# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb7605d5-67c1-5b7a-b9aa-9102d41379be
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.06.2024 UV 2023/45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2023-45_2024-06-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/45

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 01.07.2024

Entscheiddatum: 05.06.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 05.06.2024
Art. 19 Abs. 1 UVG. Art. 43 Abs. 1 ATSG. Abschluss der Heilbehandlung. Ende 
des Taggeldanspruchs. Verletzung der Untersuchungspflicht (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Juni 2024, UV 2023/45).

Entscheid vom 5. Juni 2024

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn und 

Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

UV 2023/45

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Bretscher, Rechtsdienst Inclusion 

Handicap, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,

gegen

HOTELA Versicherungen AG, Rue de la Gare 18, Postfach 1251, 1820 Montreux,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Fivian, Freiburgstrasse 25, Postfach 73, 

3280 Murten,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (Jahrgang 1984; nachfolgend: Versicherte) arbeitete als 

Reinigungsangestellte für die B.___ GmbH (Arbeitsort: „Villa C.___“), und war dadurch 

bei der Hotela (nachfolgend: Unfallversicherung) obligatorisch unfallversichert. Am 2. 

November 2021 erlitt sie bei der Arbeit einen Unfall. Sie stürzte beim Putzen auf einer 

Treppe und verletzte sich dabei am rechten Fuss (UV-act. A1). Der Allgemeinmediziner 

Dr. med. D.___ bestätigte am 8. November 2021 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

für die Zeit vom 3. bis zum 8. November 2021 sowie eine Arbeitsunfähigkeit von 50 

Prozent für die Zeit vom 9. bis zum 14. November 2021 (UV-act. A2). Da die 

Versicherte im März 2022 noch immer unter Schmerzen litt, wurde am 16. März 2022 

ein MRI des Mittel- und Rückfusses rechts erstellt. Dabei zeigte sich eine undislozierte 

Querfraktur an der Spitze des Processus anterior calcanei (ossärer Ausriss des 

Ligamentum bifurcatum) mit einem angrenzenden reaktiven Spongiosaödem bei einem 

Status nach einer Zerrung des Ligamentum fibulotalare anterius und des Ligamentum 

fibulo-calcaneare sowie auch des oberflächlichen Anteils des Deltabandes (UV-act. 

A3). Die Unfallversicherung forderte die Versicherte am 5. Mai 2022 auf, ergänzende 

Angaben zum Unfallereignis zu machen. Mittels des entsprechenden Fragenbogens 

gab die Versicherte am 14. Mai 2022 an, sie sei bei Reinigungsarbeiten auf einer 

Treppe mit dem rechten Fuss umgeknickt und dann auf die rechte Seite gestürzt. 

Dabei habe sie sich das „Fussgelenk gebrochen“. Sie habe einen blauen Fleck am 

Fuss gehabt und das Fussgelenk sei geschwollen gewesen. Sie habe drei Wochen lang 

an Stöcken gehen müssen. Ab dem 17. November 2021 habe sie wieder voll 

gearbeitet. Am 9. Mai 2022 sei ihr eine (offenbar am 10. März 2022 verschriebene; vgl. 

UV-act. A10) orthopädische Einlage abgegeben worden (UV-act. A4). Am 17. Mai 2022 

A.a. 

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diagnostizierte Dr. D.___ eine Querfraktur des Processus anterior calacanei mit einem 

Ausriss des Ligamentum bifurcatum. Die Versicherte leide ausschliesslich an 

Unfallfolgen. Die stehende Tätigkeit wirke sich ungünstig auf den Heilverlauf aus (UV-

act. A5). Nach erneuten Arztkonsultationen im Juni 2022 wurde der Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent für die Zeit bis zum 30. Juni 2022 attestiert (UV-act. 

A6).

Am 28. Juni 2022 wurde die Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) untersucht. Im Untersuchungsbericht vom 6. Juli 2022 hielt die 

Klinik fest, die Versicherte leide an einem Rehabilitationsdefizit bei einem Status nach 

einer undislozierten Fraktur des Processus anterior calcanei und einer Plantarfasziitis 

mit einer Achillessehnenverkürzung. Der verletzte Fuss sei im November 2021 initial für 

zwei Wochen in einem Malleo-Sprint ruhiggestellt worden. Anschliessend habe die 

Versicherte wieder begonnen zu arbeiten. Seither leide sie an persistierenden und 

zunehmenden Schmerzen. Eine analgetische Behandlung habe zu keiner Besserung 

geführt. Die Therapie mittels einer Schuheinlage habe die Schmerzen verstärkt. 

Konsekutiv zeigten sich nun auch lumbale und cervicale Rückenschmerzen ohne 

Ausstrahlung und ohne ein sensomotorisches Defizit. Unter Berücksichtigung der 

Befunde und der Anamnese zeige sich ein Rehabilitationsdefizit im Rahmen der Fraktur 

bei einer nur kurzzeitigen Ruhigstellung und einer frühen Wiederaufnahme der 

Belastung. Konsekutiv sei es zu einer Achillessehnenverkürzung gekommen, die 

Plantarfasziitis sei symptomatisch geworden und es habe sich eine muskuläre 

Dysbalance der Wirbelsäule entwickelt. Eine operative Sanierung der Fraktur sei aktuell 

nicht indiziert. Zunächst werde eine konservative Behandlung mit einer Ruhigstellung 

im VACOped für vier Wochen und mit einer Teilbelastung des halben Körpergewichtes 

in die Wege geleitet (UV-act. A8). Am 4. August 2022 hielt der Vertrauensarzt der 

Unfallversicherung, Dr. med. E.___, fest, ein natürlicher Kausalzusammenhang 

zwischen den am 10. März 2022 respektive am 2. Juni 2022 erhobenen Befunden und 

dem Unfallereignis sei wahrscheinlich. Im Moment spielten unfallfremde Faktoren keine 

Rolle. Der weitere Verlauf müsse genau beobachtet werden. Sollte die Versicherte ihre 

Arbeit im September 2022 nicht wieder aufnehmen, müsse der Fall erneut diskutiert 

werden (UV-act. A10).

A.b. 

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Die Versicherte teilte der Unfallversicherung am 9. September 2022 telefonisch 

mit, dass sie im Sommer eine Serie Physiotherapie absolviert habe, die im August 2022 

geendet habe. Sie müsse mit dem Arzt über eine weitere Verordnung sprechen. Sie 

nehme aktuell täglich Schmerzmittel ein und gehe zurzeit noch an Krücken. Sie leide an 

starken Schmerzen am Fussrücken (UV-act. A12). Am 12. Oktober 2022 diagnostizierte 

die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

des KSSG chronische Schmerzen und ein Rehabilitationsdefizit bei einem Status nach 

einer undislozierten Fraktur des Processus anterior calacanei mit/bei einer 

Plantarfasziitis mit einer Achillessehnenverkürzung rechts. Nach einer zwischenzeitlich 

erfolgten achtwöchigen konsequenten Ruhigstellung im VACOped und einer 

anschliessenden weiteren Ruhigstellung im Malleo-Sprint durch die Versicherte zeige 

sich nun eine deutliche Instabilität bei einer muskulären Dysbalance. Daher werde die 

Fortführung der Physiotherapie, ein Abtrainieren der Orthese, eine Gangschulung und 

die Stabilisierung der Muskulatur empfohlen. Der objektive klinische Befund am rechten 

Fuss sei abgesehen von einer Druckdolenz im gesamten Mittelfuss, Ober- und 

Rückfuss sowie über dem medialen und lateralen Malleolus unauffällig gewesen. Aus 

orthopädischer Sicht zeige sich ein chronifizierter Schmerz bei einer allerdings schon 

im Juni 2022 mittels eines Röntgenbildes nachgewiesenen ossären Konsolidierung. 

Aufgefallen sei sodann ein langsames, vorsichtiges Gangbild mit einem leichten 

Schonhinken rechts. Vorerst werde die Versicherte weiterhin vollständig arbeitsunfähig 

bleiben (UV-act. A13). Am 19. Oktober 2022 berichtete die Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG bezüglich einer 

Untersuchung vom 6. Oktober 2022, aus ihrer Sicht sei hinsichtlich der 

Fussproblematik nach einem vierwöchigen intensiven physiotherapeutischen Training 

zum Stabilitätsaufbau mit einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit „in der Küche“ zu 

rechnen. Deshalb sei das Arbeitsunfähigkeitsattest nochmals bis zum 6. November 

2022 verlängert worden. Der Fall werde aber nun in der Klinik abgeschlossen. Die 

Weiterbehandlung werde im Schmerzzentrum erfolgen (UV-act. A14). Der 

Vertrauensarzt Dr. E.___ notierte am 8. Dezember 2022, die weiterhin attestierte 

vollständige Arbeitsunfähigkeit sei im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 2. 

November 2021 nicht nachvollziehbar und nicht gerechtfertigt. Die Plantarfasziitis und 

die Cervico-Lumbalgie seien als unfallfremde Faktoren zu qualifizieren. Der Status quo 

sine sei spätestens am 6. Oktober 2022 erreicht gewesen. Allerdings sei es durchaus 

A.c. 

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B.  

vertretbar, die Arbeitsunfähigkeit bis zum 6. November 2022 noch als gerechtfertigt 

und unfallkausal zu qualifizieren (UV-act. A15).

Am 20. Dezember 2022 teilte die Unfallversicherung der Versicherten mit, dass sie 

ihre Leistungspflicht für die medizinischen Behandlungskosten für die Zeit ab dem 7. 

Oktober 2022 ablehne. Für die Arbeitsunfähigkeit komme sie bis zum 6. November 

2022 auf. Zur Begründung verwies sie auf die Aktennotiz von Dr. E.___. Sollte die 

Versicherte dies wünschen, werde dieser Entscheid mittels einer formellen Verfügung 

„bestätigt“ werden (UV-act. A17). Am 6. Januar 2023 verlangte ein Mitarbeiter eines 

gemeinnützigen Vereins (wohl im Auftrag der Versicherten) per E-Mail den Erlass einer 

anfechtbaren Verfügung (UV-act. A18). Am 17. Januar 2023 erliess die 

Unfallversicherung eine Verfügung im Sinne ihrer Mitteilung vom 20. Dezember 2022. 

Zur Begründung führte sie an, die Plantarfasziitis sowie die lumbalen und cervicalen 

Rückenschmerzen seien unfallfremd. Das Ereignis vom 2. November 2021 habe nur zu 

einer vorübergehenden Verschlimmerung dieser unfallfremden, vorbestehenden 

Beschwerden geführt. Die Unfallfolgen seien am 6. Oktober 2022 vollständig 

abgeklungen gewesen (act. G 18.1).

A.d. 

Am 2. Februar 2023 liess die Versicherte eine Einsprache gegen die Verfügung 

vom 17. Januar 2023 erheben (act. G 18.2). Sie liess die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung sowie die rückwirkende und fortlaufende Ausrichtung des Unfalltaggeldes 

ab dem 6. Oktober 2022 (recte: 7. November 2022) beantragen. Zur Begründung liess 

sie ausführen, die Unfallfolgen seien gemäss dem Bericht des KSSG vom 19. Oktober 

2022 nicht abgeklungen. Am 6. Januar 2023 sei sie erstmals im Schmerzzentrum des 

KSSG untersucht worden. Dabei habe sich ergeben, dass sie an einer chronischen 

Schmerzerkrankung leide. Der Röntgenbericht vom 13. Januar 2023 zeige auf, dass 

seit dem Unfall vom 2. November 2021 keine weiteren Frakturen oder sonstigen 

„Vorfälle“ eingetreten seien, die zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

geführt hätten. Alle Schmerzen seien auf den Unfall vom 2. November 2021 

zurückzuführen.

B.a. 

Mit Entscheid vom 14. Juni 2023 wies die Unfallversicherung die Einsprache ab 

(UV-act. A 20). Zur Begründung führte sie an, gemäss dem Untersuchungsbericht des 

B.b. 

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C.  

KSSG vom 19. Oktober 2022 liege keine natürliche Kausalität zwischen dem 

Unfallereignis vom 2. November 2021 und den nach dem 6. Oktober 2022 geklagten 

Schmerzen vor. Dies habe der Vertrauensarzt nach einer Aktenwürdigung explizit 

bestätigt. Die Vorbringen der Versicherten änderten daran nichts.

Am 16. August 2023 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin), 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Bretscher, eine Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 14. Juni 2023 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheides sowie die Zusprache der gesetzlichen 

Leistungen rückwirkend ab Oktober 2022 beantragen. Zur Begründung liess sie 

insbesondere ausführen, das Schmerzzentrum des KSSG habe in seinem Bericht vom 

1. Februar 2023 festgehalten, dass die Schmerzen grundsätzlich durch periphere und 

zentrale Sensibilisierungsprozesse auch bei einer konsolidierten Fraktur bei einer noch 

deutlich bestehenden Instabilität der Becken-Bein-Achse gut erklärbar seien. In einem 

weiteren Bericht vom 31. März 2023 habe das Schmerzzentrum die Schmerzen als 

nozizeptiv qualifiziert und damit ausdrücklich auf eine somatische Ursache der 

Schmerzen hingewiesen. In beiden Berichten sei eine wesentliche Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit durch eine Physiotherapie prognostiziert worden.

C.a. 

Die Unfallversicherung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin), vertreten durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Fivian, liess am 11. Oktober 2023 die Abweisung der 

Beschwerde beantragen (act. G 5.1). Zur Begründung liess sie anführen, der 

Vertrauensarzt Dr. E.___ habe in einer überzeugenden Aktenwürdigung festgehalten, 

dass der Status quo sine spätestens am 6. Oktober 2022 erreicht worden sei. Die von 

der Beschwerdeführerin sinngemäss vorgebrachte Begründung „post hoc ergo propter 

hoc“ sei gemäss der bundesgerichtlichen Auffassung unzulässig.

C.b. 

Die Beschwerdeführerin liess am 26. Januar 2024 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 11). Sie liess eine Stellungnahme des Schmerzzentrums des KSSG vom 5. 

Januar 2024 einreichen (act. G 11.1). Darin hatte die Oberärztin med. pract. F.___ 

festgehalten, dass sie die Auffassung von Dr. E.___, der Status quo sine sei spätestens 

am 6. Oktober 2022 erreicht gewesen, nicht teile. Die belastungsabhängigen 

Schmerzen seien durch eine Fehlbelastung und Schonhaltung bei persistierenden 

C.c. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Vergütung der 

Heilungskosten für die Zeit ab dem 7. Oktober 2022 zu Recht verweigert und ob sie 

ihre Taggeldleistungen zu Recht per 6. November 2022 eingestellt hat.

2.  

Schmerzen verursacht worden und stünden deshalb in einem kausalen 

Zusammenhang zum Unfall vom 2. November 2021. Der Status quo sine sei am 2. 

November 2023 erreicht gewesen. Der Beschwerdeführerin sei am 23. Mai 2023 

letztmals eine Arbeitsunfähigkeit von 80 Prozent für die Zeit bis Ende Juni 2023 

attestiert worden. Anschliessend sei der Hausarzt für die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse 

zuständig gewesen. Die Versicherte arbeite seit Anfang September 2023 an vier Tagen 

pro Woche fix für vier Stunden pro Tag ohne Schmerzen. Der Heilungsverlauf sei als 

zufriedenstellend zu qualifizieren. Unfallfremde Faktoren hätten dabei keine Rolle 

gespielt.

Die Beschwerdegegnerin liess am 20. März 2024 ebenfalls an ihrem Antrag 

festhalten (act. G 15). Sie liess eine Stellungnahme von Dr. E.___ vom 7. März 2024 

einreichen (act. G 15.3). Der Vertrauensarzt Dr. E.___ hatte erklärt, die Ausführungen in 

der Stellungnahme des Schmerzzentrums des KSSG vom 5. Januar 2024 seien 

problematisch. Die Oberärztin F.___ habe sich nicht zur Frage nach psychosozialen 

Belastungsfaktoren geäussert. Sie habe keine Begründung für die Datierung des 

Erreichens des Status quo sine (2. November 2023) geliefert. Sie habe ausschliesslich 

auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt.

C.d. 

Der Anspruch der versicherten Person auf die Vergütung der Kosten einer 

Heilbehandlung beschränkt sich auf jene Massnahmen, die der zweckmässigen 

Behandlung der Unfallfolgen dienen (vgl. Art. 10 Abs. 1 UVG). Ist die versicherte Person 

infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, hat sie Anspruch auf ein Taggeld 

(Art. 16 Abs. 1 UVG). Die Leistungspflicht einer Unfallversicherung setzt gemäss Art. 6 

Abs. 1 UVG voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 

Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ob 

ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

2.1. 

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Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Bei in Frage 

stehenden primären Unfallläsionen ist in der Regel eine Unfallkausalität umso eher zu 

verneinen, je weiter das Unfallereignis zurück liegt. Bei Fehlbelastungen ist allerdings 

zu beachten, dass die Symptome im Sinne indirekter Unfallfolgen erst später auftreten 

können (Urteil des Bundesgerichtes U 303/06 vom 22. November 2006, E. 6.2.1, mit 

Hinweisen). Die Kausalität zwischen einer unfallbedingten Fehlbelastung und einem 

nicht direkt traumatisch tangierten Körperteil kann im Allgemeinen nicht ohne Weiteres 

ausgeschlossen werden (vgl. dazu die Urteile des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichtes U 38/01 vom 5. Juni 2003, E. 5.2.2, und U 380/00 vom 25. 

November 2002, E. 3.3). Ist aufgrund der medizinischen Unterlagen erstellt, dass das 

Unfallereignis zumindest eine Teilursache für die Beschwerden der versicherten Person 

und die darauf zurückführende Einschränkung in der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

bildet, ist der für die Leistungspflicht der Unfallversicherung vorausgesetzte natürliche 

Kausalzusammenhang praxisgemäss zu bejahen (vgl. BGE 121 V 326 E. 2a; BGE 119 V 

337 E. 1; BGE 118 V 286 E. 1b).

Das Sozialversicherungsverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechtes (ATSG; SR 830.1) hat die Verwaltung von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2; BGE 122 V 158 E. 1a). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsverfahren tragen mithin die Parteien die 

Beweislast nur insofern, als im Fall einer Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte. Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals 

bestanden hat, demzufolge die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die 

Beweislast für einen behaupteten Wegfall der von der Unfallversicherung zunächst 

anerkannten Kausalität die Unfallversicherung (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit 

Hinweisen). Die Beweislastverteilung bezüglich des Wegfalls der Unfallkausalität gilt 

allerdings nur für Schädigungen, die bei der Anerkennung einer Leistungspflicht der 

Unfallversicherung auch wirklich zur Diskussion gestanden haben (Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_363/2009 vom 20. August 2009, E. 1).

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 9/11

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Die Beschwerdeführerin hat sich beim hier zur Diskussion stehenden Unfall vom 2. 

November 2021 unbestrittenermassen eine Fraktur des Processus anterior calcanei 

rechts zugezogen, die (ebenfalls unbestrittenermassen) bereits im Juni 2022 vollständig 

konsolidiert gewesen ist, womit von einer vollständigen Abheilung der primären 

Unfallfolgen ausgegangen werden kann. Allerdings war die Fraktur zunächst nicht 

entdeckt worden, weshalb es im ersten Halbjahr 2022 zu einer Fehl- respektive 

Überbelastung des geschädigten Fussgelenks gekommen ist. Die Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des KSSG hat in ihrem 

Untersuchungsbericht vom 6. Juli 2022 auf ein Rehabilitationsdefizit im Rahmen der 

Fraktur bei einer nur kurzzeitigen Ruhigstellung und einer frühen Wiederaufnahme der 

Belastung mit konsekutiver Achillessehnenverkürzung, symptomatischer Plantarfasziitis 

und muskulärer Dysbalance der Wirbelsäule hingewiesen. Der Vertrauensarzt Dr. E.___ 

hat diese Ausführungen als überzeugend qualifiziert (vgl. UV-act. A10), weshalb mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass 

die Beschwerdeführerin noch im Sommer 2022 an relevanten sekundären Unfallfolgen 

gelitten hat. Nach einer Untersuchung der Beschwerdeführerin am 6. Oktober 2022 hat 

die Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

des KSSG festgehalten, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile an chronifizierten 

Schmerzen leide, weshalb eine Überweisung an das Schmerzzentrum des KSSG zur 

Weiterbehandlung erfolgt sei. Die Frage, ob das Schmerzsyndrom in einem natürlich 

und adäquat kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. November 2021 

gestanden hat und folglich geeignet gewesen ist, eine entsprechende Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin zu begründen, kann hier aus den nachfolgenden Gründen 

offen gelassen werden. Die Beschwerdegegnerin wird sich jedoch im wieder 

aufzunehmenden Verwaltungsverfahren eingehend auch mit dieser Frage zu 

beschäftigen haben.

2.3. 

Bezüglich des Rehabilitationsdefizits und der Anfang Oktober 2022 noch 

bestehenden Instabilität des rechten Fussgelenks beruht der angefochtene 

Einspracheentscheid in medizinischer Hinsicht massgeblich auf der Aktenwürdigung 

des Vertrauensarztes Dr. E.___ vom 8. Dezember 2022 (UV-act. A15). Dieser hat sich 

wiederum hauptsächlich auf die Berichte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom 12. und 19. Oktober 2022 

gestützt. Diese beiden Berichte haben allerdings bezüglich des Rehabilitationsdefizites 

und der Instabilität keine abschliessende Beurteilung, sondern nur eine Prognose über 

den weiteren Heilverlauf enthalten. Die behandelnden Ärzte hatten nämlich 

festgehalten, dass erst nach einem vierwöchigen intensiven physiotherapeutischen 

Training zum Stabilitätsaufbau wieder mit einer vollen Arbeitsfähigkeit gerechnet 

2.4. 

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3.  

Dieser Verfahrensausgang gilt rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen 

der Beschwerdeführerin. Gerichtskosten sind mangels einer einzelgesetzlichen 

Abweichung vom Art. 61 lit. f  ATSG nicht zu erheben. Die Beschwerdegegnerin hat 

der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist angesichts des geringen Aktenumfangs als deutlich 

unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die Parteientschädigung auf 3’000 

Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

werden könne. Die Beschwerdeführerin müsse die Physiotherapie fortführen, die 

Orthese abtrainieren, eine Gangschulung absolvieren und einen muskulären 

Stabilitätsaufbau betreiben. Die Beschwerdegegnerin hätte in dieser Situation nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen dürfen, die 

Behandlung werde innerhalb von vier Wochen mit einem vollen Erfolg abgeschlossen. 

Vielmehr hätte sie das Ergebnis der Therapie in Erfahrung bringen respektive ermittelt 

werden müssen, ob sich die Prognose der behandelnden Ärzte bewahrheitet habe. Vor 

diesem Zeitpunkt hat die Behandlung der Unfallfolgen noch gar nicht abgeschlossen 

sein können. Folglich hat vor diesem Zeitpunkt auch noch kein ausreichend stabiler 

Gesundheitszustand vorliegen können, der es erlaubt hätte, die Frage nach dem 

massgebenden Kausalzusammenhang mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beantworten. Die (spärlichen) Akten der 

Beschwerdegegnerin erlauben es auch ex post nicht, den Sachverhalt im hier 

fraglichen Zeitpunkt anfangs November 2022 mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Der Sachverhalt erweist sich damit als 

ungenügend ermittelt. Da es nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein kann, 

ein Versäumnis der Beschwerdegegnerin bei der Erfüllung ihrer Untersuchungspflicht 

zu beheben, ist die Sache zur Vervollständigung der Sachverhaltsermittlung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird in Erfahrung 

bringen, wie sich der weitere Heilverlauf nach dem 6. Oktober 2022 gestaltet hat, 

welche Heilbehandlungen die Beschwerdeführerin in Anspruch genommen hat sowie 

welche dieser Behandlungen sich auf natürlich und adäquat kausale sekundäre 

Unfallfolgen bezogen haben und deshalb von der Beschwerdegegnerin zu vergüten 

sind.

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Der angefochtene Einspracheentscheid vom 14. Juni 2023 wird aufgehoben und die 

Sache wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit 3’000 Franken zu 

entschädigen.

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