# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94c81f53-9c40-5fbc-b266-d43ccb221aaa
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.08.2017 SB170129
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170129_2017-08-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170129-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut, und Er-

satzoberrichter lic. iur. M. Gmünder sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Maurer 

Urteil vom 31. August 2017 

 

in Sachen 

 
A._____, 

Beschuldigte und Berufungsklägerin 

erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. R. Jäger,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

betreffend  
einfache Körperverletzung  

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung -  
Einzelgericht, vom 13. Februar 2017 (GG160049) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. März 2016 

(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 62 S. 19 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. März 2016 be-

schlagnahmte Trinkglas wird dem Privatkläger innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

auf erstes Verlangen herausgegeben. Andernfalls wird es eingezogen und der Lagerbehör-

de zur Vernichtung überlassen. 

5. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses ver-

wiesen. 

6. Der Antrag auf Anordnung einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne 

von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird abgewiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 280.–   Auslagen Polizei 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

auferlegt. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel) 

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Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4) 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (Urk. 63 S. 2; Urk. 78 S. 8) 

1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (10. Abteilung, Einzelgericht) 

vom 13. Februar 2017 vollumfänglich aufzuheben (exkl. Ziffer 6. [DNA]). 

2. Es sei Frau A._____ vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung von 

Schuld und Strafe freizusprechen.  

3. Auf die Zivilforderung von B._____ sei nicht einzutreten, ev. sei diese Forde-

rung vollumfänglich abzuweisen, subev. sei diese Forderung auf den Zivil-

weg zu verweisen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 68 S. 1) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Das Einzelgericht der 10. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich sprach 

die Beschuldigte am 13. Februar 2017 mit eingangs im Dispositiv wiederge-

gebenen Urteil der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

schuldig. Es bestrafte sie mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 10.– bei einer Probezeit von zwei Jahren. Das beschlagnahmte Trinkglas gab 

die Vorinstanz frei, die Zivilforderungen des Privatklägers verwies sie auf den Zi-

vilweg und den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer DNA-Probe 

und Erstellung eines DNA-Profils wies sie ab. Schliesslich wurden die Kosten- 

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und Entschädigungsfolgen ausgangsgemäss geregelt (Urk. 62 S. 19 ff.). Gegen 

dieses Urteil meldete der erbetene Verteidiger der Beschuldigten für diese am 

14. Februar 2017 fristgerecht Berufung an (Urk. 56). In seiner ebenfalls fristge-

recht erfolgten Berufungserklärung vom 20. März 2017 beantragte der erbetene 

Verteidiger die Freisprechung der Beschuldigten vom Vorwurf der einfachen Kör-

perverletzung, das Nichteintreten auf die Zivilforderung des Privatklägers, eventu-

aliter deren Abweisung, subeventualiter deren Verweisen auf den Zivilweg, unter 

entsprechender Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Urk. 63 S. 2). 

Zudem stellte er die nämlichen Beweisanträge, die er bereits bei der Vorinstanz 

vorbrachte: Einholen eines Berichts des Forensischen Instituts Zürich zur Frage, 

ob es möglich sei, dass die Beschuldigte das beschlagnahmte Glas gegen den 

Kopf des Privatklägers geworfen habe und gleichwohl keine Spuren (DNA etc.) 

von ihr auf dem Glas nachweisbar seien; Einholen eines ärztlichen Gutachtens 

zur Frage, ob die fotografisch dokumentierte Wunde des Privatklägers nur auf-

grund der Verwendung eines Glases zu erklären sei oder ob sie auch durch einen 

Kopfstoss, z.B. gegen die Fahrzeugtüre, verursacht sein könne; und schliesslich 

den Beizug des Fahrtenbuchs des Privatklägers (Urk. 63 S. 2 f.).  

 2. Mit Präsidialverfügung vom 6. April 2017 wurde der Staatsanwaltschaft 

Winterthur/Unterland und dem Privatkläger Frist zur Erhebung einer Anschluss-

berufung sowie zur Stellungnahme zu den Beweisanträgen angesetzt (Urk. 66). 

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland verzichtete mit Schreiben vom 

11. April 2017 auf eine Anschlussberufung und beantragte die Abweisung der 

Beweisanträge (Urk. 68). Der Privatkläger liess sich innert Frist nicht vernehmen, 

sandte dem Gericht jedoch eine Kopie seines Fahrtenschreibers vom Tag des 

Vorfalls (6. Oktober 2015; Urk. 72). 

 3. Mit Präsidialverfügung vom 19. Mai 2017 wurden die Beweisanträge 

der Beschuldigten unter Hinweis auf Art. 331 Abs. 3 StPO abgewiesen (Urk. 70). 

Zur Begründung wurde auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen und zu-

dem darauf hingewiesen, dass auf dem Glas auch keine Fingerabdrücke des Pri-

vatklägers hätten sichtbar gemacht werden können, obwohl er das Glas eigen-

händig der Polizei übergeben habe. 

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 4. Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im 

Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des an-

gefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Nachdem die Dispositivziffern 4 

(Herausgabe des beschlagnahmten Trinkglases) und 6 (Abweisung des Antrags 

auf Anordnung einer DNA-Probe und Erstellen eines DNA-Profils) nicht ange-

fochten wurden und der Verteidiger anlässlich der heutigen Berufungsverhand-

lung erklärte, die Kostenfestsetzung ebenfalls nicht anzufechten (Prot. II S. 5), ist 

mittels Beschlusses festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil diesbezüglich in 

Rechtskraft erwachsen ist. 

 5. In der heutigen Berufungsverhandlung stellten die Parteien die ein-

gangs aufgeführten Anträge (Prot. II S. 4). Das Verfahren ist spruchreif.  

II.  Tatsächliches 

 1. Die Beschuldigte verlangt einen Freispruch vom Vorwurf der einfachen 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB. Der entsprechende Sach-

verhalt ist deshalb nachfolgend zu erstellen. Zu ergänzen ist, dass die Anklage 

auf eine qualifizierte einfache Körperverletzung (mit einem gefährlichen Gegen-

stand) im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB lautete. Die Vorinstanz hat eine 

Verurteilung lediglich gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB vorgenommen, mithin das 

Trinkglas nicht als gefährlichen Gegenstand qualifiziert. Damit hat sie den Ankla-

gesachverhalt lediglich anders gewürdigt als die Staatsanwaltschaft, was einer-

seits zulässig ist (iura novit curia) und anderseits nicht zu einem Teilfreispruch 

(bezüglich der qualifizierten Form der einfachen Körperverletzung) führt. Die 

Nicht-Qualifikation des Trinkglases als gefährlicher Gegenstand ist sodann rich-

tigerweise unbestritten geblieben, weshalb nachfolgend nur zu erstellen sein wird, 

ob sich die Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 StGB schuldig gemacht hat oder nicht. 

 2. Der massgebende Sachverhalt ist in grossen Teilen unbestritten (so 

auch heute Urk. 77 S. 4 f.). Dies gilt zunächst für den Umstand, dass der Privat-

kläger und die Beschuldigte sich nicht kannten, als letztere am 6. Oktober 2015 

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an ihrem damaligen Wohnort an der C._____-Strasse … in Zürich ins Taxi des 

Privatklägers stieg. Ihr Fahrziel war das … [Quartier in Zürich]. Im Verlauf der 

Fahrt entbrannte ein Streit über den Fahrweg und den Preis einer sich im Fahr-

zeug befindlichen und von der Beschuldigten behändigten Wasserflasche, von 

welcher sie bereits etwas getrunken hatte. Weiter ist unbestritten, dass sich in der 

Armlehne auf dem Rücksitz neben der Petflasche auch Bonbons befanden. Als 

die Fahrtkosen Fr. 20.– erreichten, hiess der Privatkläger die Beschuldigte, das 

Fahrzeug zu verlassen, weil diese für die Fahrt maximal Fr. 20.– auslegen wollte. 

Für das Wasser verlangte er von der Beschuldigten zudem Fr. 2.–. Die Beschul-

digte bezahlte lediglich Fr. 20.–, warf einen Gegenstand in die vordere Hälfte des 

Fahrzeuginnenraums und verliess das Taxi. Strittig geblieben ist, was die Be-

schuldigte geworfen hat und wohin genau sie warf. Während sie die Petflasche 

neben den Privatkläger auf den Vordersitz geworfen haben will, führt dieser aus, 

dass sie das Glas mit den Bonbons, welches sich neben den Trinkflaschen in der 

Mittelkonsole befunden habe, beim Aussteigen ebenfalls behändigt und ihm, als 

er ihr das Glas habe entwinden wollen, an die Stirn geworfen und ihm so eine 

Platzwunde zugefügt habe. Diese strittigen Sachverhaltselemente sind zu erstel-

len. 

 3. Die Erstellung des rechtserheblichen und strittigen Sachverhaltes er-

folgte bereits durch die Vorinstanz. Diese hat dabei sehr sorgfältig und ausführlich 

die massgebenden Beweismittel, deren Verwertbarkeit, die Grundsätze der Be-

weiswürdigung, insbesondere der Würdigung der Aussagen der Beschuldigten 

und des Privatklägers, benannt, die Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen 

beleuchtet und die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen entsprechend diesen 

Grundsätzen gewürdigt (Urk. 62 S. 5 ff.). Auf diese Ausführungen ist zur Vermei-

dung von Wiederholungen zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen und 

zu präzisieren ist lediglich das Folgende: 

 4. Zunächst fallen die Umstände der Anzeigeerstattung ins Gewicht. Der 

Vorfall ereignete sich um ca. 15:40 Uhr beim Café D._____ an der E._____-

Strasse in Zürich. Bereits um 16:25 Uhr begann die Einvernahme des Privatklä-

gers durch Det F._____ vom Detektivposten Wiedikon (Urk. 5/1 S. 1). Diese zeit-

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lichen Eckwerte belegen, eingedenk der Fahrzeit im Stossverkehr zwischen die-

sen beiden Orten und des Umstands, dass vom Erreichen des Postens bis zum 

Beginn der Einvernahme naturgemäss ebenfalls noch eine gewisse Zeit ver-

streicht, dass der Privatkläger umgehend nach dem Vorfall zum Polizeiposten ge-

fahren ist und dort Anzeige erstattet hat. Der Umstand, dass es möglicherweise 

noch einen näheren Polizeiposten gegeben hätte als den in Zürich-Wiedikon 

(nämlich den am …-Platz in Zürich-…) vermag an dieser Einschätzung so wenig 

zu ändern, wie der von der Beschuldigten beantragte Beizug des Fahrtenbuchs 

des Privatklägers (Urk. 63 S. 3). Die zeitlichen Eckwerte belegen eine rasche Re-

aktion des Privatklägers. Bei dieser sehr zeitnahen Anzeige bei der Polizei hat der 

Privatkläger zudem das Tatobjekt (das Trinkglas) der Polizei übergeben und eine 

Fotoaufnahme der Verletzung an der Stirn erstellen lassen (Urk. 3). In der polizei-

lichen Einvernahme schilderte der Privatkläger dann den Vorfall sehr detailliert, in 

sich stimmig und nachvollziehbar (Urk. 5/1 S. 1 f.). Dies gilt insbesondere auch für 

die Beschreibung des letztlich monetären Streits, dem die Beschuldigte dann so 

begegnete, dass sie sich ausser am Getränk auch noch an den sich im Taxi be-

findlichen Süssigkeiten bediente, was der Privatkläger wiederum zu unterbinden 

versuchte, indem er der Beschuldigten das von ihr behändigte Glas mit den Süs-

sigkeiten entwinden wollte, worauf sie es ihm anwarf. Insgesamt ist zu konstatie-

ren, dass die direkte Reaktion auf den Vorfall und die darauf sehr zeitnah erhobe-

nen Sach- und Personalbeweise die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklä-

gers in hohem Masse stärken.  

 5. Ganz anders zu werten ist das Aussageverhalten der Beschuldigten in 

Bezug auf das streitgegenständliche Glas mit den Bonbons (Urk. 4/1 S. 2 ff.). Auf 

die Frage des Polizisten, ob es im Taxi auch etwas zum Essen gehabt habe, ant-

wortete sie: "Es gab Bonbons. Aber die habe ich nicht versucht." (Pol. EV vom 

15. Oktober 2015, Urk. 4/1, Frage 8). Die Befragung verlief dann wie folgt weiter: 

"In was für einem Behältnis befanden sich die Bonbons? Ich sass hinten und die 

Armlehne in der Mitte war bereits heruntergeklappt. In einem dieser Getränkehal-

ter war das Wasser und im zweiten lagen die Bonbons. Gab es auch Trinkgläser? 

Nein. Der Taxifahrer hat in seiner Befragung ausgesagt, dass es im Taxi Gläser 

gab. Was sagen Sie dazu? Ich habe keine Gläser gesehen. Er sagte auch, dass 

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die Bonbons sich in einem Glas befanden. Was meinen Sie dazu? Keine Ahnung, 

das war nicht so. Ich erinnere mich nicht mehr. Die Bonbons befanden sich ein-

fach so im Getränkehalter der Armlehne. Weiter gab er zu Protokoll, dass Sie 

beim Aussteigen das Glas mit den Bonbons mitnehmen wollten. Was sagen Sie 

zu diesem Vorwurf? Nein. Ich meine, es ist ein billiges Taxi, dass es wegen etwas 

Wasser und Bonbons solch ein Drama macht." (Urk. 4/1 S. 2, Fragen 8-13).  

 An dieser Stelle fällt auf, dass diese letzte Antwort ein verstecktes Zuge-

ständnis in Bezug auf die Weg-/Mitnahme von Bonbons enthält. Während sie zu 

Beginn ausführte, dass sie nur Wasser, aber keine Bonbons genommen habe, 

der Privatkläger hingegen erklärte, sie habe die Petflasche mit Wasser und das 

Glas mit den Bonbons behändigt, hält sie dem Privatkläger nun vor, "so ein Dra-

ma" wegen "etwas Wasser und Bonbons" zu machen. Ergo hat sie Wasser und 

Bonbons genommen. 

 Die Befragung ging wie folgt weiter: "Der Taxifahrer macht ja kein Drama 

wegen dem Wasser oder den Bonbons. Es geht darum, dass Sie ihm ein Glas an 

den Kopf geworfen haben sollen. Ist das für Sie auch ein Drama? Ich habe ihm 

kein Glas an den Kopf geworfen. Ich habe nur das Wasser nach ihm geworfen, 

ihn aber nicht getroffen. Ich war schon draussen als ich das Wasser nach ihm 

warf. Ich bin auch der Meinung, dass, wenn ich ihn mit der kleinen Plastikflasche 

getroffen hätte, wäre er nicht verletzt worden." (Urk. 4/1 S. 2, Frage 14).  

 Die Beschuldigte gesteht hier ein, dass sie wütend auf den Privatkläger war 

und etwas (die Petflasche) in Richtung seines Kopfes geworfen, ihn aber nicht ge-

troffen hat. An dieser Zugabe hält sie in der staatsanwaltschaftlichen Einver-

nahme dann aber nicht mehr fest, sondern behauptet nun, die Petflasche "leicht" 

neben ihn hingeworfen zu haben (Urk. 4/2 Frage 9).  

 Die polizeiliche Befragung verlief wie folgt weiter: "Er habe versucht das 

Glas mit den Bonbons zurückzuhalten als Sie aus dem Taxi aussteigen wollten. 

Sie hätten ihm dann dieses Glas aus der Hand gerissen und ihm an den Kopf ge-

worfen. Was sagen Sie dazu? Das stimmt nicht. Als er bei mir Anzeige erstattete, 

übergab er mir das Glas, welches Sie ihm an den Kopf geworfen haben sollen. 

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Was meinen Sie, finden wir Spuren von Ihnen auf diesem Glas? Das weiss ich 

nicht. Ich habe die Bonbons nicht gegessen. Vielleicht habe ich das Glas berührt 

als ich nach dem Wasser griff." (Urk. 4/1 S. 3, Frage 15-16). 

 Hier erfolgt nun die Zugabe, dass sich – entgegen ihrer konstanten Aussage 

zu Beginn der Befragung – tatsächlich ein Glas mit Bonbons in der Armlehne be-

fand. 

 Schliesslich: "Ich zeige Ihnen nun Aufnahmen von der Verletzung, welche 

der Taxifahrer erlitten hat. Was sagen Sie dazu?(Während die Frage aufgeschrie-

ben wird, bückt sich die Beschuldigte zum Rapportierenden, um einen Blick auf 

die Fotos zu erhaschen und muss dabei lächeln.) Ich habe eine Flasche nach ihm 

geworfen und habe ihn auch nicht getroffen. Ich habe kein Glas nach ihm gewor-

fen. Woher kommt dann die Verletzung? Ich weiss nicht. Das ist so schnell pas-

siert und es war auch nicht wichtig für mich. Er ist selber schuld. Er ist frech zu 

Kunden. Ich habe bezahlt nicht er. Er war so frech und wollte nicht weiterfahren. 

Er muss vorher sagen, dass das Wasser etwas kostet." (Urk. 4/1 S. 3, Frage 18-

19). 

 Auf die Frage, woher die Verletzung komme, folgt die Antwort, er sei ja sel-

ber schuld. Auch das ist wieder ein indirektes Zugeständnis.  

 Betrachtet man schliesslich die Aussagen der Beschuldigten bloss zum Vor-

handensein eines Trinkglases, und berücksichtigt man auch ihre heutigen An-

gaben, kann ein deutlicher Widerspruch in den Depositionen der Beschuldigten 

festgestellt werden. Die Frage, ob es auch Trinkgläser gegeben habe, verneinte 

die Beschuldigte (Urk. 4/1 S. 2 Frage 10). Die Frage des Assistenzstaatsan-

waltes, ob sie ein solches Glas im Auto gesehen habe, bejahte die Beschuldigte 

(Urk. 4/2 S. 3 Frage 14). Heute führte sie aus, sich nicht daran erinnern zu kön-

nen, ob es ein solches Glas mit Süssigkeiten gehabt habe (Urk. 77 S. 5). Dass die 

Beschuldigte sich nicht mehr an das Glas erinnern kann, während sie in der Lage 

ist, die übrigen Umstände der Taxifahrt sehr detailliert zu beschreiben (Urk. 77 

S. 4 f.), ist nicht erklär- und nicht nachvollziehbar, zumal es sich hierbei um den 

Kerngegenstand im vorliegenden Strafverfahren handelt. 

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 Das Aussageverhalten der Beschuldigten zur Frage, ob sie dem Privatkläger 

das Glas mit den Bonbons an die Stirn geworfen hat, ist insgesamt somit als deut-

lich widersprüchlich zu werten. Es enthält zudem zahlreiche verklausulierte indi-

rekte Zugeständnisse, die den letztlich eingenommenen Standpunkt der Beschul-

digten als weitaus weniger glaubhaft erscheinen lassen als die gegenteilige Dar-

stellung des Privatklägers.  

 6. An dieser Einschätzung vermögen auch die – heute erneut gestellten 

(Prot. II S. 5) – Beweisanträge und Einwände des Verteidigers nichts zu ändern:  

 6.1. Dieser beantragte mit der Berufung, dass erstens beim Forensischen 

Institut Zürich abzuklären sei, ob es überhaupt möglich sei, dass eine Person, 

welche ein Glas in der Hand halte und dieses dann in Richtung eines Dritten wer-

fe, auf diesem keine Spuren (DNA etc.) hinterlasse. Zweitens sei ein ärztliches 

Gutachten in Auftrag zu geben zur Klärung der Frage, ob eine Wunde, wie sie in 

Urk. 3 fotografisch dokumentiert worden sei, nur aufgrund der Verwendung eines 

Glases verursacht werden könne oder z.B. auch durch einen Kopfstoss gegen die 

Fahrzeugtüre. Drittens sei schliesslich das Fahrtenbuch des Privatklägers bei-

zubringen (Urk. 63 S. 2). Diese Beweisanträge wurden vom Präsidenten der 

Kammer unter Verweis auf die Begründung der Vorinstanz – zu Recht – abge-

lehnt (Urk. 70). In der Tat hatte sich bereits die Vorinstanz mit den nämlichen Be-

weisanträgen auseinandergesetzt und diese mit zutreffender Begründung abge-

wiesen. Darauf ist zur Vermeidung von Wiederholungen vorab vollumfänglich zu 

verweisen (Urk. 48 S. 2 ff. und Urk. 62 S. 7-11; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu ergänzen 

ist, dass die Staatsanwaltschaft dem Forensischen Institut Zürich keinen Auftrag 

zur Sicherung und Auswertung von DNA-Spuren erteilte, sondern einen solchen 

für daktyloskopische Spuren (Urk. 8). Daktyloskopie (Fingerschau) ist das Sicht-

barmachen von Finger- und Handballenabdrücken, welche dann mit denjenigen 

des mutmasslichen Täters abgeglichen werden. Der Kurzbericht des Forensi-

schen Instituts wurde von Sachverständigen des Bereichs Daktyloskopie/Schuh-

spuren verfasst. Diese führten aus, dass das Glas nach daktyloskopischen Spu-

ren untersucht worden sei, man aber keine solchen habe sichtbar machen kön-

nen, welche den qualitativen und/oder quantitativen Mindestanforderungen für ei-

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ne Weiterverarbeitung genügen würden (Urk. 9 S. 2). Das ist bei einem Glas, das 

sich in einem Taxi mit zahlreichen Gästen befand und welches nicht von den 

Spezialisten der Kantonspolizei am Tatort sichergestellt, sondern vom Privat-

kläger selber auf den Polizeiposten getragen und dort abgegeben wurde, nicht 

verwunderlich. Zudem konnten überhaupt keine Finger- oder Handflächenab-

drücke sichtbar gemacht werden, auch nicht diejenigen des Privatklägers, der das 

Glas nachweislich und wohl als letzter in den Händen hielt. Aus diesem Umstand 

lässt sich nichts für oder gegen die Beschuldigte ableiten. Soweit der Beweis-

antrag der Beschuldigten die Möglichkeit betrifft, dass sie das Glas in der Hand 

gehalten und nach dem Privatkläger geworfen habe, ohne dass auf dem Glas ei-

ne DNA-Spur der Beschuldigten nachweisbar sei, ist zunächst festzuhalten, dass 

ein gutachterlicher Befund, dass auf dem Glas keine DNA-Spur der Beschuldigten 

nachgewiesen werden könne, gar nicht vorliegt. Entsprechende (arbeits- und kos-

tenintensive) Abklärungen wurden bis dato von niemandem verlangt. Aufgrund 

der Umstände der Tat und der Sicherung des Spurenträgers erscheint es sodann 

fraglich, ob eine DNA-Spur gesichert werden könnte, welche den qualitativen 

und/oder quantitativen Mindestanforderungen für eine Weiterverarbeitung genü-

gen würde, nachdem die Beschuldigte nicht aus dem Glas getrunken, sondern 

dieses – wie zahlreiche Personen vorher – lediglich in den Händen gehalten ha-

ben will. Die DNA einer Person kann bekanntlich aus Körperflüssigkeiten wie Blut, 

Sperma und Speichel, oder aber aus Hautzellen und Haarwurzeln eruiert werden. 

Solche Spuren der Beschuldigten sind in casu nicht zu erwarten. Ein Befund, 

dass solche Spuren dennoch vorlägen, würde sodann lediglich den Nachweis er-

bringen, dass die Beschuldigte das Glas tatsächlich berührt hat. Das räumt die 

Beschuldigte aber selber als möglich ein (Urk. 4/1 S. 3; Urk. 4/2 S. 3; Urk. 4/3 

S. 2). Ein negatives Resultat wiederum, mithin der Befund, dass man auch keine 

genügenden DNA-Spuren sichern konnte, würde mit Rücksicht auf die Tatum-

stände (In-den-Händen-Halten und Werfen eines Glases) und mit Blick auf die üb-

rige Beweislage das Beweisergebnis nicht ändern. Damit kann in antizipierter 

Beweiswürdigung auch diesbezüglich auf weitere Gutachten verzichtet werden. 

 6.2. Schliesslich ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass die dokumentier-

te Verletzung (Urk. 3) beim Einsteigen der Beschuldigten ins Taxi anerkannter-

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massen noch nicht vorhanden war (Urk. 4/2 S. 4 Frage 21). Wenn diese Verlet-

zung dem Privatkläger nicht durch die Beschuldigte zugefügt worden wäre, hätte 

ihm diese am 6. Oktober 2015 zwischen 15:40 Uhr und 16:15 Uhr durch einen 

Dritten zufügt werden müssen. Dass der Privatkläger diesfalls umgehend zur  

Polizei gegangen sein sollte und dort die Beschuldigte, die er vor dieser Taxifahrt 

überhaupt nicht kannte, zu Unrecht hätte belasten sollen, ist in hohem Masse un-

wahrscheinlich. So würde er ja den effektiven Täter schützen, und zudem eine 

Bestrafung wegen falscher Anschuldigung riskieren. Ein solches Vorgehen wäre 

nicht nachvollziehbar und lebensfremd. Genau das Gleiche gilt für die von der 

Beschuldigten genannte Hypothese, dass sich der Privatkläger die Wunde selber 

zugefügt habe. Wenn es ein Selbstunfall gewesen wäre, hätte er bei dieser leich-

ten Verletzung kaum den zeitlichen Aufwand auf sich genommen, den eine An-

zeige bei der Polizei mit sich bringt, um die ihm nicht näher bekannte Beschuldig-

te zu Unrecht zu belasten und damit seine Bestrafung wegen falscher Anschuldi-

gung zu riskieren. Und wenn er sich die Wunde selber zugefügt hätte, um, wie 

dies die Beschuldigte insinuierte, sich mittels Zivilansprüchen auf ihre Kosten be-

reichern zu wollen, so ist dem zu entgegnen, dass er sich wohl eine schwerere 

Verletzung als nur diese harmlose Platzwunde verpasst und zudem ein potente-

res Opfer ausgesucht hätte als die Beschuldigte, die nicht in der Lage war, mehr 

als Fr. 20.– für die Taxifahrt zu bezahlen (Urk. 63 S. 3). Schliesslich ist auch das 

von der Verteidigung vorgebrachte Motiv des verletzten Stolzes auszuschliessen 

(Urk. 78 S. 7). Der Privatkläger kannte die Beschuldigte vorher nicht, niemand 

beobachtete die Auseinandersetzung zwischen der Beschuldigten und dem Pri-

vatkläger, es gab keine anderen Passagiere. Somit hätte gar niemand bemerken 

können, dass der Privatkläger von der Beschuldigten blossgestellt wird. Alles in 

allem sind diese von der Beschuldigten genannten Hypothesen alle lebensfremd, 

ohne erkennbares Motiv und deshalb zu verwerfen. 

 6.3. Weiter ist festzuhalten, dass es angesichts der geringfügigen Verlet-

zung nur logisch erscheint, dass der Privatkläger darauf verzichtete, einen Arzt 

aufzusuchen. Ein Gutachten zur Klärung der Frage, ob eine Wunde, wie sie in 

Urk. 3 fotografisch dokumentiert worden ist, nur aufgrund der Verwendung eines 

Glases verursacht werden kann, oder z.B. auch durch einen Aufschlag des Kopf-

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es gegen die Fahrzeugtüre, ist sodann entbehrlich. Die Frage kann auch von ei-

nem medizinischen Laien in letzterem Sinne bejaht werden, was aber am Be-

weisergebnis nichts ändert. Mit der Vorinstanz (Urk. 62 S. 11) ist darauf hinzu-

weisen, dass jedenfalls auch vorstellbar ist, dass der Wurf mit dem streitgegen-

ständlichen Trinkglas aus nächster Nähe zu einer rissartigen Verletzung an der 

Stirn führen kann, auch ohne dass daraus eine deutlich sichtbare Beule oder ein 

Hämatom resultiert. Zudem ist bei einem Stosswurf aus dieser kurzen Distanz 

kein Zerbrechen des Glases an der Stirn zu erwarten.  

 6.4. Schliesslich ist auch der Beizug des Fahrtenbuches oder der Beizug 

und die Auswertung des Originals des Fahrtenschreibers des Privatklägers ent-

behrlich. Die zeitliche Abfolge der Geschehnisse belegt eine umgehende Reak-

tion des Privatklägers. Weiterungen sind hier nicht nötig. 

 6.5. Auch bezüglich der weiteren Einwände der Beschuldigten, nämlich 

dass eine Frau einem Taxifahrer, der einen Kopf grösser sei als sie, doch kein 

Trinkglas an den Kopf werfe, dass kein Motiv erkennbar sei und dass sie überdies 

nicht einschlägig vorbestraft sei, weshalb eine solche Tat quer der Logik wäre 

(Urk. 51 S. 2 unten; Urk. 78 S. 3 unten und S. 4 oben), kann auf die Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Diese legte zutreffend dar, dass einerseits 

nicht ersichtlich sei, wie die Beschuldigte hätte wissen sollen, wie gross der sit-

zende Privatkläger tatsächlich sei. Andererseits habe sie ihm nach ihren eigenen 

Aussagen eine Petflasche angeworfen, was belege, dass sie sich keineswegs vor 

ihm gefürchtet oder sich ihm unterlegen gefühlt habe. Ein mögliches Motiv könne 

sodann ohne Weiteres im vorangegangenen Konflikt über den Fahrweg und die 

Kosten für das Wasser erkannt werden. Aus dem Fehlen einer einschlägigen Vor-

strafe könne schliesslich keinesfalls auf die Unschuld der Beschuldigten ge-

schlossen werden, ansonsten jeder (Erst-)Täter als unschuldig zu gelten hätte 

(Urk. 62 S. 11). Das alles ist zutreffend, zumal die Beschuldigte auch heute ein-

räumte, wütend gewesen zu sein und daher eine Petflasche in Richtung des Pri-

vatklägers geworfen zu haben (Urk. 77 S. 5). 

 7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Anklagesach-

verhalt aufgrund der glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie der bei den 

- 14 - 

Akten liegenden Sachbeweise (unmittelbar nach dem Vorfall dokumentierte Stirn-

verletzung und eingereichtes Trinkglas) erstellt werden kann – von Beweis-

losigkeit kann entgegen der Verteidigung (Urk. 78 S. 8) mitnichten gesprochen 

werden. Dieses Beweisfundament (Aussagen des Privatklägers, fotografisch fest-

gehaltene Stirnverletzung, Trinkglas) wird durch die Aussagen und Vorbringen der 

Beschuldigten nicht erschüttert. Es verbleiben keine (jedenfalls keine unüber-

windlichen) Zweifel daran, dass die Beschuldigte dem Privatkläger gezielt ein 

Trinkglas an den Kopf geworfen hat, wodurch der Privatkläger eine kleine Riss-

quetschwunde an der Stirn erlitt. 

III. Rechtliche Würdigung / Strafzumessung / Vollzug 

 1. Die Vorinstanz hat sich einlässlich zur rechtlichen Würdigung geäus-

sert und die Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen. Auf diese zutreffenden Ausführungen ist zu 

verweisen (Urk. 62 S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die rechtliche Würdigung wur-

de denn auch weder von der Beschuldigten noch vom Privatkläger noch von der 

Staatsanwaltschaft angefochten. Dass das Verhalten der Beschuldigten über eine 

Tätlichkeit hinausging, geht bereits aus der fotografisch dokumentierten Ver-

letzung des Privatklägers (Urk. 3) hervor. Es liegen ferner keine Rechtfertigungs- 

und Schuldausschlussgründe vor. Dementsprechend ist die Beschuldigte der ein-

fachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 2. Die Vorinstanz hat die anwendbaren gesetzlichen Grundlagen zur 

Strafzumessung richtig dargelegt. Die Strafe ist zwar milde, insbesondere was die 

Tagessatzhöhe betrifft, aber immer noch lege artis zugemessen. Der Ausfällung 

einer höheren Sanktion steht zudem das Verschlechterungsverbot (Art. 391 

Abs. 2 StPO) entgegen. Auch die Frage des Vollzugs wurde korrekt erwogen und 

beantwortet (Urk. 62 S. 15 ff.). Auf diese zutreffenden Ausführungen ist zu ver-

weisen und die Erwägungen der Vorinstanz sind zu bestätigen.  

- 15 - 

 3. Im Ergebnis ist die Beschuldigte demnach zu einer bedingten Geldstra-

fe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu verurteilen, unter Ansetzung einer Probezeit 

von zwei Jahren. 

IV. Zivilansprüche 

 1. Der Privatkläger hat vor Vorinstanz adhäsionsweise die Zusprechung 

von Schadenersatz und Genugtuung in Höhe von je Fr. 300.– zuzüglich Zins zu 

5% seit dem 6. Oktober 2015 verlangt (Urk. 10/3). Die Vorinstanz hat beide An-

sprüche mangels Substantiierung auf den Zivilweg verwiesen (Urk. 62 S. 18).  

 2. Die Beschuldigte beantragt mit ihrer Berufung, auf die Zivilforderungen 

des Privatklägers sei nicht einzutreten, eventualiter seien diese abzuweisen und 

subeventualiter auf den Zivilweg zu verweisen (Urk. 63 S. 2; Urk. 78 S. 8). Der 

Privatkläger und die Anklägerin haben den Entscheid der Vorinstanz nicht ange-

fochten. 

 3. Man kann sich fragen, ob die Beschuldigte in Bezug auf die Zivilforde-

rungen überhaupt beschwert ist, nachdem die Vorinstanz diese auf den Zivilweg 

verwiesen hat. Da die Abweisung der Zivilforderungen zu materieller Rechtskraft 

des Entscheides führt, das Verweisen auf den Zivilweg aber nicht, ist zumindest 

bezüglich des Eventualantrags eine Beschwer zu bejahen. Auf die Berufung ist in 

diesem Sinne einzutreten.  

 4. Gemäss Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO entscheidet das Gericht über die 

anhängig gemachte Zivilforderung, wenn es – wie hier – die beschuldigte Person 

schuldig spricht. Die Zivilklage wird hingegen auf den Zivilweg verwiesen, wenn 

die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend begründet oder beziffert hat 

(Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

 4.1. Die Beschuldigte legt nicht dar, weshalb auf die Zivilforderungen nicht 

einzutreten wäre. Nichteintreten wäre z.B. dann richtig, wenn die geltend gemach-

te Zivilforderung nicht Folge der zu beurteilenden Straftat wäre. Eine solche Kons-

tellation liegt hier nicht vor. Zudem ist die Rechtsfolge des Nichteintretens die 

- 16 - 

gleiche wie beim Verweisen auf den Zivilweg, wie dies die Vorinstanz entschieden 

hat. In beiden Fällen entscheidet das Sachgericht nicht materiell über die Zivilfor-

derungen. Es bleibt dem Privatkläger aber möglich, diese Forderungen auf dem 

Weg des Zivilprozesses geltend zu machen. Die Beschuldigte ist diesbezüglich 

also gar nicht beschwert.  

 4.2. Der Entscheid über die Zivilforderung, und zwar deren Gutheissung wie 

Abweisung, ist gemäss Art. 126 Abs. 1 StPO die primäre gesetzliche Pflicht des 

Gerichts. Eine Ausnahme ist u.a. dann zu machen, wenn die Zivilforderungen 

nicht hinreichend begründet oder beziffert werden (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

Der Grund dafür liegt im Umstand, dass die Möglichkeit, eine Zivilklage ad-

häsionsweise im Strafverfahren geltend zu machen, es dem Privatkläger (und 

Geschädigten) erleichtern soll, seine Forderung gegenüber dem Täter durch-

zusetzen. Keinesfalls aber sollen die Rechte des Geschädigten eingeschränkt 

werden. Substantiiert er also seine Zivilforderung nicht oder zu wenig, so soll der 

Strafrichter diese nicht (mit materieller Rechtskraft) abweisen, sondern dem Ge-

schädigten die Möglichkeit belassen, seine Forderung in einem ordentlichen  

Zivilprozess geltend zu machen. Damit erhellt, dass die Vorinstanz, nachdem der 

Privatkläger seine Zivilforderungen in keiner Weise begründet hatte, diese richtig-

erweise nicht abgewiesen, sondern auf den Zivilweg verwiesen hat. Dem entspre-

chenden Berufungseventualantrag ist demnach ebenfalls nicht stattzugeben und 

die Zivilforderungen des Privatklägers sind – im Einklang mit dem Subeventual-

antrag der Beschuldigten – auf den Zivilweg zu verweisen. 

V. Kostenfolgen 

 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Untersuchung, des erst-

instanzlichen Verfahrens und des Berufungsverfahrens der Beschuldigten aufzu-

erlegen (Art. 426 Abs. 1 und Art. 428 Abs. 1 StPO). Dass die Beschuldigte bezüg-

lich ihres Subeventualantrages betreffend die Zivilforderungen obsiegt, rechtfertigt 

keine andere Kostenverteilung. 

- 17 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abtei-

lung - Einzelgericht, vom 13. Februar 2017 wie folgt in Rechtskraft erwach-

sen ist: 

Es wird erkannt: 

1.-3. (…) 

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. März 2016 

beschlagnahmte Trinkglas wird dem Privatkläger innert 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. Andernfalls wird es eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

5. (…) 

6. Der Antrag auf Anordnung einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im 

Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird abgewiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

 

1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

 

1'100.–   Gebühr für das Vorverfahren 

 

280.–   Auslagen Polizei 

 Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

8. (…) 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 10.–. 

- 18 - 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

der Beschuldigten auferlegt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.  

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.  

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt) 
− den Privatkläger (versandt) 

(Eine begründete Urteilsausfertigung – und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) – wird Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

- 19 - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
Zürich, 31. August 2017 

 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 31. August 2017
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 62 S. 19 ff.)
	Es wird erkannt:

	1. Die Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. März 2016 beschlagnahmte Trinkglas wird dem Privatkläger innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. Andernfalls wird es eingezogen und der Lag...
	5. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	6. Der Antrag auf Anordnung einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird abgewiesen.
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 4)
	1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (10. Abteilung, Einzelgericht) vom 13. Februar 2017 vollumfänglich aufzuheben (exkl. Ziffer 6. [DNA]).
	2. Es sei Frau A._____ vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung von Schuld und Strafe freizusprechen.
	3. Auf die Zivilforderung von B._____ sei nicht einzutreten, ev. sei diese Forderung vollumfänglich abzuweisen, subev. sei diese Forderung auf den Zivilweg zu verweisen.
	4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang

	4. Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Nachdem die Dispositivziffern 4 (Herausgabe des beschlagnah...
	II.  Tatsächliches
	6.2. Schliesslich ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass die dokumentierte Verletzung (Urk. 3) beim Einsteigen der Beschuldigten ins Taxi anerkanntermassen noch nicht vorhanden war (Urk. 4/2 S. 4 Frage 21). Wenn diese Verletzung dem Privatkläger ni...
	6.3. Weiter ist festzuhalten, dass es angesichts der geringfügigen Verletzung nur logisch erscheint, dass der Privatkläger darauf verzichtete, einen Arzt aufzusuchen. Ein Gutachten zur Klärung der Frage, ob eine Wunde, wie sie in Urk. 3 fotografisch ...
	6.4. Schliesslich ist auch der Beizug des Fahrtenbuches oder der Beizug und die Auswertung des Originals des Fahrtenschreibers des Privatklägers entbehrlich. Die zeitliche Abfolge der Geschehnisse belegt eine umgehende Reaktion des Privatklägers. We...
	6.5. Auch bezüglich der weiteren Einwände der Beschuldigten, nämlich dass eine Frau einem Taxifahrer, der einen Kopf grösser sei als sie, doch kein Trinkglas an den Kopf werfe, dass kein Motiv erkennbar sei und dass sie überdies nicht einschlägig vor...
	7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Anklagesachverhalt aufgrund der glaubhaften Aussagen des Privatklägers sowie der bei den Akten liegenden Sachbeweise (unmittelbar nach dem Vorfall dokumentierte Stirnverletzung und eingereichtes T...
	III.  Rechtliche Würdigung / Strafzumessung / Vollzug

	2. Die Vorinstanz hat die anwendbaren gesetzlichen Grundlagen zur Strafzumessung richtig dargelegt. Die Strafe ist zwar milde, insbesondere was die Tagessatzhöhe betrifft, aber immer noch lege artis zugemessen. Der Ausfällung einer höheren Sanktion s...
	3. Im Ergebnis ist die Beschuldigte demnach zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.– zu verurteilen, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.
	IV.  Zivilansprüche
	V.  Kostenfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 13. Februar 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Es wird erkannt:

	1.-3. (…)
	4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. März 2016 beschlagnahmte Trinkglas wird dem Privatkläger innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. Andernfalls wird es eingezogen und der Lag...
	5. (…)
	6. Der Antrag auf Anordnung einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes wird abgewiesen.
	7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	8. (…)
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Privatkläger wird mit seinen Zivilforderungen auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)
	 den Privatkläger (versandt)
	(Eine begründete Urteilsausfertigung – und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) – wird Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.