# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7e739da9-54a2-5369-a493-f2464e90cf02
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 31.08.2021 S 2020 131
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-131_2021-08-31.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 31. August 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Hilflosenentschädigung)

S 2020 131

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Urteil S 2020 131

A. Die 1981 geborene A.________ leidet seit ihrer Geburt an Fussdeformitäten und 
wird deswegen seit jüngstem Alter von der Invalidenversicherung unterstützt (vgl. IV-act. 1 
S. 1 ff.). Zudem wurde bei ihr im Jugendalter eine Spina bifida occulta diagnostiziert 
(vgl. IV-act. 1 S. 106) und im August 2011 musste die rechte Grosszehe nach 
rezidivierenden Infekten amputiert werden (vgl. IV-act. 12). Am 16. August 2014 zog sich 
die Versicherte schliesslich bei einem Fahrradunfall eine Pilon tibiale Fraktur rechts zu 
(vgl. IV-act. 28 S. 3 und 9). In der Folge wurde am 21. November 2014 eine Arthrodese 
des oberen Sprunggelenks rechts vorgenommen (vgl. IV-act. 36 S. 20 f.). Die IV-Stelle 
erbrachte Kostengutsprachen für Unterarmgehstützen (IV-act. 62), einen Rollstuhl (IV-
act. 77) und Unterschenkel-Fussheberorthesen aus Carbon (IV-act. 93). Zudem kam sie 
für die invaliditätsbedingten Änderungen an einem Motorfahrzeug auf (IV-act. 104). Am 
7. Dezember 2018 meldete sich die Versicherte bei der IV-Stelle Zug zum Bezug einer 
Hilflosenentschädigung an (IV-act. 108), woraufhin am 3. Juni 2020 eine Abklärung der 
Hilflosigkeit vor Ort durchgeführt wurde (IV-act. 149). Gestützt darauf kündigte die IV-
Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. Juni 2020 die Ablehnung des 
Leistungsbegehrens an (IV-act. 153). Trotz erfolgten Einwands vom 14. August 2020 (IV-
act. 163) hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 26. August 2020 daran fest. Begründet 
wurde dies damit, dass eine Hilflosigkeit nur im Bereich der Notdurftverrichtung 
ausgewiesen sei, was für den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung nicht ausreiche 
(IV-act. 166). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 25. September 2020 liess die 
Versicherte beantragen, es sei ihr rückwirkend ab 1. Juli 2016, eventualiter ab 
1. Dezember 2017, eine Hilflosenentschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zuzusprechen; 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Materiell 
beanstandete die Beschwerdeführerin im Wesentlichen die Verneinung der Hilflosigkeit im 
Bereich der Fortbewegung (act. 1).

C. Der mit Verfügung vom 28. September 2020 verlangte Kostenvorschuss von 
Fr. 800.– wurde von der Beschwerdeführerin fristgerecht bezahlt (act. 2 f.).

D. Mit Vernehmlassung vom 17. November 2020 beantragte die IV-Stelle Zug die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

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Urteil S 2020 131

E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
jeweiligen Anträgen fest (act. 8 und 10). Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit 
notwendig – erwägungsweise einzugehen sein.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
26. August 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 25. September 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung vom 28. Januar 1993 [BGS 
841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend 
gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 
SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess 
die strittige Verfügung am 26. August 2020; diese ging am 27. August 2020 beim 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist 
dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die 

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Beschwerdeschrift wurde am 25. September 2020 der Post übergeben und ging am 
28. September 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG 
vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist ist somit eingehalten. Die Beschwerdeführerin ist 
von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen 
Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die 
Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Gemäss Art. 42 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem 
Aufenthalt in der Schweiz (Art. 13 ATSG), die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung. Vorbehalten bleibt Art. 42bis IVG (Abs. 1). Es ist zu unterscheiden 
zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Abs. 2). Als hilflos gilt 
ebenfalls eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf 
lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist nur die psychische Gesundheit 
beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf 
eine Viertelsrente gegeben sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische 
Begleitung angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor. Vorbehalten bleibt 
Art. 42bis Abs. 5 IVG (Abs. 3).

3.1.1 Laut Art. 37 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gilt 
die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der 
Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise 
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der 
persönlichen Überwachung bedarf (Abs. 1). 

3.1.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln: in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist; in mindestens zwei alltäglichen 
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist 
und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder in mindestens zwei 
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und 
überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen 
ist (Abs. 2).

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3.1.3 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von 
Hilfsmitteln: in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist; einer dauernden persönlichen 
Überwachung bedarf; einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders 
aufwendigen Pflege bedarf; wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines 
schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher 
Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder dauernd auf 
lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist (Abs. 3).

3.1.4 Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs 
alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend: An-/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Ab-
liegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft, Fortbewegung (im oder ausser 
Haus)/Pflege gesellschaftlicher Kontakte (BGE 127 V 94 E. 3c; 125 V 297 E. 4a). Bei 
Lebensverrichtungen, die mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der Rechtsprechung 
nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder 
Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen 
regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 
121 V 88 E. 3c).

3.1.5 Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne 
von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige, versicherte Person ausserhalb eines 
Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit ohne Begleitung einer 
Drittperson nicht selbständig wohnen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte 
ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder 
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Ist lediglich die 
psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit 
gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine Viertelsrente bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV). 
Zu berücksichtigen ist nur die lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im 
Zusammenhang mit einer der Situationen nach Abs. 1 erforderlich ist. Nicht darunter fallen 
insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen 
erwachsenenschutzrechtlicher Massnahmen nach Art. 390–398 ZGB (Art. 38 Abs. 3 IVV). 
Die lebenspraktische Begleitung stellt ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe 
dar (BGE 133 V 450 E. 9). Sie ist notwendig, damit der Alltag selbständig bewältigt werden 
kann, und liegt vor, wenn die versicherte Person auf Hilfe bei der Tagesstrukturierung, 
Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen oder Anleitung zur Erledigung 
des Haushalts angewiesen ist. Bei ausserhäuslichen Verrichtungen ist die 

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lebenspraktische Begleitung notwendig, damit die versicherte Person in der Lage ist, das 
Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und Kontakte (Einkaufen, 
Freizeitaktivitäten, Kontakte mit Amtsstellen oder Medizinalpersonen, Coiffeurbesuch etc.) 
zu verlassen (vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über 
die Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Stand 1. Juli 2020, Rz. 
8050 f.; vgl. BGE 133 V 450 E. 8.2.3). Die Frage, ob eine entsprechende Hilfsbedürftigkeit 
besteht, ist objektiv, nach dem Zustand der versicherten Person, zu beurteilen (BGE 133 V 
450 E. 5 mit Hinweisen). Nicht erforderlich ist, dass die lebenspraktische Begleitung durch 
fachlich qualifiziertes oder speziell geschultes Betreuungspersonal erbracht wird (KSIH 
Rz. 8047).

3.2 Verwaltungsweisungen – wie das oben zitierte Kreisschreiben – richten sich an die 
Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses 
soll sie bei seiner Entscheidung jedoch berücksichtigen, soweit sie eine dem Einzelfall 
angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen 
Bestimmungen zulassen. Mithin weicht das Gericht nicht ohne triftigen Grund von 
Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der 
rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch 
interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung 
getragen (vgl. BGE 133 V 257 E. 3.2).

3.3 Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines 
Leistungsanspruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen. Nach der 
Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 
ATSG) oder des Pflegebedarfs folgenden Anforderungen zu genügen: Als 
Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der 
örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten 
Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei 
Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen 
auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen 
nicht nur zulässig, sondern notwendig (vgl. BGE 133 V 450 E. 11.1.1). Weiter sind die 
Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss 
plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen 
Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der dauernden 
Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. 

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Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu 
stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage 
im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung tätigenden 
Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet 
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am 
konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 
E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGer 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E. 3.2). Diese Grundsätze 
gelten entsprechend auch für die Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der 
lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. BGer 8C_464/2015 vom 
14. September 2015 E. 4). 

4. Die Beschwerdegegnerin anerkannte in der angefochtenen Verfügung vom 
26. August 2020 (IV-act. 166) in Abweichung zum Vorbescheid vom 22. Juni 2020 (IV-
act. 153) eine Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin im Bereich der 
Notdurftverrichtung. Nachdem sich die Parteien einig sind, dass für diesen alltäglichen 
Lebensbereich die Hilfsbedürftigkeit zu bejahen ist, können Weiterungen theoretischer 
Natur zu diesem Bereich unterbleiben, zumal keine Anhaltspunkte für eine diesbezügliche 
Fehleinschätzung der Beschwerdegegnerin bestehen, steht dies doch im Einklang mit der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGer 8C_674/2007 vom 6. März 2008 E. 6). 
Ebenfalls unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin bei den alltäglichen 
Lebensverrichtungen "An- und Auskleiden", "Aufstehen/Absitzen/Abliegen", "Essen" und 
"Körperpflege" nicht auf Dritthilfe angewiesen ist und sie weder Hilfe bei der Pflege noch 
dauernde persönliche Überwachung benötigt. Darüber hinaus ist auch die 
lebenspraktische Begleitung nicht ausgewiesen. Strittig und zu prüfen ist somit nur, ob die 
Beschwerdegegnerin einen Hilfsbedarf im Bereich der Fortbewegung zu Recht verneint 
hat. Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei im Wesentlichen auf den Abklärungsbericht 
vom 3. Juni 2020 (IV-act. 149). 

4.1 Zunächst ist festzustellen, dass der Abklärungsbericht vom 3. Juni 2020 die von 
der Rechtsprechung an den Beweiswert eines derartigen Berichts gestellten 
Anforderungen erfüllt. Er wurde von einer erfahrenen und qualifizieren Fachperson 
verfasst, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse (Hausbesuch) sowie der 
gesundheitlichen Situation (sensomotorisch inkomplette Paraplegie bei Spina bifida 
occulta mit Syringomyelie Th 10–12, neurogene Blasen-, Darm- und 
Sexualfunktionsstörung sowie Osteoporose) der Beschwerdeführerin hatte. Auch wurden 
die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben berücksichtigt. Der 

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Abklärungsbericht führt schliesslich sorgfältig, genau und nachvollziehbar aus, bei 
welchen Verrichtungen die Beschwerdeführerin Hilfestellungen braucht, welcher Art diese 
sind und wie oft diese anfallen. Somit kommt dem Bericht, vorbehältlich der Entkräftung 
durch triftige Einwände der Beschwerdeführerin, volle Beweiskraft zu. 

4.2 Zum Hilfsbedarf in der umstrittenen Lebensverrichtung "Fortbewegung" hat die 
Vorinstanz erwogen, bei der Versicherten liege einerseits keine komplette Paraplegie i.S.v. 
Rz. 8068 KSIH vor und andererseits könne sie sich ohne Dritthilfe fortbewegen. So könne 
sich die Versicherte in der Wohnung mit den Gehstöcken selbständig fortbewegen und im 
Freien ca. 200 Meter an Gehstöcken gehen. Für weitere Distanzen sitze sie im 
Handrollstuhl, den sie selber schiebe oder sie benütze ihr Handbike. Bodenunebenheiten 
könne sie mit Hilfe von FreeWheel selber bewältigen. Im Bereich der Fortbewegung sei 
daher keine Hilflosigkeit ausgewiesen (vgl. IV-act. 166 S. 2). Diese Ausführungen decken 
sich mit den Feststellungen der Abklärungsperson (vgl. IV-act. 149 S. 4). 

Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, ihre Gehfähigkeit sei stark 
eingeschränkt und sie sei für die Fortbewegung weitgehend auf einen Rollstuhl 
angewiesen. Der Umstand, dass sie im Rollstuhl kleinere Bodenunebenheiten selbständig 
überwinden könne – wie übrigens die allermeisten Rollstuhlfahrerinnen –, könne nicht 
darüber hinwegtäuschen, dass sie auf eine weitgehend rollstuhlgerechte Umgebung und 
Infrastruktur angewiesen sei, um sich selbständig fortbewegen zu können. Bei grösseren 
Steigungen, auf unebenem Gelände oder auf Kieswegen müsse sie jemand schieben, 
sodass sie auf Dritthilfe angewiesen sei. Gehe sie in ein nicht rollstuhlgängiges Haus, 
könne sie bis zu einem Stock zu Fuss gehen, benötige gleichzeitig aber eine Person, die 
ihr den Rollstuhl hochtrage. Des Weiteren könne sie auch den öffentlichen Verkehr nicht 
ohne Dritthilfe benützen. Bei Reisen, gerade mit Gepäck, benötige sie ebenfalls 
Unterstützung. Daraus ergebe sich, dass ihre Situation mit derjenigen einer Person mit 
einer kompletten Paraplegie vergleichbar und eine relevante Hilfsbedürftigkeit für den 
Lebensbereich der Fortbewegung zu bejahen sei (vgl. act. 1 S. 6 f.). 

4.3 Dieser Auffassung der Beschwerdeführerin kann beigepflichtet werden. In 
BGE 117 V 146 E. 3a/bb hat das EVG hinlänglich festgehalten, dass ein Paraplegiker, wie 
jeder Gehunfähige, selbst dann, wenn er über ein von der Invalidenversicherung 
finanziertes Automobil verfügt, bei der Fortbewegung ausser Haus, mithin in einer 
relevanten Teilfunktion der sechsten Lebensverrichtung, regelmässig in erheblicher Weise 
auf Dritthilfe angewiesen sei. Dieser Schluss folgt letztlich aus der Überlegung, dass sich 

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die Lebensverrichtung der Fortbewegung auf die Fortbewegung zu Fuss bezieht, welche 
bei Paraplegikern naturgemäss nicht mehr möglich ist. Die Rechtsprechung geht seither in 
konstanter Praxis davon aus, dass ein Paraplegiker im Bereich der Fortbewegung zum 
Vornherein als hilflos anzusehen ist, ohne dass geprüft werden müsste, ob eine 
Hilfsbedürftigkeit auch in anderen Teilfunktionen vorliegt (EVG I 784/01 vom 30. April 2002 
E. 2b). In Übereinstimmung mit dieser Rechtsprechung hat das BSV Rz. 8068 KSIH 
erlassen, wonach bei kompletter Paraplegie die Voraussetzungen der leichten Hilflosigkeit 
ohne Abklärung als erfüllt zu gelten haben. Im Urteil U 595/06 vom 19. Juni 2007 E. 3.2.2 
hat das Bundesgericht sodann ergänzt, dass beim betreffenden Tetraplegiker ins Gewicht 
falle, dass er aufgrund seiner Behinderungen im Vergleich zu anderen Rollstuhlfahrern mit 
erheblichen zusätzlichen Problemen konfrontiert sei, indem er etwa mangels Kraft in den 
Armen schon geringste Steigungen nicht mehr ohne fremde Hilfe bewältigen könne. 

4.4 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin an schweren 
körperlichen Gebrechen leidet (u.a. sensomotorisch inkomplette Paraplegie bei Spina 
bifida occulta) und ihre Gehfähigkeit dadurch stark eingeschränkt ist (vgl. IV-act. 61, 69 
S. 1 ff. und 156 S. 8). So kann die Beschwerdeführerin nur kurze Strecken mit den 
Gehstöcken zurücklegen. Für Distanzen von mehr als 200 m ist sie auf einen Rollstuhl 
angewiesen (vgl. IV-act. 156 S 10). Sodann ist aktenkundig, dass die Beinmuskulatur 
beeinträchtigt ist (vgl. IV-act. 69 S. 2). Seit dem Fahrradunfall im Jahr 2014 liegt bei der 
Beschwerdeführerin ein starker Muskelabbau in beiden Beinen vor, weshalb ihr gemäss 
eigenen Angaben die Kraft in den Beinen fehlt (vgl. IV-act. 149 S. 1). Infolge der stark 
eingeschränkten Gehfähigkeit und der fehlenden Muskelkraft dürfte es der 
Beschwerdeführerin – trotz ihrer im Abklärungsbericht vom 3. Juni 2020 festgehaltenen 
guten Mobilität – nicht möglich sein, hohe Trottoirabsätze, Treppenstufen bei fehlenden 
Rampen/Lift, Strassen mit gewisser Steigung oder unebenes Gelände ohne fremde Hilfe 
zu meistern. Wenn die Umgebung (drinnen oder draussen) nicht rollstuhlgerecht und keine 
rollstuhlgängige Infrastruktur vorhanden ist, muss sie die Hilfe einer Drittperson in 
Anspruch nehmen. Dies dürfte wiederkehrend auch im öffentlichen Nahverkehr oder auf 
Reisen, beispielsweise im Zug, der Fall sein. Auch wenn die Beschwerdeführerin "nur" 
eine inkomplette Paraplegie aufweist, unterscheidet sich ihre Situation hinsichtlich 
Hilfsbedürftigkeit bei der Fortbewegung somit nicht wesentlich von derjenigen eines 
Paraplegikers. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdeführerin bei 
ihrem Rollstuhl über ein Zusatzrad fürs Gelände und andere unebene Untergründe (sog. 
FreeWheel) verfügt. Auch wenn das Zusatzrad das Fortkommen der Beschwerdeführerin 
im Alltag in diversen Belangen zweifellos erleichtern mag, ist ihre Bewegungsfreiheit im 

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Wesentlichen nichtsdestotrotz stets von einer behindertengerechten Infrastruktur 
abhängig, welche mit dem FreeWheel befahren werden kann. Eine solche scheint 
notorisch jedoch nicht regelmässig vorhanden zu sein. Zudem dürfte es der 
Beschwerdeführerin auch weiterhin nicht möglich sein, verschiedene, alltägliche 
Hindernisse wie beispielsweise Treppenstufen zu überwinden. Angesichts dessen besteht 
trotz solcher technischer Unterstützung in einer relevanten Teilfunktion regelmässig ein 
erheblicher Unterstützungsbedarf, was zur Annahme der Hilflosigkeit in der 
Lebensverrichtung "Fortbewegung/Kontaktaufnahme" genügt. Dieses Ergebnis steht im 
Einklang mit einem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 11. Juli 
2018 (I 2018 7), der wiederum auf einen Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 
vom 15. März 2012 (720 11 308 / 81) verweist. 

4.5 Bei dieser Sachlage ist zusammenfassend eine relevante Hilfsbedürftigkeit für den 
Bereich der Fortbewegung in Anlehnung an die Rechtsprechung für Paraplegiker, welche 
auch bei guter Mobilität als hilfsbedürftig gelten, entgegen der Auffassung der Vorinstanz 
zu bejahen. Von den im Abklärungsbericht für die Hilflosenentschädigung erhobenen 
Erkenntnissen ist in diesem Zusammenhang daher abzuweichen. Eine Schlechterstellung 
von Versicherten mit inkompletter Paraplegie lässt sich diesbezüglich jedenfalls nicht 
rechtfertigen. Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin in zwei von sechs relevanten 
Lebensverrichtungen als hilflos betrachtet werden muss, sodass sie eine Entschädigung 
für leichte Hilflosigkeit beanspruchen kann. Dementsprechend erweist sich die 
Beschwerde als begründet und die Angelegenheit ist in Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese den Anspruch in masslicher und 
zeitlicher Hinsicht mit neuer Verfügung festsetzen kann. 

5.
5.1 Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach 
eine Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend 
dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Der 
Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– vollumfänglich 
zurückzuerstatten. 

5.2 Der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin steht zudem eine 
Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG zu. Diese wird vom Versicherungsgericht 
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Am 25. Januar 2021 reichte der 

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Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin unaufgefordert eine Kostennote in der Höhe von 
Fr. 3'009.05 ein (vgl. act. 8). Dabei macht er einen Zeitaufwand von insgesamt 10.17 
Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 270.– geltend. Vorliegend ist es im Rahmen des 
Gerichtsverfahrens bei einem doppelten Schriftenwechsel ohne weitere 
Beweismassnahmen oder sonstige Vorkehren geblieben. Besonders schwierige rechtliche 
Fragen haben sich sodann nicht gestellt und die für den vorliegenden Fall relevanten 
Akten waren überschaubar. Für das Verfassen der 9-seitigen Beschwerdeschrift 
rechtfertigt sich praxisgemäss ein Aufwand von drei Stunden, für die 4-seitige Replik inkl. 
Studium der Vernehmlassung ein solcher von zwei Stunden, für Aktenstudium und 
Instruktion sind weitere drei Stunden hinzuzurechnen. In Berücksichtigung der 
Mehrwertsteuer von 7,7 % und Barauslagen erweist sich bei einem praxisgemässen 
Stundensatz von Fr. 250.– eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'300.– für die 
notwendigen Aufwendungen im Verwaltungsgerichtsverfahren als angemessen. In diesem 
Umfang steht der vollumfänglich obsiegenden Beschwerdeführerin zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung zu.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 26. August 
2020 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin Anspruch 
auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades hat. Die Sache wird zur 
verfügungsweisen Festsetzung des Leistungsanspruchs in masslicher und 
zeitlicher Hinsicht an die IV-Stelle zurückgewiesen. 

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, welche der 
Beschwerdegegnerin auferlegt wird. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.– zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 2'300.– (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die 
Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 31. August 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

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