# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e442b9a5-b4c4-5da3-bab6-3690e898e794
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.10.2010 UV 2009/115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-115_2010-10-26.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/115

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 26.10.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2010
Art. 6 UVG: Adäquanzbeurteilung bei einem mittelschweren Unfall 
(Frontalkollision) nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) unter 
Offenlassung, ob die natürliche Kausalität im Zeitpunkt der 
Leistungseinstellung gegeben war (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 26. Oktober 2010, UV 2009/115). Bestätigt durch 
Urteil des Bundesgerichts 8C_1028/2010

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 26. Oktober 2010

in Sachen

R.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Hablützel, Alderstrasse 40, Postfach, 

8034 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1953 geborene R.___ war als Servicetechniker bei der A.___ tätig und 

dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1). Am 

29. Oktober 2007 war der Versicherte mit dem Auto unterwegs, als er mit einem auf 

diese Strasse einspurenden Personenwagen frontal-seitlich kollidierte (Suva-act. 1, 44). 

Mit Kurzaustrittsbericht des gleichen Tags wurden im Spital Linth Kontusionen am 

Sternum, am rechten Handgelenk und am rechten Knie diagnostiziert. 

Röntgenuntersuchungen ergaben keine ossären Läsionen (Suva-act. 2). Am 21. 

November 2007 führte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B.___, 

Allgemeinmedizin/Gynäkologie, in einem ärztlichen Zwischenbericht als Diagnosen eine 

Kontusion von Kopf, Hals, Sternum, rechtem Handgelenk und rechtem Kniegelenk, 

rezidivierende Kopfschmerzen und eine Nackenmyalgie auf. Seit dem 30. Oktober 2007 

sei die Arbeit wieder zu 100% aufgenommen worden (Suva-act. 3). Die Suva 

anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.

A.b   Im Zeugnis vom 8. Februar 2008 diagnostizierte Dr. B.___ neu eine Sternum-, 

Handgelenks- und Kniekontusion rechts mit HWS-Syndrom nach Autounfall vom 29. 

Oktober 2007 (Suva-act. 5). Dr. med. C.___, Neurologie FMH, welcher den Versicherten 

am 7. Februar 2008 untersucht hatte, befand in einem Bericht vom gleichen Tag, der 

der Suva am 21. April 2008 zuging, die vom Versicherten angegebenen Schmerzen in 

der rechten Hand seien nachvollziehbar weiterhin "lediglich" auf die Kontusion 

zurückzuführen (Suva-act. 7). Nach einer neuropsychiatrischen Untersuchung am 27. 

Mai 2008 hielt die behandelnde Ärztin D.___, Fachärztin Neurologie FMH, Fachärztin 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, fest, dass sich psychopathologisch 

Auffälligkeiten im formalen Denken gezeigt hätten, die mit Konzentrations- und 

Auffassungsstörungen verbunden seien. Aktuell sei von einer Anpassungsstörung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

auszugehen (Suva-act. 21). Ein MRI des Neurocraniums (Gehirnschädel) vom 2. Juni 

2008 ergab insgesamt altersentsprechende Befunde (Suva-act. 20).

A.c   Am 22. Juli 2008 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E.___, 

Facharzt FMH für Chirurgie, statt, der weitere Abklärungen verlangte (Suva-act. 18). Mit 

Nachtrag vom 9. September 2008 stellte Dr. E.___ fest, dass keine somatisch 

strukturellen Läsionen nachgewiesen werden konnten und der weitere Verlauf 

abgewartet werden müsse (Suva-act. 27). Am 4. Dezember 2008 wurde der Versicherte 

zur Standortbestimmung nochmals von Dr. E.___ untersucht. Dabei gab er an, mit dem 

Zustand der rechten Hand noch nicht so zufrieden zu sein. Es bestehe noch eine 

Kraftlosigkeit und er beginne zu zittern, wenn er Feinlötungen durchführen müsse. 

Insofern sei er bei der Arbeit eingeschränkt (Suva-act. 35). Nach Durchführung weiterer 

Röntgenuntersuchungen der rechten Hand einerseits und der HWS andererseits (vgl. 

Suva-act. 38, 39) nahm Dr. E.___ am 23. Dezember 2008 dazu Stellung und erklärte, in 

den radiologischen Verlaufskontrollen hätten keine somatisch strukturellen Unfallfolgen, 

welche auf das Ereignis zurückgeführt werden könnten, nachgewiesen werden können 

(Suva-act. 41).

A.d   Im Auftrag der Suva erstellte die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) Zürich 

am 23. Januar 2009 einen Bericht zur biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) des 

Unfalls vom 29. Oktober 2007 (Suva-act. 44) und kam dabei zum Ergebnis, dass die 

anschliessend an das Ereignis beim Versicherten von der HWS ausgehenden 

Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung aus biomechanischer Sicht 

"eher erklärbar" seien. Dr. E.___ befand in seiner Stellungnahme vom 28. August 2009, 

dass spätestens in einem Monat bei einem konsequent durchgeführten 

physiotherapeutischen Heimprogramm beim Versicherten von einem stabilen Zustand 

ausgegangen werden könne (Suva-act. 53).

A.e   Mit Verfügung vom 4. September 2009 verneinte die Suva den adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfall 

vom 29. Oktober 2007 und stellte die Versicherungsleistungen per 30. September 2009 

ein. Gleichzeitig lehnte sie einen Anspruch des Versicherten auf Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung ab (Suva-act. 54).

B.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die gegen diese Verfügung durch den Versicherten erhobene Einsprache vom 8. 

September 2009 (Suva-act. 56) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 26. 

Oktober 2009 ab (Suva-act. 64).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. 

Martin Hablützel, Zürich, für den Versicherten am 25. November 2009 erhobene 

Beschwerde mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2009 sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung auch nach dem 30. 

September 2009 auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, dass 

vorliegend von einer HWS-Distorsion bzw. einer leichten Hirnschädigung auszugehen 

sei. Zum Beweis seien die Originalakten des Spitals Linth beizuziehen und eine 

neurologische Expertise anzuordnen. Da zudem die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht geprüft worden sei, habe eine 

interdisziplinäre Begutachtung zu erfolgen und es sei ein Erwerbsausfallgutachten 

anzuordnen. Der Fallabschluss sei erfolgt, ohne dass die Fachärzte zur Prognose 

bezüglich Entwicklung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit Stellung genommen 

hätten. Damit hätten die Voraussetzungen für den Fallabschluss (noch) nicht 

vorgelegen. Die Beschwerdegegnerin habe den Sachverhalt noch rechtsgenüglich 

abzuklären, weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und danach erneut über 

ihre Leistungspflicht zu befinden.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 22. Dezember 2009 beantragte die durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, vertretene Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Replik vom 28. April 2010 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Anträgen fest und reichte zum Beweis ein neurologisches Gutachten von 

Dr. med. F.___, Neurologie FMH, vom 16. April 2010, einen Bericht über ein Gehirn-MR 

der neuroradiologie schanze vom 9. April 2010 sowie ein neuropsychologisches 

Teilgutachten von lic. phil. G.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom 9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

April 2010 ein (act. G 13, G 13.1 - G 13.3). In der Duplik vom 18. Mai 2010 nahm der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin zu diesen medizinischen Akten Stellung, 

wobei er am Antrag auf Abweisung festhielt (act. G 17).

C.d   Auf die Begründungen und Ausführungen in den einzelnen Rechtsschriften und 

den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung 

einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen 

Einspracheentscheids (hier 26. Oktober 2009) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 

V 4 E. 1.2 und 129 V 169 E. 1, je mit Hinweis). Berichte, welche nach diesem Zeitpunkt 

datieren, sind zu berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse in Bezug auf die im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung bestehende Situation erlauben (BGE 121 V 366 E. 

1b, 99 V 102, je mit Hinweisen). Soweit Berichte jedoch über nachträgliche 

Veränderungen als Folge einer Operation oder weiterer medizinischer Behandlungen 

eingereicht wurden, ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht auf sie abzustellen; 

sie können aber allenfalls zu einer Revision Anlass geben. Das neurologische 

Gutachten von Dr. F.___ vom 16. April 2010 sowie der Bericht der neuroradiologie 

schanze vom 9. April 2010 und das neuropsychologische Teilgutachten der 

Neuropsychologin G.___ vom 9. April 2010 (act. G 13.1 - G 13.3) enthalte keine 

Hinweise auf im Vergleich zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids nachträglich 

eingetretene Veränderungen. Die Beschwerdegegnerin macht denn auch nichts 

dergleichen geltend, weshalb sie im vorliegenden Verfahren berücksichtigt werden 

können.

2.        

2.1    Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht bezüglich der Autokolli­

sion vom 29. Oktober 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Streitig und zu prüfen ist nachfolgend, ob sie weitere Leistungen dafür ab 1. Oktober 

2009 zu Recht verweigert hat.

2.2    Die rechtlichen Voraussetzungen zur Leistungspflicht des Unfallversicherers, 

insbesondere jene des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 

Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung sowie zum Beweiswert eines 

Arztberichts, werden im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend dargelegt; 

darauf kann verwiesen werden (vgl. Erwägungen 1 und 2a). Anzufügen bleibt, dass im 

Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren 

strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen 

(BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma 

erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 

E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte 

Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu beachten ist, dass die zu den 

Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch 

auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata 

anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas 

vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004 i/

S O.G. [U 243/03]; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

2.3    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt.

3.        

3.1    Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die vom Beschwerdeführer über 

den 30. September 2009 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Erste röntgenologische Untersuchungen im Spital Linth von Thorax, Sternum, 

rechtem Handgelenk und rechtem Knie ergaben gemäss Bericht vom 29. Oktober 2007 

keine ossären Läsionen. Auch die Abdomen-Sonographie zeigte keine freie Flüssigkeit 

und keine Läsionen (Suva-act. 2). Klinisch und elektrophysiologisch zeigten sich 

gemäss Bericht von Dr. C.___ vom 7. Februar 2008 keine Hinweise auf eine 

Schädigung der Nervi ulnaris, medianus und radialis rechts (Suva-act. 7). Das MRI des 

Hirnschädels vom 2. Juni 2008 ergab eine insgesamt altersentsprechende craniale 

Kernspintomographie (Suva-act. 20). Laut Beurteilung von Dr. med. H.___, Chefarzt der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

MRI AG fanden sich beim Beschwerdeführer im MRI der HWS vom 2. September 2008 

eine Fehlhaltung der HWS in liegender Position und leichtgradige degenerative 

Veränderungen im mittleren und unteren HWS-Bereich mit dem Maximum der 

Discopathie auf Etage HWK 6/7. Im Übrigen zeigten sich weder eine wesentliche 

Spinalkanalstenose, noch ein Myelopathiezeichen oder eine aktive 

Knochenmarksveränderung. Eine Aussage über das Alter und die Ätiologie der 

degenerativen Veränderungen sei MRI-mässig nicht möglich (Suva-act. 26). Am 15. 

Dezember 2008 wurden im Spital Linth nochmals radiologische Aufnahmen der rechten 

Hand sowie der HWS gemacht. Dabei zeigte sich gemäss Kreisarzt Dr. E.___ im 

Vergleich zu den Aufnahmen vom 29. Oktober 2007 im Handgelenksbereich ein 

analoger Befund. Zudem seien in der Mittelhand und den Fingern keine wesentlichen 

Arthrosen nachzuweisen. Auch fänden sich keine Hinweise auf eine posttraumatische 

Verletzung. Der beurteilende Radiologe hielt ebenfalls eine alterskonforme Morphologie 

und Artikulation ohne posttraumatische Läsionen oder Subluxationen fest (Suva-

act. 38, 41). Die HWS-Bilder zeigten kein Wirbelgleiten und keine 

Bandscheibendestruktionen, keine erkennbaren posttraumatischen Residuen und auch 

keine paravertebrale Weichteilschwellung (Suva-act. 39). Schliesslich brachten auch 

die neuroradiologischen Abklärungen des Gehirns der neuroradiologie schanze vom 9. 

April 2010 keine gefestigten Anhaltspunkte über unfallbedingt organische 

Veränderungen. Gemäss Prof. Dr. med. I.___ liesse sich ein Zusammenhang zwischen 

dem Unfallereignis und dem auffälligen supratentoriell etwas erweiterten 

Ventrikelsystem und den prominenten äusseren Liquorräumen nur im Vergleich mit zum 

Unfall zeitnahen Voruntersuchungen abschätzen (act. G 13.2). Klinisch erhobene 

Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der 

HWS stellen sodann praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. 

Urteil des EVG vom 3. August 2005 i/S M. [U 9/05] E. 4 und vom 23. November 2004 i/

S B. [U 109/04] E. 2.2). Zusammenfassend ergibt sich somit gestützt auf die 

medizinischen Akten, dass weder äussere noch innere Verletzungen klinisch oder 

bildgebend dokumentiert sind.

3.2    Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer während der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 22. Juli 2008 erstmals geltend gemachten zunehmenden 

Rückenbeschwerden (vgl. Suva-act. 18 S. 2) kann offensichtlich von einer Besserung 

ausgegangen werden. Einerseits wurden diese Beschwerden weder später gegenüber 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dem Kreisarzt oder der Neurologin und Psychiaterin D.___ geltend gemacht, noch 

fanden sich in den röntgenologischen Untersuchungen entsprechende bildgebende 

Befunde. Andererseits entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass 

Prellungen (Kontusionen), Verstauchungen und Zerrungen der Wirbelsäule ohne 

strukturelle Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis 

neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit 

verbundenen Beschwerden gänzlich zurückbilden. Nachdem vorliegend keine 

verbliebenen Beschwerden geltend gemacht werden, erübrigen sich weitere 

Ausführungen dazu.

4.        

4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare 

pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle 

Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).

4.2    Die erstbehandelnde Ärztin des Spitals Linth erwähnte im Austrittsbericht vom 

29. Oktober 2007 einzig Kontusionen des Sternums, des rechten Handgelenks und des 

rechten Knies (Suva-act. 2). Der Hausarzt Dr. B.___ diagnostizierte in seinem Zeugnis 

vom 21. November 2007 dann zusätzlich noch Kontusionen am Hals, rezidivierende 

Kopfschmerzen und eine Nackenmyalgie (Suva-act. 3). Erst im ärztlichen 

Zwischenbericht vom 8. Februar 2008 hielt er als Diagnose auch noch ein HWS-

Syndrom fest (Suva-act. 5). Im Bericht vom 27. Mai 2008 befand die Neurologin und 

Psychiaterin D.___, der Beschwerdeführer habe ein leichtes Schädel-Hirntrauma 

erlitten (Suva-act. 21). Dies wohl nicht allein auf Grund der geltend gemachten Kopf- 

und Nackenbeschwerden sowie der Konzentrationsstörungen, sondern auch gestützt 

auf die Schilderung gegenüber Dr. C.___ am 7. Februar 2008, wonach er bei der 

Kollision - trotz Tragens der Sicherheitsgurte - den Kopf an der Frontscheibe 

angeschlagen habe (Suva-act. 7), sowie der Angabe gegenüber dem Kreisarzt über 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine kurzzeitige Gedächtnislücke nach der Kollision (Suva-act. 18 S. 2). Bestätigt wurde 

das Vorliegen einer leichten traumatischen Hirnverletzung (MTBI) schliesslich auch von 

der Neuropsychologin G.___ sowie von Dr. F.___, die den Beschwerdeführer jedoch 

erst zweieinhalb Jahre nach dem Unfallereignis begutachteten. Angesichts der 

Tatsache, dass sowohl Dr. F.___ wie auch die Neuropsychologin G.___ den Begriff 

"HWS-Distorsion" einzig in Form des "Status nach Frontalkollision mit HWS-

Distorsion" aufführen, ist festzuhalten, dass es sich dabei nicht um eine eigentliche 

Diagnose handelt, weil diese Formulierung nur eine anamnestische Feststellung trifft 

und als solche keiner hinreichenden Aussage zur Kausalität entspricht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. September 2008 i/S B. [8C_102/2008] E. 6.3 mit Hinweis). 

Damit wird aber die Diagnose von Dr. B.___ bezüglich einer HWS-Distorsion von keiner 

weiteren medizinischen Fachperson explizit gestützt. Hingegen hielt die AGU Zürich in 

ihrer Kurzbeurteilung vom 23. Januar 2009 die anschliessend an das Unfallereignis 

beim Beschwerdeführer festgestellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und 

Befunde aus biomechanischer Sicht durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall sowie 

auch im hier vorliegenden Fall, in dem zusätzlich leichte degenerative Veränderungen 

beschrieben wurden, für eher erklärbar (Suva-act. 44). Auch wenn ein Anschlagen des 

Kopfes an der Frontscheibe, auf Grund des Austrittsberichts des Spitals Linth (Suva-

act. 2) sowie angesichts der getragenen Sicherheitsgurten und des gemäss den 

Unfallbildern unbeschädigt gebliebenen Frontfensterrahmens (vgl. act. G 1 Beilage 4) 

eher als unwahrscheinlich erscheint, kann die Frage, ob der Beschwerdeführer eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-

Hirntrauma, erlitten hat, hier offen bleiben. Denn selbst bei Bejahung wäre die 

Kausalität spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung auf Grund fehlender 

Adäquanz - wie nachfolgende Ausführungen zeigen werden - nämlich zu verneinen.

5.        

5.1    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter) Befund an der HWS vor, muss 

für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Dieses Beschwerdebild muss jedoch nicht 

in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach 

dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden 

in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. 

Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]; RKUV 2000 Nr. 

359 S. 29 E. 5e). Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer 

äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich 

jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.

5.2    Der Beschwerdeführer machte nach dem Unfall ein Schwindelgefühl (Suva-

act. 18 S. 2) sowie das Auftreten von Kopf-, Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen 

geltend (Suva-act. 3, 7, 18 S. 2). Ob diese Beschwerden aber noch innerhalb der 

erforderlichen Latenzzeit auftraten, kann den Akten nicht entnommen werden. Die 

zusätzlich geklagten Konzentrations- und Durchschlafstörungen, die Störungen des 

Kurzzeitgedächtnisses, die Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie eine gewisse 

Nervosität und Reizbarkeit werden dagegen erst nach einer längeren Latenzzeit in den 

Akten erwähnt (Suva-act. 11, 14, 18 S. 4, 21, act. G 13.1 S. 5, act. G 13.3 S. 6). 

Obgleich es die behandelnden Ärzte unterliessen, den Beschwerdeführer bereits kurze 

Zeit nach der Kollision bezüglich seiner Beschwerden eingehender, beispielsweise 

nach dem gängigen Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation nach kranio-

zervikalem Beschleunigungstrauma zu befragen, ist das Vorliegen mehrerer typischer 

Beschwerden somit offensichtlich. Vor diesem Hintergrund ging die 

Beschwerdegegnerin zunächst - unabhängig von ihrem zeitlichen Eintritt - von einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer HWS-Verletzung aus 

und anerkannte einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im Anschluss an den 

Unfall.

Nach weiteren Abklärungen befand Kreisarzt Dr. E.___, nachdem er bereits im 

Nachtrag vom 23. Dezember 2008 festgehalten hatte, dass keine somatisch 

strukturellen Unfallfolgen nachgewiesen werden konnten, in der Stellungnahme vom 

28. August 2009 den Endzustand für erreicht, ohne sich zur natürlichen Kausalität zu 

äussern. Die Beschwerdegegnerin stellte daraufhin ihre Leistungen nach Prüfung der 

adäquaten Kausalität per 30. September 2009 ein.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.        

6.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt kumulativ voraus, dass zwischen 

dem Unfall und der eingetretenen Gesundheitsbeeinträchtigung die natürliche sowie 

die adäquate Kausalität gegeben sein muss. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

entfällt jedoch erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es sich dabei um eine 

leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht bei der versicherten 

Person, sondern beim Unfallversicherer (EVG-Urteil vom 15. Oktober 2003 i/S P. 

[U 154/03], RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).

6.2    Die Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über den 

30. September 2009 hinaus geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis kann 

jedoch unterbleiben, wenn - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - eine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ 

vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs verneint werden kann (BGE 135 V 

472 E. 5.1).

6.3     

6.3.1           Beschwerdeweise wird geltend gemacht, die Adäquanzbeurteilung hätte 

ohne zusätzliche Abklärungen noch nicht erfolgen dürfen. Ohne diese 

Zusatzabklärungen könne die Frage, ob sie zu früh erfolgt sei, allein auf Grund der 

vorhandenen Akten nämlich nicht beantwortet werden.

6.3.2           Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt 

erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht, solange von einer Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann 

(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; EVG-Urteil vom 11. Februar 2004 i/S K. 

[U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs 

"namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu 

erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss 

erfüllt, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 

abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des 

Bundesgerichts vom 4. November 2008 i/S G. (8C_467/2008) E. 5.2.2.2 lediglich, dass 

von weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr 

erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei 

prognostisch und nicht auf Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV 

2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).

6.3.3           Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 4. Dezember 2008 hat der 

Beschwerdeführer wesentliche Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich verneint. Auf 

Grund belastungsabhängiger Schmerzen und einem Zittern der rechten Hand ordnete 

Kreisarzt Dr. E.___ auf Wunsch des Beschwerdeführers trotzdem nochmals eine 

Ergotherapieserie an. Im Übrigen versuchte er den Beschwerdeführer durch Erklärung 

der spezifischen Medikation zur weiteren Einnahme zu motivieren (Suva-act. 35 S. 4). 

Gemäss dem Bericht der Neurologin und Psychiaterin D.___ vom 23. August 2009 

existierten beim Beschwerdeführer noch zwei Problemfelder, wobei die muskulär 

bedingte Verspannung aktuell erfolgreich behandelt werden könne. Die vorbestehende 

Persönlichkeitsakzentuierung habe zu einer Verarbeitungsstörung des Traumas und 

reaktiv zu einer depressiven Anpassungsstörung geführt. Da der Beschwerdeführer 

bezüglich einer psychotherapeutischen Behandlung eher zurückhaltend eingestellt sei, 

habe man diese Problematik mittels Medikation behandelt. Auch diese Beschwerden 

seien im Verlauf regredient. Obgleich der Beschwerdeführer immer wieder über 

Konzentrationsstörungen klage, habe er seine Arbeit immer zu 100% selbständig 

ausführen können. Vereinbart sei nun lediglich noch die Weiterführung 

physiotherapeutischer Massnahmen sowie von Konsultationen bei ihr in Abständen von 

zwei Monaten (Suva-act. 51). Gestützt auf diesen Bericht hielt Kreisarzt Dr. E.___ in der 

Stellungnahme vom 28. August 2009 fest, dass unter der indizierten Physiotherapie 

eine Beschwerdelinderung und damit eine Verbesserung erreicht werden konnte. 

Sinnvollerweise sei die Physiotherapie jedoch so rasch als möglich in ein selbständig 

kraftaufbauendes Heimprogramm zu überführen, wie er das bereits im Kreisarztbericht 

vom 22. Juli 2008 festgehalten habe. Entsprechend sollte die Instruktion eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Heimprogramms innerhalb des nächsten Monats möglich sein. Spätestens dann sei ein 

stabiler Zustand erreicht (Suva-act. 53). Dr. F.___ empfahl demgegenüber als weitere 

Therapiemöglichkeiten, welche zu einer namhaften Besserung des 

Gesundheitszustands führen sollten, eine Wiederaufnahme der Craniosacraltherapie 

und ein vorübergehendes neuropsychologisches Coaching zur Optimierung der 

Arbeitstechnik (Anpassung an die kognitiven Behinderungen; act. 13.1).

6.3.4           Auch wenn Dr. F.___ bei den vorgeschlagenen Behandlungsmassnahmen 

von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands ausgeht, vermag dies 

vorliegend nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu überzeugen. Selbst wenn der Beschwerdeführer - nebst der 

Durchführung der selbständig ausgeführten kraftaufbauenden Heimprogramms - durch 

eine Wiederaufnahme der Craniosacraltherapie zusätzlich noch eine weitere 

Beschwerdelinderung erfahren sollte, ist diese kaum in einem Ausmass zu erwarten, 

welches das Erfordernis einer namhaften bzw. massgebenden Besserung des 

Gesundheitszustands des Beschwerdeführers erfüllen würde. Somit hat die 

Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung nicht zu früh angesetzt.

7.        

7.1    Auf Grund der medizinischen Unterlagen ist nicht belegt, dass schon bald nach 

dem Unfall eine psychische Überlagerung stattgefunden hatte, welche das 

Beschwerdebild der ersten Monate nach dem Unfall ganz in den Hintergrund treten 

liess. Zwar diagnostizierte die Neurologin und Psychiaterin D.___ bereits im Bericht 

vom 27. Mai 2008 beim Beschwerdeführer eine Anpassungsstörung (ICD10 F43.9) und 

hielt daran auch in den Folgeberichten fest (Suva-act. 21, 29, 51), jedoch scheint diese 

Beurteilung Dr. E.___, der die Diagnose am 22. Juli 2008 mit Hinweis auf die 

Psychiaterin noch übernommen hatte, spätestens in seinem Bericht vom 4. Dezember 

2008 nicht mehr überzeugt zu haben, da er sie hier nicht mehr erwähnte (Suva-act. 18, 

35). Zudem hielt auch die Psychiaterin am 23. August 2009 fest, dass beim 

Beschwerdeführer sicherlich eine vorbestehende Persönlichkeitsakzentuierung 

bestehe, welche zu einer Verarbeitungsstörung des Traumas und einer depressiven 

Anpassungsstörung geführt habe, jedoch seien diese Beschwerden im Verlauf 

regredient (Suva-act. 51). Schliesslich konnten auch die Neuropsychologin G.___ sowie 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. F.___ laut ihren Berichten vom April 2010 keine Anzeichen einer persistierenden 

Anpassungsstörung mehr feststellen (vgl. act. G 13.1 S. 9, act. G 13.3 S. 6). Die 

Adäquanz ist daher - soweit von einer entsprechenden Verletzung auszugehen ist (vgl. 

E. 4.2) - nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis gemäss BGE 134 V 109 zu 

prüfen.

7.2    Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ist nach der 

Schleudertrauma-Praxis im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende 

Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies 

trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 

ernsthaft ins Gewicht fällt. Bei der Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis 

anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich 

dabei entwickelnden Kräften (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 19. November 2007 i/

S Z. [U 2/07] E. 5.3.1) - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 

Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich 

unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei 

schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden 

kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht 

auf Grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv 

erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder 

als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und 

abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder 

müssen mehrere herangezogen werden (BGE 134 V 126 E. 10.1). Die in die 

Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien lauten: besonders dramatische 

Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder 

besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche 

Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen; erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen 

(BGE 134 V 130 E. 10.3).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.3    Gemäss der biomechanischen Kurzbeurteilung der AGU Zürich vom 23. Januar 

2009 erfuhr das Auto des Beschwerdeführers eine Geschwindigkeitsänderung (delta-v) 

im Sinn einer Verlangsamung in Richtung der Fahrzeuglängsachse, die innerhalb oder 

oberhalb eines Bereichs von 20 - 30 km/h gelegen haben dürfte. Auf Grund dieser 

Krafteinwirkung - bei frontalen Kollisionen in Bezug auf die HWS ergebe sich 

grundsätzlich eine günstigere HWS-Belastung als bei Heckkollisionen - wies das 

Ereignis insgesamt ein eher erklärbares Schädigungspotential auf (Suva-act. 44). Das 

Bundesgericht stuft einfache Auffahrunfälle in der Regel als mittelschwer im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen ein (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U 380/04 E. 

5.1.2 mit Hinweisen). Als mittelschwere, aber nicht im Grenzbereich zu den schweren 

liegend werden praxisgemäss etwa Unfälle qualifiziert, bei welchen das Fahrzeug mit 

der versicherten Person bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt 

abgebremst wurde, ins Schleudern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich 

überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam (Urteil des Bundesgerichts vom 5. 

Februar 2008 i/S M. [8C_169/2007] E. 4.2), einen Lastwagen beim Überholen touchierte 

und sich überschlug (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2008 i/S R. 

[8C_743/2007] Sachverhalt und E. 3), mit einer Fahrgeschwindigkeit von 110 km/h fuhr 

und der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, auf das linksseitige 

Strassenbankett und schliesslich in den Strassengraben abkam, wobei es sich mehrere 

Male überschlug (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2009 i/S M. 

[8C_595/2009] E. 7.2), wie auch bei einer Frontalkollision zweier Personenwagen, 

wobei die Geschwindigkeit des unfallverursachenden Personenwagens 30 bis 40 km/h 

betrug und diejenige des beteiligten Fahrzeugs auf etwa 70 bis 80 km/h geschätzt 

wurde (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2009 i/S J. [8C_80/2009] E. 6.1; vgl. 

weiterer Überblick über die Rechtsprechung im Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

Januar 2010 i/S H. [8C_786/2009] E. 4.6.2). Vor diesem Hintergrund ist die 

Frontalkollision vom 29. Oktober 2007 nach dem hier allein massgebenden 

augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften ebenfalls 

als im engeren Sinn mittelschwer zu qualifizieren. Die Adäquanz des 

Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der in BGE 134 V 

126 ff. E. 10 angeführten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere 

dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt wären (Urteil des Bundesgerichts vom 4. 

Januar 2010 i/S H. [8C_786/2009] E. 5).

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=frontalkollision+mittelschwer+unfall+schleudertrauma&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=frontalkollision+mittelschwer+unfall+schleudertrauma&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.3.1           Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls sind hier offensichtlich zu verneinen. Zu urteilen ist hierbei 

objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls des 

Beschwerdeführers (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2009 i/S K. 

[8C_249/2009] E. 8.2 mit Hinweisen). Dem Verkehrsunfall vom 29. Oktober 2007 ist 

zwar eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen, er spielte sich aber weder 

unter besonders dramatischen Begleitumständen ab, noch war er besonders 

eindrücklich. Der Schrecken, den der Beschwerdeführer erlitten hat, hielt sich im 

Rahmen des bei Unfällen Üblichen, und es waren keine relevanten Begleitumstände zu 

verzeichnen, welche die Bejahung des Kriteriums gestatten würden (vgl. Hinweise im 

Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010 i/S H. [8C_786/2009] E. 5.2).

7.3.2           Auch hatte der Unfall keine schweren Verletzungen oder Verletzungen 

besonderer Art zur Folge. Weder die Diagnose eines Schleudertraumas, einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS oder einer allfälligen milden 

traumatische Hirnverletzung genügen für sich allein für die Bejahung dieses Kriteriums 

(RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3 [Urteil des EVG vom 15. März 2005 i/S C. (U 

380/04)], Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010 i/S H. [8C_786/2009] E. 5.3). 

Ebenso stellen die Kontusionen am Sternum, am rechten Handgelenk und am rechten 

Knie oder die kurzfristig geklagten Rückenbeschwerden keine schwere oder besonders 

geartete Verletzung dar, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen.

7.3.3           Ebenfalls nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 

belastenden ärztlichen Behandlung. Der Beschwerdeführer wurde am Tag des 

Autounfalls lediglich ambulant behandelt. Es wurden ihm Schmerzmittel (Suva-act. 2, 3) 

sowie eine Halskrause verschrieben und der Hausarzt ordnete Physiotherapie (Suva-

act. 3) und Ergotherapie an (Suva-act. 9). Nach einer Behandlungspause wurden 

sodann nochmals einige Sitzungen Physio- und Ergotherapie durchgeführt (vgl. Suva-

act. 28, 35 S. 4, 53). Da Abklärungsmassnahmen und blosse ärztliche Kontrollen im 

Rahmen dieses Kriteriums nicht zu berücksichtigen sind (Urteil des Bundesgerichts 

vom 27. Januar 2009 i/S G. [8C_698/2008] E. 4.4), genügen die durchgeführten 

Behandlungen für eine Bejahung des Kriteriums nicht.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.3.4           Beim Kriterium der erheblichen Beschwerden beurteilt sich die 

Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche 

die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 

E. 10.2.4). Der Beschwerdeführer berichtete gegenüber Dr. C.___, initial kaum 

Schmerzen verspürt zu haben. Erst ca. zwei Tage später habe er eine starke 

Schwellung der rechten Hand mit begleitenden diffusen Schmerzen verspürt. Zwar 

habe sich die Schwellung im Lauf der Zeit zurückgebildet, bewegungs- und 

belastungsabhängige Schmerzen in der rechten Hand würden aber weiterhin anhalten 

(Suva-act. 7). Während einer Suva-Besprechung gab er an, dauernd mehr oder weniger 

heftige Schmerzen im hinteren Kopfbereich zu verspüren, sich nicht konzentrieren zu 

können und vergesslich geworden zu sein. Zudem könne er die rechte Hand nur als 

Hilfshand einsetzen, da er darin keine Kraft habe (Suva-act. 14). Im Rahmen der 

kreisärztlichen Untersuchung vom 22. Juli 2008 schilderte er zwar eine Besserung in 

der rechten Hand, jedoch sei die Kraft noch immer nicht vollumfänglich zurückgekehrt. 

Zwischen den Mittelhandknochen habe er zudem immer wieder einschiessende 

Schmerzen und von Zeit zu Zeit trete ein Sensibilitätsproblem im Bereich der linken 

Wange ein (Suva-act. 18. S. 2). Daneben litt er auch unter Kopf- und Nackenschmerzen 

(Suva-act. 18 S. 2, 51). Auch wenn der Beschwerdeführer seine Arbeit sofort wieder 

aufgenommen hat und in der Folge keine Arbeitsunfähigkeiten ausgewiesen waren (vgl. 

Suva-act. 51), ist unter den gegebenen Umständen eine unfallbedingte 

Beeinträchtigung des Lebensalltags zu bejahen, allerdings nicht in ausgeprägter Weise.

7.3.5           Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hat, ein schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen sind 

aus den Akten nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend 

gemacht.

7.3.6           Für das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit ist schliesslich nicht die Dauer der 

Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, 

die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. 

Gelingt es der versicherten Person trotz solcher Anstrengungen nicht, ihre 

Arbeitsfähigkeit ganz oder teilweise wiederzuerlangen, ist ihr dies durch Erfüllung des 

Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive 

Mitwirkung rasch möglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vorliegend kann die Frage, ob dieses Kriterium erfüllt ist, vor dem Hintergrund, dass 

die behandelnden Ärzte auf Grund des stark motivierten und durch seine 

Selbständigkeit zur Arbeitswiederaufnahme gezwungenen Beschwerdeführers zu 

keiner Zeit ein Arbeitsunfähigkeitsattest ausgestellt hatten, er jedoch angab, viele 

Kunden verloren zu haben, da ihm sein Gesundheitszustand nicht mehr alle Arbeiten 

erlaubte, und er infolge von Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen beruflichen 

Einschränkungen unterliege (Suva-act. 14, 21, 51), offen gelassen werden. Denn selbst 

wenn das Kriterium bejaht werden könnte, wäre es jedenfalls nicht in ausgeprägter 

Weise gegeben.

7.3.7           Da somit keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgeprägt 

vorliegt, und selbst bei Bejahung der beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden 

und der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen die 

Kriterien nicht in gehäufter Weise vorliegen würden, ist die Adäquanz eines allfälligen 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis vom 29. Oktober 2007 und den 

über den 30. September 2009 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden zu verneinen. 

Die Leistungseinstellung per 30. September 2009 ist demnach nicht zu beanstanden, 

was zur Abweisung der Beschwerde führt.

8.        

Der Beschwerdeführer hat die Einholung eines interdisziplinären Gutachtens aus den 

Bereichen Neurologie, Neuropsychologie, evtl. Psychiatrie, Neurootologie und 

Ophtalmologie sowie die Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung beantragt. 

Vorliegend ist jedoch von einer schlüssigen und nachvollziehbaren Aktenlage 

auszugehen. In den einzelnen medizinischen Berichten sind keine nennenswerten 

Widersprüche auszumachen, sodass gestützt darauf eine zuverlässige Beurteilung 

allfälliger Leistungsansprüche durchaus möglich ist. Dass die Beschwerdegegnerin den 

Fall bei dieser Aktenlage ohne zusätzliche Abklärungen abschloss, stellt demnach 

keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes - oder der Abklärungspflicht nach Art. 

43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) - dar. Insbesondere steht das Fehlen einer neuropsychologischen 

Begutachtung dem Fallabschluss ebenfalls nicht entgegen, nachdem die Akten keine 

Anzeichen für eine die geklagten, aber nicht objektivierbaren Beschwerden allenfalls 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erklärende hirnorganische Schädigung enthalten, welche in den Ergebnissen einer 

neuropsychologischen Testung eine Stütze finden könnte. Für sich allein sind 

Erkenntnisse aus neuropsychologischer Sicht rechtsprechungsgemäss (BGE 119 V 

341) von vornherein nicht geeignet, unfallbedingte hirnorganische Funktionsstörungen 

nachzuweisen. Da somit nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen 

für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen 

würden, ist der Antrag zur Anordnung zusätzlicher Expertisen abzuweisen (vgl. dazu 

BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit Hinweisen; antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211). 

Im Übrigen ist nicht ersichtlich, ob weitere Originalakten des Spitals Linth oder des 

Hausarztes Dr. B.___ überhaupt existieren bzw. inwiefern solche Akten an den 

vorliegenden Ausführungen etwas zu ändern vermöchten, weshalb der diesbezüglich 

beantragte Beizug unterbleiben konnte. Zudem ist vor diesem Hintergrund auch der 

Antrag des Beschwerdeführers auf Anordnung eines Erwerbsausfallgutachtens 

abzulehnen.

9.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 26. Oktober 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=U+273%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-335%3Ade&number_of_ranks=0#page341
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=U+273%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-335%3Ade&number_of_ranks=0#page341

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.10.2010
	Art. 6 UVG: Adäquanzbeurteilung bei einem mittelschweren Unfall (Frontalkollision) nach der Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) unter Offenlassung, ob die natürliche Kausalität im Zeitpunkt der Leistungseinstellung gegeben war (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. Oktober 2010, UV 2009/115). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_1028/2010

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:18:15+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen