# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3d2e9a0-4782-5180-8539-3cab0d1ff0fb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.03.2024 E-1462/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1462-2024_2024-03-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1462/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M ä r z  2 0 2 4   

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter William Waeber;   

Gerichtsschreiber Nassim Safai-Rad. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Christa Bucher,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 21. Februar 2024 / N (…). 

 

 

 

E-1462/2024 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 27. September 2023 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte und dabei angab, am (…) geboren, mithin minderjährig zu 

sein, 

dass am 2. Oktober 2023 ein Abgleich mit der europäischen Fingerab-

druckdatenbank «Eurodac» ergab, dass der Beschwerdeführer am (…) in 

Kroatien um Asyl ersucht hatte, 

dass der Beschwerdeführer am 11. Oktober 2023 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung bevollmächtigte, 

dass er anlässlich der am 13. November 2023 durchgeführten Erstbefra-

gung für unbegleitete Minderjährige (EB UMA) unter anderem daran fest-

hielt, dass sein Geburtsdatum auf den (…) laute, 

dass er ferner eine Kopie seiner afghanischen Tazkera zu den Akten gab, 

dass das am 28. November 2023 im Auftrag der Vorinstanz erstellte Alters-

gutachten in der zusammenfassenden Beurteilung festhält, die Untersu-

chungsbefunde würden ergeben, dass mit an Sicherheit grenzender Wahr-

scheinlichkeit das (…) Lebensjahr vollendet und die Volljährigkeit erreicht 

worden sei sowie das Mindestalter (…) Jahre betragen würde,  

dass die Vorinstanz am (…) die kroatischen Behörden um Wiederauf-

nahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013, 

nachfolgend: Dublin-III-VO) ersuchte, 

dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 13. Dezember 2023 zur 

Absicht der Vorinstanz, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinfor-

mationsregister (ZEMIS) auf den (…) anzupassen und ihn nach Kroatien 

zu überstellen, das rechtliche Gehör eingeräumt wurde und dieser mit 

Schreiben vom 18. Dezember 2023 dazu Stellung nahm, 

dass die kroatischen Behörden das Ersuchen der Vorinstanz vom (…) auf-

grund der in der Schweiz geltend gemachten Minderjährigkeit am (…) ab-

lehnten, 

E-1462/2024 

Seite 3 

dass das SEM am 20. Dezember 2023 das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS mit Bestreitungsvermerk auf den (…) setzte,  

dass das SEM am (…) die kroatischen Behörden im Rahmen eines Re-

monstrationsverfahrens um die Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 

ersuchte, die das Ersuchen schliesslich am (…) guthiessen, 

dass der Beschwerdeführer am 12. Februar 2024 dem Kanton B._______ 

zugewiesen wurde,  

dass das SEM mit Verfügung vom 21. Februar 2024 auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eintrat, festhielt, im ZEMIS sei der (…) mit 

Bestreitungsvermerk als sein Geburtsdatum registriert worden, die Weg-

weisung aus der Schweiz in den zuständigen Dublin-Staat (Kroatien) an-

ordnete, ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der 

Beschwerdefrist zu verlassen, den zuständigen Kanton mit dem Vollzug 

der Wegweisung beauftragte, die editionspflichtigen Akten aushändigte 

und festhielt, der Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. März 2024 Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht erhob und beantragt, die angefochtene 

Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf das Asyl-

gesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren 

durchzuführen, 

dass er weiter beantragt, im ZEMIS sei als Geburtsdatum der (…) einzu-

tragen, 

dass er eventualiter beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe-

ben und die Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde sei vorsorglich 

und superprovisorisch anzuweisen, von einer Überstellung nach Kroatien 

abzusehen, bis über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschie-

den wurde, 

dass er schliesslich beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten, 

E-1462/2024 

Seite 4 

dass der Instruktionsrichter am 8. März 2024 einen Vollzugsstopp ange-

ordnet hat, 

dass nach Eingang der Beschwerde die Rechtssache in das vorliegende 

Verfahren betreffend Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dis-

positivziffern 1 und 3–7 der angefochtenen Verfügung) sowie das Verfah-

ren E-1590/2024 betreffend ZEMIS-Eintrag (Dispositivziffer 2 der ange-

fochtenen Verfügung) aufgetrennt wurde, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass sich die Beschwerde – wie aus dem Folgenden ersichtlich sein wird – 

als offensichtlich begründet erweist, weshalb sie im Verfahren einzelrich-

terlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin bezie-

hungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durch-

führung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu 

behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz des Gerichts 

grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 

das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 

E. 2.2, je m.w.H.),  

dass der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

beantragt, weil die Vorinstanz ihn nicht gemäss Art. 5 Dublin-III-VO 

E-1462/2024 

Seite 5 

persönlich anhörte, ihm mithin das «Dublin-Gespräch» nicht gewährte und 

dementsprechend das rechtliche Gehör verletzt habe, 

dass die angefochtene Verfügung weiter aufzuheben sei, weil die Vor- 

instanz den rechtserheblichen Sachverhalt ungenügend festgestellt habe, 

dass das aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Recht auf 

vorgängige Anhörung (Art. 29 VwVG) im Verfahren auf Bestimmung des 

nach Massgabe der Dublin-III-VO zuständigen Mitgliedstaates im Rahmen 

eines persönlichen Gesprächs nach Art. 5 Dublin-III-VO ausgeübt wird und 

dass dieses persönliche Gespräch nicht nur der Ermittlung des für die Zu-

ständigkeitsbestimmung erheblichen Sachverhalts dient, sondern der an-

tragstellenden Person die Möglichkeit geben soll, allfällige Einwände ge-

gen die Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates als solche und gegen die 

Überstellung dorthin vorzutragen (vgl. Urteil des BVGer F-4528/2022 vom 

15. Dezember 2022 E. 3.1 m.H.a. BVGE 2017 VI/5 E. 7.2), 

dass dieses persönliche Gespräch gemäss Art. 5 Dublin-III-VO – unter Vor-

behalt der in seinem Abs. 2 genannten Ausnahmetatbestände – in Form 

einer Befragung durchzuführen ist, auf die nicht verzichtet und die nicht 

durch eine schriftliche Stellungnahme ersetzt werden kann (vgl. Urteile des 

BVGer E-6348/2023 vom 24. November 2023 E. 6.6, F-4528/2022 E. 3.2, 

F-3788/2022 vom 20. September 2022 E. 3.4.2 m.H.a. BVGE 2017 VI/5 

E. 7.2, F-2619/2022 vom 24. Juni 2022 E. 5.3 m.w.H.),  

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer am 13. November 2023 an der 

EB UMA persönlich anhörte und ihm mit Schreiben vom 13. Dezember 

2023 das rechtliche Gehör zum Alter und der Wegweisung nach Kroatien 

einräumte,  

dass im Anhörungsprotokoll vom 13. November 2023 ersichtlich ist, dass 

der Beschwerdeführer auf den Eurodac-Abgleich vom 2. Oktober 2023 an-

gesprochen erklärte, ihm seien in Kroatien die Fingerabdrücke abgenom-

men worden,  

dass indessen aus demselben Protokoll nicht hervorgeht, dass der Be-

schwerdeführer sowohl über eine allfällige Zuständigkeit Kroatiens infor-

miert als auch nach allfälligen Gründen, die gegen eine Überstellung nach 

Kroatien sprechen würden, befragt worden ist,  

E-1462/2024 

Seite 6 

dass der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 18. Dezember 2023 

subeventualiter eine «mündliche Durchführung eines Dublin-Gespräches» 

beantragte, 

dass sich das SEM zu diesem Antrag in der angefochtenen Verfügung 

nicht äusserte,  

dass selbst wenn am 13. November 2023 ein persönliches Gespräch statt-

fand, der Beschwerdeführer an diesem weder über die mögliche Zustän-

digkeit Kroatien informiert noch ihm die Möglichkeit gegeben wurde, allfäl-

lige Einwände dagegen und gegen eine allfällige Überstellung dorthin 

mündlich vorzutragen, weshalb das SEM mit diesem Vorgehen das recht-

liche Gehör verletzt hat,  

dass der Anspruch auf rechtliches Gehör formeller Natur und eine Verlet-

zung desselben grundsätzlich zur Aufhebung des betreffenden Entscheids 

führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache 

selbst (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 und Urteil F-3788/2022 E. 3.4.4 

m.w.H.), 

dass die vorliegend angefochtene Verfügung daher aus formellen Gründen 

aufzuheben und das SEM aufzufordern ist, den Beschwerdeführer zur Zu-

ständigkeit Kroatiens für die Behandlung seines Asylgesuchs und zu seiner 

möglichen Überstellung dorthin im Rahmen eines persönlichen Gesprächs 

anzuhören (vgl. Urteil F-3788/2022 E. 3.4.4 f.),  

dass nach dem Gesagten die Beschwerde gutzuheissen ist, soweit damit 

die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sa-

che beantragt wird, 

dass angesichts des Verfahrensausgangs es sich erübrigt, auf die weiteren 

Beschwerdevorbringen näher einzugehen, 

dass mit diesem Urteil das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden 

Wirkung sowie der am 8. März 2024 angeordnete Vollzugsstopp gegen-

standslos werden,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG) und die Gesuche des Beschwerdeführers um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses damit ebenfalls gegenstandslos wer-

den, 

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Seite 7 

dass dem vertretenen Beschwerdeführer keine Parteientschädigung aus-

zurichten ist, da er durch die ihm zugewiesene unentgeltliche Rechtsver-

tretung im Sinne von Art. 102h AsylG vertreten wurde, deren Leistungen 

vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. 

auch Art. 111ater AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1462/2024 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur weiteren 

Abklärung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Nassim Safai-Rad 

 

 

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