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**Case Identifier:** e42344b9-bb22-55dc-92d6-c4b08e95dde9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.06.2021 200 2021 147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-147_2021-06-09.pdf

## Full Text

200 21 147 IV
FUE/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juni 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1975 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
verheiratet und Mutter von zwei Kindern (mit Jahrgang 2009 und 2013). Sie 
war zuletzt bis 12. März 2019 als ... teilerwerbstätig gewesen, als sie sich 
am 28. April 2019 unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Antwortbeilagen 
der Invalidenversicherung [AB] 6). Gestützt auf Abklärungen im medizini-
schen, erwerblichen und häuslichen Bereich (vgl. insb. den Untersu-
chungsbericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes [RAD] vom 22. Dezem-
ber 2019 [AB 42] und den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 22. Juni 
2020 [AB 48]) stellte die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) mit 
Vorbescheid vom 30. Juni 2020 (AB 49) der Versicherten bei einem nach 
Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 35 %; Haushalt: 65 %) ermit-
telten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 84 % eine vom 1. bis 31. Oktober 2019 
befristete ganze Invalidenrente bzw. eine Verneinung eines 
Rentenanspruchs ab dem 1. November 2019 (IV-Grad von 25 %) in Aus-
sicht. Nach Einwand der Versicherten vom 2. und 14. September 2020 (AB 
54, 57) und Einholen von Stellungnahmen des RAD vom 26. November 
2020 und des Bereichs Abklärungen vom 9. Dezember 2020 (AB 59 f.) 
verfügte die IVB am 13. Januar 2021 (AB 62) wie in Aussicht gestellt. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, am 15. Februar 2021 Beschwerde. Sie beantragt, in Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sei die Sache zur Vornahme weiterer 
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualtier sei 
der Beschwerdeführerin eine unbefristete Invalidenrente, vorgängige Ein-
gliederungsmassnahmen sowie eine Hilflosenentschädigung zuzuspre-
chen. 

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Mit Eingabe vom 4. März 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen 
Bericht von Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 1. März 2021 (Beschwerdebeilagen [BB] 5) zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2021 beantragt die 
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf 
einzutreten sei. 

Am 3. April 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Eingabe ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist - unter Vor-
behalt der Ausführungen in E. 1.2 hiernach - auf die Beschwerde einzutre-
ten. 

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Januar 2021 
(AB 62). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
Invalidenrente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befris-
tung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungs-
befugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebe-
nen Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blie-
ben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 
E. 3.2). Streitig und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine Invaliden-
rente, unter Einschluss der vom 1. bis 31. Oktober 2019 zugesprochenen, 
befristeten ganzen Invalidenrente. 

Über den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen und auf 
eine Hilflosenentschädigung hat die Beschwerdegegnerin mit der ange-
fochtenen Verfügung nicht befunden. Daran ändert nichts, dass zur Be-
gründung der Verfügung auf den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
22. Juni 2020 (AB 48) sowie die Stellungnahme des Bereichs Abklärungen 
vom 9. Dezember 2020 (AB 60) verwiesen wird (AB 62 S. 4). Soweit die 
Beschwerdeführerin eventualiter die Gewährung von Eingliederungs-
massnahmen und einer Hilflosenentschädigung beantragt (vgl. Beschwer-
de, S. 1 Ziff. 1), fehlt es daher an einem Anfechtungsobjekt und es ist inso-
weit nicht auf die Beschwerde einzutreten (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 
S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

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oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.3.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und 

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der IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; 
BGE 145 V 370 E. 4.1 S. 373, 144 I 21 E. 2.1 S. 23). Die gemischte 
Methode bezweckt eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des 
IV-Grades. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit 
der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, 
sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, d.h. ohne Gesundheits-
schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (BGE 
133 V 504 E. 3.3 S. 508).

2.3.3 Bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach 
Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, werden für die Bestimmung des IV-Grades der 
IV-Grad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der IV-Grad in Bezug auf die 
Betätigung im Aufgabenbereich summiert (Art. 27bis Abs. 2 der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 
Die Berechnung des IV-Grades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit richtet 
sich nach Art. 16 ATSG. Dabei sind Validen- und Invalideneinkommen auf 
der Grundlage einer hypothetischen Vollzeittätigkeit zu ermitteln (BGE 145 
V 370). Die prozentuale Erwerbseinbusse wird schliesslich anhand des 
Beschäftigungsgrads, den die Person hätte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre, gewichtet (Art. 27bis Abs. 3 IVV). Für die Berechnung des IV-
Grades in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozen-
tuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich 
im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid ge-
worden wäre, ermittelt. Er wird anhand des Anteils des Aufgabenbereichs 
gewichtet (Art. 27bis Abs. 4 IVV).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

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3.

3.1 Mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen (vgl. E. 4 f.) ist 
zunächst auf den Status einzugehen, d.h. auf die Frage, in welchem zeit-
lichen Umfang die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Beeinträchti-
gung erwerbstätig wäre. Während die Beschwerdegegnerin gestützt auf 
den Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 22. Juni 2020 (AB 48) von 
einem Status von 35 % Erwerb und 65 % Haushalt ausgeht (AB 48 S. 4 
Ziff. 4), macht die Beschwerdeführerin im Vorbescheid- und 
Beschwerdeverfahren geltend, dass sie im Gesundheitsfall zu 40 bis 60 % 
(50 % ab Schuleintritt der 2013 geborenen Tochter D.________ [AB 48 S. 
3 Ziff. 2.1]) erwerbstätig wäre (AB 54 S. 1 Ziff. 2; vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 
1, und Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 3. April 2021, S. 2). 

3.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist - was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt -, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1 S. 20). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver-
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 144 I 28 E. 2.3 
S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1). Bei einer im Haushalt tätigen ver-
sicherten Person im Besonderen entscheidet sich die Frage, ob sie als 
ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige zu betrachten ist, nicht danach, ob 
sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war oder nicht. Vielmehr sind die persön-
lichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfäl-
lige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, 
die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei-
gungen und Begabungen zu berücksichtigen. Dabei sind die konkrete 
Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der 
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 
V 194 E. 3b S. 195; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-

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gung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Ge-
sundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversiche-
rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit er-
forderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30; SVR 2019 IV Nr. 3 S. 7 E. 5.1).

3.3 Anlässlich des telefonischen Abklärungsgesprächs vom 17. März 
2020 gab die Beschwerdeführerin an, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin 
bei der E.________ AG, ..., arbeiten würde (AB 48 S. 4 Ziff. 3.3), bei der 
sie (von November 2017 bis April 2018) mit einem Pensum von ca. 35 % 
angestellt war (15 Stunden pro Woche bei einer üblichen Wochenarbeits-
zeit von 41.5 bis 43 Stunden [Durchschnitt: 42.25 Stunden]; AB 46 S. 3 Art. 
1). Zu dieser Tätigkeit führte sie aus, es sei ein "guter Job" gewesen, es 
habe ihr gefallen. Sie sei jeden Morgen von 08:15 Uhr bis 11:15 Uhr 
arbeiten gegangen, nachdem sie ihre Tochter D.________ in die Schule 
(recte: in den Kindergarten) geschickt habe. Diese Tätigkeit habe sie von 
einem Tag auf den anderen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben 
müssen (AB 48 S. 4 Ziff. 3.2). 

3.3.1 Die von der Beschwerdeführerin erst im Vorbescheid- und 
Beschwerdeverfahren gemachten Angaben (vgl. E. 3.1 hiervor) sind mit 
Blick auf deren Zeitpunkt weniger stark zu gewichten als diejenigen im 
Zuge des Abklärungsgesprächs. Letztere sind als sogenannte Aussagen 
der ersten Stunde unbefangener und zuverlässiger als spätere 
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen 
Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst sein können (BGE 
143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47). Vorliegend sind keine 
Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf die von der Beschwerdeführerin im 
März 2020 gegenüber der Abklärungsfachperson gemachten in sich 
stimmigen und nachvollziehbaren Ausführungen abgestellt werden könnte. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren vorbringt, mit dem 
Schuleintritt von D.________ hätte sie ihr Pensum auf 50 % gesteigert, so 
ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerdeantwort, S. 2 f. Ziff. 5) 
festzustellen, dass sie bei der Untersuchung durch den RAD vom 5. De-
zember 2019 angab, ihre Tochter, die in die erste Klasse ging (vgl. AB 48 
S. 3 Ziff. 2.1), jeweils in die Schule zu begleiten und gegen Mittag wieder 
abzuholen (AB 42 S. 6). Damit ist - jedenfalls was die Vormittage betrifft - 

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mit dem Schuleintritt von D.________ im Vergleich zur Situation im Jahr 
2017/2018 (als die Beschwerdeführerin bei der E.________ AG erwerbs-
tätig war) keine Änderung in den zeitlichen bzw. organisatorischen Verhält-
nissen eingetreten, womit insoweit nicht von einer Pensumssteigerung 
auszugehen ist. Ob der Umstand, dass die Tochter an drei Nachmittagen 
während jeweils zwei Lektionen Unterricht hatte (AB 48 S. 3 Ziff. 2.1), zu 
einer höherprozentigen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall geführt hätte, 
erscheint aufgrund der engen Zeitfenster fraglich; dies gilt umso mehr, 
wenn die Tochter mittlerweile während drei Nachmittagen pro Woche zu 
Hause sei (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 1). Hinzu kommt, dass die Be-
schwerdeführerin beim Abklärungsgespräch in keiner Art und Weise Über-
legungen hinsichtlich einer Pensumssteigerung aufgrund der - bereits - 
veränderten schulischen Verhältnisse geäussert hatte. Darüber hinaus ist 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die E.________ 
AG zu einer Steigerung des Pensums überhaupt Hand geboten hätte bzw. 
dass die Beschwerdeführerin verneinendenfalls eine andere Stelle gesucht 
hätte. 

3.3.2 Nach dem Ausgeführten erweist sich der von der Abklärungsfach-
person im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 22. Juni 2020 (AB 48) 
geschätzte hypothetische Umfang der Erwerbstätigkeit mit Blick auf die 
genannten Umstände ohne weiteres als nachvollziehbar und schlüssig. 
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im 
hier massgebenden Zeitraum bis zum Verfügungserlass (am 13. Januar 
2021 [AB 62]; vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) 
für den Gesundheitsfall ein Erwerbspensum von 35 % bzw. einen 
Haushaltsanteil von 65 % als überwiegend wahrscheinlich erstellt erachte-
te. Folglich ist der Invaliditätsbemessung ein Status als Teilerwerbstätige 
von 35 % Erwerb und 65 % Haushalt zugrunde zu legen. 

4.

4.1 Die Einschränkungen im Bereich Haushalt wurden von der Be-
schwerdegegnerin gestützt auf die im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb 
vom 22. Juni 2020 (AB 48) festgehaltenen - und in der Stellungnahme des 

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Bereichs Abklärungen vom 9. Dezember 2020 (AB 60) zum Einwand der 
Beschwerdeführerin vom 2. September 2020 (AB 54) bestätigten - Ergeb-
nisse der Erhebung vom 17. März 2020 auf 75 % bzw. gewichtet 48.75 % 
für die Zeit vom 1. Februar 2019 bis 31. Juli 2019 und auf 0 % für die Zeit 
ab dem 1. August 2019 veranschlagt (AB 48 S. 10 Ziff. 7.2 und 8, S. 11 
Ziff. 9). 

4.2

4.2.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räum-
lichen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2).

4.2.2 Die von der Invalidenversicherung eingeholten Abklärungsberichte 
im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage 
für die Invaliditätsbemessung dar. Nach der Rechtsprechung bedarf es des 
Beizuges eines Arztes, der sich zu den einzelnen Positionen der Haushalt-
führung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in 
Ausnahmefällen, insbesondere bei unglaubwürdigen Angaben der ver-
sicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen 
(SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1). Dies gilt selbst für den Fall, dass es 
um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität geht, d.h. die Be-
urteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht (SVR 2018 IV 
Nr. 7 S. 26 E. 4.3). 

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4.3 Die Haushaltsabklärung vom 17. März 2020 (AB 48 S. 2) erfolgte 
aufgrund der Pandemie-Situation rein telefonisch - und nicht an Ort und 
Stelle - durch eine hierzu qualifizierte Abklärungsperson. Dieses Vorgehen 
steht im Einklang mit der Empfehlung des Bundes zur Eindämmung der 
Verbreitung des Corona-Virus und wurde von der Beschwerdeführerin denn 
auch nicht gerügt. Die Abklärungsfachperson konnte sich gestützt auf die 
telefonisch erhobenen Angaben der Beschwerdeführerin ein vollständiges 
Bild über die sozialen, erwerblichen und räumlichen Verhältnisse machen 
und hat in Kenntnis der sich aus den medizinischen Akten ergebenden 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu den vom Ehemann zusätzlich 
übernommenen Haushaltsaufgaben ausführlich Auskunft gegeben (AB 48 
S. 5 Ziff. 5.1, S. 7 bis 10 Ziff. 7.2). Dabei hat sie zu Recht berücksichtigt, 
dass die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu 
berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen weiter geht als die 
ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung 
(BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509 f.). Ausserdem erging ihre Einschätzung in 
Kenntnis der tatsächlich gelebten Aufgabenteilung des Ehepaares. Dabei 
liess sie keineswegs ausser Acht, dass der Ehemann einer Vollzeittätigkeit 
nachgeht (AB 48 S. 3 Ziff. 2.1). Sodann hielt sie sich bei der Gewichtung 
der einzelnen Aufgabenbereiche an die Bandbreite gemäss Rz. 3087 des 
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversiche-
rung (KSIH; in der ab dem 1. Januar 2021 gültigen Fassung). Dabei hat sie 
die einzelnen Haushaltsbereiche und die zu verrichtenden Tätigkeiten um-
fassend beschrieben sowie die jeweiligen Einschränkungen/Fähigkeiten 
nachvollziehbar und überzeugend begründet, weshalb der Abklärungsbe-
richt vom 22. Juni 2020 (AB 48) die rechtsprechungsgemäss erforderlichen 
Voraussetzungen für eine diesbezüglich zuverlässige 
Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 4.2.1 hiervor) grundsätzlich erfüllt (vgl. E. 
4.5 hiernach). 

4.4 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, vermag daran 
aus folgenden Gründen nichts zu ändern: 

4.4.1 Der Einwand, die Haushaltsabklärung sei fehlerhaft, weil die 
Schwiegermutter bis Februar 2020 den Haushalt erledigt und die 
Enkelkinder betreut habe (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 3; AB 54 S. 2 Ziff. 3), 

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dringt nicht durch. Im Abklärungsbericht vom 22. Juni 2020 (AB 48) wurde 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Angaben nach 
dem Klinikaustritt im Juni 2019 laufend immer mehr Haushaltsarbeiten 
übernommen und sich ab September 2019 sicherer sowie gestärkter ge-
fühlt habe, so dass sie die Arbeiten im Haushalt alleine habe erledigen 
können (AB 48 S. 10 Ziff. 7.2). Mithin ist eine relevante Mithilfe der Schwie-
germutter ab September 2019 nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nicht mehr erstellt. Damit im Einklang steht, dass die 
Schwiegermutter zwei bis drei Monate vor dem Umzug im Februar 2020 
(AB 48 S. 3 Ziff. 1.1), demzufolge im Dezember 2019, eine Wohnung such-
te. Dies hätte sie nicht getan, wenn die Beschwerdeführerin dannzumal 
noch in relevanter Weise auf ihre Unterstützung angewiesen gewesen wä-
re. Dass sie nach der Pandemie allenfalls freitags im Haushalt helfen wer-
de, vermag daran nichts zu ändern, würde dies doch gemäss eigenen An-
gaben der Beschwerdeführerin aus rein sozialen Gründen geschehen, da-
mit sie eine Aufgabe habe und beschäftigt sei (AB 48 S. 10 Ziff. 7.2) 

4.4.2 Fehl geht auch die Rüge, die Gewichtung des Tätigkeitsbereichs 
"Pflege und Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen" mit 10 % (AB 
48 S. 9 Ziff. 7.2) weiche von den im KSIH empfohlenen Prozentzahlen ab 
und sei angesichts des Alters der Kinder (namentlich der jüngsten Tochter) 
überhaupt nicht schlüssig (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 3; AB 54 S. 2 Ziff. 3).

Rz. 3087 KSIH benennt im Einzelnen die im Aufgabenbereich in Betracht 
fallenden Tätigkeiten und bestimmt die Bandbreite (Maximum) für deren 
prozentuale Gewichtung. Wie die einzelnen Bereiche innerhalb dieser 
Bandbreite gewichtet werden, ist eine Ermessensfrage, die von einer 
Beurteilung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles abhängt. 
Gemäss Rz. 3087 KSIH kann der Bereich "Pflege und Betreuung von 
Kindern und/oder Angehörigen" mit maximal 50 % gewichtet werden. Auch 
wenn die von der Abklärungsfachperson vorgenommene Gewichtung von 
10 % für den Bereich Kinderbetreuung eher tief erscheinen mag, so hält sie 
sich dennoch innerhalb der im KSIH (Rz. 3087) angegebenen Bandbreite 
(bis maximal 50 %) und stellt mit Blick auf die 2009 und 2013 geborenen 
Kinder (AB 48 S. 3 Ziff. 2.1) jedenfalls keine klar feststellbare Fehleinschät-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 13

zung dar, welche ein Eingreifen des Gerichts in das Ermessen der Ab-
klärungsfachperson rechtfertigen würde. 

Daran vermag das von der Beschwerdeführerin geltend gemachte, in 
Rz. 3102 KSIH angeführte Beispiel, worin die Kinderbetreuung bei einer 
versicherten Person mit Partner und zwei schulpflichtigen Kindern mit 30 % 
gewichtet wurde (vgl. AB 54 S. 2 Ziff. 3), nichts zu ändern, handelt es sich 
doch dabei nicht um eine verallgemeinerungsfähige Empfehlung. 

4.4.3 Sodann stehen die Ergebnisse der Haushaltabklärung vom 
22. Juni 2020 (AB 48) - entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 
(vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 3, und Stellungnahme vom 3. April 2021, S. 2) - 
nicht im Widerspruch zu den ärztlichen Einschätzungen. Der RAD-Arzt 
Dr. med. F.________ (im eidgenössischen Medizinalberuferegister des 
Bundesamtes für Gesundheit ohne anerkannten Facharzttitel verzeichnet 
[vgl. www.medregom.admin.ch]) hielt diesbezüglich fest, es sei nicht ab-
sehbar, dass der Beschwerdeführerin über die familiären Pflichten hinaus 
eine berufliche Tätigkeit möglich wäre. Er wies in diesem Zusammenhang 
auf die Gefahr einer Überforderung mit einer Destabilisierung des psychi-
schen Gesundheitszustandes hin (AB 42 S. 13). Damit korreliert auch die 
Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. med. C.________ vom 1. 
März 2021 (BB 5), wonach die Beschwerdeführerin mit der 
Haushaltführung sowie Kinderbetreuung voll ausgelastet sei, so dass ihr 
daneben die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar sei; 
ansonsten könne eine psychische Dekompensation nicht ausgeschlossen 
werden (BB 5 S. 1 f.). Daran vermag nichts zu ändern, dass die Psychiate-
rin die Haushaltführung und Kinderbetreuung "zu 100% mit 0% Einschrän-
kungen" für noch nicht möglich hielt (BB 5 S. 1). Denn weder die Psychiate-
rin noch die Beschwerdeführerin legen substantiiert dar und es ist auch 
nicht ersichtlich, inwiefern die im Abklärungsbericht zu den einzelnen Tätig-
keiten getroffenen Feststellungen hinsichtlich der jeweiligen Einschränkun-
gen bzw. Fähigkeiten im Widerspruch zu den der Abklärungsfachperson 
bekannten medizinischen Einschätzung (vgl. AB 48 S. 5 Ziff. 5.1) stehen 
sollen. Vor diesem Hintergrund ist denn auch nicht relevant, ob die behan-
delnde 

http://www.medregom.admin.ch

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 14

Psychiaterin, welche die häuslichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin 
nicht kennt, die Einschätzung der Abklärungsfachperson teilt (BB 5 S. 1). 

Im Übrigen gilt es allgemein zu beachten, dass bei der Bewältigung des 
eigenen Haushalts in der Regel mehr Spielraum und Flexibilität für die Ein-
teilung sowie die Ausführung der Arbeit besteht als im Rahmen eines An-
stellungsverhältnisses. Mit häuslichen Aufgaben betraute Versicherte ha-
ben denn auch Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen 
der Behinderung reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und un-
abhängige Erledigung der Haushaltsverrichtungen ermöglichen (Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 16. März 2017, 9C_646/2016, E. 6.2). Fer-
ner können Haushaltstätigkeiten - wie die Abklärungsfachperson zutreffend 
ausgeführt hat (AB 60 S. 3) - etappenweise erledigt werden. Sodann fallen 
gewisse Tätigkeiten wie beispielsweise die Grossreinigung der Küche oder 
die Fensterreinigung (Bereich Wohnungspflege) nicht regelmässig an und 
werden im Rahmen der vorauszusetzenden Mithilfe der 
Familienangehörigen (vgl. E. 4.3 hiervor) vom Ehemann auch übernommen 
(AB 48 S. 8 Ziff. 7.2). An dieser Stelle ist anzufügen, dass bei einem be-
rufstätigen Familienangehörigen eine Mitarbeit von ein bis eineinhalb Stun-
den pro Tag als zumutbar erachtet wird (vgl. Entscheid des BGer vom 18. 
September 2008, 9C_446/2008, E. 4.3). 

4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ab September 2019 eine 
massgebende Einschränkung im Haushalt nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr erstellt ist. Indes hat die Ab-
klärungsfachperson die Verbesserung der Fähigkeiten im Aufgabenbereich 
bzw. den Wegfall der Einschränkungen zu Unrecht bereits per Oktober 
2019 berücksichtigt (AB 48 S. 10 Ziff. 8), mithin unter Ausserachtlassung 
der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV (zur grundsätzlichen Einräu-
mung der dreimonatigen Wartedauer: Entscheid des BGer vom 30. April 
2019, 8C_36/2019, E. 5). Wird bis Ende November 2019 von der zuvor 
berücksichtigten und nicht zu beanstandenden Einschränkung von 75 % 
bzw. gewichtet 48.75 % (Anteil der Haushaltstätigkeit von 65 %; AB 48 
S. 10 Ziff. 8) ausgegangen, resultierte für diesen Zeitraum mindestens ein 
Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 5.3.2 hiernach).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 15

5.

5.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

5.1.1 Im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste G.________ vom 5. 
Juni 2018 über die stationäre Behandlung vom 18. bis 22. Mai 2018 (AB 
33) wurden als Hauptdiagnose eine schwere depressive Episode ohne 
psychotische Symptome und als Nebendiagnose ein Tinnitus diagnostiziert. 
Die Beschwerdeführerin habe aufgrund einer akuten Selbstgefährdung im 
Rahmen einer Fürsorgerischen Unterbringung (FU) hospitalisiert werden 
müssen (AB 33 S. 1). Sie sei am 22. Mai 2018 bei fehlender Selbstgefähr-
dung und in einem deutlich gebesserten psychischen Zustand auf eigenen 
Wunsch in die Obsorge des Ehemannes und das ambulante Netz nach 
Hause entlassen worden (AB 33 S. 3). 

5.1.2 Im Bericht der psychiatrischen Klinik H.________ vom 2. Juli 2018 
über den stationären Aufenthalt vom 27. Mai bis 28. Juni 2018 (AB 32 S. 8 
bis 11) wurden als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), 
ein Strangulationsversuch vom 16. Mai 2018 (ICD-10 X70) mit nachfolgen-
der Zervikalgie sowie aktenanamnestisch ein beidseitiger Tinnitus (Anfang 
Mai 2018) genannt. Die Einweisung in die Klinik sei auf Veranlassung von 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 
Praktische Ärztin, erfolgt (AB 32 S. 8). Da die Beschwerdeführerin hinsicht-
lich der Suizidalität und somit einer akuten Selbstgefährdung schwer ein-
schätzbar gewesen sei und sich die Einnahme der Medikation schwierig 
gestaltet habe, sei eine Verlegung in die geschlossene Abteilung erfolgt 
(mit Ausstellung einer ärztlichen FU vom 31. Mai 2018). Unter medika-
mentöser Therapie habe sich eine rasche Stabilisierung des Zustandsbil-
des gezeigt, so dass die ärztliche FU am 8. Juni 2018 habe aufgehoben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 16

werden können. Die Beschwerdeführerin sei in die offene Abteilung 
zurückgekehrt und habe an regulären Therapien teilgenommen (AB 32 S. 
10). Sie sei am 28. Juni 2018 in einem deutlich gebesserten Zustand nach 
Hause entlassen worden. Die psychiatrisch-psychotherapeutische Nachbe-
handlung werde durch die behandelnde Psychiaterin erfolgen (AB 32 S. 
11). Ferner werde die Schwiegermutter der Beschwerdeführerin die Familie 
unterstützen (AB 32 S. 10).

In einem weiteren Bericht der psychiatrischen Klinik H.________ vom 5. 
September 2018 über die stationäre Behandlung vom 16. Juli bis 6. August 
2018 (AB 32 S. 5 bis 7) wurde - bei unveränderter Diagnose (AB 32 S. 5) - 
festgehalten, dass die Beschwerdeführerin, wie bereits beim letzten Auf-
enthalt, eine kurze Behandlung gewünscht habe. Bereits am Eintrittstag 
habe sie mehrmals motiviert werden müssen, nicht sofort wieder auszutre-
ten. Während der gesamten Hospitalisation sei sie im Kontakt eher 
blockiert und emotional wenig spürbar gewesen (AB 32 S. 6). Die in der 
Woche vor dem Austritt unternommenen Motivationsversuche, länger hos-
pitalisiert zu bleiben, seien gescheitert (AB 32 S. 6 f.). Die Beschwerdefüh-
rerin sei am 6. August 2018 bei fehlenden Hinweisen auf eine akute Selbst- 
und/oder Fremdgefährdung in die vorbestehenden Verhältnisse entlassen 
worden (AB 32 S. 7).

5.1.3 Dr. med. I.________ berichtete am 3. Juni 2019, dass die Be-
schwerdeführerin vom 26. April 2018 bis März 2019 (Klinikeinweisung) bei 
ihr in ambulant psychiatrischer Behandlung gewesen sei. In diesem Zeit-
raum seien keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt worden, da sich 
die Beschwerdeführerin in keinem Anstellungsverhältnis befunden habe. Im 
Vorfeld sei der Versuch, nach einer längeren Kinderpause im Arbeitsmarkt 
wieder Fuss zu fassen, gescheitert. Es seien ausgeprägte Krankheitssym-
ptome aufgetreten, welche schliesslich zur psychiatrischen Behandlung 
geführt hätten. Die Beschwerdeführerin sei in der Kinderbetreuung sowie 
Haushaltführung auf Unterstützung durch die Familie angewiesen gewe-
sen. Eine medikamentöse Therapie sei eingestellt worden, bei wechselnder 
Compliance sei versucht worden, mit einer täglichen Unterstützung durch 
die Spitex eine Stabilisierung zu erreichen. Die Krankheitssymptome hätten 
sich über den Jahresverlauf stetig verstärkt. Aus medizinischer Sicht habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 17

in diesem gesamten Zeitraum eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestan-
den (AB 21 S. 3).

5.1.4 Dem Bericht der psychiatrischen Klinik H.________ vom 18. Juli 
2019 über den stationären Aufenthalt vom 15. März bis 27. Juni 2019 (AB 
32 S. 2 bis 4) sind als Diagnosen eine Erkrankung aus dem schizophrenen 
Formenkreis (ICD-10 F20.6) und ein Verdacht auf eine beginnende parano-
ide Schizophrenie zu entnehmen (AB 32 S. 2). Eine ausgeprägte Affekt-
starre habe die Beschwerdeführerin insbesondere bei ihren Kindern die 
emotionalen Gesten nicht erwidern lassen, was zu zahlreichen Konflikten 
geführt habe. Nachdem die Medikamente angepasst worden seien, sei es 
zu einer deutlichen Besserung und Stabilisierung der Beschwerdeführerin 
gekommen, so dass eine zunehmende Kontaktaufnahme mit der Familie, 
insbesondere mit den Kindern, möglich geworden sei (AB 32 S. 3). Es be-
stehe weiterhin ein anhaltender Paarkonflikt, da die Paardynamik durch das 
Verhalten des Ehemannes, der eigentlich die Beziehung beenden und eine 
Wohnsituation im Sinne einer Wohngemeinschaft schaffen möchte, nicht 
geklärt sei. Leidtragende in diesem Konflikt seien die Kinder. Der Ehemann 
habe aufgrund der Betroffenheit der Kinder wiederholt motiviert werden 
können, die weitere Behandlung zu unterstützen. Allerdings hätten er und 
seine Mutter eine Angehörigenberatung in der Klinik, obwohl dazu mehr-
mals eingeladen, nicht in Anspruch genommen. Vor diesem Hintergrund sei 
die Entlassung der Beschwerdeführerin - in einem deutlich gebesserten 
psychischen Zustand - in ein noch nicht ausreichend informiertes und stabi-
lisiertes ambulantes Umfeld erfolgt (AB 32 S. 4).

5.1.5 Im Verlaufsbericht vom 15. Oktober 2019 (AB 24) diagnostizierte 
die ab dem 5. Juli 2019 behandelnde Psychiaterin Dr. med. C.________ 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Erkrankung aus dem schizo-
phrenen Formenkreis (ICD-10 F20.6) und differenzialdiagnostisch eine pa-
ranoide Schizophrenie (ICD-10 F 20.0; AB 24 S. 2 Ziff. 3). Der Gesund-
heitszustand sei stationär (AB 24 S. 2 Ziff. 1). Es liege eine Teilremission 
der schweren und langdauernden Symptomatik vor, welche jahrelang nicht 
auf der Basis einer Schizophrenie (ICD-10 F20.0) diagnostiziert worden sei. 
Seit der Therapieaufnahme setze sich die Beschwerdeführerin intensiv und 
sorgfältig mit ihrer Erkrankung und der dadurch belastenden psychosozia-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 18

len Situation auseinander (AB 24 S. 3 Ziff. 4). Der ambulante Verlauf sei 
aus psychotherapeutischer Sicht stabil. Es bestehe jedoch eine wesent-
liche Einschränkung im Alltag im Sinne der Einsatzfähigkeit, Wahrneh-
mung, Konzentration, Aufmerksamkeit und Geschwindigkeit im Denken 
sowie Handeln. Aktuell nach wie vor belastend spürbar sei eine allgemein 
verminderte psychische Belastbarkeit im Alltag und in der Kinderbetreuung. 
Sodann lägen eine deutlich verminderte Stresstoleranz trotz Entlastung 
durch den Ehemann sowie die Schwiegermutter, eine verminderte Anpas-
sungsfähigkeit für psychische Drucksituationen und eine erhöhte Ermüd-
barkeit im Alltag sowie Haushalt vor. Jedoch bestehe eine leichte Verbes-
serung der Selbstsicherheit in der Rolle als Mutter. Allerdings könne durch 
den zunehmenden Druck und die täglichen Auseinandersetzungen bereits 
im Haushalt sowie in der Kinderbetreuung eine schleichende präpsycho-
tische Krise eintreten. Zusammenfassend hielt die Psychiaterin fest, dass 
die Langzeitprognose einer spät diagnostizierten Schizophrenie schlecht 
sei. Zwar sei der Krankheitsverlauf unter der Medikation und der guten 
Compliance stabil, jedoch brauche es noch viel Zeit für die Genesung. Ak-
tuell und in naher Zukunft bestehe keine Arbeitsfähigkeit in der freien Wirt-
schaft. Auch eine berufliche Massnahme sei aktuell kontraindiziert. Bereits 
bei einem leichten psychischen Stress könne eine Psychose ausgelöst 
werden (AB 24 S. 3 Ziff. 4). Momentan scheine es bereits ein Erfolg zu 
sein, wenn die Arbeitstätigkeit als Mutter und Hausfrau bei psychischer 
Stabilität erhalten bleibe (AB 24 S. 4 Ziff. 9). 

5.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ stellte im Untersuchungsbe-
richt vom 22. Dezember 2019 (AB 42) als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Schizophrenia simplex (ICD-10 F20.6). Ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit sei eine rezidivierende depressive Störung, gegen-
wärtig leicht (ICD-10 F33.0; AB 42 S. 11). Zur Persönlichkeit hielt der RAD-
Arzt fest, dass sich im Vorfeld der aktuellen psychischen Dekompensa-
tionen keine Hinweise auf das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung oder 
-akzentuierung fänden. Es sei zu betonen, dass die festgestellten Wesens-
veränderungen vor dem Hintergrund der sich mit schleichender Progre-
dienz entwickelnden Schizophrenia simplex zu beurteilen seien. Psychoso-
ziale Faktoren wie die Konfliktsituation mit dem früheren Chef sowie die 
zunehmende familiäre Belastung durch die Geburten der Kinder hätten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 19

zentral zu einer zunehmenden Stressbelastung und einer Entwicklung der 
Schizophrenia simplex beigetragen. Es sei hervorzuheben, dass die beste-
hende chronifizierte eheliche Problemsituation Folge (nicht Ursache) des 
alterierten psychischen Zustandes der Beschwerdeführerin sei. Grundsätz-
lich sei der Tagesablauf nur unter der Voraussetzung einer ausgeprägten 
Unterstützung von Seiten des Ehemannes als auch der Schwiegermutter 
als aufrechterhaltend zu beurteilen. Es liege diesbezüglich eine leichte bis 
mittelschwere Beeinträchtigung vor. Weiter lägen mittelschwere bis schwe-
re Beeinträchtigungen der Flexibilitäts- und Umstellungsfähigkeit vor. Dies 
zeige sich im Besonderen anhand der anhaltenden Überforderungssitua-
tionen im Krankheitsverlauf, welche nur durch intensivierte stationär-
psychiatrische Behandlungen und eine umfangreiche Unterstützung im 
ambulanten Bereich hätten kompensiert werden können. Hieraus resultiere 
eine mittelschwere Beeinträchtigung der Durchhaltefähigkeit. Ferner beste-
he eine deutliche Verlangsamung des Arbeitstempos, weswegen die Kom-
petenz und Wissensanwendungen in leicht- bis mittelschwer ausgeprägter 
Weise beeinträchtigt seien. Aufgrund der Wesensveränderung komme es 
zu mittelschweren Beeinträchtigungen der Entscheidungs- und Urteils-
fähigkeit. Die sei insbesondere in der ambivalenten Einstellung der Be-
schwerdeführerin hinsichtlich der stationären Therapiemassnahmen deut-
lich geworden. Zudem seien die Beeinträchtigungen des Krankheitsver-
ständnisses ebenfalls Ausdruck der eingeschränkten Urteilsfähigkeit im 
Rahmen der Schizophrenia simplex. Aufgrund der sozialen Anpassungs-
schwierigkeiten und der Einschränkung der Durchhaltefähigkeit seien die 
Spontanaktivitäten in leicht bis mässig ausgeprägter Weise beeinträchtigt. 
Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei in mittelschwer ausgeprägter Weise 
eingeschränkt. Sodann bestünden mittelschwere Beeinträchtigungen bei 
der Konversation und Kontaktfähigkeit zu Dritten. Die Gruppenfähigkeit sei 
in mittelschwer bis stark ausgeprägter Weise aufgrund der ausgeprägten 
Stressintoleranz beeinträchtigt. Zudem sei es im Verlauf zu mittelschweren 
bis schweren Beeinträchtigungen der Beziehung zum Ehemann (mit forma-
ler Trennung), aber auch zu anderen Familienangehörigen (insbesondere 
zum Vater) gekommen. Es lägen jedoch keine Einschränkungen bei der 
Fähigkeit zur Selbstpflege und Selbstversorgung sowie der Mobilität und 
Verkehrsfähigkeit vor (AB 42 S. 12). Betreffend die Prognose hielt der 
RAD-Arzt fest, es bleibe zum aktuellen Zeitpunkt offen, ob sich die Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 20

sundheitsstörung in einem Kontinuum einer zunehmenden Stressbelastung 
zu einer paranoiden Schizophrenie entwickeln werde. Grund für die un-
günstige Prognose sei eine Beeinträchtigung der neurophysiologisch be-
dingten eingeschränkten Stresstoleranz. Vor diesem Hintergrund wäre es 
als Erfolg zu sehen, wenn die Beschwerdeführerin nachhaltig in der Lage 
sei, ihre familiären Pflichten zu erfüllen. Es sei nicht absehbar, dass sie 
darüber hinaus eine berufliche Tätigkeit, selbst in einem eingeschränkten 
Pensum, in absehbarer Zeit nachgehen könne. Bei einer relativen Überfor-
derung sei zu erwarten, dass die aktuell erreichte Stabilisierung des 
psychischen Gesundheitszustandes auf tiefem Niveau rasch nivelliert wer-
de (AB 42 S. 13). In der angestammten Tätigkeit im kaufmännischen Be-
reich bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von über 70 %. Hin-
sichtlich einer adaptierten Tätigkeit (u.a. ohne erhöhten Zeitdruck, erhöhte 
Umstellungsfähigkeit, erhöhte Verantwortungsübernahme und erhöhte ko-
gnitive Beanspruchung) liege ab August 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 35 
% vor (AB 42 S. 13 f.). In der Zeit von Februar 2018 bis Ende Juni 2019 
(Entlassung aus der psychiatrischen Klinik H.________) habe eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer 
angepassten Tätigkeit bestanden (AB 42 S. 14). 

Auf Rückfrage der Abklärungsfachperson betreffend die Diskrepanz 
zwischen der Prognose und der Arbeitsfähigkeit in einer adaptieren Tätig-
keit (AB 59 S. 1) führte der RAD-Arzt am 26. November 2020 aus, es finde 
sich kein Widerspruch zwischen den Indikatoren zur Prognose und Arbeits-
fähigkeit im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung vom 5. Dezember 
2019. Da keine neuen medizinischen Befundberichte vorgelegt worden 
seien, seien die Feststellungen im Untersuchungsbericht und damit die 
attestierten Arbeitsfähigkeiten von 25 % in der angestammten resp. 35 % in 
einer angepassten Tätigkeit weiterhin in vollem Umfang gültig (AB 59 S. 2). 

5.1.7 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. C.________ hielt im 
Zeugnis vom 1. März 2021 (BB 5) fest, dass die Beschwerdeführerin mit 
der Haushaltführung sowie Kinderbetreuung voll ausgelastet sei, so dass 
ihr daneben die Ausübung einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar sei; 
ansonsten könne eine psychische Dekompensation nicht ausgeschlossen 
werden (BB 5 S. 1 f.). Indiziert und sinnvoll sei in ca. zwei bis drei Jahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 21

die Durchführung einer Eingliederungsmassnahme im geschützten Rah-
men. Ein begleitender Wiedereinstieg ins Erwerbsleben müsste gut geplant 
und organisiert werden, um einer möglichen psychischen Dekompensation 
vorzubeugen (BB 5 S. 2). Dieses Zeugnis datiert zwar nach Verfügungser-
lass, lässt indes Rückschlüsse auf den hier massgebenden Beurteilungs-
zeitraum zu und ist insoweit zu berücksichtigen (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 
E. 3.4)

5.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

5.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, 
sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 
S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

5.2.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 
S. 12 E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 22

nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufge-
legten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichti-
gen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen 
Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden 
Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen 
auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um 
solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Ge-
richtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 
S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 

5.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 13. Januar 2021 (AB 62) massgeblich auf den Untersuchungsbericht 
resp. die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 22. De-
zember 2019 (AB 42) samt Stellungnahme vom 26. November 2020 (AB 59 
S. 2) gestützt, wonach die Beschwerdeführerin an einer Schizophrenia 
simplex (ICD-10 F20.6) leide und ihr infolge derer eine leidensangepasste 
Tätigkeit zu 35 % zumutbar sei (AB 42 S. 11 und 13). Der Untersuchungs-
bericht erweist sich, jedenfalls was die Befunderhebung und die Diagnose-
stellung betrifft, grundsätzlich als nachvollziehbar und überzeugend. Er 
lässt sich diesbezüglich ohne Weiteres in das von sämtlichen übrigen Ärz-
ten gezeichnete Gesamtbild einfügen (vgl. E. 5.1.1 bis 5.1.5 hiervor). Aller-
dings taugt er aufgrund diverser Mängel - wie nachfolgend dargelegt wird - 
nicht als entscheidende medizinische Basis für die gerichtliche Beurteilung 
des vorliegenden Falles. 

5.3.1 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 5.2.2 hiervor), ist der Beweiswert von 
RAD-Untersuchungsberichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV nach der Rechtspre-
chung mit jenem von externen medizinischen Sachverständigengutachten 
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (vgl. E. 5.2.1 hiervor) genügen und die Arztperson über 
die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 
E. 1.2.1 S. 219 f.). Dies setzt einen eidgenössischen oder eidgenössisch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 23

anerkannten ausländischen Facharzttitel - hier in Psychiatrie - voraus. 
Hierüber verfügt der RAD-Arzt Dr. med. F.________ gemäss dem eid-
genössischen Medizinalberuferegister jedoch nicht (vgl. E. 4.4.3 hiervor), 
womit dem RAD-Untersuchungsbericht bereits deshalb keine volle Beweis-
kraft zukommen kann (vgl. zum Ganzen MEYER/REICHMUTH, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, N. 5 f. zu Art. 59). 

5.3.2 Sodann liegt eine nicht geklärte, offensichtliche Diskrepanz in dem 
Sinne vor, dass laut dem RAD-Arzt nicht absehbar sei, dass der Be-
schwerdeführerin über die familiären Pflichten hinaus eine berufliche Tätig-
keit möglich wäre und er in diesem Zusammenhang - in Übereinstimmung 
mit der behandelnden Psychiaterin Dr. med. C.________ (AB 24 S. 3 f. Ziff. 
4 und 9, BB 5 S. 1 f.) - überzeugend auf die Gefahr einer Überforderung mit 
einer Destabilisierung des Gesundheitszustands hinwies (AB 42 S. 13), er 
indes gleichzeitig eine Arbeitsfähigkeit von 25 % in der angestammten bzw. 
35 % in einer adaptierten Tätigkeit ab August 2019 attestierte (AB 42 S. 13 
f., AB 59 S. 2). Eine diesbezügliche Rückfrage der Abklärungsfachperson 
(AB 59 S. 1) blieb erfolglos bzw. die Stellungnahme des RAD-Arztes vom 
26. November 2020 (AB 59 S. 2) hat den Widerspruch in keiner Weise auf-
gelöst (AB 59 S. 2). Damit erübrigt sich eine erneute Rückfrage. Mithin ist 
unklar, ob seit August 2019 eine Arbeitsfähigkeit - zusätzlich zur Tätigkeit 
im Haushalt - bestanden hat oder nicht. Diese Frage hat insofern Auswir-
kungen, als im Falle einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbe-
reich (Einschränkung von 100 % bzw. gewichtet von 35 %; vgl. E. 3.3.2 
hiervor) ein höherer Rentenanspruch für November 2019 resultierte (vgl. E. 
4.5 hiervor). Der psychiatrische Sachverhalt ist, weil auf die Einschätzung 
des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 22. Dezember 2019 (AB 42) 
samt Stellungnahme vom 26. November 2020 (AB 59 S. 2) nicht abgestellt 
werden kann, nicht hinreichend abgeklärt. 

5.3.3 Auch die Berichte der psychiatrischen Dienste G.________ vom 5. 
Juni 2018 sowie der psychiatrischen Klinik H.________ vom 2. Juli 2018, 5. 
September 2018 und 18. Juli 2019 (AB 32 f.) können nicht als Entschei-
dungsgrundlage herangezogen werden, da sie sich nicht zur medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit 
äussern. Ebenso wenig kann allein auf den Bericht der damals behandeln-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 24

den Psychiaterin Dr. med. I.________ vom 3. Juni 2019 (AB 21 S. 3) abge-
stellt werden, bezieht sich dieser doch lediglich auf den Zeitraum vom 26. 
April 2018 bis März 2019, in welchem mit Blick auf den dargestellten 
Krankheitsverlauf unbestrittenermassen eine vollständige Arbeitsunfähig-
keit für sämtliche Tätigkeiten bestanden hat (vgl. AB 42 S. 14). Des 
Weiteren kann auch nicht unbesehen und allein auf die Beurteilungen der 
in der Folge behandelnden Psychiaterin Dr. med. C.________ vom 15. 
Oktober 2019 (AB 24) und 1. März 2021 (BB 5) abgestellt werden, da 
rechtsprechungsgemäss bei unklaren Verhältnissen bzw. sich 
widersprechenden ärztlichen Berichten grundsätzlich nicht allein gestützt 
auf die Berichte der behandelnden Ärzte zu entscheiden, sondern als 
objektive Beurteilungsgrundlage in der Regel ein medizinisches Gutachten 
einzuholen ist (Entscheid des BGer vom 9. Dezember 2020, 9C_577/2020, 
E. 3.3.1). 

5.4 Mit Blick auf das Gesagte ist zusammenfassend festzuhalten, dass 
Zweifel (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65) an der Schlüssigkeit der versiche-
rungsinternen Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 22. 
Dezember 2019 (AB 42) samt Stellungnahme vom 26. November 2020 (AB 
59 S. 2) gegeben sind bzw. die vorhandenen medizinischen Akten keine 
hinreichend zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der medizinischen 
Situation bzw. deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin bilden. Erforderlich ist somit eine externe psychiatri-
sche Begutachtung. Psychische Gesundheitsschäden mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit sind sodann grundsätzlich einem strukturierten Be-
weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. auch BGE 143 V 
409 und 418). 

6.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde - soweit darauf einzutreten ist - 
begründet. Die angefochtene Verfügung vom 13. Januar 2021 (AB 62) ist in 
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache im Sinne des 
Hauptantrages (vgl. Beschwerde, S. 1 Ziff. 1) an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit diese eine versicherungsexterne psychiatrische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 25

Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlasse und anschliessend über 
deren Rentenanspruch neu verfüge. Unter diesen Umständen besteht kei-
ne Notwendigkeit, der Beschwerdeführerin vor der Rückweisung der Sache 
Gelegenheit zum Beschwerderückzug zu geben (vgl. BGE 137 V 314 
E. 3.2.4 S. 320).

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________ vom 3. April 2021 wird die Parteientschädigung festgesetzt auf 
Fr. 2'765.50 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 26

1. In Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, wird die 
angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 13. Januar 2021 
aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewie-
sen, damit sie - nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwä-
gungen - neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'765.50 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juni 2021, IV/21/147, Seite 27

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.