# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d20ef238-a94a-58c7-af26-01e429dc6a09
**Source:** Basel-Landschaft (entscheidsuche) (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.10.2025 715 25 180 (715 2025 180)
**Docket/Reference:** 715 25 180
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-25-180_2025-10-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 15. Oktober 2025 (715 25 180) 
 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung infolge unentschuldigten Fernbleibens an ei-
nem Beratungsgespräch nach bereits erfolgten Sanktionierungen wegen mangelnder Ar-
beitsbemühungen. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 KIGA Baselland, Bahnhofstrasse 32, 4133 Pratteln, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 

A. A.____ meldete sich am 28. Juli 2024 im Rahmen einer bereits laufenden Leistungsrah-
menfrist erneut zum Bezug von Leistungen mit Wirkung ab 1. September 2024 bei der Arbeitslo-
senversicherung an. Einem in der Folge auf den 20. März 2025 angesetzten Termin für ein Be-
ratungsgespräch blieb er ohne Abmeldung fern. Auf die noch gleichentags versandte Aufforde-
rung für eine Stellungnahme entschuldigte sich der Versicherte tags darauf am 21. März 2025 

 

 
 
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zusammengefasst dahingehend, dass er die Einladung zum Beratungstermin bedauerlicherweise 
übersehen habe. 

 
B. Das zuständige regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) erachtete diese Begrün-
dung für das Verpassen des Beratungsgesprächs vom 20. März 2025 als unzureichend und 
stellte den Versicherten mit Verfügung vom 24. März 2025 für die Dauer von neun Tagen in der 
Anspruchsberechtigung ein. Eine hiergegen am 17. März (recte: April) 2025 erhobene Einsprache 
des Versicherten wies das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) mit Entscheid 
vom 22. April 2025 ab. 

 
C. Hiergegen erhob der Versicherte am 19. Mai 2025 Beschwerde beim Kantonsgericht des 
Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte 
dessen Aufhebung. Eventualiter sei die Einstellungsdauer angemessen auf fünf bis sieben Tage 
zu reduzieren. Gemäss Einstellraster des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) sei bei einem 
erstmaligen unentschuldigten Versäumnis eines Beratungsgesprächs eine Einstellungsdauer von 
fünf bis acht Tagen angebracht. Das Übersehen einer E-Mail sei vor dem Hintergrund einer no-
torisch täglich hohen Durchmischung mit irrelevanten E-Mails plausibel und dürfe nicht einem 
fahrlässigen Verhalten gleichgesetzt werden. Namentlich würde die strittige Sanktion im berufli-
chen Kontext als unverhältnismässig gelten. Die Festlegung der Sanktionsdauer sei zwar mit zwei 
früheren Sanktionen begründet worden, jedoch fehle diesbezüglich eine qualifizierte Auseinan-
dersetzung mit deren Sachverhalt.  

 
D. Das KIGA schloss mit Vernehmlassung vom 28. Mai 2025 unter Hinweis auf die im Ein-
spracheentscheid getroffenen Erwägungen auf Abweisung der Beschwerde. Im Wissen um den 
Umstand, dass eine weitere Einladung zu einem Beratungsgespräch erfolgen werde, habe der 
Versicherte der mit Inca-Mail am 14. März 2025 versandten Aufforderung zum Beratungsge-
spräch während fünf Tagen keine Beachtung geschenkt. Diese Verhaltensweise lasse ein zumin-
dest vorübergehendes Desinteresse bezüglich der Pflichten gegenüber der Arbeitslosenversiche-
rung erkennen. Damit habe der Beschwerdeführerin in Kauf genommen, Informationen oder Ter-
mine zu verpassen.  

 
E. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 11. Juni 2025 wurde die 
Angelegenheit dem Präsidium zur Beurteilung überwiesen. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 
Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach 
Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung 

 

 
 
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über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 
31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person 
zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam der Beschwerdeführer 
seinen Kontrollpflichten im Kanton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als 
Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und 
örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzu-
treten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung So-zialver-
sicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.— 
durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
im Umfang von neun Tagen bei einem versicherten Verdienst von Fr. 8’750.— und einem Tag-
geldsatz von 70% (Kassen-Dok 104). Die massgebende Streitwertgrenze von Fr. 20'000.— wird 
damit nicht erreicht. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 
 

2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um ihre Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (sog. Schadenminderungspflicht). Ge-
mäss Art. 17 Abs. 2 AVIG hat sich die versicherte Person deshalb möglichst frühzeitig persönlich 
bei der Arbeitsvermittlung anzumelden und von da an die Kontrollvorschriften zu beachten. Diese 
umfassen insbesondere auch die Teilnahme an Beratungs- bzw. Kontrollgesprächen (Art. 17 
Abs. 3 lit. b AVIG), die mindestens alle zwei Monate stattzufinden haben (Art. 21 Abs. 1 AVIV). 
Dabei werden jeweils die Vermittlungsfähigkeit und der Umfang des anrechenbaren Arbeitsaus-
falls überprüft. Die versicherte Person hat jeweils sicherstellen, dass sie innerhalb eines Arbeits-
tages von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann (Art. 21 Abs. 3 AVIV). Art. 17 Abs. 3 
lit. b AVIG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 2 AVIV erteilt der zuständigen Amtsstelle die Kompe-
tenz, entsprechende Termine für die Beratungs- und Kontrollgespräche festzulegen. Zweck die-
ser Kontrolle ist einerseits die periodische Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen, nament-
lich der Vermittlungsfähigkeit der Arbeitslosen, andererseits deren persönliche Betreuung 
(THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli, Schweize-
risches Bundesverwaltungsrecht, Teil Soziale Sicherheit, 3. Auflage, Basel 2016, Rz 319 ff.).  
 
2.2 Das Beratungsgespräch hat zum Zweck, die versicherte Person dazu zu bringen, sich 
den Behörden zur Verfügung zu stellen, um die Vermittlungsfähigkeit abzuklären und zu fördern 
(GERHARD GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Bd. I [Art. 1-58], Bern/Stuttgart 1988, N 26 zu 
Art. 17). Die versicherte Person soll mithin eine professionelle Unterstützung bei der Arbeitssuche 
erhalten, um möglichst schnell wieder eine Stelle zu finden. Das Beratungsgespräch dient somit 
der Beendigung der Arbeitslosigkeit und lässt sich somit im Sinne der vorstehenden Ausführun-
gen unter Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG subsumieren. Art. 17 Abs. 3 lit. b AVIG versteht unter den 
Weisungen des Arbeitsamtes auch die Teilnahme an Besprechungen oder Orientierungsveran-
staltungen. Damit wird verdeutlicht, dass der Beratung und Betreuung eine entscheidende 

 

 
 
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Funktion für eine möglichst rasche Vermittlung der Versicherten zu kommt. Dieses Verständnis 
liegt auch Art. 21 ff. AVIV zugrunde.  
 
2.3 Verletzt die versicherte Person auf schuldhafte Weise eine Pflicht, welche im Zusam-
menhang mit ihrer Vermittlungsfähigkeit steht, wie namentlich die Kontrollvorschriften, ist sie 
durch die zuständige Behörde und abhängig von ihrem Verschulden für eine bestimmte Dauer in 
ihrer Anspruchsberechtigung einzustellen (Art. 17 AVIG i.V.m. Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG; 
NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 828 ff.; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberech-
tigung, Zürich 1998, S. 31 ff.). Diese Sanktion hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der 
Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person durch Einhaltung ihrer Schadensmin-
derungspflicht hätte vermeiden oder zumindest hätte vermindern können. Als Verwaltungssank-
tion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht 
(NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 828). 
 
2.4 Werden Kontrollvorschriften oder die Weisungen des RAV von der versicherten Person 
nicht befolgt, so ist diese gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG mithin nur dann in der Anspruchsbe-
rechtigung einzustellen, wenn sie sich für ihr Verhalten nicht entschuldigen kann. Wohl kommt 
den Beratungs- und Kontrollgesprächen eine wichtige Bedeutung zu. Davon hängt indessen nicht 
ab, ob und wie ein Fristversäumnis allenfalls zu ahnden ist. Vielmehr sind allfällige Einstelltage 
bloss dann angezeigt, wenn die Nichtbefolgung von Kontrollvorschriften oder Weisungen Konse-
quenzen bezüglich der Dauer der Arbeitslosigkeit hat (vgl. GERHARDS, a.a.O., N 29 zu Art. 30; 
CHOPARD, a.a.O., S. 87 und 146). Nach der Rechtsprechung liegt ein mit einer Einstellung zu 
sanktionierendes Verhalten deshalb insbesondere dann vor, wenn ein Termin aus Gleichgültig-
keit und Desinteresse verpasst wurde, nicht aber, wenn die versicherte Person ihren Termin irr-
tümlich oder zufolge einer Unaufmerksamkeit nicht eingehalten und durch ihr übriges Verhalten 
aufgezeigt hat, dass sie ihre Pflichten als Arbeitslose und Leistungsbezügerin nicht ernst nimmt 
(Urteil des Bundesgerichts vom 23. Juli 2009, 8C_543/2009, E. 2; ARV 2000 Nr. 21 S. 103 f., 
E. 3a mit Hinweisen). Ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Beratungsgesprächs stellt in 
diesem Zusammenhang insbesondere dann kein einstellungswürdiges Verhalten dar, wenn die 
versicherte Person während zwölf Monaten vor dem Nichteinhalten des Gesprächs ihren Pflich-
ten korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten von sich aus entschuldigt hat. Ein 
allfälliges früheres Verhalten ist dabei nicht zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 
18. Januar 2028, 8C_528/2018, E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2013, 
8C_697/2012, E. 2). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 193 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in 
Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu auf-
grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinrei-
chender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit 
weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt 
sind (vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi-
alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit zu fällen (HANS-ULRICH STAUFFER/BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die obligatorische 
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung, 3. Auflage, Zürich 2008, S. 146). Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Es 
ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Ge-
schehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 121 V 47 E. 2a). 
 
4. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer mit Inca-Mail vom 14. März 2025 
durch das RAV aufgefordert worden war, am 20. März 2025 zum Beratungsgespräch zu erschei-
nen (Kassen-Dok 61, 64). Ebenfalls ist unbestritten, dass er diese Termineinladung erhalten hat, 
dem Beratungsgespräch jedoch unentschuldigt ferngeblieben ist und sich auf Aufforderung des 
RAV hin vom 21. März 2025 in seiner Stellungnahme noch gleichentags dahingehend erklärt hat, 
dass er die Einladung leider übersehen habe, weil er den zuvor noch regelmässig überprüften 
Inca-Mails bedauerlicherweise kurzfristig weniger Beachtung als sonst geschenkt habe. Weil das 
Beratungsgespräch vom 13. Februar 2025 abgesagt worden und längere Zeit keine Kommunika-
tion mehr erfolgt sei, sei er zwar von einer baldigen Ankündigung für einen neuen Termin ausge-
gangen, habe sich dabei aber auf die Briefpost konzentriert. Dies sei zwar keine angemessene 
Entschuldigung für das fragliche Versäumnis. Er bedauere den Vorfall zutiefst, der unbeabsichtigt 
und einmalig gewesen sei (Kassen-Dok 51). Auch in seiner in der Folge erhobenen Einsprache 
vom 17. April 2025 hat der Versicherte vorgebracht, dass das Versäumnis ein bedauerliches Ver-
sehen gewesen sei. Dabei hat er angegeben, dass eine von ihm zuvor am 28. Dezember 2024 
an das RAV versandte E-Mail unbeantwortet geblieben sei. Dies habe möglicherweise zur allge-
meinen Unaufmerksamkeit im Mailverkehr beigetragen, wobei die Verantwortung für das Über-
sehen des hier fraglichen Termins jedoch selbstverständlich bei ihm liege. Nach der Kenntnis-
nahme des Versäumnisses habe er umgehend reagiert und bemühe sich, seinen arbeitslosen-
versicherungsrechtlichen Pflichten weiterhin zuverlässig nachzukommen. Da es sich um einen 
Einzelfall handle und er bisher stets pünktlich erschienen sei, bitte er darum, die Taggeldkürzung 
zu überdenken (Kassen-Dok 35).  
 
5.1 Zu prüfen ist, ob das Versäumnis des Beschwerdeführers, nicht am Beratungsgespräch 
vom 20. März 2025 teilgenommen zu haben, auf einem entschuldbaren Grund beruht. In seiner 
Beschwerde macht der Versicherte geltend, die von der Vorinstanz verhängte Sanktion sei un-
rechtmässig. Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass es sich bei dem fraglichen Versäum-
nis um ein erstmaliges Versehen gehandelt habe. Dieser Auffassung ist entgegen zu halten, dass 
der Versicherte den Akten zufolge mit Verfügungen des RAV vom 7. November 2023 und vom 
30. September 2024 bereits zweimal wegen mangelnder Arbeitsbemühungen für die Dauer von 
vier bzw. von zehn Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist (Kassen-Dok 39 
f., 115 f.). Vor dem Hintergrund des hier strittigen Versäumnisses vom 20. März 2025 fällt mit 
Blick auf die dargelegte Rechtslage (oben, Erwägung 2.4 a. E.) die Einstellung in der 

 

 
 
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Anspruchsberechtigung wegen mangelnder Arbeitsbemühungen im Zeitraum vom 25. Juli 2024 
bis Ende August 2024 ins Gewicht (Kassen-Dok 116). Weil der Beschwerdeführer bereits dazu-
mal seiner arbeitslosenversicherungsrechtlichen Schadenminderungspflicht nicht vollständig 
nachgekommen war, kann nicht von einem klaglosen Verhalten in den letzten zwölf Monaten 
ausgegangen werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass die verhängte Sanktion vom 30. Septem-
ber 2024 (Kassen-Dok 115) inhaltlich nicht auf ein versäumtes Beratungsgespräch, sondern auf 
die Verletzung der Schadenminderungspflicht in Form mangelnder Arbeitsbemühungen zurück-
zuführen war. Mit anderen Worten handelt es sich im hier strittigen Fall zwar um das erstmalige 
Versäumnis eines Beratungsgesprächs, jedoch nicht um eine in arbeitslosenversicherungsrecht-
licher Hinsicht erstmalige Sanktionierung.  
 
5.2 Hinzu tritt, dass der Versicherte nicht sofort nach dem Versäumnis vom 20. März 2025 
aus eigenen Stücken reagiert, sondern sich letztlich erst auf Veranlassung des RAV hin für sein 
Versäumnis entschuldigt hat. So hat er in seiner Einsprache nämlich angegeben, erst nach der 
Kenntnisnahme des Versäumnisses umgehend reagiert zu haben (Einsprachebegründung vom 
17. April 2025, Kassen-Dok 35). Aus seiner Stellungnahme vom 21. März 2025 geht sodann her-
vor, dass er den ihm zugesandten Inca-Mails weniger Beachtung als sonst geschenkt habe, weil 
der zuvor auf den 13. Februar 2025 angesetzte Termin zunächst verschoben worden sei, längere 
Zeit keine Kommunikation mehr mit dem RAV erfolgt sei, der Versicherte jedoch von einer baldi-
gen Ankündigung für einen neuen Termin ausgegangen sei. Dabei habe er sich mehr auf seine 
Briefpost konzentriert (Kassen-Dok 51). Diese Vorbringen zeigen auf, dass sich der Versicherte 
nicht mit der notwendigen Sorgfalt um die Einhaltung seiner Beratungsgespräche gekümmert hat. 
Gerade weil der Beschwerdeführer zu Recht von einer baldigen Ankündigung eines neuen Bera-
tungstermins ausgegangen war, nachdem der ursprünglich angesetzte Termin vom 13. Februar 
2025 zunächst verschoben worden war, hätte er seiner elektronischen Post umfassende Beach-
tung schenken müssen. Dabei ist zu beachten, dass er sich im Rahmen der Anmeldung zur Ar-
beitsvermittlung am 7. August 2024 mit der Kommunikation per Inca-Mail einverstanden erklärt 
hatte (Kassen-Dok 127). Dabei war er ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass die Doku-
mente und Informationen des RAV grundsätzlich nicht per Post versandt würden, sondern die 
gesamte Korrespondenz ausschliesslich auf elektronischem Weg erfolgen werde. Vor diesem 
Hintergrund vermag nicht zu überzeugen, sich auf die briefliche Post konzentriert zu haben, zu-
mal der Versicherte aus zurückliegenden Leistungsrahmenfristen bereits über entsprechende Er-
fahrungen verfügt hat und seine Inca-Mails – wie er in seiner Einsprachebegründung selbst vor-
gebracht hat – zuvor offenbar stets regelmässig überprüft hat (Kassen-Dok 51). Nichts zu ändern 
vermag auch das Vorbringen, dass eine von ihm am 28. Dezember 2024 an das RAV versandte 
E-Mail ursprünglich unbeantwortet geblieben sei, was möglicherweise zur allgemeinen Unauf-
merksamkeit im Mailverkehr beigetragen habe. Selbst wenn das RAV eine Mail übersehen hat, 
vermag dieser bereits mehrere Monate zurückliegende Umstand den Versicherten nunmehr nicht 
zu exkulpieren. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer gemäss Vereinbarung mit dem 
RAV vom 7. August 2024 verpflichtet war, seinen Mail-Account täglich auf neu eintreffende Inca-
Mails zu prüfen, kann seinen Vorbringen jedenfalls nicht gefolgt werden. Vielmehr ist daran zu 
erinnern, dass die versicherte Person jeweils sicherzustellen hat, dass sie innerhalb eines Ar-
beitstages von der zuständigen Amtsstelle erreicht werden kann (Art. 21 Abs. 3 AVIV). Entgegen 
der in der Beschwerdebegründung vertretenen Auffassung ist es vor diesem Hintergrund deshalb 

 

 
 
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auch nicht unverhältnismässig, den eigenen Mail-Account täglich auf allfällige, per Inca-Mail zu-
gesandte Nachrichten umfassend prüfen zu müssen. Damit ist zugleich gesagt, dass eine per 
Inca-Mail versandte Nachricht des RAV, mit welcher vor dem Hintergrund einer erwarteten Ter-
minansetzung zu einem neuen Beratungsgespräch ohnehin in Bälde zu rechnen war, ohne Wei-
teres auch im alltäglichen Geschäftsverkehr nicht hätte übersehen werden dürfen. Dies gilt im 
hier vorliegenden Fall umso mehr, weil der Versicherte erst auf Aufforderung des RAV vom 
21. März 2025 hin auf sein Versäumnis reagiert hat (Einsprachebegründung vom 17. April 2025, 
Kassen-Dok 35) und deshalb davon auszugehen ist, dass er die mit Inca-Mail des RAV vom 14. 
März 2025 versandte Einladung zum Beratungsgespräch vom 20. März 2025 erst rund eine Wo-
che später zur Kenntnis genommen hat. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung erweist 
sich vor diesem Hintergrund als rechtmässig.  
 
6.1  Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad 
des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 
AVIG). Nach Art. 45 Abs. 3 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; 
sie dauert 1 - 15 Tage bei leichtem (lit. a), 16 - 30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31 – 
60 Tage (lit. c) bei schwerem Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens ist der Entscheid nach 
pflichtgemässem Ermessen zu fällen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Kantonsgerichts bzw. deren präsidierende Person bei Präsidialentscheiden die an-
gefochtene Verfügung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen, wobei sie gemäss § 58 
VPO einen Einspracheentscheid auch zu Ungunsten der Beschwerde führenden Partei ändern 
kann. Praxisgemäss greift das Gericht bei der Beurteilung der durch das KIGA angeordneten 
Einstellungsdauer jedoch nur mit Zurückhaltung in dessen Ermessensspielraum ein. Das vom 
seco vorgegebene Einstellraster, auf welches auch der Beschwerdeführer referenziert, sieht für 
das Fernbleiben bzw. das Versäumnis eines Beratungsgesprächs ohne entschuldbaren Grund 
beim ersten Vorkommnis eine Einstellung im Bereich des leichten Verschuldens zwischen fünf  
und acht Tagen vor (AVIG-Praxis ALE in der bis Ende Juni 2025 geltenden Fassung, Rz. D79, 
3.A Nr. 1). Bei einem wiederholten Versäumnis hat eine Einstellung im Umfang von neun bis 15 
Tagen zu erfolgen (a.a.O., Nr. 2). Darüber hinaus ist aber auch Art. 45 Abs. 5 AVIV zu berück-
sichtigen, wonach die Einstellungsdauer generell auch dann zu erhöhen ist, wenn und soweit die 
die versicherte Person in den letzten zwei Jahren bereits in der Anspruchsberechtigung einge-
stellt worden ist.  
 
6.2 Mit der vorinstanzlichen Bemessung der Einstellungsdauer im Umfang von neun Tagen 
bewegt sich die strittige Sanktionsdauer im vorliegenden Fall knapp über der im Einstellraster des 
seco für eine erstmalige Sanktion vorgesehenen Einstellungsdauer, jedoch mit Blick auf Art. 45 
Abs. 3 lit. a AVIV noch immer im Bereich des leichten Verschuldens (oben, Erwägung 6.1). Dabei 
hat die Vorinstanz zu Recht berücksichtigt, dass ein unentschuldigtes Fernbleiben von einem 
Beratungsgespräch dann ein einstellungswürdiges Verhalten darstellt, wenn die versicherte Per-
son vor Ablauf von zwölf Monaten seit dem Nichteinhalten des strittigen Termins ihren arbeitslo-
senversicherungsrechtlichen Pflichten nicht nachgekommen ist (oben, Erwägungen 2.4 und 5.2). 
Nachweislich der Akten ist der Versicherte im hier vorliegenden Fall mit Verfügungen des RAV 
vom 7. November 2023 und vom 30. September 2024 – wie erwähnt (oben, Erwägung 5.) – we-
gen mangelnder Arbeitsbemühungen vor Antritt der Stellenlosigkeit für die Dauer von vier bzw. 

 

 
 
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zehn Tagen bereits zweimal in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden (Kassen-Dok 39 f., 
115 f.). Damit liegt innerhalb der letzten zwei Jahre seit dem hier fraglichen Versäumnis vom 20. 
März 2025 letztlich eine dritte Verfehlung vor, welche gemäss Art. 45 Abs. 5 AVIV eine Erhöhung 
der Sanktionsdauer nach sich ziehen muss. Entgegen der in der Beschwerdebegründung implizit 
vertretenen Auffassung spielt es dabei auch in dieser Hinsicht keine Rolle, dass die in der Ver-
gangenheit bereits verhängten Sanktionen nicht auf versäumte Beratungsgespräche, sondern 
auf die Verletzung der Schadenminderungspflicht in Form mangelnder Arbeitsbemühungen zu-
rückzuführen sind. Ein Vorbehalt, wonach lediglich im Falle wiederholter Versäumnisse von Be-
ratungsgesprächen die Sanktionsdauer angemessen zu erhöhen wäre, sieht Art. 45 Abs. 5 AVIV 
nämlich gerade nicht vor. Die vorinstanzlich letztlich auf neun Tage festgelegte Einstellungsdauer 
erweist sich deshalb auch hinsichtlich ihrer Höhe als angemessen.  
 
6.3  Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Einspracheentscheid des KIGA 
vom 22. April 2025 zu Recht ergangen ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 
 

7. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren 
bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgese-
hen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich 
mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht 
vorsieht und sich die Parteien weder mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das 
vorliegende Verfahren keine ordentlichen Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung an den 
ohnehin anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdeführer ist bei diesem Verfahrensausgang nicht 
geschuldet. 
  

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.