# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9f7109b-f5a7-563f-8af4-e80cf80de0f5
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-26
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2013.240
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_240_rl.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.240 
1 ST.2013.279 

Entscheid 

26. Juni 2014 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

1.  A ,  
2.  B ,  

vertreten durch Dr. C,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die D AG wurde mit notariell beglaubigter Urkunde sowie Statuten vom ... 

Juni 2008 und Handelsregistereintrag vom ... Juni 2008 (Tagebuch) gegründet. Grün-

der und Alleinaktionär war A (nachfolgend der Pflichtige). Gemäss Gründungsurkunde 

war  vorgesehen,  das  Aktienkapital  vollständig  in  bar  einzuzahlen  und  damit  47  Na-

menaktien der E AG auf dem Weg der Sachübernahme zu erwerben. Ebenfalls am ... 

Juni  2008  wurde  der  Kaufvertrag  bezüglich  dieser  Aktien  abgeschlossen;  Verkäuferin 

war  die  F  AG,  während  als  Käuferschaft  der  Pflichtige  "oder  eine  von  ihm  benannte 

Aktiengesellschaft" angeführt wurde.  

Am .../... März 2012 führte das kantonale Steueramt bezüglich der E AG eine 

Buchprüfung durch. Dabei untersuchte der Revisor u.a. die Transaktionen im Zusam-

menhang mit dem Erwerb der Aktien durch die D AG und kam zum Schluss, dass eine 

so genannte Transponierung vorliege. Gemäss Veranlagungs- bzw. Einschätzungsvor-

schlag 2008 vom 17. Mai 2013 sah der Steuerkommissär demgemäss vor, dem steu-

erbaren Einkommen von A und B (nachfolgend die Pflichtigen) jeweils einen steuerba-

ren  Vermögensertrag  von  Fr. 3'003'000.-  aus  Transponierung  aufzurechnen.  Letztere 

lehnten diese Sichtweise am 6. Juni 2013 ab und erklärten, die sich in Gründung be-

findliche D AG habe die Aktien direkt von der F AG erworben.  

Am  19.  Juni  2013  stellte  das  kantonale  Steueramt  folgende  Veranlagung  für 

die  direkte  Bundessteuer  in  Aussicht  bzw.  traf  folgende  Einschätzung  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern 2008:  

Direkte Bundessteuer  

Staats- und Gemeindesteuern  

Einkommen  

Einkommen  

Vermögen 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

steuerbares 

3'242'100.-  

3'179'400.-  

satzbestimmendes 

3'244'800.- 

3'241'900.- 

5'002'000.- 

6'231'000.-.  

Dabei hielt es an seiner Beurteilung der Transaktion als Transponierung fest. 

Die  formelle  Eröffnung  der  Veranlagung  der  direkten  Bundessteuer  erfolgte  mit 

Schlussrechnung vom 5. Juli 2008. 

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B.  Hiergegen  liessen  die  Pflichtigen  am  4./19.  Juli  2013  Einsprache  erheben 

und  beantragen,  auf  die  Aufrechnung  des  Vermögensertrags  aus  Transponierung  zu 

verzichten. In Art. 645 OR sei vorgesehen, dass auch bereits vor Eintrag ins Handels-

register im Namen der Gesellschaft gehandelt werden könne, was hier erfolgt und auch 

dokumentiert  sei.  Mit  Auflage  vom  18.  September  2013  untersuchte  der  Steuerkom-

missär  die  Umstände  der  Transaktion  näher.  Die  Pflichtigen  reichten  am  14.  Okto-

ber 2014 weitere Unterlagen ein. Am 28. Oktober 2013 wies das kantonale Steueramt 

die  Einsprachen  ab,  qualifizierte  hingegen  bei  den  Staats-  und  Gemeindesteuern  die 

aufgerechnete Summe von Fr. 3'003'000.- als Ertrag aus qualifizierter Beteiligung.  

C. Am 28. November 2013 erhoben die Pflichtigen Beschwerde bzw. Rekurs 

und  wiederholten  Einspracheantrag  und  -begründung,  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen. Das kantonale Steueramt beantragte am 19. Dezember 2013 Abweisung 

der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung (ESTV)  schloss  sich  dem am 

22. Januar 2014 mit Bezug auf die direkte Bundessteuer an. Mit Replik vom 17. Febru-

ar 2014 hielten die Pflichtigen an ihrem Antrag fest, ebenso duplicando das kantonale 

Steueramt am 28. Februar 2014 und die ESTV am 27. März 2014. Am 24. März 2014 

reichten die Pflichtigen eine weitere Stellungnahme ein.  

Mit Verfügung vom 28. März 2014 verlangte das Steuerrekursgericht Auskünf-

te  und  Unterlagen  im  Zusammenhang  mit  der  Transaktion,  insbesondere  das  Aktien-

buch der E AG. Die Pflichtigen reagierten am 22. April 2014, und am 8. Mai 2014 nahm 

das kantonale Steueramt hierzu Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der Einkommenssteuer unterliegen gemäss Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bun-

desgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 

Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) die Erträge aus beweglichem 

Vermögen  wie  Dividenden,  Gewinnanteile,  Liquidationsüberschüsse,  Kapitalrückzah-

lungen für Gratisaktien und geldwerte Vorteile aus Beteiligung aller Art. Steuerfrei sind 

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demgegenüber kraft Art. 16 Abs. 3 DBG bzw. § 16 Abs. 3 StG Kapitalgewinne aus der 

Veräusserung von Privatvermögen. 

Als Ertrag aus beweglichem Vermögen im Sinn von Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG 

gilt  auch  der  Erlös  aus  der  Übertragung  einer  Beteiligung  von  mindestens  5%  am 

Grund-  oder  Stammkapital  einer  Kapitalgesellschaft  oder  Genossenschaft  aus  dem 

Privatvermögen  in  das  Geschäftsvermögen  einer  Personenunternehmung  oder  einer 

juristischen Person, an welcher der Veräusserer oder Einbringer nach der Übertragung 

zu mindestens 50% am Kapital beteiligt ist, soweit die gesamthaft erhaltene Gegenleis-

tung den Nennwert der übertragenen Beteiligung übersteigt (Art. 20a Abs. 1 lit. b DBG, 

in  der  Fassung  vom  23.  Juni  2006,  in  Kraft  seit  1.  Januar  2007).  Für  das  kantonale 

Recht enthält § 20a Abs. 1 lit. b StG (in der Fassung vom 5. November 2007, in Kraft 

seit 1. Januar 2008) eine gleichlautende Bestimmung.  

Dahinter  steht  die  Überlegung,  dass  beim  Verkauf  einer  Beteiligung  an  eine 

von der steuerpflichtigen Person beherrschte Gesellschaft nicht ein Mehrwert in Form 

eines  Kapitalgewinns  realisiert  wird,  da  die  Person  trotz  Aufgabe  des  zivilrechtlichen 

Eigentums  die  wirtschaftliche  Verfügungsmacht  behält  (so  genannte  Transponierung; 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  2.  A.,  2009,  Art.  20a  

N 63 f. DBG sowie Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 20a N 61 f. 

StG).  Da  der  Mehrwert  von  Beteiligungsrechten  mit  der  Einbringung  in  ein  selbstbe-

herrschtes Unternehmen nicht umgewandelt und somit nicht realisiert wird, handelt es 

sich  bei  der  Gegenleistung  um  einen  steuerbaren  Vermögensertrag.  Würden  solche 

Einkünfte nicht als geldwerte Vorteile aus Beteiligung erfasst, wäre der Weg zur steuer-

freien Ausschüttung von laufenden oder gespeicherten Gewinnen an den Aktionär of-

fen (Aufhebung der latenten Ausschüttungssteuerlast).  

b) Vorliegend wurde der Aktienkaufvertrag am 13. Juni 2008 abgeschlossen. 

Verkäuferin  war  die  F  AG,  während  als  Käufer  der  Pflichtige  "oder  eine  von  ihm  be-

nannte  Aktiengesellschaft"  bezeichnet  wurde.  Kaufgegenstand  waren  47  (von  insge-

samt 50) Namenaktien der E AG mit einem Nennwert von je Fr. 1'000.-, welche in die 

Aktienzertifikate  Nrn.  …,  …  und  …  aufgeteilt  waren.  Der  Preis  betrug  Fr.  3'050'000.-. 

Bezahlt  werden  sollte  dieser  einerseits  durch  Verrechnung  eines  vom  Pflichtigen  be-

reits  am  23.  April  2008 der  Verkäuferin gewährten  Darlehens  von  Fr. 615'000.-  sowie 

durch Übergabe eines Bankchecks von Fr. 2'435'000.- gegen Übergabe der indossier-

ten Aktien (Ziff. 1.2 des Vertrags). Auf Käuferseite wurde der Vertrag durch den Pflich-

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tigen in eigenem Namen unterzeichnet, ohne Erwähnung eines Vertretungsverhältnis-

ses.  

Am selben 13. Juni 2008 fand sich der Pflichtige zudem beim Notariat G ein 

zwecks Gründung der D AG. Hierzu wurden die Gründungsurkunde der D AG beglau-

bigt sowie die Anmeldung für den Eintrag in das Handelsregister beurkundet. Gemäss 

Art.  25  der  Statuten  beabsichtigte  die  Gesellschaft,  nach  erfolgter  Gründung  von  der  

F  AG  47  Namenaktien  der  E  AG mit  einem  Nennwert  von  je  Fr.  1'000.- zum  Höchst-

preis  von  Fr.  3,2  Mio.  zu  erwerben.  Im  Gründungsbericht  sowie  in  Ziff.  6  der  Grün-

dungsurkunde  wird  diese  Absicht  nochmals  wiederholt;  die  Finanzierung  sollte  dem-

nach  durch  Inanspruchnahme  des  Aktienkapitals  und  durch  Darlehen  des  Gründers 

erfolgen. Der Handelsregistereintrag erfolgte am ... Juni 2008.  

Am 19. Juni 2008 wurde der (Rest-) Kaufpreis von Fr. 2'435'000.- bezahlt. 

c)  Streitig  ist  die  Frage,  ob  der  Pflichtige  beim  Kauf  der  Aktien  der  E  AG  in 

eigenem  Namen  auftrat oder  er  dabei  im  Namen  der  in  Gründung  befindlichen  D  AG 

gehandelt hat. Die Frage ist deshalb entscheidend, weil im ersten Fall der Pflichtige die 

Beteiligung  für  kurze  Zeit  in  seinem  Privatvermögen  gehalten  hat  und  sich  aufgrund 

deren nachfolgenden Einbringung in die D AG die Frage einer Transponierung stellt.  

aa) Die Gesellschaft erlangt das Recht der Persönlichkeit erst durch die Ein-

tragung  in  das  Handelsregister  (Art.  643  Abs.  1  OR).  Vor  Erwerb  der  Rechtspersön-

lichkeit  ist  sie  nicht  rechtsfähig;  dementsprechend  kann  für  sie  nicht  nach  den  allge-

meinen  Regeln  über  die  direkte  Stellvertretung  gehandelt  werden  (Art.  32  OR;  Rolf 

Watter, Basler Kommentar, 5. A., 2011, Art. 32 N 21 OR). Häufig sind aber bereits im 

Gründungsstadium  gewisse  Rechtshandlungen  vorzunehmen;  Art.  645  OR  sieht  des-

halb besondere Regeln für ein Handeln im Namen der künftigen Aktiengesellschaft vor. 

Ist  demnach  vor  der  Eintragung  in  das  Handelsregister  im  Namen  der  Gesellschaft 

gehandelt  worden,  so  haften  die  Handelnden  persönlich  und  solidarisch  (Art.  645  

Abs. 1 OR). Wurden solche Verpflichtungen ausdrücklich im Namen der zu bildenden 

Gesellschaft eingegangen und innerhalb einer Frist von drei Monaten nach der Eintra-

gung  in  das  Handelsregister  von  der  Gesellschaft  übernommen,  so  werden  die  Han-

delnden befreit, und es haftet nur die Gesellschaft (Abs. 2).  

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Der  Bestimmung  liegt  der  Zweck  zugrunde,  einerseits  ein  Handeln  der  noch 

nicht  zur  Entstehung  gelangten  Aktiengesellschaft  möglichst  einzuschränken  und  an-

derseits den Vertragspartner zu schützen, der sich mit den im Namen der Gesellschaft 

handelnden Personen einlässt (BGE 128 III 137 E 3 b, auch zum Folgenden). Art. 645 

OR spricht zwar nur von Verpflichtungen; in den Anwendungsbereich der Bestimmung 

fallen jedoch auch Rechte und ganze Vertragsverhältnisse (Franz Schenker in: Basler 

Kommentar,  Obligationenrecht  II,  4.  A.,  2012,  Art.  645  N  3  OR).  Die  derartige  Über-

nahme  nach  Art. 645  Abs.  2  OR  setzt  einen  Beschluss  des  Verwaltungsrats  voraus, 

der  erst  nach  der  Eintragung  der  AG  im  Handelsregister  erfolgen  kann  (Forstmo-

ser/Meier-Hayoz/Nobel, Schweizerisches Aktienrecht, 1996, § 18 N 10). Ist die betref-

fende Vereinbarung aber Teil einer Sachübernahmegründung, so gilt sie bereits mit der 

Eintragung der AG in das Handelsregister als genehmigt und begründet unmittelbar für 

diese  Rechte  und  Pflichten  (Forstmoser/Meier-Hayoz/Nobel,  §  18  N  15;  Schenker, 

Art. 645 N 12 OR).  

Art. 645 Abs. 2 OR verlangt ein Handeln "ausdrücklich im Namen der zu grün-

denden  Gesellschaft".  Hierzu  hielt  das  Bundesgericht  im  Entscheid  vom  18.  Novem-

ber 2008, 4A_451/2008, fest, dass die handelnden Personen auf klar erkennbare Wei-

se  im  Namen  der  zu  gründenden  Gesellschaft  handeln  müssen  ("de  manière 

clairement  reconnaissable").  Dem  Vertragspartner  muss  bei  Vertragsabschluss  be-

wusst sein, dass die zu gründende Gesellschaft sein zukünftiger Vertragspartner sein 

wird und dass er deshalb antizipiert einem zukünftigen Parteiwechsel zustimmt.  

bb)  Im  Kaufvertrag  vom  13.  Juni  2008  wird  als  Käuferschaft  der  Pflichtige 

"oder eine von ihm benannte Aktiengesellschaft" genannt. Im Vertragstext selber wird 

immer  vom  "Käufer"  und  nicht  der  "Käuferin"  gesprochen,  und  wird  sogar  auf  den 

Pflichtigen  in  seiner  Funktion  als  Vizepräsident  des  Kaufobjekts  Bezug  genommen 

(Ziff. 3 Abs. 2). Vertragspartei war demnach primär der Pflichtige selber. Aus der For-

mulierung "oder eine von ihm benannte Aktiengesellschaft" ist indessen zu schliessen, 

dass  ihm  das  Recht  eingeräumt  wurde,  durch  einfache  Erklärung  eine  Aktiengesell-

schaft  nach  seiner  Wahl  an  seiner  Stelle  in  den  Vertrag  eintreten  zu  lassen.  Nach 

Sachdarstellung der Pflichtigen wurde der Vertragstext seinerzeit von der F AG aufge-

setzt. Demnach war es für diese ohne Bedeutung, wer genau zukünftiger Vertragspart-

ner  sein  werde;  mithin  kann  daraus  ihr  Einverständnis  mit  einem  zukünftigen  Partei-

wechsel im Sinn von Art. 645 OR abgeleitet werden. Voraussetzung für den Eintritt der 

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D AG in den Kaufvertrag ist indessen, dass der Pflichtige diese in der Folge tatsächlich 

mittels ausdrücklicher Erklärung als Käuferin bezeichnet hat.  

Die  Akten  enthalten  keine  ausdrückliche  Erklärung  des  Pflichtigen  in  diese 

Richtung.  Es  ist  deshalb  aufgrund  der  Umstände  zu  beurteilen,  ob  er  irgendwann  vor 

Erfüllung des Kaufvertrags eine solche abgeben hat. Hierzu kommen in erster Linie die 

vereinbarten Handlungen im Zusammenhang mit der Übergabe der Aktien in Betracht: 

Gemäss Ziff. 4 des Vertrags hatte die Verkäuferin nämlich anlässlich der Übergabe der 

Aktien  u.a.  den  Beschluss  des  Verwaltungsrats  der  E  AG,  wonach  der  "Käufer"  mit 

allen Aktien der Gesellschaft als "Aktionärin" im Aktienbuch eingetragen wird, und das 

Aktienbuch,  in  welchem  die  Übertragung  der  Aktien  an  den  Käufer  nachgetragen  ist, 

auszuhändigen. Aus diesen Unterlagen (Beschluss des Verwaltungsrats + Aktienbuch) 

hätte  sich  die  Identität  der  Käuferschaft  ohne  weiteres  ergeben.  Mit  Auflage  vom  

28. März 2014 wurden sie deshalb eingefordert.  

Die Pflichtigen reichten hierzu zunächst einen "Zirkularbeschluss des Verwal-

tungsrats der E AG" ein, wonach die neu zu gründende D AG als neue Aktionärin der 

bisherigen Aktienzertifikate Nr. …, … und … der F AG im Aktienbuch einzutragen sei. 

Dabei handelt es sich indessen klarerweise nicht um den (gültigen) Beschluss selber. 

Das  Dokument  datiert  vom  13.  Juni  2008  und  war  vom  Pflichtigen  allein  als  

"VR-Präsident" der E AG unterzeichnet. Dies ist in zweierlei Hinsicht unmöglich: Zum 

einen bestand der Verwaltungsrat der E AG am 13. Juni 2008 gemäss Handelsregis-

terauszug  aus  H  (Präsident),  dem  Pflichtigen  (Vizepräsident)  sowie  I.  Erst  ab  dem  8. 

Juli 2008 übernahm der Pflichtige das Amt des Präsidenten. Zum anderen erfolgte die 

Übergabe der Aktienzertifikate erst am 19. Juni 2008, und nach einem vom Pflichtigen 

eingereichten Kontoblatt wurde die Beteiligung in der Folge bei der D AG sogar erst am 

27.  Juni 2008  eingebucht,  unter  Gutschrift  auf  dem  Kontokorrent  des  Pflichtigen.  Die 

Einordung des "Zirkularbeschluss(es) des Verwaltungsrats der E AG" fällt vor diesem 

Hintergrund  schwer.  Er  erweckt  den  Eindruck,  dass  er  im  Zusammenhang  mit  dem 

Gründungsakt im Hinblick auf die zukünftige Übertragung der Aktien auf die D AG vor-

bereitet wurde, indem der Pflichtige bereits vorgängig sein Einverständnis erklärte. Da 

der Verwaltungsrat zu diesem Zeitpunkt indessen aus drei Personen bestand, und der 

Pflichtige  in  anderer  Funktion  daran  beteiligt  war,  ist  in  keiner Weise  bewiesen,  dass 

der Beschluss in der Folge auch in dieser Form gefasst wurde. Überdies geht die Iden-

tität  des früheren  Aktieneigentümers  aus  dem  Dokument nicht  hervor;  mithin  kann  es 

sich auch auf die Einbringung der Aktienzertifikate durch den Pflichtigen selber bezie-

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hen. Insgesamt stellt das Dokument keinen Beweis dafür dar, dass die D AG direkt in 

den Kaufvertrag vom 13. Juni 2008 eingetreten ist.  

Beim  als  "Aktienbuch"  bezeichneten  Dokument  handelt  es  sich  ganz  offen-

sichtlich  nicht  um  ein  solches.  Gemäss  Art.  686 Abs.  1  OR  hat  die Gesellschaft  über 

die Namenaktien ein Aktienbuch zu führen, in welches die Eigentümer und Nutzniesser 

mit Namen und Adresse eingetragen werden. Aus dem vorgelegten Blatt gehen weder 

die  Namen  der  gegenwärtigen,  geschweige  denn  die  Namen  der  früheren  Aktionäre 

hervor.  Zudem  bescheinigt  dieses  einen  unmöglichen  Sachverhalt,  indem  das  Doku-

ment wiederum vom 13. Juni 2008 datiert, der Pflichtige aber als VR-Präsident unter-

zeichnet hat, und es zudem den Zustand zu einem späteren Zeitpunkt beschreibt, als 

sämtliche Aktien in zwei Zertifikate umgewandelt wurden. Am 13. Juni 2008 befanden 

sich  aber  die  Aktienzertifikate  Nrn.  Nr.  …,  …  und  …  immer  noch  im  Eigentum  der  

F AG. Von Interesse wären deshalb gerade die eingetragenen Namen der Eigentümer 

dieser  Zertifikate  vor  der  Schaffung  der  neuen  Zertifikate  Nrn.  …  und  …  gewesen. 

Dementsprechend  sagen  auch  die  eingereichten  neuen  Zertifikate  über  die  entschei-

denden Punkte überhaupt nichts aus. Damit lassen sich auch daraus keine Nachweise 

entnehmen, dass der Pflichtige vor Erfüllung des Aktienkaufs gegenüber der F AG den 

Eintritt der D AG in den Vertrag erklärt hat.  

cc)  Am  19.  Juni  2008  erfolgte  die  Bezahlung  des  (Rest-)  Kaufpreises  durch 

eine Überweisung vom Konto des Pflichtigen bei der J an die F AG. Als Käufer wird der 

Pflichtige "resp. D AG (in Gründung)" genannt. In einem angehefteten Beiblatt bestäti-

gen die Vertragsparteien, dass die Bedingungen für die Zahlung erfüllt sind. Darin un-

terzeichnete wiederum der Pflichtige persönlich "resp. D AG (in Gründung)". Daraus ist 

immerhin der Schluss zu ziehen, dass offenkundig der Namen der D AG als mögliche 

Käuferin ins Spiel gebracht wurde. Eine eindeutige Erklärung im Sinn von Art. 645 OR 

erfolgte damit allerdings immer noch nicht, ist doch nicht eindeutig feststellbar, ob der 

Pflichtige oder die D AG Vertragspartei sein soll.  

dd)  Daran  ändert  nichts,  dass  in  den  Gründungsurkunden  der  D  AG  eine 

Sachübernahme direkt von der F AG vorgesehen war. Vertragspartei des Kaufvertrags 

war der Pflichtige persönlich; Voraussetzung für den Eintritt der D AG war eine Erklä-

rung  von  ihm.  Absichtserklärungen  der  D  AG  entfalten  keine  Rechtswirkungen,  wenn 

nicht ihnen entsprechend gehandelt wurde.  

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d) Gestützt auf diese Umstände ist der Schluss zu ziehen, dass der Pflichtige 

die Aktien am 19. Juni 2008 zunächst im eigenem Namen in sein Privatvermögen er-

worben  hat,  um  sie  am  27.  Juni  2008  gegen  Gutschrift  auf  dem  Kontokorrent  für  

Fr. 3'050'000.- in die D AG einzubringen. Diese Vorgänge stellen eine Transponierung 

dar und lösen die erwähnten Steuerfolgen aus. Die Berechnung des steuerbaren Ver-

mögensertrags (Kaufpreis Fr. 3'050'000.- abzüglich Fr. 47'000.- Nominalwert) ist nicht 

streitig und erweist sich als rechtmässig.  

2.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Rechtsmittel  abzuweisen.  Aus-

gangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art.  144 

Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist ihnen keine Parteientschädigung zuzuspre-

chen  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m.  Art. 64  Abs. 1 - 3  des  Bundesgesetzes  über  das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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