# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3a15572-f299-5683-b487-f79037bf197c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 28.03.2013 SK1 2012 55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2012-55_2013-03-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

__________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. März 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 12 55 [nicht mündlich eröffnet]          3. April 2013

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuar ad hoc Coray

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Niklaus Litscher, 
Zugerstrasse 2, 8820 Wädenswil, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 2. Oktober 2012, mitgeteilt am 4. 
Dezember 2012, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X. wurde am 1. Mai 1954 in A. geboren. Er ist verheiratet, hat drei Kinder 
und hat seinen Wohnsitz in B.. X. ist gelernter Autoelektriker und arbeitet zurzeit 
als Chauffeur. Er besitzt mit seiner zweiten Ehefrau ein Haus im Wert von ca. 1.2 
Mio. Franken, welches mit einer Hypothek belastet ist. Gemäss eigenen Angaben 
beträgt sein Einkommen rund Fr. 5‘000.-- pro Monat. 

B. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit zwei Einträgen verzeich-
net. Das Bezirksgericht Dielsdorf verurteile ihn am 7. Mai 2003 wegen Nichtabga-
be von Ausweisen oder Kontrollschildern zu einer Busse von Fr. 300.--. Am 20. 
September 2006 verurteilte ihn das Obergericht des Kantons Zürich wegen Gewalt 
und Drohung gegen Behörden und Beamte, Verletzung von Verkehrsregeln und 
pflichtwidrigem Verhalten bei Unfall zu einer Busse von Fr. 600.--, bedingt voll-
ziehbar, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Im ADMAS-Register ist X. mit zwölf 
Einträgen verzeichnet. 

C. Am 14. Februar 2012 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden (nach-
folgend: Staatsanwaltschaft) eine Strafuntersuchung gegen X.. Am 25. Mai 2012 
teilte die Staatsanwaltschaft ihm mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen 
sei. Gleichzeitig wurde die Anklageerhebung beim Gericht gemäss Art. 324 ff. 
StPO wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln etc. in Aussicht gestellt und 
eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.

D. Am 2. August 2012, mitgeteilt am 9. August 2012, erging die Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft. In dieser wird in Sachen gegen X. wie folgt Anklage erho-
ben:

„1.1 Grobe Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 
34 Abs. 4 SVG und Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 2 SVG.

Am 21. Juli 2011 fuhr der Beschuldigte mit dem von ihm gelenkten 
Lastwagen Renault X Midlum 300-18H, C., bei D. um 08.00 Uhr mit ca. 
85 km/h auf der Südspur der E.. Als er sich vor dem Spurabbau einem 
Lastwagen näherte, wurde der Beschuldigte von einer Gruppe mit fünf 
Personenwagen überholt. Als das vierte Fahrzeug dieser Gruppe an 
ihm vorbeigefahren war, hatte der Beschuldigte zum langsam vor ihm 
fahrenden Lastwagen einen Abstand zwischen 10 und 20 m. Der Be-
schuldigte scherte auf die Überholspur aus und drängte sich vor F., 
der im Begriffe war, als fünfter der überholenden Gruppe mit seinem 
Volvo, G., am Beschuldigten vorbeizufahren und bereits auf dessen 
Höhe war, was der Beschuldigte bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit 
hätte bemerken müssen. Aufgrund dieses Fahrmanövers des Be-
schuldigten war F. gezwungen, auf die Überholspur der Gegenfahr-

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bahn auszuweichen, ansonsten es zu einer Kollision gekommen wäre. 
F. schloss sein Überholmanöver ab. Der Beschuldigte blieb auf der 
Überholspur und überholte den vor ihm fahrenden Lastwagen. Dieses 
Überholmanöver konnte er nicht rechtzeitig vor dem Spurabbau been-
den, sodass er die dortige Sperrfläche überfuhr und zudem F., der 
mittlerweile vor beiden Lastwagen auf die Normalspur zurückge-
schwenkt war, vor der folgenden unübersichtlichen Linkskurve über-
holte. Dabei drängte er diesen an den rechten Strassenrand ab. Beim 
Entscheid, an der fraglichen Stelle zu überholen, zog der Beschuldigte 
zumindest aus grober Pflichtwidrigkeit nicht in Betracht, dass er mit 
seinem Verhalten in vorhersehbarer Weise eine gefährliche Verkehrs-
situation schaffen würde. 

1.2 Mehrfache Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG 
und Art. 44 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

Die Südspur der E. wird vor dem H. und vor der I. zweispurig geführt. 
Auf beiden Streckenabschnitten konnte F. am 21. Juli 2011 den Be-
schuldigten nicht überholen, weil dieser zeitweise mit seinem Lastwa-
gen nach links über die Leitlinie fuhr. Aus Sicherheitsgründen unter-
liess es F. in der Folge, den Beschuldigten zu überholen.“

E. Die Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 16. 
August 2012 vorgeladen wurde, fand am 2. Oktober 2012 vor Bezirksgericht Hin-
terrhein statt. Anwesend waren X. als Beschuldigter in Begleitung seines privaten 
Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Niklaus Litscher, und die Staatsanwaltschaft, 
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Guido Theiler. Die Parteien stellten die fol-
genden Schlussanträge:

Anträge der Staatsanwaltschaft Graubünden

1. X. sei

- der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 
SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbin-
dung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie

- der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 
1 SVG und Art. 44 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG

schuldig zu sprechen. 

2. Dafür sei er mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 
150.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und 
einer Busse von Fr. 2‘200.00, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 
16 Tagen zu verurteilen. 

3. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden.

Anträge von X.

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Die Kosten des Strafverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu neh-
men.

