# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85d0cf4f-0bd7-51cf-9dd5-7afda954e753
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.04.2025 IV 2024/93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-93_2025-04-25.pdf

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© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/19

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/93

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.09.2025

Entscheiddatum: 25.04.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2025
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG Auf das Gutachten kann nicht ohne 
Weiteres abgestellt werden. Es äussert sich zuwenig zu den durch eine 
Sicca-Symptomatik der Augen geltend gemachten quantitativen und 
qualitativen Einschränkungen. Auf die Berichte des behandelnden 
Augenarztes kann die Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls nicht gestützt 
werden. Rückweisung, da der Sachverhalt auch aus erwerblicher Sicht 
weiter abzuklären ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 25. April 2025, IV 2024/93).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
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Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 25. April 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz),  
Karin Huber-Studerus und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin 
Beatrix Zahner  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/93 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

vertreten durch Rechtsanwalt Silvan Meier Rhein, c/o Procap,  
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/93 
 

 

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Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 8. Dezember 2015 bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Der gelernte Heizungs- und Lüftungsbauer 

arbeitete als Handwerker / Mechaniker bei der B.___ AG (IV-act. 1; Angaben Arbeitgeberin vom 

29. Januar 2016, IV-act. 28), als die Suva im Nachgang zu einem akuten Asthmaanfall und einem 

Verdacht auf ein extrinsisches Asthma bronchiale (Bericht Pneumologie / Schlafmedizin Kantonsspital 

C.___ vom 14. September 2015, Suva-act. 1-112 ff.) am 21. Dezember 2015 eine 
Nichteignungsverfügung für Arbeiten mit Exposition zu Reinigungswasserdämpfen und -aerosolen 

sowie Filterstäuben (Suva-act. 2) erliess. Die Arbeitgeberin kündigte daraufhin am 22. Februar 2016 

das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten (Suva-act. 6-10).  

A.b Die IV-Stelle sprach dem Versicherten eine Umschulung zum Technischen Kaufmann zu 
(Mitteilung vom 28. Juni 2016, IV-act. 40), welche er erfolgreich abschloss (Diplom vom ____, IV-

act. 55; Mitteilung vom 7. November 2018, IV-act. 59). Mit Verfügung vom 3. Mai 2019 wies die IV-

Stelle das Gesuch um Rente bei einem Invaliditätsgrad von 4 % ab (IV-act. 78).  

A.c Am 10. Mai 2019 meldete sich der Versicherte mit Hinweis auf ein Sicca Syndrom, aufgrund 
dessen er unter besonders im letzten Jahr erheblich verstärkten Beschwerden der Augen leide, erneut 

bei der IV an (IV-act. 79). Der behandelnde Dr. med. D.___, Facharzt für Ophthalmologie, 

diagnostizierte eine Sicca-Blepharitis sowie rezidivierende bakterielle Bindehautentzündungen und 

attestierte dem Versicherten ab 17. Juni 2019 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Er führte aus, der 

Versicherte leide seit mindestens 4 Jahren unter Brennen der Augen und rezidivierenden 

Bindehautentzündungen. Die Augen seien sehr trocken und stark empfindlich auf Durchzug, 
Klimaanlagen, Staub und längere Bildschirmarbeit. Der Versicherte trage eine geschlossene Brille 

(Berichte vom 21. Juni 2019, IV-act. 85, vom 16. September 2019, IV-act. 105 und vom 27. September 

2019, IV-act. 108).  

A.d Dr. med. E.___, Facharzt für Rheumatologie, hielt am 8. Oktober 2019 fest, ein Sjögren-Syndrom 
könne zwar nicht ausgeschlossen werden, anderseits fehlten diesbezüglich zurzeit eindeutige Befunde 

(IV-act. 114). Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, 

berichtete am 15. Oktober 2019, in der klinischen Untersuchung zeige sich eine erhöhte 

Lidschlagfrequenz bei reizlosen Konjunktiven. Laborchemisch zeige sich kein Hinweis für ein 

manifestes Sjögren-Syndrom (IV-act. 121).  

A.e Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 19. November 2019 Coaching als 
Frühinterventionsmassnahme (IV-act. 133) sowie Arbeitsvermittlung (IV-act. 134) zu. Das 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Zustandekommen eines Arbeitsversuchs scheiterte an den Beschwerden des Versicherten bei 

Bildschirmarbeit sowie an einer Migräneattacke an einem vorgesehenen Probearbeitstag 

(Schlussbericht Coaching vom 26. März 2020, IV-act. 139). Dr. D.___ attestierte dem Versicherten am 

17. Februar 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % und begrenzte die Bildschirmarbeitszeit auf 45 

Minuten mit nachfolgender einstündiger Pause an einem Arbeitsplatz ohne Klimaanlage, Zugluft, Staub 
und ohne extrem trockene Heizungsluft (IV-act. 137; s. auch Verlaufsbericht vom 9. April 2020, IV-

act. 141 und Stellungnahme vom 30. April 2020, IV-act. 143). Der Eingliederungsverantwortliche hielt 

am 28. Februar 2020 fest, unter den gegebenen Voraussetzungen könne nicht von einer beruflichen 

Integrationsfähigkeit ausgegangen werden und schloss das Dossier vorerst wegen instabilen 

Gesundheitszustands (IV-act. 138-10).  

A.f Dr. med. G.___, Augenklinik des KSSG, führte im Bericht vom 30. Juni 2020 aus, der Versicherte 
leide an einer chronisch rezidivierenden Blepharokonjunktivitis links mehr als rechts bei 

Lidranddysfunktion. Mittels Lipiview lasse sich der Befund nur schwer objektivieren, da der Versicherte 

aufgrund starker Schmerzen nicht über längere Zeit die Augen offenhalten könne. Der Lipidfilm und die 

Anzahl Meibomdrüsen seien jedoch ausreichend. Der Versicherte trage eine Brille mit abdichtendem 

Rand und appliziere 10 bis 20mal täglich Hylo-Gel Augentropfen. Beim Arbeiten am Bildschirm komme 

es zu einer Reduktion der Blinzel-Frequenz, was wiederum die Austrocknung der Augenoberfläche 

fördere (IV-act. 148).  

A.g Mit Mitteilung vom 26. Oktober 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um berufliche 
Massnahmen ab, da sich der Versicherte nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen 

mitzuwirken (IV-act. 160). Der Versicherte liess dazu am 14. Dezember 2020 Stellung nehmen, die 

beruflichen Massnahmen seien nicht eingestellt worden, weil er sich arbeitsunfähig fühle, sondern weil 

keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorliege (IV-act. 165). 

A.h Der Hausarzt überwies den Versicherten zu einem psychiatrisch-psychologischen Konsilium 
(Bericht vom 24. Februar 2021, IV-act. 169). Med. pract. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, führte im Bericht vom 30. April 2021 aus, es bestehe eine subdepressive 

Stimmungslage, welche vor dem Hintergrund der psychosozialen Belastung normpsychologisch sei. 

Eine psychiatrische Diagnose von Krankheitswert sei nicht zu stellen; aus psychiatrischer Sicht bestehe 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 175). In einem Bericht vom 14. Mai 2021 stellte 

Dr. D.___ die Auswirkungen des Sicca-Syndroms und des möglichen Sjögren-Syndroms dar und 

berichtete, die Symptomatik habe sich inzwischen weiter verschlechtert (IV-act. 177).  

A.i Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die SMAB AG St. Gallen (nachfolgend 
SMAB) bidisziplinär (Ophthalmologie/Psychiatrie) begutachtet (Gutachten vom 7. Juni 2022, IV-

act. 224). Die Gutachter diagnostizierten ein Sicca-Syndrom bei leicht- bis mittelgradiger 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Meibomdysfunktion sowie eine somatoforme Störung, ophthalmologisches System (IV-act. 224-7). Sie 

führten aus, obschon die Erkrankung wenig objektive Befunde aufweise, verursache sie sehr starke 

Beschwerden. Es sei von einer deutlichen psychischen Überlagerung auszugehen. Zudem liege eine 

Aggravierung / funktionelle Überlagerung vor. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte und des 

Arbeitsprofils der letzten Tätigkeit erscheine eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % begründbar. Aus 
psychiatrischer Sicht liege ein dysfunktionaler Umgang mit dem durchaus somatisch begründeten 

Beschwerdebild vor; für die bisherige Tätigkeit erscheine eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % plausibel 

und begründbar (IV-act. 224-6). Polydisziplinär bestehe in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit von 100 % (IV-act. 224-9).  

A.j Der RAD nahm am 25. Juli 2022 Stellung, auf das Gutachten könne abgestellt werden (IV-
act. 226). Mit Vorbescheid vom 12. September 2022 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 229). Hiergegen liess der 

Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. S. Meier Rhein, am 14. Oktober 2022 Einwand 

erheben, das Gutachten beschreibe keine dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Tätigkeit und setze 

sich nicht mit der ausführlichen Berichterstattung bzw. abweichenden Beurteilung von Dr. D.___ 

auseinander. Die Schätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sei nicht 

nachvollziehbar, ebenso wenig die fehlende Auswirkung der somatoformen Schmerzstörung auf eine 

solche (IV-act. 233).  

A.k Der Versicherte liess am 29. November 2022 eine Stellungnahme von Dr. D.___ vom 
17. November 2022 einreichen, wonach die Gutachter die Schwere und Tragweite der 

Augenerkrankung des Versicherten grundlegend verkannt hätten (IV-act. 235-3). Weiter legte der 

Versicherte von ihm selbst verfasste Stellungnahmen vor (IV-act. 235-19 ff.). Zusammenfassend liess 

er vorbringen, die Gutachter hätten die Krankheitssymptome ungerechtfertigt als psychosomatisch 

begründet beurteilt und sich auf unrichtige Darstellungen in der Aktenlage gestützt (IV-act. 235-1 f.). 

Dr. D.___ berichtete am 19. Mai 2023 über eine weitere Verschlechterung seit dem 14. Mai 2021. Er 

hielt fest, es dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass möglicherweise zusätzlich ein Sjögren-

Syndrom vorliege. Lesen oder Bildschirmarbeiten seien nur während 20 Minuten am Stück mit danach 

mehrstündiger Pause möglich. Sowohl Kälte als auch Wärme, Lüftungs- und Klimaanlagen würden zu 

Problemen (Beschlagen der dichten Brille) und zu starken Schmerzen, Brennen und Entzündungen 

führen. Eine psychosomatische Komponente bestehe nicht, das Problem sei rein ophthalmologisch (IV-

act. 242). Der RAD nahm am 6. Juni 2023 Stellung, der ophthalmologische Gutachter habe die Berichte 

von Dr. D.___ gekannt und berücksichtigt. Es bleibe bei der bisherigen Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit und des Zumutbarkeitsprofils (IV-act. 243).  

A.l Mit Verfügung vom 15. Juni 2023 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab (IV-
act. 244). Dagegen liess der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Meier Rhein, am 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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21. August 2023 Beschwerde erheben (IV-act. 250). Hierauf veranlasste der RAD am 27. Mai 2023 

Ergänzungsfragen an die Gutachter nach der Arbeitsfähigkeit im umgeschulten Beruf als Technischer 

Kaufmann und in einer Tätigkeit mit ausschliesslicher oder vorwiegender Bürotätigkeit (IV-act. 256). Die 

IV-Stelle widerrief am 9. Oktober 2023 die angefochtene Verfügung vom 15. Juni 2023 (IV-act. 258; 

Abschreibungsverfügung des Versicherungsgerichts im Verfahren IV 2023/144 vom 21. November 
2023 IV-act. 270).  

A.m In ihrer Stellungnahme vom 25. Oktober 2023 führten die Gutachter aus, im Beruf des 
Technischen Kaufmanns bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Bei einer ausschliesslichen oder 

vorwiegenden Bürotätigkeit mit entsprechender Bildschirmarbeit werde die Sehfunktion deutlich mehr 

beansprucht, so dass hierfür keine Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei (IV-act. 269).  

A.n Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2024 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut in Aussicht, 
das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 10 % abzuweisen. Zur Begründung führte sie aus, in 

der angestammten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Leidensadaptierte Tätigkeiten 

seien ihm zu 100 % zumutbar. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt seien im Bereich der 

Hilfstätigkeiten diverse Stellen vorhanden, die mit dem ophthalmologischen Belastungsprofil vereinbar 

seien (IV-act. 275).  

A.o Mit Einwand vom 14. Februar 2024 liess der Versicherte vorbringen, es werde nicht 
berücksichtigt, dass er die Augen nur beim Tragen einer Schutzbrille geöffnet halten könne. Diese 
beschlage bei hoher Luftfeuchtigkeit. Vor diesem Hintergrund sei nicht nachvollziehbar, dass die IV-

Stelle Hilfstätigkeiten für zumutbar halte. Eine angepasste Tätigkeit existiere nicht (IV-act. 281). Der 

RAD liess sich am 29. Februar 2024 vernehmen, ob es auf dem freien Arbeitsmarkt angepasste 

Tätigkeiten zu finden seien, könne aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht geklärt werden. Mit dem 

Einwand seien keine neuen medizinischen Sachverhalte oder Diagnosen vorgebracht worden, die nicht 

ohnehin bereits im medizinischen Dossier oder im Gutachten erwähnt oder diskutiert worden seien (IV-

act. 282).  

A.p Mit Verfügung vom 27. März 2024 wies die IV-Stelle das Gesuch wie im Vorbescheid vorgesehen 
ab. Als mit dem gutachterlichen Belastungsprofil vereinbar führte sie Tätigkeiten im Verkauf, in der Be- 

oder Überwachung, in der Spedition oder Büroarbeiten abgesehen von Bildschirmarbeiten auf (IV-

act. 285).  

B.   

B.a Gegen die Verfügung vom 27. März 2024 lässt der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 
weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Meier Rhein, am 30. April 2024 Beschwerde erheben. Er 
beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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sei ihm eine (ganze) Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung macht er geltend, der 

ophthalmologische Gutachter komme zum Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf 

nur um 30 % eingeschränkt sei, was klar der Einschätzung von Dr. D.___ widerspreche. Eine 

nachvollziehbare Begründung dafür lasse sich dem Gutachten nicht entnehmen. Es sei nicht ersichtlich, 

welche Tätigkeit in mit dem Zumutbarkeitsprofil vereinbarer Weise ausgeführt werden könnte. Im 
Gutachten fänden sich zahlreiche relevante fehlerhafte Darstellungen, so etwa, dass Dr. D.___ 

Hinweise auf eine mögliche somatische Belastungsstörung gefunden haben wolle. Nicht 

nachvollziehbar sei, dass sich die somatoforme Störung zwar auf die angestammte, nicht aber auf 

angepasste Tätigkeiten auswirken solle. Dr. D.___ beschreibe nachvollziehbar eine weitere 

Verschlechterung der fortschreitenden degenerativen Sicca-Erkrankung und die Symptomatik, wie sie 

ihn im Alltag hemme. Vom Gutachter nicht berücksichtigt werde, dass er wegen ständigen Brennens 

und Blendens die Augen nicht ungeschützt offenhalten könne. Die Augen reagierten bei Kälte selbst 

mit Brille mit starken Schmerzen, Brennen, Tränen und Entzündungen. In der kalten Jahreszeit sei 

Mobilität praktisch ausgeschlossen. Die von der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

angeführten Tätigkeiten seien nicht zumutbar, da sie nicht ganzjährig möglich seien, in staubiger 

Atmosphäre verrichtet würden bzw. das Sehorgan beanspruchten oder Bildschirmarbeit erforderten. Es 

sei auf die fachkundigen und sehr gut nachvollziehbaren Ausführungen von Dr. D.___ abzustellen und 

von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen (act. G 1).  

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 15. August 2024 beantragt die Beschwerdegegnerin, die 
Beschwerde sei abzuweisen. Sie führt an, die Gutachter hätten die Berichte von Dr. D.___ vor der 

Begutachtung gesichtet und den Beschwerdeführer umfassend untersucht. In Übereinstimmung mit 

Dr. G.___ habe der Gutachter wenig objektive Befunde erheben können. Die Vorakten seien gewürdigt 

worden und gestützt darauf sei das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen des Beschwerdeführers 

beurteilt worden. Die abweichende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vermöge das Gutachten in Anbetracht 

der unterschiedlichen Aufgaben behandelnder und begutachtender Ärzte nicht infrage zu stellen. Das 

Gutachten der SMAB erfülle die Kriterien der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vollständig und 

schlüssig und sei mithin beweiskräftig. Das Belastungsprofil schliesse lediglich ausgeprägten Luftzug 

und nur ausschliessliche und vorwiegende Bildschirmarbeit aus. Die verbleibende Aktivitätsdauer bis 

zur Pensionierung des Beschwerdeführers sei verhältnismässig sehr lange. Dieser verfüge über 

mehrere abgeschlossene Berufsausbildungen und mithin über eine gewisse Umstellungs- und 

Einarbeitungsfähigkeit. Er sei in der Lage, längere Distanzen im Auto zurückzulegen, selbständig in 

einer Wohnung zu leben und sich am Computer zu beschäftigen. Vor diesem Hintergrund sei von der 
Verwertbarkeit der 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (act. G 6).  

B.c In seiner Replik vom 4. November 2024 lässt der Beschwerdeführer vorbringen, die Anmeldung 
bei der IV sei erfolgt, da das RAV erhebliche Probleme bei der Eingliederung festgestellt habe. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Dr. D.___ habe vor dem Hintergrund, dass sämtliche Eingliederungsversuche wegen der 

Augenproblematik fehlgeschlagen seien, die Arbeitsunfähigkeit zunächst von 50 % auf 75 % und 

alsdann auf 100 % erhöht. Auf seine Berichte und insbesondere auf die relevante Problematik der 

Tränenfilmzusammensetzung werde von den Gutachtern nicht eingegangen. Dr. G.___ habe nicht auf 

eine psychische Überlagerung, sondern lediglich auf eine schwierige Objektivierung der 
Augenproblematik hingewiesen. Die dem Belastungsprofil zugrunde gelegten Beschwerden seien 

verharmlost. Für seine Stellungnahmen, mit denen er versuche, die ungenügende Erfassung des 

Beschwerdebildes und zuweilen Falschaussagen zu korrigieren, benötige er in der Regel zwei Wochen, 

da er maximal 20 Minuten pro Tag daran zu arbeiten fähig sei. Die Annahme einer verwertbaren 

Arbeitsfähigkeit erweise sich im Zusammenhang mit der Augenproblematik als unrealistisch (act. G 12).  

B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 11. November 2024 auf eine Duplik (act. G 14).  

B.e Das Versicherungsgericht stellt fest, dass das ihm zur Verfügung stehende elektronische 
Aktendossier einen aktuelleren Stand aufweist als das physische Dossier. Es stellt dem 

Beschwerdeführer die massgebende Seite des Aktenverzeichnisses sowie die act. 297, 300, 308 bis 

311 in Kopie am 4. März 2025 zu und eröffnet eine Frist zur allfälligen Stellungnahme bis zum 24. März 

2025, welche ungenutzt verstreicht (act. G 18).  

B.f Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 
Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen 
1.   

1.1 Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet der allfällige Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers. Bezüglich berufliche Massnahmen wurde das Leistungsbegehren mit Mitteilung 
vom 26. Oktober 2020 (IV-act. 160) abgewiesen. Diese war bei Erlass der angefochtenen Verfügung 

vom 27. März 2024 längst in Rechtskraft erwachsen. Dennoch hätte die Beschwerdegegnerin nach 

dem Grundsatz Eingliederung vor Rente nochmals Eingliederungsmassnahmen zu prüfen, sollte sich 

ergeben, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente hat (Art. 8 Abs. 1 lit. a und Art. 8a Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).  

1.2 Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads gemäss 
Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als glaubhaft 

gemacht erachtet, indem sie auf das Gesuch vom 10. Mai 2019 (IV-act. 79) eingetreten ist und 

schliesslich eine Begutachtung angeordnet hat. Da ein Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener 

Verfügung vom 3. Mai 2019 abgewiesen wurde (IV-act. 78), besteht ein allfälliger Rentenanspruch 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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aufgrund der Neuanmeldung frühestens ab 1. November 2019 bzw. nach Ablauf des Wartejahres 

gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG; BGE 142 V 550 f. E. 3.1 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.3.3). 

1.3 Am 1. Januar 2022 sind im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen im IVG 
sowie im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 
samt entsprechendem Verordnungsrecht in Kraft getreten (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung 

vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, Bbl 2017 2535). In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen 

führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 150 V 328 E. 4.2; BGE 144 V 213 E. 4.3.1). Demnach 

sind vorliegend die Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung anwendbar, da die 

angefochtene Verfügung einen noch unter Geltung des alten Rechts allenfalls entstandenen 

Rentenanspruch zum Gegenstand hat (s. E. 1.2, auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). Da der Beschwerdeführer zudem am 1. Januar 2022 zwar das 

30., aber noch nicht das 55. Altersjahr vollendet hatte, bleibt ein allfälliger Anspruch so lange bestehen, 

bis ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG eintritt (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2023, 

9C_540/2022, E. 3.1). 

2.   

2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 

gewesen sind (lit. b), und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. 

c). 

2.2 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch die 

gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 
Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid 

ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).  

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im Beschwerdefall das 
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen (vgl. auch Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und 

-ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in 

die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 

8C_801/2018, E. 4.3). 

3.   

3.1 Der Beschwerdeführer bestreitet die Beweistauglichkeit des der angefochtenen Verfügung 
zugrunde liegenden bidisziplinären Gutachtens der SMAB vom 7. Juni 2022. Er macht im Wesentlichen 

geltend, der ophthalmologische Gutachter habe die Ausführungen seines behandelnden Fachkollegen 

nicht berücksichtigt und die attestierte Arbeitsfähigkeit von 100 % in leidensadaptierten Tätigkeiten sei 

nicht nachvollzieh- bzw. verwertbar.  

3.2 Während Dr. D.___ eine chronische Blepharitis (Entzündung im Bereich der Augenlider), eine 
ausgeprägte Lidranddysfunktion, eine massive bzw. schwere degenerative Sicca-Symptomatik sowie 
eine Blepharokonjunktivitis (gleichzeitige Entzündung des Augenlids und der Bindehaut) feststellte 

(Berichte vom 19. Mai 2023, IV-act. 242-3, und vom 31. März 2021, IV-act. 193), diagnostizierte der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10/18 

ophthalmologische Gutachter ein Sicca-Syndrom bei leicht- bis mittelgradiger Meibomdysfunktion und 

führte aus, diese umfasse auch die in den Akten erwähnte Blepharokonjunktivitis bzw. Blepharitis (IV-

act. 224-49 f.). Er beschrieb die Break-up-time von 10 Sekunden (bei forcierter Augenöffnung), die 

Tränensekretionsmenge und die Höhe des Tränenfilms als normwertig, die Lider als leicht hyperäm mit 

wenig Meibomstau, die Bindehaut als reizlos (ohne typische Falten bei trockenem Auge) und die 
Hornhaut als glatt ohne trockene Stellen (IV-act. 224-47 ff.). Diagnostisch ordnete der Gutachter die 

aktenkundigen Symptome wie Blepharitis und Blepharokonjunktivitis ausschliesslich dem Sicca-

Syndrom zu. Diese Entitäten könnten allesamt unter das Sicca-Syndrom (= «trockenes Auge») 

subsumiert werden. Die klinischen Symptome hätten gemäss Akten nie mit den geschilderten 

Symptomen übereingestimmt, was sehr typisch für das Sicca-Syndrom sei und auf eine psychische 

Komponente des Sicca-Syndroms hinweise (IV-act. 224-49). Unabhängig davon, ob die mehrfachen 

Augenentzündungen unter die Diagnose der Sicca-Symptomatik subsumiert werden oder zusätzlich als 

eigene Diagnosen erkannt werden, ist zu beurteilen, inwiefern diese die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers einschränken. Der Gutachter liess sich zu den geltend gemachten, als sehr 

einschränkend erlebten sowie mehrfachen Augeninfektionen nicht detailliert vernehmen (vgl. zur 

ausführlichen und nachvollziehbaren Beschreibung derselben den Bericht von Dr. D.___ vom 19. Mai 

2023, IV-act. 242-4). Diese erscheinen im Gutachten demnach nicht ausreichend berücksichtigt (vgl. 

IV-act. 224-49 f.). Ein zusätzlich vermehrtes Auftreten von Augeninfektionen und eine höhere 
Anfälligkeit für solche bei Vorliegen einer Sicca-Symptomatik erscheint durchaus nachvollziehbar. 

Unklar bleibt jedoch, ob der Gutachter sich deshalb diesbezüglich nicht geäussert hat bzw. den 

Augeninfektionen keine Bedeutung bezüglich weiterer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beimisst. Der 

RAD hielt am 6. Juni 2023 fest, die Berichte von Dr. D.___ hätten dem Gutachter vorgelegen und seien 

berücksichtigt worden. Auch er nimmt nicht ergänzend Stellung zu den von Dr. D.___ gemachten 

Schilderungen der mehrfachen Augeninfektionen, der schlechten Behandlungserfolge und der 

fehlenden psychosomatischen Komponente (vgl. RAD-Stellungnahme vom 6. Juni 2023, IV-act. 243-3, 

sowie Bericht Dr. D.___ vom 19. Mai 2023, IV-act 242). Weiter spricht Dr. D.___ von einer 

«degenerativen» Sicca-Symptomatik, währenddessen sich der Gutachter zu dieser Komponente nicht 

weiter äussert. Allerdings weisen die vom Gutachter erhobenen Befunde wie die intakte Hornhaut und 

das Fehlen von trockenen Stellen oder auch von Vernarbungen nicht auf eine Degeneration hin. Auch 

dieser Punkt wirft Fragen auf. 

3.3  

3.3.1 Dr. med. I.___, Fachärztin für Ophthalmologie, berichtete am 17. Januar 2019 unter anderem 
über eine chronische Blepharokonjunktivitis und einen Versuch, die Beschwerden durch Verschluss der 

Tränenwege mittels Punctum plug zu lindern, der vom Beschwerdeführer nicht toleriert worden sei (IV-

act. 122-2). Dr. G.___ diagnostizierte im Juni 2020 eine chronisch rezidivierende Blepharokonjunktivitis 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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11/18 

links mehr als rechts bei Lidranddysfunktion. Der Befund war wegen bei der Untersuchung 

aufgetretenen Schmerzen mittels Lipiview allerdings nur schwer objektivierbar, jedoch waren der 

Lipidfilm und die Anzahl der Meibomdrüsen ausreichend. Die Break-up-time betrug 5 Sekunden. 

Lidrand und Bindehaut zeigten sich injiziert (gerötet). Die Blepharitis wurde als mittelschwer bezeichnet 

(Bericht vom 30. Juni 2020, IV-act. 148). In seinem Bericht erwähnte Dr. G.___ zwar Schwierigkeiten 
bei der Befunderhebung, jedoch geht daraus nicht hervor, dass die Untersuchung hätte abgebrochen 

werden müssen (vgl. Bericht Dr. D.___ vom 19. Mai 2023, IV-act. 242-3 f.). Der Gutachter erhob 

vergleichbare Befunde (vgl. dazu E. 3.2).  

3.3.2 Dr. D.___ hält dafür, der Gutachter verkenne die Schwere und Tragweite der Augenerkrankung. 
Er begründet seine Einschätzung einer inzwischen 100%igen Arbeitsunfähigkeit mit den vom 

Beschwerdeführer beschriebenen Einschränkungen, die aufgrund der Sicca-Erkrankung klar 

nachvollziehbar seien. Der Beschwerdeführer leide unter einem ständigen Brennen und Blenden, so 

dass er die Augen nicht ungeschützt offenhalten könne. Er trage eine Bille mit geschlossenem Rand, 

welche das Verdunsten der Tränenflüssigkeit vermindere und Körperwärme vor den Augen zurückhalte. 

Dies könne die Symptome mildern, jedoch nicht beseitigen und nur bedingt vor Wind / Zugluft schützen. 

Jeder auch nur kurzfristige Kontakt mit Wind, Zugluft / Klimaanlagen, starker Heizungsluft sowie Kälte 

habe eine dauerhafte Verschlechterung zur Folge und müsse unbedingt gemieden werden. Nach 

Angaben des Beschwerdeführers träten bei Tätigkeiten am Bildschirm und beim Lesen 
kleingeschriebener Texte nach 20 Minuten starke Schmerzen auf, weshalb er eine mehrstündige Pause 

benötige. Wegen der starken Lüftungs- und Klimaanlagen könne er den öffentlichen Verkehr nicht 

nutzen und meide grosse Einkaufszentren. Bei Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit sei er nicht mobil, da 

die Brille beschlage bzw. die eindringende Kälte zu starken Beschwerden führe (starke Schmerzen, 

Brennen, Entzündungen). So habe er im Winter die Wohnung teils über Wochen nicht verlassen können 

(Stellungnahme vom 19. Mai 2023, IV-act. 242 -4 f.).  

3.3.3 Dr. D.___ schildert die Ausprägung der Erkrankung und der Beschwerden deutlich 
schwerwiegender als der Gutachter. Anhaltspunkte für eine Verbesserung der Erkrankung auf den 

Zeitpunkt der Begutachtung hin, welche die unterschiedliche Beurteilung erklären könnten, finden sich 

in den Akten nicht; im Gegenteil berichtete Dr. D.___ wiederholt von einer Verschlechterung (Berichte 

vom 31. März 2021, IV-act. 193, vom 14. Mai 2021, IV-act. 235-35 und vom 19. Mai 2023, IV-act. 242-

3). Die unterschiedlich geschilderte Ausprägung des Sicca-Syndroms bzw. der Beschwerden erklärt 

auch die abweichende Ansicht betreffend eine psychische Überlagerung: Dr. D.___ verneinte eine 

psycho-somatische Komponente und führte die von ihm geschilderten schwerwiegenden Auswirkungen 
für den Alltag und die Berufstätigkeit des Beschwerdeführers (ausschliesslich) auf das Sicca-Syndrom 

zurück (Stellungnahme vom 19. Mai 2023, IV-act. 242-5). Demgegenüber hielt der ophthalmologische 

Gutachter fest, die klinischen objektiven Befunde hätten nie mit den geschilderten Symptomen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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12/18 

übereingestimmt. Es sei von einer deutlichen, für das Sicca-Syndrom sehr typischen psychischen 

Komponente bzw. psychischen Überlagerung auszugehen (IV-act. 224-49). Dafür stützt er sich auch 

auf den von ihm durchgeführten Tetracaine-Simulationstest: Er verabreichte dem Beschwerdeführer 

Tetracaine Augentropfen (ein Lokalanästhetikum) unter der Angabe, es handle sich um eine Anfärbung. 

Beim nächsten Tropfen – ebenfalls Tetracaine – teilte er dem Beschwerdeführer mit, dass es sich nun 
um eine Betäubung handle, welche alle Beschwerden sogleich lindern werde. Darauf gab der 

Beschwerdeführer eine deutliche Besserung an und konnte die Augen auch spontan öffnen (IV-

act. 224-48 f.). Die Bezeichnung als Simulationstest ist zwar insofern irreführend, als aus dem 

Testergebnis nicht zwingend auf ein fehlendes Vorhandensein der Beschwerden im geklagten Ausmass 

im Sinne einer Simulation oder Aggravation zu schliessen ist. Er zeigt auch nicht, dass die geklagten 

Beschwerden nicht ausschliesslich somatisch bedingt sind. Die vom Beschwerdeführer selbst 

angegebene Erklärung, dass das Schmerzmittel erst nach dem zweiten Tropfen, also nach Erhöhung 

der Dosis und nach weiterem Zeitablauf gewirkt habe (vgl. IV-act. 235-11), ist ebenfalls nicht von der 

Hand zu weisen. Zudem bleibt festzuhalten, dass der ophthalmologische Gutachter nicht kompetent ist, 

Diagnosen im Fachbereich der Psychiatrie / Psychotherapie zu stellen.  

3.3.4 Der augenärztliche Gutachter erhob die Befunde zu einem Zeitpunkt, in dem die Augen des 
Beschwerdeführers vorgängig (vorbehältlich der Belastung durch die Anreise) geschützt und offenbar 

wenig den an ausserhäuslichen Arbeitsplätzen praktisch immer vorhandenen Einflüssen von 
Temperatur, Zugluft oder Staub ausgesetzt waren. Er begründete nicht hinreichend, weshalb vom 

Zumutbarkeitsprofil lediglich Tätigkeiten mit ausgeprägtem Wind/Luftzug oder mit notwendiger 

Fokussierung ausgeschlossen seien (IV-act. 224-51), während Dr. D.___ hier weit umfassendere 

Einschränkungen umschrieb. Zur Notwendigkeit und zum Zeitbedarf der Pflege sowie zur geltend 

gemachten Einschränkung der Mobilität machte der Gutachter ebenfalls keine Aussagen.  

3.3.5 Für die Tätigkeit als Technischer Kaufmann attestiert der ophthalmologische Sachverständige 
eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. In einer angepassten Tätigkeit ohne ausgeprägten Wind/Luftzug, ohne 

notwendige Fokussierung auf eine kleine Fläche und mit geringer Beanspruchung der Augen hält er 

den Beschwerdeführer für zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 224-51 f.). Am 25. Oktober 2023 führten die 

Gutachter ergänzend auf Nachfrage hin aus, in einer ausschliesslichen oder vorwiegenden Bürotätigkeit 

mit entsprechender Bildschirmarbeit werde die Sehfunktion deutlich stärker beansprucht als im Beruf 

des Technischen Kaufmanns, so dass hierfür keine Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei (IV-act. 269). 

Diese Spannweite der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 0 % bis 100 % für teils wohl sehr ähnliche 

Tätigkeiten ist nicht plausibel. Technische Kaufleute bearbeiten unternehmerische Fragestellungen und 
Aufgaben hauptsächlich im technisch-betriebswirtschaftlichen Umfeld. Sie arbeiten beispielsweise in 

den Bereichen technischer Verkauf und Marketing sowie Supply Chain Management und stellen die 

interne und externe Kommunikation mit allen Anspruchsgruppen sicher. Sie organisieren unter anderem 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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13/18 

die Umsetzung der Anforderungen im Bereich Qualität, Umwelt und Sicherheit sowie eine 

angemessene Infrastruktur und nehmen aufgrund ihres technisch-gewerblichen Hintergrunds und den 

erworbenen betriebswirtschaftlichen Kompetenzen eine Bindegliedfunktion zwischen Technik und 

Ökonomie ein. Sie stellen sicher, dass die Unternehmensprozesse reibungslos verlaufen. (vgl. 

Berufsprofil Technischer Kaufmann BP / Technische Kauffrau BP auf www.berufsberatung.ch). Ausser 
während Telefonaten, Sitzungen und Besprechungen dürfte es in dieser Tätigkeit praktisch 

ununterbrochen vonnöten sein, Mails, Unterlagen, Auswertungen, Ablaufpläne usw. zu studieren. 

Einzig eine Tätigkeit als Autor, Lektor oder Ähnliches dürfte mit noch mehr Lesen verbunden sein. Ob 

dies am Bildschirm oder analog geschieht, dürfte mit Bezug auf die Einschränkung bzw. Erkrankung 

des Beschwerdeführers keinen relevanten Unterschied machen. Überdies dürften die zu vermeidenden 

«Umwelteinflüsse» bei allen Tätigkeiten und insbesondere auch bei der Überwindung des Arbeitsweges 

einen Einfluss haben. Die fachmedizinische Beurteilung des ophthalmologischen Gutachters erweist 

sich damit insgesamt als nicht vollumfänglich nachvollziehbar. 

3.4  

3.4.1 Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine somatoforme Störung, ophthalmologisches 
System (ICD-10: F45.8; IV-act. 224-37). Er erhob einen weitgehend unauffälligen Befund (vgl. IV-

act. 224-35 ff.) und führte aus, es lägen somatische Symptome vor, die als sehr quälend erlebt würden 

und in einer deutlichen Beeinträchtigung des Funktionsniveaus resultierten. Damit einhergehend träten 
exzessive und unverhältnismässige Gedanken, Gefühle und Verhalten im Hinblick auf die Symptome 

auf. Es bestünden also auf der kognitiven, emotionalen und Verhaltensebene Auffälligkeiten, die mit 

der Diagnose einer «somatischen Belastungsstörung» vereinbar seien (IV-act. 224-37). Der 

Beschwerdeführer und der behandelnde Ophthalmologe Dr. D.___ distanzieren sich von einer 

psychischen Beschwerdekomponente (vgl. dazu insbesondere IV-act. 109-2, IV-act. 166 und IV-

act. 242-5) und berufen sich auf eine konsiliarische Beurteilung von med. pract. H.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Februar 2021, wonach beim Beschwerdeführer keine 

psychiatrischen Diagnosen mit Krankheitswert zu stellen seien (IV-act. 175).  

3.4.2 Die psychiatrische Diagnose wirkt sich als zusätzliche Komponente zur somatischen 
Augenerkrankung gemäss dem psychiatrischen Gutachter lediglich in der bisherigen, nicht aber in einer 

adaptierten Tätigkeit aus (vgl. IV-act. 224-39), was der Beschwerdeführer als nicht nachvollziehbar rügt 

(act. G 1 Ziff. 11 S. 10). Die Argumentation erscheint zwar insofern schlüssig, als in Tätigkeiten, in 

denen (gemäss dem ophthalmologischen Gutachter) eine volle Arbeitsfähigkeit vorliegt, keine 

somatischen Beschwerden vorhanden wären, die psychisch überlagert werden könnten. Der 
Beschwerdeführer traut sich allerdings eine Arbeit selbst unter angepassten Bedingungen, mit 

Schutzbrille und unter Vermeidung jeglicher Irritationen, nicht zu. Es wird nicht ausreichend erklärt, ob 

er aus psychischen Gründen unter Bedingungen nicht arbeiten kann, die aus somatischer Sicht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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14/18 

durchaus zumutbar wären. Andererseits bestreitet er eine psychische Komponente und widerspricht 

sich insoweit selber, wenn er eine psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit auch für angepasste 

Tätigkeiten geltend macht. Die Ausführungen des psychiatrischen Gutachters sind jedenfalls nicht 

gänzlich nachvollziehbar. 

3.4.3 Unter der Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ist nicht zu 
erwarten, dass der Beschwerdeführer damit ein höheres Einkommen zu erzielen vermöchte als in einer 

vollzeitlichen adaptierten Tätigkeit. Auch ist in qualitativer Hinsicht die Arbeitsfähigkeit gemäss dem 

Gutachten aus psychiatrischer Sicht nicht weiter eingeschränkt als aus ophthalmologischer Sicht. So 

führt der psychiatrische Gutachter aus, das Belastungsprofil sei nicht im engeren Sinne psychiatrisch 

definiert, sondern nur indirekt durch die Auswirkungen der psychiatrischen Erkrankung auf die per se 

organisch erklärbaren Augenbeschwerden. Insofern entspreche es dem ophthalmologischen 

Zumutbarkeitsprofil (IV-act. 224-40). Folglich bleibt bei Massgeblichkeit der gutachterlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Bestimmung des Invaliditätsgrades ohne Belang, ob die 

psychiatrische Diagnose gegeben ist oder nicht.  

3.4.4 Auf das Gutachten der SMAB vom 7. Juni 2022 kann somit nicht abgestellt werden. Die volle 
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten ist nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit dargetan.  

3.5  
Zu prüfen bleibt, ob auf die Berichte von Dr. D.___ abgestellt werden kann.  

3.5.1 In seinen Berichten finden sich keine Befunde, welche einen höheren als den vom Gutachter 
beschriebenen Schweregrad der Erkrankung zu objektivieren vermögen, wie etwa Ergebnisse einer 

Lipiflow-Untersuchung oder Angaben zu den Entzündungen. Er zieht vielmehr einen Rückschluss von 

den vom Beschwerdeführer geschilderten Einschränkungen auf den Schweregrad der Erkrankung und 

die sich daraus ergebende Arbeitsunfähigkeit. 

3.5.2 Dr. D.___ bemängelte sodann, der ophthalmologische Gutachter habe den Einfluss der beim 
Sicca-Syndrom typischen ungünstigen Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verkannt 

(Stellungnahme vom 19. Mai 2023, IV-act. 242-5; vgl. auch IV-act. 293-1 ff.). Dieser Hinweis bezieht 

sich auf die Erkrankung im Allgemeinen («beim Sicca-Syndrom typisch…») und nicht spezifisch auf die 

Symptomatik des Beschwerdeführers. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie als offenbar üblicher 

Teil der Sicca-Symptomatik dem ophthalmologischen Gutachter bekannt war und von ihm auch 

berücksichtigt wurde. Somit vermag dieser Einwand die gutachterliche Einschätzung nicht zu 

entkräften.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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15/18 

3.5.3 Weiter führte Dr. D.___ aus, die Tatsache, dass zusätzlich (zu den ophthalmologischen 
Diagnosen einer chronischen Blephatritis mit Meibomdysfunktion, ausgeprägter Lidranddysfunktion, 

massiver Sicca-Symptomatik und Blepharokonjunktivitis) möglicherweise ein Sjögren-Syndrom 

vorliege, dürfe nicht ausser Acht gelassen werden (IV-act. 242-4 f.). Der Rheumatologe Dr. E.___ 

vermerkte im Bericht vom 8. Oktober 2019, insgesamt könne ein Sjögren-Syndrom zwar nicht 
ausgeschlossen werden, andererseits fehlten diesbezüglich zurzeit eindeutige Befunde (IV-act. 114-2). 

Dr. med. F.___, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 15. Oktober 2019, labor-chemisch habe 

sich kein Hinweis für ein manifestes Sjögren- Syndrom gezeigt (IV-act. 121). Schliesslich wurde auch 

im Rahmen einer Abklärung durch die HNO-Klinik des Kantonsspitals Graubünden, welche wegen 

trockenheitsbedingten Beschwerden der Zunge und der Ohren durchgeführt wurde, festgehalten, in 

Zusammenschau der Befunde sei eine systemische Erkrankung sicherlich auszuschliessen (vgl. Bericht 

vom 19. Dezember 2023, IV-act. 309-16). Weitere rheumatologische Abklärungen fanden bis zum 

Erlass der angefochtenen Verfügung nicht mehr statt, so dass nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer zusätzlichen Verursachung der Symptomatik durch ein Sjögren-Syndrom 

auszugehen ist. Zudem ist festzuhalten, dass versicherungsmedizinisch nicht die Diagnosen, sondern 

der Schweregrad der objektivierbaren Befunde und deren funktionelle Auswirkungen 

versicherungsmedizinisch massgebend sind (BGE 136 V 281 E. 3.2.1; Urteile des Bundesgerichts vom 

23. November 2020, 9C_524/2020, E. 5.1 mit weiteren Verweisen und vom 19. Juli 2020, 
8C_737/2019, E. 5.1.2). Den Ausführungen von Dr. D.___ kann indes nicht entnommen werden, 

inwiefern das Vorhandensein eines Sjögren-Syndroms zur Folge hätte, dass die gutachterliche 

Befunderhebung völlig anders hätte ausfallen müssen.  

3.5.4 Aus den genannten Gründen kann auch nicht auf die Berichte von Dr. D.___ abgestellt werden. 

4.  
Da nach dem Gesagten weder vorbehaltlos auf das Gutachten noch auf die Beurteilung von Dr. D.___ 

abgestellt werden kann, lässt sich auch hinsichtlich der Verwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit (vgl. 

zu diesem Punkt auch nachfolgende E. 5.2.2 f.) keine abschliessende Aussage treffen. Zu 

berücksichtigen ist hier, dass der Beschwerdeführer noch nie auf dem umgeschulten Beruf als 

Technischer Kaufmann gearbeitet hat und dass zumindest nach seinen plausiblen Ausführungen der 

Arbeitsweg ein Problem darstellt. Dieser Punkt bleibt vorerst näher abzuklären.  

5.   

5.1  

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die 
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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16/18 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie 

bestenfalls verdienen könnte. In der Regel ist am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst anzuknüpfen, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 

11. April 2023, 8C_592/2022, E. 4.2.1).  

5.1.2 Die Beschwerdegegnerin hat für die Ermittlung des Valideneinkommens auf ein hypothetisches 
Einkommen nach der Umschulung zum Technischen Kaufmann von Fr. 73'006.-- abgestellt (IV-

act. 273). Sie ist damit der Rechtsprechung gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2018, 

9C_887/2017, E. 4.3.1 gefolgt, wo als Ausnahme zum massgeblichen Einkommen vor Eintritt eines 

ersten Gesundheitsschadens auf den nach einer Umschulung während Jahren erzielten Lohn abgestellt 

wurde (vgl. auch Urteil vom 22. August 2023, 9C_337/2023, E. 4.4). Vorliegend ist die Festlegung des 

Valideneinkommens nicht zu beanstanden, obwohl der Beschwerdeführer nie auf dem neu erlernten 

Beruf gearbeitet hat, denn er erzielte in den Jahren 2014 und 2015 bei der B.___ AG vergleichbare 

Einkommen von Fr. 70'807.-- und von Fr. 77'057.-- (Auszug aus dem individuellen Konto, IV-act. 82).  

5.2  

5.2.1 Der Beschwerdeführer ist nicht erwerbstätig. Das Invalideneinkommen ist daher auf Basis der 
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BFS) zu bestimmen (vgl. BGE 129 V 472, 

E. 4.2.1, mit weiteren Verweisen; Urteil vom 25. November 2016, 9C_532/2016, E. 4.1.1).  

5.2.2 Das ophthalmologisch-gutachterliche Zumutbarkeitsprofil umfasst grundsätzlich Tätigkeiten, in 
denen das Sehorgan wenig beansprucht wird und die nicht mit ausgeprägtem Wind/Luftzug verbunden 

sind oder bei denen auf eine kleine Fläche fokussiert werden muss (vgl. IV.-act. 222-51). Es erweist 

sich indes für die Frage, welche konkrete Tätigkeiten dem Beschwerdeführer in welchem Pensum 

zumutbar wären, als ergänzungsbedürftig (vgl. etwa E. 3.3.4). Die Beschwerdegegnerin macht geltend, 

Tätigkeiten im Verkauf, in der Be- oder Überwachung, in der Spedition oder Büroarbeiten abgesehen 

von Bildschirmarbeiten seien mit dem Adaptionsprofil vereinbar (siehe angefochtene Verfügung, IV-

act. 283). Dieses schliesse nicht jeglichen, sondern nur starken, ausgeprägten Wind/Luftzug und nicht 

jedwelche, sondern nur ausschliessliche oder vorwiegende Bildschirmarbeit aus (act. G 6, S. 8). 

Welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer möglich sind, hängt davon ab, wie sich die Erkrankung des 

Beschwerdeführers bei entsprechenden Bedingungen verhält, etwa ob er gegebenenfalls eine Arbeit 

ohne Schutzbrille verrichten könnte (Luftfeuchtigkeit, Luftzug, Temperatur der allenfalls angepassten 

Arbeitsumgebung). Aufgrund des Gutachtens lässt sich diese Frage lediglich indirekt bejahen, da im 

Zumutbarkeitsprofil nicht aufgeführt ist, es müsse sich um eine Tätigkeit handeln, die mit Schutzbrille 
ausführbar sei; eine ausdrückliche Äusserung der Gutachter hierzu findet sich allerdings nicht. Sodann 

bleibt zu konkretisieren, welche Tätigkeiten einerseits einen höheren Anteil an Bildschirmarbeit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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17/18 

voraussetzen als jene eines technischen Kaufmanns und welche andererseits die Augen weniger stark 

beanspruchen.  

5.2.3 Der RAD hat in seiner Stellungnahme vom 29. Februar 2024 festgehalten, aus 
versicherungsmedizinischer Sicht könne nicht geklärt werden, ob auf dem freien Arbeitsmarkt mit dem 

Zumutbarkeitsprofil vereinbare Tätigkeiten vorhanden seien (IV-act. 282). Dies lässt darauf schliessen, 
dass dem Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin angeführten Tätigkeiten nicht ohne 

Weiteres zumutbar sind und damit die noch zu ermittelnde Restarbeitsfähigkeit ist nicht ohne Weiteres 

verwertbar und der Sachverhalt auch diesbezüglich genauer abzuklären ist, bevor das 

Invalideneinkommen festgelegt werden kann. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer 

aufgrund der Anforderungen an seinen Arbeitsplatz (wind- und staubarm, nur beschränkt 

Bildschirmarbeit) gegenüber dem Durchschnittseinkommen des Kompetenzniveau 1 allenfalls mit einer 

Lohneinbusse rechnen muss, weshalb ein Tabellenlohnabzug zu prüfen ist. Dieser ist durch die 

Pauschalierung in Art. 26bis Abs. 3 IVV nicht ausgeschlossen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juli 

2024, 8C_823/2023). Die Angelegenheit ist daher zur Konkretisierung des medizinischen 

Zumutbarkeitsprofils seitens einer medizinischen Fachperson bzw. des ophthalmologischen 

Gutachters, zur Evaluierung möglicher beruflicher Tätigkeiten durch eine berufliche Fachperson und 

zur Neubestimmung des Invalideneinkommens und des Invaliditätsgrades an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.  

6.   

6.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der Beschwerde 
aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren medizinischen sowie erwerblichen Abklärung im Sinne 

der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Praxisgemäss ist die Rückweisung 

an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (vgl. 

BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten. 

6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der 

Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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18/18 

98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.  

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die angefochtene Verfügung wird in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufgehoben und die 

Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom 

Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihm zurückerstattet. 

3.  
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.04.2025
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG Auf das Gutachten kann nicht ohne Weiteres abgestellt werden. Es äussert sich zuwenig zu den durch eine Sicca-Symptomatik der Augen geltend gemachten quantitativen und qualitativen Einschränkungen. Auf die Berichte des behandelnden Augenarztes kann die Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls nicht gestützt werden. Rückweisung, da der Sachverhalt auch aus erwerblicher Sicht weiter abzuklären ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. April 2025, IV 2024/93).

		2026-01-28T04:30:07+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen