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**Case Identifier:** 065876ba-298c-5549-8b60-150ceb064fa2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.01.2012 BVGE 2012/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2012-17_2012-01-24.pdf

## Full Text

Aufsichtsmittel 2012/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 327 

 

17 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III  
i.S. Pensionskasse der X. gegen Amt für berufliche Vorsorge und 

Stiftungen des Kantons Zürich 
C‒4740/2009 vom 24. Januar 2012 

Berufliche Vorsorge. Vorsorgereglement. Vorausbestimmung von 

beitragspflichtigen Bonuszahlungen als variable Anteile des versi-

cherten Lohnes. 

Art. 1 Abs. 2 und Art. 79b BVG. Art. 1f und Art. 3 Abs. 1 BVV 2. 

1. Vom Grundsatz, dass der versicherbare Lohn das AHV-

beitragspflichtige Einkommen nicht übersteigen darf, kann 

ausserhalb der Ausnahmen von Art. 3 Abs. 1 BVV 2 nicht be-

liebig abgewichen werden. Dies gilt auch für Bonuszahlungen als 

im Bankensektor wichtige Bestandteile des Einkommens und 

variable Anteile des versicherten Lohnes (E. 5.1 ff.). 

2. Auswirkungen bei der Anwendung der sogenannten Praenu-

merando-Methode bei zeitweilig fehlender Bonuszahlung (E. 5.4). 

3. Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes durch eine be-

absichtigte Reglementsbestimmung (E. 6.1). 

4. Keine Verletzung von Art. 79b BVG, da kein Einkauf ermöglicht 

wird, welcher die reglementarischen Leistungen übersteigt 

(E. 6.2). 

Prévoyance professionnelle. Règlement de prévoyance. Fixation à 

l'avance des bonus soumis à cotisation, en tant que parts variables 

du salaire assuré. 

Art. 1 al. 2 et art. 79b LPP. Art. 1f et art. 3 al. 1 OPP 2. 

1. Mis à part les exceptions de l'art. 3 al. 1 OPP 2, il n'est pas 

possible de s'écarter librement du principe selon lequel le salaire 

assurable ne doit pas dépasser le revenu soumis à la cotisation 

AVS. Cela vaut aussi pour les paiements de bonus, qui sont dans 

le secteur bancaire des éléments importants du revenu et 

constituent des parts variables du salaire assuré (consid. 5.1 ss). 

2. Conséquences en cas d'application de la méthode dite praenume-

rando, dans les périodes où aucun bonus n'est perçu (consid. 5.4). 

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328 BVGE / ATAF / DTAF 

 

3. Violation du principe de l'égalité de traitement par un projet de 

disposition du règlement de prévoyance (consid. 6.1). 

4. Absence de violation de l'art. 79b LPP, car le règlement ne 

permet pas de rachat supérieur au montant des prestations régle-

mentaires (consid. 6.2). 

Previdenza professionale. Regolamento di previdenza. Determi-

nazione anticipata di bonus assoggettati ai contributi in quanto 

elemento variabile del salario assicurato. 

Art. 1 cpv. 2 e art. 79b LPP. Art. 1f e art. 3 cpv. 1 OPP 2. 

1. Al di là delle eccezioni previste all'art. 3 cpv. 1 OPP 2, non è 

possibile derogare liberamente al principio secondo cui il salario 

assicurabile o il reddito assicurabile non deve superare il reddito 

assoggettato al contributo AVS. Tale principio si applica anche ai 

bonus versati nel settore bancario, che sono importanti elementi 

di reddito e componenti variabili del salario assicurato 

(consid. 5.1 segg.). 

2. Conseguenze dell'applicazione del cosiddetto metodo prae-

numerando per quanto riguarda i bonus non ancora determinati 

(consid. 5.4). 

3. Violazione del principio dell'uguaglianza causata da una 

prospettata disposizione del regolamento (consid. 6.1). 

4. L'art. 79b LPP è rispettato se non è possibile operare riscatti che 

eccedano le prestazioni previste dal regolamento (consid. 6.2). 

 

Unter dem Namen « Pensionskasse der X. » besteht eine im Register für 

die berufliche Vorsorge des Kantons Zürich eingetragene Stiftung, 

welche bezweckt, die Arbeitnehmer der X. AG im Rahmen des BVG 

sowie im Bereiche der weitergehenden Vorsorge gegen die wirtschaft-

lichen Folgen von Alter, Invalidität und Tod zu versichern. 

Am 24. September 2008 erliess der Stiftungsrat der Pensionskasse der X. 

(nachfolgend: Pensionskasse oder Beschwerdeführerin) ihr ab 1. Januar 

2009 gültiges Vorsorgereglement (nachfolgend: Reglement). Gemäss 

Art. 2.1 dieses Reglements führt die Pensionskasse einerseits einen 

Rentenplan und andererseits einen Bonusplan, die nach dem Prinzip des 

Beitragsprimats Altersleistungen und nach dem Prinzip des Leistungs-

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primats Leistungen bei Invalidität und Tod erbringen. Im Rentenplan sind 

die versicherbaren Jahressaläre und im Bonusplan die versicherbaren 

Boni versichert (Art. 2.2). Das versicherte Salär ist in Art. 24 des Regle-

ments geregelt. Im Rentenplan entspricht das versicherte Salär dem 

beitragspflichtigen Salär und bildet die Basis für die Höhe der maximal 

möglichen Einkaufssumme in das Altersguthaben sowie für die Äufnung 

des Altersguthabens bei Invalidität (Art. 24.1), wogegen im Bonusplan 

das versicherte Salär von der Pensionskasse innert sehr kurzer Zeit auf 

verschiedene Weise wie folgt definiert worden ist: 

a) Fassung von Art. 24.2 per 1. Januar 2008: 

« Das versicherte Salär im Bonusplan entspricht: 

- im Januar einem Drittel der Summe der in den vorangegangenen 

drei Kalenderjahren ausgerichteten beitragspflichtigen Bonus-

zahlungen; 

- ab Februar einem Drittel der Summe der im laufenden Kalender-

jahr sowie in den vorangegangenen zwei Kalenderjahren ausge-

richteten beitragspflichtigen Bonuszahlungen. 

Es bildet im Bonusplan die Basis für die Höhe der maximal 

möglichen Einkaufssumme in das Altersguthaben sowie für die 

Äufnung des Altersguthabens bei Invalidität. » 

 

b) Fassung von Art. 24.2 per 1. Januar 2009: 

« Das versicherte Salär im Bonusplan entspricht: 

- im Januar dem im Bonusplan versicherten Salär im voran-

gegangenen Dezember, mindestens aber dem beitragspflichtigen 

Bonus im Januar, und  

- ab Februar den beitragspflichtigen Boni des laufenden Kalender-

jahres. 

Es bildet im Bonusplan … » (vgl. Fassung per 1. Januar 2008) 

 

c) Fassung von Art. 24.2 per 1. Februar 2009: 

Um aufgrund der unsicheren Situation bezüglich des Auszahlungs-

zeitpunktes allfälliger Bonuszahlungen bei der X. AG einen zu 

starken abrupten Rückgang der versicherten Risikoleistungen für die 

Versicherten zu vermeiden, änderte der Stiftungsrat noch mit 

Beschluss vom 23. Januar 2009 kurzfristig per 1. Februar 2009 nebst 

einer anderen Reglementsbestimmung auch Art. 24.2. Nach der 

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neuen Fassung von Art. 24.2 1. Satz des Reglements entspricht das 

versicherte Salär im Bonusplan: 

« - der Summe der beitragspflichtigen Boni im laufenden Kalender-

jahr; 

- der Summe der beitragspflichtigen Boni des Vorjahres, solange im 

laufenden Kalenderjahr kein Bonus ausgerichtet worden ist. » 

 

Mit Verfügung vom 19. Juni 2009 stellte das Amt für berufliche Vorsorge 

und Stiftungen des Kantons Zürich (nachfolgend: Aufsichtsbehörde oder 

Vorinstanz) fest, dass sowohl Art. 24.2 des Reglements gemäss Stiftungs-

ratsbeschluss vom 24. September 2008, gültig ab dem 1. Januar 2009, 

wie auch Art. 24.2 des Nachtrags zu diesem Reglement, gültig ab dem 

1. Februar 2009, rechtswidrig seien, und setzte beide Bestimmungen 

ausser Kraft; des Weiteren wies die Aufsichtsbehörde die Pensionskasse 

an, solange vom Stiftungsrat keine gesetzeskonforme Reglementsbe-

stimmung beschlossen werde, die insbesondere entweder die laufenden 

Boni oder ein Schnitt der Boni der letzten – höchstens drei Jahre – versi-

chere, eine Übergangsregelung anzuwenden, die sich an Art. 24.2 des 

Reglements in der Fassung vom Januar 2008 anlehnte mit folgendem 

Wortlaut: 

« Das versicherte Salär im Bonusplan entspricht: 

- im Januar einem Drittel der Summe der in den vorangegangenen 

drei Kalenderjahren ausgerichteten beitragspflichtigen Bonuszah-

lungen; 

- ab Februar einem Drittel der Summe der im laufenden Kalender-

jahr sowie in den vorangegangenen zwei Kalenderjahren ausgerich-

teten beitragspflichtigen Bonuszahlungen. 

Das Drittel des Bonusses aus dem laufenden Kalenderjahr darf nur 

ausbezahlt werden, wenn es bereits feststeht. Steht es noch nicht 

fest, darf die Leistung in diesem Umfang nicht ausbezahlt werden. 

Sofern und sobald es feststeht, muss die Pensionskasse die ent-

sprechenden Leistungen nachzahlen. 

Das versicherte Salär im Bonusplan bildet die Basis für die Höhe der 

maximal möglichen Einkaufssumme in das Altersguthaben sowie für 

die Äufnung des Altersguthabens bei Invalidität. » 

Gegen die Verfügung der Vorinstanz erhob die Pensionskasse Beschwer-

de beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte deren Aufhebung. 

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BVGE / ATAF / DTAF 331 

 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde teilweise gut und 

weist die Sache zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück. 

Aus den Erwägungen: 

4.   
4.1 Die Aufsichtsbehörde hat über die Einhaltung der gesetzlichen, 
statutarischen und reglementarischen Vorschriften durch die Vorsorge-

einrichtungen sowie die Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der 

beruflichen Vorsorge dienen, zu wachen (Art. 62 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge [BVG, SR 831.40]), indem sie insbesondere die 

Übereinstimmung der reglementarischen Bestimmungen mit den gesetz-

lichen Vorschriften prüft (Bst. a), von den Vorsorgeeinrichtungen und den 

Einrichtungen, die nach ihrem Zweck der beruflichen Vorsorge dienen, 

periodisch Berichterstattung fordert, namentlich über die Geschäfts-

tätigkeit (Bst. b), Einsicht in die Berichte der Kontrollstelle und des 

Experten für berufliche Vorsorge nimmt (Bst. c) sowie die Massnahmen 

zur Behebung von Mängeln trifft (Bst. d) und Streitigkeiten betreffend 

das Recht der versicherten Person auf Information beurteilt (Bst. e). 

4.2 Gemäss Art. 62 Abs. 1 Bst. d BVG trifft die Aufsichtsbehörde 
die Massnahmen zur Behebung von Mängeln. Hierzu stehen ihr 

präventive und repressive Aufsichtsmittel zur Verfügung. Mittels des re-

pressiven Handelns soll der rechtmässige Zustand wieder hergestellt 

werden, während die präventiven Mittel darauf ausgelegt sind, gesetzes- 

und statutenwidriges Verhalten der Vorsorgeeinrichtung durch eine 

laufende Kontrolle ihrer Geschäftstätigkeit zu verhindern. Als repressive 

Aufsichtsmittel kommen unter anderem die Mahnung pflichtvergessener 

Organe, das Erteilen von Weisungen oder Auflagen in Frage, soweit die 

Vorsorgeeinrichtung keinen Ermessensspielraum hat; sie kann auch 

Entscheide oder Erlasse der Stiftungsorgane aufheben oder ändern, wenn 

und soweit diese gesetzes- oder urkundenwidrig sind, Stiftungsorgane 

und Liquidatoren abberufen und einsetzen, oder die Ersatzvornahme 

durch Dritte auf Kosten der Stiftung oder die Einsetzung eines Bei-

standes oder eines interimistischen Stiftungsrates unter gleichzeitiger 

Enthebung des ordentlichen Stiftungsrates anordnen. Diese Aufzählung 

ist nicht abschliessend. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen steht 

fest, dass die Aufsichtsbehörde bloss dann mittels Massnahmen repressiv 

eingreifen kann, falls sie im Handeln der Vorsorgeeinrichtung einen 

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Verstoss gegen gesetzliche oder statutarische Vorschriften erkennt. Die 

Aufsichtstätigkeit ist mithin als eine Rechtskontrolle ausgestaltet (vgl. 

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C‒5462/2008 und C‒2795/2009 

vom 11. April 2011 E. 4; ISABELLE VETTER-SCHREIBER, Staatliche 

Haftung bei mangelhafter BVG-Aufsichtstätigkeit, Zürich 1996, S. 61 ff.; 

HANS MICHAEL RIEMER/GABRIELA RIEMER-KAFKA, Das Recht der 

beruflichen Vorsorge in der Schweiz, 2. Aufl., Bern 2006, S. 65 f.; CARL 

HELBLING, Personalvorsorge und BVG, 8. Aufl., Bern 2006, S. 667). 

Damit liegt nicht schon dann ein Mangel vor, wenn die Aufsichtsbehörde 

in einer Sache anders entschieden hätte als die Vorsorgeeinrichtung. 

Demgemäss hat die Aufsichtsbehörde zu beachten, dass der Vorsorge-

einrichtung ein Ermessen zusteht. Dabei ist Letztere an den vorgegebe-

nen rechtlichen Rahmen gebunden und sie muss die allgemeinen Rechts-

prinzipien beachten. Im Weiteren muss sie ihr Ermessen gestützt auf die 

sachlich nahe liegenden Kriterien und den Verhältnissen des Einzelfalls 

angemessen und damit zweckmässig ausüben (THOMAS MERKLI/ARTHUR 

AESCHLIMANN/RUTH HERZOG, Kommentar zum Gesetz über die 

Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 66 N. 24 und 

26). 

4.3 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz zu repressiven Auf-
sichtsmitteln gegriffen, indem sie eine vom Stiftungsrat der Beschwerde-

führerin beschlossene Bestimmung ihres Vorsorgereglements (Art. 24.2) 

über das versicherte Salär in den zwei Fassungen per 1. Januar 2009 und 

per 1. Februar 2009 aufgehoben und die Beschwerdeführerin gleichzeitig 

angewiesen hat, statt der geltenden Fassung der genannten Bestimmung 

vom 1. Januar 2008 eine modifizierte Übergangsbestimmung anzuwen-

den, solange vom Stiftungsrat keine gesetzeskonforme Fassung beschlos-

sen werde. Damit ist vorliegend zu prüfen, ob diese aufsichtsrechtlichen 

Massnahmen rechtens waren. 

5. Umstritten ist in erster Linie die Rechtmässigkeit der ausser 
Kraft gesetzten Fassungen der Reglementsbestimmung per 1. Januar 

2009 respektive per 1. Februar 2009. Die Vorinstanz sieht in diesen Fas-

sungen eine Verletzung einerseits von Art. 1 Abs. 2 BVG und anderer-

seits von Art. 79b Abs. 1 BVG. Zudem werde das Gleichbehandlungs-

gebot verletzt. Demgegenüber vertritt die Beschwerdeführerin die 

Auffassung, ihre Formulierungen seien mit der auslegungsbedürftigen 

Grundsatznorm von Art. 1 Abs. 2 BVG vereinbar. Art. 79b Abs. 1 BVG 

könne seinerseits nicht verletzt sein, da die Höhe der Alterskapitalien 

durch die Reglementsbestimmung nicht berührt sei. Schliesslich werde 

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BVGE / ATAF / DTAF 333 

 

ebenfalls der Grundsatz der Gleichbehandlung innerhalb der Versicherten 

mit Bonus und derjenigen ohne Bonus nicht verletzt. 

5.1  
5.1.1 Laut Art. 1 Abs. 2 BVG in der seit 1. Januar 2006 geltenden 
Fassung darf der in der beruflichen Vorsorge versicherbare Lohn das 

AHV-beitragspflichtige Einkommen nicht übersteigen. Es handelt sich 

um eine Konkretisierung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes der 

Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise 

(Art. 113 Abs. 2 Bst. a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Diese relative Ober-

grenze (relativ zum AHV-beitragspflichtigen Einkommen), ergänzt durch 

die absolute Obergrenze von Art. 79c BVG, wonach der nach dem 

Reglement versicherbare Lohn auf den zehnfachen oberen Grenzbetrag 

von Art. 8 Abs. 1 BVG beschränkt ist, gelten gemäss Art. 49 Abs. 2 

Ziff. 1 und Ziff. 25 BVG jedenfalls auch in der überobligatorischen res-

pektive weitergehenden Vorsorge.  

5.1.2 Zu den beiden in Art. 1 Abs. 2 BVG verwendeten Begriffe ist 
zunächst was folgt anzumerken: Der versicherbare Lohn ist dasjenige 

Einkommen, das a priori der beruflichen Vorsorge unterstellt werden 

kann, wogegen der versicherte Lohn derjenige Teil des versicherbaren 

Lohnes ist, der schliesslich tatsächlich a posteriori der beruflichen 

Vorsorge unterstellt wird (vgl. Bundesamt für Sozialversicherungen 

[BSV], Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 91 Rz. 530, 

abrufbar unter: < http://www.bsv.admin.ch > Praxis > Vollzug > Vollzug 

Sozialversicherungen > BV (2. Säule) > Mitteilungen). Zum AHV-

beitragspflichtigen Einkommen, das insbesondere in Art. 5 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinter-

lassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) umschrieben wird, gehören 

auch variable Lohnanteile wie Boni (vgl. nachstehend).  

5.1.3 Bonuszahlungen sind variable Lohnanteile, die zu den 
Leistungskomponenten des Lohnes gehören. Sie werden von Jahr zu Jahr 

festgesetzt und fluktuieren, womit vom versicherten Lohn abhängige 

Leistungen in den Vorsorgefällen wie Invalidität und Tod je nach Eintritt 

des Versicherungsfalles unterschiedlich ausfallen können. Diese Tatsache 

ist der Ursprung des Rechtsstreites, zumal Bonuszahlungen zum massge-

benden Lohn gemäss Art. 7 Bst. c der Verordnung vom 31. Oktober 1947 

über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV, SR 831.101) 

und somit grundsätzlich auch zum versicherten beziehungsweise 

beitragspflichtigen Lohn nach Art. 7 Abs. 2 BVG gezählt werden. Da sie 

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im Bankensektor zu einem wichtigen Bestandteil des Einkommens 

geworden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A.153/2008 vom 

14. Oktober 2008 E. 2.2) und von der Arbeitgeberfirma auch im vor-

liegenden Fall regelmässig in Aussicht gestellt und ausgerichtet wurden, 

gehören sie nicht zu den gelegentlich anfallenden Lohnbestandteilen, die 

vom anrechenbaren Lohn ausgeschlossen werden dürfen (BSV, 

Mitteilungen über die berufliche Vorsorge Nr. 58 Rz. 357, abrufbar unter: 

< http://www.bsv.admin.ch > Praxis > Vollzug > Vollzug Sozialversiche-

rungen > BV (2. Säule) > Mitteilungen; JÜRG BRECHBÜHL, in: Schneider/ 

Geiser/Gächter, [Hrsg.], Handkommentar zum BVG und FZG, Bern 

2010, Art. 7 N. 46; ISABELLE VETTER-SCHREIBER, BVG, Zürich 2009, 

Art. 7 N. 8; HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 2. Aufl., 

Zürich 2012, Rz. 567).  

5.2  
5.2.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestim-
mung. Vom klaren, das heisst eindeutigen und unmissverständlichen 

Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, unter anderem 

dann nämlich, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut 

nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche Gründe können sich 

aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und 

Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben 

(BGE 137 V 167 E. 3.1 mit Hinweisen). 

5.2.2 Der Wortlaut von Art. 1 Abs. 2 BVG ist unmissverständlich. Die 
Grenze für den versicherbaren Lohn in der beruflichen Vorsorge ist klar 

definiert. Der Gesetzgeber wollte mit dieser Regel Exzesse aus der 

Vergangenheit korrigieren (JACQUES-ANDRÉ SCHNEIDER, in: Schneider/ 

Geiser/Gächter, a.a.O., Art. 1 N. 25), was insbesondere aus den Bera-

tungen des Zweitrates (Ständerat) entnommen werden kann. Der zustän-

dige Kommissionspräsident des Ständerates Eugen David erklärte an der 

entscheidenden parlamentarischen Sitzung vom 28. November 2002 was 

folgt (vgl. Amtliches Bulletin der Bundesversammlung 2002 S 1036): 

« Die Kommission will nicht, dass das BVG letztendlich zu einem reinen 

Steuersparvehikel umfunktioniert werden kann – auch wenn es nur eine 

sehr kleine Gruppe betrifft –, sondern es soll seinen Zweck für die breite 

Bevölkerung erfüllen, nämlich eine sichere zweite Säule zur Verfügung 

zu stellen. Daher wird dies in Artikel 1 Absatz 1 so umschrieben. Ergän-

zend dazu hat die Kommission in Artikel 1 Absatz 2 auch direkt eine 

Grenze in das Gesetz geschrieben, nämlich dass der versicherbare BVG-

Lohn das AHV-beitragspflichtige Einkommen nicht überschreiten darf. 

Aufsichtsmittel 2012/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 335 

 

Die Kommission will also, dass dort, wo privilegiert auf Einkommens-

teilen BVG angespart wird, auch von diesen Einkommensteilen AHV-

Beiträge gezahlt werden. Sie will die heutige Situation, wo zum Teil auf 

viel tieferen Einkommen AHV-Beiträge geleistet werden, aber auf 

wesentlich höheren Einkommen nachher Steuerabzüge gemacht werden, 

für das BVG so nicht weiterführen. » Bundesrätin Ruth Dreifuss ergänzte 

sodann, dass « il s'agit là d'un des mécanismes qui doit empêcher les abus 

du système du deuxième pilier à des fins fiscales, ou qui doit empêcher 

que par le truchement du deuxième pilier, des bonifications qui ne 

correspondent pas au salaire proprement dit soient distribuées. (…) Voilà 

les principes qu'il appartiendra au Conseil fédéral (…) de définir et de 

rappeler en préambule. » Art. 1 Abs. 2 BVG ist dann so vom Gesetzgeber 

angenommen worden und trat im Rahmen der ersten BVG-Revision am 

1. Januar 2006 in Kraft. Aus den genannten Beratungen ist denn auch der 

Sinn und Zweck der auszulegenden Bestimmung abzuleiten. 

5.3   
5.3.1 Die Beschwerdeführerin führt nun zur Untermauerung der von 
ihr in der strittigen Reglementsbestimmung festgelegten, sogenannten 

« Praenumerando-Methode » (also der Vorausbestimmung des versicher-

ten Lohnes) ins Feld, diese sei zulässig, da der Gesetzgeber verschiedent-

lich Abweichungen des Grundsatzes von Art. 1 Abs. 2 BVG zugelassen 

habe, obwohl die vorgeschlagene Lösung in casu eben gerade dazu 

führen kann, dass der versicherbare Lohn das AHV-beitragspflichtige 

Einkommen entgegen Art. 1 Abs. 2 BVG zumindest zeitweilig übersteigt, 

was die Beschwerdeführerin auch nicht in Abrede stellt (…). So sehe 

etwa Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 18. April 1984 über die beruf-

liche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 

831.441.1) vor, dass die Vorsorgeeinrichtung in ihrem Reglement festle-

gen könne, dass Lohnbestandteile weggelassen werden, die nur gelegent-

lich anfallen würden (Bst. a), der koordinierte Jahreslohn zum Voraus 

aufgrund des letzten bekannten Jahreslohnes bestimmt werde (abgesehen 

von bereits vereinbarten Änderungen, Bst. b) und die koordinierten 

Löhne bei Berufen, in den der Beschäftigungsgrad oder die Einkom-

menshöhe stark schwankten, pauschal nach dem Durchschnittslohn der 

jeweiligen Berufsgruppe festgesetzt würde (Bst. c). Diese Abweichungen 

habe der Bundesrat gestützt auf die Delegationsnorm von Art. 7 Abs. 2 

BVG, Satz 2 erlassen, die übrigens auch in der überobligatorischen 

Vorsorge gelte (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG], 

heute Bundesgericht, B 85/01 vom 24. Juli 2003 E. 3.2). Schliesslich 

habe das Bundesgericht in mehreren Entscheiden zugelassen, dass Sam-

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melstiftungen den versicherten Lohn nach der Praenumerando-Methode 

bestimmen. 

Nach Auffassung der Vorinstanz hingegen verletzt die strittige Regle-

mentsbestimmung Art. 3 Abs. 1 Bst. b BVV 2, die bei der Bestimmung 

des versicherten Lohnes nur ein Abstellen auf den letzten bekannten 

Jahreslohn vorsehe. Darüber hinaus seien in Art. 3 Abs. 1 BVV 2 spezifi-

sche, in ihrem Ausmass beschränkte Abweichungen geregelt, die nicht 

Grundlage für eine generelle Abweichung des Grundsatzes von Art. 1 

Abs. 2 BVG bilden könnten. 

5.3.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann Art. 3 
Abs. 1 Bst. b BVV 2 nicht als Grundlage dazu dienen, Vorsorgeeinrich-

tungen zu erlauben, beliebige Lösungen in jede Richtung zu entwickeln, 

um den versicherten Lohn im Voraus zu bestimmen. In der von der 

Beschwerdeführerin zitierten Rechtsprechung ging es um die Vorausfest-

setzung der Beiträge für ein Kalenderjahr, die zum Teil weniger weit ging 

als Art. 3 Abs. 1 Bst. b BVV 2, indem der versicherte Jahreslohn für das 

gesamte Kalenderjahr unverändert blieb (Urteile des EVG B 20/05 vom 

15. Februar 2007 E. 6.2 und B 85/01 vom 24. Juli 2003 E. 6.1) respektive 

nachträglich im Folgejahr an die tatsächlichen und für die AHV mass-

geblichen Lohnverhältnisse angepasst wurde (VETTER-SCHREIBER, 

a.a.O., Art. 3 BVV 2 N. 3; Urteil des EVG B 21/02 vom 11. Dezember 

2002 E. 4.2). Diese Rechtsprechung ist im dritten zitierten Urteil 

9C_115/2008 und 9C_134/2008 vom 23. Juli 2008 E. 4.3 lediglich 

bestätigt worden, in welchem die betroffene Sammelstiftung zwischen 

gemeldetem und versichertem Jahreslohn begrifflich unterschieden und 

dann betragsmässig gleichgesetzt hat. In keinem dieser Fälle ging es um 

Boni als variable Lohnanteile, welche zum Teil schwanken und einmal 

oder auch wiederholt gar nicht ausbezahlt werden können. Jedenfalls 

kann die Beschwerdeführerin daraus nichts zu Gunsten ihrer Rechts-

auffassung ableiten. Mit der Vorinstanz kann auch festgehalten werden, 

dass die Beschwerdeführerin nichts aus Art. 47 BVG ableiten kann, bei 

welcher Bestimmung es um das Ausscheiden aus der obligatorischen 

Vorsorge geht. Gleiches gilt für den am 1. Januar 2011 in Kraft getrete-

nen Art. 33a BVG, welche für Versicherte gilt, deren Lohn sich nach dem 

58. Altersjahr reduziert, zumal diese Regelung der sozialen Absicherung 

für diese beschränkte Fallkategorie dient. Daraus folgt als Zwischener-

gebnis, dass die generelle Weiterversicherung von nicht angefallenen 

Boni nicht aus den angeführten gesetzlichen Regelungen und Recht-

sprechung hergeleitet werden kann.  

Aufsichtsmittel 2012/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 337 

 

5.4  
5.4.1 Die Beschwerdeführerin ist aber der Meinung, dass es jedenfalls 
in ihrer Autonomie liege, den versicherten Lohn im Bonusplan im Voraus 

so zu bestimmen, dass er der Summe der beitragspflichtigen Boni im 

laufenden Kalenderjahr beziehungsweise des Vorjahres entspricht, so-

lange im laufenden Kalenderjahr kein Bonus ausgerichtet worden ist 

(letzte Fassung per Februar 2009 von Art. 24.2 des Reglements), 

respektive ab Februar den beitragspflichtigen Boni des laufenden 

Kalenderjahres entspricht (vorletzte Fassung per Januar 2009). Sie hält 

der Vorinstanz vor, sie verbiete die vorausbestimmte Festsetzung des 

versicherten Lohnes für in der Bankbranche übliche und verbreitete Boni 

eher des in der Öffentlichkeit als Reizwort wahrgenommenen Begriffes 

wegen und mache eine unzulässige Unterscheidung etwa mit dem Gast-

gewerbe (Trinkgelder). Auch handle es sich lediglich um eine alternative 

Berechnungsmethode, für den Fall, dass kein Bonus ausgerichtet werde; 

ansonsten werde auf die aktuellen Bonuszahlungen abgestellt. Dem-

gegenüber vertritt die Vorinstanz die Auffassung, dass mit der von der 

Beschwerdeführerin beschlossenen Regelung ein Versicherter, der alter-

nierend in einem Jahr einen Bonus erhalte und im nächsten nicht, immer 

den laufenden Bonus oder denjenigen des Vorjahres versichere, sodass er 

in Bezug auf die Leistungen jedes zweite Jahr mehr als das AHV-

beitragspflichtige Einkommen versichert habe. Die Beschwerdeführerin 

wendet ein, dass das versicherte Einkommen nur während einer 

beschränkten Übergangszeit über dem Einkommen liege, das im selben 

Zeitraum der AHV-Beitragspflicht unterliege, was zulässig sei. 

5.4.2 Tatsache ist, dass der in der beruflichen Vorsorge versicherbare 
Lohn nach der hier im Streite liegenden Reglementsbestimmung, auch 

wenn sie eine alternative Berechnungsmethode bei fehlender Bonus-

zahlung statuiert, das AHV-beitragspflichtige Einkommen wiederholt für 

eine grosse Anzahl Personen und nicht zuletzt auch bei hohen Boni 

übersteigen kann, dies unter Verletzung der Grundnorm von Art. 1 Abs. 2 

BVG wie in E. 6.1.3 umschrieben. Für das Gericht handelt es sich ange-

sichts des möglichen Ausmasses und der möglichen Auswirkungen nicht 

um eine geringfügige Abweichung vom Gesetz. Der von der Beschwer-

deführerin behauptete beschränkte Zeitraum könnte sich vielmehr be-

liebig oft wiederholen. Die Regelung betrifft praktisch das ganze, 

zahlreiche Personal der Stifterfirma. Schliesslich geht die Beschwer-

deführerin von einem Durchschnittswert der Boni von Fr. 16'807.‒ aus. 

Bereits diese Zahl ist im Verhältnis zum Durchschnittslohn wohl keine 

« quantité négligeable ». In betraglicher Hinsicht dürfte sich das Ausmass 

2012/17 Aufsichtsmittel 

 

 

338 BVGE / ATAF / DTAF 

 

der Abweichung zur gesetzlichen Regelung jedoch bei hohen Boni um 

ein Mehrfaches multiplizieren. Alles in allem kommt das Gericht zum 

Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit Art. 24.2 ihrer Reglementsbe-

stimmung per Januar beziehungsweise Februar 2009 die gesetzlichen 

Grenzen und ihr Ermessen überschritten hat, ohne dass sie etwas für sich 

aus anderen, klar umschriebenen oder anerkannten Abweichungen der 

Grundnorm von Art. 1 Abs. 2 BVG ableiten könnte. Die aufgezeigte Ge-

setzesverletzung genügt an sich, um die Beschwerde in diesem Haupt-

punkt abzuweisen. 

6.  
6.1  
6.1.1 Die Vorinstanz rügt sodann eine Verletzung des unter anderem 
in Art. 1f BVV 2 statuierten Grundsatzes der Gleichbehandlung, wonach 

für alle Versicherten eines Kollektivs die gleichen reglementarischen 

Bedingungen im Vorsorgeplan gelten sollen. Mit der strittigen Regle-

mentsbestimmung würden diejenigen Versicherten, die jedes Jahr einen 

Bonus erhalten, gegenüber den Versicherten, die alternierend einmal 

einen Bonus und das nächste Jahr keinen erhalten, schlechter gestellt, 

indem für die Erstgenannten der effektiv ausbezahlte, unter Umständen 

tiefere Bonus massgebend sei und für die zweitgenannten derjenige des 

Vorjahres, auch wenn im laufenden Jahr kein Bonus ausbezahlt würde. 

Die Beschwerdeführerin meint dazu im Wesentlichen, dass alle Ver-

sicherten dieses Vorsorgeplanes gleich behandelt würden, soweit sie in 

die eine oder andere Situation kämen. Bei gleichem Sachverhalt werde 

das versicherte Salär nach identischen Berechnungsweisen bestimmt. 

6.1.2 Das in Art. 8 BV verankerte Gleichbehandlungsgebot verlangt, 
dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich (Gleichheitsgebot) 

und Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich (Differen-

zierungsgebot) zu behandeln ist (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS 

SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, Art. 8 BV 

S. 653 ff.). Der Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung wird insbesonde-

re dann verletzt, wenn hinsichtlich einer entscheidwesentlichen Tatsache 

rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger 

Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn 

Unterscheidungen unterlassen werden, die aufgrund der Verhältnisse 

hätten getroffen werden müssen (BGE 135 V 361 E. 5.4). Ein Anspruch 

auf Gleichbehandlung im Unrecht besteht indes nicht (BGE 132 II 485 

E. 8.6, BGE 122 II 446 E. 4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

C‒235/2009 vom 13. Mai 2011 E. 6.2). In der beruflichen Vorsorge 

Aufsichtsmittel 2012/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 339 

 

kommt dem Gleichbehandlungsgebot seit jeher grosse Bedeutung zu 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_953/2009 vom 23. Februar 2010 

E. 5.1; BGE 133 V 607, BGE 131 II 514 mit Hinweisen). 

6.1.3 Der Beschwerdeführerin ist darin beizupflichten, dass die Unter-
scheidung, die sie getroffen hat, Art. 1f BVV 2 nicht verletzt, da für die 

Versicherten in derselben Situation die gleichen Bedingungen gelten. 

Allerdings ist die umstrittene Reglementsbestimmung im Lichte des 

generellen, aus Art. 8 BV abgeleiteten Gleichbehandlungsgebotes zu 

beleuchten, welche in der beruflichen Vorsorge wie gesagt einen hohen 

Stellenwert hat. Die Situation eines Versicherten, welcher in einem Jahr 

gar keine Bonuszahlung ausgerichtet erhält, unterscheidet sich von der-

jenigen eines Versicherten, dessen Boni von Jahr zu Jahr fluktuieren, aber 

ausbezahlt werden, nur im Ausmass der fluktuierenden « Bonus-Kurve ». 

Es lässt sich nicht verleugnen, dass die Beschwerdeführerin die Gruppe 

der Erstgenannten vorübergehend besserstellt, da für sie die Berech-

nungsgrundlage für die Leistungen im Versicherungsfall von dieser 

« Bonus-Kurve » plötzlich ziemlich abweichen kann, nur weil der Bonus 

null ist. Im Beispiel, das die Beschwerdeführerin in ihrer Replik anführt, 

fragt sich denn auch, aus welchen Gründen das versicherte Salär des 

Versicherten A im Jahre n+1 gleich hoch sein soll wie dasjenige des Ver-

sicherten B, obwohl der Letztgenannte keinen Bonus erhält. Für das 

Gericht lassen sich keine glaubhaften Praktikabilitätsgründe für eine 

solche Unterscheidung heranführen. Die Auffassung der Vorinstanz ist 

demnach zutreffend, wonach die Beschwerdeführerin ihr Ermessen auch 

unter dem Aspekt des verfassungsmässigen Grundsatzes der Gleichbe-

handlung überschritten hat, indem sie eine Unterscheidung zwischen Ver-

sicherten getroffen hat, welche das besagte Gebot verletzt. 

6.2  
6.2.1 Die Vorinstanz hält der Beschwerdeführerin schliesslich vor, sie 
habe Art. 79b BVG verletzt, wonach der Einkauf höchstens bis zur Höhe 

der reglementarischen Leistungen ermöglicht werden kann. 

6.2.2 Für das Gericht ist nicht ersichtlich, inwiefern Art. 79b BVG 
durch die strittige Reglementsbestimmung verletzt sein soll. Gemäss 

dieser bildet das versicherte Salär im Bonusplan die Basis für die Höhe 

der maximal möglichen Einkaufssumme in das Altersguthaben sowie für 

die Äufnung des Altersguthabens bei Invalidität. Die Beschwerdeführerin 

räumt ein, dass die Möglichkeit besteht, infolge eines aus dem Vorjahr 

übernommenen versicherten Salärs von einem höheren Einkaufspotential 

profitieren zu können. Dennoch ist der Einkauf klar definiert und be-

2012/17 Aufsichtsmittel 

 

 

340 BVGE / ATAF / DTAF 

 

grenzt. Es wird kein Einkauf ermöglicht, welcher die reglementarischen 

Leistungen übersteigt. Die Aspekte, welche die Vorinstanz im Zusam-

menhang von Art. 79b BVG kritisiert, beschlagen vielmehr die bereits 

geprüften Art. 1 Abs. 2 BVG (E. 5) und das Gleichbehandlungsgebot 

(E. 6.1). 

6.3 Damit ergibt sich, dass die Beschwerde in diesem Hauptpunkt 
abzuweisen ist.  

7. Es stellt sich weiter die Frage, ob die Vorinstanz in recht-
mässiger Weise in das Ermessen des Stiftungsrats eingegriffen hat, indem 

sie die bisher geltende Fassung von Art. 24.2 des Vorsorgereglements per 

1. Januar 2008 ergänzt hat und diese ergänzte Fassung als Übergangs-

regelung bis zu einer gesetzeskonformen Lösung respektive bis zur 

rechtlichen Klärung des vorliegenden Rechtsstreites festgelegt hat (Dis-

positivziffer III). 

7.1 Die Vorinstanz ist dabei vom Wortlaut von Art. 24.2 des Vor-
sorgereglements der Beschwerdeführerin (per 1. Januar 2008) ausge-

gangen und hat Folgendes ergänzt: 

« Das Drittel des Bonusses aus dem laufenden Kalenderjahr darf nur aus-

bezahlt werden, wenn es bereits feststeht. Steht es noch nicht fest, darf 

die Leistung in diesem Umfang nicht ausbezahlt werden. Sofern und 

sobald es feststeht, muss die Pensionskasse die entsprechenden Leistun-

gen nachzahlen. » 

Die Vorinstanz begründet diesen Zusatz damit, dass Art. 24.2 in der 

Fassung vom 1. Januar 2008 zwar rechtskonform sei, aber Präzisierungen 

brauche, die aufgrund der (damals) aktuellen Lage notwendig (gewesen) 

seien. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwer-

de geltend, dass der Vorinstanz keine Rechtssetzungskompetenz zustehe 

und in unzulässiger Weise in ihren Autonomiebereich eingreife. Zudem 

regle die Präzisierung eine sachfremde Materie, denn die Arbeitgeberin 

(X. AG) entscheide im Einvernehmen mit der FINMA über die Aus-

zahlung der Boni, ohne dass die Beschwerdeführerin oder die Vorinstanz 

irgendein Mitbestimmungsrecht hätten. Für die Vorinstanz ist diese 

Auslegung völlig unvernünftig. Vielmehr könne dieser Zusatz offensicht-

lich nur als Konkretisierung des versicherten Salärs ab Februar verstan-

den werden, und zwar als Präzisierung, wie ein zu einem späteren Zeit-

punkt des Jahres beschlossener Bonus rückwirkend zu versichern sei. 

Dies sei von Bedeutung, wenn zum Beispiel ein Leistungsfall im März 

entstehe und der Bonus aber erst im November feststehe (…). Demge-

Aufsichtsmittel 2012/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 341 

 

genüber hält die Beschwerdeführerin daran fest, dass die vorinstanzliche 

Formulierung für den durchschnittlichen Versicherten verwirrend sei, da 

von der Auszahlung von Boni und nicht von der Ausrichtung der darauf 

gestützten reglementarischen Leistung die Rede sei. Materiell bedeute 

dieser Zusatz im Sinne, wie es die Vorinstanz verstehe, dass die Höhe der 

Vorsorgeleistung im Zeitpunkt des Eintritts des Leistungsfalles noch 

nicht feststehe, was praktisch und rechtlich ungeeignet sei (…). In ihrer 

Replik nimmt die Beschwerdeführerin nochmals zu diesem Punkt 

Stellung und weist als Beispiel auf die Benachteiligung von Hinterbliebe-

nen eines Versicherten hin, der vor der Auszahlung der Boni verstorben 

sei, womit als Berechnungsgrundlage für ihre Ansprüche ein lückenhaf-

tes versichertes Salär bestehe (…). 

7.2  
7.2.1 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist es der 
Vorinstanz grundsätzlich nicht verwehrt, als repressives Aufsichtsmittel 

wenn je nach Sachlage nötig sogar auch eine provisorische Ersatzrege-

lung für eine fehlerhafte Reglementsbestimmung zu formulieren, bis die 

Vorsorgeeinrichtung von sich aus oder aufgrund eines gerichtlichen 

Urteils eine gesetzlich korrekte Fassung erlässt.  

7.2.2 Im konkreten Fall aber fragt sich, ob diese Ersatzvornahme 
notwendig und geeignet ist, die Unsicherheit zu beheben, die dadurch 

entstehen kann, wenn im laufenden Jahr der Beschluss über die Aus-

zahlung von Boni für das laufende Jahr gefällt wird, nachdem der 

Leistungsfall eingetreten ist, zumal unter Umständen – entgegen der 

früheren Praxis – im Februar noch nicht feststehen könnte, ob und wie 

hoch Bonuszahlungen im laufenden Kalenderjahr ausgerichtet werden.  

Dafür ist der Kontext des vorliegenden Rechtsstreits nachstehend 

nochmals kurz zu beleuchten. Wie die Beschwerdeführerin in ihrer 

Beschwerde ausführt und von der Vorinstanz auch nie beanstandet 

worden ist, hat sie seit ihrer Errichtung im Jahre 1999 variable Lohn-

anteile als Durchschnittswert der Boni von drei Jahren in das versicherte 

Salär einfliessen lassen. In der Regel wurden die Boni dann im Februar 

ausgerichtet. Mit der – von der Vorinstanz zunächst nicht beanstandeten 

– Fassung im Vorsorgereglement der Beschwerdeführerin per 1. Januar 

2008 wurde diese langjährige Praxis fortgeführt. Im Herbst 2008 musste 

die Arbeitgeberfirma allerdings bekanntlich Staatshilfe in Anspruch 

nehmen, was zur Folge hatte, dass die FINMA über die Auszahlung von 

Boni mit zu befinden hat. Da dessen Entscheid Ende Januar 2009 noch 

ausgeblieben war und eine Vorsorgelücke drohte, erschien der Be-

2012/17 Aufsichtsmittel 

 

 

342 BVGE / ATAF / DTAF 

 

schwerdeführerin eine Anpassung des Vorsorgereglements sinnvoll, die 

eben hier im Streite liegt. 

7.3 Die von der Vorinstanz erlassene Übergangs- respektive Ersatz-
formulierung lässt allerdings bereits vom Wortlaut her zu wünschen 

übrig. Abgesehen davon, dass die Vorinstanz Art. 24.2 des Vorsorgeregle-

ments in der Fassung per 1. Januar 2008 und in den Fassungen zuvor nie 

beanstandet hatte, sind die Bedenken der Beschwerdeführerin berechtigt, 

wonach von der Auszahlung der Boni als solche die Rede ist und nicht 

von den darauf gestützt zu berechnenden, versicherten Saläranteilen. Für 

den durchschnittlichen Versicherten ist die Formulierung der Vorinstanz 

in der Tat verwirrend und ungenau. Auch materiell kann die von ihr 

verfügte provisorische Lösung zu übergangsrechtlichen Problemen 

führen, zumal die BVG-Leistungen jederzeit bestimm- und berechenbar 

sein müssen, was gerade von einem Vorsorgereglement klar zu definieren 

ist. Schliesslich erscheint dem Gericht das aufsichtsrechtliche Einschrei-

ten der Vorinstanz in diesem Punkt als nicht verhältnismässig, zumal es 

in erster Linie der Beschwerdeführerin obliegt, notfalls angemessene, 

gesetzeskonforme Ersatzlösungen zu suchen, zu erlassen und der Auf-

sichtsbehörde zu unterbreiten. 

7.4 Diese Erwägungen führen zur Gutheissung der Beschwerde in 
diesem Punkte, zur Aufhebung von Dispositivziffer III der angefochtenen 

Verfügung und zur Rückweisung an die Vorinstanz zur Prüfung des 

weiteren aufsichtsrechtlichen Vorgehens in Bezug auf Art. 24.2 des 

Vorsorgereglements in der Fassung per Januar 2008. Im Übrigen wird die 

Beschwerde abgewiesen.