# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1733a37d-e576-53ba-bab2-378ab8ba9cea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.01.2021 200 2020 791
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-791_2021-01-07.pdf

## Full Text

200 20 791 IV
JAP/TOZ/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Januar 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juni 2011 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von 
Hilfsmitteln an (Antwortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 1). Die 
IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) gewährte ihm am 28. Au-
gust 2012 eine binaurale Hörgeräteversorgung (AB 18). Im August 2019 
meldete sich der Versicherte erstmals wegen einer rezidivierenden depres-
siven Episode zum Leistungsbezug an (AB 23). Nach Durchführung der 
beruflichen Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen (Beratung und 
Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes [AB 46], 
Belastbarkeitstraining [AB 50, 59], arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung 
[AMA; AB 64, 67]) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 28. Juli 2020 (AB 
71) die Ablehnung des Leistungsgesuchs in Aussicht mit der Begründung, 
es bestehe kein Gesundheitsschaden mit invalidisierender Wirkung. Daran 
hielt sie nach erhobenem Einwand vom 8. August 2020 (ergänzt am 11. 
September 2020; AB 75, 81) fest und verneinte mit Verfügung vom 21. 
September 2020 (AB 82) einen Leistungsanspruch.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 22. Oktober 2020 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine Invalidenrente, seit wann 
rechtens, zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer 
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2020 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. September 2020 (AB 
82). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf 
Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

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2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des - unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes und der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers finden sich in den Akten insbeson-
dere folgende Angaben:

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3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie (ORL), 
Chefarzt der ORL-Abteilung des Spitals D.________ führte in der Expertise 
vom 14. Juli 2011 (AB 5 S. 2 f.) aus, der Beschwerdeführer leide an einer 
praktischen Taubheit links und einer höhergradigen Perzeptionsschwerhö-
rigkeit rechts mit zunehmend störendem Tinnitus links. Der Tinnitus persis-
tiere seit einem im Jahr 1978 erlittenen Knalltrauma (AB 5 S. 2). Am 
28. August 2012 wurde der Beschwerdeführer von der 
Invalidenversicherung mit Hörgeräten versorgt (AB 18).

In einem weiteren Bericht vom 27. August 2018 (AB 37 S. 10 f.) hielt 
Dr. med. C.________ eine plötzliche subjektive Zunahme des nunmehr 
störenden Tinnitus links, ohne Objektivierung einer klaren Veränderung im 
Vergleich zur Audiometrie vor sieben Jahren, fest. Ein neues Geschehen 
könne demnach ausgeschlossen werden; es müsse sich bei diesem aus-
geprägteren und sogar störenden Geräusch um eine erhöhte Wahrneh-
mung handeln. Die Gründe dafür dürften in der psychischen Belastung am 
Arbeitsplatz (Burnout, interne Versetzung, Lohnkürzung, Nichterreichen der 
Zielvorgaben) liegen. Der Facharzt empfahl jegliche vom Tinnitus ablen-
kenden Massnahmen wie insbesondere das Tragen des Hörgerätes rechts 
(tagsüber). 

3.1.2 Dem Bericht des Spitals D.________, Ambulatorium F.________, 
vom 30. Juli 2019 (AB 32.3 S. 3 bis 5) ist die Diagnose einer 
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), bei Status nach einer Überforderungssituation am 
Arbeitsplatz und einem ausgeprägten Tinnitus zu entnehmen (AB 32.3 S. 4 
Ziff. 4). Ein Wiedereinstieg beim derzeitigen Arbeitgeber gestalte sich 
aufgrund des belastenden Arbeitsverhältnisses schwierig (AB 32.3 S. 4 Ziff. 
7). Es finde eine integrierte psychiatrische Behandlung im Umfang von zwei 
Sitzungen pro Monat à 60 Minuten statt; im weiteren Verlauf seien 
Sitzungen alle zwei bis drei Wochen vorgesehen Die Behandlung mit 
Temesta habe ausgeschlichen werden können und es sei eine 
antidepressive Therapie mit Mirtazapin begonnen worden. Ausserdem 
erhalte der Beschwerdeführer Unterstützung durch den internen 
Sozialdienst (AB 32.3 S. 4 Ziff. 8 f.). Es habe eine Teilremission der 
depressiven Symptomatik erzielt werden können (AB 32.3 S. 4 Ziff. 10). 

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Therapieziele seien die Vollremission der depressiven Symptomatik und 
der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt (AB 32.3 S. 5 Ziff. 12). 

3.1.3 Die Hausärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 12. September 2019 (AB 37 
S. 1 bis 3) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende de-
pressive Verstimmung mit Schlafstörungen bei psychosozialer Belastungs-
situation sowie einen Status nach einer Diskushernienoperation im Jahr 
2008 (bei lumboradikulärem Schmerzsyndrom L4 links). Ohne Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit seien unter anderem ein metabolisches Syndrom, ein 
Nikotinabusus bei COPD Gold-Stadium II, eine chronische Bigeminie (seit 
1998), eine hochgradige Perzeptionsschwerhörigkeit sowie ein Tinnitus 
links bei Status nach einem Knalltrauma und eventuellem Hörsturz (AB 37 
S. 1). Beim Beschwerdeführer bestehe seit zehn Jahren ein anhaltender 
Konflikt am Arbeitsplatz (zwischenmenschliche Probleme mit Vorgesetzten 
und Mitarbeitern, Kritik an der Arbeitsleistung, Ermahnungen, Verwarnun-
gen, Rückstufung in der Funktion, Lohnkürzung). Immer wieder sei es zu 
depressiven Verstimmungen, mehrheitlich als Reaktion auf den Arbeits-
platzkonflikt, gekommen (AB 37 S. 2). Diese äusserten sich in Form von 
Schlafstörungen, Grübeln, Antriebs- und Motivationslosigkeit sowie suizida-
len Gedanken (AB 37 S. 2 f.). In Krisenzeiten habe auch der Tinnitus an 
Intensität zugenommen und sich zusätzlich negativ auf die Stimmung aus-
gewirkt. Seit Jahren nehme der Beschwerdeführer eine antidepressive Me-
dikation ein und sei auch wiederholt sowie längerfristig in psychologi-
scher/psychiatrischer Behandlung gewesen; seit den letzten Monaten wer-
de er im Ambulatorium F.________ behandelt. Zur Arbeitsfähigkeit führte 
die Hausärztin aus, dass keine der gestellten Diagnosen den Beschwerde-
führer in seiner Arbeitsfähigkeit relevant einschränken würde. Körperlich 
und geistig könne ihm die Arbeit als … weiterhin zugemutet werden. Die 
Probleme am Arbeitsplatz seien der Grund für die Krankschreibung, 
weshalb ein Stellenwechsel ideal wäre. Dieser sei aber angesichts des 
Alters des Beschwerdeführers und der aktuellen Arbeitsmarktsituation (in-
validitätsfremde Faktoren) illusorisch (AB 37 S. 3). 

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3.1.4 Im Rahmen der AMA wurde der Beschwerdeführer durch M.Sc. 
G.________, Neuropsychologin, sowie Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, untersucht. 

M.Sc. G.________ nannte im Bericht vom 25. Mai 2020 (AB 67 S. 22 bis 
29) als Diagnose leichte kognitive Minderleistungen in der Aufmerksamkeit 
sowie den Gedächtnis- und Exekutivfunktionen bei psychischer Problema-
tik (AB 67 S. 29 lit. D). Im Rahmen der verschiedenen Tests stellte sie in 
der Performanzvalidierung keine Hinweise auf eine bewusste, grobe 
Verfälschung der Befunde fest. Diese entsprächen mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Leistungsfähigkeit. Der klinische Ein-
druck und die objektivierten Befunde seien in sich stimmig. Es gebe zwi-
schen den Tests und auch innerhalb dieser keine relevanten lnkonsisten-
zen. Die Befunde seien mit den Vorberichten und den bisherigen Diagno-
sen vereinbar. Zur Beschwerdenvalidierung führte die Neuropsychologin 
aus, dass auch die Glaubwürdigkeit der angegebenen Beschwerden nicht 
eingeschränkt sei. Bei den Angaben im Screening bezüglich der depressi-
ven und ängstlichen Symptome hätten sich Anhaltspunkte für eine ängstli-
che oder depressive Symptomatik ergeben, welche aber mit dem bisheri-
gen Verlauf grundsätzlich vereinbar seien. Mithin lägen keine Hinweise auf 
Verdeutlichung, Aggravation oder gar Simulation vor. Zwischen den objek-
tiven Befunden, den klinischen Beobachtungen und den subjektiven Anga-
ben bestünden keine relevanten Widersprüche. Die objektivierten Defizite, 
zusammen mit den klinischen Auffälligkeiten, entsprächen einer leichtgra-
digen neuropsychologischen Störung (AB 67 S. 27 lit. D). Diese seien im 
Rahmen der psychischen Problematik erklärbar. Die Medikamente 
Citalopram und Mirtazapin könnten im Prinzip die Aufmerksamkeitsfunktio-
nen negativ beeinflussen, es sei jedoch - angesichts derer geringen Dosen 
und der aus medizinsicher Sicht gegebenen Fahreignung - höchstens von 
einem geringen Einfluss auszugehen. Bei Zunahme der psychischen Be-
schwerden sei von deutlicheren kognitiven Einschränkungen auszugehen, 
die Leistungen könnten im Rahmen der rezidivierenden Depression 
schwanken. Aufgrund der objektivierten Defizite sei der Beschwerdeführer 
in der Tätigkeit zu 10 bis 30 % eingeschränkt. Rein neuropsychologische 
Interventionen seien nicht indiziert (AB 67 S. 28 lit. D). 

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Im Abklärungsbericht AMA vom 25. Juni 2020 (AB 67 S. 8 bis 10 Ziff. 6) 
diagnostizierte Dr. med. H.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradige Ausprä-
gung trotz adäquater Medikation (ICD-10 F33.0), sowie einen chronischen 
Tinnitus bei Perzeptionsschwerhörigkeit, links mehr als rechts. Die kogniti-
ve Situation im Gespräch sei unauffällig. Es lägen keine formalen oder ge-
danklichen Denkstörungen und keine Ich-Störung vor. Affektiv bestünden 
eine gewisse Verbitterungstendenz mit Perspektivängsten und Selbstwert-
defiziten sowie eine Antriebsstörung (AB 67 S. 9 Ziff. 6). Bei der aktuellen 
Untersuchung sei der Beschwerdeführer motiviert, aber sehr verlangsamt 
und bedrückt (durch die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Behandlung 
seitens des Arbeitgebers) gewesen. Während der sechswöchigen Ab-
klärungsphase, welche mit einem Arbeitspensum von 50 % begonnen ha-
be, anschliessend auf 75 % und schliesslich auf 100 % erhöht worden sei, 
habe sich der Beschwerdeführer interessiert, pünktlich, mit guten hand-
werklichen Fähigkeiten und qualitativ guter Arbeit gezeigt. Allerdings sei 
auch eine deutlich schwankende Konzentration und Merkfähigkeit aufgefal-
len, vor allem zunehmend im Tagesverlauf. Als Grund für die Einschrän-
kung habe eine allgemeine Verlangsamung, Ablenkbarkeit und Fehleranfäl-
ligkeit eruiert werden können. Die neuropsychologische Abklärung habe 
kognitive Defizite im Bereich einer leichtgradigen neuropsychologischen 
Störung gezeigt, die in den Kontext der rezidivierenden depressiven 
Störung gestellt worden sei. Der Tinnitus verstärke diese Einschränkungen. 
Es hätten keine Hinweise auf eine neuropsychiatrische Pathologie 
gefunden werden können. Insgesamt habe der Beschwerdeführer bei ei-
nem Pensum von 80 % eine Leistung von 60 % resp. bei einem Pensum 
von 100 % eine Leistung von 50 % erbringen können. Angesichts der chro-
nifizierten Situation sei eine Verbesserung kaum zu erwarten, vielmehr 
könnten Druck und weitere externe Faktoren zu einer Verschlechterung der 
Symptomatik mit Entwicklung einer erneuten depressiven Eskalation 
führen. Eine angepasste Tätigkeit erfordere ein sehr zugewandtes Umfeld, 
eine ruhige Umgebung, ausreichend Pausenmöglichkeiten und Arbeiten, 
welche vor allem in der ersten Tageshälfte verrichtet werden könnten. In 
einer solchen Tätigkeit bestehe eine Leistungsfähigkeit von 50 % bei einem 
vollen Pensum (AB 67 S. 10 Ziff. 6). Der Beschwerdeführer sei auf einen 
geschützten Arbeitsplatz angewiesen (AB 67 S. 10 Ziff. 7). 

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3.1.5 Im Bericht des Ambulatoriums F.________ vom 31. August 2020 
(AB 81 S. 2 bis 5) wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi-
sode (ICD-10 F33.1), eine hochgradige Perzeptionsschwerhörigkeit und ein 
Tinnitus links bei Status nach einem Knalltrauma und eventuellem Hörsturz 
genannt (AB 81 S. 3 Ziff. 4). Der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 
25. Juni 2019 in der integrierten psychiatrischen Behandlung, welche nach 
den Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und 
Psychotherapie (SGPP) erfolge (AB 81 S. 2 Ziff. 1). Bezüglich der intakten 
Fahreignung und Fahrfähigkeit des Beschwerdeführers wurde ausgeführt, 
dass diese keine Beurteilungskriterien für die psychische Beeinträchtigung 
darstellten (AB 81 S. 2 Ziff. 2). Sodann bilde vorliegend das Pflegen von 
Hobbies einen integralen Teil der Depressionsbehandlung. Der Aufbau von 
wohltuenden Aktivitäten sei somit Teil des Genesungsprozesses (AB 81 
S. 3 Ziff. 3). Weiter sei es sehr wahrscheinlich, dass aufgrund der depressi-
ven Symptomatik auch der durch den Tinnitus verursachte Leidensdruck 
zugenommen habe und damit eine wesentliche Komorbidität vorliege (AB 
81 S. 3 Ziff. 4). Als Funktionseinschränkungen seien eine Verlangsamung, 
Ablenkbarkeit, Fehleranfälligkeit und Schwierigkeiten in der 
Gruppenfähigkeit/Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten infolge des 
Tinnitus zu nennen (AB 81 S. 4 Ziff. 4). Im ersten Arbeitsmarkt bestehe 
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 30 % (AB 81 S. 5 Ziff. 4).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3

3.3.1 Die neuropsychologische/psychiatrische Beurteilung durch M.Sc. 
G.________ und Dr. med. H.________ vom 25. Mai bzw. 25. Juni 2020 
(AB 67 S. 22 bis 29, AB 67 S. 8 bis 10 Ziff. 6) erfüllt die 
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige 
medizinische Entscheidgrundlage (vgl. E. 3.2 hiervor), wovon auch der Be-
schwerdeführer auszugehen scheint (vgl. Beschwerde S. 10 Ziff. 5.1). Ins-
besondere beruhen die fachärztlichen Schlussfolgerungen des Dr. med. 
H.________ auf einem klinischen Explorationsgespräch (vgl. AB 67 S. 2 
Ziff. 2, S. 7 Ziff. 5) und sind in Kenntnis der Vorakten (vgl. AB 67 S. 8 f. Ziff. 
6) sowie unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Abklärungser-
gebnisse (AB 67 S. 9 Ziff. 6) getroffen worden. Dr. med. H.________ hat 
einleuchtend und nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführer 
aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer 
rezidivierenden depressiven Störung leichtgradiger Ausprägung (ICD-10 
F33.0) leidet und infolge dessen eine Leistungsfähigkeit von 50 % bei ei-
nem vollen Pensum für eine angepasste Tätigkeit besteht (AB 67 S. 10 
Ziff. 6). Diese Beurteilung korreliert in diagnostischer Hinsicht grundsätzlich 
mit der Einschätzung des Ambulatoriums F.________ in den Berichten vom 
30. Juli 2019 (AB 32.3 S. 4 Ziff. 4) und 31. August 2020 (AB 81 S. 3 Ziff. 4) 
bzw. mit jener der Hausärztin Dr. med. E.________ im Bericht vom 12. 
September 2019 (AB 37 S. 1) und steht bezüglich der Ausprägung der Dia-
gnose mit den vom Beschwerdeführer anlässlich der AMA angegebenen 
ausserhäuslichen, sozialen und körperlichen Aktivitäten wie …, …, …, …, 
regelmässige Treffen mit Freunden und Kontaktpflege zu den Nachbarn 
(AB 67 S. 4 Ziff. 4) im Einklang. Mit Blick darauf kann die von den Behand-

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lern des Ambulatoriums F.________ attestierte Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit von 30 % (AB 81 S. 5 Ziff. 4) deshalb nicht nachvollzogen werden. 

Folglich ist von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 
leichtgradige Episode (ICD-10 F33.0), auszugehen, woraus Dr. med. 
H.________ - aus rein medizinischer Sicht nachvollziehbar - eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit 
ableitete (AB 67 S. 10 Ziff. 6; vgl. aber E. 3.3.3 hiernach). Mithin ist der 
rechtserhebliche Sachverhalt hinreichend erstellt; weiterer Abklärungen 
bedarf es nicht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4).

3.3.2 Ebenso ist der somatische Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers hinreichend abgeklärt. Es bestehen keine Anhaltspunkte, dass nach 
der Diskushernienoperation im Jahr 2008 bzw. mit dem im Juni 2013 bild-
gebend erhoben Befund auf Stufe L5/S1 bezüglich des Rückens eine rele-
vante funktionelle Einschränkung besteht (vgl. Bericht von Dr. med. 
E.________ vom 12. September 2019; AB 37 S. 1). Auch die otologische 
Situation ist in den Akten ausreichend dokumentiert (AB 5 S. 2 f., AB 37 S. 
10 f.) und es wird diesbezüglich weder ein medizinischer Behandlungsbe-
darf noch eine quantitative Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht. Gleiches 
gilt auch in Bezug auf die subjektiv geklagten Knieschmerzen (AB 67 S. 6 
Ziff. 5). Vor diesem Hintergrund erübrigen sich - auch hier - in antizipierter 
Beweiswürdigung weitere Sachverhaltserhebungen.

3.3.3 Zu prüfen bleibt anhand des strukturierten Beweisverfahrens nach 
BGE 141 V 281, ob der psychiatrisch attestierten Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 50 % (AB 67 S. 10 Ziff. 6) aus rechtlicher Sicht gefolgt 
werden kann, wobei hierfür der Beschwerdeführer die materielle Beweislast 
zu tragen hat (vgl. E. 2.2.2 f. hiervor).

4.

4.1 Die klassifikatorischen Vorgaben hinsichtlich der rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), sind 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 13

erfüllt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitli-
nien, 10. Aufl., 2015, S. 176 bis 178). Dr. med. H.________ zeigt keine 
Diskrepanzen im Sinne eines Ausschlussgrundes auf (AB 67 S. 9 Ziff. 6), 
insbesondere bestehen auch aus neuropsychologischer Sicht keine Hin-
weise auf Selbstlimitierung, Verdeutlichung oder gar Aggravation (AB 67 
S. 27 lit. D). 

Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden Ge-
sundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 2.2.2 hiervor), womit auf der zweiten 
Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetrische 
Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu erfolgen 
hat (vgl. E. 2.2.3 hiervor). 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex "Gesundheitsschädigung" (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

4.2.1.1 Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde 
und Symptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgesche-
hens anhand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätio-
logie und Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 
S. 298 f.). Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung stellte Dr. med. 
H.________ - nebst weitgehend unauffälligen Befunden - affektiv bloss 
eine gewisse Verbitterungstendenz mit Perspektivängsten und Selbstwert-
defiziten sowie eine Antriebsstörung fest (AB 67 S. 9 Ziff. 6). Die diagnose-
relevanten Befunde waren vor diesem Hintergrund nicht stark ausgeprägt, 
weshalb Dr. med. H.________ die depressive Störung denn auch lediglich 
als leichtgradig qualifizierte (AB 67 S. 9 Ziff. 6). Dies überzeugt insbeson-
dere auch im Lichte des vom Beschwerdeführer geschilderten Tagesab-
laufs bzw. der sozialen und körperlichen Aktivitäten (AB 67 S. 4 Ziff. 4; vgl. 
E. 3.3.1 hiervor). Im Übrigen gingen auch die Behandler des Ambulatori-
ums F.________ zu keiner Zeit von einer schwergradigen Ausprägung, 
sondern höchstens von einem mittelgradigen Schweregrad aus (AB 32.3 
S. 4 Ziff. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 14

4.2.1.2 Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Aus den Akten geht hervor, 
dass sich der Beschwerdeführer seit dem 25. Juni 2019 einer antidepressi-
ven Pharmakotherapie (Citalopram/Mirtazapin) unterzieht, jedoch lediglich 
eine niedrigfrequente psychotherapeutische Therapie (alle zwei bis drei 
Wochen) in Anspruch nimmt (AB 32.3 S. 4 Ziff. 8 f., AB 37 S. 2, AB 67 S. 9 
Ziff. 6, AB 67 S. 23 lit. B, AB 81 S. 2 Ziff. 1). Dass die Therapiesitzungen 
mehrheitlich wöchentlich stattfinden würden, wie vom Beschwerdeführer 
geltend gemacht wird (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 1.8 und S. 11 Ziff. 5.2), 
findet demgegenüber in den Akten keine Stütze. Sodann fanden bislang 
keine stationären Massnahmen statt. Mithin kann unter diesen Umständen 
nicht von einer Ausschöpfung der Behandlungsmöglichkeiten bzw. einer 
ausgewiesenen Behandlungsresistenz die Rede sein. 

In Bezug auf die Eingliederung ist festzuhalten, dass gemäss AMA-Bericht 
vom 25. Juni 2020 (AB 67) weitere Eingliederungsmassnahmen infolge des 
Alters des Beschwerdeführers (Jg. 1958; AB 23 S. 1 Ziff.1.1) - und damit 
aufgrund eines invaliditätsfremden Faktors - nicht zielführend seien (AB 67 
S. 11 Ziff. 8). In diesem Sinne äusserte sich auch die Hausärztin Dr. med. 
E.________ in ihrem Bericht vom 12. September 2019 (AB 37 S. 1 bis 3), 
wonach einzig die Probleme am Arbeitsplatz der Grund für die 
Krankschreibung seien und deshalb ein Stellenwechsel ideal wäre. Dieser 
sei aber angesichts des Alters des Beschwerdeführers und der aktuellen 
Arbeitsmarktsituation (invaliditätsfremde Faktoren) illusorisch (AB 37 S. 3). 
Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer Eingliederungsresistenz ge-
sprochen werden.

4.2.1.3 Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 
S. 300 ff.) angeht, so liegt keine psychiatrische Komorbidität, jedoch mit 
dem chronischen Tinnitus bei Perzeptionsschwerhörigkeit (AB 5 S. 2, AB 
32.3 S. 4 Ziff. 4, AB 37 S. 1, AB 67 S. 9 Ziff. 6) eine somatische Begleiter-
krankung vor (vgl. AB 81 S. 3 Ziff. 4). Zwar besteht eine Hörgeräteversor-
gung (AB 18), jedoch verstärkt der Tinnitus die Einschränkungen der kogni-
tiven Fähigkeiten und wirkt sich somit ressourcenhemmend aus (AB 67 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 15

S. 10 Ziff. 6; vgl. auch AB 81 S. 3 Ziff. 4). Anhaltspunkte für weitere 
Wechselwirkungen sind den Akten nicht zu entnehmen.

4.2.2 Betreffend den Komplex "Persönlichkeit" (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) stellte Dr. med. H.________ keine Denk- oder Ich-Störungen oder 
anderweitige Persönlichkeitsauffälligkeiten - geschweige denn eine 
eigentliche Persönlichkeitsstörung - fest (AB 67 S. 9 Ziff. 6). Auch seitens 
der Behandler des Ambulatoriums F.________ erfolgten keine 
entsprechenden Angaben (vgl. AB 32.3 S. 3 Ziff. 1 f.). 

4.2.3 Was den Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 
S. 303) betrifft, so gab der Beschwerdeführer bereits im Erstgespräch vom 
6. September 2019 (AB 33) an, dass zu seinem sozialen Umfeld - nebst 
seiner Ehefrau - ein guter Kollege und Nachbarn zählen würden. Weiter 
beschäftige er sich mit der … (mit einer Kollegin) und in diesem Zusam-
menhang mit der Holzverarbeitung (diverse kleine und grössere Projekte) 
sowie der Organisation der … für den … (AB 33 S. 2). Anlässlich der AMA 
erklärte der Beschwerdeführer sodann, er verfüge über viele Freunde und 
Bekannte, welche er von seinem Hobby (…) kenne. Sechs Freunde treffe 
er regelmässig und sie würden sich gegenseitig unterstützen. Auch pflege 
er und seine Ehefrau gute Beziehungen zu den Nachbarn. Ferner gehe er 
mit seiner Ehefrau oder seinen Freunden wandern (AB 67 S. 4 Ziff. 4). Im 
Rahmen der neuropsychologischen Abklärung erwähnte er zudem Stamm-
tisch-Besuche (AB 67 S. 23 lit. B). Von einer erheblichen Einschränkung 
der sozialen Aktivitäten, wie es der Beschwerdeführer nunmehr geltend 
macht (vgl. Beschwerde, S. 13 Ziff. 5.3a/bb), kann - zumindest bis zum 
Verfügungserlass (zeitlich massgebende Grenze der gerichtlichen Überprü-
fungsbefugnis; BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) - in 
Anbetracht der dargelegten Aktenlage keine Rede sein. Im Übrigen vermag 
daran auch die von der Ehefrau des Beschwerdeführers - nach 
Verfügungserlass - verfasste E-Mail vom 15. Oktober 2020 (Beschwerde-
beilagen [BB] 15) nichts zu ändern, worin - nebst aufgeführten 
Einschränkungen des Beschwerdeführers in diversen Aktivitäten (Kochen 
an Vereinsanlässen, Backen von Weihnachtsgebäck, Skifahren etc. [BB 15 
S. 1 f.]) - zahlreiche invaliditätsfremde und damit unbeachtliche 
Belastungsfaktoren wie grosse Unwetterschäden am Haus, Wasserscha-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 16

den, Notsanierung sowie zwischenmenschliche Probleme am Arbeitsplatz 
erwähnt wurden. Abgesehen davon, dass den sogenannten spontanen 
Aussagen der ersten Stunde in der Regel mehr Gewicht beizumessen ist 
als der späteren, bewusst oder unbewusst von Überlegungen versiche-
rungsrechtlicher oder anderer Art beeinflussten Darstellung (BGE 143 V 
168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), käme den Angaben in der E-
Mail wegen des engen Verhältnisses zwischen der Ehefrau und dem Be-
schwerdeführer ohnehin keine Beweiskraft zu (Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 16. Januar 
2006, U 227/05, E. 4.2). 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie “Konsistenz“. Dar-
unter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 
f.). 

4.3.1 Bezüglich des Indikators "gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen" (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) ist den Akten zu entnehmen, dass sich der 
Beschwerdeführer mit der … (mit einer Kollegin) und in diesem Zusam-
menhang mit der … (diverse kleine und grössere Projekte) sowie der Or-
ganisation der … für den … beschäftigt (AB 33 S. 2, AB 42 S. 3); viele 
Utensilien, wie die …, habe der Beschwerdeführer selbst in seiner Werk-
statt gebaut (AB 67 S. 4 Ziff. 4). Weiter geht aus den Akten hervor, dass 
der Beschwerdeführer anfallende Arbeiten im … erledigt, liest (berndeut-
sche Texte), gemeinsam mit seiner Ehefrau oder Freunden … unternimmt, 
sechs Freunde regelmässig trifft und gute Beziehungen zu den Nachbarn 
pflegt (AB 67 S. 4 Ziff. 4 und S. 23 lit. B). Die angegebenen Freizeit- bzw. 
Alltagsaktivitäten und erhaltenen Fähigkeiten des Beschwerdeführers ent-
sprechen somit einem weitgehend normalen Alltagsverhalten resp. kontras-
tieren mit der medizinisch attestierten Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 3.3.3 hier-
vor) sowie dem faktisch präsentierten Leistungsverhalten anlässlich des 
Belastungstrainings bzw. der AMA (AB 59 S. 3 f., AB 67 S. 10 Ziff. 6 und 
8). Hieran vermögen die erst während des Beschwerdeverfahrens getätig-
ten Ausführungen der Ehefrau vom 15. Oktober 2020 (BB 15) nichts zu 
ändern. Diesbezüglich kann auf das in E. 4.2.3 Gesagte verwiesen werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 17

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist zwar von einem zumindest gewissen Leidensdruck auszugehen 
(vgl. zu den Behandlungen E. 4.2.1.2 hiervor), gleichzeitig bestehen jedoch 
insofern Zweifel an dessen Erheblichkeit, als der Beschwerdeführer ledig-
lich eine niedrigfrequente psychotherapeutische Therapie (alle zwei bis drei 
Wochen) in Anspruch nimmt (AB 32.3 S. 4 Ziff. 8 f.) und sich bislang nie 
stationär behandeln liess. 

4.4 Wenngleich der Indikator Komorbiditäten allenfalls für eine gewis-
se funktionelle Einschränkung bzw. eine gewisse Ressourcenhemmung 
spricht, stehen die übrigen Komplexe, insbesondere der Aspekt "Konsis-
tenz" klar der psychiatrischerseits attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % 
(vgl. E. 3.3.3 hiervor) entgegen. Mithin sind in der Gesamtbetrachtung die 
geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten psychischen Beeinträchtigung anhand der Standardindikatoren nicht 
überwiegend wahrscheinlich erstellt, weshalb das Vorliegen eines invalidi-
sierenden psychischen Gesundheitsschadens zu verneinen ist. Vor diesem 
Hintergrund ist auf die psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit aus recht-
licher Optik nicht abzustellen.

5.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 21. September 
2020 (AB 82) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuwei-
sen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG (in der bis 31. Dezember 2020 gülti-
gen Fassung) ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versiche-
rungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von 
IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensauf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Jan. 2021, IV/20/791, Seite 18

wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 
Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.