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**Case Identifier:** 3375d7b7-d3a6-587a-a34b-7daf91b6e114
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.02.2014 IV 2012/19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-19_2014-02-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/19

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 13.02.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014
Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 8 und 18 IVG. Würdigung medizinischer 
Berichte. Berechnung des Invaliditätsgrades. Beurteilung des Anspruchs auf 
berufliche Massnahmen in Form von Umschulung und Arbeitsvermittlung. 
Grundsätzlich haben gesundheitlich beeinträchtigte Hilfsarbeiter, die in einer 
leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sind, Anspruch auf 
Arbeitsvermittlung; dies auch ohne das Erfordernis von gesundheitlich 
bedingten Schwierigkeiten bei der Stellensuche. Vorliegend kein Anspruch 
aufgrund fehlender subjektiver Eingliederungsbereitschaft. (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2014, IV 
2012/19).

Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Nadja Francke Zubair

Entscheid vom 13. Februar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente und berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___, geboren 19__, wurde am 22. September 2009 von seiner Arbeitgeberin, der 

B.___ AG, zur Früherfassung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen angemeldet. 

Gemäss einer Unfallmeldung an die zuständige Unfallversicherung Suva hatte sich der 

Versicherte am 29. Oktober 2008 beim Wechseln der Messer am "Blitz" 

Schnittverletzungen an den Fingern der linken Hand zugezogen (IV 2012/19, IV-act. 2). 

Nach einem Bericht des Spitals C.___ vom 3. November 2008 hatte eine 

Schnittverletzung der Dig. II - V an der linken Hand vorgelegen. An den Dig. II und IV 

war eine Beugesehnennaht und an den Dig. III und V eine Wundversorgung 

vorgenommen worden (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Es wurde seitens der 

Arbeitgeberin festgehalten, dass der Versicherte seit dem 1. Oktober 2008 mit einem 

100%-Pensum in der Brätschafferei tätig gewesen sei. Nach dem Unfall leide der 

Versicherte an Bewegungseinschränkungen und einem Kältegefühl der Finger an der 

linken Hand. Ab dem 29. Oktober 2008 sei der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig 

gewesen, ab dem 4. Mai 2009 noch zu 80% und ab dem 8. Juni 2009 zu 70% (IV 

2012/19, IV-act. 1). Gemäss einem Gesprächsprotokoll der IV-Stelle vom 25. 

September 2009 gab der Versicherte an, ab ca. August 2009 wieder 4 Stunden am Tag 

zu arbeiten (IV 2012/19, IV-act. 3).

A.b  Nach einem Bericht von Prof. Dr. med. D.___, Chefarzt der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie am Kantonsspital St. Gallen, vom 23. Feb­

ruar 2009 litt der Versicherte an einem aktiven Beugedefizit der Proximalen Interphalan­

geal (PIP)- und Distalen Interphalangeal (DIP)- Gelenken Dig. II - V links bei Status nach 

Beugesehnennaht Dig. II und IV (Zone 2) und Wundversorgung Dig. III und V links am 

29.10.2008. Prof. D.___ hielt fest, dass eine aktive Beugefunktion des PIP oder DIP 

Dig. II - IV zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei. Eine Tenolyse sei in der Regel 

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sechs Wochen postoperativ indiziert. Sollte sich die Beugefunktion in keiner Weise 

verbessern, wäre eine vorzeitige Tenolyse angezeigt. Es bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).

A.c  Dr. med. E.___ von der handchirurgischen Abteilung der Orthopädie am Rosen­

berg

untersuchte den Versicherten im Auftrag der Unfallversicherung am 31. August 2009. In 

seinem Bericht vom 8. September 2009 nannte er folgende Diagnosen: aktive 

Flexionsausfälle PIP- und DIP-Gelenke II - V links, Zustand nach Beugesehnennaht 

Zone IV Dig. II und Zone II Dig. IV, Verdacht auf Nervenläsionen distal DIP-Gelenke II 

und V sowie radial Dig. IV sowie ein Rehabilitationsdefizit und Adhäsionen. Zur 

Beurteilung führte er aus, der Versicherte sei durch die eingeschränkte Flexion der 

Interphalangealgelenke der Langfinger der linken adominanten Hand gestört. Störend 

seien ebenfalls die schlechte Sensibilität sowie die ziehenden Beschwerden und die 

Kälteüberempfindlichkeit. Der Versicherte sei von verschiedenen Handchirurgen 

begutachtet worden. Eine erste Begutachtung sei am 23. Februar 2009 durch Prof. 

D.___ erfolgt, welcher die gleichen Diagnosen gestellt und nach einer intensiven 

Therapiephase eine Tenolyse vorgeschlagen habe. Die Indikation für eine Tenolyse sei 

von nachfolgend beurteilenden Handchirurgen wieder verworfen worden. Zum jetzigen 

Zeitpunkt sei die linke adominante Hand nur als Hilfshand einsetzbar. Durch eine 

Verbesserung der aktiven Beweglichkeit der proximalen Interphalangealgelenke sollte 

die Handfunktion wesentlich verbessert werden, wobei eine volle Beweglichkeit 

sämtlicher Gelenke nie mehr möglich sein werde. Das Ziel der Behandlung sei eine 

freie Beweglichkeit der Metacarpo-Phalangeal (MP)-Gelenke, d.h. die Erhaltung der 

guten Beweglichkeit sowie eine aktive Verbesserung der Flexion im Bereich der PIP-

Gelenke. Er empfehle eine Tenolyse des Beugesystems sämtlicher Langfinger. Zwar 

könne eine Verbesserung nicht garantiert werden, jedoch sei eine Verschlechterung 

des Handzustandes wenig wahrscheinlich. Bei ausbleibender Therapie werde der 

Versicherte wahrscheinlich zu 50% arbeitsunfähig bleiben (IV 2012/19, IV-act. 21).

A.d  Auf Aufforderung der IV-Stelle meldete sich der Versicherte am 16. Oktober 2009 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV 2012/19, IV-act. 5).

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A.e  Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F.___, Allgemeinmedizin FMH, gab 

gemäss einem Gesprächsprotokoll des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) vom 2. November 2009 folgende Diagnose an: Status nach komplexer 

Handverletzung links 10/08 mit postoperativer Algodystrophie. Er teilte mit, es bestehe 

eine anhaltende schmerzhafte Bewegungseinschränkung der linken Hand, der 

Faustschluss sei nicht möglich, die Kraft sei reduziert und die Kälteempfindlichkeit sei 

hoch. Die Verletzung sei im Prinzip funktionell austherapiert. Die Physio- und 

Ergotherapie würden fortgesetzt und auf Veranlassung der Unfallversicherung 

zusätzlich eine Schmerztherapie durchgeführt. Im Weiteren würden medikamentöse 

Analgetika verabreicht. In der bisherigen Tätigkeit sei der Versicherte derzeit halbtags 

zu 50% an einem Schonarbeitsplatz tätig, wobei sich der Arbeitgeber sehr 

entgegenkommend zeige. Die Prognose sei unklar (IV 2012/19, IV-act. 8).

A.f   Auf Veranlassung der Unfallversicherung begab sich der Versicherte beim Thera­

peuten G.___ in Behandlung (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Am 4. Januar 2010 teilte 

dieser mit, dass er den Versicherten ein Mal wöchentlich mit myofaszialer- sowie 

Frequenztherapie behandle. Es würden ein dauerhafter schmerzfreier Zustand sowie 

eine vollständige Integration in das berufliche und soziale Leben angestrebt. Durch die 

Behandlung sei es bereits zu einer Verbesserung gekommen und es könne mit 

weiteren anhaltenden Besserungen gerechnet werden (IV 2012/19, IV-act. 23). In einem 

Verlaufsbericht vom 18. März 2010 beschrieb G.___ eine weitere Verbesserung seit 

dem letzten Bericht. Er hielt insbesondere fest, dass sich Reaktionen mit einer klaren 

Flexion der ersten zwei Fingergelenke aller involvierten Finger auf die durchgeführte 

Behandlung der Wirbelsäule gezeigt hätten. Aufgrund dieser Feststellung könne davon 

ausgegangen werden, dass einerseits die Flexion der vier Finger der linken Hand noch 

vollständig vorhanden sei und dass andererseits die momentan noch vorhandenen 

Empfindungsstörungen/Schmerzen von den behandelten Wirbelsegmenten ausgingen 

(IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).

A.g  Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle hielt in einem Assessmentprotokoll 

vom 22. April 2010 fest, dass das Arbeitsverhältnis bei der B.___ AG weiterhin bestehe 

und nicht gefährdet sei. Nach erfolglosen Eingliederungsversuchen als Staplerfahrer 

sowie als Mitarbeiter in der Gebindewäscherei arbeite der Versicherte seit dem 

16. November 2009 an seinem früheren Arbeitsplatz in der Wursterei, wobei er keine 

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schweren Tätigkeiten ausführen müsse. Er bespicke die Anlagen und schiebe die 

Rollwagen gefüllt mit Waren (ca. 200 kg) in den Gefrierschrank hinein und hinaus. Beim 

Stossen und Ziehen könne der Versicherte die linke Hand nur als Hilfshand einsetzen. 

Aufgrund familiärer Probleme (die Ehefrau sei aufgrund einer psychischen Erkrankung 

IV-berentet und kümmere sich kaum um die Kinder und den Haushalt) sei der 

Versicherte nicht bereit gewesen, das Pensum zu steigern (IV 2012/19, IV-act. 26). Mit 

einer Mitteilung vom 23. April 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten Beratung und 

Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes zu. Nach der anstehenden 

kreisärztlichen Untersuchung durch die Unfallversicherung werde das weitere Vorgehen 

besprochen (IV 2012/19, IV-act. 27).

A.h  Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und 

Unfallchirurgie, untersuchte den Versicherten am 4. Mai 2010 und stellte folgende 

Diagnose: Verbliebene erhebliche Bewegungs- und Belastungseinschränkung mit nicht 

organischer Überlagerung nach Beugesehnenverletzung Profundus Dig. II Höhe 

Endphalanx und Dig. IV Höhe Mittelphalanx sowie Dig. III Schnittwunde ohne 

Sehnenverletzung und Dig. V Schnittverletzung mit mehrheitlich vorhandener 

Profundussehne am Ansatz (Sehnennaht Dig. II und IV sowie Wundversorgung Dig. III 

und V mit vorübergehender Kirschnerdraht-Arthrodese Dig. V und Entfernung am 

10.12.2008). Zur Beurteilung hielt Dr. H.___ fest, dass der Versicherte bei Aufforderung 

zum Faustschluss die Finger II bis V nur in den Metacarpophalangealgelenken bewege. 

Diese erhebliche Bewegungseinschränkung der vier Finger sei in dem Ausmass 

schlecht mit den organisch-strukturellen Läsionen aus den Unfallfolgen zu erklären. Die 

erhobenen Befunde korrelierten auch nicht mit den von Dr. E.___ festgestellten 

besseren Untersuchungsbefunden. Auch zeige sich sowohl in der Physiotherapie als 

auch bei Herrn Syzpura offenbar eine bessere Bewegungsmöglichkeit. Zu einer 

Tenolyse könne er sich nicht äussern, da aufgrund der Gesamtsituation mit 

organischen und nicht organischen Komponenten eine operative Intervention mit 

äusserster Zurückhaltung zu evaluieren sei. Es gebe im Übrigen keine Anhaltspunkte 

für eine durchgemachte Dystrophie. Die Anordnung von weiteren medizinischen 

Massnahmen zur Verbesserung des Zustandes erachte er als nicht gerechtfertigt. 

Einzig zur Optimierung der Analgetikatherapie sei allenfalls ein kurzer stationärer 

Aufenthalt in Bellikon angezeigt, wo auch mittels einer handrehabilitativen Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit vielleicht konkretere Aussagen betreffend die 

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Möglichkeiten des Einsatzes der linken Hand gemacht werden könnten. Diese sehe er 

dahingehend, dass der Versicherte Tätigkeiten unter längerem Kälteeinfluss vermeiden 

sollte. Weiter seien Vibration und hämmernde Einflüsse an der linken Hand sowie 

Greiffunktionen zu vermeiden. Rein aufgrund der strukturellen Läsionen dürfte die linke 

Hand etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden können, in idealer Umgebung 

vollschichtig. Dabei könnten Gewichte auch mit der Palma manus gehalten und 

gestossen werden (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).

A.i   Am 21. Mai 2010 berichtete G.___, dass die Behandlung infolge Ausschöpfung 

aller Möglichkeiten abgeschlossen werde. Die allgemeinen energetischen Messwerte 

zeigten sich seit Wochen sehr stabil und in einem normalen homogenen Ausmass. 

Weiter zeige der Versicherte nach der durchgeführten Frequenztherapie keine 

nennenswerten Veränderungen im energetischen Muster des Gesamtorganismus. 

Subjektiv habe sich der Versicherte über die empfundenen Schmerzen stets mit einer 

konstant gleichen Schmerzwahrnehmung  geäussert. Das Empfinden sei während der 

gesamten Behandlung sehr schwankend gewesen mit einem Grundton einer leichten 

demotivierten/depressiven Stimmung. Aufgrund des momentanen Zustands gehe er 

von einer psychosomatischen Störung oder einer Störung im Bereich des mentalen 

Gefüges aus (IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).

A.j   Die Eingliederungsverantwortliche hielt am 20. Juli 2011 abschliessend fest, dass 

der Versicherte noch immer zu 50% in der Wursterei eingesetzt werde. Damit er die 

Wurstständer besser ziehen und stossen könne, sei eine spezielle Handmanschette 

zusammen mit einem Arbeitsergonomen angefertigt worden, welche der Versicherte 

nach einigen Detailanpassungen während der ganzen Arbeitszeit von 4,1 Stunden 

trage. Zu einer Steigerung des Pensums sei der Versicherte nie bereit gewesen. 

Anlässlich einer Abschlussbesprechung im Betrieb habe ihm die Unfallversicherung 

mitgeteilt, dass sie von einer 100%igen leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit ausgehe 

und den Fall abschliesse. Da sich der Versicherte nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig 

fühle, habe ihm der Betrieb per Mai 2011 einen Änderungsvertrag mit einem 50%-

Pensum angeboten, welchen der Versicherte unterzeichnet habe. Beim RAV habe er 

sich aufgrund seiner Selbsteinschätzung nicht gemeldet (IV 2012/19, IV-act. 35).

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A.k  Der RAD stellte am 16. September 2011 fest, es sei von einem stabilen Gesund­

heitszustand auszugehen. In seiner früheren Tätigkeit bei der B.___ AG sei der Ver­

sicherte ständiger Kälte und Nässe ausgesetzt gewesen und habe laut Arbeitgeber­

bericht oft Gewichte bis 25 kg bewegen müssen. Diese Arbeit könne der Versicherte 

seit dem Unfall vom Oktober 2008 nicht mehr ausüben. In einer leidensadaptierten 

Tätigkeit liege ab Mai 2010 zu den Konditionen gemäss dem kreisärztlichen Bericht 

eine vollständige Arbeitsfähigkeit vor. Die Handverletzung sei austherapiert. Bezüglich 

der vom Kreisarzt erwähnten "nicht organischen Überlagerung" und dem "depressiven 

Eindruck", welchen der Versicherte offenbar wiederholt hinterlassen habe, sei 

anzumerken, dass die psychosoziale Belastungssituation des Versicherten mit einer 

psychisch schwer kranken Ehefrau bereits vorbestehend gewesen sei. Zudem habe der 

Hausarzt am 27. Oktober 2010 von einer Mal-Compliance hinsichtlich der begonnenen 

medikamentösen Therapie mit einem Antidepressivum berichtet, was auf einen 

geringen Leidensdruck des Versicherten schliessen lasse. Weitere medizinische 

Abklärungen seien nicht notwendig (IV 2012/19, IV-act. 38).

A.l   Mit einer Mitteilung vom 3. Oktober 2011 lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Massnahmen ab (IV 2012/19, IV-act. 40).

A.m Mit einem Vorbescheid vom 26. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht.  Zur Begründung führte 

sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte nach dem Arbeitsunfall 

massgeblich in seiner bisherigen Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei der B.___ AG 

eingeschränkt sei. In einer leidensadaptierten Tätigkeit ohne repetitives Greifen der 

linken Hand, ohne längeren Kälteeinfluss und ohne Vibrationen bzw. hämmernde 

Einflüsse auf die linke Hand könne ab Mai 2011 (gemeint: 2010) eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich, dass es 

dem Versicherten möglich sei, ab Mai 2010 ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen (IV 2012/19, IV-act. 43). Dagegen wendete der Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt A. W. Stolz, am 4. November 2011 im Wesentlichen ein, es seien vor 

einem Entscheid über den Rentenanspruch zunächst Eingliederungsmassnahmen 

durchzuführen. Er sei grundsätzlich bereit, seine Stelle bei der B.___ AG im Umfang 

von 50% aufzugeben und eine adaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum 

anzunehmen. Es müsse jedoch zuerst abgeklärt werden, was er für eine Tätigkeit 

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ausüben könne und dies sei Aufgabe der IV-Stelle. Es seien trotz des bestehenden 

Arbeitsvertrags mit der B.___ AG Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. Erst nach 

deren Beendigung könne dann ein Rentenentscheid gefällt werden (IV 2012/19, IV-act. 

44).

A.n  Mit einer Verfügung vom 15. Dezember 2011 lehnte die IV-Stelle das Rentenbe­

gehren des Versicherten ab. Zum Einwand vom 4. November 2011 hielt sie fest, es 

seien keine neuen medizinischen Unterlagen eingereicht worden, womit sie sich 

weiterhin auf die Einschätzung einer 100%igen adaptierten Arbeitsfähigkeit stütze. Es 

sei dem Versicherten daher zuzumuten, ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erzielen. Mit einer separaten Mitteilung werde die Abteilung für berufliche Massnahmen 

beauftragt, Eingliederungsmassnahmen nochmals zu prüfen (IV 2012/19, IV-act. 47).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 18. Januar 2012. Der 

Beschwerdeführer beantragte, die Verfügung vom 15. Dezember 2011 sei aufzuheben, 

es sei ihm eine 50%-Rente auszurichten, eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, 

vor einem Rentenentscheid berufliche Massnahmen durchzuführen. Der 

Rechtsvertreter führte zur Begründung an, dass die von der Beschwerdegegnerin 

angenommene 100%-ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers anhand der 

medizinischen Akten nicht nachvollzogen werden könne. Sowohl Dr. E.___ als auch 

Kreisarzt Dr. H.___ gingen von einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus. 

Eingliederungsmassnahmen seien von der Beschwerdegegnerin zu Unrecht mit der 

Begründung verweigert worden, dass der Beschwerdeführer sich für eine 50%-Stelle 

entschieden habe. Der Beschwerdeführer habe den Änderungsvertrag der B.___ AG 

mit einem 50%-Pensum gezwungenermassen unterschrieben, um seinen bisherigen 

Arbeitsplatz zu sichern. Unabhängig von diesem Arbeitsvertrag seien dem 

Beschwerdeführer seitens der Beschwerdegegnerin im Rahmen von 

Eingliederungsmassnahmen praktisch Tätigkeiten aufzuzeigen, in welchen er ein 

100%-Pensum erfüllen und ein rentenausschliessendes Einkommen erreichen könne. 

Solange die möglichen Tätigkeiten nicht abgeklärt seien, mache auch eine Anmeldung 

beim RAV für die offenen 50% keinen Sinn (IV 2012/19, act. G 1).

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B.b  Am 17. Februar 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der 

Beschwerde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, für die Annahme einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers könne auf die Einschätzung von Dr. H.___ 

abgestellt werden. Bezüglich der möglichen Tätigkeiten seien die Angaben von Dr. 

H.___ ausreichend konkret. Ausgehend von einem hypothetischen ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt seien genügend Arbeitsstellen für den Beschwerdeführer wie etwa 

leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, oder Prüfarbeiten vorhanden. Wie 

in der angefochtenen Verfügung mitgeteilt, werde die Möglichkeit der Durchführung 

von Eingliederungsmassnahmen nochmals geprüft. Da der Beschwerdeführer in einer 

adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig und bisher als Hilfsarbeiter tätig gewesen sei, 

komme als einzige Massnahme Arbeitsvermittlung in Betracht. Dies hindere einen 

Entscheid über die Rente nicht (IV 2012/19, act. G 5).

B.c  Mit einer Replik vom 24. April 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be­

schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter hielt fest, aus dem Bericht von Dr. H.___ 

könne nicht geschlossen werden, dass der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsfähig 

sei. Weiter fehlten jegliche Hinweise, was für eine Arbeit den gestellten medizinischen 

Anforderungen entsprechen würde. Die gescheiterten Versuche bei der B.___ AG 

zeigten die Schwierigkeit, eine solche Arbeitsstelle zu finden. Offenbar sei auch die 

Beschwerdegegnerin nicht in der Lage, konkrete Beispiele aufzuzeigen. Ausserdem 

seien die Stellungnahmen des RAD nicht nachvollziehbar. Kurz vor dem Bericht von 

Dr. H.___ sei die RAD-Ärztin noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. 

Weiter habe sie das Behandlungsziel des Schmerztherapeuten, eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit wieder zu erlangen, als sehr optimistisch bezeichnet. Die Annahme 

einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit stehe auch im Widerspruch zu der Einschätzung von 

Dr. E.___. Zudem sei es dem Therapeuten G.___ trotz der monatelangen Behandlung 

nicht möglich gewesen, eine Prognose bezüglich des Heilungsverlaufs abzugeben. Der 

Beschwerdeführer habe nach wie vor Beschwerden an der linken Hand. Er könne die 

Hand nur als Zug-, Stoss- oder Drückinstrument einsetzen, wobei er vermehrt 

Schmerzen habe. Der Beschwerdeführer nutze die verbliebene Arbeitsfähigkeit von 4 

bis 5 Stunden pro Tag vollständig aus. Für die Einschränkung von 50% sei ihm eine 

halbe Invalidenrente zu gewähren (IV 2012/19, act. G 9).

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (IV 2012/19, 

act. G 11).

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C.    

C.a  In der angefochtenen Verfügung vom 15. Dezember 2011 hatte die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer mitgeteilt, dass nochmals Eingliederungsmassnahmen geprüft 

würden (IV 2013/94, IV-act. 51). Gemäss einem Verlaufsprotokoll der Eingliederungs­

verantwortlichen arbeitete der Versicherte weiterhin zu 50% in der Wursterei der B.___ 

AG. Der Versicherte gab laut Protokoll an, dass es ihm nicht wesentlich besser gehe. Er 

würde gerne 100% arbeiten, könne sich aber konkret keine Tätigkeit ausserhalb der 

B.___ AG vorstellen. Die Eingliederungsverantwortliche hielt fest, dass sich der 

Versicherte weiterhin nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig fühle und somit keine 

Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten (IV 2013/94, IV-act. 65). Der 

Versicherte reichte ein Arztzeugnis seines Hausarztes Dr. F.___ ein, welcher ihm eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 10. Oktober 2011 attestierte (IV 2013/94, IV-act. 62). 

Dazu hielt der RAD am 16. Oktober 2012 fest, es lägen keine Hinweise dafür vor, dass 

sich die medizinische Situation relevant verändert habe. Bei der hausärztlichen 

Bestätigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2011 ohne zusätzliche oder 

aktuelle medizinische Informationen handle es sich offenbar um eine abweichende 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei unveränderter Sachlage (IV 2013/94, IV-act. 64).

C.b  Mit einem Vorbescheid vom 5. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle dem 

Versicherten die Abweisung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht. 

Zur Begründung hielt sie fest, es bestehe in einer adaptierten Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von 100%. Aktuell arbeite der Versicherte 50% in einer angepassten 

Tätigkeit bei seinem bisherigen Arbeitgeber. Für ein höheres Pensum fühle er sich 

subjektiv nicht arbeitfähig. Bei der Stellensuche bestehe keine Einschränkung, womit 

diesbezüglich das RAV zuständig sei (IV 2013/94, IV-act. 68). Dagegen wendete der 

Rechtsvertreter des Versicherten am 19. Dezember 2012 ein, dass der Versicherte 

bereit sei, eine Tätigkeit auszuüben, welche ihm die Erzielung eines 

rentenausschliessenden Einkommens ermögliche. Eine solche Tätigkeit sei jedoch 

nicht in Sicht, so dass der Versicherte verständlicherweise an seiner bisherigen 50%-

Stelle festhalte. Neben der fordernden Tätigkeit bei der B.___ AG sei es dem 

Versicherten nicht möglich, eine weitere Tätigkeit auszuüben. Falls er jedoch eine 

andere, körperlich weniger stark beanspruchende Tätigkeit hätte, könne er diese auch 

über einen längeren Zeitraum ausüben, so dass sich das Invalideneinkommen 

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entsprechend erhöhen würde. Nach dem Unfall habe sich die IV-Stelle bei der 

Wiedereingliederung einseitig auf den bisherigen Arbeitgeber und dessen 

Arbeitsmöglichkeiten konzentriert. Erforderlich seien aber auch berufliche Abklärungen 

in anderen Branchen und Tätigkeiten. Zudem sei eine Evaluation der funktionalen 

Leistungsfähigkeit vorzunehmen. Ausserdem sei abzuklären, ob der Versicherte die 

Voraussetzungen für eine Umschulung erfülle (IV 2013/94, IV-act. 70). Mit einer 

Verfügung vom 22. Januar 2013 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen ab (IV 2013/94, IV-act. 71).

D.    

D.a  Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 20. Februar 2013 Be­

schwerde und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 22. Januar 2013 sowie die 

Durchführung von beruflichen Massnahmen (IV 2013/94, act. G 1).

D.b  Am 11. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be­

schwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Beschwerdeantwort betreffend Rente 

vom 17. Februar 2012. Zudem hielt sie fest, dass die Beschwerde betreffend berufliche 

Massnahmen im Widerspruch zur Beschwerde gegen den Rentenentscheid stehe. 

Solange letztere nicht zurückgezogen werde, gebe der Beschwerdeführer konkludent 

kund, dass er sich nicht voll arbeitsfähig sehe (IV 2013/94, act. G 3).

D.c  Mit einer Replik vom 13. Mai 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be­

schwerdeanträgen fest. Der Rechtsvertreter führte als Begründung an, dass sich der 

Beschwerdeführer bei seiner gegenwärtigen Tätigkeit bei der B.___ lediglich zu 50% 

arbeitsfähig sehe. Er sei jedoch bereit, eine andere ihm mögliche und zumutbare 

Tätigkeit anzunehmen, mit welcher er ein 100%-iges Einkommen erzielen könne. Die 

Tätigkeit bei der B.___ sei nur eine "Notmassnahme", um wenigstens über ein Teilein­

kommen zu verfügen. Bevor der Beschwerdeführer diese aufgebe, müsse er wissen, 

für welche Stellen er sich bewerben könne, um ein höheres Einkommen zu erzielen 

(IV 2013/94, act. G 5).

D.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (IV 2013/94, 

act. G 7).

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Erwägungen:

1.     

Streitgegenstand der Verfügung vom 15. Dezember 2011 im Beschwerdeverfahren 

IV 2012/19 ist der Rentenanspruch. Im Verfahren IV 2013/94 ist der Anspruch des Be­

schwerdeführers auf berufliche Massnahmen entsprechend der Verfügung vom 22. Ja­

nuar 2013 zu beurteilen. Da an beiden Verfahren die gleichen Parteien beteiligt sind, 

ihnen derselbe Sachverhalt zugrunde liegt und sich die gleichen Rechtsfragen stellen, 

rechtfertigt es sich, sie zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. 

etwa BGE 128 V 124 E. 1).

2.     

2.1   Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein 

Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die 

ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen).

2.2   Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige Ab­

klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a); in 

diesem Sinn trifft die Verwaltung grundsätzlich auch die Beweisführungslast. Rechts­

erheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen 

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Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungs­

behörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann 

vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder 

anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht 

(BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

3.     

3.1   Zu klären ist vorerst die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsge­

nügende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

3.2   Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einschätzung von Dr. H.___ abgestellt und ist 

von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer leidensan­

gepassten Tätigkeit ausgegangen. Dessen Rechtsvertreter hat dagegen vorgebracht, 

aus dem Wortlaut des Berichts von Dr. H.___ könne nicht geschlossen werden, dass 

der Beschwerdeführer vollständig arbeitsfähig sei. Dazu ist festzuhalten, dass der 

Bericht von Dr. H.___ sprachlich einige unklare Formulierungen enthält. Am Ende der 

Beurteilung hat er Folgendes festgehalten: "Diese dürften aus reinen strukturellen 

Läsionen die linke Hand etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden können in 

idealer Umgebung vollschichtig" (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2 [Kreisärztliche 

Untersuchung vom 4. Mai 2010, S. 3 unten des Berichts]). Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat daraus geschlossen, dass sich der Ausdruck "vollschichtig" 

nicht auf die Arbeitsfähigkeit, sondern lediglich auf den Einsatz der linken Hand 

beziehe, welche in idealer Umgebung etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden 

könne. Dies führe jedoch nicht dazu, dass die verminderte Arbeitsfähigkeit aufgehoben 

werde. Dass Dr. H.___ von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgehe, zeige sich 

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auch dadurch, dass er aufgrund von dauernden und erheblichen Unfallfolgen eine 

Integritätsentschädigung als begründet erachte (vgl. IV 2012/19, act. G 9). Unter 

Berücksichtigung des gesamten Kontextes kann der Interpretation des 

Rechtsvertreters nicht gefolgt werden. Dr. H.___ hat den Beschwerdeführer auf 

Veranlassung der Unfallversicherung untersucht. Dies u.a. mit dem Auftrag, die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu beurteilen. Falls Dr. H.___ zum Schluss 

gekommen wäre, dass in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit vorläge, ist davon auszugehen, dass er das Ausmass dieser 

Einschränkung quantifiziert hätte. Eine Bestätigung der vom Beschwerdeführer 

subjektiv empfundenen 50%igen Arbeitsunfähigkeit kann in seiner Beurteilung 

jedenfalls nicht gesehen werden. Er hat vielmehr Ausführungen dahingehend gemacht, 

dass die vom Beschwerdeführer in dem Ausmass geklagten Beeinträchtigungen der 

Handfunktion und die daraus folgende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht 

nachvollziehbar seien. Dr. H.___ hat schliesslich festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer Tätigkeiten, bei welchen er länger der Kälte ausgesetzt wäre, mit 

Vibration und hämmernden Einflüssen auf die linke Hand sowie mit repetitiven 

Greiffunktionen vermeiden solle. In idealer Umgebung könne die linke Hand 

vollschichtig etwas mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden, wobei auch mit der 

Palma manus (Handfläche) Gewichte gehalten und gestossen werden könnten (vgl. 

IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Auch wenn sich "vollschichtig" auf den Einsatz der 

linken Hand bezieht und keine explizite Arbeitsfähigkeitsschätzung vorliegt, ergibt sich 

aus dem Kontext sowie aus den Ausführungen im Bericht, dass Dr. H.___ von einer 

vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit ausgegangen 

ist. Diese Annahme steht nicht im Widerspruch dazu, dass er aufgrund von dauernden 

und erheblichen Unfallfolgen eine Integritätsentschädigung als begründet erachtet. Wie 

aus dem Bericht hervorgeht, ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in 

qualitativer Hinsicht eingeschränkt, da er die linke Hand nur etwas mehr als eine 

Hilfshand einsetzen kann. Auch wenn sich dieser Umstand in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit nicht quantitativ auswirkt, so ist er dennoch geeignet, eine 

Integritätsentschädigung zu begründen.

3.3   Der Beschwerdeführer hat mit zunehmender Heilung der Folgen des Unfalls vom 

29. Oktober 2008 sein Pensum bei der B.___ AG zunächst konstant gesteigert. So ist er 

nach einer anfänglich vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab 4. Mai 2009 wieder zu 20% 

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und ab 8. Juni 2009 zu 30% arbeitstätig gewesen (vgl. IV 2012/19, IV-act. 1). Ab 

August 2009 hat der Beschwerdeführer wieder vier Stunden am Tag, also ca. 50% 

gearbeitet (vgl. IV 2012/19, IV-act. 3). Eine weitere Steigerung ist nicht möglich 

gewesen, so dass der Beschwerdeführer nach Einstellung der Leistungen der 

Unfallversicherung einen Änderungsvertrag der B.___ AG für ein 50%-Pensum per Mai 

2011 unterschrieben hat (vgl. IV 2012/19, IV-act. 35). Dr. E.___ hat am 8. September 

2009 berichtet, dass die linke Hand derzeit nur als Hilfshand einsetzbar sei. Durch eine 

Verbesserung der aktiven Beweglichkeit der proximalen Interphalangealgelenke sollte 

sich die Handfunktion wesentlich verbessern, wobei eine volle Beweglichkeit sämtlicher 

Gelenke nie mehr möglich sein werde. Das Ziel einer Behandlung sei eine freie 

Beweglichkeit der MP-Gelenke sowie eine aktive Verbesserung der Flexion im Bereich 

der PIP-Gelenke. Bei ausbleibender Therapie werde der Beschwerdeführer 

wahrscheinlich zu 50% arbeitsunfähig bleiben (vgl. IV 2012/19,  IV-act. 21-5 f.). Somit 

ist Dr. E.___ im September 2009 von der Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung 

des Gesundheitszustandes und damit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit bei 

entsprechender Therapie ausgegangen. Die von ihm empfohlene Tenolyse ist nicht 

durchgeführt worden. Stattdessen hat sich der Beschwerdeführer auf Veranlassung der 

Unfallversicherung bei G.___ in Behandlung begeben. Dieser hat am 4. Januar 2010 

bereits von einer Verbesserung durch die beim Beschwerdeführer einmal wöchentlich 

durchgeführte Frequenztherapie berichtet. Es hätten sich Anzeichen einer langsamen 

Regeneration der auffallenden Muskeldegeneration und der starken Unterdurchblutung 

der ersten zwei Gelenkssegmente der Finger gezeigt. Weiter sei es zu einer deutlichen 

Steigerung der arteriellen Durchblutung sowie einer leichten Zunahme des 

Gewebevolumens gekommen. Zusätzlich hätte sich eine deutliche Verbesserung der 

Druckempfindlichkeit der betroffenen Fingerspitzen gezeigt (vgl. IV 2012/19, IV-act. 23). 

Gemäss dem folgenden Verlaufsbericht vom 18. März 2010 haben sich weitere 

Verbesserungen eingestellt. G.___ hat ausgeführt, dass sich aufgrund der vorhandenen 

Besserungen ein objektiver Vergleich zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ziehen 

lasse. Die Druckempfindlichkeit der Finger der linken Hand hätten sich zu ca. 30 - 50% 

verbessert. Die gesamte Gewebehomogenität der involvierten Finger zeige sich 

gegenüber der Gewebestruktur der gesamten Hand sehr ausgeglichen ohne grosse 

visuelle Unterschiede. Dies deute auf eine starke Durchblutungszunahme sowie eine 

geförderte nervale Versorgung der Fingersegmente hin. Während der letzten zwei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/24

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Behandlungen der Wirbelsegmente T1/C7/T6 habe sich eine sehr deutliche 

Ausstrahlung in die linke Hand gezeigt. Weiter seien während der Behandlung 

Reaktionen mit einer klaren Flexion der ersten zwei Fingergelenke aller involvierten 

Finger zu sehen gewesen. Aufgrund dieser Feststellung könne davon ausgegangen 

werden, dass einerseits die Flexion der vier Finger der linken Hand noch vollständig 

vorhanden sei und dass andererseits die momentan noch vorhandenen 

Empfindungsstörungen/Schmerzen von den erwähnten Wirbelsegmenten ausgingen. 

Er werde die weitere Behandlung nun auf die Wirbelsegmente im thorakal-zervikalen 

Übergang fokussieren (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Im Abschlussbericht vom 

21. Mai 2010 hat G.___ festgehalten, dass er nach der kompletten Ausschöpfung der 

Behandlungsmöglichkeiten den Behandlungsabschluss eingeleitet habe. Die 

allgemeinen energetischen Messwerte zeigten sich seit Wochen sehr stabil und in 

einem normalen homogenen Ausmass. Die anfänglich deutlich wahrzunehmende 

Halswirbelblockade im zervikalen/thorakalen Bereich präsentiere sich seit mehreren 

Wochen gelöst und in einem normal funktionierenden Status. Somit zeigten sich auf 

der physischen und der gesamtenergetischen Ebene keine wahrzuehmenden Defizite 

sowie Blockaden, die manuell und energetisch gelöst werden könnten. Aufgrund des 

momentanen Status beim Beschwerdeführer gehe er von einer psychosomatischen 

Störung oder Störung im Bereich des mentalen Gefüges aus. Bezüglich des 

subjektiven Empfindens des Beschwerdeführers hat G.___ festgehalten, dass sich 

dieses während der gesamten Behandlung sehr schwankend mit einem Grundton einer 

leichten demotivierten/depressiven Stimmung gezeigt habe. Der Beschwerdeführer 

habe sich stets mit der konstant gleichen Schmerzwahrnehmung über die 

empfundenen Schmerzen geäussert (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2).

3.4   Gemäss den Ausführungen von G.___ haben sich im Verlauf der Behandlung 

objektiv nachweisbare Verbesserungen des Zustandes der linken Hand gezeigt, womit 

eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit gegenüber der Beurteilung von Dr. E.___ zu 

erwarten gewesen wäre. Auffallend ist, dass der Beschwerdeführer während der 

ganzen Behandlungsdauer subjektiv keinerlei Verbesserung der Schmerzsituation 

wahrgenommen hat. Der Beschwerdeführer hat sich selbst seit August 2009 nur zu 

50% arbeitsfähig eingeschätzt und ist nicht bereit gewesen, das Arbeitspensum zu 

steigern. Gemäss einem Protokoll der Eingliederungsverantwortlichen vom 22. April 

2010 sind die Gründe dafür auch in den familiären Problemen zu sehen. Die 

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Eingliederungsverantwortliche hat festgehalten, dass die Ehefrau des Versicherten eine 

ganze IV-Rente aufgrund einer schweren depressiven Entwicklung beziehe. Sie 

kümmere sich kaum um den Haushalt und die Kinder, so dass trotz Hilfe aus dem 

sozialen Umfeld vieles auf dem Beschwerdeführer laste (vgl. IV 2012/19, IV-act. 26-2). 

Auch am 20. Juli 2011 hat die Eingliederungsverantwortliche ausgeführt, dass sich der 

Beschwerdeführer nicht mehr als zu 50% arbeitsfähig fühle, weshalb er den 

Änderungsvertrag der B.___ AG mit einem 50%-Pensum unterzeichnet habe. Für die 

restlichen 50% habe er sich aufgrund seiner Selbsteinschätzung nicht beim RAV 

gemeldet (vgl. IV 2012/19, IV-act. 35). Im Einwand vom 4. November 2011 heisst es 

jedoch, der Beschwerdeführer sei bereit, seine 50%-Stelle aufzugeben und eine 

leidensadaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum anzunehmen (vgl. IV 2012/19, IV-

act. 44). Offenbar sieht sich der Beschwerdeführer spätestens ab diesem Zeitpunkt 

doch in der Lage, eine angepasste Tätigkeit zu 100% auszuüben. Damit stimmt die 

subjektive Einschätzung mit der von Dr. H.___ festgestellten medizinisch-theoretisch 

vollständigen Arbeitsfähigkeit spätestens ab November 2011 überein.

3.5   Der RAD ist gestützt auf den Bericht von Dr. H.___ bereits ab Mai 2010 von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen (vgl. IV 2012/19, 

IV-act. 38). Der Bericht von Dr. H.___ erscheint nachvollziehbar und schlüssig. Seine 

Beurteilung basiert auf einer fundierten Befunderhebung und bezieht die früheren 

medizinischen Akten mit ein. Die Schlussfolgerung einer aus somatischer Sicht 

100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit, bei der die linke Hand etwas 

mehr als eine Hilfshand eingesetzt werden kann, leuchtet ein. Daneben ist Dr. H.___ 

jedoch auch von einer nicht organischen Überlagerung der Beschwerden 

ausgegangen, da er die vom Beschwerdeführer gezeigten erheblichen Bewegungs- 

und Belastungseinschränkungen in diesem Ausmass keinem organischen Korrelat hat 

zuordnen können. Zudem hat er eine nicht erklärbare Verschlechterung zwischen 

seinen erhobenen Befunden und denen von Dr. E.___ festgestellt (vgl. IV 2012/19, 

Fremdakten G 5.2). Auch G.___ ist von nicht organischen Komponenten in Form einer 

psychosomatischen Störung oder einer Störung im Bereich des mentalen Gefüges 

ausgegangen (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2). Der RAD hat zu den Vermutungen 

einer nicht organischen Überlagerung am 16. September 2011 festgehalten, dass die 

psychosoziale Belastungssituation des Versicherten mit einer psychisch schwer 

kranken Ehefrau vorbestehend gewesen sei. Zudem habe der Hausarzt von einer Mal-

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Compliance hinsichtlich der begonnenen medikamentösen Therapie mit einem 

Antidepressivum berichtet, was auf einen geringen Leidensdruck des 

Beschwerdeführers schliessen lasse (vgl. IV 2012/19, IV-act. 38). Aufgrund der 

vorliegenden medizinischen Akten ist nicht davon auszugehen, dass beim 

Beschwerdeführer eine psychische Erkrankung mit relevanten Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit vorliegt. Wie auch die Eingliederungsverantwortliche festgestellt hat, ist 

der Beschwerdeführer durch die Situation mit seiner kranken Ehefrau, welche sich 

kaum um die beiden Kinder und den Haushalt kümmern kann, stark belastet. Damit 

lässt sich die von G.___ beschriebene demotivierte/ depressive Stimmung hinreichend 

erklären. Auch die vom Hausarzt erwähnte Mal-Compliance hinsichtlich der Einnahme 

eines Antidepressivums (vgl. IV 2012/19, Fremdakten G 5.2 [Besprechungsrapport vom 

27. Januar 2010]) sowie die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer gemäss seinen 

Ausführungen im Einwand vom 4. November 2011 in einer leidensadaptierten Tätigkeit 

zu 100% arbeitsfähig einschätzt, sprechen gegen das Vorliegen einer psychischen 

Störung. Weitere diesbezügliche Abklärungen erscheinen vor diesem Hintergrund nicht 

erforderlich. Somit kann mit dem RAD überwiegend wahrscheinlich ab dem Zeitpunkt 

der Untersuchung durch Dr. H.___ am 4. Mai 2010 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit angenommen werden.

4.     

4.1   Im Folgenden ist der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers mittels eines Ein­

kommensvergleichs zu berechnen. Betreffend die Bestimmung des 

Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten Einkommen angeknüpft 

(BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss Arbeitgeberbericht der B.___ AG vom 12. November 

2009 hat der monatliche Lohn des Beschwerdeführers für ein volles Pensum seit dem 

1. Oktober 2008 Fr. 4'800.-- betragen. Ein 13. Monatslohn ist nicht ausbezahlt worden. 

Das Jahreseinkommen, welches als Valideneinkommen heranzuziehen ist, beträgt 

somit Fr. 57'600.-- (Fr. 4'800.-- x 12). Für die Festlegung des Invalideneinkommens ist 

auf die statistischen durchschnittlichen Löhne gemäss den Lohnstrukturerhebungen 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik zurückzugreifen, da der Beschwerdeführer nur zu 

50% erwerbstätig ist und damit die ihm medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit von 

100% nicht ausschöpft. Einen Beruf hat er entsprechend seinen Angaben in der 

Anmeldung vom 16. Oktober 2009 nicht erlernt und ist in den letzten drei Jahren als 

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Hilfsarbeiter bei der B.___ AG tätig gewesen. Es ist daher auf die für Hilfsarbeiter 

durchschnittlichen Löhne abzustellen. Im Jahr 2008 verdienten Männer in 

Hilfstätigkeiten ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 59'979.-- (vgl. 

Anhang 2 [Lohnentwicklung] zu der von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012). Im Vergleich mit dem effektiv erzielten 

Einkommen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer unterdurchschnittlich verdient hat. 

Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich freiwillig mit einem 

unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat, ist nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung das Valideneinkommen heraufzusetzen und dem durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterlohn (bis auf eine Aussparungsdifferenz von 5%) anzupassen (BGE 134 V 

322 E. 4.1; 135 V 297 E. 6.1.2). Damit sind die beiden Vergleichseinkommen (die 

Differenz von 5% ausser Acht gelassen) gleich hoch. Daraus folgt, dass dem 

Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen keine 

Erwerbseinbusse entsteht, womit der Invaliditätsgrad bei 0% liegt. Vor diesem 

Hintergrund erübrigt sich die Durchführung eines eigentlichen Einkommensvergleichs.

4.2   Ein unter 40% liegender Invaliditätsgrad begründet keinen Rentenanspruch (Art. 

28 Abs. 2 IVG). Folglich hat die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch des 

Beschwerdeführers mit der Verfügung vom 15. Dezember 2011 zu Recht abgelehnt.

5.     

5.1   Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 22. Januar 2013 ist die Ablehnung 

des Anspruchs auf berufliche Massnahmen. Auch dieser bildet – wie bereits erwähnt – 

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens.

5.2   Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Ver­

sicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und ge­

eignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be­

tätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraus­

setzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die 

Eingliederungsmassnahmen bestehen u.a. in Massnahmen beruflicher Art: 

Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung 

sowie Kapitalhilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die 

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dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht 

aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 110 V 

102 E. 2). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als 

diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 110 E. 2a mit 

Hinweisen).

5.3   Eine Umschulung gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG kommt vorliegend nicht in Betracht, 

da der Beschwerdeführer den für eine Umschulung rechtsprechungsgemäss 

vorausgesetzten Mindestinvaliditätsgrad von 20% (ZAK 1984 S. 91) nicht erreicht (vgl. 

E. 4.1). Weitere Abklärungen betreffend die gemäss seinen Angaben im Kosovo 

absolvierte Ökonomieausbildung (vgl. IV 2013/94, IV-act. 5-6) erübrigen sich damit.

5.4   Der Beschwerdeführer lässt im Wesentlichen vorbringen, dass die Beschwerde­

gegnerin den Sachverhalt in beruflicher Hinsicht ungenügend abgeklärt habe. Aus 

einem Verlaufsprotokoll der Eingliederungsverantwortlichen geht hervor, dass die Be­

schwerdegegnerin versucht hat, den Beschwerdeführer innerhalb der B.___ AG wieder 

einzugliedern. Die Eingliederungsverantwortliche hat festgehalten, dass die 

vorgesehene Tätigkeit als Staplerfahrer wegen der Verletzungsfolgen an der Hand nicht 

möglich gewesen sei. Zudem habe es an der Motivation des Beschwerdeführers 

gefehlt. Bei einem weiteren Einsatzversuch in der Gebindewäscherei habe sich die 

Kälte negativ auf die Schmerzen ausgewirkt. Ab dem 16. November 2009 sei der  

Beschwerdeführer wieder in der Wursterei, seinem früheren Arbeitsplatz, tätig. Dabei 

müsse er aber keine schweren Tätigkeiten mehr ausführen (vgl. IV 2013/94, IV-act. 

26-3). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer am 23. April 2010 Beratung 

und Unterstützung beim Erhalt seines bisherigen Arbeitsplatzes zugesprochen (vgl. IV 

2013/94, IV-act. 27). Im Schlussbericht vom 20. Juli 2011 hat die 

Eingliederungsverantwortliche festgehalten, dass dem Beschwerdeführer für seine 

Tätigkeit in der Wursterei mit einem Arbeitergonomen eine spezielle Handmanschette 

angefertigt worden sei. Sein bisheriges Pensum von 50% habe er dennoch nicht 

steigern können bzw. wollen. Da der Beschwerdeführer sich nur zu 50% arbeitsfähig 

fühle, habe er den von der B.___ AG angebotenen Änderungsvertrag mit einem 50%-

Pensum angenommen und sich für die verbliebenen 50% nicht beim RAV gemeldet (IV 

2013/94, IV-act. 35). Mit der Begründung, dass unter diesen Umständen keine 

erfolgsversprechenden Eingliederungsmassnahmen durchgeführt werden könnten, hat 

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die Beschwerdegegnerin in der Folge mit einer Mitteilung vom 3. Oktober 2011 einen 

Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen abgelehnt (vgl. IV 

2013/94, IV-act. 40). Nachdem der Beschwerdeführer im Einwand vom 4. November 

2011 betreffend Rente vorgebracht hat, dass er bereit sei, seine 50%-Stelle bei der 

B.___ AG aufzugeben und eine adaptierte Tätigkeit mit einem 100%-Pensum 

anzunehmen, hat die Beschwerdegegnerin die nochmalige Prüfung von 

Eingliederungsmassnahmen veranlasst (vgl. IV 2013/94, IV-act. 47). Die 

Eingliederungsverantwortliche hat am 25. September 2012 festgehalten, dass sich der 

Beschwerdeführer noch immer nicht in der Lage sehe, mehr als 50% zu arbeiten. Er sei 

auf die B.___ AG fixiert und könne sich keine Tätigkeit ausserhalb des Betriebs 

vorstellen. Eingliederungsmassnahmen könnten daher nicht durchgeführt werden 

(IV 2013/94, IV-act. 65-3). Dementsprechend ist der Anspruch auf berufliche Mass­

nahmen am 22. Januar 2013 erneut abgelehnt worden (vgl. IV 2013/94, IV-act. 71).

5.5   Aufgrund dieser Aktenlage ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin ihre Ein­

gliederungsbemühungen auf den bisherigen Arbeitsplatz bei der B.___ AG konzentriert 

hat, wo der Beschwerdeführer aber schliesslich nur ein Pensum von 50% ausübt. Der 

Beschwerdeführer hat geltend gemacht, er sei bereit, eine leidensadaptierte Tätigkeit 

zu 100% auszuüben. Neben seiner jetzigen 50%-Stelle bei der B.___ AG, sei ihm 

jedoch keine zusätzliche Erwerbstätigkeit möglich, da ihn diese Arbeit körperlich sehr 

beanspruche (vgl. IV 2013/94, IV-act. 70). Dazu ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer gemäss Angaben der Eingliederungsverantwortlichen an seinem 

Arbeitsplatz in der Wursterei geschont wird und keine schweren Tätigkeiten ausführen 

muss. Er bespicke die Anlagen und schiebe die Rollwagen gefüllt mit Waren (ca. 

200 kg) in den Gefrierschrank hinein und hinaus. Dabei setze er die linke Hand nur als 

Hilfshand ein (vgl. IV 2013/94, IV-act. 26). In medizinischer Hinsicht erscheint diese 

Tätigkeit als den Leiden des Beschwerdeführers angepasst. Entsprechend dem von 

Dr. H.___ erstellten negativen Tätigkeitsprofil ist der Beschwerdeführer bei seiner 

Tätigkeit keinem längerdauernden Kälteeinfluss ausgesetzt. Weiter ist die linke Hand 

nicht durch Vibration, hämmernde Einflüsse oder auszuführende Greiffunktionen 

belastet. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers beinhaltet insbesondere das Schieben 

von Rollwagen, was gemäss Dr. H.___ mit der linken Handfläche möglich sein sollte 

(vgl. IV 2013/94, Fremdakten G 5.2). Aus medizinischer Sicht ist es daher nicht 

erklärbar, weshalb der Beschwerdeführer nie bereit gewesen ist, das Pensum zu 

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steigern. Womöglich ist dieser Entscheid auf die vorhandenen familiären Probleme, 

wodurch der Beschwerdeführer neben der Arbeit zusätzlich mit dem Haushalt und der 

Kinderbetreuung belastet gewesen ist, zurückzuführen. Ausgehend von der vorliegend 

massgebenden medizinischen Zumutbarkeit einer 100%igen leidensadaptierten 

Tätigkeit, lässt es der Beschwerdeführer an der erforderlichen 

Eingliederungsbereitschaft fehlen, wenn er seine Tätigkeit bei der B.___ AG nur zu 50% 

ausübt und nicht bereit ist, sein Pensum zu steigern. Falls eine Steigerung nicht 

möglich wäre, so wäre der Beschwerdeführer angehalten, sich für die restlichen 50% 

beim RAV zu melden. Es erscheint widersprüchlich, wenn der Beschwerdeführer 

Eingliederungsmassnahmen neben seiner aktuellen Tätigkeit verlangt, obwohl er seine 

Leistungsfähigkeit durch diese als vollumfänglich erschöpft ansieht. Angesichts dieser 

Situation ist die Beschwerdegegnerin nicht verpflichtet gewesen, weitergehende 

berufliche Abklärungen und Eingliederungsbemühungen – auch ausserhalb der B.___ 

AG – vorzunehmen.

5.6   Auch der Anspruch auf Arbeitsvermittlung gemäss Art. 18 Abs. 1 lit. a IVG setzt 

notwendigerweise die subjektive Eingliederungsbereitschaft des Beschwerdeführers 

voraus (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 22. Dezember 

2004, I 412/04). Soweit die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Arbeitsvermittlung 

jedoch mit der Begründung ablehnt, dass der leidensadaptiert 100% arbeitsfähige 

Beschwerdeführer bei der Stellensuche gesundheitlich nicht eingeschränkt sei und 

daher das RAV zuständig sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie der Botschaft des 

Bundesrats zur 5. IV-Revision zu entnehmen ist, sieht Art. 18 IVG vor, dass alle 

stellenlosen Personen, die ihre bisherige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht 

mehr ausüben können, Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die IV haben, somit auch 

Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter, die in einer angepassten Hilfstätigkeit noch voll 

arbeitsfähig sind. Durch die Ausweitung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung der 

Invalidenversicherung, die auf die Vermittlung von gesundheitlich eingeschränkten 

Personen spezialisiert ist, können die Eingliederungsinstrumente für unqualifizierte 

Versicherte verbessert werden. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit dem RAV 

vorgesehen (BBl 2005 4522 und 4524). Der Bundesrat bezeichnete in der Botschaft 

das frühere System in Bezug auf Arbeitsvermittlung als unzureichend. Ein Anspruch auf 

Arbeitsvermittlung sei bisher nur gegeben gewesen, wenn die versicherte Person bei 

der Suche einer geeigneten Arbeitsstelle wegen ihres Gesundheitszustands 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

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Schwierigkeiten habe oder invaliditätsbedingt spezielle Anforderungen an den 

Arbeitsplatz oder den Arbeitgeber stelle. Die Invalidenversicherung sei bisher nicht für 

andere Gründe der erschwerten Stellensuche, wie Stellenmangel auf dem 

Arbeitsmarkt, eingetreten. Angesichts des angespannten Arbeitsmarkts fänden jedoch 

gesundheitlich eingeschränkte Hilfskräfte nur schwer eine neue, der Behinderung 

angepasste Stelle, was oft zur Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung und 

durch die lange Arbeitslosigkeit zu einer Verstärkung der ursprünglichen 

gesundheitlichen Probleme bzw. zu zusätzlichen psychischen Schwierigkeiten führe 

(BBl 2005 4522). Art. 18 Abs. 1 IVG wurde vom Parlament unverändert angenommen 

und somit auch die vom Bundesrat vorgeschlagene Interpretation (vgl. Protokoll der 

Nationalratssitzung vom 21. März 2006 S. 28 sowie Protokoll der Ständeratssitzung 

vom 25. September 2006 S. 3, Amtliches Bulletin 05.052). Damit ist die bisherige 

Praxis, die voll arbeitsfähigen Hilfsarbeitern einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung 

verwehrte, als unzureichend beurteilt worden. Folglich haben auch in der 

angestammten Tätigkeit gesundheitsbedingt eingeschränkte Hilfsarbeiter, die in einer 

adaptierten Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig sind, Anspruch auf Arbeitsvermittlung; 

gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche sind ebenfalls kein An­

spruchserfordernis (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 4. April 2011, IV 2010/96 E. 6.1).

5.7   Somit hat der Beschwerdeführer aufgrund der ausgewiesenen Handbeschwerden 

auch bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich 

einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung. Aufgrund der fehlenden subjektiven Eingliede­

rungsbereitschaft ist die Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen vom 

22. Januar 2013 dennoch nicht zu beanstanden. Dem Beschwerdeführer steht es frei, 

sich bei entsprechendem Bedürfnis erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden und 

berufliche Abklärungen sowie Arbeitsvermittlung zu beantragen.

6.     

6.1   Im Sinne der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden abzuweisen.

6.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er­

scheint bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen. 

Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/

sGS 951.1]). Mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die Ge­

richtskosten beglichen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Verfahren IV 2012/19 und IV 2013/94 werden vereinigt.

2.      Die Beschwerden werden abgewiesen.

3.      Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

ist mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss beglichen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.02.2014
	Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 8 und 18 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Berechnung des Invaliditätsgrades. Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Form von Umschulung und Arbeitsvermittlung. Grundsätzlich haben gesundheitlich beeinträchtigte Hilfsarbeiter, die in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig sind, Anspruch auf Arbeitsvermittlung; dies auch ohne das Erfordernis von gesundheitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Stellensuche. Vorliegend kein Anspruch aufgrund fehlender subjektiver Eingliederungsbereitschaft. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Februar 2014, IV 2012/19).

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