# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddba080e-4151-54c8-b5dc-3485d8395474
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2008 C-2592/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2592-2007_2008-06-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2592/2007

{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 0 8  

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

L._______,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Ernst Reber,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung eines Visums zu Geschäftszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2592/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer ist albanischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz 
in Albanien. Am 19. September 2006 beantragte er – gemeinsam mit 
einem Landsmann gleichen Nachnamens – bei  der Schweizerischen 
Botschaft  in  Tirana ein Visum für  einen Aufenthalt  zu geschäftlichen 
Zwecken bei der Firma W._______ in H._______/SH. Unter der Rubrik 
„Arbeitgeber“  vermerkte  er  auf  dem  Antragsformular  eine  Firma 
B._______ in D._______, Albanien. Unter der Rubrik „Dauer Ihres ge-
planten Aufenthalts“ hielt der Beschwerdeführer – wie im übrigen auch 
der zweite Gesuchsteller – den Zeitraum eines Jahres fest (20. Sep-
tember 2006 bis 20. September 2007). 

B.
Dem Gesuch vorangegangen war ein am 6. September 2006 per Fax 
an  die  Schweizerische  Botschaft  in  Tirana  gerichtetes  Einladungs-
schreiben besagter Firma in H._______, worin mit der Unterschrift von 
W._______, aber in gebrochenem Deutsch bestätigt wurde, dass der 
Beschwerdeführer – seines Zeichens Direktor der Firma B._______ – 
und ein  weiterer  Mitarbeiter  (Manager  bzw. Fahrer)  erwartet  würden 
und dass die beiden Firmen zusammenarbeiten würden. In einem wei-
teren an die Schweizerische Botschaft in Tirana gerichteten Schreiben 
der Firma W._______ vom 15. September 2006 wurde – diesmal ohne 
Unterschrift – die Interessenlage nochmals bestätigt und um Ausstel-
lung eines langfristigen Visums ersucht. 

C.
Die Schweizerische Botschaft lehnte es formlos ab, ein Visum in eige-
ner  Kompetenz  zu  erteilen,  weil  Zweifel  an  der  Echtheit  des  Einla-
dungsschreibens bestünden, und übermittelte das Gesuch zur Beurtei-
lung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

D.
Das Ausländeramt  des  Kantons  Schaffhausen  –  von  der  Vorinstanz 
über das Gesuch orientiert – richtete am 5. Oktober 2006 einen kurzen 
Fragebogen an die einladende Firma. Diese reagierte offenbar erst am 
21. Februar  2007 durch  persönliche  Vorsprache  des Firmeninhabers 
beim Ausländeramt. Mit Datum vom 26. Februar 2007 schliesslich be-
antwortete der Firmeninhaber den Fragekatalog in schriftlicher Form. 
Dabei vermerkte er unter anderem, die Kontakte zur Firma B._______ 

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seien bisher über einen Angestellten von ihm, der früher selbständig 
tätig  gewesen  sei,  geführt  worden.  Die  geschäftlichen  Beziehungen 
zur Firma B._______ beständen seit dem Jahre 2004 und aktuell gehe 
es  darum,  Material,  das  diese  Firma  beim  letzten  Besuch  gekauft 
habe, abzuholen und aus der Schweiz auszuführen.

E.
Die  Vorinstanz  wies  das  Visumsgesuch  mit  Verfügung  vom  7.  März 
2007 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, der Gesuchsteller 
biete – aufgrund der allgemeinen und persönlichen Verhältnisse in der 
Herkunftsregion – keine Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise. 
Der einladende Geschäftspartner in der Schweiz habe zudem anläss-
lich seiner Vorsprache beim kantonalen Ausländeramt für den Gesuch-
steller vorerst ein Asylgesuch deponieren wollen und erst nach Erläu-
terung eines solchen Verfahrens die ursprünglich  deklarierte  Absicht 
bestätigt, eine Einreise zu geschäftlichen Zwecken zu erreichen. 

F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 30. März 2007 beantragt der Beschwer-
deführer implizit die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die 
Erteilung eines Visums für den beabsichtigten geschäftlichen Zweck. 
Zur  Begründung  bringt  er  sinngemäss  vor,  die  vorübergehende Ver-
knüpfung seines Einreisebegehrens mit der Frage von Asyl beruhe auf 
einem Missverständnis und die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, 
die anstandslose Wiederausreise wäre nicht gesichert. Er sei schon in 
der Zeit  zwischen Januar 2005 und Juni 2006 zu Geschäftszwecken 
mehrfach in die Schweiz ein- und jeweils wieder ausgereist. In seiner 
Funktion als Direktor sei er für ein Unternehmen tätig, das einen jährli-
chen Umsatz von einer Million Euro erziele. Er habe auch Geschäfts-
verbindungen zu anderen schweizerischen Firmen, von denen er bis-
her Güter im Umfang von insgesamt Fr. 500'000.- gekauft  habe. Zur-
zeit befänden sich bereits von ihm bezahlte Maschinen und Fahrzeuge 
im Wert von Fr. 57'000.- in der Schweiz, und er müsse monatlich La-
gergebühren  bezahlen,  solange  er  sie  nicht  ausführen  könne.  Der 
Rechtsmitteleingabe beigelegt waren u.a. Belegkopien über die Firma 
B._______, über bestehende Bankverbindungen, Kopien von Sichtver-
merken  im Reisepass  sowie  von Rechnungen  und Zolldeklarationen 
betreffend von ihm bzw. seiner Firma in der Schweiz gekaufter Nutz-
fahrzeuge, Notstromaggregate und Baumaterialien.

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G.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 2. Juli 2007 auf 
Abweisung der Beschwerde und weist dabei insbesondere darauf hin, 
dass die geäusserten Bedenken auch von der Schweizerischen Bot-
schaft in Tirana, welche mit den Verhältnissen vor Ort bestens vertraut 
sei, geteilt würden.

H.
In seiner Replik vom 17. Oktober 2007 hält der inzwischen vertretene 
Beschwerdeführer an seinen Begehren fest. Eventualiter beantragt er 
die Rückweisung der  Sache zur  genaueren Abklärung des rechtser-
heblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung durch die Vorinstanz. 
Ergänzend führt  er  aus,  dass  er  in  seiner  Heimat  seit  Jahren  einer 
konstanten Erwerbstätigkeit nachgehe und in stabilen wirtschaftlichen 
Verhältnissen  lebe.  Es  bestünden  somit  gewichtige  berufliche  Ver-
pflichtungen,  welche  eine  Wiederausreise  nach  Albanien  sogar  not-
wendig machen würden. Hinzu kämen familiäre und verwandtschaftli-
che Verpflichtungen in seiner Heimat. Er sei verheiratet und habe ei-
nen  Sohn.  Mehrere  seiner  Brüder  seien  ebenfalls  für  die  Firma 
B._______  tätig.  Würde  er  als  Direktor  aus  der  Firma ausscheiden, 
hätte dies einschneidende Folgen für seine ganze Verwandtschaft. Er 
habe daher nicht das geringste Interesse an einer Emigration. Der ge-
plante Aufenthalt in der Schweiz sei nur von kurzer Dauer. Er wolle le-
diglich  –  wie  schon  bei  früheren  Gelegenheiten  –  von  der  Firma 
B._______  gekaufte  Fahrzeuge  und  Baumaterialien  abholen.  Die 
Schweizerische  Botschaft  in  Tirana  habe  als  Verweigerungsgründe 
den Konkurs der Geschäftspartnerin in der Schweiz sowie Zweifel hin-
sichtlich  des  Aufenthaltszweckes  genannt.  Dass  die  Firma  in  der 
Schweiz in Konkurs gegangen sei,  könne jedoch nicht  entscheidend 
sein. Denn gemäss einer Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-
richts könne ein Gastgeber in der Schweiz sowieso nicht für ein be-
stimmtes  Verhalten  seines  Gastes  garantieren.  Entsprechend  spiele 
für die Frage der gesicherten Wiederausreise keine Rolle, ob die Ge-
schäftspartnerin konkursit sei oder nicht. Er habe in der Vergangenheit 
schon  dreimal  Visa  für  Einreisen  in  die  Schweiz  zu  geschäftlichen 
Zwecken erhalten und es sei deshalb nicht ersichtlich, weshalb beim 
aktuell geplanten Aufenthalt (dazu noch zur Abholung bereits bezahl-
ter Fahrzeuge und Baumaterialien) Zweifel bestehen sollten.

I.
Auf die am 23. Oktober 2007 nachgereichte Rechnung vom 19. Okto-

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ber 2007 über die Miete von Abstellplätzen in R._______/BE und den 
weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1
Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend Verwei-
gerung  der  Einreisebewilligung  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie, sofern nicht eine kantonale Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 
1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publ. Urteils 2A. 451/2002 vom 28. 
März 2003).

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3.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bisheri-
ge Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

4.
Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen An-
spruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist – vorbe-
hältlich nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe – von der Bewil-
ligungsbehörde in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fäl-
len  (Art.  4  und  Art.  16  Abs.  1  aANAG,  Art.  9  Abs.  1  aVEA,  PETER 
UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / 
THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD [Hrsg.], Ausländerrecht, Ausländerinnen 
und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und So-
zialrecht  der  Schweiz,  Basel/Genf/München  2002,  S. 143;  URS BOLZ, 
Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht,  Basel und Frankfurt  a.M. 
1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen;  PHILIP GRANT, La protection de la 
vie  familiale  et  de  la  vie  privée  en  droit  des  étrangers,  Basel  usw. 
2000, S. 24).

4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). 

4.2 Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer 
beispielsweise Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten 
(Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).

4.3 Das Visum wird aber unter anderem auch dann verweigert, wenn 
unwahre Angaben gemacht oder falsche oder verfälschte Belege ein-
gereicht werden, um das Visum zu erschleichen (Art. 14 Abs. 2 Bst. b 

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aVEA) oder wenn begründete Zweifel am Aufenthaltszweck bestehen 
(Art. 14 Abs. 2 Bst. c 2. Halbsatz aVEA). 

5.
Der Beschwerdeführer kann sich auf keine Ausnahmeregelung berufen 
und unterliegt aufgrund seiner Nationalität den Visumsbestimmungen 
(vgl. Art. 1 bis 5 aVEA). Die Vorinstanz begründete ihre verweigernde 
Haltung in der angefochtenen Verfügung damit, dass die anstandslose 
und  fristgerechte  Wiederausreise  nicht  als  hinreichend  gesichert  er-
scheine,  und  dass  begründete  Zweifel  am  deklarierten  Aufenthalts-
zweck bestünden. 

6.
Der Vorinstanz ist insofern bezupflichten, als in Albanien nach wie vor 
breite  Bevölkerungsschichten  mit  vergleichsweise  schwierigen  Le-
bensbedingungen konfrontiert sind. Seit dem Scheitern des staatlichen 
Zentralismus im Jahre 1991 und den bürgerkriegsähnlichen Zuständen 
nach dem Zusammenbruch von Schneeballsystemen im Finanzsektor 
1997,  konnten  zwar  deutliche  Fortschritte  beim  Aufbau  marktwirt-
schaftlicher  Strukturen  erreicht  werden.  Die  albanische  Wirtschaft 
wuchs in den vergangenen Jahren zwischen fünf und sechs Prozent; 
die  Inflationsrate  verharrte  in  dem von der  Zentralbank  festgelegten 
Zielkorridor  von zwei  bis  vier  Prozent. Die Sicherheitslage im Lande 
hat sich deutlich verbessert. Diese positiven Entwicklungen vermögen 
jedoch nicht darüber hinweg zu täuschen, dass Albanien ein weiterhin 
auf internationale Hilfe angewiesenes Entwicklungsland ist. Das jährli-
che Pro-Kopf-Einkommen lag 2006 bei 3'525 USD. Nach offiziellen An-
gaben lag die Arbeitslosenquote im Jahre 2006 bei 13,8 Prozent; tat-
sächlich  dürfte  die  Quote  bei  über  30  Prozent  liegen  (Quelle: 
http://www.auswaertiges-amt.de  ,  Stand  November  2007,  besucht  am 
15. Mai 2008). Entsprechend gross ist  nach wie vor der Anteil  jener, 
die sich zur Emigration entschliessen. 

7.
Der Beschwerdeführer  nimmt  allerdings  für  sich  in  Anspruch,  in  ge-
ordneten wirtschaftlichen Verhältnissen zu leben und eine gehobene 
berufliche Position  innezuhaben. Er  will  mit  andern  Worten  von den 
widrigen  Verhältnissen,  mit  denen  breite  Bevölkerungsschichten  zu 
kämpfen haben, nicht betroffen sein. Dem widerspricht die Vorinstanz 
in ihrer Vernehmlassung nicht. Sie stellt auch nicht in Frage, dass der 
Beschwerdeführer sich in der Vergangenheit schon wiederholt zu ge-

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http://www.auswaertiges-amt.de/

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schäftlichen Zwecken in  der  Schweiz aufgehalten und das Land da-
nach ordnungsgemäss wieder verlassen hat. Die formlose Verweige-
rung des Visums durch die Schweizerische Botschaft in Tirana erfolgte 
offensichtlich auch nicht, weil sich die Verhältnisse vor Ort seit Bewilli-
gung der früheren Gesuche wesentlich verändert hätten, sondern weil 
die Botschaft aufgrund einer Prüfung der aktuellen Gesuchsunterlagen 
(insb.  des  Einladungsschreibens  des  Geschäftspartners  in  der 
Schweiz)  Zweifel  am  deklarierten  Aufenthaltszweck  hegte.  Sie  ver-
merkte  (aufgrund  dessen  schlechter  inhaltlicher  Qualität),  dass  das 
Einladungsschreiben möglicherweise nicht echt sei. 

8.
Die Vorgehensweise der Beteiligten beinhaltet  in  der  Tat eine ganze 
Reihe von Auffälligkeiten.

8.1 So hatte der Beschwerdeführer offenbar nur gerade zwei Monate 
vor  Einreichung seines  Gesuchs versucht,  zu  einem Visum zu kom-
men. Dabei stellte sich heraus, dass die Firma, die er in der Schweiz 
geschäftlich besuchen wollte, in Konkurs war. Der dazu im vorliegen-
den Verfahren beschwerdeweise erhobene Einwand, wonach ein Gast-
geber  in  der  Schweiz  gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesverwal-
tungsgerichts so oder so keine besonderen Garantien abgeben und es 
deshalb keine Rolle spielen könne, ob die angegebene Partnerfirma 
konkursit oder voll geschäftsfähig sei, ist unbehelflich. Besagte Recht-
sprechung  steht  im  Zusammenhang  mit  Einreisen  zu  Besuchszwe-
cken, befasst sich nicht mit der Frage des Aufentaltszweckes, sondern 
einzig mit  der derjenigen der gesicherten Wiederausreise und bean-
sprucht darüber hinaus keine Bedeutung. Dass der Zweck eines Ge-
schäftsvisums darin liegt, die Abwicklung von Geschäften mit einer Fir-
ma in der Schweiz zu ermöglichen und letztere dazu auch in der Lage 
sein muss, versteht sich demgegenüber von selbst und bedarf keiner 
besonderen Erläuterung. 

8.2 Zur Feststellung der Schweizerischen Botschaft in Tirana, wonach 
es sich beim Einladungsschreiben der Firma W._______ vom 4. Sep-
tember  2006  vermutungsweise  um  eine  Fälschung  handle,  weil  es 
zwar die Unterschrift des Firmeninhabers W._______ trage, jedoch in 
extrem fehlerhaftem Deutsch abgefasst und solchermassen kaum ihm 
persönlich zuzuordnen sei, äusserte sich in der Folge weder der Be-
troffene selbst noch der Beschwerdeführer.

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8.3 Im Einladungsschreiben der Firma W._______ vom 15. September 
2006, welches im Unterschied zum Schreiben vom 4. September 2006 
keine Unterschrift trägt, wurde festgehalten, die beiden Gesuchsteller 
beabsichtigten „unseren Betrieb, wie bereits mehrfach geschehen, zu 
besuchen um sich vor Ort von der Qualität unserer Ware zu überzeu-
gen und um über zukünftige Geschäfte zu sprechen“. In der zuhanden 
des  kantonalen  Ausländeramtes  abgegebenen schriftlichen  Stellung-
nahme vom 26. Februar 2007 relativierte W._______ demgegenüber, 
bisherige Geschäftsbeziehungen seien über einen früher selbständig 
tätigen (nicht namentlich genannten) Angestellten abgewickelt worden 
und der nunmehr geplante Aufenthalt diene dazu, gekaufte Waren ab-
zuholen. Aufgrund der eingereichten Akten lässt sich weder erkennen, 
dass die Firma W._______ mit Baumateriealien oder Maschinen han-
delt, noch ergeben sich Verbindungen zwischen den Belegen über ge-
kaufte  Waren  und  Maschinen  einerseits  und  der  einladenden  Firma 
andererseits. Wenn es nun einzig darum gehen soll, bereits gekaufte, 
bei einer Firma für Milchkühlanlagen im Kanton Bern eingelagerte Wa-
ren abzuholen,  so  ist  definitiv  unerklärlich,  wozu es dafür  die Einla-
dung durch eine Firma im Kanton Schaffhausen braucht.

8.4 Hinzu tritt, dass ursprünglich von den Beteiligten (Beschwerdefüh-
rer  und Gastgeber)  ein  Visum für  die  Dauer  eines  Jahres beantragt 
wurde und nicht – wie in der Replik behauptet – von sieben Tagen.

8.5 Auffällig war schliesslich auch das von der kantonalen Ausländer-
behörde  in  einer  Überweisungsnotiz  festgehaltene  Verhalten  von 
W._______ im Nachgang zur schriftlichen Aufforderung, einen Frage-
katalog zu beantworten. Zum einen reagierte er offenbar über vier Mo-
nate  nicht  auf  diese  Aufforderung,  was  die  geltend  gemachten  ge-
schäftlichen Interessen zusätzlich relativieren dürfte. Zum andern soll 
er  anlässlich  seiner  persönlicher  Vorsprache  auf  dem  Amt  ernsthaft 
versucht haben, für den Beschwerdeführer und dessen Mitarbeiter ein 
Asylgesuch einzureichen. Letzteres Verhalten, das in der Beschwerde 
mit dem blossen Hinweis auf ein Missverständnis abgetan wird, wäre 
besonders erklärungsbedürftig gewesen.

8.6 Vor  dem  aufgezeigten  Hintergrund  durfte  die  Vorinstanz  davon 
ausgehen, es beständen begründete Zweifel am Aufenthaltszweck des 
Beschwerdeführers bzw. es bestehe nicht genügend Gewähr für eine 
anstandslose und fristgerechte Wiederausreise (Art. 14 Abs. 2 Bst. c in 
fine bzw. Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA). 

Seite 9

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9.
Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis als rechtmässig 
(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang wird der unterliegende Beschwerdeführer kosten-
pflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 600.- 
festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]).

Dispositiv Seite 11

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie werden mit dem am 12. Mai 2007 geleisteten Kostenvor-
schuss gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Ausländeramt des Kantons Schaffhausen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Antonio Imoberdorf Rudolf Grun

Versand:

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