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**Case Identifier:** 6700a03c-9699-504b-bca4-1906bc50a915
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 18.05.2021 IV 2019/206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-206_2021-05-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/206

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.11.2021

Entscheiddatum: 18.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 18.05.2021
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des polydisziplinären MZR-
Gutachtens, worin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde, bejaht. 
Abweisung des Rentengesuchs (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2021, IV 2019/206).

Entscheid vom 18. Mai 2021

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2019/206

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rtwp rechtsanwälte & notare, 

Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 11. November 2015 wegen einer schweren Depression zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen an (IV-act. 1). Der behandelnde med. pract. B.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, berichtete am 13. November 2015 dem leistungspflichtigen 

Krankentaggeldversicherer, die Erstkonsultation sei am 13. August 2015 erfolgt. Das 

klinische Erscheinungsbild sei initial eine akute polymorph-psychotische Störung im 

Sinn einer Belastungsreaktion infolge kumulativer Überlastung am Arbeitsplatz sowie 

durch die Begleitung der Agonie der Mutter der Versicherten gewesen. Im 

Behandlungsverlauf habe sich das Zustandsbild allmählich verändert, so dass man 

aktuell die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit flüchtigen 

psychotischen/dissoziativen Erlebensweisen sowie somatischem und kognitiv-

mnestischem Syndrom stellen müsse (fremd-act. 1-7 f.). Vom 23. November bis 

24. Dezember 2015 befand sich die Versicherte zur stationären psychosomatisch-

sozialmedizinischen Behandlung in der Privatklinik C.___. Die dort behandelnden 

medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode 

(ICD-10: F32.1) im Rahmen einer komplexen psychosozialen Belastungssituation mit 

Ausbildung eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z56, Z63, Z73), eine 

Eisenmangelanämie (ICD-10: D56) und ein zervikales Schmerzsyndrom mit muskulärer 

Dysbalance (ICD-10: M54.92). Die Versicherte habe in einem deutlich gebesserten 

psychophysischen Zustandsbild entlassen werden können (Austrittsbericht vom 

29. Dezember 2015, IV-act. 20-4 ff.). Im Bericht vom 14. März 2016 hielt med. 

pract. B.___ der Versicherten eine tägliche Arbeitszeit von 2 ½ bis 3 Stunden im 

angestammten Beruf als Product Manager (IV-act. 1-6) für zumutbar (IV-act. 20-1 f.).

A.a. 

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Am 14. Juli 2016 wurde die Versicherte vom Vertrauensarzt des 

Krankentaggeldversicherers, Dr. med. D.___, Facharzt u.a. für Psychiatrie und 

Psychotherapie, untersucht. Dieser diagnostizierte eine mittelgradige depressive 

Episode (ICD-10: F32.1) bei Verdacht auf Restsymptome einer dissoziativen Amnesie 

(ICD-10: F44.0) vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: 

Z73.1). Nach der Behandlung in der Privatklinik C.___ sei es zu einer deutlichen 

Stabilisierung des Gesundheitszustands der Versicherten gekommen. Danach sei es 

aber aufgrund weiterer erheblicher Belastungen zu einer erneuten Verschlechterung 

des Zustandsbilds gekommen. Wegen des auch dieses Mal deutlich reaktiven 

Charakters der Symptome und bei Berücksichtigung des vorangegangenen Verlaufs 

sei für einen Zeitraum von 4 Wochen ab Begutachtungstermin weiter von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das bisherige Arbeitspensum von 60 % 

auszugehen. Danach könne mit einer beruflichen Wiedereingliederung begonnen 

werden, wobei hierfür eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Innert eines Zeitraums von 

6 Wochen könne das Arbeitspensum danach auf 100 % (bezogen auf das bisherige 

Arbeitspensum von 60 %) gesteigert werden (Gutachten vom 27. Juli 2016, fremd-

act. 3). In der psychiatrischen Kurzbeurteilung/Reevaluation vom 26. September 2016 

führte Dr. D.___ aus, bei Berücksichtigung des bisherigen Krankheitsverlaufs sei die 

Prognose grundsätzlich gut. Es bestehe jedoch weiterhin eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Nach Ablauf von 2 Monaten sei eine Reevaluation zur Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit sinnvoll (IV-act. 34). In der psychiatrischen Reevaluation vom 

17. März 2017 gab Dr. D.___ an, bei fehlendem therapeutischem Fortschritt bzw. 

fehlender Dokumentation des Therapieverlaufs, fehlender psychodynamischer 

Einschätzung durch den behandelnden Arzt und fehlender Befunddokumentation 

könne bei den aufgrund der «vorwürflich» gereizten Haltung der Versicherten nur 

eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeiten eine Beurteilung des zukünftigen 

Krankheitsverlaufs nur insofern abgegeben werden, als innert eines Zeitraums von 

6 Monaten eine Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert nicht möglich erscheine (fremd-

act. 9-1 ff.; zur ergänzenden Stellungnahme vom 27. März 2017 siehe fremd-

act. 9-8 ff.). Hierzu äusserte sich med. pract. B.___ am 20. April 2017 kritisch (fremd-

act. 10-2 f.).

A.b. 

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Die seit 27. September 2017 behandelnde Dr. med. I. E.___, Fachärztin für 

Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 22. Januar 2018, die Versicherte leide 

an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne 

psychotische Symptome. Sie bescheinigte dieser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-

act. 77).

A.c. 

Die IV-Stelle führte am 18. April 2018 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten 

durch (zu deren vorgängigen Angaben im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend 

Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 16. Februar 2018 siehe IV-act. 83). Die 

Abklärungsperson hielt im Abklärungsbericht vom 30. Mai 2018 fest, die Versicherte 

würde ohne gesundheitliche Einschränkung weiterhin einer Teilerwerbstätigkeit mit 

einem 60%igen Beschäftigungsgrad nachgehen. Unter Berücksichtigung der 

Schadenminderungs- bzw. Mitwirkungspflicht des Ehegatten ermittelte sie eine 0%ige 

Einschränkung im Haushaltsbereich (IV-act. 91; zur Stellungnahme der Versicherten 

vom 24. April 2018 siehe IV-act. 91-13 f.).

A.d. 

Dr. E.___ hielt im Verlaufsbericht vom 15. Juni 2018 fest, die Versicherte zeige ein 

schwer depressives antriebsarmes Zustandsbild mit verlangsamtem Denken, 

Einengung der Gedanken und stark verringerter Belastbarkeit bei geringsten 

Anforderungen. Sie benötige rasch Rückzugsmöglichkeiten, zeige sich sehr 

reizempfindlich und könne kleinste Stressoren kaum ertragen. Die Versicherte komme 

in 14-tägigem Intervall regelmässig zum ambulanten Gespräch (IV-act. 94). RAD-Arzt 

Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, empfahl eine 

polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten. Der Fokus der 

versicherungsmedizinischen Abklärungen liege auf der Darstellung des Ausmasses 

einer im engeren Sinn krankheitsbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in 

Abgrenzung von nachvollziehbaren, aber nicht krankheitswertigen Belastungen im 

privaten/persönlichen Umfeld der Versicherten (Stellungnahme vom 13. August 2018, 

IV-act. 103).

A.e. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 6., 9., 13. und 21. November 

2018 im MZR Medizinisches Zentrum Römerhof polydisziplinär (allgemeininternistisch, 

orthopädisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) begutachtet. Die 

Sachverständigen stellten folgende «relevanten Diagnosen mit und ohne Auswirkungen 

A.f. 

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B.  

auf die Arbeitsfähigkeit»: 1. eine Hypercholesterinämie; 2. ein lokales oberes zervikales 

Wirbelsäulensyndrom; 3. ein unteres Lumbalsyndrom; 4. eine minimale 

neuropsychologische Störung teilweise bei der geteilten Aufmerksamkeit, der 

Wortflüssigkeit und bei der kognitiven Flexibilität und 5. eine Neurasthenie (ICD-10: 

F48.0). Die Versicherte sei sowohl für die angestammte als auch für jede andere in 

Frage kommende Tätigkeit seit jeher 8 Stunden pro Tag ohne Leistungseinschränkung 

100 % arbeitsfähig. Die (früher) attestierten Arbeitsunfähigkeiten seien im Rahmen von 

belastenden psychosozialen Umständen entstanden (Gutachten vom 8. Februar 2019, 

IV-act. 127; zu den fehlenden Seiten 1 und 2 des neuropsychologischen Teilgutachtens 

siehe IV-act. 128-38 f.). RAD-Arzt Dr. F.___ vertrat in der Stellungnahme vom 21. März 

2019 die Ansicht, die gutachterliche Beurteilung entspreche im Wesentlichen den 

geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien (IV-act. 129).

Die IV-Stelle ermittelte sowohl für den mit 60 % gewichteten Erwerbsbereich als 

auch für den mit 40 % gewichteten Haushaltsbereich einen 0%igen Invaliditätsgrad 

und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. März 2019 die Abweisung des 

Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 132). Dagegen erhob die Versicherte am 10. Mai 

2019 Einwand (IV-act. 139), den sie am 4. Juni 2019 ergänzend begründete (IV-

act. 142). Zur von ihr am MZR-Gutachten geäusserten Kritik nahm RAD-Arzt Dr. F.___ 

am 13. Juni 2019 Stellung (IV-act. 145). Mit Verfügung vom 24. Juni 2019 verfügte die 

IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 146).

A.g. 

Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2019 erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 23. August 2019 Beschwerde. Sie beantragte darin, sie sei im 

Fachbereich Psychiatrie einer erneuten unabhängigen Begutachtung zu unterziehen 

und die Expertenstelle sei direkt durch das angerufene Gericht zu bezeichnen. 

Eventualiter sei ihr basierend auf einem 76%igen Invaliditätsgrad mit Wirkung ab 1. Juli 

2016 eine ganze Rente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung machte sie im Wesentlichen verschiedene Mängel am MZR-Gutachten 

geltend, die dessen Beweiswert erschüttern würden. Des Weiteren kritisierte sie die 

von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung für den 

Haushaltsbereich angerechnete Schadenminderungspflicht ihres Ehegatten (act. G 1). 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

Mit der Beschwerde reichte sie u.a. Kurzberichte von Dr. E.___ vom 25. Juli und 

9. August 2019 ein (act. G 1.3.2 f.).

Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 

2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass die 

Kritik der Beschwerdeführerin am MZR-Gutachten nicht stichhaltig sei und dessen 

Beweiswert nicht erschüttere. Gestützt auf die darin enthaltene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und auf die Ergebnisse des Abklärungsberichts vom 

30. Mai 2018 sei das Rentengesuch zu Recht abgewiesen worden (act. G 4).

B.b. 

In der Replik vom 20. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an 

der Beschwerde fest (act. G 9).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 11).B.d. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a); 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid sind (lit. c). Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG verweist bezüglich des Begriffs der 

Invalidität auf Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).

1.1. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie­

derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

1.2. 

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2.

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beantworten, ob der 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin 

stützte ihren Rentenentscheid im Wesentlichen auf das MZR-Gutachten vom 

8. Februar 2019. Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin die gutachterliche 

Beurteilung nicht für beweiskräftig.

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

1.3. 

Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im 

Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität 

nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig (und 

ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 ATSG), 

so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem 

Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb 

des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 

IVG).

1.4. 

Die Beschwerdeführerin macht unbestrittenermassen hauptsächlich psychische 

Beeinträchtigungen geltend. Bei psychischen oder psychosomatischen 

Krankheitsbildern steht das Beweisproblem im Vordergrund, dass sich die Beurteilung 

dieser Gesundheitsschäden und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeiten - mangels 

zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik - zwangsläufig zunächst auf die Angaben 

der versicherten Person und deren Leidenspräsentation stützen, da es an einer 

eigentlichen davon unabhängigen, direkten Objektivierbarkeit fehlt. Deshalb ist die um­

fassende Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der Leidensschilderung sowie -

präsentation für die möglichst objektive bzw. medizinisch-wirklichkeitsgetreue 

Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler 

Bedeutung (vgl. hierzu bereits die Ausführungen im Rechtsgutachten Prof. Dr. G.___ 

2.1. 

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und Dr. iur. H.___ vom 20. November 2012, S. 66 ff. mit Hinweis auf den Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 19. Juni 2012, IV 2010/336, E. 3.2.3; dieser Entscheid 

wurde vom Bundesgericht unter der damaligen Praxis gemäss BGE 137 V 64 und 130 

V 352 im Urteil vom 13. Januar 2013, 8C_552/2012, aufgehoben; zur inzwischen 

erfolgten Praxisänderung des Bundesgerichts siehe etwa BGE 141 V 281). Um eine 

möglichst objektive, von der Selbsteinschätzung der versicherten Person unabhängige, 

der tatsächlichen Funktionsfähigkeit entsprechende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im 

Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG zu gewährleisten (vgl. hierzu bzw. zur 

Massgeblichkeit des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens etwa das Urteil des 

Bundesgerichts vom 11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.2), haben die medizinischen 

Fachpersonen nebst den Erkenntnissen der eigenen Untersuchung deshalb nach 

Möglichkeit bei ihrer Expertise sämtliche Lebensaspekte zu würdigen, bei denen 

Beeinträchtigungen und Ressourcen einer versicherten Person in Erscheinung treten. 

Dabei sich zeigende Umstände wie etwa Inkonsistenzen, die auf krankheitsfremde 

Faktoren deuten oder ernsthafte Zweifel am objektiven Umfang der geklagten 

gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen, sind zu benennen. Geltend gemachte 

Beeinträchtigungen, die auf solchen krankheitsfremden bzw. nicht krankheitswertigen 

Faktoren beruhen oder zweifelhaft erscheinen, sind bei der Beurteilung des 

Gesundheitsschadens sowie der Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Denn massgebend 

für die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität sind nur gesundheitliche 

Beeinträchtigungen, deren Vorhandensein aus objektiver Sicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Aus diesen Gründen sehen die 

Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen 

Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP, 3. vollständig überarbeitete 

und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) denn auch vor, dass eine Stellungnahme zur 

Authentizität von Beschwerden, von präsentierten Symptomen und von 

Leistungseinschränkungen obligatorischer Bestandteil eines 

versicherungspsychiatrischen Gutachtens zu sein hat. Das beinhaltet eine 

Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und präsentierten 

Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar Widersprüche 

bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der erhobenen 

Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. Diesbezüglich 

sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem Anamneseverlauf relevant 

(Qualitätsleitlinien, S. 29). Eine besondere Bedeutung bei der Exploration kommt der 

detaillierten Beschreibung eines üblichen Tagesablaufs durch die versicherte Person 

zu, da sich hieraus häufig Hinweise auf Interessen, Aktivitäten, Alltagsgewohnheiten 

und damit Potential und Ressourcen, jedoch auch Diskrepanzen zu anderen Angaben 

oder zum Verhalten in der Untersuchung ergeben (Qualitätsleitlinien, S. 16; siehe zum 

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Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juni 2020, IV 2018/124, 

E. 3.1).

Vorliegend ist zunächst von Bedeutung, dass die Beschwerdeführerin bezüglich 

ihres Funktionsniveaus eine tiefe Selbsteinschätzung zum Ausdruck bringt. Gegenüber 

Dr. E.___ gab sie an, sozial zurückgezogen zu leben. Sie könne (bloss noch) leichte 

Haushaltstätigkeiten durchführen. Sie benötige rasch Rückzugsmöglichkeiten, zeige 

sich sehr reizempfindlich und könne kleinste Stressoren kaum ertragen (IV-act. 94-2). 

Sie machte eine stark verringerte Belastbarkeit bei geringsten Anforderungen geltend 

(IV-act. 94-3 oben). Anlässlich der Begutachtung im MZR teilte sie mit, sie erlebe sich 

aufgrund der Erschöpfung, Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit überwiegend 

vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 127-54). Demgegenüber ergeben sich aus den Akten 

zahlreiche Ressourcen der Beschwerdeführerin, die sich mit ihrer 

Krankheitsüberzeugung nicht vereinbaren lassen. Sie vermag sich um den Haushalt zu 

kümmern, geht einkaufen, bereitet das Mittagessen vor, geht spazieren, liest Zeitung, 

telefoniert mit Freunden und schreibt E-Mails. Abends sieht sie fern oder liest Bücher. 

Zudem geht sie auch in den Ausgang (fremd-act. 3-8 unten; vgl. auch fremd-act. 9-3 

unten sowie IV-act. 127-51 f.; zum Lesen und mit Freunden zusammen sein siehe IV-

act. 22-4 oben; zu ihrer «Leidenschaft, dem Lesen», mit der sie Einschlafstörungen 

vorbeuge, siehe IV-act. 91-2 Mitte), verrichtet Haus- und Gartenarbeiten (IV-act. 91-3) 

und spielt gerne Sudoku (IV-act. 127-7). Die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte 

verreisen «wie vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung» einmal jährlich, wobei 

lediglich der Inhalt und die Intensität des Programms inzwischen angepasst worden 

seien (IV-act. 91-10; zur Reise- bzw. Ferienaktivität siehe auch IV-act. 101). Die 

Beschwerdeführerin ist auch in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen und 

ein Auto zu lenken (siehe IV-act. 127-29 oben und IV-act. 127-38 oben; vgl. auch act. 

G 9, Rz 10b). Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zweieinhalb Stunden 

ruhig, konzentriert und engagiert an der neuropsychologischen Begutachtung 

mitzuwirken vermochte (IV-act. 127-38 unten), spricht offensichtlich gegen die 

Darstellung, selbst bei geringsten Anforderungen stark verringert belastbar zu sein (IV-

act. 94-3; siehe hierzu eingehend nachstehende E. 2.1.2). Das Gleiche gilt erst recht 

hinsichtlich der bis dreimal wöchentlich von ihr und ihrem Ehegatten erbrachten 

Betreuung der Kleinkinder der Nachbarin (fremd-act. 9-3 und IV-act. 91-3 Mitte), zumal 

diese Tätigkeit gerichtsnotorisch mit erhöhter Reiz- und Stressbelastung verbunden ist.

2.1.1. 

Die von der Beschwerdeführerin beklagten bzw. subjektiv empfundenen 

kognitiven Einbussen (siehe etwa IV-act. 91-2 Mitte) konnten im Rahmen der 

umfassenden neuropsychologischen Begutachtung ebenfalls nicht objektiviert werden 

2.1.2. 

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(IV-act. 127-43 unten). Vielmehr wurden sie als «nicht plausibel» bezeichnet (IV-

act. 127-45). Auffallend ist in diesem Zusammenhang das zu Beginn der 

neuropsychologischen Untersuchung von der Beschwerdeführerin präsentierte 

symptomverdeutlichende Verhalten. So hielt die neuropsychologische Gutachterin fest, 

die Beschwerdeführerin «antwortete in kurzen Sätzen, versuchte nicht zu weinen und 

brach doch immer wieder in Tränen aus. Ein flüssiges Gespräch war kaum möglich. 

Auffassungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration waren während des 

Gesprächs eingeschränkt» (IV-act. 127-38). «Nach dem Absolvieren der ersten 

Testeinheit wurde eine Motivationsunterstützung angeboten, danach änderte sich ihr 

Verhalten. Sie wirkte ruhig und konzentriert und arbeitete die zweieinhalb Stunden 

engagiert mit» (IV-act. 127-38 unten; zu den vor der Motivationsunterstützung 

auffälligen Werten der Symptomvalidierungstests und dem aggravierenden Verhalten 

der Beschwerdeführerin siehe IV-act. 127-40). Im Licht dieser Umstände ist davon 

auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin zunächst dargestellten affektiven 

Beeinträchtigungen primär verdeutlichenden bzw. aggravierenden Charakter hatten 

und diese Leidenspräsentation hauptsächlich motivational bedingt war. Der 

motivationale Aspekt der Leidensdarstellung wird auch dadurch bestätigt, dass 

«Anstösse, Motivation, positive Zusprüche des Ehegatten» sich fördernd auswirken (IV-

act. 91-3 Mitte) und offenbar keine relevanten Beeinträchtigungen bestehen bei 

Aktivitäten, «welche die Versicherte gerne macht» (IV-act. 127-7). Schliesslich 

bezeichnete auch der psychiatrische Gutachter die Motivation der Beschwerdeführerin 

als fraglich (IV-act. 127-58).

Vor diesem Hintergrund leuchtet die Schlussfolgerung der neuropsychologischen 

MZR-Gutachterin und des psychiatrischen MZR-Gutachters im Ergebnis ein, dass 

objektiv keine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt und die 

Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin im Wesentlichen in einer Fokussierung 

auf schwierige und tragische Lebensereignisse aufgeht (IV-act. 127-23), bei allem 

Verständnis für deren anspruchsvolle Bewältigung. In diesem Sinn äusserte sich auch 

RAD-Arzt Dr. F.___, wenn er ausführt, die Beschwerdeführerin scheine mit grosser 

dysfunktional-neurotischer oder nur eigenwilliger Energie in der geschilderten 

Randposition zu verharren. Er bestätigte auch eine Fixierung auf eine Opferrolle (die 

Beschwerdeführerin habe «sich faktisch offenbar in eine ausgeprägte und sich 

selbstverstärkende Randposition des Sich-Nicht-Mehr-Fähig-Fühlens 

zurückgezogen»), die mit der erhaltenen Funktionsfähigkeit (IV-act. 145-3) bzw. den 

ausgewiesenen Ressourcen (siehe hierzu vorstehende E. 2.1.1 f.) kontrastiert. RAD-Arzt 

2.1.3. 

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Dr. F.___ bestätigte denn auch plausibel eine «psychische Energie» «auf hohem 

Niveau» (IV-act. 145-4).

Die von der Beschwerdeführerin gegen die Beweiskraft des MZR-Gutachtens ins 

Feld geführten Berichte anderer psychiatrischer Fachpersonen vermögen keinen 

weiteren Abklärungsbedarf zu begründen (act. G 1, Rz 25 ff.). Was die Beurteilungen 

von Dr. D.___ anbelangt, so beruhen diese nicht auf einer überzeugenden Konsistenz- 

und Ressourcenprüfung. Zudem bleibt letztlich unklar, gestützt auf welche objektiven 

Befunde Dr. D.___ eine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für 

ausgewiesen hielt. Vielmehr kritisierte er im Reevaluations-Bericht vom 17. März 2017 

zu Recht, dass die Berichte des damals behandelnden med. pract. B.___ keine 

verwertbaren Angaben enthielten (fremd-act. 9-7). Aus dem Reevaluations-Bericht vom 

26. September 2016 geht ausserdem ein Widerwillen der Beschwerdeführerin hervor, 

hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit über Details des Tagesablaufs zu 

berichten (siehe IV-act. 34-3 unten mit Hinweis auf eine deutlich abweisende, 

vorwurfsvolle Haltung mit u.a. gereiztem Nachfragen bei der Untersuchung vom 

13. September 2016). Im Übrigen musste Dr. D.___ zweimal, am 13. September 2016 

und am 21. Februar 2017, seine Untersuchung aufgrund des vorwurfvollen Verhaltens 

der Beschwerdeführerin vorzeitig abbrechen (fremd-act. 8-4; siehe auch fremd-act. 9-9 

oben). Die in qualitativer Hinsicht knappen, im Wesentlichen die Selbsteinschätzung 

der Beschwerdeführerin übernehmenden Beurteilungen von Dr. D.___, die bloss auf 

unvollständigen Untersuchungen beruhen, und auch diejenigen von med. pract. B.___ 

waren folglich einer eingehenden Auseinandersetzung durch den psychiatrischen MZR-

Gutachter kaum zugänglich. Nichts anderes gilt hinsichtlich der (Kurz-)Berichte von 

Dr. E.___ (IV-act. 77, IV-act. 94, act. G 1.3.2 f. und act. G 9.1), zumal die darin 

bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit sich namentlich nicht mit den Ressourcen 

der Beschwerdeführerin und den Ergebnissen der neuropsychologischen Abklärung 

vereinbaren lässt (siehe hierzu vorstehende E. 2.1.1 f.). Vielmehr scheint Dr. E.___ - 

ihrem Behandlungsauftrag entsprechend - die tiefe Selbsteinschätzung der 

Beschwerdeführerin unkritisch übernommen zu haben, was etwa darin zum Ausdruck 

kommt, dass sie «absolut keine Hinweise auf eine Symptomverdeutlichung» zu 

erkennen vermochte (act. G 1.3.3; siehe demgegenüber vorstehende E. 2.1.1 f.). Unter 

diesen Umständen stellt es auch keinen Mangel dar, dass der psychiatrische MZR-

Gutachter aufgrund fehlender schlüssiger objektiv-kritischer Vorbeurteilungen seine 

davon abweichende Beurteilung hauptsächlich damit begründete, dass die damals 

gestellten Diagnosen sich anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht bestätigen 

liessen (IV-act. 127-64) und die attestierten Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen von 

belastenden psychosozialen Umständen erfolgt seien (IV-act. 127-7 unten). Da weder 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/14

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aus den Akten hervorgeht noch von der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird, 

dass es seit den Beurteilungen der Dres. D.___ und E.___ sowie von med. pract. B.___ 

zu einer relevanten gesundheitlichen Verbesserung kam (zum von Dr. E.___ am 25. Juli 

2019 attestierten «unverändert schwer depressivem Zustandsbild» siehe etwa act. 

G 1.3.2), erscheint auch die rückwirkend bescheinigte Arbeitsfähigkeit plausibel. In 

diesem Zusammenhang ist des Weiteren darauf hinzuweisen, dass ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 f. E. 3a und b), wie das vorliegende MZR-Gutachten, nicht in Frage gestellt werden 

kann und nicht Anlass zu weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die 

behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen 

Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen 

festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte 

vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und 

die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Entscheid des 

Versicherungsgerichts vom 30. Juli 2019, IV 2017/216, E. 2.2.1 mit Hinweis auf das 

Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3). Solche objektiven 

Gesichtspunkte lassen sich weder den (Kurz-)Berichten von Dr. E.___ noch den 

Ausführungen von med. pract. B.___ entnehmen. Ergänzend kann auf die eingehenden 

und überzeugenden Ausführungen des RAD-Arztes Dr. F.___ zur Kritik der 

Beschwerdeführerin an der gutachterlichen Beurteilung verwiesen werden (IV-

act. 145-2 f.).

Soweit die Beschwerdeführerin auf die Ergebnisse der Hamilton-Depressionsskala 

oder das Beck Depression Inventar hinweist (act. G 9, Rz 11), vermag sie daraus nichts 

zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn das Beck Depression Inventar bzw. dessen 

Ergebnisse beruhen auf einer reinen Selbstbeurteilung (Urteil des Bundesgerichts vom 

12. Juli 2018, 9C_302/2018, E. 4.2.2). Mit Blick auf die Abklärung mittels Hamilton 

Depressionsskala, deren Items grösstenteils ebenfalls gestützt auf die Selbstangaben 

der untersuchten Person zu beurteilen sind (etwa bezüglich Schlafstörungen, 

depressiver Verstimmung, Schuldgefühlen, Krankheitseinsicht, Suizidalität usw.; siehe 

hierzu Wolfgang Meier und andere, Dimensionen der Hamilton-Depressionsskala 

[HAMD], Eur Arch Psychiatr Neurol Sci [1985] 234: 417-422), gilt es zu beachten, dass 

einem solchen Verfahren im Rahmen psychiatrischer Begutachtungen höchstens 

ergänzende Funktion zukommt. Entscheidend bleibt die klinische Untersuchung mit 

Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Unabhängig 

vom Ergebnis der Hamilton Depressionsskala braucht es zur Annahme einer psychisch 

bedingten Invalidität in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das (fach-)ärztlich 

schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/14

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3.

Gestützt auf die Beurteilung gemäss MZR-Gutachten ist - auch retrospektiv - von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit auszugehen, womit der 

Invaliditätsgrad für den Erwerbsbereich auf 0 % festzusetzen ist. Vorliegend kann 

offenbleiben, ob die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, den Haushalt zu besorgen, 

überhaupt krankheitsbedingt eingeschränkt ist. Denn selbst wenn zu ihren Gunsten von 

einer 40%igen Einschränkung ausgegangen würde, wie sie von der Abklärungsperson 

vor Anrechnung einer Schadenminderungs-/Mitwirkungspflicht des Ehegatten gestützt 

auf die Angaben der Beschwerdeführerin ermittelt wurde (IV-act. 91-19), resultierte bei 

einem unbestrittenermassen mit 40 % gewichteten Anteil des Haushaltsbereichs und 

einem Teilinvaliditätsgrad von 0 % für den Erwerbsbereich ein offensichtlich nicht 

rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad von 16 % (40 % x 40 %).

4.  

Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

Erwerbsfähigkeit aus objektiver Sicht wesentlich beeinträchtigt (Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2014, 8C_578/2014, E. 4.2.7). Ein solches haben der 

psychiatrische MZR-Gutachter und die neuropsychologische MZR-Gutachterin mit 

eingehender Begründung sowie unter Berücksichtigung der Ressourcen der 

Beschwerdeführerin und unter Hinweis auf psychosoziale Umstände nachvollziehbar 

im Rahmen des ihnen zustehenden Ermessens verneint (siehe etwa IV-act. 127-5 ff.).

Bei der Würdigung des MZR-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es auf 

eigenständigen gründlichen, einschliesslich neuropsychologischen Abklärungen beruht 

und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden 

verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden berücksichtigt und - 

insbesondere unter Einbezug der ihr verbliebenen Ressourcen - objektiv gewürdigt. Die 

im MZR-Gutachten vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation über den gesamten von der MZR-Gutachterin und -Gutachtern 

beurteilten Zeitraum ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv 

wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Ein weiterer 

Abklärungsbedarf ist zu verneinen und das Gesuch der Beschwerdeführerin um eine 

neuerliche psychiatrische Begutachtung abzuweisen.

2.4. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/14

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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran 

anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihr 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 18.05.2021
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiskraft des polydisziplinären MZR-Gutachtens, worin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde, bejaht. Abweisung des Rentengesuchs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Mai 2021, IV 2019/206).

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