# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1e4f80c-32a6-5f05-ac67-b3dc68c0fa46
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.04.2017 D-2024/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2024-2017_2017-04-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2024/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  A p r i l  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Norzin-Lhamo Dotschung. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

handelnd durch B._______ und C._______,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienasyl;  

Verfügung des SEM vom 8. März 2017 / (…). 

 

 

 

D-2024/2017 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Mutter des Beschwerdeführers (C._______) mit Verfügung des 

SEM vom 24. Februar 2011 gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) 

die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt und Asyl gewährt wurde,  

dass der Vater des Beschwerdeführers (B._______) am 12. August 2016 

in die Schweiz gelangte und am 17. August 2016 ein Asylgesuch ein-

reichte,  

dass das gemeinsame Kind am (…) in D._______ zur Welt kam,  

dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seine Eltern – mit Eingabe 

vom 24. Januar 2017 ein Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigen-

schaft der Mutter beim SEM einreichte,  

dass das SEM dieses Gesuch mit Verfügung vom 8. März 2017 (Eröffnung 

am 16. März 2017) ablehnte,  

dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 

3. April 2017 (beim SEM am 4. April 2017 eingegangen) Beschwerde er-

hob und dabei im Wesentlichen die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 51 

Abs. 3 AsylG beantragte,  

dass der Beschwerde eine Kopie der Geburtsurkunde vom (...) Januar 

2017 beigelegt wurde,  

dass das SEM diese Rechtsmitteleingabe dem Bundesverwaltungsgericht 

überwies (am 6. April 2017 eingegangen),  

 

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

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Seite 3 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich 

vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG Ehegatten, eingetragene Partnerinnen 

oder Partnern von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als Flücht-

linge anerkannt werden und Asyl erhalten, wenn keine besonderen Um-

stände dagegen sprechen, wobei auch in der Schweiz geborene Kinder 

von Flüchtlingen als Flüchtlinge anerkannt werden, sofern keine besonde-

ren Umstände dagegen sprechen (vgl. Art. 51 Abs. 3 AsylG),  

dass das SEM zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus-

führte, die Mutter des Beschwerdeführers, C._______, erfülle die Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG nicht selbst, sondern 

sei in die Flüchtlingseigenschaft und das Asyl ihrer Mutter einbezogen wor-

den,  

dass somit die in Art. 51 Abs. 3 AsylG genannte Ausnahmebedingung, wo-

nach bei „besonderen Umständen“ keine Übertragung der Flüchtlingsei-

genschaft stattfinde, zur Anwendung gelange und sich die Asylgewährung 

nicht rechtfertige,  

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Seite 4 

dass der Beschwerdeführer diesen Ausführungen in seiner Rechtsmitte-

leingabe nichts Substanzielles entgegenhielt, sondern im Wesentlichen 

wiederholte, er sei gestützt auf Art. 51 Abs. 3 AsylG in die Flüchtlingseigen-

schaft seiner Mutter, C._______, einzubeziehen,  

dass vorliegend zu prüfen ist, ob die Vorinstanz zu Recht von besonderen 

Umständen gemäss Art. 51 Abs. 3 AsylG ausgegangen ist, die gegen den 

Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft der Mutter des Beschwerdeführers 

sprechen,  

dass eine Person, welcher die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt worden 

ist, gemäss geltender Praxis zu Art. 51 AsylG die Flüchtlingseigenschaft 

nur dann an ihre Angehörige weiterübertragen kann, wenn ihr die originäre 

(materielle) Flüchtlingseigenschaft zukommt (vgl. BVGE 2013/21 E. 3.3; 

Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommis-

sion [EMARK] 2003 Nr. 11 E. 8),  

dass anspruchsberechtigte Personen gemäss Art. 51 AsylG also kein Fa-

milienasyl erhalten, wenn deren Familienangehörige ihrerseits bloss die 

abgeleitete (formelle) Flüchtlingseigenschaft besitzen (vgl. EMARK 1997 

Nr. 1, EMARK 1998 Nr. 9, EMARK 2000 Nr. 23, EMARK 2003 Nr. 11), 

dass die Mutter des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG 

derivativ als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt wurde,  

dass sie demnach die Flüchtlingseigenschaft nicht weiterübertragen kann,  

dass nach dem Gesagten besondere Umstände im Sinne von Art. 51 

Abs. 3 AsylG vorliegen, die einem Einbezug des Beschwerdeführers in die 

Flüchtlingseigenschaft seiner Mutter und der Asylgewährung entgegenste-

hen,  

dass das Asylverfahren des Vaters des Beschwerdeführers noch hängig 

ist, und der Beschwerdeführer sich auch daraus nichts zu seinen Gunsten 

ableiten kann,  

dass die Vorinstanz das Gesuch um Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft 

somit zu Recht ablehnte,  

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

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Seite 5 

AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist,  

dass bei diesem Verfahrensausgang die Kosten dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen wären, unter Berücksichtigung der vorliegenden Umstände 

indes auf die Erhebung der Verfahrenskosten zu verzichten ist (Art. 63 

Abs. 1 VwVG; Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Norzin-Lhamo Dotschung 

 

 

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