# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfc092fb-6d7f-5a08-bd62-68564f13f781
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 26.04.2016 110 2016 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2016-18_2016-04-26.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2016/18 Bern, 26. April 2016

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Herrn C.________
Beschwerdegegner 1

Frau D.________
Beschwerdegegnerin 2

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, Industriestrasse 2, 
Postfach 145, 3602 Thun

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun vom 7. Januar 2016 
(Gemeinde Nr. 942/2015-0451; Wohnhaus)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegner reichten am 27. Juli 2015 bei der Gemeinde Thun ein 

Baugesuch ein für den Neubau eines Wohnhauses mit zwei Wohnungen auf Parzelle Thun 

Grundbuchblatt Nr. F.________. Die Parzelle liegt in der Bauzone Wohnen W2 zwischen 

RA Nr. 110/2016/18 2

dem als erhaltenswert eingestuften Chalet der Beschwerdegegner und dem als 

erhaltenswert eingestuften Chalet des Beschwerdeführers. Es ist geplant, den Neubau an 

das Chalet "J.________" der Beschwerdegegner anzubauen. Mit Schreiben vom 6. August 

2015 wies das Bauinspektorat der Stadt Thun das Baugesuch zur Verbesserung zurück. 

Am 9. August 2015 reichten die Beschwerdegegner eine Anpassung zum Baugesuch ein.1 

Der Beschwerdeführer erhob gegen das Bauvorhaben Einsprache.

Mit Gesamtentscheid vom 7. Januar 2016 erteilte die Gemeinde Thun die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 4. Februar 2016 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die 

Aufhebung des Gesamtentscheides vom 7. Januar 2016 und die Erteilung des 

Bauabschlags, eventualiter die Rückweisung der Sache im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz. Er  macht insbesondere geltend, es sei eine Ausnahme für die massive 

Überschreitung der Gebäudelänge erteilt worden, obwohl besondere Verhältnisse nicht 

nachgewiesen worden seien und nicht vorliegen würden. Zudem werde den Anforderungen 

an die Gestaltung nicht Genüge getan. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, die 

Nebenbestimmungen zur Farb- und Materialwahl und zur Umgebungsgestaltung seien 

nicht rechtmässig. Weiter wirft der Beschwerdeführer die Frage auf, ob die Denkmalpflege 

und die Stadt aufgrund des Voranfrageverfahrens unzulässig vorbefasst seien und macht 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. 

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, edierte die 

Vorakten und führte den Schriftenwechsel durch. Auf die Rechtsschriften und 

Stellungnahmen wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen näher eingegangen.

1 Vgl. Vorakten pag. 149 ff.
2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).

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II. Erwägungen

1. Prozessvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchsteller, die 

Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige Gemeindebehörde 

(Art. 10 KoG in Verbindung mit Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen 

Einsprache abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert 

und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten. In Bezug auf die geltend gemachten Verstösse gegen die 

Ausstandspflicht ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer erst mit dem Erhalt 

des Bauentscheides hinreichende Kenntnisse über mögliche Ablehnungsgründe erlangt 

hat.5 Auch diesbezüglich ist daher auf die Beschwerde einzutreten.

2. Rechtliches Gehör

a) Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei keine unabhängige Begutachtung, z.B. 

mittels Bericht der Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK), eingeholt 

worden, obwohl in der Einsprache eine solche verlangt worden sei. Damit sei das 

rechtliche Gehör des Beschwerdeführers verletzt worden.

Der Anspruch auf rechtliches Gehör verpflichtet die entscheidende Behörde grundsätzlich, 

ihr rechtzeitig und formrichtig angebotene Beweise abzunehmen. Diese 

Beweisabnahmepflicht gilt jedoch nur insoweit, als die Beweise für den Entscheid erheblich 

sind. Ergibt eine vorweggenommene Beweiswürdigung, dass ein Beweis nicht geeignet ist, 

3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1).
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
5 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 9 N. 22.

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das Beweisergebnis zu verändern oder den zu treffenden Entscheid zu beeinflussen, kann 

von der Beweisabnahme abgesehen werden. Eine Pflicht zur Einholung eines Gutachtens 

oder zur Durchführung eines Augenscheins besteht nur dann, wenn sich die Verhältnisse 

anders nicht schlüssig klären lassen. Aufwändige Beweismassnahmen setzen somit ein 

entsprechend bedeutendes Beweisinteresse voraus.6 Art. 18 Abs. 2 VRPG7 sieht daher 

vor, dass die Behörden Art und Umfang der Ermittlungen bestimmen, ohne an die 

Beweisanträge der Parteien gebunden zu sein.

Im vorliegenden Fall hat die Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun bereits zum Zeitpunkt 

der Voranfrage sowohl die Kantonale Denkmalpflege als auch den Beauftragten für 

Städtebau begrüsst und führte einen Augenschein durch.8 Sowohl die Kantonale 

Denkmalpflege als auch der Beauftragte für Städtebau beantragten danach die Bewilligung 

des Vorhabens.9

Da die zu überbauende Parzelle zwischen als schützenswert eingestuften Gebäuden liegt, 

hat die Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun in Anwendung von Art. 22 Abs. 3 BewD10 

zu Recht die Kantonale Denkmalpflege konsultiert. Diese prüft eine allfällige 

Beeinträchtigung der denkmalgeschützten Gebäude, nicht jedoch die von der Gemeinde 

vorgeschriebene gute Gesamtwirkung. Zur Frage der Rücksichtnahme auf die 

bestehenden Denkmäler hätte die OLK nicht noch einmal Stellung genommen, da bereits 

die Denkmalpflege das Baugesuch begutachtet hatte11. Es stellt sich damit nur noch die 

Frage, ob das kommunale Recht den Beizug des Fachausschusses Bau- und 

Aussenraumgestaltung verlangt hätte. Laut Art. 10 Abs. 5 Gemeindebaureglement (GBR) 

werden Bauvoranfragen und Baugesuche in der Regel dem Fachausschuss zur 

Beurteilung vorgelegt, wenn sie für das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild von 

Bedeutung sind oder spezielle baugestalterische Fragen aufwerfen. Solche Fragen stellten 

sich vorliegend nicht. Es war einzig die gute Gesamtwirkung nach Art. 5 und 6 GBR zu 

prüfen. Dafür genügte die Beurteilung durch den Beauftragten für Städtebau. Nichts 

6 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 18 N. 10.
7 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 
8 Pag. 171 f der Vorakten.
9 Pag. 74 und 78 der Vorakten.
10 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 
11 Art. 2 Abs. 2 Verordnung vom 27. Oktober 2010 über die Kommission zur Pflege der Orts- und 
Landschaftsbilder (OLKV, BSG 426.221). 

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Anderes ergibt sich aus den Argumenten des Beschwerdeführers in Bezug auf die 

Ästhetik.12 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt damit nicht vor. 

b) Der Beschwerdeführer rügt, er habe in der Einsprache begründet, weshalb die 

Anforderungen an die Gestaltung nicht erfüllt seien. Mit diesen Ausführungen habe sich die 

Vor-instanz nicht auseinander gesetzt, sondern wortwörtlich die Ausführungen des 

Stadtplaners wiedergegeben. Ihrer Begründungspflicht sei sie damit nicht genügend 

nachgekommen.

Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine Begründung enthalten. Eine 

Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht 

anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde 

muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit 

den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.13

Der Beschwerdeführer brachte in der Einsprache vor, dass mit einer Formensprache eines 

freistehenden Glas-Baukörpers von der Idee her eine unterirdische Baute realisiert werden 

soll. Das passe nicht zueinander. Zudem hätten die beiden historischen Bauten in der 

Nachbarschaft ein Erscheinungsbild, das viel geschlossene Fassaden mit Lochfenstern 

zeige. Hier werde zwar ein Gegensatz zur historischen Ausgestaltung versucht. Da das 

Projekt aber ganz in den Boden versenkt sei, hätten sie Zweifel daran, dass das 

gestalterisch funktionieren könne.14

Die Vorinstanz führte die Hauptargumente des Beschwerdeführers stichwortartig auf, 

schloss sich jedoch der Beurteilung des Beraters für Städtebau und der Kantonalen 

Denkmalpflege an. Sie war nicht verpflichtet, sich mit jedem Argument des 

Beschwerdeführers ausdrücklich auseinanderzusetzen. Indem sie in ihrer Begründung die 

Ausführungen der Fachleute wiederholte, machte sie hinreichend klar, weshalb sie dem 

Standpunkt des Beschwerdeführers nicht folgen konnte.15 Die Begründungspflicht ist daher 

nicht verletzt. 

12 Vgl. zum Ganzen auch hinten E. 6.
13 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 
N. 5 f.
14 Pag. 121 der Vorakten.
15 Vgl. BVR 2012 S. 109 E. 2.3.3.

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3. Vorbefassung der Stadt und der Denkmalpflege

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sich die Denkmalpflege und die Stadt 

bereits vor Einreichung des Baugesuchs mit dem Vorhaben befasst und dieses 

"zusammen entwickelt" hätten. Je nachdem wie intensiv Denkmalpflege und Stadt in der 

Erarbeitung des Bauvorhabens involviert gewesen seien, ergebe sich eine Vorbefassung, 

die einen Ausstandsgrund darstellen würde. Der Beschwerdeführer beantragt die Edition 

der Unterlagen zur Voranfrage bzw. alle Unterlagen zu den Kontakten zwischen 

Bauherrschaft und Denkmalpflege sowie Stadt, damit die Frage der (unzulässigen) 

Vorbefassung geprüft werden könne. 

Die BVE hat die Vorakten inklusive Voranfragekakten ediert und dem Beschwerdeführer 

davon Mitteilung gemacht.16 

b) Aus den Vorakten lässt sich schliessen, dass die Beschwerdegegner die Kantonale 

Denkmalpflege bereits früh kontaktierten. Diese empfahl offenbar bereits damals einen 

Anbau und kein freistehendes Gebäude. Nach verschiedenen Anpassungen seitens der 

Beschwerdegegner führte das Bauinspektorat zusammen mit der Kantonalen 

Denkmalpflege und dem Verantwortlichen für Städtebau einen Augenschein durch. Danach 

erachteten sämtliche involvierten Behörden das Vorhaben grundsätzlich als 

bewilligungsfähig. Das Bauinspektorat hielt in der Beurteilung der letzten Voranfrage eine 

Ausnahmebewilligung bezüglich der Überschreitung der Gebäudelänge für denkbar und 

forderte weitere Anpassungen in Bezug auf den damals noch vorgesehenen Geräteraum 

(heute Keller), die Plandarstellungen, den Anschluss an das Gebäude Nr. 23 und die 

Parkplatzberechnung.17

c) Eine Befangenheit im Sinne der Generalklausel von Art. 9 Bst. f VRPG kann 

vorliegen, wenn ein Behördenmitglied die Angelegenheit ausserhalb des Verfahrens mit 

einer Partei besprochen oder sogar Rat erteilt hat. Das gleiche gilt, wenn Aktennotizen 

oder Äusserungen den Eindruck erwecken, es habe sich vorzeitig eine feste Meinung über 

das Verfahrensergebnis gebildet18.

16 Vgl. Verfügung vom 22. März 2016.
17 Vgl. zum Ganzen pag. 166 ff Vorakten.
18 Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 9 N. 17.

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Wie die Beschwerdegegner zu Recht ausführen, müssen sich die Behörden im Rahmen 

einer Voranfrage zur Rechtmässigkeit des Vorhabens äussern. Die Stadt Thun begrüsst 

gemäss ihrer Stellungnahme Voranfragen, um Schwierigkeiten und Fragestellungen früh 

zu erkennen und darauf reagieren zu können. Voranfragen sind in der Praxis gebräuchlich. 

Sie haben die Bedeutung eines Ersuchens um Rechtsauskunft über die 

Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens.19 Eine gewisse (zulässige) Vorbefassung geht 

mit einer Voranfrage damit zwingend einher. Gleichzeitig bindet die Voranfrage die 

Behörde in einem nachfolgenden Verfahren nicht.20 Damit behält sich die Behörde die 

definitive Beurteilung vor und kann insbesondere Bedenken von Einsprechern Rechnung 

tragen. 

In den Vorakten finden sich keine Hinweise auf eine unzulässige Vorbefassung. Eine 

solche wird vom Beschwerdeführer auch nicht näher begründet. Die verschiedenen 

Voranfragen dienten dazu, das anspruchsvolle Projekt den rechtlichen 

Rahmenbedingungen anzupassen. Dies ist nicht zu beanstanden. Die unklare 

Formulierung des Bauinspektorats in Bezug auf die Notwendigkeit eines Arbeitsmodells mit 

einem grösseren Ausschnitt, einer detaillierten 3D-Visualisierung oder einer Profilierung mit 

Begehung vor Ort "für eine seriöse abschliessende ortsbauliche Beurteilung"21 ändert 

daran nichts. Denn das Bauinspektorat verwendete diese Formulierung insbesondere, als 

es den Beschwerdegegnern von einer direkten Einreichung eines Baugesuchs abriet. Eine 

positive Einschätzung derselben war nach Ansicht des Bauinspektorats ohne nähere 

Abklärungen nicht möglich. So führte das Bauinspektorat bereits in der 

Bauvoranfrageantwort 2 vom 10. Februar 2015 aus, zur vertieften Beurteilung der 

ortsbaulichen Situation sei zumindest eine grössere Übersicht in Ansicht und Plan 

erforderlich. Wünschenswert sei zudem ein Volumenmodell in einem entsprechenden 

Massstab.22 Das Wort "abschliessend" bezieht sich damit auf das Stadium der Voranfrage 

und deren seriöse Beurteilung und deutet nicht auf eine Befangenheit hin. Zudem wies das 

Bauinspektorat die Beschwerdegegner im Verlaufe des Verfahrens ausdrücklich auf das 

beachtliche Prozessrisiko und allfällige Einsprachen hin, welche in die Gesamtbetrachtung 

19 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 32-44 N. 5 mit Hinweisen.
20 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 32-44 N. 5 mit Hinweisen.
21 Pag. 188 sowie 168 Vorakten.
22 Pag. 197 Vorakten, so auch schon pag. 201 Vorakten.

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für den späteren Bauentscheid einfliessen würden.23 Bei der letzten Beantwortung der 

Bauvoranfrage vom 15. Juni 2015 führte das Bauinspektorat unter dem Titel 

"Denkmalpflege" auch aus, die Denkmalpflege stütze die im Ausnahmegesuch gemachte 

Aussage, dass der gewählte Projektansatz einem weiteren Volumen zwischen den beiden 

erhaltenswerten Bauten vorzuziehen sei. Dies decke sich auch mit ihrer bisherigen 

städtebaulichen Beurteilung. Eine Ausnahmebewilligung für die Überschreitung der 

Gebäudelänge sei daher denkbar. Abschliessend könne natürlich erst im Rahmen des 

Baubewilligungsverfahrens darüber entschieden werden.24 Damit behielt sich das 

Bauinspektorat den definitiven Entscheid über das Baugesuch in genügender Weise vor. 

Auch diese Rüge erweist sich daher als unbegründet. Der Sachverhalt erscheint 

hinreichend klar, so dass keine weiteren Beweismassnahmen nötig sind. Der Antrag auf 

Zeugeneinvernahme (von G.________, Denkmalpflege, und H.________, Vorinstanz) wird 

daher abgewiesen.

4. Ausnahmebewilligung

a) Der Neubau soll vorliegend an das Chalet "J.________" an der L.________ 23 

angebaut werden. Daher findet unstrittigerweise eine Zusammenrechnung der beiden 

Gebäudelängen statt. Die Gebäudelänge beträgt vorliegend ca. 41.15 m (vgl. Angaben 

unter dem Plan für das Erdgeschoss). Die Gebäudelänge ist in der Wohnzone W2 auf 25 

m beschränkt (Art. 21 Abs. 1 GBR). Es ist unbestritten, dass das Bauvorhaben daher eine 

Ausnahmebewilligung für das Überschreiten der maximal zulässigen Gebäudelänge 

benötigt. 

b) Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen von besonderen Verhältnissen, 

welche eine Ausnahme rechtfertigen würde. Die Beschwerdegegner verweisen 

insbesondere auf die ungünstige L-Form, die starke Hanglage und die eingeschränkte 

Bebaubarkeit wegen erhaltenswerten Baudenkmälern der unmittelbar benachbarten 

Gebäude. Der Neubau würde gewissermassen anstelle der heute bestehenden 

Stützmauer in den Hang gebaut werden. Damit störe der Neubau die schützenswerten 

Terrassenelemente nicht. Er könne unter dem heutigen Parkplatz platziert werden, so dass 

er kaum sichtbar sei und nicht auffalle. Auf ein an sich zulässiges Attikageschoss könne so 

23 Pag. 198 Vorakten.
24 Pag. 166 Vorakten.

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verzichtet werden. Ohne Ausnahmebewilligung müsste die Baute entweder über die Flucht 

der heutigen Stützmauer oder teilweise oberirdisch gebaut werden, was 

denkmalpflegerisch kritisch wäre. 

c) Laut Art. 26 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften bewilligt 

werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen 

Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen 

nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch 

Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ 

erfüllt sein.

Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der 

Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend 

erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den 

Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den 

geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den 

Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter 

Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen 

der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen, 

der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber 

keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und 

Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die 

Bauwilligen zur Folge hätte.

Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund keine absolute Grösse ist. 

Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt von drei Komponenten ab: 

vom Interesse des Bauherrn an der Ausnahme, von der Bedeutung der Vorschrift, von der 

abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten Abweichung.25

d) Die Form einer Parzelle kann einen Ausnahmegrund darstellen. So hat das 

Verwaltungsgericht entschieden, dass bei einer Parzelle, die aufgrund ihrer länglichen und 

sich stark verjüngenden Form nur schwer reglementskonform zu überbauen ist, eine 

25 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 26-27 N. 4.

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Ausnahmesituation vorliegt.26 Im vorliegenden Fall hat das Grundstück eine L-Form. Im 

Norden ist die Parzelle rund 20 m breit. In der südlichen Hälfte ist sie mehr als doppelt so 

breit, jedoch nur rund 10 m tief. 27 Damit liegt eine ungünstige Parzellenform vor. Ob diese 

alleine für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung genügen würde, kann aus den 

nachfolgenden Erwägungen offen gelassen werden.

e) Die Bebaubarkeit wird zudem dadurch eingeschränkt, dass die unmittelbar 

benachbarten Gebäude der L.________ 23 und 25 erhaltenswerte Baudenkmäler sind. 

Beim "Chalet J.________" (Gebäude Nr. 23) handelt es sich gemäss Inventar um ein 

monumentales Chalet auf massiver Sockelzone und mit weit ausladendem Satteldach. 

Prägend sei der ungewöhnlich reiche Bauschmuck mit farblich stark akzentuiertem 

Holzwerk, Schmiedeeisenzier und Spenglerarbeiten. Das Chalet verfüge zudem über eine 

grosse terrassierte Gartenanlage. Das Chalet "K.________" (Gebäude Nr. 25) verfügt 

gemäss Inventar ebenfalls über ein massives Sockelgeschoss, im Vergleich zur 

benachbarten "J.________" jedoch mit weniger aufwändiger Gliederung und Bauzier. Im 

Zusammenhang mit diesen zwei Gebäuden wird im Inventar zudem das sich weiter 

nördlich auf der Parzelle Nr. I.________ befindliche Wohnhaus Nr. 23 A erwähnt. Es wird 

als in "internationalem Alpenstil" gebaut und "durch eigenwillige Bauzier reich gegliederter 

Massivbau unter Satteldach" beschrieben. Laut Inventar bilden die drei Gebäude eine 

Gruppe nicht zu übertreffender Skurrilität.

Der Beauftragte für Städtebau hielt fest, das Projekt reagiere geschickt auf die 

anspruchsvolle Situation, indem der eingeengte Zwischenraum in der Mitte der 

Chaletgruppe nicht durch ein freistehendes Haus besetzt werde. Es werde bewusst ein 

zurückhaltender Baukörper vorgeschlagen, der in Anlehnung an die bestehenden 

Terrassierungen und Sockelbauten als zweigeschossige raumhaltige Hangverbauung 

gestaltet sei. Mit der geringen Höhe und der formalen Wirkung distanziere sich das 

Bauvorhaben deutlich von den benachbarten Chalethäusern, so dass die erforderliche 

Rücksichtnahme gut gewährleistet sei.28 Damit würde gemäss dem Beauftragten für 

Städtebau ein freistehendes Haus der Situation weniger gerecht. Auch die Denkmalpflege 

spricht von gut integrierter "raumhaltiger Stützmauer", welche die bestehende 

26 Vgl. BVR 1999 S. 211 E. 4b. sowie Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 
4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 26-27 N. 5.
27 Vgl. pag. 25 Vorakten.
28 Pag. 74 Vorakten.

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unübersichtliche Situation sogar aufwerte und einem traditionellen Gebäude auf 

Strassenhöhe vorzuziehen sei.29 

Diese Beurteilung des Beauftragten für Städtebau und der Kantonalen Denkmalpflege ist 

einleuchtend. Der geplante Neubau fügt sich gerade deshalb gut ins bestehende Ortsbild 

ein, weil er nicht freisteht. Er ersetzt einen Teil der bestehenden Stützmauer und wertet 

dadurch die bestehende unübersichtliche Situation sogar auf. Damit wirkt sich hier das 

Überschreiten der Gebäudelänge optisch positiv aus. Eine reglementskonforme Kürzung 

der Gebäudelänge wäre daher nicht zu begrüssen, zumal diese vermutlich mit einer 

Erhöhung durch eines an sich zulässigen Attikageschosses verbunden wäre.30 Ein solches 

wäre nicht wünschenswert, da auch die geringe Höhe des Neubaus zur 

Nichtbeeinträchtigung der Baudenkmäler und zur guten Gesamtwirkung beiträgt. Ob ein 

traditionelles Gebäude auf Strassenhöhe denkmalpflegerisch bewilligt werden könnte, ist 

zumindest fraglich. Jedenfalls ordnet sich der geplante Bau besser in die Umgebung ein 

und gewährleistet die erforderliche Rücksichtnahme auf die benachbarten Chalethäuser. 

Es liegen damit besondere Verhältnisse vor, welche die Erteilung einer Ausnahme 

rechtfertigen. 31 

f) Bereits aufgrund der speziellen Parzellenform könnte eine Ausnahmesituation 

vorliegen. Zusammen mit den denkmalpflegerischen Aspekten hat die Vorinstanz eine 

solche jedenfalls zu Recht bejaht. Entgegenstehende öffentliche oder nachbarliche 

Interessen sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend 

gemacht. Die Vorinstanz hat daher zur Recht eine Ausnahmebewilligung für das 

Überschreiten der Gebäudelänge erteilt. Der Sachverhalt erscheint hinreichend klar, so 

dass keine weiteren Beweismassnahmen nötig sind. Der Antrag auf einen Augenschein 

wird daher abgewiesen.

5. Denkmalpflege 

29 Pag. 78 Vorakten.
30 Vgl. Art. 19 Abs. 2 GBR.
31 Vgl. VGE 2012.191/192U vom 22.4.2013, E. 4 ff. sowie Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 26-27 N. 5.

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a) Wie bereits erwähnt, befindet sich der geplante Neubau in unmittelbarer Nähe zu 

zwei erhaltenswerten Chalets, welche laut Inventar zusammen mit dem Wohnhaus Nr. 23 

A "eine Gruppe nicht zu übertreffender Skurrilität" bilden. Der Beschwerdeführer sieht die 

Baudenkmäler beeinträchtigt. 

b) Die Gebäude an der L.________ 23 und 25 unterliegen dem Schutz von Art. 10b 

BauG. Gemäss Absatz 1 dieser Bestimmung dürfen Baudenkmäler durch Veränderungen 

in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden. Das ist nicht absolut zu verstehen und 

heisst nicht, dass die Umgebung überhaupt nicht verändert werden darf. Eine Veränderung 

soll aber auf das Baudenkmal grösstmögliche Rücksicht nehmen und dieses nicht 

wesentlich beeinträchtigen. Was das im konkreten Fall heisst, hängt vom Schutzbedarf des 

Baudenkmals und seiner Stellung in der Umgebung einerseits und dem Interesse der 

Veränderung dieser Umgebung andererseits ab.32 

c) Wie bereits ausgeführt, hat die hier zuständige Denkmalpflege nach Durchführung 

eines Augenscheins im Voranfrageverfahren die Bewilligung des Vorhabens beantragt.33  

Sie führte in ihrem Bericht nachvollziehbar aus, dass sich der Neubau als "raumhaltige 

Stützmauer" gut im eher heterogenen Gelände integriert und die bestehende Situation 

sogar aufwertet.34 In Anlehnung an den Bericht des Beauftragten für Städtebau führte die 

Gemeinde aus, das Projekt reagiere geschickt auf die anspruchsvolle Situation, indem der 

eingeengte Zwischenraum in der Mitte der Chaletgruppe nicht durch ein 

konkurrenzierendes, freistehendes Haus besetzt werde. Der Baukörper ordne sich den 

erhaltenswerten Bauten unter, indem er als zweigeschossige, raumhaltige Hangverbauung 

gestaltet sei. Er distanziere sich in Form und Gestaltung bewusst von den bestehenden 

Chalethäusern und nehme so entsprechend Rücksicht auf diese. Mit grossformatigen 

Verglasungen und Deckenstirnen aus Beton werde die horizontale Wirkung gestärkt. Diese 

Ausgestaltung stelle eine formale Annäherung an das benachbarte Sockelgebäude 

unterhalb des Vorhabens dar und schaffe somit einen guten Kontrast zu den mural 

wirkenden Sockel der Chalethäuser. So gelinge eine sehr gute Einordnung in den 

städtebaulichen Kontext.35  

32 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 10a-10f N. 7.
33 Vgl. E. 2a hievor.
34 pag. 78 Vorakten.
35 Pag. 74, 166 und 197 Vorakten sowie Stellungnahme der Vorinstanz.

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Der Beschwerdeführer führt aus, der Bericht der Denkmalpflege sei knapp und nur 

verhalten positiv. Das heute stimmige Ensemble werde aufgebrochen und nachteilig 

verändert. 

Diese Argumentation vermag die Einschätzung der Denkmalpflege nicht umzustossen: Der 

Neubau beeinträchtigt die Baudenkmäler nicht, da er sich aufgrund der Form und 

Gestaltung klar unterordnet und sich gut im Gelände integriert. Eine Verletzung von Art. 

10b BauG liegt deshalb nicht vor. Der Beschwerdeführer dringt mit seiner Rüge nicht 

durch. Die Durchführung eines Augenscheins erscheint nicht notwendig, da sich der 

Sachverhalt hinreichend aus den Berichten, Plänen und Fotos ergibt.36 Der entsprechende 

Antrag wird daher abgewiesen. 

6. Ästhetik

a) Der Beschwerdeführer bestreitet die gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 5 und 6 

GBR.

b) Art. 5 und 6 GBR verlangen, dass Bauten und Anlagen sowie öffentliche und private 

Aussenräume so zu gestalten sind, dass eine gute Gesamtwirkung entsteht. Dieser 

Vorschrift kommt nach der Praxis selbständige Bedeutung zu und heisst bei 

durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass die Umgebung nicht gestört werden darf 

und sich der Neubau an den qualitativ hochwertigen Bauten und Anlagen zu orientieren 

hat; dabei ist aber auch neuzeitliche Architektur denkbar.37 Da die Gemeinde hier eigene, 

selbständige Ästhetiknormen erlassen hat, steht ihr aufgrund der Gemeindeautonomie 

auch bei der Auslegung und Anwendung der Norm ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. 

36 Vgl. dazu auch E. 2a hievor.
37 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 9/10 N. 4a.

RA Nr. 110/2016/18 14

Soweit die Gemeinde die Norm rechtlich vertretbar (haltbar) ausgelegt hat, darf eine 

Rechtsmittelinstanz sie nicht anders auslegen.38

Die Gemeinde stützt sich in der Baubewilligung auf die Beurteilung zweier Beauftragter für 

Städtebau sowie den entsprechenden Bericht39 und bejaht das Vorliegen einer guten 

Gesamtwirkung. Sie führt dazu aus, das Projekt reagiere geschickt auf die anspruchsvolle 

Situation, indem der eingeengte Zwischenraum in der Mitte der Chaletgruppe nicht durch 

ein konkurrenzierendes, freistehendes Haus besetzt werde. Der Baukörper ordne sich den 

erhaltenswerden Bauten unter, indem er als zweigeschossige, raumhaltige Hangverbauung 

gestaltet sei. Er distanziere sich in Form und Gestaltung bewusst von den bestehenden 

Chalethäusern und nehme so entsprechend Rücksicht auf diese. Mit grossformatigen 

Verglasungen und Deckenstirnen aus Beton werde die horizontale Wirkung gestärkt. Diese 

Ausgestaltung stelle eine formale Annäherung an das benachbarte Sockelgebäude 

unterhalb des Vorhabens dar und schaffe somit einen guten Kontrast zu den mural 

wirkenden Sockel der Chalethäuser. So gelinge eine sehr gute Einordnung in den 

städtebaulichen Kontext.  

Dieser Einschätzung der Fachleute und der Gemeinde setzt der Beschwerdeführer 

Folgendes entgegen: "Mit der Formensprache eines freistehenden Glas-Baukörpers von 

der Idee her soll hier eine unterirdische Baute realisiert werden. Das passt nicht 

zueinander. Zudem haben die beiden historischen Bauten in der Nachbarschaft im 

Gegensatz dazu ein Erscheinungsbild, das viel geschlossene Fassaden mit Lochfenstern 

zeigt." Es handle sich um eine "verglaste Laterne", welche nicht mehr als Stützmauer 

erkennbar sei. 

Der Neubau distanziert sich aufgrund der Form und Gestaltung von den Chalethäusern 

und ordnet sich als zweigeschossige, raumhaltige Hangverbauung gut in den 

städtebaulichen Kontext ein. Durch die Materialwahl setzt er sich bewusst von den 

geschützten Gebäuden ab. Er stört damit die Umgebung nicht und orientiert sich an den 

qualitativ hochwertigen Bauten und Anlagen. Die gute Gesamtwirkung wird durch den 

Neubau erreicht. Zusätzlich ist hier zu berücksichtigen, dass in der näheren Umgebung 

38 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 9/10 N. 5.
39 Pag. 74, 166 und 197 Vorakten sowie Stellungnahme der Vorinstanz.

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bereits eine Baute mit Glasfassade besteht.40 Der Entscheid der Gemeinde, welcher die 

gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 5 und 6 GBR bejaht, ist daher nicht zu 

beanstanden. Der Beschwerdeführer dringt mit seiner Rüge nicht durch. Auf die Einholung 

eines Berichts der OLK kann angesichts der Beurteilung durch den Beauftragten für 

Städtebau verzichtet werden. Die Durchführung eines Augenscheins erscheint nicht 

notwendig, da sich der Sachverhalt hinreichend aus den Berichten, Plänen und Fotos 

ergibt.41 Der entsprechende Antrag wird daher abgewiesen. 

7. Nebenbestimmungen

a) Gemäss Baubewilligung ist die Farb- und Materialwahl für die Fassaden- und 

Dachgestaltung so zu treffen, dass sich das Gebäude harmonisch in das Orts- und 

Strassenbild einfügt. Zur Überprüfung der baubewilligten Gestaltung sind dem 

Bauinspektorat Thun mindestens zwei Wochen vor Baubeginn grossflächige Farb- und 

Materialmuster zur Begutachtung vorzulegen (Ziff. 3.13). Zur Überprüfung der 

baubewilligten Gestaltung ist gemäss Baubewilligung zudem dem Bauinspektorat Thun 

mindestens zwei Wochen vor Baubeginn der definitive Umgebungsgestaltungs- und 

Bepflanzungsplan zur Genehmigung vorzulegen. Dieser Plan hat unter anderem die 

Bepflanzungsart, deren Standort sowie die festen Einfriedungen und deren Höhen bzw. 

vorgesehenen Stütz- und Futtermauern samt Höhen-, Neigungs- und Materialangaben zu 

enthalten. Die Terrainanschlüsse an die Nachbarparzellen sind darzustellen. Die 

Materialangabe der Verkehrsflächen für Fussgänger und Fahrzeuge ist anzugeben (Ziff. 

3.14). 

b) Der Beschwerdeführer bringt vor, diese Nebenbestimmungen seien zwar gängige 

Praxis aber rechtswidrig. Die Bewilligungsbehörde müsse im Bauverfahren bzw. unter 

Wahrung der Rechte der Nachbarn prüfen, ob Gestaltungsvorschriften eingehalten würden. 

Gleiches gelte für die Umgebungsgestaltung. Zudem hätte vorliegend im 

Baubewilligungsverfahren zwingend ein Umgebungsgestaltungsplan eingereicht werden 

müssen.

40 Vgl. Beilage zur Beschwerdeantwort.
41 Vgl. dazu auch E. 2a hievor.

RA Nr. 110/2016/18 16

c) Mit der Baubewilligung können Bedingungen und Auflagen verbunden werden 

(Art. 38 Abs. 3 BauG). Gemäss Art. 11 Abs. 1 Bst. d BewD sind die Art und Farbe der 

Fassaden und der Bedachung im Baugesuch zu bezeichnen. Die Fassadengestaltung und 

-farbe stellen wichtige Elemente einer ästhetischen Beurteilung dar. Deren Festlegung 

kann grundsätzlich nicht auf ein späteres, reines Behördenverfahren ohne Beteiligung der 

Parteien und ohne Beschwerdemöglichkeiten verschoben werden, weil sonst nicht geklärt 

ist, ob das Bauvorhaben den Anforderungen an den Ortsbild- und Landschaftsschutz 

entspricht. Material und Farbe der Fassade müssen daher – zumindest im Grundsatz – 

durch die Baubewilligungsbehörde beurteilt werden. Zulässig ist vor diesem Hintergrund 

nur, einzelne Nuancen einer einmal bewilligten Farbe oder Materialgebung erst vor der 

Bauausführung bemustern zu lassen.42

d) Die Beschwerdegegner haben im Baugesuch für die Fassaden 

"Glas/Beton/Natursteinmauerwerk" und die Farbe "grau" sowie für das Dach 

"EPDM/Verbundsteine" in "grau" angegeben. In den Plänen ist zudem vermerkt, mit 

welchen Materialien die jeweiligen Bauteile gebaut werden sollen. Damit haben die 

Beschwerdegegner das Material und die Farbe genügend bezeichnet. Die Gemeinde hat 

den Beschwerdegegnern die Baubewilligung erteilt und damit sowohl die Farbe als auch 

das Material festgelegt. Wie die Gemeinde in ihrer Stellungnahme vorbringt, dient die 

Auflage der grossflächigen Farb- und Materialmustern einzig der Überprüfung der 

baubewilligten Gestaltung. Angesichts der zitierten Rechtsprechung ist dies nicht zu 

beanstanden.

e) Gemäss BewD ist dem Baugesuch insbesondere dann ein 

Umgebungsgestaltungsplan einzureichen, wenn besondere Vorschriften über die 

Umgebungsgestaltung bestehen. Art. 14 Abs. 1 Bst. d BewD verweist an dieser Stelle auf 

Art. 14 BauG. Dort wird in Abs. 2 den Gemeinden die Befugnis eingeräumt, nähere 

Vorschriften über die Umgebungsgestaltung aufzustellen. Die Stadt Thun hat solche 

Bestimmungen in Art. 6 GBR erlassen. Der Beschwerdeführer stellt sich daher auf den 

Standpunkt, es müsse ein Umgebungsgestaltungsplan eingereicht werden, weil besondere 

Vorschriften im Sinne des BewD bestehen. Art. 6 Abs. 5 GBR sieht jedoch vor, dass ein 

Umgebungsgestaltungsplan einzureichen ist, sofern aus der Baueingabe nicht alle 

wesentlichen Umgebungsgestaltungselemente hervorgehen. Damit wird es möglich, zur 

42 Vgl. dazu VGE Nr. 22178U vom 12.9.2006 E. 2.3.2 und VGE Nr. 22028U vom 21.2.2005 E. 3.2.

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Durchsetzung der Vorschriften über die Gestaltung der Aussenräume nötigenfalls die 

Vorlage eines Umgebungsplans zu verlangen.43 Gehen die wesentlichen 

Umgebungsgestaltungselemente aus der Baueingabe hervor, erscheint die Vorlage eines 

Umgebungsgestaltungsplanes daher entsprechend dem GBR für die Erteilung der 

Baubewilligung nicht notwendig.

Die bewilligten Pläne zeigen die Ausgestaltung des Dachs des Neubaus mit den 

Parkplätzen. Zudem sind die neuen Treppen, Einfriedungen, Stützmauern und 

Terrainanschlüsse zu den Nachbarparzellen in den Plänen eingezeichnet. Die 

wesentlichen Umgebungsgestaltungselemente gehen daher aus den Plänen hervor. Der 

Beschwerdeführer bringt auch kein Detail der Umgebungsgestaltung vor, das er den 

bewilligten Plänen nicht entnehmen könnte. Auf die Vorlage eines 

Umgebungsgestaltungsplanes durfte die Gemeinde für die Erteilung der Baubewilligung 

daher verzichten.

f) Entsprechend der Praxis in Bezug auf die Farb- und Materialwahl44 muss auch hier 

gelten, dass mittels Vorlage eines detaillierten Umgebungsgestaltungsplan die 

baubewilligte Gestaltung konkretisiert und überprüft werden darf. Die Beschwerde wird 

daher auch in diesem Punkt abgewiesen.

8. Verfahrenskosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'800.00.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 

GebV45).

43 Vgl. dazu Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 
2013, Art. 14 N. 6.
44 Vgl. dazu VGE Nr. 22178U vom 12.9.2006 E. 2.3.2 und VGE Nr. 22028U vom 21.2.2005 E. 3.2.
45 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

RA Nr. 110/2016/18 18

Der Beschwerdeführer hat zudem den Beschwerdegegnern die Parteikosten zu ersetzen 

(Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige 

Parteivertretung anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV46 

beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 

Fr. 11'800.-- pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz 

nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der Streitsache und 

der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG47). Das geltend gemachte Honorar 

beträgt Fr. 5'625.-- plus Mehrwertsteuer von Fr. 450.--. Im vorliegenden Fall ist der 

gebotene Zeitaufwand als unterdurchschnittlich zu werten, da nur ein Schriftenwechsel 

stattfand und kein Beweisverfahren durchgeführt wurde. Die Baukosten gemäss 

Baugesuch betragen knapp über eine Million Franken. Die Bedeutung der Streitsache und 

die Schwierigkeit des Prozesses sind angesichts der umstrittenen Rechtsfragen höchstens 

durchschnittlich. Bei diesen Verhältnissen erscheint ein Honorar von Fr. 5'000.-- als 

angemessen. Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern somit Parteikosten in 

der Höhe von Fr. 5'400.-- (Honorar Fr. 5'000.--, Mehrwertsteuer Fr. 400.--) zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Thun vom 

7. Januar 2016 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'800.00.-- werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt.  

Der Beschwerdeführer hat den Beschwerdegegnern die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 5'400.-- (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

46 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung; 
PKV; BSG 168.811)
47 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

RA Nr. 110/2016/18 19

- Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher E.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Thun, Bauinspektorat, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Thun, A-Post 

- Denkmalpflege des Kantons Bern, A-Post

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin