# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac7aaf07-de33-5448-8150-75e8458e1139
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-04
**Language:** de
**Title:** Rückweisung, da behandelnde Ärzte keine Angaben zum Ausmass der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und zum Belastungsprofil machen; dass-Entscheid.
**Docket/Reference:** IV.2014.00642
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00642.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00642
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
4. September 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Simone Thöni
Peyer Partner Rechtsanwälte
Löwenstrasse 17, Postfach 2217, 8021 Zürich 1
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Nachdem
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 1
3.
Mai 2014
der 1985 geborenen
X.___
vom
1.
März 2011 bis am 3
1.
März 2013 ein
e ganze Rente zugesprochen hat (
Urk.
8/65 =
Urk.
2),
nach Einsicht in die Beschwerde vom
16. Juni 2014
, mit welcher
die Versicherte
die
Weiterausrichtung der Invalidenrente über den 3
1.
März 2013 hinaus
beantragt und in ihren Eventualanträgen um Rückweisung der Sache an die Verwaltung respektive um Durchführung einer gerichtlich angeordneten Begutachtung ersucht hat (
Urk.
1), und in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 1
9.
August 2014 (
Urk.
7),
in Erwägung,
dass
Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil
weise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) ist,
dass Erwerbsunfähigkeit der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ist (
Art.
7
Abs.
1 ATSG),
dass
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente besteht (
Art.
28
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung [IVG]),
dass
Dr.
med.
Y.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
gestützt auf seine
am 22.
November 2012
durchgeführte Untersuchung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine akut
exazerbierte
chronische
Lumboischialgie
links mit ein
deutiger Wurzelreizsymptomatik S1 links bei MRI-gesicherter lateraler
Bandscheibenprotrusion
L5/S1 mit möglicher Affektion des Wurzelabgangs S1 linksseitig und eine akute
Dorsalgie
bei ungünstiger Wirbelsäulenstatik (
Flach
rücken
) mit reaktiver massiver muskulärer Verspannung diagnostizierte
und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten seit 2010 als plausibel beurteilte
(Bericht vom
4.
Dezember 2012 [
Urk.
8/35 S. 7])
,
d
ass
er angesichts des instabilen Gesundheitsschadens eine abschliessende
versiche
rungsmedizinische
Beurteilung
nicht für möglich hielt
und die Einholung weiterer Berichte des Hausarztes und der
A.___
im Januar 2013 empfahl
(
S. 7)
,
dass
laut Bericht von
Dr.
med.
A
.___
, Oberarzt an der
Z
.___
,
B.___
,
vom 2
7.
März 2013
die Wiederaufnahme einer leidensangepassten beruf
lichen Tätigkeit
nach Aktenlage als zumutbar
erscheint
(
Urk.
8/38/6-7 S.
2),
dass
Dr.
Y.___
gestützt darauf
am 2
2.
April 2013
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer
behinderungsangepassten Tätigkeit seit
4.
Januar 2013
ausging
(
Urk.
8/40 S. 7),
von
diese
r
Einschätzung jedoch
im
Vorbescheidverfahren
wieder Abstand nahm
und am 2
2.
Juli und
1
6.
September 2013
erneut
zum Schluss
gelangte
, dass bei einem
weiterhin
nicht stabilen Gesundheitszustand eine endgültige versicherungsmedizinische Beurteilung nicht vorgenommen wer
den k
önne (Urk.
8/
59 S. 2 f.),
dass
dem im Auftrag des RAD-Arztes bei der
Z
.___
eingeholten Verlaufsbericht vom
7.
Januar 2014 in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
entnommen werden kann,
dass eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit –
die bisherige Arbeit als Hotelservice-Mitarbeiterin sei nur in einer den körperlichen Leiden angepassten Form zumutbar –
beziehungs
weise eine Erhöhung der Einsatzfähigkeit im Verlauf möglich werden sollte
(
Urk.
8/56; vgl. auch
Urk.
8/55 S. 5-6),
dass
unter diesen Umständen nicht nachvollziehbar erscheint, worauf
Dr.
Y.___
– ohne eine eigene, aktuelle Untersuchung durchgeführt zu haben –
seine Einschätzung einer
Arbeitsfähigkeit
von 80
%
(aufgrund vermehrter Pausen)
in einer körper
lich leichten Tätigkeit ohne häufiges Bücken, Überkopfarbeiten und verdrehte Zwangshaltungen bei einer Hebe- und
Traglimite
von zehn Kilogramm
stützt
(
Urk.
8/59 S. 4),
findet sich
doch
in den Berichten
der Ärzte der
Z
.___
weder
eine Beurteilung über das Ausmass der Ei
nschränkung der Arbeitsfähigkeit noch ein Belastungsprofil,
dass die Ärzte der
Z
.___
auch auf Nachfrage der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hin keine klärenden Angaben zur Arbeitsfähigkeit machten und stattdessen eine Evaluation der Arbeitsfähigkeit durch eine
Fach
stelle
empfahlen (
Urk.
8/62 S. 1),
dass die Beschwerdegegnerin selbst festhält, dass sich die
Z
.___
nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit geäussert
,
jedoch vom Behandlungsabschluss gesprochen
ha
be
(
Urk.
8/59 S. 5)
,
dass
hiezu
zu ergänzen bleibt, dass in den beiden Berichten vom August 2013 nicht die Rede von einem Behandlungsabschluss
ist
,
sondern
vielmehr
daraus hervor
geht, dass eine Nervenwurzelinfiltration L5 links geplant
ist
(
Urk.
8/51 und Urk.
8/52/1),
dass gestützt auf die
Aktenlage, insbesondere die
Beurteilung von
Dr.
Y.___
vom 4.
Dezember 2012
,
die
Zusprache
einer ganzen Rente vom
1.
März 2011 bis am 3
1.
März 2013
ausgewiesen und begründet ist,
dass aus dem Bericht der
Z
.___
vom 2
3.
Dezember 2013 respektive 7. Januar 2014
wohl
eine
gewisse
gesundheitliche Verbesserung zu ersehen ist (Urk. 8/55/5-6 und
Urk.
8/56),
dass
sich daraus aber nicht erhellt
, welche Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin seit Januar 2013 trotz ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus medizini
scher Sicht noch zumutbar wären,
dass die angefochtene Verfüg
ung vom 1
3.
Mai 2014 aufzuheben
und die Sache zur ergänzenden Abklärung der medizinischen Verhältnisse
seit Januar 2013
(bei
spielsweise mittels einer Begutachtung)
an die Beschwerde
gegnerin zurückwei
sen ist,
dass
dabei vorweg zu entscheiden sein wird
, ob nebst einer orthopädischen eine
neu
rologische respektive
wie bereits von
Dr.
Y.___
vorgesehen (
Urk.
8/59 S.
3)
psychiatrische
Abklärung
des Gesundheitszustands nötig ist,
dass
trotz Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung darauf verzichtet werden k
ann
, der Beschwerdeführerin Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben, ist doch die
befristete
Rentenzusprache
nicht in Frage zu stellen (BGE 137 V 314 E. 3.2.4),
dass die Kosten des Verfahrens auf
Fr.
600.-- festzulegen und, da die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt, ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG),
dass die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin sodann ausgangsgemäss gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
)
Anspruch auf eine
Parteientschädi
gung
hat, die auf
Fr.
1‘800.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) fest
zusetzen ist,
erkennt das Gericht:
1.
Die
Beschwerde
wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
3.
Mai 2014
insoweit
aufgehoben und die Sache an die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zurückgewiesen
wird
, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über
einen
Rentenanspruch der Beschwerde
führerin
ab
April
2013
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Simone Thöni
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher