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**Case Identifier:** fd802d54-9441-5cdd-87e2-e86f9b1d98d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2024 B-4436/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4436-2022_2024-04-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-4436/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 2 4   

Besetzung 
 Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Daniel Willisegger,    

Gerichtsschreiberin Daniela Steffen. 
 

 
 

Parteien 
 M._______, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Bildung,  

Forschung und Innovation SBFI,  

Einsteinstrasse 2, 3003 Bern,    

Vorinstanz, 

 

Prüfungskommission für die höhere Fachprüfung  

für Pensionskassenleiter,  

Fachschule für Personalvorsorge AG,  

Bälliz 64, Postfach 2079, 3601 Thun,    

Erstinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Höhere Fachprüfung für Pensionskassenleiter 2021. 

 

 

 

B-4436/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  

Im Jahr 2021 legte M._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) die Hö-

here Fachprüfung für Pensionskassenleiter ab. Mit Prüfungsverfügung 

vom 11. September 2021 teilte ihm die Trägerschaft für die höhere Fach-

prüfung für Pensionskassenleiter (Erstinstanz; nachfolgend: Prüfungskom-

mission) mit, er habe die Prüfung nicht bestanden. Die Prüfungsleistungen 

des Beschwerdeführers wurden darin wie folgt bewertet: 

Diplomarbeit    4.5 

Geschäftsführung schriftlich  3.5 

Vermögensanlage schriftlich  4.0 

Mündliche Prüfung   3.0 

A.b Gegen den Entscheid der Prüfungskommission erhob der Beschwer-

deführer am 4. Oktober 2021 Beschwerde beim Staatssekretariat für Bil-

dung, Forschung und Innovation SBFI (im Folgenden: Vorinstanz). Er ver-

langte nebst der Aufhebung der Prüfungsverfügung, dass die mündlichen 

Prüfungen insgesamt mit mindestens 4.0 zu bewerten seien. Weiter bean-

tragte er, dass Frage 1 der schriftlichen Prüfung im Fach Geschäftsführung 

mit 10 Punkten zu bewerten sei. Es sei festzustellen, dass die Prüfung zum 

diplomierten Pensionskassenleiter bestanden worden sei. Zudem stellte er 

verschiedene Eventualanträge. Dabei rügte er, dass die Beurteilung 

rechtsfehlerhaft und willkürlich sei und die Begründung dementsprechend 

nicht nachvollziehbar und ungenügend sei.  

A.c Mit Vernehmlassung vom 11. November 2021 beantragte die Prü-

fungskommission die Abweisung der Beschwerde. Dabei erläuterte sie in 

Bezug auf die umstrittene Frage 1 der schriftlichen Prüfung in Geschäfts-

führung die Punktevergabe. Bezüglich der mündlichen Prüfung führte sie 

unter anderem aus, welche Fragen an der Prüfung gestellt wurden und 

welche Antworten des Beschwerdeführers sie als falsch oder unzureichend 

wertete. 

A.d Mit Replik vom 7. Dezember 2021 ergänzte der Beschwerdeführer 

seine Begehren dahingehend, dass die schriftliche Prüfung im Fach Ge-

schäftsführung mit 4.0 zu bewerten sei. Im Übrigen hielt er an seinen An-

trägen fest. 

B-4436/2022 

Seite 3 

A.e Die Prüfungskommission reichte mit Eingabe vom 23. Dezember 2021 

eine Duplik ein, in der sie auf die Beurteilung der Prüfungsexperten in der 

Vernehmlassung verwies. 

A.f Mit Eingabe vom 3. Januar 2022 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest (Triplik).  

A.g Die Prüfungskommission äusserte sich mit Eingabe vom 14. Februar 

2022 erneut, insbesondere zu den an der mündlichen Prüfung gestellten 

Fragen und den erwarteten Antworten (Quadruplik). 

A.h Der Beschwerdeführer nahm dazu am 11. März 2022 Stellung. 

A.i Mit Mitteilung vom 12. Mai 2022 bat der Beschwerdeführer um Folge-

leistung seiner Rechtsbegehren. 

A.j Darauf nahm die Prüfungskommission mit Eingabe vom 25. April 2022 

Stellung. 

A.k Am 11. August 2022 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit, 

dass der Schriftenwechsel abgeschlossen sei. 

A.l Mit Entscheid vom 30. August 2022 wies die Vorinstanz die Be-

schwerde vollumfänglich ab. 

B.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

28. September 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den 

folgenden Anträgen: 

 "1. Die Verfügung vom 11. September 2021 sei aufzuheben und die Be-

schwerdegegnerin sei anzuweisen 

• die mündlichen Prüfungen sowie 

• die Frage 1 der schriftlichen Prüfung im Fach Geschäftsführung des 

 Beschwerdeführers zu wiederholen. 

2. Eventualiter: 

Die Streitsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen." 

B-4436/2022 

Seite 4 

Der Beschwerdeführer beanstandet, dass er im vorinstanzlichen Verfahren 

mehrmals gerügt habe, dass die Benotung nicht nachvollziehbar sei. Auf 

diese Rüge sei die Vorinstanz zwar teilweise eingegangen, jedoch nur un-

ter dem Aspekt des "Willkürverbots" und nicht des rechtlichen Gehörs. Die 

Vorinstanz stelle einzig zusammenfassend fest, dass er bei der mündlichen 

Prüfung nicht willkürlich beurteilt worden sei, sodass die Benotung gestützt 

werde. Der Anspruch auf rechtliches Gehör sei ein eigenständiges Grund-

recht und könne nicht durch eine "Willkürprüfung" ersetzt werden. Zudem 

könne die Willkürprüfung nur sehr erschwert durchgeführt werden, wenn 

dem Recht auf rechtliches Gehör ungenügend Rechnung getragen worden 

sei. 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 16. November 2022 beantragt die Prüfungskom-

mission, die Beschwerde sei abzuweisen. Sie hält dabei an ihren Ausfüh-

rungen fest, die sie im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht hat.  

D.  

Die Vorinstanz äusserte sich mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2023 und 

beantragt die Abweisung der Beschwerde. Sämtliche Rügen des Be-

schwerdeführers seien unbegründet. Sie verweist auf ihren Beschwerde-

entscheid, an dem sie unverändert festhalte. Auch nach den neuesten Aus-

führungen des Beschwerdeführers sehe sie keinen Grund, von ihrer Er-

kenntnis abzuweichen, dass der Beschwerdeführer korrekt beurteilt wor-

den sei.  

E.  

Mit Eingabe vom 6. Januar 2023 reichte die Prüfungskommission ihre 

Grenzfallregelung für die höhere Fachprüfung für Pensionskassenleiter zur 

Ergänzung der Vorakten ein. 

F.  

Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 24. Februar 2023.  

G.  

Die Vorinstanz und die Prüfungskommission liessen sich innert der ange-

setzten Duplikfrist nicht vernehmen. 

H.  

Auf die erwähnten und weiteren Vorbringen der Parteien wird – soweit sie 

sich für den Entscheid als rechtserheblich erweisen – in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 30. August 2022 ist eine 

Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwaltungs-

gericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig 

(Art. 61 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 

[BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. d des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 

Als Adressat ist der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Be-

schwerdeentscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Inte-

resse an dessen Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Anfechtungsobjekt des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens ist lediglich 

der vorinstanzliche Beschwerdeentscheid vom 30. August 2022, auch 

wenn die erstinstanzliche Verfügung der Prüfungskommission vom 

11. September 2021 infolge des Devolutiveffekts als inhaltlich mitangefoch-

ten gilt. Die vorliegende Beschwerde ist indessen eine Laienbeschwerde. 

Mit dem Rechtbegehren auf Aufhebung der erstinstanzlichen Verfügung 

wird daher sinngemäss die Aufhebung des Beschwerdeentscheids bean-

tragt.  

Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be-

schwerdeschrift sind erfüllt (Art. 50 und 52 VwVG), der Kostenvorschuss 

wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übrigen Sachur-

teilsvoraussetzungen (Art. 44 ff. VwVG) liegen ebenfalls vor.  

Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

2.  

2.1 Das eidgenössische Diplom als Pensionskassenleiter erhält, wer die 

höhere Fachprüfung für Pensionskassenleiter, das heisst die Diplomprü-

fung, mit Erfolg bestanden hat (Art. 43 Abs. 1 zweiter Satz BBG i.V.m. 

Art. 22 des Prüfungsreglements über die Höhere Fachprüfung für eidg. 

dipl. Pensionskassenleiter/in, welches mit der Genehmigung des Eidge-

nössischen Volkswirtschaftsdepartements vom 28. Juni 1993 in Kraft ge-

treten ist [nachfolgend: Prüfungsreglement]). 

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Seite 6 

Die Prüfung umfasst die beiden Fächer Geschäftsführung und Vermögens-

anlage sowie eine Diplomarbeit (Art. 13 Prüfungsreglement). Für die Fä-

cher Geschäftsführung und Vermögensanlage wird je eine schriftliche 

Klausurarbeit von zwei Stunden durchgeführt. Die mündliche Prüfung be-

zieht sich auf die Fächer Geschäftsführung und Vermögensanlage und 

dauert pro Fach 20 Minuten (Art. 14 Prüfungsreglement). In der schriftli-

chen Prüfung erhält der Kandidat in jedem Prüfungsfach eine Note (Art. 17 

Abs. 1 Prüfungsreglement) und für die mündliche Prüfung erhält er eine 

Note (Abs. 2). Für die Diplomarbeit erhält er eine Note (Abs. 3). Die Fragen 

und Arbeiten werden von je zwei Prüfungsexperten geprüft und die Note 

gemeinsam festgesetzt (Abs. 4). In Bezug auf die Bewertung von Leistun-

gen im Qualifikationsverfahren ist vorgesehen, dass die Bewertungen in 

ganzen oder halben Noten ausgedrückt werden, wobei 6 die höchste und 

1 die tiefste Note bilden, und Noten unter 4 für ungenügende Leistungen 

stehen (Art. 34 Abs. 1 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 

2003 [BBV, SR 412.101]). 

2.2 Die Prüfung gilt als bestanden, wenn der Gesamtdurchschnitt sämtli-

cher Noten mindestens 4.0 beträgt, höchstens eine Note 3.5 oder 3.0 vor-

liegt und keine schlechtere Note als 3.0 erteilt werden muss (Art. 18 Prü-

fungsreglement). Wer die Prüfung bestanden hat, ist berechtigt, den ge-

schützten Titel Eidg. dipl. Pensionskassenleiter/in zu führen (Art. 22 Prü-

fungsreglement). Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann diese zweimal 

wiederholen (Art. 20 Prüfungsreglement). 

2.3 Der Beschwerdeführer erreichte gemäss Prüfungsverfügung vom 

11. September 2021 im Fach Geschäftsführung schriftlich die Note 3.5 und 

im Fach Vermögensanlage schriftlich die Note 4.0. In der mündlichen Prü-

fung erzielte er die Note 3.0. Für seine Diplomarbeit erhielt er die Note 4.5. 

Die vom Beschwerdeführer erzielte Gesamtnote beträgt 3.8. 

Da der Gesamtdurchschnitt ungenügend war und zudem mehr als nur eine 

ungenügende Einzelnote 3.5 oder 3.0 vorlag (vgl. hiervor E. 2.2), qualifi-

zierte die Prüfungskommission die höhere Fachprüfung für Pensionskas-

senleiter als nicht bestanden. 

3.  

Mit der Verwaltungsbeschwerde können die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die un-

richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

haltes sowie die Unangemessenheit der angefochtenen Verfügung gerügt 

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Seite 7 

werden (Art. 49 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 

entscheidet insofern grundsätzlich mit voller Kognition (Art. 49 VwVG). In-

dessen haben Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum Gegenstand, in de-

nen die Rechtsmittelbehörde über keine genügenden eigenen Fachkennt-

nisse verfügt, die mit denjenigen der Prüfungskommission vergleichbar wä-

ren. Zudem sind der Rechtsmittelbehörde meistens nicht alle massgeben-

den Faktoren der Bewertung bekannt und es ist ihr nicht immer möglich, 

sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Leistungen einer be-

schwerdeführenden Person sowie der Leistungen der übrigen Kandidie-

renden zu machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Examens-

bewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten 

gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen und es ist auch nicht Auf-

gabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungsleistungen einer 

beschwerdeführenden Person gewissermassen zu wiederholen. Gemäss 

ständiger Rechtsprechung auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht 

daher bei der Bewertung von Prüfungsleistungen eine gewisse Zurückhal-

tung (Urteil des BGer 2P.44/2007 vom 2. August 2007 E. 2.2 m.w.H.) und 

weicht nicht ohne Not von der Beurteilung durch die vorinstanzlichen Or-

gane und Experten ab, jedenfalls solange diese im Rahmen der Vernehm-

lassung Stellung zu den Rügen des Beschwerdeführers genommen haben 

und ihre Auffassung, insbesondere soweit sie von derjenigen des Be-

schwerdeführers abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (BVGE 

2010/21 E. 5.1; 2010/11 E. 4.1; 2010/10 E. 4.1 und 2008/14 E. 3.1 und 3.3; 

Urteile des BVGer B-5003/2015 vom 11. Februar 2016 E. 2; B-6727/2013 

vom 8. Juli 2014 E. 4 und B-6776/2014 vom 24. September 2015 E. 3.1, je 

m.w.H.; kritisch dazu PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prü-

fungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, Schweizerisches Zentralblatt für 

Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 112/2011, S. 555 ff.).   

4.  

Der Beschwerdeführer rügt vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 

Er argumentiert, aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör müsse sich zwin-

gend auch das Recht auf Nachvollziehbarkeit ergeben. 

4.1 Zunächst rügt der Beschwerdeführer, die Prüfungskommission habe 

gegen seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verstossen.  

So sei hinsichtlich der schriftlichen Prüfung im Fach Geschäftsführung bei 

der Bepunktung der Frage 1 nicht nachvollziehbar, wie der Experte auf le-

diglich fünf von zehn Punkten gekommen sei. Laut Stellungnahme der Prü-

fungskommission vom 11. November 2021 seien für die formale 

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Darstellung des Problemlösungszyklus zwei Punkte erteilt worden. Aller-

dings könnten diese zwei Punkte den Korrekturen der Prüfungsunterlagen 

nicht entnommen werden. Im Nachhinein sei versucht worden, die verge-

benen fünf Punkte zu "konstruieren", um nicht einen Fehler bei der Punk-

tevergabe eingestehen zu müssen. Es sei nirgends erwähnt, wieviele 

Punkte für die formale Darstellung des Problemlösungszyklus maximal hät-

ten erreicht werden können. 

In Bezug auf die mündliche Prüfung beanstandet der Beschwerdeführer, 

dass es weder eine Musterlösung, noch einen Bewertungsraster oder -bo-

gen gebe. Allein gestützt auf die durch die Prüfungskommission nachgelie-

ferten Begründungen sei die Benotung aber nicht nachvollziehbar. Zudem 

beanstandet er, dass im Fach Geschäftsführung die Prüfungskommission 

nicht angegeben habe, welche Antworten von ihm erwartet worden wären. 

4.1.1 Die Begründungspflicht als Teilaspekt des Anspruchs auf rechtliches 

Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV (konkretisiert in Art. 35 VwVG) soll die 

betroffene Person in die Lage versetzen, den Entscheid sachgerecht an-

zufechten. Die Behörde hat daher kurz die wesentlichen Überlegungen zu 

nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid 

stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2; 141 V 557 E. 3.2.1; 136 I 229 E. 5.2). In die-

sem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder 

tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-

dersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Punkte beschränken (vgl. BGE 141 III 28 E. 3.2.4, 138 I 232 E. 5.1, 

136 I 229 E. 5.2). 

Eine Verletzung des Gehörsanspruchs führt grundsätzlich zur Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz. Von einer Rückweisung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist 

im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Ver-

letzung des Anspruchs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückwei-

sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-

rungen führen würde, die mit dem Grundsatz der Prozessökonomie und 

damit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beur-

teilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 142 II 218 E. 2.8.1, 

137 I 195 E. 2.3.2, 136 V 117 E. 4.2.2.2). Im Falle der Verletzung der Be-

gründungspflicht kann der Mangel auf Rechtsmittelebene geheilt werden, 

wenn die Vorinstanz die Entscheidgründe in einer den gesetzlichen 

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Anforderungen genügenden Weise darlegt und die Rechtsmittelinstanz der 

betroffenen Partei im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die Mög-

lichkeit einräumt, sich dazu zu äussern (BGE 137 I 195 E. 2.3.2; KNEUBÜH-

LER/PEDRETTI, VwVG-Kommentar, 2. Aufl. 2019, N. 22 zu Art. 35 mit Hin-

weisen). 

4.1.2 Bei Prüfungsentscheiden kommt eine Prüfungskommission ihrer Be-

gründungspflicht nach, wenn sie dem Betroffenen – allenfalls auch nur 

mündlich – kurz darlegt, welche Lösungen bzw. Problemanalysen von ihm 

erwartet wurden und inwiefern seine Antworten den Anforderungen nicht 

zu genügen vermochten (Urteil des BGer 2P.81/2001 vom 12. Juni 2001 

E. 3 b/bb, m.w.H.). In zeitlicher Hinsicht darf sie sich dabei, ohne Verlet-

zung ihrer Begründungspflicht, vorerst darauf beschränken, die Noten der 

einzelnen Prüfungsfächer bekannt zu geben. Erst im Rechtsmittelverfah-

ren hat sie dann die ausführlichere Begründung nachzuliefern und der Be-

schwerdeführer muss Gelegenheit erhalten, in einem zweiten Schriften-

wechsel dazu Stellung zu nehmen (Urteile des BGer 2D_65/2011 vom 

2. April 2012 E. 5.1, 2P.44/2006 vom 9. Juni 2006 E. 3.2 sowie 2P.23/2004 

vom 13. August 2004 E. 2.2; Urteil des BVGer B-33/2015 vom 4. August 

2016 E. 4.3). 

4.1.3 Die Frage einer Rückweisung an eine verfügende Erstinstanz wegen 

einer Verletzung ihrer Begründungspflicht kann sich nur stellen, wenn die 

im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verfügung erforderliche Begründung 

nicht in genügendem Ausmass beigebracht wurde. Wird dagegen das Feh-

len von Begründungselementen, die zeitlich erst im Beschwerdeverfahren 

beizubringen waren, gerügt, so kann dies lediglich Anlass zu einer erneu-

ten Aufforderung zur Vernehmlassung und einem weiteren Schriftenwech-

sel oder zu einer Berücksichtigung bei der Sachverhaltswürdigung geben, 

aber nicht zu einer Rückweisung wegen Verletzung der Begründungspflicht 

(Urteil des BVGer B-1181/2022 vom 27. Dezember 2022 E. 4.1.3). 

4.1.4 Im vorliegenden Fall ist unbestritten und aktenkundig, dass die Prü-

fungskommission dem Beschwerdeführer mit der Prüfungsverfügung die 

Noten der einzelnen Prüfungsfächer bekanntgab. Ob die Prüfungskommis-

sion in ihren späteren Stellungnahmen im vorinstanzlichen Beschwerde-

verfahren sowie im vorliegenden Rechtsmittelverfahren ihre Bewertung ge-

nügend begründet hat, ist eine materielle, keine formelle Frage (s. hiernach 

E. 5.1, 5.2). 

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Seite 10 

4.1.5 Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Rüge eines 

Verstosses gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör durch die Prüfungs-

kommission unbegründet ist. 

4.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter, dass die Vorinstanz die Verletzung 

des "rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV" nicht geprüft habe. In ih-

rem Beschwerdeentscheid sei sie zwar auf sein Vorbringen, dass die Be-

notung nicht nachvollziehbar sei, teilweise eingegangen, allerdings nur un-

ter dem Aspekt des "Willkürverbots nach Art. 9 BV". Damit habe die 

Vorinstanz gegen seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verstossen. Er 

kritisiert weiter, dass die Vorinstanz bezüglich der mündlichen Prüfung nicht 

aufführe, inwiefern die Benotung für sie nachvollziehbar sei. Vielmehr be-

stätige sie ohne Erwähnen jeglicher überprüfbaren Anhaltspunkte die Aus-

führungen der Prüfungskommission, wonach die Beurteilung einer unge-

nügenden Leistung gerechtfertigt sei, wobei sie auf die fürs Endergebnis 

wesentliche Notenvergabe nicht einmal mehr eingehe. 

4.2.1 Für die Vorinstanz gilt wie für das Bundesverwaltungsgericht, dass 

die Rechtsmittelinstanz grundsätzlich mit voller Kognition entscheidet 

(Art. 49 VwVG). Wie bereits dargelegt, auferlegt sich die Rechtsmit-

telinstanz indessen bei der Überprüfung der Bewertung von Prüfungsleis-

tungen eine gewisse Zurückhaltung (E. 3). Auf Rügen bezüglich der Be-

wertung von Prüfungsleistungen hat die Rechtsmittelbehörde lediglich 

dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerdeführende Person selbst 

substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte und die Beweismittel dafür 

liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertretbar ist, dass eindeutig zu 

hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungsleistungen offensichtlich un-

terbewertet wurden (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1 m.w.H.; 2010/11 E. 4.3; 

2010/10 E. 4.1). Die Behauptung allein, die eigene Lösung sei richtig und 

die Auffassung der Prüfungskommission oder eine vorgegebene Musterlö-

sung sei falsch oder unvollständig, wird dieser Anforderung nicht gerecht 

(vgl. Urteil des BVGer B-2229/2011 vom 13. Februar 2012 E. 6.1). 

Soweit die Vorinstanz ihre Kognition in dieser Weise wahrgenommen hat, 

ist das daher nicht zu beanstanden. Dabei hat die Vorinstanz zu prüfen, ob 

die Experten der Prüfungskommission im Rahmen der Vernehmlassung 

der Prüfungskommission Stellung zu den Rügen des Beschwerdeführers 

genommen haben und ob die Auffassung der Experten – soweit sie von 

derjenigen des Beschwerdeführers abwich – auch nachvollziehbar und ein-

leuchtend sei (Urteile des BVGer B-1181/2022 vom 27. Dezember 2022 

E. 4.2.1; B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 2.8.2). 

B-4436/2022 

Seite 11 

4.2.1.1 Betreffend die schriftliche Prüfung ist aktenkundig, dass die Prü-

fungskommission im Rahmen ihrer Vernehmlassung im vorinstanzlichen 

Verfahren eine Begründung betreffend die Bepunktung der strittigen 

Frage 1 lieferte. Der Beschwerdeführer erhielt mehrfach die Gelegenheit, 

sich zur Vernehmlassung der Prüfungskommission sowie weiteren Einga-

ben zu äussern (vgl. Sachverhalt A.d, A.f, A.h, A.j). 

Die Vorinstanz ist im Rahmen ihres Beschwerdeentscheids auf die Rügen 

des Beschwerdeführers ausführlich eingegangen, indem sie ihnen die Be-

gründung der Prüfungskommission gegenübergestellt hat. Sie hat bezüg-

lich der umstrittenen und entscheidrelevanten Punkte eine qualitative Prü-

fung vorgenommen. Sie kam zum Schluss, dass die Begründungen der 

Prüfungskommission keine Unvollständigkeiten und auch keine Widersprü-

che erkennen liessen. Zudem liege aus ihrer Sicht keine fehlerhafte Ermes-

sensausübung durch die Prüfungskommission respektive den zuständigen 

Experten in dem Sinne vor, als dass die Bewertung nach sachlich nicht 

gerechtfertigten oder mit der Aufgabenstellung unvereinbaren Kriterien zu-

stande gekommen wäre. Sie könne keinerlei Willkür in der Bewertung er-

kennen.   

Ob die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam, dass die Begründungen der 

Prüfungskommission keine Unvollständigkeiten und auch keine Widersprü-

che erkennen liessen, ist keine Frage des rechtlichen Gehörs, sondern 

eine materielle Frage, auf die daher noch einzugehen sein wird (hiernach 

E. 5.1). 

4.2.1.2 Was die mündliche Prüfung in Geschäftsführung und Vermögens-

anlage betrifft, ergeht aus den Akten, dass die Experten der Prüfungskom-

mission im vorinstanzlichen Verfahren im Rahmen ihrer Vernehmlassung 

und einer weiteren Eingabe (Quadruplik vom 14. Februar 2022) zu den 

Rügen des Beschwerdeführers Stellung genommen und ihre Benotung be-

gründet haben. Der Beschwerdeführer nahm mehrere Gelegenheiten 

wahr, um sich im Verlauf des weiteren Schriftenwechsels zu äussern (vgl. 

Sachverhalt A.d, A.f, A.h, A.j).  

Soweit genügend substantiiert, hat sich die Vorinstanz im Rahmen ihres 

Beschwerdeentscheids ausführlich mit den Rügen des Beschwerdeführers 

und den Begründungen der Prüfungskommission auseinandergesetzt. Ge-

stützt darauf kam sie zum Schluss, dass die Prüfungskommission ausrei-

chend konkrete Beispiele nenne, aus denen das mangelnde Fachwissen 

des Beschwerdeführers deutlich hervorgehe. 

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Seite 12 

Ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, dass die Begründungen der 

Prüfungskommission nachvollziehbar und stringent seien und damit so-

wohl hinsichtlich Begründungstiefe als auch Begründungsdichte den recht-

lichen Anforderungen genügen würden, ist keine Frage des rechtlichen Ge-

hörs, sondern eine materielle Frage, auf die noch einzugehen sein wird 

(s. hiernach E. 5.2). 

4.2.2 Im Ergebnis erfolgte die Überprüfung der inhaltlichen Bewertung der 

schriftlichen und mündlichen Prüfung durch die Vorinstanz hinsichtlich ihrer 

Kognition (Prüfungsdichte) in Übereinstimmung mit der ständigen Recht-

sprechung bei der Bewertung von Prüfungsleistungen. Ein Verstoss gegen 

den Anspruch auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz ist nicht ersicht-

lich. 

5.  

Mit der Rüge, die erzielte Anzahl Punkte beziehungsweise die Benotung 

sei "nicht nachvollziehbar", rügt der Beschwerdeführer in materieller Hin-

sicht, dass die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Begründun-

gen der Prüfungskommission nachvollziehbar seien, falsch sei. Er vertritt 

die Auffassung, dass die betreffenden Prüfungsteile mit einer höheren 

Punktzahl oder Note hätten bewertet werden müssen. Demnach rügt er 

auch eine Unterbewertung seiner Leistung.  

5.1 Bei Frage 1 der schriftlichen Prüfung im Fach Geschäftsführung bean-

standet er konkret, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er nicht mehr als 

fünf Punkte von maximal zehn erhalten habe. 

5.1.1 Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung von Prüfungs-

leistungen ist nur dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerdefüh-

rende Partei selbst substantiierte Anhaltspunkte mit den entsprechenden 

Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertretbar ist, 

eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungsleistungen of-

fensichtlich unterbewertet wurden (vgl. Urteil des BGer 2D_6/2013 vom 

19. Juni 2013 E. 3.2; BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3 und 2010/10 

E. 4.1). 

5.1.2 In Bezug auf die Überlegungen, die zusammen die korrekte und voll-

ständige Antwort auf eine bestimmte Prüfungsfrage darstellen, kommt den 

Experten ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu. Dies gilt insbesondere 

auch bei der Beurteilung der Frage, wie viele Punkte für eine konkrete ab-

weichende oder nur teilweise richtige Antwort erteilt werden. Das 

B-4436/2022 

Seite 13 

Ermessen der Experten ist lediglich dann eingeschränkt, wenn die Prü-

fungsorgane ein verbindliches Bewertungsraster vorgegeben haben, in 

dem die genaue Punkteverteilung für einzelne Teilantworten klar definiert 

ist. In einem solchen Fall hat jeder einzelne Kandidat entsprechend dem 

Grundsatz der Gleichbehandlung den Anspruch darauf, dass er diejenigen 

Punkte erhält, die ihm gemäss Bewertungsraster für eine richtige Teilleis-

tung zustehen (vgl. statt vieler BVGE 2008/14 E. 4.3.2 m.H.). 

Im vorliegenden Fall ist unstrittig, dass aus dem Prüfungsreglement und 

der dazugehörigen Wegleitung keine Pflicht zur Erstellung von Musterlö-

sungen hervorgeht. Für die schriftliche Prüfung in Geschäftsführung wurde 

nichtdestotrotz eine Musterlösung erstellt, die auch bei den Akten liegt. Die-

ser Musterlösung kann entnommen werden, dass für Frage 1 insgesamt 

maximal zehn Punkte erzielt werden konnten. Gemäss Musterlösung bein-

haltete die betreffende Antwort zum einen das Aufzeichnen des Problemlö-

sungszyklus und zum anderen das Aufzeigen einer individuellen Lösung 

für den in der Prüfungsfrage geschilderten Sachverhalt. Eine genaue Punk-

teverteilung für einzelne Teilantworten enthält die Musterlösung im vorlie-

genden Fall nicht. Da ein verbindliches Bewertungsraster mit detaillierter 

Punkteverteilung somit weder vorlag noch vorgeschrieben war, besteht 

entsprechend kein Anspruch auf eine vordefinierte Anzahl Punkte für ein-

zelne Teile der korrekten Lösung.  

5.1.3 Im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren erläuterte die Prüfungs-

kommission im Rahmen ihrer Vernehmlassung, wofür sie bei der streitigen 

Frage 1 Punkte verteilt hat. Sie führte im Einzelnen aus, welche Aussagen 

in den Prüfungsunterlagen des Beschwerdeführers mit welcher Anzahl 

Punkte bepunktet wurden. Die Lösungsvorschläge ("Massnahmen") des 

Beschwerdeführers wertete sie als nicht konstruktiv, von zweifelhaftem 

Nutzen, oder aber Bedarf und Nutzen seien nicht erkennbar. Sie kam zum 

Schluss, dass die Bewertung mit fünf von maximal zehn Punkten korrekt 

sei und keine weiteren Punkte gegeben werden könnten. 

5.1.4 Angesichts dessen, dass die streitige Prüfungsfrage auf die Erarbei-

tung eines Lösungsvorschlags für einen konkreten Sachverhalt hinzielte, 

erscheint es für das Bundesverwaltungsgericht nachvollziehbar, dass für 

den Lösungsvorschlag des Beschwerdeführers, den die Prüfungsexperten 

als nicht konstruktiv und von zweifelhaftem Nutzen werteten, nur ein Teil 

der Maximalpunktzahl vergeben werden konnte. Die Fähigkeit zur Anwen-

dung und Implementierung des Unterrichtsstoffs erscheint vor dem Hinter-

grund der überaus grossen Verantwortung, die mit dem Berufsbild des 

B-4436/2022 

Seite 14 

Pensionskassenleiters verknüpft ist, besonders wichtig. Da es sich bei der 

Wiedergabe der Stufen des Problemlösungszyklus um die blosse Wieder-

gabe von Unterrichtsstoff handelt – das heisst ohne sachverhaltsspezifi-

schen, konstruktiven Lösungsvorschlag – ist die Bepunktung mit zwei 

Punkten (von maximal zehn) nachvollziehbar. 

Mit der Begründung der Prüfungskommission setzt sich der Beschwerde-

führer in der Sache nicht auseinander. Stattdessen kritisiert er bloss un-

spezifisch, dass nirgends erwähnt werde, wieviele Punkte für die formale 

Darstellung des Problemlösungszyklus maximal hätten erreicht werden 

können und dass aus seiner Sicht für seine Antwort auch mehr als fünf 

Punkte hätten erteilt werden können. Es fehlen substantiierten Anhalts-

punkte mit den entsprechenden Beweismitteln dafür, dass das Ergebnis 

materiell nicht vertretbar wäre, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt 

worden oder die Prüfungsleistungen offensichtlich unterbewertet worden 

wären (s. E. 5.1.1).  

5.1.5  Im Ergebnis ist hinsichtlich Frage 1 der schriftlichen Prüfung im Fach 

Geschäftsführung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Begrün-

dungen der Prüfungskommission (vgl. E. 5.1.3) nachvollziehbar sind und 

keine Widersprüche erkennen lassen.  

Die Rüge des Beschwerdeführers, seine Antwort bei Frage 1 sei nicht 

nachvollziehbar bewertet und allenfalls unterbewertet worden, erweist sich 

als unbegründet.  

5.2 In Bezug auf die mündliche Prüfung beanstandet der Beschwerdefüh-

rer die Bewertung, die für ihn nicht nachvollziehbar sei. Auf einen Lösungs-

raster oder -bogen könne zwar verzichtet werden, allerdings nur sofern die 

Bewertung nachvollziehbar sei. Weiter kritisiert er, dass ihm die Prüfungs-

kommission bezüglich des Prüfungsteils im Fach Geschäftsführung nicht 

angegeben habe, welche Antworten von ihm erwartet worden wären.  

Die Prüfungskommission erklärte, dass es sich bei der Prüfung um ein 

Fachgespräch handle. Sie habe daher für die Prüfungsexperten weder vor-

gefertigte Fragen oder Fragenkataloge, noch Musterlösungen, Lösungs-

raster oder Bewertungsraster erstellt.  

5.2.1 Wesentlich bei der materiellen Beurteilung einer mündlichen Prüfung 

ist, dass der Prüfungsablauf und die Mängel, die zur umstrittenen Prü-

fungsbewertung geführt haben, inhaltlich zumindest in den Grundzügen 

nachvollziehbar und herleitbar gemacht wurden. Dazu dienen die 

B-4436/2022 

Seite 15 

Handnotizen, die die Prüfungsexperten während der Prüfung erstellen, und 

auf deren Basis sie ihre Stellungnahme verfassen.  

Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts und nach vorherr-

schender Lehre unterliegen persönliche Aufzeichnungen der Examinato-

ren im Hinblick auf die anschliessende Beratung als rein interne Notizen, 

die nicht zu den Verfahrensakten gehören, nicht der Akteneinsicht (vgl. Ur-

teil des BGer 2D_2/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6 m.w.H.; STEPHAN 

BRUNNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge-

setz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2019, Art. 26 VwVG Rz. 38). 

Handnotizen haben keinen Beweischarakter; ihnen kommt lediglich die Be-

deutung eines Hilfsbeleges zur Vorbereitung des Entscheides zu (vgl. Ur-

teil des BGer 2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.4). Nur Protokolle, die 

von den Examinatoren aufgrund einer formellen Vorschrift erstellt wurden, 

gelten als Bestandteil der erheblichen und einsehbaren Prüfungsakten 

(vgl. Urteile des BVGer B-1128/2016 vom 22. August 2017 E. 3.2, 

B-3542/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 7 und B-6256/2009 vom 14. Juni 

2010 E. 4.1). Die in verschiedenen Prüfungsordnungen verankerte Ver-

pflichtung der Experten, Notizen zum Prüfungsgespräch und zu dessen 

Ablauf zu erstellen, stellt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesver-

waltungsgerichts keine Pflicht zu einer eigentlichen Protokollierung der 

mündlichen Prüfung dar und die entsprechenden Notizen unterliegen nicht 

dem Akteneinsichtsrecht (vgl. Urteile des BVGer B-2880/2018 vom 

19. März 2020 E. 5.5.1, B-3560/2013 vom 13. Januar 2014 E. 5.4.2 und 

B-6604/2010 vom 29. Juni 2011 E. 5.3.1 m.w.H.). Die Herausgabe derarti-

ger rein interner Handnotizen durch eine Prüfungskommission erfolgt da-

her völlig freiwillig. 

5.2.2 Anhand der Begründung, die die Prüfungskommission geliefert hat, 

lässt sich der Prüfungsablauf rekonstruieren. Insbesondere hielt die Prü-

fungskommission fest, welche Fragen gestellt wurden und welche Antwor-

ten der Beschwerdeführer gegeben hat. Sie machte auch Angaben dazu, 

welche Antworten sie als falsch oder wenig strukturiert wertete. Den Ein-

gaben der Prüfungskommission lässt sich auch entnehmen, welchen all-

gemeinen Eindruck der Beschwerdeführer anlässlich der Prüfung hinter-

lassen hat und bei welchen Fragen sie den Eindruck erhielt, der Beschwer-

deführer habe nur mit Hilfe antworten können. Weiter ist ihrer Darstellung 

zu entnehmen, dass die Prüfungsexperten die Leistung des Beschwerde-

führers als reines Oberflächen-Wissen werteten, welches aber nicht punkt-

genau habe wiedergegeben werden können. Der Beschwerdeführer sei 

nicht im Stande gewesen, die zusammenhängenden relevanten Kontexte 

http://links.weblaw.ch/2P.23/2004
http://links.weblaw.ch/BVGer-B-3542/2010
http://links.weblaw.ch/BVGer-B-6256/2009

B-4436/2022 

Seite 16 

nachvollziehbar darzustellen. Entsprechend sei es den Prüfungsexperten 

nicht möglich gewesen, von den bereits schlecht beantworteten oberfläch-

lichen Fragen weg und, wie sonst üblich im Verlauf der Prüfung, mehr in 

die Tiefe hinein zu fragen. Bei anderen Kandidaten hätten substanziell tie-

fer greifende Fragen gestellt und diskutiert werden können. Der Beschwer-

deführer habe die gestellten Fragen stark unterdurchschnittlich beantwor-

tet.  

Im Prüfungsteil Vermögensanlage hielt die Prüfungskommission anhand 

einiger Beispiele fest, welches die erwarteten Antworten auf die gestellten 

Fragen gewesen wären. Für den Prüfungsteil in Geschäftsführung lieferte 

die Prüfungskommission hingegen keine Angaben dazu, welches die kor-

rekten Antworten gewesen wären.  

5.2.3 Im vorliegenden Fall erweist sich der Prüfungsablauf anhand der An-

gaben zu den gestellten Fragen, den erfolgten Antworten, der Art und 

Weise der gegebenen Antworten und der Einschätzung der Prüfungskom-

mission hinsichtlich Güte der Antworten als in den Grundzügen rekonstru-

ierbar. Die festgestellten Mängel, die die Prüfungskommission in Bezug auf 

die Prüfungsleistung des Beschwerdeführers festgestellt hat, erscheinen 

als nachvollziehbar. Aus dem Umstand, dass im Fach Geschäftsführung 

dem Beschwerdeführer die Antworten, die von ihm erwartet worden wären, 

nicht mitgeteilt wurden, kann er nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im vor-

liegenden Fall sind nämlich – auch ohne diese Antworten – der Prüfungs-

ablauf und die hauptsächlichen Mängel, die zur umstrittenen Prüfungsbe-

wertung geführt haben, als Ganzes in genügendem Ausmass nachvollzieh-

bar und herleitbar gemacht worden. 

Die Erstellung eines Lösungsrasters oder -bogens ist im Prüfungsregle-

ment, wie erwähnt, nicht vorgeschrieben (s. E. 5.1.2). Wenn für die münd-

liche Prüfung kein derartiges Dokument erstellt wurde, kann der Beschwer-

deführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten.  

Mit seinen Rügen konnte der Beschwerdeführer nicht aufzeigen, dass der 

durch die Prüfungskommission genutzte Beurteilungsspielraum zu einem 

Ergebnis geführt habe, das materiell nicht vertretbar wäre. Ebenso wenig 

zeigte er auf, dass eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prü-

fungsleistungen offensichtlich unterbewertet worden wären.  

B-4436/2022 

Seite 17 

5.2.4 Im Ergebnis geht das Bundeverwaltungsgericht mit der Vorinstanz 

davon aus, dass die Begründungen der Prüfungskommission nachvollzieh-

bar sind.  

Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz sei zu Unrecht zum 

Schluss gekommen, die Note 3.0 sei nachvollziehbar, erweist sich als un-

begründet.   

5.3 In Bezug auf die mündliche Prüfung beanstandet der Beschwerdefüh-

rer weiter, es sei nicht nachvollziehbar, wieso in den Handnotizen der Prü-

fungsexperten eine teilweise durchgestrichene Note 3.5 stehe, in der No-

tenverfügung aber die Note 3.0 erteilt worden sei. Schliesslich kritisiert er, 

dass die Wörter "schwach, unvollständig", die gemäss Prüfungsreglement 

die Note 3.0 umschreiben, in der Bewertung nicht erwähnt seien. Die Note 

könne genauso gut eine 3.5 sein.  

Die Prüfungskommission hielt fest, dass die durchgestrichene 3.5 daher 

rühre, dass der Beschwerdeführer als einer der ersten geprüft worden sei. 

Am Ende der Prüfungssession habe ein Peervergleich ergeben, dass er 

mit einer 3.5 zu gut bewertet worden wäre, so dass die Note schliesslich 

auf 3.0 festgesetzt wurde. 

5.3.1 Wie dargelegt, ist die Prüfungskommission nicht verpflichtet, einem 

Kandidaten Einsicht in die Handnotizen der Prüfungsexperten zu gewäh-

ren. Derartige Handnotizen haben rein internen Charakter (vgl. E. 5.2.1). 

Allfällige Rückschlüsse auf den internen Entscheidprozess, der letztlich zur 

erteilten Note führte, wie beispielsweise ursprüngliche Meinungsverschie-

denheiten zwischen den Prüfungsexperten oder andere Diskrepanzen zwi-

schen zuerst notierten Punkten oder Noten und der abschliessend festge-

legten beziehungsweise intern der Prüfungskommission beantragten 

Fachnote, sind rechtlich irrelevant; ein Prüfungskandidat kann daraus 

nichts zu seinen Gunsten ableiten (vgl. Urteil des BVGer B-8265/2010 vom 

23. Oktober 2012 E. 7.2). Massgeblich ist allein, ob die Prüfungskommis-

sion im Beschwerdeverfahren die Prüfungsleistung des Kandidaten und 

ihre Bewertung dieser Leistung nachvollziehbar darlegen kann.     

5.3.2 Das Bestehen der Prüfung setzt gemäss Prüfungsreglement unter 

anderem voraus, dass höchstens eine Note 3.5 oder 3.0 vorliegt (Art. 18 

Prüfungsreglement). Der Beschwerdeführer erzielte in der schriftlichen 

Prüfung in Geschäftsführung bereits eine ungenügende Note. Eine zweite 

ungenügende Note in der mündlichen Prüfung würde das Nichtbestehen 

B-4436/2022 

Seite 18 

der Prüfung zum diplomierten Pensionskassenleiter zur Folge haben. Um 

die Prüfung zu bestehen hätte der Beschwerdeführer in der mündlichen 

Prüfung daher mindestens die Note 4.0 gebraucht.  

Auf die Kritik des Beschwerdeführers, die Note hätte anstatt einer 3.0 ge-

nauso gut eine 3.5 sein können, braucht daher nicht weiter eingegangen 

zu werden, da auch eine Note 3.5 nicht zum Bestehen der Prüfung geführt 

hätte. 

6.  

Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist daher 

abzuweisen. 

7.  

Die Verfahrenskosten sind mit Blick auf den Verfahrensaufwand und die 

Schwierigkeit der Streitsache auf Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 4bis 

VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Entsprechend dem Verfahrensausgang hat der Beschwer-

deführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 

ff. VGKE). 

8.  

Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE). 

9.  

Nach Art. 83 Bst. t BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das 

Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich 

auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. 

Unter diesen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen 

Sinn, aber auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der 

intellektuellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandi-

daten beziehen (vgl. BGE 147 I 73 E. 1.2.1 und 138 II 42 E. 1.1, je mit 

weiteren Hinweisen). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang mit ei-

ner Prüfung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder ver-

fahrensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (vgl. BGE 147 I 

73 E. 1.2.1, mit weiteren Hinweisen). 

 

B-4436/2022 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'500.– festgesetzt und dem Be-

schwerdeführer auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die Erst-

instanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Eva Schneeberger Daniela Steffen 

 

 

  

B-4436/2022 

Seite 20 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn 

die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer 

schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge-

ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene 

Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 

Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 1. Mai 2024 

 

  

B-4436/2022 

Seite 21 

Zustellung erfolgt an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– die Erstinstanz (Gerichtsurkunde)