# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab73b56e-73f9-55d8-a726-484089688a63
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.08.2014 B 2013/122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2013-122_2014-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2013/122

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 19.08.2014

Entscheiddatum: 19.08.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 19.08.2014
Art. 78 Abs. 2 lit. a BauG, Anbaute. Das kantonale Recht versteht unter 
Anbaute lediglich, aber immerhin einen Gebäudeteil, dessen Errichtung in 
einem eigenständigen Bauvorgang bewilligungspflichtig ist. Soweit daraus 
und aus dem Begriff selbst nicht unverzichtbare Merkmale abzuleiten sind, 
ist die nähere Umschreibung den politischen Gemeinden überlassen. Eine 
Handhabung der kommunalen Reglementsbestimmung, die im Ergebnis 
Gebäude oder Gebäudeteile, denen jede bauliche Selbständigkeit fehlt, als 
Anbaute behandelt, widerspricht den Vorgaben des kantonalen Baurechts. 
Im konkreten Fall stellt sich der als "Anbau" behandelte Gebäudeteil mit 
Blick auf den Grundriss des Erdgeschosses weitgehend als abstrakte Idee 
dar (Verwaltungsgericht, B 2013/122).

Entscheid vom 19. August 2014

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

X. und Y.Z., A.-Strasse 02, 7310 Bad Ragaz,

Beschwerdeführer,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. 

Gallen,

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Vorinstanz,

und

Q. AG, 7000 Chur,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Hermann Just, Masanserstrasse 35, Postfach 414, 

7001 Chur,

sowie

Politische Gemeinde Bad Ragaz, Gemeinderat, 7310 Bad Ragaz,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Baubewilligung (Neubau Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage, GS-Nr. 0000, A.-

Strasse)

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.           Am 14. März 2012 reichte die Q. AG ein Baugesuch für die Erstellung eines 

sechs Wohneinheiten umfassenden Mehrfamilienhauses samt Tiefgarage auf dem 

Grundstück Nr. 0000 an der A.-Strasse in Bad Ragaz ein. Das nicht überbaute 

Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde Bad Ragaz in der 

zweigeschossigen Wohnzone W2b (act. 7-8/13). An der östlichen Seite grenzt es an 

das mit einem Einfamilienhaus überbaute Grundstück Nr. 001 von X. und Y.Z. Während 

der öffentlichen Auflage erhoben sie am 7. April 2012 Einsprache gegen das 

Baugesuch mit dem Begehren, das Bauvorhaben sei aufgrund der übermässigen 

Ausnützung der Parzelle, dem Nicht-Einhalten der Grenzabstände und weiterer 

Rechtsverletzungen nicht zu bewilligen (act. 7-8/10 und 12).

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Mit Bau- und Einspracheentscheid Nr. 101/2012 vom 14. November 2012 bewilligte 

der Gemeinderat von Bad Ragaz das Baugesuch der Q. AG unter Auflagen und wies 

die Einsprache von X. und Y.Z. ab, soweit er sie nicht auf den Zivilrechtsweg verwies 

(act. 7-8/5). Den Einsprechern wurde eine Entscheidgebühr von CHF 1'000 

überbunden.

B.           Gegen den Entscheid erhoben X. und Y.Z. beim Baudepartement St. Gallen 

am 27. November 2012 Rekurs und beantragten die Abweisung des Baugesuchs, da 

die geplante Anbaute baurechtswidrig sei. Sie wiesen darauf hin, dass die Anbaute 

weder architektonisch noch funktional vom Hauptgebäude getrennt sei und das 

Rechtsinstitut der Anbaute zweckwidrig verwendet werde, um die einzuhaltenden 

Gebäudelängen und Grenzabstände zu verringern (act. 7-1).

Am 2. April 2013 unterbreitete das Baudepartement St. Gallen X. und Y.Z. eine 

begründete vorläufige Beurteilung der Rekursangelegenheit, worin mitgeteilt wurde, 

dass dem Rekurs wohl keine Erfolgsaussichten beschieden sein werden und bei 

Weiterführung des Verfahrens beim Departementsvorsteher eine kostenpflichtige 

Abweisung des Rekurses beantragt werden müsse (act. 7-11). X. und Y.Z. hielten am 

Rekurs fest, worauf das Baudepartement St. Gallen mit Entscheid Nr. 28/2013 vom 23. 

Mai 2013 den Rekurs abwies. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, dass die 

Gemeinde Bad Ragaz in der Begriffsdefinition der Anbaute autonom sei und die 

umstrittene Anbaute alle geforderten Kriterien des Baureglements von Bad Ragaz 

erfülle. Die von der Rechtsprechung entwickelten Beurteilungskriterien, wie die 

funktionale Eigenständigkeit oder konstruktive Trennung der Anbaute vom 

Hauptgebäude, seien nur in Ergänzung zu der ausdrücklichen kommunalen 

Begriffsbestimmung anzuwenden. X. und Y.Z. wurden verpflichtet, eine 

Entscheidgebühr von CHF 2'000 zu bezahlen und die Q. AG mit CHF 2'150 zuzüglich 

Mehrwertsteuer zu entschädigen.

C.           Mit Eingabe vom 6. Juni 2013 erhoben X. und Y.Z. (Beschwerdeführer) gegen 

den Rekursentscheid des Baudepartements St. Gallen (Vorinstanz) vom 23. Mai 2013 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den sinngemässen Begehren, der 

Rekursentscheid sei aufzuheben und die Baubewilligung sei nicht zu erteilen. Die 

Vorinstanz beantragte in ihrer Stellungnahme vom 1. Juli 2013 unter Verweis auf den 

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angefochtenen Entscheid die Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat Bad 

Ragaz (Beschwerdebeteiligte) verzichtete mit Schreiben vom 10. Juli 2013 auf eine 

Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen. Die Q. AG 

(Beschwerdegegnerin) reichte keine Vernehmlassung ein und verzichtete mit Schreiben 

ihres Rechtsvertreters vom 10. September 2013 auf eine weitere förmliche 

Stellungnahme. Sie verwies dabei auf ihre Ausführungen in den Stellungnahmen vor 

der Vorinstanz beziehungsweise dem Gemeinderat von Bad Ragaz

Auf die Ausführungen der Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Begehren und die 

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Da der 

angefochtene Rekursentscheid an die Stelle des ihm zugrunde liegenden Bau- und 

Einspracheentscheids der Gemeinde Bad Ragaz vom 14. November 2012 getreten ist 

("Devolutiveffekt", BGE 134 II 142 E. 1.4 und BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 

1.1), kann auf die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der Baubewilligung 

beantragt wird, nicht eingetreten werden. Im Übrigen sind die 

Eintretensvoraussetzungen erfüllt: Die Beschwerdeführer sind zur 

Beschwerdeerhebung befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die 

Beschwerdeeingabe vom 6. Juni 2013 (Poststempel 7. Juni 2013) ist rechtzeitig 

eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf 

die Beschwerde ist deshalb unter dem genannten Vorbehalt einzutreten.

2.            Die Beschwerdeführer begründen die Rechtswidrigkeit des Bauvorhabens der 

Beschwerdegegnerin auf dem Grundstück Nr. 0000, Bad Ragaz, damit, die Einhaltung 

des verminderten Grenzabstandes gegenüber ihrem Grundstück Nr. 001 könne nicht 

damit gerechtfertigt werden, dass es sich bei diesen Gebäudeteilen um Anbauten 

handle.

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2.1.        Art. 78 Abs. 2 Ingress und lit. a des Gesetzes über die Raumplanung und das 

öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1, BauG) erwähnt Anbauten neben Neu-, 

Um-, Auf- und Nebenbauten als Tatbestände, welche einer Baubewilligung bedürfen. 

Als Anbauten gelten gemäss gängiger baurechtlicher Definition an das Hauptgebäude 

angebaute untergeordnete Bauten (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, 

Bern 2003, Rz. 688). Massgebende Kriterien sind nach der verwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung insbesondere die architektonische Gestaltung, die optische und/oder 

funktionale Unterordnung, die konstruktive Trennung, die funktionale Eigenständigkeit. 

Anbauten lehnen sich an die Fassade eines Hauptgebäudes an, sind von diesem aber 

durch eine Innenwand getrennt. Sie müssen deutlich als Anbau erkennbar sein und 

beseitigt werden können, ohne dass das Hauptgebäude konstruktiv verändert werden 

muss. Anbauten werden wie Nebenbauten auch als untergeordnete oder besondere 

Gebäude oder als Kleinbauten bezeichnet. Hinzu treten die Beschränkungen 

hinsichtlich Gebäudegrundfläche, First- und Gebäudehöhe im kommunalen 

Baureglement (GVP 2010 Nr. 41, VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014 E. 4.1).

Gemäss Art. 35 des Baureglements der Beschwerdebeteiligten in der Fassung gemäss 

Teilrevision vom 20. September 2007 (BauR/Bad Ragaz) sind Anbauten an ein 

Hauptgebäude angegliederte Baukörper mit einer architektonisch abgesetzten 

äusseren Erscheinung (Abs. 2); sie sind eingeschossig und weisen eine Gebäudehöhe 

von höchstens vier und eine Firsthöhe von höchstens fünf Metern sowie eine 

Gebäudegrundfläche von höchstens 40 Quadratmetern auf (Abs. 1 und 3). Nach der 

früheren Fassung von Art. 35 mussten sich Anbauten architektonisch eindeutig von der 

Hauptbaute abheben; die Gebäudehöhe war auf höchstens drei, die Firsthöhe auf 

höchstens 4,5 Meter beschränkt. Für Anbauten gilt ein verminderter Grenzabstand von 

drei Metern; sie dürfen höchstens vier Meter in den grossen Grenzabstand reichen (Art. 

35 Abs. 4 und 5 BauR/Bad Ragaz). Die Regelbauvorschriften sehen für die Zone W2a/b 

einen kleinen Grenzabstand von vier und einen grossen Grenzabstand von acht Metern 

vor (Art. 7 BauR/Bad Ragaz).

Die Umschreibung der Anbauten im Baureglement weicht von der gängigen 

baurechtlichen Definition insoweit ab, als sie neben den grössenmässigen 

Beschränkungen im Verhältnis zur Hauptbaute einzig auf die abgesetzte äussere 

Erscheinung abstellt. Insbesondere müssen Anbauten weder deutlich als solche 

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erkennbar sein, noch werden eine funktionale Unterordnung und Eigenständigkeit und 

eine konstruktive Trennung verlangt. Deshalb ist es auch nicht erforderlich, dass die 

Anbaute beseitigt werden kann, ohne dass das Hauptgebäude konstruktiv verändert 

werden muss. Die Beschränkung der Anforderungen hängt zusammen mit der 

gleichzeitigen Abschaffung der Ausnützungsziffer, der Umsetzung der 

raumplanerischen Grundsätze der haushälterischen Bodennutzung und der inneren 

Verdichtung sowie der schwierigen Umsetzbarkeit der alten Bestimmung, unter deren 

Geltung Raumtrennwände nachträglich entfernt worden seien. Bestehende Bauten 

sollen mit Blick auf veränderte Komfortansprüche wie grössere Badezimmer sowie 

Wohn- und Essbereiche massvoll erweitert werden können (act. 7-8/5 lit. B Ziff. 1i).

2.2.        Gemäss Art. 89 der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) ist die 

Gemeinde autonom, soweit das Gesetz ihre Entscheidungsfreiheit nicht einschränkt 

(Abs. 1); in der Rechtsetzung hat sie Entscheidungsfreiheit, wenn das Gesetz keine 

abschliessende Regelung trifft oder die Gemeinde ausdrücklich zur Rechtsetzung 

ermächtigt (Abs. 2). Art. 2 Abs. 1 des Gesetzes über die Raumplanung und das 

öffentliche Baurecht (Baugesetz; sGS 731.1, BauG) überträgt die Ortsplanung und die 

örtliche Baupolizei den politischen Gemeinden. Bei der Festlegung der 

Regelbauvorschriften kommt der Gemeinde Autonomie zu, wobei sie von den im 

Baugesetz festgelegten Definitionen nicht abweichen darf (VerwGE B 2013/70 vom 8. 

Juli 2014 E. 4.1 mit Hinweis auf Heer, a.a.O., Rz. 64 f.). Ist die Gemeinde in einem 

Sachbereich zu autonomer Rechtsetzung befugt, ist sie grundsätzlich auch in der 

Auslegung ihres eigenen Rechts frei (vgl. VerwGE B 2013/116 vom 14. Mai 2014 E. 

3.1).

Das kantonale Recht verwendet den Begriff der Anbaute in Art. 78 Abs. 2 Ingress und 

lit. a BauG, ohne ihn zu umschreiben. Es versteht unter Anbaute lediglich, aber 

immerhin einen Gebäudeteil, dessen Errichtung in einem eigenständigen Bauvorgang 

bewilligungspflichtig ist. Soweit daraus und aus dem Begriff selbst nicht unverzichtbare 

Merkmale abzuleiten sind, ist die nähere Umschreibung den politischen Gemeinden 

überlassen.

Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch wird ein Gebäude oder ein Gebäudeteil an ein 

Hauptgebäude angebaut (vgl. Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 7. Aufl. 2011). 

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Das Hauptgebäude ist für sich betrachtet geeignet, ein selbständiges Gebäude 

darzustellen. Dies kann – soweit ein Gebäude, und nicht bloss ein Gebäudeteil 

angebaut wird – auch für die Anbaute gelten. Bauen und Anbauen sind zwei Vorgänge, 

die in der Regel zeitlich auseinander fallen und unabhängig voneinander bewilligt 

werden können. Aus der gängigen baurechtlichen Umschreibung erscheinen deshalb 

die Elemente der grössenmässigen Unterordnung und konstruktiven Trennbarkeit als 

unverzichtbar. Zumindest das Hauptgebäude muss ohne die Anbaute Bestand haben 

können und in seiner Nutzung autark, das heisst nicht von der Anbaute abhängig sein 

(VerwGE B 2013/70 vom 8. Juli 2014 E. 4.2).

Soweit also gestützt auf Art. 35 BauR/Bad Ragaz Gebäude oder Gebäudeteile, denen 

jede bauliche Selbständigkeit fehlt, als Anbauten behandelt werden, widerspricht die 

Handhabung der Bestimmung den Vorgaben des kantonalen Baurechts. Dieses 

Ergebnis scheint im Übrigen auch mit Blick auf die baurechtlichen Folgen der 

Behandlung eines Gebäudeteils als Anbaute gerechtfertigt. Die Abweichungen von den 

Regelbauvorschriften mit verkleinerten Grenzabständen schmälern die 

nachbarrechtlichen Ansprüche. Der politischen Gemeinde bleibt es unbenommen, im 

Interesse einer haushälterischen Bodennutzung und inneren Verdichtung generell 

geringere Grenzabstände festzusetzen oder aber Regelungen zu treffen, nach denen 

beispielsweise Fassaden auf einer gewissen Länge den Grenzabstand unterschreiten 

können. Zu diesem Zweck den Begriff der Anbaute in der generell-abstrakten 

Umschreibung oder in der individuell-konkreten Handhabung bis zur Unkenntlichkeit 

auszuweiten, lässt sich jedoch auch mit der im Baupolizeirecht geltenden 

Gemeindeautonomie nicht rechtfertigen.

2.3.        Der umstrittene Gebäudeteil schafft Platz für ein Badezimmer sowie ein 

deutlich vergrössertes Wohn- und Esszimmer für die nordöstlich gelegene 3 ½-Zimmer 

Erdgeschosswohnung, sowie ebenfalls für ein deutlich vergrössertes Wohn- und 

Esszimmer für die südöstlich gelegene 2 ½-Zimmer Erdgeschosswohnung. Der 

Gebäudeteil ist mit einem Flachdach ausgebildet, welches als Terrasse für die östliche 

4 ½-Zimmer Wohnung im 1. Obergeschoss dient. Die im Grundrissplan eingezeichnete 

"Anbaulinie" (act. 7-8/5) verläuft zunächst parallel im Grenzabstand gemäss 

Regelbauvorschriften zum Grundstück Nr. 001 der Beschwerdeführer quer durch die 

Wohn-Essbereiche der beiden Wohnungen. Im Wohn-Essbereich der 3 ½ Zimmer-

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Wohnung beschreibt die Linie einen stumpfen Winkel und verläuft anschliessend in 

nordwestlicher Richtung, so dass eine der beiden Nasszellen der Wohnung in die als 

Anbaute ausgeschiedene Fläche fällt. Mit Blick auf den Grundriss des Erdgeschosses 

stellt sich mithin der "Anbau" weitgehend als abstrakte Idee dar. Konstruktiv stellt das 

Erdgeschoss offensichtlich eine Einheit dar, dergestalt, dass der Bau des 

Hauptgebäudes ohne die "Anbaute" nicht in der verbleibenden Form realisiert würde. 

Das, was im Grundrissplan als Anbaute bezeichnet wird, lässt sich nicht aus der 

Architektur und insbesondere aus dem Grundriss des Erdgeschosses ablesen, sondern 

ist in erster Linie Ergebnis einer abstrakten Anwendung von Abstandsregeln.

Offen bleiben kann, ob sich der als Anbaute bezeichnete Gebäudeteil aufgrund seiner 

Eingeschossigkeit und den Absetzungen in der Fassade im Sinn von Art. 35 BauR/Bad 

Ragaz als an ein Hauptgebäude angegliederter Baukörper mit einer architektonisch 

abgesetzten äusseren Erscheinung präsentiert. Festzustellen ist, dass die einheitliche 

Materialisierung und farbliche Gestaltung der Fassaden und die zumindest gegen 

Süden geringfügige Absetzung der Fassade die Erkennbarkeit einer architektonisch 

abgesetzten äusseren Erscheinung zumindest erschweren. Offen bleiben kann unter 

diesen Umständen auch, ob die Nutzung des Daches des Gebäudeteils als Terrasse 

mit der reglementarisch vorgeschriebenen Eingeschossigkeit von Anbauten vereinbar 

ist.

3.            Die Beschwerdeführer begründen die Unzulässigkeit der projektierten Baute 

auch damit, die Abschaffung der Ausnützungsziffer führe wohl kaum dazu, dass unter 

Berücksichtigung der Strasse eine Ausnützungsziffer von 0.77 und ohne Strasse eine 

Ausnützungsziffer von 0.85 erreicht werden dürfe. Nachdem die aus der 

Ausnützungsziffer abgeleitete Baubeschränkung mit der ersten Teilrevision des 

Baureglements der Gemeinde Bad Ragaz vom 20. September 2007 weggefallen ist, 

erübrigt sich eine Berechnung dieser Verhältniszahl von vornherein. Vielmehr soll mit 

der Abschaffung ein Ausbau bestehender Gebäude unter Beachtung der geltenden 

baupolizeilichen Vorschriften zulässig werden. Einer solchen Änderung ist mit 

politischen Mitteln zu begegnen.

4.            Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde in der Sache als begründet. 

Sie ist gutzuheissen, soweit auf sie eingetreten werden kann. Der angefochtene 

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Entscheid der Vorinstanz vom 23. Mai 2013 ist aufzuheben und die nachgesuchte 

Baubewilligung nicht zu erteilen.

5.            (…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist. Der 

Entscheid der Vorinstanz vom 23. Mai 2013 wird aufgehoben und die nachgesuchte 

Baubewilligung nicht erteilt.

2.            Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000 bezahlt die 

Beschwerdegegnerin. Der Kostenvorschuss von CHF 2'000 wird den 

Beschwerdeführern zurückerstattet.

3.            Die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von CHF 2'000 und des 

Einspracheverfahrens von CHF 1'000 bezahlt die Beschwerdegegnerin.

4.            Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Scherrer

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