# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b7a2638-f303-5968-8b4b-3dea8b185b28
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2024 E-6089/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6089-2023_2024-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6089/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richter Markus König,  

Richterin Barbara Balmelli,    

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Johannes Mosimann, Advokat,  

(…),  

Gesuchsteller,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern.  

   

Gegenstand 

 
Revision; 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-231/2021  

vom 13. Februar 2023 / N (…). 

 

 

 

E-6089/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Gesuchsteller am 6. Juni 2018 in der Schweiz um Asyl nach-

suchte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 die Flüchtlingsei-

genschaft des Gesuchstellers verneinte, dessen Asylgesuch ablehnte, die 

Wegweisung aus der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete, 

dass das Bundesverwaltungsgericht eine hiergegen am 18. Januar 2021 

erhobene Beschwerde mit Urteil E-231/2021 vom 13. Februar 2023 ab-

wies,  

dass in der Urteilsbegründung unter anderem ausgeführt wurde, der Ge-

suchsteller habe sein Heimatland im Jahr (…) legal verlassen und sei im 

Jahr (…) freiwillig sowie problemlos dorthin zurückgekehrt, politische Akti-

vitäten im Heimatland habe er nicht geltend gemacht beziehungsweise die 

Organisation oder Teilnahme an Gedenkveranstaltungen nicht überzeu-

gend dargelegt, überdies habe er bis auf seine unglaubhafte Mitnahme (…) 

durch unbekannte Personen keine asylrelevanten Behelligungen geltend 

gemacht, die ihn zur erneuten legalen Ausreise (…) bewogen hätten,  

dass der Gesuchsteller unter Beilage zweier Fotografien (Haftbefehl vom 

29. Juni 2021 und Haftbefehl vom 12. September 2022, jeweils mit Über-

setzung), eines ärztlichen Schreibens vom 31. März 2023 sowie eines Län-

derberichts der Schweizerischen Flüchtlingshilfe mit Eingabe vom 31. März 

2023 die Revision des Urteils E-231/2021 vom 13. Februar 2023 verlangte,  

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-1806/2023 vom 16.August 

2023 das Revisionsgesuch vom 13. Februar 2023 abwies, soweit es darauf 

eintrat,  

dass der Gesuchsteller mit Eingabe vom 6. November 2023 erneut die Re-

vision des Urteils E-231/2021 vom 13. Februar 2023 verlangt und bean-

tragt, es sei ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren, eventualiter sei die vor-

läufige Aufnahme zu gewähren, subeventualiter sei die Sache zur Neube-

urteilung des Sachverhalts an das SEM zurückzuweisen, subsubeventua-

liter sei die Eingabe als Wiedererwägungsgesuch, subsubsubeventualiter 

als neues Asylgesuch an das SEM weiterzuleiten, 

dass er in prozessualer Hinsicht beantragt, es sei ihm zu gestatten, sich 

für die Dauer des Verfahrens in der Schweiz aufzuhalten, und das SEM 

sowie die zuständige kantonale Behörde seien superprovisorisch 

E-6089/2023 

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anzuweisen, für die Dauer des Verfahrens von jeglichen Wegweisungs- 

und Vollzugsmassnahmen abzusehen, 

dass er als Beweismittel die Originale der bereits aktenkundigen zwei Haft-

befehle vom 29. Juni 2021 und 12. September 2022, deren Übersetzung 

sowie ein psychiatrisches Empfehlungsschreiben vom 1. November 2023 

zu den Akten gab, 

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben vom 14. November 

2023 an den Gesuchsteller sowie die zuständige kantonale Migrationsbe-

hörde den Eingang des Revisionsgesuchs vom 6. November 2023 bestä-

tigte,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 105 AsylG (SR 142.31) 

auf dem Gebiet des Asyls in der Regel endgültig über Beschwerden gegen 

Verfügungen des SEM entscheidet (vgl. zur Ausnahme Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG) und es ausserdem für die Revision von Urteilen zuständig ist, die es 

in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat (vgl. BVGE 2007/21 

E. 2.1),  

dass gemäss Art. 45 VGG für die Revision von Urteilen des Bundesverwal-

tungsgerichts die Art. 121–128 BGG sinngemäss gelten und aufgrund von 

Art. 47 VGG auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches 

Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung findet, 

dass der Gesuchsteller durch das Beschwerdeurteil vom 13. Februar 2023 

besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe-

bung oder Änderung hat, weshalb er zur Einreichung des Revisionsge-

suchs legitimiert ist (Art. 89 Abs. 1 BGG analog), 

dass das Bundesverwaltungsgericht seine Urteile aus den in Art. 121–123 

BGG aufgeführten Gründen in Revision zieht (Art. 45 VGG), sofern diese 

nicht bereits im ordentlichen Beschwerdeverfahren hätten geltend gemacht 

werden können (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG e contrario; Art. 46 VGG sinn-

gemäss),  

dass an die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel erhöhte Anforde-

rungen gestellt werden, das Gesetz die Revisionsgründe eng umschreibt 

und die Rechtsprechung diese restriktiv handhabt (vgl. ELISABETH ESCHER, 

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in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundes-

gerichtsgesetz, 3. Aufl., 2018 Art. 121 N 1; NICOLAS VON WERDT in: Sei-

ler/von Werdt/Güngerich/Oberholzer, Stämpflis Handkommentar SHK, 

Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015, Art. 121 N 9), 

dass sich der Gesuchsteller mit dem eingereichten Arztbericht vom 1. No-

vember 2023 auf ein Beweismittel stützt, welches nach dem Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 13. Februar 2023 entstanden ist und sich im 

Kern auf einen Lebenssachverhalt bezieht, welcher sich nach dem erwähn-

ten Urteil ereignet hat, er sich mithin auf ein echtes Novum stützt, welches 

der Revision nicht zugänglich ist (vgl. ELISABETH ESCHER, a.a.O. Art. 123 

N 5), 

dass diesbezüglich auf die Eingabe vom 6. November 2023 nicht einzutre-

ten ist und für die subsubeventualiter beantragte Weiterleitung der durch 

einen Rechtsanwalt eingereichten Eingabe an das SEM diesbezüglich 

keine Veranlassung besteht (vgl. BVGE 2013/22 E.13.1), 

dass, soweit der Gesuchsteller sein Revisionsgesuch auf zwei Haftbefehle 

mit Ausstellungsdaten vom 29. Juni 2021 sowie 12. September 2022 stützt, 

er Beweismittel einreicht, welche vor dem erwähnten Urteil des Bundes-

verwaltungsgerichts entstanden sind, er mithin den Revisionsgrund von 

Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG anruft (neue Beweismittel im Sinne unechter 

Noven; vgl. ELISABETH ESCHER, a.a.O.), 

dass gemäss Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG ein Revisionsgesuch innert 90 Ta-

gen seit Kenntnis des nachträglich aufgefundenen Beweismittels einzu-

reichen ist,  

dass der Gesuchsteller zwei Haftbefehle vom 29. Juni 2021 und 12. Sep-

tember 2022 ins Recht legt und ausführt, zum Zeitpunkt des ersten Revisi-

onsgesuchs hätten sich die Originale hiervon noch in Sri Lanka befunden 

und seien ihm damals aus Zeitgründen abfotografiert per E-Mail zugestellt 

worden (vgl. Revisionsgesuch S. 2), die Fotografien (der nun vorliegenden 

Originale) habe er damals am 14. März 2023 von seinem (…) erhältlich 

machen können (vgl. a.a.O. S. 3),  

dass diese Erklärung nicht genügt, um die Rechtzeitigkeit seiner Eingabe 

darzutun, sondern erhebliche Zweifel an dieser zulässt,  

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dass der vertretene Gesuchsteller vielmehr gehalten gewesen wäre, in sei-

nem Revisionsgesuch darzulegen, inwiefern er die 90 Tage eingehalten 

hat, was er jedoch nicht getan hat, 

dass angesichts des Verfahrensausgangs jedoch die Frage der Fristwah-

rung gemäss Art. 124 Abs. 1 Bst. d BGG vorliegend offengelassen werden 

kann,  

dass gemäss Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten die Revision eines Urteils verlangt werden kann, wenn die ersu-

chende Partei nachträglich erhebliche Tatsachen erfährt oder entschei-

dende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibrin-

gen konnte; unter Ausschluss der Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Entscheid entstanden sind, 

dass es demgemäss um Tatsachen und Beweismittel geht, die der gesuch-

stellenden Person seinerzeit trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt ge-

wesen sind oder ihr die Geltendmachung oder Beibringung aus entschuld-

baren Gründen nicht möglich gewesen ist (vgl. BGE 134 III 47 E. 2.1), 

dass dagegen Tatsachen und Beweismittel, welche die Partei, die um Re-

vision nachsucht, bereits im ordentlichen (Beschwerde-)Verfahren hätte 

geltend machen können, nicht als Revisionsgründe gelten und, da das Re-

visionsverfahren nicht dazu dient, bisherige Unterlassungen in der Beweis-

führung wiedergutzumachen, nur mit Zurückhaltung anzunehmen ist, es 

sei einer Partei nicht möglich gewesen, Tatsachen und Beweise bereits im 

früheren Verfahren beizubringen (vgl. BVGE 2021 VI/4),  

dass vor dem Hintergrund dieser restriktiven Rechtsprechung in Bezug auf 

die Anforderungen an die Sorgfaltspflichten die Ausführungen des Gesuch-

stellers nicht ansatzweise zu überzeugen vermögen (vgl. Revisionsgesuch 

S. 2 f.),  

dass er diesbezüglich erneut geltend macht, die Haftbefehle seien seinem 

in der Nachbarschaft lebenden (…) ausgehändigt worden, da sich die Mut-

ter aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu Hause aufhalte, 

dass der (…) bedauerlicherweise den Inhalt der Dokumente nicht verstan-

den und der Gesuchsteller erst nach nochmaliger breiter Nachforschung 

von den Dokumenten erfahren habe, 

dass aus den Ausführungen des Gesuchstellers weiterhin nicht erhellt, 

weshalb die sri-lankischen Behörden dem (…) ihn betreffende Haftbefehle 

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hätten aushändigen sollen, ohne zumindest mündlich zu erklären, worum 

es sich dabei handelt, 

dass auch im vorliegenden Revisionsgesuch nicht dargelegt wird – und es 

auch nicht ersichtlich ist – weshalb der Gesuchsteller nicht bereits früher 

umfassende Abklärungen unternommen hat, um allfällige relevante Doku-

mente erhältlich zu machen, datieren diese doch aus den Jahren 2021 und 

2022, 

dass ihn seine Hoffnung, die Originale der Haftbefehle würden nun zur An-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung führen, nicht 

von der Sorgfaltspflicht zu exkulpieren vermag und er es sich als Unsorgfalt 

anrechnen lassen muss, dass er erst nach Rechtskraft seines Asylverfah-

rens nochmals breiter nachforschte, 

dass insofern nicht dargetan ist, dass der Gesuchsteller diese Revisions-

gründe nicht bereits im Beschwerdeverfahren hätte geltend machen kön-

nen (vgl. Art. 46 VGG sinngemäss, BVGE 2021 VI/4),  

dass sich vor diesem Hintergrund Ausführungen zur Echtheit der beiden 

Haftbefehle – die aufgrund fehlender Sicherheitsmerkmale ohne grosse 

Schwierigkeiten gefälscht oder verfälscht werden können – erübrigen,  

dass der Gesuchsteller angesichts des Vorstehenden sowie vor dem Hin-

tergrund, dass seine Fluchtvorbringen bereits vom SEM sowie vom Bun-

desverwaltungsgericht eingehend geprüft und jeweils als unglaubhaft qua-

lifiziert worden sind, gestützt auf die nachträglich eingereichten Beweismit-

tel insgesamt keine Umstände darlegen kann, aufgrund welcher das in 

Frage stehende Urteil aufgehoben und in der Sache neu entschieden wer-

den müsste (vgl. Art. 128 Abs. 1 BGG), 

dass das Revisionsgesuch abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb das Begehren um eine superprovisorische Massnahme mit ent-

sprechender Anweisung an die zuständigen Behörden gegenstandslos ge-

worden ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten dem Ge-

suchsteller aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 1’500.– festzu-

setzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]).  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1’500.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Gesuchsteller, das SEM und die zuständige kan-

tonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Michal Koebel 

 

 

Versand: