# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d7b000e-f2a5-53f2-ab91-e22f1b2d4a77
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.01.2023 UV 2021/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-79_2023-01-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/18

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/79

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.02.2023

Entscheiddatum: 19.01.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2023
Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch 
unfallkausale somatische Beschwerden vor. Die natürliche Kausalität 
allfälliger psychischen Beschwerden lässt sich nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit beurteilen. Da die Adäquanz allfälliger psychischer 
Beschwerden möglicherweise zu bejahen ist, ist die Streitsache zu weiteren 
medizinischen Abklärungen in Bezug auf die psychischen Beschwerden und 
neuer Verfügung zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 19. Januar 2023, UV 2021/79).

Entscheid vom 19. Januar 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterin Christiane Gallati 

Schneider und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

UV 2021/79

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Dina Raewel, Raewel Advokatur, 

Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Beat Frischkopf, Bahnhofstrasse 24, Postfach 

160, 6210 Sursee,

Gegenstand

Invalidenrente / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ GmbH als Baureiniger tätig 

und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 4. Februar 

2018 im Verlauf einer körperlichen Auseinandersetzung mit verschiedenen Personen 

verletzt wurde (Suva-act. 1 und 16). Unter anderem wurde dem Versicherten von einem 

Kontrahenten mit einem abgeschlagenen Flaschenhals in die linke Halsseite gestochen 

(Suva-act. 298-17). Der Versicherte wurde nach dem Vorfall mit der Ambulanz ins 

Universitätsspital Zürich (nachfolgend: USZ), Klinik für Traumatologie, verbracht, wo er 

bei den Diagnosen Stichverletzung Hals linksseitig, Distorsion des oberen 

Sprunggelenks links sowie Substanzabusus bis zum 6. Februar 2018 stationär 

behandelt wurde (Suva-act. 22). In der Folge war der Versicherte noch bis zum 19. 

Februar 2018 arbeitsunfähig (vgl. act. G1, II, Rz. 4).

A.a. 

Am 4. September 2018 begab der Versicherte sich zu Dr. med. C.___, Fachärztin 

für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, in 

Behandlung, da nach der Stichverletzung zunehmend Schmerzen in der linken Schulter 

A.b. 

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aufgetreten seien. Laut Dr. C.___ war der Versicherte ab dem 20. August 2018 zu 100 

% arbeitsunfähig (Suva-act. 29).

Dr. C.___ überwies den Versicherten wegen Verdachts auf eine posttraumatische 

Belastungsstörung an Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bei 

welchem der Versicherte noch im September 2018 eine psychiatrische Behandlung 

aufnahm (Suva-act. 99-5 f.).

A.c. 

Am 10. Oktober 2018 meldete die B.___ GmbH der Suva einen Rückfall zum 

Ereignis vom 4. Februar 2018. Sie erklärte, der Versicherte habe zuletzt am 20. August 

2018 gearbeitet und sei seither arbeitsunfähig. Das Arbeitsverhältnis ende am 

31. Oktober 2018 (Suva-act. 2; vgl. auch Suva-act. 57-1 und -4).

A.d. 

Am 4. Dezember 2018 wurde der Versicherte in der Klinik für Plastische Chirurgie 

und Handchirurgie des USZ (nachfolgend: Klinik) von Dr. med. E.___, Facharzt für 

Neurologie, elektrodiagnostisch mit Nervenultraschall untersucht. Dr. E.___ bestätigte 

klinisch, elektrophysiologisch und im Nervenultraschall eine Akzessoriusparese links 

und empfahl bei der Diagnose traumatische Läsion des N. accessorius links mit 

denerviertem M. trapezius nach einer Stichverletzung die relativ baldige Exploration 

und Rekonstruktion des N. accessorius links (Suva-act. 31).

A.e. 

Mit Einstellungsverfügung vom 27. November 2018 stellte die Staatsanwaltschaft 

des Kantons Zürich das Strafverfahren gegen den Versicherten wegen Raufhandel, 

einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten ein. Dies, weil eine Bestrafung desselben 

wegen Raufhandels angesichts der erlittenen schweren körperlichen und psychischen 

Beeinträchtigung nicht angemessen sei. Für einfache Körperverletzung/Tätlichkeiten 

fehle es am erforderlichen Strafantrag (Suva-act. 65-9 bis 14).

A.f. 

Am 9. Januar 2019 verfügte die Suva eine Kürzung der dem Versicherten 

zustehenden Geldleistungen aufgrund des Ereignisses vom 4. Februar 2018 um 50 %, 

da der Unfall sich anlässlich einer Schlägerei ereignet habe (Suva-act. 38). Dagegen 

wandte sich der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. D. Raewel, Zürich, 

mit Einsprache vom 11. Februar 2019 (Suva-act. 65).

A.g. 

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Am 14. Februar 2019 berichtete Dr. D.___, der Versicherte wirke psychisch stark 

belastet. Psychisch sei er ängstlich-depressiv mit sozialem Rückzug, physisch sei er 

erschöpft und klage über diverse Schmerzen. Er werde mit Psychopharmaka, 

Gesprächstherapie und Krisenintervention behandelt. Die wirksamste therapeutische 

Massnahme wäre die Gewährleistung von Sicherheit und Ruhe (Suva-act. 99-5 f.).

A.h. 

Am 25. Februar 2019 unterzog der Versicherte sich in der Klinik einer Exploration 

und Neurolyse Nn. supraclaviculares/N. accessorius Hals links mit Neuromresektion, 

Rekonstruktion N. accessorius mit R. gracilis n. obturatorii von rechts (Suva-act. 76 

und 78).

A.i. 

Mit Urteil vom 5. März 2019 sprach das Bezirksgericht Zürich (nachfolgend: 

Bezirksgericht) drei Beschuldigte unter anderem des Raufhandels mit und einen davon 

zusätzlich der versuchten vorsätzlichen Tötung an dem Versicherten schuldig (Suva-

act. 298).

A.j. 

Mit Einspracheentscheid vom 12. März 2019 bestätigte die Suva ihre Verfügung 

vom 9. Januar 2019 (Suva-act. 74; vgl. vorstehend Sachverhalt A.g). Hiergegen wandte 

der Versicherte sich mit Beschwerde an das hiesige Gericht vom 12. April 2019 (Suva-

act. 97; das Beschwerdeverfahren wurde infolge Beschwerderückzugs mit Verfügung 

vom 9. März 2022 abgeschrieben [UV 2019/30]).

A.k. 

Am 18. Mai 2019 berichtete Dr. D.___, der Versicherte habe bis März 2019 in seiner 

psychiatrischen Behandlung gestanden. Im Sinne der ICD-10-Klassifizierung werde 

das Bild am ehesten als mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom 

vor dem Hintergrund einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung beurteilt. 

Es habe eine Sistierung des Alkoholkonsums beobachtet werden können. Nach der 

Operation vom Februar 2019 habe sich der Zustand des Versicherten zunehmend 

stabilisiert, er habe eine Beziehung gefunden und sich um eine Stelle bemüht. Während 

der Behandlung sei der Versicherte 100 % arbeitsunfähig gewesen. Bei Beendigung 

der Therapie habe der Versicherte stabiler gewirkt, inwieweit er jetzt arbeitsfähig sei, 

könne er (Dr. D.___) nicht schlüssig angeben (Suva-act. 106).

A.l. 

Anlässlich einer neurologischen Verlaufskontrolle mit Elektrophysiologie und 

Nervenultraschall in der Klinik vom 28. Mai 2019 konnte eine Reinnervation nach der 

A.m. 

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Rekonstruktion des N. acessorius links vom 25. Februar 2019 nachgewiesen werden. 

Der Versicherte zeigte sich als mit dem Verlauf sehr zufrieden (Suva-act. 113-2).

Per 1. Juni 2019 nahm der Versicherte ein Arbeitsverhältnis mit der F.___ GmbH 

als Kurier / Hilfsarbeiter auf (Suva-act. 144-2), welches er mit ca. 30%igem Pensum 

ausübte (Suva-act. 144-1 und 136-1).

A.n. 

Im Rahmen einer handchirurgischen Sprechstunde in der Klinik vom 27. Juni 2019 

gab der Versicherte sowohl eine Schmerzreduktion als auch eine verbesserte 

Beweglichkeit der linken Schulter an (Suva-act. 131-2). Eine neurologische 

Nachkontrolle inkl. Nervenultraschall vom 20. August 2019 zeigten laut Dr. E.___ einen 

sehr erfreulichen Verlauf nach Rekonstruktion des N. accessorius links. Klinisch 

bestehe noch eine Elevationsschwäche links. Der Versicherte berichtete über Schmerz 

bei Belastung. Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für leichtere körperliche 

Arbeiten ab sofort zu 100 % gegeben (Suva-act. 136-1 f.).

A.o. 

Am 12. November 2019 berichtete Dr. C.___, der Versicherte leide unter 

Schmerzen und Funktionsausfällen der linken Schulter. Unter der postoperativ in 

Anspruch genommenen Therapie zeige sich eine Besserungstendenz, jedoch nur 

langsam, da der Nerv sich erholen müsse. Vom 20. August 2018 bis 30. Juni 2019 

habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden, ab 1. Juli 2019 eine 70%ige. Eine 

leichte Arbeit könne der Versicherte mit 30%igem Pensum ausüben (Suva-act. 149-4 

f.). Am 16. Januar 2020 erklärte Dr. C.___, der Versicherte sei weiterhin zu 70 % 

arbeitsunfähig. Behandelt werde er mit Physiotherapie (Suva-act. 165-1).

A.p. 

Am 17. Februar 2020 wurde der Versicherte durch med. pract. G.___, Facharzt für 

Chirurgie, kreisärztlich untersucht (Suva-act. 173). Letzterer kam zum Schluss, dass es 

zwölf Monate nach der Nervenrekonstruktion zu früh sei für den Fallabschluss, es 

sollten 18 Monate abgewartet werden (Suva-act. 173-5).

A.q. 

Per 25. Februar 2020 meldete der Versicherte sich bei der 

Arbeitslosenversicherung an, nachdem das Arbeitsverhältnis mit der F.___ GmbH per 

Mitte Januar 2020 beendet worden war (Suva-act. 190).

A.r. 

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Am 8. Mai 2020 fand in der Klinik eine neurologische Standortbestimmung statt. 

Dem gleichentags berichtenden Dr. E.___ zufolge zeigten sich typische Befunde und 

Beschwerden bei einer residuellen Trapeziusparese links: Atrophie, Parese der 

Armabduktion und -elevation und die typischen belastungsabhängigen Schmerzen bei 

Tätigkeiten mit dem linken Arm. Für schwerere und mittelschwere körperliche Arbeiten 

könne der Versicherte nicht mehr eingesetzt werden. Er empfehle, dass dieser sich 

eine leichte körperliche Arbeit suche (Suva-act. 189-2 f.).

A.s. 

Vom 13. Juli bis 16. Oktober 2020 war der Versicherte im Rahmen eines 

Einsatzprogramms der Arbeitslosenversicherung im H.___ mit 45%igem 

Arbeitspensum tätig (Suva-act. 228-2).

A.t. 

Am 27. Oktober 2020 wurde der Versicherte erneut in der Klinik untersucht. Dr. 

E.___ berichtete gleichentags, es bestehe eine persistierende leichte Atrophie des M. 

trapezius links ohne Scapula (Schulterblatt) alata und als Hauptbefund eine 

Elevationsschwäche im linken Schultergelenk, was überwiegend auf eine verminderte 

Abkippung des Schulterblatts zurückgeführt werden könne. Eine schmerzbedingt 

neuropathische Komponente durch die Nervenläsion und Rekonstruktion sei 

wahrscheinlich. Bei diesen Befunden mit im Alltag vorhandenen 

belastungsabhängigen, myofaszialen Schmerzen sei nicht davon auszugehen, dass der 

Versicherte für körperliche Arbeiten eingesetzt werden könne. Aus diesem Grund 

empfehle sich eine Umorientierung für eine leichtere Bürotätigkeit (Suva-act. 229-2 f.).

A.u. 

Am 15. Dezember 2020 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Med. 

pract. G.___ befand am 23. Dezember 2020, es sei eine Integritätsentschädigung von 

10 % bei Beweglichkeit der Schulter bis knapp 30° über die Horizontale indiziert und 

auch angemessen. Der Ausfall des N. accessorius begründe per se keine 

Integritätsentschädigung (Suva-act. 239-1). Das definitive Zumutbarkeitsprofil 

beschrieb med. pract. G.___ folgendermassen: Das Heben und Tragen von Lasten 

sowie das Hantieren mit Werkzeugen sollte auf der linken Seite leicht sein, rechts sei es 

frei. Überkopfarbeiten oder das Heben von schweren Lasten seien nicht zulässig, 

Arbeiten auf Baustellen seien ebenfalls nicht zulässig. Knien, Kniebeugen, Sitzen und 

Stehen könnten frei durchgeführt werden, die Fortbewegung sei nicht eingeschränkt. 

Arbeiten auf Gerüsten dürften nicht durchgeführt werden; Arbeiten, welche Schläge 

A.v. 

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B.  

und/oder Vibrationen auf die linke obere Extremität generierten, ebenfalls nicht. Unter 

Einhaltung dieses Zumutbarkeitsprofils könne eine ganztägige Arbeit erfolgen (Suva-

act. 240-6).

Mit Mitteilung vom 12. Januar 2021 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

(weitere) berufliche Massnahmen. Es sei eine stabile Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

von 50 % erreicht worden. Eine weitere Steigerung sei für den Versicherten aus 

gesundheitlichen Gründen nicht möglich (Suva-act. 253).

A.w. 

Mit Schreiben vom 28. Januar 2021 stellte die Suva dem Versicherten die 

Einstellung der Taggeldleistungen per 30. April 2021 und die Prüfung auf langfristige 

Versicherungsleistungen per 1. Mai 2021 in Aussicht (Suva-act. 260).

A.x. 

Mit Verfügung vom 24. Februar 2021 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass er 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 

10 % habe und mangels erheblicher unfallbedingter Beeinträchtigung der 

Erwerbsfähigkeit kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Allfällige psychogene 

Störungen würden nicht in einem adäquatkausalen Zusammenhang mit dem Unfall 

stehen (Suva-act. 266).

A.y. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 

Raewel, mit Eingabe vom 12. April 2021 Einsprache und beantragte unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Vornahme einer 

psychiatrischen Begutachtung, die Zusprache einer Invalidenrente von mindestens 18 

% sowie die Zusprache einer Integritätsentschädigung von mindestens 20 % (Suva-

act. 280).

B.a. 

Mit Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2021 wies die Suva die Einsprache ab 

(Suva-act. 306).

B.b. 

Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 6 % die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht 

(Suva-act. 314).

B.c. 

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C.  

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und zu prüfen ist der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und auf eine höhere 

Integritätsentschädigung, als die von der Beschwerdegegnerin bereits zugesprochene.

2.  

Mit Eingabe vom 12. November 2021 reichte der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwältin Raewel, gegen den 

Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2021 der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Beschwerde ein. Der Beschwerdeführer liess unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids, die 

Ausrichtung einer Rente unter Berücksichtigung eines Invaliditätsgrades von 

mindestens 14 %, die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung von mindestens 20 

% und die Vornahme einer psychiatrischen Begutachtung beantragen (act. G 1).

C.a. 

Am 13. Dezember 2021 liess Rechtsanwältin Raewel dem Gericht ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. C.___ vom 8. Dezember 2021 über 50 % (act. G 4.1) 

und ein Ärztliches Zeugnis von Dr. D.___ vom 6. Februar 2021 (act. G 4.2) zukommen.

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2022 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B. Frischkopf, Sursee, die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 9).

C.c. 

Am 9. Februar 2022 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung gewährt (act. G 12).

C.d. 

Mit Replik vom 25. März 2022 und Duplik vom 19. April 2022 hielten die Parteien 

an ihren Anträgen fest (act. G 18 und act. G 20).

C.e. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid (Art. 8 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des 

2.1. 

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Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Erleidet die versicherte 

Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/

Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Während es 

Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 364 f. E. 5d/bb unten mit Hinweisen auf Lehre und 

Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch 

nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung nach der Rechtsprechung gemäss 

BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte Psycho-Praxis) vorzunehmen.

2.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/18

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3.

Unbestrittenermassen bestehen beim Beschwerdeführer physische Unfallrestfolgen in 

Form eines Status nach Stichverletzung Hals links am 4. Februar 2018 mit 

traumatischer Läsion des N. accessorius, mit subsequent denerviertem M. trapezius 

und Status nach Rekonstruktion des N. accessorius links vom 25. Februar 2019, 

elektroneurologisch mit günstigem, klinisch mit unverändertem Verlauf bei nach wie vor 

atrophem M. trapezius (vgl. Suva-act. 240-6). Ausserdem stand der Beschwerdeführer 

ab September 2018 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. D.___, welcher am 14. 

Februar 2019 befand, dieser sei ängstlich-depressiv mit sozialem Rückzug. Er berichte 

von Grübeln sowie Konzentrationsstörungen. Der affektive Rapport sei herstellbar, der 

Patient sei freundlich zugewandt, die Befindlichkeit sei aber deutlich deprimiert-

hoffnungslos. Es beständen eine deutliche Übererregbarkeit sowie Lustlosigkeit und 

grosse Müdigkeit, Schlafstörungen, ein sozialer Rückzug sowie ein verminderter 

Appetit. Die Symptome liessen sich am ehesten als mittelschwere depressive Episode 

mit somatischem Syndrom auf dem Hintergrund einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung beurteilen (Suva-act. 99-6). Die Anamneseerhebung habe sich eher 

komplex gestaltet, dabei habe der Beschwerdeführer Erinnerungslücken, eine starke 

emotionale Beteiligung sowie eine körperliche Anspannung gezeigt, was auf eine 

Traumatisierung hinweise. Insgesamt wirke der Patient stark belastet (Suva-act. 99-5). 

Zwar erklärte Dr. D.___ am 18. Mai 2019, der Beschwerdeführer habe nur bis März 

2019 in seiner Behandlung gestanden (Suva-act. 106-1). Im Ärztlichen Zeugnis vom 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a 

mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen oder von beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, kann rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden 

(BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen 

Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f.).

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6. Februar 2021 führte er jedoch davon abweichend an, dass der Beschwerdeführer 

seit ca. September 2018 bei ihm in Behandlung stehe (act. G 4.2). Hieraus ist zu 

schliessen, dass der Beschwerdeführer die Behandlung bei Dr. D.___ nach dessen 

Bericht vom 18. Mai 2019 wiederaufgenommen hat. Dr. D.___ erklärte, dass die 

Symptome eigentlich seit längerem und sogar vor Beginn der Behandlung bestehen 

könnten. Die Störung sei am ehesten in zeitlichem Zusammenhang mit dem Ereignis 

vom 4. Februar 2018 aufgetreten. Abgesehen von den drei erwähnten Berichten von 

Dr. D.___ liegen keine in psychiatrischer Hinsicht relevanten ärztlichen Beurteilungen im 

Recht. Der von der Beschwerdegegnerin befragte Konsiliararzt med. pract. I.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, weigerte sich am 12. Juli 2019, sich zur 

Kausalität der psychischen Beschwerden zu äussern, da hierfür eine eingehende 

fachpsychiatrische Untersuchung notwendig wäre (Suva-act. 109-2). Der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten psychischen Beschwerden 

und dem Unfall vom 4. Februar 2018 kann deshalb nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit beurteilt werden, zumal die Formulierung "am ehesten" von Dr. 

D.___ auch nur für eine mögliche unfallkausale Ätiologie steht. Vor dem Hintergrund, 

dass der adäquate Kausalzusammenhang entgegen der Beschwerdegegnerin nicht 

ohne Weiteres verneint werden kann (vgl. nachfolgende E. 4) und in Nachachtung der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach das kantonale Gericht einen adäquaten 

Kausalzusammenhang nicht anerkennen darf, bevor die Tatsachenfragen bezüglich der 

Natur der fraglichen psychischen Störung und ihrer natürlichen Kausalität geklärt sind 

(BGE 148 V 309 f. E. 4.5.1 sowie 147 V 211 E. 6.1, je mit Hinweisen), kann diese Frage 

vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht offengelassen werden 

(hierzu nachstehend E. 4).

4.  

Ein adäquater Kausalzusammenhang (vgl. vorstehend E. 2.2) besteht, wenn dem 

Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der nicht (hinreichend) 

objektivierbaren bzw. psychischen Beschwerden zukommt. In objektivierter 

Betrachtungsweise werden die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, 

psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle 

einerseits, schwere Unfälle andererseits und in einen dazwischenliegenden Bereich der 

mittelschweren Unfälle. Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne 

weiteres verneint werden, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon 

ausgegangen werden kann, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen 

invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei einem 

4.1. 

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schweren Unfall, welcher rechtsprechungsgemäss indes nur selten angenommen wird 

(vgl. dazu Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 62), ist der adäquate Kausalzusammenhang 

in der Regel zu bejahen, denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische 

Gesundheitsschäden zu bewirken. Bei Unfällen im mittleren Bereich lässt sich die 

Frage, ob zwischen dem Unfall und der psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalls allein schlüssig 

beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar 

mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon 

erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Die wichtigsten Kriterien sind 

dabei besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 138 ff. E. 6 f.). Um die adäquate Kausalität 

bejahen zu können, müssen nicht alle Umstände gegeben sein. Bei einem 

mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen genügt ein 

Kriterium. Ansonsten müssen mehrere unfallbezogene Kriterien bejaht werden können, 

falls keinem Kriterium besonderes Gewicht zukommt (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

62 ff.). Bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn genügen drei Adäquanzkriterien, 

bei Unfällen im mittleren Bereich an der Grenze zu den leichten Unfällen sind hingegen 

vier Adäquanzkriterien zu erfüllen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 

2010, 8C_897/2009, E. 4.5, und vom 7. Dezember 2009, 8C_487/2009, E. 5 mit 

Hinweis). Bei der Prüfung der Adäquanzkriterien sind die Folgen der organisch nicht 

ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen (vgl. auch 

Urteil des Bundesgerichts vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).

Hinsichtlich der Unfallschwere gehen die Parteien übereinstimmend davon aus, 

dass der vom Beschwerdeführer erlittene Unfall als mittelschwer im engeren Sinn 

einzustufen sei (Suva-act. 306-7 und act. G1, II, Rz. 21). Der Unfallhergang hat gestützt 

auf die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich vom 27. 

November 2018 (Suva-act. 297-1) und das Urteil des Bezirksgerichts vom 5. März 2019 

(Suva-act. 298-8 bis -14) insoweit als erstellt zu gelten, als es zwischen dem 

Beschwerdeführer und drei Personen zu einer wechselseitig geführten gewalttätigen 

Auseinandersetzung kam, in deren Verlaufe gegenseitig mit Fäusten aufeinander 

eingeschlagen, dem Beschwerdeführer mindestens ein Fusskick verabreicht und ihm 

4.2. 

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mit einem abgeschlagenen scharfkantigen Flaschenhals einer Bierflasche eine 

Stichverletzung im Halsbereich zugefügt wurde. Wie ein Blick auf vergleichbare Fälle 

zeigt, hat die Rechtsprechung tätliche Auseinandersetzungen in der Regel dem 

eigentlich mittleren Bereich zugeordnet (vgl. dazu die Beispiele im Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. März 2013, 8C_893/2012, E. 4.1). Einen Fall, in welchem ein 

Mann von zwei anderen Männern mit Fäusten und einem Baseballschläger tätlich 

angegriffen und verletzt wurde, qualifizierte das Bundesgericht ebenfalls als 

mittelschweres Ereignis im mittleren Bereich (Urteil vom 3. November 2010, 

8C_681/2010, E. 6.2). Eine tätliche Auseinandersetzung, in deren Verlauf der 

versicherten Person ein grosses Fleischmesser in den Magen gestochen wurde, wurde 

vom Bundesgericht demgegenüber als mindestens mittelschwer im Grenzbereich zu 

den schweren Unfällen qualifiziert (Urteil vom 28. Januar 2009, 8C_519/2008, E.5.2). 

Angesichts der Vergleichbarkeit des dem vorliegenden Fall zugrundeliegenden 

Sachverhalts mit dem dem letztgenannten Fall zugrundeliegenden Sachverhalt 

erscheint es fraglich, ob das Unfallereignis vom 4. Februar 2018 nicht sogar als 

mittelschwer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizieren wäre. Je nach 

Qualifikation des Unfallereignisses müsste(n) für die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs mindestens eines oder drei der relevanten Kriterien oder ein 

einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein (vgl. vorstehend E. 

4.1).  

 4.3. 

Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke 

zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während 

des Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an 

den nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei 

sind objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was in der einzelnen betroffenen Person 

beim Unfall psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen 

liesse – soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher 

Begleitumstände, bei der betroffenen Person psychische Vorgänge der genannten Art 

auszulösen. Zu beachten ist zudem, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine 

gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2019, 

8C_473/2019, E. 5.2). Der Beschwerdeführer sieht die dramatischen Begleitumstände 

darin, dass er von mehreren Tätern angegriffen worden sei (act. G1, II, Rz. 22). Dies 

vermag angesichts des Umstandes, dass die Kontrahenten des Beschwerdeführers 

sich laut Urteil des Bezirksgerichts zwei Mal vom Tatort entfernt haben und der 

4.3.1. 

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Beschwerdeführer ihnen beide Male hinterhergerannt ist (Suva-act. 298-9), nicht restlos 

zu überzeugen. Eine besondere Eindrücklichkeit des Ereignisses vom 4. Februar 2018 

könnte aber darin gesehen werden, dass der Gesundheitsschaden dem 

Beschwerdeführer von einer Drittperson absichtlich zugefügt wurde; der Täter nahm 

laut Urteil des Bezirksgerichts in Kauf, dass der Beschwerdeführer hätte sterben 

können (Suva-act. 298-17 f.; vgl. hierzu das Urteil des Bundesgerichts vom 28. Januar 

2009, 8C_519/2008, E. 5.2.3). Die Beschwerdegegnerin weist jedoch darauf hin, dass 

der Beschwerdeführer erst einige Zeit nach der Tat realisiert habe, dass ihm eine 

Stichwunde zugefügt worden sei. Auch weist sie darauf hin, dass im Blut des 

Beschwerdeführers Drogen und Alkohol nachgewiesen worden seien (Suva-act. 306-8). 

Laut Bundesgericht kann dem Kriterium der Begleitumstände/Eindrücklichkeit bei 

allenfalls getrübter Erinnerung nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden, wie 

wenn eine ungetrübte Erinnerung an den Unfall und die damit verbundenen 

Begleitumstände gegeben wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2014, 

8C_137/2014, E. 7.1). Erinnerungen an den Vorfall sind laut den Berichten von Dr. 

D.___ beim Beschwerdeführer jedenfalls vorhanden (vgl. Suva-act. 99-5 und 106-1; vgl. 

in diesem Zusammenhang BGE 148 V 300 f. E. 4.4.5). Es erscheint vor diesem 

Hintergrund demnach nicht abwegig, das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit zu 

bejahen.

Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die Schwere der von ihm 

erlittenen Verletzung sei offensichtlich: Er habe eine schwere Nervenverletzung erlitten, 

der Stich hätte bei einem Schnitt in die Aorta tödlich enden können (act. G1, II, Rz. 22). 

Beim Unfall vom 4. Februar 2018 wurde dem Beschwerdeführer unter anderem die von 

ihm erwähnte Stichverletzung am Hals zugefügt (Suva-act. 22-1). Im Verlauf zeigte 

sich, dass der N. accessorius und die Nn. supraclaviculares durchtrennt worden waren. 

Auch zeigte sich ein denervierter M. trapezius links (vgl. Suva-act. 76-2, 77-1 und 

229-2). Am 25. Februar 2019 unterzog der Beschwerdeführer sich einer 

Nervenrekonstruktion (Suva-act. 77-1). Später konnte eine Reinnervation 

nachgewiesen werden (Suva-act. 113-2). Übrig blieb eine Trapezius-Parese links 

(Suva-act. 229-3 und 240-6). Eine ärztliche Einschätzung, dass diese Verletzungen 

geeignet sein könnten, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen (vgl. hierzu Urteil 

des Bundesgerichts vom 14. Januar 2022, 8C_620/2021, E. 4.4), liegt nicht bei den 

Akten. Mit Blick auf die vom Bundesgericht in SVR 2013 UV Nr. 3 S. 10 f. aufgeführte 

Kasuistik zum Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen (somatischen) 

Verletzung und ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, ist die Erfüllung dieses Kriteriums jedoch durchaus in Betracht zu ziehen.

4.3.2. 

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Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

somatischer Beschwerden ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. 

Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität der Behandlung sowie der 

Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. 

Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen 

Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche 

Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben sein (Urteil des Bundesgerichts 

vom 10. Mai 2019, 8C_632/2018, E. 10.1). Der Beschwerdeführer verliess das J.___, 

wohin er nach dem Unfall eingeliefert worden war, bereits nach zwei Tagen (Suva-act. 

22-2). Für die darauffolgenden Monate sind keine Behandlungen aktenkundig. 

Nachdem im Verlauf zunehmend Schmerzen im Bereich der linken Schulter auftraten, 

begab sich der Beschwerdeführer am 4. September 2018 zu Dr. C.___ in Behandlung 

(Suva-act. 29). Auf deren Veranlassung hin wurde er in Bezug auf die Folgen der 

relevanten Stichverletzung am Hals im Dezember 2018 ambulant untersucht (Suva-

act. 31). Die Nervenrekonstruktion erfolgte im Februar 2019 und erforderte eine 

dreitägige Hospitalisation (Suva-act. 78-1). Andere stationäre Behandlungen oder eine 

Rehabilitation wurden nicht durchgeführt. Nach dem Eingriff vom Februar 2019 haben 

Kontrolluntersuchungen in der Klinik stattgefunden, wobei Dr. E.___ bereits am 20. 

August 2019 keine weiteren Kontrollen mehr als indiziert erachtete (Suva-act. 136) und 

am 8. Mai 2020 das Erreichen des Endzustandes festhielt (Suva-act. 189-3). Behandelt 

wurde der Beschwerdeführer mittels Physiotherapie (vgl. Suva-act. 165 und 189-3). 

Abklärungsmassnahmen oder blossen ärztlichen Kontrollen, kreisärztlichen 

Untersuchungen oder bildgebenden Untersuchungen zur Klärung der Beschwerden 

kommt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht die Qualität einer 

regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu, die zur Annahme einer besonders 

langen Dauer der ärztlichen Behandlung führen könnte (zum Ganzen vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. Februar 2008, U 11/07, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Psychische 

Aspekte bzw. organisch nicht hinreichend erklärbare Beschwerden sind, wie bereits 

erwähnt, im Rahmen der Prüfung der Adäquanzkriterien nach der Psycho-Praxis 

grundsätzlich ohnehin auszublenden, sodass namentlich die ärztlichen Konsultationen 

des Beschwerdeführers bei Dr. D.___ für das Kriterium der Behandlungsdauer nicht 

von Bedeutung sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 2009, 8C_825/2008, E. 

4.6). Das Kriterium der ungewöhnlich lang dauernden Behandlung ist nach dem 

Gesagten wohl eher zu verneinen.

4.3.3. 

Was das Kriterium der Dauerbeschwerden betrifft, konnte Dr. G.___ die vom 

Beschwerdeführer beschriebenen immer vorhandenen starken Schmerzen anlässlich 

4.3.4. 

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seiner Untersuchung nicht objektivieren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. April 

2009, 8C_825/2008, E. 4.6). Vielmehr stellte er fest, dass der Beschwerdeführer in 

Ruhe nicht von Schmerzen gestört zu sein scheine: er habe kein Schmerzverhalten 

gezeigt, habe ruhig dagesessen und seine linke Hand ebenfalls mit in die Gestik 

einbezogen (Suva-act. 173-4 und 240-5). Dies wiederum korreliert mit den von Dr. 

E.___ gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers festgehaltenen 

belastungsabhängigen Schmerzen (Suva-act. 189-3 und 229-3). Andererseits wies Dr. 

E.___ darauf hin, dass eine schmerzbedingt neuropathische Komponente durch die 

Nervenläsion und Rekonstruktion wahrscheinlich sei (vgl. Suva-act. 229-3), weshalb 

das Kriterium der Dauerbeschwerden möglichweise erfüllt sein könnte.

Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert 

hat, ist nicht erkennbar.

4.3.5. 

Dass keine durchgehende Beschwerdefreiheit erreicht wurde, genügt nicht für 

das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder erheblicher Komplikationen. 

Es bedürfte besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 27. Mai 2010, 8C_29/2010, E. 5.3.2). Hinsichtlich des 

Heilverlaufs ist zwar nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer diesen aus 

subjektiver Sicht als schwierig und langwierig einstuft. Objektiv betrachtet sind den 

Akten jedoch keine Hinweise auf besondere Komplikationen zu entnehmen. Vielmehr 

zeigte sich bereits drei Monate nach der Nervenrekonstruktion ein sehr erfreulicher 

Verlauf mit Verbesserung der Schmerzen und dem Nachweis einer Reinnervation 

(Suva-act. 113). Auch enthalten die Akten keine Hinweise auf Wundheilungsstörungen 

oder Infektionen. Folglich hat die Beschwerdegegnerin das Kriterium des schwierigen 

Heilungsverlaufs bzw. der erheblichen Komplikationen wohl zu Recht verneint.

4.3.6. 

Der Beschwerdeführer war vom 20. August bis 30. Juni 2019 zu 100 %, vom 1. 

Juli 2019 bis 24. Februar 2020 zu 70 %, vom 25. Februar bis 30. April 2020 zu 100 % 

und ab 1. Mai 2020 bis 30. April 2021 (Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen; 

Suva-act. 260) zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. Suva-act. 311). Aufgrund der vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit von beinahe einem Jahr, der anschliessenden weiterhin 

hochgradigen Arbeitsunfähigkeit von 70 % und der wiederum über ein Jahr dauernden 

50%igen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten ist das Kriterium des Grades und 

der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit möglicherweise ebenfalls zu 

bejahen (vgl. dazu die Beispiele im Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

vom 30. August 2001, U 56/00, E. 3d/aa).

4.3.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/18

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5.  

Entscheid

Zusammengefasst besteht zumindest die realistische Möglichkeit, dass die 

erforderliche Menge an Kriterien erfüllt ist. Damit wäre der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 4. Februar 2018 und den geltend 

gemachten psychischen Beschwerden zu bejahen. Da sich wie bereits erwähnt (vgl. 

vorstehend E. 3), die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang gestützt auf 

die vorhandenen medizinischen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

beurteilen lässt, erweist sich der Sachverhalt insgesamt als noch nicht spruchreif. Die 

Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen 

Abklärungen durchführt. Sie wird insbesondere eine verwaltungsexterne Beurteilung 

des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers inklusive dessen 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und dessen kausalen Zusammenhang zum Unfall 

sowie eine Beurteilung des Integritätsschadens einholen müssen. Anschliessend wird 

sie erneut umfassend über den Rentenanspruch und den Anspruch auf eine 

Integritätsentschädigung verfügen müssen. Diese Vorgehensweise steht auch im 

Einklang mit der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 147 V 211 E. 

6.1).

4.4. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 11. Oktober 2021 dahingehend 

gutzuheissen, dass die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und neuer 

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

5.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

5.2. 
bis

Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 

132 V 215 E. 6.2). Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer), wie 

in vergleichbaren Fällen üblich, als angemessen.

5.3. 

Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung 

aus der gewährten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/18

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 11. Oktober 

2021 im Sinne der Erwägungen insofern gutgeheissen, als die Sache zur ergänzenden 

medizinischen Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.01.2023
	Art. 18 UVG. Art. 24 f. UVG. Im Zeitpunkt des Fallabschlusses lagen noch unfallkausale somatische Beschwerden vor. Die natürliche Kausalität allfälliger psychischen Beschwerden lässt sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen. Da die Adäquanz allfälliger psychischer Beschwerden möglicherweise zu bejahen ist, ist die Streitsache zu weiteren medizinischen Abklärungen in Bezug auf die psychischen Beschwerden und neuer Verfügung zurückzuweisen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Januar 2023, UV 2021/79).

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