# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49997648-29ea-5f03-a9f4-72d1ad3966c6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.08.2023 200 2022 616
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-616_2023-08-11.pdf

## Full Text

200 22 616 IV
WIS/ISD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. August 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. September 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1964 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) ist 
Staatsangehörige von … und seit dem 31. August 1983 in der Schweiz 
wohnhaft. Im September 2005 meldete sie sich unter Hinweis auf seit meh-
reren Jahren bestehende Schulterbeschwerden bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; Akten der IVB [act. II] 1). Gestützt auf ein psychiatrisch-
rheumatologisches Gutachten vom 11. Juni 2007 (act. II 27; ferner act. II 
25) verneinte die IVB mit Verfügung vom 21. September 2007 (act. II 30) 
einen Rentenanspruch. Die Verfügung blieb unangefochten.

Im September 2020 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbe-
zug an und machte eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes 
geltend (act. II 44). Nach Eingang verschiedener Arztberichte holte die IVB 
insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten vom 13. Oktober 2021 (act. II 
94) und einen Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 1. Februar 2022 ein 
(act. II 100). Gestützt darauf und nach durchgeführtem Vorbescheidverfah-
ren (vgl. act. II 111) sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 
13. September 2022 (act. II 118) für den Zeitraum vom 1. März bis zum 
30. September 2021 eine ganze Invalidenrente sowie ab dem 1. Oktober 
2021 eine Viertelsrente zu.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 13. Oktober 2022 Beschwerde und stellte 
folgende Rechtsbegehren:

"1. Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist auch nach dem 
1. Oktober 2021 auf 100 % anzusetzen.

 2. Eventualiter sind die Akten an die Beschwerdegegnerin mit der 
Aufforderung zurückzuweisen, vorgängig dem Erlass des Ren-
tenentscheides die funktionelle Leistungsfähigkeit der Beschwer-
deführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu evaluieren.

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 3. Der Beschwerdeführerin ist für das Beschwerdeverfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege, unter Beiordnung des Unterzeichnen-
den, zu erteilen.

unter Kosten- und Entschädigungsfolge"

Mit Beschwerdeantwort vom 15. November 2022 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 16. November 2022 reichte die Beschwerdeführerin wei-
tere Unterlagen zu ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2023 wies die Instruktionsrich-
terin die Beschwerdeführerin auf die Möglichkeit einer Schlechterstellung 
hin und bot ihr Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. zum Rückzug der Be-
schwerde.

Mit Eingabe vom 30. Mai 2023 hielt die Beschwerdeführerin an der Be-
schwerde und den darin gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 

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die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. September 2022 
(act. II 118). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch, wobei in an-
fechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht betreffend die befristete 
bzw. abgestufte Rentenzusprache ein Rechtsverhältnis vorliegt (BGE 125 
V 413; SVR 2019 IV Nr. 33 S. 100 E. 3.2; AHI 2001 S. 278 E. 1a), sodass 
der Rentenanspruch insgesamt, das heisst unter Einbezug der für den Zeit-
raum vom 1. März bis 30. September 2021 zugesprochenen ganzen Rente 
und der ab dem 1. Oktober 2021 zugesprochenen Viertelsrente, zu prüfen 
ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 
364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213; vgl. auch lit. b und c der 
Übergangsbestimmungen des IVB zur Änderung vom 19. Juni 2020). 
Gemäss lit. c der Übergangsbestimmungen gilt für Rentenbezügerinnen 
und 
-bezüger das bisherige Recht, sofern der Rentenanspruch vor Inkrafttreten 

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dieser Änderung entstanden ist und sie bei Inkrafttreten dieser Änderung 
das 55. Altersjahr vollendet haben. Zwar datiert die angefochtene Verfü-
gung (vom 13. September 2022 [act. II 118]) nach dem Inkrafttreten der 
IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Indessen liegt der frühestmögliche Zeit-
punkt der potentiellen Entstehung eines Rentenanspruchs mit Blick auf die 
hier zu beurteilende Anmeldung zum Leistungsbezug von September 2020 
(act. II 44) vor dem 1. Januar 2022, während kein anspruchserheblicher 
Revisionsgrund nach dem 1. Januar 2022 besteht (vgl. hinten E. 3.5). Die 
1964 geborene Beschwerdeführerin (vgl. AB 1/1 Ziff. 1.3) hat zudem im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Gesetzesänderung das 55. Altersjahr be-
reits vollendet. Folglich sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (aArt.) für die 
ganze hier zu prüfende Zeit massgebend (vgl. auch Bundesamt für Sozial-
versicherungen [BSV], Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 
Invalidenversicherung [KSIR] Rz. 9100 f.; zur Bedeutung von Verwaltungs-
weisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begrün-
den, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikato-
rischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 

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S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtspre-
chung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine 
rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand 
eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 
S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

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2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine 
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch 
auf eine Invalidenrente (oder deren Erhöhung) sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV 
Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 
9 E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung von September 
2020 (act. II 44) eingetreten und hat mit der angefochtenen Verfügung vom 
13. September 2022 (act. II 118) materiell über den Rentenanspruch be-
funden, weshalb die Eintretensfrage (vgl. vorne E. 2.5.1 f.) praxisgemäss 
nicht zu prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Indes ist vorab zu prüfen, ob ein Revisionsgrund, das heisst eine zwi-
schenzeitlich eingetretene, für den Leistungsanspruch potentiell relevante 
Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse (vgl. vorne E. 2.5.3), besteht. 
Die hierfür massgebenden Vergleichszeitpunkte (vgl. vorne E. 2.5.4) bilden 
die Verfügung vom 21. September 2007 (act. II 30) und die hier angefoch-
tene Verfügung vom 13. September 2022 (act. II 118). Im der Referenzver-
fügung zugrundeliegenden psychiatrisch-rheumatologischen Gutachten 
vom 11. Juni 2007 (act. II 27; ferner act. II 25) wurden aus somatischer 
Sicht unter anderem vordergründig nicht somatisch abstützbare Beschwer-
den im Bereich des Bewegungsapparates und des Körperstamms diagnos-
tiziert (act II 27/6 Ziff. III./2.) und in der Folge – abgesehen von körperlich 
schwergradig belastenden Arbeiten – keine massgebende Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit attestiert (act. II 27/11 f.). Die festgestellten psychoso-
matischen Beschwerden wurden vom psychiatrischen Sachverständigen 
gestützt auf die Vorgaben gemäss der damals geltenden Rechtsprechung 
zu den sog. "Förster-Kriterien" (dazu grundlegend BGE 131 V 9 und 130 V 
352) als überwindbar beurteilt (vgl. act. II 25/4-6). Demgegenüber geht aus 
dem aktuellen polydisziplinären Gutachten vom 13. Oktober 2021 (act. II 
94.2/12 f. Ziff. 4.9 und 4.11 "ad Frage 2") hervor, dass sich der Gesund-
heitszustand im Vergleich zum Vorgutachten verschlechtert darstellt, da es 

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aus somatischer Sicht vor allem zu zunehmenden muskuloskelettalen Pro-
blemen an Knien und Schulter gekommen sei (vgl. auch act. II 94.5/21 und 
23). Damit übereinstimmend wurden im Medas-Gutachten vom 13. Oktober 
2021 (act. II 94.2/5 Ziff. 4.1.1) auch mehrere den Bewegungsapparat be-
treffende somatische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
beschrieben. Damit ist eine Änderung des Gesundheitszustandes im 
massgebenden Vergleichszeitraum unbestritten erstellt. Der Rentenan-
spruch ist nachfolgend in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig neu 
zu prüfen (vgl. vorne E. 2.5.5).

3.2 Die Beschwerdegegnerin veranlasste in medizinischer Hinsicht ins-
besondere eine polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin 
durch die MEDAS C.________. Im Gutachten vom 13. Oktober 2021 (act. II 
94.2 [Konsensbeurteilung], act. II 94.1, 94.4-94.7) stellten die Dres. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatolo-
gie, und E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie 
PD Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, als Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Periarthropathie Schulter rechtsseitig 
(ICD-10 M75.1 und M19.01), ein Impingement-Syndrom Schulter linksseitig 
(ICD-10 M75.4), eine bilaterale Gonarthrose (ICD-10 M17.0), einen Diabe-
tes mellitus, wahrscheinlich Typ II (ICD-10 E11.90), und eine Adipositas 
Grad II (ICD-10 E66.11). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit nannten sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leichte Episode (ICD-10 F33.0), eine chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), einen Verdacht auf 
chronischen Spannungskopfschmerz (ICD-10 G44.2), einen Zustand nach 
Nervus ulnaris-Vorverlagerung auf der rechten Seite (ICD-10 G56.2), einen 
Status nach operativer Sanierung Haglund-Exostose Fuss rechtsseitig 
(ICD-10 M77.5) und ein Pes planus beidseits (ICD-10 M21.4; act. II 94.2/5).

Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, aufgrund der Befunde beste-
he eine deutliche Bewegungseinschränkung der Schultern beidseits, vor 
allem der rechten Schulter. Es liege bei der rechten Schulter bei Rechts-
händigkeit eine wesentliche Unbrauchbarkeit des rechten Armes vor. Be-
schwerden beim längeren Stehen und Gehen seien aufgrund der Befunde 
an den Knien zudem plausibel. An den Füssen sei nach einer operativen 

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Sanierung und der Klage über anhaltende Beschwerden im Bereich der 
Achillessehne in der klinischen Untersuchung ausser postoperativen Ver-
änderungen und einer Druckdolenz kein objektivierbarer Befund zu erhe-
ben gewesen, der eine Einschränkung sicher rechtfertigen würde. Möglich 
wären zusätzliche Schmerzen beim Stehen und Gehen. Eine mit dem Be-
weismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachvollziehbare Ein-
schränkung habe aufgrund der Befunde an den Füssen, speziell am ope-
rierten rechten Fuss, nicht vorgelegen. Die Diagnosen Adipositas und Dia-
betes mellitus seien in der Auflistung der arbeitsrelevanten Diagnosen auf-
gegriffen worden, da sie medizinisch-theoretisch zusätzliche qualitative 
Einschränkungen bedingten, wie die medizinische Notwendigkeit, den phy-
siologischen Glukose-Metabolismus durch Tätigkeiten wie Nachtarbeiten 
nicht zu stören. Die Adipositas führe hierbei zusätzlich zu einer allgemeinen 
Dekonditionierung, die körperlich schwere Arbeiten erschweren würde. 
Psychiatrische und neurologische Diagnosen seien aufgrund der Ausprä-
gung der Diagnosen nicht in den Kontext arbeitsrelevanter Diagnosen ge-
setzt worden. Die Diagnose einer depressiven Störung sei derzeit in leich-
ter Ausprägung, basierend auf der Korrelation mit der Anzahl der geschil-
derten Symptome sowie den Ergebnissen in der Hamilton Depressionsska-
la-Testung. Sie sei nach gängiger versicherungsmedizinischer Ansicht nicht 
hinreichend, um ein dauerhaftes invalidisierendes Leiden zu begründen. 
Auch die Diagnose Spannungskopfschmerzen sei nach Einschätzung der 
Schweizer Kopfschmerzgesellschaft nicht dazu geeignet, eine höhergradi-
ge Arbeitsunfähigkeit zu begründen (act. II 94.2/8 Ziff. 4.3). 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führten die Gut-
achter aus, basierend auf den Diagnosen des Bewegungsapparats und 
ausgehend von Hilfsarbeiten in der … seien diese gesamthaft nicht mehr 
möglich. Im Wesentlichen beruhe diese Einschätzung auf der funktionellen 
Unbrauchbarkeit des rechten Armes und der hieraus resultierenden Un-
fähigkeit, …arbeiten als angestellte Lohnarbeit zu verrichten. Aufgrund der 
Befunde im Bereich der Knie sei zudem eine primär stehende Tätigkeit 
ebenfalls nicht möglich (wie …arbeiten an einem …). Allgemeininternisti-
sche, psychiatrische oder neurologische Diagnosen seien hierbei subsidiär 
bzw. in diesem Bereich die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkend. Aufgrund 
der Dokumentation sei der Verlauf nur lückenhaft retrospektiv darstellbar. 

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Sicherlich sei im Vergleich zur Referenzbegutachtung von einer Ver-
schlechterung der Situation auszugehen. Aus der Durchsicht der Dokumen-
tation in der Aktenlage sei in Bezug auf die rechte Schulter mit wesentlicher 
Auswirkung auf …- und …arbeiten eine Einschränkung ab Juli 2019 anzu-
nehmen. In Bezug auf eine stehende Tätigkeit wie …arbeiten am … sei 
dies erst ab Juli 2021 gesichert darzustellen. Eine Einschränkung davor sei 
zwar anzunehmen, die Quantifizierung sei jedoch nur spekulativ möglich 
(act. II 94.2/10 f. Ziff. 4.7). 

Eine Verweistätigkeit beinhalte eine primär sitzende Tätigkeit mit der Mög-
lichkeit, sich durch Pausen aus Zwangshaltungen zu befreien, ohne Heben 
von Lasten und nur mit einfachen Arbeiten (z.B. im Rahmen einer Telefon- 
oder einer Bürotätigkeit). Aufgrund der multilokulären Schmerzsituation mit 
substantieller Bewegungseinschränkung der verschiedenen Organe werde 
ein vermehrter Pausenbedarf angenommen. Hierbei sei erschwerend, dass 
die Fähigkeit, am Bewegungsapparat funktionelle Defizite auszugleichen, 
weiter abnehme, wenn – wie bei der Beschwerdeführerin – mehrere Or-
gansysteme betroffen seien. Unter Berücksichtigung von Kontextfaktoren 
werde geschätzt, dass bei einem vermehrten Pausenbedarf mit einer zeitli-
chen Reduktion von mindestens 20 % und einer Leistungsminderung von 
rund 30 % innert der verbleibenden Zeit eine medizinisch-theoretische Ar-
beitsfähigkeit von rund 55 bis 60 % (80 % Anwesenheit, 30 % Leistungs-
einschränkung) in der Verweistätigkeit bestehe. Zu unterlassen seien hier-
bei das Heben von Lasten grösser als 5 kg, da dies nur mit dem linken Arm 
eingeschränkt ausgeführt werden könne. Aufgrund der Diagnose Diabetes 
mellitus sollten zudem keine Schicht- und Nachtarbeit durchgeführt werden. 
Subsidiär hierzu könnten körperlich schwere Arbeiten aufgrund der Adiposi-
tas nicht durchgeführt werden. Eine gesicherte Ausprägung dieser Ein-
schätzung sei ab Juli 2021 anzunehmen, insbesondere unter Berücksichti-
gung der Kombination der Erkrankungen. Zuvor sei die Ausprägung an-
hand der Aktenlage nur spekulativ (act. II 94.2/11 Ziff. 4.8). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.4

3.4.1 Das Medas-Gutachten vom 13. Oktober 2021 (act. II 94.2) einsch-
liesslich der dazugehörigen Teilgutachten (act. II 94.4-94.7) erfüllt die vor-
erwähnten Anforderungen der Rechtsprechung an eine beweiskräftige ver-
sicherungsexterne medizinische Expertise (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringt 
vollen Beweis. Die gutachterlichen Feststellungen und Ausführungen beru-
hen auf umfassenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis 
bzw. Würdigung der Vorakten sowie der von der Beschwerdeführerin ge-
klagten Einschränkungen getroffen worden. Gestützt darauf sowie auf die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 13

durchgeführte Zusatzdiagnostik (vgl. dazu act. II 94.4/11 ff., 94.5/14 ff., 
94.7/15 ff.) legten die Gutachter die medizinischen Zusammenhänge ein-
leuchtend dar und begründeten die daraus gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Die Gutachter nahmen insbesondere auch 
Stellung zur Frage einer revisionsrechtlich massgebenden Veränderung 
des medizinischen Sachverhaltes (vgl. act. II 94.2/13; siehe dazu vorne 
E. 3.1), und die Ergebnisse der einzelnen fachärztlichen Untersuchungen 
fanden Eingang in die umfassende interdisziplinäre Konsensbeurteilung 
(vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). Auch 
steht der Umstand, dass das polydisziplinäre Gutachten mehr Fachgebiete 
als Sachverständige aufweist, dem Sinn und Zweck von BGE 137 V 210 
respektive einer Konsensbeurteilung und ergebnisoffenen Begutachtung 
nicht entgegen, da die Gutachter über alle erforderlichen medizinischen 
Fachausbildungen verfügten (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 7. November 2022, 8C_150/2022, E. 6.2.2). Das Gutachten ist im Üb-
rigen in sich widerspruchsfrei, schlüssig und überzeugend. Unter diesen 
Umständen bestand denn auch keine Notwendigkeit, die Arbeitsfähigkeit 
(zusätzlich) durch eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 
(EFL) zu überprüfen (Entscheid des BGer vom 28. Juli 2021, 9C_266/2021, 
E. 5.1.2).

3.4.2 Demgegenüber sind die übrigen medizinischen Akten, welche den 
Gutachtern vollständig vorlagen (vgl. act. II 94.3), nicht geeignet, Zweifel an 
der Vollständigkeit und Schlüssigkeit des Medas-Gutachtens zu wecken. 
Denn in diesen Berichten wurden keine erkennbaren wichtigen neuen As-
pekte benannt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewür-
digt geblieben wären. Soweit daher die behandelnden Ärzte (vgl. zur be-
weisrechtlichen Bedeutung der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung von 
Hausärzten und behandelnden Spezialärzten BGE 125 V 351 E. 3b cc 
S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3) gestützt auf denselben medi-
zinischen Sachverhalt zu einer abweichenden Beurteilung der funktionellen 
Leistungsfähigkeit gelangten, vermag dies rechtsprechungsgemäss das 
Medas-Gutachten nicht in Frage zu stellen (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 
E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 14

3.4.3 In psychiatrischer Hinsicht verneinte Dr. med. E.________ gestützt 
auf eine umfassende klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin (vgl. 
dazu Entscheid des BGer vom 18. November 2021, 8C_534/2021, E. 4.1) 
und unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen nachvollzieh-
bar sowie überzeugend begründet das Vorliegen eines krankheitswertigen 
psychischen Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit (vgl. act. II 64.7/17). Dabei war dem Gutachter die medi-
zinisch-psychiatrische Aktenlage einschliesslich der wiederholten statio-
nären Behandlungen bekannt (vgl. act. II 64.7/5 ff.), und er leitete die von 
ihm gestellten psychiatrischen Diagnosen einlässlich, schlüssig begründet 
sowie unter Bezugnahme auf den zeitlichen Verlauf bzw. die Schwere der 
psychischen Symptome her (vgl. act. II 64.7/18 ff.). Die Begründung der 
psychiatrischen Diagnostik bzw. Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfolgte 
mithin gestützt auf entsprechende objektive psychopathologische Befunde, 
während die fehlende Medikamenteneinnahme (vgl. dazu act. II 94.7/13 
Ziff. 3.2.10), die beobachteten Inkonsistenzen und die Verdeutlichungsten-
denz (vgl. act. II 94.5/19 f.) sowie der bestehende sekundäre Krankheits-
gewinn (vgl. act. II 94.7/20 f Ziff. 7.3) lediglich damit korrelierende Zusatz-
argumente darstellten. Insoweit ist vorliegend auch nicht entscheidend, 
dass die Beschwerdeführerin seit Juni 2021 unter einer Beistandschaft 
steht (Art. 394 Abs. 1 und Art. 395 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [ZGB: SR 210]; vgl. act. II 86 f.), die unter anderem zur Unterstüt-
zung im Hinblick auf eine hinreichende medizinische Versorgung erfolgte. 
Ebenfalls plausibel verneinte der psychiatrische Gutachter das Vorliegen 
einer schweren depressiven Störung und die in den Akten differenzialdia-
gnostisch diskutierten Diagnosen einer Posttraumatischen Belastungs-
störung (PTBS) und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (vgl. act. II 
94.7/20 f. Ziff. 7.3). Angesichts dieser vollständigen und schlüssigen Erörte-
rung des psychischen Gesundheitszustandes sowie dem Fehlen konkreter 
entgegensprechenden Aspekte war – anders als von der Beschwerdeführe-
rin vertreten (vgl. Beschwerde S. 4 Rz. 13) – eine noch weitergehende 
Auseinandersetzung mit sämtlichen ärztlichen Berichten nicht erforderlich 
(vgl. Entscheid des BGer vom 16. Dezember 2020, 8C_642/2020, E. 5.2). 
Überdies gilt es zu beachten, dass die psychiatrische Exploration von der 
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem 
begutachtenden Psychiater bzw. der begutachtenden Psychiaterin daher 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 15

praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu re-
spektieren sind, sofern der Experte – wie hier der Fall – lege artis vorge-
gangen ist (vgl. Entscheid des BGer vom 7. Juni 2021, 8C_138/2021, E. 
4.2 mit Hinweisen). Mangels eines psychischen Gesundheitsschadens mit 
massgebendem Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit kann 
schliesslich praxisgemäss auf ein strukturiertes Beweisverfahren verzichtet 
werden (vgl. Entscheid des BGer vom 12. Dezember 2019, 8C_597/2019, 
E. 7.2.3 mit Hinweisen).

3.4.4 Bezüglich der Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf ist gestützt auf 
die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung davon auszugehen, dass aufgrund 
der funktionellen Unbrauchbarkeit des rechten Armes die bisherige Tätig-
keit in der … seit Juli 2019 gesamthaft nicht mehr zumutbar ist, während 
die Unzumutbarkeit von stehenden Tätigkeiten erst per Juli 2021 nachge-
wiesen werden konnte (act. II 94.2/10 Ziff. 4.6, vgl. auch act. II 94.5/20 
Ziff. 8.1). Demgegenüber vermochten die Gutachter nach einer umfassen-
den Würdigung der medizinischen Dokumentation im zeitlichen Verlauf für 
eine angepasste Tätigkeit retrospektiv lediglich ab Juli 2021 mit dem erfor-
derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 
144 V 427 E. 3.2 S. 429) eine Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen, während 
sie für den davorliegenden Zeitraum keine Arbeitsunfähigkeit nachzuwei-
sen vermochten und eine solche ausdrücklich als rein spekulativ bezeich-
neten (act. II 94.2/10 f. Ziff. 4.6 f., vgl. act. II 94.5/22 in initio). Soweit im 
Rahmen der umfassenden und den beweisrechtlichen Anforderungen der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügenden (vgl. dazu vorne 
E. 3.4.1) gutachterlichen Abklärung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der 
Nachweis einer massgebenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (in ei-
ner angepassten Tätigkeit) sowie deren Umfang im zeitlichen Verlauf nicht 
respektive lediglich unvollständig erbracht werden kann, ist im Übrigen 
nach den Regeln der objektiven Beweislastverteilung von Beweislosigkeit 
zu Ungunsten jener Partei auszugehen, die aus dem unbewiesen geblie-
benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2 
S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222; SVR 2022 ALV Nr. 27 S. 98 E. 5.1). Für 
eine anspruchsbegründende Tatsache – wozu mit Blick auf die vom Ge-
setzgeber gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG postulierte grundsätzliche "Validität" 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 16

der versicherten Person (vgl. BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) auch eine 
anspruchserhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepass-
ten Tätigkeit zählt – liegt die objektive Beweislast bei der leistungsanspre-
chenden Person (BGE 121 V 204 E. 6a S. 208), mithin im vorliegenden Fall 
der Beschwerdeführerin. Dies hat zur Folge, dass erst per Juli 2021 eine 
für den strittigen Rentenanspruch massgebliche Beeinträchtigung der funk-
tionellen Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erstellt ist. 

3.5 Dem Voranstehenden zufolge bildet das Medas-Gutachten vom 
13. Oktober 2021 (act. II 94.2) eine zuverlässige Grundlage für die Beurtei-
lung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Dieser ist 
hinreichend abgeklärt und von zusätzlichen Beweismassnahmen sind keine 
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von weiteren Beweisvorkehrun-
gen abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung BGE 144 V 361 E. 6.5 
S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 
S. 163 E. 4).

Gestützt auf das beweiskräftige Medas-Gutachten besteht in der bisherigen 
Tätigkeit als … seit Juli 2019 eine dauerhafte vollständige Arbeitsunfähig-
keit (act. II 94.2/11 Ziff.4.7) und in einer dem somatischen Zumutbar-
keitsprofil angepassten Tätigkeit ab Juli 2021 eine Arbeitsfähigkeit von 
55 % bis 60 % (act. II 94.2/11 Ziff. 4.8). Da die Arbeitsfähigkeit von den 
Gutachtern in Form einer Bandbreite geschätzt wurde, ist für die Ermittlung 
des Invaliditätsgrads praxisgemäss der Mittelwert von 57.5 % heranzuzie-
hen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute: BGer] vom 21. April 2005, I 822/04, E. 4.4 mit Hinweisen [nicht publ. 
in BGE 137 V 71]).

4.

4.1 Zu prüfen ist die Verwertbarkeit der medizinisch-theoretischen 
Restarbeitsfähigkeit.

4.1.1 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher 
Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 17

auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Mass-
geblicher Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit 
der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in wel-
chem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. 
Dies ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine 
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 146 V 16 E. 7.1 
S. 25, 138 V 457 E. 3.2 S. 460 und E. 3.3 S. 462; SVR 2020 IV Nr. 5 S. 20 
E. 7.1 und Nr. 44 S. 156 E. 4.2).

4.1.2 Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarerweise 
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leis-
tungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversi-
cherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet 
durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach 
Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und 
zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 
Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Er um-
fasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsan-
gebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von 
Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Dabei ist nicht von realitätsfrem-
den Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt 
werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjekti-
ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung 
von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtspre-
chungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 148 V 
174 E. 9.1 S. 188, 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 
E. 4.2). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die 
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu ver-
werten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen 
vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 18

4.2

4.2.1 Gemäss dem beweiskräftigen Medas-Gutachten besteht ab Juli 
2021 – im Wesentlichen gestützt auf die rheumatologischen Einschränkun-
gen (vgl. act. II 94.2/12 Ziff. 4.9, 94.5/24) – zufolge eines erhöhten Pausen-
bedarfs bei einer zeitlichen Präsenz von 80 % eine Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit von 30 %, entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 
57.5 % (vgl. vorne E. 3.5). In diesem Rahmen sind in qualitativer Hinsicht 
körperlich leichte, primär sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit von Pau-
sen, nur einfachen Arbeiten der Hände, ohne Heben und Tragen über 5 kg 
sowie ohne Schicht- und Nachtarbeit zumutbar (act. II 94.2/11 Ziff. 4.8). 

4.2.2 Mit dem ausschliesslich somatisch begründeten Zumutbarkeitsprofil, 
welches im Wesentlichen eine reduzierte allgemeine körperliche Belastbar-
keit zum Gegenstand hat, und der dabei verbleibenden substanziellen 
quantitativen Restarbeitsfähigkeit sind die der Beschwerdeführerin zumut-
baren Tätigkeiten nicht bloss noch in so eingeschränkter Form möglich, 
dass sie der hypothetische Arbeitsmarkt praktisch nicht kennen würde oder 
sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen 
Arbeitgebers möglich wären. So enthält der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
gemäss konstanter Rechtsprechung auch für Personen, die funktionell als 
Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit verrich-
ten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten (vgl. etwa 
Entscheide des BGer vom 19. Mai 2022, 8C_55/2022, E. 4.4.1, und vom 
29. April 2020, 8C_134/2020, E. 4.5). Ebenso werden auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt leichte Hilfsarbeiten ohne besondere Anforderungen 
an die Qualifikationen auch vorwiegend sitzend angeboten (Entscheid des 
BGer vom 9. Dezember 2021, 9C_500/2021, E. 6.1). Solche Tätigkeiten 
bedürfen überdies meist keiner langen Einarbeitungszeit (vgl. Entscheid 
des BGer vom 7. Juli 2022, 8C_192/2022, E. 7.2.1). Unter diesen Umstän-
den, mit Blick auf die von der Rechtsprechung aufgestellten relativ hohen 
Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen 
(vgl. Entscheid des BGer vom 25. November 2021, 8C_535/2021, E. 5.6) 
und einer der Beschwerdeführerin (geb. … 1964 [act. II 1/1 Ziff. 1.3]) im 
Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens im Oktober 2021 verbliebenen 
Aktivitätsdauer von über sechseinhalb Jahren bestehen keine Hinweise für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 19

eine Unverwertbarkeit (vgl. auch Entscheid des BGer vom 22. September 
2022, 8C_74/2022, E. 3.2).

4.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin die Verwertbarkeit unter Bezug-
nahme auf den konkreten Arbeitsmarkt bestreitet (vgl. Beschwerde S. 5 
Rz. 18 ff.), ist ihr nicht zu folgen, da für die Frage der Verwertbarkeit nicht 
auf den tatsächlichen, sondern auf den hypothetischen und als ausgegli-
chen unterstellten Arbeitsmarkt abzustellen ist (vgl. vorne E. 4.1.2; Ent-
scheid des BGer vom 7. Juli 2022, 8C_192/2022, E. 6.1.1 mit Hinweisen). 
An der Massgeblichkeit des ausgeglichenen Arbeitsmarkts vermag auch 
der Umstand nichts zu ändern, dass es für eine versicherte Person im Ein-
zelfall schwierig oder gar unmöglich sein mag, auf dem tatsächlichen Ar-
beitsmarkt eine entsprechende Stelle zu finden (Entscheid des BGer vom 
1. Juni 2022, 8C_239/2022, E. 4.2). Die Gutachter erwähnten eine mögli-
che Tätigkeit als … beispielhaft und nicht abschliessend (vgl. act. II 94.2/11 
Ziff. 4.8). Als weitere zumutbare Tätigkeiten können sodann etwa einfache 
…tätigkeiten, die Bedienung und Überwachung von (halb-)automatischen 
… oder … sowie die Arbeit als … oder … genannt werden (vgl. Entscheid 
des BGer vom 15. Oktober 2020, 8C_433/2020, E. 7.2 in fine). Die Be-
schwerdegegnerin war auch nicht gehalten, die Arbeitsgelegenheiten und 
Verdienstaussichten weitergehend zu konkretisieren (vgl. vorne E. 4.1.2). 
Bei einer Gesamtbetrachtung der konkreten Umstände sowie unter 
Berücksichtigung der weitreichenden Schadenminderungspflicht der versi-
cherten Person ist die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in einer an-
gepassten Tätigkeit zu bejahen.

5.

5.1 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 
13. September 2022 (act. II 118) gestützt auf den Abklärungsbericht Haus-
halt/Erwerb vom 1. Februar 2022 (act. II 100/4 Ziff. 4.3) von der Anwen-
dung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs aus (vgl. vorne 
E. 2.4; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG 
Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2). Dies ist nicht zu beanstanden. Da die Beschwerde-
führerin bereits seit Mai 2014 nicht mehr erwerbstätig ist (vgl. act. II 100/3 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 20

Ziff. 3.2), eine massgebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bis-
herigen Tätigkeit als … jedoch erst ab Juli 2019 erstellt ist (vgl. act. II 
94.2/11 Ziff. 4.7), und die Beschwerdeführerin auch seither keine Erwerbs-
tätigkeit mehr aufgenommen hat, ist sowohl für das Valideneinkommen 
(vgl. dazu BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2) 
als auch für das Invalideneinkommen (vgl. dazu BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 
181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297) auf den geschlechterspezifischen Totalwert 
der lohnstatistischen Tabellenlöhne im untersten Kompetenzniveau der 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen (vgl. auch act. II 100/6 Ziff. 5.3). 
Die anwendbare allgemeine Methode zur Ermittlung des Invaliditätsgrades 
und die hierfür massgebenden lohnstatistischen Grundlagen sind zwischen 
den Parteien denn auch unbestritten. Nachdem Validen- Invalideneinkom-
men ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen sind, erübrigt 
sich deren genaue Bezifferung. Denn diesfalls entspricht der Invaliditäts-
grad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälli-
gen Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des BGer vom 27. Juni 2022, 
8C_104/2021 [zur Publikation vorgesehen], E. 6.2).

5.2 Ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 48) ist im vorliegenden Fall – wie von der 
Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zumindest implizit 
festgehalten und von der rechtskundig vertretenen Beschwerdeführerin 
nicht bestritten – nicht gerechtfertigt. Die entsprechenden Einschränkungen 
wurden bereits im Rahmen der gutachterlich attestierten reduzierten Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit berücksichtigt (vgl. act. II 94.2/11 Ziff. 4.8), 
weshalb ein zusätzlicher Abzug zu einer unzulässigen doppelten Anrech-
nung derselben Gesichtspunkte führen würde (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 
S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20). Dies gilt im vorliegend anwendbaren Kom-
petenzniveau 1 auch dann, wenn – wie hier – aufgrund des Zumutbar-
keitsprofils nicht mehr alle leichten Tätigkeiten möglich sind (vgl. Entscheid 
des BGer vom 30. Juli 2020, 8C_139/2020, E. 6.3.3). Ebenso wirkt sich die 
verbleibende Restarbeitsfähigkeit gemessen an der rechtsprechungs-
gemäss heranzuziehenden LSE-Tabelle T18 (Entscheid des BGer vom 
15. April 2020, 9C_782/2019, E. 3.2) gegenüber einer Vollzeitbeschäfti-
gung nicht lohnsenkend aus (vgl. BFS, LSE 2020, T18 Monatlicher Brutto-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 21

lohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge-
schlecht, Schweiz 2020, ohne Kaderfunktion, Frauen, Teilzeit [50 % bis 74 
%]). Anderweitige invaliditätsfremde Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) sind schliesslich 
nicht zu beachten, da diese zufolge der je lohnstatistisch bestimmten Ver-
gleichseinkommen beidseits zu berücksichtigten wären (Entscheid des 
BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 

5.3 Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte im September 2020 
(act. II 44), weshalb unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenz-
frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. vorne E. 2.4) der frühestmögliche Ren-
tenbeginn auf den 1. März 2021 fällt. Angesichts der ab Juli 2019 erstellten 
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % in der bisherigen Tätigkeit als … 
(act. II 94.2/10 Ziff. 4.7; vgl. dazu vorne E. 3.5) wäre auch das Wartejahr 
gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. vorne E. 2.4) in diesem Zeitpunkt er-
füllt (zu den verschiedenen Funktionen dieser Fristen vgl. BGE 142 V 547 
E. 3.2 S. 550 f.). Indes ist erst per Juli 2021 eine massgebende Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erstellt (vgl. vorne 
E. 3.4.5 und 3.5). Bis Ende Juni 2021 betrug der Invaliditätsgrad daher 
0 %.

Ab 1. Juli 2021 beträgt der Invaliditätsgrad ausgehend von einer Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 57.5 % ab dem 1. Juli 2021 
(vgl. vorne E. 3.5) 43 % (100 % ./. 57.5 %; zur Rundungspraxis vgl. BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Folglich hat die Beschwerdeführerin ab 
dem 1. Juli 2021 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung 
(vgl. vorne E. 2.4).

5.4 Das Versicherungsgericht kann eine Verfügung oder einen Einspra-
cheentscheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern 
oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vor-
her Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der Beschwerde 
zu geben ist (sog. reformatio in peius; Art. 61 lit. d ATSG; BGE 144 V 153 
E. 4.1.1 f. S. 155; SVR 2007 AHV Nr. 15 S. 42 E. 3.1). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Mai 2023 wurde der Beschwerde-
führerin das rechtliche Gehör in Bezug auf die Möglichkeit einer (allfälligen) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 22

Schlechterstellung gewährt, womit die Voraussetzungen einer reformatio in 
peius erfüllt sind. Folglich ist die angefochtene Verfügung (act. II 118) da-
hingehend anzupassen, als ab dem 1. Juli 2021 Anspruch auf eine Viertels-
rente besteht. 

6.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen und die angefoch-
tene Verfügung vom 13. September 2021 (AB 118) ist insoweit abzuän-
dern, als ab 1. Juli 2021 eine Viertelsrente zuzusprechen ist.

7.

7.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren Ziff. 3 und S. 6 Rz. 23; 
vgl. auch Eingabe der Beschwerdeführerin vom 16. November 2022).

7.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

7.3 Die prozessuale Bedürftigkeit ist aufgrund der gemachten Angaben 
sowie der eingereichten Unterlagen erstellt. Namentlich geht daraus hervor, 
dass die Beschwerdeführerin über keine (Gesundheits-)Rechtsschutzver-
sicherung verfügt (vgl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 16. November 
2022, Formular "Angaben zu den wirtschaftlichen Verhältnissen", S. 1 [in 
den Gerichtsakten]) und gemäss dem SKOS Budget per 1. Oktober 2022 
des Sozialdienstes G.________ (Akten der Beschwerdeführerin, act. IA 
[unpaginiert]) von der Sozialhilfe unterstützt wird. Die Beschwerde ist so-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 23

dann auch eingedenk der mit prozessleitenden Verfügung vom 3. Mai 2023 
angedrohten Schlechterstellung nicht als von vornherein aussichtslos zu 
qualifizieren und für das Verfahren erscheint der Beizug einer anwaltlichen 
Vertretung angezeigt. Demnach ist für das vorliegende Verfahren antrags-
gemäss die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsan-
walt B.________ als amtlicher Anwalt zu bewilligen.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
(vgl. E. 7.3 hiervor) wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) 
– jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

8.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

8.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 24

Der von Rechtsanwalt mit ergänzter Kostennote vom 20. Juni 2023 (in den 
Gerichtsakten) geltend gemachte Zeitaufwand von 7 Stunden und 10 Minu-
ten (bzw. 7.17 Stunden) ist angemessen und die Kostennote im Übrigen 
nicht zu beanstanden. Folglich ist der tarifmässige Parteikostenersatz in 
diesem Verfahren auf Fr. 2'337.80 (Fr. 280.-- x 7.17 Stunden, zuzüglich 
Auslagen von Fr. 164.10 und MWST von Fr. 167.14) festzulegen. Das Ho-
norar des amtlichen Anwaltes ist entsprechend auf Fr. 1'433.45 (Fr. 200.-- x 
7.17 Stunden), zuzüglich Auslagen von Fr. 164.10 und MWST von 
Fr. 123.01, total mithin Fr. 1'720.55, festzusetzen und nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils Rechtsanwalt B.________ aus der Gerichtskas-
se zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 
ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 13. September 2022 wird inso-
weit abgeändert, als der Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2021 eine Vier-
telsrente zugesprochen wird.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ wird gutgeheissen.

4. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

5. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2023, IV/22/616, Seite 25

6. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'337.80 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1'720.55 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.