# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 569f5eb2-7c5e-5398-a06d-f9d680f30d54
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.03.2022 UE210185
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE210185_2022-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE210185-O/U/GRO 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin lic. iur. K. Ei-

chenberger und Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie Gerichts-

schreiber Dr. iur. D. Hasler 

 

Beschluss vom 4. März 2022 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

1. B._____, lic. iur.,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme   
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Limmat vom 28. Mai 2021, B-5/2021/10017735 
 
  

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Erwägungen: 

I. 

Die Beschwerdeführerin erstattete am 20. Mai 2021 Anzeige gegen ihren amtli-

chen Verteidiger Rechtsanwalt lic. iur. B._____ wegen Betrugs (Urk. 8/1). 

Mit Verfügung vom 26. Mai 2021 nahm die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine 

Untersuchung nicht an die Hand (Urk. 8/4 = Urk. 3/1 = Urk. 5). Die Verfügung 

wurde der Beschwerdeführerin am 9. Juni 2021 zugestellt (vgl. Urk. 8/5). Mit Ein-

gabe desselben Tages stellte die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft 

ein Gesuch um Akteneinsicht (Urk. 8/6), worauf ihr mit Schreiben vom 15. Juni 

2021 diverse Termine angeboten wurden (Urk. 8/7). 

Mit Eingabe vom 21. Juni 2021 erhob die Beschwerdeführerin fristgerecht die vor-

liegende Beschwerde und stellte sinngemäss den Antrag, die Nichtanhandnah-

meverfügung vom 26. Mai 2021 sei aufzuheben (Urk. 2).  

Die mit Präsidialverfügung vom 11. August 2021 einverlangte Prozesskaution von 

Fr. 1'200.– erfolgte fristgerecht (Urk. 6, Urk. 9). In Anwendung von Art. 390 Abs. 2 

StPO konnte davon abgesehen werden, Stellungnahmen einzuholen. 

Aufgrund der hohen Geschäftslast der Kammer und entsprechender Entlas-

tungsmassnahmen ergeht der vorliegende Beschluss in Nachachtung des Be-

schleunigungsgebots teilweise nicht in der den Parteien angekündigten Beset-

zung (vgl. Urk. 10). 

Mit Verfügung der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich vom 30. November 

2021 wurde Rechtsanwalt B._____ als amtlicher Verteidiger der Beschwerdefüh-

rerin entlassen und es wurde ihr neu Rechtsanwalt lic. iur. C._____ als amtlicher 

Verteidiger bestellt. Die Beschwerdeführerin hat dagegen Beschwerde bei der 

hiesigen Kammer erhoben (vgl. UP210056). Das Verfahren ist noch pendent. 

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II. 

1. Gegenstand der Anzeige 

Die Beschwerdeführerin machte in der Strafanzeige geltend, der gegen ihren Wil-

len eingesetzte amtliche Verteidiger Rechtsanwalt B._____ "erbringe keine sicht-

bare Dienstleistung". Er schicke ihr einfach bloss Schreiben weiter, die sie von der 

Staatsanwaltschaft und vom Obergericht direkt zugestellt erhalte. RA B._____ 

habe bestimmt am 4. Mai 2021 zwei Stunden dafür verrechnet, die Verfügung 

vom 28. April 2021 nicht gründlich zu lesen und sie ihr unnötigerweise weiterzulei-

ten. Sie sei genervt, "solche Spam / Junk" per Einschreiben zu erhalten und er-

achte dies als Betrug. Er habe ihr auch eine Kopie der Vorladung für die Einver-

nahme vom 11. Mai 2021 weitergeleitet. Dies sei nicht seine Aufgabe. Offenbar 

habe der amtliche Verteidiger auch dafür zwei Stunden verrechnet. Er tue dies 

aus Rache, er sei sichtlich gekränkt, weil sie seinen Widerruf beantragt habe (vgl. 

Urk. 8/1). 

Mit der Beschwerde bekräftigt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen, dass sie 

sich durch die "SPAM Mail" ihres amtlichen Verteidigers "bombardiert" fühle. Es 

sei "extrem nervig, diese SPAM von einem amtlichen Verteidiger zu erhalten". Es 

sei für die Staatsanwaltschaft unmöglich zu überprüfen, welchen Aufwand er tat-

sächlich gehabt habe (Urk. 2). 

2. Rechtliches 

Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröffnung einer 

Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus 

der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-

dacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn sie von der Po-

lizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereignisse informiert 

wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen Straftatbestände 

oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrenshinder-

nisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitätsgründen auf eine 

Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhandnahme (Art. 310 

Abs. 1 StPO). Der Zweck der Untersuchung besteht nach Art. 308 Abs. 1 StPO 

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darin, den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass das Vorverfahren entweder mit 

einem Strafbefehl, einer Anklage oder einer Einstellung abgeschlossen werden 

kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staatsanwaltschaft ein gewis-

ser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, dass die Staatsan-

waltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hinweis nachzugehen hat, auch wenn 

sich eine beschuldigte Person oder ein Geschädigter solches vorstellt. Die 

Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung – z.B. aufgrund einer Anzeige – 

nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung 

vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn mit anderen 

Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensichtlich keine 

Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist keine Un-

tersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse wie z.B. Verjährung 

gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht ergehen, 

wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt. 

Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der Ab-

sicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-

spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem 

Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, 

wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. 

3. Würdigung 

Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin sich generell daran 

stört, durch Rechtsanwalt B._____ amtlich vertreten zu werden. Die hiesige 

Kammer hat in mehreren Verfahren (UP201113 und UP210017) eine Beschwerde 

der Beschwerdeführerin gegen die Einsetzung bzw. verweigerte Absetzung des 

amtlichen Verteidigers abgewiesen, zuletzt im Beschluss vom 4. Juni 2021. Auf 

die von der Beschwerdeführerin erhobene bundesrechtliche Beschwerde trat das 

Bundesgericht mit Urteil vom 26. August 2021 nicht ein (1B_460/2021). 

Die vorliegend gerügte Weiterleitung von Verfügungen durch den amtlichen Ver-

teidiger an die Beschwerdeführerin stellen offenkundig keinen Betrug dar. Weder 

wurde damit ein Irrtum bei der Beschwerdeführerin oder einer anderen Person 

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erweckt, noch sollte gestützt auf einen Irrtum eine Person sich selbst oder einen 

anderen am Vermögen schädigen. Soweit die Beschwerdeführerin befürchtet, der 

amtliche Verteidiger werde der Staatsanwaltschaft überhöhte Rechnungen stel-

len, so bestehen dafür im heutigen Zeitpunkt keine Hinweise. Die Staatsanwalt-

schaft weist sodann in der angefochtenen Verfügung zu Recht darauf hin, dass 

die Rechnungen des amtlichen Verteidigers nicht unbesehen bezahlt würden, er 

seinen Aufwand mit einem Detailbeleg wird ausweisen müssen und der Aufwand 

für unnötige Arbeitsschritte durch die Verfahrensleitung gekürzt werden könnte 

(vgl. Urk. 8/4 S. 2). Es gibt entsprechend auch keine Anhaltspunkte dafür, dass 

die Behauptung der Beschwerdeführerin zutrifft, die Staatsanwaltschaft habe den 

Beschwerdegegner 1 für einen Schuldspruch bestochen und werde diese Rech-

nungen gar nicht überprüfen oder korrigieren (vgl. Urk. 2 S. 2).  

Zusammenfassend bestehen im heutigen Zeitpunkt keine Hinweise für ein straf-

bares Verhalten des amtlichen Verteidigers. Das Weiterleiten von Verfügungen an 

die Beschwerdeführerin durch den amtlichen Verteidiger ist nicht zu beanstanden. 

Im Gegenteil: dies ist die Pflicht des amtlichen Verteidigers. Daran ändert nichts, 

dass die Beschwerdeführerin sich dadurch im vorliegenden Verfahren angeblich 

belästigt fühlt, während sie sich im Verfahren UP210003 demgegenüber darüber 

beschwerte, der amtliche Verteidiger habe ihr einen Entscheid nicht weitergeleitet. 

Alleine die Befürchtung der Beschwerdeführerin, der amtliche Verteidiger könnte 

dereinst in Zukunft überhöhte Rechnungen stellen, begründet im heutigen Zeit-

punkt keinen Anfangsverdacht für eine strafbare Handlung. 

4. Fazit 

Es liegt kein hinreichender Anfangsverdacht für eine strafbare Handlung vor. Ent-

sprechend durfte die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung nicht an die Hand 

nehmen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

III. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Angesichts von Bedeutung und Schwierig-

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keit des Falls sowie des Zeitaufwands des Gerichts ist die Gerichtsgebühr für das 

Beschwerdeverfahren auf Fr. 700.– festzusetzen (Art. 424 Abs. 1 StPO sowie 

§ 17 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 GebV OG). Die von der Beschwerdeführerin geleistete 

Sicherheit ist in diesem Umfang zur Deckung der Gerichtskosten zu verwenden 

und im Restbetrag – vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates 

– an die Beschwerdeführerin zurückzubezahlen. Für das Beschwerdeverfahren 

werden keine Entschädigungen zugesprochen, bezüglich der Beschwerdeführerin 

weil sie unterliegt und bezüglich des Beschwerdegegners 1 mangels entschädi-

gungspflichtiger Aufwendungen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 700.– festgesetzt.  

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt und aus der von ihr geleisteten Prozesskaution bezogen. Im Restbe-

trag wird die Prozesskaution der Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt all-

fälliger Verrechnungsansprüche des Staates – zurückerstattet. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugespro-

chen. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 
− den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2021/10017735 (gegen 

Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

- 7 - 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2021/10017735, unter 
Rücksendung der eingereichten Akten (Urk. 8; gegen Empfangsbestä-
tigung) 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei 
der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in 

der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schrift-

lich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwer-

devoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen 

des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
 
Zürich, 4. März 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

Dr. iur. D. Hasler 
 
 

	Beschluss vom 4. März 2022
	Erwägungen:
	I.
	II.

	1. Gegenstand der Anzeige
	2. Rechtliches
	3. Würdigung
	4. Fazit
	III.
	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 700.– festgesetzt.
	3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Beschwerdeführerin auferlegt und aus der von ihr geleisteten Prozesskaution bezogen. Im Restbetrag wird die Prozesskaution der Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt allfälliger Verrechnungsansprüche des...
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2021/10017735 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, ad B-5/2021/10017735, unter Rücksendung der eingereichten Akten (Urk. 8; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes...