# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f702f05-b577-5161-a581-56a28ba97ef9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2010 E-4541/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4541-2010_2010-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4541/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, geboren (...),
Bangladesch,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 17. Juni 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4541/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

A. Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Bengali mit letztem Wohnsitz 
in  B._______  (Distrikt  Munshigonj),  verliess  Bangladesch  eigenen 
Angaben zufolge am 2. Mai 2010. Ohne eigenen Reisepass sei er von 
Dhaka nach Rom geflogen und per Auto am 10. Mai 2010 illegal in die 
Schweiz  gelangt,  wo  er  gleichentags  beim  Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) in C._______ um Asyl nachsuchte. 

B.
Am  25.  Mai  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  im  D._______  zu 
seinen Personalien, dem Reiseweg und summarisch zu seinen Asyl -
gründen befragt und am 7. Juni 2010 einlässlich zu den Asylgründen 
angehört.

Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend, seit 2003 sei er Mitglied der Chatro Dol, einer 
Studentenorganisation der „Bangladesch Nationalist Party“ (BNP), und 
seit  dem  Wahlsieg  der  Awami  League  (AL)  im  Jahre  2008  würden 
BNP-Mitglieder  schikaniert.  Er  sei  von einem Anführer  der  AL unter 
Todes-Androhung aufgefordert  worden,  die  BNP zu  verlassen. Ende 
des Fastenmonats (August/September 2009) sei er bei der E._______ 
von F._______ von einigen Personen angehalten worden. Sieben bis 
acht weitere Personen seien zu den anderen hinzugestossen, hätten 
ihn  umkreist,  Morddrohungen  ausgesprochen  und  ihm  Stockschläge 
erteilt.  Ihm  sei  schliesslich  die  Flucht  vor  den  Angreifern  gelungen. 
Seither  beziehungsweise  seit  Oktober/November  2009  sei  er 
regelmässig  bei  seinen  Eltern  von  der  Polizei  aufgesucht  worden. 
Aufgrund  der  im  Ausland  lebenden  Kinder  würden  seine  Eltern 
erpresst.  Als  einer  der  beiden  Brüder  im  Februar  2009  nach 
Bangladesch  zurückgekommen  sei,  sei  auch  dieser  mit 
Geldforderungen seitens der AL konfrontiert worden. Weil sein Bruder 
aber keine Geldzahlungen geleistet  habe, sei  dieser von Mitgliedern 
der  AL  verprügelt  worden.  Im  Januar/Februar  2010  sei  er 
(Beschwerdeführer)  zu  einem Freund  nach Dhaka  gegangen,  wo er 
sich  bis  zu  seiner  Ausreise  aufgehalten  habe.  Am  (...)  habe  er 
letztmals an einer Versammlung teilgenommen, an der die Mitglieder 
der Chatro Dol bei einem Mahnmal im College in Munshigonj Kränze 
hingelegt  hätten.  Von  dort  seien  sie  von  Schlägertypen  der  AL 
vertrieben  worden.  Sein  Vater,  der  ihm  geraten  habe  das  Land  zu 
verlassen, habe ihm die Ausreise organisiert und finanziert.

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C.
Das BFM trat mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 17. Juni 2010 
und  in  Anwendung von  Art. 32  Abs. 2  Bst  a des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  nicht  ein  und 
ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. 

D.
Der Beschwerdeführer  erhob am 23. Juni  2010 beim Bundesverwal-
tungsgericht  gegen den vorinstanzlichen Entscheid  Beschwerde und 
beantragte,  die  Verfügung sei  vollumfänglich  aufzuheben,  die  Sache 
sei  zur  Prüfung  des  Asylgesuchs  (Eintreten)  an  die  Vorinstanz  zu-
rückzuweisen,  und  (sinngemäss)  es  sei  die  Unzulässigkeit 
beziehungsweise die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs unter 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  festzustellen.  In  ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht  beantragte der Beschwerdeführer die Ge-
währung  der  unentgeltlichen Rechtspflege. Als  Beweismittel  legte  er 
der Beschwerde Kopien seiner Identitätskarte und von zwei Schreiben 
seines Anwalts in Bangladesch vom 20. Juni 2010 bei.

E.
Die vorinstanzlichen Akten trafen am 24. Juni 2010 per Telefax beim 
Bundesverwaltungsgericht ein (Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

F.
Mit  Zwischenverfügung  vom  9.  Juli  2010  verschob  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beurteilung 
des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf 
einen  späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Verfahrenskostenvorschusses. 

G.
Mit  Eingabe  vom  2.  August  2010  reichte  der  Beschwerdeführer 
folgende  Unterlagen  im  Original  nach:  Bestätigung  der  (bereits  in 
Kopie  eingereichten)  Schreiben  des  in  Bangladesch  beauftragten 
Anwalts  des Beschwerdeführers  vom 20. Juni  2010,  zwei  Schreiben 
vom  12.  Juli  2010  angeblich  der  BNP,  zwei  Schreiben  vom 
28. September  20(??)  angeblich  der  Chatro  Dol,  Brief  des  Vaters in 
Bengali  ohne  deutsche  Übersetzung  und  Briefumschlag  der 
eingereichten Dokumente.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.
1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  im  Bereich  des 
Asylrechts  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung be-
sonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhe-
bung  beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG). 

1.3 Die  Frist  für  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  be-
trägt  fünf  Arbeitstage,  die  vom Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 
23. Juni 2010 eingehalten wurde. Es ist somit auf die frist- und form-
gerecht  eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG 
und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 VwVG).

1.4 Gestützt  auf  Art. 33A Abs. 2  1. Satz VwVG ergeht  das Urteil  in 
deutscher Sprache. 

1.5
1.5.1 Mit  Beschwerde  können  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106 
Abs. 1 AsylG). 

1.5.2 Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen 
es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu 
überprüfen (Art. 32-35 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz  auf  das  Asylgesuch  zu  Recht  nicht  eingetreten  ist.  Die  Be-
schwerdeinstanz  enthält  sich  –  sofern  sie  den  Nichteintretensent-
scheid als  unrechtmässig erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung, hebt die angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück  (vgl.  Entscheidungen 

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und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.). 

1.5.3 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welche sich 
die  angefochtene  Verfügung  stützt,  hat  das  BFM  im  Rahmen  einer 
summarischen  Prüfung  das  offenkundige  Nichterfüllen  der  Flücht-
lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Feh-
len von Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen (vgl. Art.  32 
Abs. 3 Bstn. b und c AsylG; BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.). In-
soweit  bildet  bei  dagegen erhobenen Beschwerden  auch die Flücht-
lingseigenschaft Prozessgegenstand (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73). 

1.6 Die Vorinstanz prüft die Frage der Wegweisung und des Vollzugs 
materiell, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt.

1.7 Gestützt  auf  Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet.

2.
2.1 Gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuches  "Reise-  oder  Identitätspa-
piere"  abgeben.  Keine  Anwendung  findet  diese  Bestimmung,  wenn 
Asylsuchende  entschuldbare  Gründe  für  ein  Unvermögen,  innerhalb 
von 48 Stunden nach Gesuchseinreichung "Reise- oder Identitätspa-
piere"  abzugeben,  glaubhaft  machen  können  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  a 
AsylG), wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 
AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b 
AsylG), oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zu-
sätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3 
Bst. c AsylG). 

2.2 Unter den Begriff "Reise- oder Identitätspapiere" fallen diejenigen 
Dokumente, welche sowohl eine zweifelsfreie Identifizierung als auch 
die  Rückschaffung  ohne  (grossen)  administrativen  Aufwand 
ermöglichen.  Diesen  beiden  Anforderungen  genügen  in  der  Praxis 
regelmässig  Reisepässe  und  Identitätskarten.  Neben  "klassischen" 
Identitätskarten können auch andere Ausweise - wie zum Beispiel ein 
Inlandpass - taugliche Identitätspapiere darstellen. Andere Ausweise, 
die zwar Hinweise auf die Identität geben, jedoch in erster Linie einem 

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anderen Zweck dienen wie beispielsweise die Bestätigung namentlich 
der  Fahrfähigkeit,  der  Berufsfähigkeit,  einer  Geburt  zu  einem 
bestimmten  Zeitpunkt  an  einem  bestimmten  Ort  oder  des  Schulbe-
suches stellen dagegen keine Identitätspapiere im Sinne von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG dar (vgl. zum Ganzen BVGE 2007/7 E. 4-6).

3.
3.1 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer den vorinstanzlichen 
Asylbehörden  keine  Reise-  und  Identitätspapiere  abgegeben  hatte. 
Folglich stellt  sich die Frage, ob das BFM zu Recht auf das Asylge-
such  nicht  eingetreten  ist,  indem  es  vorgängig  feststellte,  der  Be-
schwerdeführer  habe  keine  entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichtab-
gabe der  Reise-  oder  Identitätspapiere  innert  48 Stunden nach Ein-
gabe des Gesuchs. 

3.2 Das BFM führte zur Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  anlässlich  der 
Befragungen geltend gemacht, in seiner Heimat nie einen Reisepass, 
sondern eine Identitätskarte besessen zu haben. Seine Aussage, nie 
im Besitz eines Reisepasses gewesen zu sein, überzeuge nicht, zumal 
er  zwei  in  Europa  lebende  Brüder  habe,  welche  einen  geregelten 
Aufenthalt  hätten,  und  es  in  Bangladesch  sehr  einfach  sei,  einen 
Reisepass  zu  organisieren.  Die  Schilderungen  betreffend  seine 
Identitätskarte,  die  ihm  im  Mai/Juni  2009  zusammen  mit  seinem 
Portemonnaie gestohlen worden sei  und die er  nicht  erneuert  habe, 
seien widersprüchlich ausgefallen. Hinsichtlich des Diebstahlortes (in 
Dhaka [A1 S. 4] beziehungsweise im Bus von Munshigonj nach Dhaka 
[A8,  S. 3])  und des Nichterneuerungsgrundes (er  habe aufgrund der 
damaligen  Situation  keine  Identitätskarte  bestellen  können  [A1  S.4] 
beziehungseweise er habe keine neue gebraucht, da keine Kontrollen 
stattfinden  würden  [A8  S.2,  4,  21])  habe  er  sich  unterschiedlich 
geäussert.

Aufgrund dieser Ausführungen kam das BFM zum Schluss, dass die 
Darlegungen  des  Beschwerdeführers  zu  seinen  Identitätspapieren 
unglaubhaft  seien.  Dies  werde  durch  das  Verhalten  des 
Beschwerdeführers  unterstrichen,  der  während  knapp  eines  Monats 
hinsichtlich  der  Papierbeschaffung  untätig  geblieben  sei,  obwohl  er 
einen  in  der  Schweiz  lebenden  Bruder  habe,  der  mit  den  Eltern 
regelmässig  in  telefonischem  Kontakt  stehe.  Die  Aufforderung  des 
Beschwerdeführers,  das  BFM  solle  dem  Bruder  die  Zustelladresse 

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übermitteln,  an  welche  die  Ersatzidentitätskarte  geschickt  werden 
solle, lasse erkennen, dass sich der Beschwerdeführer nicht bemühe, 
seine Identität gegenüber den Asylbehörden offenzulegen. 

Weiter  seien  die  tatsachenwidrigen,  widersprüchlichen  und 
unsubstanziierten  Angaben  zu  seiner  Reise  (Unkenntnis  über  den 
benutzten Flug, dessen Dauer und Zwischenlandung sowie über den 
Namen  des  Flughafens  des  Zielortes  [Rom])  als  ein  Indiz  für  die 
bewusste  Nichtabgabe von Identitäts-  und Reisepapieren zu werten. 
Bei  der  Begründung,  weshalb  er  keine  genauen  Angaben  machen 
könne,  habe  der  Beschwerdeführer  auch  keine  plausible  Antwort 
geben  können,  weshalb  es  sich  offensichtlich  um  eine 
Schutzbehauptung  handle,  insbesondere  weil  der  Flug  tagsüber 
stattgefunden  habe  und  eine  Orientierung  somit  einfach  gewesen 
wäre.  Nach  gesicherten  Kenntnissen  des  BFM  habe  es  am  2.  Mai 
2010  keinen  Flug  von  Dhaka  nach  Rom  mit  Zwischenlandung 
gegeben. Das Aussageverhalten des Beschwerdeführers lasse darauf 
schliessen, dass er nicht nur beabsichtige, seine richtige Identität und 
die wahren Umstände seines Reiseweges zu verheimlichen, sondern 
auch nicht  offenlegen wolle,  zu  welchem Zeitpunkt  und mit  welchen 
Reisepapieren er tatsächlich in  die Schweiz eingereist  sei. Es lägen 
deshalb  keine  entschuldbaren  Gründe  vor,  die  es  dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, Reise- oder Identitätspapiere 
einzureichen. Für die weiteren Einzelheiten wird auf die Verfügung des 
BFM verwiesen, ohne diese im Einzelnen zu wiederholen (vgl. Art. 109 
Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG).

3.3 Demgegenüber  wendete  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe ein, die Tatsache, zwei in Europa lebende Brüder 
mit  einem  geregelten  Aufenthalt  zu  haben,  sei  kein  Grund  für  ihn 
gewesen,  einen  Reisepass  zu  beantragen.  Weiter  stünden  die 
Aussagen,  er  habe  „aufgrund  der  damaligen  Situation“  keine  neue 
Identitätskarte  beantragt  beziehungsweise  habe  keine  mehr 
gebraucht, nicht im Widerspruch. Schliesslich sei es seinem Bruder in 
der  Zwischenzeit  gelungen,  mit  seinem Vater  Kontakt  aufzunehmen. 
Dieser  habe  in  seinen  Unterlagen  eine  Kopie  der  Identitätskarte 
gefunden,  welche  ihm  zugestellt  worden  und  in  der  Beilage  der 
Rechtsmitteleingabe zu finden sei. 

3.4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt  fest,  dass die Vorinstanz im 
Ergebnis  das  Vorliegen  von  entschuldbaren  Gründen  zu  Recht  ver-

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neinte. Deshalb ist zwecks Vermeidung von Wiederholungen vorab auf 
die vorinstanzlichen Ausführungen zu verweisen. Indessen ist  der  in 
der Rechtsmitteleingabe geltend gemachte Einwand, wonach zwei in 
Europa  lebende  Brüder  mit  geregeltem  Aufenthalt  noch  kein  Grund 
dafür sei,  einen eigenen Reisepass zu bestellen, in einem gewissen 
Sinne nachvollziehbar. Er vermag aber im Ganzen die vom Bundes-
verwaltungsgericht  geteilte  vorinstanzliche Einschätzung  nicht  umzu-
stossen.  Zudem  hätte  der  Beschwerdeführer  spätestens  beim  Ent-
schluss,  ins  Ausland zu gehen,  dank  der  Auslanderfahrung  der  Ge-
schwister  wissen  können,  dass  ein  eigener  Reisepass  dafür  unab-
dingbar  ist. Sodann ist  festzuhalten,  dass die auf  Beschwerdeebene 
nachgereichte Kopie der Identitätskarte in keiner Weise rechtsgenüg-
lichen Identitäts- und Reisepapieren entspricht, da sie nicht im Original 
vorliegt  (vgl. E. 2.1 oben; Art. 32  Abs. 2 Bst. a  AsylG i.V.m. Art. 1a 
Abs. 1 Bst. c der Asylverordnung 1 [SR; 142.311]). Überdies hat der 
Beschwerdeführer keine Gründe geltend gemacht, wie  beispielsweise 
eine überstürzte Ausreise, die das Nichtabgeben solcher Dokumente 
hätten entschuldigen können  (vgl.BVGE 2010/2 E. 6.2; EMARK 1999 
Nr. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). 

3.5 Zusammenfassend ergibt sich somit,  dass der Beschwerdeführer 
innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einreichung  seines  Asylgesuches 
keine  Reise-  oder  Identitätspapiere  einreichte  und  dafür  keine  ent-
schuldbare Gründe glaubhaft machen kann. Damit ist die formelle Vo-
raussetzung  für  das  Fällen  eines  Nichteintretensentscheids  nach 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erfüllt.

4.
4.1 Das  BFM  führte  hinsichtlich  der  Flüchtlingseigenschaft 
beziehungsweise allfällig zusätzlicher Abklärungen (vgl. Art. 32 Abs. 3 
AsylG) aus, aufgrund der tatsachenwidrigen Angaben hinsichtlich des 
Reisewegs  würden  erste  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  geltend 
gemachten  Verfolgung  entstehen,  welche  sich  durch  die  fehlende 
Logik in den Darlegungen des Beschwerdeführers, die verschiedenen 
Widersprüche  und  unsubstanziierten  Angaben  verstärkten.  So  habe 
der Beschwerdeführer zwar frei und ausführlich die Probleme, welche 
er  und  die  Familie  mit  den  Mitgliedern  der  AL  gehabt  hätten,  
geschildert. Jedoch habe er erst auf wiederholtes Nachfragen, warum 
er Bangladesch erst im Mai 2010 verlassen habe (vgl. A1 S. 6-7), zur 
Antwort  gegeben,  die  AL  habe  die  Polizei  hinter  ihm  hergeschickt.  
Zuvor sei nie von der polizeilichen Suche nach ihm die Rede gewesen. 

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Da es aber bei der Polizeisuche um den zentralen Sachverhalt seiner 
Asylbegründung  gehe,  hätte  dieser  nicht  erst  auf  mehrfaches 
Nachfragen hin vorgebracht werden müssen. Hinzu komme, dass der 
Beschwerdeführer  bei  der  Befragung  beziehungsweise  bei  der 
Anhörung  unterschiedliche  Angaben  zum  Beginn  der  polizeilichen 
Suche gemacht (Oktober/November 2009, vgl. A1 S. 7) und Letztere 
mit  einem  konkreten  Ereignis  (Zwischenfall  mit  dem  Motorrad  bei 
Mukhatar  Ende des Fastenmonats  [August/September  2009]  vgl.  A8 
S. 13-14) verknüpft  habe. Weiter habe der Beschwerdeführer bei der 
Befragung zu Protokoll  gegeben,  die Polizei  habe von seinen Eltern 
regelmässig verlangt, dass er sich bei der Polizei melde, ansonsten sie 
den Vater mitnehmen würde (vgl. A1 S. 8). An der Anhörung habe er 
diese  schwerwiegenden  Drohungen  mit  keinem Wort  mehr  erwähnt, 
sei  vielmehr bei dieser Frage ausgewichen und habe wiederholt,  die 
Polizei habe den Auftrag von der AL erhalten, ihn festzunehmen (vgl.  
A8 S. 10, 14). 

Weiter  sei  es  ihm  nicht  gelungen  die  Verbindung  zwischen  seinen 
politischen Aktivitäten und der resultierenden Feindschaft  mit  der AL 
glaubhaft  zu machen. So habe der Beschwerdeführer angegeben, er 
sei  im  Jahr  2003  bei  seinem College-Eintritt  einfaches  Mitglied  der 
Chatro Dol geworden und habe bis zur Regierungsübernahme der AL 
im  Jahre  2008  aktiv  an  Versammlungen  und  Demonstrationen 
teilgenommen.  Danach  hätten  sie  keine  Demonstrationen  mehr 
organisiert.  Die  Angaben  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  des 
letzten Studientages seien unterschiedlich  ausgefallen  (vgl. A1 S. 3, 
A8 S. 9),  wobei  er  auf  Vorhalt  hin  eine weitere  Version zu Protokoll 
gegeben habe, wonach im März/April 2008 seine Abschlussprüfungen 
stattgefunden  hätten,  an  welchen  er  aus  Furcht,  von  der  AL 
festgenommen zu werden, nicht  teilgenommen habe. Demgegenüber 
habe  er  anlässlich  der  gleichen  Befragung  aber  angeführt,  im  Jahr 
2008  während  der  Übergangsregierung  wenig  Probleme  im  College 
gehabt  zu  haben.  Ebensowenig  erscheine  glaubhaft,  dass  er  zwar 
einerseits als einfaches Mitglied überall bekannt gewesen sein wolle, 
andererseits  aber  keinen  von  den  AL-Anhängern,  die  ihn  verfolgt 
haben sollen, mit Namen gekannt habe. 

Auch widerspreche das Verhalten des Beschwerdeführers, nachdem er 
von der polizeilichen Suche nach ihm erfahren habe, jeglicher Logik. 
Der  Beschwerdeführer  habe  gemäss  eigenen  Aussagen  nichts 
unternommen,  um  den  Hintergrund  der  Polizeisuche  abzuklären. 

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Ebensowenig  habe  er  den  Einfluss  des  Vaters  auf  die  lokalen 
Behörden spielen lassen, obwohl es diesem als ehemaliger „peshkar“ 
ein Leichtes gewesen wäre. Die auf Vorhalt hin zur Antwort gegebene 
Erklärung des Beschwerdeführers, wonach der Vater als Pensionierter 
kein  Interesse  daran  gehabt  habe,  sei  angesichts  der  Intensität  der 
Polizeisuche und der Furcht des Beschwerdeführers, von der Polizei 
umgebracht  zu  werden,  als  unbehelflich  zu  qualifizieren.  Dass  der 
Beschwerdeführer  zudem  nach  dem  Vorfall  bei  der  E._______  bei 
F._______ keine Anzeige gegen die Angreifer erstattet habe, obwohl 
er  der  Geschädigte  gewesen  sei,  sei  unbegreiflich,  zumal  der 
Beschwerdeführer  zu  diesem  Zeitpunkt  keinerlei  Probleme  mit  der 
Polizei  gehabt  und nichts  gegen ihn  vorgelegen habe. Ebensowenig 
vermöge das Verhalten des Beschwerdeführers, der am (...) trotz der 
Todesdrohungen  seitens  der  AL  nach  Munshigonj  zurückgekehrt  sei 
und im College als Chatro Dol Mitglied einen Kranz niedergelegt habe, 
zu  überzeugen,  zumal  er  anlässlich  derselben  Anhörung  ausgesagt 
habe, er habe sich seit Januar 2010 in Dhaka an ständig wechselnden 
Orten versteckt,  weil er sich in Munshigonj nicht mehr sicher gefühlt  
habe, und deswegen auch seine Mutter vor seiner Ausreise nicht mehr 
treffen können. 

Folglich  könne  dem  Beschwerdeführer  die  Polizeisuche  aufgrund 
seines  politischen  Engagements  nicht  geglaubt  werden.  Bei  den 
geltend gemachten Erpressungen, welche seine Eltern und seine im 
Ausland lebenden Brüder durch die AL-Mitglieder erlebt hätten, handle 
es sich um Übergriffe Dritter, die staatlicherseits geahndet würden. Der 
Staat  Bangladesch  sei  grundsätzlich  sowohl  schutzfähig  wie 
schutzwillig.  Die  Betroffenen  hätten  es  indessen  unterlassen,  eine 
Anzeige  zu  erstatten  und  bei  den  zuständigen  Behörden 
Unterstützung anzufordern. Die Erklärung des Beschwerdeführers für 
dieses Verhalten, es sei nutzlos, eine Anzeige zu erstatten, weil das 
Verfahren betreffend seinen Bruder gezeigt habe, dass die Verhafteten 
anlässlich  der  Gerichtsverhandlung  als  unschuldig  dargestellt  und 
deshalb  freigesprochen  worden  seien,  greife  nicht,  da  die 
Schilderungen  keine  nachvollziehbaren  Unregelmässigkeiten  der 
involvierten staatlichen Behörden erkennen lassen würden. 

Aufgrund der vorgenannten Erwägungen erfülle der Beschwerdeführer 
die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und Art. 7 AsylG nicht und es 
seien  keine  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der 

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Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
erforderlich. 

4.2 In  seiner  Rechtsmitteleingabe  hielt  der  Beschwerdeführer  an 
seinen Verfolgungsvorbringen fest und führte aus, er habe dank des 
kürzlich  zustandegekommenen  telefonischen  Kontakts  mit  seinem 
Vater, einen in Bangladesch tätigen Anwalt damit beauftragen können, 
seine  Situation  hinsichtlich  eines  gegen  ihn  gerichteten 
Strafverfahrens zu überprüfen. Dabei habe dieser festgestellt, dass die 
AL  zu Unrecht  gegen den Beschwerdeführer  eine Klage eingereicht 
habe, welche eine Morddrohung gegen ihn enthalte. Die Bestätigung 
und der Brief des Anwalts, welche ihm per Telefax zugestellt  worden 
seien, würden das Vorgenannte bestätigen. Aus diesen Gründen sei es 
offensichtlich, dass er nicht nach Bangladesch zurückkehren könne. Er 
würde  aufgrund  von  falscher  Anschuldigung  inhaftiert  werden  und 
müsse die Todesstrafe beziehungsweise erbärmliche Haftbedingungen 
befürchten.

4.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  bestätigt  vorab  die  zutreffenden 
vorinstanzlichen Erwägungen (vgl. auch entsprechende Aktenhinweise 
E. 4.2) und verweist zwecks Vermeidung von Wiederholung auf diese. 
Das Bundesverwaltungsgericht  teilt  insbesondere die  vorinstanzliche 
Auffassung,  dass  es  dem Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  die 
polizeiliche Suche aufgrund seines politischen Engagements glaubhaft 
zu  machen.  Insbesondere  sind  unplausible  Angaben  betreffend 
Schuldaten,  den  letzten  Schultag  beziehungsweise  die  Prüfungen 
sowie  die  Unterstützung  der  BNP  gemacht  worden.  Die  auf 
Beschwerdeebene  eingereichten  Schreiben  müssen  als 
Gefälligkeitsschreiben  erachtet  werden,  denen  zudem  nicht 
entnommen werden kann, was die teils  widersprüchlichen,  teils dem 
Handeln  der  Logik  widersprechenden  wesentlichen  Aussagen  des 
Beschwerdeführers widerlegen könnte. Dem Beschwerdeführer ist  es 
demnach  auch  auf  Beschwerdeebene  nicht  gelungen  die 
Verfolgungsvorbringen im Sinne von Art. 3 und Art.  7 AsylG glaubhaft 
darzulegen. Der  vom BFM rechtserheblich  erstellte  Sachverhalt  wird 
vom  Bundesverwaltungsgericht  als  ausreichend  beurteilt,  weshalb 
zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses als nicht nötig erachtet 
werden.  Folglich  stellte  das  BFM  zu  Recht  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. 

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4.4 Das BFM ist  demnach  in  Anwendung von  Art. 32  Abs. 2  Bst.  a 
AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  nicht 
eingetreten. 

5.
5.1 Die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch haben in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur 
Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Kanton hat dem Beschwerdeführer 
vorliegend keine Aufenthaltsbewilligung erteilt und zudem besteht kein 
Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). Die 
Wegweisung wurde demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet.

5.2 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.
6.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflich-tun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

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(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2 Der Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, die 
die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Vorliegend  wurde  bereits  festge-
stellt, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-
füllt.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Bangladesch  ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass 
er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK ver-
botenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-
handlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Hei-
matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht 
zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in 
ihren Heimatstaat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer  Notlage einer  konkreten Gefährdung  aus-
gesetzt wäre. 

Weder die allgemeine Lage in Bangladesch noch individuelle Gründe 
lassen  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr 
schliessen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar 
ist.  Der  Beschwerdeführer  ist  jung,  gesund,  verfügt  über  eine 
überdurchschnittlich  gute  Ausbildung  und  ein  gutes  familiäres  sowie 
vermutungsweise  –  aufgrund  seines  langjährigen  Aufenthalts  in 
Bangladesch – grosses soziales Beziehungsnetz, weshalb es dem Be-
schwerdeführer  zuzumuten  ist,  eine  neue  Existenzgrundlage  in 
Bangladesch aufzubauen. 

6.4 Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Bangladesch  ist  schliesslich  möglich,  da  keine  Vollzugshindernisse 

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bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG). 

6.5 Nach dem Gesagten ist der vom Bundesamt verfügte Vollzug der 
Wegweisung zu bestätigen. 

7.
Es ist dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen, darzutun, in-
wiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde als 
unbegründet abzuweisen ist.

8.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ist  zufolge  Aussichtslosigkeit  der 
Rechtsbegehren abzuweisen.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

Versand: 

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