# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31d26642-2dde-562c-955f-936a40fc04b9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2011 E-6213/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6213-2010_2011-11-11.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6213/2010

U r t e i l   v om   1 1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Walter Lang,
Richter Kurt Gysi,
Gerichtsschreiber Peter Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
dessen Ehefrau
B._______, geboren (…),
und (…)
C._______, geboren (…),
Mongolei,
(…),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung);
Verfügung des BFM vom 2. August 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit  mangels  Anfechtung  in  Rechtskraft  erwachsener  Verfügung  vom 
14. Dezember 2009 trat das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die 
Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  und  (…)  vom  1.  Oktober  2009 
nicht  ein  und  ordnete  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug an.

Zur  Begründung  führte  das  Bundesamt  an,  es  lägen  keine 
entschuldbaren  Gründe  für  das  Nichteinreichen  gültiger  Reise­  oder 
Identitätspapiere  vor.  Zudem  vermöchten  die  gesuchsbegründenden 
Vorbringen  einerseits  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  und 
anderseits  denjenigen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu  genügen. 
Zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder 
eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  seien  aufgrund  der  Aktenlage 
nicht  erforderlich.  Die Wegweisung  aus  der  Schweiz  sei  die Regelfolge 
des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  und  deren  Vollzug  vorliegend 
zulässig, zumutbar und möglich.

Für die detaillierte Begründung, die Aussagen der Beschwerdeführenden 
und  die  weitere  Prozessgeschichte  des  rechtskräftig  abgeschlossenen 
ordentlichen  Asylverfahrens  wird  auf  die  Akten  und,  soweit  für  den 
Entscheid wesentlich, auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.

B. 
Mit  Eingabe  vom  21.  Juni  2010  an  das  BFM  beantragten  die 
Beschwerdeführenden  in materieller Hinsicht die wiedererwägungsweise 
Aufhebung  der  Verfügung  vom  14.  Dezember  2009  und  unter 
Zuerkennung  ihrer  Flüchtlingseigenschaft  die  Gewährung  von  Asyl, 
eventualiter  unter  Feststellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzugs  die  Anordnung  der  vorläufigen Aufnahme.  In 
prozessualer  Hinsicht  beantragten  sie,  die  Vollzugsbehörden  seien  im 
Rahmen  vorsorglicher  Massnahmen  anzuweisen,  von 
Vollzugsmassnahmen abzusehen.

Zur  Begründung  ihres  Wiedererwägungsgesuchs  machten  die 
Beschwerdeführenden  geltend,  mit  den  gleichzeitig  eingereichten 
Dokumenten (…) werde im Asyl­ und Vollzugspunkt eine gegenüber dem 
ordentlichen Verfahren erheblich veränderte Sach­ respektive Beweislage 
dargetan und es  lägen neue erhebliche Tatsachen und Beweismittel  im 

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Sinne  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vor,  auf  deren  materielle 
Würdigung  gestützt  auf  Art.  29  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ein 
Anspruch bestehe.

Sie  hätten  die  eingereichten  Geburtsurkunden  (Duplikate)  von 
Verwandten  der  Beschwerdeführerin  erhalten,  denen  es  gelungen  sei, 
diese dank Beziehungen bei den mongolischen Behörden zu beschaffen. 
Es sei      ihnen nicht möglich, ihre Identität mit anderen Identitätspapieren 
wie  beispielsweise  Reisepässen  offenzulegen,  weil  deren  Ausstellung 
ihre  Anwesenheit  in  der  Mongolei  voraussetze.  Somit  sei  der 
Nichteintretensgrund der Papierlosigkeit nicht mehr gegeben, weil sie aus 
entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  gewesen  seien,  andere 
Identitätspapiere einzureichen.

Mit  den  zu  den  Akten  gereichten  weiteren  Beweismitteln  seien  die  im 
ordentlichen Asylverfahren vorgebrachten Asylgründe nunmehr glaubhaft 
gemacht.  Das  Gerichtsurteil  vom  (…)  bestätige  den  vom 
Beschwerdeführer  anlässlich  der Anhörung geschilderten Vorfall.  Es  sei 
nach  der  im  Jahre  (…)  erfolgten  tätlichen Auseinandersetzung  zu  einer 
Gerichtsverhandlung gekommen, anlässlich derer der Beschwerdeführer 
und  sein  Kontrahent  zu  Freiheitsstrafen  von  je  (…)  Jahren  bedingt 
verurteilt  worden  seien.  Dies  gehe  auch  aus  dem  eingereichten 
Schreiben  des  (…)  hervor.  Für  die  Richtigkeit  des  von  den 
Beschwerdeführenden  geltend  gemachten  Sachverhaltes  spreche  des 
Weiteren  auch  der  neu  zu  den  Akten  gereichte  Spitalbericht.  Die  zur 
Begründung  der  Asylgesuche  geltend  gemachten  Aussagen  stimmten 
weitgehend mit dem Inhalt der eingereichten Dokumente überein.

Vor  diesem  Hintergrund  und  angesichts  der  Tatsache,  dass  die 
Beschwerdeführenden  ihre  Vorbringen  bei  den  Anhörungen  äusserst 
detailliert, kohärent und realitätsnah geschildert hätten, könne nicht mehr 
ohne Weiteres  von  der  Unglaubhaftigkeit  ihrer  Aussagen  ausgegangen 
werden. Die Asylgründe  seien  über  zwanzig  respektive  fünfzehn Seiten 
übereinstimmend  vorgetragen  worden.  Der  Vorhalt  des  BFM  in  der 
Verfügung  vom  14.  Dezember  2009,  der  Beschwerdeführer  habe  kein 
Gerichtsdokument  eingereicht,  sei  nun  hinfällig  geworden.  In  Tat  und 
Wahrheit  handle  es  sich  bei  den  aufgezeigten  angeblichen 
Widersprüchen  um  keine  wesentlichen  Ungereimtheiten  respektive  um 
eine ungenaue Sachverhaltsfeststellung seitens des Bundesamtes. Dem 
Vorhalt,  der  Beschwerdeführer  habe  widersprüchliche  Aussagen  zum 

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Beizug  eines  Anwaltes  bei  der  Gerichtsverhandlung  gemacht,  sei 
entgegenzuhalten,  dass  dieser  sowohl  bei  der  Kurzbefragung  als  auch 
anlässlich  der  Anhörung  ausgesagt  habe,  er  hätte  spätestens  bei  der 
Gerichtsverhandlung  einen  Anwalt  bekommen  (Kurzbefragung) 
respektive  falls es zu einer Gerichtsverhandlung gekommen wäre, hätte 
er  sowieso  einen  kostenlosen  Anwalt  bekommen  (Anhörung).  Diese 
Aussagen  zeigten,  dass  der  Vorhalt  unbegründet  sei.  Des  Weiteren 
erweise sich auch das Argument,  die Aussage der Beschwerdeführerin, 
wonach sie keinen Anwalt  für  ihren Ehemann beigezogen habe, weil sie 
nicht  mit  einer  so  langen  Haftdauer  gerechnet  habe,  sei  nicht 
nachvollziehbar,  angesichts  der  unrechtmässigen  Inhaftierung  und  des 
Umstandes, dass diese versucht habe, von einem Staatsanwalt Hilfe zu 
erhalten, als wenig stichhaltig.

Schliesslich  falle  bei  einer  genaueren  Betrachtung  der  Protokolle  auf, 
dass  die  Beschwerdeführenden  auch  hinsichtlich  des  Aufenthalts  des 
Polizisten  während  ihrer  Flucht  übereinstimmende  Aussagen  gemacht 
hätten. So habe die Beschwerdeführerin auf entsprechenden Vorhalt hin 
ausgesagt,  der  Polizist  habe  sich  zum  Zeitpunkt,  als  sie  auf  das  Dach     
ihres  Hauses  gestiegen  sei,  im  mittleren  Zimmer  aufgehalten,  als  der 
Beschwerdeführer  ihr auf das Dach gefolgt sei, habe er  ihr erzählt, dass 
er den Polizisten im Badezimmer eingeschlossen habe.

C. 
Mit Verfügung vom 2. August 2010 – eröffnet am 5. August 2010 – wies 
das  BFM  das Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführenden  vom 
21.  Juni  2010  ab,  stellte  fest,  die  Verfügung  vom  14.  Dezember  2010 
(recte: 14. Dezember 2009) sei rechtskräftig und vollstreckbar, erhob eine 
Gebühr von Fr. 600.­ und hielt  fest, einer allfälligen Beschwerde komme 
keine aufschiebende Wirkung zu.

Zur  Begründung  wurde  ausgeführt,  das  zusammen  mit  dem 
Wiedererwägungsgesuch eingereichte Gerichtsurteil  vom  (…) stelle kein 
neues  Beweismittel  im  wiedererwägungsrechtlichen  Sinne  dar,  weil  die 
Beschwerdeführenden  dieses  ihnen  schon  damals  bekannt  gewesene 
Dokument bereits im ordentlichen Asylverfahren erwähnt hätten. Es diene 
bloss  der  Würdigung  und  nicht  der  Ermittlung  des  Tatbestandes.  Das 
Bundesamt  habe  in  seiner  ursprünglichen  Verfügung  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit  des  dem  Urteil  zugrunde  liegenden  Vorfalls  geäussert. 
Selbst  wenn  nun  aufgrund  der  eingereichten  Dokumente  davon 
auszugehen wäre, die Verurteilung habe  tatsächlich stattgefunden – die 

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Echtheit  sei  aufgrund  der  Form  (Faxkopie)  und  mangels 
Übereinstimmung  der  Urteilsnummer  mit  der  im  polizeilichen 
Bestätigungsschreiben aufgeführten Nummer nach wie vor zweifelhaft –, 
würde  dies  zu  keiner  anderen  Beurteilung  in  Bezug  auf  die 
Glaubhaftigkeit  der  übrigen  Vorbringen,  insbesondere  der 
fluchtauslösenden Ereignisse, führen.

Des Weiteren sei hinsichtlich der Entgegnungen zu den in der Verfügung 
vom 14. Dezember 2009 aufgezeigten Widersprüchen  in den Aussagen 
der  Beschwerdeführenden  festzuhalten,  dass  Verwaltungsentscheide 
nicht  immer  wieder  durch  Wiedererwägungsgesuche  in  Frage  gestellt 
werden könnten. Das Institut des Wiedererwägungsgesuches dürfe nicht 
als  Ersatz  für  nicht  rechtzeitig  eingereichte  Rechtsmittel  respektive  zur 
Umgehung von Beschwerdefristen dienen.

Darüber  hinaus  stellten  die  eingereichten  Geburtsurkunden  keine 
rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  dar.  Zudem  falle  auf,  dass  eine  der 
Urkunden  auf  den  Namen  (…)  ausgestellt,  die  Beschwerdeführerin 
hingegen vor den Schweizer Behörden als (…) aufgetreten sei.

Zusammenfassend  sei  somit  festzuhalten,  dass  keine Gründe  vorlägen, 
welche  die  Rechtskraft  der  Verfügung  vom  14.  Dezember  2009  zu 
beseitigen vermöchten.

Gestützt  auf  Art.  17b  Abs.  4  AsylG  sei  bei  diesem  Ausgang  des 
Verfahrens eine Gebühr  von Fr.  600.­  zu erheben. Da gemäss Art.  112 
AsylG  die  Einreichung  ausserordentlicher  Rechtsmittel  und 
Rechtsbehelfe  den  Vollzug  nicht  hemme,  komme  einer  allfälligen 
Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu.

D. 
Am  31.  August  2010  (Poststempel)  reichten  die  Beschwerdeführenden 
eine  den  gesetzlichen  Anforderungen  nicht  entsprechende  Beschwerde 
ein.

Mit  per  Telefax  übermittelter  Verfügung  vom  3.  September  2010  setzte 
der Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung gestützt auf Art. 112 
AsylG per sofort aus.

E. 
Mit  Zwischenverfügungen  vom  6.  September  und  –  zufolge  erfolglosen 
Zustellversuchs  –  vom  17.  September  2010  forderte  der 

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Instruktionsrichter  die  Beschwerdeführenden  unter  der  Androhung  des 
Nichteintretens  auf  die  Beschwerde  im  Unterlassungsfall  auf,  innert  7 
Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  eine  Beschwerdeverbesserung 
(Rechtsbegehren, Begründung und Unterschrift) einzureichen.

F. 
Am 28. September 2010  reichten die Beschwerdeführenden  fristgerecht 
eine Beschwerdeverbesserung ein. In materieller Hinsicht beantragten sie 
sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 2. August 2010 und unter 
wiedererwägungsweiser  Aufhebung  der  Verfügung  vom  14.  Dezember 
2009  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung 
von Asyl, eventualiter zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In  prozessualer  Hinsicht 
beantragten  sie  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

Zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  reichten  sie  zwei  fremdsprachige 
Dokumente  (gemäss  Ausführungen  in  der  Beschwerdeverbesserung 
handle  es  sich  dabei  um  […])  samt Zustellcouvert  aus  der Mongolei  zu 
den Akten.

Auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren  und  die  eingereichten 
Dokumente  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

G. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  Dezember  2010  bestätigte  der 
Instruktionsrichter  den  mit  Verfügung  vom  3.  September  2010 
angeordneten  Erlass  einer  vorsorglichen  Massnahme  (Aussetzen  des 
Wegweisungsvollzugs),  teilte  den Beschwerdeführenden mit,  sie  dürften 
den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  verzichtete  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses und verlegte den Entscheid über 
den  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen 
späteren Zeitpunkt. Gleichzeitig lud er die Vorinstanz ein, sich innert Frist 
zur Beschwerde vernehmen zu lassen.

H. 
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 3. Februar 2011, 
die den Beschwerdeführenden am 8. Februar 2011 zur Kenntnis gebracht 
wurde, die Abweisung der Beschwerde.

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Am  8.  November  2011  wurden  die  vom  Instruktionsrichter  in  Auftrag 
gegebenen  amtlichen  Übersetzungen  der  mit  Beschwerdeverbesserung 
vom  28.  September  2010  eingereichten  zwei  fremdsprachigen 
Dokumente  zu  den  Akten  genommen.  Auf  deren  Inhalt  wird,  soweit  für 
den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1.    Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört  zu  den Behörden  nach Art. 33 VGG und  ist 
daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG  liegt nicht 
vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt  (Art. 37 VGG; Art. 105 
und Art. 6 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3. 
Die  Wiedererwägung  im  Verwaltungsverfahren  ist  ein  gesetzlich  nicht 
geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende 
Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender 
Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art.  29 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein 
verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 
127  I  133  E.  6,  mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  ist  auf  ein 
Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit 
dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in 
wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche 
(fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen  der 
Sachlage anzupassen ist. Eine Wiedererwägung fällt hingegen dann nicht 
in  Betracht,  wenn  lediglich  eine  neue  Würdigung  der  beim  früheren 
Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  oder 
Gründe  angeführt  werden,  die  bereits  in  einem  ordentlichen 
Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere  Verfügung  hätten  geltend 
gemacht  werden  können  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
[vormaligen]  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2003 Nr. 
17 E. 2b S. 104). Sodann können auch Revisionsgründe einen Anspruch 
auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  in  materielle 
Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die  entweder 
unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem 
formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als 
qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist 
grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens  zu  behandeln 
(vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f., mit weiteren Hinweisen).

4. 
4.1. Vorliegend  ist  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  zum Schluss 
gelangt  ist,  die  zur  Begründung  des  Wiedererwägungsgesuchs 
angeführten  Vorbringen  und  Beweismittel  seien  nicht  geeignet,  die 
Verfügung  vom  14. Dezember  2009  fehlerhaft  erscheinen  zu  lassen. 
Festzuhalten  ist  dabei,  dass  mit  den  zur  Begründung  des 
Wiedererwägungsgesuchs  eingereichten  Beweismitteln,  die  laut 
Ausführungen der Beschwerdeführenden im ordentlichen Verfahren noch 
nicht  hätten  beigebracht  werden  können,  Revisionsgründe  geltend 
gemacht werden.

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4.2. 
4.2.1. Vorab ist hinsichtlich der Entgegnungen zu den von der Vorinstanz 
in  der  Verfügung  vom  14.  Dezember  2009  aufgezeigten 
Unglaubhaftigkeitselementen festzuhalten, dass diese offensichtlich nicht 
geeignet  sind,  Wiedererwägungsgründe  darzutun,  weil  damit  lediglich 
versucht wird, eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits 
bekannten Tatsachen herbeizuführen respektive damit Gründe angeführt 
werden,  die  bereits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen 
die frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können.

4.2.2. 
4.2.2.1 Des Weiteren sind die nachgereichten Beweismittel als verspätet 
eingereicht  zu  betrachten,  da  aufgrund  der  Akten  entgegen  den 
diesbezüglichen  Ausführungen  im  Wiedererwägungsverfahren  davon 
auszugehen  ist,  dass  diese  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  hätten 
beigebracht werden können. Nicht zu überzeugen vermag  insbesondere 
der  Hinweis  im  Wiedererwägungsgesuch,  Verwandte  der 
Beschwerdeführerin  seien  nun  in  der  Lage  gewesen,  Duplikate  der 
Geburtsurkunden  der  Beschwerdeführenden  bei  den  mongolischen 
Behörden  ausstellen  zu  lassen,  zumal  damit  in  keiner  Weise  dargetan 
wird, weshalb diese Dokumente nicht bereits viel früher beschafft wurden. 
Gleich verhält es sich mit den weiteren im Wiedererwägungsverfahren zu 
den Akten gereichten Schrift­stücken  (…). Eine substanziierte Erklärung 
dafür, weshalb diese Schriftstücke erst nach Abschluss des ordentlichen 
Verfahrens  eingereicht  worden  sind,  kann  weder  dem 
Wiedererwägungsgesuch  noch  den  Vorbringen  auf  Beschwerdeebene 
entnommen werden.

4.2.2.2  Unbesehen  davon  sind  die  eingereichten  Beweismittel  auch  in 
materieller Hinsicht nicht geeignet, Wiedererwägungsgründe darzutun.

Wie bereits das BFM in seiner Verfügung vom 2. August 2010 zutreffend 
ausgeführt  hat,  stellen  die  eingereichten  Geburtsurkunden  keine 
rechtsgenüglichen Identitätspapiere dar. Dem Beschwerdeführer wäre es 
aufgrund  seiner  Aussagen  im  ordentlichen  Asylverfahren,  er  habe  im 
März  2008  eine  neue  Identitätskarte  als  Ersatz  für  seinen  verloren 
gegangenen alten Ausweis  beantragt  (BFM A1/15 S.  5)  respektive  sein 
mongolischer Reisepass sei möglicherweise noch in der Mietwohnung in 
der  Mongolei  (A1/15  S.  4),  ohne  weiteres  möglich  gewesen,  gültige 
Identitätspapiere  zu  besorgen  oder  wenigstens  seine  erfolglos 
gebliebenen  Bemühungen  für  deren  Beschaffung  offenzulegen.  Zudem 

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hat  die Vorinstanz  in  der Verfügung  vom 14. Dezember  2009  zu Recht 
ausgeführt, das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Tasche mit den 
Identitätspapieren sei ihnen in Genf abhanden gekommen, weil sie diese 
einer Mongolin  übergeben hätten,  die  danach  verschwunden  sei  (A2/15 
S. 5), sei unglaubhaft.

Hinzu  kommt,  dass  die  Beschwerdeführenden  auch  mit  den  anderen 
Dokumenten  (…)  keine  Wiedererwägungsgründe  darzutun  vermögen, 
zumal  diese  nicht  geeignet  sind,  die  fluchtauslösenden  Ereignisse 
(angebliche  Inhaftierung  des  Beschwerdeführers  im  (…)  wegen  des 
Verdachts  der  Unruhestiftung  und  Flucht  im  (…)  bei  einem  Hafturlaub 
anlässlich  des  […])  glaubhafter  erscheinen  zu  lassen.  Nicht 
nachvollziehbar erscheint in diesem Zusammenhang insbesondere auch, 
dass das (…) am (…) lediglich eine Bestätigung der Verurteilung vom (…) 
ausgestellt  haben  soll,  obwohl  der  Beschwerdeführer  geltend  gemacht 
hat,  er  werde  seit  seiner  angeblichen  Flucht  im  (…)  von  den 
mongolischen  Behörden  gesucht.  Ausserdem  hat  das  BFM  in  seiner 
Verfügung  vom  14. Dezember  2009  zutreffend  festgehalten,  der  Vorfall 
von  (…)  (tätliche  Auseinandersetzung)  sei  untersucht,  abgeklärt  und 
gerichtlich  beurteilt  worden.  Es  sei  davon  auszugehen,  dass  das 
Verfahren  unter  Einhaltung  der  gesetzlichen  Vorgaben  durchgeführt 
worden sei. Den Beschwerdeführenden  ist  es  jedenfalls nicht gelungen, 
ihre  nicht  weiter  substanziierte  Behauptung,  das  Gerichtsverfahren  sei 
nicht  fair  abgelaufen,  zu  belegen  respektive  glaubhaft  zu  machen.  An 
dieser  Beurteilung  vermögen  weder  die  Spitalbestätigung  vom  (…) 
betreffend die Behandlung des Beschwerdeführers vom (…) bis (…) noch 
die  zwei  weiteren,  zusammen  mit  der  Beschwerdeverbesserung 
eingereichten Dokumente zum (…) und zum (…) etwas zu ändern.

4.3.  Des  Weiteren  vermögen  die  Beschwerdeführenden  mit  ihrem 
Vorbringen  in  der  Beschwerdeverbesserung  vom  28.  September  2010, 
der Beschwerdeführer müsse sich wegen seiner (…) in der Schweiz einer 
Operation unterziehen, um nicht weiter (…), es sei deshalb die vorläufige 
Aufnahme  anzuordnen,  keine  wiedererwägungsrechtlich  relevante 
nachträgliche  Veränderung  der  Sachlage  darzutun.  Angesichts  der 
Tatsache,  dass  es  der  Beschwerdeführer  in  der  Folge  unterlassen  hat, 
diesbezügliche  ärztliche  Berichte  einzureichen,  ist  in  freier  richterlicher 
Beweiswürdigung  (Art.  40 des Bundesgesetzes  vom 4. Dezember  1957 
über den Zivilprozess [BZP, SR 273]  i.V.m. Art. 19 VwVG) zu vermuten, 
dass  dieser  zum  Zeitpunkt  der  Urteilsfällung  an  keinen  nennenswerten 
gesundheitlichen  Problemen  leidet.  Sollte  dies  nicht  der  Fall  sein,  wäre 

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diesem  Umstand  im  Rahmen  des  Wegweisungsvollzugs  Rechnung  zu 
tragen.

4.4.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  sich  eine 
Auseinandersetzung  mit  den  weiteren  Ausführungen  auf 
Beschwerdeebene,  weil  diese  nicht  geeignet  sind,  eine  andere 
Beurteilung  herbeizuführen.  Zusammenfassend  ist  somit  festzustellen, 
dass es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, Gründe darzutun, 
welche  ein  Rückkommen  auf  die  in  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung 
vom  14.  Dezember  2009  zu  rechtfertigen  vermöchten.  Das  BFM  hat 
folglich das Wiedererwägungsgesuch zu Recht abgewiesen.

5. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Da  die 
Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden Erwägungen  nicht  aussichtslos 
erschien und sich die prozessuale Bedürftigkeit aus den Akten ergibt,  ist 
der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 
1  VwVG)  gutzuheissen  und  sind  die  Beschwerdeführenden  von  der 
Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Die Beschwerdeführenden werden von der Bezahlung der 
Verfahrenskosten befreit.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und (…).

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Peter Jaggi

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