# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98e9f65d-a580-52e5-9f30-de5788663afb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-11
**Language:** de
**Title:** Trotz Alter 62 im massgebenden Zeitpunkt stehen der versicherten Person auch in ihrem gelernten Arbeitsumfeld genügend angepasste Stellen offen, weshalb Invalidenlohn realisierbar und anzurechnen ist.
**Docket/Reference:** IV.2014.00478
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00478.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons
Zürich
IV.2014.00478
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
11. Januar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1951 geborene
X.___
arbeitete seit dem 1.
November 2006 als Pflegefachfrau
im Pflegeheim
Genossenschaft
Y.___
(
Arbeitge
berbericht
vom
1
1.
Juni 2012,
Urk.
7/14)
, als sie sich am
9.
März
2012 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung meldete (
Urk.
7/2-3). Die IV-Stelle stellte ihr daraufhin das Anmeldeformular zum Leistungsbezug zu (
Urk.
7/4), welches
X.___
am 1
6.
Mai 2012 einreichte (
Urk.
7/5). Die IV-Stelle liess in der Folge einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom
5.
Juni 2012,
Urk.
7/11), holte einen Arbeitgeberbericht
der
Genos
senschaft
Y.___
(
Urk.
7/14)
sowie Arztberichte von Dr.
med.
Z.___
, Praktische Ärztin FMH,
(Bericht vom 1
2.
Juni 2012,
Urk.
7/15) und der
Klinik A.___
(Bericht vom
4.
Juli 2012,
Urk.
7/16) ein.
Ab
1.
August 2012 konnte
X.___
bei
ihrer bis
herigen Arbeitgeberin
ein
e
körperlich leichtere
Tätigkeit
als
Akti
vierungs
pflegerin
Demenzkranker
ausüben (vgl. Eintrag im Verlaufsprotokoll
Ein
gliederungsberatung
,
Urk.
7/30/3).
In der Folge erteilte die IV-Stelle
X.___
im Sinne von
Frühinterventionsmassnahmen im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten
Erwerbstätigkeit
Kosten
gut
sprache für diverse Kurse (Mit
teilungen vom 21. August 2012,
Urk.
7/27
,
Urk.
7/28
und
Urk.
7/29, vom 2
9.
November 2012,
Urk.
7/37
, vom 3
0.
No
vember 2012,
Urk.
7/38
, und vom
1
0.
Dezember 2012,
Urk.
7/40 und
Urk.
7/41
). Am 1
1.
April 2013 kündigte die Genossenschaft
Y.___
das Arbeitsverhältnis mit
X.___
per 3
1.
Juli 2013 (
Urk.
7/47).
Nachdem am 1
1.
Juli 2013
Dr.
med.
B.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welchem
X.___
vom
6.
März
bis
9.
Juli
2013 in Behandlung stand (
Urk.
7/56), und am 2
2.
Juli 2013
Dr.
Z.___
(
Urk.
7/57)
der IV-Stelle
berichtet hatte
n
, stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1
2.
September 2013 in Aussicht, das
Renten
begehren abzuweisen (
Urk.
7/60). Am 2
5.
Oktober 2013 erhob
X.___
Einwand (
Urk.
7/66). In der Folge stellte sie der IV-Stelle mehrer
e
Arzt
zeugnisse
von Dr.
Z.___
zu, gemäss welchen sie zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
7/67,
Urk.
7/70 und
Urk.
7/71). Mit Verfügung vom 1
8.
März 2014
verneinte
die IV
Stelle
einen Rentenanspruch
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
5.
Mai 2014
durch Rechtsanwalt Thomas Wyss
Beschwerde und beantragte
, es seien ihr die ge
setz
lichen Leistungen, ins
besondere eine ganze Rente, zuzusprechen
. In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels
(
Urk.
1)
.
D
ie Beschwerde
gegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
2.
Juni 2014 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was der Beschwerdeführerin am
1
8.
Juni 2014
unter
dem Hinweis, dass kein zweiter Schriftenwechsel ange
ordnet
werde, mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
Am 19.
Januar 2015 reichte die Be
schwer
deführ
erin zwei Fotos
zum Nachweis ihrer
Hautkrankheit ein
und teilte mit, dass sie nicht mehr von Rechtsanwalt Thomas Wyss vertreten werde
(
Urk.
10 und
Urk.
11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
März 2014 davon aus, dass
der Beschwerdeführerin
die bisherige Tätigkeit seit 6.
August 2011 nicht mehr zumutbar sei. Eine
angepasste Tätigkeit sei vom 1.
August bis 3
1.
Dezember
2012 zu 50
%
zumutbar gewesen, ab Januar 201
3
habe in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige A
rbeitsfähigkeit bestanden.
Bis
3
1.
Dezember 2012 habe die Beschwerdeführerin ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt.
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestünden aufgrund der anlagebedingten Rückenproblematik für schwere statische Belastungen des Rückens. Dass der ausgegliche
ne
Arbeitsmarkt auch im Pflege
-
oder
pflege
nahen
Bereich
Tätigkeiten offen halte,
welche die Beschwerdeführerin weiterhin ausüben könne,
werde unter anderem dadurch gezeigt, dass sogar
bei der bis
herigen Arbeitgeberin
eine
Umplatzierungsmöglichkeit
bestanden habe (
Urk.
1 und Urk.
6).
1.2
Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihrer Beschwerde im Wesentli
chen vor, sie habe
vom
1.
August bis 3
1.
Dezember 2012 effektiv lediglich noch ein
en
Verdienst von 50
%
ihres
70%
-
Pensums
erzielt und die
Arbeitsunfähig
keitsangaben
der Mediziner würden sich stets auf das zuvor ausgeübte 70%-Pensum beziehen, weshalb
zwischen dem
1.
August und 31. Dezember 2012
das Invalideneinkommen nicht 50
%
von 100
%
,
sondern 50
%
von 70
%
betragen habe
. Hieraus ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 65
%. Ab 1. Januar 2013 sei
davon auszugehen, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten könne
. Sie sei bis zuletzt in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau tätig gewesen. Sie sei im Januar 2013 62 Jahre alt geworden und damit drei Jahre vor ihrer ordentlichen Pensionierung gestanden. Dies würde einen durch
schnittlichen Arbeitgeber davon abhalten, die mit einer Beschäftigung verbun
denen Risiken wie krankheitsbedingte
Ausfälle, berufliche Unerfahren
heit und
alters
bedingt geringe Anpassungsfähigkeit einzugehen, zumal
behin
derten
gerechte
Arbeitsplätze mit der Möglichkeit, teils stehend, teils sitzend zu arbeiten und ohne die Notwendigkeit von Zwangshaltungen von
Behinderten in jungem und mittlerem
Alter ebenfalls stark nachgefragt w
ü
rden.
Dem
zufolge stehe ihr ab
1.
September 2012 (sechs Monate nach
der Anmeldung) eine Dreiviertelsrente und ab
1.
Januar 2013 eine ganze Rente zu
(Urk. 1)
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Ge
sundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
2.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Ein
kommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4.2
Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemes
sung der Invalidität in Abweichung von
Art.
16 ATSG darauf abgestellt, in wel
chem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Art.
7
Abs.
2 ATSG ist sinngemäss anwendbar (
Art.
28a
Abs.
2 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG; spezifische Methode; statt vieler BGE 130 V 97 E.
3.3.1). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemein
nützige und künstlerische Tätigkeiten (
Art.
27
der Verordnung über die Invali
den
versicherung,
IVV).
2.4.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
3
.
3.1
Dr.
Z.___
nannte mit Bericht an die
Beschwerdegegnerin
vom 1
2.
Juni 2012 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronisches
Zervikoze
phalsyndrom
bestehend seit 1997
-
Dysplasie C2/3
-
Arthrose
atl
ant
o
dental
-
m
ultisegmentale
Spondylarth
r
ose
-
Osteochondrose
C3/4
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit
sei ein Sekundenschwindel,
aufge
treten im
November 2011
.
Die Beschwerdeführerin sei vom
6.
bis 1
4.
August 2011 und vom
4.
Januar bis 1
6.
März 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen. Vom 1
7.
März bis 3
1.
Juli 2012 sei sie zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen. Seit
1.
August 2012 bestehe wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Pflege sei eine körperlich schwere Tätigkeit, welche bei der Beschwerdeführerin starke Schmerzen im Nacken aus
löse. Sie könne die zu Pflegenden nicht
h
alten und
h
eben. Die Beschwerde
führerin könnte etwa zu 50
%
in der Reaktivierung arbeite
n, was ab August vorgesehen sei
(
Urk.
7/15)
.
3.2
Dr.
med.
C.___
, Stellvertretender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie der
Klinik A.___
,
diagnostizierte
mit Bericht an die
Beschwerdegegnerin vom 4.
Juli 2012:
-
c
hronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Dysplasie C/3 mit Bogenschlussanomalie C2 und partieller Fusion C2/3
-
Arthr
o
s
e
atlantodental
-
Verdacht auf
Rotatorenmanschettenruptur
links
-
s
ubfusionelle
Degeneration C3/4 mit leichter
Retrolisthese
und mässi
ger
Foramenstenose
bi
l
ateral und multisegmentale
Spondylarthrose
mit Hauptbefund Höhe C4/5 links
Eine Arbeitsunfähigkeit sei nicht bescheinigt worden. Die Beschwerdeführerin sei zu 70 bis 80
%
in der Pflege tätig. Unter Nackenschmerzen mit zeitweiligen Ausstrahlungen in den linken Arm bestehe ein
e
Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit in Bezug auf Kopfhaltung und –
bewegung
sowie Hantieren mit schweren Gegenständen. Im Verlauf sei wahrscheinlich eine angepasste Tätig
keit notwendig. Bei normalen Anforderungen an Pflegende bestehe eine Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit (
Urk.
7/16)
.
3.3
Mit Ärztlich
em
Zeugnis
vom 1
6.
Januar 2013 (
Urk.
7/45) attestierte Dr.
Z.___
der Beschwerdeführerin
ab
4.
Januar 2013
voraussichtlich für
sechs
Wochen und mit Zeugnissen vom
2.
und 1
0.
April 2013 (
Urk.
7/46
und
Urk.
7/
47) vom
1.
März bis
Ende Mai
2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.4
Dr.
B.___
führte
mit Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
1.
Juli 2013 als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
an
:
-
d
epressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F30.4)
-
b
ei Persönlichkeit mit selbstunsicheren Zügen (ICD-10 Z73.1)
Aus psychiatrischen Gründen bestehe seit Beginn der Behandlung bei ihm keine Arbeitsunfähigkeit. Von Dezember 2012 bis Februar 2013 habe eine im Aus
mass wahrscheinlich mittelschwere depressive Episode bestanden, welche die funktionelle Leistungsfähigkeit eingeschränkt habe. Die Arbeitsunfähigkeit sei von der Hausärztin attestiert worden
(
Urk.
7/56).
3.5
Dr.
Z.___
hielt mit Bericht an die
Beschwerdegegn
e
rin
vom 2
6.
Juli 2013 als von ihr bisher nicht genannte Diagnose eine mittelschwere Depression von Januar bis März 2013 fest. Vom
1.
August bis 3
1.
Dezember 2012 habe die
Beschwerdeführerin
zu 50%
in der Aktivierung gearbeitet. Durch die Entlastung von körperlich schwerer Arbeit habe sie weniger Nacken
-
und Rückenschmer
zen gehabt. Die Arbeit in der Aktivierung habe sie
(ohne entsprechende Ausbil
dung)
sehr belastet.
Sie habe mit Schlafstörungen, Albträumen und völliger körperlicher und psychischer Erschöpfung reagiert.
Sie
sei aus körperlichen und psychischen Gründen zu 100
%
arbeitsunfähig
(Urk.
7/57).
3.6
Mit diversen Arztzeugnissen attestierte
Dr.
Z.___
der Beschwerdeführerin von
1.
Dezember 2013 bis Ende März
2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/67 und
Urk.
7/70-71).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen
Verfügung
vom 1
8.
März 2014 davon aus, dass die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit seit
6.
August 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
2
; vgl. E. 1.1
). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung
von
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), welche mit Stellungnahme vom 1
9.
November 2013 festhielt, dass die 100%ige Arbeits
un
fähigkeit seit der orthopädis
chen Behandlungsaufnahme am 12.
November
2011 bzw. seit der von
Dr.
Z.___
ab
6.
August 2
0
11 attestierten Arbeitsun
fähigkeit gelte (
Urk.
7/76/2
-3
).
Dr.
D.___
verk
annte
da
bei
,
dass
Dr.
Z.___
zwar ab
6.
August 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
hatte
, diese Arbeits
unfähigkeit jedoch bis 1
4.
August 2011
befristete
. In der Folge attestierte sie erst wieder ab
4.
Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit
im Umfang von
100
% (vgl. E. 3.1).
Dr.
Z.___
hielt denn
auch ausdrück
lich fest, dass die von ihr attestierten Einschränkungen seit Januar 2012 gälten (
Urk.
7/15/4). Auch mit Wirkung ab 1
2.
November 2011 ist keine Arbeitsunfä
higkeit
in
der ange
stammten Tätigkeit ausgewiesen. Am 12.
Dezember 2011 wurde in der
Klinik A.___
ein
e Facettengelenksinfiltration L
2/3 und L3/4 bei
dseits durch
geführt.
Dr.
med.
E.___
,
Chefarzt Neurologie,
welcher diese Infiltration
vornahm
, attestierte der Beschwerdeführerin keine Arbe
itsun
fähigkeit. Vielmehr hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin gleichentags in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden sei (Bericht vom 12.
Dezember 2011,
Urk.
7/15/9-10)
.
Die Beschwerdeführerin
selbst
gab
schliesslich
bei ihrer
M
eldung zur Früherfassung an, ab
4.
Januar 2012
dauer
haft
zu 100
%
arbeitsunfähig ge
wesen zu sein (
Urk.
7/2).
4.2
4.2.1
Ab Januar 2013 ging die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit in der angestammten und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus (vgl.
Urk.
2, E. 1.1). Dies ist aufgrund der Aktenlage nicht zu beanstanden. So geht aus dem Bericht von
Dr.
C.___
hervor, dass lediglich eine Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit in Bezug auf Kopfhaltung und –
bewegung
sowie Hantieren mit schweren Gegenständen besteht (vgl. E. 3.2). Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht von
Dr.
Z.___
vom 1
2.
Juni 2012 (E. 3.1), worin sie sich zwar nicht konkret zur Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit äusserte, jedoch lediglich für Heben und Tragen sowie für Steigen auf Leitern und Gerüsten eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestierte (
Urk.
7/15/4).
In
den ärztlichem Zeugnissen vom 1
6.
Januar 2013 sowie
2.
und 1
0.
April 2013 begründet oder spezifiziert
Dr.
Z.___
die von ihr attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht (E. 3.3). Dasselbe gilt für die mit diversen
Arzt
zeugnissen
attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
Dezember 2013 bis Ende März 2014 (E. 3.6).
4.2.2
Aus psychiatrischer Sicht liegen keine Hinweise auf eine
invalidenversiche
rungs
rechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit vor. So hielt ins
besondere der behan
delnde Psychiater
Dr.
B.___
aus psychiatrischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit fest (E. 3.4). Er diagnostizierte ledig
lich eine von Dezember 2012 bis Februar 2013 dauernde depressive Episode mit nicht bezifferter Einschränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit. Mit Bericht vom 2
6.
Juli 2013 hielt
Dr.
Z.___
neu eine psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest. Und führte als Diagnose eine mittel
schwere
Depression von Januar bis März 2013 an
(E. 3.5)
.
Leichte bis höchstens mittelschwere Störungen aus dem depressiven
Formen
kreis
gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_266/2012 vom 29. August 2012 E. 4.3.2). Die invalidisierende Wir
kung einer mittelschweren depressiven Störung ist zwar nicht schlechthin auszuschliessen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt, und dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8
C_774/2013 vom 3. April 2014 E.
4.2).
Nachdem sowohl
Dr.
Z.___
wie
Dr.
B.___
eine beschränkte Dauer der mittelschweren depressiven Erkrankung anführten, ergibt sich hieraus von
Vorn
herein keine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin selbst erachtete sich offensichtlich auch nicht als psychisch behandlungsbedürftig, da sie die psychiatrische Therapie von sich aus im Juli 2013 beendete (
Urk.
7/56/4; E. 3.4). In ihrer Eingabe vom 1
9.
Januar 2015 führte sie zudem als Leiden, welche einer Arbeitstätigkeit entgegenstünden, lediglich ihr „Monstergesicht“ und ihre Rückenprobleme, nicht aber psychische Probleme an (
Urk.
10).
4.2.3
Die Beschwerdeführerin leidet gemäss ihren eigenen Angaben seit Dezember 2013 an einer immer wiederkehrenden Hautkrankheit. Das dadurch verursachte Erscheinungsbild stehe – zusammen mit den Rückenproblemen – einer
Arbeits
tätigkeit
entgegen (
Urk.
10).
Ästhetische Mängel können sich ausnahmsweise mit
telbar auf die Erwerbsfähigkeit auswirken, wenn sie zu psychischen Belas
tungen führen, die ihrerseits die berufliche Leistungsfähigkeit beeinflussen. Sie sind aber invalidenversicherungsrechtlich nur relevant, wenn sie so schwer
wiegend sind, dass mit einer effektiven und wesentlichen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit im Berufsleben beziehungsweise im Aufgabenbereich gerechnet werden muss (ZAK 1977 S. 113 E. 2).
Es liegen keinerlei Anhalts
punkte dafür vor, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund der von ihr geltend gemachten Hautkrankheit psychisch
-
oder allenfalls
physisch - beeinträchtigt wäre. Dies gilt jedenfalls für den hier massgebenden Zeitraum bis zur ange
fochtenen Verfügung.
4.2.4
Gestützt auf diese Aktenlage kam RAD-Ärztin
Dr.
D.___
zum Schluss, dass Tätigkeiten mit HWS-Belastungen und HWS-Zwangshaltungen sowie schwerere Tätigkeiten, wozu auch die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau zähle, nicht mehr zuzumuten seien. Als weiterhin zumutbare und den
Gesundheits
schäden
im HWS-Bereich angepasste Tätigkeiten umschrieb sie leichte,
wech
selbelastende
Arbeiten ohne HWS-Zwangshaltungen. Der psychischen Proble
matik, d.h. der eingeschränkten psychischen Resilienz bei Persönlichkeit mit unsicheren Zügen, mass sie insoweit einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu, als sie die Umsetzbarkeit einer angepassten Tätigkeit als erschwert beurteilte und eine Hilfe beim Finden und bei der Umsetzung einer angepassten Tätigkeit empfahl. Ferner erachtete sie es als angezeigt, dass die angepasste Tätigkeit in wohlwollender Arbeitsumgebung mit überschaubarer Arbeitslast ohne Mul
titasking und Stress und eher ohne Schichteinsätze sei (
Urk.
7/58/6 und
Urk.
7/76/3).
4.3
Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab Januar 2012 in der angestammten Tätigkeit als Pflegefachfrau in einem Pflege
heim zu 100
%
arbeitsunfähig war und dass sie im Januar 2013, das heisst im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (vgl. E. 2.3), in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war. Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen.
5
.
5.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall einer 70%igen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre (vgl. Urk. 2). Dies erweist sich grundsätzlich als rechtens, ging die Beschwerdeführerin doch während ihrer gesamten Anstellung bei der Genossenschaft
Y.___
, welche sie am
1.
November 2006 antrat, einer 70%igen Erwerbstätigkeit nach (vgl.
Urk.
7/14/1), ohne dass für diesen Zeitraum bereits massgebliche gesundheitliche Einschränkungen, welche gegen eine volle Erwerbstätigkeit gesprochen hätten, ausgewiesen waren. Die Annahme einer 70%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall hat jedoch nicht zwingend die Anwendung der gemischten Methode zur Folge. Voraussetzung ist, dass die versicherte Person (unentgeltlich) zweckbestimmt für eine Aufgabe zuständig ist, welche unter den gesetzlichen Begriff des Aufgabenbereichs fällt (BGE 141 V 15 E. 4.2 und 4.3 S. 21). Wäre eine versicherte Person gesundheit
lich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, vermindert sie aber das
Arbeitspen
sum
aus freien Stücken, wird insbesondere eine alleinstehende Person nicht automatisch zur Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbereich Haushalt (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 und 5.2, je mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin keine
über die Besorgung ihres eigenen Haushaltes hinaus – weitergehende Ob
liegen
heiten (mehr) hat, ist der Invaliditätsgrad einzig aufgrund eines
Erwerbs
verglei
ches
zu bemessen, wobei das
Valideneinkommen
gestützt auf ein effektiv aus
geübtes 70%iges Teilpensum festzusetzen ist.
5.2
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen
.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Invali
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben
sind
. Der
hypotheti
sche Rentenbeginn ist, n
achdem die Beschwerdeführerin seit Januar 2012
dauerhaft
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist und sie sich
am
1
6.
Mai
2012 bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk.
7/
5
)
,
im Januar 2013.
5
.
3
Die Beschwerdeführerin
erzielte im Jahr 2011, das letzte Jahr vor Eintritt des Gesundheitsschadens, bei einem Pensum von 70
%
(einschliesslich Zulagen)
ein Einkommen von Fr. 62‘457.30 (
Urk.
7/14/20),
was in Anpassung an die
Nomi
nallohnentwicklung
gemäss Nominallohnindex des Bundesamtes
für
Statistik, Basis 2010, Tabelle T1.2.10, Q
(Sektor Gesundheits- und Sozialwesen)
,
im Jahr 201
3
Fr. 62‘
953.50
(
Fr. 6
2‘457.30
: 100
,7
x 101
,5)
entsprach.
5
.
4
5
.
4
.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussich
ten
keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
5
.
4
.2
Die
1951 geborene Beschwerdeführerin erlangte 1971 das Fähigkeitszeugnis zur Pflegefachfrau (
Urk.
7/5/5). Von August 1990 bis August 1991 absolvierte sie unter Bezug von Taggeldern
der Invalidenversicherung eine
Umschulung zur
Sach
bearbeiterin
(vgl.
Urk.
7/1 und
Urk.
7/5/5). Soweit ersichtlich (vgl.
Urk.
7/11) wa
r
die Beschwerdeführerin während ihrer Berufslaufbahn haupt
sächlich als Pflegefachfrau tätig. Die angefochten
e
Verfügung wurde im März 2014 erlassen (
Urk.
2). Die massgeblichen ärztlichen Berichte lagen im Juli 2013 (E. 3.5) vor.
In Anbetracht, dass die Beschwerdeführerin eine
behinderungsan
gepasste
Tätigkeit noch vollzeitlich ausüben kann und lediglich eine Einschrän
kung der körperlichen Belastbarkeit in Bezug auf Kopfhaltung und –
bewegung
sowie Hantieren mit schweren Gegenständen besteht (E. 3.1),
stehen
ihr
, insbe
sondere auch unter Berücksichtigung, dass das Bundesgericht für die Unver
wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden ent
wickelt hat (vgl. Urteil 8C_345/2013 vom 10. September 2013 E.
4.3
.3
), auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch genügend Arbeits
möglich
keiten offen, welche eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit zumutbar machen. So ist die Beschwerdeführerin nicht nur in ihren kognitiven Fähigkeit
en
und
feinmotori
sc
hen
Fähigkeiten nicht eingeschränkt, sondern sie kann verschiedenste Tätig
keiten in der Pflege weiterhin ausüben.
5.
4
.3
Da die Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit mehr ausübt und die ange
stammte Tätigkeit
als Pflegefachfrau in einem Pflegeheim
nicht mehr ausüben kann, ist das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der
Schweize
rischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE)
zu berech
nen.
Massgebend
ist dabei der Medianwert
für
Tätigkeiten
von Frauen im Gesundheitswesen, welche Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen, kann die Beschwerdeführerin doch gewisse Tätigkeiten im Pflegeberuf trotz der körperli
chen Einschränkungen weiterhin ausüben.
In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2013
im Gesundheitswesen
von 41,
5
Stunden (vgl. die Statistik
b
etriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche des Bundesamtes für Statistik
, Ziffer 86
) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung ergibt dies für das Jahr 2013 für ein 70%-Pensum ein Jahreseinkommen von Fr.
51‘146.--
(Fr.
5‘782
.--
x 12 : 40 x 41,
5
: 100 x 10
1,5
[Schweizerischer Lohnindex, Basis 2010, Tabelle T1.
2
.10, Q
] x 0,
7
).
5.
4
.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu
kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.
4
.5
Die Beschwerdeführerin ist – wie dargelegt – aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden und ihres Alters in der Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit eingeschränkt. Es rechtfertigt sich daher einen Abz
ug vom
Tabellen
lohn
vorzunehmen. In Anbetracht
dessen
, dass die Beschwerdeführerin auf
grund der Unmöglichkeit
,
Pflegende zu heben
,
zwar qualitativ merklich in der Auswahl einer Arbeitstätigkeit eingeschr
änkt ist, sie aber quantitativ in dem von ihr zuvor ausgeübten Arbeitspensum vol
l arbeitsfähig ist, rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn von höchstens 20 %.
Es resultiert so ein
Invali
deneinkommen
von Fr.
40‘916.80
(Fr.
51‘146.-- x 0,8
)
.
5.
5
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 62‘953.50
und
einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
40‘916.80
resultiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
22‘036.70
und ein Invaliditätsgrad für den Erwerbsbereich von
gerundet
35
%
.
6.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin keinen Rentenanspruch, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und
auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
6
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler