# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c794d8e4-fa3f-5f6b-8055-71896ba9bac7
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 21.01.2021 VG.2020.00093 (VG.2021.1018)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2020-00093_2021-01-21.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 21. Januar 2021

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2020.00093

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch B.______ und C.______ 

    

  

  
	
   

  
	
  	
    diese vertreten durch Rechtsanwalt
    D.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Intensivpflegezuschlag

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Die am […] geborene A.______ leidet an einem
  geistigen Entwicklungsrückstand. Am 4. April 2019 meldete sie sich
  zum Bezug einer Hilflosenentschädigung für Minderjährige an. Die IV-Stelle
  holte in der Folge einen Bericht des behandelnden Arztes ein und liess durch
  die Sozialversicherungsanstalt Zürich eine Abklärung vor Ort durchführen.
  Anschliessend stellte sie mit Vorbescheid vom 16. April 2020 in
  Aussicht, eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit ab dem
  1. März 2020 und eine solche wegen mittlerer Hilflosigkeit ab dem
  1. Juni 2020, jeweils bis zur Volljährigkeit von A.______, zu
  leisten. Einen Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag verneinte sie
  indessen. 

  
	
   

  
	
  1.2 Dagegen erhob A.______ am 8. Mai 2020 respektive am
  22. Juni 2020 verschiedene Einwände. Nach Einholung eines ärztlichen
  Berichts sowie einer Stellungnahme zum Abklärungsbericht beantwortete die
  IV-Stelle den erhobenen Einwand am 9. September 2020. Gleichentags
  erliess sie die mit dem Vorbescheid übereinstimmende Verfügung.

  
	
   

  
	
  2. 

  
	
  Mit Beschwerde vom 2.
  Oktober 2020 gelangte A.______ ans Verwaltungsgericht und beantragte, die
  Verfügung der IV-Stelle vom 9. September 2020 aufzuheben und die
  Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. Letztere schloss am
  4. Dezember 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69
  Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
  19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die
  Beschwerdegegnerin habe den behinderungsbedingten Betreuungsaufwand mit
  36 Minuten pro Tag zu niedrig angesetzt. Dies gründe insbesondere darin,
  dass sie bei der Körperpflege und dem Verrichten der Notdurft stets auf die
  elterliche Hilfe und Kontrolle angewiesen sei. Weiter sei der
  behinderungsbedingte Hilfebedarf spätestens ab Juni 2020 bei vier
  alltäglichen Lebensverrichtungen ausgewiesen. Sodann bestehe ein besonders
  intensiver Überwachungsbedarf, denn sie könne nicht länger als
  15 Minuten unbeaufsichtigt gelassen werden. Gesunde Kinder in ihrem
  Alter könnten wesentlich länger alleine sein.

  
	
   

  
	
  2.2 Die Beschwerdegegnerin weist daraufhin, dass der
  behinderungsbedingte Mehrbedarf von zehn Minuten für das Verrichten der
  Notdurft fälschlicherweise nicht im Abklärungsbericht enthalten sei. Damit
  bestehe bei der Beschwerdeführerin ein behinderungsbedingter täglicher
  Mehraufwand von gesamthaft 46 Minuten, was deutlich unter dem für die
  Zusprechung eines Intensivpflegezuschlags vorausgesetzten Mehraufwand von
  vier Stunden liege. Eine besonders intensive dauernde Überwachung liege
  vor, wenn von der Betreuungsperson überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit
  und ständige Interventionsbereitschaft gefordert sei. Die Beschwerdeführerin
  jedoch habe vor ihrem Eintritt in die Heilpädagogische Schule den
  Regelkindergarten besucht, wo sie lediglich stundenweise heilpädagogisch
  begleitet worden sei. Überdies hätten ihre Eltern angegeben, dass sie sich
  für eine kürzere Zeit auch alleine in ihrem Zimmer oder aber draussen
  aufhalten könne, womit keine besonders intensive dauernde Überwachung
  ausgewiesen sei. Selbst wenn angenommen würde, dass die Notwendigkeit einer
  dauernden Überwachung der Beschwerdeführerin bestehe, sei dies lediglich mit
  einem pauschalisierten Zeitaufwand von 120 Minuten anzurechnen. Folglich
  würde auch diesfalls der Mindestaufwand von vier Stunden für die
  Zusprache eines Intensivpflegezuschlags nicht erreicht. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Nach Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte
  mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind,
  Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die
  wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
  Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen
  Überwachung bedarf (Art. 9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
  des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 [ATSG]). Es ist zu
  unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit
  (Art. 42 Abs. 2 IVG). Massgebend für die Bemessung der Hilflosigkeit sind die
  folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen: Ankleiden und Auskleiden;
  Aufstehen, Absitzen und Abliegen; Essen; Körperpflege; Verrichtung der
  Notdurft; Fortbewegung (im oder ausser Haus) und Kontaktaufnahme
  (BGE 133 V 450 E. 7.2, 127 V 94 E. 3c,
  125 V 297 E. 4a, 121 V 88 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die
  versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in
  allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf
  die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der
  persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung über die
  Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]). Eine mittelschwere
  Hilflosigkeit ist nach Art. 37 Abs. 2 IVV insbesondere gegeben,
  wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten
  alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die
  Hilfe Dritter angewiesen ist (lit. a) oder in mindestens zwei
  alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die
  Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen
  Überwachung bedarf (lit. b). Eine leichte Hilflosigkeit liegt nach
  Art. 37 Abs. 3 IVV unter anderem vor, wenn die versicherte Person
  trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen
  Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter
  angewiesen ist (lit. a). Bei Minderjährigen ist nur der Mehrbedarf an
  Hilfeleistung und persönlicher Überwachung im Vergleich zu nicht behinderten
  Minderjährigen gleichen Alters zu berücksichtigen (Art. 37 Abs. 4 IVV). Für
  den anrechenbaren Mehraufwand wurden zeitliche Höchstgrenzen festgelegt,
  welche die für die Betreuung nicht behinderter Minderjähriger notwendige Zeit
  beziffern (Ziff. 8074 i.V.m. Anhang IV des Kreisschreibens über die
  Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung vom 1. Januar
  2015 [KSIH]).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Die Hilflosenentschädigung für Minderjährige, die
  zusätzlich eine intensive Betreuung brauchen und sich nicht in einem Heim
  aufhalten, wird um einen Intensivpflegezuschlag erhöht. Der monatliche
  Intensivpflegezuschlag beträgt bei einem invaliditätsbedingten
  Betreuungsaufwand von mindestens acht Stunden pro Tag 100 %, bei
  einem solchen von mindestens sechs Stunden pro Tag 70 % und bei
  einem solchen von mindestens vier Stunden pro Tag 40 % des
  Höchstbetrags der Altersrenten nach Art. 34 Abs. 3 und 5 des Bundesgesetzes
  über die Alters- und Hinterlassenen-versicherung vom 20. Dezember 1946
  (AHVG). Der Zuschlag berechnet sich pro Tag (Art. 42ter Abs. 3
  IVG).

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Eine besonders intensive Betreuung bei
  Minderjährigen im Sinne von Art. 42ter Abs. 3 IVG liegt vor,
  wenn diese im Tagesdurchschnitt infolge Beeinträchtigung der Gesundheit
  zusätzliche Betreuung von mindestens vier Stunden benötigen
  (Art. 39 Abs. 1 IVV). Anrechenbar als Betreuung ist der Mehrbedarf
  an Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu nicht behinderten
  Minderjährigen gleichen Alters. Nicht anrechenbar ist der Zeitaufwand für
  ärztlich verordnete medizinische Massnahmen, welche durch medizinische
  Hilfspersonen vorgenommen werden, sowie für pädagogisch-therapeutische
  Massnahmen (Art. 39 Abs. 2 IVV). Bedarf eine minderjährige Person
  infolge Beeinträchtigung der Gesundheit zusätzlich einer dauernden
  Überwachung, so kann diese als Betreuung von zwei Stunden angerechnet
  werden. Eine besonders intensive behinderungsbedingte Überwachung ist als
  Betreuung von vier Stunden anrechenbar (Art. 39 Abs. 3 IVV). 

  
	
   

  
	
  4.2.2 Der Anspruch auf einen pauschalen
  Intensivpflegezuschlag im Sinne von Art. 39 Abs. 3 IVV entsteht
  nicht bereits dann, wenn ein Kind bloss während bestimmter Stunden am Tag
  pflegerische Unterstützung benötigt. Abgegolten werden soll vielmehr die für
  die Eltern extrem belastende Tatsache, dass das Kind darüber hinaus rund um
  die Uhr invaliditätsbedingt überwacht werden muss – sei es aus medizinischen
  Gründen (zum Beispiel aufgrund der Gefahr von epileptischen Anfällen), sei es
  infolge spezifischer geistiger Behinderung oder bei Autismus (BGer-Urteil
  8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.1.2).

  
	
   

  
	
  4.2.3 Eine besonders intensive dauernde Überwachung ist
  gemäss Ziff. 8079 KSIH gegeben, wenn von der Betreuungsperson
  überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit und ständige
  Interventionsbereitschaft gefordert wird. Dies bedeutet, dass sich die
  Betreuungsperson permanent in unmittelbarer Nähe der versicherten Person
  aufhalten muss, da eine kurze Unaufmerksamkeit mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven
  Schädigung von Person und Gegenständen führen würde. Aufgrund der geforderten
  1:1 Überwachung kann sich die Betreuungsperson kaum anderen Aktivitäten widmen.
  Gemäss Anhang III KSIH ist eine besonders intensive Überwachung vor einem
  Alter von acht Jahren in der Regel nicht in Betracht zu ziehen. Das
  Bundesgericht bejahte jedoch eine besonders intensive Überwachung bei einem
  sechsjährigen autistischen Mädchen, welches im Alltag nie aus den Augen
  gelassen werden durfte, weil es ansonsten blitzschnell Sachen zerstörte oder
  durcheinanderbrachte, sowie nicht in der Lage war, Gefahren und das Geschehen
  um sich einzuschätzen. Auch musste es ausserhalb der Wohnung oder der Schule
  dauernd an der Hand geführt werden, weil es keine Berührungsängste gegenüber
  Fremden kannte und mit diesen auch mitgegangen wäre. Wo es nicht möglich und
  auch sinnvoll war, das Kind an die Hand zu nehmen, etwa auf Spielplätzen,
  musste die Begleitperson besonders aufmerksam sein und ständig bereit sein,
  einzugreifen, um zu verhindern, dass es weglief, sich bei der Benutzung der
  Spielgeräte verletzte oder Sachen Dritter beschädigte (BGer-Urteil
  9C_666/2013 vom 25. Februar 2014 E. 8.2.2.2 f.). Entsprechend ist
  eine besonders intensive Überwachung insbesondere in schweren Fällen von
  Autismus anzunehmen, bei denen ein Kind keine fünf Minuten aus den Augen
  gelassen werden kann und die Eltern permanent intervenieren müssen
  (BGer-Urteil I 684/05 vom 19. Dezember 2006 E. 4.4).

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Der Versicherungsträger prüft im Rahmen des ihm
  obliegenden Untersuchungsgrundsatzes die gestellten Begehren, nimmt die
  notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
  Auskünfte ein (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG). Dazu können
  insbesondere auch Abklärungen an Ort und Stelle vorgenommen werden
  (Art. 69 Abs. 2 IVV). 

  
	
   

  
	
  5.2 Einem an Ort und Stelle erhobenen Bericht zur
  Abklärung der Hilflosigkeit und des Anspruchs auf Zusprache eines
  Intensivpflegezuschlags (vgl. BGer-Urteil I 684/05 vom
  19. Dezember 2006 E. 4.1) kommt voller Beweiswert zu, wenn die
  folgenden Anforderungen erfüllt werden: Als Berichterstatterin wirkt eine
  qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen
  Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner diagnostizierten
  Beeinträchtigungen sich ergebenden Einschränkungen und Hilfsbedürftigkeiten
  hat. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen, regelmässig der
  Eltern, zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im
  Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel begründet und
  detailliert sein bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen
  sowie der tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden Überwachung und
  der Pflege. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit der an Ort und Stelle
  erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine
  zuverlässige Entscheidgrundlage in diesem Sinne darstellt, in das Ermessen
  der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare
  Fehleinschätzungen vorliegen.
  Das gebietet insbesondere der
  Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten
  Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 133 V 450 E. 11.1.1,
  130 V 61 E. 6.2, SVR 2012 IV Nr. 54).

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Dr. med. E.______, leitender Arzt Kinder- und
  Jugendmedizin Neuropädiatrie am Spital F.______, diagnostizierte am
  2. September 2019 ein mentales Retardierungssyndrom mit kognitiven
  Fähigkeiten im Bereich einer psychointellektuellen Retardierung und eine
  Spracherwerbsstörung, schloss das Vorliegen einer Autismusspektrumstörung
  jedoch aus. Die Beschwerdeführerin benötige Hilfe beim An- und Ausziehen,
  beim Essen, beim Verkleinern der Speisen, bei der Körperpflege und beim
  Stuhlgang. Sie könne praktisch keine gesellschaftlichen Kontakte aufnehmen
  und benötige eine praktisch ständige Überwachung. Einzig beim Aufstehen, sich
  Hinlegen und sich Hinsetzen sei sie selbständig. Es sei jedoch davon
  auszugehen, dass sie später eventuell weniger Unterstützung benötigen werde.

  
	
   

  
	
  6.2 Am 4. Dezember 2019 führte eine Abklärungsperson
  der Sozialversicherungsanstalt Zürich eine Abklärung der Hilflosigkeit und
  des Betreuungsaufwands bei der Beschwerdeführerin zuhause durch. Zu dieser Zeit
  besuchte diese den zweiten Kindergarten, wobei sie im Umfang von
  6 Lektionen pro Woche heilpädagogisch begleitet wurde. Dabei ergab sich
  ein behinderungsbedingter Mehraufwand für das An- und Auskleiden von
  15 Minuten und für das Verrichten der Notdurft von 5 Minuten. Die
  Abklärungsperson wies daraufhin, dass die Beschwerdeführerin gemäss den
  Ausführungen ihrer Eltern im Haus einige Zeit unbeobachtet gelassen werden
  könne und in der Lage sei, sich auch länger als 15 Minuten selber zu
  beschäftigen. 

  
	
   

  
	
  6.3 Anlässlich eines telefonischen Gesprächs vom
  7. April 2020 der Abklärungsperson der Sozialversicherungsanstalt Zürich
  mit den Eltern der Beschwerdeführerin berichteten Letztere insbesondere, dass
  die Beschwerdeführerin im Sommer 2020 an die heilpädagogische
  Sonderschule wechseln werde. Aufgrund der telefonischen Rückmeldungen der
  Eltern der Beschwerdeführerin zu den alltäglichen Lebensverrichtungen
  resultierte im Abklärungsbericht vom 7. April 2020 ein zeitlicher,
  behinderungsbedingter Mehraufwand für das An- und Auskleiden der
  Beschwerdeführerin von 25 Minuten und ein solcher für die Körperpflege
  von 11 Minuten. 

  
	
   

  
	
  6.4 Am 7. Juli 2020 wies Dr. E.______ daraufhin,
  die Beschwerdeführerin im Jahr 2018 das letzte Mal gesehen zu haben.
  Daher könne er nicht beurteilen, inwiefern diese in den Bereichen Anziehen,
  Essen, Waschen, Aufnahme der persönlichen Kontakte und Kommunikation
  selbständig sei. 

  
	
   

  
	
  6.5 Am 19. August 2020 hielt die Abklärungsperson der
  Sozialversicherungsanstalt Zürich abermals fest, dass die Beschwerdeführerin
  gemäss der Rückmeldung von deren Eltern anlässlich der Abklärung vor Ort auch
  einige Zeit unbeobachtet gelassen werden könne. Im Alter von fünf Jahren und
  acht Monaten sei dieser objektive Überwachungsbedarf altersentsprechend.
  Zudem würde im Falle der Bejahung der persönlichen Überwachung ein
  Zeitaufwand von zwei Stunden angerechnet, woraus ein Gesamtaufwand von
  zwei Stunden und 36 Minuten resultieren würde, welcher keinen
  Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag begründen würde.

  
	
   

  
	
  6.6 In der Stellungnahme vom 6. November 2020 hielt die
  Abklärungsperson der Sozialversicherungsanstalt Zürich fest, dass im
  Abklärungsbericht vom 7. April 2020 der Mehraufwand für das Verrichten
  der Notdurft von täglich 10 Minuten nicht nachgeführt worden sei, was zu
  korrigieren sei. Folglich betrage der Mehraufwand für die alltäglichen
  Lebensverrichtungen gesamthaft nicht 36, sondern 46 Minuten.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Die Beschwerdeführerin erhebt zu Recht keine
  Einwendungen gegen die Feststellungen der Beschwerdegegnerin, dass sie in
  vier von den anerkannten sechs alltäglichen Lebensverrichtungen auf die
  Unterstützung ihrer Eltern angewiesen ist. Folglich steht ihr
  unbestrittenermassen ein Anspruch auf die Entrichtung einer mittleren
  Hilflosenentschädigung zu, weshalb sich dazu weitere Ausführungen erübrigen.
  Zu prüfen bleibt jedoch, ob die Beschwerdeführerin zusätzlich zur mittleren
  Hilflosenentschädigung Anspruch auf die Entrichtung eines
  Intensivpflegezuschlags hat (vgl. Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, in
  Hans-Ulrich Stauffer/Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des
  Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
  Invalidenversicherung, 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 496).

  
	
   

  
	
  7.2 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Entscheid
  massgeblich auf die vor Ort durchgeführte Abklärung und die gestützt darauf
  verfassten Berichte. Diesbezüglich ergibt sich aus den Akten, dass die
  Beschwerdegegnerin den Auftrag zur Abklärung vor Ort dem Abklärungsdienst der
  Sozialversicherungsanstalt Zürich übertrug. Die Beschwerdegegnerin hat
  demnach darauf verzichtet, die Abklärung selber vorzunehmen, sondern hat den
  diesbezüglichen Auftrag einer entsprechend fachlich versierten Institution
  übertragen, was nicht zu beanstanden ist. In den beiden Abklärungsberichten
  wird bei jeder alltäglichen Lebensverrichtung eingehend begründet, wozu die
  Beschwerdeführerin in der Lage ist und inwiefern sie bei der jeweiligen
  Tätigkeit auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen ist. So wird
  beispielsweise detailliert beschrieben, welche Hilfe die Beschwerdeführerin
  beim Anziehen der Kleider und des Pyjamas benötigt und was passiert, falls
  sie diese Hilfe nicht erhält. Auch wird die Schilderung der Eltern der
  Beschwerdeführerin wiedergegeben, wonach diese beispielsweise die
  Turnkleidung für den Turnunterricht bereits am Morgen unter die Kleider
  anziehe, was auch die anderen Kinder so praktizieren würden. Ebenso wird
  genau beschrieben, wie die Beschwerdeführerin beim
  Aufstehen/Absitzen/Abliegen keine Hilfe Dritter benötigt, was mit den Ausführungen
  von Dr. E.______ ausdrücklich übereinstimmt. Weiter finden sich in den
  Abklärungsberichten detaillierte Informationen dazu, wie die
  Beschwerdeführerin isst, ob die Beschwerdeführerin am Tag oder in der Nacht
  noch Windeln benötigt oder aber wie sich die Vornahme der Körperpflege
  gestaltet. Gestützt auf die genau umschriebene Hilfestellung seitens der
  Eltern wird anschliessend begründet, weshalb ein zeitlicher Mehraufwand
  aufgrund der beeinträchtigten Gesundheit ausgewiesen wird. Dazu wird auch auf
  die von den behandelnden Ärzten gestellte Diagnose und die daraus
  resultierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen eingegangen, welche zur
  Notwendigkeit der Unterstützung durch die Eltern führt. Weiter wird
  angegeben, welcher Zeitaufwand ein gesundes Kind im Alter der
  Beschwerdeführerin für die jeweilige Lebensverrichtung benötigen würde, womit
  der Zusatzaufwand der Beschwerdeführerin in nachvollziehbarer Weise bestimmt
  wird. Sodann ergibt sich aus einem Vergleich des Abklärungsberichts vom 17.
  Dezember 2019 mit jenem vom 7. April 2020, inwiefern sich die Situation in
  den vergangenen vier Monaten verändert hatte und welche Auswirkungen
  dies auf den Mehraufwand infolge der gesundheitlichen Beeinträchtigung
  zeitigte. 

  
	
   

  
	
  Soweit die
  Beschwerdeführerin Einwendungen gegen den in den beiden Abklärungsberichten
  fehlenden zeitlichen Mehraufwand in Sachen Notdurft erhebt, hat die
  Sozialversicherungsanstalt Zürich ihre Abklärungsberichte im vorliegenden
  Beschwerdeverfahren diesbezüglich korrigiert, was auch die Beschwerdegegnerin
  anerkennt. Damit hat sie den grundsätzlich berechtigten Vorbringen der
  Beschwerdeführerin Rechnung getragen, womit von einem behinderungsbedingten
  zeitlichen Mehraufwand von gesamthaft 46 Minuten auszugehen ist. Im
  Übrigen erhebt die Beschwerdeführerin keine substantiierten Einwendungen
  gegen die in den beiden Abklärungsberichten gemachten Ausführungen in Bezug
  auf die alltäglichen Lebensverrichtungen. Sie setzt sich insbesondere nicht
  damit auseinander, aus welchem Grund den darin von ihren Eltern
  wiedergegebenen Ausführungen und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen
  nicht gefolgt werden könnte. Ebenso wenig legt sie dar, inwiefern die in den
  Abklärungsberichten gemachten Ausführungen nicht nachvollziehbar seien
  bzw. ihren eigenen Ausführungen widersprechen würden. Zwar bringt die
  Beschwerdeführerin pauschal vor, der zeitliche Mehraufwand für ihre
  Körperpflege im Vergleich zu einem gesunden Kind in ihrem Alter sei höher als
  die angerechneten elf Minuten. Dem ist jedoch zu entgegnen, dass der
  Abklärungsbericht genau beziffert, wie viel Zeit die Beschwerdeführerin für
  ihre tägliche Körperpflege benötigt (Waschen/Zahnpflege: 10 Minuten;
  Kämmen: 3 Minuten; Baden/Duschen: 3 Minuten; gesamthaft
  26 Minuten). Diese Zeitangaben erscheinen durchaus als plausibel, zumal
  die für das Baden benötigte Zeit von täglich drei Minuten auf der
  Aussage der Eltern der Beschwerdeführerin basiert, wonach diese ein bis zwei
  Mal in der Woche gebadet werde. Vom Gesamtaufwand der Körperpflege von
  26 Minuten wird der in Anhang IV KSIH für die altersentsprechende Hilfe
  für ein sechs bis achtjähriges Kind angegebene Referenzwert von
  15 Minuten abgezogen, woraus ein Zusatzaufwand von elf Minuten
  resultiert, was durchaus nachvollziehbar ist. Anzeichen für eine Fehleinschätzung
  im Abklärungsbericht sind somit keine ersichtlich. Folglich ist dem
  Abklärungsbericht und dessen Ergänzungen in Bezug auf die alltäglichen
  Lebensverrichtungen voller Beweiswert zuzuerkennen, weshalb darauf
  abzustellen ist. Entsprechend ergibt sich der relevante Sachverhalt mit
  hinreichender Deutlichkeit aus den vorhandenen Akten, womit auf das Einholen
  von weiteren Beweisabnahmen verzichtet werden kann.

  
	
   

  
	
  7.3

  
	
  7.3.1 In Bezug auf die Überwachung der Beschwerdeführerin
  weisen die beiden Abklärungsberichte daraufhin, dass sich diese gemäss
  Aussage ihrer Eltern einige Zeit, auch länger als 15 Minuten, selber
  beschäftigen könne, was bislang noch zu keiner gefährlichen Situation geführt
  habe. Draussen dürfe sich die Beschwerdeführerin ums Haus herum alleine aufhalten,
  ansonsten müsse sie ständig im Auge gehalten werden, da sie kein Bewusstsein
  für Gefahren habe und die Gefahr bestehe, dass sie weglaufe. Gestützt darauf
  kommt die Abklärungsperson zum Schluss, dass sich die Überwachungssituation
  der Beschwerdeführerin noch in einem altersentsprechenden Rahmen befinde,
  weshalb weder eine dauernde noch eine besonders intensive
  behinderungsbedingte Überwachung gegeben seien.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  anerkennt auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren ausdrücklich, dass sie für
  eine Zeit von ungefähr 15 Minuten alleine gelassen werden kann, sowohl
  im Haus als auch draussen. Demnach äussert sie sich im gleichen Sinne, wie
  sie dies anlässlich der Abklärung vor Ort gegenüber der
  Sozialversicherungsanstalt Zürich getan hat. Dennoch ist sie der Ansicht,
  dass bei ihr das Erfordernis einer besonders intensiven dauernden Überwachung
  erfüllt sei. Diesem Vorbringen kann offensichtlich nicht gefolgt werden, wird
  doch dafür eine 1:1 Betreuung vorausgesetzt, bei welcher sich die Betreuungsperson
  permanent in unmittelbarer Nähe der versicherten Person aufhalten muss, wobei
  eine kurze Unaufmerksamkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
  lebensbedrohliche Folgen hätte oder zu einer massiven Schädigung von Person
  und Gegenständen führen würde (vgl. E. II/4.2.3 vorne). Kann die
  Beschwerdeführerin aber für eine Zeitspanne von ungefähr 15 Minuten
  unbeaufsichtigt gelassen werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass sich
  diese verletzen oder aber Gegenstände beschädigen würde, muss daraus ohne
  Weiteres folgen, dass keine Notwendigkeit einer ständigen Betreuung und damit
  einer besonders intensiven behinderungsbedingten Überwachung vorhanden ist.
  Damit übereinstimmend hält der Anhang III KSIH fest, dass eine besonders
  intensive Überwachung vor einem Alter von acht Jahren in der Regel nicht
  in Betracht fällt, worauf sich nicht zuletzt auch der Abklärungsbericht der
  Sozialversicherungsanstalt Zürich stützt.

  
	
   

  
	
  7.3.2 In Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin offen
  gelassen werden kann sodann, ob die Beschwerdeführerin einer dauernden
  Überwachung bedarf. Denn selbst wenn dies zu bejahen wäre, würde der
  Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 39 Abs. 3 IVV im Rahmen der
  Berechnung des Intensivpflegezuschlags ein Zeitaufwand von pauschal
  zwei Stunden angerechnet, woraus ein gesamthafter behinderungsbedingter
  Mehraufwand von 2 Stunden und 46 Minuten resultieren würde. Für die
  Zusprache eines Intensivpflegezuschlags wird jedoch ein solcher von
  mindestens vier Stunden vorausgesetzt (Art. 42ter Abs. 3 IVG
  i.V.m. Art. 39 Abs. 1 IVV). Demnach würde auch bei Vorliegen einer
  dauernden Überwachung kein Anspruch auf einen Intensivpflegezuschlag
  bestehen. 

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m.
  Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdeführerin
  aufzuerlegen und mit dem von ihr bereits geleisteten Kostenvorschuss in
  gleicher Höhe zu verrechnen. Ausgangsgemäss steht ihr überdies keine
  Parteientschädigung zu (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61
  lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und
    mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Es
    wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]