# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 364eea60-d0a4-5d60-920a-e8b9cf13ebae
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.10.2018 200 2018 349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-349_2018-10-23.pdf

## Full Text

200 18 349 IV
KOJ/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Advokatin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Mai 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) hob mit Verfügung vom 
4. April 2012 (Akten der IVB [act. II] 81) eine der 1985 geborenen 
A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ab 1. August 2004 
zugesprochene halbe Invalidenrente (act. II 32) per 31. Mai 2012 auf, was 
das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 27. Juli 2012, 
IV/2012/465 (act. II 86), schützte. Eine Neuanmeldung vom 1. Juli 2013 
(act. II 88) beschied die IVB mit Verfügung vom 31. Oktober 2013 (Akten 
der IVB [act. IIA] 103) abschlägig. Am 26. Mai 2016 gelangte die Versicher-
te erneut mit einem Leistungsgesuch an die IVB (act. IIA 107), worauf diese 
gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten (act. IIA 147.1-147.5) sowie 
eine Haushaltsabklärung (act. IIA 148) mit Vorbescheid vom 6. Oktober 
2017 (act. IIA 149) zunächst die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aus-
sicht stellte. Nach erhobenem Einwand (act. IIA 153, 156, 158) und Rück-
sprache mit dem Bereich Abklärungen (BAK; act. IIA 159 f.) ermittelte sie 
unter der Annahme, die Versicherte wäre im Gesundheitsfall je hälftig er-
werbstätig bzw. im Haushalt beschäftigt, Invaliditätsgrade von 34 % ab No-
vember 2016 bzw. 48 % ab Januar 2018. Dementsprechend ersetzte sie 
den bisherigen Vorbescheid durch einen solchen vom 29. Dezember 2017 
(act. IIA 161), welcher ab 1. Januar 2018 einen Anspruch auf eine Viertels-
rente vorsah. Hiermit zeigte sich die Versicherte wiederum nicht einver-
standen (act. IIA 162). Mit Zwischenverfügung vom 31. Januar 2018 
(act. IIA 166) wies die IVB ein am 22. Oktober 2017 gestelltes Gesuch um 
unentgeltliche anwaltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren 
(act. IIA 153) ab und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 8. Mai 
2018 (act. IIA 171), unter Berücksichtigung einer erneuten BAK-
Stellungnahme (act. IIA 165) sowie entsprechend dem Vorbescheid 
(act. IIA 161), ab 1. Januar 2018 eine Viertelsrente zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 7. Mai 2018 hat die Versicherte, vertreten durch Advoka-
tin B.________, gegen die (offensichtlich vordatierte [vgl. act. IIA 172]) Ver-
fügung vom 8. Mai 2018 Beschwerde erhoben (vgl. betreffend die Zwi-
schenverfügung vom 31. Januar 2018 das heutige Urteil IV/2018/135 im 
parallelen Beschwerdeverfahren). Sie beantragt, die angefochtene Verfü-
gung sei kostenfällig aufzuheben und ihr sei ab November 2016 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig ersucht sie um unentgeltliche 
Rechtspflege und Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin. 

In der Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2018 hat die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde geschlossen. 

Am 23. Oktober 2018 hat eine nichtöffentliche Urteilsberatung gemäss 
Art. 56 Abs. 5 bzw. 6 des kantonalen Gesetzes vom 11.  Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) i.V.m. Art. 37 Abs. 1 lit. b des kantonalen Gesetzes vom 
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) statt-
gefunden. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a GSOG Beschwerden gegen 
solche Verfügungen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Ver-
fahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene 
Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 4

Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch 
die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Mai 2018 
(act. IIA 171). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 5

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle 
Beweislast für Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428, BGE 141 V 
281 E. 4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invali-
ditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der me-
dizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418, E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf 
Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 6

spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 
intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standard-
indikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3 S. 298) und «Konsistenz» einteilen 
lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 
S. 304). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete ver-
sicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 7

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 
wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die 
von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali-
ditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invali-
ditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän-
derung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 8

die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

3.

3.1 Während die ab 1. Januar 2018 zugesprochene Invalidenrente 
(act. IIA 171) nach den intertemporalrechtlichen Vorgaben ohne weiteres 
einer freien Anspruchsprüfung zugänglich ist (vgl. Abs. 2 der Übergangs-
bestimmungen zur Änderung vom 1. Dezember 2017; AS 2017 7581 f.; IV-
Rundschreiben Nr. 372; E. 5.2 hiernach), bedarf es bezüglich der ab No-
vember 2016 beantragten Rente (Beschwerde S. 2 Ziff. 1) eines (anderen) 
Neuanmeldungsgrundes (vgl. E. 2.4 hiervor). Die Verwaltung ist auf die 
Neuanmeldung eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss 
nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Mit dem unangefoch-
ten in Rechtskraft erwachsenen VGE IV/2012/465 (act. II 86) entfaltete die 
ihm zu Grunde liegende Verfügung vom 4. April 2012 (act. II 81), in welcher 
die ursprünglich zugesprochen Invalidenrente per Ende Mai 2012 aufgeho-
ben wurde, Rechtswirksamkeit. Weil die daraufhin erfolgte Neuanmeldung 
vom 1. Juli 2013 (act. II 88) ohne umfassende Anspruchsprüfung beurteilt 
wurde (es wurde lediglich eine BAK-Stellungnahme [act. II 91] eingeholt), 
stellt die betreffende Verfügung vom 31. Oktober 2013 (act. IIA 103) im 
neuanmeldungs- bzw. revisionsrechtlichen Kontext keine den Anforderun-
gen entsprechende Referenzbasis dar (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; 
SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). Somit ist der Sachverhalt im Zeitpunkt 
der Verfügung vom 4. April 2012 (act. II 81) mit jenem der angefochtenen 
Verfügung vom 8. Mai 2018 (act. IIA 171) zu vergleichen und zu prüfen, ob 
in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Veränderung eintrat, die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 9

geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen (vgl. E. 2.4 hiervor). 

3.2 Die Verfügung vom 4. April 2012 (act. II 81) fusste in medizinischer 
Hinsicht auf der polydisziplinären (allgemein-internistischen, psychiatri-
schen, rheumatologischen und ophthalmologischen) Expertise der 
C.________ (MEDAS C.________) vom 29. August 2011 (act. II 65.1). 
Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
vermerkt (act. II 65.1/20 f. Ziff. 5.1):

1. Hypoxischer Hirnschaden (ICD-10: G93.1)
 Status nach schwerem perinatalem Geburtsschaden, Geburts-

gebrechen Ziff. 496 (gem. Anhang zur Verordnung vom 9. De-
zember 1985 über Geburtsgebrechen [GgV; SR 831.232.21])

 Status nach zerebraler Hypoxämie infolge Ertrinkungsunfall mit 
nachfolgender Reanimation im Alter von zwei Jahren

 Visusminderung beidseits (ICD-10: H54.7?)
 partielle Optikusatrophie beidseits (ICD-10: H47.2)
 Aussen- und Höhenschielen links (ICD-10: H50.1, H50.2)
 Amblyopie (ICD-10: H53.0)
 anlagebedingte Fehlsichtigkeit beidseits (Myopie Astigma-

tismus; ICD-10: H52.1, H52.2)
2. Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen und histrionischen 

Anteilen (ICD-10: F61.0)
3. Lumbales Schmerzsyndrom anamnestisch (ICD-10: M54.5)

 primär vertebragene Ätiologie mit sekundärer myofaszialer 
Komponente bei lumbaler Hyperlordose, Tendenz zu allgemei-
ner Hyperlaxizität und Adipositas

 klinisch keine Hinweise für eine neurologische Komplikation 
oder eine andere spezifische Wirbelsäulenerkrankung

4. Klinisch beginnende femoropatelläre Arthrose rechts > links (ICD-
10: M17.0)
 Status nach Operation rechts im Februar 2003 bei rezidivier-

ender Patellaluxation

Die Gutachter attestierten seit dem Rentenbeginn am 1. August 2004 für 
körperlich schwere Tätigkeiten bleibend eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit bzw. für leidensadaptierte Tätigkeiten (körperlich leichte, adaptierte, 
wechselbelastende, einfach strukturierte Arbeiten) eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 50 % (act. II 65.1/23 Ziff. 6.2 f.). Für die häuslichen Ar-
beiten (mit intermittierend mittelschweren Tätigkeitsanteilen, jedoch der 
Möglichkeit, sich die Arbeit selbständig einzuteilen und ohne Zeitdruck zu 
verrichten) bestehe eine Einschränkung von 20 % (act. II 65.1/23 Ziff. 6.4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 10

3.3 Nach der Neuanmeldung vom 26. Mai 2016 (act. IIA 107) holte die 
Beschwerdegegnerin das polydisziplinäre (allgemein-internistische, psych-
iatrische, ophthalmologische, neurologische und neuropsychologische) 
Gutachten der D.________ (MEDAS D.________) vom 20. Juli 2017 
(act. IIA 147.1-147.5) ein. Darin wurden die nachstehenden Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (act. IIA 147.1/10 Ziff. 5.1):

1. Grenzwertige Intelligenz (IQ 79) im Sinne einer Lernbehinderung 
(ICD-10: F81)
Differentialdiagnosen:
 bei dokumentiertem hypoxischem Geburtsschaden
 bei anamnestisch Ertrinkungsunfall und Reanimation mit zwei-

jährig
 bei anlagebedingter Minderintelligenz (2008 geborene Tochter 

ebenfalls mit Diagnose einer deutlich unterdurchschnittlichen 
kognitiven Intelligenz)

2. Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0)
 somatisch als generalisiertes Schmerzsyndrom ohne klare fass-

bare Ursache eingeordnet (somatisch nicht relevant, aber 
psychiatrisch)

 am ehesten im Rahmen der Diagnose Ziff. 1 hiervor
3. OU (beide Augen) Myopia magna (OS [linkes Auge] > OD [rechtes 

Auge])
4. Amblyopie, OD ex astigmatismo, OS e strabismo

Die Sachverständigen bescheinigten aus gesamtmedizinischer Sicht eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt. Sie erklärten, die Ein-
schränkung ergebe sich aus der grenzwertigen Intelligenzminderung und 
einer damit in Zusammenhang stehenden Somatisierungsstörung. Theore-
tisch bestehe eine Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (sehr 
leichte, überschaubare kognitive Anforderungen, kein Zeit- und Produkti-
onsdruck, individuelle Pauseneinteilung) von maximal 20 %. Spätestens 
nach der Geburt des dritten Kindes im März 2014 sei die Beschwerdeführe-
rin durch die zusätzlichen Belastungen mit der Kindererziehung gänzlich 
überfordert und seien die Ressourcen nicht mehr genügend, um die Resta-
rbeitsfähigkeit aktuell zu verwerten (act. IIA 147.1/16 Ziff. 6.6).

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 11

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

3.5 Bei dem sich in den amtlichen Akten befindlichen Exemplar der an-
gefochtenen Verfügung vom 8. Mai 2018 (act. IIA 171) fehlt zwar der Be-
gründungsteil der Beschwerdegegnerin (vgl. zur Aufgabenteilung zwischen 
den IV-Stellen und den Ausgleichskassen: Art. 57 und 60 IVG; Bundesamt 
für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschreiben über das Verfahren in der 
Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 3039 ff.), dieser 
findet sich jedoch in der seitens der Beschwerdeführerin eingereichten Ver-
sion (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 1). Darin verwies die Verwal-
tung auf die Abklärungsberichte Haushalt vom 3. Oktober 2017 
(act. IIA 148) bzw. 21. Dezember 2017 (act. IIA 160) sowie die BAK-
Stellungnahmen vom 21. Dezember 2017 (act. IIA 159) bzw. 16. Januar 
2018 (act. IIA 165), welche sie als integrierende Bestandteile der Verfü-
gung erklärte (act. I 1/4 f.). Während die Beschwerdeführerin das Gutach-
ten der MEDAS D.________ vom 20. Juli 2017 (act. IIA 147.1-147.5) für 
beweiskräftig hält (Beschwerde S. 6 Ziff. II Ziff. 10), stützte sich die Be-
schwerdegegnerin in den besagten Berichten und Stellungnahmen nicht 
auf dieses aktuelle Verlaufsgutachten, sondern auf die ursprüngliche Ex-
pertise der MEDAS C.________ vom 29. August 2011 (act. II 65.1; 
act. IIA 148/5 Ziff. 5.1, 159/3, 160/4 Ziff. 5.1, 165/2 f.). 

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin spricht dem Verlaufsgutachten der 
MEDAS D.________ vom 20. Juli 2017 (act. IIA 147.1-147.5) die Beweis-
kraft mit der Begründung ab, dieses stelle bloss eine andere Beurteilung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 12

des gleichen Sachverhalts dar. Eine Gesundheitsverschlechterung sei nicht 
ausgewiesen, womit das im VGE IV/2012/465 (act. II 86) als beweiskräftig 
beurteilte Gutachten nach wie vor Gültigkeit habe (act. IIA 148/5 Ziff. 5.1, 
159/3, 160/4 Ziff. 5.1, 165/2 f.; Beschwerdeantwort S. 4 f. lit. C Ziff. 16). 
Eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebe-
nen Sachverhalts beschlägt indes allein die Frage nach einem Neuanmel-
dungs- bzw. Revisionsgrund (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11; SVR 2014 UV 
Nr. 7 S. 22 E. 2.2), welche bezüglich der ab 1. Januar 2018 zugesproche-
nen Invalidenrente (act. IIA 171) von vornherein kein Beweisthema darstellt 
(vgl. E. 3.1 hiervor). Hinzu kommt, dass die Arbeitsunfähigkeitsschätzung 
im Administrativgutachten der MEDAS D.________, soweit sie retrospektiv 
für die Zeit vor April 2012 (act. II 81) erfolgte, zwar mit jener des Vorgutach-
tens der MEDAS C.________ kontrastiert, gleichzeitig ist der aktuellen Ex-
pertise jedoch auch zu entnehmen, dass seit diesem Referenzzeitpunkt bis 
im Mai 2018 (vgl. E. 3.1 hiervor) sehr wohl eine revisionsrechtlich relevante 
Sachverhaltsentwicklung eintrat. Gemäss den Feststellungen der Gutachter 
sind nach einer Magenbypass-Operation im Jahr 2015 und konsekutivem 
Gewichtsverlust von 60kg eine Vielzahl von Beschwerden aufgetreten 
(act. IIA 147.1/13 Ziff. 6.1). Zudem berichteten sie von einer Überforderung 
der Explorandin im Zusammenhang mit diversen Gesundheitsschäden, die 
teilweise erst in den letzten Jahren auftraten (act. IIA 147.1/13 f. Ziff. 6.1). 
Hinzu kam aus ophthalmologischer Sicht eine Verschlechterung der Visus-
werte mit daraus resultierender höherer Arbeitsunfähigkeit (act. 
IIA 147.1/14 Ziff. 6.1, 147.3/2). Schliesslich zog die Beschwerdeführerin um 
und bewohnt jetzt anstelle der früheren Mietwohnung (act. II 67/8 Ziff. 5.1) 
ein ganzes Haus mit Garten, Rasen und Bäumen (act. IIA 147.2/6 Ziff. 3.4, 
148/6 Ziff. 6.1 f., 159/4), was – zusammen mit der höheren Personenzahl 
im Haushalt durch die Geburt des dritten Kindes (act. IIA 147.1/16 Ziff. 6.6) 
– grundsätzlich eine relevante Änderung im Aufgabenbereich darstellt (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 13. November 2015, 
9C_410/2015, E. 4.2.1). Somit ist ein Neuanmeldungsgrund ausgewiesen 
und der Rentenanspruch auch für die Zeit vor dem 1. Januar 2018 (vgl. 
E. 3.1 hiervor) in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 13

ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.5.2 Das Verlaufsgutachten der MEDAS D.________ vom 20. Juli 2017 
(act. IIA 147.1-147.5) erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Bewei-
sanforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und erbringt vollen Beweis. Die Gut-
achter stützten sich auf die wesentlichen Vorakten (samt den zusätzlich 
edierten Unterlagen [act. IIA 147.1/4 Ziff. 2, 147.6/9-31]) sowie die Er-
kenntnisse aus den klinischen Explorationen und den psychometrischen 
(act. IIA 147.5/7-19 Ziff. 2.5.1-2.5.8) bzw. labortechnischen (act. IIA 
147.1/8 f. Ziff. 4.2, 147.6/1-8) Zusatzabklärungen. Die Diagnosen wurden 
nachvollziehbar und überzeugend hergeleitet. 

Was die grenzwertige Intelligenz (IQ 79) im Sinne einer Lernbehinderung 
(ICD-10: F81; act. IIA 147.1/10 Ziff. 5.1 Ziff. 1) anbelangt, wird diese nach 
der Klassifikation der ICD-10 als «umschriebene Entwicklungsstörungen 
schulischer Fertigkeiten» betitelt. Sie ist von einer leichten Intelligenzmin-
derung (ICD-10: F70) abzugrenzen, auf welche erst ein IQ-Bereich von 50-
69 hinweisen würde (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 311; Entscheid des BGer vom 
20. September 2018, 9C_291/2017, E. 8.2). Wenngleich die hier festge-
stellte Intelligenz im unteren Normalbereich (IQ zwischen 70 und 84) per se 
nicht als gesundheitliche Beeinträchtigung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 
ATSG zu betrachten ist (vgl. Entscheid des BGer vom 16. März 2015, 
8C_741/2013, E. 3.2.1; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die 
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, Art. 4 N. 83), kann ihre enge 
Wechselwirkung (act. IIA 147.1/13 Ziff. 6.1) mit der Somatisierungsstörung 
(ICD-10: F45.0; act. IIA 147.1/10 Ziff. 5.1 Ziff. 2) nicht ohne weiteres 
ausgeblendet werden. Der schwere hypoxische Geburtsschaden sowie die 
erlittene Hypoxämie zufolge des Ertrinkungsunfalls führten – 
möglicherweise zusammen mit einer hereditären Belastung – nicht nur zur 
Lernbehinderung (act. IIA 147.1/12 Ziff. 6.1), sondern begünstigten letztlich 
auch die Entwicklung der Somatisierungsstörung (act. IIA 147.1/10 Ziff. 5.1 
Ziff. 2 Lemma 2).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 14

In Bezug auf die Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) sind zudem die 
klassifikatorischen Vorgaben (vgl. E. 2.2.1 hiervor; DILLING et al., a.a.O., 
S. 225 f.) erfüllt (act. IIA 147.2/12 Ziff. 6.1) und keine Ausschlussgründe 
(vgl. E. 2.2.2 hiervor) ersichtlich (act. IIA 147.2/14 Ziff. 6.5, 147.4/9 Ziff. 6.5, 
147.5/19 Ziff. 2.5.8). Des Weiteren sind die funktionellen Auswirkungen 
anhand der Standardindikatoren (vgl. E. 2.2.3 hiervor) schlüssig und wider-
spruchsfrei nachgewiesen: Der Schweregrad der diagnoserelevanten Be-
funde und Symptome (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) der Somati-
sierungsstörung wurde als schwer eingeschätzt (act. IIA 147.2/12 Ziff. 6.1). 
Hinsichtlich Behandlungserfolg oder -resistenz (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 
S. 299) empfahl die psychiatrische Gutachterin zwar eine Weiterführung 
der seit 2016 etablierten ambulanten Psychotherapie, sie schätzte die ko-
gnitiven Ressourcen der Beschwerdeführerin für eine psychotherapeuti-
sche Behandlung jedoch als begrenzt ein und stellte eine zurückhaltende 
Prognose (act. IIA 147.2/15 f. Ziff. 6.8). Es besteht eine körperliche Beglei-
terkrankung (ophthalmologische Beschwerden mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit [act. IIA 147.1/10 Ziff. 5.1 Ziff. 3 f., 147.3/2]) sowie eine zu-
sätzlich ressourcenhemmende psychiatrische Komorbidität (enge Wech-
selwirkung mit der grenzwertigen Intelligenz [act. IIA 147.1/13 Ziff. 6.1]; vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.; 143 V 418). Die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung konnte zwar ausgeschlossen werden, die 
psychiatrische Gutachterin benannte jedoch verschiedene einschränkende 
Persönlichkeitsaspekte (act. IIA 147.2/9 Ziff. 4.1; vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302). Die Schilderungen der Beschwerdeführerin liessen nicht 
auf einen sozialen Rückzug schliessen (act. IIA 147.2/9 Ziff. 4.1), die 
sozialen Kontakte im Rahmen der Tagesaktivitäten beschränken sich aber 
offenbar hauptsächlich auf die eigene Familie bzw. auf Freunde, die sie als 
Helfernetz nutzt (act. IIA 147.2/6 f. Ziff. 3.4; BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303). Es besteht eine Einschränkung in allen vergleichbaren 
Lebensbereichen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303). Die 
Beschwerdeführerin sieht sich aufgrund der Schmerzen ausser Stande, 
sich im Haushalt zu beschäftigen oder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. 
Ein durchgehendes Leistungsniveau kann sie nicht aufrechterhalten und 
auch das Initiieren von spontanen Aktivitäten in der Freizeit gelingt ihr nicht. 
Ihre Belastbarkeit ist gemäss gutachterlicher Einschätzung in nahezu allen 
Bereichen deutlich reduziert (act. IIA 147.1/5 f. Ziff. 3.2.1, 147.1/15 Ziff. 6.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 15

und Ziff. 6.4, 147.2/7 Ziff. 3.5, 147.2/13 Ziff. 6.3). Schliesslich deutet die 
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.4.2 S. 304) auf einen hohen Leidensdruck hin. Die Beschwerdeführerin 
steht nicht nur in psychiatrischer Behandlung, ihre Freizeit ist nach eigenen 
Angaben mit Arztterminen gefüllt; sie soll jeden zweiten Tag zu einem 
anderen Arzt gehen und zwei- bis dreimal pro Wochen Physiotherapie in 
Anspruch nehmen (act. IIA 147.1/13 Ziff. 6.1, 147.2/6 Ziff. 3.4). 

3.5.3 Es ist nach dem Dargelegten somit auch aus rechtlicher Optik auf 
die attestierte Restarbeitsfähigkeit von 20 % abzustellen (act. IIA 147.1/16 
Ziff. 6.6). Diese bestand trotz der von den Gutachtern erwähnten Überfor-
derung der Beschwerdeführerin durch die Geburt ihres dritten Kindes im 
März 2014 (act. IIA 147.1/16 Ziff. 6.6) durchgehend bis zur angefochtenen 
Verfügung vom 8. Mai 2018 (act. IIA 171), welche den massgebenden 
Überprüfungshorizont markiert (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 
E. 2.1 S. 140). Dies scheint auch die Beschwerdeführerin anzuerkennen 
(Beschwerde S. 6 Ziff. II Ziff. 10 in fine). Die Gutachter gingen denn auch 
für die Zeit nach März 2014 medizinisch-theoretisch von der 20%igen 
Restarbeitsfähigkeit aus, sie zweifelten lediglich an deren faktischer Um-
setzbarkeit (act. IIA 147.1/16 Ziff. 6.6). Organisatorische Aspekte und psy-
chosoziale Belastungen im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung sind 
indes als grundsätzlich invaliditätsfremde Faktoren auszublenden. Zudem 
werden die Kinder der Beschwerdeführerin ohnehin ausserhäuslich betreut 
(Beschwerde S. 7 Ziff. II Ziff. 11). Im Übrigen wirkt sich auch das Arbeits-
verbot für Wöchnerinnen (vgl. Art. 35a Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 
13. März 1964 über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel [Arbeits-
gesetz, ArG; SR 822.11]) nicht auf einen allfälligen Rentenanspruch aus, 
da es nur die ersten acht Wochen nach der Niederkunft betraf (vgl. Art. 88a 
Abs. 2 IVV).

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Folgen dieser medizinischen Ausgangs-
lage bzw. deren Auswirkungen auf den Aufgabenbereich.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 16

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Konnte die versicherte Per-
son wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse er-
werben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide 
erzielen könnte, den gemäss Art. 26 Abs. 1 IVV nach Alter abgestuften 
Prozentsätzen des jährlichen aktualisierten Medianwertes gemäss der vom 
Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen Lohn-
strukturerhebung (LSE).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 17

gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 
der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me-
thode; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293, 144 I 21 E. 2.1 S. 23 f.).

Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 
Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des Invaliditätsgrads der 
Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in 
Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 
IVV [in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Die Berechnung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet sich nach Art. 16 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 18

ATSG. Das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Tei-
lerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, 
wird dabei auf ein Vollpensum hochgerechnet. Die prozentuale Erwerbs-
einbusse wird schliesslich anhand des Beschäftigungsgrads, den die Per-
son hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 
IVV [in der seit 1. Januar 2018 gültigen Fassung]). Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der 
prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbe-
reich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid 
geworden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbe-
reichs gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV [in der seit 1. Januar 2018 gültigen 
Fassung]).

4.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob 
eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder 
als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer ande-
ren Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betäti-
gungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, 
was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine ge-
sundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20, 125 
V 146 E. 2c S. 150). Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Er-
werbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet wer-
den könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig 
wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 S. 508; SVR 2017 IV Nr. 30 S. 86 E. 4.1).

5.

5.1 Gemäss den Erwägungen (E. 3.5) im rechtskräftigen VGE 
IV/2012/465 (act. II 86) wäre die Beschwerdeführerin im hypothetischen 
Gesundheitsfall im Jahr 2010 je hälftig erwerbstätig und im Haushalt be-
schäftigt gewesen. Diesen Status übernahm die Beschwerdegegnerin 
(act. IIA 148/5 Ziff. 4) für den hier relevanten Zeitpunkt des frühestmögli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 19

chen Rentenbeginns per 1. November 2016 (vgl. Art. 29bis IVV und Art. 29 
Abs. 1 IVG i.V.m. act. IIA 107/10 Ziff. 10 bzw. act. IIA 107/13 f.), was im 
Rahmen der freien Anspruchsprüfung – trotz der Geburt des dritten Kindes 
(act. IIA 107/3 Ziff. 3) und der zwischenzeitlichen Arbeitslosigkeit des Ehe-
gatten (act. IIA 147.2/7 Ziff. 3.4, 147.4/4 f. Ziff. 3.2) – nicht zu beanstanden 
ist. Soweit die Beschwerdeführerin nunmehr geltend macht, aufgrund der 
Sozialhilfeabhängigkeit müsste sie im Validitätsfall einer vollschichtigen 
Erwerbstätigkeit nachgehen (Beschwerde S. 6 f. Ziff. II Ziff. 11), ist ihr nicht 
zu folgen. Es ist nicht entscheidend, ob und gegebenenfalls inwieweit die 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit wirtschaftlich notwendig ist, sondern in-
wieweit sie bei den gegebenen Verhältnissen als überwiegend wahrschein-
lich erscheint (vgl. Entscheid des EVG vom 17. September 2002, I 300/02, 
E. 2.2 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund genügt der Umstand alleine 
nicht, dass «§ 5a SPG» (Beschwerde S. 6 Ziff. II Ziff. 11; gemeint ist wohl 
§ 5 Abs. 2 lit. a des basel-städtischen Sozialhilfegesetzes vom 29. Juni 
2000 [SPG; SG 890.100]) die Subsidiarität der Sozialhilfe ausdrücklich vor-
sieht. Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin von ihrem Wohn-
sitzkanton nach den hiesigen Rechtsgrundlagen unterstützt wird (vgl. 
Art. 115 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; Art. 12 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes vom 24. Juni 1977 über die Zuständigkeit für die Unterstützung 
Bedürftiger [Zuständigkeitsgesetz, ZUG; SR 851.1]; act. I 3), wurde sie 
– soweit ersichtlich – von der Sozialhilfebehörde bisher nicht unter Andro-
hung einer Leistungskürzung im Unterlassungsfall angehalten, eine Er-
werbstätigkeit aufzunehmen. Damit liesse sich die Annahme eines im Ge-
sundheitsfall höheren erwerblichen Arbeitspensums ohnehin nicht mit der 
Sozialhilfeabhängigkeit begründen (vgl. Entscheide des BGer vom 16. April 
2018, 8C_108/2018, E. 5.2, sowie vom 4. Juli 2017, 9C_90/2017, E. 5.4.2). 
Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der Erhebungen 
an Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 IVV) vom 19. September 2017 unmissver-
ständlich angab, sie möchte bei guter Gesundheit im Haushalt möglichst 
alles selber machen und würde einer Teilzeittätigkeit nachgehen (act. 
IIA 148/41 Ziff. 3.4, 159/4). Auf diese «Aussagen der ersten Stunde» (vgl. 
BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; SVR 2016 UV Nr. 44 
S. 147 E. 3.5) ist beweisrechtlich abzustellen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 20

5.2 Es ist somit nicht von einem Statuswechsel auszugehen. Darüber 
hinaus steht auch keine familiär bedingte Rentenaufhebung oder 
-herabsetzung in Frage, weshalb auch keine «di Trizio-ähnliche» Aus-
gangslage vorliegt (BGE 144 I 103 E. 4.2 S. 107 f., 144 I 21 E. 4.2 S. 26, 
143 I 50 E. 4.4 S. 60; 143 V 77 E. 3.2.2 S. 80). Allerdings wurde als Folge 
des entsprechenden Urteils der zweiten Kammer des Europäischen Ge-
richtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 (Di Trizio ge-
gen die Schweiz [7186/09], abrufbar unter <http://hudoc.echr.coe.int> oder 
<www.bger.ch>) per 1. Januar 2018 eine Änderung der IVV betreffend ge-
mischte Methode (Art. 27 und Art. 27bis Abs. 2-4 IVV) in Kraft gesetzt 
(AS 2017 7581). Es sind deshalb nach den intertemporalrechtlichen 
Grundsätzen je nach den jeweils gültigen Bestimmungen gesonderte Inva-
liditätsbemessungen für die Zeit vom 1. November 2016 bis 31. Dezember 
2017 bzw. für die Zeit ab 1. Januar 2018 durchzuführen (vgl. IV-
Rundschreiben Nr. 372).

