# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44d9ff44-3448-5dd9-b827-8d80337a9d73
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 23.10.2025 BZ 2025 113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2025-113_2025-10-23.pdf

## Full Text

20251007_091703_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2025 113

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber
Oberrichter M. Siegwart
Gerichtsschreiberin D. Huber Stüdli

Urteil vom 23. Oktober 2025 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch B.________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

C.________ AG,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Konkurseröffnung in der Betreibung Nr. D.________ des Betreibungsamtes Baar
(Beschwerde gegen den Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug vom 19. August 
2025)

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Sachverhalt

1. Mit Entscheid vom 19. April 2025 eröffnete die Einzelrichterin am Kantonsgericht Zug auf 
Begehren der A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), in der Betreibung 
Nr. D.________ des Betreibungsamtes Baar über die C.________ AG (nachfolgend: Be-
schwerdegegnerin) den Konkurs (Forderungsbetrag inkl. Zinsen und Kosten: 
CHF 120'651.20). Zur Begründung hielt die Einzelrichterin im Wesentlichen fest, die Parteien 
seien auf den 19. August 2025, 09.00 Uhr, zur Konkursverhandlung vorgeladen worden, sei-
en aber nicht erschienen. Die Beschwerdegegnerin habe auch sonst nichts von sich hören 
lassen, weshalb der Entscheid auf Grundlage der Akten zu fällen sei. Die Beschwerdegegne-
rin sei als Aktiengesellschaft im Handelsregister eingetragen und unterliege daher der Kon-
kursbetreibung. Im vorliegenden Verfahren seien die Voraussetzungen für die Konkurseröff-
nung erfüllt, weshalb über die Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 171 f. SchKG und 
Art. 251 ZPO der Konkurs zu eröffnen sei (EK 2025 452).

2. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 27. August 2025 
Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug und stellte folgende Anträge (act. 1): 

1. Die Beschwerde sei gutzuheissen.

2. Die Konkurseröffnung vom 19. August 2025 sei aufzuheben.

3. Das Verfahren sei infolge Rücknahme des Konkursbegehrens formell abzuschreiben. 

3. Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch die Vorinstanz verzichteten auf eine Vernehmlas-
sung.  

Erwägungen

1. Gemäss Art. 174 Abs. 1 SchKG kann der Entscheid des Konkursgerichts innert zehn Tagen 
mit Beschwerde nach der ZPO angefochten werden. Grundsätzlich sind der Schuldner sowie 
die Gläubigerinnen, welche am erstinstanzlichen Verfahren beteiligt waren, zur Beschwerde 
befugt (vgl. Giroud/Theus Simoni, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 174 SchKG N 14). 

Vorliegend erhebt die Beschwerdeführerin als Gläubigerin Beschwerde und macht geltend, 
sie sei nicht gehörig vorgeladen worden. Der Gläubiger kann nach der Rechtsprechung den 
Mangel der nicht gehörigen Vorladung selbst dann auf dem Rechtsmittelweg geltend ma-
chen, wenn gemäss seinem Antrag entschieden wurde; denn damit wurde dem Gläubiger die 
Möglichkeit genommen, seinen Antrag noch vor der gerichtlichen Entscheidung zu modifizie-
ren. Der Gläubiger muss erst in der Konkursverhandlung entscheiden, ob er das Konkursbe-
gehren zurückziehen will (vgl. Nordmann, Basler Kommentar, 3. A. 2021, Art. 168 SchKG 
N 6 m.H.). Folglich ist die Beschwerdeführerin befugt, den Mangel der nicht gehörigen Vorla-
dung auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen. Auf die Beschwerde ist mithin einzutre-
ten. 

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2. Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe am 6. Juni 2025 das Konkursbegehren gestellt. 
In der Folge sei ihr am 10. Juni 2025 die Vorladung zur Konkursverhandlung zugestellt wor-
den, angesetzt auf Freitag, den 29. August 2025, um 09.00 Uhr. Sie habe beabsichtigt, das 
Konkursbegehren vor dem Verhandlungstermin zurückzuziehen. Die Vorinstanz habe jedoch 
irrtümlich am 19. August 2025 den Konkurs eröffnet, offenbar in der Annahme, dass dies der 
korrekte Verhandlungstermin sei. Die Konkurseröffnung vom 19. August 2025 sei daher auf-
zuheben und das Konkursverfahren infolge Rücknahme des Konkursbegehrens formell ab-
zuschreiben (vgl. act. 1). 

3. Ist das Konkursbegehren gestellt, so wird den Parteien wenigstens drei Tage vorher die ge-
richtliche Verhandlung angezeigt (Art. 168 Satz 1 SchKG). Kraft dieser Bestimmung kann 
das Gericht nicht auf die Durchführung einer Verhandlung verzichten und aufgrund der Akten 
entscheiden, wie dies Art. 256 Abs. 1 ZPO, erste Satzhälfte, im Grundsatz vorsieht (vgl. 
Giroud/Theus Simoni, a.a.O., Art. 171 SchKG N 3a, mit Hinweis auf BGE 139 III 491 E. 4.5). 
Ist eine Partei nicht oder nicht gehörig vorgeladen worden, so kann sie die Aufhebung des 
Konkursdekretes verlangen; denn bei der Vorladung zur Konkursverhandlung handelt es sich 
um ein Formalerfordernis der Konkurseröffnung. Aufgehoben werden muss das Konkursde-
kret deshalb, weil die betreffende Partei in ihrem rechtlichen Gehör verletzt wurde. Eine Hei-
lung dieses Mangels in zweiter Instanz ist nicht möglich (vgl. Nordmann, a.a.O., Art. 168 
SchKG N 15, mit Hinweis auf BGE 138 III 225 E. 3.3).  

4. Den vorinstanzlichen Akten ist zu entnehmen, dass die Parteien mit Einschreiben vom 6. Ju-
ni 2025 zur Konkursverhandlung auf Freitag, 29. August 2025, 09.00 Uhr, vorgeladen wurden 
(vgl. Vi act. 3). Noch vor der angezeigten Konkursverhandlung vom 29. August 2025 eröffne-
te die Vorinstanz mit Entscheid vom 19. August 2025 irrtümlich den Konkurs über die Be-
schwerdegegnerin (vgl. Vi act. 4), weil sie fälschlicherweise davon ausging, dass die Kon-
kursverhandlung auf den 19. August 2025 festgelegt worden sei. Die Parteien hatten keine 
Kenntnis von einem früheren Verhandlungstermin. Dementsprechend wurden sie nicht gehö-
rig zur Konkursverhandlung vorgeladen. Eine Heilung dieses Mangels in zweiter Instanz ist, 
wie dargelegt, nicht möglich (vgl. E. 3). Folglich ist die Beschwerde mangels genügender An-
zeige der Konkursverhandlung gutzuheissen und die Konkurseröffnung über die Beschwer-
deführerin vom 19. August 2025 aufzuheben (Art. 327 Abs. 3 ZPO). Die Sache ist somit nicht 
spruchreif und das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen zur ordnungsgemässen 
Durchführung der Konkursverhandlung, soweit diese nicht "infolge Rücknahme des Konkurs-
begehrens" hinfällig ist. 

5. Auf die Erhebung von Kosten für das Beschwerdeverfahren wird umständehalber verzichtet 
(§ 5 Abs. 3 KoV OG). Eine Entschädigung für das Beschwerdeverfahren ist der Beschwerde-
führerin schon mangels eines Antrags nicht zuzusprechen. 

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Urteilsspruch

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid der Einzelrichterin am Kantonsgericht 
Zug vom 19. August 2025 aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 
Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Der Beschwerdeführerin wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. 
BGG. Eine allfällige Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich 
begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Be-
weismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ein-
zureichen. Die Beschwerde hat nach Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende 
Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht Zug, Einzelrichterin (unter Rückgabe der Akten EK 2025 452)
- Konkursamt Zug 
- Handelsregisteramt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kantons Zug (im Dispositiv) 
- Betreibungsamt Baar (im Dispositiv)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

St. Scherer D. Huber Stüdli
Abteilungspräsident Gerichtsschreiberin

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