# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10774c65-ec5c-5b9d-8787-069ca992571a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-01-22
**Language:** de
**Title:** Massgebend für den Streitgegenstand ist die ursprüngliche Verfügung, Beschwerdegegnerin  hat dort Kosten für die Operation übernommen, weitere Behandlungen fanden nicht mehr statt; Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2018.00243
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2018.00243.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2018.00243
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Romero-Käser
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Kübler-Zillig
Urteil
vom
2
2.
Januar 2020
in Sachen
SWICA Krankenversicherung AG
SWICA Gesundheitsorganisation, Rechtsdienst
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur
Beschwerdeführerin
Zustelladresse: SWICA Krankenversicherung AG
SWICA Gesundheitsorganisation, Regionaldirektion Lausanne,
lic
. iur.
X.___
Bd. de
Grancy
39, 1001 Lausanne
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern
Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
Y.___
Beigeladener
Sachverhalt:
1.
Y.___
, geboren 1963, war seit 1. August 2013 als Senior Partner bei der
Z.___
tätig (Urk. 7/3 Ziff. 1 und 3), als er am 9. Oktober 2017 bei einem Morgenlauf auf einem Feldweg in Italien bei einem Sprung über ein kleines Hin
dernis stürzte und sich dabei am linken Knie verletzte (Urk. 7/3 Ziff. 4-6).
Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 (Urk. 7/1/
20-
21) stellte die Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) ihre Leistungen per
16. März 2018 ein mit der Begründung, die bestehenden Beschwerden würden
nicht mehr
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Oktober 2017 stehen (S. 2).
Die
dagegen
von der
Swica
Krankenversicherung AG
(nachfolgend:
Swica
)
am 3. Juli 2018 erhobene Einsprache (Urk. 7/1/26-27)
wies die Mobiliar mit Ein
spracheentscheid vom 29. August 2018 ab (Urk. 7/1/88-100 = Urk. 2).
2.
Die
Swica
erhob am 28. September 2018 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 29. August 2018 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Leistungen nach UVG, insbeson
dere die Heilungskosten
,
im Zusammenhang mit den Folgen des Unfalles vom 9. Oktober 2017 auch für die Operation vom 6. Dezember 2017 und die Behand
lungen nach dem 15. März 2018 zu erbringen (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.1-2). Mit Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde und beantragte eventualiter die Kürzung sämtlicher Leistungen infolge unentschuldbarer verspäteter Schadenmeldung um 50 % (Urk. 6 S. 1).
Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Novem
ber 2018 zur Kenntnis gebracht und gleichzeitig der Versicherte zum Prozess bei
geladen (Urk. 8). Dieser reichte innert angesetzter Frist keine Stellungnahme ein, was den Verfahrensbeteiligten am 16. Januar 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der Verfügung vom 27. Juni 2018 (Urk. 7/1/20-21) ging die Beschwerdegeg
nerin gestützt auf die Ausführungen von Dr.
A.___
[richtig wohl: Dr.
B.___
; vgl.
Urk.
7/2/M13
]
davon aus, der Status quo
sei
mit der Abschlusskontrolle am 15. März 2018 erreicht worden. Es müsse davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerden ab dem 16. März 2018 nicht mehr mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Oktober 2017 stünden
(S.
2).
Im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) führte d
ie Beschwerdegegnerin
unter Hin
weis
auf die Beurteilungen durch Dr.
C.___
und Dr.
B.___
aus,
das besagte Ereignis
habe
vorübergehende Beschwerden nach sich gezogen,
welche
jedoch wieder abgeheilt seien beziehungsweise auch ohne Eingriff wieder abge
klungen wären. Die danach anhaltenden Beschwerden und später erhobenen Befunde, aufgrund welcher am
6.
Dezember 2017 eine Kniearthroskopie durch
geführt worden sei, seien nicht auf das Ereignis zurückzuführen, sondern es handle sich dabei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um degenerative und krankheitsbedingte Veränderungen. S
pätestens per 15. März 2018
sei
der Status quo sine wieder erreicht worden (S. 8 Ziff. 4.b).
Anhand der beiden MRI bestün
den diverse Indizien, die letztlich deutlich für ein längeres chronisches Geschehen sprechen würden (S. 11 Ziff. 4.2.d). Es sei nicht nur in Bezug auf den Zustand des vorderen Kreuzbandes (VKB), sondern auch des Meniskus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von degenerativen und krankheitsbedingten Veränderungen auszugehen
(S. 12 Ziff. 4.2.e). Die
Meniskusläsion könne zu Recht als degenerativ bedingte
r
Zustand erachtet werden, weshalb eine Übernahme der Kosten für die Operation vom 6. Dezember 2017 abzulehnen und die Leistungen per Mitte März 2018 gänzlich einzustellen seien (S. 12 Ziff. 4.2.f).
Im Rahmen der Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2018 (Urk. 6) machte die Beschwerdegegnerin sodann ergänzend geltend,
beim Zustand des VKB, welches aufgrund einer früheren Läsion unbestrittenermassen bereits vernarbt und
elon
giert
gewesen sei, sowie den erhobenen Meniskusläsionen, wegen welcher zum Eingriff geschritten worden sei, handle es sich gemäss übereinstimmender Auf
fassung von Dr.
C.___
und Dr.
B.___
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht um frische, plötzlich eingetretene Befunde, sondern ausschliesslich um degenerative oder krankheitsbedingte Veränderungen (S. 4 oben). Es bestün
den zahlreiche Hinweise für ein chronisches längeres Geschehen (S. 5 ad 14). Die Operation sei nicht aus unfallbedingten Gründen indiziert und wäre auch ohne das Ereignis nötig gewesen (S. 6 ad 15).
Anerkannt werde nur, dass das Ereignis vorübergehende Schmerzen nach sich gezogen haben möge. Das Knochenmarks
ödem am lateralen
Femurkondylus
wäre jedoch von selbst wieder abgeheilt und eine allfällige Aktivierung der bloss beginnenden Arthrose wieder abgeklungen. Es sei keine frische richtungsgebende Veränderung ausgewiesen, anhand der sich anhaltende unfallbedingte Beschwerden hätten begründen lassen
,
und der Ein
griff habe alleine der Behebung unfallfremder Vorzustände gedient (S. 8 ad 24).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend (Urk. 1), der beim Versi
cherten beschriebene eingeschlagene Lappenriss (doppelter Lappenriss) des medi
alen Meniskus entspreche ohne Diskussion einer Listenverletzung beziehungs
weise einem Meniskusriss gemäss Art. 6 Abs. 2
lit
. c UVG (S. 6
Rz
21).
Im MRI vom 23. November 2017 seien ein komplexer Meniskusriss medial sowie diverse, teils posttraumatische, teils degenerative Veränderungen festgestellt worden. Die begleitenden Veränderungen seien für die Entstehung des Meniskusrisses nicht verantwortlich. Das Unfallereignis mit Verdrehung und einem «
Chlapf
» im Gelenk sei klassisch. Für die Arthroskopie vom 6. Dezember 2017 sei allein die Menis
kusverletzung indikationsbildend gewesen. Ein komplexer Meniskusriss mit dop
pelt eingeschlagener Lappenbildung sei keine degenerative Veränderung, welche automatisch abheile.
Ein
degenerativer Vorzustand des medialen Meniskus sei nicht aktenkundig (S. 7
Rz
23). Der Beweis des Dahinfallens der Kausalität sei nicht gelungen, weshalb die
Beschwerdegegnerin auch für die Operation vom 6. Dezember 2017 und die Behandlungen nach März 2018 Leistungen zu erbrin
gen habe (S. 7
Rz
24).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
3.
3.1
Die Erstkonsultation nach dem Unfall vom 9. Oktober 2017 fand
am 22. Novem
ber 2017
bei
Dr.
med. D.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, statt, welcher in seinem
gleichentags erstellten
Bericht einen hohen Verdacht auf mediale Meniskusläsion
links
nach Unfall bei einem Sturz über eine Steinmauer
mit Beteiligung des medialen Kap
selbandapparates und eventuell des vorderen Kreuzbandes äusserte (Urk. 7/2/M1).
Nach bildgebenden Abklärungen (vgl. Urk. 7/2/M1-2) diagnostizierte Dr.
D.___
in seinem Bericht vom 23. November 2017
eine mechanisch relevante mediale Meniskusruptur mit eingeschlagenem Lappen und Stresszeichen
intraossär
femo
ral
und
tibial
im Sinne einer möglichen beginnenden
Osteonekrose
.
Der Versi
cherte wünsche die empfohlene Arthroskopie sobald wie möglich (Urk. 7/2/M3).
3.
2
Gemäss Operationsbericht vom
6. Dezember 2017
(Urk. 7/2/M4)
führte Dr.
D.___
eine
Kniearthroskopie links, eine
arthroskopisch
kontrollierte
Teil
meniskektomie
medial sowie eine
arthroskopisch
geführte
Teilsynovektomie
femoropatellär
durch und nannte folgende Diagnosen (S. 1):
-
k
omplexe mediale Meniskusruptur Kniegelenk links mit eingeschlagenem Meniskuslappen unter das Korpus, doppelte Lappenbildung und Spaltung des
Hinterhorns
-
Zustand nach Läsion des vorderen Kreuzbandes
intrasynovial
mit Elonga
tion und
zweitgradiger
Schublade, ausgeprägte
Synovitis
aller Gelenkab
schnitte, diskret beginnende
Femoropatellararthrose
, Knorpelschaden zweiten bis dritten Grades
medialer
Femurkondylus
gegen
interkondylär
zu
3.
3
In seinem Bericht vom 18. Dezember 2017 (Urk. 7/2/M6) hielt Dr.
D.___
fest, der Versicherte habe in der Sprechstunde vom 15. Dezember 2017 über zuneh
mende Beschwerden im Knie links eine Woche postoperativ bei eventueller Wei
terentwicklung einer möglichen
Osteonekrosesituation
geklagt (S. 1). Eine MRI-Untersuchung am 18. Dezember 2017 habe eine immer noch vorhandene hori
zontale Läsion in
Remodellation
bei TME sowie deutliche Stresszeichen
femoral
und
tibial
gezeigt, im Sinne einer sich
weiter
entwickelnden möglichen
Osteo
nekrose
, entsprechend dem schon auf dem vorgängigen MRI ersichtlichen Beginn (S. 1 f.).
3.
4
Nach einer Verlaufskontrolle hielt Dr.
D.___
am 12. Januar 2018 fest, der Ver
sicherte sei zufrieden, es gehe jetzt besser mit weniger Beschwerden, diese seien noch punktförmig medial. Das linke Knie sei reizlos mit diskretem Erguss, ansonsten jedoch gut beweglich und
beschwerdearm
(Urk.
7/2/M8A). Vom 6. Dezember 2017 bis 12. Januar 2018 sei der Versicherte vollständig arbeitsun
fähig gewesen, vom 1
3.
bis 31. Januar 2018 bestehe noch eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 7/2/M8C, vgl. auch Urk. 7/2/M9).
Am 8. Februar 2018 konstatierte Dr.
D.___
einen guten und zeitgerechten Ver
lauf, der Versicherte klage nur noch über wenig Beschwerden (Urk. 7/2/M10).
Die Abschlusskontrolle fand am 15. März 2018 statt, wobei Dr.
D.___
festhielt, es bestünden praktisch keine Schmerzen mehr. Das Knie sei lokal ruhig, reizlos, gut beweglich und ohne Erguss (Urk. 7/2/M11).
3.
5
Dr.
m
ed.
C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, nannte in sei
ner Stellungnahme vom 28. April 2018 folgende Diagnosen (Urk. 7/2/M12 Ziff. 1):
-
Kniedistorsion links / Kniekontusion links
-
k
omplexe mediale Meniskusläsion linkes Knie, Elongation des vorderen Kreuzbandes, ausgeprägte Synovialitis
-
Knorpelschaden des medialen
Femurkondylus
-
Re-Ruptur des medialen Meniskus
-
Status nach
Diskushernienoperation
Mit Ausnahme der Kniedistorsion links / Kniekontusion links seien die genannten Diagnosen als Vorzustände zu qualifizieren (Ziff. 2). Die gesundheitlichen Stö
rungen würden überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 9. Oktober 2017 zurückgehen (Ziff. 3). Am 23. November 2017 und
nach
dem Ausschluss traumatischer Veränderungen des linken Kniegelenkes sei der Status quo ante längstens erreicht gewesen (Ziff. 4). Eine Arbeitsunfähigkeit könne durch das Ereignis vom 9. Oktober 2017 nicht begründet werden, die erste ärztliche Behandlung habe am 22. November 2017 stattgefunden
(Ziff. 6). Die Behandlung sei wirtschaftlich und zweckmässig (Ziff. 7). Das MRI vom 23. November 2017 mit Läsion des medialen Meniskus ohne
ligamentäre
Läsionen zeige ausschliess
lich degenerative Veränderungen, es gebe keine Hinweise auf traumatische Ver
änderungen. Es bestehe keine Kausalität (Ziff. 8).
3.
6
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Chirurgie, beratender Arzt der Be
schwerdegegnerin, nannte in seinem Bericht vom 14. Juni 2018 folgende Diagnosen (Urk. 7/2/M13 Ziff. 1):
-
Läsion des medialen Meniskus am linken Knie bei Sturz am 9. Oktober 2017
-
degenerative Veränderungen am medialen Knie links
Als Vorzustand bestünden degenerative Veränderungen am medialen Kniekom
partiment (
Chondropathie
Grad II; Ziff. 2). Die gesundheitlichen Störungen wür
den überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 9. Oktober 2017 zurück
gehen (Ziff. 3), der Status quo sine sei per 15. März 2018 erreicht (Ziff. 4).
4.
4.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rah
men des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhält
nisse, gehören die nicht beanstandeten Rechtsverhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
4.2
I
n
ihrem
ersten
Schreiben
bezüglich Leistungsbeurteilung
vom 9. Mai 2018
(Urk. 7/1/8-9)
an die Beschwerdeführerin
hatte
die Beschwerdegegnerin
ausge
führt,
im MRI vom 23. November 2017 hätten keine Hinweise für traumatische Veränderungen festgestellt werden können
, j
edoch sei eine fortgeschrittene degenerative Veränderung nachgewiesen.
Der Status quo ante sei am 23. Novem
ber 2017 erreicht worden.
Die Beschwerden ab dem 23. November 2017 stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Oktober 2017 (S. 2).
In der Verfügung vom 27. Juni 2018
(Urk. 7/1/20-21)
wies die Beschwerdegegnerin sodann ausdrücklich darauf hin, der Fall sei erneut mit dem beratenden Arzt besprochen worden, welcher das Erreichen des Status quo auf den 15. März 2018 festgelegt habe
.
Beschwerden ab dem 16. März 2018 stünden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Oktober 2017 (S. 2).
Dies lässt
- entgegen den
späteren
Ausführungen der
Beschwerdegegnerin in der Beschwer
deantwort (vgl. Urk. 6 S. 3 Ziff. 4-5)
-
nur einen Schluss zu, nämlich
,
dass
die Beschwerdegegnerin die Behandlungskosten bis 15. März 2018
,
einschliesslich
diejenigen für die Operation am 6. Dezember 2017
,
übernimmt
.
Wegen anderer Beschwerden stand der Versicherte nach dem 23. November 2017 denn auch nicht mehr in Behandlung (vgl. vorstehend E. 3.2-3.4).
Dies deckt sich
sodann auch
mit den
Angaben
von Dr.
B.___
, welcher in seiner Stellungnahme vom 14. Juni 2018
neben degenerativen Veränderungen
im linken Knie medial
eine
Läsion des medialen Meniskus links bei Sturz vom 9. Oktober 2017
diagnostiziert und die gesundheitlichen Störungen überwiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 9. Oktober 2017
zurückgeführt hatte
. Das Erreichen des Status quo sine setzte er sodann auf den 15. März 2018 fest (
E. 3.6
).
4.3
Unzutreffend sind hingegen d
ie Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum Bericht von Dr.
B.___
vom 14. Juni 2018
, wonach er die Auffassung teile, dass das Ereignis bloss vorübergehende Beschwerden hervorgerufen habe, es jedoch denkbar sei, dass diese allenfalls erst später abgeklungen seien, dass er nicht von einem unfallbedingt indizierten Eingriff ausgegangen sei
und dass bei der Operation vom 6. Dezember 2017 ausschliesslich unfallfremde Vorzustände behandelt worden seien (vgl. Urk. 2 S. 4 f.
lit
. N)
. Diese Angaben ergeben sich nicht aus dem genannten Bericht (
vorstehend
E. 3.6
)
.
Ebenso wenig korrekt ist sodann die Angabe der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid, im Schreiben vom 15. Juni 2018 sei mitgeteilt worden, der beratende Arzt Dr.
B.___
gehe davon aus, der Status quo sine wäre - ohne operativen Eingriff - erst am 15. März 2018 erreicht worden (Urk. 2 S. 5
lit
. O). Zum einen erwähnte Dr.
B.___
in seinem Bericht die Operation vom 6. Dezember 2017 mit keinem Wort, zum anderen enthält das Schreiben der Beschwerdegeg
nerin vom 15. Juni 2018 folgenden Satz: «Nach erneuter Besprechung mit unse
rem beratenden Arzt, Herr
Dr.
A.___
[richtig wohl: Dr.
B.___
] wurde der Status quo am 15. März 2018 erreicht.».
Aus dem Schreiben vom 15. Juni 2018 wie auch der Verfügung vom 27. Juni 2018 ergibt sich sodann nicht, dass die Beschwerdegegnerin die Kosten für die Operation vom 6. Dezember 2017 nicht übernehmen würde, diese wird vielmehr mit keinem Wort erwähnt (Urk. 7/1/15-16, Urk. 7/1/20-21).
4.4
Zusammenfassend steht gemäss Verfügung vom 27. Juni 2018 die Leistungs
pflicht der Beschwerdegegnerin bis 15. März 2018 einschliesslich der Kosten für die Operation vom 6. Dezember 2017 fest.
Nachdem im Dispositiv des angefoch
tenen Einspracheentscheides vom 29. August 2018 lediglich die erhobene Ein
sprache
abgewiesen wurde (Urk. 2 S. 13 Ziff. III.1), ist bezüglich des Streitgegen
standes ausschliesslich der Inhalt der ursprünglichen Verfügung vom 27. Juni 2018 massgebend.
Der Antrag der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für die Operation vom 6. Dezember 2017 zu über
nehmen (Urk. 1 S. 2 Ziff. I.2), zielt damit ins Leere.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die Behandlun
gen nach dem 15. März 2018 (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. I.2).
Diesbezüglich kann auf die Berichte des behandelnden Arztes Dr.
D.___
verwiesen werden, welcher die Behandlung nach einer Kontrolle am 15. März 2018 abschloss und dabei festhielt, es bestünden praktisch keine Schmerzen mehr, das Knie sei lokal ruhig, reizlos, gut beweglich und ohne Erguss (E. 3.4). Dass nach dieser Abschlusskontrolle noch weitere Behandlungen notwendig gewesen wären, ergibt sich nicht aus den Akten und wurde im Übrigen auch von der Beschwerdeführerin
nicht geltend gemacht (vgl. Urk. 1).
Damit ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Status quo sine am 15. März 2018 erreicht war
und e
ine
darüber hinausgehende
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen
ist
.
D
er angefochtene Einspracheentscheid vom 29. August 2018
erweist sich damit
als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen mit der Feststellung, dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegne
rin bis 15. März 2018, einschliesslich der Kosten für die Operation vom 6. Dezember 2017, dauert.
5.2
Der Vollständigkeit halber ist bezüglich des Eventualantrags der Beschwerdegeg
nerin auf Kürzung der Leistungen um 50 % infolge unentschuldbarer Schaden
meldung (Urk. 6 S. 1 Ziff. 2) darauf hinzuweisen, dass
dem Versicherten, welcher seinen Arbeitgeber ohne Verzug von seinem Unfall in Kenntnis gesetzt hat, kein Nachteil daraus erwachsen darf, dass der Arbeitgeber die Mitteilung an den Ver
sicherer während mehrerer Monate unterlässt
(
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtspre
chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfall
versicherung, 4. Aufl
age, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 249
)
. Es ist ohne Wei
teres davon auszugehen, dass der Arbeitgeber des Versicherten spätestens bei dessen operationsbedingten Abwesenheit vom Unfall erfahren hat. Eine Kürzung der Leistungen fällt demnach ausser Betracht.
6.
Zusammengefasst erweist sich der angefochtene Entscheid, mit welchem die Ein
sprache gegen die Verfügung vom 2
7.
Juni 2018 abgewiesen und damit diese bestätigt wurde, als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde, die mit der
Fest
stellung zu verbinden ist, dass - entsprechend der Verfügung vom 2
7.
Juni 2018 -
die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin einschliesslich der Kosten
-
über
nahme für die Operation vom
6.
Dezember 2017 bis 1
5.
März 2018 dauert und ab 1
6.
März 2018 dahinfällt
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen
mit der Feststellung, dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin einschliesslich der Kostenübernahme für die Operation vom 6. Dezember 2017 bis 15. März 2018 dauert und ab 16. März 2018 dahinfällt
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
SWICA Krankenversicherung AG
-
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
-
Y.___
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannKübler-Zillig