# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 877dde7a-591f-554d-bd8f-d24873341cc8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2016 D-1100/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1100-2016_2016-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-1100/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet;   

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 5. Februar 2016 / N (…). 

 

 

D-1100/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland im 

Herbst 2015 verliess und am 2. Januar 2016 via B._______, C._______, 

D._______, E._______, F._______, G._______, H._______, I._______ 

und Deutschland illegal in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum J._______ um Asyl nachsuchte, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs anlässlich 

der Befragung zur Person am 15. Januar 2016 erklärte, er habe immer 

schon in die Schweiz kommen wollen, 

dass er von den Deutschen belogen worden sei, als diese ihm die Finger-

abdrücke abgenommen hätten, 

dass er sich in Deutschland in Lebensgefahr befinde, weil er für (…) als 

Übersetzer gearbeitet habe und dort vereinzelt auch Deutsche gewesen 

seien, 

dass in seinem Gebiet sowohl der Daesh als auch die Taliban stärker ge-

worden seien und ihn aufgrund seiner Übersetzungstätigkeit viele kennen 

würden, 

dass er nicht mehr nach Afghanistan zurückkehren könne, weil er zwei 

Jahre lang bei (…) tätig gewesen sei, 

dass bei einer Überstellung nach Deutschland eine Deportation nach Af-

ghanistan möglich wäre, weil einige deutsche Soldaten in Afghanistan 

seien und auch viele Afghanen nach Deutschland gekommen seien, wes-

halb man sich weniger jedem Einzelnen widmen könne und die Leute eher 

zurückschicke, 

dass das SEM mit Verfügung vom 5. Februar 2016 – eröffnet am 16. Feb-

ruar 2016 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 2. Januar 2016 nicht ein-

trat, die Wegweisung nach Deutschland verfügte, den Beschwerdeführer – 

unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die 

Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kan-

ton K._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, dem Be-

schwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis 

aushändigte und feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfü-

gung habe keine aufschiebende Wirkung, 

D-1100/2016 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Februar 2016 gegen 

diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

dabei beantragte, es sei die Verfügung des BFM (recte: des SEM) aufzu-

heben, die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl zu gewähren, 

dass die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs festzustellen seien und die vorläufige Aufnahme anzuord-

nen sei, 

dass die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses zu verzichten und ihm eine amtliche Rechtsvertre-

tung beizuordnen sei, 

dass eventualiter die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederher-

zustellen (recte: zu erteilen) sei, 

dass die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Kontaktauf-

nahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche 

Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, 

dass er eventualiter über eine bereits erfolgte Datenweitergabe in einer se-

paraten Verfügung zu informieren sei, 

dass der Beschwerdeführer als Beweismittel folgende Unterlagen ein-

reichte: 

– ein Formular "UNHCR Voluntary Repatriation Form" vom März 2007 

betreffend freiwillige Rückführung nach Afghanistan, 

 

– eine Arbeitsbestätigung der (…), Afghanistan, vom 26. April 2015, 

 

– eine E-Mail-Korrespondenz zwischen ihm und der Schweizer Vertre-

tung in (…) vom 7./8. Dezember 2015 betreffend Einreichung eines 

Asylgesuchs, 

 

– eine Quittung der Eidgenössischen Zollverwaltung, Grenzwachtposten 

(…), vom 2. Januar 2016 betreffend seinen Reisepass, 

 

– ein als "Additional Info on my Case" bezeichnetes Schreiben vom 

3. Februar 2016, welches er an das SEM richtete, 

 

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Seite 4 

– ein weiteres als "Appeal Letter" bezeichnetes Schreiben vom 

16. Februar 2016, welches er der Caritas zukommen liess, 

 

– ein Auszug aus seinem afghanischen Reisepass und 

 

– eine Kopie seiner Tazkera, 

 

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den 

nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. Februar 2016 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 

und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen ist, ob das 

SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG zu Recht auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und die Voraussetzungen ei-

ner Rückführung nach Deutschland (Drittstaat) im Rahmen der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

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Seite 5 

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), als gegeben 

erachtet hat, 

dass daher auf die Rechtsbegehren betreffend Flüchtlingseigenschaft, Asyl 

und vorläufige Aufnahme nicht einzutreten ist, 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent-

raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 1. Januar 2016 

in Deutschland ein Asylgesuch eingereicht hat, 

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Seite 6 

dass die deutschen Behörden am 3. Februar 2016 das im Sinne von Art. 18 

Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO gestellte Übernahmeersuchen des SEM vom 

27. Januar 2016 guthiessen, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Deutschlands zur Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens somit gegeben ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen 

geltend macht, er habe in Afghanistan für (…) als Übersetzer gearbeitet, 

dass er wegen dieser Tätigkeit nicht mehr länger in Afghanistan habe leben 

können, 

dass die Taliban und andere terroristische Gruppierungen versucht hätten, 

ihn als Verräter zu töten, 

dass er gezwungen gewesen sei, sein Heimatland zu verlassen, 

dass er nicht nach Deutschland zurückkehren möchte, weil man sich dort 

nicht sehr gut verhalte, Flüchtlinge jeden Tag angegriffen und Asylunter-

künfte in Brand gesteckt würden, 

dass Afghanen ungleich behandelt würden, indem man ihnen die meisten 

Einrichtungen wie eine Ausbildung vorenthalte, 

dass er in Deutschland kein Asylgesuch gestellt habe, 

dass die deutschen Behörden seine Fingerabdrücke aus Sicherheitsgrün-

den abgenommen hätten, 

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Seite 7 

dass er bereits bei der Schweizerischen Botschaft ein Asylgesuch einge-

reicht habe, bevor er in die Schweiz gekommen sei, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung 

von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert, 

dass bereits das faktische Betreten des Hoheitsgebiets eines Mitglied-

staats Anknüpfungspunkt für die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens bildet (vgl. Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO), wes-

halb der Beschwerdeführer aus seinen Vorbringen, er sei in Deutschland 

aus Sicherheitsgründen daktyloskopiert worden und habe kein Asyl bean-

tragt, nichts für sich ableiten kann, 

dass sich die deutschen Behörden im Übrigen mit seiner Übernahme ein-

verstanden erklärten, 

dass auch sein Vorbringen, er habe vor seiner Einreise in die Schweiz be-

reits bei der Botschaft um Asyl nachgesucht, an der Zuständigkeit Deutsch-

lands nichts zu ändern vermag, zumal ihm seitens der Schweizer Vertre-

tung in (…) mitgeteilt wurde, es sei seit dem Jahr 2012 nicht mehr möglich, 

auf einer Auslandsvertretung der Schweiz ein Asylgesuch einzureichen 

(vgl. E-Mail vom 8. Dezember 2015), 

dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-

ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Deutschland wür-

den systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 

Dublin-III-VO aufweisen, 

dass Deutschland Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967  

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

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Seite 8 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die deutschen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen 

und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln 

der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Deutschland werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-

ches Land gezwungen zu werden, 

dass nicht davon auszugehen ist, die deutschen Behörden würden ihn in 

seine Heimat zurückschaffen, ohne zuvor seine Asylgründe geprüft zu ha-

ben und das Non-Refoulement-Gebot einzuhalten, weshalb er aus seiner 

Befürchtung, von Deutschland nach Afghanistan deportiert zu werden, 

nichts für sich ableiten kann, 

dass der Beschwerdeführer ausserdem nicht dargetan hat, die ihn bei einer 

Rückführung erwartenden Bedingungen in Deutschland seien derart 

schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK 

führen könnten, 

dass er auch nicht konkret dargelegt hat, Deutschland würde ihm dauerhaft 

die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedin-

gungen vorenthalten, 

dass es ihm bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung offen-

steht, sich an die zuständigen deutschen Behörden zu wenden und die ihm 

zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufordern 

(vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), 

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-

bringung von den deutschen Behörden bevorzugt behandelt werden und 

sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsorgani-

sationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, 

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Seite 9 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwer-

deführer geriete im Falle einer Rückkehr nach Deutschland wegen der dor-

tigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage, 

dass er die Möglichkeit hat, sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür 

zuständigen Behörden beziehungsweise karitativen Organisationen zu 

wenden, weshalb er aus seiner Befürchtung, in Deutschland wegen seiner 

Nationalität ungerecht behandelt zu werden, nichts für sich ableiten kann, 

dass er in Deutschland auch behördlichen Schutz gegen allfällige Behelli-

gungen seitens Drittpersonen beanspruchen kann, weshalb er aus seiner 

Furcht vor allfälligen Angriffen nichts zu seinem Vorteil abzuleiten vermag, 

dass zusammenfassend kein konkretes und ernsthaftes Risiko besteht, die 

Überstellung des Beschwerdeführers nach Deutschland würde gegen 

Art. 3 EMRK oder andere völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz 

oder Landesrecht verstossen, 

dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keinen Grund für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an 

dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-

den kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszu-

wählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der Beschwerdeführer 

aus seinem Wunsch nach einem Verbleib in der Schweiz nichts zu seinen 

Gunsten ableiten kann, 

dass mit der Kognitionsbeschränkung anlässlich der Asylgesetzrevision 

vom 1. Februar 2014 die Angemessenheitskontrolle des Bundesverwal-

tungsgerichts gemäss Art. 106 Abs. 1 aBst. c AsylG gestrichen wurde und 

Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 eine Kann-Bestimmung darstellt, womit das SEM 

bei der Ausübung dieses Rechts über einen gewissen Ermessensspiel-

raum verfügt (vgl. BVGE 2015/9 E. 5.6 und 7), 

dass das Bundesverwaltungsgericht demnach nicht mehr überprüfen kann, 

ob der Entscheid des SEM, von der Souveränitätsklausel keinen Gebrauch 

zu machen, im Lichte von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 als unangemessen zu 

erachten ist, sondern die Prüfung hat sich darauf zu beschränken, ob das 

SEM seinen Ermessensspielraum korrekt ausgeübt hat, vorausgesetzt es 

hat von seinem Ermessensspielraum Gebrauch gemacht und dazu den 

Sachverhalt vollständig erhoben und allen wesentlichen Umständen Rech-

nung getragen (vgl. BVGE 2015/9 E. 8), 

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Seite 10 

dass das SEM in der angefochtenen Verfügung ausführte, in Würdigung 

der Aktenlage und der geltend gemachten Umstände würden keine Gründe 

vorliegen, die die Anwendung der Souveränitätsklausel der Schweiz recht-

fertigten, 

dass es diesen Umständen in der angefochtenen Verfügung ausreichend 

Rechnung getragen hat, 

dass das SEM innerhalb seines Ermessensspielraums gehandelt hat, wel-

cher im Ergebnis vom Bundesverwaltungsgericht nicht mehr überprüft wer-

den kann, weshalb es sich weiterer Ausführungen zur Frage eines Selbst-

eintritts enthält, 

dass das SEM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein-

getreten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG seine 

Überstellung nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass im Dublin-Verfahren einzig geprüft wird, welcher Mitgliedstaat für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zu-

ständig ist, weshalb die Vorbringen, welche sich auf Begebenheiten im Hei-

matland des Beschwerdeführers beziehen, vorliegend nicht zu berücksich-

tigen sind, 

dass es dem Beschwerdeführer jedoch offensteht, entsprechende Vorbrin-

gen bei den für die Durchführung seines Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens zuständigen deutschen Behörden geltend zu machen, 

dass die Beschwerde in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen abzu-

weisen ist, soweit darauf einzutreten ist, 

dass es sich bei dieser Sachlage erübrigt, auf die eingereichten Beweis-

mittel näher einzugehen, 

dass mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache der Eventualantrag 

auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und das Gesuch um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden 

sind, 

dass für die in der Beschwerde geforderte Anweisung an die Vollzugsbe-

hörden im Zusammenhang mit einer Weitergabe von Personendaten an 

D-1100/2016 

Seite 11 

den Heimatstaat (respektive Herkunftsstaat) nach dem Gesagten keine 

Veranlassung besteht und an dieser Stelle immerhin festgehalten werden 

kann, dass die dem Gericht vorliegenden Akten keine Hinweise auf eine 

solche Datenweitergabe enthalten, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen 

waren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG mangels Er-

füllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuwei-

sen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.‒ 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-1100/2016 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsver-

tretung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG werden 

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.‒ werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

Versand: