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**Case Identifier:** 9a461c6a-d08b-547f-a011-deb4210d2ce5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.05.2019 200 2019 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-119_2019-05-31.pdf

## Full Text

200 19 119 IV
SCI/PRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Mai 2019

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 14. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
zwischen August 1987 und Januar 2003 als … für die C.________ tätig 
(Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage 
[AB] 8). Im Juli 2003 meldete er sich bei der IVB unter Hinweis auf ein Bur-
nout zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (AB 1). In 
der Folge holte die IVB unter anderem ein psychiatrisches Gutachten bei 
Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
5. Dezember 2003 ein (AB 11) und verfügte am 11. Dezember 2003 die 
Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 12). Die hiergegen erhobene Ein-
sprache (AB 13) wies die IVB mit Entscheid vom 14. April 2004 ab (AB 19).

B.

Ab dem 1. Oktober 2006 arbeitete der Versicherte in einem 100%-Pensum 
als … im E.________ (AB 192).

Im März 2013 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum Leis-
tungsbezug an. Als Art der Behinderung gab er mehrere Verletzungen auf-
grund eines Unfalls vom 2. Oktober 2012 an (AB 21). Die IVB holte darauf-
hin diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und veranlasste 
insbesondere eine Begutachtung durch die F.________ (MEDAS) Polydis-
ziplinäre Medizinische Abklärungen (MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 
2014, AB 60.1). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 72) ver-
fügte die IVB am 4. Juli 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens 
(AB 77). Im daraufhin vom Beschwerdeführer angehobenen Beschwerde-
verfahren (vgl. AB 78, S. 3 ff.) hob die IVB die Verfügung vom 4. Juli 2014 
für weitere Abklärungen wiedererwägungsweise auf (AB 84). Mit Urteil vom 
22. Oktober 2014 schrieb das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die 
Beschwerde als gegenstandslos geworden ab (AB 85; IV/2014/780).

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Per 31. Oktober 2014 kündigte der Arbeitgeber dem Beschwerdeführer die 
Anstellung als … (AB 78, S. 17). Seit dem 1. November 2014 ist der Be-
schwerdeführer als „… und …“ zu einem 70%-Pensum im E.________ tätig 
(AB 111).

Vom 10. März bis am 27. April 2015 erfolgte eine Arbeitsmarktlich-
Medizinische Abklärung (AMA) durch die Abklärungsstelle G.________ 
(Bericht vom 29. April 2015; AB 107). Nach Einholung einer Stellungnahme 
der MEDAS-Gutachter vom 10. Februar 2016 (AB 135.1) veranlasste die 
IVB eine neuropsychologisch-psychiatrische Begutachtung (neuropsycho-
logisches Gutachten von Dr. phil. H.________, Fachpsychologin für Neuro-
psychologie FSP, vom 12. Dezember 2016 [AB 162.1] und psychiatrisches 
Gutachten von Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 4. Januar 2017 [AB 163.1]). Eine weitere psychiatrische Be-
gutachtung wurde bei Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie (Gutachten vom 22. April 2018; AB 190.1) in Auftrag gege-
ben. Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2018 stellte die IVB die Abweisung des 
Leistungsanspruchs mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisie-
render Wirkung in Aussicht (AB 195). Dagegen erhob der Versicherte, ver-
treten durch Rechtsanwältin B.________, am 16. August 2018 Einwand 
(AB 196) und reichte am 5. Oktober 2018 ein im Auftrag der K.________ 
erstelltes interdisziplinäres Gutachten der Begutachtungsstelle L.________ 
vom 30. August 2018 zu den Akten (AB 199.1). Am 14. Januar 2019 ver-
fügte die IVB wie angekündigt (AB 202).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 13. Februar 2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 
14. Januar 2019 sowie die Zusprache einer Viertelsrente seit wann rech-
tens. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, gestützt auf die 
zahlreichen, in der letzten Zeit erstellten Gutachten, sei er in seiner ange-
stammten Tätigkeit als … nicht mehr arbeitsfähig. In einer für ihn ange-
passten Arbeit, wie der aktuellen Tätigkeit als … der …, bestehe eine Ar-

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beitsfähigkeit von 70%. Daraus ergebe sich der Anspruch auf eine Viertels-
rente.

Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2019 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 14. Januar 2019 
(AB 202). Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch des Beschwerde-
führers auf eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 

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(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädi-
gung oder ein Assistenzbeitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, 
wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebe-
darfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so 

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wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach 
Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 
S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen wer-
den kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei 
begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen 
sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretensvoraussetzung 
soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden 
und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts 
darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 
S. 112).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

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2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
womit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch po-
tentiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetre-
ten ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt des rentenablehnenden Ein-
spracheentscheids vom 14. April 2004 (AB 19) mit demjenigen im Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2019 (AB 202) zu verglei-
chen ist (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte den leistungsabweisenden Ein-
spracheentscheid vom 14. April 2004 (AB 19) in medizinischer Hinsicht auf 
das psychiatrische Gutachten von Dr. med. D.________ vom 5. Dezember 
2003 (AB 11). Dieser diagnostizierte eine kombinierte (anankastische und 
ängstliche) Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0), eine Zwangsstörung im 
Sinne von Zwangshandlungen (ICD-10: F42.1) und einen Status nach de-
pressiver Reaktion (nach Erhalt der Kündigung im April 2002) im Rahmen 
einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21; AB 11, S. 8). Aus rein psychia-
trischer Sicht bestehe weder eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit als …, noch in einer allenfalls anderen Tätigkeit 
(AB 11, S. 11; vgl. auch Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 
28. Februar 2004, AB 16).

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Nach einem Fahrradunfall am 2. Oktober 2012 war der Beschwerdeführer 
vom 3. bis 9. Oktober 2012 in der Klinik N.________ hospitalisiert. Im Aus-
trittsbericht vom 9. Oktober 2012 diagnostizierten die Ärzte eine dislozierte 
Claviculaschaftfraktur links, ein mittelschweres Schädelhirntrauma, ein 
Subduralhämatom, eine Rippenserienfraktur IV-IX, einen minimem Pleu-
raerguss und eine Lungenkontusion (AB 30.7, S. 6). Vom 2. Oktober 2012 
bis am 31. Januar 2013 wurde eine 100%-ige, vom 1. Februar bis am 31. 
März 2013 eine 80%-ige, vom 1. April bis am 31. Juli 2013 eine 70%-ige 
und ab 1. August 2013 eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (AB 30.9, 
S. 1; 184.1, S. 146). Damit ist eine zumindest vorübergehende Verschlech-
terung des Gesundheitszustandes, die eine Änderung des Invaliditätsgra-
des zur Folge haben kann, ausgewiesen und es ist ein medizinischer Revi-
sionsgrund zu bejahen. Der Rentenanspruch ist in rechtlicher und tatsächli-
cher Hinsicht allseitig frei zu prüfen (vgl. E. 2.4.4).

3.3 Hinsichtlich des Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten für die Zeit nach dem Fahrradunfall 
im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.3.1 Im Bericht vom 30. November 2012 diagnostizierten die Ärzte der 
Klinik O.________ einen Status nach Fahrrad-Selbstunfall mit mittelschwe-
rem Schädelhirntrauma und eine Clavicula- und Rippenserienfraktur links 
(AB 31, S. 13). Insgesamt habe sich der Beschwerdeführer aus neurochir-
urgischer Sicht erfreulich erholt. Bezüglich der Arbeitstätigkeit wurde eine 
schrittweise Wiedereingliederung in das Arbeitsleben Anfang des Jahres 
2013 empfohlen. Die Behandlung sei aus neurochirurgischer Sicht abge-
schlossen (AB 31, S. 14).

3.3.2 Der Hausarzt Dr. med. P.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, Zentrum Q.________, diagnostizierte im Bericht vom 7. August 
2013 einen Residualzustand mit Defektheilung nach Polytrauma vom 
2. Oktober 2012 mit Subduralhämatom, Claviculafraktur links und Rippen-
serienfraktur. Der Beschwerdeführer habe ab 1. Februar 2013 zu 20%, ab 
1. April 2013 zu 30% und ab 1. August 2013 zu 40% gearbeitet (AB 42, 
S. 1; vgl. auch AB 31). Er attestierte vom 1. August bis am 30. Oktober 
2013 eine 60%-ige und vom 31. Oktober bis am 17. November 2013 eine 

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100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 18. November 2013 erklärte er den 
Beschwerdeführer wieder zu 50% arbeitsfähig (AB 184.1, S. 160).

3.3.3 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2014 dia-
gnostizierten die Experten das Nachstehende (AB 60.1, S. 8, 13, 18, 25, 
33):

Internistische Diagnosen:

• arterielle Hypertonie
• leichtgradige Adipositas

Neurologische Diagnosen:

• Schädelhirntrauma am 2. Oktober 2012 mit bildmorphologisch belegten in-
tra- und extraaxialen intrakraniellen Hämorrhagien (subdurales Hämatom 
links, punktförmige kontusionelle Blutungsläsionen links tempoparietal, 
cMRI 8. Februar 2013)

• Migräne

Neurochirurgische Diagnosen:

• schwergradiges Schädelhirntrauma mit links temporalen kontusionellen 
Läsionen und Subduralhämatom über der linken Hemisphäre im Oktober 
2012

Orthopädische Diagnosen:

• Claviculafraktur links Oktober 2012 (ICD-10: S42.0)
• Rippenserienfraktur links Oktober 2012 (ICD-10: S22.4)
• Hüftprellung links mit Vernarbung eines Hämatoseroms Oktober 2012 

(ICD-10: S70.0)
• Status nach Kapselbandverletzung des linken Kniegelenks (ICD-10: 

S83.6)
• Status nach Unterschenkelfraktur links (ICD-10: S82.2)

Psychiatrische Diagnosen:

• Zwangsstörung, vorwiegend Zwangshandlungen, teilremittiert (ICD-10: 
F42.1)

• Differentialdiagnose: zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: 
F60.5)

Aus neuropsychologischer Sicht wurden keine Diagnosen gestellt, da kein 
ausreichender Anhalt für eine hirnorganisch begründete kognitive Störung 
bestanden habe (AB 60.1, S. 48). In der Konsensbeurteilung kamen die 
Gutachter zum Schluss, eine Minderung der Arbeitsfähigkeit in der ange-
stammten (bis zum Unfall ausgeübten) sowie in der aktuellen angepassten 
oder in jedweder vergleichbaren Tätigkeit könne nicht mit der gebotenen 
Wahrscheinlichkeit attestiert werden (AB 60.1, S. 49). Im Rahmen des Un-
falls werde initial (im Zeitraum der Akutbehandlung und Nachsorge bis etwa 
Ende 2012) eine Arbeitsunfähigkeit von 100% für jedwede Tätigkeit vorge-
legen haben, die sich im weiteren Verlauf zurückentwickelt habe. Eine wei-

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tere retrospektive quantifizierende Bewertung sei anhand der vorliegenden 
Akten nicht möglich. Es sei lediglich zu empfehlen, den aktenkundigen 
Vorbewertungen pragmatisch zu folgen (AB 60.1, S. 53). 

3.3.4 Am 30. März 2014 erlitt der Beschwerdeführer einen Unfall beim 
Skifahren Die Ärzte des Spitals R.________ diagnostizierten im Bericht 
vom 31. März 2014 eine Commotio cerebri, eine Schulterkontusion links 
und einen Status nach Schädelhirntrauma 2012 (AB 66, S. 6). Es wurde 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bis am 4. April 2014 attestiert (AB 66, 
S. 7). 

3.3.5 Im Bericht vom 19. April 2014 führte Dr. med. P.________ aus, der 
Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Seit der letzten Diagnose-
stellung sei mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit neu eine Commotio cerebri 
dazugekommen. Es bestehe seit dem 30. März 2014 eine 100%-ige, seit 
dem 15. April 2014 eine 80%-ige und seit dem 22. April 2014 eine 60%-ige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 66, S. 1). 

3.3.6 Med. pract. S.________, Praktische Ärztin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD), stellte im Bericht vom 8. Mai 2014 keine Diagnose mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (AB 70, S. 2). Es könne davon ausge-
gangen werden, dass der Beschwerdeführer den am 30. März 2014 erlitte-
nen Sturz ohne bleibende funktionelle Schäden überstanden habe. Das im 
MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2014 definierte Zumutbarkeitsprofil 
habe somit unverändert Gültigkeit (AB 70, S. 3). 

3.3.7 Dr. med. P.________ führte im Bericht vom 28. Mai 2014 unter Be-
zugnahme auf das MEDAS-Gutachten aus, stossend fände er den Schluss, 
dass die Ermüdbarkeit und Wesensveränderung für die Bemessung der 
Arbeitsleistung nicht massgebend seien, da nicht gesagt werden könne, ob 
diese durch den Unfall ausgelöst worden seien. Immerhin habe sich der 
Beschwerdeführer im Jahr 2006 neu orientiert und sei voll arbeitsfähig ge-
wesen, was die Veränderung zwanglos als unfallbedingt plausibel erschei-
nen lasse. Im Übrigen sei die Pseudoarthrose der Clavicula im Gutachten 
nicht erwähnt worden. Auch habe das Neuauftreten einer arteriellen Hyper-
tonie sowie das erneute Trauma mit Commotio cerebri mit Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes nicht gewürdigt werden können. Eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 12

Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit als … im jetzigen Zustand sei auszu-
schliessen. Eine 50%-ige, eventuell später 60%-ige Arbeitsleistung sollte 
beibehalten werden können (AB 78, S. 16).

3.3.8 Med. pract. S.________ führte in der Stellungnahme vom 2. Juli 
2014 aus, das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten sei sorgfältig erstellt, 
berücksichtige alle Unterlagen, gehe auf die Klagen des Beschwerdefüh-
rers ein, enthalte die erforderlichen fachärztlichen Untersuchungen und 
komme zu Schlüssen, die medizinisch nachvollziehbar seien (AB 76, S. 2).

Im Bericht vom 13. Oktober 2014 empfahl die RAD-Ärztin med. pract. 
S.________ die Einholung einer Einschätzung des Arbeitgebers des Be-
schwerdeführers sowie eine Abklärung der effektiven Leistungsfähigkeit im 
derzeit ausgeübten Tätigkeitsbereich (AB 82, S. 2).

3.3.9 Im Abklärungsbericht AMA vom 29. April 2015 diagnostizierte Dr. 
med. T.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein organisches Psychosyndrom nach 
Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) und eine residuelle Zwangsstörung mit 
vorwiegend Kontrollzwangshandlungen (ICD-10: F42.1). Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er ein posttraumatisches Schulter-
Armsyndrom links, mit schmerzhafter Einschränkung der Beweglichkeit im 
Schultergelenk links und eine posttraumatische Hyposmie (AB 107, S. 10). 
Dem Beschwerdeführer sei eine quantitativ volle Tätigkeit (8,2 Stunden pro 
Tag; mit der Notwendigkeit einer verlängerten Pause von 30 Minuten pro 
Halbtag) im Bereich Administration, eventuell Beratung zuzumuten. Dabei 
bestehe allerdings eine 40%-ige bis maximal 50%-ige quantitative Leis-
tungsfähigkeit. Eine Leitungsfunktion (… oder ähnliches) sei ihm nicht mehr 
zuzumuten. Im jetzigen geeigneten beruflichen Umfeld sei ihm jedoch die 
Funktion des … zumutbar, welche den Vorteil biete, dass er seine Ar-
beit/Pausen ein stückweit selbst einplanen könne (AB 107, S. 12).

3.3.10 In der Stellungnahme vom 10. Februar 2016 führten die Gutachter 
der MEDAS aus, der Abklärungsbericht AMA vom 29. April 2015 erfülle die 
für die Invalidenversicherung notwendigen Mindestanforderungen an eine 
Bewertung der Arbeitsfähigkeit nicht, da die wesentlichen medizinischen 
Fachgebiete nicht vollständig beigezogen worden seien. Der psychiatrische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 13

Befund des Berichts der G.________ sei nicht AMDP-konform erhoben 
worden. Selbst dieser ärztliche Teil sei deshalb versicherungsmedizinisch 
ungenügend. Dem Bericht der G.________ lasse sich die bei vollständig 
von der Mitarbeitsbereitschaft des Beschwerdeführers abhängigen Testun-
gen stets notwendige methodenkritische Distanz und Abgrenzung vom sub-
jektiven Beschwerdevortrag nicht entnehmen. Das berichtete Ergebnis der 
AMA könne zumindest ebenso gut als Artefakt des vom Beschwerdeführer 
erwünschten Resultats (einer limitierten Arbeitsfähigkeit) interpretiert wer-
den. Es könne damit nicht von einem „objektiven Messergebnis“ gespro-
chen werden (AB 135.1, S. 2). Der Methode komme also kein eigenständi-
ger diagnostischer Rang, sondern lediglich die Bedeutung einer Hilfsunter-
suchung der Medizin zu. Der Bericht habe nicht darlegen können, auf wel-
cher morphologischen zerebralen Basis die vermeintlichen Störungen 
überhaupt zu verstehen sein könnten (AB 135.1, S. 3). Der Bericht der 
G.________ könne keine Änderung an der gutachterlichen Bewertung be-
wirken (AB 135.1, S. 5). 

3.3.11 Im neuropsychologischen Gutachten vom 12. Dezember 2016 stell-
te Dr. phil. H.________ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie ei-
nen Status nach mittelschwerem Schädelhirntrauma am 2. Oktober 2012 
mit/bei Subduralhämatom links und kleiner Kontusionsblutung temporal 
bzw. parietal links sowie unauffälligem kognitivem Leistungsprofil 
(AB 162.1, S. 19).

Im psychiatrischen Gutachten vom 4. Januar 2017 diagnostizierte Dr. med. 
I.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anankastische 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5) mit Zwangsstörung, vorwiegend 
Zwangshandlungen (ICD-10: F42.1), und eine (klinisch) organische Per-
sönlichkeitsstörung nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.0). Ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4; AB 163.1, S. 18). 
Als … bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Oktober 2012. Für 
die aktuelle Tätigkeit als „…“ in einem … sowie für Verweistätigkeiten be-
stehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% (AB 163.1, S. 28 f.). Da sich gemäss 
neuropsychologischem Gutachten von Dr. phil. H.________ vom 12. De-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 14

zember 2016 keine Diagnosen aus neuropsychologischer Sicht mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ergäben, gelte die im psychiatrischen Gutach-
ten festgehaltene Beurteilung als Gesamtbeurteilung (AB 163.1, S. 37). 

3.3.12 Der RAD-Arzt Dr. med. U.________ führte im Bericht vom 5. Juli 
2017 aus, die von Dr. med. I.________ gestellte Diagnose einer zwanghaf-
ten Persönlichkeitsstörung sei nicht nachvollziehbar. Hingegen liege eine 
Zwangsstörung vor, die bereits im Vorgutachten im Jahr 2012 festgestellt 
worden sei. Die vorliegende Beschwerdekonstellation und der Krankheits-
verlauf würden schliesslich für die im AMA-Bericht festgestellte Diagnose 
eines organischen Psychosyndroms sprechen (AB 166, S. 12).

3.3.13 Im psychiatrischen Gutachten vom 22. April 2018 diagnostizierte Dr. 
med. J.________ den Verdacht auf eine kombinierte Persönlichkeitss-
törung mit zwanghaften, ängstlich-vermeidenden, selbstunsicheren fragli-
chen narzisstischen Anteilen (ICD-10: F61), Differentialdiagnose: Persön-
lichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73), den Verdacht auf/anamnestisch or-
ganisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.2) und 
eine residuelle Zwangsstörung mit vorwiegenden Kontrollzwangshandlun-
gen (ICD-10: F42.1; AB 190.1, S. 38). Aufgrund der zahlreichen Diskrepan-
zen und Inkonsistenzen sei eine Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit 
sehr schwierig. Die aktuelle Tätigkeit im administrativen Bereich sei als 
eine angepasste Tätigkeit anzusehen, die der Beschwerdeführer bereits 
seit seiner Rückkehr in das E.________ nach dem Velounfall wieder ausü-
be. Dabei sei das aktuelle Pensum von 60% bis 70% möglich und zumut-
bar (AB 190.1, S. 52). Eine genauere Einschätzung wäre durch eine sorg-
fältige und durchgehende Beobachtung seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz 
möglich. Rein pragmatisch sei die bisherige Eingliederung in die ange-
stammte Tätigkeit als erfolgreich anzusehen. Ein Pensum von 100% sei 
retrospektiv nicht möglich gewesen und werde es bis zur Pensionierung 
auch nicht sein. Grund dafür seien wahrscheinlich die Restbeschwerden 
durch die kognitiven Unfallfolgen (AB 190.1, S. 53).

3.3.14 In dem durch die K.________ in Auftrag gegebenen interdiszi-
plinären Gutachten der Begutachtungsstelle L.________ vom 30. August 
2018 wurden mit überwiegend wahrscheinlichem Kausalzusammenhang 
zum Ereignis vom 2. Oktober 2012 (Sturz beim Fahrradfahren) ein Schäde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 15

lhirntrauma mit initialem GCS 13 (ICD-10: S06.9), eine dislozierte Claviku-
laschaftfraktur links und Rippenserienfraktur IV-IX links (ICD-10: S42.00), 
sowie mit überwiegend wahrscheinlichem Kausalzusammenhang zum Er-
eignis vom 30. April 2014 (Sturz beim Skifahren) eine Commotio cerebri 
ohne nachweisbare neurologische Defizite, folgenlos ausgeheilt (ICD-10: 
S06.0), diagnostiziert. Weiter wurden mit möglichem Kausalzusammen-
hang zu den beiden Ereignissen und/oder unfallfremd eine anankastische 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.5), eine Zwangsstörung mit Zwangs-
denken und -handlungen und Entwicklungen von Hypersexualität (ICD-10: 
F42.1) sowie eine Migräne bei familiärer Disposition (ICD-10: G43.9) dia-
gnostiziert (AB 199.1, S. 28). Unfallkausale Diagnosen mit Krankheitswert 
lägen nicht vor. Die vorbestehende unfallfremde psychiatrische Problematik 
habe Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 199.1, S. 29). Unter Berück-
sichtigung der unfallfremden psychiatrischen Problematik sei nachvollzieh-
bar, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als … aufgrund 
seiner Verhaltens- und Denkstörungen nicht mehr ausüben könne. Für eine 
angepasste Tätigkeit mit weniger Verantwortung und weniger Führungs- 
und Leitungsfunktionen mit zugewandtem Umfeld, genug Möglichkeiten, 
Pausen zu machen, und einer weitgehend freien Zeiteinteilung sei eine 
Arbeitstätigkeit in einem Pensum von 70% möglich, wie dies auch die aktu-
elle Arbeitssituation widerspiegle (AB 199.1, S. 27).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 16

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5

3.5.1 Das MEDAS-Gutachten vom 24. Februar 2014 (AB 60.1), basierend 
auf einer internistischen, neurologischen, neurochirurgischen, orthopädi-
schen, psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung, erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (E. 3.4 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen und 
sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten 
Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum aktuellen Gesundheitszustand und zur Arbeits-
fähigkeit werden nachvollziehbar begründet. Auch stehen die Fachbeurtei-
lungen in Übereinstimmung untereinander und flossen in die interdisziplinä-
re Beurteilung ein. Das nach altem Verfahrensstand eingeholte Gutachten 
verliert seinen Beweiswert auch mit Rücksicht auf die in BGE 137 V 210 
eingeführten Korrektive nicht, da es – wie im Folgenden dargelegt wird – 
eine schlüssige Beurteilung erlaubt (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309, 137 V 210 
E. 6 S. 266).

3.5.2 Die Gutachter haben überzeugend festgestellt, dass die Folgen des 
Unfalls vom 2. Oktober 2012 weitgehend abgeklungen und keine Residuen 
mehr vorhanden sind. Die Experten – insbesondere der neurologische 
Teilgutachter – haben unter Verweis auf das tatsächliche Betätigungsprofil 
des Beschwerdeführers (partielle Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit, 
sicheres Führen eines Personenwagens, selbstständiges Ausüben der All-
tagsaktivitäten) sowie der Erstberichte der behandelnden Ärzte schlüssig 
dargelegt, dass keine namhaften kognitiven Störungen vorliegen und die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 17

entsprechenden Restbeschwerden im Rahmen des erlittenen Schädelhirn-
traumas kein leistungseinschränkendes Attest erlauben. Bildgebend konn-
ten keine Hinweise für grössere zerebrale Läsionen festgestellt werden 
(AB 60.1, S. 15 ff., 19, 49). Der orthopädische Teilgutachter führte zudem 
nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung 
der noch geringgradig bestehenden Verletzungsfolgen in einer wechselbe-
lastenden oder überwiegend sitzenden Bürotätigkeit – wie die angestamm-
te bzw. die zuletzt ausgeübte Tätigkeit – ohne Einschränkungen bzw. in 
einem Pensum von 100% arbeitsfähig ist (AB 60.1, S. 26). Gemäss der 
neurochirurgischen Gutachterin sei die klinische Störungssymptomatik in 
ihrer Kausalität nur polydisziplinär – insbesondere unter Berücksichtigung 
der Psychiatrie – ausreichend sicher beurteilbar (AB 60.1, S. 19).

Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte eine Zwangsstörung, vorwie-
gend Zwangshandlungen, teilremittiert (ICD-10: F42.1), Differentialdiagno-
se: zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: F60.5). Der im 
Rahmen der psychiatrischen Untersuchung erhobene klinische Befund war 
ohne Störungsanhalt. Insbesondere liessen sich – in Übereinstimmung mit 
der neuropsychologischen Begutachtung (AB 60.1, S. 49) – keine namhaf-
ten kognitiven Defizite erkennen (AB 60.1, S. 33). Gestützt auf die Explora-
tion, den psychiatrischen Befund und die Angaben des Beschwerdeführers 
zur Alltagsgestaltung war keine relevante Beeinträchtigung durch ein orga-
nisches Psychosyndrom mehr fassbar. Eine zusätzliche Berücksichtigung 
der neurologischen, neurochirurgischen und neuropsychologischen Bewer-
tungen sei somit geboten. Eine aus den psychiatrischen Diagnosen ableit-
bare, eigenständige Minderung der Arbeitsfähigkeit wurde verneint 
(AB 60.1, S. 35). 

In der Konsensbeurteilung haben die MEDAS-Gutachter einerseits unter 
Berücksichtigung der Ressourcen und deren Verwirklichung, insbesondere 
im ausserberuflichen Bereich, sowie andererseits der Defizite, auch aus 
psychiatrischer Sicht, überzeugend eine volle Leistungsfähigkeit attestiert 
(AB 60.1, S. 50 ff.). Da das MEDAS-Gutachten beweiskräftig ist und die 
bereits aus rein medizinischer Sicht volle Arbeitsfähigkeit – unter einlässli-
cher Berücksichtigung der Ressourcen und Defizite sowie der Konsistenz, 
mithin der Vorgaben der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 18

BGE 141 V 281 sowie 143 V 418 – in nachvollziehbarer und einleuchtender 
Weise begründet wurde (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a 
S. 352), ist die gesonderte gerichtliche Indikatorenprüfung (vgl. E. 2.2 hier-
vor) entbehrlich (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 11. Januar 
2018, 9C_307/2017, E. 5.1.2).

3.5.3 Nach dem Gesagten kann auf das schlüssige und nachvollziehbare 
MEDAS-Gutachten, wonach der Beschwerdeführer spätestens ab der gut-
achterlichen Erhebung (wieder) vollständig arbeitsfähig war (AB 60.1, 
S. 49; vgl. dazu auch AB 199.1, S. 30), abgestellt werden. Die fachärztli-
chen Erhebungen fanden im November und Dezember 2013 statt, womit 
das Leistungsprofil ab Januar 2014 Gültigkeit hat. Die neuropsychologische 
Testung vom 7. Januar 2014 bestätigte die ärztlichen Feststellungen (vgl. 
E. 3.6.3 und E. 3.10 hiernach). An der Massgeblichkeit dieser Einschätzung 
ändern auch der weitere Verlauf und die eingeholten weiteren medizini-
schen Gutachten nichts (vgl. E. 3.6 ff. hiernach).

3.6

3.6.1 Der Selbstunfall des Beschwerdeführers kurz nach der gutachterli-
chen MEDAS-Beurteilung am 30. März 2014 ereignete sich beim Skifahren, 
wobei der Hergang und nachmalige Verlauf unklar geblieben ist (unbeob-
achteter Sturz ohne Erinnerung durch den Beschwerdeführer; vgl. AB 66, 
S. 6). Gestützt auf die (medizinischen) Akten ist jedoch davon auszugehen, 
dass es sich um ein Bagatellereignis handelte, auch wenn der Beschwer-
deführer notfallmässig mit der REGA abtransportiert wurde. Die Ärzte des 
Spitals R.________, wo der Beschwerdeführer eine Nacht hospitalisiert 
war, diagnostizierten im Bericht vom 31. März 2014 eine Commotio cerebri 
bei GCS (Glasgow Coma Scale) 14 (bester Wert sind 15 Punkte; vgl. 
PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 674) und eine 
Schulterkontusion links. Die Röntgenaufnahmen der HWS/Dens sowie der 
linken Schulter zeigten keine Anhalte für frische ossäre Läsionen (AB 66, 
S. 6). Bereits am Tag nach dem Unfall wurde der Beschwerdeführer neuro-
logisch unauffällig und in gutem Allgemeinzustand aus dem Spital in die 
ambulante Weiterbehandlung entlassen. Übelkeit, Erbrechen und Schwin-
del sind nicht aufgetreten (AB 66, S. 7). In die Nachuntersuchung vom 
3. April 2014 bei seinem Hausarzt Dr. med. P.________ begab er sich mit 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 19

dem Auto (AB 66, S. 5). Aus den Eintragungen des Hausarztes vor dem 
Unfall vom 30. März 2014 ergeben sich keine Klagen über angebliche ko-
gnitive Einschränkungen (vgl. AB 66, S. 4 f.), was mit den Darlegungen in 
der zeitgleichen MEDAS-Begutachtung übereinstimmt. Für die Zeit nach 
dem neuerlichen Unfall hielt der Hausarzt eine Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes aufgrund der Commotio cerebri (AB 66, S. 1) bzw. 
einen klaren aber mässigen Rückfall (zum vorherigen Unfall; AB 66, S. 5) 
fest und attestierte ab Mitte April 2014 wieder eine stufenweise steigende 
Arbeitsfähigkeit (AB 66, S. 1 und 5; 78, S. 16). 

3.6.2 Auch der AMA-Bericht vom 29. April 2015 ändert nichts an der 
Massgeblichkeit des MEDAS-Gutachtens. Der Psychiater Dr. med. 
T.________ diagnostizierte – in Abweichung vom MEDAS-Gutachten – ein 
organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (ICD-10: F07.1). 
Diese Diagnosestellung – wenn auch als solche der Psychiatrie unterstellt 
– bedarf einer nachweisbaren Ätiologie in einer zerebralen Krankheit, einer 
Hirnverletzung oder einer anderen Schädigung, die zu einer Hirnfunktions-
störung führt (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifika-
tion psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 72). Die somatischen Gutachter der MEDAS 
haben eine organische Komponente jedoch überzeugend ausgeschlossen 
(vgl. E. 3.5.2 hiervor). Somit ist die von Dr. med. T.________ gestellte Dia-
gnose nicht haltbar. Entgegen der Auffassung des AMA-Arztes war denn 
auch keine mehrmonatige (neurologische) Rehabilitation (AB 107, S. 11) 
notwendig (vgl. auch AB 31, S. 13 sowie 162.1, S. 10 und 19). Es über-
zeugt deshalb nicht, wenn Dr. med. T.________ – gestützt auf die in der 
AMA erzielten Leistungen – eine Leistungsfähigkeit von 40% bzw. maximal 
50% in einer angepassten Tätigkeit attestierte (AB 107, S. 12), wo doch der 
Beschwerdeführer in seiner Anstellung im E.________ bereits damals wie-
der zu 70% angestellt war und bis heute hohe Einkommen erzielt (vgl. 
AB 111, S. 2 sowie E. 3.9 und 4.4 hiernach). So gab der Beschwerdeführer 
auf die im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung im September 
2016 (vgl. E. 3.6.3 hiernach) angesprochene Abweichung denn auch selber 
an, dass bei der AMA eine ständige Testsituation bestanden habe, bei der 
er ständig beobachtet worden sei, was grundsätzlich eine eher anstren-
gende Situation gewesen sei. Bei seiner aktuellen Tätigkeit sei nicht jede 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 20

Arbeit neu und er fühle sich nicht getestet; auch werde er nicht so stark 
beobachtet. Subjektiv empfinde er in seiner Leistungsfähigkeit zur damali-
gen Abklärung keinen riesigen Unterschied, wobei er das Gefühl habe, 
dass es jetzt etwas besser gehe (AB 162.1, S. 9; vgl. auch AB 162.1, 
S. 17).

Überzeugend führten die MEDAS-Gutachter deshalb in der Stellungnahme 
vom 10. Februar 2016 zum AMA-Bericht aus, dass dieser keine Änderung 
an der gutachterlichen Beurteilung zu bewirken vermag. Die MEDAS-
Gutachter legten nachvollziehbar dar, dass der AMA-Bericht keine objekti-
vierten Befunde enthalte, welche die Beurteilung von Dr. med. T.________ 
begründen könnte, sondern vielmehr die subjektiven Beschwerdevortragen 
des Beschwerdeführers berücksichtigt wurden (AB 135.1, S. 2 f.). Die ME-
DAS-Gutachter haben in Zitierung ihres Gutachtens und mit ausdrückli-
chem Verweis auf die Befunde betreffend die kognitive Sachlage zutreffend 
ihre frühere Einschätzung für massgeblich erklärt, was überzeugt. Eine 
weitere Begutachtung im Oktober 2014 (zweijähriges Intervall für eine fina-
le Beurteilung nach Schädelhirntrauma) hatten die Gutachter aufgrund des 
stabilen Zustandes des Beschwerdeführers sowie der bereits ausgeschlos-
senen unfallbedingten kognitiven Störungen zutreffend für entbehrlich ge-
halten (AB 60.1, S. 51; 135.1, S. 3 ff.).

3.6.3 Die IVB hat daraufhin eine monodisziplinäre, mit einer neuropsycho-
logischen Beurteilung unterlegte, psychiatrische Begutachtung angeordnet. 
Darin hat sich jedoch nichts anderes gezeigt, als bereits anlässlich der 
MEDAS-Begutachtung. 

Im neuropsychologischen Gutachten vom 12. Dezember 2016 wurde von 
Dr. phil. H.________ überzeugend dargelegt, dass die neuropsychologi-
sche Testung ein unauffälliges kognitives Leistungsprofil zeigte. Es erga-
ben sich keine testpsychologischen und klinischen Hinweise für eine erhöh-
te Ermüdbarkeit. Einlässlich und überzeugend hat die neuropsychologische 
Gutachterin dargelegt, dass eine Fatigue (erhöhte Ermüdbarkeit) 
grundsätzlich nur schwer zu objektivieren und deshalb verteilt über die Er-
hebung zu testen ist. Die entsprechende Testung zeigte beim Beschwerde-
führer verteilt über die knapp vierstündige Untersuchung keine Beeinträch-
tigungen (AB 162.1, S. 14). Daher könne das Vorliegen einer Schädelhirn-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 21

trauma-assoziierten Fatigue mit dieser neuropsychologischen Untersu-
chung allein nicht bestätigt werden. Im Gegenteil spreche auch die Lokali-
sation der beim Schädelhirntrauma erlittenen Hirnverletzung eher gegen 
das Vorliegen einer primären (zerebral bedingten) Fatigue. Dies stimmt mit 
den fachärztlichen neurologischen Einschätzungen der MEDAS-Gutachter 
(vgl. AB 60.1, S. 13) überein (AB 162.1, S. 15). Neuropsychologische Un-
tersuchungsergebnisse sind rechtsprechungsgemäss stets im Kontext der 
übrigen (interdisziplinären) medizinischen Abklärungsergebnisse zu würdi-
gen und beweisrechtlich nur insoweit relevant, als sie sich in das Gesamt-
ergebnis der medizinischen Sachverhaltsabklärung schlüssig einfügen 
(BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; Entscheide des BGer vom 7. August 
2009, 8C_261/2009, E. 5.2 und des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [heute BGer] vom 7. Juni 2006, I 816/05, E. 3.2.2). Dr. phil. 
H.________ führte überzeugend aus, dass die Befunde in relativ guter 
Übereinstimmung zum neuropsychologischen Teilgutachten der MEDAS 
stehen. Bereits damals hätten sich keine ausreichenden Hinweise für eine 
hirnorganisch begründete Störung gezeigt. Die damals erhobenen leichten 
Auffälligkeiten in der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit und in der 
Konzentrationsfähigkeit liessen sich heute nicht mehr erheben (AB 162.1, 
S. 15). Gemäss der Expertin ist auch die anlässlich der AMA demonstrierte 
Leistungseinschränkung neuropsychologisch nicht erklärbar (AB 162.1, 
S. 16). Überzeugend wies sie schliesslich darauf hin, dass nicht nachvoll-
ziehbar ist, weshalb der Beschwerdeführer seine Leistung am Arbeitsplatz 
nicht besser aufteilt (Präsenz an fünf Tagen an Stelle von wenigen langen 
Arbeitstagen; AB 162.1, S. 17). Diese Aufteilung steht offenbar mit der 
Strukturierung seines ausserberuflichen Lebens in Zusammenhang. Wenn 
er ganze Tage arbeiten kann, so ist jedoch nicht nachvollziehbar, wie er 
eine halbtägige Begutachtung als überfordernd betrachten kann. Es ergibt 
sich daraus ein inkonsistenter und allein beschränkter Leidensdruck.

Im parallel dazu erstellten psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 
I.________ vom 4. Januar 2017 wurde mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit einerseits die Diagnose einer anankastischen (zwanghaften) Per-
sönlichkeitsstörung gestellt (ICD-10: F60.5; AB 163.1, S. 18). Diese Dia-
gnose deckt sich weitgehend mit der entsprechenden Diagnostik der 
MEDAS-Gutachter (AB 60.1, S. 33). Andererseits wurde – wie im medizini-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 22

schen Teil des AMA-Berichts (AB 107, S. 10) – mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit (klinisch) eine organische Persönlichkeitsstörung nach Schä-
delhirntrauma (ICD-10: F07.0) diagnostiziert (AB 163.1, S. 18). Wie bereits 
ausgeführt (vgl. E. 3.6.2 hiervor) kann diese Diagnose jedoch bei fehlen-
dem somatischem (neurologischem) Korrelat nicht gestellt werden. Es 
bleibt zu wiederholen, dass bereits im MEDAS-Gutachten nachvollziehbar 
und überzeugend dargelegt wurde, weshalb diese Diagnose nicht zutrifft 
bzw. weshalb keine organische Grundlage für die geschilderten Beschwer-
den besteht. Dies wurde auch einlässlich und sorgfältig im neuropsycholo-
gischen Gutachten von Dr. phil. H.________ bestätigt. Weshalb der Psych-
iater Dr. med. I.________ über seine Fachkompetenz hinweg, in eine ande-
re medizinische (somatische) Fachrichtung eingreifend, die interdisziplinäre 
Beurteilung der MEDAS wie auch der mitbegutachtenden Neuropsycholo-
gin unbeachtet lässt, bzw. sich gar explizit darüber hinwegsetzt, ist nicht 
nachvollziehbar. Seine in Verkennung der eigenen Fachkompetenz erfolg-
ten und den klaren testmässigen Befunden entgegenstehenden Aus-
führungen zu einer hirnorganischen Mitbeteiligung des orbitofrontalen Kor-
tex (AB 163.1, S. 24 ff.) überzeugen daher nicht. Er bezeichnet diese Zu-
ordnung denn auch selber als „rein theoretisch“ (AB 163.1, S. 23). Die von 
Dr. med. I.________ angenommenen organischen Ursachen hierfür beste-
hen jedenfalls – wie bereits ausgeführt – nicht. Die Einschätzung einer or-
ganisch bedingten psychischen Störung widerspricht den objektivierten 
Befunden (AB 163.1, S. 28; vgl. E. 3.6.2 hiervor). Bei der Beurteilung von 
Dr. med. I.________ bleibt schliesslich auch die aktuelle Leistungssituation 
des Beschwerdeführers unberücksichtigt, bei der Jahr für Jahr (steuerfrei) 
erhebliche Zusatzentschädigungen als Honorar … ausgerichtet werden 
(AB 173; 193.2 – 193.4). Dem Beschwerdeführer wurden damit offensicht-
lich sehr wohl wieder entschädigungswürdige, anspruchsvolle Tätigkeiten 
zugemutet. Nach dem Gesagten überzeugt das psychiatrische Gutachten 
von Dr. med. I.________ nicht und es kann nicht darauf abgestellt werden. 
Nicht überzeugend ist denn auch seine Kritik am MEDAS-Gutachten. Wie 
von Dr. med. I.________ vorab selbst festgehalten, wurde die MEDAS-
Begutachtung sehr sorgfältig durchgeführt (AB 163.1, S. 31). Wenn der 
psychiatrische Gutachter dann jedoch kritisiert, eine Auseinandersetzung 
mit den Wutausbrüchen, der reduzierten Kritikfähigkeit und der deutlich 
gesteigerten sexuellen Lust sei nicht erfolgt, muss darauf hingewiesen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 23

werden, dass diese Symptome in dieser Ausprägung bis zu seiner Erhe-
bung gar nicht geschildert wurden (vgl. AB 60.1, S. 34 und 37). 

3.6.4 Nach Einholung einer Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. 
U.________, der ohne über einen in der Schweiz anerkannten Weiterbil-
dungstitel (in den Fachgebieten Psychiatrie, Neuropsychiatrie oder Neuro-
logie) zu verfügen (vgl. www.medregom.admin.ch), die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung als nicht gegeben bzw. die im AMA-Bericht festge-
stellte Diagnose eines organischen Psychosyndroms als nachvollziehbar 
erachtete (AB 166, S. 11 f.), veranlasste die IVB schliesslich eine weitere 
psychiatrische Beurteilung durch Dr. med. J.________. Dr. med. 
J.________ hat in ihrem Gutachten vom 22. April 2018 die Diagnosen von 
Dr. med. I.________ übernommen – nun aber nur noch als Verdachtsdia-
gnosen (AB 190.1, S. 38). Eine dem Fachgebiet der Neurologie zuzuord-
nende Hirnschädigung als Ursache der gezeigten Symptome war und ist 
nicht bewiesen. Vielmehr ist sie wie dargelegt nach wiederholten neuropsy-
chologischen Abklärungen und neurologischer Begutachtung ausgeschlos-
sen. So bestätigte Dr. med. J.________, dass die Befunde von Dr. phil. 
H.________ nicht in Zweifel zu ziehen sind (AB 190.1, S. 39). Es kann Dr. 
med. J.________ deshalb nicht gefolgt werden, wenn sie fehlende genaue 
somatische Abklärung bemängelt bzw. eine umfassende pluridisziplinäre 
Einschätzung verlangt (AB 190.1, S. 48 f.). Eine solche liegt mit dem 
MEDAS-Gutachten aus dem Jahr 2014 vor. Soweit Dr. med. J.________ in 
ihrem Gutachten (erneut) auf einen Alkoholkonsum von zwei bis drei Glä-
ser pro Tag hinweist, was ein deutliches Anzeichen für einen Alkoholismus 
ist (AB 190.1, S. 27, 31, 48; vgl. auch AB 199.1, S. 13), ändert dies nichts. 
Die neuropsychologischen Erhebungen ergaben noch keine Defizite. Es 
bestehen denn auch keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer 
nicht in der Lage wäre, den erheblichen Alkoholkonsum zu sistieren. Zu 
dem den Beschwerdeführer dominierenden Thema der Sexualität hat die 
Gutachterin eine hirnorganische Mitbeteiligung eindeutig ausgeschlossen. 
Sie führte aus, dass das beschriebene Sexualverhalten (erhöhte Libido) 
des Beschwerdeführers einer Veränderung in der Beziehung zur Ehefrau 
entspringe (AB 190.1, S. 42). Sie hat Dr. med. I.________ insoweit, als 
dieser in seiner Beurteilung von fehlenden Inkonsistenzen ausging 
(AB 190.1, S. 50) zu Recht widersprochen und festgehalten, aufgrund zahl-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 24

reicher Inkonsistenzen und Diskrepanzen sei eine diagnostische Beurtei-
lung nicht möglich, ohne zu spekulieren (AB 190.1, S. 41). Den Umstand, 
dass der Beschwerdeführer infolge seiner subjektiven Krankheitsüberzeu-
gung bis zu seiner Pensionierung kaum mehr ein höheres Pensum auf-
nehmen wird (AB 190.1, S. 53), hat nicht die Invalidenversicherung zu ver-
treten. Angesprochen wurde von Dr. med. J.________ im psychiatrischen 
Gutachten schliesslich nicht zum ersten Mal der offenbar fehlende Lei-
densdruck (AB 190.1, S. 40) und sie hat zutreffend auf die diskrepanten 
biographischen Anamnesen (gestützt allein auf die Angaben des Be-
schwerdeführers) hingewiesen (AB 190.1, S. 39). So ist erstaunlich, dass 
der Beschwerdeführer während dem Bezug von Arbeitslosentaggelder in 
den Jahren 2004 und 2005 (vgl. AB 173, S. 3) bzw. im Rahmen der ersten 
IV-Abklärung parallel eine Ausbildung zum … absolviert haben will (vgl. 
AB 190.1, S. 46). Unterlagen hierzu fehlen in den Akten. Welche Qualität 
diese Ausbildung hatte, kann hier offen bleiben, hatte der Beschwerdefüh-
rer doch in der Folge ab Oktober 2006 eine entsprechende Stelle während 
Jahren ohne Beanstandungen inne. 

3.7 Die psychiatrische Einschätzung der MEDAS ist damit in keiner 
Weise fehlerbehaftet, sondern – auch nach der neuen Begutachtung durch 
Dr. phil. H.________, Dr. med. I.________ und Dr. med. J.________ – mit 
der Befundlage und medizinischen Lehre übereinstimmend und damit nicht 
zu beanstanden. Eine massgebliche Veränderung hat sich seither nicht 
eingestellt.

3.8 Schliesslich ändert auch das von der Unfallversicherung in Auftrag 
gegebene interdisziplinäre Gutachten der Begutachtungsstelle L.________ 
vom 30. August 2018 (basierend auf einer neurologischen, neuropsycholo-
gischen und psychiatrischen Untersuchung) nichts (AB 199.1). Die Gutach-
ter der Begutachtungsstelle L.________ haben keine unfallkausalen (hirn-
organischen) Schädigungen mit Krankheitswert erhoben. Im Rahmen der 
Begutachtung wurde eine somatische Basis für die geklagten Beschwerden 
vielmehr ein weiteres Mal verneint. Sowohl die neurologische als auch die 
neuropsychologische Untersuchung ergaben keine nachweisbaren Defizite 
bzw. objektivierbaren Befunde. Die Hyposmie hat sich gemäss dieser Er-
hebung gar gebessert (AB 199.1, S. 23 ff.). Die Gutachter der Begutach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 25

tungsstelle L.________ wiesen denn auch ausdrücklich darauf hin, dass 
die neurologischen und neuropsychologischen Befunde vergleichbar mit 
den Ergebnissen im Rahmen der MEDAS-Begutachtung bzw. der Begut-
achtung von Dr. phil. H.________ sind (AB 199.1, S. 24 f.). Ferner äusser-
ten sich die Gutachter der Begutachtungsstelle L.________ schIüssig und 
überzeugend zu den Diskrepanzen zwischen den drei übereinstimmenden 
neuropsychologischen Abklärungen und den Ergebnissen der AMA. Dabei 
wurde insbesondere (in Bestätigung der MEDAS-Gutachter) auf den Wi-
derspruch zwischen den „objektiven Befunden“ und den „subjektiven Kla-
gen“ hingewiesen (AB 199.1, S. 25). Sodann ergeben sich auch bei dieser 
Begutachtung Anzeichen für Diskrepanzen zwischen den subjektiven An-
gaben des Beschwerdeführers (Müdigkeit im Vordergrund) und den erheb-
lichen, in der Freizeit genutzten Ressourcen (Auto fahren, Sportbetätigun-
gen, …; AB 199.1, S. 11). Unfallkausale psychiatrische Diagnosen mit 
Krankheitswert konnten keine gestellt werden (AB 199.1, S. 26 f.). Insoweit 
spielt es keine Rolle, dass die Experten allein in Kenntnis der Akten ab Un-
fall waren und die früheren Akten nicht gekannt haben. Relevant ist dieser 
Umstand einzig hinsichtlich der Einschätzung der unfallfremden psychiatri-
schen Seite und des Leistungsvermögens, wonach der Beschwerdeführer 
in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr und in einer angepassten 
Tätigkeit noch zu 70% arbeitsfähig sei (AB 199.1, S. 27). Das Gutachten 
der Begutachtungsstelle L.________ beschränkte sich auftragsbedingt auf 
die unfallkausale Problematik. So war eine einlässliche Auseinanderset-
zung mit den unfallfremden Fragen nicht mehr vorzunehmen. Vor diesem 
Hintergrund ist folglich zu sehen, dass zwar (unfallfremde) psychische Dia-
gnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gestellt, diese jedoch nicht 
näher diskutiert bzw. hergeleitet wurden. Insoweit ist das Gutachten der 
Begutachtungsstelle L.________ nicht tauglich, das MEDAS-Gutachten bei 
seither weitgehend unveränderter Befundlage in Frage zu stellen.

3.9 Die MEDAS-Beurteilung überzeugt schliesslich auch vor dem Hin-
tergrund der erweiterten psychosozialen Betrachtung: Im Rahmen der zahl-
reichen Erhebungen haben die Ärzte allesamt auf psychosoziale Faktoren 
hingewiesen. Der Beschwerdeführer war seit Oktober 2006 … im 
E.________ und in dieser Funktion Vorgesetzter seiner Ehefrau, welche 
am gleichen Ort bzw. sogar im gleichen … arbeitet. Per 31. Oktober 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 26

erhielt der Beschwerdeführer die Kündigung und arbeitete fortan ab No-
vember 2014 in einem 70%-Pensum als … und … für denselben Arbeitge-
ber (vgl. AB 78, S. 17; 111, S. 2 f.). Anlässlich dieser Veränderung wurde 
die Ehefrau des Beschwerdeführers … und damit dessen Vorgesetzte. 
Diese Zurückstufung war für den Beschwerdeführer sehr schwierig (gewe-
sen); er fühlte sich durch die berufliche Veränderung gekränkt (vgl. 
AB 190.1, S. 34; 199.1, S. 27). Dies äusserte sich offenbar so, dass der 
Beschwerdeführer während der Arbeit aggressiv und „frecher“ wurde, was 
wiederum dazu geführt habe, dass sich gewisse Mitarbeiter über ihn be-
klagt und seine Kündigung verlangt hätten (vgl. AB 162.1, S. 8 und 10; 
163.1, S. 13 f., 17, 27 f.; 190.1, S. 28, 31 ff., 199.1, S. 12, 17, 19). Die Si-
tuation ist damit nachvollziehbar in betrieblicher wie privater Hinsicht kon-
fliktbeladen. Gemäss Aussage der gleichzeitig als Vorgesetzte handelnden 
Ehefrau des Beschwerdeführers genügen dessen Arbeitsleistungen nicht 
(AB 199.1, S. 19). Damit kontrastiert jedoch, dass das Einkommen des 
Beschwerdeführers – auch im Vergleich zu seinem Einkommen als … – 
hoch angesetzt wurde, wobei es in den Jahren 2015 und 2016 wiederum 
eine deutliche Steigerung erfahren hat (vgl. AB 173 sowie E. 4.4 hiernach). 
Kommt hinzu, dass dem Beschwerdeführer für Tätigkeiten im …, d.h. auf 
höchster Leitungsebene, neben dem Lohn jedes Jahr erhebliche zusätzli-
che (steuerfreie) Zahlungen geleistet werden (vgl. Bruttolohn und Brutto-
lohn Steuern sowie IK-Auszug; AB 173, 193.1 - 193.3). Solche Entschädi-
gungen sprechen deutlich gegen eine fehlende Leistungsfähigkeit beim 
Beschwerdeführer. 

3.10 Zusammenfassend ist gestützt auf das beweiskräftige MEDAS-
Gutachten vom 24. Februar 2014 erstellt, dass der Beschwerdeführer in 
der angestammten Tätigkeit (spätestens) seit den fachärztlichen Befunder-
hebungen und damit ab Januar 2014 (vgl. auch E. 4.4 hiernach betreffend 
den im Jahr 2014 erzielten Lohn) mit Sicherheit wieder auf Dauer (vgl. 
Art. 88a Abs. 1 erster Satz IVV) zu 100% arbeits- und leistungsfähig war. 
Für die Zeit vom Unfall am 2. Oktober 2012 bis längstens Dezember 2013 
ist gemäss dem MEDAS-Gutachten auf der Basis der vorhanden Akten 
„pragmatisch“ zu entscheiden (AB 60.1, S. 53). Gemäss den vorliegenden 
medizinischen Akten erfolgte nach dem Unfall am 2. Oktober 2012 nach 
einer zunächst vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis am 31. Januar 2013 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 27

eine stufenweise Arbeitsaufnahme (AB 30.9, S. 1). Die Ärzte der Klinik 
N.________ sowie der Hausarzt Dr. med. P.________ attestierten ab dem 
1. Februar 2013 eine 80%-ige, ab 1. April 2013 eine 70%-ige, ab 1. August 
2013 eine 60%-ige, ab 31. Oktober 2013 eine 100%-ige und ab 18. No-
vember 2013 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 30.9, S. 1; 184.1, S. 
160). Darauf basierend ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist hier unter Berücksichtigung 
des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und der Karenzfrist nach 
Art. 29 Abs. 1 IVG der 1. Oktober 2013, da eine Arbeitsunfähigkeit ab dem 
Unfall vom 2. Oktober 2012 ausgewiesen ist (vgl. E. 3.2 hiervor), während 
die Anmeldung bei der IVB im März 2013 erfolgt ist (AB 21).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 28

4.3 Am 1. Oktober 2013 war der Beschwerdeführer gemäss hausärztli-
chem Attest noch zu 60% eingeschränkt. Aufgrund einer Schulteroperation 
(Osteosynthesematerialentfernung an der linken Clavicula; vgl. AB 1991.1, 
S. 6) wurde ab dem 31. Oktober 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 
attestiert. Ab dem 18. November 2013 wurde der Beschwerdeführer zu 
50% arbeits(un)fähig geschrieben (AB 184.1, S. 160). Somit besteht ab 
1. Oktober 2013 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (vgl. E. 2.3 hiervor). 
Die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 31. Oktober bis am 17. November 
2013 ist nur vorübergehend und daher nicht zu berücksichtigten. Eine revi-
sionsweise vorzunehmende Anpassung der Rente bis zu deren definitiven 
Aufhebung per Ende Dezember 2013 (vgl. E. 3.5.3 hiervor) aufgrund der ab 
dem 18. November 2013 bestehenden 50%-igen Arbeits(un)fähigkeit erüb-
rigt sich mit Blick auf die Dreimonatsfrist nach Art. 88a Abs. 1 zweiter Satz 
IVV. Die Verbesserung des Gesundheitszustandes, welche in zeitlicher 
Hinsicht nicht genau bestimmbar ist, jedoch spätestens seit den fachärztli-
chen Erhebungen der MEDAS ab Januar 2014 erstellt ist, stellt einen weite-
ren Revisionsgrund (Art. 17 ATSG) dar, weshalb der Rentenanspruch mit 
Blick auf die dauerhafte volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit per 31. Dezember 2013 einzustellen ist (Art. 88a Abs. 1 
erster Satz IVV; vgl. dazu Entscheide des BGer vom 30. April 2019, 
8C_36/2019, E. 5 und vom 16. Mai 2019, 9C_687/2018, E. 2). Folglich hat 
der Beschwerdeführer vom 1. Oktober bis am 31. Dezember 2013 An-
spruch auf eine Dreiviertelsrente.

4.4 Selbst wenn unbesehen des sowohl medizinisch wie auch invali-
denversicherungsrechtlich (vgl. E. 2.2 und E. 3.5 bis 3.10 hiervor sowie die 
zutreffende Indikatorenprüfung der Beschwerdegegnerin in der angefoch-
tenen Verfügung, AB 202) fehlenden Gesundheitsschadens für die Zeit ab 
Januar 2014 eine Anspruchsprüfung auf der Basis der tatsächlichen Ein-
kommenssituation vorgenommen würde, würde sich am Ergebnis nichts 
ändern, da der Beschwerdeführer in seiner aktuellen bzw. tatsächlichen 
Anstellung in einem Pensum von 70% einen Lohn erzielt, welcher – wie 
nachfolgend dargelegt wird – keinen massgeblichen Invaliditätsgrad ergibt. 

4.4.1 Der Beschwerdeführer arbeitete vom 1. Oktober 2006 bis am 
31. Oktober 2014 in einem Pensum von 100% als … im E.________. Diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 29

Stelle wurde ihm unter Angabe von gesundheitlichen Gründen gekündigt 
(vgl. AB 78, S. 17). Seit dem 1. November 2014 ist er in einem Pensum von 
70% als … und … für denselben Arbeitgeber tätig (AB  111, 192). 

4.4.2 Ohne den hier angenommenen (anhaltenden) Gesundheitsschaden 
wäre der Beschwerdeführer immer noch in einem 100%-Pensum als … 
tätig. Folglich ist für das Valideneinkommen auf den letzten, vor dem Unfall 
im Oktober 2012 erzielten Lohn abzustellen (vgl. E. 4.1.1 hiervor). Im Jahr 
2011 hat der Beschwerdeführer sein höchstes je erzieltes Einkommen er-
halten, welches Fr. 166‘184.-- betragen hat (AB 173, S. 3). Aufindexiert auf 
das Jahr 2014 resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 168‘318.80 (Bun-
desamt für Statistik, Tabelle T1.1.10. Nominallohnindex, Männer 2011 - 
2018, Bst. Q, 2011 [101.2], 2014 [102.5]). 

4.4.3 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist vom erhaltenen 
Lohn im hier massgebenden Jahr 2014 auszugehen. Damals erzielte der 
Beschwerdeführer in einem Pensum von 70% (bereits wieder) 
Fr. 108‘102.-- (vgl. E. 4.1.2 hiervor). In den darauf folgenden Jahren ist 
dieses Einkommen dann sogar namhaft angestiegen (2015: Fr. 111‘375.--, 
2016: Fr. 117‘033.--; AB 173, S. 3).

4.4.4 Zusammenfassend resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 168‘318.80 und einem Invalideneinkommen von Fr. 108‘102.-- eine in-
validitätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 60‘216.80, was einem renten-
ausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 
3.3 S. 125) 36% entspricht (vgl. E. 2.3 hiervor).

5. Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 14. Janu-
ar 2019 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde dahingehend abzuän-
dern, als der Beschwerdeführer vom 1. Oktober bis am 31. Dezember 2013 
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung hat. Soweit 
weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 30

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Beim vorliegenden Verfahrensausgang obsiegt der Beschwerdeführer nur 
teilweise (vgl. E. 5 hiervor). Dementsprechend hat er von den gerichtlich 
auf Fr. 800.-- bestimmten Verfahrenskosten drei Viertel, ausmachend 
Fr. 600.--, zu übernehmen. Dem Beschwerdeführer ist nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils der vom geleisteten Kostenvorschuss (Fr. 800.--) 
verbleibende Restbetrag von Fr. 200.-- zurückzuerstatten. Die Beschwer-
degegnerin ihrerseits hat im Umfang ihres Unterliegens einen Viertel der 
Verfahrenskosten, ausmachend Fr. 200.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VR-
PG; BVR 2009 S. 187 E. 4.1.1).

6.2 Aufgrund des teilweisen Obsiegens hat der Beschwerdeführer An-
spruch auf Ersatz eines Anteils der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 3. April 2019 machte Rechtsanwältin B.________ 
ein Honorar von Fr. 3‘937.50 sowie Auslagen von Fr. 5.30 und die Mehr-
wertsteuer von Fr. 303.60, insgesamt also einen Betrag von Fr. 4‘246.40 
geltend. Diese Honorarnote ist nicht zu beanstanden. Entsprechend dem 
Ausgang des Verfahrens ist die dem Beschwerdeführer auszurichtende 
Parteientschädigung auf Fr. 1‘061.60 (ein Viertel von Fr. 4‘246.40) festzu-
setzen.

Die teilweise obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversiche-
rungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozess-
grundsatz keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 
124 E. 5b S. 133).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 31

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 14. Januar 2019 insofern abgeändert, 
als der Beschwerdeführer vom 1. Oktober bis am 31. Dezember 2013 
Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat. Im Übrigen wird die Be-
schwerde abgewiesen.

2. Von den gerichtlich auf Fr. 800.-- bestimmten Verfahrenskosten wer-
den dem Beschwerdeführer Fr. 600.-- und der Beschwerdegegnerin 
Fr. 200.-- zur Bezahlung auferlegt. Die dem Beschwerdeführer aufer-
legten Verfahrenskosten werden dem geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- entnommen. Der vom geleisteten Kostenvorschuss verblei-
bende Restbetrag von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer nach 
Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘061.60 (inklusive Auslagen und Mehr-
wertsteuer), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Zur Kenntnis:
- Pensionskasse V.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Mai 2019, IV/19/119, Seite 32

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.