# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10a00154-1c1a-51db-975c-6ea2302b2fd6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.02.2022 S 2021 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-121_2022-02-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 121

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 15. Februar 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A.________,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Rohrer,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. Der 1969 geborene A.________ ist gelernter Maurer und war zuletzt bei 

der B.________ AG in C.________ als Baupolier tätig. Nach einer Ausein-

andersetzung mit einem Vorgesetzten dekompensierte A.________ und 

wurde ab dem 5. Juli 2020 durch seinen behandelnden Psychiater, Dr. 

med. D.________, zu 100 % krankgeschrieben. Mit Erstbericht vom 

13. Oktober 2020 diagnostizierte dieser neben einer lymphomatoiden Pa-

pulose insbesondere eine mittelgradige depressive Episode.

2. Vom 11. September 2020 bis zum 14. Oktober 2020 befand sich 

A.________ zur stationären psychosomatischen Rehabilitation in der 

Hochgebirgsklinik Davos. Im Austrittsbericht vom 12. November 2020 dia-

gnostizierte Dr. med. E.________ hauptsächlich eine Anpassungsstörung, 

längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21), sowie eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Zur Arbeitsfähigkeit hielt er na-

mentlich fest, dass eine Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz aufgrund 

der Leistungsfähigkeit wenig realistisch erscheine.

3. Im November 2020 meldete sich A.________ bei der IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Diese 

traf in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und holte die 

Akten der zuständigen Krankentaggeldversicherung (F.________ Versi-

cherungen AG) ein. Diese liess A.________ durch Dr. med. G.________ 

psychiatrisch begutachten, welcher seine Beurteilung am 8. Januar 2021 

erstattete. Darin diagnostizierte er eine leichte bis mittelgradige depressive 

Episode (ICD-10: F32.0/1) und attestierte A.________ eine Arbeitsun-

fähigkeit in jedweder Tätigkeit bis zum Abschluss der vorgesehenen teil-

stationären Behandlung in einer Tagesklinik der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden (PDGR).

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4. In pneumologischer Hinsicht wurde mit Bericht vom 13. Januar 2021 des 

Kantonsspitals Graubünden eine COPD Gold 1 ausgewiesen, wobei eine 

medizinisch-theoretische Ateminvalidität verneint wurde.

5. Im Februar 2021 nahm A.________ die tagesklinische Therapie bei den 

PDGR auf, bevor er am 14. Juni 2021 wiederum zur stationären Behand-

lung in die Hochgebirgsklinik Davos eintrat. Dabei wurde eine rezidivie-

rende depressive Störung, aktuell leichtgradig (ICD-10: F33.1), diagnosti-

ziert. Der Aufenthalt musste infolge eines Konflikts mit einer Mitpatientin 

vorzeitig abgebrochen werden.

6. In der Folge bot die Krankentaggeldversicherung A.________ erneut für 

eine psychiatrische Begutachtung auf. In seinem Kurzgutachten vom 

30. August 2021 hielt Dr. med. H.________ fest, der Psychostatus von 

A.________ sei ohne pathologischen Befund. Zum Untersuchungszeit-

punkt lägen keine psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits-

fähigkeit vor. A.________ sei aus psychiatrischer Sicht derzeit nicht ein-

geschränkt. Daraufhin stellte die Krankentaggeldversicherung ihre Leis-

tungen per 20. September 2021 ein.

7. Nach Einholung der Abschlussbeurteilung der Ärztin des Regionalen Ärzt-

lichen Dienstes (RAD) Ostschweiz, Dr. med. I.________, und ablehnen-

dem Vorbescheid vom 21. September 2021 wies die IV-Stelle das Leis-

tungsbegehren mit Verfügung vom 2. November 2021 ab. Zum Ab-

klärungsergebnis hielt sie fest, dass A.________ gemäss den fachärztli-

chen Expertisen der Krankentaggeldversicherung weder aus psychiatri-

schen noch aus somatischen pneumologischen Gründen in der Arbeits-

fähigkeit als Baupolier eingeschränkt sei. Da kein Gesundheitsschaden 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, sei eine Invalidität im 

Sinne des Gesetzes nicht ausgewiesen.

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8. Dagegen liess A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 1. De-

zember 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Be-

schwerde erheben und neben der Aufhebung der Verfügung vom 2. No-

vember 2021 beantragen, die Sache sei zur Einholung eines psychiatri-

schen Gutachtens und zur erneuten Leistungsprüfung an die IV-Stelle 

zurückzuweisen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, das 

psychiatrische Gutachten von Dr. med. H.________ berücksichtige nicht 

die vollständige Aktenlage, lasse infolge tendenziöser Bemerkungen und 

reinen Spekulationen Zweifel an der Schlüssigkeit aufkommen, genüge 

den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein strukturiertes Be-

weisverfahren nicht und werde durch die (im Gutachten unberücksichtigte) 

fachärztliche Einschätzung des behandelnden Psychiaters in Zweifel ge-

zogen.

9. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 20. Januar 2022 auf Abweisung der Beschwerde und 

vertiefte die bereits in der angefochtenen Verfügung angeführte Begrün-

dung anhand der beschwerdeführerischen Vorbringen.

10. Der Beschwerdeführer replizierte am 31. Januar 2022 bei unveränderten 

Rechtsbegehren.

11. Am 10. Februar 2022 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einrei-

chung einer Duplik. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 2. November 2021, worin das Leis-

tungsbegehren des Beschwerdeführers abgewiesen wurde. Gemäss 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor 

dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales 

Versicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als 

auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesge-

setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Beschwerdeführer ist Adressat der 

angefochtenen Verfügung, weshalb er durch diese unmittelbar betroffen 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat. Er ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG 

i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf 

Leistungen der Invalidenversicherung hat. Zu beachten ist dabei, dass der 

Beschwerdeführer im Rechtsbegehren die Rückweisung der Angelegen-

heit an die Beschwerdegegnerin zur Einholung eines psychiatrischen Gut-

achtens und anschliessendem neuen Entscheid beantragt. Dies bezweckt, 

einen als nicht rechtsgenüglich abgeklärt gerügten Sachverhalt zu ver-

vollständigen. Mit anderen Worten ist nach Ansicht des Beschwerdefüh-

rers im Gutheissungsfall nicht reformatorisch, sondern bloss kassatorisch 

zu entscheiden, indem die Angelegenheit zur Einholung eines monodiszi-

plinären Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

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Streitig ist somit, ob das Vorliegen eines Gesundheitsschadens mit Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hinreichend abgeklärt worden ist.  

3.1. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4 

m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4, 

8C_347/2015 vom 20. August 2015 E.4.1).

3.2. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

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(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten 

begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_225/2021 

vom 10. Juni 2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4). Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 

125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c). 

3.3. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be-

stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung 

dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit zahlreichen Hinweisen). So 

kommt den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweis-

wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver-

lässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf viel-

mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit 

der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf 

die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche-

rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings 

ein strenger Massstab anzulegen (vgl. BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 

E.1c). Bestehen auch bloss geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen Feststellungen, so sind ergän-

zende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und E.4.4; 

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Urteile des Bundesgerichts 9C_168/2020 vom 17. März 2021 E.3.2, 

8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

4. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands bzw. der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers sind im Wesentlichen die folgenden medizinischen 

Unterlagen zu berücksichtigen:

4.1. Mit psychiatrischem Erstbericht vom 13. Oktober 2020 diagnostizierte Dr. 

med. D.________ neben einer lymphomatoiden Papulose insbesondere 

eine mittelgradige depressive Episode, welche sich nach einer am 2. Juni 

2020 erlittenen Commotio cerebri entwickelt habe. Als funktionelle Ein-

schränkungen nannte er namentlich eine Antriebsstörung, Müdigkeit und 

Konzentrationsschwäche (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 

33). 

4.2. Mit Austrittsbericht vom 12. November 2020 zur stationären psychosoma-

tischen Rehabilitation des Beschwerdeführers im Herbst 2020 wies Dr. 

med. E.________ als Hauptdiagnosen eine Anpassungsstörung, längere 

depressive Reaktion (ICD-10: F43.21), sowie eine undifferenzierte Soma-

tisierungsstörung (ICD-10: F45.1) aus. Ausserdem stellte er eine lympho-

matoide Papulose, eine beginnende COPD mit V.a. Emphysem sowie ein 

cervicocephales bis cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei ausgepräg-

tem muskulärem Hartspann als somatische Diagnosen. Zu den Hauptdia-

gnosen führte er namentlich aus, der Beschwerdeführer habe im Verlauf 

des therapeutischen Prozesses einen tiefen Zugang zu seinen Emotionen 

geschaffen. Zudem habe er die Ursprünge seiner Schwierigkeiten mit der 

Impulskontrolle eruiert und einige Strategien erlernt, um mit aufkommen-

den Emotionen anders umzugehen, als aggressiv auszubrechen. Zu mer-

ken, dass er seinen Impulsen nicht ausgeliefert sein müsse, habe das Ge-

fühl der Selbstwirksamkeit erhöht, was wiederum zu einer Verringerung 

der depressiven Symptomatik beigetragen habe. Im Stations- und Thera-

piealltag habe es Hinweise auf Probleme in der Beziehungsgestaltung in 

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Verbindung mit der Impulskontrolle gegeben (vgl. Bg-act. 30 S. 1 f.). Der 

Verlauf sei insgesamt positiv, auch wenn immer noch eine grosse Anspan-

nung in Abhängigkeit von äusseren Begebenheiten zu beobachten sei. Zu-

dem beeinträchtigten Ängste um die finanzielle und berufliche Zukunft die 

seelische Verfassung. Durch die Psychotherapie hätten aber einige Stra-

tegien im Umgang damit gefunden werden können, so dass die depressive 

Symptomatik und der Gesamtwert für die Angst insgesamt etwas tiefer 

seien (vgl. Bg-act. 30 S. 7). 

Als Symptome der Erkrankung nannte Dr. med. E.________ grosse 

Erschöpfung, Gereiztheit, Dünnhäutigkeit, Ängste in Bezug auf die 

Zukunft, unterschwellige Wut, sowie – parallel dazu – Motivationsverlust, 

Gewichtszunahme und Hautprobleme (vgl. Bg-act. 30 S. 2). Auch erhob 

Dr. med. E.________ einen Psychostatus, gemäss welchem namentlich 

im formalen Denken Grübeln und Gedankenkreisen genannt würden, der 

Beschwerdeführer umständlich eingeengt sei auf Situationen, in denen 

ihm Unrecht passiert sei, und er Ängste vor allem in Zusammenhang mit 

seiner finanziellen Zukunft angebe. Zudem sei der Beschwerdeführer 

affektivarm, gereizt, dysphorisch, deprimiert, antriebsarm sowie gehemmt 

und habe Insuffizienzgefühle sowie Ein- und Durchschlafstörungen. Indes 

bestehe kein Hinweis auf eine Störung von Auffassung, Konzentration und 

Gedächtnis (vgl. Bg-act. 30 S. 4). Dr. med. E.________ attestierte dem 

Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab Klinikeintritt bis 

Ende Oktober 2020 und hielt zudem fest, dass eine Rückkehr an den 

bisherigen Arbeitsplatz aufgrund der Leistungsfähigkeit wenig realistisch 

erscheine (vgl. Bg-act. 30 S. 8).

4.3. Mit Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2020 wies Dr. med. D.________ 

folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus: 

Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21), DD 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), undifferenzierte 

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Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1), beginnende COPD mit Verdacht 

auf Emphysem (ED 10/2020) sowie eine lymphomatoide Papulomatose 

(ED 3/2019). Dazu führte er aus, der Beschwerdeführer sei aufgrund einer 

Reihe von privaten und beruflichen Rückschlägen in einer 

Erschöpfungsdepression, die vermutlich aufgrund der 

zwischenmenschlich schwierigen Situation am Arbeitsplatz sowie des 

zusätzlichen leichten Schädel-Hirn-Traumas exazerbiert sei. Zu den 

bestehenden Funktionseinschränkungen führte Dr. med. D.________ aus, 

aktuell lägen vor allem Antriebsstörungen sowie Einschränkungen in der 

Belastbarkeit, Konzentration und dem für Führungsfunktionen 

notwendigen Selbstvertrauen (innere Sicherheit) vor. Ebenso sei der 

Beschwerdeführer durch verschiedene körperliche Funktionsstörungen, 

wie juckende Hautkrankheit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, verminderte 

Belastbarkeit und Unausgeruhtheit wegen Schlafstörungen, 

eingeschränkt. Zudem erhob Dr. med. D.________ einen Psychostatus, 

wonach der Beschwerdeführer kognitiv weitgehend unauffällig sei bis auf 

leichte Konzentrationsstörungen und eine gewisse Fahrigkeit. Die 

Grundstimmung sei depressiv mit eingeschränkter Perspektive, 

Freudlosigkeit, diversen vegetativen Beschwerden gastrointestinaler Art, 

Kopfschmerzen, Müdigkeit mit ausgeprägter Antriebsstörung und 

schnellen Überforderungs- und Insuffizienzgefühlen. Im formalen Denken 

bestünden Grübeln und Gedankenkreisen. Insgesamt sei der 

Beschwerdeführer eher gehemmt in Bezug auf die Entwicklung von 

Perspektiven. Der Beschwerdeführer berichte auch über Affektlabilität und 

impulsive Aggressionstendenzen. Dr. med. D.________ erachtete die 

bisherige Tätigkeit als aktuell nicht zumutbar; leidensangepasst seien nur 

Tätigkeiten im geschützten Bereich bzw. im Praktikumsbereich zumutbar 

(vgl. Bg-act. 35).

4.4. In der zuhanden der Krankentaggeldversicherung erstatteten 

psychiatrischen Beurteilung vom 8. Januar 2021 diagnostizierte Dr. med. 

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G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine leichte bis 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0/1). In befundlicher 

Hinsicht hielt er namentlich fest, es liege eine leichte bis mittelgradige 

Verschiebung der Stimmungslage zum depressiven Pol vor. Die affektive 

Resonanz sei leicht- bis mittelgradig eingeschränkt. Der 

Beschwerdeführer wirke im Affekt stark gekränkt. Die Konzentration, 

Auffassung, Merkfähigkeit und Erinnerung seien im Gespräch intakt. Das 

formale Denken sei deutlich weitschweifig und unstrukturiert, dennoch 

insgesamt nachvollziehbar. Dr. med. G.________ erachtete den 

Beschwerdeführer in jedweder Tätigkeit – ob angestammt oder angepasst 

– bis zum Abschluss der damals vorgesehenen teilstationären 

Behandlung in einer Tagesklinik der PDGR für arbeitsunfähig (vgl. Bg-act. 

42).

4.5. In pneumologischer Hinsicht wurde mit Bericht vom 13. Januar 2021 des 

Kantonsspitals Graubünden eine COPD Gold 1 diagnostiziert und dazu 

ausgeführt, aktuell lasse sich eine leichtgradige obstruktive 

Ventilationsstörung feststellen. Das abgeschwächte Atemgeräusch weise 

auf das Vorliegen eines Lungenemphysems hin, welches im CT des 

Thorax habe nachgewiesen werden können. Ein absoluter 

Tabakrauchstopp sei anzustreben. Von pneumologischer Seite her sei ein 

Weiterarbeiten als Polier grundsätzlich möglich. Es liege keine 

medizinisch-theoretische Ateminvalidität vor (vgl. Bg-act. 45).

4.6. Mit Bericht vom 14. Juli 2021 zum stationären psychosomatischen 

Rehabilitationsaufenthalt des Beschwerdeführers in der Hochgebirgsklinik 

Davos vom 14. Juni 2021 bis zum 23. Juni 2021 wies Dr. med. E.________ 

hauptsächlich eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichtgradig 

(ICD-10: F33.1), aus. Als aktuelle Symptome der Erkrankung wurden 

grosse Erschöpfung, Schlafschwierigkeiten, sehr hohe Anspannung und 

Ängste in Bezug auf seine Gesundheit und seine berufliche Zukunft 

genannt. Zum allgemeinen psychischen Befund hielt Dr. med. E.________ 

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namentlich fest, der Beschwerdeführer sei im Kontakt angespannt, aber 

äusserst auskunftsbereit. Konzentrationsprobleme seien im Verlaufe des 

Gesprächs immer deutlicher sichtbar gewesen. Im formalen Denken 

würden Grübeln und Gedankenkreisen genannt. Der Beschwerdeführer 

sei gehemmt, umständlich, affektarm und -starr sowie deprimiert bis 

gelegentlich hoffnungslos. Er gebe Ängste in Zusammenhang mit der 

Entwicklung der Gesundheit und mit seiner beruflichen Zukunft an. 

Innerlich sei er sehr angespannt, gereizt (tendenziell aggressiv), 

phasenweise eu- bzw. dysphorisch, antriebsgehemmt, psychomotorisch 

unruhig und logorrhoisch. Es bestünden Ein- und Durchschlafstörungen, 

Erschöpfung sowie Probleme mit der Haut, dem Magen, der Lunge und 

den Zähnen. Dr. med. E.________ attestierte dem Beschwerdeführer eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 11. Juli 2021. Zudem merkte er an, 

dass die Perspektiven einer beruflichen Reintegration aufgrund des 

vorzeitigen Austritts nicht hätten erarbeitet werden können (vgl. Bg-act. 

57).

4.7. In seinem Kurzgutachten vom 30. August 2021 zuhanden der 

Krankentaggeldversicherung hielt Dr. med. H.________ fest, der 

Psychostatus des Beschwerdeführers sei ohne pathologischen Befund. 

Die von ihm beklagten Beschwerden schneller Erschöpfbarkeit und 

Konzentrationsprobleme hätten nicht festgestellt werden können. 

Während der gesamten Länge des Untersuchungsgesprächs sei er wach, 

redselig und konzentriert mit eigentlich einer guten Gedächtnisfunktion 

gewesen. Zum Untersuchungszeitpunkt lägen keine psychiatrischen 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vor. Hingegen dürften bei 

ihm höchstwahrscheinlich akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge 

(ICD-10: Z73.1) vorliegen. Diese zeigten sich insbesondere in einer 

starken Kränkbarkeit und einem Bedürfnis nach übermässiger 

Bewunderung und einer Anspruchshaltung besonders günstiger 

Behandlung. Der Beschwerdeführer selbst berichte von mehreren solcher 

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Ereignisse mit Kränkung und impulsivem Handeln seinerseits. Die aktuelle 

Krankschreibung sei auch nach einer Kränkung erfolgt, wobei er sich jetzt 

in die Opfer-/Krankenrolle hineingesteigert habe, was die entsprechende 

Anspruchshaltung in die Umgebung, Versicherung und Arbeitgeber 

darstelle. Der Beschwerdeführer sei nicht mehr "trainiert" und wegen 

längerer Abwesenheit vom Arbeitsprozess auch bequem mit geringer 

Tagesstruktur gewesen. Dies sei aber keine Erkrankung und könnte mit 

seinen Fähigkeiten durchaus auch ohne externe Hilfe bewältigt werden, 

nicht aber während einer kontraproduktiv wirkenden, nicht gerechtfertigten 

Krankschreibung. Aus somatischer Sicht liege beim Beschwerdeführer ein 

leichtgradiges COPD vor ohne medizinisch-theoretische Ateminvalidität. 

In der pneumologischen Sprechstunde sei ein Weiterarbeiten als Polier 

aus pneumologischer Sicht grundsätzlich für möglich erachtet worden. 

Ebenso liege beim Beschwerdeführer eine lymphomatoide Papulose vor, 

die keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (vgl. Bg-act. 60 S. 16 f.).

Auf die Frage nach den Befunden führte Dr. med. H.________ 

präzisierend aus, aus psychiatrischer Sicht lägen beim Beschwerdeführer 

eigentlich keine relevanten Befunde vor. Er habe aber eine derzeit 

offenbar verinnerlichte Fehleinstellung und -überzeugung, dass er sofort 

in ein "Loch" falle, wenn er sich überfordere, und stelle deswegen den 

Anspruch äusserst behutsam und sehr langsam arbeitswiederintegriert zu 

werden. Ein nicht-wesentlicher Teil dieser Fehlhaltung und -überzeugung 

dürfte      iatrogen indoktriniert worden sein. Es sei zwar gut gemeint von 

den Psychiatern, eine möglichst langsame, behutsame Integration zu 

fordern. Doch bei den Fähigkeiten des Beschwerdeführers und bei dem 

sich Hineinsteigern in die Opfer- und Krankenrolle sei es kontraproduktiv. 

Ein zügiger Wiederarbeitseintritt wäre absolut möglich und würde dem 

Beschwerdeführer sehr viel besser tun als sein gegenwärtiges Vermeiden 

und Verharren in der Krankenrolle (vgl. Bg-act. 60 S. 17).

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Des Weiteren hielt Dr. med. H.________ zu den durchgeführten Therapien 

fest, der Beschwerdeführer sei in stationärer psychiatrischer 

(abgebrochen wegen einer Auseinandersetzung mit einer Mitpatientin) 

und teilstationärer psychiatrischer und schliesslich ambulant 

psychiatrischer Behandlung gewesen. Es sei von einer 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion ausgegangen 

worden. Medikamentös antidepressiv sei nicht behandelt worden, sondern 

hauptsächlich psychotherapeutisch und tagesstrukturierend. Der Erfolg 

sei bisher kaum festzustellen aus den oben genannten Gründen: Der 

Beschwerdeführer befinde sich nach einer Kränkung in der Krankenrolle, 

die er nur ungern verlassen wolle. Insofern seien die Krankschreibungen 

entsprechend kontraproduktiv und auch die langsame 

Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess durch die IV werde daran 

scheitern (vgl. Bg-act. 60 S. 17).

Zu den funktionellen Auswirkungen auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 

Baupolier führte Dr. med. H.________ aus, der Beschwerdeführer sei aus 

psychiatrischer Sicht derzeit nicht eingeschränkt. Er sei einfach nicht mehr 

trainiert und schon länger nicht mehr im Arbeitsprozess, aber sonst könnte 

er gut wieder seine Arbeit als Baupolier aufnehmen. Es fehle ihm 

gegenwärtig die richtige Einstellung dazu und dies habe mit seiner 

Persönlichkeit, seiner Reaktion auf Kränkungen und den 

kontraproduktiven Krankschreibungen zu tun (vgl. Bg-act. 60 S. 18). Ob 

ihm eine Angewöhnungszeit "gegönnt" werde, müsse die Versicherung 

entscheiden. Es sei wie nach langen Ferien, wenn man wieder voll in den 

Arbeitsprozess einsteigen müsse (vgl. Bg-act. 60 S. 19).

4.8. In seiner Stellungnahme vom 30. November 2021 zum Kurzgutachten von 

Dr. med. H.________ führte Dr. med. D.________ aus, dieses werde der 

gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers nicht gerecht und 

weise verschiedene gravierende Mängel auf. Der aktuelle psychische Zu-

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stand sei die Folge einer jahrelangen Kette von Misserfolgen (Leitung und 

schliesslich Konkurs eines Festivals, seit Jahren berichtete Überforde-

rungssituationen und -gefühle, Trennung von seiner Partnerin, Auszug aus 

dem gemeinsamen und in Eigenregie renovierten Haus, Versuch eines 

Existenzaufbaus als Polier mit mehreren Stellenverlusten, teilweises An-

gewiesensein auf das Sozialamt, kurzfristige Absage einer Anstellung im 

Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts, zuletzt Auseinandersetzung mit 

einem Vorgesetzten mit verletzenden Äusserungen) vor dem Hintergrund 

einer seit Jugend bestehenden Persönlichkeitsakzentuierung mit hoher 

Kränkbarkeit und starker Impulsivität. Die Commotio am 2. Juni 2020 habe 

quasi "das Fass zum Überlaufen" gebracht. Der Beschwerdeführer habe 

noch einige Tage gearbeitet und sei dann rasch in eine depressive Stim-

mung verfallen, die übereinstimmend von allen Behandlern/Untersuchern 

diagnostiziert worden sei. Diese sei einhergegangen mit zahlreichen so-

matischen Symptomen, die meist psychisch überlagert erschienen, so 

dass die Diagnose einer somatoformen Störung dazugekommen sei. Er 

habe die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode im psychia-

trischen Erstbericht vom 13. Oktober 2020 gestellt, die später vom Ver-

trauensarzt der Krankentaggeldversicherung, Dr. med. G.________, 

bestätigt worden sei. Der Beschwerdeführer sei von Anfang an regelmäs-

sig in die Therapie gekommen und habe aktiv mitgearbeitet. Er habe eine 

Therapie mit Rebalance akzeptiert, welche bei einer mittelschweren De-

pression lege artis sei. 

Als Diagnosen führte Dr. med. D.________ ein St. n. mittelschwerer de-

pressiver Episode, aktuell leichte depressive Episode mit persistierendem 

Burnout-Syndrom (ICD-10: F32.0/Z73.0), eine undifferenzierte Somatisie-

rungsstörung (ICD-10: F45.10) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge 

narzisstischer und impulsiver Natur (ICD-10: Z73.1) auf. Dazu hielt er fest, 

übereinstimmend mit dem Gutachter sei die depressive Symptomatik nicht 

mehr durchgehend vorhanden. Es bestehe aber weiterhin eine starke An-

- 16 -

triebsstörung und schnelle Ermüdbarkeit. Bei mehr als einem Termin am 

Tag fühle sich der Beschwerdeführer überfordert und ausgelaugt. Es be-

stehe eine erhöhte Vulnerabilität und Reizbarkeit. Bereits bei kleineren An-

forderungen reagiere der Beschwerdeführer mit Aufregung, Nervosität und 

innerer Unruhe. Bei Konflikten verliere er schnell die Fassung, reagiere 

impulsiv. Er sei beeinträchtigt durch verschiedene somatische Beschwer-

den (immer wieder flakere bei Belastung die lymphomatoide Papuloma-

tose auf, eine stark juckende und Papeln bildende Hautkrankheit am gan-

zen Körper, ebenso Magen-Darm-Beschwerden). Bei belastenden Vorfäl-

len reagiere er affektlabil, weine am Telefon und habe auch starke aggres-

sive Emotionen. Übereinstimmend mit der Einschätzung des IV-Beraters 

bestehe für seine Arbeit auf dem Bau, schon gar nicht in einer Führungs-

position, eine aktuelle Arbeitsfähigkeit. Sowohl für verantwortungsvolle Ar-

beiten als auch bei alltäglichen zwischenmenschlichen Konflikten sei der 

Beschwerdeführer weiterhin eingeschränkt. Die Arbeit in einem Einsatz-

programm könnte aber jederzeit begonnen und schrittweise gesteigert 

werden.

Das Kurzgutachten von Dr. med. H.________ kritisierte Dr. med. 

D.________ dahingehend, dass drei unabhängige und erfahrene 

Fachärzte für Psychiatrie, darunter ein Gutachter von der Versicherung, 

übereinstimmend die Diagnose einer depressiven Episode gestellt hätten. 

Die Klinik habe attestiert, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätig-

keit nicht mehr zugemutet werden könne. Der Gutachter befinde, es lägen 

keine relevanten Befunde vor und insinuiere, ein Teil der "Fehlhaltung des 

Beschwerdeführers dürfte iatrogen indoktriniert sein." Der Gutachter wür-

dige die Kette schwerwiegender Ereignisse des Beschwerdeführers, die 

über Jahre zu einem Zustand von Entmutigung und Erschöpfung sowie 

Perspektivenlosigkeit geführt habe, in keiner Weise. Deshalb entgehe ihm 

auch die persistierende Burnout-Symptomatik, die beim Beschwerdefüh-

rer zu einer Schwächung der gesamten Persönlichkeit mit depressiven, 

- 17 -

psychosomatischen und Erschöpfungssymptomen geführt habe. Eine sol-

che langjährige Entwicklung mit der Beurteilung "es fehle ihm gegenwärtig 

die richtige Einstellung dazu" und "es sei, wie nach langen Ferien, wenn 

man wieder voll in den Arbeitsprozess einsteigen müsse" zu apostrophie-

ren, werde dem Beschwerdeführer nicht gerecht und verfehle deutlich den 

Schweregrad der Störung. Natürlich spielten in dem komplexen Beschwer-

debild auch Kränkungen eine wesentliche Rolle, wie das ja bei vielen Bur-

nout-Situationen der Fall sei, was jedoch keine Begründung sei, eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Der Gutachter habe es unter-

lassen, die vorliegenden Berichte des behandelnden Arztes überhaupt zu 

erwähnen, geschweige denn habe er versucht, mit ihm das Gespräch zu 

suchen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3).

5.1. Vorliegend verneinte die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung vom 2. November 2021 einen Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung namentlich mit der Begründung, der 

Beschwerdeführer sei weder aus psychiatrischen noch aus somatischen 

pneumologischen Gründen in der Arbeitsfähigkeit als Baupolier 

eingeschränkt. Da kein Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliege, sei eine Invalidität im Sinne des Gesetzes nicht 

ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei insbesondere 

auf die Abschlussbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. I.________, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, Psychosomatische 

Medizin, vom 13. September 2021 ab (vgl. Bg-act. 82 S. 9 ff.). Diese führte 

namentlich aus, aus medizinischer Sicht habe sich der Beschwerdeführer 

scheinbar bei einem Sturz am 2. Juni 2020 eine Commotio zugezogen. 

Zudem leide er an Hautausschlägen. Im Verlauf sei jedoch klar die 

psychische Beeinträchtigung in den Vordergrund getreten. Gemäss 

Austrittsbericht der Hochgebirgsklinik Davos vom 12. November 2020 

lägen folgende Diagnosen vor: Anpassungsstörung, längere depressive 

Reaktion (ICD-10: F43.21), undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-

- 18 -

10: F45.1), lymphomatoide Papulose, beginnende COPD mit V.a. 

Emphysem und ein cervicocephales/-brachiales Schmerzsyndrom. 

Ausdrücklich erwähnt würden die finanzielle Belastung und die Angst vor 

der beruflichen und finanziellen Zukunft. Am 8. Januar 2021 habe die 

Krankentaggeldversicherung ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, in 

welchem eine leichte bis mittelgradige depressive Episode festgestellt und 

die Arbeitsunfähigkeit bis zum geplanten stationären/ teilstationären 

Aufenthalt in den PDGR ausgewiesen worden sei. Der Beschwerdeführer 

habe die dringend indizierte tagesklinische Therapie im März verweigert, 

ebenso die vollständige pneumologische Abklärung. Wohl habe er im 

Verlauf am tagesklinischen Programm teilweise partizipiert, jedoch 

scheinbar ohne Motivation für eine aktive Mitwirkung. Einen erneuten 

stationären Aufenthalt in der Hochgebirgsklinik habe der 

Beschwerdeführer nach kurzer Zeit abgebrochen. Erneut sei beschrieben 

worden, dass er sich geweigert hätte, den Grund genauer auszuführen 

oder an Lösungsvorschlägen zu arbeiten. Auffällig im Lebenslauf seien die 

häufigen Stellenwechsel, die Vielfältigkeit der Tätigkeiten sowie die kurzen 

Anstellungsdauern. Aufgrund des schwierigen Verlaufs sei seitens der 

Krankentaggeldversicherung (erneut) ein psychiatrisches Gutachten in 

Auftrag gegeben worden. Darin habe Dr. med. H.________ einen 

Psychostatus ohne pathologischen Befund erhoben bzw. keine 

psychiatrischen Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt bei 

V.a. akzentuierte narzisstische Persönlichkeitszüge. Aus Sicht des 

Gutachters wäre ein zügiger Wiederarbeitseintritt absolut möglich und 

auch wichtig, um ein "Verharren in der Krankenrolle" zu vermeiden. Somit 

sei weder aus psychiatrischen noch aus somatischen pneumologischen 

Gründen ein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die 

Arbeitsfähigkeit längerfristig einschränke. Aus Sicht des RAD werde der 

Fallabschluss empfohlen bei voller angestammter Arbeitsfähigkeit (vgl. 

Bg-act. 82 S. 10).

- 19 -

5.2. Im Folgenden ist insofern zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf die RAD-Abschlussbeurteilung vom 13. September 2021 abgestellt hat 

oder ob die übrige Aktenlage daran auch nur geringe Zweifel zu wecken 

vermag. Während die Beschwerdegegnerin die insbesondere auf der 

Kurzbeurteilung von Dr. med. H.________ vom 30. August 2021 

beruhende RAD-Abschlussbeurteilung in ihren Ergebnissen für praktisch 

schlüssig, nachvollziehbar und widerspruchsfrei hält, erachtet der 

Beschwerdeführer den medizinischen Sachverhalt in psychiatrischer 

Hinsicht für ungenügend abklärt.

6. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der 

Untersuchungsgrundsatz, wobei die Auskunfts‑ und Mitwirkungspflicht der 

Leistungen beanspruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde 

hat, wo notwendig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/ Genf 2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die 

Untersuchungspflicht gilt sowohl im Verwaltungsverfahren wie auch 

grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). 

Die Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung 

des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht. Wenn der Versicherungsträger oder das kantonale 

Sozialversicherungsgericht im Rahmen einer umfassenden, sorgfältigen, 

objektiven und inhaltsbezogenen Beweiswürdigung zur Überzeugung 

gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt überwiegend wahrscheinlich 

sei, steht dies einer antizipierten Beweiswürdigung nicht entgegen. 

Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder 

Richtigkeit der getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter 

zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue 

wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 5. Dezember 2018 E.3.1, 

- 20 -

8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1; KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 18 ff. 

und 29 f.). Kommt die Verwaltung ihrer Abklärungspflicht nicht oder nicht 

genügend nach, kann die Sache aus diesem Grund an die Verwaltung 

zurückgewiesen werden (vgl. BGE 132 V 368 E.5).

7. Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden 

(vgl. BGE 140 V 8 E.2.2.1.3) oder depressive Störungen (BGE 143 V 409 

und 418), so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte 

Indikatoren (Beweisthemen und Indizien) beachtlich, die es – unter 

Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 

wie auch von Kompensationspotentialen (Ressourcen) – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 145 V 

361 E.3.1, 141 V 281 E.2, E.3.4-3.6 und E.4.1). Demnach beurteilt sich die 

Frage, ob eine psychische Störung zu einer Arbeitsunfähigkeit führt, 

welche auch rechtlich bedeutsam ist, in Nachachtung von Art. 7 Abs. 2 

ATSG grundsätzlich auf der Grundlage eines strukturierten 

Beweisverfahrens (vgl. BGE 145 V 361 E.3, E.4.1 und E.4.3, 144 V 50 

E.4.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_475/2019 vom 15. November 2019 

E.4.2.2, 9C_547/2019 vom 14. Oktober 2019 E.6.1). Ein solches bleibt 

entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine 

Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und 

allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher 

Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen 

werden kann. Namentlich in Fällen, bei denen nach bestehender 

Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen 

depressiven Störung auszugehen ist, die ihrerseits nicht schon als 

chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, 

bedarf es daher in aller Regel keiner Weiterungen in Form eines 

strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 145 V 215 E.7, 143 V 409 

E.4.5.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_62/2020 vom 22. September 2020 

- 21 -

E.4.3, 8C_415/2018 vom 12. Dezember 2018 E.4.2). Eine solche 

Konstellation ist vorliegend – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – 

allerdings nicht gegeben.

8.1. Im hier zu beurteilenden Fall beruhte die RAD-Abschlussbeurteilung vom 

13. September 2021 – wie bereits dargelegt – insbesondere auf dem 

Kurzgutachten von Dr. med. H.________ vom 30. August 2021. Dieser 

konnte beim Beschwerdeführer im Rahmen der Erhebung des 

Psychostatus keine relevanten Befunde feststellen (vgl. Bg-act. 60 S. 13 

und S. 16 f.), weshalb er entsprechend keine psychiatrische Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auswies (vgl. Bg-act. 60 S. 16). Damit 

setzte er sich jedoch in Widerspruch zu allen bisherigen Beurteilungen des 

psychischen Gesundheitszustands des Beschwerdeführers durch den 

stationär behandelnden Chefarzt für Psychosomatik der Hochgebirgsklinik 

Davos Dr. med. E.________, den Vertrauensarzt der 

Krankentaggeldversicherung und Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie Dr. med. G.________ sowie den behandelnden 

Psychiater Dr. med. D.________, ebenfalls Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie. Abgesehen davon, dass ihm die Berichte von Letzterem 

nicht bekannt waren (vgl. Aktenauszug im Kurzgutachten vom 30. August 

2021 [Bg-act. 60 S. 3 ff.]) und ihm somit nicht alle wesentlichen Vorakten 

vorlagen, unterliess es Dr. med. H.________, sich im Kurzgutachten vom 

30. August 2021 mit den vorbefundlichen Diagnosen 

auseinanderzusetzen und seine abweichende Einschätzung in 

nachvollziehbarer Weise zu begründen. Insbesondere befasste er sich 

weder mit der aktenkundigen, sich nach Einschätzung der genannten 

Fachärzte auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden undifferenzierten 

Somatisierungsstörung noch mit der ebenfalls funktionelle Auswirkungen 

zeitigenden Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion, der 

leichten bis mittelgradigen depressiven Episode bzw. der rezidivierenden 

depressiven Störung, aktuell leichtgradig (vgl. Austrittsbericht der 

- 22 -

Hochgebirgsklinik Davos vom 12. November 2020 [Bg-act. 30], 

Verlaufsbericht von Dr. med. D.________ vom 10. Dezember 2020 [Bg-

act. 35], psychiatrische Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 8. 

Januar 2021 [Bg-act. 42], Bericht von Dr. med. E.________ vom 14. Juli 

2021 [Bg-act. 57]). Hierzu finden sich im Kurzgutachten vom 30. August 

2021 – genauso wenig wie in der RAD-Abschlussbeurteilung vom 

13. September 2021 – keine schlüssigen (und damit überprüfbaren) 

Angaben, obwohl die zwischen den gutachterlichen und den vorgenannten 

fachärztlichen Beurteilungen bestehenden Divergenzen unmittelbar für die 

zu klärenden Belange bedeutsam sind (vgl. BGE 137 V 210 E.6.2.4). So 

wurden denn auch namentlich die beklagte Überforderung und die 

eingeschränkte Belastbarkeit des Beschwerdeführers von Dr. med. 

H.________ als von diesem verinnerlichte, zu einem nicht unwesentlichen 

Teil iatrogen indoktrinierte Fehleinstellung und -überzeugung abgetan (vgl. 

Bg-act. 60 S. 16 ff.), obschon diese neben anderen, für eine depressive 

Störung sprechenden Symptome (wie z.B. Antriebsvermindung, rasche 

Ermüdbarkeit, vermindertes Selbstvertrauen, Schlafstörungen, 

Zukunftsängste, Konzentrationsschwierigkeiten, innere Unruhe und 

Anspannung, deprimierte bis gelegentlich hoffnungslose Stimmung) auch 

noch kurz vor und nach der Begutachtung im August 2021 die Grundlage 

für die Diagnose einer leichten depressiven Episode (im Rahmen einer 

rezidivierenden depressiven Störung) bildeten (vgl. oben wiedergegebene 

Befundungen, insbesondere im Bericht von Dr. med. E.________ vom 14. 

Juli 2021 [Bg-act. 57] und in der Stellungnahme von Dr. med. D.________ 

vom 30. November 2021 [Bf-act. 3]; vgl. ferner Protokoll vom 13. 

September 2021 zu den im Einsatzprogramm absolvierten Schnuppertage 

am 27. und 30. August 2021, in welchem namentlich von einer grossen 

Ermüdung berichtet wurde [Bg-act. 63]). Hinzu kommt, dass es dem 

Kurzgutachten von Dr. med. H.________ an einer nachvollziehbaren 

Diagnosestellung hinsichtlich der von ihm als höchstwahrscheinlich 

vorliegend bezeichneten akzentuierten narzisstischen 

- 23 -

Persönlichkeitszüge fehlt (vgl. Bg-act. 60 S. 16), welche es den 

Rechtsanwendenden erlauben würde zu beurteilen, ob die 

klassifikatorischen Vorgaben – vorliegend insbesondere in Abgrenzung zu 

einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten Störung mit 

Krankheitswert – eingehalten worden sind (vgl. dazu BGE 145 V 215 

E.5.1, 143 V 418 E.8.1, 143 V 124 E.2.2.2, 142 V 106 E.3.3, 141 V 281 

E.2.1 ff., 130 V 396 E.5.2 ff.; Urteile des Bundesgerichts 9C_80/2020 vom 

15. September 2020 E.3.2, 8C_41/2019 vom 9. Mai 2019 E.7.2, 

8C_376/2018 vom 9. Oktober 2018 E.3.2). Entsprechende eingehende(re) 

Ausführungen hätten sich nur schon deshalb aufgedrängt, weil die RAD-

Ärztin Dr. med. I.________ in ihrer Beurteilung vom 15. Juli 2021 die 

häufigen Stellenwechsel des Beschwerdeführers, die Vielfältigkeit der 

Tätigkeiten sowie die kurzen Anstellungsdauern als auffällig bezeichnete 

(vgl. hierzu auch undatierter Lebenslauf [Bg-act. 12] und IK-Auszug vom 

19. November 2020 [Bg-act. 31]) und die Frage nach einer 

Persönlichkeitsproblematik aufwarf (vgl. Bg-act. 82 S. 6). Auch Dr. med. 

D.________ sprach in seiner Stellungnahme vom 30. November 2021 von 

einer jahrelangen Kette von Misserfolgen mit Kränkungen (Leitung und 

schliesslich Konkurs eines Festivals, seit Jahren berichtete 

Überforderungssituationen und -gefühle, Trennung von seiner Partnerin, 

Auszug aus dem gemeinsamen und in Eigenregie renovierten Haus, 

Versuch eines Existenzaufbaus als Polier mit mehreren Stellenverlusten, 

teilweises Angewiesensein auf das Sozialamt, kurzfristige Absage einer 

Anstellung im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojekts, zuletzt 

Auseinandersetzung mit einem Vorgesetzten mit verletzenden 

Äusserungen) (vgl. Bf-act. 3), welche mit der im Kurzgutachten vom 30. 

August 2021 wiedergegebenen Lebensgeschichte übereinstimmt, und aus 

welcher zudem hervorgeht, dass der Beschwerdeführer bereits als 

Jugendlicher das Gymnasium verlassen musste, als sich seine 

Schulnoten nach dem Tod seines Vaters stark verschlechtert hatten und 

- 24 -

ihn das fehlende Verständnis des Rektors gekränkt hatte (vgl. Bg-act. 60 

S. 8 ff. und S. 15).

8.2. Insgesamt stellt das Kurzgutachten von Dr. med. H.________ somit keine 

beweiswertige fachärztliche Beurteilung dar, mit welcher eine 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in nachvollziehbar begründeter 

Weise verneint worden wäre. Insbesondere liegen – wie bereits dargelegt 

– dem Kurzgutachten widersprechende fachärztliche Diagnosen mit davon 

abweichenden Beurteilungen zu deren Auswirkungen auf das tatsächlich 

erreichbare Leistungsvermögen des Beschwerdeführers im Recht. Diesen 

Einschätzungen kann der Beweiswert nicht von vornherein abgesprochen 

werden; insbesondere mangelt es den Dres. med. D.________, 

E.________ und G.________ als Fachärzte für Psychiatrie und 

Psychotherapie bzw. als Chefarzt für Psychosomatik nicht an der nötigen 

fachärztlichen Qualifikation. Zudem erhoben sie die psychischen Befunde 

(im Rahmen des Psychostatus), würdigten die sich daraus ergebenden 

Einschränkungen und setzten sich mitunter ausdrücklich mit dem 

Kurzgutachten vom 30. August 2021 auseinander (vgl. psychiatrischer 

Erstbericht von Dr. med. D.________ vom 13. Oktober 2020 [Bg-act. 33], 

Austrittsbericht von Dr. med. E.________ vom 12. November 2020 [Bg-

act. 30], Verlaufsbericht von Dr. med. D.________ vom 10. Dezember 

2020 [Bg-act. 35], psychiatrische Beurteilung von Dr. med. G.________ 

vom 8. Januar 2021 [Bg-act. 42], Bericht von Dr. med. E.________ vom 

14. Juli 2021 [Bg-act. 57], Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 

30. November 2021 [Bf-act. 3]). 

8.3. Aufgrund der von der RAD-Abschlussbeurteilung vom 13. September 

2021 und vom Kurzgutachten vom 30. August 2021 abweichenden 

fachärztlichen Einschätzungen mit die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden 

Diagnosen und dem Vorliegen von psychischen und somatischen 

Komorbiditäten (vgl. dazu auch nachstehende Ausführungen; ferner 

psychiatrischer Erstbericht von Dr. med. D.________ vom 13. Oktober 

- 25 -

2020 mit folgender somatischer Diagnose: lymphomatoide Papulose [Bg-

act. 33 S. 1], Austrittsbericht der Hochgebirgsklinik Davos vom 12. 

November 2020 mit folgenden somatischen Diagnosen: lymphomatoide 

Papulose, beginnende COPD mit V.a. Emphysem und cervicocephales bis 

cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei ausgeprägtem muskulärem 

Hartspann [Bg-act. 30 S. 1 f.], Verlaufsbericht von Dr. med. D.________ 

vom 10. Dezember 2020 mit folgenden somatischen Diagnosen: 

beginnende COPD mit Verdacht auf Emphysem (ED 10/2020) und 

lymphomatoide Papulomatose (ED 3/2019) [Bg-act. 35 S. 3], Bericht des 

Kantonsspitals Graubünden vom 13. Januar 2021 mit folgenden 

somatischen Diagnosen: COPD Gold 1, lymphomatoide Papulose und 

cervicocephales bis cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei 

ausgeprägtem muskulärem Hartspann [Bg-act. 45 S. 1], Bericht von Dr. 

med. E.________ vom 14. Juli 2021 mit folgenden somatischen 

Diagnosen: lymphomatoide Papulose, beginnende COPD mit V.a. 

Emphysem und cervicocephales bis cervicobrachiales Schmerzsyndrom 

bei ausgeprägtem muskulärem Hartspann [Bg-act. 57 S. 1]; siehe auch 

die im Kurzgutachten von Dr. med. H.________ vom 30. August 2021 

unter dem Titel "Aktenauszüge" aufgeführten Berichte vom 12. und 19. 

Januar 2021 [Bg-act. 60 S. 4 f.]) geht es nicht an, wenn die 

Beschwerdegegnerin ohne weitere medizinische Abklärungen annahm, es 

liege keine psychische Erkrankung mit funktionellen Auswirkungen vor. 

Vielmehr wäre bei den aktenkundigen psychischen 

Gesundheitsbeeinträchtigungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers ein strukturiertes Beweisverfahren nach 

Massgabe von BGE 141 V 281 durchzuführen gewesen (vgl. BGE 143 V 

409 E.4.5.2, 143 V 418 E.6). Dies hätte sich auch insoweit aufgedrängt, 

als den von Dr. med. H.________ ausgewiesenen akzentuierten 

narzisstischen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1) als Z-Diagnose nicht 

von vornherein eine ressourcenhemmende Wirkung abgesprochen 

werden darf (vgl. BGE 144 V 50 E.5.2.1, 143 V 418 E.8.1; Urteile des 

- 26 -

Bundesgerichts 9C_146/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.4.1 f., 9C_899/2017 

vom 9. Mai 2018 E.4.2.3) und diese somit nicht nur im Komplex 

Persönlichkeit, sondern auch im Rahmen des Indikators Komorbiditäten 

zu untersuchen sind (BGE 141 V 281 E.4.3.1). Eine Auseinandersetzung 

mit den massgeblichen Beweisthemen ist vorliegend weder im 

Kurzgutachten vom 30. August 2021 noch in der RAD-

Abschlussbeurteilung vom 13. September 2021 erfolgt, weshalb das aus 

psychiatrischer Sicht tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen nicht 

zuverlässig eingeschätzt werden kann. Da auch die in den Akten 

liegenden fachärztlichen Berichte keine umfassende Beurteilung anhand 

der systematisierten Indikatoren erlauben, präsentiert sich – wie vom 

Beschwerdeführer zu Recht vorgebracht – der rechtserhebliche 

Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.

9. Im Ergebnis ist die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach externer 

ergänzender sachverständiger bzw. fachärztlicher Abklärung des 

medizinischen Sachverhalts in psychiatrischer Hinsicht gestützt auf die 

dannzumal vollständigen medizinischen Unterlagen neu über den 

Leistungsanspruch des Beschwerdeführers entscheide.

10.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt praxisgemäss als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei bezüglich der 

- 27 -

Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer 

Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 V 

215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die 

Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach der Beschwerdegegnerin zu 

überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

10.2. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 

Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig 

von der Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird 

die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG 

nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, 9C_321/2018 vom 16. 

Oktober 2018 E.6.1, 9C_688/2009 vom 19. November 2009 E.3.1.1 f.). 

Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung 

des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Die Rechtsvertreterin 

des Beschwerdeführers reichte trotz entsprechender Aufforderung durch 

das Gericht mit Schreiben vom 21. Januar 2022 keine Honorarnote ein. 

Dem Beschwerdeführer ist deshalb unter Berücksichtigung des 

praxisgemäss bei fehlender Honorarvereinbarung geltenden 

Stundenansatzes von CHF 240.-- (vgl. statt vieler Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden R 17 86 vom 17. April 2018 

E.5.2) eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von CHF 3'000.-- 

(inkl. Spesen und MWST) zuzusprechen. In diesem Umfang hat die 

- 28 -

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer aussergerichtlich zu 

entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

2. November 2021 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren medi-

zinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Ent-

scheid an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zu Lasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A.________ mit CHF 3'000.-- 

(inkl. Spesen und MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]