# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1edd0b62-6b63-5dbd-a9e4-99e3134cb283
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 06.06.2018 SK 2016 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2016-210_2018-06-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 16 210-212

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. Juni 2018

Besetzung Oberrichter Vicari (Präsident), 
Oberrichter Guéra, Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Bettler

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Advokat W.________ 

Beschuldigter 1

B.________
verteidigt durch Advokat X.________

Beschuldigter 2

C.________
verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. Y.________

Beschuldigter 3

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

D.________
amtlich vertreten durch Rechtsanwalt Z.________

Straf- und Zivilklägerin/Berufungsführerin

und

Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern, Sozi-
alamt, Rathausgasse 1, 3011 Bern

Zivilklägerin

2

Gegenstand Vergewaltigung und sexuelle Nötigung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 22. Januar 2016 (PEN 2015 4/5/6)

3

Inhaltsverzeichnis

I. Formelles..........................................................................................................................4
1. Erstinstanzliches Urteil ..............................................................................................4
2. Berufung....................................................................................................................4
3. Beweisergänzungen..................................................................................................5
4. Anträge der Parteien .................................................................................................5
5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer ..................................................6

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung ..................................................................................6
6. Ausgangslage............................................................................................................6
7. Beweismittel / Vorbemerkungen................................................................................7
8. Vorgeschichte I (erste Phase) ...................................................................................8
9. Vorgeschichte II (zweite Phase)................................................................................9
10. Kerngeschehen und Verhalten der Beteiligten danach (dritte und vierte Phase)....10

10.1 Aussagen der Beschuldigten .........................................................................10
10.2 Aussagen der Privatklägerin ..........................................................................16
10.3 Aussagen der übrigen befragten Personen ...................................................24
10.4 Weitere Beweismittel......................................................................................26

11. Fazit Beweiswürdigung ...........................................................................................27
III. Zivilpunkt ........................................................................................................................28
IV.Verfügungen...................................................................................................................29
V. Kosten und Entschädigung ............................................................................................29

12. Verfahrenskosten ....................................................................................................29
13. Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands .............................................30
14. Ansprüche der Beschuldigten .................................................................................31

14.1 A.________....................................................................................................31
14.2 B.________....................................................................................................31
14.3 C.________....................................................................................................31

VI.Dispositiv ........................................................................................................................33

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Kollegialgericht) sprach A.________, B.________ 
und C.________ (nachfolgend: Beschuldigte) mit Urteil vom 22. Januar 2016 
(pag. 890 ff.) von der Anschuldigung der Vergewaltigung und der Anschuldigung 
der sexuellen Nötigung, beides angeblich mehrfach begangen in gemeinsamer 
Tatbegehung in einer Nacht im Februar 2006 in E.________ z.N. von D.________ 
(Straf- und Zivilklägerin, nachfolgend: Privatklägerin) frei, unter Ausrichtung einer 
Entschädigung von CHF 39‘842.30 an A.________, von CHF 22‘547.00 an 
B.________ und von CHF 32‘801.00 an C.________ für die angemessene Ausü-
bung ihrer Verfahrensrechte; einer Entschädigung von CHF 1‘000.00 an 
B.________ für die wirtschaftlichen Einbussen, die ihm aus der notwendigen Betei-
ligung am Strafverfahren entstanden sind sowie einer Genugtuung von 
CHF 4‘000.00 an A.________, von CHF 3‘000.00 an B.________ und von 
CHF 2‘000.00 an C.________ für die besonders schweren Verletzungen ihrer per-
sönlichen Verhältnisse (pag. 890 ff., Bst. A., B. und C. erstinstanzliches Urteil). Die 
Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 31‘847.20, wurden dem Kanton 
Bern auferlegt (pag. 892, Bst. D. erstinstanzliches Urteil). 

Im Zivilpunkt wies die Vorinstanz die Forderungen der Privatklägerin und der Ge-
sundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (Zivilklägerin) ab und schied 
für die Beurteilung der Zivilklagen keine Kosten aus (pag. 893, Bst. F. I. erstin-
stanzliches Urteil). 

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Privatklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Z.________, mit Schreiben vom 28. Januar 2016 form- und fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 938). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfü-
gung vom 6. Juni 2016 (pag. 979 f.) erklärte die Privatklägerin mit Eingabe vom 
27. Juni 2016 form- und fristgerecht die vollumfängliche Berufung (pag. 992 ff.). Mit 
Schreiben vom 30. Juni 2016 teilte die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des 
Kantons Bern mit, dass sie auf ein persönliches Erscheinen und das Stellen von 
schriftlichen Anträgen verzichtet (pag. 1002). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte 
mit Schreiben vom 6. Juli 2016 mit, dass sie auf die Teilnahme am oberinstanzli-
chen Verfahren verzichtet (pag. 1004 f.). Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 teilte der 
Beschuldigte 2, B.________, vertreten durch Advokat X.________, mit, dass auf 
Verfahrensanträge, Anschlussberufung und Stellungnahmen zumindest zurzeit 
verzichtet werde (pag. 1007). Seitens der Beschuldigten A.________ und 
C.________ gelangten keine Stellungnahmen ein (vgl. pag. 1010). Mit Verfügung 
vom 25. August 2016 wurde die Generalstaatsanwaltschaft gestützt auf Art. 337 
Abs. 4 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) zur persönli-
chen Vertretung der Anklage verpflichtet (pag. 1011 ff.). 

Mit Schreiben vom 29. September 2016 stellte der Beschuldigte 1, A.________, 
vertreten durch Advokat W.________, folgende Anträge (pag. 1041 ff.):
1. Es sei ein rein schriftliches Berufungsverfahren durchzuführen. 

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2. Eventualiter sei A.________ von der mündlichen Berufungsverhandlung zu dispensieren. 

3. Subeventualiter […]

4. Es sei die Presse von der Berufungsverhandlung auszuschliessen. 

5. Alles unter o/e-Kostenfolge.

Gestützt auf die Verfügung vom 3. Oktober 2016 (pag. 1068 f.) erklärten sich die 
übrigen Parteien mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahren einverstanden 
(pag. 1076; pag. 1078 f.; pag. 1080; pag. 1086). Mit Verfügung vom 24. November 
2016 wurde gestützt auf Art. 406 Abs. 2 Bst. a StPO die Durchführung eines schrift-
lichen Verfahrens angeordnet (pag. 1088 f.). 

Mit Eingabe vom 6. Februar 2017 begründete die Privatklägerin ihre Berufung in-
nert zweifach erstreckter Frist (pag. 1100 f.; pag. 1105 f.; pag. 1107 ff.). Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft nahm mit Schreiben vom 3. März 2017 Stellung (pag. 1155 
ff.). Die Beschuldigten ihrerseits nahmen innert zweifach erstreckter Fristen 
(vgl. pag. 1164 f.; pag. 1168 f.; pag. 1172 f.; pag. 1176 f.; pag. 1182 f.; pag. 1184 f.) 
mit Eingaben vom 27. April 2017 (C.________, pag. 1186 ff.), vom 2. Mai 2017 
(A.________, pag. 1231 ff.) sowie vom 10. Mai 2017 (B.________, pag. 1240 ff.) 
Stellung. Mit Eingabe vom 16. Juni 2017 reichte die Privatklägerin eine Replik ein 
(pag. 1265 ff.), woraufhin die Beschuldigten mit Eingaben vom 29. Juni 2017 
(C.________, pag. 1284 ff.), vom 10. Juli 2017 (B.________, pag. 1290 ff.) sowie 
vom 15. August 2017 (A.________, pag. 1298 ff.) duplizierten. Die Generalstaats-
anwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 21. Juni 2017 auf eine Duplik 
(pag. 1282 f.). 

Gestützt auf die Verfügung vom 21. August 2017 (pag. 1304 ff.) verzichteten 
B.________ mit Schreiben vom 24. August 2017 (pag. 1312) und A.________ mit 
Schreiben vom 30. August 2017 (pag. 1318 f.) auf Gegenbemerkungen.

3. Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung aktuel-
le Strafregisterauszüge der Beschuldigten eingeholt (pag. 1092 f.; pag. 1094 f.; 
pag. 1096 f.).

Mit Verfügung vom 21. August 2017 wurde der mit Eingabe der Privatklägerin vom 
16. Juni 2017 gestellte Antrag, es seien die Plädoyernotizen der Verteidigung von 
C.________ aus den Akten zu weisen, gutgeheissen und die eingereichten Plä-
doyernotizen aus den Akten gewiesen (pag. 1304 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt Z.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin fol-
gende Anträge (pag. 1109 ff.):
1. Die Beschuldigten A.________, B.________ und C.________ seien der Vergewaltigung gemäss 

Art. 190 Abs. 1 StGB, mehrfach begangen sowie der sexuellen Nötigung gemäss Art. 189 Abs. 1 
StGB, mehrfach begangen in gemeinsamer Tatbegehung schuldig zu erklären und in Anwen-
dung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen angemessen zu bestrafen.

2. Die Zivilklage vom 20. März 2015 sei gutzuheissen.

3. Die Beschuldigten seien zu den erst- und zweitinstanzlichen Verfahrenskosten sowie zum Ersatz 
der Parteikosten der Privatklägerin aufgrund einer gerichtlichen Bestätigung der eingereichten 
Kostennote zu verurteilen.

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4. Eventuell:
Die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege der Privatklägerin im Berufungs-
verfahren sei gestützt auf die eingereichte Kostennote gerichtlich festzusetzen.

Staatsanwältin F.________ stellte und begründete namens der Generalstaatsan-
waltschaft folgende Anträge (pag. 1156): 
1. A.________, B.________ und C.________ seien von den Anschuldigungen der mehrfachen 

Vergewaltigung und der mehrfachen sexuellen Nötigung freizusprechen.

2. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. Die oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten seien der Berufungsführerin aufzuerlegen, unter Vorbehalt der unentgelt-
lichen Rechtspflege.

3. Den drei Beschuldigten sei eine Entschädigung für ihre Parteikosten und eine angemessene 
Genugtuung in gerichtlich zu bestimmender Höhe auszurichten.

Advokat W.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten 1, 
A.________, folgende Anträge (pag. 1231):
1. Es seien sämtliche Rechtsbegehren der Berufungsführerin in der Berufungsbegründung abzu-

weisen.

2. Unter o/e-Kostenfolge.

Advokat X.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten 2, 
B.________, folgende Anträge (pag. 1241):
1. Es sei die Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 22.01.2016 vollum-

fänglich abzuweisen.

2. Unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Berufungsführerin.

Rechtsanwalt Y.________ stellte und begründete namens des Beschuldigten 3, 
C.________, folgende Anträge (pag. 1186):
1. C.________ sei in Abweisung der Berufung freizusprechen.

2. Die Zivilklage der Privatklägerin D.________ sei in Abweisung der Berufung abzuweisen, eben-
so ihr Begehren betreffend Ersatz der Parteikosten.

3. C.________ sei auch für das Berufungsverfahren eine angemessene Entschädigung für die 
Kosten seiner Verteidigung auszurichten.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Kammer hat infolge der vollumfänglichen Berufung das gesamte erstinstanzli-
che Urteil zu überprüfen. Sie verfügt dabei als Berufungsgericht über umfassende 
Kognition in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO; Ur-
teil des Bundesgerichts 6B_1068/2015 vom 2. November 2016 E. 1.4.2. mit Hin-
weisen) und ist aufgrund der Berufung der Privatklägerin nicht an das Verschlech-
terungsverbot (Verbot der reformatio in peius) gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ge-
bunden, d.h. sie darf das Urteil auch zu Ungunsten der Beschuldigten abändern.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Ausgangslage

Den Beschuldigten wird in Ziff. I. A., B. und C. der Anklageschrift vom 7. Januar 
2015 (pag. 507 ff.) Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, mehrfach begangen in 

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gemeinsamer Tatbegehung in einer Nacht im Februar 2006, vermutlich in der 
Nacht vom 16./17. Februar 2006 in E.________ z.N. der Privatklägerin zur Last ge-
legt. Der Sachverhalt wird in der Anklageschrift wie folgt umschrieben (pag. 508 ff.): 

B.________ drückte D.________ gewalttätig auf das Sofa, hielt ihr die Hand auf den Rücken, so dass 
sie sich nicht wehren konnte, obwohl sie dies versuchte. D.________ rief zudem zwei bis drei Mal 
stopp. B.________ penetrierte D.________ dann von hinten vaginal, anschliessend anal und dann 
wieder vaginal und schlug dazu mit der offenen Hand auf ihr Gesäss.

B.________ hatte noch die Hand auf dem Rücken, als dann A.________ kam, die Hand auf den Rü-
cken von D.________ hielt, so dass sich diese nicht wehren konnte, obwohl sie dies mit Worten und 
durch Aufrichten versuchte. A.________ penetrierte sie vaginal und anal und schlug ihr mit der offe-
nen Hand auf das Gesäss.

A.________ drückte D.________ mit der Hand auf das Sofa, als C.________ dazu kam und sie vagi-
nal penetrierte. D.________ konnte sich dabei nicht umdrehen, nicht nach hinten sehen und sich nicht 
wehren.

Schliesslich kam noch einmal A.________. D.________ wurde gewalttätig auf das Sofa gedrückt, 
A.________ penetrierte D.________ noch einmal kurz vaginal und schlug dabei mit der offenen Hand 
auf ihr Gesäss.

Es ist unbestritten, dass es in der fraglichen Nacht in der Wohnung von 
A.________ zwischen der Privatklägerin und den drei Beschuldigten zu sexuellen 
Handlungen gekommen ist. Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die sexuel-
len Handlungen einvernehmlich stattfanden. 

7. Beweismittel / Vorbemerkungen

Der Kammer liegen als Beweisgrundlage hauptsächlich subjektive Beweismittel in 
Form von Aussagen vor, wobei zur Feststellung des Sachverhalts in erster Linie 
auf die Aussagen der Privatklägerin und der drei Beschuldigten abgestellt werden 
muss. Die Vorinstanz hat diese Aussagen, die Aussagen der übrigen befragten 
Personen (G.________, H.________, I.________ und J.________) sowie die wei-
teren Beweismittel (Akten der Fachstelle Opferhilfe Vista) ausführlich wiedergege-
ben (pag. 952 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann 
verwiesen werden. Soweit sich ergänzende und/oder präzisierende Ausführungen 
zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, erfolgen diese im Rahmen der nach-
folgenden Beweiswürdigung der Kammer (vgl. Ziff. II. 8. ff. hinten).

Sowohl die erstinstanzliche Urteilsbegründung als auch die Berufungsbegründung 
der Privatklägerin teilen den Sachverhalt in vier Phasen ein (pag. 952, S. 9 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 1112 ff.): 

- Erste Phase: Kennenlernen von A.________ und der Privatklägerin bis zum Ein-
treffen der Privatklägerin in der Wohnung (Vorgeschichte I); 

- Zweite Phase: Eintreffen der Privatklägerin in der Wohnung von A.________ bis 
Beginn der sexuellen Handlungen (Vorgeschichte II); 

- Dritte Phase: sexuelle Handlungen (Kerngeschehen); 

- Vierte Phase: Verhalten der Beteiligten danach (Nachgeschichte).

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Diese Einteilung wird in den nachfolgenden Erwägungen der Kammer beibehalten. 

8. Vorgeschichte I (erste Phase)

Die Vorinstanz kam in ihrem Urteil zum Schluss, dass sich die Privatklägerin und 
A.________ im Herbst 2005 im Restaurant K.________ das erste Mal über den 
Weg gelaufen seien. Ab diesem Zeitpunkt habe sich nach Blickkontakten und 
Nummernaustausch ein Kontakt bzw. ein Verhältnis zwischen den beiden entwi-
ckelt. Betreffend den Zeitpunkt des Vorfalls sei auf die Aussagen der Beschuldigten 
abzustellen, wonach sich der Vorfall im Februar 2006, mutmasslich am 16./17. Fe-
bruar 2006, ereignet habe. Für die Vorinstanz stand beweismässig fest, dass 
A.________ die Privatklägerin am besagten Abend per Telefon kontaktierte und sie 
bat, bei ihm vorbeizukommen. Ob anlässlich dieses Telefonanrufs bereits über die 
Anwesenheit von B.________ und C.________ gesprochen worden sei, könne of-
fen bleiben (pag. 955, S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Diese Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz sind im Wesentlichen unbestrit-
ten. Der Rechtsvertreter der Privatklägerin macht in der Berufungsbegründung ein-
zig geltend, entgegen der Auffassung der Vorinstanz müsse nicht offen bleiben, ob 
anlässlich des Telefonanrufs bereits über die Anwesenheit der beiden anderen Be-
schuldigten gesprochen worden sei. Vielmehr könne diesbezüglich auf die glaub-
haften und konstanten Aussagen der Privatklägerin abgestellt werden (pag. 1112). 

A.________ schilderte an der Einvernahme vom 30. Oktober 2009, er habe die Pri-
vatklägerin angerufen und sie gefragt, ob sie Lust hätte zu ihm zu kommen. Sie 
seien gerade am Fernsehschauen. Die Privatklägerin habe gewusst, dass die an-
deren auch bei ihm seien (pag. 118 Z. 99 ff., Z. 108). Sie habe noch gefragt, ob er 
alleine sei. Er habe dies verneint und ihr gesagt, wer alles bei ihm sei (pag. 118 
Z. 108 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte 
A.________ diese Aussagen (pag. 798 Z. 28 f.). Die Privatklägerin gab demge-
genüber an, sie habe nicht gewusst, dass A.________ nicht alleine zu Hause sei 
(pag. 101 Z. 72 f.). Die diesbezüglichen Aussagen von A.________ (pag. 118 
Z. 98-101 und Z. 107-111) seien nicht richtig (pag. 101 Z. 75 ff.). B.________, 
C.________ und die Schwester der Privatklägerin, G.________, bestätigen zwar 
den Anruf von A.________, machten aber keine Angaben über den Inhalt des Ge-
sprächs (vgl. pag. 110 Z. 29 f.; pag. 127 Z. 36; pag. 804 Z. 34; pag. 807 f. Z. 41 f.). 

Aufgrund der sich widersprechenden Aussagen der Privatklägerin und A.________ 
lässt sich nicht rechtsgenüglich feststellen, ob A.________ der Privatklägerin be-
reits am Telefon sagte, dass er nicht alleine zu Hause sei, so dass dies – in Über-
einstimmung mit der Vorinstanz – offen bleiben muss. Entgegen der Auffassung 
des Rechtsvertreters der Privatklägerin vermag daran auch der Umstand, dass sich 
die Privatklägerin nach A.________ sehnte, nichts zu ändern (vgl. pag. 77 Z. 75 ff.; 
pag. 1112 f.). 

Im Übrigen sieht die Kammer keine Veranlassung, von den Sachverhaltsfeststel-
lungen der Vorinstanz zur Vorgeschichte I abzuweichen. Ergänzend ist mit Blick 
auf die Vorbringen der Verteidiger und der Generalstaatsanwaltschaft auf Folgen-
des hinzuweisen: 

9

Die Privatklägerin gab anlässlich der ersten Einvernahme an, sie habe nicht ge-
wusst, dass A.________ Fussballspieler sei. Sie habe nie Spiele besucht und sich 
nicht für Fussball interessiert. Sie habe auch nicht gewusst, wer alles beim 
FC E.________ spiele. A.________ habe ihr gesagt, dass er Spieler beim FC 
E.________ sei (pag. 76 Z. 34 ff.). Im Verlauf des Verfahrens stellte sich jedoch 
heraus, dass die Privatklägerin bereits Verbindungen zum FC E.________ hatte. 
Sie ging gemäss eigenen Aussagen regelmässig ins Restaurant K.________, dem 
Stammlokal der Spieler des FC E.________ (vgl. pag. 145 Z. 338), Mittagessen 
und war für kurze Zeit mit H.________ liiert (pag. 99 Z. 8 ff.; pag. 100 Z. 24 ff.; vgl. 
auch pag. 149 Z. 53 f.; pag. 150 Z. 107 f.). Über H.________ kannte die Privatklä-
gerin einige Spieler vom Sehen her (pag. 101 Z. 52 f.). Auf Frage, weshalb sie dies 
bisher nicht erwähnt hatte, erklärte die Privatklägerin, das eine habe mit dem ande-
ren absolut nichts zu tun (pag. 101 Z. 59 ff.). 

Die ersten Aussagen der Privatklägerin vermitteln den Eindruck, als habe sie gar 
keine Ahnung vom FC E.________ und dessen Spielern gehabt, was offensichtlich 
nicht zutreffend ist. Dass die Privatklägerin ihre Beziehung mit H.________ an der 
ersten Einvernahme nicht erwähnte und angab, nicht zu wissen, wer alles beim 
FC E.________ spiele, erscheint zwar eigenartig, ist aber für sich alleine nicht ge-
eignet, die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin abzuschwächen. 

9. Vorgeschichte II (zweite Phase)

Die Vorinstanz stellte bezüglich der zweiten Phase (Eintreffen der Privatklägerin in 
der Wohnung von A.________ bis Beginn der gemeinsamen sexuellen Handlun-
gen) auf die Aussagen der Privatklägerin ab, welche sich weitgehend mit den ers-
ten Aussagen der Beschuldigten decken würden. Demnach sei erstellt, dass die 
Privatklägerin die dunkle/finstere Wohnung betreten habe und zu A.________ ins 
Schlafzimmer gegangen sei. Dort habe sie sich ausgezogen und sich zu 
A.________ ins Bett gelegt. Die beiden hätten anschliessend Zärtlichkeiten ausge-
tauscht, wobei offen bleiben könne, wie weit diese Zärtlichkeiten bereits fortge-
schritten gewesen seien. Immerhin habe die Privatklägerin ausgesagt, es sei klar 
gewesen, dass sie noch Sex haben würden. Es könne somit davon ausgegangen 
werden, dass die beiden bereits sehr intim miteinander gewesen seien. Unklar sei, 
ob die Privatklägerin B.________ und C.________ wahrgenommen habe, als sie in 
die Wohnung gekommen sei. Dies könne aber offen bleiben. Weiter erachtete es 
die Vorinstanz als erstellt, dass B.________ zur Privatklägerin und A.________ ins 
Schlafzimmer gegangen sei. Er habe sich dort auf das Bett gesetzt, die Privatklä-
gerin berührt und sei von dieser und A.________ wahrgenommen worden 
(pag. 958, S. 15 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Auch diese Ausführungen der Vorinstanz werden grundsätzlich nicht bestritten. Der 
Rechtsvertreter der Privatklägerin macht einzig geltend, entgegen der Auffassung 
der Vorinstanz müsse nicht offen bleiben, ob die Privatklägerin B.________ und 
C.________ beim Eintreffen in der Wohnung gesehen habe. Vielmehr könne dies-
bezüglich auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin abgestellt werden 
(pag. 1114).

10

Hinsichtlich dieser Frage stimmen die Aussagen der Beteiligten nicht überein. Die 
Privatklägerin erklärte, sie habe keine weiteren Personen wahrgenommen, weder 
gesehen noch gehört (pag. 813 Z. 27 f.). A.________ gab wie erwähnt an, die Pri-
vatklägerin habe gewusst, dass B.________ und C.________ bei ihm gewesen 
seien (vgl. Ziff. II. 8. vorne; pag. 118 Z. 100 f., Z. 108 f.). Anlässlich der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung führte er aus, die Privatklägerin habe B.________ und 
C.________ beim Eingang gesehen und sie gegrüsst. Er (A.________) sei dann 
mit ihr ins Zimmer gegangen (pag. 798 Z. 32 f.; pag. 799 Z. 6; pag. 800 Z. 40). 
B.________ gab an, die Privatklägerin habe gesehen, dass ausser A.________ 
zwei weitere Personen anwesend gewesen seien (pag. 127 Z. 37 f.). C.________ 
sagte ebenfalls aus, die Privatklägerin habe gesehen, dass sie am Schlafen gewe-
sen seien (pag. 144 Z. 279 f.). 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, kann auf die diesbezüglichen Aussagen 
von A.________ anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nicht abgestellt 
werden. Es ist davon auszugehen, dass A.________ im Schlafzimmer war, als die 
Privatklägerin in die Wohnung kam (vgl. pag. 958, S. 15 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Der Rechtsvertreter der Privatklägerin wies ferner zu Recht dar-
auf hin, dass B.________ und C.________ nur darüber mutmassen konnten, ob 
die Privatklägerin sie beim Eintreffen in die Wohnung wahrgenommen hat, zumal 
es unbestrittenermassen nicht zu einer Begrüssung kam (pag. 1114). Diese Frage 
muss aber letztlich offen bleiben. 

10. Kerngeschehen und Verhalten der Beteiligten danach (dritte und vierte Pha-
se)

10.1 Aussagen der Beschuldigten

10.1.1 Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Aussagen der Beschuldigten zum 
Kerngeschehen kein einheitliches Bild ergeben und Ungereimtheiten und Wider-
sprüche aufweisen (pag. 970, S. 27 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). So 
machten die Beschuldigten widersprüchliche Aussagen zur Initialisierung der sexu-
ellen Handlungen. A.________ gab zu Protokoll, B.________ und C.________ sei-
en plötzlich im Zimmer gewesen und hätten angefangen, die Privatklägerin zu «be-
tatschen». Er (A.________) habe die Privatklägerin gefragt, ob sie das wirklich wol-
le (pag. 118 Z. 120 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab 
A.________ demgegenüber an, B.________ sei ins Zimmer gekommen und habe 
gefragt, ob er mitmachen dürfe. C.________ sei dann etwas später auch dazuge-
kommen. Er könne sich noch gut erinnern, dass C.________ die Privatklägerin ge-
fragt habe, ob sie jemals einen Vierer gehabt habe. Als sie dies verneint habe, ha-
be C.________ die Privatklägerin gefragt, ob sie es gerne erleben möchte 
(pag. 798 Z. 34 ff.). Gemäss B.________ seien er und C.________ von 
A.________ ins Schlafzimmer gerufen worden und A.________ habe die Privatklä-
gerin gefragt, ob sie auch mitmachen dürften (pag. 127 Z. 39 f.). C.________ schil-
derte, als er ins Schlafzimmer gegangen sei, hätten die anderen drei bereits Sex 
gehabt. Er habe ein bisschen zugeschaut und sie dann gefragt, ob sie schon ein-
mal einen Vierer gehabt habe (vgl. pag. 140 Z. 142 f., Z. 153 f.). 

11

Die Reaktion der Privatklägerin schilderten die Beschuldigten ebenfalls unter-
schiedlich. Gemäss A.________ habe die Privatklägerin gesagt, sie habe noch nie 
einen Vierer gehabt, würde es jedoch gerne einmal ausprobieren (pag. 118 Z. 121 
f.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er an, die Privatklägerin habe 
gelächelt und gesagt «wieso nid» (pag. 798 Z. 17, Z. 36 ff.). B.________ schilderte, 
die Privatklägerin habe etwas in der Art «ja, nein, ich weiss nicht, ich habe noch nie 
so etwas gemacht» gesagt. A.________ habe die Privatklägerin dann überredet. 
Diese Aussage relativierte B.________ sogleich, indem er ausführte, es habe sie 
aber niemand gezwungen. A.________ habe einfach gesagt «Komm, es ist doch 
schön», dann habe sie schnell mal ok gesagt (pag. 127 Z. 40 ff.). Es sei kein 
Zwang und kein Wortgefecht gewesen (pag. 128 Z. 63). Sie hätten sie nicht über-
redet (pag. 131 Z. 195 f., Z. 201). Es sei nie ein richtiges Zwingen gewesen, son-
dern einfach small talk (pag. 131 Z. 202 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung führte B.________ aus, er wisse nicht mehr genau, ob die Privatkläge-
rin von Anfang an dazu bereit gewesen sei. Es sei zu einem Gespräch (small talk) 
gekommen. Man habe aber niemanden überzeugen müssen. Die Privatklägerin 
hätte sich sonst sicherlich gewehrt, als er und C.________ dazu gestossen seien 
(pag. 803 Z. 40 ff.). Auf Vorhalt seiner in der ersten Einvernahme gemachten Aus-
sagen, wonach es nie ein richtiges Zwingen gewesen sei, betonte B.________ 
mehrfach, es sei kein Zwingen gewesen. Die Privatklägerin habe es auch gewollt. 
Sein Deutsch sei nicht so gut (pag. 805 Z. 40 ff.). C.________ gab an, die Privat-
klägerin habe seine Frage, ob sie schon einmal einen Vierer gehabt habe, verneint 
und gesagt, es wäre jedoch noch interessant (pag. 140 Z. 154 f.). 

A.________ führte zum Ablauf der sexuellen Handlungen aus, B.________ habe 
am meisten Sex mit der Privatklägerin gehabt (oral, vaginal und anal). C.________ 
und er selber seien nur oral befriedigt worden. Als er oral befriedigt worden sei, 
seien sie alle auf dem Bett gewesen. B.________ habe mit der Privatklägerin Sex 
von hinten gehabt und gleichzeitig habe sie ihn und C.________ oral befriedigt 
(pag. 118 Z. 129; pag. 119 Z. 136 ff.). Nachdem er und C.________ draussen im 
Wohnzimmer gewesen seien, habe er mit der Privatklägerin im Schlafzimmer vagi-
nalen Sex von vorne und von hinten gehabt. Bei C.________ sei es das Gleiche 
gewesen. Sie seien beide nur zu Kurzeinsätzen gekommen (pag. 119 Z. 135 f., 
Z. 152 ff.). Der Sex habe meistens im Schlafzimmer stattgefunden. Gegen Schluss 
seien sie auf dem Sofa gewesen (pag. 120 Z. 197 f.). Beim Sofa habe er die Pri-
vatklägerin vaginal und anal genommen. Anal habe aber nicht so richtig geklappt. 
Dann habe sie ihn oral befriedigt und er sei zum Orgasmus gekommen. Die ande-
ren zwei hätten auf dem Sofa dasselbe gemacht wie er (pag. 121 Z. 208 ff.).

Diese Aussagen von A.________ lassen sich mit den verschiedenen Phasen des 
Geschehens erklären und sind – entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters 
der Privatklägerin (vgl. pag. 1117 f.) – nicht widersprüchlich. 

Aus den Aussagen von A.________ geht jedoch nicht klar hervor, ob die sexuellen 
Handlungen gemeinsam oder nacheinander stattfanden (vgl. pag. 119 Z. 141, 
Z. 142 f.; pag. 799 Z. 1 f.; pag. 800 Z. 17 f.; pag. 801 Z. 22 ff., Z. 28 f.). C.________ 
führte demgegenüber aus, sie hätten alles zusammen gemacht. Es sei ein Vierer 
gewesen. Es könne schon sein, dass einer mal eine Pause gemacht habe, aber ei-

12

gentlich seien sie die ganze Zeit zusammen gewesen (pag. 141 Z. 172 ff.; pag. 808 
Z. 38 f.). A.________ erwähnte als Einziger, dass er und C.________ einmal 
draussen im Wohnzimmer gewesen seien, während B.________ und die Privatklä-
gerin im Schlafzimmer Sex gehabt hätten (pag. 119 Z. 135 ff.; vgl. auch pag. 121 
Z. 217). Weiter schilderte er als Einziger, dass B.________ und die Privatklägerin 
am Schluss wieder ins Schlafzimmer gegangen seien (pag. 121 219 ff.). 
B.________ gab demgegenüber als Einziger an, dass die Privatklägerin einmal ge-
sagt habe, sie möchte eine Pause, was sie dann auch gemacht hätten (pag. 130 
Z. 156 f.). C.________ verneinte dies dagegen explizit (pag. 142 Z. 201 f.). 

Die Beschuldigten machten unterschiedliche Angaben zur Frage, ob ein Kondom 
benutzt worden sei. A.________ erklärte an der ersten Einvernahme, sie hätten 
während dem Sex ein Kondom getragen, nicht jedoch während des Oralverkehrs 
(pag. 119 Z. 150 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab er demge-
genüber an, er glaube, sie hätten alle drei kein Kondom benutzt. Es sei aber schon 
länger her. Er schliesse dies daraus, dass er vor dem Trainingslager ohne Kondom 
mit der Privatklägerin Sex gehabt habe (pag. 799 Z. 12 ff., pag. 801 Z. 14 f.). 
B.________ gab an der ersten Einvernahme an, dass niemand ein Kondom be-
nutzt habe (pag. 128 Z. 90). Auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führ-
te er aus, er habe sehr wahrscheinlich kein Kondom benutzt. Die anderen Male, als 
er mit der Privatklägerin Sex gehabt habe, habe er auch kein Kondom benutzt 
(pag. 803 Z. 29 f.). C.________ wusste nicht mehr, ob er ein Kondom benutzt habe 
(pag. 141 Z. 168 f., pag. 808 Z. 15 f.).

Zur Frage, wie lange das Ganze gedauert hat, weichen die Aussagen der Beschul-
digten stark voneinander ab (vgl. A.________ pag. 119 Z. 157 f., pag. 799 Z. 2, 
pag. 800 Z. 2; B.________ pag. 129 Z. 123, pag. 803 f. Z. 34, Z. 47 ff.; C.________ 
pag. 141 Z. 184). Die Beschuldigten machten sodann widersprüchliche Aussagen 
zur Frage, wann die Privatklägerin die Wohnung verlassen hat. A.________ führte 
in seinen ersten Aussagen zunächst aus, die Privatklägerin habe bei ihm übernach-
tet und sei dann am nächsten Morgen arbeiten gegangen (pag. 118 Z. 122 f.). 
Später hielt er fest, die Privatklägerin sei nach seinem und B.________s Orgasmus 
duschen gegangen und habe sich dann verabschiedet. Dies müsse am frühen 
Morgen gewesen sein. Auf Frage, warum sie nicht geblieben sei, gab er an, sie ha-
be gesagt, sie müsse sich zu Hause umziehen und dann zur Arbeit gehen (pag. 
122 Z. 264 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung schilderte 
A.________, die Privatklägerin sei duschen gegangen. Sie hätten zusammen ge-
sprochen und gelacht. Er habe ihr noch gesagt, sie könnten das mal wiederholen 
und sie habe gelacht. Sie habe Spass gehabt und sei dann nach Hause gegangen 
(pag. 799 Z. 18 f.; pag. 800 Z. 22 f.). Er könne nicht genau sagen, wann die Privat-
klägerin die Wohnung verlassen habe. Es sei am frühen Morgen gewesen. Es sei 
aber zehn Jahre her, er könne keine genaue Zeit sagen (pag. 800 Z. 1 ff.). 
B.________ gab an, die Privatklägerin sei vielleicht zwischen zwei und drei Uhr 
gegangen. Er wisse aber nicht mehr genau, weshalb sie gegangen sei. Vielleicht 
habe sie zur Arbeit gehen müssen. Sie sei aber nicht weggeschickt worden 
(pag. 129 Z. 123, 129 f.). Die Aussagen von C.________ helfen diesbezüglich nicht 
weiter, da dieser angab, er sei dann irgendwann eingeschlafen und habe die Pri-
vatklägerin nicht mehr gesehen und nicht mehr gehört (pag. 142 Z. 213, Z. 221 f.). 

13

Schliesslich machten die Beschuldigten widersprüchliche Aussagen zum Kontakt 
zur Privatklägerin nach dem Vorfall. A.________ führte an der ersten Einvernahme 
aus, sie hätten noch zwei, drei Mal per SMS Kontakt gehabt. Er habe nach dem 
Vierer noch einmal mit der Privatklägerin Sex gehabt, bevor er nach L.________ 
gegangen sei. Als er in L.________ gewesen sei, habe er gehört, dass B.________ 
und C.________ einen Dreier mit der Privatklägerin gehabt hätten (pag. 122 
Z. 275; pag. 123 Z. 276 ff.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab 
A.________ demgegenüber an, er habe nach dieser Nacht keinen Kontakt mehr 
zur Privatklägerin gehabt. Er wisse, dass B.________ und C.________ nach dem 
Vierer mit der Privatklägerin Sex gehabt hätten (pag. 799 Z. 25 ff.; vgl. auch 
pag. 800 Z. 7 ff., Z. 30 f.). Persönlich gesehen habe er die Privatklägerin nicht 
mehr, da sei er sich 100%ig sicher (pag. 800 Z. 10 f., Z. 26). Auf Vorhalt seiner 
Aussagen an der ersten Einvernahme erklärte A.________, er habe das Protokoll 
der ersten Einvernahme nicht mehr gelesen und wolle nur noch das sagen, was er 
noch wisse. Er habe keine Erinnerung daran, sie danach noch einmal getroffen zu 
haben (pag. 800 Z. 29 ff.). C.________ gab zu Protokoll, B.________ und er hätten 
in ihrer gemeinsamen Wohnung einen Dreier mit der Privatklägerin gehabt 
(pag. 142 Z. 229 f.; pag. 808 Z. 34 f.). B.________ habe sich noch mehrmals mit 
der Privatklägerin zum Sex getroffen und habe ihm einmal im Training erzählt, dass 
er mit der Privatklägerin Sex gehabt habe. Sie hätten A.________ vom Dreier er-
zählt und darüber gelacht (pag. 143 Z. 244 ff.). B.________ schilderte, er habe die 
Privatklägerin nach dem Vorfall einmal in der Stadt getroffen und ein, zwei Gläser 
Wein mit ihr getrunken. Sie sei dann zu ihm gekommen und sie hätten Sex gehabt 
(pag. 133 Z. 260 f.). An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte 
B.________, dass er mit der Privatklägerin alleine Sex gehabt habe (vgl. pag. 804 
Z. 9 ff., Z. 28; vgl. pag. 805 Z. 27 ff., Z. 34). Aus seinen Aussagen geht jedoch nicht 
klar hervor, ob er mit der Privatklägerin und C.________ auch einen Dreier gehabt 
habe (vgl. pag. 804 Z. 28 f.; pag. 805 Z. 30, Z. 34 ff.). 

Betreffend die erwähnten Widersprüche ist darauf hinzuweisen, dass die erste Be-
fragung von A.________ und B.________ am 30. Oktober 2009 und diejenige von 
C.________ am 10. Juni 2010 und damit über dreieinhalb bzw. über vier Jahre 
nach dem Vorfall vom Februar 2006 stattfanden (vgl. pag. 115 ff.; pag. 126 ff.; 
pag. 136 ff.). Zwischen dem Vorfall und den zweiten Einvernahmen an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 19. Januar 2016 liegen rund zehn Jahre. Hinzu 
kommt, dass es sich um ein dynamisches Geschehen handelte, bei dem vier Per-
sonen Geschlechtsverkehr hatten. Dass die Aussagen der Beschuldigten Unstim-
migkeiten und Widersprüche aufweisen und sie sich nicht mehr im Detail daran er-
innern konnten, wer wann was gemacht hat, erscheint mit Blick auf den langen 
Zeitablauf ohne Weiteres nachvollziehbar und spricht nicht gegen die Glaubhaftig-
keit ihrer Aussagen. Daran vermag auch der Umstand, dass es sich wohl nicht ge-
rade um ein alltägliches Ereignis gehandelt haben dürfte (vgl. pag. 143 Z. 251; pag. 
146 Z. 349 f.), nichts zu ändern. 

10.1.2 Die Beschuldigten gaben übereinstimmend zu Protokoll, die Privatklägerin sei mit 
den sexuellen Handlungen einverstanden gewesen. Sie habe nie gesagt, dass sie 
das nicht wolle und sei nicht gezwungen worden (vgl. A.________ pag. 119 Z. 131 
f., Z. 162 ff., pag. 799 Z. 42 f., pag. 801 Z. 3, Z. 9 ff.; B.________ pag. 127 Z. 42, 

14

pag. 128 Z. 62 f., pag. 129 Z. 109 f., pag. 130 Z. 146, Z. 150 ff., pag. 131 Z. 189 f., 
Z. 196 f., pag. 132 Z. 209, Z. 231, pag. 133 Z. 242, pag. 134 Z. 276 f., pag. 803 
Z. 5 f.; C.________ pag. 141 Z. 195 f., pag. 807 Z. 32). Den Aussagen von 
B.________ kann jedoch auch entnommen werden, dass die Privatklägerin zu Be-
ginn unsicher gewesen sei und gezögert habe (vgl. pag. 127 Z. 40 ff.). 

Einig sind sich die Beschuldigten auch darin, dass es zuerst im Schlafzimmer und 
anschliessend im Wohnzimmer auf dem Sofa zu sexuellen Handlungen gekommen 
ist (A.________ pag. 120 Z. 197 ff., pag. 121 Z. 203 ff., Z. 217 ff., pag. 798 Z. 41 f., 
pag. 800 Z. 16 f.; B.________ pag. 128 Z. 76 ff., pag. 129 Z. 118 f., pag. 132 
Z. 230, pag. 803 Z. 37; C.________ pag. 141 Z. 184, Z. 189 ff., pag. 144 Z. 289 f., 
Z. 299; pag. 808 Z. 11). Die Beschuldigten schilderten deutlich mehr und intensi-
vere sexuelle Handlungen als die Privatklägerin (vgl. zu den Aussagen der Privat-
klägerin Ziff. II. 10.2 hinten). So sei es im Schlafzimmer zu Oralverkehr gekommen, 
währenddessen die Privatklägerin anal und vaginal penetriert worden sei 
(A.________ pag.119 Z. 140 ff., pag. 800 Z. 13 ff.; B.________ pag. 128 Z. 86 ff.; 
C.________ pag. 140 Z. 158 f., pag 141 Z. 166, Z. 172 f., pag.144 Z. 289). Auch im 
Wohnzimmer bzw. auf dem Sofa sei es zu Oralverkehr gekommen (A.________ 
pag. 121 Z. 207 ff.; B.________ pag. 129 Z. 105, Z. 114, pag. 805 Z. 12 ff.). Es ist 
nicht ersichtlich, weshalb die Beschuldigten in ihren ersten Aussagen übereinstim-
mend intensivere sexuelle Handlungen schilderten sollten, als effektiv vorgefallen 
sind. Die Kammer geht deshalb davon aus, dass es sowohl im Schlafzimmer als 
auch im Wohnzimmer zu Oralverkehr gekommen ist. 

Auffallend ist weiter, dass C.________ – anders als die Privatklägerin – zu Proto-
koll gab, er habe Oral-, Vaginal- und Analverkehr mit der Privatklägerin gehabt 
(pag. 141 Z. 165 f.; pag. 808 Z. 18 f.; pag. 809 Z. 17). A.________ und B.________ 
schilderten in ihren ersten Aussagen übereinstimmend, dass die Privatklägerin auf 
den Knien auf dem Sofa gewesen sei und die Hände bzw. die Arme auf die Lehne 
gestützt habe (A.________ pag. 121 Z. 230 f.; B.________ pag. 129 Z. 114 f.). 
Ferner gaben sie übereinstimmend an, dass B.________ am meisten Sex mit der 
Privatklägerin gehabt habe (A.________ pag. 118 Z. 129, pag. 119 Z. 136 f.; 
B.________ pag. 133 Z. 256). Der Generalstaatsanwaltschaft ist beizupflichten, 
dass dieser letzte Punkt nicht unwesentlich ist. Es stellt sich tatsächlich die Frage, 
warum B.________ zugeben sollte, dass er am meisten Geschlechtsverkehr mit 
der Privatklägerin gehabt habe anstatt seinen Beitrag herunterzuspielen, wenn es 
sich tatsächlich um eine Vergewaltigung gehandelt hätte (vgl. pag. 1159). 

Entgegen den Ausführungen in der Berufungsbegründung (vgl. pag. 1115 f.) gibt es 
in den Aussagen der Beschuldigten folglich mehr Übereinstimmungen als nur in 
Bezug auf die Einvernehmlichkeit der sexuellen Handlungen. Die Kammer geht in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht davon aus, dass es zwischen den Be-
schuldigten zu Absprachen gekommen ist. Da die Privatklägerin erst über drei Jah-
re nach dem vorliegend zu beurteilenden Vorfall Strafanzeige einreichte, hätten 
entsprechende Möglichkeiten zwar grundsätzlich bestanden (pag. 48 ff.; vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_718/2013 vom 27. Februar 2014 E. 2.5). Es erscheint al-
lerdings sehr unwahrscheinlich, dass sich die Beschuldigten nach dem Vorfall ab-
gesprochen haben und rund dreieinhalb Jahre später eine erfundene Geschichte 

15

zu Protokoll gaben, die in nicht unwesentlichen Details übereinstimmt, aber auch 
Widersprüche aufweist. A.________ und B.________ wurden beide am 30. Okto-
ber 2009 verhaftet und erst nach der ersten Einvernahme aus der Polizeihaft ent-
lassen. Von den von der Privatklägerin erhobenen Vorwürfen wussten sie zu die-
sem Zeitpunkt nichts. Sie hatten somit nach Eingang der Strafanzeige keine Gele-
genheit, sich abzusprechen. Für die Behauptung des Rechtsvertreters der Privat-
klägerin, C.________ seien vor seiner ersten Einvernahme die Aussagen und Ein-
vernahmeprotokolle der Mitbeschuldigten zugänglich gemacht worden 
(vgl. pag. 1118), gibt es in den Akten keine Anhaltspunkte. Der Verteidiger von 
B.________ weist diesen Vorwurf entschieden zurück (pag. 1247). Zudem geht aus 
der Stellungnahme von C.________ hervor, dass dieser vor der Einvernahme vom 
10. Juni 2010 nicht gewusst habe, um was es im vorliegenden Verfahren gehe und 
keine Kenntnis von allfälligen Mitbeschuldigten gehabt habe (pag. 1202). 

Die Schilderungen der Beschuldigten zum Kerngeschehen sind detailliert, lebhaft 
und enthalten auch Gesprächsinhalte (vgl. exemplarisch A.________ pag. 119 
Z. 135-137, Z. 140-143, Z. 149-155, Z. 162-165; B.________ pag. 127 Z. 39-43, 
pag. 128 Z. 67-69, Z. 85-93, pag. 129 Z. 114-119, pag. 131 Z. 201-204; 
C.________ pag. 140 Z. 139-143, Z. 158 f.; pag. 141 Z. 172 f., Z. 180 f.). Soweit 
der Rechtsvertreter der Privatklägerin geltend macht, die Beschuldigten hätten sich 
bemüht, die Privatklägerin als «sexsüchtiges Fussballgroupie» darzustellen und 
sich selbst beschönigend in ein möglichst gutes Licht zu rücken (pag. 1121), kann 
ihm nicht gefolgt werden. So hat sich namentlich B.________ mit seiner Aussage, 
dass er am meisten Geschlechtsverkehr mit der Privatklägerin gehabt habe, selber 
belastet. 

Schliesslich wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass es für die Beschuldigten 
aufgrund des falschen Tatzeitpunkts in der Strafanzeige und der fehlenden Spuren 
ein Leichtes gewesen wäre, die sexuellen Handlungen gänzlich in Abrede zu stel-
len und sich auf Alibis zu berufen, zumal insbesondere B.________ im November 
2005 noch nicht für den FC E.________ spielte. Stattdessen berichteten die Be-
schuldigten bereitwillig, frei und ausführlich über die Geschehnisse in jener Nacht 
und korrigierten das falsche Datum (vgl. pag. 971, S. 28 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

10.1.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschuldigten übereinstimmend zu 
Protokoll gaben, die Privatklägerin sei mit den sexuellen Handlungen einverstan-
den gewesen. Darüber hinaus stimmen ihre Aussagen in nicht unwesentlichen De-
tails überein. Ein stereotypes Aussageverhalten ist ebenso wenig erkennbar wie 
allfällige Lügensignale. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass es zwischen den Be-
schuldigten zu Absprachen gekommen ist. Die Kammer geht vielmehr davon aus, 
dass die Beschuldigten den Vorfall so geschildert haben, wie sie ihn in Erinnerung 
hatten. Gestützt auf ihre übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen ist davon 
auszugehen, dass es zuerst im Schlafzimmer und anschliessend im Wohnzimmer 
auf dem Sofa zu sexuellen Handlungen und dabei insbesondere auch zu Oralver-
kehr gekommen ist. Nichtsdestotrotz liegen auf Seiten der Beschuldigten drei un-
terschiedliche Versionen des Geschehens vor. Ein stimmiges Gesamtbild, das als 

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erwiesen erachteter Sachverhalt fungieren könnte, ergibt sich aus den Aussagen 
der Beschuldigten nicht. 

10.2 Aussagen der Privatklägerin

10.2.1 Wie das Bundesgericht in seinem Urteil 6B_718/2013 vom 27. Februar 2014 fest-
gestellt hat, weisen die Aussagen der Privatklägerin gewisse Realitätskriterien auf. 
So schilderte die Privatklägerin das Kerngeschehen konstant und widerspruchsfrei. 
Ihre Aussagen enthalten Interaktionen und Gesprächsinhalte. Die Privatklägerin 
führte beispielsweise aus, sie habe B.________ gefragt, was er hier mache, um 
was es hier gehe und wieso er in der Wohnung sei. B.________ habe geantwortet, 
dass sie sich nicht stören lassen sollten. Er könne nicht einschlafen (pag. 78 Z. 116 
ff.; pag. 101 Z. 85 ff.; pag. 813 Z. 39 ff.). Es seien dann Sprüche wie «tu nicht so», 
«es passiert dir nichts», «so was ist doch heute normal», «du willst das ja auch» 
gefallen (pag. 78 Z. 120 f.). Während den sexuellen Handlungen habe A.________ 
ihr gesagt «was ist los, magst du schon nicht mehr, du hast das ja sonst auch ger-
ne gehabt» (pag. 80 Z. 184 f.). Die Privatklägerin erwähnte in ihren Aussagen auch 
gewisse Nebensächlichkeiten, wie beispielsweise, dass sie die Dusche bzw. das 
Wasser der Dusche gehört habe (pag. 80 Z. 179; pag. 81 Z. 212 f.; pag. 816 Z. 4), 
der Fernseher gelaufen sei (pag. 81 Z. 213, Z. 233), sie Stimmen und Gelächter 
gehört habe (pag. 80 Z. 163; pag. 81 Z. 232), sie die Unterhosen noch angehabt 
habe und der BH von B.________ geöffnet worden sei (pag. 82 Z. 240). Ferner 
schilderte die Privatklägerin in ihren Aussagen Gedanken und Gefühle (pag. 78 
Z. 115, Z. 122; pag. 82 Z. 259; pag. 101 Z. 85; pag. 813 Z. 39). 

10.2.2 Die Privatklägerin schilderte das Kerngeschehen in ihren ersten Aussagen anläss-
lich der Einvernahme vom 28. Mai 2009 (pag. 75 ff.) wie folgt: 

Sie sei sehr enttäuscht gewesen, habe ein Kleidungsstück über sich geworfen und 
sei so schnell wie möglich aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer gegangen 
(pag. 78 Z. 122 ff.). B.________ sei ihr gefolgt und habe sie gewalttätig auf das So-
fa gedrückt. Es sei alles von hinten passiert und sie habe sich nicht umdrehen kön-
nen (pag. 78 Z. 124; pag. 79 Z. 134 f.). Er habe sie mit der Hand auf dem Rücken 
gegen unten auf das Sofa gedrückt. Dann habe er sie ungeschützt zuerst vaginal, 
dann anal und wieder vaginal genommen. Er habe zu den Stossbewegungen mit 
seiner offenen Hand Schläge auf das Gesäss und den unteren Kreuzbereich gege-
ben (pag. 79 Z. 142 ff.). Sie habe zwei, drei Mal «stopp» gerufen. Sie habe Angst 
und Panikzustände erlitten, was aber ignoriert worden sei. Sie habe versucht, sich 
zu wehren und habe sich bewegt. Seine Hand sei jedoch auf ihrem Rücken gewe-
sen und sie habe nicht gekonnt (pag. 79 Z. 155 ff.). Dann sei A.________ gekom-
men und habe sie übernommen. B.________ habe noch seine Hand auf ihrem Rü-
cken gehabt. A.________ habe sie ebenfalls ungeschützt vaginal und anal ge-
nommen. Sie habe versucht, ihn mit Worten loszuwerden und sich zu wehren. Sie 
habe sich aufrichten wollen, aber das sei nicht gegangen, da auch er seine Hand 
auf ihren Rücken gehalten habe. A.________ habe sie ebenfalls mit der offenen 
Hand auf das Gesäss geschlagen (pag. 80 Z. 163 ff.). Er habe ihr dann gesagt 
«was ist los, magst du schon nicht mehr, du hast das ja sonst auch gerne gehabt» 
(pag. 80 Z. 184 f.). Sie habe dann noch eine weitere Stimme gehört und gemerkt, 
dass offenbar noch eine dritte Person anwesend sei. Der Dritte habe sie übernom-

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men, unmittelbar nachdem A.________ gegangen sei. Auf Frage, wie dieses 
«Übernehmen» gegangen sei, erklärte die Privatklägerin, A.________ habe sie mit 
der Hand auf das Sofa gedrückt und dann sei der andere schon da gewesen. Sie 
habe sich nicht umdrehen, nach hinten sehen und sich wehren können. Der Dritte 
sei dann vaginal in sie eingedrungen. Geschlagen habe er sie nicht. Mit ihm sei es 
sehr kurz gegangen (pag. 80 Z. 188 ff.). Sie habe sich bei allen zu wehren ver-
sucht, sei aber immer schwächer geworden und habe nicht mehr die Kraft gehabt, 
sich aufzurichten (pag. 81 Z. 201 f.). Nachdem der Dritte weg gewesen sei, sei 
A.________ wieder zu ihr gekommen und habe gesagt, «was, magst du schon 
nicht mehr?». Dann habe er sie noch einmal kurz vaginal genommen. Er habe sie 
dann wirklich gewalttätig auf das Sofa gedrückt (pag. 81 Z. 217 ff.). Der Wechsel 
zwischen dem Dritten und A.________ habe schnell und fliegend stattgefunden. 
Sie sei runter gedrückt worden, könne aber nicht sagen, ob vom Dritten oder von 
A.________. Auch dieses Mal habe A.________ mit der offenen Hand auf ihr Ge-
säss geschlagen (pag. 81 Z. 224 ff.).

Die Vorinstanz hielt zutreffend fest, dass die Aussagen der Privatklägerin zum 
Kerngeschehen knapp ausgefallen sind (pag. 972, S. 29 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Ihre Aussagen entstanden jeweils auf konkrete Nachfrage hin. 
Eine freie Schilderung des Geschehens fehlt gänzlich (vgl. pag. 79 ff. Z. 133 ff.; 
pag. 813 ff. Z. 44 ff.). Es mag zutreffen, dass die Realkennzeichenanalyse bei 
mutmasslichen Opfern von Sexualdelikten an ihre Grenzen stösst. Diesen fällt es in 
vielen Fällen äusserst schwer, über das Geschehene ausführlich zu berichten. 
Dennoch fällt auf, dass die Privatklägerin die sexuellen Handlungen abstrakt, de-
tailarm und unpersönlich schilderte. So führte sie beispielsweise aus «Dann nahm 
er [B.________] mich dort zuerst vaginal, dann anal und wieder vaginal und unge-
schützt» (pag. 79 Z. 134, Z. 145). «Dann kam A.________ und übernahm mich und 
der andere hatte noch seine Hand auf meinem Rücken. Er nahm mich auch vaginal 
und anal und ebenfalls ungeschützt» (pag. 80 Z. 163 ff.). «Und auch diese [die drit-
te Person] übernahm mich unmittelbar nachdem A.________ gegangen ist» 
(pag. 80 Z. 189 f.). «Und dann hat er [A.________] mich noch einmal kurz vaginal 
genommen, nachdem der Dritte weg war» (pag. 81 Z. 217 f.). Die Privatklägerin 
schilderte das Kerngeschehen chronologisch und machte dabei weder Sprünge in 
der Chronologie noch spontane Verbesserungen. 

Die Vorinstanz erwog, vorliegend komme auch zum Tragen, dass die Strafanzeige 
vom Rechtsvertreter der Privatklägerin verfasst worden sei. In der Anzeige sei das 
Geschehen bereits protokollarisch festgehalten worden. Die Privatklägerin habe 
sich in den Einvernahmen an dem in der Anzeige dargestellten Ablauf festgehalten 
und keine grösseren Erweiterungen oder Ergänzungen gemacht. Dies mache es 
noch schwieriger, ihre eher dürftigen Aussagen zu analysieren (pag. 972, S. 29 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Einwand des Rechtsvertreters der Privatklägerin, wonach der Umstand, dass 
die Strafanzeige von ihm verfasst worden sei, keinesfalls gegen die Glaubhaftigkeit 
von späteren Einvernahmen sprechen könne (vgl. pag. 1123 f.), ist unbehelflich. 
Selbstverständlich durfte die Privatklägerin eine schriftliche Strafanzeige einreichen 
und es ist auch davon auszugehen, dass sich ihr Rechtsvertreter an die Instruktio-

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nen und Schilderungen der Privatklägerin gehalten hat. Dennoch fällt auf, dass die 
Aussagen der Privatklägerin zum Kerngeschehen im Wesentlichen der schriftlich 
verfassten Strafanzeige entsprechen. Ihre Wortwahl ist in sämtlichen Einvernah-
men ähnlich geblieben und sie hat, wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, keine 
grösseren Erweiterungen oder Ergänzungen gemacht (vgl. pag. 51 ff.; pag. 78 ff. 
Z. 114 ff.; pag. 101 ff. Z. 85 ff.; pag. 813 ff. Z. 38 ff.).

10.2.3 Auch bei den Aussagen der Privatklägerin ist der Zeitablauf seit dem Vorfall zu 
berücksichtigen. Die erste Einvernahme der Privatklägerin fand am 28. Mai 2009 
und damit über drei Jahre nach dem Vorfall vom Februar 2006 statt (pag. 75 ff.). 
Anschliessend vergingen rund eineinhalb Jahre bis zur zweiten Einvernahme am 
2. November 2010 (pag. 99 ff.). Zwischen dem Vorfall und der dritten Einvernah-
men an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 19. Januar 2016 liegen rund 
zehn Jahre (pag. 812 ff.).

Auffallend ist jedoch, dass die Privatklägerin das Vorgehen von B.________ und 
A.________ nahezu identisch schilderte. Gemäss ihren Aussagen sei sie von bei-
den gewalttätig auf das Sofa gedrückt worden (vgl. pag. 79 Z. 134; pag. 80 Z. 193; 
pag. 81 Z. 218 f.). Beide sollen ihr die Hand auf den Rücken gehalten haben, so 
dass sie sich nicht habe wehren können (vgl. pag. 79 Z. 142, Z. 159 f.; pag. 80 
Z. 171 f.). Beide sollen sie vaginal und anal penetriert und ihr dabei mit der offenen 
Hand auf das Gesäss geschlagen haben (pag. 79 Z. 145 ff.; pag. 80 Z. 164, Z. 172 
ff.; pag. 81 Z. 217 f., Z. 228). Zum Vorgehen von C.________ gab die Privatkläge-
rin in ihren ersten Aussagen an der Einvernahme vom 28. Mai 2009 an, dieser ha-
be sie nur vaginal penetriert (pag. 80 Z. 197). Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung konnte die Privatklägerin nicht mehr genau sagen, ob 
C.________ auch anal in sie eingedrungen sei. So wie sie es in Erinnerung habe 
nicht. Bei ihm sei es am Schnellsten gegangen (pag. 818 Z. 34 ff.). C.________ 
gab demgegenüber zu Protokoll, er habe Oral-, Vaginal- und Analverkehr mit der 
Privatklägerin gehabt (pag. 141 Z. 165 f.; pag. 808 Z. 18 f.; pag. 809 Z. 17).

Seltsam erscheint, dass die Privatklägerin C.________ an der ersten Einvernahme 
detailliert beschreiben konnte. Die Privatklägerin schilderte, sie habe dann noch ei-
ne weitere Stimme gehört und gemerkt, dass offenbar noch eine dritte Person an-
wesend sei (pag. 80 Z. 188 f.). A.________ habe sie mit der Hand auf das Sofa 
gedrückt und dann sei der andere schon da gewesen. Sie habe sich nicht umdre-
hen, nach hinten sehen und sich wehren können (pag. 80 Z. 193 f.). Sie habe den 
dritten Mann (C.________) an jenem Abend zum ersten Mal gesehen und habe 
seine Gesichtszüge im Licht des Fernsehers erkennen können (pag. 84 Z. 311 f.). 
Dennoch war die Privatklägerin in der Lage, ein detailliertes Signalement von 
C.________ abzugeben («Es war ein dunkler, schwarze Haare, dunkle Augen, das 
Gesicht war eher fein. Es war ein Südländertyp»; Gesichtsform? «Eher schmal»; 
«Ich hätte gesagt, es könnte ein M.________ sein. Er hatte dunklere Haut als ich, 
aber schon Europäer»; «Glatte und kurze Haare, nicht ganz kurz, aber eher kurz»; 
Gesichtsbehaarung? «Gar nichts»; Körperstatur? «Mager nicht, sportlich, aber 
nicht extrem kräftig» [pag. 84 Z. 315 ff.]). Auf Vorhalt von Fotografien von Spielern 
des FC E.________ erkannte die Privatklägerin C.________ zweifelsfrei (pag. 85 
Z. 359, Z. 363; pag. 89 Nr. 18; pag. 93). Mit Blick auf die Ausführungen des 

19

Rechtsvertreters der Privatklägerin (vgl. pag. 1270) ist festzuhalten, dass die Pri-
vatklägerin zwar auch ausgesagt hat, sie habe sich nach dem Vorfall auf dem Sofa 
schlafend gestellt, jedoch den Kopf Richtung Wohnzimmer gedreht, damit sie die 
Situation ein wenig gesehen habe (pag. 81 f. Z. 234 ff.). Stellt man auf die Sach-
verhaltsdarstellung der Privatklägerin ab, wurde diese aber unmittelbar zuvor Opfer 
eines Sexualdelikts. Es erscheint daher sehr unwahrscheinlich, dass sich die Pri-
vatklägerin nach einem derart traumatischen Erlebnis noch ein so gutes Bild von 
C.________ machen konnte. Hinzu kommt, dass die Beschuldigten gemäss den 
Aussagen der Privatklägerin nach dem Vorfall schlafen gegangen seien. Als sie die 
Wohnung verlassen habe, seien B.________ und C.________ zugedeckt auf dem 
Sofa am Schlafen gewesen (vgl. pag. 82 Z. 247). Ihre äusserst detaillierte Be-
schreibung von C.________ lässt an der Sachverhaltsdarstellung der Privatklägerin 
Zweifel aufkommen. 

10.2.4 Anders als die Beschuldigten gab die Privatklägerin zu Protokoll, die sexuellen 
Handlungen hätten ausschliesslich im Wohnzimmer auf dem Sofa stattgefunden 
(vgl. pag. 78 ff. Z. 123 ff.; pag. 813 f. Z. 43 ff.; pag. 814 Z. 6 f.; pag. 815 f. Z. 47 f.). 
Sie schilderte in ihren Aussagen keinen Oralverkehr und bestritt an der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung explizit, dass es zu Oralverkehr gekommen sei (pag. 815 
Z. 10 f.). 

Zur Situation im Schlafzimmer führte die Privatklägerin aus, sie habe eine Hand auf 
ihrem Rücken gespürt und ein Geräusch gehört. Sie habe sich erschrocken umge-
dreht und anhand der Gesichtszüge B.________ erkannt (pag. 78 Z. 114 ff.; 
pag. 101 Z. 81 ff.; pag. 813 Z. 38 ff.). B.________ habe ihr gesagt, dass sie sich 
nicht stören lassen sollen. Er könne nicht einschlafen und schaue nur zu. Sie habe 
dann A.________ gefragt, was B.________ in seiner Wohnung mache. Er habe ihr 
gesagt, sie hätten gepokert und er habe diesem angeboten, dass er bei ihm schla-
fen könne. Es seien dann Sprüche wie «tu nicht so», «es passiert dir nichts», «so 
was ist doch heute normal», «du willst das ja auch» gefallen. Sie sei sehr ent-
täuscht gewesen, habe ein Kleidungsstück über sich geworfen und sei so schnell 
wie möglich aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer gegangen (pag. 78 Z. 117 ff., 
pag. 101 Z. 86 ff.; pag. 813 Z. 41 ff.). Auf Frage des Gerichtspräsidenten, ob klar 
gewesen sei, dass B.________ auch Sex möchte, gab die Privatklägerin an, sie 
hätten nicht gesagt, was sie wollten. Aber sie sei ja nicht auf den Kopf gefallen 
(pag. 814 Z. 12 ff.). 

Wenn die Privatklägerin wusste, dass B.________ mit ihr Sex haben wollte, er-
scheint tatsächlich seltsam, dass sie lediglich «ein Kleidungsstück» über sich warf 
und ins Wohnzimmer ging, anstatt sich ganz anzuziehen und die Wohnung zu ver-
lassen (vgl. pag. 974, S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). In diesem 
Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die Privatklägerin zwar angab, 
sie sei erschrocken und sehr enttäuscht gewesen und habe schon ein komisches 
Gefühl gehabt (pag. 78 Z. 115, Z. 122; pag. 101 Z. 85; pag. 813 Z. 39; pag. 814 
Z. 15). Aus ihren Aussagen geht jedoch nicht hervor, dass die Situation zu diesem 
Zeitpunkt bedrohlich gewesen wäre, so dass sie quasi aus dem Schlafzimmer hätte 
flüchten müssen (vgl. pag. 78 Z. 114 ff.; pag. 101 Z. 85 ff.; pag. 813 Z. 38 ff.). 

20

Die Kammer erachtet es nach dem Gesagten nicht als erstellt, dass die Privatklä-
gerin so schnell wie möglich vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer ging, nachdem 
sie B.________ im Schlafzimmer wahrgenommen hat. Die diesbezüglichen Aussa-
gen der Privatklägerin erscheinen nicht glaubhaft. Vielmehr ist gestützt auf die 
übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der Beschuldigten davon auszuge-
hen, dass es im Schlafzimmer zu sexuellen Handlungen und dabei insbesondere 
auch zu Oralverkehr gekommen ist (vgl. Ziff. II. 10.1.3 vorne). Die Tatsache, dass 
die Privatklägerin sowohl den Beginn der sexuellen Handlungen im Schlafzimmer 
als auch den Oralverkehr gänzlich in Abrede stellte, deutet darauf hin, dass die se-
xuellen Handlungen im Schlafzimmer einvernehmlich stattfanden. 

10.2.5 In ihrer Strafanzeige vom 15. Mai 2009 führte die Privatklägerin aus, sie habe 
mehrmals laut geschrien, «stopp» gerufen und erklärt, dass sie das nicht wolle 
(pag. 52). A.________ sei trotz heftiger verbaler Verteidigungen vaginal und anal in 
sie eingedrungen (pag. 53). An der ersten Einvernahme schilderte die Privatkläge-
rin, sie habe zwei, drei Mal «stopp» gerufen. Sie habe Angst- und Panikzustände 
erlitten, was jedoch ignoriert worden sei (pag. 79 Z. 155 f.). Sie habe versucht, 
A.________ mit Worten loszuwerden und sich zu wehren. Sie habe sich aufrichten 
wollen, aber das sei nicht gegangen, da auch er seine Hand auf ihren Rücken ge-
halten habe (pag. 80 Z. 171 f.). Sie habe sich bei allen zu wehren versucht, sei 
aber immer schwächer geworden und habe nicht mehr die Kraft gehabt, sich aufzu-
richten (pag. 81 Z. 201 f.). In den weiteren Einvernahmen relativierte die Privatklä-
gerin diese Schilderungen und führte aus, sie habe mehrmals stopp und nein ge-
sagt (pag. 102 Z. 108; pag. 813 Z. 45 f.; pag. 815 Z. 31; pag. 818 Z. 10). Sie sei 
dann in eine Starre gefallen und habe gehofft, dass es bald vorbei sei (pag. 815 
Z. 32). Auf Frage des Gerichtspräsidenten, ob es denkbar sei, dass die Beschuldig-
ten nicht erkennen konnten, dass sie nicht gewollt habe, erklärte die Privatklägerin, 
zuerst habe sie nicht gewusst, was sie vorgehabt hätten. Es sei alles sehr schnell 
gegangen. Sie habe nein und stopp gesagt. Sie habe es sicherlich nicht herausge-
schrien. Dazu sei sie vielleicht auch nicht der Typ. Nach ein paar Mal «stopp» sa-
gen, sei sie dann in diese Starre gefallen. Man habe aber sicherlich gemerkt, dass 
sie nicht gewollt habe (pag. 817 f. Z. 44 ff.; vgl. auch pag. 818 Z. 10). Sie habe ver-
sucht sich zu drehen, sei aber runtergedrückt worden und sei dann wie gelähmt 
gewesen. Sie habe sich zu wehren versucht, bis sie gemerkt habe, dass es nichts 
bringt (pag. 818 Z. 10 ff.). 

Es erscheint ohne Weiteres nachvollziehbar, dass ein Opfer eines sexuellen Über-
griffs nach anfänglicher Abwehr irgendwann aufgibt und die Übergriffe quasi über 
sich ergehen lässt. Vom Opfer wird denn auch nicht verlangt, dass es sich gegen 
die Gewalt mit allen Mitteln zu wehren versucht. Erforderlich ist jedoch eine 
tatkräftige und manifeste Willensbezeugung, mit welcher dem Täter 
unmissverständlich klargemacht wird, mit sexuellen Handlungen nicht 
einverstanden zu sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1149/2014 vom 16. Juli 
2015 E. 5.1.3. mit Hinweisen). Die Kammer teilt die Zweifel der Vorinstanz daran, 
ob sich die Privatklägerin in einer für die Beschuldigten erkennbaren Weise zur 
Wehr gesetzt hat bzw. ihren Widerstand unmissverständlich manifestiert hat (vgl. 
pag. 973, S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Aussagen der Privat-
klägerin zur Frage des Widerstands und namentlich zur Intensität ihrer Abwehrre-

21

aktionen sind nicht konstant. Unklar ist, in welchem Zeitpunkt die Privatklägerin in 
die von ihr beschriebene Starre gefallen ist. In diesem Zusammenhang ist auch auf 
die Aussagen der Schwester der Privatklägerin, G.________, hinzuweisen. Sie gab 
an, dass die Privatklägerin, wenn sie überrollt werde, in eine Art Schockzustand fal-
le und nicht so reagieren könne, wie sie gerne möchte. Sie sei dann zu blockiert, 
um richtig vehement reagieren zu können (pag. 826 Z. 18 ff.; pag. 829 Z. 22 f.; vgl. 
zu den Aussagen von G.________ Ziff. II. 10.3 hinten). 

Es ist folglich auch möglich, dass es an jenem Abend zu sexuellen Handlungen ge-
kommen ist, die die Privatklägerin so nicht gewollt hat, sie aber ihren entgegenste-
henden Willen nicht unmissverständlich manifestieren konnte, so dass die Be-
schuldigten ihr fehlendes Einverständnis nicht erkennen konnten.

Anders als die Vorinstanz geht die Kammer nicht von einer emotionalen Abhängig-
keit der Privatklägerin von A.________ aus (vgl. pag. 973, S. 30 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Gestützt auf die in diesem Bereich glaubhaften Aussagen 
der Privatklägerin ist zwar davon auszugehen, dass sie auf der Suche nach einer 
festen Beziehung war und für A.________ Gefühle hatte (vgl. pag. 75 Z. 4; 
pag. 107 Z. 280; pag. 814 Z. 19 f.; pag. 819 Z. 5 ff.). Die Privatklägerin äusserte 
sich aber durchaus auch kritisch über die Beziehung. So führte sie aus, als sie 
A.________ näher und besser kennengelernt habe, sei sie sich nicht mehr sicher 
gewesen, ob er auch an etwas Ernsthaftem interessiert sei (pag. 75 Z. 5 f.). Im 
Nachhinein würde sie ihre Beziehung als eher kurz und nicht sehr seriös und tief-
gründig bezeichnen (pag. 76 Z. 28). Sie hätten sich drei Mal getroffen (vgl. pag. 76 
Z. 18). A.________ habe wenig über sich erzählt und sie auch nie gefragt, ob sie 
an einen Match kommen wolle (pag. 76 Z. 39 ff.). Abgesehen von B.________ ha-
be sie keine Freunde, Bekannte, Kollegen oder Verwandte von A.________ ken-
nengelernt (pag. 77 Z. 60). Es ist nicht davon auszugehen, dass die Privatklägerin 
von A.________ emotional abhängig war, zumindest nicht in der Weise, dass sie 
nicht in der Lage gewesen wäre, ihren Widerstand in Bezug auf die sexuellen 
Handlungen deutlich kundzutun. 

10.2.6 Die Privatklägerin schilderte, sie sei «längswegs» auf dem Sofa gelegen, der Kopf 
sei ihr auf die Seitenlehne des Sofas hinunter gedrückt worden und ihr Bauch sei 
auf der Liege (Sitzfläche) gewesen (pag. 79 Z. 138 f.; pag. 814 Z. 23, Z. 26). 
B.________ und A.________ hätten ihr die Hand auf den Rücken gehalten, so 
dass sie sich nicht habe wehren können (vgl. pag. 79 Z. 142, Z. 159 f.; pag. 80 
Z. 171 f.). Sie sei vaginal und anal penetriert worden und die Beschuldigten hätten 
ihr dabei mit der offenen Hand auf das Gesäss geschlagen (pag. 79 Z. 145 ff.; 
pag. 80 Z. 164, Z. 172 ff.; pag. 81 Z. 217 f., Z. 228 f.). Sie sei vielleicht auch etwas 
schräg und nicht ganz gestreckt gewesen (pag. 814 Z. 25). Sie sei sicherlich nicht 
wie eine Kerze auf dem Sofa gelegen. Die Beine seien ihr «auseinander gemacht» 
worden (pag. 814 Z. 37 ff.). Sie sei entweder mit der Hand oder dem Körpergewicht 
auf das Sofa hinuntergedrückt worden (pag. 815 Z. 22). 

Die Vorinstanz erwog, es sei nicht klar, wie jeweils ein einzelner Beschuldigter die 
bäuchlings auf dem Sofa liegende Privatklägerin zeitgleich vaginal oder anal pene-
triert, mit der flachen Hand auf den unteren Rücken oder das Gesäss geschlagen 
und ihre Beine drapiert haben solle. Rein anatomisch müsste bei einer solchen Pe-

22

netration der Beschuldigte praktisch über der Privatklägerin liegen (pag. 972, S. 29 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Der Rechtsvertreter der Privatklägerin bringt vor, die pauschale Behauptung, dass 
die geschilderte Stellung rein anatomisch nicht möglich sei, entspreche nicht den 
Tatsachen. Eine kurze einschlägige Recherche habe ergeben, dass die von der 
Privatklägerin beschriebene Position offenbar einer Sexstellung namens «Jockey» 
nahe komme. Dabei müsse die sich oben befindende Person keineswegs über der 
sich unten befindenden Person liegen. Vielmehr könne die obere Person auch in 
aufrecht kniender Position sein und habe dabei die Hände frei um die unten liegen-
de Person zu fixieren und Gewalt gegen sie auszuüben (pag. 1127 f.).

Es mag sein, dass die von der Privatklägerin geschilderte Position der Sexstellung 
«Jockey» nahe kommt. Dem Rechtsvertreter der Privatklägerin ist zuzustimmen, 
dass sich der Mann in dieser Position nicht zwingend mit den Händen abstützen 
muss und die Frau mit der Hand hinunterdrücken bzw. ihr auf den unteren Rücken 
schlagen könnte (pag. 1271 f.; vgl. auch pag. 1260). Allerdings befinden sich in 
dieser Position die Knie des Mannes seitlich neben der Hüfte der Frau 
(vgl. pag. 1260). Unklar bleibt, wie es den Beschuldigten in dieser Position möglich 
gewesen sein soll, die Beine der Privatklägerin «auseinander zu machen». Ferner 
erscheint zumindest ein vaginales Eindringen gegen den Willen der Frau in dieser 
Position kaum möglich. Der Verteidiger von B.________ wies zu Recht darauf hin, 
dass die Frau eine Penetration durch das Abkippen des Beckens verhindern könn-
te (pag. 1291). Schliesslich bleibt unklar, wie in dieser Position ein Wechsel zwi-
schen den Beschuldigten stattgefunden haben soll, ohne dass sich die Privatkläge-
rin dagegen hätte wehren können. Aufgrund des zumindest kurzen zeitlichen Un-
terbruchs während den Wechseln müsste es der Privatklägerin möglich gewesen 
sein, sich zu bewegen und zu wehren.

10.2.7 Die Vorinstanz erhielt anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung einen 
persönlichen Eindruck der Privatklägerin. Sie hatte dabei nicht den Eindruck, dass 
die Privatklägerin bewusst Lügenmärchen erzählt habe. Bei der Privatklägerin sei-
en Betroffenheit und Leidensdruck vorhanden. Es sei davon auszugehen, dass an 
jenem Abend tatsächlich Dinge vorgefallen seien, welche die Privatklägerin belas-
ten würden und ihre persönlichen Grenzen überschritten hätten. Dies werde auch 
durch die Aussagen der Schwester der Privatklägerin bestätigt. Das Gericht hege 
jedoch Zweifel daran, ob die Privatklägerin dies den Beschuldigten gegenüber auch 
so kommuniziert habe bzw. habe kommunizieren können (pag. 973, S. 30 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Zu prüfen ist, weshalb die Privatklägerin die Beschuldigten über drei Jahre nach 
den vorgeworfenen Taten zu Unrecht belasten und sich einem für sie belastenden 
Strafverfahren aussetzen sollte.

Die Privatklägerin führte an der ersten Einvernahme aus, der Gedanke Anzeige zu 
erstatten, sei schon lange da gewesen. Sie habe gedacht, sie könne es irgendwie 
wegstecken. In letzter Zeit seien auch Suizid-Gedanken aufgekommen und des-
halb sei sie zum Entschluss gelangt, jetzt müsse etwas gehen. Sie könne mit nie-
mandem darüber reden und fresse alles in sich hinein (pag. 83 Z. 304 ff.). Anläss-

23

lich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte die Privatklägerin auf Frage, 
weshalb sie nicht bereits am nächsten Tag zur Polizei gegangen sei, sie habe sich 
das schon überlegt. Aber sie habe Angst gehabt. Die Beschuldigten hätten ihr ge-
droht und gesagt, sie solle ja nie etwas darüber erzählen. Vielleicht auch aus 
Scham, sie wisse es nicht. Sie habe versucht das Ganze zu verdrängen und mit 
sich selber auszumachen (pag. 817 Z. 11 ff.). Auf Frage ihres Rechtsvertreters, 
was sie bewogen habe eine Anzeige zu machen, führte die Privatklägerin sodann 
aus, sie habe sehr lange gebraucht und habe es sich immer wieder durch den Kopf 
gehen lassen. Sie habe dann aber gemerkt, dass sie es anders nicht verarbeiten 
könne. Sie sei sich auch bewusst, dass es schwierig sei mit der Beweislage. Sie 
sei aber zum Schluss gekommen, dass es das Einzige sei, was ihr vielleicht helfe 
(pag. 819 Z. 23 ff.).

Die Vorinstanz wies zu Recht darauf hin, dass hinsichtlich der Entstehungsge-
schichte der Anzeige auch die Akten der Vista Fachstelle Opferhilfe bei sexueller 
und häuslicher Gewalt (nachfolgend: Fachstelle Opferhilfe Vista; pag. 841 ff.) zu 
berücksichtigen sind. Gemäss den Verlaufsnotizen der ersten Sitzung vom 4. No-
vember 2009 sei die Privatklägerin von einem späteren Partner beschuldigt wor-
den, die Übergriffe gewollt zu haben. Danach sei es zu einer schweren psychi-
schen Krise mit Suizidalität, Schuldgefühlen und einer massiven Selbstwertkrise 
gekommen (pag. 844). Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Privat-
klägerin (pag. 1132) durfte die Vorinstanz ohne in Willkür zu verfallen davon aus-
gehen, dass Vorwürfe eines späteren Partners der Auslöser oder zumindest mit-
verantwortlich für die Anzeigeerstattung sein könnten (pag. 974, S. 31 erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Es ist nicht ersichtlich, weshalb an der Beweiskraft der 
Verlaufsnotizen der Fachstelle Opferhilfe Vista gezweifelt werden sollte, beruhen 
diese doch auf den Aussagen der Privatklägerin gegenüber der Opferhilfe (vgl. zu 
den Akten der Fachstelle Opferhilfe Vista auch Ziff. II. 10.4 hinten). 

10.2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen der Privatklägerin zum 
Kerngeschehen Auffälligkeiten und Ungereimtheiten aufweisen. Wie bereits die  
Vorinstanz hat auch die Kammer erhebliche Zweifel daran, dass die sexuellen 
Handlungen so stattgefunden haben, wie sie von der Privatklägerin geschildert 
wurden. Dieser Eindruck wird durch das Verhalten der Privatklägerin nach dem 
Vorfall verstärkt (vgl. Ziff. II. 10.2.9 nachfolgend). 

10.2.9 Auch wenn es keine stereotype Verhaltensweise von Opfern eines Sexualdelikts 
gibt, erscheint das Verhalten der Privatklägerin nach dem Vorfall doch recht eigen-
artig: 

Die Privatklägerin gab an, sie habe sich nach dem Vorfall auf dem Sofa schlafend 
gestellt (pag. 81 Z. 234 f.). Als es ruhig geworden sei, sei sie ins Schlafzimmer ge-
gangen, habe ihre Kleider zusammengesucht, sich angezogen, sei noch schnell ins 
Bad gegangen und habe dann die Wohnung verlassen (pag. 82 Z. 243 f.). Wenn 
die Übergriffe so stattgefunden haben, wie sie von der Privatklägerin geschildert 
wurden, wäre zu erwarten, dass die Privatklägerin die Wohnung unmittelbar da-
nach verlässt und nicht noch länger im gleichen Raum wie ihre Peiniger bleibt. 

24

Obwohl die Privatklägerin angab, sie habe grosse Angst vor den Beschuldigten ge-
habt, sei eingeschüchtert und überfordert gewesen und habe sich bedroht gefühlt 
(pag. 82 Z. 259 ff.; pag. 83 Z. 289), hat sie A.________ eigenen Aussagen zufolge 
am nächsten Tag per SMS «gottsjämmerlich zusammengeschissen» und ihm ihre 
Meinung gesagt (pag. 106 Z. 241 f.). 

Die Privatklägerin machte widersprüchliche Aussagen zur Frage, ob sie die Be-
schuldigten nach dem Vorfall noch einmal gesehen habe. In ihren ersten Aussagen 
an der Einvernahme vom 28. Mai 2009 gab die Privatklägerin an, sie habe 
A.________ gesehen und er habe ihr gedroht, sie solle niemandem davon erzählen 
(pag. 83 Z. 284 ff.). C.________ habe sie später einmal bei einem Mittagessen im 
Restaurant K.________ gesehen (vgl. pag. 85 Z. 352 f., Z. 357). Anlässlich der 
zweiten Einvernahme vom 2. November 2010 verneinte die Privatklägerin zunächst 
die Frage, ob sie einen der dreien seither noch einmal gesehen habe (pag. 102 
Z. 119 f.). Mit A.________ habe sie SMS-Kontakt gehabt. Er habe ihr zwei, drei Mal 
geschrieben. Gesehen habe sie ihn nicht mehr (pag. 102 Z. 122 ff.). Auf Vorhalt der 
Aussagen von B.________ (pag. 133 Z. 258-261) räumte die Privatklägerin ein, 
B.________ in der Stadt getroffen zu haben (pag. 103 Z. 127 ff.). Sie habe kurz mit 
ihm gesprochen («Hallo wie geht’s», pag. 105 Z. 200 f.). Die Tatsache, dass sich 
die Privatklägerin nach den von ihr geschilderten Ereignissen auf ein Gespräch mit 
B.________ einliess, mutet seltsam an. 

Schliesslich ging die Privatklägerin eigenen Angaben zufolge auch nach dem Vor-
fall ins Restaurant K.________ Mittagessen (vgl. pag. 85 Z. 352 ff.; pag. 107 Z. 301 
f.; pag. 820 Z. 30 ff.), obwohl sie damit rechnen musste, den Spielern des FC 
E.________ und damit auch den drei Beschuldigten über den Weg zu laufen. 

Das Verhalten der Privatklägerin lässt sich nicht mit den von ihr geschilderten 
Übergriffen in Einklang bringen und verstärkt die Zweifel der Kammer daran, dass 
die von der Privatklägerin erhobenen Vorwürfe zutreffen. Für die Beurteilung des 
Sachverhalts kann deshalb nicht bzw. nur beschränkt auf die Aussagen der Privat-
klägerin abgestellt werden. 

10.3 Aussagen der übrigen befragten Personen

10.3.1 Betreffend das Kerngeschehen und das Verhalten der Beteiligten danach sind ein-
zig die Aussagen der Schwester der Privatklägerin, G.________, relevant. 

H.________ bestätigte zwar, dass er mit der Privatklägerin eine Beziehung hatte 
(pag. 149 Z. 49 ff.; pag. 150 Z. 107 f.), konnte aber zum Kerngeschehen keine 
sachdienlichen Aussagen machen (vgl. pag. 147 ff.). Seinen Aussagen kann ent-
nommen werden, dass er seit der Trennung anfangs 2005 keinen Kontakt mehr zur 
Privatklägerin hatte (vgl. pag. 148 Z. 26 f.; pag. 149 Z. 63 f.; pag. 151 Z. 143 f.). 

B.________ und C.________ gaben an, sie hätten I.________ vom Vierer erzählt 
(B.________ pag. 133 Z. 265 ff.; C.________ pag. 143 Z. 252 f., pag. 809 Z. 26 ff.). 
I.________, der im Zeitpunkt des Vorfalls ebenfalls beim FC E.________ spielte 
(vgl. pag. 154 Z. 36 f.), bestätigte diese Aussagen anlässlich der Einvernahme vom 
2. November 2010 (pag. 153 ff.) nicht. Seine Aussagen sind allerdings vage und 
mit grossen Unsicherheiten behaftet (vgl. exemplarisch pag. 155 Z. 58 ff., Z. 63 ff., 

25

Z. 72; Z. 75 ff.; pag. 156 Z. 88, Z. 91, Z. 97 f., Z. 102 ff., Z. 109). Für die Beurteilung 
des Sachverhalts kann deshalb nicht auf seine Aussagen abgestellt werden. 

Auch die Psychologin J.________, die 2009 bei der Fachstelle Opferhilfe Vista ge-
arbeitet hat (vgl. pag. 822 Z. 14 f.), konnte anlässlich der Einvernahme vom 19. Ja-
nuar 2016 keine sachdienlichen Aussagen machen (vgl. pag. 822 f.). 

10.3.2 G.________ schilderte sowohl an der Einvernahme vom 2. Juni 2009 (pag. 109 ff.) 
als auch anlässlich der Einvernahme vom 20. Januar 2016 (pag. 825 ff.) detailliert, 
stimmig und nachvollziehbar, was die Privatklägerin ihr erzählt hatte (pag. 110 
Z. 26 ff.; pag. 825 Z. 39 ff.; pag. 826 Z. 1 ff.) und beschrieb den aufgewühlten Zu-
stand ihrer Schwester (pag. 110 Z. 39 f.; pag. 825 Z. 25 f., Z. 34; pag. 826 Z. 23). In 
den Aussagen von G.________ sind keine Aggravierungstendenzen ersichtlich. Sie 
gab an, wenn sie etwas nicht wusste oder unsicher war (vgl. exemplarisch pag. 110 
Z. 20, Z. 22 f.; pag. 111 Z. 56, Z. 69; pag. 113 Z. 128; pag. 825 Z. 29 ff.; pag. 826 
Z. 4, Z. 8; pag. 828 Z. 17 f.).

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, konnte G.________ detaillierte Aussagen 
über die Kindheit, Entwicklung und den Charakter der Privatklägerin machen. 
Gemäss den Aussagen von G.________ seien sie mit einem dominanten Vater 
aufgewachsen. Ihre Schwester habe sich schnell einschüchtern lassen. Wenn sie 
überrollt werde, falle sie in eine Art Schockzustand und könne dann nicht so reagie-
ren, wie sie gerne möchte (pag.826 Z. 16 ff.). Sie sei dann zu blockiert, um richtig 
vehement reagieren zu können (pag. 829 Z. 22 f.). Sie werde eher ruhig, als dass 
sie wild um sich schlage (pag. 829 Z. 27). Auf Frage des Gerichtspräsidenten, ob 
sie ein konkretes Beispiel mit dem Vater machen können, führte G.________ aus, 
ihre Schwester habe einfach immer sehr schnell Angst gehabt und habe sich dann 
zurückgezogen. Sie habe beim Vater nicht opponiert (pag. 829 Z. 38 ff.; vgl. zum 
Ganzen pag. 973, S. 30 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Betreffend den 
vorliegend zu beurteilenden Vorfall gab G.________ an, die Beschuldigten hätten 
nicht mehr realisiert, in welchem Zustand sich ihre Schwester befunden habe. Sie 
hätten dies nicht gekonnt oder nicht gewollt. Die Privatklägerin habe dann alles 
über sich ergehen lassen und sei dann irgendwann total zusammengebrochen 
(pag. 826 Z. 34 ff.). 

Entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der Privatklägerin (vgl. 1129) kann je-
doch nicht gesagt werden, dass die Aussagen der Privatklägerin durch die Aussa-
gen ihrer Schwester untermauert werden. G.________ schilderte, die Privatklägerin 
habe während dem Erzählen geweint und es sei aus ihr herausgebrochen. Sie ha-
be dann nicht mehr alles im Detail erzählt. So wie sie es ihr erzählt habe, habe sie 
am Schluss mit den drei Beschuldigten Geschlechtsverkehr gehabt und sei quasi 
auf das Sofa gedrückt worden. Wer, wie, was und die Reihenfolge habe sie ihr 
nicht gesagt. Das Ganze müsse sehr gewaltvoll abgelaufen sein (vgl. pag. 110 
Z. 40 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung führte G.________ 
aus, es sei mit allen Beteiligten zu Geschlechtsverkehr gekommen, vaginal und 
anal (pag. 825 Z. 44; pag. 826 Z. 1). Die Privatklägerin habe ihr erzählt, dass die 
sexuellen Handlungen von hinten auf dem Sofa stattgefunden hätten und sie hinun-
tergedrückt worden sei (pag. 826 Z. 37 f.). Es sei im Turnus nacheinander gewesen 

26

(pag. 826 Z. 28). Diesen Ausführungen kann entnommen werden, dass die Privat-
klägerin das Kerngeschehen ihrer Schwester gegenüber nicht im Detail schilderte. 

Zwischen den Aussagen der Privatklägerin und den Schilderungen ihrer Schwester 
gibt es gewisse Widersprüche. Die Privatklägerin führte aus, sie habe ihre Schwes-
ter am nächsten Tag angerufen und habe es angetönt. Sie habe da einfach aus 
Wut und Verzweiflung gesprochen und es ihr nicht richtig erzählt. Ein paar Tage 
oder vielleicht eine Woche später habe sie ihr alles im Detail erzählt (pag. 82 
Z. 254 f.; pag. 816 Z. 18 ff.). G.________ gab demgegenüber an, die Privatklägerin 
habe ihr erzählt, dass sie am nächsten Tag arbeiten gegangen sei. Sie 
(G.________) habe sie gefragt, weshalb sie sie nicht angerufen habe (pag. 110 
Z. 43 ff.). Die Privatklägerin schilderte, sie habe ihrer Schwester die erlittenen Ver-
letzungen, blaue Flecken und Blutergüsse im unteren Bereich des Rückens und auf 
den Pobacken, gezeigt (pag. 83 Z. 274; pag. 106 Z. 270 ff.). G.________ gab 
demgegenüber in ihren ersten Aussagen an, die Privatklägerin habe ihr von den 
blauen Flecken erzählt, gesehen habe sie diese aber nicht. Es sei schon einige Zeit 
her gewesen, als sie ihr davon erzählt habe und man hätte die Flecken nicht mehr 
gesehen (pag. 111 Z. 49 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
führte G.________ dann aus, sie habe an ein paar Stellen abklingende blaue Fle-
cken gesehen, so etwa im Kreuzbereich (pag. 825 Z. 35 f.). Weiter bestritt die Pri-
vatklägerin explizit, dass es zu Oralverkehr gekommen ist (pag. 815 Z. 10 f.). 
G.________ bejahte demgegenüber die Frage, ob die Privatklägerin auch von Ora-
lverkehr erzählt habe (pag. 826 Z. 30 f.). Diese Aussage relativierte sie allerdings 
später wieder (vgl. pag. 828 Z. 14 ff.). Schliesslich gab G.________ an, ihre 
Schwester habe A.________ später noch einmal gesehen (pag. 112 Z. 105 f.). 
A.________ habe sie nach dem Ereignis aufgesucht und habe von ihr verlangt, 
dass sie mit niemandem über das Geschehene spreche (pag. 827 Z. 19 f.). Damit 
bestätigte G.________ zwar die ersten Aussagen der Privatklägerin (vgl. pag. 83 
Z. 286 f.). Die Privatklägerin selber gab an der zweiten Einvernahme allerdings zu 
Protokoll, sie habe A.________ nicht mehr gesehen (pag. 102 Z. 119 f., Z. 124 f.; 
vgl. auch pag. 103 Z. 150 ff.).

Dass die Aussagen der Privatklägerin und diejenigen von G.________ gewisse 
Unstimmigkeiten und Widersprüche aufweisen, erscheint mit Blick auf den langen 
Zeitablauf seit dem Vorfall ohne Weiteres nachvollziehbar. Aufgrund der sich wi-
dersprechenden Aussagen lässt sich jedoch nicht rechtsgenüglich nachweisen, 
wann die Privatklägerin ihre Schwester kontaktierte und ihr vom Vorfall erzählte 
und ob sie ihr die blauen Flecken/Hämatome zeigte. Die Vorinstanz wies ferner zu 
Recht darauf hin, dass blaue Flecken kein Beweis für einen sexuellen Übergriff 
sind, zumal es auch bei einvernehmlichen sexuellen Handlungen zu blauen Fle-
cken kommen kann (pag. 974, S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

10.4 Weitere Beweismittel

Schliesslich liegen die Akten der Fachstelle Opferhilfe Vista vor (pag. 841 ff.). Ent-
gegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Privatklägerin (pag. 1129) handelt 
es sich dabei nicht um ein objektives Beweismittel, sondern um subjektiv gefärbte 
Unterlagen, die auf den Aussagen der Privatklägerin beruhen. 

27

Gemäss der Situationserfassung vom 19. Mai 2009 habe die Privatklägerin ihre 
Schwester am Tag darauf informiert und ihr die zugefügten Verletzungen gezeigt 
(pag. 841). Unklar ist, ob diese Information aus einem Brief ihres Rechtsvertreters, 
der Strafanzeige oder von der Privatklägerin selber stammt (vgl. Anmeldegrund, 
pag. 841). Gemäss den Verlaufsnotizen der ersten Sitzung vom 4. November 2009 
habe die Privatklägerin ihre Schwester einen Monat später informiert und ihr die 
zugefügten Verletzungen gezeigt (pag. 844). Aus den Unterlagen der Fachstelle 
Opferhilfe Vista geht somit nicht hervor, wann die Privatklägerin ihrer Schwester 
vom Vorfall erzählte. 

Wie bereits erwähnt, wird in den Verlaufsnotizen der ersten Sitzung vom 4. No-
vember 2009 festgehalten, die Privatklägerin sei von einem späteren Partner be-
schuldigt worden, die Übergriffe gewollt zu haben. Danach sei es zu einer schwe-
ren psychischen Krise mit Suizidalität, Schuldgefühlen und einer massiven Selbst-
wertkrise gekommen (pag. 844; vgl. Ziff. II. 10.2 vorne). Weiter kann den Verlaufs-
notizen entnommen werden, dass es der Privatklägerin seit der Anzeigeerstattung 
besser gehe. Sie habe die Anzeige als eine Art Genugtuung erlebt. Das Lesen der 
Einvernahmeprotokolle der Beschuldigten sei aber hart gewesen (pag. 846). Die 
Privatklägerin teilte der Fachstelle Opferhilfe Vista auch ihre Ängste und Befürch-
tungen mit (vgl. Verlaufsnotizen vom 03.06.2010 [pag. 846], 24.06.2010 [pag. 847], 
und 29.10.2010 [pag. 848]). Wann die Beratung bei der Fachstelle Opferhilfe Vista 
abgeschlossen wurde, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Der letzte Eintrag da-
tiert vom 9. November 2011 (pag. 851). 

Es ist nicht ersichtlich, weshalb an der Beweiskraft der Verlaufsnotizen der Fach-
stelle Opferhilfe Vista gezweifelt werden sollte, beruhen diese doch auf den Aussa-
gen der Privatklägerin gegenüber der Opferhilfe. Die Kammer zweifelt nicht daran, 
dass der vorliegend zu beurteilende Vorfall Auswirkungen auf das Leben der Pri-
vatklägerin hatte und wohl noch immer hat (vgl. auch pag.  83 Z. 291 ff.; pag. 812 
Z. 17 ff.). Der Umstand, dass die Privatklägerin Opferhilfe in Anspruch nahm, ist je-
doch kein Beweis dafür, dass die sexuellen Handlungen so stattgefunden haben, 
wie sie von der Privatklägerin geschildert wurden. Entgegen der Auffassung des 
Rechtsvertreters der Privatklägerin (vgl. pag. 1132) vermögen die Unterlagen der 
Fachstelle Opferhilfe Vista am Beweisergebnis nichts zu ändern. 

11. Fazit Beweiswürdigung

Die Beweislage charakterisiert sich zusammengefasst dadurch, dass die Beschul-
digten übereinstimmend zu Protokoll gaben, die Privatklägerin sei mit den sexuel-
len Handlungen einverstanden gewesen. Darüber hinaus stimmen ihre Aussagen 
in nicht unwesentlichen Details überein. Ein stereotypes Aussageverhalten ist 
ebenso wenig erkennbar wie allfällige Lügensignale. Es gibt zudem keine Anhalts-
punkte, dass es zwischen den Beschuldigten zu Absprachen gekommen ist. Die 
Aussagen der Privatklägerin weisen demgegenüber gewisse Auffälligkeiten und 
Unstimmigkeiten auf. Die Aussagen der übrigen befragten Personen und die Unter-
lagen der Fachstelle Opferhilfe Vista vermögen an dieser Einschätzung nichts zu 
ändern. 

28

Die Kammer erachtet es gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten als erwiesen, 
dass es zuerst im Schlafzimmer und anschliessend im Wohnzimmer auf dem Sofa 
zu sexuellen Handlungen und dabei insbesondere auch zu Oralverkehr gekommen 
ist. Es ist davon auszugehen, dass die Privatklägerin zumindest im Schlafzimmer 
mit den sexuellen Handlungen einverstanden war, auch wenn sie vielleicht am An-
fang etwas gezögert hat. Wie die Vorinstanz geht aber auch die Kammer davon 
aus, dass es in jener Nacht zu sexuellen Handlungen gekommen ist, die die Privat-
klägerin so nicht gewollt oder zumindest im Nachhinein bereut hat. Es bleibt jedoch 
unklar, ob sich die Privatklägerin in einer für die Beschuldigten erkennbaren Weise 
zur Wehr gesetzt hat bzw. ihren Widerstand unmissverständlich manifestiert hat. 

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der massgebliche 
Sachverhalt nicht abschliessend erstellt werden kann. Es verbleiben erhebliche und 
nicht zu unterdrückende Zweifel daran, dass die sexuellen Handlungen so stattge-
funden haben, wie sie von der Privatklägerin geschildert wurden und wie sie der 
Anklageschrift vom 7. Januar 2015 (pag. 507 ff.) zugrunde gelegt wurden. Damit 
erübrigt es sich, näher auf die Vorbringen des Verteidigers von C.________ einzu-
gehen, wonach betreffend C.________ bereits aus formellen Gründen ein Frei-
spruch zu erfolgen habe (vgl. pag. 1188 ff.). 

Die Beschuldigten sind in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils von den An-
schuldigungen der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung, beides angeblich 
mehrfach begangen in einer Nacht im Februar 2006 freizusprechen.  

III. Zivilpunkt

Der Rechtsvertreter der Privatklägerin beantragte mit Zivilklage vom 20. März 2015 
A.________ sei zu verurteilen, der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von 
CHF 15‘000.00 zu bezahlen, B.________ sei zu verurteilen, der Privatklägerin eine 
Genugtuung in der Höhe von CHF 10‘000.00 zu bezahlen und C.________ sei zu 
verurteilen, der Privatklägerin eine Genugtuung in der Höhe von CHF 10‘000.00 zu 
bezahlen (pag. 539 ff.).

Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern beantragte mit Schrei-
ben vom 19. Februar 2015 A.________, B.________ und C.________ seien solida-
risch zu verpflichten, dem Kanton Bern einen Betrag von CHF 8‘710.20 zuzüglich 
Zins von 5% seit dem 15. Juli 2014 zu bezahlen (pag. 526).

Gemäss Art. 126 Abs. 1 Bst. b StPO entscheidet das Gericht über die anhängig 
gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person freispricht und der Sachver-
halt spruchreif ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwie-
sen (Art. 126 Abs. 2 Bst. d StPO). Der Sachverhalt ist spruchreif, wenn über den 
Zivilanspruch ohne Weiteres aufgrund der im bisherigen Verfahren gesammelten 
Beweise entschieden werden kann (ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 19 und N. 41 zu Art. 126 
StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_1117/2013 vom 6. Mai 2014 E. 3.2.).

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/03d7d6ea-2b54-4edf-94f2-d64ce01088ac?source=document-link&SP=9|xiirla
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/03d7d6ea-2b54-4edf-94f2-d64ce01088ac?source=document-link&SP=9|xiirla

29

Da die Beschuldigten vollumfänglich freizusprechen sind, sind die Genugtuungsbe-
gehren der Privatklägerin und die Forderung der Gesundheits- und Fürsorgedirek-
tion des Kantons Bern mangels Anspruchsgrundlage abzuweisen. 

Für die Beurteilung der Zivilklagen werden keine erst- und oberinstanzlichen Kos-
ten ausgeschieden. Der entsprechende Aufwand ist im Vergleich zum übrigen Ver-
fahren vernachlässigbar. 

IV. Verfügungen

Es wird festgestellt, dass das erstellte DNA-Profil von A.________ (PCN-
Nr. .________) und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten 
bereits gelöscht wurden (vgl. pag. 1327). 

Es wird festgestellt, dass das erstellte DNA-Profil von B.________ (PCN-Nr. 
.________) und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten be-
reits gelöscht wurden (vgl. pag. 1327). 

V. Kosten und Entschädigung

12. Verfahrenskosten 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Bei einem Freispruch trägt grundsätzlich der Kanton die Verfahrenskosten 
(vgl. 423 Abs. 1 StPO). 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die erstinstanzlichen Verfahrenskosten, 
insgesamt ausmachend CHF 31‘847.20, vom Kanton Bern zu tragen. 

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Sie werden bestimmt auf 
CHF 3‘000.00 (Art. 24 Bst. b des Verfahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]; 
Richtlinien für die Bemessung der Verfahrenskosten in Strafsachen am Obergericht 
des Kantons Bern gemäss Beschluss der Strafabteilungskonferenz vom 23. April 
2018). 

Als unterliegende Partei im Rechtsmittelverfahren hätte grundsätzlich die Privatklä-
gerin die oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu tragen. Da ihr die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wurde, ist sie indes von der Kostentragung befreit und der 
Kanton Bern hat die Kosten an ihrer Stelle zu tragen (Art. 136 Abs. 2 Bst. b StPO). 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bezieht sich Art. 30 Abs. 1 des Op-
ferhilfegesetzes (OHG; SR 312.5) nur auf Verfahren betreffend die von den Bera-
tungsstellen erbrachten Leistungen sowie die Entschädigung und Genugtuung 
nach Art. 19 ff. OHG. In anderen Verfahren im Zusammenhang mit der Straftat, et-
wa bei gegen den Täter gerichteten Zivil- oder Strafklagen, gilt die in Art. 30 Abs. 1 
OHG statuierte Kostenfreiheit nicht (BGE 141 IV 262 E. 2.2 S. 261 f. mit Hinweisen; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_370/2016 vom 16. März 2017 E. 1.2, nicht publ. in 
BGE 143 IV 154). 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6B_370%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-262%3Ade&number_of_ranks=0#page262

30

Die Privatklägerin ist daher in analoger Anwendung von Art. 135 Abs. 4 Bst. a 
StPO zu verpflichten, dem Kanton Bern die oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
von CHF 3‘000.00 zurückzuerstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse 
zulassen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_370/2016 vom 16. März 2017 E. 1.2, 
nicht publ. in BGE 143 IV 154). 

13. Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands

Die Entschädigung für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin vor ers-
ter Instanz durch Rechtsanwalt Z.________ wurde von der Vorinstanz gemäss dem 
mit Schreiben vom 21. Januar 2016 eingereichten Leistungsverzeichnis (pag. 855 
ff.) auf CHF 14‘428.00 bestimmt (Leistungen ab 20. März 2015; pag. 976, S. 33 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Diese Entschädigung wurde nicht angefoch-
ten und ist zu bestätigen (vgl. pag. 992). 

Da die Privatklägerin im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Verfahren die pro-
zessuale Stellung eines Opfers hatte, besteht weder für den Kanton Bern noch für 
Rechtsanwalt Z.________ ein Rückforderungs- bzw. Nachforderungsrecht. Art. 30 
Abs. 3 OHG geht Art. 135 Abs. 4 und Art. 138 Abs. 1 StPO als lex specialis vor 
(BGE 141 IV 262 E. 3 S. 266 ff.) und kommt auch dann zum Tragen, wenn die gel-
tend gemachte Straftat im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren nicht nachgewiesen 
werden kann (BGE 143 IV 154 E. 2.3.4 S. 158 f.). 

Die Entschädigung für die unentgeltliche Verbeiständung der Privatklägerin vor 
oberer Instanz durch Rechtsanwalt Z.________ wird gemäss der eingereichten und 
für angemessen erachteten Kostennote vom 21. Februar 2018 (pag. 1338 ff.) auf 
insgesamt CHF 7‘948.05 (inkl. Auslagen und MwSt) festgesetzt. 

Das Bundesgericht hatte in BGE 143 IV 154 zu beurteilen, wie es sich bezüglich 
der Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung im Rechtsmittelverfahren verhält, 
wenn es wie vorliegend bereits erstinstanzlich zu einem Freispruch gekommen ist 
und der Freispruch auch im Berufungsverfahren bestätigt wird. Es kam zum 
Schluss, in solchen Fällen müsse es möglich sein, von der Privatklägerschaft, wel-
che als Opfer im Sinne von Art. 116 StPO Berufung erhoben habe, bei verbesser-
ten wirtschaftlichen Verhältnissen die Rückerstattung der Kosten der unentgeltli-
chen Verbeiständung im Berufungsverfahren zu verlangen, auch wenn das 
Rechtsbegehren auf Schuldigsprechung nicht aussichtslos erschien. Insoweit gehe 
die in Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 Bst. a StPO statuierte Pflicht zur Rück-
erstattung der Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung im Rechtsmittelverfahren 
Art. 30 Abs. 3 OHG vor. Dies trage dem Geiste des Opferhilfegesetzes Rechnung 
und leiste möglichen Missbräuchen Vorschub. Art. 30 Abs. 3 OHG räume der be-
dürftigen Privatklägerschaft, welche eine Opferstellung geltend mache, keinen An-
spruch darauf ein, ohne jegliches Kostenrisiko über alle Instanzen hinweg zu pro-
zessieren (BGE 143 IV 154 E. 2.3.5 S. 159). 

Die Privatklägerin kann sich für die Rückerstattung der Kosten ihrer unentgeltlichen 
Verbeiständung im Berufungsverfahren folglich nicht auf Art. 30 Abs. 3 OHG beru-
fen (vgl. BGE 143 IV 154 E. 2.3.5 S. 159). Sie hat dem Kanton Bern die für das 
oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung von insgesamt 
CHF 7‘948.05 zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2018&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=BGE+143+IV+154&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-262%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page262

31

ben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). Es wird festgestellt, dass 
Rechtsanwalt Z.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar nicht geltend macht, so dass von einem Verzicht auszu-
gehen ist (vgl. pag. 1338). 

14. Ansprüche der Beschuldigten

Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie gemäss Art. 429 Abs. 1 
StPO Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Aus-
übung ihrer Verfahrensrechte (Bst. a), auf Entschädigung der wirtschaftlichen Ein-
bussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden 
sind (Bst. b) sowie auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer per-
sönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Bst. c).

14.1 A.________

A.________ wird in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte vor erster Instanz eine Entschädigung von 
CHF 39‘842.30 (inkl. Auslagen und MwSt) zugesprochen (vgl. pag. 864 ff.; 
pag. 891; pag. 976 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte vor oberer Instanz wird 
A.________ eine Entschädigung von CHF 8‘070.85 (inkl. Auslagen und MwSt) 
gemäss dem von Advokat W.________ mit Schreiben vom 30. August 2017 einge-
reichten und für angemessen erachteten Leistungsverzeichnis (pag. 1320 ff.) zuge-
sprochen. 

Ferner wird A.________ in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils eine Genugtu-
ung von CHF 4‘000.00 zugesprochen (pag. 978, S. 35 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). 

14.2 B.________

B.________ wird in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte vor erster Instanz eine Entschädigung von 
CHF 22‘547.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zugesprochen (vgl. pag. 877; pag. 882; 
pag. 891; pag. 976 f., S. 33 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte vor oberer Instanz wird 
B.________ eine Entschädigung von CHF 8‘468.80 (inkl. Auslagen und MwSt) 
gemäss der für angemessen erachteten Honorarnote von Advokat X.________ 
vom 24. August 2017 (pag. 1313 ff.) zugesprochen. 

Ferner wird B.________ in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils eine Entschä-
digung von CHF 1‘000.00 für seine persönlichen Umtriebe und eine Genugtuung 
von CHF 3‘000.00 ausgerichtet (pag. 977 f., S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

14.3 C.________

C.________ wird in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte vor erster Instanz eine Entschädigung von 

32

CHF 32‘801.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zugesprochen (vgl. pag. 887 ff.; 
pag. 892; pag. 977, S. 34 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Der von Rechtsanwalt Y.________ mit Schreiben vom 19. Februar 2018 für das 
oberinstanzliche Verfahren geltend gemachte Zeitaufwand von 26.6 Stunden 
(pag. 1332 ff.) erscheint angemessen. Mit Blick auf die Rechtsprechung des Bun-
desgerichts, wonach sich die Höhe des Anspruchs auf Entschädigung gemäss 
Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO nach dem Tarif des Kantons richtet, in dem das Verfah-
ren durchgeführt wird (BGE 142 IV 163 E. 3.1.2), wird die Entschädigung gemäss 
kantonaler Praxis auf der Grundlage eines Stundenansatzes von CHF 250.00 aus-
gerichtet.

Für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte vor oberer Instanz wird 
C.________ folglich eine Entschädigung von CHF 7‘308.90 (inkl. Auslagen und 
MwSt) zugesprochen. 

Ferner wird C.________ in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils eine Genugtu-
ung von CHF 2‘000.00 ausgerichtet (pag. 978, S. 35 der erstinstanzlichen Urteils-
begründung). 

33

VI. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Vergewaltigung und der Anschuldigung der sexuellen Nöti-
gung, beides angeblich mehrfach begangen in gemeinsamer Tatbegehung mit 
B.________ und C.________ in einer Nacht im Februar 2006 (vermutlich in der Nacht vom 
16./17.02.2006) in E.________ z.N. von D.________, 

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 39‘842.30 für die an-
gemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte vor erster Instanz, 

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 8‘070.85 für die ange-
messene Ausübung seiner Verfahrensrechte vor oberer Instanz, 

unter Ausrichtung einer Genugtuung an A.________ von CHF 4‘000.00 für die besonders 
schweren Verletzungen seiner persönlichen Verhältnisse.

B.

B.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Vergewaltigung und der Anschuldigung der sexuellen Nöti-
gung, beides angeblich mehrfach