# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cbb4d87b-d2e8-5bc4-8a07-3b0214569383
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2024 200 2023 528
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-528_2024-02-16.pdf

## Full Text

200 23 528 IV
LOU/BRO/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2024

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im August 2019 unter Hinweis auf chronische Gelenkschmer-
zen, Diabetes und „Hashimoto“ bei der Eidgenössischen Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Nach Durchführen von erwerb-
lichen und medizinischen Abklärungen verneinte die IVB mit Mitteilung vom 
15. April 2020 (AB 37) den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen. So-
dann lehnte die IVB – nach Einholung eines polydisziplinären Gutachtens 
bei der C.________ (MEDAS; AB 128.1 ff.) – einen im März 2021 gestell-
ten Antrag auf Abgabe eines Elektrorollstuhls (AB 69) mit Verfügung vom 
20. Juli 2022 (AB 136) ab. Eine hiergegen erhobene Beschwerde (AB 147 
S. 3 ff.) wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit unangefochten 
gebliebenem Urteil vom 3. April 2023, IV/2022/554 (AB 168), ab. 

In Bezug auf andere IV-Leistungen stellte die IVB – nachdem sie das ME-
DAS-Gutachten (AB 128.1 ff.) dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur 
Beurteilung vorgelegt hatte (AB 133) – mit Vorbescheid vom 29. Juli 2022 
(AB 139) die Abweisung des Leistungsbegehrens mangels invalidisieren-
den Gesundheitsschadens in Aussicht. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(AB 145) und Beizug einer Stellungnahme der MEDAS vom 14. Dezember 
2022 (AB 159) verfügte die IVB am 8. Juni 2023 wie angekündigt (AB 171). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 10. Juli 2023 Beschwerde. Sie beantragt, 
die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 8. Juni 2023 sei aufzuheben 
und die Sache sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwer-
degegnerin zurückzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 10. August 2023 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. Juni 2023 (AB 171). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 4

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse in Kraft getreten (AS 2021 
705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 
144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Mit Blick auf die Anmeldung vom August 2019 
(AB 1) sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 
der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung massgebend. 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 5

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 
141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen 
(BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.3.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1).

2.3.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 6

im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ergibt sich aus 
den Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.1.1 PD Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
sowie Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 19. November 2018 
(AB 25 S. 4 f.) Schulterschmerzen beidseitig, einen insulinpflichtigen Diabe-
tes mellitus und eine Adipositas. Er empfahl, unbedingt an aktiver Physio-
therapie bzw. Eigenübungen zur Kräftigung der Schultergürtelmuskulatur 
festzuhalten. Dies sogar, falls durch die Kräftigungsübungen Schmerzen 
provoziert würden. Es bestehe kein Anlass für Angst vor irgendwelchen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 7

strukturellen Schäden oder Läsionen, welche durch das Übungsprogramm 
verschlimmert werden könnten (S. 4).

In einem weiteren Bericht vom 19. Juli 2019 (AB 25 S. 2 f.) erachtete 
PD Dr. med. D.________ neu aufgetretene Ellbogenschmerzen medialsei-
tig links als wahrscheinlich weichteil-bedingt und myogelotisch erklärbar. 
Eine strukturelle Läsion könne weitgehend ausgeschlossen werden. Insbe-
sondere liege keine Partialläsion an der Enthese der Handflexoren vor. 
Auch der Nervus ulnaris sei morphologisch unauffällig (S. 2).

3.1.2 Dem Bericht von med. pract. E.________, Praktischer Arzt 
sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 6. März 2020 
(AB 34) ist die Diagnose mittelschwere bis schwere depressive Episode mit 
somatischem Syndrom mit multiplen somatischen Erkrankungen (ICD-10 
F32.21; S. 3 Ziff. 2.5) zu entnehmen. Zusammen mit den somatischen Er-
krankungen bestehe aus jetziger Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. 
Theoretisch sei die Prognose aus rein psychiatrischer Sicht mittelfristig gut 
(S. 3 Ziff. 2.7). Die ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behand-
lung werde in regelmässigen Abständen weitergeführt. Eine stationäre Be-
handlung erscheine im Moment nicht indiziert (S. 3 Ziff. 2.8).

3.1.3 Im Bericht der Klinik F.________ des Spitals G.________ vom 
20. Mai 2020 (AB 44) wurde festgehalten, beim multilokalen Beschwerde-
bild (Hüfte, Achillessehnen, Finger) müsse auch an eine rheumatische Er-
krankung gedacht und abgeklärt werden (S. 1).

3.1.4 Dem Bericht der Klinik H.________ des Spitals G.________ vom 
7. Juli 2020 (AB 58) ist zu entnehmen, dass das rheumatologische Konsili-
um keine Hinweise für eine entzündlich-rheumatologische Komponente 
ergeben habe. Neurochirurgisch-konsiliarisch sei sowohl die Kompression 
in der Hals- wie auch der Lendenwirbelsäule als nicht ausgeprägt beurteilt 
worden. Von schmerztherapeutischer Seite sei von invasiven Massnahmen 
wie Infiltrationen abgeraten und Physiotherapie u.a. mit „dry needling“ emp-
fohlen worden. Es habe ein schmerzbedingtes Vermeidungsverhalten mit 
konsekutiv muskulärer Instabilität vorgelegen. Auszugehen sei von fibro-
myalgiformen Schmerzen. Die Patientin rauche täglich CBD, dies sollte im 
Hinblick auf das erhöhte kardiovaskuläre Risikoprofil dringend vermieden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 8

werden. Sie habe sehr gut vom multimodalen Therapieangebot profitieren 
können, insbesondere von der Entspannung und dem Abstand von ihrem 
manchmal belastenden Familienalltag. Es bestünden sowohl körperliche 
als auch psychische Faktoren, die die Beschwerden beeinflussten. Die Pa-
tientin habe dies gut annehmen können (S. 3).

Im Bericht derselben Klinik vom 10. Dezember 2020 (AB 66) führten die 
Ärzte aus, die Patientin habe eine Besserung des Allgemeinzustandes 
durch ein erhöhtes Durchsetzungsvermögen, wenn sie mehr Zeit für sich 
brauche, geäussert. Die Schmerzen seien auf einer ähnlichen Intensität 
geblieben, jedoch mit weniger subjektiver Einschränkung (S. 3).

3.1.5 Dr. med. E.________ berichtete am 5. März 2021 (AB 67 S. 2 f.) 
über einen stationären Gesundheitszustand (S. 2 Ziff. 1). Es bestehe eine 
mässig gute Prognose. Eine „restitutio ad integrum“ werde sich sehr wahr-
scheinlich nicht einstellen. Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau sei 
realistisch (S. 2 Ziff. 9). Geistige Einschränkungen bestünden keine. Die 
psychischen Einschränkungen seien im Rahmen der depressiven Erkran-
kung (S. 3 Ziff. 12). Nach Angaben der Patientin sei die bisherige Erwerbs-
tätigkeit nicht mehr möglich (S. 3 Ziff. 13).

3.1.6 Im Austrittsbericht der Klinik H.________ des Spitals G.________ 
vom 21. Mai 2021 (AB 89) wurde festgehalten, formell sei die Diagnose 
einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen An-
teilen zu stellen. Über bekannte strukturelle Befunde hinausgehend fänden 
sich klinisch wie anamnestisch klare Hinweise auf eine generalisierte, von 
der Tendenz zu somato-sensorischer wie limbisch-affektiver Reizamplifika-
tion charakterisierte zentrale Schmerzverarbeitungsstörung. Typisch sei 
neben der klammeralgometrisch objektivierbaren Hyperalgesie sowie der 
erhöhten emotionalen Reizbarkeit auch die Stressmodulation der Be-
schwerden und das Bild einer vegetativen Dysregulation. Aus psychosoma-
tischer Sicht sei die genannte Entwicklung im Rahmen stressinduzierter 
Hypersensibilisierung vor dem Hintergrund entsprechender Risikofaktoren 
(Pain- und Action-proneness) zu verstehen. Zudem sei bei Hypermobi-
litätssyndrom auch aus konstitutionellen Gründen von einer erhöhten 
Schmerz-/Stress-Vulnerabilität auszugehen (S. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 9

3.1.7 Im Verlaufsbericht vom 19. August 2021 (AB 99 S. 2 ff.) führte 
Dr. med. E.________ aus, der psychische Zustand der Patientin habe sich 
seit dem letzten Bericht nicht wesentlich verändert (S. 3 Ziff. 4). Angesichts 
des fortgeschrittenen Alters der Patientin, der Komplexität sowie des chro-
nischen Charakters der Schmerzen sei es sicherlich schwierig. Zudem ge-
be es (noch) keine klare diagnostische Angabe zur Ursache der Beschwer-
den, die eine eindeutige Behandlungsindikation hergeben würde. Allerdings 
zeige die Patientin eine starke Resilienz und verfüge über (psychologische) 
Ressourcen, die ihr den Umgang mit den Schmerzen und deren Akzeptanz 
ermöglichten. So bestünden gute, stabile familiäre Verhältnisse, Unterstüt-
zung durch den Ehemann und andere Familienmitglieder sowie diverse 
Hobbies (Malen, Gestalten, … [S. 4 Ziff. 9]). Es bestehe eine verminderte 
Belastbarkeit und eine erhöhte Erschöpfbarkeit/Fatigue, die im Rahmen der 
chronischen Schmerzen aufträten. Allenfalls wirkten sich zusätzlich die 
subjektiv verminderte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit nega-
tiv auf die Leistungsfähigkeit aus. Die Patientin berichte, dass es ihr auf-
grund der bestehenden andauernden Schmerzen unmöglich sei, ihrer bis-
herigen beruflichen Tätigkeit nachzugehen (S. 6 Ziff. 12). Aufgrund von 
Schmerzen sei es der Patientin nicht möglich, über einen längeren Zeit-
raum zu gehen, stehen oder sitzen. Dies sei für die Tätigkeit als … jedoch 
essentiell. Eine berufliche Wiedereingliederung sei eher in einem anderen 
Arbeitsbereich möglich. Zumutbar sei vermutlich eine körperlich nicht be-
lastende Tätigkeit, welche die Patientin selber einteilen und während derer 
sie ständig ihre Körperhaltung wechseln könne, z.B. in einem Call-Center 
(S. 6 Ziff. 13).

3.1.8 Dem MEDAS-Gutachten vom 3. Mai 2022 (AB 128.1 ff.) sind die 
folgenden Diagnosen zu entnehmen (AB 128.1 S. 9 f. Ziff. 4.2):

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Aktuell mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit umfangreichem 
somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)

• Anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Schmerzverarbeitungsstörung 
möglich (ICD-10 F45.4)

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

• Sekundär insulinpflichtiger Diabetes mellitus (Typ unklar DD: MODY) ED 
2001 (ICD-10 E13.90)
- Insulin seit 12/2017, Insulinpumpentherapie seit 03/2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 10

- St. n. Schwangerschaftsdiabetes
- Aktuell im Labor: HbA1c 6.9 %

• Dyslipidämie (ICD-10 E78.5)
• Adipositas WHO Grad I (ICD-10 E66.00)
• Bildgebend bekannt ist eine

- spondylodiscogene Neuroforamenstenose C5/6 beidseits (ICD-10 
M48.02) und

- eine relative Spinalkanalstenose C5-7, ohne radikuläre Symptomatik 
(ICD-10 M48.02)

• Distale rezessale L2/3 Stenose rechts und Neuroforamenstenose L4/5 
beidseits, ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10 M48.04)

• Ansatztendinose der Supraspinatussehne und Subscapularissehne sowie 
der langen Bizepssehne ohne Manschettenruptur und endgradiger Rota-
tionsschmerzhaftigkeit (ICD-10 M75.1)

• Aktenanamnestisch Verdacht auf ein Carpaltunnelsyndrom rechts
- aktuell: Phalen/Tinnel-Test negativ, klinisch diffuse Sensibilitätsstörung 

im Handballen und in Dig. III-V rechts (nicht einem CTS entspre-
chend).

Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt im all-
gemein-internistischen Teilgutachten fest, aus fachspezifischer Sicht 
bestünden keine wesentlichen Diagnosen im IV-Kontext (d.h. keine Dia-
gnosen mit anhaltender/dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit). 
Der Diabetes sei aus Sicht der Explorandin mittels Insulinpumpentherapie 
im Wesentlichen im Griff (AB 128.3 S. 15 Ziff. 6.3).

In rheumatologisch-orthopädischer Hinsicht führte Dr. med. J.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, aus, orthopädischerseits könnten keine nennenswerten funktio-
nellen Einschränkungen im Bereich des gesamten Bewegungsapparates 
festgestellt werden. Auf rheumatologischem Gebiet habe im entzündlichen 
Bereich bisher keine Auffälligkeit gefunden werden können (AB 128.4 S. 17 
f. Ziff. 6.3).

Dem von Prof. Dr. med. K.________, Facharzt für Neurologie, erstellten 
neurologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, dass sich kein klares ob-
jektivierbares neurologisches Defizit habe nachweisen lassen, wenn auch 
die neuroradiologischen Befunde eine Affektion der Nervenwurzeln vermu-
ten liessen. Hierdurch dürfte ein Teil der Rückenbeschwerden erklärbar 
sein. Das Problem sei jedoch, dass die Beschwerden eher diffus beklagt 
bzw. angegeben würden, so dass eine klare Zuordnung zu einer neurolo-
gisch begründeten Störung nicht möglich sei. Des Weiteren scheine auch 
eine funktionelle (psychogene) Überlagerung evident (AB 128.5 S. 11 f. 
Ziff. 6.3). Es zeige sich ein Hinweis für eine Verdeutlichungstendenz. So sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 11

aus neurologischer Sicht der Rollstuhl nicht notwendig (AB 128.5 S. 13 
Ziff. 7.3.1).

Im psychiatrischen Teilgutachten hielt Dr. med. L.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, die ganze Psychopathologie habe 
nach dem AMDP-System erfasst werden können. Es hätten sich keinerlei 
Störungen des Bewusstseins und der Orientierung gezeigt. Während des 
ganzen Gesprächs sei die Aufmerksamkeit gut gewesen und es hätten sich 
keine Defizite im Bereich Gedächtnis gefunden. Im formalen Denken sei 
die Explorandin stark auf ihre Defizite ausgerichtet gewesen, in einer aller-
dings durchaus nachvollziehbaren, adäquaten Art und Weise. Befürchtun-
gen und Zwänge hätten sich abgesehen von den existenziellen und wirt-
schaftlichen Fragen keine feststellen lassen. Wahnphänomene hätten ge-
fehlt. Sinnestäuschungen seien ebenso wie Ich-Störungen negiert worden. 
Im Bereich der Affekte sei sie herabgestimmt, niedergeschlagen und ent-
täuscht über die ganze Entwicklung in ihrer Biografie gewesen. Eine gewis-
se depressive Gestimmtheit sei zu bestätigen. Sie habe eine gute Krank-
heitseinsicht gezeigt. Die geschilderte Affektlabilität habe sich im Rahmen 
des Gesprächs nicht feststellen lassen, sie habe sich gut beherrscht und 
sich während der ganzen Diskussion absolut adäquat verhalten. Sie sei 
emotional durchaus noch schwingungsfähig gewesen und die Emotionen 
hätten den berührten Inhalten entsprochen. Antrieb und Psychomotorik 
seien in der Untersuchungssituation nicht einfach zu prüfen gewesen, 
schienen aber den durchschnittlichen Erwartungen zu entsprechen. Zirka-
diane Besonderheiten hätten sich nicht feststellen lassen. Wieweit der so-
ziale Rückzug nur pandemiebedingt oder Folge der Beschwerden sei, habe 
nicht eindeutig entschieden werden können. Das ganze soziale Netz sei 
sicher nicht umfangreich. Anamnestisch habe sie ein selbstschädigendes 
Verhalten bei allerdings fehlender Suizidalität bestätigt. Ein Krankheitsge-
fühl sei vorhanden. Die Kooperationsbereitschaft im Rahmen der Psycho-
therapien sei gut. Eine Pflegebedürftigkeit bestehe gemäss den Beschrei-
bungen der Explorandin im häuslichen Alltag. So leiste der Ehemann Un-
terstützungsdienste nicht nur im Haushalt, sondern auch beim Transfer. Auf 
die Schlafstörungen sei eingegangen worden. Die Explorandin habe eine 
ausgeprägte Tagesmüdigkeit geschildert, die sich während der Untersu-
chung jedoch nicht habe feststellen lassen. Im Mini-ICF Ratingbogen habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 12

die Explorandin 27 von möglichen 52 Punkten erreicht. Das Resultat stelle 
eine deutliche Beeinträchtigung im alltäglichen Funktionsniveau dar. Defizi-
te fänden sich vor allem bei den Spontanaktivitäten, bei der Durchhalte-
fähigkeit und bei der Gruppenfähigkeit. Die Mobilität sei stark einge-
schränkt, wobei hier körperliche Aspekte mit eine Rolle spielten (AB 128.6 
S. 6 f. Ziff. 4.3). Sie habe rezidivierende kleinere Traumata in der Kindheit 
und Jugend dargelegt. Man könne durchaus diskutieren, ob diese Trauma-
ta einer seelischen Belastung entsprächen, die innerhalb der Diagnose-
gruppe gemäss Ziff. F45 der ICD-10 verlangt würden zur korrekten Festle-
gung der einzelnen Leiden. Es sei daran zu erinnern, dass die Persönlich-
keitseigenschaften des Ehemannes und die Krankheiten der beiden Söhne 
nicht zu unterschätzende Belastungen darstellten, sodass eine Schmerz-
verarbeitungsstörung mit körperlichen und psychischen Faktoren nach ICD-
10 F45.21 wohl durchaus diagnostiziert werden könnte. Die einzelnen Fak-
toren erreichten aber nicht den nach den Diagnosekriterien geforderten 
Schweregrad der Belastungen und aus der Summe verschiedener Teilfak-
toren eine umfangreiche Gesamtbelastung abzuleiten, sei nicht unproble-
matisch. Zudem würden die Beschreibungen ihres Schulalltags und das 
selbstschädigende Verhalten die Aufmerksamkeit in Richtung POS sowie 
eine Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ weisen. Heute liessen sich 
diese beiden Aspekte jedoch nicht mehr klar und eindeutig gesondert dia-
gnostizieren, sondern verschmölzen mit den im Vordergrund stehenden 
Schmerzaspekten und der depressiven Dimension. Es bestünden damit 
insgesamt vier Facetten einer erheblich beeinträchtigten Persönlichkeit und 
die einzelnen Aspekte müssten zu einem Gesamtbild zusammengefügt 
werden (AB 128.6 S. 7 f. Ziff. 7.1). Für die Explorandin selbst stünden im 
heutigen Zeitpunkt die körperlichen Beschwerden und Beeinträchtigungen 
im Vordergrund. Schon vor Jahren und wahrscheinlich ausgelöst durch die 
psychosoziale Gesamtsituation habe sie depressive Züge entwickelt und 
sich dann auch in ambulante Psychotherapie begeben. Es stehe fest, dass 
eine eindeutige und schwere depressive Phase vor rund 2 ½ Jahren aufge-
treten sei. Damals habe mindestens vorübergehend eine vollständige Ar-
beitsunfähigkeit vorgelegen. Ein stationärer Aufenthalt hätte vielleicht zu 
einer schnelleren Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt. Die 
ganze familiäre Situation habe diesen Schritt jedoch nicht erlaub, da sie 
nicht delegierbare Teilaufgaben in der Familie gehabt habe. Nach ihrer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 13

heutigen Einschätzung, die sich mit der Einstufung des behandelnden 
Psychiaters decke, sei es unter der ambulanten Psychotherapie und aktuell 
unter 2 x 60 mg Cymbalta zu einer Teilremission der Beschwerden ge-
kommen. Nach den Angaben der Explorandin sei die Psychotherapie unter 
den gegebenen Bedingungen medikamentös und durch Gespräche und 
ergänzt durch zwei Aufenthalte in der psychosomatischen Abteilung des 
Spitals G.________ absolut adäquat erfolgt. Nach dem Erwachsenwerden 
der Söhne sei eine Hospitalisation möglich geworden. Die ambulante Psy-
chotherapie werde fortgesetzt. Aus Kapazitätsgründen des Psychiaters 
seien Sitzungen nur in mehrwöchigen Abständen möglich. Die psychiatri-
sche Spitex sei aber engagiert und auch in dem Sinne würden die Behand-
lungsmöglichkeiten optimal ausgenutzt (AB 128.6 S. 8 f. Ziff. 7.2). Bei der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer Verweistätigkeit müssten 
die körperlichen Aspekte zwingend mitberücksichtigt werden. Etwas künst-
lich reduziert auf die psychiatrische Dimension wäre eine fünfzigprozentige 
Arbeitsfähigkeit medizinisch theoretisch noch möglich. Wie sich diese aller-
dings konkret und praktisch umsetzen lasse, sei eine ganz andere Frage. 
Das Verlassen des Hauses und das Zurücklegen eines längeren Weges sei 
nur möglich mit den Hilfsmitteln, die das Ehepaar selbst bezahlt habe, 
nachdem gemäss den Angaben der Explorandin die IV die Kostenüber-
nahme abgelehnt habe. Dieser Umstand veranschauliche die praktischen 
Schwierigkeiten, wobei grundsätzlich natürlich jede Form der Arbeit auch 
zu sozialen Kontakten und einer tendenzmässigen Verbesserung der De-
pression führen dürfte. Ein Beginn von Integrationsmassnahmen in einer 
geschützten Werkstatt wäre dabei durchaus eine Option (AB 128.6 S. 10 
Ziff. 8).

3.1.9 Im ADHS-Auswertungsbericht vom 18. Juli 2022 (AB 137 S. 2 ff.) 
erläuterte lic. phil. M.________, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, in der 
Zusammenschau aller Befunde sei von einer gesicherten Diagnose einer 
ADHS nach ICD-10 F90.0 auszugehen. Die Ausprägung der psychischen 
Belastung sei wahrscheinlich einerseits auf dem Hintergrund der aktuellen 
Lebenssituation zu verstehen. Andererseits könne sie als Folge unbehan-
delter ADHS-Symptome gesehen werden. Die Komorbiditätsrate zwischen 
ADHS und Depression sei allgemein hoch und weit verbreitet (S. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 14

3.1.10 Im Schreiben vom 26. Juli 2022 (AB 145 S. 10) legten die Ärzte 
der Klinik N.________ des Spitals G.________ dar, in Zusammenschau 
der klinischen Befunde sei das Vorliegen einer zugrundeliegenden geneti-
schen Erkrankung wahrscheinlich. Differentialdiagnostisch kämen ver-
schiedene Bindegewebserkrankungen in Frage, wie z.B. ein Ehlers-Danlos-
Syndrom. Zur Klärung der Ätiologie sei eine genetische Analyse in Auftrag 
gegeben worden. 

In der Befundmitteilung vom 26. August 2022 (AB 145 S. 11 ff.) führten die 
Ärzte sodann aus, in der durchgeführten Panelanalyse der mit Bindege-
webserkrankungen assoziierten Gene hätten keine klar pathogenen oder 
wahrscheinlich pathogenen genetischen Veränderungen nachgewiesen 
werden können, welche die klinische Symptomatik der Patientin erklären 
könnten. Die mögliche Verdachtsdiagnose eines Ehlers-Danlos-Syndroms 
habe somit nicht bestätigt werden können. Die Analyse habe jedoch eine 
Variante von unklarer Signifikanz im FBLN5-Gen c.604G>Ap.(Gly202Arg) 
ergeben. Die krankheitsverursachende heterozygote Variante in diesem 
Gen könne zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen (u. a. Cutis Laxa 
autosomal-dominante Form, Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung Typ 1H und 
altersabhängige Makuladegeneration [S. 11]).

3.1.11 Im Schreiben der MEDAS vom 14. Dezember 2022 (AB 159 S. 1) 
wurde dargelegt, die neu eingereichten Arztberichte würden an der initialen 
versicherungsmedizinischen Einschätzung vom 3. Mai 2022 nichts ändern. 

3.2 Seitens der Beschwerdeführerin wurden im vorliegenden Verfahren 
weitere Unterlagen aufgelegt:

3.2.1 Die Ergotherapeutin, O.________, legte in ihrem Bericht vom 
14. März 2023 (Beschwerdebeilage [BB] 5) dar, die Beschwerdeführerin 
besuche seit Januar 2022 wöchentlich die Ergotherapie. Hierbei handle es 
sich um eine kompetenzzentrierte Gruppentherapie mit dem Schwerpunkt 
Handwerk und Spiel. Die Beschwerdeführerin habe vielfältige körperliche 
Einschränkungen. Sie habe permanent Schmerzen und es gebe keine 
schmerzfreien Intervalle. Nach Aussage der Klientin hätten die Schmerzen 
in ihrem achten Lebensjahr begonnen. Sie leide unter einer Gelenküber-
beweglichkeit respektive -überdehnung, so dass sich z.B. während des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 15

Schlafes das Schultergelenk auskugle. Sie könne nur noch kurze Strecken 
zu Fuss laufen und besitze seit ca. zwei Jahren einen Elektrorollstuhl. Im 
letzten Jahr habe sich die Patientin einer umfangreichen Diagnostik unter-
zogen und nach eigener Aussage seien EDS, CMT sowie ADHS festge-
stellt worden. Hinzu kämen seit Jahren Erschöpfungszustände und De-
pressionen, Diabetes und aktuell Probleme mit der Achillessehne. Nach 
Aussage der Klientin falle es ihr schwer, sich im Haushalt zu strukturieren 
und an einer Tätigkeit zu bleiben. Die Beschwerdeführerin habe im Oktober 
2021 ihre …-Ausbildung (recte wohl …-Ausbildung) abgeschlossen und 
versuche nun trotz hoher Schmerzbelastung im eigenen Studio etwas da-
zuzuverdienen und sich damit eine gewisse Autonomie zu erhalten. Sie sei 
sehr motiviert und nehme zuverlässig an der Therapie teil (S. 1). Sie sei 
ideenreich, fantasievoll und offen für neue Handwerkstechniken. Im Verlauf 
des letzten Jahres habe sie verschiedene Betätigungsfelder erfolgreich 
ausprobiert. Sie könne bei einer fremden Technik nach kurzer Einführung 
selbstständig übernehmen und erlange recht schnell Versiertheit darin. Sie 
kämpfe mit Schlafproblemen und starker Antriebsarmut am Morgen. Sie 
benötige nach eigener Aussage feste Morgentermine, um überhaupt aus 
dem Bett zu kommen und den Tag in Angriff zu nehmen. Ein weiteres Pro-
blem liege darin, zu Hause nicht die nötige Ruhe zu finden, um an einer 
Tätigkeit zu bleiben und sie fertigzustellen. Hierbei sei sie auf den klaren 
und geschützten Rahmen in der Ergotherapie angewiesen. Bei guter Ta-
gesform könne die Klientin in der Therapie mittlerweile über zwei Stunden 
konzentriert und ausdauernd tätig sein. Durch die kreative Betätigung kön-
ne sie das Gedankenkreisen zeitweise unterbrechen und finde Entspan-
nungsmomente. Sie sei in der Gruppe als lebhafte, interessierte und hilfs-
bereite Person sehr geschätzt. Ihre Schnelligkeit und Ideenflut könne aber 
auch schon mal die anderen Teilnehmenden überfordern, so dass eine 
therapeutische Intervention nötig sei, um sie etwas zu bremsen. In der 
Spielrunde gehöre sie zu den kognitiv stärkeren Teilnehmerinnen. Sie habe 
eine gute Auffassungsgabe und Merkfähigkeit und sei offen für neue Spie-
le. Die Klientin nutze die Gruppentherapie auch dazu, um über Alltagsbe-
lastungen und frustrierende Erlebnisse zu sprechen (S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 16

3.2.2 Im Bericht vom 4. Juli 2023 (BB 3) führte med. pract. E.________ 
aus, seit Dezember 2021 seien die folgenden zusätzlichen Diagnosen 
bestätigt worden: 

1. Ehlers-Danlos-Syndrom 
2. Charcot-Marie-Tooth-Gendefekt 
3. Polyneuropathie 
4. Chronic Fatigue Syndrom 
5. ADHS
6. Posttraumatische Belastungsstörung 

Diese neuen Erkenntnisse erklärten zumindest grösstenteils den schwieri-
gen Behandlungsverlauf in Bezug auf die rezidivierenden depressiven Epi-
soden. Die posttraumatische Belastungsstörung werde bei der Psychologin 
lic. phil. P.________ behandelt, wobei alle zwei Wochen Termine stattfän-
den. Die Begutachtung müsse wiederholt werden, da einerseits Inkonsis-
tenzen in der Beurteilung der einzelnen Gutachter vorlägen und anderer-
seits die neu bestätigten Diagnosen nicht gewürdigt und in den Gesamt-
kontext einbezogen worden seien. 

3.2.3 Im Bericht der Spitex (Fachbereich Psychaitrie) vom 5. Juli 2023 
(BB 7) wurde unter anderem ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe 
grosse Mühe, sich die Arbeiten einzuteilen und müsse immer wieder auf 
ihre Grenzen angesprochen werden. Den Arbeiten im Haushalt sinnvoll 
nachzugehen, sei für sie sehr kräfteraubend. Einigen Arbeiten könne sie 
gar nicht nachgehen und benötige Unterstützung. Die chronische Erschöp-
fung gepaart mit den ADHS-Symptomen zehre seit Jahren an ihren Kräf-
ten. Sie habe enorm Mühe, Arbeiten strukturiert und sinnvoll zu gestalten. 
Je nach Tagesform seien einfachere Arbeiten möglich. Oft brauche sie je-
doch viele Ruhepausen und klare Anleitungen. Die Schmerzproblematik sei 
ausgeprägt und führe immer wieder zu starken Schmerzen und Einschrän-
kungen im Alltag. Während den wöchentlichen Einsätzen zeige sich die 
Beschwerdeführerin durch ihre schmerzbedingten und ausgeprägten 
Schlafstörungen oft erschöpft, unkonzentriert und psychisch instabil. Aus-
serdem leide sie vor allem morgens an ausgeprägten Koordinations- und 
Gleichgewichtsstörungen. Diese schränkten sie in den Aktivitäten des tägli-
chen Lebens stark ein. Dadurch brauche sie für alles viel Zeit, Energie und 
oft Unterstützung von aussen (S. 2). Der Ehemann sei seit einem medizini-
schen Vorkommen Anfang 2023 ebenfalls gesundheitlich eingeschränkt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 17

und deshalb nur bedingt fähig, seine Ehefrau weiterhin adäquat zu unter-
stützen. Damit falle eine wichtige Unterstützung weg. Die Söhne der Be-
schwerdeführerin, welche inzwischen ausgezogen seien, hätten durch ge-
sundheitliche Einschränkungen ebenfalls wenig Möglichkeiten, ihr zu hel-
fen. Das Ehepaar unterstütze sich – wo es gehe – gegenseitig. Für einige 
Arbeiten brauche es unterdessen jedoch Hilfe und Unterstützung vom pro-
fessionellen Helfernetz (S. 3). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 18

2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Mit unangefochten gebliebenem VGE IV/2022/554 (AB 168) ist im 
Zusammenhang mit dem beantragten Elektrorollstuhl eine Würdigung des 
MEDAS-Gutachtens (AB 128.1 ff.) erfolgt. Das Verwaltungsgericht erkann-
te den somatischen Teilgutachten (AB 128.3 ff.) vollen Beweiswert zu 
(AB 168 S. 14 ff. E. 3.4) mit dem Ergebnis, dass von keinen somatischen 
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und keinen relevanten kör-
perlichen Einschränkungen auszugehen war. Daran ändern die im Nach-
gang zum erwähnten Urteil eingereichten Akten nichts. Soweit der behan-
delnde Psychiater in seinem Bericht vom 4. Juli 2023 (BB 3) darlegt, es 
seien seit Dezember 2021 zusätzlich die somatischen Diagnosen eines 
Ehlers-Danlos-Syndroms, eines Charcot-Marie-Tooth-Gendefekts, einer 
Polyneuropathie sowie eines Chronic Fatigue Syndroms gestellt worden, 
vermag dieser den Beweiswert der somatischen Teilgutachten schon des-
halb nicht zu erschüttern, weil er als Psychiater nicht über die hierfür not-
wendige fachärztliche Qualifikation verfügt (vgl. dazu Entscheid des Bun-
desgerichts [BGer] vom 15. November 2021, 9C_458/2021, E. 3.3 mit Hin-
weisen). Fachärztliche Bestätigungen der angeblichen neuen Diagnosen 
liegen nicht in den Akten und auch die anwaltlich vertretene Beschwerde-
führerin macht weder neue Diagnosen noch eine Verschlechterung ihres 
Gesundheitszustandes geltend. Vielmehr anerkennt sie implizit, dass den 
somatischen Teilgutachten Beweiswert zukommt, rügt sie beschwerdewei-
se doch einzig eine fehlerhafte Indikatorenprüfung. Im Übrigen wurden eine 
Fatigue sowie neuropathische Schmerzen bereits vor den gutachterlichen 
Untersuchungen (Ende 2021 bzw. Anfang 2022; AB 128.1 S. 5 Ziff. 2.1 ff.) 
diskutiert (vgl. AB 44 S. 1, 99 S. 6 und S. 16), jedoch vom neurologischen 
Experten nicht bestätigt (vgl. AB 128.5 S. 11 f. Ziff. 6.1 ff.), und die Ver-
dachtsdiagnosen eines Ehlers-Danlos-Syndroms sowie eines Charcot-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 19

Marie-Tooth-Gendefekts (AB 145 S. 10 ff.) bestanden bereits im Zeitpunkt 
des VGE IV/2022/554 und wurden vom Verwaltungsgericht entsprechend 
auch beachtet (AB 168 S. 16 f. E. 3.4.2). Demnach ist erstellt, dass die 
Beschwerdeführerin an keiner (ausgewiesenen) somatischen Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit leidet, was von ihr denn auch nicht be-
hauptet wird.  

Hinsichtlich des psychiatrischen Teilgutachtens (AB 128.6) stellte das Ver-
waltungsgericht in VGE IV/2022/554 (AB 168) sodann fest, dass bei den 
nachvollziehbar erhobenen und dargestellten, im Wesentlichen unauffälli-
gen objektivierbaren Befunden die vom Gutachter attestierte Arbeitsun-
fähigkeit von 50 % nicht nachvollziehbar sei. Der Gutachter stelle bei sei-
nen Überlegungen zur daraus abzuleitenden Arbeits- und Leistungsfähig-
keit unkritisch auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin ab, ohne die-
se kritisch zu würdigen und ohne zu beachten, dass die somatisch orien-
tierten Gutachter keine versicherungsmedizinisch relevanten Störungen 
hätten erheben können (AB 168 S. 18 E. 3.5.2). Sodann musste das Ver-
waltungsgericht nicht abschliessend beurteilen, ob die im ADHS-
Auswertungsbericht vom 18. Juli 2022 (AB 137 S. 2 ff.) gestellte Diagnose 
einer ADHS (ICD-10 F90.0) zutrifft, da sich auch daraus offensichtlich keine 
Notwendigkeit für die Versorgung mit einem Elektrorollstuhl ableiten liess 
(AB 168 S. 19 E. 3.5.3). Dies ändert jedoch nichts daran, dass das Verwal-
tungsgericht dem psychiatrischen Teilgutachten (AB 128.6) hinsichtlich der 
objektiven Befunderhebung und der darauf basierenden diagnostischen 
Einschätzung grundsätzlich Beweiswert zuerkannte und dies in umfassen-
der Prüfung vorliegend zu bestätigen ist. Die nach Erlass des VGE 
IV/2022/554 eingereichten medizinischen Unterlagen vermögen den Be-
weiswert des psychiatrischen Gutachtens nicht umzustossen. Soweit der 
behandelnde Psychiater bestätigt, es seien nach der gutachterlichen Un-
tersuchung die Diagnosen einer ADHS sowie einer posttraumatischen Be-
lastungsstörung diagnostiziert worden (BB 3), ist festzuhalten, dass der 
begutachtende Psychiater diese Diagnosen nicht stellte, obwohl eine AD-
HS bzw. ein POS (Psycho-Organisches Syndrom) im Gutachten themati-
siert (AB 128.6 S. 7 Ziff. 5 und S. 8 Ziff. 7.1) und rezidivierende kleinere 
Traumata in der Kindheit festgestellt wurden (AB 128 S. 7 Ziff. 7.1). Weder 
der behandelnde Psychiater noch eine andere Medizinalperson setzten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 20

sich mit diesen Ausführungen des begutachtenden Psychiaters sowie der 
Tatsache auseinander, dass die Aufmerksamkeit während des ganzen Un-
tersuchungsgesprächs gut war (AB 128.6 S. 6 Ziff. 4.3), und eine Begrün-
dung für die angebliche posttraumatische Belastungsstörung findet sich 
nicht. Sodann werden auch keine wichtigen Aspekte genannt, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären, so-
dass die abweichende Einschätzung das Gutachten nicht in Frage zu stel-
len vermag (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 
E. 3). Zu beachten ist in diesem Zusammenhang zudem, dass die psychia-
trische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfol-
gen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch 
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-
nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren 
sind, sofern der Experte – wie vorliegend – lege artis vorgegangen ist (SVR 
2020 IV Nr. 69 S. 241 E. 4.1, 2018 IV Nr. 77 S. 255 E. 6.3). Selbst wenn 
die Beschwerdeführerin jedoch seit ihrer Kindheit an einer ADHS leiden 
würde (vgl. hierzu AB 137 S. 2 ff.), wäre sie dadurch nicht massgebend in 
ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt, schloss sie doch erfolgreich eine …, 
eine Ausbildung zur …, eine Ausbildung in … sowie eine Ausbildung zur … 
ab und arbeitete unter anderem mehrere Jahre als … einer … (AB 10 
S. 2 f.). In Bezug auf die angeblich diagnostizierte posttraumatische Belas-
tungsstörung ist sodann festzuhalten, dass die Rechtsprechung eine solche 
beweisrechtlich nur anerkennt, wenn sie nach einem traumatisierenden 
Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere, Bedrohung oder katastrophen-
artigem Ausmass auftritt (SVR 2019 IV Nr. 83 S. 276 E. 4.1 mit Hinweisen). 
Ein solches Trauma ist vorliegend nicht ersichtlich und wird von der anwalt-
lich vertretenen Beschwerdeführerin auch nicht vorgetragen. Was die vom 
psychiatrischen Gutachter genannten rezidivierenden kleineren Traumata 
in der Kindheit und Jugend (AB 128.6 S. 7 Ziff. 7.1) anbelangt, ist ausser-
dem anzufügen, dass Belastungsstörungen, welche erst Jahre oder gar 
Jahrzehnte nach dem angeschuldigten traumatisierenden Ereignis diagnos-
tiziert werden, mangels schlüssiger Beweisbarkeit i.d.R. nicht bestätigt 
werden können (SVR 2014 IV Nr. 1 S. 2 E. 4.1.2 f. mit Hinweisen). Zudem 
erachtet die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin die Ausführungen 
des psychiatrischen Gutachters als schlüssig (Beschwerde S. 5) und 
bestätigt damit den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens (AB 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 21

128.6) hinsichtlich der Befunderhebung und der darauf basierenden dia-
gnostischen Einschätzung. 

3.5 Demnach bildet das MEDAS-Gutachten vom 3. Mai 2022 
(AB 128.1 ff.) betreffend die objektive Befunderhebung und die diagnosti-
sche Beurteilung eine zuverlässige Grundlage für die rechtliche Würdigung 
des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhalts. Mithin sind als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine aktuell mittelgradig 
ausgeprägte depressive Episode mit umfangreichem somatischem Syn-
drom (ICD-10 F32.11) gestellt sowie eine anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung, Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F45.4) als möglich 
erklärt.

Was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrifft, erläuterten die Gutachter in 
der interdisziplinären Gesamtbeurteilung, dass lediglich auf dem psychiatri-
schen Fachgebiet versicherungsmedizinisch relevante Diagnosen vorlägen. 
Diese bedingten eine reduzierte psychische Belastbarkeit der Explorandin 
und machten häufigere bzw. längere Erholungspausen notwendig 
(AB 128.1 S. 10 Ziff. 4.3). In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Ar-
beitsunfähigkeit von 60 % und in einer Verweistätigkeit von 50 % (AB 128.1 
S. 12 Ziff. 4.7). Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer 
Verweistätigkeit müssten die körperlichen Aspekte zwingend mitberück-
sichtigt werden. Etwas künstlich reduziert auf die psychiatrische Dimension 
wäre eine 50%ige Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch noch möglich. 
Wie sich diese allerdings konkret und praktisch umsetzen lasse, sei eine 
ganz andere Frage. Bereits das Verlassen des Hauses und das Zurückle-
gen eines längeren Weges sei nur möglich mit den Hilfsmitteln, die das 
Ehepaar selbst bezahlt habe. Dieser Umstand veranschauliche die prakti-
schen Schwierigkeiten, wobei grundsätzlich natürlich jede Form der Arbeit 
auch zu sozialen Kontakten und einer tendenziellen Verbesserung der De-
pression führen dürfte. Ein Beginn von Integrationsmassnahmen in einer 
geschützten Werkstatt wäre dabei durchaus eine Option (AB 128.6 S. 10 
Ziff. 8). Es ist nachfolgend (vgl. E. 4 hiernach) unter besonderer Berück-
sichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu depressiven Erkran-
kungen (vgl. BGE 148 V 49) zu prüfen, ob anhand des strukturierten Be-
weisverfahrens nach BGE 141 V 281 der psychiatrisch attestierten Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 22

unfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit bzw. eine solche von 
60 % in der angestammten Tätigkeit (AB 128.1 S. 12 Ziff. 4.7) auch aus 
rechtlicher Sicht gefolgt werden kann, wobei die versicherte Person die 
materielle Beweislast trägt (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416; vgl. E. 2.3.1 ff. 
hiervor). 

4.

4.1 Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine 
aktuell mittelgradig ausgeprägte depressive Episode mit umfangreichem 
somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) gestellt sowie eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung, Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 
F45.4) für möglich erklärt (AB 128.1 S. 9 f. Ziff. 4.2.1). Diesbezüglich sind 
auf der ersten Ebene (vgl. E. 2.3.2 hiervor) die klassifikatorischen Vorga-
ben erfüllt (vgl. hierzu DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale 
Klassifikationen psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-
diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 169 ff. und S. 233 f.). Während 
im internistischen, rheumatologisch-orthopädischen sowie psychiatrischen 
Teilgutachten Hinweise auf Aggravation oder Simulation verneint wurden 
(AB 128.3 S. 16 f. Ziff. 7.3.1, 128.4 S. 19 Ziff. 7.3.1, 128.6 S. 9 Ziff. 7.3), 
erwähnte der neurologische Gutachter Hinweise auf eine Verdeutlichungs-
tendenz, da aus neurologischer Sicht ein Rollstuhl nicht notwendig sei 
(AB 128.5 S. 13 Ziff. 7.3.1), was jedoch keinen Ausschlussgrund im Sinne 
von BGE 131 V 49 darstellt. Es ist daher nachfolgend auf der zweiten Ebe-
ne anhand der Standardindikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Be-
urteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens vorzunehmen 
(vgl. E. 2.3.3 hiervor). 

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
„funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 23

hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). In 
Bezug auf die Verhaltensbeobachtung legte der psychiatrische Sachver-
ständige dar, die Beschwerdeführerin sei langsamen Schrittes sowie mit 
schwerfälligen Bewegungen ohne Rollstuhl und ohne Stöcke vom Wartebe-
reich ins Besprechungszimmer gekommen. Sie habe die Sitzposition mehr-
fach verändert und intensive Schmerzen und Erleichterung durch Verände-
rung angegeben (AB 128.6 S. 6 Ziff. 4.1). Ausserdem führte er nebst un-
auffälligen Befunden an, im Bereich der Affekte sei die Beschwerdeführerin 
herabgestimmt, niedergeschlagen und enttäuscht über die ganze Entwick-
lung in ihrer Biografie. Eine gewisse depressive Gestimmtheit sei zu 
bestätigen. Zudem sei sie im formalen Denken stark auf ihre Defizite aus-
gerichtet, allerdings in einer durchaus nachvollziehbaren adäquaten Art und 
Weise (AB 128.6 S. 6 Ziff. 4.3). Es ergeben sich daher keine Anhaltspunk-
te, die eine schwerere Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde nahe-
legen, als den gestellten Diagnosen bereits inhärent sind (vgl. Entscheid 
des BGer vom 9. Mai 2019, 9C_755/2018, E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 
143 V 418 E. 5.2.2 S. 425) und es kann nicht auf erhebliche Einschränkun-
gen geschlossen werden. 

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenzen als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad 
einzugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Die Beschwerdeführerin 
war vom 11. Mai bis 4. Juni 2020 sowie vom 19. März bis 9. April 2021 in 
stationärer und vom 4. August bis 16. Oktober 2020 in teilstationärer Be-
handlung in der Klinik H.________ des Spitals G.________ (AB 55 S. 3 ff., 
58, 88). Im Übrigen geht aus den Akten hervor, dass sie neben der Betreu-
ung durch die Psychiatrie-Spitex (BB 7) sowie regelmässiger Ergo- und 
Physiotherapie (AB 16, 128.3 S. 11 Ziff. 3.2.12, 128.4 S. 14 Ziff. 3.2.14; 
BB 5 f.) seit November 2019 eine ambulante psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung, kombiniert mit einer antidepressiven 
Medikation (Cymbalta), erhält (AB 34 S. 2 ff., 99 S. 2 ff., 128.6 S. 9 Ziff. 
7.2). Anfänglich fand die psychiatrische Behandlung ca. alle drei respektive 
zwei Wochen (AB 34 S. 2 Ziff. 1.2, 99 S. 4 Ziff. 7), im Zeitpunkt der Begut-
achtung jedoch nur noch „in mehrwöchigen Abständen“ (AB 128.6 S. 9 Ziff. 
7.2), statt. Soweit sie sich zur Behandlung der posttraumatischen Belas-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 24

tungsstörung zudem in psychologische Behandlung begeben hat (AB 167 
S. 8; BB 3), ist anzumerken, dass eine posttraumatische Belastungsstörung 
vom Gutachter (zu Recht) nicht diagnostiziert wurde (vgl. E. 3.4 hiervor) 
und diese Therapie folglich nicht mitberücksichtigt werden kann. Überdies 
wurde diese Therapie lediglich rund neun Monate vor Erlass der angefoch-
tenen Verfügung vom 8. Juni 2023 (AB 171) aufgenommen (AB 167 S. 8). 
In Bezug auf die Frage, ob die Therapie angepasst erfolgt ist, stützte sich 
der psychiatrische Gutachter unkritisch auf die Aussage der Beschwerde-
führerin, wonach die Psychotherapie unter den gegebenen Umständen 
absolut adäquat erfolgt sei. Weder die Angabe, wonach häufigere Psycho-
therapie aufgrund der Kapazität des Psychiaters unmöglich gewesen sei, 
noch die angebliche familiäre Belastung, welche eine frühere stationäre 
Behandlung verunmöglicht habe (AB 128.6 S. 8 f. Ziff. 7.2), wurden vom 
begutachtenden Psychiater verifiziert. Jedenfalls Letzteres ist mit Blick dar-
auf, dass die beiden angeblich von einer Autismus-Spektrums-Störung be-
troffenen Söhne (AB 34 S. 5 Ziff. 5, 132 S. 2) – denen es jedoch möglich 
war, die „normale“ Schule zu besuchen sowie eine Berufslehre im Bereich 
… zu absolvieren, und die unterdessen verheiratet sind und nicht mehr bei 
der Beschwerdeführerin wohnen (AB 128.6 S. 3 Ziff. 3.2) – im Zeitpunkt der 
IV-Anmeldung im August 2019 (AB 1) bereits fast 22 Jahre alt waren, im-
merhin fraglich. Jedenfalls ergibt sich weder aus dem Gutachten noch den 
übrigen medizinischen Akten, dass die therapeutischen Optionen bisher 
ausgeschöpft wurden. Mithin liegt entgegen der Ansicht der Beschwerde-
führerin (Beschwerde S. 6) keine ausgewiesene Behandlungsresistenz vor. 

Was den Indikator Komorbiditäten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 f.) 
anbelangt, ist festzuhalten, dass sich der psychiatrische Gutachter dahin-
gehend äusserte, dass bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die körperli-
chen Aspekte zwingend mitberücksichtigt werden müssten (AB 128.6 S. 10 
Ziff. 8). Eine Wechselwirkung zwischen den psychischen und somatischen 
Diagnosen wird allerdings nicht postuliert und eine massgebende somati-
sche Komorbidität besteht nicht, denn die Gutachter haben den somati-
schen Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 128.1 S. 9 f. 
Ziff. 4.2.1 f.) oder ressourcenhemmende Wirkung beigemessen. Auch an-
derweitige Komorbiditäten sind nicht ersichtlich und werden von der anwalt-
lich vertretenen Beschwerdeführerin nicht vorgetragen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 25

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) ist festzuhalten, dass der psychiatrische Gutachter darlegte, die 
Beschreibungen der Beschwerdeführerin über ihren Schulalltag und das 
selbstschädigende Verhalten würden die Aufmerksamkeit Richtung POS 
und einer Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ lenken. Die beiden 
Aspekte liessen sich heute jedoch nicht mehr klar und eindeutig gesondert 
diagnostizieren, sondern verschmölzen mit den im Vordergrund stehenden 
Schmerzaspekten und der depressiven Dimension (AB 128.6 S. 8 Ziff. 7.1). 
Eine eigentliche Persönlichkeitsstörung wurde vom psychiatrischen Gut-
achter jedoch nicht diagnostiziert (vgl. AB 128.6 S. 7 Ziff. 6) und auch die 
von ihm erhobenen Untersuchungsbefunde (AB 128.6 S. 6 f. Ziff. 4.3) wei-
sen nicht auf eine Persönlichkeitsstörung hin. Zudem sind den Akten keine 
Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass bei den früheren Arbeitsstellen 
grössere Schwierigkeiten bestanden. Auch anderweitige Probleme in zwi-
schenmenschlichen Beziehungen sind nicht ausgewiesen. Vielmehr lebt 
die Beschwerdeführerin in einer langjährigen Beziehung (AB 128.6 S. 3 
Ziff. 3.2). Vor diesem Hintergrund ist von weitgehend erhaltenen persönli-
chen Ressourcen auszugehen. 

4.2.3 Der Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
zeigt keine Anhaltspunkte für eine gesundheitsbedingte Einschränkung mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Während der psychiatrische Experte 
einen gewissen sozialen Rückzug festhielt (wobei offen blieb, ob dieser 
pandemiebedingt oder Folge der Beschwerden ist; AB 128.6 S. 6 Ziff. 4.3), 
führte der rheumatologisch-orthopädische Gutachter als Ressource eine 
umfassende soziale Integration der Beschwerdeführerin auf (AB 128.4 
S. 13 Ziff. 3.2.13). Fest steht jedenfalls, dass eine weitgehend intakte fami-
liäre Struktur besteht. So lebt die Beschwerdeführerin in einer langjährigen 
Ehe, ihre beiden verheirateten Söhne leben in ihrer näheren Umgebung 
und es besteht Kontakt zu ihrer Mutter (AB 128.6 S. 2 f. Ziff. 3.2). Trotz 
ihrer Aussage, kein Bedürfnis zu haben, mit Freundinnen zusammen zu 
sein (AB 128.6 S. 5 Ziff. 3.2), scheinen auch ausserfamiliäre Kontakte nicht 
vollständig abgebrochen worden zu sein. So wurde sie beispielsweise von 
einer Freundin zur internistischen Untersuchung gefahren (AB 128.3 S. 12 
Ziff. 4.1). Überdies wurden durch die Ende 2021 gemachte …-Ausbildung 
neue soziale Kontakte ermöglicht (AB 128.3 S. 9 Ziff. 3.2.7, 128.6 S. 5 Ziff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 26

3.2 und S. 8 Ziff. 7.1). Damit liegt kein (genereller bzw. alle Lebensbereiche 
betreffender) sozialer Rückzug vor. Vielmehr hält die soziale Einbettung 
durchaus mobilisierende Ressourcen bereit. 

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie „Konsistenz“. Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.).

4.3.1 Betreffend den Indikator der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V 281 
E. 4.4.1 S. 303 f.) ist festzuhalten, dass der psychiatrische Sachverständige 
keine Inkonsistenzen feststellte (AB 128.6 S. 9 Ziff. 7.3). Dem kann nicht 
gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin füttert die Haustiere, geht mit den 
Hunden spazieren, macht kleinere Aktivitäten im Haus und Garten, kocht 
mit ihrem Ehemann zusammen, pflegt diverse Interessen und Freizeitbe-
schäftigungen (…), fährt kürzere Strecken mit dem Auto, war im Mai 2021 
für zwei Wochen an der …, schloss Ende 2021 eine …-Ausbildung ab und 
machte sich damit (wenn auch in kleinem Pensum) selbstständig (AB 128.3 
S. 9 Ziff. 3.2.7 und S. 10 f. Ziff. 3.2.12, 128.6 S. 5 Ziff. 3.2). Damit lassen 
sich die Freizeitaktivitäten und erhaltenen Fähigkeiten der Beschwerdefüh-
rerin nicht mit der aus psychiatrischer Sicht attestierten Arbeitsunfähigkeit 
vereinbaren, wären diesfalls doch weitaus höhere Einschränkungen zu 
erwarten. 

4.3.2 Schliesslich ist in Bezug auf den Indikator des behandlungs- und 
eingliederungsanamnestischen Leidensdrucks (vgl. BGE 141 V 281 
E. 4.4.2 S. 304) und in diesem Zusammenhang die Inanspruchnahme von 
therapeutischen Optionen festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin vom 
11. Mai bis 4. Juni 2020 sowie vom 19. März bis 9. April 2021 in stationärer 
und vom 4. August bis 16. Oktober 2020 in teilstationärer Behandlung war 
(AB 55 S. 3 ff., 58, 88). Ausserdem ist sie in mehrwöchigen Abständen in 
ambulanter psychiatrischer Behandlung (inkl. antidepressiver Medikation; 
AB 128.6 S. 9 Ziff. 7.2), wird wöchentlich durch die Psychiatrie-Spitex be-
treut (BB 7) und geht in die Ergo- sowie Physiotherapie (AB 16, 128.3 S. 11 
Ziff. 3.2.12, 128.4 S. 14 Ziff. 3.2.14; BB 5 f. [in Bezug auf die Behandlung 
der angeblichen posttraumatischen Belastungsstörung vgl. E. 4.2.1 hier-
vor]). Mithin ist von einem gewissen Leidensdruck auszugehen. Gleichzei-
tig ist dessen Erheblichkeit jedoch insoweit zu relativieren, als die psychia-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 27

trische Behandlung im Zeitpunkt der Begutachtung nur in mehrwöchigen 
Abständen stattfand (AB 128.6 S. 9 Ziff. 7.2) und erst nach der IV-
Anmeldung im August 2019 (AB 1) aufgenommen worden war (vgl. AB 12 
S. 2 unten, 34 S. 2 Ziff. 1.1). 

4.4 Einzig der Indikator des behandlungs- und eingliederungsanamnes-
tischen Leidensdrucks weist auf eine subjektiv erlebte Einschränkung hin 
(vgl. E. 4.3.2 hiervor). Die übrigen Indikatoren bzw. Komplexe sowie die 
Kategorie „Konsistenz“ stehen bei einer objektiven Würdigung der psychia-
trisch attestierten Arbeitsunfähigkeit von 60 % in der angestammten und 
von 50 % in einer angepassten Tätigkeit (AB 128.1 S. 12 Ziff. 4.7) entge-
gen. Mithin sind in der Gesamtbetrachtung die geltend gemachten funktio-
nellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten psychischen Beein-
trächtigungen anhand der Standardindikatoren nicht überwiegend wahr-
scheinlich erstellt, weshalb das Vorliegen eines invalidisierenden psychi-
schen Gesundheitsschadens zu verneinen ist. In Bezug auf die hier mass-
gebliche Diagnose der mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode 
korreliert diese Schlussfolgerung im Übrigen auch mit den höchstrichterli-
chen Grundsätzen zu derartigen Gesundheitsschädigungen leicht bis mit-
telgradiger Ausprägung (vgl. BGE 148 V 49), die nennenswerte Interferen-
zen durch psychiatrische Komorbiditäten verlangt, die wie gezeigt jedoch 
gerade nicht vorliegen. 

5.

Mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens hat die Beschwer-
deführerin keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. 

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 8. Juni 2023 
(AB 171) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 28

kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2024, IV/23/528, Seite 29

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.