# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a424882-3894-54b0-860b-ff866f065a44
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2014 E-92/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-92-2014_2014-06-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-92/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiberin Simona Risi. 

   Parteien 
 

A._______, 

Sri Lanka,  

p. A. Schweizerische Botschaft in Colombo, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 14. November 2013 / N (…). 

 

 

E-92/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus dem Distrikt B._______, er-

suchte mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 bei der Schweizerischen Bot-

schaft in Colombo (nachfolgend: Botschaft) um Bewilligung der Einreise 

in die Schweiz sowie um Gewährung von Asyl.  

A.b Mit Schreiben vom 15. Oktober 2010 ersuchte die Botschaft ihn zur 

Ergänzung seines Gesuchs um Beantwortung konkreter Fragen. Der Be-

schwerdeführer nahm mit Eingabe vom 25. Oktober 2010 Stellung und 

reichte weitere Beweismittel zu den Akten. 

A.c Am 23. Dezember 2010 wurde er auf der Botschaft zu seinen Asyl-

gründen befragt.  

B.  

In seinen Eingaben sowie anlässlich der Botschaftsbefragung brachte der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei im Jahre (…) von den Libe-

ration Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zwangsrekrutiert worden. Nach einem 

Training von eineinhalb Monaten sei er damit beauftragt worden, (…) zu 

reparieren. (…) hätten er und seine Mutter um seine Entlassung gebeten, 

damit er sich um die Familie kümmern könne. Daraufhin sei er während 

sechs Monaten mit einer anderen Arbeit ([…]) bestraft und anschliessend 

freigelassen worden. In der Folge sei er nach C._______ gegangen, um 

sein (…) fortzusetzen.  

(…) sei sein Vater schwer krank geworden. Er sei deshalb nach 

B._______ zurückkehrt, um diesen zur Behandlung in eine sichere Zone 

zu bringen. Als er einen Rückreiseschein nach C._______ habe beschaf-

fen wollen, sei er von den LTTE verhaftet worden, weil sie ihn verdächtigt 

hätten, als Informant für die sri-lankische Polizei beziehungsweise den 

Geheimdienst tätig zu sein. Er sei während beinahe (…) Jahren fest-

gehalten und auf verschiedene Arten gefoltert worden. (…). Am (…) habe 

man ihn aus der Haft entlassen und, es sei ihm erlaubt worden, das Ge-

biet zu verlassen. Er habe geheiratet und sich mit seiner Frau in 

D._______ niedergelassen. Im Jahre (…) sei seine Schwester von den 

LTTE zwangsweise eingezogen worden. Er habe ihre Entlassung erwir-

ken können, sich jedoch verpflichten müssen, unentgeltlich (…) Repara-

turen für die Bewegung auszuführen. Im April 2009 sei er den LTTE ent-

kommen.  

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Am (…) 2009 sei er von der Kriegszone in die Zone der Sicherheitskräfte 

gelangt und habe sich diesen in E._______ ergeben. Er sei in ein Rehabi-

litationszentrum eingeliefert und während eines Monats gefoltert worden. 

Später sei er in ein anderes Camp überstellt worden. Am (…) 2010 sei er 

gegen Bezahlung aus der Rehabilitation entlassen worden. Er sei nach 

F._______ gegangen, wo er sich im Verborgenen aufgehalten habe. Am 

(…) 2010 sei er nach G._______ übersiedelt. Nach seiner Entlassung 

aus der Rehabilitation hätten Sicherheitsbeamte mehrfach seine Frau 

aufgesucht, sich nach seinem Aufenthaltsort erkundigt und ihr gesagt, er 

solle sich zur Unterschrift im Camp melden. Seine Frau habe gesagt, er 

sei zum Arbeiten weggegangen. Vom (…) bis (…) 2010 habe er sich in 

Indien aufgehalten, sei jedoch früher als geplant nach Sri Lanka zurück-

gekehrt, da er mehrfach von der indischen Polizei befragt worden sei. 

Seit seiner Rückkehr wohne er gemeinsam mit seiner Frau und seinem 

Kind in G._______, wo er mittlerweile im Bereich der (…) arbeite. Die 

SLA gehe weiterhin beim Haus seiner Schwiegermutter in F._______ vor-

bei und frage nach seinem Aufenthaltsort. Er fürchte sich vor einer erneu-

ten Inhaftierung oder Entführung aufgrund seiner unfreiwilligen, von den 

Behörden als freiwillig angesehenen Tätigkeiten für die LTTE. Etliche an-

dere entlassene Personen seien wieder verhaftet worden. Einer seiner 

Schwager sei im Jahre (…) verschwunden, ein anderer, der von den 

LTTE zwangsrekrutiert worden sei, sei (…) gestorben.  

Zum Beweis seiner Identität und seiner Vorbringen reichte der Beschwer-

deführer eine Fotografie von sich, seiner Frau und seinem Sohn sowie 

Kopien verschiedener Beweismittel zu den Akten (Identitätskarte und 

Reisepass, Geburtsschein und Eheschein, Todesschein vom (…) betref-

fend seinen Schwager samt englischer Übersetzung, Schulzertifikat [Or-

dinary Level Exam] vom (…), fremdsprachiges Schreiben des 

MU/Vidyananda College vom (…), Karte der International Organization for 

Migration, Bestätigungsschreiben vom (…) 2010 des Home for Human 

Rights in Colombo, Karte und Bestätigung des Internationalen Komitees 

des Roten Kreuzes [IKRK] vom (…) 2010 betreffend seinen Aufenthalt in 

einem Rehabilitation and Training Center, fremdsprachiges Dokument 

des Ministeriums für Rehabilitation und Gefängnisreformen vom (…) 2010 

samt Beilage mit englischer Übersetzung, Karte der Human Rights Com-

mission of Sri Lanka [HRC]). 

C.  

Mit Verfügung vom 14. November 2013 – von der Botschaft am 27. No-

vember 2013 per eingeschriebener Post weiterverschickt – verweigerte 

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das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und wies 

dessen Asylgesuch ab. 

D.  

Mit Eingabe vom 11. Dezember 2013 (Eingang bei der Botschaft am 

16. Dezember 2013) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss die Aufhebung 

der vorinstanzlichen Verfügung und die Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz zur Durchführung des ordentlichen Asylverfahrens. 

E.  

Mit Verfügung vom 13. Januar 2014 bestätigte das Bundesverwaltungs-

gericht den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Mit dringlicher Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 

(AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden un-

ter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylgesuchen 

aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsregelungen halten jedoch 

fest, dass für die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 

2012 im Ausland gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (aArt. 12, 

19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung nach wie 

vor anwendbar sind. Demnach sind auf den vorliegenden Fall die bisheri-

gen Bestimmungen betreffend das Auslandverfahren anzuwenden. Im 

Übrigen richtet sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem 

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BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf diese ist einzutre-

ten. 

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz 

zur Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden 

kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen ande-

ren Staat auszureisen (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein 

Verbleib namentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig 

ist. Schutzbedürftig im Sinne des AsylG sind Personen, die in ihrem Hei-

matstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, 

Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 

oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus-

gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausge-

setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un-

erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG). Die 

erlittenen beziehungsweise drohenden Nachteile müssen nachgewiesen 

oder zumindest glaubhaft gemacht werden (Art. 7 AsylG). 

 

4.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 

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sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutz-

gewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur ander-

weitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 

Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. BVGE 2011/10 

E. 3.3 S. 126).  

 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids im Wesentli-

chen aus, für die Gewährung der Einreise sei die Gefährdung einer asyl-

suchenden Person im Zeitpunkt der Einreisebewilligung massgebend. 

Vergangene Verfolgung sei nur dann beachtlich, wenn sie noch andauere 

oder konkrete Hinweise auf eine zukünftige Verfolgung bestehen würden. 

Befürchtungen, künftig (quasi)staatlichen Verfolgungsmassnahmen aus-

gesetzt zu sein, seien überdies nur dann einreisebeachtlich, wenn sie 

aufgrund ihrer Art und Intensität ein menschenwürdiges Leben im Verfol-

gerstaat verunmöglichen oder in unzumutbarer Weise erschweren wür-

den, so dass sich die verfolgte Person dieser Zwangssituation nur durch 

Flucht ins Ausland entziehen könne.  

 

Vorweg sei darauf hinzuweisen, dass die Nachteile, welche der Be-

schwerdeführer in den Jahren 1995–2009 durch die LTTE erlitten habe, 

aktuell nicht mehr einreiserelevant seien.  

 

Überdies bringe er vor und belege mit den eingereichten Dokumenten, im 

(…) 2009 in eine Rehabilitationseinrichtung eingewiesen und im (…) 2010 

entlassen worden zu sein. In diesem Zusammenhang und in Anbetracht 

der zahlreichen Gewaltereignisse der letzten Jahre sei verständlich, dass 

der Beschwerdeführer um seine Sicherheit fürchte und Angst vor weiteren 

staatlichen Verfolgungsmassnahmen habe. Seine Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung erweise sich jedoch als im Sinne des AsylG nicht begründet. 

Gemäss ständiger Praxis der schweizerischen Asylbehörden könne die 

Einreisebewilligung nur erteilt werden, wenn bei einem weiteren Verbleib 

im Heimatstaat mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer akuten 

Gefährdung der asylgesuchstellenden Person ausgegangen werden 

müsse. Eine solche sei im vorliegenden Fall nicht anzunehmen. Selbst 

wenn der Beschwerdeführer für seine Freilassung aus dem Rehabilitati-

onszentrum im September 2010 tatsächlich Geld bezahlt haben sollte, 

würden keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er aufgrund seines 

Aufenthalts dort in absehbarer Zukunft erneut staatlichen Verfolgungs-

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massnahmen ausgesetzt sein könnte. Zwar sei nicht auszuschliessen, 

dass er auch nach seiner Freilassung unter Beobachtung der sri-

lankischen Behörden gestanden habe. Derartigen Massnahmen, die im 

Zusammenhang mit der allgemeinen Bekämpfung des Terrorismus der 

LTTE zu sehen seien, komme indessen aufgrund mangelnder Intensität 

kein Verfolgungscharakter zu. Wären die Behörden nach wie vor davon 

überzeugt gewesen, dass er in irgendeiner Weise eine Gefahr für die 

Staatssicherheit darstellen würde, wäre er zweifellos erneut inhaftiert 

worden. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen. Vielmehr sei (…). Im (…) 

2010 habe er sich einige Zeit in Indien aufgehalten. Den Akten sei nicht 

zu entnehmen, dass er bei der Ausreise oder anlässlich der Rückkehr 

nach Sri Lanka irgendwelche Schwierigkeiten gehabt hätte. Schliesslich 

habe er sich seit Dezember 2010 nicht mehr bei der Botschaft gemeldet 

und keine weiteren Übergriffe geltend gemacht. 

 

Zusammenfassend sei festzustellen, dass er nicht schutzbedürftig im 

Sinne des AsylG sei. Die Einreise in die Schweiz sei daher zu verweigern, 

und das Asylgesuch sei abzulehnen. 

 

5.2 Der Beschwerdeführer hält den Ausführungen des BFM insbesondere 

entgegen, er befinde sich seit der Entlassung aus dem Rehabilitations-

camp in grosser Gefahr. Er sei während vier Jahren als (…) für die LTTE 

tätig gewesen und sein Schwager sei gewaltsam getötet worden. Daher 

sei er eine bekannte Person. Seit seiner Entlassung aus dem Camp wür-

den ihn die Sicherheitskräfte konstant überwachen und ihm folgen, so 

dass er in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt sei. Vor einigen Mona-

ten hätten sich Personen des Terrorist Investigation Department (TID) bei 

seinen Eltern in B._______ danach erkundigt, ob er jeweils nach Hause 

komme. Im (…) 2013 hätten zwei Personen bei der Schule seines Soh-

nes nachgefragt, ob dieser dort studiere. Ebenfalls im (…) sei er (Be-

schwerdeführer), gemeinsam mit vielen anderen Freigelassenen, von Si-

cherheitskräften gezwungen worden, in einem Bus nach B._______ zu 

fahren und gegen die (…) zu demonstrieren. Aufgrund der steten Beo-

bachtung sei er psychisch angespannt und stehe unter Druck. Er fürchte 

sich sehr vor einer erneuten Verhaftung, da viele Personen, die freigelas-

sen worden seien, erneut mitgenommen worden und seither verschwun-

den seien.  

 

6.  

Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht in Über-

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Seite 8 

einstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Beschwerdeführer 

nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen ist. 

6.1 Mit dem BFM ist festzustellen, dass die geltend gemachten Tätigkei-

ten für die LTTE in den Jahren 1995 bis 1999 und 2008 bis 2009 (Repara-

tur (…) und Hilfsarbeiten) eine erneute Verhaftung des Beschwerdefüh-

rers als unwahrscheinlich erscheinen lassen, nachdem er sich bereits von 

(…) 2009 bis (…) 2010 in einem Rehabilitationszentrum aufhielt. In sei-

nen Eingaben an die Botschaft brachte er in diesem Zusammenhang vor, 

er sei am (…) 2010 aus der Rehabilitation entlassen worden. Dies beleg-

te er mit einer Haftbestätigung des IKRK sowie einem (…) samt Beilage, 

womit von einer ordnungsgemässen Entlassung auszugehen ist. Anläss-

lich der Botschaftsbefragung führte der Beschwerdeführer ergänzend 

aus, er sei aus dem Rehabilitationszentrum nur gegen Zahlung von 

200'000 sri-lankischen Rupien entlassen worden. Fünf Tage danach habe 

die Sri Lanka Army (SLA) ihn aufgefordert, sich im Camp in H._______ zu 

melden. Dort hätten sie ihn unter anderem danach gefragt, wie es zu sei-

ner Entlassung gekommen sei, nachdem am (…) 2010 Tag nur Studenten 

und behinderte Personen entlassen worden seien. Er habe die Beste-

chung verschwiegen und gesagt, seine Familie habe zur Erwirkung seiner 

Entlassung viele Briefe an das Ministerium geschrieben. Nach neun 

Stunden hätten sie ihn gehen lassen. Einige Zeit später hätten sie seiner 

Frau gesagt, er müsse sich beim I._______ Rehabilitationszentrum mel-

den, was er nicht getan habe (vgl. die vorinstanzliche Akte A5/11 S. 7). 

Trotz diesen Behelligungen nach der Entlassung und obgleich davon 

ausgegangen werden muss, dass die Behörden Kenntnis von seinem seit 

(…) 2010 gleichgebliebenen Aufenthaltsort haben, erfolgten weder eine 

erneute Inhaftierung des Beschwerdeführers noch weitere persönliche 

Befragungen. Auch im Zusammenhang mit der Ausreise nach Indien und 

der Wiedereinreise nach Sri Lanka im (…) 2010 – mithin kurz nach der 

Entlassung aus dem Rehabilitationscamp – machte der Beschwerdefüh-

rer keine Befragungen oder sonstigen Zwischenfälle mit den sri-

lankischen Behörden geltend. 

Sodann handelt es sich bei den geschilderten Vorfällen seit (…) 2010 

(insb. Beobachtungen und Erkundigungen bei seinen Eltern und der 

Schule seines Sohnes) um Ereignisse, die mangels Intensität keinen Ver-

folgungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG haben. Als einzigen persön-

lichen Kontakt mit den Behörden seit der Befragung fünf Tage nach der 

Entlassung aus dem Rehabilitationscamp im (…) 2010 machte der Be-

schwerdeführer die erzwungene Teilnahme an einer Demonstration im 

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(…) 2013 geltend, welcher mangels Intensität ebenfalls keine flüchtlings-

rechtliche Relevanz zukommt. Schliesslich lässt sich auch aus den 

Schicksalen seiner Schwager oder anderer Personen keine Gefährdung 

des Beschwerdeführers ableiten. 

Zusammenfassend ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerde-

führer aufgrund seiner Tätigkeit für die LTTE und seines Aufenthalts im 

Rehabilitationszentrum – (…) – inskünftig erneut ernsthafte Nachteile von 

Seiten der sri-lankischen Behörden drohen. 

6.2 Im Übrigen kann auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

verwiesen werden, denen sich das Bundesverwaltungsgericht vollum-

fänglich anschliesst. Insbesondere ergibt sich auch aus den eingereichten 

Beweismitteln keine aktuelle beziehungsweise drohende Gefährdung des 

Beschwerdeführers, und es erübrigt sich, auf diese weiter einzugehen. 

6.3 Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig 

im Sinne von Art. 3 AsylG. Die Vorinstanz hat ihm somit zu Recht die Ein-

reise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Nach dem Gesagten 

ist die Beschwerde abzuweisen.  

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungs-

ökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine 

VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 

SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung der Verfahrenskosten zu 

verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die schweize-

rische Vertretung in Colombo. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Simona Risi 

 

 

Versand: