# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bc598c7-2f99-5853-a844-24c4c13ac914
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 10.05.2022 460 2021 115 (460 21 115)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2021-115_2022-05-10.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

10. Mai 2022 (460 21 115) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Brandstiftung 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin 

Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

A.____,  

Privatklägerin 

  

 

gegen 

 

 

 B.____,  

vertreten durch Advokat Patrick Frey,  

Lindenhofstrasse 32, Postfach 2110, 4002 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Brandstiftung etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts  

Basel-Landschaft vom 28. Januar 2021 

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A. Mit Urteil vom 28. Januar 2021 erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft C.____ der 

Brandstiftung sowie der Sachbeschädigung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingt vollzieh-

baren Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unter Anrechnung der am 26. März 2019 ausgestandenen 

vorläufigen Festnahme von einem Tag, bei einer Probezeit von 4 Jahren (Ziffer I.1 des vor-

instanzlichen Urteilsdispositivs). Ausserdem erklärten die Vorderrichter die gegen C.____ am 

15. Juni 2016 vom Untersuchungsamt Gossau bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 80 Ta-

gessätzen zu je Fr. 30.-- sowie die am 9. Mai 2017 vom Strafgericht Basel-Stadt bedingt ausge-

sprochene Freiheitsstrafe von 10 Monaten für nicht vollziehbar (Ziffer I.2 und I.3 des vorinstanz-

lichen Urteilsdispositivs). Sodann sah die Vorinstanz von der Anordnung einer Landesverweisung 

gegen C.____ ab (Ziffer I.4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).  

 

Im Weiteren erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft mit nämlichem Urteil B.____ der Brand-

stiftung, der Sachbeschädigung sowie des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung schuldig und 

verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 13 Monaten, unter Anrechnung 

der am 26. März 2019 ausgestandenen vorläufigen Festnahme von einem Tag, bei einer Probe-

zeit von drei Jahren, sowie zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- resp. einer 

Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen (Ziffer II.1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Ferner wur-

den die gegen B.____ am 10. Dezember 2015 von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (recte: 

Basel-Landschaft) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je  

Fr. 30.-- sowie die am 1. November 2016 von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (recte: Basel-

Landschaft) bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 30.-- für nicht voll-

ziehbar erklärt (Ziffer II.2 und II.3 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).  

 

Sodann sprach die Vorinstanz D.____ von der Anklage der Brandstiftung sowie der mehrfachen 

Sachbeschädigung frei (Ziffer III.1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).  

 

Hinsichtlich der Zivilforderungen, der Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie 

der jeweiligen Parteientschädigungen kann auf die Ziffern I.5, I.6, II.4, II.5, III.2, III.3 sowie IV. des 

vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen werden.  

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids wird, soweit erforderlich, im Rahmen der 

Erwägungen des vorliegenden Urteils eingegangen.  

 

B. Gegen das obgenannte Urteil meldete B.____, vertreten durch Advokat Patrick Frey, mit 

Eingabe vom 9. Februar 2021 Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 21. Mai 2021 be-

gehrte der Beschuldigte, er sei in teilweiser Aufhebung des angefochtenen Urteils der Sachbe-

schädigung sowie des Fahrens ohne Berechtigung schuldig zu erklären und zu einer bedingt 

vollziehbaren Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je Fr. 20.-- zu verurteilen. Ferner sei die ihm 

gegenüber geltend gemachte Zivilforderung des A.____ abzuweisen und es sei ihm die amtliche 

Verteidigung für das Rechtsmittelverfahren zu bewilligen, unter o/e-Kostenfolge sowohl für das 

erst- wie auch das zweitinstanzliche Verfahren.  

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C. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft teilte mit Eingabe vom 31. Mai 2021 mit, dass 

sie weder einen Antrag auf Nichteintreten stelle noch die Anschlussberufung erkläre.  

 

D. Der verfahrensleitende Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Ba-

sel-Landschaft stellte mit Verfügung vom 18. Juni 2021 fest, dass die Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft und die Privatklägerin weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben haben. 

Überdies bewilligte er dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Patrick Frey für 

das Rechtsmittelverfahren.  

 

E. Mit Berufungsbegründung vom 27. August 2021 wiederholte der Beschuldigte seine mit 

Berufungserklärung vom 21. Mai 2021 gestellten Rechtsbegehren.  

 

F. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft beantragte mit Berufungsantwort vom 

30. September 2021 die Abweisung der Berufung des Beschuldigten.  

 

G. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2021 stellte der verfahrensleitende Präsident der Abtei-

lung Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft fest, dass die Privatklägerin auf die Einrei-

chung einer Berufungsantwort verzichtet hat.  

 

H. Der Beschuldigte legte mit Eingabe vom 26. Januar 2022 seinen Lehrvertrag vom 

15. Juni 2021 bzw. 7. Juli 2021 sowie sein Schulzeugnis vom 10. Januar 2022 ins Recht.  

 

I. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erscheinen der Beschuldigte 

B.____ mit seinem Verteidiger, Advokat Patrick Frey, sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft. Die Parteien wiederholen ihre Anträge gemäss den eingereichten Rechts-

schriften. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wo-

bei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann 

(Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die 

Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder 

mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des 

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begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 382 Abs. 1 

StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung 

eines Entscheides hat, ein Rechtsmittel ergreifen. 

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 28. Januar 2021 an-

gefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 9. Februar 2021 

(Berufungsanmeldung) respektive vom 21. Mai 2021 (Berufungserklärung) hat der Beschuldigte 

die Rechtsmittelfrist gewahrt und ist seiner Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit 

der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurtei-

lung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 

lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

Die Berufung des Beschuldigten erfüllt somit sämtliche Formalien, weshalb auf diese einzutreten 

ist. 

 

 

II. Materielles 

1. Allgemeines 

1.1 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Gegen das Urteil des Straf-

gerichts Basel-Landschaft vom 28. Januar 2021 hat einzig der Beschuldigte ein Rechtsmittel er-

griffen. Konkret richtet sich die Berufung gegen den Schuldspruch wegen Brandstiftung, die Straf-

zumessung, die Verlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten sowie den Entscheid über die 

Entschädigungsforderung des A.____. Demnach bilden im vorliegenden Berufungsverfahren die 

vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. 

 

1.2 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des 

Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stich-

haltigkeit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 

2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfas-

sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) veranker-

ten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der 

wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt 

die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten un-

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günstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel beste-

hen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn 

der Strafrichter an der Schuld des Angeklagten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte 

und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Ge-

wissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen 

(BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn 

das Gericht über jeden vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeits-

voraussetzungen in tatsächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

reicht hierfür nicht. Vielmehr ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach 

hat ein Freispruch zu ergehen, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und 

Täterschaft nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (ESTHER 

TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 83 und Fn 268 zu N 83; 

BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018, E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Be-

reich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; 

BGE 129 IV 6, E. 6.1). 

 

1.3 Im Rahmen der Beweiswürdigung sind Aussagen auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. 

Lügensignale hin zu analysieren. Aussagen sind gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen Real-

kennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Individuali-

tät, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Widerspruchsfrei-

heit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) unterschieden 

wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person mit hoher Wahr-

scheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes Realitätskrite-

rium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau aller Indikatoren 

kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der Aussage haben, wo-

bei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter und ausgeprägter 

vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lügen – Eine Darstellung 

der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 6/2012, S. 369 f.; 

ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 162 N 15). 

 

 

2. Ausgangslage und Standpunkte der Parteien 

2.1 Mit Urteil vom 28. Januar 2021 erwägt das Strafgericht Basel-Landschaft, dass sich der 

Beschuldigte der Brandstiftung sowie der Sachbeschädigung schuldig gemacht habe, indem er 

zusammen mit C.____ am 12. September 2017 beim E.____ an der F.____ in Muttenz Abfallbe-

hälter bzw. deren Inhalt angezündet habe. Dabei habe das im Abfallbehälter aus Plastik in der 

Nähe des Liftbereichs des E.____ entfachte Feuer eine derartige Dimension erreicht, dass der 

Brand von den Beschuldigten nicht mehr habe bezwungen werden können. Dessen ungeachtet 

hätten sich die Beschuldigten in der Folge vom Brand entfernt, wobei sie währenddessen auf 

dem Areal der G.____ weitere Abfallbehälter bzw. deren Inhalt angezündet hätten. Dadurch sei 

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beim E.____ ein Sachschaden in der Höhe von rund Fr. 215'600.-- und bei der G.____ ein Sach-

schaden in der Höhe von Fr. 2'106.--, jeweils zum Nachteil des A.____, entstanden.  

 

2.2 Mit Berufungsbegründung vom 27. August 2021 führt der Beschuldigte aus, dass die 

Gegebenheit, wonach er "gezünselt" und dadurch freistehende Abfallbehälter in Brand gesetzt 

habe, nicht bestritten werde. Allerdings hätten diese Brände problemlos gelöscht werden können, 

weshalb diese keine Brandstiftung im rechtlichen Sinne darstellen würden, sondern lediglich als 

Sachbeschädigung zu qualifizieren seien. Die Verurteilung wegen Sachbeschädigung werde 

dementsprechend nicht bestritten. Demgegenüber habe hinsichtlich der Anklage wegen Brand-

stiftung ein Freispruch zu ergehen, zumal nicht erstellt sei, ob der Beschuldigte oder C.____ den 

massgeblichen Brand verursacht hätten. Namentlich hätten die beiden Beteiligten aus eigenem 

Antrieb begonnen, mit dem Feuer zu spielen, ohne sich diesbezüglich abzusprechen. Mithin habe 

ein jeder für sich selbst gehandelt. Ausserdem habe der Beschuldigte ausgeführt, dass er ledig-

lich Metallabfallbehälter angezündet habe. Demgegenüber habe C.____ den Abfallbehälter aus 

Plastik angezündet, zumal dieser − im Gegensatz zum Beschuldigten − nicht auf die Beschaffen-

heit der Abfallbehälter geachtet habe. Mit diesem Umstand habe der Beschuldigte nicht rechnen 

müssen. Es fehle somit in Bezug auf die Brandstiftung an einem gemeinsamen Tatentschluss 

sowie einer gemeinsamen Tatbegehung.  

 

Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung bringt der Beschuldigte ergänzend vor, er 

habe gezielt nur die Metallabfallbehälter angezündet, zumal ihm bewusst gewesen sei, dass das 

Anzünden des Plastikcontainers mit grösseren Gefahren einhergehe. Da auch C.____ das Ge-

lände genau gekannt habe, habe der Beschuldigte davon ausgehen können, dass sich auch die-

ser der Gefahren, welche vom Anzünden des Plastikcontainers ausgehen, bewusst gewesen sei. 

Im Übrigen würde, sofern man überhaupt eine Mittäterschaft annehme, ein Mittäterexzess vorlie-

gen. Ein solcher könne ihm nur angerechnet werden, falls ein entsprechender Vorsatz nachge-

wiesen werden könne. Da der Beschuldigte eine Feuersbrunst nicht einmal in Kauf genommen 

habe, fehle es an einem entsprechenden Vorsatz.  

 

2.3 Demgegenüber macht die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft mit Berufungsantwort 

vom 30. September 2021 geltend, dass sich sowohl der Beschuldigte als auch C.____ in ihrer 

Freizeit regelmässig auf dem Areal aufgehalten hätten, weshalb sie um die potentiellen Gefahren, 

namentlich den Plastikcontainer vor dem Lift, gewusst hätten. Ferner sei aus dem einheitlichen 

Vorgehen von C.____ und dem Beschuldigten zu schliessen, dass sich diese konkludent dazu 

entschieden hätten, auf dem besagten Areal gemeinsam Abfallbehälter anzuzünden. Selbst im 

Zeitpunkt, als der Plastikcontainer beim Lift gebrannt habe, habe niemand Anstalten getroffen, 

um etwas gegen das lodernde Feuer vorzukehren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei ihnen die 

Gefährlichkeit und die Unberechenbarkeit ihres Unterfangens bewusst geworden. Angesichts die-

ser Umstände sei offensichtlich, dass sie sich bei ihrem Handeln gegenseitig unterstützt hätten.  

 

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Vor den Schranken des Kantonsgerichts legt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ergänzend 

dar, dass der zumindest konkludent erfolgte Tatentschluss zur Mittäterschaft hinreichend nach-

gewiesen sei. Überdies habe der Beschuldigte damit rechnen müssen, dass jemand den Abfall-

behälter aus Plastik anzünde. Hinzu komme, dass der Beschuldigte − obwohl er gesehen habe, 

dass der Plastikcontainer brenne − nicht interveniert habe.  

 

 

3. Tatsächliches 

3.1 In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Beschuldigte zusammen mit C.____ 

auf dem Areal des E.____ an der F.____ in Muttenz diverse Abfallbehälter angezündet hat. 

Ebenso liegt nicht im Streit, dass − neben diversen Metallabfallbehältern − unter anderem ein 

Plastikcontainer, welcher unmittelbar vor dem Liftschacht stand, angezündet worden ist, worauf 

ein Brand entstanden ist, welcher die an der Fassade angebrachten roten Flügeltüren des Lifts, 

die Liftsteuerungselektronik, die Kabelkanäle, die Liftsteuerungskabel sowie die Deckenplatten 

beschädigte. Ebenso ist als erstellt zu erachten, dass die Beschuldigten den Bereich um den 

Eingang des E.____ verlassen haben, ohne sich um den erheblichen Brand zu kümmern bzw. 

die Feuerwehr zu alarmieren. Demgegenüber strittig und daher nachfolgend zu prüfen ist die 

Täterschaft des Beschuldigten hinsichtlich des durch das Anzünden des Plastikcontainers verur-

sachten Brands.  

 

3.2 Anlässlich seiner Einvernahme vom 26. März 2019 gab der Beschuldigte zu Protokoll, 

er habe lediglich die Metallabfallbehälter angezündet, nicht hingegen jene aus Plastik. Demge-

genüber habe C.____ auch die Abfallbehälter aus Plastik in Brand gesetzt, wobei derjenige, wel-

cher sich beim Lift befunden habe, wohl am meisten Schaden verursacht habe. Im Übrigen sei 

C.____ von sich aus auf die Idee gekommen, den Abfallbehälter aus Plastik anzuzünden (act. 437 

ff.). 

 

In seiner Befragung vom 29. Mai 2019 legte der Beschuldigte ergänzend dar, dass er damit be-

gonnen habe, in Abfallbehältern Feuer zu legen. In der Folge habe C.____ angefangen, ebenfalls 

Abfallbehälter anzuzünden, worauf der grosse Plastikcontainer gebrannt habe. Das Feuer sei mit 

der Zeit grösser geworden, worauf sie das Areal verlassen hätten. Er habe den Plastikabfallbe-

hälter allerdings weder berührt noch angezündet. C.____ habe damit begonnen, den Abfallbe-

hälter aus Plastik in Brand zu setzen, wobei sie zusammen beobachtet hätten, was geschehe, 

allerdings sei zunächst nicht viel passiert (act. 481 ff.).  

 

Vor den Schranken des Strafgerichts Basel-Landschaft bestätigte der Beschuldigte seine bishe-

rigen Depositionen, wonach er einzig Abfallbehälter aus Metall in Brand gesetzt habe 

(act. S 133).  

 

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Sodann wiederholte der Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung, 

dass er lediglich die Abfallbehälter aus Metall angezündet habe. Im Gegensatz zu seinen bishe-

rigen Depositionen gab er sodann zu Protokoll, dass er nicht gesehen habe, wer den Plastikcon-

tainer in Brand gesetzt habe. Im Weiteren erklärte er auf die Frage, weshalb er nicht reagiert 

habe, nachdem der Plastikcontainer gebrannt habe, dass er in diesem Moment nicht überlegt 

habe und deshalb auch nicht auf die Idee gekommen sei, die Feuerwehr zu avisieren (Protokoll 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung [Protokoll KGer], S. 8 ff.).  

 

3.3 C.____ seinerseits legte in seiner Einvernahme als beschuldigte Person vom 26. März 

2019 dar, dass der Beschuldigte oder D.____ den ersten Abfallbehälter angezündet hätten. Nach-

dem der erste Abfallsack gebrannt habe, hätten auch die anderen, namentlich er selbst, damit 

begonnen, weitere Abfallbehälter in Brand zu setzen. Dabei habe jeder alles gemacht, mithin 

habe es keinen gegeben, welcher einen bestimmten Abfallsack oder Abfallbehälter angezündet 

habe. Alle hätten alles gemacht. Auch sei es falsch, dass der Beschuldigte lediglich die Metallab-

fallbehälter und er hingegen alle Plastikcontainer angezündet habe (act. 419 ff.).  

 

Anlässlich seiner Befragung als beschuldigte Person vom 29. Mai 2019 bestätigte C.____ seine 

bisherigen Depositionen und brachte ergänzend vor, dass sowohl er als auch der Beschuldigte 

für den Brand des Plastikcontainers verantwortlich seien (act. 501 ff.).  

 

Vor den Schranken des Strafgerichts führte C.____ überdies aus, dass er und der Beschuldigte 

alles gemeinsam gemacht hätten (act. S 133).  

 

3.4 In Beachtung der vorstehend dargelegten Depositionen des Beschuldigten sowie von 

C.____ ist zu konstatieren, dass aufgrund ihrer übereinstimmenden Aussagen der Umstand, wo-

nach der Beschuldigte mit dem Anzünden der Abfallbehälter begonnen hat, zweifellos als erstellt 

zu erachten ist. Ob neben dem Beschuldigten und C.____ weitere Personen Abfallbehälter in 

Brand gesetzt haben, kann im vorliegenden Verfahrensstadium offen bleiben, zumal diese Frage 

nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet. Fraglich ist vielmehr, wer den Plastikcontainer 

angezündet hat und ob sämtliche Mittäter dies billigend in Kauf genommen haben. Diesbezüglich 

hat der Beschuldigte wiederholt zu Protokoll gegeben, C.____ habe das Feuer im Plastikcontai-

ner gelegt. Im Widerspruch zu seinen früheren Depositionen legte der Beschuldigte anlässlich 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung hingegen dar, dass er nicht gesehen habe, wer den 

Plastikcontainer angezündet habe (Protokoll KGer, S. 8). Demgegenüber machte C.____ mehr-

fach geltend, dass sie beide für den Brand des Plastikcontainers verantwortlich seien. Selbst 

wenn man den Ausführungen von C.____, wonach beide für das Anzünden des Plastikcontainers 

verantwortlich seien, nicht folgt, zeigt sich gleichwohl, dass das gesamte Geschehen durch das 

einheitliche, wechselseitige und spontane Vorgehen des Beschuldigten und C.____ geprägt ist, 

dessen Ausgangspunkt die blosse Tollerei war. Dass der Beschuldigte dabei auch das Anzünden 

des Plastikcontainers billigend in Kauf genommen hat, zeigt sich mit aller Deutlichkeit in dem von 

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ihm zu Protokoll gegebenen Depositionen, wonach − nachdem C.____ den Brand im Plastikcon-

tainer gelegt habe − der Beschuldigte zusammen mit C.____ zugeschaut habe, was passiere 

(act. 483). Mithin hat der Beschuldigte gemäss seinen eigenen Aussagen das Anzünden des 

Plastikcontainers sowie die anschliessende Entstehung des Brandes zusammen mit C.____ be-

obachtet, bevor sie in der Folge − als der Brand offensichtlich nicht mehr beherrschbar gewesen 

ist − das Areal verlassen haben, um sodann auf dem Areal der G.____ abermals Abfallbehälter 

in Brand zu setzen. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass das einheitliche, 

wechselseitige und spontane Vorgehen des Beschuldigten und von C.____ nicht anders interpre-

tiert werden kann, als dass sich die Beiden dafür entschieden haben, gemeinsam die auf dem 

Areal des E.____ befindlichen Abfallbehälter, unabhängig von deren konkreten Beschaffenheit, 

anzuzünden. Dementsprechend hat der Beschuldigte C.____ beim Anzünden des Plastikcontai-

ners und der anschliessenden Entstehung des Feuers zugeschaut. Ebenso haben weder der 

Beschuldigte noch C.____ irgendwelche Massnahmen gegen das Feuer ergriffen, namentlich 

haben sie darauf verzichtet, die Feuerwehr zu avisieren. Angesichts dieses Verhaltens ist offen-

kundig, dass es sich beim Vorbringen des Beschuldigten, wonach er mit dem Anzünden des 

Plastikcontainers nicht einverstanden gewesen sei, um eine reine Schutzbehauptung handelt. 

Diese Erkenntnis wird durch das widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten anläss-

lich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung untermauert, zumal er − im krassen Gegensatz 

zu sämtlichen vorhergehenden Äusserungen − geltend macht, nicht gesehen zu haben, wer den 

Plastikcontainer angezündet habe. Mithin hat der Beschuldigte sein Aussageverhalten offensicht-

lich an die Ausführungen des Strafgerichts in seinem Urteil vom 28. Januar 2021 angepasst, 

wonach er und C.____ jeweils gewusst hätten, wo sich der andere befunden und was dieser 

gemacht habe. Die Depositionen des Beschuldigten erweisen sich folglich als ergebnisorientiert 

und taktisch motiviert. Ergänzend ist im Konsens mit den Vorderrichtern festzustellen, dass nach 

der Inbrandsetzung des Plastikcontainers kein Bruch stattgefunden hat, sondern der Beschul-

digte und C.____ ihr generelles Vorhaben, eine Vielzahl von Abfallbehältern anzuzünden, auf 

dem Areal der G.____ nahtlos fortgeführt haben. Der Beschuldigte hat sich mithin in keiner Weise 

vom Tatgeschehen distanziert, sondern dieses aktiv gebilligt und darüber hinaus im unmittelbaren 

Anschluss danach sogar weitere Brände gelegt.  

 

In Beachtung der vorstehenden Ausführungen ist klarerweise als erstellt zu erachten, dass 

C.____ und der Beschuldigte den konkludenten Entscheid getroffen haben, wahllos und unge-

achtet deren Beschaffenheit Abfallbehälter anzuzünden, womit sie das Inbrandsetzen des Plas-

tikcontainers zumindest billigend in Kauf genommen haben. Insofern ist der Sachverhalt folglich 

als erstellt zu erachten.  

 

 

4. Rechtliche Würdigung 

4.1 Gemäss Art. 221 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) 

macht sich der Brandstiftung strafbar, wer vorsätzlich zum Schaden eines andern oder unter Her-

beiführung einer Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht. In objektiver Hinsicht ist zunächst 

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erforderlich, dass der Täter eine Feuersbrunst verursacht. Das Tatbestandselement der Feuers-

brunst erfüllt nicht jedes unbedeutende Feuer, das ohne Gefahr beherrscht werden kann. Viel-

mehr muss es sich um ein Feuer von solcher Stärke handeln, dass es vom Urheber selbst nicht 

mehr bezwungen werden kann und deswegen eine gewisse Erheblichkeit aufweist (BRUNO 

ROELLI, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 221 N 7 f.; STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, 

Praxiskommentar StGB, 4. Aufl. 2021, Art. 221 N 2; WOLFGANG WOHLERS, Handkommentar 

StGB, 4. Aufl. 2020, Art. 221 N 2). Wer bloss eine Feuersbrunst entfacht, erfüllt den Tatbestand 

nicht, vielmehr muss darüber hinaus ein Schaden bei einem anderen oder eine Gemeingefahr 

herbeigeführt worden sein. Ferner ist in subjektiver Hinsicht Vorsatz erforderlich, welcher sich 

sowohl auf das Entstehen einer Feuersbrunst als auch darauf beziehen muss, einen anderen zu 

schädigen oder eine konkrete Gemeingefahr hervorzurufen (BRUNO ROELLI, a.a.O., Art. 221 N 16; 

STEFAN TRECHSEL/ANNA CONINX, a.a.O., Art. 221 N 5; WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 221 

N 5).  

 

4.2 Der im vorliegend zu prüfenden Fall als erstellt zu erachtende Sachverhalt, mithin das 

Anzünden des Plastikcontainers im Eingangsbereich des E.____, wobei ein erheblicher Sach-

schaden zu Lasten des A.____, mithin eines Dritten, entstanden ist, muss zweifellos als Brand-

stiftung qualifiziert werden, was seitens des Beschuldigten auch nicht bestritten wird. Vielmehr ist 

gestützt auf die vorstehenden tatsächlichen Erwägungen ersichtlich, dass nicht ohne Weiteres 

feststeht, wer die massgebliche Tathandlung, mithin das Anzünden des fraglichen Plastikcontai-

ners, begangen hat. Es ist daher zu prüfen, ob der Beschuldigte den Tatbestand der Brandstiftung 

in Mittäterschaft erfüllt hat.  

 

Tatbestandsmässige Ausführungshandlungen bilden keine notwendige Voraussetzung für die 

Annahme von Mittäterschaft. Vielmehr ist Mittäter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Aus-

führung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammen-

wirkt, sodass er als Hauptbeteiligter dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach 

den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so we-

sentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille allein, 

genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer 

an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Jedem Mittäter 

werden − in den Grenzen seines (Eventual-)Vorsatzes − die kausalen Tatbeiträge der anderen 

Mittäter angerechnet. Es genügt, dass sich die mittäterschaftlichen Beiträge in ihrer Gesamtheit 

kausal auswirken. Dementsprechend reicht jede Mitwirkung in leitender Funktion, die das Verhal-

ten der übrigen Beteiligten im Ausführungsstadium festlegt. Die Bereitschaft zum Rollentausch 

unter den Mittätern sowie die Art der Aufteilung der Beute können ein Indiz für die Tatherrschaft 

darstellen. Sodann setzt die Mittäterschaft einen gemeinsamen Tatentschluss voraus, wobei die-

ser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es genügt, wenn er konkludent zum Ausdruck 

kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der Mittäter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern 

es reicht aus, dass er sich den Tatentschluss seiner Mittäter erst sukzessive (spätestens bis zur 

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Vollendung des Deliktes) zu eigen macht. Dies kann selbst während der Ausführung der geplan-

ten Straftat geschehen. Wenn die Rechtsprechung angenommen hat, Mittäterschaft könne auch 

darin liegen, dass einer der Teilnehmer massgeblich bei der Entschliessung oder Planung des 

Deliktes mitgewirkt hat, so darf daraus nicht geschlossen werden, Mittäterschaft sei ausschliess-

lich möglich, wenn die Tat im Voraus geplant und aufgrund eines vorher gefassten gemeinsamen 

Tatentschlusses ausgeführt wurde. Auch an spontanen, nicht geplanten Aktionen oder unkoordi-

nierten Straftaten ist Mittäterschaft möglich (BGE 118 IV 227, E. 5.d.aa; BGE 120 IV 265, 

E. 2.c.aa; BGE 125 IV 134, E. 3d [vgl. auch Pra 2000 Nr. 74 S. 434 ff.]; WOLFGANG WOHLERS, 

Handkommentar StGB, 4. Aufl. 2020, vor Art. 24 ff. N 13 ff.; MARC FORSTER, Basler Kommentar 

StGB, 4. Aufl. 2019, vor Art. 24 N 7 ff.; MICHA NYDEGGER, Annotierter Kommentar StGB, 2020, 

Vorbemerkungen zu Art. 24 ff. N 17). Im Übrigen setzt die Mittäterschaft nicht voraus, dass sich 

der Tatentschluss sowie die Planung auf alle Einzelheiten beziehen. So genügt beispielsweise 

auch eine generelle Vereinbarung darüber, dass und wie man sich in gegenseitigem Zusammen-

wirken zur Wehr setzt, falls die gemeinsame Aktivität durch Interventionen Dritter gestört oder 

gefährdet wird (ANDREAS DONATSCH, Orell Füssli Kommentar StGB, 20. Aufl. 2018, Art. 24 N 9). 

Wird hingegen eine schwerere Straftat verübt, als unter den Tätern ausdrücklich oder konkludent 

geplant bzw. initiiert, so wird dem Mittäter der Exzess der übrigen Mittäter nur angerechnet, falls 

ihm ein entsprechender (Eventual-)Vorsatz nachgewiesen werden kann. Die Grenze für die sub-

jektive Zurechnung von mittäterschaftlichem Handeln liegt mithin dort, wo ein vom gemeinsamen 

Tatplan abweichender Ablauf für einen Beteiligten nicht vorhersehbar ist und von ihm deshalb 

auch nicht gebilligt werden kann (MARC FORSTER, a.a.O., vor Art. 24 N 13; MICHA NYDEGGER, 

a.a.O., Vorbemerkungen zu Art. 24 ff. N 17).  

 

4.3 In casu ist gestützt auf den erstellten Sachverhalt zu konstatieren, dass sich der Be-

schuldigte und C.____ konkludent dazu entschieden haben, gemeinsam die auf dem Areal des 

E.____ befindlichen Abfallbehälter, ungeachtet derer Beschaffenheit, anzuzünden, wobei − wie 

dem erstellten Sachverhalt zu entnehmen ist − namentlich auch das Inbrandsetzen von auf dem 

Areal vorhandenen Plastikcontainern von ihrem Tatentschluss mitumfasst war. Folgerichtig ist ein 

Exzess des Mittäters zum Vornherein ausgeschlossen, zumal der Eventualvorsatz gemäss dem 

erstellten Sachverhalt das Anzünden sämtlicher Abfallbehälter, ungeachtet derer Beschaffenheit, 

miteinschliesst. Sodann ist nochmals zu betonen, dass der Umstand, wonach es sich beim wahl-

losen Anzünden der diversen Abfallbehälter auf dem Areal um eine spontane Aktion des Beschul-

digten und von C.____ gehandelt hat, am Vorliegen des Tatentschlusses nichts zu ändern ver-

mag, zumal − wie vorstehend dargelegt wurde (vgl. Erwägung 4.2 hievor) − auch an spontanen, 

nicht geplanten und unkoordinierten Straftaten die Mittäterschaft möglich ist. Des Weiteren ist 

aufgrund des einheitlichen, wechselseitigen und spontanen Vorgehens des Beschuldigten und 

von C.____ ersichtlich, dass diese in massgebender Weise zusammengewirkt haben, zumal sich 

die Täter mit einer jeden Brandlegung in ihrem gemeinsam gefassten Tatentschluss gegenseitig 

bestärkt und unterstützt haben. Es bestehen daher keine Zweifel, dass der Beschuldigte und 

C.____ substanziell zusammengewirkt haben, so dass der Tatbeitrag eines jeden sowohl nach 

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den Umständen des konkreten Falls als auch nach dem gemeinsamen Tatentschluss für die Aus-

führung des Delikts so wesentlich war, dass dieses mit ihm steht oder fällt. Somit erhellt, dass 

dem Beschuldigten auch die kausalen Tatbeiträge des Mittäters C.____ anzurechnen sind, wes-

halb er sich in Bezug auf das Anzünden des Plastikcontainers der in Mittäterschaft begangenen 

Brandstiftung schuldig gemacht hat. Die Berufung des Beschuldigten erweist sich in diesem 

Punkt demnach als unbegründet, weshalb diese abzuweisen ist.  

 

 

5. Strafzumessung 

Soweit die Berufung des Beschuldigten die Strafzumessung betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass 

sich diese Ausführungen einzig auf den Fall des Freispruchs von der Anklage der Brandstiftung 

beschränken. Im vorliegenden Berufungsverfahren wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Land-

schaft hinsichtlich des Schuldspruchs wegen Brandstiftung jedoch bestätigt, weshalb sich Erör-

terungen betreffend die Bemessung der Strafe erübrigen. Angesichts dessen kann auf die ent-

sprechenden Erwägungen des Strafgerichts verwiesen werden, welche unter Vorbehalt der nach-

stehenden Darlegungen zum integrierenden Bestandteil dieses Urteils erklärt werden. Dessen 

ungeachtet ist an dieser Stelle anzumerken, dass nach Ansicht des Kantonsgerichts in casu eine 

höhere Strafe ohne Weiteres angemessen gewesen wäre, zumal die seitens des Strafgerichts für 

die Brandstiftung ausgesprochene Einsatzstrafe angesichts des Sachschadens in der Höhe von 

Fr. 215'600.-- als deutlich zu tief zu werten ist. Überdies ist nicht ersichtlich, ob und in welchem 

Umfang die Vorinstanz die Sachbeschädigung zur Einsatzstrafe für die Brandstiftung asperiert 

hat. Schliesslich erachtet das Kantonsgericht die erstinstanzliche Wertung der Täterkomponen-

ten als deutlich verfehlt, zumal − entgegen den Ausführungen der Vorinstanz − weder der Um-

stand, dass der Beschuldigte seinen eigenen Sohn betreut, noch sein im Tatzeitpunkt jugendli-

ches Alter im Rahmen der Täterkomponenten zu Gunsten des Beschuldigten gewertet werden 

dürfen. Demgegenüber wiegen die Vorstrafen schwer, was die Vorderrichter jedoch nicht berück-

sichtigt haben. Dessen ungeachtet ist zu konstatieren, dass in Anbetracht des Verbots der "refor-

matio in peius“ das Kantonsgericht das Strafmass des vorinstanzlichen Urteils nicht verschärfen 

darf (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO).  

 

 

6. Zivilforderung 

6.1 Mit Berufungserklärung vom 21. Mai 2021 sowie mit Berufungsbegründung vom 27. Au-

gust 2021 begehrt der Beschuldigte zwar ausdrücklich, es sei die Zivilforderung abzuweisen, 

dennoch begründet er in keiner Weise, weshalb sich seine Berufung gegen den Verweis der Zi-

vilforderung des A.____ auf den Zivilweg richtet.  

 

6.2 Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil 

nur in den angefochtenen Punkten (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO). Mithin hat der Berufungsklä-

ger nicht nur exakt anzugeben, welche Punkte des vorinstanzlichen Urteils er anficht, sondern 

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auch substantiiert und konkretisierend darzulegen, welche Gründe eine Änderung des angefoch-

tenen Urteilsdispositivs nahelegen. Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht für die tatsächli-

che und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vor-

instanz verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Möglichkeit der Verweisung entfällt allerdings, wenn 

im Rechtsmittelverfahren erhebliche Einwände vorgebracht werden, welche nicht Gegenstand 

des erstinstanzlichen Verfahrens bildeten (NILS STOHNER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 82 N 9; DANIELA BRÜSCHWEILER/RETO NADIG/REBECCA SCHNEEBELI, Zürcher Kommentar 

StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 82 N 10 f.). 

 

6.3 Vorliegend zeigt sich, dass sich der Beschuldigte hinsichtlich der Zivilforderung mit dem 

angefochtenen Urteil nicht auseinandersetzt. In Beachtung der Erwägungen des Urteils des Straf-

gerichts vom 28. Januar 2021 betreffend den Verweis der Zivilforderung des A.____ auf den Zi-

vilweg ist zu konstatieren, dass sich diese als widerspruchsfrei und schlüssig erweisen. Es sind 

daher keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche in dieser Hinsicht eine abweichende Beurteilung 

des Falles nahe legen würden. Es ist folglich in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfäng-

lich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen und den Verweis der Zivilfor-

derung des A.____ auf den Zivilweg zu bestätigen.  

 

 

7. Fazit 

In Anbetracht der vorstehenden Erwägungen kann somit im Ergebnis festgestellt werden, dass 

das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 28. Januar 2021 in Abweisung der Berufung 

des Beschuldigten vollumfänglich zu bestätigen ist.  

 

 

III. Kosten 

1. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, 

auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht. Entspre-

chend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens, mithin der Abweisung der Berufung des Be-

schuldigten, gehen die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von Fr. 5'500.--, be-

stehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 5’250.-- (§ 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebüh-

ren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) und Auslagen von Fr. 250.-- (§ 3 Abs. 6 GebT), zu Lasten 

des Beschuldigten.  

 

2. Mit Verfügung des verfahrensleitenden Präsidenten der strafrechtlichen Abteilung des 

Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 18. Juni 2021 wurde dem Beschuldigten für das Beru-

fungsverfahren die amtliche Verteidigung bewilligt. Mit Honorarnote vom 10. Mai 2022 weist der 

amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Patrick Frey, einen Aufwand von 12 Stunden 

und 5 Minuten à Fr. 200.-- (§ 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte, TO, 

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SGS 178.112) aus. Für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung sind ausserdem 5 Stunden 

(inklusive Weg) einzusetzen, weshalb Advokat Patrick Frey für seine Bemühungen im Berufungs-

verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 3'446.25 (inklusive Auslagen von Fr. 29.55) zuzüglich 

7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 265.35, somit insgesamt Fr. 3'711.60, aus der Gerichtskasse zu 

entrichten ist.  

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung für die amtliche Verteidigung 

zurückzuzahlen sowie der amtlichen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschä-

digung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlau-

ben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

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Demnach wird erkannt: 

 

://: I.  Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 28. Januar 2021, 

auszugsweise lautend: 

 

"II. B.____ 

 1. B.____ wird der Brandstiftung, der Sachbeschädigung sowie 

des mehrfachen Fahrens ohne Berechtigung schuldig erklärt 

und verurteilt, 

 

zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 13 Mona-

ten, 

 

unter Anrechnung der am 26. März 2019 ausgestandenen 

vorläufigen Festnahme von 1 Tag, 

 

bei einer Probezeit von 3 Jahren, 

 

sowie zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, 

 

im Falle der Nichtbezahlung der Geldstrafe und deren Un-

einbringlichkeit auf dem Betreibungsweg tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 221 Abs. 1 StGB, Art. 144 Abs. 1 

StGB, Art. 95 Abs. 1 SVG, Art. 34 StGB, Art. 36 StGB, Art. 40 

StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB 

sowie Art. 51 StGB. 

 

 2. Die gegen B.____ am 10. Dezember 2015 von der Staatsan-

waltschaft Basel-Stadt (recte: Basel-Landschaft) bedingt 

ausgesprochene Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wird in Anwen-

dung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht für vollziehbar erklärt. 

 

 3. Die gegen B.____ am 1. November 2016 von der Staatsan-

waltschaft Basel-Stadt (recte: Basel-Landschaft) bedingt 

ausgesprochene Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, wird in Anwen-

dung von Art. 46 Abs. 2 StGB nicht für vollziehbar erklärt. 

 

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 4. B.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die ihn 

betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten 

seines Vorverfahrens von Fr. 1'828.33 sowie der Gerichtsge-

bühr von Fr. 2’000.--. 

 

 5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers von B.____ (Advo-

kat Patrick Frey) von insgesamt Fr. 5'785.27 (wovon 

Fr. 2'631.19 für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie 

Fr. 3'154.08 für den Aufwand nach Anklageerhebung, inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) wird unter Berücksichtig der 

bereits erhaltenen Akontozahlung von Fr. 2'000.-- aus der 

Gerichtskasse entrichtet. 

 

 B.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-

lauben, verpflichtet, dem Staat die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung 

die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 

dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und 

lit. b StPO)." 

 

"IV. Zivil- und Entschädigungsforderungen 

 1. Die unbezifferte Entschädigungsforderung des A.____ wird 

in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg 

verwiesen. Die gegenüber D.____ geltend gemachte Forde-

rung wird in Anwendung von Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO ab-

gewiesen." 

 

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten vollumfänglich 

bestätigt.  

 

 II.  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 5'500.--, beinhaltend 

eine Gebühr von Fr. 5'250.-- sowie Auslagen von Fr. 250.--, gehen zu 

Lasten des Beschuldigten.  

 

 III.  Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Rechtsmittel-

verfahren wird dem Verteidiger des Beschuldigten, Advokat  

Patrick Frey, ein Honorar von Fr. 3'446.25 (inklusive Auslagen) zu-

züglich 7.7% Mehrwertsteuer von Fr. 265.35, insgesamt somit 

Fr. 3'711.60, aus der Gerichtskasse entrichtet. 

 

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Seite 17  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung für 

die amtliche Verteidigung zurückzuzahlen sowie der amtlichen Ver-

teidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 

dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-

hältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Dominik Haffter 

 

 

 

Dieser Entscheid ist rechtskräftig.  

 

 

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