6.

6.1 Die Beschwerdegegnerin ging für das Valideneinkommen vom Be-
stehen einer Geburts- bzw. Frühinvalidität im Sinne von Art. 26 Abs. 1 IVV 
aus (act. IIA 148/6 Ziff. 5.2, 160/5 Ziff. 5.2 f.; vgl. E. 4.2.1 hiervor; BSV, 
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 3035). Da die Beschwerdeführerin im 
Jahr 2016 das 30. Altersjahr längst vollendet hatte (act. IIA 107/1 Ziff. 1.1), 
berücksichtigte die Beschwerdegegnerin für den Einkommensvergleich ab 
1. November 2016 den hälftigen Betrag des 100%igen LSE-Erwerbs-
einkommens von Fr. 82‘500.-- (act. IIA 160/1; vgl. das damals gültige IV-
Rundschreiben Nr. 329), ausmachend Fr. 41‘250.-- (Status 50 % Erwerb). 
Für den Einkommensvergleich ab 1. Januar 2018 ist demgegenüber nicht 
auf den damaligen LSE-Lohn von Fr. 82‘500.-- (act. IIA 160/1), sondern auf 
den aktuellen Wert von Fr. 82‘000.-- abzustellen (vgl. IV-Rundschreiben 
Nr. 369).

6.2 Für das Invalideneinkommen zog die Beschwerdegegnerin richti-
gerweise ebenfalls die statistischen Werte der LSE heran (act. IIA 148/6 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22di+trizio-%E4hnlicher%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-50%3Ade&number_of_ranks=0#page50
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22di+trizio-%E4hnlicher%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-I-50%3Ade&number_of_ranks=0#page50
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22di+trizio-%E4hnlicher%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-77%3Ade&number_of_ranks=0#page77

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 21

Ziff. 5.2, 160/5 Ziff. 5.2 f.), allerdings ging sie dabei gestützt auf das Vor-
gutachten der MEDAS C.________ vom 29. August 2011 (act. II 65.1) fäl-
schlicherweise von einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % aus, statt basierend 
auf dem Verlaufsgutachten der MEDAS D.________ vom 20. Juli 2017 
(act. IIA 147.1-147.5) eine solche von 20 % anzunehmen (vgl. E. 3.5.1 ff. 
hiervor). Somit ist das Invalideneinkommen anhand der LSE 2014 (die 
vollständige LSE 2016 ist bis dato nicht greifbar) per 1. November 2016 auf 
Fr. 9‘703.-- (Fr. 3‘767.-- [LSE 2014, Tabelle TA1, Frauen, Wirtschaftszwei-
ge Ziff. 55 f. {Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie}], Kompetenz-
niveau 1 {einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art}] x 12 
Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 42.4 Wochenarbeitsstunden [BFS, 
Betriebsübliche Arbeitszeit {BUA} 2016, Wirtschaftszweige Ziff. 55 f.] / 
104.3 x 105.6 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Wirt-
schaftszweige Ziff. 55 f., Index 2014 bzw. 2016] x 20 % Restarbeitsfähig-
keit]) bzw. per 1. Januar 2018 (soweit aktuelle Daten verfügbar) auf 
Fr. 9‘753.-- festzusetzen (Fr. 3‘767.-- [LSE 2014, Tabelle TA1, Frauen, 
Wirtschaftszweige Ziff. 55 f., Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wo-
chenarbeitsstunden x 42.5 Wochenarbeitsstunden [BUA, 2017, Wirt-
schaftszweige Ziff. 55 f.] / 104.3 x 105.9 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominal-
lohnindex, Frauen, Wirtschaftszweige Ziff. 55 f., Index 2014 bzw. 2017] x 
20 % Restarbeitsfähigkeit). Ob hiervon zusätzlich ein leidensbedingter Ab-
zug (vgl. E. 4.2.2 hiervor) zuzulassen wäre, ist fraglich. Einerseits sind so-
wohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen anhand statistischer 
Tabellenlöhne zu ermittelt, weshalb die invaliditätsfremden Gesichtspunkte 
(Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) ausser Betracht fallen 
müssen, da sie bei beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen wären 
(vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Ande-
rerseits müsste dem eingeschränkten medizinischen Zumutbarkeitsprofil 
(act. IIA 147.1/16 Ziff. 6.6) allenfalls mit dem Erfordernis eines sog. Ni-
schenarbeitsplatzes Rechnung getragen werden (vgl. dazu BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2008 IV Nr. 62 S. 205 
E. 5.1), was sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt lohnsenkend nie-
derschlagen könnte. Wie es sich damit verhält, kann aber letztlich offen 
bleiben, denn selbst wenn der – kaum gerechtfertigte – Maximalabzug von 
25 % veranschlagt würde, änderte sich im Ergebnis nichts (vgl. E. 8 hier-
nach). Diesfalls würde das Invalideneinkommen per 1. November 2016 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 22

Fr. 7‘277.-- (Fr. 9‘703.-- ./. 25 %) bzw. per 1. Januar 2018 Fr. 7‘315.-- 
(Fr. 9‘753.-- ./. 25 %) betragen.

6.3 Aus der Gegenüberstellung der jeweiligen Vergleichseinkommen 
resultiert im Bereich Erwerb per 1. November 2016 eine (ungewichtete) 
Einschränkung von 76.48 % ([Fr. 41‘250.-- ./. Fr. 9‘703.--] / Fr. 41‘250.-- x 
100) bzw. per 1. Januar 2018 eine solche von 88.11 % ([Fr. 82‘000.-- ./. 
Fr. 9‘753.--] / Fr. 82‘000.-- x 100). Unter Berücksichtigung des hypotheti-
schen Beschäftigungsgrades von 50 % ergeben sich gewichtete Ein-
schränkungen von 38.24 % (76.48 % x 0.5 [Anteil Erwerb]) bzw. 44.06 % 
(88.11 % x 0.5 [Anteil Erwerb]). Die Zulassung eines Maximalabzugs vom 
Tabellenlohn für das Invalideneinkommen führte zu gewichteten Ein-
schränkungen per 1. November 2016 von 41.18 % ([Fr. 41‘250.-- ./. 
Fr. 7‘277.--] / Fr. 41‘250.-- x 100 x 0.5) bzw. per 1. Januar 2018 von 
45.54 % ([Fr. 82‘000.-- ./. Fr. 7‘315.--] / Fr. 82‘000.-- x 100 x 0.5).

7.

7.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 23

Den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kommt kein genereller 
Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im Haus-
halt zu. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommensver-
gleichs nach Art. 16 ATSG kann beim Betätigungsvergleich nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG auf eine medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität ab-
gestellt werden. Massgebend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Auf-
gabenbereich zu betätigen, was unter Berücksichtigung der konkreten Ver-
hältnisse im Einzelfall festzustellen ist. Die von der Invalidenversicherung 
eingeholten Abklärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im 
Regelfall genügende Grundlage für die Invaliditätsbemessung dar. Nach 
der Rechtsprechung bedarf es des Beizuges eines Arztes, der sich zu den 
einzelnen Positionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der 
Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei 
unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu 
den ärztlichen Befunden stehen (SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1).

Dies gilt selbst für den Fall, dass es um die Bemessung einer psychisch 
bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen 
im Vordergrund steht. Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung 
vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versi-
cherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel 
den ärztlichen Stellungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht 
über die Haushaltabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur 
beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der 
damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (SVR 2012 IV Nr. 19 
S. 87 E. 2).

7.2 Unter Berücksichtigung von zehn Prozentpunkten zufolge der 
Wechselwirkung (vgl. dazu BGE 134 V 9) zwischen Erwerbstätigkeit und 
Haushalt ermittelte die Beschwerdegegnerin in den Abklärungsberichten 
Haushalt vom 3. Oktober 2017 (act. IIA 148) bzw. 21. Dezember 2017 
(act. IIA 160) anhand des Betätigungsvergleichs eine Einschränkung von 
ungewichtet 23.20 % (act. IIA 148/7-11 Ziff. 7.2 f., 160/7-10 Ziff. 7.2 f.) bzw. 
gewichtet 11.60 % (23.20 % x 0.5 [Anteil Haushalt]). Da im Rahmen der per 
1. Januar 2018 in Kraft getretenen Änderung der IVV (Art. 27 und Art. 27bis 
Abs. 2-4 IVV) die Auswirkungen der Wechselwirkung automatisch mit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 24

berücksichtigt sind (vgl. Bericht des BSV vom 7. November 2017, S. 12 
[abrufbar unter <www.bsv.admin.ch>; Rubrik: Publikationen & Ser-
vice/Gesetzgebung/Vernehmlassungen/Abgeschlossene Verfahren]; SU-
SANNE LEUZINGER, Invaliditätsbemessung für teilerwerbstätige Versicherte 
mit Aufgabenbereich, in: Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2017, 
S. 181), liegt die Einschränkung in diesem Zeitraum bei ungewichtet 
13.20 % (AB 148/11 Ziff. 7.3) bzw. gewichtet 6.60 % (13.20 % x 0.5 [Anteil 
Haushalt]). Nach dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin geht den er-
wähnten Abklärungsberichten der Beweiswert ab, da der Betätigungsver-
gleich nicht geeignet sei, die auf der psychischen oder kognitiven Ebene 
bestehenden Einschränkungen zu erfassen; es sei vielmehr auf die ärztli-
chen Einschätzungen abzustellen und auch für den Bereich Haushalt von 
einer 80%igen Einschränkung auszugehen (Beschwerde S. 7 Ziff. II 
Ziff. 12). Diese Kritik verfängt nicht.

Zwar sind der Expertise der MEDAS D.________ vom 20. Juli 2017 
(act. IIA 147.1-147.5) – anders als jener der MEDAS C.________ vom 
29. August 2011 (act. II 65.1/23 Ziff. 6.4) – keine expliziten Angaben zu den 
quantitativen Einschränkungen im Haushalt zu entnehmen, im aktuellen 
Verlaufsgutachten zeigten die Experte jedoch differenziert die funktionellen 
Einschränkungen und verbleibenden Ressourcen auf (act. IIA 147.1/15 ff. 
Ziff. 6.4 und Ziff. 6.6, 147.2/13 ff. Ziff. 6.3 und Ziff. 6.7 f.). Eine Ausnahme-
konstellation, die eine zusätzliche Stellungnahme der medizinischen Sach-
verständigen zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung hätte als 
zwingend erscheinen lassen, liegt offensichtlich nicht vor (vgl. E. 7.1 hier-
vor). Die Rechtsprechung, wonach fachmedizinischen Stellungnahmen in 
der Regel mehr Gewicht einzuräumen sind als dem Bericht der 
hauswirtschaftlichen Abklärung an Ort und Stelle, bezieht sich zudem auf 
Fälle, in denen sich die Ergebnisse der Haushaltsabklärung und die 
diesbezüglichen psychiatrischen Feststellungen widersprechen (vgl. E. 7.1 
hiervor; Rz. 3086 KSIH). Zum einen liegt diese Konstellation hier nicht vor, 
lassen sich die Erkenntnisse aus dem durchgeführten Betätigungsvergleich 
doch durchaus mit den Einschätzungen der psychiatrischen Gutachterin 
(act. IIA 147.2/13 ff. Ziff. 6.3 und Ziff. 6.7 f.) vereinbaren. Zum anderen 
erstreckt sich diese Gerichtspraxis grundsätzlich nicht auf die neuro-
psychologisch begründeten Einschränkungen, welche die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 25

Beschwerdeführerin in den Vordergrund stellt (Beschwerde S. 7 Ziff. II 
Ziff. 12; vgl. zum Stellenwert der Neuropsychologie BGE 119 V 335; 
Entscheid des BGer vom 7. August 2009, 8C_261/2009, E. 5.2; UELI KIE-
SER, Neuropsychologie, in: KIESER/LENDFERS [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozia-
lversicherungsrecht 2012, S. 173 f.; Ders., Gutachten vom 23. Dezember 
2015 zu Fragen des Vorgehens bei der Bestimmung der Arbeitsfähigkeit im 
Sozialversicherungsrecht und zum allfälligen Beitrag der Neuropsychologie, 
abrufbar unter <www.neuropsy.ch>, Rubrik: Fachpersonen/Qualitäts-
sicherung). Des Weiteren wirken im Rahmen des Betätigungsvergleichs 
auch aussermedizinische Aspekte wie die Obliegenheit zur Schadenminde-
rung (vgl. Rz. 3090 KSIH) mit, wozu sich die Gutachter ohnehin kaum äus-
sern können. Die einzelnen Einschränkungen wurden seitens der Ab-
klärungsperson in den Abklärungsberichten vom 3. Oktober und 21. De-
zember 2017 (act. IIA 148/7-11 Ziff. 7.2, 160/7-10 Ziff. 7.2) sowie der BAK-
Stellungnahme vom 21. Dezember 2017 (act. IIA 159/4) eingehend be-
gründet. Die Beschwerdeführerin setzte sich mit den diesbezüglichen Er-
wägungen nicht auseinander; insbesondere legte sie nicht dar, welche 
spezifischen Aufgabenkategorien (vgl. Rz. 3087 KSIH) aus welchen Grün-
den unzutreffend beurteilt worden sein sollten. Die entsprechenden Berich-
te sind nach dem Gesagten beweiskräftig, womit von einer (gewichteten) 
Einschränkung von 11.60 % ab November 2016 bzw. einer solchen von 
6.60 % ab 1. Januar 2018 auszugehen ist.

8. Aus den Einschränkungen im Erwerb (vgl. E. 6.3 hiervor) und im 
Haushalt (vgl. E. 7.2 hiervor) resultieren Invaliditätsgrade von gerundet (vgl. 
BGE 130 V 123 E. 3.2 und 3.3) 50 % (38.24 % +11.60 %) per 1. November 
2016 bzw. aufgrund der Verordnungsänderung 51 % (44.06 % +6.60 %) 
per 1. Januar 2018. Daraus ergibt sich ab 1. November 2016 ein Anspruch 
auf eine unbefristete halbe Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor). Soweit im 
Rahmen der Bemessung des Invalideneinkommens ein Maximalabzug vom 
Tabellenlohn von 25 % zugelassen würde (vgl. E. 6.2 f. hiervor), ergäben 
sich Invaliditätsgrade von 53 % (41.18 % +11.60 %) bzw. 52 % (45.54 % 
+6.60 %); mithin bliebe es beim besagten Rentenanspruch. Somit ist die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 26

angefochtene Verfügung vom 8. Mai 2018 (act. IIA 171) in teilweiser Gut-
heissung der Beschwerde entsprechend anzupassen.

9.

9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Eine Aufteilung der Verfahrenskosten nach Massgabe des – an den Partei-
anträgen gemessenen – bloss teilweisen Obsiegens ist nicht vorzunehmen 
(vgl. E. 9.2 hiernach; Beschluss der erweiterten Abteilungskonferenz vom 
13. Oktober 2009), womit die Beschwerdegegnerin die Verfahrenskosten, 
bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen hat (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4) und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstands-
los wird.

9.2 Die teilweise obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerde-
führerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die sich nach der Be-
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemisst 
(Art. 61 lit. g ATSG). Ist – wie hier – das Quantitative einer Leistung streitig, 
rechtfertigt ein «Überklagen» eine Reduktion der Parteientschädigung nur, 
wenn das Rechtsbegehren den Prozessaufwand beeinflusst hat. Bei Strei-
tigkeiten um die Höhe einer Invalidenrente darf die Parteientschädigung 
daher nicht allein deswegen reduziert werden, weil der Beschwerde 
führenden Person nicht die beantragte ganze oder höhere Rente, sondern 
eine geringere Teilrente zugesprochen wird (BGE 117 V 401 E. 2c S. 407; 
SVR 2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 5). Es besteht grundsätzlich kein Anlass zu 
einer anderen Betrachtungsweise, wenn statt einer unbefristeten oder län-
ger dauernden Rente ein befristeter Anspruch oder ein solcher für eine 
kürzere als die beantragte Dauer zugesprochen wird. Ebenso wie die Höhe 
des Anspruches betrifft dessen zeitliche Dimension das Quantitativ. Indes-
sen kommt die Zusprechung einer vollen Parteientschädigung bei teilwei-
sem Obsiegen nur in Frage, wenn die Beschwerde führende Person im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 27

Grundsatz obsiegt und lediglich im Masslichen (teilweise) unterliegt (SVR 
2016 IV Nr. 12 S. 38 E. 5; Entscheid des BGer vom 16. November 2010, 
9C_580/2010, E. 4.1). In der vorliegenden Konstellation, in welcher der 
Beschwerdeführerin ab November 2016 eine halbe statt der beantragten 
ganze Invalidenrente zugesprochen wird, ist die Entschädigung somit nicht 
zu reduzieren. In der Kostennote vom 20. Juni 2018 hat Advokatin 
B.________ ein Honorar von Fr. 2‘354.15 sowie Auslagen von Fr. 52.30 
und die Mehrwertsteuer von Fr. 185.30 geltend gemacht. Diese Beträge 
sind nicht zu beanstanden. Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf 
Fr. 2‘591.75 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 8. Mai 2018 aufgehoben und der Be-
schwerdeführerin ab 1. November 2016 eine halbe Invalidenrente zu-
gesprochen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Advokatin B.________ als amtliche Anwältin wird 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘591.75 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Advokatin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 28

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Okt. 2018, IV/18/349, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.