# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e379b65e-2d27-5b94-beea-79fc10fb9874
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.05.2021 E-2329/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2329-2021_2021-05-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2329/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 7. Mai 2021 / N (…). 

 

 

E-2329/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 10. April 2021 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass er am 4. März 2020 in Griechenland sowie 

am 11. Februar 2021 in Rumänien daktyloskopisch erfasst wurde, 

dass er am 16. April 2021 die ihm zugewiesene Rechtsvertretung bevoll-

mächtigte, 

dass er anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 20. April 2021 an-

gab, er sei im Jahr 2020 in Griechenland eingereist, 

dass die Vorinstanz ihm am 22. April 2021 im Rahmen des persönlichen 

Gesprächs gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prü-

fung eines von einem Drittstaatangehörigen oder Staatenlosen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zu-

ständigkeit Rumäniens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens gewährte, 

dass der Beschwerdeführer ausführte, er habe in Rumänien nicht um Asyl 

nachgesucht, sondern lediglich seine Fingerabdrücke abgegeben, 

dass er weiter geltend machte, er wolle nicht nach Rumänien zurück, da er 

dort weder eine Unterkunft noch medizinische Unterstützung und nur eine 

Mahlzeit pro Tag erhalten habe, 

dass er in gesundheitlicher Hinsicht vorbrachte, er könne wegen eines (…) 

manchmal nicht (…); er sei aber nicht in medizinischer Behandlung und 

nehme keine Medikamente,  

dass das SEM die rumänischen Behörden am 22. April 2021 um Über-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO ersuchte, 

dass er am 26. April 2021 drei Fotos einer ruinenähnlichen Umgebung in 

Rumänien, wo er habe übernachten müssen, zu den Akten gab,  

E-2329/2021 

Seite 3 

dass die rumänischen Behörden in ihrem Antwortschreiben vom 6. Mai 

2021 ausführten, der Beschwerdeführer habe am 18. Februar 2021 in Ru-

mänien um Asyl nachgesucht und gelte seit dem 9. März 2021 als unbe-

kannten Aufenthalts, 

dass sie gleichzeitig der Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO zustimmten, 

dass das SEM mit Verfügung vom 7. Mai 2021 – gleichentags eröffnet – in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-

such nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Rumänien an-

ordnete, den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und den zuständigen 

Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu und dem Beschwerdefüh-

rer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung ihr Mandat am 10. Mai 2021 nie-

derlegte,  

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Mai 2021 gegen die Ver-

fügung vom 7. Mai 2021 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 

erhob und beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Vor-

instanz sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und ein nationales 

Asylverfahren zu eröffnen, eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich 

gestützt auf Art. 29a Abs. 3 AsylV1 für das vorliegende Verfahren als zu-

ständig zu erklären, subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des 

rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei zu verzichten, 

dass er weiter beantragt, im Sinne vorsorglicher Massnahmen sei die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien anzuwei-

sen, von einer Überstellung nach Rumänien abzusehen, bis das Bundes-

verwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden habe,  

 

E-2329/2021 

Seite 4 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts grund-

sätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 

Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

E-2329/2021 

Seite 5 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, sich vor seiner Einreise in die 

Schweiz in Rumänien aufgehalten zu haben und dort auch daktyloskopisch 

erfasst worden zu sein, was sich unbenommen von seiner fehlenden Ab-

sicht, ein Asylgesuch zu stellen, als zuständigkeitsbegründend erweist  

(vgl. Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO ), 

dass das SEM die rumänischen Behörden am 22. April 2021 um Über-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO ersuchte,  

dass diese dem Gesuch am 6. Mai 2021 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c 

Dublin-III-VO ausdrücklich zustimmten,  

dass die Zuständigkeit Rumäniens somit grundsätzlich gegeben ist, was 

vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird, 

dass es – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Ansicht des 

Beschwerdeführers – keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Rumänien wiesen 

systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dub-

lin-III-VO auf, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

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Seite 6 

dass der Beschwerdeführer mit seiner Begründung, er wolle nicht nach Ru-

mänien zurückkehren, weil er dort keine Unterkunft gehabt und unter men-

schenunwürdigen Bedingungen habe leben müssen, implizit die Anwen-

dung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

verlangt, 

dass Rumänien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom  

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt,  

dass auch davon ausgegangen werden darf, Rumänien anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,  

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die rumänischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen 

und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln 

der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass er – sofern erforderlich – sich an die rumänischen Behörden wenden 

und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg ein-

fordern kann (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass er zur allfälligen Behandlung seiner (…) auch in Rumänien medizini-

sche Unterstützung beantragen kann, zumal keine Anzeichen dafür beste-

hen, die zuständigen Behörden würden ihm eine entsprechende Behand-

lung verweigern, 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

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Seite 7 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Rumänien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass er nicht ansatzweise substantiiert, inwiefern das SEM das rechtliche 

Gehör verletzt haben sollte,  

dass demnach für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz kein An-

lass besteht,  

dass die Beschwerde abzuweisen ist,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind, weshalb die Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–    

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), 

dass die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde, auf einstweilige Aussetzung des Vollzuges und auf Verzicht auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Urteil ge-

genstandslos geworden sind. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: