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**Case Identifier:** 131a3280-a4a5-5b8c-be73-9bea6ef6d579
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-05
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 05.12.2023 400 23 196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-23-196_2023-12-05.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 
 
vom 5. Dezember 2023 (400 23 196) 
___________________________________________________________________ 
 
 
Zivilprozessrecht 
 
 
Sachliche Zuständigkeit: Für Streitigkeiten zwischen Versicherten und privaten Versi-
cherungsträgern im Zusammenhang mit Zusatzversicherungen zur sozialen Kranken-
versicherung ist die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts zu-
ständig, wenn der soziale Zweck der Versicherung erkennbar ist. Andernfalls ist die Zi-
vilgerichtsbarkeit für derartige Streitigkeiten zuständig (E. 1.1).  
Art. 188 Abs. 2 ZPO: Auch ein schlüssig erscheinendes Gutachten kann Anlass zu einer 
Oberbegutachtung geben, wenn sich aufgrund eines eingereichten Privatgutachtens 
ernsthafte Zweifel an dessen Schlussfolgerungen aufdrängen (E. 6.1).  
 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich 

(Ref.), Richter Daniel Häring, Gerichtsschreiberin Karin Wiesner 
  

 

Parteien  A.____,  
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, Lange Gasse 90, 
4052 Basel,  
Klägerin 

  gegen 

  B.____ AG,   
vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Balmer, Steinentorstrasse 13, 
Postfach 223, 4010 Basel,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

   

Gegenstand  Forderung  
Berufung gegen das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost 
vom 21. März 2023  

 

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A. C.____ hat bei der B.____ AG eine Zusatzversicherung zur sozialen Unfallversiche-
rung abgeschlossen. Am 11. Januar 2010 ist C.____ bei der Talstation der Bergbahnen En-
gelberg Titlis ausgerutscht und hingefallen. Die B.____ AG hat C.____ bis zum 16. Mai 2010 
Taggelder aus der Zusatzversicherung geleistet. Für die Zeit nach dem 16. Mai 2010 stellte 
die Versicherung ihre Taggeldleistungen ein mit der Begründung, die Beschwerden von 
C.____ seien nicht unfallkausal.  

B. Am 3. Juli 2020 reichte C.____ beim Friedensrichteramt Kreis xxx ein Schlichtungsge-
such gegen die B.____ AG ein und forderte die Bezahlung von CHF 68'413.50 zuzüglich Zins 
zu 5% seit dem 15. März 2011, unter o/e-Kostenfolge. Da unter den Parteien keine Einigung 
erzielt werden konnte, wurde die Klagebewilligung vom 19. August 2020 ausgestellt.   

C. Mit Eingabe vom 20. August 2020 klagte C.____, vertreten durch Rechtsanwalt Markus 
Schmid, beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost gegen die B.____ AG auf Bezahlung des 
Betrags von CHF 68'413.50 zuzüglich Zins zu 5% seit dem 11. November 2014, unter o/e-
Kostenfolge.  

D. Am 3. Februar 2022 verstarb C.____. An seiner Stelle trat seine Ehefrau, A.____, in 
den Prozess ein.  

E. Mit Urteil vom 21. März 2023 wurde die Klage gutgeheissen und die B.____ AG verur-
teilt, C.____ den Betrag von CHF 68'413.50 nebst Zins zu 5% seit 11. November 2014 zu 
bezahlen. Die Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 300.00 sowie die Gerichtsgebühr 
von CHF 10'000.00 wurden der B.____ AG auferlegt. Überdies wurde die B.____ AG verpflich-
tet, C.____ eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 14'913.75 zu leisten.  

F. Gegen dieses Urteil erhob die B.____ AG (Berufungsklägerin), vertreten durch Advokat 
Christoph Balmer, am 16. August 2023 Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab-
teilung Zivilrecht (Kantonsgericht), mit folgenden Rechtsbegehren:  

1. Es sei das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 21. März 2023 aufzuheben und 

es sei die Forderung der Berufungsbeklagten vollumfänglich und kostenpflichtig abzuweisen.  

2. Eventualiter sei der Entscheid des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 21. März 2023 

aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

3. Unter o/e-Kostenfolge, zzgl. MWST, zu Lasten der Berufungsbeklagten.  

G. A.____ (Berufungsbeklagte), vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, bean-
tragte in ihrer Berufungsantwort vom 5. Oktober 2023 die Abweisung der Berufung sowie die 
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. Für den Fall der Gutheissung der Berufung sei die 
Streitsache an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. Alles un-
ter o/e-Kostenfolge zuzüglich Auslagen und MWST zu Lasten der Berufungsklägerin. Auf die 
Ausführungen der Parteien in ihren jeweiligen Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

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H. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 6. Oktober 2023 wurde der Schriftenwechsel 
geschlossen und die Parteien auf das freiwillige Replikrecht innert 10 Tagen seit Zustellung 
der Verfügung hingewiesen. Der Antrag der Berufungsbeklagten auf Parteibefragung wurde 
vorbehältlich eines gegenteiligen Entscheids der Dreierkammer abgewiesen. Der Entscheid 
wurde den Parteien aufgrund der Akten in Aussicht gestellt.  

Erwägungen 

1.1 Gemäss § 54 Abs. 1 lit. d VPO (Gesetz über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung, GS 31.847) i.V.m. Art. 85 Abs. 2 und 3 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz, 
SR 961.01) ist die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts für Streitig-
keiten zwischen Versicherten und privaten Versicherungsträgern im Zusammenhang mit Zu-
satzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung zuständig, obwohl es sich dabei um 
zivilrechtliche Verfahren handelt. Um als Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversiche-
rung im Sinne von Art. 12 Abs. 2 KVG (Bundesgesetz über die Krankenversicherung, SR 
832.10) zu gelten, muss der soziale Zweck der Versicherung erkennbar sein. Die fragliche 
Versicherung muss die Leistung der Grundversicherung im Sinne eines integralen sozialver-
sicherungsrechtlichen Schutzes ergänzen und auch in einem Konnex zur Krankenversiche-
rung stehen. Dies trifft insbesondere auf private Zusatzversicherungen, welche eine Unfallde-
ckung beinhalten, nicht zu. Solche Versicherungen ersetzen funktionell nicht eine fehlende 
KVG-Deckung, sondern eine fehlende UVG-Deckung (KGE BL 731 08 383 vom 24. Juli 2009, 
E. 2.2.1 ff.). Vorliegend handelt es sich um eine Zusatzversicherung zur obligatorischen UVG-
Versicherung und nicht zu derjenigen des KVG, womit auch prozessual das Recht der Privat-
versicherung zur Anwendung gelangt. Folglich ist die Zivilgerichtsbarkeit für Streitigkeiten aus 
diesem Vertragsverhältnis zuständig.  

1.2 Das angefochtene Urteil der Vorinstanz vom 21. März 2023 stellt einen Endentscheid 
in vermögensrechtlichen Angelegenheiten dar, der mit Berufung anfechtbar ist, sofern der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt 
(Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Der Streitwert beträgt vorliegend CHF 68'413.50, womit 
die Streitwertgrenze für die Berufung allemal erreicht ist. Der schriftlich begründete Entscheid 
vom 21. März 2023 wurde der Berufungsklägerin am 15. Juni 2023 fristauslösend zugestellt. 
Aufgrund des Fristenstillstands vom 15. Juli bis 15. August (Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO) erfolgte 
die mit Postaufgabe vom 16. August 2023 eingereichte Berufung rechtzeitig. Der Kostenvor-
schuss für das Berufungsverfahren in Höhe von CHF 5'000.00 wurde ebenfalls fristgerecht 
geleistet. Die Berufungsklägerin macht sowohl eine unrichtige Rechtsanwendung als auch 
eine unrichtige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts durch die Vorinstanz und da-
mit zulässige Berufungsgründe gemäss Art. 310 ZPO geltend. Da auch die übrigen Prozess-
voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG 
ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zuständig für die vor-
liegende Berufung. Der Entscheid ergeht in Anwendung von Art. 316 Abs. 1 ZPO aufgrund der 
Akten. 

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2.1 Im vorliegenden Verfahren ist die Leistung von Taggeldern aus einer vertraglichen, 
dem Privatrecht unterliegenden Unfallversicherung strittig. Uneins sind sich die Parteien in 
Bezug auf den erbrachten Beweis der Kausalität zwischen dem Unfallereignis und dem gel-
tend gemachten Gesundheitsschaden (Diskushernie).  

2.2 Wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, hat derjenige das Vorhandensein einer be-
haupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Demgemäss hat 
die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu bewei-
sen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder rechts-
hindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs behauptet oder 
dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Die Beweislastverteilung regelt die Fol-
gen der Beweislosigkeit (BGE 141 III 241 E. 3.1). Der Eintritt des Versicherungsfalls ist nach 
diesen Grundsätzen vom Anspruchsberechtigten, vorliegend somit von der Berufungsbeklag-
ten, zu beweisen.  

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bestehen beweisrechtliche Besonderheiten bei 
Ansprüchen aus Versicherungsverträgen. Grundsätzlich ist der Versicherte, der gegenüber 
dem Versicherer Leistungsansprüche erhebt, für den Eintritt des Versicherungsfalles behaup-
tungs- und beweispflichtig. Da dieser Beweis indessen regelmässig mit Schwierigkeiten ver-
bunden ist, geniesst der beweispflichtige Anspruchsberechtigte insoweit eine Beweiserleich-
terung und genügt mithin seiner Beweislast, wenn er den Eintritt des Versicherungsfalls über-
wiegend wahrscheinlich zu machen vermag. Gelingt es dem Versicherer im Rahmen des ihm 
zustehenden Gegenbeweises, an der Sachdarstellung des Anspruchsberechtigten erhebliche 
Zweifel zu wecken, so ist der Hauptbeweis des Anspruchsberechtigten gescheitert (BGE 130 
III 321, E. 3.5). Es stellt sich somit die Frage, ob die Berufungsklägerin – wie von ihr behauptet 
– an der Sachdarstellung der Berufungsbeklagten erhebliche Zweifel zu wecken vermochte.  

3. Die Vorinstanz bejaht den Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der 
eingetretenen Diskushernie und führt im angefochtenen Urteil zunächst aus, das durch die IV-
Stelle Basel-Landschaft in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten vom 3. Oktober 2013 
sei im gerichtlichen Verfahren beachtlich. Denn gemäss dem Bundesgericht (140 III 24 E. 
3.3.1.3) seien durch eine andere Behörde in Auftrag gegebene Gutachten als gerichtliche Gut-
achten unter Vorbehalt ihrer Vollständigkeit und Schlüssigkeit sowie der freien Beweiswürdi-
gung und der Einholung eines Gutachtens durch das Gericht zu berücksichtigen. Das polydis-
ziplinäre Gutachten sei vollständig, ausreichend begründet und grundsätzlich nachvollziehbar. 
Es sei in sich schlüssig. Die sich im vorliegenden Verfahren stellenden Fragen seien durch 
das Gutachten beantwortet. Es sei festzuhalten, dass die Gutachter sowie alle behandelnden 
Ärzte von C.____ zum selben Ergebnis gekommen seien und den Unfall vom 11. Januar 2010 
kausal zu den Beschwerden von C.____ angesehen hätten. Einzig Dr. med. D.____, der ärzt-
liche Gutachter der Berufungsklägerin, werte die Beschwerden von C.____ nicht kausal zum 
Unfallereignis vom 11. Januar 2010. Diese einzige abweichende Meinung, die vom Arzt der 
Berufungsklägerin vertreten werde, genüge nicht, um beim Gericht Zweifel an der Schlüssig-
keit und Nachvollziehbarkeit am polydisziplinären Gutachten vom 3. Oktober 2013 aufkommen 
zu lassen. Diesem polydisziplinären Gutachten komme eine erhöhte Beweiskraft zu. Um diese 

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erhöhte Beweiskraft abzuerkennen, müsse dem Gericht substantiiert dargelegt werden, wes-
halb dieses Gutachten nicht korrekt sei. Die Berufungsklägerin verweise diesbezüglich auf das 
von ihr in Auftrag gegebene Privatgutachten von Dr. med. D.____. Einem Privatgutachten 
komme jedoch keine Beweiskraft zu, sondern dieses sei lediglich als Parteibehauptung zu 
betrachten. Mit Parteibehauptungen alleine könne man einem gerichtlichen Gutachten, wel-
ches als schlüssig erachtet worden sei, nicht die erhöhte Beweiskraft aberkennen. Hierzu hätte 
die Berufungsklägerin zwingend den Antrag für ein weiteres Gutachten bzw. den Antrag für 
Ergänzungsfragen beantragen müssen. In Geltung der vorliegend herrschenden Dispositions- 
und Verhandlungsmaxime sei das Gericht nicht gehalten, ohne Antrag der Berufungsklägerin 
ein weiteres Gutachten anzuordnen. Da die Berufungsklägerin keinen Antrag auf Ergänzungs-
fragen oder um Anordnung eines weiteren Gutachtens gestellt habe, habe sie somit explizit 
auf die Geltendmachung ihres rechtlichen Gehörs hinsichtlich des polydisziplinären Gutach-
tens verzichtet. Die Rückenbeschwerden von C.____ seien kausal zum Unfallereignis vom 11. 
Januar 2010. C.____ habe bereits am 12. Januar 2010 in der Praxis von Dr. E.____ angerufen 
und um einen Termin wegen Rückenschmerzen ersucht (Klagbeilage 10). Die Behauptung der 
Berufungsklägerin, C.____ habe erst im Februar 2010 über Rückenschmerzen geklagt, sei 
falsch. Dr. med. F.____ führe in seinem Schreiben vom 21. Mai 2010 (Klagbeilage 14) zudem 
aus, die Rückenschmerzen seien zunächst durch die starken Kopfschmerzen kaschiert wor-
den. Mit dieser Schlussfolgerung, dass die Rückenschmerzen zunächst durch die Kopf-
schmerzen kaschiert worden seien, habe sich Dr. med. D.____ nicht vertieft auseinanderge-
setzt. Er führe lediglich aus, dass der Schmerz sofort nach dem Unfall hätte auftreten müssen, 
damit er als unfallkausal angesehen werden könne. Dr. med. G.____ habe am 2. Februar 2010 
mit C.____ einen Beweglichkeitstest für die lumbale Wirbelsäule durchgeführt. Mehrere Wo-
chen nach dem Ereignis habe er einen vollen FBA mit 0 cm gehabt und der Lasègue-Test sei 
negativ ausgefallen. Aufgrund dieser Feststellungen sei für Dr. med. D.____ erwiesen, dass 
zu diesem Zeitpunkt kein frischer Bandscheibenvorfall auf Höhe L5/S1 bestanden habe. Aus 
dem polydisziplinären Gutachten gehe hervor, dass die Gutachter Kenntnis vom Arztbericht 
von Dr. med. G.____ gehabt hätten. Die Berufungsklägerin hätte in diesem Verfahren zwin-
gend ein Gutachten beantragen müssen bzw. Ergänzungsfragen stellen müssen, wenn sie 
Zweifel an der Feststellung der Gutachter im polydisziplinären Gutachten gehabt hätte. Das 
Gutachten habe auf den Seiten 45 und 46 einlässlich begründet, weshalb die Unfallkausalität 
zu bejahen sei. C.____ habe nach der Operation im Jahr 1999 eine vollständige Arbeitsfähig-
keit erlangt und sei seinen zahlreichen Sportarten nachgegangen. Das Gutachten komme auf 
S. 62 zum Schluss, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass 
ohne das Unfallereignis vom 11. Januar 2010 keine erneute Diskushernie und damit auch 
keine erneute Lumboischialgie aufgetreten wäre. Diese Schlussfolgerungen seien schlüssig. 
Daher sei die Kausalität des Unfallereignisses vom 11. Januar 2010 zur danach eingetretenen 
Diskushernie bei C.____ gegeben. In Bezug auf die geltend gemachte Forderung sei auf die 
unbestrittene Berechnung der Berufungsbeklagten abzustellen, welche CHF 68'413.50 nebst 
Zins zu 5% seit 11. November 2014 fordere. Diesen Betrag habe die Berufungsklägerin der 
Berufungsbeklagten zu leisten.  

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4. Die Berufungsklägerin rügt die Feststellung der Vorinstanz, wonach gestützt auf das 
polydisziplinäre Gutachten die Kausalität des Unfallereignisses vom 11. Januar 2010 zur da-
nach eingetretenen Diskushernie bei C.____ gegeben sei. Diese Feststellung sei mit einer 
korrekten Beweiswürdigung nicht vereinbar und unhaltbar. Die rechtliche Feststellung der Vo-
rinstanz, wonach ein Privatgutachten kein Beweismittel i.S.v. Art. 168 ZPO darstelle und ihm 
die Bedeutung einer substantiierten Parteibehauptung beizumessen sei, werde nicht bean-
standet. Dies bedeute indes nicht, dass die Vorinstanz die fundierten medizinischen Ausfüh-
rungen von Dr. med. D.____ bei der kritischen Analyse des polydisziplinären Gutachtens auf 
dessen Schlüssigkeit nicht beachten müsse. Die Vorinstanz müsse sich mit den substantiier-
ten Einwendungen der Berufungsklägerin gestützt auf das Aktengutachten von Dr. med. 
D.____ auseinandersetzen. Denn substantiierte Parteivorbringen seien geeignet, Zweifel an 
der Schlüssigkeit eines Gutachtens zu begründen. Eine Nichtbeachtung würde einer Verlet-
zung des Grundsatzes der freien Beweiswürdigung gleichkommen. Die Berufungsklägerin 
habe vorinstanzlich anhand des Aktengutachtens von Dr. med. D.____ folgende substantiier-
ten Einwendungen gegen die Kausalität des Unfallereignisses zur Diskushernie vorgetragen: 
1. Das Unfallereignis vom 11. Januar 2010 sei nicht von einer besonderen Schwere gewesen 
und daher nicht geeignet, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen. Es fehle ein adä-
quates biomechanisches Ereignis. 2. Die typischen Symptome der Diskushernie (vertebrales 
oder radikuläres Syndrom) seien nicht unverzüglich nach dem Unfallereignis aufgetreten. 3. 
Die sofortige Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfallereignis vom 11. Januar 2010 sei nicht auf-
grund der durch die Diskushernie verursachten Beschwerden attestiert worden, sondern we-
gen eines Cervicalsyndroms (vgl. Arztzeugnis Dr. med. G.____). In Bezug auf das Arztzeugnis 
vom 19. April 2010 sei zu erwähnen, dass Dr. med. H.____ in seinem Arztzeugnis zunächst 
einzig eine Contusion des Kopfes diagnostiziert habe. Diese Einwendungen stützten sich ei-
nerseits auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach es einer medizinischen Erfah-
rungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspreche, dass praktisch alle Dis-
kushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstünden und ein Un-
fallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache 
in Betracht falle. Und andererseits auf die Ausführungen von Dr. med. D.____ in seinem Ak-
tengutachten vom 19. Februar 2020, in welchem er in seiner Funktion als Privatgutachter über-
zeugend und mit Verweis auf Fachliteratur darlege, dass zwischen dem Unfallereignis vom 11. 
Januar 2010 und der fraglichen Diskushernie entgegen der Feststellung im polydisziplinären 
Gutachten kein natürlicher Kausalzusammenhang vorliege. Auch lägen ausser dem polydis-
ziplinären Gutachten keine Beweismittel im Sinne von Art. 168 ZPO vor, welche die bestrittene 
Unfallkausalität beweisen könnten. Das vorinstanzliche Urteil sei demnach aufzuheben und 
die Klage der Berufungsbeklagten sei unter o/e-Kostenfolge vollumfänglich abzuweisen.  

5. Die Berufungsbeklagte stellt in ihrer Berufungsantwort fest, die Vorinstanz sei in Wür-
digung aller relevanten Tatsachen zum richtigen Schluss gelangt und habe den Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und der nachfolgend aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit zu Recht 
bejaht. Gestützt auf die gutachterlichen Feststellungen sei die Vorinstanz davon ausgegangen, 
dass der Sturz als adäquates Ereignis anzusehen sei, um eine Diskushernie zu verursachen. 
C.____ habe schon am Tag nach dem Unfall bei Herrn E.____ um einen Arzttermin wegen 
bestehender Rückenschmerzen ersucht. Es treffe somit nicht zu, dass sich C.____ erst im 

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Februar 2010 über Rückenschmerzen beklagt habe. Zu Recht halte die Vorinstanz überdies 
fest, dass es nicht ihre Aufgabe sei, die Aussagen des Parteigutachtens unter Beizug der 
Fachliteratur auf ihre wissenschaftliche Richtigkeit hin zu überprüfen. Die Gutachter des poly-
disziplinären Gutachtens hätten bei der Beurteilung der Kausalitätsfrage jedenfalls alle rele-
vanten Gesichtspunkte in ihre Überlegungen miteinbezogen und seien zu Recht zum Schluss 
gekommen, dass ohne das Unfallereignis vom 11. Januar 2010 C.____ nicht unter den glei-
chen körperlichen und psychischen Gesundheitsstörungen im gleichen Ausmass leiden 
würde, wenn sich der Unfall nicht ereignet hätte. Die Gutachter seien von einem zutreffenden 
Begriff des natürlichen Kausalzusammenhangs ausgegangen. Sie hätten geprüft, ob der Un-
fall hinweggedacht werden könne, ohne dass der daraufhin eingetretene Gesundheitszustand 
und die dadurch bedingte Arbeitsunfähigkeit entfielen bzw. ob es auch ohne Unfall zu einer 
Diskushernie gekommen wäre. Die Gutachter und ihnen folgend die Vorinstanz hätten diese 
Frage zu Recht verneint und damit den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall 
und Gesundheitszustand und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeit bejaht. Die von der 
Berufungsklägerin angerufene Rechtsprechung mit der dort erwähnten angeblich vorhande-
nen Erfahrungstatsache, welche im Bereich des Unfallversicherungsrechts bestehe, komme 
im vorliegenden Fall nicht zur Anwendung, denn die Übernahme der sozialversicherungsrecht-
lichen Rechtsprechung ins private Unfallversicherungsrecht werde von der Lehre abgelehnt. 
Es sei unmöglich, einen medizinischen Sachverhalt einfach mit einer angeblichen Erfahrungs-
tatsache zu erfassen und eine Kausalitätsbegründung ohne gutachterliche Untersuchung vor-
zunehmen. Genau dies tue die Berufungsklägerin jedoch, indem sie verlange, der vorliegende 
medizinische Sachverhalt sei abstrakt nach einer Erfahrungstatsache zu würdigen. Ein sol-
ches Vorgehen sei unhaltbar.  

6.1 Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob das Gutachten vollständig, klar und schlüssig 
begründet ist. Entspricht das Gutachten nicht den Anforderungen, die an ein solches gestellt 
werden oder kam es aufgrund von Pflichtverletzungen der sachverständigen Person nicht ord-
nungsgemäss zustande, ist es mangelhaft. Nicht wesentlich ist, aus welchen Gründen das 
Gutachten mangelhaft ist. Mängel sind möglichst durch Verbesserung – auf dem Wege der 
Erläuterung und Ergänzung – zu beheben. Soweit eine Verbesserung aufgrund der Schwere 
der Mängel nicht von vornherein ausgeschlossen ist, ist der sachverständigen Person Gele-
genheit zur Erläuterung bzw. Ergänzung des Gutachtens zu geben. Das Gericht kann auf Par-
teiantrag oder von Amtes wegen ein neues Gutachten von einer anderen sachverständigen 
Person (sog. Obergutachten) einholen, wenn eine Erläuterung bzw. Ergänzung die Mängel 
des Gutachtens nicht zu beseitigen vermag oder wenn eine Verbesserung von vornherein kei-
nen Erfolg verspricht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Gutachten in formeller 
und materieller Hinsicht grobe Mängel aufweist, welche offenbaren, dass der Gutachter nicht 
befähigt ist, ein ordnungsgemässes Gutachten zu erstellen. Aber auch ein fachgerecht er-
scheinendes Gutachten kann Anlass zu einer Oberbegutachtung geben, sofern nicht verbes-
serbare Verfahrensfehler begangen wurden, sich erst nachträglich ein Befangenheitsgrund 
herausstellt oder aufgrund eines eingereichten Privatgutachtens sich ernsthafte Zweifel an den 
gutachterlichen Fähigkeiten bzw. Schlussfolgerungen aufdrängen (ANETTE DOLGE, in: Basler 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 2017, Art. 188 N 7 ff.)). 

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6.2 Nach kantonsgerichtlicher Ansicht drängen sich aufgrund des eingereichten Privatgut-
achtens von Dr. med. D.____ ernsthafte Zweifel an der Schlüssigkeit des gerichtlichen Gut-
achtens auf. Der Privatgutachter stellt zunächst fest, dass Diskushernien nur ausnahmsweise 
und unter besonderen Voraussetzungen unfallbedingt sein könnten. Dabei müsse das Unfall-
ereignis von einer besonderen Schwere und geeignet sein, eine Bandscheibenverletzung her-
beizuführen. Überdies müssten sofort nach dem Ereignis radikuläre Schmerzen eintreten. Die 
geforderten Kriterien für unfallbedingte Bandscheibenschäden lägen vorliegend nicht vor. Es 
fehle dazu ein adäquates biomechanisches Ereignis. Bei einer unfallbedingten Verursachung 
eines isolierten lumbalen Bandscheibenvorfalls wären sognannte «Kollateralschäden» zu er-
warten gewesen. Im MRI vom 15. Februar 2020 bestehe nicht der geringste Hinweis für eine 
unfallbedingte Schädigung des Segments L5/S1. Vielmehr würden die bildgebenden Verhält-
nisse auf eine gewisse Instabilität des Segments L5/S1 hinweisen, zumal der Diskus bereits 
entfernt worden sei. Die osteochondrotischen Veränderungen zusammen mit der Retrolithesis 
und den im Spinalkanal selbst schon bestehenden Spondylophyten würden eine gravierende 
degenerativ bedingte Schädigung des Segments L5/S1 belegen. Das von der Berufungsklä-
gerin eingereichte Privatgutachten bestreitet fundiert und substantiiert konkrete Äusserungen 
des polydisziplinären Gutachtens. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sind die Bestreitungen 
mittels Privatgutachten geeignet, die Schlüssigkeit des polydisziplinären Gutachtens in Frage 
zu stellen, zumal auf Seite 60 des polydisziplinären Gutachtens eine gewisse Unschärfe bei 
der Beurteilung der durch den Versicherten beantragten Frage des Kausalzusammenhangs 
eingestanden wird und die Berufungsklägerin bei der Erstellung des Gutachtens – anders als 
der Versicherte – nicht involviert war. Dem Einwand der Berufungsbeklagten, der medizinische 
Sachverhalt werde im Privatgutachten lediglich mit abstrakten Erfahrungstatsachen bestritten, 
gilt es entgegenzuhalten, dass sich das Privatgutachten einlässlich mit dem MRI von C.____ 
vom 15. Februar 2010 auseinandersetzt und somit nicht bloss auf abstrakte Erfahrungstatsa-
chen abstellt.  

6.3 Im Ergebnis ist die Berufung gutzuheissen, das Urteil vom 21. März 2023 entsprechend 
dem Eventualantrag der Berufungsklägerin aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vo-
rinstanz zurückzuweisen. Es bleibt somit an der Berufungsbeklagten, ihren geltend gemach-
ten, jedoch substantiiert bestrittenen Anspruch auf Zahlung der Taggeldleistungen anderweitig 
zu beweisen. Hierfür hat sie bereits in ihrer Klage vom 20. August 2020 den Antrag gestellt, 
ein fachärztliches medizinisches Gutachten einzuholen. Aufgrund des Umstands, dass C.____ 
mittlerweile verstorben ist, ist die Einholung eines Obergutachtens nicht mehr möglich. Möglich 
bleibt jedoch eine Neubeurteilung aufgrund der Akten durch die bereits im polydisziplinären 
Gutachten involvierten Fachpersonen. Den zu begutachtenden Fachpersonen sind daher 
sämtliche relevanten Unterlagen zuzustellen, insbesondere das polydisziplinäre Gutachten 
vom 3. Oktober 2013 sowie das Gutachten von Dr. med. D.____ vom 19. Februar 2020.  

7. In der Regel werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 
Abs. 1 ZPO), vorliegend somit der Berufungsbeklagten. Die Entscheidgebühr wird in Anwen-
dung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 3 der Verordnung über die Gebühren der Ge-
richte (SGS 170.31; Gebührentarif) für das zweitinstanzliche Verfahren auf pauschal 

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CHF 5’000.00 festgelegt. Die Höhe der Parteientschädigung bzw. die Kosten der berufsmäs-
sigen Vertretung sind nach dem Streitwert zu bestimmen (§ 2 Abs. 2 der Tarifordnung für die 
Anwältinnen und Anwälte [TO; SGS 178.112]). Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten 
verlangt eine angemessene Parteientschädigung zuzüglich Mehrwertsteuer, ohne eine Hono-
rarnote einzureichen. Deshalb setzt das Kantonsgericht die Parteientschädigung von Amtes 
wegen nach Ermessen fest (§ 18 Abs. 1 TO). Für den vorliegenden Streitwert von 
CHF 68'413.50 sieht die Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte in § 7 Abs. 1 ein Grund-
honorar von CHF 6'000.00 bis CHF 10'500.00 vor. Gemäss § 10 TO ist das Grundhonorar für 
die Vertretung vor zweiter Instanz nach den für die erste Instanz geltenden Grundsätzen zu 
berechnen, wobei das Grundhonorar sowie allfällige Zuschläge zwischen 51 und 100% der 
Ansätze gemäss § 7 Abs. 1 und § 8 TO betragen. Für das vorliegende Verfahren erscheint ein 
Grundhonorar von CHF 7’000.00 00 angemessen. Zuschläge gemäss § 8 TO sind vorliegend 
nicht angezeigt. Zuzüglich der geltend gemachten Mehrwertsteuer von 7.7% resultiert somit 
eine von der Berufungsbeklagten an die Berufungsklägerin zu bezahlende Parteientschädi-
gung von CHF 7'539.00.  

 
Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Berufung wird gutgeheissen und das Urteil vom 21. März 2023 des 
Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost aufgehoben. Der Fall geht zurück 
an die Vorinstanz zur Anordnung eines neuen Aktengutachtens und zur 
Neubeurteilung. 

 2. Die Entscheidgebühr von CHF 5'000.00 für das Berufungsverfahren wird 
der Berufungsbeklagten auferlegt. 

Die Forderung des Staates wird mit dem geleisteten Kostenvorschuss von 
CHF 5'000.00 verrechnet. 

Die Berufungsbeklagte hat der Berufungsklägerin CHF 5'000.00 zu erset-
zen. 

Die Berufungsbeklagte hat der Berufungsklägerin eine Parteientschädi-
gung von CHF 7'539.00 (inkl. MWSt) zu bezahlen. 

Präsident 
 
Roland Hofmann 

Gerichtsschreiberin 
 
Karin Wiesner