# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1ebd2e5-f3f6-5402-9a1e-590015e01c07
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2011 E-5730/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5730-2011_2011-10-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5730/2011

U r t e i l   v om   2 1 .   O k t ob e r   2 0 1 1  

Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher,
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;  
Gerichtsschreiberin Sarah Diack.

Parteien A._______, geboren am (…),
Libyen, 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung nach Italien 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 11. Oktober 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein  libyscher Staatsangehöriger mit  letztem 
Wohnsitz  in Tripolis, seinen Heimatstaat gemäss dem Eintrag  in seinem 
Pass am (…) 2011 verliess und auf dem Luftweg mit einem italienischen 
Visum nach Rom gelangte, 

dass er in Italien blieb, bis er gemäss seinen Angaben am 5. Juli 2011 in 
die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) Chiasso ein Asylgesuch stellte, 

dass  das  BFM  am  13. Juli  2011  im  EVZ  Altstätten  anlässlich  der 
Kurzbefragung  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn 
summarisch  zum  Reiseweg  sowie  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen 
seines Heimatstaates befragte (A4/12),

dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, er vermute, 
die  libysche  Regierung  habe  davon  Kenntnis,  dass  er  in  Rom 
demonstriert  habe  und  dort  die  Verletzten,  welche  der  Opposition 
angehören  würden,  fotografiert  habe  und  dabei  vom  Fernsehen  gefilmt 
worden sei,

dass  er  deshalb  Angst  habe,  die  libysche  Regierung  würde  ihn 
umbringen, weil er an dieser Kundgebung teilgenommen habe,

dass Personen (…) in Libyen keine Rechte hätten und von der Regierung 
unter Druck gesetzt würden,

dass er sich auch in Italien von Ghaddafi­Befürwortern bedroht fühle, weil 
sie  ihn  zu  Pro­Ghaddafi­Kundgebungen  aufgefordert  und  ihm  gedroht 
hätten,  dass man ihn – falls er nicht mitmache – bei seiner Einreise nach 
Libyen verhaften werde,

dass er im Besitze eines Aufenthaltsausweises von Italien ("Permesso di 
Soggiorno")  sei,  der  am  (…)  2011  ablaufe,  und  dass  die  italienischen 
Behörden  ihm  diesen  ausgestellt  hätten,  weil  er  aufgrund  des 
Bürgerkrieges in Libyen nicht zurückkehren könne,

dass  er  in  Italien  anlässlich  der  Ausweisausstellung  in  B._______ 
daktyloskopisch  erfasst  worden  sei,  er  jedoch  weder  in  Italien  noch 
sonstwo jemals ein Asylgesuch gestellt habe,

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dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Befragung im EVZ am 13. Juli 
2011 das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien – 
da  dieser  Staat  gestützt  auf  seine  Aussagen  vermutlich  für  die 
Durchführung  seines  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  zuständig  sei – 
gewährt wurde,

dass  er  hierzu  geltend machte,  dass  er  nicht  nach  Italien  zurückkehren 
wolle,  da  er  dort  Angst  um  sein  Leben  habe,  und  dass  es  dort  immer 
noch viele Leute gäbe, die ihm etwas antun könnten,

dass es mühsam sei, in Italien zu leben, und dass er aber nicht früher in 
die  Schweiz  habe  kommen  können,  weil  er  dort  einen  Italienischkurs 
besucht  habe  und  er  zudem  habe  warten  wollen,  bis  sein  Ausweis 
erneuert werde (A4 S. 9), 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom  14.  Juli  2011  für  die 
Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  C._______  zugewiesen  wurde 
(A6/7),

dass das BFM am 5. August 2011 die italienischen Behörden gestützt auf 
Art.  9  Abs.  1  oder  3  der  Verordnung  EG Nr.  343/2003  des Rates  vom 
18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrages 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  um  Übernahme  ("take  charge")  des 
Beschwerdeführers ersuchte (A8/6),

dass  der  Eingang  des  E­Mails  von  den  italienischen  Behörden 
gleichentags elektronisch bestätigt wurde (A9/2),

dass  das BFM mit  E­Mail  vom 10. Oktober  2011 wieder  an  das Dublin 
Office  Italiens  gelangte  und  dabei  ausführte,  dass  Italien  infolge  der 
ausbleibenden  Antwort  gestützt  auf  Art.  18  Abs.  7  Dublin­II­VO  für  die 
Prüfung des Asylgesuchs  zuständig  sei,  und dass das BFM gleichzeitig 
darum bat,  innert  zwei Arbeitstagen die Vollzugsmodalitäten bekannt zu 
geben (A12/2),

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  11.  Oktober  2011  –  eröffnet  am 
12. Oktober 2011 – gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 
vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  –  auf  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  ihn  nach  Italien  wegwies,  ihn 
aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der 

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Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug 
der Wegweisung beauftragte und festhielt, eine Beschwerde gegen diese 
Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass  es  zur  Begründung  ausführte,  Italien  sei  gestützt  auf  die 
einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Dublin­
Assoziierungsabkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [SR  0.142.392.68,  DAA],  Dublin­II­
VO, Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 
2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 
343/2003 des Rates  [DVO­Dublin], Verordnung  [EG] Nr. 2725/2000 des 
Rates  vom  11.  Dezember  2000  über  die  Einrichtung  von  "Eurodac"  für 
den  Vergleich  von  Fingerabdrücken  zum  Zwecke  der  effektiven 
Anwendung  des  Dubliner  Übereinkommens  [VO  Eurodac]  und 
Verordnung  [EG]  Nr.  407/2002  des  Rates  vom  28.  Februar  2002  zur 
Festlegung  von  Durchführungsbestimmungen  zur  VO  Eurodac  [DVO 
Eurodac]),  zu  deren  Umsetzung  sich  die  Schweiz  verpflichtet  habe,  für 
die  Durchführung  des  Asylverfahrens  und  Wegweisungsverfahrens 
zuständig,

dass  gestützt  auf  die  vorgelegte  Aufenthaltsbewilligung  Italiens  die 
italienischen  Behörden  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  ersucht 
worden seien,

dass  die  italienischen  Behörden  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum 
Übernahmeersuchen  des  BFM  keine  Stellung  genommen  hätten  und 
somit unter Anwendung von Art. 18 Abs. 7 Dublin­II­VO die Zuständigkeit, 
das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  durchzuführen,  am  6.  Oktober 
2011 an Italien übergegangen sei,

dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung (Art. 19  f. Dublin­II­VO) – bis spätestens am 6. April 2012 
zu erfolgen habe,

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei,

dass  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  die Regelfolge  des Nichteintre­
tens auf ein Asylgesuch sei (Art. 44 Abs. 1 AsylG),

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dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er 
Schutz vor Rückschiebung  im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG  finde, und 
das Non­Refoulement­Gebot bezüglich des Heimatstaates nicht zu prüfen 
sei,

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  im  Falle  einer  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers nach Österreich bestehen würden,

dass  zudem  weder  die  in  Italien  herrschende  Situation  noch  andere 
Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung sprechen würden,

dass dem Beschwerdeführer bezüglich der Wegweisung nach Italien am 
13. Juli 2011 das rechtliche Gehör gewährt worden sei, 

dass  seinen  Vorbringen  –  wonach  er  bei  einer  Rückkehr  nach  Italien 
befürchte, von libyschen Landsleuten angegriffen zu werden und dass die 
italienischen  Behörden  nicht  schutzfähig  und  schutzwillig  seien – 
entgegenzuhalten  sei,  dass  er  sich  diesbezüglich  an  die  zuständigen 
Polizeibehörden  Italiens  wenden  könne,  dort  um  Schutz  ersuchen  und 
nötigenfalls Anzeige erstatten könne,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien somit zumutbar sei,

dass der Vollzug der Wegweisung sich zudem als technisch möglich und 
praktisch durchführbar erweise, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  17.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  den  vorinstanzlichen 
Entscheid  vom  11.  Oktober  2011  erhob  und  beantragte,  die 
vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  BFM  anzuweisen, 
aufgrund des Vorliegens von humanitären Gründen im Sinne von Art. 29a 
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311)  sein Recht  auf Selbsteintritt  auszuüben und sich 
für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erklären,

dass  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  der  Beschwerde  die 
aufschiebende Wirkung  zu  erteilen  sei  und  dass  die  Vollzugsbehörden 
mittels  einer  superprovisorischen  Massnahme  anzuweisen  seien,  von 
einer  Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  bis  das 
Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt entschieden habe,

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dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,

dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 18. Oktober 2011 
den  Vollzug  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  gemäss  Art.  56 
VwVG bis zum Vorliegen der Akten und zum Entscheid über die allfällige 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung aussetzte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  19.  Oktober  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eingingen,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  Art.  5  VwVG  des  BFM 
entscheidet  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. 
Juni  2005  [VGG,  SR  173.32);  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  ­  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese 
Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 
Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den 
zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des 
Nichteintretensentscheids stellen, 

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (vgl. Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als 
zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab 
auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, 

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dass  der  Beschwerdeführer  im  Besitze  einer  gültigen  italienischen 
Aufenthaltsbewilligung ist,

dass das BFM gestützt auf diese Tatsache am 5. August 2011 an Italien 
ein Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers gestellt hat,

dass das Ersuchen bis zum Ablauf der  festgelegten Frist unbeantwortet 
geblieben und demnach die Zuständigkeit  für das vorliegende Verfahren 
von Italien infolge Verfristung stillschweigend anerkannt worden ist,

dass  der  Beschwerdeführer  beantragt,  die  schweizerischen  Behörden 
sollten ihr Recht auf Selbsteintritt im Sinne der Dublin­II­VO ausüben, auf 
das  Asylgesuch  aus  humanitären  Gründen  gemäss  Art.  29a  Abs.  3 
AsylV 1 eintreten und ein nationales Asylverfahren eröffnen,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  vorbringt,  anhand  von 
vorliegenden Berichten  von NGOs, wie  demjenigen  der  deutschen  "Pro 
Asyl"  vom 28. Februar 2011  ("Zur Situation von Flüchtlingen  in  Italien"), 
dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) und dem Bericht 
der  norwegischen  "Juss­Buss",  vom Mai  2011  ("Asylum  procedure  and 
reception  conditions  in  Italy"),  lasse  sich  der  Schluss  ziehen,  dass 
asylsuchende Personen in Italien grösstenteils im absoluten Elend und in 
Obdachlosigkeit  leben  würden,  auch  solche,  denen  Schutz  gewährt 
worden sei,

dass die meisten nach sechs Monaten aus den staatlichen Infrastrukturen 
"ausgespien"  und  im  Nichts,  namentlich  in  menschenunwürdigen 
Zuständen landen würden,

dass  auch  Schutzbedürftige  infolge  Knappheit  der  Aufnahmeplätze 
keinen  Anspruch  auf  Wohnraum  hätten,  dass  keine  Sicherung  des 
Existenzminimums bestehe, und dass sie sich in einem Überlebenskampf 
wiederfinden würden,

dass  Pro  Asyl  die  deutschen  Behörden  auffordere,  von  Rückführungen 
nach Italien abzusehen, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  Akten   –  wie 
nachfolgend  aufgezeigt  –  keinen  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO, Art. 29a Abs. 
3 AsylV 1) sieht,

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dass Italien als Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK  und  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)  ist, und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, 
wonach  Italien  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen 
Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot,  halten 
würde, 

dass  dem  Bundesverwaltungsgericht  bekannt  ist,  dass  das  italienische 
Asylverfahren gewisse Schwachstellen aufweist und dass Asylsuchende 
in Italien bei der Unterkunft, der Arbeit und dem Zugang zu medizinischer 
Infrastruktur durchaus gewissen Schwierigkeiten ausgesetzt sein können,

dass  das  Gericht  jedoch  davon  ausgeht,  Dublin­Rückkehrende  würden 
betreffend Unterbringung von den italienischen Behörden eher bevorzugt 
behandelt, und es würden sich zudem neben den staatlichen Strukturen 
auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von 
Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

dass  weiter  auf  die  Tatsache  hinzuweisen  ist,  dass  Italien  gemäss  der 
Aufnahmerichtlinie  gehalten  ist,  den  Asylsuchenden  materielle 
Aufnahmebedingungen  zu  gewähren,  die  die  Sicherung  des 
Lebensunterhalts und der Gesundheit gewährleisten (vgl. etwa Entscheid 
E­3279/2011  vom  22.  Juni  2011,  D­7654/2010  vom  20.  April  2011,  E­
1661/2010  vom 
17. März 2011),

dass insbesondere nicht ersichtlich ist, wieso der Beschwerdeführer sich 
auf das Vorliegen von schwerwiegenden humanitären Gründen im Sinne 
von Art. 29 AsylV 1 beruft, da er – soweit aktenkundig – jung und gesund 
ist,

dass hinsichtlich seines Vorbringens, er werde von seinen Landsleuten in 
Italien  bedroht,  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen 
verwiesen  werden  kann,  wonach  er  diesbezüglich  bei  den  italienischen 
Behörden um Schutz nachsuchen kann,

dass  seine  Vorbringen  somit  keine  stichhaltigen  Einwendungen  gegen 
seine Wegweisung nach Italien aufweisen,

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dass  daher  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  Gründe  ersichtlich 
sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrecht  (Art. 3  Abs. 2 
Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, 

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  nicht  eingetreten 
ist, 

dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des 
Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in 
den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt – 
entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG 
steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach 
der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig 
bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheids ist, 

dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen 
Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig, 
vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der 
Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende 
Erwägungen), 

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom 
BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen  ist, da die Begehren – wie sich aus 
den  vorstehenden Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen 
sind, weshalb  die  kumulativen Voraussetzungen  für  die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind,

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dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 
600.–(Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass mit vorliegendem Urteil das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  sowie  um  Einräumung  der  aufschiebenden 
Wirkung gegenstandslos wird.

(Disposition nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Sarah Diack

Versand: