# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9d1e035-42ce-5399-9eba-e255565a245b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 13.02.2013 SK2 2012 44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2012-44_2013-02-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

__________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Februar 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 12 44          19. Februar 2013

Entscheid
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuarin ad hoc Sonder

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X., Beschwerdeführer, 

gegen

die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. 
Oktober 2012, mitgeteilt am 1. November 2012, in Sachen des Beschwerdeführers 
gegen Y., Z. und W., alle c/o Kantonspolizei Graubünden, Ringstrasse 2, 7000 
Chur, Beschwerdegegner,

betreffend Nichterfüllung der Amtspflicht und Unterlassung der Hilfeleistung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 27. April 2012 reichte X. gegen die Kantonspolizisten Y., W. und Z. eine 
Anzeige wegen „Nichterfüllen der Amtsplicht und Unterlassen der Hilfeleistung“ 
ein. Er begründete seine Anzeige damit, dass er am 31. März 2012 im Zusam-
menhang mit einer von seinem Untermieter T. gegen ihn erfolgten Anzeige in Chur 
von W. befragt worden sei. Da er keine Aussage bezüglich der gegen ihn gerichte-
ten Anzeige habe machen wollen, habe W. seine eigene Anzeige gegen T. nicht 
entgegen nehmen wollen. Damit habe sie ihre Amtspflicht nicht erfüllt. Anschlies-
send habe er um „Polizeischutz“ ersucht, um seine Wohnung an der A. gefahrlos 
betreten zu können. Dies sei ihm von W. und dem später hinzugekommenen Y. 
verweigert worden. In der Folge sei er dann noch am selben Tag von T. in dessen 
Wohnung angegriffen worden. Die Verweigerung des Polizeischutzes sei die 
nächste Nichterfüllung der Amtspflicht bzw. Unterlassung der Hilfeleistung. Zudem 
habe er am 31. März 2012 mit W. vereinbart, dass Z. ihn am 3. April 2012 anrufen 
würde. Als Z. dann am 4. April 2012 angerufen habe, habe dieser sich geweigert 
seine Anzeige gegen T. entgegen zu nehmen. Aus diesen Gründen verlange er 
eine Strafuntersuchung gegen die drei Polizisten W., Z. und Y..

B. Mit Schreiben vom 10. Mai 2012 erklärte Oberstlt. S. der Kantonspolizei 
Graubünden namens seiner Mitarbeiter W., Y. und Z. gegenüber der Staatsan-
waltschaft Graubünden zu diesem Zeitpunkt ausserhalb von formalisierten Unter-
suchungshandlungen auf eine inhaltliche Stellungnahme zur Strafanzeige von X. 
zu verzichten. Unbesehen dessen würden die Vorbringen des X. jedoch zurück-
gewiesen werden.

C. Am 17. September 2012 wurde X. sodann durch die Staatsanwaltschaft 
Graubünden zu seiner Anzeige befragt. Zudem erklärte er noch schriftlich, sich am 
Strafverfahren im Sinne von Art. 118 ff StPO als Strafkläger und als Zivilkläger 
beteiligen zu wollen.

D. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012, mitgeteilt am 1. November 2012, teil-
te die Staatsanwaltschaft Graubünden X. die Nichtanhandnahme der Untersu-
chung gemäss Art. 310 StPO mit. Als Begründung führte sie aus, dass es sich 
bezüglich der Wohnung an der A., in welcher T. ein Zimmer bewohnte, um eine 
mietrechtliche Angelegenheit zwischen X. und T. handle und es somit nicht Sache 
der Polizei sei, im Rahmen von solchen Verhältnissen der einen oder anderen 
Partei Hilfeleistungen oder Unterstützung zu erbringen, da dazu mietrechtliche 
Institute zur Verfügung stehen würden. X. sei darüber hinaus zum Zeitpunkt, als er 

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um Polizeischutz ersuchte auch nicht unmittelbar an Leib oder Leben bedroht ge-
wesen oder habe sich anderweitig in Not befunden. X. habe im Rahmen seiner 
Einvernahme vom 17. September 2012 selber angegeben, dass er nicht mehr sa-
gen könne, ob er W. oder Y. zuvor auf die angeblichen Drohungen von T. hinge-
wiesen habe. Somit könne den Polizisten auch nicht vorgeworfen werden, dass 
sie eine allfällige Notsituation nicht erkannt hätten. Es sei demnach in keiner Wei-
se ersichtlich, inwiefern sich die angezeigten Polizisten eines strafbaren Verhal-
tens verdächtig gemacht haben könnten. Auch bezüglich der vorgeworfenen 
Nichtannahme seiner Strafanzeige gegen T. habe sich die Polizei nicht strafbar 
verhalten. Allein im Umstand, dass sich Z. erst am 4. April 2012 anstatt wie ver-
einbart am 3. April 2012 bei ihm gemeldet habe, liege noch kein strafbares Verhal-
ten vor. X. sei am 31. März 2012 sodann auch einverstanden gewesen, dass sei-
ne Anzeige nicht bereits an diesem Tag verarbeitet werde. Zudem sei X. am 14. 
April 2012 wegen Verdachts der versuchten vorsätzlichen Tötung, einfacher Kör-
perverletzung, Drohung und Freiheitsberaubung zum Nachteil von T. festgenom-
men worden, bevor er seine Strafanzeige habe deponieren können. Zusammen-
fassend könne den beanzeigten Polizisten somit kein strafrechtlich relevantes 
Verhalten vorgeworfen werden.

E. Am 15. November 2012 (Poststempel 17. November 2012) reichte X. dage-
gen eine Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein und beantragte 
was folgt:

„Gegen die drei Kantonspolizisten Y., W. und Z. ist ein Strafverfahren zu 
eröffnen mit entsprechender Verurteilung wegen Nichterfüllung der Amts-
pflicht, Beihilfe zu einer Straftat und unterlassener Hilfeleistung.

Gegen Staatsanwältin G. und H. ist ein Strafverfahren zu eröffnen wegen 
Rechtsverzögerung.

Für die mir entstandenen Aufwendungen sowie die gravierenden Nachteile 
verlange ich zudem eine angemessene Entschädigung.“

X. bestätigte sinngemäss seine in der Strafanzeige vom 27. April 2012 vor-
gebrachten Eingaben. Zusätzlich reichte er in seiner Beschwerde Strafanzeige 
gegen die Staatsanwälte G. und H. ein wegen Rechtsverzögerung. Er habe am 
27. April 2012 Strafanzeige gegen die drei Polizisten eingereicht und sei erst am 
17. September 2012 dazu befragt worden. Am 25. Mai 2012 habe er zudem gegen 
U. und T. Strafanzeige eingereicht. Dazu befragt worden sei er jedoch erst am 18. 
August 2012. Aus diesem Grund reiche er Strafanzeige gegen die jeweils zustän-
digen Staatsanwälte G. und H. ein wegen Rechtsverzögerung. 

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F. Mit Verfügung vom 21. November 2012 wurden die Kantonspolizei 
Graubünden sowie die Staatsanwaltschaft Graubünden zu einer Stellungnahme 
aufgefordert. Gleichzeitig wurden die in der Eingabe gestellten Strafanzeigen ge-
gen die Staatsanwälte G. und H. zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft 
Graubünden als Strafverfolgungsbehörde überwiesen.

G. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 26. No-
vember 2012 auf eine Stellungnahme.

H. Mit Schreiben vom 27. November 2012 verzichtete Oberstlt. S. der Kan-
tonspolizei Graubünden namens der Mitarbeiter W., Z. und Y. ebenfalls auf eine 
Vernehmlassung.

I. Auf die weitergehenden Ausführungen in den Rechtsschriften und in der 
Nichtanhandnahmeverfügung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 und Art. 310 
Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) und Art. 22 
des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; 
BR 350.100) kann gegen Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft 
innert 10 Tagen Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden erhoben wer-
den. Die Beschwerde gegen die am 01. November 2012 mitgeteilte und am 7. No-
vember 2012 vom Beschwerdeführer in Empfang genommene Nichtanhandnah-
meverfügung vom 30. Oktober 2012 wurde am 15. November 2012 und somit 
fristgerecht eingereicht.

2.a) Das Beschwerdeverfahren ist unter Vorbehalt von Art. 390 Abs. 5 StPO ein 
schriftliches und nicht öffentliches Verfahren (Art. 397 Abs. 1 StPO). Es richtet sich 
nach den Regeln der Art. 69 Abs. 3 lit. c und Art. 390 ff. StPO. Die Beschwerde 
stellt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel 
dar. Sie kann - wenn die entsprechende Verfahrenshandlung beschwerdefähig ist 
- ohne Einschränkung erhoben werden. Mit der Beschwerde können alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden. Die Rechtsmittelinstanz 
verfügt über eine volle Kognition und ist befugt und verpflichtet, die ihr unterbreite-
te Sache frei und umfassend zu prüfen (Stephenson/ Thiriet, in: Niggli/Heer/ Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, Basel 

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2011, Art. 393 N 15; Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskom-
mentar, Zürich 2009, Art. 393 N 1).

b) Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet 
oder unbegründet, entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in Anwendung 
von Art. 18 Abs. 3 Gerichtsorganisationsgesetz (GOG; BR 173.000) in einzelrich-
terlicher Kompetenz. Vorliegend wird das Rechtsmittel in einzelrichterlicher Kom-
petenz entschieden, weil es – wie noch zu zeigen sein wird – offensichtlich unbe-
gründet ist.

3. Gemäss Art. 310 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO kann die 
Nichtanhandnahmeverfügung von den Parteien angefochten werden. Neben der 
Staatsanwaltschaft im Haupt- und Rechtsmittelverfahren sind der Beschuldigte 
sowie der Privatkläger Parteien (Art. 104 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger gilt der 
Geschädigte, der ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivil-
kläger zu beteiligen, wobei der Strafantrag dieser Erklärung gleichgestellt ist (Art. 
118 Abs. 1 und 2 StPO). Nicht voraussetzungslos als gleichgestellte Erklärung gilt 
dagegen – zumindest bei Offizialdelikten – die Strafanzeige gemäss Art. 301 f. 
StPO. Mit Letzterer konstituiert sich die geschädigte Person nur dann als Privat-
klägerschaft, wenn mit ihr eine Erklärung im Sinne von Art. 118 Abs. 1 in Verbin-
dung mit Art. 119 StPO einhergeht und damit zum Ausdruck kommt, dass sie im 
Strafverfahren die Parteirechte beanspruchen will (vgl. Mazzucchelli/Postizzi, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozess-
ordnung, Basel 2011, Art. 118 N 5 und N 7). Im hier vorliegenden Fall hat der Be-
schwerdeführer ausdrücklich erklärt, dass er sich am Strafverfahren als Straf- und 
Zivilkläger beteiligen will, womit er zur Anfechtung der Nichtanhandnahmeverfü-
gung ohne weiteres berechtigt ist.

4.a) Der Beschwerdeführer beantragt, gegen die Polizeibeamten W., Z. und Y.  
ein Strafverfahren zu eröffnen und diese wegen Nichterfüllung der Amtspflicht, 
Beihilfe zu einer Straftat und wegen unterlassener Hilfeleistung zu bestrafen. Da-
bei verkennt der Beschwerdeführer, dass die II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
keine Strafverfahren eröffnet und keine Verurteilungen im beantragten Sinne vor-
nehmen kann.

b) Da es sich beim Beschwerdeführer jedoch um einen juristischen Laien han-
delt, werden die Anträge sinngemäss als Aufhebung der Nichtanhandnahmeverfü-
gung und Zuführung des Verfahrens an die zuständige Instanz (Staatsanwalt-
schaft Graubünden), um das Beantragte zu erreichen, entgegengenommen. 

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c) Die beantragte Eröffnung eines Strafverfahrens wegen Rechtsverzögerung 
gegen die Staatsanwälte G. und H. ist zuständigkeitshalber der Staatsanwaltschaft 
Graubünden überwiesen worden, so dass vorliegend nicht weiter darauf einzuge-
hen ist.

5.a) Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der 
Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass (a.) die fraglichen Straftat-
bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, (b.) Ver-
fahrenshindernisse bestehen oder (c.) aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen 
auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (Art. 310 Abs. 1 StPO). Ein Nichtan-
handnahmeentscheid hat demnach zu ergehen, wenn die Staatsanwaltschaft al-
lein aufgrund der Ermittlungsergebnisse oder der Strafanzeige die Untersuchung 
nicht eröffnet, da die Führung eines Verfahrens geradezu aussichtslos erscheint 
(Omlin, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische 
Strafprozessordnung, Basel 2011, Art. 310 N 6).

b) Der Beschwerdeführer führt unter anderem aus, dass die besagten Polizis-
ten ihre Amtspflicht nicht erfüllt hätten. Er sei mit der Polizeibeamtin W. am 31. 
März 2012 so verblieben, dass sich der Polizeibeamte Z. am 3. April 2012 bei ihm 
wegen der Strafanzeige melden würde. Der Beschwerdeführer glaubt nun ein 
strafrechtlich relevantes Nichterfüllen der Amtspflicht darin erblicken zu können, 
da der Polizeibeamte Z. erst am 4. April 2012 mit ihm Kontakt aufnahm und ihn 
dabei wissen liess, er könne die Strafanzeige überall erstatten, woraus er ableite-
te, dass dieser sich weigere, die Anzeige entgegen zu nehmen. Der Beschwerde-
führer geht davon aus, dass diese behaupteten Ausführungen vom Polizeibeam-
ten Z. einer Weigerung der Entgegennahme seiner beabsichtigten Strafanzeige 
gleichkommen. Eine explizite Weigerung der entsprechenden Entgegennahme 
behauptet der Beschwerdeführer weder in der Beschwerde noch ist eine solche 
aus der E-Mail vom 7. April 2012 an den Gefreiten F. der KAPO Thurgau zu ent-
nehmen (act. 7). Eine zeitliche Dringlichkeit für die Erstattung der Anzeige war 
seitens des Beschwerdeführers nicht gegeben, beabsichtigte er doch diese ge-
genüber dem Gefreiten F. der KAPO Thurgau erst am 14./15. April 2012 zu depo-
nieren. Die Anzeigeerstattung erfolgte sodann erst am 26. April 2012 bei der KA-
PO Graubünden / Wm mbA B. R.. Die Staatsanwaltschaft Graubünden führt in der 
Nichtanhandnahmeverfügung unter Hinweis auf Art. 312 StGB aus, es sei nicht 
ersichtlich, inwiefern die Polizisten sich durch die angeblich nicht sofortige Entge-
gennahme der Anzeige einen unrechtmässigen Vorteil verschaffen bzw. andere 
Personen hätten schädigen wollen.

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c) Zunächst muss vorliegend die von der Vorinstanz nicht behandelte Frage 
geklärt werden, ob die angebliche Passivität der Polizisten, also die angebliche 
Nichtentgegennahme der Strafanzeige, überhaupt unter Art. 312 StGB zu subsu-
mieren ist. Gemäss Art. 312 StGB werden Mitglieder einer Behörde oder Beamte, 
die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen unrecht-
mässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zufügen, be-
straft. Art. 312 StGB erfasst also nicht jede Amtspflichtverletzung. Er setzt viel-
mehr voraus, dass der Täter seine Amtsgewalt in der gesetzlich genannten Ab-
sicht missbraucht, d.h. dass er von der ihm von Amtes wegen zustehenden hoheit-
lichen Gewalt Gebrauch macht, dass er kraft hoheitlicher Gewalt verfügt oder 
zwingt, wo es nicht geschehen dürfte (BGE 101 IV 410). Ein Missbrauch der 
Amtsgewalt durch Unterlassung ist in der Regel nicht möglich, da durch Passivität 
grundsätzlich kein Zwang ausgeübt werden kann. Kein Amtsmissbrauch liegt 
demgemäss vor, wenn ein Beamter trotz entsprechender Pflicht keinen Zwang 
ausübt (Heimgartner in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht 
II, 2. Auflage, Basel 2007, Art. 312 N 18). Demnach kann die nicht sofortige Ent-
gegennahme einer Strafanzeige nicht unter Art. 312 StGB subsumiert werden.

d) Sodann gilt es zu prüfen, ob die angebliche Passivität der Polizisten zu ei-
ner ungerechtfertigten Begünstigung des Anzuzeigenden im Sinne von Art. 305 
StGB geführt hat. Unter Begünstigung versteht man die mindestens teilweise wirk-
same Hinderung der schweizerischen Strafrechtspflege. Geschütztes Rechtsgut 
ist dementsprechend die ungehinderte Strafrechtspflege (Trechsel/Affolter-Eijsten 
in: Techsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. 
Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 305 N 1). Blosses Dulden oder Nichtstun er-
füllen den Tatbestand grundsätzlich nicht. Ein Unterlassen kann nur dann eine 
Begünstigung sein, wenn der Begünstigende eine Garantenpflicht hat (Del-
non/Rüdy in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II, 2. Aufla-
ge, Basel 2007, Art. 305 N 23). Dass die angezeigten Polizeibeamten eine solche 
Garantenpflicht innehaben, steht im Zusammenhang mit der Entgegennahme von 
Strafanzeigen und der Bearbeitung derselben ausser Frage. Im Resultat ist den-
noch mit der Vorinstanz festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, wie durch die an-
gebliche Nichtentgegennahme der Strafanzeige, die angezeigten Polizeibeamten 
T. der Strafverfolgung entziehen wollte. Ausserdem ist ohnehin nicht ersichtlich, 
inwiefern das Verhalten der Polizisten einer Weigerung der Entgegennahme einer 
Strafanzeige gleichgestellt werden soll. Entsprechend ist die Beschwerde in die-
sem Punkt abzuweisen.

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6. Der Beschwerdeführer beantragt zudem, dass gegen die genannten Poli-
zeibeamten auch ein Strafverfahren wegen Beihilfe zu einer Straftat zu eröffnen 
sei, mit entsprechender Verurteilung. Die angefochtene Nichtanhandnahmeverfü-
gung bezieht sich ausschliesslich auf die Nichterfüllung der Amtspflicht und Unter-
lassung der Hilfeleistung. Der Beschwerdeführer führt nicht aus bzw. begründet 
nicht, wie die lediglich beantragte Strafverfolgung/Verurteilung wegen Beihilfe zu 
einer Straftat unter Art. 393 Abs. 2 StPO zu subsumieren ist. Um welche Straftat 
es sich handeln soll, lässt er ebenfalls offen. Nicht davon erfasst sein dürfte der 
Vorfall vom 31. März 2012, haben hier doch alle Beteiligten, auch der Beschwer-
deführer selber, einen Verzicht auf einen möglichen Strafantrag unterzeichnet. 
Spätere Vorfälle können auch nicht Gegenstand dieses Begehrens bilden, werden 
diese durch die fehlende Dringlichkeit der Deponierung der Strafanzeige gar nicht 
tangiert. Zudem ist aus der Chronologie der Geschehnisse in keinster Weise er-
sichtlich, wie und in welcher Form die betroffenen Polizeibeamten wem bei wel-
cher Straftat Beihilfe geleistet haben sollten. Mangels Substantiierung des Antrags 
und offensichtlicher Unbegründetheit ist auch dieser Antrag abzuweisen.

7. Des Weiteren bezichtigt der Beschwerdeführer die Beamten der unterlas-
senen Hilfeleistung. Er sieht die unterlassene Hilfeleistung darin, dass die beiden 
Polizeibeamten W. und Y. ihn am 31. März 2012 nicht nach Hause begleitet ha-
ben. Der Beschwerdeführer behauptet, die Polizeibeamten auf die Gefährlichkeit 
des angeblichen Mietnomaden T. hingewiesen zu haben, was diese gemäss sei-
nem Dafürhalten sogar wussten. Dadurch, dass es an diesem Tag dann zu einer 
Auseinandersetzung in seiner Wohnung kam, zu welcher die Polizei ausrücken 
musste und welche jedoch mit Verzicht aller Beteiligten auf Stellung von Strafan-
zeigen endete, sieht er sich bestätigt, dass die Polizeibeamten ihn hätten beglei-
ten müssen. In der Einvernahme vom 17. September 2012 hat der Beschwerde-
führer zur Frage, ob er am 31. März 2012 gegenüber den Polizeibeamten W. und 
Y. erwähnte, dass er von T. bedroht werde, ausgeführt, dass er dies nicht mehr 
wisse. Angesichts der von Beschwerdeführer dargelegten Details zu den Aussa-
gen und Vorfällen am 31. März 2012 und vom 3./4. April 2012 erstaunt diese Aus-
sage, da die behauptete Gefährlichkeit und die erfolgten Drohungen seitens T. 
sich durch die Aussagen und Ausführungen in den Schriften des Beschwerdefüh-
rers wie ein roter Faden ziehen. Wäre die Bedrohungslage tatsächlich so gewe-
sen, wie dies der Beschwerdeführer behauptet, hätte er dies der Polizei mit gros-
ser Wahrscheinlichkeit mitgeteilt. Wenn nun der Beschwerdeführer selber nicht 
mehr weiss, ob er die angeblichen Drohungen gegenüber seiner Person den Poli-
zeibeamten mitgeteilt hat oder nicht, so ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 

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festzuhalten, dass den Polizeibeamten nicht vorgeworfen werden kann, sie hätten 
eine allfällige Notsituation erkennen müssen. Entsprechend kann auch nicht ge-
sagt werden, dass der Beschwerdeführer am 31. März 2012 zum Zeitpunkt des 
Ersuchens um Polizeischutz unmittelbar an Leib und Leben bedroht war oder sich 
anderweitig in Not befand. Haben die Polizeibeamten bei dieser geschilderten 
Konstellation den Beschwerdeführer nicht nach Hause begleitet, kann ihnen nicht 
vorgeworfen werden, dass sie dem Beschwerdeführer in strafbarer Weise Hilfe-
leistungen vorenthalten hätte. Entsprechend ist auch dieser Antrag abzuweisen.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten des Beschwerde-
verfahrens zu Lasten des Beschwerdeführers (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese wer-
den auf Fr. 1‘500.-- festgesetzt (vgl. Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsge-
bühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]).

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.-- gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizeri-
sche Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde 
ist dem Schweizerischen Bundesgericht schriftlich innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: