# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58c8f81d-3636-54fb-b7db-7f0941e74ffe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2006 PVG 2006 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2006-16_2006-12-31.pdf

## Full Text

8/16 Steuern PVG 2006

Grundstückgewinnsteuern. Berechnung des Zuschlages für 
die Geldwertveränderung.
– Bei der Veräusserung einer Liegenschaft, die vorher in 

Anwendung von Art. 18 Abs. 3 StG vom Geschäfts- in 
das Privatvermögen überführt worden ist, ist die Geld- 
entwertung nach Art. 50 StG nicht erst ab dem Zeit- 
punkt der Überführung, sondern bereits auf den Zeit- 
punkt des Erwerbes bzw. der einzelnen wertvermeh- 
renden Aufwendungen zu gewähren.

Imposta sul plusvalore fondiario. Calcolo del supplemento per 
la variazione del valore monetario.
– In caso d’alienazione di un immobile che prima, in ap- 

plicazione dell’art. 18 cpv. 3 LIC, era stato trasferito dalla 
sostanza aziendale nella sostanza privata, la variazione del 
valore monetario giusta l’art. 50 LIC non va concessa solo a 
partire dal momento del trasferimento, bensì già dal 
momento dell’acquisto rispettivamente dell’e- sborso 
delle singole spese incrementanti il valore.

Erwägungen:
1. Bei der Grundstückgewinnsteuer ist der Veräusserungs-

gewinn der Betrag, um den der Erlös die Anlagekosten (Erwerbs- 
preis und Aufwendungen) übersteigt (Art. 46 Abs. 1 StG). Für die 
Berechnung der Anlagekosten ist die letzte steuerbegründende 
Veräusserung massgebend (Art. 46 Abs. 2 StG). Als Erwerbspreis 
bei der Überführung von Geschäftsvermögen in das Privatvermö- 
gen gilt der Überführungswert zuzüglich der bei der Überführung 
versteuerten Gewinne (Art. 48 Abs. 3 StG). Dementsprechend 
stellt Art. 18 Abs. 2 StG die Überführung von Geschäftsvermögen 
in das Privatvermögen ausdrücklich einer (steuerbegründenden) 
Veräusserung gleich. Nach Art. 18 Abs. 3 StG sind bei der Über- 
führung von Liegenschaften des betriebsnotwendigen Anlagever- 
mögens in das Privatvermögen Gewinne nur in dem Umfang steu- 
erbar, in dem früher Abschreibungen zugelassen worden waren. 
Hat sich der Landesindex der Konsumentenpreise seit der letzten 
steuerbegründenden Veräusserung um mehr als 10 % verändert, 
sind die Anlagekosten im halben Ausmass der Veränderung anzu- 
passen (Art. 50 StG). Vorliegend stellt sich einzig die Frage, ab wel- 
chem Zeitpunkt die Geldwertveränderung im Sinn von Art. 50 StG 
gewährt werden muss, wenn eine Liegenschaft verkauft wird, die 
früher zum betriebsnotwendigen Geschäftsvermögen gehörte,  in-

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zwischen aber in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 StG ins Privatver- 
mögen überführt worden ist.

2. a) Die Steuerverwaltung ist nun der Ansicht, als letzte 
steuerbegründende Veräusserung sei auch in den Fällen der privi- 
legierten Überführung vom Geschäftsvermögen in das Privatver- 
mögen gemäss Art. 18 Abs. 3 StG der Zeitpunkt der Überführung 
anzusehen, setze doch Art. 18 Abs. 2 StG eine Überführung aus- 
drücklich einer Veräusserung gleich. Damit wird indessen dem Um- 
stand, dass bei einer Überführung von Liegenschaften des be- 
triebsnotwendigen Anlagevermögens in das Privatvermögen nach 
Art. 18 Abs. 3 StG eine Besteuerung nur hinsichtlich der früher zu- 
gelassenen Abschreibungen erfolgt, nicht Rechnung getragen. Die 
Besteuerung des davon nicht erfassten Gewinnes bleibt dagegen 
aufgeschoben und wird, wenn das Grundstück nach Ablauf von 
mehr als fünf Jahren verkauft wird, mit der Grundstückgewinn- 
steuer besteuert, davor mit der Einkommenssteuer. Die privile- 
gierte Überführung gemäss Art. 18 Abs. 3 StG wirkt sich damit nur 
teilweise, nämlich hinsichtlich der zugelassenen Abschreibungen, 
steuerbegründend aus. Der übrige Gewinn wird dagegen erst der 
Besteuerung unterworfen, wenn die in das Privatvermögen über- 
führte Liegenschaft verkauft wird. Hinsichtlich dieses Gewinnes 
kann somit bei der Überführung vom Geschäfts- in das Privatver- 
mögen nicht von einer steuerbegründenden Veräusserung gespro- 
chen werden, da eben diesbezüglich eine Besteuerung nicht er- 
folgt, sondern bis zum Verkauf aufgeschoben wird. Dies hat zur 
Folge, dass bei der Veräusserung einer Liegenschaft, die vorher in 
Anwendung von Art. 18 Abs. 3 StG vom Geschäfts- in das Privat- 
vermögen überführt worden ist, nicht erst ab dem Zeitpunkt der 
Überführung, sondern bereits auf den Zeitpunkt des Erwerbes bzw. 
der einzelnen wertvermehrenden Aufwendungen die Geldentwer- 
tung nach Art. 50 StG zu gewähren ist. Der Rekurs ist daher gutzu- 
heissen und die Sache zu neuer Veranlagung unter Berücksichti- 
gung der Teuerung im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen.

b) Daran ändert auch die Berufung beider Parteien auf Art. 
53 StG nichts. Der Besitzdauerabzug nach dieser Bestimmung ist 
einzig eine Frage der Steuerberechnung, nicht aber der Bemes- 
sungsgrundlage. Demgegenüber geht es bei Art. 50 StG um die 
Ermittlung des Steuerobjektes, also um die Bemessung  der 
Steuer. Die beiden Normen regeln also völlig Verschiedenes. Aus 
der einen Bestimmung lässt sich daher nichts für die Auslegung 
der anderen ableiten.
A 06 20 Urteil vom 9. Juni 2006

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