# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86307ed7-dad9-55ab-b1f1-7560d8bdde72
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 10.07.2017 ZK1 2017 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2017-31_2017-07-10.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 10. Juli 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 17 31 11. Juli 2017

(Mit Urteil 5A_575/2017 vom 17. August 2017 hat das Bundesgericht die gegen dieses 
Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
RichterInnen Pedrotti und Schnyder
Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiech-
ter, Poststrasse 6, 9443 Widnau, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur vom 
14. Februar 2017, mitgeteilt am 21. Februar 2017, in Sachen der Y._____, Beru-
fungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irmgard Caviezel, Quader-
strasse 5, 7001 Chur, gegen den Berufungskläger,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Y._____, geboren am _____ 1985, und X._____, geboren am _____ 1973, 
heirateten am _____ 2009 vor dem Zivilstandsamt A._____. Sie sind Eltern von 
B._____, geboren am _____ 2008. Seit dem _____ 2015 leben die Ehegatten ge-
trennt. 

B. Mit Eingabe vom 10. März 2016 liess Y._____ beim Einzelrichter in Zivilsa-
chen am Bezirksgericht Plessur den Erlass von Eheschutzmassnahmen beantra-
gen. Ihre Rechtsbegehren lauteten wie folgt:

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien berechtigt sind getrennt zu le-
ben und bereits seit 15. September 2015 getrennt leben.

2. Die eheliche Wohnung an der _____strasse 35 in O.1_____ sei für die 
Dauer der Trennung X._____ zur Nutzung zuzuweisen.

3. Das gemeinsame Kind B._____, geboren _____ 2008, sei unter die 
Obhut der Mutter zu stellen und ihr zur Pflege und Erziehung anzuver-
trauen. 

4. Dem Vater sei das Recht einzuräumen, die Tochter B._____ jedes 
zweite Wochenende von Freitagabend 17:00 Uhr bis Sonntagabend 
18:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Überdies sei er zu berechti-
gen, B._____ jeden Dienstagabend zur gemeinsamen Einnahme des 
Nachtessens zu sich zu nehmen. Im Weitern soll ihm das Recht ein-
geräumt werden, B._____ während den Schulferien insgesamt drei 
Wochen zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. 

5. X._____ sei zu verpflichten, Y._____ an den Unterhalt des Kindes 
B._____ monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 
900.00 zuzüglich allfällige Kinderzulagen zu bezahlen. 

6. X._____ sei zu verpflichten, an den Unterhalt von Y._____ monatliche 
im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 1'400.00 zu bezahlen.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt zulasten 
des Gesuchsgegners."

C. X._____ liess in seiner Stellungnahme vom 6. Mai 2016 das folgende 
Rechtsbegehren stellen:

"1. Mit den Ziffern 1 und 2 der Anträge vom 10.03.2016 ist der Gesuchs-
gegner einverstanden.

2. Die Ziffern 3 bis 7 der Anträge des Gesuches vom 10.03.2016 seien 
abzuweisen.

3. Das gemeinsame Kind B._____, geb. _____ 2008, sei derart unter die 
gemeinsame Obhut der Parteien zu stellen, als die Pflege und Erzie-
hung der Tochter zwischen den Parteien alternierend durchzuführen 
ist und zwar wie folgt:

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- Während der Frühschicht des Gesuchsgegners sei die Tochter 
unter dessen Obhut zu stellen. 

- Während der Spätschicht sei die Tochter unter die Obhut der 
Gesuchstellerin zu stellen. 

4. Es sei Auskunft über die Tochter B._____ bei Herrn E._____, Soziala-
rbeiter vom Schulhaus C._____ einzuholen (Tel. _____) sowie beim 
Schulpsychologen. 

5. Jede Partei habe für den Unterhalt der Tochter selber aufzukommen 
für die Zeit, wo sich die Tochter beim jeweiligen Elternteil aufhält.

6. Die Kinderzulagen sowie die Krankenkassenprämien sind zwischen 
den Parteien zu halbieren.

7. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, an die Gesuchstellerin maxi-
mal bis zum 01.09.2016 einen angemessenen Unterhaltsbeitrag von 
maximal CHF 866.-- monatlich zu bezahlen. 

8. Für eine Zusatzbegründung sei eine Nachfrist bis zum 16.05.2016 zu 
gewähren.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuch-
stellerin, resp. zu Lasten des Staates infolge zur bewilligender unent-
geltlicher Rechtsverbeiständung und Rechtspflege."

D. Eine erste mündliche Verhandlung fand am 26. Mai 2016 statt. Dabei er-
klärten sich beide Ehegatten einverstanden, die Kinder- und Jugendpsychiatrie 
D._____ mit der Erstellung eines Gutachtens über die Obhutszuteilung zu beauf-
tragen. Des Weiteren einigten sie sich im Sinne einer vorläufigen Regelung bis 
zum Erhalt des kinderpsychologischen Gutachtens darauf, dass B._____ bei der 
Mutter bleibt, X._____ sie jedoch jedes zweite Wochenende zu sich nimmt.

E. In seiner Stellungnahme vom 17. Juni 2016 hielt X._____ an seinen bishe-
rigen Anträgen fest.

F. Im Gutachten der kjp vom 9. Januar 2017 gelangte der Gutachter zum Er-
gebnis, dass bei beiden Elternteilen die Erziehungsfähigkeit gleichermassen ge-
ben sei. Beide Elternteile würden über eine gute und enge persönliche Beziehung 
zu ihrer Tochter verfügen. Bei der Abwägung der einzelnen Kriterien erschienen 
aus fachlicher Sicht die Unterschiede zu minimal, um darauf aufbauend eine fun-
dierte Empfehlung abgeben zu können. Sowohl die Obhut beim Kindsvater wie 
auch bei der Kindsmutter würden im Sinne des Kindeswohls erscheinen. Aufgrund 
der höheren Bindungstoleranz zeige sich eine leichte Tendenz für eine Obhutszu-
teilung zur Kindsmutter.

G. Am 30. Januar 2017 liess Y._____ ein ergänzendes Gesuch einreichen, 
wobei sie die folgenden Anträge stellte:

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"1. Es sei der Gesuchstellerin zu gestatten, den Aufenthaltsort des ge-
meinsamen Kindes B._____, geb. am _____ 2008, per 1. März 2017 
von O.1_____ nach O.2_____ zu verlegen.

2. Die Gesuchstellerin sei zu ermächtigen, das Kind B._____ per 28. Fe-
bruar 2017 bei der Stadtschule O.1_____ abzumelden und per 1. März 
2017 bei der Schule in O.2_____ anzumelden.

3. Über die Anträge gemäss den Ziffern 1 und 2 sei superprovisorisch zu 
entscheiden. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt zulasten 
des Gesuchsgegners."

H. Mit Stellungnahme vom 13. Februar 2017 liess X._____ das folgende 
Rechtsbegehren stellen:

"1. Die Obhut über B._____ sei per 01.03.2017 an den Kindsvater Herrn 
X._____ zu übertragen und der Kindsmutter sei ein übliches Besuchs- 
und Ferienrecht zu gewähren. Über diesen Antrag sei superproviso-
risch zu entscheiden.

2. Die Gesuchstellerin/Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, an den Ge-
suchsgegner/Gesuchsteller für die gemeinsame Tochter B._____ ei-
nen angemessenen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen ab dem 01.03.2017 
und gleichzeitig sei jegliche Unterhaltspflicht des Gesuchsgeg-
ners/Gesuchstellers gegenüber der Gesuchstellerin/Gesuchsgegnerin 
betreffend der gemeinsamen Tochter B._____ per 01.03.2017 aufzu-
heben. 

3. Per 01.03.2017 sei die allfällige Unterhaltspflicht des Gesuchsgeg-
ners/Gesuchstellers gegenüber der Gesuchstellerin/Gesuchsgegnerin 
neu zu regeln, wobei dem Gesuchsgegner/Gesuchsteller das Recht 
einzuräumen ist, einen begründeten Antrag einzureichen, sobald er 
Einsicht nehmen konnte in den aktuellen Arbeitsvertrag der Gesuch-
stellerin/Gesuchsgegnerin. 

4. Die Geltendmachung eines Betreuungsunterhalts durch den Gesuchs-
gegner/Gesuchsteller wird ausdrücklich vorbehalten.

5. Es sei festzustellen, dass seitens des Gesuchsgegners/Gesuchstellers 
seit dem 01.03.2017 keinerlei Unterhaltsverpflichtung gegenüber der 
Gesuchstellerin besteht. 

6. Eventualiter sei B._____ gerichtlich zu befragen über die von ihr ge-
wünschte Wohnortsituation.

7. Die Anträge der Gesuchstellerin/Gesuchsgegnerin Nr. 1 bis 4 im Ge-
such vom 30. Januar 2017 seien vollumfänglich abzuweisen.

8. Es sei Auskunft einzuholen über die aktuellste Situation von B._____ 
beim Schulsozialarbeiter Herrn E._____.

9. Eventualiter sei Herr F._____ als Zeuge zu befragen.

10. Die Gesuchstellerin/Gesuchsgegnerin sei zu verpflichten, dem Gericht 
den aktuellen Arbeitsvertrag samt aktuelle Lohnabrechnungen einzu-
reichen.

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11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gesuch-
stellerin/Gesuchsgegnerin, resp. zu Lasten des Staates infolge bewil-
ligter unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsverbeiständung."

I. Die mündliche Hauptverhandlung wurde am 14. Februar 2017 durchgeführt, 
wobei neben den Parteien und ihren Rechtsvertretern auch der Gutachter lic. phil 
G._____ als Sachverständiger teilnahm. Anlässlich der Verhandlung wurden die 
Parteien zur aktuellen Wohn- und Arbeitssituation sowie zur Obhutszuteilung be-
fragt. Der Gutachter äusserte sich überdies zu dem von der Kindsmutter beabsich-
tigten Wohnsitzwechsel, welcher für B._____ einen Schulwechsel nach sich zie-
hen würde, sollte die Obhut der Mutter zugesprochen werden. Eine Einigung be-
treffend die Obhut konnte nicht erzielt werden. In der Folge stellten die Parteien 
die folgenden Rechtsbegehren:

Rechtsbegehren Ehefrau

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien berechtigt sind, getrennt zu le-
ben und bereits seit dem 15. September 2015 getrennt leben.

2. Die eheliche Wohnung an der _____strasse 35 in O.1_____ sei für die 
Dauer der Trennung X._____ zur Nutzung zuzuweisen. 

3. Das gemeinsame Kind B._____, geboren _____ 2008, sei unter die 
Obhut der Mutter zu stellen und ihr zur Pflege und Erziehung anzuver-
trauen.

4. Es sei der Gesuchstellerin zu gestatten, den Aufenthaltsort des ge-
meinsamen Kindes B._____, geb. am _____ 2008, per 1. März 2017 
von O.1_____ nach O.2_____ zu verlegen.

5. Die Gesuchstellerin sei zu ermächtigen, das Kind B._____ per 28. Fe-
bruar 2017 bei der Stadtschule O.1_____ abzumelden und per 1. März 
2017 bei der Schule in O.2_____ anzumelden.

6. Dem Vater sei das Recht einzuräumen, die Tochter B._____ jedes 
zweite Wochenende von Freitagabend 17:00 Uhr bis Sonntagabend 
18:00 Uhr zu sich auf Besuch zu nehmen. Im Weiteren soll ihm das 
Recht eingeräumt werden, B._____ während den Schulferien insge-
samt sechs Wochen zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.

7. X._____ sei zu verpflichten, Y._____ an den Unterhalt des Kindes 
B._____ folgende monatliche im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge 
zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen:

 ab 10. März 2016 (Gesuchseinreichung) bis 31. Dezember 2016: 
CHF 900.00

 ab 01. Januar 2017: CHF 1'348.00 (d.h. Barunterhalt CHF 
1'145.00 und Betreuungsunterhalt CHF 203.00)

8. X._____ sei zu verpflichten, an den Unterhalt von Y._____ folgende 
monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: 

 ab 10. März 2016 (Gesuchseinreichung) bis 31. Dezember 2016: 
CHF 1'400.00

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 ab 01. Januar 2017: CHF 417.00

9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 8% MwSt zu Lasten 
des Gesuchsgegners."

Rechtsbegehren Ehemann:

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien berechtigt sind getrennt zu le-
ben und bereits seit 15. September 2016 (recte: 2015) getrennt leben. 

2. Die eheliche Wohnung sei Herrn X._____ für die Dauer der Trennung 
zur Nutzung zuzuweisen.

3. Die Obhut über B._____ sei ab 1. März 2017 Herrn X._____ zuzuwei-
sen, Frau X._____ sei ein angemessenes Besuchs- und Ferienrecht 
von zwei Wochenenden pro Monat und ein angemessenes Ferienrecht 
zu gewähren - ursprünglich drei Wochen. Über diesen Antrag sei su-
perprovisorisch zu entscheiden.

4. Frau X._____ sei zu verpflichten Herrn X._____ für den Unterhalt von 
B._____ ab 1. März 2017 einen angemessenen Unterhaltsbeitrag zu 
bezahlen. Dieser Unterhaltsbeitrag sei auf mindestens CHF 400.00 
festzulegen. Gleichzeitig sei jede Unterhaltspflicht von Herrn X._____ 
gegenüber Frau X._____ aufzuheben.

5. Herrn X._____ sei bezüglich der Realisierung des 80% Pensums zu 
befragen.

6. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit der Trennung bis 1. Januar 
2017 auseinandergesetzt sind.

7. Die Anträge der Gegenpartei seien vollumfänglich abzuweisen. 

8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten von Frau 
X._____."

J. Mit Entscheid vom 14. Februar 2017, mitgeteilt am 21. Februar 2017, er-
kannte der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur wie folgt:

"1. Y._____ und X._____ werden für berechtigt erklärt, getrennt zu leben 
und es wird festgestellt, dass sie seit dem 15. September 2016 (recte: 
2015) getrennt leben. 

2. Die eheliche Wohnung an der _____strasse 35 in O.1_____ wird für 
die Dauer des Getrenntlebens X._____ zur Nutzung zugewiesen.

3.a) Bis am 28. Februar 2017 wird die elterliche Obhut über B._____ 
Y._____ X._____ zugewiesen.

   b) X._____ ist bis am 28. Februar 2017 berechtigt, sein Kind jedes zweite 
Wochenende im Monat von Freitagabend bis Montagmorgen, zu sich 
oder mit sich auf Besuch zu nehmen.

   c) X._____ wird verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Januar 2017 an den Un-
terhalt von Y._____ und B._____ bis zum 28. Februar 2017 monatlich 
insgesamt CHF 1'793.75 (Barunterhalt B._____ CHF 1'204.40; Be-
treuungsunterhalt CHF 21.50; Ehegattenunterhalt CHF 567.85) zuzüg-
lich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbil-

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dungszulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind monatlich im 
Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zu bezahlen. 

4.a) Ab 1. März 2017 bis und mit 31. Juli 2017 wird die elterliche Obhut 
über B._____ X._____ zugewiesen.

   b) Y._____ ist vom 1. März 2017 bis und mit 31. Juli 2017 berechtigt, ihr 
Kind jedes zweite Wochenende im Monat von Freitag, 18.00 Uhr, bis 
Sonntag, 18.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen und 
sie während den Schulferien für 2 Wochen zu sich oder mit sich in die 
Ferien zu nehmen.

   c) X._____ wird verpflichtet Y._____ mit Wirkung ab 1. März bis und mit 
31. Juli 2017 monatlich insgesamt CHF 500 zu bezahlen. Die Unter-
haltsbeiträge sind monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats zu bezahlen. 

5.a) Ab 1. August 2017 wird die elterliche Obhut für die Dauer des Ge-
trenntlebens Y._____ übertragen.

   b) Es ist Y._____ gestattet, den Aufenthaltsort des gemeinsamen Kindes 
B._____ per 1. August 2017 von O.1_____ nach O.2_____ zu verle-
gen.

   c) Y._____ wird ermächtigt, das Kind B._____ per 31. Juli 2017 bei der 
Stadtschule O.1_____ abzumelden und per 1. August 2017 bei der 
Schule in O.2_____ anzumelden.

   d) X._____ ist ab 1. August 2017 berechtigt, sein Kind an drei Wochen-
enden im Monat von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu 
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen und sie während den Schul-
ferien für 5 Wochen pro Jahr zu sich oder mit sich in die Ferien zu 
nehmen.

   e) X._____ wird verpflichtet für die Dauer des Getrenntlebens, mit Wir-
kung ab 1. August 2017 an den Unterhalt von Y._____ und B._____ 
monatlich insgesamt CHF 1'793.75 (Barunterhalt B._____ CHF 
1'204.40; Betreuungsunterhalt CHF 21.50; Ehegattenunterhalt CHF 
567.85) zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kin-
der- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge 
sind monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines Monats zu be-
zahlen.

   f) Der Unterhaltsbeitrag gemäss Ziff. 5e basiert auf dem Landesindex 
der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende 
Januar 2017 von 100,0 Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punk-
te). Sie sind jährlich auf den 1. Januar jedes Jahres, erstmals auf den 
1. Januar 2018, dem Stand des Indexes per Ende November des Vor-
jahres wie folgt anzupassen:

Neuer UB = alter UB x neuer Index
alter Index

   g) Weist X._____ nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfang der 
Teuerung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional 
zur tatsächlichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei unveränder-
tem Einkommen entfällt eine Anpassung. 

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6.a) Es wird für B._____ eine Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft im 
Sinne von Art. 308 ZGB errichtet und die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde Graubünden beauftragt, eine geeignete Person zu er-
nennen. 

   b) Das Mandat umfasst insbesondere die Beratung und Unterstützung 
der Eltern gemäss der Empfehlung im Gutachten des KJP vom 9. Ja-
nuar 2017.

   c) Die in Ziffer 3b, 4b und 5d festgelegten Besuchsrechte gelten für den 
Fall, dass sich die Parteien nicht einvernehmlich unter Berücksichti-
gung der Interessen aller Beteiligten auf ein Besuchsrecht einigen.

   d) Die Modalitäten der Übergabe von B._____ vor und nach dem Besuch 
der Eltern sind in Absprache mit dem Beistand zu regeln.

7. Die superprovisorischen Anträge der Parteien werden abgewiesen.

8. Die Beweisanträge des Gesuchstellers werden abgewiesen.

9.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 7'365.00 (Entscheidgebühr CHF 
1'500.00, Kosten KJP-Gutachten CHF 5'865.00) gehen je hälftig zu 
Lasten von Y._____ und X._____. Die den Parteien auferlegten Ge-
richtskosten gehen - unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO - zu Lasten des 
Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen.

   b) Die Parteien schulden sich gegenseitig keine Parteientschädigung.

   c) Die Y._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 750.00 und die Kos-
ten ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung, lic. iur. Irmgard Caviezel 
(recte: X._____), von CHF 6'229.45 (inkl. Barauslagen und MwSt.) ge-
hen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons 
Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genommen. 

   d) Die X._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 750.00 und die Kos-
ten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung, lic. iur. Adrian Fiechter, 
von CHF 6'282.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) gehen unter Vorbe-
halt von Art. 123 ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden und werden 
auf die Gerichtskasse genommen. 

10. (Rechtsmittelbelehrung).

11. (Mitteilung)."

K. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 6. März 2017 Be-
rufung an das Kantonsgericht von Graubünden erklären. Dabei stellte er das fol-
gende Rechtsbegehren:

"1. Ziff. 4 lit. a des Entscheides des Regionalgerichtes Plessur vom 
14.02.2017 sei dahingehend abzuändern, dass die elterliche Obhut 
über B._____ auch ab 01.08.2017 bis auf weiteres dem Berufungsklä-
ger zugewiesen wird.

Ziffer 4 lit. b des Entscheides des Regionalgerichtes Plessur vom 
14.02.2017 sei dahingehend zu ergänzen, dass der Berufungsbeklag-
ten ab 01.03.2017 bis auf weiteres, also auch ab 01.08.2017 ein um-
fassendes Besuchsrecht gewährt wird und zwar in dem Umfang, dass 
sie B._____ jedes zweite Wochenende im Monat von Freitag, 18.00 

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Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr sowie während den Schulferien für 5 Wo-
chen zu sich zu nehmen oder mit sich in die Ferien nehmen kann. 

2. Ziff. 4 lit. c des Entscheides des Regionalgerichtes Plessur vom 
14.02.2017 sei aufzuheben und gleichzeitig sei die Berufungsbeklagte 
zu verpflichten, an den Berufungskläger für die gemeinsame Tochter 
B._____ einen angemessenen Unterhaltsbeitrag von CHF 900.00 mo-
natlich im Voraus zu bezahlen ab dem 01.03.2017 bis auf weiteres, 
zuzüglich allfälliger Kinderzulagen und gleichzeitig sei jegliche Unter-
haltspflicht des Berufungsklägers gegenüber der Berufungsbeklagten 
betreffend der gemeinsamen Tochter B._____ per 01.03.2017 bis auf 
weiteres aufzuheben. 

Der durch die Berufungsbeklagte geschuldete Unterhaltsbeitrag für 
B._____ sei zu indexieren. 

3. Eventualiter sei B._____ gerichtlich zu befragen über den von ihr ge-
wünschten Lebensmittelpunkt, resp. Wohnsituation.

4. Ziffer 5 lit. a-g des Entscheides des Regionalgerichtes Plessur seien 
vollumfänglich aufzuheben. 

5. Eventualiter sei Ziffer 5 lit. e des Entscheides vom 14.02.2017 des Re-
gionalgericht Plessur dahingehend abzuändern, dass ab 01.08.2017 
der Unterhaltsbetrag für B._____ monatlich CHF 900.00 geschuldet 
sind und weder ein Betreuungs- noch ein Ehegattenunterhalt an die 
Berufungsbeklagte geschuldet ist. 

6. Eventualiter sei ein Zusatzgutachten über die Schul-, Betreuungs- und 
Wohnsituation von B._____ in O.2_____ zu erstellen.

7. Für eine Zusatzbegründung sei eine 7-tägige Nachfrist zu gewähren 
wegen Zustellung des Gerichtsprotokolls per 06.03.2017.

8. Für das Berufungsverfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege derart 
zu gewähren, dass der Berufungskläger von sämtlichen Gerichtskos-
ten und Vorschüssen entbunden wird und dass der unterzeichnende 
Rechtsanwalt als Rechtsbeistand eingesetzt wird.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beru-
fungsbeklagten, resp. zu Lasten des Staates infolge zu bewilligender 
unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsverbeiständung."

L. Mit Schreiben der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 9. März 2017 wurde 
X._____ darauf hingewiesen, dass die unentgeltliche Rechtspflege im Rechtsmit-
telverfahren gemäss Art. 119 Abs. 5 ZPO in einem separaten Gesuch zu beantra-
gen ist. Dieser Aufforderung kam X._____ am 20. März 2017 nach, woraufhin ihm 
mit Verfügung vom 29. März 2017 (ZK1 17 37) die Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege erteilt wurde.

M. Y._____ liess in ihrer Berufungsantwort vom 23. März 2017 die vollumfäng-
liche Abweisung der Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten 
des Berufungsklägers beantragen. Des Weiteren sei mit Bezug auf die Anfechtung 
der Ziffern 5a) bis 5g) des Entscheides des Regionalgerichts Plessur der Berufung 

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die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Gleichzeitig ersuchte auch Y._____ um 
unentgeltliche Rechtspflege, welche ihr mit Verfügung vom 29. März 2017 (ZK1 17 
41) gewährt wurde.

N. Mit Stellungnahme vom 10. April 2017 liess X._____ die vollumfängliche 
Abweisung der Anträge der Berufungsbeklagten in der Berufungsantwort vom 23. 
März 2017 unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Berufungsklagten 
resp. des Staates infolge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege und Rechtsver-
beiständung beantragen. 

O. Mit nachträglichem Kostenentscheid vom 12. April 2017 auferlegte der Ein-
zelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur die Kosten des Gutachters lic. 
phil. G._____ für die Vorbereitung und Teilnahme an der Hauptverhandlung vom 
14. Februar 2017 in Höhe von Fr. 400.-- den Parteien je zur Hälfte, wobei diese 
Kosten aufgrund der beiden Parteien gewährten unentgeltlichen Rechtspflege auf 
die Gerichtskasse genommen wurden. Dieser Entscheid ist zwischenzeitlich in 
Rechtskraft erwachsen.

P. In ihren weiteren Stellungnahmen vom 27. April 2017 respektive 12. Mai 
2017 hielten Y._____ respektive X._____ an ihren bisherigen Anträgen und Aus-
führungen fest.

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen 
im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Entscheide des Einzelrichters am Bezirks- bzw. am Regionalgericht zum 
Schutze der ehelichen Gemeinschaft ergehen im summarischen Verfahren (vgl. 
Art. 271 lit. a ZPO in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes 
zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). Dagegen kann 
gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO an das 
Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden (vgl. Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). 
Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen 
auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a der 
Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). Die 
Berufung ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids 

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schriftlich und begründet einzureichen, wobei der angefochtene Entscheid beizu-
legen ist (Art. 311 ZPO in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO). 

b) In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist eine Berufung nur zulässig, 
wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 
Fr. 10'000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Für das Vorliegen einer vermögens-
rechtlichen Streitsache ist massgebend, ob der Rechtsgrund des streitigen An-
spruchs letzten Endes im Vermögensrecht ruht, das heisst ob mit der Klage letzt-
lich und überwiegend ein wirtschaftlicher Zweck verfolgt wird (BGE 118 II 528 E. 
2c). Liegt ein Fall vor, welcher sowohl vermögensrechtliche als auch nicht vermö-
gensrechtliche Aspekte aufweist, wird eine Interessenabwägung zwischen dem 
finanziellen und dem ideellen Interesse des Klägers vorgenommen und darauf 
abgestellt, welches Interesse überwiegt (BGE 108 II 77 E. 1a; vgl. auch das Urteil 
des Bundesgerichts 5A_205/2008 vom 3. September 2008 E. 2.3). Im konkreten 
Fall umstritten sind die Obhut über die Tochter B._____ und der Ehegatten- und 
Kindesunterhalt, so dass die Angelegenheit insgesamt als nicht vermögensrechtli-
che zu behandeln ist (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 5A_399/2014 vom 
17. Dezember 2014, E. 1.).

c) Der vorliegend angefochtene Entscheid des Einzelrichters am Regionalge-
richt Plessur vom 14. Februar 2017 wurde den Parteien am 21. Februar 2017 mit-
geteilt und ging dem Berufungskläger am 22. Februar 2017 zu. Die dagegen am 6. 
März 2017 erhobene Berufung erfolgte - unter Berücksichtigung von Art. 142 
Abs. 3 ZPO - somit fristgerecht und entspricht im Übrigen den Formerfordernissen, 
weshalb darauf einzutreten ist.

2. Für Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft ist unter Vorbe-
halt von Art. 272 ZPO und Art. 273 ZPO das summarische Verfahren anwendbar 
(Art. 271 lit. a ZPO, Art. 276 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 271 lit. a ZPO). 
Nach Art. 272 ZPO stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Zur 
Anwendung gelangt damit grundsätzlich der sogenannte beschränkte oder soziale 
Untersuchungsgrundsatz (Thomas Sutter-Somm/Yannick Sean Hostettler, in Sut-
ter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 11 f. u. N 14 zu Art. 272 
ZPO). Soweit im Eheschutzverfahren Kinderbelange zu regeln sind, gilt gemäss 
Art. 296 Abs. 1 ZPO allerdings der uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz, 
wonach das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht. Die Untersu-
chungsmaxime verpflichtet das Gericht, von sich aus alle Elemente in Betracht zu 
ziehen, die entscheidwesentlich sind, und unabhängig von den Anträgen der Par-

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teien Beweise zu erheben. Diese Pflicht ist indes nicht ohne Grenzen und entbin-
det die Parteien nicht von einer aktiven Mitwirkung am Verfahren und von ihrer 
Behauptungs- und Substantiierungslast. Es bleibt Aufgabe der Ehegatten, dem 
Gericht das in Betracht kommende Tatsachenmaterial zu unterbreiten, die Be-
weismittel zu bezeichnen und die für die Ermittlung des Sachverhalts notwendigen 
Beweise im Rahmen des Zumutbaren beizubringen. In Kinderbelangen ist nach 
Art. 296 Abs. 3 ZPO sodann die Offizialmaxime anwendbar, nach der das Gericht 
ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. Die Untersuchungs- und Offizial-
maxime gelangt in allen familienrechtlichen Verfahren und in allen Verfahrenssta-
dien, mithin auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren, als allgemeiner Grundsatz 
zur Anwendung (BGE 137 III 617 E. 4.5.2; BGE 128 III 411 E. 3.2.1 = Pra 2003 Nr. 
5; Urteil des Bundesgerichts 5A_152/2013 vom 16. Oktober 2013 E. 3.2.1; Rolf 
Vetterli, in: Schwenzer [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Aufla-
ge, Bern 2011, N. 4 f. Anh. ZPO Art. 272; Jonas Schweighauser, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N. 3 u. N. 5 zu Art. 296 ZPO; 
Jann Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. Auflage, Bern 2014, N. 1.03 
mit weiteren Hinweisen).

3. Hauptstreitpunkt unter den Parteien bildet die Frage nach der Obhutszutei-
lung über die gemeinsame Tochter B._____. In diesem Zusammenhang beantragt 
der Berufungskläger eventualiter - das heisst für den Fall, dass die Rechtsmittel-
instanz eine erneute Obhutsumteilung ab 1. August 2017 in Erwägung ziehen soll-
te - die gerichtliche Befragung des Kindes über den von ihr gewünschten Lebens-
mittelpunkt respektive ihre Wohnsituation. Da jedoch die Frage, ob es einer zu-
sätzlichen Befragung des Kindes bedarf und das Verfahren überhaupt spruchreif 
ist, von zentraler Bedeutung ist, ist dieser Beweisantrag - wie auch die nachfol-
genden - vorgängig und losgelöst von der Frage, unter wessen Obhut das Kind 
schliesslich gestellt wird, zu behandeln.

a) Gemäss Art. 298 Abs. 1 ZPO sind Kinder durch den Eheschutzrichter oder 
eine von ihm beauftragte Person in geeigneter Weise persönlich anzuhören, so-
fern ihr Alter oder andere wichtige Gründe nicht dagegen sprechen. Durch die 
Kindesanhörung soll das Gericht einerseits ein für seinen Entscheid wesentliches 
Erkenntnismittel erhalten, andererseits soll dem Kind gezeigt werden, dass seine 
Wünsche und Bedürfnisse ernst genommen werden und in die Entscheidfindung 
miteinfliessen werden (Jonas Schweighauser in: Sutter-Somm/Hasenböhler/-
Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, 
Zürich/Basel/Genf 2016, N. 11 f. zu Art. 298). Von wiederholten Anhörungen ist 

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abzusehen, wo dies für das Kind eine unzumutbare Belastung bedeuten würde, 
was namentlich bei akuten Loyalitätskonflikten der Fall sein kann, und überdies 
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären oder der erhoffte Nutzen in keinem 
vernünftigen Verhältnis zu der durch die erneute Befragung verursachten Belas-
tung stünde. Um eine solche Anhörung um der Anhörung willen zu vermeiden, 
besteht daher die Pflicht, ein Kind anzuhören, in der Regel nur einmal im Verfah-
ren. Ein Verzicht auf eine erneute Anhörung setzt allerdings voraus, dass das Kind 
von einer unabhängigen und qualifizierten Fachperson zu den entscheidrelevan-
ten Punkten befragt worden und das Ergebnis der Anhörung noch aktuell ist (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_724/2015 vom 2. Juni 2016, E. 4.3 mit Verweis auf 
BGE 133 III 553 E. 4 und zahlreichen weiteren Hinweisen).

b) Im konkreten Fall gilt es zunächst festzustellen, dass die Tochter B._____ 
durch den Gutachter bereits befragt wurde. Dass es sich bei lic. phil. G._____, 
Leitender Psychologe Forensik, kjp Graubünden, um eine unabhängige und quali-
fizierte Fachperson handelt, kann nicht bezweifelt werden und wurde auch nicht 
vorgebracht. Er hat das Mädchen zudem mehrfach zu den entscheidrelevanten 
Punkten – insbesondere auch zu ihren Wünschen betreffend die künftige Wohnsi-
tuation und zu einem allfälligen Umzug nach O.2_____ – befragt und die An-
hörung bzw. deren Ergebnis kann immer noch als aktuell bezeichnet werden. Das 
Gutachten erweist sich als ausführlich, frei von Widersprüchen, es bezieht alle 
wesentlichen Aspekte mit ein und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Es 
basiert auf einer fundierten Grundlage, namentlich auf ausführlichen Befragungen 
der Eltern, Interaktionsbefragungen der Tochter und jeweils einem Elternteil sowie 
verschiedenen Telefonaten mit Lehr- und Betreuungspersonen von B._____ (vgl. 
Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 3). Die Pflicht zur An-
hörung des Kindes ist vorliegend nach dem Gesagten durch die erfolgte Anord-
nung eines Gutachtens bereits erfüllt worden. Von einer weiteren Anhörung durch 
das urteilende Gericht wäre jedoch hinsichtlich der Frage, ob B._____ lieber beim 
Vater oder bei der Mutter wohnen möchte, keine verwertbaren neuen Ergebnisse 
zu erwarten. Der Gutachter hielt diesbezüglich fest, dass ihre Angaben, bei wel-
chem Elternteil sie zukünftig wohnen möchte und wo sich ihr Lebensmittelpunkt 
befinden solle, über die verschiedenen Befragungen hinweg ambivalent seien. In 
ihrem Entwicklungsalter verfüge sie noch nicht über die kognitiven Fähigkeiten, die 
für diese Entscheidung notwendigen Informationen entsprechend zu verarbeiten, 
gewichten und abwägen zu können. Ausserdem würden die anhaltenden zwi-
schenelterlichen Konflikte um Themen, die sie betreffen würden, bei ihr zu Sym-
ptomen psychischer Belastung im Sinne eines Loyalitätskonflikts führen (vgl. Gut-

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achten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 44). In dieser speziellen Situa-
tion und unter diesen Voraussetzungen erscheint eine neuerliche Befragung durch 
das Gericht als nicht zweckmässig und würde eine zusätzliche, unzumutbare Be-
lastung für B._____ bedeuten. Der entsprechende Beweisantrag ist demzufolge 
aus Rücksicht auf das Kindeswohl abzuweisen. Ausserdem ist nach dem Gesag-
ten festzustellen, dass die Vorinstanz durch die Ablehnung einer neuerlichen An-
hörung entgegen der Auffassung des Berufungsklägers keine formelle Rechtsver-
weigerung begangen hat.

4. Des Weiteren beantragt der Berufungskläger die Einholung eines Zusatz-
gutachtens über die Schul-, Betreuungs- und Wohnsituation von B._____ in 
O.2_____. Auch dieser Beweisantrag ist aus den nachfolgend dargelegten Grün-
den abzuweisen. 

a) Zunächst bringt der Berufungskläger vor, das durch die Vorinstanz in Auf-
trag gegebene Gutachten vom 9. Januar 2017 von lic. phil. G._____ sei wider-
sprüchlich und unvollständig. Er spreche der Berufungsbeklagten tatsachenwidrig 
eine höhere Bindungstoleranz zu. Konkret solle die Berufungsbeklagte eine höhe-
re Bereitschaft haben, B._____s Beziehung zu ihrem Vater und damit den persön-
lichen Verkehr zu fördern. Diese Aussage treffe offensichtlich in keiner Art und 
Weise zu. Tatsächlich habe die Berufungsbeklagte das Gegenteil bewiesen, in-
dem sie nämlich von O.1_____ wegziehe und somit den persönlichen Verkehr 
zwischen der Tochter und dem Vater offensichtlich erschwere und damit neue 
Fakten schaffe, wonach eine alternierende Betreuung nicht mehr möglich sei. 

aa) Mit Bindungstoleranz wird die Fähigkeit und Bereitschaft eines Elternteils 
bezeichnet, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten und insbe-
sondere die Beziehung zum andern Elternteil zuzulassen und aktiv zu fördern (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 5A_848/2014 vom 4. Mai 2015, E. 2.1.1.). Der Gutach-
ter gelangte mit Bezug auf X._____ zum Ergebnis, dass dieser wohl vollumfäng-
lich erziehungsfähig sei, in seiner Bindungstoleranz gegenüber der Beziehung von 
B._____ zu ihrer Mutter jedoch als eingeschränkt beurteilt werde (vgl. Gutachten 
der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 47). X._____ stelle die Fähigkeiten 
der Kindsmutter im Umgang mit B._____ zum Teil indirekt in Frage. Er gebe zu 
verschiedenen Befragungszeitpunkten zu bedenken, ob B._____ bei ihrer Mutter 
dem Kindeswohl entsprechend betreut werde. Dabei werde einerseits seine Sorge 
um B._____ deutlich, andererseits seine ablehnende Haltung und Verunsicherung 
der Drittbetreuungspersonen bei Y._____ (vgl. Gutachten der kjp Graubünden 
vom 9. Januar 2017, S. 42). Diese Haltung zeigte sich zum einen in den gutachter-

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lichen Befragungen, wo der Berufungskläger beispielsweise aussagte, dass wenn 
die "Leute von O.2_____" zusammen seien, die Kindsmutter, ihre Schwester und 
die Grossmutter mütterlicherseits, dann seien sie untereinander und würden die 
Kinder nicht mehr so im Auge behalten. B._____ würde da gefährdet sein. Er kön-
ne sich auch vorstellen, dass die Sicherheit gefährdet wäre (vgl. Gutachten der kjp 
Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 32). Zum anderen widerspiegelte sich diese 
Haltung - wie dem Protokoll vom 14. Februar 2017 entnommen werden kann - 
auch anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Regionalgericht Plessur und findet 
sich ebenfalls in der Berufungsschrift wieder. So wird immer wieder auf den kultu-
rellen Hintergrund der Kindsmutter verwiesen. In der Stellungnahme vom 10. April 
2017 (act. A.3 S. 5) ist gar von einer "schwerwiegenden Kindeswohlgefährdung" 
bei einer Obhutszuteilung an die Kindsmutter die Rede. Insofern erscheint es nicht 
abwegig, dass der Gutachter bei X._____ eine eingeschränkte Bindungstoleranz 
feststellte. 

ab) Der Berufungskläger erachtet das Gutachten für tatsachenwidrig, weil der 
Berufungsbeklagten eine höhere Bindungstoleranz zugesprochen wurde. Vielmehr 
habe die Berufungsbeklagte mangelnde Bindungstoleranz gezeigt, indem sie mit 
ihrem Umzug eine alternierende Obhut verunmöglicht habe. Diesbezüglich ist auf 
die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu diesem Thema zu verweisen. So hat 
das Bundesgericht dazu festgehalten, dass die alternierende Obhut grundsätzlich 
nur in Betracht kommt, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Die Erziehungs-
fähigkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer alternie-
renden Obhut. Unterstellt der Berufungskläger der Kindsmutter eine "schwerwie-
gende Kindswohlgefährdung", stellt er damit deren Erziehungsfähigkeit in Frage 
und die richterliche Anordnung einer alternierenden Obhut wäre schon aus diesem 
Grund ausgeschlossen. Weiter ist dieses Betreuungsmodell praktisch nur umsetz-
bar, wenn Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen laufend miteinander zu 
kommunizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatorischen Vorkeh-
rungen zu kooperieren. Unter diesem Aspekt ist von einer alternierenden Obhut 
abzusehen, wenn das Verhältnis unter den Eltern hinsichtlich anderer Kinderbe-
lange von einer Feindseligkeit gezeichnet ist, die annehmen lässt, eine alternie-
rende Obhut würde das Kind dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise aus-
setzen, die seinen Interessen offensichtlich zuwider läuft (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 5A_72/2016 vom 2. November 2016, E. 3.3.2.). Diese Kommunikations- 
und Kooperationsfähigkeit wurde vom Gutachter bei beiden Parteien als einge-
schränkt beurteilt (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 45). 
Dass diese nicht erst mit dem Umzug der Kindsmutter nach O.2_____ weggefal-

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len ist, zeigt sich daran, dass X._____ bereits anlässlich der ersten Befragung 
vom 27. Juni 2016 ausgesagt hat, er könne auch heute kaum ein Telefonat mit 
Y._____ führen, in dem sie nicht zu schreien beginne. Auch anlässlich der vorin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 14. Februar 2017 bestätigte der Gutachter, die 
Voraussetzung, dass die Eltern gelassen und in normalem Ton diskutieren könn-
ten, sei nicht gegeben. Dieser Bereich sei von Anfang an defizitär gewesen (vgl. 
Protokoll vom 14. Februar 2017, S. 6). Aus diesem Grund empfahl er auch die 
Einsetzung einer Erziehungs- und Besuchsrechtsbeistandschaft mit dem Auftrag, 
die Eltern in ihrer Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit bezüglich ihrer ge-
meinsamen Tochter zu unterstützen (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 
9. Januar 2017, S. 48), was von der Vorinstanz sodann auch umgesetzt wurde 
(vgl. Ziff. 6.a-d des Dispositivs des angefochtenen Urteils). Die richterliche Anord-
nung einer alternierenden Obhut wäre unter diesen konkreten Umständen somit 
auch ohne Umzug der Kindsmutter kaum in Betracht gekommen. Insofern kann ihr 
dadurch auch keine eingeschränkte Bindungstoleranz angelastet werden. Das 
Gutachten erweist sich somit auch in diesem Punkt nicht als tatsachenwidrig oder 
widersprüchlich. 

b) Was die Schulsituation anbelangt, kann davon ausgegangen werden, dass 
das Förderungsangebot in O.2_____ mit demjenigen in O.1_____ vergleichbar ist, 
zumal es sich bei O.2_____ nicht um eine abgelegene Kleinstgemeinde, sondern 
ebenfalls um eine Stadt mit mehreren Schulhäusern handelt. Wie die Berufungs-
beklagte zutreffend ausführt, bietet O.2_____ im Gegensatz zu O.1_____ neben 
Regelklassen auch Kleinklassen mit 10 bis 15 Schülerinnen und Schülern an (vgl. 
hierzu auch Art. 8 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 lit. c des Volksschulgesetzes des Kan-
tons St. Gallen; act. C.5). Dies vor allem auch im Schulhaus H._____, in welchem 
gemäss Aussage der Berufungsbeklagten die Einschulung erfolgen würde und 
welches sich auch in der Nähe der Wohnung der Kindsmutter befindet und somit 
von B._____ zu Fuss erreichbar sein würde. Es erübrigt sich daher, weitere Ab-
klärungen bezüglich des schulischen Angebots in Auftrag zu geben. 

c) Die Betreuungssituation von B._____ in O.2_____ bedarf ebenfalls keiner 
weiteren Abklärungen. Zum einen steht gemäss Aussage von Y._____ im Rah-
men der richterlichen Befragung anlässlich der Hauptverhandlung vom 14. Febru-
ar 2017 deren persönliche Betreuung von B._____ im Vordergrund. So führte sie 
insbesondere aus, dass sie neu 60 bis 70 Prozent im Outlet in O.3_____ arbeite. 
Diese seien auf 3.5 Tage mit insgesamt maximal 32 Arbeitsstunden verteilt. Sie 
würde Samstag, Sonntag, unter Umständen auch Freitag arbeiten (vgl. Protokoll 
vom 14. Februar 2017, S. 6), wobei sie gemäss eigenen Ausführungen für drei 

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Sonntage pro Monat eine Zeitgutschrift von neun Stunden erhält (vgl. act. A.2, S. 
6). Was die Betreuung durch Drittpersonen betrifft, führte Y._____ bereits bei der 
Befragung durch den Gutachter vom 8. Dezember 2016 (vgl. Gutachten der kjp 
Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 29) aus, dass einerseits die Grossmutter 
mütterlicherseits wie auch Frau I._____, eine Freundin der Familie, gerne bei der 
Betreuung von B._____ mithelfen würden. Über die Grossmutter mütterlicherseits 
sagte B._____ anlässlich der Befragung vom 14. Dezember 2016 selber aus, sie 
verstehe sich mit ihr sehr gut (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 
2017, S. 34). Der Gutachter gelangte zum Ergebnis, dass sich im Rahmen der 
gutachterlichen Abklärungen keine massgeblichen Hinweise für die Bedenken von 
X._____ ergeben hätten, die Grossmutter mütterlicherseits sei - zum einen auf-
grund ihrer gesundheitlichen Schwierigkeiten, zum anderen wegen einer angeblich 
angespannten Familiensituation - nicht in der Lage, die ihr zugedachten Aufgaben 
übernehmen zu können (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, 
S. 44). Auch wenn das entsprechende Gespräch, wie sich anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung ergab (vgl. Protokoll vom 14. Februar 2017, S. 5 
und 8), nicht von ihm selbst geführt worden ist, kann seine Auffassung geteilt wer-
den, dass die Gespräche dadurch nicht an Aussagekraft eingebüsst haben. Gibt 
es keine Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung, ist auf zeitintensive oder weit-
läufige Beweismassnahmen, wie beispielsweise die Besichtigung der Wohnsitua-
tion bei betreuenden Drittpersonen zu verzichten, zumal es sich beim Eheschutz-
verfahren um ein summarisches Verfahren handelt und im Gegensatz zur Ehe-
scheidung nicht eine definitive und dauerhafte Lösung im Vordergrund steht. Die 
Untersuchungsmaxime allein gibt keinen allgemeinen Anspruch auf Einholung ei-
nes Gutachtens. Ob der Eheschutzrichter dennoch eine Abklärung oder Begutach-
tung anordnen will, liegt schliesslich - wie alle Beweismassnahmen - in seinem 
pflichtgemässen Ermessen (vgl. Six, a.a.O., N. 2.08 mit Hinweis auf das Urteil des 
Bundesgerichts 5A_905/2011 vom 28. März 2012 E. 2.5). Eine Überschreitung 
dieses Ermessens lässt sich vorliegend nicht erkennen. 

d) Gleiches hat für den Antrag auf Einholung eines Gutachtens zur Wohnsitua-
tion zu gelten. Bereits anlässlich der gutachterlichen Befragung vom 8. Dezember 
2016 führte Y._____ aus, sie habe eine 4.5-Zimmerwohnung in der _____strasse 
7 in O.2_____ gemietet. Es sei eine kinderfreundliche Umgebung, ein geschlos-
senes Quartier mit einem kleinen Fussweg und einem Bach. Es habe auch einen 
Spielplatz. Die Schulen seien gut erreichbar. Insofern ergeben sich keine Hinwei-
se, dass die Wohnsituation in O.2_____ für B._____ nicht geeignet sein soll. Zu 
diesem Ergebnis gelangte auch der Gutachter (vgl. Gutachten der kjp Graubünden 

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vom 9. Januar 2017, S. 42). Der Berufungskläger macht in diesem Zusammen-
hang zudem geltend, Y._____ habe nur deswegen eine 4.5-Zimmerwohnung ge-
mietet, weil sie mit ihrem neuen Freund und dessen Kind zusammenziehen möch-
te. Zum einen wurde dieser Vorwurf von Seiten der Berufungsbeklagten sowohl 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (vgl. Protokoll vom 14. Februar 
2017, S. 6) wie auch in ihrer Berufungsantwort (act. A.2 S. 11 f.) bestritten. Zum 
anderen führte der Gutachter zu dieser Frage aus, dass dieser Umstand nicht per 
se ungünstig wäre. Je nachdem, wie die Person mit B._____ sei, könne dies auch 
positiv sein (vgl. Protokoll vom 14. Februar 2017, S. 5). Für die vorliegende Ob-
hutszuteilung ist dieser Punkt jedenfalls nicht entscheidrelevant, weshalb auch 
keine weiteren Abklärungen dazu getätigt werden müssen.

5. Haben die Ehegatten unmündige Kinder, so hat der Richter im Eheschutz-
verfahren von Amtes wegen über die Zuteilung der Obhut, das Besuchsrecht und 
die Kinderunterhaltsbeiträge zu entscheiden (Art. 176 Abs. 3 ZGB). Für die Zutei-
lung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzlich die gleichen Kriterien wie 
im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung hat das Wohl des Kindes Vorrang 
vor allen anderen Überlegungen, insbesondere vor den Wünschen der Eltern. 
Vorab muss die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Ist diese bei beiden 
Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflichtige Kinder 
demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und dazu bereit ist, sie 
persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Voraussetzung ungefähr in 
gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Verhältnisse aus-
schlaggebend sein. Schliesslich ist - je nach Alter der Kinder - ihrem eindeutigen 
Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien lassen sich die weiteren Gesichts-
punkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in 
Kinderbelangen zusammenzuarbeiten oder die Forderung, dass eine Zuteilung der 
Obhut von einer persönlichen Bindung und echter Zuneigung getragen sein sollte. 
Das Kriterium der zeitlichen Verfügbarkeit und damit die Möglichkeit der persönli-
chen Betreuung kann hinter das Kriterium der Stabilität der örtlichen und fami-
liären Verhältnisse zurücktreten, soweit die Eltern ungefähr gleiche erzieherische 
Fähigkeiten haben (vgl. BGE 136 I 178 E. 5.3.; BGE 115 II 206 E. 4a; zuletzt Urteil 
des Bundesgerichts 5A_474/2016 vom 27. Oktober 2016 E. 4.3.2.). In allen Fällen 
ist unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände diejenige Lösung zu treffen, wel-
che die für eine harmonische Entfaltung des Kindes in körperlicher, seelischer und 
geistiger Hinsicht notwendige Stabilität der Verhältnisse gewährleistet. Das Bun-
desgericht belässt nach ständiger Praxis dem kantonalen Sachrichter einen gros-
sen Ermessenspielraum, in welchen es nur eingreift, wenn die Vorinstanz bei ihrer 

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Entscheidung Umstände berücksichtigt hat, die nach dem Sinn des Gesetzes kei-
ne Rollen spielen dürfen, oder wenn sie wesentliche Gesichtspunkte ausser Acht 
gelassen hat (vgl. BGE 115 II 317 E. 2 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Auch 
eine Rechtsmittelbehörde, der volle Kognition zusteht, soll in Gewichtungsfragen 
den Beurteilungsspielraum der Vorinstanz respektieren. Sie muss zwar eine fal-
sche Entscheidung korrigieren, darf aber die Wahl unter mehreren sachgerechten 
Lösungen der Vorinstanz überlassen. Die Praxis hat denn auch anerkannt, dass 
eine zurückhaltende Überprüfung insbesondere dann geboten sein kann, wenn 
örtliche und persönliche Verhältnisse zu beurteilen sind, die die Erstinstanz auf-
grund ihrer Nähe zur Sache in der Regel besser kennt und überblickt (vgl. zum 
Ganzen Six, a.a.O., N. 1.47h mit Verweis auf BGE 136 I 184 E. 2.2.1.). Nachfol-
gend ist auf die einzelnen Zuteilungskriterien respektive die diesbezüglichen Rü-
gen in der Berufung des Kindsvaters näher einzugehen. 

6. Der erstinstanzliche Richter wies die Obhut über die Tochter B._____ für 
die Zeit bis zum Ende des Schuljahrs dem Kindsvater und ab dem 1. August 2017 
für die Dauer des Getrenntlebens der Kindsmutter zu. Dabei stützte er sich auf 
das Gutachten der kjp, wonach zwar beide Eltern vollumfänglich erziehungsfähig 
und gewillt seien, die persönliche Betreuung von B._____ zu übernehmen, jedoch 
der Kindsvater etwas weniger bindungstolerant sei. Da die Kindsmutter vorwie-
gend am Wochenende und freitags arbeite, könne sie unter der Woche B._____ 
persönlich betreuen, was dem Kindsvater durch seine 100% Stelle nicht möglich 
sei. Deshalb müsse B._____ auf lange Sicht unter der Obhut der Mutter stehen. 

a) Der Berufungskläger äussert zunächst seine Bedenken, B._____ aus einem 
funktionierenden schulischen Umfeld zu reissen. Sie sei ein äussert sensibles 
Kind und reagiere stark auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Mit der Umteilung 
der Obhut würde B._____ aufgrund der neuen Klasse und neuen Lehrpersonen 
schulisch stark unter Druck gesetzt werden. Bereits jetzt sei sie auf enge Betreu-
ung und Förderung angewiesen und erhalte diese bestens. Es sei nicht geklärt, ob 
eine solche enge Betreuung auch in O.2_____ möglich sein werde. 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Befürchtungen des Berufungsklägers 
bezüglich des schulischen Förderungsangebots in O.2_____ - wie eingangs be-
reits dargelegt wurde - unbegründet sind. Von grösserer Relevanz erscheint da-
gegen sein Einwand, ein Herausreissen von B._____ aus dem funktionierenden 
schulischen Betreuungskonzept würde eine zusätzliche Belastung für sie darstel-
len. Tatsächlich ist ein Schulwechsel für ein Kind häufig mit Ängsten verbunden 
und daher nicht leichtfertig in Kauf zu nehmen. So gelangte denn auch der Gut-

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achter zum Ergebnis, dass die Möglichkeit zur Aufrechterhaltung der Kontinuität 
der Lebensbedingungen mit Schulbesuch und persönlichen Beziehungen ausser-
halb der Kernfamilie für die Zusprechung der Obhut an X._____ sprechen würden 
(vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 45). Gleichzeitig be-
tonte der Gutachter jedoch auch, dass B._____ nach seiner Einschätzung in der 
Lage wäre, den Wechsel zu bewältigen (vgl. Protokoll vom 14. Februar 2017, S. 
4). Gemäss Aussagen der Klassenlehrperson kommt B._____ mit ihrer liebens-
werten Art bei anderen Kindern gut an (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 
9. Januar 2017, S. 8), was auch vom Schulsozialarbeiter bestätigt wird (vgl. Gut-
achten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 11). Dies dürfte den Eintritt in 
eine neue Klasse sicherlich erleichtern. Kommt hinzu, dass ihr mit dem Übertritt in 
die 3. Klasse auch in O.1_____ ein Wechsel der Lehrperson bevorstehen würde. 
In jedem Falle entscheidend ist, dass B._____ durch beide Elternteile Unterstüt-
zung und Zuspruch erhält. Unter dieser Voraussetzung sollte auch ein Schulwech-
sel für sie ohne grössere Probleme zu meistern sein. Damit kann festgehalten 
werden, dass das schulische Umfeld für B._____ in O.1_____ sehr gut gepasst 
hat. Es kann jedoch auch davon ausgegangen werden, dass an der Primarschule 
in O.2_____ ein ebenbürtiges Betreuungskonzept geschaffen werden kann und 
ein Schulwechsel auch mit Blick auf das Kindeswohl vertretbar ist. Somit ist 
grundsätzlich bei beiden Elternteilen gewährleistet, dass B._____ schulisch opti-
mal gefördert wird. Insofern erscheint eine Obhutszuteilung unter dem Aspekt der 
schulischen Situation an beide Elternteile gleichermassen gerechtfertigt. 

b) Im Weiteren beanstandet der Berufungskläger, die Vorinstanz habe hin-
sichtlich der Betreuungssituation bei der Kindsmutter auf tatsachenwidrige Aussa-
gen abgestellt. So gehe aus dem durch die Berufungsbeklagte mit Verspätung ins 
Recht gelegten Arbeitsvertrag nicht mit Sicherheit hervor, wie viele Stellenprozen-
te dieselbe arbeitstätig sei. Der Arbeitsvertrag enthalte keinerlei Zusicherungen 
oder Angaben über die behauptete Wochenendarbeit. Es sei davon auszugehen, 
dass die Berufungsbeklagte tatsächlich viel mehr arbeiten müsse, als sie anläss-
lich der mündlichen Verhandlung angegeben habe. Hinzu komme der Zeitverlust 
von rund 2 Stunden für den Arbeitsweg. Unter Berücksichtigung des SBB-
Fahrplans sei die Berufungsbeklagte frühestens um 20:30 Uhr wieder zu Hause, 
also zu einer Zeit, wo B._____ bereits ins Bett gehen müsse, sodass Hausaufga-
ben mit derselben nicht mehr erledigt werden könnten. Die Zeitbeanspruchung 
beider Parteien im Berufsleben sei identisch. Trotzdem bemühe er sich um eine 
Reduktion seines Arbeitspensums, wobei er bereits mit einer 100% Anstellung 
zeitlich mehr für die Tochter zur Verfügung stehe als die Berufungsbeklagte. Aus-

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serdem könne die Kindsmutter B._____ bei den Schulaufgaben nicht in ausrei-
chendem Rahmen helfen. 

Auch bezüglich der Betreuungssituation ist zunächst darauf hinzuweisen, dass 
diese vom Gutachter sowohl beim Kindsvater als auch bei der Kindsmutter als 
geeignet beurteilt wurde. Zu X._____ führte er aus, für ihn sei seine Tochter 
B._____ von besonderer Bedeutung. Er möchte viel Zeit mit ihr verbringen und an 
ihrer Entwicklung teilhaben. Er zeige eine grosse zeitliche Stabilität bezüglich sei-
ner Arbeit und seines Lebensmittelpunktes in O.1_____ auf (vgl. Gutachten der 
kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 39). Zwar arbeitet X._____ aktuell in ei-
nem 100%-Pensum, jedoch wird er bei der Betreuung von B._____ durch seine 
Mutter unterstützt, zu welcher das Kind eine sehr liebevolle und enge Bindung hat. 
Diese Hilfe ermöglicht ihm, über Mittag nach Hause zu kommen und zusammen 
mit B._____ und seiner Mutter das Mittagessen einzunehmen. Bei Frühschicht 
verbringt er auch den Abend mit seiner Tochter und kann bei der Erledigung der 
Hausaufgaben behilflich sein. Ausserdem hat er gemäss eigenen Aussagen je-
weils am Dienstag frei. Es ist somit offensichtlich, dass B._____ bei ihm gut be-
treut würde. Gleiches hat jedoch gemäss Gutachten auch für die Kindsmutter zu 
gelten. Dieser ist gemäss Ausführungen des Gutachters B._____ und deren 
Wohlergehen von grosser Bedeutung. Dafür sei sie bereit, einiges auf sich zu 
nehmen und richte ihre Lebensgestaltung dementsprechend aus. Sie versuche mit 
ihrem neuen Arbeitgeber möglichst Arbeitszeiten auszuhandeln, die ihr viel Be-
treuungszeit mit B._____ ermöglichen würden (vgl. Gutachten der kjp Graubünden 
vom 9. Januar 2017, S. 40). Dass sie bis anhin ihr Arbeitspensum von 32 Stunden 
(vgl. act. B.5) grösstenteils unter der Woche absolviert hat, ist insoweit nachvoll-
ziehbar, weil ihr mit dem vorinstanzlichen Urteil ein Besuchsrecht von zwei Wo-
chenenden im Monat eingeräumt wurde (vgl. Ziff. 4.b des Dispositivs des ange-
fochtenen Urteils). Mit der Obhutszuteilung beabsichtigt sie, an jeweils drei Wo-
chenenden pro Monat, wenn B._____ bei ihrem Vater ist, zu arbeiten, so dass sie 
unter der Woche grösstenteils selbst die Betreuung ihrer Tochter übernehmen 
kann. Auch an Tagen, an denen sie arbeiten muss, dürfte sie entgegen den Be-
hauptungen des Berufungsklägers nicht später zu Hause sein als er während der 
Spätschicht. Wie sich den Akten entnehmen lässt, arbeitet Y._____ im Outlet in 
O.3_____. Dieses befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Die Züge 
nach O.2_____ verkehren im Halbstundentakt, wobei die Fahrzeit - von wenigen 
Ausnahmen abgesehen - rund 23 Minuten beträgt. Der Arbeitsweg dürfte damit 
wesentlich kürzer ausfallen, als vom Berufungskläger dargelegt. Ausserdem erhält 
die Berufungsbeklagte - gleichermassen wie der Kindsvater - von ihrer Mutter Un-

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terstützung, welche die Betreuung von B._____ übernimmt, wenn die Berufungs-
beklagte bei der Arbeit ist. Auch mit der Grossmutter mütterlicherseits pflegt 
B._____ gemäss eigenen Aussagen ein inniges Verhältnis. Dass die Kindsmutter 
ausserdem Schwierigkeiten haben soll, ihrer Tochter bei den Hausaufgaben zu 
helfen, ergibt sich aus dem Gutachten nicht. So sagte insbesondere die Lehrper-
son von B._____ aus, Y._____ sei sehr bemüht darum, dass B._____ ihre Haus-
aufgaben mache und ihre Schulsachen dabei habe. Sie arbeite auch zusätzlich 
mit B._____ und repetiere spielerisch den Schulstoff (vgl. Gutachten der kjp 
Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 9). Auch der Gutachter selbst hielt fest, dass 
Y._____ fliessend Dialekt spreche und sich gewählt ausdrücke (vgl. Gutachten der 
kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 35). Zudem schloss sie, wie aus dem 
Gutachten hervorgeht, eine zweijährige Anlehre als Coiffeuse ab, weshalb davon 
ausgegangen werden kann, dass sowohl ihre Deutschkenntnisse wie auch ihre 
Allgemeinbildung ohne weiteres ausreichen, um B._____ bei den Hausaufgaben 
unterstützen zu können. Zusammenfassend ist auch in diesem Punkt festzuhalten, 
dass eine Obhutszuteilung an beide Elternteile gleichermassen gerechtfertigt wä-
re. 

c) Bleibt schliesslich noch der Kindeswille zu prüfen. Der Berufungskläger 
macht in diesem Zusammenhang geltend, B._____ habe mehrmals unmissver-
ständlich gegenüber den Parteien sowie dem Gutachter ihren ausdrücklichen 
Wunsch kundgetan, nach dem Umzug der Berufungsbeklagten beim Vater in 
O.1_____ bleiben zu wollen. Zwar sei B._____ erst 8 ½ Jahre alt, jedoch sei 
gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts dem Wunsch des Kindes Beachtung 
zu schenken, und zwar selbst wenn es bezüglich der Frage der Betreuungsrege-
lung noch nicht urteilsfähig sei. 

ca) Wie bereits ausgeführt wurde, sind bei der Frage der Obhutszuteilung ver-
schiedene Kriterien massgebend. Darunter ist - wie der Berufungskläger zutref-
fend ausführt - auch dem Wunsch des Kindes Beachtung zu schenken. Der Rich-
ter, der den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht (Art. 296 Abs. 1 ZPO bzw. 
Art. 314 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 446 ZGB), hat dabei jedoch im konkreten 
Fall zu entscheiden, ob und gegebenenfalls in welcher Hinsicht Hilfe von Sachver-
ständigen erforderlich ist, um die Aussagen des Kindes zu interpretieren, insbe-
sondere um erkennen zu können, ob diese seinem wirklichen Wunsch entspre-
chen (vgl. BGE 142 III 612, E. 4.3.). Gerade jüngere Kinder sind von der Auswahl-
frage, bei welchem Elternteil sie künftig leben möchten, in der Regel überfordert: 
Erstens wünschen sich die Kinder meistens, dass ihre Eltern zusammen blieben, 
zweitens wollen sie sich gar nicht entscheiden, weil sie an beiden hängen, und 

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drittens wären sie dazu auch kaum fähig, weil sie sich ein Leben beim einen oder 
andern allein schwer vorstellen können (vgl. Rolf Vetterli, FamKomm Scheidung, 
Band I, Bern 2011, N. 3 zu Art. 176). Sie sind häufig einem Loyalitätskonflikt aus-
gesetzt und dadurch in ihrer Willensbildung beeinträchtigt. 

cb) Im konkreten Fall geht der Gutachter von einem solchen Loyalitätskonflikt 
bei B._____ aus. So führt er in seinem Gutachten aus, in den verschiedenen Be-
fragungen sei bei B._____ der Wunsch deutlich geworden, zu beiden Elternteilen 
auch zukünftig ihre Beziehung aufrechtzuerhalten und pflegen zu können. Die an-
haltenden zwischenelterlichen Konflikte um Themen, die sie betreffen würden, 
führten bei ihr zu Symptomen psychischer Belastung. Ihre Angaben, bei welchem 
Elternteil sie zukünftig gerne wohnen möchte und wo sich ihr Lebensmittelpunkt 
befinden solle, seien über die verschiedenen Befragungen hinweg ambivalent. 
Deutlich werde bei B._____ eine Unsicherheit und leichte Trauer bei der Vorstel-
lung, ihr gewohntes Umfeld in O.1_____ aufgeben zu müssen, allerdings auch 
ihre Mutter nicht mehr gleich häufig wie heute sehen zu können. In diesem Sinne 
befinde sie sich in einem Bedürfnisdilemma, für welches sie zur Lösung die Unter-
stützung ihre Eltern benötige (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 
2017, S. 44). Entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers äusserte sich 
B._____ anlässlich der gutachterlichen Befragungen in der Tat nicht eindeutig. So 
sagte sie bei der Befragung vom 28. Juni 2016 an, sie fühle sich bei beiden Eltern-
teilen gleichermassen wohl. Wenn sie bei ihrer Mutter sei, vermisse sie ihren Vater 
und wenn sie bei ihrem Vaters sei, vermisse sie ihre Mutter (vgl. Gutachten der kjp 
Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 23). In der Interaktionsbefragung vom 12. Juli 
2016 stellte sie klar, sie wolle eine gerechte Verteilung, bei wem sie jeweils sei 
(vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Januar 2017, S. 26). Auch in der Be-
fragung vom 14. Dezember 2016 äusserte sie sich dahingehend, dass sie auch 
nicht wisse, wo sie lieber wohnen möchte (vgl. Gutachten der kjp Graubünden 
vom 9. Januar 2017, S. 35). Diese Äusserungen zeigen die Unsicherheit bei 
B._____ und den Loyalitätskonflikt, welchem sie unterliegt. Die vom Berufungsklä-
ger angesprochene Aussage, sie wolle lieber beim Vater bleiben, begründete 
B._____ zudem damit, dass ihr Vater sie nicht in die Wohnung der Mutter besu-
chen käme, sollte sie bei ihr wohnen. Deshalb wolle sie beim Vater wohnen und 
tagsüber bei ihrem Nani bleiben (vgl. Gutachten der kjp Graubünden vom 9. Janu-
ar 2017, S. 25 f.). Der Wunsch von B._____, beim Vater zu bleiben, war somit (un-
ter anderem) von der Angst motiviert, ihn ansonsten nicht mehr regelmässig se-
hen zu können. Eine klare Aussage von B._____, dass es ihrem wirklichen 
Wunsch entspricht, beim Vater bleiben zu wollen, liegt somit entgegen der Be-

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hauptung des Berufungsklägers nicht vor. Somit lässt sich auch unter diesem As-
pekt keine Tendenz, wem die Obhut zuzusprechen ist, ableiten. 

d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sowohl eine Obhutszu-
teilung an den Kindsvater wie auch an die Kindsmutter dem Kindeswohl entspre-
chen würde. Beide Elternteile sind gleichermassen erziehungsfähig und gewillt, 
ihre Tochter bestmöglich zu versorgen und zu fördern. Die Vorinstanz, welche sich 
durch die beiden mündlichen Verhandlungen zudem einen persönlichen Eindruck 
von den Parteien machen konnte, gab schliesslich der Kindsmutter den Vorzug. 
Diese Entscheidung erweist sich nach dem Gesagten durchaus sachgerecht. Wie 
bereits ausgeführt wurde, attestierte der Gutachter der Kindsmutter eine höhere 
Bindungstoleranz, indem er ihre Bereitschaft, B._____s Beziehung zu ihrem Vater 
und damit den persönlichen Verkehr zwischen den beiden zu fördern, als höher 
einschätzte als jene des Berufungsklägers. Da aufgrund der übrigen Gesichts-
punkte bezüglich Obhutszuteilung keine eindeutige Tendenz ermittelt werden 
konnte, erscheint es als angemessen, die Obhut aufgrund dieses Kriteriums der 
Kindsmutter zuzuweisen, zumal sämtliche, für die Obhutszuteilung massgeblichen 
Gesichtspunkte berücksichtigt wurden und keine offensichtlich falschen Wertun-
gen vorgenommen wurden. Ausserdem war die Kindsmutter bereits vor der Tren-
nung überwiegende Betreuungsperson von B._____. Die zeitweilige Obhutsumtei-
lung erfolgte insbesondere aufgrund des Wohnortswechsels der Kindsmutter, wel-
cher einen Schulwechsel von B._____ innerhalb des Schuljahres zur Folge gehabt 
hätte. Dies galt es aus Rücksicht auf das Kindeswohl zu vermeiden. Eine Rück-
kehr zur Mutter erscheint auch unter diesem Aspekt als gerechtfertigt. Der Ent-
scheid der Vorinstanz ist demzufolge in diesem Punkt zu bestätigen. Damit erüb-
rigt es sich auch, auf die Anträge des Berufungsklägers betreffend Abänderung 
des Besuchs- und Ferienrechts näher einzugehen, zumal dieses nur für den Fall 
einer Obhutsumteilung einer Anpassung bedurft hätte. 

7. Der Berufungskläger rügt des Weiteren im Sinne eines Eventualbegehrens 
die Höhe des Kindes- und Ehegattenunterhalts. Obwohl B._____ ab 1. März 2017 
bis 31. Juli 2017 bei ihm wohne, rechne die Vorinstanz der Berufungsbeklagten 
das gleich hohe Einkommen an, wie sie bereits vor der Obhutsumteilung ange-
nommen habe. Dies, obwohl die Berufungsbeklagte nun B._____ nicht mehr be-
treuen müsse und daher voll erwerbstätig sein könne. So habe sie selbst anläss-
lich der Verhandlung vom 14. Februar 2017 ausdrücklich angegeben, dass es 
möglich wäre, bei ihrem jetzigen Arbeitgeber 100% zu arbeiten, wenn B._____ 
beim Berufungskläger leben würde. Somit könne sie ihren Unterhalt selbst finan-

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zieren. Ausserdem erscheine ein Unterhaltsbeitrag für B._____ für die Zeit vom 
1. März 2017 bis zum 31. Juli 2017 von Fr. 900.00 als ausgewiesen. 

a) Unter dem Titel "Die Wirkungen der Ehe im allgemeinen" regeln die Art. 163 
ff. ZGB den Unterhalt der Familie. Auch nach Aufhebung des gemeinsamen 
Haushalts in einem Scheidungs- oder Eheschutzverfahren behält der Unterhalts-
anspruch seine Grundlage in diesen Gesetzesbestimmungen. Nach den 
grundsätzlich gleichen Kriterien ist somit zu prüfen, ob und in welchem Umfang 
dem Ehegatten, der durch das Getrenntleben der Pflicht zur Führung des gemein-
samen Haushalts enthoben ist, zugemutet werden darf, seine freigewordene Ar-
beitskraft anderweitig einzusetzen und eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder 
auszudehnen. Im Eheschutzverfahren ist eine Pflicht zur Aufnahme oder Ausdeh-
nung einer Erwerbstätigkeit nur zu bejahen, wenn keine Möglichkeit besteht, auf 
eine während des gemeinsamen Haushalts gegebene Sparquote oder vorüberge-
hend auf Vermögen zurückzugreifen, wenn die vorhandenen finanziellen Mittel - 
allenfalls unter Rückgriff auf Vermögen - trotz zumutbarer Einschränkungen für 
zwei getrennte Haushalte nicht ausreichen und wenn die Aufnahme oder Ausdeh-
nung der Erwerbstätigkeit unter den Gesichtspunkten der persönlichen Verhältnis-
se des betroffenen Ehegatten (Alter, Gesundheit, Ausbildung u.ä.) und des Ar-
beitsmarktes zumutbar ist. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein 
(Urteil des Bundesgerichts 5A_373/2007 vom 30. Oktober 2007 E. 2.2.2. mit Hin-
weis auf BGE 130 III 537 E. 3.2., Six, a.a.O., N. 2.158). 

b) Im vorliegenden Fall geht aus der Berechnung der Vorinstanz hervor, dass 
die tatsächlichen finanziellen Mittel der Parteien in dieser Zeitphase (Einkommen 
Ehemann Fr. 5'519.60, Einkommen Ehefrau Fr. 3'120.--) ausreichen, um den Be-
darf der Familie von insgesamt Fr. 7'420.-- zu decken. Insofern besteht keine Not-
wendigkeit, dass die Berufungsbeklagte ihre Erwerbstätigkeit ausdehnt. Dies um-
so weniger, als sie ab 1. August 2017 die Obhut über die Tochter B._____ zuge-
teilt bekommt, weshalb ein höheres Arbeitspensum als das aktuelle ohnehin aus-
ser Betracht fällt. Somit braucht auch nicht weiter geprüft zu werden, ob eine zeit-
weilige Erhöhung des Arbeitspensums so kurzfristig überhaupt möglich gewesen 
wäre. Unter Berücksichtigung des tatsächlichen Einkommens resultiert bei 
Y._____ eine Unterdeckung, weshalb sie auch nicht zur Leistung von Unterhalts-
zahlungen verpflichtet werden kann. Die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz für 
die Zeit vom 1. März 2017 bis zum 31. August 2017 ist somit nicht zu beanstanden 
und der Unterhaltsbeitrag für Y._____ von Fr. 500.-- für diese Zeitspanne ist zu 
bestätigen. 

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8. Schliesslich beantragt der Berufungskläger für den Fall, dass die Obhutszu-
teilung an die Berufungsbeklagte erfolgt, eine Neuberechnung der Unterhaltsbei-
träge für die Zeitspanne ab 1. August 2017. Insbesondere sei kein Unterhaltsbei-
trag an die Berufungsbeklagte geschuldet, weil ihr nur Wohnkosten von Fr. 
1'207.50 wie in O.1_____ anzurechnen seien, abzüglich dem Anteil der Tochter 
von Fr. 400.--, was einen Überschuss von rund Fr. 400.-- ergeben würde. Zudem 
würden die Betreuungskosten für die Tochter entfallen, weil die Berufungsbeklagte 
zu ihrer Mutter und Schwester nach O.2_____ gezogen sei, sodass ein Unter-
haltsbeitrag für B._____ von Fr. 900.-- geschuldet wäre. 

a) Die Vorinstanz verpflichtete X._____ für die Dauer des Getrenntlebens, mit 
Wirkung ab 1. August 2017 an den Unterhalt von Y._____ und B._____ monatlich 
insgesamt Fr. 1'793.75 (Barunterhalt B._____ Fr. 1'204.40; Betreuungsunterhalt 
Fr. 21.50; Ehegattenunterhalt Fr. 567.85) zuzüglich allfällig vertraglich geregelter 
und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen. Dabei ging sie 
von einem Grundbedarf bei X._____ von Fr. 3'158.--, bei Y._____ von Fr. 3'141.50 
und bei B._____ von Fr. 1'120.50 aus. Bei Y._____ wurden die tatsächlichen 
Wohnkosten in Höhe Fr. 1'610.-- berücksichtigt, wobei ein Anteil von Fr. 402.50 an 
den Bedarf von B._____ angerechnet wurde.

b) Der Berufungskläger verlangt eine Reduktion der Wohnkosten bei der Beru-
fungsbeklagten, weil diese selbst ausgesagt habe, eine 3.5-Zimmerwohnung wür-
de für sie und ihre Tochter ausreichen. Es wäre ihr daher zumutbar gewesen, eine 
Wohnung mit gleichem Preis wie in O.1_____ zu finden (ca. Fr. 1'200.--). Der Be-
rufungskläger übersieht dabei, dass die Vorinstanz ihm selber auch für die Zeit-
spanne ab dem 1. August 2017 die tatsächlichen Wohnkosten in Höhe von 
Fr. 1'778.-- belassen hat, obwohl die Tochter B._____ ab diesem Zeitpunkt nicht 
mehr bei ihm wohnt. Es ist somit nicht nachvollziehbar, weshalb der Berufungsbe-
klagten, welche zusammen mit ihrer Tochter leben wird, tiefere Wohnkosten ange-
rechnet werden sollen als dem Berufungskläger, der die Tochter nur noch an drei 
Wochenenden pro Monat sowie in den Ferien bei sich zu Hause betreut. Auch die 
Auslagen für eine allfällige Drittbetreuung wurden in gleicher Höhe berücksichtigt, 
wie sie auch bereits dem Berufungskläger in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli 2017 
angerechnet wurden. Insofern ist die Berechnung der Vorinstanz nicht zu bean-
standen. Selbst wenn den Anträgen des Berufungsklägers gefolgt und der Beru-
fungsbeklagten ein tieferer Grundbedarf angerechnet würde, würde dadurch der 
Überschuss und damit auch der Überschussanteil zu Gunsten der Berufungsbe-
klagten ansteigen, weshalb ein Ehegattenunterhalt in der von der Vorinstanz er-
mittelten Höhe auch unter diesen Umständen gerechtfertigt wäre. 

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9. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der vorinstanzliche Entscheid 
im Ergebnis in sämtlichen Punkten zu bestätigen ist, was die Abweisung der Beru-
fung zur Folge hat. 

10.a) Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend 
aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), dem 
unterliegenden Berufungskläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). In Beru-
fungsverfahren erhebt das Kantonsgericht eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- 
bis Fr. 30'000.-- (vgl. Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilver-
fahren [VGZ; BR 320.210]). Die Kosten des Berufungsverfahrens werden vorlie-
gend auf Fr. 3'000.-- festgesetzt. Überdies hat der Berufungskläger die Beru-
fungsbeklagte aussergerichtlich zu entschädigen. Mit Honorarnote vom 1. Juni 
2017 (act. D.13) machte Rechtsanwältin lic. iur. Irmgard X._____ einen entschädi-
gungspflichtigen Aufwand von 22.65 Stunden geltend, was bei einem üblichen 
Stundenansatz von Fr. 240.-- (vgl. Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemes-
sung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [Honorarverord-
nung, HV; BR 310.250]) ein Honorar nach Zeitaufwand von Fr. 5’436.-- ergibt. 
Aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen ist der in Rechnung gestell-
te Aufwand nicht zu beanstanden. Hinzu kommen Barauslagen von Fr. 163.-- (3% 
von Fr. 5'436.--) sowie die Mehrwertsteuer von Fr. 447.90 (8% von Fr. 5’599.--), so 
dass insgesamt eine Parteientschädigung von Fr. 6'047.-- (gerundet) resultiert.

b) X._____ wurde mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 29. 
März 2017 (ZK1 17 37) für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspfle-
ge gewährt und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter zu seinem Rechtsvertreter 
ernannt. Damit gehen die dem Berufungskläger auferlegten Gerichtskosten von 
Fr. 3'000.-- und die Kosten seiner Rechtsvertretung nach Massgabe von Art. 122 
ZPO zu Lasten des Kantons Graubünden. Der Rechtsvertreter des Berufungsklä-
gers reichte am 16. Mai 2017 eine Honorarnote ein (act. D.9), in der er einen Auf-
wand von 27.19 Stunden geltend macht. Dieser Aufwand erscheint angemessen. 
Bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- ergibt sich ein Honoraranspruch von Fr. 
5'438.--. Hinzu kommen die geltend gemachten Kosten für Barauslagen (Fotoko-
pien, Porti, Telefonate, Nachnahmen, Gebühren), wobei praxisgemäss bei der 
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung eine Spesenpauschale von maximal 3% als 
angemessen erscheint. Im konkreten Fall ergeben sich auch aus der eingereich-
ten Honorarnote keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die effektiven Spesen höher 
ausgefallen sein könnten. Unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8% re-
sultiert somit ein Honoraranspruch von gerundet insgesamt Fr. 6'050.-- (Honorar 
Fr. 5'438.--; Barauslagen Fr. 163.15; Mehrwertsteuer Fr. 448.10). Die Entschädi-

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gung wird aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückforderung 
durch den Kostenträger im Sinne von Art. 123 ZPO, wonach eine Partei, der die 
unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, so-
bald sie dazu in der Lage ist.

c) Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 29. März 2017 (ZK1 
17 41) wurde auch Y._____ für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege mit Rechtsvertretung durch Rechtsanwältin lic. iur. Irmgard Caviezel 
bewilligt. Da die Berufungsbeklagte mit ihren Anträgen obsiegt, hat sie keine Pro-
zesskosten zu tragen und erhält eine Parteientschädigung zu Lasten des Beru-
fungsklägers zugesprochen. Nichtsdestotrotz muss vorliegend die Entschädigung, 
welche ihrer Rechtsvertreterin aufgrund der Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege zusteht, festgesetzt werden, da ein Rechtsbeistand auch bei Obsie-
gen der unentgeltlich prozessführenden Partei durch den Kanton angemessen zu 
entschädigen ist, falls die der Gegenpartei auferlegte Parteientschädigung nicht 
oder voraussichtlich nicht einbringlich ist (Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO; Frank Em-
mel, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 11 zu Art. 122 
ZPO). Ist der kostenpflichtigen Partei ihrerseits die unentgeltliche Rechtspflege 
gewährt worden, was in casu der Fall ist, gilt die von ihr zu leistende Parteien-
tschädigung in der Regel zum vornherein als uneinbringlich (Alfred Bühler; in: 
Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Band I: Art. 1–149 ZPO, Bern 2012, N 67 zu Art. 122 ZPO; Lukas Huber, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], 
Kommentar, Art. 1‒196 ZPO, 2. Auflage, Zürich 2016, N 21 zu Art. 122 ZPO). 
Ausgehend von dem auch der Parteientschädigung zugrundeliegenden Zeitauf-
wand von 22.65 Stunden und einem reduzierten Stundenansatz von Fr. 200.-- 
(Art. 5 HV) ergibt sich ein Honoraranspruch von Fr. 4’530.--, so dass die im Falle 
der Uneinbringlichkeit aus der Gerichtskasse zu leistende Entschädigung unter 
Berücksichtigung einer Pauschale für Barauslagen von Fr. 135.90 (3% von Fr. 
4’530.--) und der Mehrwertsteuer von Fr. 373.25 (8% von Fr. 4’665.90) auf gerun-
det Fr. 5'040.-- festzusetzen ist. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf die Partei-
entschädigung im entsprechenden Umfang auf den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 
Satz 2 ZPO).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen zu Lasten von 
X._____.

b) X._____ hat Y._____ eine Parteientschädigung von Fr. 6'047.-- (einsch-
liesslich Spesen und Mehrwertsteuer) zu leisten.

Da sich die Parteientschädigung voraussichtlich als uneinbringlich erweist, 
wird die Rechtsvertreterin von Y._____ gestützt auf die mit Verfügung der 
Vorsitzenden der I. Zivilkammer vom 29. März 2017 (ZK1 17 41) gewährte 
unentgeltliche Rechtspflege zu Lasten des Kantons Graubünden mit Fr. 
5'040.-- (einschliesslich Spesen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskas-
se entschädigt. 

c) Die X._____ auferlegten Gerichtskosten von Fr. 3'000.-- und die Kosten 
seiner Rechtsvertretung von Fr. 6'050.-- (einschliesslich Spesen und Mehr-
wertsteuer) gehen unter Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO 
gestützt auf die entsprechende Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivil-
kammer vom 29. März 2017 (ZK1 17 37) zu Lasten des Kantons Graubün-
den und werden aus der Gerichtskasse bezahlt.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an: