# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01da876c-0d10-5b5e-b89c-6afe9ffc593a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.09.2008 A-1562/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1562-2006_2008-09-26.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1562/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richterin Salome Zimmermann, 
Richter Thomas Stadelmann, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ GmbH, 
vertreten durch Y._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, 
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (4. Quartal 1996 bis 1. Quartal 2000).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1562/2006

Sachverhalt:

A.
Mit Fragebogen vom 19. Februar 1997 meldete die X._______ GmbH 
(auch  Gesellschaft  genannt)  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwal-
tung (ESTV) ihre Tätigkeit als Betreiberin einer Sauna an. Die ESTV 
trug die Gesellschaft rückwirkend auf den 16. November 1996 ins Re-
gister  für  Mehrwertsteuerpflichtige  ein.  Der  Antrag  auf  Abrechnung 
nach vereinbarten Entgelten wurde am 17. November 1997 bewilligt. 

B.
Im August 2000 führte die ESTV eine Kontrolle durch. Gestützt auf de-
ren Ergebnis erhob sie für die Perioden 4. Quartal 1996 bis 1. Quartal 
2000  (Zeit  vom 16. November  1996  bis  31.  März  2000)  mit  Ergän-
zungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 25. August 2000 eine Steuernach-
forderung im Betrag von insgesamt (gerundet) Fr. 47'393.--, zuzüglich 
Verzugszins. Die  Forderung umfasste  vorab eine Nachbelastung  der 
Mehrwertsteuer  auf  buchhalterisch erfassten,  aber  nicht  deklarierten 
Umsätzen aus der Zurverfügungstellung von Arbeitskräften sowie der 
Zurverfügungstellung  der  Infrastruktur  an  die  im  Sauna-Club  tätigen 
Sexarbeiterinnen (Fr. 13'603.--; Ziff. 1 der EA). Darüber hinaus forderte 
die  ESTV einen ermessensweise  festgelegten Betrag  aus  der  Infra-
strukturbenützung nach, wobei sie die unter Ziff. 1 bereits nachgefor-
derte Steuer davon in Abzug brachte (Fr. 15'277.75; Ziff. 2a der EA). 
Ferner beinhaltete die Nachforderung u. a. eine Schätzung nicht ver-
buchter und nicht deklarierter "steuerbarer WIR-Erlöse" (Fr. 2'354.55; 
Ziff. 2b der EA),  eine Ermittlung der  steuerlich bislang nicht  berück-
sichtigten Verpflegung der Arbeitnehmenden (Fr. 1'874.05; Ziff. 3 der 
EA) sowie eine Aufrechnung zu Unrecht in Abzug gebrachter Vorsteu-
ern  (Fr.  5'567.--  Vorsteuern  auf  dem  Material-  und  Dienstleistungs-
aufwand gemäss Ziff. 4a bzw. Fr. 7'858.-- Vorsteuern auf Investitionen 
und  übrigem Betriebsaufwand  gemäss  Ziff.  4b  der  EA).  Am 10. No-
vember 2000 bzw. 12. Januar 2001 präzisierte die ESTV bezüglich der 
Aufrechnung der Umsätze aus der Zurverfügungstellung von Arbeits-
kräften, dass es sich hiebei vielmehr um eine Weiterverrechnung von 
Personalkosten handle, die indes ebenfalls zum Normalsatz steuerbar 
sei. Mit Gutschrift (GS) Nr. ... vom 13. März 2001 schrieb die ESTV der 
X._______  GmbH  im  Zusammenhang  mit  der  Vorsteuerkorrektur 
gemäss Ziff. 4b der EA Nr. ... einen Betrag von Fr. 2'643.-- gut.  

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C.
Die ESTV entschied am 15. März 2001, die X._______ GmbH schulde 
für  die Zeit  vom 16. November 1996 bis  31. März 2000 Fr. 43'891.-- 
Mehrwertsteuer, zuzüglich Verzugszins. Mit Eingabe vom 11. April bzw. 
mit  Ergänzung vom 30. April  2001 liess die Gesellschaft  Einsprache 
erheben  und  beantragen,  die  geschuldete  Mehrwertsteuer  auf 
Fr. 10'754.55  herabzusetzen.  Zur  Begründung  trug  sie  im  Wesentli-
chen vor, sie stelle keine Arbeitskräfte zur Verfügung. Vielmehr handle 
es sich um einen Mitarbeiter des Gesellschafters A._______, welcher 
diesen  der  Gesellschaft  teilweise  zur  Verfügung stelle. Ferner  bean-
standete sie die Schätzung des Umsatzes im Zusammenhang mit der 
"Infrastrukturbenützungsgebühr" der in der Sauna tätigen Damen so-
wie  die  Aufrechnung der  Steuer  aus  der  Verpflegung der  Arbeitneh-
menden. Hinsichtlich der Vorsteuerkorrektur reichte sie zwei Formula-
re 1310 "Bestätigung des Leistungserbringers an den Leistungsemp-
fänger zwecks nachträglicher Ermöglichung des Vorsteuerabzugs trotz 
formell ungenügender Rechnungen" ein.

D.
Mit Schreiben vom 12. Juli  2005 orientierte die ESTV die X._______ 
GmbH dahingehend, dass sich betreffend die erotischen Dienstleistun-
gen, welche von den im Sauna-Club tätigen Frauen erbracht werden, 
eine Neubeurteilung als unumgänglich erweise. Anlässlich der Kontrol-
le  seien  die  Damen als  (mehrwertsteuerlich)  selbständig  tätige  Per-
sonen betrachtet worden. Aufgrund des Auftretens gegen aussen gelte 
indes die X._______ GmbH als Erbringerin der erotischen Dienstleis-
tungen und somit seien sämtliche Umsätze der im Sauna-Club arbei-
tenden Frauen ihr zuzuordnen. Die Schätzung hinsichtlich "Infrastruk-
turbenützungsgebühren" sei daher unzutreffend und durch eine neue, 
die Gesamtheit  der Umsätze aus erotischen Dienstleistungen umfas-
sende  Schätzung  zu  ersetzen.  Im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs 
räumte sie der X._______ GmbH Frist ein zur Stellungnahme. Mit Ein-
gabe vom 30. September 2005 liess diese die beabsichtigte Steuer-
nachforderung bestreiten. 

E.
Mit  Einspracheentscheid vom 31. Januar 2006 stellte die ESTV fest, 
dass der Entscheid vom 15. März 2001 für den Betrag von Fr. 2'354.55 
(entspricht der Schätzung nicht verbuchter und nicht deklarierter "steu-
erbarer WIR-Erlöse" gemäss Ziff. 2b der EA), zuzüglich Verzugszins, in 
Rechtskraft erwachsen sei, wies die Einsprache bis auf einen Betrag 

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von Fr. 133.50 ab (fälschlicherweise zu gering ausgefallene GS Nr. ... 
vom 13. März 2001) und setzte die Steuernachforderung – nebst den 
rechtskräftigen Steuern und Verzugszinsen – auf (neu) Fr. 258'580.50, 
zuzüglich Verzugszins, fest. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen 
dafür,  die  Sexarbeiterinnen könnten  entgegen  ihrer  ersten  Einschät-
zung  nicht  als  selbständig  tätige  Personen  qualifiziert  werden;  auf-
grund der gesamten Umstände seien die von ihnen erzielten Umsätze 
der X._______ GmbH zuzuordnen. Da die Gesellschaft nach eigenen 
Angaben keine Aufzeichnungen diesbezüglich führe und die entspre-
chenden  Umsätze  nicht  in  den  Geschäftsunterlagen  erfasst  seien, 
müssten sie nach pflichtgemässem Ermessen festgelegt werden. Des 
Weitern hielt die Verwaltung an der in Ziff. 1 der EA unter der Position 
"Zurverfügungstellen von Arbeitskräften" besteuerten Umsatzdifferenz 
fest,  bei  welcher  es sich indes vielmehr  um eine Weiterverrechnung 
von Personalkosten handle, welche ebenfalls zum Normalsatz steuer-
bar  sei.  Ferner  bestätigte  sie  die  annäherungsweise  Ermittlung  der 
Steuer auf der Verpflegung des Personals sowie die Aufrechnung der 
zu Unrecht vorgenommenen Vorsteuerabzüge, soweit sie nicht mit der 
GS  Nr.  ...  bzw.  durch  die  Gutheissung  korrigiert  worden  sind.  Die 
anlässlich der Kontrolle vorgefundenen bzw. im Laufe des Verfahrens 
eingereichten Rechnungsbelege sowie die Formulare 1310 seien man-
gelhaft bzw. unvollständig. 

F.
Am 3. März 2006 lässt die X._______ GmbH (Beschwerdeführerin) bei 
der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) Beschwerde ein-
reichen und beantragen, den Einspracheentscheid vollumfänglich auf-
zuheben. Es sei festzustellen, dass sie in grundsätzlicher Hinsicht bzw. 
allenfalls für das von den Prostituierten im Sauna-Club vereinnahmte 
Entgelt nicht mehrwertsteuerpflichtig sei; allenfalls sei die Sache zum 
Erlass eines Entscheids zum Bestand der Steuerpflicht an die Vorin-
stanz  zurückzuweisen.  Eventuell  sei  für  den  Fall  ihrer  Steuerpflicht 
festzustellen, dass der Vorsteuerabzug ermessensweise durch Anwen-
dung des Saldosteuersatzes von 4,5% vorzunehmen sei, oder die Sa-
che sei zur Neufestsetzung und zur Festlegung des Vorsteuerabzugs 
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventuell sei der mit Entscheid 
vom 15. März 2001 festgelegte Steuerbetrag für die Periode 16. No-
vember  1996 bis  31. März  2000 –  entsprechend dem Antrag in  der 
Einsprache  vom 11.  bzw. 30.  April  2001  –  auf  Fr. 10'754.55  festzu-
legen; dies alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Im Übrigen 
sei die für die Zeit vor dem 13. Juli 2000 geforderte Mehrwertsteuer für 

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die von den Prostituierten vereinnahmten Entgelte so oder anders ver-
jährt.

Mit Vernehmlassung vom 1. Mai 2006 schliesst die ESTV auf Abwei-
sung der Beschwerde. Sie hält zudem dafür, die Nachbelastungen hin-
sichtlich der Positionen "Zurverfügungstellen von Arbeitskräften", "Ver-
pflegung der Arbeitnehmer/innen", "Vorsteuern / Material- und Dienst-
leistungsaufwand"  sowie  "Vorsteuern  /  Investitionen  und  übriger  Be-
triebsaufwand"  seien  in  der  Beschwerde  unbestritten  geblieben  und 
damit in Rechtskraft erwachsen. Ferner sei die geschuldete Mehrwert-
steuer auf den Dienstleistungserlösen der Prostituierten nicht verjährt. 

Mit Datum vom 23. Juni bzw. 16. August 2006 reichen die Parteien je 
eine Replik bzw. Duplik ein. Die Beschwerdeführerin bestreitet in ihrer 
Eingabe insbesondere die Ansicht der ESTV, wonach diverse Nachbe-
lastungen in Rechtskraft getreten seien. 

G.
Am 7. Februar  2007 teilt  das  Bundesverwaltungsgericht  den Verfah-
rensbeteiligten mit, es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeits-
halber übernommen.

H.
Mit Instruktionsmassnahme vom 13. Mai 2008 lädt das Bundesverwal-
tungsgericht die ESTV ein, zur Frage, welchen Ausgang das vorliegen-
de Verfahren, begrenzt auf die umstrittenen Vorsteueraufrechnungen, 
im Lichte der neuen Bestimmungen der Mehrwertsteuerverordnung zu 
nehmen hat,  welche am 1. Juli  2006 in  Kraft  getreten  sind. In  Ihrer 
Stellungnahme vom 18. Juni 2008 hält die Verwaltung an den vorge-
nommenen  Aufrechnungen  fest.  Demgegenüber  beantragt  die  Be-
schwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 14. Juli 2008 die Anerkennung 
der geltend gemachten Vorsteuerabzüge. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer nach Art. 44 ff. des Bundes-
gesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 

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(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.201], 
in der Fassung vom 1. Januar 2001 [AS 2000 1300]; aufgehoben per 
31. Dezember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  so-
fern es zuständig ist,  die Ende 2006 bei  der SRK hängigen Rechts-
mittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 über das Bundesverwaltungsge-
richt  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 172.32]).  Das  Verfahren 
richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der 
Beschwerde  sachlich  wie  funktionell  zuständig  (Art. 31,  32  und  33 
Bst. d VGG).

1.2 Der zu beurteilende Sachverhalt verwirklichte sich in den Jahren 
1996 bis 2000. Die Bestimmungen der Verordnung vom 22. Juni 1994 
über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) bleiben im vorlie-
genden Fall anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

2.

2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u. a. die im Inland gegen Entgelt 
erbrachten  Lieferungen  von  Gegenständen  und  Dienstleistungen 
(Art. 4 Bst. a und b MWSTV). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die 
keine Lieferung eines Gegenstands ist (Art. 6 Abs. 1 MWSTV).

2.2

2.2.1 Steuerpflichtig  ist,  wer  eine  mit  der  Erzielung  von  Einnahmen 
verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, 
auch wenn die Gewinnabsicht fehlt, sofern seine Leistungen im Inland 
jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 17 Abs. 1 MWSTV). 
Steuerpflichtig  sind  insbesondere  natürliche  Personen,  Personenge-
sellschaften,  juristische  Personen  des  privaten  und  öffentlichen 
Rechts,  unselbständige öffentliche Anstalten sowie Personengesamt-
heiten ohne Rechtsfähigkeit,  die  unter  gemeinsamer Firma Umsätze 
tätigen (Art. 17 Abs. 2 MWSTV). 

2.2.2 Die Voraussetzung der Ausübung einer gewerblichen und berufli-
chen Tätigkeit umfasst jede Art von Aktivität, bei welcher zur Erzielung 
von Einnahmen Dritten gegenüber wirtschaftliche Leistungen erbracht 
werden und welche auf gewisse Dauer angelegt ist, d. h. welche nach-

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haltig, und nicht nur einmalig oder gelegentlich ausgeübt wird. Die Be-
griffe  "gewerblich"  und "beruflich"  stellen keine weiteren Anforderun-
gen auf und sind weit zu interpretieren. Jede Art von Aktivität kann in 
Betracht kommen, soweit sie das Element der Dauerhaftigkeit aufweist 
(Urteil des Bundesgerichts 2A.520/2003 vom 29. Juni 2004 E. 2.1; Ent-
scheide der SRK vom 11. Januar 2000, veröffentlicht in Verwaltungs-
praxis der Bundesbehörden [VPB] 64.80 E. 3a/aa mit Hinweisen, vom 
14. Juli 2005, veröffentlicht in VPB 70.6 E. 3a, Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts A-1351/2006 vom 29. Oktober 2007 E. 3.1;  GERHARD 
SCHAFROTH/DOMINIK ROMANG,  mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz 
über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 24 ff. zu Art. 21; ALOIS CAMEN-
ZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER, Handbuch zum Mehrwertsteu-
ergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., S. 345 ff.).

2.2.3 Des  Weitern  bedingt  die  Steuerpflicht  die  selbständige  Aus-
übung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit. Wichtige Kriterien 
hierfür sind beispielsweise, dass die steuerbare Tätigkeit  im eigenen 
Namen, auf eigenes wirtschaftliches und unternehmerisches Risiko, in 
betriebswirtschaftlicher  oder  arbeitsorganisatorischer  Unabhängigkeit 
von einem Arbeitgeber erbracht wird (statt vieler: Urteile des Bundes-
gerichts  2C_518/2007  /  2C_519/2007  vom  11.  März  2008  E.  2.2, 
2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3, vom 27. Oktober 2000, veröffentlicht 
in Revue de Droit  Administratif  et  de Droit  Fiscal  [RDAF] 2001 II  56 
und  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  71  S. 653 f.; 
Entscheide  der  SRK  vom  21.  Februar  2000,  veröffentlicht  in  VPB 
64.113 E. 3a,  vom 23. März 1999,  veröffentlicht  in  VPB 63.91 E. 3b, 
vom 21. Januar 1997, veröffentlicht in VPB 64.46 E. 2a). Ob der Leis-
tungserbringer selbständig im mehrwertsteuerlichen Sinn handelt,  ist 
aber aufgrund der Gesamtheit der wirtschaftlichen Verhältnisse zu be-
urteilen. Angesichts  des  Wesens  der  Mehrwertsteuer  als  allgemeine 
Verbrauchsteuer ist  der  Selbständigkeitsbegriff  eher  weit  auszulegen 
(Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1580/2006 vom 16. Mai 2007 
E. 2.2; vgl. DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemei-
ne Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkungen auf das 
schweizerische Recht, Bern 1999, S. 115, 175).

Die Frage, ob ein Unternehmer im eigenen Namen auftritt oder nicht, 
ist aber nicht nur für den Tatbestand der Selbständigkeit massgeblich, 
sondern  nach  konstanter  Rechtsprechung  auch  dafür,  ob  der  Un-
ternehmer  überhaupt  als  mehrwertsteuerlicher  Leistungserbringer 
oder -empfänger zu gelten hat. Denn das Handeln wird grundsätzlich 

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demjenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, der nach aussen, gegen-
über  Dritten,  im  eigenen  Namen  auftritt  (Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-1341/2006 vom 7. März 2007 E. 2.3.1; Entscheide der 
SRK vom 4. Dezember 2003, veröffentlicht in VPB 68.71 E. 2b, vom 
15. November 2002, veröffentlicht in VPB 67.50 E. 2b, vom 21. Januar 
1997, veröffentlicht in VPB 64.46 E. 3a und b).

In wessen Namen aufgetreten wird, ist ferner von zentraler Bedeutung 
beim  mehrwertsteuerlichen  Stellvertretungstatbestand  von  Art. 10 
MWSTV. Denn als blosser Vermittler einer Leistung gilt nur, wer diese 
ausdrücklich im Namen und für  Rechnung des Vertretenen tätigt,  so 
dass das Umsatzgeschäft direkt zwischen dem Vertretenen und dem 
Dritten zustande kommt (Abs. 1). Handelt bei einer Leistung der Vertre-
ter zwar für fremde Rechnung, tritt er aber nicht ausdrücklich im Na-
men des Vertretenen auf,  so liegt  sowohl zwischen dem Vertretenen 
und dem Vertreter als auch zwischen dem Vertreter und dem Dritten 
eine mehrwertsteuerliche Leistung vor (Abs. 2).

2.3 Die Steuer wird vom Entgelt berechnet. Dazu gehört alles, was der 
Leistungsempfänger oder ein Dritter für ihn als Gegenleistung für die 
Leistung aufwendet. Die Gegenleistung umfasst auch den Ersatz aller 
Kosten,  selbst  wenn  diese  gesondert  in  Rechnung  gestellt  werden 
(Art. 26 Abs. 1 und 2 MWSTV). Im Fall einer Lieferung oder Dienstleis-
tung an eine nahestehende Person gilt als Entgelt der Wert, der unter 
unabhängigen Dritten vereinbart würde (Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV; 
sog. Grundsatz des Drittvergleichs ["dealing at arm's length"]). 

Während der Geltungsdauer der MWSTV (eine andere Regelung ent-
hält Art. 33 Abs. 3 MWSTG) zählten zu den nahestehenden Personen 
insbesondere  auch  die  Angestellten  eines  Steuerpflichtigen.  An  das 
Personal erbrachte Leistungen zu Vorzugskonditionen,  welche einem 
unabhängigen Dritten  unter  den gleichen Voraussetzungen nicht  ge-
währt würden, sind zum Preis zu versteuern, den ein Dritter der glei-
chen Abnehmerkategorie  zu  bezahlen hätte  (Urteile  des Bundesver-
waltungsgerichts  A-1414/2006  vom  16.  November  2007  E.  4.1, 
A-1379/2007 vom 10. September 2007 E. 2.4; Entscheid der SRK vom 
1. Juni 2004, veröffentlicht in VPB 68.158 E. 4a/bb und cc mit Hinwei-
sen). Bei diesem Drittpreis bzw. Fremdpreis im Sinn von Art. 26 Abs. 2 
Satz 3 MWSTV handelt  es sich um einen annäherungsweise zu be-
stimmenden Schätz- bzw. Vergleichswert. Bei der von der ESTV durch-
zuführenden Schätzung gelten grundsätzlich  die  gleichen Prinzipien, 

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welche auch im Zusammenhang mit Ermessenseinschätzungen zu be-
rücksichtigen sind  (vgl. E. 2.5  hienach; siehe auch Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts A-1414/2006 vom 16. November 2007 E. 4.2, 
A-1355/2006  /  A-1356/2006  vom 21. Mai  2007  E. 3.4,  A-1364/2006 
vom 30. Mai 2007 E. 3.2, 4.4 mit Hinweisen). 

Im Zusammenhang mit Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV können sich Ab-
grenzungsprobleme ergeben mit dem Eigenverbrauch. Eigenverbrauch 
liegt vor, wenn der Mehrwertsteuerpflichtige aus seinem Unternehmen 
Gegenstände  entnimmt,  die  oder  deren  Bestandteile  ihn  zum vollen 
oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben, und die er (u.a.) für 
unternehmensfremde  Zwecke,  insbesondere  für  seinen  privaten  Be-
darf  oder  für  den Bedarf  seines Personals  verwendet  (Art. 8  Abs. 1 
Bst. a  MWSTV). Lässt  der  Steuerpflichtige  seinen  Angestellten  eine 
Leistung unentgeltlich zukommen, finden – mangels Austauschverhält-
nis  –  folglich  die  Regeln  über  den Eigenverbrauch Anwendung (vgl. 
zum Ganzen auch Entscheid der SRK vom 1. Juni 2004, veröffentlicht 
in VPB 68.158 E. 4a/bb). Diesfalls hält Art. 26 Abs. 3 Bst. a MWSTV 
fest, dass die Steuer bei der endgültigen Entnahme bei neuen beweg-
lichen Gegenständen vom Einkaufspreis dieser Gegenstände oder ih-
rer Bestandteile (Ziff. 1) bzw. bei in Gebrauch genommenen bewegli-
chen  Gegenständen  vom  Marktwert  dieser  Gegenstände  oder  ihrer 
Bestandteile im Zeitpunkt  der Entnahme (Ziff. 2)  berechnet  wird. So-
bald  die  Leistung  an  das  Personal  indes  gegen  ein  Entgelt  erfolgt 
(aber zu Vorzugskonditionen),  greift  nicht  der Tatbestand des Eigen-
verbrauchs, sondern Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV. 

2.4 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in 
erster Linie aus einer zivil-,  sprich vertragsrechtlichen Sicht, sondern 
nach  wirtschaftlichen,  tatsächlichen  Kriterien  zu  erfolgen  (Urteil  des 
Bundesgerichts  2A.304/2003  vom  14.  November  2003  E.  3.6.1,  mit 
Hinweisen;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1434/2006  vom 
14.  Mai  2007  E. 2.3;  Entscheide  der  SRK  vom  5.  Juli  2005,  ver-
öffentlicht in VPB 70.7 E. 2a, vom 18. November 2002, veröffentlicht in 
VPB 67.49 E. 3c/aa; ausführlich: RIEDO, a.a.O., S. 112).

2.5

2.5.1 Die  Veranlagung  und  Entrichtung  der  Mehrwertsteuer  erfolgt 
nach  dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art. 37 f.  MWSTV;  vgl.  ERNST 
BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des  schweizerischen  Steuerrechts, 
6. Aufl.,  Zürich  2002,  S. 421 ff.). Der  Steuerpflichtige  hat  selbst  und 

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unaufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und 
innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den ge-
schuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vor-
steuern) an die ESTV abzuliefern. Das Selbstveranlagungsprinzip be-
deutet  auch,  dass  der  Leistungserbringer  für  die  Feststellung  der 
Mehrwertsteuerpflicht  selbst  verantwortlich  ist  (vgl.  Urteile  des  Bun-
desgerichts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1, 2A.304/2003 vom 
14. November  2003  E.  3.5;  Entscheid  der  SRK vom 16.  Juni  2004, 
veröffentlicht in VPB 68.157 E. 2b/aa mit  Hinweisen; Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1429/2006 vom 29. August 2007 E. 2.1 mit 
Hinweisen). Die Verwaltung ermittelt die Höhe des geschuldeten Mehr-
wertsteuerbetrags  nur  dann  an  Stelle  des  Steuerpflichtigen,  wenn 
dieser seinen Pflichten nicht nachkommt (Art. 48 MWSTV; vgl. CAMEN-
ZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  S.  569 ff.).  Ein  Verstoss  des  Steuer-
pflichtigen gegen diesen Grundsatz ist als schwerwiegend anzusehen, 
da er durch die Nichtbeachtung die ordnungsgemässe Erhebung der 
Mehrwertsteuer gefährdet (vgl. Entscheid der SRK vom 19. Mai 2004, 
veröffentlicht in VPB 68.131 E. 2b; Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.2,  A-1397/2006  vom 
19. Juli 2007 E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen).

2.5.2 Der  Mehrwertsteuerpflichtige  hat  seine  Geschäftsbücher  ord-
nungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die 
für  die  Feststellung  der  Mehrwertsteuerpflicht  sowie  für  die  Berech-
nung  der  Steuer  und  der  abziehbaren  Vorsteuern  massgebenden 
Tatsachen  leicht  und  zuverlässig  ermitteln  lassen  (Art. 47  Abs. 1 
MWSTV). Die ESTV kann hierüber nähere Bestimmungen aufstellen. 
Von dieser Befugnis hat sie mit dem Erlass der Wegleitung für Mehr-
wertsteuerpflichtige  (vom  Herbst  1994  [Wegleitung  1994]  und  vom 
Frühling  1997  [Wegleitung  1997])  Gebrauch  gemacht.  Darin  sind 
genauere Angaben enthalten, wie eine derartige Buchhaltung auszu-
gestalten  ist.  Insbesondere  müssen  alle  Geschäftsfälle  fortlaufend, 
chronologisch und lückenlos aufgezeichnet werden (Wegleitung 1994, 
Rz. 870 ff., Wegleitung 1997, Rz. 874).

2.5.3 Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor, oder 
stimmen die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachver-
halt  offensichtlich nicht  überein,  so nimmt die ESTV eine Schätzung 
nach  pflichtgemässem  Ermessen  vor  (Art. 48  MWSTV).  Die  Ermes-
sensveranlagung  wird  unabhängig  von  den  Ursachen  vorgenommen 
und hat keinen Strafcharakter, sondern ist lediglich ein Mittel zur Errei-

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chung  einer  vollständigen  und  richtigen  Veranlagung  (UELI MAUSER, 
mwst.com, a.a.O., N. 3 zu Art. 60). Gegebenenfalls hat die Verwaltung 
diejenige  Schätzungsmethode  zu  wählen,  die  den  individuellen  Ver-
hältnissen im Betrieb der Steuerpflichtigen soweit  als möglich Rech-
nung  trägt,  auf  plausiblen  Angaben  beruht  und  deren  Ergebnis  der 
wirklichen  Situation  möglichst  nahe  kommt  (Urteile  des  Bundes-
gerichts  2C_426/2007  vom 22. November  2007  E. 3.2,  2A.253/2005 
vom  3. Februar  2006  E. 4.1;  Entscheid  der  SRK  vom  24. Oktober 
2005,  veröffentlicht  in VPB 70.41 E. 2d.aa; Urteil  des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1397/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.4). In Betracht fallen 
einerseits Methoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der 
ungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, andererseits Umsatzschät-
zungen  aufgrund  unbestrittener  Teil-Rechnungsergebnisse  in  Verbin-
dung  mit  Erfahrungssätzen.  Die  Anwendung  von  Erfahrungszahlen 
kommt namentlich in Betracht, wenn die Lohnsumme unbestritten fest-
stellbar  ist.  Bei  der  Anwendung  von  Erfahrungszahlen  ist  allerdings 
deren Streubreite  zu beachten,  wenn eine den individuellen  Verhält-
nissen gerecht werdende Schätzung erfolgen soll (Urteile des Bundes-
gerichts  vom 4. Mai  1983,  veröffentlicht  in  ASA 52 S. 234 E. 4,  vom 
31. März  1983,  veröffentlicht  in  ASA  50  S. 669  E. 2;  Entscheid  der 
SRK vom 24. Oktober 2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d.aa und 
E. 4e.bb.aaa; vgl. zum Ganzen auch  PASCAL MOLLARD,  TVA et taxation 
par  estimation,  veröffentlicht  in  ASA  69  S. 526 ff.;  Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1527/2006  vom  6. März  2008  E.  2.3, 
A-1397/2007  vom  19. Juli  2007  E. 2.4).  Die  brauchbaren  Teile  der 
Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich 
bei der Schätzung mitzuberücksichtigen. Sie können durchaus als Ba-
siswerte der Ermessenstaxation fungieren (vgl. HANS GERBER, Die Steu-
erschätzung  [Veranlagung  nach  Ermessen],  in  Steuer  Revue  [StR] 
1980, S. 307).

2.5.4 Im Rahmen einer Ermessenstaxation ist es nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der 
Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in 
der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum um-
legt bzw. hochrechnet, vorausgesetzt die massgebenden Verhältnisse 
im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt  sind  ähnlich wie in  der ge-
samten Kontrollperiode (Urteile des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 
3. Mai 2006 E. 4.3.2, 2A.148/2000 vom 1. November 2000 E. 5b; Ur-
teile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1406/2006  vom  30.  Januar 
2008 E. 2.3, A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 2.5.1; Entscheid der 

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SRK vom 18. Januar 2005 [SRK 2003-026] E. 2d, vom 10. Juli  1997 
[SRK 86/96] E. 3 mit Hinweisen).

2.5.5 Ob die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensver-
anlagung gegeben sind, überprüft  das Bundesverwaltungsgericht un-
eingeschränkt;  es  auferlegt  sich  allerdings  bei  der  Überprüfung  von 
zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen eine gewisse Zu-
rückhaltung und führt  so die gefestigte Praxis der SRK weiter (Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1454/2006  vom  26.  September 
2007 E. 2.1 mit  Hinweisen). Sind die Voraussetzungen einer Ermes-
senstaxation erfüllt,  obliegt es dem Steuerpflichtigen, den Beweis für 
die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen. Erst wenn er den Nach-
weis dafür erbringt, dass der Vorinstanz bei der Schätzung erhebliche 
Ermessensfehler  unterlaufen  sind,  nimmt  das  Bundesverwaltungs-
gericht eine Korrektur der vorinstanzlichen Schätzung vor (Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008 
E. 2.5.2, A-1429/2006 vom 29. August 2007 E. 2.4, A-1397/2006 vom 
19. Juli  2007  E. 2.5.2;  vgl.  Entscheid  der  SRK vom 5. Januar  2000, 
veröffentlicht  in  VPB 64.83  E. 2). Insoweit  erfolgt  somit  eine  Abkehr 
von der allgemeinen Beweislastregel,  wonach die Steuerbehörde die 
Beweislast  für  Tatsachen  trägt,  welche  die  Steuerpflicht  als  solche 
begründen oder die Steuerforderung erhöhen, das heisst für die steu-
erbegründenden und -mehrenden Tatsachen, währenddem der Steuer-
pflichtige für  die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen be-
weisbelastet  ist,  das  heisst  für  solche  Tatsachen,  welche  Steuerbe-
freiung  oder  Steuerbegünstigung  bewirken  (statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesgerichts vom 14. Juli  2005, veröffentlicht in ASA 75 S. 495 ff. 
E. 5.4; Entscheid  der  SRK vom 18. November  2002,  veröffentlicht  in 
VPB  67.49,  E. 3b/bb;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1503/2006 vom 5. Dezember 2007 E. 1.3, A-1373/2006 vom 16. No-
vember 2007 E. 2.1 und A-1429/2006 vom 29. August 2007 E. 2.4, je 
mit Hinweisen).

2.6

2.6.1 Verwendet  die  steuerpflichtige  Person  Gegenstände  oder 
Dienstleistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in 
ihrer Steuerabrechnung die ihr von anderen Steuerpflichtigen in Rech-
nung gestellte Steuer für Lieferungen und Dienstleistungen abziehen. 
Die Rechnungen bzw. Belege müssen mit den Angaben nach Art. 28 
MWSTV versehen sein  (Art.  29  Abs. 1 und 2  MWSTV). Erfüllen  die 

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Vorsteuerbelege die formellen Anforderungen nicht, muss der Vorsteu-
erabzug verweigert werden (Entscheide der SRK vom 25. März 2002, 
veröffentlicht in VPB 66.97 E. 4b, vom 15. Oktober 1999, veröffentlicht 
in  VPB  64.47  E.  4;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 3.1, 3.2, A-1476/2006 vom 26. April 
2007 E. 4.2.1).

2.6.2 Die ESTV praktiziert  ein  nachträgliches Korrekturverfahren der 
Vorsteuer  mittels  Formular  1310  ("Bestätigung  des  Leistungserbrin-
gers an den Leistungsempfänger zwecks nachträglicher Ermöglichung 
des Vorsteuerabzuges trotz  formell  ungenügender  Rechnung"; heute 
Formular  1550).  Diese  durch  die  Rechtsprechung  gestützte  Praxis 
kommt u. a. zur Anwendung, wenn auf der Rechnung Datum oder Zeit-
raum der Lieferung oder Dienstleistung und/oder der Steuersatz feh-
len. Beispielsweise Name und Adresse des (richtigen) Leistungsemp-
fängers  stellen  hingegen  Angaben dar,  die  (um die  Gefahr  entspre-
chender Missbräuche auszuschliessen) unverzichtbar sind und für wel-
che eine Nachbesserung mittels Bestätigung des Leistungserbringers 
nicht  möglich  ist  (vgl. zum Ganzen: Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1368/2006 vom 12. Dezember 2007 E. 4.1.4, A-1454/2006 
vom 26. September 2007 E. 2.4.4; Entscheide der SRK vom 14. März 
2006,  veröffentlicht  in  VPB  70.79  E.  2b,  vom  28. Oktober  2002, 
veröffentlicht in VPB 67.53 E. 3b, vom 17. Juni 2002, veröffentlicht in 
VPB 67.125 E. 3b). Die Bestätigung muss zudem alle in Art. 28 Abs. 1 
MWSTV genannten Angaben enthalten und der Leistungserbringer hat 
diese rechtsgültig zu unterzeichnen (Entscheid der SRK vom 25. März 
2002, veröffentlicht in VPB 66.97 E. 4d/bb und 4d/dd).

2.6.3 Nach neuem Verordnungsrecht (in Kraft seit 1. Juli 2006) hat die 
ESTV auch Rechnungen und Rechnungen ersetzende Dokumente an-
zuerkennen, welche die Anforderungen an die Angaben zu Namen und 
Adresse der steuerpflichtigen Person und zum Empfänger  der Liefe-
rung oder der Dienstleistung nach Art. 37 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG 
(entspricht Art. 28 Abs. 1 Bst. a und b MWSTV) nicht vollumfänglich 
erfüllen, sofern die tatsächlich vorhandenen Angaben die betreffenden 
Personen  eindeutig  identifizieren  (Art.  15a  der  Verordnung  vom 
29. März  2000  zum  Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer 
[MWSTGV, SR 641.201]). Allein aufgrund von Formmängeln wird über-
dies keine Steuernachforderung erhoben, wenn erkennbar ist oder die 
steuerpflichtige Person nachweist, dass durch die Nichteinhaltung ei-
ner Formvorschrift  des Gesetzes oder dieser  Verordnung für  die Er-

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stellung von Belegen für  den Bund kein Steuerausfall  entstanden ist 
(Art. 45a MWSTGV; zur Rechtmässigkeit dieser neuen Bestimmungen 
und deren rückwirkenden Anwendung auch für den zeitlichen Anwen-
dungsbereich der alten Mehrwertsteuerverordnung ausführlich: Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1437/2006  und  A-1438/2006  vom 
11. Juni  2007  E. 3.3,  A-1476/2006  vom  26.  April  2007  E.  4.2.3, 
A-1352/2006 vom 25. April 2007 E. 6, A-1455/2006 vom 25. April 2007 
E. 5.4). 

2.6.4 Art.  15a  und  45a  MWSTGV  betreffen  allerdings  einzig  Form-
mängel. Formvorschriften in  Gesetz,  Verordnungen und Verwaltungs-
praxis  sollen  nicht  überspitzt  formalistisch,  sondern  pragmatisch an-
gewendet werden. Es soll vermieden werden, dass das Nichteinhalten 
von Formvorschriften zu Steuernachbelastungen führt. Gesetzmässige 
Vorschriften  werden dadurch nicht  aufgehoben. Sie  bleiben vielmehr 
gültig und sind von den Steuerpflichtigen zu beachten. Materiellrechtli-
che  Vorschriften  oder  materiellrechtliche  Mängel  bleiben  vom neuen 
Verordnungsrecht  folglich  unberührt  (statt  vieler:  Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1437/2006  und  A-1438/2006  vom  11. Juni 
2007 E. 3.3, A-1352/2006 vom 25. April 2007 E. 6). So bleibt das Vor-
handensein einer Rechnung (oder eines entsprechenden Belegs) eine 
unabdingbare, materiellrechtliche Voraussetzung für den Vorsteuerab-
zug. Fehlt die Rechnung, kann dieser Mangel nicht durch Art. 15a oder 
45a MWSTGV geheilt werden (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1389/2006 vom 21. Januar 2008 E. 4.1, A-1438/2006 vom 11. Juni 
2007 E. 3.2  und 3.3,  A-1476/2006 vom 26. April  2007 E. 5.2.2). Vor 
diesem Hintergrund erhellt, dass die Rechnung auch nach Inkrafttreten 
der  Art.  15a  und  45a  MWSTGV ihre  in  mehrwertsteuerlicher  Praxis 
und Lehre entwickelte materiellrechtliche Bedeutung nicht eingebüsst 
hat (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1515/2006 vom 25. Juni 
2008 E. 2.5.1, A-1478/2006 vom 10. März 2008 E. 2.2.1, A-1389/2006 
vom 21. Januar 2008 E. 4.1).

2.6.5 Im Rahmen einer  Ermessensveranlagung obliegt  es der ESTV 
grundsätzlich  bloss,  den  pflichtwidrig  nicht  oder  falsch  deklarierten 
Umsatz des Mehrwertsteuerpflichtigen,  nicht  aber die abzugsfähigen 
Vorsteuern, zu ermitteln. Die Geltendmachung der eventuell angefalle-
nen Vorsteuern ist ein Recht des Steuerpflichtigen; ihm ist es anheim 
gestellt,  ob er  davon Gebrauch machen will. Es ist  jedenfalls grund-
sätzlich nicht die Aufgabe der ESTV, dieses Recht für den Mehrwert-
steuerpflichtigen  von  Amtes  wegen  auszuüben.  Sofern  er  von  der 

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selbst deklarierten bzw. von der ESTV geschätzten Ausgangsumsatz-
steuer Vorsteuern abziehen will, so hat er dafür den vollen Nachweis 
gemäss Art. 29 Abs. 1 i.V.m Art. 28 Abs. 1 MWSTV zu erbringen (Vor-
steuerabzug als  steuermindernde Tatsache; vgl. E. 2.5.5  hievor;  vgl. 
dazu ferner Urteil des Bundesgerichts 2A.558/2005 E. 2.3; Entscheid 
der SRK vom 12. Mai 2005 [SRK 2003-167] E. 4b/bb/aaa). Es ist indes 
darauf hinzuweisen, dass es dem Steuerpflichtigen unbenommen ist, 
sogar noch im Rahmen der Beschwerde gegen eine Schätzung mittels 
Belegen den Nachweis für angefallene Vorsteuern zu erbringen (Ent-
scheide der SRK 15. Oktober 1999, veröffentlicht in VPB 64.47 E. 5b, 
vom 12. Mai  2005 [SRK 2003-167]  E. 4b.bb; Urteile  des Bundesver-
waltungsgerichts A-1550/2006 vom 16. Mai 2008 E. 4.4 mit Hinweisen, 
A-1535/2006 vom 14. März 2007 E. 2.5.4).

2.7 Die  Mehrwertsteuerforderung  verjährt  gemäss  Art.  40  Abs.  1 
MWSTV fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie ent-
standen  ist.  Der  Lauf  der  Verjährungsfrist  wird  durch  jede  Einforde-
rungshandlung unterbrochen (Art. 40 Abs. 2 MWSTV). Die Einforde-
rungshandlung  ist  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  an 
keine  besondere  Form  gebunden  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
1. Mai 2002, veröffentlicht in ASA 73 S. 237 E. 3e, Urteil des Bundes-
gerichts 2A.314/2006 vom 10. Oktober 2006 E. 2.6). Unter den Begriff 
der  Einforderungshandlung  fallen  nicht  nur  die  eigentlichen  Steuer-
bezugshandlungen; jede dem Mehrwertsteuerpflichtigen zur Kenntnis 
gebrachte,  auf  Einforderung  oder  Feststellung  des  Steueranspruchs 
gerichtete Amtshandlung genügt, um die Verjährung zu unterbrechen. 
Dabei ist nicht notwendig, dass der Tatbestand, welchen die ESTV als 
mehrwertsteuerpflichtig  erachtet,  bereits  nach  allen  Richtungen  hin 
abgeklärt ist. Auch braucht der Mehrwertsteuerbetrag nicht unbedingt 
ziffernmässig  festgesetzt  zu  werden. Mit  einer  vorläufigen  Mitteilung 
kann die Verwaltung die Verjährung ferner für den ganzen Mehrwert-
steueranspruch unterbrechen,  selbst  wenn sie  die  Forderung  später 
noch  erhöhen  muss.  Als  verjährungsunterbrechende  Einforderungs-
handlung gilt namentlich die Ankündigung und Vornahme von Bücher-
untersuchungen,  die  Zustellung  einer  EA  bzw.  einer  GS  oder  die 
Aufforderung  bzw. Mahnung  zur  Zahlung  (vgl.  BGE  126  II  1  E.  2c; 
Urteil des Bundesgerichts 2A.314/2006 vom 10. Oktober 2006 E. 2.6; 
Urteil des Bundesgerichts vom 1. Mai 2002, veröffentlicht in ASA 73 S. 
237  E.  3;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1525/2006  vom 
28. Januar 2008 E. 1.4, A-1427/2006 vom 23. November 2007 E. 2.6, 
A-1402/2006 vom 17. Juli 2007 E. 2.4).

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3.

3.1 Im vorliegenden Fall  betreibt die Beschwerdeführerin für die hier 
massgebliche Zeit  einen  Sauna-Club mit  Barbetrieb  einschl. Verkauf 
von  diversen  Snacks  und  Esswaren.  Sie  stellt  den  in  ihrem  Club 
tätigen  Sexarbeiterinnen  gegen  Entgelt  ihre  Infrastruktur  (u. a.  die 
Räumlichkeiten, wo sich die Kunden und Frauen kennen lernen bzw. 
Kontakt aufnehmen können, den Sauna-/Poolbereich, die verschiede-
nen Zimmer) zur Verfügung. Die Damen haben hiefür ein sog. Eintritts-
geld zu entrichten. Bei bestimmten weiteren Anlässen (diverse Parties) 
haben  sie  eine  zusätzliche  Entschädigung  für  die  Infrastrukturbe-
nützung zu bezahlen. Ferner haben auch die Kunden ein Eintrittsgeld 
zu bezahlen. Die diversen gastgewerblichen Leistungen werden grund-
sätzlich sowohl den Sexarbeiterinnen als auch den Kunden in Rech-
nung gestellt; davon ausgenommen ist jeweils das erste Getränk bzw. 
sind bei verschiedenen Parties sämtliche gastgewerblichen Leistungen 
bereits im Eintrittspreis inbegriffen. 

Nach  dem  Gesagten  handelt  es  sich  klarerweise  um  eine  mehr-
wertsteuerlich  relevante  gewerbliche  oder  berufliche  Tätigkeit  (vgl. 
E. 2.2.2),  welche die Beschwerdeführerin  zudem selbständig ausübt. 
Unzutreffend ist daher der Einwand, es handle sich nicht um eine wirt-
schaftliche  Leistung.  Soweit  die  Beschwerdeführerin  geltend  macht, 
die Prostitution als sittlich missbilligtes Geschäft sei nicht Gegenstand 
der Mehrwertsteuer, scheint sie jedenfalls zu verkennen, dass selbst 
Umsätze aus  unerlaubten oder  strafbaren Tätigkeiten  der  Mehrwert-
steuer  grundsätzlich  unterstehen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2C_16/2008 und 2C_17/2008 vom 16. Mai 2008 E. 5 bzw. E. 6; BVGE 
2007/23 S. 263 E. 4 ff.,  insbesondere E. 4.5  und 4.6). Dass die  Be-
schwerdeführerin die erforderliche Umsatzgrenze (bzw. die Steuerzahl-
last; Art. 19 Abs. 1 Bst. a MWSTV) nicht überschritten hätte, ist darü-
ber hinaus nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch 
nicht  geltend gemacht  (vgl. Quartalsabrechnungen 4/96 –  1/00; Ver-
nehmlassungsbeilagen  Nr.  29).  Die  Mehrwertsteuerpflicht  der  Be-
schwerdeführerin ist demnach zu bejahen. Im Übrigen wird die Rüge 
der mangelnden subjektiven Steuerpflicht erstmals in der Beschwerde-
schrift vorgebracht. Bis anhin ist die Beschwerdeführerin stets von ih-
rer Mehrwertsteuerpflicht ausgegangen, hat sie doch aus eigener Ini-
tiative die Eintragung im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen bean-
tragt. Unter  den gegebenen Umständen kann offen bleiben,  wie das 
Verhalten der Beschwerdeführerin (Anmelden bei der ESTV, Deklarie-

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ren und Entrichten der Mehrwertsteuer über einen Zeitraum von mehr 
als drei Jahren) im Lichte des Selbstveranlagungsprinzips zu beurtei-
len  wäre  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.304/2003  vom 
14. November  2003  E. 3.5,  in  Bestätigung  des  Entscheids  der  SRK 
vom 21. Mai  2003  [SRK 2002-039]  E. 4; Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts  A-3822/2007  vom 3.  Juni  2008  E. 3.1.1,  A-1413/2006 
vom 16. November 2007 E. 2.2.2 mit Hinweisen, 3.2).

3.2 Im Weitern ist zu prüfen, ob auch die Umsätze aus den erotischen 
Dienstleistungen, welche die im Sauna-Club tätigen Frauen erzielten, 
mehrwertsteuerlich der Beschwerdeführerin zuzuordnen sind, wie die 
ESTV geltend macht. 

3.2.1 Die Beschwerdeführerin  wendet  vorab ein,  die  für  die  Zeit  vor 
dem  13. Juli  2000  geforderte  Mehrwertsteuer  sei  für  die  von  den 
Prostituierten vereinnahmten Entgelte unabhängig der Mehrwertsteu-
erpflicht der Beschwerdeführerin verjährt. Die Vorinstanz habe ihr mit 
Schreiben vom 12. Juli  2005 erstmals eröffnet, dass sie mit  Wirkung 
ab  November  1996  bis  31.  März  2000  für  die  Dienstleistungen  der 
Prostituierten mehrwertsteuerpflichtig sein soll. Die erstmalige Steuer-
einforderungshandlung  für  diese  Drittumsätze  sei  mit  Eröffnung  des 
angefochtenen Einspracheentscheids am 1. Februar 2006 erfolgt. Mit 
dieser Einforderungshandlung sei die Verjährungsfrist von fünf Jahren 
unterbrochen worden. 

Im  August  2000  führte  die  ESTV  bei  der  Beschwerdeführerin  eine 
Steuerkontrolle,  welche  die  Steuerperioden  4.  Quartal  1996  bis 
1. Quartal 2000 umfasste, durch. Zweck einer Kontrolle ist offensicht-
lich,  sämtliche mehrwertsteuerlich  relevanten Tätigkeiten  der  steuer-
pflichtigen Person während der massgeblichen Zeitperiode zu überprü-
fen bzw. festzustellen. Im Anschluss an die Kontrolle erstellte die ESTV 
am 25. August 2000 die EA Nr. ...,  mit  welcher sie eine Steuernach-
forderung  in  Höhe  von  Fr. 47'393.--,  zuzüglich  Verzugszins,  geltend 
machte.  Die  Nachforderung  umfasste  im  Besonderen  auch  die  ver-
buchten,  nicht  deklarierten  sowie  die  geschätzten,  nicht  verbuchten 
Umsätze betreffend die Infrastrukturgebühren im Zusammenhang mit 
den  erotischen  Dienstleistungen,  welche  im  Sauna-Club  der  Be-
schwerdeführerin angeboten werden. In Anbetracht der klaren Recht-
sprechung hat die ESTV hinreichend zum Ausdruck gebracht, dass die 
Mehrwertsteuerpflicht  der  Beschwerdeführerin  auch  hinsichtlich  des 
Sexangebots des Clubs relevant sei. Eine Abklärung des Tatbestands 

Seite 17

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nach allen Richtungen ist nicht erforderlich. Als Einforderungshandlung 
hat die Zustellung der EA Nr. ... vom 25. August 2000 deshalb die Ver-
jährungsfrist auch für allfällige Nachforderungen diesbezüglich rechts-
wirksam unterbrochen (vgl. E. 2.7). Schliesslich hat das Schreiben der 
ESTV vom 12. Juli  2005,  mit  welchem die  Beschwerdeführerin  über 
die Neubeurteilung der von den Sexarbeiterinnen erbrachten Dienst-
leistungen orientiert  worden ist und sie Gelegenheit zur Stellungnah-
me erhalten hat, die Verjährung erneut unterbrochen. Die Beschwerde 
erweist sich somit in diesem Punkt als unbegründet. 

3.2.2 Zunächst  betreibt  die  Beschwerdeführerin  in  Zeitschriften  und 
auf ihrer Homepage für den Sauna-Club bzw. die Damen Werbung und 
weist  dabei  auf  das Sexangebot hin. Bei den Akten liegende Kopien 
von Zeitungsinseraten und Ausdrucke des Homepage-Auftritts von En-
de 1998 verdeutlichen, dass die Beschwerdeführerin jeweils im eige-
nen Namen (des Clubs) die Dienstleistungen bzw. die Events (Parties, 
etc.) anpreist und die entsprechenden Preise auflistet. Für eine allfälli-
ge  Kontaktaufnahme wird  sowohl  in  den Zeitungsinseraten als  auch 
auf der Homepage ausschliesslich auf die (Internet-)Adresse und die 
Telefonnummer des Sauna-Clubs bzw. die Nummer des Infobands ver-
wiesen. Eine Direktkontaktnahme mit der jeweiligen Sexarbeiterin oh-
ne Zuhilfenahme der Beschwerdeführerin bleibt dem Kunden also ver-
wehrt. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, dass für die Leistun-
gen  der  Damen  in  ihrem  Etablissement  Werbung  an  anderer  Stelle 
auch  im  Namen  der  eigentlichen  Leistungserbringerinnen,  d.h.  aller 
dort arbeitenden und auch verfügbaren Damen je einzeln mit Möglich-
keit der direkten Kontaktaufnahme etc., erfolgen würde und erbringt je-
denfalls  keinen  entsprechenden  Nachweis.  Es  liegen  überdies  ganz 
generell  keine Hinweise bzw. Belege (namentlich auf  Damen ausge-
stellte Rechnungen, Geschäftspapiere mit  eigenem Briefkopf,  eigene 
Prospekte usw.) dafür vor, dass die Frauen nach aussen als selbstän-
dige Unternehmerinnen,  unter  eigener  Firma,  in  Erscheinung treten. 
Vielmehr wird auf der Homepage explizit festgehalten: "Wir warten auf 
dich,  X._______ Girls". Folglich  fehlt  es  für  die Annahme der  mehr-
wertsteuerlichen Selbständigkeit  der  Sexarbeiterinnen mit  Bezug auf 
die durch die Beschwerdeführerin angepriesenen Leistungen zunächst 
am rechtsgenügenden Auftritt  der einzelnen Damen nach aussen im 
eigenen  Namen  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_518/2007  / 
2C_519/2007 vom 11. März 2008 E. 3.2, in Bestätigung der Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1382/2006  und  A-1383/2006  vom 
19. Juli  2007  E. 3.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 

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A-1399/2006  und  A-1400/2006  vom  6. Februar  2008  E. 3.1 
A-1392/2006 vom 29. Oktober  2007 E. 4.1; Entscheid der  SRK vom 
15. November  2002,  a.a.O.,  E.  3;  vgl.  E. 2.2.3  hievor).  Im  Übrigen 
erweist sich die Behauptung,  für die in concreto in Frage stehenden 
Steuerperioden sei noch keine Werbung im Internet erfolgt, nach den 
vorstehenden Darstellungen zumindest für die Zeit ab Dezember 1998 
als schlicht tatsachen- und aktenwidrig.

3.2.3 Ferner kann nicht gesagt werden, die Sexarbeiterinnen handel-
ten  in  völliger  betriebswirtschaftlicher  bzw.  arbeitsorganisatorischer 
Unabhängigkeit: Die Beschwerdeführerin bietet an mehreren Tagen in 
der Woche nebst dem Sauna- bzw. Poolbetrieb Parties an, wobei sie 
auch die jeweiligen Tarife festlegt. In den Pauschalbeträgen sind sämt-
liche  sexuellen  Dienstleistungen  während  der  Party  inbegriffen.  Der 
Umsatz wird anschliessend auf die anwesenden Damen verteilt. Diese 
können demnach die genauen Preise für die jeweils konkret erbrach-
ten Leistungen in  keiner Weise mitbestimmen. Es ist  durchaus mög-
lich, dass die Preise gegenüber denjenigen im Einzelservice stark ver-
billigt sind. Jedenfalls beeinträchtigt die Preisvorgabe der Beschwerde-
führerin die betriebswirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen (vgl. Ur-
teil  des Bundesgerichts vom 11. März 2008, a.a.O., E. 3.2, in Bestä-
tigung der Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Juli 2006, 
a.a.O.,  jeweils  E.  3.2;  Entscheid  der  SRK vom 15. November  2002, 
a.a.O.,  E. 3;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  6. Februar 
2008, a.a.O., E. 3.2, vom 29. Oktober 2007, a.a.O., E. 4.2; noch nicht 
rechtskräftige  Urteile  A-1572/2006  vom  21.  August  2008  E. 3.2, 
A-1545/2006 und A-1546/2006 vom 30. April 2008 E. 3.2.2).

Nicht nur das spricht gegen eine mehrwertsteuerliche Selbständigkeit 
der  Damen,  sondern  auch  der  Umstand,  dass  sie  in  einer  weitge-
henden arbeitsorganisatorischen  Abhängigkeit  zur  Beschwerdeführe-
rin  stehen. Denn  es  sind  jeweils  mehrere  Frauen,  welche  die  Infra-
struktur und die weiteren Betriebsmittel gleichzeitig oder nacheinander 
für ihre Sexangebote nutzen. Zudem legt die Beschwerdeführerin die 
Öffnungszeiten des Sauna-Clubs bzw. die Dauer der Parties fest. Um-
fang und Zeitpunkt der Leistungserbringung der einzelnen Damen sind 
folglich  direkt  von  der  Belegungsdichte  der  beschwerdeführerischen 
Betriebsmittel abhängig. Leistungsumfang und -zeit können die Sexar-
beiterinnen dementsprechend nur bedingt frei wählen. Sie bestimmen 
sich  vielmehr  nach  Massgabe  der  betrieblichen  Möglichkeiten  und 
weitgehend auch der Bedürfnisse bzw. des Willens der Beschwerde-

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führerin (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, a.a.O., E. 3.2, 
in Bestätigung der Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Juli 
2007,  a.a.O.,  jeweils  E.  3.2,  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
vom 6. Februar  2008,  a.a.O.,  E. 3.2,  vom 29. Oktober  2007,  a.a.O., 
E. 4.2; Entscheid der SRK vom 15. November 2002, a.a.O., E. 3; noch 
nicht  rechtskräftige  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
21. August 2008, a.a.O., E. 3.2, vom 30. April 2008, a.a.O., E. 3.2.2). 
Es steht  im ureigensten Interesse der  Beschwerdeführerin,  dass die 
Zimmer bestmöglich ausgelastet sind und dass Friktionen weitestge-
hend vermieden werden, weshalb sich die Damen zwangsläufig einer 
entsprechenden betrieblichen Ordnung der Beschwerdeführerin unter-
ziehen müssen. So werden die Anwesenheiten der  Sexarbeiterinnen 
wohl derartig zusammengestellt, dass sie die Bedürfnisse der Kunden 
bestmöglich  abdecken  und  so  eine  möglichst  hohe  Auslastung  des 
Etablissements der Beschwerdeführerin erreicht werden kann. Im Be-
sonderen hat sie an denjenigen Tagen, an welchen die Parties stattfin-
den, dafür zu sorgen, dass daneben der ordentliche Sauna- und Pool-
betrieb mit  dem entsprechenden sexuellen Angebot  aufrechterhalten 
bleibt. Sie führt  selber an, dass die Partyanlässe parallel und gleich-
zeitig zum Sauna-Club-Betrieb durchgeführt würden. 

3.2.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angebotenen sexu-
ellen Dienstleistungen aufgrund des nach aussen sichtbaren Erschei-
nungsbildes einen integrierten Zweig des Sauna-Clubs der Beschwer-
deführerin darstellen. Massgebend ist, dass sie nach aussen im eige-
nen Namen auftritt, und nicht die einzelnen Damen. Die Umsätze sind 
der  Beschwerdeführerin  mehrwertsteuerlich  zuzurechnen.  Allenfalls 
daneben bestehende gewisse Anhaltspunkte für eine Selbständigkeit 
wären nicht so bedeutend, dass damit die obgenannten, hier relevan-
ten  Indizien  in  den  Hintergrund  treten  würden  (vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesgerichts vom 11. März 2008, a.a.O, E. 3.2 in fine).

3.2.5 Es  bleibt,  auf  die  übrigen  Argumente  der  Beschwerdeführerin 
einzugehen, soweit  sie nicht bereits durch die vorangehenden Erwä-
gungen ausdrücklich oder implizite widerlegt sind.

3.2.5.1 Sie  macht  vorab  geltend,  die  Frauen  führten  ihre  Tätigkeit 
selbstverantwortlich  und  auf  eigene  Initiative,  als  Selbständigerwer-
bende  aus.  Sie  allein  seien  aus  ihrer  Dienstleistungsbeziehung  be-
rechtigt und verpflichtet. Soweit die Beschwerdeführerin damit auf die 
arbeitsrechtliche Selbständigkeit  der Sexarbeiterinnen hinweisen will, 

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ist ihr entgegenzuhalten, dass die Analyse der Frage nach der Selb-
ständigkeit unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten höchstens eine Aus-
legungshilfe – mithin  ein  Indiz  – darstellt,  jedenfalls  nicht  allein  ent-
scheidend sein kann (E. 2.4 hievor). Im vorliegenden Fall wird den Da-
men die  mehrwertsteuerliche  Selbständigkeit  jedoch  nicht  etwa  auf-
grund der Annahme abgesprochen, sie stünden in einem arbeitsrecht-
lichen Verhältnis zur Beschwerdeführerin,  sondern weil  für  die sexu-
ellen  Dienstleistungen  im  Sauna-Club  nicht  sie,  sondern  die  Be-
schwerdeführerin im eigenen Namen nach aussen in Erscheinung tritt 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, a.a.O., E. 3.3.2, in 
Bestätigung der  Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  vom 19. Juli 
2007, a.a.O., jeweils E. 3.4.2, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 6. Februar 2008, a.a.O., E. 3.4.1, vom 29. Oktober 2007, a.a.O., 
E. 4.3, noch nicht rechtskräftige Urteile vom 21. August 2008, a.a.O., 
E. 3.4.1, vom 30. April 2008, a.a.O., E. 3.4.1). Als mehrwertsteuerliche 
Leistungserbringerin  hat  folglich  die  Beschwerdeführerin  zu  gelten 
(E. 2.2.3 hievor). Aus demselben Grund spielt es ferner von vornherein 
keine Rolle, ob die Sexarbeiterinnen je einen Jahresumsatz von min-
destens Fr. 75'000.-- erzielen bzw. inwieweit  der Beschwerdeführerin 
bekannt ist, ob die Frauen diese Umsatzgrenze erreichen. Schliesslich 
kann die  Beschwerdeführerin  auch nichts  zu ihren Gunsten ableiten 
aus dem Einwand, die Prostituierten hätten, ebenso wie die Kunden, 
einen  Eintrittspreis  sowie  allenfalls  eine  zusätzliche  Infrastrukturge-
bühr für die Teilnahme an einer Party zu bezahlen. Regelungen dieser 
Art betreffen lediglich das Innenverhältnis zwischen ihr und den einzel-
nen Damen. Bezeichnenderweise lässt  sich den Akten nirgends ent-
nehmen,  dass  die  Eintritts-  bzw. Infrastrukturbenützungsgebührenre-
gelung mit  den Sexarbeiterinnen Dritten gegenüber bzw. gegen aus-
sen offengelegt wird und die Sexarbeiterinnen als "Besucherinnen des 
Sauna-Clubs",  wie  sie von der  Beschwerdeführerin  genannt  werden, 
empfunden würden. 

3.2.5.2 Die Beschwerdeführerin hält zudem dafür, die schweizerische 
Rechtsordnung lasse das gelegentliche oder gewerbsmässige Anbie-
ten oder Preisgeben des eigenen Körpers an beliebige Personen ge-
gen Entlöhnung in Geld oder andern materiellen Werten nur in selb-
ständiger  und  unabhängiger  Tätigkeit  zu  (Art.  195  des  Schweizeri-
schen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember  1937 [StGB,  SR 311.0]). 
Die im Club tätigen Frauen seien selbständig, unbeeinflusst, unkontrol-
liert  und unüberwacht mit  direktem Leistungsanspruch gegenüber ih-
ren Kunden tätig. Mit dem angefochtenen Vorgehen versuche die Vor-

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instanz, die Beschwerdeführerin zur Förderung der Prostitution anzu-
stiften.  

Laut Art. 195 Abs. 3 StGB wird jemand, der die Handlungsfreiheit einer 
Person,  die  Prostitution  betreibt,  dadurch  beeinträchtigt,  dass  er  sie 
bei  dieser Tätigkeit  überwacht,  oder Ort,  Zeit,  Ausmass oder andere 
Umstände  der  Prostitution  bestimmt,  mit  Freiheitsstrafe  bis  zu  zehn 
Jahren  oder  Geldstrafe  bestraft.  Gemäss  Rechtsprechung  setzt  die 
Strafbarkeit von Art. 195 Abs. 3 StGB voraus, dass auf die Prostituierte 
ein gewisser Druck ausgeübt wird, dem sie sich nicht ohne weiteres 
entziehen kann, so dass sie in ihrer Entscheidung, ob und wie sie dem 
Gewerbe nachgehen will, nicht mehr vollständig frei ist, und dass die 
Überwachung oder die bestimmende Einflussnahme ihrem Willen oder 
ihren Bedürfnissen zuwiderläuft (BGE 129 IV 81 E 1.2, BGE 126 IV 76 
E. 2, BGE 125 IV 269 E. 1). 

Inwieweit  das  Verhalten  der  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Club  den 
Sexarbeiterinnen  gegenüber  in  irgendeiner  Weise  im  Sinne  von 
Art. 195 Abs. 3 StGB strafrechtlich relevant sein könnte, ist nicht vom 
Bundesverwaltungsgericht  zu  beurteilen  und  ohnehin  nicht  massge-
bend für das vorliegende Verfahren. Die mehrwertsteuerliche Selbstän-
digkeit  wird  den  Damen nicht  abgesprochen,  weil  auf  sie  ein  unzu-
lässiger Druck ausgeübt wird, sondern weil sie sich in die Organisation 
der  Beschwerdeführerin  einfügen und gegen  aussen letztere  für  die 
durch  die  Dienstleistungen  der  Frauen  erzielten  Umsätze  als  mehr-
wertsteuerliche Leistungserbringerin in Erscheinung tritt. Wie die Ge-
gebenheiten im Innenverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und 
den Frauen allenfalls in strafrechtlicher Hinsicht zu qualifizieren wären, 
ist  dabei  ebenso wenig entscheidend wie die Natur des Vertragsver-
hältnisses  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  6.  Februar 
2008,  a.a.O.,  E.  3.4.1;  noch  nicht  rechtskräftige  Urteile  21.  August 
2008, E. 3.4.3, vom 30. April 2008, a.a.O., E. 3.2.4.2).

3.2.5.3 Die Beschwerdeführerin bringt des Weitern an, die Frauen unt-
erlägen keiner Rechenschaftspflicht. Abgesehen davon, dass die Be-
schwerdeführerin dieses Vorbringen nicht belegt, kommt es im vorlie-
genden  Fall  darauf  nicht  im  Wesentlichen  an.  Massgebend  ist  zu-
nächst wiederum die Frage, wie das Sexangebot für die Allgemeinheit, 
für den neutralen Dritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (Ent-
scheid  der  SRK vom 15. November  2002,  a.a.O.,  E. 4d; Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Juli  2007, a.a.O., E. 3.4.1 3. Ab-

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schnitt, vom 6. Februar 2008, a.a.O., E. 3.4.2, vom 29. Oktober 2007, 
a.a.O.,  E.  4.3  3. Abschnitt,  noch  nicht  rechtskräftige  Urteile  vom 
30. April 2008, a.a.O., E. 3.2.4.3). Unter diesem Blickwinkel erscheint – 
wie gezeigt (E. 3.2.2 hievor) – jeweils die Beschwerdeführerin als An-
bieterin  der  sexuellen  Dienstleistungen am Markt.  Selbstverständlich 
vereinbart der Kunde letztlich mit der einzelnen Dame die Einzelheiten 
der zu erbringenden Leistung. Dies verändert  jedoch genauso wenig 
wie die Behauptung, das jeweilige Entgelt werde direkt durch die Pros-
tituierten gefordert und bezogen (was ohnehin nur für den Fall der Bar-
zahlung gelten kann und soweit der Kunde nicht an einer der Parties 
teilnimmt und den dafür zu entrichtenden [Gesamt-]Preis beim Eintritt 
bezahlt),  das  nach  aussen  vermittelte  Gesamtbild,  wonach  die  Be-
schwerdeführerin mit der Zuhilfenahme der im Club anwesenden Da-
men als Leistungserbringerin auftritt. Denn, soweit  die Sexarbeiterin-
nen im Betrieb der Beschwerdeführerin tätig sind, unterliegen sie der 
beschriebenen betriebswirtschaftlichen-  und arbeitsorganisatorischen 
Abhängigkeit (vgl. E. 3.2.3 hievor). Bei diesem Ergebnis sind die Aus-
führungen der Beschwerdeführerin, wonach sie nicht Beteiligte des die 
Mehrwertsteuer  auslösenden  Leistungsaustauschverhältnisses  sei, 
folglich nicht zu hören.

3.2.5.4 Die Beschwerdeführerin beantragt in prozessualer Hinsicht die 
Anhörung  ihres  Gesellschafters  A._______  und  von drei  –  zum Teil 
ehemaligen – Angestellten, eine Befragung der Sexarbeiterinnen vor 
Ort sowie einen Augenschein. 

Zwar kann sich, ungeachtet von Art. 2 Abs. 1 VwVG, wonach die Vor-
schriften betreffend die Anhörung von Parteien, Zeugen oder Drittper-
sonen sowie die Durchführung eines Augenscheins im Steuerverfah-
ren keine Anwendung finden,  eine Verpflichtung hierzu aufgrund der 
direkt aus der Verfassung fliessenden minimalen Verfahrensgarantien 
in bestimmten Fällen dennoch ergeben (insbesondere das rechtliche 
Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2  der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. dazu 
Urteil  des  Bundesgerichts  2A.110/2000  vom 26. Januar  2001  E. 3b; 
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1516/2006  vom 5. Dezem-
ber 2007 E. 2.7, A-1386/2006 vom 3. April 2007 E. 1.3.2; Entscheid der 
SRK vom 27. Juli 2004, veröffentlicht in VPB 69.7 E. 4b/bb). Eine sol-
che Beweismassnahme rechtfertigt sich aber nur, wenn sie als geeig-
net erscheint, Tatsachen, die sich aus den vorgelegten Unterlagen er-
geben, zu bestätigen, zu präzisieren oder zu ergänzen (vgl. dazu Ent-

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scheide der  SRK 27. Juli  2004,  veröffentlicht  in  VPB 69.7  E. 4b/bb, 
vom 14. April  2001 [SRK 2000-047]  E. 3b,  mit  weiteren Hinweisen). 
Keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  liegt  indes  vor,  wenn  die 
Behörde  auf  die  Abnahme  beantragter  Beweismittel  verzichtet,  weil 
diese  eine  nicht  erhebliche  Tatsache  betreffen  oder  offensichtlich 
untauglich sind oder wenn sie auf Grund der bereits abgenommenen 
Beweise ihre  Überzeugung gebildet  hat,  wenn die Tatsachen bereits 
aus den Akten genügend ersichtlich sind und in vorweggenommener, 
antizipierter  Beweiswürdigung  annehmen  kann,  dass  ihre  Überzeu-
gung  durch  weitere  Beweiserhebungen  nicht  geändert  würde  (BGE 
131 I  153 E. 3,  BGE 124 I  208 E. 4a, je mit  Hinweisen; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1681/2006  vom 13. März  2008  E. 2.2; 
A-1516/2006 vom 5. Dezember 2007 E. 2.7; Entscheid der SRK vom 
27. Juli 2004, a.a.O., E. 4b, 6b/aa; ANDRÉ MOSER, in André Moser/Peter 
Uebersax,  Prozessieren  vor  eidgenössischen  Rekurskommissionen, 
Basel und Frankfurt a.M. 1998, S. 122 ff. Rz. 3.65 ff.). 

Dies trifft  vorliegend zu: Die entscheidrelevanten Fakten sind bereits 
aus den Akten genügend ersichtlich und es ist nicht erkennbar, inwie-
fern  eine  Befragung  der  genannten  Personen bzw. ein  Augenschein 
eine  von  den  Akten  abweichende  Entscheidungsgrundlage  ergeben 
würde. Der Verfahrensantrag ist bereits deshalb abzuweisen. Im Übri-
gen hatte der Gesellschafter  A._______ als  Geschäftsführer  im Ein-
spracheverfahren  vor  der  ESTV  sowie  im  jetzigen  Beschwerdever-
fahren vor der SRK bzw. dem Bundesverwaltungsgericht ohnehin hin-
reichend Gelegenheit, sich in den schriftlichen Eingaben zum Ganzen 
zu äussern bzw. Unterlagen zum Beweis einzureichen. Es ist nicht er-
sichtlich, was er heute, nach so langer Zeit, mündlich zur relevanten 
Sachverhaltsermittlung  zusätzlich  beitragen  könnte.  Zeugen,  welche 
Angestellte der Beschwerdeführerin sind, fehlt zudem die notwendige 
Unabhängigkeit, so dass dessen Aussagen – wenn sie denn während 
der hier fraglichen Zeit überhaupt im Sauna-Club tätig gewesen sind – 
durch  das  Bundesverwaltungsgericht  ohnehin  mit  Zurückhaltung  zu 
würdigen  wären  (MAX GULDENER,  Schweizerisches  Zivilprozessrecht, 
Zürich 1979, S. 321, 346). Des Weitern haben von den zur Zeit im Club 
als  Sexarbeiterinnen  tätigen  Frauen  angesichts  der  Fluktuation  in 
diesem Gewerbe – wenn überhaupt  – wohl nur wenige bereits  wäh-
rend der massgeblichen Steuerperioden dort ihre Dienstleistungen an-
geboten. Schliesslich vermag auch ein Augenschein heute vor Ort in 
keiner Weise Aufschluss über die damaligen Verhältnisse zu geben. 

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3.2.6 Der  Vollständigkeit  halber  sei  schliesslich  darauf  hingewiesen, 
dass sich von vornherein nicht die Frage nach einer allfälligen mehr-
wertsteuerlichen Stellvertretung durch die Beschwerdeführerin, ob nun 
in direkter (als blosse Vermittlerin) oder indirekter Form, stellen kann 
(vgl. E. 2.2.3 letzter Abschnitt hievor), da es den Sexarbeiterinnen in 
Bezug auf die im Club der Beschwerdeführerin erbrachten sexuellen 
Dienstleistungen an der mehrwertsteuerlichen Selbständigkeit mangelt 
und die entsprechenden Umsätze der Beschwerdeführerin zuzurech-
nen sind.

4.
Als Nächstes ist die Rechtmässigkeit der von der ESTV vorgenomme-
nen Ermessenseinschätzung zu beurteilen. Zum einen betrifft dies die 
Schätzung des Umsatzes aus den durch die Prostituierten im Sauna-
Club der Beschwerdeführerin  erbrachten erotischen Dienstleistungen 
bzw. der darauf geschuldeten Mehrwertsteuer (E. 4.2) und zum andern 
die  annäherungsweise  Ermittlung  der  Verpflegung  der  Arbeitneh-
mer/innen (E. 4.3). Die Parteien gehen darin einig,  dass es sich bei 
Letzteren nicht um die Sexarbeiterinnen handelt, sondern um andere 
Personen,  welche während der  hier  massgeblichen  Zeit  bei  der  Be-
schwerdeführerin angestellt waren. 

4.1 Die  Beschwerdeführerin  hat  unbestrittenermassen  die  von  den 
Prostituierten  vereinnahmten  Entgelte  nirgends  in  ihrer  Buchhaltung 
aufgeführt, obschon ihr die entsprechenden Umsätze mehrwertsteuer-
lich zuzurechnen sind. Auch hat sie der ESTV diesbezüglich keinerlei 
Belege vorgelegt. Ähnliches gilt zumindest teilweise mit Bezug auf die 
Abgabe von Getränken und Esswaren an die  Arbeitnehmenden. So-
weit es sich um unentgeltliche Abgaben handelt, ist darauf die Eigen-
verbrauchsteuer  geschuldet.  Soweit  die  Waren  jedoch  lediglich  ver-
billigt abgegeben wurden, ist von einer Leistung an nahestehende Per-
sonen auszugehen,  so  dass die  Steuer  auf  der  Differenz  zum Dritt-
preis  abzurechnen  ist  (vgl.  E.  2.3),  wobei  anhand  der  Akten  nicht 
feststellbar ist, ob diesfalls zumindest der verbilligte Abgabepreis von 
der  Beschwerdeführerin  versteuert  worden ist. In  diesem Sinne sind 
auch diese Umsätze weder korrekt buchhalterisch erfasst noch richtig 
mehrwertsteuerlich berücksichtigt worden. Die ESTV ist demzufolge – 
entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  –  zu  Recht  zum 
Schluss  gekommen,  dass  die  Buchhaltungsunterlagen nicht  den ge-
setzlichen Anforderungen entsprechen; sie sind nicht vollständig und 
die ausgewiesenen Ergebnisse stimmen mit dem wirklichen Sachver-

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halt offensichtlich nicht überein (vgl. E. 2.5.2 und 2.5.3). Unter diesen 
Umständen war die ESTV klarerweise dazu berechtigt und verpflichtet, 
die fraglichen Umsätze durch Schätzung zu ermitteln.

4.2

4.2.1 Für  die  Berechnung  des  Umsatzes  aus  den  durch  die  Sexar-
beiterinnen erbrachten sexuellen Dienstleistungen hat die ESTV vorab 
die Eintritte der Männer und der Frauen gemäss den beschwerdefüh-
rerischen Buchhaltungs- und Geschäftsunterlagen analysiert, unterteilt 
in Party-Tage (ab 1. Januar 1998; jeweils Mittwoch, Freitag und Sonn-
tag) sowie Nicht-Party-Tage, und hat die durchschnittliche Anzahl die-
ser Eintritte ermittelt. 

An den Party-Tagen hat sie des Weitern zwischen den Umsätzen, die 
durch die Teilnahme an der Party erzielt worden sind, und denjenigen 
aus dem üblichen Sauna-Betrieb unterschieden. Da die Beschwerde-
führerin  diesbezüglich  keine  Aufzeichnungen  erstellte  bzw. vorlegte, 
hat  die  ESTV die  an  der  Party  teilnehmende Anzahl  Männer  –  wie 
auch  diejenige  der  Prostituierten  – auf  die  Hälfte  der  durchschnittli-
chen Anzahl Eintritte pro Party-Tag geschätzt. Hinsichtlich des Teilnah-
mepreises ging sie von einem Betrag von Fr. 300.-- pro männlicher Be-
sucher aus. Von dem so ermittelten Gesamtumsatz hat sie – da bereits 
versteuert  oder mit  der EA vom 25. August  2000 nachbelastet – die 
Eintritte der männlichen Partyteilnehmer und der Sexarbeiterinnen so-
wie die verbuchten, aber – mit Ausnahme des 1. Quartals 2000 – nicht 
deklarierten Infrastrukturbenützungsgebühren in Abzug gebracht. 

Zur  Ermittlung  des  übrigen,  ausserhalb  der  Parties  sowie  des  an 
Nicht-Party-Tagen erzielten Umsatzes hat die ESTV den Preis für Ero-
tikdienstleistungen pro Tag und Mann – unter Beachtung entsprechen-
der Ansätze anderer Clubs – zunächst auf Fr. 180.-- (inkl. Eintritt) fest-
gelegt. Davon hat sie sodann den durchschnittlichen Eintrittspreis von 
rund Fr. 65.-- (bestimmt unter Berücksichtigung der ermittelten durch-
schnittlichen Eintrittsfrequenzen und der entsprechenden Eintrittsprei-
se) in Abzug gebracht. Den Preisansatz exkl. Eintritt von Fr. 115.-- hat 
sie schliesslich um Fr. 35.-- auf Fr. 80.-- reduziert,  um dem Umstand 
Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdeführerin die von den Sexar-
beiterinnen entrichteten Eintrittsgelder versteuert hat. 

4.2.2 Sind,  wie  im vorliegenden Fall,  die  Voraussetzungen einer  Er-
messenstaxation erfüllt, obliegt es der Beschwerdeführerin, den Nach-

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weis zu erbringen, dass die Schätzung der Vorinstanz unrichtig ist bzw. 
dieser dabei erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind. Sie hat sich 
mit  den  einzelnen  Elementen  der  vorgenommenen  Ermessensein-
schätzung im Einzelnen zu befassen und – unter Hinweis auf Beweis-
mittel  –  die  Schätzung  der  Verwaltung  zu  widerlegen  (vgl.  oben 
E. 2.5.5). 

4.2.2.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet die Ermesseneinschätzung, 
ohne sich jedoch konkret damit auseinanderzusetzen oder in irgend-
einer Weise nachzuweisen, dass diese falsch ist. So hält sie zunächst 
lediglich dafür, die ESTV gehe willkürlich davon aus, dass an Party-
Tagen rund die Hälfte der Männer, die den Sauna-Club besuchten, an 
den Parties teilgenommen haben. Die durchschnittliche Teilnehmerzahl 
habe 4 bis  10 Personen betragen. Zudem würden pro Jahr lediglich 
rund 2,4 Parties pro  Woche (125 pro  Jahr)  und nicht  – wie von der 
Verwaltung angenommen – deren drei durchgeführt. 

Abgesehen davon, dass die Beschwerdeführerin diese Behauptungen 
– wie bereits erwähnt – nicht belegt, vermögen sie auch nicht zu über-
zeugen. Im Schreiben vom 27. Februar 2001 führte ihre Treuhänderin 
an,  die durchschnittliche Teilnehmerzahl  betrage zehn bis höchstens 
15  Männer. Demgegenüber  hat  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen 
der  Einsprache  vom  11.  April  2001  selber  bestätigt,  dass  an  den 
Parties im Durchschnitt 15 bis 20 Männer teilnehmen würden. Gegen 
die  Schätzung  der  ESTV,  an  Party-Tagen  nehme  die  Hälfte  der 
männlichen Sauna-Club-Besucher, d.h. 15 Männer, an der Party teil, 
ist folglich – insbesondere auch im Lichte der klaren Rechtsprechung 
betreffend  Ermessenseinschätzungen  (vgl.  E.  2.5.5  hievor)  –  nichts 
einzuwenden. Dass  die  Vorinstanz  betreffend  die  Eintrittsfrequenzen 
lediglich  einzelne  Monate,  über  die  gesamte Kontrollperiode  verteilt, 
geprüft  und  das  Ergebnis  umgelegt  hat,  ist  diesbezüglich  ebenso 
wenig zu beanstanden. Den Akten lässt sich jedenfalls in keiner Weise 
entnehmen, dass in den übrigen Monaten nicht dieselben Verhältnisse 
vorgeherrscht  hätten.  Soweit  die  Beschwerdeführerin  ferner  die  von 
der ESTV herangezogene Anzahl von drei Parties pro Woche rügt, ist 
ihr  entgegenzuhalten,  dass  sie  selber  im  Dezember  1998  auf  ihrer 
Homepage  die  jeweils  mittwochs,  freitags  sowie  sonntags  stattfin-
denden Parties angepriesen hat. Zudem hat die ESTV zugunsten der 
Beschwerdeführerin einen Teilnahmepreis von Fr. 300.-- angenommen, 
obschon diese selber in ihrer Stellungnahme vom 30. September 2005 
ausgeführt  hat,  die  Party-Teilnehmer  hätten  je  nach  Tageszeit  zwi-

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schen Fr. 300.-- und Fr. 500.-- zu entrichten. Aus den Akten geht darü-
ber  hinaus  hervor,  dass  an  gewissen  Parties  der  Teilnahmepreis 
grundsätzlich bei Fr. 500.-- lag. Sollten tatsächlich – wie die Beschwer-
deführerin behauptet – vereinzelte Parties nicht stattgefunden haben, 
wäre dies in dem angerechneten, tiefen Teilnahmepreis bereits hinrei-
chend berücksichtigt. Unzutreffend ist überdies der Einwand, die Vorin-
stanz habe der Beschwerdeführerin das Recht verweigert,  indem sie 
auf deren Darstellung des Sachverhalts nicht eingetreten sei und die 
dazu offerierten  Beweismittel  nicht  abgenommen habe. Vielmehr  hat 
die Beschwerdeführerin gar keine Unterlagen zum Beweis beigebracht 
bzw. waren diese widersprüchlich oder lückenhaft. 

4.2.2.2 Des Weitern wendet die Beschwerdeführerin ein, die Umsatz-
schätzung für  erotische Dienstleistungen,  die ausserhalb der Parties 
bzw. an  den  Nicht-Party-Tagen erzielt  worden  sind,  sei  mit  den von 
den Freiern bezahlten Entgelten schlechterdings nicht vereinbar. 

Obschon die ESTV die Vergleichszahlen, wonach in anderen Clubs die 
Ansätze für 30 Minuten (inklusive Eintritt)  bis zu Fr. 200.--  und mehr 
betragen  würden,  nicht  offengelegt  hat,  hält  die  Schätzung  diesbe-
züglich (Fr. 180.-- inkl. Eintritt bzw. Fr. 115.-- netto pro Tag und Mann) 
der vorliegenden Prüfung ebenfalls stand. In ähnlich gelagerten Fällen, 
die vom Bundesverwaltungsgericht bereits zu beurteilen waren, betru-
gen  die  Preise  für  einzelne  Dienstleistungen  je  nach  Art  zwischen 
Fr. 50.-- und Fr. 200.-- sowie Fr. 300.-- für den "½-Std.-Service" bzw. 
Fr. 500.--  für  den  "Std.-Service"  (Urteile  des  Bundesverwaltungsge-
richts vom 19. Juli 2007, a.a.O., jeweils E. 3.1) bzw. von Fr. 160.-- für 
den  "¼-Std.-Service"  und  Fr. 280.--  für  den  "½-Std.-Service"  bis  zu 
Fr. 380.-- für den "¾-Std.-Service" sowie Fr. 480.-- für den "Std.-Ser-
vice"  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 6.  Februar  2008, 
a.a.O.,  jeweils  E. 3.2).  Auch  wenn  die  Preise  je  nach  Standort  der 
Erotik-Betriebe allenfalls  etwas variieren mögen,  ist  nicht  ersichtlich, 
weshalb das Bundesverwaltungsgericht die vorgenannten Preise nicht 
zu  einem  Vergleich  heranziehen  könnte.  Bereits  aus  Gründen  des 
Wettbewerbs  und  der  Konkurrenz  dürften  die  Preise  für  erotische 
Dienstleistungen in vergleichbaren Betrieben wohl grundsätzlich nicht 
derart voneinander abweichen. Ausserdem liegt der von der ESTV ver-
wendete Ansatz von Fr. 180.-- inklusive Eintritt  (bzw. Fr. 115.-- netto) 
pro Kunde als Durchschnittswert im unteren Rahmen der vorgenann-
ten Preise und erweist sich – in Anbetracht der gesamten Umstände – 
jedenfalls  nicht  als  offensichtlich  unangemessen.  Demgegenüber  ist 

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die Beschwerdeführerin jeglichen Nachweis für einen tieferen Ansatz 
schuldig  geblieben. Dasselbe  gilt  auch  mit  Bezug auf  den Einwand, 
dass bei Weitem nicht jeder männlicher Besucher Sexdienstleistungen 
in Anspruch nehme. Dabei handelt es sich um eine reine Behauptung. 
Der  von  der  ESTV  kalkulierte  durchschnittliche  Eintrittspreis  von 
Fr. 65.--  wurde im Übrigen von der Beschwerdeführerin nicht  bestrit-
ten.

4.2.2.3 Ferner  beanstandet  die  Beschwerdeführerin,  die  Vorinstanz 
habe die verbuchten und versteuerten Umsätze aus den Eintrittsgel-
dern der Sexarbeiterinnen nicht berücksichtigt. Diese Rüge kann sich 
ohnehin einzig auf die ausserhalb der Parties bzw. an Nicht-Party-Ta-
gen erzielten Umsätze beziehen, da die Eintrittsgelder der Damen für 
die Parties offensichtlich von der entsprechenden Umsatzkalkulation in 
Abzug gebracht worden sind (vgl. E. 4.2.1 hievor). 

Die  Vorinstanz  hat  den  Eintrittsgeldern  der  Sexarbeiterinnen  Rech-
nung getragen, indem sie vom geschätzten Preis von Fr. 115.-- exklu-
sive Eintritt zusätzlich einen Betrag von Fr. 35.-- abgezogen hat. Dies 
ergibt  angesichts  der  durchschnittlichen  Anzahl  Eintritte  männlicher 
Besucher an den Nicht-Party-Tagen eine Reduktion von Fr. 910.-- (26 
Männer à Fr. 35.--)  pro Tag für  die Zeit  vom 16. November 1996 bis 
31. Dezember 1997 (als noch keine Parties durchgeführt wurden) bzw. 
eine solche von Fr. 1'295.--  (37 Männer à Fr. 35.--) für die Zeit vom 
1. Januar  1998  bis  31.  März  2000  sowie  an  den  Party-Tagen  eine 
Minderung  von  Fr. 490.--  (14  Männer  à  Fr.  35.--).  Bei  einem 
Eintrittspreis  für  die  Sexarbeiterinnen von Fr. 150.--  ergibt  sich  eine 
Anrechnung von gerundet 6,1 bzw. 8,6 Eintritten an Nicht-Party-Tagen 
bzw. von 3,3 Eintritten an Party-Tagen. Nach unwidersprochen geblie-
bener  und aufgrund der  Akten nicht  zu beanstandender Auswertung 
der ESTV waren an den Nicht-Party-Tagen in der Zeit vom 16. Novem-
ber 1996 bis 31. Dezember 1997 durchschnittlich 7,9 und vom 1. Janu-
ar  1998  bis  31.  Mai  2000  8,9  Sexarbeiterinnen  anwesend.  An  den 
Party-Tagen betrug die durchschnittliche Anzahl sechs Frauen, wobei 
die  Hälfte  davon  in  die  Kalkulation  des  an  den  Parties  erzielten 
Umsatzes einbezogen wurde. In Anbetracht der vorstehenden Ausfüh-
rungen erhellt,  dass die ESTV die individuellen Verhältnisse der Be-
schwerdeführerin so weit als möglich berücksichtigt hat; gewisse Feh-
lerquellen bzw. Unschärfen sind einer Schätzung grundsätzlich inhä-
rent. Die Kalkulation der Vorinstanz ist  damit auch in dieser Hinsicht 
nicht zu beanstanden.   

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4.2.2.4 Insgesamt  misslingt  der  Beschwerdeführerin  der  Nachweis, 
dass der ESTV bei der Schätzung des Umsatzes aus der Erbringung 
der erotischen Dienstleistungen erhebliche Ermessensfehler unterlau-
fen  sind.  Soweit  sie  auch  in  diesem  Zusammenhang  die  Anhörung 
ihres Gesellschafters A._______ und von drei – zum Teil ehemaligen – 
Angestellten  sowie  eine  Befragung  der  Sexarbeiterinnen  vor  Ort 
beantragt, ist auf die Ausführungen unter E. 3.2.5.4 zu verweisen. Der 
Antrag auf Einholung einer Buchhaltungsexpertise ist ebenfalls abzu-
weisen; die vorliegend massgeblichen Tatsachen sind bereits aus den 
Akten hinreichend ersichtlich. 

4.2.3 Die Beschwerdeführerin rügt ferner, die ESTV hätte im Zusam-
menhang  mit  der  Schätzung  des  Umsatzes  aus  der  Erbringung  der 
sexuellen Dienstleistungen durch die Sexarbeiterinnen auch zu prüfen 
gehabt, inwieweit Vorsteuern abzuziehen sind.

4.2.3.1 Für  eine Schätzung der Vorsteuer durch pflichtgemässes Er-
messen  besteht  nach  der  Rechtsprechung  keine  Veranlassung  (vgl. 
E. 2.6.5 hievor). Gründe für eine Ausnahme liegen nicht vor (vgl. Urtei-
le  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1553/2006  vom  26.  September 
2007 E. 2.6 und 3.1, A-1580/2007 vom 16. Mai 2007 E. 3.2). Da die 
Beschwerdeführerin  hinsichtlich  der  angeblich  angefallenen  Vorsteu-
ern darüber hinaus keinerlei Belege zum Nachweis eingereicht hat, ist 
ein  Vorsteuerabzug auch aus diesem Grund zu verweigern. Der An-
trag, zur Ermittlung des Vorsteuerabzugs sei auf den Saldosteuersatz 
von 4,5% abzustellen, ist demnach abzuweisen. Ohnehin würde dies 
im Endeffekt dazu führen, dass die Beschwerdeführerin im Nachhinein 
die Abrechnung nach der Saldosteuersatzmethode bewilligt würde. Die 
annäherungsweise  Ermittlung  der  Steuer  mittels  Saldosteuersätzen 
als  administrative  Vereinfachung  des  Abrechnungswesens  im  Sinne 
von Art. 47 Abs. 3 MWSTV ist jedoch vorgängig bei der ESTV zu be-
antragen  und  der  jeweils  anzuwendende  Saldosteuersatz  muss  von 
dieser bewilligt werden (vgl. zum Ganzen, insbesondere auch zur Be-
fugnis der ESTV, die Bedingungen bei der Abrechnung nach der Sal-
dosteuersatzmethode  festzulegen:  Entscheid  der  SRK  vom 24.  Juni 
1999,  veröffentlicht  in  VPB  64.111.  E.  3;  Entscheid  der  SRK  vom 
16. August 2005 [SRK 2003-041] E. 4; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1403/2006  vom  5.  Juli  2007  E.  2.1,  A-1377/2006  vom 
20. März 2007 E. 2.3.). Im Übrigen bildet diese Kompetenzbestimmung 
keine  Grundlage  dafür,  gesetzlich  indizierte  Steuernachforderungen 

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nachträglich  zu  korrigieren  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1489/2006 vom 14. Januar 2008 E. 3.3). 

4.2.3.2 Nicht gehört werden kann die Argumentation der Beschwerde-
führerin, die ESTV habe erst nach über neun Jahren seit der Betriebs-
eröffnung die Beschwerdeführerin für das Entgelt der Sexarbeiterinnen 
im  Sauna-Club  mehrwertsteuerpflichtig  erklärt  und  es  ihr  auf  diese 
Weise verunmöglicht  und vereitelt,  die  für  den Vorsteuerabzug erfor-
derlichen Unterlagen zu beschaffen, ab- und vorzulegen. In welchem 
Umfang  bzw.  für  welche  Leistungen  eine  Mehrwertsteuerpflicht  be-
steht, hätte die Beschwerdeführerin aufgrund des Selbstveranlagungs-
prinzips selber abklären müssen (E. 2.5.1 hievor). Gestützt darauf wä-
re sie auch verpflichtet gewesen, sich in hinreichender Weise Kenntnis 
über  die  einzelnen  Verordnungsbestimmungen  zu  verschaffen.  Ge-
mäss Art. 47 Abs. 2 MWSTV hat der Steuerpflichtige seine Geschäfts-
bücher,  Belege,  Geschäftspapiere  und  sonstigen  Aufzeichnungen  – 
unter  Vorbehalt  von  Art.  962  Abs.  2  des  Obligationenrechts  vom 
30. März 1911 (OR, SR 220) – nämlich während sechs Jahren bzw. bis 
zum allfällig späteren Eintritt der Verjährung der Steuerforderung ord-
nungsgemäss aufzubewahren.

4.3 Zur  (annäherungsweisen) Ermittlung der  Mehrwertsteuer auf  der 
Verpflegung der Arbeitnehmenden hat sich die ESTV auf die Ziff. 2.13 
"Kost und Logis für Personal in gastgewerblichen Betrieben" der Bro-
schüre 610.507-10 "Gastgewerbe" vom Oktober 1994 abgestützt und 
einen Ansatz von Fr. 8.--  pro Tag und Mitarbeitenden herangezogen. 
Dies entspricht dem Mindestansatz für ein Mittagessen. Des Weitern 
ist  sie  von einer durchschnittlichen Anzahl  von drei  Angestellten pro 
Tag ausgegangen. Den sich  daraus ergebenen Betrag (Fr. 24.--  pro 
Tag) hat sie schliesslich mit der Anzahl Arbeitstage multipliziert. 

Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, eine eigentliche Verpfle-
gung sei im Club nicht möglich; es handle sich lediglich um die Abga-
be von verbilligten Getränken. Die Aufrechnung sei daher nicht korrekt. 
Zunächst  ist  der  Beschwerdeführerin  entgegenzuhalten,  dass  ihre 
Ausführungen zur Personalverpflegung in den im Laufe des Verfahrens 
eingereichten Eingaben teilweise widersprüchlich sind und insbeson-
dere auch nicht mit den vorstehenden Äusserungen übereinstimmen. 
Im Schreiben  vom 28. September  2000  wird  angegeben,  die  Arbeit-
nehmenden hätten in den Jahren 1997 und 1998 die alkoholfreien Ge-
tränke gratis beziehen können, eine Gratisverpflegung sei indes nicht 

Seite 31

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erfolgt. Die Arbeitnehmer hätten das Essen selber im naheliegenden 
Restaurant  bestellt  und  auch  selber  bezahlt.  In  der  Stellungnahme 
vom 27. Februar 2001 wird demgegenüber ausgeführt, dass die alko-
holfreien Getränke ab 1998 – wenn auch zu einem reduzierten Preis – 
hätten bezahlt  werden müssen. In vier  Bestätigungen von Angestell-
ten, welche die Beschwerdeführerin der ESTV am 20. Dezember 2000 
einreichte, erklärte die jeweils unterzeichnende Person demgegenüber, 
dass sie Getränke und das Essen zum Preis von 50% des Verkaufs-
preises erhalte, wobei es sich bei den Esswaren um Snacks handle. 
Das "richtige" Essen bestelle sie in einem nahe gelegenen Restaurant 
und bezahle es direkt dem Überbringer. Für welchen Zeitraum diese 
Aussagen gelten, lässt sich den Bestätigungen nicht entnehmen. 

Mit diesen widersprüchlichen Angaben ist die Beschwerdeführerin den 
Nachweis,  dass die  von der  ESTV vorgenommene Schätzung offen-
sichtlich  unrichtig  ist,  zweifellos  schuldig  geblieben. Inwieweit  es  ihr 
dabei angeblich nicht möglich ist, betreffend die täglich konsumierten 
Artikel  und die  entsprechenden Drittpreise  sowie  den genauen Zeit-
punkt, ab wann die Konsumationen nicht mehr gratis waren, sondern 
zu 50% berechnet worden sind, Angaben zu machen bzw. Unterlagen 
einzureichen,  ist  dabei  nicht  relevant. Bereits aus diesem Grund be-
steht keine Veranlassung, die Schätzung der ESTV anzuzweifeln. Da-
rüber hinaus ist nicht ersichtlich, weshalb der durchschnittliche Tages-
ansatz von Fr. 8.-- nicht den vorliegend gegebenen Verhältnissen ent-
sprechen bzw. dieser offensichtlich falsch sein sollte. Zumindest eine 
gewisse  Zeit  lang  wurden  offenbar  sogar  Snacks  für  die  Hälfte  des 
Verkaufspreises an die Angestellten abgegeben. Des Weitern  ist  die 
ESTV zugunsten der Beschwerdeführerin  lediglich von drei  Mitarbei-
tenden pro Tag ausgegangen, obschon nach eigenen Angaben durch-
schnittlich  vier  bis  fünf  Angestellte  im Betrieb  tätig  sind. Ungeachtet 
der Tatsache, dass nicht bekannt ist, welche Produkte genau abgege-
ben worden sind und ob die Arbeitnehmenden diese gratis oder ledig-
lich verbilligt beziehen konnten, erweist sich die Schätzung nach dem 
Gesagten nicht  als  offensichtlich unangemessen. Daran ändert  auch 
nichts, dass – je nach Konstellation – für die effektive Ermittlung der 
Steuer eine unterschiedliche Bemessungsgrundlage anzuwenden wä-
re (vgl. E. 2.3). Allfällige Nachteile hätte die Beschwerdeführerin man-
gels ordnungsgemässen Belegen und widerspruchsfreien Angaben je-
doch selber zu verantworten.

Seite 32

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5.
Die Beschwerdeführerin beanstandet ferner die Besteuerung der unter 
Ziff. 1 "Umsatzdifferenzen" der EA Nr. ... vom 25. August 2000 aufge-
führten  Position  "Zurverfügungstellen  von  Arbeitskräften"  der  Ge-
schäftsjahre 1996/1997, 1998 sowie 1999. Sie stelle keine Arbeitskräf-
te zur Verfügung. Bei den umstrittenen Beträgen handle es sich viel-
mehr um die Lohnkosten für einen (persönlichen) Mitarbeiter des Ge-
sellschafters  A._______,  welcher  diesen  der  Beschwerdeführerin 
teilweise  zur  Verfügung  stelle.  Die  Totalaufwendungen  würden  zwi-
schen dem Gesellschafter und ihr je zur Hälfte aufgeteilt. Der Mitarbei-
ter  sei  jeweils  direkt  von A._______ persönlich bezahlt  worden. Ein-
fachheitshalber  habe  aber  die  Beschwerdeführerin  die  Lohnabrech-
nungen vorgenommen und mit der AHV abgerechnet 

Inzwischen  geht  die  ESTV  mit  der  Beschwerdeführerin  darin  einig, 
dass in concreto keine Zurverfügungstellung von Arbeitskräften durch 
die Beschwerdeführerin vorliegt. Die Verwaltung ist indes der Ansicht, 
aus  buchhalterischer  Sicht  bestehe  eine  steuerpflichtige  Weiterver-
rechnung von Personalkosten. Die Beschwerdeführerin habe den be-
sagten Mitarbeiter in ihrer Buchhaltung geführt und dabei während des 
ganzen Geschäftsjahres dessen gesamten Bruttolohn von Fr. 60'000.-- 
als Lohnaufwand erfasst (offenbar in der Regel gegengebucht auf dem 
Kontokorrentkonto des Gesellschafters A._______). Per Ende des Ge-
schäftsjahres sei sodann jeweils die Hälfte davon (Fr. 30'000.--) wieder 
umgebucht worden (Buchung "Kontokorrent A._______ an Löhne").

Die  dem  Bundesverwaltungsgericht  eingereichten  Akten  lassen  es 
nicht zu, die Ausführungen der ESTV zu den angeblich vorgenomme-
nen Buchungen zu überprüfen. Wie es sich genau damit verhält, kann 
indes  offen  bleiben. Entgegen  der  Auffassung  der  ESTV ist  für  das 
Bundesverwaltungsgericht  selbst  unter  der  Annahme der  Richtigkeit 
dieser  Angaben  nicht  ersichtlich,  worin  der  die  Mehrwertsteuer  be-
gründende Leistungsaustausch zu sehen ist. Die Verwaltung vermag 
einen  solchen  weder  in  den  verschiedenen  Schreiben  an  die  Be-
schwerdeführerin  während  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  noch  in 
ihrem Entscheid sowie im Einspracheentscheid oder in den Eingaben 
ans  Bundesverwaltungsgericht  darzulegen.  Als  unbehelflich  erweist 
sich in diesem Zusammenhang der Hinweis, zum steuerbaren Entgelt 
gehöre gemäss Art. 26 MWSTV auch der Ersatz aller Kosten, selbst 
wenn sie gesondert in Rechnung gestellt würden. Auch in diesem Fall 
ist unabdingbar, dass dem Entgelt eine mehrwertsteuerliche Leistung 

Seite 33

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gegenübersteht;  eine  solche  ist  aber  gerade  nicht  erkennbar  bzw. 
durch die ESTV nachgewiesen. Nach der allgemeinen Beweislastregel 
hat die Verwaltung die Folgen der Beweislosigkeit der von ihr behaup-
teten steuerbegründenden bzw. -mehrenden Tatsache zu tragen. Die 
Beschwerde ist demnach in diesem Punkt gutzuheissen. Berücksich-
tigt man, dass die ESTV für die Geschäftsjahre 1996/1997, 1998 so-
wie 1999 jeweils von einem Betrag von Fr. 30'000.-- ausging und die 
seinerzeit  massgeblichen Steuersätze 6,5% bzw. im Jahr 1999 7,5% 
betrugen,  ergibt  sich daraus eine ungerechtfertigte Steuernachforde-
rung in Höhe von Fr. 5'755.-- (gerundet). 

6.
Die  Beschwerdeführerin  wehrt  sich  schliesslich  gegen  verschiedene 
Vorsteuerkorrekturen,  welche  die  ESTV  mit  der  EA  Nr.  ...  vorge-
nommen hat. 

6.1 Die  Verwaltung  hat  zehn  Rechnungen  des  Landgasthauses 
B._______ aus dem Jahr 1997 die Berechtigung zum Vorsteuerabzug 
versagt. Zwar weisen die besagten Rechnungen die Art der Leistungen 
aus,  doch  fehlen  die  jeweils  geschuldeten  Steuerbeträge.  Ebenfalls 
nicht  angegeben  sind  die  jeweiligen  Steuersätze  und  es  ist  nicht 
ersichtlich, ob es sich um Brutto- oder Nettobeträge handelt. Die Rech-
nungen  stellen  demnach  offensichtlich  keine  rechtskonformen  Vor-
steuerbelege dar (Art. 28 Abs. 1 Bst. f MWSTV; vgl. 2.6.1 hievor). Auch 
die von der Beschwerdeführerin am 30. April 2001 eingereichte Kopie 
des  Formulars  1310  vermag diesen  Mangel  nicht  zu  heilen.  Dieses 
verweist  betreffend  die  zu  bestätigenden  Angaben  lediglich  auf  die 
Rechnungen bzw. die dortigen Vermerke. Andere  als  die  vorstehend 
erwähnten  Rechnungen  hat  die  Beschwerdeführerin  bzw.  der  Leis-
tungserbringer indes bis heute keine eingereicht. Steuersatz und/oder 
Steuerbetrag fehlen somit nach wie vor. Die ESTV hat demzufolge zu 
Recht  den  Vorsteuerabzug  verweigert  bzw.  zurückbelastet  (vgl. 
E. 2.6.4 hievor). 

Eine andere Beurteilung drängt sich auch unter Berücksichtigung des 
neuen Verordnungsrechts nicht auf. Ohnehin werden dadurch die ma-
teriellen  Anforderungen  an  eine  mehrwertsteuerkonforme  Rechnung 
nicht tangiert (vgl. E. 2.6.3). Darüber hinaus findet Art. 15a MWSTGV 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin von vornherein kei-
ne Anwendung. Nach dem klaren Wortlaut  bezieht  sich diese Rege-
lung ausschliesslich auf Rechnungen und Rechnungen ersetzende Do-

Seite 34

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kumente, welche die Anforderungen an die Angaben zu Namen und 
Adresse der steuerpflichtigen Person und zum Empfänger  der Liefe-
rung oder der Dienstleistung nicht vollumfänglich erfüllen. Mängel be-
treffend  Steuerbetrag  und/oder  Steuersatz  fallen  offensichtlich  nicht 
unter diese Bestimmung (E. 2.6.2 hievor). Des Weitern geben die vor-
handenen Rechnungen, die – wie gesehen – weder einen Steuersatz 
noch einen Steuerbetrag ausweisen oder eine Gegenüberdarstellung 
des Brutto- und Nettobetrags ausweisen, keinen Hinweis auf den Um-
fang der  Mehrwertsteuer oder deren Überwälzung. Die Beschwerde-
führerin bezog zum einen Esswaren, zum andern aber auch alkoholi-
sche Getränke. Im einen Fall  beträgt  die Steuer 2%,  im andern Fall 
jedoch 6,5% (Art. 27 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 und Bst. b MWSTV). Ferner 
geht  aus den Rechnungen hervor, dass die Beschwerdeführerin  teil-
weise auch ein Grillbuffet anbot,  bei  dem der Leistungserbringer die 
Grillwaren selber zubereitet  hat. Wie die ESTV zu Recht  darauf  hin-
weist, hätten die Leistungen je nach Fall zu unterschiedlichen Steuer-
sätzen (6,5% für gastgewerbliche Leistungen, 2% für Lebensmittellie-
ferungen über die Gasse) abgerechnet werden können. Unter den ge-
gebenen Umständen ist  weder  von der  Beschwerdeführerin  nachge-
wiesen noch sonst erkennbar, dass die Gewährung des Vorsteuerab-
zugs vorliegend keinen Steuerausfall zu Folge hätte. Eine Aufhebung 
der  Nachbelastung  erweist  sich  auch  unter  Berücksichtigung  von 
Art. 45a MWSTGV nicht als angezeigt. 

6.2 Umstritten ist ausserdem die Vorsteuerabzugsberechtigung betref-
fend zwei Rechnungen der C._______ AG für Umbau/Renovationsar-
beiten. Aufgeführt ist zwar das Rechnungsdatum (3. Mai sowie 20. Juni 
1997),  doch  fehlt  das  Datum  bzw.  der  Zeitraum  der  Leistungser-
bringung.  Es  erhellt,  dass  es  sich  auch  in  diesen  Fällen  nicht  um 
rechtskonforme Belege handelt  (Art. 28 Abs. 1 Bst. c  MWSTV). Das 
Formular  1310,  welches  die  Beschwerdeführerin  am  11.  April  2001 
eingereicht  hat,  enthält  wohl  verschiedene  Angaben,  insbesondere 
auch den Zeitraum der Leistungserbringung. Aus den Akten geht indes 
hervor, dass am 7. August 1998 der Konkurs über die Leistungserbrin-
gerin eröffnet und dieser am 30. Oktober 1998 mangels Aktiven ein-
gestellt wurde. Im Februar 2000 erfolgte schliesslich von Amtes wegen 
die Löschung der Leistungserbringerin aus dem Handelsregister. Das 
besagte Formular wurde am 30. Januar 2001 vom ehemaligen Verwal-
tungsratspräsidenten unterzeichnet. Zu diesem Zeitpunkt existierte die 
Leistungserbringerin  jedoch  gar  nicht  mehr  und  die  Unterschrift  ist 
folglich nicht rechtsgültig. Die ESTV hat demzufolge auch diesbezüg-

Seite 35

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lich zu Recht den Vorsteuerabzug verweigert bzw. zurückbelastet. Da-
ran  vermag das  neue  Verordnungsrecht  ebenfalls  nichts  zu  ändern. 
Abgesehen  davon,  dass  wiederum  zu  berücksichtigen  ist,  dass  die 
materiellen  Anforderungen  an  eine  mehrwertsteuerkonforme  Rech-
nung durch das neue Verordnungsrecht unberührt  bleiben, liegt auch 
hier  von vornherein kein Anwendungsfall  von Art. 15a MWSTGV vor 
(vgl. E. 2.6.2 und E. 6.1 hievor). Zudem hat die ESTV in ihrer Stellung-
nahme vom 18. Juni 2008 ausgeführt, dass sie eine (über die Deklara-
tion hinausgehende) Versteuerung der Umsätze durch die mittlerweile 
liquidierte Gesellschaft nicht bestätigen könne. An diesen glaubhaften 
Aussagen ist  nicht  zu zweifeln und es droht  folglich  bei  Gewährung 
des Vorsteuerabzugs ein Steuerausfall. Die Beschwerdeführerin weist 
das Gegenteil jedenfalls in keiner Weise nach. Der geltend gemachte 
Vorsteuerabzug  ist  demzufolge  auch  nicht  gestützt  auf  Art. 45a 
MWSTGV zu bejahen. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewie-
sen,  dass  der  Konkurs  der  Leistungserbringerin  einzig  deshalb  zum 
Nachteil der Beschwerdeführerin gereicht, weil sie nicht im Besitz von 
mehrwertsteuerkonformen Rechnungen ist. Hiezu wäre sie indes zur 
Vornahme des Vorsteuerabzugs verpflichtet gewesen (vgl. E. 2.6.1 und 
2.6.3 in fine hievor).

7.
Die Beschwerdeführerin beantragt im Hauptbegehren die vollständige 
Aufhebung des Einspracheentscheids. Soweit damit auch die übrigen, 
insgesamt geringfügigen Nachbelastungen, d. h. die weiteren Vorsteu-
erkorrekturen sowie die Nachforderung auf den geschätzten "WIR-Er-
lösen", beanstandet werden, mangelt es jedoch gänzlich an einer Be-
gründung. In  diesem Umfang ist  –  insbesondere auch unter  Berück-
sichtigung der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin anwaltlich ver-
treten ist – auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

8.
Dem Gesagten zufolge ist  die Beschwerde im Umfang von gerundet 
Fr. 5'755.-- gutzuheissen und der vorinstanzliche Einspracheentscheid 
im selben Umfang aufzuheben. Im Übrigen ist die Beschwerde abzu-
weisen, soweit darauf einzutreten ist. Da die Beschwerdeführerin nur 
zu einem sehr geringfügigen Teil obsiegt, rechtfertigt es sich nicht, die 
Verfahrenskosten zu ermässigen. Als  im Wesentlichen unterliegende 
Partei  sind  ihr  die  Kosten  in  Höhe  von  Fr. 4'000.--  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in 
gleicher Höhe zu verrechnen. Aus demselben Grund ist auch von der 

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Zusprechung einer Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin zu 
verzichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Umfang von Fr. 5'755.-- gutgeheissen und der 
vorinstanzliche  Einspracheentscheid  im  selben  Umfang  aufgehoben. 
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutre-
ten ist. 

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'000.-- verrechnet. 

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

Seite 37

A-1562/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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