# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd6f591a-1cd0-5ebb-a860-e7ed7dd4bdcf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.06.2017 S 2016 152
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-152_2017-06-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 152

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Meisser, Audétat 

Aktuar Simmen

URTEIL

vom 22. Juni 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Lungenliga beider Basel,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

- 2 -

1. A._____ arbeitete zuletzt bis am 31. Oktober 2008 als Chefconcierge bei 

der B._____ AG. Am 30. September 2009 meldete er sich bei der IV-

Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) infolge einer Le-

berzirrhose und einer bevorstehenden Lebertransplantation zum Bezug 

von Leistungen an. Mit Verfügung vom 1. Dezember 2010 teilte ihm die 

IV-Stelle mit, dass eine Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei. Nach 

Einholung diverser Arztberichte sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfü-

gung vom 17. Februar 2012 aufgrund eines Invaliditätsgrads von 100 % 

eine ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. März 2010 zu. 

2. Per 1. März 2012 wurde zur Prüfung des Anspruchs auf Rentenleistungen 

eine Revision von Amtes wegen eingeleitet. Bei der Prüfung des Invali-

ditätsgrads wurden jedoch keine sich auf die Rente auswirkenden Ände-

rungen festgestellt. Am 22. Juni 2012 teilte die IV-Stelle A._____ mit, 

dass er aufgrund eines Invaliditätsgrads von 100 % nach wie vor An-

spruch auf eine ganze Invalidenrente habe.

3. Per 1. März 2013 führte die IV-Stelle zur Prüfung des Rentenanspruchs 

erneut eine Rentenrevision von Amtes wegen durch. Im Fragebogen "Re-

vision der Invalidenrente/Hilfslosenentschädigung" gab A._____ der IV-

Stelle am 13. März 2013 an, sein Gesundheitszustand habe sich ver-

schlechtert. Nach Einholung eines polydisziplinären Gutachtens beim 

Ärztlichen Begutachtungs-Institut (nachfolgend ABI) Basel vom 8. De-

zember 2014 stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 14. April 2015 in 

Aussicht, dass sie die Rente bei einem Invaliditätsgrad von 12.2 % nach 

Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufheben wer-

de. 

4. Dagegen erhob A._____ am 30. April 2015 Einwand und machte im We-

sentlichen geltend, er fühle sich subjektiv nicht in der Lage, einer Er-

werbstätigkeit im Rahmen des von der IV-Stelle vorgesehenen Pensums 

von 80 % nachzugehen. 

- 3 -

5. Nach Einholung eines polydisziplinären Verlaufsgutachtens beim ABI 

Basel vom 14. März 2016 hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 17. Okto-

ber 2016 die Rentenausrichtung auf Ende des folgenden Monats auf. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass der Beschwerdeführer 

gemäss dem polydisziplinären Verlaufsgutachten des ABI Basel vom 

14. März 2016 in einer adaptierten Tätigkeit 70 % arbeitsfähig sei. Weite-

re medizinische Abklärungen seien nicht erforderlich. Bei einem Validen-

einkommen von Fr. 61'508.-- und einem Invalideneinkommen von 

Fr. 47'452.-- ergebe sich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 

22.85 %. 

6. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 23. No-

vember 2016 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung und Weiterausrichtung der Invalidenrente. Der Krank-

heitsverlauf beziehungsweise die Hepatitis C Therapie sollten noch ein-

mal ganzheitlich begutachtet werden. Er strebe nach wie vor eine Elimina-

tions-Behandlung der chronischen Hepatitis C unter Leitung der Klinik für 

Gastroenterologie und Hepatologie des Universitätsspitals Zürich an. Er 

sei aufgrund der Hepatitis C Therapie nicht in der Lage, einer Erwerbs-

tätigkeit von über 70 % nachzugehen. Dem Schreiben von Dr. med. 

C._____ sei zu entnehmen, dass die Therapie zwingend indiziert sei um 

ein Fortschreiten der Fibrose zu verhindern und einem Verlust des Trans-

plantats entgegenzuwirken. 

7. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin) schloss in ihrer Vernehmlassung vom 9. Januar 2017 auf Abweisung 

der Beschwerde. Unter Berücksichtigung des polydisziplinären Gutach-

tens sowie des Verlaufsgutachtens des ABI Basel vom 8. Dezember 2014 

beziehungsweise 14. März 2016 sowie der Beurteilungen des RAD vom 

16. Dezember 2014 sowie vom 14. April 2016 sei erstellt, dass der Be-

schwerdeführer ab Januar 2016 in einer behinderungsgeeigneten Tätig-

- 4 -

keit trotz der diagnostizierten Beschwerden 70 % arbeitsfähig sei. Mass-

gebend sei der sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 

17. Oktober 2016 verwirklichte Sachverhalt, weshalb die vom Beschwer-

deführer angestrebte Eliminations-Behandlung der chronischen Hepatitis 

C keine Beachtung finden könne. Eine eventuelle Verschlechterung des 

Gesundheitszustands infolge dieser Behandlung wäre ein Grund für eine 

Neuanmeldung. 

8. Am 13. Januar sowie am 13. März 2017 reichte der Beschwerdeführer 

dem Gericht noch zwei ärztliche Zeugnisse vom 10. November 2016 be-

ziehungsweise vom 24. Februar 2017 betreffend Arbeitsunfähigkeit vom 

10. November 2016 bis 30. April 2017 ein. Diese wurden der Beschwer-

degegnerin am 16. Januar beziehungsweise am 15. März 2017 zur 

Kenntnisnahme zugestellt. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtschriften, auf 

die angefochtene Verfügung vom 17. Oktober 2016 sowie auf die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-

wägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der Be-

schwerdegegnerin vom 17. Oktober 2016. Eine solche Anordnung, die 

gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am 

Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 

Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20] und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Beurteilung der 

- 5 -

vorliegenden Beschwerde fällt folglich in die Zuständigkeit des angerufe-

nen Gerichtes. Als formeller und materieller Verfügungsadressat ist der 

Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betrof-

fen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Abänderung. Demnach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 

Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Schliesslich hat er seine Beschwerde 

frist- und formgerecht beim Verwaltungsgericht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). Auf die vorliegende Beschwer-

de ist demnach einzutreten. 

b) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegeg-

nerin in der angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 2016 die Renten-

ausrichtung zu Recht per 30. November 2016 aufgehoben hat. Streitig 

sind dabei insbesondere die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeig-

neten Tätigkeit und das Invalideneinkommen. Nicht streitig sind demge-

genüber das Valideneinkommen sowie die Tatsache, dass der Beschwer-

deführer für körperlich mittelschwere oder schwer belastende Tätigkeiten 

100 % arbeitsunfähig ist. 

2. a) Anspruch auf eine Invalidenrente hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid 

ist. Bei erwerbstätigen Versicherten gilt als Invalidität die durch einen kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden verursachte, 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit 

(Art. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG), welche die Folge von Geburtsge-

brechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Der renten-

begründende Invaliditätsgrad ist in diesem Fall aufgrund eines Einkom-

mensvergleichs zu bestimmen (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-

tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung 

und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenann-

tes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 

- 6 -

das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenann-

tes Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt 

werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. 

BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). Ein rentenbegründender Invali-

ditätsgrad liegt vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, er-

halten oder verbessern kann, während mindestens eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40 % im bisheri-

gen Beruf oder Aufgabenbereich eingeschränkt gewesen ist und nach Ab-

lauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so steht der versicherten Person 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Anspruchs, 

frühestens im Monat der Vollendung des 18. Altersjahrs (Art. 29 Abs. 1 

IVG), bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente, 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % eine halbe Rente, bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % eine Dreiviertelsrente und bei 

einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 

IVG).

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung 

gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustands mit entsprechender Beeinflussung der Erwerbs-

fähigkeit, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 

- 7 -

Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands er-

heblich verändert haben, eine andere Art der Bemessung der Invalidität 

zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs ein-

getreten ist (BGE 134 V 131 E.3, 133 V 545 E.6.1, 130 V 343 E.3.5; Urteil 

des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1; vgl. auch 

MÜLLER, Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision in der Inva-

lidenversicherung, Diss., Freiburg 2003, S. 133 Rz. 486). Dagegen bildet 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die unterschiedliche Beur-

teilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebe-

nen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genom-

men keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (BGE 

115 V 308 E.4a/bb; Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Ja-

nuar 2008 E.3.1.2; SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E.2). 

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bun-

desgerichtes 9C_646/2014 vom 17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 

vom 25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). 

Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad 

im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bun-

desgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das 

Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene 

Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung abzuän-

dern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

- 8 -

über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-

31 Rz. 13).

d) Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einem Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls an-

dere Fachleute zur Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des Arz-

tes darin, den Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − sei-

ne Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln 

fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjek-

tiven Beschwerden Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagno-

se zu stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine genuine Aufgabe, wofür die 

Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der 

Folgeabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende 

Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit Stel-

lung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so sub-

stanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann ei-

ne wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-

tungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 

140 V 193 E.3.2, 125 V 256 E.4).

e) Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Da-

nach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas-

send und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren be-

deutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

- 9 -

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab-

stellt (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 

125 V 351 E.3a mit Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit 

Hinweisen). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a mit Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

holten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund einge-

hender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die 

Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-

gen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 

der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In 

Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Er-

fahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.5, 

125 V 351 E.3a und 3b). Sodann kommt auch den Berichten und Gutach-

ten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 

- 10 -

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 

und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache al-

lein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche-

rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, wel-

che das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als be-

gründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, 

welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an 

die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab an-

zulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c). Beste-

hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-

klärungen vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.3.2 und 4.4; Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

3. Obschon das Vorliegen eines Revisionsgrunds vom Beschwerdeführer 

nicht explizit bestritten wird, ist nachstehend zu prüfen, ob die Beschwer-

degegnerin zu Recht gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten sowie 

das Verlaufsgutachten des ABI Basel vom 8. Dezember 2014 bezie-

hungsweise 14. März 2016 sowie die Beurteilungen des RAD vom 

16. Dezember 2014 sowie vom 14. April 2016 einen Revisionsgrund im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG bejaht hat. 

a) Die letzte rechtskräftige Verfügung, mithin der zeitliche Referenzpunkt für 

die Beurteilung einer anspruchserheblichen Veränderung der tatsächli-

chen Verhältnisse, bildet vorliegend die Verfügung der Beschwerdegeg-

nerin vom 17. Februar 2012 (Akten der Beschwerdegegnerin [IV-act.] 46), 

mit welcher diese dem Beschwerdeführer aufgrund eines Invaliditätsgrads 

von 100 % eine ganze Rente mit Wirkung ab dem 1. März 2010 zuge-

sprochen hatte. Die in der Folge ergangene Bestätigung des Rentenan-

spruchs vom 22. Juni 2012 (IV-act. 55) ist revisionsrechtlich nicht rele-

vant, da sie nicht gestützt auf eine umfassende materielle Prüfung des 

- 11 -

Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweis-

würdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs erfolgte. Ob 

sich die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführers und, als Fol-

ge davon, dessen Arbeitsfähigkeit, wie in der angefochtenen Verfügung 

betreffend Renteneinstellung vom 17. Oktober 2016 angenommen, in ei-

ner für den Rentenanspruch massgeblichen Weise verbessert haben, be-

urteilt sich demnach durch den Vergleich des Sachverhalts, welcher der 

Verfügung vom 17. Februar 2012 zugrunde lag, mit jenem Sachverhalt, 

welcher sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 17. Okto-

ber 2016 (IV-act. 125) verwirklicht hat (vgl. KIESER, ATSG-Kommentar, 

3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 37).

b) Die vorerwähnte Verfügung vom 17. Februar 2012 beruhte in erster Linie 

auf der Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. D._____ vom 6. Juni 2011 

(IV-act. 43 S. 11 f.), welcher dem Beschwerdeführer unter Berücksichti-

gung der Beurteilungen des Universitätsspitals Zürich vom 10. September 

2009 (IV-act. 13), 14. Juli 2010 (IV-act. 29 S. 4 f.), 5. August 2010 (IV-

act. 29 S. 6-9), 29. August 2010 (IV-act. 29 S. 10 f.), 23. September 2010 

(IV-act. 29 S. 12 f.) und 25. Mai 2011 (IV-act. 39), des Hausarztes 

Dr. med. E._____, Allgemeinmedizin FMH, vom 9. November 2009 (IV-

act. 18 S. 1-4), 22. Februar 2010 (IV-act. 24), 8. Juni 2010 (IV-act. 27) 

und 8. Oktober 2010 (IV-act. 29 S. 1-3) sowie des Psychiaters Dr. med. 

F._____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 9. Dezember 2009 

(IV-act. 20) bei einem Status nach orthotoper Lebertransplantation am 

22. Januar 2010 im Universitätsspital Zürich und einer chronischen Hepa-

titis C Genotyp 1A eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit während 

der nebenwirkungsreichen und zeitaufwändigen Viruseliminierungs-

Therapie bis ca. März 2012 attestierte. 

c) In Bezug auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Er-

lasszeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 2016 liegen 

insbesondere das polydisziplinäre Gutachten sowie das Verlaufsgutach-

- 12 -

ten des ABI Basel vom 8. Dezember 2014 (IV-act. 95) beziehungsweise 

14. März 2016 (IV-act. 117) bei den Akten. Im polydisziplinären Gutachten 

vom 8. Dezember 2014 werden im Wesentlichen dieselben Diagnosen 

gestellt wie bereits vor Erlass der Verfügung vom 17. Februar 2012, mit-

hin ein Status nach orthotoper Lebertransplantation vom 22. Januar 2010 

(ICD-10 Z94.4) sowie eine chronische Hepatitis C Genotyp 1A (ICD-10 

B18.2). Zusätzlich werden in orthopädischer Hinsicht mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit chronisch intermittierende Handgelenksschmerzen links 

(ICD-10 M25.53), eine mässiggradige medial und femoropatellar betonte 

Gonarthrose rechts (ICD-10 M17.3), eine beginnende medial betonte Go-

narthrose Knie links (CD-10 M17.3) sowie ein chronisches zervikal und 

lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom ohne ausstrahlende 

Symptomatik (ICD-10 M54.80) diagnostiziert (vgl. IV-act. 95 S. 18). In 

psychiatrischer Hinsicht wird ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit neu 

eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) sowie ein Status nach 

Polytoxikomanie (ICD-10 F19.20) diagnostiziert (vgl. IV-act. 95 S. 13). 

Aus polydisziplinärer Sicht attestieren die ABI-Gutachter dem Beschwer-

deführer unter Berücksichtigung der Vorakten sowie der allgemeininter-

nistischen, psychiatrischen, orthopädischen, gastroenterologischen und 

viszeralchirurgischen ABI-Untersuchungen insgesamt eine Arbeits- re-

spektive Leistungsfähigkeit von 80 % in sämtlichen körperlich leichten, 

adaptierten Tätigkeiten ab dem Zeitpunkt der ABI-Untersuchung im Okto-

ber 2014. Einzig für körperlich mittelschwere oder schwer belastende 

Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsunfähigkeit (vgl. ausführlich zur be-

schwerdeführerischen Arbeitsfähigkeit S. 25 f. des polydisziplinären ABI-

Gutachtens vom 8. Dezember 2014 [IV-act. 95 S. 25 f.]). Hinsichtlich der 

Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers führen 

die ABI-Gutachter aus, dass nach der Lebertransplantation im Januar 

2010 und der Handgelenksoperation links im April 2013 sicher befristete 

vollständige Arbeitsunfähigkeiten bestanden hätten. Gegenüber dem Zu-

stand vor der Lebertransplantation habe sich der Zustand indes stark ver-

bessert. Der Explorand trinke keinen Alkohol mehr und die vorher fast 

- 13 -

ausgeschaltete Leberfunktion sei wieder voll gegeben. Leichte Beein-

trächtigungen bestünden diesbezüglich nur noch aufgrund der persistie-

renden Hepatitis C-Infektion und der Polymedikation (vgl. IV-act. 95 

S. 26). Im Verlaufsgutachten des ABI Basel vom 14. März 2016 werden 

sodann praktisch die identischen Diagnosen gestellt wie bereits im poly-

disziplinären ABI-Gutachten vom 8. Dezember 2014 (vgl. IV-act. 117 

S. 26 f.). Gegenüber dem Vorgutachten attestieren die ABI-Gutachter 

dem Beschwerdeführer indes lediglich noch eine 70%ige Arbeitsfähigkeit 

ab dem Begutachtungszeitpunkt (vgl. IV-act. 117 S. 27 f.). In rheumatolo-

gischer Hinsicht sei gegenüber dem Vorgutachten eine deutlich zuneh-

mende allgemeine muskuläre Atrophie festgestellt worden, wobei die Ätio-

logie dieser Atrophie aus rein rheumatologischer Sicht schwierig absch-

liessend zu beurteilen sei. Die muskuläre Atrophie habe aber zu einer 

Reduktion der maximalen Leistungsfähigkeit geführt. Körperlich regel-

mässig mittel bis schwer belastende, berufliche Tätigkeiten seien aus 

rheumatologischer Sicht nicht möglich. Für leichte bis sehr selten intermit-

tierend mittelschwere, berufliche Tätigkeiten bestehe aus rein somatisch-

rheumatologischer Sicht eine normale Arbeits- und Leistungsfähigkeit un-

ter folgenden Arbeitsplatzbedingungen (vgl. IV-act. 117 S. 23): 

"An einer tendenziell sitzenden Arbeitsstelle, bei guten ergonomischen Arbeits-
platzbedingungen, bestehen keine Einschränkungen für fein- bis selten grobmanu-
ell verarbeitende Tätigkeiten, dementsprechend sind vor allem auch kaufmänni-
sche Tätigkeiten an einem Computer gut durchführbar. Vermieden werden sollten 
anhaltende sitzende Tätigkeiten ohne Möglichkeit des Positionswechsels, Arbeiten 
mit stereotypen Rotationsbewegungen des Achsenskelettes oder mit anhaltender 
Oberkörpervorneigungsposition. Das Heben und Tragen von Lasten ist auf maxi-
mal 10 kg zu limitieren. Das Gehen auf ebener Unterlage ist nicht eingeschränkt. 
Vermieden werden sollten das regelmässige berufsbedingte Benützen von Trep-
pen oder Leitern/Gerüsten."

Auch aus gastroenterologischer Sicht habe sich die Symptomatik ge-

genüber der letzten Beurteilung eher etwas verschlechtert. Inzwischen sei 

auch eine weitere Therapie der Hepatitis C erfolglos geblieben. Aufgrund 

der bestehenden Leberfibrose oder Leberzirrhose bei chronischer Hepati-

- 14 -

tis C sei von einer Leistungsminderung von 25 - 30 % auszugehen (vgl. 

IV-act. 117 S. 25). Insgesamt bestehe aus polydisziplinärer Sicht eine Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit von 70 % in sämtlichen körperlich leichten, 

adaptierten Tätigkeiten. Für körperlich mittelschwere oder schwer belas-

tende Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-

act. 117 S. 28). 

d) Die umfassenden und in Kenntnis der Vorakten abgegebenen Beurteilun-

gen der ABI-Gutachter vermögen zu überzeugen. Sie beruhen auf allge-

meininternistischen, psychiatrischen, orthopädischen, gastroenterologi-

schen und viszeralchirurgischen Untersuchungen des Beschwerdefüh-

rers, die Beurteilungen sind einleuchtend und die Schlussfolgerungen der 

ABI-Gutachter sind begründet. Insbesondere haben die ABI-Gutachter 

nachvollziehbar und schlüssig dargelegt, dass im Jahr 2014 aus polydis-

ziplinärer Sicht eine Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit von 80 % in 

sämtlichen körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten bestanden habe 

(vgl. IV-act. 95 S. 25 f.). Ebenfalls einleuchtend wurde von den ABI-

Gutachtern begründet, dass seit der Rentenverfügung vom 17. Februar 

2012 eine wesentliche Verbesserung des beschwerdeführerischen Ge-

sundheitszustands eingetreten sei (vgl. IV-act. 95 S. 26). Und schliesslich 

haben die ABI-Gutachter im Verlaufsgutachten vom 14. März 2016 auch 

schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass sich der beschwerdeführe-

rische Gesundheitszustand seit dem Vorgutachten vom 8. Dezember 

2014 bei qualitativ unveränderten Problemen quantitativ leicht verschlech-

tert habe, sodass seit dem Begutachtungszeitpunkt (Januar 2016) nur-

mehr von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis sehr selten 

mittelschweren Tätigkeit auszugehen sei (vgl. IV-act. 117 S. 27 f.). Dem-

entsprechend kommt dem polydisziplinären ABI-Gutachten vom 8. De-

zember 2014 sowie dem ABI-Verlaufsgutachten vom 14. März 2016 voller 

Beweiswert zu. Dies zumal die Einschätzungen und Schlussfolgerungen 

der ABI-Gutachter auch vom RAD-Arzt Dr. med. D._____ in seinen Beur-

teilungen vom 18. Dezember 2014 (vgl. IV-act. 126 S. 13 f.) sowie vom 

- 15 -

14. April 2016 (vgl. IV-act. 126 S. 19) geteilt werden und überdies bei den 

medizinischen Akten keine ärztlichen Einschätzungen liegen, welche den 

ABI-Gutachten widersprechen beziehungsweise Zweifel an diesen Gut-

achten aufkommen lassen. Auch die im laufenden verwaltungsgerichtli-

chen Beschwerdeverfahren eingereichten ärztlichen Zeugnisse des Uni-

versitätsspitals Zürich vom 10. November 2016 beziehungsweise vom 

24. Februar 2017 betreffend Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

vom 10. November 2016 bis 30. April 2017 mit der Bemerkung, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund der noch aktiven Hepatitis C mit hoher Virus-

last beziehungsweise aufgrund der derzeitigen Therapie der Hepatitis C 

mit relevantem Nebenwirkungsprofil aus medizinischer Sicht nicht fähig 

sei, die Arbeit wieder aufzunehmen, vermag die gutachterliche Einschät-

zung nicht zu erschüttern. Denn die von den Ärzten des Universitätsspi-

tals Zürich infolge der noch aktiven Hepatitis C mit hoher Viruslast bezie-

hungsweise der derzeitigen Therapie der Hepatitis C mit relevantem Ne-

benwirkungsprofil attestierte Arbeitsunfähigkeit vom 10. November 2016 

bis 30. April 2017 bezieht sich offensichtlich auf einen Zeitpunkt nach Er-

lass der angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 2016. Vorliegend ist 

aber − wie gesehen − bloss der sich bis zum Zeitpunkt der angefochtenen 

Verfügung verwirklichte Sachverhalt massgebend. Dementsprechend 

können aber im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerdever-

fahren weder die attestierte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

vom 10. November 2016 bis 30. April 2017 noch die offenbar in der Zwi-

schenzeit begonnene Therapie der Hepatitis C zur Verhinderung eines 

Fortschreitens der Fibrose und Entgegenwirken eines Verlust des Trans-

plantats Beachtung finden, weil sich sowohl die attestierte Arbeitsunfähig-

keit als auch allfällige negative Auswirkungen der Hepatitis C Therapie 

nicht auf den am 17. Oktober 2016 gegebenen Sachverhalt beziehen (vgl. 

BGE 129 V 1 E.1b, 121 V 366 E.1b). Wie die Beschwerdegegnerin in ih-

rer Vernehmlassung vom 9. Januar 2017 zu Recht ausführt, könnte sich 

der Beschwerdeführer indes erneut bei der Invalidenversicherung anmel-

den, sofern es infolge der Hepatitis C Therapie zu einer Verschlechterung 

- 16 -

seines Gesundheitszustands kommen sollte. In diesem Fall wäre vom 

Beschwerdeführer glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invali-

dität in einer für den Anspruch erheblichen Weise verändert hat (vgl. 

Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Art. 87 Abs. 2 IVV). Nach dem vorstehend Gesagten 

ist die Beschwerdegegnerin gestützt auf das polydisziplinäre ABI-

Gutachten vom 8. Dezember 2014 sowie das ABI-Verlaufsgutachten vom 

14. März 2016 zu Recht von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit und dementsprechend von 

einer revisionsrechtlich relevanten Verbesserung des Gesundheitszu-

stands seit dem 17. Februar 2012 ausgegangen und hat folgerichtig auch 

das Vorliegen eines Revisionsgrunds im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG 

zu Recht bejaht.

4. Nach dem soeben Gesagten ist festzuhalten, dass seit der Zusprechung 

der ganzen Invalidenrente mit Verfügung vom 17. Februar 2012 mit Wir-

kung ab dem 1. März 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine we-

sentliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse mit Auswirkungen auf 

den Invaliditätsgrad und den Rentenanspruch eingetreten ist, weshalb 

das Vorliegen eines Revisionsgrunds i.S.v. Art. 17 Abs. 1 ATSG mit der 

Beschwerdegegnerin zu bejahen ist. Wie gesehen kommt dem polydiszi-

plinären ABI-Gutachten vom 8. Dezember 2014 sowie dem ABI-

Verlaufsgutachten vom 14. März 2016, wonach der Beschwerdeführer in 

einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit ab Januar 2016 70 % ar-

beitsfähig ist, voller Beweiswert zu, da die beiden ABI-Gutachten den Ge-

samtwert der Arbeitsfähigkeit darstellen, für die streitigen Belange umfas-

send sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Be-

schwerden berücksichtigen und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden sind. Zudem sind die beiden ABI-Gutachten in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen der ABI-Gutachter 

sind fundiert und nachvollziehbar. Weitere medizinische Abklärungen 

drängen sich bei dieser Faktenlage nicht auf (antizipierte Beweiswürdi-

- 17 -

gung; vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 

122 V 157 E.1d). 

5. Zu prüfen bleibt die Frage des Invalideneinkommens. Die Beschwerde-

gegnerin berechnet dieses in der angefochtenen Verfügung vom 17. Ok-

tober 2016 gestützt auf die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 

des Bundesamtes für Statistik wie folgt: Gemäss Tabelle TA 1 der LSE 

2014 habe sich der monatliche Bruttolohn (Zentralwert bei einer wöchent-

lichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für Tätigkeiten auf dem Kompetenzni-

veau 1 (niedrigstes Lohnniveau) im privaten Sektor bei Männern im Jahr 

2014 auf Fr. 5'312.-- belaufen. Auf der Basis der üblichen durchschnittli-

chen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden und bei der 70%igen Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers ergebe dies in Berücksichtigung der 

Lohnentwicklung der Jahre 2015 und 2016 von je 1 % im Jahr 2016 ein 

Invalideneinkommen von Fr. 47'452.-- (Fr. 5'312.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.7 x 

1.01 x 1.01). Diese Berechnung ist korrekt und wurde vom Beschwerde-

führer als solche zu Recht nicht beanstandet. Aus der Gegenüberstellung 

des unbestrittenen Valideneinkommens von Fr. 61'508.-- und des soeben 

errechneten Invalideneinkommens von Fr. 47'452.-- ergibt sich ein gerun-

deter Invaliditätsgrad von 23 % (vgl. BGE 130 V 121 E.3). Folglich hat der 

Beschwerdeführer in Anwendung von Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 88bis 

Abs. 2 lit. a IVV ab dem 1. Dezember 2016 aufgrund eines Invaliditäts-

grads von 23 % keinen Rentenanspruch mehr. Die Aufhebung der bishe-

rigen Rente per 30. November 2016 aufgrund einer wesentlichen Verbes-

serung des beschwerdeführerischen Gesundheitszustands erweist sich 

somit als rechtens und ist nicht zu beanstanden. Nur am Rande sei an 

dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin bei 

der Berechnung des Invalideneinkommens keinen Leidensabzug berück-

sichtigt hat, was vom Beschwerdeführer indes nicht beanstandet wird. 

Aufgrund des im ABI-Verlaufsgutachten vom 14. März 2016 enthaltenen 

Zumutbarkeitsprofil (vgl. vorstehend E.3c sowie IV-act. 117 S. 23) könnte 

man sich durchaus die Frage stellen, ob bei der Berechnung des Invali-

- 18 -

deneinkommens nicht ein Leidensabzug zu berücksichtigen wäre. Da in-

des selbst unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 20 % ein ren-

tenausschliessender Invaliditätsgrad von 38 % resultierte (Validenein-

kommen von Fr. 61'508.--, Invalideneinkommen von Fr. 37'961.75 

[Fr. 5'312.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.7 x 0.8 x 1.01 x 1.01]), kann dahingestellt 

bleiben, ob die Beschwerdegegnerin gehalten gewesen wäre, bei der Be-

rechnung des Invalideneinkommens einen Leidensabzug von 10 - 15 % 

zu berücksichtigen.

6. Nach dem vorstehend Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung 

vom 17. Oktober 2016 als rechtens, was zur vollumfänglichen Bestäti-

gung derselben und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde 

führt. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren − in Ab-

weichung von Art. 61 lit. a ATSG − bei Streitigkeiten um die Bewilligung 

oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versiche-

rungsgericht kostenpflichtig. Diese Kosten werden je nach Verfahrens-

aufwand und unabhängig vom Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend erscheint ein Kostenansatz von 

Fr. 700.-- angemessen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind 

sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 73 Abs. 1 

VRG). Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht praxisgemäss kein 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

- 19 -

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]