# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0884424-f0b9-536e-b9d5-b816a4d7af6d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 16.04.2021 F 2020 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2020-23_2021-04-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiber: lic. iur. Albert Dormann

U R T E I L  vom 16. April 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB)
Beschwerdegegnerin 

weitere Verfahrensbeteiligte:

1. C.________
2. D.________
3. E.________

betreffend

Kindesschutzrecht
(Beistandschaft)

F 2020 23

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Urteil F 2020 23

A. a) E.________, geb. 2006, ist der Sohn der nicht miteinander verheirateten und 
getrennt lebenden C.________ (nachfolgend: Kindsmutter) und A.________ (nachfolgend: 
Kindsvater). E.________ steht unter der elterlichen Sorge und Obhut seiner Mutter.

Am 14. April 2009 unterzeichneten die Kindseltern einen Unterhaltsvertrag, welcher vom 
Gemeinderat F.________ am 28. April 2009 genehmigt wurde (KESB-act. 2.1). Eine 
Vereinbarung über den persönlichen Verkehr wurde nicht getroffen, da die Eltern damals 
im gleichen Haushalt lebten. Nach ihrer Trennung im Frühjahr 2010 konnten sie sich 
diesbezüglich nicht mehr einigen.

b) Auf Ersuchen des Kindsvaters um Regelung des Besuchsrechts errichtete der 
Gemeinderat F.________ in seinem Beschluss vom 17. Mai 2011 für E.________ eine 
Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und hielt fest, der Kindsvater sei 
gestützt auf Art. 273 ZGB berechtigt, sein Kind E.________ in begleiteter Form zweimal 
monatlich zu sehen. Der Gemeinderat ernannte G.________, Zuger Fachstelle punkto 
Jugend und Kind, zur Beiständin und beauftragte sie, das angeordnete begleitete 
Besuchsrecht zu organisieren und zu koordinieren sowie bei Konflikten zwischen den 
Eltern zu vermitteln (KESB-act. 2.3).

Gegen diesen Beschluss erhob die Kindsmutter am 26. Mai 2011 Beschwerde beim 
Regierungsrat des Kantons Zug und beantragte die Beschränkung des Besuchsrechts auf 
einen Besuch pro Monat, die Übertragung zusätzlicher Aufgaben bzw. Befugnisse an die 
Beiständin sowie die vorsorgliche Sistierung des Besuchsrechts bis zum Vorliegen eines 
"positiven psychologischen Gutachtens". Mit Beschluss vom 31. Januar 2012 (KESB-
act. 1.17) wies der Regierungsrat die Beschwerde der Kindsmutter ab und verpflichtete die 
Kindseltern zur Teilnahme an einer Elternberatung (Kinder und Eltern in Trennung) am 
Marie Meierhofer Institut (MMI) in Zürich.

c) In ihrem Schlussbericht vom 18. Januar 2012 beantragte die Beiständin 
G.________ die Übertragung der Beistandschaft auf H.________, da sie ab Februar 2012 
intern die Stelle wechseln werde. Sie wies zudem darauf hin, dass es während der 
Berichtsperiode zu keinem Kontakt mit E.________ gekommen sei. Sie könne daher nicht 
beurteilen, wie es ihm bezogen auf die Besuchsrechtssituation gehe. Mit Beschluss vom 
3. April 2012 übertrug der Gemeinderat F.________ die Beistandschaft nach Art. 308 
Abs. 2 ZGB für E.________ per sofort auf H.________, Fachstelle punkto Jugend und 
Kind (KESB-act. 2.10).

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Urteil F 2020 23

d) Im Hinblick auf das Inkrafttreten des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechts 
am 1. Januar 2013 übergab die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde F.________ am 
4. Oktober 2012 ihre Dossiers an die neu geschaffene Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB).

e) Mit Eingabe vom 29. Oktober 2012 liess der Kindsvater der 
Vormundschaftsbehörde der Gemeinde F.________ verschiedene Anträge zukommen. 
Unter anderem liess er darauf verweisen, dass der Entscheid des Regierungsrates vom 
31. Januar 2012 in Rechtskraft erwachsen und sein Besuchsrecht somit vollstreckbar sei. 
Aufgrund der verweigernden Haltung der Kindsmutter hätten bisher jedoch keine Besuche 
durchgeführt werden können. Es werde daher beantragt, die Kindsmutter unter Androhung 
der Gehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB zur Durchführung des begleiteten 
Besuchsrechts anzuhalten. Die vorliegenden Stellungnahmen und Akten verdeutlichten 
die bei ihr vorhandenen psychischen Probleme. Es werde der Erlass einer Weisung 
beantragt, wonach sich die Kindsmutter – ebenfalls unter Androhung der Gehorsamsstrafe 
nach Art. 292 StGB – bei einem von der Vormundschaftsbehörde zu bestimmenden und 
für die vorliegende Problematik ausgebildeten Psychologen in Behandlung zu begeben 
habe.

Die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde F.________ leitete die Eingabe des 
Kindsvaters vom 29. Oktober 2012 an die KESB weiter, die ihn und seine 
Rechtsvertreterin am 5. Dezember 2012 anhörte.

In seinem Schreiben vom 9. April 2013 an die KESB liess der Kindsvater unter anderem 
ausführen, dass diese seit der Anhörung im Dezember 2012 keine weiteren Schritte zur 
Durchführung des Besuchsrechts unternommen habe. Dieses Verhalten sei in keiner 
Weise nachvollziehbar und könne auch nicht mehr mit der Übergabe des Falles von der 
gemeindlichen Vormundschaftsbehörde an die KESB gerechtfertigt werden. A.________ 
liess unter anderem beantragen, der Kindsmutter sei unter Androhung der 
Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB die Weisung zu erteilen, die von der Beiständin 
festgelegten Besuchsrechtstermine zu ermöglichen bzw. zu dulden bzw. alles zu 
unterlassen, was diesen Kontakt be- oder verhindere.

Mit Beschwerde vom 29. April 2013 liess A.________ beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Zug im Wesentlichen beantragen, die KESB sei anzuweisen, über seine Anträge 

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Urteil F 2020 23

vom 29. Oktober 2012 und vom 9. April 2013 unverzüglich bzw. innert kurzer gerichtlich 
festzusetzender Frist zu befinden. In der Folge eröffnete das Verwaltungsgericht das 
Verfahren F 2013 26.

f) Am 14. Mai 2013 ernannte die KESB I.________, Fachstelle punkto Jugend und 
Kind, rückwirkend ab 1. Februar 2013 zur neuen Beiständin für E.________ (KESB-
act. 2.12).

g) In ihrem Bericht vom 12. August 2013 wies die Beiständin I.________ darauf hin, 
dass sich bisher sämtliche Bemühungen und Massnahmen in Bezug auf die Umsetzung 
des angeordneten begleiteten Besuchsrechts als wirkungslos erwiesen hätten. Aufgrund 
der umfangreichen Vorakten und ihrer ersten Einschätzung sei die Kindsmutter ohne 
entsprechende Hilfe (psychologisch oder psychiatrisch) nicht in der Lage, ein stufenweises 
aufbauendes Besuchsrecht zu gewährleisten, weil sie den Kontakt zwischen E.________ 
und seinem Vater als Bedrohung empfinde. Sie beantrage daher die ersatzlose Aufhebung 
der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB, eventualiter sei ein Gutachten zur 
Erziehungsfähigkeit der Mutter in Auftrag zu geben.

h) Mit Urteil F 2013 26 vom 29. August 2013 hiess das Verwaltungsgericht die 
Beschwerde des Kindsvaters vom 29. April 2013 insofern gut, als es die KESB anwies, 
ohne weiteren Verzug, spätestens jedoch bis 30. September 2013 in der Sache bzw. über 
die Anträge des Kindsvaters zu entscheiden.

i) Mit Entscheid Nr. 2013/1055 vom 27. September 2013 wies die KESB den Antrag 
der Beiständin auf Aufhebung der Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB für 
E.________ ab und ergänzte die Massnahme um eine Beistandschaft nach Art. 308 
Abs. 1 ZGB mit den folgenden Aufgaben:

…

3.
a. für den Kontakt- und Beziehungsaufbau zwischen E.________ und seinem Vater 

besorgt zu sein,
b. für die Umsetzung des angeordneten begleiteten Besuchsrechts zu sorgen, 

dieses zu überwachen und sich über den Verlauf der Besuchszeiten bei den 
zuständigen Fachpersonen zu erkundigen und mit den Eltern zu besprechen,

c. dafür zu sorgen, dass ausserhalb der begleiteten Besuchstage ein regelmässiger 
persönlicher Kontakt zwischen E.________ und seinem Vater ermöglicht wird 
(schriftlich, telefonisch etc.),

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Urteil F 2020 23

d. die Kindseltern in Erziehungsfragen zu beraten und zu begleiten,
e. insbesondere die Kindsmutter in der Frage des persönlichen Kontaktes zwischen 

E.________ und seinem Vater und deren Wichtigkeit für eine förderliche 
Entwicklung des Kindes beratend zu unterstützen und zu begleiten,

f. sich bei Bedarf direkt bei Lehrpersonen sowie beim Kinderarzt über das Befinden 
und die Entwicklung von E.________ zu erkundigen.

Weiter wies die KESB die Kindseltern gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB an, alles zu 
unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtige oder die 
Aufgabe der erziehenden Person erschwere (Art. 274 Abs. 1 ZGB). Die Anträge des 
Kindsvaters zur Androhung einer Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB wies die KESB 
ebenfalls ab (KESB-act. 2.14).

j) Am 22. März 2016 beantragte die Beiständin I.________ bei der KESB die 
Aufhebung der bestehenden Beistandschaft. Eventualiter sei die Weiterführung der 
Beistandschaft dahingehend anzupassen, dass die Beiständin mindestens dreimal jährlich 
mit E.________ ein Gespräch führen solle (KESB-act. 1.74).

Mit Entscheid Nr. 2016/1540 vom 8. November 2016 wies die KESB unter anderem den 
Antrag der Beiständin vom 22. März 2016 auf Aufhebung der Beistandschaft ab, ebenso 
ihren Antrag, wonach die bestehende Beistandschaft dahingehend anzupassen sei, dass 
die Beiständin mindestens dreimal jährlich mit E.________ ein Gespräch führen solle. Des 
Weiteren ernannte sie D.________ zur neuen Beiständin. Die Kindseltern wurden zudem 
angewiesen, an einer Mediation bei RA lic. iur. J.________ teilzunehmen mit dem Ziel, die 
Kommunikation im Hinblick auf die Kinderbelange, insbesondere bezüglich des 
persönlichen Kontakts zwischen E.________ und seinem Vater, zu fördern und zu 
stabilisieren. Gegebenenfalls solle ein gemeinsamer Plan ausgearbeitet werden für die 
Wiederaufnahme der persönlichen Kontakte zwischen E.________ und dem Kindsvater 
(KESB-act. 2.17).

In seinem Schreiben vom 19. Mai 2017 führte der Mediator RA J.________ aus, er 
empfehle, dass die Beiständin von E.________ die Eltern ermutigen und darin 
unterstützen solle, bilateral regelmässige Treffen festzulegen. Es sollte (vorerst) nicht 
E.________ überlassen werden, die Treffen direkt mit seinem Vater festzulegen. Die 
Beiständin sollte die Eltern dabei auch "in die Pflicht" nehmen dürfen (KESB-act. 1.108).

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Urteil F 2020 23

k) Am 28. Februar 2018 beantragte die Beiständin D.________ bei der KESB die 
Anordnung einer psychologischen Therapie für E.________ zur Resilienzförderung im 
Umgang mit der Besuchsrechtssituation und Unterstützung beim Aufbau einer Beziehung 
zum Vater. Ausserdem beantragte die Beiständin den Erlass einer Weisung an die 
Kindsmutter, mindestens einmal monatlich Therapiesitzungen zwischen E.________ und 
der entsprechenden Fachperson abzumachen und dafür zu sorgen, dass die Termine 
eingehalten würden. Die Beiständin begründete ihren Antrag mit den immer wieder von 
der Mutter angeführten psychosomatischen Beschwerden von E.________ und dem 
Loyalitätskonflikt, in dem er sich befinde (KESB-act. 1.124).

l) Mit den Entscheiden Nr. 2019/0163 vom 12. Februar 2019 und Nr. 2019/0510 vom 
30. April 2019 genehmigte die KESB den von der Beiständin D.________ erstatteten 
Bericht für die Betreuung vom 1. September 2016 bis 31. August 2018 für E.________ 
und wies darauf hin, dass die Anträge der Beiständin vom 28. Februar 2018 in einem 
separaten Verfahren behandelt würden (KESB-act. 2.19 und 2.20).

m) Am 7. März 2019 wurde der Abklärungsdienst der KESB (KESUD) beauftragt, die 
Situation von E.________ zu klären. Am 20. Januar 2020 wurde der Bericht mit der 
Empfehlung erstellt, die Kindesschutzmassnahmen seien aufzuheben (KESB-act. 5.23).

n) Am 11. März 2020 fand eine Anhörung (Rechtliches Gehör) mit der Kindsmutter 
gestützt auf Art. 447 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB statt.

o) Der Kindsvater nahm mit Schreiben vom 30. März 2020 gemäss Art. 447 Abs. 1 
ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB Stellung und erklärte sich mit dem Vorgehen 
der Kindesschutzbehörde Zug nicht einverstanden.

p) Mit Schreiben vom 3. Mai 2020 verzichtete E.________ auf das rechtliche Gehör.

q) Mit Entscheid Nr. 2020/0545 vom 12. Mai 2020 hob die KESB gestützt auf Art. 313 
Abs. 1 ZGB die für E.________ bestehenden Kindesschutzmassnahmen (Beistandschaft 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB und Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB an die 
Kindseltern) auf. Die KESB entliess die Beiständin D.________ mit Wirkung per 12. Mai 
2020 aus ihrem Amt und verzichtete auf die Einholung ihres Schlussberichts. Zur 
Begründung verwies die KESB auf den Abklärungsbericht der KESUD vom 20. Januar 
2020, woraus sich eine normale schulische Situation mit guten bis sehr guten schulischen 

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Urteil F 2020 23

Leistungen von E.________ ergebe. Des Weiteren bestätige das Arztzeugnis von Dr. 
med. K.________ vom 19. Juni 2020, dass E.________ gesund und altersentsprechend 
entwickelt sei. Hinweise auf die Notwendigkeit einer therapeutischen Begleitung für 
E.________ würden sich nicht finden. Da E.________ aktuell 13½ Jahre alt sei, müsse auf 
seinen Willen und auf von ihm geäusserte Wünsche zwingend Rücksicht genommen 
werden. Es sei einfach seine Entscheidung, dass er keinen Kontakt zu seinem Vater wolle. 
Er habe gegenüber der KESB ausgeführt, da er über die Adresse und Telefonnummer 
seines Vaters verfüge, könne er den Kontakt aufnehmen, wenn er dies möchte. Er wolle 
keine Beiständin mehr und habe Mühe damit, dass etwas zu seiner Unterstützung 
angeordnet bleiben müsse, was ihn belaste und verärgere. Angesichts seines Alters und 
der Konstanz und Nachdrücklichkeit der Willensäusserung von E.________ müsse seine 
Willensbekundung hoch gewichtet werden. Die von ihm geäusserte Belastung durch die 
Beistandschaft müsse ernst genommen werden. In den vergangenen Jahren hätten auch 
durch Anpassungen der Aufgaben der Beiständin keine nützlichen Verbesserungen erzielt 
werden können, weshalb die Massnahmen aufzuheben seien (BF-act. 2).

B. Mit Beschwerde vom 15. Juni 2020 an das Verwaltungsgericht liess A.________ 
die vollumfängliche Aufhebung des KESB-Entscheids Nr. 2020/0545 vom 12. Mai 2020 
beantragen. Eventualiter sei der KESB-Entscheid vollumfänglich aufzuheben und zur Neu-
beurteilung (inkl. korrekte Sachverhaltsfeststellung) an die KESB zurückzuweisen; alles 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der KESB, eventualiter 
der Staatskasse. Zur Begründung liess er im Wesentlichen darlegen, die KESB hätte sich 
nicht auf den unvollständigen und einseitigen Abklärungsbericht vom 20. Januar 2020 stüt-
zen dürfen. Sie habe damit gegen die korrekte Anwendung von Art. 446 ZGB verstossen. 
Der vorliegende Sachverhalt sei nicht rechtsgenüglich erstellt und hätte damit nicht als 
Grundlage des vorinstanzlichen Entscheids dienen dürfen. Die Beibehaltung der 
Beistandschaft sei zwingend erforderlich, damit auch bei einem längeren Unterbruch 
wiederum mit der Wiederaufnahme des Besuchsrechts gerechnet werden könne (wie die 
Vergangenheit aufgezeigt habe). Weiter habe die Beiständin deutlich gemacht, dass sie 
für die Durchsetzung des Besuchsrechts auf therapeutische Hilfe für E.________ 
angewiesen sei. Mit dem Erhalt der Beistandschaft werde sichergestellt, dass sich eine 
neutrale Person für die Bedürfnisse von E.________ und für dessen Unterstützung 
einsetze und das Handeln der Kindsmutter kritisch in Frage stelle. Nur so werde es 
möglich sein, dass E.________ sich gesund und emotional ausgeglichen entwickeln 
könne.

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Urteil F 2020 23

C. Mit Eingabe vom 18. Juni 2020 verzichtete die Beiständin D.________ auf die 
Einreichung einer Vernehmlassung.

D. Mit Vernehmlassung vom 15. Juli 2020 beantragte die KESB die Abweisung der 
Beschwerdeanträge eins bis drei und führte zur Begründung aus, bei der Berücksichtigung 
des Kindeswillens sei vor allem das Alter des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer 
Willensbildung zu berücksichtigen. Vom Vorliegen dieser Fähigkeit sei ungefähr ab dem 
12. Altersjahr auszugehen. E.________ habe angegeben, keinen Kontakt zu seinem Vater 
zu wollen. Aufgrund seines Alters (am 9. Oktober 2020 werde er 14 Jahre alt) und der 
Konstanz und Nachdrücklichkeit der Willensäusserung von E.________ müsse seine 
Willensbekundung hoch gewichtet werden. Die von ihm geäusserte Belastung durch die 
Beistandschaft müsse aufgrund der obigen Ausführungen ernstgenommen werden. In den 
vergangenen Jahren hätten auch durch Anpassungen der Aufgabe der Beistandspersonen 
keine nützlichen Verbesserungen erzielt werden können. Es sei nicht Aufgabe der 
Kindesschutzbehörde, ein Kind gegen seinen Willen zu zwingen, eine Beziehung zum 
Vater zu pflegen, wenn es dies nicht möchte. Ganz konkret wäre dieser Zwang nur mit 
einem Polizeieinsatz durchzusetzen. Das erscheine kein adäquates Mittel zu sein, um 
dem Bedürfnis des Vaters, sein Kind zu sehen, Nachdruck zu verleihen. Zudem eigne sich 
die Massnahme auch nicht, um die vorliegenden Konflikte auf der Elternebene im Sinne 
des Wohls von E.________ zu lösen.

E. E.________ führte in seiner Eingabe vom 19. Juli 2020 aus, der 
Beschwerdeführer stelle falsche Behauptungen auf. Es treffe nicht zu, dass er sich in 
einem Loyalitätskonflikt befinde. Sein Vater habe ihn sehr enttäuscht und respektiere 
nicht, dass er in Ruhe gelassen werden wolle. Er beantrage die Gewährung einer 
unentgeltlichen Rechtsbeiständin in der Person von lic. iur. L.________. Er brauche keine 
Beistandsperson, die ihm bei der Kontaktaufnahme zu seinem Vater helfe. Dafür sei er alt 
genug.

F. Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 beantragte die Kindsmutter die Abweisung der 
Beschwerde.

G. Mit Schreiben vom 6. August 2020 nahm das Verwaltungsgericht Bezug auf die 
Eingabe von E.________ vom 19. Juli 2020, worin er die Gewährung einer unentgeltlichen 
Rechtsbeiständin in der Person von L.________, beantragt hatte. Das Gericht führte aus, 
angesichts seiner Minderjährigkeit gehe es davon aus, dass er eine Kindervertretung im 

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Urteil F 2020 23

Sinne von Art. 314abis ZGB beantragen möchte, welche mildere Voraussetzungen 
aufweise als die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Eine wesentliche Voraussetzung 
der Bestellung einer Kindesvertretung im Sinne von Art. 314abis ZGB stelle die 
Notwendigkeit einer solchen dar (Abs. 1). Diese werde von der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung insbesondere dann bejaht, wenn die Vertretung dem Gericht eine zusätzliche 
Unterstützung oder Entscheidungshilfe bei der Beantwortung der sich stellenden 
Rechtsfragen bieten könne; sie solle gegenüber dem Gericht den Kindeswillen zum 
Ausdruck bringen und über die konkrete Situation des Kindes (Wohnsituation, Gesundheit, 
Situation in der Schule etc.) Auskunft geben (Urteil des Bundesgerichts 5A_400/2015 vom 
25. Februar 2016 E. 2.3). Den umfangreichen Akten und den Rechtsschriften lasse sich 
sowohl sein Wille betreffend Aufhebung der Beistandschaft als auch seine konkrete 
Situation betreffend Wohnen, Gesundheit und Schule hinlänglich und detailliert 
entnehmen. Es sei daher nicht ersichtlich, welchen zusätzlichen Erkenntnisgewinn eine 
Vertretung im Sinne von Art. 314abis ZGB für das Gericht bringen könnte. Aus diesem 
Grund erachte das Verwaltungsgericht die Bestellung einer solchen als nicht notwendig. 
Der Einfachheit halber teile das Gericht seine Ansicht im vorliegenden Brief mit und 
verzichte derzeit auf eine formelle Behandlung seines Gesuchs. Sollte er an seinem 
Antrag um Bestellung einer Vertretung im Sinne von Art. 314abis ZGB indessen festhalten 
wollen, werde er aufgefordert, dies bis 7. September 2020 mitzuteilen. Diesfalls würde das 
Gericht eine formelle und anfechtbare Verfügung erlassen.

H. Am 4. September 2020 teilte E.________ dem Gericht mit, er poche nicht auf sein 
Recht, wenn er ohne Anwalt zu seinem Recht komme.

I. Mit Replik vom 17. September 2020 bzw. Duplik vom 10. Oktober 2020 hielten der 
Beschwerdeführer und die Kindsmutter an ihren Anträgen und deren Begründung fest. Auf 
ihre Ausführungen ist – soweit erforderlich – in den Erwägungen einzugehen.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 450 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) i.V.m. 
§ 58 des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für 
den Kanton Zug (EG ZGB; BGS 211.1) kann gegen Entscheide der Kindes- und 

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Urteil F 2020 23

Erwachsenenschutzbehörde beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Die 
Beschwerdefrist beträgt dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 
ZGB). Örtlich zuständig ist im Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen die Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde bzw. im Beschwerdefall das Gericht am Wohnsitz des 
Kindes (Art. 315 Abs. 1 ZGB; § 58 Abs. 2 EG ZGB). Das Verwaltungsgericht verfügt über 
volle Kognition, also auch über die Ermessenskontrolle (vgl. Art. 450a ZGB). Für das 
Verfahren vor Verwaltungsgericht gelten die neuen Bestimmungen in den Art. 450 ff. ZGB. 
Im Übrigen sind gemäss Art. 450f ZGB die Bestimmungen der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) anwendbar, soweit die Kantone nichts anderes 
bestimmen. Nach § 56 EG ZGB ist – unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen des 
EG ZGB und des Bundesrechts – auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht das 
Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRG; BGS 162.1) anwendbar.

E.________ als betroffenes Kind hat seinen gesetzlichen Wohnsitz bei seiner Mutter in 
F.________. Angefochten ist der Entscheid Nr. 2020/0545 der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB) vom 12. Mai 2020, weshalb das 
Verwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich 
zuständig ist. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Entscheid berührt und 
demnach zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Der angefochtene Entscheid vom 12. Mai 
2020 wurde am 14. Mai 2020 versandt und ging bei der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers frühestens am 15. Mai 2020 ein, sodass die Beschwerdefrist 
frühestens am Sonntag, 14. Juni 2020, endete und die der Post am darauf folgenden 
Montag, 15. Juni 2020, übergebene Beschwerdeschrift gestützt auf § 10 Abs. 3 VRG 
daher rechtzeitig eingereicht worden ist. Sie entspricht auch den übrigen formellen 
Voraussetzungen, weshalb sie vom Verwaltungsgericht zu prüfen ist. Die Beurteilung 
erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut 
nicht zusteht, und das unmündige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen 
persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei es in 
erster Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richtschnur für seine 
Ausgestaltung das Kindeswohl ist, welches anhand der Umstände des konkreten 
Einzelfalles zu beurteilen ist (BGE 122 III 229 E. 3a/bb, BGE 122 III 404 E. 3b, BGE 131 III 
209 E. 5). Es besteht somit kein Recht auf persönlichen Verkehr unabhängig von der 
konkreten Situation bzw. entgegen dem Kindeswohl; vielmehr ist diesfalls das Recht auf 

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Urteil F 2020 23

persönlichen Verkehr zu verweigern bzw. zu entziehen (Art. 274 Abs. 2 ZGB; BGer 
5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4).

Von herausragender Bedeutung für die Regelung des Besuchsrechts ist der Wille des 
Kindes (BGE 124 III 90 E. 3a). Im Entscheid betreffend persönliche Kontakte ist der 
geäusserte Kindeswille zu berücksichtigen und bei älteren Kindern ist er ein 
massgebliches Kriterium bei der Festsetzung des Besuchsrechts (BGer 5A_716/2010 vom 
23. Februar 2011 E. 4; BGer 5C.250/2005 vom 3. Januar 2006 E. 3.2.1). Konkret ist bei 
der Berücksichtigung des Willens des Kindes zunächst dessen Alter bzw. dessen 
Fähigkeit zu autonomer Willensbildung, welche ungefähr ab dem 12. Altersjahr 
anzunehmen ist (BGer 5A_92/2009 vom 22. April 2009 E. 5.1; BGer 5A_107/2007 vom 
16. November 2007 E. 3.2), sodann aber auch das Aussageverhalten und namentlich die 
Konstanz des geäusserten Willens zentral. Je konstanter die Willenskundgebungen 
vorgebracht werden und je mehr sie mit nachvollziehbaren und auf das Kindeswohl 
zielenden Argumenten unterlegt sind, desto stärker können sie bei der Urteilsfindung 
gewichtet werden (BGer 5A_619/2007 vom 25. Februar 2008 E. 8.1; BGE 124 III 90 E. 3; 
BGE 122 III 401 E. 2b), freilich stets als eines von mehreren und nicht als einziges 
Kriterium; andernfalls würde der Kindeswille mit dem Kindeswohl gleichgesetzt, obwohl 
sich die beiden Elemente durchaus widersprechen können, und wäre im Übrigen 
Erpressungsversuchen (z.B. Besuche nur gegen Geschenke oder Sondervorteile) Tür und 
Tor geöffnet. Bei älteren Kindern rückt ein konstant und nachdrücklich geäusserter Wille 
freilich in den Vordergrund (vgl. BGE 122 III 401 E. 2d; BGer 5A_107/2007 vom 16. 
November 2007 E. 3.2; BGer 5A_719/ 2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.4).

Der Kindeswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu 
berücksichtigen, sondern vor allem auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden 
sollen. Lehnt das Kind Kontakte ab, verlangt das für die Persönlichkeitsentwicklung 
zentrale Interesse des Aufbaus und Erhalts einer Beziehung zu beiden Elternteilen, dass 
das Gericht oder die Behörde mit geeigneten Massnahmen um Verbesserung der 
Rahmenbedingungen der Besuche bemüht ist, um so dem Kind die Zustimmung zu 
ermöglichen. Lehnt jedoch ein urteilsfähiges Kind den Umgang kategorisch ab, so ist 
dieser aus Gründen des Kindeswohls auszuschliessen, weil ein gegen den starken 
Widerstand erzwungener Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts im 
Allgemeinen ebenso unvereinbar ist wie mit dem Persönlichkeitsrecht des Kindes (BGer 
5A_745/2015 und 5A_755/ 2015 vom 15. Juni 2016 E.; BGer 5A_459/2015 vom 
13. August 2015 E. 3). Abzulehnen ist dagegen die Theorie des Parental Alienation 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_719%2F2013+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-401%3Ade&number_of_ranks=0#page401
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=5A_719%2F2013+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-III-401%3Ade&number_of_ranks=0#page401

12

Urteil F 2020 23

Syndrom (PAS) des amerikanischen Kinderpsychiaters Gardner, welche davon ausgeht, 
dass in den meisten Fällen, in denen das Kind den Kontakt verweigert, eine Beeinflussung 
durch den obhutsberechtigten Elternteil vorliege und deshalb das Besuchsrecht gegen den 
Willen des Kindes durchgesetzt werden müsse. Die Theorie konnte nie wissenschaftlich 
erhärtet werden (Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Basler Kommentar, 
Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, Art. 273 N 11 mit zahlreichen Hinweisen). Die 
Scheidungsforschung macht deutlich, dass gerichtlich verordnete Besuche, über die das 
Kind nicht mitbestimmen kann, auf Dauer negative Auswirkungen auf die Beziehung 
zwischen Kind und Vater haben, und dass in den meisten Fällen eine Parteinahme für die 
Mutter gegen den Vater vom Kind selbst spätestens in der mittleren Adoleszenz 
aufgegeben wird. Unter Kindeswohlgesichtspunkten sind deshalb unter Fachleuten der 
Kinderpsychologie und -psychiatrie bei völliger, länger anhaltender Kontaktverweigerung 
durch das Kind auch so genannte "Erinnerungskontakte", bei denen sich das Kind/der 
Jugendliche und der umgangsberechtigte Elternteil z.B. viermal jährlich bei einer 
behördlichen Drittperson (meist dem Beistand) treffen, umstritten (Schwenzer/ Cottier, 
a.a.O., Art. 273 N 11).

3. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für 
Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die geeigneten 
Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Die Massnahmen können mit 
Ermahnungen oder Weisungen an die betroffenen Eltern oder das Kind verbunden werden 
(vgl. Art. 307 Abs. 3 ZGB) mit dem Inhalt, etwas zu unterlassen oder zu tun z.B. durch 
Teilnahme an einer Therapie. Wo Beratung, Mahnung oder Weisungen als mildeste Mass-
nahmen nicht ausreichen (Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
6. Aufl. 2018, Art. 307 N 2), kann darüber hinaus für das Kind ein Beistand eingesetzt 
werden, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 
ZGB). Dem Beistand kann namentlich die Überwachung des persönlichen Verkehrs 
übertragen werden (Art. 308 Abs. 2 ZGB) mit den Aufgaben, in Konflikten zu vermitteln, 
Spannungen abzubauen, negative Beeinflussungen aufzufangen etc. Die Anordnung einer 
Massnahme setzt kein Verschulden der Eltern voraus und ist auch nicht Sanktion, sondern 
hat als einziges Ziel, trotz der Gefährdungslage das Wohl des Kindes zu bewahren oder 
wiederherzustellen. Folgende Grundsätze des Kindesschutzes, welche letztlich alle das 
Verhältnismässigkeitsprinzip konkretisieren, müssen beachtet werden: Alle 
Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die 
mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese soll 
elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komplementarität; vgl. zum 

13

Urteil F 2020 23

Ganzen: Breitschmid, a.a.O., Art. 307 N 4 ff.). Ein behördliches Eingreifen rechtfertigt sich 
nicht erst dann, wenn das Wohl des Kindes bereits schwer gefährdet ist, sondern im Sinne 
einer Prävention schon dann, wenn es zwar noch nicht stark beeinträchtigt, aber durch 
das absehbare Verhalten der verantwortlichen Eltern als gefährdet erscheint. Im Bereich 
der Kindesschutzmassnahmen im Besonderen bestimmt Art. 313 Abs. 1 ZGB, dass diese 
zum Schutz des Kindes der neuen Lage anzupassen sind, wenn sich die Verhältnisse 
verändern. Zuständig ist dafür die anordnende Behörde, welche im Rahmen laufender 
Überwachung der 
eigenen Tätigkeit bzw. der beigezogenen Hilfspersonen die (weitere) Eignung der 
Massnahmen zu prüfen hat.

4. Im angefochtenen Entscheid Nr. 2020/0545 vom 12. Mai 2020 hob die KESB 
gestützt auf Art. 313 Abs. 1 ZGB die für E.________ bestehenden 
Kindesschutzmassnahmen (Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB und die 
Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB an die Kindseltern) auf, entliess die Beiständin 
D.________ mit Wirkung per 12. Mai 2020 aus ihrem Amt und verzichtete auf die 
Einholung eines Schlussberichts der Beiständin. Umstritten und zu prüfen ist im 
vorliegenden Verfahren, ob die KESB zu Recht davon ausgegangen ist, dass das Wohl 
von E.________ die Aufhebung der erwähnten Schutzmassnahmen verlangt. Aus den 
Akten ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

4.1 In ihrem Bericht vom 28. Februar 2018 an die KESB beantragte die Beiständin 
D.________, es sei für E.________ zur Resilienzförderung im Umgang mit der 
Besuchsrechtssituation und Unterstützung beim Aufbau einer Beziehung zum Vater eine 
psychologische Therapie anzuordnen. Des Weiteren beantragte sie den Erlass einer 
Weisung an die Kindsmutter, mindestens einmal monatlich Therapiesitzungen zwischen 
E.________ und der entsprechenden Fachperson abzumachen und dafür zu sorgen, dass 
die Termine eingehalten würden. E.________ sei bei der Trennung der Eltern erst ca. vier 
Jahre alt gewesen und habe seinen Vater danach für lange Zeit nicht mehr gesehen und 
wenn, habe nie eine Regelmässigkeit entstehen können resp. sei es wiederholt zu 
grösseren zeitlichen Abständen gekommen. Dies habe den Aufbau einer tragfähigen 
Beziehung zwischen E.________ und dem Beschwerdeführer verunmöglicht. Fotos von 
den wenigen Unternehmungen mit dem Vater zeigten einen entspannten fröhlichen 
Jungen. Dies lasse den Schluss zu, dass E.________ den Vater nicht wirklich ablehne. Da 
E.________ eine enge Beziehung zu seiner Mutter habe, die ihrem Ex-Partner kritisch 
gegenüberstehe, befinde sich E.________ in einem tiefgreifenden Loyalitätskonflikt. Es 

14

Urteil F 2020 23

spiele dabei keine Rolle, ob und wie sich die Kindsmutter gegenüber E.________ über 
den Beschwerdeführer äussere. Ein Kind in einer solchen Situation fühle sich unbewusst 
gegenüber der Mutter verpflichtet, möchte sie nicht traurig sehen, ihre Zuneigung nicht 
verlieren. Entwicklungspsychologisch betrachtet, trage der Kontakt zu Vater und Mutter 
wesentlich zu einer gesunden psychischen Entwicklung eines Kindes bei. Für E.________ 
wäre es wichtig, auch zum Vater eine unbeschwerte Beziehung aufbauen und pflegen zu 
können. E.________ solle seinen Loyalitätskonflikt nicht alleine bewältigen müssen. Eine 
Therapie bei einer psychologischen Fachperson könnte ihn in seiner schwierigen Situation 
unterstützen. Ziel sollte dabei sein, E.________ im Umgang mit der 
Besuchsrechtssituation zu stärken und eine Beziehung zum Vater aufbauen zu können 
(KESB-act. 1.124).

4.2 In seinem Bericht vom 19. Juni 2019 führte Dr. med. K.________, Facharzt FMH 
für Allgemeinmedizin, aus, E.________ sei gesund und altersentsprechend entwickelt. Er 
wirke offen, fröhlich und intelligent. Er könne adäquat Auskunft geben, wirke zugetan und 
zufrieden. Sein Ernährungszustand sei gut. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine 
psychische Belastungssituation, insbesondere komme er gut mit in der Schule und auch 
seine sozialen Kontakte seien erfüllend. In seiner Familie sei er voll integriert (KESB-
act. 1.146).

4.3 Im "Abklärungsbericht Kinder" der KESUD vom 20. Januar 2020 empfahl 
M.________, Sozialarbeiterin Abklärungen, die Aufhebung der bestehenden 
Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB und der Weisung gemäss Art. 307 
Abs. 3 ZGB. E.________ habe ihr gegenüber angegeben, wenn er Kontakt zu seinem 
Vater wolle, dann könne er mit diesem ja Kontakt aufnehmen. Er habe dessen Adresse 
und Telefonnummer. Es sei sein Wunsch, dass er nun zum letzten Mal zu einem 
Gespräch habe kommen müssen. Sowohl die von der Beiständin erhaltenen Informationen 
der Primarschule wie auch die von der Mutter eingereichten Zeugnisse der sechsten 
Primarschulklasse liessen auf eine normale schulische Situation schliessen mit guten bis 
sehr guten schulischen Leistungen von E.________. Er habe im August 2019 an die 
Oberstufe gewechselt. Aufgrund der kurzen Zeitspanne des Besuchs der Oberstufe seien 
dort keine Informationen eingeholt worden. Das Arztzeugnis von Dr. K.________ vom 
19. Juni 2019 bestätige, dass E.________ gesund und altersentsprechend entwickelt sei. 
Im Fall von E.________ sei zu prüfen gewesen, ob aufgrund der Einschränkungen in den 
Kontakten zum Vater eine erhebliche Einschränkung in der Erfüllung emotionaler 
Bedürfnisse vorliege. Auf den Willen von E.________ sei angesichts seines Alters 

15

Urteil F 2020 23

zwingend Rücksicht zu nehmen. Er habe nachdrücklich und konstant wiederholt, dass er 
sich nicht in seinen Rechten beschnitten, sondern sich durch die bestehende 
Beistandschaft belastet sehe. Er wünsche, nicht weiter durch die Beistandschaft zur 
Regelung des persönlichen Verkehrs "bestraft" zu werden. Besuchsrechtskonflikte seien 
mit rechtlichen Mitteln allein nicht zu lösen. Eine Besuchsrechtsbeistandschaft dürfe nur 
angeordnet werden, wenn keine mildere Massnahme möglich sei. Ausserdem müsse die 
Aussicht bestehen, dass der Beistand nützliche Beiträge zum Erreichen dieses Ziels 
leisten könne. Wenn mit der Beistandschaft keine Verbesserung erreicht werden könne, 
sei die Massnahme nicht geeignet und damit nicht verhältnismässig und müsse 
aufgehoben respektive dürfe nicht angeordnet werden (BGer 5A_732/2014). Aufgrund 
seines Alters und der Konstanz und Nachdrücklichkeit der Willensäusserung von 
E.________ müsse seine Willensbekundung hoch gewichtet werden. Die von ihm 
geäusserte Belastung durch die Beistandschaft müsse aufgrund der obigen Ausführungen 
ernst genommen werden. In den vergangenen Jahren hätten auch durch Anpassungen 
der Aufgaben der Beistandsperson keine nützlichen Verbesserungen erzielt werden 
können (BF-act. 3).

4.4 In ihrer E-Mail vom 21. April 2020 an die KESB führte die Beiständin D.________ 
aus, sie stehe seit über zwei Jahren mit keinem der Beteiligten mehr in Kontakt. In dieser 
Zeit sei sie zum Schluss gekommen, auch mit zusätzlichen Massnahmen oder Weisungen 
könne keine Verbesserung für die Kontakte zwischen Vater und Sohn erreicht werden. 
Aus diesem Grund befürworte sie eine Aufhebung der Beistandschaft. Seit ihrer letzten 
Berichterstattung habe sich an der Gesamtsituation nichts verändert und es hätten keine 
Kontakte stattgefunden. Es wäre daher zweckmässig, bei einer allfälligen Aufhebung der 
Massnahme auf einen Schlussbericht der Beiständin zu verzichten (KESB-act. 1.163).

5.
5.1 In formeller Hinsicht beantragte E.________ in seiner Eingabe vom 19. Juli 2020 
die Gewährung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin in der Person von lic. iur. 
L.________. Am 6. August 2020 teilte ihm das Gericht mit, angesichts seiner 
Minderjährigkeit gehe es davon aus, dass er eine Kindervertretung im Sinne von 
Art. 314abis ZGB beantragen möchte. Die Bestellung einer solchen sei jedoch nach Ansicht 
des Gerichts nicht nötig (vgl. zur Begründung lit. G vorstehend) und der Einfachheit halber 
verzichte es derzeit auf eine formelle Behandlung seines Gesuchs. Falls er an seinem 
Antrag um Bestellung einer Vertretung im Sinne von Art. 314abis ZGB indessen festhalten 
wolle, würde das Gericht eine formelle und anfechtbare Verfügung erlassen. Am 

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Urteil F 2020 23

4. September 2020 verzichtete er diesen Antrag, sodass sich Weiterungen dazu 
erübrigen.

5.2 Ebenfalls in formeller Hinsicht wirft der Beschwerdeführer der KESB eine 
Verletzung der Begründungspflicht, eine Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes 
bzw. eine ungenügende Sachverhaltsabklärung im Sinne von Art. 446 ZGB, eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs und eine Rechtsverweigerung vor. Zur Begründung 
macht er im Wesentlichen geltend, die KESB habe sich im angefochtenen Entscheid 
weder mit dem von der Beiständin in ihrem Schreiben vom 28. Februar 2018 erwähnten 
Loyalitätskonflikt von E.________ noch mit ihrem Antrag betreffend Anordnung einer 
psychologischen Therapie für ihn auseinandergesetzt. Insbesondere hätte die KESB 
festhalten müssen, dass die Gutheissung des Antrags der Beiständin dem 
Beziehungsaufbau von E.________ zum Beschwerdeführer hätte dienen sollen.

Dem Beschwerdeführer ist entgegen zu halten, dass es die KESB im angefochtenen 
Entscheid offenliess, ob tatsächlich von einem Loyalitätskonflikt auszugehen ist. Sie 
verneinte nämlich unter Verweis auf die von ihr angeordneten Abklärungen sowohl eine 
Gefährdung des Wohls von E.________ als auch die Notwendigkeit einer therapeutischen 
Begleitung und begründete ihre Beurteilung. Zudem würde es dem Wohl von E.________ 
widersprechen, wenn seine Aussagen, die Beistandschaft belaste ihn und er möchte 
seinen Vater nicht mehr sehen (eine Aussage, die er konstant wiederhole), nicht ernst 
genommen würden (vgl. E. 3 des angefochtenen Entscheids). Die KESB legte eingehend 
dar, dass und aus welchen Gründen der von E.________ immer wieder konsequent 
geäusserte Wille zu respektieren sei. Es ist nicht ersichtlich und wird vom 
Beschwerdeführer auch nicht schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, inwiefern diese 
Ausführungen der KESB im angefochtenen Entscheid eine Verletzung der 
Begründungspflicht, eine Missachtung des Untersuchungsgrundsatzes bzw. eine 
ungenügende Sachverhaltsabklärung im Sinne von Art. 446 ZGB, eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs und eine Rechtsverweigerung darstellen sollten. Die Rüge des 
Beschwerdeführers erweist sich daher als unbegründet.

6. In Nachachtung von Art. 313 Abs. 1 ZGB hat die KESB bestehende Kindesschutz-
massnahmen der neuen Lage anzupassen, wenn sich die Verhältnisse verändern. Um die 
Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB und die Weisung gemäss Art. 307 Abs. 3 
ZGB an die Kindseltern aufrecht zu erhalten, muss daher nach wie vor eine Gefährdung 
des Wohls von E.________ zu bejahen sein, was im Folgenden zu prüfen ist.

17

Urteil F 2020 23

6.1 Um Klarheit darüber zu bekommen, ob für die Wahrung des Wohls von 
E.________ die Aufrechterhaltung der bestehenden Schutzmassnahmen notwendig ist 
oder nicht, erteilte die KESB den Unterstützenden Diensten (KESUD) einen 
entsprechenden Abklärungsauftrag. Die Ergebnisse dieser Abklärungen sind im 
Abklärungsbericht Kinder vom 20. Januar 2020 (KESB-act. 5.23) enthalten. In diesem 
Zusammenhang bringt der Beschwerdeführer verschiedene Rügen gegen den Bericht vor 
und kritisiert zudem, die KESB habe einzig auf diesen abgestellt. Da die KESB im 
angefochtenen Entscheid – abgesehen vom Abklärungsbericht – unter anderem die 
Aussagen der Beiständin, den Arztbericht von Dr. K.________ vom 19. Juni 2019, die 
Schulzeugnisse von E.________ der 6. Primarklasse und die bei den Anhörungen des 
Beschwerdeführers, der Kindsmutter und von E.________ gemachten Äusserungen 
gewürdigt und in ihre Beurteilung miteinbezogen hat, trifft es nicht zu, dass die KESB 
einzig auf den Abklärungsbericht abgestellt hätte. Im Folgenden ist auf die vom 
Beschwerdeführer gegen den Abklärungsbericht geltend gemachten Rügen einzugehen.

Vorab bemängelt er, der Abklärungsbericht Kinder entspreche nicht der "gängigen 
Methode". Was er konkret damit meint, legt er nicht schlüssig und nachvollziehbar dar, 
sodass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Des Weiteren legt der 
Beschwerdeführer dar, der Abklärungsbericht setze sich nicht mit dem Abklärungsauftrag 
der KESB auseinander. Allerdings geht der Bericht auf die aktuelle Lebenssituation von 
E.________ ein, insbesondere auch auf seine gesundheitliche (mit Einholung eines 
aktuellen ärztlichen Berichts) und schulische Entwicklung. Er beschreibt die aktuelle 
Situation betreffend die persönlichen Kontakte und den Informationsaustausch zwischen 
E.________ und seinem Vater. Abschliessend enthält der Abklärungsbericht eine 
Empfehlung, womit er sich entgegen der anderslautenden Rüge des Beschwerdeführers 
mit dem erteilten Auftrag auseinandersetzt (vgl. dazu S. 6 des Abklärungsberichts und 
Schreiben der KESB vom 7. März 2019; KESB-act. 1.133). Soweit der Beschwerdeführer 
rügt, dass der Abklärungsbericht mit keinem Wort den von der Beiständin angesprochenen 
Loyalitätskonflikt von E.________ erwähne, ist diese Rüge aktenwidrig. Beispielsweise 
geht der Bericht auf Seite 13 auf diese Thematik ein. Entgegen dem Vorwurf des 
Beschwerdeführers berücksichtigt der Bericht den Umstand, dass in der Vergangenheit 
Besuche zwischen dem Beschwerdeführer und E.________ stattgefunden haben (vgl. 
beispielsweise S. 3 des Berichts).

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Urteil F 2020 23

Ein weiterer Vorwurf des Beschwerdeführers betrifft die Abklärungsperson M.________. 
Im Schreiben der Kindsmutter an diese vom 17. Juni 2019 (BF-act. 5) stehe Folgendes: 
"Nach einem guten Gespräch vom 7. Juni 2019 verbleiben wir, dass für die Aufhebung der 
Beistandschaft folgende Unterlagen benötigt werden". Aus dieser Formulierung der Kinds-
mutter leitet der Beschwerdeführer ab, dass M.________ den Abklärungsbericht nicht 
unvoreingenommen verfasst und die Kindsmutter vorgängig über die Aufhebung der 
Beistandschaft informiert haben soll. Ihm ist jedoch entgegen zu halten, dass aus diesem 
Satz der Kindsmutter wohl deren Wunsch nach der Aufhebung der Beistandschaft 
abzuleiten ist. Es kann darin jedoch kein Beleg dafür gesehen werden, dass ihr die 
Abklärungsperson irgendwelche Zusicherungen gemacht hätte; insbesondere verfügt 
diese ja auch nicht über eine Entscheidbefugnis. Es bleibt mithin festzuhalten, dass sich 
die Rügen des Beschwerdeführers gegen den Abklärungsbericht als unbegründet 
erweisen. Es ist insbesondere nicht ersichtlich, inwiefern der Bericht auf einer falschen 
und unvollständigen Sachverhaltsabklärung basieren sollte.

6.2 Unter Verweis auf das Scheiben der Beiständin vom 28. Februar 2018 macht der 
Beschwerdeführer sodann eine Gefährdung des Wohls von E.________ geltend. Die 
Beiständin habe die Anordnung einer psychologischen Therapie für E.________ beantragt 
und zur Begründung auf den bei ihm zu bejahenden Loyalitätskonflikt verwiesen. Zu 
prüfen ist somit die Notwendigkeit der Anordnung einer psychologischen Therapie für 
E.________.

6.2.1 Vorab ist der Vollständigkeit halber zu erwähnen, dass die Beiständin D.________ 
mittlerweile auch die Aufhebung der Beistandschaft befürwortet (vgl. ihr E-Mail vom 
21. April 2020). Sie führt zur Begründung aus, auch mit zusätzlichen Massnahmen oder 
Weisungen könne keine Verbesserung für die Kontakte zwischen Vater und Sohn erreicht 
werden. Der von der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang 
geltend gemachte Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist jedoch unzutreffend, 
da sie Akteneinsicht genommen hat (vgl. dazu Schreiben der Rechtsvertreterin vom 
20. Mai 2020, KESB-act. 1.167) und sich das erwähnte E-Mail in den Akten der KESB 
befindet (KESB-act. 1.163), sodass ihr dieses vorgelegen hat.

6.2.2 In ihrem Schreiben vom 28. Februar 2018 erwähnt die Beiständin zwar psychoso-
matische Beschwerden von E.________, als Grund für ihre Therapieempfehlung 
bezeichnet sie jedoch den Loyalitätskonflikt, in dem er sich befinden soll (einen solchen 

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Urteil F 2020 23

erwähnte auch der Mediator RA J.________; vgl. sein Schreiben vom 19. Mai 2017; 
KESB-act. 1.108). 

Das Vorhandensein eines Loyalitätskonflikts begründet die Beiständin im Wesentlichen mit 
der engen Beziehung von E.________ zu seiner – ihrem Ex-Partner kritisch 
gegenüberstehenden – Mutter. Allerdings macht die Beiständin nicht geltend, dass sich 
die Kindsmutter gegenüber E.________ schlecht geäussert habe bzw. äussere. Auch der 
Mediator RA J.________ verneint, klare Indizien gefunden zu haben, die darauf hindeuten 
könnten, dass die Kindsmutter E.________ aktiv negativ "bearbeitet" habe (vgl. sein 
Schreiben vom 19. Mai 2017 S. 2). Die nähere Betrachtung der Begründung der 
Beiständin verdeutlicht, dass sie allgemein und nicht auf den konkreten Einzelfall bezogen 
argumentiert: Ein Kind in einer solchen Situation fühle sich unbewusst der Mutter 
verpflichtet, möchte sie nicht traurig sehen und ihre Zuneigung nicht verlieren. Da der 
Kontakt zum Vater und zur Mutter aus entwicklungspsychologischer Sicht wesentlich zu 
einer gesunden psychischen Entwicklung eines Kindes beitrage, wäre es für E.________ 
wichtig, auch zum Vater eine unbeschwerte Beziehung aufbauen und pflegen zu können. 
Bei dieser Argumentation handelt es sich um allgemeine entwicklungspsychologische 
Grundsätze und nicht um eine Beurteilung der konkreten Situation von E.________, 
sodass der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag.

Des Weiteren macht die KESB in diesem Zusammenhang zu Recht geltend, 
erfahrungsgemäss stellten Loyalitätskonflikte nur einen Aspekt dar, da 
Kontaktverweigerungen auf Seiten des Jugendlichen diverse Gründe haben könnten: 
Vermeidungsverhalten, Kontaktverweigerung als forcierter Schritt zur Ablösung von einem 
Elternteil, übermässiger Druck des umgangsberechtigten Elternteils auf den Jugendlichen, 
Solidarisierung mit der Hauptbezugsperson usw. (vgl. Vernehmlassung der KESB vom 
15. Juli 2020).

Nach der Ansicht seines Hausarztes Dr. K.________ ist E.________ gesund und 
altersentsprechend entwickelt. Es bestehen insbesondere auch keine Anhaltspunkte für 
eine psychische Belastungssituation. Er kommt gut in der Schule mit, seine sozialen 
Kontakte sind erfüllend und in der Familie ist er voll integriert (Bericht von Dr. K.________ 
vom 19. Juni 2019). Dass die Kindsmutter den Kinderarzt ausgetauscht haben soll, um 
etwas zu vertuschen, erscheint als spekulativ, sodass sich diesbezüglich Weiterungen 
erübrigen. Aus dem Umstand, dass Dr. K.________ über keine kinderpsychologische 
Ausbildung verfügt, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es ist 

20

Urteil F 2020 23

nämlich zu beachten, dass Dr. K.________ als Arzt mit dem Facharzttitel "FMH 
Allgemeine Medizin" wohl besser zu einer Beurteilung der psychischen Gesundheit von 
E.________ in der Lage sein dürfte als die Beiständin. Es lässt sich den Akten jedenfalls 
nicht entnehmen, dass die Beiständin über eine medizinische oder über eine (kinder-) 
psychologische Ausbildung verfügen würde. Ausserdem deckt sich die Beurteilung von 
Dr. K.________ auch mit den Ergebnissen des Abklärungsberichts Kinder, sodass sich 
Weiterungen dazu erübrigen. Schliesslich erhielt die Beiständin von der Primarschule die 
Information, dass die schulischen Leistungen von E.________ gut bis sehr gut seien, was 
auch die von der Mutter eingereichten Zeugnisse bestätigen (KESB-act. 1.146).

Es ist letztlich unklar, ob tatsächlich ein Loyalitätskonflikt hinter der Verweigerungshaltung 
von E.________ steht. Dies kann jedoch offen bleiben, da in casu eine 
Kindeswohlgefährdung klar zu verneinen und der Wille von E.________ betreffend 
derzeitigem Verzicht auf einen Umgang mit seinem Vater zu respektieren ist (vgl. dazu 
auch E. 6.3 nachfolgend). Gerade diese Respektierung seines Willens entspricht einem 
grundlegenden emotionalen Bedürfnis von E.________. Die Notwendigkeit der Anordnung 
einer psychologischen Therapie für E.________ ist daher zu verneinen.

6.3 An dieser Stelle ist auf den Willen von E.________ einzugehen. In Würdigung der 
vorliegenden Akten fällt die von ihm konsequent wiederholte Äusserung auf, wonach er zu 
seinem Vater keinen Kontakt möchte. Gegenüber der abklärenden Sozialarbeiterin 
M.________ legte er dar, falls er doch zu seinem Vater Kontakt aufnehmen möchte, 
verfüge er über seine Adresse und Telefonnummer und werde dies selber tun. Er brauche 
keine Beiständin mehr. Die Beistandschaft belaste und verärgere ihn (Abklärungsbericht 
Kinder, S. 9 ff.).

Im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen KESB-Entscheids war E.________ 13 ½ 
Jahre alt und er wurde am 9. Oktober 2020 14 Jahre alt. Soweit der Beschwerdeführer 
geltend macht, die Kindsmutter habe den Willen von E.________ beeinflusst, ist ihm die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung entgegen zu halten, wonach ein Kind bzw. ein 
Jugendlicher ungefähr ab dem 12. Altersjahr zu einer autonomen Willensbildung fähig ist 
und bei älteren Kindern ein konstant und nachdrücklich geäusserter Wille in den 
Vordergrund rückt (vgl. E. 2 vorstehend). Auf diese Thematik ging die KESB im 
angefochtenen Entscheid ein, sodass die vom Beschwerdeführer in diesem 
Zusammenhang geltend gemachte Verweigerung des rechtlichen Gehörs, Verletzung der 
Begründungspflicht, ungenügende Sachverhaltsabklärung und Willkür zu verneinen ist. 

21

Urteil F 2020 23

Ausserdem konnte die Abklärungsperson M.________ keine konkreten und erheblichen 
Anhaltspunkte für eine negative Beeinflussung von E.________ durch die Kindsmutter 
gegenüber dem Kindsvater feststellen (Abklärungsbericht S. 12). Auch der Mediator RA 
J.________ verneint, klare Indizien gefunden zu haben, die darauf hindeuten könnten, 
dass die Kindsmutter E.________ aktiv negativ "bearbeitet" habe (vgl. sein Schreiben vom 
19. Mai 2017 S. 2). Es trifft jedoch zu, dass E.________ bei seiner Mutter lebt und dies 
sein Lebensmittelpunkt ist. Eine gewisse Orientierung an ihr und ihrem Verhalten ist daher 
ganz natürlich und wohl auch nicht vermeidbar. Aus der von ihm erwähnten Empfehlung 
des Mediators RA J.________ vom 19. Mai 2017 betreffend Ermutigung und 
Unterstützung der Kindseltern in der Umsetzung des Besuchsrechts (Beschwerde Ziff. 7.4) 
vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Es ist diesbezüglich 
nämlich zu beachten, dass zwischen der Empfehlung und dem in casu angefochtenen 
Entscheid der KESB vom 12. Mai 2020 drei Jahre liegen und sich die Verhältnisse 
zwischenzeitlich erheblich verändert haben bzw. E.________ drei Jahre älter geworden 
ist.

Aufgrund seines Alters (mittlerweile 14½ Jahre) und der Konstanz und Nachdrücklichkeit 
der Willensäusserung von E.________ muss diese hoch gewichtet werden. Es ist zu 
erwarten, dass ihn eine allfällige Missachtung seines klar formulierten Willens kaum 
umzustimmen vermöchte und ihn in seiner Verweigerungshaltung nur noch bestärken 
würde. Jedenfalls wäre ein solches Signal an E.________ fatal. Die von ihm geäusserte 
Belastung durch die Beistandschaft und die Ablehnung eines Kontakts zu seinem Vater 
muss ernst genommen werden, ansonsten E.________ als Person nicht ernst genommen 
würde, was mit seinem Wohl nicht vereinbar wäre.

6.4 Abschliessend ist festzuhalten, dass es für die Persönlichkeitsentwicklung von 
E.________ wünschenswert wäre, wenn er Kontakt mit dem Vater als männliche 
Bezugsperson pflegen könnte. Allerdings dürfte es geradezu sinnlos sein, gegen seinen 
klar geäusserten Willen zu versuchen, einen Kontakt zu seinem Vater anzubahnen. Lehnt 
ein urteilsfähiges Kind den Umgang kategorisch ab, so ist dieser aus Gründen des 
Kindeswohls auszuschliessen, weil ein gegen den starken Widerstand erzwungener 
Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemeinen ebenso unvereinbar 
ist wie mit dem Persönlichkeitsrecht des Kindes. Da E.________ seit längerem keinen 
Kontakt mehr mit dem Vater gehabt hat und im gegenwärtigen Zeitpunkt mit ihm auch 
keinen Kontakt haben möchte, ist auch von einem begleiteten Besuchsrecht abzusehen, 
denn es liegt nicht mehr am Gericht zu versuchen, bei Jugendlichen in diesem Alter die 

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Urteil F 2020 23

Kontaktaufnahme nach so langer Abwesenheit eines Elternteils zu diesem anzubahnen, 
auch wenn dies menschlich an und für sich erstrebenswert wäre (vgl. dazu BGer 
5C.250/2005 vom 3. Januar 2006 E. 3.2.1).

Im vorliegenden Fall ist eine Gefährdung des Wohls von E.________ zu verneinen, 
sodass die bestehende Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB gestützt auf 
Art. 313 Abs. 1 ZGB aufzuheben ist. Es ist folgerichtig, dass damit auch die bestehende 
Weisung an die Eltern – alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen 
Elternteil beeinträchtigt oder die Aufgabe der erziehenden Person erschwert – ebenfalls 
gestützt auf Art 313 Abs. 1 ZGB aufgehoben wird. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
wurde schliesslich gewahrt. Soweit der Beschwerdeführer nämlich geltend macht, es seien 
keine Alternativen zur Aufhebung der Beistandschaft geprüft worden (beispielsweise 
telefonische Kontakte zur Beiständin; Beschwerde S. 14 erster Abschnitt), ist ihm 
entgegen zu halten, dass die Anordnung solcher Massnahmen ebenfalls den klar 
geäusserten Willen von E.________ missachten würden und daher abzulehnen sind. Es 
kann nicht die Aufgabe der KESB sein, eine Beziehung zwischen einem Vater und seinem 
mittlerweile 14-jährigen Sohn zu erzwingen, wenn sich dieser einer solchen konsequent 
verweigert. Sein Wille ist zu beachten, weshalb auf die behördliche Regelung des 
persönlichen Verkehrs zu verzichten ist. Die Beschwerde erweist sich insgesamt als 
unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen.

7. In Kindesschutzfällen sind gemäss § 57 Abs. 2 EG ZGB keine Kosten zu erheben. 
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (§ 28 Abs. 2 VRG). Der in behördlicher Funktion amtenden KESB wie 
auch der Beiständin steht keine Parteientschädigung zu; den übrigen 
Verfahrensbeteiligten ist mangels anwaltlicher Vertretung ebenfalls keine Parteientschä-
digung zuzusprechen.

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Urteil F 2020 23

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Parteientschädigungen werden nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB), an 
C.________, an die Beiständin D.________, Mandatszentrum Zug, und an 
E.________.

Zug, 16. April 2021

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am