# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e3d21b7-4808-5fc5-96eb-3ecac5e7bc46
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 19.12.2022 LB200044
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB200044_2022-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB200044-O/U 

 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Ersatzrichter lic. iur. 

T. Engler sowie Gerichtsschreiber MLaw S. Widmer  

Beschluss und Urteil vom 19. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte 3 und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. D._____,  
4. E._____,  
Mitbeteiligte und Beklagte 1, 2 und 4 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____ 

- 2 - 

 

 
betreffend Erbteilung / Rückweisung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 3. August 2017; 
Proz. CP140002 
Urteil der II. Zivilkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 15. 
März 2019; Proz. LB170041 
Urteil des Bundesgerichtes vom 26. Oktober 2020; Proz. 5A _350/2019 
 

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Prozesseinleitendes Rechtsbegehren: 
(act. 2 S. 3 f.) 

" 1. Es sei der Nachlass des am tt.mm.1997 in G._____ verstorbenen 
F._____, geboren tt. Juni 1938, von G._____, Landwirt, festzustellen. 

 2. Es sei festzustellen, dass der Kläger an diesem Nachlass zu 1/8 erbbe-
rechtigt ist. 

 3. Es sei dem Kläger das landwirtschaftliche Gewerbe H._____/I._____, 
G._____/J._____, integral zur Selbstbewirtschaftung zum Ertragswert 
zuzuweisen, bestehend aus: 
3.1. Gewerbeteil H._____ in der Gemeinde G._____ ZH: 

3.1.1. GB K-Bl. 1, Lb. 2, Liegenschaft, Kataster Nr. 3, 
a) 6'398 m2 Gebäudefläche, Acker, Wiese, Weide, Gar-

tenanlage, Hausumschwung, 
b) Wohnhaus mit Scheune, Gebäude Nr. 4, K._____-Weg 

5+6 (Adresse), 
c) Hühnerhaus, Gebäude Nr. 7, bei K._____-Weg 5, 
d) Wohnhaus mit Anbau, Gebäude Nr. 8, K._____-Weg 9, 
e) Schopf, Gebäude Nr. 10, bei K._____-Weg 9, 

3.1.2. GB K-Bl. 1, Lb. 11, Liegenschaft, Kataster Nr. 12, 
29'275 m2 Acker, Wiese, Weide, 

3.1.3. GB K-Bl. 1, Lb. 13, Liegenschaft, Kataster Nr. 14, 
a) 70'861 m2 Gebäudeflächen, Strasse, Weg, Acker, 

Wiese, Weide, übrige humusierte Fläche, Fliessge-
wässer, Wald, 

b) Scheune, Gebäude Nr. 15, K._____-Weg 16, 
c) Garagengebäude, Gebäude Nr. 17, bei K._____-Weg 16, 

3.2. Gewerbeteil I._____ in der Gemeinde J._____ ZH: 
3.2.1. Miteigentumsanteil der Erbengemeinschaft: 

a) Grundbuch Blatt 18, Liegenschaft, Kataster Nr. 19, 
I._____-… [Ortsbezeichnung], 
aa) 87'570 m2 bzw. 87'566 m2 Gebäudefläche, Acker, 

Wiese, Weide, Wald, 
ab) Scheune, Gebäude Nr. 20, L._____-strasse 21, 

b) Grundbuch Blatt 22, Liegenschaft, Kataster Nr. 23, 
Hornet, 3'688 m2 Wald, 

3.2.2. und aufzuhebendem Miteigentum der Beklagten 1: 
a) Grundbuch Blatt 18, Liegenschaft, Kataster Nr. 19, 

I._____-…, 
aa) 87'570 m2 bzw. 87'566 m2 Gebäudefläche, Acker, 

Wiese, Weide, Wald, 
ab) Scheune, Gebäude Nr. 20, L._____-strasse 21, 

b) Grundbuch Blatt 22, Liegenschaft, Kataster Nr. 23, 
Hornet, 3'688 m2 Wald, 

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unter Zuweisung auch dieses Miteigentumsanteils der Be-
klagten 1 an den Kläger zur Selbstbewirtschaftung zum Er-
tragswert. 

 4. Die Zuweisungen haben unter Verrechnung mit dem Erbteil des Klägers 
und mit den vom Kläger zu übernehmenden Grundpfandschulden und 
unter Festsetzung der vom Kläger an die Beklagten zu leistenden Aus-
gleichszahlungen zu erfolgen. 

 5. Die genaue Bezifferung der Ansprüche des Klägers bleibt gestützt auf 
§ 61 Abs. 2 ZPO für den Zeitpunkt nach Durchführung des Beweisver-
fahrens vorbehalten. 

 6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten." 

Urteil des Bezirksgerichts vom 31. Juli 2013: 
(vgl. act. 175 S. 197 ff.) 

Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 
27. Juni 2014:  

(vgl. act. 178 S. 39 f.) 

Urteil des Bezirksgerichtes vom 3. August 2017: 
(act. 358 S. 251 ff.) 

"1. Die Parteien werden verpflichtet, die folgenden Nachlasspositionen zu saldieren: 
1.1 Bankkonti: 
 a) ZKB M._____, PK Nr. 24, lautend auf F._____ (Gest.) 
 b) ZKB M._____, AK Nr. 25, lautend auf F._____ (Gest.) 
 c) UBS M._____, AK Nr. 26, lautend auf F._____ Erben 
1.2 Kassenbestand 

2. Die Parteien werden sodann verpflichtet, aus dem aus der Saldierung resultieren-
den Barvermögen von (voraussichtlich) Fr. 237'366.05 vor dessen Verteilung die 
folgenden Nachlasspositionen zu bezahlen: 
Die noch bestehenden "Kreditoren" (Schulden bzw. kurzfristige Verbindlichkeiten, 
ohne "Hypothek") der Erbengemeinschaft, nämlich gemäss Jahresabschluss 2016: 
a) "N._____, Erbenvertretung": Fr. 3'000.– 
b) "Kant. Steueramt, dBSt 2016": Fr. 629.70 
c) "EKZ, Strom Scheune": Fr. 5.70 
d) "Gde. G._____, Wasser/Kehricht": Fr. 1'153.55 
e) "Buchhaltung 2015": Fr. 1'000.– 
f) "Buchhaltung 2016": Fr. 1'000.– 
g) "SVA, pers. Beiträge 2015 E._____": Fr. 800.– 
h) "SVA, pers. Beiträge 2016 E._____": Fr. 300.– 

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3. Die Parteien werden sodann verpflichtet, das nach der Schuldentilgung verbleiben-
de Barvermögen von (voraussichtlich) Fr. 229'477.10 wie folgt auf die Parteien zu 
verteilen: 
3.1 an die Beklagte 1: Fr. 146'477.10 
3.2 an die Beklagte 2: Fr. 37'000.– 
3.3 an die Beklagte 3: Fr. 9'000.– 
3.4 an die Beklagte 4: Fr. 37'000.– 

4. Dem Kläger werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 
4.1 Von den Aktiven Liegenschaft "H._____" (inkl. Chalet) und Aktiven Liegen-

schaft "I._____" (beide Miteigentumsanteile): Alles, ausser das Nutznies-
sungsrecht der Beklagten 1 

4.2 Von den Passiven Liegenschaft "H._____": 
 ZKB M._____, Grundpfandschulden: Fr. 900'000.– 
4.3 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft): 
 a) Ausstände Kläger "H._____/I._____": Fr. 4'150.– 
 b) übrige Debitoren gemäss Jahresabschluss 2016: Fr. 1'430.15 

5. Der Kläger wird zur Leistung folgender Ausgleichszahlungen verpflichtet: 
5.1 an die Beklagte 1: Fr. 205'645.30 
5.2 an die Beklagte 2: Fr. 53'131.25 
5.3 an die Beklagte 3: Fr. 10'541.10 
5.4 an die Beklagte 4: Fr. 53'131.25 

6. Der Beklagten 1 werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 
6.1 Von den Aktiven Liegenschaft "H._____" (inkl. Chalet) und Aktiven Liegen-

schaft "I._____" (beide Miteigentumsanteile): Das Nutzniessungsrecht und 
zwar wie folgt: 

Lebenslängliches Nutzniessungsrecht von C._____, geboren am 
tt. November 1941, von G._____, an der 3-Zimmer-Wohnung im Par-
terre des Wohnhauses Gebäude Nr. 4 in der Liegenschaft Kat.-Nr. 3 
am K._____-Weg 6 in G._____, verbunden mit dem Recht zur alleini-
gen Nutzung des im Plan Nr. 27 (act. 134/17) rot umrandeten, mit "R3" 
bezeichneten Kellerabteils im Untergeschoss des Gebäudes Nr. 4, mit 
Zugang von aussen via Trocknungsraum und Keller R2, und weiter 
verbunden mit dem Recht zur alleinigen Nutzung des im Plan Nr. 28 
(act. 134/18) rot umrandeten Bereichs des Gartens samt Sitzplatz der 
Liegenschaft Kataster Nr. 3 und gemäss Beschrieb des Grenzverlaufs 
in der Legende zum Plan.  

Es obliegt den Parteien, dieses Recht im Grundbuch eintragen zu lassen. 
Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Kläger verpflichtet hat, in-
nert 90 Tagen nach Rechtskraft der Zuweisung der Liegenschaft Kat.-Nr. 3 in 
sein Eigentum für eine Abtrennung des vorerwähnten Kellerabteils "R3" mit 
einer üblichen Dachlattung und einem abschliessbaren Zugang zu sorgen. 

6.2 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft): 
 a) Ausstand Bekl. 1 "H._____": Fr. 330.– 
 b) Rückvergütung Beklagte 1 (Bezug ½ Anteil Pachtzins 2010): Fr. 2'544.– 
 c) Rückvergütung Beklagte 1 (Zahlungen an RA O._____): Fr. 1'046.50 
 d) Rückvergütung Beklagte 1 (Zahlungen an P._____): Fr. 27'003.– 

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6.3 Von den Kreditoren (Schulden der Erbengemeinschaft): 
 (Rest-)Anspruch Güterrecht Beklagte 1: Fr. 136'520.90 

7. Der Beklagten 2 werden keine Nachlasspositionen zugewiesen. 
8. Der Beklagten 3 werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 
 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft): 

a) Ausstände Beklagte 3 "I._____": Fr. 62'381.75 (inkl. Verzugszins) 
b) Darlehen Beklagte 3 (Rechnung Q._____): Fr. 7'600.– 
c) Rückvergütung Beklagte 3 (Zahlungen Meliorationen): Fr. 608.40 
d) Schadloshaltungspflicht Beklagte 3 für Bauten und Umnutzung "I._____" 

(siehe nachfolgende Dispositiv-Ziffer) 
9. Es wird festgestellt, dass die Beklagte 3 eine Schadloshaltungspflicht gegenüber 

dem Kläger und den Beklagten 1, 2 und 4 trifft, was die nicht bewilligten und von 
der Erbengemeinschaft nicht genehmigten Bauten anbelangt. Dazu gehören insbe-
sondere die Zweckänderung des Reserveraums und die zusätzlich erstellte sechste 
Pferdebox im Anbau der Scheune (Gebäude Nr. 20) auf dem Grundstück Kataster 
Nr. 19 der "I._____" und die Einbauten und Nutzungen unter der Rampeneinfahrt 
der Scheune, die in der Scheune vorgenommenen baulichen Änderungen und den 
Allwetterplatz ("Auslauf") mitsamt der Fläche neben der Scheune (Gebäude Nr. 20) 
auf dem Grundstück Kataster Nr. 19 der "I._____".  
Die Beklagte 3 ist dem Kläger und den Beklagten 1, 2 und 4 gegenüber im internen 
Verhältnis für die vorerwähnten, von ihr ohne Bewilligung der Baubehörden und 
ohne Genehmigung der Erbengemeinschaft erstellten Bauten und Umnutzungen, 
für die sie weder eine nachträgliche Baubewilligung noch eine vorbehaltlose nach-
trägliche Genehmigung erhalten hat, schadenersatzpflichtig, für den Fall, dass eine 
Rückbauverpflichtung und/oder eine Kostenauferlegung für Ersatzvornahmen nicht 
sie, sondern den Kläger und/oder die Beklagten 1, 2 und/oder 4 treffen sollte. 

10. Der Beklagten 4 werden keine Nachlasspositionen zugewiesen. 
11. Im Übrigen werden die Rechtsbegehren bzw. die von den Parteien gestellten An-

träge im Sinne vorstehender Erwägungen abgewiesen. 
12. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 54'024.– ; die Barauslagen betragen: 

Fr. 1'389.20   Zeugenentschädigungen 

Fr. 55'413.20   Total erstinstanzliche Gerichtskosten 

13. Die erstinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 55'413.20 werden dem Kläger zu 5/45 
(Fr. 6'157.–), der Beklagten 1, 2 und 4 zu je 9/45 (Fr. 11'082.65) und der Beklag-
ten 3 zu 13/45 (Fr. 16'008.25) auferlegt. 
Die von den Parteien für die Auslagen des erstinstanzlichen Beweisverfahrens ge-
leisteten Kostenvorschüsse (Kläger Fr. 4'400.–, Beklagte 1 Fr. 4'300.– und Beklag-
te 3 Fr. 1'050.–) werden mit den ihnen auferlegten Anteilen an den erstinstanzlichen 
Gerichtskosten verrechnet.  

14. Der noch nicht auferlegte Anteil der Kosten des obergerichtlichen Verfahrens von 
Fr. 16'000.– (Geschäfts-Nr. LB130048-O/U; act. 178 Disp. Ziff. 5.) wird der Beklag-
ten 3 auferlegt. 
Der von der Beklagten 3 für die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens geleistete 
Vorschuss wird mit dem ihr auferlegten Anteil an den obergerichtlichen Verfahrens-

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kosten von Fr. 16'000.– verrechnet, soweit dieser Kostenvorschuss nicht bereits 
verwendet worden ist. 

15. Die Beklagten 1, 2 und 4 werden verpflichtet, dem Kläger für das erstinstanzliche 
Verfahren je eine reduzierte Prozessentschädigung von 4/45 bzw. Fr. 5'368.– zu 
bezahlen. 

16. Die Beklagte 3 wird verpflichtet, dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren eine 
reduzierte Prozessentschädigung von 8/45 bzw. Fr. 10'736.–, der Beklagten 1 für 
das erstinstanzliche Verfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von 4/45 
bzw. Fr. 5'368.– und den Beklagten 2 und 4 für das erstinstanzliche Verfahren je 
eine reduzierte Prozessentschädigung von 4/45 bzw. Fr. 800.– zu bezahlen. 

17. Die Beklagte 3 wird verpflichtet, dem Kläger für das obergerichtliche Verfahren zu-
sätzlich noch eine Prozessentschädigung von Fr. 17'280.– zu bezahlen (Geschäfts-
Nr. LB130048-O/U; act. 178 Disp. Ziff. 6.). 
Der von der Beklagten 3 zur Sicherstellung der Parteientschädigung des Klägers im 
obergerichtlichen Verfahren geleistete Betrag wird zur Deckung der dem Kläger für 
das obergerichtliche Verfahren noch zustehenden Prozessentschädigung von 
Fr. 17'280.– verwendet, soweit diese Sicherheitsleistung nicht bereits verwendet 
worden ist. 

[18.-19. Mitteilung/Rechtsmittel]" 

Berufungsanträge: 

der Beklagten 3 und Berufungsklägerin (act. 355 S. 2 - 8): 

"1. Der Entscheid CP140002 des Bezirksgerichts Hinwil vom 03.08.2017 sei aufzuhe-
ben und durch das Obergericht wie folgt neu zu fassen, wobei die nachstehend ge-
nannten Beträge – einerseits aufgrund der Verkehrswert- statt der Ertragswertbe-
rechnung und andererseits unter Berücksichtigung der Variablen bzw. der sich in-
folge Zeitablaufs neuen / ändernden Kreditoren und Debitoren etc. – durch das Ge-
richt auf die effektiv resultierenden Beträge im Urteilszeitpunkt anzupassen sind:  

1.1. Dispositiv Ziffer 1 sei um allfällige bis zum Urteilszeitpunkt ändernde Konti zu er-
gänzen.  

1.2. Dispositiv Ziffer 2 sei um die bis zum Urteilszeitpunkt zusätzlich auflaufenden Kos-
ten zu ergänzen.  

1.3. Dispositiv Ziffer 3 sei entsprechend den sich aus den angepassten Dispositiv Zif-
fern 1 und 2 ergebenden Änderungen anzupassen.  

1.4.  
1.4.1. Dispositiv Ziffer 4 sei neu wie folgt zu fassen: 

4.   Dem Kläger (B._____) werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 
4.1 Von den Aktiven Liegenschaft "H._____" (inkl. Chalet): Alles, ausser das 

Nutzniessungsrecht der Beklagten 1 (C._____), zum Verkehrswert. 
4.2 von den Passiven Liegenschaft "H._____": 
 ZKB M._____, Grundpfandschulden: Fr. 900'000.-- 
4.3 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft): 

a) Ausstände Kläger "H._____/I._____": die zu aktualisierenden, effektiven  
Ausstände im Urteilszeitpunkt.  

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b) übrige Debitoren im Urteilszeitpunkt." 

1.4.2. Eventualiter sei Dispositiv Ziffer 4 wie folgt neu zu fassen:  
4.  Dem Kläger (B._____) werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 
4.1 Von den Aktiven Liegenschaft "H._____": Das Chalet zum Verkehrswert, alles 

andere – ausser das Nutzniessungsrecht der Beklagten 1 (C._____) – zum 
landwirtschaftlichen Ertragswert. 

4.2 von den Passiven Liegenschaft "H._____": 
ZKB M._____, Grundpfandschulden: Fr. 900'000.-- 

4.3 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft): 
a)  Ausstände Kläger "H._____/I._____": die zu aktualisierenden, effektiven  

Ausstände im Urteilszeitpunkt.  
b)  übrige Debitoren im Urteilszeitpunkt." 

1.5. Dispositiv Ziffer 5 sei neu wie folgt zu fassen:  
"Der Kläger wird zur Leistung folgender Ausgleichszahlungen verpflichtet:  

5.1 an die Beklagte 1 (C._____):  
den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 1 entfallenden Ausgleichsbetrag.  

5.2 an die Beklagte 2 (D._____):  
 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 2 entfallenden Ausgleichsbetrag.  

5.3 an die Beklagte 3 (A._____):  
 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 3 entfallenden Ausgleichsbetrag.  

5.4 an die Beklagte 4 (E._____): 
 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 4 entfallenden Ausgleichsbetrag.  

1.6. Dispositiv Ziffer 6: 
1.6.1. Dispositiv Ziffer 6.1 sei nicht zu ändern.  
1.6.2. Dispositiv Ziffer 6.2. sei gemäss dem auf das Urteilsdatum hin aktualisierten Stand 

der dannzumaligen Debitoren anzupassen.  
1.6.3. Dispositiv Ziffer 6.3 sei gemäss dem auf das Urteilsdatum hin aktualisierten Stand 

der dannzumaligen Kreditoren anzupassen.   
1.7. Dispositiv Ziffer 7 sei nicht zu ändern.  

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1.8.  
1.8.1. Dispo Ziffer 8 sei neu wie folgt zu fassen:  
"8. Der Beklagten 3 (A._____) werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen:  

8.1 Von den Aktiven Liegenschaft "I._____" (beide Miteigentumsanteile) zum 
landwirtschaftlichen Ertragswert.  

8.2 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft):  
a) Ausstände Beklagte 3 "I._____": Fr. 62'381.75 (inkl. Verzugszins) 
b) Darlehen Beklagte 3 (Rechnung Q._____): Fr. 7'600.- 
c) Rückvergütung Beklagte 3 (Zahlungen Meliorationen): Fr. 608.40" 

1.8.2. Eventualiter sei Dispo Ziffer 8 neu wie folgt zu fassen:  
"8. Der Beklagten 3 (A._____) werden folgende Nachlasspositionen zugewiesen: 

8.1 Von den Aktiven Liegenschaft "I._____" (beide Miteigentumsanteile) zum 
Verkehrswert. 

8.2 Von den Debitoren (Forderungen der Erbengemeinschaft):  
a) Ausstände Beklagte 3 "I._____": Fr. 62'381.75 (inkl. Verzugszins) 
b) Darlehen Beklagte 3 (Rechnung Q._____): Fr. 7'600.- 
c) Rückvergütung Beklagte 3 (Zahlungen Meliorationen): Fr. 608.40" 

1.9. Dispositiv Ziffer 9 sei neu wie folgt zu fassen:  
"Die Beklagte 3 wird zur Leistung folgender Ausgleichszahlungen verpflichtet:  
5.1 an den Kläger (B._____):  

Fr. 0.- bzw. den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie 
der Erbteilung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert 
gemäss Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsan-
teile an den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Be-
klagte 3 ergebenden, auf den Kläger entfallenden Ausgleichsbetrag.  

5.2 an die Beklagte 1 (C._____):  

 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte entfallenden Ausgleichsbetrag. 

5.3 an die Beklagte 2 (D._____):  

 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 2 entfallenden Ausgleichsbetrag. 

5.4 an die Beklagte 4 (E._____): 

 den sich aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung sowie der Erbtei-
lung, basierend aus der Zuweisung der H._____-Grundstücke zum Wert gemäss 
Dispositiv Ziffer 4 an den Kläger sowie der Zuweisung der Miteigentumsanteile an 
den I._____-Grundstücken zum Wert gemäss Dispositiv Ziffer 8 an die Beklagte 3 
ergebenden, auf die Beklagte 4 entfallenden Ausgleichsbetrag. 

1.10. Dispositiv Ziffer 10 sei nicht zu ändern.  

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1.11. Dispositiv Ziffer 11 sei nicht zu ändern.  
1.12. Dispositiv Ziffer 12 sei nicht zu ändern.  
1.13. Die Dispositiv- Ziffern 13-17 seien gemäss dem sich aus dem Berufungsentscheid 

ergebenden veränderten Prozessausgang anzupassen.  
1.14. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass sich die Beklagte 3 vorbehält, gemäss Be-

weisergebnis an den vorstehenden Anträgen Konkretisierungen vorzunehmen.  
2. Eventualiter seien der Kläger sowie die Beklagte 1 zu verpflichten, zugunsten des 

im Eigentum der Beklagten 3 stehenden Grundstücks J._____ Kataster Nr. 29 (mit 
dem deren Wohnhaus Nr. 30) eine Dienstbarkeit für die in der Scheune Nr. 20 auf 
Kataster Nr. 19, eingebaute, einzig dem Wohnhaus dienende Heizung einzuräu-
men.  

3. Subeventualiter sei der Entscheid CP140002 des Bezirksgerichts Hinwil vom 
03.08.2017 aufzuheben und das Verfahren sei an die Vorinstanz zur Neubeurtei-
lung zurückzuweisen.  

4.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer." 

des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 388 S. 2): 
"Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, soweit im Einzelnen überhaupt darauf 
eingetreten werden kann; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 
MWST zulasten der Beklagten 3 / Berufungsklägerin." 
 

Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, 
vom 15. März 2019:  
(vgl. act. 419 S. 77 f.) 

"Es wird beschlossen: 
1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. August 2017 

mit Bezug auf Dispositiv Ziff. 6.1, Ziff. 7, Ziff. 10 und 11 am 7. Juni 2018 in Rechts-
kraft erwachsen ist.  

2. Auf Ziff. 2 der Anträge der Beklagten 3 und Berufungsklägerin wird nicht eingetre-
ten.  

3. Schriftliche Mitteilung mit dem nachstehenden Erkenntnis.  

und erkannt: 
1. In teilweiser Gutheissung der Berufung der Beklagten 3 und Berufungsklägerin 

werden die Dispositiv-Ziffern 1 - 5 sowie Ziffern 6.2, 6.3, 8, 9 sowie Ziff. 13 - 17 des 
Urteils des Bezirksgerichtes Hinwil vom 3. August 2017 aufgehoben.  

2. Der Antrag des Klägers und Berufungsbeklagten auf integrale Zuweisung des Ge-
bietes H._____ in der Gemeinde G._____ (Kat.Nr. 3, Kat.Nr. 12 und Kat.Nr. 14) 
und I._____ in der Gemeinde J._____ (Kat.Nr. 19 und 23) wird abgewiesen.  

3. Die Sache wird im Übrigen zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuem Entscheid 
an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 18'900.-- festgesetzt und aus 
dem von der Beklagten 3 und Berufungsklägerin geleisteten Prozesskostenvor-
schuss bezogen.  

- 11 - 

5. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Kläger und Be-
rufungsbeklagten auferlegt. Er wird verpflichtet, der Beklagten 3 und Berufungsklä-
gerin den von ihr geleisteten Prozesskostenvorschuss im Umfang von Fr. 18'900.-- 
zu erstatten.  

6. Der Kläger und Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Beklagten 3 und Beru-
fungsklägerin für das zweite obergerichtliche Verfahren eine Parteientschädigung 
von Fr. 22'000.-- zuzüglich Fr. 1'694.-- (7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

7. Für das zweite Berufungsverfahren werden keine weiteren Parteientschädigungen 
zugesprochen.  

[8.-9. Mitteilung, Rechtsmittel]" 
 

Urteil des Bundesgerichts vom 26. Oktober 2020 
(vgl. act. 420 S. 17) 

"1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Urteil des Obergerichts des Kan-
tons Zürich vom 15. März 2019 wird aufgehoben. Die Sache wird im Sinne der Er-
wägungen zu neuer Entscheidung, einschliesslich der Neuverlegung der Kosten 
und der Parteientschädigung des vorangegangenen Verfahrens, an die Vorinstanz 
zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.  

2. Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.- werden zu Fr. 2'000.- dem Beschwerdeführer 
und zu Fr. 4'000.– der Beschwerdegegnerin auferlegt.  

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das bundesgerichtliche 
Verfahren mit Fr. 4'000.– zu entschädigen.  

[4. Mitteilungen]" 

Neue Verfahrensanträge der Beklagten 3 und Berufungsklägerin  
vom 29. März 2022 

(vgl. Prot. S. 6 f., sinngemäss) 

1. Es seien Akten des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 
betreffend zu Unrecht bezogene Direktzahlungen des Klägers insb. für die Jahre 
2008 und 2009 beizuziehen.  

2. Das Verfahren sei zu sistieren, bis das Verwaltungsverfahren betreffend zu Unrecht 
bezogene Direktzahlungen des Klägers insb. für die Jahre 2008 und 2009 erledigt 
ist. 

3. Es sei das Schlusszeugnis des Klägers von seiner früheren Anstellung beim Voll-
zugszentrum R._____ beizuziehen. 

Neue Anträge zur Sache (Klageänderung) und Verfahrensanträge  
der Beklagten 3 und Berufungsklägerin vom 6. Mai 2022 

(vgl. act. 459 S. 11) 

"(In Anpassung von Klageantwort-Antrag Ziff. 6 und 7) 
1. Es sei der Beklagten 3 das landwirtschaftliche Gewerbe, bestehend aus I._____ 

(J._____, GB-Blatt 18, Kataster Nr. 19, Acker, Wiese, Weide, Wald und Scheune, 

- 12 - 

Gebäude-Nr. 20 sowie GB-Blatt 22, Kataster Nr. 23) sowie H._____ (G._____, GB-
Blatt 1, Kataster Nr. 3, 12 und 14, inkl. sich darauf befindlichen Gebäulichkeiten) in-
tegral zum Ertragswert zuzuweisen. Das vorinstanzliche Urteil sei entsprechend 
anzupassen.  

 Eventualiter wird am Antrag in der Klageantwort, wonach die Teile I._____ (beide 
Miteigentumsanteile) zum landwirtschaftlichen Ertragswert zuzuweisen seien, fest-
gehalten.  

(Das Verfahren betreffend): 
2. Es sei das vorliegende Verfahren zu sistieren, bis die Beklagte 3 vollumfänglich 

Einsicht in die Akten des ALN u.w. erhalten hat.  
3. Es sei eine neue Ertragswertschätzung betreffend H._____/I._____ als landwirt-

schaftliches Gewerbe einzuholen.  
4. Es sei der Beklagten 3 nach Vorliegen der Ertragswertschätzung Gelegenheit zu 

erteilen, (analog zum Kläger in der Eingabe vom 9. August 2021, act. 433 S. 2 und 
3) die Anpassungen des erstinstanzlichen Urteils im Detail zu beantragen.  

 Eventualiter sei für die Anpassung des erstinstanzlichen Urteils auf die vorstehen-
den Ausführungen der Beklagten 3 abzustellen.  

5. Es seien die Verfahrenskosten (Gerichts- und Parteikosten) des zweitinstanzlichen 
Verfahrens nach Billigkeit (eventualiter zu Lasten des Klägers, subeventualiter zu 
Lasten der Staatskasse) zu verteilen, die Parteientschädigung zzgl. MWST." 

 
 

Erwägungen: 

1. Sachverhaltsüberblick und Prozessgeschichte 

1.1. Die Parteien sind die gesetzlichen Erben des am tt.mm.1997 verstorbe-

nen F._____ (nachfolgend Erblasser). Er hinterliess als Erben seine Ehefrau 

C._____ (Berufungsmitbeteiligte und Beklagte 1, nachfolgend Beklagte 1) sowie 

seine vier Kinder, den Sohn B._____ (Berufungsbeklagter und Kläger, nachfol-

gend Kläger) sowie die Töchter D._____ (Berufungsmitbeteiligte und Beklagte 2, 

nachfolgend Beklagte 2), A._____ (Berufungsklägerin und Beklagte 3, nachfol-

gend Beklagte 3) und E._____ (Berufungsmitbeteiligte und Beklagte 4, nachfol-

gend Beklagte 4). Die Parteien bildeten nach dem Tod des Erblassers eine fort-

gesetzte Erbengemeinschaft (darauf wird nachfolgend soweit nötig noch einge-

gangen). Die güterrechtliche Auseinandersetzung hat noch nicht stattgefunden. 

Der Nachlass des Erblassers besteht im Wesentlichen aus dem landwirtschaftli-

chen Gewerbe bzw. Gewerbeteil "H._____", welches im Alleineigentum des Erb-

lassers stand, und dem hälftigen Miteigentumsanteil des Erblassers am landwirt-

- 13 - 

schaftlichen Gewerbe bzw. Gewerbeteil "I._____" (der zweite hälftige Miteigen-

tumsanteil steht im Eigentum der Beklagten 1; Nachbargrundstücke auf der 

"I._____" stehen im Eigentum der Beklagten 3; auf die Zusammensetzung der 

Gewerbe bzw. Gewerbeteile und auf weitere Nachlassteile und Grundstücke wird 

weiter unten soweit nötig eingegangen).  

1.2. Der Kläger machte am 29. April 2010 mit Einreichung von Klageschrift 

und Weisung die Erbteilungsklage bei der Vorinstanz rechtshängig (act. 1 und 2). 

Der Kläger, der das Gewerbe bzw. den Gewerbeteil "H._____" die letzten Jahre 

gestützt auf eine befristete, aber wiederholt verlängerte parzellenweise Verpach-

tung nach Art. 31 Abs. 2 lit. e LPG zusammen mit seiner Ehefrau bewirtschaftete, 

verlangt die Zuteilung beider Gewerbeteile zur Selbstbewirtschaftung an sich zum 

Ertragswert (als Integralzuweisung eines umfassenden Gewerbes, bestehend aus 

den beiden Gewerbeteilen "H._____" und "I._____", gestützt auf Art. 11 Abs. 1 

BGBB). Die Beklagte 3, welche das Gewerbe bzw. den Gewerbeteil "I._____" die 

letzten Jahre gestützt auf eine ebensolche befristete Pacht bewirtschaftete, wen-

det sich gegen die Zuweisung beider Gewerbeteile an den Kläger und verlangt die 

Zuweisung der "I._____" an sich selber (vgl. die eingangs wiedergegebenen An-

träge sowie act. 358 S. 9 ff. und S. 90 ff.; auf die Einzelheiten wird nachfolgend 

soweit erforderlich eingegangen). Mit der eingangs erwähnten Klageänderung 

verlangt die Beklagte 3 die Integralzuweisung des ganzen Gewerbes "H._____/ 

I._____" an sich (act. 459 S. 7 ff.).  

1.3. Am 31. Juli 2013 erging ein erster erstinstanzlicher Entscheid des Be-

zirksgerichts Hinwil (nachfolgend: Vorinstanz), mit dem das Gewerbe "H._____/ 

I._____" integral dem Kläger zugewiesen wurde, mit Regelung der weiteren An-

sprüche (vgl. act. 175). Dagegen erhob die Beklagte 3 Berufung an das Oberge-

richt des Kantons Zürich. Die II. Zivilkammer hob das Urteil des Bezirksgerichts 

Hinwil mit Beschluss vom 27. Juni 2014 im Wesentlichen auf und wies die Sache 

zur Ergänzung des Verfahrens zurück (Geschäfts-Nr. LB130048). Die Kammer 

war zusammengefasst zum Schluss gekommen, dass sowohl hinsichtlich der 

Frage, ob die Grundstücke "H._____" und "I._____" insgesamt ein landwirtschaft-

liches Gewerbe bildeten, als auch über die Frage der Eignung und des Willens 

- 14 - 

des Klägers zur Selbstbewirtschaftung dieses Gewerbes (nach dem von ihm vor-

gelegten Betriebskonzept) ein Beweisverfahren unumgänglich sei (act. 178 

S. 37). Am 3. August 2017 erging das zweite erstinstanzliche Urteil in der Sache 

unter der Geschäfts-Nr. CP140002 (act. 346 = act. 358). Darin erkannte die Vor-

instanz, dass von einem landwirtschaftlichen Gewerbe H._____/I._____ auszuge-

hen sei, weshalb der Kläger Anspruch auf dessen integrale Zuweisung erheben 

könne (act. 358 S. 101-104). Ferner bejahte die Vorinstanz die Eignung und den 

Willen des Klägers zur Selbstbewirtschaftung dieses Gewerbes, wies ihm dieses 

(erneut) integral zu und regelte die weiteren Ansprüche der Parteien am Nachlass 

(act. 358 S. 178 ff.).  

1.4. Am 14. September 2017 liess die Beklagte 3 rechtzeitig Berufung erhe-

ben. Sie stellte die eingangs angeführten Berufungsanträge (vgl. act. 355 i.V.m 

act. 347). Nicht angefochten sind das lebenslängliche Nutzniessungsrecht am 

sog. "Altenteil" auf dem "H._____" zugunsten der Beklagten 1 (Mutter des Klägers 

und der Beklagten 2 - 4; Dispositiv Ziff. 6.1) sowie die Dispositivziffern, welche die 

Beklagten 2 und 4 betreffen (Dispositiv Ziff. 7 und 10). 

Die Berufung der Beklagten 3 wurde unter der Geschäfts-Nr. LB170041 angelegt. 

Die Beklagte 3 leistete für das Berufungsverfahren einen Kostenvorschuss von 

Fr. 22'000.– (bei dessen Berechnung stützte sich die Kammer einstweilen auf den 

von der Vorinstanz errechneten Streitwert im Umfang des ehelichen Nettovermö-

gens von Fr. 588'000.– ab, vgl. act. 359). Der Kläger erstattete am 5. Februar 

2018 innert der ihm dazu angesetzten Frist die Berufungsantwort (act. 388). Mit 

Verfügung vom 23. Mai 2018 wurde (u.a.) das Rubrum angepasst und den Mitbe-

teiligten und Beklagten 1, 2 und 4 des erstinstanzlichen Verfahrens Frist ange-

setzt, um sich zur Beteiligung am Rechtsmittelverfahren zu äussern und gegebe-

nenfalls ihre Berufungsantwort(en) einzureichen (act. 393). Mit Schreiben vom 

28. Mai 2018 teilte die Beklagte 4 mit, dass sie sich am Verfahren nicht beteilige 

und dass sie auch nicht bereit sei, die aus dem Verfahren entstehenden Kosten 

zu tragen (act. 395). Gleiches teilten die Beklagte 2 mit Eingabe vom 31. Mai 

2018 (act. 398) und die Beklagte 1 mit Eingabe vom 5. Juni 2018 mit (act. 397).  

- 15 - 

1.5. Mit Beschluss und Urteil vom 15. März 2019 entschied die Kammer erst-

mals über die Berufung der Beklagten 3. Die Kammer kam darin zum Schluss, 

dass der Wille des Klägers zur Selbstbewirtschaftung des landwirtschaftlichen 

Gewerbes "H._____/I._____" nicht rechtsgenügend nachgewiesen worden sei, 

wies den Antrag auf Integralzuweisung der "I._____" und des "H._____s" an den 

Kläger ab und wies die Sache im Übrigen zur Ergänzung des Verfahrens und zu 

neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück (act. 399 = act. 419).  

1.6. Der Kläger erhob gegen das Urteil vom 15. März 2019 eine Beschwerde 

an das Schweizerische Bundesgericht. Mit Urteil vom 26. Oktober 2020 hob das 

Bundesgericht das Urteil vom 15. März 2019 in Gutheissung dieser Beschwerde 

auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an die Kammer zurück (act. 420 

E. 4.5).  

1.7. Nach Erhalt des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids führte die 

Kammer in der immer gleichen und den Parteien bekannten Besetzung der Rich-

terbank das Verfahren unter der Prozessnummer LB200044 weiter. Mit Verfügung 

vom 17. März 2021 wurde der Erbenvertreter im Nachlass von F._____, S._____, 

ersucht, den Jahresabschluss 2020 der Erbenvertretung einzureichen (act. 423). 

Der Kläger liess mit Eingabe vom 8. April 2021 vorbringen, seines Erachtens sei-

en auch die Jahresabschlüsse 2017-2019 beizuziehen (act. 425; vgl. dazu auch 

act. 459 S. 2). Nach zwischenzeitlicher telefonischer Kontaktaufnahme durch den 

Referenten (act. 426) reichte der Erbenvertreter mit Eingabe vom 10. Juni 2021 

den Jahresabschluss 2020 zu den Akten (act. 427, 428/1-2). Mit Verfügung vom 

24. Juni 2021 wurde der Jahresabschluss 2020 den Parteien zugestellt und wurde 

ihnen Frist zur Stellungnahme angesetzt (act. 429). Der Kläger reichte innert Frist 

am 9. August 2021 seine Stellungnahme ein (act. 433, 434/1-4). Auf die Anträge 

auf Beizug weiterer Jahresabschlüsse wird weiter unten eingegangen (vgl. unten 

Ziff. 2.7).  

1.8. Mit Vorladung vom 16. März 2022 wurden die Parteien auf den 29. März 

2022 zur Instruktionsverhandlung vorgeladen; den Beklagten 1, 2 und 4 wurde 

das Erscheinen freigestellt (act. 442-444). An der Verhandlung vom 29. März 

2022 erschienen der Kläger sowie die Beklagte 3 persönlich, ersterer in Beglei-

- 16 - 

tung seines Rechtsvertreters. Der Versuch der Kammer, eine Einigung der Par-

teien herbeizuführen, blieb ergebnislos. Die Beklagte 3 stellte die eingangs ange-

führten neuen Verfahrensanträge (vgl. Prot. S. 6 f.). Die Parteien reichten neue 

Unterlagen zu den Akten, welche der jeweiligen Gegenpartei vorgelegt wurden 

(act. 447/1-4, 448/1-4). Zudem wurde der Beklagten 3 die Stellungnahme des 

Klägers vom 9. August 2021 samt Beilagen (act. 433, 434/1-4) ausgehändigt, und 

es wurde ihr eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um dazu Stellung zu nehmen 

(Prot. S. 6 ff.). Diese Frist wurde mit Verfügung vom 8. April 2022 unter Berück-

sichtigung der Gerichtsferien letztmals bis 6. Mai 2022 erstreckt (act. 453).  

1.9. Mit Eingabe vom 6. Mai 2022 nahm die Beklagte 3 Stellung zu den Ein-

gaben des Klägers; zudem stellte sie die eingangs angeführten neuen Anträge 

zur Sache und zum Verfahren (act. 459). 

1.10. Die Eingabe vom 6. Mai 2022 wurden mit Beschluss vom 14. Juni 2022 

dem Kläger zugestellt, und es wurde ihm eine Frist von 20 Tagen zur Stellung-

nahme angesetzt (act. 464). 

1.11. Der Kläger nahm mit Eingabe vom 29. Juni 2022 Stellung; er beantragte 

die Abweisung der neuen Anträge der Beklagten 3, soweit darauf einzutreten sei 

(act. 466).  

1.12. Die Stellungnahme des Klägers vom 29. Juni 2022 wurde der Beklagten 3 

mit Verfügung vom 12. September 2022 zugestellt, verbunden mit dem Hinweis, 

dass das Verfahren nach Ansicht der Kammer spruchreif sei (act. 469). Die Be-

klagte 3 ersuchte mit Eingabe vom 22. September 2022 um Ansetzung einer Frist 

bis 25. Oktober 2022 für die Wahrnehmung des Replikrechts (act. 472).  

1.13. Mit Verfügung vom 26. September 2022 wurde der Beklagten 3 eine ein-

malige, nicht erstreckbare Frist bist 25. Oktober 2022 angesetzt für die Ausübung 

des Replikrechts zur Eingabe des Klägers vom 29. Juni 2022 (act. 473).  

1.14. Die Beklagte 3 reichte mit Eingabe vom 25. Oktober 2022 ihre Stellung-

nahme ein (act. 475). 

- 17 - 

1.15. Das Verfahren ist spruchreif. Dem Kläger ist mit dem vorliegenden Ent-

scheid ein Doppel von act. 475 zuzustellen.  

2. Vorbemerkungen und Verfahrensanträge 

2.1. Prozessuale Vorbemerkungen 

2.1.1. Durch die Aufhebung des Urteils des Obergerichts vom 15. März 2019 

durch das Bundesgericht steht der Prozess in verfahrensrechtlicher Hinsicht dort, 

wo er stand, bevor das Urteil der erkennenden Kammer vom 15. März 2019 er-

ging. Es ist daher neu über die Berufung der Beklagten 3 gegen das Urteil vom 

3. August 2017 zu entscheiden (wobei zu berücksichtigen ist, dass der Beschluss 

vom 15. März 2019 unangefochten blieb). Dabei ist indessen die Bindungswir-

kung des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids zu beachten, die nach 

Art. 66 Abs. 1 aOG ausdrücklich vorgesehen war, und die auch unter dem BGG 

massgeblich ist (vgl. BGE 135 III 334). Die Kammer hat dem neuen Entscheid die 

rechtliche Beurteilung zugrunde zu legen, mit welcher die Rückweisung begründet 

wurde. Die Bindungswirkung beschlägt dabei sowohl Punkte, bezüglich welcher 

keine Rückweisung erfolgte (die also durch das Bundesgericht definitiv entschie-

den wurden), als auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag 

umschreiben. Diesen Rahmen überschreitende neue Vorbringen rechtlicher und 

tatsächlicher Art sind im fortgesetzten Berufungsverfahren unzulässig (vgl. BSK 

BGG-DORMANN, 3. Auflage 2018, Art. 107 N 18). Die Bindungswirkung bringt es 

mit sich, dass der Beurteilung des Rechtsstreits grundsätzlich kein anderer als der 

bisherige Sachverhalt unterstellt werden darf. Die Neubeurteilung beschränkt sich 

auf den Rahmen und den Sachverhalt, zu deren Klärung (bzw. Ergänzung) die 

Sache zurückgewiesen wurde. Vorbehalten bleiben allenfalls zulässige Noven, 

die sich indes im Rahmen desjenigen Tatsachenkomplexes bewegen müssen, 

welchen die Kammer nach Massgabe des Rückweisungsentscheids neu zu beur-

teilen hat. Noven – auch wenn sie den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

genügen – können anders ausgedrückt im fortzusetzenden Berufungsverfahren 

nur noch zu den Punkten vorgebracht werden, welche Gegenstand der Rückwei-

sung waren. Diese Punkte können auch gestützt auf Noven, die an sich zulässig 

- 18 - 

wären, nicht mehr erweitert werden (BGer 5D_213/2021 vom 15. Juni 2022, 

E. 2.1; BGer 5A_874/2019 vom 22. Juni 2020, E. 4.2; BGer 5A_488/2013 vom 

4. April 2014, E. 3.1; vgl. auch bereits BGE 116 II 220 E. 4a und BGE 131 III 91).  

2.1.2. Die prozessrechtlichen Vorbemerkungen, welche die Kammer im Ent-

scheid vom 15. März 2019 anbrachte (act. 419 S. 15 ff.), sind nach wie vor mass-

geblich. Der Vollständigkeit halber rechtfertigt sich erneut der Hinweis, dass sich 

das im Jahre 2010 eingeleitete erstinstanzliche Verfahren noch nach dem kanto-

nalen Verfahrensrecht richtet, dessen Einhaltung im Berufungsverfahren soweit 

erforderlich zu prüfen ist. Für das Rechtsmittelverfahren gilt dagegen die schwei-

zerische Zivilprozessordnung. 

Das Verfahren untersteht der Dispositions- und Verhandlungsmaxime (Art. 55 

Abs. 1 ZPO). Es gelten mit Blick auf die im Verfahren LB170041 erstatteten 

Rechtsschriften nach wie vor die im Entscheid vom 15. März 2019 geschilderten 

Anforderungen an die Berufungsbegründung, mit welcher konkret aufzuzeigen ist, 

an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leiden soll.  

2.1.3. Neue Tatsachen und Beweismittel werden auch im Rahmen des von der 

Rückweisung erfassten Streitpunkts nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Ver-

zug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor der Vor-

instanz bzw. im ersten Berufungsverfahren vor der Rückweisung vorgebracht wer-

den konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Die Anpassung von Beträgen für die bereits 

behaupteten Positionen an den Zeitablauf gemäss dem neu beigezogenen Jah-

resabschluss (das entspricht der nicht beanstandeten Vorgehensweise der Vor-

instanz im Urteil vom 3. August 2017 [vgl. dazu auch unten Ziff. 2.7]) wird davon 

nicht berührt. Dasselbe gilt für die Anpassung der Verkehrswertschätzung betref-

fend das "Chalet" und die Schätzung des Werts der Nutzniessung der Beklagten 

1 an den Zeitablauf (vgl. dazu unten Ziff. 3.3.2.1 und 4.3.2.2).  

2.1.4. Das Gericht kann das Verfahren sistieren, wenn die Zweckmässigkeit es 

verlangt (Art. 126 Abs. 1 ZPO). Auf die Sistierungsanträge der Beklagten 3 und 

auf weitere prozessuale Anträge wird nachfolgend eingegangen.  

- 19 - 

2.2. Vorbemerkungen zur Sache und zum Verfahrensgegenstand 

2.2.1. Nach der eingangs erwähnten Rückweisung des Verfahrens an die Vor-

instanz mit Urteil der Kammer vom 27. Juni 2014 führte die Vorinstanz ein Be-

weisverfahren durch über die Eignung der Grundstücke "H._____/I._____", als 

Ganzes ein landwirtschaftliches Gewerbe nach Art. 7 BGBB zu bilden, und über 

die Frage, ob der Kläger zur Selbstbewirtschaftung im Sinne von Art. 9 und 

Art. 11 Abs. 1 BGBB geeignet und willens ist. Die Vorinstanz bejahte im ange-

fochtenen Urteil vom 3. August 2017 beides, wies (wie erwähnt) das landwirt-

schaftliche Gewerbe integral (inkl. der jeweiligen Miteigentumsanteile der Beklag-

ten 1 hinsichtlich des Gewerbeteils "I._____") dem Kläger zu und regelte die wei-

teren Ansprüche am Nachlass (vgl. act. 358).  

Dieses Urteil ist gemäss dem (wie erwähnt unangefochten gebliebenen) Be-

schluss der Kammer vom 15. März 2019 mit Bezug auf die nicht angefochtenen 

Dispositiv-Ziffern 6.1, 7, 10 und 11 in Rechtskraft erwachsen (vgl. act. 419 S. 15 f. 

sowie S. 77). Rechtskräftig sind damit im Einzelnen die Zuweisung des lebens-

länglichen Nutzniessungsrechts der Beklagten 1 an der 3-Zimmer-Wohnung im 

Parterre des Wohnhauses im H._____ ("Altenteil") sowie die Anordnung, dass 

den Beklagten 2 und 4 keine Nachlasspositionen zugewiesen werden. Rechts-

kräftig ist ferner die Abweisung des Feststellungsantrags des Klägers hinsichtlich 

eines Regressanspruchs bezüglich allfälliger Schadenersatzleistungen, welche er 

der Beklagten 3 im Zusammenhang mit einer vorzeitigen Beendigung der Fix-

pachtvertrags über die "I._____" nach Art. 15 LPG allenfalls zu leisten hat (vgl. 

act. 358 S. 241 ff.). Es rechtfertigt sich der Klarheit halber, die entsprechende Vor-

merknahme der Teilrechtskraft pro Memoria als Beschluss im Dispositiv des vor-

liegenden Entscheids aufzunehmen.  

2.2.2. Nachdem die Kammer das Urteil vom 3. August 2017 zwischenzeitlich 

(unter Verneinung des rechtsgenügend nachgewiesenen Willens des Klägers zur 

Selbstbewirtschaftung) aufgehoben hatte (act. 419), bejahte das Bundesgericht 

im Urteil vom 26. Oktober 2020 die Voraussetzungen der Integralzuweisung an 

den Kläger (act. 420). Im Einzelnen kam das Bundesgericht zum Schluss, die 

Kammer habe bezüglich des Willens des Klägers zur Selbstbewirtschaftung des 

- 20 - 

Gewerbes "H._____/I._____" eine Rüge behandelt, welche die Beklagte 3 nicht 

genügend begründet habe. Dieser Wille habe entsprechend dem erstinstanzli-

chen Entscheid als erstellt zu gelten. Weitere Gründe, die gegen die Integralzu-

weisung des fraglichen Gewerbes an den Kläger sprächen, liessen sich (so das 

Bundesgericht) dem Entscheid der Kammer nicht entnehmen. Soweit die Beklag-

te 3 (die Beschwerdegegnerin vor Bundesgericht) bestreite, dass die landwirt-

schaftlichen Grundstücke "I._____" und "H._____" ein landwirtschaftliches Ge-

werbe im Sinne des BGBB bilden und der Kläger (der Beschwerdeführer vor Bun-

desgericht) sich für eine Übernahme eigne, seien ihre weitschweifigen diesbezüg-

lichen Ausführungen nicht dazu angetan, die gegenteilige Auffassung der Kam-

mer in diesem Punkt in Frage zu stellen. Die Kammer habe daher unter Bejahung 

der Integralzuweisung an den Kläger ein neues Urteil zu fällen (act. 420 E. 4.5, 5).  

2.2.3. Nach der unmissverständlichen bundesgerichtlichen Anweisung ist neu 

über die Berufung der Beklagten 3 gegen das Urteil vom 3. August 2017 zu ent-

scheiden, mit der Vorgabe, dass das landwirtschaftliche Gewerbe bestehend aus 

den Gewerbeteilen "H._____" und "I._____" (darin eingeschlossen die hälftigen 

Miteigentumsanteile der Beklagten 1 am Gewerbeteil "I._____") dem Kläger integ-

ral zuzuweisen ist. Damit hat das Bundesgericht - für das Obergericht verbindlich 

- die Voraussetzungen für die Integralzuweisung von H._____ und I._____ an den 

Kläger bejaht. Das Obergericht kann danach nicht mehr auf die Frage eingehen, 

ob es sich bei den beiden Gewerbeteile zusammen um ein landwirtschaftliches 

Gewerbe handelt, welches integral einer Partei zugewiesen werden kann. Diesen 

Entscheid hat das Bundesgericht getroffen. Aufgrund der erwähnten Bindung an 

die Rechtsauffassung im bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid (vgl. vorne 

Ziff. 2.1.1) ist nicht relevant, ob die Kammer die Gewerbeeigenschaft im Ent-

scheid vom 15. März 2019 abschliessend prüfte. Es steht der Kammer auch nicht 

zu, zu prüfen, ob der Bundesgerichtsentscheid nachvollziehbar ist (vgl. die dies-

bezüglichen Rügen der Beklagten 3, act. 459 S. 9).  

2.2.4. Das Bundesgericht hat im erwähnten Entscheid vom 26. Oktober 2020 

auch die Eignung des Klägers, den Betrieb als Selbstbewirtschafter zu führen, be-

jaht (act. 420). In diesem Zusammenhang ist auf die eingangs angeführte Klage-

- 21 - 

änderung der Beklagten 3 vom 6. Mai 2022 (act. 459 S. 7 ff.) einzugehen, mit wel-

cher sie ebenfalls die Integralzuweisung des Gewerbes "H._____/I._____" ver-

langt. Wenn sich zwei Erben mit Ansprüchen auf Integralzuweisung gegenüber-

stehen und die Voraussetzungen nach Art. 11 Abs. 1 BGBB bei beiden gegeben 

sind, so sind für den Entscheid über die Zuweisung (wenn es sich wie hier bei bei-

den um Pflichtteilserben handelt) die persönlichen Verhältnisse massgebend (vgl. 

Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 BGBB). Die Klageänderung könnte deshalb zur Folge 

haben, dass über die Eignung des Klägers zur Selbstbewirtschaftung und über 

andere Aspekte seiner persönlichen Verhältnisse (qualitativ in Gegenüberstellung 

zur Beklagten 3) ungeachtet des Bundesgerichtsentscheids erneut einzugehen 

wäre.  

2.3. Klageänderung 

2.3.1. Die Zulässigkeit einer Klageänderung im Berufungsverfahren richtet sich 

nach Art. 317 Abs. 2 ZPO. Sie hat Ausnahmecharakter und ist nur restriktiv zu be-

jahen (BSK ZPO-SPÜHLER, 3. Auflage 2017, Art. 317 N 15). Es müssen zum einen 

die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sein (sachlicher Zusam-

menhang mit dem bisherigen Anspruch oder Zustimmung der Gegenpartei) und 

zum anderen muss die Klageänderung auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln 

beruhen. Gemeint sind neue Tatsachen oder Beweismittel, die nach Art. 317 

Abs. 1 ZPO im Berufungsverfahren zulässig sind (vgl. ZK ZPO-REETZ/HILBER, 3. 

Auflage 2016, Art. 317 N 86).  

2.3.2. Nach dem Gesagten sind allerdings nach der bundesgerichtlichen Rück-

weisung an die Kammer Noven nur noch zu den Tatsachenkomplexen zulässig, 

welche die Kammer nach Massgabe des Rückweisungsentscheids neu zu beur-

teilen hat (vgl. vorne Ziff. 2.1.1). Auch eine Klageänderung ist deshalb im heutigen 

Verfahrensstadium nur noch im Rahmen der Streitpunkte möglich, die vom Rück-

weisungsauftrag erfasst sind. Dieser Auftrag umfasst wie soeben erwähnt den Er-

lass eines neuen Entscheids über die Erbteilung ausgehend von der Integralzu-

weisung des Gewerbes "H._____/I._____" an den Kläger. Die Kammer hat somit 

auf dieser Basis über die Ansprüche der Parteien am Nachlass zu befinden. Eine 

Klageänderung, welche die Integralzuweisung an den Kläger erneut in Frage stellt 

- 22 - 

(indem erstmals im Erbteilungsprozess die Integralzuweisung an eine weitere Er-

bin verlangt wird mit der Folge, dass zu prüfen wäre, welche Partei besser zur 

Selbstbewirtschaftung geeignet ist etc.), würde den Streit auf neue Gegenstände 

ausdehnen, die nicht Gegenstand der Rückweisung waren. Die Klageänderung ist 

daher bereits aus diesem Grund unzulässig, und es ist auf sie nicht einzutreten.  

2.3.3. Es rechtfertigt sich, der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass die Kla-

geänderung der Beklagten 3 vom 6. Mai 2022 auch dann unzulässig wäre, wenn 

die Integralzuweisung des Gewerbes "H._____/I._____" an den Kläger einer neu-

erlichen Prüfung unterzogen werden könnte:  

2.3.3.1. Die Beklagte 3 stellt sich auf den Standpunkt, sie habe durch ihren 

früheren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 2. November 2017 (act. 373) auf den 

Umstand hinweisen lassen, dass sie neu über ein landwirtschaftliches Gewerbe 

verfüge, nachdem die nach Art. 7 Abs. 1 BGBB erforderliche Standardarbeitskraft 

(SAK) erreicht sei. Sie habe das damals mit dem Betriebsdatenblatt 2017 

(act. 374) belegt. Auch 2021 liege sie über einer Standardarbeitskraft (act. 460/3). 

Bei act. 374 (also beim Stammdatenblatt 2017) habe es sich um ein Novum ge-

handelt, welches sofort nach Entdeckung ins Verfahren eingebracht worden sei. 

Das Novum sei deshalb zulässig und es führe kausal zur Zulässigkeit der Klage-

änderung. Da das Novum rechtzeitig vorgebracht worden sei, könne sie die da-

rauf abgestützte Klageänderung auch noch zu einem späteren Zeitpunkt einbrin-

gen. Die übrigen Zuweisungsvoraussetzungen seien gegeben, da sie, die Beklag-

te 3, die "I._____" seit 2008 selbständig bewirtschaftet habe. Sollte an ihrer Eig-

nung und an ihrem Willen zur Selbstbewirtschaftung gezweifelt werden, sei ihr 

Gelegenheit zur Nachsubstantiierung zu geben (act. 459 S. 7 f.). 

2.3.3.2. Der Kläger lässt dem entgegen halten, dass es sich bei den erwähnten 

Vorbringen der Beklagten 3 um unzulässige Noven handle. Daher sei die Klage-

änderung nicht zulässig. Im Übrigen sei die Klageänderung unsubstantiiert und 

weder sachlich noch rechtlich haltbar; sie wäre deshalb abzuweisen, wenn darauf 

eingetreten würde (act. 466 S. 27 ff.).  

- 23 - 

2.3.3.3. Die Klageänderung muss (wie erwähnt) auf neuen Tatsachen oder Be-

weismitteln beruhen. Verlangt wird ein Kausalzusammenhang zwischen den neu-

en Tatsachen/Beweismitteln und der Klageänderung (ZK ZPO-REETZ/HILBER, 

3. Auflage 2016, Art. 317 N 86). Dieser Zusammenhang muss (gleich wie bei No-

ven nach Aktenschluss vor erster Instanz nach Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO) ein un-

mittelbarer sein (vgl. PAHUD, DIKE-Komm-ZPO, 2. Auflage 2016, Art. 230 N 2). 

Das bedeutet, dass die neuen Tatsachen oder Beweismittel Grundlage der Kla-

geänderung bilden bzw. die Klageänderung mit diesen begründet werden kann. 

Dabei genügt es, wenn sich die Klageänderung mindestens in einem wesentli-

chen Punkt auf solche Noven stützt (SEILER, Die Berufung nach ZPO, Zürich/Ba-

sel/Genf 2013, Rz. 1404). Nach einer anderen Formulierung im Schrifttum ist zu 

verlangen, dass die Partei sich aufgrund der geltend gemachten Noven zur Klage-

änderung veranlasst sah (MORET, Aktenschluss und Novenrecht nach der 

Schweizerischen Zivilprozessordung, Diss. 2014, Rz. 1032).  

Die Beklagte 3 argumentiert, der Umstand, dass sie über ein landwirtschaftliches 

Gewerbe im geschilderten Sinn verfüge (den sie im Jahr 2017 rechtzeitig als No-

vum vorgebracht habe), führe kausal zur dargestellten Klageänderung vom 6. Mai 

2022. Sie könne gestützt auf dieses Novum neu einen Zuweisungsanspruch nach 

Art. 21 BGBB geltend machen und deshalb umso mehr einen Anspruch auf Integ-

ralzuweisung des ganzen Gewerbes an sich selbst (vgl. act. 459 S. 7 f.; vgl. auch 

act. 475 S. 12). Das Vorliegen eines landwirtschaftlichen Gewerbes nach Art. 7 

BGBB auf der Seite der Beklagten 3 (und damit das geltend gemachte Novum) ist 

indessen bei genauer Betrachtung für den Anspruch auf Integralzuweisung des 

gesamten sich im Nachlass befindlichen Gewerbes ohne Relevanz.  

Es ist zu unterscheiden zwischen dem Anspruch eines Erben auf Zuweisung ei-

nes landwirtschaftlichen Grundstücks aus dem Nachlass, das nicht zu einem 

landwirtschaftlichen Gewerbe gehört, zum doppelten Ertragswert nach Art. 21 

Abs. 1 BGG einerseits und dem Anspruch eines Erbens auf Zuweisung eines 

landwirtschaftlichen Gewerbes aus dem Nachlass zum Ertragswert nach Art. 11 

Abs. 1 BGBB i.V.m. Art. 17 Abs. 1 BGBB andererseits. Ersterer Anspruch steht 

nur Erben zu, die ein landwirtschaftliches Gewerbe nach Art. 7 BGBB (d.h. ein 

- 24 - 

Gewerbe mit mindestens einer Standardarbeitskraft SAK) führen. Das ist insofern 

folgerichtig, als nur solche Erben das landwirtschaftliche Grundstück im Rahmen 

ihres (bereits bestehenden) landwirtschaftlichen Gewerbes nach BGBB landwirt-

schaftlich nutzen können, was dem Zweck des BGBB im Sinne des Erhalts des 

bäuerlichen Bodenbesitzes im Allgemeinen und der Strukturverbesserung im Be-

sonderen entspricht (vgl. SCHMID-TSCHIRREN/HOTZ, im Kommentar BGBB, 

2. Auflage 2011, N 2 ff. zu Art. 1; STUDER, im Kommentar BGBB, 2. Auflage 2011, 

N 2 zu Art. 21). Beim zweiten Anspruch, demjenigen auf Integralzuweisung eines 

sich im Nachlass befindlichen landwirtschaftlichen Gewerbes, kommt es dagegen 

einzig darauf an, ob der Erbe (oder die Erbin) das Gewerbe selber bewirtschaften 

will und ob er oder sie dafür geeignet ist. Diese Bestimmung dient einem anderen 

Hauptzweck des BGBB, nämlich der Stärkung der Stellung des Selbstbewirtschaf-

ters (STUDER, a.a.O., N 14 zu Art. 11), wobei der Fokus auf dem landwirtschaftli-

chen Gewerbe im Nachlass liegt, das der übernehmende Erbe erst in Zukunft sel-

ber bewirtschaften will. Ob dieser Erbe bereits vor dem Erbgang ein landwirt-

schaftliches Gewerbe führt, ist nicht von Belang. In der Regel wird der Erblasser 

das Gewerbe selber (allenfalls unter Inanspruchnahme von Hilfspersonen) bewirt-

schaftet haben, und es geht darum, die Selbstbewirtschaftung durch die nächste 

Generation zu fördern. Vom übernehmenden Erben zu verlangen, dass er bereits 

vor der Übernahme ein landwirtschaftliches Gewerbe führt, wäre vor diesem Hin-

tergrund sach- und realitätsfremd.  

Das Gesagte zeigt, dass die Klageänderung, d.h. der neue Antrag der Beklagten 

3 auf Integralzuweisung des Gewerbes "H._____/I._____", sich in keiner Hinsicht 

auf das vorgebrachte Novum stützt. Die Beklagte 3 wäre völlig unabhängig davon, 

ob sie ein landwirtschaftliches Gewerbe mit einer Standardarbeitskraft führt, von 

Anfang an (ebenfalls) berechtigt gewesen, die Integralzuweisung des Gewerbes 

"H._____/I._____" an sich zu verlangen. Ihr Wille zur Selbstbewirtschaftung und 

ihre Eignung dazu sind von der Einschätzung ihres eigenen Betriebs als landwirt-

schaftliches Gewerbe im geschilderten Sinn unabhängig. Gerade vor dem Hinter-

grund, dass die Beklagte 3 (wie sie selber vorbringt) die "I._____" seit 2008 selb-

ständig bewirtschaftet (act. 459 S. 8 mit Hinweisen), ist kein Grund ersichtlich, 

weshalb sie die Integralzuweisung an sich selber erst gestützt auf das erwähnte 

- 25 - 

Novum (Einschätzung ihres Betriebs als Gewerbe mit einer Standardarbeitskraft) 

verlangt. Die Beklagte 3 hätte mit der Möglichkeit, dass die Gewerbeeigenschaft 

eines Gewerbes "H._____/I._____" bejaht wird, im Übrigen bereits rechnen müs-

sen, nachdem der Kläger den entsprechenden Antrag gestützt auf das aktenkun-

dige Betriebskonzept gestellt hatte. Es wäre ihr offen gestanden, der Klage des 

Klägers von Anfang an einen solchen (Eventual-)Antrag entgegen zu halten.  

Es fehlte somit, auch wenn über die Bindung an den Rückweisungsentscheid hin-

weggesehen würde, am vorausgesetzten Kausalzusammenhang zwischen dem 

vorgebrachten Novum und der Klageänderung. Dass die Eignung der Beklagten 3 

zur Selbstbewirtschaftung aufgrund der Vorgeschichte ihres seit Jahren auf der 

"I._____" geführten Betriebs auf der Hand liegen dürfte (act. 459 S. 8, act. 475 

S. 11 f.) und sie allem Anschein nach (zu lange) mit der Möglichkeit einer neben-

einander funktionierenden Bewirtschaftung von "I._____" (durch sie) und 

"H._____" (durch den Kläger) rechnete, ändert daran nichts. Die Klageänderung 

ist auch aus dieser Überlegung unzulässig.  

2.4. Noven zur Eignung des Klägers / Sistierungsantrag 

Die Beklagte 3 stellte wie eingangs bereits angeführt anlässlich der Instruktions-

verhandlung vom 29. März 2022 und in der Eingabe vom 6. Mai 2022 neue Be-

weisanträge (Prot. S. 6 ff.; act. 459). Diese stehen im Zusammenhang mit der Eig-

nung des Klägers zur Selbstbewirtschaftung (Edition des Arbeitszeugnisses des 

Klägers und von Unterlagen zu angeblich zu Unrecht bezogenen Direktzahlun-

gen, Unterlagen anderer Ämter, aus welchen sich Relevantes zur Eignung des 

Klägers ergeben sollen [vgl. act. 459 S. 7, 10]). Auch die Sistierungsanträge der 

Beklagten 3 stehen vor diesem Hintergrund; die Beklagte 3 macht dazu geltend, 

sie sei darauf angewiesen, betreffend Eignung des Klägers Einsicht in die Akten 

verschiedener Ämter nehmen zu können, doch solche Akteneinsicht sei ihr bisher 

verwehrt worden (act. 459 S. 10 unten). Ferner seien Entscheide im Verwaltungs-

verfahren über Direktzahlungen abzuwarten (Prot. S. 6). Im Übrigen reicht die Be-

klagte 3 als Novum das Urteil des Verwaltungsgerichts über die Kündigung der 

Anstellung des Klägers als Betreuer/Aufseher beim Amt für Justizvollzug zu den 

Akten (act. 459 S. 7, 10; act. 460/2), und sie äusserte sich in der Stellungnahme 

- 26 - 

vom 25. Oktober 2022 erneut dazu, was sich ihrer Ansicht nach zur Eignung des 

Klägers zur Selbstbewirtschaftung ergibt (act. 475 S. 9 ff.).  

Die von der Beklagten 3 vorgelegten bzw. edierten Noven und die weiteren, bis zu 

deren Erhalt sie die Verfahrenssistierung beantragt, beziehen sich ausnahmslos 

auf die Eignung des Klägers zur Selbstbewirtschaftung. Dabei handelt es sich 

nicht um einen Tatsachenkomplex, der Gegenstand der bundesgerichtlichen 

Rückweisung ist, sondern vielmehr um einen solchen, über den das Bundesge-

richt nach dem Verständnis der Kammer (entgegen der Beklagten 3, vgl. act. 475 

S. 10, 12 f.) verbindlich entschieden hat (vgl. vorne Ziff. 2.2.2). Noven dazu sind 

daher nach dem Gesagten (vorne Ziff. 2.1.1) im vorliegenden Berufungsverfahren 

nicht mehr zulässig bzw. es ist nicht möglich, den Rechtsstreit über den Rahmen 

der Rückweisung hinaus auf diese Punkte auszudehnen. Sowohl die Editions- als 

auch die Sistierungsanträge der Beklagten 3 sind deshalb abzuweisen. 

Der Beklagten 3 wird es selbstredend offen stehen, den vorliegenden Entscheid 

beim Bundesgericht anzufechten. Zur Frage, ob das Bundesgericht dabei (so die 

Erwartung der Beklagten 3, act. 475 S. 10) die Frage der Eignung des Klägers 

noch einer Überprüfung unterziehen wird, hat die Kammer sich nicht zu äussern.  

2.5. Fazit zum Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 

Es bleibt somit bei den Vorgaben des Bundesgerichtsentscheids, gemäss wel-

chem die Kammer die Integralzuweisung des Gewerbes "H._____/I._____" an 

den Kläger zum Ertragswert nicht mehr zu prüfen hat.   

Mit dem vorliegenden Urteil ist unter Zugrundelegung der erwähnten integralen 

Zuweisung über die Anträge zu den Ansprüchen der Parteien am Nachlass zu be-

finden. Dazu ist zunächst die güterrechtliche Auseinandersetzung vorzunehmen 

und ist der Nachlass zu bestimmen. Im Anschluss daran sind die Beteiligungen 

am Nachlass und die aufgrund der vorgegebenen Zuweisungen zu leistenden 

Ausgleichszahlungen festzulegen. Dabei ist grundsätzlich von der berufungsweise 

nicht beanstandeten Vorgehensweise der Vorinstanz auszugehen. Die Berech-

nungen sind soweit geboten an die weitere Entwicklung und an den Zeitablauf an-

- 27 - 

zupassen, und es sind die Aktiven und Passiven des Nachlasses zum Stand ge-

mäss dem eingeholten Jahresabschluss 2020 zu berücksichtigen, wie dies auch 

die Parteien beantragen (vgl. neben den eingangs zitierten Anträgen der Beklag-

ten 3 auch act. 433 S. 5 ff.; vgl. ferner bereits act. 419 S. 25).  

Die Zuweisung des Gewerbes erfolgt wie erwähnt zum Ertragswert (Art. 17 Abs. 1 

BGBB). Für die nachfolgend vorgenommene güter- und erbrechtliche Auseinan-

dersetzung und die als Ergebnis zu bestimmenden Ansprüche der Parteien, insb. 

die Ausgleichszahlungen, welche der Kläger an die Miterbinnen zu bezahlen hat, 

ist deshalb die Ertragswertschätzung des Gewerbes "H._____/I._____" von zen-

traler Bedeutung. Die Beklagte 3 beantragt wie eingangs angeführt mit Eingabe 

vom 6. Mai 2022, es sei der Ertragswert des Gewerbes neu zu schätzen (act. 459 

S. 11). Auf diesen Antrag ist als Nächstes einzugehen.  

2.6. Antrag auf neue Ertragswertschätzung 

2.6.1. Die Vorinstanz setzte den Ertragswert auf Basis der Schätzung des Amts 

für Landschaft und Natur des Kantons Zürich (ALN) vom 25. Mai 2009 (act. 3/79), 

Variante A, auf rund Fr. 794'000.– fest (vor Berücksichtigung des "Chalets" und 

vor Abzug des Betrags für die Nutzniessung der Beklagten 1). Diese Schätzung 

war im Auftrag des Klägers und der Erbengemeinschaft (vertreten durch den Er-

benvertreter) eingeholt worden, basierend auf dem Betriebskonzept des Klägers 

vom 25. Oktober 2008 (act. 3/79). Die Vorinstanz erwog dazu im angefochtenen 

Urteil vom 3. August 2017, eine aktuellere Schätzung liege nicht im Recht. An die-

ser Grundlage sei festzuhalten, weil bereits im ersten Urteil vom 31. Juli 2013 auf 

diese Schätzung abgestellt und im obergerichtlichen Rückweisungsentscheid vom 

27. Juni 2014 festgestellt worden sei, die entsprechenden Berechnungen und 

Wertannahmen seien mangels Beanstandung der Parteien nicht mehr zu überprü-

fen. Aufgrund der weiteren Verfahrensdauer seien die Berechnungen an die ver-

änderten Verhältnisse anzupassen, soweit dies notwendig erscheine. Es sei auf-

grund der Ausführungen der Parteien zwar davon auszugehen, dass das Gewer-

be (insb. die "I._____") mittlerweile über eine erheblich grössere Anzahl Hoch-

stamm-Feldobstbäume verfüge, doch es sei nicht ersichtlich, dass sich dies auf 

den Ertragswert auswirke, zumal in der Schätzung des ALN die Hochstamm-

- 28 - 

Obstbäume keine Rolle spielten. Der mittlerweile erstellte Kanalisationsanschluss 

des Wohnhauses "H._____" sei in der Schätzung bereits berücksichtigt worden. 

Die Schätzung des ALN gebe daher nach wie vor einen realistischen Ertragswert 

wieder (act. 358 S. 147, 149-152; vgl. auch act. 358 S. 21 f.). Die Kammer hielt 

sodann im Rückweisungsentscheid vom 15. März 2019 ebenfalls fest, es seien 

die Berechnungen gemäss der Ertragswertschätzung vom 25. Mai 2009 (und die 

Ertrags- und Realwertschätzung der ZKB über die Gebäulichkeiten im H._____ 

vom 19. April 2007) massgeblich, die allenfalls an die veränderten Verhältnisse 

anzupassen seien (act. 419 S. 25). 

2.6.2. Die Beklagte 3 macht mit Stellungnahme vom 6. Mai 2022 geltend, die Er-

tragswertschätzung von 2009 sei zwingend zu aktualisieren. Das Urteil sei an-

sonsten zwangsläufig nicht mit Bundesrecht, namentlich Art. 617 und 619 ZGB 

und Art. 17 BGBB in Einklang zu bringen. Grund für die Anpassung seien einer-

seits tatsächliche Verhältnisse, nämlich die zu Grunde liegenden Mietwerte für 

Wohnungen usw. Andererseits sei am 1. April 2018 die revidierte Anleitung für die 

Schätzung des landwirtschaftlichen Ertragswerts in Kraft getreten. Dies führe da-

zu, dass das Niveau des landwirtschaftlichen Ertragswerts um 10-20% ansteige. 

Zudem werde nur noch eine Wohnung nach landwirtschaftlichen Normen bewer-

tet. Die revidierte Schätzungsanleitung bilde Bestandteil der Verordnung über das 

bäuerliche Bodenrecht (VBB, SR 211.412.110) und sei im Rahmen des Grundsat-

zes von iura novit curia von Amtes wegen zu beachten. Das urteilende Gericht 

habe sicherzustellen, dass die Schätzung mit Art. 10 Abs. 2 BGBB im Einklang 

stehe, und das bedeute, dass sie nach den Vorgaben der Schätzungsanleitung 

erfolge, welche im Zeitpunkt der Erbteilung in Kraft stehe. Die Anpassung der 

Schätzwerte könne im Übrigen auch im Laufe des Zivilprozesses beantragt wer-

den, wenn dieser sehr lange dauere (act. 459 S. 4, act. 475 S. 7 f.).  

2.6.3. Der Kläger lehnt eine neue Ertragswertschätzung ab. Ein neuer entspre-

chender Antrag könne nur nach den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

gestellt werden. Die Beklagte 3 versäume es, substantiiert darzulegen, dass diese 

Voraussetzungen hinsichtlich des Antrags auf Einholen einer neuen Ertragswert-

schätzung gegeben seien (act. 366 S. 16 f.). Die Beklagte 3 hält dem entgegen, 

- 29 - 

sie hätte, da sie im Verlauf des Berufungsverfahrens über weite Strecken nicht 

vertreten gewesen sei, auf die Rechtslage in Bezug auf das Vorbringen von No-

ven hingewiesen werden müssen. Ihr wäre deshalb, auch wenn sie Noven ver-

spätet vorgebracht hätte, kein Vorwurf zu machen (act. 475 S. 2).  

2.6.4. Würdigung 

2.6.4.1. Vorab ist festzuhalten, dass der neue Beweisantrag der Beklagten 3 

auf Einholen einer neuen Ertragswertschätzung im Rahmen der bundesgerichtli-

chen Rückweisungsauftrags liegt. Die Bindung an den Rückweisungsentscheid 

steht einem solchen neuen Antrag und – bei gegeben Voraussetzungen – einer 

neuen Ertragswertschätzung deshalb nicht entgegen.  

2.6.4.2. Dem Hinweis der Beklagten 3 auf den Grundsatz "iura novit curia" ist 

entgegen zu halten, dass die Wertbestimmung von Nachlassgegenständen nach 

Massgabe der bundesrechtlichen Vorgaben über die Wertbestimmung Tatfrage ist 

(vgl. statt vieler OFK ZGB-BÜCHI/REICH, 4. Auflage 2021, Art. 617 N 4). Rechtsfra-

ge ist, dass das landwirtschaftliche Gewerbe zum Ertragswert zu schätzen ist 

(Art. 17 BGBB). Bei der Vornahme einer solchen Schätzung hat die zuständige 

Behörde nach Art. 87 BGBB (gemäss § 1 der kantonalen Landwirtschaftsverord-

nung vom 23. Oktober 2019 ist das im Kanton Zürich das Amt für Landschaft und 

Natur ALN) die jeweils geltenden Richtlinien anzuwenden (vgl. Art. 2 VBB). Dabei 

handelt es sich um ein vom Verwaltungsrecht beherrschtes Verfahren. In der Fol-

ge ist das Teilungsgericht im Zivilprozess an die Ertragswertschätzung der zu-

ständigen Behörde gebunden. Das Teilungsgericht ist nur dann ausnahmsweise 

befugt, bei der Behörde eine neue Schätzung zu verlangen, wenn die vorliegende 

Schätzung an groben Mängeln leidet (BGE 138 III 193 S. 3.2.1; vgl. auch DANIEL 

ANTOGNINI, Die Teilungsklage des schweizerischen Erbrechts, Diss. Zürich 2022, 

Rz. 749 und dort FN 2715). Das Bundesgericht verweist dazu im erwähnten Ent-

scheid auf seine frühere Rechtsprechung, in welcher es grobe Mängel mit Nich-

tigkeitsgründen verglich und erklärte, eine Schätzung sei zurückzuweisen, wenn 

gar nicht der zutreffende Anrechnungswert festgestellt oder in anderer Weise von 

unrichtigen rechtlichen Grundlagen ausgegangen wurde, oder wenn offen zutage 

- 30 - 

liegt, dass das Ergebnis zweifellos und in erheblichem Mass unrichtig ist, unmög-

lich richtig sein kann (vgl. BGE 58 II 406 S. 410). 

Aus dem Gesagten folgt im Umkehrschluss, dass das Inkrafttreten neuer Schät-

zungsrichtlinien entgegen der Beklagten 3 (act. 475 S. 8) nicht dazu führt, dass 

von Amtes wegen eine neue Schätzung vorzunehmen wäre. Die neuen Richtli-

nien galten mangels einer anderen übergangsrechtlichen Regelung ab ihrem In-

krafttreten (wobei im vorliegenden Fall irrelevant ist, ob ein in dem Zeitpunkt beim 

ALN hängiges Schätzungsverfahren noch nach den alten Richtlinien durchzufüh-

ren gewesen wäre oder ob die neuen Richtlinien als Verfahrensrecht auch für be-

reits hängige Verfahren sofort anwendbar gewesen wären [vgl. zum Ganzen HÄ-

FELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Auflage 2020, Rz. 292 

ff.). Die neuen Richtlinien konnten sich deshalb auf die Rechtskonformität einer 

vor ihrem Inkrafttreten gestützt auf die alten Richtlinien vorgenommenen Schät-

zung nicht auswirken. Eine solche Schätzung bleibt daher rechtsgültig, auch wenn 

danach neue Schätzungsrichtlinien erlassen werden. Es ist in diesem Sinne ent-

gegen der Beklagten 3 (act. 475 S. 8) nicht zu prüfen, ob die Schätzung den im 

Zeitpunkt der Erbteilung geltenden Richtlinien entspricht (sondern massgeblich 

ist, dass die Schätzung, auf welche die Vorinstanz sich abstützte, den im Zeit-

punkt ihrer Durchführung geltenden Regeln entspricht – dass das nicht der Fall 

wäre, wurde im Berufungsverfahren nicht geltend gemacht und ist nicht ersicht-

lich). Die Schätzung wird aufgrund des Inkrafttretens neuer Richtlinien insbeson-

dere nicht ohne weiteres grob mangelhaft oder geradezu nichtig im geschilderten 

Sinn. Sie bleibt für das Teilungsgericht deshalb massgeblich. Die Beklagte 3 kann 

aus diesen Gründen aus dem Grundsatz "iura novit curia" nichts für sich ableiten. 

Richtig ist, dass bereits die Vorinstanz eine Anpassung der Wertbestimmung "an 

die veränderten Verhältnisse" vorbehielt (vgl. act. 475 S. 5 und die vorstehenden 

Hinweise zum ersten Berufungsentscheid der Kammer). Das heisst indes im Gel-

tungsbereich der Verhandlungsmaxime nicht, dass mit einer neuen Schätzung die 

(möglicherweise) veränderten Verhältnisse von Amtes wegen erst zu erforschen 

wären, sondern veränderte Verhältnisse müssten konkret (und rechtzeitig) be-

hauptet werden (vgl. dazu nachfolgend Ziff. 2.6.4.5). 

- 31 - 

Mit ihrem Vorbringen, den (für die Neuschätzung) erforderlichen Antrag stelle sie 

in der Eingabe vom 6. Mai 2022 (act. 459 S. 4), geht – zumindest sinngemäss – 

auch die Beklagte 3 davon aus, dass eine neue Schätzung nicht von Amtes we-

gen einzuholen, sondern von den Parteien zu beantragen ist. Bei der Frage, wie 

mit dem Antrag auf Neuschätzung umzugehen ist, geht es somit nicht um eine 

Frage der Rechtsanwendung von Amtes wegen, sondern um die Prüfung der Zu-

lässigkeit eines Novums im Sinne eines neuen Beweisantrags nach Art. 317 

Abs. 1 ZPO. 

2.6.4.3. Weiter vorne wurde bereits auf die Voraussetzungen hingewiesen, un-

ter welchen neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel im Berufungs-

verfahren zulässig sind (vgl. vorne Ziff. 2.1.3). Das Novenrecht steht in einem 

Spannungsverhältnis zwischen dem Eventualgrundsatz und dem Grundsatz der 

beförderlichen Durchführung des Verfahrens; das Beschleunigungsgebot ver-

langt, dass zulässige Noven grundsätzlich sofort bzw. so schnell wie möglich vor-

gebracht werden (vgl. ZK ZPO-LEUENBERGER, 3. Auflage 2016, Art. 229 N 1, 9). 

Es obliegt der Partei, welche das Novenrecht beansprucht, im Einzelnen substan-

tiiert darzutun, dass dessen Voraussetzungen vorliegen, insbesondere dass sie 

das Novum ohne Verzug vorbrachte, warum ein früheres Vorbringen nicht mög-

lich war und worin die von ihr unternommen Anstrengungen bestanden haben 

(vgl. OGer ZH LB190040 vom 29. April 2020, E. II./3.; PAHUD, DIKE-Komm-ZPO, 

2. Auflage 2017, Art. 229 N 15; ZK ZPO-REETZ/HILBER, 3. Auflage 2016, Art. 317 

N 34).  

Die Beklagte 3 stellte ihren neuen Beweisantrag vorliegend in einem späten Ver-

fahrensstadium. Dessen ungeachtet äusserte sie sich in ihrer Eingabe vom 6. Mai 

2022, mit welcher sie den Antrag stellte, nicht zur Frage, weshalb sie dies nicht 

früher getan hatte (vgl. act. 459 S. 4). Dabei ist zu beachten, dass die Beklagte 3 

zu diesem Zeitpunkt anwaltlich vertreten war. Erst in der Stellungnahme vom 

25. Oktober 2022, mit welcher sie das Replikrecht zur Eingabe des Klägers vom 

29. Juni 2022 wahrnahm, liess die Beklagte 3 geltend machen, dass sie im Beru-

fungsverfahren über weite Strecken nicht anwaltlich vertreten gewesen sei. Sie 

sei mit der Führung des Prozesses überfordert gewesen. Das Obergericht hätte 

- 32 - 

sie deshalb auf die Rechtslage in Bezug auf das Vorbringen von Noven hinweisen 

müssen; da das nicht geschehen sei, könne ihr eine allfällige Verspätung nicht 

vorgeworfen werden (act. 475 S. 2). Die Wahrnehmung des Replikrechts dient in-

dessen nur dazu, sich zur Stellungnahme der Gegenpartei zu äussern, aber nicht 

dazu, Rügen zu erheben (und zu ergänzen), die bereits früher im Verfahren vor-

gebracht werden konnten (vgl. 143 II 283 E. 1.2.3). Auch die Begründung der Zu-

lässigkeit von Noven hat deshalb mit dem neuen Vorbringen selber zu erfolgen. 

Die (im entsprechenden Verfahrensabschnitt anwaltlich vertretene) Beklagte 3 hat 

somit nicht rechtzeitig vorgebracht, weshalb ihr neuer Beweisantrag vom 6. Mai 

2022 ihrer Ansicht nach zu diesem Zeitpunkt ein zulässiges Novum darstellte. Be-

reits deshalb erweist sich der neue Beweisantrag als unzulässig.  

2.6.4.4. Auch wenn über die fehlende rechtzeitige Begründung für die Anrufung 

des Novenrechts hinweggesehen würde, wäre der neue Beweisantrag unzulässig. 

Es rechtfertigen sich dazu die folgenden Ausführungen: 

Es ist strittig, ob hinsichtlich des Sorgfaltsmassstabs für ein rechtzeitiges Vorbrin-

gen neuer Tatsachen und Beweismittel (insb. zur Frage, ob und weshalb das Vor-

bringen nicht früher erfolgen konnte) zwischen rechtskundigen (bzw. rechtskundig 

vertretenen) und rechtsunkundigen Parteien zu unterscheiden ist (vgl. PAHUD, DI-

KE-Komm-ZPO, 2. Auflage 2017, Art. 229 N 14 a.E., sowie eingehend CHRISTOPH 

REUT, Noven nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 

2017, S. 77 f. mit verschiedenen Hinweisen). Die Kammer hat sich in ihrer bishe-

rigen Praxis für einen objektivierten Massstab ausgesprochen (vgl. OGer ZH 

NG200014 vom 19. November 2020, E. 3.4; OGer LB120011 vom 3. Dezember 

2012, E. 5). Dass die Beklagte 3 zwischenzeitlich im Berufungsverfahren nicht an-

waltlich vertreten war, entband sie nicht von der Pflicht, sorgfältig zu prozessieren. 

Auch ein objektiver Massstab, der danach fragt, was eine durchschnittlich sorgfäl-

tige Person in der gleichen Situation erhoben und beachtet hätte, lässt indes 

Raum für eine Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse des Einzelfalls (vgl. 

REUT, a.a.O., S. 79).  

Die Beklagte 3 konnte sich in der Berufung gegen das Urteil vom 3. August 2017 

(die sie am 14. September 2017 erhob, act. 355), nicht auf die neue Schätzungs-

- 33 - 

anleitung vom 31. Januar 2018 abstützen, die am 1. April 2018 in Kraft trat (vgl. 

www.blw.admin.ch/blw/de/home/instrumente/boden--und-pachtrecht/bodenrecht. 

html); bereits im damaligen Berufungsverfahren wäre ihr indes eine entsprechen-

de Noveneingabe nach Art. 317 ZPO (neuer Beweisantrag) möglich gewesen, da 

die Kammer erst am 15. März 2019 über die Berufung entschied (vgl. act. 419). 

Allerdings ist der Beklagten 3 als Laiin nicht vorzuwerfen, dass sie vor dem ersten 

Entscheid über ihre Berufung vom 14. September 2017, die ihr früherer Rechts-

vertreter noch für sie erhoben hatte, keine weiteren Abklärungen vornahm. Nach 

dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts hätte die Vorsicht einer durch-

schnittlich sorgfältigen Person dagegen auch von der Beklagten 3 als juristische 

Laiin verlangt, sich zeitnah und umsichtig um die weitere Führung des Verfahrens 

zu kümmern und sich die erforderlichen Informationen zu besorgen, sei es selber 

oder sei es durch den Beizug eines Rechtsvertreters (zumal ein solcher anlässlich 

verschiedener Telefongespräche der Beklagten 3 mit dem Obergericht themati-

siert wurde und die Beklagte 3 auch angab, mit ihrem früheren Rechtsvertreter 

gesprochen zu haben, vgl. act. 421 und insb. 422; vgl. auch act. 446). Auf diesem 

Weg hätte sie zeitnah nach dem Erhalt der Verfügung vom 17. März 2021 

(act. 423) auf die neuen Schätzungsregeln hinweisen und eine neue Schätzung 

verlangen können. Dass sie diesen Anforderungen weder damals noch auf die 

Fristansetzung zur Stellungnahme zur Jahresrechnung 2020 (act. 429) hin noch 

im Hinblick auf die Instruktionsverhandlung vom 29. März 2022 nachkam (son-

dern erst danach), ist ihr auch als Laiin unter dem Aspekt der zumutbaren Sorgfalt 

nach Art. 317 Abs. 1 ZPO vorzuwerfen. Dass der Referent die Beklagte 3 telefo-

nisch (auf ihren Hinweis hin, ihr Anwalt habe ihr erklärt, sie könne Noven vorbrin-

gen) nicht auf die zeitliche Beschränkung des Novenrechts hinwies (sondern nur 

auf die Schriftform), ändert daran entgegen der Beklagten 3 nichts (vgl. act. 475 

S. 2 und act. 422). Eine gerichtliche Fragepflicht besteht im Übrigen nur bei unkla-

ren, widersprüchlichen, unbestimmten oder offensichtlich unvollständigen Vorbrin-

gen einer Partei (Art. 56 ZPO). Entgegen der Beklagten 3 (act. 475 S. 2) ist das 

Gericht daher auch juristischen Laien gegenüber nicht verpflichtet, auf das No-

venrecht und auf dessen Voraussetzungen hinzuweisen.   

- 34 - 

Der Antrag vom 6. Mai 2022 auf Einholung einer neuen Schätzung ist daher ver-

spätet, soweit er sich auf die neue Schätzungsanleitung vom 31. Januar 2018 

stützt.  

2.6.4.5. Soweit die Beklagte 3 den Antrag auf (neue) "tatsächliche Verhältnisse, 

nämlich die zu Grunde liegenden Mietwerte für Wohnungen usw." stützt (vorne 

Ziff. 2.6.2), substantiiert sie das neue Vorbringen nicht (so richtig der Kläger, 

act. 366 S. 18). Dass die Mietwerte der einzelnen vom Verfahren betroffenen Lie-

genschaften stiegen, ist entgegen der Beklagten 3 auch nicht notorisch – auch 

wenn es zutreffen mag, dass Mieten schweizweit im Durchschnitt gestiegen sind 

(act. 475 S. 7); notorisch ist ebenfalls, dass dieser Anstieg nicht an allen geogra-

phischen Lagen (etwa städtische, stadtnahe und ländlich geprägte Gebiete) glei-

chermassen (und überhaupt) erfolgte. Unsubstantiiert ist ferner die neue Behaup-

tung, die Scheune weise seit der Schätzung einen Mehrwert von mindestens 

Fr. 500'000.– auf (act. 475 S. 8). Im Übrigen hat die Beklagte 3 auch insoweit 

nicht rechtzeitig angegeben, inwiefern die Noven nach den Vorgaben von Art. 317 

Abs. 1 ZPO zulässig seien, und es ist dies auch nicht ersichtlich. Der Vollständig-

keit halber ist zu ergänzen, dass aus der Medienmitteilung des Bundesrats zur 

neuen Schätzungsanleitung (wonach die Ertragswerte nach der neuen Anleitung 

um 10-20% steigen würden) nicht folgt, dass hinsichtlich des konkreten Gewerbes 

ein solcher Wertanstieg notorisch wäre (entgegen der Beklagten 3, act. 475 S. 7). 

Die Medienmitteilung geht klarerweise von einem geschätzten Durchschnittswert 

aus; sie sagt über das Gewerbe im Nachlass der Parteien nichts aus. Der Beweis-

antrag lässt sich daher auch nicht auf die neuen Tatsachenbehauptungen zu ver-

änderten Verhältnissen abstützen.  

2.6.4.6. Die Beklagte 3 verweist zur Zulässigkeit ihres Antrags auf Neuschät-

zung im Weiteren auf PraxKomm Erbrecht-WEIBEL, 4. Auflage 2019, Art. 617 

N 6 ff., insb. N 8 (act. 459 S. 4). An dieser Stelle wird ausgeführt, der bundes-

rechtliche Anspruch der Parteien auf eine amtliche Schätzung des Liegen-

schaftswerts nach Art. 618 ZGB beinhalte auch das Recht, eine Neuschätzung zu 

verlangen, wenn ein Zivilprozess sehr lange dauere, weil es möglich sei, dass 

sich der Liegenschaftswert bspw. wegen Veränderungen der Marktlage, der Zo-

- 35 - 

nenordnung oder der tatsächlichen Verhältnisse wesentlich verändere. Die Be-

klagte 3 irrt indessen, wenn sie davon ausgeht, sie könne gestützt auf die lange 

Verfahrensdauer jederzeit ohne weitere Voraussetzungen eine Neuschätzung 

verlangen. Das Bundesgericht erwog bereits vor Inkrafttreten der ZPO, die Mass-

geblichkeit des Urteilstags für die Schätzung der Nachlasswerte nach Art. 617 

ZGB verpflichte das Gericht nicht, selber Beweiserhebungen anzuordnen oder 

ohne Rücksicht auf das anwendbare Prozessrecht jederzeit Beweisanträge der 

Parteien zuzulassen (vgl. BGer 5C.40/2001 vom 23. Mai 2001, E. 3d, sowie BGer 

5A_311/2009 vom 6. Juli 2009, E. 3.2 und dazu auch successio 2011 S. 244 ff.). 

Seit Inkrafttreten der ZPO ist diese massgeblich für die Frage, bis wann die Par-

teien neue Beweisanträge stellen können. Die Wertbestimmung der Nachlassge-

genstände ist wie gesehen Tatfrage. Unter der einschlägigen Verhandlungsmaxi-

me ist es an den Parteien, die massgeblichen Tatsachenbehauptungen und Be-

weisanträge nach den Vorgaben der Zivilprozessordnung einzubringen. Die Zu-

lässigkeit des neuen Beweisantrags richtet sich daher im Berufungsverfahren 

auch unter dem Aspekt der langen Verfahrensdauer nach Art. 317 Abs. 1 ZPO 

(vgl. BK-WOLF/EGGEL, Art. 617 ZGB N 14; DANIEL ANTOGNINI, Die Teilungsklage 

des schweizerischen Erbrechts, Diss. Zürich 2022, Rz. 746; vgl. im Übrigen auch 

PraxKomm Erbrecht-WEIBEL, 4. Auflage 2019, Art. 617 N 24).  

Der Kläger weist zur Verfahrensdauer zu Recht darauf hin (vgl. act. 466 S. 17), 

dass die Beklagte 3 in der Berufung gegen das Urteil vom 3. August 2017 (als die 

erwähnte Schätzung bereits 8 Jahre alt war) nicht geltend machte, sie verlange 

aufgrund des Alters der Schätzung eine Neuschätzung (sie verlangte damals viel-

mehr einzig eine Schätzung des Verkehrswerts, den sie als massgeblich erachte-

te, vgl. act. 355 S. 61 ff.; ansonsten ging sie nicht auf die Erwägungen der Vor-

instanz zum Abstellen auf die Schätzung von 2009 ein). Als die Kammer das Ver-

fahren nach dem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts wieder aufnahm, 

waren vier weitere Jahre vergangen; die Beklagte 3 monierte das Alter der Schät-

zung indessen weder auf die Verfügungen vom 17. März 2021 und 24. Juni 2021 

hin (act. 423, 429) noch anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 29. März 

2022. Von einem Vorbringen ohne Verzug im Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO 

kann in dieser Situation auch unter dem Aspekt der Verfahrensdauer und des Al-

- 36 - 

ters der Schätzung nicht ausgegangen werden. Der Beweisantrag erfolgte somit 

auch insofern verspätet. Ob die Praxis zum Anspruch auf eine neue Verkehrs-
wertschätzung aufgrund Zeitablaufs überhaupt massgeblich ist, wenn nicht der 

Verkehrs-, sondern der Ertragswert massgeblich ist, kann danach offen bleiben. 

Nur der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass sich etwa Veränderungen der 

Marktlage bei einer Ertragswertschätzung wesentlich weniger auswirken, als es 

bei einer Verkehrswertschätzung der Fall wäre. Die (gemäss der Beklagten 3) aus 

dem Alter der Schätzung hervorgehende "enorme Diskrepanz" zwischen Realität 

und Schätzung wird dadurch relativiert (insbesondere wenn nicht verdeutlicht 

wird, woraus diese Diskrepanz bestehen soll – die Beklagte 3 verweist dazu ne-

ben den erwähnten unsubstantiierten Behauptungen ausschliesslich auf den 10-

20% höheren Wert, der sich aus den neuen Richtlinien ergeben soll [act. 475 

S. 6]; von einer "enormen Diskrepanz", welche zu einem geradezu stossenden 

Ergebnis führen würde, kann dabei insgesamt nicht ausgegangen werden und es 

lässt sich daher aus dem Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 52 ZPO [vgl. 

act. 475 S. 6] nichts Abweichendes über die Zulässigkeit des neuen Antrags ab-

leiten).  

2.6.5. Der Antrag der Beklagten 3 auf Einholen einer neuen Ertragswertschät-

zung ist aus den geschilderten Gründen abzuweisen.  

2.7. Antrag auf Beizug der Jahresrechnung 2021  

2.7.1. Wie eingangs erwähnt, zog die Kammer nach der Rückweisung des Ver-

fahrens die Jahresrechnung 2020 der Erbenvertretung bei (vgl. vorne Ziff. 1.7, 

act. 428/1-2). Die Beklagte 3 beantragte mit Eingabe vom 6. Mai 2022, es sei die 

Jahresrechnung 2021 beizuziehen (act. 459; vgl. auch act. 475 S. 4). Zudem ver-

langen beide Parteien auch den Beizug der Jahresrechnungen 2017 bis 2019 

(vgl. vorne Ziff. 1.7).  

2.7.2. Vorab ist festzuhalten, dass die Parteien als Mitglieder der Erbengemein-

schaft ohne weiteres selber berechtigt sind, vom Erbenvertreter Einsicht in die 

Jahresrechnungen zu erhalten (was dem Kläger offenbar auf den Hinweis in der 

Verfügung vom 24. Juni 2021 hin, act. 429, hinsichtlich der Jahresrechnungen 

- 37 - 

2017-2019 auch geglückt ist, vgl. act. 466 S. 13). Im Übrigen fehlt es an Vorbrin-

gen zur Frage, welche erheblichen Tatsachen sich aus den Jahresberichten 

2017-2019 ergeben sollen, die über das hinaus gehen, was für die Ansprüche der 

Parteien aus der Jahresrechnung 2020 hervorgeht. Insbesondere verdeutlicht die 

Beklagte 3 nicht, inwiefern sie zur Jahresrechnung 2020 ohne die Rechnungen 

der Vorjahre nicht Stellung nehmen könne (act. 459 S. 2 unten). Von einem Bei-

zug der Jahresrechnungen 2017-2019 ist abzusehen.  

2.7.3. Die Beklagte 3 erklärt, für die Wertbestimmung der Nachlassteile sei nach 

Art. 617 ZGB der Zeitpunkt der Teilung massgeblich, was dem Tag der Urteilsfäl-

lung entspreche. Daher sei es unerlässlich, die Jahresrechnung 2021 beizuziehen 

(act. 459 S. 2). Der Kläger hält dem entgegen, der Erbenvertreter werde für den 

Vollzug des Urteils auf jeden Fall eine Schlussabrechnung per Stichtag der effek-

tiven Erbteilung zu erstellen und dabei die dem Urteil zugrundeliegenden Zahlen 

zu aktualisieren haben. Dieser Stichtag werde zwangsläufig vom Stichtag der 

Jahresrechnung abweichen. Die Beklagte 3 habe seinem Antrag Nr. 1.19 vom 

9. August 2021 (act. 433) nicht widersprochen, wonach der Erbenvertreter die im 

Urteil festzuhaltenden Zahlen auf den Stichtag der effektiven Erbteilung zu aktua-

lisieren habe, und sie habe sich in der Stellungnahme vom 6. Mai 2022 (act. 459 

S. 3 oben) selber für eine Aktualisierung per Teilungsdatum ausgesprochen (vgl. 

act. 466 S. 11 f.). In ihrer Stellungnahme vom 25. Oktober 2022 hielt die Beklagte 

3 an ihren Ausführungen zur Massgeblichkeit des Teilungstags fest; es sei für sie 

völlig unklar, wie sich die Zahlen von 2020 bis 2021 verändert hätten, und es kön-

ne nicht angehen, dass das Gericht seiner Pflicht, ein Urteil zu fällen, nicht voll-

umfänglich nachkomme, sondern einen weitgehend beliebigen Nachvollzug bzw. 

eine "Nachberechnung" durch den Erbenvertreter zulasse (act. 475 S. 4).  

2.7.4. Unabhängig davon, ob eine neue Jahresrechnung beigezogen wird, wird 

diese im Teilungszeitpunkt (d.h. im Urteilszeitpunkt) nicht mehr aktuell sein, so 

dass beim Vollzug des Urteils auf jeden Fall eine Aktualisierung der Zahlen erfol-

gen muss. Dies entspricht dem Vorgehen, wie es bereits die Vorinstanz im Urteil 

vom 3. August 2017 vorgesehen hatte (act. 358 S. 234); die Beklagte 3 unterliess 

es, in ihrer Berufung vom 14. September 2017 (act. 355) dazu eine Beanstandung 

- 38 - 

vorzubringen. Die insoweit (sinngemäss) in der Stellungnahme vom 6. Mai 2022 

enthaltene Beanstandung ist verspätet. Daher hat es mit dem von der Vorinstanz 

in diesem Sinn vorgesehenen Vollzug in grundsätzlicher Hinsicht sein Bewenden. 

Wesentlich ist dabei im Hinblick auf die Vollstreckbarkeit des Entscheids, dass 

aus dem Entscheid exakt hervorgeht, welche Positionen, etwa Bestände welcher 

einzelnen Konti, aktualisiert werden müssen. Diesem Erfordernis genügte der an-

gefochtene Entscheid. Einem entsprechenden Vorgehen im heute zu fällenden 

Entscheid steht daher insoweit nichts entgegen.  

Die Beklagte 3 bringt im Übrigen keine Tatsachenbehauptungen vor (geschweige 

denn zulässige neue Tatsachenbehauptungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO), welche 

sich ihrer Ansicht nach aus dem Jahresbericht 2021 ergeben würden (bzw. wel-

che sie mit diesem Beweismittel belegen möchte) und welche nicht bereits aus 

dem Jahresbericht 2020 hervorgehen. Sie nennt insbesondere keine neuen Posi-

tionen, die zu berücksichtigen wären und die nicht ausgehend von der Jahres-

rechnung 2020 aktualisiert werden könnten. Den Beizug der Jahresrechnung 

2021 zu verlangen, um hernach daraus allenfalls erst neue Tatsachenbehauptun-

gen abzuleiten, geht nicht an. Es ist dem Kläger folglich dahingehend zuzustim-

men, dass es keine entscheidrelevante Rolle spielt, ob die abschliessende Aktua-

lisierung der Beträge ausgehend von den Zahlen per Ende 2020 oder per Ende 

2021 erfolgt (vgl. act. 466 S. 12). Der Antrag auf Beizug der Jahresrechnung 2021 

ist abzuweisen. 

2.8 Zur Jahresrechnung 2020 und zur Stellungnahme des Klägers dazu konn-

te die Beklagte 3 sich äussern. Dasselbe gilt für die Stellungnahme des Klägers 

vom 29. Juni 2022 (vgl. act. 466 und act. 475). Es gibt somit keine Veranlassung, 

der Beklagten 3 gemäss ihrem entsprechenden Antrag (act. 459 S. 5) noch Gele-

genheit zu einer Ergänzung bzw. Bezifferung ihrer Anträge zu geben. Das Verfah-

ren ist, wie eingangs angemerkt, spruchreif.  

- 39 - 

3. Güterrechtliche Auseinandersetzung 

3.1. Vorbemerkungen 

3.1.1. Mit Blick auf die güterrechtliche Auseinandersetzung (die der Erbteilung 

vorangeht) ist an den Ausführungen im Urteil vom 15. März 2019 (act. 419 S. 20) 

festzuhalten. Der ordentliche Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung ist auf 

den Zeitpunkt des Todes des Erblassers (tt.mm.1997) aufzulösen. Für den Be-

stand der Zuordnung der Vermögenswerte ist der Zeitpunkt der Auflösung des 

Güterstands massgeblich, für die Wertbestimmung dagegen der Zeitpunkt der 

Auseinandersetzung (vgl. eingehend act. 358 S. 179). Die güterrechtliche Ausei-

nandersetzung unterscheidet sich insoweit von der erbrechtlichen, als dort Ände-

rungen im Bestand der Vermögenswerte im Verlauf der fortgesetzten Erbenge-

meinschaft beachtlich sind (vgl. dazu auch die nachfolgenden Ausführungen unter 

Ziff. 4.1; vgl. ferner act. 358 S. 193 f.). Die Auflistung und Zuordnung der Vermö-

genswerte der Eheleute C._____F._____ gemäss dem Entscheid der Vorinstanz 

vom 3. August 2017 wird von den Parteien nicht beanstandet (insb. act. 355 

S. 12).  

3.1.2. Was die Liegenschaft "H._____" (mit Aktiven und Passiven) angeht, die 

der Erblasser von seinem Vater erbte, bleibt es bei der Zuweisung zur Errungen-

schaft des Erblassers, weil von der Integralzuweisung des Gewerbes "H._____/ 

I._____" an den Kläger auszugehen und deshalb (was nachfolgend noch verdeut-

licht wird) vom Ertragswert auszugehen ist (der 1969, bei der Zuweisung an den 

Erblasser, nach den insoweit nicht beanstandeten Feststellungen der Vorinstanz 

tiefer war als die von der Errungenschaft getragene Hypothek; vgl. act. 358 S. 39, 

act. 419 S. 20 unten).  

3.1.3. Es bleibt somit bei der tabellarischen Übersicht gemäss dem angefochte-

nen Entscheid (act. 358 S. 50 ff.), welche die Kammer bereits im Entscheid vom 

15. März 2019 einfügte (act. 419 S. 21 ff.). Zur Vermeidung unnötiger Wiederho-

lungen kann für den vorliegenden Entscheid direkt die vereinfachte Darstellung 

eingefügt werden (ohne separate Ausscheidung des Vermögens der Ehegatten 

und ohne Berücksichtigung der Lebensversicherung, bei welcher die Beklagte 1 

- 40 - 

nach übereinstimmender Darstellung der Parteien Alleinbegünstigte war; vgl. 

act. 358 S. 53).  

3.2. Überblick über Eigengüter und Errungenschaft  

Eigengut Erblasser Eigengut Beklagte 1 

 (1) Anspruch (inkl. Mehrwertbeteiligung) 

des (investierten) Eigenguts der Be-

klagten 1 nach Art. 206 ZGB gegen-

über der Errungenschaft der Ehegat-

ten C._____F._____ (i) und (viii) 

(vgl. Ziff. 3.3.2.2; act. 358 S. 185 ff.) 

Errungenschaft Ehegatten C._____F._____ 

(i) Aktiven Liegenschaft "H._____" (act. 3/34), belastet mit (viii) 

(viii) Passiven Liegenschaft "H._____", nämlich: 

 (-i) ZKB M._____, Grundpfandschulden (act. 3/32 f., 3/34, 29/24/1 und 29/25/10) 

 (-ii) ZLK, Darlehen (act. 3/32 f. und 29/24/1) 

 (-iii) Erben T._____, Inventarschuld (act. 3/32 f. und 29/24/1) 

 (-iv) A._____, Darlehen (zinslos) (act. 3/32 f. und 29/24/1) 

 (-v) Anspruch (inkl. Mehrw.bet.) des Eigenguts der Bekl. 1 nach Art. 206 ZGB (1) 

(ii) Aktiven Liegenschaft "I._____" (beide hälftigen Miteigentumsanteile) (act. 3/35) 

(iii) Sachwerte i.w.S. (Viehbestand, Vorräte, Fahrzeuge/Maschinen) 

(iv) Bankguthaben und Wertschriften sowie Marchzinsen, nämlich: 

 (-i) ZKB M._____, PK Nr. 24 (act. 3/32 f. und 29/25/1) 

 (-ii) ZKB M._____, SH Nr. 31 (act. 3/32 f. und 29/25/1) 

 (-iii) ZKB M._____, AK Nr. 32 (act. 3/32 f. und 29/25/1) 

 (-iv) ZKB M._____, AK Nr. 25 (act. 3/32 f. und 29/25/1) 

 (-v) UBS M._____, AK Nr. 33 (act. 3/32 f. und 29/25/9) 

 (-vi) UBS M._____, AK Nr. 26 (act. 3/32 f. und 29/25/8) 

 (-vii) SZO U._____, SK Nr. 34 (act. 3/32 f. und 29/25/3) 

 (-viii) SZO U._____, SH Nr. 35 (act. 3/32 f. und 29/25/3) 

 (-ix) SZO U._____, Depot Nr. 36 (act. 29/25/4) 

 (-x) SZO U._____, SK Nr. 37 (act. 3/32 f. und 29/25/2) 

- 41 - 

(v) Bargeld Erblasser (Kasse und Portemonnaie) (act. 3/32 f.) 

(vi) Debitoren (Forderungen) (act. 3/32 f. und 29/24/1) 

(x) sonstige Kreditoren (Schulden) (act. 29/24/1) 

Was vom Gesamtwert der Errungenschaft nach Abzug der auf ihr lastenden 

Schulden, einschliesslich der Ersatzforderungen, verbleibt, bildet den Vorschlag 

(Art. 210 Abs. 1 ZGB). Jedem Ehegatten steht die Hälfte dieses Vorschlags zu 

(Art. 215 ZGB). Der güterrechtliche Anspruch der Beklagten 1 besteht somit aus 

ihrem Eigengut bzw. ihrer Eigengutsforderung und der hälftigen Beteiligung am 

Vorschlag. Die andere Hälfte des Vorschlags bildet den Nachlass des Erblassers. 

3.3. Berechnung des Vorschlags 

3.3.1. Im Folgenden sind die Werte der Eigenguts- und Errungenschaftsobjekte 

zu bestimmen. Dabei ist von der Berechnung der Vorinstanz auszugehen, welche 

von den Parteien nicht beanstandet wurde, und ist bei den einzelnen Positionen 

zu prüfen, wo sich aufgrund inzwischen veränderter Umstände bzw. der weiteren 

Entwicklung neue Beträge ergeben. Da wie bereits erwähnt vom Wert der Vermö-

genswerte per Zeitpunkt der Auseinandersetzung auszugehen ist, ist insbesonde-

re die Schätzung der Liegenschaften (soweit es nicht um die Ertragswertschät-

zung des ALN nach BGBB geht, die für das Teilungsgericht bindend ist) an den 

Zeitablauf anzupassen (und ist entgegen dem Kläger, act. 433 S. 10, nicht ohne 

weiteres vom Wert der Liegenschaften "H._____" und "I._____" gemäss dem an-

gefochtenen Entscheid auszugehen - es ergibt sich daraus sodann auch ein an-

derer güterrechtlicher [Rest-]Anspruch der Beklagten 1).   

3.3.2. Wertbestimmung der Eigenguts- und Errungenschaftsobjekte 

3.3.2.1. Landwirtschaftliches Gewerbe "H._____/I._____", umfassend die Aktiven 

Liegenschaft "H._____" (act. 3/34) und die Aktiven Liegenschaft "I._____" 

(act. 3/35):  

Aufgrund der Integralzuweisung des landwirtschaftlichen Gewerbes "H._____/ 

I._____" an den Kläger ist das Gewerbe mit der Vorinstanz zum Ertragswert ein-

- 42 - 

zusetzen (Art. 212 Abs. 1 ZGB; davon ausgenommen ist das "Chalet", vgl. zu die-

sem gleich nachfolgend). Die Schilderungen der Beklagten 3 zum Verkehrswert 

und dessen unterbliebener Schätzung (act. 355 S. 62-64, 69) sind deshalb nicht 

massgeblich. Auf die massgebliche Ertragswertschätzung wurde vorstehend be-

reits eingegangen (vgl. vorne Ziff. 2.6.1). Für eine Anpassung der Schätzung an 

veränderte Verhältnisse (vgl. act. 419 S. 25) besteht keine Veranlassung bzw. es 

wurden keine konkreten entsprechenden Umstände dargetan, aus welchen sich 

eine solche Anpassung ergäbe, und der neue Antrag auf Einholen einer neuen 

Ertragswertschätzung erfolgte wie gesehen (vgl. Ziff. 2.6 vorstehend) verspätet. 

Es ist somit nach wie vor von einem Ertragswert des Gewerbes 

"H._____/I._____" (exkl. Chalet) von rund Fr. 794'000.– auszugehen. 

Zum vollumfänglich nicht landwirtschaftlich genutzten "Chalet" (einem Teil der Ak-

tiven "H._____", im Einzelnen "Einfamilienhaus mit Anbau", Vers.-Nr. 8; vgl. 

act. 3/34) errechnete die Vorinstanz gestützt auf die Real- und Verkehrswert-

schätzung der ZKB vom 19. April 2007 (act. 3/84) und unter Verwendung aktuali-

sierter Beträge für die Bauteuerung und die Entwertung einen (dem Realwert ent-

sprechenden, reduzierten) Verkehrswert von Fr. 537'000.– (act. 358 S. 160-162; 

zur Massgeblichkeit des Verkehrswerts vgl. Art. 17 Abs. 2 BGBB). An der entspre-

chenden Vorgehensweise ist festzuhalten, wobei auf aktualisierte Indizes abzu-

stellen ist (vgl. act. 419 S. 25). Von einer neuen Schätzung ist aufgrund der vor-

stehenden Ausführungen auch insoweit abzusehen. Ausgangspunkt für den Wert 

des Gebäudes sind die Gestehungskosten von Fr. 60'000.– (Baujahr 1945). Ge-

mäss dem Zürcher Index der Wohnbaupreise, Basis Juni 1939 (auf den bereits 

die Vorinstanz abstellte und was nicht beanstandet wurde, act. 358 S. 160), ergibt 

sich per April 2022 ein Index von 1128,6 (vgl. https://www.stadt-zuerich.ch/prd 

/de/index/statistik/themen/bauen-wohnen/wohnbaupreisindex/indexreihen.html 

#zuercher_index_derwohnbaupreisebasisjuli1939100, abgerufen am 29. Novem-

ber 2022) und damit eine Bauteuerung von 1028,6%.  

Dies führt zur Annahme eines Gebäudeneuwerts von rund Fr. 677'160.–. Sodann 

nahm die ZKB per April 2007 eine Entwertung von 28% an und ist, wie von der 

Vorinstanz eingehend begründet wurde, ab dann von einer (linearen) Entwertung 

- 43 - 

von 11/3% pro Jahr auszugehen. Das ergibt per 1. April 2022 eine Entwertung von 

48% (28% plus 15 mal 11/3%). Es resultiert ein Gebäudezeitwert von rund 

Fr. 352'123.– (Fr. 677'160.– abzüglich 48%). Festzuhalten ist auch am von der 

ZKB berücksichtigten Zuschlag von 10% für Umgebung und Baunebenkosten, 

was weitere Fr. 35'212.– ergibt. Für den Bodenwert ist ebenfalls mit der Vor-

instanz und gestützt auf die Ertragswertschätzung des ALN (welche das Chalet 

lediglich mit einer Gebäudegrundfläche von 350 m2 ausklammerte) von einer Flä-

che von 350 m2 auszugehen (vgl. act. 358 S. 162). Die ZKB legte den Quadratme-

terpreis in der Schätzung vom 19. April 2007 auf Fr. 300.– fest (act. 3/84 S. 12). 

Die Würdigung der Vorinstanz, für die Zeit bis April 2017 gestützt auf kantonale 

Statistikdaten von einer Zunahme um 30% auszugehen (act. 358 S. 161), wurde 

von den Parteien nicht beanstandet. Von 2017 bis 2021 blieben die Preise nach 

den verfügbaren Daten über die Gemeinde G._____ stabil (vgl. https//www.zh.ch/ 

de/planen-bauen/raumplanung/immobilienmarkt/bodenpreise.html). Das ist auch 

für 2022 anzunehmen. Es ist daher mit der Vorinstanz von einem Quadratmeter-

preis von Fr. 390.– ausgehen, zumal die Parteien nichts anderes geltend mach-

ten. Bei einer Fläche von 350 m2 ergibt dies nach wie vor einen Betrag von 

Fr. 136'500.–. Für das Chalet resultiert damit ein reduzierter Verkehrswert (Real-

wert) von rund Fr. 523'835.– (Fr. 352'123.– + Fr. 35'212.– + Fr. 136'500.–).  

Gestützt auf Art. 18 BGBB bzw. Art. 213 ZGB erhöhte die Vorinstanz den Anrech-

nungswert um Fr. 90'000.– (von der Beklagten 1 in diesem Betrag bezifferte, un-

bestrittene Investition für den Anschluss an die Kanalisation aus Nachlassmitteln, 

welche der Kläger im Fall der integralen Zuweisung an sich selber hätte aufbrin-

gen müssen, vgl. act. 358 S. 171 ff.). Dies wurde berufungsweise nicht beanstan-

det, weshalb daran festzuhalten ist.  

Das landwirtschaftliche Gewerbe "H._____/I._____", umfassend die Aktiven Lie-

genschaft "H._____" und die Aktiven Liegenschaft "I._____", ist damit insgesamt 

zu einem Wert von rund Fr. 1'407'800.– (Fr. 794'000.– + Fr. 523'835.– + 

Fr. 90'000.–) einzusetzen. Dieser Betrag ist nach der nicht beanstandeten Be-

rechnungsweise der Vorinstanz (vgl. act. 358 S. 180 f.) sowohl für die güterrecht-

liche als auch für die erbrechtliche Auseinandersetzung massgeblich.  

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3.3.2.2. Weitere Errungenschafts- und Eigengutwerte 

Die Bewertung der weiteren Errungenschafts- und Eigengutwerte zum Zeitpunkt 

der Auflösung des Güterstands (weitere Sachwerte, Passiven, Bargeld, weitere 

Kreditoren, Debitoren, Eigengutsanspruch der Beklagten 1) gemäss dem ange-

fochtenen Entscheid (act. 358 S. 181 ff.) wurde von den Parteien nicht beanstan-

det, weshalb es damit sein Bewenden hat. Das gilt insbesondere für die Ersatzfor-

derung des Eigenguts der Beklagten 1 (für Erbschaften der Beklagten 1, welche 

während der Dauer des Güterstands in die Errungenschaft investiert wurden), 

welche die Vorinstanz zum Nennwert der Investitionen einsetzte, weil eine Mehr-

wertbeteiligung nicht ausgewiesen war (act. 358 S. 185 ff.). Es gilt ferner auch für 

die Errungenschafts-Positionen Viehbestand und Vorräte, wo die Vorinstanz die 

Beträge gemäss Steuerinventar vom 9. Februar 1998 einsetzte, obwohl beim zwi-

schenzeitlich verkauften Viehbestand an sich der Verkaufserlös massgeblich wä-

re, wozu die Parteien sich aber nicht äusserten (act. 358 S. 181). Was die im er-

wähnten Steuerinventar zu Fr. 40'000.– eingesetzten Maschinen angeht, verwies 

die Vorinstanz auf die Vereinbarung der Parteien vom Mai 2007, mit welcher die 

Miterben das gesamte Maschineninventar dem Kläger verkauften und worin sich 

die Parteien insofern bereits in güter- und erbrechtlicher Hinsicht al