# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c2f1181-bb9f-58fa-9f54-c67180ad8c42
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 06.07.2021 R 2021 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2021-32_2021-07-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 21 24, R 21 32, R 21 33

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

RichterInnen Racioppi und von Salis

Aktuarin ad hoc Guhl

URTEIL

vom 6. Juli 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Flavio Decurtins, 

Beschwerdegegnerin in den Verfahren R 21 24, R 21 32, R 21 33

und

C._____, 

Beschwerdegegner 1 in den Verfahren R 21 24 und R 21 32

und

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E._____, 

Beschwerdegegner 2 im Verfahren R 21 24

und 

F._____, 

Beschwerdegegnerin und Beschwerdegegner 3 im Verfahren R 21 33

betreffend Baueinsprache

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I. Sachverhalt:

1. C._____, E._____, F._____ sowie A._____ sind Mitglieder der Stockwerk-

eigentümergemeinschaft D._____, Parzelle Nr. G._____, in der Gemeinde 

B._____. Nachdem die Gemeinde Hinweise auf bauliche Aktivitäten an 

obengenannter Liegenschaft erhalten hatte, ersuchte sie die jeweiligen 

Bauherrschaften, eine schriftliche Stellungnahme mit allfälligen Bewilli-

gungen vorzulegen oder ein nachträgliches Baugesuch einzureichen. 

2. C._____ und E._____ reichten daraufhin am 8. Januar 2021 ein nachträg-

liches Baugesuch für einen verglasten Windfang ein. Am selben Tag 

reichte C._____ zudem ein Baugesuch für eine bestehende Sauna auf sei-

ner Terrasse ein. F._____ reichten am 12. Januar 2021 ein nachträgliches 

Baugesuch für eine Verglasung und eine Türe im Eingangsbereich ihrer 

Wohnung ein. 

3. Das nachträgliche Baugesuch für den Windfang wurde am 22. Januar 

2021 im Amtsblatt publiziert. Dagegen erhob A._____ am 25. Januar 2021 

Einsprache. Begründend führte sie dazu aus, dass die zwingend erforder-

liche Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft nicht vorliege. 

Am 12. Februar 2021 wurden die Baugesuche für die Sauna bzw. die Ver-

glasung und Türe des Eingangsbereiches publiziert, wogegen A._____ am 

14. Februar 2021 mit selbiger Begründung Einsprache erhob. 

4. Mit Bau- und Einspracheentscheid vom 15. März 2021, mitgeteilt am 

18. März 2021, bewilligte der Gemeindevorstand das nachträgliche Bau-

gesuch von C._____ und E._____ betreffend Windfang. Zudem bewilligte 

der Gemeindevorstand am 29. März 2021, mitgeteilt am 6. April 2021, die 

nachträglichen Baugesuche von C._____ betreffend Sauna sowie von 

F._____ betreffend die Verglasung und Türe im Eingangsbereich. Die Ein-

sprachen von A._____ wurden in allen drei Entscheiden abgewiesen.

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5. Gegen die drei Bau- und Einspracheentscheide erhob A._____ (nachfol-

gend Beschwerdeführerin) am 22. März 2021 bzw. 20. April 2021 (Post-

stempel) je Einsprache/Rekurs (recte: Beschwerde) beim Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss die Aufhebung 

der Bauentscheide und die Verweigerung der Baubewilligungen sowie die 

Gutheissung ihrer Beschwerden. Begründend führte sie aus, dass die Zu-

stimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft für die verschiedenen 

Bauten fehle. Von einer Duldung der Bauten durch die Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft könne nicht gesprochen werden. Weiter beziehe sich die 

Gemeinde in ihren Entscheiden auf ein falsches Protokoll um die Zustim-

mung der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu belegen. Es mangle of-

fensichtlich an der zivilrechtlichen Bauberechtigung und das Baugesuch 

hätte abgewiesen werden müssen. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das 

Bauamt und die Gemeinde unrechtmässige Bauten gutheisse anstatt sie 

zu ahnden. Das Schweizerische Zivilgesetz, die Verordnungen der Stock-

werkeigentümergemeinschaft, das kantonale Baugesetz und die Bauord-

nung der Gemeinde seien einzuhalten.

6. Mit Vernehmlassung vom 18. April 2021 (Poststempel) brachte C._____ 

(nachfolgend Beschwerdegegner 1) sinngemäss vor, dass der verglaste 

Windfang gesetzeskonform bewilligt worden sei und dieser im Interesse 

der Stockwerkeigentümergemeinschaft sei und beantragte die Abweisung 

der Beschwerde. 

7. Die Gemeinde B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in 

ihrer Vernehmlassung zum Windfang vom 20. April 2021 die vollumfängli-

che Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Begründend verwies 

sie dafür auf ihre Ausführungen im Bau- und Einspracheentscheid vom 

15. März 2021, mitgeteilt am 18. März 2021. Eine Baubewilligungs-

behörde dürfe sich grundsätzlich nur auf öffentlich-rechtliche Vorschriften 

berufen. In Bezug auf die umstrittene Frage nach der Zustimmung der 

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Stockwerkeigentümergemeinschaft stehe der Baubehörde keine Überprü-

fungsbefugnis zu. Folglich erübrige sich zu prüfen, ob für den Windfang 

eine Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft vorliege. 

8. E._____ (nachfolgend Beschwerdegegner 2) führte in seiner Vernehmlas-

sung vom 22. April 2021 (Poststempel) sinngemäss auf, dass der Wind-

fang anlässlich einer Versammlung der Stockwerkeigentümergemein-

schaft behandelt worden sei und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.

9. Der Beschwerdegegner 1 erläuterte in seiner Vernehmlassung vom 

30. April 2021, dass die Sauna auf seinem Balkon stehe, über den er ge-

stützt auf sein Sondernutzungsrecht verfügen dürfe. Die Sauna verletze 

somit die gemeinschaftlichen Bauten der Stockwerkeigentümergemein-

schaft nicht. Weiter sei die Gemeinschaft über die Sauna informiert wor-

den. 

10. Am 10. Mai 2021 (Poststempel) beantragten F._____ (nachfolgend Be-

schwerdegegnerin und Beschwerdegegner 3) in der Vernehmlassung die 

Abweisung der Beschwerde. Sie führten auf, dass die Verglasung und 

Türe im Eingangsbereich bereits Teil eines bewilligten Baugesuches vom 

28. November 2001 gewesen seien.

11. Die Beschwerdegegnerin reichte am 12. Mai 2021 ihre Vernehmlassung 

zum Bau- und Einspracheentscheid betreffend die Sauna und ihre Ver-

nehmlassung zum Bau- und Einspracheentscheid betreffend die Vergla-

sung und Türe im Eingangsbereich ein. Sie wiederholte ihre Argumenta-

tion, die sie bereits in der Vernehmlassung vom 20. April 2021 zum Wind-

fang geäussert hatte: Eine Baubewilligungsbehörde dürfe sich nur auf öf-

fentlich-rechtliche Vorschriften berufen. Ob die Bauvorhaben einer Zustim-

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mung der Stockwerkeigentümergemeinschaft bedürfe müsse abschlies-

send durch das Zivilgericht geklärt werden.

12. Mit prozessleitender Verfügung vom 17. Mai 2021 wurden die Verfahren 

R 21 24, R 21 32 und R 21 33 vereinigt. 

13. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 26. Mai 2021 (Poststempel) 

an ihren Anträgen fest. Dabei wiederholte und vertiefte sie ihre bereits in 

den drei Beschwerden vorgebrachten Argumente.

14. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 31. Mai 2021 auf 

die Einreichung einer Duplik. 

15. Mit prozessleitender Verfügung vom 10. Juni 2021 forderte der Instrukti-

onsrichter die Beschwerdeführerin zur Zahlung eines Kostenvorschusses 

von CHF 3'000.-- auf. Der Kostenvorschuss ging beim Verwaltungsgericht 

innert Frist ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und in 

den angefochtenen Entscheiden vom 15. und 29. März 2021 (mitgeteilt 

am 18. März bzw. 6. April 2021) wird, soweit erforderlich, in den nachste-

henden Erwägungen eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 6 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) kann die zuständige Behörde im Interesse ei-

ner zweckmässigen Erledigung die Verfahren bei getrennt eingereichten 

Eingaben zum gleichen Gegenstand vereinigen. Voraussetzung für eine 

Verfahrensvereinigung ist, dass den Eingaben derselbe Sachverhalt zu-

grunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen stellen (BGE 128 V 124 

E.1). Vorliegend sind Einsprachen gegen Bau- und Einspracheentscheide 

- 7 -

derselben Beschwerdegegnerin betreffend dieselbe Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft und dieselbe Beschwerdeführerin zu beurteilen. Damit 

liegen hier die Voraussetzungen für eine Verfahrensvereinigung vor, wes-

halb der Instruktionsrichter die drei Verfahren R 21 24, R 21 32 und R 21 

33 am 17. Mai 2021 mit prozessleitender Verfügung, wie auch von der Be-

schwerdeführerin am 20. April 2021 (Poststempel) beantragt, vereinigt 

hat.

2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die 

Bau- und Einspracheentscheide der Beschwerdegegnerin vom 15. März 

2021, mitgeteilt am 18. März 2021, und vom 29. März 2021, mitgeteilt am 

6. April 2021. Die Prozessvoraussetzungen geben vorliegend zu keinen 

Bemerkungen Anlass, weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten ist. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob den 

Beschwerdegegnern 1 und 2 sowie der Beschwerdegegnerin und dem Be-

schwerdegegner 3 die nachträglichen Baubewilligungen für den Windfang, 

die Sauna und die Verglasung und Türe im Eingangsbereich zu Recht er-

teilt wurden. 

3.1. Das Baubewilligungsverfahren hat den Zweck, festzustellen, ob ein ge-

plantes Bauvorhaben oder eine Nutzung mit den einschlägigen Vorschrif-

ten des öffentlichen Rechts übereinstimmt. Die Baubewilligung gilt nach 

herrschender Lehre und Rechtsprechung als Polizeibewilligung, auf deren 

Erteilung ein Rechtsanspruch besteht, sofern die gesetzlichen Vorschrif-

ten erfüllt sind. Die Baubewilligung stellt fest, dass dem ihr zugrundelie-

genden Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen, insbesondere baupoli-

zeilichen und raumplanerischen Hindernisse entgegenstehen. Dies be-

deutet einerseits, dass ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Baubewilli-

gung besteht, wenn alle öffentlich-rechtlichen Voraussetzungen erfüllt 

sind. Andererseits dürfen die Baubewilligungsbehörden grundsätzlich 

keine privatrechtlichen Fragen beurteilen, sondern sich nur auf öffentlich-

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rechtliche Vorschriften berufen (vgl. zum Ganzen: ANDREAS BAUMANN, Das 

Baubewilligungsverfahren nach aargauischem Recht, Zürich 2007, S. 115 

mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Nach der Pra-

xis des Verwaltungsgerichts sind die Gemeinden nur dann nicht verpflich-

tet, Baugesuche von Gesuchstellern zu behandeln, wenn die zivilrechtli-

che Bauberechtigung offensichtlich fehlt (PVG 1990 Nr. 25, 1987 Nr. 20). 

Bei unterschiedlichen Auslegungen der zivilrechtlichen Berechtigung ist es 

nach konstanter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts Sache der Zi-

vilrichterin oder des Zivilrichters, über den Bestand bzw. den Umfang der 

Rechte zu richten und damit auch zu entscheiden, ob dem Bauherrn die 

Realisierung seines Bauvorhabens aus zivilrechtlicher Optik zu verbieten 

ist oder nicht (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubün-

den R 09 73 vom 19. Januar 2010, R 07 22 vom 13. Dezember 2007, R 

06 4 vom 26. April 2007). Einer differenzierten Betrachtung bedarf es da-

gegen, wenn mit der zivilrechtlichen Bauberechtigung eine öffentlich-

rechtliche Norm diese zugleich explizit voraussetzt, wie dies beispiels-

weise bei Fragen der Baureife respektive die Erschliessung eines Grund-

stückes der Fall ist (vgl. zum ganzen PVG 2011 Nr. 19 E.1). Die verwal-

tungsgerichtliche Praxis wurde vom Bundesgericht explizit bestätigt und 

als nicht bundesrechtswidrig eingestuft. Das öffentliche Baubewilligungs-

verfahren habe grundsätzlich einzig zum Zweck, festzuhalten, ob das Bau-

vorhaben mit den baurechtlichen Vorschriften übereinstimme (Urteil des 

Bundesgerichts 1C_116/2013 vom 11. Oktober 2013 E.5.2).

3.2.1. Die Beschwerdeführerin bringt betreffend Windfang vor, dass die zivil-

rechtliche Bauberechtigung offensichtlich fehle. Die Beschwerdegegnerin 

stütze sich für die Beurteilung der Zustimmung der Stockwerkeigentümer-

gemeinschaft in ihrem Entscheid auf Protokolle, die nichts mit der Sach-

lage zu tun hätten. Es treffe auch nicht zu, dass der aktuelle bauliche Zu-

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stand rund 16 Jahre ohne Widerspruch von der Stockwerkeigentümerge-

meinschaft gedulden wurde.

3.2.2. Betreffend Sauna beanstandet die Beschwerdeführerin abermals die feh-

lende Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft. Ausserdem 

sei es falsch, dass die Beschwerdegegnerin nicht prüfen könne, ob ge-

meinschaftliche Bauteile durch die Sauna tangiert seien.

3.2.3. Die Beschwerdeführerin bringt betreffend Verglasung und Türe im Ein-

gangsbereich der Wohnung der Beschwerdegegnerin und Beschwerde-

gegner 3 vor, dass es nicht zutreffe, dass eine Zustimmung der Stockwerk-

eigentümergemeinschaft vorgelegen habe. Ausserdem sei es falsch, dass 

der aktuelle bauliche Zustand während 16 Jahren geduldet wurde.

3.3.1. Die Beschwerdegegner 1 und 2 bringen vor, dass der Windfang von der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft seit mehreren Jahren toleriert werde. 

Ausserdem sei der Windfang gemäss Protokoll vom 14. August 2001 

durch die Stockwerkeigentümer-Versammlung behandelt worden (vgl. be-

schwerdegegnerische Akten R 21 24 [BG-act. R 21 24], 5). Spätestens 

jedoch mit der Duldung über mehrere Jahre hinweg sei der Windfang 

durch die Stockwerkeigentümergemeinschaft stillschweigend genehmigt 

worden. Die Beschwerdegegnerin führt auf, dass der Baubehörde in Be-

zug auf die umstrittene Frage der Zustimmung der Stockwerkeigentümer-

gemeinschaft keine Überprüfungsbefugnis zukomme. Aufgrund der Aus-

führungen der Baugesuchsteller erscheine es glaubhaft, dass die umstrit-

tene Zustimmung zum damaligen Zeitpunkt vorgelegen habe. Von einem 

offensichtlichen Fehlen der zivilrechtlichen Bauberechtigung könne keine 

Rede sein. Ob für den Windfang eine Zustimmung der Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft vorliegen müsse und welche Quoren dabei zu beachten 

sind, seien Fragen, welche durch ein Zivilgericht abschliessend geklärt 

werden müssten.

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3.3.2. Betreffend die Sauna führt der Beschwerdegegner 1 auf, dass sie in sein 

Sondernutzungsrecht falle. Weiter sei die Stockwerkeigentümergemein-

schaft über die Sauna gemäss Protokoll vom 22. August 2015 informiert 

worden (vgl. beschwerdegegnerische Akten R 21 32 [BG-act. R 21 32], 3, 

S. 1 f.). Zur Sauna wiederholt die Beschwerdegegnerin die anlässlich der 

Vernehmlassung zum Windfang vorgebrachten Argumente. 

3.3.3. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner 3 legen dar, dass 

für die Verglasung und Türe im Eingangsbereich bereits am 28. November 

2001 eine Baubewilligung bei der Gemeinde eingeholt wurde. Die Be-

schwerdegegnerin führt erneut ihre Argumentation auf, wonach die Ge-

meinde keine Überprüfungsbefugnis in Bezug auf die Zustimmung der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft habe. Weiter bildeten die Bauteile be-

reits Teil des Baugesuches vom 28. November 2001. Dies sei im Bau- und 

Einspracheentscheid vom 29. März 2021 (mitgeteilt am 6. April 2021) be-

wusst offengelassen worden, weil der Entscheid ohnehin positiv ausgefal-

len sei.

3.4. Im Sinne der oberwähnten verwaltungsgerichtlichen Praxis ist zu prüfen, 

ob die Beschwerdegegnerin verpflichtet war, das Baugesuch der Be-

schwerdegegner 1 und 2 und der Beschwerdegegnerin und des Be-

schwerdegegners 3 zu behandeln. Das Baubewilligungsverfahren dient 

primär der Klärung der Frage, ob dem Bauvorhaben öffentlich-rechtliche 

Schranken zuwiderlaufen. Dies hat die Beschwerdegegnerin in ihren Bau- 

und Einspracheentscheiden gemacht. Sowohl der Windfang, als auch die 

Sauna, der verglaste Eingangsbereich und die Türe sind materiell bau-

rechtskonform. Es sind keine Normen des kantonalen oder kommunalen 

Baurechts ersichtlich, die einer Bewilligung der obgenannten Bauobjekte 

widersprechen. Somit stehen den Baugesuchen keine raumplanerischen 

Hindernisse entgegen und sie sind bewilligungsfähig. Die Beschwerdefüh-

rerin bringt vor, dass die zivilrechtliche Bauberechtigung offensichtlich 

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nicht gegeben sei. Mit dem nachträglichen Baugesuch reichten sowohl der 

Beschwerdegegner 1 und 2 für den Windfang sowie die Beschwerdegeg-

nerin und der Beschwerdegegner 3 für die Verglasung und Türe im Ein-

gangsbereich ihrer Wohnung das Protokoll der Stockwerkeigentümerge-

meinschaft vom 14. August 2001 ein. Diesem lässt sich entnehmen, dass 

die Versammlung dem Bau eines Wintergartens unter anderem bei den 

entsprechenden Wohnungen der Beschwerdegegner 1 und 2 sowie der 

Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdegegner 3 zugestimmt hat (vgl. 

BG-act. R 21 24, 5). Die Beschwerdeführerin äussert, dass sich das Pro-

tokoll auf andere Bautätigkeiten und nicht auf den umstrittenen Windfang 

bzw. die Verglasung und Türe im Eingangsbereich beziehe. Damit ist die 

zivilrechtliche Bauberechtigung indes allenfalls umstritten, jedoch keines-

wegs offensichtlich nicht gegeben. Der Beschwerdegegner 1 reichte so-

dann mit dem nachträglichen Baugesuch für die Sauna ein Versamm-

lungsprotokoll der Stockwerkeigentümergemeinschaft vom 22. August 

2015 ein (vgl. BG-act. R 21 32, 3, S. 1 f.). Daraus lässt sich herauslesen, 

dass die Stockwerkeigentümergemeinschaft über die Sauna orientiert 

wurde. Die Beschwerdeführerin beanstandet in ihrer Einsprache, dass 

daraus keine Zustimmung abgeleitet werden könne, welche es für eine 

Fassadenänderung zwingend brauche. Aus diesem Umstand lässt sich je-

doch wiederum gegebenenfalls ableiten, dass die zivilrechtliche Berechti-

gung umstritten ist, dies führt aber nicht zu einem offensichtlichen Fehlen 

der zivilrechtlichen Berechtigung. Gemäss der oben aufgeführten verwal-

tungsgerichtlichen Praxis ist es bei unterschiedlicher Auslegung der zivil-

rechtlichen Berechtigung Sache des Zivilgerichts über den Bestand der 

Rechte zu richten. Der Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach die 

Behörde bei privatrechtlichen Unklarheiten die Baueingaben hätte ableh-

nen müssen, kann deshalb nicht gefolgt werden. Der Baubehörde stand 

für diese umstrittene Frage keine abschliessende Überprüfungsbefugnis 

zu. Die Beschwerdegegnerin durfte gestützt auf die im Zeitpunkt des Ent-

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scheides vorliegenden Akten sowie die Tatsache, dass der Windfang, die 

Sauna und die Verglasung und Türe im Eingangsbereich bereits erstellt 

worden waren, davon ausgehen, dass die Zustimmung der Stockwerkei-

gentümergemeinschaft vorliegt. Offensichtlich entgegenstehende Anhalts-

punkte sind in den Akten jedenfalls nicht vorhanden.

3.5. Die Beschwerdegegnerin verweist in ihrer Begründung auf Art. 89 Abs. 3 

des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; 

BR 801.100). Demnach muss die Bauherrschaft, welche nicht Eigentüme-

rin des Baugrundstücks ist, das Baugesuch durch den Eigentümer oder 

die Eigentümerin mitunterzeichnen. Der Artikel will die Behörde im Inter-

esse der Effizienz davon bewahren, Bauvorhaben zu prüfen, die mangels 

(zivilrechtlicher) Bauberechtigung unter Umständen gar nicht zur Aus-

führung gelangen können (vgl. dazu Arbeitshilfe zum KRG, Departement 

für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden, ein Hilfsmittel für die 

Rechtsanwendung vom 1. Dezember 2010, S. 92). Das heisst, das Bau-

gesuch wird auf die zivilrechtliche Bauberechtigung überprüft, bevor es er-

stellt wird. Vorliegend handelt es sich aber um ein nachträgliches Baube-

willigungsverfahren, weshalb es noch viel weniger Aufgabe der Bau-

behörde sein kann, diese Voraussetzungen zu prüfen. Gemäss Bundes-

gericht ist in einer solchen Konstellation, wo die Baute bereits besteht, das 

Zustimmungserfordernis im Streitfall zivilrechtlich zu klären. Das Zivilge-

richt hat im Übrigen die Möglichkeit, privatrechtlich einen Rückbau anzu-

ordnen, wenn die Rechte einer beteiligten Stockwerkeigentümerin oder 

Stockwerkeigentümer in der Weise verletzt wurden, dass dies die recht-

mässige Folge wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_ 642/2015 vom 

8. November 2015 E.3.5).

4. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass entgegen der 

Ansicht der Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin die Zustimmung 

der Stockwerkeigentümergemeinschaft zu den fraglichen Bauprojekten 

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nicht abschliessend prüfen musste. Von einem offensichtlichen Fehlen der 

zivilrechtlichen Bauberechtigung im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung 

kann keine Rede sein. Die Fragen, ob für die im Zeitpunkt der Bewilli-

gungserteilung erstellten Bauten eine Zustimmung der Stockwerkeigentü-

mergemeinschaft notwendig war und welches Quorum zu beachten war, 

ist in diesem Fall weder Sache des Verwaltungsgerichts noch der kommu-

nalen Baubehörde, sondern des Zivilgerichts. Damit sind die Bau- und Ein-

spracheentscheide zu Recht ergangen, weshalb die dagegen erhobenen 

Beschwerden abzuweisen sind. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt 

auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin. 

Die Staatsgebühr wird ermessensweise auf total CHF 3'000.-- festgelegt 

(vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Diese geht zusammen mit den Kanzleiauslagen 

zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin und ist mit dem von ihr 

bereits geleisteten Kostenvorschuss von CHF 3000.-- zu verrechnen. 

Gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG wird Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Vorliegend besteht kein Anlass, davon abzuwei-

chen, weshalb der Beschwerdegegnerin keine aussergerichtliche Ent-

schädigung zuzusprechen ist. Dasselbe gilt für die Beschwerdegegner 1 

und 2 sowie die Beschwerdegegnerin und den Beschwerdegegner 3, wel-

che sich jeweils selber vertreten haben.

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III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 395.00

zusammen CHF 3'395.00

gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]