# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1275b97-dbf9-5b25-b0b1-8e4d2015163d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 29.06.2021 HE210082
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HE210082_2021-06-29.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
Einzelgericht    
 

 

Geschäfts-Nr.: HE210082-O U/mk 

 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Stephan Mazan sowie der Gerichtsschreiber  

Jan Busslinger 

 

Urteil vom 29. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

1. A._____,   
2. Handelsregisteramt des Kantons Zürich,  
Gesuchsteller 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Gesuchsgegnerin 

 

betreffend Gesellschaft ohne Geschäftstätigkeit und ohne Aktiven 
 

- 2 - 

Sinngemässes Rechtsbegehren des Gesuchstellers 2: 
(act. 1) 

"Es sei gerichtlich über die Aufrechterhaltung der Eintragung der Ge-
suchsgegnerin zu entscheiden." 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Sachverhaltsüberblick 

1.1. Am 16. November 2020 meldete das Steueramt der Stadt Zürich dem Han-

delsregisteramt, dass aus dem Steuerbezugsverfahren gegen die Gesuchsgegne-

rin ein Verlustschein resultiert habe (act. 2/3). 

1.2. Am 19. November 2020 schrieb das Handelsregisteramt die Gesuchsgegne-

rin an und verwies dabei auf Art. 938a Abs. 1 aOR und Art. 155 Abs. 1 aHRegV 

(act. 2/5). Gemäss diesen Bestimmungen kann eine Gesellschaft, welche keine 

Geschäftstätigkeit aufweist und über keine verwertbare Aktiven verfügt, von Am-

tes gelöscht werden. 

1.3. Nachdem sich die Gesuchsgegnerin zu diesem Schreiben nicht äusserte, 

ordnete das Amt gestützt auf Art. 155 Abs. 2 aHRegV einen dreimaligen Rech-

nungsruf an. In der Publikation wurde festgehalten, sofern Gläubiger oder Gesell-

schafter ein Interesse an der Aufrechterhaltung der Gesellschaft geltend machen 

würden, werde die Angelegenheit gemäss Art. 938a Abs. 2 aOR dem Gericht 

überwiesen. In der Publikation wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nach 

erfolgter Geltendmachung eines Interesses den Gläubigern oder Gesellschaftern 

im gerichtlichen Verfahren Parteistellung zukommen werde und dass das gericht-

liche Verfahren mit Kosten zu ihren Lasten verbunden sein könne (act. 2/6). 

1.4. Mit Schreiben vom 1. April 2021 machte der Alleinaktionär der Gesuchsgeg-

nerin, A._____, ein Interesse geltend (act. 2/2). 

1.5. Mit Eingabe vom 17. Mai 2021 überwies das Handelsregisteramt die Ange-

legenheit in Anwendung von Art. 938a Abs. 2 aOR dem Handelsgericht, damit 

- 3 - 

dieses über die Aufrecherhaltung der Eintragung der Gesuchsgegnerin entschei-

de (act. 1).  

2. Prozessuales 

2.1. Mit Verfügung vom 19. Mai 2021 wurde A._____ als Gesuchsteller 1 und 

das Handelsregisteramt als Gesuchsteller 2 im Rubrum aufgeführt. Ferner wurde 

dem Gesuchsteller 1 in dieser Verfügung Frist angesetzt um klarzustellen, worin 

sein persönliches Interesse an der Aufrechterhaltung des Eintrages der Gesuchs-

gegnerin liege. Insbesondere wurde er aufgefordert, innert Frist darzutun, dass 

die Gesuchsgegnerin geschäftlich aktiv sei und/oder über Aktiven verfüge (act. 3, 

insbes. Dispositiv-Ziffer 2). 

2.2. Diese Verfügung konnte dem Gesuchsteller 1 nicht zugestellt werden. Viel-

mehr wurde die Sendung mit dem Vermerk "nicht abgeholt" zurückgeschickt 

(act. 4/1). Allerdings wurde die an die Gesuchsgegnerin gerichtete Sendung vom 

Gesuchsteller 1 entgegen genommen (act. 4/3). Es ist daher davon auszugehen, 

dass der Gesuchsteller 1 von der Verfügung vom 19. Mai 2021 Kenntnis erlangte. 

Obwohl die an den Gesuchsteller 1 adressierte Sendung mit dem Vermerk "nicht 

abgeholt" ans Gericht zurückgesandt wurde, ist von einer rechtswirksamen Zu-

stellung auszugehen. 

2.3. Die mit Verfügung vom 19. Mai 2021 angesetzte Frist verstrich, ohne dass 

sich der Gesuchsteller 1 vernehmen liess. Er ist daher säumig. Das Verfahren ist 

ohne die versäumte Handlung fortzusetzen und abzuschliessen, worauf der Ge-

suchsteller 1 hingewiesen wurde (Art. 147 ZPO, act. 3 S. 3 Dispositiv-Ziffer 2). 

Insbesondere erübrigt es sich angesichts der summarischen Natur des Verfah-

rens, dem säumigen Gesuchsteller 1 nach Art. 223 i.V.m. Art. 219 ZPO eine kurze 

Nachfrist anzusetzen (BGE 138 III 483 E. 3.2.4 [betreffend Rechtsöffnungsverfah-

ren]). 

3. Materielles 

3.1. Anwendbares Recht 

- 4 - 

Am 1. Januar 2021 ist die Änderung des Handelsregisterrechts vom 17. März 

2017 in Kraft getreten. Gemäss Art. 1 der ÜBest zu dieser Gesetzesnovelle sind 

die Art. 1-4 SchlT ZGB für die Bestimmung des anwendbaren Rechts massge-

bend. Der einschlägige Art. 1 Abs. 1 SchlT ZGB sieht vor, dass die rechtliche Wir-

kung von Tatsachen, die sich vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes ereignet 

haben, nach früherem Recht zu beurteilen ist. Als "Tatsache" im Sinn dieser Be-

stimmung ist die erwähnte Meldung des Steueramtes der Stadt Zürich vom 

16. November 2020 ans Handelsregisteramt zu sehen (vgl. oben, E. 1.1.). Im vor-

liegenden Fall ist damit das frühere, bis am 31. Dezember 2020 geltende Recht 

anwendbar. 

3.2. Gerichtliche Beurteilung 

Gemäss Art. 938a aOR kann der Handelsregisterführer eine Gesellschaft nach 

dreimaligem ergebnislosem Rechnungsruf löschen, wenn diese keine Geschäfts-

tätigkeit mehr aufweist und wenn sie keine verwertbaren Aktiven mehr hat 

(Abs. 1). Wenn ein Gesellschafter oder Gläubiger ein Interesse an der Aufrecht-

erhaltung der Eintragung geltend macht, entscheidet das Gericht (Abs. 2). Im vor-

liegenden Fall hat zwar ein Gesellschafter (der Gesuchsteller 1) ein Interesse an 

der Aufrechterhaltung der Gesellschaft geäussert, weshalb das Gericht zu ent-

scheiden hat. In der Folge hat der Gesuchsteller 1 jedoch trotz Aufforderung sei-

tens des Gerichtes keine Angaben zur Geschäftstätigkeit und zu den verwertba-

ren Aktiven der Gesellschaft gemacht. Es gibt daher keine Anhaltspunkte für eine 

Geschäftstätgkeit oder für das Vorliegen von verwertbaren Aktiven der Gesuchs-

gegnerin. Im Gegenteil ist dem von Amtes wegen eingeholten Auszug aus dem 

Betreibungsregister zu entnehmen, dass mehrere Verlustscheine (für öffentlich-

rechtliche Forderungen) ausgestellt werden mussten und dass mehrfach Konkur-

sandrohungen ergingen (act. 5). Dies lässt darauf schliessen, dass die Gesuchs-

gegnerin keine verwertbaren Aktiven hat. Die Gesuchsgegnerin kann daher nach 

unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. im Fall eines erfolglosen Weiter-

zugs gelöscht werden. 

- 5 - 

4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Gesuchsteller 1 kostenpflichtig 

(Art. 106 ZPO). Entschädigungen sind keine zuzusprechen. Die gerichtliche 

Streitwertschätzung (CHF 30'000 übersteigend, act. 3 S. 3) blieb unbestritten. 

Der Einzelrichter erkennt: 

1. Das Handelsregisteramt wird angewiesen, die Gesuchsgegnerin nach unbe-

nutztem Ablauf der Beschwerdefrist bzw. im Falle eines erfolglosen Weiter-

zuges zu löschen. 

2. Die Gerichtsgebühr von CHF 2'200 wird dem Gesuchsteller 1 auferlegt und 

aus dem geleisteten Kostenvorschuss bezogen. 

3. Entschädigungen werden keine zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

5. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt über CHF 30'000. 

 
Zürich, 29. Juni 2021 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

Einzelgericht 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Jan Busslinger 
 
 

- 6 - 

 
 

	Urteil vom 29. Juni 2021
	Sinngemässes Rechtsbegehren des Gesuchstellers 2: (act. 1)
	Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
	1. Sachverhaltsüberblick
	2. Prozessuales
	3. Materielles
	4. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Der Einzelrichter erkennt:
	1. Das Handelsregisteramt wird angewiesen, die Gesuchsgegnerin nach unbenutztem Ablauf der Beschwerdefrist bzw. im Falle eines erfolglosen Weiterzuges zu löschen.
	2. Die Gerichtsgebühr von CHF 2'200 wird dem Gesuchsteller 1 auferlegt und aus dem geleisteten Kostenvorschuss bezogen.
	3. Entschädigungen werden keine zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	5. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...