# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebb9bcdf-8f91-5fcd-98e8-4b29b2eeae0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-5724/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5724-2011_2011-11-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5724/2011

U r t e i l   v om   3 0 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
Mit Zustimmung von Richter Yanick Felley,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geboren (…),
alias A._______, geboren (…),
alias A._______, geboren (…),
alias A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
vertreten durch Dominique Guidon,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 15. September 2011 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 

A.a. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2009 reichte der Beschwerdeführer 
auf  der  Schweizerischen Botschaft  in Colombo  ein Asylgesuch  ein.  Am 
9. März  2010  wurde  er  dort  vertieft  zu  seinen  Asylgründen  angehört. 
Dabei  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, er sei aufgrund seiner fünfjährigen 
Tätigkeit  von  2003  bis  2008  als  Bankangestellter  für  die  (…)  Bank  in 
Kilinochchi in den Fokus behördlicher Aufmerksamkeit gelangt. Aufgrund 
der  Intensivierung der Kampfhandlungen  im Raum Kilinochchi Ende des 
Jahres 2008 sei die Filiale der Bank  im November von Kilinochchi nach 
M._______ im Distrikt Mullaitivu verlegt worden. Er habe sich nach Jaffna 
begeben, wo er am 31. Dezember 2008 im Flüchtlingslager in N._______ 
angekommen sei. Da er eine ideologische und offizielle Zugehörigkeit zur 
LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) verneint und sich entsprechend 
geweigert habe, ein entsprechendes Bekenntnis zu unterschreiben, sei er 
am 4. April 2009 dem CID (Criminal Investigation Department) übergeben 
worden. Nach einer  fünfmonatigen  Inhaftierung  im Gefängnis von Jaffna 
sei er am 31. August 2009 auf Kaution sowie unter der Auflage, sich für 
die Dauer eines Monats jeweils am Sonntag im Lager zur Unterschrift zu 
melden, freigelassen worden. Am 30. September 2009 sei das Verfahren 
gegen  ihn mangels Beweisen eingestellt worden, dies nicht zuletzt auch 
deswegen,  weil  er  seine  Stelle  bei  der  (…)  Bank  zur  Friedenszeit  und 
anlässlich  einer  offiziellen  Stellenausschreibung  angetreten  habe. 
Nichtsdestotrotz habe er nach seiner Entlassung beziehungsweise nach 
Beendigung  des  Verfahrens  weitere  Behelligungen  von  Seiten  der  sri­
lankischen  Behörden  befürchtet,  was  ihn  schliesslich  dazu  bewogen 
habe,  die  schweizerischen  Behörden  um  eine  Einreisebewilligung  zu 
ersuchen.  Die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  habe  das 
Asylgesuch dem BFM überwiesen, welches das Gesuch  im Hinblick auf 
fehlende Schutzbedürftigkeit mit Verfügung vom 30. März 2010 ablehnte 
und dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz verweigerte.

A.b. Am 27. Dezember 2010 reichte der Beschwerdeführer im Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  O._______  ein  weiteres  Asylgesuch  ein. 
Anlässlich  der  Befragung  vom  29.  Dezember  2010  und  vom  4.  Januar 
2011 zur Person (BzP) im EVZ O._______ sowie der direkten Anhörung 
vom 17. Januar 2011 durch das BFM machte der Beschwerdeführer zur 
Begründung  seines  Asylgesuchs  im Wesentlichen  geltend,  nach  seiner 

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Haftentlassung  im  Spätsommer  2009  habe  er  sich  zu  seiner  Mutter  in 
sein Heimatdorf P._______ bei Jaffna begeben, wo er eine Arbeitsstelle 
im Internet­Café eines Freundes angetreten habe. Im Juli 2010 sei er zu 
Hause  von  Beamten  des  CID  aufgesucht  und  zur  Befragung  in  deren 
Camp mitgenommen worden. Auf der Suche nach dem Tresor der Bank, 
für die der Beschwerdeführer gearbeitet habe, hätten ihn die Beamten in 
der Hoffnung nach Kilinochchi gebracht, er werde sie zum Versteck des 
Tresors  führen.  Indessen  sei  er  über  den  Verbleib  des  Tresors  selber 
auch  nicht  orientiert  gewesen  und  habe  ihnen  nur  das  Gebäude  der 
ehemaligen Bankfiliale sowie den Hauptsitz der Bank zeigen können. Auf 
die Frage der Beamten, wohin die Filiale in Kilinochchi verlegt worden sei, 
habe er mit Nichtwissen geantwortet. In der Folge hätten ihn die Beamten 
zurück nach Jaffna  in  ihr Camp gefahren. Mit den Worten, er habe nun 
eine Woche Zeit, sich die ganze Sache durch den Kopf gehen zu lassen, 
sei er schliesslich wieder entlassen worden. Im August 2010 sei er erneut 
vom CID aufgesucht worden, diesmal  jedoch in seiner Abwesenheit. Die 
Beamten  hätten  die  Mutter  darüber  informiert,  dass  ihr  Sohn  verhaftet 
würde,  sollte  er  das Versteck  des  Tresors  den Behörden  nicht  bekannt 
geben.  Die  Angst  vor  einer  erneuten  Verhaftung  habe  ihn  schliesslich 
dazu veranlasst, seine Ausreise aus Sri Lanka in die Wege zu leiten.

B. 
Mit  Verfügung  vom  15.  September  2011  –  eröffnet  am  16.  September 
2011  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig 
ordnete  es  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  den  Vollzug  an.  Zur 
Begründung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, die Aussagen des 
Beschwerdeführers  zur  geltend  gemachten  erneuten  behördlichen 
Heimsuchung  im  Zusammenhang  mit  seiner  ehemaligen  Tätigkeit  als 
Bankangestellter  der  (…)  Bank  in  Kilinochchi  seien  als  abwegig  und 
unlogisch  und  daher  als  unglaubhaft  zu  beurteilen.  Wie  den  Akten 
bezüglich des vom Beschwerdeführer auf der Schweizerischen Botschaft 
in Colombo eingereichten (ersten) Asylgesuchs zu entnehmen sei, hätten 
die Behörden  den Beschwerdeführer  am 31. August  2009  aus  der Haft 
entlassen und das Verfahren gegen ihn am 30. September 2009 mangels 
Beweisen eingestellt. Seither habe er ein Jahr lang unbehelligt bei seiner 
Mutter  in  P._______  (Jaffna)  gelebt.  Der  Krieg  zwischen  der  sri­
lankischen Regierung und der LTTE sei  im Mai 2009 mit der Niederlage 
der  LTTE  zu  Ende  gegangen.  Der  Beschwerdeführer  sei  im  Zuge  der 
letzten  Kriegsphase,  nämlich  am  4.  April  2009,  verhaftet  und  am  31. 
August 2009 auf Kaution wieder aus der Haft entlassen worden. Am 30. 

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September  2009  sei  das  Verfahren  gegen  ihn  eingestellt  worden.  Der 
Umstand, dass der Beschwerdeführer zu einem Zeitpunkt freigesprochen 
worden sei, als die sri­lankische Regierung alles daran gesetzt habe, sich 
in  ihrem  Sieg  zu  behaupten  und  rigoros  gegen  Sympathisanten  und 
Angehörige  der  LTTE  vorzugehen,  weise  daraufhin,  dass  die  sri­
lankischen  Behörden weder  etwas  gegen  den  Beschwerdeführer  in  der 
Hand  gehabt  hätten  noch  davon  ausgegangen  seien,  dass  er  über 
relevante  Informationen  über  LTTE­Interna  verfügt  habe.  Wären  die 
Behörden  vom Gegenteil  ausgegangen,  hätten  sie  bereits  im  Zuge  der 
letzten Kriegsphase und des endgültigen Sieges über die LTTE versucht, 
an  diese  Informationen  heranzukommen.  Es  sei  daher  nicht 
nachvollziehbar,  dass  der  CID  den  Beschwerdeführer  ein  Jahr  nach 
dessen  Entlassung  erneut  aufgesucht  haben  solle,  um  an  die 
gewünschten  Bankinformationen  zu  gelangen.  Es  gelinge  dem 
Beschwerdeführer nicht, so müsse geschlossen werden, diesem von ihm 
geltend  gemachten  Ausreisegrund  die  nötige  Plausibilität  zu  verleihen.

Da  dem  Beschwerdeführer  seine  jüngst  geltend  gemachten Gründe  für 
seine  Ausreise  aus  Sri  Lanka  nicht  geglaubt  werden  könnten,  sei 
bezüglich  seines  Gefährdungsprofils  auf  die  Vorakten  zu  verweisen. 
Gestützt  auf  die  Erwägungen  in  der  Verfügung  vom  30. März  2010  sei 
nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer von Seiten der sri­
lankischen  Behörden  weitere  Verfolgungsmassnahmen  zu  befürchten 
habe.  Nach  dem  Gesagten  hielten  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  weder  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) 
noch  jenen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  stand. 
Demzufolge  erfülle  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei.

Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der 
Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  könne  auch 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht 
angewendet  werden.  Ferner  ergäben  sich  aus  den  Akten  keine 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  Falle  einer 
Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine 
durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene 
Strafe oder Behandlung drohe. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri­

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lankischen Regierung und den separatistischen LTTE sei im Mai 2009 mit 
deren Niederlage  zu Ende  gegangen.  Seither  habe  sich  die  allgemeine 
Sicherheitslage in Sri Lanka deutlich entspannt. Ebenfalls sei festgestellt 
worden,  dass  sich  die  Lebensbedingungen  soweit  verbessert  hätten, 
dass  eine  Rückkehr  auch  in  den  Norden  und  Osten  Sri  Lankas 
grundsätzlich  wieder  zumutbar  sei.  Der  Beschwerdeführer  stamme  aus 
P._______  im  Distrikt  Jaffna.  In  Anbe­tracht  der  obigen  Ausführungen 
erachte das BFM den Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat somit 
als  zumutbar,  da  die  vor  Ort  herrschende  Sicherheitslage  nicht  gegen 
einen  Wegweisungsvollzug  spreche.  Im  vorliegenden  Fall  seien  auch 
keine  individuellen  Gründe  eruierbar,  die  gegen  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs sprächen. Es handle sich beim Beschwerdeführer 
um einen gesunden jungen Mann, der in seiner Heimat, wo seine Mutter 
und  seine Geschwister  lebten,  sowohl  auf  ein  soziales  Beziehungsnetz 
als auch auf eine gesicherte Wohnsituation zurückgreifen könne. Darüber 
hinaus  sei  der  Beschwerdeführer  vor  seiner  Ausreise  aus  Sri  Lanka 
erwerbstätig  gewesen,  dies  zuletzt  in  einem  Internet­Café  eines 
Freundes,  weswegen  davon  auszugehen  sei,  er  werde  bei  seiner 
Rückkehr nach Sri Lanka wie zuvor imstande sein, selbständig für seinen 
Lebensunterhalt aufzukommen.

C. 
Mit  Beschwerde  vom  15.  Oktober  2011  (Poststempel  vom  17.  Oktober 
2011)  liess  der  Beschwerdeführer  die  nachfolgend  aufgeführten 
Rechtsbegehren  stellen:  Es  sei  der  Entscheid  des  Beschwerdegegners 
vom  15. September  2011  vollumfänglich  aufzuheben  und  dem 
Beschwerdeführer  hierzulande  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit,  allenfalls  die  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs 
festzustellen  und  als  Folge  davon  sei  dem  Beschwerdeführer  die 
vorläufige Aufnahme  in der Schweiz  zu gewähren. Schliesslich  sei  dem 
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.

Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung. Er ist daher – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägung – 
zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 
AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

Wie  sich  aus  Art.  42  AsylG  ergibt,  hat  die  Beschwerde  von  Gesetzes 
wegen  aufschiebende  Wirkung,  weshalb  auf  das  entsprechende 
Feststellungsbegehren mangels Rechtsschutzinteresse  nicht  einzutreten 
ist.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie 

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nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a  Abs. 2  AsylG).

Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken.

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

5. 

5.1.  Zur  Begründung  seiner  Beschwerdeschrift  macht  der 
Beschwerdeführer  im Wesentlichen geltend, es seien  ihm die Akten des 
ersten  Asylgesuchs,  das  er  auf  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo 
gestellt  habe,  nicht  ausgehändigt  worden,  obwohl  im  angefochtenen 
Entscheid darauf  verwiesen werde. Dementsprechend bezögen sich die 
Ausführungen in der Beschwerdeschrift ausschliesslich auf die Akten des 
zweiten  Asylgesuchs.  Ergänzende  Ausführungen  betreffend  die  Akten 
des  ersten  Gesuchs  würden  ausdrücklich  vorbehalten.  Was  die 
Asylgründe  des  Beschwerdeführers  anbelange,  so  habe  die  Vorinstanz 
die Situation,  in  der  sich  dieser  befinde,  unzutreffend  eingeschätzt.  Der 
Beschwerdeführer  habe  nämlich  eine  wichtige  Funktion  in  der  Bank 

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innegehabt  und  werde  vom  sri­lankischen  Geheimdienst  als  wichtige 
Figur angesehen, weil er Kenntnisse über Mitglieder der LTTE sowie über 
die Bank habe. Da der sri­lankische Geheimdienst den Beschwerdeführer 
schon  viermal  aufgesucht  habe,  könne  sich  dieser  trotz  gerichtlichen 
Freispruchs noch lange nicht sicher fühlen. Zudem komme es häufig vor, 
dass  Personen  zunächst  mangels  Beweisen  freigesprochen  und  zu 
einem  späteren  Zeitpunkt  heimlich  ausgeschaltet  würden.  Die  Suche 
nach dem Tresor sei  im Übrigen, wie die Festnahme des Filialleiters der 
Bank  illustriere,  nach  wie  vor  aktuell.  Der  Beschwerdeführer  befürchte, 
dieser Mann habe  ihn zu seinem eigenen Schutz  für das Verschwinden 
des  Tresors  und  des  Geldes  verantwortlich  gemacht,  weshalb  zu 
erwarten  sei,  bei  seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  lägen  gegen  ihn 
schwere  Vorwürfe  in  der  Luft.  Unter  diesen  Umständen  sei  davon 
auszugehen, er gelte bei den Behörden als LTTE­Unterstützer. In diesem 
Sinne  weise  der  Beschwerdeführer  durchaus  ein  Gefährdungsprofil  auf 
und habe gut begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung in seinem 
Heimatstaat.  Dementsprechend  erfülle  er  die  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  ohne Weiteres.  Dies  umso 
mehr, als die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu Unrecht den Vorwurf 
gemacht  habe,  unlogisch  zu  argumentieren. Was  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  anbelange,  so  könne  der  Beschwerdeführer 
keinen Schutz  bei  seinen Familienangehörigen  in  Jaffna  finden, weil  es 
für die Familie zu riskant sei, ihn aufzunehmen. Dementsprechend werde 
seine  Rückkehr  aufgrund  seines  sozialen  und  familiären 
Beziehungsnetzes nicht vereinfacht, da er nicht mehr bei  seiner Familie 
wohnen könne. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die 
aktuelle Sicherheits­ und Menschenrechtslage  im Osten und Norden Sri 
Lankas  trotz  Beendigung  des  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  noch  klar 
ungenügend  sei, weshalb  die Rückkehr  als  unzumutbar  zu  qualifizieren 
sei.

5.2.  Wie  sich  aus  den  Akten  ergibt,  liess  der  Beschwerdeführer  die 
Verfügung  vom  30.  März  2010  des  BFM  unangefochten  in  Rechtskraft 
erwachsen;  in  diesem  Zusammenhang  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer  sei  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes 
(Art. 3 AsylG) und lehnte das Asylgesuch ab. Wie sich aus prozessualen 
Grundsätzen  ergibt,  kann  die  bereits  beurteilte  Sachverhaltsdarstellung 
des  Beschwerdeführers  nicht  erneut  Gegenstand  einer  materiellen 
Beurteilung im Rahmen eines zweiten Asylverfahrens bilden (res iudicata; 
FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 322 f.; 
ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 

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Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. Rz. 715). 
Dementsprechend geht es nachstehend einzig noch um die Beurteilung 
der vom Beschwerdeführer für die Zeit nach dem 30. März 2010 geltend 
gemachten asylrechtlich relevanten Probleme. Zwar verwies das BFM in 
der  angefochtenen  Verfügung  im  Zusammenhang  mit  dem 
Gefährdungsprofil  des  Beschwerdeführers  auf  die  Akten  des 
Auslandverfahrens.  Indessen  ergibt  sich  das  Gefährdungsprofil  des 
Beschwerdeführers  vor  dem  30.  März  2010  nicht  aus  den  Akten  des 
abgeschlossenen  Verfahrens,  sondern  ausschliesslich  aus  den 
Erwägungen  der  in  Rechtskraft  erwachsenen  Verfügung.  Diese  wurde 
dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen eröffnet, weshalb in diesem 
Zusammenhang keine Verletzung des  rechtlichen Gehörs vorliegt, wenn 
ihm die Akten des Auslandverfahrens nicht zugestellt wurden.

5.3.  Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgehalten  hat,  vermögen  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  zu  überzeugen.  Bereits  im 
Zusammenhang  mit  der  Schilderung  seines  Reisewegs  ergeben  sich 
nämlich  die  ersten  wesentlichen  Unstimmigkeiten.  So  will  der 
Beschwerdeführer  ausgerechnet  über  den  bestens  überwachten 
Flughafen  von  Colombo  aus  dem  Heimatstaat  ausgereist  sein,  dies 
mittels eines echten Reisepasses, welcher zwar seine Passfoto enthalten 
habe, aber auf eine Person namens B._______ (geboren […], Sri Lanka) 
ausgestellt  gewesen  sein  soll.  Darüber  hinaus  habe  der  verfälschte 
Reisepass  ein  sechs  Monate  gültiges  Touristenvisum  mit  einer 
Gültigkeitsdauer  von Dezember  2010  bis Mai  2011  für  Italien  enthalten 
(B4/10  Ziff.  16  S.  6,  Ziff. 13.1  S.  4).  Bezeichnenderweise  war  der 
Beschwerdeführer  jedoch nicht  in der Lage, den  für den Flug benutzten 
Reisepass  zu  den  Akten  zu  reichen,  dies  mit  der  unglaubhaften 
Begründung,  der  für  den  Flug  benützte  Pass  sei  wie  sein  eigener,  im 
Jahre 2009 ausgestellter Reisepass beim Schlepper in Italien verblieben. 
Derartige Unstimmigkeiten bezüglich des Reisewegs beziehungsweise zu 
den  dabei  verwendeten  Papieren  lassen  praxisgemäss  auch 
Rückschlüsse  auf  die  Glaubhaftigkeit  einer  geltend  gemachten 
Verfolgungssituation  zu  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1998  Nr.  17  E.  4b 
S. 150). Dies bestätigt  sich auch  im vorliegenden Fall,  drängt  sich doch 
aufgrund  der  Akten  keinesfalls  der  Schluss  auf,  der  Beschwerdeführer 
habe sich  lediglich bezüglich des Reisewegs unglaubhaft  geäussert. So 
etwa zeichnen sich die neuen Asylgründe des Beschwerdeführers durch 
ihren  wirklichkeitsfremden  Charakter  aus.  Unplausibel  erscheint 
beispielsweise, dass Angehörige des sri­lankischen Geheimdienstes den 

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Beschwerdeführer im Juli 2010, also mehr als ein Jahr nach Beendigung 
des Bürgerkriegs, hätten aufsuchen sollen, um sich eine Bankfiliale, den 
vormaligen Arbeitsort  des Beschwerdeführers  in Kilinochchi,  zeigen und 
zu  versteckten  Tresoren,  gefüllt  mit  allerlei  Kostbarkeiten,  führen  zu 
lassen, wobei diese Aktion insoweit als von vornherein unnütz erscheint, 
als  die  Bankfiliale  nach  der  Kündigung  des  Beschwerdeführers  nach 
M._______  verlegt  worden  sein  soll  (B10/9  F24  ff.  S.  3  ff.).  Vermutlich 
wäre es den Agenten des CID  jedoch schon vor der angeblichen Reise 
nach  Kilinochchi  eingefallen,  vorgängig  die  den  Beschwerdeführer 
betreffenden  Akten  zu  prüfen  und  bei  dieser  Gelegenheit  die  früheren 
Vorbringen des Beschwerdeführers zu konsultieren (vgl. a.a.O. F39 S. 5). 
Wenn  die  Agenten  des  CID  der  Meinung  gewesen  wären,  der 
Beschwerdeführer wisse tatsächlich etwas über den Verbleib der Tresore, 
hätten  sie  sich  mit  Sicherheit  anders  verhalten  als  es  der 
Beschwerdeführer  in  der  Begründung  seines  Asylgesuchs  schildert, 
zumal  eine  Observation  unter  den  gegebenen  Begleitumständen  eher 
Aussicht  auf  Erfolg  geboten  hätte.  Die  vom  Beschwerdeführer 
geschilderte,  unprofessionelle  Vorgehensweise  der  angeblichen 
Geheimdienstler  lässt  den  Schluss  zu,  der  Beschwerdeführer  hat  bei 
seinen  Schilderungen  nicht  auf  Erinnerungen  an  tatsächliche 
Begebenheiten  zurückgreifen  können,  sondern  die  von  ihm  im Rahmen 
seines  zweiten  Asylverfahrens  geschilderte  Verfolgungssituation 
erfunden.

5.4. Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  weitere  Vorbringen  oder 
Beweismittel  näher  einzugehen.  Stattdessen  ist  zusammenfassend 
festzustellen,  dass  beim  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  im  Sinne 
von  Art.  3  AsylG  vorliegt  und  er  nicht  als  Flüchtling  anerkannt  werden 
kann.  Mangels  erfüllter  Flüchtlingseigenschaft  ist  ihm  zu  Recht  das 
nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden.

6. 

6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 

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solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733).

7. 

7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements 

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nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5 
AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden 
Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren 
Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 
Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.5.  In  Sri  Lanka  herrscht  zur  Zeit  weder  Krieg,  Bürgerkrieg  noch  liegt 
eine Situation allgemeiner Gewalt vor (vgl. BVGE E­6220/2006 E. 10 ff.). 
Zu  prüfen  ist  indessen,  ob  anderweitige  Probleme  des 
Beschwerdeführers  allenfalls  individuelle  Gründe  darstellen,  welche 
gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen.

Es sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche die Rückkehr 
des den Akten zufolge nach wie vor jungen und gesunden, nicht aus dem 
"Vanni­Gebiet"  stammenden  Beschwerdeführers  als  unzumutbar 

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erscheinen  lassen  würden.  In  den  Akten  finden  sich  keine  konkreten 
Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher 
oder sozialer Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten würde. 
Vielmehr  ist  den Akten zu entnehmen, dass er  im Heimatstaat über ein 
grosses  soziales  Beziehungsnetz  verfügt  (B4/10  Ziff.  11  S.  3),  das  ihn 
nötigenfalls unterstützen kann. Ausserdem verfügt der Beschwerdeführer 
nach  eigenen  Angaben  über  Führungs­  und  Bankerfahrung,  weshalb 
davon  auszugehen  ist,  er  werde  im  Heimatstaat  wieder  wirtschaftlich 
Fuss  fassen  können.  Er  muss  somit  nicht  damit  rechnen,  nach  der 
Rückkehr mit einer existenziellen Notlage konfrontiert zu sein.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

7.6.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

7.7. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde  ist  nach  dem  Gesagten  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten ist.

9. 

9.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.

9.2.  Wie  sich  aus  den  vorangehenden  Erwägungen  ergibt,  muss  die 
Beschwerde  als  aussichtslos  bezeichnet  werden,  weshalb  die Gesuche 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen sind.

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9.3.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.­  festzusetzen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. 
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: