# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 484e45f2-0694-53a0-8c22-05a626aaa41b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2010 C-4078/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4078-2009_2010-11-17.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4078/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Antonio Imoberdorf, 
Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa-Haake.

B._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreise zu Besuchszwecken 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4078/2009

Sachverhalt:

A.
Am  18.  Februar  2009  beantragte  der  1952  geborene  A._______, 
Staatsangehöriger von Sri  Lanka, bei der Schweizerischen Botschaft 
in Colombo ein Visum für einen Kurzaufenthalt bei den im Fürstentum 
Liechtenstein lebenden Verwandten seiner Ehefrau. In diesem Gesuch 
gab er eine Besuchsdauer von 21 Tagen an. Demgegenüber hatte er in 
einer von den einheimischen Behörden beglaubigten Bestätigung vom 
10. Februar 2009 eine dreimonatige Aufenthaltsdauer genannt, wovon 
auch sein Gastgeber, B._______, bei seiner Einladung ausgegangen 
ist  (vgl.  dessen  Schreiben  an  die  Schweizerische  Botschaft  in 
Colombo vom 4. November 2008). Nach formloser Verweigerung über-
mittelte die Vertretung das am 18. Februar 2009 eingereichte Gesuch 
zum Entscheid an die Vorinstanz. 

B.
Nachdem  das  Ausländer-  und  Passamt  in  Vaduz  Abklärungen  zum 
beabsichtigten Besuchsaufenthalt vorgenommen und an das BFM wei-
tergeleitet hatte, wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung 
vom 28. Mai 2009 ab. Unter Hinweis auf die persönliche Situation und 
die Verhältnisse im Heimatland des Gesuchstellers begründete sie ihre 
Ablehnung damit, dass dessen anstandslose und fristgerechte Wieder-
ausreise  nach dem Besuchsaufenthalt  nicht  als  gesichert  betrachtet 
werden könne. Für die Erteilung einer allenfalls auf  die Schweiz be-
schränkten  Einreisebewilligung  sprächen  auch  keine  humanitären 
Gründe.

C.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  B._______  beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde (Postaufgabe: 24. Juni 2009) mit  dem Begehren 
um Erteilung der  beantragten Einreisebewilligung. Er  macht  geltend, 
die fristgerechte Wiederausreise seines Gastes dürfe nicht bezweifelt 
werden, zum einen, weil dieser nicht aus dem Krisengebiet stamme, 
zum  anderen,  weil  dieser  als  Inhaber  einer  Autowerkstatt  keine 
finanziellen Probleme habe. Zudem handele es sich bei seinem Gast 
um einen älteren Verwandten, der seine ebenfalls in Sri Lanka lebende 
Ehefrau  und  seine  Kinder  nicht  im  Stich  lassen  würde.  Da  das 
Einreisegesuch seiner Nichte mit Hinweis auf deren Jugend und Unge-
bundenheit  abgewiesen  worden  sei  (Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts C-3667/2007 vom 7. Juli 2008) sei es umso unverständlicher, 

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dass  auch  einem  älteren  Gesuchsteller  kein  Visum  erteilt  werde. 
Abgesehen  davon  sei  fraglich,  ob  die  Verfügung  von  den  richtigen 
Voraussetzungen ausgehe, sei sie doch an C._______ – dies sei der 
Name seines Grossvaters – adressiert worden. 

D.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  14.  August  2009  beantragt  die  Vor-
instanz  unter  Erläuterung  der  bereits  genannten  Gründe  die  Abwei-
sung der Beschwerde. Ihrer Meinung nach seien die behaupteten fami-
liären  und  beruflichen  Verpflichtungen  des  Gesuchstellers  kaum mit 
einem dreimonatigen Besuchsaufenthalt vereinbar. Es erscheine auch 
befremdlich,  dass  dieser  einen  derart  langen  Besuch  ohne  seine 
Ehefrau bei deren Schwester und Schwager plane.

E.
In  seiner  darauffolgenden  Stellungnahme  vom 31.  August  2009  be-
hauptet der Beschwerdeführer, viele Tamilen, die aus der gleichen Re-
gion wie der Gesuchsteller stammten, hätten problemlos ein Visum für 
den  Schengenraum erhalten.  Sogar  seine  Nichte  habe  nach  erfolg-
losem Bemühen bei den Schweizerischen Behörden letztlich ein Visum 
von italienischer  Seite her erhalten. Zu Unrecht  stelle  die Vorinstanz 
die fristgerechte Wiederausreise seines Gastes in Frage, da dieser be-
ruflich unabkömmlich sei. Ohnehin wolle dieser lediglich einen Monat 
in der Schweiz bleiben, und er selbst, der Gastgeber, habe ihn auch 
nur für einen zweimonatigen Besuch eingeladen. Es stehe ausser Fra-
ge, dass der Gesuchsteller lieber zusammen mit seiner Ehefrau nach 
Europa reisen würde; die Visumerteilung an eine Einzelperson habe 
erfahrungsgemäss aber mehr Erfolgsaussichten. 

F.
Der weitere Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen Berücksichtigung finden. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

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1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Verweigerung  der  Ein-
reisebewilligung,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  endgültig 
beurteilt werden (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
In  formeller  Hinsicht  hat  der  Beschwerdeführer  der  Vorinstanz  vor-
geworfen, sie habe eine falsche Person als Empfänger der angefoch-
tenen Verfügung bezeichnet. Hierzu ist  allerdings festzustellen,  dass 
nicht  –  obwohl  beschwerdelegitimiert  –  B._______,  sondern  der 
Gesuchsteller selbst Adressat der angefochtenen Verfügung war, dies 
deshalb, weil er bereits im Visumantrag (Rubrik 34) die Wohnadresse 
seines Gastgebers als das im Sinne von Art. 11b Abs. 1 VwVG erfor-
derliche Zustellungsdomizil in der Schweiz bezeichnet hatte. Dass die 
Vorinstanz den Vornamen des Gastgebers mit dem seines Grossvaters 
verwechselte, ist unerheblich, zumal der Beschwerdeführer ohne Wei-
teres davon ausgegangen ist, dass er selbst die seinen Gast betreffen-

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de  Verfügung  in  Empfang  nehmen  durfte. Zur  Namensverwechslung 
kam es offensichtlich deshalb, weil bereits das Ausländer- und Pass-
amt in Vaduz bei seinen Abklärungen ein Formular verwendete, das – 
abgesehen  von  den  ansonsten  richtigen  Daten  des  Gastgebers  – 
einen fremden Vornamen enthielt; dies hat der Beschwerdeführer bei 
der  Unterzeichnung  des  Formulars  am  8.  April  2009  offensichtlich 
selbst übersehen. 

4.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-
dern die Einreise zu gestatten. In diesem Bereich ergibt sich ihre Zu-
ständigkeit für das Fürstentum Liechtenstein aus Artikel 1 der Verein-
barung zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein über 
die Handhabung der Fremdenpolizei für Drittausländer im Fürstentum 
Liechtenstein und über die fremdenpolizeiliche Zusammenarbeit  vom 
6. November 1963 (SR 0.142.115.143). Vorbehältlich völkerrechtlicher 
Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E.1.1 mit Hinweisen).

5.
Die  inländischen  Bestimmungen  über  das  Visumverfahren  und  über 
die Ein- und Ausreise finden Anwendung, sofern die Schengen-Assozi-
ierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. 
Art. 2 Abs. 4 und 5 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 

6.
6.1 Angehörige von Drittstaaten benötigen zur Einreise in die Schweiz 
bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens drei Mo-
naten  gültige  Reisedokumente,  die  zum  Grenzübertritt  berechtigen, 
und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art.  5 Abs. 1 Bst. a 
AuG sowie Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über 
die  Einreise  und  die  Visumerteilung  [VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5 
Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung  [EG]  Nr. 562/2006  des  Euro-
päischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über  einen 
Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Per-
sonen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex,  SGK,  ABl. L  105 vom 

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13.04.2006, S. 1-32] und Art. 2 der Verordnung [EU] Nr. 265/2010 des 
Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom  25.  März  2010  zur 
Änderung  des  Übereinkommens  zur  Durchführung  des  Übereinkom-
mens von Schengen und der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 in Bezug 
auf  den  Verkehr  von  Personen  mit  einem  Visum  für  einen  länger-
fristigen Aufenthalt [ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1 - 4]).

6.2 Im  Weiteren  müssen  Drittstaatsangehörige  den  Zweck  und  die 
Umstände ihres  beabsichtigten Aufenthalts  belegen und hierfür  über 
ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen  (Art. 5  Abs. 1  Bst. b  AuG, 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK und Art. 14 Abs. 1 Bst. a - c der Verordnung 
[EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
13. Juli  2009  über  einen  Visakodex der  Gemeinschaft  [nachfolgend: 
Visakodex, ABl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1 - 58]). Namentlich haben 
sie  zu  belegen,  dass  sie  den  Schengenraum vor  Ablauf  der  Gültig-
keitsdauer des beantragten Visums wieder verlassen, bzw. Gewähr für 
ihre fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und 
Art. 21 Abs. 1 Visakodex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Weiterhin dürfen 
Drittstaatsangehörige  nicht  im Schengener  Informationssystem (SIS) 
zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für 
die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesund-
heit  oder  die  internationalen  Beziehungen  eines  Mitgliedstaats  dar-
stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK).

7.
Werden die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den Schen-
genraum einheitlichen Visums nicht erfüllt, so kann in Ausnahmefällen 
ein  Visum mit  räumlich  beschränkter  Gültigkeit  erteilt  werden. Unter 
anderem  kann  der  betreffende  Mitgliedstaat  von  dieser  Möglichkeit 
Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Grün-
den des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflich-
tungen für erforderlich hält  (zum Ganzen: Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visa-
kodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK).

8.
Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 
2001 listet  diejenigen  Staaten  auf,  deren  Staatsangehörige  beim 
Überschreiten  der  Aussengrenzen  der  Schengen-Mitgliedstaaten  im 
Besitze eines Visums sein müssen (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7, 
zum  vollständigen  Quellennachweis  vgl.  Fussnote  zu  Art.  4  Abs.  1 

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VEV). Da Sri  Lanka zu diesen Staaten zählt,  unterliegt  der Gesuch-
steller der Visumpflicht.

9.
Geht  es  um die  Beurteilung des Kriteriums der  gesicherten Wieder-
ausreise, so muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt  werden. Hierzu 
sind lediglich Prognosen möglich,  wobei  jedoch sämtliche Umstände 
des konkreten Einzelfalles zu würdigen sind. Dabei fällt unter anderem 
die allgemeine Situation im Herkunftsland in Betracht.

9.1 Die soziokulturelle Situation Sri Lankas ist noch immer durch den 
– mit Unterbrechungen – 26 Jahre währenden und erst im Mai 2009 

beendeten Bürgerkrieg geprägt. Der tamilische Norden und Osten des 

Landes sind in ihrer Entwicklung zurückgeworfen und beim wirtschaft-

lichen Wiederaufbau sowohl  auf  erhebliche Hilfe der  eigenen Regie-

rung als auch auf internationale Unterstützung angewiesen. Von den 

rund 300'000 Binnenflüchtlingen, die in den letzten Monaten des Bür-

gerkriegs  im kontinuierlich  schrumpfenden Kampfgebiet  eingeschlos-

sen waren und danach zwangsweise in Lagern untergebracht wurden, 

konnten bei weitem noch nicht alle an ihre Heimatorte zurückkehren. 

Viele halten sich weiterhin in mittlerweile offenen Lagern, ein grosser 

Teil  auch  bei  Gastfamilien  auf.  Ihre  Rücksiedlung  in  die  Heimatorte 

gehört  zu  den  vordringlichsten  innenpolitischen  Aufgaben  (Quelle: 

Deutsches  Auswärtiges  Amt,  <http://www.auswaertiges-amt.de> 

Länder, Reisen und Sicherheit > Sri Lanka > Innenpolitik, Stand: April  

2010, besucht im November 2010). Zudem hat das Ende des Bürger -

kriegs die Diskussion um eine politische Lösung für  den ethnischen 

Konflikt zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit  und der 

sich  diskriminiert  fühlenden  tamilischen  Minderheit  wiederentfacht. 

Derzeit  scheint  eine  solche Lösung jedoch  noch in  weiter  Ferne  zu 

liegen (vgl.  JUDITH MACCHI, RAINER MATTERN, Schweizerische Flüchtlings-

hilfe  [SFH],  Sri  Lanka:  Aktuelle  Situation,  Update  vom  7.  Juli  2009 

S. 22,  sowie  SFH-Positionspapier  zur  Lage  der  Asylsuchenden  aus 

Sri-Lanka  vom  8. Dezember  2009).  Vor  diesem Hintergrund  besteht 

bei  der  tamilischen Bevölkerung ein vielfacher  Wunsch zur  Auswan-

derung, der sich vor allem bei denjenigen manifestiert, die bereits über 

ein minimales soziales Beziehungsnetz im Ausland verfügen.

9.2 Allein  aufgrund  der  allgemeinen  Lage  im  Herkunftsland  darf  je-
doch nicht auf eine nicht hinreichend gesicherte Ausreise geschlossen 
werden. Die soeben dargelegten Umstände entbinden daher nicht von 

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einer  einzelfallbezogenen  Beurteilung,  wobei  namentlich  berufliche, 
gesellschaftliche oder familiäre Verpflichtungen die Prognose einer an-
standslosen Wiederausreise begünstigen. 

9.3 Der 58-jährige Gesuchsteller stammt aus Kaithady in der Nordpro-
vinz, wo er eigenen und den Angaben seines Gastgebers zufolge eine 
Autowerkstatt  betreibt.  Ob  ihm  diese  Tätigkeit  einen  ausreichenden 
Lebensunterhalt ermöglicht und genügend Anreiz für eine Rückkehr in 
sein  Heimatland  bietet,  ist  –  trotz  gegenteiliger  Behauptung  des 
Beschwerdeführers – jedoch fraglich. Nach dessen Vorbringen hat sich 
A._______ immerhin für längere Zeit in Colombo (bei seiner Tochter) 
aufgehalten  und  währenddessen  seinem  Sohn  die  Betriebsführung 
überlassen. 

9.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend,  er  habe den Entschluss 
zur Einladung des Gesuchstellers erst gefasst, nachdem er von des-
sen Besuch in Colombo erfahren habe; der Gesuchsteller sei daraufhin 
noch in  Colombo geblieben,  um den  Entscheid  der  Botschaft  abzu-
warten. Vor dem Hintergrund,  dass das an die Vertretung gerichtete 
Einladungsschreiben  vom  8.  November  2008  stammt  und  dass 
A._______ sein Einreisegesuch erst am 18. Februar 2009 gestellt hat, 
ist  davon  auszugehen,  dass  seine  Abwesenheit  vom  Wohn-  und 
Arbeitsort  mindestens  vier  Monate  gedauert  hat. Angesichts  dessen 
erscheint es kaum plausibel, wenn behauptet wird, er  sei in seinem 
Betrieb unabkömmlich und müsse nach seinem Besuch in der Schweiz 
wieder in sein Heimatland zurückkehren.

9.3.2 Zweifel an der fristgerechten Wiederausreise des Gesuchstellers 
ergeben  sich  auch aufgrund  der  unklaren  Absichten  hinsichtlich  der 
Besuchsdauer. In der von den einheimischen Behörden in Sri  Lanka 
beglaubigten Aufenthaltsbescheinigung vom 10. Februar 2009 wird ein 
Besuchszeitraum von drei Monaten genannt, obwohl der Gesuchsteller 
acht Tage später ein Visum für lediglich 21 Tage beantragte. In seiner 
Eingabe vom 31. August 2009 hingegen spricht der Beschwerdeführer 
von einem einmonatigen Aufenthalt  seines Gastes und behauptet,  er 
habe  ohnehin  nur  eine  Einladung  für  zwei  Monate  ausgesprochen. 
Letzteres  wird  durch  sein  an  die  Botschaft  gerichtetes  Einladungs-
schreiben (für drei Monate) vom 8. November 2008 widerlegt. All dies 
deutet darauf hin, dass der Gesuchsteller seinen Antrag für ein drei -
wöchiges Visum für erfolgversprechender hielt, tatsächlich aber einen 

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längeren  und  womöglich  dem  Besuchszweck  nicht  entsprechenden 
Aufenthalt in der Schweiz beabsichtigt.

9.3.3 Schliesslich ist festzustellen, dass zwischen dem Gesuchsteller 
und  der  Familie  des  Beschwerdeführers  keine  verwandtschaftlichen 
Beziehungen  bestehen.  Tatsächlich  sind  es  nur  die  Ehefrauen  von 
Gast und Gastgeber, die – als Schwestern – familiär miteinander ver-
bunden  sind.  Von  daher  erstaunt  die  gegenüber  A._______  aus-
gesprochene Einladung; eher wäre es nachvollziehbar gewesen, wenn 
der Beschwerdeführer und seine Ehefrau deren Schwester zu einem 
Besuch eingeladen hätten. Auch aus diesem Grund erweckt die vor-
liegende Konstellation Zweifel am tatsächlichen Aufenthaltszweck des 
Gesuchstellers.  Sie  lässt  –  im  Hinblick  auf  dessen  mehrmonatigen 
Verbleib  in  Colombo  –  auch  vermuten,  dass  er  jedenfalls  nicht  aus 
familiären Gründen in seine Heimatregion zurückkehren würde. 

9.4 Für  eine  Visumerteilung  aus  humanitären  Gründen  besteht  im 
vorliegenden Fall kein Raum.

10.
Die Vorinstanz durfte unter den gegebenen Umständen zu Recht da-
von ausgehen, dass die fristgerechte Wiederausreise des Gesuchstel-
lers nicht gewährleistet sei. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht 
zu einer völlig gesicherten Feststellung verdichten, sie reicht aber aus, 
um die Erteilung einer Einreisebewilligung – auf welche, wie erwähnt, 
ohnehin kein Rechtsanspruch besteht – abzulehnen. Der Beschwerde-
führer  behauptet  zwar,  viele  Tamilen  aus  derselben  Herkunftsregion 
hätten  bisher  Einreisevisa  für  den  Schengenraum erhalten.  Dies  ist 
allerdings ohne Belang, ergibt sich doch für jeden konkreten Einzelfall 
eine unterschiedliche Risikoanalyse.

11.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Er-
gebnis rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge 
abzuweisen.

12.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 und Art. 3 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz 
- das Ausländer- und Passamt Fürstentum Liechtenstein, Heuweg 6, 

9490 Vaduz

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Giemsa-Haake

Versand: 

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