# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b6cd7b75-bd08-5bbc-8d7a-c325b57a7052
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Steuerrekursgericht 27.03.2024 ST.2023.177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Steuerrekurs/ZH_SRK_001_ST-2023-177_2024-03-27.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2023.177 
 
 
 
 

Entscheid 
 
 

 27. März 2024 
 
 
 
 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Hans Heinrich Knüsli, Steuerrichter Marc Gerber, Steuerrichter 
Christian Griesser und Gerichtsschreiber Sven Tschalèr 
 
 
 
 

In Sachen 
 
 
A,   
 
 Rekurrentin,  
 
 
 

gegen 
 
 
 
Kanton Zür ich ,   
 Rekursgegner,  
vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  
 
 
 
 

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2021 
 
 
 

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2 ST.2023.177 

hat sich ergeben: 
 

 

 A. Die C AG wurde im Jahr 1970 gegründet. 2001 änderte sie ihren Firmenna-

men in C AG (nachstehend C AG). Ihr Sitz befindet sich in D im Kanton Aargau. A (nach-

folgend die Pflichtige) ist seit längerem bei der C AG angestellt (vgl. Steuerklärungen 

2015 ff.). Laut dem Handelsregister des Kantons Aargau ist sie seit 2017 Mitglied der 

Geschäftsleitung und mittlerweile Geschäftsführerin der C AG. 

 

 Am … 2021 erwarb die Pflichtige von der E AG (nachfolgend Verkäuferin) rück-

wirkend per … 2021 Namenaktien im Nennwert von Fr. 33'000.- und Partizipations-

scheine im Nennwert von Fr. 12'000.- zum Preis von Fr. 180'000.-. Im Änderungsvertrag 

zum Kaufvertrag vom … 2023 wurde festgehalten, dass die im Kaufvertrag angegebene 

Stückelung der Aktien und Partizipationsscheine fehlerhaft gewesen sei. Die Pflichtige 

erwarb demnach 66 Namenaktien zum Nennwert von je Fr. 500.- und 120 Partizipati-

onsscheine zum Nennwert von je Fr. 100.-. Weder der Gesamtnennwert der übernom-

menen Aktien und Partizipationsscheine noch der Kaufpreis erfuhren eine Änderung. 

Gleichzeitig erhielt die Pflichtige von der E AG ein Darlehen über Fr. 180'000.-. 

 

 Ende März 2022 reichte die Pflichtige die Steuererklärung 2021 ein. Sie wurde 

vom kantonalen Steueramt mit Veranlagungsverfügung und Einschätzungsentscheid je 

vom 24. Februar 2023 für die direkte Bundessteuer 2021 mit einem steuerbaren Ein-

kommen von Fr. 144'800.- und für die Staats- und Gemeindesteuern 2021 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 141'900.- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 65'000.- veranlagt bzw. eingeschätzt. Das kantonale Steueramt korrigierte das steu-

erbare Vermögen zugunsten der Pflichtigen. Einerseits wurden die Vermögenssteuer-

werte für die Namenaktien und die Partizipationsscheine der C AG erhöht und anderseits 

die Darlehensschuld gegenüber der Verkäuferin steuermindernd berücksichtigt. Insge-

samt wurde das steuerbare Vermögen um Fr. 146'000.- (gerundet) reduziert. Das steu-

erbare Einkommen wurde sowohl bei der Direkten Bundessteuer als auch bei den 

Staats- und Gemeindesteuern gemäss der Steuererklärung 2021 veranlagt bzw. festge-

setzt. 

 

 B. Hiergegen erhob das Steueramt F am 22. März 2023 Einsprache. In seiner 

Einspracheschrift geht es davon aus, dass der Beteiligungserwerb Einfluss auf das steu-

erbare Einkommen hat. 

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2 ST.2023.177 

 

 Am 23. März 2023 widerrief das kantonale Steueramt seine Veranlagungsver-

fügung betreffend die Direkte Bundessteuer 2021. 

 

 Unter Berücksichtigung dieses Widerrufes befand sich folglich das Verfahren 

betreffend die Direkte Bundessteuer im ordentlichen Veranlagungsverfahren. Während-

dem sich das Verfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern unter Berücksich-

tigung der Einsprache des Steueramtes F vom 24. Februar 2023 im Einspracheverfah-

ren befand. 

 

 Am 26. Mai 2023 unterbreitete das kantonale Steueramt der Pflichtigen einen 

Veranlagungsvorschlag betreffend die Direkte Bundessteuer 2021. Darin wurden 

Fr. 158'358.- als weiteres Einkommen aufgerechnet. In der Begründung wird auf den 

Vorschlag im Einspracheverfahren betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2021 

verwiesen.  

 

 Ebenfalls am 26. Mai 2023 eröffnete das kantonale Steueramt der Pflichtigen 

und dem Steueramt F einen Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren betreffend 

die Staats- und Gemeindesteuern 2021. Darin wurden vorschlagsweise Fr. 158'358.- als 

weiteres Einkommen aufgerechnet und das steuerbare Vermögen um Fr. 51'000.-  

(gerundet) erhöht. In seiner Begründung führte das kantonale Steueramt aus, dass es 

sich beim Beteiligungserwerb um eine Mitarbeiterbeteiligung im Sinn des Kreisschrei-

bens Nr. 37 der ESTV vom 30. Oktober 2020 (nachfolgend KS 37 der ESTV) handle, 

weshalb die Differenz von Fr. 158'358.- zwischen dem Formelwert und dem Kaufpreis 

als geldwerte Leistung der Einkommenssteuer unterliege. Bezüglich der angepassten 

Vermögenssteuer wurde auf das Detailblatt Korrekturen des Wertschriften- und Gutha-

benverzeichnis verwiesen. Demnach hatten die Partizipationsscheine einen Vermögens-

steuerwert von Fr. 21'000.- statt der im Einschätzungsentscheid berücksichtigten 

Fr. 2'100.-. Das Steueramt F unterzeichnete diesen Einschätzungsvorschlag im Ein-

spracheverfahren am 13. Juli 2023.  

 

  

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2 ST.2023.177 

 Am 23. Juli 2023 anerkannte die Pflichtige die ihr mit Veranlagungs- bzw. Ein-

schätzungsvorschlag unterbreiteten Steuerfaktoren. 

 

 Das kantonale Steueramt (Dienstabteilung Inkasso) versandte am 18. Juli 2023 

die Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung betreffend die direkte Bundessteuer 

2021. 

 

 Die entsprechende Schlussrechnung im Einspracheverfahren betreffend die 

Staats- und Gemeindesteuern des Steueramtes F datiert vom 9. August 2023. 

 

 

 C. Mit Schreiben vom 16. August 2023 beantragte die Pflichtige beim Steueramt 

F und dem kantonalen Steueramt, es sei auf die Aufrechnung des geldwerten Vorteils 

von Fr. 158'358.- zu verzichten. Sie vertrat zudem die Ansicht, dass der Beteiligungswert 

während der gesamten Laufzeit Fr. 180'000.- betrage. Das kantonale Steueramt leitete 

dieses Schreiben der Pflichtigen am 5. September 2023 an das Steuerrekursgericht wei-

ter (vgl. Begleitbrief). 

 

 Das Verfahren betreffend die Direkte Bundessteuer 2021 befindet sich, wie im 

Begleitbrief festgehalten, aufgrund der Opposition der Pflichtigen gegen die Veranla-

gungsverfügung und Schlussrechnung im Einspracheverfahren und ist folglich nicht Ge-

genstand des vorliegenden Rechtsmittels. 

 

 Demgegenüber wurde das Einspracheverfahren betreffend die Staats- und Ge-

meindesteuern 2021 mit der Schlussrechnung im Einspracheverfahren abgeschlossen. 

Das Steuerrekursgericht beurteilte das Schreiben der Pflichtigen als Rekurs dagegen 

und forderte dementsprechend das kantonale Steueramt auf, eine Rekursantwort und 

die Steuerakten einzureichen. 

 

 In seiner Rekursantwort vom 6. Oktober 2023 schloss das kantonale Steueramt 

auf Abweisung des Rechtmittels. Es vertritt zusammenfassend nach wie vor die Ansicht, 

dass gemäss dem KS 37 der ESTV die Differenz zwischen der Formelbewertung und 

dem bezahlten Kaufpreis als geldwerter Vorteil der Einkommenssteuer unterliege. Die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen. 

 

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2 ST.2023.177 

 Auf die Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

 

 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

 

 

 1. Gegenstand eines Rekurses sind Einspracheentscheide im Sinne von § 142 

des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG), mit welchen das Einspracheverfahren ab-

geschlossen wird (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuerge-

setz, 4. A., 2021, § 147 N 12 StG). Der Entscheid über eine vom Steuerpflichtigen im 

Laufe des Einspracheverfahrens unterschriftlich anerkannte Einschätzung wird ihm 

durch die Schlussrechnung angezeigt (§ 126 Abs. 4 StG). Stimmt der Steuerpflichtige 

folglich einem Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren zu, erhält er vom Ein-

spracheentscheid durch die Schlussrechnung Kenntnis. Ein mit der Schlussrechnung 

i.S.v. § 126 Abs. 4 StG mitgeteilter Entscheid entfaltet dabei die gleichen Wirkungen wie 

ein Einspracheentscheid i.S.v. § 142 Abs. 1 StG und ist diesem gleich zu setzen (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 126 N 19 und § 142 N 13 StG). Einzuhalten ist in jedem 

Fall die Rekursfrist von 30 Tagen nach Zustellung des Einspracheentscheids (§ 147 

Abs. 1 StG).  

 

 Die Pflichtige hat mit Schreiben vom 16. August 2023 fristgerecht Rekurs gegen 

die Schlussrechnung im Einspracheverfahren des Steueramtes F vom 9. August 2023 

erhoben. 

 

 

 2. a) Im Bereich der Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen gilt 

das Konzept der Reinvermögenszugangstheorie. Gemäss der Generalklausel von § 16 

Abs. 1 StG und des nicht abschliessenden Positivkatalogs (§§ 17-23 StG) unterliegen 

alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Kapitalgewinne 

aus der Veräusserung von Privatvermögen bleiben nach § 16 Abs. 3 StG vorbehalten 

(BGE 139 II 363 E. 2.1). Gemäss § 17 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus privatrechtli-

chen oder öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnissen steuerbar. Dies schliesst auch Ne-

beneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provisionen, Zulagen, Dienst-

alters- und Jubiläumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen oder geldwerte 

Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen ein. 

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2 ST.2023.177 

 Die Besteuerungsgrundsätze für Mitarbeiterbeteiligungen sind im Bundesge-

setz über die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 17. Dezember 2010 

(SR 642.115.325.1; vgl. auch § 17a ff. StG) verankert. Für die Staats- und Gemeinde-

steuern sind die Grundsätze für die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen im Merk-

blatt vom 30. September 2013 der Kantonalen Steuerverwaltung über die Besteuerung 

von Mitarbeiterbeteiligungen (ZStB Nr. 17a.1) konkretisiert. Dieses wiederum verweist 

auf das KS 37 der ESTV. 

 

 b) Der Einkommenssteuer unterliegt grundsätzlich die positive Differenz zwi-

schen dem Verkehrswert der Mitarbeiteraktien bzw. der -partizipationsscheine und deren 

Abgabepreis (§ 17b Abs. 1 StG; Ziff. 3.1 f., KS 37 der ESTV; Richner/Frei/Kauf- 

mann/Rohner, § 17 N 14 ff. [alle auch zum Folgenden]). Mitarbeiteraktien bzw. Partizi-

pationsscheine sind bei Abgabe, d.h. im Zeitpunkt des Rechtserwerbs zu besteuern. Bei 

börsenkotierten Mitarbeiteraktien bzw. Partizipationsscheinen gilt als Verkehrswert 

grundsätzlich der Börsenschlusskurs am Tage des Rechtserwerbs. Bei nicht an einer 

Börse kotierten Mitarbeiteraktien bzw. Partizipationsscheinen fehlt es in der Regel an 

einem Verkehrswert. Daher gilt als massgeblicher Wert grundsätzlich der nach einer für 

den entsprechenden Arbeitgeber tauglichen und anerkannten Methode ermittelte For-

melwert. Dabei kann die Berechnung des entsprechenden Werts im Zeitpunkt der Zutei-

lung den Regelungen gemäss Kreisschreiben der Schweizerischen Steuerkonferenz 

vom 28. August 2008 (nachfolgend KS 28 der SSK) folgen.  

 

 Entscheidend für die Besteuerung – insbesondere bei freiwilligen Leistungen 

des Arbeitgebers (wie vertraglich nicht vereinbarte Gratifikationen, Boni, Gewinnbeteili-

gungen, usw.) – ist immer, dass die Leistung ihren Rechtsgrund im Arbeitsverhältnis des 

Leistungsempfängers hat (VGr, 6. Juni 2012, SB.2011.00104 und SB.2011.00105). Nur 

wenn dieser Zusammenhang gegeben ist, kann die Differenz zwischen dem Verkehrs-

wert und deren Abgabepreis als Mitarbeiterbeteiligung besteuert werden (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Rohner, § 17 N 44 StG). 

 

 c) Erfolgt die Lieferung der Wertschriften nicht durch den formellen Arbeitgeber, 

sondern durch die beherrschende Muttergesellschaft handelt es sich ebenfalls um eine 

echte Mitarbeiterbeteiligung (§ 17a Abs. 1 StG). Somit gelten für die Bemessung des 

geldwerten Vorteils dieselben Bestimmungen. 

 

 

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 3. Strittig ist vorliegend, ob die Differenz von Fr. 158'358.- zwischen dem von 

der Pflichtigen für die 66 Namenaktien und 120 Partizipationsscheine der C AG bezahl-

ten Preis von Fr. 180'000.- und dem formelmässig berechneten Verkehrswert von 

Fr. 338'358.- als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit aufzurechnen ist. Un-

einig sind sich die Parteien auch über die Vermögenssteuerwerte dieser Wertpapiere.  

 

 a) Das kantonale Steueramt weist in der Rekursantwort darauf hin, dass der 

Beteiligungserwerb durch das Arbeitsverhältnis begründet sei, weshalb eine Mitarbeiter-

beteiligung im Sinn von § 17a ff. StG bzw. dem KS 37 der ESTV vorliege. Die Pflichtige 

habe ungeachtet einer entsprechenden Aufforderung im Einspracheverfahren weder  

einen Aktionärbindungsvertrag mit einer Formel zur Berechnung des Wertes noch eine 

detaillierte Kaufpreisberechnung eingereicht. Auch unter Berücksichtigung der verein-

barten Rückgabeverpflichtung seitens der Pflichtigen gelange die Formelbewertung ge-

mäss dem KS 28 der SSK zur Anwendung. Die Differenz zwischen dem Formelwert und 

dem bezahlten Kaufpreis unterliege daher der Einkommenssteuer.  

 

 b) Die Pflichtige vertritt in ihrer kurz gehaltenen Eingabe den Standpunkt, sie 

habe für die Namenaktien und die Partizipationsscheine insgesamt Fr. 180'000.- bezahlt 

und müsse diese bei einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu demselben Preis 

wieder an die Verkäuferin zurückverkaufen. Sie verweist auf Ziff. 5.1 und 5.2 des Kauf-

vertrages vom … 2021. Sie partizipiere somit nur an den Dividendenzahlungen, nicht 

aber an einer allfälligen Wertsteigerung der Beteiligungen. 

 

 c) aa) Vorab ist zu berücksichtigen, dass die Grundlage für die steuerliche Be-

urteilung eines Vorgangs die zivilrechtlichen Verhältnisse bilden, insbesondere die von 

den Parteien abgeschlossenen Verträge (BGr, 23. Dezember 2016, 2C_342/2016 und 

2C_343/2016, E. 3.2.1, mit Hinweisen). Bei der Auslegung eines zivilrechtlichen Ver-

trags ist es vorrangig wichtig, den tatsächlichen Willen der Parteien zu berücksichtigen. 

Dies wird auch als empirische oder subjektive Vertragsauslegung gemäss Art. 18 Abs. 1 

OR oder natürlicher Konsens bezeichnet. Gemäss dem Vertrauensprinzip ist der Vertrag 

objektiv auszulegen (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Hierbei ist es wichtig, den mutmasslichen Par-

teiwillen zu ermitteln, wie er von den jeweiligen Erklärungsempfängern nach Treu und 

Glauben verstanden werden durfte und musste (normative oder objektive Vertragsaus-

legung gemäss Art. 2 Abs. 1 ZGB; rechtlicher Konsens; vgl. BGE 144 III 93 E. 5.2.1 S. 97 

f.; BGE 144 V 84 E. 6.2.1 S. 89).  

 

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 Die von der Pflichtigen und der Verkäuferin abgeschlossenen Verträge sind 

nach dem Gesagten auszulegen. Massgebend ist der tatsächliche Wille der Parteien. 

Diese haben unmissverständlich in Ziff. 5.1 f. des Vertrages vom … 2021 festgehalten, 

dass die Pflichtige die Beteilungen an der C AG zeitgleich mit einer Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses zum Preis von Fr. 180'000.- an die Verkäuferin zurückverkaufen 

muss. Der Vertrag regelt sowohl den Kauf (Ziff. 1 bis 4) als auch eine Rückgabeverpflich-

tung. 

 

bb) Bei der Berechnung des geldwerten Vorteils sind grundsätzlich Verfügungs-

beschränkungen wie beispielsweise eine Sperrfrist oder eine Rückgabeverpflichtung zu 

berücksichtigen. Im Urteil 2C_1057/2018 vom 7. April 2020 ist das Bundesgericht in ei-

nem ähnlich gelagerten Fall zum Schluss gekommen, ein zwischen zwei Aktionären in 

einem Aktionärbindungsvertrag geregeltes Vorkaufsrecht zum Substanzwert müsse für 

die Festsetzung des steuerbaren Einkommens berücksichtigt werden. Es erwog, der 

Aktionärbindungsvertrag wirke sich im Ergebnis ähnlich wie eine Sperre von Mitarbeiter-

aktien aus, da der Beschwerdegegner die erworbenen Aktien nur mit Zustimmung des 

anderen Aktionärs veräussern könne und diesem die Aktien vorgängig zum Substanz-

wert anzubieten habe (BGr, 7. April 2020, 2C_1057/2018, E. 8.2). Auch das Verwal-

tungsgericht hielt in einem vergleichbaren Fall fest, dass ein Vorhandrecht zum Sub-

stanzwert einkommenssteuermindernd zu berücksichtigen sei (VGr, 11. März 2022, 

SB.2021.00119 + SB.2021.00120, E. 5.3.3). 

 

 cc) Der geldwerte Vorteil, welcher wie andere Nebenleistungen des Arbeitge-

bers der Einkommenssteuer unterliegt, setzt grundsätzlich eine positive Differenz vo-

raus. Diese ist bei börsenkotierten Aktien, die unterpreislich und ohne Sperrfrist an Mit-

arbeiter abgegeben werden, einfach zu berechnen. In der Praxis wird meistens eine 

Sperrfrist vereinbart. Häufig in Kombination mit weiteren Vereinbarungen zwischen Ar-

beitgeber und Arbeitnehmer. Das KS 37 der ESTV thematisiert im Detail, wie sich die 

verschiedenen Elemente auf die zu besteuernde positive Differenz auswirkt.  

 

 dd) Die Pflichtige erwarb insgesamt eine Beteiligung im Nennwert von 

Fr. 45'000.- (66 Namenaktien zum Nennwert à Fr. 500.- und 120 Partizipationsscheine 

zum Nennwert à Fr. 100.-). In Anbetracht des Gesamtnennwertes von Fr. 600'000.- er-

warb die Pflichtige eine Beteiligung von 7.5% an der C AG. Damit hat sie einerseits kei-

nen Einfluss auf die Dividendenpolitik der Gesellschaft und andererseits ist eine Minder-

heitsbeteiligung an einer nicht börsenkotierten kleinen oder mittleren Unternehmung 

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(KMU) nur schwer und allenfalls nur zu einem tiefen Preis verkäuflich, denn es existiert 

letztlich kein Markt für Minderheitsbeteiligungen an nicht börsenkotierten Unternehmun-

gen. 

 

 Im vorliegenden Fall waren sich die Vertragsparteien beim Abschluss des Kauf-

vertrages einig, dass die Pflichtige, die erworbene Beteiligung weder an Drittpersonen 

noch zu einem höheren Preis veräussern können soll. Die Absicht der Vertragsparteien 

ist eindeutig. Die Pflichtige soll – solange sie für die C AG tätig ist – dividendenberechtigt 

sein. Zur Erlangung dieses Rechts wurde ihr ein zinsloses Darlehen gewährt. Darüber 

hinaus soll es ihr aber verwehrt sein, mit dieser Beteiligung einen Kapitalgewinn zu er-

zielen. Wenn der spätere Verkaufspreis grundsätzlich dem Kaufpreis entspricht, ist je-

doch eine positive Differenz ausgeschlossen. Daher ist vorliegend die zentrale Grund-

voraussetzung für eine Besteuerung der Mitarbeiterbeteiligung nicht gegeben. Anders 

kann die Rückgabeverpflichtung nicht verstanden werden, kommt diese doch de facto 

einer unbeschränkten Sperrfrist gleich. 

 

 ee) Die Rückgabeverpflichtung zum Kaufpreis ist überdies restriktiver, als wenn 

die Parteien eine solche zum Substanzwert vereinbart hätten. Die Pflichtige soll vorlie-

gend nicht einmal an einem allenfalls höheren Substanzwert partizipieren. Entgegen der 

Vorinstanz ist die zwischen der Pflichtigen und der Verkäuferin vereinbarte Rückkaufs-

verpflichtung einkommensmindernd zu berücksichtigen.  

 

 ff) Der vorliegende Fall ist ebenso wenig vergleichbar mit einem Vertrag, der 

dem Mitarbeiter das Recht einräumt mit einer Put-Option die Beteiligung an die Verkäu-

ferin zu einem vorteilhaften Kurs zurückzuverkaufen, welche dadurch das Risiko fallen-

der Kurse trägt und die Gerichte folglich auf eine der Einkommenssteuer unterliegende 

Mitarbeiterbeteiligung schlossen (vgl. z.B. BGr, 23. Mai 2016, 2C_357/2014 / 

2C_358/2014 oder VGr, 21. August 2019, SB.2019.00001). 

 

 d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die zwischen der Pflichtigen und 

der Verkäuferin vereinbarte Rückkaufsverpflichtung einkommensmindernd zu berück-

sichtigen ist, weshalb von einer Aufrechnung der Differenz zum Verkehrswert als Ein-

kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit im Zeitpunkt des Erwerbs abzusehen ist. 

Der Rekurs ist diesbezüglich gutzuheissen. 

 

 

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 4. In ihrer Rekursschrift vertritt die Pflichtige ferner die Ansicht, dass der Wert 

ihrer Beteiligung während der ganzen Laufzeit Fr. 180'000.- betrage. Das kantonale 

Steueramt hält diesbezüglich den Formelwert gemäss KS 28 der SSK grundsätzlich für 

anwendbar. 

 

a) Vorab ist festzustellen, dass nach ständiger Rechtsprechung eine Veranla-

gung bei periodischen Steuern nur für die betreffende Steuerperiode in Rechtskraft er-

wächst (vgl. Urteil 2C_827/2021, 2C_850/2021 vom 28. September 2022 E. 5.4). Vorlie-

gend ist somit ausschliesslich die Steuerperiode 2021 zu beurteilen.  

 

b) Nach ständiger Praxis gilt das KS 28 der SSK als zuverlässige Methode zur 

Ermittlung des für die Vermögenssteuer massgebenden Verkehrswertes, da er die für 

die Preisbildung bei nicht kotierten Aktien im Allgemeinen massgebenden Überlegungen 

zum Ausdruck bringt. Privatrechtliche Vereinbarungen wie beispielsweise Aktionärbin-

dungsverträge, welche die Übertragbarkeit der Titel beeinträchtigen, sind für die Bewer-

tung unbeachtlich (KS 28 der SSK Ziff. 2 Abs. 4; VGr, 26. August 2020, SB.2020.00024). 

 

c) Vorliegend irritiert zweifellos, dass das kantonale Steueramt in Anwendung 

des KS 28 der SSK im Einschätzungsentscheid vom 24. Februar 2023 von einem Ver-

mögenssteuerwert von insgesamt Fr. 34'232.- (Fr. 2'100.- [Partizipationsscheine] und 

Fr. 32'132.- [Aktien]) festlegte und im Einschätzungsvorschlag im Einspracheverfahren 

vom 17. Februar 2021 bzw. in der Schlussrechnung im Einspracheverfahren vom 12. Ap-

ril 2021 von einem solchen von Fr. 85’264.- (Fr. 21’000.- [Partizipationsscheine] und 

Fr. 64’264.- [Aktien]) ausging. Im Einschätzungsverfahren ging das kantonale Steueramt 

vermutlich irrtümlicherweise von 12 Partizipationsscheinen und 33 Aktien aus, während 

dem im Einspracheverfahren die korrekte Zahl Partizipationsscheine (120 Stück) und 

Aktien (66 Stück) berücksichtigt wurden. Allerdings wurde der Begründungstext – wel-

cher wiederum die falsche Stückzahl erwähnt – nicht angepasst.  

 

Die Bewertung im Einspracheverfahren kann aufgrund der Bewertung des kan-

tonalen Steueramtes Aargau verifiziert werden. Dieses ging per 31. Dezember 2021 von 

einem Unternehmenssteuerwert von Fr. 1'668'765.- aus. Unter Berücksichtigung des 

Pauschalabzuges von 30% bei einer Minderheitsbeteiligung resultiert ein Unterneh-

menssteuerwert von Fr. 1'168'135.50, weshalb der Beteiligung der Pflichtigen von 7.5% 

ein Wert von Fr. 87'610.16 zukommt. Die Differenz gegenüber dem im Einsprachever-

fahren berücksichtigten Vermögenssteuerwert von Fr. 85'264.-, d.h. rund Fr. 2'300.- ist 

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vermutlich eine Rundungsdifferenz. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass im 

Einspracheverfahren die korrekten Werte eingesetzt wurden. 

 

d) Ob die Pflichtige tatsächlich einen konkreten Verböserungsantrag stellt oder 

ob sie lediglich die Ansicht vertritt, der Vermögenssteuerwert könne maximal 

Fr. 180'000.- betragen, bleibt unklar. Da keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass das 

kantonale Steueramt Aargau die ausgewiesenen Vermögenssteuerwerte falsch berech-

nete und das kantonale Steueramt Zürich im Einspracheverfahren die korrekten Stück-

zahlen verwendete, erweist sich der Vermögenssteuerwert der Beteiligung der Pflichti-

gen an der C AG als zutreffend. Daher ist der Rekurs diesbezüglich abzuweisen, soweit 

darauf überhaupt einzutreten ist. 

 

 

 5. Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem (beinahe vollständig un-

terliegenden) Rekursgegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung 

wurde von der Pflichtigen nicht beantragt (§ 152 StG i.V.m. § 17 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). 

 

 

 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

 

 

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für die Steuerperiode 

2021 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 141'900.- und einem steuerbaren 

Vermögen von Fr. 116'000.- eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 

StG; Grundtarif). 

 

[…]