# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14cc36e6-0d8e-577c-9617-9c82553d9052
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2011 C-2710/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2710-2009_2011-10-18.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­2710/2009

U r t e i l   v om   1 8 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf,
Richterin Marianne Teuscher,
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

Parteien A._______, 
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Peter Wicki,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung erleichterte Einbürgerung.

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer,  ein  1978  geborener  Staatsbürger  von 
Bangladesh, gelangte im Februar 2001 in die Schweiz und ersuchte hier 
um  Asyl.  Mit  Verfügung  vom  27.  Januar  2003  lehnte  das  damals 
zuständige Bundesamt  für  Flüchtlinge  sein Asylgesuch ab und wies  ihn 
aus  der  Schweiz  weg.  Zum  Verlassen  des  Landes  wurde  ihm  Frist  bis 
zum 24. März 2003 angesetzt. Noch vor Ablauf der Ausreisefrist, am 14. 
Februar  2003,  heiratete  er  in  X._______  (LU)  B._______,  eine  1954 
geborene  Schweizer  Bürgerin  surinamischer  Abstammung  und  Mutter 
eines Sohnes aus einer früheren Ehe mit einem Schweizer Bürger. In der 
Folge  erteilte  das  Amt  für  Migration  des  Kantons  Luzern  dem 
Beschwerdeführer  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib  bei  seiner 
Schweizer Ehefrau.

B. 
Am  11.  Juni  2006  beantragte  der  Beschwerdeführer  gestützt  auf  seine 
Ehe die erleichterte Einbürgerung nach Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes 
vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0).

C. 
Die mit  dem Antrag befasste Vorinstanz ersuchte am 17.  Juli  2006 das 
Amt  für Gemeinden des Kantons  Luzern, Abteilung Bürgerrechtswesen, 
die Erstellung eines Erhebungsberichts zu veranlassen.

Am  31.  Juli  2006  wurde  der  entsprechende  Bericht  verfasst.  Demnach 
hatten am Samstag, den 29. Juli 2006 um 11:10 Uhr eine Polizistin und 
ein Polizist  am  ehelichen Domizil  in  Y._______  LU  vorgesprochen. Der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  zu  Hause  gewesen.  Im  Kleiderschrank  des 
angeblich  gemeinsamen  Schlafzimmers  hätten  sich  keine Herrenkleider 
befunden.  Die  Ehefrau  habe  dazu  erklärt,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht viele Kleider besitze. Seine Abwesenheit habe sie damit begründet, 
dass er nachts arbeite und danach manchmal bei Kollegen schlafe. Am 
späten  Nachmittag  habe  das  Ehepaar  dann  gemeinsam  beim 
Polizeiposten vorgesprochen. Auf Vorhaltung, wonach die Türklingel der 
Wohnung mit H. und P. C._______ angeschrieben sei, habe die Ehefrau 
bestätigt,  dass  das  P.  für  ihren  im  gleichen  Haushalt  lebenden  Sohn 
Patrick  stehe.  Der  Beschwerdeführer  selbst  habe  in  der  Einvernahme 
geäussert,  er  besitze  tatsächlich  nur  wenige  Kleider  und  die  meisten 
seien wahrscheinlich gerade in der Waschmaschine. Bei seinem Kollegen 
in  Luzern  übernachte  er  nur  selten  (ca.  einmal  im Monat).  Der  Bericht 

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verneinte  das  Bestehen  gesellschaftlicher  Kontakte  des 
Beschwerdeführers  innerhalb  der  Wohngemeinde.  Hingegen  sei  er  an 
seinem  Arbeitsplatz  gut  integriert.  Insgesamt  schlossen  die 
Berichterstatter  aus  der  angetroffenen  Situation  auf  den  Verdacht  einer 
Scheinehe.  Abschliessend  wurde  auf  einen  Rapport  der  Kantonspolizei 
Luzern  vom  22.  März  2004  verwiesen,  wonach  am  15. März  2004  in 
Z._______  LU  in  einer  Privatwohnung  eine  Kontrolle  durchgeführt  und 
dabei nebst andern auch der Beschwerdeführer angetroffen worden sei. 
Dabei  habe  er  den  Beamten  erklärt,  dass  er  bei  seiner  Ehefrau  in 
X._______ LU wohne und am fraglichen Ort lediglich zu Besuch sei. Zum 
Umstand,  dass  in  einem  Kleiderschrank  zwei  Taschen  mit  diversen 
Bankunterlagen  und  dem  Reisepass  des  Beschwerdeführers  gefunden 
worden  seien,  habe  sich  dieser  nicht  äussern  können.  Der  Rapport 
schliesst mit der Feststellung, dass sich alle in der Wohnung anwesenden 
Ausländer  aus  Bangladesh  (insgesamt  vier)  kurz  nach  ihrer  Einreise  in 
die  Schweiz  mit  Schweizer  Bürgerinnen  ausländischer  Abstammung 
verheiratet hätten, wobei in einem Fall die Ehefrau zugegeben habe, dass 
sie nur geheiratet habe, weil sie dafür Geld erhalten habe.

D. 
Im  Oktober  2006  bzw.  März  2007  edierte  der  Beschwerdeführer  auf 
Aufforderung der Vorinstanz hin eine Liste mit den Anschriften von sechs 
Referenzpersonen aus seinem privaten und beruflichen Umfeld.

E. 
Mit Schreiben vom 19. Juni 2007 ersuchte die Vorinstanz das kantonale 
Amt für Gemeinden,  für den Zeitraum ab Juli 2006 eine Ergänzung zum 
bereits  bestehenden  Erhebungsbericht  zu  veranlassen.  Auch  in  dem  in 
der Folge am 9. August 2007 erstellten Bericht bestätigte der Verfasser 
die Einschätzung, wonach vom Verdacht auf eine Scheinehe auszugehen 
sei.  Aus  der  nachgereichten  Begründung  (Bericht  vom  12. Dezember 
2007) geht hervor, dass die Kantonspolizei Luzern am 2. und 9. August 
2007  erneut  die  eheliche  Wohnung  aufgesucht  hatte.  Am  Donnerstag, 
2. August  2007  hatten  demnach  um  18:50  Uhr  zwei  Polizisten 
vorgesprochen.  Sie  hätten  mehrmals  läuten  müssen  und  während  der 
Wartezeit Flüster­ und andere Geräusche vernommen. Die Wohnung sei 
ihnen  schliesslich  durch  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  geöffnet 
worden. Bei  ihr  habe sich ein Mann aufgehalten, wobei  sich die beiden 
als Kollegen bezeichnet  hätten. Der Beschwerdeführer  selbst  habe  sich 
zur  fraglichen  Zeit  bei  der  Arbeit  befunden.  Die  Situation  sei  ihnen 
merkwürdig  erschienen.  Bei  der  Vorsprache  eine Woche  später,  am  9. 

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August  2007 um 12:20 Uhr  seien der Beschwerdeführer,  seine Ehefrau 
und deren Sohn angetroffen worden. Der Beschwerdeführer habe einige 
der  an  ihn  gerichteten  Fragen  nicht  sofort  beantworten  können  und  bei 
seiner  Ehefrau  nachfragen müssen.  So  habe  er  sich  beispielsweise  im 
Datum seiner Heirat "ziemlich" verschätzt.

F. 
In  der  Zeit  zwischen  Mitte  und  Ende  Februar  2007  gingen  bei  der 
Vorinstanz  sechs  Schreiben  von  Referenzpersonen  ein.  Am  29. März 
2007  ersuchte  die  Vorinstanz  die  Referenzpersonen  darum,  ihre 
Auskünfte zu erneuern, was die meisten von ihnen denn auch taten.

G. 
Mit  Schreiben  vom  5.  März  2008  teilte  die  Vorinstanz  dem 
Beschwerdeführer mit, sie hege Zweifel am Bestand einer tatsächlichen, 
stabilen ehelichen Gemeinschaft zwischen  ihm und seiner Ehefrau; dies 
weil er sich mit einer über 24 Jahre älteren Schweizerbürgerin verheiratet 
habe, nachdem sein Asylgesuch definitiv abgelehnt worden sei und er die 
Schweiz  hätte  verlassen  müssen.  Die  bisher  getätigten  Erhebungen 
hätten  diese  Zweifel  nicht  zerstreuen  können.  Für  den  Fall  eines 
Festhaltens an seinem Gesuch wurde der Beschwerdeführer eingeladen, 
Stellung  zu  nehmen  und  nochmals  mindestens  drei  Referenzpersonen 
schweizerischer Nationalität anzugeben, welche bestätigen könnten, dass 
er  und  seine  Schweizer  Ehefrau  im  sozialen  Bereich  gemeinsam  als 
Ehepaar aufträten.

H. 
Mit  Eingaben  vom  8.  und  31.  Juli  sowie  12.  September  2008  hielt  der 
Beschwerdeführer – nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Peter Wicki – 
ausdrücklich  an  seinem  Antrag  auf  erleichterte  Einbürgerung  fest.  Es 
lägen  keine  Umstände  vor,  die  gegen  den  Bestand  einer  tatsächlich 
gelebten ehelichen Gemeinschaft sprächen. Die Vorinstanz gehe bei ihrer 
Einschätzung  einzig  von  Mutmassungen  aus,  die  sie  aus  seinem 
ausländerrechtlichen Status  vor  der Heirat,  der Altersdifferenz  zwischen 
ihm und seiner Ehefrau und gewissen Feststellungen der Kantonspolizei 
in  deren  Erhebungsberichten  ableite.  Dem  stünden  die  schon  lange 
Dauer  seiner Ehe,  eine  gute  Integration  (insbesondere  am Arbeitsplatz) 
und zahlreiche Auskünfte von Referenzpersonen gegenüber, die auf den 
Bestand einer echten und gelebten Ehe schliessen liessen. 

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I. 
Nachdem  sie  zwei  weitere  Referenzauskünfte  eingeholt  hatte,  wandte 
sich  die  Vorinstanz  am  21.  Oktober  2008  erneut  an  den 
Beschwerdeführer.  Sie  teilte  ihm  mit,  dass  auch  in  Beachtung  der 
jüngsten  Referenzauskünfte  nach  wie  vor  nicht  davon  ausgegangen 
werden  könne,  dass  er  und  seine  schweizerische  Ehefrau  in  einer 
tatsächlichen,  stabilen  ehelichen  Gemeinschaft  lebten.  Dazu  gab  sie 
Auszüge  aus  dem  Erhebungsgericht  der  Kantonspolizei  Luzern  –  die 
Vorsprachen  am  2.  und  9.  September  2007  betreffend  –  sinngemäss 
wieder.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  empfohlen,  das  Gesuch 
zurückzuziehen.  Für  den  Fall  des  Festhaltens  am  Gesuch  habe  er  die 
Möglichkeit, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen. 

J. 
Mit Eingaben vom 25. und 30. Oktober 2008 an die Vorinstanz hielt der 
Beschwerdeführer  seinerseits  an  seinem  Begehren  fest  und  forderte 
einen raschen Entscheid.

K. 
In einem Schreiben vom 3. März 2009 orientierte das Amt  für Migration 
des Kantons Luzern die Vorinstanz darüber, dass der Beschwerdeführer 
ein  Gesuch  um  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  Erteilung 
der  Niederlassungsbewilligung  gestellt  habe.  Nachdem  es  (das  Amt  für 
Migration) durch ein Schreiben der Vorinstanz vom 31. Oktober 2008 von 
im  Einbürgerungsverfahren  bestehenden  Zweifeln  am  Bestand  einer 
tatsächlichen  ehelichen Gemeinschaft  erfahren habe,  prüfe  es  nunmehr 
fremdenpolizeiliche Massnahmen.

L. 
Mit Verfügung  vom 11. März 2009 wies die Vorinstanz das Gesuch um 
erleichterte  Einbürgerung  ab.  Die  Situation  des  Beschwerdeführers 
unmittelbar  vor  der  Heirat,  der  grosse  Altersunterschied  zwischen  den 
Ehegatten und die im Verfahren getätigten Erhebungen liessen ernsthaft 
daran zweifeln, dass eine  tatsächliche, ungetrennte und stabile eheliche 
Gemeinschaft  bestehe.  Die  Zweifel  könnten  mit  den  eingegangenen 
Referenzauskünften  allein  nicht  zerstreut  werden;  diese  seien  von 
beschränktem Informationsgehalt. 

M. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  27.  April  2009  beantragt  der 
Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht,  die  vorinstanzliche 

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Verfügung  sei  aufzuheben  und  ihm  sei  das  Schweizer  Bürgerrecht  zu 
erteilen.  Dabei  stellt  er  sich  auf  den  Standpunkt,  dass  er  nur  schon 
aufgrund des  formellen Bestands der Ehe, der gemeinsamen Wohnung, 
der Dauer der Ehe und insbesondere der diversen Bestätigungen Dritter 
den Nachweis  einer  stabilen  ehelichen Beziehung ausreichend erbracht 
habe.  Trete  hinzu,  dass  er  vom  kantonalen  Migrationsamt  im 
Zusammenhang  mit  dem  dort  hängigen  Gesuch  um  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  und  Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung  am 
7.  November  2008  zu  seinen  Verhältnissen  protokollarisch 
einvernommen worden sei. Mit seinen dabei erteilten Auskünften habe er 
nicht  nur  die  von  der  Kantonspolizei  in  ihren  Erhebungsberichten 
festgehaltenen Ungereimtheiten beseitigen können, sondern den Bestand 
einer stabilen ehelichen Beziehung unter Beweis gestellt. 

Zusammen  mit  der  Beschwerde  wurden  nebst  der  angefochtenen 
Verfügung  Kopien  von  Akten  aus  dem  ausländerrechtlichen 
Bewilligungsverfahren  ediert  (Erledigungsbericht  der  Kantonspolizei 
Luzern vom 30. April 2008, Befragungsprotokoll vom 7. November 2008 
und  Stellungnahme  des  Rechtsvertreters  zuhanden  der  kantonalen 
Migrationsbehörde vom 16. Februar 2009 mit diversen Belegen). 

N. 
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2009 auf 
Abweisung der Beschwerde. Dabei setzt sie sich erstmals auch mit den 
im Beschwerdeverfahren neu thematisierten Erhebungen der kantonalen 
Migrationsbehörde auseinander. 

O. 
Der  Beschwerdeführer  hält  in  einer  Replik  vom  31.  August  2009 
seinerseits  an  seinen Begehren  fest  und  beantragt  –  für  den Fall,  dass 
das  Bundesverwaltungsgericht  gleichwohl  begründete  Zweifel  an  der 
ausreichenden  Beweistauglichkeit  der  aufgelegten  Bestätigungen  von 
Auskunftspersonen habe – deren Einvernahme als Zeugen. Dazu reichte 
er neue Beweismittel ein.

P. 
Mit  Eingabe  vom  8.  Januar  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  weitere 
Beweise  ein  in  Form  von  Hochzeitsfotos  und  einer  Erklärung  des  bei 
einer  polizeilichen  Kontrolle  in  der  ehelichen  Wohnung  angetroffenen 
Mannes.  In einer Eingabe vom 13. Mai 2011 schliesslich  informierte der 
Beschwerdeführer  das  Bundesverwaltungsgericht  darüber,  dass  das 

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kantonale  Migrationsamt  das  hängige  Verfahren  um  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  und  Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung  bis 
zum  Abschluss  des  Einbürgerungsverfahrens  sistiert  habe  und  dieser 
Entscheid  auf  Beschwerde  hin  vom  kantonalen  Verwaltungsgericht 
geschützt worden sei. 

Q. 
Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  9.  September  2011  beantragt  der 
Beschwerdeführer  für  den  Fall  einer  Abweisung  der  Beschwerde  die 
Feststellung,  dass  das  Verfahren  auf  Gewährung  der  erleichterten 
Einbürgerung gesamthaft nicht innert der verfassungsrechtlich gebotenen 
Frist  abgeschlossen  worden  sei  und  verlangt  entsprechende 
Berücksichtigung dieses Umstands bei der Verteilung der Kosten.

R. 
Auf  den weiteren Akteninhalt,  wird,  soweit  entscheidswesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  erleichterte  Einbürgerung 
unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  51 
Abs.  1  BüG  i.V.m.  Art.  31  ff.  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Verwaltungsverfahrensgesetz  vom 
20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt (vgl. auch Art. 2 Abs. 4 VwVG).

1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde 
legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale 

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Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides (BVGE 2011/1 E. 2).

3. 
In  formeller  Hinsicht  beanstandet  der  Beschwerdeführer  die  überlange, 
den  Anforderungen  des  Art.  29  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101) 
nicht  genügende  Verfahrensdauer  und  beantragt  eine  entsprechende 
Feststellung.  Dem  Antrag  ist  zu  entsprechen.  Auch  wenn  der 
Beschwerdeführer  noch  im  Mai  2011  mit  Sachverhaltsergänzungen  an 
das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  ist,  so  dauerte  das  gesamte 
Verfahren  ab  der  Einreichung  des  Einbürgerungsgesuchs  bis  zum 
vorliegenden Urteil mehr als fünf Jahre, ohne dass Gründe in der Sache 
vorgelegen hätten  (Komplexität oder Umfang der Streitsache), die diese 
Verfahrensdauer rechtfertigen könnten.

4. 
4.1.  Die  in  den  Art.  27  bis  Art.  31b  BüG  geregelten  Tatbestände  der 
erleichterten Einbürgerung setzen nach Art. 26 Abs. 1 BüG in allgemeiner 
Weise voraus, dass die gesuchstellende Person in der Schweiz integriert 
ist  (Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet  (Bst. b) und die 
innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet  (Bst. c). Die 
erleichterte  Einbürgerung  gestützt  auf  eine  Ehe  mit  einer  Schweizerin 
bzw.  einem Schweizer  gemäss  Art.  27  BüG,  um  die  es  in  vorliegender 
Streitsache  geht,  verlangt  nach  dessen  Abs.  1  zusätzlich,  dass  die 
ausländische Person  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz  gewohnt  hat 
(Bst.  a),  seit  einem  Jahr  hier  wohnt  (Bst.  b)  und  seit  drei  Jahren  in 
ehelicher Gemeinschaft mit der Schweizer Bürgerin bzw. dem Schweizer 
Bürger lebt.

4.2. Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft im Sinne von Art. 27 Abs. 1 
Bst. c BüG bedeutet mehr als nur das formelle Bestehen einer Ehe nach 
Art. 159 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 
1907  (ZGB,  SR  210).  Verlangt  wird  vielmehr  eine  tatsächliche,  stabile 
Lebensgemeinschaft, die getragen ist vom gegenseitigen Willen, die Ehe 

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auch  künftig  aufrecht  zu  erhalten.  Der  Gesetzgeber  wollte  dem 
ausländischen  Ehegatten  einer  Schweizerin  bzw.  eines  Schweizers  die 
erleichterte Einbürgerung ermöglichen,  um die Einheit  des Bürgerrechts 
der  Ehegatten  im  Hinblick  auf  ihre  gemeinsame  Zukunft  zu  fördern 
(Botschaft des Bundesrats zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 
27.  August  1987,  BBl  1987  III  293  ff.,  S.  310;  vgl.  in  diesem 
Zusammenhang auch BGE 135 II 161 E. 2 mit weiteren Hinweisen).

5. 
Es  entspricht  einem  allgemeinen  Rechtsgrundsatz,  dass  derjenige  die 
Gefahr  der  Beweislosigkeit  einer  rechtserheblichen  Tatsache  trägt,  der 
aus ihr Rechte ableitet (vgl. PATRICK L. KRAUSKOPF / KATRIN EMMENEGGER, 
in:  Bernhard  Waldmann  /  Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren, 
Art. 12 N 207; vgl. Art. 8 ZGB). Das ist in Bezug auf die Voraussetzungen 
der erleichterten Einbürgerung nach Artikel 26 Absatz 1 und 27 Absatz 1 
BüG  der  Gesuchsteller  bzw.  die  Gesuchstellerin.  Gelangt  die  Behörde 
nach  Durchführung  des  Beweisverfahrens  im  Rahmen  der  freien 
Beweiswürdigung nicht zur Überzeugung, dass die Voraussetzungen der 
erleichterten  Einbürgerung  erfüllt  sind,  hat  sie  entsprechend  dieser 
Beweislastregel  so  zu  entscheiden,  wie  wenn  deren  Nichtvorliegen 
erwiesen  wäre.  Gegenstand  der  behördlichen  Überzeugung  ist 
grundsätzlich nicht die mehr oder weniger hohe Wahrscheinlichkeit eines 
bestimmten  Sachverhalts,  sondern  seine  tatsächliche  Verwirklichung. 
Bloss  abstrakte  oder  theoretische Zweifel,  die  immer möglich  sind,  sind 
dabei nicht massgebend. Es muss sich um begründete Zweifel handeln, 
das  heisst  um  solche,  die  sich  nach  den  gesamten  Umständen 
aufdrängen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts   C­4610/2008 
vom 4. November 2010 E. 3.3; vgl. KRAUSSKOPF  / EMMENEGGER, a.a.O., 
Art. 12 N 213 ff.).

6. 
6.1.    Wie  im  Sachverhalt  erwähnt  (Bst.  K  oben),  nahm  die  kantonale 
Migrationsbehörde  den  Antrag  des  Beschwerdeführers  vom  28.  Januar 
2008  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  und  Erteilung  der 
Niederlassungsbewilligung  zum Anlass,  um  ihrerseits  Abklärungen  über 
den Bestand seiner Ehe vorzunehmen. Diese konnten offenbar nicht das 
Bild  einer  stabilen  und  gelebten  ehelichen  Gemeinschaft  vermitteln. 
Jedenfalls  stellte  die  kantonale  Migrationsbehörde  weitergehende 
Abklärungen  und  die  Prüfung  fremdenpolizeilicher  Massnahmen  in 
Aussicht  (Schreiben  des Amtes  für Migration  vom  3. März  2009  an  die 

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Vorinstanz sowie vom 15. April 2009 an den Rechtsvertreter, Verfügung 
des gleichen Amtes vom 24. Juni 2009 S. 2 unten). Dabei steht klar der 
Verdacht  einer  Scheinehe  im  Raum,  die  nicht  nur  eine  weitere 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers in Frage 
stellt, sondern zugleich eine erleichterte Einbürgerung nach Art. 27 BüG 
ausschliesst.  In  einer  derartigen  Konstellation  rechtfertigt  es  sich,  das 
Verfahren  um  erleichterte  Einbürgerung  bis  zur  Klärung  des 
ausländerrechtlichen Status des Gesuchstellers bzw. der Gesuchstellerin 
auszusetzen  oder  aber,  wenn  auf  einem  Entscheid  beharrt  wird,  die 
erleichterte Einbürgerung vorderhand zu  verweigern. Etwas anderes gilt 
allenfalls  dann,  wenn  die  Akten  den  Verdacht  einer  Scheinehe  als 
offensichtlich  unbegründet  erscheinen  lassen.  Diese  Vorgehensweise 
lässt  sich  damit  begründen,  dass  der  ausländerrechtlich  geregelte 
Aufenthalt  einer Einbürgerung vorausgeht und die kantonalen Behörden 
die grössere Nähe zum zu beurteilenden Lebenssachverhalt aufweisen. 

6.2.  In  casu  ist  der Verdacht  einer Scheinehe  keineswegs offensichtlich 
unbegründet.  Ganz  im  Gegenteil  bestehen  gewichtige  belastende 
Indizien, die sich  teilweise aus der Vorgeschichte,  teilweise  im Zuge der 
von  der  Vorinstanz  in  Auftrag  gegebenen  Erhebungen  ergeben  haben: 
Angefangen  mit  den  Umständen  der  Heirat  (Eingehen  einer  Ehe  nach 
negativem  Ausgang  eines  Asylverfahrens  und  damit  Sicherung  des 
weiteren  Verbleibs  in  der  Schweiz)  und  in  Berücksichtigung  des 
erheblichen  Altersunterschieds  zwischen  den  Ehegatten  bis  hin  zu  den 
Ungereimtheiten  im  Zusammenhang  mit  den  Wohn­  und 
Lebensverhältnissen (der Beschwerdeführer übernachtet ohne plausiblen 
Grund  teilweise  auswärts,  im  gemeinsamen  Schlafzimmer  sind  keine 
oder  nur  wenige  Männerkleider  im  Schrank,  keine  überzeugende 
Erklärung dafür, weshalb Mieter der gemeinsamen Wohnung die Ehefrau 
und  deren  Ex­Ehemann  sind,  dies  obwohl  der  Beschwerdeführer  im 
fraglichen  Zeitraum,  d.h.  Juni  2004,  erwerbstätig  war  und  somit  aus 
finanzieller  Sicht  ohne weiteres  als Mieter  in Betracht  gekommen wäre, 
während  Jahren  provisorische  bzw.  gar  keine  Beschriftung  des 
Briefkastens und der Türklingel mit dem Namen des Beschwerdeführers 
und anderes mehr). 

6.3.  Die  Ungereimtheiten  im  Zusammenhang  mit  den  Wohn­  und 
Lebensverhältnissen  lassen  sich  mit  den  teilweise  erst  im 
Beschwerdeverfahren  abgegebenen  Erklärungsversuchen  nicht  ohne 
weiteres  beseitigen.  Was  die  Referenzauskünfte  betrifft,  so  wird  zwar 
sowohl im Gesuchsverfahren wie auch auf Beschwerdeebene wiederholt 

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betont, diese bescheinigten dem Beschwerdeführer und dessen Ehefrau 
eine  intakte  Lebensgemeinschaft.  Die  Referenzauskünfte  allein  können 
jedoch schon deshalb nicht  vom Bestand einer ehelichen Gemeinschaft 
überzeugen,  weil  den  Eheleuten  nahe  stehende  und  von  diesen 
bezeichnete Personen kaum zu deren Ungunsten aussagen würden (vgl. 
dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6521/2007  vom  28. 
Oktober  2010  E.  8.6  mit  weiteren  Hinweisen).  Deren  Einvernahme  als 
Zeugen dürfte zu keinen anderen Erkenntnissen führen. Demnach ist  im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die 
Voraussetzungen einer erleichterten Einbürgerung verneint hat.

7. 
Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  das  Verfahren  betreffend 
erleichterte  Einbürgerung  gesamthaft  nicht  innert  der 
verfassungsrechtlich gebotenen Frist abgeschlossen worden ist. Insoweit 
ist  die  Beschwerde  gutzuheissen.  Im  Übrigen  ist  die  Beschwerde 
abzuweisen.

8. 
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer 
reduzierte Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.­ aufzuerlegen (Art. 
63  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  1,  2  und  3  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [SR  173.320.2]).  Die  Vorinstanz  ist 
desweiteren  zu  verpflichten,  dem  Beschwerdeführer  eine  gekürzte 
Parteientschädigung  zuzusprechen.  Ausgehend  von  der  eingereichten 
Kostennote  ist  sie  in  Anwendung  der  massgebenden 
Bemessungskriterien auf Fr. 800.­ (inkl. MwSt.) festzusetzen (Art. 64 Abs. 
1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE).

Dispositiv S. 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen,  und  es  wird  festgestellt, 
dass das Verfahren betreffend erleichterte Einbürgerung nicht  innert der 
verfassungsmässig  gebotenen  Frist  abgeschlossen  wurde.  Im  Übrigen 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 
800.­  verrechnet.  Der  Restbetrag  von  Fr.  200.­  wird  dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 
Die  Vorinstanz  hat  den  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht mit Fr. 800.­ (inkl. MwSt.) zu entschädigen.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: 3 Fotos)
– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref­Nr. K […])
– das Amt für Migration des Kantons Luzern ad LU […]

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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