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**Case Identifier:** 9fb56010-4ab4-5715-81cd-5b820a0ab355
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.05.2021 200 2019 112
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-112_2021-05-06.pdf

## Full Text

200 19 112 IV
KNB/REL/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Mai 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
ausgebildeter ... und arbeitete zuletzt bis im Juni 2015 als ... (Akten der IV-
Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 5). Er meldete sich am 
20. April 2016 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) unter 
Hinweis auf psychische Probleme durch Gewaltverbrechen und Suizidver-
suche zum Leistungsbezug an (act. II 5). Die IVB nahm Abklärungen in 
erwerblicher und medizinischer Hinsicht vor und liess – nachdem aufgrund 
einer Ruptur der Supraspinatus- und der Infraspinatussehne im September 
2016 eine Akromioplastik links durchgeführt worden war (vgl. act. II 35 S. 9 
f.) – ein polydisziplinäres (internistisches/chirurgisches/neurologisches/neu-
ropsychologisches/psychiatrisches) Gutachten erstellen (Gutachtenszeit-
punkt 17. Mai 2018 [act. II 70.1 bis act. II 70.5]). Gestützt darauf stellte sie 
mit Vorbescheid vom 14. September 2018 (act. II 74) die Abweisung des 
Leistungsbegehrens mangels Vorliegens eines Gesundheitsschadens mit 
invalidisierender Wirkung in Aussicht. Nachdem der (damals) behandelnde 
Psychiater Stellung zum Vorbescheid genommen hatte (act. II 77), erhob 
der Versicherte am 29. November 2018 Einwand (act. II 80). Mit Verfügung 
vom 4. Januar 2019 (act. II 83) wies die IVB das Leistungsbegehren ab.

Bereits mit Verfügung vom 13. Januar 2017 hatte die Schweizerische Un-
fallversicherungsanstalt (Suva) für den Unfallversicherungsbereich Leistun-
gen im Zusammenhang mit dem vom Versicherten geltend gemachten Er-
eignis vom 12. Juni 2015 abgelehnt und dies mit Einspracheentscheid vom 
21. Februar 2017 bestätigt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts vom 23. Mai 
2017, UV/2017/316, Bst. A). Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das 
Verwaltungsgericht mit Urteil vom 23. Mai 2017 ab (UV/2017/316), da der 
Versicherte betreffend den 12. Juni 2015 keinen Unfall habe glaubhaft ma-
chen können und ein Schreckereignis ebenfalls nicht vorliege (vgl. E. 3.3). 
Das Bundesgericht trat auf die dagegen erhobene Beschwerde nicht ein 
(Entscheid vom 7. Juli 2017, 8C_469/2017).

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B.

Gegen die Verfügung vom 4. Januar 2019 (act. II 83) erhob der Versicherte 
– neu vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ – am 8. Februar 
2019 (mit am 9. Februar 2019 nachgereichter "redaktionell bereinigter“ 
Version) Beschwerde. Er beantragt die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung und die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur 
Anordnung eines neuen polydisziplinären Gutachtens. Eventualiter sei ihm 
eine Rente der IV zuzusprechen. Zudem seien ihm berufliche Massnahmen 
zu gewähren. Gleichzeitig stellt er ein Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtli-
che Anwältin.

In der Beschwerdeantwort vom 25. März 2019 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 7. Mai 2019 liess der Beschwerdeführer weitere Unterla-
gen zu den Akten reichen.

In der Eingabe vom 16. September 2019 nahm die Beschwerdegegnerin 
Stellung zu den neu eingereichten Akten und hielt an ihren Anträgen fest.

Am 9. April 2020 liess sich der Beschwerdeführer erneut vernehmen.

Die Beschwerdegegnerin reichte am 8. und 12. Juni 2020 dem Verwal-
tungsgericht zweimal den selben Bericht vom 13. Mai 2020 der neu behan-
delnden Psychiaterin Dr. med. C.________ (Praktische Ärztin sowie 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) – welche den Beschwerde-
führer seit dem 10. Oktober 2019 behandelt – ein, der am 20. und 25. Mai 
2020 bei ihr eingegangen war (Akten der Beschwerdegegnerin [act. IIA] 1).

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 4. Januar 2019 
(act. II 83). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf Leistungen der IV. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-

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ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.3.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.3.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
"funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 

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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit des Beschwer-
deführers ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

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3.1.1 Im Bericht der damaligen D.________ AG vom 7. Dezember 2011 
(Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 3) hielten die Ärzte die Diagnosen 
einer CO-Intoxikation in suizidaler Absicht, einer psychosozialen Belas-
tungssituation sowie einer leichtgradigen Thrombopenie fest. Der Be-
schwerdeführer habe sich selber nach einem missglückten Suizidversuch 
eingewiesen: Er habe sich mit Autoabgasen, die er ins Auto umgeleitet 
habe, umbringen wollen. Nach ca. fünf Stunden sei er somnolent geworden 
und habe den Motor noch abgestellt, bevor er eingeschlafen sei. Unter hy-
perbarer Sauerstofftherapie gehe es dem Beschwerdeführer zunehmend 
besser, die Blutgase normalisierten sich. Er erscheine auf dem Notfall wei-
terhin latent suizidal und werde auf freiwilliger Basis zur weiteren Therapie 
in die Klinik E.________ verlegt (S. 2).

3.1.2 Im Bericht der psychiatrischen Dienste E.________ vom 3. Januar 
2012 (act. IA 8) zur stationären Behandlung vom 8. bis zum 29. Dezember 
2011 nannten die Ärzte die Diagnosen einer vorsätzlichen Selbstvergiftung 
durch und Exposition gegenüber sonstige(n) Gase(n) und Dämpfe(n) (ICD-
10: X67) und einer Anpassungsstörung (ICD-10: F43.29), nicht näher be-
zeichnet. Der Beschwerdeführer habe sich in der Nacht vom 6. zum 7. De-
zember 2011 in suizidaler Absicht im Auto CO-intoxikiert. 

3.1.3 Im Bericht vom 30. Mai 2016 (act. II 18) diagnostizierten die (da-
mals) behandelnden med. pract. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und G.________, Psychologin FSP, der Psychiatrische 
Dienste H.________ eine Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 
F43.1). Seit dem 3. Februar 2016 bis auf weiteres sei der Beschwerdefüh-
rer zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2). Es könne mit einer schrittweisen Wie-
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 25 % gerechnet 
werden, jedoch sei der entsprechende Zeitpunkt noch nicht abzuschätzen 
(S. 3).

3.1.4 Im Bericht vom 13. Dezember 2016 (act. II 35 S. 5 f.) über die am-
bulante Konsultation am 24. Oktober 2016 nannte Dr. med. I.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, die Hauptdiagnose eines Status nach Schulterarthroskopie 
links, Rekonstruktion der Supraspinatussehne und der proximalen Infraspi-
natussehne, mit Weichteiltenodese der langen Bicepssehne, Acromioplas-

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tik am 16. September 2016 bei kompletter transmuraler Ruptur der Supra-
spinatussehne und der proximalen Infraspinatussehne, symptomatische 
pathologische lange Bicepssehne. Es zeige sich ein guter Verlauf drei Mo-
nate postoperativ, der Beschwerdeführer sei insgesamt zufrieden mit dem 
Verlauf, es gehe schon deutlich besser. Die Kraft sei sicherlich noch aufzu-
trainieren.

3.1.5 Im polydisziplinären Gutachten der J.________ (MEDAS) vom 
17. Mai 2018 (act. II 70.1) nannten die Sachverständigen als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung und Agoraphobie 
(ICD-10: F40.01 [S. 27]). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine 
Refluxösophagitis mit Barett-Ösophagus, eine Hyperurikämie, eine 
Thrombozytopenie, ein Verdacht auf arterielle Hypertonie, Nikotinkonsum 
(sistiert seit 7 Jahren), ein Status nach Commotio cerebri im November 
2015, ein Status nach Schulterarthroskopie im September 2016, ein Status 
nach Acromioplastik am selben Tag sowie ein Verdacht auf schädlichen 
Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1).

Im Hauptgutachten hielt Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, fest, dass auf allgemein-internistischem Fachgebiet keine 
Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen (act. II 70.1 
S. 21). Auf rein allgemein-internistischem Fachgebiet bestehe keine Ar-
beitsunfähigkeit und habe auch keine bestanden, sowohl die angestammte 
Tätigkeit wie auch eine Verweistätigkeit sei medizinisch-theoretisch vollum-
fänglich möglich (S. 22 f.). Nach den mehrfach durchgeführten Ösophago-
Gastro-Duodenoskopien zwischen 1990 und 2014 habe der Beschwerde-
führer keine Beschwerden seitens des Magens mehr, der Appetit sei nor-
mal, keine Übelkeit und kein Erbrechen, das Körpergewicht sei konstant.

Auch Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, konnte in seinem 
Teilgutachten vom 19. Februar 2018 (act. II 70.2) auf seinem Fachgebiet 
keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit feststellen 
(S. 14). Es ergebe sich aus neurologischer Sicht keine medizinische Be-
gründung einer Arbeitsunfähigkeit (S. 15).

In seinem Teilgutachten vom 27. Februar 2018 (act. II 70.3) hielt Dr. med. 
M.________, Facharzt für Chirurgie, fest, dass keine Diagnosen mit Aus-

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wirkung auf die Arbeitsfähigkeit beständen (S. 11) und dass sich aufgrund 
der gutachterlichen Untersuchung im orthopädischen chirurgischen Fach-
bereich eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in der angestammten wie auch in 
einer Verweistätigkeit ergebe (S. 12).

Aus neuropsychologischer Sicht legte lic. phil. N.________, Fachpsycholo-
ge für Neuropsychologie, im Teilgutachten vom 27. März 2018 (act. II 70.4) 
dar, dass keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe 
(S. 15). Ohne Auswirkung seien eine minimale neuropsychologische 
Störung sowie ein Status nach Commotio cerebri im November 2015. Auf-
grund der neuropsychologischen Befunde sei die Arbeitsfähigkeit im ange-
stammten Beruf sowie in jeglicher Verweistätigkeit nicht eingeschränkt 
(S. 16). Bei einer uneingeschränkten Arbeitspräsenz (8,4 Stunden an fünf 
Tagen pro Woche) könne der Beschwerdeführer eine uneingeschränkte 
Leistung von 100 % erbringen. Die minimalen kognitiven Defizite könnten 
durch eine adäquat gestaltete Arbeitssituation ausreichend kompensiert 
werden. Dabei sollten die Aufgaben weitgehend seriell zu erledigen sein, 
die Anforderungen an die geteilte Aufmerksamkeit gelte es gering zu hal-
ten, zu meiden seien Tätigkeiten mit vorgegebenem hohen Arbeitstakt. 

Der Gutachter Dr. med. O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, diagnostizierte im Teilgutachten vom 13. Mai 2018 (act. II 70.5) 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung und Agoraphobie 
(ICD-10: F40.01) sowie ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen 
Verdacht auf schädlichen Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1 [S. 16]). 
Der Ausprägungsgrad der Panikstörung und Agoraphobie sei angesichts 
des durchaus noch strukturierten Tagesablaufs und erhaltenen Aktivitätsni-
veaus als leichtgradig zu beurteilen. Gegen das Vorliegen einer schwer-
wiegenden ängstlichen (oder depressiven) Störung spreche indirekt auch 
das Fehlen einer suffizienten medikamentös-antidepressiven Behandlung 
(S. 17). In differenzialdiagnostischer Hinsicht hätten sich im psychopatho-
logischen Querschnitt keine Anzeichen einer organisch oder schizophren 
bedingten psychotischen Störung ergeben. Eine Persönlichkeitsstörung sei 
angesichts eines unauffälligen schulischen und beruflichen Werdegangs im 
Sinne der ICD-10-Kriterien nicht zu diagnostizieren. Und gegen das Vorlie-
gen einer depressiven Episode gemäss der ICD-10-Klassifikation spreche 

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das Fehlen einer depressiven Verstimmung, von Freudlosigkeit und von 
Antriebslosigkeit. Im Hinblick auf die in den Vorberichten diagnostizierte 
Posttraumatische Belastungsstörung sei festzuhalten, dass sich zum Un-
tersuchungszeitpunkt kein syndromales Bild dargestellt habe, bzw. dass die 
Kriterien einer Posttraumatischen Belastungsstörung gemäss der ICD-10 
nicht erfüllt seien. Wenn sich der Beschwerdeführer nicht an das Tatge-
schehen erinnern könne, könne auch kein intrusives Erleben in Bezug auf 
das eigentliche Tatgeschehen (Trauma) bestehen. Ein kognitives Vermei-
dungsverhalten in Bezug auf das Trauma bestehe nicht, vielmehr komme 
der Beschwerdeführer selbst immer wieder auf dieses Thema zu sprechen. 
Aktendokumentiert sei zudem, dass auf der Verhaltensebene ein ausge-
prägtes traumaassoziiertes Vermeidungsverhalten im Hinblick auf sexuelle 
Handlungen nicht bestanden habe. Zudem finde sich in den Akten kein 
objektiver Hinweis auf das Tatgeschehen. Sämtliche Befundberichte (und 
die daraus sich ergebenden diagnostischen Einschätzungen) basierten auf 
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Die beschriebenen psychi-
schen Beschwerden liessen sich zwanglos mit einer Agoraphobie und Pa-
nikstörung in Einklang bringen, ob diese als Restsymptomatik einer Trau-
mafolgestörung oder auf eine andere Ursache zurückzuführen sei, könne 
aufgrund der vorliegenden Befundlage nicht zuverlässig beurteilt werden. 
Das aktuelle Laborergebnis decke sich zudem mit den Eigenangaben des 
Beschwerdeführers hinsichtlich eines weiterhin regelmässigen und durch-
aus nennenswerten Alkohol(über)konsums (S. 18). Die beschriebene 
Angstsymptomatik könne dabei durchaus auch im Zusammenhang einer 
übergeordneten Alkoholproblematik beurteilt werden. Aus psychiatrischer 
Sicht sei in jeder den körperlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten des Be-
schwerdeführers angepassten (angestammten und angepassten) Tätigkeit 
unter den Bedingungen der freien Wirtschaft von einer 70 %igen Arbeits-
fähigkeit (zeitliches Arbeitspensum von 100 %, Leistungsminderung von 
30 %) auszugehen (S. 19). In Hinblick auf die Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit sei die in den Vorberichten (vgl. act. II 18) aus psychiatrischer Sicht 
attestierte hochgradige Arbeitsunfähigkeit vor dem Hintergrund einer nicht 
ausgewiesenen Posttraumatischen Belastungsstörung und einer zum Un-
tersuchungszeitpunkt nur leichtgradig ausgeprägten psychischen Sympto-
matik und mitwirkender relevanter psychosozialer Hemmfaktoren nicht 
nachvollziehbar (act. II 70.5 S. 21).

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Nach Konsensbesprechung hielten die Fachärzte fest, dass aus interdiszi-
plinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 
30 % und in einer Verweistätigkeit von 30 % bestehe (act. II 70.1 S. 28). 
Dabei gelte das seitens des psychiatrischen Teilgutachtens geäusserte 
Fähigkeitsprofil. Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ohne 
die zu begutachtende Person auch früher selbst untersucht zu haben, sei 
problematisch, da sich die Gutachter hierzu auf von anderen Personen 
erhobene Anamnesen, Befunde und daraus abgeleitete Diagnosen verlas-
sen müssten. Auf der Grundlage der von den MEDAS-Gutachtern im heuti-
gen Zeitpunkt erhobenen Befunde und daraus abgeleiteten Diagnosen er-
schienen die echtzeitlich vorgenommenen Beurteilungen nur als teilweise 
nachvollziehbar (S. 29). Nach dem Gewaltverbrechen im Sommer 2015 
könne man wohl aufgrund psychischer Probleme eine volle Arbeitsunfähig-
keit attestieren, doch sollte danach wieder eine Arbeitsfähigkeit vorgelegen 
haben. Danach sei der Beschwerdeführer im September 2016 an der 
Schulter operiert worden, was mit einer dreimonatigen 100 %igen Arbeits-
fähigkeit habe einhergehen können. Danach sei der Beschwerdeführer 
jedoch wieder zu 70 % (gemäss der Bemessung der MEDAS-Gutachter) 
arbeitsfähig gewesen.

3.1.6 Die (damals) behandelnden med. pract. F.________ und die Psy-
chologin G.________ (nunmehr in eigener Praxis) nahmen in ihrem 
Schreiben vom 2. November 2018 (act. II 77) Stellung zum MEDAS-
Gutachten vom 17. Mai 2018 (act. II 70.1) und zum Vorbescheid vom 
14. September 2018 (act. II 74). Sie führten aus, dass der Beschwerdefüh-
rer nicht – wie im Gutachten angenommen – seine ambulante Therapie 
abgebrochen habe. Diese werde vielmehr in ihrer Praxis weitergeführt. 
Aufgrund der Laborwerte könne nicht von einem schädlichen Gebrauch von 
Alkohol bzw. einer Alkoholabhängigkeit im Sinne der ICD-10-Kriterien aus-
gegangen werden. Die Tatsache, dass das gerichtliche Verfahren zum Se-
xualdelikt "sistiert" worden sei, bedeute nicht, dass der Beschwerdeführer 
nicht Opfer davon gewesen sei, sondern dass zu wenig Beweise und keine 
Verdächtigen gefunden werden konnten. Die von ihm gezeigten Angstsym-
ptome in gewissen Situationen sähen die Behandler nicht im Rahmen einer 
Angststörung, sondern vielmehr als Folgen einer Posttraumatischen Belas-
tungsstörung. Das Sexualdelikt erfülle die Kriterien eines belastenden Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 13

eignisses von aussergewöhnlicher Schwere; auch wenn sich der Be-
schwerdeführer nicht an das ganze Verbrechen erinnere, seien die typi-
schen Symptome vorhanden (S. 2). Zudem beständen neben der Post-
traumatischen Symptomatologie im Rahmen des Sexualdeliktes ebenfalls 
anankastische Persönlichkeitselemente, bei denen eine fehlende Flexibilität 
im Denken und Handeln vorliege. Der Beschwerdeführer werde in Zukunft 
diese Symptome bewältigen können, brauche dafür aber Hilfe.

Im Bericht vom 12. März 2019 (act. IA 7) zu Handen der Rechtsvertreterin 
des Beschwerdeführers führten med. pract. F.________ und die Psycholo-
gin G.________ aus, dass die Abklärungstiefe der Begutachtung nicht aus-
reichend gewesen sei. Sie seien der Meinung, dass es ergänzende neuro-
logische und neuropsychologische Untersuchungen bzw. bildgebende Ver-
fahren brauche, um die Symptome des Beschwerdeführers besser zu ver-
stehen. Einige der beim Beschwerdeführer vorliegenden Persönlichkeitsan-
teile (sehr ausgeprägte Schamgefühle, Tendenz zum sozialen Rückzug, 
hohe Anforderungen an sich selbst und hohe Leistungsorientierung, gewis-
se Rigidität im Denken und Inbetrachtziehen von radikalen Lösungen sowie 
erhöhte Werte auf den selbstunsicheren, paranoiden, schizotypischen und 
Borderline-Skalen) seien allenfalls schon vor dem Verbrechen vorhanden 
gewesen, die massive Belastung durch das Trauma habe diese aber sehr 
intensiviert und zu einer Art Dekompensation geführt (S. 2). Die Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer weiterhin sein Sexualleben auslebe, heisse auf 
keinen Fall, dass er in diesem Bereich nicht traumatisiert worden sei. Zu-
dem leide er seit dem Verbrechen unter chronischen Schlafstörungen 
(S. 3). Die sportliche Aktivität sei ihres Erachtens die grösste Ressource 
des Beschwerdeführers.

3.2

3.2.1 Vorauszuschicken ist vorliegend, dass der im Juni 2020 beim 
Gericht doppelt eingereichte Bericht der neu behandelnden Psychiaterin 
Dr. med. C.________ vom 13. Mai 2020 (act. IIA 1) hier nicht zu beachten 
ist, da die Ärztin den Beschwerdeführer erst seit dem 10. Oktober 2019 als 
Nachfolgerin von med. pract. F.________ behandelt und damit der 
Behandlungsbeginn bei ihr mehr als neun Monate nach dem für den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 14

vorliegend massgebenden Zeitraum bis zur Verfügung vom 4. Januar 2019 
(act. II 83) liegt. 

3.2.2 Sodann ist in Bezug auf das geltend gemachte Ereignis vom 
12. Juni 2015 vorab Folgendes festzuhalten: Im Unterschied zur 
Unfallversicherung handelt es sich bei der IV um eine finale Versicherung, 
d.h. es kommt nicht darauf an, ob ein Gesundheitsschaden krankhaften 
Ursprungs oder aufgrund eines Unfalls besteht (vgl. BGE 124 V 174 E. 3b 
S. 178). Trotzdem ist hier zu beachten, dass auch in der IV – entgegen 
behandelnden Ärzten (vgl. E. 3.3 nachfolgend) – kein Gesundheitsschaden 
in Betracht fällt, der auf das nicht erstellte, sondern bloss behauptete 
Ereignis vom 12. Juni 2015 zurückzuführen sein soll. Dies gilt unabhängig 
davon, ob der behandelnde Psychiater – als Behandlungsansatz – auf die 
entsprechenden rein subjektiven Schilderungen des Patienten abstellt. In 
diesem Zusammenhang wurde mit unfallversicherungsrechtlichem Urteil 
des Verwaltungsgerichts vom 23. Mai 2017 (VGE UV/2017/317) die 
Beschwerde abgewiesen und in sachverhaltlicher Hinsicht unter anderem 
festgehalten, dass der Beschwerdeführer mit seinen vagen und zum Teil 
widersprüchlichen Angaben zum geltend gemachten Ereignis keinen Unfall 
im Rechtssinne habe glaubhaft machen können und ein Schreckereignis 
ebenfalls nicht vorliege. Das Bundesgericht, bei dem dagegen Beschwerde 
erhoben wurde, erkannte – bei voller Kognition im Unfallversicherungs-
Bereich – in den entsprechenden vorinstanzlichen Feststellungen und der 
daraus folgenden Leistungsablehnung nichts Rechtsfehlerhaftes (im Sinne 
von Art. 95 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge-
richt [BGG; SR 173.110]). Zudem hielt es fest, der Beschwerde könne 
nichts entnommen werden, das auf eine unrichtige bzw. unvollständige 
vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung (Art. 97 Abs. 2 BGG) hindeute, 
und trat mit Entscheid vom 7. Juli 2017, 8C_469/2017, auf die Beschwerde 
im vereinfachten Verfahren (Art. 108 Abs. 1 BGG) nicht ein.

Mit anderen Worten ist das vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
damalige Ereignis nicht erstellt und können entsprechende – darauf 
basierende – Diagnosen, namentlich die postulierte Posttraumatische 
Belastungsstörung (abgeleitet aus einem nicht erstellten Ereignis) nicht 
gehört werden und können auch nicht dazu dienen, den Beweiswert des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 15

polydisziplinären Gutachtens, und namentlich die Feststellungen des 
psychiatrischen Gutachters Dr. med. O.________, zu schmälern. Dieser 
hielt im Übrigen in diesem Zusammenhang fest, in den Akten finde sich 
kein objektiver Hinweis auf das (geltend gemachte) Tatgeschehen. 
Sämtliche Befundberichte (und die daraus sich ergebenden diagnostischen 
Einschätzungen) basierten auf subjektiven Angaben des 
Beschwerdeführers. Die beschriebenen psychischen Beschwerden liessen 
sich zwanglos mit einer Agoraphobie und Panikstörung in Einklang bringen. 
Aktendokumentiert sei zudem, dass auf der Verhaltensebene ein 
ausgeprägtes traumaassoziiertes Vermeidungsverhalten im Hinblick auf 
sexuelle Handlungen nicht bestanden habe (vgl. dazu auch E. 3.3.2 
nachfolgend).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich – jedenfalls in diagnostischer 
Hinsicht – auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 17. Mai 2018 
(act. II 70.1) und die dazugehörenden Teilgutachten (act. II 70.2 bis 
act. II 70.5) gestützt, welche als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine Panikstörung und Agoraphobie (ICD-10: F40.01) stellten 
(act. II 70.1 S. 27). 

Dieses Gutachten wie auch die Teilexpertisen der einzelnen Gutachter 
(act. II 70.2 bis act. II 70.5) sind für die streitigen Belange umfassend, be-
ruhen auf einlässlichen klinischen Explorationen und wurden in Kenntnis 
der Vorakten sowie in Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstat-
tet. Sie überzeugen inhaltlich, indem die darin enthaltenen Darlegungen der 
medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchten und die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begrün-
det sind. Die Beurteilung des Gesundheitszustandes erfolgte unter dem 
Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen Fachdisziplinen und 
beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich eines Konsensge-
sprächs (vgl. act. II 70.1 S. 2 und S. 26 ff.). Damit erfüllt die interdisziplinäre 
MEDAS-Expertise die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforde-
rungen (vgl. E. 2.5 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 16

3.3.2 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. O.________ legte dar, dass 
– und weshalb – die in früheren Berichten und auch von med. pract. 
F.________ aufgeführte Posttraumatische Belastungsstörung 
(vgl. act. II 77) nicht vorliegt. Es habe sich im Untersuchungszeitpunkt kein 
syndromales Bild dargestellt, weshalb die Kriterien gemäss den ICD-10-
Richtlinien für eine Posttraumatische Belastungsstörung nicht erfüllt gewe-
sen, sondern alleine eine Panikstörung mit Agoraphobie (ICD-10: F40.01) 
habe festgestellt werden können (act. II 70.5 S. 17). Die entsprechende 
diagnostische Beurteilung des Sachverständigen ist nachvollziehbar und 
überzeugt, zumal die zwei erstgenannten Kriterien gemäss den "Diagnosti-
sche[n] Kriterien für Forschung und Praxis der Internationalen Klassifikation 
psychischer Störungen“ (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-MARKWORT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel 
V [F], Diagnostische Kriterien für Forschung und Praxis, 6. Aufl. 2016, 
S. 136) beim Beschwerdeführer nicht zutreffen. So ist die vom Beschwer-
deführer dargestellte Vergewaltigung im Sinne eines belastenden Ereignis-
ses – wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 3.2.2 hiervor) – nicht erstellt. Zur 
Diagnosestellung einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist ein sol-
ches Ereignis oder Geschehen von aussergewöhnlicher Bedrohung oder 
mit katastrophalem Ausmass, das bei nahezu jedem tiefgreifende Verzweif-
lung auslösen würde jedoch unabdingbar (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/ 
SCHULTE-MARKWORT, a.a.O.). Entsprechende, darauf basierende Diagno-
sen – die postulierte Posttraumatische Belastungsstörung (abgeleitet aus 
einem nicht erstellten Ereignis) – können folglich nicht gehört werden und 
können auch nicht dazu dienen, den Beweiswert des polydisziplinären Gut-
achtens und namentlich die Feststellungen des psychiatrischen Gutachters 
Dr. med. O.________ zu schmälern. Letzterer hielt im Übrigen in diesem 
Zusammenhang ebenfalls von sich aus fest, in den Akten finde sich kein 
objektiver Hinweis auf das (geltend gemachte) Tatgeschehen. Sämtliche 
Befundberichte (und die daraus sich ergebenden diagnostischen Einschät-
zungen) basierten auf subjektiven Angaben des Beschwerdeführers. Die 
beschriebenen psychischen Beschwerden liessen sich zwanglos mit einer 
Agoraphobie und Panikstörung in Einklang bringen (act. II 70.5 S. 17). Ak-
tendokumentiert sei zudem, dass auf der Verhaltensebene ein ausgepräg-
tes traumaassoziiertes Vermeidungsverhalten im Hinblick auf sexuelle 
Handlungen nicht bestanden habe. Trotz des vom Beschwerdeführer gel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 17

tend gemachten Ereignisses ist im Übrigen auch das zweite Kriterium der 
anhaltenden Erinnerungen oder Wiedererleben der Belastung durch auf-
dringliche Nachhallerinnerungen (Flashbacks), lebendige Erinnerungen, 
sich wiederholende Träume (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT/SCHULTE-
MARKWORT, a.a.O.) nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer gab anlässlich der 
Begutachtung mehrfach an, sich nicht an die (behauptete) Tat zu erinnern 
(z.B. act. II 70.5 S. 7) und es finden sich in den Akten keine Hinweise auf 
die nötigen Nachhallerinnerungen oder das Wiedererleben des geltend 
gemachten Traumas. Anders als der Beschwerdeführer (Beschwerde vom 
9. Februar 2019 S. 3 und Eingabe vom 9. April 2020 S. 1) und auch der 
(damals) behandelnde Psychiater med. pract. F.________ (act. II 77) vor-
bringen, sind solche Erinnerungen als Kriterium zur Diagnostizierung einer 
Posttraumatischen Belastungsstörung unerlässlich. Dass der Gutachter 
schliesslich auch auf einen erhöhten Alkoholkonsum hingewiesen hat, er-
weist sich gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und die Labo-
rergebnisse ebenfalls nachvollziehbar. Dabei ist allerdings mit Blick auf das 
psychiatrische Teilgutachten festzuhalten, dass sich Dr. med. O.________ 
nicht "ausgedehnt dem Thema Alkohol gewidmet“ hat, wie dies der Be-
schwerdeführer subjektiv empfunden hat und in seiner Eingabe vom 7. Mai 
2019 vorbringt, sondern diesbezüglich vielmehr einzig eine Verdachtsdia-
gnose genannt und dieser keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuer-
kannt hat (act. II 70.5 S. 16). Dies überzeugt ebenfalls. 

3.3.3 Auch die Einschätzung des chirurgischen Gutachters Dr. med. 
M.________ (act. II 70.3 S. 11 f.), wonach die somatischen Komponenten 
wie der Status nach der Schulteroperation vom September 2016 und der 
Status nach commotio cerebri vom November 2015 keine Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit mehr hätten, überzeugt und steht im Einklang mit 
dem Bericht des behandelnden Orthopäden Dr. med. I.________ vom 
13. Dezember 2016 (act. II 35 S. 5 f.). Die allgemein gefassten Vorbringen 
des Beschwerdeführers in seiner Beschwerde vom 9. Februar 2019 (S. 3 
unten), wonach die somatischen Beschwerden ihn im allgemeinen Ar-
beitsmarkt sehr behindern würden, sind nicht durch medizinische Akten 
belegt und vermögen keine Zweifel an der MEDAS-Beurteilung erwecken. 
Aus somatischer Sicht ändert schliesslich auch der am 7. Mai 2019 einge-
reichte Bericht vom 22. September 2014 (act. IA 11) bezüglich des damals 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 18

diagnostizierten sessilen serratierten Adenom nichts. Dieses wurde am 
16. September 2014 mittels Schlingenpolypektomie entfernt und ein Ein-
fluss dieser Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit ist nicht ersichtlich. Dass zu-
dem weitere Adenome aufgetreten wären, ist aus den Akten nicht ersicht-
lich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.

3.3.4 Weiter vermögen auch die mit Eingabe vom 9. April 2020 vorge-
brachten Kritikpunkte am neuropsychologischen Gutachten vom 27. März 
2018 (act. II 70.4) keine Zweifel zu erwecken. Der Neuropsychologe 
lic. phil. N.________ hat ausführlich das angewendete Testverfahren vor-
gestellt (S. 11 f.), die entsprechenden Ergebnisse aufgeführt und festgehal-
ten, dass lediglich "diskrete Minderleistungen" in wenigen Bereichen vorlie-
gen (S. 14). Gestützt darauf konnte er nachvollziehbar und überzeugend 
als Befund eine minimale neuropsychologische Störung festhalten. Damit 
ist lic. phil. N.________ als Sachverständiger seiner genuinen Aufgabe 
nachgekommen, wofür die Verwaltung und Gerichte – und damit auch die 
Rechtsvertreterin der versicherten Person – nicht kompetent sind (BGE 140 
V 193 E. 3.2 S. 195; SVR 2017 IV Nr. 75 S. 231 E. 4.1.1). Auch auf die 
neuropsychologische Einschätzung im MEDAS-Gutachten vom 17. Mai 
2018 (act. II 70.1 und act. II 70.4) ist deshalb abzustellen.

3.4 Nichts an der Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens vom 17. Mai 
2018 (act. II 70.1 bis act. II 70.5) ändern denn auch die weiteren formellen 
Vorbringen des Beschwerdeführers. Wenn er geltend macht (Einwand vom 
29. November 2018 [act. II 80] und Beschwerde vom 9. Februar 2019 S. 3), 
das MEDAS-Gutachten sei nicht aussagekräftig, da auf dem psychiatri-
schen Teilgutachten ein falsches Untersuchungsdatum angegeben wurde, 
ist festzuhalten, dass es sich hierbei offensichtlich um einen Verschrieb 
handelt. Denn aus der Auflistung der Untersuchungsdaten im Hauptgutach-
ten (act. II 70.1 S. 2) und im (korrigierten) Aufgebot zum polydisziplinären 
Gutachten vom 25. Januar 2018 (act. II 65) geht eindeutig hervor, dass die 
psychiatrische Untersuchung am 26. März 2018 stattgefunden hat. Soweit 
der Beschwerdeführer zudem die fachliche Kompetenz von Dr. med. 
O.________ in Frage stellt (Einwand vom 29. November 2018 [act. II 80 
S. 6]), ist zu beachten, dass der Gutachter über einen Facharzttitel in 
Psychiatrie und Psychotherapie sowie über die private Weiterbildungsquali-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 19

fikation "Vertrauensarzt“ verfügt (vgl. Medizinalberuferegister, abrufbar un-
ter <https://www.medregom.admin.ch/>). Entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde ist es nicht entscheidend, dass Dr. med. O.________ keine 
Spezialisierung mit dem Schwerpunkt forensische Psychiatrie aufweist, 
denn er ist zweifellos befähigt, die vorliegenden Diagnosen und Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Begutachtung aus 
fachärztlicher Sicht zu beurteilen, abgesehen davon, dass die forensische 
Psychiatrie sich mit inhaftierten und zivilrechtlich untergebrachten Leuten 
befasst. Zum Vorwurf der Befangenheit des psychiatrischen Gutachters 
(Beschwerde vom 9. Februar 2019 S. 3 und Eingabe vom 7. Mai 2019 S. 3) 
ist anzumerken, dass für Sachverständige grundsätzlich die gleichen 
Ausstands- und Ablehnungsgründe gelten, wie sie für Richterinnen und 
Richter vorgesehen sind. Befangenheit ist demnach erst dann anzuneh-
men, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Un-
parteilichkeit zu erwecken (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109; SVR 2018 UV Nr. 
28 S. 98 E. 3.1). Solche objektiven Umstände, welche den Anschein der 
Befangenheit von Dr. med. O.________ nahelegen würden, sind – wie es 
auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 16. September 
2019 bemerkt – aus den Akten nicht ersichtlich und die vom Beschwerde-
führer genannten Umstände sind – entgegen seiner Ansicht – nicht geeig-
net, Misstrauen in die Unparteilichkeit von Dr. med. O.________ zu erwe-
cken.

Viele der vom Beschwerdeführer im Einwand vom 29. November 2018 
(act. II 80) weiter vorgebrachten Kritikpunkte am Teilgutachten von 
Dr. med. O.________ betreffen Details, welche der Gutachter nach Mei-
nung des Beschwerdeführers falsch aufgefasst habe (z.B. Alkoholkonsum, 
Ablauf der Geschehnisse vom 12./13. Juni 2015, sexuelle Aktivitäten in ...). 
Diese Einzelheiten sind jedoch – genau wie der fehlende Bericht über die 
angebliche stationäre psychiatrische Behandlung (vgl. Beschwerde vom 
9. Februar 2019 S. 3) – nicht geeignet, die Einschätzung des Psychiaters 
und dabei insbesondere die gestellte Diagnose in Zweifel zu ziehen, sind 
diese doch nicht ausschlaggebend für die Tatsache, dass sich im Untersu-
chungszeitpunkt kein syndromales Bild dargestellt hat und folglich keine 
Posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden konnte (vgl. 
E. 3.3.2 vorstehend). Dem Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 20

Eingabe vom 7. Mai 2019, wonach auch der Suizidversuch aus dem Jahr 
2011 (vgl. ärztliche Berichte der D.________ AG [act. IA 3] bzw. psychiatri-
sche Dienste E.________ [act. IA 8]) nicht genügend Eingang in die Beur-
teilung des psychiatrischen Gutachters gefunden haben soll, weshalb diese 
nicht zu verwerten sei, kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Dr. med. 
O.________ hatte sehr wohl Kenntnis von diesem Ereignis und hat es in 
seinem Teilgutachten auch festgehalten (vgl. act. II 70.5 S. 10 oben). Der 
Beschwerdeführer hat aber in keinem anderen Zeitpunkt der polydiszi-
plinären Begutachtung spontan davon erzählt oder ist vertieft darauf einge-
gangen, was bei einem in diesem Zeitpunkt nach wie vor stark präsenten 
und prägenden Geschehen zweifelsohne der Fall wäre. Im Übrigen hat der 
Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren (Einwand vom 29. November 
2018 [act. II 80]) ausschliesslich auf seinen Gesundheitszustand seit Som-
mer 2015 verwiesen und in keinem Zeitpunkt Bezug auf einen Suizidver-
such im Jahr 2011 genommen. Es ist damit überzeugend und nachvoll-
ziehbar, dass der psychiatrische Gutachter nicht näher darauf eingegangen 
ist. 

3.5 Nach dem Dargelegten ist das MEDAS-Gutachten vom 17. Mai 
2018 (act. II 70.1 bis act. II 70.5) grundsätzlich beweiskräftig und der Sach-
verhalt erweist sich als genügend abgeklärt. Auf das Gutachten ist deshalb 
abzustellen.

4.

Zu klären bleibt die Relevanz der erhobenen psychischen Störungen (Pa-
nikstörung und Agoraphobie [ICD-10: F40.01]) und dabei insbesondere die 
Massgeblichkeit der gutachterlich attestierten Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 30 % in der bisherigen wie auch in einer angepassten Tätig-
keit (act. II 70.1 S. 28 f. [vgl. E. 2.3.2 hiervor]). Die Beschwerdegegnerin ist 
von der gutachterlichen Einschätzung bezüglich der Arbeitsfähigkeit abge-
wichen, weil die geltend gemachten funktionellen Auswirkungen der medi-
zinisch festgestellten psychischen Beeinträchtigungen anhand der Stan-
dardindikatoren nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt seien (act. II 83 
S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 21

4.1 Vorab ist festzuhalten, dass hier keine Ausschlussgründe im Sinne 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (vgl. E. 2.3.3 hiervor). 
Insbesondere fanden die Gutachter keine Hinweise für eine Aggravation 
oder Simulation (act. II 70.1 S. 31 Ziff. 5.1.5 und act. II 70.5 S. 19).

4.2 Im Rahmen der Kategorie "funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex "Gesundheitsschädigung“ zu 
beurteilen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Zum Indikator "Ausprägung 
der diagnoserelevanten Befunde und Symptome" ist festzuhalten, dass die 
Gutachter die Befunde der Panikstörung und der Agoraphobie als leicht 
ausgeprägt beurteilt haben (act. II 70.1 S. 29 Ziff. 5.1.2).

Betreffend den Indikator "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder 
-resistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass der 
psychiatrische Gutachter ausführt, Angststörungen seien prinzipiell gut be-
handelbar und neben einer konsequent antidepressiven Behandlung sei 
eine psychotherapeutische Behandlung indiziert (act. II 70.5 S. 20 Ziff. 9.5). 
Ebenfalls könne eine medikamentös-antidepressive Behandlung etabliert 
werden. Zudem sei ein rascher schrittweiser Wiedereinstieg in einen Ar-
beitsprozess therapeutisch wichtig, um das ausgeprägte Vermeidungsver-
halten nicht noch zu befördern. In prognostischer Hinsicht wirkten sich vor 
allem relevante psychosoziale (invaliditätsfremde) Hemmfaktoren und ein 
wahrscheinlicher Alkoholüberkonsum ungünstig aus. Entsprechend wäre 
dem Versicherten eine kontrollierte Alkoholabstinenz bei entsprechender 
Motivationslage im Sinne der Schadenminderungspflicht möglich.

Eine massgebende Komorbidität (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) be-
steht nicht. Insbesondere schlossen die Gutachter – und allen voran der 
Psychiater Dr. med. O.________ (act. II 70.5 S. 17) – das Vorliegen einer 
Posttraumatischen Belastungsstörung aus. Auch den somatischen Diagno-
sen (Refluxösophagitis, Hyperurikämie, sowie den Status nach Commotio 
cerebri bzw. nach Acromioplastik) wurde überzeugend keine Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt (act. II 70.1 S. 27 f., vgl. E. 3.3.3 hiervor) 
und es bestehen auch keine Hinweise auf eine ressourcenhemmende 
Wechselwirkung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 22

Hinsichtlich des Komplexes "Persönlichkeit" sind keine Anhaltspunkte dafür 
ersichtlich, dass die Persönlichkeit des Beschwerdeführers seine Leis-
tungsfähigkeit verminderte (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302). Vielmehr hat 
der psychiatrische Gutachter eine Persönlichkeitsstörung explizit ausge-
schlossen (act. II 70.5 S. 17). Die im Schreiben vom 9. April 2020 vorge-
brachten, vom (damals) behandelnden Psychiater als "auffällig" festgehal-
tenen Persönlichkeitszüge konnte der psychiatrische Gutachter Dr. med. 
O.________ anlässlich seiner Begutachtung nicht feststellen. Diesbezüg-
lich ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte wie 
auch behandelnde Spezialärzte – wie vorliegend med. pract. F.________ 
(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgericht [EVG, heute Bun-
desgericht] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4) – mitunter im Hinblick auf 
ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten 
ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV 
Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3).

Der Komplex "Sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) zeigt, 
dass der Beschwerdeführer zwar über einen nur kleinen, jedoch intakten 
Freundeskreis verfügt, den er ab und zu treffe (act. II 70.5 S. 10 Ziff. 4). 
Auch mit seiner Mutter hat er ein gutes Verhältnis und es bestehe mit ihr 
und einem Bruder regelmässiger Kontakt (act. II 70.1 S. 17 Ziff. 2.1.5, 
act. II 70.4 S. 7, act. II 70.5 S. 4 Ziff. 2). Damit hält das soziale Umfeld doch 
zumindest gewisse Ressourcen bereit.

4.3 Hingegen sind in der Kategorie "Konsistenz“ in Bezug auf die Ein-
schränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) einige Diskrepanzen ersichtlich. Zwar hält der 
psychiatrische Gutachter – wie der Beschwerdeführer in der Eingabe vom 
9. April 2020 ausführt – fest, dass insgesamt von einer guten Konsistenz 
zwischen der Aktenlage mit Vorbefunden, den Eigenangaben des Be-
schwerdeführers, dem psychopathologischen Befund und psychometri-
schen Ergebnissen ausgegangen werden könne (act. II 70.5 S. 19). Damit 
bringt er jedoch einzig zum Ausdruck, dass eine valide Beurteilung aus 
psychiatrischer Sicht möglich ist. Hingegen ist hier zur Beurteilung der Ka-
tegorie "Konsistenz" im Hinblick auf die Aktivitäten und die diesbezüglichen 
Einschränkungen der Vergleich zwischen einer Erwerbstätigkeit und Frei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 23

zeitaktivitäten massgebend. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer in der Befragung durch die Gutachter mehrfach angibt, 
dass er sich in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätig-
keit keinerlei Arbeitstätigkeit mehr vorstellen könne (act. II 70.1 S. 18 
Ziff. 2.1.11, act. II 70.2 S. 12 Ziff. 2.1.11, act. II 70.4 S. 8, act. II 70.5 S. 11 
Ziff. 5). Was seine übrigen Tätigkeiten betrifft, ergibt sich aus den Akten 
jedoch ein erhebliches Aktivitätsniveau: Der Beschwerdeführer gibt an, 
seinen Haushalt ohne Probleme selber zu führen, seine Einkäufe selber zu 
erledigen, ..., im Sommer ..., bei schlechtem Wetter ... (act. II 70.1 S. 18 
Ziff. 2.1.9), zu ... (act. II 70.2 S. 12 Ziff. 2.1.9) und ... zu machen (act. II 70.4 
S. 9 Ziff. 2.1.4). Einzig Auto fahre er nicht, dies jedoch weil ihm der 
Fahrausweis entzogen worden sei und er – um ihn wieder zu bekommen – 
einen teuren Test absolvieren müsste, den er sich nicht leisten könne 
(act. II 80 S. 5). Es sind damit invaliditätsfremde Gründe und nicht die dia-
gnostizierte Angststörung für das Nicht-Fahren verantwortlich. Zudem be-
nennen auch der behandelnde Psychiater und die Psychologin (act. IA 6 
S. 3) die sportlichen Aktivitäten des Beschwerdeführers als dessen "grösste 
Ressource“.

Bezüglich des ebenfalls zur Kategorie "Konsistenz" (BGE 141 V 281 
E. 4.4.2 S. 304) gehörenden Indikators "behandlungs- und eingliederungs-
anamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“ ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer sich zwar in einer psychotherapeutischen Therapie befin-
det, jedoch nicht in adäquater medikamentöser (antidepressiver) Behand-
lung ist, wie sie Dr. med. O.________ für die diagnostizierte Angststörung 
als notwendig erachtet (konsequente antidepressive Behandlung 
[act. II 70.5 S. 20]). Dies lässt nicht auf einen hohen Leidensdruck schlies-
sen.

4.4 Nach dem Dargelegten lassen die zu berücksichtigenden Indikato-
ren nicht den Schluss auf invalidisierende Funktionseinbussen im rechtli-
chen Sinne zu (vgl. E. 2.3 vorstehend). In der Folge ist die von den ME-
DAS-Gutachtern attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % als rechtlich nicht 
massgebend zu beurteilen, ohne dass das Administrativgutachten dadurch 
seinen Beweiswert verliert (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
26. November 2018, 8C_480/2018, E. 5.2.2 mit Hinweis auf BGE 144 V 50 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 24

E. 4.3 S. 53 f.). Damit ist kein individualisierender Gesundheitsschaden 
erstellt und es besteht kein Leistungsanspruch.

5.

5.1 Selbst wenn zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die von den 
MEDAS-Gutachtern attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit abzu-
stellen wäre, bestände kein Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-Rente), 
wie nachfolgend darzulegen ist. Diesfalls wäre auf der Grundlage des fest-
gestellten Zumutbarkeitsprofils (Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der ange-
stammten, wie auch in einer adaptierten Tätigkeit [vgl. act. II 70.1 S. 28 
Ziff. 4.7]) der IV-Grad anhand der allgemeinen Methode des Einkommens-
vergleichs zu ermitteln. 

5.2 Da sich die vom psychiatrischen Gutachter attestierte Arbeitsun-
fähigkeit von 30 % sowohl auf die angestammte Tätigkeit wie auch auf eine 
angepasste Tätigkeit bezieht (vgl. act. II 70.1 S. 28 Ziff. 4.7), somatisch 
keine massgeblichen Einschränkungen bestehen (vgl. E. 3.3 vorstehend) 
und der Beschwerdeführer in den letzten Jahren jeweils nur kurze Anstel-
lungen inne hatte (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto vom 4. Januar 
2018 [act. II 61]) sowie im massgeblichen Zeitpunkt nicht arbeitstätig war, 
sind Validen- und Invalideneinkommen je gestützt auf die Tabellenlöhne 
(Total Männer, Kompetenzniveau 1) der vom Bundesamt für Statistik her-
ausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) festzusetzen. 
Eine genaue Ermittlung des Validen- und Invalideneinkommens erübrigt 
sich somit, da beide aufgrund des gleichen Tabellenlohnes festzusetzen 
sind: Der IV-Grad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit von 30 % 
unter Berücksichtigung eines allfälligen Tabellenlohnabzuges (Entscheid 
des BGer vom 20. April 2015, 8C_304/2014, E. 6). Ein entsprechender 
Abzug ist – anders als in der Eingabe vom 9. April 2020 (S. 3) vorgebracht 
– nicht vorzunehmen, da invaliditätsfremde Aspekte bei beiden, auf den 
Zahlen der LSE basierenden Vergleichseinkommen zu beachten wären 
(vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5) und ein 
eingeschränktes Rendement bei ganztägiger Arbeitsfähigkeit nicht zu ei-
nem Abzug führt (vgl. Entscheid des BGer vom 14. Dezember 2016, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 25

9C_635/2016, E. 4.3). Damit wird der für den Anspruch auf eine IV-Rente 
minimal erforderliche IV-Grad von 40 % klarerweise nicht erreicht und der 
Beschwerdeführer hätte auch bei Berücksichtigung der gutachterlich attes-
tierten Arbeitsunfähigkeit keinen Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 
vorstehend).

6.

Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 9. Februar 2019 
schliesslich auch die Zusprache von Massnahmen beruflicher Art bean-
tragt, ist festzuhalten, dass auch ein entsprechender Anspruch nicht gege-
ben ist. Ein solcher setzte nämlich voraus, dass die objektive und subjekti-
ve Eingliederungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge-
wiesen ist (Entscheid des BGer vom 1. Februar 2012, 9C_726/2011, E. 5.1; 
vgl. auch SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, 
2011, S. 75 N. 124 und S. 278 N. 539, MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz 
über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, S. 113). Die objektive 
Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist zu bejahen, denn die 
MEDAS-Gutachter haben in ihrem Gutachten vom 17. Mai 2018 
(act. II 70.1) explizit ausgeführt, dass dem Beschwerdeführer Wiederein-
gliederungsversuche medizinisch zumutbar seien (S. 35 oben). Hingegen 
sind gestützt auf die vorliegenden Akten der subjektive Eingliederungswille, 
d.h. der Wille, eine Erwerbstätigkeit auszuüben, sowie allfällige diesbezüg-
liche Anstrengungen des Beschwerdeführers nicht ausgewiesen, denn in 
den verschiedenen Teilgutachten war mehrfach festgehalten worden, dass 
er sich weder aus psychischer noch aus somatischer Sicht arbeitsfähig 
fühle und sich eine IV-Rente erhoffe (act. II 70.2 S. 12, act. II 70.3 S. 7, 
act. II 70.5 S. 11). Damit ist eine mangelnde Leistungsbereitschaft erstellt. 
Da jedoch die objektive und subjektive Eingliederungsfähigkeit kumulativ 
gegeben sein müssen – was hier nicht der Fall ist –, wäre eine der An-
spruchsvoraussetzungen für die Durchführung von Massnahmen berufli-
cher Art so oder anders nicht erfüllt.

Sollte der Beschwerdeführer seine Haltung ändern und an einer Eingliede-
rungsmassnahme ernsthaft im medizinisch als zumutbar attestierten Um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 26

fang teilnehmen wollen, kann er sich bei der Beschwerdegegnerin erneut 
anmelden, welche darüber neu zu verfügen hätte.

7.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 
2019 (act. II 83) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde 
vom 9. Februar 2019 ist abzuweisen. 

8.

8.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen.

Vorliegend sind die Verfahrenskosten auf Fr. 800.– festzusetzen und – 
unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. E. 8.3 hiernach) – 
dem unterliegenden Beschwerdeführer zur Bezahlung aufzuerlegen. 

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

8.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege:

8.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 27

gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

8.3.2 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessar-
mut ist aufgrund der Akten und angesichts der Unterstützung durch die 
Sozialhilfe ausgewiesen (Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 7). Im vor-
liegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos zu 
bezeichnen. Weiter war eine anwaltliche Verbeiständung geboten, so dass 
dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren ist 
unter Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche An-
wältin.

Damit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) i.V.m. Art. 113 VRPG – 
von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien.

8.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.–.

Bis zum angesetzten Termin zur Einreichung der Kostennote am 12. April 
2019 hat sich Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ nicht vernehmen lassen 
und keine Kostennote eingereicht. Ob die viel später nachgereichte Kos-
tennote vom 7. Mai 2019 samt Ergänzungen vom 26. August 2019 und 
9. April 2020 überhaupt zu berücksichtigen ist, kann vorliegend letztlich 
offen bleiben, da diese ohnehin überhöht und der tarifmässige Parteikos-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 28

tenersatz bzw. amtliche Honorar für das vorliegende Verfahren nach Er-
messen festzusetzen ist. Unter Würdigung der gesamten Umstände und 
der Bedeutung der Streitsache sowie im Vergleich zum in ähnlich gelager-
ten Fällen entschädigten Aufwand wird das amtliche Honorar inklusive Aus-
lagen und Mehrwertsteuer ermessensweise und pauschal festgesetzt auf 
Fr. 2'500.–. Dieser Betrag ist Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse auszurichten. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers ge-
genüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

8.5 Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ führt auf ihrer Kostennote vom 
26. August 2019 auch die Kosten für den Arztbericht von med. pract. 
F.________ vom 12. März 2019 im Umfang von Fr. 360.– auf. Die Kosten 
privat eingeholter Berichte sind gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG dann zu ver-
güten, wenn die Massnahme für die Entscheidfindung unerlässlich war. Da 
vorliegend der vom Beschwerdeführer eingeholte psychiatrische Bericht für 
das vorliegende Urteil nicht entscheidwesentlich war, sind diese Kosten 
dem Beschwerdeführer nicht zu vergüten (vgl. SVR 2014 IV Nr. 11 S. 45 
E. 5.1 und E. 5.4).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird gutge-
heissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Mai 2021, IV/19/112, Seite 29

zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der amtlichen Anwältin Dr. iur. B.________ wird nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'500.– 
(inkl. Auslagen und MwSt.) festgesetzte Entschädigung vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers 

(samt Eingaben vom 8. und 12. Juni 2020)
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.