# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55781673-e90f-5e04-bd3e-f319e5f3ea25
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.11.2014 A-5465/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5465-2014_2014-11-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-5465/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richter Jérôme Candrian, Richterin Marianne Ryter,    

Gerichtsschreiberin Laura Bucher. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch Urs Wüthrich, Rechtsanwalt, Frôté & Partner AG,  

Zentralplatz 51, Postfach 480, 2501 Biel/Bienne, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Bundesamt für Sport BASPO,  

Jugend- und Erwachsenensport,  

Hauptstrasse 247-253, 2532 Magglingen/Macolin,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Sistierung der Anerkennung als J+S Kader. 

 

 

A-5465/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ ist Inhaberin von ausländischen Ausbildungsdiplomen, auf-

grund derer ihr am (…) durch das Bundesamt für Sport (BASPO) der 

J+S-Ausweis mit dem Status (…) ausgestellt wurde. Seither war sie bis 

zu ihrer fristlosen Entlassung für den (Sportverband) als (Trainerin) am 

(…) tätig. Am 3. November 2013 fand aufgrund diverser Beobachtungen 

und Ereignisse in Zusammenhang mit den Trainerinnentätigkeiten von 

A._______ und B._______ eine Aussprache zwischen dem BASPO und 

dem (Sportverband) statt. In der Folge löste der (Sportverband) am 

8. November 2013 das Arbeitsverhältnis mit A._______ fristlos auf.  

B.  

Am 25. August 2014 verfügte das BASPO mit sofortiger Wirkung die Sis-

tierung aller Anerkennungen als J+S-Kaderperson von A._______ und 

gewährte ihr gleichzeitig das rechtliche Gehör bezüglich des gleichzeitig 

eingeleiteten Verfahrens auf definitiven Entzug der Anerkennungen. Einer 

allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung wurde die aufschiebende 

Wirkung entzogen. Zur Begründung führte es aus, das Körpergewicht der 

Athletinnen sei direkt mit der Leistung und Selektion in Verbindung ge-

bracht worden, Überlastungsbeschwerden seien aufgetreten, medizini-

sche Anweisungen seien missachtet worden, ein Klima der Angst sei ent-

standen und Disziplin sei über direkte Konkurrenz eingefordert worden, 

bei den Athletinnen seien Motivationsverlust, Angst, Traurigkeit, Ärger, 

grosse Müdigkeit, Verwirrtheit, Nervosität und Verunsicherung beobachtet 

worden. Dieses Verhalten von A._______  und B._______ stehe im Wi-

derspruch zu den Pflichten einer J+S-Leiterperson, welche die Entwick-

lung und Entfaltung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und für 

die Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit der Kinder und Ju-

gendlichen zu sorgen habe. Entsprechende Grundsätze würde auch die 

Ethik-Charta von Swiss Olympic und des BASPO enthalten. Die erwähn-

ten Verhaltensweisen seien damit nicht vereinbar, weshalb A._______ als 

J+S-Kaderperson ungeeignet erscheine und beabsichtigt werde, ihr sämt-

liche Anerkennungen als J+S-Kader zu entziehen. Weil sie nach dem 

Weggang beim (Sportverband) weiterhin als Trainerin der (…) in einem 

Verein tätig sei, der seine Aktivitäten bei J+S angemeldet habe, würden 

ihre Kaderanerkennungen zum Schutz der betroffenen Athletinnen mit so-

fortiger Wirkung sistiert.  

A-5465/2014 

Seite 3 

C.  

Gegen diese Verfügung erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh-

rerin) am 25. September 2014 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungs-

gericht. Sie beantragt, die Verfügung des BASPO vom 25. August 2014 

sei aufzuheben und die mit dieser Verfügung entzogene aufschiebende 

Wirkung sei wieder herzustellen bzw. der Beschwerde aufschiebende 

Wirkung zuzuerkennen. Als Begründung bringt die Beschwerdeführerin 

vor, sie bestreite die gegen sie pauschal erhobenen und nicht näher er-

läuterten Vorwürfe. (…) Der Beschwerdeführerin sei nicht klar, wer und in 

Bezug auf welches Verhalten Vorwürfe gegen sie erhoben habe. Das 

BASPO habe seit fast einem Jahr Kenntnis von der Kündigung und den 

im Raum stehenden Vorwürfen gehabt und es bisher unterlassen, Mass-

nahmen zu ergreifen. Die Ausweise der Beschwerdeführerin seien trotz 

Kenntnis der Vorwürfe durch das BASPO verlängert worden. Die erforder-

liche Dringlichkeit sei in keiner Weise gegeben und die Verhältnismässig-

keit nicht gewahrt. Die Vorgehensweise ohne vorgängige Anhörung sei 

unhaltbar, gerade auch weil das BASPO wisse, dass die Beschwerdefüh-

rerin sämtliche Vorwürfe bestreite. Die getroffene Massnahme sei für die 

Beschwerdeführerin einschneidend, weil ihr das berufliche und wirtschaft-

liche Fortkommen verunmöglicht werde. 

D.  

Am 26. September 2014 ersuchte der zuständige Instruktionsrichter das 

BASPO sowohl um eine Stellungnahme zum Antrag auf Wiederherstel-

lung der aufschiebenden Wirkung als auch um eine Vernehmlassung in 

der Hauptsache. Mit Stellungnahme vom 17. Oktober 2014 beantragt das 

BASPO (nachfolgend: Vorinstanz), die Beschwerde sei abzuweisen. 

Nachdem der (Sportverband) die Vorinstanz über die Auflösung des Ar-

beitsverhältnisses informiert hatte, habe zum damaligen Zeitpunkt kein 

weiterer Handlungsbedarf bestanden. Die Vorinstanz habe aber im Au-

gust 2014 erfahren, dass die Beschwerdeführerin in (Verein), der seine 

Aktivitäten bei J+S angemeldet habe, tätig sei. Aufgrund der im Raum 

stehenden Vorwürfe sei deshalb ein unverzügliches Handeln seitens der 

Vorinstanz angezeigt gewesen. Die Vorwürfe würden unter anderem in 

zwei Berichten vom 17. Mai 2010 (…) und vom 28. Oktober 2013 (…) 

konkretisiert. Die J+S-Anerkennung der Beschwerdeführerin sei tatsäch-

lich Ende 2013 erneuert worden, allerdings sei die Verlängerung aufgrund 

der Teilnahme an einer Weiterbildungsveranstaltung automatisch ge-

schehen. Die verfügte Sistierung tangiere einzig die J+S-Anerkennung, 

nicht jedoch das Trainerindiplom bzw. die berufliche Tätigkeit als Traine-

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Seite 4 

rin. Ausserhalb des J+S-Programms könne die Beschwerdeführerin wei-

terhin als Trainerin tätig sein.  

E.  

In ihrer Stellungnahme vom 11. November 2014 bestreitet die Beschwer-

deführerin die inhaltliche Richtigkeit der von der Vorinstanz mit der Stel-

lungnahme vom 17. Oktober 2014 eingereichten Unterlagen. Vom Bericht 

aus dem Jahr 2013 habe die Beschwerdeführerin erstmals im vorliegen-

den Verfahren Kenntnis erhalten. Die Vorinstanz sei "Initiator" der fristlo-

sen Kündigung durch die ehemalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführe-

rin, man habe entsprechenden Druck ausgeübt. Der Erlass von superpro-

visorischen Massnahmen erforderliche besondere Dringlichkeit, welche 

hier nicht gegeben sein. Durch das lange Zuwarten nach den Berichten 

aus den Jahren 2010 und 2013 habe die Vorinstanz den Anspruch auf Er-

lass solcher Massnahmen verwirkt. Die Beschwerdeführerin habe einen 

Anspruch, sich zu den ihr bisher unbekannten Anschuldigungen und dem 

Bericht aus dem Jahr 2013 zu äussern. Weil der neue Arbeitgeber der 

Beschwerdeführerin ebenfalls dem J+S angeschlossen sei, riskiere sie 

den Verlust der neuen Arbeitsstelle. Zudem werde das berufliche Fort-

kommen der Beschwerdeführerin durch den Entzug der Ausweise massiv 

gefährdet, weil andere potentielle Arbeitgeber aufgrund der Fördergelder 

eine Zusammenarbeit mit dem J+S führen oder anstreben würden.    

F.  

Auf die weiteren Ausführungen wird – soweit entscheidrelevant – in den 

Erwägungen eingegangen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern sie von einer Vorin-

stanz nach Art. 33 VGG stammen und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG 

vorliegt. Als Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG gelten auch selb-

ständig eröffnete Zwischenverfügungen (vgl. Art. 5 Abs. 2 VwVG). Die 

vorliegend zu beurteilende Beschwerde richtet sich gegen die Anordnung 

einer vorsorglichen Massnahme, die unbestrittenermassen eine selbstän-

dig eröffnete Zwischenverfügung darstellt. Eine Beschwerde gegen sol-

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Seite 5 

che Verfügungen ist allerdings nicht in jedem Fall zulässig. Stets möglich 

ist einzig die Anfechtung von Zwischenverfügungen über die Zuständig-

keit und den Ausstand (vgl. Art. 45 Abs. 1 VwVG). Gegen andere Zwi-

schenverfügungen kommt eine Beschwerde nach Art. 46 Abs. 1 VwVG 

dagegen nur in Frage, wenn diese entweder einen nicht wieder gutzuma-

chenden Nachteil bewirken können (Bst. a) oder die Gutheissung der Be-

schwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen be-

deutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisver-

fahren ersparen würde (Bst. b). 

1.1.1 Mit dem Erfordernis des nicht wiedergutzumachenden Nachteils 

wird die Voraussetzung eines schutzwürdigen Interesses an der soforti-

gen Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Zwischenverfügung 

umschrieben. Demnach liegt das Rechtsschutzinteresse im Schaden, der 

entstünde, wenn der Nachteil auch durch einen an sich günstigen End-

entscheid nicht oder nur teilweise behoben werden könnte (vgl. BGE 131 

V 362 E. 3.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6184/2010 vom 

23. Februar 2012 E. 4.2; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, Rz. 910). Der nicht wiedergutzumachende Nachteil muss nicht 

rechtlicher, sondern kann auch tatsächlicher Natur sein; die Beeinträchti-

gung schutzwürdiger tatsächlicher, insbesondere auch wirtschaftlicher In-

teressen genügt, sofern der Betroffene nicht nur versucht, eine Verlänge-

rung oder Verteuerung des Verfahrens zu verhindern (vgl. statt vieler Ur-

teile des Bundesverwaltungsgerichts A-2082/2014 vom 9. Juli 2014 E. 21 

mit Hinweisen und A-1081/2014 vom 23. April 2014 E. 1.3 mit Hinweis; 

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.42 ff.; JÉRÔME CANDRIAN, Introduction à 

la procédure administrative fédérale, Basel 2013, Nr. 108-109, S. 71 f.). 

Er muss nicht geradezu irreparabel, jedoch von einigem Gewicht sein 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 

2012 E. 1.2.3; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 910; MO-

SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.47). Nicht erforderlich ist, dass er 

tatsächlich entsteht; es reicht aus, dass er entstehen bzw. nicht von vorn-

herein ausgeschlossen werden kann (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts B-860/2011 vom 8. September 2011 E. 2.2; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 909; MARTIN KAYSER, in: Au-

er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, Zürich 2008, Art. 46 

N. 10). Die Beweislast für das Vorliegen eines entsprechenden Nachteils 

trägt die beschwerdeführende Partei (vgl. BGE 125 II 620 E. 2a; Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts B-5436/2011 vom 5. März 2012 E. 3.4; 

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KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 909). Bewirkt eine Zwischenverfügung 

dagegen keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil, so kann sie erst 

mit Beschwerde gegen die Endverfügung angefochten werden (Art. 46 

Abs. 2 VwVG). 

1.1.2 Die angefochtene Verfügung stellt eine selbständig eröffnete Zwi-

schenverfügung dar, denn sie betrifft einzig die Frage der vorläufigen Sis-

tierung der J+S-Anerkennungen der Beschwerdeführerin, nicht aber die 

Hauptstreitfrage betreffend den definitiven Entzug dieser Anerkennungen. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die getroffene Massnahme ver-

unmögliche ihr das berufliche und wirtschaftliche Fortkommen. Demge-

genüber stellt die Vorinstanz fest, dass es der Beschwerdeführerin unbe-

nommen sei, ausserhalb des J+S-Programms weiterhin als Trainerin tätig 

zu sein, da die Anerkennungen der Beschwerdeführerin als Berufstraine-

rin bzw. ihr Trainerindiplom von der Sistierung nicht betroffen seien.  

1.1.3 Im vorliegenden Fall ist das Erfordernis eines nicht wiedergutzuma-

chenden Nachteils gegeben. Ohne die J+S-Anerkennung der Beschwer-

deführerin erhielte deren Arbeitgeber keine Fördergelder mehr. Es be-

steht daher das Risiko einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch 

den Arbeitgeber, damit eine Trainerin mit gültiger J+S-Anerkennung neu 

eingestellt werden könnte. Daher ist das berufliche Fortkommen der Be-

schwerdeführerin durch die Sistierung der Anerkennungen zumindest ge-

fährdet. 

1.1.4 Die Anfechtung der angefochtenen Zwischenverfügung ist demnach 

zulässig. Diese stammt weiter vom BASPO, also einer Dienststelle der 

Bundesverwaltung nach Art. 33 Bst. d VGG. Eine Ausnahme, was das 

Sachgebiet angeht (vgl. Art. 32 VGG), liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zu-

ständig.  

1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be-

rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin durch die ange-

fochtene Verfügung formell beschwert und besonders berührt und hat – 

wie dargelegt (vgl. E. 1.1.3) – ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung bzw. Änderung. Damit ist sie zur Beschwerde legitimiert.  

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1.3 Die Beschwerde wurde im Weiteren frist- und formgerecht eingereicht 

(Art. 50 Abs. 1 und 52 VwVG), weshalb auf sie einzutreten ist. 

2.   

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge-

schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). 

3.  

3.1 Der Bund führt das Programm "Jugend und Sport" (J+S) für Kinder 

und Jugendliche. Dieses unterstützt die Entwicklung und Entfaltung der 

Kinder und Jugendlichen und ermöglicht ihnen, Sport ganzheitlich zu er-

leben (Art. 6 des Bundesgesetzes über die Förderung von Sport und Be-

wegung vom 17. Juni 2011 [SR 415.0]). Das Programm J+S gestaltet und 

fördert kinder- und jugendgerechten Sport und berücksichtigt dabei die 

Grundsätze der Fairness und der Sicherheit. Es unterstützt unter päda-

gogischen, sozialen und gesundheitlichen Gesichtspunkten die Entwick-

lung und Entfaltung und fördert die langfristige, hochstehende und leis-

tungsorientierte Ausbildung von Nachwuchsathleten (Art. 2 Abs. 1 der 

Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 

2012 [Sportförderungsverordnung, SR 415.01; nachfolgend: SpoFöV]. 

Gemäss Art. 15 SpoFöV setzen J+S-Kadermitglieder in ihrer Tätigkeit die 

Grundsätze des fairen und sicheren Sports sowie das Leitbild von J+S 

um. Sie treffen die erforderlichen Massnahmen zur Verhinderung von Un-

fällen. Gemäss Art. 21 Abs. 1 SpoFöV kann das BASPO die Anerkennung 

von Kadermitgliedern sistieren oder entziehen, wenn das Kadermitglied 

gegen die in Gesetz, Verordnung oder Ausführungsbestimmungen festge-

legten Verpflichtungen verstösst (Bst. a), wenn die Eignung des Kader-

mitglieds zur Ausübung seiner Aufgabe wegfällt (Bst. b) oder wenn die 

Zusammenarbeit aufgrund eines zerrütteten Vertrauensverhältnisses 

nicht mehr möglich ist (Bst. c). Anstelle einer Sistierung oder eines Ent-

zugs kann das BASPO die weitere Tätigkeit des Kadermitglieds mit Auf-

lagen verbinden oder in leichteren Fällen eine Verwarnung aussprechen 

(Art. 21 Abs. 2 und 3 SpoFöV).  

3.2 Mit Verfügung vom 25. August 2014 hat die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin mitgeteilt, dass sie in Anwendung von Art. 21 SpoFöV beab-

sichtige, ihr sämtliche Anerkennungen als J+S-Kader zu entziehen. Weil 

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festgestellt wurde, dass die Beschwerdeführerin weiterhin als Trainerin 

der (…) aktiv sei, würden zum Schutz der betroffenen Athletinnen alle 

J+S-Anerkennungen der Beschwerdeführerin mit sofortiger Wirkung bis 

zum Entscheid über den Entzug der Anerkennungen sistiert.  

3.3 Nach den Regeln des VwVG setzt die Anordnung derartiger Mass-

nahmen Dringlichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig erweisen, 

die fraglichen Vorkehren sofort zu treffen. Weiter muss der Verzicht auf 

Massnahmen für den Betroffenen einen nicht leicht wieder gutzumachen-

den Nachteil bewirken, wobei ein tatsächliches, insbesondere wirtschaftli-

ches Interesse genügt. Erforderlich ist schliesslich, dass die Abwägung 

der verschiedenen Interessen den Ausschlag für den einstweiligen 

Rechtsschutz gibt und dieser verhältnismässig erscheint. Der durch die 

Endverfügung zu regelnde Zustand darf jedoch weder präjudiziert noch 

verunmöglicht werden (vgl. zum Ganzen Art. 55 und 56 VwVG, die im 

erstinstanzlichen Verfahren analog gelten; BGE 130 II 149 E. 2.2, BGE 

127 II 132 E. 3; Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts A-

3464/2013 vom 16. Juli 2013 E. 5.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., 

Rz. 562 und 566 f.; SEILER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxis-

kommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 56 Rz. 17). Der Entscheid über die 

Anordnung vorsorglicher Massnahmen beruht auf einer bloss summari-

schen Prüfung der Sach- und Rechtslage. Herabgesetzt sind neben den 

Untersuchungspflichten auch die Beweisanforderungen; das Glaubhaft-

machen von Anliegen genügt in der Regel (sog. Prima-facie-Entscheid; 

vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2; Zwischenverfügung des Bundesverwaltungs-

gerichts A-3464/2013 vom 16. Juli 2013 E. 5.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

a.a.O., Rz. 568). Die Hauptsachenprognose kann berücksichtigt werden, 

wenn sie eindeutig ist. Bei tatsächlichen oder rechtlichen Unklarheiten 

drängt sich hingegen Zurückhaltung auf, weil in diesem Fall die erforderli-

chen Entscheidgrundlagen im Hauptverfahren erst noch beschafft werden 

müssen (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2, BGE 127 II 132 E. 3; Zwischenverfü-

gung des Bundesverwaltungsgerichts A-3464/2013 vom 16. Juli 2013 

E. 5.1; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 565 und 567).  

3.4 Im Folgenden ist unter Beachtung der aufgezeigten Entscheidsyste-

matik (E. 3.2) zu prüfen, ob die Vorinstanz die streitige vorsorgliche 

Massnahme zu Recht angeordnet hat.  

4.  

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Seite 9 

4.1 Eine verlässliche Entscheidprognose über das vor der Vorinstanz 

hängige Verfahren in der Hauptsache (definitiver Entzug der Anerken-

nungen als J+S-Kaderperson) lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht tref-

fen. Es werden genauere Abklärungen und allenfalls die Durchführung ei-

nes Beweisverfahrens notwendig sein. Zudem hatte die Beschwerdefüh-

rerin im Rahmen des Hauptverfahrens bisher noch keine Gelegenheit, zu 

allen Unterlagen der Vorinstanz Stellung zu nehmen bzw. die entspre-

chenden Fristen laufen noch. Mangels eindeutiger Entscheidprognose hat 

diese deshalb nachfolgend ausser Acht zu bleiben. 

4.2 Das Erfordernis der Dringlichkeit wird aus dem Umstand abgeleitet, 

dass ohne sofortige Anordnung einer Massnahme ein schwerwiegender, 

nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (vgl. Zwischenverfü-

gungen des Bundesverwaltungsgerichts A- 7841/2010 vom 13. Dezember 

2010 E. 2.2 und A-8531/2010 vom 4. März 2011 E. 2.3; STAEHE-

LIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2013, S. 381; HU-

BER, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar 

ZPO, 2. Aufl. 2013, Art. 261 Rz. 22). Wartet die anordnende Instanz zu 

lange mit der Massnahme zu, ist die Anordnung schon unter dem Ge-

sichtspunkt des Rechtsmissbrauchsverbots zu verweigern (HUBER, 

a.a.O., Art. 265 Rz. 9). 

4.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vorinstanz trotz 

Kenntnis der Vorwürfe fast 10 Monate lang untätig geblieben sei. Die er-

forderliche Dringlichkeit sei nicht gegeben. Die Vorinstanz hingegen bringt 

vor, sie sei vom (Sportverband) im Januar 2014 über die Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses mit der Beschwerdeführerin informiert worden, wes-

halb zum damaligen Zeitpunkt kein weiterer Handlungsbedarf bestanden 

habe. Nachdem man aber im August 2014 erfahren habe, dass die Be-

schwerdeführerin wieder bei einem Verein, der bei J+S angemeldet ist, 

tätig ist, habe man unverzüglich gehandelt.  

4.2.2 Aus den im vorliegenden Verfahren eingereichten Unterlagen geht 

hervor, dass das BASPO das (Kader) (…) seit März 2010 sportpsycholo-

gisch unterstützte. Im Bericht vom 17. Mai 2010 machten die Sportpsy-

chologen des BASPO auf die aus ihrer Sicht fragwürdige Verhaltenswei-

sen und Methoden der Trainerinnen des Nationalkaders aufmerksam und 

schlugen für das weitere Vorgehen mehrere Varianten vor. In einem wei-

teren Bericht vom 28. Oktober 2013 stellten die Sportpsychologen des 

BASPO fest, dass keine Verbesserungen erkennbar seien, die Situation 

habe sich eher zugespitzt. Es wurde beantragt, dass das BASPO das 

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Seite 10 

Gespräch mit dem (Sportverband) suche und im Bereich (…) gemeinsa-

me Ziele für die Zusammenarbeit zur Verbesserung der aktuellen Situati-

on der Athletinnen festlege. Ansonsten sei die Zusammenarbeit des 

BASPO mit dem (Sportverband) abzubrechen. Am 3. November 2013 

fand offensichtlich eine Aussprache zwischen dem BASPO und dem 

(Sportverband) statt. Am 8. November 2013 kündigte der (Sportverband) 

das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin fristlos. Mit Schreiben 

vom 15. Januar 2014 teilte das BASPO dem (Sportverband) schliesslich 

mit, dass man die Weiterführung des (…) in (…) unter der Leitung der 

beiden verantwortlichen Trainerinnen ab sofort nicht mehr dulden könne.  

4.2.3 Folglich hatte die Vorinstanz seit Mai 2010 Kenntnis von den Vor-

würfen, die gegenüber der Beschwerdeführerin erhoben wurden. Vom Ar-

beitgeber der Beschwerdeführerin hat sie deshalb ausdrücklich verlangt, 

dass Massnahmen zum Schutz der Athletinnen zu ergreifen seien. Ge-

mäss Schreiben vom 15. Januar 2014 teilte die Vorinstanz dem (Sport-

verband) an der Besprechung vom 3. November 2013 mit, dass sie die 

Weiterführung des (…) in (…) unter Leitung der beiden verantwortlichen 

Trainerinnen, somit unter anderem unter Leitung der Beschwerdeführerin, 

ab sofort nicht mehr dulden könne. Das Verhalten der Vorinstanz und die 

klaren Forderungen gegenüber dem (Sportverband) zeigen, dass die Vor-

instanz offenbar grundsätzliche, erhebliche Zweifel gegenüber der Eig-

nung der Beschwerdeführerin als Trainerin hatte und ihre Trainingsme-

thoden als nicht mit dem Wohl der Athletinnen vereinbar erachtete. Weil 

die Vorwürfe bezüglich Trainerinverhalten bereits seit Mai 2010 bekannt 

und dokumentiert sind und die Vorinstanz spätestens seit 3. November 

2013 die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als J+S Leiterin nicht mehr 

duldete, handelte sie widersprüchlich, wenn sie das Verfahren auf Entzug 

der J+S-Anerkennungen erst im August 2014 einleitete und gleichzeitig 

mittels vorsorglicher Massnahme die Sistierung der Anerkennungen ver-

fügte. Die Dringlichkeit der Massnahme erscheint fraglich, nachdem die 

Vorwürfe selbst bis zum 3. November 2013 über dreieinhalb Jahre im 

Raum standen, ohne dass gemäss den Akten bis zum Vorliegen des als 

vertraulich bezeichneten Berichts zur Zusammenarbeit des (Sportverban-

des) und des Ressorts Leistungssport am BASPO vom 28. Oktober 2013 

eine weitere Intervention oder Abklärung durch das BASPO erfolgte. Un-

behelflich ist, dass die Vorinstanz das weitere Zuwarten damit erklärt, 

dass sie erst im August 2014 Kenntnis von der neuen Trainerintätigkeit 

der Beschwerdeführerin erhalten habe. Die Vorinstanz konnte nicht aus-

schliessen, dass die Beschwerdeführerin nach der fristlosen Entlassung 

beim (Sportverband) am 8. November 2013 eine neue Trainerintätigkeit 

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Seite 11 

aufnehmen könnte. Aufgrund des langen Zuwartens der Vorinstanz ist die 

Dringlichkeit zu verneinen und die Anordnung einer vorsorglichen Mass-

nahme nicht mehr gerechtfertigt.  

4.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die superproviso-

rische bzw. vorsorgliche Sistierung aller J+S-Anerkennungen der Be-

schwerdeführerin mangels Dringlichkeit zu Unrecht erfolgt ist. Bei diesem 

Ergebnis ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben. Aufgrund dieses Endentscheids erweist sich der Ver-

fahrensantrag der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der auf-

schiebenden Wirkung als gegenstandslos und ist abzuschreiben. 

5.   

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin. 

Es sind ihr deshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihr nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind 

ebenfalls keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG).  

5.2 Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine 

Entschädigung für ihr erwachsene notwendige Kosten zuzusprechen (vgl. 

Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Entschädigung umfasst die 

Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei 

(Art. 8 ff. VGKE). Sie wird vom Gericht aufgrund der Akten festgesetzt, 

wenn keine Kostennote eingereicht wird (Art. 14 Abs. 2 VGKE). In An-

wendung dieser Bestimmungen hat die Vorinstanz der obsiegenden Be-

schwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Ausla-

gen und Mehrwertsteuer) auszurichten.  

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Vorinstanz 

vom 25. August 2014 wird aufgehoben. 

2.  

Der Verfahrensantrag um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

A-5465/2014 

Seite 12 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin 

wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Die Beschwerdefüh-

rerin hat hierzu dem Bundesverwaltungsgericht Ihre Kontoverbindung 

mitzuteilen.  

4.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und MwSt) zu leisten.  

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– das GS VBS (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz ([…]; Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Maurizio Greppi Laura Bucher 

 

  

A-5465/2014 

Seite 13 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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