# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 985d83c2-a7d3-5abf-887c-3b88f9f88955
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-20
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 20.12.2021 S 2021 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-6_2021-12-20.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 20. Dezember 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(unentgeltliche Rechtsverbeiständung)

S 2021 6

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Urteil S 2021 6

A. Der Versicherte, A.________, Jahrgang 1975, meldete sich am 7. März 1999 
erstmals zum Bezug von Leistungen bei der IV-Stelle Zug an und bat aufgrund seiner 
Rückenprobleme um Umschulung (IV-act. 1 S. 13 ff.). Die IV-Stelle gewährte ihm 
berufliche Massnahmen, errechnete nach Durchführung derselben einen Invaliditätsgrad 
von 36 % und wies mit Verfügung vom 6. Juni 2005 (IV-act. 16) bzw. Einspracheentscheid 
vom 2. November 2005 (IV-act. 22 S. 2 ff.) die Ausrichtung einer Invalidenrente ab. Auf ein 
am 30. März 2007 gestelltes neues Leistungsbegehren trat die IV-Stelle nicht ein (IV-
act. 38). 

Die bis dato letzte Neuanmeldung – unter Hinweis auf seit 2000 bestehende 
Rückenschmerzen und ein am 19. Juli 2016 erstmals festgestelltes Asperger-Syndrom 
sowie ein ADHS – datiert vom 26. April 2017 (IV-act. 45). Nach Würdigung der alten und 
neuen medizinischen Aktenlage durch RAD-Arzt Dr. C.________ und RAD-Psychiater 
D.________ (IV-act. 48 f.) trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Januar 2018 auf das 
Leistungsbegehren wiederum nicht ein (IV-act. 61). Die dagegen erhobene Beschwerde 
hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Urteil S 2018 18 vom 26. September 
2018 in dem Sinne gut, als die Verfügung vom 9. Januar 2018 aufgehoben und die IV-
Stelle verpflichtet wurde, auf das Leistungsbegehren einzutreten und dieses materiell zu 
prüfen (IV-act. 67). In der Folge holte die IV-Stelle aktuelle Arztberichte ein und 
veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung in den Fachbereichen Allgemeine Innere 
Medizin, Rheumatologie, Psychiatrie und Neurologie (IV-act. 94, 97 und 100). Das 
Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG (nachfolgend ZIMB) 
erstattete sein Gutachten am 23. Juni 2020. Dabei kamen die Sachverständigen zum 
Schluss, dass dem Versicherten seine angestammte Tätigkeit als Maurer nicht mehr 
zumutbar sei, während in einer leidensangepassten körperlich leichten Tätigkeit eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 105). Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle dem 
Versicherten mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2020 an, dass kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente bestehe (IV-act. 119). Dagegen liess der Versicherte am 6. November 2020 
Einwand erheben und in diesem Zusammenhang unter anderem die Bestellung von RA 
lic. iur. B.________ als unentgeltliche Rechtsbeiständin beantragen (IV-act. 121). Mit 
Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2020 wies die IV-Stelle das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab mit der Begründung, es liege keine komplexe 
rechtliche oder tatsächliche Situation vor. Zudem hätte sich die Versicherte durch einen 
Verbandsvertreter oder eine Fürsorgestelle vertreten lassen können (IV-act. 123). Am 
5. Januar 2021 verfügte die IV-Stelle sodann wie vorbeschieden (IV-act. 124). 

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Urteil S 2021 6

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 8. Januar 2021 liess A.________ 
beantragen, die Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2020 sei aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin anzuweisen, die Unterzeichnende mit Wirkung ab 27. Oktober 2020 
als unentgeltliche Rechtsbeiständin für das IV-Verfahren zu bestellen. Des Weiteren sei 
ihm, dem Beschwerdeführer, für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren und in der Person der Unterzeichnenden eine unentgeltliche 
Rechtsvertreterin beizugeben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 2. Februar 2021 bewilligte der Vorsitzende der 
Sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch des 
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihm für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in der Person von RA lic. iur. B.________ eine unentgeltliche 
Rechtsbeiständin bei (act. 4).

D.  Mit Vernehmlassung vom 2. März 2021 beantragte die IV-Stelle die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Zwischenverfügung am 21. Dezember 2020; 
diese ging gemäss Eingangsstempel am 22. Dezember 2020 bei der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt 
Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift 
wurde am 8. Januar 2021 der Post übergeben und ging am 11. Januar 2021 beim 

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Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige 
Beschwerdefrist wurde somit gewahrt. Der Beschwerdeführer ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11). 

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
21. Dezember 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

3.
3.1 Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im 
Sozialversicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die 
Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren wird 
gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen 
und die Vertretung im konkreten Fall sachlich geboten ist (vgl. Art. 29 Abs. 3 BV). 

3.2 Ob die anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist, beurteilt sich 
nach den konkreten objektiven und subjektiven Umständen. Praktisch ist im Einzelfall zu 
fragen, ob eine nicht bedürftige Partei unter sonst gleichen Umständen vernünftigerweise 
eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beiziehen würde, weil sie selber zu wenig 
rechtskundig ist und das Interesse am Prozessausgang den Aufwand rechtfertigt 
(BGE 103 V 46; 98 V 115; vgl. auch BGE 130 I 180 E. 2.2; 128 I 225 E. 2.5.2 mit 
Hinweisen). Beim Erfordernis der Notwendigkeit einer Rechtsvertretung im 
Verwaltungsverfahren wird ein strenger Massstab angelegt. Wo eine an den 
Untersuchungsgrundsatz gebundene Behörde wie die Sozialversicherungsorgane im 
Verwaltungsverfahren über das Leistungsgesuch einer versicherten Person zu befinden 
hat, erscheint die Mitwirkung eines Rechtsanwaltes regelmässig als nicht erforderlich. Ein 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung entfällt insbesondere, wenn die geltend 
gemachten Leistungsansprüche durch das normale Abklärungsverfahren ausgewiesen 
werden, beziehungsweise die Verwaltung dem Leistungsgesuch entspricht. Sodann drängt 

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sich eine anwaltliche Verbeiständung nur in Ausnahmefällen auf, wenn schwierige 
rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine 
Verbeiständung durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und 
Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (BGE 132 V 200 E. 4.1; 125 V 
32 E. 2; 114 V 228 E. 5b).

Entscheidend ist auch die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen Rechtsvertretung im 
konkreten Fall. Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung der bedürftigen 
Person droht, ist die Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls bloss, wenn zur 
relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten 
hinzukommen, denen die gesuchstellende Person auf sich alleine gestellt nicht 
gewachsen ist. Die sachliche Notwendigkeit wird nicht allein dadurch ausgeschlossen, 
dass das in Frage stehende Verfahren von der Offizialmaxime oder dem 
Untersuchungsgrundsatz beherrscht wird, die Behörde also gehalten ist, an der Ermittlung 
des rechtserheblichen Sachverhaltes mitzuwirken. Die Offizialmaxime rechtfertigt es 
jedoch, an die Voraussetzungen, unter denen eine Verbeiständung durch einen 
Rechtsanwalt sachlich geboten ist, einen strengen Massstab anzulegen (BGE 125 V 32 E. 
4b mit Hinweisen). 

4. Strittig ist vorliegend die sachliche Gebotenheit einer anwaltlichen Vertretung. 
Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung des Bedürftigen droht, ist die 
Verbeiständung grundsätzlich geboten, andernfalls bloss, wenn zur relativen Schwere des 
Falls besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der 
Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen ist. 

Vorab gilt es somit zu prüfen, ob im laufenden Verwaltungsverfahren ein besonders 
starker Eingriff in die Rechtstellung des Beschwerdeführers drohte, welcher eine 
anwaltliche Rechtsverbeiständung rechtfertigen würde (BGE 125 V 32 E. 4b, der auch in 
invalidenversicherungsrechtlichen Entscheiden beigezogen wird, namentlich BGer 
8C_246/2015 vom 6. Januar 2016 E. 2.1). Vorliegend geht es nicht um eine angedrohte 
Aufhebung einer zuvor erteilten Leistung, sondern darum, den Gesundheitszustand des 
Versicherten sowie dessen Verlauf im Rahmen der Neuanmeldung vom 26. April 2017 zu 
klären. Somit kann bei dieser Sachlage nicht von einem drohenden starken Eingriff in die 
Rechtsstellung des Beschwerdeführers gesprochen werden.

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5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich um einen komplexen Fall handelt, bei dem 
besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der 
Beschwerdeführer, auf sich alleine gestellt, nicht gewachsen ist.

5.1 Bei der Prüfung der Erforderlichkeit ist auf die Schwierigkeit des Falles und auf die 
Verfahrensphase abzustellen (BBl 1999 4595; BGE 132 V 200 E. 4.1; SVR 2000 IV Nr. 18 
E. 2a). Das Bundesgericht bejahte beispielsweise die Komplexität – und damit die 
Erforderlichkeit – in einem Verfahren, bei welchem im Rahmen der Rückweisung an die 
IV-Stelle die zufallsbasierte Zuweisung zu einer Gutachterstelle nicht zur Anwendung 
gelangte. Als Begründung führte das Bundesgericht im Wesentlichen aus, die 
Partizipationsrechte der versicherten Person liessen im Rahmen einer gerichtlich 
erstrittenen Rückweisung zwecks Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens zur 
erneuten medizinischen Begutachtung besondere Umstände erkennen, welche die Sache 
als nicht (mehr) einfach und somit eine anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen 
liessen. Die Beachtung der Verfahrensgarantien sei in dieser Konstellation bei mono- und 
bidisziplinären Expertisen umso wichtiger und die prozessuale Chancengleichheit bei der 
Auswahl der Fachdisziplinen und der Gutachterfragen besonders bedeutsam (BGer 
8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 5.2.1). Von besonderen Umständen, welche die 
Sache als nicht (mehr) einfach erscheinen lassen, ging das Bundesgericht auch in einem 
Fall aus, in dem die Verwaltung nicht bloss einzelne rechtsverbindliche Anweisungen 
gemäss Rückweisungsentscheid ohne eigenen Ermessensspielraum konkret umzusetzen 
hatte, sondern das kantonale Gericht die Sache zur umfassenden medizinischen 
Abklärung und Veranlassung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle 
zurückwies, ein komplexer Sachverhalt vorlag und die versicherte Person bereits im 
damaligen gerichtlichen Verfahren vertreten war (BGer 9C_692/2013 vom 16. Dezember 
2013 E. 4.2). Ferner können auch besondere Vorgaben rechtlicher Natur (z.B. 
Rückweisung nicht nur zur umfassenden Neubeurteilung des Gesundheitszustands, 
sondern auch zur Neuüberprüfung des Einkommensvergleichs unter allfälliger 
Parallelisierung der Einkommen) die Verbeiständung erforderlich machen (BGer 
8C_572/2014 vom 28. Januar 2015). Darüber hinaus bejahte das Bundesgericht eine 
erhöhte Komplexität in einem langwierigen Verfahren, in dem zuerst über einen 
Rentenanspruch entschieden wurde, aber anschliessend verschiedene medizinische 
Abklärungen gemacht werden mussten, da die vorherige Abklärung nicht genügend war 
und die Stellungnahme zu den vorgesehenen Fragen als komplex bezeichnet werden 
musste und sich das Verfahren nicht mehr in einer frühen Phase befand (SVR 2009 IV 
Nr. 5 E. 2.2). 

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5.2 Vorliegend ging es im Zeitpunkt der Stellung des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung darum, zur angekündigten Leistungsablehnung, welche im 
Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten vom 23. Juni 2020 abstellte, Stellung zu 
nehmen. Die hohe Bedeutung medizinischer Gutachten vermag für sich allein die 
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Daran ändert auch 
nichts, dass im Rahmen der Stellungnahme zu einem medizinischen Gutachten 
regelmässig gewisse medizinische Kenntnisse und ein gewisser juristischer Sachverstand 
erforderlich sind, um Schwachstellen einer fachärztlichen Expertise und deren rechtliche 
Relevanz zu erkennen. Denn die gegenteilige Auffassung liefe darauf hinaus, dass ein 
Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung kaum mehr je verneint werden könnte, 
wenn ein medizinisches Gutachten zur Diskussion steht. Dies aber wäre mit der 
Konzeption von Art. 37 Abs. 4 ATSG als einer Ausnahmeregelung nicht mehr vereinbar. 
Es bedarf mithin weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine 
anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen lassen (BGer 8C_669/2016 vom 7. April 
2017 E. 3.2). Hier hatte das hiesige Gericht den auf die Neuanmeldung hin ergangenen 
Nichteintretensentscheid der IV-Stelle mit Urteil vom 26. September 2018 aufgehoben und 
die IV-Stelle angewiesen, das Leistungsbegehren materiell zu prüfen. Im vorliegenden Fall 
ist somit die Besonderheit zu beachten, dass es sich um ein Verwaltungsverfahren im 
Anschluss an eine gerichtliche Rückweisung an den Versicherungsträger zur weiteren 
Abklärung handelt. Die Situation stellt sich dementsprechend anders dar, als in einem 
erstmaligen Verwaltungsverfahren, bei welchem das Gericht noch nicht eingeschaltet ist. 
Angesichts der Tatsache, dass es sich bei einem Rückweisungsentscheid des kantonalen 
Gerichts um einen Zwischenentscheid handelt, ist das sich dem Rückweisungsentscheid 
anschliessende Verfahren als mit dem Verwaltungsgerichtsverfahren zusammenhängend 
zu betrachten. Im damaligen gerichtlichen Verfahren war der Beschwerdeführer bereits 
durch die heute nach wie vor gleiche Rechtsbeiständin vertreten. Diese Umstände 
sprechen gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts für die Erforderlichkeit der 
Vertretung (vgl. BGer 8C_572/2014 vom 28. Januar 2015 E. 5.2.4 mit weiteren Hinweisen 
u.a. auch auf BGer 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 5.2.2 und 9C_692/2013 vom 
16. Dezember 2013 E. 4.2). Nach Auffassung des hiesigen Gerichts ist es in dieser 
Situation jedenfalls angezeigt, bei der Anwendung von Art. 37 Abs. 4 ATSG einen weniger 
strengen Massstab anzulegen, als wenn es sich um ein Verfahren handelt, bei welchem 
das kantonale Gericht noch in keiner Art und Weise einbezogen war. Hierfür spricht auch 
das Gebot der Waffengleichheit, ist der Rechtsdienst der IV-Stelle in einer solchen 
Situation doch bereits substanziell im Verfahren involviert. Zu berücksichtigen ist sodann, 

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dass das Verwaltungsgericht im genannten Rückweisungsentscheid offenliess, wie die 
Abklärungen der IV-Stelle genau auszusehen hätten. Es war zwar klar, dass das 
Leistungsbegehren materiell zu prüfen war, ob die IV-Stelle hierfür jedoch eine 
Begutachtung in Auftrag zu geben hatte, gab das Gericht nicht vor. Die Angelegenheit 
wurde somit nicht zur Vornahme von präzise umschriebenen Abklärungen zurück-
gewiesen, sodass die IV-Stelle lediglich diesen Anweisungen ohne eigenen 
Ermessensspielraum hätte Folge leisten müssen und eine unentgeltliche Verbeiständung 
wohl nicht angebracht gewesen wäre. Insofern war der weitere Gang des 
Verwaltungsverfahrens nicht genau vorgezeichnet; klare gerichtliche Vorgaben fehlten 
jedenfalls. Die polydisziplinäre Begutachtung wurde denn auch nicht auf Anordnung des 
hiesigen Gerichts, sondern vielmehr auf Empfehlung des RAD angeordnet. Angesichts der 
zusätzlichen, von der IV-Stelle nach der Rückweisung eigenständig in Auftrag gegebenen 
polydisziplinären Begutachtung und der damit – ohne das Verschulden des Versicherten – 
verbundenen weiteren Verlängerung des Verfahrens kann nicht mehr von einem 
einfachen, durchschnittlichen Sachverhalt gesprochen werden. Im Sinne einer 
Gesamtwürdigung kommt daher das Gericht zur Überzeugung, dass der vorliegende Fall 
im Zeitpunkt der Gesuchstellung vom 6. November 2020 einen Schwierigkeitsgrad erreicht 
hatte, der eine anwaltliche Verbeiständung rechtfertigt. Aufgrund dessen erübrigen sich 
Weiterungen zur Thematik, wonach sich die versicherte Person in Fällen ohne komplexe 
Fragestellung mit dem Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institution zu 
behelfen habe. 

5.3 Nach dem soeben Dargelegten ist die Erforderlichkeit des Beizugs eines 
unentgeltlichen Rechtsbeistandes nach Art. 37 Abs. 4 ATSG mit Blick auf die dargelegten 
Grundsätze für die Dauer der Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens seit 
Einreichung des entsprechenden Gesuches vom 6. November 2020 ausnahmsweise zu 
bejahen. Des Weiteren kann auch – trotz der inzwischen ergangenen Verfügung vom 
5. Januar 2021 – nicht davon ausgegangen werden, der Einwand vom 6. November 2020 
sei von vornherein aussichtslos gewesen. Und nachdem das Gericht mit Verfügung vom 
2. Februar 2021 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das 
Verwaltungsgerichtsverfahren bewilligte, herrscht auch Klarheit über die Bedürftigkeit des 
Beschwerdeführers. Die angefochtene Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2020 ist 
somit aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese die 
Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin festsetze und ausbezahle. Damit 
erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb sie gutzuheissen ist. Allerdings sei 
der Hinweis erlaubt, dass die Akten im Wesentlichen als bekannt vorausgesetzt werden 

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können und der Einwand vom 6. November 2020 entsprechend keinen übermässigen 
Aufwand generiert haben dürfte. 

6. Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von 
Versicherungsleistungen geht, sind die Bestimmungen des kantonalen Rechts über die 
Verfahrenskosten anwendbar (vgl. Art. 61 Ingress i.V.m. lit. fbis ATSG). Im Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht trägt die unterliegende Partei die Kosten (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 
VRG). Der IV-Stelle Zug sind indes keine Kosten aufzuerlegen (§ 24 Abs. 1 VRG). Dem 
Beschwerdeführer ist zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach 
Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, welche ermessensweise auf Fr. 1'400.– (inkl. Auslagen 
und MWST) festgesetzt wird.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 21. Dezember 
2020 aufgehoben und die IV-Stelle angewiesen wird, die Entschädigung der 
unentgeltlichen Rechtsbeiständin festzusetzen und auszubezahlen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung im Betrage von Fr. 1'400.– (inklusive Auslagen und MWST) 
zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug und an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 20. Dezember 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am