# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97b5c26a-f03a-5226-82b4-de19864ba7dc
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.01.2021 I 2020 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-72_2021-01-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 72

Entscheid vom 14. Januar 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Christina Zehnder, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien C.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw D.________,
D.________, ,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. C.________ (geb. am C.________1979, von …, geschieden) lebt seit März 
1988 in der Schweiz. Sie hat in einer Treuhandfirma eine Ausbildung als kauf-
männische Angestellte (mit Fähigkeitsausweis) absolviert (1995-1998) und ist 
Mutter eines zwischenzeitlich erwachsenen Sohnes (Jg. 1998). Von 1998 bis 
2010 war sie Sachbearbeiterin, Buchhalterin bzw. Finanzverantwortliche in ver-
schiedenen Firmen (vgl. die Auflistung in IV-act. 19-2f./3). 

Bei der ersten IV-Anmeldung (20.5.2010) umschrieb C.________ die gesundheit-
lichen Beeinträchtigungen wie folgt: "seit September 2007 habe ich unerklärliche 
chronische Schmerzen linke Seite; Kiefer, Kopf, Nacken, Arm, Schulterblattge-
gend, Rücken & Bein" (vgl. IV-act. 1-8/10 oben).

Nach diversen Abklärungen verfügte die IV-Stelle am 24. Februar 2011, dass das 
Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 48).

Eine dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid 
VGE I 2011 53 vom 9. Juni 2011 insoweit gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung aufgehoben und die Sache zur ergänzenden Abklärung an die IV-
Stelle zurückgewiesen wurde (IV-act. 55).

B. Der in der Folge von der IV-Stelle beauftragte Dr.med. E.________ erstat-
tete sein psychiatrisches Gutachten am 30. März 2012 (IV-act. 68). Gestützt dar-
auf hielt die IV-Stelle mit Schreiben vom 27. April 2012 an C.________ fest, dass 
eine Beurteilung der medizinischen Situation und der Arbeitsfähigkeit aufgrund 
der Suchtproblematik derzeit nicht möglich sei. Es sei eine mehrmonatige statio-
näre Hospitalisation notwendig mit dem Ziel einer Abstinenz von Opiaten, 
Opioiden und anderen Suchtmitteln zu erreichen. Unter Hinweis auf die Scha-
denminderungs- und Mitwirkungspflicht wurde C.________ angehalten, sich ei-
ner stationären psychiatrischen Behandlung in einer geeigneten Suchtklinik zu 
unterziehen und den Nachweis einer Abstinenz durch monatliche Urinproben zu 
erbringen (IV-act. 71). Auf Begehren der damaligen Rechtsvertreterin von 
C.________ verlängerte die IV-Stelle am 8. Mai 2012 die Frist für die Bekannt-
gabe und Umsetzung der Auflagen (IV-act. 72). 

Am 21. November 2012 ist C.________ in die Klinik … eingetreten (für eine ge-
plante Entzugsdauer von 3 - 4 Monaten, vgl. IV-act. 86). Am 27. Dezember 2012 
teilte die damalige Rechtsvertreterin mit, dass C.________ den stationären Ent-
zug in der Klinik … zwischenzeitlich abgebrochen habe und einen ambulanten 
Entzug bei ihrem Psychiater Dr.med. F.________ durchführe (IV-act. 87; gemäss 
Klinikbericht hielt sich C.________ vom 21. bis 28.11.2012 sowie vom 5. bis 
11.12.2012 stationär in der Klinik … auf; IV-act. 98-5/11 und 98-10/11).

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Am 4. Februar 2014 wurde C.________ vom RAD-Psychiater Dr.med. 
G.________ untersucht (mit Bericht vom 3.7.2014, IV-act. 105). 

C. Mit Vorbescheid vom 3. Juli 2014 kündigte die IV-Stelle an, das Rentenbe-
gehren abzuweisen (IV-act. 106). Nach Eingaben vom 6. August 2014 (IV-act. 
108) und vom 20. Oktober 2014 (IV-act. 110) verfügte die IV-Stelle am 9. März 
2016, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 112). Die dage-
gen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid I 2016 40 
vom 5. September 2016 insoweit teilweise gutgeheissen, als C.________ für den 
Zeitraum vom 1. November 2010 bis zum 30. April 2013 eine ganze IV-Rente (IV-
Grad 100%) und für den Zeitraum vom 1. Mai 2013 bis 28. Februar 2014 eine 
halbe IV-Rente (IV-Grad 50%) zugesprochen wurde (IV-act. 122). 

D. Mit Eingabe vom 16. Januar 2017 an die IV-Stelle machte die damalige 
Rechtsvertreterin eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
geltend und ersuchte um Zusprechung einer ganzen IV-Rente (IV-act. 127).

Mit Vorbescheid vom 7. Juli 2017 kündigte die IV-Stelle an, auf das neue Leis-
tungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 176). Nach Einwänden, wonach u.a. am 
18. August 2017 eine neurologische Abklärung sowie am 4. September 2017 der 
Eintritt in die Klinik … vorgesehen seien (IV-act. 177), forderte die IV-Stelle am 5. 
September 2017 die Rechtsvertreterin auf, die anstehenden Berichte einzurei-
chen (IV-act. 178). 

Vom 18. bis zum 22. Dezember 2017 hielt sich C.________ im Spital … auf 
(OSG-Operation links, vgl. IV-act. 185). 

Der RAD-Arzt Dr.med. H.________ (Facharzt für orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates) empfahl nach einer Prüfung der medi-
zinischen Aktenlage, weitere Verlaufsberichte einzuholen (IV-act. 190-8/8). 

Vom 3. bis 6. Dezember 2018 hielt sich C.________ in der Limmatklinik (Aarau) 
auf (operative Gelenkrevision links mit Interponat betreffend Temporalismuskel 
bei Status nach Diskektomie links vor 6 Jahren, vgl. IV-act. 217-4/5). 

E. In der Folge teilte die IV-Stelle am 12. Juli 2019 mit, es sei beabsichtigt, 
die Kosten einer polydisziplinären Untersuchung zu übernehmen (IV-act. 235-
105/113). Die neue Rechtsvertreterin von C.________ formulierte mit Eingabe 
vom 15. August 2019 Zusatzfragen für die Gutachter (IV-act. 237). Der Begut-
achtungsauftrag wurde der Gutachterstelle … zugelost (IV-act. 239). 

Mit Vorbescheid vom 7. November 2019 präsentierte die IV-Stelle eine neue 
Ausgangslage, wonach zwischenzeitlich sämtliche Akten der Arbeitslosenversi-
cherung und der Zürich Versicherung (als Krankentaggeldversicherer) eingegan-

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gen seien. Daraus sei u.a. zu entnehmen, dass C.________ bei der …AG in … 
ab 1. Januar 2015 in einem Pensum von 100% gearbeitet habe; dieses Arbeits-
verhältnis sei per 30. April 2017 aufgelöst worden. Gemäss den Akten der Tag-
geldversicherung sei erstmals ab 3. Oktober 2016 eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit attestiert worden; die Krankentaggeldleistungen seien ab 1. Mai 2017 
auf 50% reduziert und per 31. August 2017 ganz eingestellt worden (mithin sei 
seither wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit angenommen worden). Gemäss 
den Akten der Arbeitslosenversicherung habe sich C.________ ab 12. Mai 2017 
als zu 50% arbeits- und vermittlungsfähig bezeichnet und der behandelnde 
Psychiater Dr. F.________ habe am 29. September 2017 für den Zeitraum ab 1. 
September 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. In der Folge habe 
C.________ monatlich schriftlich bestätigt, zu 100% arbeits- und vermittlungs-
fähig zu sein. Per 6. Januar 2019 sei sie dann von der Arbeitsvermittlung abge-
meldet worden, da das Ende der ALV-Taggeldbezugsdauer erreicht worden sei 
(vgl. IV-act. 243-2f./5).  

Gegen diesen Vorbescheid reichte C.________ am 5. Dezember 2019 Einwände 
ein (IV-act. 246). 

Am 14. Juli 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren abgewiesen 
werde (IV-act. 252).

F. Gegen diese Verfügung liess C.________ (unter Berücksichtigung des 
Fristenstillstandes nach Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG i.V.m. Art. 60 ATSG) rechtzei-
tig am 9. September 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 14. Juli 2020 
aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab dem 22. September 2016 eine 
volle, eventualilter eine dreiviertel, subeventualiter eine halbe und subsubeven-
tualiter eine viertel IV-Rente zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 14. Juli 
2020 aufzuheben und die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung und 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei zu ver-
pflichten, eine polydisziplinäre Begutachtung zu veranlassen und durchzu-
führen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz bzw. zu 
Lasten des Staates.

Des Weiteren beantragte die Beschwerdeführerin, dass ihr die unentgeltliche 
Prozessführung (inkl. unentgeltliche Verbeiständung) zu gewähren sei, und zwar 
im Falle einer Rückweisung auch für das Verfahren vor der IV-Stelle.

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Mit Vernehmlassung vom 10. November 2020 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

Dazu nahm die Beschwerdeführerin in einer Eingabe vom 6. Januar 2021 Stel-
lung.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die Beschwerdeführerin mit ih-
rer IV-Anmeldung vom 20. Mai 2010 (Eingang bei der IV-Stelle am 21.5.2010) 
um IV-Rentenleistungen nachgesucht hat. Nachdem ihr Begehren von der IV-
Stelle mit Verfügung vom 24. Februar 2011 abgelehnt worden war, erreichte sie 
im ersten Gerichtsverfahren, dass die Sache an die IV-Stelle zur ergänzenden 
Abklärung (mit einem psychiatrischen Gutachten) zurückgewiesen wurde (siehe 
VGE I 2011 53 vom 9.6.2011 = IV-act. 55). Nach zusätzlichen Abklärungen lehn-
te es die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. März 2016 erneut ab, Rentenleistungen 
zu gewähren (IV-act. 112). Mit der dagegen erhobenen Beschwerde erreichte die 
Beschwerdeführerin, dass ihr mit dem Gerichtsentscheid I 2016 40 vom 5. Sep-
tember 2016 Rentenleistungen zugestanden wurden, wenn auch nicht unbefris-
tet, sondern (ungeachtet der verbliebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen) 
lediglich befristet (ganze IV-Rente auf der Basis eines IV-Grades von 100% vom 
1.11.2010 bis 30.4.2013; halbe IV-Rente auf der Basis eines IV-Grades von 50% 
vom 1.5.2013 bis 28.2.2014, vgl. IV-act. 122-27/27). 3½ Monate nach der Zustel-
lung des am 4. Oktober 2016 versandten VGE I 2016 40 reichte die damalige 
Rechtsvertreterin am 16. Januar 2017 bei der IV-Stelle ein neues Rentenbegeh-
ren ein, welches ausdrücklich als Revisionsgesuch bezeichnet wurde mit dem 
Antrag, dass "der Versicherten ab 22. September 2016 wiederum eine volle IV-
Rente auszurichten" sei (IV-act. 127-1/14). In einer solchen Konstellation hängt 
die Beantwortung der Fragestellung, ob ungeachtet des erwähnten Gerichtsent-
scheids vom 5. September 2016 dennoch ab 22. September 2016 Anspruch auf 
IV-Rentenleistungen besteht, grundsätzlich davon ab, ob die Voraussetzungen 
für eine Rentenrevision gegeben sind.

1.1 Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers erheblich, so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 
Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 Erw. 3.5 S. 349). 

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1.2 Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 
eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung bzw. Entscheidung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 9C_382/2018 vom 21.1.2019 Erw. 2 mit Verweis auf BGE 133 V 
108). 

1.3 Im vorliegenden Fall bildet der erwähnte VGE I 2016 40 vom 5. September 
2016 mit der darin enthaltenen Zusprechung von (befristeten) Rentenleistungen 
auf der Basis des Verlaufs bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung der IV-
Stelle vom 9. März 2016 Ausgangspunkt für die Fragestellung, ob 
zwischenzeitlich eine anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist (oder nicht). 
Anzufügen ist, dass der erwähnte Zeitpunkt des Verfügungserlasses (9.3.2016) 
damals die richterliche Überprüfungsbefugnis in zeitlicher Hinsicht begrenzt hatte 
(siehe u.a. Urteil des Bundesgerichts 8C_516/2016 vom 27.10.2016 Erw. 4.3). 

1.4 Im Übrigen wurden bereits im ersten Gerichtsentscheid VGE I 2011 53 vom 
9. Juni 2011 die Bestimmungen und Regelungen, welche für einen 
Rentenanspruch von Bedeutung sind, im Einzelnen dargelegt. Es kann darauf 
verwiesen werden. Ergänzend wird noch auf folgende Ausführungen verwiesen.

1.5 In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Bundesgerichtsurteil 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 

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105 V 156 Erw. 1 S. 158 f. begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.6 Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht 
ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 
respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Verweis auf die Leitlinien 
der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die 
Begutachtung psychischer Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f.). 

1.7 Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die 
medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung an 
den normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall gemäss der 
entsprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2). Die 
Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei, insbesondere 
daraufhin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen 
Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die 
ärztlichen Feststellungen anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf 
Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 Erw. 6). Im Rahmen der 
Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwendern zu überprüfen, ob in concreto 
ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der medizinischen Einschätzung 
berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbeurteilung auf einer 
objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.2; Art. 7 Abs. 2 
ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzunehmen, wenn 
funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsmedizinischen 
Vorgaben Rechnung getragen wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf BGE 141 V 281 Erw. 6; 
Urteil 8C_260/2017 vom 1.12.2017 Erw. 4.2.4).

Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen 
einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend 
nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann 
somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte 
Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung 
der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung 
ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 
(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist 
der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über 

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die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person 
auswirkt (vgl. zit. Urteil 8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf 
BGE 143 V 143 V 418 Erw. 6 und auch BGE 144 V 50 Erw. 4.3).

1.8 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 
(antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Urteil 8C_424/2010 vom 19.7.2010 
Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

2. Wie erwähnt gilt der Entscheid VGE I 2016 40 vom 5. September 2016 (mit 
materieller Beurteilung des damaligen Rentenanspruchs nach Massgabe des 
Verlaufs bis zum Erlass der Verfügung vom 9.3.2016) als Ausgangspunkt für die 
Beurteilung der Fragestellung, ob sich seither die Verhältnisse so geändert 
haben, dass der in der vorliegenden Beschwerde beantragte Rentenanspruch ab 
22. September 2016 berechtigt ist. Im damaligen (unangefochten in Rechtskraft 
erwachsenen) Entscheid hat das Verwaltungsgericht in seinen Erwägungen den 
(befristeten) Rentenanspruch auf (zusammengefasst) folgende Angaben 
abgestützt (vgl. IV-act. 122-4ff./27):

2.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete vom 1. Februar 2008 bis zum 31. Mai 
2009 als Sachbearbeiterin in einem Treuhandbüro und liess sich am 27. Mai 2008 
an der Schmerzklinik … untersuchen. Im Bericht vom 16. Juni 2008 an den Haus-
arzt Dr.med. I.________ stellten Dr.med. J.________ (Chefarzt …), Dr.med. 
K.________ (Oberarzt Orthopädie …) und Dr.med. L.________ (Fachärztin Anäs-
thesiologie  folgende Diagnosen nach ICD 10 (…):

 M54.2 Nackenschmerzen links
 F55.2 Schmerzmittelabusus
 F45.9 Vegetative Dysfunktion
 M25.8 St.n. Myoarthropathie links nach Zahnoperation 04.-07.07;

In der zusammenfassenden Beurteilung wurde u.a. ausgeführt, dass die Versicher-
te sich im Verlauf ihrer chronischen Schmerzerkrankung immer mehr aus dem so-
zialen Leben zurückgezogen und zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung Hinweise 
für eine beginnende depressive Entwicklung gezeigt habe. Ausdruck ihrer ungenü-
genden Bewältigungsstrategie ihrer Schmerzen sei u.a. ein ausgeprägter 
Schmerzmittelabusus mit Tramal. Vor einer medikamentösen Umstellung wurden 
eine Entwöhnung (betr. Tramal) und ein stationäres Therapieangebot vorgeschla-
gen (…).

2.2 Die Beschwerdeführerin hielt sich vom 11. Mai 2009 bis zum 30. Mai 2009 in 
der Klinik … auf. Im Austrittsbericht vom 15. Juni 2009 (Dr.med. M.________, 

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Chefarzt; Dr.med. N.________, Assistenzärztin, und lic.phil. O.________, Fach-
psychologin für Psychotherapie FSP) sind folgende Rehabilitationsdiagnosen fest-
gehalten worden (…):

 chronifiziertes cervico-spondylogenes Schmerzsyndrom
o St.n. Autounfall mit HWS-Distorsion im April 2006 (in Serbien-

Montenegro oder Bosnien unterschiedl. Angaben in den Akten)
o St.n. Myoarthropathie links nach Zahnoperation 04-07/07
o St.n. Low Grade-Infekt linker Unterkiefer 7/07
o Muskuläre Dysbalance

In der medizinischen Beurteilung wurde u.a. ausgeführt, dass die seit rund 1 ½ 
Jahren bestehende Schmerzsymptomatik im Bereich des linken Kiefergelenkes 
begonnen habe, nachdem sie im November 2007 eine grössere Zahnsanierung mit 
darauf folgender Wundinfektion im linken Unterkiefer gehabt habe. Mit der Zeit sei-
en die Schmerzen immer stärker geworden und hätten zunehmend ausgestrahlt, 
vor allem in den Nackenbereich, in die linke Schulter sowie in die Hals- und thora-
kale Wirbelsäule. Die Schmerzsymptomatik dürfte noch durch psychische Faktoren 
wie einer dysfunktionalen Stressbewältigung, Überlastung und fehlendem Aus-
gleich von Spannung und Entspannung verstärkt werden (…).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, dass die Versicherte die nächsten 2 Wo-
chen nach dem Austritt nur 50% arbeiten solle, um den Einstieg ins Berufsleben zu 
erleichtern, darnach sei wieder mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen 
(…). 
Mit dem Austritt aus der Klinik … (30.5.2009) endete auch das Anstellungsverhält-
nis mit der … AG (…), wobei die Arbeitgeberfirma die von ihr ausgesprochene 
Kündigung nicht mit gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin, sondern 
damit begründete, dass die Arbeit „fachlich nicht korrekt erledigt“ worden sei (…). 

2.3 Eine orthopädische Untersuchung vom 18. November 2009 … ergab folgen-
de Diagnosen nach ICD 10 (vgl. IV-act. 17-13/16):

 M54.2 Nackenschmerzen links, St.n. Autounfall April 2006
 F55.2 Schmerzmittelabusus (Tramadol)
 M25.8 St.n. Myoarthropathie links nach Zahnoperation 04.-07.2007;

   St.n. Low Grade Infekt im linken Unterkiefer

Der von Dr.med. P.________ und Dr.med. Q.________ ermittelte orthopädische 
Untersuchungsbefund war - ähnlich wie bei einer früheren Untersuchung - weitge-
hend bland. In der Beurteilung wurde u.a. festgehalten, die Versicherte berichte, 
sie habe alle Therapieratschläge befolgt, mache aus eigenem Antrieb viele Be-
handlungen, sei verzweifelt über die fehlenden Erfolge und die heftige 
Schmerzpersistenz, und sei aktuell wegen der Schmerzen arbeitsunfähig. Sie be-
klagte sich auch, dass sie ihre Mutterrolle gegenüber dem 12-jährigen Sohn durch 
die Schmerzen nicht in der gewünschten Art und Weise erfüllen könne (…).

Eine erneute, interdisziplinäre Behandlung, welche der Beschwerdeführerin vom 
Zentrum für Schmerzmedizin … für März 2010 angeboten worden war, wurde von 
der Beschwerdeführerin abgesagt mit der Begründung, dass sie sich zwischenzeit-
lich in der … Klinik in … behandeln lasse (…) 

2.4 Seit dem 16. Februar 2010 liess sich die Versicherte an der … Klinik hin-
sichtlich einer Schmerztherapie in Neuraltherapietechnik behandeln. Im von 

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Dr.med. R.________ (Assistenzarzt Neurologie) und Dr.med. S.________ (Chefa-
rzt Neurologie) unterzeichneten Bericht wurden folgende Diagnosen gestellt (…):

 Chronisches zervikozephales und brachiales Schmerzsyndrom links mit
o muskulärer Dysbalance und Flachrücken
o klinisch ohne Hinweise auf Myelopathie und/oder Radikulopathie

 Atypischer prä-aurikulärer Gesichtsschmerz links seit September 2007
o MR-bildgebend Kieferanomalie bds (MRI und Skelettszintigraphie vom 

November 2007
o MR-bildgebend keine Auffälligkeiten des N. trigeminus links im gesam-

ten intra- und extrakraniellen Verlauf
o MR-bildgebend Minderbelüftung des linken Felsenbeins mit Flüssig-

keitskollektion im Mittelohr links
 Analgetikaübergebrauch mit Tramal

Da keine gezielten gefässdarstellenden MRI-Aufnahmen bezüglich der AICA-
Schlinge mit dem linken N. trigeminus vorhanden waren, wurde die Versicherte für 
eine MRI-Zielaufnahme im Röntgeninstitut … angemeldet, welche am 9. März 
2010 stattfand. Im gleichentags von Prof. Dr.med. T.________ (Facharzt für Radio-
logie & Neuroradiologie, Medizinisches Radiologisches Institut …) unterzeichneten 
Bericht wurde folgendes Beurteilungsergebnis festgehalten (…):

Das Vorliegen eines neurovaskulären Konfliktes, einer Raumforderung oder 
entzündlichen Veränderung des Nervus trigeminus kann ausgeschlossen 
werden.
Minderbelüftung des linken Felsenbeines mit erheblicher Flüssigkeitskollektion 
im Mittelohr (Ursache der Schmerzsymptomatik?) links bei vorbestehender 
partieller Pneumatisationshemmung. Linksbetontes prominentes 
lymphatisches Gewebe im Epipharynx.

Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als Treuhänderin wurde von Dr.med. 
R.________ und Dr.med. S.________ Müller (…-Klinik) im Kurzbericht vom 24. 
Februar 2010 an den Vertrauensarzt der … (Unfallversicherer) vom 11. Februar 
2010 bis zum 11. März 2010 auf 50% veranschlagt (…). 

2.5 Wegen einer abgeheilten Analfissur bei persistierend erhöhtem Analsphink-
tertonus liess sich die Versicherte am 24. März 2010 im Spital … kontrollieren. Im 
Bericht vom 25. März 2010 berichtete Dr.med. U.________ (Chefarzt) und Dr.med 
… (Oberarzt) von einem sehr zufrieden stellenden Verlauf (…).

2.6 Dr.med. V.________, der die … als Unfallversicherer beratende Arzt, fasste 
seine Einschätzung in einer Stellungnahme vom 29. April 2010 u.a. dahingehend 
zusammen (…),

 dass auf Grund eines spondylogenen Schmerzsyndroms seit 11. Mai 2009 
eine Arbeitsunfähigkeit bestehe, welche anfänglich auf 50% veranschlagt 
wurde, ab 27.11.2009 auf 100%, ab 1.2.2010 auf 50% und seit 25.2.2010 
wieder auf 100% (letztmals bestätigt durch Dr.med. W.________ am 
13.4.2010),

 dass gemäss Angaben von Dr. …, welcher die Versicherte seit Jahren betreue, 
seit ca. 1 ½ Jahren Schmerzen im Nackenbereich bestünden; im November 
2007 sei im Kantonsspital … eine grössere Zahnsanierung durchgeführt 
worden; 2006 Autounfall in Bosnien mit Wunde parietal,

11

 dass die Versicherte vom 11.5. bis 30.5.2009 in der Klinik … stationär und 
interdisziplinär im Schmerzprogramm behandelt worden sei, wodurch eine 
Schmerzreduktion habe erreicht werden können,

 dass nach den Behandlungen im Schmerzzentrum … sich die Versicherte in 
der … Klinik habe weiter behandeln lassen, wobei dort eine Arbeitsunfähigkeit 
nicht festgestellt worden sei, 

 dass Dr. … am 17. Dez. 2009 über den Heilverlauf berichtet habe; er 
beschreibe Kopfschmerzen, insbesondere im Gesichtsbereich, dann Schulter-/ 
Nackenschmerzen links, bei der Arbeit am PC jeweils stark zunehmend und 
eine endständig schmerzgehemmte Einschränkung der HWS,

 dass die Untersuchungen an der … Klinik u.a. ergeben hätten, dass die 
klinischen Kriterien einer Fibromyalgie nicht erfüllt seien, dass ein 
ausgeprägter Schmerzmittelabusus bestehe und eine schmerzdistanzierende 
Medikation mit schrittweisem Aufbau mit Lyrica rezeptiert worden sei, wobei 
ein Medikamentenentzug dringend erforderlich sei,

 dass es sich offensichtlich um ein sehr starkes chronifiziertes 
Schmerzsyndrom handle, das sich durch die objektivierbaren myofaszialen 
Befunde in dieser Form alleine nicht erklären lasse,

 dass bis anhin die Beschwerden offensichtlich auch durch interdisziplinäre und 
auch stationäre Massnahmen nicht beeinflussen liessen, trotzdem arbeite die 
Versicherte nach eigenen Angaben wieder zu 50% seit dem 18. Januar 2010,

 dass zumindest aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht die bisherige 
100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar und medizinisch auch nicht 
ausgewiesen sei, zumal die objektivierbaren somatischen Befunde äusserst 
spärlich seien und sich allein auf gewisse myofasziale Befunde sowie eine 
muskuläre Dysbalance beschränken würden,

 und dass - nachdem die von somatischer Seite zu objektivierenden Befunde 
spärlich seien - für den Fall einer Begutachtung in erster Linie an ein 
psychiatrisches Gutachten zu denken sei (…).

Eine Anfrage des Unfallversicherers (…) beantwortete Dr.med. W.________ am 4. 
Juni 2010 dahingehend, dass er die Versicherte seit dem Bericht vom 17. Dezem-
ber 2009 in der Sprechstunde nicht mehr gesehen habe (…).
Analog bestätigte Dr.med. W.________ in einem Verlaufsbericht vom 15. Juni 
2010 an die IV-Stelle, dass er die Versicherte letztmals am 11. Dezember 2009 in 
der Sprechstunde gesehen habe (…). 

2.7 Dr.med. R.________ und Dr.med. S.________ der … Klinik stellten im Be-
richt vom 29. Juni 2010 an die IV-Stelle Schwyz folgende Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit: Chronisches zervikozephales und brachiales Schmerzsyn-
drom links mit/bei Schmerzverarbeitungsstörung und Analgetikaübergebrauch mit 
Tramal (…). Bei den Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden 
u.a. ein atypischer präaurikulärer Gesichtsschmerz und ein Status nach Autounfall 
im April 2006 als angegurtete Beifahrerin (Brückensturz mit kurzer Bewusstseins-
minderung) aufgeführt. Die Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen auf die Erwerbsarbeit wurden mit „schnelle Ermüdung und Erschöpfung“ um-
schrieben (…).

Die gleichen Ärzte der … Klinik berichteten ebenfalls am 29. Juni 2010 dem Ver-
trauensarzt der … unter anderem, dass die Versicherte als Treuhänderin mit über-

12

wiegender sitzender PC-Tätigkeit sowie Aussendienstaufgaben zu 50% gearbeitet 
habe. Je nach Ansprechen der laufenden therapeutischen Massnahmen sei ein 
stufenweiser Wiedereinstieg möglich. Eine rein physische Angabe des Arbeitsun-
fähigkeitsgrades sei nicht möglich, da letzterer hauptsächlich von der psychischen 
Mitkomponente (Schmerzverarbeitung) beeinflusst werde. Es empfehle sich eine 
abwechslungsreiche Arbeit mit häufigem Stellungswechsel und Vermeidung des 
Tragens schwerer Lasten. Ein stundenweiser Arbeitsversuch sollte probiert wer-
den, um die Belastbarkeit hinsichtlich Konzentrationsvermögen und Aufmerksam-
keit zu evaluieren, bei gutem Ansprechen sollte ein stufenweiser Aufbau (stunden-
weise) erfolgen (…).

In einem Nachtrag vom 29. Juli 2010 ergänzten Dr.med. R.________ und Dr.med. 
S.________ u.a., dass für eine Wiederaufnahme der 50%igen bisherigen Arbeits-
tätigkeit nach Angaben der Versicherten eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz 
nicht mehr möglich sei. Es werde dringend empfohlen, den Einstieg in den geregel-
ten Arbeitsablauf wiederzufinden (Integration in eine Tagesstruktur). Zur Belas-
tungstestung wäre ein Arbeitsversuch sinnvoll (…).

2.8 Die RAD-Ärztin … (Allgemeinmedizin) fasste ihre Auswertung der medizini-
schen Akten am 8. September 2010 wie folgt zusammen (…):

In der Vergangenheit hat eine Vielzahl an Arztkontakten wegen der unklaren 
Schmerzen im Gesichts-, Nacken- Schulterbereich stattgefunden. 
Vorausgegangen war ein Unfall im April 2006, welcher den Schmerzprozess 
wohl zusätzlich angeheizt hat, wenn auch nicht unbedingt in dieser 
Ausprägung verantwortlich ist. Anfang 2007 erfolgte eine grössere 
Zahnsanierung mit nachfolgendem Infekt des Kiefers. Auch ist die Versicherte 
mittlerweile schmerzmittelabhängig, ein weiterer erschwerender Faktor in der 
Behandlung.
Im vergangenen März wurde anhand eines MRI festgestellt, dass eine 
Felsenbeinanomalie vorliegt und dass das Mittelohr eine 
Flüssigkeitsansammlung aufweist. Hierin wurde eine mögliche Ursache für die 
ansonsten somatischerseits unerklärlichen Schmerzen vermutet.
Es sollte die Versicherte laut …klinik nun der Schmerzambulanz der HNO/ 
Kiefer Abteilung Uni Zürich vorgestellt werden.
Des Weiteren wurde im März dieses Jahres eine Psychotherapie bei Dr. phil. 
… gestartet. (…)

Im Ergebnis regte die RAD-Ärztin an, die Stellungnahme der HNO-Abteilung 
sowie einen Verlaufsbericht von Dr. phil. … (Psychotherapeut SPV/EAP, Neuro-
psychotherapie für Schmerz/ Trauma/ Stress, …) abzuwarten.

2.9 Hinsichtlich der Abklärung an der …-Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und 
Gesichtschirurgie ging am 17. September 2010 bei der IV-Stelle ein von Dr.med. 
X.________ (AA, ORL, …) unterzeichneter Bericht vom 19. Mai 2010 (betr. Ohr-
sprechstunde vom 11.5.2010) ein, in welchem die Ohrbefunde auf beiden Seiten 
am ehesten als chronische Belüftungsstörung beurteilt wurden. Bezüglich der 
präaurikulären Schmerzen linksseitig wurde ein Zusammenhang mit den vorhan-
denen Befunden des Ohres verneint (…). Eine durchgeführte CT-Untersuchung 
ergab eine durch einen Erguss bedingte, vollständige Verschattung des Mittelohres 
auf der linken Seite, ohne dass Hinweise auf ein Cholesteatom gefunden wurden 
(…). Im Verlaufsbericht vom 16. Dezember 2010 attestierte Dr.med. Y.________ 

13

(ORL-Klinik …) aktuell unauffällige Trommelfellbefunde ohne Hinweis auf chroni-
sche Infektionen (vgl. IV-act. 36-1/6).
Dr. phil. … hatte in seinem Bericht vom 4. Oktober 2010 an die IV-Stelle ausge-
führt, dass zwischen dem 18. März 2010 und dem 27. September 2010 10 Sitzun-
gen stattfanden, dass indessen die ambulanten Therapie-Ansätze, auch der 
schmerzpsychotherapeutische, bislang zu keiner Verbesserung geführt hätten (…). 

2.10 Vom 20. Oktober 2010 bis zum 20. November 2010 hielt sich die Versicherte 
in der Klinik … auf. Im Bericht vom 17. November 2010 an die IV-Stelle, unter-
zeichnet von Dr.med. Z.________ (Leitender Arzt Rheumatologie) und Dr.med. 
AA.________ (Abteilungsärztin), wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit festgehalten (…):

1. Chronisches, zervikozephales und -brachiales Syndrom links
 aktivierter Triggerpunkt Angulus medialis scapulae
 muskuläre Dysbalance und Haltungsinsuffizienz
 St.n. Autounfall 04/2006 mit Bewusstseinsminderung

2. Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links
 Myostatische Belastungsreaktion der stabilisierenden Rückenmuskulatur

3. Atypischer präaurikulärer Gesichtsschmerz links
 DD: Kieferanomalie bds. (MRI/Szintigraphie 11/2007) referred pain 

syndrome
 Tendomyopathie Kaumuskulatur li. mit anteriorer Diskusverlagerung 

Kiefergelenk bds.
 Ausschluss Trigeminus-Affektion MRI 03/2010

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde eine chronische 
Tuben-Belüftungsstörung Mittelohr mit tieftonbetonter Schallleitungsschwerhörig-
keit bds. aufgeführt (…).
Wegen ausgeprägter Dekonditionierung mit insbesondere einer Schwäche im Be-
reich der rumpfstabilisierenden Muskulatur und daraus resultierenden muskulären 
Dysbalancen und Insuffizienzen einerseits sowie verlaufsbestimmenden psycholo-
gischen Faktoren anderseits gingen die Klinik-Ärzte davon aus, dass keine 
Schmerzfreiheit zu erreichen sei, indessen eine Besserung und Stabilisierung 
durch weiteres intensives Training wahrscheinlich erreichbar sei (…). Für die Zeit 
nach dem Klinikaustritt veranschlagten Dr.med. AB.________ und Dr.med. 
AC.________ für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit 
Gewichtsbelastungen bis maximal 15 kg eine Arbeitsfähigkeit von 100% (ganz-
tags), wobei vorgeneigtes Stehen und Überkopfarbeiten (bis max. 5 kg Gewicht) 
nur selten zumutbar sei, da es aufgrund der muskulären Dekonditionierung zu ku-
mulativ schmerzhaften myostatischen Reaktionen kommen könne (…). Zudem 
wurde ergänzt, während der weiterhin hochdosierten Opiattherapie könne die Kon-
zentrationsfähigkeit besonders bei komplexen Aufgabenstellungen eingeschränkt 
sein, und:
Während des Aufenthaltes sind uns aber in den Beobachtungen keine 
wesentlichen Einschränkungen in den Alltagsverrichtungen aufgefallen (…).

2.11 Im Rahmen der gerichtlichen Würdigung der dargelegten, zu jenem 
Zeitpunkt vorhandenen Unterlagen und Angaben gelangte das Verwaltungsgericht 
im zitierten VGE I 2011 53 vom 9. Juni 2011 u.a. zum Ergebnis, dass die 
Versicherte eine ausgeprägte, stark chronifizierte Schmerzproblematik aufweise, 

14

welche sich in somatischer Hinsicht durch die objektivierbaren Befunde allein nicht 
erklären lasse. Wie Dr.med. R.________ und Dr.med. S.________ (von der … 
Klinik) überzeugend im Bericht vom 29. Juni 2010 an die IV-Stelle festhielten, sei 
das chronische zervikozephale und brachiale Schmerzsyndrom links mit einer 
Schmerzverarbeitungsstörung und einem Analgetikaübergebrauch (mit Tramal) 
verknüpft (…). Auch wenn derartige Schmerzverarbeitungsstörungen nach gelten-
der Praxis im Regelfall nicht zu einem IV-Leistungsanspruch führen würden, ver-
lange es die höchstrichterliche Rechtsprechung dennoch, dass das Ausmass und 
die Tragweite solcher Beeinträchtigungen durch eine psychiatrische Beurteilung zu 
prüfen seien (vgl. zit. VGE Erw. 3.2 mit Verweis auf BGE 130 V 399 und 130 V 
353). Eine solche fachärztliche Abklärung sei nach der Aktenlage noch nicht vor-
genommen worden und dementsprechend nachzuholen.

3.1 Im Anschluss an diesen VGE I 2011 53 vom 9. Juni 2011 gab die IV-Stelle in 
Absprache mit der Rechtsvertreterin der Versicherten ein psychiatrisches Gutach-
ten in Auftrag, welches (u.a. gestützt auf Untersuchungen vom 29. November 2011 
und vom 13. Dezember 2011) am 30. März 2012 von Dr.med. E.________ … 
(FMH Psychiatrie und Psychotherapie, …) erstattet wurde (…). Noch vor Eingang 
dieses Gutachtens wurde die Versicherte am 27. Februar 2012 an der Hirslanden 
Klinik Aarau operiert (Diskektomie Kiefergelenk links). Prof. Dr. Dr.med. 
AD.________ (Kiefer- und Gesichtschirurgie) führte in seinem Bericht vom 13. 
März 2012 an Prof. Dr.med. dent. AE.________ (Facharzt für rekonstruktive 
Zahnmedizin, …) u.a. aus, aufgrund der auch radiologisch nachgewiesenen ante-
rioren Diskusluxation sei die Indikation zur Gelenksrevision gestellt worden. Intra-
operativ sei ein verlagerter und mit dem oberen Gelenkspalt verbackener Discus 
articularis gefunden worden, welcher entfernt worden sei. Bei der ambulanten 
Nahtentfernung am 7. März 2012 (mit reizlosen Wundverhältnissen) habe die Ver-
sicherte über eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden berichtet (…).

3.2 Dr.med. W.________ gelangte in seinem Gutachten vom 30. März 2012 
nach Sichtung der medizinischen Unterlagen und Auswertung der klinischen 
Grundlagen (Anamnese/ subjektive Angaben/ objektive Befunde) zu folgender 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 68-17/25):

Vordergründig ist eine somatoforme Schmerzstörung gemäss ICD-10 
F45.4.
Ebenfalls vordergründig ist eine chronische Abhängigkeit mit einem re-
gelmässigen Konsum von Opioiden gemäss ICD-10 F11.25 (ständiger 
Substanzgebrauch), zweimal in den Jahren 2010 und 2011 wahrscheinlich 
erschwert mit einem Entzugssyndrom mit Krampfanfällen gemäss ICD-10 
F11.41.

Hinsichtlich der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde auf die 
körperlichen Beschwerden bzw. die somatischen Unterlagen verwiesen, welche 
gemäss den Interpretationen der … Klinik als chronisches cervico-cephales und -
brachiales Schmerzsyndrom sowie als atypischer prä-aurikulärer Gesichtsschmerz 
interpretiert wurden.
In seiner Beurteilung verwies der Gutachter zunächst auf den Migrationshinter-
grund (Wegzug von … im Alter von 9 Jahren) und die gute schulische Integration 
in der Schweiz hin, welche durch den Unfalltod des Vaters (im Alter der Versicher-
ten von 15 Jahren) überschattet wurde. Während der Lehre folgte eine uner-

15

wünschte Schwangerschaft sowie eine frühe Ehe, welche 2004 geschieden wurde. 
Ein weiterer Eheversuch sei sehr problematisch verlaufen. All diese Aspekte hätten 
die Versicherte erheblich belastet. Auch die berufliche Biographie sei teilweise 
problematisch gewesen, indem sie infolge Arbeitgeberkonkurs drei Stellen und da-
bei Geld verloren habe. Gemäss den Angaben des Hausarztes stelle das Sucht-
problem die zentrale Problematik der Versicherten dar, was die Versicherte eben-
falls realisiere (…). Zwar stellte die Versicherte ihre körperlichen Beschwerden in 
den Vordergrund, auf welche sie fixiert bleibe, indes sei das zentrale problemati-
sche Thema aus psychiatrischer Sicht in ihrer Abhängigskeitsproblematik im Sinne 
eines Abhängigkeitssyndroms mit ständigem Gebrauch von Opioiden zu sehen. 
Diese Abhängigkeit bezüglich Opioiden sei so stark ausgeprägt, dass ein stationä-
rer Entzug unumgänglich sei. Ohne eine solche Abstinenz sei nicht davon auszu-
gehen, dass die Versicherte in beruflicher Hinsicht wieder reintegriert werden kön-
ne (…). Bei einem solchen Klinikaufenthalt sei auch die Problematik der anhalten-
den somatoformen Schmerzstörung einzubeziehen (beispielsweise mit einer 
adäquaten antidepressiven Medikation und mit psychotherapeutischen Behand-
lungsversuchen). Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei erst 
dann realistisch möglich, wenn eine Beendigung der Medikamentenabhängigkeit 
erfolgt sei. Was die Hoffnung der Versicherten anbelange, mit einem Eingriff am 
Kiefergelenk links die körperlichen Beschwerden lindern zu können, wies der Gut-
achter darauf hin, dass eine Kiefergelenksstörung für sich allein nicht geeignet sei, 
um eine Schmerzsymptomatik auf der ganzen linken Körperseite bewirken zu kön-
nen (…). Abschliessend hielt der Gutachter fest (…):

Das Abhängigkeitssyndrom hat bis anhin eine berufliche Wiedereingliederung 
mit grosser Wahrscheinlichkeit verunmöglicht, ohne dass heutzutage aber ge-
sagt werden könnte, dass ein erheblicher körperlicher und geistiger Folge-
schaden bereits verursacht wäre im Sinne einer dauerhaften hirnorganischen, 
neurologischen Schädigung oder einer bleibenden affektiven Wesensverände-
rung. Meines Erachtens kann mit einer kompetent durchgeführten mehrmona-
tigen stationären Behandlung in einer spezialisierten Suchtklinik oder psychia-
trischen Klinik (…) bewirkt werden, dass die Versicherte ihre Suchtproblematik 
überwinden können sollte, wonach neu zu beurteilen sein wird, inwiefern die 
Versicherte sei es im Rahmen eines Wiedereingliederungsprogrammes, sei 
es im Rahmen eines Arbeitsversuchs wieder eingegliedert werden könnte und 
in welchem Umfang. Solange die Suchtproblematik so ausgeprägt vorliegt wie 
derzeitig, ist eine exakte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zukünftig oder einer 
allfälligen Invalidität nicht möglich. Ob ein invalidisierender Gesundheitsscha-
den vorliegt, kann derzeitig nicht abschliessend beurteilt werden.

3.3 Der RAD-Psychiater Dr.med. AF.________ empfahl am 23. April 2012, auf 
das plausible und schlüssige psychiatrische Gutachten abzustellen und die Emp-
fehlung des Gutachters für das weitere Procedere zu übernehmen (…). Daraufhin 
forderte die IV-Stelle mit Schreiben vom 27. April 2012 die Versicherte unter Hin-
weis auf die Schadenminderungs- und Mitwirkungspflichten auf, sich im Rahmen 
eines stationären Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik oder einer entspre-
chenden Einrichtung behandeln zu lassen mit dem Ziel einer Abstinenz von 
Suchtmitteln. Zudem wurden monatliche Urinproben zum Nachweis der Abstinenz 
verlangt (…). Auf Antrag der Rechtsvertreterin der Versicherten verlängerte die IV-

16

Stelle am 8. Mai 2012 die Frist für die Bekanntgabe und Umsetzung der Auflagen 
(…). Am 27. Juli 2012 informierte die Versicherte die IV-Stelle dahingehend, dass 
sie beim Psychiater Dr.med.univ. F.________ (Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie, …) sowie in regelmässiger physiotherapeutischer Behandlung (vor al-
lem für die Kieferprobleme) sei. Diese Therapien würden dazu dienen, die 
Schmerzproblematik vor dem Entzug zu reduzieren, respektive der Versicherten 
einen besseren Umgang mit dem Schmerz zu ermöglichen (…). Mit Schreiben vom 
30. Juli 2012 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass der Entzug sehr sorgfältig 
geplant werden müsse, was insbesondere auch voraussetze, dass Klarheit über 
die Kieferproblematik bestehe. Mitte August 2012 sei ein weiterer Termin beim Kie-
ferorthopäden vorgesehen, wobei eventuell ein weiterer operativer Eingriff mit dem 
Ziel der Schmerzlinderung nötig werde. Erst nach Vorliegen dieser Unterlagen 
könne Näheres über den Beginn des Entzuges gesagt werden. Da sich die Ange-
legenheit weiter verzögere, sei umgehend und rückwirkend seit Ablauf der Warte-
frist eine ganze IV-Rente zu gewähren (…). Mit Schreiben vom 27. August 2012 an 
die IV-Stelle erklärte die Versicherte, dass gemäss den weiteren kieferorthopädi-
schen Abklärungen momentan keine weitere Operation anstehe. Mit einem Klinik-
eintritt (in die Klinik …) sei per 30. Oktober 2012 zu rechnen (…). Am 27. Novem-
ber 2012 teilte die Rechtsvertreterin der IV-Stelle mit, die Versicherte sei am 21. 
November 2012 in die Klinik A....________ eingetreten; geplant sei eine Entzugs-
dauer von drei bis vier Monaten (…). Bereits am 28. November 2012 brach die 
Versicherte den Klinikaufenthalt ab, was indes erst am 27. Dezember 2012 der IV-
Stelle gemeldet wurde (…). Eine weitere Hospitalisation in der Klinik A....________ 
folgte am 5. Dezember 2012, wobei der Austritt am 11. Dezember 2012 entgegen 
dem ärztlichen Ratschlag erfolgte (…). In den beiden Austrittsberichten der Klinik 
zu den Hospitalisationen vom 21. November 2012 bis 28. November 2012 einer-
seits sowie vom 5. Dezember 2012 bis zum 11. Dezember 2012 wurden folgende 
Diagnosen festgehalten (…):

Rezidivierende depressive Störung, ggw. mittelgradige Episode (F33.1)
Somatoforme Schmerzstörung (F45.4)
Opioidabhängigkeitssyndrom (MST, Tramal) (F11.2)
Analgetikamissbrauch (Paracetamol, Lyrica, F55.2):

3.4 Dr.med.univ. Z. F.________ führte im Bericht vom 26. Februar 2013 an die 
IV-Stelle u.a. aus, dass die Versicherte aufgrund von Schmerzen und Konzentra-
tionsschwierigkeiten ab Juni 2009 nur mehr 50% und ab Februar 2010 überhaupt 
nicht mehr arbeiten konnte. Die Versicherte sei eine Kämpferin und er sei über-
zeugt, dass sie es schaffen werde, wieder ihr Leben zu leben und das Leben zu 
geniessen, aber bis dahin sei es noch ein steiler Weg. Er würde eine vorüber-
gehende Berentung sehr befürworten (…). 

In einem weiteren Schreiben vom 3. Juni 2013 an die IV-Stelle machte Dr.med. 
univ. Z. F.________ geltend, dass die Versicherte mit dem Entzug anfangs des 
Jahres (2013) begonnen habe und in der Zwischenzeit gute Erfolge zu verzeich-
nen seien, indem bis zum 20. Mai 2013 drei Medikamente (MST, Lyrica und Dafal-
gan) erfolgreich abgesetzt worden seien. Die Versicherte sei sodann in der Lage 
gewesen, Tramal zu reduzieren (nicht aber abzusetzen). In ein paar Wochen wer-
de versucht, das letzte Medikament (Tramal) (weiter) zu reduzieren bzw. ganz ab-
zusetzen (soweit es die Schmerzen zulassen würden). Auch nach einem erfolgrei-

17

chen Entzug werde es sehr viel Zeit brauchen, bis die Versicherte wieder ins Le-
ben gefunden habe, weshalb eine Arbeitsfähigkeit in naher Zukunft ausgeschlos-
sen sei (…).

In einem Zwischenbericht vom 5. August 2013 an die IV-Stelle erläuterte Dr.med. 
univ. Z. F.________ die aktuelle Medikamentenliste und wies darauf hin, dass auf-
grund seiner Abwesenheit der Tramal-Abbau für anfangs September 2013 geplant 
sei. Der psychische Zustand sei leider nur leicht gebessert (…).

In einem "Endbericht" vom 15. November 2013 führte Dr.med.univ. Z. F.________ 
gegenüber der IV-Stelle aus, die Versicherte habe im Oktober 2013 vergeblich 
versucht, Tramal zu reduzieren. Neuerdings seien starke Schmerzen in der Schul-
tergegend und tägliche Kopfschmerzen hinzugekommen. Aus den durchgeführten 
MRI-Abklärungen der Hals- und Brustwirbelsäule seien keine Auffälligkeiten zu 
entnehmen, welche die Schmerzen erklären könnten. Nach Massgabe der MRI-
Befunde sei er der Ansicht, dass sich hinter den Schmerzen auch eine Art somato-
forme Schmerzstörung (ICD-10:F45.41) verberge: chronische Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren. Der Entzug von Tramal werde in kleinsten 
Schritten fortgesetzt (…). Der psychische Zustand der Versicherten habe sich über 
die Monate leider verschlechtert. Sie sei in sich gekehrt, meide weiterhin soziale 
Kontakte (ausser gegenüber engsten Familienmitgliedern). Zusammenfassend er-
suchte der behandelnde Psychiater um Zusprechung einer Rente, damit die Versi-
cherte sich auf den weiteren Entzug, ihre Gesundheit sowie ihre Genesung kon-
zentrieren könne (…).

3.5 Der Hausarzt Dr.med. W.________ berichtete am 19. Dezember 2013 (= 
Eingangsdatum) der IV-Stelle von einem stationären Gesundheitszustand mit un-
veränderter Diagnose. Weiter führte er u.a. aus, die ambulante Therapie bei 
Dr.med.univ. Z. F.________ sei klar auf eine Reduktion der Medikamente gerich-
tet. Dabei sei es gelungen, alle Medikamente deutlich zu reduzieren bis auf das 
Tramal. Um eine Pathologie im HWS-Bereich und im Schädelhirn-Bereich sicher 
ausschliessen zu können, seien am 23. September 2013 sowie am 5. November 
2013 entsprechende MRI-Abklärungen vorgenommen worden. Bei beiden Unter-
suchungen habe eine wesentliche Pathologie ausgeschlossen werden können; es 
handle sich mithin um eine somatoforme Schmerzstörung (...).

3.6 In einem Bericht vom 7. Januar 2014 an den vertrauensärztlichen Dienst des 
zuständigen Krankenversicherers (Concordia) schilderte der behandelnde Psychia-
ter (Dr.med.univ. Z. F.________) den Verlauf, wonach die Hauptprobleme der Ver-
sicherten in den Schmerzen auf der ganzen linken Körperseite, in der Schmerzmit-
telabhängigkeit sowie in den psychischen Problemen zu sehen seien. Der stationä-
re Entzug sei im Jahre 2012 in der Klinik A....________ begonnen worden, indes 
nach zwei Wochen abgebrochen worden, weil man die Versicherte in der Klinik 
"weder als Patientin noch als Mensch korrekt behandelt" habe. Für eine speziali-
sierte Suchtklinik habe die Versicherte keine kantonale Kostengutsprache erhalten. 
Der anfangs 2013 begonnene ambulante Medikamenten-Entzug hinsichtlich ge-
wisser Medikamente (MST/ Lyrica) sei erfolgreich gewesen. Hinsichtlich Tramal sei 
der Entzug derzeit nur "in kleinsten Schritten zumutbar" (…). Es werde noch meh-
rere Monate brauchen, bis sich der Gesundheitszustand der Versicherten unter 
ärztlicher Aufsicht stabilisiere. Die Medikamente (Opiate), die bei der Versicherten 

18

zu einer Suchterkrankung geführt hätten, seien allesamt von ausgewiesenen 
Fachärzten der Klinik … im Zusammenhang mit einem erlittenen Verkehrsunfall 
verschrieben worden, weshalb die Versicherte an der Ausbildung einer Suchter-
krankung keine Schuld trage. Bei der Versicherten liege eine doppelte Problematik 
vor, nämlich einerseits eine organische Gesundheitsstörung verbunden mit starken 
Schmerzen und andererseits eine schwere Suchterkrankung, die sich auf Grund zu 
hoch verschriebener Medikamentendosen verselbständigt habe. Entzug und Stabi-
lisierung der gesundheitlichen Situation seien aus diesen Gründen weit schwieri-
ger, als wenn "nur" eine Suchtproblematik vorliegen würde (…).

3.7 In der Folge wurde die Versicherte am 4. Februar 2014 vom RAD-Arzt und 
Psychiater Dr.med. G.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH) unter-
sucht. In seiner psychiatrischen Stellungnahme vom 3. Juli 2014, welche auch eine 
detaillierte Auseinandersetzung mit den medizinischen Unterlagen umfasst, wur-
den u.a. folgende Aussagen der Versicherten festgehalten (…):

 dass ihr Vater ausgesprochen warmherzig und liebevoll gewesen sei,
 dass er auf einer Baustelle ausgerutscht sei und beim Sturz auf einen Metall-

spiess im Parterre aufgeprallt sei, welcher die Brust durchdrungen habe (da-
bei zeigte die Versicherte spontan genau den Bereich ihres eigenen Körpers 
an, von welchem die Schmerzen bei ihr selber ausgehen),

 dass dieses Ereignis die ganze Familie aus der Bahn geworfen habe,
 dass die als lieblos und hart geschilderte Mutter mit allem überfordert gewe-

sen sei und die Versicherte nach dem Tod des Vaters für die ganze Familie 
verantwortlich gewesen sei,

 dass die Versicherte als Kämpferin die Berufslehre bei einem Treuhänder 
trotz ungeplant eingetretener Schwangerschaft abgeschlossen habe,

 dass die Ehe mit dem acht Jahre älteren Ehemann (und Vater des gemein-
samen Kindes) schwierig gewesen sei,

 dass die im Jahre 2006 erfolgte zweite Ehe unglücklich gestartet sei, indem 
auf dem Weg zur Hochzeit der Bräutigam einen Autounfall verursacht habe, 
worauf die Versicherte unter lumbal lokalisierten Schmerzen gelitten habe, 
welche schliesslich unter Physiotherapie ganz abgeklungen seien,

 dass im Jahre 2008 ihre beste Freundin in … im Alter von 26 Jahren von ih-
rem Ex-Partner getötet worden sei, welcher sich dann selbst gerichtet habe,

 dass erst nach dem vollständigen Verschwinden der durch den Autounfall be-
wirkten Beschwerden das aktuelle Leiden begonnen habe, angefangen mit 
Schmerzen im Bereich des linken Unterkiefers,

 dass sie damals neben der 100%-Festanstellung noch viel für ihre eigene 
Firma gearbeitet habe,

 dass sie wegen anhaltender Verschlechterung ihre selbständige Tätigkeit 
ganz aufgegeben und aus gesundheitlichen Gründen nur noch zu 50% ange-
stellt gewesen sei,

 dass die letzte Anstellung sehr schwierig gewesen sei, weil der Firmeninhaber 
seine Frau aus Ungarn in den Betrieb genommen habe, welche sehr eifer-
süchtig auf die Versicherte gewesen sei, was auch die in den Akten enthalte-
nen diffamierenden Aussagen über die Arbeitsweise der Versicherten erkläre,

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 dass sie damals tatsächlich immer ungeduldiger, reizbarer und dünnhäutiger 
geworden sei, was auch wirklich zu Fehlleistungen bei der Arbeit geführt ha-
be,

 dass sich ihr psychischer Zustand eigentlich erst deutlich verschlechtert habe, 
nachdem sie nicht mehr habe arbeiten können; unter den hohen Dosen von 
MST und Tramadol sei ihr einfach alles gleichgültig gewesen,

 dass sehr frustrierend sei, dass etliche somatische Abklärungen und Eingriffe 
(bis zur Entfernung mehrerer Zähne) erfolglos vorgenommen worden seien. 
Erst nach einer 5-jährigen Leidensgeschichte sei im Februar 2012 eine Ope-
ration am Kiefergelenk durchgeführt worden, welche tatsächlich einen Teil der 
Schmerzen (mit welchen die Entwicklung der chronischen Schmerzstörung 
begonnen hätten) vermindert habe,

 dass sie unwissend in die Abhängigkeit von MST und Tramadol geraten sei; 
all diese Medikamente seien ihr von Ärzten verschrieben worden, welchen sie 
vertraut habe und von denen sie sich Hilfe erhofft habe,

 und dass sie beim ersten Aufenthalt in der PK A....________, als Dr. 
F.________ noch dort gearbeitet habe, sich ernst genommen gefühlt habe, 
was beim zweiten Aufenthalt nicht mehr der Fall gewesen sei, weshalb sie 
sich für einen ambulanten Entzug der Medikamente bei Dr. F.________ ent-
schieden habe (…).

Dr.med. AG.________ hat die im Rahmen der psychiatrischen Exploration fest-
gestellten psychischen Befunde in seinem Bericht u.a. dahingehend zusammenge-
fasst, dass keine Hinweise auf Störungen von Bewusstsein und Orientierung vor-
lagen. Es wurden keine Anhaltspunkte für Defizite von Auffassung und Gedächt-
nisfunktionen gefunden (auch wenn eigenanamnestisch erhebliche Konzen-
trationsstörungen im Alltag geschildert wurden). Das Denken war in formaler Hin-
sicht unauffällig. Aus den starken Gegensätzen zwischen Selbstangaben und ob-
jektiver Befunde leitete Dr.med. AG.________ eine erhebliche Verdeutlichung 
durch die Explorandin ab. Weiter führte er u.a. aus:

Keine Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen oder Zwänge 
im engeren Sinn. Die Grundstimmung ist bzw. wird als meistens leichtgradig 
bedrückt geschildert, bei Gefühlen von Trauer und Wut (wobei dabei sowohl 
der Verlust des Vaters, die anhaltenden Schmerzen mit den daraus folgen-
den Einschränkungen und vor allem der stark protrahierte Verlauf wesentli-
che Faktoren sind, aber auch eine dumpfe Wut auf sich selbst, weil sie dies 
alles 'nicht in den Griff bekomme'). Während der Exploration wirkt die V. 
nicht erheblich bedrückt in einem depressiven Sinn, und es besteht eine 
deutliche Modulationsfähigkeit. Die affektive Zugänglichkeit wird durch die 
Verdeutlichungstendenz und ein appellatives Verhalten deutlich einge-
schränkt. (…)

In seiner Beurteilung nahm Dr.med. AG.________ u.a. eine Überprüfung der ICD-
10-Kriterien für eine Depression vor und kam (unter Berücksichtigung der erhebli-
chen Verdeutlichungstendenz der Versicherten) zum Schluss, dass die Auswer-
tung der ganz oder teilweise erfüllten Kriterien einem leichtgradigen depressiven 
Zustand entspreche (…). Die Schilderung der Versicherten, dass die depressive 
Symptomatik deutlich stärker zutage trete, seit sie keine Opiate und kein Lyrica 
mehr einnehme, und dass ihr vorher alles gleichgültig gewesen sei, sei unter 
Berücksichtigung der psychotropen, teilweise euphorisierenden Wirkung von MST 

20

und Lyrica gut nachvollziehbar. Wahrscheinlich sei dies auch der Grund dafür ge-
wesen, dass der Gutachter Dr.med. W.________ keinen depressiven Zustand dia-
gnostiziert habe. Allerdings sei ein mittelgradig depressiver Zustand erstmals in der 
Klinik A....________ im November 2012 diagnostiziert worden, als die Versicherte 
noch unter hohen Dosen von MST, Tramal und Lyrica stand (…).

Weiter führte Dr.med. AG.________ in seiner Beurteilung aus, die chronischen 
Schmerzen bestünden mittlerweile seit über sechs Jahren. Ausgangspunkt sei 
sehr wahrscheinlich ein organisch bedingter Schmerz des linken Kiefergelenks 
gewesen, welcher im Februar 2012 operativ behoben wurde. In der Folge sei es zu 
einer Ausweitung der Schmerzen gekommen auf die gesamte linke Körperseite. 
Die aktuelle Ausbreitung, Charakteristik sowie Präsentationsweise der Schmerzen 
(mit geringer affektiver Beteiligung) sprächen stark für eine somatoforme Aetiolo-
gie. Ein unbewusster Zusammenhang mit dem die Entwicklung und das Leben der 
Versicherten stark prägenden Tod des Vaters sei wahrscheinlich (weil der Aus-
gangspunkt der somatoformen Schmerzen in dem Bereich des Körpers liege, in 
welchem der Vater tödlich verletzt wurde). Zudem habe sich die chronische 
Schmerzstörung entwickelt, nachdem die Versicherte schwierige Erfahrungen 
während zwei Ehen gemacht habe und wegen gesundheitlicher Probleme mit ih-
rem Sohn überfordert gewesen sei. Dies wiege für sie glaubhaft schwer, weil sie 
selbst in der Pubertät stark unter dem Verlust des Vaters gelitten habe. Aus all die-
sen Gründen sei es wahrscheinlich, dass der Entwicklung der chronischen 
Schmerzen ein primärer Krankheitsgewinn zugrunde liege im Sinne einer unbe-
wussten "Flucht in die Krankheit". Die Tatsache, dass die Versicherte trotz der 
Schmerzen noch während mindestens zwei Jahren arbeitstätig gewesen sei, spre-
che eher gegen einen im Vordergrund stehenden sekundären Krankheitsgewinn. 
Dies passe zu ihrer Selbstdarstellung als eigentlich "optimistische Kämpferin". 
Ein primärer Krankheitsgewinn bedeute zugleich, dass es der Versicherten nicht 
möglich sei, die Schmerzen durch eine zumutbare Willensanstrengung zu über-
winden (da den Schmerzen ein komplett unbewusster, dem Willen nicht zugängli-
cher Prozess zugrunde liege).
In Bezug auf die Abhängigkeit von MST und Tramal sei festzuhalten, dass deren 
Verschreibung über recht lange Zeit in Anbetracht der somatoformen Genese der 
Schmerzen einen ärztlichen Behandlungsfehler darstelle. Erfahrungsgemäss sei 
es für Betroffene oft schwierig, kräfteraubend und zermürbend, eine derartige Ab-
hängigkeit zu überwinden. Unter anderem aufgrund der erfolgten Blutkontrollen sei 
davon auszugehen, dass die Versicherte tatsächlich seit Mai 2013 kein Lyrica und 
kein MST (Opiat) mehr einnehme, und dass die Dosis von Tramadol (Opioid) bis 
auf das Niveau einer therapeutischen Dosis (falls eine Indikation gegeben wäre, 
was hier nicht der Fall sei) reduziert wurde. In Anbetracht dieses Verlaufs sei es 
glaubhaft, dass die Versicherte für ein vollständiges Ausschleichen von Tramadol 
motiviert sei. 
Der Argumentation des behandelnden Psychiaters Dr.med.univ. Z. F.________, 
wonach der weitere Abbau davon abhänge, ob die somatischen Ursachen für die 
Schmerzen gefunden würden, hielt Dr.med. AG.________ entgegen, dass nach 
der operativen Sanierung des linken Kiefergelenks nur noch somatoforme 
Schmerzen vorlägen.

21

Am Schluss seiner psychiatrischen Stellungnahme fasste Dr.med. AG.________ 
seine Ergebnisse mit folgenden psychiatrischen Diagnosen und seiner Arbeits-
fähigkeitsbeurteilung zusammen (…):

Psychiatrische Diagnosen
 F45.4 anhaltende somatoforme Schmerzstörung

o im Sinne einer Konversionsstörung
o mit leichtgradiger depressiver Symptomatik, seit rund 11/12

 F11.2 iatrogene Abhängigkeit von Opioid (Tramadol)
o Aktuelle Dosis im therapeutischen Bereich (ohne therapeutische 

Indikation bei der V.)
 St.n. iatrogener Abhängigkeit von Opiat (MST), bis 2010 bis 5/13
Die leichtgradige depressive Symptomatik ist in den Rahmen der Schmerz-
störung zu stellen, da sie sich als Folge derselbigen entwickelte, und auch 
weiterhin in engem Zusammenhang mit dieser fortbesteht.

Arbeitsfähigkeit:
Aus psychiatrischer Sicht sind zwar die Schmerzen im Rahmen der anhal-
tenden somatoformen Schmerzstörung mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit nicht durch eine zumutbare Willensanstrengung überwindbar, da von ei-
nem primären Krankheitsgewinn auszugehen ist. Allerdings führen die 
Schmerzen nur zu einer leichtgradigen Verminderung der Arbeitsfähigkeit 
von rund 20%, unter Mitberücksichtigung einer gewissen, erhöhten Er-
schöpfbarkeit.
Die leichtgradige depressive Symptomatik führt per se nicht zu einer anhal-
tenden, erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
(…)
Der Versicherten ist aus medizinisch-theoretischer Sicht ein volles Arbeits-
pensum zumutbar, sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Treuhänderin als 
auch in einer anderen, angepassten Tätigkeit, mit einer Leistungsverminde-
rung von 20% aufgrund der erhöhten Erschöpfbarkeit und der somatoformen 
Schmerzen.

Im Übrigen vermerkte Dr.med. AG.________ zur Behandlung, dass die aktuelle 
medikamentöse Therapie nicht der durch den behandelnden Psychiater gestellten 
Diagnose einer mittelgradigen Depression entspreche. Die Versicherte erhalte nur 
Johanniskraut, und kein stärker wirksames Antidepressivum. Johanniskraut eigne 
sich höchstens für die Therapie leichtgradiger depressiver Verstimmungen (…).

3.8 In einer Eingabe vom 6. August 2014 nahm die Versicherte zum Bericht von 
Dr.med. AG.________ detailliert Stellung und schilderte darin nochmals ihre 
Sichtweise, wonach sie sinngemäss den Standpunkt vertritt, Anspruch auf mindes-
tens eine halbe IV-Rente zu haben, wie dies auch von Dr.med. AG.________ the-
matisiert worden sei (…). 

3.9 Am 20. Oktober 2015 liess die Versicherte der IV-Stelle mitteilen, dass sie 
am 1. Januar 2015 in einem Treuhandbüro in Zug eine Anstellung in einem 80%-
Pensum angetreten habe, wobei der Wiedereinstieg sehr schwierig zu bewältigen 
sei, zumal sie unter den hohen beruflichen Anforderungen, noch immer an organi-
schen Schmerzen und psychischen Gesundheitsproblemen leide und sich er-
schöpft fühle (…). Gleichzeitig ergänzte die Versicherte, dass sie nur noch IV-

22

Leistungen für den Zeitraum bis zur (bereits erfolgten) Aufnahme einer Erwerbs-
tätigkeit beantrage (…). 

4.1 Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die Versicherte seit dem 1. Ja-
nuar 2015 wieder eine Erwerbstätigkeit im Rahmen eines 80%-Pensums ausübt. 
Streitig ist im Wesentlichen die Fragestellung, ob die Versicherte seit Ablauf der 
einjährigen Wartefrist (im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) bis zum 31. Dezem-
ber 2014 (d.h. bis zur Wiederaufnahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit) einen be-
fristeten Rentenanspruch aufweist (= sinngemässer Standpunkt der Beschwerde-
führerin) oder nicht (= Standpunkt der Vorinstanz). Anzufügen ist, dass die IV-
Anmeldung am 20. Mai 2010 erfolgte (…). Demnach kann nach Art. 29 Abs. 1 und 
3 IVG - sofern die vorerwähnte einjährige Wartezeit mit durchschnittlich mindes-
tens einer Arbeitsunfähigkeit von 40% gegeben ist - der befristete Rentenanspruch 
grundsätzlich frühestens ab 1. November 2010 entstehen.

4.2 In Anbetracht der zeitlichen Konstellation, wonach im konkreten Fall nur ein 
befristeter Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. November 2010 bis zum 31. 
Dezember 2014 Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet, ist die Frage des 
massgebenden Arbeitsfähigkeitsgrades grundsätzlich nach den vorhandenen me-
dizinischen Unterlagen zu entscheiden. Mit anderen Worten macht eine neue me-
dizinische Untersuchung der Versicherten zur Beurteilung des damaligen, wesent-
lich mehr als 1 ½ Jahre zurückliegenden Zeitraumes prinzipiell keinen Sinn, weil 
aus einer Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes grundsätzlich nicht oh-
ne weiteres Schlussfolgerungen auf den damaligen Zustand gezogen werden kön-
nen.

4.3 Was die Frage von somatischen Beeinträchtigungen der Versicherten anbe-
langt, hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (…) nachvollziehbar und über-
zeugend dargelegt, dass die getroffenen Abklärungen keine organischen Leiden 
ergaben, welche für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine IV-relevante Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermögen. So wurde der orthopädi-
sche Untersuchungsbefund vom 18. November 2009 (mit Bericht vom 16. Dezem-
ber 2009) analog wie bei der ersten Untersuchung mit "weitgehend blande" um-
schrieben (…). Bei der Untersuchung in der … Klinik vom 24. Februar 2010 wurde 
das diagnostizierte chronische zervikozephale und brachiale Schmerzsyndrom im 
Zusammenhang mit den linksseitigen Dauer-Kieferschmerzen gesehen, welche 
sich im Verlaufe zu einem Schulter-Arm-Schmerzsyndrom ausgeweitet hätten, 
derweil eine myelopathische oder radikuläre Genese klar verneint wurde (…). Im 
Einklang damit steht auch, dass der den Unfallversicherer beratende Arzt Dr.med. 
AH.________ in seiner Einschätzung vom 29. April 2010 die objektiverbaren so-
matischen Befunde als "äusserst spärlich" beurteilte ("gewisse myofasziale Befun-
de und muskuläre Dysbalance") und lediglich hinsichtlich der psychischen Beein-
trächtigungen eine Begutachtung empfahl (…). Was sodann die Kieferbeschwer-
den anbelangt, ist zunächst zu berücksichtigen, dass nach dem operativen Eingriff 
von Februar 2012 nach der Aktenlage eine anhaltende Verbesserung eingetreten 
ist. Abgesehen davon ist nicht einzusehen, weshalb Kieferbeschwerden für leichte 
oder allenfalls mittelschwere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit recht-
fertigen könnten, zumal erfahrungsgemäss die Ausübung einer Beschäftigung von 
einem lokal auftretenden (Kiefer)Leiden ablenken kann. Analoges gilt auch für die 

23

Ohrbefunde, bei welchen gemäss Beschwerdeschrift (S. 14, Ziff. 52) bereits ab 
2010 und mithin bereits vor dem hier massgebenden Zeitraum (siehe oben, Erw. 
4.1) anerkanntermassen eine Besserung eingetreten ist.
Für das vorliegende Ergebnis, wonach für den betreffenden Zeitraum keine anhal-
tenden somatischen Beeinträchtigungen, welche die Arbeitsfähigkeit namentlich 
auch für körperlich leichte Tätigkeiten einzuschränken vermöchten, nach der Ak-
tenlage hinreichend ausgewiesen sind, spricht schliesslich zum einen die Tatsa-
che, dass die Versicherte ab 1. Januar 2015 wieder eine Erwerbstätigkeit im Um-
fange eines 80%-Pensums aufnehmen konnte und auch aufgenommen hat. Zum 
andern ist zu berücksichtigen, dass sich die Versicherte im Oktober/ November 
2010 während rund eines Monats in der Klinik … aufhielt sowie dort stationär be-
handelt und beurteilt werden konnte. Im entsprechenden Bericht an die IV-Stelle 
vom 4. November 2010 wurde unmissverständlich ab Klinikaustritt von einer 
100%igen Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätig-
keiten gesprochen, wobei bestimmte Beanspruchungen zu meiden seien (keine 
Gewichte über 15 kg sowie nur selten vorgeneigtes Stehen und Überkopfarbeiten 
bis maximal 5 kg, vgl. …). Soweit dazu in der Beschwerdeschrift (S. 13) Kritik am 
Bericht der Klinik … im Kontext mit der Schmerzmedikation (Opiate) vorgebracht 
wird, ist darauf nachfolgend bei der Behandlung der Medikamentenabhängigkeit 
zurückzukommen. Im Übrigen wurde auch von den Fachärzten der Klinik … nach 
der Hospitalisation vom 11. Mai 2009 bis zum 30. Mai 2009 für den Zeitraum ab 
Mitte Juni 2009 eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert (…).

4.4.1  Zu prüfen sind in der Folge die psychischen Beeinträchtigungen. Diesbe-
züglich ist zunächst auf die Ausführungen der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung 
(...) zur Depressionsthematik zu verweisen, welchen uneingeschränkt beizupflich-
ten ist. Dass im hier massgebenden Zeitraum durchgehend eine mittelgradige De-
pression zu berücksichtigen sei, wie in der Beschwerdeschrift (…) sinngemäss ar-
gumentiert wird, deckt sich nicht mit den vorliegenden medizinischen Akten. 
Während in der Klinik …. keine depressive Störung diagnostiziert wurde, wird eine 
rezidivierende mittelgradige depressive Störung in den Berichten der Klinik 
A....________ zu den Hospitalisationen in den Jahren 2011 und 2012 (…) sowie im 
Bericht des SPD vom 15. November 2011 (…) aufgeführt, derweil der begutach-
tende Psychiater Dr.med. W.________ in seinem Gutachten vom 30. März 2012 
weder eine leichte, noch eine mittelgradige depressive Episode konstatieren konn-
te. Der RAD-Psychiater Dr.med. AG.________ hat sodann im Rahmen der Unter-
suchung vom 4. Februar 2014 sowie einer detaillierten Analyse lediglich eine 
leichtgradige depressive Störung evaluiert (…). Dieses zuletzt erwähnte Zwische-
nergebnis kann mit Einwänden in der Beschwerdeschrift (…), wonach die Versi-
cherte beispielsweise damals die meiste Zeit im Bett verbracht habe und zu jener 
Zeit Defizite im Gedächtnis aufgewiesen habe, welche durch eine neuropsycholo-
gische Untersuchung zu verifizieren gewesen wären, hier nicht substantiiert in Fra-
ge gestellt werden, zumal solche nachträglichen Einwände kaum überprüfbar sind. 
Abgesehen davon ist hier darauf abzustellen, dass die Gedächtnis- und Auffas-
sungsleistungen (spätestens) seit dem 1. Januar 2015 ein Ausmass aufweisen, 
welches eine Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit im Treuhandbereich ermög-
lichte. Hinsichtlich des behandelnden Psychiaters Dr.med.univ. Z. F.________ ist 
anzumerken, dass er in einem Bericht vom 7. Januar 2014 wohl die Diagnose ei-

24

ner rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-
10 F33.1) aufführt, allerdings in diesem Bericht keine psychischen Befunde erho-
ben werden, mithin eine Verifizierung der entsprechenden ICD-10 Kriterien nicht 
möglich ist (…). Analoges gilt beispielsweise auch für die Berichte des behandeln-
den Psychiaters vom 26. Februar 2013 (…), vom 3. Juni 2013 (…), vom 5. August 
2013 (…) und vom 15. November 2013 (…).

4.4.2  Die angesprochenen Divergenzen in der Beurteilung der depressiven Sym-
ptomatik der Versicherten durch verschiedene Akteure braucht indessen im kon-
kreten Fall aus den nachfolgenden Gründen nicht weiter erörtert zu werden, da 
entgegen der Argumentation der Vorinstanz die vorliegende Medikamentenabhän-
gigkeit grundsätzlich nicht tel quel als IV-irrelevant beurteilt werden kann. In der 
Beschwerdeschrift wird dazu nachvollziehbar und überzeugend vorgebracht, dass 
es sich bei der betreffenden Schmerzmitteleinnahme zu keinem Zeitpunkt um eine 
Selbstdispensation handelte, sondern um ärztlich verschriebene Schmerzmittel 
(zuletzt auch MST continuus während eines Aufenthaltes in der Klinik,  …). Das 
durchgeführte Therapieprogramm mit einer hohen Gabe suchterzeugender Medi-
kamente wurde offensichtlich als wichtiger erachtet als die Suchtgefahr für die da-
mals 31-jährige Versicherte, wie in der Beschwerde (…) einleuchtend betont wur-
de. Dass die Versicherte unter dem Einfluss von Opiaten stand, welche sie zwecks 
Schmerzbehandlung von ihren Ärzten erhalten hatte, wurde auch vom Gutachter 
Dr.med. W.________ festgehalten (…). In dieser ab 2010 aufgetretenen iatroge-
nen Medikamentenabhängigkeit hat der RAD-Psychiater Dr.med. AG.________ in 
seiner Beurteilung vom 3. Juli 2014 nachvollziehbar und überzeugend einen ärztli-
chen Behandlungsfehler erblickt (…), welchem bei der Beurteilung der IV-Relevanz 
der aufgetretenen (suchtbedingten) Beeinträchtigungen der Versicherten eine be-
sondere Bedeutung zukommt. 

4.4.3  Im Lichte dieser konkreten Umstände sprechen die gewichtigeren Aspekte 
dafür, in diesem (Grenz)Fall für den Zeitraum seit dem Klinikeintritt in … 
(20.10.2010) mit den ärztlich verordneten starken Opiat-Dosen und der dadurch 
(mit)verursachten Medikamentenabhängigkeit für die nachfolgende Zeit (vorerst) 
eine IV-relevante Arbeitsunfähigkeit zu akzeptieren (zum Umfang siehe nachfol-
gend). Für dieses Ergebnis spricht letztlich auch, dass im psychiatrischen Gutach-
ten vom 30. März 2012 eine exakte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hinsichtlich ei-
nes invalidisierenden Gesundheitsschadens bis zur Durchführung einer (zumutba-
ren) Entzugsbehandlung aufgeschoben wurde (…).

4.4.4  Die Fragestellung, für welche Dauer und in welchem Umfang im konkreten 
Fall eine (durch ärztlichen Behandlungsfehler bewirkte) medikamenteninduzierte 
Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden kann, ist im nachfolgend dargelegten Sinn zu 
beantworten. Eine zweifelsfreie Abgrenzung der Dauer und des Umfangs dieser 
medikamenteninduzierten Arbeitsunfähigkeit ist gar nicht möglich. Nach den kon-
kreten Umständen erweist es sich als unumgänglich, dass der massgebende Ar-
beitsunfähigkeitsgrad aus den vorhandenen medizinischen Unterlagen retrospektiv 
hergeleitet wird, zumal aus Zusatzabklärungen im Rahmen einer antizipierten Be-
weiswürdigung keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten sind. Sodann ist 
davon auszugehen, dass die Wiedererlangung der (zumutbaren) Arbeitsfähigkeit 
(bei iatrogener Schädigung) grundsätzlich nicht auf einen bestimmten Stichtag be-

25

zogen werden kann, sondern vielmehr als ein länger dauernder Prozess zu verste-
hen ist, welcher hier parallel bzw. reziprok zu den nach und nach erfolgreichen 
Entzugsbemühungen verläuft. Bei dieser Sachlage ist die bei Beginn des Klinikein-
tritts in … (20.10.2010) auf 100% zu veranschlagende Arbeitsunfähigkeit kontinu-
ierlich - in Wechselwirkung zu den Fortschritten im begonnenen Medikamenten-
entzug - herabzusetzen. Die Einschätzung dieser Entwicklung ist hier insbesonde-
re auch noch durch Aspekte einer vermittelnden Vergleichslösung geprägt, welche 
insgesamt einen abgestuften (befristeten) Rentenanspruch rechtfertigen (siehe 
auch nachfolgend).

4.4.5  Diese vorstehenden Erwägungen führen zum Ergebnis, dass ab Klinikein-
tritt in …. (20.12.2010) eine vollständige (IV-relevante) Arbeitsunfähigkeit zu ver-
anschlagen ist, welche sich, nachdem die Versicherte bis Mai 2013 erfolgreich drei 
Medikamente (MST, Lyrica, Dafalgan) absetzen konnte (…), ab Mai 2013 ermes-
sensweise auf 50% herabzusetzen ist. Sodann ist diese reduzierte Ar-
beits(un)fähigkeit von 50% nach Massgabe des beweiskräftigen psychiatrischen 
Konsiliums von Dr.med. AG.________, welches sich auf die klinische Untersu-
chung vom 4. Februar 2014 abstützt, dahingehend anzupassen, dass seither bzw. 
ab März 2014 von einer verbliebenen Leistungseinschränkung (infolge erhöhter 
Erschöpfbarkeit/ Pausenbedarf) von noch 20% auszugehen ist (…). 

4.4.6  Nachdem die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich wieder im angestamm-
ten Beruf (Treuhandbereich) arbeitet und nach der Aktenlage vor der Anmeldung 
zum Leistungsbezug in dieser Branche mindestens teilweise selbständig erwerbs-
tätig war (vgl. IV-act. 17-11/16 oben), ist hinsichtlich der erwerblichen Auswirkun-
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen davon auszugehen, dass die Versi-
cherte das vorstehend erläuterte, kontinuierlich ansteigende Arbeitsfähigkeitspo-
tential zumutbarerweise grundsätzlich mit einem höheren Pensum hätte umsetzen 
können, mithin ein eigentlicher Einkommensvergleich hier entbehrlich erscheint. 
Dafür spricht schliesslich, dass die beanwaltete Beschwerdeführerin zum (hypothe-
tischen) Einkommensvergleich nichts vorgebracht hat und jedenfalls nicht geltend 
gemacht hat, dass sie den früheren Verdienst in der Treuhandbranche nach dem 
Wiedereinstieg nicht mehr erreichen konnte bzw. kann. 

4.5 Nach dem Gesagten rechtfertigen die konkreten Umstände im vorliegenden 
Fall (mit einer durch ärztlichen Behandlungsfehler bewirkten, medikamentenindu-
zierten Arbeitsunfähigkeit) gesamthaft, dass der Versicherten ein befristeter Ren-
tenanspruch zuzugestehen ist, welcher auf eine ganze IV-Rente für den Zeitraum 
vom 1.11.2010 bis 30.4.2013 (30x eine ganze IV-Rente) und auf eine halbe IV-
Rente für den Zeitraum vom 1.5.2013 bis 28.2.2014 (10x eine halbe IV-Rente) 
festzulegen ist. (…).

3. Nach dem am 4. Oktober 2016 versandten VGE I 2016 40 vom 5. Septem-
ber 2016 sind den vorliegenden Akten u.a. die nachfolgend aufgeführten Anga-
ben zu entnehmen, wobei ein relevanter Teil der Fremdakten (Arbeitslosenversi-
cherung/ Krankentaggeldversicherung etc.) und die darin enthaltenen Informatio-
nen der IV-Stelle erst nach der Ankündigung der IV-Stelle, ein MEDAS-Gutach-
ten einzuholen (IV-act. 231), zugegangen sind. Um eine bessere Übersicht zu 

26

gewährleisten, werden die betreffenden, gegenüber der jeweiligen Versicherung 
abgegebenen Erklärungen getrennt aufgelistet (siehe nachfolgend, keine wörtli-
che Wiedergabe, sondern sinngemässe Zusammenfassungen).

Angaben gegenüber der IV-Versicherung
(aus den eigentlichen IV-Akten entnommen)

Angaben gegenüber anderen Versicherun-
gen (aus Fremdakten entnommen)

3.1 Im Revisionsgesuch vom 16.1.2017 
machte die Versicherte geltend, dass sich 
am 22.9.2016 ein unerwarteter Todesfall in 
ihrer Familie ereignet habe, welcher zu ei-
ner vollständigen Dekompensation der fra-
gilen gesundheitlichen Situation geführt ha-
be. Der behandelnde Psychiater habe seit 
Sept. 2016 eine mittelgradige Depression 
diagnostiziert. Zudem leide sie an psychi-
schen Störungen und Verhaltensstörungen 
durch psychotrope Substanzen, einem nach 
wie vor bestehendem Abhängigkeitssyn-
drom sowie an einer andauernden Persön-
lichkeitsveränderung bei chronischem 
Schmerzsyndrom (IV-act. 127-2/14) i.V.m. 
IV-act. 127-11f./14 = Bericht Dr. 
F.________ vom 4.1.2017).

3.2 Dr.med. AI.________ (Leiter der 
Schmerzklinik, …) berichtete am 25. Januar 
2017 dem Hausarzt Dr.med. …, bei der 
Versicherten liege eine komplexe Vorge-
schichte mit Medikamentenabusus vor. 
Breite Therapieoptionen hätten keinen Er-
folg gebracht. Eine relevante strukturelle 
Pathologie im HWS-Bereich könne mittels 
MRI ausgeschlossen werden. Es bestehe 
neben einer psychosomatisch komplexen 
Situation ein vorwiegend myofasziales 
Schmerzsyndrom. Möglicherweise sei durch 
den Abbau des Tramadols eine gewisse 
Hyperalgesierung zu Tage getreten, die 
sich im Verlauf weiter normalisieren dürfte. 
Da Tramadol auch eine relevante Wirkung 
auf den Serotoninstoffwechsel habe, emp-
fehle er um diese Komponente zu substitu-
ieren den Einsatz eines der auch in 
schmerztherapeutischer Hinsicht sinnvollen 
Antidepressiva (IV-act. 168-6/6).

3.3 In einem Bericht vom 3. März 2017 an 
die IV-Stelle revidierte Dr. F.________ sei-
ne (optimistische) Einschätzung vom 
4.1.2017 und ergänzte, dass nach Absetzen 
von Tramadol die Versicherte unter mas-
sivsten Schmerzen leide. Die Versicherte 
habe ihre Arbeitsstelle verloren, was ihr zu-

27

sätzlich zugesetzt und den Gesundheitszu-
stand verschlechtert habe; eine Arbeitsauf-
nahme sei noch nicht vorgesehen und der-
zeit nicht möglich (IV-act. 130).

3.4 In einem Bericht vom 23.03.2017 führte 
Dr.med. AJ.________ gegenüber der IV-
Stelle aus, dass mit einer Wiederaufnahme 
der beruflichen Tätigkeit grundsätzlich zu 
rechnen sei, noch offen sei der Zeitpunkt 
(IV-act. 168-3/6).

3.5 Am 8.5.2017 schrieb die Zürich Versi-
cherung (Krankentaggeld, KTG) der Versi-
cherten, gemäss Konsiliarbericht von Dr. … 
(mit Untersuchung v. 5.4.17, vgl. IV-act. 
186-5/16) betrage die Arbeitsfähigkeit ab 
1.5.17 50% sowie ab 1.9.2017 100% 
(Fremdakten 6-57/68 + 5-58ff./112 i.V.m. 
IV-act. 186-11/16).
Am 12.5.17 unterzeichnete die Versicherte 
einen Antrag auf Arbeitslosenentschädi-
gung und deklarierte, 20-22 Stunden pro 
Woche (50% einer Vollzeitbeschäftigung) 
arbeiten zu können (Fremdakten 4-
166/189). Beim Erstgespräch bei der Regi-
onalen Arbeitsvermittlung (RAV Goldau) 
vom 22.5.17 erklärte sie, sie suche eine 
Arbeit zu 50%, da KTG (Zürich) ab Mai nur 
zu 50% zahle; gemäss Arzt sei sie 100% 
arbeitsunfähig; sollte sie wieder 100% ar-
beitsfähig sein, suche sie Arbeit zu 100% 
(Fremdakten 6-42/68).
Am 26.5.17 deklarierte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, zu 50% arbeitsfähig 
und vermittelbar zu sein (Fremdakten 4-
119f./189).
Der Vertrauensarzt der Zürich Versiche-
rung (Dr….) pflichtete am 28.6.17 der Ein-
schätzung von Dr. … bei, wonach die Ver-
sicherte ab 1.5.17 zu 50% und ab 1.9.17 zu 
100% arbeitsfähig zu beurteilen sei (Frem-
dakten 5-31f./112 i.V.m. 5-12f./112).

3.6 Nachdem Dr.med. F.________ im Zeit-
raum ab 22.9.2016 kontinuierlich eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit (bis 
30.6.2017) attestiert hatte (vgl. Fremdakten 
6-56/68 - 6-68/68), bescheinigte er am 
28.6.2017 für den Folgemonat Juli 2017 ei-
ne Arbeitsunfähigkeit von 50% (Fremdak-
ten 6-54/68). Diese Bescheinigung erfolgte 
2 Tage nach dem Schreiben des Amtes für 
Arbeit vom 26.6.2017, dass die Arbeitslo-
senversicherung unter Hinweis auf Art. 28 

28

Abs.1 AVIG ab 9.6.17 keine Taggelder leis-
te, wenn die Versicherte weiterhin zu 100% 
arbeitsunfähig sei (Fremdakten 6-1/68). 
Ebenfalls am 26.6.17 deklarierte die Versi-
cherte gegenüber dem RAV, seit 1.5.17 bis 
auf weiteres zu 50% arbeitsfähig zu sein 
(Fremdakten 4-116f./189).
Beim RAV-Beratungsgespräch vom 3.7.17 
wurde eine Arbeitsfähigkeit für den Juli von 
50% sowie u.a. festgehalten, dass die von 
der Versicherten im Juni 17 vorgenomme-
nen persönlichen Arbeitsbemühungen 
(PAB) in Ordnung seien (Fremdakten 6-
41/68).

3.7 Ein MRI des ganzen Körpers vom 
11.7.17 am Röntgeninstitut … ergab (abge-
sehen von einer unklaren Läsion periventri-
kulär rechts, siehe IV-act. 179-4/12) un-
auffällige Befunde (kein Nachweis eines 
tumorösen Prozesses der Weichteile etc., 
IV-act. 177-9/10).

3.8 Eine von Dr.med F.________ am 
31.7.17 veranlasste native und kontrastmit-
telverstärkte MR-Untersuchung 
(Kopf/Wirbel-säule) am Röntgeninstitut … 
ergab keine bildmorphologisch nachweisba-
ren Veränderungen cerebral oder spinal, 
welche die langjährige Symptomatik er-
klären könnten (IV-act. 177-7/10).

3.9 Neurologische Abklärungen vom 
18.8.17 durch Dr. … ergaben, dass die kli-
nische Untersuchung abgesehen von 
Hypästhesien im Gesicht und linken Arm 
unauffällig war, hingegen weitergehende 
Untersuchungen (Labor/ Lumbalpunktion 
etc.) Anlass gaben, ein klinisch isoliertes 
Syndrom (CIS) zu diagnostizieren (IV-act. 
179-4/12).

 

Beim RAV-Beratungsgespräch vom 
30.8.17 wurde notiert, dass kein Klinik-
aufenthalt geplant sei, indes ärztliche Un-
tersuchungen nötig seien: "evtl. Vorstufe 
MS"; bis 31.8.17 liege ein Arztzeugnis mit 
einer Arbeitsunfähigkeit von 50% vor, ab 
1.9.17 sei sie 100% arbeitsfähig (Fremdak-
ten 6-40/68). 
Analog deklarierte die Versicherte am 
21.9.17 gegenüber dem RAV, dass sie zu 
100% arbeitsfähig sei (Fremdakten 4-
80f./189).
Dr.F.________ attestierte am 29.9.17, dass 
die Versicherte seit 1.9.17 zu 100% ar-
beitsfähig sei (Fremdakten 4-77/1898).

3.10 Im Bericht vom 19.10.17 an die Zürich 
(KTG) führte Dr.med. F.________ u.a. aus, 
gemäss Dr. … sei bei der Versicherten ein 
CIS Syndrom als Vorstufe einer Multiplen 
Sklerose (MS) diagnostiziert worden; es 
werde eine 2. Meinung beim Neurologen 
Dr. … (… Klinik …) eingeholt, welcher die 
gleichen Tests wiederholen werde. Damit 

Beim RAV-Beratungsgespräch vom 
3.10.17 wurde notiert, dass ein Klinikauf-
enthalt Mitte Nov. geplant sei; aktuell sei 
die Versicherte 100% arbeitsfähig und be-
treibe Stellensuche (Fremdakten 6-39/68).
Die Versicherte verneinte am 19.10.17 ge-
genüber dem RAV, dass sie arbeitsunfähig 

29

sei die Einschätzung der Vertrauensärztin 
Dr. B.________ [mit einer Arbeitsfähigkeit 
von 50% ab 1.5.17] rückwirkend nicht län-
ger haltbar; er komme zum Ergebnis, dass 
die Versicherte rückwirkend seit 1.5.17 zu 
100% arbeitsunfähig sei (IV-act. 179-
10f./12).

sei und führte u.a. aus, im gleichen Umfan-
ge wie im Vormonat (zu 100%) eine Arbeit 
zu suchen (Fremdakten 4-76/189).

3.11 Beim RAV-Beratungsgespräch v. 
9.11.17 wurde notiert, dass die Diagnose 
MS bestätigt worden sei; ihr Anwalt habe 
bei der Zürich Einsprache erhoben; sie 
warte weiterhin, bis sie in die Klinik könne; 
es müsse geklärt werden, ob die Zürich 
wieder KTG bezahle; das weitere Vorge-
hen bestehe darin, weiterhin Stellen zu su-
chen (Fremdakten 6-38/68).
Am 22.11.17 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, arbeitsunfähig zu sein 
(Fremdakten 4-73/189).

3.12 Beim nächsten RAV-Beratungs-
gespräch wurde am 12.12.17 notiert, dass 
am 18.12.17 eine OP erfolge; die Versi-
cherte betreibe "weiterhin 100% Stellensu-
che", in der letzten Januarwoche möchte 
sie Ferien beziehen (Fremdakten 6-37/68).

3.13 Aufgrund einer antero-lateralen OSG-
Instabilität wurde die Versicherte am 
18.12.17 im Spital … operiert (MIS-
lateralisierende Kalkaneus-Osteotomie mit 
Schrauben-Osteo-synthese/ OSG-Arthro-
skopie mit Teilsynovektomie und Entfer-
nung freier Gelenkkörper/ Arthroskopische 
laterale Bandplastik linkes OSG (IV-act. 
183). Gemäss Austrittsbericht war die Ver-
sicherte bei angepasster analgetischer Me-
dikation schmerzkompensiert und mit Un-
terarmstützkrücken sicher treppenmobil (IV-
act. 185-2/2).

3.14 In einem Bericht vom 4.1.18 an die IV-
Stelle führte Dr. AQ.________ u.a. aus, 
dass sie keine Arbeitsunfähigkeit attestiert 
habe (IV-act. 914-1/4) und hinsichtlich der 
Funktionseinschränkungen eine psychiatri-
sche Beurteilung nötig sei (IV-act. 194-
3f./4).

Die Versicherte deklarierte am 25.1.2018 
gegenüber dem RAV, vom 18.12.17 bis 
16.1.18 wegen Krankheit arbeitsunfähig 
gewesen zu sein (vgl. Fremdakten 4-
58/189; siehe auch unten Ziff. 3.16).

3.15 Beim RAV-Beratungsgespräch vom 
7.2.18 wurde u.a notiert, dass die Versi-
cherte bis 31.1.18 und bis auf weiteres 
100% arbeitsunfähig sei (Fremdakten 6-
36/68).
Am 20.2.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im Februar 18 arbeits-

30

unfähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
54/189). 
Am 21.3.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im März 2018 arbeits-
unfähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
50f./189).

3.16 Dr.med. AK.________ (FA Orthopädie, 
Pfäffikon) bescheinigte am 6.4.18 eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 16.1.18 
(IV-act. 195-1/4); die Versicherte laufe wie-
der flüssig, stabiles Gefühl im OSG links 
(IV-act. 195-2/4); Neuaufnahme einer Arbeit 
im 50% Pensum/ "Pat. arbeitet wieder!" (IV-
act. 195-3f./4).

Am 20.4.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im April 2018 arbeits-
unfähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
47f./189).
Beim RAV-Beratungsgespräch vom 4.5.18 
wurde notiert, dass die Versicherte eine 
Stelle in Aussicht habe (ab 1.9.18 zu 50%); 
bis dahin versuche sie, eine temporäre An-
stellung zu finden (Fremdakten 6-35/68).

3.16 Dr.med. F.________ führte im Ver-
laufsbericht vom 3.5.18 an die IV-Stelle aus, 
dass die Versicherte seit 22.9.16 zu 100% 
arbeitsunfähig sei. Nun habe sie zusätzlich 
starke Depressionen; sie sei müde, gereizt 
und erschöpft; aktuell sei ihre keine Arbeit 
zumutbar. Eine mögliche Lösung sei eine 
IV-Rente, damit etwas Ruhe und Sicherheit 
in ihrem Leben eintreten könne (IV-act. 196-
2/19).

Beim RAV-Beratungsgespräch vom 
24.5.18 wurde notiert, dass die Versicherte 
ab 1.9.18 eine Stelle als Treuhänderin ge-
funden habe, danach werde sie sich vom 
RAV abmelden; bis dahin versuche sie, ei-
ne temporäre Stelle zu finden; weiterhin 
habe sie mindestens 10 Arbeitsbemühun-
gen vorzulegen (Fremdakten 6-34/68).
Am 24. Mai 2018 verneinte die Versicherte 
gegenüber dem RAV, im Mai 2018 arbeits-
unfähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
42/189).

3.17 PD Dr. Dr… (Gesichts-/ Kieferchirurgie 
Hirslanden Klinik …) untersuchte die Versi-
cherte am 19.6.18 und stellte die Diagnose 
einer ausgeprägten Myoarthropathie mit zu-
sätzlicher HWS-Symptomatik. Er empfahl 
eine Physiotherapie mit Triggerpunktbe-
handlung (IV-act. 208).

Am 23.6.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im Juni 2018 arbeitsun-
fähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
39/189). 

3.18 Dr. … (FA Orthopädie/ Traumatologie, 
…) untersuchte die Versicherte am 6.7.18 
und stellte hinsichtlich des linken Fusses 
die Verdachtsdiagnose eines Sinus tarsi 
Syndroms links; die Indikation zur Band-
plastik sei fraglich, zumal die Versicherte 
weder über ein OSG-Supinationstrauma 
noch über ein Instabilitätsgefühl berichte 
(IV-act. 210-6f./7); zur Arbeitsfähigkeit 
konnte er nicht Stellung nehmen (IV-act. 
210-5/7 oben).

3.19 Am 12.7.18 teilte die Rechtsvertreterin 
der IV-Stelle u.a. mit, dass die Versicherte 
aktuell keine Erwerbsarbeit ausübe und 
noch unklar sei, ob der Fuss nochmals ope-
riert werden müsse (IV-act. 205).

Beim RAV-Beratungsgespräch vom 3.7.18 
wurde notiert, dass die Versicherte immer 
noch in Verhandlungen mit dem künftigen 
Arbeitgeber sei; sie sei optimistisch, dass 
es per Sept. 18 klappen sollte; die Arbeits-
bemühungen für Juni seien i.O. (Fremdak-

31

ten 6-33/68).
Am 23.7.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im Juli 2018 arbeitsun-
fähig gewesen zu sein (Fremdakten 4-
35f./189).

3.20 PD Dr. Dr. … berichtete der Hausärztin 
Dr. … am 16.8.18, 8 Physiotherapiesitzun-
gen hätten nicht den gewünschten Erfolg 
gebracht; die muskuläre Situation habe sich 
etwas verbessert, die passive Translation 
des Kiefergelenkes sei nun möglich, es 
würden sich immer noch enoral deutliche 
Pressmarker an der Zunge und Schlifffacet-
ten zeigen; im Kaumuskelbereich seien 
Triggerpunkte vorhanden, welche schmerz-
haft seien; eine neurologische Abklärung 
habe eine MS ausschliessen können; es 
bestehe eine isolierte Kiefergelenksaffektion 
links mit beginnender arthrotischer Verän-
derung. Eine Verbindung zu einer etwaigen 
intrazerebralen Veränderung bestehe mit 
Sicherheit nicht (IV-act. 215).

Am 23.8.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im August 2018 ar-
beitsunfähig gewesen zu sein (Fremdakten 
4-23f./189).
Beim RAV-Beratungsgespräch v. 29.8.18 
wurde notiert, die Versicherte habe eine 
Stelle, der Vertrag sei noch nicht ausge-
stellt, voraussichtlich ab 1.1.19; sie könne 
noch 3 Monate ALV-Taggelder beziehen, 
danach sei sie ausgesteuert; weiterhin 10 
Arbeitsbemühungen pro Monat (Fremdak-
ten 6-32/68).

3.21 Am 23.9.18 verneinte die Versicherte 
gegenüber dem RAV, im September 2018 
arbeitsunfähig gewesen zu sein (Fremdak-
ten 4-20f./189).
Am 23.10.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im Oktober 2018 ar-
beitsunfähig gewesen zu sein (Fremdakten 
4-16f./189).

3.22 Am 2.11.18 teilte die Rechtsvertreterin 
der IV-Stelle mit, dass am 16.11.18 Dr. … in 
der Hirslanden Klinik … eine Fussoperation 
und Dr. … am 3.12.18 in … den Kiefer ope-
rieren werde (IV-act. 216).

Am 23.11.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im November 2018 ar-
beitsunfähig gewesen zu sein (Fremdakten 
4-13f./189).

3.23 Die angekündigte Fussoperation wur-
de nicht durchgeführt (offenbar weil 
zunächst ein ambulanter Opiatentzug bei 
Dr. F.________ abgesprochen wurde, IV-
act. 219). 

3.24 Am 3.12.18 wurde die Versicherte von 
PD Dr. Dr. …r operiert (Gelenkrevision links 
mit Interponat von Temporalismuskel). Im 
Austrittsbericht v. 6.12.18 wurde der post-
operative Verlauf als komplikationslos be-
schrieben. Im Verlaufsbericht v. 27.12.18 an 
die IV-Stelle eine Arbeitsunfähigkeit von 4 
Wochen ab 3.12.18, eine nächste Kontrolle 
am 17.1.19 werde zeigen, ob die AUF ver-
längert werde (IV-act. 217).

Am 19.12.18 verneinte die Versicherte ge-
genüber dem RAV, im Dezember 2018 ar-
beitsunfähig gewesen zu sein (Fremdakten 
4-10f./189).
Beim RAV-Beratungsgespräch vom 
20.12.18 wurde notiert, dass die ALV-
Taggelder per 4.1.19 ausgeschöpft seien; 
es sei vorgesehen, die Versicherte per 
6.1.19 abzumelden (Fremdakten 6-30/68).

3.25 Am 22.1.19 verneinte die Versicherte 

32

gegenüber dem RAV, im Januar 2019 ar-
beitsunfähig gewesen zu sein (Fremdakten 
4-6f./189).

3.26 Dr. F.________ machte in einem Be-
richt vom 4.3.19 an die IV-Stelle eine deutli-
che Verschlechterung des gesundheitlichen 
Zustandes der Versicherten geltend. Die 
Kieferoperation (3.12.18) habe etwas Linde-
rung in der Kiefergegend gebracht, jedoch 
"blieben die 'alten' Schmerzen unverändert". 
Es sei am 6.3.19 eine Botoxspritze geplant, 
ab 7.3.19 über Monate erneut ein ambulan-
ter Medikamenten-Entzug von Opiaten und 
Benzodiazepinen; dann folge noch eine 
komplizierte Fussoperation (IV-act. 223).

4. Eine gerichtliche Würdigung der vorstehenden Angaben zeitigt (unter Ein-
bezug der gesamten Aktenlage) die nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

4.1.1  Anknüpfend an den massgebenden Vergleichszeitpunkt (VGE vom 5.9.16 
mit dem darin berücksichtigten Verlauf bis zur Verfügung vom 9.3.16), wonach 
ab März 2014 in der angestammten Tätigkeit (im Treuhandbereich) eine Arbeits- 
bzw. Leistungsfähigkeit von 80% (bzw. eine Leistungseinbusse von 20% infolge 
erhöhter Erschöpfbarkeit/ vermehrtem Pausenbedarf) veranschlagt wurde (vgl. 
Erw. 4.4.5 des Entscheids VGE I 2016 40 vom 5.9.2016), ist der Argumentation 
der Vorinstanz insofern beizupflichten, als sinngemäss in der mit dem Revisions-
gesuch vom 16. Januar 2017 geltend gemachten Verschlechterung des Gesund-
heitszustands grundsätzlich keine rentenrelevante Veränderung zu erblicken ist. 
Als Ausgangspunkt ist zu berücksichtigen, dass die Versicherte mit einer abge-
schlossenen Ausbildung im Treuhandbereich am 12. Mai 2017 einen Antrag auf 
Arbeitslosenentschädigung unterzeichnete, wobei oberhalb der Unterschrift der 
Vermerk enthalten ist: "Ich bestätige, dass ich alle Fragen wahrheitsgetreu und 
vollständig beantwortet habe" (vgl. Fremdakten 4-169/189, unterhalb der Mitte). 
In diesem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung deklarierte die Versicherte, eine 
Teilzeitbeschäftigung im Umfange von 20 bis 22 Stunden pro Woche bzw. 50% 
einer Vollzeitbeschäftigung zu suchen (vgl. Fremdakten 4-166/189 Ziff. 3). Unmit-
telbar nach dieser Ziffer 3 beantwortete die Versicherte die Frage Ziffer 4 "Sind 
Sie zur Zeit im gewünschten Ausmass arbeitsfähig" mit "Ja". Weitere Fragen auf 
diesem Antragsformular, namentlich "Haben Sie ein Taggeld oder eine Rente 
beantragt?", beantwortete die Versicherte - ungeachtet der angesprochenen 
Wahrheitspflicht - mit "Nein" (vgl. Fremdakten 4-166/189 Ziff. 9). 

33

4.1.2  Im erwähnten Revisionsgesuch vom 16. Januar 2017 wurde als Auslöser 
der gesundheitlichen Verschlechterung der unerwartete Todesfall vom 22. Sep-
tember 2016 in der Familie der Versicherten bezeichnet (IV-act. 127-2/14). Die 
vom Krankentaggeldversicherer beauftragte Psychiaterin Dr.med. AL.________ 
B.________ beurteilte diesen Todesfall eines Verwandten als "eine vorüberge-
hende Krise"; aus medizinisch-theoretischer Sicht fänden sich keine Gründe, die 
gegen eine schrittweise Wiederaufnahme der Erwerbsarbeit sprechen würden; 
ab Mai 2017 bis August 2017 sei mit einem Beginn zu 50% und danach ab Sep-
tember 2017 mit einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Fremdakten 5-
64/112). 

4.1.3  Dieser Einschätzung der erwähnten psychiatrischen Gutachterin pflichtete 
der Vertrauensarzt des Krankentaggeldversicherers, Dr.med. AM.________, in 
einer Stellungnahme vom 28. Juni 2017 bei, indem er ausführte, eine 50%ige Ar-
beitsfähigkeit ab Mai 2017 sei medizinisch gerechtfertigt und vertretbar sowie ei-
ne prognostische Steigerung der Arbeitsfähigkeit per September 2017 sei nach-
vollziehbar, ohne dass besonders auf den Medikamentenentzug zu drängen wä-
re (Fremdakten 5-32/112). 

4.2 Im Einklang damit steht auch, dass die Versicherte am 26. Mai 2017 ge-
genüber dem RAV folgende Erklärung abgab: "zu 50% arbeitsfähig & vermittel-
bar im Monat Mai 2017" (vgl. Fremdakten 4-120/189 unten). Analog deklarierte 
die Versicherte am 26. Juni 2017 gegenüber dem RAV "50% Arbeitsfähigkeit ab 
01.05.2017 bis auf weiteres" (Fremdakten 4-117/179), derweil der behandelnde 
Psychiater im ärztlichen Zeugnis vom 28. Juni 2017 für den Juli 2017 eine Ar-
beits(un)fähigkeit von 50% bescheinigte (Fremdakten 4-104/189 und 4-101/189). 
Sodann beschaffte die Versicherte am 29. September 2017 eine vom behan-
delnden Psychiater Dr. F.________ ausgestellte Bescheinigung, wonach sie (die 
Versicherte) ab 1. September 2017 zu 100% arbeitsfähig sei (Fremdakten 4-
77/189). Diese Bescheinigung übermittelte die Versicherte am 3. Oktober 2017 
an die Arbeitslosenversicherung (Fremdakten 4-78/189), womit sie aktiv den 
Standpunkt einnahm, ab dem genannten Zeitpunkt zu 100% arbeitsfähig zu sein.

4.3 Für dieses Zwischenergebnis, wonach ab September 2017 von der ge-
genüber der Arbeitslosenversicherung deklarierten Arbeitsfähigkeit von 100% 
auszu-gehen ist, spricht zum einen auch, dass die am 11. Juli 2017 am Rönt-
geninstitut Schwyz sowie am 31. Juli 2017 am Röntgeninstitut … durchgeführten 
MR-Untersuchungen unauffällig blieben (ohne nachweisbare relevante Verände-
rungen, vgl. IV-act. 177-7/10 und 177-9/10). Hinsichtlich des von Dr. … 
AQ.________ am 18. August 2017 festgestellten CIS (klinisch isoliertes Syn-

34

drom) verhält es sich so, dass diese neurologische Fachärztin keine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit attestierte (vgl. IV-act. 179-4ff./12 i.V.m. IV-act. 194-3/4 
Ziff. 3.4 in fine "neurol. Einschränkungen bestehen nicht"). 

4.4 Zum andern fällt massgeblich ins Gewicht, dass die Versicherte mehrfach 
die klaren Fragestellungen "Waren Sie arbeitsunfähig" (jeweils Ziffer 4) ausdrück-
lich mit "Nein" beantwortete (vgl. Fremdakten 4-81/189 betr. September 2017; 4-
76/189 betr. Okt. 2017; 4-73/189 betr. Nov. 2017; 4-68/189 betr. anfangs De-
zember 2017; 4-54/189 betr. Februar 2018; 4-51/189 betr. März 2018; 4-48/189; 
4-48/189 betr. April 2018; 4-44/189 betr. Mai 2018; 4-39/189 betr. Juni 2018; 4-
36/189 betr. Juli 2018; 4-24/189 betr. August 2018; 4-21/189 betr. September 
2018; 4-17/189 betr. Oktober 2018; 4-14/189 betr. November 2018; 4-11/189 be-
tr. Dezember 2018; 4-7/189 betr. Januar 2019; eine Ausnahme bzw. das Vorlie-
gen einer Arbeitsunfähigkeit betrifft die Zeit nach der Fussoperation vom 18. De-
zember 2017, wonach die Versicherte selber am 25. Januar 2018 deklarierte, 
vom 18.12.2017 bis 16.1.2018 arbeitsunfähig gewesen zu sein, siehe Fremdak-
ten 4-58/189 Ziff. 4).

4.5 Unbehelflich ist in diesem Zusammenhang die Argumentation in der Be-
schwerde (S. 14), wonach sinngemäss die Versicherte der Meinung gewesen 
sei, sie müsse in den monatlichen ALV-Formularen angeben, "was die Kranken-
taggeldversicherung bzw. die IV-Stelle bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit entschie-
den habe". Einmal abgesehen davon, dass die Versicherte mehrfach (d.h. im Juli 
2017, im August 2017 und im Januar 2018) in der Lage war, die Frage "Waren 
Sie arbeitsunfähig?" korrekt zu beantworten (Fremdakten 4-90/189, 4-86/189 und 
4-58/189, jeweils Ziff. 4), findet die erwähnte Argumentation ("was die Kranken-
taggeldversicherung bzw. die IV-Stelle bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit entschie-
den habe") in den Akten keine Stütze, denn die Versicherte verneinte ab Sep-
tember 2017 mehrfach, dass sie eine Taggeldversicherung für den Krankheitsfall 
habe und dass sie Leistungen einer anderen in- oder ausländischen Sozialversi-
cherung verlangt oder erhalten habe (vgl. Fremdakten 4-81/189, 4-76/189, 4-
73/189, 4-68/189, je Ziff. 4 in fine und Ziff. 8). Nicht zu hören ist in diesem Zu-
sammenhang der Einwand in der Eingabe vom 6. Januar 2021 (S. 3, Ziff. 6), wo-
nach die Versicherte deshalb die betreffende Frage 8 ("Haben Sie Leistungen ei-
ner anderen in- oder ausländischen Sozialversicherung verlangt oder erhal-
ten"…) mit "Nein" beantwortet, weil sie sich nicht in der Lage sah, die betreffen-
den Kopien der Unterlagen und Abrechnungen einzureichen.

Die im Treuhandbereich ausgebildete Versicherte musste bei pflichtgemässer 
Aufmerksamkeit wissen, dass ihre unter Hinweis auf die Wahrheitspflicht ge-
genüber der Arbeitslosenversicherung abgegebenen Erklärungen zur eigenen 

35

Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auch gegenüber der Invalidenversicherung gültig 
sind. Es geht jedenfalls nicht an, sich für den gleichen Zeitraum gegenüber der 
Arbeitslosenversicherung als arbeitsfähig und gegenüber der Invalidenversiche-
rung als arbeitsunfähig zu bezeichnen. Ein solches widersprüchliches Verhalten 
kann keinen Rechtsschutz finden.

Im Übrigen hat die Versicherte ihre in Erwägung 4.4 aufgeführten Erklärungen, 
wonach sie sich selbst ab September 2017 als arbeitsfähig bezeichnete, nach 
der Aktenlage nicht damit verknüpft, dass sie sich auf die Vorleistungspflicht der 
Arbeitslosenversicherung (gemäss Art. 70 Abs. 2 lit. b ATSG) berufe, jedenfalls 
sind diesbezüglich den vorliegenden Akten keine relevanten Anhaltspunkte zu 
en