# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b1293369-506f-5230-8022-27fca41eb838
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2010 E-3842/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3842-2006_2010-12-20.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung V
E-3842/2006

Urteil vom 20. Dezember 2010

Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Walter Lang, 
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,
Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis.

Parteien A._______, Kosovo,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für 
Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF
vom 27. Mai 2004 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein Angehöriger der albanischen Ethnie aus 
B._______, verliess den Heimatstaat nach eigenen Angaben am 6. April 
2004 und gelangte über Albanien und Italien am 12. Mai 2004 illegal in 
die Schweiz. Tags darauf suchte er an der Empfangsstelle (heute: 
Emp�fangszentrum) Kreuzlingen um Asyl nach, wo er am 13. Mai 2004 
sum�marisch zum Reiseweg und zu den Ausreisegründen befragt wurde 
(Protokoll: Vorakten, A1). Am 21. Mai 2004 fand am selben Ort die 
An�hö�rung zu den Asylgründen durch das BFF statt (Protokoll: 
Vorakten A9).

B. 
Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, er habe als 
Angehöriger der albanischen Ethnie bereits zwischen 1990 und 1999  mit 
serbischen Inspektoren der Staatssicherheit, unter anderem mit 
C._______, an seinem Wohnort Probleme gehabt. Mit den NATO-
Bombardierungen im Frühjahr 1999 sei es schlimmer geworden; so 
ha�be er, wie viele andere Albaner, als "Schutzschild" im Quartier 
bleiben müssen. Im Mai 1999 sei er von C._______ und seinen Leuten 
ver�haftet und misshandelt worden. Wie allen Albanern sei ihm 
Terrorismus vorgeworfen worden; dabei sei er weder religiös noch 
politisch aktiv gewesen. Vom Kreisgericht (…) sei er am (…) zu 13 
Jahren Gefängnis verurteilt worden. Man habe ihn in den Gefängnissen 
von (…) festgehalten, bis er am (…) auf internationalen Druck hin bedingt 
entlassen worden sei.

Der Beschwerdeführer machte geltend, im Mai 1999 sei er im Gefäng�nis von Dubrave Zeuge eines 
Massakers an 170 Albanern geworden. Er habe Menschen ohne Gliedmassen und Kopf gesehen, er wisse 
nicht, wie er dies beschreiben solle. Seither leide er unter einem Trau�ma. Während seiner 
Gefangenschaft und nach seiner Entlassung bis zur Ausreise sei er telefonisch mit dem Tode bedroht 
worden für den Fall, dass er zu diesem Massaker Aussagen machen werde. Die Dro�hungen seien von 
denselben Personen ausgegangen, die ihn festge�nommen und das Verfahren gegen ihn geführt hätten; 
auch nach dem Krieg hätten diese Personen sich noch frei im Kosovo bewegen kön�nen. C._______, der 
ihn als Einwohner von B._______ gut gekannt habe, sei der Hauptverantwortliche gewesen. Er habe der 
Gruppe der (…) angehört. Der Be�schwerdeführer führte weiter aus, er habe sich wegen der Drohungen 
mehrmals erfolglos an die albanische Polizei gewandt, wobei er auch die Namen der ihn bedrohenden 
Personen genannt habe. Seine Anga�ben seien aber nicht einmal zu Protokoll genommen worden. Auch 
an�dere Häftlinge aus Dubrave, die das Massaker überlebt hätten, seien bedroht worden, darunter sein 
Onkel und zwei Cousins, die alle aus demselben Grund wie er verhaftet worden seien. Wegen der 

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traumati�schen Ereignisse in Dubrave sei er in seinem Heimatland vom 3. Mai 2001 bis am 4. April 2004 
in ambulanter psychiatrischer Behandlung gewesen. Wie vor seiner Gefangenschaft habe er zusammen 
mit sei�nen Eltern und Geschwistern in B._______ gelebt. Am 6. April 2004 habe er Kosovo wegen der 
anhaltenden Drohungen, seines labilen Gesund�heitszustands und der allgemein schlechten Lage 
verlassen.

Im Verlauf des erstinstanzlichen Asylverfahrens gab der Beschwerde�führer nebst einer von der UNMIK 
am 15. Dezember 2003 ausgestell�ten Identitätskarte (Nr. …) folgende Dokumente zu den Akten:

– 4 Beschlüsse über die Verlängerung der Untersuchungshaft:

(…)

– Anklageschrift Nr. KT (…),

– Beschluss über die Rückweisung der Beschwerde Nr. (…),

– Beschwerde des Anwaltes Nr. (…),

– Urteil des Kreisgerichts (…) Nr. (…),

– Bestätigung des Anwalts, dass Nichtigkeitserklärung des Ober�gerichts 
in Belgrad vom (…) i.S. Urteil vom (…),

– Bestätigung des Roten Kreuzes bezüglich Gefangenenbesuch Nr. 
(…),

– Beschluss über die Freilassung Nr. (…),

– Beschluss über die Verfahrenseröffnung Bezirksgericht (…) Nr. (…),

– Bestätigung über Annahme des Mandats als Pflichtverteidiger des 
Gerichts (…), Nr. (…),

– Bestätigung des Gemeinderates von (…) über den Gefängnisaufenthalt 
des Beschwerdeführers, Nr. (…).

C. 
Mit Verfügung vom 27. Mai 2004 – eröffnet am selben Tag – stellte das 
BFF fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 
lehnte sein Asylgesuch ab, wies in aus der Schweiz weg und ordnete den 
Vollzug der Wegweisung an.

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Zur Begründung führte es aus, der Beschwerdeführer habe seine Vor�bringen in wesentlichen Punkten – 
insbesondere hinsichtlich der gel�tend gemachten Drohungen und der angeblichen Anzeige dieser 
Dro�hungen bei der albanischen Polize – wenig konkret, detailliert und differenziert dargelegt, weshalb die 
entsprechenden Vorbringen insge�samt unglaubhaft seien. Im Übrigen seien die Vorbringen und die 
ein�gereichten Beweismittel aus verschiedenen Gründen asylrechtlich irre�levant. Der Vollzug der 
Wegweisung erweise sich als zulässig, zumut�bar und möglich. Insbesondere sei die gesundheitliche 
Betreuung auch im Kosovo gewährleistet und der Beschwerdeführer verfüge dort über ein soziales Netz.

D. 
Mit Beschwerde vom 26. Juni 2004 an die Schweizerische 
Asylrekurs�kommission (ARK) beantragte der Beschwerdeführer 
sinngemäss die Aufhebung der BFF-Verfügung vom 27. Mai 2004 und die 
Gewährung von Asyl. Zur Begründung machte er insbesondere geltend, 
wenn er während den Befragungen konfus und nicht überzeugend in der 
Argu�mention gewirkt haben soll, sei dies auf seine Traumatisierung 
zurück�zuführen, die eine Folge seiner Inhaftierung in serbischen 
Gefäng�nissen, der dort erlittenen Misshandlungen und insbesondere 
des in Dubrave miterlebten Massakers sei – welcher Mensch könne da 
noch klar und nicht konfus sein? Seinen schlechten Gesundheitszustand 
habe er im Übrigen bereits bei seiner Ankunft in der Schweiz 
kundge�tan. Er sei von den Untersuchungsrichtern des Internationalen 
Strafge�richtshofs in Den Haag für das ehemalige Jugoslawien als 
möglicher Zeuge für das Massaker des Regimes von Milosevic an den 
Gefange�nen des Gefängisses von Dubrave befragt worden; die 
telefonischen Drohungen hätten zeitlich genau nach seinen Aussagen 
begonnen. Von den internationalen Institutionen im Kosovo werde 
anerkannt, dass Zeugen in Kosovo Drohungen und Gewalt ausgesetzt 
seien, und es sei erstaunlich, dass das BFF ihm nicht glaube. Er könne 
seine Vor�bringen mündlich vielleicht noch systematischer und klarer 
darlegen, allerdings erst, wenn er eine adäquate neuropsychiatrische 
Behand�lung erfahren habe. Er ersuche darum, dass die ARK seine 
Posttrau�matische Belastungsstörung (PTBS) berücksichtige. Eine 
Rückkehr an den Ort, wo sich vor seinen Augen ein grosses Massaker 
abgespielt und er unmenschliche Folter durchlebt habe, sei unvorstellbar.

Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer einen Bericht eines Neuropsychiaters aus 
B._______ vom 22. Juni 2004 ein. Der Arzt führt darin aus, der Beschwerdeführer habe an seiner Klinik 
und im (…) Center in B._______ eine Einzeltherapie absolviert und an Gruppentherapien teilgenommen. 
Die Klinik habe sich fokus�siert auf die Behandlung ehemaliger Häftlinge, die, wie der Beschwer�deführer, 
das Massaker im Dubrave-Gefängnis vom Mai 1999 und die grausamen und unmenschlichen 
Behandlungen während der Haftzeit überlebt hätten. Dieses Massaker sei von internationalen 

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Menschen�rechtsorgnisationen anerkannt und auch photographisch belegt, wie die drei zu den Akten 
gereichten Kopien zeigten.

Nebst diesem Bericht reichte der Beschwerdeführer ein undatiertes Überweisungsschreiben des (…) 
Kantonsspitals ein, worin der zu�ständige Arzt festhält, der Beschwerdeführer sei am 20. Juni 2004 in die 
ambulante Behandlung gekommen. Er gebe an, 1999 im Balkan�krieg Zeuge eines Massakers geworden 
und während zweier Jahre in Gefängnissen inhaftiert gewesen zu sein, wo er gefoltert und misshan�delt 
worden sei. Der Arzt diagnostiziert in seinem Bericht eine akute PTBS mit akuter Suizidalität. Er überwies 
den Beschwerdeführer zur weiteren Therapie in die Psychiatrische Klinik (…).

E. 
Mit Zwischenverfügung vom 13. Juli 2004 erhob der Instruktionsrichter 
der ARK vom Beschwerdeführer einen Kostenvorschuss von Fr. 600.–.

F. 

F.a. Am 28. Juli 2004 reichte der Beschwerdeführer ein ärztliches 
Zeugnis der Psychiatrischen Klinik (…) vom 27. Juli 2004 zu den Akten. 
Die leitende Ärztin bescheinigt darin die Hospitalisierung des 
Beschwerdeführers seit dem 20. Juni 2004 und führt aus, er bedürfe einer 
psychopharmakologischen und einer psychotherapeutischen 
Be�handlung. Eine solche müsste auch im Fall einer Rückkehr ins 
Hei�matland gewährleistet sein.

Am 9. August 2004 reichte der Beschwerdeführer ein fremdsprachiges Orginaldokument inklusive 
beglaubigter Übersetzung zu den Akten. Ein Neuropsychiater des "Geistesgesundheitszentrum" B._______ 
hält darin fest, der Beschwerdeführer sei während des Krieges ein poli�tischer Gefangener gewesen und 
leide an einer PTBS, die wegen Per�sonalmangels im Kosovo nicht behandelt werden könne.

F.b. Mit Zwischenverfügung vom 12. August 2004 nahm der 
Instruk�tionsrichter die Eingabe vom 28. Juli 2004 als sinngemässes 
Gesuch um Wiedererwägung der Zwischenverfügung vom 13. Juli 2004 
ent�gegen und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 
Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, bis am 22. August 
2004 einen ausführlichen Arztbericht nachzureichen.

F.c. Innert erstreckter Frist reichte der Beschwerdeführer am 27. 
Sep�tember 2004 zwei vom 13. und 14. September 2004 datierte 
Bestäti�gungen zu den Akten, in welchen Ärzte aus Kosovo im 
Wesentlichen bestätigen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der 

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Vorkommnisse in Dubrave professioneller psychiatrischer Unterstützung 
bedürfe.

G. 

G.a. Mit Vernehmlassung vom 26. November 2004 beantragte das BFF 
die Abweisung der Beschwerde. Es hielt ergänzend insbesondere fest, 
die vom Beschwerdeführer benötigte medizinische Behandlung sei in 
Kosovo gewährleistet. Soweit er die in der angefochtenen Verfügung 
aufgezeigten Unstimmigkeiten mit seinem labilen gesundheitlichen 
Zu�stand zu erklären versuche, sei ihm entgegenzuhalten, dass seine 
Prozessfähigkeit mit der Anhörung klar etabliert worden sei.

G.b. In seiner undatierten Stellungnahme (Eingang ARK am 24. 
De�zember 2004) führte der Beschwerdeführer aus, der zuständige Arzt 
des Regionalspitals B._______ habe in seinem Bericht bestätigt, dass er 
dort eben gerade nicht adäquat psychotherapeutisch behandelt wer�den 
könne. Zu einem privaten Arzt, wie dies das BFF vorschlage, kön�ne er 
aus Kostengründen nicht gehen. Demgegenüber werde ihm mit der 
ärztlichen Behandlung in der Schweiz wirklich geholfen, doch sei er noch 
über längere Zeit darauf angewiesen.

Zusammen mit der Eingabe reichte er ein Schreiben seines Haus�arztes vom 22. Dezember 2004 ein. 
Dieser führt darin aus, der Patient sei ihm von der Psychiatrischen Klinik überwiesen worden. Sein 
Zu�stand habe sich schnell gebessert, auch weil es in der Behandlung keine sprachlichen Hindernisse 
gebe. Eine Rückkehr würde demge�genüber beim Beschwerdeführer eine starke depressive Krise 
aus�lösen.

H. 
Mit Schreiben vom 3. Mai 2007 teilte der zuständige Instruktionsrichter 
dem Beschwerdeführer mit, das Verfahren sei per 1. Januar 2007 von der 
ARK zur Behandlung übernommen worden.

I. 

I.a. 
Mit Zwischenverfügung vom 28. Juli 2009 forderte der 
Instruktions�richter den Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine 
Mit�wirkungs�pflicht auf, den Sachverhalt, insbesondere hinsichtlich 
seines Ge�sundheitszustand, zu aktualisieren.

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I.b. Am 6. August 2009 (Datum des Poststempels) reichte die 
Psychia�trische Poliklinik des Universitätsspitals (…) einen ärztlichen 
Bericht vom 4. August 2009 zu den Akten. Die behandelnden Ärzte halten 
da�rin fest, der Patient leide subjektiv vor allem unter psychischen 
Symp�tomen wie Schlafstörungen, Albträumen, Übererregung, 
Vermeidungs�symptomen, Flashbacks, phasenweise schweren 
depressiven Sympto�men und latenter Suizidalität. Er klage über 
somatische Beschwerden, wie starke Spannungskopfschmerzen, 
Rücken- und Schulterbeschwer�den und massive 
Muskelverspannungen. Während seiner Anwesenheit in der Schweiz 
habe er wegen akuter Suizidalität fünfmal stationär in der Klinik (…) 
behandelt werden müssen. Seit Januar 2008 stehe er in ambulanter 
psychotherapeutischer Behandlung im Ambulatorium für Folter- und 
Kriegsopfer der Psychiatrischen Poliklinik. Die Ärzte attestieren dem 
Beschwerdführer eine PTBS, eine mittelgradige bis schwere depressive 
Episode ohne psychotische Symptome mit laten�ter Suizidalität sowie 
eine arterielle Hypertonie. Die Behandlung er�folge in 
psychotherapeutischer Hinsicht in wöchentlichen Abständen. Der Patient 
werde auch medikamentös behandelt. Aus psychiatrischer Sicht sollte die 
Behandlung weitergeführt werden, da der Patient sich nach wie vor in 
einem psychisch labilen Zustand mit phasenweiser Verschlechterung und 
intermittierender Suizidalität befinde; auch die Weiterführung der 
medikamentösen Therapie müsse gewährleistet sein. Ohne Behandlung 
sei davon auszugehen, dass sich der psychische Zustand des Patienten 
destabilisiere und er akut suizidal werden könn�te. Auch könnten die 
somatischen Beschwerden zunehmen und allen�falls Hospitalisationen 
notwendig werden. Mit einer regelmässigen Be�handlung sei zu 
erwarten, dass es mittelfristig zu einer leichten Symp�tomreduktion 
komme beziehungsweise sei zumindest von einer Sta�bilisierung des 
aktuellen Zustandsbildes auszugehen.

J. 
Auf entsprechende Anfrage des Bundesverwaltungsgericht hielt der 
Migrationsattaché der Schweizer Botschaft in Pristina in seiner E-Mail 
vom 21. September 2010 fest, die Erinnerung an das Massaker von 
Dubrava im Mai 1999 sei in Kosovo noch sehr präsent. Mangels einer 
zugänglichen offiziellen Untersuchung gebe es zwar verschiedene 
Versionen zur Ursache des Todes der rund 100 Häftlinge. So werde die 
Bombardierung durch die NATO, Erschiessungen seitens der 
serbi�schen Gefängniswachen oder eine Kombination von beiden 
Gründen erwähnt. Allerdings sei aufgrund verschiedener Rapporte und 

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Quellen naheliegend, dass ein Grossteil der Toten auf summarische 
Erschies�sungen zurückgehe. Zahlreiche Überlebende bezeugten das 
Massaker und die Fotos der Leichen liessen wenig Raum für Zweifel an 
dieser Annahme. Das Humanitarian Law Centre (HLC) habe am 28. Mai 
2010 Beschwerde eingelegt gegen Beamte des serbischen 
Justizministe�riums, die während des Krieges tätig gewesen seien, und 
zwar wegen Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung, genauer wegen 
des Massa�kers im Gefängnis von Dubrave. HLC – eine Organisation, 
die von der schweizerischen Vertretung unterstützt werde – beteilige sich 
seit Jah�ren an der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen und 
Aus�söhnungstreffen, an welchen auch ehemalige Häftlinge von 
Dubrave teilnähmen. HLC spreche in dieser Beschwerde von 90 
exekutierten Personen sowie 150 Verletzten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht 
Beschwer�den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. De�zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 
vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, 
SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die 
Beur�teilung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht; der 
Be�schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist durch die angefochtene Verfügung berührt, hat ein schutzwürdiges 
In�teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist 
daher zur Einreichung einer Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

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Art. 37 VGG und, Art 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 
VwVG).

2. 

2.1. Die Schweiz gewährt Flüchtlingen grundsätzlich Asyl (Art. 2 Abs. 1 
AsylG). Flüchtlinge sind gemäss Art. 3 AsylG Personen, die in ihrem 
Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer 
Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten 
sozi�alen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
na�mentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie 
Mass�nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken.

Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft, wenn sie 
Nachteile von bestimmter Intensität mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 
begrün�deterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimm�ter Verfolgungsmotive 
zugefügt zu werden drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwarten kann 
(vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und 2008/4 E. 5 sowie die vom Bundesverwaltungs�gericht fortgeführte 
Rechtsprechung der ARK in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 1995 Nr. 2 E. 3a, 2006 Nr. 18 E. 7-10 und Nr. 32 E. 8.7).

2.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft 
nachwei�sen oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft 
gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf gefälsch�te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und 
plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht 
wi�dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der 
allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darü�ber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich 
glaubwürdig er�scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor�bringen auf 
gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen 
unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder 
unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. 
Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatze zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweis�mass 

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und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Eine 
Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt 
ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung 
reicht es demgegen�über nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung 
der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die 
für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine 
objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).

3. 
Im Folgenden ist zu prüfen, inwiefern sich die vom Beschwerdeführer 
geltend gemachten Asylgründe als glaubhaft erweisen (E. 4), bevor 
beurteilt werden kann, ob der Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigen�schaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt (E. 5).

4. 

4.1. Das Bundesamt bezweifelt weder, dass der Beschwerdeführer am 
11. Mai 1999 von einem Inspektor der Staatssicherheit namens 
C._______ in B._______ verhaftet worden ist, noch dass er die folgenden 
rund zwei Jahre in verschiedenen Haftanstalten (…) verbracht hat. Es 
bestreitet insbesondere nicht, dass er vom 17. Mai 1999 bis am 24. Mai 
1999 im Gefängnis von Dubrave inhaftiert war.

Es kann heute als bewiesen gelten, dass in der Haftanstalt von Dub�rave zwischen dem 21. und dem 23. 
Mai 1999 ein Massaker an den vorwiegend ethnisch albanischen Insassen stattgefunden hat, nach�dem 
die NATO die Haftanstalt am 21. Mai 1999 nach einem ersten An�griff am 19. Mai 1999 ein zweites Mal 
bombardierte. Dieses Massaker war inzwischen am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige 
Jugoslawien (ICTY) verschiedentlich Gegenstand von Verfahren oder wurde zumindest erwähnt; so etwa in 
den Verfahren gegen Milutinovic, Haradinaj, Dordevic, Kristic, Popovic, Milosevic oder Prlic. In einem 
Bericht von Human Rights Watch (HRW) aus dem Jahre 2001 (Under Orders: War Crimes in Kosovo) wird 
der Ablauf des Massakers de�tailliert geschildert; HRW stützt sich dabei im Wesentlichen auf 
Zeu�genaussagen überlebender Häftlinge.

Nach dem Gesagten kann als erstellt gelten, dass der Beschwerde�führer das Massaker, dass im Mai 
1999 in der Haftanstalt von Dubrave stattfand, miterlebt hat.

4.2. Die Vorinstanz glaubt dem Beschwerdeführer nicht, dass er im 
Zusammenhang mit diesem Massaker bis zu seiner Ausreise bedroht 
worden sei. Das Gericht kommt zu einem anderen Schluss.

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4.2.1. Die Vorbringen des Beschwerdeführer sind in sich stimmig. Dies 
gilt auch für die geltend gemachten Drohungen, die schliesslich zu seiner 
Ausreise geführt haben:

– Bereits zu Beginn der summarischen Befragung gab der Beschwer�deführer an, er sei ständig von 
serbischen Inspektoren bedroht wor�den, er könne auch Namen nennen, wenn dies gewünscht werde. 
Die�se dauernden Drohungen hingen mit seiner Gefängniszeit zusammen und seien der Grund für seine 
Ausreise (A1, S. 4). Später führt er aus, einer dieser Inspektoren, C._______, halte sich in D._______ auf. 
Alle Inspektoren befänden sich in Serbien, ein Teil vermutlich in Mitrovica oder anderen serbischen 
Enklaven im Kosovo. Sie hätten ihn viele Male nach der Entlassung telefonisch bedroht. Sie hätten von ihm 
ver�langt, dass er keine Aussage dazu mache, wen sie alles im Gefängnis von Dubrave umgebracht 
hätten. In den Unterlagen stehe nämlich, dass diese Leute auf der Flucht seien; dies stimme aber eben 
nicht, sondern sie seien umgebracht worden. Die letzte Drohung habe etwa eine Woche vor seiner 
Ausreise stattgefunden (A1, S. 5).

– Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen erwähnte er erneut zu Beginn das Massaker von Dubrave 
und führte aus, dass er Zeuge da�von geworden sei und deswegen psychisch Probleme habe (A9, S. 3). 
Auf die Frage, weshalb er seine psychischen Beschwerden derart stark betone, kam er sofort auf die 
regelmässigen Bedrohungen zu sprechen, die er seit seiner Freilassung am 25. April 2001 erfahren ha�be. 
Diese seien von mehreren Personen ausgegangen, wobei C._______, ein Inspektor der Staatssicherheit in 
B._______, die Haupt�person gewesen sei (A9, S. 10-13). Auf die Frage, was ihn bewogen habe, Kosovo 
zu verlassen, antwortete er umgehend erneut, er werde bedroht. Er sei auch bereit vor dem Gericht in Den 
Haag Aussagen zum Massaker von Dubrave zu machen.

– Insgesamt geht aus den Angaben des Beschwerdeführers klar her�vor, dass er von serbischen 
Inspektoren, insbesondere C._______, aber auch anderen Personen in seinem Umfeld bedroht worden sei, 
um ihn an Zeugenaussagen zum Massaker von Dubrave zu hin�dern. Ebenso wiederholt er immer wieder, 
dass er sich wegen der Bedrohungen an die Polizei gewandt habe, dass er dort seine Proble�me 
geschildert und die Namen genannt habe, dass jedoch nicht ein�mal ein Protokoll erstellt worden sei (A1, 
S. 5; A9, S. 4, 10, 13).

Den Zweifeln des BFF ist ferner Folgendes entgegenzuhalten:

– Vor dem Hintergrund des oben Geschilderten und der sich aus den Befragungsprotokollen ergebenden 
offensichtlichen Betroffen�heit des Beschwerdeführers wirkt die Fragestellung anlässlich der An�hörung 
seitens des BFF über weite Teile hinweg geradezu unerträglich uneinfühlsam und sogar zynisch; dazu 
kann direkt auf das entspre�chende Protokoll verwiesen werden (A9), ohne dass hier auf Einzel�heiten 
eingegangen werden muss.

– Dass der Beschwerdeführer auf gewisse Fragen nur unbestimmt ant�worten konnte, ist zweifellos 
teilweise auf die unsensible und unge�naue Art der Fragestellung zurückzuführen. Dies dürfte auch der 
Grund sein, weshalb bestimmte Sachverhaltselemente, die das BFF vor dem Hintergrund der vom 

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Beschwerdeführer geltend gemachten Vorbringen ohne Weiteres als grundsätzlich wesentlich hätte 
erkennen müssen, ganz fehlen. Zu denken ist dabei etwa an die Frage, welche Nachteile der 
Beschwerdeführer während der zweijährigen Haft nebst dem Miterleben des Massakers von Dubrave sonst 
noch konkret er�leiden musste, oder ob – und falls ja wann, wo und von wem – er allen�falls im 
Zusammenhang mit Ermittlungen zu den Verfahren vor dem ITCY kontaktiert worden ist. Diesbezüglich 
fehlen konkrete Rückfragen gänzlich.

– Ferner moniert der Beschwerdeführer zu Recht, das BFF habe bei der Qualifizierung seiner Vorbringen 
als unglaubhaft seinen ange�schlagenen Gesundheitszustand, auf den er immer wieder hingewie�sen 
habe, nicht berücksichtigt, zumal auch die Hilfswerksvertretung nach der Anhörung den Verdacht auf ein 
Trauma beim Beschwerde�führer geäussert und die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens 
beantragt hatte. Nicht nachvollziehbar ist diesbezüglich die lapidare Bemerkung in der Vernehmlassung, 
die Prozessfähigkeit sei mit der Anhörung klar etabliert worden, hat doch das eine mit dem anderen nichts 
zu tun.

4.2.2. Weitere Umstände sind zu Gunsten der Glaubwürdigkeit des 
Beschwerdeführers bedeutsam. Dass der Beschwerdeführer seine 
Vor�bringen teilweise – beispielsweise die geltend gemachte 
Verurteilung vom (…) – mit echten Beweismitteln zu belegen vermag, ist 
nur einer davon. Erheblich ins Gewicht fällt, dass sich seine Vorbringen in 
zeitlicher und sachlicher Hinsicht mühelos in die damaligen Ereig�nisse 
in Serbien und Montenegro einfügen lassen. So macht er die Drohungen 
geltend für einen Zeitraum, in dem im Vorfeld der Verfahren vor dem 
ITCY Beweise erhoben und gesichert wurden. Im August 2003 wurde 
vom UN-Sicherheitsrat die Resolution 1503 angenommen, die zur 
Beschleunigung der Aufarbeitung der Kriegsverbrechen im ehemaligen 
Jugoslawien aufrief. Unter anderem wurden darin Serbien und 
Montenegro angehalten, ihre Zusammenarbeit mit dem ITCY zu 
intensivieren und angeklagte Personen zu überführen. Gleichzeitig 
wurden die betroffenen Staaten aufgefordert, ihre Kapazitäten 
hin�sichtlich der auf nationaler Ebene weiterzuverfolgenden Fälle zu 
er�höhen und die Verfahren voranzutreiben. Ebenfalls in derselben 
Re�solution wurde die Präsidentschaft des ITCY aufgerufen, die 
Ermitt�lungen bis Ende 2004 abzuschliessen. Der vom 
Beschwerdeführer er�wähnte "C._______" findet sich als Inspektor 
beziehungsweise Chefinspektor der Staatssicherheit B._______ in 
massgeblichen Quellen wieder. So etwa in Dokumenten des ITCY aus 
dem Verfahren gegen (…) aus dem Jahre 2007. Auch dem (…) lässt sich 
entnehmen, dass C._______ im fraglichen Zeitraum Chef des 
Staatssicherheitsdienstes und für B._______ zuständiger Offi�zier 
gewesen sei. (…) hält diesbezüglich fest, alle Umstände liessen 

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vermuten, dass zwischen Polizei, Armee und paramilitärischen Grup�pen 
eng zusammengearbeitet worden sei, selbst wenn (bis dahin) nie�mand 
die kriminellen Taten C._______s bezeugt habe. Nebst der Darstellung 
des eigentlichen Massakers berichtet (…) ferner über den anschliessend 
erfolgten Transfer der überlebenden Häftlinge ins Gefängnis von (…) 
seien aber mindestens 70 ethnisch albanische Häftlinge aus Kosovo in 
serbischen Gefängnissen verblieben, darunter einige Überlebende des 
Dubrave-Massakers.

4.2.3. Die Betroffenheit des Beschwerdeführers schliesslich geht, wie 
erwähnt, bereits deutlich aus den Befragungsprotokollen hervor. Er 
er�weckte sehr wohl den Eindruck einer Person, die all das Erzählte 
mit�erlebt, miterlitten und noch immer nicht verarbeitet hat. Der Umstand, 
dass sich die von den behandelnden Ärzten umschriebenen Symp�tome 
sowie die Diagnosen ohne Weiteres in das Gesamtbild einfügen lassen, 
ist ebenfalls zu Gunsten seiner Glaubwürdigkeit zu gewichten, zumal 
nichts auf eine allfällige Voreingenommenheit der betreffenden Fachärzte 
hindeutet. Die Berichte, zumal der ausführliche vom 4. Au�gust 2009, 
erscheinen vielmehr durchwegs objektiv, in sich schlüssig und inhaltlich 
überzeugend.

4.3. In einer Gesamtwürdigung erweist sich der Beschwerdeführer als 
glaubwürdig im unter E. 2.2 umschriebenen Sinne. Der Sachverhalt kann 
trotz der unter E. 4.2.1 erwähnten Lücken als erstellt betrachtet werden 
(vgl. nachfolgende E. 5.1). Die vom Beschwerdeführer geltend 
gemachten Fluchtgründe sind glaubhaft und im Sinne eines erstellten 
Sachverhalts der Würdigung unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG zu 
Grunde zu legen.

5. 

5.1. Der Beschwerdeführer hat das Massaker von Dubrave als 
über�lebendes Opfer miterlebt. Zweifellos war er durch diesen 
Gewaltexzess Massnahmen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt, 
die einen unerträglichen psychischen Druck bewirkten. Dieser nahm mit 
der Ent�lassung aus dem Gefängnis kein Ende. Er hielt vielmehr bis zu 
seiner Ausreise an, indem die Bedrohung durch jene Personen, die ihn 
be�reits verhaftet hatten und die mutmasslich für das Massaker 
mitver�antwortlich waren oder die Verantwortlichen zu schützen 
versuchten, andauerte und die zuständigen Polizeibehörden sich 
weigerten, den Beschwerdeführer ernst zu nehmen, geschweige denn 

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ihm Schutz zu gewähren. Trotz fehlender entsprechender Abklärung 
durch die Vorin�stanz ist zudem angesichts sämtlicher Umstände davon 
auszugehen, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Misshandlungen im Verlaufe seiner Haftzeit von ihrer Intensität her als 
ernsthafte Nach�teile im Sinne von Art. 3 AsylG zu qualifizieren sind. Die 
ernsthaften Nachteile sind dem Beschwerdeführer gezielt aus mindestens 
einem Motiv im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG (unterstellte politische 
An�schauung, aber wohl auch ethnische Zugehörigkeit) zugefügt 
worden. Im Zeitpunkt seiner Ausreise hatte der Beschwerdeführer ferner 
be�gründete Furcht vor Verfolgung, und zwar nicht nur unter subjektivem 
Aspekt aufgrund seiner Erlebnisse und der im Frühjahr 2004 wieder 
aufflackernden ethnischen Unruhen, auf die er im Verlaufe der 
Anhö�rung verwies (A9, S. 10). Vielmehr hatte er – gerade in einem 
Zeit�punkt, als der Druck auf Serbien und Montenegro zur 
Zusammenarbeit mit dem ITCY erhöht wurde – auch in objektiver 
Hinsicht begründete Furcht vor weiteren ernsthaften Nachteilen in 
absehbarer Zukunft. Zwi�schen den dem Beschwerdeführer zugefügten 
ernsthaften Nachteilen und seiner Ausreise ist sowohl in zeitlicher als 
auch in sachlicher Hin�sicht ein genügend enger Kausalzusammenhang 
vorhanden und eine valable innerstaatliche Fluchtalternative stand ihm 
nicht offen. Demzu�folge erfüllte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der 
Ausreise aus dem Heimatstaat die Flüchtlingseigenschaft.

5.2. Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist jedoch nicht die 
Situation im Zeitpunkt der Ausreise massgebend: Entscheidend ist 
vielmehr grundsätzlich, ob die Verfolgung heute noch andauert oder die 
Furcht vor Verfolgung aktuell noch begründet erscheint. Dabei ist eine 
allenfalls eingetretene Veränderung der objektiven Situation im 
Heimatland seit der Ausreise zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2007/31 E. 
5.3 mit Hinweisen).

5.2.1.  Die Situation im Heimatstaat des Beschwerdeführers hat sich seit 
seiner Ausreise in verschiedener Hinsicht wesentlich verändert. Der 
Bundesrat hat am 27. Februar 2008, kurz nach erfolgter 
Unab�hängigkeitserklärung, Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt. 
Am 6. April 2009 hat er Kosovo zum verfolgungssicheren Staat im Sinne 
von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sog. safe country) erklärt. Der 
Be�schwerdeführer erfüllt zweifellos die Anforderungen an die 
kosovari�sche Staatsbürgerschaft nach Art. 29 des entsprechenden 
Gesetzes (Nr. 03/L 034 vom 20 Februar 2008, in Kraft seit dem 15. Juni 
2008; vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des 

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Bundesverwaltungsge�richts vom 15. April 2010, D-7561/2008). Auch 
wenn Kosovo sich nach wie vor in vielen Bereichen mit erheblichen 
Schwierigkeiten konfron�tiert sieht – dazu gehören namentlich das 
Justizsystem und die Polizei – sind in den letzten beiden Jahren viele 
Fortschritte erziehlt worden. Unter dem Sicherheitsaspekt dürfte dem 
Beschwerdeführer jedenfalls heute eine valable Rückkehrmöglichkeit 
nach Kosovo zur Verfügung stehen, wo er weder aufgrund seiner 
ethnischen Zugehörigkeit noch als Überlebender und Zeuge des 
Massakers in Dubrave asylrechtlich relevante Übergriffe in objektiv 
begründeter Weise zu befürchten hätte.

5.2.2.  Eine erlittene Vorverfolgung ist allerdings ausnahmsweise auch 
nach Wegfall einer drohenden Verfolgungsgefahr weiterhin als 
asyl�rechtlich relevant zu betrachten, nämlich dann, wenn eine Rückkehr 
in den früheren Verfolgerstaat aus zwingenden, auf diese Verfolgung 
zu�rückgehenden Gründen nicht zumutbar ist. Bei dieser Auslegung von 
Art. 3 AsylG stützt sich das Bundesverwaltungsgericht in Weiterfüh�rung 
langjähriger Praxus (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.4 mit weiteren Hin�weisen, 
insbes. EMARK 1995 Nr. 16 E. 6d und EMARK 2001 Nr. 3) auf die 
entsprechende Formulierung der Ausnahmebestimmung von Art. 1C Ziff. 
5 Abs. 2 des Abkommens über die Rechtstellung der Flüchtlinge vom 28. 
Juli 1951 (FK, SR 0.142.30). Als zwingende Gründe in diesem 
Zusammenhang sind vorab traumatisierende Erlebnisse zu betrachten, 
die es der betroffenen Person angesichts erlebter schwerwiegender 
Verfolgungen, insbesondere Folterungen, im Sinne einer 
Langzeittrau�matisierung psychologisch verunmöglichen, ins Heimatland 
zurückzu�kehren.

Aufgrund der eingereichten, von fachlich kompetenter Seite erstellten ärztlichen Berichte erachtet es das 
Bundesverwaltungsgericht als er�stellt, dass beim Beschwerdeführer nach dem miterlebten Massaker und 
den erlittenen körperlichen Misshandlungen sowie den anhalten�den, mit diesem Massaker verknüpften 
ernsthaften Drohungen vom Bestehen einer schweren PTBS auszugehen ist. Trotz engmaschiger und 
geeigneter Therapie seit bald zehn Jahren und dem von den Ärz�ten bestätigten eigenen Engagements 
des Beschwerdeführers bei sei�ner Behandlung, ist sein physischer und psychischer 
Gesundheits�zustand labil geblieben. Dass sich zwischen dem jüngsten ausführli�chen ärztlichen Bericht 
vom August 2009 und heute eine wesentliche Änderung ergeben hat, ist nicht anzunehmen.

Im Vertrauen darauf, dass die behandelnden Ärzte ihre aufgrund lang�jähriger Kenntnis und Behandlung 
des Beschwerdeführers erstellte Diagnose unter Beachtung der wissenschaftlichen Vorgaben erstellt 
haben, geht das Gericht davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine Rückkehr nach Kosovo, wo sein 
Trauma ausgelöst wurde, trotz des Umstandes, dass Kosovo heute ein unabhängiger, vom ursprünglichen 

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Verfolgerstaat allerdings nicht anerkannter Staat ist, psychisch un�möglich im Sinne der skizzierten 
Rechtsprechung ist, zumal die Wahrscheinlichkeit, dort auf Personen zu treffen, die für seine Verhaf�tung 
und die darauffolgenden Ereignisse verantwortlich oder daran beteiligt waren – eine Vorstellung, die ihm in 
absolut nachvollziehbarer Weise unerträglich ist – nicht gering ist (vgl. dazu auch UNHCR, Hand�buch 
über Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigen�schaft, Genf 1979, Neuauflage: 
UNHCR Österreich 2003, Rz. 136 in fine). Der Umstand, dass eine psychotherapeutische Behandlung bei 
Bedarf in Kosovo grundsätzlich zur Verfügung stünde, ist bei dieser Erkenntnis nicht von Bedeutung.

Die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers ist mithin in Folge des Bestehens zwingender Gründe, 
die ihn an der Rückkehr hindern, auch für den heutigen Zeitpunkt zu bejahen.

6. 
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorbringen des 
Be�schwerdeführers den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die 
Flücht�lingseigenschaft genügen.

Nachdem keine Asylausschlussgründe im Sinne von Art. 50 ff. AsylG vorliegen – das Strafverfahren, das in 
der Verurteilung zu 13 Jahren Gefängis resultiert hat, ist so offensichtlich von gröbsten Mäneln be�haftet, 
dass daraus nichts Nachteiliges abgeleitet werden kann, zumal der serbische Obergerichtshof die 
Verurteilung am 23. April 2001 auf�gehoben und die sofortige Freilassung der Inhaftierten angeordnet hat 
– ist das BFM anzuweisen, dem Beschwerdeführer in An�wendung von Art. 2 Abs. 1 AsylG Asyl zu 
erteilen.

7. 

7.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

7.2. Eine Parteientschädigung ist dem Beschwerdeführer nicht 
auszu�richten, weil ihm keine notwendigen Kosten im Sinne der 
massgeben�den Bestimmungen entstanden sind (Art. 7, 8 und 13 des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht, VGKE, SR 173.320.2).

7.3. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFF (heute BFM) vom 27. Mai 2004 wird 
aufge�hoben, und das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer 
Asyl zu erteilen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

5.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Stöckli Esther Karpathakis

Versand:

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8. 

Zustellung erfolgt an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– das BFM, mit den Akten N (…) (in Kopie)
– die kantonale Migrationsbehörde (in Kopie)