# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 82682200-972e-5bcc-906f-cf45b7ddf9cb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.10.2014 IV 2012/312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-312_2014-10-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/312

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 30.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 30.10.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Bestimmung Valideneinkommen bei mehreren, 
zeitlich auseinander liegenden Gesundheitsschäden. Bestimmung 
Invalideneinkommen. Kein Abzug vom Tabellenlohn (Entscheid 
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 30. Oktober 2014, IV 
2012/312).

Entscheid Versicherungsgericht, 30.10.2014

Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer (Vorsitz), Lisbeth Mattle Frei und Marie-Theres 

Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 30. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, GN Rechtsanwälte, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 728, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, meldete sich wenige Monate nach Abschluss der ___lehre am 

14. Dezember 1998 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Der behandelnde 

Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 14. Januar 

1999 ein chronisch rezidivierendes Lumbovertebralsyndrom. Die Einschränkung der 

beruflichen Tätigkeit betrage derzeit 50% und dürfte sich nicht mehr verbessern (IV-

act. 4-1 ff.; siehe auch den rheumatologischen Bericht vom 10. November 1998, IV-

act. 4-4 ff.). In der Verfügung vom 27. Juli 1999 erteilte die IV-Stelle für die Umschulung 

zur Kosmetikerin Kostengutsprache für das Schulgeld im Betrag von Fr. 8'500.-- 

(Ausbildung vom 20. September 1999 bis 31. März 2000, IV-act. 12; zu den 

Taggeldleistungen siehe Verfügung vom 29. Juli 1999, IV-act. 13). Im Rahmen der 

Umschulung zur Kosmetikerin erteilte die IV-Stelle am 19. April 2000 für die Dauer vom 

1. April 2000 bis 31. März 2001 Kostengutsprache für ein Praktikumsjahr (IV-act. 23; 

zur Taggeldverfügung vom 25. April 2000 siehe IV-act. 24; zur Kostengutsprache vom 

7. Juli 2000 für diverse Kurskosten vgl. IV-act. 28). Nach Abschluss der Umschulung 

zur Kosmetikerin, einer darauf folgenden Anstellung bei einem Kosmetikbetrieb sowie 

anschliessender Arbeitslosigkeit eröffnete die Versicherte einen von ___ für sie 

gegründeten Kosmetikbetrieb (vgl. den Bericht für Patientenbesuch des 

Krankentaggeldversicherers vom 10. Juni 2010, Fremdakten).

A.b  Am 9. Oktober 2009 erlitt die Versicherte eine Hirnblutung. Im Bericht der 

Abteilung Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 28. Oktober 2009, 

wo die Versicherte vom 9. bis 28. Oktober 2009 hospitalisiert war und zweimal operiert 

wurde, diagnostizierte der behandelnde Neurochirurg eine Subarachnoidalblutung bei 

rupturiertem Aneurysma der paraclinoidalen Arteria carotis interna rechts mit 

postoperativ raumforderndem subduralem Hygrom frontal rechts mit 

therapieresistenten Kopfschmerzen. Im Rahmen der im KSSG durchgeführten 

neuropsychologischen Untersuchung vom 28. Oktober 2009 zeigten sich insgesamt 

leichte kognitive Funktionsstörungen (Fremdakten; zum danach aufgetretenen 

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Wundinfekt bei Wunddehiszenz rechts frontal siehe Berichte der Abteilung 

Neurochirurgie des KSSG vom 18. Dezember 2009, IV-act. 57, und 3. Februar 2010, IV-

act. 58).

A.c  Am 25. Mai 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der 

IV-Stelle an und beantragte Rentenleistungen (IV-act. 32). Die behandelnde Dr. med. 

C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt die Ausübung einer 

Tätigkeit ab September 2010 während 4 Stunden pro Tag für zumutbar. Die 

Leistungsfähigkeit der Versicherten sei durch Kopfschmerzen, Müdigkeit und 

Erschöpfung sowie verminderte Belastbarkeit mit Überforderung beeinträchtigt 

(Stellungnahme vom 8. Juni 2010, IV-act. 46). Der Hausarzt Dr. med. D.___ berichtete 

am 23. Juni 2010, die Versicherte habe ihre Tätigkeit im Kosmetikgeschäft wieder 

aufgenommen und arbeite ungefähr 8 Stunden pro Woche (IV-act. 48). Dr. C.___ gab 

im Verlaufsbericht vom 23. September 2010 an, die angestammte Tätigkeit sei der 

Versicherten zu 4,5 Stunden an 3 bis 5 Halbtagen zumutbar. Die Rehabilitation nach 

der Hirnblutung dauere an. Es werde eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit angestrebt 

bis zu einem Pensum von 80% (IV-act. 63). Am 1. Oktober 2010 berichtete Dr. D.___, 

der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit dem 23. Juni 2010 verbessert. 

Die Versicherte könne an 3 Tagen pro Woche 4 Stunden arbeiten (IV-act. 65).

A.d  Am 26. Oktober 2010 fand eine neuropsychologische Untersuchung der 

Versicherten in der Klinik für Neurologie des KSSG statt. Im Bericht vom 26. Oktober 

2010 führte Dr. phil. E.___, Psychologin FSP/Fachpsychologin für Neuropsychologie 

FSP, aus, die durchgeführten Tests hätten aus neuropsychologischer Sicht bis 

mittelschwere kognitive und emotionale Funktionsstörungen ergeben. Es zeichne sich 

eine ungünstige Chronifizierung und Ausweitung der Symptome ab bei unverändert 

gleichbleibenden Funktionsstörungen in exekutiven Funktionen und Arbeitsgedächtnis 

(IV-act. 68). RAD-Ärztin Dr. med. F.___, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, untersuchte 

die Versicherte auf deren Wunsch hin (da sie nicht verstehen könne, warum die IV-

Stelle eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwarte) am 30. November 2010. Im RAD-

ärztlichen Bericht vom 1. Dezember 2010 gelangte Dr. F.___ zum Schluss, es werde 

versucht das Arbeitspensum ab Januar 2011 auf 40% zu erhöhen und nach ca. 

3 Monaten auf 50%. Je nach Möglichkeiten und Befinden solle die Arbeitsfähigkeit als 

Kosmetikerin stufenweise gesteigert werden (IV-act. 70-3; vgl. auch die im Rahmen des 

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Eingliederungsplans getroffene Zielvereinbarung vom 7./13. Dezember 2010, IV-

act. 72).

A.e  Dr. med. G.___, Facharzt für Neurologie, berichtete am 23. Dezember 2010 dem 

Hausarzt, es bestehe bei der Versicherten im Moment im Wesentlichen eine 

neurokognitive Beeinträchtigung. Letztlich bestehe eine Minderung der 

Aufmerksamkeit und Konzentration, insbesondere der gerichteten Aufmerksamkeit. 

Des Weiteren liege eine zentralbedingte Müdigkeit im Sinn einer Fatigue Symptomatik 

vor. Er gehe davon aus, dass sich die neurokognitive Beeinträchtigung im Verlauf 

wieder stabilisieren sollte. Er empfehle die Fortführung des ergotherapeutischen 

Trainings mit langsamer Aktivitätssteigerung. Ansonsten würden sich im Moment von 

neurologischer Seite her keine weiteren neuen Aspekte ergeben (IV-act. 98). Im Q-EEG-

Report vom 9. November 2011 führte Dr. med. H.___, Praxis für Bio- und 

Neurofeedback, aus, die Fragebogendaten lägen in Bezug auf Aufmerksamkeit, 

Reaktionszeit und Variabilität der Reaktionszeit ausserhalb der Norm. In Bezug auf 

Impulsivitätsfehler lägen sie innerhalb der Norm. Das Untersuchungsergebnis deute 

insbesondere auf Schwierigkeiten im präfrontalen Kortex hin. Dr. H.___ wies darauf hin, 

dass ein Q-EEG nicht eine neurologisch-klinische Untersuchung ersetze, sondern dazu 

diene, physiologische Daten in psychologisch verschiedenen Leistungszuständen zu 

erzeugen und zu vergleichen (IV-act. 101).

A.f   Da die Versicherte weiterhin als Kosmetikerin tätig sei und die geplante 

Pensumsteigerung nicht habe erreichen können, wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Massnahmen in der Mitteilung vom 22. Dezember 2011 ab (IV-act. 103). 

RAD-Ärztin Dr. F.___ vertrat in der Stellungnahme vom 27. Januar 2012 weiterhin die 

Auffassung, dass die Versicherte für die angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin sowie 

eine leidensangepasste Tätigkeit über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (IV-

act. 111).

A.g  Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte sowie eine

leidensangepasste Tätigkeit ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 57% und 

stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 17. Februar 2012 die Zusprache einer 

halben Rente mit Wirkung ab 1. November 2010 in Aussicht (IV-act. 119). Dagegen 

erhob die Versicherte am 19. März 2012 Einwand und beantragte die Ausrichtung einer 

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Dreiviertelsrente (IV-act. 122). Am 28. Juni 2012 verfügte die IV-Stelle die in Aussicht 

gestellte Rentenleistung (IV-act. 137).

B.    

B.a  Gegen die Verfügung vom 28. Juni 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde 

vom 30. August 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer Dreiviertelsrente mit 

Wirkung ab 1. November 2010. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, bei der 

Bestimmung des Valideneinkommens sei nicht auf die Tätigkeit als Kosmetikerin, 

sondern als gelernte Malerin abzustellen. Des Weiteren kritisiert sie die Höhe des 

Invalideneinkommens (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. November 

2012 die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.c  In der Replik vom 9. Januar 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 6).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine begründete Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Höhe des 

Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin.

1.1  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% 

invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.2  Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.3  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.   

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin für leidensan­

gepasste Tätigkeiten über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Aus den Akten ergeben 

sich keine Anhaltspunkte, die diese Betrachtungsweise in Frage stellen (zur 

Bescheinigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit siehe RAD-Stellungnahme vom 

9. Dezember 2011, IV-act. 94, sowie vom 27. Januar 2012, IV-act. 111). Der 

Vollständigkeit halber ist indessen zu präzisieren, dass Zweifel an der Auffassung 

bestehen, die angestammte Tätigkeit als Kosmetikerin entspreche in qualitativer 

Hinsicht einer ideal leidensangepassten Arbeit. Die RAD-Einschätzung, wonach die 

angestammte eine leidensangepasste Tätigkeit sei, ist vage und bloss rudimentär 

begründet worden (die Tätigkeit als Kosmetikerin "dürfte" einer ideal angepassten 

Tätigkeit entsprechen, IV-act. 70-3 und IV-act. 94; eine Begründung fehlt auch in IV-

act. 111-2). Dr. D.___ verneinte ferner die Möglichkeit der Aufnahme einer anderen 

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zumutbaren Tätigkeit allein mit der Bemerkung, die Beschwerdeführerin sei mit 

Teilzeitarbeit im angestammten Beruf zufrieden (IV-act. 78-3). Dr. C.___ begründete die 

Verneinung damit, dass es nicht notwendig sei, die Art der Tätigkeit zu wechseln (IV-

act. 80-4). Des Weiteren sind mehrere Anhaltspunkte aktenkundig, wonach die 

Tätigkeit als Kosmetikerin nicht einer ideal leidensangepassten Tätigkeit entsprechen 

könnte (zur Reizabhängigkeit der Kopfschmerzen siehe IV-act. 63-1; zu deren 

Belastungsabhängigkeit siehe IV-act. 58-1; bei einem Permanentmakeup brauche sie 

eine sehr gute Konzentration, IV-act. 73-2; "Geschichten von Kundschaft belasten sie, 

seien für sie energieraubend", IV-act. 95-3; wenn sie sich mit einem Kunden unterhalte 

und gleichzeitig kosmetisch arbeite, habe sie Probleme, sich zu konzentrieren, IV-

act. 98-2; zu den "Schwierigkeiten", Gespräche mitzuverfolgen vgl. auch IV-act. 69-1; 

demgegenüber bestünden bei der Heimfahrt mit dem Auto von der Konzentration her 

keine Probleme ["nie problematisch"], IV-act. 70-2; zur "recht grossen 

Eigenverantwortung" siehe Bericht der Abteilung Neurochirurgie des KSSG vom 6. Mai 

2010, Fremdakten; vgl. hierzu ferner den Kurzbericht Neuropsychologie der Klinik für 

Neurologie des KSSG vom 28. Oktober 2009, Fremdakten: erhöhte Anforderungen an 

die Eigenverantwortung und Planungsfähigkeit).

3.   

Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für ideal leidensangepasste Tätigkeiten 

ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

3.1  Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine ver­

sicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend 

für das Valideneinkommen ist somit, was die versicherte Person - im Gesundheitsfall - 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Dabei wird in der 

Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden 

fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein (BGE 129 V 224 E. 4.3.1).

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3.1.1      Zwischen den Parteien ist umstritten, welche Tätigkeit der Bestimmung des 

Valideneinkommens zugrunde zu legen ist. Die Beschwerdeführerin vertritt den 

Standpunkt, es sei auf die ursprünglich erlernte Tätigkeit als ___ abzustellen (act. G 1, 

Rz 28 f.), währenddem die Beschwerdegegnerin die Berücksichtigung der später - 

aufgrund der krankheitsbedingten Aufgabe der ___tätigkeit - aufgenommenen Tätigkeit 

als Kosmetikerin für zutreffend hält (act. G 4, S. 3, Rz 4).

3.1.2      Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin den ursprünglich 

erlernten Beruf gerne ausgeübt hatte ("sehr gut gefällt", IV-act. 2 und 4-3) und sie ihn 

allein aus krankheitsbedingten Gründen hatte aufgeben müssen (IV-act. 4-3). Es ist 

daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sie die Tätigkeit 

als ___ im Gesundheitsfall fortgeführt hätte. Hinzu kommt, dass auch nach dem 

Berufswechsel weiterhin eine - von der IV versicherte - krankheitsbedingte 

Erwerbseinbusse fortbestand, erzielte die Beschwerdeführerin doch mit der Tätigkeit 

als Kosmetikerin unbestrittenermassen einen geringeren Verdienst. Diesem 

verbleibenden (bei ihr versicherten) Erwerbsschaden kann sich die 

Beschwerdegegnerin nicht unter Verweis auf eine später hinzugetretene 

Gesundheitsschädigung entziehen, da es sich bei der Invalidenversicherung um eine 

finale Sozialversicherung handelt. Deshalb fehlt es in der Invalidenversicherung 

zwangsläufig an einer zu Art. 28 Abs. 3 der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV, SR 832.202) analogen Bestimmung. Damit deckt sich die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung, die in vergleichbaren Fällen - unter Vorbehalt der allfälligen Massge­

blichkeit einer später ausgeübten besser bezahlten Tätigkeit - bei der Ermittlung des 

Valideneinkommens auf das Einkommen abstellt, das die betroffene Person im 

(ursprünglich) gelernten Beruf erzielen würde, wenn sie nicht behindert wäre (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Juli 2008, 8C_767/2007, E. 3 mit Hinweisen). Aus der von der 

Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang zitierten, nicht einschlägigen Literatur 

ergibt sich nichts Gegenteiliges. Mit der Beschwerdeführerin ist daher gestützt auf die 

Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin (IV-act. 126) davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 65'650.-- 

erzielt hätte.

3.2  Zu bestimmten bleibt die Höhe des Invalideneinkommens.

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3.2.1      Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf 

Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person (nach zumutbarer 

Behandlung und allfälliger Eingliederung) angesichts ihrer Ausbildung und ihrer 

physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss 

werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 475 

E. 4.2.1 mit Hinweisen).

3.2.2      Hinsichtlich des tatsächlich noch von der Beschwerdeführerin erzielten 

Einkommens ist zu bemerken, dass sie dieses als geschäftsführende Kosmetikerin 

erzielt (act. G 1, Rz 14). Angesichts der familienbetrieblichen Verhältnisse erscheint 

fraglich, inwieweit die Beschwerdeführerin tatsächlich die bescheinigte 50%ige 

Arbeitsfähigkeit verwertet bzw. das von ihr geltend gemachte Einkommen von 

Fr. 22'900.-- bzw. "allerhöchstens" von Fr. 24'000.-- (act. G 1, Rz 20) hinsichtlich der 

Erwerbsfähigkeit aussagekräftig ist. Diese Frage kann indessen offen gelassen werden, 

da die Beschwerdeführerin die 50%ige Restarbeitsfähigkeit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht in einer ideal leidensangepassten Tätigkeit verwertet, die 

Kosmetikarbeit zumindest teilweise erhöhte Anforderungen an die Aufmerksamkeit 

stellt (vgl. vorstehende E. 2) und die Beschwerdeführerin wiederholt darauf hinwies, 

dass sie bereits bei einem 40%igen Beschäftigungsgrad an ihre Grenzen stosse 

(Angabe vom 12. Dezember 2011, IV-act. 95-6 und 96; vgl. auch IV-act. 102). 

Rechtsprechungsgemäss ist deshalb auf den LSE-Hilfsarbeiterlohn für Frauen 

abzustellen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen), zumal vorliegend ein 

Berufswechsel in eine - verglichen mit der Kosmetiktätigkeit besser entlöhnte - 

Hilfstätigkeit nicht unzumutbar erscheint. Der einschlägige Durchschnittslohn beträgt 

für das Jahr 2011 Fr. 53'367.-- (vgl. Anhang 2 [Lohnentwicklung] von der 

Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IVG-Textausgabe; Stand 2014) bzw. 

angepasst an die bis zum Jahr 2012 eingetretene Nominallohnentwicklung von +1% 

Fr. 53'901.-- (Fr. 53'367.-- x 1.01). Unter Beachtung einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit 

resultiert ein Einkommen von Fr. 26'951.-- (Fr. 53'901.-- x 0.5).

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3.2.3      Angesichts dessen, dass das verbliebene Spektrum möglicher 

Arbeitstätigkeiten nicht in einem Mass eingeschränkt ist (vgl. RAD-Stellungnahme vom 

9. Dezember 2011, IV-act. 94; zu den körperlich zu beachtenden Anforderungen an 

eine leidensangepasste Tätigkeit - die mit der Aufnahme einer mit vorgeneigter Haltung 

verbundenen Tätigkeit als Kosmetikerin vereinbar waren [IV-act. 7] - siehe IV-

act. 4-4 ff.), das aus Arbeitgebersicht eine zusätzliche lohnmindernde Wirkung erwarten 

liesse, besteht kein Anlass für die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs, zumal keine 

weiteren Gründe (wie etwa Alter, Aufenthaltskategorie, geringe Schulbildung bzw. 

begrenzte Sprachkenntnisse oder Umstellungsschwierigkeiten) ersichtlich sind, die im 

Vergleich zum Durchschnittslohn auf eine lohnmindernde Wirkung schliessen lassen.

3.3  Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'650.-- und einem Invalideneinkommen 

von Fr. 26'951.-- ergeben sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 38'699.-- (Fr. 65'650.-- -

 Fr. 26'951.--) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 59% 

([Fr. 38'699.-- / Fr. 65'650.--] x 100). Damit hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 

die von der Beschwerdegegnerin verfügte halbe Rente.

4.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie 

vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss 

von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Die Beschwerdeführerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.

bis

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