# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c94422b-02a0-5b35-8da5-b8b4770b8e12
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.06.2020 200 2020 53
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-53_2020-06-19.pdf

## Full Text

200 20 53 IV
KOJ/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Juni 2020

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________ 
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Dezember 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1982 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) mel-
dete sich im Juni 2004 erstmals bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Als 
Art der Behinderung gab sie physische Krankheiten (Magen, Kopf, Rücken) 
aufgrund psychischer Belastungen an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1). Nach Einholung diverser erwerblicher und medizinischer Unterlagen 
forderte die IVB die Versicherte im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht 
mit Schreiben vom 11. Juli 2006 – unter Hinweis auf die Folgen im Unterlas-
sungsfall – auf, sich in eine stationäre psychiatrische Behandlung zu bege-
ben (AB 39). Nachdem die Versichert dieser Aufforderung nicht nachgekom-
men war (vgl. AB 40, 42), verfügte die IVB am 30. November 2006 die Ab-
weisung des Leistungsbegehrens wegen Verweigerung von Eingliederungs-
massnahmen (AB 51). 

Im Oktober 2013 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Migräne und 
eine psychische Erkrankung neu bei der IVB zum Leistungsbezug an 
(AB 54). Die IVB holte insbesondere ein psychiatrisches Gutachten von Dr. 
med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
10. November 2014 (AB 80.1) ein und verfügte nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (AB 81) am 2. Februar 2015 die Abweisung des Leistungs-
begehrens, da kein Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversiche-
rung vorliege (AB 85). 

B.

Im Dezember 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an (AB 91). Nach Eingang verschiedener medizinischer Unterlagen veran-
lasste die IVB unter anderem eine bidisziplinäre (psychiatrisch-neurologi-
sche) Begutachtung durch die MEDAS E.________ (MEDAS; Expertise vom 
31. Dezember 2018, AB 124.1 - 124.3), einen Bericht des Regionalen Ärztli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 3

chen Dienstes (RAD) vom 27. Februar 2019 (AB 126, S. 6 f.) und einen Ab-
klärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 21. Mai 2019 (AB 132). Mit Vorbe-
scheid vom 4. Juni 2019 stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 32% 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 133). Auf den hier-
gegen erhobenen Einwand (AB 140) hin holte die IVB eine Stellungnahme 
des Bereichs Abklärungen vom 21. Oktober 2019 (AB 143) ein und verfügte 
am 2. Dezember 2019 wie angekündigt (AB 144).

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, Rechtsdienst, 
Rechtsanwalt C.________, am 20. Januar 2020 beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Dezember 2019 sei auf-
zuheben.

2. Der Beschwerdeführerin sei mit Wirkung ab 1. Juli 2018 eine Viertels-In-
validenrente zuzusprechen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli-
gen und sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu be-
freien. Zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den 
Unterzeichnenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass sie ohne Ge-
sundheitsschaden in einem 100%-Pensum arbeiten würde. Die Invaliditäts-
bemessung habe daher nach der allgemeinen Methode des Einkommens-
vergleichs zu erfolgen und belaufe sich auf 40%. Mit Eingabe vom 4. Februar 
2020 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen zum Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege zu den Akten.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2020 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Februar 2020 wurde das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen und Rechtsanwalt 
C.________ der Beschwerdeführerin als amtlicher Anwalt beigeordnet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 4

Mit Replik vom 16. März 2020 und Duplik vom 14. April 2020 hielten die Par-
teien an ihren Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invali-
denversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 2. Dezember 2019 
(AB 144). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdefüh-
rerin.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 5

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob 
der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar 
ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbar-
keitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der ge-
sundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als 
Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversi-
cherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbs-
fähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 6

die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das 
Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 
V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggra-
vation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und 
andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich na-
mentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, in-
tensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch 
vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch ge-
nommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen 
unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag behauptet 
werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se 
auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. Besteht im 
Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die 
Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen 
eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sind, ohne dass 
das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige 
psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, 
fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser Betracht und ein Ren-
tenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die klassifikatorischen Merk-
male einer psychischen Störung gegeben sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 
ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzeichen neben einer ausge-
wiesenen verselbständigten Gesundheitsschädigung (BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen derweil im Umfang der Aggrava-
tion zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 
2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 7

eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung 
leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensa-
tionspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leis-
tungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach 
gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu beach-
ten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien „funktioneller Schwere-
grad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der 
Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines 
rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionel-
len Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An-
spruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig 
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die 
materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 8

wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird 
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 er-
füllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Dies 
gilt analog, wenn die versicherte Person nach vorausgegangener rechtskräf-
tiger Ablehnung erneut eine Eingliederungsmassnahme beantragt (BGE 113 
V 22 E. 3b S. 27; ZAK 1991 S. 262 E. 1a). Erheblich ist eine Sachverhaltsän-
derung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invaliden-
rente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten 
Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). 
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung im-
mer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Ver-
änderung des Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss 
(BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, 
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des 
Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der 
Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver-
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun-
mehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität 
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts-
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmel-
dungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – 
durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiel-
len Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjeni-
gen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 9

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Renten-
anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden 
Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzun-
gen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 
IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel-
cher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärzt-
liche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-
che Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, wo-
mit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch poten-
tiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenablehnenden Verfügung 
vom 2. Februar 2015 (AB 85) mit demjenigen im Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung vom 2. Dezember 2019 (AB 144) zu vergleichen ist (vgl. 
E. 2.4.3 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte die leistungsabweisende Verfügung 
vom 2. Februar 2015 (AB 85) in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 10. November 
2014 (AB 80.1). Dr. med. D.________ stellte darin keine Diagnosen mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit diagnostizierte sie akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) und 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_721%2F2010&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-V-198%3Ade&number_of_ranks=0#page198

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 10

fachfremd eine Migräne (AB 80.1, S. 21). Aus rein psychiatrischer Sicht lasse 
sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen (AB 80.1, S. 27).

Im bidisziplinären (psychiatrisch-neurologischen) Gutachten der MEDAS 
vom 31. Dezember 2018 diagnostizierten die Experten mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine moderate Zwangssymptomatik (ICD-10: F42.1), 
eine mögliche leichtgradige Angstsymptomatik (am ehesten ICD-10: F41.8 
oder F41.3), eine Persönlichkeit mit vor allem infantilen und histrionischen, 
differentialdiagnostisch auch ängstlichen und zwanghaften Zügen (ICD-10: 
F61.0; Differentialdiagnose: ICD-10: Z73.1) und eine chronische Migräne mit 
visueller Aura, trigeminoautonomen Symptomen und vegetativer Begleit-
symptomatik ES/ED ca. 1994. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
wurde eine Laktoseintoleranz und eine Allergie mit unklarem Auslöser dia-
gnostiziert (AB 124.1, S. 5 f. Ziff. 4.2). Im Rahmen der Konsensbeurteilung 
wurde eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit (fünf bis fünfeinhalb Stunden täglich, 
nach Möglichkeit aufgeteilt in zwei Phasen mit einer längeren Pause) in der 
bisherigen Tätigkeit als ... wie auch in einer angepassten Tätigkeit attestiert. 
Die Einschränkung erfolge aufgrund der psychiatrischen Beurteilung. Kon-
taktintensive und gleichzeitig teambezogene Arbeiten sowie Tätigkeiten, 
welche mit unregelmässigen Arbeitszeiten oder vermehrter Nachtarbeit ver-
bunden seien, seien nicht zumutbar (AB 124.1, S. 7 Ziff. 4.7 f.). Die ange-
stammte Tätigkeit sei als adaptierte Tätigkeit zu erachten (AB 124.1, S. 7 
Ziff. 4.9).

Im Bericht vom 27. Februar 2019 führte der RAD-Arzt Dr. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Diagnosen und das 
Zumutbarkeitsprofil des MEDAS-Gutachtens seien nachvollziehbar (AB 126, 
S. 6).

3.3 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 31. Dezember 2018 
stellen die Experten nunmehr konkrete Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit in den Fachrichtungen Psychiatrie und Neurologie 
(AB 124.1, S. 5 Ziff. 4.2) und attestieren eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen wie auch einer angepassten Tätigkeit (AB 124.1, S. 7 Ziff. 4.7 f.). 
Bereits die Hausärztin Dr. med. G.________, bei welcher die Beschwerde-
führerin seit 2003 in Behandlung ist, führte im Bericht vom 14. Februar 2018 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 11

aus, dass die chronischen, fast täglichen Schmerzen der Beschwerdeführe-
rin besonders in den letzten Jahren zugenommen hätten (AB 100, S. 1). Dies 
spricht vorliegend für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Im 
MEDAS-Gutachten wird demgegenüber von einer „gewissen Verbesserung 
seit 2015“ ausgegangen (AB 124.1, S. 8 Ziff. 4.11/3). Die Frage, ob eine Ver-
änderung des Gesundheitszustandes vorliegt und damit ein Revisionsgrund 
zu bejahen ist, kann schliesslich mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens 
(vgl. E. 4.5 hiernach) offen gelassen werden.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den 
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 
124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 31. Dezember 2018 (Konsensbeurtei-
lung [AB 124.1] samt psychiatrischem und neurologischem Teilgutachten 
[AB 124.2 f.]) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 3.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt. Die darin enthalte-
nen Feststellungen beruhen auf einlässlichen fachärztlichen Abklärungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 12

und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklag-
ten Beschwerden getroffen worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die 
medizinischen Befunde, die zu stellenden Diagnosen und die daraus zu zie-
henden Schlussfolgerungen zur medizinisch-theoretisch zumutbaren Ar-
beitsfähigkeit nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. Die Ergebnisse 
der einzelnen fachärztlichen Untersuchungen fanden sodann Eingang in die 
umfassende interdisziplinäre Konsensbeurteilung. Auf das MEDAS-Gutach-
ten vom 31. Dezember 2018 kann – jedenfalls in diagnostischer Hinsicht so-
wie betreffend die psychiatrischen Einschränkungen (vgl. dazu E. 3.6 hier-
nach) – grundsätzlich abgestellt werden.

3.6 In somatisch-neurologischer Hinsicht wurde im Teilgutachten mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Migräne diagnostiziert 
(AB 124.3, S. 7 Ziff. 6.1) und ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin durch 
diese in ihrem Alltagsleben relevant eingeschränkt sei (AB 124.3, S. 8 
Ziff. 7.2). Aufgrund der Migränekopfschmerzen bestehe eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 20%. Die Beschwer-
deführerin sei in allen Tätigkeiten, welche mit unregelmässigen Arbeitszeiten 
oder vermehrter Nachtarbeit verbunden seien, nur eingeschränkt arbeits-
fähig (AB 124.3, S. 9 Ziff. 8.2). In der Konsensbeurteilung wurde demge-
genüber eine 40%-ige Arbeitsunfähigkeit (in der angestammten wie auch ei-
ner angepassten Tätigkeit) einzig aufgrund der psychiatrischen Beurteilung 
festgestellt (AB 124.1, S. 7 Ziff. 4.7 f.). Es ist diesbezüglich davon auszuge-
hen, dass die neurologische Einschränkung von 20% im Rahmen der Kon-
sensbeurteilung – entgegen der Formulierung, wonach die Einschränkung 
einzig auf die psychiatrischen Probleme zurückzuführen seien – berücksich-
tigt worden bzw. in den 40% inbegriffen ist. So führte die neurologische Gut-
achterin immerhin aus, dass die Migränekopfschmerzen durch psychische 
Ereignisse bzw. Belastungen ausgelöst würden (AB 124.3, S. 8 Ziff. 7.2). 
Selbst wenn (zu Gunsten der Beschwerdeführerin) von einer zusätzlichen 
neurologischen Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 20% 
ausgegangen würde, resultiert im Ergebnis kein rentenbegründender Invali-
ditätsgrad (vgl. E. 3.7 f. und 4.4 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 13

3.7

3.7.1 Die MEDAS-Experten diagnostizierten im psychiatrischen Teilgut-
achten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine moderate Zwangssympto-
matik, am ehesten im Sinne von Zwangshandlungen (ICD-10: F42.1), eine 
mögliche leichtgradige Angstsymptomatik (am ehesten ICD-10: F41.8 oder 
41.3) und eine Persönlichkeit mit vor allem infantilen und histrionischen, dif-
ferentialdiagnostisch auch ängstlichen und zwanghaften Zügen (ICD-10: 
F61.00; Differentialdiagnose: ICD-10: Z73.1; AB 124.2, S. 8 Ziff. 6.1). Sym-
ptome für eine posttraumatische Belastungsstörung konnten im Rahmen der 
Begutachtung nicht festgestellt werden (AB 124.2, S. 12).

Zu prüfen bleibt, ob die medizinisch-theoretisch attestierte Arbeitsunfähigkeit 
von 40% aufgrund des psychischen Gesundheitsschadens auch eine ren-
tenrelevante Invalidität begründet respektive rechtlich massgeblich ist, wes-
halb eine Indikatorenprüfung durchzuführen ist (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

3.7.2 Vorab ist hinsichtlich möglicher Ausschlussgründe festzuhalten, dass 
die Beschwerdeführerin gemäss den MEDAS-Experten durch die theatra-
lisch anmutende Darstellungsweise, insbesondere zu Beginn der Begutach-
tung, etwas verdeutlichend gewirkt habe, eine eigentliche Aggravation, Si-
mulation oder Dissimulation jedoch nicht festgestellt werden konnte 
(AB 124.2, S. 7). Dennoch wurden im psychiatrischen Teilgutachten einige 
Diskrepanzen, Diffusitäten und Inkonsistenzen erwähnt, insbesondere z.B. 
was das mögliche Freizeitaktivitätsspektrum und Sozialkontakte angehe 
(z.B./v.a. Bergwanderung: Während einerseits angegeben werde, dass kei-
nerlei Erwerbstätigkeit denkbar sei, da jegliche körperliche Anstrengung Mi-
gräne auslöse, würden andererseits als Zukunftspläne noch für 2018 zwei 
Bergtouren mit Hund und einem Bekannten genannt – einer der genannten 
Berge bzw. Gipfel sei deutlich über 2000 über Meer; AB 124.2, S. 13 
Ziff. 7.3). Die Frage, ob die Grenzen eines verdeutlichenden Verhaltens 
überschritten worden sind, kann indes jedoch dahingehend offen gelassen 
werden, als dass der psychischen Symptomatik nach Massgabe des struk-
turierten Beweisverfahrens (vgl. E. 2.2.2 hiervor) – wie sogleich dargelegt 
wird – vorliegend ohnehin keine invalidisierende Wirkung zukommt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 14

Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 
E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu prüfen 
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hier ist festzuhalten, dass die Ausprägung 
der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.) nicht schwer ist. Der psychiatrische Gutachter ging neben histrio-
nischen und unselbstständigen, ängstlich und zwanghaft betonten Persön-
lichkeitszügen lediglich von einer leichten bis moderaten Zwangs- und 
Angstsymptomatik aus, welche ein strukturiertes und sozial aktives Leben 
nicht verhindern (AB 124.2, S. 8 Ziff. 6.1 und S. 12). Insgesamt wurde die 
psychiatrische Störung als nicht mehr als mittelgradig eingeschätzt 
(AB 124.2, S. 13 Ziff. 7.1). Dabei ist auch auf die erhebliche Dekonditionie-
rung und Selbstlimitierung bei jahrelanger Arbeitsabstinenz und weitgehen-
der Entpflichtung von therapeutischen Anstrengungen hinzuweisen, was von 
den psychiatrischen Experten als insuffizient angesehen wurde (AB 124.2, 
S. 12).

Betreffend Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (BGE 141 
V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) geht aus den Akten hervor, dass die Beschwer-
deführerin stationäre und teilstationäre psychiatrische Aufenthalte stets ab-
lehnte. Zwar befindet sich die Beschwerdeführerin seit Dezember 2011 in 
ambulanter psychiatrischer Behandlung bei lic. phil. J.________, Psychothe-
rapeutin FSP (AB 71, 103); diese fand jedoch bis vor kurzem nicht mehr als 
einmal pro Monat statt (AB 124.2, S. 12 f.). Im psychiatrischen Teilgutachten 
der MEDAS wurde denn auch dringend eine Intensivierung der psychiatri-
schen Behandlung empfohlen, welche integrationsorientiert – insbesondere 
mittels verhaltenstherapeutischen Modulen – umzugestalten sei. Solange 
die Beschwerdeführerin nicht erwerbstätig sei, sei auch die Etablierung einer 
(therapeutisch orientierten) Tagesstrukturierung zu empfehlen. Um einer 
weitergehenden Dekonditionierung, Selbstlimitierung, dysfunktionalen 
Krankheitsüberzeugung und Regression nicht weiter Vorschub zu leisten, ri-
eten die psychiatrischen Experten von einer vollstationären Behandlung eher 
ab, jedoch könne die tagesstrukturierte Therapie und Beschäftigung durch-
aus im Rahmen einer tagesklinischen (teilstationären) Behandlung stattfin-
den (AB 124.2, S. 14 Ziff. 8.3). Eine Behandlungsresistenz ist damit nicht 
ausgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 15

Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f., 141 V 
281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, postulierten die Gutachter zwar eine 
Wechselwirkung zwischen dem depressiven Geschehen und der chroni-
schen Migräne (AB 124.3, S. 8 Ziff. 7.2) und auch die Zwangs- und die Angst-
symptomatik wurden als persönlichkeitsassoziiert erachtet (AB 124.2, S. 12). 
Dabei handelt es sich jedoch einzig um leichte Komorbiditäten, wobei auch 
hier auf die Diskrepanzen, Diffusitäten und Inkonsistenzen der Beschwerde-
führerin hinzuweisen ist (AB 124.2, S. 13). Mithin bestehen keine Hinweise 
für eine wesentliche ressourcenhemmende Komorbidität.

Was den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) betrifft, 
wurde – wie bereits erwähnt – eine Persönlichkeit mit vor allem infantilen und 
histrionischen, differentialdiagnostisch auch ängstlichen und zwanghaften 
Zügen (ICD-10: F61.0) diagnostiziert. Als Differentialdiagnose wurde die 
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) genannt 
(AB 124.2, S. 8 Ziff. 6.1). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 
sind Z-Diagnosen nicht von vornherein unbeachtlich, sondern entscheidend 
ist, ob einer Störung ressourcehemmende Wirkung beizumessen ist (BGE 
143 V 418 E. 8.1 S. 430). Dies ist im vorliegenden Fall gemäss den Experten 
jedoch gerade zu verneinen. Die Persönlichkeitsstörung bzw. die entspre-
chenden Züge wurden nicht selbstständig, sondern als Teil der Zwangs- und 
Angstsymptomatik festgestellt, welche die Beschwerdeführerin jedoch nicht 
daran hindert, ein strukturiertes und sozial aktives Leben zu führen 
(AB 124.2, S. 12).

Der Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) spricht ge-
gen die rechtliche Anerkennung der medizinisch attestierten Einschränkun-
gen, hält das soziale Umfeld doch diverse Ressourcen bereit. Im Rahmen 
der psychiatrischen Begutachtung berichtete die Beschwerdeführerin von ei-
nem unterstützenden, anregenden sowie bergenden sozialen Netz 
(AB 124.2, S. 11) und es waren höchstens zeitweise bzw. kontextabhängige 
leichtgradige Einschränkungen relevanter Partizipationsfähigkeiten feststell-
bar (AB 124.2, S. 13 Ziff. 7.4). So hat sie einige Bekannte und Freunde, mit 
denen sie sich ab und zu trifft. Ferner trifft sie Menschen, wenn sie mit dem 
Hund regelmässig und mehrmals pro Tag spazieren geht, mit denen sie ein 
bisschen „smalltalke“. Weiter berichtete sie von einer Freundin, für die sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 16

Hausarbeiten verrichte, und von ihrem Hundesitter, mit welchem sie zwei 
Bergtouren geplant habe (AB 124.2, S. 2, 5 f.).

Im Rahmen der Konsistenzprüfung ist schliesslich festzuhalten, dass keine 
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-
chen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) besteht. Den Ausführungen zum 
Tagesablauf kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin zwi-
schen 5.30 und 6.00 Uhr aufstehe, sich im Bad parat mache (ihr sei wichtig, 
dass sie sich schön frisiere und gut schminke, da sie gut aussehen wolle) 
und in die Küche gehe, wo sie einen Kaffee trinke und das Frühstück ein-
nehme und ihrem Hund zu fressen (sowie seine Medikamente) gebe. Dann 
gehe sie eine Stunde mit ihrem Hund spazieren, wobei sie auch Leute treffe, 
mit denen sie ein bisschen „smalltalke“. Von diesen Aktivitäten sei sie schon 
wieder müde. Nach dem Heimkommen erledige sie sofort die Post und lege 
die entsprechenden Schriftstücke ab. Einmal pro Tag putze sie die Woh-
nung; im Grunde mache sie immer direkt sauber, was sie gebraucht habe. 
Sie koche jeden Tag meistens auch vor, damit immer etwas da sei. Mit ihrem 
Hund zusammen gehe sie auch einkaufen. Dabei komme ihr auch weniges 
subjektiv als viel vor; für alles brauche sie viel Zeit. Nach dem Nachhause-
kommen höre sie Musik, ab und zu treffe sie auch Freunde. Häufig sei sie 
mit ihrem Hund auf dem Balkon; sie übe gerne Tricks mit ihm ein. Abends 
gehe sie nochmals mit dem Hund spazieren und esse noch einen Salat, dann 
mache sie sich bettfertig. Sie „hänge extrem viel in ihren Gedanken“. Ca. um 
23.00 Uhr gehe sie zu Bett (AB 124.2, S. 5). Weiter gab die Beschwerdefüh-
rerin anlässlich der psychiatrischen Begutachtung an, sie plane zwei Berg-
touren mit ihrem Hund und einem Bekannten bzw. ihrem Hundesitter. Gleich-
zeitig machte sie geltend, zurzeit gar nicht arbeiten zu können (AB 124.2, 
S. 8). Vorliegend korrespondieren der geregelte Tagesablauf sowie die Frei-
zeitaktivitäten und erhaltenen Fähigkeiten nicht mit der gutachterlich attes-
tierten Arbeitsfähigkeit von lediglich 60%. Insofern erwähnten die Experten 
denn auch selber einige Diskrepanzen, Diffusitäten und Inkonsistenzen (ins-
besondere betreffend das mögliche Freizeitaktivitätsspektrum und Sozial-
kontakte). Insgesamt scheine die Beschwerdenauflistung mit der anderer-
seits dargestellten sozialen Situation mit Tagesablauf nicht völlig konsistent 
(AB 124.2, S. 13 Ziff. 7.3). Ferner bestehen erhebliche Zweifel am behand-
lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 17

BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304). Gemäss den psychiatrischen Experten 
scheinen diese doch nicht so gross zu sein, dass weitergehende therapeuti-
sche Anstrengungen unternommen würden. Hier zeige sich bei der Be-
schwerdeführerin eine ausgesprochene Durchsetzungsfähigkeit, indem sie, 
immerhin in diesem jungen Alter, seit ca. 15 Jahren nicht erwerbstätig sei 
und bis vor kurzem eine ambulante Therapiesitzungsfrequenz von nicht 
mehr als einmal monatlich wahrgenommen habe. Darüber hinaus habe sie 
jegliche stationäre oder teilstationäre Behandlung „erfolgreich“ abgelehnt 
(AB 124.2, S. 13 Ziff. 7.3).

3.7.3 Gestützt auf die massgebenden Indikatoren ist nicht mit dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der festge-
stellte psychische Gesundheitsschaden eine erhebliche funktionelle Ein-
schränkung bewirkt (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Vor diesem Hintergrund ist die 
attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen von 40% rechtlich 
nicht zu berücksichtigen.

3.8 Zusammenfassend besteht (aus somatisch-neurologischer Sicht) 
eine gesundheitlich bedingte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit von maximal 
20%. Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der 
Invaliditätsgrad zu ermitteln.

4.

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs 
als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Gesichtspunkt 
von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungs-
methode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Ob eine versi-
cherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige oder als Nichter-
werbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode 
der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, 
gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Üb-
rigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein-
trächtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). Entscheidend ist nicht, 
welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesund-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 18

heitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypo-
thetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 
S. 7 E. 5.1).

In der angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember 2019 (AB 144) stützt sich 
die Beschwerdegegnerin massgeblich auf den Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 21. Mai 2019 (AB 132; vgl. auch AB 143). Darin wurde die 
Beschwerdeführerin zu 80% als Erwerbstätige und zu 20% als Hausfrau ein-
gestuft (AB 132, S. 4 f. Ziff. 3.4 und 4). Dagegen bringt die Beschwerdefüh-
rerin vor, sie habe gegenüber der Abklärungsperson angegeben, sie würde 
bei guter Gesundheit zu 100% arbeiten; sie sei jung, kinderlos und alleinste-
hend (Beschwerde, S. 8 ff.). Die Frage des Status kann vorliegend offen ge-
lassen werden, da auch ein Abstellen auf den von der Beschwerdeführerin 
geltend gemachten Status als Vollerwerbstätige zu einem rentenausschlies-
senden Invaliditätsgrad führt (vgl. E. 4.4 hiernach).

4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkom-
men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarkt-
lage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 
SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche 
Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau bezif-
fern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach 
den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 19

nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebe-
nenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG; heute BGer {Bundesgericht}] vom 30. Oktober 2002, I 
517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-
son konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenom-
men, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE 
herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 
S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die 
selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll 
leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 
E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne her-
abzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Um-
ständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Al-
ter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, 
dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit 
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 
IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 20

4.3 Der frühest mögliche Rentenbeginn liegt unter Berücksichtigung der 
Anmeldung bei der IVB im Dezember 2017 (AB 91) und des Art. 29 Abs. 1 
IVG im Juni 2018. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich vor-
zunehmen. Ob das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu diesem 
Zeitpunkt erfüllt gewesen ist, kann hier ebenfalls offen bleiben (vgl. E. 4.4 
hiernach).

4.4 Die Beschwerdeführerin absolvierte nach der obligatorischen Schul-
zeit von September 1999 bis April 2001 zwei Praktika (AB 58). Im Jahr 2002 
schloss sie die einjährige Ausbildung zur ... ab (AB 60). Von Mai bis Dezem-
ber 2002 arbeitete sie als ... für die H.________ (AB 7) und im Februar 2003 
war sie als ... für die I.________ tätig (AB 13). Seither ist die Beschwerde-
führerin arbeitslos (vgl. AB 6) bzw. geht keiner Erwerbstätigkeit mehr nach 
(vgl. AB 128). Gemäss dem Zumutbarkeitsprofil der MEDAS-Gutachter ist 
die erlernte Tätigkeit als ... als angepasst (keine kontaktintensive und gleich-
zeitig teambezogenen Arbeiten sowie keine Tätigkeiten, welche mit unregel-
mässigen Arbeitszeiten oder vermehrter Nachtarbeiten verbunden sind) zu 
erachten (AB 124.1, S. 7 Ziff. 4.7; 124.2, S. 14 Ziff. 8.1 f.). Somit ist nicht zu 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen ge-
stützt auf die statistischen Zahlen der LSE (Tabelle TA1, Kompetenzniveau 
1 [einfache Arbeiten körperlicher oder handwerklicher Art], Frauen, Ziff. 96: 
sonstige persönliche Dienstleistungen) ermittelt hat (AB 132, S. 6 Ziff. 5.2). 
Aufgrund der gleichen Zahlen ist auch das Invalideneinkommen zu bestim-
men, weil die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet. 
Das Abstellen auf die fraglichen Tabellenlöhne wird von der Beschwerdefüh-
rerin denn auch nicht beanstandet. Sind Validen- und Invalideneinkommen 
ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren ge-
naue Ermittlung; diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Ar-
beitsunfähigkeit – hier maximal 20% (vgl. E. 3.8 hiervor) – unter Berücksich-
tigung des Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des EVG vom 15. April 
2003, I 1/03, E. 5.2). Da den medizinischen Einschränkungen bereits mit der 
reduzierten Leistungsfähigkeit umfassend Rechnung getragen wird, besteht 
für einen weiteren behinderungsbedingten Abzug kein Raum. Sodann liegen 
auch keine invaliditätsfremden Gründe vor, welche Anlass zu einem Abzug 
vom Tabellenlohn gäben (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 21

4.5 Zusammenfassend resultiert ein rentenausschliessender Invaliditäts-
grad von maximal 20% (vgl. E. 2.3 hiervor).

Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 2. Dezember 2019 
(AB 144) im Ergebnis als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.3 Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar von Rechtsanwalt 
C.________. 

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenansatz amtli-
cher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen 
unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 I 1 
E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr. 130.-- festgesetzt. Dieser 
allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im konkreten Fall mit 
dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschreiben der Sozialversi-
cherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 22

Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Die Kostennote von Rechtsanwalt C.________ vom Rechtsdienst 
B.________ vom 24. April 2020 ist nicht zu beanstanden. Entsprechend dem 
geltend gemachten Aufwand von 11.10 Stunden ist das amtliche Honorar auf 
Fr. 1‘443.-- (11.10 h x Fr. 130.--), zuzüglich Fr. 43.30 Auslagen und 
Fr. 114.45 Mehrwertsteuer, auf total Fr. 1‘600.75 festzusetzen und Rechts-
anwalt C.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Die Beschwerdefüh-
rerin hat dem Kanton Bern diese Kosten nach den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO – d.h. sobald sie innert zehn Jahren nach Abschluss des Ver-
fahrens zur Nachzahlung in der Lage ist – nachzubezahlen (Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht be-
freit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dem amtlichen Anwalt C.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘600.75 (inkl. Ausla-
gen und MWSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

http://www.justice.be.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2020, IV/20/53, Seite 23

- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 
3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.