# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d56e55f-0936-5b71-befd-b43de8e171a9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 11.01.2018 U 2017 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_U-2017-83_2018-01-11.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 83

3. Kammer 

Vorsitz Meisser
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuar Paganini

URTEIL

vom 11. Januar 2018

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch eine Berufsbeistandschaft, 

Beschwerdeführer
gegen 

Gemeinde O.1._____,
Beschwerdegegnerin

und

Gemeinde O.2._____,
Beigeladene

betreffend Sozialhilfe

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1. Im Jahr 1996 kam A._____ in die Schweiz, wo er seither als vorläufig 

aufgenommener Flüchtling lebt (Ausweis F). Ab dem 7. Februar 2011 

lebte und arbeitete er in O.2._____. Vom 1. April 2015 bis zum 30. Juni 

2017 leistete die Gemeinde O.2._____ Sozialhilfe, wobei für die Monate 

Juli und August 2017 nach Angaben der Gemeinde O.2._____ 

versehentlich eine Auszahlung von Fr. 2'312.45 an A._____ erfolgte.

2. Mit Wirkung ab 1. Mai 2017 ist A._____ verbeiständet. Nach Angaben 

seines Beistands ist er alkoholsüchtig und leidet dadurch an kognitiven 

und psychischen Folgeproblemen. Nachdem er seine Wohnung Ende Mai 

2017 verlassen musste, kam er anfänglich bei verschiedenen Freunden 

im Raum O.2._____ unter. Seit Anfang Juli 2017 fand er bei B._____ in 

O.1._____ Unterschlupf. Diese lebt in einem Studio und ist ebenfalls 

verbeiständet. 

3. Mit Gesuch vom 25./26. Juli 2017 beantragte A._____ durch seinen 

Beistand bei der Gemeinde O.1._____ öffentlich-rechtliche Unterstützung 

von monatlich Fr. 783.35 rückwirkend seit dem 1. Juli 2017. Gemäss 

Gesuchsformular vom 25. Juli 2017 halte sich A._____ nur 

vorübergehend bei B._____ auf, weshalb er als Aufenthalter ohne festen 

Wohnsitz zu betrachten sei und auch keine Ummeldung beim 

Einwohneramt der Gemeinde O.2._____ erfolge. Ein dauerhafter Einzug 

bei B._____ sei weder sinnvoll noch von ihrer Beiständin erwünscht. Da 

er sich nur vorübergehend bei B._____ aufhalte, zahle er dort auch keine 

Miete.

4. Mit Verfügung vom 17. August 2017 trat die Gemeinde O.1._____ auf das 

Unterstützungsgesuch von A._____ vom 25./26. Juli 2017 mangels 

Zuständigkeit nicht ein, da er vom April 2015 bis August 2017 von der 

Gemeinde O.2._____ Sozialhilfe erhalten habe und somit dort ein 

Unterstützungswohnsitz bestehe. Als er seine Wohnung in O.2._____ 

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verloren habe, sei er bei verschiedenen Freunden im Raum O.2._____ 

untergekommen. Einen neuen Unterstützungswohnsitz habe er dadurch 

nicht begründet. Dies gelte auch für seinen unentgeltlichen Unterschlupf 

bei B._____. Das soziale Umfeld von A._____ liege in O.2._____. Nach 

wie vor sei er dort angemeldet. Das Studio von B._____ sei zu klein für 

zwei Bewohner. Er könne dort nur vorübergehend unterkommen. Es sei 

B._____ nicht zuzumuten, mit A._____ noch länger zusammenzuleben. 

Es seien keine Anzeichen erkennbar, dass er dies überhaupt wolle. Sein 

Aufenthalt in der Gemeinde O.1._____ sei zufällig. 

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit am 8. 

September 2017 eingereichter Eingabe Einsprache (recte: Beschwerde) 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Anträgen auf 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprechung öffentlich-

rechtlicher Unterstützung ab dem 1. Juli 2017 bis zum Wegzug aus 

O.1._____. Nach Ablehnung der öffentlichen Unterstützung durch die 

Gemeinde O.1._____ sei die Gemeinde O.2._____ auf seine Anfrage 

durch die Berufsbeistandschaft um weitere Ausrichtung von Sozialhilfe bis 

zum gerichtlichen Entscheid nicht eingetreten und verlange ein neues 

Gesuch. Falls das Verwaltungsgericht befugt sei, über diesen sog. 

negativen Kompetenzkonflikt zu befinden, stelle er den Antrag, das 

Verwaltungsgericht habe eine der Gemeinden superprovisorisch zur 

Ausrichtung der öffentlichen Unterstützung anzuweisen. Schliesslich 

ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

Begründend machte er im Wesentlichen geltend, dass er den 

Unterstützungswohnsitz in O.1._____ beendet habe und damit die 

Aufenthaltsgemeinde für die Existenzsicherung mittels Sozialhilfe 

zuständig sei. Das Sozialamt O.1._____ habe in unzulässiger Weise 

keine Befragung vorgenommen. Wäre diese vorgenommen worden, hätte 

es erfahren, dass er nicht nur in O.2._____ und Umgebung, sondern auch 

in O.1._____ ein Beziehungsnetz habe. Er bezeichne B._____, bei 

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welcher er sich aufhalte, als seine Freundin. Zudem verfüge er – 

abgesehen von wenigen Taschen mit Kleidern – über keine persönlichen 

Gegenstände. Er habe keine Absicht, unbedingt nach O.2._____ 

zurückzukehren. Ihm spiele es keine Rolle, wo er zukünftig wohnen 

könne. Er könne sich dies sowohl in O.1._____ in einer eigenen Wohnung 

oder bei B._____ als auch in O.3._____, O.4._____, O.5._____ oder 

O.2._____ vorstellen. Da er weder in O.2._____ noch in O.1._____ die 

Absicht dauernden Verbleibes habe, sei mangels Unterstützungswohnsitz 

die Aufenthaltsgemeinde für die Unterstützung zuständig. 

6. Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2017 beantragte die Gemeinde 

O.1._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der 

Beschwerde. Sie führte insbesondere aus, es treffe zu, dass sie den 

Beschwerdeführer nicht befragt habe. Sie habe aber aufgrund der 

Verbeiständung des Beschwerdeführers auf die Sachverhaltsangaben 

des Berufsbeistands abstellen dürfen. Aus dieser Schilderung habe sich 

klar gezeigt, dass der Beschwerdeführer nur zufällig in O.1._____ 

gewesen sei und nur einen temporären Unterschlupf gefunden habe, um 

eine Obdachlosigkeit zu vermeiden. Mehr als ein vorübergehender 

Unterschlupf habe es nicht werden können, nur schon, weil dieser 

B._____ nicht habe zugemutet werden können.

7. Mit Vernehmlassung vom 9. November 2017 beantragte die Gemeinde 

O.2._____ (nachfolgend: Beigeladene), die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben, die Beschwerde gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin 

zu verpflichten, das Unterstützungsgesuch des Beschwerdeführers 

materiell zu behandeln und ihm Sozialhilfe zuzusprechen. Sie trug im 

Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin hätte vor einem abschlägigen 

Entscheid den Beschwerdeführer unter Protokollführung befragen, 

weitere Beweise erheben und ihm das Ergebnis zur Stellungnahme 

unterbreiten müssen. Indem sich die Beschwerdegegnerin mit den 

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Angaben des Beschwerdeführers nicht befasst habe, liege eine 

schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs vor, die auch nicht im 

Verfahren vor Verwaltungsgericht geheilt werden könne. Auch sei 

dadurch das Untersuchungsprinzip verletzt worden. Materiell 

beanstandete die Beigeladene die Verneinung der Zuständigkeit durch 

die Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer habe in O.2._____ 

keinen Lebensmittelpunkt, denn dort habe er nämlich keine Wohnung und 

kein Beziehungsnetz. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass er 

formell noch bei den Einwohnerdiensten der Gemeinde O.2._____ 

(jedoch ohne dortigen  Aufenthalt und Wohnadresse) registriert sei. In 

O.1._____ habe er immerhin seine Freundin. Die Zuständigkeit der 

Beschwerdegegnerin bliebe aber selbst dann bestehen, wenn hier 

gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers – wonach er sich nicht 

auf einen Ort festlegen wolle – nicht von einer Wohnsitznahme in 

O.1._____ oder andernorts ausgegangen werde. Wenn kein Wohnsitz 

vorliege, so obliege die Unterstützungshilfe der Aufenthaltsgemeinde. Der 

Aufenthaltsort sei O.1._____, zumal er sich dort mehrheitlich aufhalte und 

dort seine Freundin habe. 

8. Mit Schreiben vom 16. November 2017 verzichtete der Berufsbeistand 

des Beschwerdeführers auf die Einreichung einer Replik. Zusätzlich teilte 

er mit, dass der Beschwerdeführer am 14. November 2017 von 

O.1._____ weggezogen sei und sich aktuell ohne festen Wohnsitz in 

O.2._____ aufhalte. 

9. Mit Stellungnahme vom 1. Dezember 2017 hielt die Beschwerdegegnerin 

an ihrem Antrag fest und präzisierte, dass es unklar geblieben sei, wo 

sich der Beschwerdeführer aufgehalten habe, nachdem er seine 

Wohnung in der Gemeinde O.2._____ verloren habe und bevor er bei 

B._____ in O.1._____ Unterschupf gefunden habe. Die Beigeladene sei 

dieser Frage nicht nachgegangen und habe den Beschwerdeführer dazu 

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wohl auch nicht befragt. Nicht erkennbar sei auch eine formelle 

Einstellung der 

Sozialhilfe seitens der Beigeladenen mit vorheriger Ankündigung der 

Einstellung, Einräumung des rechtlichen Gehörs und 

Rechtsmittelbelehrung. Die Beschwerdegegnerin bestritt, das rechtliche 

Gehör und das Untersuchungsprinzip verletzt zu haben. Der Beistand des 

Beschwerdeführers habe den Auftrag, ihn gegenüber der öffentlichen 

Verwaltung zu vertreten. Dieser habe den Sachverhalt auch eingehend 

dargelegt, sodass kein Grund bestanden habe, an seinen Angaben zu 

zweifeln. Zudem hätten die Grundlagen für den Entscheid vorgelegen und 

seien genügend abgeklärt worden. Die Behauptung, der 

Beschwerdeführer habe in der Gemeinde, in der er mindestens seit 2015 

gewohnt habe, kein besonderes Beziehungsnetz, sei nicht glaubhaft. 

Zudem sei er zumindest im Raum O.2._____ für längere Zeit 

untergekommen, als er seine Wohnung in der Gemeinde verloren habe. 

Es wäre lebensfremd anzunehmen, der Beschwerdeführer habe dort in 

der Folge alle anderen Bezugspunkte verloren, als er bei B._____ 

Unterschlupf gefunden habe. Es treffe zudem nicht zu, dass sie die 

Freundin des Beschwerdeführers sei. Eine eigentliche Beziehung sei 

nicht bekannt. B._____ sei wohl eher eine Person, die mit der Situation 

überfordert gewesen sei und sich dem Ansinnen des Beschwerdeführers 

nicht habe widersetzen können. Würde der Auslegung der Beigeladenen 

gefolgt, müsste jeder Ortswechsel zu einem Aufenthalt in der 

entsprechenden Gemeinde führen. Das könne mit dem Begriff Aufenthalt 

nicht gemeint sein und würde insbesondere zu grossen 

Vollzugsproblemen führen. Die Beschwerdegegnerin könne schliesslich 

bestätigen, dass der Beschwerdeführer am 14. November 2017 das 

Studio von B._____ verlassen habe und in Richtung O.2._____ abgereist 

sei. 

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10. Unter Festhaltung an den Anträgen und Ausführungen in ihrer 

Vernehmlassung verzichtete die Beigeladene mit Schreiben vom 28. 

November 2017 auf die Einreichung einer weiteren Stellungnahme. 

11. Mit superprovisorischer Verfügung vom 19. Dezember 2017 wurde die 

Beigeladene unter Einräumung einer Äusserungsfrist bis 31. Januar 2018 

superprovisorisch angewiesen, dem Beschwerdeführer ab sofort bis zum 

Abschluss des vorliegenden Verfahrens vor Verwaltungsgericht mit 

monatlich Fr. 783.35 öffentlich-rechtlich zu unterstützen. Diese 

superprovisorische Verfügung wurde vom Instruktionsrichter am 21. 

Dezember 2017 aufgehoben, nachdem der Berufsbeistand des 

Beschwerdeführers dem Instruktionsrichter am 20. Dezember 2017 

mitgeteilt hatte, dass die Beigeladene beabsichtige, sein Gesuch um 

öffentliche Unterstützung vom 14. Dezember 2017 ab diesem Datum zu 

anerkennen.  

Auf die weiteren Parteivorbringen sowie auf die angefochtene Verfügung, 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen 

Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Die Verfügung vom 17. August 

2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin auf das 

Unterstützungsgesuch des Beschwerdeführers vom 25./26. Juli 2017 

mangels Zuständigkeit nicht eingetreten ist, ist weder endgültig noch kann 

sie bei einer anderen Instanz angefochten werden, weshalb sie ein 

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taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Zudem ist der Beschwerdeführer 

als Adressat dieser Verfügung gemäss Art. 50 VRG zu deren Anfechtung 

legitimiert, weshalb auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten ist. 

2. Gemäss dem Bedarfsdeckungsprinzip erstreckt sich Sozialhilfe nicht auf 

bereits überwundene Notlagen, weshalb ein Hilfeempfänger – auch wenn 

die Voraussetzungen hierfür bestanden hätten – nicht verlangen kann, 

dass ihm rückwirkend Sozialhilfeleistungen ausgerichtet werden (vgl. 

WOLFFERS, Grundriss des Sozialhilferechts – Eine Einführung in die 

Fürsorgegesetzgebung von Bund und Kantonen, 2. Aufl., Bern 1999, 

S. 74 und 164; WIZENT, Die sozialhilferechtliche Bedürftigkeit, Diss. 

Zürich/St. Gallen  2014, S. 257; HÄFELI [Hrsg.], Das Schweizerische 

Sozialhilferecht, Luzern 2008, S. 47 f.). Dieses Prinzip gilt jedoch nicht 

absolut. So kann die Übernahme von Schulden ausnahmsweise etwa 

dann geboten sein, wenn durch deren Nichtbezahlung eine neue Notlage 

herbeigeführt würde, welche wiederum nur mit dem Einsatz von 

Sozialhilfe behoben werden könnte. Solche Ausnahmen können etwa 

darin bestehen, dass zwecks Vermeidung von Obdachlosigkeit 

Mietzinsausstände, zur Verhinderung eines Kassenausschlusses 

Krankenversicherungsprämien oder zur Vermeidung von Beitragslücken 

Mindestbeiträge der Sozialversicherung übernommen werden (vgl. 

WOLFFERS, a.a.O., S. 152 sowie Grundlagenpapier "Schulden und 

Sozialhilfe" der SKOS, Bern 2014, S. 5 ff.). Eine weitere Ausnahme zum 

Rückwirkungsverbot betrifft den Fall, in dem die Sozialhilfebehörde 

versäumte. So sind im Rechtsmittelverfahren bei Gutheissung eines 

zunächst abgelehnten Unterstützungsbegehrens, falls vorher keine 

provisorische Hilfe durch eine vorsorgliche Massnahme gewährt wurde, 

nachträgliche Leistungen zu erbringen (vgl. WIZENT, a.a.O., S. 286; 

WOLFFERS, a.a.O., S. 164). Grundsätzlich ist die öffentlich-rechtliche 

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Unterstützung somit praxisgemäss ab Monat der Gesuchseinreichung zu 

gewähren.

3. Vorliegend hat die Beigeladene ihre ab dem 1. April 2015 ausgerichteten 

Sozialhilfeleistungen formell zum 30. Juni 2017 eingestellt (vgl. Beilage 1 

Beigeladene). Dem opponierte der Beschwerdeführer nicht. An der 

Feststellung des Fallabschlusses per 30. Juni 2017 durch die 

Beigeladene ändert im Übrigen auch die Tatsache nichts, dass diese 

durch ihren 

Sozialdienst – wie sie nach ihren unzweifelhaften Angaben einräumte – 

für die Monate Juli und August 2017 versehentlich eine Zahlung von 

Fr. 2'312.45 an den Beschwerdeführer tätigte. Streitig und zu prüfen ist 

somit, welche Gemeinde für die allfällige Gewährung öffentlich-rechtlicher 

Unterstützung an den Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2017 (Zuzug nach 

O.1._____) bis zum 14. November 2017 (Wegzug von O.1._____) 

zuständig ist. Es liegt somit ein Fall eines sogenannten negativen 

Kompetenzkonflikts vor. Ob die Voraussetzungen zur Gewährung von 

Sozialhilfe gegeben sind, bildet hier nicht Streitgegenstand, zumal die 

materielle Prüfung des betreffenden Unterstützungsgesuchs zunächst von 

der nachfolgend noch zu bestimmenden, zuständigen 

Unterstützungsgemeinde vorzunehmen ist. 

4. Als Erstes ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer eine 

Wohnsitzgemeinde hat. 

a) Gemäss Art. 5 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger 

(kantonales Unterstützungsgesetz, UG; BR 546.250) obliegt die 

Unterstützungspflicht der politischen Gemeinde, in welcher der Bedürftige 

seinen Wohnsitz hat. Der Bedürftige hat seinen Wohnsitz in der 

Gemeinde, wo er sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 

5 Abs. 2 UG). Begründung und Aufhebung des Wohnsitzes richten sich 

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nach den Grundsätzen, die gemäss Bundesgesetz über die Zuständigkeit 

für die Unterstützung Bedürftiger (Zuständigkeitsgesetz, ZUG [SR 851.1]) 

im interkantonalen Verhältnis gelten. 

b) Der unterstützungsrechtliche Wohnsitz gemäss Art. 4 ZUG ist dem 

zivilrechtlichen (vgl. Art. 23 Abs. 1 ZGB) angeglichen: Der Wohnsitz 

befindet sich dort, wo jemand sich mit der Absicht dauernden Verbleibens 

aufhält. Da sich diese Absicht nach der Rechtsprechung in äusserlich 

erkennbaren Umständen verwirklichen muss, gilt als Wohnsitz einer 

Person der Ort, an dem sich faktisch der Mittelpunkt ihrer 

Lebensinteressen befindet. Der Unterstützungswohnsitz dient der 

Bestimmung des fürsorgepflichtigen Gemeinwesens. Dieses kann nur 

eine Gemeinde sein, zu der der Bedürftige dauernde persönliche 

Beziehungen unterhält und wo er tatsächlich wohnt, d.h. sich mit der 

Absicht dauernden Verbleibens aufhält (Art. 4 Abs. 1 ZUG). Für die 

Begründung des Unterstützungswohnsitzes ist die körperliche 

Anwesenheit des Betroffenen im Allgemeinen unabdingbar, ist es 

fürsorgerisch doch unzweckmässig, ein Gemeinwesen als 

Unterstützungswohnsitz zu bezeichnen, in dem der Bedürftige sich gar 

nie aufgehalten oder das er ohne Rückkehrabsicht verlassen hat. Im 

Gegensatz zum zivilrechtlichen Wohnsitz (vgl. Art. 24 Abs. 1 ZGB) bleibt 

der einmal begründete Unterstützungswohnsitz nicht bis zum Erwerb 

eines neuen bestehen; er endet vielmehr mit dem Wegzug aus der 

Wohngemeinde (Art. 9 Abs. 1 ZUG). Selbst wenn der Bedürftige diese 

verlässt, um sich in eine andere Gemeinde niederzulassen, nach kurzer 

Zeit aber bereits wieder an seinen früheren Wohnort zurückkehrt, bleibt 

der Unterstützungswohnsitz nicht erhalten; er wird vielmehr allenfalls neu 

begründet. Für die Ermittlung der subjektiven Absicht des dauernden 

Verbleibens sind alle Elemente der äusserlichen Gestaltung der 

Lebensverhältnisse zu berücksichtigen. Das Fehlen gefestigter sozialer 

und ökonomischer Beziehungen ist für drogenabhängige Personen 

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typisch und kann für sich allein nicht ausschlaggebend sein. Andernfalls 

könnten solche Personen kaum je einen Unterstützungswohnsitz 

begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_223/2010 vom 5. Juli 2010 

E.3.1 und 4.1 m.H.).

c) Ein Lebensmittelpunkt lässt sich hier weder in O.2._____ noch in 

O.1._____ feststellen. Nachdem sich der Beschwerdeführer gemäss 

eigenen Angaben nicht festlegen will und sich vorstellen kann, sowohl in 

O.1._____ in einer eigenen Wohnung oder bei seiner Freundin, als auch 

in O.3._____, O.4._____, O.5._____ oder in O.2._____ zu wohnen, ist 

eine Absicht dauernden Verbleibens in keiner der sich streitenden 

Gemeinden zu erblicken. Dies ergibt sich auch aus den objektiven 

Umständen. So hat der Beschwerdeführer in O.2._____ erstens keine 

Wohnung mehr. Offenbar hat er dort aber auch kein besonderes 

Beziehungsnetz, zumal er nach Verlassen seiner Wohnung Ende Mai 

2017 bis zum Zuzug nach O.1._____ Anfang Juli 2017 während bloss 

etwa eines Monats bei verschiedenen Freunden im Raum O.2._____ 

unterkommen konnte. Von einer längeren Zeit – wie von der 

Beschwerdegegnerin behauptet – kann dabei keine Rede sein. Da der 

Beschwerdeführer seit Ende Mai 2017 über keine eigene Unterkunft in 

O.2._____ (aber auch andernorts) mehr verfügt, mit welcher eine Absicht 

dauernden Verbleibens gegen aussen sichtbar wird, hat er in O.2._____ 

seinen Wohnsitz verloren und muss somit vom Aufenthaltsort unterstützt 

werden (vgl. Merkblatt der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe 

[SKOS] "Örtliche Zuständigkeit in der Sozialhilfe" S. 7). Angesichts der 

Wohnungsaufgabe und der fehlenden Absicht dauernden Verbleibens 

spielt es keine Rolle, dass sich die Wohngemeinde des 

Beschwerdeführers seit dem 7. Februar 2011 in O.2._____ befand (vgl. 

Gesuchformular vom 25. Juli 2017 [Beilage des Beschwerdeführers]). Der 

dort begründete Unterstützungswohnsitz kann nämlich nicht einfach 

bestehen bleiben, bis er einen neuen begründet. An der Feststellung 

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eines fehlenden Unterstützungswohnsitzes ändert im Übrigen auch die 

Tatsache nichts, dass er formell noch bei den Einwohnerdiensten der 

Gemeinde O.2._____ registriert ist – obschon ohne Aufenthalt und 

Wohnadresse in O.2._____ (vgl. Beilage 2 Beigeladene) –, denn die 

polizeiliche Anmeldung begründet lediglich eine gesetzliche 

Wohnsitzvermutung, die umgestossen werden kann (vgl. Art. 4 Abs. 2 

ZUG; Merkblatt der SKOS "Örtliche Zuständigkeit in der Sozialhilfe" S. 3; 

THOMET, Kommentar ZUG, Zürich 1994, Rz. 99). Sodann kommt auch 

eine Wohnsitzbegründung in O.1._____ nicht in Betracht, zumal allein die 

Tatsache, dass er dort bei B._____ in ihrem offenbar kleinen Studio einen 

Unterschlupf fand, dafür noch nicht ausreicht. Andere Indizien, die für 

eine Wohnsitzbegründung in O.1._____ sprächen, sind zudem nicht 

ersichtlich. Demnach ist hier davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer keinen Wohnsitzort hat. 

5. a) Liegt kein Wohnsitz vor, so obliegt die Unterstützungshilfe der Gemeinde, 

in welcher sich der Bedürftige tatsächlich aufhält (Aufenthaltsgemeinde; 

vgl. Art. 11 Abs. 1 ZUG und Art. 12 Abs. 2 ZUG, Art. 5 Abs. 3 UG). Auch 

eine nur zufällige und kurzfristige Ortsanwesenheit kann einen 

Aufenthaltsort im Sinne des Unterstützungsgesetzes begründen. Im 

Zweifel ist dies anzunehmen und die Zuständigkeit der tatsächlichen 

Aufenthaltsgemeinde zur Unterstützung der bedürftigen Person zu 

bejahen (THOMET, a.a.0., Rz. 169). 

b) Der Aufenthaltsort des Beschwerdeführers befand sich seit Anfang Juli 

2017 unbestritten in O.1._____. Unumstritten ist auch, dass der 

Beschwerdeführer am 14. November 2017 wieder nach O.2._____ zuzog. 

Demnach ist vorliegend von einer Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin 

als Aufenthaltsgemeinde ab dem 1. Juli 2017 bis wenigstens dem 14. 

November 2017 auszugehen. Die Beschwerdegegnerin war für die 

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Behandlung des betreffenden Unterstützungsgesuchs des 

Beschwerdeführers somit zuständig und trat zu Unrecht darauf nicht ein. 

6. a) Nach dem Gesagten ist die auch auf die Zusprechung öffentlicher 

Unterstützung zielende Beschwerde insofern gutzuheissen, als die 

Beschwerdegegnerin auf das Sozialhilfegesuch vom 25./26. Juli 2017 des 

Beschwerdeführers hätte eintreten und dieses prüfen müssen. 

b) Damit erübrigt sich die Behandlung der formellen Rügen des 

Beschwerdeführers und der Beigeladenen betreffend Verletzung des 

rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers und des 

Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin. 

c) Zu bemerken ist noch, dass in einem Fall wie dem vorliegenden, wo keine 

Einigung zwischen den potenziellen unterstützungspflichtigen Gemeinden 

erzielt werden konnte, angebracht gewesen wäre, dass die im Zeitpunkt 

der Gesuchzustellung als Aufenthaltsgemeinde zu betrachtende 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer einstweilen (bis zur 

gerichtlichen Klärung der Zuständigkeit) unterstützt und zuhanden der 

Beigeladenen eine Notfallunterstützungsanzeige im Sinne von Art. 30 

ZUG eingereicht hätte, mit der Angabe, die Unterstützung erfolge nur 

einstweilig und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht (vgl. dazu das 

Merkblatt der SKOS "Negative Kompetenzkonflikte im interkantonalen 

Bereich: Wer ist zuständig für die Unterstützung?" Ziff. 3.3).

7. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdegegnerin 

aufzuerlegen. Das Gericht erachtet eine Staatsgebühr von Fr. 500.-- als 

angemessen. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer steht 

ebenso wie der in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegenden 

Beigeladenen (Art. 78 Abs. 2 VRG) keine Parteientschädigung zu.

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b) Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem Ausgang 

des Verfahrens gegenstandslos.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die angefochtene 

Verfügung vom 17. August 2017 wird aufgehoben und die Sache wird zur 

materiellen Behandlung an die Gemeinde O.1._____ zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- gehen zulasten der Gemeinde 

O.1._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an 

die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, O.2._____, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]