# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 36a416bd-333a-566e-b831-f736b1941b30
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.08.2019 200 2019 233
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-233_2019-08-20.pdf

## Full Text

200 19 233 IV
JAP/PES/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. August 2019

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Februar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) bezog seit Dezember 2001 eine ganze Rente (Antwortbeilage 
[AB] 1.2) bzw. ab Mai 2005 (4. IV-Revision) eine Dreiviertelsrente der Inva-
lidenversicherung (AB 10, 15, 21 [VGE IV 65772], 26 [EVG I 20/06], 41, 44 
[VGE IV/2010/118], 66). Dieser Anspruch wurde zuletzt mit Verfügung vom 
21. Januar 2015 (AB 93) bestätigt. Nach dem erfolglosen Abschluss der 
Arbeitsvermittlung stellte die Versicherte im Mai 2017 sinngemäss ein Ren-
tenerhöhungsgesuch (AB 119). Daraufhin wurde sie von der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IV-Stelle bzw. Beschwerdegegnerin) aufgefordert, glaubhaft 
zu machen, dass sich der Grad der Invalidität zwischenzeitlich in einer für 
den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (AB 122). Hierauf reichten 
die Versicherte sowie ihr Hausarzt zahlreiche medizinische Berichte ein 
(AB 123, 124). Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD; AB 128) erteilte die IV-Stelle in der Folge über die Plattform Suisse-
MED@P den Auftrag für eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung 
der Versicherten in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Or-
thopädie, Neurologie sowie Psychiatrie; als Gutachterstelle zugewiesen 
wurde die MEDAS C.________ AG (MEDAS; vgl. AB 129, 132 f., 136, 142 
sowie Gutachten vom 15. Juni 2018 [AB 152.1]). 

Nachdem sich die Versicherte trotz des durchgeführten Mahn- und Bedenk-
zeitverfahrens nicht bereit gezeigt hatte, an beruflichen Eingliederungs-
massnahmen teilzunehmen – solche seien ihr entgegen dem Gutachten 
nicht zumutbar –, stellte die IV-Stelle ihre diesbezüglichen Bemühungen ein 
(vgl. AB 155, 157, 160, 169 [VGE IV/2018/744] sowie IV-Protokoll S. 6 f. [in 
den Gerichtsakten]) und prüfte den Rentenanspruch.

Mit Vorbescheid vom 2. Oktober 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten 
in Aussicht, ihre Rente werde auf Ende des der Zustellung der Verfügung 
folgenden Monats aufgehoben (AB 161). Hiergegen erhob die Versicherte 
am 10. Oktober 2018 Einwand, welchen sie, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe 15. November 2018 (AB 170) nachbegründen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 3

liess. Nach Einholung einer Stellungnahme der MEDAS zu den erhobenen 
Einwänden (AB 172) verfügte die IV-Stelle am 18. Februar 2019 ihrem 
Vorbescheid vom 2. Oktober 2018 entsprechend die Aufhebung der Rente 
per Ende des der Verfügungszustellung folgenden Monats (AB 173).

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, wiederum vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 21. März 2019 Beschwerde mit den 
Rechtsbegehren, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr rück-
wirkend per 28. April 2017 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Der 
Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Eventualiter sei die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz 
zurückzuweisen zur Durchführung weiterer Abklärungen. Unter Kosten- 
und Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Mai 2019 beantragt die Beschwerdegegne-
rin, die Beschwerde sei abzuweisen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Mai 2019 wies der zuständige In-
struktionsrichter das Gesuch der Beschwerdeführerin um Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 18. Februar 
2019 (AB 173). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in die-
sem Zusammenhang insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die lau-
fende Rente zulässigerweise per Ende des der Verfügungszustellung fol-
genden Monats, mithin per 31. März 2019, aufhob.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-

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werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). 

2.2 Die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, erfolgt gemäss höchstrichter-
licher Rechtsprechung anhand eines strukturierten normativen Prüfungs-
rasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für 
sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem Ge-
sichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 eine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 

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Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerbli-
chen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen 
Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands 
erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeits-
fähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinde-
rung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 
103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 
E. 2.2.1). Unerheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach 
ständiger Praxis die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen 

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gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 11; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). Auch eine neue Verwal-
tungs- oder Gerichtspraxis rechtfertigt grundsätzlich keine Revision des 
laufenden Rentenanspruchs zum Nachteil des Versicherten (BGE 135 V 
201 E. 6.4 S. 210, 115 V 308 E. 4a bb S. 313).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruchs tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). Liegt eine erhebliche Ände-
rung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten 
für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums 
neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 
E. 2.2.1).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

2.6.1 Bei den Berichten von behandelnden Ärzten darf und soll das Ge-
richt jedoch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. Dies gilt nicht nur für den allge-
mein praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden 
Spezialarzt (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 
E. 5.3.3.3; Entscheid des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

2.6.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 
therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 
des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht 
zu, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die be-
handelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbe-
halten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver 
ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 9

2.7 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrschein-
lich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weite-
rer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die 
Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint. In einem solchen Vor-
gehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Auch das Fairnessgebot 
von Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) gewährt in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz 
(BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

3.

3.1 Dass seit der letzten rechtskräftigen Rentenverfügung vom 21. Ja-
nuar 2015 (AB 93), welche vorliegend zeitliche Vergleichsbasis bildet (vgl. 
E. 2.5 hiervor), wesentliche Änderungen in den tatsächlichen Verhältnissen 
eingetreten sind, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen, ist vorliegend zu Recht unbestritten. 
Zwar sind die zwischenzeitlich eingetretenen Veränderungen in erwerbli-
cher Hinsicht (Aufnahme einer Erwerbstätigkeit zu 30 – 40% im … per 
1. März 2016 und Verlust dieser Arbeitsstelle per 31. Juli 2017 [vgl. AB 119 
S. 6, 127 S. 1, 128 S. 2, 152.2 S. 5]) angesichts der bereits bisher erfolgten 
Bemessung des Invalideneinkommens auf statistischer Grundlage (vgl. 
AB 93 S. 2) und der nicht vollen Ausschöpfung der verbliebenen Arbeits-
fähigkeit von 50% mit der betreffenden vorübergehenden Anstellung revisi-
onsrechtlich ohne Bedeutung. Ein Revisionsgrund ist jedoch mit der Fuss-
operation vom 15. Dezember 2016 (AB 123 S. 21) mit unbestrittener kon-
sekutiver 100%iger Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Monaten (AB 123 
S. 7 und 10, AB 152.1 S. 31) ausgewiesen (Art. 88a Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Ein weiterer Revisionsgrund ist zudem in Übereinstimmung mit der Be-
schwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 6) im Verlauf des psychi-

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schen Gesundheitszustands der Versicherten zu erblicken (vgl. AB 152.1 
S. 32 und 38, AB 152.5 S. 12 und 16 sowie AB 147 S. 3). Dass die Be-
schwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Unrecht frei geprüft hätte, wird 
von der Beschwerdeführerin nach dem Dargelegten zu Recht nicht geltend 
gemacht. 

3.2 Die angefochtene Verfügung vom 18. Februar 2019 stützt sich in 
medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das MEDAS-Gutachten vom 
15. Juni 2018 (AB 152.1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit sind darin eine geringe Bewegungseinschränkung des linken obe-
ren und unteren Sprunggelenks bei einem Status nach diagnostischer Ar-
throskopie, medialer Malleolarosteotomie, Débridement, Defektfüllung und 
AMIC-Plastik am 15. Dezember 2016 und Metallentfernung am linken 
Schienbein am 8. Februar 2018, ein rezidivierendes pseudoradikuläres 
Lumbalsyndrom rechts bei mässigen Spondylarthrosen im unteren Len-
denwirbelsäulenbereich bei Status nach Implantation einer Bandscheiben-
prothese L5/S1 am 8. April 2002 sowie eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), vermerkt. Als Dia-
gnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Dysthymie 
(ICD-10: F34.1), eine Alkoholabhängigkeit, derzeit abstinent seit April 2017 
(ICD-10: F10.20), eine Zervikobrachialgie links ohne radikuläre Reizung bei 
Status nach Implantation einer Bandscheibenprothese HWK 6/7 am 6. De-
zember 2001, ein Verdacht auf freie Gelenkkörper im rechten Ellenbogen-
gelenk bei Status nach Operation des rechten Ellenbogens 1979 und 1980, 
eine Adipositas (BMI 31.9 kg/m2), ein Senk-Spreiz-Plattfuss mit plantarem 
Fersensporn beidseits bei einem Zustand nach mehrfachen Operationen 
beider Grosszehengrundgelenke und der linken Ferse, ein Karpaltunnel-
syndrom beidseits, ein Diabetes mellitus Typ II mit Primärdiagnose etwa 
2015 mit diabetogener Polyneuropathie, eine arterielle Hypertonie sowie 
anamnestisch eine Hypothyreose festgehalten (AB 152.1 S. 27). Körperlich 
leichte bis gelegentlich leicht- bis mittelschwere, wechselbelastende Tätig-
keiten ohne Zwangshaltungen der Hals- und Lendenwirbelsäule seien der 
Beschwerdeführerin noch zumutbar. Die Dysthymie in Verbindung mit der 
leichten depressiven Episode interferiere mit der Schmerzproblematik, wo-
durch von einer verminderten psychophysischen Belastbarkeit ausgegan-
gen werden könne. Dies wirke sich in der Leistungsbelastbarkeit aus. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 11

Beschwerdeführerin verfüge demgegenüber über beträchtliche Ressourcen 
wie Durchsetzungs- und Selbstbehauptungsfähigkeit. Sie könne sich die 
Hilfe, die sie benötige, beispielsweise für Einkäufe, bei ihrem Freund holen 
und sei auch zur Benützung ihres Autos selbst in der Lage. Sie habe das 
psychiatrisch-psychotherapeutische Angebot angenommen und die Be-
handlung bis jetzt drei Jahre mit beachtlichem Erfolg durchgezogen. Sie sei 
seit einem Jahr alkoholabstinent und zeige insgesamt eine kooperativ trag-
fähige Behandlungsadhärenz (AB 152.1 S. 31). Der psychische Gesund-
heitszustand habe sich ab Sommer 2016 zunehmend deutlich gebessert 
(AB 152.1 S. 32). Seit der letzten rechtskräftigen Rentenverfügung vom 
21. Januar 2015 habe aufgrund einer neuen Schuh- und Einlagenversor-
gung ab deren Fertigstellung für sechs Wochen (bis am 8. April 2015) eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seitdem werde eine 50%ige Ar-
beitsfähigkeit eingeschätzt. Vom 15. Dezember 2016 bis Ende März 2017 
und vom 8. Februar 2018 bis Ende März 2018 sei eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit aufgrund der dannzumal stattgehabten operativen Eingriffe im 
Bereich der Füsse nachvollziehbar. Ab April 2018 werde wieder von einer 
50%igen Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als ... ausge-
gangen. In Bezug auf eine leidensadaptierte Tätigkeit werde ab April 2017 
bis 7. Februar 2018 und erneut ab April 2018 von einer 75%igen Arbeits-
fähigkeit ausgegangen (AB 152.1 S. 30 ff.).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 15. Juni 2018 (AB 152.1) samt Stel-
lungnahme vom 20. Dezember 2018 (AB 172) erfüllt sämtliche der in Er-
wägung 2.6 hiervor genannten, von der Rechtsprechung an medizinische 
Expertisen gestellten Anforderungen. Es ist im Hinblick auf die streitigen 
Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt 
die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben wor-
den und ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die getätigten 
Schlussfolgerungen sind begründet. Konkrete Indizien, die gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen würden, sind keine ersichtlich. Auf das 
Gutachten ist somit abzustellen (vgl. E. 2.6 hiervor). Die dagegen erhoben 
Kritik (Beschwerde S. 4 ff. Ziff. 3 – 6) verfängt nicht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 12

Dr. med. D.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates, stützt ihre Beurteilung im orthopädischen 
Teilgutachten (AB 152.2) nicht nur auf die klinische Exploration, sondern 
auch auf die Erkenntnisse der bildgebenden Untersuchungen (AB 152.2 
S. 8 f., AB 152.6 S. 1 f.), insbesondere auch in Bezug auf die Sprunggelen-
ke (AB 152.2 S. 11). Der behandelnde pract. med. E.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vermochte in seinem zu Handen des Rechtsvertreters der Beschwerdefüh-
rerin verfassten Bericht vom 14. November 2018 (AB 170 S. 23 f.) keine 
Aspekte zu benennen, die im Rahmen der orthopädischen Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Beschwerde S. 4 Ziff. 3; SVR 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Dass er bei 
der Palpation des Rückfusses auf Höhe des oberen Sprunggelenks links 
jeweils „diverse Schmerzpunkte fand“ (AB 170 S. 23), vermag die schlüssi-
ge Beurteilung der Sachverständigen nicht in Zweifel zu ziehen. Anlässlich 
der gutachterlichen Untersuchung der oberen Sprunggelenke gab die Ex-
plorandin keine Druckschmerzen an (AB 152.2 S. 8) und es bestand kein 
entsprechendes objektivierbares Korrelat für die diffusen chronischen 
Fussschmerzen (AB 152.2 S. 12). Dr. med. D.________ berücksichtigte 
auch die Senk-Spreiz-Plattfüsse. Dass sie diese den Diagnosen ohne Re-
levanz für die Arbeitsfähigkeit zuordnete (AB 152.2 S. 10 f.), ist mit Blick 
auf die gleichzeitige Empfehlung, aufgrund der gegebenen Fehlstatik die 
vorhandenen Einlagen zu tragen (AB 152.2 S. 11), einleuchtend (Be-
schwerde S. 4 Ziff. 3). Daraus, dass sich Dr. med. D.________ in der Stel-
lungnahme der MEDAS (AB 172) nicht explizit zu den Ausführungen des 
pract. med. E.________ äusserte, kann selbstredend nicht geschlossen 
werden, sie sei mit diesen einverstanden (Beschwerde S. 5 Ziff. 4; Be-
schwerdeantwort S. 4 Ziff. 9). Was schliesslich den nach Erlass der an-
gefochtenen Verfügung verfassten Bericht von pract. med. E.________ 
vom 26. Februar 2019 (Beschwerdebeilage [BB] 6) anbelangt, ist festzuhal-
ten, dass dieser auf einem noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung 
erhobenen MRI-Befund vom 6. Februar 2019 basiert (BB 6 S. 2) und damit 
in die Würdigung einzubeziehen ist (Beschwerde S. 5 Ziff. 4; BGE 131 V 
242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140), dass jedoch keine Anhalts-
punkte bestehen, dass die nun auch auf der rechten Seite festgestellte 
intraossäre entzündliche Reaktion etwas am funktionellen Leistungsvermö-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 13

gen der Beschwerdeführerin ändert. So fanden sich im MRI vom 6. Februar 
2019 keine sichere und sichtbare Verbindung zum oberen Sprunggelenk, 
keine zystische Erweiterung sowie kein wesentlich vermehrter Gelenkser-
guss (BB 6 S. 2). Auf der linken Seite wurde damals die Situation erst zu-
nehmend symptomatisch, als eigentliche subchondrale Zysten mit kleinem 
Kanal ins obere Sprunggelenk zu beobachten waren (AB 123 S. 30, 
AB 124 S. 21 und 25); diese wurden schliesslich am 15. Dezember 2016 
auskürettiert (AB 123 S. 22). Auf der rechten Seite bestand im Februar 
2019 hingegen erst eine wahrscheinlich beginnende Zyste und es wurde 
noch keine Operationsindikation gestellt (BB 6 S. 2). Hinzu kommt, dass 
das im Gutachten formulierte Zumutbarkeitsprofil auch mit Beschwerden 
am rechten Fuss vereinbar ist. 

Was die psychische Situation anbelangt, benannten Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bzw. die Psychotherapeutin 
M. Sc. G.________ (AB 170 S. 32 f.) ebenfalls keine relevanten Aspekte, 
die geeignet wären, den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens 
von Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie und-psychotherapie (AB 152.5), 
zu erschüttern (Beschwerde S. 6 f. Ziff. 5 f.; AB 172 S. 2). Die von der be-
handelnden Psychiaterin postulierte psychische Dekompensation erfolgte 
im Zusammenhang mit dem Erlass des Vorbescheids und stellt damit ein 
reaktives Geschehen ohne invalidisierenden Krankheitswert dar (vgl. BGE 
143 V 124 E. 2.1 S. 125). Zudem wiesen die Sachverständigen auf gewisse 
Inkonsistenzen hin (siehe insbesondere AB 152.5 S. 14 Ziff. 7.3 sowie 
AB 172 S. 1 Ziff. 2). Angesichts des Umstands, dass die im Gutachten aus 
psychiatrischer Perspektive attestierte Arbeitsunfähigkeit in den somati-
schen Einschränkungen aufgeht wie auch des Ergebnisses kann auf ein 
strukturiertes Beweisverfahren zur Prüfung der Frage, ob psychiatrischer-
seits ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt wurden, welche 
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (vgl. E. 2.2 hiervor), 
indes verzichtet werden. 

3.4 Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt mit dem 
MEDAS-Gutachten vom 15. Juni 2018 (AB 152.1) rechtsgenüglich abge-
klärt. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind nach dem Dargelegten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 14

keine rechtserheblichen neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten, weshalb 
auf solche entgegen dem Eventualantrag (Beschwerde S. 2) in antizipierter 
Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. E. 2.7 hiervor). Gestützt auf das 
MEDAS-Gutachten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensadap-
tierten, körperlich leichten bis gelegentlich leicht- bis mittelschweren, wech-
selbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Hals- und Lendenwir-
belsäule seit April 2018 wieder zu 75% arbeitsfähig ist (AB 152.1 S. 31 f.). 

4.

Der von der Beschwerdegegnerin gestützt auf das von den Gutachtern der 
MEDAS erarbeitete Zumutbarkeitsprofil (E. 3.4 hiervor) vorgenommene 
Einkommensvergleich (AB 173 S. 2; vgl. E. 2.4 hiervor) ist nicht zu bean-
standen. Gestützt auf diesen Einkommensvergleich ist erstellt, dass der 
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin noch 38% beträgt und somit 
grundsätzlich kein Rentenanspruch mehr besteht (vgl. E. 2.3 hiervor). Die 
Beschwerdeführerin stützt ihre eigene Berechnung (Beschwerde Ziff. 8 
S. 9) denn auch auf dieselbe Zahlenbasis, mit dem einzigen Unterschied, 
dass sie abweichend vom – wie dargelegt – voll beweiskräftigen Gutachten 
nicht von der erstellten Erwerbsunfähigkeit von 25%, sondern von einer 
nicht erstellten Erwerbsunfähigkeit von 70% ausgeht. Soweit die Be-
schwerdeführerin als mögliche alternative Berechnungsbasis die Dokumen-
tation von Arbeitsplätzen (DAP) der Suva erwähnt, ist festzuhalten, dass 
die entsprechenden Zahlen nur der Suva zur Verfügung stehen (BGE 139 
V 592 E. 7.1 S. 596) und die Beschwerdegegnerin somit nicht darauf ab-
stellen konnte, abgesehen davon, dass die DAP-Datenbank seit Januar 
2019 ohnehin nicht mehr weitergeführt wird. Zu prüfen bleibt, ob die Be-
schwerdegegnerin die laufende Rente zu Recht in Anwendung von 
Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV direkt per 31. März 2019 aufgehoben hat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 15

5.

5.1 Nach ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch 
attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbstein-
gliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug können jedoch 
ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarkts der Anrechnung einer 
medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und einer medizinisch mögli-
chen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwand-
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials 
ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels 
Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 11. Januar 2019, 8C_680/2018, E. 5.2).

Vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente muss sich die 
Verwaltung bei einer versicherten Person, die das 55. Altersjahr zurückge-
legt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat, in jedem Fall vergewis-
sern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wiedergewonnenes Leistungs-
vermögen ohne weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad 
niederschlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzelfall eine erwerbs-
bezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die 
Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausge-
setzt ist (Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2017, 9C_525/2017, E. 3.5).

Entzieht oder widersetzt sich die versicherte Person Eingliederungsmass-
nahmen, können ihr die Leistungen gekürzt oder verweigert werden, 
vorausgesetzt, dass die IV-Stelle zuvor ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
durchgeführt hat (Art. 21 Abs. 4 ATSG; Entscheid des BGer vom 30. Okto-
ber 2017, 9C_525/2017, E. 3.5). 

5.2 Da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der vorliegend angefoch-
tenen rentenaufhebenden Verfügung vom 18. Februar 2019 die Rente be-
reits mehr als 15 Jahre bezogen und im Übrigen auch das 55. Altersjahr 
bereits zurückgelegt hatte, war die Beschwerdegegnerin verpflichtet zu 
prüfen, ob sich das medizinisch-theoretisch wiedergewonnene Leistungs-
vermögen ohne weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad 
niederschlägt (E. 5.1 hiervor). Entsprechend lud sie die Beschwerdeführe-
rin am 24. Juli 2018 zu einem Erstgespräch ein, um die beruflichen Einglie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 16

derungsmöglichkeiten abzuklären (AB 154). Nachdem die Beschwerdefüh-
rerin mitgeteilt hatte, dass sie die anlässlich des Erstgesprächs angebote-
nen Eingliederungsmassnahmen gerne annehmen würde, sich aufgrund 
der gesundheitlichen Beschwerden und vielen Arzt- und Therapietermine 
jedoch nicht in der Lage fühle, täglich an einer Massnahme im Rahmen des 
medizinisch zumutbaren Pensums in einer Institution teilzunehmen, forder-
te die Beschwerdegegnerin sie zur Schadenminderung auf, wobei sie aus-
drücklich darauf hinwies, dass die Leistungen gestützt auf Art. 21 Abs. 4 
ATSG gekürzt oder verweigert werden können, sollte sie der Aufforderung 
nicht innert Frist nachkommen (AB 155). Nachdem die Beschwerdeführerin 
auf diese Aufforderung hin erneut erklärt hatte, sich nicht in der Lage zu 
fühlen, an einer Eingliederungsmassnahme teilzunehmen, stellte die IV-
Stelle ihre diesbezüglichen Bemühungen ein (vgl. AB 155, 157, 160, 169 
[VGE IV/2018/744] sowie IV-Protokoll S. 6 f. [in den Gerichtsakten]) und 
prüfte den Rentenanspruch. Sie führte das Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
somit korrekt durch. Es ist zudem nicht ersichtlich, inwiefern ihr Vorgehen 
unverhältnismässig gewesen wäre, umso weniger, als das gutachterlich 
attestierte Leistungsvermögen nicht unter den ausdrücklichen Vorbehalt 
der Durchführung befähigender Massnahmen gestellt wurde und die Be-
schwerdeführerin auch nicht invaliditätsbedingt langjährig von der Arbeits-
welt vollständig ferngeblieben ist. Nach dem Dargelegten war die sofortige 
Rentenaufhebung in Anwendung von Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV zulässig.

6.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 18. Februar 2019 (AB 173) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Aug. 2019, IV/19/233, Seite 17

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.