# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f62e51d4-165c-570a-a8d5-1c3613cec150
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 26.05.2020 120 2020 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2020-5_2020-05-26.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3011 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
info.ra.bvd@be.ch
www.bvd.be.ch/ra

BVD 120/2020/5

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 26. Mai 2020

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 
abgewiesen (VGE 2020/244 vom 12.11.2021). Das Bundesgericht hat die Beschwerde 
gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts abgewiesen (BGE 1C_771/2021 vom 
12.07.2022).
in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

und

Baupolizeibehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2, Postfach 145, 
3602 Thun

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Stadt Thun vom 16. Dezember 2019 
(Fall-Nr. 942/2017-0792; Umgebungsmauer)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer ist Eigentümer der Liegenschaft Thun Gbbl.-Nr. E.________. Die 
Liegenschaft wurde 1995 als erhaltenswertes Baudenkmal in das Bauinventar der Stadt Thun 
aufgenommen und 2018 zum schützenswerten K-Objekt aufgestuft. Das Wohnhaus ist Teil der 
gartenstadtähnlichen Überbauung des A.________quartiers, welches im Inventar der 
schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS als repräsentatives Villenquartier von nationaler 
Bedeutung mit dem höchsten Erhaltungsziel «A» (Substanzerhalt) figuriert. Es befindet sich 
zudem im Ortsbildgebiet Nr. O IV.

2. Mit Verfügung vom 16. November 2017 stellte die Stadt Thun fest, dass der 
Beschwerdeführer ohne Baubewilligung entlang der F.________strasse einen neuen Abstellplatz 
für Motorfahrzeuge mit einem neuen Strassenanschluss erstellt und dafür ein Teilstück der 
bestehenden Mauer abgebrochen hatte. Sie gewährte dem Beschwerdeführer das rechtliche 
Gehör, welches er anlässlich einer Besprechung vor Ort wahrnahm. Die Stadt Thun verfügte am 
11. Januar 2018 die provisorische Schliessung des Abstellplatzes durch bauliche Massnahmen 
und ein Benützungsverbot (Ziffer 1). Sie forderte den Beschwerdeführer auf, innert Frist eine 
Bauvoranfrage (Ziffer 2) und nach Eröffnung der Bauanfrageantwort ein Baugesuch (Ziffer 3) 
einzureichen. Bei Nichteinreichen eines Baugesuchs müsse der Abbruch des Abstellplatzes für 
Motorfahrzeuge und die Wiederherstellung der Mauer bis zum 30. Juni 2018 erfolgen (Ziffer 4). 

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Würden die Ziffern 1 bis 4 innert der gesetzten Fristen nicht vollständig umgesetzt, werde die 
Baupolizeibehörde zur Ersatzvornahme schreiten und die angeordneten Massnahmen auf seine 
Kosten durch Dritte ausführen lassen (Ziffer 5).

3. Nach einem Voranfrageverfahren und gestützt auf das Baugesuchs vom 20. August 2018 
erteilte die Stadt Thun dem Beschwerdeführer mit Gesamtentscheid vom 5. November 2018 eine 
nachträgliche Bewilligung für den Teilabbruch der Umgebungsmauer sowie die Bewilligung für die 
Erstellung von zwei Autoabstellplätzen parallel zur F.________strasse und einer neuen 
Umgebungsmauer. Als Bestandteil des Gesamtentscheides galt insbesondere die Auflage des 
Fachberichts der Denkmalpflege des Kantons Bern vom 14. September 2018, wonach die 
Wiederherstellung oder Neuerstellung der Umgebungsmauer exakt nach dem Vorbild der bereits 
bestehenden Umgebungsmauer mit Zaun zu erfolgen hat. Zudem verfügte die Stadt Thun im 
Dispositiv Ziffer 2.4, dass von der Wiederherstellung gemäss Verfügung vom 11. Januar 2018 
abgesehen werden könne, falls das Bauvorhaben gemäss Baubewilligung bis am 31. Juli 2019 
ausgeführt werde.

4. Am 14. November 2019 stellte die Stadt Thun fest, dass das Bauvorhaben nicht vollständig 
ausgeführt wurde. Daraufhin verfügte die Stadt Thun am 16. Dezember 2019 folgendes:

«1. Das Bauvorhaben, insbesondere die Umgebungsmauer, ist gemäss Baugesuch vom 20. August 2018 
und den dazugehörigen, vom Bauinspektorat Thun am 5. November 2018 abgestempelten 
Planunterlagen bis am 31. März 2020 auszuführen. Der Vollzug ist uns bis spätestens am 17. April 
2020 zu melden.

2. Wird die Ziffer 1 innert der gesetzten Frist nicht vollständig umgesetzt, wird die Baupolizeibehörde 
zur Ersatzvornahme schreiten und die angeordneten Massnahmen auf Ihre Kosten durch Dritte 
ausführen lassen.

3. Die Kosten für diese Verfügung betragen Fr. 220.– und werden C.________, auferlegt. Die 
Rechnungsstellung erfolgt mit separater Post.

4. [Eröffnungsformel]»

5. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein (datiert am 16. Januar 2020, Eingang bei der BVD 
am 20. Januar 2020). Er stellt folgende Rechtsbegehren:

«1. Die Wiederherstellungsverfügung vom 16. Dezember 2019 sei aufzuheben;
2. Eventualbegehren: Die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Die Kosten unter Ziffer 3 von Fr. 220.00 aufzuheben.
4. unter Kosten- und Entschädigungsfolge»

6. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, holte die Vorakten ein, 
führte den Schriftenwechsel durch und ersuchte die Kantonale Denkmalpflege (KDP) um eine 
Stellungnahme. Die KDP beantragt mit Stellungnahme vom 10. Februar 2020 die Abweisung der 
Beschwerde. Die Stadt Thun beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2020 die 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Mit Verfügung vom 2. März 
2020 stellte das Rechtsamt dem Beschwerdeführer eine Kopie des Fachberichts der KDP vom 
14. September 2018 (aus den Vorakten der Stadt Thun) zu und erteilte den Verfahrensbeteiligten 
erneut Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Stadt Thun teilte am 5. März 2020 mit, sie verzichte 
auf eine weitergehende Stellungnahme. Der Beschwerdeführer reichte am 23. März 2020 eine 
Stellungnahme ein. Auf die Rechtsschriften und die Stellungnahme der KDP wird, soweit für den 
Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD 
ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Der Beschwerdeführer ist als Adressat 
durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerde legitimiert. Da die Post 
dem Beschwerdeführer den Entscheid vom 16. Dezember 2019 erst am 19. Dezember 2019 
zustellte, und die Post die Beschwerde, datiert vom 16. Januar 2020, am 19. Januar 2020 in 
Härkingen verarbeitete, erfolgte die Beschwerde rechtzeitig.3 Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.

b) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht sich nicht 
mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses hinausgehen. Innerhalb 
dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand. Sowohl für das Einleiten eines 
Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und eine allfällige vorzeitige Beendigung 
gelten somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime sowie das Rügeprinzip. Die Parteien 
können den Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht erweitern, sondern nur 
einschränken. Ausserhalb des Streitgegenstands liegende Rügen sind unzulässig und auf sie ist 
nicht einzutreten.4

Vorliegend ist die Wiederherstellungsverfügung der Stadt Thun vom 16. Dezember 2019 
Anfechtungsobjekt. Darin fordert die Stadt Thun den Beschwerdeführer auf, die Umgebungsmauer 
gemäss Baugesuch vom 20. August 2018 und den dazugehörigen, vom Bauinspektorat Thun am 
5. November 2018 abgestempelten Planunterlagen bis am 31. März 2020 auszuführen (Ziffer 1). 
In Ziffer 2 verfügt sie, wenn Ziffer 1 innert der gesetzten Frist nicht vollständig umgesetzt werde, 
schreite die Baupolizeibehörde zur Ersatzvornahme und lasse die angeordneten Massnahmen auf 
Kosten des Beschwerdeführers durch Dritte ausführen. Schliesslich auferlegt die Stadt Thun dem 
Beschwerdeführer Kosten für die Wiederherstellungsverfügung im Umfang von Fr. 220.– (Ziffer 
3). Streitgegenstand können somit lediglich die Wiederherstellungsanordnung an sich (Ziffer 1), 
die Androhung der Ersatzvornahme (Ziffer 2) und die Auferlegung der baupolizeilichen 
Verfahrenskosten (Ziffer 3) sein. Demgegenüber bildet die Einstufung der Liegenschaft des 
Beschwerdeführers im Bauinventar nicht Gegenstand des baupolizeilichen Verfahrens bzw. der 
angefochtenen Wiederherstellungsverfügung. Auf die diesbezüglichen Fragen und Vorbringen, 
insbesondere die Forderung des Beschwerdeführers, seine Liegenschaft sei wieder auf 
"erhaltenswert" herabzustufen, ist daher nicht einzutreten.

2. Auflage 

a) Der Beschwerdeführer bestreitet, dass der Gesamtentscheid vom 5. November 2018 eine 
Auflage enthält, wonach eine neue Umgebungsmauer im gleichen Stil wie die bestehende 
Umgebungsmauer zu errichten sei. Aufgeführt werde lediglich ein nicht mehr auffindbarer 
Fachbericht der KDP vom 14. September 2018. 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Vgl. Ziffer 3 der Verfügung des Rechtsamtes vom 22. Januar 2020
4 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 72 N. 6 bis 8

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Demgegenüber erklärt die KDP in ihrer Stellungnahme vom 10. Februar 2020, sie habe in ihrem 
Fachbericht vom 14. September 2018 die Erteilung der Baubewilligung unter der ausdrücklichen 
Auflage, dass die Wiederherstellung oder Neuerstellung der Umgebungsmauer exakt nach dem 
Vorbild der bestehenden Umgebungsmauer mit Zaun erfolge, beantragt.
Ebenso hält die Stadt Thun in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2020 fest, sie habe im 
Gesamtentscheid vom 5. November 2018 auf die Auflage aus dem Fachbericht der KDP vom 
14. September 2018 hingewiesen. Die Wiederherstellung der Umgebungsmauer sei daher klar 
verfügt und Bestandteil des Baugesuchs.

Mit Gesamtentscheid vom 5. November 2018 bewilligte die Stadt Thun das Bauvorhaben und 
erklärte die Auflagen des Fachberichts der KDP vom 14. September 2018 als Bestandteil des 
Gesamtentscheides (Dispositiv Ziffer 2.3). Zudem verfügte die Stadt Thun, dass von der 
Wiederherstellung gemäss Verfügung vom 11. Januar 2018 abgesehen werden könne, falls das 
Bauvorhaben gemäss Baubewilligung bis am 31. Juli 2019 ausgeführt werde (Dispositiv Ziffer 2.4). 
Gemäss Gesamtentscheid eröffnete die Stadt Thun den Entscheid unter Beilage der Amts-, Fach- 
und Mitberichte (Dispositiv Ziffer 5).5 Im Gesamtentscheid wird die Auflage somit nicht 
wiedergegeben, sondern sie wird mit einem Verweis auf die Auflagen im Fachbericht der 
Denkmalpflege als Bestandteil des Entscheids erklärt. Das ist zulässig6, und der Verweis im 
Dispositiv ist unmissverständlich formuliert. Damit enthält der Gesamtentscheid die Auflage 
betreffend Umgebungsmauer. Der Gesamtentscheid der Stadt Thun vom 5. November 2018 
wurde nicht angefochten. Die Auflage ist folglich rechtskräftig.

Der Fachbericht ist im Übrigen nicht unauffindbar, sondern Bestandteil der offiziellen Akten.7 Sollte 
der Beschwerdeführer den Fachbericht – entgegen der Eröffnungsformel – nicht erhalten haben, 
so hätte er diesen nachfordern müssen. Das Rechtsamt stellte ihn dem Beschwerdeführer mit 
Verfügung vom 2. März 2020 zu. Aus dem Ablauf der unten geschilderten Ereignisse wird zudem 
klar, dass dem Beschwerdeführer bereits im Rahmen des Voranfrageverfahrens vermittelt wurde, 
wie wichtig den involvierten Fachstellen die Ausgestaltung des Gartens und der Einfriedungen 
war, musste er sein Projekt deshalb doch mehrmals anpassen. Entsprechend integrierte er auch 
die Neuerstellung der Umgebungsmauer (im gleichen Stil wie die bestehende Mauer) in sein 
Baugesuch. 

b) Der Beschwerdeführer bringt zudem vor, der Gesamtentscheid vom 5. November 2018 
erlaube das Erstellen einer Mauer, worauf er nun aus ökologischen Gründen (Verschwendung von 
Ressourcen) verzichte und stattdessen eine Eibenhecke pflanze. Die Mauer sei aus Beton und 
mit Eisen verstärkt und mit Plastiklatten ergänzt worden. Er könne sich nicht vorstellen, dass eine 
solche Konstruktion erhaltenswert sei. Damit bestreitet der Beschwerdeführer das öffentliche 
Interesse und die Verhältnismässigkeit der Auflage.

Ein Bauvorhaben, das den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht, kann unter Umständen 
mit einer Auflage verbunden werden (Art. 38 Abs. 3 BauG), um das Bauvorhaben 
bewilligungsfähig zu machen. Die Auflage ist in diesen Fällen das mildere Mittel als der 
Bauabschlag.8 Die Bedingungen und Auflagen müssen in einem engen sachlichen 
Zusammenhang zur erteilten Bau- oder Ausnahmebewilligung stehen und verhältnismässig sein. 
Verhältnismässig ist eine Nebenbestimmung nur dann, wenn sie zum Erreichen des angestrebten 
Ziels erforderlich, geeignet und für den Bauherrn zumutbar ist. Zu den Hauptanwendungsfällen 

5 Vorakten, pag. 6 ff.
6 Vgl. AGR, Erläuterungen Musterbaureglement, Zum Dispositiv, Ziffer 3, abrufbar unter www.jgk.be.ch, Rubriken 
Formulare/Bewilligungen / Bauen / Mustervorlagen im Baubewilligungsverfahren / Erläuterungen zum Muster-
Gesamtentscheid 
7 Vorakten, pag. 16
8 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N. 15 Bst. b

http://www.jgk.be.ch

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gehört die äussere Baugestaltung zum Schutz des Ortsbilds, der Landschaft oder schutzwürdiger 
Objekte.9

Nachdem der Beschwerdeführer ohne Baubewilligung entlang der F.________strasse einen 
neuen Abstellplatz für Motorfahrzeuge mit einem neuen Strassenanschluss erstellt und dafür ein 
Teilstück der bestehenden Mauer abgebrochen hatte, erliess die Stadt Thun am 11. Januar 2018 
ein Benützungsverbot und verfügte die Wiederherstellung per 30. Juni 2018, sofern der 
Beschwerdeführer nicht fristgerecht eine Voranfrage und ein Baugesuch einreiche. Wie von der 
Gemeinde verlangt, stellte der Beschwerdeführer eine erste Voranfrage.10 Diese beantwortete die 
Stadt Thun aufgrund der eingeholten Stellungnahmen des Tiefbauamtes Thun (insb. fehlende 
Sicht), des Beauftragten für Städtebau und der KDP negativ. In der Begründung führte sie die 
Stellungnahme des Beauftragten für Städtebau auf, welcher die Wichtigkeit der Umfriedung des 
Grundstückes als wesentliches Merkmal der Qualität sowohl der spezifischen Liegenschaft als 
auch des städteräumlichen Kontexts betonte.11 Auch die KDP hielt das damalige Vorhaben für 
nicht bewilligungsfähig, wobei sie insbesondere auf die Wichtigkeit der grosszügigen Gärten und 
der intakten Einfriedungen als prägende Elemente verwies.12 An einer Besprechung vor Ort wies 
die KDP erneut auf die Wichtigkeit der Einfriedung hin.13 Nach weiteren Absprachen per E-Mail 
fasste die Stadt Thun die Ergebnisse in einer zweiten Voranfrageantwort zusammen und 
verlängerte die Fristen, welche der Beschwerdeführer einzuhalten hatte.14 Daraufhin passte der 
Beschwerdeführer sein Projekt an und führte im Begleitschreiben aus, das Projekt genüge nun 
auch den denkmalpflegerischen Anforderungen, insbesondere da der Garten nun praktisch so 
belassen werden könne. Er stellte zudem in Aussicht, mit dem Bau des Parkplatzes würden auch 
die roten Plastik- durch Holzschindeln ersetzt.15 Da der Beschwerdeführer dem Wunsch der Stadt 
Thun nach einer zweiten Variante nicht nachkommen wollte, einigten sich die Parteien auf die 
Einreichung eines Baugesuchs, um eine "beschwerdefähige Antwort" zu erhalten.16 Darin 
umschrieb der Beschwerdeführer das Bauvorhaben wie folgt: "Abbruch der Umgebungsmauer, 
erstellen von zwei Autoabstellplätzen parallel zur Strasse. Hinter den Parkplätzen, Neuerstellung 
der Umgebungsmauer im gleichen Stil wie die bestehende Mauer."17 Mit Fachbericht vom 
14. September 2018 erachtete die KDP das überarbeitete Projekt als vertretbar und beantragte 
dessen Bewilligung mit der folgenden Auflage: "Die Wiederherstellung oder Neuerstellung der 
Umgebungsmauer hat exakt nach dem Vorbild der bereits bestehenden Umgebungsmauer mit 
Zaun zu erfolgen."18 

Die Gemeinde Thun hat damit die Bewilligung zum Teilabbruch der Umgebungsmauer, das 
Erstellen von zwei Parkplätzen und das Erstellen einer Umgebungsmauer mit der Auflage 
verbunden, dass die Umgebungsmauer – aus denkmalpflegerischen Gründen – nach dem Vorbild 
der bereits bestehenden Umgebungsmauer mit Zaun erstellt werden muss. Gemäss den 
bewilligten Plänen soll die Umgebungsmauer mit Holzschindeln erstellt werden.19 Zudem hat sie 
verfügt, dass nur bei (vollständiger) Ausführung des Bauvorhabens auf die früher verfügte 
Wiederherstellung verzichtet werden kann. Laut diesem Entscheid ist der Beschwerdeführer nicht 
nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, die Umgebungsmauer wie bewilligt zu erstellen, da das 
Vorhaben zuerst nicht bewilligungsfähig war und erst mit der Auflage bewilligungsfähig wurde.

9 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N. 15a Bst. d 
und N. 15b
10 Vorakten, pag. 205 ff. sowie die verbesserte Eingabe: pag. 200 f.
11 Vorakten, pag. 193
12 Vorakten, pag. 188
13 Vorakten, pag. 179
14 Vorakten, pag. 165 f.
15 Vorakten, pag. 154 f.
16 Vorakten, pag. 149 ff.
17 Vorakten, pag. 111
18 Vorakten, pag. 16
19 Vorakten, pag. 3

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Im Baubewilligungsverfahren musste die Stadt Thun den engen sachlichen Zusammenhang und 
die Verhältnismässigkeit der Auflage prüfen. Darüber hat sie im Gesamtentscheid vom 
5. November 2018 rechtskräftig entschieden. Einwände gegen die Auflage hätte der 
Beschwerdeführer im Baubewilligungsverfahren bzw. im Beschwerdeverfahren gegen die 
Baubewilligung vorbringen müssen. Gleiches gilt für den impliziten Einwand, die Einstufung im 
Inventar habe einen Einfluss auf die Auflage. Denn die Rechtsmittelfrist für die Anfechtung der 
Auflage zu einer Baubewilligung darf nicht dadurch umgangen werden, dass mit der Anfechtung 
zugewartet wird, um schliesslich im Wiederherstellungsverfahren vorzubringen, dass die Auflage 
fehlerhaft sei.20 Auf die Rüge betreffend öffentliches Interesse und Verhältnismässigkeit der 
Auflage wird daher nicht eingetreten. 

3. Wiederherstellung

a) Mit der angefochtenen Wiederherstellungsverfügung verpflichtet die Stadt Thun den 
Beschwerdeführenden das Bauvorhaben, insbesondere die Umgebungsmauer, gemäss 
Baugesuch und den dazugehörigen, abgestempelten Planunterlagen bis am 31. März 2020 
auszuführen. Sie setzt damit Frist zur Erfüllung der Auflage ein. Weiter droht sie in der 
angefochtenen Verfügung für den Versäumnisfall die Ersatzvornahme durch Dritte an. 

b) Eine Auflage zu einer Baubewilligung ist selbständig erzwingbar. Die Verpflichtung zur 
"Wiederherstellung" kann auch in der Aufforderung bestehen, den rechtmässigen Zustand 
erstmals herzustellen, z.B. einen bewilligten, aber unvollendeten Bau oder die Gestaltung von 
dessen Umgebung zu vollenden oder eine rechtskräftige Bedingung oder Auflage zu erfüllen. 
Damit eine Auflage möglichst gut durchgesetzt werden kann, sind die Pflichten detailliert 
festzulegen und eindeutig zu formulieren.21 Auf eine Auflage kann im 
Wiederherstellungsverfahren nicht mehr zurückgekommen werden, es sei denn, die Auflage wäre 
nichtig, sie verletzte unverzichtbare und unverjährbare Verfassungsrechte oder es bestehe ein 
Anspruch auf Wiederaufnahme des Verfahrens.22

Die Stadt Thun hat es zwar im Gesamtentscheid unterlassen, das Gesuch des Beschwerdeführers 
um Löschung seiner Liegenschaft aus dem Bauinventar23 zu entscheiden (Art. 10d Abs. 2 BauG). 
Dies stellt jedoch kein Nichtigkeitsgrund dar, da nur schwerwiegende Verfahrensfehler zur 
Nichtigkeit führen.24 Zudem steht die verfügte Auflage nicht in einem direkten Zusammenhang mit 
der Aufstockung der Liegenschaft von "erhaltenswert" zu "schützenswert, K-Objekt". Weiter hat 
der Beschwerdeführer den Rest des Vorhabens bereits umgesetzt. Unter diesen Umständen und 
angesichts der Vorgeschichte wäre es mitunter treuwidrig, würde sich der Beschwerdeführer 
heute darauf berufen, die Auflage sei aus diesem Grund nichtig. Den Vorakten kann zudem 
entnommen werden, dass die Gemeinde und die KDP das Gesuch nachträglich entscheiden 
wollten, nachdem der Beschwerdeführer sie auf diese Unterlassung aufmerksam gemacht hatte.25 
In der Folge konnte die von der KDP als notwendig erachtete Innenbesichtigung nicht stattfinden, 
da der Beschwerdeführer den Zutritt zum Gebäude verweigerte. Er begründete dies damit, dass 
die von ihm per E-Mail gestellten Fragen nicht hinreichend beantwortet worden seien.26 Die KDP 

20 Vgl. dazu BVR 1992 S. 449 ff. sowie Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., 
Bern 2020, Art. 38-39 N.15c 
21 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 8 und 38-39 N. 
15c
22 BVR 1992 S. 449 ff. Vgl. auch Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 
2020, Art. 38-39 N.15c 
23 Vorakten, pag. 117
24 BGE 138 II 501 E. 3.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 49 N. 55 ff.
25 Vorakten, pag. 76 ff. und 68
26 Vgl. insb. Vorakten pag. 53 ff.

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hielt in ihrer Stellungnahme vom 10. Februar 2020 fest, sie habe dem Beschwerdeführer die 
Abläufe der Inventarisierung telefonisch ausführlich erläutert. Dieser habe in der Folge an seinem 
Begehren nicht festgehalten. 

Vorliegend werden damit weder Gründe vorgebracht, noch sind solche ersichtlich, die ein 
Zurückkommen auf die rechtskräftig verfügte Auflage rechtfertigen würden. Zudem ist 
unbestritten, dass die Anordnung, die Umgebungsmauer gemäss den gestempelten Plänen zu 
erstellen, detailliert und klar formuliert ist. 

c) Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Stadt Thun mit der angefochtenen 
Wiederherstellung vom 16. Dezember 2019 die Ausführung des Bauvorhabens und insbesondere 
der Umgebungsmauer gemäss Baugesuch vom 20. August 2018 und den dazugehörigen, vom 
Bauinspektorat Thun am 5. November 2018 abgestempelten Planunterlagen verlangt. Schliesslich 
erscheint auch die Wiederherstellungsfrist bis zum 31. März 2020, das heisst eine Frist von rund 
drei Monaten, als angemessen (vgl. Art. 46 Abs. 2 BauG). Da die Frist während dem 
Beschwerdeverfahren abgelaufen ist, wird sie neu auf 31. August 2020 angesetzt. 

4. Kosten der Wiederherstellungsverfügung

a) Gemäss Ziffer C./3. der angefochtenen Wiederherstellungsverfügung werden dem 
Beschwerdeführer Kosten in der Höhe von Fr. 220.– auferlegt. Der Beschwerdeführer beantragt, 
diese Kosten seien aufzuheben, ohne dies näher zu begründen. 

b) Wie vorangehend aufgezeigt, hat die Stadt Thun zu Recht die Wiederherstellung des 
rechtmässigen Zustands angeordnet (E. 3). Gemäss Art. 21 Gebührenverordnung Bauwesen27 
der Stadt Thun werden für baupolizeiliche Verfügungen eine Grundgebühr von Fr. 100.– (Bst. a) 
und die Aufwendungen nach Zeitaufwand (Bst. b) erhoben. Vorliegend setzen sich die Kosten von 
Fr. 220.– aus der in der Gebührenordnung vorgesehenen Grundgebühr von Fr. 100.– und 
Aufwendungen nach Zeitaufwand in der Höhe von Fr. 120.– zusammen. Aus den Vorakten geht 
hervor, dass die Stadt Thun insgesamt drei Stunden aufgewendet hat, dem Beschwerdeführer 
jedoch nur eine Stunde in Rechnung stellt.28 Der Zeitaufwand von einer Stunde ist nicht zu hoch 
und der Stundenansatz von Fr. 120.– pro Stunde erscheint angemessen und liegt innerhalb der 
vorgesehenen Bandbreite (vgl. Art. 19 Abs. 1 FVO29 inkl. Anhang). Nach dem Gesagten hat die 
Stadt Thun dem Beschwerdeführer zu Recht Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 220.– 
auferlegt. Die Beschwerde erweist sich auch diesbezüglich als unbegründet.

5. Ergebnis und Kosten

Zusammengefasst ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei 
diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die Verfahrenskosten zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 800.– 
(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV30). Parteikosten werden keine gesprochen 
(Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

27 Verordnung über die Gebühren im Bauwesen der Stadt Thun vom 5. Dezember 2003 (Gebührenverordnung 
Bauwesen; SSG 154.231.11)
28 Vorakten, pag. 214
29 Finanzverordnung der Stadt Thun vom 19. Oktober 2016 (FVO; SSG 620.1)
30 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Frist zur 
Wiederherstellung gemäss Ziffer C./1. der Wiederherstellungsverfügung der Stadt Thun 
vom 16. Dezember 2019 wird neu auf 31. August 2020 angesetzt. Im Übrigen wird die 
Wiederherstellungsverfügung der Stadt Thun vom 16. Dezember 2019 bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Herrn C.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, eingeschrieben
- Denkmalpflege des Kantons Bern, zur Kenntnis, per Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.