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**Case Identifier:** 76f4a71c-1e3e-51e1-b04d-51859c6f8c98
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.12.2021 200 2021 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-88_2021-12-16.pdf

## Full Text

200 21 88 UV
WIS/SHE/SAL/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Dezember 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana Versicherungen AG
Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 (Unfall-
Nr. 20.031675)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, UV/21/88, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war über seinen Arbeitgeber bei der Visana Versicherun-
gen AG (nachfolgend Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch ge-
gen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankhei-
ten versichert, als er gemäss Schadenmeldung UVG vom 27. Januar 2020 
(Akten der Visana, Antwortbeilage [AB] 1) am 17. Januar 2020 bei einem 
Volleyballmatch beim Verteidigen eines Balls wegrutschte, umknickte und 
einen Schmerz im linken Knie verspürte. Am 2. März 2020 unterzog sich 
der Versicherte einer diagnostischen Kniearthroskopie mit Entfernung von 
freien Gelenkkörpern (Meniskusresiduen) und einer medialen Teilmenis-
kektomie des linken Knies (AB 19 ff.). Die Visana tätigte daraufhin Ab-
klärungen zum Ereignishergang und zu den medizinischen Verhältnissen. 
Gestützt auf die Stellungnahme des beratenden Arztes, Dr. med. 
B.________, Facharzt für Chirurgie und Intensivmedizin, vom 
12. März 2020 (AB 28) lehnte sie mit Verfügung vom 20. Mai 2020 (AB 41 
ff.) ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17. Ja-
nuar 2020 ab mit der Begründung, es liege weder ein Unfallereignis noch 
eine unfallähnliche Körperschädigung vor. Auf Einsprache des Versicherten 
hin (AB 45 ff.) tätigte die Visana weitere medizinische Abklärungen und 
holte eine Beurteilung von Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 1. De-
zember 2020 ein (AB 64 ff.). In der Folge hiess sie die Einsprache mit Ent-
scheid vom 11. Dezember 2020 (AB 69 ff.) insofern gut, als sie das Vorlie-
gen eines Unfallereignisses und den Anspruch auf Versicherungsleistun-
gen aus der obligatorischen Unfallversicherung bejahte, diese jedoch per 
17. Februar 2020 einstellte. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, UV/21/88, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 25. Januar 2021 erhob der Versicherte dagegen Be-
schwerde. Er beantragt sinngemäss, der Einspracheentscheid vom 11. De-
zember 2020 sei aufzuheben und die Leistungspflicht der Beschwerdegeg-
nerin für das Ereignis vom 17. Januar 2020 sei über den 17. Februar 2020 
hinaus zu bejahen.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2021 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.    

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 11. Dezem-
ber 2020 (AB 69 ff.). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer 
infolge des Ereignisses vom 17. Januar 2020 über die per 17. Febru-

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ar 2020 verfügte Leistungseinstellung hinaus Anspruch auf Leistungen der 
obligatorischen Unfallversicherung hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 

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kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts vom 
21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate 
Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier 
praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; 
SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.2.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitli-
chen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tat-
frage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversi-
cherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für 
die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 
438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall ver-
schlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vor-
zustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäqua-
te Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und aussch-
liesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht 
ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-

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ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 
E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3. 

3.1 Es ist nunmehr unter den Parteien unbestritten und aufgrund der 
Akten erstellt, dass der Beschwerdeführer am 17. Januar 2020 einen Unfall 
im Rechtssinne (vgl. E. 2.1 hiervor) erlitten hat. Damit sind die Einwendun-
gen des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin sei im Einspra-
cheentscheid vom 11. Dezember 2020 nicht auf seine Argumentation ein-
gegangen bzw. die Aussage seines Mannschaftskollegen seien unbeachtet 
geblieben, unbegründet. Umstritten ist hingegen, ob die Leistungseinstel-
lung per 17. Februar 2020 (AB 75 Ziff. 14) zu Recht erfolgte bzw. ob die 
danach weiterhin geklagten Beschwerden in einem natürlichen Kausalzu-
sammenhang mit diesem Unfall standen und dadurch eine Leistungspflicht 
über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus besteht. In medizini-
scher Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Gemäss Bericht von Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 25. Fe-
bruar 2020 handelte es sich um eine Meniskusruptur nach Sturz am 17. 
Januar 2020. In diesem Fall mit klar vertikaler Komponente und möglich 
ausgebildeter Lappenrissproblematik, klinisch rezidivierender Einklemm-
symptomatik und entsprechendem Untersuchungsresultat empfehle er die 
Kniearthroskopie zur medialen Teilmeniskektomie (AB 17).

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3.1.2 Im Bericht des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, Dr. 
med. B.________, vom 12. März 2020 wurde dargelegt, dass die differen-
zierte Analyse des Bilddatensatzes zur MRI-Untersuchung des linken Knies 
vom 24. Februar 2020 erkennen liess, dass sich im Bereich des Hinter-
horns des Innenmeniskus eine diffuse, multidirektional verlaufende Rissbil-
dung darstellt. Es fänden sich in Bestätigung der Beurteilung von Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Radiologie, sowohl horizontal wie auch vertikal 
verlaufende Strukturveränderungen, die einer sogenannten Rissbildung 
entsprächen. Diese Strukturveränderungen seien überwiegend wahrschein-
lich auf einen vorwiegend degenerativen Zustand des Hinterhorns des In-
nenmeniskus im linken Knie zurückzuführen. Das zusätzliche geringe Kno-
chenmarködem im Tibiaplateau auf Projektion des degenerativ veränderten 
Hinterhorns sei Ausdruck einer lokalen reaktiven Veränderung (AB 28).

3.1.3 Im Bericht von Dr. med. D.________ vom 8. Mai 2020 wurde darge-
legt, dass nach der Kniearthroskopie ein erfreuliches Resultat vorliege. Das 
Knie sei wieder wie vor dem Unfall beschwerdefrei. Der Lappenriss, wel-
cher doch anamnetisch klar durch die beschriebene Distorsion nach 
Sprung mit harter Landung und Sturz während dem Volleyballspielen pas-
siert sei und ebenfalls MR-tomographisch sowie intraoperativ eine trauma-
tische Hauptkomponente aufgewiesen habe, habe erfolgreich operativ the-
rapiert werden können (AB 51). 

3.1.4 In der Aktenbeurteilung vom 1. Dezember 2020 führte der beraten-
de Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. C.________, aus, dass das 
Ereignis vom 17. Januar 2020 am linken Knie überwiegend wahrscheinlich 
lediglich zur Bildung eines leichten intraartikulären Ergusses geführt habe, 
nicht jedoch zu strukturellen Veränderungen von potentiell dauerhaftem 
Charakter. Dies habe sich in einer MRT-Untersuchung vom 17. Febru-
ar 2020 belegen lassen, ausser einem residuellen Erguss – bei dem innert 
kurzer Zeit von einer vollständigen Resorption allfälliger traumatisch be-
dingter Anteile habe ausgegangen werden können – hätten keine unfall-
kausalen strukturellen Veränderungen gefunden werden können. Vielmehr 
hätten sich überwiegend wahrscheinlich ausschliesslich degenerative Ver-
änderungen am medialen Meniskus finden lassen. Beim Ereignis vom 17. 
Januar 2020 sei es zu einer schmerzhaften Aktivierung des erwähnten pa-

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thologischen Vorzustandes, wahrscheinlich begleitet von einer passager 
vermehrten leichten Ergussbildung, gekommen. Dies sei als vorüberge-
hende Verschlimmerung zu bewerten, was sich unter anderem auch daran 
erkennen lasse, dass der Versicherte durch osteopathische Behandlung 
offenbar eine markante Linderung erfahren habe. Hinweise auf strukturelle 
Alterationen von potentiell dauerhaftem Charakter, die dann als richtung-
gebende Veränderung zu bewerten wären, hätten sich in der MRT vom 17. 
Februar 2020 hingegen nicht finden lassen. Das Vorliegen eines degenera-
tiven Zustandbildes am medialen Meniskus im linken Knie habe sich auch 
anlässlich der arthroskopischen medialen Teilmeniskektomie am 2. März 
2020 bestätigt, wie sich durch die entsprechenden intraoperativen Bilder 
ohne namhafte Zweifel belegen lasse. Mit Verweis auf die obigen Erläute-
rungen könne im Hinblick auf den erwähnten pathologischen Vorzustand 
am medialen Meniskus mit der MRT vom 17. Februar 2020 ein morphologi-
scher Status quo sine belegt werden. Es sei zwar denkbar, dass vom zu 
diesem Zeitpunkt noch nachweisbaren geringen intraartikulären Erguss 
gewisse Anteile traumatisch aktiviert worden seien, doch handle es sich 
dabei nicht um einen aktiv behandlungsbedürftigen Befund, der sich ohne 
weitere Massnahmen innert kurzer Zeit von selbst wieder zurückgebildet 
hätte bzw. habe (AB 64 ff.).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-

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tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im Wesentlichen auf die versi-
cherungsmedizinische Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. 
C.________ vom 1. Dezember 2020 (AB 64 ff.). Diese Beurteilung erfüllt 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines 
medizinischen Berichts gestellten Anforderungen, wobei insbesondere die 
Voraussetzungen für eine Aktenbeurteilung erfüllt sind (vgl. E. 3.2 hiervor). 
Einer eigenen Untersuchung bedurfte es nicht, da der medizinische Sach-
verhalt feststand und es allein um die medizinische Würdigung dieses 
Sachverhalts ging. Dr. med. C.________ konnte sich aufgrund der vorhan-
denen Unterlagen ein gesamthaftes und lückenloses Bild machen. Er hat 
sich mit den MRT-Bildern vom 17. Februar 2020, mit den klinischen und 
bildgebenden Befunden sowie mit den Berichten von Dr. med. D.________ 
vertieft auseinandergesetzt und gestützt darauf überzeugend seine 
Schlussfolgerungen gezogen. Er konnte dabei insbesondere nachvollzieh-
bar darlegen, wie die auf die MRT-Bilder basierte Einschätzung durch die 
intraoperativen Bilder bestätigt wurde. Der Beurteilung kommt voller Be-
weiswert zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. 

Dr. med. C.________ führte namentlich zu den MRT-Bildern aus, dass die-
se als wesentlichen pathologischen Befund degenerative Veränderungen 
am medialen Meniskus mit leichter ödematöser Reaktion des Knochens in 
diesem Bereich zeigen würden, wie sie in der Alterskategorie des Be-
schwerdeführers gerade bei sportlich aktiven Personen häufig zu finden 
seien. Als Zeichen eines stattgehabten Traumas lasse sich allenfalls der 

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intraartikuläre Erguss bewerten, wobei ein solcher auch reaktiv auf eine 
temporäre Überlastung eines Gelenks innerhalb der physiologischen Funk-
tion auftreten könne (AB 67). Er legte damit nachvollziehbar und schlüssig 
dar, weshalb von einem chronisch degenerierten Meniskus auszugehen ist. 
Soweit Dr. med. D.________ in seiner Beurteilung vom 8. Mai 2020 (AB 
51) vorbringt, dass das Knie wieder wie vor dem Unfall beschwerdefrei sei, 
vermag diese Argumentation nicht zu überzeugen, da der Umstand, dass 
erst nach einem Unfall Beschwerden auftreten, noch nicht den Schluss 
gestattet, diese seien unfallkausal (vgl. zur unzulässigen Beweismaxime 
"post hoc ergo propter hoc": BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 
UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Entgegen der Annahme von Dr. med. D.________, 
dass sich in den MRT-Bildern lediglich eine "klare vertikale Rissbildung im 
Meniskushinterhorn innen" zeige (AB 17), haben sich gemäss Dr. med. 
C.________ keine strukturellen Schäden von potentiell dauerhaftem Cha-
rakter abgrenzen lassen, die überwiegend wahrscheinlich als von traumati-
scher Natur bedingt zu bezeichnen gewesen wären (AB 67). Dr. med. 
D.________ habe sich bei seiner Beurteilung in "inkorrekter Weise" auf 
einzelne marginale Strukturveränderungen eines morphologischen Ge-
samtbildes fokussiert und damit die übrigen nachweisbaren Veränderungen 
ausgeblendet. Auch würden die Begründungen von Dr. med. D.________ 
auf der Annahme eines Sturzes als initiales Ereignis basieren, was in An-
betracht der vom Beschwerdeführer selbst zeitnah gemachten Angaben 
allerdings weitgehend auszuschliessen sei. Unter Berücksichtigung des 
überwiegend wahrscheinlich tatsächlich stattgehabten Traumas – einer 
Distorsion bei wahrscheinlich weitgehend extendiertem Kniegelenk – sei 
die Entstehung einer Meniskusläsion weitgehend ausgeschlossen, wenn 
man sich am heutigen Stand der "versicherungsmedizinischen traumabio-
logischen Erkenntnisse" orientiere. Aufgrund dieser schlüssigen Aus-
führungen von Dr. med. C.________ ist erstellt, dass der Unfall überwie-
gend wahrscheinlich lediglich zur Bildung eines leichten intraartikulären 
Ergusses sowie zur vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerati-
ven Vorzustandes geführt hat, und dass am 17. Februar 2020 mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit wieder der Vorzustand erreicht war. Somit sind 
der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 17. Janu-
ar 2020 und den geklagten Beschwerden sowie die Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin ab dem 17. Februar 2020 zu verneinen. 

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3.4 Aufgrund des Dargelegten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
im Zusammenhang mit dem Unfall vom 17. Januar 2020 der Status quo 
sine vel ante per 17. Februar 2020 eingetreten. Damit ist der Einspra-
cheentscheid vom 11. Dezember 2020 nicht zu beanstanden und die da-
gegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

4.2  Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben, noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Visana Versicherungen AG  
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dez. 2021, UV/21/88, Seite 12

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.