# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37262511-bc09-5f58-8bba-32af61364106
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2018 E-1889/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1889-2018_2018-10-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1889/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  O k t o b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richterin Jeannine Bänziger-Scherrer; 

Gerichtsschreiber Arthur Brunner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft;  

Verfügung des SEM vom 27. Februar 2018 / N (…). 

 

 

 

E-1889/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein eritreischer Staatsangehöriger aus B._______ 

(Zoba Gash Barka) – gelangte am 8. November 2006 in die Schweiz und 

stellte tags darauf ein Asylgesuch.  

 

Mit Verfügung vom 6. September 2007 stellte das damalige Bundesamt für 

Migration (BFM, heute Staatssekretariat für Migration [SEM]) fest, der Be-

schwerdeführer erfülle infolge subjektiver Nachfluchtgründe die Flücht-

lingseigenschaft, wies jedoch sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-

sung aus der Schweiz an. Zudem ordnete es infolge der Unzulässigkeit 

des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme an. 

 

Per 2. April 2013 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Erteilung 

einer Härtefallbewilligung gutgeheissen; entsprechend erlosch die vorläu-

fige Aufnahme und er erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. 

B.  

Am 7. Juni 2016 reiste die Freundin des Beschwerdeführers (C._______; 

N […]) in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Bei der 

Befragung zur Person (BzP) vom 13. Juni 2016 gab sie unter anderem zu 

Protokoll, sie habe den Beschwerdeführer durch Vermittlung ihrer Cousine 

kennengelernt. Sie hätten sich im Jahr 2013 verlobt. Das Verlobungsver-

sprechen habe in seiner Abwesenheit stattgefunden. Der Beschwerdefüh-

rer sei aber nach diesem Versprechen für die Verlobung nach Asmara ge-

kommen. Er habe sich ungefähr von Juli 2013 bis März 2014 dort aufge-

halten. 

C.  

Mit Schreiben vom 29. Dezember 2017 gewährte das SEM dem Beschwer-

deführer aufgrund des Verdachts einer Heimatreise das rechtliche Gehör 

im Hinblick auf eine eventuelle Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft. 

D.  

Mit Eingabe vom 8. Januar 2018 bestritt der Beschwerdeführer, in sein Hei-

matland zurückgereist zu sein und sich unter dessen Schutz begeben zu 

haben. Seine Freundin habe auf seine Nachfrage hin bestritten, anlässlich 

der BzP vom 13. Juni 2016 ausgesagt zu haben, dass er bei ihr in Asmara 

gewesen sei. Sie habe dort nur zu Protokoll gegeben, dass sie mit ihm in 

telefonischem Kontakt gestanden habe. Der Inhalt des Protokolls sei auf 

eine fehlerhafte Übersetzung der Dolmetscherin zurückzuführen; zudem 

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Seite 3 

sei das Protokoll nicht rückübersetzt worden.  

 

Weiter brachte er vor, gar keine Gelegenheit zu einer Heimatreise gehabt 

zu haben. Von 2011 bis zum 27. September 2013 habe er gearbeitet. Am 

15. August 2013 habe er in D._______ einen Termin bei der Kantonspolizei 

wahrgenommen (belegt durch das miteingereichte Einvernahmeprotokoll 

vom 15. August 2013). Am 17. Oktober 2013 habe er sich im Spital 

E._______ einer medizinischen Behandlung unterzogen (belegt durch den 

miteingereichten Rückforderungsbeleg vom 31. Oktober 2013). Zwischen 

Januar und Februar 2014 habe er auf Anordnung des regionalen Arbeits-

vermittlungsamts mehrere Termine wahrgenommen (in diesem Zusam-

menhang vgl. die miteingereichte Bescheinigung über Arbeitsbemühungen 

bei verschiedenen Unternehmen). Seine Freundin habe er erstmals am 

6. Januar 2016 in Ägypten persönlich getroffen. Neben den bereits er-

wähnten Unterlagen reichte der Beschwerdeführer eine Geburtsmitteilung 

sowie ein Schreiben des Kreisgerichts F._______ zu den Akten. 

Mit Eingabe vom 12. Januar 2018 ergänzte der Beschwerdeführer, es 

seien im vorliegenden Verfahren auch die Interessen und Rechte seiner in 

der Schweiz lebenden Kinder aus geschiedener Ehe mit G._______ zu be-

rücksichtigen. 

E.  

Mit Eingabe ebenfalls vom 8. Januar 2018 bestritt C._______, bei ihrer BzP 

ausgesagt zu haben, dass sich der Beschwerdeführer von Juli 2013 bis 

März 2014 bei ihr aufgehalten habe. Sie habe nur zu Protokoll gegeben, 

dass sie ständigen Telefonkontakt gehabt hätten. Das Protokoll müsse auf 

eine Falschübersetzung zurückzuführen sein. Ausserdem habe sie nicht 

korrigierend eingreifen können, da ihr das Protokoll nicht rückübersetzt 

worden sei. 

F.  

Mit Schreiben vom 11. Januar 2018 setzte das SEM dem Beschwerdefüh-

rer Frist zur Einreichung einer weiteren Stellungnahme an und forderte ihn 

namentlich auf, seine Anwesenheit in der Schweiz in den Jahren 2013 und 

2014 mit Beweismitteln lückenlos zu belegen.  

 

Es führte aus, seine bisherigen Erklärungsversuche vermöchten nicht zu 

überzeugen. Dem Protokoll der BzP von C._______ seien keinerlei Hin-

weise auf Verständigungsprobleme zu entnehmen; ausserdem sei das 

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Seite 4 

Protokoll rückübersetzt worden und C._______ habe die Richtigkeit des-

selben unterschriftlich bestätigt.  

 

Die bisher eingereichten Dokumente vermöchten nur seine Anwesenheit in 

den Monaten August und Oktober 2013 nachzuweisen. Die Abklärungen 

des SEM hätten weiter ergeben, dass er das Gesuch um Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung erst am 16. Juli 2014 eingereicht habe, obwohl 

diese bereits am 30. März 2014 abgelaufen sei. Zudem sei ein Führeraus-

weisentzug am 3. Februar 2014 im Amtsblatt des Kantons Q._______ aus-

geschrieben worden, weil sein damaliger Aufenthaltsort den Behörden 

nicht bekannt gewesen sei. 

G.  

Innert stillschweigend erstreckter Frist gingen beim SEM – trotz anderslau-

tender Ankündigung des Beschwerdeführers (vgl. Eingabe vom 23. Januar 

2018) – keine weiteren Beweismittel zum Nachweis seines durchgehenden 

Aufenthalts in der Schweiz ein. 

H.  

Mit Verfügung vom 27. Februar 2018 – eröffnet am 1. März 2018 – aber-

kannte das SEM dem Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft. 

 

Es begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, aus den Aussa-

gen der Freundin des Beschwerdeführers (C._______) anlässlich der BzP 

(vgl. oben, Bst. B) gehe unmissverständlich hervor, dass der Beschwerde-

führer sich in den Jahren 2013 und 2014 in Asmara aufgehalten habe. Die 

diesbezüglichen Erklärungsversuche in den Eingaben vom 8. Januar 2018 

vermöchten nicht zu überzeugen. Auch die eingereichten Beweismittel 

seien unzureichend, um den Verdacht auf Heimatreise zu widerlegen. Ein 

Nachweis des Aufenthalts in der Schweiz ergebe sich lediglich aus dem 

Einvernahmeprotokoll vom 15. August 2013 sowie dem Rückforderungs-

beleg der ärztlichen Behandlung vom 17. Oktober 2013. Das Schreiben 

des Kreisgerichts und die Geburtsmitteilung sagten jedoch nichts über den 

Aufenthaltsort aus. Der Nachweis betreffend Arbeitsbemühungen sugge-

riere zwar, dass der Beschwerdeführer vom 20. Januar bis zum 25. Februar 

2014 auf Stellensuche gewesen sei; allerdings gehe daraus nicht hervor, 

dass sich der Beschwerdeführer während dieses Zeitraums persönlich in 

der Schweiz aufgehalten und die Anfragen zu Vakanzen selbständig vor-

genommen habe. 

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Seite 5 

I.  

Mit Eingabe vom 29. März 2018 focht der Beschwerdeführer die Verfügung 

des SEM vom 27. Februar 2018 beim Bundesverwaltungsgericht an. Ma-

teriell beantragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, eventu-

ell Rückweisung der Streitsache zur Ergänzung des Sachverhalts und Neu-

beurteilung an die Vorinstanz. Prozessual beantragte er die Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege und insbesondere das Absehen von der 

Einforderung eines Kostenvorschusses. 

 

Der Beschwerde beigelegt war eine Therapiebestätigung der Psychiatrie 

H._______ vom 12. März 2018, eine Behandlungsbestätigung von 

I._______ über ärztliche Behandlungen des Beschwerdeführers zwischen 

September 2013 und Februar 2014, eine Bescheinigung der Arbeitslosen-

kasse H._______ über die Ausrichtung von Leistungen der Arbeitslosen-

versicherung im Jahr 2014, eine Anmeldebestätigung des RAV J._______ 

vom 22. März 2018, wonach der Beschwerdeführer vom 1.10.2013-

28.2.2014 und vom 4.3.2014-21.12.2015 dort angemeldet gewesen sei so-

wie ein Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung („Erschwerte Heimatreisen“, 

3.3.2018). 

J.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. April 2018 ersuchte der Instruktionsrichter 

das SEM um Einreichung einer Vernehmlassung. Das SEM kam dieser 

Aufforderung mit Eingabe vom 9. Mai 2018. 

K.  

Am 16. Mai 2018 gewährte der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer 

das Replikrecht. Dieser machte davon mit Eingabe vom 31. Mai 2018 Ge-

brauch. Am 24. Juni 2018 erfolgte eine weitere Eingabe, welcher eine Ver-

fügung des Sozialamts K._______ vom 5. November 2015 (einschliesslich 

der Abrechnungen ausgerichteter Unterstützungsleistungen für die Monate 

November 2013, Februar 2014 und März 2014) beigelegt war. 

L.  

Am 1. Oktober 2018 ersuchte der Beschwerdeführer um beförderliche Be-

handlung des Verfahrens und korrigierte eine Passage seiner Eingabe vom 

31. Mai 2018. 

  

E-1889/2018 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es sich um eine solche, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1  Gemäss Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG wird die Flüchtlingseigenschaft 

aberkannt und das Asyl widerrufen, wenn Gründe nach Art. 1 C Ziff. 1 – 6 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorliegen. Art. 1 C FK beinhaltet die Beendigungsklau-

seln betreffend den Flüchtlingsstatus. Namentlich fällt eine Person nicht 

mehr unter die Bestimmungen der FK und endet ihr Flüchtlingsstatus, 

wenn sie sich freiwillig wieder unter den Schutz des Landes, dessen 

Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat (Art. 1 C Ziff. 1 FK).  

4.2 Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG war bereits im Asyl-

gesetz vom 5. Oktober 1979 in der heutigen Form enthalten (vgl. dort 

Art. 41 Abs. 1 Bst. b). In der Botschaft zum Entwurf für das Asylgesetz vom 

5. Oktober 1979 führte der Bundesrat zu dieser Vorschrift aus, dass "Rei-

sen […] in das Land, aus dem man fliehen musste, mit den Gründen, wel-

che die Flucht veranlasst haben, unvereinbar sind" (BBl 1977 III, S. 145). 

Es handle sich hier um einen klaren, unmissverständlichen Grundsatz, der 

mit der FK kompatibel sei. Der bundesrätliche Entwurf wurde in der Folge 

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Seite 7 

ohne grössere Beratungen im Parlament angenommen (vgl. zur Beratung 

im Ständerat Amtliches Bulletin der Bundesversammlung [AB] 1978 II 81; 

zur Beratung im Nationalrat AB 1978 VII 1876). In der Praxis wurde die 

Bestimmung als Automatismus verstanden, indem bei Heimatreisen ohne 

Rücksicht auf die Beweggründe und Umstände im Einzelfall eine Unter-

schutzstellung angenommen wurde, welche zum Widerruf des Asyls führte. 

Das Bundesgericht schützte diese Praxis: Selbst wenn ein Flüchtling nur 

für kurze Zeit in sein Heimatland zurückkehre, könne er nicht mehr geltend 

machen, auf den Flüchtlingsstatus und das Asyl angewiesen zu sein; eine 

Ausnahme hiervon könne nur gemacht werden, wenn der Widerruf des 

Asyls die betroffene Person unverhältnismässig stark treffen würde (BGE 

110 Ib 208 E. 6 S. 211 f.).  

 

4.3 In einem 1996 ergangenen Entscheid lockerte die ehemalige Asylre-

kurskommission (ARK) die bis dato bestehende Praxis (EMARK 1996 Nr. 

12). Wenn jemand sich zurück in den Verfolgerstaat begebe, stelle dies 

zwar ein starkes Indiz dar, dass die frühere Verfolgungssituation oder die 

Furcht vor Verfolgung nicht mehr bestehe. Es seien aber Fälle denkbar, in 

denen aus bestimmten Gründen das Risiko, wieder einer Verfolgungssitu-

ation ausgesetzt zu sein, auf sich genommen beziehungsweise bewusst 

zu vermeiden versucht werde. Es könne daher nicht daran festgehalten 

werden, dass eine Heimatreise praktisch ausnahmslos zum Widerruf des 

Asyls und zur Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft führen müsse.  

 

Für den Widerruf des Asyls müsse der Flüchtling erstens freiwillig in Kon-

takt mit seinem Heimatland getreten sein, er müsse zweitens beabsichtigt 

haben, von seinem Heimatland Schutz in Anspruch zu nehmen, und drit-

tens müsse ihm dieser Schutz auch tatsächlich gewährt worden sein (siehe 

EMARK 1996 Nr. 12 E. 4b und 7). 

 

4.4 Die eben zitierte Rechtsprechung der ehemaligen ARK ist auch vom 

Bundesverwaltungsgericht übernommen worden. Für die Aberkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und den Widerruf des Asyls muss der Beschwerde-

führer daher erstens freiwillig in Kontakt mit seinem Heimatland getreten 

sein, er muss zweitens beabsichtigt oder zumindest in Kauf genommen 

haben, von seinem Heimatland Schutz in Anspruch zu nehmen, und drit-

tens muss ihm dieser Schutz auch tatsächlich gewährt worden sein (vgl. 

BVGE 2010/17 E. 5.1.1 m.w.H.).  

 

Wie nachfolgend (E. 4.4.1-4.4.3) aufzuzeigen ist, sind diese Voraussetzun-

gen im vorliegenden Fall ausnahmslos erfüllt. 

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Seite 8 

4.4.1 Umstritten ist vorliegend in erster Linie, ob der Beschwerdeführer tat-

sächlich in sein Heimatland zurückgekehrt ist. Die Vorinstanz zieht diesen 

Schluss in erster Linie aus den Aussagen der Freundin des Beschwerde-

führers (C._______) anlässlich der BzP vom 13. Juni 2016. Diese habe 

wiederholt unmissverständlich zu Protokoll gegeben, dass sie und der Be-

schwerdeführer sich im Jahr 2013 persönlich in Asmara kennengelernt hät-

ten. Der Beschwerdeführer habe weder im vorinstanzlichen Verfahren 

noch auf Beschwerdeebene plausibel erklärt, wie die – seiner Ansicht nach 

falschen – Aussagen von C._______ hätten zustande kommen sollen. 

Auch habe er keine nachvollziehbare Alternativversion des Kennenler-

nens vorgebracht.  

 

Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, er sei bis Oktober 2013 er-

werbstätig gewesen, habe in den darauffolgenden Monaten Medikamente 

von verschiedenen Ärzten erhalten und sich ab dem 20. Februar 2014 ei-

ner psychiatrischen Behandlung unterzogen, die auch den ganzen Monat 

März angedauert habe. Für einen grossen Teil des Zeitraums zwischen Juli 

2013 und März 2014 sei damit seine Anwesenheit in der Schweiz belegt. 

Die im BzP-Protokoll aufgenommene Aussage seiner Freundin sei auf eine 

falsche Übersetzung beziehungsweise eine falsche Protokollierung zu-

rückzuführen. Die Vorinstanz habe es unterlassen, Beweise dafür anzule-

gen, dass die Aussagen richtig zu Protokoll genommen worden seien. 

 

Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde bestehen keinerlei Hin-

weise dafür, dass Aussagen der Freundin des Beschwerdeführers in der 

BzP vom 13. Juni 2016 falsch protokolliert worden wären. Die Antworten 

von C._______ lassen sprachlich wie inhaltlich keinerlei Interpretations-

spielraum: Auf die Frage, wo sie den Beschwerdeführer kennengelernt 

habe, kam die Antwort „in Asmara“, auf die darauffolgende Frage nach dem 

Zeitpunkt „2013. Als er nach Eritrea kam.“ (vgl. N-Dossier 674 616, A5/12, 

S. 3, F 1.14). Zudem führte sie auf eine Nachfrage hin ausdrücklich aus, 

der Beschwerdeführer sei zwar zum Zeitpunkt des Verlöbnisses nicht in 

Eritrea gewesen, habe sie später aber in Asmara besucht (a.a.O.). Unzu-

treffend ist weiter, dass die Vorinstanz es unterlassen habe, Massnahmen 

zur Überprüfbarkeit der richtigen Protokollierung zu treffen. C._______ be-

stätigte unterschriftlich, dass das BzP-Protokoll ihren Aussagen und der 

Wahrheit entspreche und ihr in einer ihr verständlichen Sprache (Tigrinya) 

rückübersetzt worden sei (vgl. N-Dossier 674 616, A5/12, S. 9). Sie hat 

zudem jede einzelne Seite des Protokolls mit ihrem Kurzzeichen signiert. 

Damit besteht ausreichend Gewähr dafür, dass das Protokoll ihre Aussa-

gen grundsätzlich zutreffend wiedergibt.  

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Seite 9 

Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung ausserdem zutreffend aus-

führt, vermag der Beschwerdeführer nicht plausibel darzulegen, dass die 

unmissverständlichen Aussagen seiner Freundin bzw. Verlobten nicht der 

Wahrheit entsprechen würden. Diese hatte nämlich keinerlei Anlass, an-

lässlich ihrer BzP falsche Aussagen zu machen; soweit ihre Aussagen do-

kumentarisch überprüfbar sind (beispielsweise zum Treffen mit dem Be-

schwerdeführer in Ägypten im Jahr 2016), treffen sie zu (vgl. die Stempel 

im Flüchtlingspass des Beschwerdeführers). Ausserdem gelingt es dem 

Beschwerdeführer nicht, eine alternative Erklärung dafür zu geben, wie er 

seine Verlobte kennengelernt haben will. Der Erklärungsversuch in der Ein-

gabe vom 31. Mai 2018, wonach der Beschwerdeführer mit seiner Kind-

heitsfreundin C._______ durch Vermittlung seines Bruders zunächst über 

elektronische Mittel Kontakt aufgenommen habe und sie erst später bei 

einem vorab vereinbarten Treffen in Ägypten (wieder)getroffen haben will, 

ist inhaltlich nicht weiter substanziiert; zudem widerspricht die Erklärung 

der Aussage von C._______, die in ihrer BzP erzählte, den Beschwerde-

führer durch Vermittlung ihrer Cousine kennengelernt zu haben (vgl. N-

Dossier […], A5/12, S. 3, F 1.14). Auch fehlt jegliche dokumentarische 

Grundlage, die auf den vom Beschwerdeführer behaupteten Sachver-

halt schliessen liesse. 

 

Das Gericht hat vor diesem Hintergrund keine Zweifel, dass der Beschwer-

deführer nach Eritrea zurückgekehrt ist, zumal auch die auf Beschwerde-

ebene eingereichten Beweismittel nicht geeignet sind, seine durchgängige 

Anwesenheit in der Schweiz zu belegen. Dokumentiert ist vielmehr, dass 

zwischen dem 2. Oktober 2013 und dem 3. Februar 2014 keine Sprech-

stunden beim Hausarzt des Beschwerdeführers stattfanden (Bestätigung 

von I._______ vom 12. März 2018) und er erst am 20. Februar 2014 im 

Ambulatorium E._______ in Behandlung war (Bestätigung der Psychiatrie 

H._______ vom 12. März 2018). Weiter ergibt sich, dass für Januar und 

Februar 2014 keine Tage kontrollierter Arbeitslosigkeit vorliegen (vgl. Be-

scheinigung der Arbeitslosenversicherung vom 14. März 2018). Für den 

Zeitraum zwischen November 2013 und Mitte Januar 2014 besteht kein 

einziger Anhaltspunkt für einen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der 

Schweiz, obwohl es ihm – beispielsweise durch Einreichung von Bargeld-

bezugsbescheinigungen am Bancomaten – ohne Weiteres möglich sein 

müsste, gegebenenfalls entsprechende Dokumente einzureichen. Der Um-

stand, dass ein Führerausweisentzug wegen der Nichtauffindbarkeit des 

Beschwerdeführers im Amtsblatt des Kantons Q._______ öffentlich ausge-

schrieben werden musste, bestärkt das Gericht in seiner Überzeugung, 

dass der Beschwerdeführer im fraglichen Zeitraum landesabwesend war. 

E-1889/2018 

Seite 10 

Aufgrund der Aussage von C._______ ist dabei davon auszugehen, dass 

sich der Beschwerdeführer zu dieser Zeit in Eritrea aufhielt.  

 

4.4.2 Der Beschwerdeführer beruft sich darauf, eine allfällige Heimatreise 

sei angesichts seiner schweren psychischen Erschütterung infolge des 

Verlusts des Arbeitsplatzes und des Scheiterns seiner Ehe entschuldbar. 

Mit Blick auf die oben dargelegten Voraussetzungen für den Widerruf des 

Asyls und die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft (vgl. E. 3.3 und 3.4) 

ist jedoch nicht massgeblich, ob die Heimatreise emotional nachvollziehbar 

ist. Entscheidend ist vielmehr, ob aufgrund der Heimatreise darauf ge-

schlossen werden kann, dass das flüchtlingsrechtlich vorausgesetzte 

Schutzbedürfnis weggefallen ist.  

 

Der Beschwerdeführer ist vorliegend für die Verlobung mit C._______ in 

die eritreische Hauptstadt Asmara gereist, wobei angesichts der strikten 

Ein- und Ausreisekontrollen an der eritreischen Grenze und aufgrund des 

Fehlens anderweiter Angaben des Beschwerdeführers geschlossen wer-

den kann, dass er dabei (möglicherweise eritreische) Ausweispapiere ver-

wendet und damit auch seinen Namen bekanntgegeben hat. Damit hat er 

sich wieder unter den Schutz seines Heimatstaates gestellt, beziehungs-

weise eine Unterschutzstellung zumindest in Kauf genommen. 

 

4.4.3 Im vorliegenden Fall bestehen schliesslich keine Hinweise darauf, 

dass die eritreischen Behörden dem Beschwerdeführer den von ihm in 

Kauf genommenen Schutz verweigert hätten. Der Beschwerdeführer hat 

weder eine aktuelle Verfolgungsgefahr dargetan noch ergibt sich eine sol-

che aus den Akten. Durch seine freiwillige Heimatreise hat er mit anderen 

Worten zum Ausdruck gebracht, dass er in Eritrea keine Verfolgungshand-

lungen (mehr) zu befürchten hat. Vor diesem Hintergrund führt die doku-

mentierte Heimatreise des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 63 Abs. 1 

Bst. b AsylG i.V.m. Art. 1 C Ziff. 1 FK ohne weiteres zur Aberkennung seiner 

Flüchtlingseigenschaft. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, 

dass die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft ihn unverhältnismässig 

stark treffen würde. Der Hinweis auf die Kinderrechtskonvention läuft dies-

bezüglich ins Leere: Das Interesse der Kinder (und auch jenes der Verlob-

ten) des Beschwerdeführers an seinem Verbleib in der Schweiz wird durch 

die angefochtene Verfügung nicht berührt, zumal darin keine Wegwei-

sungsmassnahme angeordnet wird. 

 

4.4.4 Nur am Rande zu bemerken ist, dass keine gesetzlichen Fristen zur 

Einleitung eines Asylwiderrufsverfahrens bestehen. Der Beschwerdeführer 

E-1889/2018 

Seite 11 

stösst ins Leere, wenn er ausführt, dass die Vorinstanz solche Verfahren 

spätestens ein Jahr nach Kenntnis angeblicher Widerrufsgründe an die 

Hand nehmen müsse. Es liegen entgegen den Darlegungen in der Be-

schwerdeschrift auch keine Hinweise auf eine Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots vor.  

 

5.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und – soweit überprüfbar – angemessen ist (Art. 106 

AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.  

6.  

Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Beschwerdebegehren 

schon bei Erhebung der Beschwerde als aussichtslos zu bezeichnen wa-

ren, womit eine der kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

nicht erfüllt ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von 

Fr. 750.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-1889/2018 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Arthur Brunner