# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b18bf566-ba34-5dba-aeb9-e0a5075bf90c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 10.11.2006 R 2005 115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2005-115_2006-11-10.pdf

## Full Text

R 05 115
R 05 124

4. Kammer 

URTEIL
vom 10. November 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kontingentserteilung für Zweitwohnungen

1. a) Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hatte die Gemeinde … eine 

umfassende Ortsplanung mit Zonenplan und Generellem Erschliessungsplan 

sowie Baugesetz erlassen. Am 30. November 1995 verabschiedete sie 

darüber hinaus eine Teilrevision „Teilzonenplan …“, welcher von der 

Regierung am 2. Juli 1996 genehmigt wurde.

Im Jahre 2001 stimmte die Gemeindeversammlung einer nochmaligen 

Überarbeitung des Teilzonenplanes im Sinne einer projektbezogenen 

Nutzungsplanung zu und die Regierung genehmigte diese mit Beschluss vom 

7. Oktober 2002. Dagegen erhobene Rechtsmittel wurden allesamt, 

letztinstanzlich vom Bundesgericht mit Urteil vom 4. Mai 2004, abgewiesen.

In der Folge wurde umgehend das erforderliche Quartierplanverfahren 

eingeleitet und der Quartierplan mit Entscheid vom 16. August 2005 unter 

Abweisung der dagegen erhobenen Einsprachen genehmigt. Der Entscheid 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Noch vor Abschluss des Quartierplanverfahrens hatte die Gemeinde … ihre 

Ortsplanung einer weiteren Revision unterzogen, welche vorwiegend 

formeller Natur war. Einerseits sollten darin u.a. die Sonderbauvorschriften für 

die Dorfkernzone und das Gesetz von 1992 über die Förderung des Erst- und 

die Einschränkung des Zweitwohnungsbaus integriert werden. Daneben 

erfolgten auch noch geringfügige Änderungen am Zonenplan, dies vorab als 

Folge der Waldfeststellungen. Diese von der Gemeinde am 26. November 

resp. 2./4. Dezember 2003 verabschiedete Teilrevisionsvorlage ist am 21. 

Juni 2004 von der Regierung genehmigt worden.

Weil sich in verschiedenen Gemeinden des Oberengadins zeigte, dass die 

bestehenden Erstwohnungsanteilsregelungen ungenügend waren, um die 

geradezu überbordende Nachfrage im Zweitwohnungsbau in Grenzen zu 

halten, und weil parallel dazu auch noch auf Stufe Kreis eine Initiative mit 

vergleichbarer Stossrichtung eingereicht worden war, leitete der 

Gemeindevorstand … Schritte ein, um dieser unerwünschten Entwicklung 

Einhalt zu gebieten und liess von einer eigens dafür eingesetzten Kommission 

einen Entwurf für ein Gesetz über die Etappierung und Kontingentierung des 

Wohnungsbaus (GEK) erarbeiten. Zur Sicherung des Planungsziels 

verhängte er im Februar 2005 flankierend über das ganze Baugebiet eine 

Planungszone. Der von der Kommission erarbeitete Gesetzesentwurf des 

neuen GEK wurde vom Souverän der Gemeinde … anlässlich der 

Gemeindeversammlung vom 4. Juli 2005 mit 182 zu 0 Stimmen 

angenommen.

b) Am 12. Mai 2005 reichte die Baugesellschaft … (BG …) das Baugesuch um 

Erstellung zweier Wohnhäuser mit insgesamt 27 Wohnungen sowie eines 

Personalhauses mit 13 Studios und 5 2-Zimmerwohnungen auf den Parzellen 

1746, 1747, 1758 und 2428 in … ein (Eingangsstempel: 12. Mai 2005; 

Baugesuch Nr. 05031). 

Am 13. Mai 2005 reichte auch die Baugesellschaft … (BG …) ein Baugesuch 

zur Erstellung von 4 Mehrfamilienhäusern mit total 41 Wohnungen auf den 

Parzellen 2475 und 1973 ein (Eingangsstempel: 13. Mai 2005; Baugesuch Nr. 

05030). Beide Baugesuche wurden in der Folge publiziert: dasjenige der BG 

… am 19. Mai 2005;  dasjenige der BG … auf Verlangen derselben am 24. 

Mai 2005). Das Baugesuch der BG … musste jedoch am 28. Juni 2005 zur 

Überarbeitung zurückgewiesen, weil die Unterlagen unvollständig waren und 

das Projekt als nicht bewilligungsfähig erschien. Nach einem klärenden 

Schriftenwechsel mit der Gemeinde, mit welchem diese darlegte, dass für die 

im vorliegend interessierenden Zusammenhang der Zeitpunkt massgebend 

sei, in dem ein formell einwandfreies Baugesuch vorliege, reichte die BG … 

der Gemeinde am 20. Juli 2005 ein ergänztes Baugesuch mit revidierten 

Plänen und Unterlagen (Parkplatznachweis, zugesicherte 

Nutzungsübertragungen) ein. 

Am 7. September 2005 erliess die Gemeinde einen von der BG … erwirkten 

Beschluss im Hinblick auf die Bewilligungserteilung, mit welchem ihr die 

Baubewilligung in Aussicht gestellt wurde und auch die provisorische 

Verteilung der Kontingente für das Bauvorhaben in den Jahren 2007 - 2013 

aufgeführt wurde. Nebst den nachzureichenden Unterlagen, wollte die 

Gemeinde der BG … u.a. Gelegenheit geben, die für sie vorteilhafte 

Zusammenfassung der Kontingente zu bestimmen.

c) Nach Inkrafttreten des Quartierplanes … im August 2005 erteilte die 

Gemeinde der BG … am 13. September 2005 (Gesuch 05031) die 

Baubewilligung unter Festlegung der Kontingente für Zweitwohnungen 

(Erstellungszeitraum 2007 - 2012; insgesamt 3'207 m2) sowie unter weiteren 

Auflagen.

Nach verschiedenen Abklärungen und Besprechungen erteilte die 

Baubehörde der BG … gestützt auf die ergänzten und überarbeiteten 

Gesuchsunterlagen am 18. Oktober 2005 (Gesuch 05030) die Baubewilligung 

für deren Projekt unter gleichzeitiger Festlegung der 

Zweitwohnungskontingente (Erstellungszeitraum 2007 - 2013; insgesamt 

2'216 m2) und unter weiteren Auflagen.

d) Am 27. Juni 2006 (RB Nr. 790) genehmigte die Regierung des Kantons 

Graubünden die von der Gemeindeversammlung … am 4. Juli 2005 

beschlossene Teilrevision der Ortsplanung, u.a. damit auch das neue Gesetz 

für die Etappierung und Kontingentierung des Wohnungsbaus (Bestandteil 

des Baugesetzes). Parallel dazu wies sie mit separatem Entscheid (RB Nr. 

791) eine dagegen von der BG … eingereichte Beschwerde ab. Dem dagegen 

beim Verwaltungsgericht eingereichten Rekurs V 06 5 war ebenfalls kein 

Erfolg beschieden (Urteil vom 10. November 2006/mitgeteilt am 22. 

Dezember 2006).

2. a) Gegen die der BG … erteilte Baubewilligung reichte die BG … am 6. Oktober 

2005 beim Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Rekurs (R 05 115) ein 

mit dem Antrag, es sei der Beschluss vom 13. September 2005 aufzuheben. 

Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, dass sich die Gemeinde 

selbst nicht an das neue Gesetz, so dieses überhaupt zur Anwendung 

gelangen könne, gehalten habe. Bereits die Nummerierung der Baugesuche 

zeige nämlich, dass ihr Gesuch (Nr. 05030) vor demjenigen der BG … (Nr. 

05031) eingegangen sein müsse. Zudem hätte ihres Erachtens jenes Gesuch 

gar nicht behandelt werden dürfen, weil das betreffende Areal der 

Quartierplanpflicht unterliege, wobei zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung 

noch gar kein rechtsgültiger Quartierplan vorgelegen habe.

b) Die Gemeinde … beantragte die Abweisung des Rekurses. Wie sich bereits 

den auf den beiden Baugesuchen enthaltenen Eingangsstempeln unschwer 

entnehmen lasse, sei das Gesuch der BG … am 12. Mai 2005 und jenes der 

BG … am 13. Mai 2005 bei der Gemeinde eingegangen. Die abweichende 

Nummerierung habe sich aufgrund einer späteren Erfassung der 

eingegangenen Gesuche durch eine Mitarbeiterin ergeben, die dann 

versehentlich die Gesuche nicht aufgrund ihres Eingangsdatums nummeriert 

habe. Selbst wenn aber die Reihenfolge des Gesuchseingangs umgekehrt 

gewesen wäre, hätte dasjenige der BG … den Vorrang verdient, da es 

vollständig gewesen sei, wohingegen jenes der Rekurrentin sowohl wegen 

Unvollständigkeit als auch wegen Verletzung gesetzlicher Vorschriften habe 

zurückgewiesen werden müssen, weshalb sich die Rekurrentin so oder 

anders nicht auf Art. 7 Abs. 3 GEK berufen könne. Der kommunale 

Rückweisungsbeschluss vom 28. Juni 2005 sei im übrigen unangefochten in 

Rechtskraft erwachsen. Der zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung noch 

nicht rechtskräftige Quartierplan sei im Lichte von Art. 7 Abs. 2 und 4 GEK 

betrachtet ebenfalls nicht entscheidend, da zum einen auf die Reihenfolge des 

Gesuchseinganges abzustellen sei und zum andern nur offensichtlich nicht 

bewilligungsfähige Bauvorhaben nicht berücksichtigt werden dürften. Der QP 

sei vom Vorstand im Übrigen am 16. August 2005 genehmigt worden und 

unangefochten geblieben. Insgesamt betrachtet lägen genügend Gründe vor, 

welche das Hintanstellen des Bauvorhabens der BG … rechtfertigen würden.

c) Die BG … liess ebenfalls Abweisung des Rekurses beantragen, wobei sie in 

ihrer Begründung im Wesentlichen der Argumentation der Gemeinde folgte.

3. a) Gegen die ihr unter Auflagen erteilte Baubewilligung und die damit 

einhergehende Kontingentierung und Etappierung reichte die BG … am 15. 

November 2005 beim Verwaltungsgericht frist- und formgerecht Rekurs (R 05 

124) ein mit folgenden Anträgen:

„1. Die Baubewilligung vom 18. Oktober 2006 sei teilweise, d.h. im Sinne der 
Erwägungen in Bezug auf die Etappierung und Kontingentierung von 
Zweitwohnungen und die Unterstellung unter die Planungszone 
aufzuheben.

Die Baubewilligung sei mit Bezug auf die Erstellung von Zweitwohnungen 
nicht der Planungszone zu unterstellen und der Rekurrentin für ihr 
Baugesuch 05030 die Baufreigabe ohne Kontingentierung sofort zu 
erteilen;

eventualiter seien die Kontingente ab dem Jahre 2007 zunächst maximal 
der Rekurrentin und die hernach freien Kontingente der Baugesellschaft 
… zuzuteilen,

subeventualiter sei in diesem Sinne die Angelegenheit der Gemeinde zur 
Neubeurteilung zurückzuweisen.“ 

Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen dieselben Einwände vor, wie sie 

bereits ihrer Rekurseingabe im Verfahren R 05 115 zugrunde liegen.

b) Die Gemeinde … beantragte mit im Ergebnis denselben Überlegungen wie im 

erwähnten Parallelfall die Abweisung des Rekurses.

4. Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Dezember 2005 vereinigte der 

Instruktionsrichter die beiden Rekursverfahren R 05 115 und R 05 124. 

Gleichzeitig wurde im Verfahren R 05 115 ein zweiter Schriftenwechsel 

anberaumt.

5. Im Rahmen des erwähnten zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien 

die Gelegenheit, die von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte zu 

ergänzen und zu vertiefen. Parallel dazu wurde das Rekursverfahren 

(letztmals bis am 16. August 2006) sistiert.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) In ihren Rekurseingaben macht die Rekurrentin eine Verweigerung des 

rechtlichen Gehörs geltend, welche sie im Wesentlichen in der fehlenden 

Begründung der konkreten Kontingentsverteilung erblickt. Ihr in beiden 

Verfahren gemachter Einwand erweist sich als offensichtlich unbegründet. 

Abgesehen davon, dass sich die Zuteilungsregelung direkt aus dem Gesetz 

(Art. 7 Abs. 2 GEK) ergibt, aufgrund dessen die Kontingentsgesuche 

grundsätzlich in der Reihenfolge ihres Eingangs zu berücksichtigen sind, 

konnte die Rekurrentin dem im Verfahren R 05 115 angefochtenen Entscheid 

ohne weiteres entnehmen, dass das Baugesuch der Baugesellschaft … ein 

Tag vor ihrem eigenen eingereicht worden ist. Darüber hinaus hat sie eine 

Übersicht darüber erhalten, wie die Kontingente an vier Baugesellschaften mit 

Grossbauprojekten aufgeteilt werden sollen. Hinsichtlich der sie selbst 

betreffenden und in Teilen im Verfahren R 05 124 angefochtenen 

Baubewilligung erweist sich ihr Einwand auch deshalb als unbegründet, weil 

im Vorfeld des Entscheides gerade auch mit Blick auf die 

Kontingentsverteilung verschiedene Besprechungen und Schriftenwechsel 

stattgefunden haben.

b) Im Lichte der hierzu ergangenen breiten Rechtsprechung (vgl. statt vieler PVG 

1996 Nr. 35) ohne Belang ist die nicht näher belegte rekurrentische 

Behauptung, es sei einem Mitglied der Bauherrschaft vom damaligen 

Gemeindepräsidenten geraten worden, mit der Gesuchseinreichung 

zuzuwarten. 

2. Die Rekurrentin macht geltend, den angefochtenen Entscheiden fehle es an 

einer hinreichenden gesetzlichen Grundlage. Das kommunale Gesetz (GEK) 

sei infolge der fehlenden regierungsrätlichen Genehmigung noch nicht in 

Kraft. Ihr kann nicht gefolgt werden. Abgesehen davon, dass die Regierung 

das kommunale Gesetz für die Etappierung und Kontingentierung (GEK) mit 

Beschluss vom 27. Juni 2006 (RB Nr. 790) unter Abweisung der dagegen von 

der heutigen Rekurrentin anhängig gemachten Beschwerde (RB Nr. 791) 

genehmigt hat und einem von der Rekurrentin beim Verwaltungsgericht 

dagegen eingereichter Rekurs (V 06 5) mit Urteil vom 10. November 2006, 

mitgeteilt am 22. Dezember 2006, ebenfalls kein Erfolg beschieden war, 

scheint die Rekurrentschaft die Wirkungen der von der Gemeinde im Februar 

2005 im Hinblick auf die Ausarbeitung eines Gesetzes betreffend die 

Kontingentierung und Etappierung von Zweitwohnungen erlassenen 

Planungszone übersehen zu haben. Die gesetzliche Grundlage für die 

Unterstellung ihres Bauvorhabens unter das neue Gesetz findet sich bereits 

im kantonalen Recht. Gemäss Art. 56 aKRG bzw. Art. 21 KRG dürfen nämlich 

während der Geltungsdauer der Planungszone keine Neubauten oder 

baulichen Veränderungen bewilligt werden, wenn sie den vorgesehenen 

neuen Vorschriften widersprechen oder die Ausführung der Pläne 

beeinträchtigen. Hält man sich vor Augen, dass gemäss Art. 5 GEK das 

gemeindliche Gesamtjahreskontingent 1'800 m2 BGF und das 

Jahreskontingent pro Bauherrschaft selbst bei Grossprojekten 600 m2 BGF 

beträgt, erhellt ohne weiteres, dass ein Bauprojekt wie jenes der Rekurrentin 

mit 2'216 m2 BGF (oder auch jenes der Rekursgegnerin 2 mit 3'207 m2 BGF) 

mit den neuen Vorschriften im Widerspruch steht. Insofern zeitigte das neue 

Gesetz (u.a. Art. 14 Abs. 2 GEK) bereits Vorwirkung, wenn auch die 

regierungsrätliche Genehmigung im Zeitpunkt der Bewilligungserteilungen für 

die beiden Bauprojekte (noch) ausstand. 

3. a) Die Rekurrentin rügt, die Gemeinde habe sich bei der Vergebung der 

Kontingente nicht an das Gesetz für die Etappierung und Kontingentierung 

des Wohnungsbaus gehalten, indem sie die in Art. 7 GEK vorgesehene 

Reihenfolge nicht eingehalten habe. Schon die Nummerierung der 

Baugesuche zeige nämlich, dass ihr Baugesuch (Nr. 05030) früher 

eingegangen sei, als dasjenige der Rekursgegnerin 2 (Nr. 05031). Letzteres 

hätte zudem gar nicht berücksichtigt werden dürfen; zum einen deshalb, weil 

das betreffende Baugebiet mit einer Quartierplanpflicht belegt sei und zum 

andern, weil im Bewilligungszeitpunkt noch gar kein rechtsgültiger 

Quartierplan vorgelegen habe. Aus diesen Einwänden vermag sie jedoch 

nichts zugunsten ihrer Begehren ableiten.

b) Für die Beurteilung der von der Rekurrentin aufgeworfenen Fragen ist von Art. 

7 GEK auszugehen. Danach ist im Baugesuch das für die Überbauung 

beanspruchte Kontingent anzugeben (Abs. 1). Die Kontingentsgesuche 

werden in der Reihenfolge des Einganges des entsprechenden Baugesuches 

berücksichtigt. An demselben Datum der Gemeindekanzlei oder der Post 

(massgebend Poststempel) übergebene Baugesuche gelten als gleichzeitig 

eingereicht. Reicht das Kontingent für die betreffenden Zweitwohnungen nicht 

aus, entscheidet das Los über die Rangfolge (Abs. 2). Muss ein Baugesuch 

wegen Unvollständigkeit oder Verletzung gesetzlicher Vorschriften zur 

Überarbeitung zurückgewiesen werden, ist für die Berücksichtigung der 

Eingang des überarbeiteten Gesuches massgebend (Abs. 3). Gesuche für 

Bauvorhaben, welche offensichtlich nicht bewilligungsfähig sind oder deren 

Realisierung innert der Frist gemäss Art. 8  als ausgeschlossen erscheint 

(Gesuche auf Vorrat), bleiben bei der Kontingentszuweisung 

unberücksichtigt. […] (Abs. 4). Die Freigabe des beanspruchten Kontingents 

erfolgt im Rahmen der Baubewilligung (Abs. 5).

c) Die Rekurrentin behauptet, ihr Baugesuch wäre vor demjenigen der 

Rekursgegnerin 2 eingereicht worden und müsse daher bei der 

Kontingentszuteilung prioritär behandelt werden. Ihre Behauptung erweist 

sich als aktenwidrig. Wie sich nämlich den auf den Baugesuchsformularen 

enthaltenen Eingangsstempel ohne weiteres entnehmen lässt, ist das 

Baugesuch der Rekursgegnerin 2 am 12. Mai 2005 bei der Gemeinde 

eingegangen; demgegenüber ist dasjenige der Rekurrentin mit 13. Mai 2005 

datiert, also erst einen Tag später eingegangen. Der Umstand der von vom 

Eingang abweichenden Nummerierung liegt, wie die Gemeinde in ihrer 

Vernehmlassung nachvollziehbar ausgeführt hat, im Umstand begründet, 

dass bei der nachträglichen Erfassung die Baugesuche versehentlich mit 

einer von der Reihenfolge des Eingangs abweichenden Nummerierung 

gekennzeichnet wurden. Für die gemeindliche Darstellung spricht sodann 

auch die Datierung der den Baugesuchen beiliegenden Begleitschreiben 

(Projektverfasser der Rekursgegnerin 2: 11. Mai 2005; Projektverfasser der 

Rekurrentin: 12. Mai 2005) sowie der Umstand, dass die Rekurrentin selbst 

bei der tatbeständlichen Schilderung in ihrer Rekurseingabe (wie übrigens 

auch im Planungsbeschwerdeverfahren vor der Regierung [vgl. RB. Nr. 791 

vom 27./28. Juni 2006, S. 5, F.]) von einer Gesuchseinreichung am 13. Mai 

2005 ausgegangen ist. Die Behauptung, dass sie ihr Gesuch ebenfalls bereits 

am 12. Mai eingereicht habe, hat sie im Übrigen erstmals - und im 

Widerspruch zu der von ihr in den früheren Verfahren eingenommenen 

Position - in ihrer Replik vom 17. Januar 2006 - mithin mehr als ein Jahr nach 

Einreichung des Rekurses - vorgebracht.   Es ist mithin zweifelsfrei davon 

auszugehen, dass das Baugesuch der Rekursgegnerin 2 einen Tag früher als 

dasjenige der Rekurrentin eingereicht worden ist. Von der seitens der 

Rekurrentin angebotenen Zeugenbefragung kann bei dieser Sachlage ohne 

weiteres abgesehen werden. 

d) Die Rekurrentin macht geltend, ihr Baugesuch sei schon bei der Einreichung 

vollständig gewesen. Sie versucht damit die ihr von der Gemeinde entgegen 

gehaltenen Überlegungen, wonach ihr Gesuch selbst wenn es vor demjenigen 

der Rekursgegnerin 2 eingereicht worden wäre, mit Blick auf die 

Kontingentserteilung gar nicht prioritär habe behandelt werden dürfen, weil es 

wegen Unvollständigkeit und wegen Verletzung gesetzlicher Bestimmungen 

gestützt auf Art. 7 Abs. 3 GEK habe zur Überarbeitung zurückgewiesen 

werden müssen und erst am 20. Juli 2005 vollständig eingereicht worden sei, 

zu entkräften. Ob auf das Einreichungsdatum vom 13. Mai 2005 oder auf 

jenes des „überarbeiteten“ Projekts (20. Juli 2005) abgestellt werden muss, 

kann bereits deshalb offen gelassen werden, weil - wie oben dargelegt - 

rechtsgenüglich feststeht, dass die Rekursgegnerin 2 ihr Baugesuch - so oder 

anders - wenigstens einen Tag vor demjenigen der Rekurrentin eingereicht 

hat und für das Gericht nicht ersichtlich ist und seitens der Rekurrentin auch 

nichts Relevantes vorgebracht wird, was die Vollständigkeit des Gesuches der 

Rekursgegnerin 2 in Frage stellen würde. 

e) Unter dieser Optik stellt sich damit lediglich noch die Frage, ob das Baugesuch 

der Rekursgegnerin 2 deshalb nicht hätte berücksichtigt werden dürfen, weil 

zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung der Quartierplan „…“ noch gar nicht 

rechtskräftig war. Dieser ist vom Vorstand erst am 18. August 2005 

beschlossen worden, zu einem Zeitpunkt als die rekurrentische Baueingabe 

unbestrittenermassen vollständig war. Auch dieser Einwand erweist sich 

letztlich als unbehelflich. Die Rekurrentin übersieht mit ihrer Argumentation 

zum einen, dass für die Kontingentierung in erster Linie die Reihenfolge des 

Einganges des Baugesuches massgebend ist (Art. 7 Abs. 2 GEK). Zum 

andern steht der noch nicht rechtskräftige Quartierplan der Einreichung des 

Baugesuches nicht entgegen, zumal das GEK auch nicht das Vorliegen eines 

rechtskräftigen Quartierplans verlangt, sondern nach Art. 7 Abs. 4 GEK 

ausdrücklich nur jene Bauvorhaben disqualifiziert haben will, „welche 

offensichtlich nicht bewilligungsfähig“ sind. Solches wäre nur dann der Fall, 

wenn die vorhandenen Gesuchsunterlagen eine Beurteilung des Projekts 

nicht erlauben oder wenn diesem ein schwerer Mangel anhaftet, welcher die 

Erteilung einer Baubewilligung als ausgeschlossen erscheinen liesse. Richtig 

ist, dass das Gebiet … mit einer Quartierplanpflicht belegt ist; zutreffend ist 

auch, dass im Zeitpunkt des Gesuchseinganges noch kein rechtskräftiger 

Quartierplan vorhanden war und dass sich auch nicht sicher abschätzen liess, 

ob gegen den im Entwurf bereits vorliegenden und im Zeitraum 19. Mai - 20. 

Juni 2005 öffentlich aufliegenden Quartierplan Widerstände erwachsen 

würden, welche allenfalls die Realisierbarkeit des Wohnüberbauungsprojekts 

der Rekursgegnerin 2 in Frage stellen könnten. Das Quartierplan- und das 

Baubewilligungsverfahren wurden somit parallel durchgeführt, was ohne 

weiteres zulässig ist. Nach Abschluss des Auflageverfahrens konnte - weil 

keine projekttangierenden Einsprachen eingegangen waren - ohne weiteres 

davon ausgegangen werden, dass dem Bauvorhaben aus dieser Sicht keine 

rechtlichen Hindernisse entgegenstehen, sofern der Quartierplan bald 

rechtskräftig werde. Am 18. August 2005 ist dieser denn auch vom 

Gemeindevorstand beschlossen worden und unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen. Das Bauprojekt der Rekursgegnerin ist in der Folge, nachdem 

auch die Voraussetzung des rechtskräftigen Quartierplanes erfüllt war, von 

der Gemeinde am 13. September 2005 bewilligt worden.

f) Auch die weiteren, von der Rekurrentin in diesem Zusammenhang 

vorgebrachten Überlegungen (u.a. eine ungenügende Profilierung) zielen, 

angesichts der langjährigen Vorgeschichte und den Bemühungen der 

Rekursgegnerin 2 im Einvernehmen mit der Gemeinde eine gestalterisch 

optimale Lösung für eine Überbauung des Gebietes (Projekt Ruch) finden, ins 

Leere. Die Rekurrentin verkennt, dass im Zuge der vorangegangenen, 

rechtskräftigen projektbezogenen Nutzungsplanung (Genereller 

Erschliessungs- und Gestaltungsplan … 1:500) die markanten Eckpunkte des 

Siegerprojektes bereits profiliert worden sind. 

4. Unbegründet ist sodann auch der Vorwurf der Verletzung von Art. 2 GEK. Die 

beklagte Etappierung ist keine eigentliche Nutzungsetappierung sondern 

direkte Folge der Kontingentierung. Sie ergibt sich letztlich nämlich aus dem 

Umstand,  dass aufgrund des relativ kleinen Jahreskontingents pro 

Bauherrschaft (600 m2 BGF) von Gesetzes wegen gar keine anderen 

Möglichkeiten bestehen, als die Realisierung von Grossprojekten wie jenes 

der Rekurrentin (oder jenes der Rekursgegnerin 2) über mehrere Jahre zu 

verteilen. Die Aufteilung ist damit aber - wie eben ausgeführt - nicht Folge 

einer Etappierung, sondern der Kontingentierung nach Art. 3 GEK. Die 

Gemeinde hat denn auch die Rekurrentin aufgefordert, bis am 30. September 

2006 einen Etappierungsvorschlag einzureichen, womit auch gesagt ist, dass 

die Etappierung gar nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheides 

bildete und der Einwand auch aus dieser Sicht betrachtet unbehelflich ist. - 

Die Rekurse erweisen sich damit als offensichtlich unbegründet und sind 

daher denn auch abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der Rekurrentin, 

welche überdies die anwaltlich vertretene Rekursgegnerin 1 angemessen 

aussergerichtlich zu entschädigen hat. Der Rekursgegnerin 2 ist mangels 

anwaltlicher Vertretung praxisgemäss keine aussergerichtliche 

Entschädigung zuzusprechen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse R 05 155 und R 05 124 werden abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 8'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 270.--

zusammen Fr. 8'270.--

gehen zulasten der Baugesellschaft … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Baugesellschaft … hat die Gemeinde … aussergerichtlich mit Fr. 4'000.-- 

(inkl. MWST) zu entschädigen.

Dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde noch hängig.