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**Case Identifier:** 45517225-76da-54c8-ab13-97b8b0ebb4fc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 02.05.2022 VKL.2021.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VKL-2021-18_2022-05-02.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VKL.2021.18 / mg / BR 
  

Art. 32 

 

Urteil vom 2. Mai 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin  

Oberrichterin Peterhans  

Oberrichter Kathriner 

Gerichtsschreiber Güntert          

 

 
   

Kläger   A._____   

unentgeltlich vertreten durch Frau Tania Teixeira, Rechtsanwältin,  

Rudolf & Bieri AG, Ober-Emmenweid 46, 6021 Emmenbrücke 1    

 

     
   

Beklagte 1  Aargauische Pensionskasse APK, Hintere Bahnhofstrasse 8, Postfach, 

5001 Aarau   

 

Beklagte 2  Zuger Pensionskasse, Bahnhofstrasse 16, Postfach 338, 6301 Zug   

vertreten durch PKRück, Zollikerstrasse 4, Postfach, 8032 Zürich    

 

Beklagte 3  Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Risikoversicherung für Arbeitslose 

ALV, Elias-Canetti-Strasse 2, Postfach, 8050 Zürich   

 

     
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend BVG; Leistungsanspruch 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1958 geborene Kläger erhielt vom 1. Dezember 2009 bis 30. Novem-

ber 2010 Arbeitslosenentschädigung und war während dieser Zeit bei der 

Beklagten 3 vorsorgeversichert. Nachfolgend war der Kläger vom 1. No-

vember 2010 bis 30. April 2012 beim Gemeindeverband Sozialdienst des 

Bezirks B. angestellt und während dieser Zeit bei der Beklagten 1 vorsor-

geversichert. Von September 2012 bis Oktober 2012 bezog der Kläger er-

neut Arbeitslosenentschädigung und war während dieser Zeit bei der Be-

klagten 3 vorsorgeversichert. Danach war der Kläger vom 1. Novem-

ber 2012 bis zum 31. Januar 2014 beim Amt C. angestellt und während 

dieser Zeit bei der Beklagten 2 vorsorgeversichert. 

 

1.2. 

Mit Schreiben vom 24. Mai 2012 meldete sich der Kläger zum Bezug von 

Leistungen (Berufliche Integration/Rente) der Invalidenversicherung an. Mit 

Verfügung vom 13. August 2015 sprach die IV-Stelle des Kantons Luzern 

dem Beschwerdeführer eine Dreiviertels-Invalidenrente ab 1. Dezem-

ber 2012 zu. In der Folge verneinten die Beklagte 1, die Beklagte 2 und die 

Beklagte 3 ihre Leistungspflicht aus dem jeweiligen Vorsorgeverhältnis. 

 

2. 

2.1. 

Der Kläger erhob am 29. Juli 2021 Klage beim Versicherungsgericht des 

Kantons Aargau mit folgenden Rechtsbegehren: 

 

" 1.  
Die Beklagte 1 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 2012 eine ganze 
reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge auszurichten 
zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung. 
 
2.  
Eventualiter: Die Beklagte 2 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 2012 
eine ganze reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge aus-
zurichten zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung. 
 
3.  
Subeventualiter: Die Beklagte 3 habe dem Kläger ab dem 1. Dezember 
2012 eine ganze reglementarische Invalidenrente aus beruflicher Vorsorge 
auszurichten zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung. 
 
4.  
Dem Kläger sei für das vorliegende Verfahren die vollumfängliche unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei dem Kläger die unterzeich-
nende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben.  

 - 3 - 

 

 

 

5.  
Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der unter-
liegenden Beklagten." 

 

2.2. 

Mit Klageantwort vom 1. Oktober 2021 stellte die Beklagte 3 folgende 

Rechtsbegehren: 

 

" 1. Die Klage gegen die Beklagte 3 sei vollumfänglich abzuweisen. 
 
2. Unter Kostenfolge zulasten des Klägers." 

 

2.3. 

Mit Klageantwort vom 8. Oktober 2021 stellte die Beklagte 2 folgende 

Rechtsbegehren: 

 

" Die Eventualklage sei ohne Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 
der Beklagten 2 abzuweisen." 

 

2.4. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 15. Oktober 2021 wurde dem 

Kläger die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Frau Tania Teixeira, 

Rechtsanwältin, Emmenbrücke, als seine unentgeltliche Rechtsvertreterin 

ernannt. 

 

2.5. 

Mit Klageantwort vom 12. November 2021 stellte die Beklagte 1 folgende 

Rechtsbegehren:  

 

" 1.  
Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Beklagte 1 ihre Leistungs-
pflicht gegenüber dem Kläger grundsätzlich anerkennt. 

 
2.  
Dem Kläger sei ab dem 1. Juli 2016 eine ganz reglementarische Invaliden-
rente aus beruflicher Vorsorge zulasten der Beklagten 1 zuzüglich folgen-
der Verzugszinsen zuzusprechen: 
 

a.  
5 % ab Datum der Klageerhebung für Leistungen, welche bei Klageerhe-
bung bereits fällig waren. 
 
b.  
5 % ab Fälligkeit der jeweiligen Leistungen für Leistungen, welche zwi-
schen der Klageerhebung und Urteilseröffnung fällig werden. " 

 

2.6. 

Mit Replik vom 18. Januar 2022 präzisierte der Kläger seine Klage vom 

29. Juli 2021 und beantragte:  

  

 - 4 - 

 

 

 

" 1.  
Die Beklagte 1 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 1. Dezember 2012 
basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die gesetzlich und regle-
mentarisch geschuldeten Rentenleistungen aus beruflicher Vorsorge 
zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten. 
 
2.  
Eventualiter: Die Beklagte 2 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 1. De-
zember 2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die gesetzlich 
und reglementarisch geschuldeten Rentenleistungen aus beruflicher Vor-
sorge zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten. 
 
3.  
Subeventualiter: Die Beklagte 3 habe dem Kläger rückwirkend seit dem 
1. Dezember 2012 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % die ge-
setzlich und reglementarisch geschuldeten Rentenleistungen aus berufli-
cher Vorsorge zzgl. 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung auszurichten. 
 
4.  
Dem Kläger sei für das vorliegende Verfahren die vollumfängliche unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei dem Kläger die unterzeich-
nende Rechtsanwältin als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 
 
5.  
Unter Kosten und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der unter-
liegenden Beklagten." 

 

2.7. 

Mit Schreiben vom 26. Januar 2022 verzichtete die Beklagte 3 auf die Ein-

reichung einer Duplik. 

 

2.8. 

Mit Duplik vom 1. März 2022 beantragte die Beklagte 1 Folgendes: 

 

"1.  
Dem Kläger sei ab dem 1. Juli 2014 eine ganze reglementarische Invali-
denrente aus beruflicher Vorsorge zulasten der Beklagten 1 zuzüglich fol-
gender Verzugszinsen zuzusprechen: 
 

a.  
5 % ab Datum der Klageerhebung für Leistungen, welche bei Klageerhe-
bung bereits fällig waren; 
 
b.  
5 % ab Fälligkeit der jeweiligen Leistung für Leistungen, welche zwischen 
Klageerhebung und der Urteilseröffnung fällig werden. 

 

2.9. 

Mit Duplik vom 12. März 2022 hielt die Beklagte 2 an ihren Rechtsbegehren 

fest. 

 

 - 5 - 

 

 

 

2.10. 

Mit Eingabe vom 23. März 2022 reichte der Kläger eine Honorarnote von 

Fr. 8'075.00 zu den Akten. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der Kläger verlangt vorliegend die Ausrichtung einer reglementarischen In-

validenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 93 % ab dem 1. De-

zember 2012 sowie 5 % Zins ab Datum der Klageanhebung. In ihrer Kla-

geantwort vom 12. November 2021 hat die Beklagte 1 ihre Leistungspflicht 

grundsätzlich anerkannt. Ebenfalls anerkannt hat sie den mit Verfügung der 

IV-Stelle Luzern vom 13. August 2015 festgestellten IV-Grad von 93.06 % 

und den Anspruch des Klägers auf eine ganze Invalidenrente gegenüber 

der Beklagten 1 (Klageantwort Beklagte 1 vom 12. November 2021, 

Rechtsbegehren und Rz. 3).  

 

Die Beklagte 1 erhebt jedoch die Verjährungseinrede für Forderungen des 

Klägers zunächst von Dezember 2012 bis Juni 2016 (Klageantwort 

Rz. 4 ff.) und in ihrer Duplik bis Juni 2014 (Duplik Beklagte 1 Rechtsbegeh-

ren und Rz. 4). Streitig und vorliegend zu prüfen ist demnach, ob den klä-

gerischen Rentenansprüchen der Monate Dezember 2012 bis Juni 2014 

die Einrede der Verjährung entgegensteht.  

 

2. 

2.1. 

Forderungen auf periodische Beiträge und Leistungen verjähren nach fünf, 

andere nach zehn Jahren. Art. 129–142 OR sind anwendbar (Art. 41 

Abs. 2 BVG). Die Verjährung beginnt mit der Fälligkeit der Forderung 

(Art. 130 Abs. 1 OR). Bei der Berechnung der Frist ist der Tag, von dem an 

die Verjährung läuft, nicht mitzurechnen und die Verjährung erst dann als 

beendigt zu betrachten, wenn der letzte Tag unbenützt verstrichen ist 

(Art. 132 Abs. 1 OR). Die Verjährung wird unterbrochen: durch Anerken-

nung der Forderung von seiten des Schuldners, namentlich auch durch 

Zins- und Abschlagszahlungen, Pfand- und Bürgschaftsbestellung 

(Art. 135 Ziff. 2 OR); durch Schuldbetreibung, durch Schlichtungsgesuch, 

durch Klage oder Einrede vor einem staatlichen Gericht oder einem 

Schiedsgericht sowie durch Eingabe im Konkurs (Art. 135 Ziff. 2 OR). Der 

Schuldner kann ab Beginn der Verjährung jeweils für höchstens zehn Jahre 

auf die Erhebung der Verjährungseinrede verzichten (Art. 141 Abs. 1 OR, 

in der ab 1. Januar 2020 gültigen Fassung). Der Verzicht muss in schriftli-

cher Form erfolgen (Art. 141 Abs. 1bis Satz 1 OR, in Kraft seit 1. Ja-

nuar 2020).  

 

 - 6 - 

 

 

 

2.2. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beginnt die fünfjährige Ver-

jährungsfrist für jede der periodischen Leistungen am Ende des Monats, für 

den die Rente gemäss Art. 38 BVG hätte ausbezahlt werden müssen, es 

sei denn, das Vorsorgereglement sehe eine andere Zahlungsweise vor (Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_701/2010 vom 31. März 2011 E. 4.3.; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_111/2018 vom 14. September 2018 E. 5.1.; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_720/2015 vom 26. Februar 2016 E. 7.1.).  

 

2.3. 

2.3.1. 

Mit rechtskräftiger Verfügung vom 13. August 2015 sprach die IV-Stelle Lu-

zern dem Kläger eine Dreiviertels-Invalidenrente seit dem 1. Dezem-

ber 2012 bei einem IV-Grad von 60 % (bei einer Erwerbstätigkeit im Um-

fang von 65 % und einer Einschränkung von 93.06 % im Erwerbsbereich) 

zu (Klagebeilage [KB] 28). 

 

2.3.2. 

Mit Schreiben vom 29. Juli 2019 erklärte die Beklagte 1 auf die Einrede der 

Verjährung hinsichtlich allfälliger Ansprüche auf Invalidenleistungen zu ver-

zichten, soweit die Verjährung nicht bereits eingetreten sei. Die Verjäh-

rungsverzichtserklärung sei befristet bis am 31. Juli 2020 (KB 32). 

 

Mit erneuter Verjährungseinredeverzichtserklärung vom 26. Juni 2020 er-

klärte die Beklagte 1 bis zum 2. August 2021 auf die Einrede der Verjäh-

rung zu verzichten (KB 41). Mit einer weiteren Verjährungseinredever-

zichtserklärung vom 13. Juli 2021 erklärte die Beklagte 1 auf die Einrede 

der Verjährung bis zum 2. August 2022 zu verzichten (KB 33). 

 

2.3.3. 

Nach Art. 42 Abs. 1 des am 1. Dezember 2012 gültigen Vorsorgeregle-

ments der Beklagten 1 (Ausgabe 2011, abrufbar unter: 

https://www.agpk.ch/fileadmin/files/pdfs/rechtsgrundlagen/APK_Vorsorge-

reglement_2011.pdf) richten sich Beginn und Revision des Anspruchs auf 

eine Invalidenrente sinngemäss nach den Vorschriften der IV. Gemäss 

Art. 16 Abs. 1 des Vorsorgereglements werden Renten jeweils per Ende 

Monat ausbezahlt. 

 

2.4. 

Gemäss Verfügung der IV-Stelle Luzern vom 13. August 2015 begann der 

Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Dreiviertels-Invalidenrente am 

1. Dezember 2012, so dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente aus der beruflichen Vorsorge am selben Datum entstand 

(vgl. E. 2.3.3.). Entgegen der Auffassung des Klägers (Replik Rz. 76) ist es 

vorliegend nicht massgebend, wann die Verfügung der IV-Stelle erging (Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_701/2010 vom 31. März 2011 E. 4.3). Da das 

 - 7 - 

 

 

 

Vorsorgereglement keine andere Zahlungsweise vorsieht, begann für jede 

Rentenleistung die fünfjährige Verjährungsfrist am Ende des jeweiligen Mo-

nats, für den die Rente gemäss Art. 38 BVG hätte ausbezahlt werden müs-

sen, zu laufen (vgl. E. 2.2.). Die Verjährungsfrist für den Monat Dezem-

ber 2012 begann somit am 1. Januar 2013 zu laufen. Für den Monat Juni 

2014 begann die Verjährungsfrist am 1. Juli 2014 zu laufen und die Forde-

rung war am 2. Juli 2019 verjährt (Art. 41 Abs. 2 BVG i.V.m. 

Art. 132 Abs. 1 OR). Zum Zeitpunkt der ersten Verjährungseinredever-

zichtserklärung vom 29. Juli 2019 (KB 32) waren die Ansprüche des Klä-

gers für die Rentenmonate von Dezember 2012 bis Juni 2014 somit bereits 

verjährt.  

 

3. 

Vorsorgeeinrichtungen haben auf Invalidenrenten ab jenem Zeitpunkt Ver-

zugszins zu bezahlen, an dem der Gläubiger die Betreibung angehoben 

oder gerichtliche Klage eingereicht hat (Art. 105 OR). Der Verzugszins be-

trägt 5 %, sofern das Stiftungsreglement nicht eine andere Regelung kennt 

(BGE 119 V 131 E. 4 S. 135). Anwendbar ist dasjenige Stiftungsreglement, 

welches zu dem Zeitpunkt in Kraft war, in dem der Anspruch auf Verzugs-

zins entstand (vgl. BGE 121 V 97 E. 1a S. 100).  

 

Das Vorsorgereglement der Beklagten vom 1. Januar 2021 enthält keine 

Regelung in Bezug auf Verzugszins (https://www.agpk.ch/fileadmin/fi-

les/pdfs/rechtsgrundlagen/Reglement_Vorsorge_2021.pdf). Der Anspruch 

auf Verzugszins entstand vorliegend demnach mit der Klageerhebung am 

29. Juli 2021. Dem Kläger ist folglich ein Verzugszins von 5 % ab dem 

29. Juli 2021 für die jeweils fälligen Rentenbetreffnisse zuzusprechen. 

 

4. 

4.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 73 Abs. 2 BVG). 

 

4.2. 

Die Beklagte 1 anerkannte im vorliegenden Verfahren ihre Leistungspflicht 

ab dem 1. Juli 2014 zusätzlich Zins zu 5 % seit Klageeinreichung, weshalb 

sie im vorliegend Verfahren als unterliegend gilt (Art. 64 Abs. 3 VRPG 

i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Lediglich für Rentenansprüche von Dezem-

ber 2012 bis Juni 2014 wird die Klage abgewiesen. Der anwaltlich vertre-

tene Kläger ist damit zu einem wesentlichen Teil mit seinen Anträgen 

durchgedrungen. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich, die Parteikosten 

vollständig der Beklagten 1 aufzuerlegen. Diese sind der unentgeltlichen 

Rechtsvertreterin zu bezahlen. Der Beklagten 2 und der Beklagten 3 steht 

als Sozialversicherungsträgerinnen grundsätzlich kein Anspruch auf eine 

Parteientschädigung zu (BGE 126 V 143 E. 4a S. 149 f.). 

 

 - 8 - 

 

 

 

4.3. 

4.3.1. 

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 23. März 2022 

eine Kostennote ein, die einen Zeitaufwand von 26 Stunden und 55 Minu-

ten zu Fr. 300.00, Barauslagen von Fr. 242.25 und Mehrwertsteuer von 

Fr. 640.43, total somit Fr. 8'957.70, ausweist. Die Rechtsvertreterin bringt 

zudem vor, gemäss § 4 Abs. 1 AnwT bemesse sich die Entschädigung in 

vermögensrechtlichen Streitigkeiten einschliesslich versicherungsrechtli-

chen Streitigkeiten nach dem Streitwert bzw. die Berechnung des Streit-

werts nach der ZPO.  

 

4.3.2. 

Bei Streitigkeiten über Leistungen von Sozialversicherungen, worunter 

auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen fallen, wird die Gerichtsgebühr 

nicht nach dem Streitwert bemessen, sondern in erster Linie nach der Be-

deutung und der Schwierigkeit des Falles (von Fr. 1'210.00 bis 

Fr. 14'740.00; § 8a Abs. 3 i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Praxisgemäss be-

trägt die Grundentschädigung in einem durchschnittlichen Klageverfahren 

betreffend BVG innerhalb des genannten Tarifrahmens von § 3 Abs. 1 lit. b 

AnwT Fr. 3'300.00. Mit dieser Grundentschädigung sind Aktenstudium, In-

struktionen, rechtliche Abklärungen, Korrespondenz und Telefonate sowie 

eine Rechtsschrift und die Teilnahme an einer behördlichen Verhandlung 

abgegolten. Hiervon erfolgt ein Abschlag gemäss § 6 Abs. 1 AnwT von 

10 % aufgrund der nicht durchgeführten Verhandlung (= Fr. 2'970.00). Die 

zusätzlichen Eingaben vom 18. Januar 2022 rechtfertigen einen Zuschlag 

von 15 % (= Fr. 3'465.00, § 6 Abs. 3 AnwT). Zum Honorar hinzu kommen 

eine Spesenpauschale von 3 % sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer 

(MwSt.). Es ergibt sich damit eine Entschädigung von gerundet insgesamt 

Fr. 3'850.00 (inkl. Auslagen und MwSt.; vgl. § 8c AnwT). 

 

4.3.3. 

Die zuzusprechende, reine Stundenentschädigung (Honorar ohne Spesen-

pauschale und MwSt.) beträgt nach dem Dargelegten Fr. 3'465.00, was bei 

einem Stundenansatz von Fr. 180.00 einem Aufwand von 19.25 Stunden 

entspricht. Der von der Rechtsvertreterin geltend gemachte Aufwand be-

trägt hingegen 26.92 Stunden und liegt damit über dem pauschal Vorgese-

henen, weshalb auf die Kostennote, soweit wesentlich, kurz einzugehen ist 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_89/2017 vom 27. November 2017 

E. 2.2.1; 8C_98/2017 vom 27. Oktober 2017 E. 5.2). Ein geltend gemach-

ter Arbeitsaufwand von insgesamt 3 Stunden datiert aus dem Zeitraum vom 

Juni 2019 bis Juli 2020 und liegt somit über ein Jahr vor der Klageeinrei-

chung zurück. Dieser Aufwand steht offensichtlich in keinem direkten Zu-

sammenhang mit der eingereichten Klage und ist folglich zu streichen. Ein 

geltend gemachter Arbeitsaufwand von 2.50 Stunden für die Bearbeitung 

der Post, teils mit Weiterleitung an den Klienten, teils ohne, erscheint be-

sonders hoch, zumal für die Korrespondenz mit dem Klienten zusätzlich 

 - 9 - 

 

 

 

gerundet 1.20 Stunden aufgeführt werden. Dieser Aufwand korrespondiert 

nicht mit der Komplexität der Streitsache und stellt eine Überbetreuung des 

Klägers dar. Zudem macht die Vertreterin des Klägers einen Aufwand für 

Aktenstudium, Rechtsstudium und Redaktion der Klage von insgesamt 13 

Stunden geltend, was im vorliegenden Fall als überhöht erscheint, denn 

entgegen der Vertreterin des Klägers liegt kein ausserordentlich komplexer 

Sachverhalt vor. Vielmehr ist die von der Vertreterin des Klägers vorge-

brachte ablehnende Haltung der Beklagten 1 vor dem Prozess der Natur 

eines Klageverfahrens nach Art. 73 BVG inhärent. Es ist auch keine Be-

sonderheit, dass in derartigen Verfahren mehrere Vorsorgeeinrichtungen 

eingeklagt werden. Der von der Vertreterin vorgebrachte angebliche Mehr-

aufwand kann somit nicht nachvollzogen werden und ein ausserordentli-

cher Zuschlag erscheint vorliegend nicht gerechtfertigt. Rechtsprechungs-

gemäss hat es demnach mit der hiervor dargelegten Pauschale von 

Fr. 3'850.00 sein Bewenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_380/2014 

vom 30. September 2014 E. 3.1; § 7 AnwT). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte 1 verpflichtet, dem 

Kläger ab dem 1. Juli 2014 eine nach den gesetzlichen und reglementari-

schen Bestimmungen festzulegende Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 93 % nebst einem Verzugszins von 5 % ab dem 

29. Juli 2021 für die jeweils fälligen Rentenbetreffnisse auszurichten. Im 

Übrigen wird die Klage abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beklagte 1 wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des 

Klägers die Parteientschädigung in richterlich festgesetzter Höhe von 

Fr. 3'850.00 zu bezahlen. 

 

 
     

Zustellung an: 

den Kläger  (unentgeltliche Vertreterin; 2-fach)   

die Beklagte 1   

die Beklagte 2 (Vertreterin; 2-fach)   

die Beklagte 3   

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

  

 - 10 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 
   

Aarau, 2. Mai 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Gössi Güntert