# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca95fd33-8def-5043-9435-37cff8846b5c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-26
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 26.03.2024 SK 2023 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-52_2024-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 52-54

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. März 2024 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Mühlethaler (Präsidentin i.V.), Oberrich-
ter Gerber, Oberrichter Wuillemin
Gerichtsschreiberin Walthard

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

und

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter/Berufungsführer 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand versuchter qualifizierter Raub und Widerhandlungen gegen das 
Personenbeförderungsgesetz sowie Widerrufsverfahren (Be-
schuldigter/Berufungsführer 1)

versuchter qualifizierter Raub und Beschimpfung (Beschuldig-
ter/Berufungsführer 2)

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 30. November 2022 (PEN 22 129/130)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), fällte am 
30. November 2022 folgendes Urteil (pag. 317 ff.; Hervorhebungen im Original):

A. A.________

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des versuchten Raubes, qualifiziert und gemeinsam begangen mit C.________ am 
19.08.2021 in F.________, zum Nachteil von E.________

2. der Widerhandlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz, mehrfach begangen durch 
Reisen ohne gültigen Fahrausweis
2.1. am 18.09.2021, 20.20 Uhr, auf der Strecke Thun - Bern
2.2. am 27.10.2021, 20.57 Uhr, auf der Strecke Thun - Bern

II. Widerruf

Der A.________ mit Urteil der Jugendanwaltschaft, Dienststelle Bern-Mittelland vom 05.05.2021 für 
einen Freiheitsentzug von 15 Tagen gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen.

III.

A.________ wird

in Anwendung der Artikel
10, 22 Abs. 1, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 103, 106, 140 Ziff. 2 StGB
57 Abs. 3 PBG
426 StPO

sowie unter Einbezug der seinerzeit bedingt ausgesprochenen und nunmehr zu vollziehenden Strafe 
im Sinne einer Gesamtstrafe gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten.

Die Polizeihaft von einem Tag wird im Umfang von einem Tag auf die Freiheitsstrafe angerech-
net.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf ihn entfallenden hälftigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 5'800.00 (Gebühren Staatsanwaltschaft CHF 3'000.00; Gebühren Gericht 
CHF 2’300.00; Gebühr Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 500.00) und Auslagen der Staatsanwalt-
schaft CHF 10.00, insgesamt bestimmt auf CHF 5'810.00. 

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 5'010.00. 

IV.

[amtliche Entschädigung]

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B. C.________

I.

C.________ wird schuldig erklärt:

1. des versuchten Raubes, qualifiziert und gemeinsam begangen mit A.________ am 
19.08.2021 in F.________, zum Nachteil von E.________;

2. der Beschimpfung, begangen am 05.03.2022 in Thun zum Nachteil von G.________;

und in Anwendung der Artikel
10, 22 Abs. 1, 34, 40, 42, 44 Abs. 1, 47, 140 Ziff. 2, 177 Abs. 1 StGB
426 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten.

Die Polizeihaft von einem Tag wird im Umfang von einem Tag auf die Freiheitsstrafe angerech-
net.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 300.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu den auf ihn entfallenden hälftigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 5'800.00 (Gebühren Staatsanwaltschaft CHF 3'000.00; Gebühren Gericht 
CHF 2’300.00; Gebühr Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 500.00) und Auslagen der Staatsanwalt-
schaft CHF 10.00, insgesamt bestimmt auf CHF 5'810.00. 

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 800.00. Die re-
duzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 5'010.00. 

II.

[amtliche Entschädigung]

C. Verfügungen

Weiter wird verfügt:

1. Die beschlagnahmte Waffe Klappmesser «VIRGINIA» schwarz wird zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB).

2. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
C.________ (PCN-Nr. ________ und ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist vorzeitig erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung 
biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von C.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung bio-
metrischer erkennungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt D.________ namens und im Auftrag 
von C.________ (nachfolgend: Beschuldigter 2) am 2. Dezember 2022 (pag. 325) 
und Fürsprecher B.________ namens und im Auftrag von A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter 1) am 8. Dezember 2022 (pag. 333) fristgerecht Berufung an. 
Mit Verfügung vom 31. Januar 2023 stellte die Vorinstanz den Parteien die schriftli-
che Urteilsbegründung, datierend ebenfalls vom 31. Januar 2023, zu (pag. 366 f.; 
pag. 339 ff.).

Mit Eingabe vom 20. Februar 2023 reichte Fürsprecher B.________ form- und 
fristgerecht die Berufungserklärung des Beschuldigten 1 ein. Darin beschränkte er 
die Berufung auf den Schuldspruch wegen Raubes, versucht und qualifiziert be-
gangen mit dem Beschuldigten 2 (pag. 377). Rechtsanwalt D.________ reichte die 
form- und fristgerechte Berufungserklärung des Beschuldigten 2 mit Eingabe vom 
21. Februar 2023 ein, ebenfalls beschränkt auf den Schuldspruch wegen Raubes, 
versucht und qualifiziert begangen mit dem Beschuldigten 1 (pag. 380 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 22. März 2023 mit, dass we-
der ein Nichteintreten auf die Berufungen der Beschuldigten beantragt noch An-
schlussberufung erklärt werde (pag. 391 f.).

Mit Beschluss vom 29. März 2023 wurde die Rechtskraft des den Beschuldigten 1 
betreffenden Schuldspruchs wegen Widerhandlungen gegen das Personenbeför-
derungsgesetz (Ziff. A.I.2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie der Verur-
teilung des Beschuldigten 1 zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00, bei Fest-
setzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung auf zwei Tage 
(Ziff. A.III.2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs), festgestellt und die H.________ 
AG (vorinstanzliche Strafklägerin) ohne Kostenfolgen zu deren Lasten aus dem 
oberinstanzlichen Verfahren entlassen (pag. 395 ff.).

Die Berufungsverhandlung fand am 25./26. März 2024 statt (pag. 462 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von Amtes wegen je ein aktuel-
ler ADMAS-Auszug (pag. 459 und pag. 460), Betreibungsregisterauszug (datierend 
vom 28. Februar 2024; pag. 437 f. und pag. 439 ff.) und Strafregisterauszug (datie-
rend vom 12. März 2024; pag. 450 ff. und pag. 458) sowie je ein aktueller Leu-
mundsbericht inklusive Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend 
vom 29. Februar 2024 resp. 1. März 2024; pag. 442 ff. und pag. 454 ff.) über die 
Beschuldigten eingeholt.

Schliesslich wurden der Zeuge E.________ (nachfolgend: Geschädigter) sowie die 
Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung erneut einver-
nommen (pag. 465 ff.).

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4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter 1

Die Verteidigung des Beschuldigten 1 beantragte anlässlich der Berufungsverhand-
lung Folgendes (pag. 489; Hervorhebung im Original):
1. Der Beschuldigte A.________ sei vom Vorwurf des versuchten Raubes mit gefährlicher Waffe 

gemäss Art. 140 Ziff. 2 STGB, angeblich gemeinsam mit C.________ begangen am 19. Au-
gust 2021 in F.________, freizusprechen.

2. Der mit Urteil der Jugendanwaltschaft Dienststelle Bern-Mittelland vom 5. Mai 2021 für einen 
Freiheitsentzug von 15 Tagen gewährte bedingte Vollzug sei nicht zu widerrufen.

3. Die Verfahrenskosten seien vom Kanton Bern zu tragen.

4. Abschliessend sei das amtliche Honorar des Verteidigers gestützt auf das eingereichte Kosten-
verzeichnis gerichtlich festzusetzen.

4.2 Beschuldigter 2

Die Verteidigung des Beschuldigten 2 stellte anlässlich der Berufungsverhandlung 
folgende Antrage (pag. 492; Hervorhebung im Original):
I.

Herr C.________ sei freizusprechen vom Vorwurf des versuchten Raubes mit einer gefährlichen 
Tatwaffe, angeblich begangen am 19. August 2021 z.N. von E.________,

unter Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten auf den Kanton Bern,
unter Auferlegung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten auf den Kanton Bern,
unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang der eingereichten Kostennoten für die angemes-
sene Ausübung seiner Verfahrensrechte durch den Unterzeichnenden im erst- und oberinstanzlichen 
Verfahren.

II.

C.________ sei eine Genugtuung für den einen Tag ausgestandene Haft im Umfang von CHF 150.00 
zu entrichten.

III.

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

4.3 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung 
Folgendes (pag. 496 f.; Hervorhebungen im Original):
A. A.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) 
vom 30. November 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Schuldspruchs, wonach A.________ der Widerhandlung gegen das Personenbeförde-
rungsgesetz, mehrfach begangen durch Reisen ohne gültigen Fahrausweise, schuldig erklärt 
wurde, sowie

2. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären wegen versuchten Raubes, qualifiziert und gemeinsam be-
gangen mit C.________ am 19. August 2021 in F.________, zum Nachteil von E.________ (AKS 
Ziff. 2. A. 1);

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der A.________ mit Urteil der Jugendanwaltschaft, Dienststelle Bern-Mittelland vom 5. Mai 2021 für 
einen Freiheitsentzug von 15 Tagen gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten unter Einbezug des widerrufenen und 
nunmehr zu vollziehenden Freiheitsentzugs von 15 Tagen im Sinne einer Gesamtstrafe, unter 
Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft von einem Tag;

2. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden hälftigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten (inkl. einer angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. C.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) 
vom 30. November 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Schuldspruchs, wonach C.________ der Beschimpfung schuldig erklärt wurde, sowie

2. der Verurteilung zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 300.00, wobei der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben wurde und die Probezeit von 
2 Jahre festgesetzt wurde.

II.

C.________ sei schuldig zu erklären wegen versuchten Raubes, qualifiziert und gemeinsam be-
gangen mit A.________ am 19. August 2021 in F.________, zum Nachteil von E.________ (AKS 
Ziff. 2. B. 1);

und er sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft 
von einem Tag und unter bedingtem Aufschub bei einer Probezeit von 2 Jahren

2. zur Bezahlung der auf ihn entfallenden hälftigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskos-
ten (inkl. einer angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. Verfügungen

Im Weiteren seien die üblichen Verfügungen zu treffen (beschlagnahmter Gegenstand, Honorare, 
DNA, biometrische erkennungsdienstliche Daten).

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]).

Verfahrensgegenstand bilden aufgrund der beschränkten Berufungen der Beschul-
digten die Schuldsprüche wegen versuchten, qualifizierten Raubes gemäss 
Ziff. A.I.1 und Ziff. B.I.1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs, der Widerruf des 
dem Beschuldigten 1 mit Urteil der Jugendanwaltschaft, Dienststelle Bern-Mittel-
land, vom 5. Mai 2021 für einen Freiheitsentzug von 15 Tagen gewährten beding-
ten Vollzugs (Ziff. A.II des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Verurteilung des 
Beschuldigten 1 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten (Ziff. A.III.1 des vor-
instanzlichen Urteilsdispositivs) sowie die Verurteilung des Beschuldigten 2 zu ei-

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ner bedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe von 12 Monaten (Ziff. B.I Verurteilung 
Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Unabhängig von einer spezifizierten Anfechtung sind praxisgemäss auch die Kos-
ten- und Entschädigungsfragen offen, wobei auf die Höhe des amtlichen Honorars 
für die Verteidigungen der Beschuldigten in erster Instanz nur zurückzukommen ist, 
sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in 
unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_769/2016 
vom 11. Januar 2017 E. 2.3 und 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2). 
Nicht der Rechtskraft zugänglich und somit durch die Kammer ebenfalls neu zu be-
urteilen sind schliesslich die Verfügungen betreffend das vom Beschuldigten 2 er-
stellte DNA-Profil und die von beiden Beschuldigten erhobenen biometrischen er-
kennungsdienstlichen Daten (Ziff. C.2-4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs).

In Rechtskraft erwachsen und von der Kammer nicht mehr zu überprüfen sind 
demgegenüber der den Beschuldigten 1 betreffende Schuldspruch wegen Wider-
handlungen gegen das Personenbeförderungsgesetz (Ziff. A.I.2 des vorinstanz-
lichen Urteilsdispositivs) sowie die damit zusammenhängende Verurteilung zu einer 
Übertretungsbusse von CHF 200.00, unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung auf zwei Tage (Ziff. A.III.2 des vorinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). Ebenfalls in Rechtskraft erwachsen sind der den Beschuldigten 2 
betreffende Schuldspruch wegen Beschimpfung (Ziff. B.I.2 des vorinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs), die damit zusammenhängende Verurteilung zu einer bedingt zu 
vollziehenden Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 300.00, unter Festsetzung der Probezeit auf zwei Jahre (Ziff. B.I. Verurteilung 
Ziff. 2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs), sowie die Einziehung des beschlag-
nahmten Klappmessers «VIRGINA» schwarz zur Vernichtung (Ziff. C.1 des vor-
instanzlichen Urteilsdispositivs).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen und der der Rechts-
kraft nicht zugänglichen Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Sie ist 
jedoch aufgrund der alleinigen Berufungen der Beschuldigten an das Verschlechte-
rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, das heisst sie darf das Urteil 
nicht zu Ungunsten der Beschuldigten abändern.

6. Verletzung des Anklagegrundsatzes

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte die Verteidigung des Beschuldigten 2 
in ihrem Plädoyer sinngemäss eine Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend. 
Sie brachte vor, die Anklageschrift erwähne die Mittäterschaft mit keinem Wort, das 
sei gar nicht angeklagt oder umschrieben. Schon deshalb seien die Beschuldigten 
nicht als Mittäter zu verurteilen (pag. 483).

Die Generalstaatsanwaltschaft wendete diesbezüglich ein, in der Anklageschrift 
werde klar ein Zusammenwirken umschrieben. Einer der Beschuldigten sei vorne 
gestanden, einer hinten. Wenn das Messer dem Beschuldigten 2 gehört und der 
Beschuldigte 1 es in der Hand gehalten habe, müsse dies der Beschuldigte 2 auch 
gewusst haben. Ein konkludenter Tatentschluss sei selbstverständlich möglich. Der 
Beschuldigte 2 habe sich angeschlossen, indem er sich hinter den Geschädigten 

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gestellt habe, nachdem er gesehen habe, dass der Beschuldigte 1 ein Messer ha-
be. Die Anklageschrift sei klar (pag. 485).

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
[BV; SR 101]; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Die Anklage hat die den 
beschuldigten Personen zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise 
zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Das Akkusationsprinzip (= Anklagegrundsatz) bezweckt zugleich 
den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Personen und dient dem 
Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die beschuldigten Perso-
nen müssen unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage 
ersehen können, wessen sie angeklagt sind. Das bedingt eine zureichende Um-
schreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigten Personen genau wis-
sen, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt werden und wie ihr Verhalten 
rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten 
können (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Solange für sie klar ist, welcher 
Sachverhalt ihnen vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte und unpräzise An-
klage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_941/2018 vom 6. März 2019 E. 1.2.1).

In der Anklageschrift vom 28. April 2022 wird dem Beschuldigten 1 Raub mit ge-
fährlicher Waffe, versucht und «gemeinsam begangen mit C.________», und dem 
Beschuldigten 2 Raub mit gefährlicher Waffe, versucht und «gemeinsam begangen 
mit A.________», am 19. August 2021 nachts in F.________, I.________platz, 
zum Nachteil des Geschädigten vorgeworfen. Anschliessend wird der wesentliche 
Sachverhalt geschildert, welchem in Einklang mit der Generalstaatsanwaltschaft 
ein gemeinsames, koordiniertes Zusammenwirken der Beschuldigten entnommen 
werden kann (vgl. pag. 218 ff. und E. II.8 hiernach). Auch wenn das Wort «Mittäter-
schaft» in der Anklageschrift nicht explizit erwähnt wird, geht aus Sicht der Kammer 
aus der Formulierung «gemeinsam begangen mit» sowie der nachfolgenden Be-
schreibung des Zusammenwirkens der Beschuldigten im Sinne einer Handlungs-
einheit in genügender Art und Weise hervor, dass den Beschuldigten ein Handeln 
in Mittäterschaft vorgeworfen wird. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist 
somit nicht auszumachen. Dennoch wäre wünschenswert, wenn in der Anklage-
schrift explizit, durch Verwendung des Wortes «Mittäter» erwähnt würde, dass ein 
mittäterschaftliches Handeln vorgeworfen wird.

7. Unverwertbarkeit der Einvernahme des Beschuldigten 1 vom 19. August 2021 
um 07:14 Uhr

Der Beschuldigte 1 wurde am 19. August 2021 um 07:14 Uhr und der Beschuldig-
te 2 gleichentags um 09:17 Uhr zum ersten Mal polizeilich einvernommen (vgl. 
pag. 217). Gemäss Anzeigerapport vom 20. August 2021 seien die polizeilichen 
Erstbefragungen am 19. August 2021 um 09:00 Uhr an den zuständigen Pikett-
Staatsanwalt übermittelt worden. Gleichzeitig sei dieser telefonisch über die Ange-

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legenheit vororientiert worden und um 11:30 Uhr habe eine Besprechung stattge-
funden. Anlässlich dieser Besprechung habe der zuständige Staatsanwalt die Wie-
derholung der Ersteinvernahmen angeordnet, da diese ohne Rechtsvertretung ab-
gehalten worden seien und somit für eine mögliche Anklage nicht von Nutzen sein 
würden (pag. 14; vgl. auch pag. 38). Im Rahmen der Anklageschrift vom 28. 
April 2022 wurde diesbezüglich erläutert, die entsprechenden Protokolle seien oh-
ne beigezogene Verteidigung erstellt worden, obwohl ohne Weiteres erkennbar 
gewesen sei, dass eine Verteidigung notwendig gewesen wäre. Beide Beschuldigte 
hätten – nach Nachfrage der Staatsanwaltschaft – die vollständige Entfernung des 
sie betreffenden Protokolls aus den Akten beantragt. Folglich seien beide Protokol-
le gestützt auf Art. 141 Abs. 5 StPO unter separaten Verschluss gelegt worden und 
seien nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens zu vernichten (pag. 217 f.), 
dies gestützt auf den Beschluss der Beschwerdekammer des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 21 71 vom 16. Juni 2021 (vgl. pag. 283). Indessen beantragte die 
Staatsanwaltschaft anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gestützt auf 
das mittlerweile in Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung (6B_998/2019 vom 
20. November 2020) ergangene Urteil des Bundesgerichts 1B_159/2022 vom 
13. April 2022, die aus den Akten entfernten Protokolle seien wieder zu den Akten 
zu nehmen. In der Folge entschied die Vorinstanz, die polizeiliche Einvernahme 
des Beschuldigten 1 wieder zu den Akten zu nehmen, diejenige des Beschuldig-
ten 2 hingegen nicht (pag. 283 f.).

Zu Beginn der Berufungsverhandlung wurde von Amtes wegen die Frage aufge-
worfen, ob die Ersteinvernahme des Beschuldigten 1 zu Recht wieder zu den Akten 
erkannt worden sei. Die Verteidigungen machten keine Einwände gegen die Ver-
wertbarkeit geltend, während die Generalstaatsanwaltschaft mit Verweis auf die 
Vorinstanz und die Staatsanwaltschaft von der Verwertbarkeit der Einvernahme 
ausging. Demgegenüber erachtete die Kammer die Ersteinvernahme des Beschul-
digten 1 als nicht verwertbar und beschloss, die Einvernahme vom 19. August 2021 
um 07:14 Uhr wieder aus den Akten zu weisen (pag. 463). Dies aus folgenden 
Gründen:

Art. 131 aStPO statuierte im Zeitpunkt der vorliegend interessierenden Einvernah-
me Folgendes: Liegt ein Fall notwendiger Verteidigung vor, so achtet die Verfah-
rensleitung darauf, dass unverzüglich eine Verteidigung bestellt wird (Abs. 1). Sind 
die Voraussetzungen notwendiger Verteidigung bei Einleitung des Vorverfahrens 
erfüllt, so ist die Verteidigung nach der ersten Einvernahme durch die Staatsan-
waltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung der Untersuchung, sicherzustellen 
(Abs. 2). Wurden in Fällen, in denen die Verteidigung erkennbar notwendig gewe-
sen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigung bestellt worden ist, so ist die 
Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre Wiederholung 
verzichtet (Abs. 3). Gemäss Art. 130 Bst. b StPO ist die Verteidigung insbesondere 
notwendig, wenn der beschuldigten Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem 
Jahr droht.

Gemäss der von der Staatsanwaltschaft angeführten bundesgerichtlichen Recht-
sprechung setzt die notwendige Verteidigung erst nach der polizeilichen Vorermitt-
lung ein, auch wenn sich diese auf eine Straftat richtet, für die grundsätzlich eine 

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notwendige Verteidigung eingesetzt werden muss. Damit besteht zwar ein An-
spruch auf einen erbetenen oder unentgeltlichen amtlichen Anwalt der ersten Stun-
de, nicht jedoch auf eine notwendige Verteidigung der ersten Stunde. Eine notwen-
dige Verteidigung anlässlich der ersten Befragung im selbständigen polizeilichen 
Ermittlungsverfahren (das heisst vor der Eröffnung der Strafuntersuchung) ist in der 
StPO nicht vorgesehen (Urteile des Bundesgerichts 1B_159/2022 vom 13. 
April 2022 E. 4.5.3 f. und 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 2.2 mit Hinwei-
sen). Gestützt darauf führte die Vorinstanz zusammengefasst aus, gemäss Bun-
desgericht bestehe im polizeilichen Ermittlungsverfahren noch kein Anspruch auf 
notwendige Verteidigung. Der Beschuldigte 1 sei um 07:14 Uhr einvernommen und 
auf seine Rechte hingewiesen worden. Es bestehe kein Anzeichen dafür, dass er 
diese Belehrung nicht verstanden haben sollte. Aus dem Anzeigerapport gehe her-
vor, dass die Staatsanwaltschaft um 09:00 Uhr informiert worden sei. Es habe 
demnach noch kein Anspruch auf notwendige Verteidigung bestanden, weshalb die 
Einvernahme des Beschuldigten 1 verwertbar sei. Mit dem Anruf der Polizei um 
09:00 Uhr sei die Staatsanwaltschaft über den Raubversuch unter Einsatz eines 
Messers informiert worden. Damit sei ein hinreichender Tatverdacht gegeben ge-
wesen und es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Untersuchung zu die-
sem Zeitpunkt eröffnet worden sei. Ab diesem Zeitpunkt habe ein Anspruch auf 
notwendige Verteidigung bestanden, weshalb die erst danach erfolgte Einvernah-
me des Beschuldigten 2 ohne Verteidigung nicht verwertbar sei (pag. 284 f.; vgl. 
auch pag. 344 f., S. 6 f. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

Es trifft zwar zu, dass anlässlich der ersten Befragung im selbständigen polizeili-
chen Ermittlungsverfahren eine notwendige Verteidigung nicht vorgesehen ist. In-
des stellt sich in Fällen, in denen die Eröffnung der Untersuchung erst nach ersten 
polizeilichen Einvernahmen erfolgt, die Frage, ob die Polizei rechtzeitig, das heisst 
früh genug, die Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 307 Abs. 1 und 3 StPO infor-
miert hat. Es muss mithin geprüft werden, ob die Polizei nicht früher hätte informie-
ren müssen, beispielsweise wenn sich bereits aufgrund der Anzeige ein genügen-
der Tatverdacht auf ein entsprechend schweres Delikt ergibt. Ob rechtzeitig eröff-
net wurde, beurteilt sich nach der Frage, ab wann ein genügender Tatverdacht für 
die Eröffnung einer Untersuchung vorliegt und ob sich aus diesem Tatverdacht ein 
Grund für eine notwendige Verteidigung ergibt, was anhand objektiver Massstäbe 
zu entscheiden ist. Wird die Untersuchung verspätet eröffnet und demnach auch 
die notwendige Verteidigung zu spät sichergestellt, unterliegen diejenigen Bewei-
serhebungen, welche nach dem Zeitpunkt erhoben wurden, zu welchem nach ob-
jektiver Betrachtungsweise die Untersuchung bereits hätte eröffnet werden müs-
sen, der Beweisverwertungseinschränkung von Art. 131 Abs. 3 StPO (siehe zum 
gesamten bisherigen Abschnitt RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar StPO/JStPO, 
3. Aufl. 2023, N. 5c zu Art. 131 StPO; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 
6B_178/2017, 6B_191/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.6). Gemäss Art. 307 
Abs. 1 StPO hat die Polizei die Staatsanwaltschaft unverzüglich über schwere 
Straftaten zu informieren, wobei die Staatsanwaltschaften über diese Informations-
pflicht nähere Weisungen erlassen können. Ziff. 1.1 der Weisung «Information der 
Staatsanwaltschaft durch die Kantonspolizei» der Generalstaatsanwaltschaft des 

11

Kantons Bern vom 30. August 2010 sieht vor, dass jeder hinreichende Verdacht auf 
qualifizierten Raub unverzüglich der Staatsanwaltschaft zu melden ist.

Im vorliegenden Fall konnte anlässlich der Anhaltung der Beschuldigten die mögli-
che Tatwaffe, ein Messer, aufgefunden und sichergestellt werden (pag. 14). Zudem 
wurde im Rahmen der vorläufigen Festnahmen der Beschuldigten um 02:25 Uhr 
(und damit rund fünf Stunden vor der Ersteinvernahme des Beschuldigten 1) fest-
gehalten, die Beschuldigten hätten den Geschädigten unter Mitführung eines Mes-
sers verbal aufgefordert, ihnen Geld zu geben (vgl. pag. 3 und pag. 9). Des Weite-
ren fand um 03:45 Uhr eine Einvernahme mit dem Geschädigten statt, anlässlich 
welcher dieser im Wesentlichen angab, die Beschuldigten hätten sich hinter resp. 
vor ihm aufgestellt und ihn aufgefordert, ihnen Geld zu geben, wobei der Vordere 
ein Messer in der Hand gehabt und dieses von links nach rechts bewegt habe (vgl. 
pag. 77 f.). Übereinstimmend gab auch J.________ um 03:50 Uhr als Auskunfts-
person zu Protokoll, der Geschädigte sei ins K.________ (Lokal) gekommen und 
habe gesagt, fünf bis sechs Junge seien auf der Strasse gewesen, hätten von ihm 
Geld gewollt und einer habe ein Messer dabeigehabt (pag. 88 Z. 30 ff.). Angesichts 
dieser Umstände war die Notwendigkeit der Verteidigung aus Sicht der Kammer – 
und in Einklang mit der Staatsanwaltschaft – bereits vor der Ersteinvernahme des 
Beschuldigten 1 ohne Weiteres erkennbar. In diesem Sinne führte auch die Polizei 
im Rahmen des Anzeigerapports aus, es habe sich um eine «Fehleinschätzung» 
ihrerseits gehandelt, dass nicht von einem qualifizierten Raub ausgegangen wor-
den sei (pag. 16). Zumal aufgrund der konkreten Umstände bereits vor der Erstein-
vernahme des Beschuldigten 1 um 07:14 Uhr ein hinreichender Tatverdacht für die 
Eröffnung einer Untersuchung hätte bestehen und sich aus diesem Tatverdacht ob-
jektiv betrachtet ein Grund für eine notwendige Verteidigung hätte ergeben müs-
sen, hätte die Polizei die Staatsanwaltschaft früher bzw. jedenfalls vor der betref-
fenden Einvernahme informieren müssen. Nach Ansicht der Kammer kann deshalb 
entgegen der Vorinstanz nicht einfach darauf abgestellt werden, ob die Mitteilung 
der Polizei an die Staatsanwaltschaft tatsächlich bereits erfolgt war bzw. ob diese 
bereits eine Untersuchung eröffnet hatte oder nicht. Da im Zeitpunkt der Erstein-
vernahme des Beschuldigten 1 nach objektiver Betrachtungsweise die Untersu-
chung bereits hätte eröffnet werden müssen, unterliegt die betreffende Einvernah-
me der Beweisverwertungseinschränkung von Art. 131 Abs. 3 StPO. Folglich war 
sie von Amtes wegen als unverwertbar aus den Akten zu weisen.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

8. Vorwurf gemäss Anklageschrift

In der Anklageschrift vom 28. April 2022 wird den Beschuldigten Raub mit gefährli-
cher Waffe, versucht und gemeinsam begangen am 19. August 2021 nachts in 
F.________, I.________platz, zum Nachteil des Geschädigten vorgeworfen. Der 
angeklagte Sachverhalt wird in der Anklageschrift wie folgt beschrieben (pag. 218 
ff.; Hervorhebungen im Original):

E.________, geb. ________, befand sich in der Nacht vom 18./19. August 2021 nach Arbeitsschluss 
um ca. 0225h zu Fuss auf dem Nachhauseweg ins L.________ (Ortschaft). Dazu führte ihn sein Weg 

12

vom Rest. M.________ an der N.________gasse in F.________ über den nahegelegenen 
I.________platz, wo er beim dortigen Brunnen an einer Gruppe von fünf ihm unbekannten Personen 
vorbeikam. E.________ grüsste ruhig mit den Worten ‘Guten Abend’ und setzte seinen Weg fort. Zwei 
männliche Personen aus dieser Gruppe zeigten sich aggressiv, sprachen E.________ an/riefen 
E.________ hinterher, der jedoch davon unbeeindruckt weiter seines Weges ging. Daraufhin setzten 
die beiden Unbekannten E.________ nach und stoppten diesen auf Höhe des Ende des 
I.________platzes gelegenen Rest. O.________. Der eine der Beiden, in dunklen Kleidern und mit 
dunkler Hautfarbe, baute sich ca. 1m drohend vor E.________ auf, machte sich breit und verstellte 
E.________ den Weg, so dass dieser nicht passieren konnte; die andere Person stellte sich hinter 
E.________.

In der Folge verlangte die vor E.________ stehende Person mit den (sinngemässen) Worten ‘Gib, gib’ 
und einer hohlen Hand Geld, wobei er zur Verdeutlichung seiner Aufforderung ein Messer - Klingen-
spitze gegen E.________ gerichtet - in seiner Hand hielt und dieses immer wieder aus dem Handge-
lenk von links nach rechts hin und her schwenkte. Die hinter E.________ stehende Person forderte 
währenddessen diesen zusätzlich auch noch dazu auf bzw. drohte diesem mit den Worten, ‘Gib Cash 
oder ig brätsche di‘.

E.________ öffnete deshalb seine Jacke, griff in eine Innentasche und tat so, als ob er sein Porte-
monnaie hervornehmen wolle, rannte jedoch unvermittelt los und flüchtete durch die 
P.________gasse in Richtung Coop Q.________. Da ihn die beiden Männer weiterverfolgten, bog 
E.________ auf dem R.________platz ab und brachte sich im noch geöffneten Rest. K.________ in 
Sicherheit.

Zu den beiden E.________ unbekannten Tätern: Bei der dunkelhäutigen Person handelt es sich um 
A.________, bei der zweiten tatbeteiligten Person um C.________.

Zur Tatwaffe: Bei dieser handelt es sich um ein Klappmesser ‘VIRGINIA’ schwarz mit einer Gesamt-
länge von ca. 18.5cm bzw. einer Klingenlänge von ca. 8cm, welches C.________ gehört.

C.________ und A.________ machten keine Beute.

9. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Das Rahmengeschehen ist vorliegend unbestritten. Demnach hielten sich die Be-
schuldigten in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2021 gemeinsam mit weiteren 
Personen beim Brunnen auf dem I.________platz in F.________ auf. Als der Ge-
schädigte auf seinem Nachhauseweg an der Gruppe vorbeilief, löste sich der Be-
schuldigte 1 von der Gruppe und lief dem Geschädigten nach. Der Beschuldigte 2 
folgte dem Beschuldigten 1 und, als er den Beschuldigten 1 aufgeholt hatte, stellte 
sich der Beschuldigte 1 vor den Geschädigten. Nach einem verbalen Austausch 
begab sich der Geschädigte ins Restaurant K.________ (pag. 345 f., S. 7 f. der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung), wo er auf seine Kollegen J.________, 
S.________ und T.________ traf (pag. 77 Z. 55; pag. 88 Z. 30 ff.; pag. 99 Z. 29 ff.; 
pag. 107 Z. 32 f.). Um 02:32 Uhr alarmierte der Geschädigte die Polizei und gab 
an, auf dem I.________platz von ein paar Leuten mit einem Messer bedroht wor-
den zu sein, diese seien jetzt noch beim I.________platz. Sie hätten «Cash» ge-
wollt, er sei «weggsecklet». Jetzt sei er beim K.________ (pag. 40). Die Kollegen 
des Geschädigten begaben sich Richtung I.________platz, wo sie insbesondere 
auf die Beschuldigten trafen (pag. 64 Z. 144; pag. 77 Z. 58 f.; pag. 81 Z. 76 f.; 

13

pag. 88 Z. 35 f. und Z. 40 f.; pag. 99 Z. 34 ff.; pag. 108 Z. 39 und Z. 43 f.; pag. 293 
Z. 10 ff.). Der Beschuldigte 1 entschuldigte sich noch beim Geschädigten (pag. 54 
Z. 35; pag. 64 Z. 145 und Z. 148 f.; pag. 82 Z. 108), bevor anschliessend die Poli-
zei eintraf und die Beschuldigten von den übrigen Personen trennte (pag. 21; 
pag. 54 Z. 36 f.). Der Beschuldigte 2 versuchte sodann unter dem Vorwand, seine 
Zigarette entsorgen zu wollen, ein ihm gehörendes schwarzes Klappmesser mit ei-
ner Gesamtlänge von ca. 18.5 cm und einer Klingenlänge von ca. 8 cm in einem 
Blumentopf verschwinden zu lassen (pag. 21; pag. 29; pag. 58; pag. 291 Z. 34 f.; 
pag. 293 Z. 23 f.). Das Messer konnte dort durch die Polizei sichergestellt werden 
(pag. 21).

Bestritten ist demgegenüber, was zwischen dem Ansprechen des Geschädigten 
durch die Beschuldigten und dem Weitergang des Geschädigten ins K.________ 
passierte. Namentlich bestreiten beide Beschuldigte, dass sich der Beschuldigte 1 
in der Absicht, dem Geschädigten den Weg zu versperren, vor diesen gestellt ha-
be. Der Beschuldigte 1 bestreitet weiter, vom Geschädigten Geld verlangt und ein 
Messer in der Hand gehabt zu haben. Er habe zu diesem Zeitpunkt nicht einmal 
von einem Messer gewusst (pag. 346, S. 8 der vorinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Der Beschuldigte 2 bestreitet ebenfalls, nach Geld gefragt zu haben und 
dass der Beschuldigte 1 ein Messer in der Hand gehabt habe. Weiter bestreitet er, 
sich hinter dem Geschädigten aufgestellt und «gib Cash oder ig brätsche di» ge-
sagt zu haben, er sei neben dem Beschuldigten 1 gestanden (pag. 346, S. 8 der 
vorinstanzlichen Urteilsbegründung; vgl. auch pag. 482).

10. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die Beweismittel, die bereits im erstinstanzlichen Verfahren vor-
lagen, grundsätzlich zutreffend aufgeführt (pag. 346, S. 8 der vorinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Ergänzend ist einzig darauf hinzuweisen, dass das Messer, wel-
ches der Beschuldigte 2 in einem Blumentopf verschwinden lassen wollte, sicher-
gestellt und kriminaltechnisch ausgewertet wurde (vgl. pag. 21 und pag. 25 ff.). 
Weiter hat die Vorinstanz die wesentlichen Beweismittel zutreffend zusammenge-
fasst (pag. 346 ff., S. 8 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung). Darauf kann 
vorab verwiesen werden. Soweit erforderlich wird im Rahmen der nachfolgenden 
Beweiswürdigung näher darauf eingegangen. Dies gilt auch für die oberinstanzlich 
ergänzend erhobenen Beweismittel.

11. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und 
der Aussageanalyse im Besonderen kann auf die zutreffenden Erwägungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 342 ff., S. 4 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbe-
gründung).

12. Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt vorab fest, die kriminaltechnische Untersuchung des Messers 
habe keine interpretierbaren DNA-Profile oder Fingerabdrücke ergeben, weshalb 
allein auf die Aussagen der Beteiligten abgestellt werden müsse. Diesbezüglich 

14

führte sie konkret Folgendes aus (pag. 352 ff., S. 14 ff. der vorinstanzlichen Urteils-
begründung; Hervorhebungen im Original):

Der Geschädigte beschreibt anlässlich der ersten Einvernahme durch die Polizei detailliert, was vor-
gefallen ist (pag. 77 Rz. 41-53). Insbesondere führt er bei freiem Erzählen und auf offene Frage aus, 
dass die Person vor ihm gesagt habe «Gib Cash» und ein Messer in der Hand gehabt habe (pag. 77 
Rz. 47). Diese Aussagen zum umstrittenen Kerngeschehen blieb auch in den weiteren Einvernahmen 
deckungsgleich (pag. 80 Rz. 45 f. und pag. 286 Rz. 18). Die Aussagen des Geschädigten betreffend 
Messer und Geld werden von seinem Anruf an die REZ bestätigt (pag. 40 f.), wo er kurz nach dem 
Vorfall um 02.32 Uhr die Polizei anrief und bereits zu diesem Zeitpunkt von einer Gruppe von Leuten 
auf dem I.________platz sprach, die ihn mit einem Messer bedroht und Geld gewollt hätten. Auch die 
Aussagen des Beschuldigten 2 an der Hauptverhandlung, wonach eine Person aus der Gruppe 
K.________ zu ihm gekommen sei und nach dem Messer gefragt habe (pag. 293 Rz. 10 ff.), spricht 
dafür, dass der Geschädigte bereits kurz nach dem Vorfall das Messer gegenüber seinen Kollegen 
erwähnte. Dies wurde durch seine Kollegen denn auch so bestätigt (Zeuge J.________ spricht von 
einer Gruppe, die Geld gewollt habe und einer Person, die ein Messer gezeigt habe: pag. 88 Z. 32 ff.; 
pag. 89 Z. 114 f.; pag. 92 Z. 27 ff.; Zeuge T.________ spricht davon, dass der Geschädigte sehr auf-
geregt gewesen sei, gestottert habe und eine Gruppe auf dem I.________platz mit einem Messer 
Geld von ihm gewollt habe und dass der Geschädigte so getan habe, als ob er etwas aus der Jacke 
nehme und davongerannt sei: pag. 107 Z. 32 ff.; pag. 109 Z. 114 f.; Zeuge S.________ sagte aus, 
dass der Geschädigte gesagt habe, er sei bedroht worden (pag. 99 Z. 32 ff.; pag. 100 Z. 86). 
Schliesslich wirken die Aussagen des Geschädigten umso glaubhafter und erlebter, als dieser auch 
Gefühle wiedergibt. Er habe Angst gehabt, dies aber nicht gezeigt. Er wolle sich an diesen schreckli-
chen Moment nicht erinnern, jetzt müsse er dies. Seine Kollegen im K.________ hätten ihm gesagt, 
er solle ein Bier trinken, er habe ihnen aber erzählt, was passiert sei, und dass er kein Bier trinken 
könne (pag. 77 Z. 55 ff.; pag. 78 Z. 87 ff.). 

Hinsichtlich des Beschuldigten 2 führte der Geschädigte auch bereits anlässlich der ersten Einver-
nahme bei freiem Erzählen und auf offene Frage aus, dass dieser hinter ihm gestanden sei (pag. 77 
Rz. 46 f.). Auf Frage erklärte der Geschädigte in der gleichen Einvernahme, dass derjenige hinter ihm 
gesagt habe, er solle Geld geben «Gib Cash oder i brätsche di» (pag. 78 Rz. 72 u. 82). Bei der Ein-
vernahme durch die Staatsanwaltschaft rund ein halbes Jahr später sagte der Geschädigte dann aus, 
die zwei Beschuldigten hätten zwar miteinander gesprochen, der Beschuldigte 2 habe ihn jedoch nicht 
angesprochen und gemacht habe dieser nichts (pag. 81 Rz. 54 ff.). Dieser sei lediglich parat gewe-
sen, falls er sich wehren würde, damit er, derjenige hinter ihm, hätte eingreifen können (pag. 81 Rz. 
56 f.). Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der Polizei erklärte der Geschädigte, er wisse es nicht so ge-
nau, er sei jetzt nicht mehr sicher, ob derjenige hinter ihm so etwas gesagt habe, gesprochen habe 
dieser jedenfalls (pag. 82 Rz. 100 ff.). Auch an der Hauptverhandlung sagte der Geschädigte aus, 
derjenige hinten ihm habe etwas gesagt, er wisse aber nicht mehr genau was (pag. 287 Rz. 8 f.). So-
mit sagte der Geschädigte anlässlich der tatnächsten Einvernahme am detailliertesten aus. Das Ein-
gestehen von Gedächtnislücken betreffend einen länger zurückliegenden Vorfall spricht für die 
Glaubwürdigkeit des Geschädigten. Hätte der Geschädigte den Beschuldigten 2 falsch beschuldigen 
wollen, hätte er bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft auf Vorhalt seiner eigenen polizei-
lichen Aussagen diese bestätigt. 

Insgesamt sind die Ausführungen des Geschädigten in sich schlüssig und nachvollziehbar und wer-
den durch seinen Anruf an die REZ sowie die Zeugenaussagen seiner Kollegen bestätigt. Im Sinne 

15

eines Zwischenfazits kann festgehalten werden, dass dessen Aussagen bereits für sich allein betrach-
tet glaubhaft sind.

Die Beschuldigten hingegen geben keinen nachvollziehbaren Grund an, warum sie dem Geschädig-
ten hinterhergelaufen sind und warum sich der Beschuldigte 1 vor den Geschädigten gestellt hat. Ihr 
pauschalisierendes Bestreiten, das unbestrittenermassen an dem Abend vorhandene und später 
tatsächlich gefundene Messer gegenüber dem Geschädigten gezückt zu haben, steht im Widerspruch 
dazu, dass der Geschädigte nach dem Vorfall vom Vorhandensein dieses Messer wusste und dem 
REZ sowie seinen Kollegen darüber berichtete. Eine Erklärung, wie der Geschädigte anders vom 
Vorhandensein dieses Messers hätte erfahren sollen, bringen die Beschuldigten nicht vor. Auffällig ist 
weiter, dass der Beschuldigte 2 sich zu Beginn nicht einmal erinnern wollte, ob er ein Messer dabei 
gehabt habe (pag. 74 Rz. 115 ff.), und dass er sein Aussageverhalten an der Hauptverhandlung dem 
Verfahrensstand anpasste, wonach es erwiesen war, dass es sich um sein Messer handelte. Weiter 
hätte es keinen Grund gegeben, warum der Beschuldigte 2 das Messer unter Angabe eines Vorwan-
des in einem Blumentopf beim Restaurant U.________ hätte deponieren sollen, falls seine Aussagen 
stimmten. Es handelte sich nicht um ein illegales Messer, der Beschuldigte 2 war nicht vorbestraft und 
das Messer hätte gemäss Darstellung der Beschuldigten beim Vorfall gar keine Rolle gespielt. Das 
Entsorgen des Messers wegen der Polizei deutet darauf hin, dass die Beschuldigten einen Konnex 
zwischen dem Vorfall und dem Messer gezogen haben. Auch hätte es keinen Grund gegeben, sich 
beim Geschädigten zu entschuldigen, wenn sich das Ganze so abgespielt hat, wie es die beiden dar-
stellen, was aber der Beschuldigte 1 offenbar getan hat (pag. 64 Rz. 148). 

Der Beschuldigte 2 behauptete an der Hauptverhandlung erstmalig, er sei nicht hinter dem Geschä-
digten, sondern neben dem Beschuldigten 1, also vor dem Geschädigten gestanden (pag. 292 Rz. 15 
ff.). Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft hatte er auf Vorhalt der Vorwürfe, welche 
der Geschädigte gegen die Person hinter ihm gemacht hatte, jeweils nur die Vorwürfe bestritten. Hin-
gegen schien der Beschuldigte 2 genau zu wissen, dass er damit gemeint war und bestritt seine Posi-
tion hinter dem Geschädigten nicht (pag. 74 Rz. 102 ff.). Der Beschuldigte 1 entgegnete auf die Frage 
nach dem Beschuldigten 2 immer nur, er wisse es nicht, was als reine Schutzbehauptung zu werten 
ist. Jedenfalls kann er die Behauptung des Beschuldigten 2, neben ihm gestanden zu sein, auch nicht 
stützen.

Abschliessend hielt die Vorinstanz fest, nachdem sich die Aussagen des Geschä-
digten als glaubhaft erwiesen hätten, diejenigen der Beschuldigten hingegen als 
reine Schutzbehauptungen, sei auf den Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzu-
stellen (pag. 354, S. 16 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

13. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

13.1 Beschuldigter 1

Die Verteidigung des Beschuldigten 1 brachte zusammengefasst vor, der Geschä-
digte habe zwar das Kerngeschehen einigermassen gleichbleibend geschildert, es 
gebe aber diverse Widersprüche, die an seinen Aussagen zweifeln lassen würden. 
Zuerst habe er ausgesagt, zwei Männer hätten «komm her» gesagt, seien ihm an-
schliessend nachgerannt und hätten «Stopp» gesagt. Bei der Staatsanwaltschaft 
habe er dann gesagt, die zwei hätten ihn nicht herbeigerufen, sondern seien ihm 
nachgelaufen und hätten «hei hei, halt» gesagt. Vor der Vorinstanz habe er gesagt, 
er habe «hey hey hey» gehört. Oberinstanzlich habe er sich nicht erinnern können. 
Zwar könnte gesagt werden, der Wortlaut spiele keine Rolle, da die Bedeutung 

16

gleichbleibe, aber es gebe auch weitere Widersprüche. Zuerst habe der Geschä-
digte gesagt, der Beschuldigte 2 sei hinter ihm gestanden und habe gesagt «gib 
Cash oder i brätsche di». Bei der Staatsanwaltschaft habe er gesagt, der Beschul-
digte 2 sei nur dort gestanden und sei parat gewesen. Vor der Vorinstanz habe er 
gesagt, der Beschuldigte 2 habe etwas zu ihm gesagt, aber er wisse nicht mehr 
was. Oberinstanzlich habe er sich nach entsprechendem Nachfragen erinnern kön-
nen, dass vielleicht «gib Geld» gesagt worden sei. Weiter habe der Geschädigte 
zuerst gesagt, er habe dem Beschuldigten 1 gesagt, dass er kein «Cash» habe. 
Später habe er dann gesagt, er habe «beruhige dich, ich gebe dir» gesagt. Vor der 
Vorinstanz sei es dann «ok, ich gebe dir» gewesen. Auch das Messer habe er nicht 
gleichbleibend beschrieben. Zuerst sei es ein kleines Messer gewesen, nur etwas 
grösser als ein Sackmesser. Dann habe er auf Vorhalt des Fotos nicht sagen kön-
nen, ob er mit diesem Messer bedroht worden sei. Er sei so schockiert gewesen, 
dass er nicht wisse, wie es ausgesehen habe. Vor der Vorinstanz habe er dann von 
einem grossen Messer mit spitzer Klinge gesprochen. Das Messer des Beschuldig-
ten 2 habe er nicht wiedererkannt. Dass er das Messer nicht gut habe beschreiben 
können, könnte daran liegen, dass er es erst nachher beim I.________platz gese-
hen habe. Dass es im Verfahren immer grösser geworden sei, zeige, dass er sei-
nen Aussagen habe Nachdruck verleihen wollen. Zudem habe er zuerst angege-
ben, die Beschuldigten seien ihm bis ins K.________ nachgerannt, dann habe er 
gesagt, sie seien nur wenige Meter hinterhergelaufen und seien dann umgekehrt. 
Auch die Aussagen zum Notruf würden nicht stimmen. Zuerst habe er gesagt, er 
habe beim K.________ angerufen, dann, dass er draussen gestanden sei mit Kol-
legen. Auch dass der Geschädigte die Beschuldigten ausgetrickst und so getan 
hätte, als hätte er Geld in der Tasche, um zu flüchten, wirke konstruiert. Es stimme 
auch nicht, dass es wie in einem Sandwich gewesen sei. Der Geschädigte habe of-
fensichtlich ohne Kratzer wegrennen können. Hätten die Beschuldigten gewollt, 
hätten sie ihn aber ohne Weiteres in die Mitte nehmen und blockieren können. Er 
wäre nicht so einfach entwischt. Die Beschuldigten hätten von Anfang an gesagt, 
sie hätten den Geschädigten nie mit einem Messer bedroht oder ihn aufgefordert, 
Geld zu geben. Sie seien mit Kollegen auf dem I.________platz gewesen, als der 
Geschädigte mit ca. 15 Meter Abstand an der Gruppe vorbeigelaufen sei. Zu dieser 
Zeit habe es keine weiteren Personen gehabt. Der Geschädigte habe nervös ge-
wirkt und die Gruppe nicht aus den Augen gelassen. Der Beschuldigte 1 habe sich 
provoziert gefühlt, sich von der Gruppe gelöst, sei zum Geschädigten gegangen 
und habe ihn gefragt, was er so blöd schaue. Er sei dem Geschädigten nachgelau-
fen. Der Beschuldigte 2 habe das beobachtet und sei dem Beschuldigten 1 nach-
gelaufen. Als er seinen Kollegen eingeholt habe, hätten sich beide vor dem Ge-
schädigten aufgebaut und der Beschuldigte 1 habe diesen in aggressivem Ton ge-
fragt, wieso er so blöd schaue. Der Geschädigte sei in Panik verfallen und zum 
K.________ geflüchtet. Der Beschuldigte 1 sei ihm ein paar Schritte nach und dann 
zurück zur Gruppe gegangen. So hätten die Beschuldigten den Vorfall geschildert. 
Wäre es nicht so gewesen, hätten sie dies nicht über mehrere Einvernahmen hin-
weg gleichbleibend und ohne Widersprüche erzählen können. Die Vorinstanz habe 
ihre Aussagen als unglaubhaft erachtet, weil es keine logische Erklärung gebe, 
wieso sie den Geschädigten angesprochen hätten. Es gebe aber keinen Grund, 

17

sondern es sei einfach ein Blödsinn gewesen. Selbst der Beschuldigte 1 habe er-
kannt, dass die Sache unnötig gewesen sei. Des Weiteren würden sich die Aussa-
gen des Beschuldigten 1, wonach er sich nicht erklären könne, weshalb der Ge-
schädigte vom Messer erzählt und er auch nicht nach Geld gefragt habe, mit der 
Forensik decken. Es seien keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren von ihm auf 
dem Messer gefunden worden. Es gebe keine Spuren, sondern nur die Aufnahme 
vom Notruf. Gemäss übereinstimmender Angaben der Auskunftspersonen sei der 
Geschädigte ungefähr um 02:00 Uhr ins K.________ gekommen, der Notruf sei 
aber erst um 02:32 Uhr erfolgt. Zwischen dem Ereignis und dem Anruf sei eine hal-
be Stunde verstrichen. Wenn der Geschädigte gerade vor zwei Betrunkenen weg-
gerannt sei, sei verständlich, dass er beim Eintreffen im K.________ ängstlich und 
aufgebracht gewesen sei. Nach seiner Ankunft sei über den Vorfall gesprochen 
worden, die Geschichte habe Fahrt aufgenommen. In einer halben Stunde sei aus 
einer unangenehmen Begegnung ein Raubüberfall geworden. J.________ sei 
schon in der Nacht befragt worden. Er habe den Beschuldigten 2 beschrieben und 
gesagt, dieser habe ein Messer in der Hosentasche verschwinden lassen. Bei der 
Staatsanwaltschaft habe er dann den Beschuldigten 1 als den mit dem Messer 
identifiziert. Auf die Aussagen von J.________ sei nicht abzustellen. Die weiteren 
Auskunftspersonen seien einige Tage nach dem Vorfall einvernommen worden. Ob 
der Geschädigte mit einem Messer bedroht worden sei, hätten die Kollegen nicht 
gesehen. In den Aussagen der Auskunftspersonen spiele der Beschuldigte 1 bloss 
eine Nebenrolle und werde kaum erwähnt. Es würden unüberwindliche Zweifel 
daran bestehen, dass sich die Begegnung wie angeklagt abgespielt habe 
(pag. 479 ff.).

13.2 Beschuldigter 2
Die Verteidigung des Beschuldigten 2 brachte im Wesentlichen vor, der Geschädig-
te widerspreche sich beim angeblichen Täuschungsmanöver selber. Gemäss der 
ersten Einvernahme habe er gesagt, er habe kein «Cash» dabei, habe dann aber 
so getan, als wolle er das Portemonnaie hervorholen und sei dann weggerannt. Bei 
der Staatsanwaltschaft habe er angegeben, er habe «beruhige dich, ich gebe dir» 
gesagt. Das sei ein zentraler Widerspruch zu «kein Geld». Es mache keinen Sinn, 
ein Täuschungsmanöver vorzuhaben und zu sagen, man habe kein Geld auf sich. 
In diesen Aussagen gebe es keine Realkennzeichen. Auch bezüglich des Messers 
seien die Widersprüche gross. Zuerst habe er angegeben, es gesehen zu haben, 
habe es aber nicht beschreiben können. Zudem sei das Messer bei der Polizei 
nicht gross gewesen, aber vor der Vorinstanz sei es dann ein grosses Messer ge-
wesen. Auf Vorhalt habe er nicht sagen können, ob es dieses Messer gewesen sei. 
Er weiche aus, indem er sage, er wolle das Trauma vergessen, und mache erst auf 
Nachfrage Aussagen. Zudem habe der Geschädigte den Beschuldigten 2 in der 
freien Erzählung vor der Polizei völlig ausgeblendet. Erst auf Nachfrage habe er 
den Beschuldigten 2 ins Spiel gebracht, aber in zwei Stufen. Bei der ersten Nach-
frage habe er angegeben, der Beschuldigte 2 habe gesagt, er soll Geld geben. Auf 
zweite Nachfrage habe er angegeben, der Beschuldigte 2 habe «gib Cash oder i 
brätsche di» gesagt. Das sei eine klare Aggravation. Es sei dem Geschädigten 
nicht darum gegangen, wahrheitsgemäss auszusagen, sondern die Polizei zufrie-
denzustellen. Die Aussagen würden erfunden wirken und Fantasiesignale aufwei-

18

sen. Deshalb sei er bei der Staatsanwaltschaft rückwärtsgegangen. Dort habe der 
Geschädigte gesagt, der hinter ihm habe nichts gemacht, dieser habe ihn nicht an-
gesprochen. Auf Vorhalt seiner Aussagen sei er sich dann nicht mehr sicher gewe-
sen. Das sei eine zentrale Entlastung des Beschuldigten 2, denn wenn davon aus-
gegangen werde, dass der Geschädigte früher die Wahrheit gesagt hätte, wäre die 
Antwort eine andere gewesen. Bei einem Vorhalt würde man sagen, man sei sich 
nicht sicher, aber wenn man das so ausgesagt habe, stimme das. Hier sei das aber 
nicht eingetroffen, weshalb der Beschuldigte 2 bei der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme wieder entlastet worden sei. Vor der Vorinstanz habe der Geschädig-
te dann gesagt, der Beschuldigte 2 habe auch etwas gesagt, aber er könne nicht 
mehr sagen, wer was gesagt habe. Auch im Hinblick auf das nonverbale Verhalten 
des Beschuldigten 2 widerspreche sich der Geschädigte. Zuerst habe er gesagt, 
dieser sei parat gewesen. Vor der Vorinstanz habe er dann gesagt, er habe gese-
hen, dass jemand hinter ihm stehe. Von «parat sein» stehe nichts mehr. Wenn man 
etwas wirklich erlebt habe, würde man von Anfang an sagen, der hinten habe auch 
gedroht. Hier sei dies aber erst auf konkrete Nachfrage hin erfolgt. Der angeklagte 
Sachverhalt sei bereits nach der Würdigung der Aussagen des Geschädigten nicht 
erstellt. In den Aussagen der Beschuldigten gebe es keine Widersprüche. Der Be-
schuldigte 2 sei einfach spontan dem Beschuldigten 1 hinterher, nach Geld habe er 
nicht gefragt. Das klinge nicht erfunden, sondern sei etwas, das Jugendliche an ei-
nem Abend mit Alkohol machen würden. Dies habe er bis heute wiederholt und 
bestätigt. Das gefundene Messer habe dem Beschuldigten 2 gehört, er habe aber 
plausibel dargelegt, weshalb er es habe verstecken wollen. Dass ein Jugendlicher 
ein Messer auf sich habe, sei nicht aussergewöhnlich, und allein aufgrund des 
Messers würden keine Rückschlüsse auf den Vorfall gezogen werden können. 
Auch der Beschuldigte 1 habe die Situation immer konstant beschrieben und ge-
sagt, der Beschuldigte 2 sei später dazugekommen und ihm hinterhergelaufen. Er 
habe sich nicht darauf geachtet, was der Beschuldigte 2 gemacht habe, und habe 
auch nicht gehört, dass dieser «gib Cash oder i brätsche di» gesagt habe. Der Be-
schuldigte 1 habe zugegeben, dass der Beschuldigte 2 ein Messer besitze. Das sei 
eine Art Belastung und ein Realkennzeichen. Die Beschuldigten hätten den Vor-
wurf nicht einfach bestritten, sondern ihre Aussagen seien nachvollziehbar und weit 
weg von Schutzbehauptungen. Dass die Vorinstanz nicht genau bezeichne, welche 
Aussagen als Schutzbehauptung zu qualifizieren seien, sei unzulässig und keine 
sorgfältige Würdigung. Der Geschädigte habe einmal gesagt, vielleicht habe er et-
was falsch gemacht. Glaube man die Version des Geschädigten, wonach er nur an 
der Gruppe vorbeigegangen sei, würde sich nichts finden lassen, das er falsch ge-
macht hätte. Diese Aussage lasse darauf schliessen, dass der Beginn der Ge-
schichte doch nicht so gewesen sei, wie er gesagt habe. Vielleicht habe er doch 
blöd geschaut oder etwas gebrummt, und der Beschuldigte 1 habe das als Provo-
kation wahrgenommen. Dann sei alles ins Rollen gekommen. Auf die Aussagen der 
weiteren Personen sei nicht einzugehen, da sie den angeklagten Sachverhalt nicht 
mitbekommen hätten. Wenn aber die Variante des Geschädigten stimmen würde, 
wären die Beschuldigten bei Eintreffen der Kollegen nicht mehr da gewesen und 
vor der Polizei geflüchtet. Nach einem Raubversuch bleibe man nicht vor Ort, das 

19

sei realitätsfremd. Der angeklagte Sachverhalt sei nicht erstellt und der Satz «gib 
Cash oder i brätsche di» nicht erfolgt (pag. 481 ff.).

13.3 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte zusammengefasst aus, die Vorinstanz habe 
die Beweise korrekt gewürdigt und nachvollziehbare Schlüsse gezogen. Die Be-
schuldigten würden sagen, sie seien von sich aus zurück zur Gruppe, weil sie ge-
merkt hätten, dass es unnötig gewesen sei. Sie seien alkoholisiert gewesen und 
würden sich nicht an alles erinnern können. Es sei suspekt, dass sie nichts mehr 
wissen wollen, aber genau wissen würden, was sicher nicht passiert sein soll. Das 
seien klare Lügensignale und ein Widerspruch in sich. Es gebe auch Ungereimthei-
ten in ihren Aussagen. So bleibe unklar, was der Anlass für das Hingehen gewesen 
sei. Sie hätten gesagt, der Geschädigte habe etwas gebrummt. Aber dann habe 
der Beschuldigte 1 gesagt, der Geschädigte habe immer rüber geschaut. Dass der 
Geschädigte dort gestanden und lange rüber geschaut habe, habe weder der Ge-
schädigte noch der Beschuldigte 2 gesagt. Es sei nicht plausibel, dass der Ge-
schädigte um diese Zeit bei einer Gruppe junger Typen einfach stehen bleibe. Auch 
bezüglich des Messers gebe es Unklarheiten. Es sei unklar, weshalb der Beschul-
digte 2 es habe verschwinden lassen wollen, wenn er nichts gemacht habe. Auch 
sei unklar, warum der Geschädigte und seine Kollegen überhaupt wissen sollten, 
dass jemand ein Messer gehabt habe, wenn tatsächlich kein Messer im Einsatz 
gewesen sei. Der Anruf bei der Polizei und die Aussagen der Auskunftspersonen 
würden klar zeigen, dass der Geschädigte von Anfang an vom Einsatz eines Mes-
sers gesprochen habe. Auch der Beschuldigte 2 habe vor der Vorinstanz ausge-
sagt, eine der Auskunftspersonen habe ihn gefragt, wo das Messer sei. Es sei auch 
nicht ersichtlich, weshalb der Beschuldigte 1 sich sonst beim Geschädigten ent-
schuldigt hätte. Beide hätten gesagt, der Geschädigte habe Angst gehabt und be-
zichtige sie deshalb fälschlicherweise des Raubes. Der Beschuldigte 1 habe ge-
meint, er könne verstehen, dass der Geschädigte sich unwohl gefühlt und Angst 
gehabt habe. Aber warum das so gewesen sein soll, wenn wirklich nichts gewesen 
sei, erschliesse sich nicht. Der Geschädigte habe ausführlich geschildert, wie er 
weggegangen sei. Die Beschuldigten hätten ihn verfolgt, seien aber nicht bis ins 
K.________ gekommen. Wäre der Beschuldigte 1 tatsächlich zurück zum Brunnen 
und der Geschädigte normal weitergegangen, hätte der Beschuldigte auch nicht 
wissen können, dass der Geschädigte ins K.________ gegangen sei. Dieses sei 
hinter einer Häuserzeile und vom Brunnen aus sehe man weder das Lokal noch 
den Eingang. Auch wenn er ihm bloss zwei Schritte nachgelaufen wäre, hätte er 
das nicht gesehen. Die Aussagen des Geschädigten seien stimmig und würden 
keine Lügensignale aufweisen. Es gebe keine Widersprüche, er habe einfach zu-
sätzliche Angaben gemacht, an die er sich habe erinnern können. Das mit dem 
«Cash» habe er immer gesagt. Der Beschuldigte 2 sei hinter ihm gestanden und 
habe gesagt «gib Cash oder i brätsche di». Später habe der Geschädigte gesagt, 
er sei sich nicht mehr sicher, ob und was der Beschuldigte 2 gesagt habe. Das sei 
nicht erstaunlich, da das längere Zeit zurückliege. Es sei normal, dass er später 
gewisse Sachen nicht mehr so genau wisse wie bei der ersten Aussage. Dass er 
Erinnerungslücken eingestanden habe, spreche für die Glaubhaftigkeit. Hätte er die 
Beschuldigten falsch belasten wollen, hätte er seine frühere Aussage auf Vorhalt 

20

bestätigt. Das habe er aber nicht gemacht, sondern er habe nur gesagt, was er 
noch gewusst habe. Für die Glaubhaftigkeit spreche auch, dass er das Messer 
nicht erkannt habe, obwohl er die Beschuldigten so hätte belasten können. Seine 
Aussagen seien frei von Aggravierungstendenzen und unnötiger Belastung. Er ha-
be selber gesagt, es sei kein sehr grosses Messer gewesen. Auch habe er sich 
selber gefragt, ob er einen Fehler gemacht habe. Ein Motiv für eine falsche An-
schuldigung gebe es nicht. Es mache auch überhaupt keinen Sinn, dass der Ge-
schädigte um 02:30 Uhr die Polizei anrufen und einen erfundenen Raubüberfall 
melden würde. Dass die Geschichte von 02:00 Uhr bis 02:30 Uhr konstruiert wor-
den sei, entbehre jeglicher Grundlage. Lediglich ein Kollege habe gesagt, es sei so 
um die 02:00 Uhr gewesen, sonst stehe in den Akten 02:25 Uhr. Dann wären 7 Mi-
nuten vergangen zwischen dem Vorfall und der Meldung. Widersprüche in den 
Aussagen der Auskunftspersonen seien keine ersichtlich. J.________ habe beide 
Male gesagt, er habe eine Runde gemacht, sei um Zigaretten gebeten worden und 
habe keine gegeben. Zwar gebe es Schwankungen dazu, wer das Messer gehabt 
habe. Das betreffe aber nicht das Kerngeschehen. Dass er das durcheinanderge-
bracht habe, nachdem er gehört habe, dass der eine ein Messer gehabt habe, 
bringe nicht grundsätzlich die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen ins Wanken. Der 
Geschädigte schildere auch innere Vorgänge, er sei im Schock gewesen, habe 
Angst gehabt und möchte das Trauma vergessen. Dass er beim Polizeianruf ruhig 
gewesen sei, sage nichts. Er habe im K.________ einen Moment gehabt, um run-
terzufahren, und alle Kollegen hätten ausgesagt, er sei gestresst und aufgeregt 
gewesen, als er ins K.________ gekommen sei. Zum Einwand, der Geschädigte 
habe bei der Polizei nur stückweise ausgesagt und bei der Staatsanwaltschaft an-
dere Sachen gesagt, sei zu bemerken, dass der Geschädigte juristisch nicht ge-
schult und ihm nicht klar gewesen sei, auf was es ankomme. Er sei auch sprachlich 
nicht besonders gewandt. Die Widersprüche in seinen Aussagen seien grob über-
zeichnet worden. Vieles sei von Anfang an gleich geschildert worden. Die Aussa-
gen der Beschuldigten seien zum grössten Teil Schutzbehauptungen, während die 
Aussagen des Geschädigten realitätsnah, stimmig und glaubhaft seien und mit den 
wenigen Beweismitteln übereinstimmen würden. Der angeklagte Sachverhalt sei 
als erstellt zu erachten (pag. 483 f.).

14. Würdigung der Kammer

14.1 Vorbemerkung

Die Kammer kann sich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung vollumfänglich an-
schliessen, wobei angesichts der oberinstanzlichen Vorbringen der Beschuldigten 
gewisse Ergänzungen bzw. Präzisierungen angezeigt sind.

14.2 Zu den Aussagen des Geschädigten

Die Aussagen des Geschädigten sind sowohl hinsichtlich des Rahmen- als auch 
des Kerngeschehens grundsätzlich konstant und widerspruchsfrei erfolgt. Anläss-
lich seiner ersten Einvernahme vom 19. August 2021 (pag. 76 ff.) war er in der La-
ge, das Geschehene logisch und stimmig zu schildern und den Vorfall räumlich-
zeitlich zu verknüpfen (er habe Feierabend gemacht und zu Fuss nach Hause ge-
hen wollen, er müsse über den I.________platz gehen, neben dem Brunnen sei er 

21

an fünf Leuten vorbeigekommen [Z. 41 f.]. Als er fast auf der Höhe Türe 
O.________ gewesen sei, seien die Beschuldigten angerannt gekommen [Z. 44 f.]. 
Er sei zur Wand und habe weggewollt [Z. 49]. Er habe so getan, als wollte er sein 
Portemonnaie hervornehmen, in diesem Moment sei er ihnen davongerannt durch 
die P.________gasse in Richtung Coop Q.________ [Z. 51 ff.]). Der Geschädigte 
schilderte auch seine Gedanken, die er damals hatte (er habe nicht gewusst, wieso 
zwei von der Gruppe «komm her» gesagt hätten und habe gedacht, sie seien be-
soffen und ziemlich aggressiv [Z. 43 f.]), nannte besondere Details (es seien fünf 
Personen beim Brunnen gewesen [Z. 42], der Beschuldigte 1 habe dunkle Kleidung 
getragen [Z. 46], der Griff des Messers sei dunkel erschienen [Z. 65]). Weiter be-
richtete der Geschädigte von erfolglosen eigenen Handlungen (er habe nicht am 
Beschuldigten 1 vorbeigekonnt [Z. 49 f.]) und gab Äusserungen der Beschuldigten 
wieder (sie hätten «komm her» und «Stopp» gesagt [Z. 43 f. und Z. 45], der Be-
schuldigte 1 habe «gib mir Cash», «gib gib» gesagt [Z. 47 und Z. 83], der Beschul-
dige 2 habe ihm gesagt, er solle ihm Geld geben, er solle es herausnehmen, er ha-
be «gib Cash oder ig brätsche di» gesagt [Z. 72 und Z. 82]). Weiter schilderte der 
Geschädigte eigene Gefühle (er habe wirklich Angst gehabt. Er habe es den Jungs 
nicht gezeigt, aber er habe Angst gehabt [Z. 87]), räumte Wissenslücken ein (er 
könne nicht genau sagen, in welcher Hand der Beschuldigte 1 das Messer gehal-
ten habe [Z. 64]) und beschrieb originell, wie er der Situation entkommen konnte 
(er habe die Hand in die Jackentasche gesteckt und so getan, als wollte er sein 
Portemonnaie hervornehmen. In diesem Moment sei er davongerannt [Z. 51 f.]) Auf 
Aggravierungen verzichtete er insoweit, als er angab, das Messer sei nicht sehr 
gross gewesen (Z. 66). Weiter ist zu berücksichtigen, dass sich der Vorfall am En-
de seines Arbeitstages ereignete und die Einvernahme um 03:45 Uhr stattfand. 
Gründe, weshalb der Geschädigte um diese Zeit eine solche Geschichte erfinden 
sollte, sind keine ersichtlich. Die tatnächsten Aussagen des Geschädigten sind so-
mit gesamthaft als überaus glaubhaft zu werten.

Auch in den folgenden Einvernahmen beschrieb der Beschuldigte die Kernpunkte 
immer gleich. Namentlich führte er sowohl bei der Staatsanwaltschaft am 24. Fe-
bruar 2022 als auch vor der Vorinstanz am 30. November 2022 aus, die beiden 
Beschuldigten hätten sich von der Fünfergruppe gelöst, seien zu ihm gerannt (pag. 
80 Z. 37 f. und Z. 44 ff.; pag. 286 Z. 14 ff.) und hätten «Cash» gewollt (pag. 80 
Z. 45 f.; pag. 286 Z. 18). Der Vordere habe ein Messer in der Hand gehabt, der an-
dere sei hinter ihm gestanden (pag. 80 Z. 46 f.; pag. 286 Z. 17). Er (der Geschädig-
te) habe als Ablenkung so getan, als würde er etwas aus der Jacke nehmen und 
habe dann wegrennen können (pag. 80 Z. 48 ff.; pag. 286 Z. 20 ff.), die Beschuldig-
ten seien ihm nachgerannt, aber nicht bis ins K.________ (pag. 81 Z. 72 ff.; pag. 
286 Z. 26 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung wollte der Geschädigte von sich 
aus nicht mehr viel sagen, da es schwierig sei, alles zu wiederholen. Es sei schon 
lange her und er wolle keine falschen Aussagen machen (pag. 475 Z. 22 ff.). Den-
noch erklärte er auch am 25. März 2024, die Beschuldigten hätten «gib mir Cash» 
gesagt (pag. 475 Z. 42) und der Vordere habe ein Messer in der Hand gehabt 
(pag. 476 Z. 15). Dass dies die beiden markanten Elemente waren, die dem Ge-
schädigten besonders Eindruck machten und die ihm auch in Erinnerung geblieben 
sind, ist für die Kammer absolut nachvollziehbar. In diesen beiden Punkten ist der 

22

Geschädigte denn auch sehr konstant geblieben: Er gab konstant an, die Beschul-
digten hätten ihn unter Bedrohung mit dem Messer zur Geldabgabe aufgefordert.

Auffallend ist, dass er diese beiden Kernpunkte auch im Rahmen des Notrufs an 
die Polizei erwähnte (er sei mit einem Messer bedroht worden, sie hätten «Cash» 
gewollt, er sei «weggsecklet» [E. II.9 hiervor]). Dass der Geschädigte bereits am 
19. August 2021 um 02:32 Uhr angab, mit einem Messer bedroht worden zu sein, 
erachtet die Kammer als bezeichnend. Hätten die Beschuldigten ihn damit nicht 
bedroht, hätte er zu diesem Zeitpunkt auch nicht von der Existenz eines Messers 
wissen können, zumal das Messer des Beschuldigten 2 erst nach der Alarmierung 
der Polizei durch die Kollegen des Geschädigten gesehen und anschliessend 
durch die Polizei sichergestellt wurde (vgl. Aussage des Geschädigten, er habe die 
Polizei alarmiert und seine Kollegen seien zur Gruppe gegangen [pag. 77 Z. 58 f.], 
Aussage von J.________, der Geschädigte habe die Polizei gerufen, während er 
auf den I.________platz gegangen sei [vgl. pag. 88 Z. 34 f. und Z. 38 ff.] und Aus-
sage von T.________, sie hätten die Gruppe auf dem I.________platz gesehen 
und dann sofort die Polizei verständigt, die Gruppe sei dann in ihre Richtung ge-
kommen [pag. 108 Z. 39 ff.]). Es ist somit nicht so, dass der Geschädigte das Ge-
schehene bei seiner anschliessenden Einvernahme um 03:45 Uhr aggraviert hat, 
nachdem er vom Auffinden eines Messers Kenntnis erlangt hatte. Hinweise, wo-
nach der Geschädigte von 02:00 Uhr bis zum Notruf um 02:32 Uhr mit seinen Kol-
legen eine Geschichte konstruiert haben soll, liegen in Einklang mit der General-
staatsanwaltschaft sodann keine vor. J.________ gab zwar an, der Geschädigte 
sei ungefähr um 02:00 Uhr ins K.________ gekommen (pag. 88 Z. 30 ff.; pag. 92 
Z. 33). S.________ meinte, er wisse nicht mehr genau, wann der Geschädigte zu 
ihnen an den Tisch gekommen sei, es sei so ca. um 02:00 Uhr gewesen, so 15 Mi-
nuten vor dem Eintreffen der Polizei (pag. 100 Z. 81 f.). Zumal die Abschätzung 
von Zeitangaben erfahrungsgemäss sehr schwierig ist, kann aus Sicht der Kammer 
entgegen der Verteidigung des Beschuldigten 1 nicht alleine aufgrund dieser 
Schätzungen als erstellt erachtet werden, dass der Geschädigte tatsächlich um 
02:00 Uhr im K.________ eintraf. Zudem meinte S.________, es sei so 15 Minuten 
vor Eintreffen der Polizei gewesen. Zumal der Notruf erst um 02:32 Uhr ausgelöst 
wurde und bis zum Eintreffen der Polizei ein paar Minuten vergangen sein dürften 
(J.________ sprach von zwei bis drei Minuten [pag. 93 Z. 64 f.]), wäre gemäss die-
ser zweiten Schätzung von S.________ die Ankunftszeit des Geschädigten im 
K.________ auf frühestens 02:20 Uhr zu schätzen. Sowohl der Geschädigte als 
auch seine Kollegen gaben sodann übereinstimmend an, er habe ihnen zuerst vom 
Vorfall berichtet, bevor er dann die Polizei alarmiert habe (pag. 77 Z. 56; pag. 81 
Z. 75 f.; pag. 88 Z. 32 f.; pag. 92 Z. 33 ff.; pag. 99 Z. 31 ff.; pag. 107 Z. 33 ff.). Dass 
er dafür ein paar Minuten brauchte, ist verständlich und lässt nicht auf die Kon-
struktion einer Geschichte schliessen. Auch aus dem Umstand, dass der Geschä-
digte im Zeitpunkt des Notrufs gefasst wirkte, kann nichts Wesentliches abgeleitet 
werden. Schliesslich befand er sich zu diesem Zeitpunkt in Sicherheit bei seinen 
Kollegen und hatte einen Moment Zeit, um sich zu fassen und durchzuatmen. Der 
Notruf an die Polizei durch den Geschädigten untermauert somit die Glaubhaftig-
keit seiner Aussagen.

23

Zwar trifft es mit den Verteidigungen zu, dass es im Wortlaut der Aussagen des 
Geschädigten gewisse Abweichungen gibt. So gab er bei der ersten Einvernahme 
an, die Beschuldigten hätten «komm her» und «Stopp» gesagt (pag. 77 Z. 44 f.), 
bei der zweiten Einvernahme meinte er dann, sie hätten «hei, hei, halt» gerufen 
(pag. 80 Z. 43) und vor der Vorinstanz sagte er letztlich, sie hätten «hey hey hey» 
gerufen (pag. 286 Z. 16). Soweit die Verteidigungen in diesen Abweichungen we-
sentliche Widersprüche erkennen wollen, handelt es sich aus Sicht der Kammer je-
doch um blosse Wortklauberei. Dasselbe gilt auch bezüglich den gemäss Verteidi-
gungen angeblich widersprüchlichen Aussagen des Geschädigten zum Täu-
schungsmanöver und zur Frage, wie weit die Beschuldigten ihm nachgelaufen sei-
en. Bei den vorgebrachten Abweichungen handelt es sich um vernachlässigbare 
Differenzen, die ohne Weiteres mit der vergangenen Zeit zwischen den einzelnen 
Einvernahmen und den eingeschränkten Deutschkenntnissen des Geschädigten 
erklärt werden können. Ebenso sind die konkreten Umstände des Vorfalls zu ver-
gegenwärtigen. Dieser ereignete sich nachts nach Arbeitsende des Geschädigten. 
Der I.________platz war zwar beleuchtet (pag. 288 Z. 3 f.), aber beim Vorwurf 
handelte es sich um ein dynamisches Geschehen und der Geschädigte war alleine, 
während die Beschuldigten Verstärkung im Hintergrund hatten. Unter diesen Um-
ständen ist verständlich, dass der Geschädigte Angst hatte und sich nicht alles 
akribisch merken und dann über Monate oder gar Jahre hinweg identisch schildern 
konnte. Hätte er auch alle Details durchwegs gleichbleibend beschrieben, wäre 
dies aus Sicht der Kammer viel eher bedenklich, als wenn sich in seinen Schilde-
rungen gewisse vernachlässigbare Differenzen finden.

Das hiervor Gesagte gilt sodann auch für die angeblich widersprüchlichen Aussa-
gen des Geschädigten bezüglich des Messers. Der Geschädigte gab durchwegs 
an, der Vordere resp. der Beschuldige 1 sei ca. einen Meter vor ihm gestanden 
(pag. 77 Z. 68 f.; pag. 286 Z. 44) und habe das Messer hin und her bewegt 
(pag. 77 Z. 67; pag. 82 Z. 92 f.; pag. 286 Z. 38 ff.; pag. 476 Z. 26). Auch hierbei 
handelte es sich um ein dynamisches Geschehen, wobei der Griff des Messers 
durch die Hand des Beschuldigten 1 teilweise verdeckt war. Hinzu kommen die 
nächtliche Beleuchtung des I.________platzes und die (auch gemäss Geschädig-
ten) dunkle Farbe des Messers. Dass die Abschätzung der Messergrösse unter 
diesen Umständen schwierig ist, versteht sich aus Sicht der Kammer von selbst. Im 
Übrigen erachtet die Kammer die gemachten Aussagen des Geschädigten zum 
Messer ohnehin als miteinander vereinbar. Bei der Polizei erklärte er, er könne 
nicht sagen, wie gross das Messer gewesen sei. Es sei nicht sehr gross gewesen, 
aber glaublich grösser als ein Sackmesser (pag. 77 Z. 65 ff.). Bei der Staatsanwalt-
schaft sagte der Geschädigte, er könne keine Details zum Messer erzählen, da er 
unter Schock gestanden sei (pag. 82 Z. 93). Vor der Vorinstanz meinte er sodann, 
er habe nicht viel gesehen, es sei ein grosses Messer gewesen, aber er könne 
nicht beurteilen, wie gross es gewesen sei (pag. 286 Z. 35 f.). Der Geschädigte 
machte somit – abgesehen von der zutreffenden Abgrenzung zu einem Sackmes-
ser – keine absoluten Grössenangaben, sondern räumte jedes Mal ein, die genaue 
Grösse nicht nennen zu können. Im Umstand, dass er vor der Vorinstanz sagte, es 
sei ein grosses Messer gewesen, erkennt die Kammer keine Aggravierung, zumal 
er nicht etwa behauptete, es sei ein Fleischmesser oder dergleichen gewesen, und 

24

seine Aussage sogleich wieder relativierte, indem er angab, die effektive Grösse 
nicht beurteilen zu können. Entscheidend erscheint der Kammer sodann, dass der 
Geschädigte auf Vorhalt einer Fotografie des Messers antwortete, er könne nicht 
sagen, ob es sich dabei um das Messer handle, er wolle das ganze Trauma ver-
gessen (pag. 287 Z. 3 f.). Obwohl es für ihn ein Leichtes gewesen wäre, die Be-
schuldigten durch Identifikation des Messers zu belasten, räumte er in diesem we-
sentlichen Punkt folglich eine Erinnerungslücke ein. Dies spricht aus Sicht der 
Kammer – in Einklang mit der Generalstaatsanwaltschaft und entgegen den Vertei-
digungen – wiederum für die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Geschädigten. 

Nach Ansicht der Kammer sind somit einzig die Aussagen des Geschädigten hin-
sichtlich der Tathandlung des Beschuldigten 2 einer genaueren Prüfung zu unter-
ziehen. Anlässlich der tatnächsten Einvernahme vom 19. August 2021 konzentrier-
ten sich seine freie Erzählung zunächst auf das Verhalten des Beschuldigten 1. 
Bezüglich des Beschuldigten 2 gab der Geschädigte spontan an, dieser sei hinter 
ihm gestanden (pag. 77 Z. 46 f.). Auf Nachfrage, was der Kollege von dem mit dem 
Messer gemacht habe, antwortete der Geschädigte: «Der hinter mir sagte, ich solle 
Geld geben. Ich solle es herausnehmen» (pag. 78 Z. 72 f.). Auf weitere Nachfrage, 
ob die Männer noch andere Dinge gesagt hätten oder ob er Anweisungen erhalten 
habe, gab der Geschädigte an: «Der, der hinter mir stand sagte, gib Cash oder ‹ig 
brätsche di›» (pag. 78 Z. 80 ff.). Vor der Staatsanwaltschaft am 24. Februar 2022 
konzentrierten sich die Aussagen des Geschädigten im Rahmen der freien Erzäh-
lung wiederum auf das Verhalten des Beschuldigten 1. Am Ende seiner freien Er-
zählung gab er bezüglich des Beschuldigten 2 zu Protokoll, dieser sei hinter ihm 
gestanden, habe aber nichts gemacht. Die zwei hätten zusammen gesprochen, 
aber er könne nicht genau sagen was. Ihn habe der Hintere jedoch nicht angespro-
chen. Er denke, er sei einfach parat gewesen, falls er sich wehren würde, dass er 
hätte eingreifen können (pag. 81 Z. 54 ff.). Auf Vorhalt seiner am 19. August 2021 
gemachten Aussage, wonach der Hintere gesagt habe, «gib Cash oder ig brätsche 
di» und der Vordere «gib, gib» gesagt und eine hohle Hand gemacht habe, antwor-
tete der Geschädigte, er wisse es nicht mehr genau. Der vorne habe sicher gesagt, 
«gib Cash», aber die seien zusammen gewesen und hätten auch zusammen ge-
sprochen. Er sei sich jetzt nicht mehr sicher, ob der Hintere so etwas gesagt habe, 
aber gesprochen habe er jedenfalls (pag. 82 Z. 96 ff.). Vor der Vorinstanz gab der 
Geschädigte wiederum an, der Beschuldigte 2 sei hinter ihm gestanden (pag. 286 
Z. 16 f.). Auf Frage führte er aus, der Hintere habe auch etwas gesagt, er wisse 
aber nicht mehr genau was. Er habe auf jeden Fall gesehen, dass hinten noch ei-
ner gestanden sei (pag. 287 Z. 8 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung sagte 
der Geschädigte – wie bereits erwähnt – bloss sehr zurückhaltend aus. Er gab in-
des an, alles, was er im ersten, zweiten, dritten Protokoll gesagt habe, stimme 
(pag. 475 Z. 22 f.). Demnach ist den Verteidigungen insoweit zuzustimmen, als 
dass die Aussagen des Geschädigten bezüglich der Tathandlung des Beschuldig-
ten 2 gewisse Differenzen aufweisen. Aus Sicht der Kammer ist jedoch einerseits 
verständlich, dass sich die freie Erzählung bei der Polizei auf das Hauptgeschehen 
vor ihm, namentlich die Bedrohung mit dem Messer, konzentrierte, da dies dem 
Geschädigten am meisten Eindruck gemacht haben dürfte. Andererseits gab er 
auch durchwegs an, der Beschuldigte 2 sei hinter ihm gestanden. Zumal es sich 

25

dabei bereits um eine Tathandlung des Beschuldigten 2 handelt, ist es folglich nicht 
so, als hätte der Geschädigte den Beschuldigten 2 bei der freien Erzählung völlig 
ausgeblendet. Da der Geschädigte durch diese Handlung zwischen den Beschul-
digten «eingeklemmt» wurde, erscheint weiter verständlich, dass auch dieser Um-
stand beim Geschädigten einen bleibenden Eindruck hinterliess. Was bzw. ob der 
Beschuldigte 2 auch gesprochen hatte, dürfte für den Geschädigten hingegen we-
niger zentral gewesen sein, weshalb sowohl die stufenweise erfolgten Aussagen 
des Beschuldigten anlässlich der ersten Einvernahme als auch das Verblassen 
seiner diesbezüglichen Erinnerungen im Verlauf des Verfahrens nachvollziehbar 
erscheinen. Fantasiesignale kann die Kammer entgegen der Verteidigung des Be-
schuldigten 2 jedenfalls keine erkennen. Wesentlich ist für die Kammer sodann 
auch, dass der Geschädigte schliesslich vor der Staatsanwaltschaft und der Vor-
instanz Erinnerungslücken einräumte und klarstellte, dass der Beschuldigte 2 auch 
gesprochen hatte (pag. 82 Z. 102; pag. 287 Z. 8). Dass er sich Monate resp. über 
ein Jahr nach dem Vorfall nicht mehr an den genauen Wortlaut erinnern konnte und 
diesbezüglich weniger detaillierte Aussagen machte, ändert aus Sicht der Kammer 
nichts an der Glaubhaftigkeit seiner tatnächsten Aussagen, im Gegenteil.

Abschliessend ist auf den Einwand der Verteidigung des Beschuldigten 1 einzuge-
hen, wonach es nicht stimme, dass es für den Geschädigten «wie in einem Sand-
wich» gewesen sei, da dieser ohne Kratzer habe wegrennen können, wobei die 
Beschuldigten ihn ohne Weiteres hätten in die Mitte nehmen und blockieren kön-
nen, hätten sie das gewollt. Diesem Einwand kann die Kammer nicht folgen. In den 
Akten finden sich keinerlei Hinweise, wonach dem Vorfall eine Planung von langer 
Hand seitens der Beschuldigten vorausgegangen wäre. Diese hatten an dem 
Abend zudem Alkohol konsumiert (pag. 53 Z. 31; pag. 73 Z. 65) und liessen sich 
wohl teilweise auch deswegen vom geistesgegenwärtigen Ablenkungsmanöver des 
Geschädigten übertölpeln. Die Argumentation, die Beschuldigten hätten den Ge-
schädigten ausgeraubt, hätten sie das gewollt, verfängt somit nicht und spricht ins-
besondere nicht gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Geschädigten.

Zusammengefasst schilderte der Geschädigte das Kerngeschehen über alle Ein-
vernahmen hinweg gleich. Aggravierungstendenzen sind keine ersichtlich. Viel-
mehr räumte er in nachvollziehbarer Weise Erinnerungslücken ein, welche sich 
sowohl mit dem Zeitablauf als auch mit dem Wunsch, den Vorfall zu vergessen, 
begründen lassen. Die Ausführungen des Geschädigten sind in sich schlüssig und 
nachvollziehbar. Die wenigen von den Verteidigungen vorgebrachten, angeblichen 
Widersprüche in seinen Aussagen vermögen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 
nicht zu erschüttern. Zudem ist kein Grund ersichtlich, weshalb der Geschädigte 
die Beschuldigten fälschlicherweise belasten sollte. Auf die glaubhaften Aussagen 
des Geschädigten kann im Ergebnis abgestellt werden.

14.3 Zu den Aussagen der Kollegen des Geschädigten

J.________ führte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 19. August 2021 
aus, er sei im K.________ gewesen, als der Geschädigte zu ihm und seinen Kolle-
gen an den Tisch gekommen sei. Dieser habe gesagt, dass fünf bis sechs Junge 
auf der Strasse gewesen seien. Die hätten von ihm Geld gewollt. Einer davon habe 
ein Messer gehabt (pag. 88 Z. 30 ff.). Bei der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

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me gab J.________ am 24. Februar 2022 sodann zu Protokoll, er sei mit seinen 
Kollegen im K.________ gewesen (pag. 92 Z. 29 f.). Der Geschädigte sei zu ihnen 
gekommen und habe erzählt, dass sich vor dem Brunnen auf dem I.________platz 
vier bis fünf Personen aufhalten würden. Der Geschädigte habe erzählt, dass eine 
dieser Personen Geld von ihm gewollt und ein Messer gezeigt habe, und sei im 
Stress gewesen (pag. 92 Z. 33 ff.). S.________ gab am 23. August 2021 gegenü-
ber der Polizei an, er sei im K.________ gewesen, als der Geschädigte in aufge-
brachter Stimmung zu ihm gekommen sei. Dieser habe gesagt, er sei draussen 
bedroht worden (pag. 99 Z. 29 ff.). Er könne sich nicht mehr genau erinnern, ob der 
Geschädigte erzählt habe, dass sie versucht hätten, ihn mit einem Messer auszu-
rauben. Er wisse, dass der Geschädigte gesagt habe, er sei auf dem 
I.________platz bedroht worden (pag. 100 Z. 84 ff.). T.________ führte am 31. Au-
gust 201 seinerseits aus, der Geschädigte sei ins K.________ gekommen, sei sehr 
aufgebracht und aufgeregt gewesen, habe gestottert und gesagt, dass eine Gruppe 
auf dem I.________ gewesen sei. Sie hätten ihn abfangen wollen und ein Messer 
dabeigehabt. Der Geschädigte habe dann so getan, als ob er etwas aus der Jacke 
nehmen würde und sei dann weggerannt. Sie hätten Geld von ihm gewollt 
(pag. 107 Z. 32 ff.). Anschliessend begaben sich die Kollegen des Geschädigten – 
wie bereits ausgeführt – zum I.________platz (E. II.9 hiervor).

J.________, S.________ und T.________ konnten folglich keine eigenen Aussa-
gen zum Kerngeschehen machen. Sie sagten jedoch übereinstimmend aus, der 
Geschädigte sei ins K.________ gekommen, habe aufgebracht gewirkt und ihnen 
vom Vorfall auf dem I.________platz erzählt. Zudem erwähnten alle drei, dass der 
Geschädigte bedroht worden sei, während J.________ und T.________ explizit 
auch erklärten, der Geschädigte habe ein Messer erwähnt und sei zur Geldabgabe 
aufgefordert worden. Ihre Aussagen stützen folglich die diesbezüglichen Aussagen 
des Geschädigten. 

Zwar trifft es zu, dass es zwischen den Aussagen von J.________ vom 19. Au-
gust 2021 und 24. Februar 2022 gewisse Widersprüche gibt. Diese Widersprüche 
sind aus Sicht der Kammer indes vernachlässigbar, zumal sie alles andere als das 
wesentliche Tatgeschehen betreffen. Überdies sind – wie bereits ausgeführt 
(E. II.14.2 hiervor) – keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, wonach sich J.________, 
S.________ und T.________ mit dem Geschädigten abgesprochen und die Ge-
schichte mit dem Messer erfunden hätten, um den Beschuldigten eins auszuwi-
schen. Gegen eine solche Komplotttheorie spricht im Übrigen auch, dass vor Ort 
tatsächlich ein Messer des Beschuldigten 2 gefunden wurde.

14.4 Zu den Aussagen des Beschuldigten 1

Bezüglich des Kerngeschehens gab der Beschuldigte 1 am 19. August 2021 um 
14:10 Uhr an, nachdem der Geschädigte ihn und seine Kollegen angeschaut habe 
(pag. 53 Z. 31), habe er diesen gefragt, was sein Problem sei. Der Geschädigte 
habe etwas vor sich hin gebrummt und sei weitergelaufen, er (der Beschuldigte 1) 
sei dem Geschädigten nachgelaufen und habe gefragt, was los sei. Dann habe er 
überlegt, warum er das überhaupt gemacht habe. Dann habe er es sein lassen und 
sei weggegangen. Später habe er sich noch entschuldigen wollen, da es unnötig 
gewesen sei (pag. 54 Z. 32 ff.). Auf Nachfrage, was er genau gemacht habe, er-

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klärte der Beschuldigte 1, er sei zum Mann hin und habe gefragt: «Was isch dis 
Problem». Er sei ihm hinterhergerannt und habe sich vor ihn hingestellt. Das sei 
auch schon alles gewesen (pag. 54 Z. 39 ff.). Darauf, was der Beschuldigte 2 ge-
macht habe, habe er sich nicht geachtet (pag. 54 Z. 45 und Z. 71 f.) und ein Mes-
ser habe er nicht gesehen (pag. 54 Z. 58 ff.). Im Weiteren bestritt der Beschuldig-
te 1, vom Geschädigten «Cash» verlangt, sich vor dem Geschädigten breitge-
macht, den Geschädigten verfolgt oder ein Messer in der Hand gehabt zu haben 
(vgl. pag. 54 f. Z. 74 ff.). Am 24. Februar 2022 gab der Beschuldigte 1 sodann zu 
Protokoll, er habe den Geschädigten gefragt, was los sei, weil dieser die ganze Zeit 
geschaut habe. Dann sei der Geschädigte weggegangen und habe etwas gesagt, 
das er nicht verstanden habe. Er sei dem Geschädigten hinterher und habe noch-
mals gefragt, was los sei. Dann sei der Beschuldigte 2 dazugekommen. Auf diesen 
habe er sich nicht wirklich konzentriert, weil er keinen Bock auf irgendwelche Pro-
bleme gehabt habe und dann weggegangen sei (pag. 63 Z. 94 ff.). Auf Vorhalt der 
Aussagen des Geschädigten erklärte der Beschuldigte 1 entweder, davon nichts zu 
wissen oder dass das nicht stimme (pag. 63 f. Z. 115 ff.). Er habe sich dann später 
beim Geschädigten entschuldigt (pag. 64 Z. 145 und Z. 148). Vor der Vorinstanz 
gab der Beschuldigte 1 im Wesentlichen an, nachdem der Geschädigte irgendet-
was vor sich hingesagt und zu ihnen geschaut habe, habe er den Geschädigten 
gefragt, was los sei. Er sei zu ihm gegangen, wieso wisse er nicht mehr. Er sei al-
koholisiert gewesen und habe fragen wollen, was los sei. Danach sei er einfach 
wieder gegangen, weil es ihn nicht interessiert habe. Er habe selber «getscheggt», 
dass es unnötig sei. Er habe sich schlussendlich nicht gross auf den Beschuldig-
ten 2 geachtet (pag. 300 Z. 14 ff.). Das einzige, was er wisse, sei, dass er den Ge-
schädigten nicht nach Geld gefragt und das Messer nie in der Hand gehabt habe 
(pag. 300 Z. 27 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte der Be-
schuldigte 1, er könne sich nicht mehr gross an den Abend erinnern. Er wisse aber, 
dass er kein Messer dabeigehabt und niemandem gesagt habe, er solle ihm sein 
Geld geben (pag. 468 Z. 23 ff.; pag. 469 Z. 5 f.).

Die äusserst pauschalen, detailarmen Aussagen des Beschuldigten 1 zum Kernge-
schehen (er sei zum Geschädigten gegangen, habe diesen gefragt, was das Pro-
blem sei, und sei dann aber sogleich wieder weggegangen) lassen keine umfas-
sende Aussagewürdigung zu. Auffallend ist jedoch, dass der Beschuldigte 1 nicht 
mitbekommen haben will, was der Beschuldigte 2 gesagt bzw. gemacht hat. Ange-
sichts der Uhrzeit dürfte auf dem I.________platz keine Geräuschkulisse ge-
herrscht haben und gemäss den Schilderungen des Beschuldigten 1 machte er 
selbst eigentlich nichts, womit er nicht durch eigene Handlungen oder eine etwaige 
Konversation mit dem Geschädigten abgelenkt gewesen sein konnte. Fraglich ist 
auch, wieso er zunächst zum Geschädigten rannte, weil er wissen wollte, was los 
sei, dann aber gegangen sein will, weil es ihn gar nicht interessiert habe. Sodann 
sticht das selektive Erinnerungsvermögen des Beschuldigten 1 hervor. Obwohl 
verständlich erscheint, dass er sich mit der Zeit weniger an den Vorfall erinnern 
konnte, mutet doch seltsam an, dass er einerseits nicht mehr wissen will, was in 
der Tatnacht vorgefallen ist, andererseits jedoch genau weiss, was nicht passiert 
sein soll. Ferner lässt sich seine Version der Geschehnisse auch nicht mit seiner 
späteren Entschuldigung beim Geschädigten vereinbaren, zumal seinen eigenen 

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Aussagen folgend er nichts gemacht hätte, wofür er sich hätte entschuldigen müs-
sen. Die Aussagen des Beschuldigten 1 zum Kerngeschehen sind somit nicht nur 
äusserst pauschal und detailarm, sondern enthalten auch gewisse Ungereimthei-
ten. Sie vermögen die Kammer nicht zu überzeugen und stellen die glaubhaften 
Aussagen des Geschädigten nicht ansatzweise in Frage. Im Ergebnis kann auf die 
Aussagen des Beschuldigten 1 zum Kerngeschehen nicht abgestellt werden. 

14.5 Zu den Aussagen des Beschuldigten 2

Der Beschuldigte 2 wollte sich anlässlich der Einvernahme vom 19. August 2021 
um 15:20 Uhr nicht zur Sache äussern (vgl. pag. 68 f.). Anlässlich der Einvernahme 
vom 24. Februar 2022 gab er bezüglich des Kerngeschehens zu Protokoll, der Be-
schuldigte 1 sei plötzlich los, weil der Geschädigte etwas gebrummt habe. Er sei 
dem Beschuldigten 1 nachgegangen und dieser sei vor den Geschädigten gestan-
den. Sie hätten beide gefragt, was los sei und ob etwas sei. Der Geschädigte habe 
etwas gebrummelt und sei davongegangen Richtung K.________. Der Beschuldig-
te 1 sei ein, zwei Schritte hinterher und er (der Beschuldigte 2) habe gesagt, 
«komm lassen wir das sein», dann hätten sie es sein lassen und seien zurückge-
gangen (pag. 73 Z. 74 ff.). Auf Vorhalt erklärte der Beschuldigte 2, er könne sich er-
innern, dass der Geschädigte nicht Anstalten gemacht habe wegzurennen. Er hätte 
auch nicht gesehen, dass sich der Beschuldigte 1 breit vor dem Geschädigten auf-
gebaut hätte (pag. 74 Z. 92 ff.). Auf Vorhalt der Aussage des Geschädigten, wo-
nach der hinter ihm gesagt habe, er solle Geld geben, er solle es herausnehmen, 
erklärte der Beschuldigte 2, das stimme nicht (pag. 74 Z. 104 ff.). Weiter meinte er, 
er hätte nicht gesehen, dass der Beschuldigte 1 ein Messer gehabt hätte (pag. 74 
Z. 112). Er wisse nicht mehr, ob er selber ein Messer dabeigehabt habe, dazu kön-
ne er nichts sagen (pag. 74 Z. 115 f.). Er wisse nicht mehr, ob er versucht habe, die 
Tatwaffe in einem Blumentopf verschwinden zu lassen (pag. 74 Z. 122 ff.). Vor der 
Vorinstanz räumte der Beschuldigte 2 dann von sich aus ein, dass das Messer ihm 
gehört habe, es stehe aber in keiner Verbindung zum Geschädigten (pag. 291 
Z. 28 und 31 f.). Er erklärte weiter, als die Polizei gekommen sei, sei ihm eingefal-
len, dass es eine sehr blöde Situation sei, wenn er ein Messer auf sich habe. Da 
das einen sehr blöden und falschen Eindruck machen würde, habe er gefragt, ob er 
seine «Zigi» in die Abwasserrille werfen dürfe und habe das Messer dann in einen 
Blumentopf getan (pag. 293 Z. 19 ff.). Zum Kerngeschehen erklärte der Beschul-
digte 2, er sei dem Beschuldigten 1 hinterher, weil er ihn habe laufen sehen 
(pag. 292 Z. 1 f.). Er habe wissen wollen, wo der Beschuldigte 1 hingehe und was 
er vorhabe (pag. 292 Z. 5). Der Beschuldigte 1 sei beim Geschädigten gestanden, 
er (der Beschuldigte 2), sei neben dem Beschuldigten 1 gestanden. Dieser habe 
gefragt, was genau das Problem des Geschädigten sei. Er (der Beschuldigte 2) 
habe gesagt, dass das wohl nicht so eine gute Idee sei, Leute «anzuschnurren». 
Man wisse ja nie, wer dort stehe und wen man anspreche (pag. 292 Z. 15 ff.). Der 
Beschuldigte 1 sei vor dem Geschädigten gestanden (pag. 292 Z. 21). Auf welcher 
Seite er selber gestanden sei, könne er nicht mehr sagen, aber er sei neben dem 
Beschuldigten 1 gestanden, also auch vor dem Geschädigten (pag. 292 Z. 24 f.). 
An die Antwort des Geschädigten könne er sich nicht mehr erinnern, falls dieser 
überhaupt geantwortet habe. Der Geschädigte sei dann weggelaufen. Sie seien 
nicht hinter ihm her, sie seien wieder zurück (pag. 292 Z. 28 ff.). Auf Nachfrage er-

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klärte der Beschuldigte 2 erneut, er sei dem Beschuldigten 1 gefolgt und neben ihn 
gestanden, um sicherzugehen, worum es gehe, was genau der Vorfall sei. Er habe 
wissen wollen, was genau vorgefallen sei, weil sein Kollege ja nicht einfach so da-
vonrenne (pag. 292 Z. 33 ff.). Zu den anschliessenden Geschehnissen erklärte der 
Beschuldigte 2 im Wesentlichen, einer der Kollegen des Geschädigten sei zu ihm 
gekommen und habe gefragt, wo das Messer sei und habe ihn zum Hervornehmen 
seines Messers aufgefordert (pag. 293 Z. 11 f.). Auf Frage, wieso der Kollege das 
gesagt habe, antwortete der Beschuldigte 2, weil der Geschädigte nach seinen 
Aussagen ja das Gefühl gehabt habe, mit einem Messer bedroht worden zu sein 
(pag. 293 Z. 26 ff.). Wieso der Geschädigte etwas von einem Messer erzählen soll-
te, wisse er nicht (pag. 293 Z. 35 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung konnte 
sich der Beschuldigte 2 nicht mehr wirklich an das Kerngeschehen erinnern (vgl. 
pag. 472 Z. 2 f.). Er erklärte, als es mit dem Geschädigten nichts zu klären und 
nichts zu reden gegeben habe, seien sie wieder zurückgegangen (pag. 472 Z. 21 
f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Geschädigten gab er an, so habe er es nicht in 
Erinnerung bzw. so sei es nicht gewesen (pag. 472 Z. 29 ff.; pag. 473 Z. 3 ff.).

Auch die Aussagen des Beschuldigten 2 zum Kerngeschehen (er sei dem Be-
schuldigten 1 nachgegangen, weil er habe wissen wollen, um was es gehe, sie 
bzw. der Beschuldigte 1 hätten gefragt, was das Problem sei, der Geschädigte sei 
dann gegangen) sind als detailarm und pauschal zu bezeichnen. Auffallend ist, 
dass sich in den wenigen Aussagen dennoch einige Widersprüche und Ungereimt-
heiten finden. Insbesondere wollte der Beschuldigte 2 zunächst nichts von einem 
Messer wissen und konnte sich auch nicht erinnern, dieses in einem Blumentopf 
versteckt zu haben, passte sein Aussageverhalten dann aber vor der Vorinstanz 
dem Verfahrensstand an. Diese inhaltliche Änderung, die sich auf das Beweiser-
gebnis auswirkt, wirft einen grossen Schatten auf die generelle Glaubhaftigkeit der 
Aussagen des Beschuldigten 2. Zudem gab er zuerst an, der Beschuldigte 1 sei 
dem Geschädigten ein, zwei Schritte hinterher, wohingegen er dann später erklär-
te, sie beide seien dem Geschädigten nicht hinterher. Zudem sticht auch beim Be-
schuldigten 2 das äusserst bruchstückhafte Erinnerungsvermögen hervor. Obwohl 
er angeblich nur deshalb dem Beschuldigten 1 gefolgt ist, weil er wissen wollte, 
was los sei, konnte er keinerlei Angaben dazu machen, ob bzw. was der Geschä-
digte gesagt hatte. Auch mutet wiederum seltsam an, dass er einerseits nicht mehr 
wissen will, was genau passiert ist, andererseits jedoch genau weiss, was nicht 
passiert sein soll. Insgesamt vermögen auch die detailarmen Aussagen des Be-
schuldigten 2 die glaubhaften Aussagen des Geschädigten keineswegs in Zweifel 
zu ziehen. Die Kammer erachtet seine Aussagen zum Kerngeschehen als un-
glaubhaft und stellt nicht darauf ab.

14.6 Zur Spurenauswertung

Das in der Tatnacht in einem Blumentopf sichergestellte Klappmesser wurde am 
13. September 2021 (pag. 27 f.) und am 10. Februar 2022 (pag. 32 f.) kriminal-
technisch untersucht. Dabei konnten zwar vier DNA-Abriebe gesichert und ausge-
wertet werden, indes war das erstellte DNA-Profil in zwei Fällen nicht interpretier-
bar und in zwei Fällen konnte erst gar kein DNA-Profil erstellt werden (pag. 32 f.). 
Folglich trägt die Spurenauswertung nicht zur Klärung des Falles bei (vgl. auch 

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pag. 31). Dies bedeutet im Umkehrschluss und entgegen dem Dafürhalten der Ver-
teidigung des Beschuldigten 1 jedoch nicht, dass der Beschuldigte 1 durch die kri-
minaltechnischen Erkenntnisse entlastet würde. Schliesslich ist unbestritten, dass 
das Klappmesser dem Beschuldigten 2 gehörte und er es nach Eintreffen der Poli-
zei unter einem Vorwand in einem Blumentopf verschwinden liess (E. II.9 hiervor). 
Der Beschuldigte 2 muss das Messer in der Tatnacht somit mit Sicherheit und – 
zumal die Polizei das Messer unter Spurenschutz sicherstellte (pag. 21) – auch als 
letzte Person angefasst haben. Dennoch konnten auf dem Messer nicht einmal 
DNA-Spuren des Beschuldigten 2 sichergestellt werden. Die kriminaltechnischen 
Erkenntnisse sprechen somit im Ergebnis weder für noch gegen die Täterschaft der 
Beschuldigten.

14.7 Beweisergebnis

Zusammengefasst erachtet die Kammer die nachvollziehbaren und in den wesent-
lichen Punkten konstanten Aussagen des Geschädigten als überaus glaubhaft. 
Diese werden zudem durch die Aussagen von J.________, S.________ und 
T.________, den Anruf des Geschädigten an die Polizei sowie das später in einem 
Blumentopf aufgefundene Messer des Beschuldigten 2 gestützt. Demgegenüber 
fallen die Aussagen der Beschuldigten zum Kerngeschehen als äusserst detailarm 
und konstruiert auf. Ihre Version des Vorfalls lässt sich auch nicht mit dem Um-
stand vereinbaren, dass der Geschädigte bereits im K.________ und gegenüber 
der Polizei vom Einsatz eines Messers sprach, zumal er zu diesem Zeitpunkt noch 
gar nichts von einem Messer hätte wissen können, wäre er nicht tatsächlich damit 
bedroht worden. Ebenfalls bliebe bei ihrer Version unklar, weshalb sich der Be-
schuldigte 1 anschliessend beim Geschädigten entschuldigte, obwohl diesfalls gar 
nichts vorgefallen wäre. Nach dem Gesagten bestehen für die Kammer keine Zwei-
fel, dass sich der Vorfall wie vom Geschädigten geschildert abgespielt hat. Dem-
nach erachtet die Kammer den Anklagesachverhalt wie folgt als erstellt:

In der Nacht vom 18. auf den 19. August 2021 hielten sich die Beschuldigten mit 
weiteren Personen beim Brunnen auf dem I.________platz in F.________ auf, als 
der Geschädigte nach Arbeitsschluss zu Fuss an der Gruppe vorbeikam. Der Ge-
schädigte sagte «grüssech miteinander» und setzte seinen Weg fort. Die Beschul-
digten zeigten sich aggressiv, sprachen den Geschädigten an resp. riefen ihm hin-
terher. Als der Geschädigte fast auf der Höhe der Türe des O.________ war, ka-
men die Beschuldigten gemeinsam angerannt. Der Beschuldigte 1 baute sich ca. 
ein Meter drohend vor dem Geschädigten auf, machte sich breit und verstellte dem 
Geschädigten den Weg, sodass dieser nicht passieren konnte. Der Beschuldigte 2 
stellte sich hinter den Geschädigten und schloss dadurch den Geschädigten zwi-
schen sich und dem Beschuldigten 1 ein. Der Beschuldigte 1 verlangte mit den 
(sinngemässen) Worten «gib, gib» und einer hohlen Hand Geld vom Geschädigten, 
wobei er zur Verdeutlichung seiner Aufforderung das schwarze Klappmesser des 
Beschuldigten 2 mit einer Gesamtlänge von ca. 18.5 cm bzw. einer Klingenlänge 
von ca. 8 cm – welches er zuvor von diesem übernommen hatte – in seiner ande-
ren Hand hielt und dieses mit der Klingenspitze gegen den Geschädigten gerichtet 
immer wieder von links nach rechts schwenkte. Gleichzeitig forderte der Beschul-
digte 2 den Geschädigten zusätzlich auch noch zur Geldabgabe auf bzw. drohte 

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diesem mit den Worten, «gib Cash oder ig brätsche di». Weiter sprachen die Be-
schuldigten auch miteinander. Im Sinne eines Ablenkungsmanövers steckte der 
Geschädigte seine Hand in die Jackentasche und tat so, als ob er sein Portemon-
naie hervornehmen würde. Dann rannte er unvermittelt los und flüchtete durch die 
P.________gasse in Richtung Coop Q.________. Die Beschuldigten verfolgten ihn. 
Der Geschädigte bog auf dem R.________platz nach rechts ab und ging ins 
K.________, wobei die Beschuldigten nicht hinterherkamen. Die Beschuldigten wa-
ren sich bewusst, dass sie mit ihrer zahlenmässigen Überlegenheit und ihrem dro-
henden verbalen und nonverbalen Verhalten unter Einsatz des Messers eine Ge-
fahr für den Geschädigten darstellten. Sie wollten diese Bedrohungslage bewusst 
erreichen, um sich Geld des Geschädigten anzueignen, gingen letztendlich jedoch 
aufgrund des gelungenen Ablenkungsmanövers des Geschädigten leer aus.

III. Rechtliche Würdigung

15. Theoretische Ausführungen

15.1 Grundtatbestand des Raubes (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)

Nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 
SR 311.0) macht sich des Raubes strafbar, wer mit Gewalt gegen eine Person oder 
unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder nachdem er den 
Betroffenen zum Widerstand unfähig gemacht hat, einen Diebstahl begeht.

Der objektive Tatbestand des eigentlichen, schlichten Raubes ist dadurch gekenn-
zeichnet, dass ein Diebstahl begangen wird, nachdem zu diesem Zweck eine Nöti-
gungshandlung begangen wurde, welche die Duldung dieses Diebstahles bezweckt 
(NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 2019, N.