# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 144839d0-480b-58d6-8829-957755b15de4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.03.2007 ZF 2007 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2007-5_2007-03-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. März 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 07 5

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Giger
Aktuar Engler

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

des Z., Kläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mauro 
Lardi, Advokatur und Notariat Lardi & Partner, Reichsgasse 65, Postfach 474, 
7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes S u r s e l v a  vom 21. November 2006, mitgeteilt 
am 19. Dezember 2006, in Sachen des Klägers und Berufungsklägers gegen Y., 
Beklagter und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef 
Brunner, Poststrasse 3, Postfach 156, 7130 W.,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. In den vergangenen Jahren war Z. während der Wintersaison stets 
bei der X. AG angestellt, die in W. und an weiteren Orten Sportgeschäfte betreibt. 
Für die Sommermonate suchte er sich jeweils anderweitig Arbeit.

Ab dem 05. Mai 2004 wurde Z. im Malergeschäft des Y. in V. beschäftigt. 
Weil er sich einer Knieoperation unterziehen musste, war er jedoch gemäss ärzt-
lichem Zeugnis vom 11. Mai 2004 bis zum 28. Juni 2004 zu 100 % arbeitsunfähig. 
Anschliessend nahm er seine Tätigkeit bei Y. wieder auf. Wegen zunehmender 
Rückenschmerzen wurde beim Arbeitnehmer indessen schon bald eine neue 
Operation notwendig, so dass er gemäss ärztlichem Zeugnis vom 23. Juli 2004 
bis zum 30. September 2004 zu 100 % arbeitsunfähig war. Danach kam es zu 
keinem Arbeitseinsatz mehr für Y.. Ab Oktober 2004 war Z. vielmehr wieder – 
vorerst allerdings nur zu 50 % –  für die X. AG tätig.

Z. erhielt von Y. einen Lohn von insgesamt Fr. 5000.00 ausbezahlt (200 
Stunden à Fr. 25.00). Der Arbeitnehmer ist demgegenüber der Meinung, dass ihm 
nach dem allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag 2002-2004 für das 
Maler- und Gipsergewerbe ein Nettostundenlohn von Fr. 26.81 zugestanden habe. 
Ausserdem macht er geltend, dass er gemäss dem gleichen Vertragswerk bei Ab-
schluss der dort vorgesehenen Versicherung unter Berücksichtigung von zwei Ka-
renztagen für 78 Tage, an welchen er am Arbeitseinsatz verhindert gewesen sei, 
einen Anspruch besessen hätte auf ein Krankentaggeld in der Höhe von 80 %, 
berechnet auf dem genannten Nettostundenlohn und einer durchschnittlichen Be-
schäftigungsdauer von acht Stunden pro Tag.

Eine Einigung darüber, ob der Arbeitnehmer bei dieser Ausgangslage vom 
Arbeitgeber noch finanzielle Leistungen zugut habe, gelang nicht. Es kam deshalb 
zum Prozess.

B. Am 20. Januar 2006 machte Z. beim Kreispräsidenten Lumne-
zia/Lugnez als Vermittler eine gegen Y. gerichtete Forderungsklage anhängig. 
Laut dem Leitschein vom 22. Februar 2006 hatte der Kläger an der Sühnever-
handlung vom 21. Februar 2006 die folgenden Anträge gestellt:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 13'492.33 zzgl. Zins 
von 5 % ab dem 19.01.2006 zu bezahlen.

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 2. Unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und ausseramtlicher 
Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Beklagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 14. März 2006 unterbreitete Z. die Streitsa-
che dem Bezirksgericht Surselva, wobei er an seinen Rechtsbegehren gemäss 
Leitschein festhielt, mit der geringfügigen Änderung, dass er den Forderungsbe-
trag nunmehr mit Fr. 13'492.30 bezifferte.

In seiner Prozessantwort vom 05. Mai 2006 liess Y. demgegenüber bean-
tragen, es sei die Klage vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge plus 7,6 % Mehrwertsteuer.

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht durchgeführt.

D. Mit Urteil vom 21. November 2006, mitgeteilt am 19. Dezember 
2006, erkannte das Bezirksgericht Surselva:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte verpflichtet, 
dem Kläger Fr. 2987.00 nebst Zins von 5 % seit 20. Januar 2006 zu 
bezahlen.

 2. Die Kosten des Bezirksgerichts Surselva, bestehend aus:
der Gerichtsgebühr von Fr. 4000.00
der Schreibgebühr von Fr.   260.00
den Barauslagen von Fr.     40.00
total somit Fr. 4300.00
gehen zulasten der Gerichtskasse.
Der Kläger hat den Beklagten ausseramtlich mit Fr. 1525.80 zu ent-
schädigen.

 3. Mitteilung an: ….“

E. Hiergegen liess Z. am 08. Januar 2007 Berufung an die Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Surselva vom 21.11.2006, mitgeteilt 
am 19.12.2006, sei aufzuheben, und die Klage vom 20.01.2006 sei 
vollumfänglich gutzuheissen.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger für das erstinstanzliche 
Verfahren eine ausseramtliche Entschädigung von Fr. 6889.50 zu be-
zahlen.

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3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge im Berufungsverfahren 
zu Lasten des Beklagten.“

F. An der mündlichen Berufungsverhandlung vom 19. März 2007 be-
stätigte der Rechtsvertreter von Z. die schriftlichen Berufungsbegehren. Y. liess 
demgegenüber beantragen, es sei die Berufung abzuweisen und das angefoch-
tene Urteil zu bestätigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Ge-
genpartei.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteivertreter zur Begründung ihrer 
Rechtsbegehren wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die 
beiden Rechtsanwälte gaben überdies schriftliche Ausfertigungen ihrer Vorträge 
zu den Akten.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 24 Abs. 1 GestG können arbeitsrechtliche Streitigkei-
ten, wie hier eine gegeben ist, am Wohnsitz bzw. Sitz der beklagten Partei oder 
aber am gewöhnlichen Arbeitsort der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers an-
hängig gemacht werden. Beschäftigt wurde der Kläger im Malergeschäft, welches 
Y. in V. betreibt. Der Mittelpunkt der Berufstätigkeit von Z. lag also in einer zum 
Bezirk Surselva gehörenden Gemeinde, in welcher sich im Übrigen auch der 
Wohnsitz des Beklagten befindet. Damit durfte die vom Kläger angerufene Vorin-
stanz ihre örtliche Zuständigkeit bejahen.

Z. belangte Y. auf Bezahlung eines Betrages von Fr. 13'492.33 samt Zins. 
Eine solche Klage fällt gemäss Art. 19 Ziff. 1 ZPO in die sachliche Zuständigkeit 
des jeweiligen Bezirksgerichtes, hier also jenes von Surselva, so dass auch inso-
weit einem Eintreten auf die Streitangelegenheit durch die Vorinstanz nichts ent-
gegenstand.

Bezirksgerichtliche Urteile im Sinne von Art. 19 ZPO, seien sie in vermö-
gensrechtlichen (Ziff. 1) oder nicht vermögensrechtlichen Streitsachen (Ziff. 2) er-
gangen, können gemäss Art. 218 Abs. 1 ZPO mit Berufung bei der Zivilkammer 
des Kantonsgerichtes angefochten werden, wobei bei Ersteren der ursprünglich 

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erforderliche Streitwert (höher als Fr. 8000.00) im Zeitpunkt der Ausfällung des 
erstinstanzlichen Urteils noch vorhanden sein muss (vgl. PKG 1994-15-54). Dem 
war hier offensichtlich so, ist es doch vor Bezirksgericht Surselva weder zu einem 
Rückzug in entsprechendem Umfang noch zu einer teilweisen Anerkennung der 
Klage gekommen. Da das Rechtsmittel überdies innert Frist ergriffen wurde (Art. 
219 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und da die Weiterzugserklärung ausserdem den gesetz-
lichen Formerfordernissen entspricht (Art. 219 Abs. 1 Satz 2 ZPO), ist darauf 
grundsätzlich einzutreten.

2. Zu Recht blieb bereits im Verfahren vor Bezirksgericht Surselva un-
bestritten, dass Z. nicht etwa als Selbständigerwerbender ein Vertragsverhältnis 
mit Y. eingegangen ist, wie es wohl anzunehmen wäre, wenn er eigenverantwort-
lich und auf eigenes wirtschaftliches Risiko mit eigenen Produktionsmitteln für ihn 
Malerarbeiten ausgeführt hätte. Vielmehr stellte er ihm in dessen Malerbetrieb ge-
gen Lohn seine Arbeitskraft weisungsgebunden zur Verfügung. Eine solche Be-
ziehung durfte die Vorinstanz als Arbeitsvertrag einstufen (vgl. ULLIN STREIFF / 
ADRIAN VON KAENEL, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 6. Aufl., 
Zürich 2006, Art. 319 OR N. 2 ff.).

Ebenso wenig in Frage gestellt wird, dass sich die Parteien nur für eine 
beschränkte Dauer im Sommer 2004 binden wollten, da Z. ab dem Herbst 2004, 
wie bereits in den Wintersaisons zuvor, wiederum für einen anderen Arbeitgeber 
(die X. AG) tätig sein würde. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist dabei man-
gels genügender gegenteiliger Anhaltspunkte davon auszugehen, dass die ver-
tragliche Bindung zu Y. ab dem 05. Mai 2004 bestanden hat, ab jenem Tag also, 
an welchem Z. seine Arbeit bei ihm aufgenommen hat. Verpflichtet worden ist der 
Arbeitnehmer, wie der Arbeitgeber in einem Schreiben vom 01. Dezember 2004 
an die Gewerkschaft SYNA selber einräumte, bis Ende September 2004, was auch 
damit im Einklang steht, dass Z. laut den Aussagen des Zeugen U. im Oktober 
2004 wieder für die X. AG im Einsatz stand. In Bezug auf den weiteren Inhalt des 
zwischen Y. und Z. bestandenen Vertragsverhältnisses kann entgegen der Mei-
nung der Vorinstanz und des Beklagten nicht von eigentlicher Arbeit auf Abruf ge-
sprochen werden (vgl. hierzu STREIFF/VON KAENEL, a. a. O., Art. 319 OR N. 18 S. 
92 ff.). Hierzu fehlen die notwendigen Absprachen zur zeitlichen Ausgestaltung 
und zur finanziellen Abgeltung der Rufbereitschaft sowie zur Einsatzpflicht des Ar-
beitnehmers nach den Weisungen des Arbeitgebers. Hinzu kommt, dass Z. nach 

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den bei den Akten liegenden, unbeanstandet gebliebenen Aufzeichnungen in der 
Zeit, in welcher sein Gesundheitszustand einen Arbeitseinsatz zuliess, im Durch-
schnitt während mindestens acht Stunden pro Tag für Y. gearbeitet hat. Die wirt-
schaftlichen Gegebenheiten des Betriebs riefen also keineswegs nach einem Ar-
beitsmodell mit Rufbereitschaft und ebenso fehlen Anhaltspunkte, dass der Arbeit-
nehmer aus persönlichem Interesse eine solche Regelung bevorzugt haben 
könnte. All dies erlaubt den Schluss, dass die Parteien grundsätzlich eine Vollzeit-
beschäftigung anstrebten, wobei allfälligen Schwankungen beim Arbeitsanfall da-
durch Rechnung getragen wurde, dass der Arbeitnehmer nicht einen festen Mo-
natslohn bezog, sondern dass seine Leistungen nach Stunden abgegolten wur-
den.

3. Am 14. März 2002 schlossen der Schweizerische Maler- und Gipser-
unternehmerverband, die Gewerkschaft Bau und Industrie sowie die Gewerk-
schaft SYNA einen Gesamtarbeitsvertrag ab, der unter anderem für das Maler- und 
Gipsergewerbe des Kantons Graubünden gelten sollte, und zwar – von hier nicht 
weiter interessierenden Ausnahmen abgesehen – für sämtliche Arbeitgeber und 
Arbeitnehmer all jener Betriebe und Betriebsteile, welche Maler- und Gipserarbei-
ten ausführen oder ausführen lassen und zum Berufbild des Malers oder Gipsers 
gehören. Die Vereinbarung trat auf den 01. April 2002 in Kraft und wurde (vorerst) 
auf zwei Jahre abgeschlossen, wobei vorgesehen wurde, dass sie sich jeweils um 
ein Jahr verlängere, falls keine Kündigung erfolge. Es ist anerkannt, dass der Ver-
trag auf den 31. März 2004 gekündigt wurde.

Durch Bundesratsbeschluss vom 10. September 2002 (BBl 2002 S. 6049 
ff.) wurden die hier in erster Linie interessierenden so genannten normativen Be-
stimmungen des Gesamtarbeitsvertrages vom 14. März 2002 (Art. 7 ff.), die für 
die beteiligten Arbeitgeber und Arbeitnehmer unmittelbar gelten, für allgemein ver-
bindlich erklärt (vgl. hierzu EDWIN SCHWEINGRUBER / WALTER F. BIGLER, Kommentar 
zum Gesamtarbeitsvertrag mit Einschluss der Allgemeinverbindlicherklärung, 2. 
Aufl., Bern 1972, S. 88 f.), und zwar für die Zeit vom 01. Oktober 2002 bis zum 30. 
September 2005. Ihnen unterworfen wurden damit im aufgezeigten Geltungsbe-
reich auch jene Arbeitgeber und Arbeitnehmer, welche keiner der am Gesamtar-
beitsvertrag beteiligten Parteien angehörten, die so genannten Aussenseiter also 
(vgl. SCHWEINGRUBER/BIGLER, a. a. O., S. 87 f.). – Nach der Kündigung des Ge-
samtarbeitsvertrages wurde dessen Allgemeinverbindlichkeit auf den 10. Juni 

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2004 wieder aufgehoben, durch Bundesratsbeschluss vom 02. Juni 2004 (BBl 
2004 S. 2803).

Bei dieser Sachlage ist für den Ausgang des vorliegenden Forderungspro-
zesses von Belang, ob die Bestimmungen des Gesamtarbeitsvertrages über die 
gegenseitigen Leistungspflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer – auf welcher 
rechtlichen Grundlage auch immer – auf das hier interessierende, von Y. und Z. 
für die Zeit vom 05. Mai 2004 bis 30. September 2004 eingegangene Vertragsver-
hältnis anwendbar sind. Während der Arbeitgeber und die Vorinstanz dies vernei-
nen, gelangt die Zivilkammer in Übereinstimmung mit dem Arbeitnehmer zum ge-
genteiligen Schluss. Im einen Fall bliebe es bei der auf das OR abgestützten Lohn-
fortzahlungsregelung gemäss angefochtenem Urteil, im anderen erfährt Z., wie 
sich den Ausführungen in E. 5 entnehmen lässt, eine wesentliche finanzielle Bes-
serstellung.

4. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und der von einem 
Teil der Lehre vertretenen Meinung haben die durch die Parteien unverändert ge-
lassenen, ihre Leistungspflichten betreffenden Bestimmungen eines Gesamtar-
beitsvertrages auch über dessen Beendigung hinaus Bestand, soweit zu seiner 
Nachwirkung nichts anderes abgemacht wurde. Sie gelten fortan allerdings nicht 
mehr normativ, sondern nur noch – aber immerhin – als dem tatsächlichen beid-
seitigen Parteiwillen entsprechender Inhalt des Einzelarbeitsvertrages, und dies 
für so lange, bis ihn die Parteien abändern oder gänzlich aufheben (vgl. BGE 130 
III 19 E. 3.1.2 S. 22 ff.; FRANK VISCHER / ANDREAS C. ALBRECHT, Zürcher Kommen-
tar, Teilband V2c, Der Arbeitsvertrag, Art. 356-360f OR, 4. Aufl., Zürich 2006, Art. 
356c OR N. 46; FRANK VISCHER, Schweizerisches Privatrecht Band VII/4, Der Ar-
beitsvertrag, 3. Aufl., Basel 2005, S. 369). Ob das Gleiche auch dann gilt, wenn 
ein Arbeitsvertrag erst nach dem Wegfall eines einschlägigen Gesamtarbeitsver-
trages abgeschlossen wird, ist ungewiss (vgl. BGE 130 III 19 E. 3.1.2.2 S. 24 un-
ten).

Aus dem Umstand, dass der Gesamtarbeitsvertrag vom 14. März 2002 für 
das Maler- und Gipsergewerbe am 05. Mai 2004, als Z. seine Tätigkeit bei Y. auf-
nahm, bereits seit dem 31. März 2004 durch Kündigung aufgelöst war, darf nun 
aber nicht einfach gestützt auf das zuletzt Gesagte abgeleitet werden, dass des-
sen normativen Bestimmungen (zum Lohn etwa oder zu den Ferien etc.) für das 
hier interessierende Arbeitsverhältnis keinerlei rechtliche Wirkung mehr gehabt 

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hätten. Zu beachten ist nämlich, dass der vorliegend relevante Bereich dieses Ge-
samtarbeitsvertrages seinerzeit allgemein verbindlich erklärt worden ist, mit Wir-
kung ab dem 01. Oktober 2002 bis und mit dem 30. September 2005. Da der 
Gesamtarbeitsvertrag wie gesehen zum 31. März 2004 gekündigt und somit vor 
Ablauf der Geltungsdauer der Allgemeinverbindlichkeit beendet wurde, hätte sie 
an sich nach dem in Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Allgemeinver-
bindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen vom 28. September 1956 (AVEG) 
enthaltenen Grundsatz auf den gleichen Zeitpunkt ausser Kraft gesetzt werden 
sollen. Es besteht nun aber keine Gewissheit, dass die zuständige Behörde vom 
Wegfall eines Gesamtarbeitsvertrages stets rechtzeitig erfährt und so überhaupt 
erst zum Vorgehen nach Art. 17 Abs. 1 AVEG in die Lage kommt. Im vorliegenden 
Fall ist denn auch die Allgemeinverbindlichkeit nicht bereits auf den Kündigungs-
termin hin aufgehoben worden, sondern auf einen späteren Zeitpunkt, den 10. Juni 
2004. Solchen Begebenheiten Rechnung tragend sieht deshalb Art. 17 Abs. 2 
AVEG vor, dass die allgemein verbindlich erklärten Bestimmungen eines Gesamt-
arbeitsvertrages auch nach dessen Auflösung ihre Geltung für alle betroffenen Ar-
beitgeber und Arbeitnehmer so lange behalten, bis die Allgemeinverbindlichkeit 
ausser Kraft gesetzt wird, hier also bis zum 10. Juni 2004. Andernfalls könnten 
sich daraus nicht erwünschte widersprüchliche Regelungen ergeben, dann näm-
lich, wenn die zuständige Behörde und die Aussenseiter erst mit Verspätung vom 
Dahinfallen eines Gesamtarbeitsvertrages Kenntnis erhalten, während die daran 
beteiligten Verbände ihre Mitglieder möglicherweise längst unterrichtet haben. 
Dies würde den Grundsatz der Gleichbehandlung aller Arbeitgeber und Arbeitneh-
mer verletzen und die Rechtssicherheit gefährden (vgl. SCHWEINGRUBER/BIGLER, 
a. a. O., S. 144; STREIFF/VON KAENEL, a. a. O., Art. 365c OR N. 5 S. 1053; JEAN-
FRITZ STÖCKLI, Berner Kommentar, Band VI.2.2.3, Gesamtarbeitsvertrag und Nor-
malarbeitsvertrag, Art. 356-360 OR, Bern 1999, Art. 356b OR N. 112).

Als Z. und Y. spätestens am 05. Mai 2004 ihren Arbeitsvertrag abschlossen, 
war die Gültigkeitsdauer des einschlägigen Gesamtarbeitsvertrages zwar bereits 
seit dem 30. März 2004 abgelaufen. Dennoch blieben dessen Bestimmungen über 
die gegenseitigen Leistungspflichten auch für neu einzugehende vertragliche Bin-
dungen anwendbar, und dies, ohne dass der Grundsatz ihrer Nachwirkung auf 
bestehende Arbeitsverträge analog herbeigezogen werden müsste, sondern des-
halb, weil sie mit Wirkung ab 01. Oktober 2002 allgemein verbindlich erklärt wor-
den waren und sich hieran bislang nichts geändert hatte, am 05. Mai 2004 also 
noch keine Ausser-Kraft-Setzung erfolgt war. Die gegenteilige, die Allgemeinver-

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bindlichkeit ohne sachlichen Grund ignorierende Meinung würde wie gesehen ge-
gen das Gleichbehandlungsgebot verstossen und das Bedürfnis nach Rechtssi-
cherheit vernachlässigen. Der allgemein verbindlich erklärte normative Bereich 
des Gesamtarbeitsvertrages blieb also auf den von den Parteien des vorliegenden 
Prozesses abgeschlossenen Arbeitsvertrag anwendbar, ist doch nicht erstellt und 
wird auch nicht behauptet, dass sie in den hier interessierenden Punkten zulässi-
gerweise von ihm Abweichendes vereinbart haben. Ebenso wenig wurde auch nur 
andeutungsweise geltend gemacht, geschweige denn bewiesen, dass sie ihr Ver-
tragsverhältnis wenigstens in der Folge im Hinblick auf die Aufhebung der Allge-
meinverbindlichkeit mit Wirkung ab 10. Juni 2004 oder allenfalls nach diesem Zeit-
punkt auf eine andere Grundlage stellen wollten, und es finden sich hierzu in den 
Akten denn auch sonst wie keinerlei Anhaltspunkte. Der Inhalt des von Y. und Z. 
eingegangenen Arbeitsvertrages richtete sich damit weiterhin nach den bei des-
sen Abschluss geltenden allgemein verbindlichen Bestimmungen des Gesamtar-
beitsvertrages vom 14. März 2002.

5. Z. erkennt an, von Y. für 200 Arbeitsstunden zum vereinbarten An-
satz von Fr. 25.00 entlöhnt worden zu sein. Auf der anderen Seite behauptet der 
Arbeitgeber selber nicht, seinem Arbeitnehmer einen höheren Betrag als diese Fr. 
5000.00 bezahlt zu haben, dass er ihm insbesondere über den Grundlohn hinaus 
den 13. Monatslohn und das Ferienguthaben anteilmässig abgegolten habe. Auf 
beides aber besitzt Z. einen Anspruch, fehlt doch jeder Anhaltspunkt, dass er 
während der Zeit seiner Anstellung Ferien bezogen hat, und sieht der Gesamtar-
beitsvertrag ausdrücklich vor, dass bei Arbeitsverhältnissen, die wie hier mindes-
tens einen Monat gedauert haben, ein 13. Monatslohn (allenfalls anteilmässig) ge-
schuldet ist. Berücksichtigt man diese beiden Zuschläge von je 8,33 % sowie die 
Abzüge von 8,09 % für Sozialversicherungsbeiträge, die auf dem auf diese Weise 
ermittelten Bruttostundenlohn vorzunehmen sind, ergibt sich der vom Kläger gel-
tend gemachte Nettostundenlohn von Fr. 26.81, dessen Berechnung denn auch 
für den Fall, dass der Gesamtarbeitsvertrag anwendbar sein sollte, nicht konkret 
beanstandet wurde. Bezogen auf die genannten 200 Stunden bedeutet dies, dass 
sich der Lohnanspruch des Arbeitnehmers auf Fr. 5362.00 netto belief und nicht 
bloss auf die Fr. 5000.00, welche ihm bislang ausgerichtet wurden. Da Z. somit 
Fr. 362.00 zu wenig Lohn erhalten hat, ist Y. zu verpflichten, ihm diesen Betrag 
noch nachzuzahlen.

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Laut dem Gesamtarbeitsvertrag wäre Y. gehalten gewesen, zu Gunsten 
von Z. eine die Lohnfortzahlungsregelung des Art. 324a OR ablösende, eine klare 
Besserstellung bedeutende Krankentaggeldversicherung abzuschliessen, welche 
für die Dauer von 720 Tagen 80 % des massgeblichen Lohnes decken sollte, wo-
bei Arbeitnehmer wie der Kläger mit einer Beschäftigungsdauer von weniger als 
vier Jahren im gleichen Betrieb pro Krankheitsfall eine Karenzzeit von einem Tag 
in Kauf zu nehmen haben. Dieser Verpflichtung ist der Beklagte ohne entschuld-
baren Grund nicht nachgekommen. Es wird nicht einmal konkret geltend gemacht 
geschweige denn bewiesen, dass ernsthaft versucht wurde, für den geforderten 
Versicherungsschutz zu sorgen. Ebenso wenig steht mit hinlänglicher Gewissheit 
fest, dass Z. damals ohnehin nicht in eine Taggeldversicherung aufgenommen 
worden wäre oder dass die Versichererin jedenfalls jene Leiden, die schliesslich 
zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit führen sollten, von der Deckung ausgenom-
men hätte, wobei anzumerken ist, dass zumindest der Rücken im Zeitpunkt der 
Aufnahme der Arbeitstätigkeit offenbar noch kein gesundheitliches Problem dar-
stellte. Y. vermag sich also nicht einfach mit dem Einwand zu entlasten, dass seine 
Untätigkeit in Sachen Versicherung für das Ausbleiben von Taggeldleistungen gar 
nicht relevant gewesen sei; vielmehr hat er hierfür einzustehen. Berücksichtigt 
man, dass Z. während der Dauer seiner Anstellung wegen zweier Krankheitsfälle 
an insgesamt 80 Tagen keine Arbeit verrichten konnte, dass er für zwei Tage die 
sich daraus ergebenden finanziellen Folgen selber zu tragen hat, dass auch bei 
pflichtgemässem Vorgehen des Arbeitgebers lediglich 80 % des erzielbaren Loh-
nes durch die Versicherung gedeckt gewesen wären, dass der Arbeitnehmer nach 
den genannten, verwertbaren Aufzeichnungen in der Zeit, in der er nicht krank 
geschrieben war, durchschnittlich mindestens acht Stunden pro Tag für Y. im Ein-
satz stand und dass ein Nettostundenlohn von Fr. 26.81 geschuldet war, ergibt 
sich für die verbleibenden 78 Tage ein Verlust an Lohnersatz in der Höhe von Fr. 
13'383.55. Hierfür hat Y. den Arbeitnehmer schadlos zu halten.

Die oben dargestellte Differenz von Fr. 362.00 zwischen dem für die geleis-
tete Arbeit geschuldeten und dem tatsächlich bezahlten Lohn sowie die eben er-
wähnten Fr. 13'383.55 Abgeltung der dem Arbeitnehmer durch das Versäumnis 
von Y. entgangenen Taggelder ergeben ein Guthaben zu Gunsten von Z. in der 
Höhe von Fr. 13'745.55. Hieran muss er sich allerdings noch einen Betrag von Fr. 
250.00 anrechnen lassen, nämlich die fünf mal fünfzig Franken, welche er 
während seiner fünfmonatigen Anstellungszeit gemäss dem Gesamtarbeitsver-

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trag an die für die Krankentaggeldversicherung zu entrichtenden Prämien hätte 
beitragen müssen.

Insgesamt ergibt sich damit ein ab dem Zeitpunkt der Anhängigmachung 
der Klage zum üblichen Satz zu verzinsendes Guthaben des Arbeitnehmers in der 
Höhe von Fr. 13'495.55. Hiervon kann ihm freilich nicht mehr zugesprochen wer-
den, als er in seiner Prozesseingabe selber verlangt hatte. All dies führt zur Gut-
heissung der Berufung und zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. In Gutheis-
sung der Klage wird Y. verpflichtet, Z. einen Betrag von Fr. 13'492.30 zuzüglich 
Zins zu 5 % seit dem 20. Januar 2006 zu bezahlen.

6. Gemäss der Vorschrift von Art. 343 Abs. 2 und 3 OR, von der weder 
durch Abrede, Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag abgewichen wer-
den darf (vgl. MANFRED REHBINDER / WOLFGANG PORTMANN, Basler Kommentar, 
Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR, 3. Aufl., Basel 2003, Art. 361 OR N. 2), dürfen 
auf die Parteien in zivilprozessualen Auseinandersetzungen um behauptete An-
sprüche aus dem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 von 
hier nicht weiter interessierenden Ausnahmen abgesehen keine Gerichtskosten 
abgewälzt werden; sie sind vielmehr auf die jeweilige Gerichtskasse zu nehmen. 
Dem Rechnung tragend belasteten der Kreispräsident Lumnezia/Lugnez im Leit-
schein und das Bezirksgericht Surselva im angefochtenen Urteil die bei ihnen auf-
gelaufenen Verfahrenskosten von Fr. 200.00 und Fr. 4300.00 der Kreis- bzw. der 
Bezirksgerichtskasse.

Nach der eben dargestellten Regelung, die auch in Zusammenhang mit der 
Anrufung einer Rechtsmittelbehörde verbindlich bleibt, sind die bei der Zivilkam-
mer des Kantonsgerichtes aufgelaufenen Verfahrenskosten vom Kanton 
Graubünden zu übernehmen.

7. Kostenbefreiung im Sinne von Art. 343 Abs. 3 OR ändert nichts 
daran, dass die obsiegende Partei grundsätzlich einen Anspruch besitzt, zu Las-
ten der unterliegenden Gegnerin die ihr erwachsenen Umtriebe angemessen ab-
gegolten zu erhalten (vgl. BGE 115 II 30 E. 5c S. 42).

Nachdem Z. vor Bezirksgericht Surselva mit seiner Forderung lediglich ei-
nen Teilerfolg erzielt hatte, erwirkte er nunmehr im Berufungsverfahren gegen den 

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Widerstand des Beklagten die vollumfängliche Gutheissung seiner Klage. Y. wird 
ihm gegenüber somit entschädigungspflichtig. Der vom Kläger in diesem Zusam-
menhang geltend gemachte Betrag von Fr. 9416.35 (Fr. 6889.50 für das erstin-
stanzliche Verfahren und Fr. 2526.85 für das Weiterzugsverfahren) beruht auf ei-
nem vertretbaren, der Bedeutung der Streitsache und der Verantwortung des An-
walts gerecht werdenden Aufwand. Er kann deshalb ungekürzt zugesprochen wer-
den.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und es wird das angefochtene Urteil auf-
gehoben.

2. In Gutheissung der Klage wird Y. verpflichtet, Z. einen Betrag von Fr. 
13'492.30 zuzüglich Zins zu 5 % seit dem 20. Januar 2006 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Bezirksgerichtes Surselva von Fr. 4300.00 (Gerichtsgebühr 
Fr. 4000.00, Schreibgebühr Fr. 260.00, Barauslagen Fr. 40.00) gehen zu 
Lasten der Bezirksgerichtskasse Surselva.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

5. Y. wird überdies verpflichtet, Z. für die Verfahren vor beiden Instanzen eine 
Umtriebsentschädigung von insgesamt Fr. 9416.35 zu bezahlen.

6. Gegen diese einen Streitwert von weniger als 15'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-
cher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das 
Rechtsmittel dem Bundesgericht innert 30 Tagen seit Eröffnung der 
vollständigen Ausfertigung der Entscheidung schriftlich in der gemäss Art. 
42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar