# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 877843bc-562c-53ec-a96d-8717b91ab126
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-13
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 13.04.2012 60/2011/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_60-2011-2_2012-04-13.pdf

## Full Text

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Art. 12 Abs. 3 und Art. 16 Abs. 3 BauG. Altrechtliche Baulinie; Bewilli-

gung eines Carports innerhalb der Baulinie (OGE 60/2011/2 vom 13. April 
2012) 

 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

 

 Auch altrechtliche Baulinien bezwecken nicht nur die Freihaltung des 

betreffenden Raums für eine allfällige Strassenverbreiterung, sondern dienen 

auch der Siedlungsgestaltung und Wohnhygiene (E. 2c). 

 Autogaragen und Carports, welche von der Grösse, Funktion und Fun-
damentierung her mit Autogaragen vergleichbar sind, fallen sowohl nach 

dem früheren als auch nach dem heute geltenden Recht nicht unter die bau-

lichen Massnahmen, die innerhalb der Baulinien mit einer ordentlichen Bau-

bewilligung errichtet werden können (E. 3). 

 

Aus den Erwägungen: 

 

 2.–  a)  Zwischen den Parteien ist zunächst umstritten, welche Bedeutung 
der Baulinie an der …strasse zukommt, welche unbestrittenerweise auf einen 
1993 geänderten Baulinienplan aus dem Jahre 1952 zurückgeht und der Er-
richtung des umstrittenen Bauvorhabens entgegensteht. Im angefochtenen 
Rekursentscheid wird dazu ausgeführt, gemäss Art. 12 Abs. 3 BauG1 könnten 
Baulinien – neben dem Zweck der Freihaltung für allfällige Strassen-
verbreiterungen – auch der Erfüllung gestalterischer, ästhetischer, natur- und 
landschaftsschützender Aufgaben dienen. Dabei sei nicht ausgeschlossen, 
dass aufgrund einer zeitgemässen Auslegung Sinn und Zweck einer Baulinie 
im Laufe der Zeit eine Wandlung erfahren könne. Die zur Diskussion stehen-
de Baulinie vermöge daher auch gestalterische bzw. ästhetische Zwecke zu 
erfüllen, wie dies von der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall geltend ge-
macht werde. 

 b)  Der Beschwerdeführer vertritt demgegenüber die Auffassung, es sei 
nicht zulässig, die fragliche, aus dem Jahr 1952 stammende Baulinie i.S. der 
neueren Vorschriften von Art. 12 BauG auszulegen. Aus dem Genehmi-
gungsentscheid des Regierungsrates vom 12. März 1952 ergebe sich implizit, 
dass die fragliche Baulinie einzig zum Zweck der Freihaltung des Strassen-

                                              
1  Gesetz über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht im Kanton Schaffhausen vom 

1. Dezember 1997 (Baugesetz, BauG, SHR 700.100). 

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raums festgelegt worden sei. Eine erweiterte Zielsetzung für Baulinien ge-
mäss Art. 12 Abs. 3 BauG sei erst seit dem Inkrafttreten dieser Bestimmung 
am 1. Januar 1999 möglich, zumal auch das Baugesetz 1964 noch keine sol-
che enthalten habe. Der Sinn und Zweck einer Baulinie, mit welcher ein er-
heblicher Eingriff in die Eigentumsfreiheit erfolge, bedürfe aber einer klaren 
gesetzlichen Grundlage. Hiefür könnten nur das im Zeitpunkt der Baulinien-
festlegung geltende Recht, nicht aber später eingeführte Vorschriften herbei-
gezogen werden. Die vom Regierungsrat erwähnte zeitgemässe Auslegung 
des Baulinienplans sei daher nicht zulässig. 

 c)  Es trifft zu, dass in den früheren Baugesetzen zwar die Festlegung 
von Baulinien vorgesehen war, aber nicht definiert worden war, welchen 
Zwecken diese Baulinien dienen sollen.2 Erst im geltenden Baugesetz wurde 
ausdrücklich festgehalten, dass Baulinien auch zur Erfüllung gestalterischer, 
ästhetischer, natur- oder landschaftsschützender Aufgaben erlassen werden 
können.3 Seither ist es somit zulässig, Baulinien spezifisch auch für gestalteri-
sche und natur- und landschaftsschützende Zwecke festzulegen. Im vor-
liegenden Fall ist die Baulinie jedoch lange vor Inkrafttreten dieser neuen Be-
stimmungen erlassen worden, weshalb die Auslegung der Baulinie nicht nach 
den neuen Vorschriften, sondern im Sinne des früheren Rechts auszulegen ist, 
welches die Funktion der Baulinien nicht spezifizierte. Entgegen der Auf-
fassung des Beschwerdeführers schliesst dies jedoch nicht aus, den damals 
festgelegten Baulinien auch gestalterische Bedeutung beizumessen. Baulinien 
kam nämlich auch schon nach dem früheren Recht in gleicher Weise wie den 
Abstandsvorschriften allgemein und entgegen der Auffassung des Be-
schwerdeführers nicht nur die Bedeutung zu, Land für eine spätere Strassen-
verbreiterung freizuhalten, sondern generell die betreffende Fläche im Sinne 
verschiedenster Zwecke (Verkehrssicherheit, Zutritt von Licht und Luft, Ge-
währleistung wohnhygienischer Verhältnisse etc.) von einer Überbauung frei-
zuhalten.4 Dies ergibt sich übrigens auch daraus, dass schon in den früheren 
Baugesetzen festgehalten wurde, kleinere Vorsprünge im Erdgeschoss dürften 
nur dann über die Baulinie hinausragen, wenn dadurch Luft- und Lichtzutritt 

                                              
2  Vgl. Art. 10 des Baugesetzes vom 8. September 1936 (BauG 1936, Amtsblatt für den Kanton 

Schaffhausen 1936, S. 1199 ff.) sowie Art. 9 des Baugesetzes vom 9. November 1964 (BauG 
1964, Amtsblatt für den Kanton Schaffhausen 1965, S. 351 ff.). 

3  Vgl. Art. 16 Abs. 3 BauG und dazu die Hinweise in der Vorlage des Regierungsrates zur (an-
schliessend gescheiterten) Revision des Baugesetzes vom 31. Mai 1988, S. 12 f. (die dortige 
Fassung von Art. 18 Abs. 3 des Gesetzesentwurfs ist in Art. 16 Abs. 3 des geltenden Bau-
gesetzes übernommen worden). 

4  Vgl. dazu Peter Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. A., Bern 2008, 
S. 240; Haller/Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. A., Rz. 344, S. 100 
f.; Zaugg/Ludwig, Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, Kommentar, Band II, 3. A., 
Bern 2010, Art. 90/91 Rz. 7, S. 264; je mit weiteren Hinweisen. 

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nicht gehindert würden.5 Etwas anderes ergibt sich denn auch nicht aus dem 
angeführten regierungsrätlichen Genehmigungsentscheid vom 12. März 1952. 
Die ästhetische bzw. gestalterische Funktion von Baulinien im Hinblick auf 
die Gewährleistung wohnhygienischer Verhältnisse darf daher bei der Aus-
legung und Anwendung der fraglichen Baulinie entgegen der Auffassung des 
Beschwerdeführers durchaus berücksichtigt werden, obwohl die Baulinie 
noch unter der Geltung des Baugesetzes 1936 geschaffen wurde. Wie die Be-
schwerdegegner zu Recht erwähnen, wäre etwas anderes auch nicht verständ-
lich, da auch den allgemeinen Abstandsvorschriften ästhetische und gestalte-
rische Bedeutung zukommt und das Bestehen von Baulinien (anstelle von Ab-
standsvorschriften) nicht dazu führen kann, dass diese Aspekte nicht mehr be-
rücksichtigt werden dürfen.  

 3.–  Der Beschwerdeführer hat ursprünglich ein Gesuch um Erteilung  
einer ordentlichen Baubewilligung eingereicht. Auf Hinweis der Gemeinde 
hin hat er alsdann einen Antrag um Erteilung einer Ausnahmebewilligung ge-
stellt. Die Anträge im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren lauten 
ebenfalls auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung. Im Rahmen der Be-
gründung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat der Beschwerdeführer aber 
auch geltend gemacht, es bestehe ein Anspruch auf Erteilung einer ordent-
lichen Baubewilligung. Da letztere einer Ausnahmebewilligung vorgeht, ist 
im Rahmen der Rechtsanwendung von Amts wegen zunächst zu prüfen, ob 
allenfalls Anspruch auf eine ordentliche Baubewilligung besteht.  

 a)  Wo die Baulinie wie im vorliegenden Fall hinter der Grenze der öf-
fentlichen Verkehrsanlagen liegt, können nach Art. 16 Abs. 3 und 4 BauG 
gewisse Bauten auch innerhalb der Baulinien bewilligt werden, wobei sie im 
Falle einer Verbreiterung der Verkehrsanlage auf Kosten des Grundeigen-
tümers beseitigt werden müssen.6 Im Zeitpunkt der Einreichung des Bau-
gesuchs war für diese Frage noch die ursprüngliche Fassung von Art. 16 
Abs. 3 BauG massgebend. Diese lautete wie folgt:  

Wo die Baulinie hinter den Grenzen der öffentlichen Verkehrsanlagen, des 
Waldes oder des Gewässers liegt, sind ausser den in Abs. 2 erwähnten Aus-
ladungen auch kleinere Vorsprünge im Erdgeschoss wie Treppen, Terrassen, 
Veranden und dergleichen zulässig, sofern sie den Luft- und Lichtzutritt nicht 
zum Nachteil der Nachbarschaft hindern. Ausserdem können kleinere Neben-
gebäude wie Garten- und Treibhäuschen oder Tiefbauten wie Lichtschächte 
und Garageneinfahrten gestattet werden, sofern keine überwiegenden Inter-
essen entgegenstehen. 

                                              
5  Vgl. Art. 48 Abs. 1 BauG 1936 und Art. 32 Abs. 2 BauG 1964 bzw. heute Art. 16 Abs. 3 

BauG. 
6  Vgl. ähnlich bereits Art. 48 BauG 1936 und Art. 32 Abs. 2 BauG 1964. 

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 Eine ähnliche Regelung für Vorsprünge im Erdgeschoss und kleinere 
Nebengebäude innerhalb der Baulinien (mit vorgesehenem Beseitigungs-
revers für den Fall einer Strassenerweiterung) bestand schon in den früheren 
Baugesetzen.7 Die Regelung betreffend kleinere Nebengebäude wie Garten- 
und Treibhäuschen wurde stets so verstanden, dass entsprechende einfache, 
leicht entfernbare bauliche Massnahmen namentlich für die Bewirtschaftung 
der Vorgärten grundsätzlich zulässig sein sollten. Nicht zulässig sein sollten 
demgegenüber grössere, nicht leicht entfernbare Nebenbauten wie insbeson-
dere Autogaragen, welche sich mit dem Sinn und Zweck der Baulinien nicht 
vertragen. Blosse Autoabstellplätze können dagegen in diesem Bereich als 
ebenfalls vorbehaltene Tiefbauten bewilligt werden.8 Nichts anderes ab-
geleitet werden kann aus dem vom Beschwerdeführer angeführten OGE 
Nr. 11/1986 vom 19. Dezember 1986, S. 6 f., zumal es dort um die Auslegung 
einer anderen (kommunalen) Vorschrift ging, welche für «eingeschossige 
Anbauten und Neubauten, wie Garagen, gedeckte Vorplätze und dergleichen»  
eine Unterschreitung des ordentlichen Grenzabstands bis zum Minimalgrenz-
abstand ermöglicht. 

 b)  Es stellt sich die Frage, wie der hier – bei der Anwendung von Art. 16 
Abs. 3 BauG – zur Diskussion stehende sog. Carport zu behandeln ist, wel-
cher eine Grundfläche von 16 m2 und eine Höhe von insgesamt 2,4 m auf-
weist. Unter Carport wird ein Unterstand für ein Fahrzeug verstanden, wel-
cher über ein Dach verfügt, seitlich jedoch grundsätzlich offen ist. Von der 
Grösse her entspricht ein Carport einer Autogarage, ebenso ist eine massive 
Verankerung im Boden erforderlich. Obwohl Licht und Luft nicht gleicher-
massen wie bei einer geschlossenen Garage abgehalten werden, erscheint es 
daher richtig, Carports den Autogaragen gleichzustellen, zumal sie aus den 
erwähnten Gründen – und ebenso von ihrer Funktion her – nicht mit Garten- 
und Treibhäuschen verglichen werden können. Dies entspricht denn auch der 
langjährigen Praxis des Baudepartements, welches die Gemeinden ent-
sprechend berät. Es stellt sich allerdings die Frage, ob sich hieran durch die 
Revision des Baugesetzes vom 6. September 2010 etwas geändert hat, mit 
welcher der Wortlaut von Art. 16 Abs. 3 BauG an die Terminologie der «In-
terkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe 
(IVHB)» angepasst wurde. So wurde namentlich der Begriff «Tiefbauten» 
durch «Unterniveaubauten» ersetzt. Anstelle des in der IVHB nicht definier-
ten Begriffs «kleinere Nebengebäude» schlug der Regierungsrat sodann vor, 
von «Kleinbauten wie Garten- und Treibhäuschen» zu sprechen, doch hat der 
Kantonsrat in der Folge sowohl auf die Einfügung des Begriffs «Kleinbauten» 

                                              
7  Vgl. Art. 48 BauG 1936 und Art. 32 Abs. 2 BauG 1964. 
8  Vgl. Entscheid des Obergerichts vom 12. August 1994 i.S. C., E. 2b/bb, Amtsbericht 1994, 

S. 128. 

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als auch auf die Beibehaltung des Oberbegriffes «kleinere Nebengebäude» 
verzichtet und es stattdessen bei der Aufzählung «Garten- und Treibhäuschen 
und dergleichen» belassen.9 Art. 16 Abs. 3 BauG lautet in der heute geltenden 
Fassung vom 6. September 2010 wie folgt: 

Wo die Baulinie hinter den Grenzen der öffentlichen Verkehrsanlagen, des 
Waldes oder des Gewässers liegt, sind ausser den in Abs. 2 erwähnten vor-
springenden Gebäudeteilen auch kleinere Vorsprünge im Erdgeschoss wie 
Treppen, Terrassen, Veranden und dergleichen zulässig, sofern sie den Luft- 
und Lichtzutritt nicht zum Nachteil der Nachbarschaft hindern. Ausserdem 
können Garten-, Treibhäuschen und dergleichen oder Unterniveaubauten wie 
Lichtschächte und Garageneinfahrten gestattet werden, sofern keine über-
wiegenden Interessen entgegenstehen. 

 c)  Aus den Materialien der Gesetzesrevision ergibt sich, dass mit dem 
verabschiedeten neuen Wortlaut von Art. 16 Abs. 3 BauG keine Änderung 
gegenüber der bisherigen Rechtslage bewirkt werden sollte. Bei der Beratung 
des Änderungsvorschlags zu Art. 16 Abs. 3 BauG an der Sitzung der vorbera-
tenden Spezialkommission «Teilrevision Baugesetz» vom 3. März 2010 wies 
Kantonsrat Richard Bührer darauf hin, dass es den Begriff «Nebengebäude» 
in der IVHB nicht gebe, und stellte die Frage, was mit dem Ausdruck «kleine-
re Nebengebäude» überhaupt gemeint sei. Regierung und Verwaltung wurden 
darauf beauftragt, dies zu überprüfen.10 An der nächsten Kommissionssitzung 
vom 22. März 2010 unterbreitete der Rechtsdienst des Baudepartements eine 
neue Fassung von Art. 16 Abs. 3 BauG, welche auf die Begriffe «kleinere 
Nebengebäude» und «Kleinbauten» verzichtete und dem heute geltenden Text 
entspricht. Der Leiter des Rechtsdiensts, Michael Hoff, erklärte dazu, dass es 
den Begriff «kleinere Nebengebäude» in der IVHB nicht gebe und Klein-
bauten darüber hinaus bauliche Massnahmen bis zu einer Grundfläche 50 m2 

umfassen würden.11 Nach längeren Diskussionen zur Frage, ob nicht eine ge-
nauere Definition der betreffenden Bauten bzw. der Grösse von Kleinbauten 
erforderlich sei,12 wurde die vom Rechtsdienst vorgeschlagene Formulierung 
schliesslich unverändert dem Kantonsratsplenum unterbreitet.13  

                                              
9  Vgl. dazu die Vorlage des Regierungsrats vom 8. Dezember 2009, S. 15, sowie die Vorlage 

der Spezialkommission «Teilrevision Baugesetz» vom 25. April 2010, S. 2. 
10  Protokoll der Kommissionssitzung vom 3. März 2010, S. 11 f. 
11  Vgl. Protokoll der Kommissionssitzung vom 22. März 2010, S. 8; in der Musterbotschaft 

IVHB, Erläuterungen der einzelnen Definitionen des Anhangs, Ziff. 2.2, werden ausdrücklich 
auch Autogaragen als Beispiel für Kleinbauten genannt.  

12  Vgl. dazu Protokolle der Kommissionssitzungen vom 22. März 2010, S. 8 ff., und vom 
29. März 2010, S. 4 ff. 

13  Vgl. Vorlage der Spezialkommission «Teilrevision Baugesetz» vom 25. April 2010, S. 2. 

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 In der ersten Lesung im Kantonsrat stellte Kantonsrat Andreas Gnädinger 
dann die Frage, was mit «Garten- sowie Treibhäuschen und dergleichen» ge-
meint sei; ob es sich um Kleinbauten und Nebengebäude handle bzw. weshalb 
diese Begriffe aus dem Gesetzestext gestrichen worden seien. Hierauf ergab 
sich eine längere Diskussion zu diesem Passus des Gesetzestextes, wobei der 
Vorsteher des Baudepartements, Regierungsrat Reto Dubach, wiederum dar-
auf hinwies, dass der Begriff «kleinere Nebengebäude» in der IVHB nicht 
verwendet werde und Kleinbauten nach IVHB auch umfangreichere bauliche 
Massnahmen umfassen würden; mit der vorgeschlagenen Fassung wolle man 
dagegen lediglich die bisherige Regelung weiterführen.14 Da der Kom-
missionspräsident zusicherte, man werde die gestellten Fragen in der Kom-
mission noch näher abklären, war Art. 16 Abs. 3 BauG auch an der letzten 
Kommissionssitzung vom 13. August 2010 nochmals ein Thema. Der Rechts-
dienst des Baudepartements nahm hierbei zur Frage von Kantonsrat Gnädin-
ger schriftlich Stellung und hielt Folgendes fest:15 «Dies [das Weglassen der 
beiden Begriffe] hängt mit der Harmonisierung der Baubegriffe zusammen. 
Im geltenden Baugesetz haben wir in Art. 16 den Begriff der ‹kleineren Ne-
bengebäude›. Dieser Begriff ist in der IVHB bzw. im Anhang 2 zur BauG-
Vorlage nicht definiert. Deswegen wurde ursprünglich ein analoger Begriff 
gesucht und das wäre die Kleinbaute, welche im Anhang 2 in Ziffer 2.2 de-
finiert ist. Nun hat aber die Kleinbaute nach Ziffer 2.2 eine andere Bedeutung 
als die kleineren Nebengebäude. Kleinbauten gemäss Ziffer 2.2 können grös-
ser und massiver sein (50 m2 Gebäudegrundfläche, gemauert, Fundament) als 
die kleineren Nebengebäude im Sinne von Art. 16 (Garten- und Treib-
häuschen). Daher beschloss die Kommission, inhaltlich die bisherige Rege-
lung weiterzuführen, aber die Worte ‹kleinere Nebengebäude› zu streichen 
und neu nur noch von ‹Garten-, Treibhäuschen und dergleichen› zu sprechen. 
Die jetzige Formulierung in der Kommissionsvorlage ist daher gerecht-
fertigt.» Dieser Bericht wurde von der Kommission ohne Wortmeldungen zur 
Kenntnis genommen16 und auch in der zweiten Lesung im Kantonsrat wurde 
dieser Punkt nicht mehr thematisiert.17 Vielmehr wurde die geänderte Fassung 
gemäss dem Vorschlag des Rechtsdienstes des Baudepartements im definiti-
ven, oben wiedergegebenen neuen Gesetzestext übernommen.  

 d)  Somit kann festgehalten werden, dass mit der neuen Fassung von 
Art. 16 Abs. 3 BauG keine Änderung gegenüber der bisherigen Rechtslage 

                                              
14  Vgl. dazu Kantonsratsprotokoll 2010, S. 168 ff., insbesondere S. 170 f. (Sitzung vom 17. Mai 

2010). 
15  Vgl. Bericht vom 9. Juli 2010, S. 10 f. 
16  Protokoll der Kommissionssitzung vom 13. August 2010, S. 13. 
17  Vgl. dazu auch Vorlage der Spezialkommission «Teilrevision Baugesetz» für die 2. Lesung 

vom 13. August 2010, S. 6. 

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bewirkt werden sollte. Autogaragen und Carports, welche von der Grösse, 
Funktion und Fundamentierung her mit Autogaragen vergleichbar sind, fallen 
daher auch nach dem heute geltenden Recht nicht unter die im Gesetzestext 
erwähnten baulichen Massnahmen innerhalb von Baulinien, die nach Art. 16 
Abs. 3 BauG mit einer ordentlichen Baubewilligung (allerdings zwingend 
verbunden mit einer planerischen Interessenabwägung) genehmigt werden 
können. Dieses Ergebnis wird durch die Beratungen und Abklärungen zu 
Art. 16 Abs. 3 BauG im Rahmen der 2010 erfolgten Gesetzesrevision sogar 
noch bekräftigt, indem ausdrücklich davon die Rede war, dass grössere  
gemauerte und fundierte Bauten nicht unter die Privilegierung leicht entfern-
barer Bauten innerhalb der Baulinien gemäss Art. 16 Abs. 3 BauG fallen sol-
len. Die Vorinstanzen haben das vorliegende Baugesuch somit zu Recht nur 
unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Ausnahmebewilligung nach Art. 51 
BauG geprüft. Auch die am Augenschein angebotene leichte Redimensionie-
rung des geplanten Fahrzeugunterstands würde hieran nichts ändern. 

 4.–  [Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung 
nach Art. 51 BauG sind nicht erfüllt.]