# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2820b497-3cd9-5876-93ae-7962181ebed8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 14.07.2021 UV 2021/10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-10_2021-07-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/10

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.01.2022

Entscheiddatum: 14.07.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2021
Art. 6 UVG, Art. 11 UVV. Verneinung der Rückfallkausalität in Bezug auf rund 
15 Monate nach einem Unfall gemeldete Kopf- und Nackenbeschwerden 
nach einem Schädelhirntrauma Grad 1 (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2021, UV 
2021/10).

Entscheid vom 14. Juli 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; a.o. Gerichtsschreiberin 

Evelyne Hunziker

Geschäftsnr.

UV 2021/10

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

Die A.___ (nachfolgend: Versicherte) war bei der B.___ als Marketingfachfrau mit 

eidgenössischem Fachausweis angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert, als sie laut Schadenmeldung UVG der Arbeitgeberin 

vom 22. Februar 2019 am 17. Februar 2019 beim Snowboardfahren verkantete und 

rückwärts gegen den Hang (talabwärts) auf den Hinterkopf stürzte. Sie trug dabei einen 

Helm (Suva-act.1).

A.a. 

Die Erstbehandlung fand am Unfalltag bei Dr. C.___ statt, der eine Commotio 

cerebri diagnostizierte und die Versicherte nach Hause entliess (Suva-act. 1, 2). Am 

selben Abend stellte sich die Versicherte wegen zunehmender Übelkeit in der Zentralen 

Notaufnahme des Kantonsspital St. Gallen (KSSG) vor, worauf in der Klinik für 

Neurochirurgie eine GCS-Überwachung durchgeführt wurde. Am 18. Februar 2019 

wurde die Versicherte bei weiterhin leicht reduziertem Allgemeinzustand, bei aber 

insgesamt besserem Beschwerdebild mit GCS 15 und ohne Vorliegen fokal-

neurologischer Defizite, nach Hause entlassen. Es wurde ihr vom 18. bis 20. Februar 

2019 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act. 21). Die Suva erbrachte 

für die Folgen des Unfalls vom 17. Februar 2019 die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen (Suva-act. 5).

A.b. 

Am 11. Mai 2020 konsultierte die Versicherte Dr. med. E.___, Allgemeine Innere 

Medizin, der in der Anamnese insbesondere rezidivierende beidseitige 

Kopfschmerzepisoden, vom Nacken in den Hinterkopf ausstrahlend, ohne 

sensomotorische Ausfälle, und eine in letzter Zeit eher verstärkte Symptomatik über 

teils mehrere Tage notierte. Als Diagnose stellte er einen Status nach 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schädelhirntrauma Grad I am 17. Februar 2019 (Snowboardsturz) mit/bei chronisch 

rezidivierend vertebragenen Cephalgien linksbetont und muskulärer Dysbalance mit 

Haltemuskelschwäche. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert (Suva-act. 26, vgl. 

auch Suva-act. 27).

Am 12. Mai 2020 liess die Versicherte der Suva durch ihre Arbeitgeberin einen 

Rückfall zum Unfall vom 17. Februar 2019 melden (Suva-act. 13; vgl. auch Suva-act. 

14).

A.d. 

Am 15. Mai 2020 ging bei der Suva das Arztzeugnis UVG von Dr. E.___ ein (Suva-

act. 20). Am 30. Mai 2020 erstattete Dr. E.___ einen hinsichtlich Befunden und 

Diagnose identischen ärztlichen Zwischenbericht (Suva-act. 27).

A.e. 

Am 2. Juni 2020 legte die Suva den Schadenfall ihrem Kreisarzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie, zur Beurteilung der Frage vor, ob die aktuellen 

Beschwerden auf den Unfall vom 17. Februar 2019 zurückzuführen seien. Dr. D.___ 

bejahte eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität, empfahl aber eine MRT-

Untersuchung des Neurocraniums und der Halswirbelsäule (=HWS) zum Ausschluss 

frischer oder älterer Strukturschäden (Suva-act. 28). Am 16. Juni 2020 wurde bei der 

Versicherten in der Radiologie Nordost, Diagnosezentrum F.___, eine entsprechende 

MRT-Untersuchung durchgeführt. Der untersuchende Radiologe Dr. med. G.___ 

sichtete keine strukturellen Läsionen des Neurocraniums, keine fokalen zerebralen 

Läsionen, keinen Hinweis für eine stattgehabte Blutung oder ein Subduralhämatom, 

keine Nasennebenhöhlenpathologien, keine Foramenstenosen oder 

Nervenwurzelkompressionen und keine zervikale Myelopathie, sondern erhob als 

Befund lediglich eine Streckfehlhaltung der HWS (Suva-act. 32). In seiner 

nachfolgenden Beurteilung vom 14. Juli 2020 hielt Kreisarzt Dr. D.___ insbesondere 

basierend auf dem vorgenannten radiologischen Untersuchungsergebnis fest, dass die 

aktuell beklagten Beschwerden nach klinischem und bildgebendem Ausschluss 

unfallbedingter struktureller Läsionen des Neurocraniums und der HWS nicht in einem 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis 15 Monate zuvor stünden, sondern den schon 

vor dem Ereignis bestehenden rezidivierenden Problemen geschuldet seien. Eine 

Rückfallkausalität sei überwiegend wahrscheinlich zu verneinen (Suva-act. 33).

A.f. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

C.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2020 eröffnete die Suva der Versicherten, dass 

zwischen den als Rückfall gemeldeten Kopf- und Nackenbeschwerden und dem Unfall 

vom 17. Februar 2019 kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang 

bestehe. Entgegenkommenderweise übernehme die Suva die bis zum 

Verfügungsdatum entstandenen Behandlungskosten im Sinne von Abklärungskosten. 

Weitere Versicherungsleistungen (Heilkosten, Taggeld) könne sie indessen nicht mehr 

übernehmen (Suva-act. 36).

A.g. 

Gegen die Verfügung vom 16. Juli 2020 erhob die Versicherte mit Eingabe vom 29. 

Juli 2020 Einsprache (Suva-act. 42).

B.a. 

Am 6. Oktober 2020 verfasste Kreisarzt Dr. D.___ eine ausführliche ärztliche 

Beurteilung des medizinischen Sachverhalts sowie der kausalen Zusammenhänge im 

laufenden Verfahren (Suva-act. 45).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 16. Januar 2021 wies die Suva die Einsprache der 

Versicherten ab (Suva-act. 50).

B.c. 

Gegen den Einspracheentscheid erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 28. Januar 2021 bei der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die Leistungspflicht der 

Unfallversicherung für die am 12. Mai 2020 als Rückfall gemeldeten Beschwerden zu 

bejahen. Die Beschwerdeführerin machte insbesondere geltend, dass die im 

Einspracheentscheid erwähnten chronischen Schmerzen gemäss den beigelegten 

Behandlungseinträgen von ihrem Hausarzt Dr. E.___ (act. G 1.2) erstmals am 15. Mai 

2020 (richtig: 11. Mai 2020) dokumentiert worden seien. Aus der von Dr. E.___ 

gestellten Diagnose gehe klar hervor, dass die Schmerzen seit dem 17. Februar 2019 

bestünden und nicht bereits davor bestanden hätten. Sie seien chronisch rezidivierend 

seit dem 17. Februar 2019 (act. G 1). Die Eingabe wurde als Beschwerde 

zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen überwiesen 

(act. G 0).

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu beurteilen ist die Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin für den am 12. Mai 2020 gemeldeten Rückfall zum Unfall vom 

17. Februar 2019.

2.  

In der Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3) und reichte aufgrund 

der Vorbringen der Beschwerdeführerin eine ergänzende Stellungnahme von Dr. D.___ 

vom 22. Februar 2021 ein (act. G 3.1).

C.b. 

Am 18. März 2021 übermittelte die Beschwerdegegnerin dem 

Versicherungsgericht zuständigkeitshalber (act. G 5) einen Arztbericht von Dr. E.___ 

vom 12. März 2021, worin dieser insbesondere bestätigte, dass die 

Beschwerdeführerin erstmalig am 11. Mai 2020 durch ihn untersucht worden sei. Die 

Aussage von Kreisarzt Dr. D.___ in seiner Beurteilung vom 22. Februar 2021 (act. G 3.1) 

"im Erstbehandlungsbericht vom Unfalltag …" sei nicht korrekt (act. G 5.1). Die vom 

Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin eingeräumte Gelegenheit, zum 

Arztbericht von Dr. E.___ Stellung zu nehmen, lief unbenützt ab, worauf das 

Versicherungsgericht den Schriftenwechsel abschloss (act. G 7). Nachdem die 

Beschwerdegegnerin aufgrund des Schreibens von Dr. E.___ vom 12. März 2021 den 

Schadenfall nochmals durch Kreisarzt Dr. D.___ hatte beurteilen lassen (act. G 8.1), 

reichte sie am 5. Mai 2021 zusammen mit der kreisärztlichen Beurteilung eine weitere 

Eingabe ein (act. G 8). Die Beschwerdeführerin liess sich auch zu den vorgenannten 

Akten nicht vernehmen, worauf das Versicherungsgericht den Schriftenwechsel erneut 

abschloss (act. G 9).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften und die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

C.d. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nichtberufs­

unfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/

Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurz Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten oder 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 122 V 158 f. 

E. b mit zahlreichen Hinweisen; SZS 2018 S. 357 f.). Bei physischen Unfallfolgen spielt 

indessen die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (BGE 134 V 112 E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb, 118 V 291 f. E. 3a; SVR 2000 Nr. 14 

S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine 

eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein Schädelhirntrauma erlitten, gelangt 

die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die 

Abklärungen indessen das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung oder eines 

Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob zum typischen Beschwerdebild einer 

solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im 

Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies 

zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für 

Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend. 

Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 

festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der 

Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der 

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

HWS und Schädelhirntraumen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).

Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei 

Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände darstellen (vgl. 

BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S.79). 

Praxisgemäss handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer 

vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es 

erneut zu ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu einer weiteren 

Arbeitsunfähigkeit kommt. Von Spätfolgen wird dann gesprochen, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die 

zu einem andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen 

schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Dementsprechend können 

sie eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn 

zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten 

Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 118 V 296 f. E. 2c; KOSS-

Nabold, N 89 f. zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 117 zu Art. 6).

2.2. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht 

hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht 

(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des 

Sozialversicherungsgerichts (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrecht [ATSG; SR 830.1]) oder der verfügenden 

Verwaltungsstelle (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ist, für die Zusammentragung des 

Beweismaterials besorgt sind. Im Sozialversicherungsrecht tragen mithin die Parteien 

in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid 

zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.

Die von Dr. D.___ am 22. Februar 2021 (act. G 3.1) und 12. April 2021 (act. G 8.1) 

verfassten Beurteilungen betreffend Unfallkausalität der im Mai 2020 gemeldeten Kopf- 

und Nackenschmerzen (Suva-act. 13 f.) wurden von der Beschwerdegegnerin während 

Rechte ableiten wollte. Bei der hinsichtlich Rückfall zu erfüllenden 

Anspruchsvoraussetzung eines erneuten natürlichen Kausalzusammenhangs handelt 

es sich um eine anspruchsbegründende Tatsache. Die diesbezüglichen Konsequenzen 

bei Beweislosigkeit trägt damit die versicherte Person (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 

3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 79). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, 

wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf 

Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 E. 6 

mit Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, 

welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen 

Ärzten und Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden. Auf deren Ergebnis 

kann jedoch nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. In diesem Fall sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 470 ff. E. 4.4, 4.6 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4, 

S. 12, E. 3.2).

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

des laufenden Beschwerdeverfahrens, das heisst pendete lite, eingeholt. Grundsätzlich 

kommt der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht als ordentlichem 

Rechtsmittel Devolutiveffekt zu; die Behandlung der Sache geht also mit Einreichung 

der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. Insoweit ist es dem 

Versicherungsträger grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung der Beschwerde weiter 

oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen; nach der Rechtsprechung sind lediglich 

punktuelle Abklärungen (wie z.B. Einholen von Bestätigungen oder Rückfragen) 

zugelassen (vgl. BGE 127 V 232 f E. 2b/bb.; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 

2020, N 133 zu Art. 61). Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den 

versicherungsmedizinischen Sachverhalt bzw. die Frage der Unfallkausalität der als 

Rückfall gemeldeten Kopf- und Nackenschmerzen bereits im Verwaltungsverfahren 

durch Dr. D.___ abklären liess. Dieser nahm insbesondere in seiner Beurteilung vom 6. 

Oktober 2020 (Suva-act. 45) umfassend Stellung (vgl. auch die kreisärztliche 

Beurteilung vom 14. Juli 2020 [Suva-act. 33]). Zusammen mit der Beschwerde vom 28. 

Januar 2021 (act. G 1) reichte nun aber die Beschwerdeführerin einen Auszug aus 

Behandlungseinträgen von Dr. E.___ (act. G 1.2) ein und am 12. März 2021 erging 

zuhanden der Beschwerdegegnerin der Bericht von Dr. E.___ vom 12. März 2021 (act. 

G 5.1). Die Beschwerdegegnerin legte jeweils die erweiterte Aktenlage zur ärztlichen 

Überprüfung der Kausalitätsfrage Dr. D.___ vor. Die Einholung der entsprechenden 

kreisärztlichen Beurteilungen vom 22. Februar 2021 (act. G 3.1) und 12. April 2021 (act. 

G 8.1) war vor dem Hintergrund des oben Dargelegten zulässig (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E. 5.5 und 15. Januar 2014, 

8C_410/2013, E. 5). Die kreisärztlichen Aktenbeurteilungen wurden der 

Beschwerdeführerin ausserdem jeweils mit den entsprechenden Eingaben der 

Beschwerdegegnerin vom 24. Februar 2021 (act. G 3) und 5. Mai 2021 (act. G 8) 

zugestellt und es wurde ihr die Gelegenheit eingeräumt, sich dazu zu äussern, weshalb 

auch nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen werden kann. 

Aus diesen Gründen ist nicht von einer Verletzung des Devolutiveffekts auszugehen. 

Vielmehr rechtfertigt es sich, die Beurteilungen von Dr. D.___ aus 

verfahrensökonomischen Gründen im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu 

berücksichtigen.

4.

Nachfolgend ist zu prüfen, ob zwischen den von der Beschwerdeführerin am 12. Mai 

2020 als Rückfall gemeldeten Kopf- und Nackenschmerzen und dem Unfall vom 17. 

Februar 2019 ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Die 

Beschwerdegegnerin hatte sich wegen der vorgenannten Beschwerden am 11. Mai 

2020 bei Dr. E.___ in Behandlung begeben. Unbestritten ist inzwischen, dass Dr. E.___ 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die von ihm im Behandlungseintrag vom 11. Mai 2020 (act. G 1.2), im Arztzeugnis UVG 

vom 15. Mai 2020 (Suva-act. 20) sowie im ärztlichen Zwischenbericht vom 30. Mai 

2020 identisch aufgeführten Befunde (vgl. auch Sachverhalt A.e) erstmalig anlässlich 

der Konsultation vom 11. Mai 2020 erhoben hat und er diesbezüglich nicht - wie von 

Dr. D.___ in der ärztlichen Beurteilung vom 6. Oktober 2020 (Suva-act. 45) 

angenommen - von vorbestehenden Beschwerden ausgeht. Laut Beurteilung von Dr. 

E.___ im Arztbericht vom 12. März 2021 sind die Befunde bzw. Beschwerden klar auf 

das Unfallereignis vom 17. Februar 2019 zurückzuführen. Dr. D.___ beurteilt 

demgegenüber die ab Mai 2020 und damit knapp 15 Monate nach dem Unfall 

beklagten Beschwerden nicht als überwiegend wahrscheinliche Folge des 

Unfallereignisses vom 17. Februar 2019 (act. G 8.1). Nachfolgend ist zu entscheiden, 

von welcher Kausalitätsbeurteilung mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.

5.  

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von den 

Angaben der untersuchenden Person und des Patienten bzw. der Patientin unabhängig 

sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen 

dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit - wissenschaftlich 

anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (Röntgen, MRT, CT, EEG) 

bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 f. E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 

E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).

5.1. 

Die beim Unfall erlittene Verletzung, festgehalten als Unfalldiagnose, bildet ein 

massgebendes Kriterium für die Beurteilung des Vorliegens traumatischer 

Folgeschäden. Die Erstbehandlung fand am Unfalltag bei Dr. C.___ statt, der eine 

Commotio cerebri diagnostizierte (Suva-act. 1, 2). Ebenfalls noch am 17. Februar 2019 

stellte sich die Versicherte wegen zunehmender Übelkeit in der Zentralen Notaufnahme 

des KSSG vor und wurde danach stationär in die Klinik für Neurochirurgie 

aufgenommen, wo die behandelnden Ärzte ebenfalls ein Schädelhirntrauma Grad 1 

klinisch ohne fokal-neurologische Defizite diagnostizierten (Suva-act. 21). In der durch 

Dr. G.___ am 16. Juni 2020 durchgeführten MRT-Untersuchung des Schädels und der 

HWS der Beschwerdeführerin gelangte einzig eine Streckfehlhaltung zur Darstellung. 

Ansonsten zeigte sich ein normales Kernspintomogramm; es konnten weder fokale 

zerebrale Läsionen, Nasennebenhöhlenpathologien, Foramenstenosen, 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Nervenwurzelkompressionen oder eine zervikale Myelopathie ausgemacht werden 

noch ergaben sich Hinweise für eine stattgehabte Blutung oder ein Subduralhämatom 

(Suva-act. 32). Vor diesem Hintergrund können damit - wie von Dr. D.___ überzeugend 

und nachvollziehbar festgestellt (Suva-act. 33-1, 45-3) - organisch-strukturelle 

Unfallfolgen ausgeschlossen werden (zur Streckfehlhaltung vgl. Urteile des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7. 

Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3). Auch klinisch neurologisch liess sich 

offensichtlich im KSSG keine ursächlich strukturelle Läsion feststellen (vgl. Suva-act. 

21).

Auch die im Rahmen des Rückfalls erhobenen Befunde sowie die 

Rückfalldiagnose, welche weitere bedeutsame Kriterien für die Beurteilung des 

Vorliegens traumatischer Folgeschäden darstellen, lassen nicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf traumatische Folgeschäden schliessen.

5.3. 

Am 11. Mai 2020 konsultierte die Beschwerdeführerin wegen Kopfschmerzen, 

vom Nacken in den Hinterkopf ausstrahlend, Dr. E.___. Dieser erhob als Befunde eine 

relativ schwach ausgeprägte Haltemuskulatur mit Myogelosen zervikonuchal 

linksbetont und Ausstrahlung occipitoparietal (Suva-act. 20, 27-1, act. G 1.2). Diese 

Befunde sind für sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen 

zu betrachten (Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 

mit vielen Hinweisen, und 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3). Eine unfallbedingt 

schwach ausgeprägte Haltemuskulatur sowie unfallbedingte Myogelosen sind zwar 

nicht ausgeschlossen. Sie können jedoch nur als sekundäre unfallkausale 

Gesundheitsschädigungen vorkommen, d.h. sie gründen ihrerseits auf einer 

unfallkausalen Körperverletzung wie beispielsweise einer Fraktur (vgl. dazu Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 2005, S. 131 f., 856, 860; 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1205 "Myalgie", S. 1212 

"Myogelose"; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 1268 "Myalgie", S. 1379 

"Myogelose"). Angesichts des Gesagten kann bei vorliegend fehlender unfallkausaler 

Körperverletzung nicht von einem überwiegend wahrscheinlichen 

Kausalzusammenhang der obgenannten Befunde mit dem Unfall vom 17. Februar 2019 

ausgegangen werden.

5.3.1. 

Als Rückfalldiagnose führte Dr. E.___ einen Status nach Schädelhirntrauma Grad 

1 am 17. Februar 2019 (Snowboardsturz) mit/bei chronisch rezidivierenden 

vertebragenen Cephalgien linksbetont und muskulärer Dysbalance mit 

Haltemuskelschwäche auf. Abgesehen vom Zusatz "Status", der lediglich anzeigt, dass 

5.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dem aktuellen Zustand ein bestimmter Umstand bzw. eine Gesundheitsschädigung 

vorausgegangen ist, jedoch keine Folgen definiert, stimmt die Rückfalldiagnose mit der 

Unfalldiagnose überein. Genannt wird zudem der Befund der Dysbalance mit 

Haltemuskelschwäche (vgl. dazu Erwägung 5.3.1) sowie das bei der Versicherten 

anamnestisch erhobene Beschwerdebild chronisch rezidivierender vertebragener 

Cephalgien linksbetont (vgl. act. G 1.2). Auch aus der Rückfalldiagnose kann 

überwiegend wahrscheinlich keine organisch-strukturelle Unfallrestfolge abgeleitet 

werden. Hinsichtlich des Schädelhirntraumas Grad 1 und der Dysbalance mit 

Haltemuskelschwäche ist auf die Ausführungen in den Erwägungen 5.2 und 5.3.1 zu 

verweisen. Vertebragene Cephalgien sind sodann zwar ein typisches Symptom nach 

einem Schädelhirntrauma (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 1599). In den 

echtzeitlichen Untersuchungsberichten sind allerdings keine Kopf- und 

Nackenschmerzen vermerkt, sondern wird (nur) eine Übelkeit beschrieben (Suva-act. 

21). Im Regelfall werden jedoch verletzungstypische Beschwerden unmittelbar nach 

dem Unfall oder zumindest in zeitlicher Nähe dazu wahrgenommen und es darf davon 

ausgegangen werden, dass sie, sofern sie vorgelegen hätten, Eingang in die ärztlichen 

Untersuchungsberichte gefunden hätten. Gerade in Bezug auf Kopf- und 

Nackenschmerzen ist im Übrigen festzuhalten, dass deren Ursachenspektrum, wie 

auch dasjenige von Myogelosen, vielfältig ist und in keiner Weise in einem Unfall liegen 

muss. Die genannten Beschwerden vermögen sich zudem wechselseitig zu 

beeinflussen bzw. gegenseitig zu unterhalten, weshalb sie erfahrungsgemäss auch 

häufig zusammen beschrieben werden (vgl. z.B. "Kopfschmerz": Pschyrembel, a.a.O., 

S. 983; Roche Lexikon, a.a.O., S. 1286; Nackenschmerzen bzw. -steifigkeit: 

Pschyrembel, a.a.O., 1120; "Myogelose": Pschyrembel, a.a.O., S. 1212; Debrunner, 

a.a.O., S. 800). So beschrieb offenbar auch die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. 

E.___ die Kopfschmerzen als vom Nacken in den Hinterkopf ausstrahlend. Der von Dr. 

E.___ in der Diagnose verwendete Zusatz "chronisch" untermauert die Unklarheit der 

Ätiologie von Beschwerden. Im Verlauf einer Chronifizierung wird das Verhältnis 

zwischen organischem Gesundheitsschaden und erlebter Behinderung immer 

ungewisser. Andere Faktoren, wie zum Beispiel das Individuum selber mit seiner 

Psyche, die Arbeitsumstände bzw. eine körperlich belastende Tätigkeit, das soziale 

Umfeld, das medizinische und legale System sowie ökonomische Umstände spielen 

eine massgebende Rolle (vgl. Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45 ff.).

Bezüglich der im konkreten Fall vorliegenden Unfalldiagnose eines leichten 

Schädelhirntraumas wird sodann von Seiten der medizinischen Forschung (Gerhard 

Jenzer, Klinische Aspekte bei HWS-Belastungen durch Kopfanprall oder 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS 

40/1996, S. 462 ff. und insbesondere S. 467) festgehalten, dass der typische 

posttraumatische Verlauf nach einer Commotio cerebri bzw. einem leichten 

Schädelhirntrauma einer Erholung innert sechs bis zwölf Wochen entspreche. 

Ungewöhnlich lang dauernde und schwere Verläufe nach 

einerBeschleunigungsverletzung würden bei Fehlen der klinischen Kriterien einer 

traumatischen Hirnschädigung nach einer Interpretation ausserhalb einer 

hirnorganischen Schädigung rufen (Jenzer, a.a.O., S. 469 mit Hinweis und S. 463). Die 

vorgenannte Heilungsdauer für ein leichtes Schädelhirntrauma findet gerade auch in 

der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze. Im Grundfall ist als letzte ärztliche 

Untersuchung diejenige in der Klinik für Neurochirurgie im KSSG vom 17. bis 18. 

Februar 2019 aktenkundig (Suva-act. 21). Darauf folgte ein Intervall ohne aktenkundige 

Heilbehandlungen von rund 15 Monaten bis zur Konsultation bei Dr. E.___ am 11. Mai 

2020 (act. G 1.2, vgl. auch act. G 5.1). Die Komponente des zeitlichen Ablaufs bildet ein 

bedeutsames Indiz für unfallfremde Kopf- und Nackenschmerzen. Je grösser der 

zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den 

Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (Urteil 

des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2016, 8C_465/2016, E. 4.2). Die von der 

Beschwerdeführerin geschilderten Brückensymptome bzw. die seit dem Unfall 

angeblich bestehenden vertebragenen Cephalgien (Suva-act. 22, act. G 1.2 und G 5.1) 

sind nicht nachgewiesen. Die Folgen dieser Beweislosigkeit wirken sich zu Lasten der 

Beschwerdeführerin aus (vgl. Erwägung 2.3). Ohne dokumentierte Brückensymptome 

lässt die Latenzzeit von rund 15 Monaten - wie von Dr. D.___ in seinen Beurteilungen 6. 

Oktober 2020 (Suva-act. 45) sowie 22. Februar und 12. April 2021 (act. G 3.1, G 8.1) 

festgehalten bzw. entsprechend berücksichtigt - eine Rückfallkausalität als 

unwahrscheinlich erscheinen. Angesichts des zeitlichen Ablaufs im vorliegenden Fall ist 

mithin ein Zusammenhang höchstens möglich. Dass im konkreten Fall die Ursache für 

die Schmerzen im Unfall liegt, ist damit nicht überwiegend wahrscheinlich.

 5.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aufgrund der ursprünglich 

gestellten Unfalldiagnose, der im Rückfall erhobenen Diagnose und Befunde, des 

zeitlichen Ablaufs sowie des Ergebnisses der radiologischen Untersuchung betreffend 

Vorliegen relevanter unfallkausaler somatischer Befunde im Sinn struktureller 

Veränderungen keinerlei Anhaltspunkte für eine Unfallkausalität der am 12. Mai 2020 

gemeldeten Kopf- und Nackenbeschwerden ergeben. Die Beurteilungen von Dr. D.___ 

5.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.  

umfassen die im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung massgebenden 

Beurteilungskriterien und erscheinen damit in der Schlussfolgerung einer Verneinung 

der Unfallkausalität der Kopf- und Nackenbeschwerden durchaus schlüssig und 

überzeugend.

Die Beurteilung von Dr. E.___ in seinem Bericht vom 12. März 2021, aus seiner 

Sicht seien die chronisch rezidivierenden vertebragenen Cephalgien klar auf das 

Unfallereignis zurückzuführen (act. G 5.1), vermag an dieser Beurteilung nichts zu 

ändern. Auch Dr. E.___ bestätigt, dass er die Beschwerdeführerin erstmals am 11. Mai 

2020 wegen der vorgenannten Beschwerden untersucht habe. Im Übrigen fehlt im 

Bericht eine nachvollziehbare, schlüssige medizinische Begründung seiner 

Schlussfolgerung. Seine weitere Bestätigung, die Beschwerdeführerin leide seit dem 

Unfall an den vertrebragenen Cephalgien, reicht nicht aus, um von einer natürlich 

unfallkausalen organisch-strukturellen Schädigung auszugehen. Andernfalls würde man 

sich mit dem blossen Anschein des Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit 

begnügen und davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Schädigung schon dann 

durch den Unfall verursacht sei, wenn sie nach diesem auftrat (vgl. dazu die 

beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. 1989, S. 460 N 1205; SVR 2009 UV 

Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb). 

Im Übrigen hatte die Beschwerdeführerin anlässlich des Telefongesprächs mit der 

Beschwerdegegnerin vom 12. Mai 2020 betreffend Rückfallmeldung gemäss deren 

Telefonnotiz angegeben, sie habe "in letzter Zeit" vermehrt Kopfschmerzen und einen 

verspannten Nacken (Suva-act. 14). Diese Formulierung deutet ebenfalls nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine seit dem Unfall 

durchgehend bestehende Beschwerdesymptomatik hin.

5.5.2. 

Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist nun aber bekannt, dass 

bei Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie 

Schädelhirntraumen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 

17. August 2004, U 243/03; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3; BGE 117 V 369) auch 

ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem 

Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art, unter anderem - wie von der 

Beschwerdeführerin beklagt - Kopf- und Nackenschmerzen, aber auch zahlreiche 

weitere Beschwerden auftreten können. Der Umstand, dass die für ein 

Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen Beschwerden nicht mit 

entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden 

in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma oder eine dem 

Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für diese 

Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse 

Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, 

rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, 

Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel 

anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 5.2; 

30. Januar 2007, U 215/05; 15. März 2007, U 258/06) muss bei einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung 

von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis 

höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in 

diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS und bei einem 

Schädelhirntrauma zusätzlich Kopfschmerzen manifestieren. Die anderen im Rahmen 

eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

Laut echtzeitlichem Bericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 20. 

Februar 2019 betreffend die dortige Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 17. 

bis 18. Februar 2019 litt diese innerhalb der erforderlichen Latenzzeit (vgl. Erwägung 

6.1) unter Übelkeit. Die Beschwerdegegnerin gab zudem eine kurze Bewusstlosigkeit 

an; sie könne sich aber an alles erinnern. Weitere Beschwerden sind dem Bericht nicht 

zu entnehmen (Suva-act. 21). Die Erstbehandlung hatte davor bei Dr. C.___ 

stattgefunden, dessen Honorarrechnung vom 17. Februar 2019 lediglich die Diagnose 

"Commotio cerebri", jedoch keine weiteren medizinischen Angaben enthält (Suva-act. 

2). Übelkeit ist zwar ein typisches Symptom nach einem Schädelhirntrauma (vgl. dazu 

Liste Hans Schmidt und Jürg Senn [Hrsg.], Schleudertrauma - neuester Stand: Medizin, 

Biomechanik, Recht und Case Management, 2004, S. 14 f.). Doch zeigt sich das in den 

medizinischen Akten dokumentierte Beschwerdebild hinsichtlich seiner Vielfalt sehr 

bescheiden und hat sich vor allem - wie bereits erwähnt - im Verlauf verändert, was mit 

Blick auf die Ausführungen in Erwägung 6.1 untypisch ist. Selbst wenn also angesichts 

der echtzeitlich gestellten Diagnose (Commotio cerebri bzw. Schädelhirntrauma Grad 

1; Suva-act. 2, 21) von einer schleudertraumatypischen Verletzung ausgegangen 

werden muss, ist festzuhalten, dass angesichts des Gesagten nicht mit dem 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine solche Verletzung mit 

Langzeitfolgen bis zur erneuten Behandlung durch Dr. E.___ am 11. Mai 2020 

angenommen werden kann.

Ein Schädelhirntrauma, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne 

morphologisch fassbarer Schädigung des Gehirns subsumiert werden, rechtfertigt die 

analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis (vgl. Erwägung 2.1) nur, wenn die 

erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und 

Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vgl. auch 

Urteile des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1, und 6. Mai 2003, U 6/03). Die 

Schwere eines Schädelhirntraumas wird üblicherweise nach dem Punktwert in der 

Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In dieser Skala erhalten der Patient oder die 

Patientin für bestimmte Reaktionen (wie Augenöffnen, Reaktionen auf Schmerzreize 

und sprachliche Äusserungen) eine Anzahl von Punkten, welche zum Schluss addiert 

werden. Der schlechteste Wert beträgt 3, der beste 15. Von einem leichten 

Schädelhirntrauma spricht man bei einem GCS-Wert von 13 bis 15 (mittelschwer: 9 bis 

13, schwer 3 bis 8; vgl. Pschyrembel, a.a.O., S. 240 "Bewusstseinsstörung" und S. 673 

"Glasgow Coma Scala"; Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.2). Die 

Beschwerdeführerin zeigte sich am Unfalltag beim Eintritt in die Klinik für 

Neurochirurgie voll orientiert. Die Pupillen waren beidseits mittelweit und isokor sowie 

prompt reagibel auf das Licht. Die Augenmotorik war intakt und die 

Beschwerdeführerin sah keine Doppelbilder. Anamnestisch gab sie sodann lediglich 

eine kurze Bewusstlosigkeit mit einem uneingeschränkten Erinnerungsvermögen an. 

Die bei ihr im KSSG durchgeführte GCS-Überwachung ergab jederzeit den Wert 15. 

Die klinische Untersuchung zeigte sodann keine fokal-neurologischen Defizite. 

Entsprechend wurde die Diagnose eines Schädelhirntraumas Grad 1 gestellt (Suva-act. 

21), was eine Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 134 V 109 begründeten 

Schleudertrauma-Praxis ausschliesst. Selbst wenn jedoch eine Adäquanzprüfung 

durchzuführen wäre, müsste die Adäquanz verneint werden, wie die diesbezüglich 

zutreffenden Ausführungen in der Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 5. Mai 2021 

zeigen (act. G 8).

6.3. 

Ebenso unpassend würde sich in Bezug auf den vorliegenden Fall eine 

Adäquanzprüfung nach Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung 

zu den psychogenen Unfallfolgen bzw. der sogenannten "Psycho-Praxis" darstellen, 

nachdem den vorliegenden Akten keinerlei Hinweise auf eine psychische Problematik 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.  

Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 16. Januar 

2021 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der 

vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. f  ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

der Beschwerdeführerin zu entnehmen sind. Weiterungen zur Adäquanz erübrigen sich 

demnach.

bis 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 14.07.2021
	Art. 6 UVG, Art. 11 UVV. Verneinung der Rückfallkausalität in Bezug auf rund 15 Monate nach einem Unfall gemeldete Kopf- und Nackenbeschwerden nach einem Schädelhirntrauma Grad 1 (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juli 2021, UV 2021/10).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T22:39:38+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen