# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 059d5380-b52d-5905-bd3a-89be0cc68c93
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-04-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.04.2007 B-7447/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7447-2006_2007-04-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7447/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 17. April 2007

Mitwirkung: Richter David Aschmann (vorsitzender Richter),
Richter Hans Urech, Richter Claude Morvant; 
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher

X._______,
vertreten durch Advokat Dr. Felix H. Thomann, Elisabethenstrasse 30, 4010 
Basel,

Beschwerdeführerin

gegen

Y._______,
vertreten durch Zimmerli, Wagner & Partner AG, Patente, Marken, Design, 
Löwenstrasse 19, Postfach, 8021 Zürich,

Beschwerdegegnerin

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, Einsteinstrasse 2, 3003 
Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 24. Mai 2006 im Widerspruchsverfahren 6254 IR 701'041 
MARTINI BABY / IR 786'063 martini (fig.)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. Die internationale Marke IR 786 063 martini (fig.) der Beschwerdegegnerin 
wurde  am  17.  Oktober  2002,  gestützt  auf  eine  italienische  Basiseintra-
gung, in der Gazette OMPI des marques internationales veröffentlicht. Die 
Marke sieht wie folgt aus:

und wurde ursprünglich für folgende Waren registriert:

21 Ustensiles et récipients pour le ménage ou la cuisine (ni en métaux 
précieux, ni en plaqué); peignes et éponges; brosses (à l'exception  
des pinceaux);  matériaux pour la brosserie;  matériel  de nettoyage;  
paille de fer; verre brut ou mi-ouvré (à l'exception du verre de const-
ruction); verrerie, porcelaine et faïence non comprises dans d'autres  
classes.

B. Am 31.  Januar  2003  erhob  die  Beschwerdeführerin  neun  Widersprüche 
gegen diese Eintragung.  Acht davon zog sie am 5. Mai 2003 wieder zu-
rück.  Den aufrechterhaltenen  Widerspruch  stützte  sie  auf  ihre  Marke  IR 
701'041 MARTINI BABY, die für "Bières,  eaux minérales et gazeuses et  
autres boissons non alcooliques; boissons de fruits et jus de fruits; sirops  
et autres préparations pour faire des boissons" in Klasse 32 und "Boissons 
alcooliques (à l'exception des bières)" in Klasse 33 registriert ist.

C. Am 5. Februar 2004 wurde, auf Antrag der Beschwerdegegnerin, folgende 
Ergänzung (Einschränkung) des Warenverzeichnisses der angefochtenen 
Marke für die Schweiz und Deutschland in den Gazettes OMPI des mar-
ques internationales Nr. 25/2003 veröffentlicht: "...à l'exclusion des verres 
à boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons."

D. Mit  Stellungnahme  vom 27.  April  2004  bestritt  die  Beschwerdegegnerin 
das Bestehen einer Verwechslungsgefahr zwischen der Widerspruchsmar-
ke und der angefochtenen Marke nach Massgabe des geänderten Waren-
verzeichnisses.

E. Mit Verfügung vom 13. Mai 2004 wurden der Widerspruch und drei Wider-
sprüche einer Drittpartei gegen die gleiche Marke zu einem Verfahren ver-
einigt. Auf gemeinsamen Wunsch der Parteien ruhte dieses Verfahren vom 
8. Oktober 2004 bis zum 6. Oktober 2005. Dann wurde es auf Antrag der 
Beschwerdeführerin fortgeführt.

F. Mit  Replik vom 9. Dezember 2005 erläuterte die Beschwerdeführerin die 
fast  hundertfünfzigjährige  Geschichte  der  "MARTINI"-Wermutprodukte. 
Sie führte aus, dass  das Publikum von einem "Branchenriesen"  geradezu 

3

erwarte,  dass  er  in  benachbarte  Warensparten  diversifiziere.  In  solche 
Sparten gehörten die Waren der angefochtenen Marke,  so  dass Waren-
gleichartigkeit mit den Waren der Widerspruchsmarken bestehe.

G. Die Beschwerdegegnerin hielt  mit  Duplik vom 18. Januar 2006 an ihrem 
Rechtsstandpunkt fest und bestritt das Vorliegen von gleichartigen Waren. 
Sie trug vor, dass "Martini" überdies ein verbreiteter Familienname und da-
her ungeeignet sei, ein Unternehmen herkunftsmässig zu individualisieren.

H. Am 24. Mai 2006 wies die Vorinstanz den Widerspruch der Beschwerde-
führerin  und  die  drei  Widersprüche  der  Drittpartei  mangels Vorliegens 
gleichartiger Waren vollumfänglich ab.

I. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 26. Juni 2006 
Beschwerde an die Rekurskommission für  geistiges  Eigentum (hiernach: 
"RKGE") mit den Rechtsbegehren:

1. Es seien die Entscheide des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigen-
tum vom 24. Mai 2006 betreffend die Widerspruchsverfahren Nr. 6271, 6276 
und 6282 aufzuheben und die Widersprüche der Beschwerdeführerin gutzu-
heissen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

J. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2006, die 
Beschwerde abzuweisen.

K. Die  Beschwerdegegnerin  beantragte  mit  Stellungnahme  vom 
20. Dezember 2006, die Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen abzuweisen.

L. Mit  Verfügung  vom  15.  November  2006  wurde  das  Verfahren  per 
1. Januar 2007 an das Bundesverwaltungsgericht überwiesen.

M. Auf die Durchführung einer mündlichen und öffentlichen Verhandlung ha-
ben beide Parteien stillschweigend verzichtet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung  von Beschwerden  ge-
gen Entscheide der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31, 
32 und 33 lit. d des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Es hat das vorliegende Verfahren 
am 1. Januar 2007 von der RKGE übernommen (Art. 53 Abs. 2 VGG). Die 
Beschwerde wurde in der gesetzlichen Frist von Art. 50  des Bundesgeset-
zes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 
172.021) am 26. Juni 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss 
wurde rechtzeitig  geleistet.  Als Adressatin  der  angefochtenen Verfügung 

4

ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Vom Markenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die einer älteren Marke 
ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen be-
stimmt sind wie diese, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr er-
gibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des Markenschutzgesetzes [MSchG, SR 232.11]). 
Ob eine Verwechslungsgefahr besteht, wird aus der Sicht der massgebli-
chen Verkehrskreise, namentlich der Letztabnehmer beurteilt,  welche die 
Marken in  ihrem Erinnerungsbild  auseinanderhalten  können sollen  (BGE 
121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 477 E. 2d Radion). Da das Widerspruchsver-
fahren auf die Beurteilung der Verwechslungsgefahr beschränkt ist (Art. 31 
Abs. 1 MSchG), ist auch eine allfällige Berühmtheit der Widerspruchsmar-
ke nur im Rahmen von Art. 3 Abs. 1 MSchG und nicht auch im Hinblick auf 
die Beeinträchtigung ihrer Unterscheidungskraft  oder auf die Ausnützung 
oder Beeinträchtigung ihres Rufs gemäss Art. 15 MSchG zu berücksichti-
gen.  Hingegen  ist  eine  durch  den  Gebrauch  der  Widerspruchsmarke  im 
Verkehr erworbene Bekanntheit zu beachten (RKGE in sic! 1999 S. 570 E. 
3 Hermès, sic! 2000 S. 607 E. 6 Red Bull). Sie führt zu einem erweiterten 
Schutz der Marke, da starke Marken einen grösseren Schutzumfang ver-
dienen (BGE 122 III 382 Kamillosan).

3. Zwischen  der  Zeichenähnlichkeit  und  der  Waren-  und  Dienstleistungs-
gleichartigkeit  als  Kriterien  für  die  Verwechslungsgefahr  besteht  eine 
Wechselwirkung:  An die Verschiedenheit  der  Zeichen sind umso höhere 
Anforderungen zu stellen, je ähnlicher sich die Waren oder Dienstleistun-
gen der zu vergleichenden Marken sind, und umgekehrt (LUCAS DAVID,  in: 
Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz  / 
Muster-  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  MSchG  Art.  3 N.  8).  Allerdings 
verlangt Art. 3 Abs. 1 lit. c für jedes Kriterium auch ein gewisses Minimum 
an  Ähnlichkeit  (EUGEN MARBACH,  Gleichartigkeit  –  ein  markenrechtlicher 
Schlüsselbegriff  ohne  Konturen?,  Zeitschrift  für  Schweizerisches  Recht 
[ZSR], 2001, S. 259; RKGE in sic! 2001 S. 136 E. 5 Kraft). Die Vorinstanz 
hat das Bestehen einer Verwechslungsgefahr deshalb im vorliegenden Fall 
verneint, weil die zu vergleichenden Waren und Dienstleistungen gänzlich 
ungleichartig seien, was die Beschwerdeführerin bestreitet.

4. Die Beschwerdeführerin behauptet, die Widerspruchsmarke sei internatio-
nal  bekannt,  substanziert  und belegt  diese Bekanntheit  indessen nur für 
den ersten Wortbestandteil MARTINI. Ob eine Marke bekannt ist, ist indes-
sen anhand des ganzen Zeichens zu beurteilen. Weder als Bestandteil ei-
nes bekannten Zeichens noch als dessen Kombination mit  anderen Ele-
menten ist ein Zeichen bekannt, wenn das Ausgangszeichen darin in sei-
ner gekürzten oder erweiterten Fassung nicht ohne Weiteres erkannt und 
seine Bekanntheit  nicht auf das neue Zeichen übertragen wird (BGE 127 
III 167 E. 2b/bb Securitas). Bei der Widerspruchsmarke ist dies nur für ei-
nen Teil der eingetragenen Waren der Fall: Der Zusatz "Baby" bezeichnet 
in erster Linie einen Säugling. Mit  dieser Bedeutung führt er von der be-
kannten Apéritifmarke "Martini" weg, da dieses Getränk nicht für Säuglinge 

5

fabriziert und von solchen nicht konsumiert wird. Allerdings wird MARTINI 
BABY im Zusammenhang mit Wermut und anderen alkoholischen Apéritif-
getränken  an die  Bekanntheit  des  ersten  Markenworts  erinnern  und  bei 
diesen Waren einen betrieblichen Herkunftsbezug zur bekannten Apéritif-
marke erwarten lassen. Der Widerspruchsmarke gebührt damit grundsätz-
lich ein normaler Schutzumfang. Doch kann sie sich in Bezug auf alkoholi-
sche Apéritifgetränke, zumindest für ihr erstes Wortelement, auf einen ent-
sprechend erweiterten Schutz berufen.

5. Es ist zu prüfen, ob "Bières, eaux minérales et gazeuses et autres bois-
sons non alcooliques; boissons de fruits et jus de fruits; sirops et autres  
préparations pour faire des boissons" in Klasse 32 und "Boissons alcooli-
ques (à l'exception des bières)" in Klasse 33 einerseits mit "Ustensiles et 
récipients  pour  le  ménage  ou  la  cuisine  (ni  en  métaux  précieux,  ni  en  
plaqué); peignes et éponges; brosses (à l'exception des pinceaux); matéri-
aux pour la brosserie; matériel  de nettoyage; paille de fer;  verre brut ou  
mi-ouvré (à l'exception du verre de construction);  verrerie,  porcelaine et  
faïence non comprises dans d'autres classes,  à l'exclusion des verres à 
boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons" ande-
rerseits gleichartig sind. Die Rechtsprechung bejaht Gleichartigkeit  grund-
sätzlich  zwischen Esswaren des täglichen Bedarfs, die in der Küche Ver-
wendung finden (RKGE in sic!  1997 S.  178 f.  E.  3  Gourmet House,  sic! 
2000 S. 801 E. 5  Naturella/Naturessa), ausser zwischen Essen und Trin-
ken (RKGE in sic! 2002 S. 433 E. 5  San Pellegrino). Zwischen essbaren 
und nicht  essbaren Waren,  die wie Käse und ein  Käsehobel  thematisch 
miteinander  verbunden  sind,  kann  im  Einzelfall  Gleichartigkeit  bestehen 
(RKGE in sic! 2006 S. 37 E. 6  Käserosette), doch müssen dafür mehrere 
Kriterien zusammenkommen:  Für das Bestehen gleichartiger Waren spre-
chen  Übereinstimmungen  zwischen  den  Herstellungsstätten  der  Waren, 
dem  fabrikationsspezifisch  erforderlichen  Know-how,  den  Vertriebskanä-
len, den Abnehmerkreisen und dem Verwendungszweck der Waren, deren 
Substituierbarkeit, verwandte oder gleiche technologische Indikationsberei-
che sowie das Verhältnis von Hauptware und Zubehör (RKGE in sic! 2004 
S. 864 E. 6 Harry/Harry's Bar, sic! 2006 S. 36 E. 5 Käserosette). Eher ge-
gen das Vorliegen von Gleichartigkeit sprechen getrennte Vertriebskanäle 
innerhalb derselben Käuferschicht sowie das Verhältnis von Hilfsware oder 
Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder Fertigware (RKGE in sic! 2004 S. 864 
E. 6 Harry/Harry's Bar, MARBACH, a.a.O., S. 264 ff.).

6. Übertragen auf den Gleichartigkeitsbereich eines international  bekannten 
Apéritifgetränks  kann auf  Grund dieser  Kriterien  durchaus davon ausge-
gangen werden, dass bestimmte Haushalts- und Küchengeräte sowie -be-
hälter, die spezifisch auf eine Verwendung an der Bar, in der Zubereitung 
oder beim Service von Drinks konstruiert sind, in der Vorstellung des ange-
sprochenen,  breiten  Publikums  eine  übereinstimmende  betriebliche  Her-
kunft  wie die des bekannten Wermuts erwarten lassen. Diese Erwartung 
entsteht  infolge  der  spezialisierten  Barkeeper-  und  Drinkmix-Kultur,  aus 
welcher derartige Geräte und Behälter (Messbecher, Mixer, Mixstab, Sieb 

6

etc.) bekannt sind. Daher ist sie allerdings auf Geräte im Zusammenhang 
mit der Zubereitung von Getränken beschränkt. Zwar mag Wermut grund-
sätzlich auch bei der Zubereitung gewisser Speisen,  namentlich Saucen, 
Verwendung finden. Die Beschwerdeführerin hat den Gebrauch ihrer Wer-
mut-Getränke als Kochzutaten indessen weder vor der Vorinstanz noch im 
Beschwerdeverfahren behauptet  oder  dargetan.  Für  eine Verwendung in 
der Küche sind die Widerspruchsmarken – im Unterschied zu Apéritifge-
tränken wie Sherry oder Marsala – jedenfalls nicht bekannt. In der Erwar-
tung des Publikums werden die Wermutprodukte der Beschwerdeführerin 
darum auch dann nicht mit allen Arten von Haushalts- und Küchenmaschi-
nen,  namentlich  Maschinen  für  Lebensmittel,  in  Verbindung  gebracht, 
wenn  die  Widerspruchsmarken  als  bekannt  vorausgesetzt  werden.  Viel-
mehr  fehlen in diesem Zusammenhang die genannten Kriterien  überein-
stimmender Vertriebskanäle und Verwendungszwecke. Noch weniger be-
stehen ähnliche technologische Indikationsbereiche, gleiche Herstellungs-
stätten oder sind die Waren miteinander substituierbar. Umso weniger lie-
gen im Verhältnis zu Bier, Mineralwasser, Fruchtsäften, Sirup und anderen 
nichtalkoholischen und alkoholischen Getränken, für welche die Marke kei-
nen  erweiterten  Schutzumfang  beanspruchen  kann,  gleichartige  Waren 
vor.

7. Eine Warengleichartigkeit,  die  eine Verwechslungsgefahr  mit  den Wider-
spruchsmarken begründen könnte, ist somit nur für spezifisch auf die Zu-
bereitung für  Getränke  ausgerichtete  Bar-  oder  Küchengeräte  festzustel-
len.  Diesen  Warenbereich  hat  die  Beschwerdegegnerin  mit  ihrer  Ein-
schränkung "à l'exclusion des verres à boire, ainsi que des ustensiles de  
cuisine  utilisés  pour  les  boissons"  ausgeschlossen,  weshalb  die  für  das 
Bestehen  einer  Verwechslungsgefahr  erforderliche  Gleichartigkeit  zwi-
schen den zu vergleichenden Waren vorliegend fehlt.

8. Überdies ist die Bedeutung von "Martini" vielfältig. Der als "martini dry" be-
kannte,  klassische Drink stammt als  Sachbezeichnung aus Amerika  und 
hat nichts mit den Widerspruchsmarken zu tun (JEAN WATIN-AUGOUARD, Histo-
ires de Marques, Paris 2006, S. 470). Der italienische Name "Martini" ist 
mit dem Vornamen "Martin" verwandt und kommt in der Schweiz auch als 
Nachname  vor.  Ausserdem  bezeichnet  "Martini"  im  Volksmund  den 
11. November. Die Beschwerdeführerin stellt nicht alle Arten von alkoholi-
schen  Getränken  oder  Digestives  her,  sondern  ein  bestimmtes  alkoholi-
sches Apérogetränk mit dem Geschmack von Wermut. Ausser bei dieser 
engen thematischen Warenverbindung liegt die Annahme einer zufälligen 
Gleichnamigkeit  mit  einem anderen Hersteller  daher  grundsätzlich  näher 
als die Vermutung einer gleichen betrieblichen Herkunft mit der Beschwer-
deführerin. Da das zweite Wort der Widerspruchsmarke  von der angefoch-
tenen Marke nicht übernommen wird, reichen die Unterschiede in der Zei-
chendarstellung aus, auch in allenfalls sich überschneidenden Randgebie-
ten der beiden Warenlisten eine Verwechslungsgefahr zu verhindern. Die 
Vorinstanz hat das Vorliegen einer Verwechslungsgefahr zwischen den zu 
vergleichenden Marken deshalb zu Recht verneint. Die Beschwerde ist so-

7

mit abzuweisen.

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin für das 
Beschwerdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 
und 64 Abs. 1 VwVG). Der Kostenanspruch ist mit dem geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt, ver-
mochte die Beschwerdegegnerin eine Verwechslungsgefahr nur zu verhin-
dern, indem sie ihr Warenverzeichnis während des vorinstanzlichen Ver-
fahrens einschränkte, mag dies im Vergleich zum Gesamtumfang des Ver-
zeichnisses auch nur einen eher geringen Teil der Waren betroffen haben. 
Es rechtfertigt sich daher, die ihr erstinstanzlich zugesprochene Parteient-
schädigung um Fr. 200.-- angemessen zu reduzieren.

10. Die  Spruchgebühr  des  Beschwerdeverfahrens  (Gerichtsgebühr)  ist  nach 
Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi-
nanzieller Lage der Parteien zu bestimmen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 
Abs. 1 des Reglements über Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Widerspruchsbeschwer-
deverfahren  ist  dafür  das  Interesse  der  Widersprechenden  an  der  Lö-
schung, beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin am Bestand der an-
gefochtenen Marke zu veranschlagen. Es würde allerdings zu weit führen 
und  könnte  im Verhältnis  zu  den  geringen  Kosten  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  abschreckend  wirken,  wenn  dafür  stets  konkrete  Aufwands-
nachweise im Einzelfall  verlangt  würden.  Mangels  anderer  streitwertrele-
vanter  Angaben ist  der Umfang der Streitsache darum nach Erfahrungs-
werten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JOHANN ZÜRCHER, Der Streitwert im Im-
materialgüter- und Wettbewerbsprozess, sic! 2002, 505;  LEONZ MEYER, Der 
Streitwert in Prozessen um Immaterialgüterrechte und Firmen, sic!  2001, 
559 ff., LUCAS DAVID, in: Roland von Büren / Lucas David [Hrsg.], Schweize-
risches Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht, Bd. I/2, Der Rechtsschutz 
im Immaterialgüterrecht,  Basel 1998, S.  29 f.). Die von der Beschwerde-
gegnerin mit Kostennote vom 20. Dezember 2006 ausgewiesenen Aufwen-
dungen von Fr. 1'200.-- erscheinen angemessen und sind ihr als Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 34 MSchG, Art. 64 Abs. 1 VwVG).

11. Dieses Urteil unterliegt keiner Beschwerde ans Bundesgericht  und  ist da-
her  rechtskräftig  (Art.  73  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesgericht 
vom 17. Juni 2005 {BGG, SR 173.110}).

8

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, und Ziff. 1-2 und 4 der Verfügung des 
Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum vom 24. Mai 2006 (Wi-
derspruchsverfahren Nr. 6254) werden bestätigt.

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt 
und mit dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. Die 
Beschwerdeführerin hat damit noch Fr. 500.-- zu bezahlen.

3. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das Beschwerde-
verfahren mit Fr. 1'200.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. Ziff. 3 der Verfügung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum 
vom 24.  Mai  2006 im Widerspruchsverfahren Nr.  6254 wird  aufgehoben 
und die Beschwerdeführerin verpflichtet,  die Beschwerdegegnerin für das 
erstinstanzliche Verfahren mit Fr. 1'800.-- zu entschädigen.

5. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (eingeschrieben, mit Beilagen)
- der Beschwerdegegnerin (eingeschrieben)
- der Vorinstanz (eingeschrieben; Ref-Nr. Wspr. Nr. 6254, mit Beilagen)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand am: 23. April 2007