# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5842e8e-e2ee-5607-98d9-b30a45e1e643
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 08.02.2013 SB120213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120213_2013-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120213-O/U 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, die Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. Affolter und lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Aardoom  

Urteil vom 8. Februar 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend Drohung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirkes Bülach vom 
17. Januar 2012 (GG110009) 
 

 

-  2  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 20. De-

zember 2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 8). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 

Abs. 2 lit. a StGB sowie 

- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 20.– als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 

21. Juni 2010 ausgefällten Strafe sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 8'381.–   psych. Gutachten 

Fr. 5'076.20   amtl. Verteidigungskosten 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt, mit Ausnahme der Entscheidgebühr jedoch abge-

schrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

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kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 81 S. 1) 

1.  Die Ziffern 1 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

17. Januar 2012 seien aufzuheben. 

2.  Der Beschuldigte A._____ sei vollumfänglich freizusprechen. 

3.  Sollte der Beschuldigte A._____ nicht bereits beim jetzigen Aktenstand 

freigesprochen werden, so seien die IV-Akten der Geschädigten beizu-

ziehen, die Geschädigte sei überdies zu verpflichten, sämtliche ihrer 

Ärzte vom Arztgeheimnis bezüglich ihrer psychischen Erkrankung zu 

entbinden und allenfalls sei ein aussagepsychologisches Gutachten zu 

ihrem Aussageverhalten und zur Glaubwürdigkeit und Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen in Auftrag zu geben. 

4.  Es seien die gesamten Verfahrenskosten, inklusive derjenigen der amt-

lichen Verteidigung für beide Instanzen, der Staatskasse zu überbin-

den. 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 78 sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

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Das Gericht erwägt: 

I. Prozessverlauf 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 17. Januar 2012, wurde 

der Beschuldigte der Drohung und der mehrfachen Tätlichkeiten schuldig gespro-

chen und mit einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 20.– als Zu-

satzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010 ausge-

fällten Strafe sowie mit einer Busse von Fr 1'000.– bestraft (Urk. 66).  

Gegen das am 2. Februar 2012 mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 20) hat der 

Beschuldigte mit Eingabe vom 8. Februar 2012 fristgerecht Berufung angemeldet 

(Urk. 61) und mit Eingabe vom 2. April 2012 die Berufungserklärung beim Ober-

gericht eingereicht (Urk. 67). Er beantragt die Aufhebung des vorinstanzlichen Ur-

teils und einen vollumfänglichen Freispruch. Für den Eventualfall, dass nicht be-

reits beim jetzigen Aktenstand ein Freispruch erfolgen sollte, beantragte er den 

Beizug der IV-Akten der Geschädigten und die Einholung eines aussagepsycho-

logischen Gutachtens zum Aussageverhalten der Geschädigten sowie zu ihrer 

Glaubwürdigkeit und zur Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Ferner beantragte er, die 

Geschädigte sei zu verpflichten, ihre Ärzte vom Arztgeheimnis bezüglich ihrer 

psychischen Erkrankung zu entbinden. 

Innert der mit Präsidialverfügung vom 25. April 2012 angesetzten Frist hat die 

Staatsanwaltschaft Anschlussberufung erhoben (Urk. 72). Mit Schreiben vom 

31. Januar 2013 zog sie diese zurück, wovon Vormerk zu nehmen ist (Urk. 78). 

Mit Präsidialverfügung vom 24. September 2012 wurden die Beweisanträge des 

Beschuldigten einstweilen abgewiesen (Urk. 75). 

 

 

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II. Sachverhalt 

1. Verwertbarkeit der Beweismittel 

1.1. Standpunkt des Beschuldigten 

Wie bereits vor Vorinstanz macht die Verteidigung auch im Berufungsverfahren 

geltend, die in der Untersuchung erhobenen Beweismittel seien nicht verwertbar, 

da die Notwendigkeit der Verteidigung bereits im Zeitpunkt der Beweiserhebun-

gen bei der Polizei und Staatsanwaltschaft bestanden habe. Die Diagnose und 

Einschätzung des Gutachters deute eindeutig darauf hin, dass der Beschuldigte 

bereits damals eines Anwalts bedurft hätte. 

1.2. Würdigung 

Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass die vorliegende Untersuchung vor 

Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung abgeschlossen wurde, 

weshalb sich die Verwertbarkeit der erhobenen Beweise nach kantonalzürcheri-

schem Strafprozessrecht beurteilt und dass nach kantonalem Prozessrecht ein 

Fall notwendiger Verteidigung vorlag, wenn ein Beschuldigter infolge einer geisti-

gen Behinderung nicht in der Lage war, seine Verteidigungsrechte wahrzuneh-

men. Es kann auf ihre zutreffenden Ausführungen verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 6). 

Betreffend den psychischen Zustand des Beschuldigten wurde von der Vorinstanz 

ein Gutachten eingeholt (Urk. 50). Der Gutachter, PD Dr. med. B._____, kommt in 

seinem Gutachten vom 8. Dezember 2011 zum Schluss, der Beschuldigte habe 

seit der Trennung von der Ehefrau und den Kindern an einer Anpassungsstörung 

bzw. an einer polymorph psychotischen Störung auf der Basis einer Anpassungs-

störung gelitten. Die 2010 bestehende Anpassungsstörung sei nicht als schwer-

wiegende psychische Störung zu bezeichnen und es liege keine Verminderung 

der Schuldfähigkeit vor. Die Psychose habe zum Zeitpunkt des Deliktes im März 

2010 nicht bestanden. Um den Psychiatrieaufenthalt im Februar 2011 herum ha-

be eine akut polymorphe psychotische Störung bestanden. Die psychotische 

Symptomatik sei mittlerweile abgeklungen, es bestehe jedoch eine erhöhte Vulne-

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rabilität gegenüber psychotischen Erkrankungen. Diese sollte nach gutachterli-

cher Auffassung im Verfahren insofern berücksichtigt werden, dass dem Beschul-

digten ein Rechtsbeistand beigeordnet werden sollte, um eine Überforderung zu 

verhindern und damit das Risiko einer erneuten Dekompensation zu minimieren. 

Der Beschuldigte weise gegenüber dem Durchschnittsbürger eine deutlich ver-

minderte Stresstoleranz und Belastbarkeit auf, und bei Überforderung drohe er-

neute psychotische Dekompensation. Der Gutachter empfiehlt eine weitere Un-

terstützung durch einen Rechtsbeistand, damit die Belastung durch das Gerichts-

verfahren auf ein für den Beschuldigten bewältigbares Mass reduziert werde und 

gewährleistet sei, dass der Beschuldigte seine Interessen im Strafverfahren 

wahrnehmen könne (Urk. 50 S. 26 ff.). Die Empfehlung des Gutachters basiert 

somit auf dem Gedanken, den Beschuldigten in Zukunft vor dem Ausbruch einer 

Erkrankung zu schützen. Der Gutachter geht nicht davon aus, dass der Beschul-

digte zuvor seine Interessen nicht hat wahrnehmen können. 

Der Beschuldigte wurde selber in der Untersuchung dreimal einvernommen. Die 

polizeiliche Befragung zur Person und zur Sache erfolgte am 27. Mai 2010 

(Urk. HD 2/1 und HD 7/4), die untersuchungsrichterliche Einvernahme am 20. De-

zember 2010 (Urk. HD 2/2). An diesem Tag erfolgte auch die Zeugeneinvernah-

me der Geschädigten, bei welcher der Beschuldigte anwesend war (Urk. HD 3/2). 

Die psychotische Störung wurde vom Gutachter auf die Zeit um den Psychiatrie-

aufenthalt des Beschuldigten im Februar 2011 (16.02. - 25.02.11) lokalisiert 

(Urk. 50 S. 26). Ferner hielt der Gutachter fest, dass sich solch psychotische Stö-

rungen innerhalb weniger Tage entwickeln und häufig eine rasche Rückbildung 

zeigen (Urk. 50 S. 24). Unter diesen Umständen ist bereits aufgrund der zeitlichen 

Gegebenheiten auszuschliessen, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Einver-

nahmen im Mai 2010 und am 20. Dezember 2010 an einer psychotischen Störung 

litt. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Beweisabnah-

men aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung nicht oder nur eingeschränkt in 

der Lage gewesen wäre, seine Verteidigungsrechte zu wahren, ergeben sich 

denn auch nicht aus einer inhaltlichen Prüfung seiner Aussagen und Ausführun-

gen in den erwähnten Einvernahmen. Ausserdem hat er in der Zeugeneinver-

nahme der Geschädigten sinnvolle Ergänzungsfragen an die Geschädigte ge-

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stellt. Diese waren somit keinesfalls unüberlegt oder kontraproduktiv für den Be-

schuldigten (vgl. Urk. 81 S. 4 f.), sondern waren sachbezogen und knüpften in-

haltlich an das Gesagte an und zeigten somit, dass er sich in das Geschehen ein-

denken konnte. Zudem ist der Anklagesachverhalt einfach zu verstehen. Daraus 

ergibt sich, dass er durchaus in der Lage war, seine Verteidigungsrechte selbst zu 

wahren (Urk. HD 3/2 S. 6 ff.). Eine Ergänzung des Gutachtens ist somit nicht er-

forderlich (vgl. Urk. 81 S. 2). 

Mit der Vorinstanz ist daher zu schliessen, dass während der Untersuchung keine 

psychische Beeinträchtigung des Beschuldigten bestand, welche Anlass dafür 

gegeben hätte, ihm einen amtlichen Verteidiger zu bestellen. Die erhobenen Be-

weise sind somit verwertbar. 

2. Beweisanträge 

Wie bereits vorstehend erwähnt, liess der Beschuldigte im Berufungsverfahren 

den Beizug der IV-Akten betreffend die Geschädigte, die Entbindung ihrer Ärzte 

vom Arztgeheimnis durch die Geschädigte sowie die Einholung eines Glaubwür-

digkeitsgutachtens bzw. eines aussagepsychologischen Gutachtens betreffend 

die Geschädigte beantragen, für den Fall, dass nicht bereits aufgrund des jetzigen 

Aktenstandes ein Freispruch erfolgen sollte (Urk. 67 und 81). Auf diese Beweisan-

träge, welche alle im Zusammenhang mit der Würdigung der Aussagen der Ge-

schädigten stehen, ist nachfolgend unter 3.2.2. zurückzukommen. 

3. Beweiswürdigung 

3.1. Beweismittel 

3.1.1. Aussagen 

a) Aussagen des Beschuldigten 

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammengefasst. 

Vorab kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 11 ff.).  

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Sein Standpunkt lässt sich dahingehend kurz zusammenfassen, dass er aner-

kannte, dass es am 9. März 2010 in der Wohnung der Geschädigten zwischen 

ihm und der Geschädigten zu einem Streit gekommen ist. Im Rahmen dieses 

Streites habe er sie mit den Armen umklammert, um sich zu beruhigen. Wenn er 

auf jemanden wütend sei, dann helfe es ihm, wenn er die betreffende Person um-

armen könne (Urk. HD 2/1 S. 3; Urk. HD 2/2 S. 2). Dagegen bestritt er konstant, 

gegenüber der Geschädigten tätlich geworden zu sein. Es treffe nicht zu, dass er 

ihr die grosse Zehe am rechten Fuss nach oben gedrückt habe, er habe ihren 

Fuss gehalten und ihn zurückgestossen, als sie ihn mit dem Fuss habe wegstos-

sen wollen (Urk. HD 2/2 S. 3). Die angeklagten Drohungen bestritt der Beschul-

digte insoweit, als er konstant geltend machte, er habe nur gedroht, er werde da-

für schauen, dass sie ihre Kinder verliere und dass sie die IV-Rente verliere 

(Urk. HD 2/1 S. 3 und S. 6; Urk. HD 2/2 S. 4). 

Als mögliches Motiv für eine Falschbelastung seitens der Geschädigten führte der 

Beschuldigte an, sie belaste ihn, da er ihr immer wieder gesagt habe, dass er da-

für schauen werde, dass sie die IV-Rente verliere. Die Geschädigte habe eine 

seiner Kolleginnen angerufen und ihr gesagt, sie werde alles versuchen, dass er 

aus der Schweiz gewiesen werde (Urk. HD 2/2 S. 3). 

b) Aussagen der Geschädigten 

Auch betreffend die Darlegung der Aussagen der Geschädigten kann auf die Zu-

sammenfassung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 66 S. 12 ff.). Auf den 

Aussagen der Geschädigten basiert der Anklagevorwurf. 

3.1.2. Ärztliches Zeugnis 

Die Geschädigte suchte am 9. März 2010 Dr. med C._____ auf. Gemäss ärztli-

chem Zeugnis vom 10. März 2010 erhob die Ärztin bei der Geschädigten am 

9. März 2010 folgende Befunde: eine deutliche Schwellung über dem Handgelenk 

rechts dorsal mit deutlicher Druckdolenz, eine Schwellung über dem Handrücken, 

im Bereich der Brust rechts ein ca. 2 x 1 cm grosses frisches Hämatom, eine 

grossflächige Rötung im Dekolleté-Bereich mit sowohl ventral als auch dorsal 

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deutlichen Kratzspuren, Druckdolenz im Bereich der unteren Halswirbelsäule, 

deutliche muskuläre Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule rechts und 

Dolenz an der Grosszehe rechts (Urk. HD 4/3 S. 1). Die Ärztin kam zum Schluss, 

das Verletzungsmuster sei mit den Angaben der Patientin vereinbar. Dem Zeug-

nis ist zu entnehmen, dass die Geschädigte der Ärztin angegeben habe, sie sei 

vom Beschuldigten "in den Schwitzkasten" genommen worden, wobei sie eine 

starke Kompression auf den Thorax erlitten habe und Mühe mit dem Atmen be-

kommen habe. Der Beschuldigte habe sie am Handgelenk rechts gepackt und ihr 

dieses mehrmals verdreht, und habe ihr gedroht, die Zehen zu brechen. Er habe 

ihr verschiedene Faustschläge auf die Brust und im Bereich der Halswirbelsäule 

versetzt und sie stark gekniffen mit der ganzen Hand im Brust-, Hals- und Bauch-

bereich.  

3.2. Würdigung 

3.2.1. Allgemeine Grundsätze für die Beweiswürdigung 

Betreffend die allgemeinen Grundsätze für die Beweiswürdigung kann auf die zu-

treffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

Urk. 66 S. 9 ff.). 

3.2.2. Vorbemerkung 

Bei den Aussagen der Geschädigten und des Beschuldigten fällt auf, dass diese 

über weite Teile miteinander übereinstimmen. So sagten beide aus, dass es in 

der Nacht vom 8./9. März 2010 zu Streit zwischen ihnen gekommen ist, dass die 

Wegnahme des Mobiltelefons der Geschädigten durch den Beschuldigten Auslö-

ser für den Streit war und dass der Beschuldigte die Geschädigte anlässlich des 

Streites mit beiden Armen umklammert hat. Beide führten aus, dass die Tochter 

während dieses Streites sagte, sie würden einen neuen Vater suchen bzw. be-

kommen und dass dies den Beschuldigten sehr reizte, bzw. verletzte. Auch be-

treffend die angeklagte Drohung sagten die beiden Beteiligten weitgehend gleich-

lautend aus (vgl. nachstehend 3.2.4.). 

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Diese Übereinstimmung in den Aussagen betreffend die Vorfälle in der fraglichen 

Nacht und den Morgenstunden sprechen klar gegen ein durch eine psychische 

Störung seitens der Geschädigten beeinträchtigtes Wahrnehmungsvermögen und 

Erleben. Wie sogleich darzulegen ist, wird die Darstellung der Geschädigten in 

den bestrittenen Punkten zudem durch die Feststellungen im ärztlichen Zeugnis 

gestützt und entspricht ihre Schilderung viel eher normalpsychologisch erklärba-

rem Verhalten als die Darstellung des Beschuldigten. Selbst wenn man von einer 

angespannten Beziehung der beiden ausgeht (Urk. 81 S. 8 f.) bestehen unter die-

sen Umständen keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Geschädigten und ist 

von der Einholung eines diesbezüglichen Gutachtens und weiteren Abklärungen 

im Zusammenhang mit dem psychischen Zustand der Geschädigten abzusehen. 

Die Beweisanträge des Beschuldigten sind somit abzuweisen.  

3.2.3. Verletzungen 

Im zentralen Punkt der Ursache für das bei der Geschädigten festgestellte Verlet-

zungsbild gehen die Darstellung der Geschädigten und diejenige des Beschuldig-

ten auseinander. Während sie geltend machte, er habe sie hin und her geschüttelt 

und ihren Kopf so gegen seinen Brustkorb gedrückt, dass sie Probleme mit dem 

Atmen gehabt habe, sagte er aus, er habe sie nur umklammert, um sich zu beru-

higen. Es helfe ihm, sich zu beruhigen, wenn er die Person, auf die er wütend sei, 

umarme. In diesem Punkt erscheint die Darstellung der Geschädigten weitaus 

glaubhafter als diejenige des Beschuldigten, zumal das Umarmen einer Person 

auf die man wütend ist doch als eher ungewöhnliche Reaktion zu bezeichnen ist 

und die im ärztlichen Zeugnis festgehaltenen Verletzungen (Druckdolenz der un-

teren HWS und deutliche muskuläre Verspannungen im Bereiche der HWS) mit 

der Darstellung der Geschädigten vereinbar sind und diese stützen. 

Auch die im ärztlichen Zeugnis festgestellte deutliche Schwellung über dem 

Handgelenk mit deutlicher Druckdolenz lässt sich ohne weiteres mit der Darstel-

lung der Geschädigten vereinbaren, wonach der Beschuldigte sie am Handgelenk 

gepackt habe und ihren Arm nach aussen gedreht habe. Die Erklärung des Be-

schuldigten, wonach sich die Geschädigte die Verletzungen durch ihre Tätigkeit 

als Domina beigezogen habe, erscheint als unglaubhafte Schutzbehauptung, zu-

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mal die Aussagen der Geschädigten über den Ablauf der Geschehnisse plausibel 

sind, die Verletzung nach ärztlicher Feststellung mit ihrer Darstellung vereinbar ist 

und ein naher zeitlicher Bezug besteht zwischen der Feststellung des Verlet-

zungsbildes und dem vorangehenden Streit zwischen dem Beschuldigten und der 

Geschädigten. Hinzu kommt, dass auch der Beschuldigte einräumte, dass es zu 

Handgreiflichkeiten kam. So habe die Geschädigte ihn aus der Umarmung weg-

gestossen, nach ihm gekickt (Urk. HD 2/1 S. 2 f.; Urk. HD 2/2 S. 2 ), er habe den 

Fuss gehalten und zurückgeworfen (Urk. HD 2/2 S. 3). 

Auch das weitere im ärztlichen Zeugnis festgehaltene Verletzungsbild stützt die 

Darstellung der Geschädigten und spricht gegen diejenige des Beschuldigten. 

Gänzlich lebensfremd erscheint die Behauptung des Beschuldigten, er habe auf 

die Äusserung der Tochter, dass er gehen müsse, weil sie einen neuen Papi be-

komme, zwar aggressiv reagiert, sich aber zurückgehalten, die Geschädigte um-

armt und als die Geschädigte ihn mit dem Fuss wegstossen wollte, den Fuss 

festgehalten und ihr den Kopf gestreichelt, was ihn beruhigt habe (Urk. HD 2/1 

S. 2; HD 2/2 S. 3). Dass ihn die Äusserung des Kindes zutiefst verletzte und ag-

gressiv machte, ist ohne weiteres nachvollziehbar, nicht jedoch, dass er als Reak-

tion auf diese tiefe Kränkung der Geschädigten über den Kopf gestreichelt habe. 

Viel lebensnaher ist die Darstellung der Geschädigten, wonach der Beschuldigte 

als Reaktion ihren Fuss ergriffen habe und ihr gedroht habe, er breche ihr den 

Zeh, sie am Handgelenk packte und den Arm herumdreht und sie kniff (Urk. HD 

3/2 S.4). 

3.2.4. Drohung 

Betreffend den Anklagesachverhalt der Drohung sagte die Geschädigte in der po-

lizeilichen Befragung aus, der Beschuldigte habe, nachdem er ihr Mobiltelefon 

durchsucht habe, gesagt, er habe nun alle Informationen, um sie fertig zu machen 

(Urk. HD 3/1 S. 3). Er habe gesagt, er werde sie fertig machen, sie werde nachher 

nichts mehr haben, er nehme ihr die Kinder weg und werde sie anzeigen (Urk. 

HD 3/1 S. 3). Er habe gesagt, er werde sie fertig machen, kaputt machen und 

dass sie nichts mehr haben werde, wenn er fertig sei mit ihr, dass er ihr die Kinder 

nehmen werde oder wegnehmen lasse. Sie denke nicht, dass er sie mit dem To-

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de bedroht habe (Urk. HD 3/1 S. 6). Sie habe sich einfach nicht frei gefühlt, habe 

Angst gehabt. In der Zeugeneinvernahme erklärte sie, der Beschuldigte habe ge-

sagt, sie dürfe nicht die Polizei rufen, sonst mache er sie fertig und nehme ihr die 

Kinder weg, wenn er mit ihr fertig sei, liege sie auf der Strasse. Sie habe Angst 

davor gehabt, was er fähig sei, ihr anzutun (Urk. HD 3/2 S. 5). 

Der Beschuldigte sagte aus, er habe der Geschädigten nur gedroht, dass er eine 

Anzeige machen werde. Sie habe schon ein paar Mal mit dem Messer auf ihn 

einstechen wollen und schlage die Kinder. Er habe gesagt, wenn er der Jugend-

behörde die ganze Wahrheit erzählen würde, wäre es möglich, dass man ihr die 

Kinder wegnehme (Urk. HD 2/1 S. 3 und S. 6). Die Geschädigte habe Angst ge-

habt vor seiner Drohung, er werde dafür schauen, dass sie die IV-Rente verliere 

(Urk. HD 2/2 S. 3). Er habe aus reinem Frust gesagt, er werde dafür schauen, 

dass sie die Kinder verliere. Das Fertigmachen beziehe sich darauf, dass er ge-

sagt habe, er werde schauen, dass sie die IV-Rente verliere, er habe sie nie mit 

dem Tod oder ähnlichem bedroht (Urk. HD 2/2 S. 4). 

Die Gegenüberstellung der Aussagen des Beschuldigten und der Geschädigten 

zeigt in diesem Anklagepunkt weitgehende Übereinstimmung. Aufgrund der über-

einstimmenden Aussagen der beiden Beteiligten ist somit erstellt, dass der Be-

schuldigte anlässlich der Vorfälle am Morgen des 9. März 2010 drohte, er werde 

sie fertig machen. Aufgrund der diesbezüglich ebenfalls übereinstimmenden Aus-

sagen war diese Äusserung nicht als Todesdrohung gemeint und wurde von der 

Geschädigten auch nicht so verstanden. 

Der äussere Sachverhalt gemäss Anklage ist somit erstellt. Auf die rechtliche 

Würdigung ist nachfolgend im Einzelnen einzugehen. Gemäss Aussagen der Ge-

schädigten sagte der Beschuldigte, nachdem er ihr Mobiltelefon durchsucht hatte, 

er habe alle Informationen über sie, um sie fertig zu machen. 

4. Fazit 

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Darstellung der Geschädigten 

plausibel und glaubhaft erscheint und durch die Befunde im ärztlichen Zeugnis 

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von Dr. med. C._____ gestützt wird. Die Aussagen des Beschuldigten in den be-

strittenen Punkten auf der anderen Seite geben nicht das Bild einer nachvollzieh-

baren Reaktion wieder. Wenn der Beschuldigte wütend über die Geschädigte die-

se umarmt haben will und tief verletzt über die Äusserung seines Kindes betref-

fend neuen Papi die Geschädigte gestreichelt haben will, so entspricht dies nicht 

nach allgemeiner Lebenserfahrung zu erwartendem Verhalten.  

Der Anklagesachverhalt ist daher vollumfänglich erstellt. 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Drohung 

Erstellt ist, dass der Beschuldigte im Rahmen des Streites drohte, er werde die 

Geschädigte fertig machen, sie werde nichts mehr haben, wenn er mit ihr fertig 

sei. Diese Äusserung ist für sich allein betrachtet keine schwere Drohung im Sin-

ne von Art. 180 StGB und ist auch nicht geeignet, eine Person im Sinne dieser 

Bestimmung in Angst und Schrecken zu versetzen. Zu beachten ist jedoch, dass 

eine verbale Drohung nicht allein aufgrund der Wortwahl zu beurteilen ist, viel-

mehr ist entscheidend, ob die Äusserung nach den gesamten Umständen geeig-

net ist, das Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen (BGE 99 IV 215 f.). Die 

Äusserung des Beschuldigten erfolgte vor dem Hintergrund einer Scheidungs-

auseinandersetzung. Der Streit entbrannte, weil der Beschuldigte das Mobiltele-

fon der Geschädigten behändigt hatte und die Geschädigte es von ihm zurückver-

langte. Der Beschuldigte wurde gegenüber der Geschädigten tätlich (Umklamme-

rung und Drücken), die Tochter sagte, sie würden einen neuen Papi bekom-

men/suchen, worauf der Beschuldigte erneut tätlich wurde gegenüber der Ge-

schädigten. Gemäss Aussage der Geschädigten sagte der Beschuldigte, nach-

dem er das Mobiltelefon ausgewertet hatte, er habe nun alle Informationen, um 

sie fertig zu machen (Urk. HD 3/1 S. 3). Er habe gesagt, er werde sie fertig ma-

chen, sie werde nachher nichts mehr haben, er nehme ihr die Kinder weg, und 

werde sie anzeigen (Urk. HD 3/1 S. 3). Die Drohung mit der Wegnahme der Kin-

der ist vor dem Hintergrund der Frage des Sorgerechtes zu sehen, war nicht als 

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Drohung mit Entführung gemeint und wurde von der Geschädigten ausdrücklich 

auch nicht so aufgefasst (Urk. 3/2 S. 5). Der Beschuldigte erstellte auch Fotos von 

der Wohnung, um in der Scheidung zu beweisen, dass sie in der Wohnung nicht 

aufgeräumt habe. Insgesamt ist die Drohung mit der Wegnahme der Kinder und 

die damit verbundene Äusserung, die Ehepartnerin fertig zu machen, im Rahmen 

einer Scheidungsauseinandersetzung mit Kampf um die Kinder und das Besuchs-

recht nicht als schwere Drohung im Sinne von Art. 180 StGB zu qualifizieren.  

Hinzu kam die Drohung mit einer Anzeige gegen die Geschädigte, wobei sie nicht 

sagte, mit was für einer Anzeige er gedroht habe. Es ist daher auf die Aussage 

des Beschuldigten abzustellen, welcher erklärte, er habe ihr gedroht, sie wegen 

der IV-Rente anzuzeigen, wobei aus dem ganzen Kontext seiner Aussagen her-

vorgeht, dass der Beschuldigte zur Anzeige bringen wollte, dass die Geschädigte 

ein nicht deklariertes Erwerbseinkommen erziele. Diese Drohung mit Fertigma-

chen mittels Anzeigeerstattung war zwar geeignet, der Geschädigten finanzielle 

Nachteile und die Gefahr strafrechtlicher Verfolgung in Aussicht zu stellen, nicht 

jedoch, sie in Angst und Schrecken zu versetzen. 

Zu prüfen bleibt die Drohung, er mache sie fertig, er mache sie kaputt im Zusam-

menhang mit der erfolgten Gewaltanwendung. Die Geschädigte erklärte, sie habe 

Angst gehabt, weil sie nicht gewusst habe, was der Beschuldigte fähig sei, ihr an-

zutun (Urk. HD 3/2 S. 5). Zu beachten ist, dass er diese Äusserung während ei-

nes Streites tat, bei welchem er gegenüber der Geschädigten tätlich geworden 

war und dass er der Geschädigten bereits am 21. September 2009 im Rahmen 

einer Auseinandersetzung eine Verletzung (Beschleunigungstrauma der Halswir-

belsäule) zugefügt hatte, welches Vorgehen Gegenstand der Verurteilung wegen 

Körperverletzung gemäss Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelrichter in 

Strafsachen, vom 21. Juni 2010 bildete. Vor dem Hintergrund dieser erfolgten 

Gewaltanwendungen gegenüber der Geschädigten ist die Drohung, er werde sie 

fertig machen, kaputt machen, durchaus eine schwere Drohung. Dies versetzte 

die Geschädigte wie sie nachvollziehbar erklärte in Angst und führte zu ihrer Ver-

unsicherung, indem sie sich nicht mehr frei fühlte. Da der Beschuldigte um diese 

Hintergründe wusste, musste ihm bewusst sein, dass seine Drohung geeignet 

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war, diese Wirkung bei der Geschädigten hervorzurufen und ist davon auszuge-

hen, dass er diese mindestens in Kauf nahm. 

Der Beschuldigte ist daher der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB schuldig zu sprechen. 

2. Körperverletzung/Tätlichkeiten 

Die Vorinstanz hat die Grundsätze betreffend die Abgrenzung zwischen einfacher 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB und Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 StGB zutreffend dargelegt. Darauf kann vorab verwiesen werden (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 17 f.).  

Mit zutreffender Begründung kommt die Vorinstanz zum Schluss, dass die von 

der Geschädigten erlittenen Beeinträchtigungen (muskuläre Verspannungen, 

Schwellungen über Handgelenk und Handrücken und Hämatome an der rechten 

Brust und am linken Unterbauch sowie Kratzspuren am Dekolleté) unter normalen 

Umständen keine erheblichen Schmerzen hervorrufen und innert kurzer Frist ab-

heilen. Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass damit keine erheblichen Ein-

griffe in das Wohlbefinden der Geschädigten vorliegen, welche als einfache Kör-

perverletzung zu qualifizieren wären. 

Dagegen haben die Einwirkungen auf den Körper der Geschädigten klar das übli-

che und gesellschaftlich geduldete Mass überschritten und sind als Tätlichkeiten 

zu qualifizieren. Zwischen dem ersten tätlichen Übergriff (Umklammerung des 

Brustkorbes) und dem folgenden (Drücken der Zehe, Packen am Handgelenk und 

Arm umdrehen sowie Kneifen in Bauch und Brust) lagen eine bis zwei Stunden, 

weshalb von einem erneuten Tatentschluss und demzufolge von mehrfacher Tat-

begehung auszugehen ist. 

Demgemäss ist der Beschuldigte der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB schuldig zu 

sprechen. 

-  16  - 

IV. Strafzumessung 

1. Retrospektive Konkurrenz 

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass die vorliegend zu beurteilenden 

Taten vor der letzten Verurteilung des Beschuldigten mit Urteil des Bezirksgerich-

tes Bülach vom 21. Juni 2010 begangen wurden, weshalb eine Zusatzstrafe zu 

diesem Urteil auszufällen ist. Auch bezüglich der Grundsätze für die Gesamt-

strafenbildung gestützt auf Art. 49 Abs. 2 StGB kann auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 18 ff.). 

2.  Strafrahmen 

Der Strafrahmen für die Drohung im Sinne von Art. 180 StGB reicht von Geldstra-

fe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe. Für die mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von 

Art. 126 StGB ist eine Busse auszufällen. 

3. Allgemeine Strafzumessungsregeln 

Bezüglich der Strafzumessungsregeln und Strafzumessungsfaktoren hat die Vor-

instanz das Nötige ausgeführt. Ihren Erwägungen ist nichts beizufügen (Art. 82 

Abs. 4 StPO, Urk. 66 S. 19 f.). 

4. Strafe für Drohung 

In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden des Beschuldigten nicht mehr leicht. 

Zwar hat er der Geschädigten mit der Drohung, er werde sie fertig machen, kaputt 

machen, kein konkretes Übel in Aussicht gestellt. Zusammen mit der Gewaltan-

wendung anlässlich des Vorfalles vom 9. März 2010 war aber gerade dieses Un-

bestimmte geeignet, die Geschädigte zu verunsichern, indem sie nicht wusste, mit 

was sie noch rechnen musste. 

In subjektiver Hinsicht ist von Eventualvorsatz auszugehen und ist zu berücksich-

tigen, dass der Beschuldigte die Drohung im Rahmen eines Streites in einer be-

lastenden Scheidungssituation ausgestossen hat, nachdem er durch die Äusse-

rung seiner Tochter, wonach sie einen neuen Papi bekommen würden, gekränkt 

-  17  - 

worden war. Die belastende Scheidungssituation und der Umstand, dass der Be-

schuldigte nach Einschätzung des Gutachters seit der Trennung von der Ehefrau 

und den Kindern an einer Anpassungsstörung litt und im Vergleich zu einem 

Durchschnittsbürger eine deutlich verminderte Stresstoleranz und Belastbarkeit 

aufweist (Urk. 50 S. 28), relativiert das Verschulden in subjektiver Hinsicht, ohne 

dass jedoch eine Verminderung der Schuldfähigkeit vorliegt. In subjektiver Hin-

sicht ist von einem leichten Verschulden auszugehen. 

Straferhöhend wirken sich die einschlägige Vorstrafe aus dem Jahre 2007 und die 

Delinquenz während hängiger Untersuchung aus. Der Beschuldigte war mit Straf-

befehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 24. März 2007 wegen 

mehrfacher Drohung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt 

worden und delinquierte während der Hängigkeit der Untersuchung, welche zur 

Verurteilung mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010 führte. 

Strafmindernd ist das weitgehende Geständnis des Beschuldigten zu berücksich-

tigen, was die vorerwähnte Straferhöhung wieder aufwiegt.  

Bezüglich der persönlichen Verhältnisse kann auf die Darlegungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 21). Es ergeben sich daraus 

keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass eine Zusatzstrafe zu der mit Urteil 

des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010 für einfache Körperverletzung, 

fahrlässige Körperverletzung mehrfache Drohung, mehrfache Nötigung und 

Sachbeschädigung ausgefällten Sanktion von 150 Tagessätzen Geldstrafe auszu-

fällen ist, erscheint unter Berücksichtigung des Asperationsprinzipes eine Ge-

samtstrafe von 160 Tagessätzen Geldstrafe als angemessene Sanktion. Die von 

der Vorinstanz festgelegte Zusatzstrafe von 10 Tagessätzen Geldstrafe trägt allen 

Strafzumessungsfaktoren angemessen Rechnung. 

Betreffend die Kriterien für die Bemessung der Tagessatzhöhe kann vorab auf die 

Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 66 

S. 22). Ergänzend ist anzufügen, dass der Beschuldigte mittlerweile von der Ge-

-  18  - 

schädigten geschieden ist. Er ist wieder verheiratet und seine Ehefrau erwartet 

ein Kind von ihm. Die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten haben sich seit 

der Beurteilung durch die Vorinstanz noch weiter verschlechtert. Inzwischen ver-

fügt er über kein Erwerbseinkommen mehr. Er wird durch seine Ehefrau unter-

stützt und kümmert sich um die Garten- und Hausarbeit (Urk. 80 S. 3 f.). Er liess 

im Berufungsverfahren geltend machen, er hätte die Schweiz bis zum 6. März 

2011 verlassen müssen und habe nicht mehr arbeiten dürfen. Gegen den Weg-

weisungsentscheid habe er Rekurs eingereicht und dürfe sich bis zum Endent-

scheid im Kanton Zürich aufhalten. Er habe sich nun beim Sozialamt angemeldet 

für Unterstützungsleistungen (Urk. 73). Auch unter Berücksichtigung dieser weite-

ren Verschlechterung der finanziellen Verhältnisse erscheint der von der Vo-

rinstanz auf Fr. 20.– festgelegte Tagessatz weiterhin als angemessen. 

5.  Strafe für Tätlichkeiten 

Der Beschuldigte hat die Geschädigte während des Streites in zwei zeitlich ein bis 

zwei Stunden auseinanderliegenden Phasen tätlich angegriffen. Es liegt mehrfa-

che Tatbegehung vor, was sich straferhöhend auswirkt. 

Das objektive Tatverschulden wiegt schwer, zumal die von der Geschädigten erlit-

tenen körperlichen Beeinträchtigungen nahe an der Grenze zur einfachen Körper-

verletzung liegen.  

In subjektiver Hinsicht fällt zuungunsten des Beschuldigten ins Gewicht, dass er 

die Ursache für den Streit gesetzt hat, indem er das Mobiltelefon der Geschädig-

ten behändigte, um daraus Informationen betreffend deren von ihm vermuteten 

Tätigkeit als Domina auszulesen und diese im Scheidungsverfahren gegen sie 

verwenden zu können. Betreffend die zweite Phase der Tätlichkeiten wird das 

Verschulden dadurch relativiert, dass der Beschuldigte durch die Äusserung der 

Tochter, sie würden einen neuen Papi bekommen, verletzt wurde und seine Re-

aktion im Zusammenhang mit seiner gutachterlich festgestellten verminderten 

Stresstoleranz und Belastbarkeit zu sehen ist. 

-  19  - 

Straferhöhend sind auch betreffend diese Delikte die Vorstrafe und die Delin-

quenz während hängiger Untersuchung zu veranschlagen und sind den persönli-

chen Verhältnissen keine strafzumessungsrelevanten Faktoren zu entnehmen. 

Dem insgesamt erheblichen bis schweren Verschulden, den straferhöhenden 

Faktoren und den schlechten finanziellen Verhältnissen des Beschuldigten ange-

messen erscheint unter Berücksichtigung des Asperationsprinzipes eine Busse 

von Fr. 1'000.– als Zusatzstrafe zum Urteil vom 21. Juni 2010. Mit jenem Urteil 

wurde er wegen eines Schlages mit der flachen Hand gegen den Hinterkopf und 

die Stirn der Geschädigten und mit der Faust gegen deren Oberschenkel und 

Oberarm, welche zu keinen Verletzungen führten, mit einer Busse von Fr. 400.– 

bestraft. Die im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Tätlichkeiten führten da-

gegen zu Verletzungen und sind nahe an der Grenze zur einfachen Körperverlet-

zung anzusiedeln. Allen diesen Umständen trägt eine Gesamtbusse von 

Fr. 1'400.– angemessen Rechnung. 

6. Fazit 

Der Beschuldigte ist somit zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen 

zu Fr. 20.– und einer Busse von Fr. 1'000.– als Zusatzstrafe zum Urteil des Be-

zirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010. 

V. Vollzug 

Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges und die Ansetzung einer Probezeit 

von drei Jahren blieben unangefochten und sind zu bestätigen. 

Der Vollzug der Zusatzstrafe von 10 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 20.– ist daher 

aufzuschieben, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. 

Betreffend die Busse ist auf die Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Art. 82 

Abs. 4 StPO; Urk. 66 S. 25). 

-  20  - 

VI. Kostenfolgen 

Ausgangsgemäss ist das vorinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen. 

Gestützt auf Art. 428 Abs.1 StPO sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem 

Beschuldigten aufzuerlegen. Den schlechten finanziellen Verhältnissen des Be-

schuldigten wird bei der Festsetzung der Höhe der Gerichtsgebühr Rechnung ge-

tragen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind auf die 

Gerichtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

 

Das Gericht beschliesst: 

1. Vom Rückzug der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft IV des Kan-

tons Zürich wird Vormerk genommen.  

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 
Abs. 2 lit. a StGB sowie 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbin-
dung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu 

Fr. 20.– und einer Busse von Fr. 1'000.– als Zusatzstrafe zu der mit Urteil 

des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010 ausgefällten Strafe.  

-  21  - 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.     amtliche Verteidigung (ausstehend) 

 
7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden unter Vorbehalt der Nachfor-

derung auf die Gerichtskasse genommen. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit-

tel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-  22  - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 8. Februar 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Aardoom 
 

 
 
 

	Urteil vom 8. Februar 2013
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie
	- der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 20.– als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 21. Juni 2010 ausgefällten Strafe sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, mit Ausnahme der Entscheidgebühr jedoch abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt ...
	Berufungsanträge:
	1.  Die Ziffern 1 bis 6 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 17. Januar 2012 seien aufzuheben.
	2.  Der Beschuldigte A._____ sei vollumfänglich freizusprechen.
	3.  Sollte der Beschuldigte A._____ nicht bereits beim jetzigen Aktenstand freigesprochen werden, so seien die IV-Akten der Geschädigten beizuziehen, die Geschädigte sei überdies zu verpflichten, sämtliche ihrer Ärzte vom Arztgeheimnis bezüglich ihrer...
	4.  Es seien die gesamten Verfahrenskosten, inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung für beide Instanzen, der Staatskasse zu überbinden.
	Das Gericht erwägt:
	I.  Prozessverlauf
	II.  Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung
	V.  Vollzug
	VI.  Kostenfolgen

	Das Gericht beschliesst:
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB sowie
	 der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. b StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu Fr. 20.– und einer Busse von Fr. 1'000.– als Zusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 21. Juni 2010 ausgefällten Strafe.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
	4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 5 und 6) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden unter Vorbehalt der Nachforderung auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel an
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.