# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6063b82f-2a0b-5e82-a31c-c0990fa666d4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.12.2008 IV 2007/380
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-380_2008-12-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/380

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.05.2020

Entscheiddatum: 15.12.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 15.12.2008
Art. 44 ATSG: Wenn die Begutachtungsanordnung nicht von der 
Namensnennung der involvierten Gutachter begleitet war, liegt zwar ein 
Formfehler vor, doch muss der betroffene Explorand spätestens mit dem 
konkreten Aufgebot zu einer Begutachtung die Bekanntgabe der 
Gutachternamen einfordern. Wo diese rechtzeitige Reaktion unterblieben ist 
und die Begutachtung trotz des Formfehlers durchgeführt wurde, kann der 
Explorand aus der unterlassenen rechtzeitigen Nennung der 
Gutachternamen nichts mehr für sich ableiten. Art. Art. 43 ATSG: Auch wenn 
im gegebenen Fall eine förmliche Bindungswirkung an den Rentenentscheid 
der UV nicht zur Debatte stehen kann (BGE vom 28. August 2007, U 148/06), 
so ist doch die Aussagekraft des SUVA-Dossiers im IV-Verfahren zu 
überprüfen und zu würdigen, wenn man es wie vorliegendenfalls schon 
unbedingt beiziehen muss (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 15. Dezember 2008, IV 2007/380).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 15. Dezember 2008

in Sachen

H.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.   

Am 14. Januar 2005 liess sich H.___, Jahrgang 1965, durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri 

Poltera, St. Gallen, bei der IV-Stelle St. Gallen anmelden. Sie verlangte eine 

Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit und eine Rente und verwies auf die SUVA-

Akten. Sie hatte im September 2003 in Kroatien als Beifahrerin in einem PW einen 

Verkehrsunfall erlitten. Bei der Primärversorgung in Kroatien in einem kleinen Spital war 

eine schwere Wirbelsäulenverletzung übersehen worden. Nach dreitägigem Aufenthalt 

war die Repatriierung mit der Rega zunächst ins Spital Wil erfolgt, wo die Verletzungen 

festgestellt und die Versicherte sofort in das Kantonsspital St. Gallen verlegt worden 

war. In ihrem Bericht vom 16. September 2003 (Fremd-act. 16) hatte die Klinik für 

Orthopädische Chirurgie über die Diagnosen BWK 6-Luxationsfraktur, Fraktur 

Querfortsatz 5 - 7, Rippenserienfraktur links und Hämatothorax berichtet. Die Therapie 

hatte in folgenden Eingriffen bestanden:

Dorsale Spondylodese BWK 4- 8, Laminektomie und Dekompression BWK 6

Dorsale Stabilisierung BWK 4 - 8 (Moss Max polyaxial Pedikelschrauben 5.0 plus 

Querverbinder)

Ventrale intercorporelle Spondylodese Th 5 - Th 7

Corporektomie BWK 6

Wirbelkörperersatz mit kleinem thorakalen Harmskorb und Spongiosaplastik durch 

Rippenresektion der 6. Rippe rechts.

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Vom 12. Oktober bis 8. November 2003 war ein Rehabilitationsaufenthalt in der Reha-

Klinik Walenstadtberg erfolgt. Bei einer Nachkontrolle hatte die Versicherte gemäss 

einem Bericht vom 11. Februar 2004 nach wie vor unter massiven Schmerzen gelitten 

und sie war kaum gehfähig gewesen. Vom 1. bis 30. Juni 2004 hatte die Versicherte 

eine weitere Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon absolviert. In einem Bericht vom 

9. November 2004 hatte A.___, Fachpsychologe für Klinische Psychologie und 

Psychotherapie, die psychiatrischen Diagnosen einer Schmerzstörung im 

Zusammenhang mit dem erlittenen Autounfall, eine Anpassungsstörung mit Angst, 

Depression, Anspannung und Ärger als Folge der unfallbedingten Einschränkung und 

des Verlusts der Arbeitsfähigkeit angegeben. Er hatte weiter ausgeführt, die 

Wiedererreichung der Arbeitsfähigkeit dürfte kurzfristig kein Thema sein (Fremd-act. 

45). Anhand von aktuellen Röntgenaufnahmen betrachtete der SUVA-Kreisarzt Dr. 

med. B.___ am 26. April 2005 nach der Abschlussuntersuchung eine Arbeitsfähigkeit in 

einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit sitzend, stehend und gehend bei 

einer Präsenz von mindestens 75% unter Berücksichtigung von vermehrten Pausen 

oder einer verlängerten Mittagspause als zumutbar. Er machte geltend, im Vordergrund 

stehe jedoch eine psychische Problematik mit depressivem Syndrom, 

Symptomausweitung und Somatisierungstendenz. Das aktuelle Ergebnis mit 

ausgeprägter Inaktivität und Passivität sowie übermässiger Schmerzempfindung sei in 

allererster Linie auf die psychiatrische Problematik und nicht auf die organischen 

Unfallfolgen zurückzuführen (Fremd-act. 57). Dr. B.___ schätzt den Integritätsschaden 

nach UVG auf 25%. Die psychiatrische Behandlung auf Kosten der UV wurde am 22. 

März 2005 beendet (Fremd-act. 60). Am 24. November 2005 schloss die Versicherte 

mit der SUVA über eine Invalidenrente von 36% sowie eine Integritätsentschädigung 

von 25% einen Vergleich (UV-act. 70). Gestützt auf die Akten ging die SUVA bei der 

Invalidität von einer mindestens 75%igen Arbeitsfähigkeit bei körperlich leichter 

wechselbelastender Tätigkeit im Sinn von Sitzen, Gehen, Stehen unter Einhaltung 

vermehrter Pausen oder einer verlängerten Mittagszeit aus. Über kurze Distanzen oder 

kurze Strecken könnten Lasten von maximal 8 Kilogramm getragen werden. Im 

rechnerischen Einkommensvergleich berücksichtigte die SUVA beim herangezogenen 

statistischen Invalideneinkommen unter anderem einen Leidensabzug von 15% und 

glich das unterdurchschnittliche Einkommen ohne Unfall um 15% aus, woraus die 

Invalidenrente von 36% gemäss Vereinbarung resultierte (Fremd-act. 71).

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B.  

Gestützt auf eine Anfrage der zuständigen Sachbearbeiterin entschied der RAD-Arzt 

Dr. med. C.___ am 14. Februar 2006, dass eine polydisziplinäre Begutachtung durch 

eine MEDAS-Stelle notwendig sei (IV-act. 34). Beauftragt wurde das Ärztliche 

Begutachtungsinstitut (ABI), Basel. In der orthopädischen Beurteilung vom 27. Juni 

2006 schloss Dr. med. D.___ auf eine um 20% reduzierte Leistung für körperlich leichte 

Tätigkeiten in wechselnder Position und ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule bei 

ganztägiger Arbeitsfähigkeit aufgrund eines etwas erhöhten Pausenbedarfs. Die 

Versicherte sollte die Möglichkeit haben, während etwa zehn Minuten stündlich ein 

Lockerungs- und Entspannungsprogramm für Gelenke und Muskulatur des Stammes 

durchzuführen, was zu einer etwas verminderten Gesamtleistung führe. - Aus der 

psychiatrischen Untersuchung von Dr. med. E.___ vom 27. Juni 2006 resultierte keine 

psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die beklagten 

körperlichen Beschwerden könnten somatisch nicht objektiviert werden. Es müsse eine 

psychische Überlagerung angenommen werden. Weder die Diagnose einer 

anhaltenden somatoformen Schmerzstörung noch diejenige der Entwicklung 

körperlicher Symptome aus psychischen Gründen könnten gestellt werden. Vielmehr 

liege eine Schmerzverarbeitungsstörung vor. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Schmerzverarbeitungsstörung habe nämlich 

keinen Krankheitswert und schränke die Arbeitsfähigkeit nicht ein. Eine depressive 

Störung liege nicht vor. Aus psychiatrischer Sicht könne es der Explorandin daher 

zugemutet werden, trotz der beklagten Beschwerden weiterhin ihren angestammten 

Tätigkeiten (Hausfrau, Putzfrau) ganztags und ohne jede Leistungseinschränkung 

nachzugehen. Entgegen ihren Angaben nehme die Explorandin das verordnete 

Antidepressivum gemäss den Blutuntersuchungen nur unregelmässig ein. Ihre 

anamnestischen Angaben seien daher mit Vorsicht zu bewerten. Streng genommen 

könnten sie gar nicht verwertet werden, da die Versicherte nachweislich falsche 

Angaben gemacht habe. Jedenfalls scheine sie sich selbst nicht als depressiv 

einzuschätzen, wenn sie das Antidepressivum nur unregelmässig einnehme. Unter der 

ambulanten und der antidepressiven Therapie hätten sich die depressiven 

Verstimmungen weitgehend zurückgebildet und seien im jetzigen Zeitpunkt nicht mehr 

nachweisbar. Auf dem Gutachten fehlte die Unterschrift des psychiatrischen 

Gutachters Dr. E.___, für den Dr. D.___ unterschrieb und dabei bestätigte, dass die 

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Konklusion des Gutachtens durch einen multidisziplinären Konsensus unter den 

Untersuchern erarbeitet worden sei.

C.  

Der RAD hielt am 8. November 2006 dafür, das MEDAS-Gutachten sei umfassend, 

widerspruchsfrei und einleuchtend, sodass darauf abgestellt werden könne. Die 

80%ige Arbeitsfähigkeit in adaptierter leichter Tätigkeit gelte seit Sommer 2005. Bis 

dahin sei vom 9. August 2003 an eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Mit 

einem Vorbescheid vom 15. März 2007 kündigte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad 

von 28% die Abweisung des Rentenbegehrens an, wogegen der Rechtsvertreter der 

Versicherten am 30. April 2007 einwandte, es sei noch kein Entscheid zu fällen, 

sondern eine psychiatrische Oberexpertise und eine neurologisch/

neuropsychologische Abklärung, eventuell eine Abklärung in einem Schmerzzentrum, 

in Auftrag zu geben. Im Übrigen berücksichtige die SUVA allein aus körperlichen 

Einschränkungen einen Invaliditätsgrad von 36%. Eine Abweichung davon sei nicht 

gerechtfertigt, weil nicht begründet. Zu prüfen wären auch berufliche 

Eingliederungsmassnahmen. Mit einer Verfügung vom 7. September 2007 (IV-act. 17) 

lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung führte 

sie aus, der Invaliditätsgrad der SUVA basiere auf einem Vergleich, und die IV sei nicht 

an den Entscheid der SUVA gebunden, sondern könne einen eigenen IV-Grad 

berechnen. Solange die Versicherte überzeugt sei, trotz bestätigter Arbeitsfähigkeit von 

100% nicht arbeiten zu können, könne keine erfolgversprechende Arbeitsvermittlung 

durchgeführt werden.

D.  

Mit Eingabe vom 10. Oktober 2007 liess die Versicherte beim Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen Beschwerde erheben. Sie stellte den Antrag, die Verfügung vom 

7. September 2007 sei aufzuheben, und die Sache sei zwecks Weiterabklärung an die 

IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung führte sie aus, das ABI-Gutachten vom 

31. August 2006 sei in seinem psychiatrischen Teil fallentscheidend und vermöge in 

keiner Art und Weise zu überzeugen. Es widerspreche dem psychosomatischen 

Konsilium der Rehaklinik Bellikon, wo der psychischen Störung Krankheitswert 

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zugeschrieben worden sei, die sich limitierend auf die Arbeitsfähigkeit auswirke, welche 

damals als kaum mehr vorhanden bezeichnet worden sei. Das Konsilium sei damals 

nach einem Rehabilitationsaufenthalt von einem Monat erstellt worden. Es habe auf 

einer erheblich besseren Beobachtungsbasis basiert und es stehe in Übereinstimmung 

mit den anderen Arztberichten der Jahre 2004 und 2005. Warum die festgestellte 

Schmerzverarbeitungsstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sein solle, werde 

nicht begründet. Mit der Allerweltsformel "kann zugemutet werden" schiebe man die 

Schmerzproblematik der Beschwerdeführerin auf die Seite und bagatellisiere sie als 

rein subjektives Leidensgeschehen. Es sei völlig unklar, was sich am 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Rehabilitationsaufenthalt 

verändert oder verbessert haben solle. Der Hausarzt Dr. med. F.___ sei jedenfalls am 3. 

Oktober 2007 zum klaren Schluss gekommen, dass genau diese 

Schmerzverarbeitungsstörung einen erheblichen Effekt auf die Arbeitsfähigkeit habe. 

Wenn im Zentrum des Leidens der Beschwerdeführerin eine 

Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert werde, so frage sich immer auch, ob es 

nicht doch noch körperliche Teilursachen für den beklagten Schmerz gebe. Im 

vorliegenden Fall beeinflussten und verstärkten sich die psychiatrischen und 

somatischen Befunde seit dem Unfall von 2003 gegenseitig. Dringend nötig sei deshalb 

eine gesamtheitliche psychosomatische Nachbeurteilung der Versicherten. Der Begriff 

der zumutbaren Willensanstrengung werde im vorliegenden Fall nicht korrekt 

angewendet. Es liege nach einem sehr schweren Unfall mit schweren Körperschäden 

offenkundig ein mehrjähriger Verlauf einer somatisch und psychiatrisch sich 

beeinflussenden Symptomatik vor. Hinzu komme, dass die Beschwerdeführerin 

mittlerweile schon lange aus dem Arbeitsprozess (seit 2002) ausgeschieden sei und 

sich fast nur noch zu Hause aufhalte. Es fehle eine genügende soziale Integration. 

Offensichtlich sei eine Chronifizierung des Krankheitsgeschehens eingetreten. Damit 

seien die Kriterien, die zum Problem der zumutbaren Willensanstrengung aufgestellt 

würden, klarerweise erfüllt. Insgesamt seien noch nicht alle notwendigen und sinnvollen 

Abklärungen unternommen worden. Dr. med. F.___ hatte am 3. Oktober 2007 darauf 

hingewiesen, dass das ABI-Gutachten die Schmerzverarbeitungsstörung nicht als 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anerkenne und ihr keinen Krankheitswert beimesse. 

Im Unterschied zu Dr. med. E.___ habe hier seiner Meinung nach die 

Schmerzverarbeitungsstörung einen einschränkenden Effekt auf die Arbeitsfähigkeit, 

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welcher erheblich sei. Demgegenüber deckten sich die 80% Arbeitsfähigkeit gemäss 

ABI-Gutachten in etwa mit den vorangegangenen 75% Arbeitsfähigkeit des SUVA-

Arztes Dr. B.___. Er sei aber nicht dieser Meinung bezüglich der Arbeitsfähigkeit. Die 

generalisierte Schmerzstörung schränke die Aktivitäten der Patientin im Alltag stark ein, 

und eine Tendenz zur Besserung sei seit der Behandlungsübernahme durch ihn im 

November 2005 nicht zu erkennen (IV-act. 4-11).

E.  

Nachdem die Gerichtsleitung mit Verfügung vom 20. November 2007 zunächst von 

einer verspäteten Bezahlung des Kostenvorschusses ausgegangen und eine 

Fristwiederherstellung verweigert hatte, verfügte sie auf Einspruch hin am 21. Januar 

2008 die Wiederherstellung der versäumten Frist und das Eintreten auf die 

Beschwerde. Gleichzeitig wies sie ein Ausstandsgesuch gegen den Präsidenten der 

Abteilung II ab. Dieses Verfügung ist unangefochten in formelle Rechtskraft erwachsen.

F.   

In einer nachträglichen Eingabe vom 28. Mai 2008 (G 12) führte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin aus, neue Abklärungen in der Schulthess Klinik hätten an den Tag 

gebracht, dass der Schmerzzustand doch reale Ursachen habe und nicht nur eine so 

genannte Schmerzverarbeitungsstörung darstelle. Die Schmerzen könnten vom 

Implantationsmaterial ausgelöst sein, insbesondere weil eine Schraube recht 

oberflächlich liege. Es würden noch weitere Abklärungen gemacht und eventuell werde 

eine Reoperation notwendig werden. Beigelegt waren ein Bericht vom 4. Mai 2008 der 

Schulthess Klinik bzw. von Prof. Dr. med. G.___ und ein Schreiben von Dr. med. F.___ 

vom 26. Mai 2008. Professor G.___ hatte eine weitere orthopädische Untersuchung zur 

Frage vorgeschlagen, ob die Entfernung der Implantate zu einer Beschwerdelinderung 

führen könnte. Die real erscheinenden Beschwerden seien zweifellos, insbesondere bei 

der Arbeit, durch relevante Belastungen in der Brustwirbelsäule sowohl dynamisch wie 

auch statisch deutlich einschränkend (G 12.1.2). Aufgrund dieser Beurteilung überwies 

Dr. med. F.___ die Beschwerdeführerin an Frau Dr. med. I.___, Wirbelsäulenchirurgie (G 

12.1.1).

G.   

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Am 12. Juni 2008 reichte der Rechtsdienst der IV-Stelle des Kantons St. Gallen seine 

Beschwerdeantwort ein. Er machte geltend, der IV-Stelle könne nicht der Vorwurf 

gemacht werden, sie habe den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

ungenügend abgeklärt. Das ABI-Gutachten sei aktueller als die vorangegangenen 

Arztberichte, insbesondere als die Beurteilung der Rehaklinik Bellikon. Es könne nicht 

ausgeschlossen werden, dass tatsächlich eine Besserung des psychiatrischen 

Zustandes eingetreten sei, wie dies das ABI-Gutachten berücksichtige. Dieses 

entspreche im übrigen den Anforderungen der Rechtsprechung. Die neueren Berichte 

von Dr. med. F.___ und Prof. Dr. med. G.___ vom Mai 2008 würden an der bisherigen 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nichts ändern. Weitere Untersuchungen würden 

zeigen, ob eine Entfernung der Implantate sinnvoll sei und eine Schmerzlinderung 

herbeiführen könnten.

H.  

Mit Eingabe vom 16. Juli 2008 machte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

replicando geltend, das ABI-Gutachten leide an einem formellen Mangel. Die 

Anordnung der medizinischen Abklärungen im ABI vom 29. Mai 2006 habe nämlich die 

konkreten Gutachternamen nicht bekannt gegeben. Gemäss Rechtsprechung hätten 

die Namen im Voraus angekündigt werden müssen, um Art. 44 ATSG zu genügen. Das 

ABI-Gutachten könne daher aus formellen Gründen nicht beachtet werden. Der 

beigelegte neueste Bericht der Schulthess Klinik vom 23. Juni 2008 von Frau med. 

I.___ weise darauf hin, dass die Beschwerdeführerin sicher ein übersteigertes 

Schmerzempfinden im Operationsgebiet zeige. Es sei jedoch möglich, dass das 

Implantat gewisse entzündliche Reaktionen in der Muskulatur auslöse. Man habe daher 

therapeutische Infiltrationen über den Schraubenköpfen vorgeschlagen. Je nach 

Wirkdauer müsste nochmals über eine Implantatentfernung diskutiert werden.

I.   

Die IV-Stelle verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:

1.   

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Die Beschwerde richtet sich hauptsächlich gegen die Art und Weise der 

Sachverhaltsabklärung durch die IV-Stelle mittels des ABI-Gutachtens vom 31. August 

2006. Nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat der 

Versicherungsträger von Amtes wegen die notwendigen Abklärungen vorzunehmen. 

Die IV-Stelle beschafft sich die erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den 

Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit des 

Versicherten sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen. Zu 

diesem Zweck können Berichte und Auskünfte verlangt, Gutachten eingeholt, 

Abklärungen an Ort und Stelle vorgenommen sowie Spezialisten der öffentlichen und 

privaten Invalidenhilfe beigezogen werden (Art. 69 Abs. 2 IVV). - Die 

Beschwerdeführerin wendet sich zunächst aus formellen Gründen gegen das 

eingeholte ABI-Gutachten, weil die Begutachtungsanordnung nicht von der Nennung 

der involvierten Gutachter begleitet war. Allein die von der Beschwerdeführerin 

angerufene Rechtsprechung (BGE 132 V 376 ff.) hat sich keineswegs in dieser 

Richtung geäussert. Die Unterlassung der Mitteilung, wie sie bis in die jüngste Zeit die 

Regel war, erscheint zwar als Formfehler, der auch nicht einfach hinzunehmen ist. 

Freilich muss der betroffene Explorand spätestens mit dem konkreten Aufgebot zu 

einer Begutachtung bei der zuständigen IV-Stelle die Bekanntgabe der 

Gutachternamen verlangen. Tut er dies in diesem Zeitpunkt und verweigert die IV-Stelle 

die Information, so kann er sich zur Durchsetzung seines Anspruchs an den Richter 

wenden und die Begutachtungsvorkehr ohne Nachteil vorderhand verweigern. - Wo 

indessen diese rechtzeitige Reaktion unterblieben ist und die Begutachtung trotz des 

Formfehlers durchgeführt wurde, kann der Explorand aus der unterlassenen 

rechtzeitigen Nennung der Gutachternamen nichts mehr für sich ableiten. Er hat sich - 

bei Notwendigkeit - mit der Möglichkeit zu - rechtzeitigen - Ausstandsbegehren oder 

zu Einwendungen gegen bestimmte Gutachter im Rahmen der materiellen 

Fallbeurteilung bzw. Beweiswürdigung zur Wehr zu setzen. Der zweite Formfehler im 

Gutachten, nämlich dass die eigenhändige Unterschrift in einem Teilgutachten fehlt 

und durch jene des Co-Gutachters ersetzt worden und auch der multidisziplinäre 

Konsens nicht von beiden beteiligten Gutachten unterschrieben worden ist, dürfte von 

der IV-Stelle grundsätzlich nicht einfach hingenommen werden. Nachdem eine Rüge 

fehlt und - wie zu zeigen ist - der Verfahrensausgang die Bedeutung des Gutachtens 

relativiert, ist von einer Korrektur abzusehen.

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2.   

Die Beschwerdeführerin hält dafür, dass zu früh und zu Unrecht, ohne dass vorgängige 

Eingliederungsmassnahmen verfügt worden seien, über das Rentengesuch verfügt 

worden sei. Tatsächlich bestehen aufgrund der nach Verfügungserlass weitergeführten 

medizinischen Abklärungen und der gesamten medizinischen Aktenlage erhebliche 

Zweifel, ob der rechtserhebliche Sachverhalt überhaupt korrekt hat gewürdigt werden 

können, nachdem noch keine abgeschlossene medizinischen Entwicklung und keine 

definitiven Aussagen über die Schmerzursachen möglich waren. Die Frage kann jedoch 

offen bleiben, weil die Verfügung in jedem Fall aufzuheben ist, wie sich aus dem 

Folgenden ergibt.

3.   

Obwohl nach der medizinischen Aktenlage unzweifelhaft feststeht, dass die 

Beschwerdeführerin seit dem 9. August 2003 bis jedenfalls "Sommer 2005" (IV-act. 

30-19; IV-act. 28) 100% arbeitsunfähig war, hat die Beschwerdegegnerin übersehen, 

dass nach Ablauf des Wartejahres im besagten Rahmen eine ganze Invalidenrente 

hätte zugesprochen werden müssen. Die Sache ist daher zur näheren Festlegung der 

Rentenberechtigung in zeitlicher und quantitativer Hinsicht an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4.   

Zweckmässigerweise wird die Beschwerdegegnerin vor der neuen Verfügung den 

aktuellen Verlauf der Abklärungen und medizinischen Massnahmen genau verfolgen 

und in geeigneter Weise überprüfen lassen, ob sich aus der nach dem ABI-Gutachten 

vom August 2006 eingetretenen Entwicklung und den nachträglichen ärztlichen 

Einschätzungen ihre bisherige Annahme einer nur 28%igen Invalidität wird 

aufrechterhalten lassen. Hinzu kommt, dass die Schlussfolgerungen des ABI-

Gutachtens vom 31. August 2006 nicht in allen Teilen überzeugen. Die Verneinung 

jeder somatischen Schmerzursache vor dem Hintergrund einer doch gravierenden 

Rückenverletzung ist nicht ohne weiteres schlüssig. Auch kann man sich des Eindrucks 

nicht erwehren, dass die orthopädische Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit mit 20% 

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ohne triftige Begründung von den Annahmen des Unfallversicherers (25%) abweicht, 

der darauf gestützt zu einer Invalidität von 36% gelangt ist und auf diesen Grundlagen 

noch am 6. Januar 2006 verfügt hat, wobei erst noch eine allfällige psychiatrische 

Invaliditätskomponente wegen bestrittener Unfallkausalität aus der 

Invaliditätsberechnung herausfiel. Auch wenn im vorliegenden Fall eine förmliche 

Bindungswirkung an Entscheidungen der Unfallversicherung aus verschiedenen 

Gründen nicht zur Debatte stehen kann (BGE 133 V 549), so ist doch die Aussagekraft 

des SUVA-Dossiers im IV-Verfahren zu überprüfen und zu würdigen, wenn man es wie 

in diesem Fall schon unbedingt beiziehen muss. Schliesslich räumt auch die 

Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort ein, dass weitere Untersuchungen 

zeigen würden, ob mit einer Implantatentfernung eine Schmerzlinderung herbeigeführt 

werden könnte. Sie hält also selber weder den medizinischen Erkenntnisstand über die 

Schmerzursachen noch den Leidensverlauf für abschliessend geklärt. Daher kann es 

sich allenfalls aufdrängen, eine weitere Begutachtung anzuordnen.

5.   

Da die Beschwerdegegnerin unterliegt, sind ihr grundsätzlich die Gerichtskosten in 

Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Der Verfahrensausgang, die Bedeutung der Streitsache und die 

Schwierigkeiten des Prozesses rechtfertigen eine ungekürzte, durchschnittliche 

Parteientschädigung, die auf pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzusetzen ist. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 7. September 

2007 aufgehoben und die Streitsache wird zur neuen Verfügung im Sinne der 

Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Gerichtskosten von Fr. 600.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

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3.  Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.--.

4.  Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

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