# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7df7437-af95-5ba9-b5ac-5bce387bfa97
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.04.2013 IV 2012/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-18_2013-04-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.04.2013

Entscheiddatum: 18.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 18.04.2013
Art. 28 IVG. Invalidenrente. Es kann auf das polydisziplinäre Gutachten 
(orthopädisch/psychiatrisch) abgestellt werden. Indessen ist beim 
Einkommensvergleich ein höheres Valideneinkommen und ein - im 
Beschwerdeverfahren zugestandener - Leidensabzug von 10 % zu 
berücksichtigen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St.Gallen vom 18. April 2013, IV 2012/18).

Versicherungsrichterin Marie Löhrer (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber,

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Jürg Schutzbach

 

Entscheid vom 18. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hans Henzen, Eisenbahnstrasse 41, Postfach 

161, 9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rente

 

Sachverhalt:

A.       

A.a   A.___ meldete sich am 12. Mai 2006 wegen sturzbedingter Fuss- und 

Kniebeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Rente [act. 

G 4.1/3]). Ein vom Unfallversicherer veranlasstes MEDAS-Gutachten vom 2. Juli 2008 

kam zum Schluss, dass ein chronisches Schmerzsyndrom am rechten Sprunggelenk 

mit Supinationstrauma 07/2003 (richtig: 06/2003), Bandplastik 08/2003 und 

beginnender Arthrose des oberen und unteren Sprunggelenks, ein chronisches 

Schmerzsyndrom am linken Kniegelenk bei Status nach Arthroskopie 07/2005 und 

04/2006 mit Diagnose einer Chondropathie Grad II - III medial und femoro-patellär und 

einer Gonarthrose sowie eine Chondrokalzinose des medialen Meniskus am rechten 

Kniegelenk vorliegt. Ausserdem diagnostizierten die Gutachter ein chronisches 

weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom cervikocephal und -brachial sowie eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Die frühere Tätigkeit (als Geschäftsführerin 

und Bedienung in einer Bar) mit regelmässigem Treppensteigen sowie dauerndem 

Stehen und Gehen sei nicht mehr zumutbar. Vorwiegend sitzende, vereinzelt auch 

stehende und gehende Tätigkeiten ohne regelmässiges Treppensteigen und ohne 

Heben und Tragen von Lasten über ca. 10 kg seien ganztags zumutbar. Dabei bestehe 

auf Grund der degenerativen Veränderungen an den beiden Gelenken und der 

multiplen weichteilrheumatischen und funktionellen Beschwerden eine 

Leistungsminderung von 20 %. Der psychiatrische Konsiliargutachter, B.___, 

Eidgenössischer Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, verneinte eine 

unfallbedingte Auswirkung der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auf die 

Arbeitsfähigkeit, da die psychische Erkrankung unfallfremd sei (act. G 4.2/Gutachten 

S. 16, Konsilium vom 9. Mai 2008 S. 11).

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A.b   Gestützt auf dieses Gutachten wies die IV-Stelle St. Gallen das Gesuch mit 

Verfügung vom 30. April 2009 ab, da der Invaliditätsgrad bei einem Valideneinkommen 

von Fr. 60'000.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 39'427.-- nur 34 % betrage 

(act. G 4.1/57). Die in der Folge dagegen erhobene Beschwerde vom 27. Mai 2009 

hiess das hiesige Versicherungsgericht am 6. Mai 2010 teilweise gut, da sich der 

psychiatrische Gutachter nur zur unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit geäussert habe, 

und ordnete eine umfassende psychiatrische Abklärung durch B.___ sowie eine 

erneute Konsensbeurteilung der Restleistungsfähigkeit an. Zudem bemerkte es, es 

bestünden keine Anhaltspunkte, von dem von der Unfallversicherung verwendeten 

Valideneinkommen von Fr. 62'308.20 abzuweichen (act. G 4.1/61 und 68.8 ff.).

A.c   Die IV-Stelle St. Gallen ordnete in der Folge eine interdisziplinäre 

Gesamtbeurteilung durch die MEDAS Ostschweiz an. Diese erfolgte am 7. und 

9. Februar 2011. Im psychiatrischen Konsiliargutachten vom 21. Februar 2011 

diagnostizierte B.___ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.1) mit 

ungünstiger Prognose. Es gebe keine Hinweise auf eine ausnahmsweise 

anzunehmende Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines 

Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess, womit aus psychiatrischer Sicht von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen sei. Die 

Konsensschätzung ergab - bei weitgehend unveränderten bildgebenden Befunden - 

keine neuen Erkenntnisse. Im Hauptgutachten wird kein neuer Arbeitsfähigkeitsgrad 

genannt (act. G 4.1/74.21).

A.d   Der RAD Ostschweiz ging deshalb weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % 

in einer im Wesentlichen gleich definierten adaptierten Tätigkeit aus (act. G 4.1/75.1). 

Die IV-Stelle St. Gallen gelangte mit Feststellung vom 11. Oktober 2011 wiederum zum 

Schluss, der Invaliditätsgrad betrage 34 %, und wies dementsprechend das 

Leistungsbegehren mit Verfügung vom 28. Dezember 2011 erneut ab (act. G 4.1/80 

und 84).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 18. Januar 

2012 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der 

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Beschwerdeführerin sei sodann eine Viertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei die 

Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen und zum Erlass einer neuen 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Der psychiatrische Gutachter 

stelle lediglich lapidar fest, dass die sogenannten Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien. 

Er liefere aber keine konkreten Befunde, wie er zu diesen Feststellungen komme. Es 

könne nicht nachvollzogen werden, weshalb etwa keine mitwirkende, psychisch 

ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und 

Dauer bestehe. Dies hätte fundiert begründet werden müssen. Dies gelte auch 

bezüglich der Feststellung, dass keine chronische körperliche Begleiterkrankung mit 

mehrjährigem Krankheitsverlauf vorliege. So sei z. B. aktenkundig, dass die 

Beschwerdeführerin (schon zum Zeitpunkt des ersten Gerichtsverfahrens) während 

rund 5 ½ Jahren - ärztlich attestiert - arbeitsunfähig gewesen sei. Gemäss Urteil des 

Versicherungsgerichts sei sodann von einem Valideneinkommen von Fr. 62'300.-- 

auszugehen. Das Invalideneinkommen von Fr. 49'284.-- sei grundsätzlich nicht zu 

beanstanden. Indessen sei ein Leidensabzug von mindestens 20 % vorzunehmen. 

Somit resultiere ein Invaliditätsgrad von 49,37 %, weshalb die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf eine Viertelsrente habe (act. G 1).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 19. März 2012 beantragt die Verwaltung Abweisung 

der Beschwerde. Die MEDAS-Stellen repräsentierten weitgehend den medizinischen 

Sachverstand in der Schweiz, der zur interdisziplinären Begutachtung zur Verfügung 

stehe. Die Beschwerdeführerin sei am 7. und 9. Februar 2011 umfassend 

polydisziplinär untersucht worden, wobei ein psychiatrisches Konsilium durchgeführt 

worden sei. Als einzige psychiatrische Diagnose habe die MEDAS der 

Beschwerdeführerin eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung attestiert. Eine 

solche Diagnose allein schränke nur dann die Arbeitsfähigkeit ein, wenn eine 

zusätzliche psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer 

vorliege. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Auch seien die Foerster-Kriterien nicht 

erfüllt, zumal ein chronifizierter Krankheitsverlauf mit medizinischer Dauerbehandlung 

bei Versicherten mit einer Schmerzverarbeitungsstörung  zur Symptomatik gehöre. Für 

eine invalidisierende chronische körperliche Begleiterkrankung sei die somatische 

Befundlage zu harmlos. Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen das Gutachten 

seien nicht stichhaltig, weitere Abklärungen unnötig. Die Beschwerdeführerin habe 

2002 ein Erwerbseinkommen von Fr. 54'000.-- erzielt. Für ein höheres 

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Valideneinkommen gebe es keine Anhaltspunkte. Für die Beschwerdeführerin 

geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, 

Prüf- sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und 

Ersatzteilbewirtschaftung. Bei einem entsprechenden Tabellenwert von Fr. 47'788.--, 

einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 % und einem Leidensabzug von 10 %, da die 

Beschwerdeführerin nur noch vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben könne, 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 36 %, womit kein Rentenanspruch bestehe (act. G 4). 

Die Beschwerdeführerin verzichtet auf eine Replik (act. G 6).

 

Erwägungen:

1.        

1.1    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG) besteht der 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. 

Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe 

Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Unter Invalidität versteht Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Erfasst 

wird damit der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten in jeder zumutbaren Tätigkeit. Dieser 

Verlust muss auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit zurückgeführt werden können 

und trotz Vornahme von zumutbaren Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen 

verbleiben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist auf Grund 

eines Vergleichs zwischen dem möglichen Erwerbseinkommen ohne 

Gesundheitsschaden und demjenigen mit Gesundheitsschaden zu bestimmen (vgl. 

Art. 16 ATSG). Der Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die 

versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (Art. 29 Abs. 1 lit. b 

IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung).

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1.2    Die rechtsanwendenden Behörden sind bei der Beurteilung des Leistungs­

anspruchs auf die fachärztliche Feststellung von Gesundheitsschäden 

(Befunderhebung und Diagnose) und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

angewiesen. Die ärztlichen Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die 

Beantwortung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch 

zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. BGE 105 V 158 E. 1 und ZAK 

1982 S. 34). Für den Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet, und die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.      

2.1    Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das

MEDAS-Gutachten vom 10. März 2011 bzw. auf das psychiatrische Konsiliargutachten 

vom 21. Februar 2011, weshalb im Folgenden deren Beweiswert anhand der dagegen 

vorgebrachten Einwendungen zu prüfen ist.

2.2    In psychiatrischer Hinsicht lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, die 

attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % werde im Gutachten nicht ausreichend 

begründet. So halte der Gutachter lediglich fest, dass aus psychiatrischer Sicht zur Zeit 

keine mitwirkende, psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, 

Intensität, Ausprägung und Dauer bestehe und dass ausserdem weder eine chronische 

körperliche Begleiterkrankung mit mehrjährigem Verlauf noch ein ausgewiesener 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens noch ein verfestigter, therapeutisch 

nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 

aber entlastenden Konfliktbewältigung vorliege. Der psychiatrische Gutachter halte 

damit lediglich lapidar fest, dass die Foerster-Kriterien nicht erfüllt seien, liefere dafür 

aber keine konkreten Befunde.

2.3    Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass der psychiatrische Gutachter weder auf 

Grund der eigenen Untersuchung mit diversen Tests noch aus der Anamnese eine 

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relevante psychische Störung eruieren konnte. Ausdrücklich hielt er fest, es gebe keine 

Hinweise für eine psychische Erkrankung im Rahmen einer affektiven Störung, einer 

schizophrenen Erkrankung noch einer relevanten Angststörung sowie 

Persönlichkeitsstörung. Auch gebe es keine Hinweise auf eine Suchtproblematik. Im 

Weiteren wies er darauf hin, dass es zwischen der aktuellen Exploration und den 

Antworten in den abgegebenen Fragebögen Widersprüche gebe, die der Gutachter 

primär auf Verständigungsprobleme und nicht primär auf eine mögliche 

Verdeutlichungstendenz zurückführte (act. G 4.1/74.20). Soweit aus den Akten 

ersichtlich, war die Beschwerdeführerin noch nie in psychiatrischer oder 

psychotherapeutischer Behandlung. Sie führt denn auch im vorliegenden Verfahren 

nicht andeutungsweise aus, inwiefern eine psychische Komorbidität von erheblicher 

Schwere, Ausprägung und Dauer vorliegen solle. Mithin erscheint plausibel, wenn der 

Gutachter das Vorliegen dieses Kriteriums der ausnahmsweisen Unüberwindbarkeit der 

somatoformen Schmerzstörung verneint.

2.4    Im Weiteren wird vorgebracht, dass auch das Vorliegen bzw. Nichtvorliegen der 

Foerster-Kriterien, insbesondere die Feststellung, es liege keine chronische körperliche 

Begleiterkrankung und kein mehrjähriger Krankheitsverlauf mit genügender Intensität 

und Konstanz vor, nicht begründet werde. So sei aktenkundig und sei von der 

Beschwerdeführerin bereits in ihrem Einwand vom 8. Januar 2009 vorgetragen worden, 

dass sie - ärztlich attestiert - während ca. 5 ½ Jahren zu 100 % arbeitsunfähig 

gewesen sei. Im Hauptgutachten vom 2. Juli 2008 fänden sich x Arztzeugnisse sowie 

Spital- und Arztberichte, die sich mit der Krankheit der Beschwerdeführerin befassten. 

Zwar ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen, dass sich die Situation am 

rechten OSG sowie am linken Kniegelenk (spätestens) seit ihrem zweiten Unfall vom 

Juni 2003 entwickelt und sich seither subjektiv nicht gebessert hat. Es ist auch 

aktenkundig, dass sie sich am 20. August 2003 einer Bandplastik am rechten OSG und 

am 2. August 2005 sowie am 10. April 2006 jeweils einer Arthroskopie am linken Knie 

unterziehen musste (act. G 4.1/11.5 und 11.9 sowie 4.2/OP-Bericht vom 20. August 

2003). Somit kann zwar durchaus von langjährigen körperlichen Beschwerden bei 

unveränderter Symptomatik ohne längerfristige Remission ausgegangen werden. 

Indessen genügt dieses Kriterium für sich allein nicht, um eine ausnahmsweise 

Unüberwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung anzunehmen. Die weiteren 

Foerster-Kriterien sind nämlich nicht erfüllt. So liegt kein ausgewiesener sozialer 

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Rückzug in allen Belangen des Lebens vor. Die Beschwerdeführerin hat ausser zu 

ihrem Lebenspartner Kontakt zu ihren beiden Töchtern und deren Kindern. Ausserdem 

pflegt sie den Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie in Thailand. Weiter beschrieb sie beim 

psychiatrischen Gutachter, dass sie sich jeweils am Nachmittag mit Freundinnen oder 

Verwandten zum Kaffee treffe. Schliesslich bejahte sie gegenüber dem Gutachter 

Lebensfreude und Lebenslust (act. G 4.1/74.18 ff.). Nachdem die Beschwerdeführerin 

bislang keinerlei psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch 

genommen hat, kann auch nicht von einem verfestigten, therapeutisch nicht mehr 

angehbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder von 

unbefriedigenden Behandlungsergebnissen trotz konsequent durchgeführten 

Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und 

gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und 

Eigenanstrengung gesprochen werden (vgl. BGE 130 V 354 f. E. 2.2.3).  Vielmehr 

erachtet der psychiatrische Gutachter eine psychiatrisch-psychotherapeutische 

Behandlung als wünschenswert (act. G 4.1/74.21). Die Beschwerdeführerin führt denn 

auch nicht weiter aus, worin sie - nebst den zugestandenen langjährigen somatischen 

Beschwerden - die Erfüllung der Foerster-Kriterien sieht. Mithin erscheinen die 

Ausführungen des psychiatrischen Gutachters zumindest im Resultat (keine 

ausnahmsweise unzumutbare willentliche Schmerzüberwindung) plausibel und 

nachvollziehbar.

2.5    In somatischer Hinsicht wird das Gutachten nicht bestritten. Es besteht denn 

auch kein Grund, davon abzuweichen, zeigte sich doch bei den am 9. Februar 2011 

durchgeführten bildgebenden Verfahren an beiden Knien und dem rechten OSG ein im 

Vergleich zur Voruntersuchung vom März 2008 weitgehend unveränderter Befund. Bild­

gebend am ehesten erklärbar seien rezidivierende Lumbalgien bei deutlichen 

degenerativen Veränderungen, vorwiegend der unteren LWS (act. G 4.1/74.7 und 

74.11).

2.6    Zur Arbeitsfähigkeit äussern sich die Gutachter dahingehend, dass die bisher 

ausgeübte Tätigkeit mit regelmässigem Treppensteigen sowie dauerndem Stehen und 

Gehen seit dem Sturz auf der Treppe vom 14. Juni 2003 nicht mehr zumutbar sei. 

Einschränkungen ergäben sich auf Grund der bekannten degenerativen Veränderungen 

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an den Kniegelenken und am rechten Sprunggelenk bezüglich permanenten Stehens 

und Gehens oder häufigem Treppensteigen, wie es im Service nötig sei. Theoretisch 

denkbar wäre eine Tätigkeit an einem Buffet oder die Bedienung in einem 

kleinflächigen Restaurant auf ebenem Boden, ohne regelmässiges Heben und Tragen 

von Lasten über ca. 10 kg (act. G 4.1/74.11). In ihrem ersten Gutachten vom 2. Juli 

2008 umschrieben die Experten die ideale Tätigkeit als überwiegend sitzend, vereinzelt 

stehend und gehend ohne regelmässiges Treppensteigen und ohne Heben und Tragen 

von Lasten über ca. 10 kg. Eine solche Tätigkeit sei ganztags mit einer 

Leistungsminderung um 20 % durchführbar (act. G 4.2/Gutachten S. 23). Im neuen 

Gutachten vermerkten die Gutachter keinen Arbeitsfähigkeitsgrad. Nachdem sie die 

Arbeitsfähigkeit jedoch im Wesentlichen heute gleich umschreiben wie im früheren 

Gutachten (damals noch etwas präziser) - und namentlich die psychiatrische Expertise 

keine neuen Erkenntnisse zu Tage förderte - ist davon auszugehen, dass sie heute 

keine andere Arbeitsfähigkeit attestieren wollten als damals. Davon geht offensichtlich 

auch die Beschwerdegegnerin aus, übernahm sie doch für die neue Berechnung des 

Invaliditätsgrads einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 %. Dagegen ist nichts 

einzuwenden, erscheint doch die von den Experten getroffene Annahme - unter 

Berücksichtigung der qualitativen Einschränkungen - nachvollziehbar. Nach dem 

Gesagten ist somit in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung auf das Gutachten vom 

10. März 2011 abzustellen. Indessen ist der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit anzupassen. So erhielt die Beschwerdeführerin gemäss Taggeld-

Übersicht der Unfallversicherung in der Zeit vom 25. Juni 2003 bis zum 18. August 

2003 sowie vom 24. Mai 2004 bis zum 14. Juni 2005 keine Taggeldleistungen (act. G 

4.2). Gemäss Lohnausweis 2005 war sie denn auch bis 15. Juni 2005 bei der C.___ 

beschäftigt (act. G 4.1/43.5). Mithin ist davon auszugehen, dass der Beginn einer 

ununterbrochenen vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit erst per 

Juni 2005 eingetreten ist (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und Art. 29  IVV).

2.7    Bestritten wird sodann die Berechnung des Invaliditätsgrades. So sei beim 

Valideneinkommen von einem Einkommen von Fr. 62'300.-- auszugehen. Diesen Wert 

habe auch das hiesige Gericht in seinem Urteil vom 6. Mai 2010 bestätigt. 

Demgegenüber will die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren von einem 

Valideneinkommen von Fr. 54'000.-- ausgehen, da die Beschwerdeführerin im Jahr 

2002 dieses Einkommen erzielt habe. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass die 

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Unfallversicherung von einem Bruttolohn von Fr. 5'000.-- (x12 = Fr. 60'000.--, zuzüglich 

aufgelaufene Teuerung) ausgegangen war (Taggeld: Fr. 131.50). Diese Annahme 

stützte sich auf die Lohnabrechnungen der Z.___ GmbH aus dem Jahr 2005 sowie auf 

den Lohnausweis 2005 (act. G 4.1/43.7 und G 4.2; vgl. auch Verfügung Swica vom 23. 

Februar 2009 [act. G 4.1/60]). Wie das Versicherungsgericht in seinem Entscheid vom 

6. Mai 2010 (Erw. 3.3 unten) bereits erwähnt hat, besteht kein Grund, von dieser 

Bemessung des Valideneinkommens abzuweichen, wovon im Übrigen auch die 

Beschwerdegegnerin ursprünglich ausgegangen war (act. G 4.1/44). Das 

Valideneinkommen für das Jahr 2005 beträgt demnach Fr. 60'000.--. Beim 

Invalideneinkommen ist mit der Beschwerdegegnerin auf den Tabellenlohn (TA1, 

Frauen, Niveau 4) abzustellen. Dieser beträgt für das Jahr 2005 Fr. 49'120.-- (IVG-

Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2). Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 

80 % und unter Berücksichtigung des von der Beschwerdegegnerin nunmehr 

zugestandenen Leidensabzugs von 10 % (da die Beschwerdeführerin nur noch 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten ausüben kann), ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 

41 %. Die Beschwerdeführerin hat damit Anspruch auf eine Viertelsrente. Nachdem 

das Wartejahr im Juni 2005 begann (vgl. vorstehende Erw. 2.6), besteht der 

Rentenanspruch ab 1. Juni 2006.

3.      

Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 28. Dezember 2011 in Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und die Streitsache zwecks Rentenberechnung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

3.1    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

bis

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3.2    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 28. 

Dezember 2011 aufgehoben und der Beschwerdeführerin eine Viertelsrente, beginnend 

am 1. Juni 2006, zugesprochen. Die Sache ist zur Festlegung der Rentenhöhe an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.       Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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