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**Case Identifier:** 46da37b0-c436-575c-b820-94a8c070e2ab
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2023 200 2022 731
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-731_2023-02-06.pdf

## Full Text

200 22 731 EO
SCP/SVE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Februar 2023

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________ GmbH
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Ausgleichskasse GastroSocial
Buchserstrasse 1, Postfach, 5001 Aarau
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, EO/22/731, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit in Rechtskraft erwachsenen Verfügungen vom 3. und 12. Novem-
ber 2021 forderte die Ausgleichskasse GastroSocial (Beschwerdegegnerin) 
von der A.________ GmbH (Beschwerdeführerin) zu Unrecht bezogene 
Corona-Erwerbsersatzentschädigung für den Zeitraum vom 17. Septem-
ber 2020 bis zum 31. August 2021 im Betrag von total Fr. 21'981.70 zurück 
(vgl. Akten der Ausgleichskasse GastroSocial, Antwortbeilage [AB] 32 ff. 
und 44 ff. i.V.m. AB 58 ff., 62 f.). Nachdem die A.________ GmbH am 
5. April 2022 um Erlass dieser Rückforderungssumme ersucht hatte 
(AB 64), wies die Ausgleichskasse GastroSocial das Gesuch mit Verfügung 
vom 4. August 2022 (AB 67) ab. Daran hielt sie auf Einsprache (AB 68) hin 
mit Entscheid vom 28. Oktober 2022 (AB 69) fest.

B.

Hiergegen erhob die A.________ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 29. November 2022 Beschwerde. Sie bean-
tragt sinngemäss, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 28. Okto-
ber 2022 sei die Bezahlung des Rückforderungsbetrages von Fr. 21'981.70 
zu erlassen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 5. Janu-
ar 2023 auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, EO/22/731, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 1 des Bundesgesetzes vom 25. September 1952 über die 
Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende und bei Mutterschaft [EOG; 
SR 834.1] i.V.m. Art. 58 ATSG; vgl. zur Zuständigkeitsordnung für die Beur-
teilung von Beschwerden betreffend die Erwerbsausfallentschädigung auf-
grund der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall BGE 147 V 423 E. 1 
S. 426). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form 
(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 28. Oktober 
2022 (AB 69). Streitig und zu prüfen ist der Erlass unrechtmässig bezoge-
ner Corona-Erwerbsersatzentschädigung vom 17. September 2020 bis zum 
31. August 2021 im Betrag von Fr. 21'981.70. 

Nicht zu prüfen ist die Rückforderung als solche und deren Höhe; die dies-
bezüglichen Rückforderungs- und Verrechnungsverfügungen sind in 
Rechtskraft erwachsen (vgl. AB 32 ff. und 44 ff. i.V.m. AB 58 ff., 62 f.).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten. Wer 
Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstat-
ten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 ATSG). Massgebend 
ist der gute Glaube während des Bezugs der unrechtmässigen Leistung 
(SVR 2018 EL Nr. 7 S. 17 E. 1.1).

2.2 Wer einen Rechtsmangel kennt, gilt diesbezüglich nicht als gutgläu-
big. Sodann darf sich derjenige nicht auf seinen guten Glauben berufen, 
dem der Mangel bei Anwendung zumutbarer Aufmerksamkeit erkennbar 
gewesen wäre. Dabei ist diejenige Aufmerksamkeit geboten, die nach den 
Umständen verlangt werden kann. Diese zivilrechtlichen Grundsätze gelten 
gleichermassen für den Bereich des Sozialversicherungsrechts (BGE 120 
V 319 E. 10a S. 335). 

Nach ständiger Rechtsprechung ist der gute Glaube als Erlassvorausset-
zung nicht schon mit der Unkenntnis des Rechtsmangels gegeben. Viel-
mehr darf sich die Leistungsempfängerin oder der Leistungsempfänger 
nicht nur keiner böswilligen Absicht, sondern auch keiner groben Nachläs-
sigkeit schuldig gemacht haben. Daraus erhellt einerseits, dass der gute 
Glaube von vornherein entfällt, wenn die zu Unrecht erfolgte Leistungsaus-
richtung auf eine arglistige oder grobfahrlässige Melde- oder Auskunfts-
pflichtverletzung zurückzuführen ist. Andererseits kann sich die rückerstat-
tungspflichtige Person auf den guten Glauben berufen, wenn ihr fehlerhaf-
tes Verhalten nur eine leichte Fahrlässigkeit darstellt. Wie in anderen Be-
reichen beurteilt sich das Mass der erforderlichen Sorgfalt nach einem ob-
jektiven Massstab, wobei aber das den Betroffenen subjektiv Mögliche und 
Zumutbare (Urteilsfähigkeit, Gesundheitszustand, Bildungsgrad usw.) nicht 
ausgeblendet werden darf (BGE 138 V 218 E. 4 S. 220; SVR 2022 EL Nr. 7 
S. 22 E. 3.1).

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2.3 Eine grosse Härte im Sinne von Art. 25 Abs. 1 ATSG liegt vor, wenn 
die vom Bundesgesetz vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen 
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) 
anerkannten Ausgaben und die zusätzlichen Ausgaben nach Abs. 4 die 
nach ELG anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 5 Abs. 1 der Ver-
ordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts [ATSV; SR 830.11]). Massgebend für die Beurteilung, 
ob eine grosse Härte vorliegt, ist der Zeitpunkt, in welchem über die Rück-
forderung rechtskräftig entschieden ist (Art. 4 Abs. 2 ATSV).

2.4 Guter Glaube und grosse Härte sind kumulativ geforderte Voraus-
setzungen für den Erlass einer Rückzahlung unrechtmässig bezogener 
Leistungen (BGE 126 V 48 E. 3c S. 53; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 13. Juni 2019, 8C_213/2019, E. 4.4).

2.5 Die Erlassmöglichkeit steht auch juristischen Personen offen (BGE 
122 V 270 E. 4 S. 274; ARV 2006 S. 314 E. 3).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin bezweckt unter anderem den Betrieb eines 
…, das Erbringen von Dienstleistungen im … und die Durchführung von … 
(Events; vgl. zum Zweck <www.zefix.ch>). Aufgrund der Akten erstellt und 
zwischen den Parteien unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin vom 
17. September 2020 bis zum 31. August 2021 Corona-
Erwerbsersatzentschädigung für ihre beiden Angestellten mit arbeitge-
berähnlicher Stellung, C.________ und D.________ (Versicherte), in der 
Höhe von je Fr. 35'646.--, total Fr. 71'292.--, bezog (vgl. AB 3 f., 7 f., 12, 14, 
18 f., 22 f., 69). Nachdem die Beschwerdegegnerin Kenntnis darüber hatte, 
dass die Beschwerdeführerin bereits ab September 2020 den Betrieb des 
E.________ aus Gründen, die nicht auf Massnahmen zur Bekämpfung des 
Coronavirus zurückzuführen waren, eingestellt hatte (AB 29 f.), berechnete 
sie den Anspruch auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung vom 17. Sep-
tember 2020 bis zum 31. August 2021 – unter Berücksichtigung des Weg-
falls der aus dem Betrieb des … resultierenden Lohnanteile der Versicher-

http://www.zefix.ch

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ten – neu. Daraus resultierte die zurückzuerstattende Forderung von insge-
samt Fr. 21'981.70, über deren Erlass vorliegend zu entscheiden ist. 

3.2 Zwischen den Parteien ist zu Recht unbestritten, dass auch juristi-
schen Personen die Möglichkeit des Erlasses offensteht (vgl. E. 2.5 hier-
vor). Umstritten ist hingegen, ob die Voraussetzungen für einen Erlass 
(insbesondere grosse Härte; vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt sind. 

3.2.1 Was zunächst die (kumulative) Voraussetzung der grossen Härte 
betrifft (vgl. E. 2.3 hiervor), ging die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 
Entscheid davon aus, bei juristischen Personen bedürfe es zur Bejahung 
einer solchen in analoger Anwendung der Rechtsprechung von Art. 40 der 
Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenver-
sicherung (AHVV; SR 831.101) einer eingetretenen bzw. einer unmittelbar 
drohenden Überschuldung, wobei gemäss Art. 24 des Bundesgesetzes 
vom 18. Dezember 2020 über Kredite mit Solidarbürgschaft infolge des 
Coronavirus (Covid-19-Solidarbürgschaftsgesetz, Covid-19-SBüG; 
SR 951.26) ein Covid-19-Kredit als Eigenkapital und nicht als Fremdkapital 
zu berücksichtigen sei. Vorliegend fehle es deshalb an einer (drohenden) 
Überschuldung (vgl. AB 69; Beschwerdeantwort S. 1). Demgegenüber 
macht die Beschwerdeführerin geltend, es treffe zwar zu, dass eine Über-
schuldung noch nicht eingetreten sei, weil der ihr gewährte Covid-19-Kredit 
von Fr. 52'000.-- gemäss Art. 24 Covid-19-SBüG in der Bilanz nicht als 
Fremdkapital, sondern als Eigenkapital ausgewiesen werde. Allerdings 
blieben Covid-19-Kredite gemäss Rechnungslegung Fremdkapital (Be-
schwerde S. 4 Ziff. 12 mit Hinweis auf Botschaft zum Covid-19-SBüG 
[BBl 2020 8477 8525]).

Ob vorliegend der der Beschwerdeführerin gewährte Covid-19-Kredit als 
Eigen- oder als Fremdkapital zu gelten hat und infolgedessen von einer 
bestehenden oder drohenden Überschuldung auszugehen ist, kann mit 
Blick auf die nachfolgenden Ausführungen offengelassen werden. Denn die 
Argumentation der Beschwerdegegnerin mit Hinweis auf Art. 40 AHVV be-
zieht sich auf einen Erlass von nachgeforderten Beiträgen, wohingegen 
vorliegend der Erlass von unrechtmässig bezogenen Leistungen in Frage 
steht. Eine diesbezügliche Differenzierung ist deshalb geboten, weil 
gemäss Eidgenössischem Versicherungsgericht (EVG; heute BGer) in Be-

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zug auf den Erlass von unrechtmässig bezogenen Leistungen durchaus 
Gründe bestehen können, aufgrund welcher die Voraussetzung der gros-
sen Härte schon dann als erfüllt gilt, wenn noch keine Überschuldung be-
steht oder unmittelbar droht, die Rückerstattung die Gesellschaft jedoch in 
ernste finanzielle Schwierigkeiten bringen würde. Dabei wird bereits eine 
den Reingewinn geringfügig übersteigende Rückforderung als geeignet 
erachtet, die Gesellschaft in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten zu 
bringen (SVR 2003 IV Nr. 4 S. 10 f. E. 4). 

Bei der Corona-Erwerbsentschädigung handelt es sich um eine der Kurza-
rbeitsentschädigung nachgebildete Leistung insbesondere für arbeitge-
berähnliche Personen, welche grundsätzlich keine Leistungen der Arbeits-
losenversicherung beanspruchen können. Dementsprechend rechtfertigt es 
sich, an den Erlass von zu Unrecht bezogenen Entschädigungen nicht 
strengere Anforderungen zu stellen, als sie für die Rückerstattung von zu 
Unrecht bezogenen Kurzarbeitsentschädigungen gelten. Gemäss den Wei-
sungen des Staatssekretariats für Wirtschaft - SECO ist bei der Beurteilung 
der grossen Härte im Rahmen des Erlasses der Rückzahlung von un-
rechtmässig bezogenen Leistungen auf die durchschnittlichen Reingewinne 
(Positiv-Saldo der Gewinn- und Verlustrechnung/Betriebsrechnung) der 
letzten drei Jahre abzustellen. Dabei wird das Vorliegen einer grossen Här-
te bereits dann bejaht, wenn die Rückforderungssumme 20 % des durch-
schnittlichen Reingewinns von drei Jahren übersteigt (vgl. AVIG-Praxis 
RVEI [Rückforderung, Verrechnung, Erlass und Inkasso] Rz. C7; vgl. zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen für das Gericht [BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228]).

Den Erfolgsrechnungen der Beschwerdeführerin der vier letzten Jahre las-
sen sich per 31. Dezember 2019 ein Verlust von Fr. 3'530.42 (AB 64), per 
31. Dezember 2020 ein Verlust von Fr. 33'214.59 (AB 64), per 31. Dezem-
ber 2021 ein Gewinn von Fr. 1'545.05 (AB 66) sowie per 31. Dezember 
2022 ein Verlust von Fr. 15'346.90 (AB 66) entnehmen. Aufgrund der aus-
gewiesenen Verluste und des kaum nennenswerten Gewinns würde eine 
Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen Corona-Erwerbsersatz-
entschädigung im Betrag von Fr. 21'981.70 die Beschwerdeführerin offen-
sichtlich in grosse finanzielle Schwierigkeiten bringen. Entgegen der Auf-

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fassung der Beschwerdegegnerin muss damit die für den Erlass erforderli-
che Voraussetzung der grossen Härte nach dem hiervor Dargelegten als 
klar erfüllt gelten. 

3.2.2 Ob die (kumulative) Voraussetzung des guten Glaubens erfüllt war 
(vgl. E. 2.4 hiervor), prüfte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ein-
spracheentscheid (AB 69) hinsichtlich der Rückforderungstatbestände 
(Tätigkeit für das … E.________ und das …) weder umfassend noch ein-
lässlich, hielt jedoch unter anderem fest, das Mietverhältnis für das … habe 
nicht mehr weitergeführt werden können, weil der Eigentümer gemäss An-
gaben der Beschwerdeführerin Eigenbedarf angemeldet habe (vgl. hierzu 
auch AB 30; wonach es im … E.________ ab dem 1. September 2020 kei-
ne Geschäftstätigkeit mehr gegeben habe). Zudem könne für eine Tätig-
keit, die nicht mehr ausgeübt werde, keine Entschädigung für Lohnausfall 
beansprucht werden (vgl. hierzu auch Beschwerdeantwort S. 1). Demge-
genüber bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe das … pandemiebe-
dingt schliessen müssen und die Leistungen in gutem Glauben empfangen. 
Überdies hätte sie, sofern der Vermieter tatsächlich Eigenbedarf angemel-
det hätte, eine Fristerstreckung nach Art. 272 des Schweizerischen Obliga-
tionenrechts (OR; SR 220) verlangen können (Beschwerde S. 8 Ziff. 31). 

Die genauen Kündigungsmodalitäten sind vorliegend nicht von Relevanz. 
Entscheidend sind vielmehr die betrieblichen Verhältnisse der Beschwerde-
führerin während der vorliegend interessierenden Rückforderungsperiode, 
d.h. ob sie sich in der Absicht, das … weiterzuführen, etwa rechtzeitig und 
ernsthaft um Ersatzlokalitäten bemüht hatte. Damit erweist sich der Sach-
verhalt als nicht genügend abgeklärt, um die für den Erlass kumulativ erfor-
derliche Voraussetzung des guten Glaubens zu beurteilen. Folgedessen ist 
die Sache zur ergänzenden Abklärung – insbesondere der betrieblichen 
Verhältnisse der Beschwerdeführerin während der Rückforderungsperiode 
– an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Anschluss an 
die Abklärung die Voraussetzung des guten Glaubens neu prüfe.

4.

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Zusammenfassend ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als der an-
gefochtene Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2022 (AB 69) aufzuhe-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit 
sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu 
verfüge. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Da es sich beim hier streitigen Erlass einer Rückforderung nicht um 
eine Leistungsstreitigkeit handelt (vgl. Beschluss der erweiterten Abtei-
lungskonferenz des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. No-
vember 2006; BGE 122 V 221 E. 2 S. 222), ist das vorliegende Verfahren 
kostenpflichtig (Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 102 ff. VRPG und Art. 1 
des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die 
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[Verfahrenskostendekret; VKD; BSG 161.12]; vgl. auch BBl 2018 1639). 
Die Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr (Art. 103 Abs. 1 
Satz 1 VRPG). Die Behörde setzt die Gebühr gestützt auf die gesetzliche 
Gebührenordnung nach pflichtgemässem Ermessen fest (Art. 103 Abs. 2 
VRPG). Die Gebühren für die Beurteilung von Streitigkeiten durch das 
Verwaltungsgericht betragen auf dem Gebiet des Sozialversicherungs-
rechts Fr. 200.-- bis Fr. 2'500.-- (Art. 4 Abs. 2 i.V.m. Art. 51 lit. e VKD).

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Der von D.________ geleistete Kostenvorschuss 
von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuer-
statten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

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Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des (bundes-
rechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um eine So-
zialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Per-
son ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss des 
Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer 
ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwal-
tung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 
57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung bean-
tragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Even-
tualantrag gestellt wird (SVR 2020 KV Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

Mit Kostennote vom 25. Januar 2023 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 2'011.30 (7.1833 Stunden à Fr. 280.--) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 67.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 160.05 (7.7 % von Fr. 2'078.50), 
total Fr. 2'238.55, geltend, was sich nach dem gebotenen Aufwand als an-
gemessen erweist. Demnach ist die Parteientschädigung auf Fr. 2'238.55 
(inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen; diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspra-
cheentscheid der Ausgleichskasse GastroSocial vom 28. Oktober 2022 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen – neu verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Der von dem D.________ geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

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4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Par-
teikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'238.55 (inkl. Auslagen und 
MWST), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Ausgleichskasse GastroSocial
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.