# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6d8cf3ad-93bd-55e0-8e78-ec7820dad336
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-29
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 29.07.2015 UE150120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE150120_2015-07-29.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE150120-O/U/PFE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, die Ersatzoberrichter 

lic. iur. A. Schärer und Dr. iur. T. Graf sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. L. Künzli 

 

Beschluss vom 29. Juli 2015 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

1. B._____,  

2. Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

Beschwerdegegner 

 
betreffend Einstellung 
 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Win-
terthur / Unterland vom 5. Mai 2015, C-4/2014/10005909 

 

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Erwägungen: 

1.1 Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland führte ein Strafverfahren gegen 

A._____ wegen mehrfacher Drohung und Nötigung (Stalking) zum Nachteil von 

C._____. 

1.2 a) Im Zuge dieser Strafuntersuchung erstattete A._____ insgesamt vier Ge-

genanzeigen gegen Personen aus dem Umfeld von C._____ (vgl. Urk. 7/6). 

b) Letztmals reichte A._____ (vorliegend: Geschädigter/Beschwerdeführer) mit 

Schreiben vom 9. Oktober 2014 bei der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

(vorliegend: Beschwerdegegnerin 2) eine Strafanzeige gegen B._____ (vorlie-

gend: Beschwerdegegner 1) wegen mehrfacher Drohung ein (Urk. 7/1). 

Der Vorwurf der mehrfachen Drohung umfasst drei verschiedene Sachverhalte: 

Der Beschwerdegegner 1 habe C._____ in Angst versetzt, indem er ihr empfohlen 

habe, ihren Pass zu verstecken, andernfalls der Beschwerdeführer ihr den Pass 

wegnehmen werde. Weiter habe der Beschwerdegegner 1 zu C._____ gesagt, 

dass der Beschwerdeführer versuchen werde, sie daran zu hindern, in die Ferien 

zu gehen (Tatvorwurf 1, unbekannte Örtlichkeit und unbekannter Zeitpunkt vor 

dem 16. Juli 2014). 

C._____ habe am 14. Juli 2014 dem Beschwerdegegner 1 per WhatsApp ge-

schrieben, dass ihr Vater (D._____) den Beschwerdeführer zu Tode schlagen 

werde. Die Antwort des Beschwerdegegners 1 auf diese Nachricht hin habe wie 

folgt gelautet: "Weisch C._____, i verstah din Vater aber immer meh und würd 

glich reagiere". In der Folge habe C._____ am 5. August 2014 dem Beschwerde-

führer mitgeteilt, dass der Beschwerdegegner 1 ihn zusammenschlagen werde, 

wenn er ihm begegne. Dadurch sei der Beschwerdeführer in Angst versetzt wor-

den (Tatvorwurf 2, unbekannte Örtlichkeit in E._____, 14. Juli 2014, 00.00 Uhr bis 

5. August 2014, 15.55 Uhr). 

Der Beschwerdegegner 1 sei unerwartet vor den Beschwerdeführer getreten, was 

ihn – den Beschwerdeführer – in Angst versetzt habe. Der Beschwerdeführer ha-

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be befürchtet, dass der Beschwerdegegner 1 ihm eine Gewalttat antun würde. 

Nachdem der Beschwerdeführer die Flucht ergriffen habe und davongerannt sei, 

habe der Beschwerdegegner 1 mehrmals hinterhergerufen: "Bliib stah Du feigi 

Sau!" (Tatvorwurf 3, Strasse vor der F._____-Str. … in E._____, 24. August 

2014). 

2. Nach Durchführung der Strafuntersuchung stellte die Beschwerdegegnerin 2 

das Verfahren gegen den Beschwerdegegner 1 mit Verfügung vom 5. Mai 2015 

gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a und d StPO ein (Urk. 3). 

3.1 Gegen die Einstellungsverfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe 

vom 25. Mai 2015 rechtzeitig Beschwerde bei der hiesigen Kammer (Urk. 2). Da-

rin stellt er sinngemäss den Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und Rückweisung der Sache zur Fortführung der Strafuntersuchung (a.a.O.). Die 

von der Beschwerdegegnerin 2 beigezogenen Untersuchungsakten gingen hier-

orts am 12. Juni 2015 ein (vgl. Urk. 6 und 8). 

3.2 Der Fall erweist sich als spruchreif. 

4. Wie es nachfolgend aufzuzeigen gilt, erweist sich die Beschwerde sogleich als 

unbegründet. Auf die Einholung einer Stellungnahme der Beschwerdegegner 1 

und 2 kann daher verzichtet werden (Art. 390 Abs. 2 Satz 1 StPO). Die Eintre-

tensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass; auf die Beschwerde 

ist einzutreten (Art. 393 ff. StPO). 

5.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft u.a. dann die 

Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 

rechtfertigt (lit. a). Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens richtet sich 

nach dem aus dem Legalitätsprinzip fliessenden Grundsatz "in dubio pro duriore". 

Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei 

klarer Straflosigkeit bzw. offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen ange-

ordnet werden. Erscheint hingegen eine Verurteilung wahrscheinlicher als ein 

Freispruch, ist Anklage zu erheben. Halten sich die Wahrscheinlichkeiten eines 

Freispruchs oder einer Verurteilung in etwa die Waage, drängt sich in der Regel, 

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insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf (BGE 138 IV 86 

= Pra 101 [2012] Nr. 114 E. 4.1 m.H.; BGE 138 IV 186 E. 4.1 m.H.; BGE 

6B_165/2013 vom 17. Januar 2014 E. 2.1). Eine Einstellung des Verfahrens hat 

weiter u.a. auch dann zu ergehen, wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht 

erfüllt werden können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (Art. 319 Abs. 1 

lit. d StPO, GRÄDEL/HEINIGER, BSK StPO, 2. Auflage, Basel 2014, N 13 zu Art. 319 

StPO). 

5.2 Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, 

wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 

(Art. 180 StGB [Drohung]). 

Das Gesetz versteht unter einer Drohung nicht bloss eine ausdrückliche Erklärung 

des Drohenden, sondern jegliches drohende Verhalten, durch das der Bedrohte 

bewusst in Schrecken oder Angst versetzt wird. Das kann durch Worte, aber auch 

durch Gesten (z.B. dem Opfer angedrohtes Durchschneiden der Kehle durch ent-

sprechende Geste am eigenen Hals), durch konkludentes Verhalten (wortloses 

Ziehen oder Entsichern einer Schusswaffe), aber durch anderweitiges "Wissen-

lassen" erfolgen (DELNON/RÜDY, BSK Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 14 

zu Art. 180 StGB). Es muss dabei ein Übel angedroht werden, dessen Verwirkli-

chung zumindest mittelbar vom Willen des Drohenden abhängig ist (a.a.O., N 16). 

In subjektiver Hinsicht verlangt der Tatbestand der Drohung Vorsatz bzw. Eventu-

alvorsatz. Der Täter muss den Willen haben, sein Opfer in Schrecken oder Angst 

zu versetzen und er muss sich bewusst sein, dass seine Drohung diese Wirkung 

hervorruft oder dies zumindest in Kauf nimmt (DELNON/RÜDY, a.a.O., N 33 zu 

Art. 180 StGB). 

6.1 a) Die Beschwerdegegnerin 2 begründete die Einstellung des Verfahrens hin-

sichtlich des Tatvorwurfs 1 unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer ein 

zum Nachteil von C._____ gerichtetes Verhalten zur Anzeige gebracht habe. In-

sofern fehle es aber an einer notwendigen Prozessvoraussetzung, da C._____ 

innert Frist keinen Strafantrag gegen den Beschwerdegegner 1 wegen Drohung 

(Art. 180 StGB) gestellt habe. Abgesehen davon habe sich C._____ zu keinem 

Zeitpunkt im Rahmen zahlreicher Kontakte mit der Kantonspolizei Zürich über all-

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fällige Drohungen durch den Beschwerdegegner 1 geäussert. Gegenteils habe 

C._____ im Zuge der gegen den Beschwerdeführer geführten Strafuntersuchung 

den Beschwerdegegner 1 als ihren neuen Freund bezeichnet, bei dem sie jeweils 

übernachtet habe, um Nachstellungen des Beschwerdeführers zu entgehen (Urk. 

3 S. 3). 

Weiter erwog die Beschwerdegegnerin 2 im gleichen Sachzusammenhang, das 

beanzeigte Verhalten könnte sich allenfalls in Form eines Ehrverletzungsdelikts 

zum Nachteil des Beschwerdeführers ausgewirkt haben. Insofern würden sich aus 

der in dieser Hinsicht nicht substanziierten Strafanzeige jedoch keinerlei Hinweise 

auf objektive Beweismittel ergeben, die einen anklagegenügenden Sachverhalt 

erstellen liessen (Urk. 3 S. 3). 

b) Der Beschwerdeführer wendet dagegen im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

ein, der Beschwerdegegner 1 habe ihn sehr wohl durch seine schweren Drohun-

gen in Angst und Schrecken versetzt. Der Beschwerdegegner 1 habe C._____ 

empfohlen, ihren Pass zu verstecken, da er – der Beschwerdeführer – sie daran 

hindern könnte, in die Ferien zu gehen. Es sei klar, dass C._____ keine Anzeige 

gegen den Beschwerdegegner 1 eingereicht habe, obwohl er sie mit seinen Aus-

sagen massiv gegen ihn – den Beschwerdeführer – beeinflusst habe (Urk. 2 S. 1). 

c) Es kann nach wie vor nicht nachvollzogen werden, dass bzw. inwiefern der Be-

schwerdeführer persönlich durch das beanzeigte Verhalten des Beschwerdegeg-

ners 1 in Angst und Schrecken versetzt worden sein sollte und inwiefern er über-

haupt Objekt einer Androhung des Beschwerdegegners 1 war. Mithin bleibt es bei 

der zutreffenden Feststellung der Beschwerdegegnerin 2 in der angefochtenen 

Verfügung, dass der Beschwerdeführer ein zum Nachteil von C._____ gerichtetes 

Verhalten zur Anzeige gebracht habe und es insofern an einer notwendigen Pro-

zessvoraussetzung (Strafantrag von C._____) fehle. 

Dass er anderweitig – z.B. in seiner Ehre – verletzt worden sein sollte, behauptet 

der Beschwerdeführer vorliegend mit keinem Wort. Dies, nachdem ihm die Be-

schwerdegegnerin 2 in der angefochtenen Verfügung bereits erklärt hatte, dass 

die Strafanzeige in dieser Hinsicht nicht ausreichend subanziiert sei. Mithin bleibt 

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es auch insofern bei der zutreffenden Feststellung der Vorinstanz, dass sich aus 

der in dieser Hinsicht nicht substanziierten Strafanzeige keinerlei Hinweise auf ob-

jektive Beweismittel ergeben, die (in Anbetracht der fehlenden Anhaltspunkte in 

den Sachdarstellungen von C._____) einen anklagegenügenden Sachverhalt er-

stellen liessen. 

6.2 a) In Bezug auf den Tatvorwurf 2 erwog die Beschwerdegegnerin 2 in der an-

gefochtenen Einstellungsverfügung, es hätten sich keine Hinweise ergeben, dass 

der Beschwerdegegner 1 aufgrund der Gesamtumstände im Tatzeitpunkt damit 

gerechnet habe oder in Kauf habe nehmen müssen, dass die per WhatsApp an 

C._____ versandte Nachricht zur Kenntnis des Beschwerdeführers gelangen 

würde. Der subjektive Tatbestand einer (indirekten) Drohung lasse sich daher 

nicht anklagegenügend erstellen (Urk. 3 S. 3). 

Weiter erwog die Beschwerdegegnerin 2, in objektiver Hinsicht lasse sich zudem 

ohne Kenntnis des gesamten Kontextes der WhatsApp-Korrespondenz nicht er-

stellen, dass die beanzeigte Antwort des Beschwerdegegners 1 ("Weisch 

C._____, i verstah din Vater aber immer meh und würd glich reagiere.") eine be-

absichtigte Gewalttat zum Nachteil des Beschwerdeführers impliziere. Der Be-

schwerdegegner 1 habe insofern glaubhaft (und nicht widerlegbar) ausgesagt, er 

habe mit der inkriminierten Antwort nur gemeint, dass er in Bezug auf das Raus-

werfen des Beschwerdeführers aus der Wohnung etc. die Ansichten des Vaters 

von C._____ teile (Urk. 3 S. 4). 

b) Der Beschwerdeführer hält in der Beschwerdeschrift dagegen fest, die Unter-

suchungsbehörde habe sicher die Möglichkeit, den "WhatsApp Verlauf genau zu 

dokumentieren". Der Vorwurf sei auch nicht aus dem Zusammenhang gerissen, 

da C._____ ihm – dem Beschwerdeführer – das persönlich gesagt habe (gemeint 

wohl: der Beschwerdegegner 1 werde ihn wie der Vater von C._____ zu Tode 

schlagen) (Urk. 2 S. 1). 

c) Die Feststellung der Beschwerdegegnerin 2, dass sich der subjektive Tatbe-

stand einer (indirekten) Drohung (via WhatsApp-Nachricht an C._____) nicht an-

klagegenügend erstellen lasse, bleibt unangefochten. Es handelt sich dabei um 

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eine die Einstellungsverfügung in diesem Punkt selbstständig tragende        

(Eventual-)Begründung, die durchaus zu überzeugen vermag. So haben sich kei-

ne Hinweise ergeben, wonach der Beschwerdegegner 1 damit gerechnet oder in 

Kauf genommen haben könnte, dass die von ihm per WhatsApp an C._____ ver-

sandte Nachricht zur Kenntnis des Beschwerdeführers gelangen würde. 

Die Frage, ob sich in objektiver Hinsicht erstellen liesse, dass die inkriminierte 

Nachricht des Beschwerdegegners 1 eine beabsichtigte Gewalttat zum Nachteil 

des Beschwerdeführers impliziere, kann folglich offen gelassen werden. Ange-

merkt sei lediglich, dass es der Beschwerdegegnerin 2 nicht um die fehlende Do-

kumentation des gesamten Verlaufs der WhatsApp-Korrespondenz ging. Der Ver-

lauf der im fraglichen Zusammenhang erfolgten Korrespondenz hat der Be-

schwerdeführer ja dokumentiert und zu den Akten gereicht (vgl. Urk. 7/2/1-2). 

Vielmehr ging es ihr um die fehlende Kenntnis des inhaltlichen Gedankenzusam-

menhanges, indem die inkriminierte Antwort stand, und um den nicht bekannten 

Sach- und Situationszusammenhang, aus dem heraus sie verstanden werden 

muss. Dass insoweit ausreichende Anhaltspunkte vorliegen oder weitergehende 

Ermittlungen getätigt werden könnten, die einen Informationsgewinn versprechen 

lassen, ist aber tatsächlich nicht ersichtlich, und wird seitens des Beschwerdefüh-

rers auch nicht weiter behauptet. 

6.3 a) In Bezug auf den Tatvorwurf 3 stellte die Beschwerdegegnerin 2 in der an-

gefochtenen Einstellungsverfügung fest, der ursprüngliche Anfangsverdacht habe 

sich nicht anklagegenügend erhärten lassen. Die im Rahmen der polizeilichen 

Einvernahme gemachten, bestreitenden Aussagen des Beschwerdegegners 1 

liessen sich nicht durch unbeteiligte Tatzeugen, objektivierbare Beweismittel oder 

schlüssige Indizien widerlegen bzw. entkräften. Hinzu komme, dass die Sachver-

haltsschilderung des an der Verurteilung unmittelbar interessierenden Beschwer-

deführers auch nicht in jeder Hinsicht als unbefangen und zuverlässig erscheine. 

Die Erstellung des Sachverhaltes sei somit im Ergebnis nicht möglich (Urk. 3 

S. 4). 

b) Dagegen wendet der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift ein, der Be-

schwerdegegner 1 habe ihn nicht zufällig getroffen, sondern angreifen oder stel-

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len wollen. Der Beschwerdegegner 1 habe sich hinter einer Mauer versteckt und 

sei dann "hervorgesprungen", als er vorbeigelaufen sei. Weiter erklärt der Be-

schwerdeführer, er habe bei der "Einvernahme durch die Staatanwaltschaft Win-

terthur/ Unterland" nicht dabei sein dürfen. Ebenso wenig sei sein Anwalt "darüber 

informiert" worden (Urk. 2 S. 1/2). 

c) In der Strafanzeige vom 9. Oktober 2014 umschrieb der Beschwerdeführer den 

Tatvorwurf 3 wie folgt (Urk. 7/1 S. 2): "24.08.2014 Am Sonnabend kam ich vom 

Fussgängerweg der Gegenüber vom Gemeindehaus her beginnt und in die 

F._____-Strasse Mündet, die F._____-Strasse runter. Ich war auf dem Weg in 

meine Wohnung, an der F._____-Strasse …, E._____ wo ich etwas holen wollte. 

Plötzlich sprang B._____ [Beschwerdegegner 1] aus der Dunkelheit über eine 

Mauer vor mich hin. Ich erschrak zu Tode, am meisten hatte ich Angst vor ihm 

weil ich wusste, dass er gleich wie D._____ [Vater von C._____], mich zu Tode 

schlagen würde, insbesondere weil mir C._____ bereits am 05.08.2014, dies an-

gedroht hatte. Ich drehte mich sofort um und lief weg. Dann rief er mehrmals un-

teranderem 'Blib stah Du feigi Sau'". 

Der Beschwerdeführer fühlte sich gemäss seiner Darstellung bei der zur Anzeige 

gebrachten Begegnung mit dem Beschwerdegegner 1 in Angst und Schrecken 

versetzt, weil er damit rechnete, (angeblich) zu Tode geschlagen zu werden. Er 

behauptet allerdings selber nicht, der Beschwerdegegner 1 habe dabei irgend-

welche Drohungen geäussert oder nonverbal zum Ausdruck gebracht. Wie ge-

zeigt liegen aber auch keine Hinweise vor, dass der Beschwerdegegner 1 im Tat-

zeitpunkt damit gerechnet hatte oder in Kauf nehmen musste, dass die per 

WhatsApp an C._____ versandte Nachricht zur Kenntnis des Beschwerdeführers 

gelangen würde (vgl. vorstehend E. 6.2/c). Ebenso wenig liegen Hinweise vor, 

dass er im Tatzeitpunkt wusste oder in Kauf nehmen musste, dass C._____ den 

Beschwerdeführer vor einem solchen Szenario (zuvor) gewarnt haben sollte. 

Folglich lässt sich auch nicht in subjektiver Hinsicht erstellen, dass der Beschwer-

degegner 1 im Rahmen der behaupteten Begegnung ein solches Bewusstsein 

des Beschwerdeführers ausnützte bzw. sich wissentlich und willentlich zu eigen 

machte, als er (angeblich) aus dem Dunkeln überraschend vor den Beschwerde-

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führer trat. Das bedeutet, dass sich auch kein anklagegenügender Tatverdacht 

erhärten lässt, wonach der Beschwerdegegner 1 den Willen hatte, den Be-

schwerdeführer durch Androhung eines Übels in Angst oder Schrecken zu verset-

zen, und er sich bewusst war, dass die inkriminierte Tathandlung diese Wirkung 

hervorruft oder dies zumindest in Kauf nahm. 

Der Beschwerdeführer erklärte nicht, dass er ohne das (behauptete) Bewusstsein 

einer drohenden Gewalttat durch den Beschwerdegegner 1 anlässlich der überra-

schenden Begegnung ebenso in Angst und Schrecken versetzt worden sei. Allein 

das (behauptete) überraschende Hervortreten oder Hervorspringen aus dem 

Dunkeln vermag denn auch noch keine tatbestandsmässige Drohungshandlung 

im Sinne von Art. 180 StGB zu begründen. Im Übrigen erfolgte die Begegnung 

gemäss eigener Darstellung des Beschwerdeführers am "Sonnabend" – mithin 

noch nicht spät nachts – in einem gewöhnlichen Wohnquartier. Auch behauptete 

er nicht, dass der Beschwerdegegner 1 darüber hinaus eine spezifische Drohge-

bärde gezeigt habe. Ein Erschrecken allein erfüllt den Tatbestand von Art. 180 

StGB nicht. 

d) Dem Einwand des Beschwerdeführers, er habe bei der "Einvernahme durch die 

Staatanwaltschaft Winterthur/ Unterland" nicht dabei sein dürfen, ist schliesslich 

entgegenzuhalten, dass vorliegend nur eine polizeiliche Befragung des Be-

schwerdegegners 1 (als beschuldigte Person) stattgefunden hatte (Urk. 7/4). 

6.4 Insgesamt ergibt sich, dass die Einstellung des Verfahrens hinsichtlich der 

Tatvorwürfe 1-3 vor Art. 319 Abs. 1 lit. a und d StPO bzw. der dazu entwickelten 

Rechtsprechung standhält. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. 

7.1 Der Beschwerdeführer erklärte in der Beschwerde, im Moment über keine 

Einkünfte zu verfügen und keine Kosten tragen zu können. Eine IV-Abklärung sei 

noch im Gange (Urk. 2 S. 1). Darin kann sinngemäss ein Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege erblickt werden. 

Eine Voraussetzung dafür, dass der Privatklägerschaft die unentgeltliche Rechts-

pflege gewährt werden kann, ist, dass ihre Zivilklage nicht aussichtslos erscheint 

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(Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO). Im Fall einer Beschwerde gegen eine Einstellung  

oder eine Nichtanhandnahme eines Strafverfahrens bezieht sich diese Vor-

aussetzung der Nichtaussichtslosigkeit auf die Beschwerde (vgl. Praxis der hiesi-

gen Kammer: Geschäfts-Nr. UE130330, Beschluss vom 12. November 2014, 

E. II.1, Geschäfts-Nr. UE140175, Beschluss vom 22. September 2014 E. IV.2; vgl. 

auch BGE 1B_355/2012 vom 12. Oktober 2012 E. 5.4). 

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerde von vornhe-

rein als aussichtslos bezeichnet werden muss. Das (sinngemässe) Gesuch des 

Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist folglich 

bereits aus diesem Grund abzuweisen. 

7.2 Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist in 

Anwendung von § 17 Abs. 1 i.V. mit § 2 Abs. 1 GebV OG und unter Berücksichti-

gung der finanziellen Situation des Beschwerdeführers auf Fr. 600.– festzusetzen. 

Dem Beschwerdegegner 1 ist mangels Aufwandes im Beschwerdeverfahren kei-

ne Prozessentschädigung zuzusprechen. 

Es wird verfügt: 

(Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident) 

1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege wird abgewiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Beschluss. 

3. Rechtsmittel: 
Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

- 11 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Es wird beschlossen: 
 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.– und dem Beschwerdefüh-

rer auferlegt. 

3. Für das Beschwerdeverfahren wird keine Prozessentschädigung zugespro-

chen. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde) 

− den Beschwerdegegner 1, unter Beilage eines Doppels von Urk. 2 (per 
Gerichtsurkunde) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2014/10005909, 
unter Beilage eines Doppels von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2014/10005909, 
unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 7) (gegen Emp-
fangsbestätigung)  

die Zentrale Inkassostelle der Gerichte 

5. Rechtsmittel: 
Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

- 12 - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 29. Juli 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. L. Künzli 
 
 
 

	Beschluss vom 29. Juli 2015
	
	Erwägungen:
	Es wird verfügt:
	1. Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Beschluss.
	3. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes...
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.– und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Für das Beschwerdeverfahren wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1, unter Beilage eines Doppels von Urk. 2 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2014/10005909, unter Beilage eines Doppels von Urk. 2 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, ad C-4/2014/10005909, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 7) (gegen Empfangsbestätigung)
	die Zentrale Inkassostelle der Gerichte

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes...