# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4162de70-f97d-5bae-84e1-69db2d77abb4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.06.2016 UV 2014/75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2014-75_2016-06-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2014/75

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.06.2016

Entscheiddatum: 07.06.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 07.06.2016
Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Das Dahinfallen einer (teilweisen) Unfallkausalität 
lässt sich anhand der vorliegenden medizinischen Aktenlage nicht mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen. 
Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren 
medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2016, UV 2014/75).Entscheid vom 7. Juni 2016

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2014/75

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ AG angestellt und dadurch 

bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert (vgl. dazu Suva-act. 14/2), als er am 20. April 2000 in C.___ eine 

Treppe hinunterstürzte und sich an der linken Schulter verletzte. Am 30. Mai 2001 fand 

eine Untersuchung durch Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___, Spezialarzt FMH für 

orthopädische Chirurgie, statt (Suva-act. 1, 10). Aus dem gleichentags erstellten 

Untersuchungsbericht geht hervor, dass beim Versicherten nach der bei seiner 

Rückkehr erfolgten Konsultation seines Hausarztes Dr. med. E.___, Spezialarzt FMH, 

bei Verdacht auf ein Schulter-Impingement und zum Ausschluss einer 

Rotatorenmanschettenläsion am 15. Mai 2000 eine MRI-Untersuchung des 

Acromioclavicular(AC-)gelenks im Röntgeninstitut Dr. med. F.___ durchgeführt worden 

war und sich dabei eine spongiöse ausgedehnte Frakturierung des Tuberculum majus 

ohne Dislokation, der Verdacht auf eine nicht ganz durchgreifende Läsion der 

Supraspinatussehne ansatznah sowie eine leichte hypertrophierende AC-Arthrose 

ergeben hatte. Die Tuberculum majus-Frakturierung war offensichtlich konservativ 

behandelt worden. Dr. D.___ diagnostizierte in seinem  Untersuchungsbericht vom 30. 

Mai 2001 eine Impingement-Problematik der Schulter links sowie einen Status nach 

Sturz am 20. April 2000 und stellte fest, dass der Versicherte seit dem Unfall 

anhaltende Beschwerden habe, die, wenn auch nicht gravierend, doch in letzter Zeit 

eher zugenommen hätten (Suva-act. 1). Am 28. Dezember 2001 führte Dr. med. G.___, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

FMH, beim Versicherten eine Arthroskopie mit Bursektomie und subacromialer 

Dekompression durch. Die Supra- und Infraspinatussehne hatte sich dabei unauffällig 

gezeigt (Suva-act. 3, 10). Am 14. Oktober 2002 berichtete Dr. G.___ über eine immer 

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wiederkehrende Schmerzsymptomatik (Bericht nicht bei den Akten, vgl. Suva-act. 10), 

worauf im Herbst 2002 und Frühjahr 2003 durch ihn sowie die Ärzte der Klinik für 

orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen subacromiale Infiltrationen 

durchgeführt wurden, welche jedoch keine nachhaltige Besserung brachten (vgl. Suva-

act. 5 ff., 10).

A.b     Am 18. August 2003 erfolgten die kreisärztliche Abschlussuntersuchung sowie 

eine Beurteilung des Integritätsschadens durch Dr. D.___. Dieser erhob beim 

Versicherten den Befund residueller Beschwerden in der linken Schulter bei Status 

nach Bursektomie und subacromialer Dekompression, Status nach spongiöser 

ausgedehnter Frakturierung des Tuberculum majus ohne Dislokation sowie Status nach 

Treppensturz vom 20. April 2000 und schätzte gestützt darauf den Integritätsschaden 

im Sinne einer residuellen Impingementproblematik in Analogie zu einer Arthrose 

mässigen Grades auf 5% (Suva-act. 9 f.). Basierend auf diesem Wert sprach die Suva 

dem Versicherten mit Verfügung vom 26. August 2003 eine Integritätsentschädigung in 

der Höhe von Fr. 5‘340.-- zu (Suva-act. 11).

A.c      Am 20. Mai 2008 reichte Dr. med. H.___, Spezialarzt Orthopädische Chirurgie 

FMH, Sportmedizin (SGSM), der Suva ein Arztzeugnis UVG für Rückfall ein, in welchem 

eine Behandlung vom 28. April 2008, als Angaben des Versicherten zunehmende 

Schulterschmerzen links, als Folge eines Unfalls ein Status nach partieller 

Rotatorenmanschettenläsion links 2000 sowie die Diagnosen 

Rotatorenmanschettenläsion und Impingement der linken Schulter festgehalten waren 

(Suva-act. 14). Am 23. Mai 2008 wurde die überwiegend wahrscheinliche Kausalität 

des gemeldeten Rückfalls zum Unfall vom 20. April 2000 kreisärztlich bejaht (Suva-act. 

15).

A.d     Am 19. August 2011 berichtete Dr. H.___, dass die Schmerzen des Versicherten 

in der linken Schulter im Verlauf der Zeit zugenommen hätten. Er verwies auf ein aus 

C.___ mitgebrachtes MRI-Bild der linken Schulter, welches qualitativ und von der 

Schnittführung ungenügend sei. Man erkenne eine AC-Gelenkarthrose mit 

Impingement und höchstwahrscheinlich eine komplette Supraspinatussehnenruptur mit 

einem Defekt von ca. 6 cm. Dr. H.___ stellte die Diagnosen eines Verdachts auf eine 

komplette Ruptur der Supraspinatussehne, eines Impingements bei AC-Gelenkarthrose 

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sowie eines Zustands nach arthroskopischer subacromialer Dekompression 12/01 

(Suva-act. 16). Am 27. März 2012 erfolgte erneut die kreisärztliche Bejahung einer 

Rückfallkausalität durch Dr. med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates FMH (Suva-act. 19; vgl. dazu auch Suva-act. 

20 ff.).

A.e      Am 5. Juni 2012 führte Dr. med. J.___, Facharzt für medizinische Radiologie 

FMH, beim Versicherten eine MRI-Untersuchung der linken Schulter durch, wobei sich 

keine durchgehende Rotatorenmanschettenläsion nachweisen liess (Suva-act. 23). Am 

25. September 2012 folgte eine arthroskopische Bursektomie und Acromioplastik 

durch Dr. H.___. Die Rotatorenmanschette wurde im Operationsbericht vom 26. 

September 2012 als intakt beschrieben (Suva-act. 35). Am 7. Februar sowie 6. März 

2013 erstellte Dr. H.___ ärztliche Zwischenberichte (Suva-act. 39, 42).

A.f       Während der Versicherte der Suva am 2. Mai 2013 berichtet hatte, dass sich 

sein Zustand ein wenig gebessert habe, jedoch nach wie vor eine Einschränkung 

vorhanden sei (Suva-act. 45), meldete er am 24. September 2013 eine erneute 

Zustandsverschlechterung (Suva-act. 46). Am 4. Oktober 2013 unterzog sich der 

Versicherte einer weiteren MRI-Untersuchung bei Dr. med. K.___, Facharzt für 

Radiologie, Spital L.___, der anlässlich der Befundung vom 16. Oktober 2013 einen 

kompletten Riss der Supraspinatus- und der Infraspinatussehne ausmachte (Suva-act. 

48).

A.g     Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung von med. pract. M.___ vom 29. 

November 2013 (Suva-act. 49) eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 

10. Dezember 2013, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr 

unfallbedingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur seien. Der Zustand, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden habe (Status quo ante), sei gemäss 

kreisärztlicher Beurteilung wieder erreicht. Was die Unfallfolgen betreffe, müsse der 

Schadenfall sofort abgeschlossen und ein Anspruch auf weitere 

Versicherungsleistungen abgelehnt werden. Die bisherigen Versicherungsleistungen 

(Heilkosten) würden auf diesen Zeitpunkt eingestellt (Suva-act. 50).

B.         

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B.a      Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 17. Dezember 2013 

Einsprache (Suva-act. 51).

B.b     Am 6. August 2014 legte die Suva den Schadenfall nochmals ihrem Kreisarzt Dr. 

I.___ zur Beantwortung der Frage vor, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine 

Unfallfolgen mehr gegeben seien (Suva-act. 54). Dr. I.___ reichte am 7. August 2014 

seine Beurteilung ein (Suva-act. 55).

B.c      Mit Einspracheentscheid vom 21. August 2014 hielt die Suva an ihrer 

Auffassung, dass am 10. Dezember 2013 keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten 

und folglich kein Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen der Suva mehr 

bestehe, fest und wies die Einsprache ab (Suva-act. 56).

C.         

C.a      Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, St. Gallen, am 1. 

Oktober 2014 Beschwerde mit den folgenden Anträgen: Der Entscheid vom 21. August 

2014 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien in Abänderung der Verfügung 

vom

10. Dezember 2013 weiterhin die bisher erbrachten Versicherungsleistungen zu 

gewähren. Eventualiter sei ein Obergutachten anzuordnen, um die Ursache des am 16. 

Oktober 2013 diagnostizierten Risses der Sehne des Beschwerdeführers 

rechtsgenügend festzustellen. Dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Frist zur 

ergänzenden, einlässlichen Begründung einzuräumen. Dem Beschwerdeführer sei die 

unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in Person des unterzeichneten 

Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Prozessvertreter beizustellen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b     Am 5. November 2014 zog der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zurück und sah von einer 

Beschwerdeergänzung ab (act. G 4).

C.c      In der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2014 beantragte die Suva (nach­

folgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).

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C.d     Mit Replik vom 2. März 2015 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinem Hauptantrag betreffend Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 

und weiterer Ausrichtung von Versicherungsleistungen über den 10. Dezember 2013 

hinaus sowie am Eventualantrag bezüglich Anordnung eines Obergutachtens fest (act. 

G 10).

C.e      Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 

11).

C.f       Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen 

in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1.        

Streitig und zu prüfen ist, ob die beim Beschwerdeführer über den 10. Dezember 2013 

(Datum des Verfügungserlasses bzw. der Leistungseinstellung) hinaus anhaltenden 

Schulterbeschwerden links und damit insbesondere die bei ihm am 4. Oktober 2014 

radiologisch mit MRI erhobene komplette Supra- und Infraspinatussehnenruptur links 

(Suva-act. 48) auf den Unfall vom 20. April 2000 zurückzuführen sind und 

infolgedessen ein Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere 

Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin besteht.

2.          

2.1      Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre 

Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

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Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). 

Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen 

Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 

3a). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70 

Rz. 58 f.).

2.2      Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, welche 

besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von Art. 22 UVG darstellen (vgl. 

BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem 

Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. 

vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 

möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen 

dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit 

organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen folglich begrifflich 

an ein bestehendes Unfallereignis an. Dementsprechend können sie eine 

Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen 

den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall 

erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).

2.3      Ist die Unfallkausalität des Rückfalls einmal mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, so entfällt eine Leistungspflicht des Unfallversicherers erst 

dann, wenn der Rückfall nicht mehr eine natürliche und adäquate Ursache des 

Grundfalls darstellt, d.h. wenn die rückfallmässig gemeldeten Beschwerden nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

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oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Im Rahmen der Prüfung des 

Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für die Bejahung des 

fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche 

gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 

UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und 

Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur 

teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des 

Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das 

Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen 

bewirkt worden ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar 2003, 

U 287/02, E. 4.4). Da es sich beim Dahinfallen der Unfallkausalität um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, 

ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 

beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2  

mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b). Selbstverständlich greift die genannte 

Beweisregel erst dann Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das 

Gericht dem Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es 

sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je 

mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).

2.4      Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

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gestatten. Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht bisweilen auf Angaben 

ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen (BGE 129 V 181 E. 3.1; PVG 1984 Nr. 

82, 174; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen Herkunft noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten. Den Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann 

rechtsprechungsgemäss gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 

ff.).

3.        

3.1      Die beim Unfall direkt erlittene Verletzung, welche durch die Unfalldiagnose 

beschrieben wird, bildet grundsätzlich den massgebenden Ausgangspunkt für die 

Beurteilung traumatischer Folgeschäden. Für die Annahme unfallkausaler somatischer 

Restfolgen wird im Regelfall eine ursprünglich erlittene, schlecht verheilte strukturelle 

Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die 

reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des 

Patienten unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-

strukturellen Unfallfolgen gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - 

wissenschaftlich anerkannten (BGE 134 V 231) - apparativen/bildgebenden 

Abklärungen (MRI, CT, Röntgen, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 

9, 117 V 359 E. 5d/aa; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, 

E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Angesichts des 

Gesagten gilt es im Zusammenhang mit der Kausalitätsfrage insbesondere auch einen 

Blick auf den Grundfall zu werfen.

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3.2      Der Beschwerdeführer erlitt am 20. April 2000 unbestrittenermassen einen Unfall 

mit Sturz auf die linke Schulter, wobei er sich laut Ergebnis einer MRI-Untersuchung 

des linken Schultergelenks vom 15. Mai 2000 eine Fraktur des Tuberculum majus ohne 

Dislokation zuzog. Bezüglich einer Rotatorenmanschetten- bzw. 

Supraspinatussehnenläsion wurde gestützt auf die MRI-Bildgebung lediglich eine 

Verdachtsdiagnose gestellt. Zur Darstellung kam ausserdem ein degenerativer 

Vorzustand bzw. eine initiale Sekundärveränderung in Form einer leicht 

hypertrophierenden AC-Gelenkarthrose (Suva-act. 1). Beim Beschwerdeführer kam es 

zu ärztlichen Behandlungen, begleitet von einer Physiotherapie, und zu 

Arbeitsunfähigkeiten. Ab dem 26. Juni 2000 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit 

und im Juli 2000 wurden auch die ärztliche Behandlung und die Physiotherapie 

abgeschlossen. Am 28. Dezember 2001 führte Dr. G.___ beim Beschwerdeführer 

arthroskopisch eine Bursektomie und subacromiale Dekompression durch, wobei sich 

die Supra- und Infraspinatussehne unauffällig zeigte. Der Operation folgten erneut 

Arbeitsunfähigkeiten, ärztliche Nachkontrollen sowie eine Physiotherapie (Suva-act. 3, 

10). Die Beschwerdegegnerin anerkannte im Rahmen des gesamten dargelegten 

Grundfalls ihre Leistungspflicht. Sie kam für die Kosten der diesbezüglichen 

Heilbehandlungen auf und richtete für die entsprechenden Arbeitsunfähigkeiten 

Taggelder aus. Mit Verfügung vom 26. August 2003 sprach sie dem Beschwerdeführer 

eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 5% zu (vgl. 

dazu Art. 24 UVG). Sie stützte sich dabei auf den von Kreisarzt Dr. D.___ anlässlich der 

Abschlussuntersuchung vom 18. August 2003 erhobenen Befund residueller 

Beschwerden in der linken Schulter bei Status nach Bursektomie und subacromialer 

Dekompression, Status nach spongiöser, ausgedehnter Frakturierung des Tuberculum 

majus ohne Dis-lokation sowie Status nach Treppensturz vom 20. April 2000, den Dr. 

D.___ im Sinne einer residuellen Impingementproblematik sah und diese wiederum in 

Analogie zu einer Arthrose mässigen Grades setzte (Suva-act. 9 ff.), die gemäss 

Feinrastertabelle der Suva Nr. 5.2 mit 5% bewertet wird. Angesichts des dargelegten 

Sachverhalts ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen des 

Grundfalls von dauernden und erheblichen Unfallrestfolgen im Sinne einer residuellen 

Impingementproblematik ausging.

4.          

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4.1      Nach Abschluss des Grundfalls kam es im Frühjahr 2008 zu einem ersten 

Rückfall. Der Beschwerdeführer litt unter zunehmenden Schulterschmerzen links und 

begab sich deswegen erstmals am 28. April 2008 bei Dr. H.___ in ärztliche Behandlung. 

Dieser hielt als Unfallfolge einen Status nach partieller Rotatorenmanschettenläsion 

links 2000 fest und diagnostizierte gestützt auf verschiedene 

Rotatorenmanschettentests sowie Tests zur Bestätigung eines Impingement-Syndroms 

(Schürzengriff, Painful arc, Hawkins-Test) eine Rotatorenmanschettenläsion und ein 

Impingement der linken Schulter. Dr. H.___ schlug eine Operation vor (Suva-act. 14). 

Die Beschwerdegegnerin bzw. deren kreisärztlicher Dienst prüfte die Rückfallkausalität 

zum Unfall vom 20. April 2000 und bejahte diese am 23. Mai 2008 (Suva-act. 15).

4.2      Am 19. August 2011 berichtete Dr. H.___ über eine Zunahme der 

Schulterschmerzen links beim Beschwerdeführer mit häufiger Analgetikaeinnahme. 

Nach Durchführung verschiedener Rotatorenmanschettentests, deren Befunde 

teilweise auffällig gewesen waren, stellte er nun wieder bloss eine Verdachtsdiagnose 

auf eine komplette Ruptur der Supraspinatussehne, die er auf ein qualitativ 

ungenügendes, in Italien erstelltes MRI-Bild der linken Schulter stützte. Weiter 

diagnostizierte Dr. H.___ ein Impingement bei AC-Gelenkarthrose links sowie einen 

Zustand nach arthroskopischer subacromialer Dekompression 12/01. Er hielt fest, dass 

nach erfolgloser konservativer Behandlung bei entsprechendem Leidensdruck nur die 

chirurgische Revision bleibe. Vorgängig müsse jedoch nochmals ein MRI angefertigt 

werden (Suva-act. 16). Am 27. März 2012 bejahte Dr. I.___ auch dieses Mal eine 

Rückfallkausalität zum Unfall vom 20. April 2000 (Suva-act. 19), worauf die 

Beschwerdegegnerin Versicherungsleistungen für einen weiteren Rückfall erbrachte 

(Suva-act. 20 ff.).

4.3      Am 5. Juni 2012 erfolgte die MRI-Untersuchung durch Dr. J.___. Sie zeigte eine 

Verschmälerung des Subacromialraums mit Supraspinatussehnen-Impingement, eine 

etwas degenerierte, auf 3 cm Länge ausgedünnte und wenig entzündlich aktivierte 

Supraspinatussehne, eine leichtgradige fettreiche Atrophie des Supraspinatusmuskels, 

eine mässiggradige etwas entzündlich aktivierte AC-Gelenkarthrose, eine 

Chrondropathie glenohumeral Grad I sowie eine diskrete Bursitis subacromialis. Eine 

durchgehende Rotatorenmanschettenläsion wurde nicht festgestellt (Suva-act. 23). 

Gestützt auf dieses radiologische Untersuchungsergebnis bzw. die Diagnose eines 

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Impingements der linken Schulter bei mässiger AC-Gelenkarthrose und Bursitis 

subacromialis führte Dr. H.___ am 25. September 2012 eine arthroskopische 

Bursektomie und Acromioplastik durch. Seine Verdachtsdiagnose vom 19. August 

2011 liess sich nicht bestätigen, d.h. die Arthroskopie brachte eine intakte 

Rotatorenmanschette zur Darstellung (Suva-act. 35). Die Nachkontrollen durch Dr. 

H.___ vom Februar und März 2013 zeigten einen Schürzengriff von -15 bzw. -12 cm 

links, einen Painful arc bei 60 bzw. 90 Grad, dolente 

Rotatorenmanschettenkomponenten bzw. einen dolenten horizontalen Bogen und 

Hawkinstest (Suva-act. 39, 42).

4.4      Am 24. September 2013 teilte der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 

mit, dass sich sein Zustand erneut verschlechtert habe (Suva-act. 46). Eine neue, in 

C.___ durch Dr. K.___ durchgeführte MRI-Untersuchung vom 4. Oktober 2013 ergab 

einen kompletten Riss bzw. eine Läsion der Supra- und Infraspinatussehne. Weiter 

zeigten sich arthrotische Veränderungen im AC-Gelenk, die im Bericht vom 16. Oktober 

2013 als Ursache des subacromialen Impingements bezeichnet wurden. Ergüsse in der 

Bursa subacromialis-subdeltoidea waren keine erkennbar (Suva-act. 48).

5.        

Gemäss den in den Erwägungen 3 und 4 dargelegten medizinischen Akten ist - in 

Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin - festzustellen, dass beim 

Beschwerdeführer eine (komplette) Rotatorenmanschettenruptur, konkret der Supra- 

und Infraspinatussehne, erst mit dem MRI vom 4. Oktober 2013 eindeutig erhoben 

wurde (Suva-act. 48). Zuvor, d.h. insbesondere auch im Rahmen des Grundfalls, war 

eine Rotatorenmanschettenläsion wiederholt nur als Verdachtsdiagnose gestellt 

worden (vgl. Suva-act. 1, 16), die sich aber letztlich mit apparativer Diagnostik nicht 

objektivieren liess (vgl. Suva-act. 10, 23, 35). Nach dem Gesagten kann 

zusammenfassend Folgendes festgehalten werden: Es lässt sich nicht überwiegend 

wahrscheinlich nachweisen, dass der Beschwerdeführer direkt beim Unfall vom 20. 

April 2000 eine strukturelle Verletzung in Form einer Rotatorenmanschettenläsion 

erlitten hatte.

6.        

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Im Folgenden stellt sich die Frage, ob damit eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin für eine Behandlung der am 4. Oktober 2013 erhobenen 

kompletten Risse von Supra- und Infraspinatussehne bereits ausser Betracht fällt. Wie 

erwähnt, stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 10. Dezember 2013 

(Datum des Verfügungserlasses; Suva-act. 50) ein. Eine (operative) Behandlung der 

Rotatorenmanschettenrupturen ist bis zu diesem Zeitpunkt in den Akten nicht 

dokumentiert.

6.1      Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Leistungseinstellung auf die Beurteilungen 

von med. pract. M.___ und Dr. I.___ vom 29. November 2013 bzw. 7. August 2014 

(Suva

act. 49, 55). Der Umstand, dass die beiden Kreisärzte diese Beurteilungen aufgrund der 

Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht haben, steht 

ihrem Beweiswert grundsätzlich nicht entgegen. Für die Beweistauglichkeit 

entscheidend ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen 

vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 E. 5b). Med. pract. M.___ und Dr. I.___ verneinen 

eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität der fraglichen Sehnenrisse. Sie 

gehen davon aus, dass diese aufgrund der fortschreitenden Degeneration ohne 

erneutes Unfallereignis aufgetreten und damit als krankheitsbedingt anzusehen seien. 

Zur Begründung führen sie an, dass im Operationsbericht von Dr. H.___ vom 25. 

(richtig: 26.) September 2012 (vgl. Suva-act. 35) eine intakte Rotatorenmanschette bzw. 

bis zum fraglichen Operationsbericht keine Läsion der Rotatorenmanschette 

beschrieben werde. Die im MRI vom 4. Oktober 2013 sichtbar gewordene komplette 

Ruptur der Supra- und Infraspinatussehne könne daher erst in der Zeit zwischen 

Operation und erstelltem MRI eingetreten sein. Im früheren MRI vom 5. Juni 2012 (vgl. 

Suva-act. 23) werde eine degenerative Veränderung der Supraspinatussehne und des 

Muskels erwähnt, der Infraspinatus werde als intakt beschrieben. Nachfolgend gilt es 

zu prüfen, ob auf diese Beurteilungen abgestellt werden kann.

6.2     

6.2.1  Unbestritten ist, dass eine Rotatorenmanschettenruptur grundsätzlich rein 

traumatisch bedingt sein kann und damit als primäre unfallkausale gesundheitliche 

Störung aufzutreten vermag. Die von med. pract. M.___ und Dr. I.___ angeführten und 

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nicht in Frage zu stellenden Fakten des konkreten Falls lassen jedoch, wie in Erwägung 

5 dargelegt, eine beim Unfall vom 20. April 2000 erlittene 

Rotatorenmanschettenrupturen ausser Betracht fallen. Ebenfalls unbestritten ist, dass 

der Beschwerdeführer nach dem Unfallereignis vom 20. April 2000 keinen weiteren 

Unfall erlitten hat, bei welchem er sich eine Rotatorenmanschettenruptur hätte zuziehen 

können. Insofern kann den Ausführungen der Suva-Kreisärzte ohne Weiteres gefolgt 

werden. Eine Rotatorenmanschettenruptur stellt laut medizinischer Literatur denn auch 

häufiger eine degenerative Gesundheitsschädigung dar (vgl. Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 1870, 1939 unter „Sehnenruptur“; Roche 

Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1681 unter „Sehnenriss“; Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 628, 725, 728). 

Eine Gesundheitsschädigung kann jedoch indirekt durch ein Trauma entstanden sein 

und damit eine Begleiterscheinung oder Spätfolge eines solchen darstellen. In dieser 

Form gilt sie in der Regel in ihrer ganzen Entwicklung als (teilweise) unfallkausal und 

damit als Unfallrestfolge. Ausgenommen ist der Fall, bei dem ein prätraumatischer 

Vorzustand vorlag, bezüglich dem nun von einem Status quo sine ausgegangen 

werden muss (vgl. Erwägung 2.3).  

6.2.2  In den medizinischen Akten erscheint wiederholt die Diagnose eines 

Impingements, welche eine schmerzhafte Funktionseinschränkung der 

Gelenkbeweglichkeit beinhaltet, jedoch noch keine konkrete pathologisch-anatomische 

Gesundheitsstörung definiert. Die durch ein Impingement begründete Einschränkung 

der Beweglichkeit im Bereich des Schultergelenks kann gemäss medizinischer Literatur 

verschiedene Ursachen haben; insbesondere degenerative Prozesse in Form einer 

Bursitis oder AC-Gelenkarthrose, aber auch Verletzungen im Bereich der 

Rotatorenmanschette, Schleimbeutel, Knorpel und Knochen (vgl. dazu Debrunner, 

a.a.O., S. 727 ff.; Pschyrembel, a.a.O., S. 1005; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 915). 

Ein Impingementmechanismus fördert seinerseits aber auch wieder die Schädigung der 

Rotatorenmanschette, indem diese durch die Einengung unter dem Schulterdach 

gereizt bzw. durch Reibung mechanisch ausgefranst wird (Debrunner, a.a.O., S. 728; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 1005; https://www.schulthess-klinik.ch/de/fachbereiche/

medizinische-zentren/schulterchirurgie-ellbogenchirurgie/fachin

formationen/impingement-syndrom/,http://gelenk-doktor.de/schulter-gelenk/

schulterschm

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erzen-ruptur-der-rotatorenmanschette-der-schulter, http://www.schulter-zentrum.de/

supra

spinatus-sehne.html, http://orthopaedie-unfallchirurgie.universimed.com/artikel/die-

rotato

renmanschettenruptur-verletzung-oder-schaden, alle abgerufen am 1. Juni 2016)

6.3     

6.3.1  Angesichts der Darlegungen in Erwägung 6.2, insbesondere den 

Zusammenhängen zwischen traumatischen Verletzungen und degenerativen 

Gesundheitsschäden, stellt sich die Frage, ob der alleinige Umstand, dass die 

komplette Supra- und Infraspinatussehnenruptur erst in der Zeit zwischen der 

Operation vom 25. September 2012 und dem MRI vom 4. Oktober 2013 entstanden ist, 

als zentrale Begründung für eine Verneinung ihrer Unfallkausalität genügt. Zwar konnte 

die erst am 4. Oktober 2013 erhobene Rotatorenmanschettenruptur nicht Teil der mit 

Verfügung vom 26. August 2003 angenommenen und mit einer 

Integritätsentschädigung abgefundenen erheblichen und dauernden Unfallrestfolge 

bilden (Suva-act. 11), jedoch anerkannte die Beschwerdegegnerin damals gestützt auf 

die Beurteilung von Dr. D.___ und auch im Zusammenhang mit der Operation vom 25. 

September 2012 eine unfallkausale Gesundheitsschädigung in Form einer (residuellen) 

Impingementproblematik (vgl. dazu Erwägungen 3.2 f. und 4.2 f.), die, wie dargelegt, zu 

Rotatorenmanschettenrissen führen kann. Laut MRI-Untersuchungsbericht vom 5. Juni 

2012 war die Supraspinatussehne damals bereits degenerativ angegriffen, womit die 

weitere Entwicklung eines Risses nicht abwegig erscheint. Auch die ärztlichen 

Zwischenberichte des operierenden Arztes Dr. H.___ vom 7. Februar und 6. März 2013 

enthalten Hinweise darauf, dass die Impingement- und 

Rotatorenmanschettenproblematik des Beschwerdeführers zumindest noch nicht 

ausgestanden war. So zeigte der Beschwerdeführer bei den Untersuchungen zwei bzw. 

fünf Monate nach der Operation Schmerzen bei der Abduktion des linken Arms (Painful 

arc) bei 60 bzw. 90 Grad, beim Schürzengriff -15 bzw. -12 cm zu Lasten der linken 

Schulter und fünf Monate postoperativ einen dolenten horizontalen Bogen und 

Hawkinstest (Suva-act. 39, 42). Am 24. September 2013 machte der 

Beschwerdeführer, wie bereits erwähnt, eine massgebende Zustandsverschlechterung 

geltend (Suva-act. 46), infolge derer nun radiologisch die Diagnose der kompletten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Risse der Supra- und Infraspinatussehnen gestellt wurde (Suva-act. 48), deren 

Unfallkausalität hier strittig ist.

6.3.2  Insgesamt lässt sich damit grundsätzlich eine zusammenhängende und an sich 

lückenlose Kausalkette herstellen, die sich in Richtung einer zumindest teilweisen 

Unfallkausalität begründen liesse. Inwiefern diese im konkreten Fall durchbrochen 

worden ist, wird von med. pract. M.___ sowie von Dr. I.___ nicht dargelegt. Die 

Argumentation der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 

2014 (act. G 6), vom Unfall vom 20. April 2000 bis zur radiologischen Feststellung der 

kompletten Supra- und Infraspinatussehnenruptur seien mehr als 13 Jahre vergangen, 

vermag nicht zu überzeugen. Die vorgenannte Latenzzeit wird nämlich durch den 

Umstand, dass eine Impingementproblematik bzw. ein Engpass unter dem 

Schulterdach (Akromion) schädlich für die Rotatorenmanschette ist und diese dabei 

einer ständigen Belastung ausgesetzt ist, in deren Verlauf es zu Schädigungen 

kommen kann, relativiert.

6.3.3  Der im MRI-Untersuchungsbericht vom 16. Oktober 2013 festgehaltene Befund 

„arthrotische Veränderungen im Akromioklavikulargelenk, die ein subakromiales 

Impingement verursachen“ könnte zwar dahingehend ausgelegt werden, dass die 

vorbestandene Arthrose (vgl. dazu Erwägung 3.2) allein für die 

Impingementproblematik verantwortlich gewesen ist. Entsprechend wies auch med. 

pract. M.___ in ihrer Beurteilung vom 29. November 2013 auf die im MRI vom 4. 

Oktober 2013 gefundenen arthrotischen Veränderungen im AC-Gelenk hin, die ein 

subakromiales Impingement verursachen würden. Andererseits ist festzustellen, dass 

der mit Verfügung vom 26. August 2003 anerkannte Integritätsschaden in Form einer 

residuellen Impingementproblematik offensichtlich unabhängig vom Vorzustand der 

damaligen leicht hypertrophierenden AC-Gelenkarthrose bzw. trotz desselben 

angenommen (vgl. Suva-act. 9 f.) und die Arthrose auch im Rahmen der MRI-

Untersuchung vom 5. Juni 2012 (Suva-act. 23) und anlässlich der Arthroskopie vom 25. 

September 2012 (Suva-act. 35) - inzwischen sogar mässiggradig - erhoben worden ist. 

Obwohl sich demnach der Schweregrad der AC-Arthrose bis zur Sehnenruptur sogar 

etwas geändert hatte, anerkannte die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich nochmals 

eine Unfall- bzw. Rückfallkausalität (Suva-act. 19 ff.). Immerhin hielt Dr. J.___ in seinem 

Bericht vom 5. Juni 2012 über die gleichentags durchgeführte MRI-Untersuchung 

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zudem auch eine Verschmälerung des Subacromialraums mit Supraspinatussehnen-

Impingement fest (Suva-act. 23). Insgesamt ist mithin davon auszugehen, dass die 

Impingementproblematik offenbar nicht nur als Folge der AC-Arthrose, sondern eben 

auch als Folge von ursprünglichen unfallkausalen Schädigungen betrachtet wurde.

6.4      Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilungen von med. pract. 

M.___ und Dr. I.___ die wesentliche Frage einer Teilursächlichkeit des Unfalls vom 20. 

April 2000 für die vorliegende Schulterproblematik, insbesondere unter dem in den 

Erwägungen 6.2 und 6.3 aufgezeigten Gesichtspunkt der Impingementproblematik, 

unzureichend beleuchten und insofern nicht gänzlich überzeugen. Eine 

Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen Erwägungen lässt nicht ohne 

Weiteres die von den Kreisärzten gezogene Schlussfolgerung zu, dass der am 4. 

Oktober 2013 radiologisch mit MRI festgestellte komplette Riss der Supra- und 

Infraspinatussehne unfallfremd sei. Dem Gericht ist es mithin anhand der vorliegenden 

medizinischen Akten nicht möglich, mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob es sich bei den fraglichen 

Rotatorenmanschettenrissen um zumindest teilweise sekundäre traumatische 

Unfallfolgen oder um rein degenerative Gesundheitsschäden handelt bzw. ob das 

Unfallereignis vom 20. April 2000 per 10. Dezember 2013 jede kausale Bedeutung 

verloren hat. Für eine abschliessende Beurteilung dieser Frage sind weitere 

medizinische Abklärungen notwendig, welche die Beschwerdegegnerin - allenfalls 

unter Beizug externer Fachspezialisten - durchzuführen haben wird.

7.          

7.1      Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 21. August 2014 (Suva-act. 56) teilweise gutzuheissen und 

die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2      Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Angesichts der 

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Schwierigkeit des Falles sowie der Art und des Umfangs der Bemühungen erscheint 

eine Parteientschädigung, wie in vergleichbaren Fällen üblich, von pauschal Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

1.     

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 21. 

August 2014 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.    

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.     

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.06.2016
	Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Das Dahinfallen einer (teilweisen) Unfallkausalität lässt sich anhand der vorliegenden medizinischen Aktenlage nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen. Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2016, UV 2014/75).Entscheid vom 7. Juni 2016

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