# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec609eb4-27f7-5843-b4b0-5612735ad8b6
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-12
**Language:** de
**Title:** Gestaltungsplan. Inventarobjekte innerhalb des Gestaltungsplanperimeters. Stellungnahme durch eine Sachverständigenkommission gemäss § 216 PBG.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0129/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0129-2021_vom_12.08.2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2021.00039 
0129/2021    

Entscheid vom 12. August 2021    

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Reto  Philipp,  Baurichter  Urs  Hany,  Baurichter  Alexan-
der Seiler, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrent 

J. S. […] 

vertreten durch […]  

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

2.  Politische Gemeinde Winterthur, 8400 Winterthur  

Nr. 2 vertreten durch Rechtsdienst Baupolizeiamt Winterthur,  
Pionierstrasse 7, 8403 Winterthur  

betreffend 

Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  Nr. ARE 20-1355  vom 
24. Februar  2021;  Festsetzung  Kantonaler  Gestaltungsplan  "Campus T", 
Winterthur 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Verfügung vom 24. Februar 2021 setzte die Baudirektion Kanton Zürich 

den kantonalen Gestaltungsplan "Campus T" fest. 

B. 
Gegen diesen Entscheid erhob J. S. mit Eingabe vom 29. März 2021 frist-

gerecht  Rekurs  und  beantragte  im  Hauptstandpunkt  die  Aufhebung  der 

Festsetzungsverfügung. 

C. 
Mit  Präsidialverfügung  vom  30. März 2021  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 
Mit  Eingabe  vom  29. April  2021  beantragte  die  Vorinstanz  unter  Verweis 

auf  den  Mitbericht  des  Amtes  für  Raumentwicklung  (ARE)  vom  28. April 

2021 die Abweisung des Rekurses. Die als Mitbeteiligte in das Rekursver-

fahren  einbezogene  politische  Gemeinde  Winterthur  (Standortgemeinde) 

verzichtete mit Schreiben vom 3. Mai 2021 auf Einreichung einer Vernehm-

lassung. 

E. 
Mit  Replik  vom  31. Mai  2021  hielt  der  Rekurrent  an  seinen  Anträgen  fest. 

Die  Vorinstanz  verzichtete  stillschweigend,  die  Mitbeteiligte  ausdrücklich 

auf Erstattung einer Duplik. 

F. 
Auf  die  Vorbringen der  Parteien  wird,  soweit  zur  Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

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Es kommt in Betracht: 

1. 
Der Rekurrent ist Eigentümer der vier Grundstücke Kat.-Nrn. 1–4 […], wel-

che sich […] befinden. Er rügt unter anderem eine fehlende Rücksichtnah-

me des  kantonalen Gestaltungsplans auf  die  rekurrentischen  Grundstücke 

zufolge  Konzentration von  Bauvolumen im fraglichen  […]  Bereich des Ge-

staltungsplangebiets  sowie  eine  Beeinträchtigung  der  Verkehrssicherheit 

auf der Wildbachstrasse.  Der  Rekurrent  ist somit  gemäss  § 338a des Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  zur  Rekurserhebung  legitimiert.  Da  auch 

die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzu-

treten. 

2. 
Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Das  Baurekursgericht  hat  unbese-

hen von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen, wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass 

kein Augenschein durchzuführen war. 

3. 
Das  Gestaltungsplangebiet  umfasst  primär  die  Parzelle  Kat.-Nr. ST9255 

(sogenannte "Campus-Parzelle"), im Weiteren auch die Gewässerraumpar-

zellen  Kat.-Nrn. ST9259  und  (teilweise)  ST9963  sowie  kleinere  Teile  der 

Parzellen  Kat.-Nrn.  ST8466 

und  ST9176.  Beim  Grundstück 

Kat.-Nr. ST9255, das zur Zone für öffentliche Bauten Oe gemäss BZO der 
Stadt Winterthur gehört und eine Fläche von 26'087 m2 aufweist, handelt es 
sich um den Standort Technikum der Zürcher Hochschule für angewandte 

Wissenschaft (ZHAW). Das dreieckige Grundstück grenzt im Norden an die 

Technikumstrasse  und  im  Osten  (im  nördlichen  Abschnitt)  an  die  Zeug-

hausstrasse und (im südlichen Abschnitt) an die Wildbachstrasse, während 

seine südwestliche Seite entlang der Eulach verläuft. Aktuell befinden sich 

auf  der  Parzelle Kat.-Nr. ST9255 entlang  der  nördlichen  Grenze von West 

nach  Ost  die drei  Gebäude  TP  (Physikgebäude), TH  (Hauptgebäude)  und 

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TE  (Ostgebäude  und  östlicher  Erweiterungsbau),  wobei  an  das  Gebäude 

TE  südöstlich  ein  entlang  der  Zeughausstrasse  nach  Süden  verlaufender 

Trakt  TC  (Chemiegebäude)  angebaut  ist.  Südlich  der  genannten  Bauten 

befinden sich (wiederum von West nach Ost) das Gebäude TB (Mensage-

bäude)  und  die  zusammengebauten  Gebäude  TM  (Maschinenlabor)  und 

TV (Verfahrenstechnik), südlich der beiden Letztgenannten (und mit seiner 

Längsfassade  zur  Wildbachstrasse  ausgerichtet)  das  Laborgebäude  TL. 

Geplant ist, die Gebäude TB, TC, TM, TL und TV sowie den Verbindungs-

gang zwischen den Gebäuden TH und TE abzubrechen, wobei hierfür das 

Gebäude  TC  und  der  genannte  Verbindungsgang,  bei  denen  es  sich  um 

Inventarobjekte  überkommunaler  Bedeutung  handelte,  mit  rechtskräftiger 

Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  ARE 10-1151  vom  2. Oktober 

2020 (unter Vorbehalt rechtskräftiger Baubewilligungen für die auf dem Ge-

staltungsplan  basierenden  Neubauvorhaben)  aus  dem  Inventar  entlassen 

wurden. Weiterhin im Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommu-

naler Bedeutung verbleiben die drei Gebäude TP, TH und TE. Der kantona-

le Gestaltungsplan sieht auf der Parzelle Kat.-Nr. ST9255 fünf Baubereiche 

für Hochbauten vor: Die Baubereiche B_TP, B_TH und B_TE umfassen je-

weils das entsprechende Gebäude sowie (mit Ausnahme von B_TP) weite-

re angrenzende Flächen. Der Baubereich B_TL befindet sich (je teilweise) 

im Bereich der heutigen Gebäude TM/TV und TL, während der Baubereich 

B_TT  südlich  davon  in  der  südöstlichen  Ecke  der  Parzelle  liegt.  Geplant 

sind (bei einer überwiegend zwischen 442 und 443 m.ü.M. liegenden Höhe 

des bestehenden Terrains) die Erstellung von Neubauten in den Bauberei-

chen  B_TL  (Höhenbegrenzung  473,34 m.ü.M.)  und  B_TT  (Höhenbegren-

zung 470,55 m.ü.M.), die Erweiterung des Gebäudes TE durch einen Neu-

bauteil  im  Südosten  (innerhalb  des  Baubereichs  B_TE;  Höhenbegrenzung 

im  südöstlichen  Bereich  468,95 m.ü.M.;  Firsthöhe  der  Bestandesbaute  TE 

465,80 m.ü.M.)  und  die  Erweiterung  des  Gebäudes  TH  durch  einen  Neu-
bauteil  im  Süden  (innerhalb  des  Baubereichs  B_TH;  Höhenbegrenzung 

456,82 m.ü.M.;  Firsthöhe  der  Bestandesbaute  TH  465,60 m.ü.M.);  bezüg-

lich  des  Gebäudes TP  ist  noch  nicht festgelegt,  ob dieses  saniert oder  an 

seiner Stelle ein Ersatzneubau errichtet werden soll. Das Campus-Areal ist 

gemäss  Objektblatt  Nr. 5791  (Gemeinde  Winterthur)  als  Teil  der  Umge-

bungszone  U-Zo I  mit  Erhaltungsziel  a  im  Bundesinventar  der  schützens-

werten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) erfasst, wobei die Gebäude TH und 

TP auch als Einzelelemente (0.0.12 und 0.0.14) mit Erhaltungsziel A aufge-

führt sind und überdies ein Hinweis auf die Nordfassade des Gebäudes TE 

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(Element 0.0.13) erfolgt. Schliesslich befindet sich der ganz überwiegende 

Teil  des  Gestaltungsplangebiets  im  Ortsbildperimeter  des  Inventars  der 

schutzwürdigen  Ortsbilder  von  überkommunaler  Bedeutung  (KOBI),  wobei 

das  Gebäude  TH  und  der  nördliche  Teil  des  Gebäudes  TE  als  prägende 

oder strukturbildende Gebäude mit prägender Firstrichtung und ihre nördli-

chen  Fassaden  (und  beim  Gebäude  TE  auch  die  östliche  Fassade)  als 

wichtige  Begrenzungen  von  Strassen-,  Platz-  und  Freiräumen  verzeichnet 

sind. 

4. 
Der  Rekurrent  rügt  unter  anderem,  obwohl  die  Voraussetzungen  von  § 3 

der  Verordnung  über  die  Sachverständigenkommissionen  gemäss  § 216 

PBG  (VSVK)  erfüllt  seien,  habe  man  es  unterlassen,  eine  Stellungnahme 

der kantonalen Denkmalpflegekommission (KDK) bzw. allenfalls der kanto-

nalen Natur- und Heimatschutzkommission (NHK) einzuholen. Eine solche 

wäre aber schon für die Festsetzung der Baubereiche (u.a. betreffend Lage 

und Dimensionierung) erforderlich gewesen. 

Dem hält die Vorinstanz  vernehmlassungsweise entgegen, die VSVK defi-

niere nicht, was unter einer grösseren Baute oder Anlage zu verstehen sei. 

Neben  der  Grösse  der  Baute  seien  insbesondere  auch  deren  potenzielle 

Einwirkungen  auf  das  Schutzobjekt  zu  prüfen.  Die  zuständige  Fachstelle 

sei zur Einschätzung gelangt, dass mit der geplanten Neugestaltung keine 

Beeinträchtigung des ISOS einhergehe und die Ziele des KOBI eingehalten 

würden.  Insgesamt  erfolge  durch  die  Planung  eine  deutliche  Aufwertung. 

Die potenziellen Einwirkungen auf die Schutzobjekte seien geprüft worden 

und die Ziele der Inventare würden nicht beeinträchtigt; insbesondere habe 

sich  die  Vorinstanz  umfassend  mit  den  Auswirkungen  auf  die  verschiede-
nen  Schutzobjekte  auseinandergesetzt.  Im  Rahmen  des  gesamten  Pla-

nungsprozesses sei das ARE als die nach § 2a der Kantonalen Natur- und 

Heimatschutzverordnung (KNHV) für den Vollzug des Ortsbildschutzes und 

der  Denkmalpflege  zuständige  Fachstelle  involviert  gewesen.  Der  Vo-

rinstanz sei somit hinreichend Sachkompetenz zuzubilligen. Ein Gutachten 

der  kantonalen  Sachverständigenkommissionen  sei  entsprechend  nicht 

einzuholen gewesen. 

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5.1. 
Gemäss § 3 Abs. 1 lit. d VSVK nehmen die kantonalen Sachverständigen-

kommissionen  unter  anderem  Stellung  zu  Projekten  des  Kantons  und  der 

Gemeinden für grössere Bauten und Anlagen im Bereich von Schutzobjek-

ten  von  überkommunaler  Bedeutung.  Unbestritten  ist  vorliegend,  dass  es 

sich bei den drei auf der Campus-Parzelle befindlichen und verbleibenden 

Gebäuden TP (Vers.-Nr. ST00471), TH (Vers.-Nr. ST01194) und TE (Vers.-

Nr. ST02740)  um  Objekte  handelt,  die  als  Objekte  von  regionaler  Bedeu-

tung  im  Inventar  der  Denkmalschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeu-

tung erfasst sind (vgl. bereits E. 3 mit entsprechenden Präzisierungen zum 

Gebäude Vers.-Nr. ST02740). Dabei gilt die in § 3 Abs. 1 lit. d VSVK statu-

ierte  Pflicht  zur  Einholung  einer  Stellungnahme  nicht  lediglich  für  bereits 

formell  unter  Schutz  gestellte  Objekte,  sondern  auch  für  Objekte,  die  (als 

potenzielle  Schutzobjekte)  in  einem  Inventar  erfasst  sind  (vgl.  etwa  die 

Konstellation  in  VB.2018.00168  vom  27. Juni  2019,  E. 3.1).  Die  genannte 

Bestimmung kommt sodann nicht lediglich dann zum Tragen, wenn sich ein 

Projekt im Stadium des Baubewilligungsverfahrens befindet. Vielmehr kön-

nen von ihr auch Gestaltungspläne erfasst sein (vgl. implizit VB.2017.00060 

vom 8. März 2018, E. 3.4, wo eine Gutachtenspflicht lediglich deshalb ver-

neint  wurde,  weil  im  fraglichen  Verfahren  ausschliesslich  ortsbildschutz-

rechtliche Aspekte  im Streit  standen,  während  der  Umstand, dass ein  Ge-

staltungsplan  Gegenstand  des  Verfahrens  bildete,  die  Anwendbarkeit  von 

§ 3  Abs. 1  VSVK  nicht  ausgeschlossen  hätte).  Dies  entspricht  denn  auch 

der  Rechtsprechung  zum  Anwendungsbereich  von  Art. 6  und  7  des  Bun-

desgesetzes  über  den  Natur-  und  Heimatschutz  (NHG),  wo  bei  Vorliegen 

einer Bundesaufgabe die spezifische Interessenabwägung und die Gutach-

tenspflicht gemäss den genannten Bestimmungen auch für projektbezoge-

ne  Sondernutzungspläne  als  massgeblich  erachtet  werden,  sofern  der 

Sondernutzungsplan  Elemente  eines  baurechtlichen  Vorentscheids  enthält 
(BGE 145  II  176, E.  4;  vgl.  auch Zufferey,  Kommentar  zum  Bundesgesetz 

über den Natur- und Heimatschutz, hrsg. von Peter M. Keller/Jean-Baptiste 

Zufferey/Karl  Ludwig  Fahrländer,  2. Aufl.,  Zürich  2019,  Art.  2  Rz.  32).  Mit 

dem  vorliegend  streitbetroffenen  kantonalen  Gestaltungsplan  werden  ins-

besondere  Lage,  Einbettung  und  Höhenverlauf  der  geplanten  Neubauten 

und  baulichen  Erweiterungen  für  die  einzelnen  Baukörper  individuell  und 

relativ  detailliert  bestimmt  (vgl.  beispielsweise  die  abgestuften  Höhenver-

läufe in den Baubereichen B_TL, B_TT und B_TE, mit denen die zukünfti-

gen Gebäudeformen weitgehend vorgegeben sein dürften; vgl. dazu nebst 

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dem  Situationsplan  in  act. 11.1  auch  Ansicht  Ost  und  Schnitt  Ost  in 

act. 11.4  und  11.5).  Jedenfalls  ist  mit  Blick  auf  ein  zukünftiges  Baubewilli-

gungsverfahren davon auszugehen, dass mit Lage und Höhe gerade dieje-

nigen  Parameter,  die  hinsichtlich  der  im  Gestaltungsplanperimeter  liegen-

den Inventarobjekte von besonderer Bedeutung sind, als bereits durch den 

Gestaltungsplan festgelegt und damit grundsätzlich realisierbar und jeden-

falls  einer  umfassenden  Überprüfung  nicht  mehr  zugänglich  erachtet  wür-

den. Entsprechend kann die Stellungnahme durch eine kantonale Sachver-

ständigenkommission  (sofern  die  übrigen  Voraussetzungen  einer  solchen 

gegeben sind; vgl. dazu sogleich) sinnvollerweise nur im Rahmen des Ver-

fahrens  betreffend  Festsetzung  des  kantonalen  Gestaltungsplans  erfolgen 

und nicht in ein späteres Baubewilligungsverfahren verwiesen werden. 

Die  geplanten  Neubauten  und  baulichen  Erweiterungen  auf  der  Parzelle 

Kat.-Nr. ST9255,  auf  der  sich  auch  die  drei  überkommunalen  Inventarob-

jekte befinden, erfolgen aufgrund des unmittelbaren räumlichen Bezugs "im 

Bereich" der fraglichen Inventarobjekte. Strittig ist, ob es sich um "grössere 

Bauten  und  Anlagen"  handelt.  Dies  ist  bereits  aufgrund  der  Dimensionen 

des  Vorhabens  zu  bejahen:  Nicht  nur  umfasst  dieses  insbesondere  den 

markanten und hohen Neubau im Baubereich B_TL (vgl. zu den vertikalen 

Dimensionen  bereits  E. 3  sowie  die  Gebäudedarstellung  gemäss  Sieger-

projekt  in  act. 11.4  und  11.5),  sondern  überdies  bedeutende  bauliche  Er-

weiterungen  der  bestehenden  Gebäude  TH  und  TE.  Der  seitens  der  Vor-

instanz angeführte VB.2019.00633 vom 14. Mai 2020, E. 6.3, hält bezüglich 

des  fraglichen  Kriteriums  lediglich  fest,  in  nicht  eindeutigen  Fällen  seien 

neben der Grösse der Baute als Ganzes insbesondere auch deren potenzi-

elle Einwirkungen auf das Schutzobjekt zu prüfen. Eine solche Prüfung er-

weist sich vorliegend an sich als obsolet, da das Vorliegen einer grösseren 

Baute  namentlich  mit  Blick  auf  das  Gebäude  im  Baubereich  B_TL  ohne 
Zweifel  feststeht.  Selbst  wenn  aber  auch  das  Kriterium  der  Einwirkungen 

miteinbezogen wird, ändert dies entgegen der Vorinstanz nichts an der An-

wendbarkeit von § 3 Abs. 1 lit. d VSVK auf den vorliegenden Fall. So han-

delt es  sich  zum  einen  bei  den baulichen Erweiterungen der  Gebäude TH 

und TE um Eingriffe, die sich unmittelbar auf das Erscheinungsbild der ent-

sprechenden  Inventarobjekte  auswirken.  Dass  dabei  die  Erweiterung  im 

südlichen Bereich erfolgt, während teilweise die nördliche Fassade als be-

sonders  bedeutsam  erachtet  wird  (vgl.  hierzu  E. 3),  führt  nicht  dazu,  dass 

eine  rechtlich  relevante  Einwirkung  von  vornherein  zu  verneinen  wäre. 

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Vielmehr  wäre  es  gerade  Aufgabe  einer  entsprechenden  Begutachtung, 

das  Ausmass  der  fraglichen  Einwirkung  auf  die  Inventarobjekte  näher  zu 

untersuchen.  Dass  sich  bereits  im  jetzigen  Zeitpunkt  eine  auch  bloss  po-

tenzielle Einwirkung ausschliessen liesse, lässt sich jedenfalls nicht sagen. 

Es kommt hinzu, dass sowohl die Erweiterung des Gebäudes TE als auch 

(und  insbesondere)  der  Neubau  im  Baubereich  B_TL  die  bestehenden  In-

ventarobjekte überragen und damit nicht nur generell deren Wahrnehmung 

von Drittstandorten aus beeinflussen, sondern sich insbesondere auch auf 

ihre Erscheinung von Norden her auswirken werden (vgl. die Visualisierung 

in  act. 11.3  S. 45).  Auch  unter  Einbezug  des  Kriteriums  der  potenziellen 

Auswirkungen auf die Inventarobjekte ist mithin von "grösseren Bauten" im 

Sinne von § 3 Abs. 1 lit. d VSVK auszugehen. 

Sind  damit  sämtliche  Anwendungsvoraussetzungen  der  genannten  Be-

stimmung  erfüllt,  so  resultiert  daraus  eine Pflicht  zur  Einholung  einer  Stel-

lungnahme  der  KDK  oder  NHK.  Dass  die  kantonale  Denkmalpflege  des 

ARE  Projekte  im  Bereich  von  Natur-  und  Heimatschutzobjekten  (Ortsbild-

schutz)  gemäss  Ziff. 1.4.1.4  des  Anhangs  zur  Bauverfahrensverordnung 

(BVV)  zu  beurteilen  hat,  hierfür  die  notwendigen  Fachkenntnisse  besitzt 

und diese Beurteilung gegebenenfalls bei den Akten liegt, macht eine "Stel-

lungnahme"  bzw.  ein  Gutachten  einer  unabhängigen  kantonalen  Sachver-

ständigenkommission  nicht  entbehrlich,  da  einer  solchen  Stellungnahme 

besonderes  Gewicht  zukommt 

(VB.2018.00168  vom  27. Juni 2019, 

E. 3.3.2). Damit sind die Verweise der Vorinstanz auf die Einschätzung der 

"zuständigen Fachstelle" von vornherein unbehelflich, ganz abgesehen da-

von, dass sich das als Beilage zur vorinstanzlichen Vernehmlassung einge-

reichte knapp zweiseitige Schreiben auf eine ortsbildschutzrechtliche Beur-

teilung  (ISOS,  KOBI)  beschränkt  und  damit  eine  andere  Thematik  als  die 

ausstehende  Stellungnahme  der  kantonalen  Sachverständigenkommission 
betrifft. Gleiches  gilt für  die  weiteren  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen 

Vernehmlassung,  mit  denen  materiell  die  Ortsbildschutzverträglichkeit  des 

streitbetroffenen  Gestaltungsplans  dargelegt  werden  soll.  Schliesslich  las-

sen  sich  auch  dem  Bericht  nach  Art. 47  der  Raumplanungsverordnung 

(RPV) keine weitergehenden Beurteilungen entnehmen, beschränkt er sich 

hinsichtlich  des  Denkmalschutzes  doch  auf  die  Wiedergabe  der  Inven-

tareinträge  sowie  Ausführungen  zu  den  erfolgten  Inventarentlassungen 

(vgl. act. 11.3  S. 39 ff.).  Auch  die  Selbstbindung  des  Gemeinwesens  ge-

mäss § 204 PBG vermag dieses selbstredend nicht von der Pflicht zur Ein-

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Seite 8 

 
 
holung einer Stellungnahme nach Massgabe von § 3 Abs. 1 VSVK zu ent-

binden. 

5.2. 
Damit fehlt es vorliegend an der erforderlichen Stellungnahme einer kanto-

nalen  Sachverständigenkommission,  wobei  eine  solche  zur  Wahrung  des 

Instanzenzugs nicht durch die Rekursinstanz, sondern durch die Vorinstanz 

einzuholen  ist.  Dabei  steht  es  dieser  frei,  nebst  dem  Gutachten  der  KDK 

oder NHK auch ein Gutachten der Eidgenössischen Denkmalpflege (EDK) 

bzw.  der  Eidgenössischen  Natur-  und  Heimatschutzkommission  (ENHK) 

einzuholen (vgl. in diesem Sinn VB.2018.00168 vom 27. Juni 2019, E. 3.4). 

Bemerkungsweise ist jedoch darauf hinzuweisen, dass eine entsprechende 

Pflicht vorliegend nicht besteht. Die insoweit einschlägige Bestimmung von 

Art. 7 Abs. 2 NHG statuiert eine solche (unter anderem) unter der Voraus-

setzung,  dass  eine  Bundesaufgabe  vorliegt.  Entsprechend  müsste  (nebst 

einer  Bundeszuständigkeit)  die  anwendbare  bundesrechtliche  Regelung 

(zumindest  auch)  den  Schutz  von  Natur,  Landschaft  oder  Heimat  bezwe-

cken  oder  aber  der  bundesrechtliche  Auftrag  die  Gefahr  der  Beeinträchti-

gung  schützenswerter  Natur,  Orts-  und  Landschaftsbilder  in  sich  bergen. 

Beides trifft auf das seitens des Rekurrenten zur Begründung einer (allfälli-

gen)  Bundesaufgabe  herangezogene  Fachhochschulgesetz  (FHSG)  nicht 

zu,  weshalb  nicht  ersichtlich  ist,  dass  der  streitbetroffene  Gestaltungsplan 

in  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  im  Sinne  des  NHG  festgesetzt  worden 

wäre. 

6. 
Zusammengefasst ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. Demgemäss wird 

die  Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  ARE 20-1355  vom 
24. Februar 2021 aufgehoben und die Sache zur weiteren Sachverhaltsab-

klärung  im  Sinne  der  Erwägungen  und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vo-

rinstanz zurückgewiesen. 

7.1. 
Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur erneuten Abklärung gilt 

kosten-  und  entschädigungsmässig  als  volles  Obsiegen  (BGr 1C_63/2016 

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vom 25. August 2016). Die Verfahrenskosten sind daher ausgangsgemäss 

der Baudirektion Kanton Zürich aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 5'500.-- festzusetzen. 

7.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-

sprechung  einer  Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom 

16. Oktober 2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten zulas-

ten der Baudirektion Kanton Zürich eine Umtriebsentschädigung zuzuspre-

chen. Angemessen erscheint ein Betrag von Fr. 1'700.--. Da die Umtriebs-
entschädigung  pauschal  festgelegt  wird,  entfällt  die  Zusprechung  eines 

Mehrwertsteuerzusatzes 

von 

vornherein 

(BRKE II  Nrn. 0247  und 

0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56; www.baurekursgericht-zh.ch). 

7.3. 
Es liegt ein Rückweisungsentscheid vor, der als Zwischenentscheid im Sinn 
von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zu qualifizieren ist. Dessen 
Anfechtbarkeit richtet sich nach § 19a Abs. 2 VRG. 

[…] 

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