# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f850d9d-ddca-55a1-921e-c153ce6158d0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 B-3942/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3942-2011_2011-12-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

U r t e i l   v om   1 4 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz),
Bernard Maitre und Maria Amgwerd;
Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin.

Parteien X._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Jost und 
Rechtsanwältin Sirkka Messerli, Gesellschaftsstrasse 27, 
Postfach 6858, 3001 Bern,Beschwerdeführerin, 

gegen

The Swatch Group AG, Seevorstadt 6, 2501 Biel/Bienne,  
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. LL.M. Christian Wind 
und Rechtsanwältin Prof. Dr. iur. Isabelle Häner, bratschi, 
wiederkehr & buob, Bahnhofstrasse 70, Postfach 1130, 
8021 Zürich,
Beschwerdegegnerin, 

Wettbewerbskommission WEKO, 
Monbijoustrasse 43, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen in der Untersuchung 32­0224 
gegen The Swatch Group AG.

B­3942/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Vorinstanz  am  6.  Juni  2011  gestützt  auf  Art.  27  des 
Kartellgesetzes vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) die Untersuchung 32­
0224 betreffend Swatch Lieferstopp wegen möglicherweise unzulässiger 
Verhaltensweise  marktbeherrschender  Unternehmen  gemäss  Art.  7  KG 
eröffnet hat (vgl. Medienmitteilung der Vorinstanz vom 8. Juni 2011);

dass  sie  mit  Verfügung  vom  6.  Juni  2011  für  den  Zeitraum  dieser 
Untersuchung  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  und  die 
Verpflichtungserklärung  der  Beschwerdegegnerin  vom  26.  Mai  2011 
genehmigt hat  (Dispositiv Ziff.  1), welche die Lieferungen mechanischer 
Uhrwerke  (Mouvements)  und  von  Assortiments  während  der 
Untersuchung  regelt sowie den Umfang der Lieferreduktion  für das Jahr 
2012 festlegt;

dass die Vorinstanz in Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung festgehalten 
hat, diese Genehmigung gelte ab dem 6. Juni 2011 bis am 31. Dezember 
2012,  verkürze  sich  aber  mit  der  Rechtskraft  einer  anderslautenden 
Verfügung der Vorinstanz;

dass  nach  Ziff.  3  des  Dispositivs  Zuwiderhandlungen  gegen  diese 
Verfügung mit Sanktionen gemäss Art. 50 oder 54 KG belegt werden;

dass die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde gegen Ziff. 1 und 2 des 
Dispositivs die aufschiebende Wirkung entzogen hat (Dispositiv Ziff. 4);

dass  die  Vorinstanz  die  Verfügung  der  Beschwerdegegnerin  eröffnet 
(Dispositiv  Ziff.   6)  und  am  23. Juni  2011  auf  ihrer  Homepage 
veröffentlicht hat;

dass die Vorinstanz gleichzeitig mit der Verfügung vom 6. Juni 2011 die 
Untersuchung 32­0216 gegen die ETA SA Manufacture Horlogère Suisse 
SA vorläufig sistiert hat;

dass  sie  mit  Verfügung  vom  6.  Juli  2011  der  Beschwerdeführerin 
mitgeteilt  hat,  dass  ihr  in  der  Untersuchung  32­0224  keine 
Parteieigenschaft zukomme;

dass  die  Beschwerdeführerin  diese  drei  Verfügungen  mit  Beschwerde 
vom  11.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  anficht  und  unter 
Kosten­  und  Entschädigungsfolgen  beantragt,  die  Verfügungen  vom  6. 
Juni und 6. Juli 2011 seien aufzuheben und die Beschwerdeführerin sei in 

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den  Untersuchungen  32­0224  und  32­0216  sowie  im 
Beschwerdeverfahren als Partei zu behandeln;

dass  sie  betreffend  die  vorsorglichen  Massnahmen  beantragt,  die 
Beschwerdegegnerin  sei  vorläufig  für  die  Dauer  der  beiden 
Untersuchungen  zu  verpflichten,  dass  die  ETA  der  Beschwerdeführerin 
ab  1.  Januar  2011  jedes  Jahr  Mouvements  im  Umfang  der  jeweils  im 
Vorjahr  bezogenen  Menge  plus  10%  liefere  und  dass  die  Nivarox  der 
Beschwerdeführerin  ab  1.  Januar  2011  jedes  Jahr  Assortiments  im 
Umfang der jeweils im Vorjahr bezogenen Menge plus 10% liefere;

dass  sie  eventualiter  beantragt,  die  zwei  vorinstanzlichen  Verfügungen 
vom  6. Juni  2011  seien  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen;

dass sie weiter beantragt, ihr sei Akteneinsicht zu gewähren;

dass  die  Beschwerdeführerin  zu  ihrer  Beschwerdelegitimation  vorbringt, 
sie  sei  mit  Abstand  der  grösste  externe  Bezüger  von  Nivarox­
Assortiments  und  von  ETA­Mouvements  und  zugleich  auch 
Hauptkonkurrent  der  Beschwerdegegnerin  auf  dem  Markt  für 
Mouvements, weshalb sie als Marktteilnehmerin und als Konkurrentin von 
der  Verfügung  betreffend  vorsorgliche Massnahmen  direkt  betroffen  sei 
und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung habe;

dass  sie  ebenfalls  von  der Sistierungsverfügung  betroffen  sei  und  auch 
durch  die  Ablehnung  der  Parteistellung  in  den  beiden  Untersuchungen 
besonders  berührt  sei  und daher  auch ein  schutzwürdiges  Interesse an 
der Aufhebung dieser beiden Verfügungen habe;

dass  sie  die  angefochtenen  vorsorglichen  Massnahmen  in  ihrer 
Wettbewerbsstellung erheblich beeinträchtigten, da sie einerseits wegen 
der Lieferkürzungen den Bedarf ihrer Kunden an Mouvements nicht mehr 
befriedigen  könne  und  andererseits  voraussichtlich  30­40  Mitarbeiter 
entlassen müsse, womit glaubhaft gemacht sei, dass die angefochtenen 
Zwischenverfügungen  für  die  Beschwerdeführerin  einen  nicht 
wiedergutzumachenden Nachteil bewirkten;

dass  sie  weiter  vorbringt,  die  Beschwerdegegnerin  sei  mit  ihren 
Konzerngesellschaften  ETA  und  Nivarox  marktbeherrschend  auf  den 
Märkten  für  Ebauches,  Mouvements  und  Assortiments  und  verfüge 
überdies über eine starke Stellung auf dem Markt für Fertiguhren;

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dass  die  Situation  der  Beschwerdeführerin  und  der  anderen  nicht  zur 
Beschwerdegegnerin  gehörenden  Uhrenfabrikanten  durch  die 
Lieferkürzungen  als  Marktteilnehmer  noch  schwieriger  werde,  da  sich 
zum einen  das  für  die Berechnung  der  Lieferreduktion  als Referenzjahr 
vorgesehene  Jahr  2010 wegen  der  damals  noch  hohen  Lagerbestände 
und  deswegen  niedriger  Bestellraten  nicht  als  Referenzjahr  eigne  und 
zum anderen die Beschwerdeführerin bei Nivarox Assortiments, welches 
aus  fünf  Teilen  bestünden,  nicht  fertig  zusammengesetzt,  sondern  in 
Bestandteilen nach unterschiedlicher Zahl bestelle, was dazu führe, dass 
die Beschwerdeführerin zwar unter Umständen einzelne Bestandteile  für 
ein Assortiment  in genügender Zahl an Lage habe, aber dennoch diese 
Assortiments  nicht  zusammensetzen  könne,  da  ihr  andere  notwendige 
Bestandteile fehlten;

dass  sich  aufgrund  dieser  Lieferbeschränkungen  massive 
Marktverschiebungen zugunsten der Beschwerdegegenerin ergäben, weil 
die  Beschwerdeführerin  Kürzungen  von  30%  bei  den  Mouvements  zu 
erwarten  habe  und,  da  bei  weitem  keine  ausreichenden 
Substitutionsmöglichkeiten  bestünden,  die  Beschwerdegegnerin  ihre 
führende Position dafür missbrauche,  ihre Konkurrenten aus dem Markt 
zu drängen;

dass die Beschwerdeführerin die Bestimmungen der Verordnung über die 
Benutzung  des  Schweizer  Namens  für  Uhren  vom  23.  Dezember  1997 
(SR 232.119) stets eingehalten habe und sie die Trader, mit welchen sie 
in  Asien  seit  15­25  Jahren  zusammenarbeite,  regelmässig  darauf 
hinweise, dass die von ihr gelieferten Mouvements nicht für Fälschungen 
verwendet werde dürften;

dass  sie  damit  alle  zumutbaren  Vorkehrungen  treffe,  damit  diese 
Mouvements nicht in gefälschte Uhren eingesetzt würden;

dass  die  angefochtenen  vorsorglichen  Massnahmen  den 
Handlungsspielraum  der  Beschwerdeführerin  bereits  während  der 
Untersuchung stark einschränkten sowie zu befürchten sei, dass wegen 
der  langen  Vorbestellungszeiten  und  der  Gefahr,  dass  die 
Beschwerdeführerin  ihren  Kunden  gegenüber  die  Lieferverpflichtungen 
nicht einhalten könne, viele Kunden zur Beschwerdegegnerin abwandern 
würden;

dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Lieferreduktion  auch  ihre 
selber  produzierten  Ebauches  wegen  Fehlens  der  Assortiments  nicht 

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mehr  zu  Mouvements  zusammenbauen  könne,  weshalb  sie  die 
Produktion von Ebauches voraussichtlich reduzieren und als Folge davon 
30  bis  40  ihrer  290  Mitarbeiter  (260  in  der  Schweiz  und  30  in 
Deutschland) entlassen werden müsse;

dass  die  Beschwerdeführerin  am  21.  Juli  2011  dem 
Bundesverwaltungsgericht  mitteilte,  die  Vorinstanz  habe  ihr  am  20.  Juli 
2011 Parteistellung  in der Untersuchung 32­0224 eingeräumt und damit 
ihre  anderslautende  Verfügung  vom  6. Juli  2011  in  Wiedererwägung 
gezogen; 

dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom  1.  September  2011 
beantragt, es sei die Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. Juni 2011 
betreffend vorsorgliche Massnahmen abzuweisen, es sei die Beschwerde 
gegen  die  Verfügung  vom  6.  Juni  2011  betreffend  die  Sistierung  der 
Untersuchung  32­0216  gegen  ETA  abzuweisen  und  es  sei  die 
Beschwerde  gegen  die  Verfügung  vom  6.  Juli  2011  betreffend 
Verweigerung  der  Parteistellung  im  Untersuchungsverfahren  32­0224 
wegen Gegenstandslosigkeit abzuschreiben;

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  6. 
September  2011  den  Antrag  der  Beschwerdeführerin  auf 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ihrer Beschwerde gegen 
die vorsorglichen Massnahmen abgewiesen hat;

dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  Beschwerdeantwort  vom  12. 
September 2011 unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen beantragt, auf 
die  Anträge  der  Beschwerdeführerin  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter 
seien  diese  abzuweisen  und  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  6.  Juni 
2011 sei zu bestätigen;

dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  7.  Oktober  2011  auf  eine 
Stellungnahme zur Beschwerdeantwort verzichtet und ergänzend festhält, 
die  Beschwerdegegnerin  äussere  sich  in  ihrer  Beschwerdeantwort 
ausführlich  zu materiellen und  rechtlichen Punkten,  die Gegenstand der 
laufenden  Untersuchung  der  WEKO  gegen  die  Beschwerdegegnerin 
seien, zu denen sie während der laufenden Untersuchung keine weiteren 
Ausführungen mache, woraus aber keinesfalls abgeleitet werden könne, 
sie teile die Auffassung der Beschwerdegegnerin;

dass die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2011 
an ihren Anträgen festhält;

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dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  10.  Oktober 
2011 an ihren Anträgen festhält;

dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  28.  Oktober  2011  ihre 
Feststellungen vom 7. Oktober 2011 betreffend Äusserungen im Rahmen 
der  vorsorglichen  Massnahmen  zu  materiellen  Fragen,  welche 
Gegenstand  der  laufenden  Untersuchungen  seien,  wiederholt  und 
festhält,  dass  es  sich  bei  den  diesbezüglichen  Ausführungen  um  reine 
Parteibehauptungen  handeln  würde,  zu  welchen  sie  während  der 
laufenden Untersuchung nicht Stellung nehme;

dass sie darin weiter klarstellt, dass der Untersuchung 32­0224 gegen die 
Beschwerdegegnerin  keine  Vorabklärung  i.S.v.  Art.  26  KG 
vorangegangen  sei,  weshalb  sich  die  Frage  der  Akteneinsicht  gar  nicht 
stelle,  und dass sie  festhält,  der Beschwerdeführerin werde  im Rahmen 
der  Untersuchung  Akteneinsicht  gewährt  werden,  sobald  die  Akten 
bereinigt seien;

dass  die  Beschwerdeführerin  am  31.  Oktober  2011  an  ihren 
Ausführungen und Anträgen festhält;

dass  die  Beschwerdegegnerin  am  31. Oktober  2011  ebenfalls  an  ihren 
Anträgen und bisherigen Ausführungen festhält,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  Art.  31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32) 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR 
172.021) beurteilt  und es sich bei der Verfügung der Vorinstanz vom 6. 
Juni  2011  betreffend  die  vorsorglichen  Massnahmen  um  eine 
Zwischenverfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG handelt;

dass  die  Wettbewerbskommission  gemäss  Art.  33  Bst.  f  VGG  eine 
Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist und sich das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht  nach  dem Verwaltungsverfahrensgesetz 
richtet,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt 
(Art. 37 VGG);

dass  gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  gegen  eine  selbständig 
eröffnete  Zwischenverfügung,  welche  nicht  die  Zuständigkeit  oder  den 

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Ausstand betrifft (Art. 45 VwVG), Beschwerde geführt werden kann, wenn 
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann;

dass  hierfür  praxisgemäss  ein  tatsächlicher  Nachteil  sowie  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  der  sofortigen  Aufhebung  oder  Änderung 
der  Zwischenverfügung  ausreichen  und  dieses  Interesse  auch 
wirtschaftlicher Natur sein kann, soweit es der Beschwerdeführerin nicht 
einzig darum geht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens 
zu  verhindern  (vgl.  Beschwerdeentscheid  der  Rekurskommission  für 
Wettbewerbsfragen vom 14. Juni 2004 in Sachen U. gegen S. AG, A. AG 
und  Wettbewerbskommission  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen, 
publiziert  in:  Recht  und  Politik  des  Wettbewerbs  [RPW],  Bern,  2004/3 
859,  E.  1.3;  Isabelle  Häner,  Vorsorgliche  Massnahmen  im 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  ZSR  1997  II,  S.  379  f. 
m.w.H.),  und  dass  dieser  Nachteil  aufgrund  der  Aktenlage  lediglich 
glaubhaft sein muss;

dass  die  Beschwerdeführerin  glaubhaft  darlegt,  sie  erleide  durch  die 
Liefereinfrierung  im  Jahr  2011  und  die  Lieferreduktion  im  Jahr  2012 
Umsatzeinbussen  und  damit  einen  nicht  mehr  wiedergutzumachenden 
Nachteil;

dass  sie  als  Kundin  der  Beschwerdegegnerin  von  der  angefochtenen 
Verfügung berührt ist, ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse an der 
Aufhebung  oder  Änderung  der  Verfügung  hat  und  damit  auch  als 
Nichtadressatin  der  Verfügung  –  obwohl  sie  am  vorinstanzlichen 
Verfahren  nicht  teilgenommen  hat  –  beschwerdelegitimiert  ist  (Art.  48 
Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 130 II 149, E. 1.1);

dass die angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin nicht schriftlich 
eröffnet wurde und sie diese  frühestens mit  deren Aufschaltung auf der 
Homepage der Vorinstanz am 23. Juni 2011 zur Kenntnis genommen hat;

dass  die  Beschwerdefrist  30  Tage  beträgt  und  diese  Frist  in  Verfahren 
betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen 
nicht  stillsteht  (Art.  22a Abs.  2  und Art.  50 Abs.  1 VwVG), weshalb  die 
Beschwerde vom 11. Juli 2011 rechtzeitig eingereicht worden ist;

dass die Formerfordernisse von Art. 52 VwVG erfüllt sind und damit auf 
die  Beschwerde  einzutreten  ist  (betreffend  Antrag  der 
Beschwerdeführerin auf Aufhebung der Sistierung der Untersuchung 32­
0216 vgl. unten);

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dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  am  20.  Juli  2011 
Parteistellung  in  der  Untersuchung  32­0224  eingeräumt  hat  und  dieser 
Antrag damit durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden ist;

dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Untersuchung  32­0216  gegen  die 
ETA  Manufacture  Horlogère  Suisse  SA  weder  Partei  noch 
Verfahrensbeteiligte ist und sie durch die Sistierung dieser Untersuchung 
auch nicht im Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG besonders berührt  ist und 
kein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung  dieser 
verfahrensleitenden Verfügung hat;

dass die Vorinstanz  in  ihrer Vernehmlassung überzeugend darlegt,  jene 
Sistierung  sei  aus  prozessökonomischen  Gründen  erfolgt,  da  davon 
auszugehen  sei,  dass  die  Untersuchung  32­0224  betreffend  Swatch 
Lieferstopp  Auswirkungen  auf  die  erste  Untersuchung  gegen  die  ETA 
hätte und eine Sistierung damit gerechtfertigt sei;

dass  überdies  weder  öffentliche  noch  überwiegende  private  Interessen 
der Sistierung entgegenstünden;

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  glaubhaft macht,  es  drohe  ihr  durch 
die Sistierung jenes Verfahrens ein nicht wiedergutzumachender Nachteil 
im  Sinne  von  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  und  ihre  Beschwerde  damit 
nicht zulässig ist;

dass  die  Vorinstanz  bis  jetzt  nicht  über  die  Parteistellung  der 
Beschwerdeführerin  in  jenem Verfahren entschieden hat und der Antrag 
der Beschwerdeführerin, es sei  ihr  im sistierten Verfahren Parteistellung 
einzuräumen, nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens 
ist, weshalb auf diesen Antrag auch nicht einzutreten ist;

dass  die  Vorinstanz  am  20.  Juli  2011  der  Beschwerdeführerin 
Parteistellung  in  der  Untersuchung  32­0224  eingeräumt  hat  und  ihr  in 
ihrer  Vernehmlassung  vom  28.  Oktober  2011  zusichert,  sie  werde 
Einsicht in die Akten erhalten, sobald diese bereinigt seien, 

dass  damit  der  Antrag  der  Beschwerdeführerin  auf  Akteneinsicht 
gegenstandslos geworden ist;

dass  gemäss  Praxis  und  Lehre  im  Verfahren  einer  kartellrechtlichen 
Untersuchung  nach  Art.  27  KG  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren 
einer  Partei  analog  zu  Art.  56  VwVG  vorsorgliche  Massnahmen 
angeordnet  werden  können,  um  den  bestehenden  Zustand  zu  erhalten 

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oder  bedrohte  Interessen  einstweilen  sicherzustellen,  und  über  die 
Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  im  summarischen  Verfahren 
entschieden wird (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.1; 130 II 521, E. 2, m.w.H.);

dass  solche  vorsorglichen  Massnahmen,  die  vor  Anordnung  einer 
Verfügung  ergehen,  darauf  abzielen,  die  Wirksamkeit  der 
kartellrechtlichen  Untersuchung  und  einer  allfälligen  Verfügung 
sicherzustellen,  und  dass  mit  sichernden  Vorkehren  der  bestehende 
tatsächliche  oder  rechtliche  Zustand  einstweilen  unverändert  erhalten 
werden soll, während mit gestaltenden Massnahmen ein Rechtsverhältnis 
provisorisch  geschaffen  oder  einstweilen  neu  geregelt  werden  soll  (vgl. 
BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859, E.4);

dass die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 49 Bst. a­c VwVG mit der 
Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die 
Unangemessenheit der Verfügung rügen kann;

dass  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  vier  Erfordernisse 
für  den  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  während  des 
Untersuchungsverfahrens (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859, 
E. 4, m.w.H.) geprüft hat und zum Schluss gekommen ist, dass davon die 
günstige  Entscheidprognose,  der  nicht  leicht  wiedergutzumachende 
Nachteil  sowie  die  zeitliche  Dringlichkeit  vorliegen  und  die 
Beschwerdeführerin  diese  Voraussetzungen  in  ihrer  Beschwerde  auch 
nicht bestreitet;

dass  die  Beschwerdeführerin  einzig  das  vierte  Erfordernis  der 
Verhältnismässigkeit  der  vorsorglichen  Massnahmen  bestreitet  und  zu 
deren  Unangemessenheit  vorbringt,  die  in  den  Ziff.  1  und  2  der 
Vereinbarung  festgelegten  Liefermengen  würden  unter  ihrem  effektiven 
Bedarf  liegen  und  sie  in  der  Produktion  einschränken  sowie  die 
Beschwerdegegnerin im Wettbewerb bevorteilen;

dass  die  Beschwerdegegnerin  demgegenüber  vorbringt,  die 
Beschwerdeführerin  könne  keine  unbeschränkte  Lieferpflicht  verlangen, 
da im vorsorglichen Verfahren nicht mehr beantragt werden könne, als im 
Untersuchungsverfahren  zu  erreichen  sei,  und  die  mechanischen 
Uhrwerke von der ETA, welche die Beschwerdeführerin beziehe, im Jahr 
2011  gar  nicht  und  im  Jahr  2012  lediglich  in  geringem Masse  reduziert 
würden,  was  bedeute,  dass  die  Beschwerdeführerin  diese  geringfügige 

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Reduktion  zumindest  kurzfristig  aus  ihren  Lagerbeständen  überbrücken 
könne;

dass  im  Kartellrecht  unzulässige  Wettbewerbsbeschränkungen  sowohl 
auf dem zivil­ wie auch dem verwaltungsrechtlichen Weg verfolgt werden 
können und wegen der Parallelität dieser Verfahrenswege der öffentlich­
rechtliche  Weg  primär  darauf  ausgerichtet  ist,  einen  funktionierenden 
Wettbewerb  sicherzustellen,  woraus  folgt,  dass  vorsorgliche 
Massnahmen  vorab dann anzuordnen  sind, wenn dies  dem Schutz  des 
wirksamen  Wettbewerbs  dient  (vgl.  BGE  130  II  149,  E.  2.4),  dass  die 
Beschwerdeführerin  aber  auf  diesem  Weg  keine  unbeschränkte 
Lieferpflicht der Beschwerdegegnerin durchsetzen kann;

dass die Beschwerdeführerin sich im Wesentlichen auf Ausführungen zur 
marktbeherrschenden  Stellung  der  Beschwerdegegnerin  und  deren 
weiteren Stärkung  im Wettbewerb beschränkt, mit dem Hinweis auf  ihre 
Produktionsausfälle  und  voraussichtlichen  Gewinneinbussen  aber  nicht 
darzulegen vermag, dass durch die von der Vorinstanz  im vorsorglichen 
Verfahren  genehmigten  Liefermengen  die  Gefahr  gravierender  und 
irreversibler Strukturveränderungen ausginge;

dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihren  Ausführungen  nicht  glaubhaft 
macht,  durch  die  vorsorglichen  Massnahmen  sei  der  wirksame 
Wettbewerb  bedroht,  sondern  vielmehr  ihre  Ansichten  und 
Einschätzungen  zu  materiellen  kartellrechtlichen  Fragen  vorbringt,  die 
durch  die  Vorinstanz  in  der  Untersuchung  zu  prüfen,  nicht  aber  im 
Beschwerdeverfahren  gegen  die  vorsorglichen  Massnahmen  zu  hören 
sind,  da  sie  die  Untersuchung  und  deren  abschliessende  Verfügung 
präjudizieren können (vgl. RPW 2004/3 859, E. 4.6 f., m.w.H.);

dass  die  von  der  Vorinstanz  genehmigte  Vereinbarung  demgegenüber 
den  Abnehmerinnen  von  ETA  und  Nivarox,  zu  welchen  die 
Beschwerdeführerin  gehört,  während  der  Untersuchung  eine  im  Voraus 
bestimmbare Liefermenge sicherstellt (nämlich eine unveränderte Anzahl 
mechanischer  Uhrwerke  und  Assortiments  für  das  Jahr  2011  auf  der 
Basis  der  Bestellmengen  2010,  eine  auf  85%  reduzierte  Anzahl 
mechanischer  Uhrwerke  [beim  Einbau  in  eigene  Uhren]  bzw.  eine  auf 
70%  reduzierte  Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  [für  Kunden,  die  eine 
eigene Werkproduktion haben und keine eigenen Fertiguhren anbieten], 
und  eine  auf  95%  der  Bestellmengen  2010  reduzierte  Anzahl 
Assortiments  für  das  Jahr  2012)  und  damit  als  geeignete  und 

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erforderliche  Massnahme  zum  Schutz  des  Wettbewerbs  während  der 
Untersuchung anzusehen ist;

dass  durch  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  nicht  glaubhaft 
gemacht  ist,  die  von  der  Vorinstanz  genehmigten  Liefermengen  seien 
unverhältnismässig,  und  zudem  die  von  der  Beschwerdeführerin 
beantragte  jährliche  Erhöhung  der  Liefermengen  um  10%  der 
Vorjahresmenge  während  des  Verfahrens  den  Ausgang  der 
Untersuchung präjudizieren könnte;

dass  diese  vorsorgliche  Massnahme  bis  zum  Abschluss  der 
wettbewerbsrechtlichen  Untersuchung  oder  maximal  bis  zum  31. 
Dezember  2012  gilt,  damit  auch  zeitlich  nicht  als  unangemessen 
erscheint  und  zudem  jederzeit  bei  veränderten  Verhältnissen  von  der 
Vorinstanz abgeändert werden kann;

dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  die  Verfahrenskosten  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);

dass die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2 
des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) 
sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  der  Art  der 
Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien  richten  und 
deshalb bei  der Bemessung der Gerichtsgebühr die Zwischenverfügung 
vom  6.  September  2011  als  aufwanderhöhend  und  die  Vielzahl  der 
Beschwerden  gegen  die  gleiche  angefochtene  Verfügung  als 
aufwandvermindernd zu berücksichtigen sind; 

dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  ihrem  Hauptantrag,  auf  die 
Beschwerde  sei  nicht  einzutreten,  unterliegt  und  mit  ihrem 
Eventualantrag,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen,  obsiegt  und  ihr  bei 
diesem Verfahrensausgang gestützt auf Art. 64 VwVG und Art. 7 VGKE 
eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin 
zuzusprechen ist;

dass bei der Festsetzung der Parteientschädigung zu berücksichtigen ist, 
dass  sich  einerseits  der  Vertretungsaufwand  der  Beschwerdegegnerin 
durch  die  Mehrzahl  der  Beschwerdeantworten  reduziert  hat  und 
andererseits  der  Aufwand  für  die  Ausführungen  in  der  Sache  zur 
Untersuchung der WEKO im vorliegenden Beschwerdeverfahren über die 
vorsorglichen Massnahmen nicht erforderlich war.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit sie durch die Wiedererwägung 
der Vorinstanz vom 20. Juli 2011 nicht gegenstandslos geworden ist.

2. 
Auf den Antrag der Beschwerdeführerin, die Sistierung der Untersuchung 
32­0224 sei aufzuheben, wird nicht eingetreten. 

3. 
Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr.  2'500.−  festgelegt  und  mit  dem 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 

4. 
Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine 
Parteientschädigung von Fr. 3'000.− (inkl. Mehrwertsteuer) auszurichten.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde);
– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde);
– die Vorinstanz (Ref­Nr. 32­0224; Gerichtsurkunde);
– das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (Gerichtsurkunde).

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Stephan Breitenmoser Katharina Walder Salamin

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tage  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in 
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand: 27. Januar 2012