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**Case Identifier:** 0b92cdf6-d184-541e-aff6-30bdea536b83
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-30
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 30.05.2024 VBE.2023.508
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-508_2024-05-30.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.508 / lf / sc 
Art. 75 

 

 

Urteil vom 30. Mai 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Gössi 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1975 geborene Beschwerdeführer war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss Schadenmeldung 

vom 15. Oktober 2021 am 12. Oktober 2021 beim Abladen eines Lieferwa-

gens ausrutschte und sich am linken Knie verletzte. Die Beschwerdegeg-

nerin anerkannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem fragli-

chen Ereignis und richtete die entsprechenden Versicherungsleistungen in 

Form von Taggeld und der Übernahme der Kosten der Heilbehandlung aus. 

In der Folge traf sie medizinische und berufliche Abklärungen und liess den 

Beschwerdeführer kreisärztlich untersuchen. Mit Mitteilung vom 22. Mai 

2023 schloss sie den Fall ab und stellte die Heilkosten- und Taggeldleis-

tungen per 31. Juli 2023 ein. Mit Verfügung vom 22. Juni 2023 verneinte 

die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung. Die dagegen erho-

bene Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023 

ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023 erhob der Be-

schwerdeführer mit Eingabe vom 24. November 2023 fristgerecht Be-

schwerde. Darin sowie mit Beschwerdeverbesserung vom 27. Dezember 

2023 beantragte er sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Ein-

spracheentscheides und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur 

Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen auch über den 31. Juli 2023 hin-

aus. Eventualiter sei ihm eine Invalidenrente sowie eine angemessene In-

tegritätsentschädigung zuzusprechen oder ein Gerichtsgutachten zu ver-

anlassen. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit Replik vom 7. März 2024 hielt der Beschwerdeführer sinngemäss an 

den beschwerdeweise gestellten Anträgen fest und reichte weitere Unter-

lagen zu den Akten. 

 

 

  

 - 3 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist die Rechtsmässigkeit des angefochtenen Ein-

spracheentscheides vom 20. Oktober 2023 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 178) und dabei insbesondere die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

ihre vorübergehenden Leistungen zu Recht per 31. Juli 2023 eingestellt 

und den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente und eine 

Integritätsentschädigung verneint hat. 

 

2. 

Gemäss Art. 19 UVG entsteht der Rentenanspruch, wenn von der Fortset-

zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund-

heitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos-

sen sind (Abs. 1 erster Satz). Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehand-

lung und die Taggeldleistungen dahin (Abs. 1 zweiter Satz; vgl. auch 

Art. 16 Abs. 2 zweiter Satz UVG). Nach konstanter Rechtsprechung heisst 

dies, der Versicherer hat – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der 

IV abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so 

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung 

noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer-

den kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vo-

rübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf 

eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen 

(BGE 144 V 354 E. 4.1 S. 357 f.; 134 V 109 E. 4.1 S. 114 mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E. 3.2).  

 

Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des 

Versicherten zu verstehen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick 

darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die 

erwerbstätigen Personen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach 

Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Ar-

beitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei ver-

deutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber, 

dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Ge-

wicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht 

(BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen). Eine namhafte Besserung 

muss zudem nicht nur möglich, sondern nach dem im Sozialversicherungs-

recht üblichen Beweisgrad überwiegend wahrscheinlich sein (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_346/2010 vom 21. Juli 2010 E. 2.2). 

 

  

 - 4 - 

 

 

3. 

3.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023 (VB 178) stützte sich 

die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 

Beurteilung von med. pract. B._____, Facharzt für Chirurgie, vom 8. Mai 

2023 betreffend die kreisärztliche Untersuchung vom 8. Mai 2023. Darin 

hielt med. pract. B._____ unter "Diagnosen" Folgendes fest (VB 138 S. 4): 

 

"Restbeschwerdesymptomatik des linken Kniegelenkes bei 
- Status nach arthroskopisch assistierter vorderer Kreuzbandplastik mit 

Quadrizepssehne ohne Knochen vom 28.02.2022 bei VKB- und HKB-
Läsion mit begleitender komplexer medialer Meniskusläsion und fort-
geschrittener vorbestehender Varusgonarthrose links bei  

- Status nach einem Kniegelenksdistorsionstrauma vom 12.10.2021" 

 

Med. pract. B._____ führte zudem aus, aktuell handle es sich aus unfall-

chirurgischer Sicht um einen medizinisch stabilen Zustand. Von weiteren 

Behandlungen sei aktuell mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine 

namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr zu 

erwarten. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter sei für den Be-

schwerdeführer aus unfallchirurgischer Sicht nicht mehr geeignet. In einer 

angepassten leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit 

bestehe unter Berücksichtigung des Belastbarkeitsprofils (kein Besteigen 

von Leitern und Gerüsten, kein Gehen auf unebenem Gelände, keine Ar-

beiten in Zwangshaltungen wie Kauern oder Knien, seltenes Besteigen von 

Treppen und keine Arbeiten mit Schlägen und/oder Vibrationen auf die 

linke untere Extremität) ab sofort eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (VB 138 

S. 5). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-

 - 5 - 

 

 

forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen mit Verweis auf seine be-

handelnden Ärzte vor, er sei aufgrund der unfallbedingten Beschwerden 

immer noch arbeitsunfähig und habe sich nie vollständig erholt. Es sei ihm 

daher das Taggeld bis zu seiner vollständigen Genesung zu bezahlen (vgl. 

Eingaben vom 27. Dezember 2023 und 7. März 2024). 

 

4.2. 

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass der Fallabschluss (siehe E. 2) 

nicht voraussetzt, dass der Beschwerdeführer nicht mehr arbeitsunfähig 

oder vollständig erholt oder dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist, sondern lediglich, dass von weiteren medizinischen Mass-

nahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr er-

wartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_366/2021 vom 

10. November 2021 E. 6.6; E. 2. hiervor). Der Beschwerdeführer wurde im 

Rahmen der kreisärztlichen Untersuchungen von med. pract. B._____ um-

fassend untersucht und dieser begründete in seiner Stellungnahme vom 

8. Mai 2023 nachvollziehbar und schlüssig, dass von weiteren Behandlun-

gen überwiegend wahrscheinlich keine namhafte Besserung des unfallbe-

dingten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten und der Beschwerdefüh-

rer in seiner angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter vollständig arbeitsun-

fähig, in einer angepassten Tätigkeit aber zu 100 % arbeitsfähig sei (vgl. 

E. 3.1. hiervor). Diese Beurteilung von med. pract. B._____ beruht auf Bild-

gebungen und verschiedenen persönlichen Untersuchungen, unter ande-

rem seiner kreisärztlichen Untersuchung, und wurde unter Berücksichti-

gung der Vorakten sowie der vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Beschwerden abgegeben. Die Beurteilung steht sodann auch in Überein-

stimmung mit den weiteren medizinischen Akten. So hielten insbesondere 

Oberarzt C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, und Chefarzt Dr. med. D._____, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

in ihrem Bericht vom 3. März 2023 zum Röntgen des linken Knies vom 

23. Januar 2023 (VB 129 S. 2) fest, es bestehe ein praktisch unveränderter 

Befund im Vergleich zu den Aufnahmen vom 21. Juli 2022 (VB 88 S. 2) bei 

fortgeschrittener, varusbetonter Gonarthrose mit Gelenkspaltverschmäle-

rung medialseitig (VB 125 S. 2). Die gesamte Situation sowie die möglichen 

Therapieoptionen seien mit dem Beschwerdeführer besprochen worden. 

Die genannten Beschwerden würden im Rahmen einer aktivierten Varus-

gonarthrose interpretiert. Grundsätzlich wäre die Implantation einer Knieto-

talprothese indiziert. Bei dem jungen Beschwerdeführer werde aber 

 - 6 - 

 

 

empfohlen, abzuwarten. Als Behandlungsalternative könnte eine Umstel-

lungsosteotomie der proximalen Tibia diskutiert werden. Dies möchte der 

Beschwerdeführer zurzeit abwarten. Aufgrund der Beschwerden seien aus 

ihrer Sicht schwere körperliche Arbeiten nicht möglich. Auch nach einer Im-

plantation einer Knietotalprothese wären die Arbeiten auf dem Bau deutlich 

eingeschränkt (VB 125 S. 3). 

 

Darauf, dass über den 31. Juli 2023 hinaus von weiteren therapeutischen 

Massnahmen betreffend die Unfallfolgen noch eine namhafte Besserung 

zu erwarten gewesen wäre oder eine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tä-

tigkeit bestehen würde, lassen auch die nach der kreisärztlichen Beurtei-

lung erstellten Berichte der behandelnden Ärzte nicht schliessen. Darin 

wurde lediglich festgehalten, dass der Beschwerdeführer noch nicht voll-

ständig genesen sei (Bericht Ärztin B._____ vom 11. August 2023 [vgl. Be-

schwerdebeilage {BB} 2], Bericht Arzt C._____ vom 11. September 2023 

[vgl. BB 3], Bericht von Arzt D._____ vom 6. Oktober 2023 [vgl. BB 6], Be-

richt von Arzt C._____ vom 9. November 2023 [vgl. BB 4]; vgl. auch Be-

richte Klinik H._____ vom 13. und 29. Juni sowie 8. und 29. August 2023, 

eingereicht mit Stellungnahme vom 7. März 2024 und BB 5).  

 

Das Vorhandensein unfallbedingter gesundheitlicher Beeinträchtigungen 

noch über den 31. Juli 2023 hinaus und die Arbeitsunfähigkeit in ange-

stammter Tätigkeit werden damit entgegen dem Beschwerdeführer nicht in 

Abrede gestellt und lassen sich den medizinischen Akten übereinstimmend 

entnehmen. Insgesamt liegt jedoch keine medizinische Stellungnahme vor, 

der sich bezogen auf den Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Juli 

2023 die Prognose einer zu erwartenden gesundheitlichen Besserung mit 

der Folge einer erheblichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit entnehmen 

liesse (vgl. E. 2. hiervor). Soweit der behandelnde Arzt C._____ in seinem 

Bericht vom 9. November 2023 schliesslich eine Zustandsverschlechte-

rung bestätigte (vgl. BB 4), ist festzuhalten, dass er diese in keiner Weise 

begründet und keine neuen Befunde aufführt. Damit vermag der Bericht 

vom 9. November 2023 keine Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung 

von med. pract. B._____ zu begründen.  

 

4.3. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen des Be-

schwerdeführers noch den medizinischen Akten Hinweise, welche auch nur 

geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der kreisärztlichen 

Beurteilung von med. pract. B._____ vom 8. Mai 2023 (vgl. E. 3.1. hiervor) 

erwecken könnten (vgl. E. 3.2.2. hiervor). Die besagte Beurteilung erfüllt 

demnach die Anforderungen der Rechtsprechung an beweiskräftige medi-

zinische Stellungnahmen (vgl. E. 3.2.1. hiervor). Der medizinische Sach-

verhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, wes-

halb auf weitere Abklärungen (vgl. Eingabe vom 27. Dezember 2023) in 

antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist, da von diesen keine 

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weiteren Erkenntnisse zu erwarten sind (BGE 127 V 491 E. 1b S. 494 mit 

Hinweisen). Gestützt auf die Beurteilung von med. pract. B._____ ist dem-

nach davon auszugehen, dass von weiteren medizinischen Behandlungen 

überwiegend wahrscheinlich keine namhafte Besserung des unfallbeding-

ten Gesundheitszustandes mehr zu erwarten und der Beschwerdeführer 

(spätestens) ab dem 8. Mai 2023 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 

arbeitsfähig war. Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Fallab-

schluss per 31. Juli 2023 mit Einstellung der Heilbehandlungs- und der 

Taggeldleistungen ist damit nicht zu beanstanden. 

 

Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Invaliditätsgradberech-

nung (VB 153 S. 2; 178 S. 5 f.) wird vom Beschwerdeführer sodann nicht 

bestritten und ist ausweislich der Akten nicht zu beanstanden, womit sich 

diesbezügliche Weiterungen erübrigen. Angesichts des Umstandes, dass 

das hypothetische Invalideneinkommen das Valideneinkommen übersteigt 

(VB 153 S. 2; 178 S. 5 f.), hat die Beschwerdegegnerin einen Rentenan-

spruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint. 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren mit Verweis auf den Bericht des 

Orthopäden D._____ vom 6. Oktober 2023 vor, es sei ihm eine Integritäts-

entschädigung zur Abgeltung der Folgen des erlittenen Unfalls zu leisten 

(vgl. Eingabe vom 27. Dezember 2023). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat 

sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritäts-

entschädigung. Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ärztliche 

Aufgabe (PHILIPP PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische 

Unfallfolgen nach dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallver-

sicherung: Grundlagen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 

53/2009 S. 344). Die Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich aus-

schliesslich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen 

Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abs-

trakt und egalitär bemessen (RUMO-JUNGO/HOLZER, Schweizerisches Un-

fallversicherungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 166 mit Hinwei-

sen). 

 

5.2.2. 

Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent-

schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. 

Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritäts-

entschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in 

 - 8 - 

 

 

einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala häufig vor-

kommende und typische Schäden prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 

E. 1b S. 32 mit Hinweisen). Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integ-

ritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen 

Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 

Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritäts-

schäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet 

(Ziff. 1 Abs. 2). In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwick-

lung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabella-

rischer Form erarbeitet (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32). Diese Tabellen stellen 

keine Rechtssätze dar, sondern sind blosse Verwaltungsweisungen an die 

Organe der Suva und deshalb für das Gericht nicht verbindlich (RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 167 mit Hinweis RKUV 1989 Nr. U 71 S. 222 f. 

E. 3b und BGE 124 V 209 E. 4a/cc S. 211). 

 

5.3. 

Zur Beurteilung des Integritätsschadens stützte sich die Beschwerdegeg-

nerin im Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023 (VB 178) auf die 

kreisärztliche Beurteilung von med. pract. B._____ vom 8. Mai 2023. Darin 

wurde festgehalten, bei vorbestehender, leichter bis mässiger medialbeton-

ter Gonarthrose links sowie bei leichter bis mässiger Femoropatellararth-

rose sowie bei keiner funktionellen Einschränkung des linken Kniegelenkes 

und keinen Instabilitätszeichen derselben bestehe aktuell kein Anspruch 

auf eine unfallbedingte Integritätsentschädigung. Sollte es im weiteren Ver-

lauf zu einer Zunahme der Gonarthrose links kommen, sei die Höhe der 

Integritätsentschädigung erneut zu evaluieren und gegebenenfalls anzu-

passen (VB 138 S. 5). 

 

5.4. 

Der Arzt D._____ führte in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2023 

demgegenüber aus, zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei von einem Integri-

tätsschaden zwischen 16-18 % und 20-22 % auszugehen. Dieser Wert er-

gebe sich einerseits aus der Konsultation der qualifizierten Literatur und 

andererseits aus seiner subjektiven Erfahrungskomponente. Es müsse in 

die Beurteilung auch das subjektive Leiden miteinbezogen werden, das in 

den ersten 92 Tagen als mässig bis schwer und in der anschliessenden 

Rekonvaleszenzzeit als mässig bis mittelschwer einzuschätzen sei (BB 6 

S. 8). 

 

Der Kreisarzt med. pract. B._____ kam jedoch unter Berücksichtigung der 

vollständigen medizinischen Akten, der Befunde anlässlich der kreisärztli-

chen Untersuchung vom 8. Mai 2023, in Kenntnis der bildgebenden Unter-

lagen und der vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden zu seiner 

nachvollziehbar begründeten Einschätzung, dass kein Anspruch auf eine 

unfallbedingte Integritätsentschädigung bestehe. Die unfallbedingten Ein-

schränkungen des Beschwerdeführers wurden damit bereits umfassend 

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berücksichtigt. Der Arzt D._____ führte hingegen weder eine einlässliche 

Begründung für seine abweichende Einschätzung auf, noch nahm er Bezug 

auf die geltenden Suva-Tabellenrichtwerte (vgl. E. 5.2.2. hiervor) und es ist 

ausweislich seines Berichtes auch nicht ersichtlich, ob sich seine Beurtei-

lung ausschliesslich auf den unfallbedingten Gesundheitsschaden des Be-

schwerdeführers beschränkt. Dem in Italien praktizierenden Arzt D._____ 

sind offensichtlich die nach Schweizer Recht geltenden Anspruchsvoraus-

setzungen für eine Integritätsentschädigung (vgl. E. 5.2.1. hiervor) nicht be-

kannt. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG sind nämlich nur dauernde erhebliche 

Schädigungen der Integrität entschädigungspflichtig. Eine solche ist dem 

Bericht von Arzt D._____ nicht zu entnehmen. 

 

Damit begründet der Bericht vom 6. Oktober 2023 keine auch nur geringen 

Zweifel an der Aktenbeurteilung von med. pract. B._____ vom 8. Mai 2023 

(vgl. E. 3.2.2. und 5.3. hiervor). Gestützt darauf hat die Beschwerdegegne-

rin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integritätsentschädi-

gung damit zu Recht verneint. 

 

5.5. 

Zusammenfassend ist der Einspracheentscheid vom 20. Oktober 2023 

(VB 178) damit zu bestätigen. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen  

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 30. Mai 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Fricker