# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a7dc73e-630c-5525-8bcc-84ec691f64c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.11.2023 100 2023 185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2023-185_2023-11-21.pdf

## Full Text

100.2023.185/186U
BUC/LIJ/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 21. November 2023

Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Liniger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Steuerbussen; Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte 
Bundessteuer 2012-2016; Nichteintreten (Entscheide der 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 6. Juni 2023; 100 23 182-
186, 200 23 99-103)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

Die Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Nachsteuer, auferlegte 
A.________ mit Einspracheentscheiden vom 24. März 2023 wegen voll-
endeter Steuerhinterziehung für die Steuerjahre 2012 bis 2016 Steuerbus-
sen von insgesamt Fr. 458'070.70 bei den Kantons- und Gemeindesteuern 
sowie von Fr. 17'794.90 bei der direkten Bundessteuer (zzgl. Gebühren und 
Verzugszinsen). 

B.

Dagegen erhob A.________ am 26. April 2023 Rekurs und Beschwerde bei 
der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese trat mit 
Entscheiden vom 6. Juni 2023 auf die Rechtsmittel wegen Fristversäumnis-
ses nicht ein. 

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 7. Juli 2023 hat A.________ sowohl 
bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundes-
steuer 2012 bis 2016 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Er bean-
tragt, die Entscheide der StRK vom 6. Juni 2023 und die Einsprache-
entscheide der Steuerverwaltung vom 24. März 2023 seien aufzuheben. Es 
sei festzustellen, dass er für die Periode 2012 bis 2016 keine Strafsteuern 
schulde. Eventuell sei die Angelegenheit zur materiellen Prüfung der Re-
kurse bzw. Beschwerden an die StRK zurückzuweisen. 

Mit Verfügung vom 9. August 2023 hat die Abteilungspräsidentin die Verfah-
ren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundes-
steuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
31. Juli 2023 bzw. Beschwerdeantwort vom 7. August 2023 die Abweisung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 3

der Beschwerden; die Steuerverwaltung hat zudem einen detaillierten («pro-
fessionellen») Zustellnachweis der Schweizerischen Post zu den Akten ge-
reicht. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen las-
sen.

Am 21. August 2023 hat sich A.________ erneut zur Sache geäussert und 
weitere Belege eingereicht. Die Steuerverwaltung hat sich mit Eingabe vom 
10. Oktober 2023 dazu vernehmen lassen; sie hält an ihren Anträgen fest. 
Die StRK hat auf eine Stellungnahme verzichtet. A.________ hat mit 
Eingabe vom 1. November 2023 nochmals zur Sache Stellung genommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] 
sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug 
der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat 
an den vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, 
ist durch die angefochtenen Nichteintretensentscheide besonders berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG).

1.2 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist auf den Streitgegen-
stand beschränkt. Ausgangspunkt für dessen Bestimmung bildet der ange-
fochtene Entscheid als Anfechtungsobjekt. Dieses gibt insoweit den Rahmen 
des Streitgegenstands vor, als Letzterer nicht über das hinausgehen kann, 
was die Vorinstanz geregelt hat (vgl. BVR 2020 S. 59 E. 2.2, 2017 S. 514 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 4

E. 1.2, 2011 S. 391 E. 2.1). Angefochten sind die Nichteintretensentscheide 
der StRK vom 6. Juni 2023. Prozessthema vor dem Verwaltungsgericht kann 
daher grundsätzlich nur sein, ob die Vorinstanz zu Recht oder zu Unrecht 
keinen Sachentscheid gefällt hat (BVR 2021 S. 558 E. 1.2, 2017 S. 459 
E. 2.3; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 45). Soweit der Beschwerdeführer mit sei-
nen Hauptanträgen einen materiellen Entscheid verlangt (Rechsbegehren 2 
und 3), ist auf die Beschwerden deshalb nicht einzutreten, zumal es ihm an 
der Feststellung, dass er keine Strafsteuern schulde, ohnehin an einem 
schutzwürdigen Feststellungsinteresse fehlt (vgl. allgemein BVR 2022 
S. 154 E. 3.1.2, 2018 S. 310 E. 7.3 mit Hinweisen). 

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich der kommunalen und kantonalen 
Steuern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Ver-
waltungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und 
derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 
135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil hier die einschlägigen Bestim-
mungen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lau-
ten, rechtfertigt es sich, die Streitigkeit hinsichtlich kommunaler, kantonaler 
und eidgenössischer Steuern gemeinsam zu beurteilen.

1.4 Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide behandeln die Mit-
glieder des Verwaltungsgerichts als Einzelrichterin oder Einzelrichter (Art. 57 
Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Ge-
richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 5

2.

Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Vorinstanz die Rekurse und Be-
schwerden zu Recht als verspätet erachtet hat und deshalb auf sie nicht ein-
getreten ist.

2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, entgegen den Aus-
führungen in den angefochtenen Entscheiden (ebd. E. 3.6) handle es sich 
bei den Einspracheverfügungen der Steuerverwaltung um «reine Bussen-
verfügungen wegen angeblicher Steuerhinterziehung». Sie seien zudem mit 
dem Hinweis verbunden, dass nach Eintritt der Rechtskraft eine Meldung an 
das Strafregister erfolgen werde. Damit sei die Streitigkeit dem Strafrecht 
zuzuordnen. Im Strafverfahren genüge eine Zustellung mit A-Post Plus den 
Anforderungen von Art. 85 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
vom 5. Oktober 2007 (Strafprozessordnung, StPO; SR 312.0) nicht. In «ana-
loger Anwendung» könne es sich hier nicht anders verhalten, weshalb auf-
grund der Zustellung der Einspracheentscheide per A-Post Plus von einer 
mangelhaften Eröffnung auszugehen sei, die dem Beschwerdeführer nicht 
zum Nachteil gereichen dürfe (Beschwerden Ziff. II Rz. 24). Die Steuerver-
waltung hält dem entgegen, das Bundesgericht habe mehrfach bestätigt, 
dass die Eröffnung von Verfügungen der Steuerbehörden einschliesslich sol-
cher betreffend Steuerbussen durch A-Post Plus zulässig sei (Beschwerde-
antwort S. 1). 

2.2 Übertretungsbussen haben zwar strafrechtlichen Charakter; anders 
als bei Steuervergehen, auf welche die StPO Anwendung findet (Art. 225 
Abs. 2 StG; Art. 188 Abs. 2 DBG), wird das Steuerhinterziehungsverfahren 
indes durch die Steuergesetzgebung geregelt (Art. 225 Abs. 1 StG; vgl. auch 
Art. 182 Abs. 3 DBG; Art. 57bis Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezem-
ber 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 
Gemeinden [StHG; SR 642.14]; BGer 2C_1052/2020 vom 19.10.2021 
E. 2.2.2 mit Hinweisen; VGE 2016/54/55 vom 26.9.2017 E. 1.2, 2012/17/18 
vom 30.5.2013 E. 3.2 [bestätigt durch BGer 2C_629/2013 und 2C_630/2013 
vom 22.2.2014]). Demnach werden Verfügungen und Entscheide der Steu-
erbehörden der steuerpflichtigen Person in der Regel mit gewöhnlicher Post 
zugestellt (Art. 159 Abs. 2 StG bzw. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 159 Abs. 2 StG; 
anders: Art. 44 Abs. 2 VRPG, Art. 85 Abs. 2 StPO; Art. 138 Abs. 1 der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 6

Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [Zivilpro-
zessordnung, ZPO; SR 272]). Zulässig ist namentlich auch der Versand mit 
A-Post Plus (vgl. BGer 2C_987/2017 vom 7.12.2017 E. 3.1, 2C_430/2009 
vom 14.1.2010, in StR 65/2010 S. 396 E. 2.3 f.; VGE 2022/157/158 vom 
19.12.2022 E. 3.1 [bestätigt durch BGer 9C_116/2023 vom 28.3.2023], 
VGE 2019/321 vom 22.4.2020, in StE 2020 B. 92.8 Nr. 25 E. 3.1). Die Steu-
erverwaltung war damit entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
nicht gehalten, die Einspracheentscheide per Einschreiben zu versenden; es 
liegt kein Eröffnungsmangel vor. 

3.

Strittig und zu prüfen ist weiter, wann die Einspracheentscheide der Steuer-
verwaltung dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eröffnet wurden 
und wann der Fristenlauf begann.

3.1 Die StRK hat auf die Sendungsverfolgung «Track & Trace» der 
Schweizerischen Post abgestellt. Daraus ergibt sich, dass die Steuerverwal-
tung am 24. März 2023 eine A-Post Plus-Sendung mit der Sendungsnummer 
… der Post aufgegeben hat. Zugestellt wurde die Sendung laut Track & 
Trace-Auszug am 25. März 2023, 7.35 Uhr, «via Postfach» (Vorakten StRK 
[act. 4A] pag. 196). Die Rechtsmittelfrist hat deshalb nach Ansicht der StRK 
am Folgetag zu laufen begonnen und am 24. April 2023 geendet. – 
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, die Ein-
spracheentscheide seien seinem Rechtsvertreter erst am 27. März 2023 zu-
gestellt und die Rechtsmittel mit Postaufgabe am 26. April 2023 damit recht-
zeitig erhoben worden. Auch bezweifelt er, dass der Track & Trace-Auszug 
tatsächlich den fraglichen Einspracheentscheiden zuzuordnen sei, da auf 
letzteren nirgends eine Sendungsnummer enthalten sei. Es sei «durchaus 
realistisch», dass die Steuerverwaltung am 24. März 2023 mehrere A-Post 
Plus-Sendungen aufgegeben habe, welche in D.________ zugestellt worden 
seien (Beschwerden Ziff. II Rz. 16 ff.). Vor Verwaltungsgericht hat die Steu-
erverwaltung einen detaillierten Auszug der Sendungsverfolgung eingereicht 
(act. 5A; vorne Bst. C). Aus diesem geht hervor, dass die Steuerverwaltung 
die fragliche A-Post Plus-Sendung mit der erwähnten Sendungsnummer an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 7

die Kanzlei des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers versandt hat. Es 
ist davon auszugehen, dass es sich dabei um die Einspracheentscheide han-
delt. Dass der Rechtsvertreter bzw. dessen Kanzlei im fraglichen Zeitraum 
noch weitere A-Post Plus-Sendungen von der Steuerverwaltung erhalten 
hat, ist weder dargetan noch ersichtlich. 

3.2 Gegen Einspracheentscheide der Steuerverwaltung kann innert 
30 Tagen seit der Eröffnung schriftlich Rekurs bzw. Beschwerde an die StRK 
erhoben werden (Art. 195 i.V.m. Art. 196 Abs. 1 StG; Art. 140 Abs. 1 DBG). 
Die Beweislast für die Eröffnung liegt bei der Behörde (BGE 142 IV 125 
E. 4.3, 136 V 295 E. 5.9; BVR 2015 S. 301 E. 2.3; Michel Daum, a.a.O., 
Art. 41 N. 7, Art. 44 N. 8). Erfolgt die Zustellung mit uneingeschriebener 
Post, hat die Steuerbehörde auf geeignete Art den Beweis dafür zu erbrin-
gen, wann die Zustellung erfolgt ist; dies ist auch aufgrund von Indizien oder 
gestützt auf die gesamten Umstände möglich (BGE 142 IV 125 E. 4.3 mit 
Hinweis auf BGE 105 III 43 betreffend Veranlagungsverfügungen; 
BGer 2C_430/2009 vom 14.1.2010 E. 2.4).

3.3 Bei der Versandmethode A-Post Plus wird der Brief mit einer Num-
mer, einem sog. Barcode, versehen und ähnlich wie ein eingeschriebener 
Brief mit A-Post spediert. Im Unterschied zu den eingeschriebenen Briefpost-
sendungen wird aber der Empfang durch die Empfangsperson nicht quittiert. 
Entsprechend wird diese im Fall ihrer Abwesenheit auch nicht durch Hinter-
legung einer Abholungseinladung avisiert. Die Zustellung wird vielmehr 
elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den Brief-
kasten der Adressatin oder des Adressaten gelegt wird (BGE 144 IV 57 
E. 2.3.1, 142 III 599 E. 2.2; BVR 2019 S. 82 E. 1.3.2). Auf diese Weise ist es 
möglich, mit Hilfe des von der Post zur Verfügung gestellten elektronischen 
Suchsystems die Sendung bis zum Empfangsbereich der Empfangsperson 
zu verfolgen. Direkt bewiesen wird mit einem Auszug der elektronischen 
Sendungsverfolgung allerdings nicht, dass die Sendung tatsächlich in den 
Empfangsbereich der Empfangsperson gelangt ist, sondern bloss, dass 
durch die Post ein entsprechender Eintrag in ihrem Erfassungssystem ge-
macht wurde. Einzig im Sinn eines Indizes lässt sich aus diesem Eintrag da-
rauf schliessen, dass die Sendung in den Briefkasten oder in das Postfach 
der Adressatin oder des Adressaten gelegt wurde (BGE 142 III 599 E. 2.2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 8

mit Hinweisen; zum Ganzen VGE 2021/139/140 vom 31.5.2022 E. 2.3; 
Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 25).

3.4 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu A-Post Plus-Sendun-
gen liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahr-
scheinlichkeit. Es besteht aber die natürliche Vermutung, dass die Sendung 
in Übereinstimmung mit den Angaben im «Track & Trace»-Auszug in das 
Postfach oder den Briefkasten der Empfängerin bzw. des Empfängers gelegt 
wurde. Die Vermutung kann durch den Gegenbeweis umgestossen werden. 
Eine fehlerhafte Zustellung ist nur dann anzunehmen, wenn sie aufgrund der 
Umstände plausibel erscheint. Dies ist der Fall, wenn die Darstellung der 
Adressatin oder des Adressaten, wonach eine fehlerhafte Zustellung vor-
liege, nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspricht, 
wobei der gute Glaube zu vermuten ist (BGE 142 III 599 E. 2.4.1 mit Hinwei-
sen). Rein hypothetische Überlegungen und die nie auszuschliessende Mög-
lichkeit von Zustellfehlern genügen für sich allein nicht. Vielmehr müssen 
konkrete Anzeichen für einen Fehler vorhanden sein (BGE 142 IV 201 
E. 2.3; BGer 2C_189/2022 vom 8.3.2022 E. 3.2.3 mit weiteren Hinweisen; 
zum Ganzen VGE 2021/139/140 vom 31.5.2022 E. 2.3; Michel Daum, 
a.a.O., Art. 44 N. 27).

3.5 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bestreitet die Richtigkeit 
des Zustellzeitpunkts gemäss Sendungsverfolgung Track & Trace am Sams-
tag, 25. März 2023. Er macht geltend, die Einspracheentscheide seien ihm 
erst am Montag, 27. März 2023, ins Postfach zugestellt worden. Dabei stützt 
er sich namentlich auf die schriftlichen Erklärungen seines Büropartners, 
Rechtsanwalt B.________, und von C.________, deren Treuhandunter-
nehmen im selben Gebäude domiziliert ist wie die Kanzlei der beiden 
Rechtsanwälte. 

3.5.1 Rechtsanwalt B.________ schildert in seinem Schreiben vom 5. Mai 
2023 (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 205 ff.) die Vorgänge am Samstag, 
25. März 2023, wie folgt: Er arbeite regelmässig an Samstagen im Büro und 
gehe stets noch zur Poststelle D.________, um dort die tagsüber erstellten 
Briefe in den Briefkasten einzuwerfen und das Postfach zu leeren. Allfällige 
Postzustellungen nehme er anschliessend mit ins Büro und verarbeite sie 
umgehend, d.h. er öffne die Post, bringe den Eingangsstempel an, und lege 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 9

sie ins Fächli «Wochenend-Post». Der Samstag, 25. März 2023, sei ihm in 
besonderer Erinnerung, da Rechtsanwalt E.________ am Abend zuvor mit 
einigen Leuten seinen Geburtstag gefeiert habe, dabei seien auch 
C.________ und er anwesend gewesen. Am Samstag habe er aufgrund der 
Feierlichkeiten den ganzen Tag gearbeitet. Auch C.________ habe 
gearbeitet und ihn um ca. 18.30 Uhr auf seine Frage hin zur Poststelle 
D.________ begleitet. Er habe um etwa 18.45 Uhr das Postfach geleert und 
sei sich zu «100 % sicher», dass sich kein A-Post Plus-Schreiben und auch 
sonst kein Schreiben der Steuerverwaltung im Postfach befunden habe. Da-
rin sei lediglich «etwas Werbematerial» gewesen, welches er gleich vor Ort 
entsorgt habe. Weitere Post sei im Postfach – da sei er sich «sehr sicher» – 
nicht enthalten gewesen. Dieses sei auch nicht vorher geleert worden, da 
ausser ihm am Samstag niemand gearbeitet habe. C.________ könne 
bestätigen, dass er noch erwähnt habe, dass neben Werbematerial keine 
Post im Fach gelegen habe. Sie hätten sich zurück zum F.________ 
begeben und hätten noch gemeinsam im G.________ ein Bier getrunken. Er 
sei noch kurz ins Büro gegangen, Post sei jedoch keine zu verarbeiten ge-
wesen, weshalb er ein «Post-it» ins interne Fächli «Wochenend-Post» gelegt 
habe mit dem Vermerk, dass keine Post im Postfach gelegen habe. Am Mon-
tag sei er wie gewohnt zur Arbeit in die Kanzlei gegangen. Die Kanzleimitar-
beiterin habe im Verlauf des Morgens das Postfach geleert. In diesem Rah-
men hätten die Einspracheentscheide ihren Weg in die Kanzlei gefunden. 
Für die Prüfung einer vorangegangenen Zustellung habe kein Anlass be-
standen. 

3.5.2 Auf Anfrage von Rechtsanwalt B.________ hat C.________ mit 
Schreiben vom 4. Mai 2023 (Vorakten StRK [act. 4A] pag. 208) den Sach-
verhalt folgendermassen geschildert: Am Freitag, 24. März 2023, habe 
Rechtsanwalt E.________ seinen Geburtstag gemeinsam mit ihr und 
anderen Gästen im H.________ in … gefeiert. Sie habe am Samstag, 
25. März 2023, in ihrem Büro gearbeitet und diverse Arbeiten für ihr Treu-
handunternehmen erledigt. Rechtsanwalt B.________ habe sie gefragt, ob 
sie ihn zur Poststelle begleiten würde. Sie habe dies bejaht und ihren Post-
fach-Schlüssel mitgenommen. Sie seien zu Fuss zur Poststelle gelaufen. 
Dort hätten sie beide ihre Postfächer geleert. Bei ihr seien einige Briefe darin 
enthalten gewesen und etwas Werbung. Rechtsanwalt B.________ habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 10

noch gesagt: «Wieder einmal nur Werbung, sonst nichts». Er habe diese an-
schliessend in einem Abfalleimer entsorgt. Sie seien dann gemeinsam zu-
rück in Richtung Büro gelaufen und hätten vorher noch ein «Feierabend-
Bier» im G.________ getrunken, wo sie u.a. über die Geburtstagsfeier von 
Rechtsanwalt E.________ vom Vortag gesprochen hätten. Rechtsanwalt 
B.________ sei anschliessend zurück ins Büro gegangen, sie habe 
Feierabend gemacht. 

3.6 Die Vorinstanz hielt es für «erstaunlich», wie genau und detailliert 
sich Rechtsanwalt B.________ nach «über zwei Monaten» erinnere, was 
sich konkret und ausgerechnet am fraglichen Samstag im Postfach befunden 
habe, nämlich einzig Werbematerial. Dies erscheine auch vor dem Hinter-
grund «zumindest sehr fraglich», dass er nach eigenen Angaben regelmäs-
sig an Samstagen arbeite und im Anschluss daran das Postfach leere. Das-
selbe gelte für die Bestätigung von C.________ (angefochtene Entscheide 
E. 3.1). Die Steuerverwaltung bringt vor, es erstaune allein schon der hohe 
Detaillierungsgrad, mit welchem sich sowohl Rechtsanwalt B.________ als 
auch C.________ an einen «belanglosen Samstagabend» erinnern wollten, 
der zum Zeitpunkt, in welchem die beiden Schriftstücke abgefasst worden 
seien, bereits 40 Tage zurückgelegen habe. Hinzu komme, dass es den 
Aussagen gerade im «entscheidenden Punkt», der Leerung des Postfachs, 
am nötigen Detaillierungsgrad fehle. Rechtsanwalt B.________ betone 
zudem in hohem Mass die eigene Erinnerungstreue. Im Rahmen der 
Aussagewürdigung sei bei derartigem Verhalten stets «grosse Vorsicht» ge-
boten. Solches spreche nicht für den hohen Wahrheitsgehalt der Aussage, 
sondern sei im Gegenteil als «Fantasiesignal» zu qualifizieren. Auffällig sei 
auch die «hohe Stringenz» der beiden Aussagen. Die Datierung von 
C.________ Schreiben lasse den Schluss zu, dass die Aussagen 
aufeinander abgestimmt worden seien. Es sei weiter nicht nachvollziehbar, 
weshalb die Sinne der beiden bedingt durch die Geburtstagsfeier vom 
Vorabend «derart geschärft» gewesen sein sollten. Noch mehr erstaune der 
Inhalt der fraglichen Aussagen. Es bestehe aktuell kein Angebot der Post, 
welches eine Samstagszustellung von Werbematerial an Geschäftskunden 
erlaube. Es sei daher «wenig wahrscheinlich», dass sich im Postfach am 
Samstag irgendwelches Werbematerial befunden habe, womit auch wenig 
wahrscheinlich sei, dass die schriftlichen Ausführungen die tatsächlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 11

Verhältnisse wiedergeben würden. Die Aussagen seien damit insgesamt 
unglaubhaft (Beschwerdeantwort vom 7.8.2023; Stellungnahme vom 
10.10.2023).

3.7 Dazu ist Folgendes festzuhalten: Zunächst mag es mit den Vorinstan-
zen allgemein zutreffen, dass die Erinnerung an einen Ereignisablauf, des-
sen Relevanz zudem erst nachträglich erkennbar wurde, nach 40 Tagen 
nicht mehr gleich zuverlässig ist (BGer 1C_31/2018 vom 14.1.2019 E. 4.2). 
Dass von den Beteiligten aber dazu schlicht keine verlässlichen bzw. detail-
lierten Aussagen mehr zu erwarten sind, leuchtet nicht ein, zumal plausibel 
erscheint, dass mit der Geburtstagsfeier des Rechtsvertreters des Be-
schwerdeführers am Freitag, 24. März 2023, und dem gemeinsamen Feier-
abendbier am fraglichen Samstagabend nicht alltägliche Erlebnisse vorla-
gen, die dazu führen konnten, dass die fraglichen Begebenheiten weniger 
schnell in Vergessenheit gerieten. Im Übrigen dürfte die Gefahr von Unsi-
cherheiten und Verwechslungen mit anderen Tagen geringer sein, wenn 
Rechtsanwalt B.________ das Postfach lediglich an einigen Samstagen pro 
Monat leert, als wenn er dies häufiger tun würde. Dass er – wie die Steuer-
verwaltung bemängelt – zur Postfachleerung an sich wenig detaillierte An-
gaben machen kann, erstaunt insoweit nicht, als es sich dabei um einen sehr 
überschaubaren Sachverhalt handelt. Vielmehr wäre eher als auffallend zu 
werten, wäre er noch in der Lage gewesen, präzise Angaben zum von ihm 
im Postfach vorgefundenen Werbematerial zu machen, wenn er dieses wie 
er geltend macht sogleich wieder entsorgt hat. Weiter spricht der Umstand, 
dass er ausdrücklich betont, sich sicher an die von ihm geschilderten Ereig-
nisse zu erinnern, für sich allein noch nicht gegen eine erlebnisbasierte Aus-
sage bzw. für das Vorliegen eines «Fantasiesignals». Die Glaubhaftigkeit der 
schriftlichen Aussagen vermag ferner nicht zu mindern, dass Rechtsanwalt 
B.________ angab, am Samstag Werbematerial in seinem Postfach vorge-
funden zu haben. Zwar scheint zutreffend, dass die Schweizerische Post 
derzeit keine Zustellung von Werbesendungen an Geschäftskunden am 
Samstag anbietet (vgl. Factsheet «PromoPost-Angebot», abrufbar unter: 
<www.post.ch>, Rubriken «Briefe versenden/Unadressierte Sendun-
gen/PromoPost»). Die Sendungen werden aber offenbar zusammen mit der 
gewöhnlichen (adressierten) Briefpost spediert. Falls das fragliche Werbe-
material per B-Post verschickt wurde – was naheliegend ist –, hätte sich die-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 12

ses im Zeitpunkt der geltend gemachten Postfachleerung am Freitag (7.00-
7.30 Uhr; vgl. Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 21.8.2023 S. 3) 
wohl noch nicht unter den Postsendungen befunden, da B-Post anders als 
A-Post nicht bereits bis zur Schalteröffnung am Morgen, sondern im Verlauf 
des Tages in das Postfach zugestellt wird (<www.post.ch>, Rubriken 
«Empfangen/Empfangsorte/Postfach»). Es kann damit entgegen der Steu-
erverwaltung nicht gesagt werden, es sei «wenig wahrscheinlich», dass sich 
im Postfach am Samstag Werbematerial befunden habe. Insgesamt erschei-
nen die Schilderungen von Rechtsanwalt B.________ grundsätzlich plausi-
bel.

3.8 Die schriftlichen Aussagen von C.________ stimmen mit der 
Sachverhaltsdarstellung von Rechtsanwalt B.________ überein. Zwar geht 
aus ihrem Schreiben hervor, dass sie die Ereignisse auf dessen Anfrage hin 
bestätigt hat. Indes liegen keine Anzeichen vor, dass Rechtsanwalt 
B.________ C.________ angewiesen hat, wie sie aussagen soll. Allein aus 
der «hohen Stringenz» und der Datierung der beiden schriftlichen 
Erklärungen lässt sich solches entgegen der Steuerverwaltung jedenfalls 
nicht ableiten. Sie hat sodann nicht einfach seine Ausführungen wiederholt 
und sich zur Leerung des fraglichen Postfachs nur zurückhaltend geäussert; 
zu dessen Inhalt hat sie keine Angaben zu machen vermocht und sich auf 
ihre eigenen Wahrnehmungen beschränkt, was auf den Wahrheitsgehalt 
ihrer Aussagen hinweist. Zu berücksichtigen ist zudem, dass C.________ 
nicht in der Kanzlei I.________ tätig ist, sondern ein eigenes Treuhand-
unternehmen führt. Insofern liegt nicht auf der Hand, weshalb sie ein eigenes 
Interesse am Verfahrensausgang haben sollte, das sie dazu bewegen 
könnte, die Geschehnisse unrichtig wiederzugeben. Dass sie offenbar ein 
freundschaftliches Verhältnis zu den beiden Anwälten der Kanzlei pflegt, 
reicht nicht, um ihrer schriftlichen Aussage von vornherein einen reduzierten 
Beweiswert beizumessen. 

3.9 Nach dem Gesagten erscheint die Darstellung des Rechtsvertreters 
des Beschwerdeführers, wonach sich am Samstag, 25. März 2023, keine A-
Post Plus-Sendung der Steuerverwaltung im Postfach der Kanzlei befunden 
habe, aufgrund der beiden grundsätzlich glaubhaften schriftlichen Aussagen 
von Rechtsanwalt B.________ und C.________ nicht bloss rein hypo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 13

thetischer Natur. Insoweit besteht zumindest eine gewisse Wahrscheinlich-
keit für eine fehlerhafte Postzustellung. In diese Richtung mögen auch die 
verschiedenen weiteren schriftlichen Bestätigungen von (ehemaligen) Sek-
retariatsmitarbeitenden und dem Geschäftsführer eines ebenfalls in 
D.________ domizilierten Unternehmens hindeuten, die der Rechtsvertreter 
des Beschwerdeführers ins Recht gelegt hat. Daraus geht hervor, dass es in 
der Vergangenheit vermehrt zu Fehlzustellungen gekommen sei, seit die 
Postfiliale in D.________ wegen eines Umbaus in ein Provisorium 
umgezogen ist bzw. seit der Umstellung auf die regionale Post-Zustellstelle 
… (vgl. Schreiben vom 4.5.2023 bzw. 8.5.2023, Vorakten StRK [act. 4A] 
pag. 213 ff.). Die Sekretariatsmitarbeitenden nennen auch ein konkretes Bei-
spiel, bei dem es zu mehreren Zustellungen fremder Post in das Postfach 
der Kanzlei gekommen sei, wobei sie die Post jeweils der Empfängerin vor-
beigebracht hätten. Zwar beweisen diese schriftlichen Erklärungen nicht, 
dass der Post im konkreten Fall ein Fehler bei der Zustellung unterlaufen ist. 
Sie weisen jedoch immerhin darauf hin, dass die Postzustellung im fraglichen 
Zeitpunkt in D.________ insbesondere aufgrund des Poststellen-
Provisoriums nicht immer einwandfrei funktionierte (vgl. auch BVR 1996 
S. 189 E. 2d; Michel Daum, a.a.O., Art. 44 N. 27). Es scheint schliesslich 
zumindest nicht ausgeschlossen, dass der Umstand, dass bei den fraglichen 
Einspracheentscheiden in der Adresszeile die Postfachnummer der Kanzlei 
falsch angegeben war (1 statt 21, vgl. Einspracheentscheide vom 24.3.2023 
sowie Schreiben der Post vom 4.3.2023, Vorakten StRK [act. 4A] pag. 23 
und 216), zu einer fehlerhaften bzw. verzögerten Postzustellung geführt 
haben könnte. 

3.10 Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Angesichts der nachvoll-
ziehbaren schriftlichen Schilderungen von Rechtsanwalt B.________ und 
C.________ und der übrigen Umstände (vorne E. 3.5, 3.7 ff.) spricht 
zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen Zustellfehler in Bezug 
auf die fragliche A-Post Plus-Sendung, weshalb im vorliegenden Fall nicht 
auf den Track & Trace-Auszug bzw. das darin enthaltene Zustelldatum ab-
gestellt werden kann. Es besteht mithin eine Unsicherheit betreffend den 
Zeitpunkt der Zustellung, die nicht bloss hypothetischer Art ist. Die Folgen 
dieser Ungewissheit hat nicht der Beschwerdeführer, sondern die beweisbe-
lastete Steuerverwaltung zu tragen (vorne E. 3.2). Mit Blick darauf, dass im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 14

Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abzustellen ist und dessen guter 
Glaube zu vermuten ist (vorne E. 3.4; BGE 142 IV 125 E. 4.3), ist davon 
auszugehen, dass die Einspracheentscheide dem Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers erst am Montag, 27. März 2023, zugestellt wurden. Die 30-
tägige Rechtsmittelfrist begann demnach am Dienstag, 28. März 2023, zu 
laufen (vgl. Art. 151 StG i.V.m. Art. 41 Abs. 1 VRPG; Art. 140 Abs. 4 i.V.m. 
Art. 133 Abs. 1 Satz 1 DBG) und endete am Mittwoch, 26. April 2023. Die an 
diesem Tag der Post übergebenen Rechtsmittel gegen die Einspracheent-
scheide vom 24. März 2023 sind damit als rechtzeitig erhoben zu betrachten 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 42 Abs. 2 VRPG; Art. 140 Abs. 4 i.V.m. Art. 133 
Abs. 1 Satz 2 DBG). Unter diesen Umständen war der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers nicht gehalten, weitere Abklärungen über den Beginn 
des Fristenlaufs zu treffen (so aber angefochtene Entscheide E. 3.2, auch 
zum Folgenden). Unerheblich ist schliesslich, dass in den Rekursen bzw. in 
den Beschwerden keine genaueren Angaben dazu enthalten sind.

4.

4.1 Die Beschwerden erweisen sich damit (soweit darauf einzutreten ist; 
vorne E. 1.2) als begründet. Die angefochtenen Entscheide sind aufzuheben 
und die Sache ist zur Prüfung der übrigen Prozessvoraussetzungen und (ge-
gebenenfalls) zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
Unter diesen Umständen kann auf die beantragten Einvernahmen (vgl. Be-
schwerden Ziff. II Rz. 8) verzichtet werden; die entsprechenden Beweisan-
träge werden abgewiesen.

4.2 Bei diesem Ausgang sind für die Verfahren vor Verwaltungsgericht 
keine Verfahrenskosten zu erheben, zumal das teilweise Nichteintreten (vgl. 
vorne E. 1.2) keine Kostenausscheidung rechtfertigt (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). 
Der Beschwerdeführer hat zudem Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten 
durch den Kanton Bern (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 
Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG sowie Art. 64 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 15

Gemäss Art. 41 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) i.V.m. Art. 11 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Mai 2006 
über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, 
PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- 
bis 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb dieses Rahmentarifs bemisst sich der 
Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand, der 
Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 
Abs. 3 KAG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in seiner 
Kostennote vom 1. November 2023 (act. 14A) ein Honorar von Fr. 6'200.-- 
zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer geltend. Dies erscheint angesichts 
der obgenannten Kriterien als deutlich überhöht, zumal die Beschwerden zu 
einem grossen Teil auch materielle Ausführungen enthalten, auf die – wie 
der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hätte erkennen müssen – nicht 
einzugehen ist (vorne E. 1.2). Zwar kann die Bedeutung der Streitsache 
angesichts der betroffenen Vermögensinteressen als überdurchschnittlich 
erachtet werden; die Schwierigkeit des Prozesses erweist sich aber als un-
terdurchschnittlich, weshalb trotz dreifachem Schriftenwechsel der gebotene 
Zeitaufwand als höchstens durchschnittlich zu bezeichnen ist. Für den in der 
Sache gebotenen Zeitaufwand scheint ein Honorar von Fr. 3'500.-- (zuzüg-
lich Fr. 273.80 Auslagen und Fr. 290.60 MWSt) angemessen. 

4.3 Die aufgrund der vorliegenden Rückweisungsentscheide erneut mit 
der Angelegenheit befasste StRK wird die vor ihr entstandenen Kosten ge-
mäss dem Ausgang der Neuprüfung verlegen (vgl. Ruth Herzog, in Herzog/
Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 
N. 7).

4.4 Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichts-
gesetz, BGG; SR 173.110) als Zwischenentscheide. Sie können unter den 
Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der Hauptsache offen-
stehenden Rechtsmittel, hier mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten, selbständig angefochten werden (statt vieler 
BGE 144 V 280 E. 1.2, 134 II 124 E. 1.3, je mit Hinweisen).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 16

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012-
2016 wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der Entscheid 
der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 6. Juni 2023 wird 
aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Behandlung im Sinn der Er-
wägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2012-2016 wird 
gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der Entscheid der Steuer-
rekurskommission des Kantons Bern vom 6. Juni 2023 wird aufgehoben 
und die Sache wird zur weiteren Behandlung im Sinn der Erwägungen an 
die Vorinstanz zurückgewiesen.

3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. Der Kanton Bern (Steuerverwaltung) hat dem Beschwerdeführer die Par-
teikosten für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
Fr. 4'064.40 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer
- Steuerverwaltung des Kantons Bern
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21.11.2023, Nrn. 100.2023.185/
186U, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.