# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8358bd18-1d44-54d8-9ce5-183fccbeee2c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.07.2010 D-4180/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4180-2010_2010-07-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4180/2010/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli,
Richter Thomas Wespi; 
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A.______, geboren (...),
Sri Lanka,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 27. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4180/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  – ein  srilankischer  Staatsangehöriger 
tamilischer Ethnie  – suchte mit Schreiben vom (...) an die Schweizer 
Botschaft (...) sinngemäss um Asyl nach. Dieses Asylgesuch ergänzte 
er auf schriftliche Zusatzfragen der Schweizer Botschaft vom (...) hin 
(...). Mit Schreiben vom (...) leitete die Schweizer Botschaft die Akten 
an das BFM weiter, wobei ausgeführt wurde, dass auf eine Anhörung 
des  Beschwerdeführers  verzichtet  worden  sei,  weil  die 
Voraussetzungen  für  die  Asylgewährung  als  nicht  erfüllt  erachtet 
worden  seien.  (...).  Mit  Schreiben  vom  (...)  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass  es  den  rechtserheblichen  Sachverhalt 
gestützt auf die eingereichten Unterlagen als erstellt erachte, weshalb 
auf  eine  Anhörung  verzichtet  werde.  Gleichzeitig  wurden  die 
voraussichtliche  Ablehnung  des  Asylgesuchs  und  die  Verweigerung 
der Einreisebewilligung in Aussicht gestellt, da der  Beschwerdeführer 
gestützt auf die Aktenlage nach der Einschätzung des BFM nicht auf 
den Schutz im Sinne des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) angewiesen sei, und ihm dazu das rechtliche Gehör gewährt. 
Die Stellungnahme des Beschwerdeführers datiert vom (...).

Der  Beschwerdeführer  machte  im  Wesentlichen  geltend,  er  stamme 
aus (...)  und sei  seit  (...)  in  (...)  wohnhaft. Am (...)  sei  er  unter dem 
Verdacht,  (...),  festgenommen und am (...)  durch (...)  freigesprochen 
und bedingungslos freigelassen worden. Seit seiner Freilassung sei er 
immer  wieder  kontrolliert,  belästigt  und  bedroht  worden,  wobei  man 
auch Geld  von ihm verlangt  habe. Am (...)  sei  er  von Unbekannten 
überfallen  und  beraubt  worden. Auch nach diesem Vorfall  sei  es  zu 
Drohungen  und  Geldforderungen  gekommen.  Dies  habe  er  der  (...) 
gemeldet,  welcher  es  gelungen sei,  (...)  festzunehmen. Er  befürchte 
Übergriffe auf seine Person und möchte Sri Lanka deshalb verlassen. 

B.
Mit  (...)  über die Schweizer Botschaft  versandter Verfügung vom 27. 
April  2010 verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise 
in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab.

C.
Mit  am  (...)  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingegangener  Eingabe 
(...)  beantragte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss,  es  sei  die  an-

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gefochtene Verfügung aufzuheben und ihm die Einreise in die Schweiz 
zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG genannten  Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Das  Verfahren  richtet  sich  nach 
dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG,  soweit  das  AsylG  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.2 Der Zeitpunkt der Eröffnung der gemäss Angaben der Schweizer 
Botschaft  (...)  am  (...)  versandten  angefochtenen  Verfügung  steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Die an das 
BFM  adressierte  undatierte  Beschwerde  ist  gemäss 
Sendungsverfolgung  der  Post  am  (...)  bei  der  schweizerischen 
Grenzstelle angekommen. Angesichts dieser Fakten ist zugunsten des 
Beschwerdeführers  von  der  Rechtzeitigkeit  der  Beschwerde-
einreichung auszugehen.

1.3 Der  Beschwerdeführer hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung und ist  daher zur Einreichung der Beschwerde legi-
timiert  (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

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oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Das Bundesamt  kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ab-
lehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  kann  oder  ihr  die  Aufnahme in  einem Drittstaat  zugemutet 
werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise zur 
Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein ande-
res Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Le-
ben oder für die Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.

4.2 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2e-g 
S. 131  ff.,  2004  Nr. 20,  welche  dort  akzentuierte  Praxis  angesichts 
bloss  redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des 
Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit hat).

5.
5.1 Die Schweiz gewährt Flüchtlingen unter Vorbehalt von Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer um 
Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zu-
mindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingseigen-

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schaft erfüllen Personen, welche in ihrem Heimatstaat oder im Land, 
wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu-
gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer po-
litischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind oder 
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. 
Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, 
Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-
chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

5.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2008/4 E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 
Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund 
der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zu-
erkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  im  Weiteren  voraus,  dass  die 
betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz 
finden kann (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 a.a.O.)

6.
6.1 Das  BFM  führte  zur  Begründung  seiner  Verfügung  im  Wesent-
lichen Folgendes aus: Zwar treffe zu, dass der Beschwerdeführer im 
Jahr (...) während (...) festgehalten worden sei und diese Massnahme 
einen  Eingriff  in  seine  physische  Bewegungsfreiheit  und  körperliche 
Integrität  darstelle.  Zudem habe  er  erklärt,  nach  seiner  Freilassung 
wiederholt  von  Angehörigen  der  srilankischen  Sicherheitskräfte 
kontrolliert  und belästigt worden zu sein. Deshalb seien für das BFM 
die Bedenken des Beschwerdeführers vor erneuten Übergriffen durch 
die  Sicherheitskräfte  durchaus  nachzuvollziehen.  Die  geltend 
gemachte  Angst  vor  einer  erneuten  Verfolgung  durch  den 
srilankischen  Staat  vermöchte  jedoch  die  Wahrscheinlichkeit  einer 
einreisebeachtlichen  Bedrohung  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht 
hinlänglich  zu  begründen.  Die  Inhaftierung  im  Jahr  (...)  sei  im 
Zusammenhang  mit  (...)  erfolgt,  welche  den  srilankischen 
Sicherheitskräften erlaubten, verdächtige Personen ohne Anklage für 
längere Zeit in Haft zu nehmen. Da jedoch die Bewilligung der Einreise 

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nicht  dem  Ausgleich  vergangenen  Unrechts  diene,  komme  der 
Inhaftierung  keine  einreiserelevante  Bedeutung  zu.  Den  Akten  sei 
nämlich  zu  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  einer 
richterlichen  Verfügung  freigesprochen  und  bedingungslos 
freigelassen worden sei. Damit sei zweifellos belegt,  dass er seitens 
der  srilankischen  Justiz  keiner  strafrechtlich  relevanten  Tätigkeiten 
mehr  verdächtigt  werde,  womit  er  grundsätzlich  keine  weiteren 
strafrechtlichen  Verfolgungsmassnahmen  mehr  zu  befürchten  habe. 
Sodann würden die geltend gemachten Kontrollen und Belästigungen 
durch  das  BFM  nicht  als  derart  intensiv  gewertet,  dass  sie  eine 
Bewilligung zur Einreise rechtfertigen würden. Zudem gehe das BFM 
davon  aus,  dass  er  erneut  festgenommen  worden  wäre,  wenn 
tatsächlich ein Verfolgungsinteresse an seiner Person bestanden hätte. 
Den erwähnten Vorbringen komme deshalb keine Einreiserelevanz zu. 
Angesichts  der  zahlreichen  Gewaltereignisse  der  letzten  Jahre,  von 
denen  auch  der  Beschwerdeführer  betroffen  worden  sei,  habe  das 
BFM  viel  Verständnis  dafür,  dass  dieser  Angst  vor  weiteren 
Verfolgungsmassnahmen  habe  und  in  die  Schweiz  ausreisen  wolle. 
Dennoch  könne  dem  Gesuch  um  Einreise  in  die  Schweiz  nicht 
entsprochen  werden,  da  eine  solche  Bewilligung  praxisgemäss  nur 
erteilt werden könne, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von 
einer  akuten  Gefährdung  der  gesuchstellenden  Person  bei  einem 
Verbleib in Sri Lanka ausgegangen werden müsse. Indes gelange das 
BFM  bei  einer  objektivierten  Betrachtungsweise  zum Schluss,  dass 
der  Beschwerdeführer  nicht  akut  gefährdet  sei.  Diese 
Schlussfolgerung würde unter anderem dadurch belegt,  dass es seit 
dem  Jahr  (...)  offensichtlich  zu  keinen  gegen  ihn  gerichteten 
Übergriffen mehr  gekommen sei. Darüber  hinaus gelte der  Staat  Sri 
Lanka  als  schutzfähig.  Der  Beschwerdeführer  habe  von  der 
Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich an die Behörden zu wenden, um 
Schutz  vor  Verfolgungen  seitens  Dritter  zu  ersuchen. Die  Personen, 
welche  ihn  erpresst  hätten,  seien  festgenommen  und  vor  Gericht 
gestellt  worden.  Den  vorliegenden  Akten  könnten  keine  Hinweise 
entnommen werden,  welche  auf  eine  Schutzunwilligkeit  des  Staates 
hindeuten würden, da, wie bereits dargelegt,  davon auszugehen sei, 
dass  seitens  der  srilankischen  Sicherheitsbehörden  kein 
Verfolgungsinteresse an der Person des Beschwerdeführers bestehe. 
Deshalb sei  grundsätzlich zu erwarten,  dass dieser  allfällige weitere 
Übergriffe  durch  (unbekannte)  Drittpersonen  weiterhin  der  Polizei 
melden  könne  und  der  srilankische  Staat  seine  Schutzpflicht  im 
Rahmen des Möglichen wahrnehme. Unter diesen Umständen sei zu 

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schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einem  Verbleib  im 
Heimatstaat  nicht  akut  gefährdet  und  daher  seine  Furcht  vor 
Verfolgung  als  objektiv  nicht  begründet  im  Sinne  des  AsylG 
einzustufen  sei.  An  diesen  Erwägungen  vermöchten  auch  die 
eingereichten Dokumente nichts zu ändern, zumal diese lediglich die 
Vorbringen  stützten,  deren  Glaubhaftigkeit  nicht  in  Frage  gestellt 
werde.  Aufgrund  der  Dokumentation  der  geltend  gemachten 
Vorkommnisse  und  der  schriftlichen  Ausführungen  des 
Beschwerdeführers sei der Sachverhalt als erstellt zu betrachten. Den 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  im  Rahmen  des  rechtlichen 
Gehörs  zu  einem  allfälligen  negativen  Entscheid  ohne  vorgängige 
Anhörung seien keine Anhaltspunkte  dafür  zu entnehmen,  dass  ihm 
durch  das  Ausbleiben  einer  solchen  Nachteile  erwachsen  wären.  In 
seiner  Stellungnahme  vom  (...)  verweise  er  ausschliesslich  auf  die 
allgemeine Situation in Sri Lanka. Unter diesen Umständen habe auf 
eine persönliche Anhörung durch die Schweizer  Botschaft  verzichtet 
werden können.

6.2
Vorab hält das Bundesverwaltungsgericht fest, dass das BFM den An-
forderungen betreffend Sachverhaltsermittlung und rechtliches Gehör 
nachgekommen ist  (vgl. BVGE 2007/30). Die  Beschwerde wiederum 
beschränkt  sich  sinngemäss  auf  eine  Wiederholung  der  bisherigen 
Vorbringen. Zudem wird eingewendet, das BFM habe dem Freispruch 
und  der  bedingungslosen  Freilassung  des  Beschwerdeführers  durch 
(...) zu grosses Gewicht beigemessen, wogegen dessen viermonatiger 
Haft  nicht  Rechnung  getragen  worden  sei.  Jene  habe  ihn  geistig, 
körperlich  und  psychisch  beeinträchtigt.  Wegen  der  erwähnten  Haft 
würde  er  (...)  weiterhin  beschattet.  Nach  der  Befreiung  des  Landes 
vom Terrorismus  unterstehe  dieses  einer  zentralen  Verwaltung.  Aus 
diesem  Grund  sei  dem  Beschwerdeführer  der  Zugang  zu  den 
Lebensmitteln erschwert. Er finde keine Arbeit. Durch seine Haft sei er  
stigmatisiert. Die Öffentlichkeit  sei  davor gewarnt  worden, ehemalige 
tamilische Militante zu beschäftigen. Bei seinen Vorbringen handle es 
sich  um  einzelne  Vorfälle.  Er  habe  nicht  deswegen  um  Asyl 
nachgesucht,  sondern  wegen  der  schwierigen  Lage  der  tamilischen 
Minderheit  in  Sri  Lanka.  Aus  diesen  Gründen  erfülle  er  die 
Voraussetzungen  für  die  Asylgewährung  in  der  Schweiz  (vgl. 
Beschwerde, S. 4).

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6.3 Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung als zutreffend erweisen. Mithin wurden 
die  Schilderungen  einzelner  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht als den Anforderungen an eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG nicht genügend qualifiziert. Diesbezüglich wird auf  E. 6.1 ver-
wiesen.

Zudem wurde in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung ent-
gegen den Ausführungen in der Beschwerde der viermonatigen Haft 
des Beschwerdeführers als Eingriff  in dessen physische Bewegungs-
freiheit  und körperliche Integrität  sehr  wohl  Rechnung getragen,  die 
Einreiserelevanz  dieses  Vorbringens  indes  mit  der  Begründung  ver-
neint,  dass  die  Bewilligung  der  Einreise  nicht  dem  Ausgleich  ver-
gangenen Unrechts diene. Sodann erweist sich auch der Einwand in 
der  Beschwerde,  die  Vorinstanz  habe  dem  gerichtlichen  Freispruch 
und  der  bedingungslosen  Freilassung  des  Beschwerdeführers  zu 
grosses  Gewicht  beigemessen,  als  unbegründet.  Vielmehr  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Vorinstanz  darin  einig,  dass  nach 
den  erwähnten  Anordnungen  (...)  aktuell  keine  konkreten  Hinweise 
bestehen, welche zur begründeten Annahme berechtigen würden, der 
Beschwerdeführer  könnte  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer  Zukunft  erneut  einer  Verfolgung  ausgesetzt  sein.  Im 
Übrigen  betreffen  die  diesbezüglichen  Ausführungen  in  der 
Beschwerde nicht die Feststellung des Sachverhalts, sondern dessen 
rechtliche  Würdigung.  Indes  beschlägt  der  verfassungsmässige 
Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
der Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 [BV, SR 
101]  und  Art.  29  VwVG)  nur  die  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhaltes, nicht aber die rechtliche Würdigung desselben. Mithin 
erweist sich der vom Beschwerdeführer erhobene Einwand auch aus 
diesem Grund als unbeachtlich.

Was die  für  den  Zeitraum nach  dem Freispruch  geltend  gemachten 
Kontrollen und Belästigungen sowie die in der Beschwerde erwähnten 
schwierigen Lebensumstände der tamilischen Minderheit in Sri Lanka 
anbelangt, ist Folgendes festzuhalten:  Das Bundesverwaltungsgericht 
hat im Grundsatzurteil BVGE 2008/2 eine Lageanalyse betreffend Sri 

Lanka vorgenommen und gelangte dabei zum Schluss, dass sich die 

allgemeine Sicherheitslage seit Januar 2006 insgesamt, insbesondere 

aber  in  Colombo,  kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Nach  Ergehen 

dieses Urteils  am 14. Februar  2008 hat  sich der  bewaffnete Konflikt 

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zwischen  der  Regierung  und  den  LTTE  weiter  zugespitzt.  Im 

Anschluss an die Rückeroberung des letzten von den LTTE kontrol-

lierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde am 18. Mai  2009 seitens 

der Regierung der endgültige Sieg über die LTTE verkündet und der 

Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Auf diese Niederlage der LTTE 

hin  haben  die  srilankischen  Behörden  –  namentlich  im  Grossraum 

Colombo – die Sicherheitsmassnahmen nicht gelockert. Daher laufen 

gerade junge Männer wie der Beschwerdeführer Gefahr,  überall  und 

jederzeit  von  srilankischem  Sicherheitspersonal  einer  minutiösen 

Personenkontrolle  unterzogen und öfters auch für  eingehendere Ab-

klärungen auf den Posten mitgenommen oder in ein Armeecamp be-

ordert  zu  werden.  Diese  so  genannten  „Anti-Terrormassnahmen“ 

werden  im  Raum  Colombo  –  unbesehen  der  Rügen  des  Supreme 

Court  –  als  repressives  Instrument  gegen  befürchtete  Infiltrationen 

tamilischer Separatisten angewandt. Diesen Massnahmen, denen ein 

Grossteil  der  tamilischen  Bevölkerung  im  ganzen  Land  und  ebenso 

auch in Colombo ausgesetzt sind, kommt indes aufgrund mangelnder 

Intensität kein Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG zu. Vor 

diesem  Hintergrund  vermögen  die  diesbezüglich  vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten und befürchteten Behelligungen 

nicht  zur  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zu  führen,  umso 

weniger,  als  es  seit  dem  Jahr  2008  offensichtlich  zu  keinen  gegen 

seine Person gerichteten Übergriffen mehr gekommen ist.

6.4 Zusammenfassend  ist  deshalb  festzustellen,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG darzulegen. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in der Be-
schwerde und deren Beilagen einzugehen, da sie am Ergebnis nichts 
ändern  können.  Das  BFM  hat  demnach  dem  Beschwerdeführer  zu 
Recht die Einreise in die Schweiz verweigert beziehungsweise dessen 
Asylgesuch abgelehnt.

6.5 Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). 
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art.  63 

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Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundes-
verwaltungsgericht, VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung 
von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (...)
- die Schweizerische Vertretung in (...)
- das BFM, (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

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