# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b775409e-8cd0-5cca-b171-2f8326fb11f1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.12.2017 SB170194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170194_2017-12-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170194-O/U/gs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, die Oberrichterinnen lic. iur. 

Schärer und lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin MLaw 

Höchli  

 

Urteil vom 21. Dezember 2017 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  

Privatklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 

vertreten durch Inhaberin der elterlichen Sorge C._____, unentgeltlich vertreten 

durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend sexuelle Nötigung etc. 

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Strafgericht,  

vom 2. März 2017 (DG160013) 

- 2 - 

 
Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 6. Mai 2016 

(Urk. 30) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig  

− der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB; 

− der sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 34 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis 

und mit heute 48 Tage durch Haft erstanden sind).  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 28 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüg-

lich 48 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe vollzo-

gen.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Schadener-

satz in der Höhe von Fr. 518.25 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren abgewiesen. 

Darüber hinaus wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Pri-

vatklägerin aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schaden-

ersatzpflichtig ist.  

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Fr. 15'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 4. März 2015 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

- 3 - 

6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 3'000.–. 

7. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'307.55 Auslagen (Gutachten) 
Fr. 422.– Auslagen 

Fr. 3'000.– Gebühr gemäss § 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV 

8. Die Gerichtsgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

9. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger der Beschuldigten mit Fr. 30'000.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

10. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird für ihre Bemühungen als unentgeltliche 

Geschädigtenvertreterin der Privatklägerin mit Fr. 11'650.– (inklusive Bar-

auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Ge-

richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Be-

schuldigten gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 

StPO.  

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 99 S. 1 f.) 

 1. In Gutheissung der Berufung sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster 

vom 2. März 2017 mit Ausnahme von Dispositiv-Ziffer 1 bezüglich der 

- 4 - 

sexuellen Handlungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB aufzuheben. 

 2. Es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der sexuellen Nötigung im Sinne 

von Art. 189 Abs. 1 StGB freizusprechen. 

 3. Es sei der Beschuldigte bezüglich des Vorwurfs der sexuellen Hand-

lungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB angemessen 

zu bestrafen. 

 4. Es sei der Vollzug der festzusetzenden Strafe vollumfänglich aufzu-

schieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen. 

 5. Es sei das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin abzuweisen, 

eventualiter sei es insoweit abzuweisen als sie verlangt, der Beschul-

digte sei im Grundsatz für schadenersatzpflichtig zu erklären. 

 6. Es sei das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin abzuweisen, 

eventualiter sei die Genugtuung auf Fr. 8'000.– festzulegen. 

 7. Es seien die Gerichtsgebühr sowie die weiteren Kosten des Verfahrens 

auf die Staatskasse zu nehmen. 

 8. Es sei Ziffer 9 des Urteils aufzuheben und Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger des Beschul-

digten für das erstinstanzliche Verfahren (inkl. Barauslagen und Mehr-

wertsteuer) mit Fr. 35'000.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen 

und es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

 9. Der amtliche Verteidiger sei für den Verteidigungsaufwand im Beru-

fungsverfahren gemäss den eingereichten Honorarnoten aus der 

Staatskasse zu entschädigen. 

- 5 - 

 10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der amtli-

chen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

b) Der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(Urk. 101 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

c) Der Privatklägerschaft: 

(Urk. 96 S. 1 f.) 

 1. Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils sei zu bestätigen und der Beschul-

digte der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB und 

der sexuellen Handlung mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 

StGB schuldig zu sprechen. 

 2. Ziff. 4 Abs. 1 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Be-

schuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin Fr. 618.25 Schadenersatz 

zu bezahlen. Ziff. 4 Abs. 2 des vorinstanzlichen Urteils sei ersatzlos 

aufzuheben. 

 3. Ziff. 5 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldig-

te zu verpflichten, der Privatklägerin persönlich Fr. 20'000.– als Genug-

tuung zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins seit 4. März 2015. 

 4. Das Kosten- und Entschädigungsdispositiv der Vorinstanz sei zu bestä-

tigen und die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive diejenigen der 

Geschädigtenbeiständin seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

 

 

- 6 - 

Erwägungen: 

I. 

1.1 Mit Urteil vom 2. März 2017 sprach das Bezirksgericht Uster den Beschul-

digten der sexuellen Nötigung und der sexuellen Handlungen mit einem Kind 

schuldig und bestrafte ihn mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 34 Monaten. 

Weiter entschied es über das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der 

Privatklägerin und regelte die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 72 S. 43 

ff.).  

1.2 Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 39) liessen der Beschuldigte 

und die Privatklägerin rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 61; Urk. 63; Art. 399 

Abs. 1 StPO). Am 13. April 2017 versandte die Vorinstanz das begründete Urteil 

an die Parteien (vgl. Urk. 68) und übermittelte in der Folge die Anmeldung der Be-

rufung zusammen mit den Akten dem Obergericht. 

2.1 Am 8. Mai 2017 liess die Privatklägerin und am 12. Mai 2017 der Beschul-

digte der erkennenden Kammer rechtzeitig die schriftliche Berufungserklärung 

einreichen, wobei der Beschuldigte Beweisanträge stellte (Urk. 68; Urk. 73; 

Urk. 74/1; Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 90 StPO). Die Staatsanwaltschaft beantragte 

unter dem 24. Mai 2017 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 78). 

Anschlussberufungen wurden keine erhoben (vgl. Urk. 76; Urk. 78 f.). 

2.2.1 Mit Beschluss vom 30. Juni 2017 wurde die Publikumsöffentlichkeit auf An-

trag der Privatklägerin von der Berufungsverhandlung und der zweitinstanzlichen 

Urteilseröffnung ausgeschlossen (Urk. 81). Am 10. Juli 2017 gingen das vom Be-

schuldigten ausgefüllte Datenerfassungsblatt und weitere seine finanziellen Ver-

hältnisse betreffende Unterlagen beim Gericht ein (Urk. 85 f.).  

2.2.2 Am 6. Juli 2017 hiess der Präsident der erkennenden Kammer sodann den 

Beweisantrag des Beschuldigten betreffend den Beizug der CD mit den ausgele-

- 7 - 

senen Daten des sichergestellten Mobiltelefons des Beschuldigten gut; die weite-

ren Beweisanträge wies er einstweilen ab (Urk. 83). Die CD wurde dem Gericht 

von der Kantonspolizei Zürich in der Folge zugestellt (Urk. 87). Auf dieser konnten 

die Daten, auf welche die als Urk. 20/5 bei den Akten liegende umstrittene Zeitta-

belle beruht, vom Gericht jedoch nicht gefunden werden. Weitere Abklärungen bei 

der Abteilung Digitale Forensik der Kantonspolizei Zürich ergaben, dass diese da-

rauf tatsächlich nicht enthalten sind, auf den Nachrichten-Verkehr zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin im Zeitraum des angeklagten Ereignisses 

aber (wider Erwarten) zugegriffen werden kann (Urk. 88 f.). Die entsprechende 

Excel-Tabelle wurde den Verfahrensbeteiligten in der Folge zugestellt (Urk. 90/1-

3; Urk. 92/1-3) und - zwecks Konfrontation mit dem neuen Beweismittel - die er-

neute Befragung der Privatklägerin als Auskunftsperson anlässlich der Beru-

fungsverhandlung angeordnet (Urk. 91). 

2.3 Die Berufungsverhandlung fand am 31. Oktober 2017 in Anwesenheit des 

Beschuldigten unter Ausschluss der Publikumsöffentlichkeit statt. Die Privatkläge-

rin wurde dabei als Auskunftsperson befragt (Prot. II S. 9 ff.). Die Urteilsberatung 

fand am 21. Dezember 2017 statt, woraufhin den Parteien das Urteil schriftlich im 

Dispositiv mitgeteilt wurde (Prot. II S. 61 ff.; Urk. 102). 

II. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich teilweise gegen Dispositivziffer 1 

(Schuldspruch wegen sexueller Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB) so-

wie gegen die Dispositivziffern 2 und 3 (Strafe und Vollzug), 4 und 5 (Zivilpunkt) 

sowie 8 und 9 (Kostenauflage, Höhe des Honorars des amtlichen Verteidigers) 

des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 74; Urk. 99 S. 1 f.). Die Berufung der Pri-

vatklägerin richtet sich gegen die Regelung des Zivilpunkts gemäss den Disposi-

tivziffern 4 und 5 des vorinstanzlichen Entscheides (Urk. 73). Nicht angefochten 

und in Rechtskraft erwachsen ist der vorinstanzliche Entscheid damit hinsichtlich 

der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch wegen sexuellen Handlungen mit 

einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB), 6 und 7 (Kostenfestsetzung) und 

- 8 - 

10 (Entschädigung und Kostenauflage Geschädigtenvertretung), was vorab fest-

zustellen ist.  

III. 

1.1 Der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB macht sich 

schuldig, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer ande-

ren sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwen-

det, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Sub-

jektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Anklagegrundsatz 

verlangt, dass sich aus der Anklageschrift ergibt, durch welche Handlungen der 

Beschuldigte diesen Tatbestand erfüllt hat (Art. 9 StPO; Art. 325 StPO) und dass 

der der Verurteilung zugrundeliegende Sachverhalt mit dem angeklagten Lebens-

sachverhalt identisch ist (Art. 350 StPO).  

1.2.1 Die Anklage gegen den Beschuldigten (Urk. 30) umschreibt das Geschehen 

als eine Abfolge von Ereignissen, die eng miteinander verflochten sind. Insbeson-

dere basiert der Vorwurf der sexuellen Nötigung durch anale Penetration auf der 

Interaktion des Beschuldigten und der Privatklägerin vor diesem Zeitpunkt 

(Urk. 30 S. 2 "Dessen ungeachtet führte der Beschuldigte seinen Penis in den 

Anus…"). Lässt sich diese Interaktion nicht erstellen, reduzierte sich der Anklage-

vorwurf darauf, dass der Beschuldigte seinen Penis in den Anus der Privatkläge-

rin eingeführt und den Penis bis zum Samenerguss hin- und herbewegt habe, 

wobei er auch dann nicht von der Privatklägerin abgelassen habe, als er gemerkt 

habe, dass diese vor Schmerzen geweint habe.  

1.2.2 Die der analen Penetration vorausgehende Interaktion bestand gemäss An-

klage darin, dass der Beschuldigte Gewalt anwandte und die Privatklägerin sich 

im Wesentlichen verbal gegen sexuelle Handlungen wehrte. Die Ausübung psy-

chischen Drucks durch den Beschuldigten ist entgegen der Annahme der Vertei-

digung nicht Gegenstand der Anklage. Gewalt wandte der Beschuldigte gemäss 

Anklage an, indem er die Privatklägerin nach ihrem Eintreffen in die Wohnung zog 

und sie auf das Sofa und später auf das Bett stiess. Weiter behauptet die Anklage 

- 9 - 

implizit, dass der Beschuldigte die Privatklägerin auf dem Sofa und auf dem Bett 

mit überlegener Körperkraft festhielt, indem sie erwähnt, die Privatklägerin habe 

u.a. mehrfach gesagt bzw. geschrien, der Beschuldigte solle sie loslassen. Dass 

die Anklage lediglich umschreibt, dass der Beschuldigte seinen Penis in den Anus 

der Privatklägerin einführte, ohne explizit zu beschreiben, in welcher Position er 

dies tat und ob bzw. in welchem Ausmass er dabei auf der Privatklägerin lag, ist 

sodann richtig (Urk. 99 S. 5). Allerdings impliziert der angeklagte Analverkehr in 

Verbindung mit der Beschreibung der Position der Privatklägerin (bäuchlings auf 

dem Bett), dass der Beschuldigte sich auf der Privatklägerin befand und sie so 

körperlich dominierte. Die Privatklägerin ihrerseits soll dem Beschuldigten als Re-

aktion darauf, dass er sie küsste, auf dem Sofa mehrfach gesagt haben, er solle 

sie loslassen, sie wolle das nicht, und versucht haben, sich mit den Händen ihren 

Mund zu bedecken. Auf dem Bett soll die Privatklägerin als Reaktion darauf, dass 

der Beschuldigte ihr die Leggings runter- und sich die Hosen auszog, sie mit den 

Fingern an der Scheide berührte und ihren Anus leckte gemäss Anklage ge-

schrien haben, dass sie das nicht wolle, dass der Beschuldigte sie loslassen und 

nach Hause gehen lassen solle. Als Reaktion auf die anale Penetration soll die 

Beschuldigte (vor Schmerz) geweint haben. 

2. Der Beschuldigte gibt zu, an der Privatklägerin den Analverkehr bis zum 

Samenerguss vollzogen zu haben und die Privatklägerin danach aufgefordert zu 

haben, niemandem etwas vom Geschehenen zu erzählen. Dieses Geständnis 

deckt sich mit dem übrigen Untersuchungsergebnis. Der Anklagesachverhalt ist 

insoweit ohne Weiteres erstellt. Der Beschuldigte bestreitet jedoch, dass der 

Analverkehr gegen den Willen der Privatklägerin geschehen sei, und er sie dazu 

gezwungen habe. Sie habe auch während des Analverkehrs nicht gesagt, dass er 

nicht weitermachen solle. Wenn er das Weinen bemerkt oder gesehen hätte, hät-

te er aufgehört. Weiter treffe es nicht zu, dass er sie auf dem Sofa geküsst, sie 

dort mit seinen Fingern an der Scheide berührt und sie auf dem Bett am Anus ge-

leckt habe (Prot. I S. 12 ff.; Prot. II S. 40).  

3.1 Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Sachverhaltserstellung und der Be-

weiswürdigung zutreffend dargelegt und die bis zum Abschluss des erstinstanzli-

- 10 - 

chen Verfahrens vorliegenden Beweismittel vollständig aufgezählt; es kann inso-

weit auf das angefochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 72 E. 2.3 f. und 2.8).  

3.2.1 Im Berufungsverfahren wurden der Beschuldigte und die Privatklägerin er-

neut befragt (Prot. II S. 9 ff.). Die Rechtsvertreterin der Privatklägerin erinnert im 

Zusammenhang mit dieser, inzwischen vierten, Befragung ihrer Mandantin grund-

sätzlich zu Recht an die besondere Schutzbestimmung von Art. 154 Abs. 4 lit. b 

StPO, welche vorsieht, dass ein Kind während des ganzen Verfahrens in der Re-

gel nicht mehr als zweimal einvernommen wird. Allerdings hängt auch bei einem 

minderjährigen Opfer die Glaubhaftigkeit der Aussagen entscheidend davon ab, 

dass es Unklarheiten in seiner Darstellung plausibel erklärt und Widersprüche 

nachvollziehbar auflöst. Ist dazu eine weitere Einvernahme nötig, steht die Ord-

nungsvorschrift von Art. 154 Abs. 4 lit. b StPO einer erneuten Befragung nicht im 

Weg.  

3.2.2 Vorliegend wurde die erneute Befragung der Privatklägerin in erster Linie 

nötig, weil die im Berufungsverfahren neu als Beweismittel zur Verfügung stehen-

de Excel-Tabelle mit den Textnachrichten, welche der Beschuldigte und die Pri-

vatklägerin am Tattag ausgetauscht hatten (Urk. 90/1-3), die Annahme nahelegte, 

dass die Privatklägerin - wie übrigens auch der Beschuldigte - in den früheren 

Einvernahmen zu den Umständen des Treffens vom 4. März 2015 wahrheitswid-

rig ausgesagt hatte. So hatte sie in der Untersuchung und im erstinstanzlichen 

Hauptverfahren den Eindruck vermittelt, dass die erneute Kontaktaufnahme durch 

den Beschuldigten und das Wiedersehen lediglich rein kollegial und deshalb er-

folgte, weil der Beschuldigte ihr etwas sagen wollte (Urk. 3 S. 3; Urk. 16 S. 2; 

Prot. I S. 10 f.; vgl. die Bestätigung des Beschuldigten in: Urk. 18/1 S. 5 f.; Urk. 

18/2 S. 3 f.; Urk. 18/3 S. 2 f., 8 f.; Urk. 18/4 S. 7 f. Prot. I S. 22). Der Inhalt der 

Textnachrichten zeigt demgegenüber, dass der Beschuldigte und die Privatkläge-

rin sich in der vom Beschuldigten erklärten Absicht trafen, an die nicht rein plato-

nische Begegnung im Wald vor dem Kontaktabbruch anzuknüpfen. Im Einzelnen 

ergibt sich aus der Auswertung der Textnachrichten, dass der Beschuldigte mit 

der Privatklägerin Kontakt aufgenommen und sie gefragt hatte, ob sie zu ihm 

komme ("Ehi chumsch zu mir?"). Die Privatklägerin hatte auf diesen Vorschlag zu-

- 11 - 

nächst nicht eingehen wollen und stattdessen vorgeschlagen, sich draussen zu 

treffen ("Nei aber use chan scho"/"Wiso ned?"/"Ja was set ich bi dir dihei mache"). Auf die in 

diesem Zusammenhang durch die Privatklägerin gemachte Bemerkung, was sie 

denn bei ihm zuhause machen solle, erklärte der Beschuldigte in einer weiteren 

Textnachricht zunächst "Henge" und dann sogleich weiter "Mache mir umme". Die 

Privatklägerin reagierte darauf mit: "Nei han fründ". Der Beschuldigte erwiderte 

darauf, "Chumm sho mache mir" und "Witer". Auf die darauf folgende Frage der 

Privatklägerin "Was witer" fuhr er fort mit "Was mir ufghört hand". Die Privatkläge-

rin fragte zurück "Din ernst", worauf er bestätigte "Jaa" und ergänzte "Das im 

wald". Darauf fragte die Privatklägerin, ob der Beschuldigte allein zuhause sei, 

was dieser bejahte. Die weitere Frage der Privatklägerin, bis wann, er alleine sei, 

beantwortete er mit "16:30 glaubs". Die Privatklägerin äusserte dann "Ja easy ich 

chumme aber für 20 min". Der Beschuldigte wollte darauf wissen, "was go ma-

che". Die Privatklägerin antwortete "Will sis und cousine sind dihei". Der Beschul-

digte fuhr fort mit "aber alleige". Die Privatklägerin antwortete, "Ka muss no nah 

denke", worauf der Beschuldigte mit "Wetsch denn wider mache" reagierte. Die 

Privatklägerin sandte dem Beschuldigten darauf die Textnachricht "Aber du 

muesch mich bi dem tunell abholle" und ergänzte in einer weiteren, "Ja chumme 

allei". Danach folgte ein Dialogteil darüber, wo genau sie hinkommen solle ("Wiso 

tunell?/…/"Lauf bim tunnel uffe zum gelbe huss dede isch en s"), welcher um 14:38:27 Uhr 

UTC endete. Um 15:27:20 UTC setzte der Austausch von Textnachrichten mit 

derjenigen des Beschuldigten "Das blib untereus" wieder ein. Zwanzig Minuten 

später antwortete die Privatklägerin mit "Ja", worauf sich der Beschuldigte be-

dankte. Einige Minuten später fragte er dann die Privatklägerin "Wemmer es mal 

wider mache?", was sie verneinte. Danach gelangte er mit den drei weiteren 

Textnachrichten "Wiso?", "Hats ned gfalle" und etwas später "Häsch du öbert mini 

nr gäh" an die Privatklägerin, die jedoch nicht mehr antwortete.  

4. Der Beschuldigte und die Privatklägerin haben beide ein Interesse am Aus-

gang des Verfahrens und dürften daher geneigt sein, die Sachlage im Zweifel in 

einem für sich selbst möglichst günstigen Licht darzustellen. Ihre Glaubwürdigkeit 

ist insofern theoretisch eingeschränkt. Ihre Aussagen sind mit der daraus folgen-

den Vorsicht zu würdigen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass die Privat-

- 12 - 

klägerin aus eigenem Antrieb einzig ihrer besten Kollegin, D._____, ihrem besten 

Kollegen bzw. Freund und einer weiteren Kollegin vom Vorfall in der Wohnung 

des Beschuldigten erzählte. Zur Anzeigeerstattung entschloss sie sich erst, nach-

dem der durch Gerüchte alarmierte Schulsozialarbeiter interveniert hatte (Prot. II 

S. 24 f.; Urk. 3 S. 2; vgl. auch Urk 19). Wie sich aus den glaubhaften Zeugenaus-

sagen von D._____ ergibt (Urk. 19 S. 3 f.), beschrieb die Privatklägerin den Vor-

fall zwar bereits kurz danach weinend als Vergewaltigung durch anale Penetrati-

on. Einzelheiten, die eine Subsumtion des Vorgefallenen unter den Tatbestand 

der sexuellen Nötigung eindeutig zulassen würden, schilderte sie dabei gemäss 

den Aussagen der Zeugin, anders als von der Privatklägerin behauptet (vgl. nach-

folgend E. III.6.2.1 am Ende), jedoch nicht. Ihre Angaben gegenüber D._____ er-

lauben vielmehr einzig (aber immerhin) den Schluss, dass sie den Analverkehr 

nicht wollte und das Erlebnis für sie insgesamt sehr negativ war. Die Aussagen 

über weitere sexuelle Grenzüberschreitungen und ihre insbesondere verbale Ge-

genwehr, aus welchen darauf geschlossen werden kann, dass der Beschuldigte 

sich insbesondere (auch) beim Analverkehr über die unmissverständlichen Wil-

lensäusserungen der Privatklägerin wissentlich und willentlich hinwegsetzte, sind 

erst im Untersuchungsverfahren dokumentiert. Das bedeutet nicht, dass sie nicht 

zutreffen. Allerdings ist bei deren Würdigung zu beachten, dass sich die Situation 

der Privatklägerin mit der Intervention des Schulsozialarbeiters änderte. Ab die-

sem Zeitpunkt musste sie gegen ihren Willen ausserhalb des geschützten Rah-

mens ihres engsten Kollegenkreises Red und Antwort stehen. Dabei schrieb sie 

sich selber eine Mitschuld am Geschehen zu (vgl. Urk. 3 S. 4). Weiter fürchtete 

sie die Reaktion ihrer Mutter, die jeden Kontakt ihrer Tochter mit dem Beschuldig-

ten kategorisch abgelehnt hatte und einvernehmliche sexuelle Handlungen zwi-

schen ihm und der Privatklägerin nie geduldet hätte (Urk. 3 S. 2; Urk. 19 S. 7), 

wobei die Mutter auch noch im Zeitpunkt der ersten Videobefragung keine Detail-

kenntnisse vom Vorfall hatte (vgl. nachfolgend E. III.6.2.1 am Ende). Es kann da-

her nicht ausgeschlossen werden, dass die Privatklägerin, getrieben von der 

Angst um eine Beschädigung ihrer Beziehung zur Mutter und/oder eigenen 

Schuldgefühlen, ihre Darstellung gegenüber den Behörden bewusst oder als Er-

gebnis (auto-)suggestiver Prozesse so anreicherte, dass ihre (zumindest nach-

- 13 - 

trägliche) innere Ablehnung des Geschehens eine gegen aussen erkennbare Ent-

sprechung fand. Die Aussagen der Privatklägerin, insbesondere diejenigen zu ih-

rer Gegenwehr, sind folglich mit angemessener Vorsicht zu würdigen. Daran än-

dert auch die Tatsache nichts, dass die Privatklägerin im Tatzeitpunkt noch nicht 

ganz 14jährig und sexuell unerfahren war. Denn es kann nicht ausgeschlossen 

werden, dass ein junges, sexuell unerfahrenes Mädchen sexuellen Wünschen ei-

nes jungen Mannes nachgibt, sei es aus Neugierde oder um nicht als prüde zu 

gelten.  

5.1 Die Aussagen der Privatklägerin wurden im Untersuchungsverfahren anläss-

lich zweier Videobefragungen erhoben (Urk. 2; Urk. 15). Die Befragungen wurden 

entsprechend den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt (vgl. Art. 154 StPO). Die 

zu diesen verfassten Berichte (Urk. 3; Urk. 16) geben die Aussagen der Privatklä-

gerin - wie die Verteidigung zutreffend festhält - zwar zum Teil ungenau bzw. un-

vollständig wieder. Das schadet aber nicht, erlauben es die Aufzeichnungen in 

Bild und Ton doch, den genauen Ablauf der durchgeführten Befragungen zu ver-

folgen und den Inhalt der Aussagen der Privatklägerin zur Kenntnis zu nehmen. 

Die Fragetechnik, insbesondere auch anlässlich der ersten polizeilichen Befra-

gung der Privatklägerin, gibt sodann keinen Anlass zu Kritik. Die Privatklägerin 

musste das Geschehen zunächst stets mit eigenen Worten in zusammenhängen-

der Rede schildern. Soweit die befragende Polizeibeamtin in der Folge nachhak-

te, tat sie das im Wesentlichen, in dem sie das von der Privatklägerin Geschilder-

te wiederholte und sie mit offenen Fragen, wie z.B. wie das gehe oder was dazwi-

schen passiert sei, zu einer Präzisierung aufforderte. Wich sie davon im Einzelfall 

ab, wurden dadurch keine völlig neuen Elemente des Geschehensablaufs in die 

Darstellung eingeführt. Das gilt insbesondere auch für die von der Verteidigung 

kritisierten Passage im Zusammenhang mit der Berührung der Scheide (Urk. 99 

S. 7): Auf Vorhalt, dass sie gesagt habe, der Beschuldigte sei mit der Hand an ih-

re Scheide gewesen und habe dort etwas gemacht, bejahte die Privatklägerin und 

ergänzte auf entsprechende Fragen, dass das unter den Kleidern gewesen sei. Er 

habe die Scheide mit einem Finger berührt und den Finger äusserlich hin- und 

herbewegt. Die Frage, ob das wehgemacht habe, verneinte sie, wobei sie anfüg-

te, also weh-weh nicht so. Die neutrale Anschlussfrage in dieser Situation hätte 

- 14 - 

gelautet, was die Privatklägerin mit "weh-weh nicht so" meine. Stattdessen stellte 

die Befragende - offensichtlich um eine kindergerechte Formulierung bemüht - 

fest, dass es zwei verschiedene Weh gebe und fragte, ob es am Körper wehge-

macht habe, wobei sie ergänzt, also wehgemacht habe es ihr, der Privatklägerin, 

vermutlich im Kopf, also psychisch, weil sie das nicht gewollt habe. Die Privatklä-

gerin erklärte, darauf, also ja, das schon, sie habe eigentlich nichts gewollt. Da-

nach fragte die Polizeibeamtin noch einmal neutral, ob der Finger an der Scheide 

wehgemacht habe, was die Privatklägerin bejahte. Auf die wiederum neutral for-

mulierte Frage, was das für ein Schmerz gewesen sei, erläuterte die Privatkläge-

rin, also es habe wehgetan, weil der Beschuldigte auch irgendwie gedrückt habe. 

In offener Formulierung aufgefordert, den Schmerz zu beschreiben, gab sie an, 

der Beschuldigte habe gedrückt, und das habe so den Knochen berührt (Urk. 2; 

Urk. 3 S. 3 [zum Teil ungenau/unvollständig]). Ob die ursprüngliche Antwort der 

Privatklägerin, "weh-weh nicht so", mit dieser präzisierten Antwort kompatibel ist, 

ist eine Frage der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin. Zusammenge-

fasst ist festzuhalten, dass insbesondere auch bei der Einvernahme der Privatklä-

gerin am 6. März 2015 keine Beweisvorschriften oder das Recht des Beschuldig-

ten auf ein faires Verfahren verletzt wurden.  

5.2.1 In der ersten Videobefragung, welche am 6. März 2015 stattfand, gab die 

Privatklägerin zusammengefasst zuerst an, sie kenne den Beschuldigten von frü-

her. Sie hätten jeweils beim Schulhaus Fussball gespielt, aber zuletzt während 

rund eines Jahres keinen Kontakt mehr gehabt. Er sei damals nett gewesen, er 

habe auf sie aufgepasst. An den letzten Kontakt könne sie sich nicht erinnern. 

Dazu aufgefordert, den Vorfall zusammenzufassen, erzählte sie, sie sei zuhause 

am Facetimen mit ihrem besten Kollegen gewesen. Sie habe wissen wollen, ob 

sie mit oder ohne Schminke besser aussehe. Er habe gesagt, geschminkt. Dann 

habe sie begonnen, sich zu schminken. Dann habe ihr Kollege gesagt, er müsse 

noch der Mutter helfen. Sie sei immer noch am Schminken gewesen, als der Be-

schuldigte sie per SMS kontaktiert und sie gefragt habe, ob sie zu ihm kommen 

möchte. Sie habe es komisch gefunden, weil sie seit über einem Jahr keinen Kon-

takt mehr zu ihm gehabt habe. Sie habe ihm gesagt, dass sie nicht zu ihm kom-

me, sie sich aber draussen treffen könnten. Darauf habe er noch einmal gesagt, 

- 15 - 

sie solle zu ihm kommen. Sie habe dann eingewilligt. Sie sei vor der Türe gestan-

den, und er habe sie reingezogen und begonnen, sie zu küssen. Dann seien sie 

auf dem Sofa gewesen und er habe begonnen, sie zu küssen, am Hals und so. 

Und danach habe er sie gezogen und sie auf das Bett "gschupft", also sie sei von 

vorne gelandet. Er habe wieder begonnen, sie zu küssen. Sie habe dann probiert, 

sich zu wehren und habe sich umgedreht. Nachher habe er angefangen, ihre 

Leggings runterzuziehen, und sie habe sie wieder hochgezogen. Er habe gesagt, 

sie würden reissen. Und nachher habe sie begonnen zu schreien. Er habe ge-

sagt, sie solle ruhig bleiben. Und dann habe sie geheult und er habe gesagt, sie 

solle aufstehen. Sie habe aber nicht aufstehen können, weil ihr alles wehgetan 

habe. Dann habe er gesagt, sie dürfe es niemandem erzählen. Dann sei sie nach 

Hause gegangen, sie sei gerannt. Sie habe sich im Zimmer eingesperrt und ihre 

beste Kollegin angerufen. Diese sei heruntergerannt und sie, die Privatklägerin, 

habe es ihr erzählt. Die beste Kollegin habe gesagt, sie müsse es der Mutter und 

der Polizei erzählen. Das habe sie nicht gewollt, weil sie Angst gehabt habe. 

Dann sei auch noch ihr bester Kollege von … [Ort] gekommen. Er habe gesagt, 

sie müsse es der Mutter erzählen. Und er habe es der Mutter erzählen wollen, 

aber sie habe nein gesagt. Das sei alles vorgestern passiert. Der Mutter habe sie 

es gestern erzählt. Sie, die Privatklägerin, sei im Spital gewesen und ihre Mutter 

habe ihr geschrieben und sie angerufen. Sie habe aber wegen der Untersuchun-

gen nicht abnehmen können. Später habe sie ihre Mutter dann angerufen und ihr 

gesagt, sie solle ins Kinderspital kommen. Ein Lehrer werde sie abholen. Die Mut-

ter habe immer wieder gefragt, was sie habe. Die Mutter habe anfänglich gedacht, 

dass sie, die Privatklägerin, etwas in der Schule gemacht habe oder sie, wie ein 

paar Monate zuvor, ohnmächtig geworden sei. Auf entsprechende Frage bestätig-

te sie, dass sie den Vorfall zuerst jemandem in der Schule, dem Schulsozialarbei-

ter, erzählt habe. Dieser habe gesagt, sie sollten Anzeige machen und sie, die 

Privatklägerin, von einem Frauenarzt kontrollieren lassen. Beim Frauenarzt hätten 

sie sie dann ins Kinderspital geschickt. Auf die Frage, wie es denn vorgestern 

wieder zum Kontakt zwischen ihr und dem Beschuldigten gekommen sei, führte 

die Privatklägerin aus, der Beschuldigte habe ihre Mobiltelefonnummer von früher 

gehabt. Er habe geschrieben. Sie habe ihn angerufen, um zu fragen, wo er woh-

- 16 - 

ne. Auf die Frage, was gestern denn das Erste gewesen sei, gab sie an, er habe 

ein SMS geschrieben und gefragt, ob sie zu ihm nach Hause komme. Sie sei 

schockiert gewesen, weil sie keinen Kontakt mehr gehabt hätten und er plötzlich 

geschrieben habe. Sie glaube, es sei kurz vor drei Uhr gewesen. Sie bejahte, 

dass sie erschrocken sei, als sie das gelesen habe. Sie habe überlegt, ob er ihr 

fälschlicherweise geschrieben habe. Dann habe sie ein paar Minuten gewartet, 

bevor sie gesagt habe, sie komme nicht zu ihm nach Hause, sie komme kurz 

nach draussen. Dann habe er gesagt, sie solle kurz zu ihm kommen. Dann wisse 

sie nicht mehr weiter, was sie geschrieben hätten. Sie sei dann zu ihm nach Hau-

se. Dann sei sie vor der Türe gestanden. Darauf angesprochen, ob sie nicht noch 

telefoniert hätten, bestätigte sie, dass sie ihn angerufen und gefragt habe, wo er 

wohne. Zuerst habe er sie angelogen; er habe gesagt, er wohne in einem ande-

ren Haus. Dann sei sie da hin, und er habe dann gesagt, nein, beim gelben Haus. 

Dort habe sie bei … geläutet, wie er es gesagt habe. Dann sei sie die Treppe in 

den dritten Stock hochgegangen. Danach gefragt, warum sie überhaupt gegan-

gen sei, erklärte sie, sie habe geglaubt, er wolle ihr etwas Wichtiges sagen. Die 

weitere Frage, ob er ihr geschrieben habe, dass er ihr etwas Wichtiges sagen 

wolle, erklärte sie, sie habe es so verstanden. Sie sei neugierig gewesen. Auf 

Frage bestätigte sie, dass sie sich ganz viele Gedanken gemacht habe. Sie habe 

sich überlegt, wieso er ihr überhaupt schreibe, er sei ja viel älter, sie sei noch 

jung. Sie habe keinen Kontakt mehr zu Älteren. Dann habe sie überlegt, ob sie 

seinen Kollegen E._____ fragen solle, was er, der Beschuldigte, überhaupt wolle. 

Mit ihm habe sie auch keinen Kontakt mehr, er habe früher aber gesagt, sie kön-

ne sich jederzeit an ihn wenden, wenn sie Hilfe brauche. Dazu aufgefordert, zu 

erzählen wie es nach dem Hochsteigen der Treppe weiter gegangen sei, erzählte 

sie, die Türe sei schon offengestanden. Sie sei erschrocken. Er habe sie voll an-

gelacht. Sie sei vor der Türe gestanden. Er habe sie an der Hand gezogen und 

sie dann auf dem Sofa sitzen lassen. Dann habe er probiert, sie zu küssen. Sie 

habe gesagt, nein, sie wolle das nicht. Er habe sie am Hals und auf die Backe ge-

küsst. Dann habe er probiert, sie auf den Mund zu küssen. Dann habe er seine 

Hand bei ihr vorne rein gesteckt. Auf die Aufforderung hin, genauer zu werden, 

sagte sie, er habe seine Hand bei der Scheide reingesteckt und habe mit dem 

- 17 - 

Finger so berührt. Sie habe angefangen zu weinen, weil sie es nicht gewollt habe. 

Dann habe er sie an der Hand gezogen und sie auf das Bett im Schlafzimmer 

"gschupft". Danach gefragt, wie der Beschuldigte sie von der Türe bis zum Sofa 

gebracht habe, erläuterte sie, er habe sie am Handgelenk gezogen. Sie sei dann 

auf dem Sofa gesessen und er habe begonnen, sie zu küssen. Sie habe die Ja-

cke noch angehabt; die Jacke sei offen gewesen. Dann habe er begonnen, sie zu 

küssen und sie habe gesagt, dass sie das nicht wolle. Er habe auch noch gesagt, 

dass sie ihm gehöre. Danach gefragt, wie seine Position gewesen sei, als sie auf 

dem Sofa gesessen sei, gab sie an, er sei mit etwas Abstand rechts neben ihr ge-

sessen. Er habe angefangen, sie zu küssen. Zuerst habe er am Mund probiert. 

Sie habe die Hand vor den Mund gelegt. Er habe die Hand weggetan und begon-

nen, sie am Hals zu küssen. Dann habe er sie auf die Wange geküsst und dann 

auf den Mund. Auf die Frage, was sie gespürt habe, als der Beschuldigte sie auf 

den Mund geküsst habe, ob es ein Kuss Lippe auf Lippe gewesen sei oder ob sie 

noch anderes gespürt habe, gab sie an, es sei ein Kuss Lippe auf Lippe gewesen 

und er habe auch die Zunge rausgestreckt. Die Zunge sei in ihren Mund gegan-

gen. Sie habe versucht, sich zu wehren. Sie habe sich die ganze Zeit bewegt und 

den Kopf hin- und herbewegt und versucht aufzustehen. Auf entsprechende Fra-

gen führte sie weiter aus, es habe nicht funktioniert, weil er auf ihr gelegen sei. 

Aufgefordert, das zu erklären, beschrieb sie, sie sei am Sitzen gewesen, und er 

habe probiert, sie zu küssen. Dabei sei er immer näher gekommen. Dann sei sie 

nach hinten gefallen, und er sei mit seinem Oberkörper auf sie gegangen. Auf 

Vorhalt, dass sie gesagt habe, der Beschuldigte sei mit der Hand an ihrer Scheide 

gewesen und habe dort etwas gemacht, bejahte sie und ergänzte auf entspre-

chende Fragen, dass das unter den Kleidern gewesen sei. Er habe die Scheide 

mit einem Finger berührt und den Finger äusserlich hin- und herbewegt. Die Fra-

ge, ob das wehgemacht habe, verneinte sie, also weh-weh nicht so. Darauf stellte 

die Befragende fest, dass es zwei verschiedene Weh gebe und fragte, ob es am 

Körper wehgemacht habe, wobei sie ergänzt, also wehgemacht habe es ihr, der 

Privatklägerin, vermutlich im Kopf, also psychisch, weil sie das nicht gewollt habe. 

Die Privatklägerin erklärte, darauf, also ja, das schon, sie habe eigentlich nichts 

gewollt. Noch einmal danach gefragt, ob der Finger an der Scheide wehgemacht 

- 18 - 

habe, bejahte sie dann. Auf die Frage, was das für ein Schmerz gewesen sei, er-

läuterte sie, also es habe wehgetan, weil der Beschuldigte auch irgendwie ge-

drückt habe. Aufgefordert, den Schmerz zu beschreiben, gab sie an, der Beschul-

digte habe gedrückt, und das habe so den Knochen berührt. Auf Vorhalt, sie habe 

gesagt, sie wolle das nicht und die Frage, ob sie noch wisse, mit welchen Worten 

sie das gesagt habe, erklärte sie, sie habe gesagt, A._____ geh bitte weg, lass 

mich los, ich will nach Hause. Er habe darauf nicht reagiert. Er habe dann auf 

dem Sofa einfach aufgehört, habe sie gezogen und sie habe gefragt, wo sie hin-

gingen. Sie habe gedacht, er lasse sie nach Hause gehen. Dann habe er sie ge-

zogen. Bevor sie bei der Türe gewesen seien, habe er begonnen, sie etwas zu 

"schupfen". Er habe sie auf das Bett "gschupft", und sie sei von vorne gelandet, 

weil sie sich umgedreht gehabt habe, um zu gehen. Er habe sie dann von vorne 

"gschupft" und sei wieder mit seinem ganzen Gewicht auf sie gekommen. Sie sei 

auf dem Rücken gelandet, und er sei mit seiner Brust auf sie gekommen. Zwi-

schen Sofa und Bett habe er nur gesagt, komm mit, und sie habe gefragt, ob sie 

nach Hause dürfe. Mehr habe er nicht gesagt. Dazu aufgefordert zu beschreiben, 

wie es auf dem Bett weitergegangen sei, schilderte sie, sie sei gelandet, und er 

sei auf sie gekommen. Sie habe versucht, sich zu bewegen. Dann sei er aufge-

standen. Sie habe sich umgedreht und versucht, vom Bett wegzugehen. Dann 

habe er sie wieder auf das Bett "gschupft", und sie sei mit der Brust auf dem Bett 

gelandet. Dann habe er versucht, ihr die Leggings auszuziehen. Er sei auf ihren 

Beinen gesessen, also von hinten. Er habe versucht, die Leggings von hinten 

auszuziehen. Sie habe angefangen zu schreien, nein, er solle sie loslassen. Dann 

habe er gesagt, ihre Leggings würden zerreissen. Ihr sei das eigentlich egal ge-

wesen. Sie habe gesagt, nein, A._____, lass mich los, ich will nach Hause. Dann 

habe er die Leggings ausgezogen, und sie habe angefangen zu schreien. Er habe 

auch seine Hose ausgezogen, also nicht ganz, aber so bis zu den Knien oder et-

was mehr. Auf die Frage, wie das gehe, wenn er auf ihren Beinen gesessen sei 

und ihr die Leggings ausgezogen habe, erklärte sie, er sei auf ihren Unterschen-

keln gesessen und habe die Leggings samt Unterhose bis unter die Knien ausge-

zogen. Dann habe er ihr Füdliloch geleckt und dann seinen Penis in ihr Füdliloch 

gesteckt. Der Penis sei steif gewesen. Es habe fest wehgemacht. Sie habe nach-

- 19 - 

her nicht aufstehen können. Auf die Frage, ob der Beschuldigte sie festgehalten 

habe, gab sie an, zuerst an den Händen, dann habe er losgelassen. Dann habe 

sie versucht, sich zu wehren. Er habe weitergemacht. Sie habe geschrien, sei am 

Weinen gewesen. Er habe darauf nicht reagiert. Er habe dann aufgehört, ihre 

Leggings raufgezogen. Sie sei auf dem Bett am Weinen gewesen. Dann habe er 

sie aufgefordert aufzustehen. Sie habe gesagt, sie könne nicht aufstehen, ihr tue 

alles weh. Dann habe er etwas gewartet. Sie sei dann aufgestanden. Er habe ge-

sagt, sie dürfe es niemandem erzählen. Er habe es wütend gesagt, sie habe ge-

glaubt, es könnte etwas passieren, wenn sie etwas sage, er habe es aber nicht 

gesagt. Sie sei nach Hause gerannt und habe sich umgezogen. Ihre Unterhose 

habe sie gewaschen. Sie glaube, dass sie auch die Leggings gewaschen habe. 

Sie sei sich aber nicht sicher. Sie finde sie nicht mehr. Darauf angesprochen, was 

sie fühle, wenn sie zurückdenke, gab sie an, sie denke die ganze Zeit, dass es ih-

re Schuld gewesen sei, weil sie zum Beschuldigten gegangen sei. Sie habe auch 

Angst, dass andere das erfahren und sie auslachen würden. Darauf bezugneh-

mend führte die Befragende zusammengefasst aus, dass der erwachsene Be-

schuldigte die ganze Schuld trage. Sie habe keine Schuld. Der Beschuldigte habe 

gesagt, komm zu mir und sie kenne ihn ja von früher. Klar, habe sie sich Gedan-

ken gemacht, aber sie habe ja gesagt, es habe für sie getönt, wie wenn er ihr et-

was Wichtiges sage wolle. Es sei nachvollziehbar, dass man neugierig sei. Aber 

dass man so etwas mache, sei nicht entschuldbar. Sie glaube auch nicht, dass er, 

der Beschuldigte, es erzähle. Er müsste sich ja selber schämen. Die Privatkläge-

rin meinte darauf, sie habe aber auf dem Weg zur Schule überall nur blaue Autos 

gesehen; er habe ja ein  blaues Auto. Darauf hielt die Befragende fest, das sei 

ihre Fantasie. Das sei absolut normal. Es wäre deshalb gut, wenn sie in die Op-

ferberatung im Kinderspital gehen würde, um Gespräche zu führen. Das könnte 

mit diesen Gedanken helfen. Nach einem Unterbruch der Befragung gab die Pri-

vatklägerin u.a. auf die Frage, was der Beschuldigte früher für sie gewesen sei, 

an, er sei ein guter Kollege gewesen. Die Frage, ob sie in ihn verknallt gewesen 

sei, bejahte sie. Sie habe ihm das auch gesagt. Sie habe gesagt, sie liebe ihn. Sie 

sei damals 11 oder 12 Jahre alt gewesen. Er habe gesagt, er liebe sie auch. Die 

Frage, ob sie sich früher einmal geküsst hätten, bejahte sie. Er sei aber nicht ihr 

- 20 - 

Freund gewesen. Es seien Küsse auf den Mund oder die Backen gewesen, keine 

Zungenküsse. Er habe damals nie versucht, mehr zu machen, als sie gewollt ha-

be. Jetzt habe sie ihn nicht mehr gerne. Die Frage, ob sie in E._____ auch ver-

knallt gewesen sei, verneinte sie. Weiter hielt sie auf entsprechende Frage fest, 

dass sie ihrer besten Kollegin, D._____, den Vorfall vorgestern auch so genau er-

zählt habe, wie hier. Die Mutter wisse es nicht so genau. Sie hätten darüber nicht 

mehr gesprochen. Als sie nach dem Spital nach Hause gekommen seien, sei sie, 

die Privatklägerin, eingeschlafen (Urk. 2; vgl. auch Urk. 3 [zum Teil unge-

nau/unvollständig]).  

5.2.2 Anlässlich der Videobefragung vom 23. April 2015 bestätigte sie zunächst, 

dass sie bei der letzten Befragung die Wahrheit gesagt habe; sie wolle nichts än-

dern oder ergänzen. Auf entsprechende Aufforderung hin fasste sie den Vorfall 

weiter so zusammen, dass sie damals mit einem Kollegen via "Face Time" telefo-

niert habe. Sie habe ihn gefragt, ob sie besser aussehe, wenn sie geschminkt sei 

oder ungeschminkt. Er habe gesagt, geschminkt. Sie habe dann angefangen, sich 

zu schminken. Der Kollege habe dann auflegen müssen. Sie habe sich noch fertig 

geschminkt. Dann habe der Beschuldigte geschrieben, sie solle zu ihm nach 

Hause kommen, er müsse ihr etwas sagen. Sie habe zurückgeschrieben, dass er 

nach draussen kommen solle. Er habe gesagt, es sei dringend, sie solle zu ihm 

nach Hause kommen. Das habe sie dann gemacht. Dort sei er vor der Türe ge-

standen und habe sie hineingezogen. Er habe sie dann auf das Sofa gezogen 

und dort angefangen, sie zu küssen. Dann habe er sie wieder gezogen und auf 

das Bett gebracht. Sie sei auf dem Rücken gelegen und er habe wieder angefan-

gen, sie zu küssen. Er sei dann ein wenig aufgestanden. Sie habe sich umge-

dreht. Er habe daraufhin ihre Leggings etwas von hinten hinuntergezogen und 

seine Hose ausgezogen. Als er fertig gewesen sei, habe er gesagt, sie könne 

aufstehen, er sei fertig. Sie könne gehen und solle es niemandem erzählen. Auf 

entsprechende Frage gab sie weiter an, zwischen dem Leggings hinunterziehen 

und dem Aufstehen habe der Beschuldigte seinen Penis in ihren Arsch gesteckt. 

Er habe auch daran geleckt. Weiter sei nichts mehr passiert. Danach gefragt, ob 

der Beschuldigte sie angelangt habe, führte sie sodann aus, er habe sie auch mit 

seinen Fingern an der Scheide berührt. Auf dem Sofa habe er sie am Hals, auf 

- 21 - 

die Wange und auf die Lippen geküsst. Sie habe ihm zu verstehen gegeben, dass 

sie das nicht wolle. Sie habe gesagt, er solle sie loslassen, sie wolle das nicht. Sie 

habe ihm viele Male gesagt, er solle sie loslassen, und sie wolle das nicht. Als 

das im Bett passiert sei, habe sie mehrfach geschrien, er solle sie loslassen und 

nach Hause gehen lassen und auch, dass sie das nicht wolle. Sie habe begon-

nen, sich verbal zu wehren, als er angefangen habe zu küssen. Er habe das igno-

riert. Er habe nie auf ihren verbalen Widerstand reagiert. Danach gefragt, ob sie 

sich noch irgendwie anders zu wehren versucht habe, gab sie an, sie habe sich 

die ganze Zeit bewegt, versucht, mit den Händen ihren Mund zu bedecken und 

den Beschuldigten mit den Händen wegzustossen. Er habe darauf nicht reagiert. 

Die Frage, ob sie irgendwann geweint habe, bejahte sie. Das sei gewesen, als er 

seinen Penis in ihren Arsch getan habe. Dann habe sie angefangen zu weinen. 

Sie denke, dass er das mitbekommen habe. Das denke sie, weil sie bei den Au-

gen ganz verschmiert gewesen sei, als sie aufgestanden sei. Auf ihr Weinen habe 

er nicht reagiert. Weiter bejahte sie die Frage, ob sie um Hilfe gerufen habe. Sie 

habe nicht "Hilfe" gerufen oder so. Aber sie habe angefangen zu schreien, damit 

sie ein Nachbar höre oder so und nachschauen könne. Sie habe geschrien, als 

der Beschuldigte seinen Penis in ihren Arsch gesteckt habe. Sie habe damit be-

gonnen, als er den Penis eingeführt habe. Dann habe sie aufgehört und dann 

nochmals angefangen. Weiter machte sie auf entsprechende Fragen Ausführun-

gen zu ihrem Verhältnis zum Beschuldigten vor dem Vorfall, wobei sie u.a. fest-

hielt, sie habe es mit ihm sehr gut gehabt und häufig draussen mit ihm gespielt. 

Sie habe dabei nichts gedacht. Sie habe ihn als guten Kollegen gesehen. Der 

Kontakt sei plötzlich nicht mehr da gewesen, weil sie ihn einmal geliebt habe und 

er sie auch. Dann habe jedoch ihre Mutter davon erfahren und jeden weiteren 

Kontakt verboten. Der Beschuldigte habe dann von ihr auch Abstand genommen 

und sie hätten bis am 4. März 2015 keinen Kontakt mehr gehabt. Sie habe den 

Beschuldigten vor dem Kontaktabbruch einen Monat oder länger geliebt; sie wis-

se es nicht mehr. Sie seien nur einmal allein gewesen. Da seien sie durch den 

Wald gelaufen. Sonst seien immer andere dabei gewesen. Auf Vorhalt einer 

früheren Aussage, bestätigte sie, dass es zwischen ihnen vor dem Kontaktab-

bruch zu Küssen auf die Wange und den Mund gekommen sei. Sie denke, dass 

- 22 - 

die Idee dazu von ihnen beiden gekommen sei, sei aber nicht mehr sicher. Sie 

hätten sich nur geküsst. Er habe nicht mehr gewollt, sie auch nicht. Danach ge-

fragt, was sie gemacht hätten, als sie im Wald alleine gewesen seien, sagte sie 

aus, sie seien einfach ca. für eine Stunde spazieren gegangen. Auf Zusatzfragen 

des Staatsanwaltes bestätigte sie, dass sie gewusst habe, dass die Eltern des 

Beschuldigten nicht zuhause seien. Der Beschuldigte habe ihr das von sich aus 

entweder geschrieben oder gesagt, als sie telefoniert hätten. Auf Zusatzfragen 

der Verteidigung, in welchem Abstand sie am 4. März 2015 nebeneinander auf 

dem Sofa gesessen seien, gab sie an, der Beschuldigte habe sich zuerst hinge-

setzt. Dann seien sie in einem Abstand von ca. 30 bis 40 Zentimetern nebenei-

nander gesessen. Der Abstand sei beim Sitzen die ganze Zeit gleich gross gewe-

sen. Weiter bestätigte sie, dass der Fernseher gelaufen sei (Urk. 15; vgl. auch 

Urk. 16 [zum Teil ungenau/unvollständig]).  

5.3.1 Kurz zusammengefasst bestimmte der Beschuldigte nach der insoweit kon-

stanten Darstellung der Privatklägerin in den beiden Videobefragungen ab ihrem 

Eintreffen an seinem Wohnort den Gang der Dinge. Er zog sie zum Sofa, wo sie 

kurz nebeneinander sassen, bevor er versuchte, die Privatklägerin zu küssen. In 

der Folge setzte er sich konsequent über ihren immer wieder ausdrücklich geäus-

serten Willen und ihre Versuche hinweg, sich körperlich gegen seine sexuell moti-

vierten Übergriff zu wehren. Er küsste sie, berührte ihre Scheide, zog sie dann an 

der Hand vom Wohn- in sein Schlafzimmer, stiess sie dort rücklings auf sein Bett, 

legte sich auf sie und küsste sie erneut. Als die Privatklägerin versuchte, ein kur-

zes Aufstehen des Beschuldigten auszunützen, um sich ab dem Bett zu bewegen, 

stiess er sie bäuchlings auf das Bett zurück, setzte sich auf ihre Beine, zog ihre 

Leggings und seine Hosen bis zu den Knien runter, leckte ihren After und drang 

dann anal in sie ein. Diese Darstellung der Privatklägerin ist in sich logisch und 

wirkt lebensnah; der Vorfall kann sich so ereignet haben. Die Schilderung der Pri-

vatklägerin ist dessen ungeachtet im Detail aber teilweise widersprüchlich. Das 

gilt namentlich für den Zeitpunkt, in dem sie erstmals zu weinen bzw. zu schreien 

begann und für die Frage, ob der Beschuldigte auf ihren Ober- oder Unterschen-

keln sass, als er die Leggings runterzog. Ferner weist die Verteidigung zu Recht 

daraufhin (Urk. 99 S. 22 f.), dass gewisse Dramatisierungstendenzen in der Dar-

- 23 - 

stellung der Privatklägerin erkennbar sind, insbesondere auch unter zusätzlicher 

Berücksichtigung ihrer (in sich widersprüchlichen) Aussagen anlässlich der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 24). Entscheidend beeinträchtigt wird die 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin jedoch erst unter Berücksichti-

gung der Vorgeschichte des Treffens vom 4. März 2015, zumal die Privatklägerin 

insoweit nachgewiesenermassen falsch ausgesagt hat.  

5.3.2 So vermittelte die Privatklägerin in beiden Videobefragungen und im erstin-

stanzlichen Hauptverfahren (vgl. Prot. I S. 10 f.) den Eindruck, dass die erneute 

Kontaktaufnahme durch den Beschuldigten und das Wiedersehen am 4. März 

2015 rein kollegial und deshalb erfolgte, weil der Beschuldigte ihr etwas sagen 

wollte. Dass sie dabei in der ersten Befragung lediglich angab, sie habe das Ge-

fühl gehabt, er wolle ihr etwas Wichtiges sagen, ändert - entgegen der Auffassung 

ihrer Rechtsvertreterin (Prot. I S. 45) - nichts an der eindeutigen Stossrichtung ih-

rer Aussagen. Es ist in diesem Zusammenhang auch festzuhalten, dass die Pri-

vatklägerin damals erst auf direkte Frage angab, früher in den Beschuldigten ver-

knallt gewesen zu sein, und dass es zwischen ihnen zu einvernehmlichen Küssen 

gekommen sei. Zu Beginn der Befragung hatte sie den Beschuldigten einem 

grossen Bruder vergleichbar geschildert, was zu ihrer darauf folgenden Darstel-

lung, es habe sich um ein rein kollegiales Treffen gehandelt, passte. Der Inhalt 

der Textnachrichten zeigt demgegenüber, dass der Beschuldigte an die nicht rein 

platonische Begegnung im Wald vor dem Kontaktabbruch anknüpfen wollte und 

die Privatklägerin das auch so verstand (vgl. auch Prot. II S. 16 ff., 40 f.). In einer 

ersten Reaktion wies sie das Ansinnen des Beschuldigten zurück ("Nei han 

fründ"). Darauf insistierte der Beschuldigte ("Chumm sho mache mir"/"Witer"), wo-

rauf die Privatklägerin noch einmal nachfragte ("Was witer") und der Beschuldigte 

dabei blieb ("Was mir ufghört hand"), die Privatklägerin sich dann der Ernsthaf-

tigkeit der Äusserung versicherte ("Din ernst") und nachdem der Beschuldigte 

diese bestätigte hatte ("Jaa"/"Das im wald") fragte, ob der Beschuldigte allein zu-

hause sei, was dieser bejahte. Darauf erklärte die Privatklägerin sie komme ("Ja 

easy ich chumme aber für 20 min") und nach weiterem Geplänkel auf die wieder-

holte Frage des Beschuldigten, ob sie es wieder machen wolle ("Wetsch denn wi-

der mache") reagierte sie mit "Aber du muesch mich bi dem tunell abholle" und 

- 24 - 

ergänzte in einer weiteren Nachricht, "Ja chumme allei". Die Privatklägerin stimm-

te einer Fortsetzung der Geschichte im Wald somit zwar nicht explizit zu, bevor 

sie zum Beschuldigten nach Hause ging, signalisierte aber nach anfänglicher Ab-

lehnung schliesslich implizit ihre Offenheit dafür (eindeutig in dieser Hinsicht: "Wetsch 

denn wider mache"/"Aber du muesch mich bi dem tunell abholle"). Ob die anfängliche Ab-

lehnung Ausdruck der Befürchtung war, der Beschuldigte habe die Mitteilung ver-

sehentlich an sie versandt, und sie könnte sich mit einer Zusage lächerlich ma-

chen, oder der Meinungsumschwung im Laufe der Konversation Ausdruck einer 

gewissen Ambivalenz der Privatklägerin war, kann dabei offen bleiben. Nein sagte 

die Privatklägerin entgegen ihren Aussagen in der Berufungsverhandlung (Prot. I 

S. 19) letztlich jedenfalls nicht. Das bedeutet nicht, dass die Privatklägerin dem 

Beschuldigten einen Freipass für sexuelle Handlungen gab, und sie sich die Tat-

sache, dass sie sich dazu bereit erklärte, den Beschuldigten unter den gegebenen 

Vorzeichen bei sich zuhause zu treffen, vorwerfen lassen muss. Problematisch ist 

einzig der Umstand, dass die Privatklägerin das zu verschleiern versuchte und 

auch nach dem Bekanntwerden des Inhaltes der SMS-Konversation nicht erklärte, 

weshalb sie dies getan hatte, sondern angab, sie habe sich bei den Befragungen 

nicht mehr daran erinnern können, dass der Beschuldigte geschrieben habe, er 

wolle an das anknüpfen, was im Wald passiert sei (Prot. II S. 23). Dass das nicht 

zutrifft, ist offensichtlich, fand die erste Videobefragung doch nicht einmal 48 

Stunden nach dem Vorfall statt und konnte sich die Privatklägerin dabei an den 

weniger verfänglichen Teil der SMS-Konversation sehr wohl erinnern. Zusam-

mengefasst ist folglich festzuhalten, dass die Privatklägerin über die Vorgeschich-

te des Treffens vom 4. März 2015 bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Ver-

fahrens nicht die Wahrheit sagte. Im Berufungsverfahren bestätigte sie auf Vorhalt 

der SMS-Konversation zwar, dass der Beschuldigte an ein Treffen im Wald habe 

anknüpfen wollen, wo es zwischen ihnen zu Küssen gekommen sei, stellte sich 

aber auf den Standpunkt, sie habe dazu nein gesagt, was durch die ausgelese-

nen Textnachrichten widerlegt ist. Weiter bestritt sie, diesen Teil der Konversation 

zwischen ihr und dem Beschuldigten im Vorfeld bewusst verschwiegen zu haben, 

was nicht glaubhaft ist. Ihre Falschaussage bezieht sich dabei nicht auf irrelevan-

te Begleitumstände der angeklagten Tat, sondern berührt direkt ihre vom Be-

- 25 - 

schuldigten bestrittene Behauptung, er habe sie gegen ihren Willen geküsst, ihre 

Scheide gegen ihren Willen berührt, ihren Anus gegen ihren Willen geleckt und 

sie schliesslich gegen ihren Willen anal penetriert. Der Inhalt der SMS-

Konversation im Vorfeld des Treffens lässt es namentlich zweifelhaft erscheinen, 

dass die Privatklägerin sich gegen Küsse gewehrt hätte und auch ein Berühren 

der Scheide und ein Lecken des Anus würde nicht so deutlich über das früher 

Vorgefallenen hinausgehen, dass vermutungsweise eher anzunehmen wäre, die 

Privatklägerin hätte sich dagegen (klar) gewehrt. Da die Privatklägerin das Ge-

schehen in der Wohnung des Beschuldigten bis zum Abschluss des erstinstanzli-

chen Verfahrens als eine Abfolge von Grenzüberschreitungen schilderte und da-

rauf im Berufungsverfahren nicht zurückkam (vgl. Prot. II S. 26), stellen die ernst-

haften Zweifel hinsichtlich einzelner Teile dieser Abfolge ihre Schilderung insge-

samt in Frage, soweit sie nicht eine (allenfalls beschönigende) Entsprechung in 

den Aussagen des Beschuldigten finden. Das gilt um so mehr, als auch die 

Glaubwürdigkeit der Privatklägerin nicht in jeder Hinsicht intakt erscheint.  

6.1 Der Beschuldigte gab in der ersten Befragung zusammengefasst an, er ken-

ne die Privatklägerin von früher. Ihr Verhältnis sei kollegial. Sie hätten jeweils 

beim Schulhaus Fussball gespielt, aber bis letzten Mittwoch während rund eines 

Jahres keinen Kontakt mehr gehabt, weil die Mutter der Privatklägerin ihm ge-

droht habe, die Polizei einzuschalten, wenn er sich weiterhin mit ihr abgeben soll-

te. Am letzten Mittwoch habe er sie dann per SMS kontaktiert und sie gefragt, ob 

sie zu ihm kommen möchte. Er habe einfach geschrieben, weil sie lange keinen 

Kontakt mehr gehabt hätten und sie sich früher oft beim Fussball gesehen hätten. 

Er habe keine sexuellen Hintergedanken gehabt. Es sei nie seine vordergründige 

Idee gewesen "dies" zu machen; sie sei ja minderjährig. Sie habe sofort auf sein 

SMS reagiert und gesagt, sie komme gleich. Ca. 10 bis 15 Minuten später sei sie 

da gewesen. Weiter gab er zu Protokoll, sie hätten dann in der Stube ca. 10 Minu-

ten zusammen TV geschaut und geredet. Dabei seien sie sich körperlich nicht 

näher gekommen. Es habe auch im Gespräch keine sexuellen Andeutungen ge-

geben. Dann sei er ins Zimmer gegangen. Er habe sein Handy geholt, das er dort 

aufgeladen habe. Die Privatklägerin sei ihm gefolgt. Er habe sein Handy geholt, 

das auf dem Nachttisch gelegen habe. Die Privatklägerin sei ihm irgendwie näher 

- 26 - 

gekommen. Die Privatklägerin sei vor ihm gestanden und sie hätten sich geküsst. 

Es sei von beiden gekommen. Sie hätten sich ca. ein bis zwei Sekunden auf die 

Lippen geküsst. Sie hätten sich gegenseitig umarmt. Auf die Frage, ob sie ge-

standen oder gesessen seien, als es zum Kuss gekommen sei, gab der Beschul-

digte an, sie seien auf dem Bett gesessen. Er sei dann auf dem Bett auf dem Rü-

cken gelegen und die Privatklägerin habe sich auf seinen Bauch gesetzt. Er habe 

ihr dann die Hosen bis ca. Mitte Füdlibacken runtergezogen. Die Privatklägerin sei 

dann von ihm runter und habe sich auf die andere Bettseite gedreht. Er habe sich 

zu ihr rüber gedreht und sich auf sie gelegt. Ihre Hose sei hinten etwas runterge-

zogen und vorn ganz normal hochgezogen gewesen. Er habe dann, als er auf ihr 

gelegen sei, seine Hosenknöpfe geöffnet und seinen Penis rausgenommen. Die 

Privatklägerin habe nichts gemacht. Sie habe sich zwischenzeitlich von der Rü-

ckenlage auf den Bauch gedreht gehabt und sei mit dem Handy beschäftigt ge-

wesen. Er habe seinen Penis dann reingesteckt, wobei es erst beim zweiten Mal 

geklappt habe. Er habe sich dann bis zum Samenerguss hin- und herbewegt. Die 

Privatklägerin habe während des Vorgangs nichts gesagt. Sie habe etwas ge-

weint, ohne Tränen. Vielleicht wegen etwas Schmerz, er wisse es nicht. Nach 

dem Samenerguss habe die Privatklägerin gesagt, dass es wehtue. Während des 

Aktes seien nur einige wenige Tränen gekommen. Er habe weitergemacht, weil er 

einfach habe kommen wollen. Nach dem Akt habe er sie noch gefragt, ob sie et-

was trinken möchte, was sie nicht gewollt habe. Dann sei sie gegangen. Er habe 

ihr noch gesagt dass sie von diesem Vorfall nichts erzählen solle. Die Version der 

Privatklägerin bestritt er auf Vorhalt, soweit sie von seiner eigenen abwich. Er ge-

stand einzig ein, dass die Privatklägerin während des Analsex einmal gesagt ha-

be, es tue weh (Urk. 18/1). Dabei blieb er auch in der Hafteinvernahme vom glei-

chen Tag. Nach dem Grund dafür gefragt, weshalb er in die Privatklägerin einge-

drungen sei, gab er dabei an, es sei nie seine Absicht gewesen, sexuell etwas mit 

ihr zu machen, denn er habe ja gewusst, dass sie noch recht jung sei. Es sei ein-

fach passiert, als sie so dagelegen sei. Dass er der Privatklägerin gesagt habe, 

sie solle niemandem vom Vorfall erzählen, sei richtig. Er habe das gemacht, weil 

er Angst gehabt habe. Er habe gewusst, dass Sex mit Minderjährigen ein schwe-

res Delikt sei (Urk. 18/2). In der Einvernahme vom 11. Mai 2015 (Urk. 18/3) stellte 

- 27 - 

er auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin in Abrede, dass diese versucht 

habe, sich zu wehren und geschrien habe. Es sei einzig richtig, dass sie Tränen in 

den Augen gehabt habe vor Schmerzen. Er habe nicht aufgehört, als er diese ge-

sehen habe, weil er ein Blackout gehabt habe. Es sei richtig, dass er die Privat-

klägerin zu sich gebeten habe, weil er ihr etwas habe sagen wollen. Daran, was 

er ihr habe sagen wollen, könne er sich nicht erinnern. Er habe sie nicht zu sich 

gebeten, weil er mit ihr habe Sex haben wollen. Er denke, er habe sie vermisst. 

Weiter blieb er dabei, dass er die Privatklägerin auf dem Sofa nicht geküsst habe. 

Sie hätten sich aber in seinem Zimmer geküsst. Im Wohnzimmer hätten sie nur 

miteinander gesprochen und ferngesehen. Danach sei er in sein Zimmer gegan-

gen, um sein Handy zu holen. Sie sei ihm nachgegangen. Er habe sein Handy 

geholt, dann sei es zum Zwischenfall gekommen. Sie hätten sich geküsst und 

seien auf dem Bett gelandet. Er glaube, dass er zuerst auf dem Bett gewesen sei. 

Vielleicht sei es aber auch umgekehrt gewesen. Es sei schnell gegangen. Jeden-

falls sei die Privatklägerin auf dem Bauch auf dem Bett gelegen und dann sei er 

von hinten gekommen. Danach gefragt, was denn mit den Leggings gewesen sei, 

fuhr er fort, bevor es zum Zwischenfall gekommen sei, sei sie ja schon auf ihm 

gelegen. Dort habe er ein bisschen versucht, die Leggings runterzuziehen. Sie 

habe gelacht und die Leggings wieder hochgezogen, aber nicht mehr ganz. Er 

habe dann seine Hände an ihren Arschbacken gehabt. Schliesslich habe er die 

Leggings noch etwas weiter runtergezogen und sei dann in sie eingedrungen, als 

sie auf dem Bauch gelegen sei. Auf die Ergänzungsfrage des Verteidigers, ob die 

Privatklägerin gesagt habe, dass sie das nicht wolle, als er, der Beschuldigte sie 

geküsst und ihr die Leggings runtergezogen habe, gab er zu Protokoll, dass er 

sich daran nicht erinnern könne. Als er in sie eingedrungen sei, habe sie nicht ge-

sagt, dass sie das nicht wolle. Dass sie Tränen in den Augen gehabt habe, habe 

er am Schluss bemerkt. Auf Ergänzungsfrage der Rechtsvertreterin der Privatklä-

gerin bestätigte er sodann u.a., dass die Privatklägerin auf dem Bauch liegend mit 

ihrem Handy gespielt habe, als er seinen Penis herausgenommen habe. Weiter 

blieb er dabei, dass Sex kein Hintergedanken für das Wiedersehen gewesen sei. 

Zusammengefasst blieb er auch in dieser Einvernahme grundsätzlich bei seiner 

ursprünglichen Schilderung. Das änderte sich auch anlässlich der Schlusseinver-

- 28 - 

nahme vom 29. März 2016 nicht. Insbesondere betonte er erneut, dass die Pri-

vatklägerin nicht geschrien und sich nicht gewehrt habe; es sei nichts gegen ihren 

Willen geschehen. Sie habe nicht gesagt, dass sie nicht wolle. Er habe auch erst 

am Schluss gesehen, dass sie Tränen in den Augen gehabt habe. Vorher habe er 

das nicht gesehen und sie habe auch nichts gesagt. Der Analverkehr sei im beid-

seitigen Einverständnis geschehen (Urk. 18/4). Anlässlich der Befragung im erst-

instanzlichen Gerichtsverfahren bestritt er die Darstellung der Privatklägerin er-

neut und bestätigte seine bisherige Schilderung der Ereignisse. Die Privatklägerin 

sei ihm in sein Zimmer gefolgt, als er sein Handy habe holen wollen. Dort seien 

sie sich näher gekommen und dann gerade einvernehmlich dort geblieben. Auf 

dem Bett seien sie zusammen gewesen. Sie habe sich auf den Bauch gedreht, 

dann sei er auf sie drauf gegangen und habe ihre Leggings bis auf die Arschba-

cken runtergezogen. Dann habe er seinen Laden aufgemacht und sei in sie ein-

gedrungen. Sie habe sich nicht gewehrt. Die Frage, ob er sie gefragt habe, be-

antwortete er mit nein, nicht direkt. Er habe sie nicht direkt gefragt. Aus seiner 

Sicht habe die Privatklägerin den Analverkehr auch gewollt. Er wisse nicht, er 

könne es nicht beschreiben. In dem Moment sei alles ein bisschen komisch ge-

wesen. Sie habe das auch gewollt. Er habe das so aufgenommen, dass sie das 

auch wolle, vom Gesamten her. Er habe ja seinen Penis ausgepackt. Sie habe 

sich nicht gewehrt. Für ihn sei das ein Zeichen gewesen, dass es in Ordnung sei. 

Geschrien habe sie nicht. Dass sie sonst etwas von sich gegeben hätte, daran 

könne er sich nicht erinnern. Geweint habe sie bei der Tat nicht. Zum Schluss ha-

be er gesehen, dass sie Tränen in den Augen gehabt habe. Wenn er gemerkt 

oder gesehen hätte, dass sie weint, hätte er aufgehört. Die Privatklägerin habe 

nicht gesagt, dass er nicht weitermachen solle. Er habe nichts gemerkt. Weiter 

bestätigte er erneut, dass er die Privatklägerin aufgefordert habe, nichts zu erzäh-

len. Auch freiwilliger Sex mit Minderjährigen sei verboten. Er habe nicht aufgehört, 

weil er einen Blackout gehabt habe. Er sei nicht davon ausgegangen, dass es ge-

gen den Willen der Privatklägerin gewesen sei. Als er in sie eingedrungen sei, 

habe sie sich nicht gewehrt. Sie sei einfach dort gelegen und sei mit ihrem Handy 

beschäftigt gewesen. Sie habe vielleicht zusammengezuckt oder so. Sie habe 

nichts gemacht (Prot. I S. 10 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies 

- 29 - 

der Beschuldigte auf seine bisherigen Aussagen. Auf Vorhalt des SMS-Verkehrs 

gab er u.a. zu Protokoll, er habe am Anfang mit der Privatklägerin reden wollen. 

Mit dem "ume mache" habe er küssen gemeint. Das sei früher einmal passiert. Er 

habe damit küssen und so gemeint. Auf die Frage, ob es ihm ernst mit dem wie-

der "ume mache" gewesen sei und warum er davon in der Untersuchung nichts 

gesagt habe, verweigerte er die Aussage (Prot. II S. 40 ff.). 

6.2.1 Die Sachdarstellung des Beschuldigten ist - bis auf die Frage, wie die Pri-

vatklägerin während des Analverkehrs reagiert hatte (vgl. dazu nachfolgend 

E. III.6.2.2) - im Wesentlichen widerspruchsfrei. Allerdings handelte es sich bei 

dem von ihm initiieren Treffen entgegen dem von ihm (und der Privatklägerin) er-

weckten Eindruck nicht um ein rein kollegiales Treffen; die ausgelesenen Text-

nachrichten sind diesbezüglich eindeutig. Vor diesem Hintergrund erscheint es 

wenig plausibel, dass es in seinem Zimmer bloss mehr oder weniger zufällig zu 

einer Umarmung und einem kurzen Kuss auf die Lippen kam. Vielmehr ist davon 

auszugehen, dass von Anfang an eine gewisse sexuelle Spannung bestand, die 

sich dann im Zimmer des Beschuldigten entlud. Weshalb der Beschuldigte diese 

Spannung nicht schilderte und die falsche Darstellung der Privatklägerin über den 

Hintergrund des Treffens in der Untersuchung und vor Vorinstanz bestätigte, 

bleibt letztlich sein Geheimnis. Zu betonen ist aber, dass der Inhalt der im Vorfeld 

des Treffens vom 4. März 2015 ausgetauschten Textnachrichten die Glaubhaf-

tigkeit der Darstellung des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin ihm aus ei-

genem Antrieb in sein Schlafzimmer folgte, wo es zu einvernehmlichen Zärtlich-

keiten kam, eher stützt als beschädigt. Dagegen scheint es wenig plausibel, dass 

sich mit einer Umarmung, einem Kuss auf die Lippen und einem von der auf dem 

Beschuldigten sitzenden Privatklägerin lachend unterbrochenen Versuch des Be-

schuldigten, die Leggings runterzuziehen sich "so vom Gesamten her" eine Stim-

mung hatte entwickeln können, in welcher auch die Privatklägerin den Analver-

kehr wollte. Vom äusseren Ablauf her schildert der Beschuldigte denn auch nicht 

eine Interaktion mit der Privatklägerin, die im Analverkehr endete, sondern eine 

Überrumpelung derselben, wenn er geltend macht, die Privatklägerin habe sich 

auf dem Bauch liegend wortlos mit ihrem Handy beschäftigt, als er sich auf sie 

legte, seine Hosen öffnete, seinen Penis rausnahm und anal in sie eindrang. Das 

- 30 - 

gilt auch, wenn berücksichtigt wird, dass die Leggings der Privatklägerin zu die-

sem Zeitpunkt hinten nicht ganz hochgezogen war. Einen fliessenden Übergang 

von der zärtlichen Annäherung zur analen Penetration gab es ausgehend von 

seiner Schilderung jedenfalls nicht. Vielmehr folgte auf die Zärtlichkeiten das 

(möglicherweise verlegene) Nebeneinander auf dem Bett, das die Privatklägerin 

durch die Beschäftigung mit ihrem Mobiltelefon verbrachte. Zusammengefasst 

schilderte der Beschuldigte die äusseren Abläufe bis zur analen Penetration 

grundsätzlich nicht unglaubhaft. Die Schilderung erlaubt aber die Annahme nicht, 

dass die Privatklägerin dem Beschuldigten irgendwie signalisierte, mit Analver-

kehr einverstanden zu sein. Dass die überrumpelte Privatklägerin den Vorgang 

nicht sofort richtig einordnete und überrascht gar nicht reagierte bis sie bei der 

analen Penetration zusammenzuckte, ist sodann insbesondere angesichts der 

sexuellen Unerfahrenheit der Privatklägerin nicht undenkbar, auch wenn die Er-

starrung angesichts der Abfolge diverser Handlungen des Beschuldigten (Leg-

gings ganz runterziehen, seine Hose öffnen, seinen Penis rausnehmen, Versuch 

anal einzudringen, anal eindringen) eher lang gedauert haben müsste. Immerhin 

hielt auch die Privatklägerin anlässlich der zweiten Videobefragung und anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 23) explizit (und in Abweichung 

von ihrer ersten Schilderung) fest, dass sie erst mit Schreien/Weinen begonnen 

habe, als der Beschuldigte den Penis eingeführt habe. Dann habe sie aufgehört 

und dann nochmals angefangen. Dass sie bereits auf das Runterziehen der Leg-

gings unmittelbar vor dem Analverkehr so reagiert hatte, behauptete sie nicht 

(mehr). Dass auf die Darstellung der Privatklägerin, sie habe sich ab dem ersten 

Versuch des Beschuldigten, sie zu küssen, verbal gegen jede Grenzüberschrei-

tung gewehrt, nicht abgestellt werden kann, wurde erwogen. Auch insoweit kann 

die Darstellung des Beschuldigten folglich nicht von vornherein als unglaubhaft 

bewertet werden. Allerdings erscheint es schönfärberisch, wenn der Beschuldigte 

die Tatsache, dass sich die Privatklägerin, in diesem Moment als er sich überfall-

artig auf sie legte, ihre Leggings runterzog und seinen Penis hervornahm nicht 

wehrte, vor Vorinstanz als Zeichen gewertet wissen wollte, dass alles in Ordnung 

sei. Ein Mann der sich anschickt, ein noch nicht ganz 14jähriges Mädchen, von 

der er (zu Recht) annimmt, sie sei noch Jungfrau (Urk. 18/3 S. 7 [Frage 50]), 

- 31 - 

überraschend anal zu penetrieren, tut dies, weil er zumindest vermutet, dass sie 

zu einvernehmlichem Analverkehr nicht bereit wäre und kann aus der im ersten 

Moment fehlenden Reaktion nicht eine den vorbestehenden Anzeichen wider-

sprechende plötzliche Zustimmung ableiten. Wenn er es dennoch tut, ist insoweit 

von einer Schutzbehauptung auszugehen. Das gilt auch für den Beschuldigten, 

der sich - ungeachtet allfälliger Entwicklungsdefizite (vgl. Urk. 99 S. 4) - des al-

ters- und entwicklungsmässigen Gefälles zwischen ihm, dem Erwachsenen, und 

der Privatklägerin, dem Kind, bewusst war (Urk. 18/2 S. 3 f. [Fragen 13 und 22]; 

vgl. auch Urk. 18/1 S. 14 [Frage 151]; Urk. 18/3 S. 3 [Frage 16]). 

6.2.2 Die Aussagen des Beschuldigten darüber, wie die Privatklägerin während 

des Analverkehrs reagiert hatte bzw. was er wahrgenommen hatte, sind wenig le-

bensnah und teilweise widersprüchlich. So nimmt die Vorinstanz zu Recht an, 

dass die Privatklägerin beim Analverkehr grosse Schmerzen gehabt haben muss, 

zumal sie ausgehend von der Darstellung des Beschuldigten eben nicht ent-

spannt mitmachte (vgl. Urk. 99 S. 21), sondern überraschend und ohne Gleitmittel 

penetriert wurde. Wenn der Beschuldigte angibt, die Privatklägerin habe während 

des Vorgangs nichts gesagt bzw. sie habe vielleicht wegen der Schmerzen etwas 

geweint, ohne Tränen, oder sie habe nur einmal während des Aktes gesagt, es 

tue weh, oder es seien während des Aktes nur einige wenige Tränen gekommen 

respektive, die Privatklägerin habe während des Analverkehrs weder (für ihn er-

kennbar) geweint noch etwas gesagt, muss daher davon ausgegangen werden, 

dass er die Reaktion der Privatklägerin beschönigt. Dass die erwähnten Aussa-

gen sich teilweise auch widersprechen, überrascht vor diesem Hintergrund nicht. 

Und wenn der Beschuldigte behauptet, er habe während des Analverkehrs die 

Tränen der Privatklägerin nicht gesehen, ist das zwar glaubhaft. Dass er das 

Weinen nicht hörte, dagegen nicht. In der ersten Befragung unterschied er denn 

auch zwischen dem, was die Privatklägerin nach dem Samenerguss gesagt habe, 

und den Tränen, die während des Aktes gekommen seien (Urk. 18/1 S. 10 [Fra-

gen 104, 105, 111 und 112]). Es liegt auf der Hand, dass er diese Unterscheidung 

nicht gemacht hätte, wenn er die Tränen nicht bemerkt hätte. Darauf angespro-

chen, weshalb er trotzdem weiter gemacht habe, stellte er denn auch nicht etwa 

klar, dass er während des Aktes nicht realisiert habe, dass die Privatklägerin wei-

- 32 - 

ne, sondern erklärte, dass er in dem Moment einfach habe kommen wollen. Und 

zu dieser Aussage setzte er sich anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhand-

lung wiederum in Widerspruch, indem er angab, er hätte aufgehört, wenn er das 

Weinen der Privatklägerin bemerkt hätte. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass 

die Aussagen des Beschuldigten wenig lebensnah, ausweichend und teilweise 

widersprüchlich sind, soweit er geltend macht, die Privatklägerin habe auf die 

anale Penetration kaum oder nicht bzw. für ihn nicht wahrnehmbar reagiert. Viel-

mehr ist anzunehmen, dass er trotz des für ihn erkennbaren Weinens der Privat-

klägerin nicht aufhörte, weil er kommen wollte. Die entsprechende Aussage des 

Beschuldigten ist unter Einbezug der Perspektive beider Beteiligten absolut plau-

sibel und findet eine zusätzliche Stütze in den Aussagen der Privatklägerin, selbst 

wenn man davon ausgeht, dass diese die Intensität und/oder die Lautstärke ihres 

Weinens überzeichnet. Es besteht jedenfalls keine Veranlassung anzunehmen, 

der Beschuldigte habe mit seiner Aussage zu seinen Lasten etwas eingestanden, 

das nicht zutrifft. 

7.1 Im Ergebnis ist der Verteidigung zwar darin zu folgen, dass es nicht ausge-

schlossen ist, dass auch ein noch nicht ganz 14jähriges Mädchen in Analverkehr 

einwilligt, sei es aus Neugier oder weil es nicht als prüde dastehen möchte. Des-

weitern ist erstellt, dass es zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldigten 

bereits früher zu Küssen gekommen war und sie sich in der vom Beschuldigten 

erklärten Absicht trafen, an das entsprechende Treffen anzuknüpfen, wobei die 

Privatklägerin sich dafür implizit offen zeigte. Zu Geschlechtsverkehr war es auch 

nach Darstellung des Beschuldigten, dem eine entsprechende Behauptung im 

vorliegenden Kontext helfen würde, zuvor aber noch nie gekommen. Dass der 

Analverkehr nicht unbedingt das ist, was ein junges Mädchen sich für ihr berühm-

tes "Erstes Mal" vorstellt oder wünscht, hat die Rechtsvertreterin der Privatkläge-

rin sodann richtig bemerkt (vgl. Urk. 53 S. 10). Dass die Privatklägerin keine Aus-

nahme von der Regel war, wird durch ihre einsilbige und negative Reaktion auf 

die Textnachrichten des Beschuldigten nach dem Vorfall, ob sie es wiederholen 

wolle bzw. ob es ihr nicht gefallen habe, und den Umstand, dass sie ihrer besten 

Kollegin noch am Tag des Vorfalls aufgelöst davon berichtete, sie sei anal verge-

waltigt worden, deutlich. Der Beschuldigte schildert vom äusseren Ablauf denn 

- 33 - 

auch keine Interaktion mit der Privatklägerin, die im Analverkehr endete, sondern 

eine Überrumpelung derselben. Die überrumpelte Privatklägerin reagierte zu-

nächst nicht, bis sie bei der analen Penetration zusammenzuckte und dann für 

den Beschuldigten erkennbar vor Schmerzen zu weinen begann, worauf der Be-

schuldigte aber nicht reagierte, weil er kommen wollte. Dabei konnte er, immer 

ausgehend von seiner eigenen Schilderung, in keinem Moment annehmen, die 

Privatklägerin sei mit dem Analverkehr einverstanden; die Privatklägerin hatte ihm 

nichts Entsprechendes signalisiert. Wenn er sich dennoch anschickte, die 

13jährige Privatklägerin, von der er (zu Recht) annahm, sie sei noch Jungfrau, 

überraschend anal zu penetrieren, tat er dies, weil er zumindest vermutet, dass 

sie zu einvernehmlichem Analverkehr nicht bereit wäre. Die nach dem Vorfall an 

die Privatklägerin gesandten Textnachrichten des Inhalts, ob sie es wiederholen 

wolle und, nachdem sie das verneint hatte, ob es ihr nicht gefallen habe, wider-

sprechen dem nicht. Der Beschuldigte war sich beim Versand der Textnachrich-

ten zugegebenermassen bewusst, dass er durch den Analverkehr mit einem Kind 

ein "schweres" Delikt begangen hatte (Urk. 18/1 S. 11 [Frage 117]; Urk. 18/2 S. 4 

[Fragen 19-22]). Wenn er die Privatklägerin fragte, ob sie den Analverkehr wie-

derholen wolle, war das folglich Ausdruck von Unverfrorenheit oder der Versuch, 

die Stimmung des Opfers zu eruieren, um mögliche Konsequenzen des Fehlver-

haltens abzuschätzen, aber sicher nicht Ausdruck fehlenden Unrechtsbewusst-

sein. Muss aber davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte in den er-

wähnten Textnachrichten sein Bewusstsein um die strafbaren sexuellen Handlun-

gen mit Minderjährigen ausblendete oder kaschierte, kann entgegen der (sinnge-

mässen) Argumentation der Verteidigung (vgl. Urk. 99 S. 23) auch nicht gesagt 

werden, er hätte diese Textnachrichten nicht geschrieben, wenn er subjektiv da-

von überzeugt gewesen wäre, dass er gegen den Willen der Privatklägerin ge-

handelt habe. Zusammengefasst ist erstellt, dass der Beschuldigte die auf dem 

Bauch liegende und mit dem Mobiltelefon beschäftigte Privatklägerin, die ihm in 

keiner Weise signalisierte hatte, mit Analverkehr einverstanden zu sein, überra-

schend anal penetrierte und damit auch nicht aufhörte, als er deren Weinen be-

merkte. Die weiteren angeklagten sexuellen Grenzüberschreitungen (Küsse im 

Wohnzimmer, Berühren der Scheide im Schlafzimmer, Lecken des Anus im 

- 34 - 

Schlafzimmer) sind nicht erstellt, wobei anzufügen ist, dass die Vorinstanz zutref-

fend erkannt hat, dass ein Berühren der Scheide im Schlafzimmer von der Privat-

klägerin nie geschildert worden war.  

7.2 Weitere Beweiserhebungen erübrigen sich. Insbesondere ist auf die Einver-

nahme von Bewohnern des Mehrfamilienhauses F._____-Strasse … in G._____ 

zu verzichten (Urk. 74/1 S. 8 ff.; vgl. auch Urk. 56 S. 14). Der dem Urteil zugrun-

deliegende Sachverhalt basiert auf Aussagen des Beschuldigten. Ob die Privat-

klägerin schrie, kann offen bleiben. Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass 

selbst wenn sich die Bewohner des Mehrfamilienhauses noch zuverlässig daran 

erinnern könnten, im Tatzeitpunkt zu Hause gewesen zu sein, nicht ausgeschlos-

sen werden könnte, dass die Privatklägerin zu leise "schrie", um gehört zu werden 

oder die Zeugen gerade in einer Weise beschäftigt waren (Schlafen, Staubsau-

gen, Musikhören etc.), dass sie Geräusche aus der Nachbarwohnung überhörten. 

Zeugenaussagen, wonach zur Tatzeit keine Schreie (und kein Weinen) aus der 

Wohnung des Beschuldigten zu hören waren, könnten daher am Beweisergebnis 

von vornherein nichts ändern.  

8. Der sexuellen Nötigung macht sich namentlich schuldig, wer eine beischlafs 

ähnliche Handlung wie den Analverkehr dadurch erzwingt, dass er bedroht, Ge-

walt anwendet, unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig 

macht (vgl. Art. 189 Abs. 1 StGB). Vorausgesetzt ist eine erhebliche Einwirkung 

auf die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung, welche aufgrund einer individua-

lisierten Würdigung der relevanten konkreten Umstände zu prüfen ist. Erforderlich 

ist immer eine ausweglose Situation, in welcher dem Opfer ein Widersetzen nicht 

zuzumuten ist, sein Nachgeben unter den konkreten Umständen also verständlich 

erscheint (BGE 124 IV 154; BGE 126 IV 124; BGE 131 IV 107), wobei Kindern 

grundsätzlich keine so starke Gegenwehr wie einem Erwachsenen zugemutet 

werden kann. Eine ausweglose Situation im Sinne des Tatbestandes kann auch 

durch einen Überraschungseffekt herbeigeführt werden (BGE 6S.143/2002 E. 

1bb); BGE 128 IV 106 E. 2a)bb); BGE 75 IV 116). Zu unterscheiden ist aber zwi-

schen der Nötigung und dem Vollzug der sexuellen Handlung, die in der Folge 

aufgrund der Nötigung geduldet werden muss. Ein überraschend ausgeführter 

- 35 - 

Angriff, bei dem das Opfer keine Gegenwehr leistet und auch nicht leisten kann, 

so dass der Täter keinen Widerstand überwinden muss, stellt keine Nötigung dar 

(BGE 133 IV 49). Die verzögert einsetzende Reaktionsfähigkeit eines Opfers darf 

nicht als Widerstandsunfähigkeit missdeutet werden. Ist ein Akt der körperlichen 

Kraftentfaltung, der zugleich die sexuelle Handlung beinhaltet, dagegen das Mittel 

dazu, einen tatsächlichen oder erwarteten Widerstand für weitere sexuelle Hand-

lungen zu brechen, liegt eine Nötigung (in Bezug auf die weiteren sexuellen 

Handlungen) vor (BSK StGB II-MAIER, Art. 189 N 43). Letztere ist vorliegend an-

zunehmen. Der Beschuldigte legte sich gemäss dem Beweisergebnis überra-

schend auf die Privatklägerin und penetrierte sie in der Folge anal, bevor sie rea-

gieren konnte. Ihre Reaktion setzte erst mit der analen Penetration ein, wobei sie 

auf dem Bauch liegend der körperlichen Dominanz des Beschuldigten ausgeliefert 

war und den weiteren Vollzug des Analverkehrs dulden musste. Sie war damit in 

dieser Phase des Geschehens in einer durch den Beschuldigten geschaffenen 

ausweglosen Situation im Sinne des Tatbestandes, in der von ihr als noch nicht 

ganz 14jähriges Mädchen eine über das erstellte Weinen hinausgehende Wider-

setzlichkeit nicht erwartet werden konnte. Der Beschuldigte hielt es zumindest 

ernstlich für möglich, dass die Privatklägerin mit der sexuellen Handlung nicht 

einverstanden wäre und kam dem erwarteten Widerstand durch die Überrumpe-

lung der Privatklägerin zuvor. Als sie schliesslich mit ihrem Weinen klar machte, 

dass der Beschuldigte zu Recht vermutet hatte, dass sie keinen Analverkehr mit 

ihm wollte, setzte er sich über den so geäusserten Widerstand hinweg, weil er 

kommen wollte. Der Beschuldigte nötigte die Privatklägerin ab diesem Moment 

zumindest eventualvorsätzlich und erfüllte damit nebst dem objektiven auch den 

subjektiven Tatbestand der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB. Er ist folglich (auch) entsprechend schuldig zu sprechen. 

9.1 Ausgangspunkt für die Strafzumessung ist die schwerste vom Beschuldigten 

begangene Tat (vgl. Art. 49 Abs. 1 StGB), also die sexuelle Nötigung. Art. 189 

Abs. 1 StGB sieht für dieses Delikt einen ordentlichen Strafrahmen von Geldstrafe 

bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vor. Aussergewöhnliche Umstände, die es ange-

zeigt erscheinen lassen, diesen Strafrahmen im vorliegend Fall zu verlassen, be-

stehen auch unter Berücksichtigung der Tatmehrheit (sexuelle Handlung mit ei-

- 36 - 

nem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB) nicht (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8). 

Die Strafe ist vorliegend mithin innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu be-

messen, wobei aufgrund des Verschlechterungsverbots eine Strafe von maximal 

34 Monaten Freiheitsstrafe ausgefällt werden kann.  

9.2.1 Innerhalb des Strafrahmens bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-

schulden des Täters, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Täters sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben zu berücksichtigen sind 

(Art. 47 Abs. 1 StGB; vgl. zu den Einzelheiten BGE 123 IV 49 E. 2 und 

BGE 136 IV 55).  

9.2.2 Ist der Täter wie vorliegend wegen mehrerer Delikte zu bestrafen, hat das 

Gericht grundsätzlich basierend auf der Tatkomponente zunächst die Einsatzstra-

fe für das schwerste Delikt zu bestimmen. In einem weiteren Schritt sind die übri-

gen Delikte - wiederum basierend auf der Tatkomponente - zu beurteilen, und es 

ist dafür unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände die hypothetische Strafe 

zu ermitteln. Sodann ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips die hypo-

thetische Gesamtstrafe für sämtliche Delikte festzulegen. Nach der Festlegung 

der hypothetischen Gesamtstrafe für sämtliche Delikte ist schliesslich die Täter-

komponente zu berücksichtigen (BGE 6B_865/2009; BGE 6B_496/2011). Aller-

dings ist es ausnahmsweise zulässig, mehrere Delikte in ihrem Gesamtzusam-

menhang zu würdigen und zwar dann, wenn die Straftaten zeitlich und sachlich 

derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht sinnvoll auftrennen las-

sen (BGE 6B_101/2014 E. 4.4). Das ist vorliegend der Fall. Der Beschuldigte hat 

durch sein Verhalten zwar mehrere Straftatbestände verwirklicht. Es sind aber 

keine unabhängig voneinander begangene Straftaten zu beurteilen, deren ver-

schuldensmässige Schwere isoliert beurteilt werden könnte.  

9.3.1 Der Beschuldigte nötigte die Privatklägerin zum Analverkehr und damit zur 

Duldung einer Handlung, die in ihrer sexuellen Intensität dem Beischlaf ähnlich 

ist. Objektiv entspricht der Unrechtsgehalt seiner Tat damit weitgehend einer Ver-

gewaltigung, welche mit einer Mindeststrafe von einem Jahr bedroht ist (Art. 190 

StGB). Umstände, welche die von ihrem Unrechtsgehalt her einer Vergewaltigung 

ähnliche Tat des Beschuldigten objektiv als besonders schwer erscheinen liessen, 

- 37 - 

liegen, soweit man das Alter der Privatklägerin unberücksichtigt lässt, keine vor. 

Insbesondere ist zwar nicht zu übersehen, dass das vom Beschuldigten initiierte 

Treffen, mit dem er an die Begegnung im Wald anknüpfen wollte, aufgrund der 

Ambivalenz und der sexuellen Unerfahrenheit der jüngeren Privatklägerin objektiv 

von Anfang an das Risiko von Grenzüberschreitungen seinerseits barg. Dass der 

Beschuldigte das erkannte und bereits bei der Kontaktaufnahme mit der Privat-

klägerin bereit war, nötigenfalls auch gegen ihren Willen zu agieren, er die Tat al-

so geplant hatte, ist aber nicht erstellt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er 

Grenzen aus dem Moment heraus überschritt. Dies gilt um so mehr, als die Pri-

vatklägerin selber angab, der Beschuldigte habe vor dem Vorfall vom 4. März 

2015 nie gegen ihren Willen gehandelt. Der Übergriff dauerte sodann eher kurz. 

Erschwerend fällt immerhin ins Gewicht, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 

nicht unerhebliche körperliche Schmerzen zufügte und die Gefahr gesundheitli-

cher Beeinträchtigungen dadurch erhöhte, dass er kein Kondom verwendete. 

Gemessen an allen unter den Tatbestand der sexuellen Nötigung fallenden Vor-

gehensweisen kann sein Verhalten vor diesem Hintergrund als gerade noch leicht 

bewertet werden. Was die Tat objektiv gravierender macht, ist der Umstand, dass 

sie sich gegen eine Jugendliche richtete, die mit noch nicht ganz 14 Jahren zwar 

kein kleines Kind, aber doch noch deutlich im Schutzalter war, und die dem Be-

schuldigten vertraute. Wie sich aus Urk. 54/4 ergibt, waren insgesamt sieben Sit-

zungen beim KJPP nötig, um die traumatischen Folgen des Ereignisse aufzufan-

gen, ohne dass ein erneutes Aufflackern der Symptomatik in Zukunft ausge-

schlossen werden könnte. Ausserdem musste die Privatklägerin ein Schuljahr 

wiederholen (Prot. I S. 25). Objektiv ist das Tatverschulden vor diesem Hinter-

grund als mittelschwer zu qualifizieren. In subjektiver Hinsicht ist davon auszuge-

hen, dass der Beschuldigte aus rein egoistischen Motiven zur Befriedigung der 

eigenen sexuellen Bedürfnisse handelte, wobei die Vorinstanz zu Recht darauf 

hinweist, dass dies dem zur Diskussion stehenden Delikt inhärent ist. Die subjek-

tive Tatschwere vermag das objektive Verschulden nicht zu mindern.  

9.3.2 Ausgehend von der Verschuldensbewertung im konkreten Fall erscheint vor 

diesem Hintergrund eine hypothetische Einsatzstrafe von zwischen 42 und 48 

Monaten Freiheitsstrafe als angemessen.  

- 38 - 

9.4.1 Der Beschuldigte wuchs zusammen mit einem jüngeren Bruder bei seinen 

Eltern in G._____ auf. Dort besuchte er auch die Schulen, wobei er die Mittelstufe 

in einer Privatschule absolvierte, da er ein Problemkind gewesen sei. Nach der 

ordentlichen Schulzeit absolvierte er eine Lehre als Logistiker. Kurz vor der Lehr-

abschlussprüfung wurde er ihm Rahmen des vorliegenden Verfahrens in Untersu-

chungshaft versetzt und nur vier Tage davor wieder aus der Haft entlassen. Die 

Prüfung absolvierte er in der Folge zwar, bestand sie allerdings nicht. Darauf war 

er ab Sommer bis anfangs November 2015 arbeitslos und absolvierte dann ein 

Praktikum bei der Firma H._____. Im Frühling 2016 wiederholte er die Lehrab-

schlussprüfung schliesslich mit Erfolg. Danach war er bis zum Wegzug des Un-

ternehmens im Dezember 2016 bei der Firma H._____ angestellt. Seit März 2017 

arbeitet der Beschuldigte im Stundenlohn bei der I._____ SA in J._____, mit ei-

nem Pensum von 80-100%. Er erzielt ein maximales Nettoeinkommen von 

Fr. 4000.– monatlich. Er wohnt nach wie vor bei seinen Eltern in G._____. Er hat 

weder Schulden noch Vermögen. Früher spielte der Beschuldigte in der Freizeit 

relativ intensiv Fussball. Zurzeit pflegt er aus Zeitmangel keine Hobbies mehr. 

Sein Beziehungsnetz beschränkt sich im Wesentlichen auf die Familie (Urk. 24/10 

S. 1 f.; Urk. 85 f.; Prot. I S. 8 f.; Prot. II S. 35 ff.). Aus der Biografie und den per-

sönlichen Verhältnissen des Beschuldigten ergeben sich keine strafzumessungs-

relevanten Umstände.  

9.4.2 Straferhöhungsgründe sind nicht ersichtlich. Dagegen fallen das vollumfäng-

liche Geständnis bezüglich des Vorwurfs der sexuellen Handlung mit Kindern und 

die diesbezüglich bekundete Reue sowie das faktische Geständnis bezüglich der 

sexuellen Nötigung deutlich strafmindernd ins Gewicht. Weiter ist leicht strafmin-

dernd zu berücksichtigen, dass der auch heute noch nicht besonders reif wirken-

de Beschuldigte im Zeitpunkt der Tat selber erst gerade 19 Jahre alt war und da-

von auszugehen ist, dass er im Tatzeitpunkt altersbedingt noch nicht die volle 

Einsicht in das Unrecht seines Tuns hatte.  

9.4.3  Zusammengefasst führt die Täterkomponente zu einer deutlichen Minde-

rung der Strafe um rund einen Drittel. Weitere Umstände, welche eine zusätzliche 

- 39 - 

Strafminderung nahelegen würden, liegen nicht vor. Insbesondere ist entgegen 

der Vorinstanz nicht von einer langen Verfahrensdauer auszugehen.  

9.5.1 Vor diesem Hintergrund erscheint eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten dem 

Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemes-

sen. Auf die Freiheitsstrafe sind 48 Tage erstandener Untersuchungshaft anzu-

rechnen (Urk. 25/9; Urk. 25/30; Art. 51 StGB). 

9.5.2 Die Freiheitsstrafe ist unter Hinweis auf die Ausführungen der Vorinstanz 

(Urk. 72 E. 5) und das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO) nur im 

Umfang von sechs Monaten zu vollziehen und im Übrigen (24 Monate) unter An-

setzung einer Probezeit von zwei Jahren aufzuschieben. Eine Reduktion des voll-

ziehbaren Strafteils auf unter sechs Monate ist nicht möglich (vgl. Art. 43 Abs. 3 

StGB).  

10.1 Die Vorinstanz hat sich mit der Schadenersatzforderung der Privatklägerin 

umfassend und zutreffend auseinandergesetzt. Es kann auf die entsprechenden 

Ausführungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden (Urk. 72 E. 7.3). Ergän-

zend ist mit Blick auf die Ausführungen der Rechtsvertreterin der Privatklägerin im 

Berufungsverfahren (Urk. 96 S. 9) einzig festzuhalten, dass Art. 42 Abs. 2 OR 

dem Gericht einen erweiterten Ermessensspielraum nur für Fälle einräumt, in de-

nen der strikte Nachweis des Schadens nach der Natur der Sache ausgeschlos-

sen oder die Beweisführung nicht zumutbar ist (BGE 128 III 271 E. 2.b.aa). Allein 

der Umstand, dass an sich verfügbare Beweismittel aus Gründen, die der Be-

weispflichtige zu vertreten hat, nicht mehr verfügbar sind, führt nicht zur Beweiser-

leichterung gemäss Art. 42 Abs. 2 OR. Das gilt auch, wenn die geltend gemach-

ten Gründe für das Fehlen von theoretisch verfügbaren Beweismitteln menschlich 

nachvollziehbar sind. Der Beschuldigte ist folglich in Bestätigung des erstinstanz-

lichen Entscheides dazu zu verpflichten, der Privatklägerin Fr. 518.25 als Scha-

denersatz (Krankheits- und Therapiekosten von Fr. 398.25; Fahrkosten von 

Fr. 120.–) zu bezahlen. Im Mehrbetrag (Fr. 100.– Kleiderkosten) ist das Schaden-

ersatzbegehren abzuweisen.  

- 40 - 

10.2 Soweit der Beschuldigte sich gegen die zusätzliche Feststellung wendet, er 

sei dem Grundsatz nach für (weiteren) Schaden aus dem eingeklagten Ereignis 

schadenersatzpflichtig (Urk. 99 S. 28 f.), ist Folgendes festzuhalten: Wie sich aus 

dem Therapiebericht vom 1. März 2017 (Urk. 54/4) ergibt, war die als Folge des 

Übergriffs vom 4. März 2015 notwendige psychotherapeutische Behandlung der 

Privatklägerin im November 2015 grundsätzlich abgeschlossen. Allerdings - so 

der Bericht - werde sich erst zeigen, ob die Privatklägerin das traumatische Erleb-

nis schon vollständig verarbeitet habe. Die Möglichkeit eines erneuten Auffla-

ckerns der Symptomatik in Zukunft könne nicht ausgeschlossen werden. Es ist 

folglich festzuhalten, dass die Tatsache, dass es bis heute nicht zu einem Rückfall 

gekommen ist, gemäss einer noch kein Jahr zurückliegenden ärztlichen Einschät-

zung nicht ausschliesst, dass die Tat des Beschuldigten noch Spätfolgen zeitigen 

wird. Damit sind die Voraussetzungen eines Entscheides dem Grundsatz nach im 

Sinne von Art. 126 Abs. 3 StPO erfüllt, ist ein unverhältnismässiger Aufwand doch 

namentlich anzunehmen, wenn allfällige Spätfolgen abzuwarten sind (BSK StPO-

DOLGE, Art. 126 N. 45). Es ist folglich in Bestätigung des erstinstanzlichen Ent-

scheides auch festzustellen, dass der Beschuldigte für weiteren Schaden aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach ersatzpflichtig ist. Anzumerken 

ist allerdings, dass dieser Entscheid insofern von beschränkter Tragweite ist, als 

der Zusammenhang zwischen der Tat vom 5. März 2014 und einem allfälligen 

Schaden, also der Umstand, dass es sich um eine Spätfolge der Tat handelt, ge-

gebenenfalls von der Privatklägerin nachzuweisen sein wird.  

10.3.1 Dass die Voraussetzungen für die Zusprechung einer Genugtuung gege-

ben sind, wird für den Fall der Schuldigsprechung wegen sexueller Nötigung auch 

vom Beschuldigten zu Recht anerkannt (Urk. 99 S. 29). Umstritten ist deren Höhe: 

Die Privatklägerin erachtet eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 20'000.–, der 

Beschuldigte eine solche von Fr. 8'000.– (je zuzüglich Zins von 5% seit 4. März 

2015) als angemessen. Die Vorinstanz sprach der Privatklägerin eine solche von 

Fr. 15'000.– zu. 

10.3.2 Die Bemessung der Genugtuung richtet sich vor allem nach der Art und 

Schwere der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Per-

- 41 - 

sönlichkeit sowie dem Grad des Verschuldens des Schädigers (BGE 125 III 412 

E. 2a bezüglich der Berücksichtigung des Verschuldens ablehnend: BK-BREHM 

N 35 ff. zu Art. 47 OR). Die objektiv schwere Verletzung muss vom Ansprecher 

aber immer als seelischer Schmerz empfunden werden, ansonsten ihm keine Ge-

nugtuung zusteht (BGE 120 II 97). Entscheidend ist mithin die aus der Tat konkret 

resultierende Belastung für das Opfer. Die Festlegung der Höhe der Genugtuung 

beruht dabei auf der Würdigung sämtlicher Umstände und richterlichem Ermes-

sen (Art. 4 ZGB); für die Festsetzung von Genugtuungssummen kann kein Tarif 

festgesetzt werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass Präjudizien in einem kon-

kreten Fall nicht herangezogen werden dürfen. Neben allgemeinen Richtwerten, 

die aus solchen Vergleichen gezogen werden, müssen aber die konkreten Um-

stände des Einzelfalls schwergewichtig in die Betragsfestsetzung einfliessen. Ein-

schlägige Präjudizien dienen als Richtschnur oder Anhaltspunkt für den Vergleich 

von neuen Fällen (BK-Brehm, Art. 47 OR N 62 ff.). In diesem Sinne ist festzuhal-

ten, dass die Rechtsprechung im Falle einfacher Vergewaltigungen Genugtuun-

gen von zwischen Fr. 10'000.– und Fr. 25'000.– als (noch) angemessen erachtet 

(BGE 6P.74/2004 E. 11.2; HÜTTE/LANDOLT, Genugtuungsrecht, Band 1, Zü-

rich/St. Gallen 2013, S. 172).  

10.3.3 Bei erzwungenem (einmaligen) Analverkehr handelt es sich nicht um ein 

Bagatelldelikt. Die abstrakte Schwere des Eingriffs widerspiegelt sich in der er-

wähnten Bandbreite der zugesprochenen Genugtuungen. Die konkreten Umstän-

de der Tat waren - immer gemessen an den denkbaren Tatvarianten - weder aus-

sergewöhnlich leicht noch besonders gravierend. Der Beschuldigte handelte ego-

istisch, aber aus dem Moment heraus. Der Übergriff dauerte eher kurz und die 

Privatklägerin war keiner überschiessenden oder besonders demütigenden Ge-

walt ausgesetzt. Der Beschuldigte fügte der Privatklägerin jedoch durch den Anal-

verkehr an sich während der Tat erhebliche körperliche Schmerzen zu. Körperlich 

litt die Privatklägerin während mehrerer Wochen nach der Tat an Schmerzen im 

Analbereich. Die psychischen Folgen der Tat (einschliesslich der Folgen des Ver-

trauensmissbrauchs) mussten in sieben Therapiesitzungen bearbeitet werden. 

Seit November 2015 benötigt die Privatklägerin aber keine psychotherapeutische 

Behandlung mehr. Die Tat wirkte sich folglich zwar erheblich negativ auf die phy-

- 42 - 

sische und psychische Gesundheit der Privatklägerin aus. Die Belastungen (ein-

schliesslich derjenigen durch das Verfahren) hielten sich aber trotz des jugendli-

chen Alters der Privatklägerin im Tatzeitpunkt (erfreulicherweise) in einem ver-

gleichsweise gut beherrschbaren Rahmen. Allerdings musste die Privatklägerin 

dennoch ein Schuljahr wiederholen. Vor diesem Hintergrund erweist sich die von 

der Vorinstanz zugesprochene Genugtuung in der Höhe von Fr. 15'000.– als an-

gemessen. Sie ist vom Beschuldigten seit 4. März 2015 mit 5% zu verzinsen. 

IV. 

1. Ausgangsgemäss wird der Beschuldigte für die Untersuchung und das erst-

instanzliche Gerichtsverfahren kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die erstin-

stanzliche Kostenauflage (Dispositivziffern 8) ist folglich zu bestätigen. Angesichts 

der im Verhältnis zur erstinstanzlichen Verurteilung milderen Bestrafung obsiegt 

der Beschuldigte im Berufungsverfahren zumindest teilweise. Die Privatklägerin 

dringt demgegenüber mit ihren Anträgen betreffend die Höhe des zuzusprechen-

den Schadenersatzes sowie der Genugtuung nicht gänzlich durch. Ausgangsge-

mäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens daher in Anwendung von Art. 428 

Abs. 1 StPO zu vier Fünfteln dem Beschuldigten aufzuerlegen und im Übrigen in 

Anwendung von Art. 136 Abs. 2 lit. b StPO und Art. 30 Abs. 1 OHG (Berufung der 

Privatklägerin) auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

2.1 Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten für seine 

Bemühungen im erstinstanzlichen Verfahren ist seinem Antrag entsprechend auf 

Fr. 35'000.– festzusetzen; es besteht entgegen der Vorinstanz kein Raum für eine 

Kürzung. Für das Berufungsverfahren ist er auf der Basis der von ihm ausgewie-

senen Leistungen (Urk. 100) unter zusätzlicher Berücksichtigung des (teilweise 

geschätzten) Aufwandes für die Berufungsverhandlung etc. mit Fr. 16'000.– aus 

der Gerichtskasse zu entschädigen. 

2.2 Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Privatklägerin ist für ihre Bemühun-

gen im Berufungsverfahren auf der Basis der von ihr ausgewiesenen Leistungen 

(Urk. 100) unter Berücksichtigung eines (teilweise geschätzten) zusätzlichen Auf-

- 43 - 

wandes für die Berufungsverhandlung etc. mit Fr. 6'000.– aus der Gerichtskasse 

zu entschädigen.  

2.3 Diese Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung 

der Privatklägerin sind auf die Gerichtskasse zu nehmen, wobei die Rückzah-

lungspflicht des Beschuldigten für die Kosten seiner Verteidigung im erstinstanzli-

chen Verfahren in vollem Umfang und für die Kosten seiner Verteidigung und die 

Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin im Berufungsverfahren 

im Umfang von vier Fünfteln vorzubehalten ist (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 

Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 4 StPO).  

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Strafgericht, 

vom 2. März 2017 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (sexuelle Hand-

lungen mit einem Kind im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB), 6 und 7 (Kosten-

festsetzung) und 10 (Honorar und Kostenübernahme Geschädigtenvertre-

tung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig der sexuellen Nötigung im Sin-

ne von Art. 189 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 48 Ta-

ge durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen. 

- 44 - 

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin [B._____] Fr. 518.25 

Schadenersatz (Fr. 398.25 Krankheits- und Therapiekosten und Fr. 120.– 

Fahrkosten) zu bezahlen. Im Mehrbetrag (Fr. 100.– Kleiderkosten) wird das 

Schadenersatzbegehren abgewie