# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 385ec265-a226-5a62-894d-4e40b52db51f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2012 E-4484/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4484-2008_2012-02-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­4484/2008

U r t e i l   v om   1 4 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Richterin Emilia Antonioni,
Gerichtsschreiber Tobias Meyer.

Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, 
vertreten durch Claudia Zumtaugwald, Rechtsanwältin, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 3. Juni 
2008 / (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  Sri Lankas,  dessen Vater 
Singhalese war und dessen Mutter Tamilin  ist,  verliess sein Heimatland 
nach eigenen Angaben am 26. September 2006 und gelangte über Dubai 
und  Italien  am 2. Oktober  2006  in  die Schweiz, wo er  am gleichen Tag 
um  Asyl  ersuchte.  Am  10. Oktober  2010  wurde  er  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum Chiasso zur Person befragt und am 10. Januar 2007 
vom Amt für Migration des Kantons (…) zu seinen Asylgründen angehört.

Als Fluchtgründe machte er im Wesentlichen geltend, er habe in seinem 
Heimatort eine  (…) geführt und mehrmals Arbeiten  für die Special Task 
Force der Armee (STF) ausgeführt. Am 19. Mai 2005 sei er entführt und 
in einem Haus festgehalten worden. Die bewaffneten Entführer hätten ihn 
mit Händen und Stöcken geschlagen, so dass er nicht mehr habe laufen 
können.  Sie  hätten  gedroht,  seine  Familie  zu  töten,  wenn  er  weiterhin 
Arbeiten  für  die  STF  ausführe.  Am  nächsten  Tag  sei  er  freigelassen 
worden.  Bei  den  Entführern  habe  es  sich  wahrscheinlich  um  Tamilen 
gehandelt.  Aufgrund  der  während  der  Gefangenschaft  erlittenen 
Verletzungen  sei  er  vom  21.  bis  zum  26.  Mai  2005  zur  Pflege  (…)  im 
Spital gewesen. Im April 2006 habe er wieder begonnen, Arbeiten für die 
STF  auszuführen,  letztmals  habe  er  Anfang  Mai  2006  für  die  STF 
gearbeitet.  Nachdem  er  im  Juli  und  August  2006  zu  Hause  von 
bewaffneten Personen gesucht worden sei, habe er am 23. August 2006 
bei  der  Polizei  Anzeige  erstattet.  Die  Polizei  sei  zu  ihm  nach  Hause 
gekommen und habe ihm Hilfe zugesichert,  trotzdem habe er sein Haus 
am nächsten Tag verlassen und sich bei einem Onkel versteckt. Am 11. 
September 2006 seien vier bewaffnete Personen zu seiner Ehefrau und 
zu  seiner Mutter  gekommen und  hätten  diese  schwer  bedroht. Deshalb 
sei  er  am  15.  September  2006  zu  einem  ihm  persönlich  bekannten 
Parlamentarier gegangen und habe mit seinem Schwager seine Ausreise 
organisiert.  Seine  Ehefrau  habe  den  Vorfall  bei  der 
Menschenrechtskommission gemeldet. Am 26. September 2006 habe er 
Sri Lanka mit einem fremden Pass per Flugzeug verlassen und sei über 
Dubai und Italien in die Schweiz gelangt. 

B. 
Mit  Schreiben  vom  9. Mai  2008  gewährte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer Gelegenheit,  sich  zu  den Resultaten  einer Abklärung 
im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens der Tschechischen Republik  zu 

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äussern.  Diese  hätten  ergeben,  dass  er  am  31. August  2006  in  die 
Tschechische Republik eingereist und im Besitz eines auf seine Identität 
ausgestellten Reisepasses mit einem Besuchervisum gewesen sei. Dazu 
sei er am 14. Januar 2008 von der Kantonspolizei (…) befragt worden.

C. 
Mit  Schreiben  vom  26. Mai  2008  nahm  der  Beschwerdeführer  dazu 
Stellung  und  teilte  mit,  diverse  Angaben  gemäss  der  Befragung  vom 
14. Januar  2008  seien  nicht  zutreffend.  Dies  sei  in  erster  Linie  darauf 
zurückzuführen, dass sie sich  in einer Fremdsprache hätten unterhalten 
müssen. Bezüglich der Einreise in die Schweiz gab er an, bevor er in die 
Schweiz  eingereist  sei,  sei  er  für  ca.  20  Tage  in  einem  anderen  Land 
zurückbehalten  worden,  das  er  allerdings  nicht  kenne.  Zudem  sei  er 
"ziemlich  sicher"  über  Italien  eingereist.  Zu  seinem  Pass  und  dem 
Besuchervisum äusserte er sich nicht.

D. 
Mit Verfügung vom 3. Juni 2008 – eröffnet am 6. Juni 2008 – stellte das 
BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
und  lehnte  sein Asylgesuch  ab. Gleichzeitig wies  ihn  das BFM aus  der 
Schweiz  weg  und  beauftragte  den  Kanton  (…)  mit  dem  Vollzug  der 
Wegweisung.

E. 
Mit Eingabe vom 4. Juli 2007 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer 
gegen  die  Verfügung  des  BFM  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Antrag,  die  Verfügung  sei 
aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu 
gewähren.  Eventuell  sei  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren. 
Zudem beantragte er die Einholung eines medizinischen Gutachtens zur 
Frage,  ob  er  an  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung  leide.  In 
prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  11. Juli  2008  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Prozessführung  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung 
eines  Kostenvorschusses.  Der  Beschwerdeführer  wurde  aufgefordert, 
das in der Beschwerdeschrift  in Aussicht gestellte Beweismittel aus dem 
Heimatland  sowie  die  Entbindungserklärung  und  den  ärztlichen  Bericht 

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der  behandelnden  Ärztin  innert  30  Tagen  dem  Gericht  nachzureichen. 
Gleichzeitig  teilte das Gericht mit, über das Gesuch um Einholung eines 
ärztlichen Gutachtens werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden.

G. 
Mit  Eingabe  vom  4. August  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  ein 
ärztliches  Zeugnis  der  behandelnden  Ärztin  ein  und  beantragte  die 
Anordnung  einer  psychiatrische  Begutachtung.  Mit  Eingabe  vom 
11. August  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  das  angekündigte 
Beweismittel  und  eine  Entbindungserklärung  der  behandelnden  Ärztin 
ein.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  25. August  2008  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  BFM  zur  Vernehmlassung  ein.  Am 
10. September  2008  nahm es  zur Beschwerde Stellung  und  beantragte 
deren  Abweisung.  Die  Stellungnahme  des  BFM  wurde  dem 
Beschwerdeführer mit  Zwischenverfügung  vom 12. September  2008  zur 
Kenntnisnahme  und  zur  Stellungnahme  zugestellt.  Innert  verlängerter 
Frist  nahm  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  16. Oktober  2008 
Stellung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in der Regel – wie 
auch  vorliegend  –  endgültig  (vgl.  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]; Art. 105 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]).  Der 
Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerdeführung 
legitimiert  (Art.  48  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde (Art. 52 VwVG und Art. 108 Abs. 1 AsylG) ist einzutreten.

2. 
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und 

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Überschreitung  des  Ermessens,  auf  unrichtige  und  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  auf 
Unangemessenheit hin (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1. Die  Vorinstanz  hält  zur  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung 
fest,  der  Beschwerdeführer  habe  gegenüber  den  schweizerischen 
Asylbehörden  wahrheitswidrige  Angaben  gemacht.  So  habe  er 
ausgesagt, er sei am 26. September 2006 mit einem fremden Reisepass, 
ausgestellt auf die Identität eines Moslems, aus Sri Lanka ausgereist. Im 
Zusammenhang  mit  einem  Rechtshilfeersuchen  der  tschechischen 
Behörden  habe  sich  jedoch  herausgestellt,  dass  der  Beschwerdeführer 
bereits am 31. August 2006 mit seinem eigenen Reisepass auf normalem 
Weg  und  behördlich  kontrolliert  aus  dem  Heimatland  ausgereist  sei. 
Angesichts  der  tatsachenwidrigen  Aussagen  bestünden  erhebliche 
Zweifel  an  der  Begründetheit  des  Asylgesuches.  Hinzu  kämen  weitere 
Ungereimtheiten.  Nach  Aussagen  des  Beschwerdeführers  habe  sich 
seine Ehefrau an die sri­lankische Menschenrechtskommission gewandt, 
nachdem er  von  vier  Bewaffneten  zu Hause  aufgesucht worden  sei.  Er 
selber  habe  sich  zunächst  bei  einem  Onkel  der  Ehefrau,  ab 
15. September  2006  bei  einem  Parlamentsabgeordneten  aufgehalten. 
Diese  Vorbringen  könnten  indes  ebenfalls  nicht  den  Tatsachen 
entsprechen.  Das  Schreiben  der  Menschenrechtskommission  datiere 
vom  20. September  2006,  mithin  zu  einem  Zeitpunkt,  als  der 
Beschwerdeführer sich schon längst im Ausland befunden habe, weshalb 
dem  Schreiben  kein  genügender  Beweiswert  zukomme.  Aus  dem 
gleichen  Grund  sei  auch  der  Aufenthalt  beim  Parlamentsabgeordneten 
tatsachenwidrig. 

Die  Vorinstanz  erachtet  auch  die  geltend  gemachten 
Verfolgungshandlungen  als  unglaubhaft.  Der  Beschwerdeführer  bringe 
vor, unbekannte Tamilen hätten ihn zu Hause aufgesucht, weil er als (…) 
Aufträge  für  die  Special  Task  Force  (STF)  der  Armee  erledigt  habe. 
Anlässlich der Befragung zur Person habe er zu Protokoll gegeben, seine 
Frau habe den Unbekannten gesagt, dass er in der (…) sei. Dorthin seien 
sie  nicht  gekommen.  Die  Vorinstanz  wertet  dieses  Vorbringen  als 
realitätsfremd. Wenn  es  wirklich  der  Absicht  der  Verfolger  entsprochen 
hätte, ihn anzutreffen, dann wäre zu erwarten gewesen, dass sie ihn auch 
in der  (…) gesucht hätten. Ferner sei es nicht nachvollziehbar, dass die 
unbekannten Verfolger ihn im Juli/August 2006 gesucht haben sollen, um 

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ihn davon abzuhalten, Arbeiten  für die STF zu erledigen, wenn er – wie 
vorgebracht  –  letztmals  anfangs  Mai  2006  solche  Arbeiten  ausgeführt 
habe.  Der  eingereichte  Polizeirapport  erwähne  zwar  die  fraglichen 
Ereignisse,  doch  sei  dies  noch  kein  Beleg  dafür,  dass  sich  der  zur 
Anzeige gebrachte Vorfall auch tatsächlich ereignet habe. 

Die  Vorinstanz  kommt  in  rechtlicher  Hinsicht  zum  Schluss,  die  geltend 
gemachten  Verfolgungshandlungen  stellten  Übergriffe  durch  Dritte  dar. 
Diese  seien  im  vorliegenden Fall  nicht  asylrelevant, weil  die Polizei  auf 
die Anzeige des Beschwerdeführers offensichtlich  reagiert habe, zu  ihm 
nach  Hause  gekommen  sei  und  ihm  ihre  Hilfe  zugesichert  habe.  Dies 
zeige,  dass  die  staatlichen  Behörden  gewillt  seien,  Unrechtstaten  zu 
verhindern und Schutz zu gewähren.

3.2.  Der  Beschwerdeführer  entgegnet  in  seiner  Beschwerde,  die 
Widersprüche  bezüglich  Reiseweg  und  Ausreisedatum  seien 
unwesentlich. Er habe die Durchreise durch Tschechien auf Anraten der 
Schlepper  verschwiegen.  Zudem  habe  er  einen  (…),  weshalb  es 
bezüglich  der  Reiseroute  –  eventuell  auch  aufgrund  der  Übersetzung – 
wohl  zu Fehlern  und Missverständnissen  gekommen  sei. Die Tatsache, 
dass  seine  Ehefrau  erst  nach  seiner  Ausreise  zur 
Menschenrechtskommission  gegangen  sei,  falle  nicht  widersprüchlich 
aus, sondern sei substantiiert und stütze seine Vorbringen. Der Umstand, 
dass  ihn  die  Verfolger  nicht  in  seiner  (…)  gesucht  hätten,  sei  damit  zu 
erklären,  dass  sie  angenommen  hätten,  die  Ehefrau  würde  ihren Mann 
sofort  warnen.  Da  es  viele  Splittergruppen  gebe,  deren  Zugehörigkeit 
nicht immer eindeutig sei, habe er mit Behelligungen auch noch rechnen 
müssen, nachdem er nicht mehr für die STF gearbeitet habe. Die Anzeige 
bei der Polizei sei ein gewichtiges Indiz für die Richtigkeit der Ereignisse. 
Aufgrund  der  in  Sri Lanka  "grassierenden  Straffreiheit"  habe  es  der 
Beschwerdeführer als richtig erachtet, seine Flucht anzutreten. 

3.3.  Die  Vorinstanz  weist  in  ihrer  Vernehmlassung  darauf  hin,  dass 
Dokumente  wie  die  eingereichte  Vorladung  der  TMVP  in  Sri Lanka 
einfach  zu  beschaffen  seien.  Im  vorliegenden  Fall  sprächen  zudem 
inhaltliche Ungereimtheiten gegen die Authentizität des Dokumentes. So 
seien  die  beiden  auf  dem  Brief  angebrachten  Daten  unterschiedlich 
dargestellt,  was  zumindest  unüblich  sei.  Höchst  aussergewöhnlich 
erscheine der Wortlaut unter der Rubrik "Bemerkungen". Zudem sei nicht 
nachzuvollziehen weshalb der Brief nicht schon früher eingereicht worden 
sei.  Schliesslich  erscheine  es  fern  der  Realität,  dass  die  Familie  des 

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Beschwerdeführers  heute  verfolgt  sein  sollte,  nachdem  er  das  Land 
bereits  vor  zwei  Jahren  verlassen  habe  –  dies  sofern  die  Vorladung 
überhaupt einen Bezug zum Beschwerdeführer aufweise.

Bezüglich der zu den Akten gereichten Arztberichte stellte die Vorinstanz 
fest,  die  diagnostizierten  medizinischen  Probleme  –  (…),  psychische 
Beeinträchtigung und Folgen einer Fraktur (…) – seien keine zwingenden 
Beweise  für  erlittene  Verfolgungsmassnahmen.  Aus  den  Akten  gehe 
zudem  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  regelmässig  einer  Arbeit 
nachgehe, was auf einen stabilen Gesundheitszustand schliessen lasse.

3.4. Der Beschwerdeführer entgegnete  in seiner Replik vom 16. Oktober 
2008, seine Ehefrau habe die Drohung in der Vorladung der TMVP ernst 
genommen,  habe  deshalb  ihr  Haus  verlassen  und  sei  zu  ihrem  Bruder 
geflohen.  Im  Gesamtzusammenhang  der  Verfolgungsgeschichte  stelle 
das Dokument einen relevanten Wert dar, zumal sich die Ehefrau an die 
Menschenrechtskommission  gewandt  habe.  Bei  den  unterschiedlichen 
Daten handle es sich um einfache Schreibfehler. Die Ehefrau habe den 
Beschwerdeführer  zwar  unverzüglich  über  den  Erhalt  des  Briefes 
informiert,  diesen  aber  nicht  sofort  abgeschickt,  da  sie 
verständlicherweise zuerst ihre Kinder in Sicherheit habe bringen wollen.

Bezüglich der medizinischen Probleme führte der Beschwerdeführer aus, 
die  behandelnde  Ärztin  habe  eine  begründete  Befürchtung  geäussert, 
dass  diese  Verletzungen  eine  Konsequenz  der  in  den  Kriegswirren 
erlittenen  psychischen  und  physischen  Traumen  sind  und  eine 
Begutachtung  empfohlen.  Einer  Arbeit  gehe  er  nach,  damit  er  finanziell 
auskomme, obwohl er deutlich unterbezahlt sei und nach mehrstündigem 
Stehen Schmerzen habe.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

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4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 

5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  die  Anforderungen  an  das 
Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem jüngeren Entscheid dargelegt 
und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. 
statt vieler BGVE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

5.2.  Die  Vorinstanz  hat  das  Beweismass  des  Glaubhaftmachens  nicht 
verkannt.  Sie  hat  die  Aussagen  und  Beweismittel  zur  Flucht  einer 
sorgfältigen  Beweiswürdigung  unterzogen  und  einlässlich  begründet, 
weshalb  die  Aussagen  widersprüchlich,  tatsachenwidrig  und  damit 
unglaubhaft  sind.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  lassen  die 
vorinstanzliche  Beweiswürdigung  in  keinem  anderen  Licht  erscheinen, 
soweit er sich damit überhaupt in sachbezogener Weise auseinandersetzt 
(Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­36/2008  vom  30.  November 
2011, E. 5.1). 

5.2.1. Es  ist  nicht  auszuschliessen,  dass  der  Beschwerdeführer  im Mai 
2005 aufgrund seiner Arbeiten für die STF Verfolgungshandlungen durch 
Personen erlitt, die der LTTE nahe standen. Eine andauernde Verfolgung 
bis  zu  seiner  angeblichen  Ausreise  aus  Sri Lanka  im  September  2006 
vermag er allerdings nicht glaubhaft zu machen.

5.2.2.  Entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  sind  seine 
Aussagen  zum  Datum  der  Ausreise  aus  Sri Lanka  und  zum  Reiseweg 
sehr wohl relevant, nämlich insoweit, als sie Rückschlüsse auf die geltend 
gemachten  Fluchtgründe  und  die  Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers  erlauben.  Die  Vorinstanz  hat  zu  Recht  festgestellt, 
dass der Beschwerdeführer zum äusseren Sachverhalt der Flucht  in der 
kantonalen Anhörung offensichtlich die Unwahrheit ausgesagt hat. Dass 
die  Schlepper  dem  Beschwerdeführer  geraten  hätten,  er  solle  seine 
Reiseroute verheimlichen, vermag daran nichts zu ändern. Die Tatsache, 

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dass  er  –  im  Widerspruch  zu  seiner  ursprünglichen  Aussage  –  mit 
eigenem Reisepass und einem Visum für die Tschechische Republik aus 
Sri Lanka  ordentlich  ausgereist  und  bereits  am  31. August  2006  in  die 
Tschechische Republik  eingereist  ist,  wollte  er  in  seiner  Stellungnahme 
vom  26. Mai  2008  an  die  Vorinstanz  denn  auch  nicht  weiter  in  Frage 
stellen (BFM­Akten, A16/3). Ferner ist erstellt, dass sein Aufenthalt beim 
sri­lankischen  Parlamentarier  im  September  2006  ebenfalls  nicht  der 
Wahrheit  entsprechen  kann.  Der  Beschwerdeführer  hatte  diesen 
Aufenthalt in der kantonalen Anhörung spezifisch auf den 15. September 
2006  datiert  und  zu  anderen  Daten  in  Beziehung  gesetzt  (BFM­A9/25, 
S. 12 f.), weshalb entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers von 
einem  blossen  Versehen  oder  einem  Missverständnis  aufgrund 
sprachlicher  Verständigungsschwierigkeiten  nicht  die  Rede  sein  kann. 
Die  Vorinstanz  hat  damit  zu  Recht  festgestellt,  dass  der 
Beschwerdeführer  tatsachenwidrige  Aussagen  gemacht  hat,  was  seine 
persönliche  Glaubwürdigkeit  schwächt  und  Zweifel  an  seinen  weiteren 
Aussagen weckt.

5.2.3.  Auch  die  übrigen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  der 
Beschwerdeschrift  vermögen  an  der  Beweiswürdigung  der  Vorinstanz 
nichts  zu  ändern.  Dem  Bestätigungsschreiben  der 
Menschenrechtskommission  in  Sri Lanka  kommt,  wie  die  Vorinstanz  zu 
Recht ausführt, nur ein sehr beschränkter Beweiswert zu, da es nicht die 
Wahrheit  der  Aussagen  bestätigt,  sondern  lediglich,  dass  eine 
entsprechende  Beschwerde  gemacht  wurde.  Das  Schreiben  ist  zudem 
äusserst  oberflächlich  und  substantiiert  mit  keinem  Wort,  welchen 
Verfolgungshandlungen  der  Beschwerdeführer  und  seine  Ehefrau 
angeblich  ausgesetzt  waren.  Ähnliches  gilt  für  den  eingereichten 
Informationsheftauszug  des  lokalen  Polizeipostens,  der  lediglich  den 
Eingang  einer  Anzeige  bestätigt,  nicht  jedoch  die  Wahrheit  der 
gemachten  Aussagen.  Beim  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  die 
Verfolger  hätten  ihn  am  18. August  2006  lediglich  zu  Hause  und  nicht 
auch in der (…) gesucht, weil sie angenommen hätten, die Frau habe ihn 
vorgewarnt,  handelt  es  sich  um eine  reine Vermutung,  die  durch  nichts 
belegt und unplausibel ist.

5.2.4.  Der  Beschwerdeführer  reichte  nachträglich  als  Beweis  für  eine 
aktuelle  Verfolgungsgefahr  einen  Brief  der  Tamil  Peoples  Liberation 
Tigers (TMVP) mit Übersetzung ein, der an seine Ehefrau adressiert  ist. 
Das  Dokument  datiert  vom  15. Mai  2008  und  wurde  gemäss  ebenfalls 
eingereichtem  Briefumschlag  von  der  Ehefrau  per  Post  in  die  Schweiz 

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geschickt.  Die  Ehefrau  wird  darin  aufgefordert,  am  nächsten  Tag  zu 
einem Termin zu erscheinen, um einige wichtigen Sachen zu diskutieren. 
Der  Brief  trägt  den  Briefkopf  der  TMVP,  ist  vom  "Politischzuständigen" 
unterzeichnet  und  enthält  am  Ende  folgende  Bemerkung:  "Bringen  Sie 
diesen Brief mit. Wenn Sie nicht erscheinen, bringen wir Sie um. Danke".

Der Brief ist offensichtlich gefälscht und als Beweismittel untauglich, eine 
aktuelle  Verfolgungsgefahr  für  die  Familie  des  Beschwerdeführers 
glaubhaft  zu  machen.  Wie  die  Vorinstanz  im  Rahmen  der 
Vernehmlassung  zutreffend  ausführt,  ist  es  zunächst  nicht 
nachvollziehbar,  dass  die  zurückgebliebene  Familie  während  zweier 
Jahre  keinerlei Bedrohung ausgesetzt war  (August  2006 bis Mai  2008), 
sich  dann  aber  durch  den Brief  derart  stark  bedroht  fühlte,  dass  sie  ihr 
Zuhause  verlassen musste,  um  sich  in  Sicherheit  zu  bringen. Der  Brief 
weist  sodann  die  Auffälligkeit  auf,  dass  er  zum  Datum  zwei 
handschriftliche  Angaben  enthält,  die  jeweils  in  unterschiedlichem 
(Schrift­)Format angebracht wurden. Schliesslich lässt die Bemerkung im 
Brief, wonach Nichterscheinen die Todesfolge nach sich zieht, um dann 
mit einem Danke zu enden, keinen anderen Schluss zu, als es sich um 
eine  Fälschung  handeln  muss.  Bei  dieser  Sachlage  kann  auf  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  die  sich  auf  den  Brief  abstützen, 
nicht  abgestellt  werden  (Art.  7  Abs.  3  AsylG  am  Ende).  Der 
Beschwerdeführer  vermag  somit  nicht  glaubhaft  zu  machen,  bei  einer 
Rückkehr nach Sri Lanka Verfolgungshandlungen von Seiten  tamilischer 
paramilitärischer Gruppen ausgesetzt zu sein.

5.2.5. Der  Beschwerdeführer  beantragt  schliesslich  die  Einholung  eines 
medizinischen Gutachtens  zur  Frage,  ob  er  an  einer  posttraumatischen 
Belastungsstörung  leide.  Er  verweist  dazu  auf  die  Empfehlung  seiner 
Hausärztin.  Davon  abgesehen  findet  die  Annahme,  dass  er  an  einer 
Belastungsstörung  leidet,  keine  Stütze  in  den  Akten.  Der  Antrag  auf 
Einholung  eines  Gutachtens  kann  jedoch  in  antizipierter 
Beweiswürdigung abgelehnt werden. Selbst wenn der Beschwerdeführer 
unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden würde, würde es 
an  einem  sachlichen  und  zeitlichen  Zusammenhang  zwischen  der 
(angeblich)  erlebten  Verfolgung  und  der  Flucht  fehlen.  Entsprechend 
kann  der  Beschwerdeführer  aus  den  (angeblich)  2005  erlittenen 
Verfolgungshandlungen  in  keinem  Fall  eine  asylrelevante 
Verfolgungsfurcht  zum  Zeitpunkt  der  Ausreise  geltend  machen  (vgl. 
BVGE 2009/51 E. 4.2.5).

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6. 

6.1.  Nach  der  Rechtsprechung  und  Lehre  erfüllt  eine  asylsuchende 
Person  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von  Art.  3  AsylG,  wenn  sie 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat,  die  ihr  gezielt  und 
aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  zugefügt  worden  sind,  oder 
wenn sie mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und  in absehbarer Zukunft 
solche  Nachteile  befürchten  muss.  Die  erlittene  Verfolgung  oder  die 
begründete Furcht vor künftiger Verfolgung muss nicht nur sachlich und 
zeitlich  kausal  für  die  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat, 
sondern auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein. Dies hat 
insbesondere  die  Bedeutung,  dass  Veränderungen  der  objektiven 
Situation  im  Heimatland  im  Zeitraum  zwischen  Ausreise  und 
Asylentscheid  zugunsten  und  zulasten  der  asylsuchenden  Person  zu 
berücksichtigen  sind  (vgl.  BVGE  2008/34  E. 7.1;  BVGE  2007/31  5.3,  je 
mit Hinweisen).

6.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im  zur  Publikation 
vorgesehenen  Urteil  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  eine 
umfassende Analyse der aktuellen Situation in Sri Lanka vor. Danach hat 
sich seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri­lankischen 
Armee und den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) im Mai 2009 die 
Lage  in  Sri Lanka  erheblich  verbessert.  Die  LTTE  gelten  als  militärisch 
vernichtet. Die Sicherheitslage hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert 
(E. 7.6  des  erwähnten  Urteils).  Nach  dieser  Situationsanalyse  ist 
grundsätzlich davon auszugehen, dass die LTTE und ihre Splittergruppen 
heute nicht mehr  in der Lage sind, Personen wie den Beschwerdeführer 
zu  verfolgen,  die mit  den  Sicherheitskräften  kooperierten.  Damit  ist  der 
Beschwerdeführer  zum  aktuellen  Zeitpunkt  bei  einer  Rückkehr  nach 
Sri Lanka  keiner  Verfolgungsgefahr  von  Seiten  der  LTTE  und  ihrer 
Splittergruppen ausgesetzt.

6.3. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, er sei seit 2000 Aktivist 
und  Sympathisant  der  [Oppositionspartei]  in  Sri Lanka.  Dazu  ist 
festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Befragung  zur  Person 
zwar angab, er sei seit 2000 Mitglied der [Oppositionspartei] (BFM­Akten, 
A1/8,  S. 5),  in  der  kantonalen  Befragung  jedoch  präzisierte,  er  sei  kein 
eingetragenes  Mitglied  der  Partei,  sondern  habe  lediglich  mit  ihr 
sympathisiert  (BFM­Akten,  A9/25,  S. 13 f.).  Damit  vermag  der 
Beschwerdeführer  jedoch  keine  aktuelle  Verfolgungsgefahr  aufgrund 
politischer Motive glaubhaft zu machen. Er substantiiert  in keiner Weise, 

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inwiefern er für die [Oppositionspartei] tätig gewesen sei und ihm daraus 
eine begründete Furcht vor Verfolgung drohen soll. Zur Begründung führt 
er einzig an, er habe einen Parlamentsabgeordneten unterstützt, der ihm 
bei der Flucht geholfen habe, was  indes – wie oben dargelegt  (E. 5.2) – 
nicht  glaubhaft  ist.  Daran  ändert  auch  das  bereits  vor  Vorinstanz 
eingereichte  Schreiben  des  Parlamentariers  nichts,  zumal  es  sehr 
allgemein  abgefasst  und  Züge  eines  Gefälligkeitsschreibens  hat.  Eine 
aktuelle Verfolgungsgefahr aufgrund politischer Tätigkeit lässt sich daraus 
jedenfalls nicht ableiten.

7. 
Nach dem Gesagten  ist  festzustellen, dass der Beschwerdeführer heute 
bei  einer Rückkehr  nach Sri Lanka  keiner  flüchtlingsrechtlich  relevanten 
Verfolgungsgefahr  ausgesetzt  ist.  Die  Vorinstanz  hat  demnach  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  verneint  und 
sein Asylgesuch abgewiesen.

8. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen, weshalb  die Wegweisung  zu Recht  angeordnet 
wurde.

9. 

9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

9.2.  Nach  Art.  83  Abs.  3  AuG  ist  der  Vollzug  nicht  zulässig,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen. So darf keine Person in irgendeiner Form zur 
Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder 
ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder 

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in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu 
werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101), 
Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und 
andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder 
Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

Die  Vorinstanz weist  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf 
hin,  dass  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  nur 
Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  der 
Beschwerdeführer  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nicht 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen  vermag,  kann  der  in  Art. 33 
Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung 
im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Sodann  ergeben 
sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den 
Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  im  Fall  einer  Ausschaffung  in  den 
Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3 
EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt 
wäre. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung im Sinne der 
asyl­ und völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3. Nach Art. 83 Abs. 4 AuG  kann  der Vollzug  für Ausländerinnen  und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  einem  zur  Publikation 
vorgesehenen  Urteil  erkannt,  dass  sich  die  Menschenrechts­  und 
Sicherheitslage in Sri Lanka wesentlich verbessert hat (E­6220/2006 vom 
27. Oktober  2011,  E. 12).  Allerdings  präsentiert  sich  die  Lage  nicht  in 
allen  Landesteilen  gleich. Es muss  unterschieden werden  zwischen  der 
Ostprovinz,  in  die  der  Wegweisungsvollzug  grundsätzlich  zumutbar  ist, 
und  zwei  verschiedenen Gebieten  innerhalb der Nordprovinz,  in die der 
Wegweisungsvollzug  nicht  oder  nur  unter  bestimmten Voraussetzungen 

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zumutbar  ist. Die Rückkehr  in alle anderen Landesteile,  insbesondere  in 
den  Grossraum  Colombo,  ist  grundsätzlich  zumutbar  (E­6220/2006, 
a.a.O., E. 13).

Die  Vorinstanz  nimmt  zutreffend  an,  dass  dem  Beschwerdeführer  eine 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka,  insbesondere  in  den  Grossraum  Colombo, 
zumutbar  ist.  Im  Übrigen  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
nach  eigenen  Angaben  aus  B._______  stammt,  das  im  Distrikt 
C._______  in der Ostprovinz  liegt, und dort auch über ein soziales Netz 
verfügt. So wohnen seine Ehefrau und die beiden gemeinsamen Kinder, 
ebenso  wie  drei  Brüder  und  eine  Schwester  des  Beschwerdeführers  in 
B._______. Aufgrund seiner Arbeitserfahrung sollte es ihm auch möglich 
sein, wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Eine Rückkehr  in dem 
Heimatstaat  ist  damit  zumutbar.  Die  gesundheitlichen  Probleme  des 
Beschwerdeführers  (…)  ändern  nichts  daran,  dass  sich  der 
Wegweisungsvollzug als zumutbar erweist.

9.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

9.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

10. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist abzuweisen.

11. 
Bei  diesem Verfahrensausgang  hätte  der  Beschwerdeführer  die  Kosten 
des  vorliegenden  Verfahrens  zu  tragen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Mit 
Zwischenverfügung vom 11. Juli 2008 hat das Bundesverwaltungsgericht 
dem  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 

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stattgegeben,  weshalb  der  Beschwerdeführer  von  der  Bezahlung  der 
Verfahrenskosten befreit ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Willisegger Tobias Meyer

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