# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ae4af49-ec7c-5052-9510-cb395a88b081
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 17.11.2021 ZK1 2021 121
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-121_2021-11-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 17. November 2021

Referenz ZK1 21 121

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Michael Dürst, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Bazzell, Aktuarin

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Annegret Lautenbach-Koch
Peyer Partner Rechtsanwälte, Postfach, 8021 Zürich 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Elisabeth Blumer
Quaderstrasse 5, Postfach 44, 7001 Chur 

Gegenstand vorsorgliche Massnahmen (Annäherungsverbot)

Anfechtungsobj. Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 
6. August 2021, mitgeteilt am 9. August 2021 (Proz. Nr. 135-2021-
536)

Mitteilung 19. November 2021

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Sachverhalt

A. In dem zwischen B._____ und A._____ hängigen Scheidungsverfahren 
(Proz. Nr. 135-2021-169) stellte B._____ am 21. Juli 2021 ein Gesuch um Erlass 
vorsorglicher Massnahmen.

B. Nachdem A._____ innert angesetzter Frist keine Stellungnahme eingereicht 
hatte, erkannte der Einzelrichter des Regionalgerichts Plessur darüber wie folgt:

1. [Getrenntleben]

2. A._____ wird bis auf Weiteres verboten:

- die Wohnung von B._____ in C._____, zu betreten.

- sich B._____ auf eine Distanz von unter 50 m zu nähern.

3. A._____ wird verpflichtet, B._____ die nachfolgenden Schlüssel:

- 2 Hausschlüssel

- 2 Zimmerschlüssel

- 1 Notfallschlüssel der Nachbarn

welche er B._____ entwendet hat, - innert einem Tag nach Zustellung 
des vorliegenden Entscheides - zurückzugeben.

4. [Strafandrohung i.S.v. Art. 292 StGB]

5.a) Die Gerichtskosten von CHF 700.00 gehen zu Lasten von A._____. 
A._____ hat den Betrag dem Kanton Graubünden zu bezahlen.

  b) A._____ hat B._____ eine Parteientschädigung von CHF 532.40 (inkl. 
Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.

6. [Rechtsmittelbelehrung]

8. [Mitteilungen]

C. A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) reichte dagegen am 23. August 
2021 Berufung ein mit folgenden Rechtsbegehren:

Das Urteil des Regionalgerichtes Plessur vom 6. August 2021 sei in
Ziffer 2. und [sic] aufzuheben und es sei folgende Anordnungen zu treffen:

- Es sei A._____ bis auf weiteres zu verbieten die Wohnung von 
B._____ in C._____, Obergeschoss, zu betreten.

- Es sei B._____ bis auf weiteres zu verbieten die Wohnung und die Be-
senbeiz (Innen- und Aussenbereich) Erdgeschoss inkl. Gartenbeiz von 
A._____ in C._____, zu betreten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbeklagten.

D. Mit Gesuch vom 24. August 2021 beantragte der Berufungskläger, es sei 
der Berufung aufschiebende Wirkung zu erteilen.

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E.  Die Vorsitzende der I. Zivilkammer hiess dieses Gesuch mit Verfügung 
vom 25. August 2021 mit Blick auf die Straffolgen einer allfälligen Widerhandlung 
in Bezug auf das Annäherungsverbot (Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 2) einstweilen gut 
und erteilte darauf beschränkt die aufschiebende Wirkung.

F. Mit Berufungsantwort vom 13. September 2021 stellte B._____ (nachfol-
gend: Berufungsbeklagte) folgende Rechtsbegehren:

1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen. Der Entscheid des Regi-
onalgerichts Plessur vom 6. August 2021 sei zu bestätigen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklä-
gers.

G. Mit Verfügung vom 14. September 2021 bestätigte die Vorsitzende der 
I. Zivilkammer die einstweilen erteilte aufschiebende Wirkung und wies im Übri-
gen, d.h. hinsichtlich des Verbots, die Wohnung der Berufungsbeklagten zu betre-
ten, das Gesuch ab. Mit derselben Verfügung forderte sie die Parteien auf, mitzu-
teilen, ob sie an der Durchführung einer Instruktionsverhandlung zum Zwecke ei-
nes Einigungsversuches interessiert sind.

H. Der Berufungskläger nahm mit Eingabe vom 27. September 2021 zu dem 
von der Berufungsbeklagten edierten Mietvertrag Stellung und bekundete sein 
Interesse an einem Einigungsversuch.

I. Nachdem sich die Berufungsbeklagte nicht zu ihrem Interesse an einem 
Einigungsversuch erklärt hatte, kündigte die Vorsitzende der I. Zivilkammer mit 
Verfügung vom 21. Oktober 2021 den Entscheid aufgrund der Akten an.

J. Mit Schreiben vom 9. November 2021 reichte die Berufungsbeklagte ein 
neues Beweismittel zu den Akten.

K. Die vorinstanzlichen Akten (Proz. Nr. 135-2021-536) wurden beigezogen.

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Erwägungen

1.1. Mit Berufung sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie 
erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen anfechtbar (Art. 308 
Abs. 1 lit. a u. b ZPO). Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet ein Annähe-
rungsverbot sowie ein Verbot, die Wohnung der Berufungsbeklagten zu betreten. 
Es liegt somit eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit vor, weshalb die Beru-
fung streitwertunabhängig zulässig ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO).

1.2. Über vorsorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfahren nach den 
Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 172 ff. ZGB ist im summarischen Verfahren zu ent-
scheiden (Art. 271 lit. a ZPO). Gegen einen im summarischen Verfahren ergange-
nen Entscheid beträgt die Frist zur Einreichung der Berufung zehn Tage (Art. 314 
Abs. 1 ZPO). Der Entscheid wurde dem Berufungskläger gemäss Empfangs-
bestätigung (RG act. V.4) am 11. August 2021 zugestellt und die Berufung wurde 
am 23. August 2021 zuhanden des Kantonsgerichts Graubünden der Post über-
geben (Art. 143 Abs. 1 ZPO). Die Berufungsfrist ist damit gewahrt (Art. 145 Abs. 2 
lit. b ZPO i.V.m. Art. 142 Abs. 3 ZPO).

1.3. Gemäss Art. 7 Abs. 1 EGzZPO (BR 320.100) ist das Kantonsgericht für die 
Beurteilung von zivilrechtlichen Berufungen zuständig. Die gerichtsinterne Zustän-
digkeit der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts ergibt sich aus Art. 6 Abs. 1 lit. a 
KGV (BR 173.100). Auf die Berufung ist unter den genannten Aspekten einzutre-
ten.

2.1. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachen, neue Beweismittel und neue 
Anträge nur noch unter den Voraussetzungen von Art. 317 ZPO zu berücksichti-
gen. Dies gilt auch dann, wenn das Verfahren – wie dies beim Erlass vorsorglicher 
Massnahmen im Scheidungsverfahren der Fall ist (Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 272 
ZPO) – dem eingeschränkten Untersuchungsgrundsatz untersteht (BGE 138 III 
625 E. 2.1 f. = Pra 102 Nr. 26; 142 III 413 E. 2.2.2). Einer beklagten Partei, die 
sich am erstinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt hat, ist es daher verwehrt, ihre 
Berufung mit neuen Tatsachen oder Beweismitteln zu begründen, welche sie bei 
zumutbarer Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfahren hätte vorbringen kön-
nen. An der Befugnis, einen zu ihrem Nachteil ausgefallenen Entscheid mit dem in 
der Sache gegebenen Rechtsmittel anzufechten, ändert die Säumnis vor erster 
Instanz hingegen nichts. Säumnis der beklagten Partei bedeutet nicht Anerken-
nung der Klage, sondern führt – auch im summarischen Verfahren (Art. 219 ZPO) 
– lediglich zur Entscheidung nach Aktenlage (Art. 147 Abs. 2; Art. 223 Abs. 2 und 
Art. 234 Abs. 1 ZPO). Auch die säumige Partei kann demzufolge berufungsweise 

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eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 310 lit. b ZPO) oder eine un-
richtige Rechtsanwendung (Art. 310 lit. a ZPO) rügen. Soweit sie dazu (erstmals) 
Ausführungen rechtlicher Natur macht, werden diese von der Novenbeschränkung 
im Berufungsverfahren nicht erfasst, es sei denn, die rechtlichen Vorbringen stüt-
zen sich auf Tatsachen, welche keine Grundlage im erstinstanzlichen Prozessstoff 
finden und folglich ihrerseits nur noch nach Massgabe von Art. 317 Abs. 1 ZPO 
zulässig sind (vgl. BGer 4A_20/2020 v. 26.2.2020 E. 6.2; 4A_519/2011 v. 
28.11.2011 E. 2.1). 

2.2. Unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO können sowohl die 
berufungsklägerische als auch die berufungsbeklagte Partei neue Tatsachen 
und/oder Beweismittel vorbringen. Dabei hat das Berufungsgericht grundsätzlich 
von Amtes wegen zu prüfen, ob das betreffende Vorbringen noch zulässig ist. Ei-
ne solche Prüfung kann indessen entfallen, wenn die Gegenpartei der Einbringung 
eines Novums explizit zustimmt respektive dessen Zulässigkeit und Begründetheit 
anerkennt (vgl. Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 26 zu Art. 317 ZPO). Dasselbe muss gelten, wenn eine Partei im 
Berufungsverfahren – sei dies von sich aus oder in Erfüllung eines gegnerischen 
Editionsbegehrens – neue Tatsachen vorbringt und durch Urkunden belegt, auf 
welche sich in der Folge auch die Gegenpartei stützt (vgl. KGer GR ZK1 15 172 v. 
26.7.2017 E. 4.3). Vorliegend hat der Berufungskläger in Zusammenhang mit sei-
nen Ausführungen zur Wohnsituation der Parteien die unterlassene Einreichung 
des Mietvertrages für die Liegenschaft C._____, gerügt und einen entsprechenden 
Editionsantrag gestellt (act. A.1, II.6). Diesem Begehren ist die Berufungsbeklagte 
mit ihrer Berufungsantwort freiwillig nachgekommen, weshalb der Mietvertrag (act. 
C.3) trotz an sich verspätetem Beweisantrag berücksichtigt werden kann. Der Be-
rufungskläger wiederum hat in seiner replizierenden Stellungnahme (act. A.4) 
nicht bloss auf diesen Mietvertrag, sondern auch auf die mit der Berufungsantwort 
eingereichten Urkunden zum Betrieb der Besenbeiz (act. C.6-8) Bezug genommen 
und sich deren Einlage zumindest insofern angeschlossen, als darin auch er sel-
ber (nebst der Berufungsbeklagten) als für den Betrieb verantwortliche Person 
aufgeführt ist. Hinsichtlich der (neuen) Tatsache, dass in der von den Parteien 
gemieteten Liegenschaft eine Besenbeiz geführt wird, liegen damit im Berufungs-
verfahren übereinstimmende Parteivorbringen vor, weshalb dieser Umstand eben-
falls berücksichtigt werden kann. Die weiteren Ausführungen der Parteien betref-
fend die Besenbeiz wie auch die von der Berufungsbeklagten in diesem Zusam-
menhang eingereichten Urkunden müssen dagegen unbeachtlich bleiben, zumal 
die Voraussetzungen für deren Zulässigkeit von keiner Partei dargetan wurden. In 

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zeitlicher Hinsicht ist schliesslich zu beachten, dass es den Parteien verwehrt ist, 
sowohl echte wie unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungsprozess auf-
grund der Spruchreife der Berufungssache in die Phase der Urteilsberatung über-
geht (BGE 142 III 413 E. 2.2). Vorliegend begann die Beratungsphase mit der Mit-
teilung der Vorsitzenden vom 21. Oktober 2021 (act. D.7), wonach mangels beid-
seitigem Interesse an der Durchführung einer Einigungsverhandlung der Ent-
scheid aufgrund der Akten folgen werde. Die erst nach dem Aktenschluss einge-
reichte Noveneingabe der Berufungsbeklagten (act. A.5) kann daher schon aus 
diesem Grund nicht mehr berücksichtigt werden. 

3.1. Der Berufungskläger beantragt erstmals mit Berufung, es sei der Beru-
fungsbeklagten zu verbieten, bis auf Weiteres seine Wohnung und die Besenbeiz 
inkl. Gartenbeiz zu betreten (act. A.1). Vor erster Instanz stellte der Berufungsklä-
ger keine Rechtsbegehren. Soweit er nunmehr im Berufungsverfahren etwas an-
deres verlangt als die Abweisung des gegnerischen Gesuches, handelt es sich 
somit um ein neues Rechtsbegehren im Sinne einer Klageänderung nach Art. 317 
Abs. 2 ZPO, welche u.a. (Art. 317 Abs. 2 lit. a) nur zulässig ist, wenn sie auf neuen 
Tatsachen oder Beweismitteln beruht (Art. 317 Abs. 2 lit. b). Ihre Zulässigkeit ist 
vom Berufungskläger darzutun, was dieser vorliegend unterlässt. Auf das ver-
spätete Begehren ist folglich nicht einzutreten.

3.2. Der Berufungskläger ist der Ansicht, die Vorinstanz hätte aufgrund der örtli-
chen Nähe, die sich aus der Adresse der Parteien ergebe, das Betretungsverbot 
gegenseitig, d.h. auch hinsichtlich der Lokalität im Erdgeschoss und der Wohnung 
des Berufungsklägers aussprechen müssen (act. A.1, II.11), und impliziert damit 
die Anwendbarkeit der Offizialmaxime. Im Verfahren betreffend Erlass vorsorgli-
cher Massnahmen im Scheidungsverfahren ist jedoch die Dispositionsmaxime 
(Art. 58 ZPO; Christian Stalder/Beatrice van de Graaf, in: Oberham-
mer/Domej/Haas, [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 3. Aufl. Basel 2021, N 2 und 3a 
zu Art. 272 ZPO) anwendbar. Auch wenn allein die Nähe der Wohnungen der Par-
teien ein gegenseitiges Betretungsverbot erfordern würde, was nicht einsichtig ist, 
könnte dies ohne dahingehenden Parteiantrag nicht angeordnet werden. Der Vor-
instanz ist somit auch in diesem Zusammenhang kein Vorwurf zu machen.

4.1. Gegen das vorinstanzlich angeordnete Verbot, die Wohnung der Beru-
fungsbeklagten zu betreten (Dispositiv-Ziffer 2 1. Spiegelstrich), richtet sich der 
Berufungskläger nicht grundsätzlich. Er erklärt bloss, dass dieses genau und un-
missverständlich festzuhalten sei, wenn es innerhalb derselben Liegenschaft aus-
gesprochen wird. Das Verbot sei daher durch den Zusatz "im Obergeschoss" zu 
ergänzen bzw. auf dieses einzuschränken (act. A.1, II.8). Zwar würden er und die 

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Berufungsbeklagte in getrennten Wohnungen leben, sie in der Familienwohnung 
im Obergeschoss und er im Erdgeschoss, wo er auch die Beiz "D._____" betreibe, 
jedoch umfasse der auf ihn und die Berufungsbeklagte als Solidarpartnerin lau-
tende Mietvertrag die gesamte Liegenschaft (act. A.1, II.6 f. und act. A.4). Der Be-
rufungskläger begründet sein Interesse an der erwähnten Ergänzung des Disposi-
tivs sinngemäss mit der Befürchtung, ansonsten weder seine Wohnung noch sein 
Beizli, welches sein Lebensinhalt sei, betreten zu dürfen. Die Berufungsbeklagte 
äussert sich nicht explizit zu dem Ergänzungsantrag des Berufungsklägers.

4.2. Bei unklarem Dispositiv bietet Art. 334 ZPO die Möglichkeit, auf Gesuch 
einer Partei oder von Amtes wegen eine Berichtigung des Dispositivs vorzuneh-
men. Die Rüge einer mangelhaften Willensäusserung im Dispositiv kann auch im 
Rahmen einer Berufung geltend gemacht werden (vgl. KGer GR ZK2 13 51 v. 
2.11.2015 E. 2e). Die Vorinstanz sprach gegenüber dem Berufungskläger das 
Verbot aus, "die Wohnung von B._____ in C._____, zu betreten" (Dispositiv-
Ziffer 2 1. Spiegelstrich). Aus dieser Formulierung wird tatsächlich nicht klar, ob 
dem Berufungskläger der Zutritt zu der Wohnung, wie sie im Mietvertrag (act. C.3) 
definiert ist, d.h. das Zweifamilienhaus und die Geschäfts-/Gewerberäumlichkeit 
umfassend, untersagt wird oder ob damit bloss das Obergeschoss gemeint ist, 
das gemäss aussergerichtlicher Vereinbarung zwischen den Parteien als "Woh-
nung" der Berufungsbeklagten gilt. Auch der Beizug der vorinstanzlichen Erwä-
gungen schafft diesbezüglich nicht Klarheit, die eine Berichtigung des Dispositivs 
ermöglichen würde.

4.3. Eine drohende widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung durch Gewalt, 
Drohung oder Nachstellungen im Sinne von Art. 28b ZGB liegt nach vorinstanzli-
cher Behauptung der Berufungsbeklagten vorliegend darin, dass der Berufungs-
kläger ihr mehrmals gedroht habe, das Haus und den Stall anzuzünden. Ferner 
sei er am 7. Juli 2021 in "die Wohnung" eingedrungen und habe sämtliche Schlüs-
sel mitgenommen. Zum Beweis offerierte die Berufungsbeklagte einen Rapport 
betreffend häusliche Gewalt der Kantonspolizei Graubünden (RG act. I.1, III.2). 
Einen solchen gibt es jedoch nicht, sondern lediglich einen Journaleintrag. 
Gemäss Aktennotiz der Vorinstanz war der Kantonspolizei Graubünden zufolge 
damals keine polizeiliche Intervention notwendig (RG act. VII.1). Die behaupteten 
Drohungen substantiierte die Berufungsbeklagte nicht weiter und legte auch keine 
Beweise vor. Wie die Vorinstanz bereits im Rahmen des Entscheids über den su-
perprovisorischen Erlass der beantragten Massnahmen ausführte, ist die Gefahr 
einer Persönlichkeitsverletzung nicht glaubhaft gemacht (RG act. IV.1, 5.1). Wie 
dies bei nicht separat begründetem vorsorglichem Begehren (vgl. RG act. I.1, III.1-

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3 und III.4), ausgebliebener Stellungnahme der Gegenseite und keinen weiteren 
Abklärungen seitens des Gerichts für die vorsorgliche Anordnung anders zu wür-
digen sein sollte, ist nicht ersichtlich. Dagegen vermag die Berufungsbeklagte 
auch nicht anzukommen, wenn sie ausführt, sie könne das Wohnhaus wegen der 
Tiere, die sie zu betreuen habe, nicht verlassen, dem Berufungskläger sei es hin-
gegen als gelerntem Koch mit grosser Erfahrung möglich, eine (anderweitige) Ar-
beit zu finden (act. A.2, III.4 f.; letztere Behauptung ist im Übrigen verspätet, 
Art. 317 Abs. 1 ZPO). Diese Argumentation rückt vielmehr in die Nähe einer Zu-
weisung der ehelichen Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens im Sinne von 
Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB. Für eine solche ist primär nach Zweckmässigkeit, sub-
sidiär allfälligen Affektionsinteressen, der Zumutbarkeit und Möglichkeit eines 
Auszugs und schliesslich der Eigentumsverhältnisse der Ehegatten zu entschei-
den, wobei eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen ist. Vorliegend ist 
mit Blick auf die in der Liegenschaft (gemeinsam) betriebene Besenbeiz und der 
offensichtlich gegebenen Möglichkeit, in zwei getrennten Wohnungen zu leben – 
die Berufungsbeklagte behauptete selbst, sie und der Berufungskläger würden in 
getrennten Haushalten leben (RG act. I.1, III.1), was durch den nunmehr edierten 
Mietvertrag über ein "Zweifamilien"-Haus plausibilisiert wird (act. C.3) – ein über-
wiegendes Interesse an einer Wohnungszuweisung noch nicht dargelegt. Ein die 
Räumlichkeiten im Erdgeschoss erfassendes unbefristetes (act. B.1, Dispositiv-
Ziffer 2: "bis auf Weiteres") Betretungsverbot kann somit auch nicht verstanden als 
Zuweisung der ehelichen Wohnung gestützt auf Art. 176 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB ge-
schützt werden. Daher ist die ansonsten unangefochten gebliebene Dispositiv-
Ziffer 2 1. Spiegelstrich bzw. das darin angeordnete Betretungsverbot antrags-
gemäss (vgl. act. A.1, II.8 und II.12) auf die Wohnung im Obergeschoss zu be-
grenzen.

5.1. Schliesslich rügt der Berufungskläger, die Vorinstanz hätte erkennen müs-
sen, dass bei Getrenntleben in derselben Liegenschaft, ein Verbot, sich der Beru-
fungsbeklagten nicht mehr als bis auf 50m zu nähern, nicht eingehalten werden 
kann (act. A.1, II.5). Damit macht er eine Verletzung der Untersuchungsmaxime 
(Art. 272 ZPO) bzw. eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhaltes (Wohnen in demselben Haus) geltend. Ferner rügt er das Annäherungs-
verbot als unangemessen und sinngemäss auf falscher Rechtsanwendung basie-
rend; er weist darauf hin, dass die Polizei die Schilderungen der Berufungsbeklag-
ten nicht bestätigt hat, und rügt sinngemäss, dass die örtlichen Verhältnisse 
(Wohn- und Arbeitsort des Berufungsklägers) ausser Acht gelassen worden seien 
(act. A.1, II.9 und II.12).

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5.2. Bei Geltung der beschränkten Untersuchungsmaxime im Sinne von Art. 272 
ZPO erforscht das Gericht den Sachverhalt zwar nicht, jedoch stellt es ihn von 
Amtes wegen fest. Das bedeutet eine verstärkte Fragepflicht, das Abstellen auf 
tatsächliche Zugeständnisse der Parteien und die Berücksichtigung eigenen Wis-
sens aus anderen Verfahren sowie der Auskünfte dritter Personen (z. B. Nachbarn, 
andere Unterhaltsberechtigte oder Behörden; Daniel Bähler, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 3. Aufl., Basel 2017, N 4 zu Art. 272 ZPO; Christian Stalder/Beatrice van de 
Graaf, a.a.O., N 3 zu Art. 272 ZPO). Fehlende Behauptungen und Bestreitungen 
schaden daher nicht. Die Vorinstanz stellte zwar weitere Untersuchungen an, in-
dem sie die Kantonspolizei hinsichtlich des angeblichen Polizeirapports betreffend 
häusliche Gewalt kontaktierte, bezog deren Auskunft jedoch nicht in die Beurtei-
lung ein. Diese fand weder bei der Feststellung der Prozessgeschichte noch im 
Rahmen der Erwägungen Eingang in den vorinstanzlichen Entscheid (vgl. B.1, E. 
3). Vielmehr ging die Vorinstanz entsprechend der Verhandlungsmaxime vor und 
hielt fest, dass der Berufungskläger sich innert Frist nicht habe vernehmen lassen, 
die Vorbringen der Gesuchstellerin daher nicht bestritten seien und deshalb auf 
diese abgestellt werden könne (act. B.1, E. 4). Liest man die Begründung des su-
perprovisorischen Entscheides (RG act. IV.1), mit welcher nicht nur die Dringlich-
keit, sondern eine "vergangene, aktuelle oder zukünftige Gefahr" einer Persönlich-
keitsverletzung als nicht glaubhaft taxiert wurde, so erscheint es naheliegend, 
dass der Berufungskläger angesichts dessen auf zusätzliche Bestreitungen sei-
nerseits verzichtet hat. Aufgrund der zeitlichen Abfolge (Mitteilung vorinstanzlicher 
Entscheid und Wiederherstellungsgesuch kreuzten sich am 9. August 2021) nicht 
der Vorinstanz vorwerfbar, aber nunmehr zu berücksichtigen ist, dass der Beru-
fungskläger die Vorinstanz noch um Wiederherstellung der Frist zur Stellungnah-
me ersuchte, sich mithin noch äussern wollte (RG act. IV.2); auch deshalb ist nicht 
von Zugeständnissen des Berufungsklägers auszugehen, auf die trotz Geltung der 
beschränkten Untersuchungsmaxime abgestellt werden darf.

5.3. Die Vorinstanz berief sich ferner auf Art. 153 Abs. 2 ZPO und schloss aus 
der darin vorgesehenen Möglichkeit ("kann"), trotz Geltung der Verhandlungsma-
xime von Amtes wegen Beweis zu erheben, in einer Art Umkehrschluss, dass kein 
Beweis zu erheben sei, wenn an der Richtigkeit einer nicht streitigen Tatsache 
keine erheblichen Zweifel bestehen (act. B.1, E. 4 in fine). Diese Norm findet im 
Rahmen der Verhandlungsmaxime Anwendung. Bei Geltung der beschränkten 
und unbeschränkten Untersuchungsmaxime ist hingegen nicht erst und dann auch 
nur optional Beweis zu führen, wenn erhebliche Zweifel an der Richtigkeit einer 
Tatsache bestehen. Im Übrigen wäre diskutabel, ob nicht sogar solche vorgelegen 

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hätten, war der Vorinstanz doch bekannt, dass die beiden Parteien an derselben 
Adresse wohnen (vgl. gleiche Wohnadresse in Rubrum des vorinstanzlichen Ent-
scheids, nicht nur gemeinsames Postfach), die Berufungsbeklagte jedoch gleich-
zeitig behauptete, seit 2018 in getrennten Haushalten zu leben (RG act. I.1, III.1). 
Jedenfalls wäre von Amtes wegen die genaue Wohnsituation der Parteien festzu-
stellen gewesen. Dies hat sich vorliegend durch die freiwillige Erfüllung des Editi-
onsantrages des Berufungsklägers erledigt und es steht fest, dass die Parteien in 
demselben Haus wohnen.

5.4. Allein deshalb ist das Annäherungsverbot jedoch nicht aufzuheben; die Rü-
ge, dass ein Annäherungsverbot auf 50m bei Getrenntleben in derselben Liegen-
schaft nicht eingehalten werden könne, basiert auf der Annahme, dass der Beru-
fungskläger Anspruch darauf hat, weiterhin in seiner Wohnung inkl. Gastbetrieb zu 
bleiben. Dies ist jedoch dann nicht der Fall, wenn dieser durch Gewalt, Drohungen 
oder Nachstellungen den anderen Ehegatten in seiner Persönlichkeit verletzt hat 
oder zu verletzen droht. Dann kann auch eine Wegweisung aus der Wohnung an-
geordnet werden (Art. 28b Abs. 2 ZGB). Unabhängig von der Formulierung 
(Annäherungsverbot/nicht spezifiziertes Betretungsverbot/Wegweisung) ist letzt-
lich zu beurteilen, ob die Anordnung, die das Verlassen der Wohnung inkl. Gast-
betrieb bedingt, durch eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung begründet 
und verhältnismässig ist. Mit den Ausführungen in E. 4.3 ist diese Frage auch hin-
sichtlich des Annäherungsverbots beantwortet. Die Berufung ist in diesem Punkt 
gutzuheissen und die Dispositiv-Ziffer 2 2. Spiegelstrich antragsgemäss ersatzlos 
aufzuheben.

6.1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 2 
ZPO). Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden 
die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahren verteilt (Art. 106 Abs. 2 
ZPO).

6.2. Die Vorinstanz auferlegte die Prozesskosten von CHF 700.00 gesamthaft 
dem unterliegenden Berufungskläger (act. B. 1, E. 6). Unter Berücksichtigung des 
Obsiegens des Berufungsklägers hinsichtlich des Annäherungsverbots und der 
Beschränkung des Betretungsverbotes sowie seines Unterliegens infolge beru-
fungsweiser Anerkennung in den Punkten Getrenntleben, (beschränktem) Betre-
tungsverbot (act. A.1, Antrag 2. Spiegelstrich, II.5 und II.8) und Schlüsselrückgabe 
ist die Kostenverteilung gemäss Ausgang des vorinstanzlichen Verfahrens zu ¼ 

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zu seinen Gunsten zu korrigieren. Entsprechend ist die Berufungsbeklagte zu ver-
pflichten, dem Regionalgericht Plessur CHF 175.00 (¼) der Gerichtskosten zu be-
zahlen. Der Berufungskläger ist zu verpflichten, dem Regionalgericht seinen Anteil 
an den Gerichtskosten von CHF 525.00 (¾) sowie der Berufungsbeklagten eine 
Parteientschädigung von CHF 266.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.; ¾ - ¼ von 
CHF 532.40 gemäss act. B.1, E. 6.2; zur Verrechnung der Quoten siehe KGer GR 
ZK1 14 115 v. 17.9.2015 E. 15b) zu bezahlen. 

6.3. Der Berufungskläger obsiegt hinsichtlich Aufhebung des Annäherungsver-
bots und unterliegt mit seinem neuen Antrag, der Berufungsbeklagten den Zutritt 
zu seinen Räumlichkeiten im Erdgeschoss zu verbieten. Hinsichtlich der Ergän-
zung des Wohnungsbetretungsverbots wurde ihm zwar keine aufschiebende Wir-
kung gewährt, die Ergänzung der ansonsten unangefochtenen Anordnung wird 
hingegen gutgeheissen. Das Verfahren geht somit insgesamt hälftig zugunsten 
jeweils einer Partei aus, weshalb die Gerichtskosten von CHF 1'500.00 (Art. 9 
VGZ [BR 320.210]) ebenfalls hälftig zu tragen sind. Sie sind mit dem vom Beru-
fungskläger in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen 
(act. D.2). Die Berufungsbeklagte ist zu verpflichten, ihren Anteil an den Gerichts-
kosten von CHF 750.00 dem Berufungskläger direkt zu ersetzen. Die Parteikosten 
sind wettzuschlagen.

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen, die gesamte Dispositiv-Ziffer 2 
des Entscheids vom 6. August 2021 aufgehoben und wie folgt ersetzt:

2. A._____ wird bis auf Weiteres verboten, die Wohnung von B._____ in 
C._____, Obergeschoss, zu betreten.

2. Im Übrigen wird auf die Berufung nicht eingetreten.

3. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 700.00 ge-
hen zu ¼ (= CHF 175.00) zulasten von B._____ und zu ¾ (= CHF 525.00) 
zulasten von A._____.

4. A._____ wird verpflichtet, B._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine 
Parteientschädigung von CHF 266.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu be-
zahlen.

5. Die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 1'500.00 
festgesetzt. Sie werden B._____ und A._____ je hälftig auferlegt und mit 
dem von A._____ in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrech-
net. B._____ wird verpflichtet, ihren Anteil von CHF 750.00 A._____ direkt 
zu ersetzen.

6. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

8. Mitteilung an: