# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c14d75b-dc08-5c7f-a5e7-c8c90f4f7120
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 30.04.2024 DB.2023.157
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_DB-2023-157_2024-04-30.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 
 
 
 

Entscheid 
 
 

 30. April 2024 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter Marc Gerber, Steuerrichter 
Christian Griesser und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
1. A,   

 
2. B,   

 
 Beschwerdeführer/ 
 Rekurrenten,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
Kanton Zür ich ,   
 Beschwerde-/ 
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt, Zürich Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

 
 
 

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2020 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2020 
 
 

- 2 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. A (nachfolgend der Pflichtige), Jg. 194X, ist mit 50 Namenaktien Alleinaktio-

när und einziger Verwaltungsrat der A Treuhand AG (im Kanton D). Die am XX.XX.199X 

gegründete Gesellschaft bezweckt die Ausübung von treuhänderischen Tätigkeiten aller 

Art, insb. Buchführungen und Unternehmensberatung. Bereits per Ende 2014 hatte der 

Pflichtige bei der A Treuhand AG eine Darlehensschuld von Fr. 716'320.- offen, die sich 

danach sukzessive auf Fr. 1'020'511.- per Ende 2020 erhöhte.  

 

 Der Pflichtige und seine Ehegattin B (zusammen die Pflichtigen) deklarierten in 

ihrer Steuererklärung 2020 vom 3. Dezember 2021 bei der direkten Bundessteuer ein 

steuerbares Einkommen von Fr. 93'300.-. Bei den Staats- und Gemeindesteuern dekla-

rierten sie ebenfalls ein steuerbares Einkommen von Fr. 93'300.- sowie ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 0.-. 

 

 Am 12. Dezember 2022 wurden die Pflichtigen mittels Auflage des kantonalen 

Steueramts dazu aufgefordert, zwecks Abklärung der Qualifizierung des Darlehens über 

Fr. 1'020'511.- von der A Treuhand AG diverse Unterlagen einzureichen (deren Bilanz 

und Erfolgsrechnung für die Jahre 2015 bis 2021; Kontoblätter zum Konto "kurzfristige 

Forderungen Aktionäre [Darlehen]" für die Jahre 2015 bis 2021; Darlehensvertrag und 

Rückzahlungsverpflichtung) und Ausführungen dazu zu machen, ob allenfalls in der Zwi-

schenzeit eine vollständige oder teilweise Rückzahlung erfolgt sei bzw. wie das Darlehen 

zurückbezahlt werden solle. 

 

 Am 16. Januar 2023 teilte der Pflichtige per E-Mail mit, dass kein Darlehensver-

trag zwischen ihm und der A Treuhand AG bestehe und das Darlehen bis dato nicht 

zurückbezahlt worden sei. Er gedenke aber, das Darlehen ab dem Geschäftsjahr 2022 

mittels Dividenden abzubauen, da die Ertragslage bei jährlich ca. Fr. 130'000.- verbleibe 

und er gesundheitlich hoffentlich noch jahrelang arbeiten könne. 

 

 Am 20. Januar 2023 reichten die Pflichtigen die verlangten Unterlagen schrift-

lich ein (Bilanzen, Erfolgsrechnungen und Kontoblätter für die Jahre 2015 bis 2020). 

 

 Mit Veranlagungsverfügung und Einschätzungsentscheid vom 1. Mai 2023 

wurde die Schuld über Fr. 1'020'511.- gegenüber der A Treuhand AG als simuliertes 

- 3 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

Darlehen qualifiziert. Gleichzeitig wurde eine Aufrechnung in dieser Höhe in Form einer 

verdeckten Gewinnausschüttung als Ertrag aus qualifizierter Beteiligung (d.h. 70% Teil-

besteuerung bei der direkten Bundessteuer und 50% Teilbesteuerung bei den Staats- 

und Gemeindesteuern) vorgenommen. Im Gegenzug wurden die Schulden um den Be-

trag von Fr. 1'020'511.- reduziert. Folglich wurden die Pflichtigen für die Steuerperiode 

2020 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 807’600.- (Direkte Bundessteuer) bzw. 

von Fr. 603'600.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 992'000.- (satzbestimmend 

Fr. 993'000.-, Staats- und Gemeindesteuern) veranlagt bzw. eingeschätzt. 

 

 

 B. Dagegen erhob der Pflichtige am 19. Mai 2023 Einsprache. Er machte darin 

geltend, dass er bis Ende 2023 praktisch sämtliche Schulden, die im Verlaufe seiner 

Scheidung und der Ausbildung seiner beiden Söhne sowie aus dem Auf und Ab der 

A Treuhand AG entstanden seien, getilgt habe. Grosse Mandate seien aufgrund Gene-

rationenwechsel verloren gegangen, dafür neue wieder hinzugekommen. Es sei ihm 

nichts anderes übrig geblieben, als mit den Honorareinnahmen der A Treuhand AG di-

rekt die eigenen "Löcher zu stopfen". Es sei nicht unwahrscheinlich, dass das Darlehen 

zurückbezahlt werden könne. Er erziele mit der A Treuhand AG weiterhin einen namhaf-

ten Umsatz und der Betriebsaufwand sei klein. Die Rückzahlung werde ab Sommer 2023 

mit jährlichen Dividendenausschüttungen über Fr. 80'000.- bis 100'000.- erfolgen. 

 

 Mittels Akteneinforderung vom 27. Juni 2023 verlangte der Steuerkommissär 

im Einspracheverfahren diverse weitere Unterlagen ein (detaillierter Abzahlungsplan mit 

Abzahlung bis Ende 2027; Aufstellung zu den voraussichtlichen Einkünften und Lebens-

haltungskosten der Steuerpflichtigen zwecks Plausibilisierung der Abzahlung, Ausfüh-

rungen dazu, wieso zukünftig von der A Treuhand AG jährliche Dividenden über 

Fr. 80'000.- bis Fr. 100'000.- erwartet würden, obwohl die Gewinne in den Vorjahren 

wesentlich tiefer gewesen seien sowie Ausführungen dazu, ob allenfalls irgendwelche 

Sicherheiten oder Garantien vorhanden seien, welche der A Treuhand AG die Rückzah-

lung des Darlehens absichern würden). 

 

 Darauf antwortete der Pflichtige mit Schreiben vom 12. September 2023, dass 

er hinter den verlangten Abzahlungsplan und Aufstellungen zu den voraussichtlichen 

Einkünften und Lebenshaltungskosten ein grosses Fragezeichen setze, da mit den be-

reits eingereichten Steuererklärungen alle Angaben über die Einkommen/Renten der 

Pflichtigen vorhanden seien. Wertschriften besitze er keine. Ab dem 1. Januar 2022 

- 4 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

käme noch ein Gehalt seiner Ehefrau von Fr. 16'800.- hinzu. Weiter beabsichtige er, in 

Zukunft jährlich rund Fr. 100'000.- an Dividenden zu deklarieren, was mit dem Umsatz 

der A Treuhand AG möglich sei. Zudem führte der Pflichtige aus, dass keine Sicherhei-

ten vorhanden seien, da er sonst seine Finanzmisere besser gelöst hätte. 

 

 Mit Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2023 wies das kantonale Steueramt 

die Einsprache ab. Es führte dazu aus, dass sechs der sieben Kriterien, welche das 

Bundesgericht für die Qualifikation eines Aktionärsdarlehens als geldwerte Leistung auf-

gestellt habe, erfüllt seien. Das einzige Kriterium, welches nicht erfüllt sei, sei die Abde-

ckung von Darlehensgewährungen durch den Gesellschaftszweck der A Treuhand AG 

(Tätigen von Finanz- und Anlagegeschäften). Hingegen sei es undenkbar, dass eine 

seriös wirtschaftende Gesellschaft einem unabhängigen Dritten ohne Darlehensvertrag, 

ohne Sicherheiten, ohne genügend Bonität des Dritten und ohne die Darlehenszinsen 

auch effektiv zu vereinnahmen, ein Darlehen über mehr als Fr. 1 Mio. und damit in der 

Höhe von 99.79% der eigenen Aktiven, was ein Klumpenrisiko darstelle, gewährt hätte. 

Der Grund für die Gewährung dieses Darlehens habe somit in der Stellung des Pflichti-

gen als Alleinaktionär der A Treuhand AG gelegen. Im Jahr 2018 habe die A Treuhand 

AG einen Gewinn von Fr. 54'958.-, im Jahr 2019 von Fr. 56'501 und im Jahr 2020 von 

Fr. 70'587.- erzielt. Es sei nicht ersichtlich, wie neben den Lebenshaltungskosten und 

Steuern in absehbarer Zeit ausreichend Dividenden eingenommen werden könnten, um 

die Schuld zurückzahlen zu können. Gegen die Rückzahlung der Schuld spreche zudem, 

dass der (in der streitbetroffenen Steuerperiode über 70-jährige) Pflichtige über zehn 

Jahre lang Dividenden von jährlich mehr als Fr. 100'000.- generieren müsste, bis die 

Schuld zurückbezahlt sei. Im Jahr 2032 wäre er dann bereits (weit) über 80 Jahre alt und 

gemäss der allgemeinen Lebenserfahrung seien Personen in diesem Alter nicht mehr 

derart leistungsfähig. Insgesamt sei damit erstellt, dass die A Treuhand AG nicht mehr 

ernsthaft mit der Rückzahlung der Darlehensschuld rechnen könne. Die Liegenschaft in 

C stehe zudem im Alleineigentum der Ehegattin. 

 

 

 C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 7. November 2023 beantragen die Pflich-

tigen sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids und stattdessen eine Be-

steuerung gemäss der (ursprünglichen) Selbstdeklaration. Aus Sicht der A Treuhand AG 

liege im vorliegenden Fall durch die Darlehensgewährung keine steuerbare geldwerte 

Leistung der Gesellschaft an ihren Aktionär vor. Dies gehe aus der in Rechtskraft er-

wachsenen Veranlagungsverfügung der A Treuhand AG vom 9. Dezember 2021 der 

- 5 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

kantonalen Steuerverwaltung D mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 70'587.- und 

einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 990'207.- klar hervor. Die am 11. Juli 2023 von 

der Steuerverwaltung des Kantons D zugestellte Wertschriftenbewertung zeige per 

31. Dezember 2020 einen Vermögenssteuerwert für die A Treuhand AG von 

Fr. 907'961.06. Die Gewährung eines zinslosen Darlehens von Fr. 160'000.- durch E 

zeige, dass die Bonität des Pflichtigen gegeben sei. Der Hinweis auf das Alter des Pflich-

tigen im Jahr 2032, welches ihm die Rückzahlungsfähigkeit abspreche, sei zudem dis-

kriminierend und entbehre jeglicher rechtlichen Grundlage. Der (mutmassliche) Ver-

kehrswert der Liegenschaft liege deutlich über dem Steuerwert von Fr. 1'069'000.-. Im 

Verhältnis dazu sei die Hypothekarbelastung tief. Die Steuerbehörde habe nicht (lange 

genug) zugewartet, bis sich die angeführten Indizien zu einem eindeutigen Beweis für 

ein simuliertes Darlehen verdichtet hätten. Die Pflichtigen könnten glaubhaft darlegen, 

dass eine Amortisation der Darlehensschuld mit den erwarteten Substanzdividenden-

Ausschüttungen im Verlaufe der nächsten zehn Jahre möglich sei. Die daraus resultie-

renden Steuerfolgen (insb. Verrechnungssteuer und Einkommenssteuer beim Pflichti-

gen) könnten in den nächsten Jahren mit den durch die A Treuhand AG generierten 

Umsätzen und liquiden Mitteln problemlos beglichen werden. 

 

 Am 10. April 2024 reichte der Pflichtige die in der Rechtsmitteleingabe vom 

7. November 2023 erwähnten Beilagen nach. 

 

 Auf die Parteiausführungen wird – soweit rechtserheblich – in den nachstehen-

den Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

- 6 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) und § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom 

8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-

denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratis-ak-

tien und geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art. Zu den letztgenannten Leistun-

gen gehören namentlich auch offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie 

Zuwendungen von Gesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehende 

Dritte, die einem Aussenstehenden nicht oder zumindest nicht in gleichem Masse ge-

währt würden (BGr, 15. November 2022, 2C_716/2022, E. 6.1).  

 

 Solche geldwerten Leistungen sind nach der Rechtsprechung immer dann an-

zunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung er-

hält, (b) der Aktionär bzw. Anteilsinhaber direkt oder indirekt (z.B. über eine ihm nahe-

stehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der einem Dritten unter 

gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung also insofern unge-

wöhnlich ist, und (c) der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkenn-

bar war (vgl. BGE 144 II 427 E. 6.1; BGE 119 Ib 116 E. 2; BGE 115 Ib 274 E. 9b;  

ASA 69, 202 E. 2; je mit weiteren Hinweisen). Der Grund solcher Vorteilszuwendungen 

liegt nicht in der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. 

Mit der Ausrichtung von geldwerten Vorteilen kommt die Gesellschaft nicht geschäftli-

chen Verpflichtungen nach, sondern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Gesellschafter 

(Markus Reich, Verdeckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, 

ASA 54, 621 f.). 

 

 Ob eine Leistung der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten ge-

rade wegen dieser Eigenschaft erfolgt ist und einem Dritten nicht erbracht worden wäre, 

bestimmt sich danach, ob die Leistung ungewöhnlich ist und sich mit einem sachgemäs-

sen Geschäftsgebaren nicht vereinbaren lässt, sprich als geschäftsmässig nicht begrün-

det erscheint (BGE 140 II 88 E. 4.1; BGE 138 II 57 E. 2.2; BGE 113 Ib 23 E. 2c). Anzu-

stellen ist dazu ein Drittvergleich. Dabei sind in jedem Einzelfall alle konkreten Umstände 

des zwischen der Gesellschaft und dem Anteilseigner abgeschlossenen Geschäfts zu 

berücksichtigen und es muss davon ausgehend bestimmt werden, ob das Geschäft in 

gleicher Weise mit einer der Gesellschaft nicht verbundenen Person auch 

- 7 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

abgeschlossen worden wäre (BGr, 10. November 2000 = StE 2001 B 24.4 Nr. 58 und 

ASA 66, 554 und 559). 

 

 b) Eine verdeckte Gewinnausschüttung wird insbesondere angenommen, wenn 

eine Gesellschaft einer nahestehenden Person ohne betrieblichen Grund ein Darlehen 

gewährt, im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung allenfalls dereinst verzichten zu müs-

sen. Unter solchen Umständen erscheint das hingegebene Darlehen als simuliertes, un-

gültiges Rechtsgeschäft (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Handkommentar zum DBG, 

4. A., 2023, Art. 20 N 163 ff. DBG und Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum 

Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 20 N 174 ff. StG). Als Kriterien für eine Simulation 

fallen u.a. in Betracht: die Höhe der Darlehenssumme im Verhältnis zu den eigenen Mit-

teln des Darlehensnehmers, die Nichtbezahlung der Darlehenszinsen bzw. deren Zu-

schlag zum Kapital, der fehlende Zusammenhang zwischen der Gewährung des Darle-

hens und dem statutarischen Zweck der darlehensgebenden Gesellschaft, die 

Verwendung des Darlehens für private Lebenshaltungskosten, die fehlende Bonität des 

Schuldners, das Fehlen von Sicherheiten und von Bestimmungen über die Rückzahlung 

des Darlehens, die tatsächlich fehlende Rückzahlung, die laufende Erhöhung der 

Schuldsumme, fehlende Dividendenzahlungen bzw. Gewinnausschüttungen, das Feh-

len eines schriftlichen Darlehensvertrags und ein Klumpenrisiko (übermässig hohes Dar-

lehen im Vergleich zu den übrigen Aktiven) bei der darlehensgebenden Gesellschaft 

(BGE 138 II 57 E. 3.2; vgl. BGr, 30. April 2002 = StE 2002 B 24.4 Nr. 67, E. 3.2.1 und 

27. Januar 2003 = ASA 72, 736, E. 2.2; Peter Locher, Kommentar zum DBG, II. Teil, 

2 A., 2022, Art. 58 N 111 ff. DBG). Als Indizien werden in der Praxis auch eine übermäs-

sige Laufzeit des Darlehens und extreme Bilanzverhältnisse der Darlehensgeberin (z.B. 

dass das Darlehen durch die vorhandenen Mittel der Gesellschaft nicht [mehr] abgedeckt 

werden kann) genannt. 

 

 Alle vorgenannten Elemente stellen freilich bloss Teile der erforderlichen 

Gesamtbetrachtung des Einzelfalls dar und es darf mithin nicht ein Aspekt zum alles 

entscheidenden Kriterium erhoben werden (BGr, 23. August 2007, 2C_72/2007). Diese 

Gesamtbetrachtung hat grundsätzlich im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bzw. der 

Hingabe des Darlehensbetrags zu erfolgen; spätere Entwicklungen können nur insoweit 

berücksichtigt werden, als sie zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt oder zumindest ab-

sehbar waren (BGr, 3. Februar 1995 = ASA 64, 641 und 646). 

 

- 8 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

 c) Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, ist die steuerliche Gewinnkor-

rektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem sich 

der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976 Nr. 47). 

Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt im Ergebnis von Anfang an als 

simuliert erweist. Hierbei hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei der leis-

tenden Gesellschaft erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichtigung bzw. Ab-

schreibung auf dem Guthaben zu erfolgen (StE 1989 B 24.4 Nr. 17, mit Hinweisen; StRK 

I, 7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte 

Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-

rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50). Dies gilt auch für Dar-

lehen der Gesellschaft an ihren Anteilseigner oder diesem nahestehende Personen. Bei 

von Anbeginn an simulierten Darlehen fliesst die verdeckte Gewinnausschüttung dem-

entsprechend bereits bei der Darlehenshingabe zu (StRK I, 27. August 1992 = StE 1993 

B 24.4 Nr. 32; ASA 53, 54 und 64 f.). Wird das Darlehen erst im Lauf der Zeit uneinbring-

lich, weil sich die finanzielle Lage des nahestehenden Schuldners erst allmählich ver-

schlechtert, ist das Darlehen beim Borger im Zeitpunkt und in dem Umfang als verdeckte 

Gewinnausschüttung aufzurechnen, in welchem sich die Uneinbringlichkeit objektiv ver-

wirklicht hat (vgl. BGE 138 II 57 E. 5.2.2; StRK I, 4. Mai 1995, I 87/1994, 17. April 1997, 

I 65/1996 sowie VGr, 28. August 1996, SB.95.00043). Möglich ist sodann auch, dass die 

Simulation erst bei einer Darlehenserhöhung zu Tage tritt; diese Konstellation betrifft 

namentlich Fälle von Kontokorrentkrediten der Gesellschafter, welche in quantitativer 

Hinsicht das Mass der geschäftlichen Begründetheit überschreiten (vgl. StRG, 27. Ja-

nuar 2012, 1 DB.2010.273/ 1 ST.2010.373). 

 

 d) Die zivilrechtliche Rechtsfolge, dass das simulierte Rechtsgeschäft als un-

gültig, das verdeckte Rechtsgeschäft hingegen (unter Vorbehalt der Einhaltung allfälliger 

Formerfordernisse) als verbindlich zu würdigen ist, gilt auch für das Steuerrecht 

(RB 2002 Nr. 92). Ein simuliertes Darlehen stellt somit einerseits beim empfangenden 

Gesellschafter eine steuerrechtlich aufzurechnende geldwerte Leistung (Beteiligungser-

trag) dar und andererseits wird bei der Vermögenssteuer die Schuld beim Gesellschafter 

nicht mehr zum Abzug zugelassen. 

 

 e) Macht die Steuerbehörde geltend, ein Darlehen sei simuliert, hat sie aufgrund 

ihrer Untersuchungen den steuerbegründenden Tatbestand der Simulation aufzuzeigen, 

mithin darzutun, dass eine Leistung der Gesellschaft ganz oder teilweise nicht geschäfts-

mässig begründet sein kann (vgl. StE 1990 B 24.4 Nr. 25). Dabei dürfen die 

- 9 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

Anforderungen an den Nachweis der Steuerbehörde naturgemäss nicht allzu hoch an-

gesetzt werden. Es genügt vielmehr, dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft 

macht bzw. dass sich dieser in sachgemässer Würdigung der Verhältnisse als sehr 

wahrscheinlich erweist. In diesem Fall obliegt es alsdann der Gesellschaft bzw. dem 

begünstigten Anteilsinhaber, die Vermutung zu entkräften und den Gegenbeweis für die 

geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung zu erbringen. Die Begünsti-

gungsabsicht des Leistungserbringers darf bei alledem in der Regel ohne besonderen 

Nachweis der Steuerbehörden vorausgesetzt werden. Geldwerte Vorteile werden beim 

steuerpflichtigen Anteilsinhaber aufgerechnet, weshalb die Beweislast hinsichtlich dieser 

steuerbegründenden resp. -erhöhenden Tatsache bei der Veranlagungsbehörde liegt. 

Die Veranlagungsbehörde muss mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon 

überzeugt sein, dass die Kapitalgesellschaft eine geldwerte Leistung zugunsten des An-

teilsinhabers erbracht hat. Die erforderliche Überzeugung kann auf Indizien beruhen und 

bedingt keinen direkten Beweis (BGr, 26. März 2024, 9C_592/2023 E. 3.2.2.). 

 

 f) Dem geldwerten Vorteil auf der Ebene des Beteiligungsberechtigten (Art. 20 

Abs. 1 lit. c DBG; § 20 Abs. 1 lit. c StG) entspricht grundsätzlich eine geldwerte Leistung 

auf der Ebene der Gesellschaft (Art. 58 Abs. 1 lit. b fünftes Lemma DBG; § 64 Abs. 2 

lit. e StG, sog. Zweidimensionaler Sachverhalt). Haben die Steuerbehörden im Rahmen 

der (gewinnsteuerlichen) Veranlagung der Gesellschaft festgestellt, dass diese eine ver-

deckte Gewinnausschüttung an einen Beteiligungsinhaber vorgenommen hat, dürfen sie 

nach der Rechtsprechung im Rahmen der (einkommenssteuerlichen) Veranlagung des 

Beteiligungsinhabers zwar vermuten, dass diese geldwerte Leistung dem Beteiligungs-

inhaber oder einer diesem nahestehenden Drittperson zugeflossen ist und deshalb der 

Einkommenssteuer untersteht. Die von der Gesellschaft vorgenommene verdeckte Ge-

winnausschüttung begründet ein gewichtiges Indiz dafür, dass bei der Beurteilung der 

geldwerten Leistung im Rahmen der Veranlagung des Beteiligungsinhabers zu berück-

sichtigen ist (BGr, 7. Dezember 2021, 2C_719/2021, E. 3.2.1.). Zu zweidimensionalen 

Sachverhalten hat das Bundesgericht indes wiederholt festgestellt, dass auf Ebene des 

Anteilsinhabers kein eigentlicher Aufrechnungsautomatismus besteht. Insbesondere fol-

gen Bestand, Qualifikation und Höhe einer Aufrechnung auf Ebene der Gesellschaft ei-

nerseits und des Anteilsinhabers anderseits einer jeweils eigenen Logik. Eine erneute 

rechtliche Beurteilung auf der Ebene des Anteilinhabers ist unerlässlich, zumal es sich 

bei der Gesellschaft und der an ihr beteiligten Person – trotz gesellschaftsrechtlicher 

Verbundenheit – um zwei voneinander vollständig unabhängige Rechts- und Steuersub-

jekte handelt (BGr, 14. März 2024, 9C_5/2023 E. 5.2.2.1. m.H.). Lässt sich eine 

- 10 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

Aufrechnung von geldwerten Leistungen nicht auf eine rechtskräftige Veranlagung der 

juristischen Person stützen, hat die Steuerbehörde die geldwerte Leistung der Gesell-

schaft an die ihr nahestehende Person nachzuweisen (BGr, 14. März 2024, 9C_5/2023 

E. 5.2.2.2.). Ein Gesellschafter hat indes nachzuweisen, wieso auf seiner Ebene eine 

Aufrechnung unterbleiben sollte, sofern eine solche auf Ebene der Gesellschaft bundes-

rechtskonform vorzunehmen wäre (BGr, 11. November 2019, 2C_32+35/2018, 

E. 3.3.3.).  

 

 

 2. a) Das Steuerrekursgericht hatte schon mehrfach Fälle von simulierten Dar-

lehen zu entscheiden, so z.B. im Entscheid 2 DB.2019.114 / 2 ST.2019.147 vom 28. Ja-

nuar 2020. Dort beurteilte es die Erhöhung eines Kontokorrentkredits einer damals 70-

jährigen Alleinaktionärin durch ihre AG von rund Fr. 300'000.- auf rund Fr. 445'000.- als 

simuliertes Darlehen und ging dabei (bereits) bei einem Darlehen in der Grössenordnung 

von 53% bzw. 61% aller Aktiven von einem Klumpenrisiko aus (E. 3a und 3b). 

 

 Auch das vorliegende Darlehen der A Treuhand AG an den Pflichtigen erfüllt 

die Kriterien, welche für ein simuliertes Darlehen sprechen: Das Darlehen ist unbefristet, 

es wurden keine finanziellen Sicherheiten geleistet und die Darlehenssumme hat sich 

zumindest ab dem Jahr 2014 laufend erhöht. Es fehlt ein schriftlicher Darlehensvertrag, 

die Darlehenszinsen wurden nicht bezahlt, sondern zum Kapital geschlagen und bei der 

Darlehensgeberin besteht mittlerweile ein immenses Klumpenrisiko (99,79% aller Akti-

ven Ende 2020 bestehen aus der damals mittlerweile siebenstelligen Darlehensforde-

rung von Fr. 1'020'551.-). Bei dieser mehr als prekären Ausgangslage ist daher nicht von 

Belang, dass die A Treuhand AG passivseitig ein Eigenkapital von Fr. 990'208.43 

(96,83% der Passiven) ausweist, das mit Fr. 844'421.37 primär aus Gewinnvorträgen 

(82,57% der Passiven) geäufnet wurde. Die Darlehensschuld des Pflichtigen stieg zu-

dem kontinuierlich an von Fr. 716'320.- per Ende 2014 bis auf Fr. 1'020'511.- per Ende 

2020, was einer Erhöhung um Fr. 304'191.- bzw. 42.5% entspricht. Das Darlehen er-

höhte sich m.a.W. sechs Jahre lang stetig um durchschnittlich etwa Fr. 50'000.- und es 

wurde mutmasslich vorher schon während mehrerer Jahre angehäuft. Hinzu kommt, 

dass das Darlehen gemäss E-Mail des Pflichtigen auch Mitte Januar 2023 weiterhin aus-

stehend war. Ein wirklicher Rückzahlungswille war über all die Jahre also nicht ersicht-

lich. Dies obwohl die laufenden Erhöhungen firmenseitig jeweils im Konto "Kurzfristige 

Forderungen Aktionäre" verbucht wurden.  

 

- 11 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

 Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der Pflichtige mittlerweile wieder-

holt den Willen geäussert hat, die Verbindlichkeiten mittels Verrechnung mit Dividenden-

ausschüttungen an die A Treuhand AG zurück zu zahlen. Denn die gebotene Gesamt-

betrachtung hat grundsätzlich aus der Sicht im Zeitpunkt der Hingabe des 

Darlehensbetrags zu erfolgen. Spätere Entwicklungen sind nicht zu berücksichtigen, 

wenn sie soweit erkennbar allein darauf gründen, der von der Steuerbehörde vermuteten 

Darlehenssimulation im Rahmen der diesbezüglichen Untersuchung durch nachträgliche 

Dispositionen entgegenzuwirken. Soweit ersichtlich hat der Pflichtige erst aufgrund der 

Untersuchung im streitbetroffenen Steuerverfahren mit E-Mail vom 16. Januar 2023 erst-

mals einen Rückzahlungswillen bekundet. Es ist auch nicht erkennbar, dass er vor den 

Untersuchungshandlungen der Steuerbehörde Rückzahlungsbemühungen unternom-

men hätte. Vor diesem Hintergrund erscheint es bereits als grosszügig, dass das kanto-

nale Steueramt die Pflichtigen mit Auflage vom 27. Juni 2023 noch zur Einreichung eines 

detaillierten Abzahlungsplanes bis Ende 2027 aufforderte. Es ist fraglich, ob ein unab-

hängiger Dritter als Darlehensgeber in dieser Konstellation einen Zahlungsaufschub von 

etwa 4,5 Jahren gewährt hätte. Da der Pflichtige eine vollständige Tilgung des Darlehens 

aber ohnehin erst bis 2032 (wenn er notabene bereits 8X Jahre alt sein würde) in Aus-

sicht stellt, ist die Laufzeit der Darlehensgewährung umso mehr als übermässig lang und 

nicht mehr drittvergleichskonform zu beurteilen.  

 

 b) Was die Pflichtigen gegen die Qualifizierung als simuliertes Darlehen ein-

wenden, ist nicht stichhaltig: Zwar wurde das Darlehen bis Ende 2020 von der A Treu-

hand AG weder wertberichtigt noch abgeschrieben. Massgeblich sind indes die nach 

den zwingenden Vorschriften des Handelsrechts zu führenden Bücher. Steuerrechtlich 

wird der wirtschaftliche Sachverhalt mithin so beurteilt, wie er nach den Vorschriften des 

Handelsrechts in den Geschäftsbüchern dargestellt werden muss und nicht so, wie er in 

einer konkreten Bilanz allenfalls pflichtwidrig dargestellt worden ist (Brülisauer/Mühle-

mann, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 58 N 12 DBG). Das Massgeblichkeitsprinzip hindert die 

Steuerbehörden nicht, einen Vorgang abweichend von der Jahresrechnung als erfolgs-

wirksam einzustufen und der steuerpflichtigen Person einen Gewinn aufzurechnen (BGr, 

3. Juli 2018, 2C_322/2017, E. 4.2.1). Dies umso weniger, wenn wie vorliegend mit 

Art. 58 Abs. 1 lit. b fünftes Lemma DBG bzw. § 64 Abs. 2 lit. e StG steuerliche Korrek-

turnormen greifen. Deshalb kann eine Aufrechnung auf Ebene des Anteilsinhabers auch 

dann erfolgen, wenn eine solche – wie in casu – auf Ebene der (ausserkantonalen) 

- 12 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

Gesellschaft (noch) nicht stattfand, aber (durch die ausserkantonale Steuerbehörde) ei-

gentlich hätte erfolgen müssen (vgl. Erw. 1f sowie BGr, 14. März 2024, 9C_5/2023 

E. 5.2.2.). 

 

 c) Was das Darlehen von E von Fr. 1XX'000.- an den Pflichtigen anbelangt, liegt 

die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um einen Verwandten des Pflichtigen handelt. 

Dies zumal auf eine Verzinsung des Darlehens verzichtet wurde, was unter unabhängi-

gen Dritten die Ausnahme darstellen dürfte. Aus dem Schuldenverzeichnis zur Steuer-

erklärung 2019 erhellt zudem, dass mit diesem Darlehen Bankschulden abgelöst, aber 

eben nicht beglichen wurden.  

 

 d) Betreffend möglicher Sicherheiten des Pflichtigen ist weiter zu sagen, dass 

die Liegenschaft in C unbestritten nicht als solche dient, da diese im Alleineigentum der 

Ehefrau des Pflichtigen steht. Auch ist letztere keine Bürgschaft für die Rückzahlung des 

Darlehens eingegangen. Der Pflichtige selber wiederum besitzt keine Liegenschaft, wel-

che er zwecks Tilgung seiner Darlehensschuld veräussern könnte. Die angeblich nam-

hafte Beteiligung am Kaufpreis der Liegenschaft mittels Darlehen von Fr. 400'000.- im 

Jahr 2010 an seine jetzige Frau wird überdies nicht belegt, so dass auch unklar bleibt, 

wie hoch ein allfälliger güterrechtlicher Anspruch rein obligatorischer Natur auf den Ver-

kaufserlös der Liegenschaft tatsächlich ausfallen würde. Bei solch ungewissen Verhält-

nissen würde eine unabhängige Drittperson nicht von einer genügenden Sicherheit für 

eine Darlehensgewährung in der vorliegenden Höhe von über Fr. 1 Mio. ausgehen. 

 

 e) Der Vergleich zwischen den Wertschriftenbewertungen 2020 und 2021 des 

Kantons D vom 11. Juli 2023 lässt ferner darauf schliessen, dass die A Treuhand AG im 

Jahr 2021 einen Gewinn von "nur" Fr. 50'000.- (Bilanzgewinn von Fr. 965'007.- ./. Bi-

lanzgewinn von Fr. 915'007.-) erzielt hatte oder ein solcher geschätzt wurde anstelle des 

vom Pflichtigen prognostizierten Gewinns von jährlich Fr. 70'000.-. Ein solcher Gewinn 

wurde in den sieben Geschäftsjahren 2014-2020 im Übrigen nur zwei Mal erreicht bzw. 

übertroffen (2020 und 2014), ansonsten bewegten sich die Gewinne zwischen 

Fr. 49'811.- und Fr. 56'501.-. Zumal auch der Umsatz im Jahr 2020 mit Fr. 116'364.- nur 

noch 36% von demjenigen des Jahres 2014 (Fr. 453'962.-) betrug, dürften die Gewinn-

prognosen des Pflichtigen für die A Treuhand AG – in Unkenntnis über deren Auftrags-

bücher und Kundenstamm – vermutlich eher etwas zu optimistisch angesetzt sein. 

 

- 13 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

 f) Es zeigt sich, dass nebst dem Rückzahlungswillen (vgl. E. 2a) auch die Rück-

zahlungsfähigkeit des Pflichtigen mangels ausreichendem Vermögen und ausreichen-

der Einkünfte in absehbarer Zeit zu verneinen ist. Insgesamt erweist sich damit der 

Schluss des kantonalen Steueramts, dass von einem simulierten Darlehen und damit 

von einer verdeckten Gewinnausschüttung an den Pflichtigen auszugehen ist, als zutref-

fend. Im Übrigen wären die in der Steuererklärung 2020 betreffend dieses Darlehen de-

klarierten Schuldzinsen von Fr. 2'457.- ebenfalls noch aufzurechnen gewesen, worauf 

aber vorliegend wegen Geringfügigkeit zu verzichten ist. 

 

 

 3. a) Zu klären ist damit noch, ab wann dieses Darlehen als simuliert zu gelten 

hat, wodurch sich auch der Zeitpunkt bestimmt, in dem der Zufluss einer geldwerten 

Leistung beim Inhaber der Beteiligungsrechte anzunehmen ist. Dieses war in absoluten 

und relativen (% der Aktivseite) Zahlen schon vor der hier zu beurteilenden Steuerperi-

ode in einer Grössenordnung, welche die Annahme eines simulierten Darlehens nahe-

legte. Fraglich ist daher, ob man schon bei den ebenfalls nicht unbeachtlichen Darle-

henserhöhungen in den Steuerperioden 2015-2019 zum selben Schluss hätte gelangen 

sollen. Es ist wohl davon auszugehen, dass der Pflichtige den Zeitpunkt des steuerlichen 

Zugriffs auf dieses Einkommen möglichst lange hinausschieben bzw. gar gänzlich ver-

meiden wollte. Somit ist nicht willkürlich, wenn das kantonale Steueramt den Selbstde-

klarationen des Pflichtigen bis und mit Steuerperiode 2019 noch entsprach, um nun den 

Zufluss der geldwerten Leistung in der Steuerperiode 2020 anzunehmen und diesen auf 

Fr. 1'020'511.- zu beziffern. Eine solche Würdigung durch die Steuerbehörden verstösst 

auch nicht gegen einkommenssteuerrechtliche Besteuerungsprinzipien wie das Realisa-

tions- oder das Periodizitätsprinzip bzw. würde eine Berufung darauf – die hier ohnehin 

nicht vorliegt – als treuwidrig erscheinen lassen, zumal noch keine (ausserkantonale) 

Aufrechnung auf Ebene der Gesellschaft erfolgte (vgl. BGr, 23. Dezember 2008, 

2C_461/2008, E. 3.2 f.). Davon abgesehen war es der Steuerbehörde unbenommen, mit 

der Annahme einer Simulation zuzuwarten, bis die Indizien sich zu einem klareren Bild 

verdichteten (BGE 138 II 57 E. 5.2.2). 

 

 b) Den jetzt eintretenden Progressionsnachteil hätte der Pflichtige überdies 

durch marktgerechte Lohnauszahlungen (dazu sogleich) oder jährliche Dividendenaus-

schüttungen abmildern bzw. vermeiden können. Zudem profitieren die Pflichtigen bei der 

hier angenommenen Qualifikation als verdeckte Gewinnausschüttung immerhin davon, 

dass diese als Ertrag aus qualifizierten Beteiligungen im Gegensatz lediglich zu 70% 

- 14 - 
 
 
 

2 DB.2023.157 
2 ST.2023.217 

(Bundessteuern, Art. 20 Abs. 1bis DBG) bzw. zu 50% (Staats- und Gemeindesteuern, 

§ 20 Abs. 4 StG) besteuert wird (und so auch keine Sozialabgaben geschuldet sind). 

Dies obwohl die Darlehenserhöhungen genau betrachtet in erheblichen Umfang Lohn-

charakter aufweisen, denn der Pflichtige stellte der A Treuhand AG seine Arbeitskraft 

und sein Know-How im Treuhandwesen kaum in einem Minimalpensum, sondern um-

fassend zur Verfügung. Er zahlte sich aber mit Fr. 16'800.- (davon Fr. 7'680.- Privatanteil 

Auto) jeweils lediglich genau denjenigen Betrag als Lohn aus, der als Freibetrag für 

Arbeitnehmende im Rentenalter gilt, auf dem keine AHV-Beiträge zu zahlen sind 

(Art. 6quater Abs. 1 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung 

[AHVV]). Angemerkt sei noch, dass gemäss dem Pflichtigen ein gleich hohes Gehalt ab 

dem 1. Januar 2022 auch seiner Ehefrau ausbezahlt worden sei. Ein unabhängiger Drit-

ter als einziger Angestellter mit Geschäftsführungsfunktion (und ohne gleichzeitige 

Alleinaktionärsstellung) in der Treuhandbranche dürfte einen solchen Lohn (jedenfalls 

vor Erreichen des AHV-Rentenalters) nicht als marktgerecht erachten, umso mehr, wenn 

ihm auch keine Dividenden ausgerichtet würden. 

 

 c) Simulierte Aktionärsdarlehen gelten ab dem Zeitpunkt ihrer Umqualifikation 

nicht mehr als abzugsfähige Schulden (E. 1d). Da das Darlehen an den Pflichtigen –wie 

gesehen – in der Steuerperiode 2020 als geldwerte Leistung zu besteuern ist, stellt die-

ses somit keine steuerlich abziehbare Schuld mehr da. Insofern erfolgte auch die Auf-

rechnung des Darlehens beim steuerbaren Vermögen der Pflichtigen zu Recht. 

 

 

 4. Aufgrund dieser Erwägungen sind die Rechtsmittel abzuweisen. Ausgangs-

gemäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 

DBG und § 151 Abs. 1 StG). 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

[…]