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3. Dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung zuzuspre-
chen.

F. Gegen das am 2. Oktober 2012 gefällte, gleichentags mündlich eröffnete 
und ohne schriftliche Begründung im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksge-
richts Hinterrhein meldete X. am 8. Oktober 2012 Berufung an. 

G. Daraufhin teilte das Bezirksgericht Hinterrhein den Parteien am 4. Dezem-
ber 2012  das begründete Urteil mit. Darin erkannte es wie folgt:

„1. X. ist schuldig

- der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 
SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbin-
dung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie

- der mehrfachen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 
1 SVG und Art. 44 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

2.a) Dafür wird X. mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 
150.00 bestraft.

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren aufgeschoben.

3.a) Zudem wird X. mit einer Busse von Fr. 2000.00 bestraft.

b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 14 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit diese schuldhaft nicht bezahlt wird.

4.a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 6‘055.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
2‘055.00, Gerichtsgebühren CHF 4‘000.00) gehen zu Lasten von X..

b) X. hat dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich zu überweisen:

Busse Fr. 2‘000.00 Fr.    700.--

Verfahrenskosten Fr.       6‘055.00 Fr. 3‘832.50

Total Fr.      8‘055.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 
30 Tagen auf das Konto J., des Bezirksgerichts Hinterrhein bei der K. 
zu bezahlen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

H. Am 19. Dezember 2012 reichte X. (nachfolgend: Berufungskläger) die Beru-
fungserklärung beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Er beantragte wie folgt:

„Mit der Berufung wird das Urteil vollumfänglich angefochten.

Mit der Berufung wird ein Freispruch verlangt. Die Verfahrenskosten seien 
auf die Gerichtskasse zu nehmen. Dem Beschuldigten und Appellanten sei 
eine angemessene Entschädigung zuzusprechen.

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Beweisanträge werden keine gestellt.“

I. Mit Schreiben vom 7. Januar 2013 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf 
die Einreichung einer Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO.

J. Mit Verfügung vom 11. Januar 2013 ordnete der Vorsitzende der I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a 
StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an.

K. Am 5. Februar 2013 reichte der Berufungskläger die Berufungsbegründung 
ein. Er beantragte wie folgt:

„1. Der Appellant sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens seien 
auf die Staatskasse zu nehmen. 

3. Dem Appellanten sei eine angemessene Entschädigung zuzuspre-
chen.“

L. Die Staatsanwaltschaft reichte am 20. Februar 2013 (Poststempel: 21. Fe-
bruar 2013) eine Stellungnahme ein und machte insbesondere Ausführungen zu 
dem vom Berufungskläger gerügten Anklageprinzip und dazu, wo sich die fragli-
chen Verletzungen von Verkehrsregeln örtlich abgespielt haben sollen.

M. Das Bezirksgericht Hinterrhein reichte am 1. März 2013 eine Stellungnah-
me ein, in welcher es ebenfalls insbesondere Ausführungen zu den örtlichen Ge-
gebenheiten machte. 

N. Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen in 
den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Die Berufung be-
zieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und Zivilfragen materiell be-
funden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie Urteile, die auf Verur-
teilung oder Freispruch lauten und der Fall vor der ersten Instanz damit abge-
schlossen wird (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-
mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 2 zu Art. 398 

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StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Ge-
richt innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Proto-
koll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfer-
tigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht als 
Berufungsgericht übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgeset-
zes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach 
Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kan-
tonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

b) Gegen das am 2. Oktober 2012 mündlich eröffnete und gleichentags ohne 
schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein meldete 
der Berufungskläger am 8. Oktober 2012 die Berufung an (act. A.1). Nach Zustel-
lung des begründeten Urteils am 5. Dezember 2012 reichte der Berufungskläger 
alsdann fristgemäss am 19. Dezember 2012 seine Berufungserklärung ein (act. 
A.2). Da auch alle anderen Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf 
die Berufung einzutreten.

c) Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die 
Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzliche 
Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Kognition 
überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-
nung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, N 1 zu Art. 398 StPO; Markus 
Hug, in: Donatsch/Hansjakob/ Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], Zürich 2010, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Beru-
fungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstin-
stanzliche ersetzt (Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber 
Mängel auf, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das 
Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durch-
führung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an 
das erstinstanzliche Gericht zurück (Art. 409 Abs. 1 StPO).

2.a) Gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat eine beschuldigte Person einen Anspruch, 
dass über eine gegen sie erhobene strafrechtliche Anklage in einem fairen Verfah-
ren, öffentlich und innerhalb angemessener Frist verhandelt wird, wobei das Urteil 
auch öffentlich verkündet werden muss. Dieser grundrechtlich geschützte An-

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spruch besteht grundsätzlich auch im Berufungsverfahren, weshalb die Durch-
führung einer mündlichen Berufungsverhandlung die Regel, das schriftliche Ver-
fahren dagegen die Ausnahme darstellt (Hug, a.a.O., Art. 406 N 1). Nach der 
schweizerischen Strafprozessordnung kann das Berufungsgericht auch ohne oder 
gegen den Willen einer oder beider Parteien die Berufung unter anderem dann in 
einem schriftlichen Verfahren behandeln, wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu 
entscheiden sind, oder wenn ausschliesslich die Kosten-, Entschädigungs- und 
Genugtuungsfolgen angefochten sind (Art. 406 Abs. 1 lit. a und d StPO). Mit dem 
Einverständnis der Parteien besteht eine weitergehende Möglichkeit zum Verzicht 
auf eine mündliche Berufungsverhandlung (vgl. Art. 406 Abs. 2 StPO). Denkbar 
sind ausserdem Kombinationen beider Verfahrensarten oder der Wechsel vom 
schriftlichen zum mündlichen Verfahren, also beispielsweise, wenn sich aus den 
Zuschriften und Eingaben einer nicht anwaltlich vertretenen Partei ergibt, dass sie 
Schwierigkeiten hat, sich klar auszudrücken oder dem Verfahren allgemein nicht 
gewachsen ist (Eugster, a.a.O., Art. 406 N 1; vgl. dazu auch Art. 390 Abs. 5 StPO, 
wonach im schriftlichen Verfahren die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen oder 
auf Antrag einer Partei eine Verhandlung anordnen kann). Ob der Entscheid zur 
Anordnung des schriftlichen Verfahrens in den Kompetenzbereich des Kollegiums 
oder in denjenigen der Verfahrensleitung fällt, ergibt sich nicht klar aus dem Ge-
setzeswortlaut. Demgemäss behandelt in den von Art. 406 Abs. 1 StPO aufge-
zählten Fällen das Berufungsgericht die Berufung in einem schriftlichen Verfahren, 
während im Anwendungsbereich von Art. 406 Abs. 2 die Verfahrensleitung das 
schriftliche Verfahren anordnet. Die von Abs. 1 der Bestimmung angesprochene 
Behandlung der Berufung im schriftlichen Verfahren sagt indes nichts über dessen 
Anordnung aus. Zudem sind keine Gründe erkennbar, weshalb in den Fällen von 
Abs. 1 der Bestimmung anders vorzugehen wäre als in den Fällen des Abs. 2, 
wonach die Zuständigkeit zur Anordnung ausdrücklich bei der Verfahrensleitung 
liegt. Deshalb ist auch nach Art. 406 Abs. 1 StPO die Verfahrensleitung für den 
entsprechenden Entscheid über die Anordnung zuständig (zum Ganzen: Hug, 
a.a.O. Art. 406 N 3; anders Eugster, a.a.O., Art. 407 N 8, der unter Berufung auf 
den Gesetzeswortlaut der Auffassung ist, die Anordnung des schriftlichen Verfah-
rens nach Abs. 1 erfolge durch das Gericht, in den Fällen nach Abs. 2 durch die 
Gerichtsleitung; anders auch Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafpro-
zessrechts, Zürich 2009, N 1571, wonach der Entscheid zur Anordnung des 
schriftlichen Verfahrens in den Fällen von Abs. 1 und Abs. 2 beim Berufungsge-
richt liegt, was aber - wie oben dargelegt - unzutreffend ist und mit Bezug auf Abs. 
2 dem Gesetzeswortlaut widerspricht).

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b) Mit Verfügung vom 11. Januar 2013 hat der Vorsitzende der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden das schriftliche Verfahren gestützt auf Art. 
406 Abs. 2 lit. a StPO angeordnet. Der Berufungskläger führt in seiner Berufungs-
begründung vom 5. Februar 2013 aus, dass er bereits in seinem Plädoyer vor der 
Vorinstanz eine Verletzung des Anklageprinzips gerügt habe. Er habe darauf hin-
gewiesen, dass aus der Anklageschrift nicht hervorgehe, wo sich die dem Beru-
fungskläger zur Last gelegten Vorfälle abgespielt haben sollen. Die Vorinstanz sei 
in ihrer Urteilsbegründung mit keinem Wort auf diese Rüge eingegangen und lege 
ihrem Schuldspruch vorbehaltlos die Version der Anklageschrift zugrunde, was 
nicht haltbar sei. Er rügt somit eine unrichtige Sachverhaltsdarstellung sowohl der 
Staatsanwaltschaft als auch der Vorinstanz. Da der Rechtsvertreter des Beru-
fungsklägers sich nach telefonischer Rücksprache mit dem Vorsitzenden der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden mit der Durchführung des 
schriftlichen Verfahrens einverstanden erklärt hat, waren vorliegend die Voraus-
setzungen für die Anordnung des schriftlichen Verfahrens gemäss Art. 406 Abs. 2 
lit. a StPO durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer erfüllt. Der Rechtsvertreter 
des Berufungsklägers hat denn auch am 5. Februar 2013 seine schriftliche Beru-
fungsbegründung eingereicht.

3. Die Vorinstanz hat den Berufungskläger der groben Verletzung von Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 SVG sowie Art. 35 Abs. 2 
und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG sowie der mehrfachen Verletzung 
von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG und Art. 44 Abs. 1 SVG in Ver-
bindung mit Art. Art. 90 Ziff. 1 SVG schuldig gesprochen. Gegen das vorinstanzli-
che Urteil liess der Berufungskläger Berufung einlegen mit dem Antrag, er sei vom 
Vorwurf der Widerhandlung gegen diese Artikel des Strassenverkehrsgesetzes 
(SVG; 741.01) freizusprechen. Nachfolgend gilt es daher zu prüfen, ob der Beru-
fungskläger sich besagter Verletzungen von Verkehrsregeln gemäss SVG schul-
dig gemacht hat oder nicht.

4.a) Vorab gilt es festzuhalten, dass das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) ver-
langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstel-
lung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berück-
sichtigt (BGE 136 I 229 E. 5.1 S. 236; BGE 124 I 49 E. 3a; BGE 124 I 241 E. 2; je 
mit Hinweisen). Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu 
begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunk-
ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi-
derlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

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schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene 
über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis 
der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen we-
nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat 
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.1; BGE 
134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen).

b) Zudem kann das Gericht im Rechtsmittelverfahren gemäss Art. 82 Abs. 4 
StPO für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachver-
halts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen.

5.a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (Art. 10 Abs. 1 StPO). Beste-
hen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen 
der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus der 
derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldigten 
Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden           
verpflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung, Zürich 2010, Art. 10 N. 6). An diesen Nachweis sind hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 
EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro 
reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Ange-
klagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes 
Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 86 E. 2a). Bloss theoretische und abstrakte 
Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und ab-
solute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich viel mehr um erhebli-
che und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach 
der objektiven Rechtslage aufdrängen (BGE 120 Ia 31 E. 2c). Aufgabe des Rich-
ters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu über-
winden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entschei-
den, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein 
muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und 
Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen 
vermögen (vgl. PKG 1987 N. 12; Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf 

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der Grundlage des Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. 
Aufl., Zürich 2004, N. 294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon 
dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr an-
hand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob 
die Darstellung der Anklage oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeu-
gen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der 
anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz „in dubio pro 
reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 
1978 Nr. 31). In diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen. 

b) Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung (Schmid, Praxiskommentar, StPO, Art. 
10 Nr. 5). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der 
materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus 
(ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Auskunftsperso-
nen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Auch 
wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage gleich-
wohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richterlich auf ihre materielle 
Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, sondern 
der Gesamteindruck, d.h. die Art und Weise der Bekundung, sowie die Überzeu-
gungskraft der Beweismittel im Einzelfall, entscheidend (Hauser/Schweri/ Hart-
mann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N. 5), wobei 
nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des Aussagenden, sondern vielmehr die 
Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund steht. Mehrere Indizien, 
die, einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die 
Täterschaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vollen Beweis und volle 
Überzeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem 
Fall sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (Bundesge-
richtsurteil 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4). Als Kennzeichen wahrheitsge-
treuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der 
Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe 
des Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psychologie der 
Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, München 
1993).

c) Anzumerken bleibt, dass der „Aussage der ersten Stunde“ der Parteien und 
allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt (vgl. dazu 
auch PKG 1991 Nr. 39 E. 3 sowie im Bereich des Sozialversicherungsrechts: BGE 

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121 V 47, wonach die spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ in der Regel un-
befangener und zuverlässiger sind als die späteren Darstellungen).

6.a) Der Berufungskläger rügt in seiner Berufungsbegründung (act. A.5, Ziffer 1) 
wie auch schon im Plädoyer vor der Vorinstanz eine Verletzung des Anklageprin-
zips. Aus der Anklageschrift gehe nicht genau hervor, wo sich die dem Berufungs-
kläger zur Last gelegten Vorfälle abgespielt haben sollen. Die Vorinstanz lege ih-
rem Schuldspruch vorbehaltslos die Version der Anklageschrift zugrunde und ge-
he mit keinem Wort auf diese Rüge ein. Die Staatsanwaltschaft habe in ihrer An-
klage darauf verzichtet, eine genauere Angabe über den Ort des Geschehens zu 
machen. Sie habe sich einzig auf die Ortsangabe „bei D.“ beschränkt, ohne die 
Örtlichkeiten mit Fotos oder exakten Plänen zu belegen. Der Berufungskläger führt 
dazu aus, er habe vor Schranken dargelegt, dass sich die ihm vorgeworfenen Vor-
fälle nicht an den Orten, wie in der Anklageschrift vorgeworfen, ereignet hätten. 
Anlässlich des Plädoyers habe er fotografisch dokumentiert, wo sich nach seinen 
Angaben die Vorfälle abgespielt haben sollen. Die Vorinstanz sei in ihrem Urteil 
mit keinen Worten auf diese Argumentation eingegangen und habe vorbehaltlos 
die unklare Darstellung der Staatsanwaltschaft übernommen, was eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs darstelle.

b) Diese Rüge des Berufungsklägers ist nicht zu hören. Die fotografische Do-
kumentation ist verglichen mit seinen Aussagen anlässlich der polizeilichen Ein-
vernahme vom 21. Juli 2011 (act. 3.2) dermassen widersprüchlich, dass das Ge-
richt den Eindruck erhält, der Berufungskläger versuche den Tatort an eine andere 
Örtlichkeit zu verlegen (die Fotos zum Plädoyer zeigen den Abschnitt der E. vor 
dem H. und nicht bei D.). In der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juli 2011 - 
welcher gemäss den obigen Ausführungen in Erwägung 5c besondere Aufmerk-
samkeit gebührt - sagte der Berufungskläger nämlich aus, dass er auf „Höhe D., 
wo die Autostrasse vierspurig verläuft“, geschaut habe, ob ein Lastwagenüberhol-
verbot vorhanden sei, um daraufhin seine Überholmanöver zu starten (act. 3.2, 
Frage 1). Bereits in dieser Einvernahme gestand denn der Berufungskläger auch, 
dass er im Zusammenhang mit dem Überholmanöver des Sattelmotorfahrzeuges 
und des Volvos von F. die Sperrfläche befahren habe (act. 3.2, Frage 12). Wie 
den Akten zu entnehmen ist (act. 3.6), legte die Staatsanwaltschaft - entgegen 
den Behauptungen des Berufungsklägers in der Berufungsbegründung - einen 
Ortsplan bei, welcher aufzeigt, wo sich die Vorfälle ereignet haben sollen. Auf die-
sem Plan ist zu sehen, dass es sich dabei um die vierspurige Autostrasse auf der 
Höhe von D. handelt. Nichts anderes ergibt sich aus den Aussagen von F.. So-
wohl anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 21. Juli 2011 (act 3.3) als auch 

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anlässlich der Konfronteinvernahme (act. 3.5) schilderte er den Ablauf der Ge-
schehnisse, woraus sich klar ergibt, dass sich die ersten Vorfälle weiter unten, d.h. 
dort eben, wo die Autostrasse vierspurig verläuft, ereignet haben müssen und erst 
danach („Etwas später befuhren wir den L..“: act. 3.5, S. 3) der L. mit Überholstre-
cke sowie mit anschliessendem H. und nach dem H. die Überholstrecke vor der I. 
befahren wurden. Dabei bleibt noch klarzustellen, dass die Strasse vor dem H. 
und danach vor der I. nur südwärts doppelspurig ist und eben gerade nicht nord-
wärts, was heisst, dass dort die Autostrasse nicht vierspurig verläuft. Auch der 
Berufungskläger sprach übrigens in seiner Schilderung der ersten Vorfälle 
während der Konfronteinvernahme (act. 3.5, S. 4) von der Strasse, welche dop-
pelspurig geworden sei und welcher nach der Sperrfläche eine unübersichtliche 
Kurve folge; erst danach folgt die Steigung vor dem H.. Insgesamt ergibt sich so-
mit klar, dass die ersten Vorfälle dort geschehen sind, wo die Autostrasse vierspu-
rig ist, so wie dies in der Anklageschrift auch geschildert wird. Der Versuch des 
Berufungsklägers, die fraglichen Örtlichkeiten auf die jeweils maximal dreispurigen 
Streckenabschnitte vor den H. (Fotos zum Plädoyer) bzw. der I. zu verlegen, 
scheitern, wie soeben dargelegt, bereits an seinen eigenen Aussagen in der poli-
zeilichen Einvernahme. Es ist demnach erstellt, wo sich das Überholmanöver ört-
lich abgespielt hat, womit auf diese Rüge nicht näher eingegangen werden muss. 
Eine Verletzung des Anklageprinzips bzw. des rechtlichen Gehörs kann der Vorin-
stanz somit nicht vorgeworfen werden.

7. Gemäss Erwägung 4a muss dass Gericht nicht auf alle Rügen des Beru-
fungsklägers eingehen. Insbesondere muss in diesem Zusammenhang nicht wi-
derlegt werden, dass die Vorinstanz mangels Abklärungen bezüglich des persönli-
chen Interesses von F. am Ausgang des Verfahrens zum Schluss gekommen sei, 
dass kein solches bestehe und sie deshalb willkürlich gehandelt habe (act. A.5, 
Ziffer 2). Dazu ist lediglich folgendes anzumerken: Der Berufungskläger wirft der 
Vorinstanz vor, dass sie sich ausschliesslich die Sachverhaltsdarstellung von F. zu 
ihrer eigenen gemacht habe, ohne zu wissen, ob dieser ein notorischer Anzeige-
erstatter sei und ob dieser ein persönliches Interesse am Verfahrensausgang ha-
be. Selbst wenn die Vorinstanz so, wie vom Berufungskläger behauptet, vorge-
gangen wäre - was indessen offengelassen werden kann -, wären solche Ab-
klärungen für eine Verurteilung ohnehin nicht von Relevanz. Denn im Lichte seiner 
durchwegs widersprüchlichen und unbegründeten Behauptungen verkennt der 
Berufungskläger, dass er - wie aus den nachfolgenden Erwägungen 9 und 10 her-
vorgehen wird - die Begehung jeder ihm vorgeworfenen Verkehrsregelverletzung 
bereits vor der Polizei und vor der Staatsanwaltschaft eingestanden hat.

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8. Der Berufungskläger macht in seiner Berufungsbegründung (act. A.5, Ziffer 
3) zudem geltend, die Vorinstanz hinterfrage das gefährliche Überholmanöver von 
F. nicht und befasse sich einzig und allein mit dem vom Anzeigeerstatter behaup-
teten Fehlverhalten des Berufungsklägers. Dazu ist anzumerken, dass das Straf-
recht keine Verschuldenskompensation kennt. Deshalb kann ein allfälliges Mitver-
schulden eines anderen Verkehrsteilnehmers, sei dies gar überwiegend, keine 
Auswirkungen auf die eigene Strafbarkeit entfalten (Weissenberger, Kommentar 
zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich 2011, N. 8 zu Art. 34 SVG mit Hinweisen).

9.a) Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger unter anderem wegen gro-
ber Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 4 
SVG sowie Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG. Da er 
einen Freispruch verlangt, muss die Erfüllung jedes einzelnen Tatbestandes ge-
prüft werden.

b) Der Berufungskläger hat mehrfach zugestanden, dass er die Sperrfläche 
am Ende der vierspurigen Autostrasse bei D. befahren hat (act. 3.2, Frage 12, act. 
A.5, S. 8). Das Überfahren einer Sperrfläche stellt, wie von der Vorinstanz richtig 
festgestellt [Urteil E. 3.3b)aa], eine Widerhandlung gegen Art. 27 Abs. 1 SVG dar.

c) Gemäss Art. 34 Abs. 4 SVG ist gegenüber allen Strassenbenützern ausrei-
chender Abstand zu wahren, namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim 
Neben- und Hintereinander fahren. Gemäss eigenen Angaben schloss der Beru-
fungskläger zu Beginn des letzten Überholmanövers bei einer Geschwindigkeit 
von 80 bis 85 km/h bis auf 10 bis 20 Meter zu dem vor ihm fahrenden Sattelmotor-
fahrzeug auf (act. 3.5, Frage 14). Durch dieses Verhalten verletzte er Art. 34 Abs. 
4 SVG. Der Berufungskläger schwenkte zudem gemäss eigener Aussage bei ei-
ner Lücke von 30 bis 40 m zum hinterherfahrenden Fahrzeug bei einer Geschwin-
digkeit von 80 bis 85 km/h auf die Überholspur aus (act. 3.4, Frage 4). Durch die-
ses Vorgehen verletzte er ebenfalls Art. 34 Abs. 4 SVG, wobei gemäss Art. 82 
Abs. 4 StPO auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz inklusive bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung verwiesen werden kann [Urteil E. 3.3a)aa und bb].

d) Des Weitern wurde der Berufungskläger von der Vorinstanz wegen Verlet-
zung von Verkehrsregeln gemäss Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG verurteilt. Gemäss 
Art. 35 Abs. 2 SVG ist das Überholen und Vorbeifahren an Hindernissen nur ge-
stattet, wenn der nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr 
nicht behindert wird. Im Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer die Gewissheit 
hat, rechtzeitig und ohne Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu 

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können. Wer, bevor er das Überholmanöver einleitet, keine Gewissheit hat, ge-
fahrlos vor dem Ende des für ihn sichtbaren Raums wieder einbiegen zu können, 
darf das Überholmanöver nicht einleiten (BGE 105 IV 336). Gemäss Art. 35 Abs. 3 
SVG muss, wer überholt, auf die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, 
die er überholen will, besonders Rücksicht nehmen. Gemäss Art. 44 Abs. 1 SVG 
findet diese Bestimmung auch Anwendung auf Strassen, die für den Verkehr in 
gleicher Richtung in mehrere Fahrstreifen unterteilt sind. Dabei muss der Fahr-
zeuglenker jederzeit in der Lage sein, bei einem Hindernis auf dem Überholstrei-
fen richtig zu reagieren, sei es durch Abbremsen, nötigenfalls bis zum Stillstand 
oder durch Ausweichen auf den rechten Fahrstreifen (Bundesgerichtsurteil 
4A_76/2009 vom 6. April 2009 E. 4.3). Der Berufungskläger hat - wie von der Vor-
instanz korrekt ausgeführt [Urteil E. 3.3c)bb] - bereits mit dem Überfahren der 
Sperrfläche nach bzw. während dem Überholmanöver diese Tatbestände erfüllt. 
Unabhängig davon, ob F. irgendwelche Schikanestopps gemacht hat oder nicht, 
gilt es zu den Ausführungen der Vorinstanz folgendes zu ergänzen. Gemäss eige-
ner Angaben des Berufungsklägers betrug die Distanz zwischen Anfang Überhol-
manöver und dem Spurabbau ca. 400 bis 600 m (act. 3.2, Frage 11). Nach der 
Faustformel zur Berechnung des Überholwegs, welcher sich aus der eigenen Ge-
schwindigkeit (80 km/h) dividiert durch die eigene Geschwindigkeit (80 km/h) mi-
nus der Geschwindigkeit des zu überholenden Fahrzeuges (40 km/h) berechnet, 
wobei dieses Ergebnis durch die Länge des eigenen Fahrzeugs (8,5 m), dem Si-
cherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug (20 m), der Länge des zu über-
holenden Fahrzeugs (20 m) und dem Einscherabstand [Sicherheitsabstand nach 
dem Überholen (40 m)] multipliziert wird, ergibt sich nach eigenen Angaben des 
Berufungsklägers - wobei alle Werte zugunsten des Berufungsklägers ausgelegt 
werden - folgender Überholweg: 80 km/h : (80 km/h - 40 km/h) x (8,5 m + 20 m + 
20 m + 40 m) = 177 m. Beachtet man noch den Reaktionsweg (Faustformel) 80 
km/h : 10 x 3 = 24 m und den Bremsweg (Faustformel; keine Gefahrenbremsung) 
80 km/h : 10 x 80 km/h : 10 = 64 m, so hätte der Berufungskläger bei einer Brem-
sung auf der Überholspur noch einen Abstand von mindestens 135 bis 335 m zur 
Sperrfläche gehabt. Somit ist erstellt, dass, egal wie sich das Überholmanöver mit 
dem Sattelfahrzeug bzw. dem Volvo von F. tatsächlich abgespielt hat, der Beru-
fungskläger in jedem Fall vor der Sperrfläche hätte hinreichend abbremsen kön-
nen und müssen, um nicht gegen die fraglichen Bestimmungen und die soeben 
zitierte Rechtsprechung des Bundesgerichts zu verstossen. Dies tat er indessen 
zugestandenermassen nicht, mithin reagierte er bei einem Hindernis auf dem 
Überholstreifen nicht richtig, geschweige denn hätte er auch bei allfälligen Schika-
nestopps vor der Sperrfläche problemlos abbremsen können und müssen, was er 

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indessen unterliess und dadurch eine gefährliche Verkehrssituation schaffte. So-
mit ist nachgewiesen, dass der Berufungskläger gegen Art. 35 Abs. 2 und 3 SVG 
verstossen hat, ansonsten er nicht über die Sperrfläche hätte fahren müssen. 
Auch hier kann ergänzend auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).

e) Die Vorinstanz qualifizierte die Verletzung dieser Tatbestände als grobe 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG. Diese Qualifikation ist 
nicht zu beanstanden und es kann gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urteil E. 4a und b).

10.a) Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger zudem der mehrfachen Ver-
letzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG und Art. 44 Abs. 1 SVG in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG. Gemäss Art. 34 Abs. 1 SVG müssen Fahrzeu-
ge rechts, auf breiten Strassen innerhalb der rechten Fahrbahnhälfte fahren. Sie 
haben sich möglichst an den rechten Strassenrand zu halten, namentlich bei lang-
samer Fahrt und auf unübersichtlichen Strecken. Art. 44 Abs. 1 SVG schreibt vor, 
dass auf Strassen, die für den Verkehr in gleicher Richtung in mehrere Fahrstrei-
fen unterteilt sind, der Führer seinen Streifen nur verlassen darf, wenn er dadurch 
den übrigen Verkehr nicht gefährdet. In der Konfronteinvernahme des Berufungs-
klägers mit F. vom 15. Februar 2012 bestätigte der Berufungskläger, dass er vor 
dem H. im zweispurigen Abschnitt wie auch bei jenem vor der I. auf der Leitlinie 
gefahren sei (act. 3.5, Frage 12). Durch dieses Verhalten hat der Berufungskläger 
zugestandenermassen Art. 34 Abs. 1 SVG und Art. 44 Abs. 1 SVG verletzt, wobei 
wiederum auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
kann (Urteil E. 4a, Art. 82 Abs. 4 StPO).  

b) Diese Verletzung von Verkehrsregeln taxierte die Vorinstanz als leichte 
Verkehrsregelverletzungen gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG, was zu keinen Bemerkun-
gen veranlasst.

11.a) Die Vorinstanz verurteilte den Berufungskläger zu einer Geldstrafe von 60 
Tagessätzen zu je Fr. 150.--, bedingt aufgeschoben unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren sowie zu einer Gesamtbusse von Fr. 2‘000.--, welche bei 
schuldhafter Nichtbezahlung in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 14 Tagen umgewan-
delt wird. Die Gesamtbusse setzt sich dabei aus einer Verbindungsbusse gemäss 
Art. 42 Abs. 4 StGB in der Höhe von Fr. 1‘800.-- und einer Busse in der Höhe von 
Fr. 200.-- hinsichtlich des zweiten Vorfalls (vgl. Erwägung 10) zusammen. Der 
Verteidiger des Berufungsklägers hat sich in der Berufungsschrift vom 5. Februar 

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2013 über die Strafzumessung nicht geäussert. Da er einen Freispruch beantrag-
te, musste er dies grundsätzlich auch nicht tun. Bei der Überprüfung der Strafzu-
messung ist zwar zu beachten, dass die I. Strafkammer des Kantonsgerichts ihr 
Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt und die Regeln über die 
Strafzumessung selbständig anwendet. Jedoch steht der Vorinstanz bei der Ge-
wichtung der einzelnen Strafzumessungsfaktoren innerhalb des jeweiligen Straf-
rahmens ein erheblicher Ermessensspielraum zu. In diesen greift die I. Strafkam-
mer des Kantonsgerichts nur mit grosser Zurückhaltung ein. In Ergänzung zu den 
nachfolgenden Ausführungen sei deshalb auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen (Art. 82 Abs. 4 StPO).

b) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von ihm 
übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen 
sie und damit seine Schuld (vgl. Trechsel et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Praxiskommentar, Zürich 2008, N 21 zu Art. 47 StGB; Wiprächtiger, Basler Kom-
mentar, Strafrecht I, 2. Aufl., Basel 2007, N 65 zu Art. 47 StGB). Daraus geht her-
vor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld bezieht. Wie nach altem soll 
auch nach geltendem Recht das Verschulden die Strafe begründen und nach 
oben begrenzen, wobei Verschulden im Sinne dieser Bestimmung das Mass der 
Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs ist (vgl. Wiprächtiger, a.a.O., N 10 ff. zu Art. 47 
StGB). Folglich ist die Strafzumessung innerhalb des zulässigen Strafrahmens 
und unter Berücksichtigung allfälliger Strafminderungs- sowie Strafmilderungs-
gründe im Wesentlichen eine Frage des Ermessens, bei dessen Überprüfung sich 
das angerufene Gericht als Rechtsmittelinstanz Zurückhaltung aufzuerlegen hat 
und nicht ohne Not in das Ermessen der Vorinstanz eingreift.

c) Eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln wird gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG 
mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Für die Verletzung 
dieser Norm verhängte die Vorinstanz dem Berufungskläger eine Geldstrafe von 
60 Tagessätzen zu je Fr. 150.--. Gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB beträgt die Geldstra-
fe höchstens 360 Tagessätze, wobei das Gericht deren Zahl nach dem Verschul-
den des Täters bestimmt. Ein Tagessatz beträgt höchstens Fr. 3'000.--. Das Ge-

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richt bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftli-
chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkom-
men und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungs-
pflichten sowie nach dem Existenzminimum (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB). Dem Ge-
richt verbleibt dabei ein erheblicher Ermessensspielraum. In Bezug auf die Be-
messung der Geldstrafe kann vollumfänglich auf die korrekten Ausführungen im 
vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden. Die Vorinstanz hat die Strafzumessung 
nach pflichtgemässem Ermessen vorgenommen, weshalb für die I. Strafkammer 
keine Veranlassung besteht, daran etwas zu ändern.

d) Die formellen Voraussetzungen für den bedingten Strafvollzug sind vorlie-
gend erfüllt, da der Berufungskläger mit einer Geldstrafe bestraft wird (vgl. Art. 42 
Abs. 1 StGB) und er in den letzten fünf Jahren vor der hier zu beurteilenden Tat 
nicht zu einer bedingten oder unbedingten Freiheitsstrafe von mindestens sechs 
Monaten oder zu einer Geldstrafe von mindestens 180 Tagessätzen verurteilt 
wurde (vgl. Art. 42 Abs. 2 StGB). Vorliegend lassen sich aus den Akten keine 
Rückschlüsse ziehen, dass dem Berufungskläger in subjektiver Hinsicht eine un-
günstige Prognose zu stellen wäre, weshalb die ausgefällte Geldstrafe nicht zu 
vollziehen ist. Eine unbedingte Strafe erscheint somit nicht notwendig, um den 
Berufungskläger von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhal-
ten. Eine bedingte Strafe kann jedoch mit einer unbedingten Geldstrafe oder mit 
einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden (vgl. Art. 42 Abs. 4 StGB). Das 
Bundesgericht hat sich in zwei Grundsatzentscheiden zu den Verbindungsstrafen 
geäussert (vgl. BGE 134 IV 1; BGE 134 IV 60). Diese kommen insbesondere in 
Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug einer Geld- oder Freiheits-
strafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der Auferle-
gung einer zu bezahlenden Geldstrafe  oder Busse einen Denkzettel verabreichen 
möchte. Die Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das 
Hauptgewicht liegt auf der bedingten Freiheits- oder Geldstrafe, während der un-
bedingten Verbindungsstrafe beziehungsweise Busse nur untergeordnete Bedeu-
tung zukommt (vgl. BGE 135 IV 188). Somit ist die Kombination der Geldstrafe mit 
einer Busse aufgrund der neuen Rechtssprechung durch die Vorinstanz korrekt 
vorgenommen worden. Das Gericht bemisst die Busse je nach den Verhältnissen 
des Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemes-
sen ist (vgl. Art. 106 Abs. 3 StGB). Bei der Bemessung der Busse ist auch der fi-
nanziellen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für die Verhältnisse des Täters 
relevant sind die gleichen Kriterien wie bei der Geldstrafe, somit Einkommen, 
Vermögen, Lebensaufwand, Unterstützungspflichten und Existenzminimum. In 

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BGE 135 IV 188 hat das Bundesgericht entschieden, dass es als sachgerecht er-
scheine, die Obergrenze der Verbindungsstrafe grundsätzlich auf einen Fünftel 
beziehungsweise 20% der Geldstrafe festzulegen. Abweichungen von dieser Re-
gel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, um sicherzustellen, dass der Verbin-
dungsstrafe nicht eine lediglich symbolische Bedeutung zukommt. Gemäss Art. 
106 Abs. 2 StGB spricht der Richter für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht 
bezahlt wird, eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens 
drei Monaten aus. Die Dauer der Ersatzfreiheitsstrafe bemisst sich nach Auffas-
sung des Bundesgerichts unabhängig von den finanziellen Verhältnissen nach 
dem Verschulden. Bei der Festlegung der Ersatzfreiheitsstrafe muss das Gericht 
also die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von der Schuld abstrahieren und her-
nach eine täter- und tatangemessene Ersatzfreiheitsstrafe bilden. Finanziell star-
ken und finanziell schwachen Verurteilten soll für die gleiche Tat die Freiheit für 
eine gleich lange Dauer entzogen werden. Im Unterschied zum Tagessatzsystem 
besteht hier ein grösseres Ermessen und der Zusammenhang zwischen Verschul-
den und den finanziellen Verhältnissen sowie der Bussenhöhe und der Ersatzfrei-
heitsstrafe muss nicht wie bei der Berechnung der Geldstrafe gleichsam mathe-
matisch aufgezeigt werden (vgl. BGE 134 IV 60; Heimgartner, Basler Kommentar 
zum StGB, Band I, 2. Auflage, Basel 2007, N 10 ff. zu Art. 106; Do-
natsch/Flachsmann/Hug/Maurer/Riesen-Kupper/Weder, Schweizerisches Strafge-
setzbuch, Kommentar, 18. Auflage, Zürich 2010, N 5 zu Art. 106).

e) Die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe für die grobe Verletzung 
der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 2 SVG in der Höhe von 60 Tagessätzen 
zu je Fr. 150.-- (= Fr. 9’000.--) erscheint bei einem jährlichen Nettoeinkommen von 
rund Fr. 72‘000.-- und einem Pauschalabzug von 20 % angemessen. Nach bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung ist die Obergrenze der unbedingten Verbin-
dungsbusse gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB grundsätzlich auf 20 % der ausgefällten 
bedingten Geldstrafe festzulegen, um der Strafe Nachdruck zu verschaffen und 
um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden 
(BGE 135 IV 188). Indem die Vorinstanz die Verbindungsbusse auf Fr. 1‘800.-- 
festgelegt hat, ist sie diesem Grundsatz nachgekommen, weshalb die Höhe der 
Verbindungsbusse nicht zu beanstanden ist.

f) Die Höhe der von der Vorinstanz ausgefällten Busse wegen mehrfacher 
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG ist ebenfalls nicht zu 
beanstanden. Da es sich um keine schwerwiegenden Übertretungen handelt, ist 
die Busse in der Höhe von Fr. 200.-- schuldangemessen. 

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g) Insgesamt erscheinen die von der Vorinstanz ausgefällten Strafen unter 
den gegebenen Umständen als schuldangemessen. Die angeordnete Ersatzfrei-
heitsstrafe in der Höhe von 14 Tagen ist ebenfalls nicht zu beanstanden.

12. Im Ergebnis ist somit das vorinstanzliche Urteil sowohl im Schuldspruch als 
auch hinsichtlich der Strafzumessung vollumfänglich zu bestätigen. Die Berufung 
erweist sich demnach als unbegründet.

13.  Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist der Berufungskläger mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen und die Beru-
fung wurde im Sinne der Erwägungen vollumfänglich abgewiesen. Demnach ge-
hen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten des Berufungsklägers. Für 
Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- bis 
Fr. 20'000.-- erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des vorliegenden Berufungsver-
fahrens werden auf Fr. 3‘000.-- festgelegt.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3‘000.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Diese ist dem Bundes-
gericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: