pag. 29 ff; 
pag. 42 ff.; pag. 432, Z. 6 ff.). Schliesslich habe sie ihn wegstossen und auf den 
nächsten Tag vertrösten können (pag. 31, Zeit 14:33; pag. 32, Zeit 14:44; pag. 43, 
Zeit 09:43; pag. 432, Z. 13 f.). Diese konstanten und detaillierten Erzählungen las-
sen darauf schliessen, dass die Privatklägerin Selbsterlebtes schildert und spre-
chen stark für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. 

19

Dass sich auch kleinere Widersprüche oder Lücken in den Aussagen finden lassen, 
schwächt deren Glaubhaftigkeit nicht ab. So erwähnte die Privatklägerin bspw. in 
der zweiten Einvernahme nicht mehr, dass der Beschuldigte sie auf die Stirn 
geküsst habe oder aber ergänzt in der Einvernahme vom 17. August 2021, dass 
sie auch seine Zunge im Intimbereich gespürt habe (pag. 45, Zeit 10:08), was sie in 
der ersten Einvernahme noch nicht schilderte. Solche Abweichungen in den Details 
sind nicht aussergewöhnlich und es ist auch nicht gleich von Aggravation auszuge-
hen. Vielmehr blieb die Privatklägerin im Kern dabei, dass er sie geküsst hat und 
mit seinem Mund an ihrer Vagina war. Die Privatklägerin gab Erinnerungslücken 
resp. Unsicherheiten bzgl. die konkreten Reihenfolge der Geschehnisse denn auch 
bereits zu Beginn zu (pag. 26, Zeit 14:27) und führte hierzu aus, sie habe «sehr» 
ausgeblendet (pag. 30, Zeit 14:27). Festgehalten werden kann aber, dass das 
Kerngeschehen grossmehrheitlich über sämtliche Einvernahmen hinweg gleich ge-
schildert wird. Es ist – wie die Vorinstanz zutreffend erwog – ein klarer «roter Fa-
den» zu erkennen. Das geschilderte Kerngeschehen deckt sich sodann auch mit 
dem von der Privatklägerin im Spital geäusserten Handlungsablauf (vgl. pag. 112). 

Dass die Privatklägerin schildert, sie sei, nachdem sie das Zimmer verlassen 
konnte und bereits wieder zurück in ihrem Zimmer war, noch einmal zum Beschul-
digten zurückgekehrt und habe sich zu ihm auf das Sofa gelegt (pag. 33, 
Zeit 14:46), mag auf den ersten Blick als unnatürliches und widersprüchliches Ver-
halten der Privatklägerin interpretiert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass 
sich die Privatklägerin zu diesem Zeitpunkt in einer absoluten Ausnahmesituation 
befand. Sie gab an, Angst gehabt zu haben. Sie sei alleine mit dem Beschuldigten 
auf dem Stockwerk gewesen und niemand habe sie hören können. Dass sie ihre 
einzige Chance zur Verhinderung weiterer Übergriffe darin sah, den Beschuldigten 
auf den nächsten Tag zu vertrösten, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Insofern 
macht auch ihr Verhalten Sinn, wenn sie den Beschuldigten mit ihrer erneuten 
Rückkehr auf das Sofa besänftigen bzw. ihn so zum Verlassen des Stockwerkes 
bewegen konnte (vgl. hierzu pag. 33, Zeit 14:46 – 14:47). Im Übrigen handelt es 
sich bei der Aussage der Privatklägerin, wonach sie den Beschuldigten auf den 
nächsten Tag habe vertrösten können, um ein derart ausgefallenes Detail, das die-
ses ebenfalls für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht. 

Die Reaktion der Privatklägerin auf den von ihr geschilderten Vorfall spricht – wie 
die Vorinstanz zutreffend ausführt – ebenfalls für wahrheitsgetreue Aussagen. So 
zeigte sich die Privatklägerin überrascht über das Verhalten des Beschuldigten und 
reagierte ihrem Alter und ihrem Erfahrungsgrad entsprechend adäquat. Im Zimmer 
von H.________ sackte sie zusammen und fing an zu weinen (vgl. hierzu 
E. II./9.6.5c hiernach). Dieser vollständige Zusammenbruch, der auf die Übergriffe 
durch den Beschuldigten folgte, passt in den gesamten von ihr geschilderten Ge-
schehensablauf. Die Privatklägerin hat sich zudem anfänglich gegen ihren Willen 
den medizinischen und polizeilichen Untersuchungen gestellt (vgl. hierzu bspw. 
pag. 18 sowie S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Auswirkungen 
der Geschehnisse auf ihre psychische Gesundheit erläuterte die Privatklägerin 
schliesslich rund zwei Jahre nach dem Vorfall vom Februar 2021 anlässlich der 
erstinstanzlichen Fortsetzungsverhandlung. Sie gab zu Protokoll, dass es ihr über-
haupt nicht gut gehen würde und sie nach wie vor an Flashbacks und Panikatta-

20

cken leide. Sie sei seit kurzem in psychologischer Behandlung. Zuvor habe sie 
zunächst Kraft sammeln müssen (pag. 430, Z. 19-31). Sie habe seit dem Vorfall 
keine Intimitäten mehr mit Männern und nach dem Vorfall die Hälfte ihres Gewichts 
verloren und nur noch 31 kg gewogen. Sie habe gewollt, dass andere Männer sie 
nicht mehr als Frau identifizieren oder sie attraktiv finden würden (pag. 434, Z. 30-
33). Anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsverhandlung führte die Privatkläge-
rin nachvollziehbar, authentisch und glaubhaft aus, sie leide nach wie vor täglich 
unter Panikattacken sowie Flashbacks und sei immer noch in therapeutischer Be-
handlung (pag. 803, Z. 47 ff.). Diese Aussagen werden zudem eindrücklich durch 
die von ihrem Arzt festgestellten Nachwirkungen bestätigt (pag. 325 ff.). 

Schliesslich kann auch nicht von einer allfälligen Falschbelastung ausgegangen 
werden. Alleine die Umstände, wie es zur Erstattung der Strafanzeige gekommen 
ist, sprechen klar dagegen, dass die Privatklägerin den Beschuldigten falsch be-
schuldigen wollte. So ist den Akten zu entnehmen, dass die Privatklägerin sich 
zunächst noch Überlegungen bzgl. dem Strafantrag machen (pag. 10), ihr Vater mit 
der Strafanzeige aber nicht zuwarten wollte (vgl. pag. 17 f.). Wäre es der Privatklä-
gerin bloss darum gegangen, dem Beschuldigten eine Straftat anzuhängen, so wä-
re sie auf schnellstem Weg zu Polizei gegangen. Auch war sie – wie hiervor bereits 
ausgeführt – zu Beginn nicht damit einverstanden, dass I.________ informiert wird. 
Sie wollte das Geschehene vergessen und führte gegenüber H.________ aus-
drücklich aus, «H.________, Nei gang nid. Es wird nur no schlimmer. Mir schlafe 
drüber und vergässe das wieder» (vgl. pag. 53, Z. 53 ff. und Z. 61 ff.). Es gab auch 
keinen Grund, weshalb die Privatklägerin dem Beschuldigten derart hätte schaden 
wollen. So kannten sie sich vorher nur wenig und hatten zuvor keinerlei aktenkun-
dige Auseinandersetzungen oder ähnliches. Es erscheint auch nicht naheliegend, 
dass die Privatklägerin aus reinem Spass, einer ihr nur wenig bekannten Person, 
schaden wollte. Die Kammer schliesst zusammen mit der Vorinstanz (pag. 486; 
S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) eine vorbereitete Planung und 
Falschbelastung durch die Privatklägerin mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit aus; 
es ergeben sich schlicht keine Hinweise dafür, dass sie das Verfahren bewusst hät-
te über sich ergehen lassen, einzig um dem Beschuldigten zu schaden. 

Darüber hinaus lassen sich die Schilderungen der Privatklägerin zum Kernsach-
verhalt sowohl mit den glaubhaften Aussagen von H.________ und I.________ in 
Übereinstimmung als auch mit den noch in der Tatnacht Nacht vom IRM festge-
stellten und dokumentierten Verletzungen in Einklang bringen. So wurden bei ihr 
«Knutschflecken», Druckzeichen sowie Anzeigen von Verletzungen durch Sau-
gen/Beissen bzw. durch Fingernägel exakt an denjenigen Körperstellen festgestellt, 
welche die Privatklägerin in ihrer freien Erzählung von Beginn an nannte. Sodann 
gab sie den Sachverhalt auch den untersuchenden Ärztinnen nahezu identisch 
wieder (vgl. E. II.9.6.3 hiervor). 

Zu guter Letzt bleibt zu erwähnen, dass selbst die Verteidigung des Beschuldigten 
die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin nicht in Zweifel zieht, sondern 
dahingehend argumentiert, dass der Beschuldigte nicht realisiert habe, dass die 
Privatklägerin die Handlungen nicht wolle (vgl. pag. 830 f.). 

21

All diese Punkte lassen keine Zweifel daran, dass der von der Privatklägerin ge-
schilderte Sachverhalt der Wahrheit entspricht, sie mithin unfreiwillig die Handlun-
gen des Beschuldigten über sich ergehen liess und diese ihrerseits nicht erwiderte, 
sondern sich vielmehr verbal und körperlich dagegen widersetzte. Die Privatkläge-
rin schilderte die Vorfälle vom Februar 2021 wirklichkeitsnah, nachvollziehbar, in 
sich stimmig und erlebnisbasiert. Für eine falsche Anschuldigung oder für einen 
Komplott gegen den Beschuldigten gibt es keinerlei Hinweise. Insgesamt kann folg-
lich vollumfänglich auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin abgestellt wer-
den. 

b) Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Vorab ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten das Rahmengesche-
hen betreffend grossmehrheitlich mit den Schilderungen der Privatklägerin überein-
stimmen. So führte auch der Beschuldigte aus, sie seien – nachdem sie 
I.________ informiert hätten – um ca. 20:00 Uhr noch für ca. 30 Minuten draussen 
spazieren gegangen. Er habe die Privatklägerin umarmt. Danach seien sie in die 
Wohnstube im 2. Stock gegangen, wo sie zusammen einen Film geschaut hätten 
(pag. 81, Z. 49 ff. und pag. 82 f., Z. 127 ff.). Insofern erscheinen diese Aussagen 
des Beschuldigten zum Ablauf des Abends vor dem mutmasslichen Übergriff als 
glaubhaft. 

Die Aussagen des Beschuldigten sind – im Gegensatz zu denjenigen der Privatklä-
gerin – nicht stimmig und auch nicht widerspruchsfrei. Wie die Vorinstanz zutref-
fend festgehalten hat (pag. 488; S. 18 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) 
sieht sich der Beschuldigte in jeder Einvernahme als Opfer und die Initiative für die 
Handlungsschritte lagen seines Erachtens immer bei der Privatklägerin (vgl. bspw. 
pag. 83, Z. 184 ff.; pag. 88, Z. 404 f.; pag. 95, Z. 139 ff.; pag. 98, Z. 248 f.; pag. 99, 
Z. 295; pag. 101, Z. 381; pag. 340, Z. 12 f. und Z. 36 f.; pag. 824, Z. 596 ff.). 

Das Kerngeschehen betreffend fällt zunächst auf, dass der Beschuldigte anlässlich 
seiner ersten Einvernahme vom 23. Februar 2021, d.h. rund drei Tage nach dem 
Vorfall, ausführte, die Privatklägerin und er hätten nach dem Spaziergang einen 
Film geschaut und sie habe ihn sodann geküsst und er sie auch. Sie hätten nichts 
anderes gemacht (pag. 81, Z. 54 f.). Auf erneute Rückfrage hin bestätigte er, dass 
sie sich in der Wohnstube nur geküsst hätten. Meistens hätten sie jedoch geredet. 
Danach sei er am Handy beschäftigt gewesen (pag. 84, Z. 212 ff.). Auf Frage, wie 
sie sich gegenseitig berührt hätten, führte der Beschuldigte weiter aus, die Privat-
klägerin habe ihm ihre Hand gezeigt; sie habe eine Wunde oder so etwas gehabt 
und ihm diese gezeigt. Er habe nicht weitergehen wollen, aber sie habe weiterge-
macht und begonnen ihn zu küssen, woraufhin er sie auch geküsst habe 
(pag. 84 f., Z. 243 ff.). Die Privatklägerin habe ihr Top selbst ausgezogen, weil es 
etwas warm gewesen sei (pag. 85, Z. 282). Es sei ihr Wunsch gewesen, dass er ihr 
beim Ausziehen der Hosen behilflich sei. Als er dies tat, sei gleichzeitig die Unter-
hose mitgekommen, woraufhin er die Privatklägerin gefragt habe, ob sie weiterma-
chen sollten. Er habe ihr anschliessendes «Nein» akzeptiert (pag. 86, Z. 298 ff.). Er 
habe ihre Brüste nicht angefasst, aber sie habe ihm ihre Brust resp. eine verheilte 
Wunde auf der Brust gezeigt. Sie habe ihn verführt (pag. 86, Z. 313 ff.). Er sei we-
der mit dem Kopf in der Intimzone der Privatklägerin gewesen, noch sei er mit sei-

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nen Fingern in ihre Vagina eingedrungen (pag. 86, Z. 338 ff.). Nachdem die vom 
Beschuldigten geschilderten Wunden an den Händen der Privatklägerin anlässlich 
ihrer Untersuchung durch das IRM nicht bestätigt werden konnten (pag. 112 f.), 
wurde der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 21. Februar 2022 mit die-
ser Diskrepanz konfrontiert. Zur Wunde an den Händen führte er aus, es habe sich 
nicht um eine offene Wunde, sondern ein «Bibeli» gehandelt. Dieses sei auf der 
linken Schulter resp. dem linken Oberarm gewesen (pag. 93, Z. 54 ff.). Er habe 
auch die linke Wange der Privatklägerin geküsst (pag. 95, Z. 151 ff.). Mit den im 
Bericht des IRM erwähnten «Knutschflecken» an beiden Halsseiten der Privatklä-
gerin konfrontiert, führte der Beschuldigte aus, er wisse nicht, was die Privatkläge-
rin gemacht habe (pag. 96, Z. 167 ff.). Sodann gab er – im Gegensatz zu seinen 
Erstaussagen – an, die Brüste der Privatklägerin berührt zu haben; nicht aber 
geküsst (pag. 96, Z. 180 f. und Z. 196). Er räumte weiter ein, auch ihren Intimbe-
reich berührt zu haben (pag. 97, Z. 202 f.). Es sticht ins Auge, dass der Beschuldig-
te diese Aussagen erst tätigte, nachdem er vom IRM-Gutachten und vom forensi-
schen Bericht, gemäss denen man an der Brust der Privatklägerin Spuren von ihm 
und im Intimbereich kleinere Verletzungen festgestellt hatte, Kenntnis erhalten hat. 
Auf Frage, ob er mit den Fingern in die Vagina der Privatklägerin eingedrungen sei, 
führte der Beschuldigte aus, er glaube nicht, es könne aber sein (pag. 97, 
Z. 217 f.). Rund neun Monate später wurde der Beschuldigte anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung erneut einvernommen. Er gab zu, die Privatklägerin 
auch zwischen den Beinen geküsst zu haben (pag. 341, Z. 35 f.). Als er erneut mit 
den ärztlichen Befunden konfrontiert wurde, welche anlässlich der Untersuchung 
durch das IRM festgestellt wurden, ergänzte der Beschuldigte, er und die Privatklä-
gerin hätten sich wohl «etwas härter geküsst» (pag. 342, Z. 43 ff.). Anlässlich der 
oberinstanzlichen Berufungsverhandlung vom 11. Juni 2024 räumte der Beschul-
digte schliesslich ein, die Privatklägerin habe «stopp» gesagt als er ihren Körper 
berührt habe (pag. 825, Z. 641 f.). Weshalb der Beschuldigte zu Beginn vehement 
daran festhielt, es sei beim Küssen geblieben, erhellt nicht. Zumal der Beschuldigte 
nur kurze Zeit später in derselben Einvernahme zugab, es sei eben auch noch zu 
(angeblich gegenseitigen) Berührungen gekommen, wirken diese Erstaussagen 
klar bagatellisierend. Hätte der Beschuldigte nichts zu verbergen gehabt und wäre 
tatsächlich alles im gegenseitigen Einvernehmen geschehen, so hätte der Be-
schuldigte von Anfang an zu den vorgenommenen Handlungen stehen können. Es 
ist evident, dass der Beschuldigte seine Aussagen kaskadenweise seinem Wis-
sensstand bezüglich den aktuellen Untersuchungsergebnissen anpasste. Sein 
Aussageverhalten erweist sich vor diesem Hintergrund als taktisch und zielgerich-
tet. 

Neben diesem Aussageverhalten, deuten diverse Aussagen des Beschuldigten 
darauf hin, dass die Annäherungen von ihm und nicht – wie der Beschuldigte dies 
glaubhaft machen will – von der Privatklägerin ausgegangen sind. So führte der 
Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 23. Februar 2021 aus, die Privatklä-
gerin sei damit (gemeint ist die Umarmung) einverstanden gewesen und habe sie 
nicht verweigert. Sie habe die Umarmung angenommen (pag. 83, Z. 156 f.). Dar-
aus lässt sich schliessen, dass die Umarmung nicht etwa von der Privatklägerin, 
sondern vielmehr vom Beschuldigten ausgegangen ist. Ansonsten hätte sie die 

23

Umarmung nicht «annehmen» bzw. «nicht verweigern» können. Auch dass die 
Privatklägerin nackt war, der Beschuldigte seine Hose aber nach wie vor trug 
(vgl. pag. 98, Z. 253), spricht nach der allgemeinen Lebenserfahrung eher dafür, 
dass die Handlungen vom Beschuldigten ausgegangen sind. Sodann gab der Be-
schuldigte selbst an, beim Ausziehen der Hosen der Privatklägerin seien deren Un-
terhosen mitgekommen. Er habe sie gefragt, ob sie weitermachen sollten, was sie 
verneint habe (pag. 86, Z. 303 f.). Diese Aussage indiziert durchaus eine gewisse 
Initiative des Beschuldigten. Sie deckt sich zudem weitestgehend mit der diesbe-
züglichen Aussage der Privatklägerin. Jedenfalls erscheint das abweisende Verhal-
ten der Privatklägerin vor der Prämisse, dass sie – so der Beschuldigte – angeblich 
«heiss» gewesen sei und die sexuellen Handlungen gewollt haben soll (pag. 83, 
Z. 187 ff. und pag. 84, Z. 203), nicht nachvollziehbar. Dass der Beschuldigte seine 
diesbezügliche Aussage in der zweiten Einvernahme schliesslich zu relativieren 
versuchte, ist vor dem Hintergrund, dass er sich damit selber belastete, verständ-
lich. Dennoch ist auf die Erstaussage abzustellen, zumal die Frage deutlich formu-
liert («C.________ gab an, dass Sie ihr anschliessend die Hose ausgezogen hät-
ten. Was können Sie dazu sagen?» [pag. 85, Z. 296 f.]), vom Beschuldigten ver-
standen und konkret beantwortet wurde. Es sind jedenfalls keine Hinweise auf Ver-
ständigungsprobleme oder sonstige Missverständnisse ersichtlich, die zu dieser 
Antwort geführt hätten. Auch anlässlich der oberinstanzlichen Berufungsverhand-
lung vom 11. Juni 2024 bestätigte der Beschuldigte im Übrigen, dass die Privatklä-
gerin ihre Hosen (inkl. Unterhosen) ausgezogen und er sie dabei unterstützt habe 
(pag. 825, Z. 635 f.). Das vom Beschuldigten erwähnte und folglich auch wahrge-
nommene «nein» der Privatklägerin auf die Frage, ob sie weitermachen sollten, 
wurde von ihm folglich erwiesenermassen nicht respektiert. 

Hinzu kommen schliesslich noch diverse Widersprüche resp. Anpassungen in den 
Aussagen des Beschuldigten. Während er in der ersten Einvernahme noch klar 
dafür hielt, die Privatklägerin und er hätten sich gegenseitig berührt (pag. 84, 
Z. 240), führte er anlässlich der zweiten Einvernahme aus, er erinnere sich nicht, 
ob die Privatklägerin ihn berührt habe (pag. 93, Z. 83). Ebenfalls in der zweiten 
Einvernahme räumte er plötzlich ein, er habe ihren Körper und spezifisch auch ih-
ren Intimbereich berührt (pag. 97, Z. 198 ff.). Die angebliche Wunde auf der Hand, 
welche die Privatklägerin ihm gemäss seinen Erstaussagen gezeigt habe (pag. 84, 
Z. 244 f.), war – so der Beschuldigte anlässlich der Einvernahme vom 21. Februar 
2022 – dann doch keine Wunde mehr, sondern ein «Bibeli», welches nicht auf der 
Hand, sondern an der linken Schulter resp. am linken Oberarm gewesen sein soll 
(pag. 93, Z. 55 ff.). Hinzu kommt das hiervor bereits thematisierte, kaskadenartige 
Eingestehen von weiteren Details, welches von einem zielgerichteten und takti-
schen Aussageverhalten des Beschuldigten zeugt. Nach Auffassung der Kammer 
kann unter diesen Umständen nicht von stringenten Ausführungen des Beschuldig-
ten die Rede sein. Selbst der Verteidiger des Beschuldigten räumte oberinstanzlich 
ein, das Aussageverhalten seines Klienten sei nicht gut (vgl. pag. 830). 

Zu guter Letzt geht der Beschuldigte auch in Gegenangriffe über. So stellt er nicht 
nur die psychische Gesundheit der Privatklägerin zum Zeitpunkt der vorgeworfenen 
sexuellen Handlungen in Frage (vgl. pag. 825 f., Z. 666 ff.), sondern führte oberin-
stanzlich auch aus, die Privatklägerin habe ihm sein Zimmer gezeigt und sei dabei 

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körperlich auf ihn zugekommen. Er zeigte anlässlich der oberinstanzlichen Beru-
fungsverhandlung vor, wie sie mit ihrem Hintern gegen seinen Bauch gedrückt ha-
be (pag. 826, Z. 696 f.). 

Zusammenfassend gelangt die Kammer zum Schluss, dass die Aussagen des Be-
schuldigten, anders als diejenigen der Privatklägerin, in sich widersprüchlich sind, 
angepasst wirken und keinen stimmigen Ablauf des Abends ergeben. Soweit den 
Kernbereich betreffend kann von glaubhaften Aussagen nicht die Rede sein. Viel-
mehr wirken die Aussagen zielgerichtet und taktischer Natur, womit erhebliche und 
nicht überwindbare Zweifel am Wahrheitsgehalt der Aussagen des Beschuldigte 
bestehen, weshalb darauf nicht abgestellt wird. 

c) Würdigung der Aussagen der Auskunftspersonen

Die Auskunftsperson H.________ konnte zum Kernsachverhalt keine eigenen 
Feststellungen schildern, zumal sie während den vorliegend in Frage stehenden 
sexuellen Kontakten zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten nicht per-
sönlich zugegen war. Ihre Wahrnehmungen zum Kernsachverhalt basieren somit 
lediglich auf Erzählungen der Privatklägerin, mithin «vom Hörensagen». Der Be-
weiswert der Aussagen bzgl. den Kernsachverhalt ist folglich als niedrig einzustu-
fen. Zum Verhalten der Privatklägerin nach deren Erscheinen im Zimmer von 
H.________, kann letztere aber sehr wohl beweiskräftige Aussagen machen. Es 
kann vorweggenommen werden, dass die Kammer die diesbezüglichen Aussagen 
von H.________ als glaubhaft erachtet. 

Ihre Aussagen sind detailgetreu und aufgrund der Preisgabe von inneren Gedan-
ken als selbsterlebt einzustufen. So führte H.________ aus, die Privatklägerin sei 
ins Bad gegangen und habe sich selbst bzw. ihre Wunden fotografiert. Sie habe 
sich überlegt, sollte sie die Privatklägerin nicht dazu überreden können, noch glei-
chentags etwas zu tun, so hätten sie zumindest Fotos. Dies sei ihre Reaktion in ih-
rer Hilflosigkeit gewesen (pag. 53, Z. 49-52). Sodann führte sie aus, sie habe die 
Privatklägerin nicht alleine in der ________(Örtlichkeit) herumlaufen lassen und für 
sie da sein wollen, da sie etwas erlebt habe (pag. 53, Z. 89 f.). Die Aussagen von 
H.________ lassen darauf schliessen, dass ihr die Dringlichkeit und der Ernst der 
Lage rasch bewusst wurden. So führte sie aus, sie habe zwar nicht gewusst, was 
sie hätte tun sollen, aber sie habe gesagt, dass sie das nicht auf den nächsten Tag 
verschieben könnten. Sie habe der Privatklägerin daher gesagt, dass sie es fest-
halten müssten, sofern es Beweise an ihr gäbe. Sie habe die Idee mit den Fotos 
gehabt (pag. 53, Z. 43 ff.). Auch die Reaktion von H.________ lässt diesen Schluss 
zu, führte sie doch aus, sie habe der Privatklägerin gesagt, sie könne es nicht für 
sich behalten, sondern man müsse es jemandem anderen erzählen (pag. 53, 
Z. 53 f.). Obwohl die Privatklägerin dies gemäss den Aussagen von H.________ 
nicht wollte (pag. 53, Z. 54 f.), ging diese schliesslich zu I.________ und informierte 
ihn über den Vorfall und die Notwendigkeit seiner Hilfe (pag. 53, Z. 61-65). Dies 
zeigt nach Auffassung der Kammer klar auf, dass H.________ die Dringlichkeit und 
der Ernst der Lage direkt erkannte und entsprechende Vorkehrungen tätigte. 

Die Aussagen von H.________ stimmen zudem – soweit die Situation nach dem 
Vorfall beschrieben wird – auch mit denjenigen von I.________ überein. So sagten 

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beide übereinstimmend aus, als I.________ ins Zimmer von H.________ gekom-
men sei, sei die Privatklägerin auf dem Boden gesessen und H.________ habe 
sich neben sie gesetzt (pag. 52, Z. 35 f.; pag. 53, Z. 68 f. und pag. 62, Z. 41 f.). 

Weiter deutet das von H.________ wahrgenommene Verhalten der Privatklägerin 
darauf hin, dass letztere sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. So 
führte sie aus, sie habe die Türe geöffnet und die Privatklägerin habe einen ängstli-
chen und nervösen Eindruck gemacht und Schnappatmung gehabt. Als sie ein we-
nig Platz gemacht habe, sei die Privatklägerin geradezu in ihr Zimmer gestürmt, ein 
paar Meter weiter stehengeblieben und schliesslich auf den Boden gesunken und 
habe begonnen zu weinen. Die Privatklägerin habe irgendetwas gemurmelt, was 
sie nicht verstanden habe (pag. 52, Z. 31-37). Diese Schilderungen sind derart de-
tailgetreu und ausgefallen, dass sie als erlebnisbasiert zu betrachten sind. 

Auch wenn es sich bei H.________ unbestrittenermassen um eine Vertrauensper-
son der Privatklägerin handelt, sind vorliegend keine Hinweise für Falschaussagen 
und das Vorspielen einer erfundenen Geschichte vorhanden. So konnte sich
H.________ noch an die ersten geäusserten Worte der Privatklägerin erinnern, 
wonach sie gesagt habe, «A.________ het mi uszoge» (pag. 52, Z. 39). Hätte sie 
den Beschuldigten falsch belasten wollen, so wären diese Worte nicht so milde 
ausgefallen. Es wäre ein Leichtes gewesen, gravierendere sexuelle Handlungen in 
den Vordergrund zu rücken. Die Schilderung der ersten von der Privatklägerin 
geäusserten Worte erscheint vor diesem Hintergrund ebenfalls wirklichkeitsnah und 
somit glaubhaft. Auch führte H.________ auf Frage, wo die Privatklägerin geblutet 
habe, aus, sie selbst hätte das nie gesehen. Es sei die Privatklägerin gewesen, 
welche gesagt habe, dass es bluten würde und geschwollen sei (pag. 56, Z. 190-
197). Hätte die Privatklägerin zusammen mit H.________ einen Komplott gegen 
den Beschuldigten geplant, so wäre zu erwarten, dass H.________ bestätigt, Blut 
gesehen zu haben. Es wäre auch hier ein Leichtes gewesen, die Aussagen der 
Privatklägerin zu stützen. Dass sie das nicht tat, spricht ebenfalls für die Glaubhaf-
tigkeit ihrer Aussagen. 

Zweifelsfrei lässt sich aus den Aussagen von H.________ der Schluss ziehen, 
dass sich am besagten Abend etwas Aussergewöhnliches abgespielt haben muss, 
was nach ihrer umgehenden Unterstützung unter Beiziehung einer weiteren Hilfs-
person verlangte. Insofern stützen die Ausführungen von H.________ die Sachver-
haltsdarstellungen der Privatklägerin, wohingegen der Ablauf der Geschehnisse 
sich mit dem Vorbringen des Beschuldigten, es sei lediglich zu einvernehmlichen 
Küssen und Berührungen gekommen, nicht vereinbaren lässt. 

I.________ kann ebenfalls keine eigenen Schilderungen zum Kernsachverhalt ma-
chen. Auch er war bei den besagten Handlungen nicht zugegen, sondern wurde 
vorwiegend von H.________ über das Vorgefallene informiert. Seine Aussagen 
stützen sich folglich auf Ausführungen einer Person, die ihre Informationen selbst 
nur «vom Hörensagen» hat. Die Beweiskraft seiner Aussagen zum Kerngeschehen 
ist daher gering. Trotzdem stützen die Aussagen von I.________ diejenigen der 
Privatklägerin aus den nachfolgenden Gründen:

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Zu den Aussagen, welche die Privatklägerin ihm gegenüber gemacht habe, führte 
I.________ aus, sie habe fast nichts gesagt. Sie habe aber gesagt, sie hätte ver-
sucht, den Beschuldigten zu stoppen (pag. 63, Z. 48). Die Privatklägerin habe aus-
geführt, sie habe sich nicht wehren können. Schliesslich sei ihr nichts Anderes in 
den Sinn gekommen, als dem Beschuldigten zu sagen, sie könnten am nächsten 
Tag weiterfahren (pag. 63, Z. 54 ff. und Z. 81 ff.). Diese Ausführungen stimmen mit 
denjenigen der Privatklägerin überein. 

I.________ zögerte auf erste Aufforderung von H.________ hin zunächst und führ-
te aus, es könne doch nicht so schlimm sein. Er habe – so H.________ – nachge-
fragt, ob er sofort kommen müsse und was los sei (pag. 53, Z. 64 ff.). Das Verhal-
ten von I.________ nach Kenntnisnahme der konkreten Situation zeigt, dass er von 
einem gravierenden Vorfall ausging, der sofortiges Handeln erforderte. Wäre er von 
einer Bagatelle oder einem alltäglichen Geschehen ausgegangen, hätte er nicht 
sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt. So unterbrach er die Privatklägerin und 
H.________, als diese ins Detail gehen wollten und führte ihnen gegenüber aus, er 
wisse, dass etwas Schlimmes geschehen sei und es täte ihm sehr leid für die Pri-
vatklägerin. Er müsse sich zunächst absprechen (pag. 63, Z. 56-59). Er habe im 
Nachhinein alles dokumentiert (pag. 63, Z. 68). Er habe direkt seine Vorgesetzte zu 
informieren versucht (pag. 63, Z. 91 f.). Er habe sodann mit der Zentrumsleiterin 
das Vorgehen besprochen, bei der Frauenklinik angerufen und sei schliesslich mit 
der Privatklägerin dorthin gegangen (pag. 64, Z. 104 ff.). 

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (vgl. pag. 483, S. 13 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung), kann den Aussagen von I.________ zudem entnommen 
werden, dass er davon ausging, dass der Beschuldigte in Detailfragen nicht die 
Wahrheit sagte. Die Tatsache, dass I.________ den Schlüssel des Beschuldigten 
umgehend deaktivierte (pag. 63 f., Z. 92 ff.), zeigt nach Auffassung der Kammer 
ebenfalls, dass er den Schilderungen der Privatklägerin und denjenigen von 
H.________ rasch Glauben schenkte. Sodann schilderte I.________ eindrücklich 
die Reaktion des Beschuldigten auf die Konfrontation mit den Vorwürfen. Dieser 
habe so reagiert, als ob es I.________ nichts angehen würde. Er sei emotional ge-
worden. Damit konfrontiert, dass er nicht mehr in den zweiten Stock und nicht mehr 
zur Privatklägerin gehen dürfe, habe der Beschuldigte ausgeführt, wenn die Privat-
klägerin wolle, dass er zu ihr gehe, so werde es dies auch tun (pag. 68, Z. 321 ff.). 
Zudem äusserte I.________ die Vermutung, wonach der Beschuldigte und ein an-
derer Somalier, der ebenfalls in der ________(Örtlichkeit) lebe, beim Abendessen 
womöglich «blöd schnurre» und «sexistische Sprüche» machen würden, da diese 
von der Sprache her die diesbezüglichen Möglichkeiten hätten. So habe der andere 
Somalier die Privatklägerin bei einer anderen Gelegenheit so angeschaut, dass er 
gedacht habe, dies thematisieren zu müssen (pag. 69, Z. 354-358). Insgesamt zei-
gen die Aussagen und die Reaktion von I.________ zumindest, dass dieser nicht 
völlig überrascht war, solche Vorwürfe gegenüber dem Beschuldigten zu hören. 

I.________ gab zudem glaubhaft an, es habe einen grossen Unterschied im Ver-
halten der Privatklägerin vor und nach dem Vorfall gegeben. Dies seien zwar nur 
Interpretationen, aber sie habe verloren gewirkt. Ihr Verhalten habe etwas Kindli-
ches gehabt und sie habe schockiert gewirkt (pag. 67, Z. 255 ff.). Diese eigenen 

27

Feststellungen stützen die Aussagen der Privatklägerin und diejenigen von 
H.________. Sie sind umso glaubhafter, als I.________ zugibt, dass es sich ledig-
lich um seine Interpretationen handelt. 

Die Aussagen von I.________ wirken in sich stimmig und insgesamt glaubhaft. So 
gab er bereitwillig zu, wenn er etwas nicht wusste (vgl. pag. 66, Z. 226 f. und 
Z. 238 f.). Er legte vor seinen Antworten immer wieder Denkpausen ein 
(vgl. pag. 67, Z. 264 und Z. 287; pag. 68, Z. 322; pag. 69, Z. 352) oder schaute in 
seinen Notizen nach (vgl. pag. 64, Z. 127 und pag. 69, Z. 362). Seine Schilderun-
gen wirken nicht übertrieben und sind – wo auch immer möglich – detailreich. Das 
von ihm verfasste Gedächtnisprotokoll und die nachträglich angefügten Ergänzun-
gen zeigen, dass es I.________ wichtig war, keine Unwahrheiten zu Protokoll zu 
geben (pag. 63, Z. 68-78). Er belastet den Beschuldigten zudem nicht unnötig. 
Vielmehr gibt er aus eigener Initiative zugunsten des Beschuldigten zu Protokoll, es 
sei ihm gesagt worden, der Beschuldigte habe beim Spaziergang nicht gekifft 
(pag. 65, Z. 187). Die Initiative für den Spaziergang sei ausserdem von der Privat-
klägerin gekommen (pag. 64, Z. 136 f.). 

Zusammenfassend ist damit auf die glaubhaften Aussagen von I.________, welche 
die Schilderungen der Privatklägerin stützen, abzustellen.

9.7 Gesamtwürdigung / Rechtserheblicher Sachverhalt

Nach Auffassung der Kammer ist somit primär auf die glaubhaften Aussagen der 
Privatklägerin abzustellen. Das Kerngeschehen betreffend sind ihre Aussagen nicht 
nur über sämtliche Einvernahmen gleichbleibend, sondern auch in sich nachvoll-
ziehbar, detailliert und mit Einzelheiten gespickt, die von Selbsterlebtem zeugen. 
Die Reaktion der Privatklägerin auf die Geschehnisse ist augenfällig und wird gar 
durch die Ausführungen beider Auskunftspersonen gestützt, die den Ernst der Lage 
direkt realisierten und umgehend handelten. Zu guter Letzt lassen sich die Aus-
führungen der Privatklägerin auch mit den vorhandenen objektiven Beweismitteln in 
Einklang bringen. 

Insgesamt ist von folgendem erstellten Sachverhalt auszugehen:

Die Privatklägerin und der Beschuldigte, damals beide Bewohner der 
.________(Örtlichkeit), wollten zusammen einen Film anschauen. Als beide in den 
TV-Raum der ________(Örtlichkeit) gingen, schloss der Beschuldigte die Türe von 
innen ab. Die Privatklägerin dachte sich nichts weiter dabei und suchte über ihren 
Laptop einen Film aus. Sie setzte sich danach auf das Sofa, der Beschuldigte setz-
te sich hinter sie und lehnte sich an sie. Der Beschuldigte zog ihr das Oberteil aus, 
wobei die Privatklägerin perplex war und nicht darauf reagierte. Als der Beschuldig-
te ihr die Hose ausziehen wollte, stoppte sie ihn und sagte, dass sie das nicht 
möchte. Der Beschuldigte versuchte sodann ein weiteres Mal, ihr die Hose auszu-
ziehen und sie sagte ihm erneut, dass sie das nicht möchte. Der Beschuldigte holte 
eine Decke und sagte ihr, sie solle sich hinlegen. Sie legte sich hin und er zog ihr 
daraufhin ihre Hosen aus, obwohl sie dies zuvor mehrfach abgelehnt hatte, was sie 
noch perplexer machte. Die Privatklägerin bemerkte dann, dass auch er sein T-
Shirt und seine Schuhe ausgezogen hatte. Der Beschuldigte ging dann über die 
Privatklägerin, drehte sie auf die Seite, so dass sie zwischen seinen Beinen einge-

28

keilt war und sich nicht mehr bewegen konnte. Er zog ihren BH und ihre Unterhose 
aus, welche sie festzuhalten versuchte. Danach drehte der Beschuldigte die Privat-
klägerin wieder auf den Rücken und legte sich mit seinem gesamten Gewicht kom-
plett auf sie. Der Beschuldigte küsste die Privatklägerin auf den Mund, was sie 
nicht erwidert hatte, fixierte dabei zeitweise mit seinen Händen ihre Hände hinter 
ihrem Kopf und drückte diese in das Sofa hinein. Auch küsste er sie am Kopf sowie 
am Hals und küsste sie am Bauch. Die Privatklägerin sagte dem Beschuldigten, 
dass sie das nicht möchte und spürte, dass der Beschuldigte sein Gewicht stärker 
auf ihre Hüftknochen verlagerte. Der Beschuldigte biss der Privatklägerin zudem 
mehrmals in beide Brüste, was ihr weh tat, und drückte mit seinen Händen sehr 
stark auf ihre Brüste. Die Privatklägerin versuchte, den Beschuldigten an dessen 
Kopf und an den Schultern von sich wegzudrücken, um zu zeigen, dass er auf-
hören sollte. Da der Beschuldigte jedoch immer noch mit seinem ganzen Gewicht 
auf der Privatklägerin lag, gelang ihr dies nicht. Die Privatklägerin sagte dem Be-
schuldigten erneut, dass sie das nicht wolle. Der Beschuldigte ging schliesslich mit 
seinem Kopf hinunter zu ihrem Intimbereich und drückte seinen Kopf gegen ihren 
Intimbereich. Die Privatklägerin setzte sich auf und versuchte erneut, den Beschul-
digten mit den Händen wegzudrücken und nach hinten zu rutschen. Der Beschul-
digte biss an ihren Schamlippen, leckte ein bis zwei Mal mit der Zunge am Intimbe-
reich und ging mehrmals kurz mit einem oder mehreren Fingern in ihre Vagina, was 
ihr weh tat. Er drückte sie nach hinten, damit sie wieder auf dem Rücken lag, um 
weitermachen zu können. Die Privatklägerin konnte ihn schliesslich von ihrem In-
timbereich wegdrücken und er rutschte dabei auf den Boden hinunter. Danach 
nahm die Privatklägerin sein Gesicht in beide Hände und sagte ihm nochmals, 
dass sie das nicht wolle. Damit er endlich von ihr abliess, vertröstete sie ihn auf 
den nächsten Tag. 

III. Rechtliche Würdigung

10. Theoretische Grundlagen

Es kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (pag. 491 f.; S. 21 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zur bes-
seren Übersicht werden diese im Nachfolgenden erneut wiedergegeben. Lediglich 
der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der revidierte Art. 189 StGB (in der 
Fassung per 1. Juli 2024) zum Zeitpunkt des oberinstanzlichen Urteils vom 12. Juni 
2024 noch nicht in Kraft war. Anzuwenden ist demnach gestützt auf Art. 2 Abs. 2 
StGB der zum Tatzeitpunkt geltende Art. 189 Abs. 1 StGB (in der Fassung per 
1. Juli 2020), welcher bis zum 12. Juni 2024 keine Änderungen erfuhr. Auf eine Be-
zeichnung als (a)Art. 189 Abs. 1 StGB wird folglich verzichtet. 

Nach Art. 189 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe bestraft, 

wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung 

nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder sie 

zum Widerstand unfähig macht. 

29

Art. 189 StGB schützt das Recht auf die sexuelle Selbstbestimmung (BGE 122 IV 97, 100; 119 IV 
309, 311). Es geht dabei um die Möglichkeit, sich sexuell frei und unabhängig zu entfalten und Bezie-
hungen selbständig und eigenverantwortlich ohne Zwang zu gestalten. 

In der Regel liegt eine sexuelle Handlung vor bei Körperkontakt mit primären Geschlechtsmerkmalen 
und mit der weiblichen Brust (Praxiskommentar, StGB-TRECHSEL/BERTOSSA, Art. 189, N 8). Nach 
neuer Rechtsprechung muss das Verhalten objektiv, aus Sicht eines aussenstehenden Betrachters 
und unter Berücksichtigung der Gesamtumstände einen Bezug zum Geschlechtlichen aufweisen, um 
als sexuelle Handlung zu gelten (Praxiskommentar a.a.O., Art. 187, N 5). Beischlafsähnliche 
Handlungen sind Verhaltensweisen, bei denen das primäre Geschlechtsteil einer der beteiligten Per-
sonen mit dem Körper der anderen Person in so enge Berührung kommt, dass die Vereinigung an In-
nigkeit derjenigen beim natürlichen Beischlaf ähnlich ist; massgebend sind die objektiven Umstände 
(Praxiskommentar, a.a.O., Art. 187, N 9). Insgesamt ist notwendig, dass die Handlung im Hinblick auf 
das geschützte Rechtsgut von einiger Erheblichkeit ist; als Beispiele werden u.a. erwähnt: Reiben des 
Geschlechtsteils, Berühren der nackten Brust einer Frau (auch unter dem Büstenhalter oder unter den 
Kleidern), längeres oder intensives Betasten des weiblichen oder männlichen Geschlechtsteils über 
der Kleidung, spürbarer oder lang anhaltender Griff an die Brust einer Frau auch über den Kleidern, 
Zungenküsse (BSK StGB-MAIER, Art. 189, N 48, und Praxiskommentar, a.a.O., Art. 187, N 6).

Das Gesetz nennt die Nötigungsmittel Gewalt oder das Zum-Widerstandunfähig-Machen einer Per-
son. Es ist eine erhebliche Einwirkung erforderlich (Praxiskommentar, a.a.O., Art. 189, N 3). Die an-
gewendete Gewalt muss nicht schwer sein (BGE 87 IV 68). Es wird ein relativer Massstab angewen-
det. Es genügt die Gewalt, die nötig war, um das konkrete Opfer gefügig zu machen. Nicht erforder-
lich ist, dass das Opfer widerstandsunfähig wird, schon gar nicht, dass es sich bis zur Erschöpfung 
wehrt oder dass es effektiv zu körperlichen Misshandlungen kommt (Praxiskommentar, a.a.O., 
Art. 189, N 5). Je nach den Umständen kann bereits ein verhältnismässig geringer Kraftaufwand aus-
reichen (BGer 6B.993/2013 und 6B.298/2008). Nicht jedes kausale Verhalten, aufgrund dessen es zu 
einer sexuellen Handlung kommt, erfüllt den Tatbestand von Art. 189 StGB. Das Opfer muss sich 
wehren, soweit ihm „nach der Lage der Dinge Widerstand möglich und zumutbar“ ist. Entscheidend 
ist, dass die Grenze der Zumutbarkeit verständnisvoll vollzogen wird Auf die Höhe des Kraftaufwan-
des kommt es nicht an (Praxiskommentar, a.a.O., Art. 189, N 5). Schliesslich muss zwischen der 
Nötigungshandlung und dem Dulden der sexuellen Handlung Kausalität bestehen; der Täter muss ge-
rade durch die Nötigungshandlung die Duldung der sexuellen Handlung erzwungen haben (Praxis-
kommentar, a.a.O., Art. 189, N 11). 

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz bezüglich aller Tatbestandselemente. Der Täter muss um 
die Bedeutung des auf- bzw. abgenötigten Verhaltens wissen. Er muss zumindest in Kauf nehmen, 
sich mit seinen Handlungen über den entgegenstehenden Willen des Opfers hinwegzusetzen (BSK 
StGB-MAIER, Art. 189, N 54).

11. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hat was folgt subsumiert (pag. 492 f.; S. 22 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung):

An dieser Stelle kann auf das Beweisergebnis verwiesen werden. Dieses hat ergeben, dass der Be-
schuldigte folgende Handlungen vollzogen hat: Küssen der Privatklägerin auf Mund, Hals und Bauch, 
Beissen in beide Brüste, starkes Drücken der Brüste der Privatklägerin, Beissen in die Schamlippen 
und Lecken im Intimbereich der Privatklägerin sowie Einführen des Fingers in die Vagina der Privat-

30

klägerin. Dabei handelt es sich mit Hinweis auf die vorstehend zitierten Kommentarstellen unzweifel-
haft um sexuelle Handlungen i.S.v. Art. 189 StGB. 

Aus den glaubhaften Aussagen der damals noch nicht volljährigen Privatklägerin ergibt sich weiter 
klar, dass sie sich im Rahmen ihrer (altersgerechten) Möglichkeiten sowohl verbal („nein“), wie auch 
körperlich (wegdrücken und wegstossen des Beschuldigten) gegen die unerwünschten Küsse und 
Berührungen wehrte. Die klaren Abwehrhandlungen der Privatklägerin müssen für den körperlich 
überlegenen Beschuldigten deutlich hör- und spürbar gewesen sein; andernfalls wäre der von ihm 
angewendete, zunehmende Druck nicht erklärbar. Die Nötigungshandlungen bestanden im Fixieren 
der Hände der Privatklägerin hinter dem Kopf, im Einkeilen der Privatklägerin zwischen seinen Beinen 
und in der Verwendung seines Körpergewichts für die Fixation. Erst als sich der Beschuldigte mit dem 
Intimbereich der Privatklägerin beschäftigte (Kopf zwischen den Beinen), gelang es dieser, ihn so 
wegzustossen, dass er vom Sofa rutschte und seine Handlungen beendete. Bei diesem Ablauf ist 
ebenfalls klar, dass der vom Beschuldigten angewendete körperliche Druck die Widerstandsfähigkeit 
der Privatklägerin deutlich minderte/einschränkte und damit kausal für die damit einhergehenden se-
xuellen Handlungen war. Der objektive Tatbestand von Art. 189 StGB ist erfüllt.

Geht man, wie das Gericht dies tut, davon aus, dass der Beschuldigte die ablehnende Haltung der 
Privatklägerin wahrgenommen hat, ist auch der Vorsatz zu bejahen. Er hat die fehlende Bereitschaft 
zu sexuellen Handlungen der Privatklägerin wohl bewusst ignoriert. Sicher aber ist Eventualvorsatz zu 
bejahen, falls man annimmt, der Beschuldigte hätte an der Ernsthaftigkeit des wahrgenommenen Wil-
lens, wie er das geltend machen will, gezweifelt. Diesfalls hätte er die Überwindung des für ihn mögli-
cherweise zweifelhaften Widerstandes mit seinem Verhalten jedenfalls in Kauf genommen. Zusam-
menfassend ist somit auch der subjektive Tatbestand von Art. 189 StGB zu bejahen. 

12. Erwägungen der Kammer

Die Kammer schliesst sich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zum ob-
jektiven Tatbestand vollumfänglich an (vgl. E. III./11. hiervor). Dieser ist folglich er-
füllt.

Betreffend den subjektiven Tatbestand kommt die Kammer hingegen zum Schluss, 
dass der Beschuldigte direktvorsätzlich handelte. Gemäss Beweisergebnis 
(vgl. E. II./9.7 hiervor) versuchte der Beschuldigte der Privatklägerin zunächst die 
Hosen auszuziehen, wobei sie ihm mitteilte, dass sie dies nicht wolle. Die Privat-
klägerin äusserte ihren Willen nicht nur verbal, sondern gab auch durch Festhalten 
der Hose körperlich klar zu erkennen, dass sie damit nicht einverstanden war. Ob-
wohl sie die weiteren Handlungen des Beschuldigten (Küsse) nicht erwiderte, ver-
suchte dieser, ihr die Unterhosen auszuziehen, welche die Privatklägerin zum wie-
derholten Mal festhielt. Gleichzeitig sagte sie dem Beschuldigten erneut «nein». Sie 
wehrte sich auch im weiteren Verlauf nicht nur verbal, sondern auch physisch und 
versuchte, den Beschuldigten von sich wegzudrücken. Für die Kammer steht fest, 
dass der Beschuldigte den mehrfach – sowohl ausdrücklich als auch konkludent – 
ausgedrückten Willen der Privatklägerin klar ignorierte und sich bewusst über die-
sen hinwegsetzte. Dies zeigte sich insbesondere auch darin, dass der Beschuldigte 
– als die Privatklägerin ihm sagte, sie möchte das nicht – sein Körpergewicht stär-
ker auf ihre Hüftknochen verlagerte und den Druck somit noch erhöhte. Für die An-
nahme einer blossen Inkaufnahme besteht unter diesen Gegebenheiten kein 
Raum. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschuldigte zum Tatzeit-

31

punkt – wie von seiner Verteidigung geltend gemacht – in sexueller Hinsicht uner-
fahren gewesen sein mag. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. 

Zusammenfassend steht fest, dass das Verhalten des Beschuldigten den Tatbe-
stand von Art. 189 Abs. 1 StGB sowohl in subjektiver als auch objektiver Hinsicht 
erfüllt. 

Rechtsfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind weder ersichtlich noch wer-
den solche geltend gemacht. Der Beschuldigte ist somit wegen sexueller Nötigung 
gemäss Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

IV. Strafzumessung

13. Theoretische Grundlagen

Es kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-
sen werden (pag. 494 f.; S. 24 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Mit Blick auf das anwendbare Recht, ist darauf hinzuweisen, dass am 1. Januar 
2018 die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des StGB in Kraft getre-
ten sind. Da der Beschuldigte im vorliegenden Fall die strafbaren Handlungen alle 
nach dem 1. Januar 2018 begangen hat, kommt vorliegend das neue Recht zur 
Anwendung.

Im Zusammenhang mit der Harmonisierung der Strafrahmen per 1. Juli 2023 erfuhr 
der vorliegend relevante Tatbestand zudem keine Änderungen.

14. Strafrahmen und Strafart

Das Gesetz sieht für die sexuelle Nötigung nach Art. 189 Abs. 1 StGB eine Frei-
heitsstrafe bis zu zehn Jahren oder eine Geldstrafe vor. 

Das Gericht bestimmt beim Aussprechen einer Strafe zuerst die Art der Strafe und 
setzt danach das Strafmass fest. Bei der Wahl der Strafart trägt es neben dem 
Verschulden des Täters, der Angemessenheit der Strafe, ihren Auswirkungen auf 
den Täter und auf seine soziale Situation sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Ge-
sichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 = Pra 111 [2022] Nr. 17). 
Die Geldstrafe hat als mildere Sanktion grundsätzlich Vorrang gegenüber der Frei-
heitsstrafe (BGE 144 IV 217 E. 3.6.). Das Gericht kann gemäss Art. 41 Abs. 1 
StGB jedoch statt auf eine Geldstrafe auf eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine 
solche geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 
oder Vergehen abzuhalten (lit. a) oder eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzo-
gen werden kann (lit. b.).

Mit Blick auf die Tatschwere ist festzuhalten, dass bereits aus diesem Grund ledig-
lich eine Freiheitsstrafe in Betracht kommt. Der Beschuldigte wurde zudem bereits 
mehrfach zu kurzen jugendstrafrechtlichen Freiheitsentzügen verurteilt. Diese Frei-
heitsstrafen wurden unter anderem unbedingt ausgesprochen (pag. 769 ff.) und 
hinterliessen offensichtlich keine tiefgreifenden Spuren beim Beschuldigten. Damit 
erscheint eine Freiheitsstrafe vorliegend auch geboten, um den Beschuldigten von 

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der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Es ist folglich eine 
Freiheitsstrafe auszufällen. 

15. Tatkomponenten

15.1 Objektive Tatschwere

Schwere der Verletzung / Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 StGB schützt insbesonde-
re das Recht auf Selbstbestimmung in sexueller Hinsicht. Es geht dabei um die 
Möglichkeit, sich sexuell frei und unabhängig zu entfalten und Beziehungen 
selbständig und eigenverantwortlich ohne Zwang zu gestalten. Ohne die vorliegen-
de Tat verharmlosen zu wollen, ist zu berücksichtigen, dass es gravierendere se-
xuelle Handlun