# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b163e503-d356-54a6-a801-89f3a2922200
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 18.03.2025 SST.2024.172
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-172_2025-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2024.172 
(ST.2023.45; STA.2023.348) 

 

 

Urteil vom 18. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti       

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach, 

Wildischachenstrasse 14, 5200 Brugg AG  

 

Privatkläger 1  A._____, 

[…] 

 

Privatklägerin 2  C._____, 

[…] 

 

    
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1986, von Italien, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Eveline Gloor,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Mehrfache versuchte Nötigung, mehrfache Drohung, mehrfache 

Beschimpfung und mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhob am 25. September 2023 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher versuchter Nötigung, 

mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung und mehrfachen 

Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen. In der Anklage wird dem 

Beschuldigten vorgeworfen: 

 

«1. Mehrfache versuchte Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) 
 
Der Beschuldigte hat mehrfach versucht, jemanden durch Gewalt oder Androhung 
ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfähigkeit zu 
nötigen, etwas zu tun. 
 
Der Beschuldigte und die Geschädigte C._____ sind Nachbarn. Seit rund Januar 2022 
besteht ein Konflikt, da der Beschuldigte der Überzeugung ist, dass die Geschädigte seinen 
Kater "Charly" zu sich ins Haus nehme und ihn einsperre. 
 
Am 14.01.2023, ca. 05.00 Uhr, begab sich der Beschuldigte über die Strasse an den 
Wohnort der Geschädigten C._____, Q-Weg, R._____, zur Holzbeige neben dem 
Gartentor der Geschädigten und stellte darauf eine brennende weisse Kerze sowie ein ca. 
40 cm grosses Kruzifix auf und rief mit lauter Stimme immer wieder den Namen seines 
Katers sowie den Namen der Geschädigten. Dabei drohte der Beschuldigte der 
Geschädigten mehrmals wissentlich und willentlich, dass er die Haustüre einschlagen und 
sie umbringen werde, wenn sie nicht bis mittags den Kater "Charly" herausgebe. 
 
Die Geschädigte wurde durch die Äusserungen des Beschuldigten verängstigt und 
fürchtete sich vor einer möglichen Gewaltanwendung, was der Beschuldigte wusste und 
wollte, zumindest aber für möglich hielt und in Kauf nahm. Der Beschuldigte beabsichtigte 
mit seinen Äusserungen, die Geschädigte dazu zu zwingen, ihm den Kater "Charly" 
herauszugeben, was ihm allerdings nicht gelang, da sich der Kater nicht im Haus der 
Geschädigten aufhielt. 
 
Die Geschädigte macht eine Zivilforderung dem Grundsatz nach geltend. 
 
2. Mehrfache Drohung (Art. 180 Abs. 1 StGB) 
 
Der Beschuldigte hat mehrfach jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst 
versetzt. 
 
2.1 
Am 15.01.2023 gegen ca. 01.00 Uhr drohte der Beschuldigte der Geschädigten C._____, 
Q-Weg in R._____, als er vor deren Haus stand - nachdem er zunächst immer wieder ihren 
Namen gerufen und sie beschimpft hatte - wissentlich und willentlich, dass er nun zu sich 
in die Wohnung gehen, einen Gürtel holen, ihr diesen um den Hals legen und zuziehen 
werde. Danach überquerte der Beschuldigte die Strasse und ging hoch in seine Wohnung 
an der S-Strasse in R._____. 
 
Die Geschädigte nahm die Drohung ernst und befürchtete, dass der Beschuldigte seine 
Drohung wahrmachen könnte und Gewalt anwenden würde, womit sie in Angst und 
Schrecken versetzt wurde, was der Beschuldigte wusste und wollte, zumindest aber für 
möglich hielt und billigend in Kauf nahm. 
 

 - 3 - 

 

 

Am 16.01.2023 um ca. 01.30 Uhr rief der Beschuldigte wissentlich und willentlich lautstark 
aus dem Fenster seiner Wohnung an die Geschädigte gerichtet, dass er nun rüberkommen 
und sie umbringen werde. Danach rannte er die Treppe runter, überquerte die Strasse, 
betrat das Grundstück der Geschädigten, blieb vor ihrer Haustüre stehen und drohte ihr 
erneut, sie umzubringen. 
 
Die Geschädigte nahm die Drohung ernst und befürchtete, dass der Beschuldigte seine 
Drohung wahrmachen könnte und in ihr Haus kommen und ihr Gewalt antun würde, womit 
sie in Angst und Schrecken versetzt wurde, was der Beschuldigte wusste und wollte, 
zumindest aber für möglich hielt und billigend in Kauf nahm. 
 
Die Geschädigte macht eine Zivilforderung dem Grundsatz nach geltend. 
 
2.2 
Am 27.01.2023, ca. 20.54 Uhr, äusserte der Beschuldigte, welcher vor dem Eingang seiner 
Wohnung an der S-Strasse 33 in R._____ stand, wissentlich und willentlich lautstark in sein 
Mobiltelefon als Video-Audionachricht für einen D._____, dass sie (gemeint die 
Geschädigten) wollen, dass er rübergehe und alles und alle zerstöre und alle Seelen 
mitnehme. Dann fügte er lachend und etwas leiser hinzu, dass er dies nicht machen werde. 
Die Geschädigten C._____ und A._____, Q-Weg in R._____, nahmen die Drohung 
aufgrund der Lautstärke des Beschuldigten und der kurzen Distanz zwischen dem 
Hauseingang des Beschuldigten und ihrem eigenen Haus wahr, nicht jedoch den zweiten 
Teil der Äusserungen, welcher leiser und lachend geäussert wurde. Sie nahmen die 
Drohung ernst und befürchteten, dass der Beschuldigte seine Drohung wahrmachen 
könnte und ihnen Gewalt antun würde, womit sie in Angst und Schrecken versetzt wurden. 
 
Der Beschuldigte wusste, dass die Geschädigten die geäusserte Drohung aufgrund der 
kurzen Distanz und seiner Lautstärke wahrnehmen würden, was er wollte, zumindest aber 
rechnete er damit und nahm es billigend in Kauf. Auch war dem Beschuldigten bewusst, 
dass er die Geschädigten mit seinen Äusserungen in Angst und Schrecken versetzt, was 
er wollte, zumindest aber hielt er dies für möglich und nahm das Verängstigen der 
Geschädigten billigend in Kauf. 
 
Die Geschädigten C._____ und A._____ machen eine Zivilforderung dem Grundsatz nach 
geltend. 
 
3. Mehrfache Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB) 
 
Der Beschuldigte hat jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder 
Tätlichkeiten in seiner Ehre angegriffen. 
 
3.1 
Als sich der Beschuldigte am 14.01.2023, ca. 05.00 Uhr, bei der Holzbeige neben dem 
Gartentor am Wohnort der Geschädigten C._____, Q-Weg in R._____, aufhielt (vgl. 
Sachverhalt Ziff. 1. hiervor), betitelte er die Geschädigte wissentlich und willentlich 
mehrfach als "Hure", "Schlampe" und "Fotze". Der Beschuldigte setzte damit die 
Geschädigte in ihrem Anspruch, ein ehrbarer Mensch zu sein, herab, was er wusste und 
wollte. 
 
3.2 
Im Zeitraum vom 15.01.2023, ca. 23.00 Uhr, bis 16.01.2023, ca. 01.30 Uhr, betitelte der 
Beschuldigte die Geschädigte C._____, Q-Weg in R._____, als er vor ihrem Haus stand 
(vgl. Sachverhalt Ziff. 2.1. hiervor) wissentlich und willentlich mehrfach als "Hure" 
"Schlampe", "Fotze" und "gruusige Saufotze". Der Beschuldigte setzte damit die 
Geschädigte in ihrem Anspruch, ein ehrbarer Mensch zu sein, herab, was er wusste und 
wollte. 
 

 - 4 - 

 

 

4. Mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen (Art. 292 StGB) 
 
Der Beschuldigte hat mehrfach der von einer zuständigen Behörde unter Hinweis auf die 
Strafandrohung gemäss Art. 292 StGB an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge geleistet. 
 
4.1 
Der Beschuldigte handelte wissentlich und willentlich der von der Kantonspolizei Aargau 
am 16.01.2023 um 19.00 Uhr gegenüber dem Beschuldigten erlassenen und bis am 
16.04.2023, 19.00 Uhr, gültigen Verfügung, wonach er das Grundstück der Geschädigten 
C._____, Q-Weg in R._____, nicht betreten darf und wonach es ihm untersagt ist, 
persönlich, über Dritte und über sämtliche Medien mit der Geschädigten in Kontakt zu 
treten, zuwider, indem er am 21.01.2023 um ca. 21.35 Uhr beim Fahrverbotsschild auf dem 
Grünstreifen direkt an der Grundstücksgrenze der Geschädigten am Boden sass, nach 
seinem Kater "Charly" rief und dabei in Richtung des Hauses der Geschädigten an die 
Geschädigte adressiert folgende Worte schrie: "Wieso machst du das? Was hast du davon, 
lass meinen Kater raus." 
 
Der Beschuldigte wusste um die Geltung der vorgenannten Verfügung und der in der 
Verfügung angedrohten Strafandrohung von Art. 292 StGB, rechnete jedoch zumindest 
damit. Trotzdem richtete er seine Worte an die Geschädigte, was er wollte, zumindest aber 
rechnete er damit, dass die Geschädigte die an sie gerichteten Äusserungen wahrnehmen 
würde und nahm so die Missachtung der Verfügung billigend in Kauf. 
 
4.2 
Der Beschuldigte handelte wissentlich und willentlich der von der Kantonspolizei Aargau 
am 16.01.2023 um 19.00 Uhr gegenüber dem Beschuldigten erlassenen und bis am 
16.04.2023, 19.00 Uhr, gültigen Verfügung, wonach er das Grundstück der Geschädigten 
C._____, Q-Weg in R._____, nicht betreten darf und wonach es ihm untersagt ist, 
persönlich, über Dritte und über sämtliche Medien mit der Geschädigten in Kontakt zu 
treten, zuwider, indem er am 27.01.2023 um ca. 20.54 Uhr vor dem Eingang seiner 
Wohnung an der S-Strasse in R._____ stehend, lautstark in sein Mobiltelefon Drohungen 
zum Nachteil der Geschädigten äusserte (vgl. Sachverhalt Ziff. 2.2. hiervor), welche diese 
aufgrund der Lautstärke und der kurzen Distanz zu ihrem Haus wahrnahm, womit der 
Beschuldigte zumindest rechnete und was er billigend in Kauf nahm. 
 
Der Beschuldigte wusste um die Geltung der vorgenannten Verfügung und der in der 
Verfügung angedrohten Strafandrohung von Art. 292 StGB, rechnete jedoch zumindest 
damit und nahm die Missachtung der Verfügung billigend in Kauf. 
 
[…]» 

 

2. 

2.1. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Zurzach erkannte mit Urteil vom 

18. Dezember 2023: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig 
- der versuchten Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 StGB, 
- der mehrfachen Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB, 
- der mehrfachen Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB und 
- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen i.S.v. Art. 292 StGB. 

 
2. 

 - 5 - 

 

 

Der Beschuldigte wird in Anwendung der hiervor genannten Bestimmungen sowie gestützt 
auf Art. 34, Art. 42 Abs. 4, Art. 47, Art. 49 Abs. 1 und Art. 106 StGB mit einer Geldstrafe 
von 150 Tagessätzen à CHF 30.00 sowie einer Busse von CHF 1’200.00 bestraft. 
 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 40 Tagen 
vollzogen. 
 
3. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB für die Geldstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf zwei Jahre 
festgesetzt. 
 
4. 
4.1. 
Dem Beschuldigten werden gestützt auf Art. 44 Abs. 2 i.V.m. Art. 94 StGB für die Dauer 
der Probezeit folgende Weisungen erteilt: 
 
- Dem Beschuldigten wird verboten, mit der Zivil- und Strafklägerin persönlich, über 

Dritte und über sämtliche Medien (telefonisch, E-Mail, soziale Medien. Post usw.) in 
Kontakt zu treten. 

- Dem Beschuldigten wird verboten, das Grundstück der Zivil- und Strafklägerin, Q-Weg 
in R._____ (inkl. Grünstreifen zwischen Strasse und Grundstücksmauer der Zivil- und 
Strafklägerin 1), zu betreten. 

- Das Kontakt- und Rayonverbot ist im RIPOL-Fahndungssystem einzutragen. 
 
4.2. 
Die übrigen beantragten Weisungen werden abgewiesen. 
 
5. 
Die ausgestandene Untersuchungshaft von 64 Tagen (16. Januar 2023, 28. Januar 2023 
bis 31. März 2023) sowie die angeordneten Ersatzmassnahmen von 262 Tagen (1. April 
2023 bis 18. Dezember 2023) werden gestützt auf Art. 51 StGB im Umfang von 150 Tagen 
auf die Geldstrafe angerechnet. 
 
6. 
6.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von  CHF  2'500.00 
b) der Anklagegebühr von  CHF  1'350.00 
c) den Kosten für die amtliche Verteidigung von   CHF  17’763.50 
d) den Untersuchungskosten von  CHF  7'290.00 
Total  CHF  28'903.50 
 
6.2. 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren gemäss lit. a und b sowie die Kosten gemäss 
lit. d im Gesamtbetrag von CHF 11'140.00 auferlegt. 
 
6.3. 
Die Gerichtskasse Zurzach wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 
Beschuldigten deren richterlich genehmigtes Honorar im Betrag von CHF 17'763.50 (inkl. 
Auslagen und MWST) zu entrichten (Kosten gemäss lit. c vorstehend). 
 
Die Entschädigung wird einstweilen auf der Gerichtskasse Zurzach vorgemerkt, unter dem 
Vorbehalt der späteren Rückforderung (Art. 135 Abs. 4 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 

 
7. 

 - 6 - 

 

 

Über die Tragung der Vollzugskosten, unter Einschluss der Kosten der ausgestandenen 
und auf die Strafe angerechneten Haft, entscheidet die Vollzugsbehörde. 

 

2.2. 

Gegen das dem Beschuldigten am 10. Januar 2024 im Dispositiv 

zugestellte Urteil meldete dieser am 11. Januar 2024 Berufung an. Das 

begründete Urteil wurde ihm am 22. Juli 2024 eröffnet. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 8. August 2024 hat der Beschuldigte das 

vorinstanzliche Urteil vollumfänglich angefochten. Er verlangt unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten des Staates einen Freispruch sowie 

eine Entschädigung für 64 Tage ungerechtfertigte Haft von Fr. 12'600.00 

zuzüglich Zins von 5 % seit 28. Januar 2023 und eines angemessenen 

Betrags für die ungerechtfertigten Ersatzmassnahmen. 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 12. August 2024 und 

die Privatkläger mit Eingabe vom 26. August 2024 darauf, einen Nicht-

eintretensantrag zu stellen oder Anschlussberufung zu erklären. 

 

3.3. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten sowie der 

Privatkläger C._____ und A._____ fand am 18. März 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Aufgrund der Berufungsanträge des Beschuldigten ist das vorinstanzliche 

Urteil vollumfänglich zu überprüfen. Nicht zu überprüfen ist einzig die Höhe 

der Entschädigung der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten für das 

erstinstanzliche Verfahren (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Eine Nötigung nach Art. 181 StGB begeht, wer jemanden durch Gewalt 

oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Beschränkung 

seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas zu tun, zu unterlassen oder zu 

dulden. Bei der Androhung ernstlicher Nachteile stellt der Täter dem Opfer 

ein Übel in Aussicht, dessen Eintritt er als von seinem Willen abhängig 

erscheinen lässt. Ernstlich sind Nachteile, wenn ihre Androhung nach 

einem objektiven Massstab geeignet ist, auch eine besonnene Person in 

der Lage des Betroffenen gefügig zu machen und so seine Freiheit der 

Willensbildung oder -betätigung zu beschränken (BGE 122 IV 322 E. 1a; 

 - 7 - 

 

 

120 IV 17 E. 2a/aa; Urteil des Bundesgerichts 6B_1361/2022 vom 16. März 

2023 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Tatbestand ist ein Erfolgsdelikt; die 

Anwendung des Nötigungsmittels muss den Betroffenen in seiner 

Handlungsfreiheit beeinträchtigen (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1), ansonsten es 

beim Versuch bleibt (Art. 22 Abs. 1 StGB). Eine Nötigung ist unrecht-

mässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel 

zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht oder wenn die 

Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem 

erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 

437 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_1361/2022 vom 16. März 2023 

E. 2.2 mit Hinweisen). In subjektiver Hinsicht setzt Art. 181 StGB voraus, 

dass der Täter mit Vorsatz handelt und sein Opfer im Bewusstsein um die 

Unrechtmässigkeit zu einem bestimmten Verhalten zwingen will; Eventual-

vorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts 6B_1361/2022 vom 16. März 

2023 E. 2.2 mit Hinweisen). 

 

2.2. 

Nach Art. 180 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer jemanden durch schwere 

Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Der objektive Tatbestand setzt 

voraus, dass der Drohende seinem Opfer ein künftiges Übel ankündigt oder 

in Aussicht stellt. Erforderlich ist ein Verhalten, das geeignet ist, die 

geschädigte Person in Schrecken oder Angst zu versetzen. Dabei ist 

grundsätzlich ein objektiver Massstab anzulegen, wobei in der Regel auf 

das Empfinden eines vernünftigen Menschen mit einigermassen normaler 

psychischer Belastbarkeit abzustellen ist. Zudem ist erforderlich, dass die 

betroffene Person durch das Verhalten des Täters tatsächlich in Schrecken 

oder Angst versetzt wird. Der subjektive Tatbestand verlangt mindestens 

Eventualvorsatz (Urteil des Bundesgerichts 6B_1151/2022 vom 29. August 

2023 E. 2.2.3).  

 

2.3. 

Wer jemanden in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder 

Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB, auf 

Antrag, bestraft. Hat der Beschimpfte durch sein ungebührliches Verhalten 

zu der Beschimpfung unmittelbar Anlass gegeben, so kann das Gericht den 

Täter von der Strafe befreien (Art. 177 Abs. 2 StGB). 

 

2.4. 

Nach Art. 292 StGB ist wegen Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen 

strafbar, wer der von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen 

Beamten unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn 

erlassenen Verfügung nicht Folge leistet. 

 

2.5. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

 - 8 - 

 

 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach der objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). 

Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil 

solche immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt 

indes nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf 

den für den Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen wäre. Die 

Entscheidregel «in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus 

Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und aus-

gewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem 

relevante Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheb-

licher Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu be-

gründen vermag (BGE 148 IV 409 E. 2.2; 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

3. 

3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben (GA 

act. 79 ff.; Berufungsbegründung; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4 

und 11), dass es zwischen dem Beschuldigten und seinen Nachbarn 

C._____ und A._____ zu Streitigkeiten hinsichtlich der Katze des 

Beschuldigten, Charly, gekommen ist. Auslöser des Streits war, dass 

C._____ die Katze Charly nach deren Kastration im Januar 2022 für einige 

Tage zu sich ins Haus genommen hat, während der Beschuldigte seine 

Katze Charly suchte. Der Beschuldigte wirft C._____ vor, seine Katze 

Charly mehrfach zu sich nach Hause genommen und dort eingesperrt zu 

haben. 

 

3.2. 

Umstritten ist, ob es im Rahmen der Streitigkeiten zu strafrechtlich 

relevantem Verhalten seitens des Beschuldigten kam. Dazu liegen 

insbesondere Aussagen von C._____ (vorinstanzliches Urteil E. 4.2.2), 

A._____ (vorinstanzliches Urteil E. 4.2.3), dem Kollegen des Beschuldigten 

D._____ (vorinstanzliches Urteil E. 4.4.2) und dem Beschuldigten 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.3) vor, welche die Vorinstanz 

zusammengefasst hat und worauf grundsätzlich verwiesen werden kann. 

Ferner sind die an der Berufungsverhandlung gemachten Aussagen 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.) zu berücksichtigen und liegen 

Videoaufnahmen zu den Vorfällen vom 14., 21. und 27. Januar 2023 in den 

Akten (UA act. 600; Akten zum Strafverfahren ST.2023.2163 gegen 

C._____ und A._____, USB Sticks vom Beschuldigten eingereicht).  

 

 - 9 - 

 

 

3.3. Vorfall vom 14. Januar 2023 

3.3.1. 

3.3.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 

14. Januar 2023 der versuchten Nötigung (Anklageziffer 1) sowie der 

Beschimpfung (Anklageziffer 3.1) schuldig gesprochen. Sie ist im 

Wesentlichen gestützt auf die Aussagen von C._____, die Aussagen des 

Beschuldigten sowie die Videoaufnahmen von C._____ vom 14. Januar 

2023 davon ausgegangen, dass der Beschuldigte C._____ in den frühen 

Morgenstunden des 14. Januar 2023 mit der Äusserung, er werde die 

Haustüre einschlagen und sie umbringen, den Tod in Aussicht gestellt 

habe, um sie dazu zu bringen, die Katze Charly herauszugeben, was ihm 

jedoch nicht gelungen sei. Abweichend von der in der Anklageschrift 

vorgeworfenen mehrfachen versuchten Nötigung erkannte die Vorinstanz 

zufolge Handlungseinheit auf eine einfache versuchte Tatbegehung 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.1 und E. 4.9.3). Der Beschuldigte 

habe C._____ weiter als «Hure», «Schlampe» und «Fotze» betitelt 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.3. und E. 4.11.3). 

 

3.3.1.2. 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch hinsichtlich der vorge-

worfenen versuchten Nötigung und der Beschimpfung vom 14. Januar 

2023 (Anklageziffer 1 und 3.1). Er habe C._____ nicht bedroht oder 

beschimpft (Einvernahme vom 14. März 2023, Untersuchungsakten [UA] 

act. 583 Ziff. 38; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10 f.). Zudem sei 

gemäss bzw. analog Art. 177 Abs. 2 StGB von einer Bestrafung 

abzusehen, zumal er von C._____ massivst provoziert worden sei 

(Gerichtsakten [GA] act. 80 f.; Berufungsbegründung S. 2 ff.). 

 

3.3.2. 

Mit der Vorinstanz ist in tatsächlicher Hinsicht gestützt auf die konstanten, 

schlüssigen und widerspruchsfreien Aussagen von C._____ zum Kern-

geschehen des Vorfalls vom 14. Januar 2023 (Einvernahmen vom 

16. Januar 2023, UA act. 419 ff.; Einvernahme vom 2. März 2023, UA 

act. 547 ff.; Einvernahme an der Berufungsverhandlung, Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6 ff.) sowie die in der Tatnacht aufgenommenen 

Videos (UA act. 600; Akten zum Strafverfahren ST.2023.2163 gegen 

C._____ und A._____, USB Stick vom Beschuldigten am 9. August 2023 

persönlich überbracht) erstellt, dass der Beschuldigte am 14. Januar 2023 

um ca. 05:00 Uhr bei der Holzbeige des Grundstücks von C._____ mit einer 

Kerze, einem Kruzifix und zwei Taschenlampen stand. Dabei rief er immer 

wieder laut nach C._____ sowie nach seiner Katze Charly, spielte das Lied 

von Ghostbusters und zündete mit zwei Scheinwerfern in das Haus 

(Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 422 f. Ziff. 15, 24-28; 

Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 551 f. Ziff. 23-31; vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 7; durch den Beschuldigten erstellte Videos 

 - 10 - 

 

 

in den Akten zum Strafverfahren ST.2023.2163 gegen C._____ und 

A._____, USB Stick vom Beschuldigten am 9. August 2023 persönlich 

überbracht, Videos «Tochter 05;55Uhr 14.01», «Video 14.01.2023» und 

«Video1 14.01.2023»; durch C._____ erstellte Videos, UA act. 600 Videos 

«IMG_3886» und «IMG_3885»). Er drohte C._____ lautstark damit, die Tür 

des Hauses einzuschlagen/aufzubrechen und sie umzubringen, wenn sie 

die Katze Charly nicht herausgebe, wodurch C._____ Angst gehabt hat. 

Zudem bezeichnete der Beschuldigte C._____ laut als «Hure», 

«Schlampe» und «Fotze» (Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA 

act. 422 f. Ziff. 15, 24-28; Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 551 f. 

Ziff. 23-31, wobei sie nicht mehr wusste, mit welchen Worten der 

Beschuldigte sie beschimpft habe. Es sei unterste Schublade gewesen. 

Ohne Erwähnung, dass der Beschuldigte sie aufgefordert habe, die Katze 

Charly herauszugeben; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7, 

wonach er der Beschuldigte sie im Januar 2023 als Schlampe, dreckige 

Fotze, etc. bezeichnet habe ohne Datumszuordnung; durch C._____ 

erstellte Aufnahme, auf der der Beschuldigte zu hören ist in UA act. 600 

«IMG_3888» 00:00 – 00:30, 05:15-05:25 mit der Äusserung «Ich chome do 

ine, ufe und bringe euch im Schlaf um» und in «IMG_3887», 03:20-03:23 

mit der Äusserung «du Huere»).  

 

3.3.3. 

Der Beschuldigte bestreitet zwar konstant, C._____ gedroht und 

beschimpft zu haben. Seine Bestreitungen richten sich hinsichtlich der 

vorgeworfenen Drohung jedoch nicht in erster Linie gegen die Aussagen 

an sich, sondern vielmehr dagegen, dass es sich um Drohungen gehandelt 

habe. Er habe nicht gesagt, dass er [in das Haus] reingehe. Er habe 

gefragt, ob sie wolle, dass er einbreche oder ob sie wolle, dass er die Katze 

raushole (Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 456 Ziff. 24). Zudem 

habe er nicht gesagt, dass er sie umbringen werde. Er habe sie gefragt, ob 

sie erst jemanden Tod sehen wolle und ob sie seinen Tod wolle 

(Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 456 Ziff. 25). Mögliche 

Beschimpfungen wie Hure, Schlampe oder Fotze habe er, wenn dann nur 

zu sich selbst gesagt (Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 456 

Ziff. 23). Anlässlich seiner Einvernahme vom 14. März 2023 ging er davon 

aus, gefragt zu haben, ob sie wolle, dass er die Katze heraushole und die 

Türe aufbreche. Er habe C._____ weder bedroht noch beschimpft 

(Einvernahme vom 14. März 2023, UA act. 583 Ziff. 37-44). An der 

Berufungsverhandlung ging er schliesslich davon aus, dass hinsichtlich 

dieses Vorfalls noch alles adäquat gewesen sei. Er habe C._____ keine 

Angst machen wollen, sondern es mit Humor versucht (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10 f.). Infolge der auf den Videos aufge-

zeichneten und direkt an C._____ adressierten Drohung und 

Beschimpfung (vgl. oben) ist sein Hinweis, lediglich Fragen und keine 

Drohungen ausgesprochen zu haben, als reine Schutzbehauptung zu 

werten. Selbst der Beschuldigte geht in einem Video von sich selbst vom 

 - 11 - 

 

 

21. Januar 2023 davon aus, dass er C._____ gedroht habe, die Katze 

Charly eigenhändig herauszuholen (Akten Strafverfahren ST.2023.2163 

gegen C._____ und A._____, USB Stick vom Beschuldigten am 9. August 

2023 persönlich überbracht, Video «20230121_214007», 00:14 – 00:20).  

 

3.3.4. 

3.3.4.1. 

Indem der Beschuldigte am 14. Januar 2023 um 05:00 Uhr vor einer 

Holzbeige auf dem Grundstück von C._____ stand, ausgerüstet mit 

Kerzen, einem Kruzifix und Taschenlampen, und laut in Aussicht stellte, die 

Türe des Hauses einzuschlagen bzw. aufzubrechen und sie umzubringen, 

wenn sie die Katze Charly nicht herausgebe, drohte er C._____ ernstliche 

Nachteile in Form von Gewalt an. Die Androhung der Verübung von 

Vergehen und Verbrechen gegen individuelle Rechtsgüter wie Leib und 

Leben und Eigentum sind geeignet, einem Opfer seinen Willen aufzu-

zwingen. C._____ war denn auch durch die Äusserungen des 

Beschuldigten verängstigt. Unwesentlich ist, ob der Beschuldigte die 

Androhung ernstlicher Nachteile wahr machen wollte. Da C._____ dem 

Willen des Beschuldigten, ihm seine Katze Charly herauszugeben, nicht 

nachkam, nachdem der Aufenthaltsort der Katze Charly im genannten 

Zeitpunkt unbekannt war, liegt kein tatbestandsmässiger Erfolg vor, 

weshalb es bei einem Versuch blieb. Das vom Beschuldigten angedrohte 

Mittel (Gewalt) ist vorliegend nicht zu rechtfertigen, so dass es an der 

Zweck-Mittel-Relation fehlt. Die Rechtswidrigkeit ist damit ohne Weiteres 

gegeben. Der Beschuldigte hat in Kenntnis der Unrechtmässigkeit seines 

Verhaltens versucht, C._____ dazu zu zwingen, die Katze Charly 

herauszugeben und somit in ihrer Freiheit zur Willensbildung zu beschrän-

ken. Es war ihm denn auch bewusst, dass C._____ ihn hört, zumal er zu 

einer ruhigen Uhrzeit vor dem Haus stehend lauthals sprach. Mithin 

handelte er vorsätzlich. Zufolge Handlungseinheit ist mit der Vorinstanz 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.9.3) und entgegen der Anklageschrift von einer 

versuchten einfachen Tatbegehung auszugehen. Der Beschuldigte hat den 

Tatbestand der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB erfüllt. 

 

3.3.4.2. 

Indem der Beschuldigte im Rahmen des Vorfalls vom 14. Januar 2023 ab 

05:00 Uhr, vor der Holzbeige auf dem Grundstück von C._____ stehend, 

Letztere als «Hure», «Schlampe» und «Fotze» bezeichnete, griff er die 

Ehre von C._____ mit Ausdrücken der Missachtung bzw. mit reinen 

Werturteilen vorsätzlich an und hat den Tatbestand der Beschimpfung 

gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB erfüllt. 

 

3.3.5. 

Der Beschuldigte bringt hinsichtlich des Vorfalls vom 14. Januar 2023 vor, 

es sei infolge einer Provokation durch C._____ im Sinne des zu sich 

 - 12 - 

 

 

Nehmens der Katze Charly von einer Bestrafung hinsichtlich der 

Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 2 StGB sowie hinsichtlich der 

Nötigung analog abzusehen (GA act. 80 f.; Berufungsbegründung S. 2 ff.).  

 

Entgegen der Ansicht des Beschuldigten sind die Voraussetzungen für eine 

Strafbefreiung im Sinne von Art. 177 Abs. 2 StGB vorliegend nicht erfüllt. 

Selbst wenn C._____ die Katze Charly zu sich genommen hätte, bestand 

keine Unmittelbarkeit zwischen einer Provokation im Sinne des zu sich 

Nehmens der Katze Charly und der Beschimpfungen. Die Beschimpfungen 

wurden um 05:00 Uhr morgens geäussert, während C._____ bereits 

mehrere Stunden mit gelöschten Lichtern in ihrem Haus weilte und 

ihrerseits keine Kommunikation erfolgte. Der Beschuldigte hatte somit 

ausreichend Zeit zu ruhigen Überlegungen, weshalb er nicht in einer durch 

mögliches unmittelbares ungebührliches Verhalten erregten Gemütslage 

handelte (BGE 117 IV 270 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 6B_375/2023 

vom 2. Oktober 2023 E. 3.2 mit Hinweisen). Daran ändern die an der 

Berufungsverhandlung eingereichten Schreiben der Vermieterin des 

Beschuldigten, einer anonymen Person, sowie der Verteidigerin an die 

Staatsanwältin, wonach C._____ und A._____ vorgeworfen wird, die Katze 

Charly hineingenommen zu haben oder Unruhe in der Nachbarschaft 

gestiftet zu haben, nichts (Beilagen zur Berufungsbegründung 1-3).  

 

Insofern der Beschuldigte vorbringt, dass von der Bestrafung der 

versuchten Nötigung (Art. Art. 181 StGB) gestützt auf Art. 177 Abs. 2 StGB 

abzusehen sei, ist darauf hinzuweisen, dass Art. 177 Abs. 2 StGB nicht auf 

den Tatbestand der Nötigung übertragbar ist. Insofern damit sinngemäss 

vorgebracht wird, dass der Beschuldigte in Notwehr oder aufgrund eines 

Notstands gehandelt habe, zufolge einer Provokation von C._____ 

(Wegnahme der Katze Charly), kann ihm nicht gefolgt werden. So lag 

weder ein unmittelbarer Angriff bzw. eine unmittelbare Gefahr vor, noch 

konnte der Beschuldigte von einem bzw. einer solchen ausgehen, 

nachdem im Tatzeitpunkt ab 05:00 Uhr morgens und Stunden zuvor keine 

solche Provokation durch C._____ ersichtlich ist – auch nicht unter 

Berücksichtigung eines langanhaltenden Konflikts. Im Übrigen unterlässt 

es der Beschuldigte, konkrete Hinweise für das Bestehen sinngemäss 

angerufener Rechtfertigungsgründe mit einem Mindestmass an Glaub-

haftigkeit vorzubringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1055/2017 vom 

9. November 2017 E. 2.3.2). 

 

Auch sonst sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe 

ersichtlich. Beim Beschuldigten wurde keine schwere psychiatrische 

Erkrankung und kein wahnhaftes Erleben festgestellt (Gutachten vom 

25. März 2023, UA act. 71, 75 und 78). Trotz der Annahme, dass der 

Beschuldigte hinsichtlich aller Tatzeitpunkte Alkohol konsumierte 

(Gutachterin Dr. med. E._____ ging für den Tatzeitpunkt vom 27. Januar 

2023 von einer Alkoholintoxikation von 2.0 Promille aus; UA act. 78), 

 - 13 - 

 

 

bestehen aufgrund der konkreten Umstände keine Zweifel an der 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten und wurden im Übrigen auch nicht 

geltend gemacht.  

 

3.3.6. 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich des Vorfalls vom 14. Januar 2023 der 

versuchten Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklage-

ziffer 1) sowie der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklage-

ziffer 3.1) schuldig gemacht. 

 

3.4. Vorfall vom 15./16. Januar 2023 

3.4.1. 

3.4.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 

15./16. Januar 2023 der mehrfachen Drohung (Anklageziffer 2.1) sowie der 

Beschimpfung (Anklageziffer 3.2) schuldig gesprochen. Sie ist im Wesent-

lichen gestützt auf die Aussagen von C._____ und die Aussagen des 

Beschuldigten davon ausgegangen, dass der Beschuldigte C._____ in der 

Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 in Aussicht stellte, einen Gürtel um 

ihren Hals zu legen und zuzuziehen, rüberzukommen und sie umzubringen 

sowie rüberzukommen und ihren Sohn zu zerstören und ihre Seelen 

mitzunehmen (vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.2 und E. 4.10.3). 

Zudem habe der Beschuldigte C._____ als «Hure», «Schlampe», «Fotze» 

und «grusige Saufotze» betitelt (vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.2. und 

E. 4.11.3). 

 

3.4.1.2. 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch hinsichtlich der vorge-

worfenen mehrfachen Drohung sowie der Beschimpfung (Anklageziffern 

2.1 und 3.2). Er bringt dagegen im Wesentlichen vor, die angeklagten 

Drohungen vom 15. Januar 2023 um 01:00 Uhr seien in der Chronologie 

von C._____ nicht aufgelistet. Drohungen am 16. Januar 2023 um 

01:00 Uhr seien nicht angeklagt und würden den Anklagegrundsatz 

verletzen. Zudem habe C._____ in ihrer Einvernahme vom 2. März 2023 

eine Beschimpfung durch den Beschuldigten verneint (GA act. 81; 

Berufungsbegründung S. 5). 

 

3.4.2. 

Insofern der Beschuldigte eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 

hinsichtlich der Drohungen oder der Beschimpfungen vorbringt, kann ihm 

nicht gefolgt werden (GA act. 81; Berufungsbegründung S. 5). Zwar ist es 

zutreffend, dass die Anklageschrift hinsichtlich der ersten Drohung in der 

Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 als Tatzeitpunkt den 15. Januar 

2023 um 01:00 Uhr nennt (Anklageziffer 2.1), anstatt den 16. Januar 2023 

um 01:00 Uhr. Dabei handelt es sich jedoch um eine kleine Ungenauigkeit 

bzw. einen Schreibfehler, der nicht von entscheidender Bedeutung ist, 

 - 14 - 

 

 

zumal für den Beschuldigten keine Zweifel darüber bestanden, welches 

Verhalten ihm angelastet wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_1208/2020 

vom 26. November 2021 E. 6.10.2). Einerseits beanspruchte die 

Anklageschrift für jeden zusammenhängenden Sachverhalt mit iden-

tischem Tatvorwurf eine eigene Anklageziffer, so auch für die vorliegenden 

Geschehnisse, woraus zu schliessen war, dass sich der vorgeworfene 

Sachverhalt am Stück ereignete, sprich in der Nacht vom 15. auf den 

16. Januar 2023, und nicht während zwei verschiedenen Nächten (in der 

Nacht vom 14. auf den 15. Januar 2023 und vom 15. auf den 16. Januar 

2023). Andererseits wurde in den Einvernahmen im Vorverfahren sowie vor 

Gericht jeweils von der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 bzw. vom 

16. Januar 2023 gesprochen oder von der spezifischen Drohung mit einem 

Gurt, wobei der Beschuldigte jeweils zu wissen schien, welche Drohung 

damit gemeint war (UA act. 456 f. Ziff. 28 f.; UA act. 584 f. Ziff. 45 f.; UA 

act. 535 Ziff. 24; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11). Folglich 

wusste der Beschuldigte genau, welche Handlungen ihm vorgeworfen 

wurden, wodurch er sich ausreichend verteidigen konnte (BGE 143 IV 63 

E. 2.2). Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist nicht gegeben. 

 

3.4.3. 

3.4.3.1. 

Mit der Vorinstanz ist auf die schlüssigen, nachvollziehbaren und wider-

spruchsfreien und damit glaubhaften Aussagen von C._____ zum 

Kerngeschehen hinsichtlich des Vorfalls in der Nacht vom 15.  auf den 

16. Januar 2023 (Einvernahmen vom 16. Januar 2023, UA act. 419 ff.; 

Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 547 ff.; Einvernahme an der 

Berufungsverhandlung, Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8) 

abzustellen:  

 

Danach sei der Beschuldigte in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 

um ca. 01:00 Uhr telefonierend zu ihr rübergekommen. Er habe zu der 

Person am Telefon gesagt, dass er zu sich gehen werde, einen Gurt hole 

und ihr diesen um den Hals lege und sie umbringen bzw. den Gurt zuziehen 

werde. Er sei danach wieder in seine Wohnung gegangen und als er um 

ca. 01:30 Uhr oder 02:30 Uhr wieder heruntergekommen sei, habe er eine 

Glasflasche in der Hand gehalten. Er sei zum Gartentürchen und 

schliesslich bis zu ihrer Haustüre gekommen und habe gesagt, er bringe 

sie um bzw. schlage ihre Köpfe ein. Sie habe Angst gehabt, dass er ihr 

etwas antue (Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 424 Ziff. 29; 

Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 552 f. Ziff. 32-37; vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 8, wobei sie sich ohne Datumsangabe nur 

noch an die Drohung mit dem Gurt erinnern konnte). Hinsichtlich des 

Vorwurfs der Beschimpfung im Rahmen dieses Vorfalls äusserte sich 

C._____ in ihrer Einvernahme vom 16. Januar 2023 dahingehend, dass sie 

vom Beschuldigten beschimpft worden sei mit den Worten «Schlampe» 

und «grusige Saufotze» (UA act. 424 Ziff. 29). Im Rahmen der 

 - 15 - 

 

 

Einvernahme vom 2. März 2023 ging sie davon aus, dass der Beschuldigte 

sie in dieser Nacht nicht beschimpft habe (UA act. 553 Ziff. 35). Im Rahmen 

der Berufungsverhandlung äusserte sie sich dahingehend, vom Be-

schuldigten im Januar 2023 als Schlampe und dreckige Fotze bezeichnet 

worden zu sein ohne datumsmässige Einordnung (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 7). 

 

Gleichlautend äusserte sich A._____ an der Berufungsverhandlung 

schlüssig dahingehend, dass der Beschuldigte das Gartentor geöffnet 

habe, bis zur Haustüre gegangen sei und gedroht habe, reinzukommen und 

ihnen etwas anzutun (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4).  

 

3.4.3.2. 

C._____ schilderte die Vorfälle in den tatnahen Einvernahmen detailliert. 

Übertreibungen oder Überzeichnungen, wie sie bei bewussten Falsch-

aussagen eher zu erwarten sind, sind nicht ersichtlich. Im Gegenteil 

belastete sie den Beschuldigten nicht übermässig, sondern äusserte sich 

auf Nachfrage, ob der Beschuldigte auch Gesten gemacht habe, dass er 

keine bedrohenden Gestiken oder so gemacht habe (UA act. 487 Ziff. 30). 

Weiter gab sie Nebensächlichkeiten und ausgefallene Einzelheiten wieder 

insbesondere, dass es das erste Mal gewesen sei, dass er gerannt sei (UA 

act. 424 Ziff. 29). Die Strassenlampen hätten nicht mehr geleuchtet, 

sondern nur noch die Lampe im Treppenhaus des Beschuldigten (UA 

act. 424 Ziff. 29). Er habe die Stimme gewechselt und es sei gewesen, als 

wie wenn er mit Gott spreche (UA act. 424 Ziff. 29). Weiter sei der 

Beschuldigte retour fast die Treppe heruntergestürzt (UA act. 424 Ziff. 29). 

Daran ändert nichts, dass sie sich an der zwei Jahre später stattfindenden 

Berufungsverhandlung nur noch an die Drohung mit dem Gurt bzw. die 

Beschimpfungen erinnern konnte, ohne diese datumsmässig einordnen zu 

können. Es ist offenkundig, dass nach einer so langen Zeitspanne 

Erinnerungen an zeitlich eng beieinanderliegende ähnlich gelagerte 

Vorfälle nicht mehr im Detail wiedergegeben werden können. 

 

3.4.3.3. 

Dem stehen die Aussagen des Beschuldigten gegenüber, die nur wenig 

nachvollziehbar und teilweise wirr sind sowie Widersprüche aufweisen und 

insgesamt zu keiner anderen Schlussfolgerung führen.  

 

Hinsichtlich des Vorwurfs der mehrfachen Drohung äusserte sich der 

Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme vom 16. Januar 2023 

dahingehend, nicht damit gedroht zu haben, einen Gurt zu holen, diesen 

C._____ um den Hals zu legen und sie umzubringen. Er habe lediglich 

gefragt, ob die gute Frau wolle, dass man ihr einen Gurt um den Hals lege 

(Einvernahme vom 16. Januar 2023, UA act. 457 Ziff. 31). Er habe niemals 

gesagt, dass er sie umbringen werde. Er habe lediglich gesagt, dass er sie 

am liebsten umbringen wolle, aber das dürfe man ja nicht (Einvernahme 

 - 16 - 

 

 

vom 16. Januar 2023, UA act. 457 f. Ziff. 35f.). Ähnlich äusserte er sich im 

Rahmen seiner Einvernahme vom 14. März 2023, wobei er davon ausging, 

u.a. gefragt zu haben, ob sie wolle, dass er sie umbringe oder dass sie sich 

gegenseitig umbringen würden. Er habe die Drohung aber nicht ernst 

gemeint (Einvernahme vom 14. März 2023, UA act. 586 Ziff. 48 f.). Er habe 

so laut geschrien, dass man Angst bekommen habe. Er sei so hässig 

gewesen (Einvernahme vom 14. März 2023, UA act. 586 Ziff. 50 f.). 

Entgegen seinem Vorbringen in den Einvernahmen war es dem 

Beschuldigten jedoch sehr wohl bewusst, dass es sich bei seinen 

Äusserungen um Drohungen handelte, zumal er bei einer dazwischen-

liegenden Einvernahme vom 30. Januar 2023 anlässlich der Festnahme-

eröffnung angab, er habe C._____ alles Böse gesagt, was er in den drei 

Jahren in sich hineingefressen habe. Er habe ihr gegenüber Drohungen 

ausgesprochen. Insbesondere habe er ihr gedroht, die Katze eigenhändig 

herauszuholen (Einvernahme vom 30. Januar 2023, UA act. 532 Ziff. 13). 

Zudem äusserte er sich in der Einvernahme vom 1. Februar 2023 

anlässlich der Verhandlung vor dem Zwangsmassnahmengericht insofern, 

als er am 15. Januar 2023 seine Fassung verloren und wie ein Gorilla ganz 

laut herumgeschrienen habe. Er habe so laut geschrien, dass er eine 

Woche lang keine Stimme mehr gehabt habe (Einvernahme vom 

1. Februar 2023, UA act. 175 und 177). Dabei blieb er anlässlich der 

Berufungsverhandlung. Ihm sei der Kragen geplatzt. Er habe aber nicht 

gedroht, sondern sie unter anderem gefragt, ob sie wolle, dass er sie 

umbringe und ob sie wolle, dass er ihr einen Gürtel um den Hals lege 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11). Er habe sich so verhalten, wie 

wenn man einen Bären vertreiben müsse, er habe sich gross und laut 

gemacht (Protokoll der Berufungsverhandlung S.10 und 13).  

 

Hinsichtlich des Vorwurfs der Beschimpfung vom 15./16. Januar 2023 

verneinte der Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme vom 16. Januar 

2023, C._____ als Fotze, Schlampe und Hure bezeichnet zu haben. Wenn, 

dann habe er das nur zu sich selbst und nicht in Richtung von C._____ 

bzw. zu einem Kollegen am Telefon gesagt (Einvernahme vom 16. Januar 

2023, UA act. 456 f. Ziff. 28 f.). Anlässlich seiner Einvernahme vom 

30. Januar 2023 und 14. März 2023 gestand der Beschuldigte 

demgegenüber ein, C._____ beschimpft bzw. ihr alles Böse gesagt zu 

haben (Einvernahme vom 30. Januar 2023, UA act. 532 Ziff. 13; 

Einvernahme vom 14. März 2023, UA act. 580 Ziff. 20-22 und 585 

Ziff. 47 f., wonach er Schlampe, Hure und alles Vulgäre gesagt habe). 

Dabei blieb er anlässlich seiner Einvernahme an der Berufungs-

verhandlung. Er habe C._____ als «kranke Schlampe» und «Fotze» 

bezeichnet, wobei diese Ausdrücke nur ganz wenig gefallen seien 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11). Vor dem Hintergrund dieser 

Geständnisse ist nicht nachvollziehbar, dass der Beschuldigte davon 

ausgeht, dass keine Beschimpfungen ausgesprochen worden seien (GA 

act. 81; Berufungsbegründung S. 5). Zwar trifft es zu, dass C._____ in ihrer 

 - 17 - 

 

 

Einvernahme vom 2. März 2023 Beschimpfungen durch den Beschuldigten 

verneinte. Sie konnte sich jedoch im Rahmen dieser Einvernahme an 

diverse Einzelheiten nicht mehr erinnern, weshalb diese Aussage nicht 

entscheidend ist. Vielmehr sind die Bezeichnungen von C._____ als 

«Schlampe» und «grusige Saufotze» bereits durch die Geständnisse des 

Beschuldigten in seinen Einvernahmen vom 30. Januar 2023, 14. März 

2023 und anlässlich der Berufungsverhandlung erstellt.  

 

3.4.3.4. 

Für das Obergericht ist bei einer aus dem gesamten Verfahren 

gewonnenen Überzeugung und freien Würdigung der Beweise, namentlich 

den glaubhaften Aussagen von C._____ sowie den Aussagen des 

Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 15. auf den 16. Januar 2023 

zweifelsfrei erstellt, dass der Beschuldigte um ca. 01:00 Uhr laut am 

Telefon sprechend zum Haus von C._____ ging und drohte, dass er einen 

Gurt hole, diesen C._____ um den Hals lege und sie umbringen bzw. den 

Gurt zuziehen werde. Danach ging er in seine Wohnung zurück, kam um 

01:30 Uhr oder 02:30 Uhr zurück und ging zur Haustüre von C._____. Dort 

drohte er C._____ erneut und sagte, er bringe sie um bzw. schlage ihren 

Kopf ein. C._____ hat Angst gehabt. Zudem beschimpfte der Beschuldigte 

C._____ mit den Worten «Schlampe» und «grusige Saufotze».  

 

3.4.4. 

3.4.4.1. 

Indem der Beschuldigte in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023 um 

ca. 01:00 Uhr Richtung Haus von C._____ ging und laut am Telefon 

äusserte, einen Gurt zu holen, diesen C._____ um den Hals zu legen und 

sie umzubringen bzw. den Gurt zuzuziehen und um ca. 01:30 Uhr oder 

02:30 Uhr vor ihre Haustüre kam und erneut äusserte, sie umbringen bzw. 

ihre Köpfe einschlagen zu wollen, hat er ihr beide Male mit der Zufügung 

schwerer Gewalt gedroht und dabei laut geschrien, was geeignet ist, eine 

Person in Angst und Schrecken zu versetzen. C._____ hatte denn auch 

Angst, dass der Beschuldigte ihr etwas antun könnte.  

 

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Das in der Nacht und damit zu einer 

ruhigen Tageszeit laute Aussprechen von Drohungen mit Gewalt gegen 

Leib und Leben kann nur dahingehend verstanden werden, dass das 

Gegenüber die Äusserungen hören und in Angst und Schrecken versetzt 

werden soll. Der Beschuldigte will denn auch so laut geschrien haben, dass 

man Angst bekommen habe (Einvernahme vom 14. März 2023, UA 

act. 586 Ziff. 50) bzw. sich am Lehrbuch «wie vertreibt man einen Bären» 

orientiert und ganz gross gemacht haben und laut gewesen sein (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 10 und 13). Seine Äusserung, wonach er 

davon ausgehe, dass C._____ aufgehört hätte, seinen Kater zu stehlen, 

wenn sie tatsächlich Angst gehabt hätte, kann ebenfalls nur dahingehend 

interpretiert werden, dass er C._____ Angst machen wollte (Berufungs-

 - 18 - 

 

 

begründung S. 13). Unbeachtlich ist, ob er im Sinn hatte, das angedrohte 

Übel zu vollziehen bzw. ob er die Drohungen ernst gemeint hat (UA act. 

586 Ziff. 49).  

 

Die Drohungen, welche der Beschuldigte in der Nacht in kurzer Abfolge 

ausgesprochen hat, sind zwar voneinander abgrenzbar, weisen aber einen 

engen zeitlichen, inhaltlichen und situativen Zusammenhang auf und 

haben mutmasslich (und im Zweifelsfall zugunsten des Beschuldigten) auf 

ein- und demselben Willensentschluss beruht, weshalb von einer 

Handlungseinheit auszugehen ist. Der Beschuldigte hat den Tatbestand 

der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt. 

 

3.4.4.2. 

Indem der Beschuldigte in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 2023, vor 

dem Haus von C._____ stehend, diese als «Schlampe» und «grusige 

Saufotze» bezeichnete, griff er die Ehre von C._____ mit einem Ausdruck 

der Missachtung bzw. mit einem reinen Werturteil vorsätzlich an und hat 

den Tatbestand der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB erfüllt. 

 

3.4.5. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich (vgl. 

oben E. 3.3.5). Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich des Vorfalls vom 

15. auf den 16. Januar 2023 der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 2.1) sowie der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 3.2) schuldig gemacht. 

 

3.5. Vorfall vom 21. Januar 2023 

3.5.1. 

3.5.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 

21. Januar 2023 des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

(Anklageziffer 4.1) schuldig gesprochen. Sie ist im Wesentlichen gestützt 

auf den Polizeirapport vom 31. Januar 2023, die Aussagen von C._____ 

sowie des Beschuldigten davon ausgegangen, dass der Beschuldigte 

C._____ am 21. Januar 2023 an deren Grundstücksgrenze schreiend 

adressiert und gefragt habe, wieso sie das mache und was sie davon habe, 

die Katze Charly nicht rauszulassen (vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.4 

und 4.12.3). 

 

3.5.1.2. 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch hinsichtlich des vorge-

worfenen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen vom 21. Januar 

2023 (Anklageziffer 4.1). Er habe das Grundstück von C._____ und 

A._____ nicht betreten (GA act. 84 f.; Berufungsbegründung S. 7 f.). 

 

 - 19 - 

 

 

3.5.2. 

Mit der Vorinstanz ist in tatsächlicher Hinsicht gestützt auf die Aussagen 

des Beschuldigten (Einvernahme anlässlich des Polizeieinsatzes vom 

21. Januar 2023, UA act. 608 f.; Einvernahme vom 14. März 2023, UA 

act. 577 ff.), den Bericht der Kantonspolizei vom 31. Januar 2023 (UA 

act. 601 ff.), die Aussage von C._____ vom 2. März 2023 (UA act. 547 ff.) 

sowie die durch den Beschuldigten aufgenommenen Videos (Akten zum 

Strafverfahren ST.2023.2163 gegen C._____ und A._____, USB Stick vom 

Beschuldigten am 9. August 2023 persönlich überbracht, Videos 

«20230121_213022» und «20230121_214007») erstellt, dass sich der 

Beschuldigte am Abend des 21. Januar 2023 auf der Strasse sowie beim 

Treppeneingang zu seinem Haus aufhielt und lauthals nach seiner Katze 

Charly rief (Akten zum Strafverfahren ST.2023.2163 gegen C._____ und 

A._____, USB Stick vom Beschuldigten am 9. August 2023 persönlich 

überbracht, Videos «20230121_213022» und «20230121_214007»). 

Dabei adressierte er C._____ rufend (Einvernahme des Beschuldigten vom 

14. März 2023, UA act. 589 Ziff. 67, wonach er gesagt habe «wieso machst 

du das? Was hast du davon, lass meinen Kater raus»; Einvernahme des 

Beschuldigten vom 1. Februar 2023, UA act. 177, wonach er geschrien 

habe «wieso, wieso tust du mir das an?»; Einvernahme des Beschuldigten 

anlässlich des Polizeieinsatzes vom 21. Januar 2023, UA act. 609, wonach 

er gerufen habe «wie kann man so gemein sein und jemandem das letzte 

Wichtige wegnehmen»; Bericht der Kantonspolizei vom 31. Januar 2023, 

UA act. 602, wonach C._____ die Polizei gerufen habe, weil der 

Beschuldigte in Richtung ihres Hauses geschrien habe «Wieso machst du 

das? Was hast du davon, lass meinen Kater raus»; Einvernahme von 

C._____ vom 2. März 2023, UA act. 555 Ziff. 56, wonach der Beschuldigte 

irgendwelche Drohungen ausgesprochen habe), obwohl mit Verfügung 

vom 16. Januar 2023 (UA act. 612 ff.) ein Kontaktverbot ausgesprochen 

worden war. Mit welcher Aussage bzw. Frage der Beschuldigte C._____ 

rufend adressierte, lässt sich nicht abschliessend erstellen. Ob er nun 

gerufen hat «wie kann man so gemein sein und jemandem das letzte 

Wichtige wegnehmen» oder ob er gesagt hat «wieso machst du das? Was 

hast du davon, lass meinen Kater raus» oder ähnliches, kann dabei offen 

bleiben. Fest steht jedenfalls, dass er C._____ adressiert und damit 

kontaktiert hat, indem er sie laut ansprach.  

 

Insofern der Beschuldigte mit seiner Aussage, dass er das Wort «Gott» an 

die Frage «wieso machst du das?» angehängt habe (Einvernahme des 

Beschuldigten vom 14. März 2023, UA act. 589 Ziff. 68), sinngemäss 

vorbringen will, dass er C._____ nicht direkt angesprochen habe, ist dies 

als Schutzbehauptung zu werten. Die um den Tatzeitpunkt herum 

aufgenommenen Videos des Beschuldigten zeigen vielmehr auf, dass er 

durchgehend darüber sprach, was C._____ ihm und seiner Katze Charly 

angetan habe und nicht, was Gott ihm angetan habe (Akten zum 

Strafverfahren ST.2023.2163 gegen C._____ und A._____, USB Stick vom 

 - 20 - 

 

 

Beschuldigten am 9. August 2023 persönlich überbracht, Videos 

«20230121_213022» und «20230121_214007»). Sein Hinweis anlässlich 

der Berufungsverhandlung, nur nach seiner Katze Charly gerufen zu haben 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 11), ist zufolge Widerspruchs zu 

seinen vorherigen Aussagen als Schutzbehauptung zu werten.  

 

3.5.3. 

Indem der Beschuldigte am 21. Januar 2023 abends C._____ laut 

adressierte, nahm er Kontakt zu ihr auf und verstiess damit gegen das mit 

Verfügung vom 16. Januar 2023 (UA act. 612 ff.) unter Strafandrohung 

gemäss Art. 292 StGB verfügte Kontaktverbot. Der Beschuldigte handelte 

vorsätzlich, nachdem er in seinem Video selbst davon sprach, dass 

C._____ es gerichtlich hinbekommen habe, dass er nichts mehr machen 

dürfe (Akten zum Strafverfahren ST.2023.2163 gegen C._____ und 

A._____, USB Stick vom Beschuldigten am 9. August 2023 persönlich 

überbracht, Videos «20230121_213022»).  

 

3.5.4. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich (vgl. 

oben E. 3.3.5). Der Beschuldigte hat sich des Ungehorsams gegen 

amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB (Anklageziffer 4.1) schuldig 

gemacht. 

 

3.6. Vorfall vom 27. Januar 2023 

3.6.1. 

3.6.1.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 

27. Januar 2023 der mehrfachen Drohung (Anklageziffer 2.2) sowie des 

Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen (Anklageziffer 4.2) schuldig 

gesprochen. Sie ist im Wesentlichen gestützt auf die Aussagen von 

C._____ und A._____, D._____ sowie des Beschuldigten davon 

ausgegangen, dass der Beschuldigte C._____ und A._____ am 27. Januar 

2023 gedroht habe, indem er laut in das Telefon zu einem D._____ gesagt 

habe, dass er rübergehen, alle und alles zerstören und alle Seelen 

mitnehmen werde (vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.2 und E. 4.10.3). 

Damit habe er auch gegen das verfügte Kontaktverbot verstossen 

(vorinstanzliches Urteil E. 4.5, E. 4.8.4 und 4.12.3). 

 

3.6.1.2. 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch hinsichtlich der vorge-

worfenen Drohung sowie des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 

vom 27. Januar 2023 (Anklageziffern 2.2 und 4.2). Er bringt dagegen im 

Wesentlichen vor, er habe C._____ nicht adressiert, sondern lediglich eine 

Sprachnachricht an D._____ versandt und zudem keine Drohungen gegen 

C._____ und A._____ ausgesprochen (GA act. 82; Berufungsbegründung 

 - 21 - 

 

 

S. 6 ff.). Schliesslich habe er auch das Grundstück von C._____ und 

A._____ nicht betreten habe (GA act. 84 f.; Berufungsbegründung S. 9 f.).  

 

3.6.2. 

3.6.2.1. 

Mit der Vorinstanz ist auf die konstanten, schlüssigen und wider-

spruchsfreien Aussagen von C._____ (Einvernahmen vom 28. Januar 

2023, UA act. 482 ff.; Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 547 ff.; 

Einvernahme an der Berufungsverhandlung, Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 6 ff.) sowie von A._____ (Einvernahme vom 

28. Januar 2023, UA act. 491 ff.; Einvernahme vom 2. März 2023, UA 

act. 558 ff.; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3 ff.) zum Kern-

geschehen hinsichtlich des Vorfalls in der Nacht vom 27. Januar 2023 

abzustellen:  

 

C._____ äusserte sich in den tatnahen Aussagen dahingehend, dass der 

Beschuldigte am Abend des 27. Januar 2023 bei seinem Hauseingang 

stehend laut in sein Telefon zu einem D._____ gesagt habe, dass er zu ihr 

rüberkomme, alles kaputt schlage inklusive ihres Mannes und Sohnes und 

ihre Seelen mitnehmen werde. Sie habe das Gefühl gehabt, dass er laut 

gesprochen habe, damit sie ihn hören könne. Sie habe Angst gehabt 

(Einvernahme vom 28. Januar 2023, UA act. 485 ff. Ziff. 18-33; 

Einvernahme vom 2. März 2023, UA act. 553 ff. Ziff. 38-55, wobei sie sich 

nicht mehr an den Wortlaut der Drohung erinnern konnte). An der zwei 

Jahre später stattfindenden Berufungsverhandlung konnte C._____ zu 

diesem Vorfall keine Auskunft mehr geben, was mit der langen Zeitspanne 

und den zeitlich eng beieinanderliegenden ähnlich gelagerte Vorfällen zu 

erklären ist. A._____ bestätigte die tatnahen Aussagen und gab schlüssig, 

konstant und widerspruchsfrei an, der Beschuldigte sei bei seinem 

Hauseingang gestanden und habe ins Telefon zu einer Person namens 

D._____ gesagt, er müsste jetzt dort rübergehen und alles zerstören, alle 

umbringen und ihre Seelen mitnehmen. Nicht alles, was der Beschuldigte 

gesagt habe, sei verständlich gewesen, aber einige Dinge habe er laut 

geäussert, damit sie sie haben hören können. Er habe sich gefürchtet und 

die Äusserung ernst genommen (Einvernahme vom 28. Januar 2023, UA 

act. 494 ff. Ziff. 18-26 und 31; Einvernahme vom 2. März 2023, UA 

act. 562 ff. Ziff. 22-31; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). 

 

3.6.2.2.  

Die Aussagen von D._____ – mit dem der Beschuldigte mutmasslich am 

Telefon gesprochen hat –, wonach es an diesem Abend keine Drohungen 

gegeben habe (Einvernahme vom 29. Januar 2023, UA act. 544 Ziff. 25), 

ändern nichts an den glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen von 

C._____ und A._____. D._____ konnte sich nicht mehr richtig an den 

Abend erinnern (Einvernahme vom 29. Januar 2023, UA act. 544 Ziff. 18 

wonach er sich nicht so gut erinnern könne. Er habe momentan sehr viel 

 - 22 - 

 

 

um die Ohren). Dies zeigte sich denn auch im Verlauf der Einvernahme, 

zumal er zu Beginn davon ausging, dass es an diesem Abend lediglich eine 

Sprachnachricht nach einem verpassten Anruf zwischen ihm und dem 

Beschuldigten gegeben habe und gegen Schluss der Einvernahme, 

nachdem er erneut auf seinem Handy nachgeschaut hatte, feststellte, dass 

es doch zu einem 4 minütigen Telefongespräch gekommen sei 

(Einvernahme vom 29. Januar 2023, UA act. 543 Ziff. 16 und UA act. 545 

Ziff. 32). Zudem ist die Aussage von D._____ insofern widersprüchlich, als 

er zwar annimmt, dass es keine Drohungen gegeben habe, im selben Satz 

jedoch äussert, dass der Beschuldigte gesagt habe, dass er die Katze am 

liebsten selber holen würde. Der Beschuldigte sei immer etwas laut und an 

diesem Abend wegen der Katze geladen gewesen (Einvernahme vom 

29. Januar 2023, UA act. 544 Ziff. 19 f.).  

 

3.6.2.3. 

Auf der durch den Beschuldigten eingereichten Videonachricht, die er mut-

masslich an D._____ versandte, ist zu hören, wie der Beschuldigte sagt: 

«Alte, sie wänd, dass ich voll duredreihe, voll ins Loch ghei, det inegang, 

alles zerstöre, alli zerstöre, alli Seelen mitnehme. Sie wänd das. Alte, sie 

wänd das. Alte, ich mach das ned» (Akten zum Strafverfahren 

ST.2023.2163 gegen C._____ und A._____, USB Stick vom Beschuldigten 

mit der Eingabe vom 1. Juni 2023 eingereicht, «Video-Audionachricht vom 

27.01.2023 an D._____ 2-3» Minute 00:47 – 01:05). Entgegen der 

Verteidigung ist das «Alte, ich mach das ned» am Schluss im Gegensatz 

zum Rest vergleichsweise leise und nicht klar verständlich ausgesprochen. 

Nachdem dies bereits in der Videonachricht nur schwer verständlich ist, 

kann nicht davon ausgegangen werden, dass es im Nachbarhaus gehört 

wurde. A._____ äusserte sich denn auch dahingehend, dass nicht alles 

verständlich gewesen sei (vgl. oben). Inwiefern der Beschuldigte aus dieser 

aufgezeichneten Videonachricht etwas zu seinen Gunsten ableiten will 

(Berufungsbegründung S. 6), ergibt sich nicht. Ob er nun gesagt hat, sie 

wollten, dass er rübergehe, alle und alles zerstöre und die Seelen 

mitnehme oder ob er gesagt hat, er müsse rübergehen, alle und alles 

zerstören und die Seelen mitnehmen, ändert nichts daran, dass er mit 

seinen Aussagen indizierte, rüberzugehen, alle und alles zu zerstören und 

die Seelen mitzunehmen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es nicht 

bei den sich in den Akten befindenden Video- bzw. Sprachnachrichten an 

D._____ blieb, sondern dass es zudem zu einem Telefonat zwischen dem 

Beschuldigten und D._____ gekommen ist, das nicht aufgezeichnet wurde. 

Ob die Aussagen im Telefonat erneut und allenfalls in anderer 

Formulierung wiederholt wurden, kann offenbleiben. Vor diesem 

Hintergrund ist jedoch festzuhalten, dass die Videonachricht entgegen dem 

Beschuldigten nichts an den glaubhaften Aussagen von C._____ und 

A._____ ändert, sondern diese vielmehr bestärkt.  

 

 - 23 - 

 

 

3.6.2.4. 

Die Aussagen des Beschuldigten zum Vorfall vom 27. Januar 2023, die nur 

wenig nachvollziehbar und teilweise wirr sind sowie zentrale Widersprüche 

aufweisen, führen zu keiner anderen Schlussfolgerung.  

 

In seinen Einvernahmen vom 29. und 30. Januar 2023 sowie 1. Februar 

2023 gab der Beschuldigte an, lediglich zu einem Kollegen gesprochen zu 

haben und C._____ und A._____ nicht bedroht zu haben. Er sei vor dem 

Haus gewesen und habe einen Kollegen D._____ angerufen. Es habe 

keine Drohungen gegeben. Er habe lediglich ins Telefon gesagt, sie 

würden wollen, dass man hineingehe. Er habe aber nie gesagt, dass er 

hineingehen werde. Er habe nicht laut telefoniert (Einvernahme vom 

29. Januar 2023, UA act. 502 f. Ziff. 19 -24; Einvernahme vom 30. Januar 

2023, UA act. 532 f. Ziff. 16, wonach er gesagt habe, dass die Frau wolle, 

dass man ins Haus gehe, alles kaputt mache und ihre Seele mitnehme; 

Einvernahme vom 1. Februar 2023, UA act. 175 f.). Diese Aussagen 

änderte er im Rahmen der Einvernahme vom 14. März 2023 und tischte 

eine neue lebensfremd anmutende Geschichte auf. Auf den Vorhalt hin, 

wonach er am 27. Januar 2023 lautstark gesagt haben soll, dass er 

C._____ und A._____ umbringen und ihre Seelen mitnehmen würde, 

erläuterte der Beschuldigte, dass seine damalige Freundin F._____ bei 

einem G._____ zuhause gewesen sei und dieser dem Beschuldigten am 

Telefon gedroht haben soll, ihn fünf Mal zu erschiessen. Danach habe er 

aufgelegt und mit einem Kollegen D._____ telefoniert. Danach habe er von 

F._____ eine Textnachricht erhalten und ins Natel geschrien, dass sie dem 

G._____ sagen solle, wenn er (G._____) wolle, würde er jetzt hochgehen, 

ihm alles kaputt machen und seine Seele, die von F._____ und die von 

seiner Katze holen. Irgendwann habe F._____ ihn angerufen und gesagt, 

er solle sie bei G._____ abholen, weil der ihr immer Kokain gebe. Seine 

Aussagen seien an G._____ und F._____ gerichtet gewesen und nicht an 

C._____ und A._____(Einvernahme vom 14. März 2023, UA act. 587 f. 

Ziff. 583-588; vgl. auch Einvernahme vom 24. März 2023, UA act. 221). An 

der Berufungsverhandlung äusserte er sich schliesslich – gross-

mehrheitlich in Übereinstimmung mit der Videonachricht (vgl. oben) – 

dahingehend, zu D._____ gesprochen und ihm gesagt zu haben, dass 

C._____ und A._____ wollten, dass er ins Loch falle und dass er 

rübergehe, und alles zerstöre, er das aber nicht machen werde (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 12). 

 

3.6.2.5. 

Für das Obergericht ist bei einer aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen Überzeugung und freien Würdigung der Beweise, namentlich den 

glaubhaften Aussagen von C._____ und A._____ sowie den Aussagen von 

D._____ sowie des Beschuldigten und der aufgezeichneten Videonachricht 

hinsichtlich des Vorfalls vom 27. Januar 2023 zweifelsfrei erstellt, dass der 

Beschuldigte – trotz des Kontaktverbotes – bei seinem Hauseingang 

 - 24 - 

 

 

stehend so laut, dass C._____ und A._____ es hörten, in sein Telefon 

sagte, dass er rüberkommen, alles und alle zerstören bzw. kaputtschlagen 

inklusive ihres [C._____s] Mannes und Sohnes und ihre Seelen mitnehmen 

würde. Sowohl C._____ als auch A._____ haben Angst gehabt.  

 

3.6.3. 

3.6.3.1. 

Indem der Beschuldigte am 27. Januar 2023 abends von seinem Haus-

eingang aus laut in sein Telefon sprechend und für C._____ und A._____ 

verständlich darlegte, alle und alles zu zerstören bzw. kaputtzuschlagen 

inklusive des Mannes und Sohnes von C._____ und ihre Seelen 

mitzunehmen, hat er sowohl C._____ als auch A._____ mit der Zufügung 

schwerer Gewalt gedroht, was geeignet ist, eine Person in Angst und 

Schrecken zu versetzen. C._____ und A._____ hatten denn auch Angst. 

 

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich. Das zu einer ruhigen Tageszeit am 

Abend laute Aussprechen von Drohungen mit Gewalt gegen Leib und 

Leben kann nur dahingehend verstanden werden, dass das Gegenüber die 

Äusserungen hören und in Angst und Schrecken versetzt werden soll. Das 

Vorbringen, wonach er C._____ und A._____ nicht angesprochen, sondern 

lediglich in sein Telefon gesprochen haben will, ist als Schutzbehauptung 

zu werten, zumal der Beschuldigte grundsätzlich so sprach, dass nicht alles 

im Nachbarhaus von C._____ und A._____ auf der anderen Strassenseite 

verständlich war, er jedoch mindestens die Drohungen so laut geäussert 

hat, dass sie für C._____ und A._____ verständlich waren. Daraus ergibt 

sich sein Wille, C._____ und A._____ direkt anzusprechen.  

 

Der Beschuldigte hat den Tatbestand der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 

StGB mehrfach, einerseits zum Nachteil von C._____ und andererseits 

zum Nachteil von A._____ erfüllt. 

 

3.6.3.2. 

Indem der Beschuldigte am 27. Januar 2023 C._____ mit seinen 

Äusserungen adressierte bzw. wollte, dass sie ihn hörte und mit ihr so 

Kontakt aufnahm, hat er gegen das mit Verfügung vom 16. Januar 2023 

ausgesprochene Kontaktverbot zu C._____ verstossen. Dass er die 

Äusserungen in sein Telefon sprach, ändert entgegen dem Beschuldigten 

nichts daran, dass er Drohungen absichtlich mit lauter Stimme aussprach, 

sodass man ihn im gegenüberliegenden Haus verstehen konnte. Der 

Beschuldigte handelte vorsätzlich. Er hat den Tatbestand des Unge-

horsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB erfüllt. 

 

3.6.4. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersichtlich (vgl. 

oben E. 3.3.5). Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen (zweifachen) 

Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 2.2) sowie des 

 - 25 - 

 

 

Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB 

(Anklageziffer 4.2) schuldig gemacht. 

 

3.7. 

Zusammenfassend hat sich der Beschuldigte der versuchten Nötigung 

gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Drohung 

gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB (dreifach), der mehrfachen Beschimpfung 

gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB (zweifach) sowie des mehrfachen Unge-

horsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB schuldig 

gemacht. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als 

unbegründet. 

 

4. Strafzumessung 

4.1. 

Die Vorinstanz verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Geldstrafe 

von 150 Tagessätzen à Fr. 30.00, Probezeit zwei Jahre, sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 800.00 und einer Übertretungsbusse von 

Fr. 400.00, ersatzweise insgesamt 40 Tage Freiheitsstrafe.  

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

4.3. 

Die Tatbestände der (versuchten) Nötigung gemäss Art. 181 StGB und der 

Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sehen alternativ Freiheitsstrafe oder 

Geldstrafe vor. Mit der Vorinstanz erweist sich beim nicht vorbestraften 

Beschuldigten eine Geldstrafe als zweckmässig, unter dem Gesichtswinkel 

der Prävention als wirksam und dem Verschulden angemessen (BGE 147 

IV 241 E. 3). Im Übrigen wäre eine Änderung der Strafart zufolge 

Verschlechterungsverbotes auch nicht möglich. Für den Tatbestand der 

Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB ist einzig eine Geldstrafe bis 

90 Tagessätzen vorgesehen. Hinsichtlich des Ungehorsams gegen 

amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB ist eine Busse auszu-

sprechen. 

 

4.4. 

4.4.1. 

Die Einsatzstrafe für die mit einer Geldstrafe zu ahndenden Straftaten ist 

ausgehend vom konkret schwersten Delikt, namentlich der versuchten 

Nötigung gemäss Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB vom 14. Januar 2023 

festzusetzen.  

 

 - 26 - 

 

 

Der Tatbestand der Nötigung gemäss Art. 181 StGB schützt die 

Handlungsfreiheit bzw. die Freiheit der Willensbildung des Einzelnen (BGE 

141 IV 1 E. 3.3.1). Der Beschuldigte drohte C._____ damit, die Türe des 

Hauses einzuschlagen bzw. aufzubrechen und sie umzubringen, wenn sie 

die Katze Charly nicht herausgebe. Diese grobe Drohung in Form von 

Gewalt stand in keinerlei Verhältnis zu seiner Forderung, die Katze 

herauszulassen und wiegt besonders schwer, zumal sie sich nicht bloss 

gegen das Eigentum von C._____, sondern auch gegen die gewichtigen 

Rechtsgüter von Leib und Leben richtete, wodurch C._____ verängstigt 

wurde. Indem der Beschuldigte die Todesdrohungen am 14. Januar 2023 

frühmorgens und somit noch bei Dunkelheit vor der Holzbeige des Hauses 

von C._____ stehend aussprach und dabei eine mitgebrachte Kerze 

anzündete, ein Kruzifix hochhielt und mit Taschenlampen in das Haus 

zündete, ist davon auszugehen, dass er C._____ geplant verängstigen 

wollte. Die vom Beschuldigten dadurch gewollte Einschränkung der 

Handlungsfähigkeit von C._____ – im Sinne des nicht bei sich Haltens bzw. 

der Herausgabe der Katze Charly – geht mit der Todesdrohung über die 

blosse Erfüllung des Tatbestands der Nötigung hinaus.  

 

Hinsichtlich der Beweggründe und des Masses an Entscheidungsfreiheit, 

über das der Beschuldigte verfügte, ist zu Gunsten des Beschuldigten zu 

berücksichtigen, dass er im Rahmen einer Gemütsbewegung aufgrund des 

Verschwindens seiner Katze gehandelt hat. Er war mit dem nachbarschaft-

lichen Konflikt überfordert und reagierte aufgrund seiner zwanghaften 

Persönlichkeitsakzentuierung mit dominantem Verhalten (UA act. 66 ff.). Er 

war zudem alkoholisiert, was trotz einer Toleranzentwicklung gegenüber 

von Alkohol (UA act. 69) ebenfalls einen Einfluss auf seine Entscheidungs-

findung gehabt hat (Enthemmung; vgl. UA act. 74).  

 

Insgesamt wäre für die vollendete Nötigung in Relation zum Strafrahmen 

von bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe – trotz der massiven Drohungen 

jedoch mit Blick auf die Entscheidungsfreiheit – von einem noch knapp 

leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einsatzgeldstrafe von 

140 Tagessätzen sowie einer Verbindungsbusse (vgl. nachstehend) als in 

ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. Da es vorliegend 

bei einer versuchten Nötigung geblieben ist, ist die Strafe angemessen zu 

reduzieren (Art. 22 Abs. 1 StGB). Dabei hat die Strafminderung umso 

geringer auszufallen, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je 

schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 121 IV 49 E. 1b). 

Der Beschuldigte hat alles unternommen, damit der Taterfolg – sprich, dass 

C._____ gemäss seinem Willen handelte und die Katze Charly herausgibt 

– auch eintritt. C._____ nahm die Drohung ernst und war verängstigt, womit 

die versuchte Nötigung bereits unmittelbare Folgen zeitigte. Nachdem der 

Aufenthaltsort der Katze Charly zu besagtem Zeitpunkt jedoch unbekannt 

war und eine Herausgabe der Katze Charly wohl zufolge Nichtanwesenheit 

nicht möglich war, trat der gewünschte Erfolg nicht ein. Der Taterfolg im 

 - 27 - 

 

 

Sinne der Beeinträchtigung ihrer Handlungsfreiheit lag jedenfalls nahe. Der 

Umstand, dass es bei einer versuchten Nötigung geblieben ist, ist deshalb 

verschuldensmindernd mit 40 Tagessätzen zu berücksichtigen, so dass auf 

eine Einsatzgeldstrafe von 100 Tagessätzen sowie eine Verbindungsbusse 

(vgl. nachstehend) als in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion zu 

erkennen ist.  

 

4.4.2. 

Die Einsatzstrafe ist für die dreifache Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 

StGB vom 15./16. Januar 2023 zum Nachteil von C._____ und vom 

27. Januar 2023 zum Nachteil sowohl von C._____ als auch von A._____ 

angemessen zu erhöhen.  

 

Die von Art. 180 StGB geschützten Rechtsgüter sind die innere Freiheit und 

das Sicherheitsgefühl (BGE 141 IV 1). Der Beschuldigte drohte C._____ 

beim Vorfall vom 15. auf den 16. Januar 2023 sowie C._____ und A._____ 

beim Vorfall vom 27. Januar 2023 mit dem Tod. Beim Vorfall vom 15. auf 

den 16. Januar 2023 ging der Beschuldigte um ca. 01:00 Uhr am Telefon 

sprechend zum Haus von C._____ und drohte damit, einen Gurt zu holen, 

ihr diesen um den Hals zu legen und sie umzubringen. Später drohte er 

erneut damit, sie umzubringen bzw. ihr den Kopf einzuschlagen. Selbiges 

ergibt sich hinsichtlich des Vorfalls vom 27. Januar 2023, wonach der 

Beschuldigte am Abend in sein Telefon sprechend äusserte, dass er 

rüberkommen, alles kaputtschlagen und die Seelen von C._____ und 

A._____ mitnehmen werde. C._____ und A._____ wurden dabei jeweils in 

Angst und Schrecken versetzt. Eine Drohung mit dem Tod ist die 

schwerstmögliche Drohung. Auch wenn der Beschuldigte im Kontext der 

ausgesprochenen Drohungen keine darüber hinausgehenden 

bedrohlichen Gesten oder gewalttätiges Verhalten zeigte und auch keine 

unmittelbare Konfrontation stattfand, haben C._____ bzw. C._____ und 

A._____ die in der Dunkelheit (nachts bzw. abends) ausgesprochenen 

Todesdrohungen ernst genommen und sich gefürchtet. Die Wirkung der 

Drohungen ist damit nicht zu bagatellisieren. Hinsichtlich seiner 

Beweggründe und seiner Entscheidungsfreiheit kann auf die obigen 

Erwägungen zur versuchten Nötigung verwiesen werden (E. 4.4.1).  

 

Insgesamt ist innerhalb des breiten Spektrums möglicher Tathandlungen 

und Beeinträchtigungen, die vom Tatbestand der Drohung erfasst werden, 

von einem noch leichten Verschulden und – bei isolierter Betrachtung der 

einzelnen Drohungen – einer dafür angemessenen Geldstrafe von je 

80 Tagessätzen sowie eine Verbindungsbusse auszugehen.  

 

Im Rahmen der Strafzumessung ist bei der Asperation zu berücksichtigen, 

dass ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen den 

einzelnen Drohungen aber auch zu der versuchten Nötigung besteht. Die 

Vorfälle ereigneten sich über einen Zeitraum von zwei Wochen hinweg, 

 - 28 - 

 

 

wobei in sachlicher Hinsicht jeweils derselbe Vorwurf im Raum stand, dass 

die Katze Charly sich im Haus von C._____ und A._____ befände. 

Entsprechend geringer fällt der Gesamtschuldbeitrag der einzelnen 

Drohungen aus. Hinsichtlich des Vorfalls vom 15./16. Januar 2023 zum 

Nachteil von C._____ rechtfertigt sich eine Asperation im Umfang von 50 

Tagessätzen. Nachdem hinsichtlich des Vorfalls vom 27. Januar 2023 mit 

einer Drohung die Rechtsgüter von C._____ und A._____ gleichzeitig 

tangiert wurden, rechtfertigt sich in dieser Hinsicht, die Einsatzstrafe für die 

zwei Drohungen um je 30 Tagessätze zu erhöhen. Insgesamt erweist sich 

eine Erhöhung der Einsatzstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips 

um 110 Tagessätze als angemessen. Nachdem die gesetzliche 

Obergrenze von 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) – auch unter der 

Berücksichtigung der strafreduzierenden Täterkomponente (E. 4.4.3 

folgend) – bereits erreicht und ein Strafartenwechsel ausgeschlossen ist 

(vgl. BGE 144 IV 313), hat es damit sein Bewenden. Ausführungen zum 

Verschulden in Bezug auf die mehrfache Beschimpfung gemäss Art. 177 

Abs. 1 StGB erübrigen sich.  

 

4.4.3. 

Hinsichtlich der Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

weist keine Vorstrafen auf, was allerdings den Normalfall darstellt und 

deshalb neutral zu beurteilen ist (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Zwar wurde am 

21. Oktober 2024 ein neues Verfahren gegen den Beschuldigten aufgrund 

vorgeworfener Drohungen zum Nachteil von C._____ eröffnet. Nachdem 

das Strafverfahren aber noch hängig ist und der Beschuldigte nicht 

geständig ist, kann daraus zufolge der Unschuldsvermutung nichts 

abgeleitet werden.  

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevante Faktoren. 

Insbesondere liegen auch keine für die Annahme einer erhöhten Straf-

empfindlichkeit aussergewöhnlichen Umstände vor (vgl. statt vieler: Urteil 

des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hin-

weisen). Zwar hat das Gutachten vom 25. März 2023 beim Beschuldigten 

eine zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung sowie eine psychische 

Verhaltensstörung durch Alkohol (Abhängigkeitssyndrom) festgestellt (UA 

act. 78). Darin sind hingegen keine für die Annahme einer erhöhten 

Strafempfindlichkeit erforderlichen aussergewöhnliche Umstände zu 

erkennen, zumal der Beschuldigte im Übrigen ein weitgehend normales 

Leben führen kann (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 

vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Seine Anmeldung bei der 

Invalidenversicherung wurde abgelehnt (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 9). 

 

Der Beschuldigte bestreitet grösstenteils, C._____ bzw. A._____ gedroht 

bzw. beschimpft zu haben. Seine Bestreitungen richten sich dabei jedoch 

 - 29 - 

 

 

nicht in erster Linie gegen die Aussagen an sich, sondern vielmehr 

dagegen, dass es sich um Drohungen gehandelt habe oder dass er die 

Aussagen nicht an C._____ bzw. A._____ gerichtet habe, was die 

Strafuntersuchung zumindest teilweise erleichtert hat. Zudem ist festzu-

halten, dass er einzelne Taten in einzelnen Einvernahmen vollumfänglich 

zugibt. Unter anderem gab er im Rahmen der Einvernahme vom 30. Januar 

2023 anlässlich der Festnahmeeröffnung hinsichtlich des Vorfalls vom 

15./16. Januar 2023 an, C._____ alles Böse gesagt zu haben, was er in 

den drei Jahren in sich hineingefressen habe. Er habe ihr gegenüber 

Drohungen ausgesprochen (UA act. 532 Ziff. 13). An der 

Berufungsverhandlung gab er in diesem Zusammenhang zu, sie als 

«kranke Schlampe» und «Fotze» bezeichnet zu haben (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 11). Damit hat er zur Wahrheitsfindung 

beigetragen. Darüber hinaus hat sich der Beschuldigte punktuell im 

Rahmen von Einvernahmen sowie der Exploration reuig gezeigt 

(Einvernahme vom 30. Januar 2023, UA act. 534; Einvernahme vom 

14. März 2023 UA act. 586 f.; Gutachten vom 25. März 2023, UA act. 62 f.). 

Eine erhebliche Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

vollumfänglich geständigen, nachhaltig einsichtigen und aufrichtigen 

reuigen Täter möglich ist, kommt hingegen nicht in Frage. Allerdings 

rechtfertigt es sich, die Täterkomponente leicht strafmindernd im Umfang 

von 20 Tagessätzen zu berücksichtigen.  

 

4.4.4. 

Der Beschuldigte rügt eine Verletzung des Beschleunigungsgebots, weil 

die Vorinstanz die Frist zur Urteilsbegründung um ein Mehrfaches über-

schritten habe (Berufungsbegründung S. 10). 

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze des Beschleunigungsgebots 

wiederholt dargelegt (BGE 143 IV 373; statt vieler: Urteil des Bundes-

gerichts 7B_695/2023 vom 5. Februar 2025 E. 2.3). Darauf kann verwiesen 

werden.  

 

Am 25. September 2023 hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Die 

erstinstanzliche Hauptverhandlung mit mündlicher Urteilseröffnung fand 

drei Monate später am 18. Dezember 2023 statt. Das Dispositiv wurde dem 

Beschuldigten am 10. Januar 2024 zugestellt. Das begründete Urteil wurde 

dem Beschuldigten rund sieben Monate später am 22. Juli 2024 eröffnet.  

 

Das gesamte Verfahren dauerte bis anhin knapp etwas mehr als zwei 

Jahre. Davon entfielen lediglich 10 Monate auf das erstinstanzliche 

Verfahren, was angemessen erscheint. Zwar ist mit der benötigten Zeit für 

die Urteilsbegründung von rund 7 Monaten die Ordnungsfrist gemäss 

Art. 84 Abs. 4 StPO von 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen, über-

schritten worden. Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten 

jedoch im Anschluss an die Hauptverhandlung vom 18. Dezember 2023 

 - 30 - 

 

 

mündlich eröffnet und begründet und das Urteilsdispositiv zeitnah (am 

10. Januar 2024) zugestellt. Der Beschuldigte war daher bis zur 

schriftlichen Urteilsbegründung über die Schuldsprüche, das Strafmass 

und die Massnahme nicht mehr im Ungewissen. Darüber hinaus ist 

festzuhalten, dass das vorinstanzliche Urteil insgesamt 61 Seiten umfasste 

und die Würdigung aller vorgeworfenen Einzelhandlungen als verhältnis-

mässig aufwändig einzustufen ist. Insgesamt ist festzuhalten, dass die 

Dauer der Begründung des erstinstanzlichen Urteils zwar hätte kürzer 

ausfallen können. Hingegen ist die gesamte Verfahrensdauer von nur 

knapp zwei Jahren verhältnismässig, zumal denn auch weder ein Haftfall 

vorlag noch der Beschuldigte über lange Zeit hinweg in Ungewissheit 

belassen wurde. Dass eine Handlung etwas rascher hätte vorgenommen 

werden können, genügt für die Annahme einer Verletzung des 

Beschleunigungsgebots nicht. Zusammenfassend kann in Würdigung der 

Gesamtheit der Umstände nicht von einer Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots ausgegangen werden. Im Übrigen wäre selbst bei Annahme 

einer leichten Verletzung des Beschleunigungsgebotes keine Reduktion 

der von der Vorinstanz verhängten Geldstrafe möglich, da es zufolge des 

Verschlechterungsverbotes bei einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen 

(zuzüglich einer Verbindungsbusse) bleibt (vgl. dazu oben, E. 4.4.2.). 

 

4.4.5. 

Nach dem Dargelegten bleibt es bei der von der Vorinstanz ausge-

sprochenen Geldstrafe von 150 Tagessätzen sowie einer Verbindungs-

busse (vgl. nachstehend), welche mit Blick auf das Verschlechterungs-

verbot nicht höher ausfallen kann. 

 

4.4.6. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Die Höhe des Tagessatzes beträgt in der Regel mindestens 

Fr. 30.00 und höchstens Fr. 3'000.00. Wenn die persönlichen und wirt-

schaftlichen Verhältnisse des Täters im Urteilszeitpunkt dies gebieten, 

kann der Tagessatz ausnahmsweise bis auf Fr. 10.00 gesenkt werden 

(Art. 34 Abs. 2 StGB). 

 

Der Beschuldigte bezieht Sozialhilfe und verfügt über ein monatliches 

Nettoeinkommen von rund Fr. 2’000 (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 9). Er lebt somit am Existenzminimum. Das für die Berechnung des 

Tagessatzes massgebende Nettoeinkommen ist deshalb um 50 % zu 

reduzieren (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Ein weiterer Abzug von 30 % ist 

zufolge der auszusprechenden hohen Anzahl Tagessätze vorzunehmen 

(BGE 134 IV 60 E. 6.5.2), womit der Tagessatz auf Fr. 20.00 festzusetzen 

ist. 

 

 - 31 - 

 

 

4.4.7. 

Die Vorinstanz hat die Geldstrafe bedingt ausgesprochen und die Probezeit 

auf das gesetzliche Minimum von 2 Jahren festgelegt, worauf aufgrund des 

Verschlechterungsverbots nicht zurückzukommen ist.  

 

4.4.8. 

Die vorläufige Festnahme und ausgestandene Untersuchungshaft von 

insgesamt 64 Tagen (16. Januar 2023; 28. Januar 2023 bis 31. März 2023) 

sind auf die Geldstrafe anzurechnen (Art. 51 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 110 

Abs. 7 StGB). Sodann bleibt es bei der vorinstanzlich festgelegten und vom 

Beschuldigten geforderten (GA act. 86 f.; Berufungsbegründung S. 10) 

Anrechnung der Ersatzmassnahmen (Kontakt- und Rayonverbot hinsicht-

lich C._____ und deren Grundstück insb. Grünstreifen zwischen Strasse 

und Holzbeige; Fortsetzung sucht-, störungs- und deliktspezifische 

Psychotherapie; Suchmittelabstinenz; 1. April 2023 bis 18. Dezember 

2023; 262 Tage) im Umfang von rund 30 %, sprich 86 Tagen. Weder das 

Kontaktverbot hinsichtlich C._____ noch das Rayonverbot für das 

Grundstück von C._____ waren mit einem erhöhten Zeit- oder 

Kostenaufwand für den Beschuldigten verbunden. Das Rayonverbot wäre 

denn auch ohne Ersatzmassnahmen mit einem Hausverbot seitens 

C._____ implementierbar gewesen. Die Psychotherapie mit insgesamt 

20 Konsultationen (teilweise bereits vor den angeordneten Ersatzmass-

nahmen; GA act. 88) führte zwar zu einem gewissen – wenn auch geringen 

– Zeit und Kostenaufwand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_739/2019 

vom 2. September 2019 E. 4). Festzuhalten ist jedoch, dass der 

Beschuldigte arbeitslos war und auch keine Bemühungen unternommen 

hat, einer festen Arbeitstätigkeit nachzugehen, weshalb die Konsultationen 

keine Einschränkung einer beruflichen Tätigkeit mit sich brachten. Die 

Alkohol- und Drogenabstinenz tangierten den Beschuldigten insofern, als 

er auf gewisse Genussmittel verzichten musste und einen geringen Zeit- 

und Kostenaufwand aufgrund der regelmässigen Kontrollen hatte. 

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Ersatzmassnahmen – gerade im 

Vergleich zum Freiheitsentzug – sehr geringfügige Einschränkungen der 

persönlichen Freiheit beinhalteten. Nachdem lediglich der Beschuldigte 

Berufung erhoben hat, bleibt es hingegen bei der Anrechnung der 

vorläufigen Festnahme, Untersuchungshaft (64 Tage) und Ersatz-

massnahmen (86 Tage) im Umfang von insgesamt 150 Tagen. 

 

4.4.9. 

Eine bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe kann mit einer Busse 

verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der 

bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe mit einer Busse angezeigt, um 

dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen 

seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. 

 

 - 32 - 

 

 

Unter Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten 

Bedeutung der Verbindungsbusse (vgl. BGE 149 IV 321), der wirtschaft-

lichen Verhältnisse (monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'000.00), des 

Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass das 

Bundesgericht die Obergrenze der Verbindungsstrafe auf 20 % der in der 

Summe schuldangemessenen Sanktion – bestehend aus einer bedingt 

ausgesprochenen Hauptstrafe kombiniert mit einer Verbindungsbusse – 

festgelegt hat (BGE 149 IV 321 E. 1.3; 135 IV 188 E. 3.4.4), ist die 

Verbindungsbusse auf Fr. 700.00 festzusetzen. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist ausgehend von einem Umrechnungsschlüssel von Fr. 20.00 auf 

35 Tage festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB).  

 

4.4.10. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte für die mit Geldstrafe zu ahndende 

Delikte zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 20.00, 

Probezeit 2 Jahre, und einer Verbindungsbusse von Fr. 700.00, ersatz-

weise 35 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen.  

 

4.5. 

4.5.1. 

Die vom Beschuldigten begangenen zwei Übertretungen hinsichtlich des 

Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB 

sehen als Strafe eine Busse bis zu Fr. 10'000.00 vor. 

 

4.5.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für den zweifachen Ungehorsam 

gegen eine amtliche Verfügung (21. und 27. Januar 2023) zu einer Busse 

von insgesamt Fr. 400.00 verurteilt.  

 

4.5.3. 

Hinsichtlich des zeitlich erstgelagerten Ungehorsams gegen eine amtliche 

Verfügung ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte hat am 21. Januar 2023 

gegen das ihm auferlegte Kontaktverbot verstossen. Er nahm Kontakt zu 

C._____ auf, indem er sie in der Nähe ihres Hauses adressierte und dabei 

so laut sprach, dass sie es hören konnte. Auch wenn es bei einer kurzen 

Adressierung blieb, ist festzuhalten, dass die Widerhandlung nur wenige 

Tage nach Erlass der Verfügung hinsichtlich des Kontakt- und 

Rayonverbots (16. Januar 2023; UA act. 612 ff.), stattfand. Hinsichtlich 

seiner Beweggründe und seiner Entscheidungsfreiheit kann auf die obigen 

Erwägungen zur versuchten Nötigung verwiesen werden (E. 4.4.1). 

Insgesamt ist von einem leichten Verschulden und unter Berücksichtigung 

seiner wirtschaftlichen Verhältnisse (monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 2'000.00) einer dafür angemessenen Einsatzbusse von Fr. 400.00 

auszugehen.  

 - 33 - 

 

 

 

4.5.4. 

Diese Einsatzbusse wäre an sich für den weiteren Ungehorsam gegen eine 

amtliche Verfügung gemäss Art. 292 StGB vom 27. Januar 2023 zu 

erhöhen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots hat es mit der erst-

instanzlich festgelegten Busse von Fr. 400.00 für beide Übertretungen (21. 

und 27. Januar 2023) jedoch sein Bewenden.  

 

4.5.5. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse von 

Fr. 400.00 wäre, ausgehend von einem als Umrechnungsschlüssel zu ver-

wendenden Tagessatz von Fr. 20.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf 20 Tage 

(neben den 35 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe für die Verbindungsbusse) fest-

zusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). Nachdem nur der Beschuldigte Berufung 

erhoben hat, bleibt es zufolge Verschlechterungsverbots bei der vor-

instanzlich festgelegten Ersatzfreiheitsstrafe für die Verbindungsbusse und 

die Übertretungsbusse von insgesamt 40 Tagen.  

 

4.6. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

150 Tagessätzen à Fr. 20.00, d.h. Fr. 3'000.00, Probezeit 2 Jahre, sowie 

einer Verbindungsbusse von Fr. 700.00 und einer Übertretungsbusse von 

Fr. 400.00, ersatzweise 40 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen.  

 

5. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten für die Dauer der Probezeit die 

Weisungen des Kontakt- und Rayonverbotes hinsichtlich C._____ bzw. 

ihrem Grundstück erteilt und dessen Eintragung im RIPOL-Fahndungs-

system angeordnet (vorinstanzliches Urteil E. 5.6).  

 

Gemäss Art. 44 Abs. 2 i.V.m. Art. 94 StGB kann das Gericht bei einer 

bedingten oder teilbedingten Strafe für die Dauer der Probezeit u.a. 

Weisungen über den Aufenthalt oder ein Kontaktverbot (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_173/2018 vom 5. Juli 2018 E. 2.2.5) anordnen. 

 

Eine Weisung hinsichtlich des Aufenthalts auf dem Grundstück von 

C._____ bzw. dem Kontakt zu Letzterer erweist sich – zumindest im 

heutigen Zeitpunkt – unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit, 

als nicht mehr gerechtfertigt, nachdem seit dem erstinstanzlichen Urteil 

keine Ersatzmassnahmen im Sinne des Kontakt- und Rayonverbotes mehr 

bestanden haben, die mit erstinstanzlichem Urteil erkannten Weisungen 

während der Probezeit nie rechtskräftig wurden und es zumindest während 

etwas mehr als einem Jahr (bis im August 2024) zu keinen weiteren 

Zwischenfällen gekommen ist. Zudem ist festzuhalten, dass ein 

Rayonverbot im Sinne des Nichtbetretens des grösstenteils durch eine 

Holzbeige umfriedeten Grundstücks von C._____ (ausser Grünstreifen 

 - 34 - 

 

 

zwischen Strasse und Holzbeige) nicht erforderlich ist, zumal das 

Hausrecht respektive ein allfälliges Hausverbot ähnliche Wirkungen 

entfalten könnte.  

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutge-

heissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 13. Okto-

ber 2023 E. 3.2.1). 

 

Die Berufung des Beschuldigten im Schuldpunkt wird abgewiesen. 

Hinsichtlich der Strafzumessung erwirkt er insoweit einen für ihn 

günstigeren Entscheid, als dass die Tagessatzhöhe tiefer angesetzt wird 

und auf die Anordnung von Weisungen verzichtet wird. Bei diesem 

Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, die obergerichtlichen Verfahrens-

kosten zu 3/4 dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen auf die 

Staatskasse zu nehmen (§ 15 GebührD).  

 

6.1.2. 

Die amtliche Verteidigerin ist für das Berufungsverfahren gestützt auf ihre 

anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, angepasst 

an die effektive Verhandlungsdauer, mit gerundet Fr. 5'200.00 zu 

entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 3bis AnwT; § 13 

AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten im Umfang von 3/4 zurück-

zufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 StPO).  

 

6.1.3. 

Die erstinstanzliche Kostenregelung bedarf keiner Änderung (Art. 428 

Abs. 3 i.V.m. Art. 426 StPO). Der Beschuldigte wird verurteilt und hat somit 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten zu tragen. 

 

6.1.4. 

Die der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren 

zugesprochene Entschädigung ist mit Berufung betragsmässig nicht 

angefochten worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr 

zurückzukommen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019). 

 

 - 35 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der versuchten Nötigung gemäss Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB; 

- der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB; 

- des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss 

Art. 292 StGB. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und Abs. 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und 

Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à Fr. 20.00, d.h. 

Fr. 3'000.00, Probezeit 2 Jahre,  

 

sowie zu einer Übertretungs- und Verbindungsbusse von Fr. 1'100.00 

(Verbindungsbusse Fr. 700.00; Übertretungsbusse Fr. 400.00), ersatz-

weise 40 Tage Freiheitsstrafe,  

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft von insgesamt 64 Tagen sowie die 

angeordneten Ersatzmassnahmen von 262 Tagen werden dem 

Beschuldigten im Umfang von 150 Tagen auf die Geldstrafe angerechnet.  

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus der Gerichts-

gebühr von Fr. 3'000.00 sowie den Auslagen von Fr. 190.00, gesamthaft 

 - 36 - 

 

 

Fr. 3'190.00 werden dem Beschuldigten zu 3/4 im Betrag von Fr. 2'392.50 

auferlegt. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, der amtlichen Verteidigerin des 

Beschuldigten für das obergerichtliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 5'200.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zu 3/4 mit Fr. 3'900.00 

zurückverlangt, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben.  

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 11'140.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'350.00) werden dem Beschuldigten auferlegt.  

 

4.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der amtlichen Verteidigerin für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 17'763.50 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

  

 - 37 - 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 18. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss Sprenger