# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24fc6ad4-39de-5807-9f04-752d13040ff9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 02.07.2019 U 2019 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2019-13_2019-07-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 19 13

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis 

Aktuar Gross

URTEIL

vom 2. Juli 2019 

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Hess,

Beschwerdeführerin
gegen 

B._____,
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Flavio Decurtins,

Beschwerdegegner
und

C._____ AG,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marco Toller,

Beigeladene

betreffend Submission

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1. Am 6. Juli 2018 schrieb B._____ im offenen Verfahren gemäss GATT/WTO 

den Sammel- und Transportdienst von Altglas für zwölf Jahre ab dem 1. 

Januar 2020 aus. In der Ausschreibung wurden die inhaltliche und formale 

Vollständigkeit des Angebots, das Erfüllen der auftragsbezogenen perso-

nellen, finanziellen und fachlich-technischen Leistungsfähigkeit und die 

Einhaltung der Arbeitnehmerschutzbestimmungen als Eignungskriterien 

formuliert. Als Zuschlagskriterien wurden der Preis (60%), die Qualität 

(25%) und die Ökologie (15%) festgelegt.

2. Die Offertöffnung fand am 6. November 2018 statt. Gesamthaft haben 

sechs Anbieter eine Offerte eingereicht. Anlässlich der Offertöffnung bot 

sich folgendes Bild: 

- C._____ AG Fr. 132'686.40

- A._____ AG Fr. 166'995.31

- D._____ AG Fr. 183'865.45

- E._____ AG Fr. 223'671.30

- F._____ AG Fr. 227'462.40

- G._____ AG Fr. 259'686.25

Alle sechs Offerten wurden als gültig erachtet. Nach Bereinigung und Be-

wertung der Offerten erteilte der B._____ mit Vergabebeschluss vom 15. 

Januar 2019 den Zuschlag an die C._____ AG (nachfolgend Zuschlags-

empfängerin) zum Preis von Fr. 132'686.40. Der Vergabeentscheid wurde 

den Anbietern am gleichen Tag per Einschreiben mitgeteilt.

3. Dagegen erhebt die A._____ AG (nachfolgend Beschwerdeführerin) mit 

Eingabe vom 25. Januar 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden und beantragt die Aufhebung des angefochtenen 

Submissionsentscheids und die direkte Vergabe der ausgeschriebenen Ar-

beiten an sich selber, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Ihre 

Rechtsbegehren begründet die Beschwerdeführerin im Wesentlichen da-

mit, dass die Offerte der Zuschlagsempfängerin nicht vollständig sei und 

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deshalb die Eignungskriterien der Ausschreibung nicht erfüllten, was zur 

Ungültigkeit der Offerte führen müsse. Weiter seien die Berechnungen bei 

der Bewertung der Zuschlagskriterien intransparent und falsch. Es sei zu-

dem nicht nachvollziehbar, dass die Zuschlagsempfängerin im Zuschlags-

kriterium 'Ökologie' dieselbe Punktezahl erhalten könne wie die Beschwer-

deführerin. Die Zuschlagsempfängerin sei aber auch auszuschliessen, weil 

sie ein Unterangebot eingereicht habe und die Teilnahmebedingungen gar 

nicht einhalten könne, etwa wegen Verletzung der Breiten- und Tonnage-

beschränkungen. Schliesslich sei auch die vom B._____ für die Preisbe-

wertung angewandte Skala zu streng und damit falsch.

4. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Januar 2019 erkennt der Instrukti-

onsrichter der Beschwerde superprovisorisch die aufschiebende Wirkung 

zu. 

5. Mit ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2019 beantragt der B._____ (fortan 

Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzu-

treten sei; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Der Beschwerdegegner 

führt dazu aus, dass er für den fraglichen Sammel- und Transportdienstauf-

trag zu Recht die Zuschlagsempfängerin berücksichtigt habe. Unter 

Berücksichtigung der erheblichen Preisdifferenz erweise sich deren Ange-

bot als das wirtschaftlich günstigste. Es treffe weder zu, dass die Zu-

schlagsempfängerin unvollständige Offertunterlagen eingereicht habe, 

noch würden Anhaltspunkte bestehen, wonach sie nicht in der Lage wäre, 

den fraglichen Auftrag ausschreibungsgemäss und zur Zufriedenheit des 

Beschwerdegegners auszuführen.

6. Gleichentags lässt sich die Zuschlagsempfängerin vernehmen mit gleich-

lautenden Rechtsbegehren wie diejenigen des Beschwerdegegners. Auch 

sie legt dar, dass ihr Angebot vollständig und gültig sei; die Benotung ihres 

Angebotes sei zu Recht höher ausgefallen als diejenige der Beschwerde-

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führerin. Selbst wenn man die durch die Beschwerdeführerin beantragten 

Korrekturen bei der Bewertung des Angebotes der Zuschlagsempfängerin 

sowie ihres eigenen Angebotes durchführen würde, bliebe das Angebot der 

Beschwerdeführerin punktemässig hinter demjenigen der Zuschlagsemp-

fängerin.

7. In ihrer Replik vom 1. April 2019 hält die Beschwerdeführerin unverändert 

an ihrer Beschwerde fest. Sie verlangt, dass die mit der Vernehmlassung 

eingereichten Dokumente der Zuschlagsempfängerin, welche deren Of-

ferte ergänzten, als Noven nicht zuzulassen seien. Weiter verhalte sich der 

Beschwerdegegner mit der weiterhin nicht vollständig offengelegten Beur-

teilungsmatrix intransparent, was für sich allein schon zur Gutheissung der 

Beschwerde führen müsse. Die Zuschlagsempfängerin hätte zudem vom 

Vergabeverfahren ausgeschlossen werden müssen, weil bei ihrer Offerte 

in mehreren Punkten die geforderten Unterlagen gefehlt hätten und diese 

Lücken vom Beschwerdegegner nicht selber und ohne grossen Aufwand 

hätten gefüllt werden können; sollte kein Ausschluss erfolgen, so wären die 

fehler- bzw. lückenhaften Angaben gemäss Bewertungsskala mit 0 Punk-

ten zu bewerten. Es sei willkürlich und aufgrund fehlender Feinmatrix auch 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Zuschlagsempfängerin im Zuschlagskri-

terium 'Qualität' 34 von 50 Punkten habe erreichen können, mithin nur 9 

Punkte weniger als die Beschwerdeführerin. Weiter sei der Beschwerde-

gegner in Willkür verfallen, indem er das Zuschlagskriterium 'Ökologie' bei 

der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfängerin gleich bewertete, 

obschon die Beschwerdeführerin – im Gegensatz zur Zuschlagsempfänge-

rin – zur Aufgabenerfüllung Bahntransporte vorsehe sowie ausschliesslich 

Fahrzeuge einsetze, welche die höchsten Abgasnormen erfüllten.

8. Die Zuschlagsempfängerin bestätigt in ihrer Duplik vom 17. April 2019 ihre 

Rechtsbegehren und Ausführungen in ihrer Vernehmlassung. Die von ihr 

nachgereichten Unterlagen seien nicht neu im Sinne der Ergänzung ihres 

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Angebots, sondern dienten bloss der Verdeutlichung der bereits gemach-

ten Angaben. Ihre Offerte sei vollständig, weshalb es keinen Grund gebe, 

sie vom Vergabeverfahren auszuschliessen. Falle ein Ausschluss ihrer Of-

ferte nicht in Betracht, so würde sie trotz den von der Beschwerdeführerin 

verlangten Korrekturen an ihrer Angebotsbewertung die höchste Punkte-

zahl behalten.

9. Am 23. April 2019 reicht der Beschwerdegegner seine Duplik ein, hält an 

seinen Rechtsbegehren vollumfänglich fest und vertieft seine Argumenta-

tion. Insgesamt ist er der Ansicht, dass die Rügen der Beschwerdeführerin 

auf einer zu extensiven Interpretation der Ausschreibungsunterlagen ba-

sieren und sich im Wesentlichen auf Aspekte bzw. Unterlagen beziehen, 

welche im Rahmen der Ausschreibung gar nicht darzulegen respektive bei-

zubringen waren. 

10. Der Rechtsvertreter der Zuschlagsempfängerin reicht seine Honorarnote 

am 17. April 2019 ein, welche einen Arbeitsaufwand von insgesamt 20.5 

Stunden à Fr. 270.-- plus Spesen von Fr. 58.-- sowie Mehrwertsteuer 

(MWST) von 7.7% mit einem Gesamttotal von Fr. 6'023.65 ausweist. Am 

13. Mai 2019 legt der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners seine Ho-

norarnote ins Recht, welche mit 15 h à Fr. 270.-- zzgl. Spesen zu 3% und 

MWST zu 7.7% bei Fr. 4'492.71 steht; weiter wird ein Interessenwertzu-

schlag von 2% aufgeführt, allerdings nicht konkret beziffert. Schliesslich 

reicht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 14. Mai 2019 seine 

Honorarnote ein und weist dabei einen Zeitaufwand von 16 h und 20' aus; 

unter Berücksichtigung der Kleinspesenpauschale von 3% und der MWST 

resultiert ein Betrag von Fr. 4'710.85.

Das Gericht zieht in Erwägung:

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1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der vom Beschwerdegegner öffentlich 

ausgeschriebene Auftragszuschlag vom 15. Januar 2019 für den regiona-

len Sammel- und Transportdienst von Altglas für zwölf Jahre (2020-2032), 

der für Fr. 132'686.40 (pro Jahr) an die Zuschlagsempfängerin erteilt 

wurde. Damit konnte sich die mit ihrem Angebot über Fr. 166'995.31 (Preis-

differenz Fr. 34'308.91 bzw. 25.85% teurer) am zweitgünstigsten offerie-

rende Beschwerdeführerin nicht einverstanden erklären, weshalb sie dage-

gen am 25. Januar 2019 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den Beschwerde erhob und die Aufhebung des Zuschlagsentscheids sowie 

die Auftragserteilung an sich selbst verlangte. Im Sinne von Eventualanträ-

gen wurde also weder verlangt, dass die Angelegenheit nach der Aufhe-

bung des Zuschlagsentscheids an den Beschwerdegegner zu neuer Ent-

scheidung zurückgewiesen wird, noch dass eine neue Ausschreibung zu 

erfolgen habe. Das Gericht ist – in Anwendung und unter Berücksichtigung 

des Ausdehnungsverbots von Rechtsbegehren nach Art. 51 Abs. 2 des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) – an das eng 

umschriebene Rechtsbegehren in der Beschwerde gebunden. Es ist folg-

lich die Rechtmässigkeit des angefochtenen Entscheids zu klären.

1.2. Die strittige Dienstleistung (Einsammeln/Transport von Altglas) durch Auf-

tragsvergabe untersteht unbestritten dem öffentlichen Beschaffungsrecht, 

im Einzelfall kommen damit die Normen des GAT/WTO-Abkommens, der 

Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen 

(IVöB; SR 172.056.5 [BR 803.510]) sowie des Submissionsgesetzes für 

den Kanton Graubünden (SubG; BR 803.300) einschliesslich zugehöriger 

Submissionsverordnung (SubV; BR 803.310) zur Anwendung.

1.3. An der eingereichten Beschwerde gibt es weder bezüglich ihrer Form (= 

Erfordernis an Rechtsschriften nach Art. 38 VRG [Rechtsbegehren; Sach-

verhalt; Begründung]) noch bezüglich der Wahrung der 10-tägigen Rüge-

frist nach Art. 15 Abs. 2 IVöB und Art. 26 Abs. 1 SubG etwas auszusetzen, 

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weil das Ziel der Beschwerde materiell klar erkennbar ist und die Rechts-

schrift vom 25. Januar 2019 gegen den Zuschlagsentscheid vom 15. Ja-

nuar 2019 auch innert gesetzlicher Anfechtungsfrist erfolgt ist. Die Be-

schwerde ist folgerichtig frist- und formgerecht eingereicht worden.

1.4. Nach Art. 15 Abs. 1 IVöB (Beschwerde an unabhängige kantonale Instanz 

zulässig) bzw. Art. 25 Abs. 1 lit. c SubG (Beschwerde ans Verwaltungsge-

richt) kann namentlich gegen den Zuschlag und den Ausschluss vom Ver-

fahren Beschwerde erhoben werden. Die örtliche und sachliche Zuständig-

keit des angerufenen Verwaltungsgerichts ist damit gegeben, da es um die 

Rechtmässigkeit des Zuschlagsentscheids vom 15. Januar 2019 geht.

1.5. Zur Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist legi-

timiert, wer durch den angefochtenen (Zuschlags-) Entscheid berührt ist 

und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat 

(Art. 50 VRG). Vorliegend ist die Beschwerdeführerin als (preislich) zweit-

günstigste Anbieterin gewiss zur Beschwerdeerhebung vor Verwaltungs-

gericht berechtigt, da sie als nichtberücksichtigte Anbieterin einen finanzi-

ellen Nachteil erleidet, sofern sie (zu Unrecht) den Auftragszuschlag nicht 

erhalten hätte und ihre Einwände und Argumente gegen den angefochte-

nen Zuschlagsentscheid demnach zutreffend sein sollten. Die auf Rang 2 

platzierte Beschwerdeführerin müsste bei Aufhebung des Zuschlags und 

bei Ausschluss der Zuschlagsempfängerin direkt selbst den Zuschlag er-

halten; ansonsten müsste die Beschwerdeführerin auch ohne Ausschluss 

der Zuschlagsempfängerin – aber bei einer anderen Bewertung der Zu-

schlagskriterien – anstelle dieser den Auftragszuschlag erhalten. Die Legi-

timation der Beschwerdeführerin zur Rüge ist damit gegeben.

1.6.1. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Replik zum einen geltend, dass die 

von der Zuschlagsempfängerin eingereichten weiterführenden Unterlagen 

als Noven nicht zur Prozedur zuzulassen seien.

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1.6.2. Der Beschwerdegegner und die Zuschlagsempfängerin halten dem entge-

gen, dass die Dokumente nicht als Ergänzung der Offerte zu verstehen 

seien, sondern zur Verdeutlichung derselben und zur Entkräftung der Rü-

gen in der Submissionsbeschwerde.

1.6.3. Zur Einbringung von allfälligen Noven während eines laufenden Verfahrens 

gilt es zunächst auf Art. 51 Abs. 3 VRG zu verweisen, wonach neue Tatsa-

chenbehauptungen und Beweisanträge zulässig sind. In Bezug auf ein 

Submissionsverfahren ist für das Gericht allerdings ebenso klar, dass für 

die Prüfung der Vollständigkeit der Offerte der Zeitpunkt ihrer Einreichung 

massgebend ist. Seitherige Ergänzungen wären in der Tat unbeachtlich, 

doch wird dies hier seitens der Zuschlagsempfängerin gar nicht beabsich-

tigt. Sie dokumentiert mit ihren Eingaben bloss ihre Entgegnungen zu den 

Rügen der Beschwerdeführerin, was hinsichtlich der Beurteilung – ob die 

Offerte der Zuschlagsempfängerin zum Zeitpunkt der Einreichung vollstän-

dig war – unbeachtlich bleibt.

1.7.1. Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine mangelnde Transparenz bzw. 

eine unvollständige Darlegung des Bewertungsprozesses seitens des Be-

schwerdegegners: So sei im Anhang 3 der Ausschreibungsunterlagen eine 

Feinmatrix für die Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien aufgeführt, 

wogegen der Zuschlag bloss noch mit der Grobmatrix dokumentiert werde. 

Die Beschwerdeführerin habe ein Anrecht/Anspruch auf Einsicht in die 

Feinmatrix und deren Vorenthaltung stelle eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht dar, was zur Aufhebung des Zuschlagsentscheids mit Rück-

weisung zur Neubeurteilung führen müsse.

1.7.2. Der Beschwerdegegner entgegnet in seiner Vernehmlassung, dass er mit 

der Abgabe der groben Beurteilungsmatrix seiner Begründungspflicht 

vollständig nachgekommen sei; sämtliche Kriterien seien sorgfältig evalu-

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iert und bewertet worden. Unterlagen über die Meinungsbildung innerhalb 

des Gremiums müssten nicht vor der Öffentlichkeit ausgebreitet werden. 

Mit der Duplik reicht der Beschwerdegegner dann die verlangte Feinmatrix 

ins Recht (Beilage 12).

1.7.3. Nach Auffassung des Gerichts verhält es sich so, dass die Bewertung der 

in den Devisunterlagen schon aufgelisteten Unterkriterien auch offengelegt 

werden sollte, sofern der Beschwerdegegner die Feinmatrix bereits in den 

Ausschreibungsunterlagen bekannt gibt; alles andere wäre intransparent. 

In welcher Form der Beschwerdegegner die Bewertung offenlegt, ist ihm 

überlassen; denkbar ist neben der Offenlegung der Tabelle auch eine Be-

gründung in Textform, was der Beschwerdegegner mit Einreichen seiner 

Vernehmlassung auch getan hat. Mit der Duplik hat der Beschwerdegegner 

dann auch die Matrix selber eingelegt, weshalb der Editionsantrag hinfällig 

wird (vgl. zur Offenlegung der Bewertung hiernach Ziff. 3.3.1 ff.). Jedenfalls 

aber wäre – wie es die Beschwerdeführerin in ihrer Replik (Ziff. 2, S. 3) 

verlangt – eine Aufhebung des Entscheids mit Rückweisung zur Neubeur-

teilung gar nicht möglich, weil das entsprechende Rechtsbegehren der Be-

schwerdeführerin fehlt (siehe dazu vorstehend E.1.1).

2.1. In materieller Hinsicht gilt es zunächst das Vorliegen eines allfälligen Aus-

schlussgrundes laut Art. 25 Abs. 1 lit. c SubG zu prüfen. Danach wird ge-

gebenenfalls zu klären sein, ob das Zuschlagskriterium 'Preis' korrekt an-

gewandt wurde und schliesslich – falls noch notwendig – die Bewertung 

der beiden anderen Zuschlagskriterien ('Qualität/Ökologie') rechtens war. 

2.2.1. Zu einem allfälligen Ausschluss der Zuschlagsempfängerin aufgrund der 

Eignungskriterien ist vorweg auf den Fuhrpark und das Reservefahrzeug 

Bezug zu nehmen (vgl. Ausschreibung Anhang 2 Ziff. 4 und 6). Diesbezüg-

lich macht die Beschwerdeführerin gleich mehrere Ausschlussgründe gel-

tend. So fehlten notwendige Angaben zu den Einsatzfahrzeugen, insbe-

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sondere ein Finanzierungsnachweis für das anzuschaffende Fahrzeug; 

hinsichtlich der Ersatzfahrzeuge fehlten Angaben zum Leergewicht und zur 

Nutzlast, eines der Fahrzeuge sei 2.5 m breit; ausserdem verfügten die bei-

den Ersatzfahrzeuge über kein Wiegesystem, weshalb jeweils nur eine Ge-

meinde des Regionalverbands angefahren werden könne, bevor das Ge-

wicht dann in O.1._____ gewogen werden müsse; das zweite angegebene 

Ersatzfahrzeug mit einer Breite von 2.3 m sei ein Euro-2-Fahrzeug Jahr-

gang 1994; bei beiden Ersatzfahrzeugen sei nicht ersichtlich, wie diese ei-

nen Kran und eine Zange sowie eine genügend grosse Mulde zur Leerung 

des Glases auf ihren Chassis aufnehmen könnten. Es fehle ein technisches 

Konzept mit Konstruktionszeichnung für die Spezialkonstruktion. In der Re-

gion gebe es viele Strassen mit Beschränkungen in der Tonnage und auch 

der Breite. Im Gebiet O.2._____ herrsche fast flächendeckend eine Be-

schränkung auf 18 t, dasselbe im Gebiet O.3._____; weil das neu anzu-

schaffende Einsatzfahrzeug ohne Aufbau bereits ein Leergewicht von 17 t 

aufweise, könne es gar nicht zum Einsatz gelangen. Somit müsste ca. ein 

Viertel aller Fahrten mit dem Ersatzfahrzeug absolviert werden, andernfalls 

gesetzeswidrige Fahrten vorgenommen würden.

2.2.2. Der Beschwerdegegner weist darauf hin, dass in den Ausschreibungsun-

terlagen nicht ein eigentlicher Finanzierungsnachweis für die Ersatzfahr-

zeuge gefordert worden sei, sondern die Finanzierung der Fahrzeuge of-

fenzulegen war. Durch ihre Mitteilung der Finanzierung mittels Leasing – 

gleich wie die Beschwerdeführerin – genüge die Zuschlagsempfängerin 

diesen Anforderungen. Weiter habe die Zuschlagsempfängerin einen Vor-

kaufsvertrag über das anzuschaffende Fahrzeug beigelegt, dem auch die 

Ausrüstung zu entnehmen sei; die Angaben seien zudem im technischen 

Bericht enthalten. Das Fehlen einer Zange könne auch kein Ausschluss-

grund darstellen, seien die Anbieter doch bei der Wahl der einzusetzenden 

Fahrzeuge und Transportbehälter gemäss Ausschreibungsunterlagen ex-

plizit frei. Hinsichtlich der Ersatzfahrzeuge seien von den Anbietern keiner-

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lei technische Spezifikationen verlangt worden, sondern sie hätten einzig 

darzulegen gehabt, wie sie sich in einer Ausnahmesituation, z.B. bei Ausfall 

des Hauptfahrzeugs, zu organisieren gedenke; für diesen Fall habe die Zu-

schlagsempfängerin dargelegt, auf ein bestehendes Fahrzeug zurückzu-

greifen, welches ebenfalls mit einem Kran ausgestattet sei. Das Gewicht 

des Sammelgutes werde in diesen Ausnahmefällen auf der Waage in 

O.1._____ ermittelt. Die Angaben der Zuschlagsempfängerin in ihrem An-

gebot seien vollständig gewesen, auch hinsichtlich des Notfallkonzepts. 

Hinsichtlich der Einsatzfähigkeit des Mercedes-Zweiachsers als Ersatz-

fahrzeug für Breiten bis max. 2.3 m seien in der Ausschreibung weder tech-

nische Spezifikationen noch Konzepte verlangt worden, noch eine Ausstat-

tung mit Kran, Zange oder Muldenkapazität, noch seien Vorgaben zum Al-

ter des Fahrzeuges gemacht worden. Es sei somit Sache des Anbieters, 

wie und mit welchen Fahrzeugen er den Sammel- und Transportdienst ge-

stalte bzw. wie er mit den teilweise vorhandenen Strassenbeschränkungen 

umgehe. Für den Beschwerdegegner sei klar, dass die Zuschlagsempfän-

gerin in der Lage sei, die ausgeschriebene Dienstleistung zu ihrer Zufrie-

denheit sowie im Einklang mit den Ausschreibungsunterlagen zu erbringen. 

Wie die Zuschlagsempfängerin dabei vorgehe, mithin wie viele Leerfahrten 

dabei möglicherweise anfallen, wo sie das Gewicht des gesammelten Alt-

glases misst, ob sie gewisse Strecken mit dem Zweiachser bewältigt und 

das Gewicht dann in O.1._____ oder mit der Umfüllung auf das eigentliche 

Sammelfahrzeug bewerkstelligt, wie sie die Behälter leert, wie sie mit den 

Strassenbeschränkungen umgeht, bleibe ihr anheimgestellt, da der Be-

schwerdegegner diesbezüglich bewusst keine Vorgaben gemacht hätte. 

Die Offerte der Zuschlagsempfängerin erweise sich weder als lückenhaft 

noch als ausschreibungswidrig, weshalb auch kein Ausschluss des klar 

günstigsten Angebots gerechtfertigt gewesen wäre.

2.2.3. Die Zuschlagsempfängerin argumentiert, dass es gerade kein Novenverbot 

im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren gebe und die mit der 

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Vernehmlassung eingereichten Unterlagen nur der weiteren Konkretisie-

rung und Ergänzung der Angaben im Angebot gedient hätten. Betreffend 

Fahrzeuggewicht habe bloss der Nachweis erbracht werden sollen, dass 

ein Punkteabzug wegen angeblich zu geringer Nutzlast ihres Fahrzeugs zu 

Unrecht erfolgt wäre. Der Umstand, dass eine Drittfirma mit ihr einen Kauf-

vertrag abgeschlossen habe, spreche dafür, dass die Finanzierung via Lea-

singvertrag gesichert gewesen sei. Im Übrigen verfüge sie über keine Re-

visionsstelle, weil sie darauf nach Art. 727a Abs. 2 OR verzichtet habe. Es 

hätten daher auch keine Revisionsberichte eingereicht werden können. Im 

Devis sei nirgends verlangt worden, dass die Submissionsteilnehmer Jah-

resrechnungen der letzten drei Jahre anstelle nicht vorhandener Revisions-

berichte hätten einreichen müssen. Das anzuschaffende Fahrzeug weise 

gemäss den von ihr eingereichten Unterlagen einen Kran und ein mobiles 

Wiegesystem, einen Rückwärtskipper, eine Lichtlenkachse und einen All-

radantrieb auf. Das Wiegesystem werde in Beilage 11 zum Technischen 

Bericht genau beschrieben. Die im Devis verlangten Angaben zum Einsatz-

fahrzeug seien somit vorgelegen, weshalb nicht ersichtlich sei, inwiefern ihr 

Angebot wegen Unvollständigkeit ausgeschlossen werden sollte. Sodann 

entbehre auch der Einwand, sie verfüge nicht über taugliche Ersatzfahr-

zeuge, jeglicher Grundlage. Gemäss Ausschreibung sei es ihre Aufgabe 

gewesen, zu entscheiden, mit welchen Fahrzeugen bzw. auf welche Weise 

sie Notfallsituationen meistern und mit Tonnagebeschränkungen umgehen 

werde. Wie aus dem Technischen Bericht hervorgehe, verfüge sie über 

zwei Ersatzfahrzeuge, welche mit einem Kran ausgestattet seien. Der Be-

schwerdegegner sei daher zu Recht zum Schluss gelangt, dass ihr Notfall-

konzept genügend umschrieben sei und sich ein Ausschluss ihrer Offerte 

daher nicht hätte rechtfertigen lassen. Die Ortschaften mit Tonnagebe-

schränkungen würden von ihrem zu Beginn noch leeren Einsatzfahrzeug 

zuerst angefahren, so dass die folgenden Strecken mit einem geringeren, 

unter der Tonnagelimite liegenden Gewicht befahren werden könnten. Die 

Punktedifferenz beim Zuschlagskriterium 'Preis' sei derart gross, dass 

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selbst Korrekturen bei den anderen Zuschlagskriterien ('Qualität/Ökologie') 

nicht dazu führen würden, dass das Angebot der Beschwerdeführerin eine 

höhere Gesamtpunktzahl als ihr Angebot erreichen könnte. Weil ihr Ange-

bot bei diesen Zuschlagskriterien schon mit Punkteabzügen bedacht wor-

den sei, habe die Vergabestelle den Einwänden der Beschwerdeführerin 

bereits gebührend Rechnung getragen. Weitere Abzüge liessen sich nicht 

rechtfertigen. Zudem vermöchten solche das Bewertungsergebnis nicht 

derart zu verändern, dass der Zuschlag der Beschwerdeführerin erteilt wer-

den müsste.

2.2.4. Das Gericht hält dazu folgendes fest: Den Ausschreibungsunterlagen ist in 

Anhang 2 (Eignungskriterien) Ziff. 4 (Fachlich-technische Leistungsfähig-

keit) unter dem Stichwort 'Fuhrpark' das Folgende zu entnehmen:

Beizulegen ist eine Liste für die beim Auftrag zum Einsatz gelangenden Fahrzeuge inkl. 

Ausrüstung. Anzugeben sind Marke, Typ, erste Inverkehrsetzung, technische Ausrüstung, 

Leergewicht/Gesamtgewicht, Nutzlast, Fahrzeugbreite, erfüllte Abgasnorm. Bei Fahrzeu-

gen, die nicht vorhanden sind, aber im Falle des Zuschlages angeschafft würden, ist der 

Vorvertrag für die Anschaffung des Fahrzeuges mit dem Lieferanten beizulegen. Ausser-

dem ist ein verbindliches Lieferungsdatum mitzuteilen und die Finanzierung der Fahr-

zeuge offenzulegen. 

Im Anhang 2 Ziff. 6 (Folgende Unterlagen sind dem Angebot beizulegen) 

steht zudem:

Ziff. 7: Liste Fuhrpark; evtl. Vorverkaufsverträge, Bestätigung Lieferungstermin und Finan-

zierungsmodell gemäss Ziff. 4.

Schliesslich hält der Beschwerdegegner in den Ausschreibungsunterlagen 

Ziff. B (Offerte) in Ziff. 1.4 (Fahrzeuge) noch was folgt fest:

Bei der Wahl der einzusetzenden Fahrzeuge und Transportbehälter ist das Unternehmen 

frei. Es ist Sache des Unternehmers, die zulässigen Strassentonnagen und weitere ver-

kehrstechnische Einschränkungen zu berücksichtigen.

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2.2.5. Zunächst gilt es somit klarzustellen, dass ein 'Finanzierungsnachweis' gar 

nicht gefordert ist, vielmehr haben die Offerenten 'die Finanzierung der 

Fahrzeuge offenzulegen'. Dieser Vorgabe ist die Zuschlagsempfängerin 

nachgekommen, indem sie im Technischen Bericht (dort auf S. 3) angege-

ben hat, für den Auftrag ein neues Fahrzeug anzuschaffen. Dieses be-

schreibt sie im Sinne der Vorgabe und gibt an, dass das Fahrzeug durch 

ein Leasing finanziert werde; schliesslich legt sie als Beilage 10 zum Tech-

nischen Bericht noch einen Vorverkaufsvertrag ein. Gerade im Zusammen-

hang mit der ebenfalls im Technischen Bericht (S. 2) dargelegten finanziel-

len Leistungsfähigkeit der Zuschlagsempfängerin (mit einem Eigenkapital 

von Fr. 420'000.-- und einem Jahresumsatz von Fr. 2.77 Mio.) durfte der 

Beschwerdegegner von der Finanzierbarkeit des anzuschaffenden Fahr-

zeugs (Anschaffungspreis Fr. 432'954.-- inkl. Aufbau) ausgehen. Weiter 

bemängelt die Beschwerdeführerin, dass für das Einsatzfahrzeug die Of-

ferte der Firma H._____ für den Aufbau fehle, was vom Beschwerdegegner 

eingeräumt wird; dieser weist allerdings zu Recht darauf hin, dass in den 

Ausschreibungsunterlagen das Beibringen einer Offerte für den Aufbau gar 

nicht vorgeschrieben worden sei. Ein Ausschluss aus dem Vergabeverfah-

ren aufgrund unvollständiger Unterlagen wäre somit nicht gerechtfertigt, 

zumal der Aufbau im Technischen Bericht beschrieben wird und der Preis 

desselben im Vorkaufsvertrag enthalten ist. Ebenfalls kein Ausschluss-

grund ist das Fehlen einer Zange am Aufbau des Einsatzfahrzeugs zur Lee-

rung des Glaskontainers, da der Einsatz einer solchen in den Ausschrei-

bungsunterlagen nicht explizit gefordert wurde.

2.2.6. Beim Ersatzfahrzeug bemängelt die Beschwerdeführerin dessen Breite von 

2.5 m und die Nichtangabe von Leergewicht und Nutzlast. Auch hier ist es 

so, dass der Beschwerdegegner keinerlei technische Spezifikationen ein-

verlangt hat. Diese Sichtweise erscheint dem Gericht allerdings weniger 

klar als sie der Beschwerdegegner Glauben macht, kann man die Formu-

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lierung in den Ausschreibungsunterlagen doch durchaus im Sinne der Be-

schwerdeführerin verstehen, wonach eben sämtliche zum Einsatz gelan-

genden Fahrzeuge zu spezifizieren seien. Weil aber die eine wie die andere 

Lesart vertretbar ist, wäre ein Ausschluss auf jeden Fall unverhältnismässig 

gewesen bzw. der Entscheid des Beschwerdegegners, sich mit den vor-

handenen Angaben der Zuschlagsempfängerin zu begnügen, nicht zu be-

anstanden. Was schliesslich die Tonnage- und Breitenbeschränkungen be-

trifft, sei auf die Vorgabe in den Ausschreibungsunterlagen hingewiesen, 

wonach das Einhalten der gesetzlichen Bestimmungen Sache der Anbieter 

ist. Die Zuschlagsempfängerin hat aufgezeigt, dass sie durch den Einsatz 

verschiedener Fahrzeuge in der Lage ist, den Auftrag zu erfüllen, wozu als 

Hilfsmittel sicherlich auch die Ausnahmebewilligungen eingesetzt werden 

dürfen. Bezüglich Strassen- und Tonnagebeschränkungen hat der Be-

schwerdegegner explizit keine Vorgaben gemacht bzw. diese Problematik 

ganz den Anbietern überlassen (vgl. Ausschreibung B Ziff. 1.4). Ob die Auf-

tragsabwicklung dann immer noch ökonomisch und ökologisch gestaltet 

werden kann, ist dann nicht mehr eine Frage der Eignung, sondern der 

Bewertung des Angebots. Auch diese Rüge ist somit abzuweisen.

2.3.1. Bezüglich des Wäge- und Rapportsystems (Ausschreibung Anhang 2 Ziff. 

4) rügt die Beschwerdeführerin, dass aus dem Angebot der Zuschlagsemp-

fängerin nicht hervorgehe, wie die Art und Weise der Rapportierung erfolge; 

es liege lediglich ein Prospekt des Wiegesystems bei.

2.3.2. Der Beschwerdegegner hält dem entgegen, dass aus dem Prospekt 

grundsätzlich hervorgehe, wie die Wägung funktioniere. Dieser Ablauf 

werde zudem im Technischen Bericht beschrieben. Zur Veranschaulichung 

der Datenerfassung sei dem Technischen Bericht als Beilage 1 ein Muster-

Rapport beigefügt. Ausserdem werde in den Ausschreibungsunterlagen 

explizit nicht verlangt, dass jedes einzelne Fahrzeug über ein Gewichtser-

fassungssystem verfügen müsse. Damit fehlten im Angebot der Zuschlags-

- 16 -

empfängerin keine wesentlichen Angaben und das Angebot sei deshalb 

nicht ungültig und vom Vergabeverfahren auszuschliessen.

2.3.3. Auch die Zuschlagsempfängerin erklärt, dass das zum Einsatz gelangende 

Fahrzeug über ein mobiles Wiegesystem verfüge, mit dem für jede einzelne 

Sammelstelle das Gewicht der gesamten Abfall- und Werkstoffgattung mit 

einem Genauigkeitsgrad von +/- 10 kg erfasst werden könne. Jede Leerung 

des Sammelfahrzeugs werde unter Angabe der Gemeinde, der Sammel-

stelle, der Zeit, des Materials und des Gewichts rapportiert, was im Tech-

nischen Bericht aufgezeigt werde. Die auf dem Einsatzwagen montierte 

Wiegevorrichtung und das Reportingsystem erfüllten damit in jedem Fall 

die Anforderungen der Ausschreibung.

2.3.4. In den Ausschreibungsunterlagen ist bezüglich Wäge- und Rapportsystem 

folgendes festgehalten:

Anhang 2 Ziff. 4 (Wägesystem): Das Unternehmen hat den Nachweis zu erbringen, dass 

sein Fuhrpark (nicht jedoch zwingend jedes einzelne Fahrzeug) über ein geeichtes Ge-

wichtserfassungssystem für das zu sammelnde Altglas (Genauigkeit +/- 10 kg) verfügt 

bzw. ein solches vorgesehen ist, so dass die gemeindeweise und gesamte Gewichtser-

fassung des Altglases möglich ist. Das System muss eine elektronische Auswertung der 

Daten zulassen, damit diese im Rahmen der Rapporte an den B._____ weitergeleitet wer-

den können.

Anhang 2 Ziff. 6: Unterlagen zum Gewichtserfassungssystem.

2.3.5. Die Zuschlagsempfängerin erklärt in ihrem Technischen Bericht auf S. 3, 

dass der Kran des Einsatzfahrzeuges über ein mobiles Wiegesystem ver-

füge, mit welchem für jede Sammelstelle das Gewicht mit einer Genauigkeit 

von +/- 10 kg erfasst und ausgewertet werden könne. Für den Beschrieb 

des mobilen Wiegesystems verweist der Technische Bericht auf den Pro-

spekt, welcher als Beilage 11 beigefügt ist.

- 17 -

2.3.6. Aus Sicht des Gerichts ergibt sich damit aus den Unterlagen im Angebot 

der Zuschlagsempfängerin (s. Technischer Bericht mit Beilagen 1 und 11) 

ein ausreichend präzises Bild des angebotenen Wiege- und Rapportsys-

tems. Diesen Unterlagen ist nämlich zu entnehmen, dass auf zwei Seiten 

die Funktionalität des Systems aufgezeigt wird und technische Daten sowie 

Grund- und Zusatzausbildung aufgelistet sind. Dem Prospekt ist insbeson-

dere zu entnehmen, dass der Kran über eine Wiegezelle verfügt, die zwi-

schen dem Ende des Kranauslegers und dem Haken oder Greifer platziert 

ist; diese Zelle misst ein erstes Mal das Bruttogewicht des durch den Kran 

angehobenen Behälters mitsamt Inhalt und ein zweites Mal nach der Lee-

rung des Behälters dessen Nettogewicht. Dabei werden die Messdaten für 

den Kunden aufgezeichnet; die Messsteuerung lässt sich auch in die Funk-

fernsteuerung des Krans integrieren. Als weiteres feature wird darauf hin-

gewiesen, dass die Container mit einem RFID Chip identifiziert werden kön-

nen, was eine automatische Erfassung und Übertragung aller Daten auf 

den passenden Kunden ermöglicht. In ihrem Technischen Bericht wird zur 

Rapportierung festgehalten, dass für jede Gemeinde das Gewicht der ge-

samten Abfall- und Werkstoffgattung mittels Wiegung beim Sammeln er-

mittelt wird und dem Beschwerdegegner die Ergebnisse quartalsweise mit-

geteilt werden, auf Wunsch auch in elektronischer Form (Word oder Excel). 

Das Sammelfahrzeug ist mit einer Wiegevorrichtung ausgerüstet; jede Lee-

rung wird mit Gemeinde, Zeit, Sammelstelle, Material und Gewicht doku-

mentiert; Ausserordentliches wird separat erfasst. Dem Technischen Be-

richt ist als Beilage 1 ein Muster-Rapport beigefügt. Für das Gericht ist da-

mit genügend geklärt, wie das offerierte Wiege- und Rapportsystem der 

Zuschlagsempfängerin funktioniert. Die gegenteilige Rüge der Beschwer-

deführerin erweist sich daher als unbegründet.

2.4.1. Im Weiteren werden der Ablauf und das Konzept der Auftragsabwicklung 

einschliesslich Organigramm (Ausschreibung Anhang 2 Ziff. 4) zur Diskus-

sion gestellt. 

- 18 -

2.4.2. Die Beschwerdeführerin behauptet, die Zuschlagsempfängerin sei mit den 

von ihr eingesetzten Fahrzeugen nicht in der Lage, den Auftrag korrekt zu 

erfüllen. Sie zeige ihre Vorgehensweise auch nicht auf, obschon dies in den 

Ausschreibungsunterlagen verlangt werde. Die Notfallregelung sei untaug-

lich, ein Konzept fehle vollständig.

2.4.3. Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, dass die Anbieter lediglich ge-

halten gewesen seien darzulegen, wie sie sich in einer Ausnahmesituation, 

wie z.B. beim Ausfall eines Fahrzeuges, zu organisieren gedenke; dies 

aber habe die Zuschlagsempfängerin in ihrem Technischen Bericht auch 

getan und so die Vorgaben erfüllt.

2.4.4. Den Ausschreibungsunterlagen ist in Anhang 2 (Eignungskriterien) Ziff. 4 

(Fachlich-technische Leistungsfähigkeit) unter dem Stichwort 'Ablauf und 

Konzept der Auftragsabwicklung / Organisation' folgendes zu entnehmen: 

Das Unternehmen hat in einem separaten Beschrieb den Ablauf und die Organisation des 

Sammel- und Transportdienstes zu erläutern. Dabei ist insbesondere die Auftragsabwick-

lung aufzuzeigen, d.h. wie die Abrufe der Gemeinden entgegengenommen und verarbeitet 

werden, wie das vorgesehene Personal und die Fahrzeuge eingesetzt werden, wie die 

Gewichtserfassung in den Gemeinden erfolgt, wie die Schnittstellen zum Verwertungsbe-

trieb und zum B._____ bewirtschaftet werden etc. Ausserdem hat das Unternehmen dar-

zulegen, wie es sich in einer Ausnahmesituation (z.B. Ausfall eines Fahrzeuges) organi-

siert. 

Aus dem Organigramm müssen sodann die Verantwortlichkeiten und die Stellvertretungs-

regelungen hervorgehen.

2.4.5. Die Zuschlagsempfängerin beschreibt auf S. 3 und 4 ihres technischen Be-

richts detailliert den von ihr vorgesehenen Ablauf und die Organisation des 

Sammel- und Transportdienstes. Auch das Organigramm ist als Beilage 14 

dem Technischen Bericht beigelegt. Die von der Beschwerdeführerin be-

hauptete Unvollständigkeit ist für das Gericht nicht ersichtlich, auch wenn 

- 19 -

man bezüglich Organigramm einräumen muss, dass dieses nicht auftrags-

bezogen sondern allgemein gehalten zu sein scheint, was indes auch für 

das Organigramm der Beschwerdeführerin gilt, sodass sie daraus nichts zu 

ihren Gunsten ableiten kann. In den Ausschreibungsunterlagen wurde im 

Übrigen kein speziell auf die konkrete Auftragsabwicklung ausgerichtetes 

Organigramm verlangt, weshalb sich die Zuschlagsempfängerin – gleich 

wie die Beschwerdeführerin – mit einem allgemein gehaltenen Firmenor-

ganigramm begnügen durfte. Für allfällige Rück- und Nachfragen oder Klar-

stellungen wäre der Beschwerdegegner zuständig gewesen, was dieser 

aber offensichtlich nicht für nötig erachtete. Für den Beschwerdegegner ist 

allein entscheidend, dass sämtliche Sammelbehälter in den vorgesehenen 

Intervallen respektive auf Abruf geleert werden und dem Beschwerdegeg-

ner die pro Gemeinde eingesammelte Menge ermittelt und festgehalten 

wird. Dabei ist – wie vom Beschwerdegegner korrekt ausführt – nicht er-

kennbar, weshalb und inwiefern die Zuschlagsempfängerin nicht in der 

Lage sein sollte, den Sammel- und Transportdienst des Altglases gemäss 

Ausschreibung zu erfüllen. Auch diese Rüge der fehlenden oder mangel-

haften Offertangaben ist deshalb abzuweisen.

2.5.1. Es bleibt die Bedeutung und Aussagekraft der im Devis einverlangten Bei-

lagen zum Angebot (Ausschreibung Anhang 2 Ziff. 6) zu klären.

2.5.2. In ihrer Replik ergänzt die Beschwerdeführerin ihre Rüge der Unvollstän-

digkeit der Unterlagen damit, dass die verlangten Revisionsberichte der 

letzten drei Jahre fehlten, dasselbe gelte für das Finanzierungmodell für 

anzuschaffende Fahrzeuge und die Unterlagen zu den Ersatzfahrzeugen 

und zum Gewichtserfassungssystem. Die Zuschlagsempfängerin habe 

diese Unterlagen nicht oder mangelhaft geliefert, weshalb sie vom Verga-

beverfahren auszuschliessen sei. 

- 20 -

2.5.3. Der Beschwerdegegner argumentiert, dass er aufgrund der vorgelegten 

Unterlagen zum finanziellen Zustand der Zuschlagsempfängerin keinerlei 

Zweifel an der finanziellen Leistungsfähigkeit hatte; ein Ausschlussgrund 

sei nicht ersichtlich. Die Zuschlagsempfängerin ergänzt, dass sie nur zur 

eingeschränkten Revision verpflichtet sei, also über gar keine Revisions-

stelle verfüge; es sei den Ausschreibungsunterlagen nirgends zu entneh-

men, dass eine Firma ohne Revisionsstelle anstelle von Revisionsberich-

ten Jahresrechnungen einreichen müsse. Beschwerdegegner und Zu-

schlagsempfängerin weisen darauf hin, dass gemäss den Ausschreibungs-

unterlagen das Finanzierungsmodell für anzuschaffende Fahrzeuge anzu-

geben war, was die Zuschlagsempfängerin mit der Angabe, dass es sich 

um ein Leasing handle auch korrekt deklariert habe. Betreffend Ersatzfahr-

zeuge und Gewichtserfassungssystem enthielten die Ausschreibungsun-

terlagen keine konkreten Vorgaben; der Technische Bericht würde die not-

wendigen Informationen enthalten, damit sich der Beschwerdegegner ein 

Bild über die Tauglichkeit der Fahrzeuge und des vorgesehenen Ablaufs 

machen könne. Die Ersatzfahrzeuge müssten gemäss Ausschreibung nicht 

über ein Wiegesystem verfügen; diese würden denn auch mit und ohne 

Sammelgut die Waage der Schwesterfirma der Zuschlagsempfängerin in 

O.1._____ in unmittelbarer Nähe des Ortes, wo das Glas abzuliefern sei, 

mitbenützen. Der Beschwerdegegner sei deshalb zulässigerweise zum 

Schluss gelangt, dass das Notfallkonzept der Zuschlagsempfängerin in 

genügendem Masse umschrieben sei.

2.5.4. Die Ausschreibungsunterlagen verlangen tatsächlich die Beilage der Revi-

sionsberichte der Anbieterin der letzten drei Jahre. Wenn die Anbieterin 

aber nicht revisionspflichtig ist und folglich über gar keine Revisionsberichte 

verfügt, kann deren Fehlen selbstredend nicht zum Ausschluss des Ange-

botes führen. Auch ist die Zuschlagsempfängerin nicht gehalten gewesen, 

hinsichtlich der Ausschreibung ihre letzte Jahresrechnung freiwillig revidie-

ren zu lassen oder anstelle der Revisionsberichte der letzten drei Jahre die 

- 21 -

letzten drei Jahresrechnungen einzureichen. Es ging darum, dass sich der 

Beschwerdegegner ein Bild über die finanzielle Lage und Leistungsfähig-

keit der Zuschlagsempfängerin hat machen können, was ihm mit den ein-

gereichten Unterlagen möglich war; eine Unvollständigkeit der Unterlagen 

ist für das Gericht deshalb nicht ersichtlich.

2.5.5. Was das Finanzierungsmodell für das anzuschaffende Fahrzeug (Leasing) 

und die Angaben zu den Ersatzfahrzeugen und den Unterlagen zum Ge-

wichtserfassungssystem betrifft, kann hier auf das schon Gesagte (vgl. 

vorne Ziff. 2.2.1. ff.) verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin moniert in 

der Replik nochmals (vgl. S. 4), dass der Beschwerdegegner diese Positi-

onen nicht genügend abgeklärt habe. Die Behauptung des Beschwerde-

gegners, wegen des aufgeführten Eigenkapitals der Zuschlagsempfängerin 

reiche der Hinweis auf einen Leasingvertrag aus, treffe nicht zu. Das einfa-

che Wort Leasing sei kein Finanzierungsmodell oder die Offenlegung der 

Finanzierung. Die Angabe, dass der Vertrag nach Rechtskraft geschlossen 

werde, sei gerade keine Offenlegung. Der Beschwerdegegner entgegnet 

dem in der Duplik (S. 4) zu Recht, dass er die finanzielle Leistungsfähigkeit 

der Zuschlagsempfängerin aufgrund der bekannten Fakten als genügend 

erachtet habe. Er sei namentlich nicht verpflichtet gewesen, diesbezüglich 

Einlagen von Bilanzen oder sonstigen Nachweisen oder die Einrichtung ei-

nes Sperrkontos zu fordern. Bei der Zuschlagsempfängerin handle es sich 

um ein gesundes und renommiertes Transportunternehmen und Anzeichen 

für finanzielle Probleme seien keine auszumachen. Deren Ausschluss wäre 

daher unverhältnismässig gewesen, zumal die Beschwerdeführerin nicht 

einmal geltend gemacht habe, inwiefern sich die angeblich fehlenden An-

gaben negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Angebots der Zuschlagsemp-

fängerin auswirken würden.

2.5.6. Das Verwaltungsgericht vermag sich der dargelegten Sichtweise des Be-

schwerdegegners bzw. der Zuschlagsempfängerin anzuschliessen, zumal 

- 22 -

in der Duplik der Zuschlagsempfängerin (S. 4) zu Recht noch festgehalten 

wurde, dass der Beschwerdegegner den Finanzierungsnachweis der Be-

schwerdeführerin als ungenügend qualifiziert hat; der Beschwerdeführerin 

steht es hier daher schlecht an, den Ausschluss der Zuschlagsempfängerin 

ausgerechnet wegen ungenügender Offenlegung des Finanzierungsmo-

dells zu verlangen. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin in 

der Replik auch noch einmal einlässlich zur Untauglichkeit des offerierten 

Einsatzfahrzeugs (inkl. Ersatzfahrzeug im Notfall) Stellung bezogen und 

auf die fehlenden Angaben zur Auftragsabwicklung hingewiesen hat (S. 5-

9). Der Beschwerdegegner hat dazu in der Duplik (S. 5 ff.) ebenfalls aus-

führlich und – für das Gericht inhaltlich überzeugend – die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin plausibel entkräftet. So könnten bei Überschreitung 

der höchstzulässigen Breite von 2.3 m für Arbeitsfahrzeuge entsprechende 

Ausnahmebewilligungen gewährt werden, welche jedes Jahr aufs Neue er-

hältlich gemacht werden könnten. Auch sei auf Art. 64 Abs. 2 der Strassen-

verkehrsordnung (Verkehrsregelnverordnung [VRV; SR 741.11]) hinzuwei-

sen, wonach Arbeitsfahrzeuge eine Breite von 2.55 m auch auf Strassen 

aufweisen dürften, auf denen eine Höchstbreite von 2.30 m signalisiert sei. 

In Anbetracht der Wiegemöglichkeit bei einer örtlich benachbarten Dritt-

/Schwesterfirma sei auch die Gewichtserfassung gewährleistet. Betreffs 

Rapportwesen sei bezüglich der Schnittstelle zwischen dem Beschwerde-

gegner und dem Verwertungsbetrieb auf den technischen Bericht abzustel-

len, woraus klar hervorgehe, welche Daten dem Beschwerdegegner mitge-

teilt würden und wer als Kontakt-/Ansprechperson fungiere. Aus dem Or-

ganigramm sei ersichtlich, wer für die Abrufe der Gemeinden und den Kon-

takt mit dem Beschwerdegegner und dem Verwertungsbetrieb zuständig 

sei. Diese Angaben und Ausführungen wurden in der Duplik der Zuschlags-

empfängerin (S. 4-5) aufs Neue erhärtet und noch vertieft. Sie sind zutref-

fend; dem gibt es hier nichts beizufügen.

2.6.1. Ferner wird das Vorliegen eines (unzulässigen) Unterangebots behauptet.

- 23 -

2.6.2. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass mit Blick auf sämtliche Ange-

bote dasjenige der Zuschlagsempfängerin dermassen tief sei, dass es nicht 

seriös gerechnet sein könne; selbst die bisher beauftrage Firma, welche 

die Kosten kenne, liege beinahe Fr. 100'000.-- über der Offerte der Zu-

schlagsempfängerin. Deren Angebot sei deshalb als unzulässiges Unter-

angebot anzusehen und auszuschliessen. In ihrer Replik (S. 10-11) äus-

serte sich die Beschwerdeführerin nochmals vertieft zu dieser Thematik: 

Vorab räumte sie dazu ein, dass ihr bewusst sei, dass sie die Skalierung 

des Preises schon bei der Ausschreibung hätte rügen müssen. Aufgrund 

der überaus grossen Spanne der Angebotssummen könne es sich der Be-

schwerdegegner jedoch nicht so einfach machen, zu behaupten, dass er 

gemäss Art. 26 SubV nur Abklärungen treffen könne, aber nicht müsse. Die 

Situation zwinge ihn zu Abklärungen. Wenn er dies unterlasse, stelle dies 

eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit dar, denn der Beschwerdegegner sei 

Garant für die Gemeinden, dass die Entsorgung langfristig und ohne Frik-

tionen gewährleistet sei.

2.6.3. Der Beschwerdegegner hält dem in seiner Duplik (S. 2-3) entgegen: Fest-

zuhalten sei zu diesem Punkt, dass die Siegerofferte aufgrund der erhebli-

chen Preisdifferenz praktisch nicht mehr einholbar sei. Selbst wenn die Zu-

schlagsempfängerin beim Zuschlagskriterium 'Qualität' mit null Punkten 

und die Beschwerdeführerin mit der Maximalpunktezahl von 50 bewertet 

würden, wäre das Angebot der Zuschlagsempfängerin immer noch das 

wirtschaftlich günstigste. Nachdem die Bewertung des Preiskriteriums nicht 

zu beanstanden sei, vermöchten die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

zur Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien an der Rechtmässigkeit 

der erfolgten Zuschlagserteilung nichts zu ändern. Nichts Gegenteiliges ist 

schliesslich auch der Duplik (S. 5) der Zuschlagsempfängerin zu entneh-

men, da ein Ausschluss ihrer klar preisgünstigsten Offerte aus den darge-

legten Gründen (vorstehend Ziff. 2.2.1 ff., Ziff 2.3.1. ff., Ziff. 2.4.1 ff. und 

- 24 -

Ziff. 2.5.1. ff.) ausser Betracht falle. Bei Gültigkeit ihres Angebots sei die 

Punktedifferenz beim Zuschlagskriterium 'Preis' so gross, dass Korrekturen 

bei den anderen Zuschlagskriterien nicht dazu führten, dass das Angebot 

der Beschwerdeführerin eine höhere Gesamtpunktzahl erreichen könnte. 

Zum Vorwurf eines 'Unterangebots' äusserte sich weder der Beschwerde-

gegner noch die Zuschlagsempfängerin weitergehend.

2.6.4. Das streitberufene Verwaltungsgericht stellt zu diesem Einwand hier klar: 

Im Anwendungsbereich der IVöB wird es heute als weitestgehend zulässig 

erachtet, wenn ein Anbieter mit einkalkuliertem Risiko ein bezüglich des 

Preises (zu) niedriges Angebot einreicht, solange die Eignungs- und Zu-

schlagsbedingungen erfüllt werden. Ein ungewöhnlich niedriges Angebot 

sanktioniert somit weder die IVöB noch das SubG mit einem Ausschluss. 

Unterangebote sind somit kaum mehr verpönt, sondern werden in den 

Grenzen des lauteren Wettbewerbs toleriert (GALLI/MOSER/LANG, Praxis 

des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zürich 2013, N 1115). Das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden hat mehrfach festgehalten, 

dass es grundsätzlich Sache der Unternehmer sei, wie und mit welchem 

Risiko sie ihre Preise kalkulierten (PVG 1998 Nr. 60; sowie weitere Ent-

scheide des Verwaltungsgerichts [VGU] U 06 140 vom 23. Januar 2007 

E.2, U 06 22 vom 8. Mai 2006 E.4, U 06 9 vom 24. Februar 2006 E.2d, U 

07 40 vom 6. Juli 2007 E.2, U 07 41 vom 6. Juli 2007 E.2 und U 10 26 vom 

7. April 2010 E.2b, vgl. dazu insbesondere Fn 2376 in GALLI/MOSER/LANG). 

Preisunterbietungen sind somit beschaffungsrechtlich in der Regel nicht re-

levant, denn Gründe für ein Unterangebot können vielseitig und durchaus 

lauter sein, nämlich etwa zwecks Überbrückung von Überkapazitäten, De-

ckung von Fixkosten oder Erhaltung von Arbeitsplätzen. Im vorliegenden 

Fall ist für das Gericht bereits unklar, ob überhaupt von einem Unterange-

bot gesprochen werden kann, wenn die Zuschlagsempfängerin rund 25% 

tiefer offeriert als die zweitgünstigste Beschwerdeführerin, denn offensicht-

lich hat die Organisation der Abläufe und der eingesetzten Fahrzeuge einen 

- 25 -

erheblichen Einfluss auf den Preis, was die Zuschlagsempfängerin offen-

bar geschickter als die Beschwerdeführerin zu ihren Gunsten genutzt hat. 

Selbst aber wenn ein Unterangebot vorläge, wäre dies zulässig, solange 

es lauter ist. Anzeichen dafür, dass ein unlauteres Angebot (wie z.B. Nicht-

einhalten von Gesamtarbeitsverträgen, Preisabsprachen etc.) vorliegt, gibt 

es aber gerade nicht. Vor diesem Hintergrund war der Beschwerdegegner 

nicht verpflichtet, weitere Erkundigungen einzuziehen, um sich zu verge-

wissern, ob die Zuschlagsempfängerin trotz des tiefsten Angebotspreises 

alle Teilnahmebedingungen einhalten und die Auftragsbedingungen erfül-

len kann (Art. 26 SubV). Auch diese Rüge ist somit abzuweisen.

2.7. Als Zwischenfazit lässt sich somit festhalten: Ein allfälliger Ausschluss 

müsste verhältnismässig sein. Die Beschwerdeführerin zeigt zwar einzelne 

Schwachpunkte in der Offerte der Zuschlagsempfängerin auf, welche in der 

Tat transparenter bzw. sorgfältiger hätten dargelegt werden können, so 

etwa – wie bereits ausgeführt – das Organigramm (vorstehend Ziff. 2.4.5) 

oder die Angaben zu den Fahrzeugen (vgl. Ziff. 2.2.5, 2.2.6., 2.3.5 und 

2.3.6). Letztlich kann dem Beschwerdegegner aber nicht vorgeworfen wer-

den, er hätte das Angebot der Zuschlagsempfängerin zu Unrecht im Ver-

fahren belassen. Die Beschwerdeführerin scheitert infolgedessen mit ihrer 

Rüge, das Angebot der Zuschlagsempfängerin müsse vom Verfahren aus-

geschlossen werden. Es ist nachfolgend deshalb noch die Bewertung der 

Angebote zu überprüfen und die gestützt darauf erfolgte Punkteverteilung 

(mit je korrekter Gewichtung) zu verifizieren, was alle drei massgebenden 

Zuschlagskriterien ('Preis/Qualität/Ökologie') betrifft.

3.1.1. Zur Bewertung des Preiskriteriums führt die Beschwerdeführerin an, dass 

die Gewichtung des Preises von 60% nicht zu beanstanden sei; hingegen 

hätte man die Bewertung angesichts der überraschend grossen Spann-

weite der offerierten Preise anpassen müssen, um eine Verzerrung zu ver-

meiden. Angezeigt gewesen wäre etwa, die günstigste Offerte mit 50 Punk-

ten zu bewerten und die höchste mit 0 Punkten. Die Beschwerdeführerin 

- 26 -

hätte somit gewichtet immerhin 22 Punkte erhalten anstelle von nur 10.6, 

was zusammen mit einer korrekten Würdigung der Qualität und der Ökolo-

gie zu einem Zuschlag an die Beschwerdeführerin geführt hätte.

3.1.2. Der Beschwerdegegner entgegnet, dass die Skalierung des Preiskriteriums 

mit den Ausschreibungsunterlagen hätte angefochten werden müssen. Die 

Rüge erfolge deshalb verspätet. Zudem habe kein Anlass für eine Anpas-

sung der Skalierung bestanden, handle es sich doch beim fraglichen Auf-

trag um einen solchen mit überschaubarer Komplexität.

3.1.3. In den Ausschreibungsunterlagen ist bezüglich Preisskalierung festgehal-

ten, dass das niedrigste Angebot das Maximum von 50 Punkten erhalte 

und Angebote, welche mehr als 40% teurer seien, mit 0 Punkten bewertet 

würden; die Punkteverteilung dazwischen erfolge linear ausgehend von der 

Abweichung vom niedrigsten Angebot. Wenn die Beschwerdeführerin da-

gegen grundsätzliche Bedenken gehabt hätte, wäre sie gehalten gewesen, 

Beschwerde gegen die Ausschreibungsmodalitäten zu erheben, was sie 

aber nicht getan hat. Ihre Rüge ist somit verspätet. Aber auch in objektiver 

Hinsicht erweist sich die Preiskurve und –spanne als korrekt und angemes-

sen. Der Auftrag für das Sammeln und Transportieren von Altglas ist in der 

Tat von der Komplexität her überschaubar, sodass sich weder bei der Ge-

wichtung von 60% noch bei der Preisspanne von 40% mit linearer Preis-

kurve irgendwelche Korrekturen aufgedrängt hätten und wenn schon, dann 

tendenziell in Richtung einer stärkeren Gewichtung des Preiskriteriums. 

Wenn dann Offerten mit einer Preisspanne von beinahe 100% eingehen, 

ist dies für sich gesehen sicher nicht ungewöhnlich, doch auch konkret zei-

gen sich innerhalb der Spanne der sechs Angebote keine besonderen Aus-

schläge, weder nach oben noch nach unten. Es bestand für den Beschwer-

degegner somit auch nach Kenntnis der Offertbeträge kein Anlass zum Ein-

greifen; eine Anpassung wäre – anders als die Beschwerdeführerin meint 

– ohnehin nicht möglich, weil die Anbieter im Wissen um die Preisbewer-

- 27 -

tung offerieren und deshalb das einzige Mittel zum Eingreifen der Abbruch 

des Verfahrens wäre. Auch diese Rüge ist somit abzuweisen, soweit darauf 

eingetreten werden kann. Das Nichteintreten auf die Beschwerde bezieht 

sich dabei auf die eindeutig verspätete Rüge, wonach die bereits in den 

Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebene und auch angewandte 

Preisskalierung unzulässig gewesen wäre.

4.1. Zur Bewertung der übrigen Zuschlagskriterien ('Qualität/Ökologie') gilt es 

zunächst im Allgemeinen und danach im Besonderen noch klarzustellen:

4.2.1. Die Beschwerdeführerin rügt, dass in der Auswertungsmatrix bei der Ge-

wichtung des Preises 50% angegeben sei, jedoch richtigerweise mit 60% 

gerechnet worden sei. Bei den Kriterien 'Qualität' und 'Ökologie' sei offen-

sichtlich falsch gerechnet worden, sei doch bei der Ökologie mit einem 

Punktemaximum von 50 Punkten und bei der Qualität von 20 Punkten ge-

rechnet worden, was den Ausschreibungsunterlagen widerspreche. Der 

Beschwerdegegner lege zudem trotz Nachfrage die Bewertung der Unter-

kriterien gemäss Ausschreibungsunterlagen nicht offen, was Tür und Tor 

für Begünstigungen und Missbrauch öffne. 

4.2.2. Der Beschwerdegegner räumt ein, dass in der Beurteilungsmatrix verse-

hentlich beim Preis als Gewichtung 50% stehe anstatt 60%; gerechnet wor-

den sei jedoch mit 60%, was die Beschwerdeführerin selber festgestellt 

habe. Für sämtliche Zuschlagskriterien würde ein Maximum von 50 Punk-

ten vergeben und gewichtet wie im Anhang 3 der Ausschreibungsunterla-

gen dargelegt. Wegen des grossen Punktevorsprungs der Zuschlagsemp-

fängerin im Preiskriterium könnte die Beschwerdeführerin selbst dann nicht 

den Zuschlag erhalten, wenn sie in den anderen beiden Kriterien das Punk-

temaximum erreichen würde, zumal auch kein Grund ersichtlich sei, wes-

halb man die Zuschlagsempfängerin tiefer bewerten müsste.

- 28 -

4.2.3. Bei der Bewertung verhält es sich so, wie der Beschwerdegegner aufzeigt 

(50 Punkte für jedes Zuschlagskriterium, dann Gewichtung; vgl. Anhang 3 

Ausschreibungsunterlagen). Die Rüge betreffend Bewertung ist aber ent-

gegen der Behauptung des Beschwerdegegners nicht unbeachtlich: Zwar 

trifft es zu, dass die Beschwerdeführerin die Zuschlagsempfängerin punk-

temässig nicht überholen kann, wenn sie in den Zuschlagskriterien 'Qua-

lität' und 'Ökologie' die Maximalpunktezahl erhalten würde, doch könnte 

sich rechnerisch das Blatt doch noch wenden, wenn zusätzlich bei der Zu-

schlagsempfängerin noch maximale Punkteabzüge gemacht werden 

müssten. Konkret hat die Zuschlagsempfängerin im Vergabekriterium 

'Preis' gewichtet das Maximum von 30 Punkten erhalten, die Beschwerde-

führerin hingegen 10.6 Punkte, der Vorsprung der Zuschlagsempfängerin 

beträgt somit beträchtliche 19.4 Punkte. Von den insgesamt erreichbaren 

20 gewichteten Punkten bei der 'Qualität' (12.5 Punkte) und 'Ökologie' (7.5 

Punkte) hat die Beschwerdeführerin 13.1 [10.8 + 2.3] Punkte erreicht, die 

Zuschlagsempfängerin 10.8 [8.5 + 2.3] Punkte. Würde man nun hypothe-

tisch der Beschwerdeführerin in den Zuschlagskriterien der 'Qualität' und 

'Ökologie' die maximal erreichbaren 20 Punkte zuerkennen (12.5 Punkte 

für 'Qualität' und 7.5 Punkte für 'Ökologie') und gleichzeitig – ebenso hypo-

thetisch – der Zuschlagsempfängerin ihre bei den Zuschlagskriterien 'Qua-

lität' und 'Ökologie' erhaltenen 10.8 Punkte (8.5 Punkte für 'Qualität' und 

2.3 Punkte für 'Ökologie') maximal, d.h. auf 0 Punkte reduzieren, so käme 

die Beschwerdeführerin auf 30.6 Punkte (10.6 Punkte für 'Preis', 12.5 

Punkte für 'Qualität' und 7.5 Punkte für 'Ökologie'), die Zuschlagsempfän-

gerin hingegen auf 30 Punkte (30 Punkte für 'Preis', 0 Punkte für 'Qualität' 

und 0 Punkte für 'Ökologie'). Allerdings wäre die Zuschlagsempfängerin 

dann für die Beschwerdeführerin bereits bei einer Einschränkung (bzw. 

Korrektur) dieser Spannweite ab 0.6 Punkten nicht mehr einholbar, d.h. 

wenn es in diesem Umfang nicht gerechtfertigt wäre, der Beschwerdefüh-

rerin die Maximalpunktzahl zu geben oder der Zuschlagsempfängerin über-

haupt Punkte zu geben.

- 29 -

4.3.1. Zum Kriterium 'Qualität' bringt die Beschwerdeführerin vor, die geringe Dif-

ferenz von lediglich 9 Punkten (Beschwerdeführerin 43, Zuschlagsempfän-

gerin 34 - ungewichtet) sei angesichts der Lücken nicht mehr angemessen 

und müsse als willkürlich betrachtet werden. Konkret bemängelt die Be-

schwerdeführerin, dass der Beschwerdegegner zwar ausgeführt habe, 

dass die Zuschlagsempfängerin wegen Unzulänglichkeiten im Notfallkon-

zept, einem nicht in allen Belangen nachvollziehbaren Ablaufkonzept nur 

die Hälfte der Punkte erhalten hätte, doch sei auch die Hälfte der Punkte-

zahl noch viel zu viel; dasselbe gelte beim Unterkriterium 'Rapportwesen' 

und 'Organisation', welche der Beschwerdegegner bei der Zuschlagsemp-

fängerin als 'erfüllt' bewertet habe, trotz Fehlens von Wiegesystemen auf 

den Ersatzfahrzeugen und auf dem alten Fahrzeug mit 2.3 m Breite. Die 

vom Beschwerdegegner als 'wenig spezifisch und nicht einschlägig' be-

zeichneten Referenzen der Zuschlagsempfängerin hätten gar keine Punkte 

geben dürfen.

4.3.2. Abgesehen davon, dass der Beschwerdegegner beim Kriterium 'Qualität' 

das Angebot der Zuschlagsempfängerin durchwegs, d.h. in jedem Unter-

kriterium in nachvollziehbarer und auch sachlich begründeter Art und 

Weise schlechter bewertet hat als diejenige der Beschwerdeführerin, also 

nicht ersichtlich ist, weswegen die Zuschlagsempfängerin noch weniger 

Punkte oder sogar gar keine Punkte erhalten sollte, unterlässt es die Be-

schwerdeführerin darzutun, weshalb sie im Unterkriterium 'Ablauf und Kon-

zept der Auftragsabwicklung', 'Rapportwesen' und 'Referenzen' die Erwar-

tungen des Beschwerdegegners übertroffen hätte bzw. einen Mehrwert 

bringen würde; dies wäre jedoch notwendig, um die Maximalpunktezahl zu 

erreichen, wie etwa in den Unterkriterien 'Organisation' und 'Ausbildung 

Schlüsselpersonal'. Damit vergibt die Beschwerdeführerin im Zuschlagskri-

terium 'Qualität' 7 [Maximum 50-43] Punkte, gewichtet mit 25% somit 1.75 

- 30 -

Punkte, auf die sie aber angewiesen gewesen wäre, um die Zuschlags-

empfängerin überhaupt noch punktemässig überholen zu können. 

4.3.3. Beim Kriterium 'Ökologie' gilt es Folgendes zu beachten: Die Beschwerde-

führerin vergibt weitere 15 Punkte bzw. nach Gewichtung mit 15% 2.25 

Punkte, da sie nicht darlegt, weshalb sie im Unterkriterium 'Abgasnorm' 

übererfüllt hätte (max. 20 anstatt 15 Punkte [ungewichtet]) bzw. im Unter-

kriterium 'Alternative Treibstoffe' anstatt der erhaltenen 0 Punkte das Punk-

temaximum von 10 Punkte hätte erhalten sollen. Einzig beim Unterkriterium 

'Bahntransporte' (maximal 20 Punkte bzw. nach Gewichtung 3 Punkte) 

machte die Beschwerdeführerin plausibel geltend, dass sie allenfalls eine 

bessere Bewertung verdient hätte. Im Ergebnis wäre beim Kriterium 'Öko-

logie' für die Beschwerdeführerin eine Punktezahl von max. 5.25 [2.25+3] 

gewichtet erreichbar gewesen anstelle der theoretisch erreichbaren 7.5 

Pte.

4.3.4. Aus dem soeben Gesagten ergibt sich, dass die Zuschlagsempfängerin für 

die Beschwerdeführerin uneinholbar war, weil die Korrektur > 0.6 Pte. so-

wohl beim Kriterium 'Qualität' (10.8 anstatt der benötigten 12.5 Pte.; Diffe-

renz 1.7 Pte.; schon > 0.6) als auch beim Kriterium 'Ökologie' (max. 5.25 

anstatt der benötigten 7.5 Pte; Differenz 2.25 Pte.; deutlich > 0.6) je für sich 

bereits übertroffen wurde und die Zuschlagsempfängerin somit das wirt-

schaftlich günstigere Angebot einreichte, selbst wenn ihr (äusserst unwahr-

scheinlich) überhaupt keine Punkte bei den Kriterien 'Qualität' und 'Ökolo-

gie' erteilt werden könnten, weil die Beschwerdeführerin ihrerseits nicht 

dartun konnte, dass sie die benötigte Maximalpunktzahl von 20 bei diesen 

beiden Kriterien (Qualität/Ökologie) hätte erreichen können.

5. Das Gericht zieht damit folgendes Fazit: Ein Ausschlussgrund für die Of-

ferte der Zuschlagsempfängerin liegt nicht vor. Das Preisbewertungssys-

tem des Beschwerdegegners ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerde-

- 31 -

führerin vermag bei der Bewertung nicht aufzuzeigen, dass sie in dem Aus-

masse zu tief bewertet worden ist oder die Zuschlagsempfängerin zu hoch, 

als dass die Beschwerdeführerin die Zuschlagsempfängerin noch punk-

temässig hätte überholen können und somit der Auftrag ihr anstatt der Zu-

schlagsempfängerin hätte zugesprochen werden müssen.

6.1.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten zu Lasten 

der Beschwerdeführerin (Art. 73 Abs. 1 VRG). Angesichts des Auftrags-

streitwertes von über Fr. 2 Mio. (12 x Fr. Fr. 166'995.31) sowie den ver-

schiedenen Rügen erscheint eine Staatgebühr von Fr. 8'000.-- als ange-

messen (vgl. analog etwa VGU U 12 52 vom 18. September 2012, S. 18: 

Staatsgebühr Fr. 8'000 bei Auftragssumme von Fr. 1.8 Mio.). 

6.1.2. Aussergerichtlich hat die Beschwerdeführerin der anwaltlich vertretenen 

Zuschlagsempfängerin/Beigeladenen zudem noch die durch den Rechts-

streit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs.1 VRG). 

Zur Höhe der Parteientschädigung wird grundsätzlich auf die Honorarnote 

der Rechtsvertretung der obsiegenden Partei abgestellt. Im konkreten Fall 

weist die Honorarnote des Anwalts der Zuschlagsempfängerin (bzw. hier 

prozessual Beigeladenen) einen Aufwand von 20.5 Std. aus à Fr. 270.-- 

zzgl. Spesen von Fr. 58.--. Das Stundenhonorar ist mittels Honorarverein-

barung ausgewiesen (s. Art. 4 Honorarverordnung [HV; BR 310.250]). Die 

Spesen wurden offenbar effektiv gerechnet, aber nicht einzeln ausgewie-

sen, wobei ein Betrag von Fr. 58.-- plausibel bzw. sogar eher tief erscheint, 

weil ca. 1% des Honorars ausmachend. Dies ergibt einen Gesamtaufwand 

von Fr. 5'593.-- [bestehend aus: Arbeits-/Zeitaufwand 20.5 Std. x Fr. 270.-

-/Std. [Fr. 5'535.--] plus Spesen Fr. 58.--). Weil die Zuschlagsempfängerin 

(Beigeladene) allerdings vorsteuerabzugsberechtigt ist (UID-Registernum-

mer CHE-115.774.34), ist keine Mehrwertsteuer geschuldet (vgl. dazu aus-

führlich Leiturteil: PVG 2015 Nr. 19).

- 32 -

6.1.3. Dem Beschwerdegegner steht keine Parteientschädigung zu, da er ledig-

lich in seinem amtlichen Wirkungskreis obsiegte (so Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 8'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 675.--

zusammen Fr. 8‘675.--

gehen zulasten der A._____ AG und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Aussergerichtlich hat die A._____ AG die C._____ AG mit Fr. 5'593.-- (exkl. 

MWST) zu entschädigen.  

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]