# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5c7d1b8-5d1a-5cb2-8587-2dee80a239cb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.08.2019 IV 2017/26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-26_2019-08-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/26

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 26.09.2019

Entscheiddatum: 21.08.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 21.08.2019
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Invaliditätsgrad. Validität. 
Invalidität. Bemessung des Valideneinkommens. Bemessung des 
Invalideneinkommens. Fiktion des allgemeinen und ausgeglichenen 
Arbeitsmarktes. Berücksichtigung eines fortgeschrittenen Alters (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. August 2019, IV 
2017/26).

Entscheid vom 21. August 2019

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2017/26

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Husmann, schadenanwälte.ch AG, 

Alderstrasse 40, Postfach 3284, 8034 Zürich,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich im Dezember 2010 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum Maurer 

absolviert, diese aber nicht mit einem Diplom abgeschlossen. In den vergangenen 

Jahren sei er als Schleifer tätig gewesen. Der Allgemeinmediziner Dr. med. B.___ teilte 

im Januar 2011 mit (IV-act. 14–1 f.), der Versicherte leide an einer posttraumatischen 

Arthrose des rechten unteren Sprunggelenks nach einem Sturz von einer Leiter, einer 

offenen Reposition einer medialen Malleolarfraktur und einer Osteosynthese des 

rechten Calcaneus im August 2005. Zudem leide er an Kniebeschwerden links bei einer 

Chondropathie und an einem lumbovertebralen Schmerzsyndrom. Die angestammte 

Tätigkeit als Schleifer sei ihm nicht mehr zumutbar. Eine ideal leidensadaptierte 

Tätigkeit dürfte zu mindestens 50 Prozent zumutbar sein, wobei im weiteren Verlauf mit 

einer Steigerung des zumutbaren Pensums zu rechnen sei. Der Chirurg Dr. med. C.___ 

hatte im Oktober 2008 als Suva-Kreisarzt berichtet (IV-act. 14–4 ff.), die Tätigkeit als 

Schleifer sei prinzipiell ungeeignet. Eine wechselbelastende leichte bis mittelschwere 

Tätigkeit mit einer frei wählbaren Arbeitsposition ohne häufiges Besteigen von Treppen 

oder Leitern, ohne Zwangshaltungen und ohne Gehen im unebenen Gelände sei dem 

Versicherten dagegen uneingeschränkt zumutbar. Im Rahmen eines 

Assessmentgesprächs gab der Versicherte im Mai 2011 an, 

Eingliederungsmassnahmen seien sinnlos, da ein so kranker Mann in seinem Alter 

ohnehin keine Arbeitsstelle mehr finden könne (IV-act. 20).

A.b Die Suva hatte dem Versicherten bereits mit einer Verfügung vom 11. Dezember 

2009 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 21 Prozent zugesprochen (act. 

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G 6.2.1–64 ff.). Mit einem Einspracheentscheid vom 17. Mai 2011 wies sie eine 

dagegen erhobene Einsprache ab (act. G 6.2.2–2 ff.). Das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen hob diesen Einspracheentscheid mit einem Urteil vom 14. Mai 2012 

auf und wies die Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Suva zurück 

(UV 2011/45; vgl. act. G 6.2.4–2 ff.). Im Auftrag der Suva erstattete der orthopädische 

Chirurg Dr. med. D.___ im Januar 2013 ein fachärztliches Gutachten (act. G 6.2.7–2 ff.). 

Er hielt fest, der Versicherte leide an einer beginnenden Fusswurzelarthrose nach einer 

ausgeheilten Calcaneus-Fraktur mit einer Osteosynthese rechts, an einer verheilten 

Fraktur des Malleolus medialis rechts, an einer beginnenden Retropatellararthrose links 

sowie an einem Morbus Dupuytren Grad I Strahl IV. Die Kniebeschwerden links seien 

nicht auf den Unfall zurückzuführen. Die vom Versicherten geschilderten 

Rückenbeschwerden seien als altersentsprechend einzustufen. Sie beeinflussten aber 

die Arbeitsfähigkeit, denn dadurch werde die zumutbare Sitzdauer verkürzt. Mit einer 

Verfügung vom 11. Juli 2013 sprach die Suva dem Versicherten erneut mit Wirkung ab 

dem 1. Februar 2009 eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 21 Prozent zu 

(act. G 6.2.9). Die IV-Stelle übernahm die Invaliditätsbemessung der Suva und wies das 

Rentenbegehren des Versicherten mit einer Verfügung vom 18. November 2013 ab (IV-

act. 64). Der Versicherte liess am 2. Januar 2014 eine Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 18. November 2013 erheben (vgl. IV-act. 69). Die Suva hatte eine 

Einsprache gegen ihre Verfügung vom 11. Juli 2013 bereits mit einem Entscheid vom 7. 

November 2013 abgewiesen (act. G 3.2.12). Der Versicherte hatte am 11. Dezember 

2013 eine Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid erheben lassen (act. 

G 3.2.18). Die IV-Stelle beschloss, die angefochtene Verfügung angesichts des 

hängigen Beschwerdeverfahrens betreffend die Invalidenrente der Unfallversicherung 

zu widerrufen und weitere Abklärungen bezüglich der unfallfremden 

Gesundheitsbeeinträchtigungen zu tätigen (IV-act. 73). Das entsprechende 

Beschwerdeverfahren wurde in der Folge abgeschrieben (IV-act. 86).

A.c  Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Rheumatologe Dr. med. E.___ am 21. 

November 2014 ein internistisch-rheumatologisches Gutachten (IV-act. 110). Er hielt 

fest, der Versicherte habe über Beschwerden am rechten Fuss, an der 

Lendenwirbelsäule und am rechten Bein geklagt. Während der einstündigen 

Anamneseerhebung habe er kein Schmerz- oder Schonverhalten gezeigt. Auch das An- 

und Ausziehen der Kleidung sei ohne ein ersichtliches Schmerz- oder Schonverhalten 

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erfolgt. Bei der klinischen Untersuchung habe sich ein Schonhinken rechts gezeigt. Die 

Kniebeuge sei unter Angabe von Knieschmerzen nur unvollständig ausgeführt worden. 

Der Achillessehnenreflex sei rechts gegenüber links abgeschwächt gewesen. Bezüglich 

der Kniegelenke sei ein leichtes Extensionsdefizit von 5° aufgefallen. Bei der 

inkompletten Ausführung der Kniebeuge sei eine Krepitation retropatellär zu vernehmen 

gewesen. Links sei ein diskreter Kniegelenkserguss palpabel gewesen. Im Übrigen sei 

der (in Allgemeinstatus, Neurostatus, Wirbelsäulenstatus und peripherer Gelenksstatus 

gegliederte, im Gutachten ausführlich beschriebene) klinische Befund unauffällig 

gewesen. Diagnostisch lägen ein chronisches Schmerzsyndrom des rechten 

Rückfusses, eine initiale femoro-patelläre und femoro-tibiale Arthrose beidseits, ein 

chronisches lumbo-vertebrales Schmerzsyndrom mit anamnestisch pseudo-

radiculären Ausstrahlungen rechts sowie – ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

– ein Morbus Dupuytren Strahl IV, Diabetes mellitus Typ II, ein Status nach einer 

Inguinalherniotomie rechts und ein Status nach einer laparoskopischen 

Cholezystektomie vor. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine Einschränkung der 

körperlichen Leistungsfähigkeit für körperlich überwiegend mittelschwere und schwere 

Tätigkeiten, die durch die verminderte Belastbarkeit des rechten Fusses, der beiden 

Kniegelenke und der Lendenwirbelsäule bedingt sei. Kniend oder in der Hocke 

ausgeführte Arbeiten, ausschliesslich stehend oder gehend zu verrichtende Arbeiten 

sowie das Heben und Tragen von grossen Lasten sollten vermieden werden. Körperlich 

leichte bis gelegentlich mittelschwere adaptierte Tätigkeiten seien dem Versicherten 

dagegen uneingeschränkt zumutbar. Im Dezember 2014 notierte Dr. med. F.___ vom 

IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten von Dr. E.___ sei von 

sehr guter Qualität (IV-act. 113).

A.d Mit einem Vorbescheid vom 11. Dezember 2014 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit (IV-act. 116), dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens 

vorsehe. Zur Begründung führte sie an, leidensadaptierte Tätigkeiten seien 

uneingeschränkt zumutbar. Gemäss den Ergebnissen der Schweizer 

Lohnstrukturerhebung könne er ein Erwerbseinkommen von 61’776 Franken erzielen. 

Verglichen mit dem zuletzt erzielten Lohn von 71’481 Franken ergebe sich ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 14 Prozent. Dagegen liess der Versicherte am 

30. Januar 2015 einwenden (IV-act. 117), Dr. E.___ habe seine Schlussfolgerungen 

unzureichend begründet. Auf das Gutachten könne folglich nicht abgestellt werden. 

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Das Invalideneinkommen sei deutlich zu tief (gemeint wohl: zu hoch) gegriffen. Die IV-

Stelle hätte nicht auf die „Suva-klandestine“ DAP-Erhebung abstellen dürfen. Bei der 

Berechnung des Invalideneinkommens müsse ein maximaler Tabellenlohnabzug 

berücksichtigt werden. Mit einem Urteil vom 15. April 2015 wies das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid der Suva vom 7. November 2013 ab (UV 2013/94; vgl. act. 

G 3.2.37). Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht 

mit einem Urteil vom 8. Januar 2016 abgewiesen (8C_400/2015; vgl. act. G 3.2.48). Mit 

einer Verfügung vom 28. November 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab (IV-act. 152).

B.   

B.a  Am 16. Januar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. November 2016 erheben (act. G 1). 

Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, insbesondere die Zusprache einer ganzen 

Rente für den Zeitraum von 2011 bis 2016, sowie eventualiter die Rückweisung an die 

IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur Einholung eines medizinischen 

Gutachtens. Zur Begründung führte er an, die Beschwerdegegnerin habe den 

Untersuchungsgrundsatz verletzt. Sie habe auf eine über fünf Jahre alte 

Aktenbeurteilung eines RAD-Arztes abgestellt, die bereits durch das Gutachten von Dr. 

D.___ widerlegt worden sei. Die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sei zudem 

„sozialpraktisch nicht verwertbar“, denn einem Arbeitgeber sei es nicht zumutbar, 

einen 60 Jahre alten Arbeitnehmer mit Fuss-, Knie- und Rückenbeschwerden 

einzustellen, da er damit ein Mehrkostenrisiko und ein Ausfallrisiko eingehen müsste. 

Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades müsste ein Tabellenlohnabzug von 25 

Prozent berücksichtigt werden.

B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. Februar 2017 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, die angefochtene Verfügung 

stütze sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr. E.___ vom 21. 

November 2014. Die Akten enthielten keine Hinweise auf eine Veränderung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers in den zwei Jahren zwischen der 

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Erstellung des Gutachtens und der Eröffnung der angefochtenen Verfügung. Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt enthalte einen breiten Fächer von verschiedenen 

Tätigkeiten, die der Beschwerdeführer trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung 

verrichten könnte. Trotz des fortgeschrittenen Alters hätte der Beschwerdeführer auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch eine Arbeitsstelle finden können, da er in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig gewesen sei. Ein Abzug vom Tabellenlohn 

von mehr als zehn Prozent sei nicht gerechtfertigt. Der Invaliditätsgrad betrage folglich 

maximal 25 Prozent, weshalb kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

bestehe.

B.c  Am 20. Juli 2017 liess der Beschwerdeführer an seinen Beschwerdeanträgen 

festhalten (act. G 22). Zur Begründung machte sein Rechtsvertreter insbesondere 

geltend, die jahrzehntealte Fiktion des konjunkturell ausgeglichenen Arbeitsmarktes 

müsse dringend den zwischenzeitlichen strukturellen Veränderungen angepasst 

werden.

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 26 f.).

Erwägungen

1.  

Den Gegenstand des mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen 

Verwaltungsverfahrens hat die Prüfung einer erstmaligen Anmeldung zum Bezug einer 

Rente der Invalidenversicherung gebildet. Da dieses Beschwerdeverfahren die 

Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf ihre Rechtmässigkeit bezweckt, muss 

der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens zwingend jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen. Folglich ist umfassend zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer ab dem 1. Juni 2011, nämlich sechs Monate nach der „verspäteten“ 

Anmeldung zum Leistungsbezug (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG; der Unfall hatte sich bereits 

im August 2005 ereignet, weshalb das sog. Wartejahr für den potentiellen 

Rentenbeginn nicht massgebend sein kann),einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

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Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem 

Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger beruflicher Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre.

3.  

3.1 Sowohl im vorangegangenen Verwaltungsverfahren als auch im 

Unfallversicherungsverfahren (bis und mit Bundesgerichtsverfahren) ist das 

Valideneinkommen durchgehend auf 71’481 Franken beziffert worden. Dieser Betrag 

hat jenem Lohn entsprochen, den der Beschwerdeführer gemäss einem Auszug aus 

dem individuellen Beitragskonto (IK) im Jahr 2008 erzielt hatte. Dieser Betrag kann aber 

schon deshalb nicht das Valideneinkommen sein, weil sich der Unfall, der die 

massgebende Arbeitsunfähigkeit ausgelöst hat, bereits im August 2005 ereignet hatte. 

Massgebend müsste also das im Jahr 2004 erzielte Einkommen sein, das sich auf 

66’925 Franken belaufen hat (vgl. IV-act. 10–2). Das gälte aber nur, wenn vom 

Grundsatz ausgegangen würde, dass das Valideneinkommen generell dem zuletzt 

erzielten Lohn entspreche. Der klare Wortlaut des Art. 16 ATSG knüpft für die 

Bemessung des Valideneinkommens aber nicht am zuletzt erzielten Lohn, sondern an 

jenem Erwerbseinkommen an, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre. Diese Formulierung entspricht dem Sinn und Zweck der 

Invalidenrente, für deren Bemessung der Art. 16 ATSG die Grundlage bilden will. Die 

Invalidenrente soll nämlich nicht – wie ein Taggeld bei einer Arbeitsunfähigkeit – einen 

Verdienstausfall, sondern einen Verlust von Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen 

und ausgeglichenen Arbeitsmarkt kompensieren (Art. 8 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 7 Abs. 

1 ATSG). Das durch eine Invalidenrente versicherte Gut – die „Validität“ – entspricht der 

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Erwerbsfähigkeit der versicherten Person, das heisst deren Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt, wie sich dem Art. 7 Abs. 1 ATSG 

(e contrario) eindeutig entnehmen lässt. Der versicherte Schaden – die Invalidität – 

besteht im ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Natürlich müssen für die Ermittlung des 

versicherten Gutes und des versicherten Schadens beziehungsweise der 

Erwerbsfähigkeit und der (ganzen oder teilweisen) Erwerbsunfähigkeit dieselben 

Bemessungskriterien zur Anwendung gelangen, denn ansonsten würden Äpfel mit 

Birnen verglichen, weshalb das Ergebnis immer rein zufällig und nicht sachgerecht 

ausfallen würde. Für die Bemessung der Erwerbsfähigkeit müssten an sich alle nur 

denkbaren Umstände des konkreten Einzelfalls berücksichtigt werden, die einen 

Einfluss auf die Fähigkeit der versicherten Person haben, ein möglichst hohes 

Erwerbseinkommen zu erzielen. Mit anderen Worten müsste ausgehend von der 

beruflichen Ausbildung sowie den intellektuellen und allen sonstigen erwerbsrelevanten 

Fähigkeiten (z.B. besondere Begabungen oder Fertigkeiten, Sozialkompetenz etc.) 

ermittelt werden, welches maximale Erwerbseinkommen die versicherte Person auf 

dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt erzielen könnte. In der Praxis ist 

das aber unmöglich. Nur schon der Umstand, dass bei einer solchen Vorgehensweise 

verschiedene Hypothesen aufgestellt werden müssten, die allesamt naturgemäss mit 

einer grossen Unsicherheit behaftet wären, verhindert eine entsprechende 

vollumfänglich einzelfallgerechte Festsetzung der beiden Vergleichseinkommen. Die 

Lösung dieses Problems kann natürlich nicht darin bestehen, generell den zuletzt 

erzielten Lohn zum Valideneinkommen zu erklären, denn dieser hängt nicht nur von der 

Erwerbsfähigkeit der versicherten Person, sondern von zahlreichen weiteren 

Umständen ab, die in Bezug auf die Relation zwischen der Erwerbsfähigkeit und dem 

tatsächlich erzielten Lohn als reine Zufälligkeiten qualifiziert werden müssen. Geht eine 

versicherte Person beispielsweise keiner Freizeitbeschäftigung nach und nutzt sie die 

entsprechende „freie“ Zeit, um eine Nebenerwerbstätigkeit auszuüben, ist der 

tatsächlich erzielte Lohn höher, als wenn sie jene Zeit für eine reine 

Freizeitbeschäftigung nutzen würde, obwohl die Erwerbsfähigkeit dieser Person doch 

offensichtlich in beiden Fällen dieselbe sein muss. Muss eine versicherte Person am 

konkreten Arbeitsplatz aufgrund einer entsprechenden Konjunkturlage für eine Zeit lang 

regelmässig Überstunden leisten, kann ihre Erwerbsfähigkeit nicht höher sein als jene, 

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die sie hatte, als sie noch nicht regelmässig Überstunden leisten musste. Wird eine 

versicherte Person mit einer guten beruflichen Ausbildung arbeitslos und muss sie die 

Zeit bis zum Auffinden einer neuen, ihrer Ausbildung entsprechenden Stelle mit einer 

weniger anforderungsreichen und folglich tiefer entlöhnten Arbeit überbrücken, 

reduziert sich doch deswegen nicht ihre Erwerbsfähigkeit. Man könnte noch zahlreiche 

weitere Beispiele anführen um zu zeigen, dass zwischen der Erwerbsfähigkeit und dem 

zuletzt erzielten Lohn kein zwingender Zusammenhang bestehen muss. Eine möglichst 

sachgerechte Ermittlung des Valideneinkommens erfordert eine bestmögliche 

Annäherung an die oben erwähnte vollumfänglich einzelfallgerechte (aber unmöglich 

konsequent umzusetzende) Bemessung der „Validität“. Zur Bestimmung des 

Valideneinkommens ist also nicht von der konkreten Arbeitsplatzsituation auf dem – 

invalidenversicherungsrechtlich irrelevanten – realen Arbeitsmarkt auszugehen. 

Vielmehr ist massgebend, welche Erwerbsmöglichkeiten beziehungsweise welches 

Einkommenspotential die versicherte Person unter Berücksichtigung ihrer 

Berufsausbildung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt hätte. 

Zusammenfassend muss das Valideneinkommen also nach denselben Prinzipien wie 

das Invalideneinkommen ermittelt werden.

3.2 Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Nach seiner Einreise 

in die Schweiz hat er verschiedene Hilfsarbeiten verrichtet. Zuletzt ist er zehn Jahre 

lang als Schleifer tätig gewesen. Dabei hat er einen Lohn erzielt, der höher als der 

statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne gewesen ist: Für das Jahr vor dem Unfall 

(2004) weist der IK-Auszug ein beitragspflichtiges Einkommen von 66’925 Franken aus; 

der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne hat in jenem Jahr 57’258 Franken 

betragen (vgl. den Anh. 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen 

Textausgabe des IVG, Stand 1. Januar 2012). Ausser im Unfalljahr (2005) und im 

Folgejahr (2006) ist der Lohn des Beschwerdeführers konstant deutlich höher als der 

statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne gewesen. Der Grund dafür ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit im Umstand zu erblicken, dass der 

Beschwerdeführer regelmässig pauschale Schichtzulagen erhalten hat (vgl. IV-act. 13–

2). Die Akten enthalten keinen Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer als Schleifer 

überdurchschnittlich qualifiziert und aus diesem Grund in der Lage gewesen wäre, 

einen überdurchschnittlichen Lohn zu erzielen. Der Umstand, dass der 

Beschwerdeführer vor dem Unfall einen überdurchschnittlichen Lohn erzielt hat, weist 

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also keinen direkten Zusammenhang mit seiner Erwerbsfähigkeit auf. Dieser Umstand 

ist vielmehr aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht als irrelevante Zufälligkeit zu 

betrachten. Die Ausrichtung von Schichtzulagen beziehungsweise der entsprechende 

Lohnanteil muss folglich bei der Bemessung des Valideneinkommens unbeachtet 

bleiben. Damit ist von einer Erwerbsfähigkeit auszugehen, die jener eines 

durchschnittlichen Hilfsschleifers entspricht. Der entsprechende Durchschnittslohn 

kann aber nicht ermittelt werden, weil eine entsprechende statistische Erhebung fehlt. 

Als Valideneinkommen muss deshalb der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne 

in der metallverarbeitenden Industrie herhalten. Dieser ist gemäss den neusten 

Ergebnissen (Lohnstrukturerhebung 2016) geringfügig – rund 2,8 Prozent – höher als 

der Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne über alle Branchen hinweg gewesen.

4.  

4.1 Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können. Der Vorwurf des Rechtsvertreters 

des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe auf einen RAD-Bericht aus 

dem Jahr 2011 abgestellt, ist nicht stichhaltig, denn die Beschwerdegegnerin hat im 

Jahr 2014 den Rheumatologen Dr. E.___ beauftragt, den Beschwerdeführer umfassend 

zu begutachten. In der Folge hat sie auf das entsprechende Gutachten von Dr. E.___ 

vom 21. November 2014 abgestellt. Vor diesem Hintergrund stellt sich zunächst die 

Frage, ob das Gutachten des Sachverständigen Dr. E.___ überzeugt. Anschliessend 

wird zu prüfen sein, welcher Beweiswert dem Gutachten für die Zeit vor und nach der 

Begutachtung zukommt. Der Sachverständige Dr. E.___ hat den Beschwerdeführer 

eingehend untersucht. Er hat die Anamnese sorgfältig erhoben und die medizinischen 

Vorakten vollständig gewürdigt. Damit hat Dr. E.___ über eine umfassende Kenntnis 

des massgebenden medizinischen Sachverhaltes verfügt. Der ausführlichen 

Schilderung des klinischen und des bildgebenden Befundes im Gutachten lässt sich 

entnehmen, dass Dr. E.___ den massgebenden objektiven Befund sehr gewissenhaft 

erhoben hat. Trotz der eingehenden Untersuchung hat Dr. E.___ aber praktisch keine 

Auffälligkeiten feststellen können. Abgesehen von einem Schonhinken rechts, einem 

leicht abgeschwächten Achillessehnenreflex rechts, einem leichten Extensionsdefizit 

von 5° bei beiden Kniegelenken, einer retropatellären Krepitation bei der (unvollständig 

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ausgeführten) Kniebeuge und einem diskreten Kniegelenkserguss links ist der – 

umfassend erhobene – objektive klinische Befund unauffällig gewesen. Daraus hat Dr. 

E.___ mit einer überzeugenden Begründung die Schlussfolgerung gezogen, dass 

lediglich eine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers für körperlich überwiegend mittelschwere und schwere Tätigkeiten, 

für kniend oder in der Hocke ausgeführte Arbeiten, für ausschliesslich stehend oder 

gehend zu verrichtende Arbeiten sowie für das Heben und Tragen schwerer Lasten 

bestehe, dass der Beschwerdeführer mit anderen Worten körperlich leichte bis 

gelegentlich mittelschwere adaptierte Tätigkeiten ohne Einschränkung verrichten 

könnte. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugt. Auch der RAD-Arzt Dr. F.___ hat 

das Gutachten von Dr. E.___ als in jeder Hinsicht überzeugend und qualitativ sehr 

hochstehend bezeichnet. Bereits im Jahr 2008 hatte der Chirurg Dr. C.___ als Suva-

Kreisarzt einen vergleichbaren, weitgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund 

erhoben, weshalb er bereits damals eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für 

leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert hatte. Der orthopädische Chirurg Dr. D.___ hatte 

als versicherungsexterner Sachverständiger im Januar 2013 ebenfalls einen 

weitgehend unauffälligen objektiven klinischen Befund erhoben. Sein Gutachten enthält 

zwar keine Arbeitsfähigkeitsschätzung, aber das schadet vorliegend nicht, weil die 

Angaben von Dr. D.___ zum objektiven klinischen Befund weitgehend mit jenen des 

Suva-Kreisarztes Dr. C.___ (knapp fünf Jahre davor) und mit jenen von Dr. E.___ (knapp 

zwei Jahre danach) übereinstimmen. Selbst der behandelnde Allgemeinmediziner Dr. 

B.___, dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung wohl nicht strikt versicherungsmedizinisch, 

sondern zu einem wesentlichen Teil auch therapeutisch begründet (und entsprechend 

zu pessimistisch ausgefallen) sein dürfte, hatte im Jahr 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 

mindestens 50 Prozent mit der Aussicht auf eine erhebliche Steigerung im weiteren 

Verlauf attestiert. Die weiteren medizinischen Akten aus den Jahren 2008–2014 

enthalten keine Hinweise auf eine stärkere Gesundheitsbeeinträchtigung, weshalb 

zusammenfassend mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststeht, dass der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen Juni 

2011 und November 2014 für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten durchgehend 

uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist. Für die Zeit nach der Begutachtung durch 

Dr. E.___ fehlt jeder Hinweis auf eine wesentliche Veränderung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers. Das beweist für sich allein zwar noch 

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nicht, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Zeit zwischen 

November 2014 und November 2016 nicht mehr wesentlich verändert hat. Aber aus 

den Akten geht hervor, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bereits in 

den rund neun Jahren zwischen dem Unfall und der Begutachtung durch Dr. E.___ 

(abgesehen von einer kurzen Rehabilitationsphase unmittelbar nach dem Unfall) 

durchgehend unverändert gewesen ist. Vor diesem Hintergrund ist eine Veränderung in 

der Zeit zwischen November 2014 und November 2016 zum Vorneherein 

unwahrscheinlich gewesen, was es erlaubt hat, auf eingehende medizinische 

Abklärungen für jenen Zeitraum zu verzichten. Hätte sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers in jener Zeit unerwartet doch wesentlich verändert, hätte sein 

Rechtsvertreter die Beschwerdegegnerin oder das Gericht gewiss darauf hingewiesen. 

Zusammenfassend ist folglich auch für die Zeit nach der Begutachtung durch Dr. H.___ 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten auszugehen.

4.2 Bleibt die Frage zu beantworten, ob diese Arbeitsfähigkeit verwertbar gewesen ist. 

Der Beschwerdeführer ist im Zeitpunkt, in dem er die Arbeitsstelle verloren hat, also 

Ende Januar 2009, 57 Jahre alt gewesen. Bereits damals ist medizinisch klar 

ausgewiesen gewesen, dass der Beschwerdeführer eine ideal leidensadaptierte 

Tätigkeit ohne Einschränkungen hätte ausüben können. Aus dem Arbeitgeberbericht 

vom 4. Februar 2010 geht sogar hervor (IV-act. 13–4), dass der Beschwerdeführer nach 

dem Abschluss der unmittelbar auf den Unfall im August 2005 folgenden 

Rehabilitationsphase noch bis Ende 2009 ohne Einschränkungen seine medizinisch 

eigentlich nicht mehr zumutbare Tätigkeit hat verrichten können. Im Januar 2009 hätte 

er folglich ohne weiteres in eine ideal leidensadaptierte, wesentlich leichtere Tätigkeit 

wechseln können. Damals wären ihm noch acht Jahre bis zur ordentlichen 

Pensionierung verblieben. Da eine Hilfsarbeit definitionsgemäss lediglich eine kurze 

Einarbeitungsphase erfordert, hätte ein Arbeitgeber die Arbeitskraft des 

Beschwerdeführers längere Zeit nutzen können, sodass der Beschwerdeführer einen 

durchschnittlichen Lohn hätte erzielen können. Selbst nach der wesentlich später 

erfolgten Begutachtung durch Dr. E.___ wären dem Beschwerdeführer noch drei volle 

Jahre bis zur Alterspensionierung verblieben, in denen er (nach einer kurzen 

Einarbeitung) eine durchschnittliche Arbeitsleistung hätte erbringen können. Zwar trifft 

es zu, dass ältere Arbeitnehmer auf dem realen Arbeitsmarkt erfahrungsgemäss mehr 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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Schwierigkeiten als jüngere Konkurrenten haben, eine neue Arbeitsstelle zu finden, 

aber dieses Problem weist keinen Zusammenhang mit dem versicherten Risiko 

Invalidität auf, sondern ist vollumfänglich dem Risiko Arbeitslosigkeit zuzuordnen. Eine 

Notwendigkeit, die im Bereich der Invalidenversicherung massgebende Definition des 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarktes so zu modifizieren, dass sie auch 

strukturellen Problemen des realen Arbeitsmarktes und damit zumindest teilweise dem 

Risiko Arbeitslosigkeit Rechnung trägt, ist nicht ersichtlich. Das Risiko Arbeitslosigkeit 

muss im Bereich der Invalidenversicherung konsequent ausgeblendet werden, weshalb 

unter anderem von einem Gleichgewicht zwischen Angebot an und Nachfrage nach 

Arbeitnehmern ausgegangen werden muss. Bei einem solchen (fiktiven) Gleichgewicht 

spielt das Alter eines Arbeitnehmers keine Rolle. Die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers ist also ohne Weiteres zu bejahen. Allerdings ist im Rahmen 

des ökonomischen Invaliditätsbegriffs den höheren Lohnnebenkosten Rechnung zu 

tragen, auf die der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu Recht hingewiesen hat. 

Ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnder Arbeitgeber wird diese 

Mehrkosten durch einen entsprechend tieferen Bruttolohn kompensieren, was 

bedeutet, dass der Beschwerdeführer strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch 

betrachtet nicht in der Lage gewesen sein dürfte, einen durchschnittlichen (Brutto-) 

Lohn zu erzielen. Diesem Umstand ist, um die Berücksichtigung eines Soziallohnanteils 

im Invalideneinkommen zu vermeiden, mit einem Tabellenlohnabzug Rechnung zu 

tragen. Dessen Höhe spielt allerdings keine Rolle, denn selbst wenn der Maximalabzug 

von 25 Prozent (vgl. BGE 126 V 75) berücksichtigt würde (was hier ganz offensichtlich 

nicht gerechtfertigt wäre), würde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. 

Der Invaliditätsgrad kann nämlich angesichts des Umstandes, dass der Ausgangswert 

zur Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens nur knapp drei 

Prozent tiefer als das Valideneinkommen ist, und unter Berücksichtigung der 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten kaum höher 

als der Tabellenlohnabzug sein. Selbst bei einem Abzug von 25 Prozent würde also nur 

ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 25 Prozent resultieren.

5.  

Die angefochtene Verfügung erweist sich damit im Ergebnis als rechtmässig, weshalb 

die Beschwerde abzuweisen ist. Die Gerichtskosten sind auf 600 Franken festzusetzen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Sie sind durch den von ihm 

geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.08.2019
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Invaliditätsgrad. Validität. Invalidität. Bemessung des Valideneinkommens. Bemessung des Invalideneinkommens. Fiktion des allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarktes. Berücksichtigung eines fortgeschrittenen Alters (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. August 2019, IV 2017/26).

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