# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f80b020-8448-5b1d-82e8-be8ede3f9b3d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.09.2009 D-5890/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5890-2008_2009-09-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5890/2008/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Hans Schürch (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Blaise Pagan, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Christoph Erdös, Rechtsanwalt, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
12. August 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5890/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein srilankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie, suchte erstmals mit einem an die Schweizerische Vertre-
tung in Colombo gerichteten Schreiben vom 24. Dezember 1997 um 
Asyl  in  der  Schweiz  nach.  Im  Rahmen  dieses  ersten  Asylgesuchs 
machte er im Wesentlichen geltend, er sei im Februar 1995 von Jaffna 
nach Colombo umgezogen. Dort  sei  er  am 9. Oktober  1996 von Ar-
meeangehörigen mitgenommen und in der Folge von der Armee sowie 
dem  Crime  Detection  Bureau  (CDB)  festgehalten  und  misshandelt 
worden. Man habe ihm vorgeworfen, den Behörden Informationen be-
treffend  einen  Angehörigen  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam 
(LTTE) vorenthalten zu haben. Am 6. April 1997 sei er ins Gefängnis 
verlegt worden. In der Folge sei er mehrmals einem Richter vorgeführt 
und schliesslich am 22. Juli 1998 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt 
worden. Am 11. Februar 1999 sei er entlassen worden. Nach der Haft-
entlassung sei  er  weiterhin von der  Armee und der  Polizei  behelligt 
worden. Sie  hätten  ihn  ständig gefragt,  weshalb  er  sich  in  Colombo 
aufhalte, obwohl er dort offiziell angemeldet gewesen sei. 

A.b Das Bundesamt lehnte das erste Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers mit  Verfügung vom 22. September 1999 ab und verweigerte die 
Einreise in die Schweiz. Für den weiteren Inhalt des ersten Asylverfah-
rens ist auf die entsprechenden Akten zu verweisen. 

B.
B.a Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Anga-
ben zufolge am 22. oder 23. Oktober 2006 an Bord eines Schiffes und 
gelangte  am 7. Dezember  2006 von ihm unbekannten Ländern  her-
kommend in  die  Schweiz. Gleichentags stellte  er  im Empfangs-  und 
Verfahrenszentrum B._______ ein zweites Asylgesuch, wurde dort am 
13. Dezember 2006 summarisch befragt und in der Folge für die Dauer 
des  Verfahrens  dem Kanton  C._______ zugewiesen. Die  zuständige 
kantonale  Behörde  hörte  den  Beschwerdeführer  am  21.  März  2007 
ausführlich zu seinen Asylgründen an.

B.b Zur  Begründung  seines  zweiten  Asylgesuchs  brachte  der  Be-
schwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei am 9. Oktober 1996 in Co-
lombo  erstmals  inhaftiert  worden,  und  zwar  im  Zusammenhang  mit 
Bombenanschlägen in Colombo. Man habe ihm zu Unrecht vorgewor-

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fen,  den  LTTE anzugehören. Er  habe  lediglich  früher  einmal  für  die 
LTTE Plakate geklebt, weil er dazu gezwungen worden sei. Er sei bis 
am 11. Februar 1999 inhaftiert gewesen. Zu Beginn der Haft habe man 
ihn gefoltert. Nach seiner Freilassung habe er bei der Schweizerischen 
Vertretung  in  Colombo ein  erstes  Asylgesuch  gestellt,  damit  jedoch 
keinen Erfolg gehabt. Am 2. Juni 2000 sei er nach Vavuniya gegangen. 
Unmittelbar nach seiner Ankunft sei er dort durch Angehörige der Ee-
lam People's Democratic Party (EPDP) wegen Verdachts der Spionage 
für  die  LTTE respektive  Mitgliedschaft  bei  der  LTTE festgenommen, 
geschlagen und in der Folge bis am 4. Juni 2002 inhaftiert worden. Bei 
seiner Freilassung habe man ihm eine Meldepflicht auferlegt, welche 
er jedoch ignoriert habe. Am 23. August 2003 habe er Kenntnis von ei-
nem gegen ihn ausgestellten Haftbefehl erlangt. Der Haftbefehl sei zu-
hause seiner Mutter übergeben worden. Er habe die Sache jedoch ig-
noriert,  da er erwartet habe, dass es Frieden geben würde. Ab Mitte 
2004 hätten die Armee, die EPDP und das Criminal Investigations De-
partment (CID) begonnen, nach ihm zu suchen. Dabei hätten sie seine 
Verwandten behelligt: Am 30. Oktober 2004 sei sein Bruder D._______ 
mitgenommen und später – vermutlich durch die EPDP – umgebracht 
worden.  Am  1. Dezember  2005  seien  ausserdem  zwei  weitere  Ver-
wandte erschossen worden. Um der Verfolgung zu entgehen, habe er 
seit Ende des Jahres 2005 ständig seinen Aufenthaltsort gewechselt. 
Die  Verfolger  hätten  weiterhin  mehrmals  in  seinem  Heimatdorf 
E._______  nach  ihm  gesucht.  Aus  diesen  Gründen  sei  er  am 
1. Oktober  2006  aus  Jaffna  abgereist  und  via  Trincomalee  und 
Colombo nach Galle oder Kandy gelangt. Es sei ihm aus finanziellen 
Gründen  nicht  möglich  gewesen,  sein  Heimatland  bereits  zu  einem 
früheren  Zeitpunkt  zu  verlassen.  Mit  Hilfe  eines  Schleppers  sei  er 
danach am 22. oder 23. Oktober 2006 aus Sri  Lanka ausgereist. Er 
fürchte  sich  insbesondere  vor  der  Armee  und  der  EPDP.  Beide 
Parteien  würden  ihn  erneut  der  Zusammenarbeit  mit  der  LTTE 
beschuldigen  und  umbringen,  falls  er  von ihnen  aufgegriffen  würde. 
Die srilankische Armee suche derzeit nach Personen, welche früher im 
Gefängnis gewesen seien. Diese Personen würden dann erschossen. 

B.c Mit Eingabe vom 14. Juli 2008 brachte der Beschwerdeführer au-
sserdem vor, seine Ehefrau sei nach seiner Flucht aus Sri Lanka von 
der srilankischen Armee sowie von unidentifizierten paramilitärischen 
Gruppierungen massiv bedroht worden und habe sich hilfesuchend an 
seinen ehemaligen Anwalt T. P. gewandt. 

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B.d Zum Beleg seiner Identität sowie zur Untermauerung seiner Vor-
bringen reichte der Beschwerdeführer im Verlaufe des vorinstanzlichen 
Verfahrens folgende Identitätsdokumente und Beweismittel zu den Ak-
ten: Kopie der Identitätskarte, Geburtsschein (inkl. Übersetzung), Ge-
burtsschein der Ehefrau (beglaubigte Kopie), Eheschein (Kopie), Foto 
des  Beschwerdeführers  mit  rückseitiger  Bestätigung  seiner  Identität 
durch den Dorfvorsteher vom 9. Juli 2003, Gefangenenkarte des Inter-
nationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Sri  Lanka, Haftentlas-
sungs-Bestätigung  des  Gefängnisses  E._______  vom  11.  Februar 
1999 (inkl. Übersetzung), Bestätigungsschreiben des IKRK Sri Lanka 
vom  15.  Februar  1999,  Schreiben  der  Human  Rights  Commission 
(HRC)  Sri  Lanka  vom  15. März  2000,  Todesschein  des  Bruders 
D._______, Haftbefehl  des Bezirksgerichts  Colombo vom 28. August 
2003,  Schreiben  des  Rechtsanwaltes  A.  K.  vom  22.  August  2005, 
Schreiben des Rechtsanwaltes T. P. vom 5. Juni 2008, diverse Fotos, 
Kopie eines Notizzettels mit Namen von Asylsuchenden aus Sri Lanka.

C.
Das BFM stellte  mit  Verfügung  vom 12. August  2008  –  eröffnet  am 
14. August 2008 – fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien 
unglaubhaft.  Demzufolge  verneinte  es  seine  Flüchtlingseigenschaft, 
lehnte  das  Asylgesuch  ab  und  verfügte  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug. 

D.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 15. September 
2008 (Poststempel) liess der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht 
beantragen,  die  angefochtene Verfügung sei  aufzuheben und es sei 
Asyl zu gewähren. Eventuell seien vor dem Entscheid über die Flücht-
lingseigenschaft  weitere  Abklärungen  durch  das  BFM vorzunehmen, 
subeventuell  sei  dem Beschwerdeführer  die  vorläufige  Aufnahme zu 
gewähren. Zudem sei eine angemessene Prozessentschädigung zuzu-
sprechen. In  prozessualer  Hinsicht  wurde darum ersucht,  es sei  der 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Ausserdem wurde 
um Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege so-
wie um Einsicht in die relevanten Akten des ersten Asylgesuchs des 
Beschwerdeführers ersucht. 

Der Beschwerde lagen mehrere bereits im vorinstanzlichen Verfahren 
eingereichte Beweismittel in Kopie sowie Kopien von vorinstanzlichen 

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Akten (die  beiden  Befragungsprotokolle  sowie  das  Antwortschreiben 
des BFM vom 25. August 2008 betreffend Akteneinsichtsgesuch) bei.

E.
Der Instruktionsrichter hiess das Akteneinsichtsgesuch mit Zwischen-
verfügung vom 19. September 2008 gut und gewährte dem Beschwer-
deführer eine Nachfrist  zur  Einreichung einer allfälligen Stellungnah-
me. Im  Weiteren  forderte  er  den  Beschwerdeführer  auf,  innert  Frist 
eine Beschwerdeverbesserung nachzureichen. Er verzichtete ausser-
dem auf  die  Erhebung eines  Kostenvorschusses und teilte  dem Be-
schwerdeführer gleichzeitig mit, über das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  werde  im  Endentscheid  befunden.  Der  Be-
schwerdeführer wurde in diesem Zusammenhang aufgefordert, umge-
hend einen Beleg  für  die  geltend gemachte  Bedürftigkeit  nachzurei-
chen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung 
wurde abgewiesen und auf das Gesuch um Erteilung der aufschieben-
den Wirkung mangels Rechtsschutzinteresses nicht eingetreten. 

F.
Mit  Eingaben vom 30. September 2008 und 1. Oktober 2008  (Post-
stempel)  wurden  die  verlangten  Unterlagen  zur  geltend  gemachten 
Bedürftigkeit  sowie  die  Beschwerdeverbesserung  zu  den  Akten  ge-
reicht.

G.
Mit Eingabe vom 6. Oktober 2008 reichte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers im Nachgang an die vom Instruktionsrichter gewährte 
Einsicht in die relevanten Akten des ersten Asylgesuchs eine diesbe-
zügliche Stellungnahme ein. Der Eingabe lag ein Bestätigungsschrei-
ben des srilankischen Friedensrichters V. S. vom 2. September 2008 
(Kopie) bei. 

H.
Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 15. Oktober 2008 voll-
umfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde.

I.
Die  Vernehmlassung  des  BFM  wurde  dem  Beschwerdeführer  am 
16. Oktober 2008 zur Kenntnis gebracht. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM, welche in An-
wendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) er-
gangen sind; das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Be-
reich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise Änderung. Er ist  daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art.  6  AsylG  i.V.m. Art.  48  Abs. 1  sowie  Art.  50  und  52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-
zung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit ge-
rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer politischen Anschauungen 
wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist  oder begründete Furcht 
hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachtei-
le gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit so-
wie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewir-
ken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 

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die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
4.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheids im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers 
seien teilweise widersprüchlich ausgefallen und stimmten nicht mit den 
Angaben in  den eingereichten Beweismitteln  überein. Beispielsweise 
habe er anlässlich der Befragungen verneint, im Zusammenhang mit 
der  ersten  Inhaftierung  jemals  verurteilt  worden  zu  sein.  Im  Wider-
spruch dazu habe er im Rahmen des ersten Asylverfahrens (Ausland-
verfahren) geltend gemacht, er sei  aufgrund von Dokumenten in sin-
ghalesischer  Sprache,  welche er  unterschrieben habe,  zu  einer  Ge-
fängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er habe auch Beweis-
mittel eingereicht, in welchen diese zweijährige Strafe erwähnt werde. 
Auch zur Frage, ob sein Fall nach der Freilassung abgeschlossen ge-
wesen sei oder nicht, habe der Beschwerdeführer in den beiden Asyl-
verfahren unterschiedliche Angaben gemacht. Im Zusammenhang mit 
seiner Freilassung aus der zweiten Haft im Juni 2002 habe er in der 
Erstbefragung vorgebracht, es sei ihm eine Meldepflicht auferlegt wor-
den, welcher er jedoch keine Folge geleistet habe. Diese Meldepflicht 
habe er  hingegen  in  der  kantonalen Anhörung zunächst  mit  keinem 
Wort erwähnt. Auf entsprechenden Vorhalt hin habe er gesagt, er habe 
die  ihm  auferlegte  Meldepflicht  zu  erwähnen  vergessen.  Der  Be-
schwerdeführer habe ausgesagt, er sei am 2. April  2000 in Vavuniya 
festgenommen worden. Aus den Akten gehe dagegen hervor, dass er 
sich in dieser Zeit nicht in Vavuniya, sondern in Colombo aufgehalten 
habe; der Beschwerdeführer habe am 26. Juni 2000 persönlich bei der 
Schweizerischen Vertretung in  Colombo seinen ersten Asylentscheid 
abgeholt. Überdies habe er  am 10. Juli  2000 von Colombo aus eine 
Sendung  an  die  vormalige  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK) geschickt. Weiter sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer 
ein Schreiben des Anwaltes T. P. zu den Akten gereicht und dazu er-
klärt habe, dieser habe ihn während seines Gerichtsverfahrens in den 
90er-Jahren vertreten. Anlässlich der kantonalen Anhörung habe der 
Beschwerdeführer jedoch im Rahmen der Aufzählung der für ihn in der 
Vergangenheit tätigen Anwälte im Heimatland den besagten T. P. nicht 
erwähnt. Das fragliche Schreiben müsse daher als Gefälligkeitsschrei-
ben ohne Beweiswert erachtet werden. Im Übrigen stehe die darin ge-

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machte Bestätigung einer Verurteilung zu einer zweijährigen Gefäng-
nisstrafe  im  Widerspruch  zu  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers 
anlässlich  der  Anhörungen.  Das  Vorbringen,  wonach  der  Briefträger 
seiner Mutter einen auf seine Person ausgestellten Haftbefehl überge-
be habe,  sei  völlig  unrealistisch. Das fragliche Dokument sei  zudem 
manipuliert  worden (überschreiben einer gelöschten Angabe). Im Er-
gebnis  könne diesem Haftbefehl  kein Beweiswert  zuerkannt  werden. 
Die Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit diesem 
Haftbefehl  seien  ausserdem  vage,  unpräzise  und  teilweise  wider-
sprüchlich ausgefallen. Es sei  daher zu bezweifeln, dass er von den 
Behörden gesucht werde. Aufgrund der Aktenlage stehe im Weiteren 
weder  die  wahre  Identität  des  Beschwerdeführers  noch  das richtige 
Ausreisedatum  oder  die  tatsächliche  Reiseroute  fest.  Insbesondere 
habe der  Beschwerdeführer  kein gültiges  Identitätsdokument  zu  den 
Akten gereicht. Seine Angaben betreffend den Verbleib seiner Identi-
tätskarte  seien  widersprüchlich  ausgefallen.  Er  habe  zudem geltend 
gemacht,  er  sei  ohne  gültigen  Ausweis  von  Jaffna  via  Trincomalee 
nach Colombo gereist, was offensichtlich den länderspezifischen Um-
ständen  widerspreche  und  völlig  realitätsfremd  sei.  Auffallend  sei 
schliesslich, dass die in den Akten befindliche Kopie der Identitätskar-
te des Beschwerdeführers, welche er im Jahr 1999 bei der Schweizeri-
schen  Vertretung  in  Colombo  vorgewiesen  habe,  keine  Spuren  von 
Rissen oder Klebestellen aufweise, obwohl die Identitätskarte angeb-
lich bereits zu einem früheren Zeitpunkt durch einen CID-Beamten zer-
schnitten  und  zerrissen  und  anschliessend  vom  Beschwerdeführer 
wieder zusammengeflickt worden sei. 

4.2 In der Beschwerde wird hinsichtlich des Asylpunkts vorgebracht, 
die Vorinstanz bestreite die Inhaftierung des Beschwerdeführers zwi-
schen den Jahren 1996 und 1999 nicht, auch nicht die vom ihm darge-
legten  Haftgründe  (Verdacht  der  Unterstützung  der  LTTE).  Der  Be-
schwerdeführer sei aufgrund seiner tamilischen Ethnie inhaftiert gewe-
sen und dabei gefoltert worden. Am 2. Juni 2000 sei er erneut festge-
nommen und  bis  am 4. Juni  2002  inhaftiert  worden. Die  Vorinstanz 
habe geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe am 26. Juni 2000 
auf der Schweizerischen Vertretung in Colombo persönlich seinen ers-
ten Asylentscheid abgeholt und sich folglich zu dieser Zeit nicht in Haft 
befunden. Ob diese Behauptung zutreffe,  sei  indessen nicht  ersicht-
lich, da das BFM die Unterlagen des ersten Asylgesuchs nicht ediert 
habe. Im Übrigen sei es inkonsequent, dass das BFM dem Beschwer-
deführer einerseits vorwerfe, seine wahre Identität  zu verbergen und 

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die Mitwirkungspflicht verletzt zu haben, sich aber andererseits sicher 
scheine, dass dieser im Juni 2000 den Asylentscheid persönlich gegen 
Unterschrift  entgegengenommen  habe.  In  Bezug  auf  die  von  der 
Vorinstanz als unglaubhaft erachteten Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  im Zusammenhang mit  dem Haftbefehl  sei  darauf  hinzuweisen, 
dass die Mutter des Beschwerdeführers in seiner Abwesenheit die Do-
kumente in Empfang genommen habe. Der Beschwerdeführer müsse 
daher auf die Ausführungen seiner Mutter abstellen. In der Beschwer-
de wird weiter gerügt, der Vorwurf des BFM, wonach der Beschwerde-
führer keine genauen Angaben zu seiner zweiten Verhaftung habe ma-
chen können, sei willkürlich. Dem Befragungsprotokoll sei zu entneh-
men, dass er dazu durchaus detailliert Auskunft gegeben habe. Eben-
falls willkürlich sei die unsubstanziierte und unbelegte Behauptung des 
BFM, wonach es sich bei den Bestätigungsschreiben der Anwälte um 
Gefälligkeitsschreiben  handle.  Das  BFM  habe  ausserdem  den  An-
spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt,  indem 
das Bundesamt sich in seinem Entscheid teilweise auf die im Rahmen 
des Akteneinsichtsgesuchs nicht  edierten  Akten  des  ersten Asylver-
fahrens gestützt  habe. Die  entsprechenden Aktenstücke seien daher 
nachträglich zur Einsicht vorzulegen, damit sich der Beschwerdeführer 
dazu äussern könne. 

4.3 In der Stellungnahme vom 6. Oktober 2008 wird unter Bezugnah-
me auf die Akten des ersten Asylverfahrens angefügt, der erste Asyl-
entscheid sei diesen Akten zufolge am 26. Juni 2000 via die Schweize-
rische Vertretung in Colombo entgegengenommen worden. Der Emp-
fangsschein  sei  mit  der  Unterschrift  von F._______  versehen. Damit 
bestehe  eine  zeitliche  Überschneidung  hinsichtlich  der  zweiten 
Verhaftung des Beschwerdeführers im Jahr 2000 und der Entgegen-
nahme des ersten Asylentscheids. Dies ändere jedoch nichts  daran, 
dass in Sri Lanka seit dem 28. August 2003 ein gültiger Haftbefehl ge-
gen den Beschwerdeführer bestehe. Diese Tatsache werde durch den 
Friedensrichter  in  G._______  (Jaffna)  bestätigt  (vgl.  das  dieser 
Eingabe  beigelegte  Schreiben  des  Friedensrichters).  Der 
Beschwerdeführer  sei  ausserdem  weiterhin  bemüht,  einen  aktuellen 
Haftbefehl zu organisieren. Zurzeit liege jedoch ein solcher nicht vor, 
da die Polizei keine Haftbefehle an Dritte herausgebe. 

5.
Vorab ist hinsichtlich der in der Beschwerde gerügten Verletzung des 
Anspruchs auf rechtliches Gehör Folgendes festzustellen: Es trifft zu, 

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dass sich das BFM in der angefochtenen Verfügung teilweise auf Ak-
ten des ersten Asylverfahrens stützt. Diese Tatsache begründet indes-
sen  per  se  keine  Verletzung  des  Gehörsanspruchs,  da  das  BFM 
grundsätzlich, namentlich mangels anderweitiger Hinweise, vorausset-
zen durfte, dass dem Beschwerdeführer die Akten seines ersten Asyl-
gesuchs bekannt  sind. Der  Umstand,  dass  sich  das BFM in  seinem 
Entscheid teilweise auf diese Akten stützte, ohne dem Beschwerdefüh-
rer vor Erlass des Entscheids von Amtes wegen Einsicht in die alten 
Asylakten  gewährt  zu  haben,  begründet  somit  keine  Verletzung  des 
Gehörsanspruchs. Mit derselben Begründung ist es grundsätzlich nicht 
zu beanstanden, dass dem Beschwerdeführer anlässlich seines Akten-
einsichtsgesuchs vom 20. August 2008 lediglich die Akten des aktuel-
len, zweiten Asylverfahrens zugestellt wurden, zumal er in seinem Ge-
such nicht – auch nicht sinngemäss – darum bat, es seien ihm auch 
die relevanten Akten des ersten Asylverfahrens zu edieren. Erst  aus 
den Ausführungen in der Beschwerde geht sinngemäss hervor, dass 
der Beschwerdeführer offenbar nicht oder nicht mehr im Besitz der Ak-
ten seines ersten Asylverfahrens ist. Daraufhin erfolgte durch den Inst-
ruktionsrichter eine nachträgliche Edition der relevanten Aktenstücke, 
wobei  dem Beschwerdeführer  gleichzeitig  eine  Frist  zur  Einreichung 
einer  diesbezüglichen  Stellungnahme  eingeräumt  wurde.  Dem  An-
spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör wurde damit Ge-
nüge getan. 

6.
Nach eingehender Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungs-
gericht gestützt auf die nachfolgenden Erwägungen zum Schluss, dass 
der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.

6.1 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte, erste Inhaftierung, 
welche  seinen  Angaben  zufolge  wegen  Verdachts  auf  Zugehörigkeit 
zur LTTE erfolgte und vom 9. Oktober 1996 bis zum 11. Februar 1999 
dauerte, erachtet das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Aktenla-
ge  als  überwiegend  glaubhaft,  zumal  der  Beschwerdeführer  diesbe-
züglich mehrere Beweismittel  (unter  anderem des angegebenen Ge-
fängnisses, des IKRK und der HRC) eingereicht hat. Zwischen dieser 
Inhaftierung  und  der  Ausreise  des  Beschwerdeführers  im  Oktober 
2006 besteht jedoch offensichtlich weder ein zeitlicher noch ein sachli-
cher  Zusammenhang.  Zwar  sah  er  sich  infolge  dieser  Verfolgungs-
massnahme dazu veranlasst,  im Dezember  1997 ein  erstes  Asylge-
such bei der Schweizerischen Vertretung in Colombo anhängig zu ma-

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chen. Hingegen erachtete er es offenbar nach seiner Haftentlassung 
im Februar 1999 nicht als notwendig, ins Ausland zu flüchten, sondern 
begab  sich  nach  Vavuniya. Bei  dieser  Sachlage  kann  dieser  Verfol-
gungsmassnahme keine Asylrelevanz zuerkannt werden. 

6.2 Der Beschwerdeführer brachte im Weiteren vor, er sei am 2. Juni 
2000 in Vavuniya erneut verhaftet worden, und zwar wiederum wegen 
Verdachts auf Zugehörigkeit zur LTTE. Erst am 4. Juni 2002 sei er wie-
der freigelassen worden. Wie das BFM indessen zu Recht festgestellt 
hat,  geht  aus den Akten des ersten Asylverfahrens hervor, dass der 
Beschwerdeführer  am  26. Juni  2000  in  Colombo  den  ablehnenden, 
ersten Asylentscheid vom 22. September 1999 persönlich entgegenge-
nommen und den Empfang mit seiner Unterschrift quittiert hat (vgl. die 
entsprechende  Empfangsbestätigung  in  den  vorinstanzlichen  Akten 
des ersten Asylgesuchs). Angesichts der identischen Unterschrift steht 
fest,  dass  es  sich  bei  der  Person,  welche den  Empfang des Urteils 
quittiert hat, um dieselbe Person handelt, die zuvor das erste Asylge-
such  gestellt  hatte  und  bei  der  Botschaftsanhörung  anwesend  war, 
also um den Beschwerdeführer. Diese Feststellung hat ungeachtet der 
Frage nach den wahren Personalien des Beschwerdeführers ihre Gül-
tigkeit, weshalb der Einwand in der Beschwerde, wonach es inkonse-
quent sei, dem Beschwerdeführer vorzuwerfen, er lege seine Identität 
nicht  offen, gleichzeitig aber festzustellen,  er  habe sich im Zeitpunkt 
seiner zweiten Inhaftierung in Colombo aufgehalten, unbehelflich ist. 
Im Weiteren ging bei der ARK am 17. Juli 2000 eine Eingabe des Be-
schwerdeführers ein, welche im Juli 2000 in Colombo der Post überge-
ben worden war. Dem Absender auf dem Briefumschlag ist zu entneh-
men, dass die Sendung vom Beschwerdeführer verschickt wurde und 
dass  er  damals  offenbar  an  der  H._______,  einem  Vorort  von 
Colombo, wohnte. Daraus muss geschlossen werden,  dass  sich  der 
Beschwerdeführer  entgegen  seinen  Vorbringen  zumindest  an  den 
fraglichen Daten (26. Juni 2000 sowie Juli  2000) nicht in Vavuniya in 
Haft  befand.  Diese  Schlussfolgerung  wird  seitens  des  Beschwerde-
führers  im Übrigen  nicht  ausdrücklich  bestritten  (vgl.  namentlich  die 
diesbezüglichen Ausführungen in der Stellungnahme vom 6. Oktober 
2008). Die geltend gemachte Inhaftierung in Vavuniya zwischen dem 
2. Juni  2000 und dem 4. Juni  2002 ist  aus  diesen Gründen als  un-
glaubhaft zu erachten. Im Übrigen wäre auch diese zweite Inhaftierung 
infolge  fehlender  zeitlicher  Nähe  zum  Ausreisezeitpunkt  im  Oktober 
2006 als nicht asylrelevant zu qualifizieren. 

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6.3 Der  Beschwerdeführer  machte  ausserdem  geltend,  im  August 
2003 sei ein Haftbefehl auf seine Person ausgestellt worden. Verschie-
dene Gruppierungen (EPDP, Armee, CID) hätten in der Folge nach ihm 
gesucht, weshalb er bis zur Ausreise ständig seinen Wohnort gewech-
selt habe. Nach seiner Ausreise sei seine Frau massiv bedroht worden. 
Zu diesen Vorbringen ist Folgendes zu bemerken:

6.3.1 Wie bereits die Vorinstanz festgestellt hat, muss die Authentizität 
des eingereichten Haftbefehls bezweifelt werden, und zwar einerseits 
mit  Blick  auf  die  offensichtlich  erfolgte  Manipulation  des  Dokuments 
(vgl. oben links auf dem Dokument), andererseits auch infolge der vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachten,  völlig  unrealistischen  Zustel-
lungsart (angeblich per Post). Im Weiteren fällt auf, dass der Haftbefehl 
weder im Schreiben des Anwaltes A. K. vom 22. August 2005 noch in 
jenem des Anwaltes T. P. vom 5. Juni 2008 erwähnt wird. Es ist indes-
sen davon auszugehen, dass die angeblichen Anwälte des Beschwer-
deführers Kenntnis von einem gegen ihren Klienten bestehenden Haft-
befehl  respektive  einem hängigen  strafrechtlichen  Ermittlungsverfah-
ren hätten und diesen Umstand in ihren Schreiben auch erwähnt hät-
ten. Die Tatsache, dass in den Schreiben der beiden Anwälte weder 
der  Haftbefehl  noch  ein  damit  zusammenhängendes  Ermittlungsver-
fahren erwähnt wird, lässt darauf schliessen, dass der Beschwerdefüh-
rer entgegen seinen Vorbringen von den srilankischen Behörden nicht 
gesucht wurde respektive wird. Bei dieser Sachlage vermag auch das 
Schreiben  des  Friedensrichters,  V. S.,  vom  2. September  2008  die 
Echtheit des Haftbefehls vom 28. August 2003 nicht glaubhaft zu ma-
chen. Dieses Schreiben stützt sich offensichtlich auf Hörensagen und 
enthält keine weitergehenden Informationen zum angeblichen Haftbe-
fehl  beziehungsweise  einem  diesem  zugrunde  liegenden,  hängigen 
strafrechtlichen  Ermittlungsverfahren.  Das  Bestätigungsschreiben  ist 
daher  als  Gefälligkeitsschreiben  zu  qualifizieren,  zumal  auch  nicht 
nachvollziehbar  ist,  weshalb die Frage,  ob tatsächlich ein Haftbefehl 
ausgestellt  worden  war,  durch  einen  in  dieser  Sache  grundsätzlich 
nicht  zuständigen  Friedensrichter  –  anstatt  beispielsweise  durch  die 
angeblich  involvierte  Polizeistation  in  I._______  oder  das 
Bezirksgericht  Colombo  –  bestätigt  wurde.  Im  Übrigen  ist  darauf 
hinzuweisen,  dass  die  Identität  des  Beschwerdeführers  nicht  mit 
Sicherheit  feststeht,  da  er  bis  heute  keine  rechtsgenüglichen 
Identitätspapiere  eingereicht  hat.  Er  gab  lediglich  die  Kopie  einer 
Identitätskarte  sowie  ein  auf  der  Rückseite  durch den Dorfvorsteher 
beglaubigtes  Foto  zu  den  Akten.  Ausserdem  machte  er  sowohl 

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betreffend  die  Identitätskarte  als  auch  betreffend  der  beglaubigten 
Fotografie  widersprüchliche  Angaben  (vgl.  dazu  die  zutreffenden 
Ausführungen  der  Vorinstanz  auf  Seite  6  der  angefochtenen 
Verfügung).  Demzufolge  kann  der  eingereichte  und  auf  den  Namen 
des  Beschwerdeführers  ausgestellte  Haftbefehl  nicht  zweifelsfrei 
seiner  Person  zugeordnet  werden.  Nach  dem  Gesagten  ist  der 
eingereichte Haftbefehl aus dem Jahr 2003 nicht geeignet, eine beste-
hende, asylrelevante Verfolgung des Beschwerdeführers glaubhaft zu 
machen. 

6.3.2 Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen ist auch die geltend 
gemachte Suche der Armee, der EPDP und des CID nach dem Be-
schwerdeführer, welche angeblich im Jahr 2004 begonnen habe und 
bis heute andauere, als unglaubhaft zu erachten. Der Beschwerdefüh-
rer vermochte nicht in überzeugender Weise darzulegen, weshalb die-
se Gruppierungen angeblich nach ihm suchen. Er hatte eigenen Anga-
ben zufolge nichts mit  der LTTE zu tun und übte keinerlei  politische 
Tätigkeiten aus. Zwar konnte er glaubhaft darlegen, dass er zwischen 
1996 und 1999 wegen Verdachts auf Zugehörigkeit zur LTTE in Colom-
bo inhaftiert war. Seine Freilassung erfolgte den Akten zufolge indes-
sen  bedingungslos,  und  er  war  seither  keinen  glaubhaften  Verfol-
gungsmassnahmen  seitens  der  Behörden  mehr  ausgesetzt  (vgl.  die 
vorstehenden Erwägungen). Unter diesen Umständen ist es unrealis-
tisch, dass der Beschwerdeführer ab dem Jahr 2004 plötzlich und der-
art hartnäckig durch die Armee, die EPDP und den CID gesucht wur-
de. 

6.3.3 Seitens  des  Beschwerdeführers  wird  schliesslich  vorgebracht, 
seine Ehefrau sei nach seiner Ausreise wegen ihm von der Armee so-
wie paramilitärischen Gruppierungen bedroht worden. Dieses Vorbrin-
gen  ist  bereits  mit  Blick  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  als  un-
glaubhaft  zu  erachten. Im Übrigen wird  diese angebliche Verfolgung 
der  Ehefrau  nicht  näher  substanziiert.  Das  Schreiben  des  Anwaltes 
T. P., worin die angebliche Bedrohung der Ehefrau kurz erwähnt wird, 
ist als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren, zumal die Angaben von 
T. P. offensichtlich  auf  Hörensagen  beruhen  ("I  reliably  understand 
that..." B12 S. 2). Im Übrigen fällt  auf, dass der Beschwerdeführer in 
seinem Begleitschreiben vom 14. Juli  2008 (B12 S. 1)  zwar  geltend 
machte, es handle sich bei T. P. um seinen ehemaligen Anwalt, dessen 
Namen aber bei der Auflistung seiner ehemaligen Anwälte anlässlich 
der kantonalen Anhörung nicht erwähnte (B11 S. 5 f.). 

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6.4 Angesichts der vorstehenden Ausführungen ist zusammenfassend 
festzustellen,  das  die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers 
insgesamt als nicht asylrelevant respektive unglaubhaft  zu qualifizie-
ren sind. Die von ihm geäusserte Furcht, bei einer Rückkehr nach Sri 
Lanka aus den geltend gemachten Gründen einer zukünftigen, asylre-
levanten Verfolgung ausgesetzt zu sein, erscheint daher als unbegrün-
det. 

6.5 Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführun-
gen des Beschwerdeführers sowie die übrigen, bisher nicht ausdrück-
lich gewürdigten Beweismittel näher einzugehen, da diese am Ergeb-
nis  nichts  zu  ändern  vermögen.  Dem  Eventualantrag,  wonach  das 
BFM anzuweisen sei, weitere Abklärungen zu tätigen, (vgl. Ziffer 4 der 
Rechtsbegehren),  ist  in  Anbetracht  der  vorstehenden  Erwägungen 
nicht stattzugeben, zumal dieser Antrag seitens des Beschwerdefüh-
rers nicht näher begründet worden ist. Unter Berücksichtigung der ge-
samten Umstände ergibt  sich,  dass es dem Beschwerdeführer  nicht 
gelungen  ist,  Asylgründe  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  nachzuweisen 
oder glaubhaft zu machen. Damit erfüllt  er die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, und die Vorinstanz hat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Da die Beschwerde gestützt auf die vorstehenden Ausführungen 
im Asylpunkt  abzuweisen ist  und  der  Beschwerdeführer  weder  über 
eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung verfügt noch Anspruch 
auf Erteilung einer solchen hat, wurde die Wegweisung zu Recht an-
geordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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8.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen 
Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann. Er ist nicht zu-
lässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Wei-
terreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat-,  Her-
kunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann für 
Ausländerinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situatio-
nen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer 
Notlage im Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 
Abs. 2-4 AuG).

8.3 Die  vorstehend  erwähnten  drei  Bedingungen  für  einen  (vorläufi-
gen) Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung – Unzulässigkeit, Unzu-
mutbarkeit und Unmöglichkeit – sind alternativer Natur: Ist eine dieser 
Voraussetzungen  erfüllt,  so  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  un-
durchführbar zu erachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz 
gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln 
(vgl.  dazu  beispielsweise  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
E-6998/2006  vom  29.  September  2008  E. 9.2.2,  mit  Hinweis  auf 
EMARK 2006 Nr. 6).

9.
9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

9.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  BVGE 2008/2  (E.  7)  eine 
umfassende Beurteilung der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Es 
hat  dabei  unter  anderem festgestellt,  dass die  Rückschaffung abge-
wiesener Asylgesuchsteller aus Sri Lanka in die Nordprovinz (Distrikte 
Killinochchi, Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) und in die Ost-
provinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) angesichts der 
dort  herrschenden allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei rückkehren-
den Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zudem 
nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inanspruchnahme ei-
ner innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, na-

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mentlich  im  Grossraum  Colombo,  ausgegangen  werden.  Damit  die 
Rückkehr abgewiesener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum 
Colombo  als  zumutbar  qualifiziert  werden  kann,  bedarf  es  dem  er-
wähnten  Grundsatzurteil  zufolge  besonders  begünstigender,  das 
heisst positiver individueller Umstände wie namentlich ein tragfähiges 
Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die konkrete Möglichkeit der 
Sicherung des Existenzminimums und eine gesicherte Wohnsituation.

Seit Erlass des vorstehend zitierten Grundsatzurteils haben die Behör-
den -  namentlich  im Grossraum Colombo -  die  Sicherheitsmassnah-
men auch nach der Niederlage der LTTE nicht gelockert. Das Risiko, 
als Tamile willkürlichen Verhaftungen und Ausweisungen ausgesetzt zu 
sein, ist unverändert hoch. Ausserdem haben die Behörden in Bezug 
auf Personen tamilischer Ethnie offenbar neue Formen der Registrie-
rung eingeführt, da namentlich aus dem Norden und Osten zugezoge-
ne  Tamilen  in  Colombo  als  ernsthaftes  Sicherheitsrisiko  angesehen 
werden  (vgl.  dazu  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
21. April  2009 i. S. E. 8381/2007,  E. 9.2.2). Auch nach dem militäri-
schen Sieg über die tamilischen Rebellen im Mai 2009 ist nicht klar, ob 
der seit rund 26 Jahren schwelende Bürgerkrieg damit tatsächlich zu 
Ende ist. Ebenfalls offen ist  die Frage, was der militärische Sieg der 
Regierung für die Tamilen konkret bedeutet und wie sich die allgemei-
ne Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka in Zukunft entwi-
ckeln wird. 

9.3 Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus dem 
Distrikt Jaffna. Dieses Sachverhaltselement wurde vom BFM trotz feh-
lender, rechtsgenüglicher Identitätspapiere nicht angezweifelt, weshalb 
die Herkunft  des Beschwerdeführers aus der Nordprovinz als erstellt 
zu erachten ist. Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der Vollzug 
der  Wegweisung  in  dieses  Gebiet  nach  wie  vor  als  unzumutbar  zu 
qualifizieren. Somit bleibt zu prüfen, ob es dem Beschwerdeführer zu-
zumuten ist, sich in einer anderen Region seines Heimatlandes – na-
mentlich im Grossraum Colombo – niederzulassen. Den Akten ist zu 
entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer im Jahr 1995 von Jaffna 
nach Colombo begab, sich dort legal niederliess und bis ins Jahr 1996 
einer Arbeit nachging. Zwischen Oktober 1996 und Februar 1999 be-
fand er sich unbestrittenermassen in der Region Colombo in Haft. Sei-
nen Angaben zufolge kehrte er im Juni 2000 in die Nordprovinz zurück 
und blieb dort bis zur Ausreise im Oktober 2006. Das BFM äusserte in 
der  angefochtenen  Verfügung  die  Vermutung,  der  Beschwerdeführer 

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habe sich auch nach dem Jahr 2000 noch in Colombo aufgehalten. Es 
begründete diese Auffassung mit einer Aussage des Beschwerdefüh-
rers,  wonach  ihm  seine  Identitätskarte  im  Jahr  2002  entweder  in 
Colombo oder in Vavuniya gestohlen worden sei (B1 S. 5). Das BFM 
führte ausserdem aus, der Beschwerdeführer habe in der kantonalen 
Anhörung gesagt,  er  habe den (im Jahr 2003 angeblich erhaltenen) 
Haftbefehl  einem  Singhalesisch  sprechenden  Mann  in  Colombo 
gezeigt,  da  er  selber  mangels  Singhalesisch-Kenntnissen  den  Inhalt 
nicht verstanden habe (B11 S. 21). Der Beschwerdeführer habe sich 
erst auf Vorhalt hin korrigiert und erklärt, der Mann stamme ursprüng-
lich aus Colombo, habe sich aber damals in Jaffna aufgehalten. Auf-
grund  dieser  vom BFM aufgelisteten,  eher  vagen  Anhaltspunkte  er-
scheint es zwar möglich, dass sich der Beschwerdeführer auch in den 
Jahren 2002 und 2003 noch (vorübergehend) in Colombo aufgehalten 
hat.  Hingegen  lassen  diese  Anhaltspunkte  nicht  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  darauf  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer 
auch nach dem Jahr 2000 während längerer Zeit seinen Wohnsitz in 
Colombo hatte. Ausserdem finden sich in  den Akten keine Hinweise 
auf einen Colombo-Aufenthalt des Beschwerdeführers zwischen 2003 
und der Ausreise im Oktober 2006. Somit ist davon auszugehen, dass 
der Beschwerdeführer zwar früher einmal  in Colombo wohnhaft  war, 
danach jedoch in die Nordprovinz zurückkehrte und vor seiner Ausrei-
se aus dem Heimatland während mindestens dreier Jahre ununterbro-
chen dort  lebte. Er  hat  somit  im heutigen Zeitpunkt  seit  mindestens 
sechs Jahren nicht mehr in der Region Colombo gewohnt. Bei dieser 
Sachlage kann nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdefüh-
rer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in der Region Colombo 
ohne  weiteres  eine  längerfristig  gesicherte  Unterkunft  vorfinden.  In 
den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass 
der  Beschwerdeführer  im  Grossraum  Colombo  über  ein  tragfähiges 
Beziehungsnetz  verfügt.  Anlässlich  seines  früheren  Aufenthaltes  in 
Colombo  lebte  er  den  Akten  zufolge  nicht  bei  Verwandten  oder 
Freunden, sondern in einer Lodge. Seine Familienangehörigen leben 
seinen Aussagen zufolge nach wie vor in der Nordprovinz (B2 S. 3). 
Nach  dem  Gesagten  muss  vorliegend  sowohl  das  Kriterium  des 
vorhandenen,  tragfähigen  Beziehungsnetzes  als  auch  dasjenige  der 
gesicherten  Wohnsituation  im Grossraum Colombo verneint  werden. 
Mit Blick auf das fehlende Beziehungsnetz in Colombo sowie unter Be-
rücksichtigung  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  über  keine 
spezifische Berufsausbildung verfügt und das Singhalesische nicht be-
herrscht,  ist  seine  Chance,  sich  in  Colombo  eine  dauerhafte  wirt-

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schaftliche  Existenz  aufzubauen,  als  äusserst  gering  einzuschätzen. 
Neben  wirtschaftlichen Existenzproblemen hätte  eine  Rückschaffung 
des Beschwerdeführers nach Colombo mit grosser Wahrscheinlichkeit 
auch eine Gefährdung seiner persönlichen Sicherheit zur Folge.  Ent-
gegen der vom BFM vertretenen Auffassung dürfte der Umstand, dass 
der Beschwerdeführer bereits  über vierzig Jahre alt  ist,  per se nicht 
geeignet  sein,  diese  Gefahr  effektiv  zu  bannen. Den  Erkenntnissen 
des Bundesverwaltungsgerichts zufolge sind  Tamilen in Sri Lanka ei-
nem erhöhten Risiko  willkürlicher  und missbräuchlicher  Polizeimass-
nahmen ausgesetzt. Insbesondere die obligatorische Registrierung bei 
den lokalen Polizeibehörden sowie  die  zahlreichen Checkpoints  ber-
gen  für  Tamilen  ein  hohes  Verhaftungsrisiko. Der  Beschwerdeführer 
befand sich  zwischen  den  Jahren  1996 und  1999  unbestrittenerma-
ssen in Colombo in Haft, und zwar wegen Verdachts auf Zusammenar-
beit mit der LTTE. Sollte er bei der Einreise, anlässlich der Registrie-
rung oder an einem Checkpoint angehalten werden, könnte sich diese 
frühere Inhaftierung nachteilig für ihn auswirken. Da er bei einer Rück-
kehr in den Grossraum Colombo überdies keinen gültigen Aufenthalts-
titel ("valid reason") darlegen könnte, zumal er in Colombo weder über 
Verwandte noch über eine garantierte Arbeitsstelle oder feste Unter-
kunft  verfügt,  der singhalesischen Sprache nicht mächtig ist und kei-
nen in Colombo ausgestellten Geburtsausweis vorweisen kann, müss-
te er bei einer Anhaltung mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, 
verhaftet und willkürlichen Polizeimassnahmen ausgesetzt zu werden. 
Insgesamt  ist  daher  festzustellen,  dass  dem  Beschwerdeführer 
innerhalb seines Heimatlandes keine zumutbare Aufenthaltsalternative 
zur Verfügung steht.

9.4 Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri  Lanka als unzumutbar 
im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren. Nachdem den Akten 
keine Hinweise auf Ausschlussgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG 
entnommen werden können, ist der Beschwerdeführer in der Schweiz 
vorläufig aufzunehmen. 

10.
Nach dem Gesagten ist  die  Beschwerde gutzuheissen,  soweit  damit 
der Vollzug der Wegweisung angefochten wurde; soweit weitergehend, 
ist sie abzuweisen. Folglich sind die Dispositivziffern 4 und 5 der ange-
fochtenen Verfügung aufzuheben, und das BFM ist  anzuweisen,  den 
Beschwerdeführer  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 

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vorläufig aufzunehmen.

11.
11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die um die Hälfte re-
duzierten  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nach-
dem aber aufgrund der Aktenlage weiterhin von der prozessualen Be-
dürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist und die Beschwer-
de nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte, ist in Gutheissung 
des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege von ei-
ner Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

11.2 Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist sodann zulas-
ten der Vorinstanz eine Entschädigung für die ihm erwachsenen not-
wendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  zuzusprechen  (vgl. 
Art. 64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  7  VGKE).  Diese  Entschädigung  ist 
entsprechend  dem  Grad  des  Durchdringens  praxisgemäss  um  die 
Hälfte  zu  reduzieren.  Es  wurde  keine  Kostennote  zu  den  Akten 
gereicht.  Der  notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich  indessen 
aufgrund  der  Aktenlage  zuverlässig  abschätzen,  weshalb  auf  die 
Einholung einer solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in 
fine  VGKE). In  Anwendung der  genannten Bestimmungen und  unter 
Berücksichtigung  der  massgeblichen  Bemessungsfaktoren  (vgl. 
Art. 8 ff.  VGKE)  ist  die  von  der  Vorinstanz  auszurichtende,  um  die 
Hälfte reduzierte Parteientschädigung demnach von Amtes wegen auf 
pauschal Fr. 800.-- (inkl. MWSt) festzusetzen. 

Seite 19

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  die  Aufhebung  des 
angeordneten Wegweisungsvollzugs und die Gewährung der vorläufi-
gen Aufnahme beantragt wird. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 
12. August 2008 werden aufgehoben, und das BFM wird angewiesen, 
den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

3.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5.
Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von 
Fr. 800.-- zu entrichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller

Versand:

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