# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61210bd2-5978-5539-8225-ed9d39eab5eb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 09.05.2017 S 2016 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-87_2017-05-09.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN

DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN

TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 87

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Racioppi 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 9. Mai 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ Ausgleichskasse,

Beschwerdegegnerin

betreffend Schadenersatz nach AHVG

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1. Die "C._____ GmbH" Sitz in X._____ wurde am 12. Juni 2016 als Gesell-

schaft mit beschränkter Haftung gegründet und war als beitragspflichtige 

Arbeitgeberin der Verbandsausgleichskasse B._____ angeschlossen. Als 

deren Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelunterschrift war in der 

Zeit vom 12. Juni 2014 bis zum 22. September 2015 A._____, fortan 

D._____ im Handelsregister eingetragen. Am 22. Januar 2016 eröffnete 

das Konkursamt der Region X._____ über die "C._____ GmbH" den Kon-

kurs. Am 14. März 2016 stellt es dieses Konkursverfahren mangels Aktiven 

ein. Dabei blieben unter anderem Sozialversicherungsbeiträge ungedeckt.

2. Mit Verfügung vom 4. März 2016 verpflichtete die B._____ A._____, Scha-

denersatz für entgangene Beiträge (einschliesslich Verwaltungskosten, 

Verzugszinsen sowie Mahnungs- und Betreibungskosten) in der Höhe von 

Fr. 8'747.85, wofür er und D._____ solidarisch haften würden, zu bezahlen. 

Die dagegen erhobene Einsprache wies die B._____ mit Entscheid vom 

3. Juni 2016 ab.

3. Gegen diesen abschlägigen Einspracheentscheid reichte A._____ (nach-

folgend: Beschwerdeführer) am 6. Juli 2016 Beschwerde beim Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden ein. Darin beantragte er die Aufhe-

bung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 3. Juni 2016 und der 

diesem zugrunde liegenden Schadenersatzverfügung vom 4. März 2016. 

4. In der Vernehmlassung vom 29. August 2016 schloss die B._____ (nach-

folgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. 

5. Der Beschwerdeführer nahm dazu in der Replik vom 12. September 2016 

unter Erneuerung seiner Anträge Stellung. Die Beschwerdegegnerin äus-

serte sich hierzu in der Duplik vom 16. September 2016, ohne ihre Anträge 

abzuändern. 

6. Mit prozessleitender Verfügung vom 22. März 2017 forderte die Instruk-ti-

onsrichterin die Beschwerdegegnerin auf, die Lohnunterlagen der 

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"C._____ GmbH" einzureichen. Dieser Aufforderung kam die Beschwerde-

gegnerin am 24. März 2017 nach, worauf dem Beschwerdeführer die ent-

sprechenden Unterlagen zur Kenntnisnahme zugestellt wurden. Am 

21. September 2016 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

seine Honorarnote ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensparteien sowie die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-

gungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheent-

scheid der B._____ vom 3. Juni 2016, der in (sinngemässer) Anwendung 

von Art. 52 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversi-

cherung (AHVG; SR 831.10) ergangen ist. Gegen solche so-zialversiche-

rungsrechtlichen Entscheide kann Beschwerde beim kantonalen Versiche-

rungsgericht erhoben werden (Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] 

i.V.m. Art. 57 ATSG). Für die Beurteilung dieser Beschwerde ist in Abwei-

chung zu Art. 58 Abs. 1 ATSG das kantonale Versicherungsgericht örtlich 

zuständig, in welchem die Arbeitgeberin ihren Wohnsitz hat bzw. bis zum 

Konkurs hatte (Art. 52 Abs. 5 AHVG; BGE 110 V 358 E.4b; KIESER, in: MU-

RER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialver-

sicherungsrecht, Alters- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 52 N. 124). Nachdem die "C._____ GmbH" 

vor dem Konkurs in X._____ und damit im Kanton Graubünden domiziliert 

war (Beilage der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 2.1 zur Vernehmlassung), 

ist für die Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit demnach das Versiche-

rungsgericht des Kantons Graubünden zuständig. Hierbei handelt es sich 

um das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden (Art. 49 Abs. 2 lit. a 

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des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SR 370.100]). Das 

angerufene Gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

folglich zuständig. Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist der 

Beschwerdeführer vom angefochtenen Einspracheentscheid überdies un-

mittelbar berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen gericht-

licher Überprüfung (Art. 59 ATSG). Auf die von ihm zudem frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten, soweit sich die 

darin gestellten Rechtsbegehren als zulässig erweisen.

b) Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

4. März 2016 verpflichtet, ihr Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'747.85 

zu bezahlen. Die dagegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid 

vom 3. Juni 2016 ab. Dieser abschlägige Einspracheentscheid ist an die 

Stelle der vorgängig erlassenen Schadenersatzverfügung getreten, wo-

durch diese jede rechtliche Bedeutung verloren hat (BGE 132 V 368 E.6.1; 

131 V 407 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_66/2016 vom 10. August 

2016 E.1.2, 9C_386/2013 vom 20. September 2013 E.4). Auf die vorlie-

gende Beschwerde ist daher mangels schutzwürdigen Interesses insoweit 

nicht einzutreten, als der Beschwerdeführer darin die Aufhebung der Ver-

fügung vom 4. März 2016 verlangt. Im Übrigen erweisen sich die gestellten 

Rechtsbegehren jedoch als zulässig, womit darauf einzutreten und die Be-

schwerde insofern materiell zu behandeln ist.

2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer für den 

sich aus den Beitragsausständen der "C._____ GmbH" ergebenden Scha-

den von Fr. 8'747.85 haftbar gemacht werden kann. Der Beschwerdeführer 

stellt dies im Wesentlichen mit der Begründung in Abrede, er sei von 

D._____ überredet worden, sich als "Strohmann" zur Verfügung zu stellen. 

Hierfür sei ihm nicht einmal ein Gewinn in Aussicht gestellt worden. Für ihn 

habe die Zusicherung ausgereicht, dass ihm wegen des entsprechenden 

Eintrags im Handelsregister – Geld habe er nicht in die Hand genommen – 

kein Nachteil entstehen würde. Alles Administrative und Monetäre sei von 

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D._____ erledigt worden. Dieser habe ihm versichert, die Geschäfte wür-

den gut laufen. Alle Schreiben betreffend die "C._____ GmbH" seien 

D._____ zugestellt worden. Aus Sicht des Beschwerdeführers seien die 

Geschäfte rund gelaufen. Der Beschwerdeführer habe daher keinen Grund 

gehabt, die Geschäftsführung zu überprüfen und zu versuchen, diese 

massgeblich zu beeinflussen. Den Beschwerdeführer treffe keine Schuld. 

Er habe weder absichtlich noch grobfahrlässig gehandelt. Er habe aus den 

für ihn erkennbaren Umständen schliessen können und dürfen, dass alle 

Geschäfte sowohl wirtschaftlich als auch gesetzlich in den richtigen Bahnen 

verliefen. Die Beschwerdegegnerin hätte sich ausserdem im Handelsregis-

ter nach der Firmenstruktur erkundigen und den Beschwerdeführer direkt 

mit den bestehenden Unregelmässigkeiten konfrontieren müssen.

b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen ent-

gegen, der Beschwerdeführer wäre als einzelzeichnungsberechtigter Ge-

sellschafter gehalten gewesen, die Pflichten der Gesellschaft gegenüber 

der Ausgleichskasse zu erfüllen. Bei finanziellen Schwierigkeiten hätte er 

die Beiträge nötigenfalls sicherstellen müssen. Er hätte dafür sorgen müs-

sen, dass die Lohnunterlagen jeweils spätestens bis zum 30. Januar ein-

gereicht würden. Es sei weder ersichtlich noch mache der Beschwerdefüh-

rer geltend, sich als Geschäftsführer in irgendeiner Weise um die gesetzli-

chen Arbeitgeberpflichten der Gesellschaft gekümmert zu haben, obwohl 

ihm bekannt gewesen sei, dass beitragspflichtige Löhne ausbezahlt wor-

den seien. Stichhaltige Entlastungsgründe für dieses Verhalten lägen keine 

vor. Der Beschwerdeführer habe folglich zumindest grobfahrlässig gehan-

delt. Folglich habe er für den der Beschwerdegegnerin dadurch entstande-

nen Schaden einzustehen.

3. a) Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG hat eine Arbeitgeberin den Schaden zu erset-

zen, den sie durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vor-

schriften der AHV-Gesetzgebung der Versicherung verursacht. Handelt es 

sich bei der Arbeitgeberin um eine juristische Person, so haften subsidiär 

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die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liqui-

dation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Scha-

den verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 

52 Abs. 2 AHVG). Die Haftung nach Art. 52 AHVG setzt demnach voraus, 

dass der Ausgleichskasse ein Schaden aufgrund eines widerrechtlichen 

und schuldhaften Verhaltens einer Arbeitgeberin oder bei juristischen Per-

sonen subsidiär deren Organe entstanden ist und zwischen der absichtli-

chen oder grobfahrlässigen Verletzung von Vorschriften und dem Eintritt 

des Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Für die Haf-

tung aus nicht mehr einforderbaren Beiträgen an die Invalidenversicherung 

(IV), die Erwerbsersatzordnung (EO) sowie die Arbeitslosenversicherung 

(EO) und die Familienzulagen ist Art. 52 AHVG sinngemäss anwendbar 

(Art. 25 lit. c des Familienzulagengesetzes [FamZG; SR 836.2]; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_920/2014 vom 19. Mai 2015 E.2.1). Die Versiche-

rungsträger der obligatorischen Unfallversicherung sowie der obligatori-

schen beruflichen Vorsorge können dagegen einen ihnen durch unbezahlt 

gebliebene Beiträge entstandenen Schaden mangels gesetzlicher Grund-

lage nicht mittels Verfügung einfordern, sondern müssen hierfür den Kla-

geweg beschreiten (KIESER, in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Alters- und Hinterlas-

senenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 52 N. 20 ff.; 

FORSTER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Si-

cherheit, Basel 2014, Rz.11.3). Der Schadenersatzanspruch gemäss 

Art. 52 AHVG verjährt zwei Jahre, nachdem die zuständige Ausgleichs-

kasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre 

nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbrochen werden. 

Die Arbeitgeberin kann auf die Einrede der Verjährung verzichten. Sieht 

das Strafrecht eine längere Frist vor, so gilt diese (Art. 52 Abs. 3 AHVG).

b) Die Beschwerdegegnerin macht im vorliegenden Fall einen Schaden von 

Fr. 8'747.85 geltend. Der Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG umfasst in 

erster Linie die geschuldeten paritätischen AHV/IV/EO- und ALV-Beiträge 

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sowie die von der Arbeitgeberin und gegebenenfalls auch den Arbeitneh-

mern geschuldeten FAK-Beiträgen. Hinzu kommen unbezahlt gebliebene 

Verwaltungskostenbeiträge sowie Mahn-, Veranlagungs- und Betreibungs-

gebühren. Bestandteil des Schadens bilden schliesslich auch die bis zum 

Eintritt des Schadens aufgelaufenen Verzugszinsen auf rückständigen Bei-

trägen (KIESER, a.a.O., Art. 52 N. 13 ff.; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 1076; 

REICHMUTH, Die Haftung des Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 

AHVG, Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 329 ff.; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.5). Auf 

der Schadenersatzforderung selbst ist hingegen kein Verzugszins geschul-

det, es sei denn, der Haftpflichtige trage nach der Konkurseröffnung bzw. 

der Ausstellung des Pfandscheins durch trölerische Machenschaften zur 

Verzögerung bei (Urteil des Bundesgerichts 9C_901/2007 vom 8. Oktober 

2008 E.7; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.7). Der Schaden gilt als eingetreten, 

wenn gesetzlich geschuldete AHV/IV/EO/ ALV/FAK-Beiträge aus rechtli-

chen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr im ordentlichen Bezugsver-

fahren erhoben werden können. Dies trifft insbesondere zu, wenn die bei-

tragspflichtige Arbeitgeberin zahlungsunfähig ist (BGE 136 V 268 E.2.6, 

129 V 193 E.2.2). 

c) Der streitige Schaden setzt sich aus den in der Zeit vom 1. Januar bis zum 

30. Juni 2015 entstandenen und unbezahlt gebliebenen AHV/IV/EO 

/ALV/FAK-Beiträgen im Gesamtbetrag von Fr. 7'946.05 (Fr. 5'875.40 

[AHV/IV/EO-Beiträge], Fr. 1'254.95 [ALV-Beiträge], Fr. 815.70 [FAK-Bei-

träge]) sowie ungedeckten Verwaltungs-, Mahnungs- und Veranlagungs- 

sowie Betreibungskosten und Verzugszinsen von total Fr. 801.80 

(Fr. 279.10 [Verwaltungskosten] + Fr. 100.-- [Mahnungen und Veranla-

gungskosten] + Fr. 226.60 [Betreibungskosten] + Fr. 196.10 [Verzugszin-

sen]) zusammen. Die fraglichen Schadenspositionen sind durch die einge-

reichten Unterlagen belegt (vgl. Bg-act. 2.0, 2.1 zur Vernehmlassung, Bg-

act. 7, 8 zum Schreiben vom 24. März 2017) und werden vom Beschwer-

deführer in masslicher Hinsicht nicht bestritten, womit sie als erstellt gelten. 

Fest steht ferner, dass über die "C._____ GmbH" als beitragspflichtige Ar-

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beitgeberin (Art. 11 ATSG, Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 12 Abs. 1 AHVG) am 

22. Januar 2016 der Konkurs eröffnet wurde, der mangels Aktiven am 

14. März 2016 eingestellt wurde. Die infrage stehenden Sozialversiche-

rungsbeiträge können somit im ordentlichen Bezugsverfahren aus tatsäch-

lichen Gründen nicht mehr erhoben werden. Infolge Zahlungsunfähigkeit 

der "C._____ GmbH" hat die Beschwerdegegnerin folglich einen Schaden 

von Fr. 8'747.85 erlitten. 

d) Für diesen Schaden hätte an sich die "C._____ GmbH" als Arbeitgeberin 

aufzukommen. Da diese jedoch zahlungsunfähig ist, darf die Beschwerde-

gegnerin den fraglichen Schaden von den Mitgliedern der Verwaltung der 

konkursiten Arbeitgeberin und allen mit deren Geschäftsführung oder Li-

quidation beauftragten Personen einfordern (Art. 54 Abs. 2 AHVG). Im vor-

liegenden Fall hat sie von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und den 

Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als vormaliger einzelzeichnungs-

berechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer der "C._____ GmbH" haft-

bar gemacht. Gemäss Art. 809 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR; 

SR 220) üben im Falle der GmbH alle Gesellschafter die Geschäftsführung 

gemeinsam aus. Allerdings begründet die Stellung als blosser Gesellschaf-

ter rechtsprechungsgemäss für sich allein noch keine Kontroll- und Über-

wachungspflichten. Abweichende statuarische Regelungen vorbehalten, 

besteht für einen blossen Gesellschafter einer GmbH keine Pflicht zur Kon-

trolle und Überwachung der Geschäftsführung (BGE 126 V 237 E.4; Urteil 

des Bundesgerichts 9C_536/2007 vom 26. Mai 2008 E.3). Anders verhält 

es sich dagegen für formell eingesetzte Geschäftsführer der GmbH. Diese 

haften für den zufolge nicht bezahlter Sozialversicherungsbeiträge entstan-

denen Schaden nach den gleichen Grundsätzen wie Organe einer Aktien-

gesellschaft (BGE 126 V 237; Urteil des Bundesgerichts 9C_461/2009 vom 

31. Dezember 2010 E.5.3; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.30; NUSSBAUMER, Das 

Schadenersatzverfahren nach Art. 52 AHVG, in: SCHAFFHAUSER/KIESER 

[Hrsg.], Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, 

S. 104). Dieser Praxis zufolge ist aufgrund der obligationenrechtlichen 

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Sorgfalts- und Überwachungspflichten zu entscheiden, ob ein Verhalten ei-

nes Organs als widerrechtlich und schuldhaft im Sinne von Art. 52 AHVG 

anzusehen ist. Ist dies zu bejahen, so haften formell eingesetzte Geschäfts-

führer einer GmbH der Ausgleichskasse für den durch dieses Verhalten 

verursachten Schaden (vgl. BGE 132 III 523 E.4.6; Urteile des Bundesge-

richts 9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E.3.3, 9C_646/2012 vom 27. Au-

gust 2013 E.5.1; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 1077). 

e) Der Beschwerdeführer war in der Zeit vom 12. Juni 2014 bis zum 22. Sep-

tember 2015 als einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer und Gesell-

schafter der "C._____ GmbH" im Handelsregister eingetragen. In dieser 

Funktion als Geschäftsführer war er formell eingesetztes Organ der 

"C._____ GmbH" und musste die der Geschäftsleitung in Art. 810 Abs. 2 

OR eingeräumten Kompetenzen ausüben, die weder entzogen noch über-

tragen werden können. Gemäss Art. 810 Abs. 2 OR obliegt der Geschäfts-

führung insbesondere die Oberleitung der Gesellschaft sowie die Erteilung 

der nötigen Weisungen (Ziff. 1), die Festlegung der Organisation im Rah-

men von Gesetz und Statuten (Ziff. 2) und die Aufsicht über die Personen, 

denen Teile der Geschäftsführung übertragen sind, namentlich im Hinblick 

auf die Befolgung der Gesetze, Statuten, Reglemente und Weisungen (Ziff. 

4). Durch die Delegation einer Aufgabe kann sich die Geschäftsführung ih-

rer Verantwortung nicht gänzlich entziehen. In diesem Fall gehört zur Wah-

rung der gebotenen Sorgfalt neben der richtigen Auswahl des Mandatsträ-

gers auch dessen Instruktion und Überwachung. Die Geschäftsleitung hat 

durch ein geeignetes Berichterstattungssystem mit entsprechenden Melde-

pflichten, ergänzt allenfalls durch ein internes Kontrollsystem und durch das 

Erheben von zeitnahen Finanzkennzahlen sicherzustellen, dass sie über 

die Tätigkeit des Dritten orientiert bleibt und gegebenenfalls einschreiten 

kann (WATTER/ROTH PELLANDA, in: HONSELL/VOGT/WATTER [Hrsg.], Basler 

Kommentar, Obligationenrecht II, 4. Aufl., Basel 2012, Art. 716a N. 28). 

Durch solche Vorkehren ist insbesondere die Einhaltung der Bestimmun-

gen des AHVG und der zugehörigen Vollzugserlasse sicherzustellen. Die 

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Nichterfüllung solcher öffentlich-rechtlichen Aufgaben stellt eine Missach-

tung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG dar (BGE 108 V 183 

E.1a, 103 V 122; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.18). Dieses widerrechtliche Ver-

halten genügt für sich allein freilich nicht, um eine Haftung nach Art. 52 

AHVG zu begründen, da diese nach dem klaren Wortlaut und dem Sinn 

des Gesetzes ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten voraussetzt 

(BGE 136 V 268 E.3, 108 V 183 E.1b). Die Ausgleichskasse, welche fest-

stellt, dass sie einen durch Missachtung von Vorschriften entstandenen 

Schaden erlitten hat, darf rechtsprechungsgemäss allerdings davon aus-

gehen, dass die Vorschriften absichtlich oder mindestens grobfahrlässig 

verletzt wurden, sofern keine Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe 

gegeben sind (BGE  119 V 401 E.4a, 108 V 199 E.1; Urteil des Bundesge-

richts 9C_48/2010 vom 9. Juni 2010 E.4). Letzteres kann etwa zutreffen, 

wenn es einer Arbeitgeberin, die sich in einer schwierigen finanziellen Lage 

befindet, durch das Nichtbezahlen der Beiträge gelingt, die Existenz der 

Unternehmung zu sichern. Ein solches Vorgehen führt allerdings nur dann 

nicht zur Haftung, wenn die Arbeitgeberin im Zeitpunkt ihrer Entscheidung 

aufgrund objektiver Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage da-

mit rechnen durfte, dass sie die Forderung der Ausgleichskasse innert nütz-

licher Frist würde befriedigen können (BGE 108 V 188 E.3; NUSSBAUMER, 

Die Haftung des Verwaltungsrates nach Art. 52 AHVG, in: AJP 1996 

S. 1071 ff., S. 1078; FORSTER, a.a.O., Rz. 11.24).

f) Hinsichtlich der dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Pflichtverletzung 

steht vorliegend in tatsächlicher Hinsicht fest, dass die Beschwerdegegne-

rin die "C._____ GmbH" im 2015 mehrfach aufforderte, Lohnunterlagen 

einzureichen, sie für ausstehende Beitragsforderungen mahnte und 

schliesslich betrieb (Bg-act. 2.0, 2.1 zur Vernehmlassung). Trotz dieser 

Vorkehren blieben für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2015 

AHV/IV/EO/ALV/FAK-Beiträge in der Höhe von Fr. 7'946.05 ungedeckt. 

Durch dieses Verhalten hat die "C._____ GmbH" die ihr als abgabepflich-

tige Arbeitgeberin obliegende Beitragsabrechnungs- und Beitragszah-

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lungspflicht gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. der Verordnung 

der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; 

SR 831.101) verletzt und dadurch Vorschriften im Sinne von Art. 52 AHVG 

missachtet. Der Beschwerdeführer wäre aufgrund der ihm gemäss Art. 810 

Abs. 2 OR obliegenden Aufgaben gehalten gewesen, diese Widerhandlung 

zu verhindern. Zwar muss er sich als Geschäftsführer eines Kleinbetriebs, 

wie der "C._____ GmbH" (vgl. Bg-act. 1 zum Schreiben vom 24. März 

2017), nicht persönlich um die Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge 

kümmern. Er darf diese Aufgabe durchaus einem Mitarbeiter übertragen. 

Dies entlastet ihn jedoch nur von seiner gesetzlichen Verantwortung als 

formell eingesetzter Geschäftsführer, wenn er diesen Mitarbeiter sorgfältig 

auswählt, hinreichend instruiert und überwacht. Dass er diesen Sorgfalts-

pflichten nachgekommen ist, behauptet der Beschwerdeführer nicht. Statt-

dessen gibt er an, bei der Gründung der "C._____ GmbH" lediglich als 

"Strohmann" fungiert zu haben und nie in irgendeiner Form an der Ge-

schäftsleitung der "C._____ GmbH" beteiligt gewesen zu sein. Ein solches 

Verhalten vermag den Beschwerdeführer selbstredend nicht zu entlasten. 

Hierdurch hat der Beschwerdeführer Art. 810 Abs. 2 OR vielmehr in ekla-

tanter Weise verletzt, was – wie das Bundesgericht im Urteil 9C_722/2015 

vom 31. Mai 2016 E.3 in Bezug auf ein Verwaltungsratsmitglied einer AG 

entschieden hat – zumindest als grobfahrlässiges Verhalten zu werten ist. 

Dies gilt selbst dann, wenn der Beschwerdeführer sich unentgeltlich als Ge-

schäftsführer der "C._____ GmbH" zur Verfügung gestellt haben sollte. 

Denn auch mit der unentgeltlichen Übernahme der Tätigkeit als Geschäfts-

führer unterwirft sich der Mandatsträger den statutarischen und gesetzli-

chen Pflichten. Die Ehrenamtlichkeit führt nicht dazu, dass diese Pflichten 

weniger sorgfältig wahrzunehmen sind (Urteile des Bundesgerichts 

9C_145/2010 vom 15. Juni 2010 E.5.3, 9C_152/2009 vom 18. November 

2009 und H 210/01 vom 13. November 2001). Der Beschwerdeführer hat 

folglich Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV zumindest grobfährläs-

sig missachtet. Ausser den vorstehend behandelten Einwänden bringt der 

Beschwerdeführer keine Gründe vor, die als Rechtfertigungs- oder Exkul-

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pationsgründe angesehen werden könnten. Die Akten enthalten ebenfalls 

keine entsprechenden Anhaltspunkte, womit eine grobfahrlässige Missach-

tung von Vorschriften der AHV-Gesetzgebung im Sinne von Art. 52 AHVG 

zu bejahen ist. 

g) Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dieser Pflichtverletzung 

und dem eingetretenen Schaden in der Höhe von Fr. 8'747.85 ist klar ge-

geben. Dieser wird auch nicht durch (angeblich) strafrechtlich relevante 

Machenschaften unterbrochen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

9C_135/2011 vom 11. April 2011 E.4.3 und 4.4). Soweit der Beschwerde-

führer schliesslich geltend macht, die Beschwerdegegnerin treffe an der 

Schadensverursachung ein Mitverschulden, was als Herabsetzungsgrund 

zu berücksichtigen sei, ist festzuhalten, dass hierfür vorauszusetzen ist, 

dass sich die Verwaltung einer groben Pflichtverletzung schuldig gemacht 

hat, was namentlich dann der Fall ist, wenn sie elementare Vorschriften der 

Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs missachtet hat (BGE 122 V 

185 E.3c; Urteil des Bundesgerichts 9C_647/2009 vom 15. April 2010 E. 

4.2.2). Solches trifft vorliegend offenkundig nicht zu, hat doch die Be-

schwerdegegnerin die "C._____ GmbH" frühzeitig auf die Zahlungs-

ausstände hingewiesen, wiederholt gemahnt und betrieben. Folglich schul-

det der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin in (sinngemässer) An-

wendung von Art. 52 AHVG Schadenersatz im Betrag von Fr. 8'747.85. 

Diese Schadenersatzforderung hat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 

vom 4. März 2016 und damit vor Ablauf der zweijährigen Verjährungsfrist 

geltend gemacht (Art. 52 Abs. 3 AHVG). Dementsprechend sind die Vor-

aussetzungen von Art. 52 AHVG erfüllt, womit der Beschwerdeführer der 

Beschwerdegegnerin Schadenersatz im Betrag von Fr. 8'747.85 schuldet.

h) Dass die vom Beschwerdeführer beantragten Beweiserhebungen an die-

sem Ergebnis etwas ändern würden, kann ausgeschlossen werden, da 

nicht entscheidend ist, ob der Beschwerdeführer von den ausstehenden 

Sozialversicherungsbeiträgen wusste bzw. von D._____ über den Ge-

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schäftsgang der "C._____ GmbH" korrekt informiert wurde. Ausschlagge-

bend ist vielmehr, dass er bei Aufbietung der gebotenen Sorgfalt Kenntnis 

von den Unregelmässigkeiten bei der Beitragserhebung sowie Beitragsbe-

zahlung gehabt hätte und für eine fristgerechte Einreichung der Lohnunter-

lagen sowie die Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge hätte sorgen 

müssen. Die Beweisanträge des Beschwerdeführers sind daher in antizi-

pierter Beweiswürdigung abzuweisen (BGE 136 I 229 E.5.4.3, 134 I 140 

E.5.3, 131 I 153 E.3). Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer 

im angefochtenen Einspracheentscheid folglich zu Recht verpflichtet, 

Schadenersatz im Betrag von Fr. 8'747.85 zu bezahlen. Die dagegen er-

hobene Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist abzu-

weisen.

4. Das vorliegende Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Der obsie-

genden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 

lit. g e contrario ATSG).

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]