# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 52d5e7b6-1ee5-5bf2-bdee-f187fc96c34e
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 23.10.2025 3-RV.2024.123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2024-123_2025-10-23.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2024.123       
P 137 
 

 

 

 

Urteil vom 23. Oktober 2025 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Elmiger  

Richter Schorno  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 14. August 2024 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2023 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 23. Mai 2024 wurde A._____ von der Steuerkom-

mission Q._____ für das Jahr 2023 zu einem steuerbaren Einkommen von 

CHF 38'900.00 veranlagt. Es wurde der Tarif A angewendet. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 23. Mai 2024 erhob A._____ mit Schreiben vom 

28. Mai 2024 Einsprache und beantragte,  

 

dass ihr der Tarif B für die Steuerperioden 2023 und 2024 (provisorische Steu-

errechnung 2024) zu gewähren sei.   

 

3. 

Mit Entscheid vom 14. August 2024 wies die Steuerkommission Q._____ 

die Einsprache ab.  

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 14. August 2024 (Zustellung am 24. Sep-

tember 2024) hat A._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 9. Oktober 2024 

(Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung 

Steuern, weitergezogen. Sie stellt die folgenden Anträge: 

 

- Steuertarif B für die definitive Steuerveranlagung 2023, die provisorische 

Steuerveranlagung 2024 sowie für alle zukünftigen Steuerveranlagungen; 

 

- halber Kinderabzug.  

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Das Regionale Steueramt Q._____ und das Kantonale Steueramt 

beantragen die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2023. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrentin und B._____ sind die Eltern von C._____ (geboren am 

tt.mm. 2005). Ihre Ehe wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Q._____ 

vom 13. Juli 2018 geschieden. Gemäss diesem stand C._____ bis zu ihrer 

Volljährigkeit unter der alternierenden Obhut beider Eltern. B._____ ist ab 

dem 1. Februar 2021 bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum ordentlichen 

Abschluss seiner Tochter zu monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen von 

CHF 500.00 verpflichtet. Zudem hat B._____ die Kosten für die 

Krankenkasse seiner Tochter alleine zu tragen. Die übrigen Kosten für Klei-

dung, Schule, Versicherungen, Taschengeld von C._____ tragen B._____ 

zu zwei Dritteln und die Rekurrentin zu einem Drittel (vgl. Dispositivziffer 

3.2. des Scheidungsurteils). Schliesslich wird in diesem Urteil Vormerk 

genommen, dass die Eltern jeweils die während der Betreuung der Tochter 

direkt anfallenden Kosten tragen (vgl. Dispositivziffer 3.1.). 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat die Rekurrentin zum Tarif A besteuert. Im Einsprache-

entscheid wird zur Begründung ausgeführt, dass die Rekurrentin nicht zur 

Hauptsache für den Unterhalt ihrer Tochter aufkomme. Einen Kinderabzug 

hat die Rekurrentin weder in der Steuererklärung noch in ihrer Einsprache 

beantragt. Die Vorinstanz liess indessen für den Monat Januar 2023 an-

teilsmässig einen Kinderabzug von CHF 950.00 (1/12 von CHF 11'400.00) 

zum Abzug zu (vgl. Details zur Veranlagungsverfügung). 

 

2.3. 

Die Rekurrentin beantragt die Besteuerung zum Tarif B betreffend die defi-

nitive Steuerveranlagung 2023, die provisorische Steuerveranlagung 2024 

(provisorische Rechnung) und für alle zukünftigen Steuerveranlagungen 

sowie einen halben Kinderabzug für die Steuerperiode 2023.  

 

3. 

3.1. 

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Rekurrentin zum Tarif B zu 

besteuern ist.  

 

 

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3.2. 

Für Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, 

sowie für verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige Steuer-

pflichtige, die mit Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben und deren 

Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, ist der Steuersatz des halben steuer-

baren Einkommens anzuwenden (§ 43 Abs. 2 StG; in der Praxis als "Tarif 

B" bezeichnet bzw. im ersten Fall als "Verheiratetentarif" und im zweiten 

Fall als "Elterntarif"). Mit dieser Regelung werden hinsichtlich des Verhei-

ratetentarifs die Vorgaben von Art. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 

14. Dezember 1990 (StHG) umgesetzt. Einen Elterntarif schreibt das StHG 

hingegen nicht vor. § 43 Abs. 2 StG entspricht jedoch weitestgehend Art. 36 

Abs. 2bis i.V.m. Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom 14. Dezember 1990 (DBG). Wo die bundessteuerrechtliche und die 

steuerharmonisierungsrechtliche Regelung im Wortlaut übereinstimmen, 

drängt sich im Grundsatz deren identische Auslegung auf. Dies ist im Inte-

resse der vertikalen Steuerharmonisierung, die verlangt, dass Rechtsfra-

gen im kantonalen und im eidgenössischen Recht mit Bezug auf die direk-

ten Steuern nach Möglichkeit gleich beurteilt werden (vgl. BGE 133 II 114 

E. 3.2). Obwohl es sich bei § 43 Abs. 2 StG um eine in die Zuständigkeit 

des Kantons fallende Tarifvorschrift handelt, ist es daher geboten, die zu 

Art. 36 Abs. 2bis DBG ergangene Rechtsprechung und Kommentierungen 

zu dieser Vorschrift zu beachten (VGE vom 5. November 2024 

[WBE.2023.268]). 

 

3.3. 

Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann der redu-

zierte Elterntarif nur einem der beiden Elternteile gewährt werden, selbst 

wenn die Eltern die Kinder am Stichtag alternierend betreuten (Bundes-

gerichtsurteil vom 23. Juni 2022 [2C_533/2021] E. 7.; BGE 143 I 321 

E. 6.4 = Pra 107 [2018] Nr. 93; BGE 133 II 305 E. 6.8 = Pra 97 [2008] 

Nr. 39; BGE 131 II 553 E. 3.3 = Pra 95 [2006] Nr. 78). Würden beide 

Elternteile, wenn sie geschieden sind oder getrennt leben, in den Genuss 

des Verheiratetentarifs kommen, liefe dies darauf hinaus, dass diese steu-

erpflichtigen Personen – ob sie nun mit einem neuen Partner zusammen-

leben oder nicht – besser gestellt würden als ein Ehepaar, bei welchem der 

Verheiratetentarif nur einmal anwendbar ist (BGE 143 I 321 E. 6.4 = Pra 

107 [2018] Nr. 93).  

 

3.4. 

3.4.1. 

Nebst dem Zusammenleben mit dem Kind im gleichen Haushalt hat als 

zweite Voraussetzung für die Gewährung des Elterntarifs die steuerpflich-

tige Person den Unterhalt für das Kind zur Hauptsache zu bestreiten. Die 

steuerpflichtige Person hat zunächst einen finanziellen Beitrag an die Le-

benshaltungskosten des Kindes zu leisten. Wer den grösseren finanziellen 

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Beitrag an die Lebenshaltungskosten des Kindes leistet, gilt als derjenige 

Elternteil, welcher zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes aufkommt 

(VGE vom 5. November 2024 [WBE.2023.268] m.w.H.). 

 

3.4.2. 

Bei der Beurteilung, wer hauptsächlich für den Kinderunterhalt aufkommt, 

kommt es nach der geltenden Praxis zu einer Umverteilung der Ressour-

cen, wenn ein Elternteil für ein Kind oder mehrere Kinder Unterhaltsbei-

träge an den anderen Elternteil zahlt. Wer Kinderunterhaltsbeiträge leistet, 

kann diese von den steuerbaren Einkünften abziehen (§ 42 Abs 1 lit. b StG; 

Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG), weshalb die unterhaltsleistende Person diese 

Beiträge an den Kinderunterhalt steuerlich betrachtet nicht selbst trägt. Hin-

gegen hat der den Kinderunterhalt empfangende Elternteil diese Beiträge 

zu versteuern (§ 32 Abs. 1 lit. f StG; Art. 23 lit. f DBG) und trägt aus steu-

erlicher Sicht somit die entsprechenden Kosten des Kinderunterhalts. Die 

von einem an den anderen Elternteil bezahlten Kinderunterhaltsbeiträge 

sind beim empfangenden Elternteil als eigene Ressourcen anzurechnen 

(VGE vom 5. November 2024 [WBE.2023.268]; Bundesgerichtsurteil vom 

18. Oktober 2023 [9C_696/2022] E. 2.4.2.; Bundesgerichtsurteil vom 

11. März 2019 [2C_905/2017] E. 2.1.2.; je m.w.H.). 

 

3.4.3. 

Von Interesse ist zudem die steuerliche Behandlung von Unterhaltsbeiträ-

gen, die dem volljährigen Kind geleistet werden (vgl. Art. 277 Abs. 2 i.V.m. 

Art. 289 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 

1907 [ZGB]). Solche Unterhaltsbeiträge können vom unterhaltsverpflichte-

ten Elternteil als "Leistungen in Erfüllung anderer familienrechtlicher Unter-

haltspflichten" (§ 40 Abs. 1 lit. c StG in fine; Art. 33 Abs. 1 lit. c DBG in fine) 

nicht vom Einkommen abgezogen werden; vielmehr werden sie steuerlich 

seinem eigenen Einkommen zugerechnet, woraus umgekehrt zu schlies-

sen ist, dass er für den Unterhalt des mündigen Kindes sorgt (Bundes-

gerichtsurteil vom 11. März 2019 [2C_905/2017] E. 2.1.3.). 

 

3.4.4. 

Zur Klärung der Frage, wer den Unterhalt des Kindes zur Hauptsache be-

streitet, greift keine stichtagbezogene Betrachtung. Vielmehr ist auf die ge-

samte Steuerperiode abzustellen (VGE vom 20. Dezember 2021 

[WBE.2021.241]; SGE vom 24. April 2025 [3-RV.2024.23]; Kommentar 

zum Aargauer Steuergesetz, 5. Auflage, Muri-Bern 2023, § 43 StG N 6c).  

 

3.5. 

Die Rekurrentin führt aus, dass ihre Tochter im Jahr 2023 alternierend je-

weils zwei Wochen bei ihr bzw. beim Vater gewohnt habe (vgl. E. 2.1.). 

Beiden Elternteilen seien in diesem Zusammenhang gleich hohe Ausgaben 

entstanden. Gemäss verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung sind diese 

Kosten für die Frage, welcher Elternteil zur Hauptsache für den Kinder-

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unterhalt aufkommt, auszuklammern (VGE vom 5. November 2024 

[WBE.2023.268]).   

 

3.6. 

Der Kinderunterhaltsbeitrag für den Monat Januar 2023 von CHF 500.00 

ist steuerlich der Rekurrentin zuzurechnen, da deren Tochter bis am 

tt.mm. 2023 minderjährig war (E. 3.4.2.). Aufgrund der dargelegten Recht-

sprechung sind die Kinderunterhaltsbeiträge, welche der Vater seiner 

Tochter nach Erreichen von deren Volljährigkeit ab Februar 2023 bezahlte, 

steuerlich diesem zuzurechnen (E. 3.4.3.). Die vom Vater getragenen Kin-

derunterhaltskosten von CHF 5'500.00 (elf Monate zu CHF 500.00; 

E. 2.1.), zuzüglich der Krankenkasse von C._____ sowie zwei Drittel von 

deren übrigen Kosten (E. 2.1.) übersteigen die diesbezüglich von der 

Rekurrentin geleisteten Beiträge (Kinderunterhaltsbeitrag von CHF 500.00 

für den Monat Januar 2023 sowie ein Drittel der übrigen Kosten [E. 2.1.]). 

Die Rekurrentin bestritt den Unterhalt ihrer Tochter demnach nicht zur 

Hauptsache, weshalb ihr der Tarif B nicht gewährt werden kann. 

 

3.7. 

3.7.1. 

Die Rekurrentin bringt vor, dass ihr in den Steuerjahren 2016 bis 2022 der 

Tarif B gewährt worden sei. Eine Änderung in der Steuerperiode 2023 sei 

für sie nicht nachvollziehbar.  

 

3.7.2. 

Zum einen kommt nach ständiger Praxis des Bundesgerichts einer Veran-

lagung bei periodischen Steuern nur für die betreffende Periode Rechts-

kraft zu; die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse können daher in ei-

nem späteren Veranlagungszeitraum anders gewürdigt werden (BGE 140 

I 114 E. 2.4.3; Bundesgerichtsurteil vom 20. Dezember 2024 [9C_218/ 

2024] E. 6.4.). Zum anderen haben sich die tatsächlichen und rechtlichen 

Verhältnisse im Jahr 2023 geändert, was eine andere rechtliche Beurtei-

lung rechtfertigt. Bis Ende Januar 2023 (C._____ ist seit dem tt.mm. 2023 

volljährig) waren die Kinderunterhaltsbeiträge von monatlich CHF 500.00 

der Rekurrentin als eigene Ressourcen anzurechnen (E. 3.4.2.), 

währenddessen diese Beiträge seit Ende Januar bzw. Anfang Februar 

2023 steuerlich dem Einkommen von B._____ zugerechnet werden (E. 

3.4.3.). Im Gegenzug muss die Rekurrentin die Kinderunterhaltsbeiträge 

von monatlich CHF 500.00, seitdem ihre Tochter volljährig ist, nicht mehr 

als Einkommen gemäss § 32 Abs. 1 lit. f StG versteuern (vgl. 

Veranlagungsdetails). 

 

3.8. 

Das Spezialverwaltungsgericht anerkennt, dass die Rekurrentin mit ihrer 

Vollzeittätigkeit im Mindestlohnbereich sowie einer Nebenerwerbstätigkeit 

im [...] einen aussergewöhnlichen Beitrag leistet, um finanziell unabhängig 

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sein zu können. Das führt jedoch aufgrund des Wortlauts von § 43 Abs. 2 

StG – genauso wie ihr im Vergleich zu B._____ erheblich tieferes 

Einkommen – nicht dazu, dass die Besteuerung bei der Rekurrentin zum 

Elterntarif erfolgt. Die von der Rekurrentin vertretene Ansicht, wonach der 

Tarif B dem Elternteil mit dem kleineren Einkommen zu gewähren sei, 

entspricht nicht der vom Gesetzgeber gewählten Lösung. 

 

3.9. 

Der Rekurrentin kann demnach der Tarif B für die Steuerperiode 2023 nicht 

gewährt werden. Der Rekurs ist somit in diesem Punkt abzuweisen.  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Die Rekurrentin beantragt im Weiteren den Tarif B für die provisorische 

Steuerrechnung 2024. 

 

4.1.2. 

Bei Steuerpflichtigen, die bis zum Abgabetermin der Steuererklärung die 

provisorische Rechnung noch nicht bezahlt haben, kann die Höhe der zu 

bezahlenden provisorischen Rechnung in einer Verfügung festgestellt wer-

den. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen schriftlich Einsprache 

erhoben werden (§ 223b Abs. 3 StG). 

 

4.1.3. 

Die Vorinstanz führt im Einspracheentscheid mit Verweis auf die vorge-

nannte Bestimmung richtig aus, dass weder im Zeitpunkt der Einsprache 

noch des Einspracheentscheids eine Verfügung betreffend die provisori-

sche Rechnung der Rekurrentin für das Steuerjahr 2024 ergangen war. Die 

Vorinstanz ist daher sinngemäss zu Recht nicht auf den Antrag betreffend 

Tarif B für die provisorische Rechnung 2024 eingetreten. Aus den gleichen 

Gründen ist diesbezüglich auch der Rekurs abzuweisen.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Rekurrentin beantragt ausserdem den Tarif B für die definitive Veran-

lagung 2024 und die nachfolgenden Steuerjahre.  

 

4.2.2. 

Anfechtungsobjekt eines Rekurses kann nur ein Einspracheentscheid sein. 

Bezüglich der Steuerjahre 2024 und 2025 fehlt es an einem Einsprache-

entscheid, weshalb auf den genannten Antrag der Rekurrentin nicht einzu-

treten ist.    

 

 

 

 - 8 - 

 

 

5. 

5.1. 

Die Rekurrentin beantragt sodann den halben Kinderabzug. Dabei handelt 

es sich gemessen am Einspracheverfahren um einen neuen Antrag.  

 

5.2. 

Nach der geltenden Rechtsprechung ist – unter anderem mit Blick darauf, 

dass das Spezialverwaltungsgericht sowohl zu Gunsten wie zu Lasten der 

Steuerpflichtigen über die Parteianträge hinausgehen darf (§ 197 Abs. 2 

StG) – auch auf neue Begehren, die vor Abschluss des Behauptungsver-

fahrens gestellt werden, einzutreten. Bei neuen Begehren wird die Angele-

genheit in der Regel an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese die 

erstinstanzliche Prüfung der Anträge vornehmen kann (SGE vom 23. Ja-

nuar 2025 [3-RV.2023.119]).  

 

5.3. 

5.3.1. 

Auf den im Rekurs neu gestellten Antrag kann somit eingetreten werden. 

Zudem kann vorliegend aus den folgenden Gründen auf eine Rückweisung 

verzichtet werden: 

 

5.3.2. 

Für den Monat Januar 2023 wurde der Rekurrentin bereits in der Veranla-

gung ein anteilsmässiger Kinderabzug gemäss § 42 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG 

(1/12 von CHF 11'400.00: CHF 950.00) gewährt. Mangels eines Rechts-

schutzinteresses ist in diesem Punkt nicht auf den Rekurs einzutreten. 

 

5.3.3. 

Für den Zeitraum von Ende Januar bis Ende Dezember 2023 steht der Re-

kurrentin nur dann ein Kinderabzug zu, wenn sie zur Hauptsache für den 

Unterhalt ihrer volljährigen Tochter aufkam (§ 42 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 StG 

i.V.m. § 27 Abs. 1 StV). An dieser Voraussetzung fehlt es, wobei für die 

Begründung auf E. 3.6. verwiesen werden kann. Der Rekurs ist daher in 

diesem Punkt abzuweisen. 

 

6. 

6.1. 

Bei Nichtgewährung eines Kinderabzuges ist von Amtes wegen subsidiär 

zu prüfen, ob ein Unterstützungsabzug zu gewähren ist (SGE vom 31. Au-

gust 2023 [3-RV.2022.38]). 

 

6.2. 

Vom Reineinkommen werden CHF 2'500.00 abgezogen für jede erwerbs-

unfähige oder beschränkt erwerbsfähige, unterstützungsbedürftige Person, 

an deren Unterhalt die Steuerpflichtigen mindestens in der Höhe des Ab-

zuges beitragen. Der Abzug kann nicht beansprucht werden für denjenigen 

 - 9 - 

 

 

Eheteil und für Kinder, für die ein Abzug nach litera a oder nach § 40 lit. c 

gewährt wird (§ 42 Abs. 1 lit. b StG). Massgebend sind die Verhältnisse am 

Ende der Steuerperiode (§ 42 Abs. 2 StG). Ein Unterstützungsabzug setzt 

also kumulativ voraus, dass die unterstützte Person erwerbsunfähig bzw. 

beschränkt erwerbsfähig und unterstützungsbedürftig ist. 

 

6.3. 

Die Tochter der Rekurrentin war im Jahr 2023 aufgrund ihrer Berufslehre 

nur beschränkt erwerbsfähig und zudem angesichts ihres Lehrlingslohns 

als [...] von netto CHF 10'252.00 pro Jahr unterstützungsbedürftig. Sodann 

geht aus den im Einspracheverfahren eingereichten Belegen und 

Aufstellungen hervor, dass der Rekurrentin im Jahr 2023 für den Aufenthalt 

der Tochter bei ihr monatliche Mehrkosten von CHF 190.00 (ohne Miete) 

entstanden. Im relevanten Zeitraum von Ende Januar bis Ende Dezember 

2023 kam die Rekurrentin somit mindestens im Umfang von CHF 2'500.00 

(elf Monate zu CHF 190.00: CHF 2'090.00; anteilige, den Betrag von 

CHF 410.00 übersteigende Mietkosten) für den Unterhalt ihrer Tochter auf. 

Der Rekurrentin ist deshalb ein Unterstützungsabzug von CHF 2'500.00 zu 

gewähren.     

 

7. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das steuerbare Einkommen in 

teilweiser Gutheissung des Rekurses von CHF 38'992.00 um CHF 2'500.00 

auf CHF 36'400.00 (E. 6.3.; CHF 36'492.00 wird gemäss § 43 Abs. 3 StG 

auf CHF 36'400.00 abgerundet) zu reduzieren ist. Im Übrigen ist der Rekurs 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

8. 

8.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt die Rekurrentin zu rund 15 %. Sie 

hat daher 85 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 2 

StG).  

 

8.2. 

Der nicht vertretenen Rekurrentin ist keine Parteikostenentschädigung aus-

zurichten (§ 189 Abs. 2 StG).  

 

 

 

 

  

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Das Gericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird das steuerbare Einkommen 

auf CHF 36'400.00 festgesetzt. 

 

1.2. 

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Gerichtsgebühr von CHF 600.00 im Umfang von 

85 % mit CHF 510.00 zu bezahlen.  

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 

   

Zustellung an: 

die Rekurrentin 

das Kantonale Steueramt  

das Regionale Steueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

  

 - 11 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 23. Oktober 2025 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs