# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b0bdd349-be0d-5f42-9097-d2e48020d348
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-11
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 11.06.2020 725 19 313/126
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-19-313-126_2020-06-11.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 11. Juni 2020 (725 19 313 / 126) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

COPD; ungenügende Abklärungen in Bezug auf die Staubbelastung; Rückweisung zur 

weiteren Abklärung 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Advokatur am 
Bahnhof GmbH, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Der 1955 geborene A.____ war in den Jahren 2004 bis 2007 bei der B.____ AG ange-
stellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen 
von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit Schadensmeldung vom 16. November 2017 
machte A.____ gegenüber der Suva eine Lungenerkrankung geltend, da er als Angestellter der 
B.____ AG bei der Sanierung des Chienbergtunnels in den Jahren 2005-2006 bei Fräsarbeiten 

 

 
 
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ständig Staub ausgesetzt gewesen sei. Dies habe bei ihm zu einer chronischen obstruktiven Lun-
generkrankung (englisch: chronic obstructive pulmonary disease [COPD]) geführt. Nach Vor-
nahme verschiedener Abklärungen verneinte die Suva mit Verfügung vom 18. März 2019, dass 
die von A.____ gemeldeten Lungenbeschwerden als Berufskrankheit anerkannt werden könnten. 
Die Suva stützte sich dabei auf die ärztliche Beurteilung von Dr. med. C.____, Suva Arbeitsme-
dizin, vom 8. November 2018.  
 
Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Schreiben vom 24. März 2019 Einsprache. Im Wesent-
lichen machte er geltend, dass die Staubbelastungen, welche drei Mal von der Suva nach vorhe-
riger Anmeldung gemessen worden waren, nicht den tatsächlichen Werten entsprochen hätten, 
welchen er vor Ort als Arbeiter tagtäglich ausgesetzt gewesen sei. Es reiche nicht aus, die Staub-
belastung lediglich zu verdoppeln, um den worst-case zu ermitteln. Die Werte müssten mindes-
tens vervierfacht werden, wenn dies überhaupt reiche. Das Thema Staubbelastung sei während 
der Bauzeit der Sanierung stets unter den Tisch gekehrt worden. Der Kanton und die beteiligten 
Baufirmen hätten bezüglich der enormen Staubbelastung Bescheid gewusst. Man habe so arbei-
ten müssen, dass möglichst wenig Wasser gebraucht worden sei oder dass man das Wasser 
wegen des sogenannten Gipskeuper-Fels gänzlich weggelassen habe.  
 
Mit Einspracheentscheid vom 18. Juli 2019 wies die Suva die Einsprach ab. Zur Begründung 
wurde im Wesentlichen vorgebracht, eine Staublunge gemäss Anhang 1 Ziff. 2 lit. b der Verord-
nung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 sei gemäss der arbeitsmedizi-
nischen Beurteilung von Dr. C.____ auszuschliessen. Diese habe festgehalten, dass die Quarz-
staubbelastung erhöht gewesen sei. Bei entsprechend passenden radiologischen und histologi-
schen Befunden würden diese zwar ausreichen, um eine Staublunge in der Form einer Silikose 
zu bewirken. Derartige Befunde würden aber im vorliegenden Fall nicht vorliegen, da weder radi-
ologische noch histologische Hinweise auf das Vorliegen einer Silikose bestehen würden. Aus 
diesem Grund könne die COPD nicht im Zusammenhang mit einer möglichen Silikose anerkannt 
werden. Auch verneinte die Suva das Vorliegen einer Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981. Diesbezüglich führte die 
Suva aus, es sei von einer Staubbelastung (a-Staub) von 73 mg/m3 x Jahr "entsprechend 73 
Staubjahren" auszugehen. Die Verdoppelungsdosis zur Verursachung einer COPD durch die be-
rufliche Exposition im Vergleich zu der nicht staubbelasteten Normalbevölkerung liege bei 100 
Staubjahren. In der Annahme eines worst-case Szenarios habe der Sicherheitsfachmann von 
X.____, eine maximale Exposition von 73 Staubjahren errechnet. Somit seien die Voraussetzun-
gen zur Anerkennung einer COPD als Folge der Staubexposition nicht erfüllt. Es liege zwar eine 
relevante Staubbelastung vor, diese reiche jedoch nicht aus, damit eine COPD als Berufskrank-
heit anerkannt werden könne, da die Verdoppelungsdosis durch das berufliche Risiko gegenüber 
der Normalbevölkerung nicht erreicht sei. Hingegen sei als gesicherter Verursachungsfaktor für 
die COPD ein langjähriger Nikotinabusus bis 2015 von 40 Packungsjahren (py) anzunehmen. 
 
B. Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Juli 2019 erhob A.____, vertreten durch Ad-
vokat Markus Schmid, mit Schreiben vom 15. September 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht. Darin beantragte er, der angefochtene 
Entscheid sei aufzuheben und die Suva zu verpflichten, die beim Beschwerdeführer vorliegende 

 

 
 
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chronische obstruktive Lungenkrankheit als Berufskrankheit zu anerkennen und ihm gestützt da-
rauf die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird die Durch-
führung einer öffentlichen Parteiverhandlung beantragt; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der 
Suva. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, der von der Suva angenommene Ni-
kotinabusus von 40 Packungsjahren sei in keiner Weise erstellt. So habe der Beschwerdeführer 
im Rahmen der Befragung vom 3. Juli 2018 angegeben, dass er in der Zeit von 1990 - 1995 1-2 
Zigaretten pro Woche und von 1995 - Januar 2015 10-15 Zigaretten pro Woche geraucht habe. 
Des Weiteren wird ausgeführt, dass die Einschätzung der Staubbelastung durch die Suva auf 
einem nicht unterzeichneten Bericht vom 26. Oktober 2018 beruhe. Dieser Bericht verweise sei-
nerseits auf Messprotokolle und einen BGIA-Bericht, die sich aber nicht bei den Akten befinden 
würden und somit auch nicht nachgeprüft werden könnten. Die von der Suva getätigte Methode 
mit der Verdoppelung der gemessenen Werte werde den tatsächlichen Verhältnissen am Arbeits-
platz nicht gerecht, da der Beschwerdeführer bloss in einem Abstand von wenigen Metern zum 
Fräsbagger die Arbeiten habe verrichten müssen. Eine Verdünnung der Staubkonzentration 
könne hier nicht angenommen werden. Die Arbeiten hätten mehrheitlich ohne Einsatz von Was-
ser verrichtet werden müssen. Mit Wasser sei dann gearbeitet worden, wenn die Suva zu Besuch 
gewesen sei. Auch die Staubmaske habe nicht immer getragen werden können, da es im Chien-
bergtunnel bis zu 40 Grad heiss gewesen sei. Die gemessenen Werte seien deshalb um das 8-
fache zu erhöhen. Hätte die Suva zutreffend gerechnet, würde daraus jedenfalls der Grenzwert 
von 100 Staubjahren markant überschritten.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 29. November 2019 beantragte die Suva, vertreten durch Ad-
vokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird im We-
sentlichen ausgeführt, die Suva halte in Bezug auf den Nikotinkonsum nach wie vor an den gel-
tend gemachten 40 Packungsjahren fest und mache diesbezüglich geltend, der Beschwerdefüh-
rer habe offenbar gegenüber den Ärzten zu Beginn der Untersuchungen eine andere Anzahl an 
Zigaretten pro Tag angegeben als im Rahmen der Befragung vom 3. Juli 2018. Was die Einschät-
zung der medizinischen Situation der Staubbelastung betreffe, halte die Suva an dem Bericht der 
Arbeitsmedizinerin Dr. C.____ vom 8. November 2018 fest. Diese Einschätzung sei schlüssig und 
nachvollziehbar. Entsprechend sei von einer Staubbelastung von 73 mg/m3 x Jahr entsprechend 
73 Staubjahren auszugehen. Die Verdoppelungsdosis zur Verursachung einer COPD durch die 
berufliche Exposition im Vergleich zu der nicht staubbelasteten Normalbevölkerung liege aber bei 
100 Staubjahren. Ausgehend von einem worst-case Szenario sei eine maximale Exposition von 
73 Staubjahren errechnet worden. Dr. C.____ sei deshalb zutreffend zum Schluss gekommen, 
dass die Voraussetzung zur Anerkennung einer COPD als Folge der Staubexposition nicht erfüllt 
sei. Die Staubbelastung reiche nicht aus, damit eine COPD als Berufskrankheit übernommen 
werden könne, da die Verdoppelungsbasis durch das berufliche Risiko gegenüber der Normal-
bevölkerung nicht erreicht sei. Im Weiteren wird geltend gemacht, dass nicht nachvollziehbar sei, 
weshalb der Beschwerdeführer die gemessenen Werte um das achtfache erhöhen wolle.  
 
D. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wird der Beschwerdeführer insbesondere zu 
seinem Nikotinkonsum sowie zu den Arbeiten am Chienbergtunnel (Sissach) einerseits und am 
Tunnel Oberburg (Diegten) andererseits befragt. Auf die Aussagen des Beschwerdeführers wird 

 

 
 
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– soweit erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen. Die Parteien halten im Übrigen 
an ihren Anträgen und wesentlichen Begründungen fest.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in D.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Ba-
sel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und 
Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als 
Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur 
Behandlung der vorliegenden Beschwerde, die im Übrigen frist- und formgerecht erhoben worden 
ist, zuständig.  
 
2. Seit dem 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verord-
nung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 in Kraft (Änderung vom 
25. September 2015). Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Sep-
tember 2015 gilt bezüglich Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten der 
Änderung vom 25. September 2015 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 
Zeitpunkt ausgebrochen sind, das bisherige Recht. Vorliegend finden demnach die bis zum 
31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung. 
 
3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. 
 
4. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Suva zu Recht die Übernahme von Leis-
tungen im Zusammenhang mit der vom Versicherten geltend gemachten Berufskrankheit abge-
lehnt hat. 
 
4.1 Krankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch 
schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind, gelten als Berufskrankhei-
ten (Art. 9 Abs. 1 Satz 1 UVG). Der Bundesrat erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie 
der arbeitsbedingten Erkrankungen (Art. 9 Abs. 1 Satz 2 UVG). Gestützt auf diese Delegati-
onsnorm und Art. 14 UVV hat er in Anhang I zur UVV eine Liste der schädigenden Stoffe und der 
arbeitsbedingten Erkrankungen erstellt. Nach der Rechtsprechung ist eine "vorwiegende" Verur-
sachung von Krankheiten durch schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten nur dann gegeben, 

 

 
 
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wenn diese mehr wiegen als alle andern mitbeteiligten Ursachen, mithin im gesamten Ursachen-
spektrum mehr als 50 % ausmachen. "Ausschliessliche" Verursachung hingegen meint praktisch 
100 % des ursächlichen Anteils der schädigenden Stoffe oder bestimmten Arbeiten an der Be-
rufskrankheit (BGE 119 V 200 E. 2a mit Hinweis). 
 
4.2 Gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG gelten als Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von 
denen nachgewiesen wird, dass sie ausschliesslich oder stark überwiegend durch berufliche Tä-
tigkeit verursacht worden sind. Diese Generalklausel bezweckt, allfällige Lücken zu schliessen, 
die dadurch entstehen können, dass die bundesrätliche Liste gemäss Anhang 1 zur UVV entwe-
der einen schädlichen Stoff, der eine Krankheit verursachte, oder eine Krankheit nicht aufführt, 
die durch die Arbeit verursacht wurde. Nach der Rechtsprechung ist die Voraussetzung des "stark 
überwiegenden" Zusammenhangs erfüllt, wenn die Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch 
die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist. Dabei sind an die Annahme einer Berufskrankheit 
relativ strenge Anforderungen zu stellen. Grundsätzlich ist in jedem Einzelfall Beweis darüber zu 
führen, ob die geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche berufliche 
Verursachung vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b). Verlangt wird, dass der Versicherte für eine ge-
wisse Dauer einem typischen Berufsrisiko ausgesetzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädi-
gung, die gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, genügt nicht. Für die Beurteilung der Expo-
sition (oder Arbeitsdauer) ist die gesamte ausgeübte Berufstätigkeit zu berücksichtigen (BGE 126 
V 183 E. 2b mit Hinweisen). Wenn indessen auf Grund medizinischer Forschungsergebnisse ein 
Erfahrungswert dafür besteht, dass eine berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens 
von seiner Natur her nicht nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Be-
weis auf qualifizierte Ursächlichkeit im Einzelfall aus (BGE 126 V 183 E. 4c; Urteil des Bundes-
gerichts vom 1. April 2020, 8C_149/2020, E. 1). 
 
5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhaltes zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das 
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat die rechtsanwendende Behörde ihren Ent-
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 
genügt den Beweisanforderungen nicht. Verwaltung und Gericht haben vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein-
lichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 
Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialver-
sicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des 
Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in 
der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un-
gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rah-

 

 
 
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men des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu er-
mitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 
138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 
 
5.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi-
alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3).  
 
6. Vorliegend ist unbestritten, dass die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers grund-
sätzlich geeignet ist, eine stark überwiegende bis ausschliessliche Verursachung einer COPD zu 
bewirken. Damit besteht die Notwendigkeit für nähere Abklärungen zwecks Nachweis des quali-
fizierten Kausalzusammenhangs. Dies zeigt sich auch darin, dass die Parteien primär die Quan-
tität der Staub-Exposition thematisiert haben, also im Wesentlichen streitig ist, ob von einer min-
destens 75%igen Verursachung durch die Staubbelastung ausgegangen werden kann.  
 
6.1  Der leistungsabweisende Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin beruht in zwei-
facher Hinsicht auf versicherungsinternen Grundlagen. Einerseits beruft sich die Suva in medizi-

 

 
 
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nischer Hinsicht auf die ärztliche Beurteilung von Dr. C.____ und andererseits beruht diese ärzt-
liche Beurteilung auf einer suva-internen Einschätzung der Staub- und insbesondere Quarzstaub-
belastung (Suva-Akte 102). Diese Einschätzung ist weder datiert noch unterzeichnet, selbst der 
Urheber ist auf dem Bericht nicht ersichtlich. Angeblich stammt der Bericht von E.____, Sicher-
heitsfachmann des X.____ und ist am 26. Oktober 2018 bei der Suva eingegangen. Diese Ein-
schätzung der Staubbelastung erging gestützt auf weitere Unterlagen, insbesondere drei Mess-
berichte und einem sogenannten BGIA-Report 8/2006 "Quarzexpositionen am Arbeitsplatz". 
Diese drei Messberichte und der Report werden allerdings nicht offengelegt, sind also nicht Be-
standteil der Akten. Beim erwähnten BGIA-Report handelt es sich um einen Report des Berufs-
genossenschaftlichen Instituts für Arbeitssicherheit, eine Abteilung der Deutschen gesetzlichen 
Unfallversicherung.  
 
Was den Beweiswert dieser Unterlagen betrifft, so ist zunächst hinsichtlich der medizinischen 
suva-internen Einschätzung Folgendes festzuhalten: Die Tatsache, dass die Ärztin in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, ist für sich alleine kein Grund auf eine man-
gelnde Objektivität bzw. auf Befangenheit zu schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-
stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche derartigen Berichten im Sozi-
alversicherungsrecht zukommt, ist allerdings an die Unparteilichkeit ein strenger Massstab anzu-
legen. Bestehen also auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 
(vgl. oben Ziff. 5.3). 
 
6.2 Für die Staub-Expositionsbeurteilung bzw. für die Berechnung der sogenannten Staub-
jahre geht die Suva zunächst von Erfahrungszahlen aus. Für die berufliche Tätigkeit des Be-
schwerdeführers ohne Tunnelbau ab 1972 bis Mai 2016 stellt sie auf Tabelle 99 des BGIA-
Reports 8/2006 "Quarzexpositionen am Arbeitsplatz" ab. Dabei wird für die Berechnung der Stau-
bexposition der Wert für das "Ausschalen" zugrunde gelegt, welcher höher ist als der Wert, der 
beim Einschalen und bei Betonarbeiten nachgewiesen wurde. Auch für die Tätigkeit des Be-
schwerdeführers bei der F.____ AG als Polier (Oberburgtunnel) wird ein Erfahrungswert zu-
grunde gelegt, nämlich derjenige für das sogenannte "Strahlen trocken" basierend auf Tabelle 
101 des BGIA-Reports. Dabei wird für die Staubexposition der höchste Wert von 14,03 mg/m3 
eingesetzt.  
 
Was nun die im Fokus stehende Tätigkeit bei der B.____ AG als Polier und im Tunnelbau von 
Januar 2005 bis Juli 2006 (Chienbergtunnel) betrifft, stellt die Expositionsbeurteilung nicht mehr 
auf Erfahrungswerte ab, sondern legt dieser drei Messungen zugrunde, wobei die Suva geltend 
macht, die gemessenen Werte seien im Sinne einer worst-case Beurteilung verdoppelt worden. 
Eingesetzt in die Expositionsbeurteilung wird diesbezüglich für den sogenannten a-Staub ein 
Wert von 9 mg/m3. Dieser Wert, der also gemäss Aussage der Suva bereits verdoppelt wäre, liegt 
unter dem erwähnten Maximalwert von 14,03 mg/m3 gemäss Tabelle 101 für "Strahlen trocken". 
Die Suva führt diesbezüglich aus, die Werte seien jeweils in unmittelbarer Nähe der Staubquelle, 
des sogenannten Fräsbaggers, gemessen worden und es könne von einer Verdünnung der 

 

 
 
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Staubkonzentration bis zu den Arbeitsplätzen des Beschwerdeführers ausgegangen werden. Hin-
sichtlich der Quantität dieser Staubbelastungen vertritt der Beschwerdeführer eine völlig andere 
Auffassung. Während der Beschwerdeführer zunächst eine Vervierfachung der gemessenen 
Werte beantragt hat, wird in der Beschwerdebegründung geltend gemacht, die gemessenen 
Werte seien um das achtfache zu erhöhen. 
 
6.3 Die Messprotokolle befinden sich nicht in den Verfahrensunterlagen der Suva. Die Ein-
schätzung der Staubbelastung beruht zu einem wesentlichen Teil gerade auf diesen Messungen. 
In der Beschwerdebegründung wird zu Recht gerügt, dass die Messprotokolle nicht vorgelegt 
worden seien. Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, die Messprotokolle hätten ja früher 
einverlangt werden können, so ist dies zwar richtig. Allerdings bedeutet dies aber nicht, dass die 
Messprotokolle nicht spätestens im vorliegenden Gerichtsverfahren hätten vorgelegt werden kön-
nen.  
 
Da die Messprotokolle, die die Basis für die Berechnung der Staubbelastung durch die Suva bil-
deten, nicht vorliegen, liegt bereits ein Mangel im Verfahren vor. Die von der Suva vorgenommene 
Beurteilung kann daher im vorliegenden Beschwerdeverfahren auch nicht detailliert und zuver-
lässig überprüft werden.  
 
6.4 Im Folgenden wird dennoch eine Auseinandersetzung mit der von der Suva vorgenom-
menen Berechnung der Staubexposition vorgenommen. 
 
Die Suva hat für die Berechnung der Staubexposition auf die Quarz-Anamnese vom 26. Oktober 
2018 abgestellt. Beim Tunnelbau im Chienberg wurde von einem Wert von a-Staub von 9.00 
mg/m3 ausgegangen. Dieser Wert wurde mit den 1.59 Jahren multipliziert, womit sich eine Stau-
bexposition von 14.31 mg/m3 ergab. Dieser Wert addiert mit den anderen Staubexpositionswer-
ten (Oberburgtunnel [1.00 Jahre] 14,03 mg/m3 und 44,8 mg/m3 [43,92 Jahre]) führte die Suva zu 
dem Gesamt-Staubexpositionswert von 73.14 mg/m3, entsprechend den sogenannten 73 Staub-
jahren. Im Bericht, welcher am 26. Oktober 2018 bei der Suva eingegangen, aber weder datiert 
noch unterzeichnet ist, wird festgehalten, dass die höchsten der dokumentierten Messwerte bei 
den Tunnelarbeiten verdoppelt worden seien zwecks Berechnung des worst-case Szenarios. Ein-
gesetzt wurde ein Wert von 9.00 mg/m3, entsprechend wäre der höchstgemessene Wert 4,5 
mg/m3 gewesen. Unverständlich sind dann die Ausführungen im Bericht vom 26. Oktober 2018 
in Bezug auf diese Arbeiten im Chienbergtunnel, wonach gemäss Angaben des Versicherten von 
einer massiven Überschreitung der MAK-Werte (MAK = Maximale Arbeitsplatz Konzentration) 
auszugehen sei. Diese Annahme werde auch durch die bei diesen Arbeiten durch die Suva vor-
genommenen Staubmessungen bestätigt. So sei der MAK-Wert vom a-Staub (alveolengängiger 
Staub = 3 mg/m3) bis Faktor 6 sowie der MAK-Wert vom a-Quarz (alveolengängiger Quarzstaub 
= 0,15 mg/m3) um Faktor 2,5 überschritten worden. Sollte dies bedeuten, dass der MAK-Wert von 
3 mg/m3 für a-Staub um den Faktor 6 überschritten wurde, so würde sich ein Wert von 18 und bei 
Verdoppelung ein Wert von 36 mg/m3 ergeben. Unter Berücksichtigung der 1.59 Jahre würde 
sodann ein Wert von 57,24 mg/m3 und nicht von 14,31 mg/m3 resultieren. Damit wäre insgesamt 
von deutlich über 100 Staubjahren auszugehen.  
 

 

 
 
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Die vorgenommene Berechnung der Staubjahre durch die Suva ist somit mit gewissen Zweifeln 
behaftet, unabhängig davon, dass die Werte mangels Vorliegen der Messprotokolle überprüft 
werden können.  
 
6.5 Weiter fällt auf, dass der beim Chienbergtunnel angewandte Wert von 9 mg/m3, der ja 
bereits einen Verdoppelungswert darstellen soll, deutlich unter dem Wert von 14,03 mg/m3 liegt, 
welcher beim Oberburgtunnel herangezogen wurde. Damit ergibt sich, dass bei den Arbeiten am 
Chienbergtunnel letzlich eine wesentlich geringere Staubexposition angenommen wurde als bei 
den Arbeiten am Oberburgtunnel. Dies widerspricht aber den Aussagen des Beschwerdeführers 
sowohl anlässlich der Befragung vom 3. Juli 2018 wie auch seinen heutigen Ausführungen, wo-
nach er bei den Arbeiten am Chienbergtunnel im Tunnel selbst, bei den Arbeiten am Oberburg-
tunnel aber ausserhalb des Tunnels gearbeitet habe. Was im Übrigen auch in der Quarz-Anam-
nese vom 26. Oktober 2018 zum Ausdruck kam. Damit ergeben sich weitere Zweifel an den Zah-
len im genannten Bericht. 
 
6.6 Die Rechtsprechung verlangt für eine rechtsgenügliche Bestimmung der Staubexposi-
tion genaue Arbeitsplatzbeschreibungen und nötigenfalls eine Befragung des Arbeitgebers oder 
von Arbeitskollegen (Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2014, 8C_429/2013; Urteil des 
Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 17. Januar 2019, UV.2018.00114). Eine derartige Ar-
beitsplatzbeschreibung mit zusätzlicher Befragung des Arbeitgebers und eventuell auch von Ar-
beitskollegen liegt weder für die Arbeiten im Chienbergtunnel (B.____ AG) noch am Oberburg-
tunnel (F.____ AG) vor.  
 
6.7 Insgesamt ergibt sich bereits aus diesen Ausführungen, dass kein rechtsgenüglich ab-
geklärter Sachverhalt vorliegt. 
7. Auf diesem lückenhaft abgeklärten Sachverhalt basiert dann auch die durchgeführte me-
dizinische Beurteilung.  
 
7.1 Der Beschwerdeführer leidet unzweifelhaft an der Lungenkrankheit COPD. Es handelt 
sich um eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Lunge und kennzeichnet sich durch ent-
zündende und dauerhaft verengte Atemwege. Die Krankheit wird in Schweregrade eingeteilt, der 
Beschwerdeführer befindet sich im Stadium 4, seine Krankheit ist somit weit fortgeschritten und 
er hat bereits in Ruhe Atemnot. Der Beschwerdeführer ist wegen dieser Krankheit seit dem 
13. Juni 2016 zu 100 % arbeitsunfähig.  
 
7.2 Der Bundesrat hat am 22. August 2018 auf eine Interpellation hin u.a. ausgeführt, dass 
die COPD in Europa die dritthäufigste Todesursache sei und in der Schweiz 400'000 Personen 
an dieser auch als Raucherbronchitis bezeichneten Krankheit leiden. Tatsächlich handle es sich 
in 90 % der Fälle um Rauchende oder ehemals Rauchende. Die überwiegende Mehrheit der 
COPD-Fälle habe nichts mit dem beruflichen Umfeld zu tun. Jedes Jahr würden in der Schweiz 
ein Dutzend Fälle als Berufskrankheit anerkannt. Etwa gleichviele Gesuche würden abgelehnt. 
In den letzten Jahren sei kein Anstieg festgestellt worden, sondern es sei eher ein Abwärtstrend 
zu beobachten. In einem Eintrag in Wikipedia wird allerdings vermerkt, inzwischen werde  
Rauchen nicht mehr von allen Experten als Risikofaktor Nr. 1 für COPD angesehen.  

 

 
 
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Verschiedene in der Atemluft vorhandene Stoffe seien als auslösende Faktoren nicht zu unter-
schätzen, zwischen 25 und 45 % aller COPD-Betroffenen weltweit hätten noch nie geraucht, wo-
bei allerdings das Problem des Passivrauchens ausgeklammert worden sei. Andere Beispiele für 
ein erhöhtes COPD-Risiko seien verschiedene Staubpartikel an Arbeitsplätzen (z. B. Landwirte 
im Viehstall oder auch Bauarbeiter, die mit Mineralstäuben in Kontakt kommen  
würden). Die Literatur weise bei solchen Arbeitnehmern COPD-Raten von 9 bis 31 % auf 
(https://de.wikipedia.org/wiki/Chronische_obstruktive_Lungenerkrankung [26.06.2020]). 
 
7.3 Die Beschwerdegegnerin hat in medizinischer Hinsicht auf die Beurteilung von Dr. 
C.____ vom 8. November 2018 abgestellt, welche sich wiederum unter anderem auf den Bericht 
vom 26. Oktober 2018, welcher vom X.____ erstellt worden sein soll, stützt.  
 
7.3.1 Dr. C.____ geht von einem Status nach Nikotinabusus bis 2015 aus, zuvor kumulativ 40 
Packungsjahre. Gestützt darauf hält sie fest, dass deswegen als gesicherter Verursachungsfaktor 
für eine COPD dieser langjährige Nikotinabusus angesehen werden könne. Diese Beurteilung 
wird von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid übernommen.  
 
Der Beschwerdeführer bestreitet einen Nikotinkonsum von 40 Packungsjahren unter Verweis auf 
seine Aussagen gegenüber der Suva vom 3. Juli 2018. Damals hatte der Beschwerdeführer an-
gegeben, er habe von 1990 bis 1995 1,2 Zigaretten pro Woche konsumiert, von 1995 bis Januar 
2015 10, 15 Zigaretten pro Woche. Im Januar 2015 habe er mit Rauchen aufgehört. Die Arbeits-
medizinerin habe diese Angaben schlicht ignoriert bzw. alte in den Arztberichten enthaltene Kon-
sumzahlen, die nicht abgestützt gewesen seien, einfach übernommen. Die Beschwerdegegnerin 
ihrerseits beschränkt sich darauf in der Vernehmlassung geltend zu machen, der Beschwerde-
führer müsse früher gegenüber den Ärzten andere Angaben gemacht haben als am 3. Juli 2018.  
 
Diesbezüglich ist festzustellen, dass im Austrittsbericht des Universitätsspitals Basel (Universi-
tätsspital) vom 1. Oktober 2017 im Zusammenhang mit der Diagnose COPD zunächst 40 Pa-
ckungsjahre erwähnt werden. Im gleichen Bericht auf Seite 2 werden aber lediglich 15 Packungs-
jahre angeführt. Die Suva-Ärztin Dr. med G.____, FMH Innere Medizin, Pneumologie und Ar-
beitsmedizin, nimmt in ihrer Beurteilung vom 12. Juni 2018 Bezug auf den Bericht des Universi-
tätsspitals vom 1. Oktober 2017 und übernimmt den Wert von 40 Packungsjahren ohne die an-
derslautende Angabe von 15 Packungsjahren zu erwähnen. Auch Dr. C.____ hat den Wert von 
40 Packungsjahren übernommen ohne ihn näher zu kommentieren und ohne zu den anderslau-
tenden Angaben des Beschwerdeführers Stellung zu beziehen. Anlässlich der Parteiverhandlung 
gibt der Beschwerdeführer an, auf Rückfrage beim Universitätsspital habe man ihm bestätigt, der 
Wert von 40 Packungsjahren sei falsch. 
 
Angesichts dieser Umstände kann jedenfalls nicht ohne weitere Abklärungen von einem Wert von 
40 Packungsjahren ausgegangen werden. Damit sind auch an der Schlussfolgerung von Dr. 
C.____, der Nikotinabusus sei ein gesicherter Verursachungsfaktor der COPD, Zweifel ange-
bracht.  
 

 

 
 
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7.3.2 Unbestritten ist, dass im vorliegenden Fall kein schädigender Stoff gemäss Art. 9 Abs. 1 
UVG i.V.m. Anhang 1 Ziff. 1 UVV zu den Lungenbeschwerden des Beschwerdeführers geführt 
hat. Fraglich ist, ob allenfalls eine Staublunge vorliegt, welche in Zusammenhang mit den in Ziff. 2 
lit. b des Anhangs 1 zur UVV genannten Arbeiten in Stäuben von Aluminium, Silikaten, Graphit, 
Kieselsäure, (Quarz) Hartmetallen gebracht werden kann. 
 
Dr. C.____ schliesst das Vorliegen einer Staublunge in Form einer Silikose aus. Sie anerkennt, 
dass die gemäss technischer Expositionsbeurteilung festgestellte Quarzstaubbelastung von 5,58 
mg/m3 ein erhöhter Wert sei und diese Staubbelastung bei passenden radiologischen und histo-
logischen Befunden ausreichen würde, um eine Silikose zu bewirken. Im vorliegenden Fall treffe 
dies aber nicht zu, da weder radiologisch noch histologisch Hinweise auf das Vorliegen einer 
Silikose bestehen würden. In einer Lymphknotenbiopsie sei ein epitheloidzelliges Granulom ge-
funden worden, was zu einer Sarkoidose, nicht aber zu einer Silikose passen würde. Eine Sar-
koidose sei eine veranlagungsbedingte Erkrankung und keine Berufskrankheit. Somit könne die 
COPD nicht im Zusammenhang mit einer möglichen Silikose anerkannt werden. 
 
Der Beschwerdeführer bestreitet diese Einschätzung unter Verweis auf eine in Auftrag zu ge-
bende neutrale pneumologische Begutachtung. Er führt aus, dass in den mediastinalen Lymph-
knoten Granulome gesichert worden seien und dieser Befund sich unter anderem auch durch 
eine Staubexposition erklären lasse. Das Vorliegen einer Sarkoidose wird bestritten. Die Ausfüh-
rungen der Arbeitsmedizinerin seien zu punktuell und eine Würdigung aller Gesichtspunkte sei 
nicht vorgenommen worden.  
 
Die Ausführungen von Dr. C.____ sind in der Tat sehr knapp und es ist nicht ersichtlich, ob die 
notwendigen Abklärungen überhaupt vorgenommen wurden. Jedenfalls nimmt Dr. C.____ keinen 
konkreten Bezug auf allfällige medizinische Untersuchungen. Somit ist auch die Frage, ob eine 
Staublunge gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG i.V.m. Anhang 1 Ziff. 2 lit. b UVV im Zusammenhang mit 
den dort genannten Stäuben vorliegt, gestützt auf die Ausführungen von Dr. C.____ nicht zwei-
felsfrei zu beantworten. 
 
7.3.3 Weiter stellt sich die Frage, ob die COPD des Beschwerdeführers als Berufskrankheit 
im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG anzuerkennen ist.  
 
Wie bereits erwähnt, würde dies voraussetzen, dass die berufsbedingte Einwirkung im gesamten 
Ursachenspektrum einen Anteil von 75 % erreicht. Dieser erforderliche Anteil entspricht einem 
relativen Risiko von 4, das heisst, dass der erforderliche Anteil erreicht wird, wenn eine Erkran-
kung bei einer bestimmten Berufsgruppe mindestens viermal häufiger auftritt als in der allgemei-
nen Bevölkerung (BGE 116 V 136 E. 5c; THOMAS FLÜCKIGER, in: Hürzeler/Kieser, Kommentar 
zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht [KOSS], Bern 2018, Art. 9 UVG Rz 42 f.)  
 
Zu dieser Frage nimmt Dr. C.____ nicht explizit Stellung. Vielmehr verweist sie stattdessen einzig 
auf die nicht erfüllten 100 Staubjahre und kommt gestützt darauf zum Schluss, dass die COPD 
nicht als Berufskrankheit gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG anerkannt werden kann. 
 

 

 
 
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Diese knappen Überlegungen der Ärztin, welche im Übrigen auch noch auf den nicht nachvoll-
ziehbaren Berechnungen der Staubexpositionen beruhen, reichen für eine schlüssige Beurteilung 
der Angelegenheit nicht aus. 
 
8. Gestützt auf die obigen Ausführungen erweist sich der vorliegende Sachverhalt nicht als 
rechtsgenüglich abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin ist insofern ihrer Untersuchungspflicht nicht 
nachgekommen, weshalb die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Die Be-
schwerdegegnerin wird die notwendigen Erhebungen bei den Arbeitgebern (F.____ AG und 
B.____ AG) und allenfalls Befragungen bei ehemaligen Arbeitskollegen vorzunehmen, die Expo-
sitionsbeurteilung gestützt darauf – soweit notwendig – anzupassen haben, um daraufhin den 
medizinischen Sachverhalt durch ein unabhängiges Gutachten beurteilen zu lassen und sodann 
eine neue Verfügung zu erlassen. 
 
9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben.  
 
9.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht – wie hier – einen bei ihm angefochtenen Ent-
scheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an 
die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (voll-
ständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hin-
weisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwer-
degegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote 
vom 13. Dezember 2019 einen Zeitaufwand von insgesamt 10,2 Stunden geltend gemacht, was 
in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Zu-
sätzlich gewährt das Gericht 4 Stunden für die Parteiverhandlung mit Vorbereitung und Anreise. 
Dieser Aufwand ist mit dem geltend gemachten Stundenansatz von Fr. 250.-- zu vergüten. Nicht 
zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 119.30. 
Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'951.85 
(14,2 Stunden x Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 119.30 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-

 

 
 
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schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil vom 30. Oktober 
2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch das Urteil vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). 
 

 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache-
entscheid der Suva vom 18. Juli 2019 aufgehoben und die Angelegen-
heit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass 
einer neuen Verfügung an die Suva zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 3'951.85 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu be-
zahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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