# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16acbdcb-b2e7-57c0-a431-c56c4100cd90
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-31
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 31.05.2017 810 16 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-69_2017-05-31.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 31. Mai 2017 (810 16 69) 

___________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / Voraussetzungen des 

nachehelichen Härtefalls 
 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Niklaus 

Ruckstuhl, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, Beat Walther,  
Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Vedat Erduran, Rechts-
anwalt 

  
 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  
Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung  

(RRB Nr. 208 vom 23. Februar 2016) 
 
 
 
 
A. Die türkische Staatsangehörige A.____, geboren 1987, heiratete am 30. Dezember 
2010 den im Kanton Basel-Landschaft geborenen, türkischen Staatsangehörigen B.____, gebo-

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ren 1982. A.____ reiste am 5. August 2011 im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz 
ein.  
 
B. Am 1. Januar 2012 verliess A.____ in Begleitung ihrer Schwester, ihres Schwagers 
sowie einer Bekannten die eheliche Wohnung und begab sich zunächst ins Frauenhaus in 
C.____. Am 2. Januar 2012 suchte A.____ D.____, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin, auf. 
 
C. Am 2. Januar 2012 sprach der Ehemann beim Amt für Migration Basel-Landschaft 
(AfM) vor und teilte mit, dass er sich aufgrund der ehelichen Probleme scheiden lassen möchte. 
In diesem Zusammenhang reichte er ein Arztzeugnis ein, gemäss welchem er von seiner Ehe-
frau tätlich angegriffen worden sein soll.  
 
D. Aufgrund einer depressiven Symptomatik und akuten psychosozialen Belastungssitua-
tion trat A.____ in die E.____ in F.____ ein. Sie befand sich vom 4. Januar 2012 bis zum 
11. Dezember 2012 in stationärer Behandlung. Ab November 2012 wurde sie als Tagespatien-
tin teilstationär behandelt, wobei es vom 23. Dezember 2012 bis zum 3. Januar 2013 und vom 
21. bis zum 28. Februar 2013 aufgrund suizidaler Krisen zu vollstationären Kurzaufenthalten 
kam. Ferner erfolgte vom 1. Oktober 2013 bis zum 28. November 2013 ein weiterer stationärer 
Aufenthalt. Seit Dezember 2013 befindet sich A.____ in ambulanter Psychotherapie.  
 
E. Am 2. April 2012 zeigte A.____, vertreten durch Vedat Erduran, Rechtsanwalt in 
Sargans, den Ehemann wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Nötigung, Beschimp-
fung, Drohung und sexueller Nötigung (häuslicher Gewalt) bei der Polizei Basel-Landschaft an.  
 
F. Gemäss Urteil des Gerichtspräsidenten des Bezirksgerichts F.____ vom 3. April 2012 
haben die Ehegatten am 1. Januar 2012 das Getrenntleben aufgenommen. 
 
G. A.____ wurde vom 1. Mai 2012 bis zum 30. August 2014 von der Sozialhilfebehörde 
F.____ mit insgesamt Fr. 111'172.60 unterstützt (vgl. Schreiben der Stadt F.____ vom 
3. Dezember 2014). 
 
H. Im Rahmen des Untersuchungsverfahrens gegen den Ehemann holte die Staatsan-
waltschaft Basel-Landschaft am 6. Juni 2012 eine amtliche Erkundigung bei der E.____ ein.  
 
I. Mit Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 8. April 2014 wurde die Ehe 
von A.____ und B.____ auf gemeinsames Begehren geschieden. Daraufhin ersuchte B.____ 
das AfM mit Schreiben vom 22. Mai 2014, A.____ aus der Schweiz wegzuweisen. 
 
J. A.____ arbeitet seit dem 26. Juni 2014 als Produktionsassistentin bei der G.____ AG in 
H.____ (vgl. befristeter Arbeitsvertrag der I.____ GmbH vom 26. Juni 2014; unbefristeter Ar-
beitsvertrag der I.____ GmbH vom 26. September 2014).  
 
K. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (Urteil des Strafgerichts) vom 3. Juni 
2015 wurde B.____ von der Anklage der mehrfachen sexuellen Nötigung, der mehrfachen, teil-

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weise versuchten Vergewaltigung, der schweren Körperverletzung, der mehrfachen einfachen 
qualifizierten Körperverletzung, der Aussetzung, der mehrfachen, teilweise versuchten Nöti-
gung, eventualiter der mehrfachen Freiheitsberaubung, der mehrfachen Drohung sowie der 
mehrfachen Beschimpfung freigesprochen. Das Verfahren betreffend mehrfache Tätlichkeiten 
wurde aufgrund des Eintritts der Verjährung eingestellt.  
 
L. Am 6. August 2015 wurde A.____ das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Nichtver-
längerung der Aufenthaltsbewilligung gewährt, welches sie mit Schreiben vom 11. September 
2015 wahrnahm.  
 
M. Am 26. Oktober 2015 verfügte das AfM die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung von A.____ und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz an.  
 
N. Mit Beschluss Nr. 208 vom 23. Februar 2016 wies der Regierungsrat des Kantons Ba-
sel-Landschaft (Regierungsrat) die dagegen von A.____ erhobene Beschwerde ab.  
 
O. Gegen diesen Beschluss erhob A.____, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt  
Vedat Erduran, am 7. März 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), und beantragt die Aufhebung des ange-
fochtenen Entscheids und die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Alles unter o/e-
Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren sei. Die Beschwerdebe-
gründung reichte sie am 9. Mai 2016 ein.  
 
P. Mit präsidialer Verfügung vom 7. April 2016 wurde das Gesuch um unentgeltliche Pro-
zessführung und Verbeiständung abgewiesen.  
 
Q. In seiner Vernehmlassung vom 27. Mai 2016 beantragt der Beschwerdegegner die 
kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 
 
R. Mit präsidialer Verfügung vom 13. Juni 2016 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei-
lung überwiesen. Weiter wurde B.____ als Auskunftsperson zur Parteiverhandlung geladen.  
 
S. An der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016 nahmen die Beschwerdeführerin 
und ihr Rechtsvertreter, der Beschwerdegegner sowie B.____ als Auskunftsperson teil. Das 
Verfahren wurde vom Kantonsgericht zwecks Vornahme weiterer Beweisabklärungen im Zu-
sammenhang mit der geltend gemachten häuslichen Gewalt ausgestellt. 
 
T. Mit präsidialer Verfügung vom 21. Dezember 2016 wurde eine zweite Parteiverhand-
lung angeordnet, und es wurden als Auskunftspersonen zusätzlich J.____, K.____ sowie 
L.____ und M.____ geladen.  
 
U. Gestützt auf das ärztliche Zeugnis von N.____ vom 14. Februar 2017 wurde J.____ mit 
präsidialer Verfügung vom 24. März 2017 von der Teilnahme an der Parteiverhandlung vom 

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31. Mai 2017 dispensiert. Sie hat einen schriftlichen Fragenkatalog des Gerichts beantwortet, 
welcher den Verfahrensbeteiligten zugestellt wurde.  
 
V. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Beschwerdeführerin und ihr Rechtsver-
treter, der Beschwerdegegner sowie K.____, L.____ und M.____ als Auskunftspersonen teil. 
Die Parteien halten an ihren Anträgen und Begründungen fest.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g: 
 
1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-
ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regie-
rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Nach § 47 
Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den 
angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung 
oder Aufhebung hat. Als Adressatin des angefochtenen Entscheids weist die Beschwerdeführe-
rin ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf. Da auch die übrigen formellen  
Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die 
Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den 
angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prü-
fen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Ferner 
kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. 
Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 
lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Nichtverlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin und die damit einhergehende Wegwei-
sung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 
 
4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz berechtigt, wenn sie eine 
Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 
(Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer [Ausländergesetz, 
AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde ent-
scheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Ver-
träge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit 
oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völker-
rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2.3; MARC SPESCHA, in: Spescha/
Thür/Zünd/Bolzli/Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, N 1 ff. 
zu Art. 3 AuG; PETER UEBERSAX, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 
2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 
 

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4.2 Vorab kann festgehalten werden, dass zwischen der Schweiz und der Türkei keine 
staatsvertragliche Vereinbarung besteht, welche der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 
Anwesenheit in der Schweiz gewähren würde. Demnach sind, vorbehältlich anderer völker-
rechtlicher Verträge, die Bestimmungen des AuG anwendbar. 
 
4.3.1 Vorliegend steht unbestrittenermassen einzig ein Aufenthaltsanspruch gestützt auf 
einen nachehelichen Härtefall gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG im Raum (Beschwerdebegrün-
dung vom 9. Mai 2016, S. 6). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht 
der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbe-
willigung nach den Artikeln 42 und 43 weiter, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren 
Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG). Wichtige persönliche 
Gründe nach Absatz 1 Buchstabe b können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der 
Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat 
oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 
AuG). Die Aufzählung der wichtigen Gründe ist nicht abschliessend. Ein nachehelicher Härtefall 
setzt aufgrund der gesamten Umstände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das 
Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abge-
leiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (vgl. SPESCHA, a.a.O., N 7 ff. zu 
Art. 50 AuG). Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehun-
gen zur Schweiz geknüpft, lässt sich der Anspruch auf weiteren Verbleib in der Schweiz nicht 
begründen, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme bereitet 
(BGE 139 II 393 E. 6).  
 
4.3.2 Häusliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kon-
trolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf 
eines eskalierenden Streits (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_293/2017 vom 30. Mai 2017 
E. 3.1 und 2C_73/2013 vom 3. April 2014 E. 2). Dabei ist jede Form ehelicher bzw. häuslicher 
Gewalt, sei es körperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen (vgl. BGE 138 II 229 
E. 3.2), wobei die physische und psychische Zwangsausübung und deren Auswirkungen von 
einer gewissen Konstanz bzw. Intensität sein müssen. Auch psychische bzw. sozioökonomi-
sche Druckausübung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen oder Einsperren kann 
einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls relevanten Grad an unzulässiger 
Oppression erreichen. Es muss feststehen, dass die eheliche Gewalt die betroffene Person so 
stark zu belasten droht, dass ihr die Fortführung der ehelichen Gemeinschaft nicht länger zu-
gemutet werden kann. Nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen 
entsprechende Entwicklung in einer Beziehung begründet indessen bereits einen nacheheli-
chen Härtefall und ein weiteres Anwesenheitsrecht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_73/2013 
vom 3. April 2014 E. 2). Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart schwerwiegen, 
dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftigerweise 
nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe auf-
rechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden Beziehung ver-
harrt. Eine glaubhaft gemachte oppressionsbedingte Aufhebung der Hausgemeinschaft soll für 
die betroffene Person keine ausländerrechtlichen Nachteile zur Folge haben, wenn sie durch 
das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernsthaft gefährdet wäre und ihr eine Fortführung 

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der ehelichen Gemeinschaft bei objektiver Betrachtungsweise nicht mehr zugemutet werden 
kann (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2 m.w.H.). 
 
4.4 Das Vorliegen eines wichtigen persönlichen Grundes im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b 
i.V.m. Art. 50 Abs. 2 AuG ist von der betroffenen Person in geeigneter Weise glaubhaft zu ma-
chen, wobei diese eine weitreichende Mitwirkungspflicht trifft (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Als 
Beweismittel für häusliche Gewalt kommen Arztberichte, psychologische oder psychiatrische 
Gutachten, Berichte von Fachstellen wie Frauenhäusern oder Opferhilfestellen, Polizeirapporte 
oder Zeugenaussagen in Frage (Art. 77 Abs. 5, 6 und 6bis der Verordnung über Zulassung, Auf-
enthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007, vgl. Urteil des Bundesgerichts 
2C_451/2014 vom 24. Dezember 2014 E. 6.2). Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hin-
weise auf punktuelle Spannungen genügen nicht; wird häusliche Gewalt in Form psychischer 
Oppression behauptet, muss vielmehr die Systematik der Misshandlung bzw. deren zeitliches 
Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastung objektiv nachvollziehbar konkreti-
siert und beweismässig unterlegt werden. Dasselbe gilt, soweit damit verbunden geltend ge-
macht werden soll, bei einer Rückkehr erweise sich die soziale Wiedereingliederung als stark 
gefährdet. Auch hier genügen allgemeine Hinweise nicht; die befürchtete Beeinträchtigung 
muss im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.4). 
 
4.5 Im streitgegenständlichen Entscheid führte der Beschwerdegegner aus, die Beschwer-
deführerin erhebe massive Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Ehemann, indem sie geltend  
mache, sie sei von ihm mehrfach geschlagen, genötigt und beschimpft worden und Opfer  
sexueller Gewalt geworden (vgl. Regierungsratsbeschluss Nr. 0208 vom 23. Februar 2016, S. 4 
in fine). Die vorgebrachten Vorwürfe hätten Gegenstand eines ordentlichen Strafverfahrens ge-
bildet, in welchem umfassend Beweise erhoben worden seien. Das Strafverfahren habe in ei-
nem umfassenden Freispruch geendet, wobei das Verfahren betreffend mehrfache Beschimp-
fung und Tätlichkeiten zufolge Verjährung eingestellt worden sei (vgl. Regierungsratsbeschluss 
Nr. 0208 vom 23. Februar 2016, S. 5). Der Beschwerdegegner legt weiter dar, keine Anhalts-
punkte zu erkennen, welche ein Abweichen von den im Strafverfahren getroffenen Sachver-
haltsfeststellungen gebiete. Zu berücksichtigen sei allerdings, dass die erhobenen Vorwürfe im 
Verwaltungsverfahren lediglich glaubhaft gemacht werden müssten (vgl. Regierungsratsbe-
schluss Nr. 0208 vom 23. Februar 2016, S. 6). Die Beschwerdeführerin sei am 1. Januar 2012 
(im Beisein ihrer Schwester und ihres Schwagers) ins Frauenhaus in C.____ gegangen, von wo 
sie aufgrund ihres körperlichen und psychischen Zustands in die E.____ überwiesen worden 
sei. Die Hausärztin habe im Arztzeugnis vom 2. Januar 2012 bestätigt, dass die Beschwerde-
führerin Hämatome an Oberarm, Oberschenkel und Unterschenkel sowie eine leichte Schwel-
lung am Haaransatz aufgewiesen habe. Die E.____ habe eine posttraumatische Belastungsstö-
rung diagnostiziert, deren Ursache eindeutig auf das von physischer und psychischer Gewalt 
gekennzeichnete eheliche Zusammenleben zurückzuführen sei. Demgegenüber würden die 
zahlreichen Feststellungen des Strafgerichts an der geltend gemachten häuslichen Gewalt 
Zweifel aufkommen lassen: So seien zusammenfassend kaum objektive Beweise vorhanden, 
welche die Darstellungen der Beschwerdeführerin stützen würden und es sei ihr demzufolge 
nicht gelungen, die häusliche Gewalt glaubhaft zu machen (vgl. Regierungsratsbeschluss 

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Nr. 0208 vom 23. Februar 2016, S. 6 und 7). Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
erweise sich somit als angemessen und verhältnismässig.  
 
4.6 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Standpunkt, sie sei Opfer 
schwerer häuslicher Gewalt geworden. Das AfM sei auf die eingereichten Arztberichte kaum 
eingegangen, sondern habe sich darauf beschränkt, die Vorwürfe häuslicher Gewalt unter Hin-
weis auf den strafrechtlichen Freispruch zu entkräften. Sie habe eine posttraumatische Belas-
tungsstörung erlitten, befinde sich nun seit fast vier Jahren in psychiatrischer Behandlung und 
nehme täglich Psychopharmaka ein. Entgegen der Ansicht des Beschwerdegegners habe sie 
keine Gelegenheit gehabt, ihre Situation aussenstehenden Personen zu schildern, weil sie ers-
tens kein Wort deutsch gesprochen habe und zweitens die Kontakte mit der Polizei oder Ärzten 
jeweils im Beisein des Ehemannes bzw. seiner Familie stattgefunden hätten. Im Unterschied 
zum Strafverfahren, wo der volle Beweis zu erbringen sei, reiche im Verwaltungsverfahren das 
Beweismass der Glaubhaftmachung aus, weshalb nicht alleine auf die Feststellungen des 
Strafgerichts abgestellt werden dürfe. Es seien mehrere Fachpersonen zum Ergebnis gelangt, 
dass sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leide, welche auf die in der Ehe aus-
geübte häusliche Gewalt zurückzuführen sei. Die Feststellungen des Beschwerdegegners seien 
insbesondere aktenwidrig, soweit ausgeführt werde, die Beschwerdeführerin habe den Grossteil 
des ehelichen Zusammenlebens alleine mit ihrem Ehemann verbracht, welcher jedoch einer 
Arbeit nachgegangen sei und sie deshalb nicht ständig habe überwachen können (Beschwer-
debegründung vom 9. Mai 2016, S. 8). Aufgrund der erlebten häuslichen Gewalt sei ihr eine 
Fortsetzung des ehelichen Zusammenlebens nicht zuzumuten gewesen und es sei ihr daher ein 
Bleiberecht aufgrund erlebter ehelicher Gewalt einzuräumen.  
 
4.7 Das Strafgericht hat in seinem Urteil vom 3. Juni 2015 festgehalten, die Beschwerde-
führerin habe sehr weitgehende und zahlreich begangene Übergriffe seitens des Ehemannes 
und dessen Eltern geschildert, wie sie in der Gerichtspraxis in dieser Schwere selten anzutref-
fen seien. Dabei sei der Eindruck einer Tendenz zur übermässigen Belastung entstanden, was 
auf einen fehlenden Realbezug hinweisen könne. So seien bei näherer Betrachtung dieser 
Aussagen denn auch Inkonsistenzen, logische Lücken und Widersprüche zu erkennen gewe-
sen (Urteil des Strafgerichts vom 3. Juni 2015, S. 24): So hätten beispielsweise die Angaben 
zur Häufigkeit der sexuellen Übergriffe stark variiert. Dabei habe es sich angeblich um gröbste 
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung gehandelt, die mit starken Blutungen verbunden gewe-
sen und gemäss gewissen Angaben bis zu drei- bis viermal wöchentlich begangen worden  
seien. Die Beschwerdeführerin habe diese angeblichen Übergriffe jedoch in sehr pauschaler 
Weise geschildert. Zeitliche und sachliche Einordnungen sowie detaillierte Handlungsabläufe 
seien den Aussagen kaum zu entnehmen gewesen, obwohl von den behaupteten Tatzeitpunk-
ten bis zu den Befragungen kein langer Zeitraum verstrichen sei und die Erinnerung noch vor-
handen gewesen sei müsste (Urteil des Strafgerichts vom 3. Juni 2015, S. 24 in fine). Auch die 
Darstellungen der Beschwerdeführerin, wonach sie gleichsam wie eine Gefangene in der ehe-
lichen Wohnung festgehalten worden sei, seien widersprüchlich gewesen und teilweise anhand 
von Beweiserhebungen widerlegt worden (Urteil des Strafgerichts vom 3. Juni 2015, S. 25). Es 
habe genügend Möglichkeiten gegeben, Hilfe zu holen. Die Polizei sei nämlich nicht nur am 
1. Januar 2012 ausgerückt, sondern auch am 14. September 2011 wegen eines (angeblich) 

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verbalen Streites zur Wohnung der Beschwerdeführerin gefahren. Ferner habe die Beschwer-
deführerin elf Lektionen eines Deutschkurses besucht, anlässlich welchen sie sich habe ver-
ständigen und Hilfe hätte anfordern können (Urteil des Strafgerichts vom 3. Juni 2015, S. 25). 
Im Übrigen ergebe sich aus gewissen Therapieberichten sowie auch in Anbetracht ihrer Reak-
tion auf Nachfragen der Verteidigung in der Einvernahme vom 12. Juli 2012, dass die Be-
schwerdeführerin durchaus in der Lage sei, fordernd aufzutreten und von ihrem Naturell her 
keineswegs derart hilflos zu sein scheine, wie der Anklagevorwurf suggeriere (Urteil des Straf-
gerichts vom 3. Juni 2015, S. 25). Ferner habe die Beschwerdeführerin im November 2011 un-
bestrittenermassen die Möglichkeit gehabt, in die Türkei zu reisen, was sie jedoch nicht gewollt 
habe. Eine zweite Reise sei für Januar 2012 vorgesehen gewesen, welche sie ebenfalls nicht 
habe antreten wollen, was angesichts der behaupteten schweren Vorwürfe überhaupt nicht 
nachvollziehbar sei. Auch die Aussagen der ersten Ex-Ehefrau würden den Ex-Ehemann eher 
entlasten. So habe O.____ das Verhalten der Ex-Schwiegermutter ihr gegenüber zwar auch als 
sehr dominant und autoritär beschrieben – diese habe ihr namentlich verboten zu telefonieren – 
und auch den Alkoholkonsum des Ex-Ehemannes als problematisch beschrieben. Doch ver-
neinte sie, von ihrem Ex-Ehemann je in irgendeiner Form geschlagen oder beschimpft worden 
zu sein. Wenn sich der Ex-Ehemann in der ersten Ehe völlig gewaltfrei verhalten habe, erschei-
ne es unwahrscheinlich, dass er dann in der zweiten Ehe systematisch und über Monate hin-
weg Gewalt angewandt haben soll. Erfahrungsgemäss sei eine Neigung zu gewalttätigem Ver-
halten in Paarbeziehungen typischerweise in der Persönlichkeit begründet und zeige sich im 
Verlaufe der Zeit regelmässig über mehrere Paarbeziehungen hinweg (Urteil des Strafgerichts 
vom 3. Juni 2015, S. 29).  
 
4.8 Gemäss Austrittsbericht der E.____ vom 10. Februar 2014 hätten die Gespräche auf-
grund der fehlenden Deutschkenntnisse ausschliesslich mit einer Dolmetscherin stattgefunden. 
Die Beschwerdeführerin habe sich in den Gesprächen sehr instabil gezeigt, viel geweint und sei 
sehr fixiert auf den Kontakt mit ihrem Ex-Ehemann gewesen, welcher von ihm zu Beginn der 
Hospitalisation verweigert worden sei. Sie habe geschildert, dass sie darunter gelitten habe, 
dass die Schwiegereltern ihres Ex-Ehemannes in der gemeinsamen Wohnung mit ihnen gelebt 
hätten, und sie nicht alleine mit ihrem Ex-Ehemann habe zusammenwohnen können. Die Be-
schwerdeführerin habe sich jedoch zunehmend ambivalent gezeigt und vermehrt von häuslicher 
Gewalt durch ihren Ehemann und von der negativen Beeinflussung durch die Schwiegereltern 
berichtet. Im Verlauf der Therapie sei ihr Verhalten sehr undurchsichtig geworden. In den thera-
peutischen Gesprächen sei ein guter Kontakt möglich gewesen, wenn auch teilweise durch  
Affektlabilität und Rückzug erschwert. Inhaltlich sei es um die Aufarbeitung der jüngsten Ver-
gangenheit gegangen, wobei sich immer mehr das Bild eines komplexen körperlichen und psy-
chischen Missbrauchs durch den Ehemann und dessen Familie abgezeichnet habe (Austrittsbe-
richt der E.____ vom 10. Februar 2014, S. 2). Auch wenn immer wieder emotionale Einbrüche 
mit latenter Suizidalität aufgetreten seien, habe die Beschwerdeführerin Ende Jahr in eine eige-
ne Wohnung austreten und von dort aus ihre Arbeit weiterführen können (Austrittsbericht der 
E.____ vom 10. Februar 2014, S. 3).  
 
Dem Bericht von P.____, Psychotherapeutin FSP, vom 11. Januar 2016 kann entnommen wer-
den, dass sich die Beschwerdeführerin sei Februar 2012 (zunächst stationär in der E.____, an-

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schliessend ambulant) bei ihr in Behandlung befindet. Sie macht Ausführungen zur im vorlie-
genden Verfahren zum Tragen kommenden Mitwirkungspflicht, indem sie erklärt, die Be-
schwerdeführerin habe keine Möglichkeit gehabt, ihre Situation zu kommunizieren und es gebe 
auch keine psychopathologischen Gründe, die Aussagen der Beschwerdeführerin zum Aus-
mass von Gewalt und Erniedrigung in Frage zu stellen. In diesem Zusammenhang wendet sie 
sich insbesondere gegen den vom Strafgericht erwähnten allfälligen Realbezug (vgl. E. 4.7 
hiervor): Einen solchen habe sie während ihrer langen stationären Behandlung nicht feststellen 
können, vielmehr würden vorübergehende Verzerrungen zur Symptomatik von posttraumati-
schen Belastungsstörungen gehören (S. 1 f.). Eine Falschbezichtigung des Ex-Ehemannes mit 
dem Zweck, in der Schweiz bleiben zu können, sei nach ihrer Auffassung auszuschliessen (Be-
richt P.____, Psychotherapeutin FSP, vom 11. Januar 2016, S. 2).  
 
4.9 Anlässlich der ersten Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016 reichte die Be-
schwerdeführerin den Verlaufsbericht von P.____, Psychotherapeutin FSP, vom 8. Dezember 
2016 ein. Daraus ging hervor, dass sich die Beschwerdeführerin weiterhin in psychotherapeuti-
scher Behandlung befinde und sich ihr Zustand leicht stabilisiert habe, wobei ihre Stimmung 
durchgängig als leicht depressiv zu beschreiben sei (S. 1). Im Rahmen der gerichtlichen Befra-
gung konnten zahlreiche Widersprüche in den Aussagen der Beschwerdeführerin und ihres 
früheren Ehemannes festgestellt werden, weshalb das Verfahren zwecks Vornahme weiterer 
Beweisabklärungen ausgestellt wurde.  
 
An der heutigen Parteiverhandlung führt K.____ (Cousin des Ex-Ehemannes) aus, die Behaup-
tung der Beschwerdeführerin (Protokoll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, S. 8), 
wonach er sie kontrolliert habe, sei unzutreffend. Er habe im betreffenden Zeitraum gearbeitet 
und sei demzufolge nicht ständig zu Hause gewesen. Er habe auch nie einen Auftrag erhalten, 
die Beschwerdeführerin zu überwachen (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 31. Mai 
2017, S. 2). Die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach sie bei Abwesenheit des Ex-
Ehemannes aufgrund der Überwachung durch dessen Cousin keine Möglichkeit gehabt habe, 
aus der Wohnung zu fliehen, wurde somit im Rahmen der heutigen Befragung entkräftet. Was 
die Behauptung des Ex-Ehemannes betrifft, L.____ und M.____ könnten bestätigen, dass sich 
die Beschwerdeführerin frei habe bewegen können, so stellte sich bei der Befragung dieses 
Ehepaars heraus, dass kein näherer Kontakt zur Beschwerdeführerin bestand, weil M.____ 
immer gearbeitet habe (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 31. Mai 2017, S. 3 f.). Der Ex-
Ehemann behauptete anlässlich der ersten Parteiverhandlung ferner, die Beschwerdeführerin 
sei mit der Nachbarin J.____ einkaufen gegangen und habe auch anderweitig Zeit mit ihr ver-
bracht (Protokoll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, S. 9 f.), was diese im Rah-
men ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 17. März 2017 insoweit bestätigte, als sie die Be-
schwerdeführerin zweimal gesehen habe. Seither pflege sie keinen Kontakt mehr zu ihr. Auch 
nach den heutigen Befragungen der weiteren Auskunftspersonen konnte nicht erhärtet werden, 
dass die Beschwerdeführerin – entsprechend ihrer Behauptung – quasi als Gefangene ohne 
jegliche Fluchtmöglichkeit gehalten wurde, vielmehr bleiben erhebliche Zweifel hinsichtlich der 
behaupteten häuslichen Gewalt bestehen.  
 

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4.10 Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass es in der Ehe zwischen der Be-
schwerdeführerin und ihrem Ex-Ehemann zu teilweise lautstarken Streitigkeiten gekommen ist 
und in diesem Zusammenhang die Polizei gerufen werden musste (vgl. Urteil des Strafgerichts 
vom 3. Juni 2015, S. 22). Gemäss den Angaben beider Ex-Ehegatten sei ihre Ehe bereits weni-
ge Wochen nach dem Zuzug der Beschwerdeführerin in die gemeinsame Wohnung belastet 
gewesen: Nach Ansicht des Ex-Ehemannes hätten sich die ehelichen Differenzen vornehmlich 
auf Alltagsprobleme beschränkt (Protokoll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, 
S. 8). Die Beschwerdeführerin führt anlässlich der ersten Parteiverhandlung aus, die ehelichen 
Schwierigkeiten hätten angefangen, nachdem die Schwiegermutter sie in der gemeinsamen 
Wohnung besucht habe. Ferner sei es während des fünfmonatigen Zusammenlebens neben 
wiederholten Tätlichkeiten und Körperverletzungen zu massiven Übergriffen gekommen (Proto-
koll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, S. 4 und 5). Gleichzeitig erklärt sie, die 
Schwiegereltern hätten ihr im November 2011 ein Flugticket gekauft, sie habe jedoch nicht in 
die Türkei reisen wollen. Sie habe ihren Eltern unter den gegebenen Umständen nicht begeg-
nen können, weil der Ruf im Dorf sehr wichtig sei (Protokoll der Parteiverhandlung vom 
14. Dezember 2016, S. 5). Angesichts der Schwere der von der Beschwerdeführerin erhobenen 
Vorwürfe ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin ihre bereits 
gebuchte Reise in die Türkei nicht angetreten hat. Des Weiteren hat das Gericht an den Partei-
verhandlungen den Eindruck gewonnen, dass die Beschwerdeführerin durchaus fordernd auf-
treten kann (Protokoll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, S. 6). Darüber hinaus 
hat sich anlässlich der zweiten Parteiverhandlung herausgestellt, dass die Beschwerdeführerin 
ihren früheren Ehemann im Zusammenhang mit Streitigkeiten betreffend dessen Alkoholkon-
sum offenbar nicht habe in Ruhe lassen wollen und es in der Folge zu verbalen Streitigkeiten 
gekommen sei (vgl. Protokoll der Parteiverhandlung vom 31. Mai 2017, S. 6). Vor dem Hinter-
grund, dass die Beschwerdeführerin angeblich schwerste häusliche Gewalt erlebt haben soll, ist 
auch dieses Verhalten für das Gericht nicht nachvollziehbar. Die vorstehenden Ausführungen 
zeichnen gerade nicht das Bild einer hilflosen Person. Zusammenfassend wirkte das von der 
Beschwerdeführerin beschriebene angebliche Martyrium in der Ehe deshalb nicht glaubhaft.  
 
Wie bereits das Strafgericht festgehalten hat, erscheint es angesichts der im Raum stehenden 
Vorwürfe auch nicht glaubhaft, dass sich die Beschwerdeführerin an keine zeitlichen oder sach-
lichen Einordnungen mehr erinnern könne. Die diesbezüglichen Schilderungen seitens der Be-
schwerdeführerin an der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016 waren widersprüchlich 
und teilweise nur schwer fassbar (Protokoll der Parteiverhandlung vom 14. Dezember 2016, 
S. 5 und 6). D.____, Fachärztin Allgemeine Medizin FMH, stellte in ihrem Bericht vom 2. Januar 
2012 zwar fest, dass die Beschwerdeführerin ein Hämatom am Oberarm, zwei am Ober- und 
Unterschenkel sowie eine leichte Schwellung am Haaransatz aufwies. Hinweise für eine tiefere 
Verletzung der Gelenke oder der inneren Organe hätten aber nicht bestanden. In diesem Zu-
sammenhang ist wiederum mit dem Strafgericht festzuhalten, dass es wenig plausibel er-
scheint, dass keine schwereren Verletzungen festgestellt wurden, wenn die Beschwerdeführerin 
doch behauptet, bis zum Schluss Opfer schwerster körperlicher Übergriffe gewesen zu sein. 
Weiter kann festgestellt werden, dass sämtliche Arztberichte ausschliesslich auf den Schilde-
rungen der Beschwerdeführerin beruhen und keine eigenen (ärztlichen) Feststellungen über die 
behauptete häusliche Gewalt enthalten. Die im Rahmen des strafrechtlichen Verfahrens getätig-

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ten Aussagen der ersten Ex-Ehefrau zeigten zwar auf, dass gewisse Kongruenzen zwischen 
den Darstellungen der ersten und der zweiten Ex-Ehefrau bestehen (etwa Verbot zu telefonie-
ren und Dominanz der Schwiegermutter). Die erste Ex-Ehefrau habe jedoch gemäss ihrer eige-
nen Aussage keine Gewalt in der Ehe erlebt (Urteil des Strafgerichts vom 3. Juni 2015, S. 19 f.). 
Es darf daher mit dem Strafgericht angenommen werden, dass es unwahrscheinlich ist, dass 
der Ex-Ehemann in seiner zweiten Ehe systematisch und derart gravierend Gewalt ausgeübt 
hat. Aufgrund des Hergangs der Ereignisse ist vielmehr davon auszugehen, dass die Ehe 
schon nach wenigen Wochen in der Schweiz in eine Krise geraten und das Funktionieren der 
Ehe letztlich an diesen Konflikten, welche sich offenbar aufgrund der Präsenz und Dominanz 
der Eltern des Ex-Ehemannes zuspitzten, gescheitert ist. Zusammenfassend sind jedoch keine 
objektivierten Hinweise ersichtlich, welche auf eine häusliche Gewalt schliessen lassen. Viel-
mehr basieren die diesbezüglichen Behauptungen allesamt auf den nicht belegten Aussagen 
der Beschwerdeführerin. Diese vermögen nicht die Intensität im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b 
AuG zu erreichen. Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner einen 
Anspruch der Beschwerdeführerin auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung verneint hat.  
 
5. Demnach bleibt zu prüfen, ob die soziale Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin 
bei einer Rückkehr in die Türkei stark gefährdet wäre. Dabei ist massgebend, ob die persön-
liche, berufliche und familiäre Eingliederung der betroffenen ausländischen Person bei einer 
Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte, und nicht, ob ein Leben in der 
Schweiz einfacher wäre und – aus welchen Gründen auch immer – vorgezogen würde. Wie 
bereits ausgeführt, setzt ein persönlicher, nachehelicher Härtefall aufgrund der gesamten Um-
stände eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben voraus, 
die mit der Lebenssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung 
verbunden sein muss (vgl. BGE 139 II 393 E. 6). Hat der Aufenthalt der ausländischen Person 
nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt 
sich der Anspruch auf einen weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im 
Herkunftsland keine besonderen Probleme bereitet (BGE 138 II 229 E. 3.1). Vorliegend ist nicht 
ersichtlich, und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht, dass ihre Wie-
dereingliederung im Herkunftsstaat im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG i.v.m. Art. 50 Abs. 2 
AuG stark gefährdet sei (vgl. E. 7.3 hiernach). Die Beschwerdeführerin verfügt demnach über 
keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.  
 
6. Eine Verlängerung oder Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung liegt somit im 
Ermessen der Behörden, wobei dieses pflichtgemäss auszuüben ist (Art. 33 Abs. 3 AuG, vgl. 
ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländer-
recht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellung von Ausländerinnen und Ausländern in 
der Schweiz, Basel 2009, N 8.44). Die Vorinstanzen haben dabei die öffentlichen Interessen an 
einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung den dadurch beeinträchtigten privaten  
Interessen der Beschwerdeführerin gegenüberzustellen sowie auch den Grad der Integration im 
Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung zu prüfen. Im angefochtenen Entscheid des 
Beschwerdegegners wurden die massgeblichen Kriterien unter Berücksichtigung sämtlicher 
Umstände des Einzelfalles geprüft, und der Entscheid wurde nachvollziehbar begründet. Eine 
rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich und wird 

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von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. Eine weitergehende inhaltliche An-
gemessenheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl. E. 2). Es ist demzufolge 
nicht zu beanstanden, dass es der Beschwerdegegner abgelehnt hat, der Beschwerdeführerin 
die Aufenthaltsbewilligung ermessensweise zu verlängern. 
 
7.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine 
umfassende Güterabwägung verhältnismässig erscheinen (Art. 96 AuG; BGE 139 I 16 E. 2.2.1; 
BENJAMIN SCHINDLER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Auslände-
rinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 10 ff. zu Art. 96 AuG). Dabei sind alle Umstände des 
Einzelfalls zu berücksichtigen und die öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegen-
einander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz 
über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, N 3 zu Art. 51 AuG). Verlangt ist insofern 
eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten Interessen an der Erteilung der Bewilli-
gung und der öffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne 
überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit 
Hinweisen). 
 
7.2.1 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grundsätzlich das Durchsetzen der 
Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des 
EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechtigung eine restriktive Politik. Eine sol-
che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer 
und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die 
Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausländer und die Verbesserung der Ar-
beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 137 I 247 
E. 4.2.1; BGE 135 I 153 E. 2.2.1).  
 
7.2.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili-
chen Ziele eine geeignete Massnahme ist. Ausländer, deren Aufenthaltszweck weggefallen ist, 
haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Dieses fremdenpolizeiliche Ziel 
kann im vorliegenden Fall auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht 
werden. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung erweisen sich auch 
als erforderlich, um das öffentliche Interesse durchzusetzen.  
 
7.3 Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen der Beschwerdeführerin 
gegenüberzustellen. Entscheidend ist stets das Gesamtbild eines jeden Einzelfalles, welches 
anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriterien zu beurteilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). 
Die Beschwerdeführerin ist erst im Alter von knapp 24 Jahren in die Schweiz gekommen und 
wurde in ihrer Heimat sozialisiert; sie hat dort ihre persönlichkeitsprägenden Jugendjahre ver-
bracht. Zwischenzeitlich lebt sie seit mehr als fünf Jahren in der Schweiz, was nicht massge-
blich zu ihren Gunsten ins Gewicht fallen kann. In der Schweiz wohnen lediglich weit entfernte 
Verwandte, zu denen offenbar kein Kontakt besteht. Die Beschwerdeführerin hat verschiedene 
Deutschkurse besucht. Von 2012 bis Mitte 2014 bezog sie Sozialhilfe. Seither arbeitete sie und 
seit dem 1. Januar 2016 verfügt sie über eine unbefristete Anstellung als Produktionsassistentin 

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(Arbeitsvertrag G.____ AG vom 18. Dezember 2015). Auch wenn ihre beruflichen Anstrengun-
gen positiv zu beurteilen sind, ist dennoch zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin keine 
besonders qualifizierte Tätigkeit ausübt, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht 
eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Hinsichtlich der Zumutbarkeit 
einer Rückkehr in die Türkei ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin keine über-
durchschnittlichen Schwierigkeiten zu gewärtigen haben wird. Mit den dortigen Verhältnissen ist 
sie bestens vertraut. Sie ist dort geboren und aufgewachsen. Die Primarschule bis zur Oberstu-
fe hat sie gemäss eigener Angabe in ihrem Heimatdorf und zwei Jahre Studium an der Universi-
tät in Q.____ absolviert. Sie verfügt über eine abgeschlossene Ausbildung als Buchhalterin und 
war vor ihrer Einreise in die Schweiz als solche bei einem Immobilienmakler in der Türkei ange-
stellt. Zudem leben die Eltern und ein Bruder im Heimatland, welche sie bei ihrer Rückkehr un-
terstützen könnten. Muss die Beschwerdeführerin die Schweiz verlassen, wird auch die aktuelle 
psychotherapeutische Therapie abgebrochen. Eine solche könnte sie jedoch in ihrem Heimat-
land weiterführen (Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH-Länderanalyse], 
Türkei: Pflegebetreuung und psychiatrische Behandlungen vom 28. November 2013) und somit 
besteht eine hinreichende medizinische Versorgung im Heimatland der Beschwerdeführerin. 
Demzufolge ist eine Rückkehr der heute knapp 30 Jahre alten und kinderlosen Beschwerdefüh-
rerin zumutbar und der streitgegenständliche Entscheid erweist sich demzufolge als verhältnis-
mässig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.  
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs-
gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen 
die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel 
der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend sind die Verfah-
renskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 2'500.-- der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzu-
erlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. 
Demzufolge hat die Beschwerdeführerin restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'100.-- 
zu bezahlen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen.  
 
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'500.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Die Beschwerdeführerin hat dem-
zufolge restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'100.-- zu bezah-
len.  

   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Gegen diesen Entscheid wurde am 14. September 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver-
fahrensnummer 2C_771/2017) erhoben.