# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bb2e4b6-3ff5-522c-8d08-ba39118e9059
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.03.2025 D-4733/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4733-2024_2025-03-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4733/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Markus König, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Yasmin Ernst, 

Rechtsschutz für Asylsuchende, 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung 

(nach Nichteintreten auf Asylgesuch); 

Verfügung des SEM vom 16. Juli 2024 / N (…). 

 

 

 

D-4733/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin suchte – gleichzeitig mit ihrem religiös ange-

trauten Ehemann (N […]; nachfolgend: Ehemann), ihrer Mutter (N […]) und 

ihrem Bruder (N […]) – am (…) in der Schweiz um Asyl nach. 

A.b Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) durch das SEM ergab, dass sie bereits am (…) in Griechenland um 

Asyl ersucht hatte. 

A.c Auf das Informationsersuchen des SEM vom 31. Mai 2024 bestätigten 

die griechischen Behörden mit Schreiben vom 17. Juni 2024, dass die Be-

schwerdeführerin am (…) in Griechenland um Asyl nachgesucht habe. Ihr 

sei am (…) der Flüchtlingsstatus zuerkannt worden und sie verfüge in Grie-

chenland über eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis zum (…). 

A.d Mit Schreiben vom 17. Juni 2024 gewährte das SEM der Beschwerde-

führerin das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid 

und einer Wegweisung nach Griechenland. 

A.e Am 20. Juni 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um 

Rückübernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EC des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Rückübernahmeabkommen 

zwischen Griechenland und der Schweiz. 

A.f Die griechischen Behörden stimmten der Rückübernahme mit Schrei-

ben vom 25. Juni 2024 zu. 

A.g Mit Eingabe vom 26. Juni 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

zum rechtlichen Gehör. 

Dabei wurde vorgebracht, sie habe nach Erhalt des Schutzstatus das 

Flüchtlingscamp verlassen müssen und habe keinerlei Unterstützung er-

halten. Ihr Mann habe lange nach Arbeit gesucht. Schliesslich habe er die 

Gelegenheit gehabt, auf Abruf für 5 bis 20 Euro pro Tag in einer (…) 

Schwarzarbeit zu verrichten. Damit habe er nicht annähernd genug Geld 

erwirtschaften können, um den Lebensunterhalt der Familie zu decken. Sie 

seien obdachlos gewesen und hätten im Wald leben müssen. Trotz 

D-4733/2024 

Seite 3 

intensiver Suche sei es aus logistischen und finanziellen Gründen nicht 

möglich gewesen, eine Wohnung zu finden. Sie habe eine deutsche NGO 

um Unterstützung gebeten. Diese habe ihnen monatlich etwas Essen und 

Hygieneartikel verteilt, es sei der NGO aber nicht möglich gewesen, die 

Bedürfnisse aller Hilfsbedürftigen zu decken, weshalb die Familie oft auch 

keine Unterstützung erhalten habe. Weiter habe sie mangels Wohnadresse 

keine Krankenversicherung abschliessen können, weshalb sie keine medi-

zinische Unterstützung erhalten habe, obwohl sie an diversen Allergien und 

ihr Mann an Zahnproblemen leiden würden. Etwa eineinhalb bis zwei Mo-

nate nach dem Erhalt des Schutzstatus seien sie am (…) aus Griechenland 

ausgereist. 

A.h Mit Eingabe vom 3. Juli 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

zum ihr unterbreiteten Entscheidentwurf. 

Dabei wurde vorgebracht, dass einzig der Mann der Beschwerdeführerin – 

mit gelegentlicher Schwarzarbeit – für den Lebensunterhalt der ganzen Fa-

milie aufgekommen sei. Trotz der Unterstützung habe die Familie jedoch 

obdachlos in einem Wald leben müssen. Das verdiente Geld habe nicht für 

die gesamte Familie gereicht. Allein die Medikamente der Mutter hätten 

monatlich 50 Euro gekostet. Die Familie habe versucht, Unterstützung bei 

den Behörden zu erhalten, seien jedoch jeweils weggeschickt worden. Im 

Wald hätten sie in dauerhafter Angst vor Übergriffen gelebt. Ihr Mann habe 

tagsüber versucht, Geld zu verdienen. In dieser Zeit sei die restliche Fami-

lie schutzlos in einem Zelt im Wald gewesen. Die Beschwerdeführerin be-

richte von dauerhaften Angstzuständen. Weiter habe sie ihren behinderten 

Bruder und ihre gesundheitlich angeschlagene Mutter im Alltag dauerhaft 

unterstützen müssen. Ohne sie hätten die beiden den Alltag nicht bewerk-

stelligen können. Ferner sei ihr der Kontakt zu ihren in der Schweiz leben-

den Schwestern wichtig. Zudem habe sie sich hier in der Schweiz aufgrund 

ihrer psychischen Probleme beim Arzt gemeldet, um Unterstützung zu er-

halten. Auch aufgrund von Rückenproblemen bestehe Behandlungsbedarf. 

Der Gedanke, dass sie in diese aussichtslose Situation zurückkehren 

müsse, führe bei ihr zu Ängsten, Tränen und Verzweiflung. Deshalb werde 

um vorläufige Aufnahme in der Schweiz ersucht. 

A.i Am 27. Juni 2024, am 3. Juli 2024 und am 16. Juli 2024 informierte der 

Gesundheitsdienst des Bundesasylzentrums (BAZ) das SEM auf Nach-

frage über den Stand der medizinischen Untersuchungen respektive Be-

handlungen. 

D-4733/2024 

Seite 4 

A.j Im Verlaufe des Verfahrens wurden zwei Hochzeitsfotos, ein ärztlicher 

Kurzbericht vom (…), ein ärztlicher Kurzbericht vom (…) und ein ärztlicher 

Kurzbericht vom (…) zu den Akten gereicht. 

B.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2024 – eröffnet am 18. Juli 2024 – trat das SEM 

auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 31a Abs. 1 

Bst. a AsylG (SR 142.31) nicht ein, verfügte ihre Wegweisung aus der 

Schweiz und ordnete den – mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und ihrem Ehe-

mann zu koordinierenden – Vollzug der Wegweisung aus der Schweiz nach 

Griechenland an. 

C.  

Mit Eingabe vom 25. Juli 2024 erhob die Beschwerdeführerin beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragte, der Entscheid vom 

16. Juli 2024 sei aufzuheben und sie sei wegen Unzulässigkeit bezie-

hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der 

Schweiz aufzunehmen. Eventualiter sei die Sache zur vollständigen Fest-

stellung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-

weisen. Subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, von den griechi-

schen Behörden individuelle Garantien betreffend die adäquate gesund-

heitliche Versorgung und die soziale Unterstützung zur Deckung der 

Grundbedürfnisse einzuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses). Zudem sei ihr Beschwerdeverfahren 

mit demjenigen ihres Ehemannes zu vereinigen sowie koordiniert mit den 

Verfahren ihres Bruders und ihrer Mutter zu behandeln. 

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung samt Empfangsbestä-

tigung, eine Vollmacht vom 31. Mai 2024 sowie der bereits aktenkundige 

Arztbericht vom (…) (alles in Kopie) bei. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 29. Juli 2024 den Eingang 

der Beschwerde. 

E.  

Mit Verfügung vom 31. Juli 2024 hiess die Instruktionsrichterin das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig räumte sie der 

D-4733/2024 

Seite 5 

Beschwerdeführerin die Gelegenheit ein, innert Frist einen aktuellen Arzt-

bericht einzureichen. 

F.  

Mit Eingaben vom 14. August 2024 und 22. August 2024 reichte die Be-

schwerdeführerin einen ärztlichen Kurzbericht vom (…), einen psychiatri-

schen Kurzbericht vom (…), einen Bericht über ein psychiatrisches Konsi-

lium vom (…) und einen ärztlichen Kurzbericht vom (…) zu den Akten. 

G.  

Mit Verfügung vom 30. August 2024 wies die Instruktionsrichterin das Ge-

such um Vereinigung ihres Verfahrens mit demjenigen ihres Ehemannes 

ab und lud das SEM zur Vernehmlassung ein. Gleichzeitig hielt sie fest, 

das Verfahren der Beschwerdeführerin, das ihres Ehemannes (Geschäfts-

nummer D-4726/2024), das ihrer Mutter (Geschäftsnummer D-4735/2024) 

und das ihres Bruders (Geschäftsnummer D-4736/2024) würden soweit 

möglich koordiniert und durch den gleichen Spruchkörper behandelt. 

H.  

Mit Eingaben vom 12. September 2024 und vom 19. September 2024 

reichte die Beschwerdeführerin einen ärztlichen Kurzbericht vom (…) und 

einen ärztlichen Kurzbericht vom (…) zu den Akten. 

I.  

Mit Replik vom 14. Oktober 2024 nahm die Beschwerdeführerin Stellung 

zur Vernehmlassung des SEM vom 16. September 2024. 

J.  

Mit Eingabe vom 18. Februar 2025 reichte die Beschwerdeführerin eine 

medizinische Verlaufsdokumentation, ein Schreiben ihrer Ärztin, einen psy-

chotherapeutischen Bericht vom (…), eine Bescheinigung vom (…) und ein 

Überweisungsschreiben vom (…) zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det es auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch hier – endgültig 

D-4733/2024 

Seite 6 

(vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs wird das vorliegende 

Verfahren mit den ebenfalls am Bundesverwaltungsgericht anhängig ge-

machten Verfahren des Ehemannes (Geschäftsnummer D-4726/2024), der 

Mutter (Geschäftsnummer D-4735/2024) und des Bruders (Geschäftsnum-

mer D-4736/2024) zeitlich koordiniert und vom gleichen Spruchkörper be-

handelt. 

3.  

Die Beschwerdeführerin beantragt zwar die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung. Mit ihrem materiellen Begehren sowie mit ihrer Begründung 

(vgl. unten E. 5.2) bezieht sie sich aber ausschliesslich auf die Zulässigkeit 

und die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Demnach sind das Nicht-

eintreten auf das Asylgesuch und die Wegweisung nicht Gegenstand des 

Verfahrens, sondern einzig der Vollzug der Wegweisung (nach Griechen-

land). 

4.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

5.  

5.1 Das SEM gelangt in der angefochtenen Verfügung, insbesondere unter 

Verweis auf die unionsrechtlichen Verpflichtungen Griechenlands und die 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, zum Ergebnis, der Voll-

zug der Wegweisung nach Griechenland sei zulässig, zumutbar und mög-

lich. Der Beschwerdeführerin gelinge es nicht, die Legalvermutung umzu-

stossen, wonach Griechenland als sicherer Drittstaat im Sinne von Art. 6a 

AsylG die völkerrechtlichen Verpflichtungen einhalte. Sie habe, auch wenn 

sie sicherlich mit schwierigen Umständen konfrontiert gewesen sei, nicht 

D-4733/2024 

Seite 7 

aufgezeigt, inwiefern die griechischen Behörden ihr den ihr zustehenden 

Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und zu Wohnraum konkret 

verwehrt hätten und sie, in der kurzen Zeit, in welcher sie sich mit Flücht-

lingsstatus in Griechenland aufgehalten habe, alles Zumutbare unternom-

men habe, um die ihr zustehenden Leistungen zu erhalten. Falls nötig 

stehe es ihr frei, die ihr zustehenden Leistungen bei den griechischen Be-

hörden geltend zu machen beziehungsweise diese notfalls auf dem 

Rechtsweg einzufordern. Auch stehe ihr frei sich nach einer Rückkehr nach 

Griechenland um den Erhalt einer Arbeitstätigkeit zu bemühen, ohne zuerst 

administrative Hürden bewältigen zu müssen. Mit der Ausübung einer Er-

werbstätigkeit werde sie ihre Familie (ihr Ehemann, ihre Mutter und ihr Bru-

der), mit welcher sie zusammen überstellt werde, zusätzlich unterstützen 

können. Weiter leide sie an verschiedenen gesundheitlichen Beschwer-

den, diese würden die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs gemäss 

der restriktiven Rechtsprechung aber nicht zu rechtfertigen vermögen. 

Zwar habe sie ausstehende ärztliche Termine. Es lägen aber keine Hin-

weise vor, wonach derart gravierende Diagnosen gestellt würden, die an 

der Einschätzung des SEM etwas zu ändern vermögen könnten. Insge-

samt sei der Vollzug der Wegweisung zulässig. Weiter sei der Vollzug der 

Wegweisung auch zumutbar. Ihre gesundheitliche Situation lasse nicht da-

rauf schliessen, dass es sich bei ihr um eine äusserst vulnerable Person 

im Sinne der Rechtsprechung handle. Folglich gelte bei ihr die Regelver-

mutung, wonach der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland grund-

sätzlich zumutbar sei. Es gelinge ihr nicht, diese Regelvermutung umzu-

stossen. Medizinische Abklärungen und Behandlungen seien auch in Grie-

chenland gewährleistet. Sie habe zudem nicht dargetan, inwiefern sie nicht 

über die Ressourcen verfügen solle, ihre Rechte in Griechenland geltend 

zu machen. Auch das Fehlen eines familiären Netzwerkes in Griechenland 

spreche nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, zumal 

sie nicht alleine, sondern zusammen mit ihren Familienmitgliedern wegge-

wiesen werde. 

5.2 In der Beschwerde wird entgegnet, sie sei eine besonders vulnerable 

Person im Sinne der Rechtsprechung. Sie habe sowohl in Afghanistan wie 

auch in der Türkei und in Griechenland Traumata erlebt. Sie habe bereits 

in der Türkei einen Suizidversuch unternommen. Es sei bei ihr eine (…) mit 

Verdacht auf eine (…) diagnostiziert worden. Auch aktuell habe sie immer 

wieder mit Suizidgedanken zu kämpfen. Es sei ein Termin zur Abklärung 

ihrer psychischen Beschwerden vereinbart worden. Somit sei das Aus-

mass ihrer Erkrankung zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar und der medi-

zinische Sachverhalt nicht ausreichend erstellt. Es sei aber davon 

D-4733/2024 

Seite 8 

auszugehen, dass sie aufgrund ihrer (…) und Suizidgedanken als dauer-

haft und schwerwiegend beeinträchtigt zu qualifizieren sei. Auch seien an-

gesichts der Vorerlebnisse keine begünstigenden und schon gar keine be-

sonders begünstigenden Faktoren anzunehmen. Die Beschwerdeführerin 

habe sich nur kurz in Griechenland aufgehalten, verfüge über keine Kennt-

nisse der griechischen Sprache, habe dort nicht gearbeitet und kein famili-

äres oder soziales Netzwerk. Vielmehr würden sich alle ihre Geschwister 

in der Schweiz befinden. Es sei fraglich, ob die Beschwerdeführerin in Grie-

chenland eine adäquate Betreuung und medizinische Versorgung erhalten 

würde, die ihre gesundheitliche Verfassung berücksichtige. Es könne nicht 

davon ausgegangen werden, dass es ihr möglich sei, eine Erwerbstätigkeit 

zu finden, um damit die finanziellen Ressourcen für die angemessene me-

dizinische Behandlung für sich und ihre Familie zu erarbeiten. Ihr Aufent-

halt in Griechenland sei von desolaten Verhältnissen geprägt gewesen. Sie 

habe in Griechenland keinen Zugang zu einer angemessenen Unterkunft, 

zur Grundversorgung, zu benötigten Gesundheitsleistungen und zur sozi-

alen sowie wirtschaftlichen Integration gehabt. Weiter sei bei ihrem Bruder 

eine kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert worden, aufgrund welcher er 

im Alltag auf vollumfängliche Unterstützung der Beschwerdeführerin und 

der Mutter angewiesen sei. Es bestehe ein Abhängigkeitsverhältnis. Da ih-

rem Bruder der Wegweisungsvollzug nach Griechenland nicht zuzumuten 

und er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sei, verstiesse der Vollzug 

der Wegweisung der Beschwerdeführerin auch gegen Art. 8 EMRK. Würde 

die Beschwerdeführerin gemäss dem von der Vorinstanz beabsichtigten 

Vorgehen gemeinsam mit ihrem Bruder nach Griechenland überstellt, so 

ergäbe sich ihre besondere Vulnerabilität weiter aus den Betreuungspflich-

ten gegenüber ihrem Bruder. 

5.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihrer bisherigen Ein-

schätzung fest und führte an, dass die psychischen Beschwerden der Be-

schwerdeführerin auch unter Berücksichtigung der neu vorliegenden Diag-

nosen nicht als schwerwiegende Erkrankungen einzustufen seien. Mit Ver-

weis auf die ausführlichen Erwägungen im Nichteintretensentscheid betref-

fend den Zugang zu medizinischer Versorgung in Griechenland erschliesse 

es sich nicht, weshalb die indizierte psychotherapeutische Behandlung 

nicht auch in Griechenland durchführbar sein solle. Ausserdem habe das 

Bundesverwaltungsgericht bereits in diversen Fällen die Zumutbarkeit ei-

nes Wegweisungsvollzugs bei Vorliegen solcher psychischen Beschwer-

den bestätigt. Der medizinische Sachverhalt sei ausreichend erstellt und 

stehe einem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen. Nach ihrer Rückkehr 

stehe es der Beschwerdeführerin frei, dort medizinische Unterstützung in 

D-4733/2024 

Seite 9 

Anspruch zu nehmen. Es sei davon auszugehen, dass sich ihre gesund-

heitliche Verfassung in Griechenland im Rahmen einer psychotherapeuti-

schen und psychopharmakologischen Behandlung stabilisieren werde. Die 

Tatsache, dass sie gemeinsam mit Familienmitgliedern nach Griechenland 

überstellt werde, dürfte sich zudem begünstigend auf ihre Genesung und 

die dortige Integration auswirken. Weiter seien ihre Unterstützungs- und 

Betreuungsleistungen gegenüber ihrem Bruder nie in Frage gestellt wor-

den. Die Wegweisung führe aber nicht zu einer Trennung. Es sei für das 

SEM nicht nachvollziehbar, weshalb die Unterstützungs- und Betreuungs-

leistungen, die sowohl in der Heimat als auch in der Schweiz erbracht wor-

den seien, nicht auch in Griechenland erbracht werden könnten. Schliess-

lich könne die Beschwerdeführerin aus den (…) in der Schweiz lebenden 

erwachsenen Geschwister nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dass diese 

Geschwister im Nichteintretensentscheid nicht berücksichtigt worden 

seien, sei als geheilt zu betrachten. 

5.4 In der Replik wird ausgeführt, dass bezüglich des Bruders der Be-

schwerdeführerin weitere Untersuchungen ausstünden, aber jedenfalls An-

zeichen bestehen würden, dass seine Wegweisung nach Griechenland 

aufgrund seiner geistigen Behinderung unzumutbar sei. Da die Beschwer-

deführerin neben ihrer Mutter die Hauptbezugsperson und für seine Be-

treuung zuständig sei, verletze eine Trennung Art. 8 EMRK. Da die Rück-

kehr des Bruders nach Griechenland jedoch als unzumutbar zu beurteilen 

sei, sei auch die Beschwerdeführerin in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men. Seien im Falle des Sohnes dagegen weitere Abklärungen zu treffen, 

so habe dies auch im Falle der Beschwerdeführerin zu gelten. Darüber hin-

aus sei dem psychiatrischen Konsilium vom (…) zu entnehmen, dass bei 

der Beschwerdeführerin der Verdacht auf eine (…) und auf eine (…) be-

stehe. Zudem werde dort festgehalten, dass bei einer Ausweisung nach 

Griechenland eine Retraumatisierung nicht ausgeschlossen werden 

könne. Die Gefahr einer Retraumatisierung spreche dafür, dass ihr eine 

Rückkehr nach Griechenland aus gesundheitlichen Gründen nicht zuzu-

muten sei. 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine unvollständige Sachverhaltsfeststel-

lung. Diese formelle Rüge ist vorab zu behandeln. 

6.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, es stehe ein Termin zur Ab-

klärung ihrer psychischen Beschwerden aus, weshalb das Ausmass ihrer 

Erkrankung noch unklar sei. 

D-4733/2024 

Seite 10 

6.3 Die Beschwerdeführerin wurde während des vorinstanzlichen Verfah-

rens mehrfach ärztlich untersucht und behandelt. Dabei wurde bei ihr eine 

(…) sowie eine (…) diagnostiziert und die entsprechenden Arztberichte la-

gen der Vorinstanz vor (vgl. oben A.j). Gestützt auf die Aussage dieser Be-

richte und den Umstand, dass der Termin zur weiteren Abklärung der psy-

chischen Beschwerden nicht zeitnah angesetzt wurde, schloss das SEM in 

antizipierter Beweiswürdigung, dass kein dringender Behandlungsbedarf 

bestehe und dass keine derart gravierenden Diagnosen gestellt würden, 

welche die Einschätzung hinsichtlich des Wegweisungsvollzugs zu ändern 

vermögen dürften. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Mittlerweile 

liegen entsprechende Berichte vor, vermögen aber an der Feststellung, 

dass es sich bei der Beschwerdeführerin nicht um eine schwerkranke Per-

son handelt und dass ihre psychischen Beschwerden auch in Griechenland 

behandelbar sind, nichts zu ändern (vgl. unten E. 9.2 und E. 9.6). Nach 

dem Gesagten hat das SEM den Sachverhalt – soweit entscheidrelevant – 

vollständig abgeklärt. Der Eventualantrag um Rückweisung der Sache ist 

folglich abzuweisen. 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Wegweisungsvollzugshindernisse sind gemäss Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 

andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 

m.w.H.). 

8.  

8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30], Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) 

einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Drittstaat 

entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

8.2 Gemäss Art. 6a AsylG besteht zugunsten sicherer Drittstaaten – wie 

Griechenland einer ist – die Vermutung, dass diese ihre völkerrechtlichen 

D-4733/2024 

Seite 11 

Verpflichtungen, darunter im Wesentlichen das Refoulement-Verbot und 

grundlegende menschenrechtliche Garantien, einhalten. Das Bundesver-

waltungsgericht hat sich im Referenzurteil E-3427/2021, E 3431/2021 vom 

28. März 2022 einlässlich mit der Situation in Griechenland auseinander-

gesetzt und an seiner bisherigen Rechtsprechung festgehalten, wonach 

der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für Personen, die dort ei-

nen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zulässig ist. Das Gericht 

geht nicht von einer Situation aus, in der jeder Person mit Schutzstatus in 

Griechenland eine unangemessene und erniedrigende Behandlung im 

Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde. Trotz existierender 

Schwachstellen kann nicht von einem dysfunktionalen Aufnahmesystem 

gesprochen werden. In Griechenland existieren gewisse Angebote, die 

auch Schutzberechtigten offenstehen, wenn auch die Kapazitäten kaum 

ausreichend sein dürften und Infrastrukturhilfen und Angebote bisher vor 

allem von internationalen Akteuren, zuvorderst der EU, dem UNHCR und 

der IOM abhängen, die – in Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilgesell-

schaft – Leistungen erbringen und finanzieren. Trotz dieser schwierigen 

Verhältnisse geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass schutz-

berechtigte Personen grundsätzlich in der Lage sind, ihre existenziellen 

Bedürfnisse abzudecken. Auch ist davon auszugehen, dass Rückkehren-

den keine menschenunwürdige Behandlung droht, weshalb für sie kein 

«real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung besteht. Der Beschwer-

deführerin gelingt es mit ihrer Argumentation (vgl. oben E. 5.2 und 5.4) 

nicht, diese Legalvermutung umzustossen. Hierzu kann auf die zutreffen-

den Erwägungen des SEM zur Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs ver-

wiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. III/1 und zusammenfas-

send oben E. 5.1). Es liegen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass 

die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Griechenland einer men-

schenunwürdigen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt wäre. 

8.3 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit als zulässig. 

9.  

9.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie aufgrund von Situationen wie Krieg, 

Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret ge-

fährdet sind. Beim Vollzug von Wegweisungen in Mitgliedstaaten der EU – 

wie Griechenland einer ist – besteht eine gesetzliche Vermutung der Zu-

mutbarkeit (Art. 83 Abs. 5 AIG). Die Legalvermutung der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs nach Griechenland gilt grundsätzlich auch für vul-

nerable Personen, wie zum Beispiel Personen, welche an 

D-4733/2024 

Seite 12 

gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwiegende Erkran-

kung einzustufen sind. Sind Familien mit Kindern betroffen – welche auch 

als vulnerable Personen bezeichnet werden können, erachtet das Bundes-

verwaltungsgericht den Vollzug der Wegweisung nach aktueller Rechtspre-

chung (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021) als zumutbar, falls 

günstige Voraussetzungen oder Umstände vorliegen. Nicht aufrechterhal-

ten wurde die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs nach Griechenland bei Personen, welche aufgrund ihrer besonders 

hohen Verletzlichkeit im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr 

laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der 

Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzu-

fordern. Das Gericht erachtet daher den Vollzug der Wegweisung von äus-

serst vulnerablen schutzberechtigten Personen nach Griechenland grund-

sätzlich als unzumutbar, ausser es bestehen besonders begünstigende 

Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Voll-

zugs der Wegweisung ausgegangen werden kann (vgl. zum Ganzen: Re-

ferenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 E. 11.5.1 und E. 11.5.3). 

9.2 Soweit die (…)-jährige Beschwerdeführerin geltend macht, sie sei «be-

sonders vulnerabel» im Sinne des Referenzurteils (dort E. 11.5.3), ist fest-

zuhalten, dass sie gemäss den medizinischen Unterlagen an verschiede-

nen gesundheitlichen Beschwerden leidet (an […] [DD (…)], an […], an 

einer […] [(…); Verdacht], an einer […] [Verdacht] gemischt mit […] sowie 

an […]; vgl. act. SEM 1334279-26/3 und 1334279-29/4 sowie Beschwer-

dedossier D-4733/2024 act. 4 und act. 14). Bei diesen Beschwerden han-

delt es sich – abgesehen von den psychischen Beschwerden – offensicht-

lich nicht um derart schwerwiegende Krankheiten, aufgrund welcher bei 

der Beschwerdeführerin von einer äusserst vulnerablen Person auszuge-

hen ist. Auch ihre psychischen Beschwerden sind gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts nicht geeignet, um die hohe 

Schwelle der besonderen Vulnerabilität zu begründen (vgl. Urteil des 

BVGer E-5814/2022 vom 17. August 2023 E. 9.2.1 i.V.m E. 7.2), zumal die 

Beschwerdeführerin nie stationär behandelt werden musste und aus-

schliesslich ein freiwilliger stationärer Aufenthalt in Betracht gezogen wird 

(vgl. Beschwerdedossier D-4733/2024 act. 14). Nachdem diverse Klinikzu-

weisungen scheiterten, kann nicht davon ausgegangen werden, ein sol-

cher sei dringend angezeigt.  

9.3 Weiter kann sich die Beschwerdeführerin, auch wenn sie ihre Ausreise 

aus dem Heimatland zusammen mit ihrem Ehemann, ihrer Mutter und ih-

rem geistig beeinträchtigten Bruder bewältigt hat und sich diese 

D-4733/2024 

Seite 13 

Familienangehörigen auch in der Schweiz zusammen aufhalten, mithin 

eine besondere familiäre Konstellation beziehungsweise ein Familienver-

bund vorliegt, der zusammen nach Griechenland überstellt wird, nicht auf 

eine «Familie mit Kindern» im Sinne des Referenzurteils (vgl. dort E. 

11.5.2) stützen. Zwar leidet ihr Bruder an einer nicht näher bezeichneten 

(…) beziehungsweise einer unklaren (…), anamnestisch seit Geburt beste-

hend (Differenzialdiagnose […]), was dazu führt, dass er im Alltag auf Be-

aufsichtigung und eine gewisse Unterstützung durch die Beschwerdefüh-

rerin und die gemeinsame Mutter angewiesen ist (so braucht er namentlich 

Hilfe beim Duschen, Anziehen und Einkaufen, kann aber selbstständig auf 

die Toilette gehen und essen; vgl. den koordiniert ergehenden Beschwer-

deentscheid ihres Bruders [D-4736/2024] E. 9.2). Es handelt sich aber 

nicht um eine Kernfamilie mit minderjährigen und sich in der Entwicklung 

befindlichen und damit in besonderem Masse von äusseren Umständen 

abhängigen Kindern, bei welchen das Kindeswohl bei der Zumutbarkeits-

prüfung eine besondere Rolle spielt. 

9.4 Gleichwohl ist bei der Prüfung, ob der Wegweisungsvollzug für die Be-

schwerdeführerin zumutbar ist, zu berücksichtigen, dass sie im Familien-

verbund nach Griechenland überstellt wird. Das heisst, sie wird nicht nur 

ihre eigenen existenziellen Bedürfnisse abzudecken haben, sondern wird 

auch ihren Bruder (mit-)betreuen müssen. Sie wird dabei aber gleichzeitig 

von ihrer Mutter und ihrem Ehemann unterstützt. Es ist ohne Weiteres da-

von auszugehen, dass sich die Familienmitglieder auch in Zukunft gegen-

seitig unterstützen werden, wie sie es bereits in Afghanistan, in der Türkei, 

in ihrem ersten Aufenthalt in Griechenland und hier in der Schweiz gemacht 

haben und zumal sie Entsprechendes ausdrücklich geäussert haben (vgl. 

ihre Beschwerde, S. 3 und S. 7, act. SEM 1334281-22 sowie Beschwerde 

ihres Ehemannes [Verfahren D-4726/2024], S. 8). Zwar leidet ihre Mutter 

selbst an gesundheitlichen Beschwerden, diese hindern sie aber nicht da-

ran, namentlich zur Betreuung des Bruders wesentlich beizutragen. Auch 

ihr Ehemann leidet an gewissen gesundheitlichen Beschwerden, aber 

diese vermögen nichts daran zu ändern, dass er fähig und willig ist, den 

Familienverbund zu unterstützen (vgl. auch der koordiniert ergehende Be-

schwerdeentscheid ihres Bruders [D-4736/2024], E. 9.5). 

9.5 Wie im Folgenden aufgezeigt wird, ist – mit Berücksichtigung dieser 

besonderen und gelebten familiären Konstellation – jedenfalls nicht davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Rückkehr nach Grie-

chenland aufgrund von Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesund-

heitlicher Art in eine existenzielle Notlage geraten wird. 

D-4733/2024 

Seite 14 

So ist darauf hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin als anerkann-

ter Flüchtling in Griechenland auf die Richtlinie 2011/95/EU des europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 (Qualifikations-

richtlinie) berufen kann. Kapitel VII dieser Richtlinie regelt die den Flücht-

lingen und Personen mit subsidiärem Schutzstatus zu gewährenden 

Rechte (vgl. insb. die Art. 26 [Zugang zu Beschäftigung], Art. 29 [Sozial-

hilfe] und Art. 30 [medizinische Versorgung] i.V.m. Art. 20 Abs. 2). Zudem 

sind in Griechenland zahlreiche Hilfsorganisationen aktiv, welche Flüchtlin-

gen zur Seite stehen. Zwar wird sie im Falle einer Rückkehr nach Grie-

chenland zweifellos mit Hindernissen zu kämpfen haben, zumal ihr unter-

stützungsbedürftiger Bruder eine zusätzliche Hürde darstellt. Es ist aber 

nicht ersichtlich, weshalb sie diese Hindernisse nicht (erneut) sollte über-

winden können. Den Akten ist zu entnehmen, dass es der Beschwerdefüh-

rerin und ihrer Familie im Verbund offensichtlich gelungen ist, in Griechen-

land ihre existenziellen Bedürfnisse sowie die Betreuung ihres Bruders ab-

zudecken. Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin und ihre Familie während ihrer Zeit in Griechenland in einer existen-

ziellen Notlage oder Gefahr, in eine solche zu geraten, befunden haben. 

Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und 

ihre Familie – entgegen ihrer Vorbringen – in Griechenland zumindest zu 

finanziellen Mitteln, Medikamenten, ausreichend Nahrung sowie Unterstüt-

zung durch Hilfsorganisationen gekommen sind. So hatte die Mutter der 

Beschwerdeführerin in Griechenland (…) (vgl. act. SEM 1334281-22/4). 

Zudem ist ihr Bruder (…) und sie selbst hat zwischen ihrer Ausreise aus 

Afghanistan und ihrer Einreise in die Schweiz (…) Kilogramm zugenom-

men (vgl. act. SEM 1334279-29/4), so dass ihre Darstellung, sie hätten in 

Griechenland kaum Zugang zu Nahrungsmitteln gehabt und die Nahrungs-

mittel der Hilfsorganisation nicht verwenden können, nicht mit den Akten 

zu vereinbaren ist. Zudem ist es ihnen neben der Abdeckung ihrer Bedürf-

nisse auch gelungen, sich vier Flugtickets in die Schweiz zu leisten. Es ist 

davon auszugehen, dass es der Beschwerdeführerin respektive dem Fa-

milienverbund bei einer Rückkehr nach Griechenland gelingt, dort erneut 

für sich zu sorgen und sich – allenfalls mit Hilfe der vor Ort tätigen karitati-

ven Organisationen – Zugang zu Unterstützungsangeboten sowie zum 

Wohnungsmarkt und zu medizinischer Versorgung zu verschaffen sowie 

nebenher die Aufsicht des Sohnes der Beschwerdeführerin sicherzustel-

len. Sollten ihr nach einer Rückkehr Leistungen wie namentlich der Zugang 

zu Sozialhilfe, Unterkunft und medizinischer Versorgung verwehrt werden, 

kann sie die erforderliche Hilfe nötigenfalls auf dem Rechtsweg einfordern, 

zumal es sich bei Griechenland um einen Rechtsstaat mit einem funktio-

nierenden Justizsystem handelt (vgl. Urteil des BVGer D-3123/2023 vom 

D-4733/2024 

Seite 15 

16. Juni 2023 E. 10.3.1). Hierzu ist auch festzuhalten, dass den Akten zu 

entnehmen ist, dass die Familienmitglieder in der Schweiz aus eigener 

Kraft etliche Male mit Forderungen an die schweizerischen Behörden ge-

langt sind, sei es wegen medizinischen Untersuchungen, Behandlungen 

oder Medikamenten sowie zwecks Anzeigeerhebung oder Erhöhung der 

Sozialhilfe (vgl. Beschwerdedossier D-4733/2024 act. 14 und D-4735/2024 

act. 11), was durchaus dafürspricht, dass sie über bedeutende Ressourcen 

verfügen, um – auch ohne Sprachkenntnisse – ihre Rechte einzufordern. 

Ferner dürfte ihr Ehemann Anschluss an den legalen Arbeitsmarkt finden, 

wie es ihm bereits bei ihrem früheren Aufenthalt in Griechenland im 

Schwarzarbeitsmarkt gelungen ist. Damit könnte er die Familie zusätzlich 

unterstützen (vgl. auch den koordiniert ergehende Beschwerdeentscheid 

ihres Ehemannes [D-4726/2024]). Zudem sei auch erwähnt, dass sich die 

Beschwerdeführerin selbst im erwerbsfähigen Alter befindet. Zumindest 

nachdem sich ihre psychischen Beschwerden nach der Psychotherapie 

stabilisiert haben, kann auch sie einer Arbeit in Griechenland nachgehen. 

Die Betreuung ihres Bruders sollte ihr dabei ebenfalls nicht im Weg stehen, 

zumal sie diese – wie bereits seit seiner Geburt – mit ihrer Mutter teilt. 

9.6  

9.6.1 Sodann ist gemäss konstanter Praxis aus medizinischen Gründen 

nur dann auf eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schlies-

sen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Zielstaat nicht zur 

Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährden-

den Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person 

führen würde. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende me-

dizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung einer men-

schenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jeden-

falls noch nicht vor, wenn im Zielstaat keine dem schweizerischen Standard 

entsprechende medizinische Behandlung verfügbar ist (vgl. BVGE 2011/50 

E. 8.3 oder in jüngerer Zeit etwa Urteil des BVGer E-1899/2023 vom 

13. April 2023 E. 7.3.4). 

9.6.2 Eine solche Situation liegt hier nicht vor (vgl. auch oben E. 9.2). Zwar 

wird die Beschwerdeführerin gemäss den medizinischen Akten aktuell we-

gen ihrer psychischen Beschwerden ambulant therapeutisch und medika-

mentös behandelt, um ihre Traumata zu überwinden. Es ist aber nicht er-

sichtlich, weshalb dies nicht auch in Griechenland möglich sein sollte. Ihre 

Traumata seien gemäss eigenen Angaben auf Erlebtes in Afghanistan und 

in der Türkei sowie während der Schifffahrt nach Griechenland zurückzu-

führen. Sie wird folglich nicht in ein Land zurückkehren, wo sie traumatisiert 

D-4733/2024 

Seite 16 

worden ist. In Griechenland bestehen diesbezüglich Behandlungsmöglich-

keiten, so dass sie ihre Behandlungen dort weiterführen kann (vgl. Urteil 

des BVGer E-5558/2024 vom 27. November 2024 E. 8.6). Wie bereits er-

wähnt, hat sie zu diesen aufgrund ihres Schutzstatus auch Zugang und 

verfügt sie über die nötigen Ressourcen, diesen Zugang wahrzunehmen. 

9.6.3 Ferner steht die Suizidalität, von welcher sie sich gemäss psychothe-

rapeutischem Bericht vom (…) aktuell distanziere, einer Überstellung nicht 

entgegen (vgl. Urteil des BVGer E-7326/2024 vom 12. Februar 2025 mit 

Hinweis auf BGer 2C_221/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2). Es ist Sache der 

zuständigen Behörden, im Rahmen der konkreten Ausgestaltung des Voll-

zugs geeignete Massnahmen zu treffen, um medizinisch und betreuungs-

mässig sicherzustellen, dass das Leben und die Gesundheit der Beschwer-

deführerin möglichst nicht beeinträchtigt wird. Die Beschwerdeführerin 

kann allenfalls auch im Rahmen der bestehenden psychologischen Be-

handlung durch therapeutische Massnahmen oder medikamentös auf den 

bevorstehenden Vollzug vorbereitet werden (vgl. Urteil des BVGer E-

5558/2024 vom 27. November 2024 E. 8.7). 

9.7 Der Vollständigkeit halber sei zudem erwähnt, dass sich die Beschwer-

deführerin hinsichtlich ihrer in der Schweiz wohnhaften Geschwister offen-

sichtlich nicht auf Art. 8 EMRK stützen kann, da diese nicht zu ihrer Kern-

familie gehören und kein Abhängigkeitsverhältnis geltend gemacht wird 

oder vorliegt (vgl. hierzu BGE 144 II 1 E. 6.1; 135 I 143 E. 3.1). 

9.8 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als zu-

mutbar. 

10.  

Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, individuelle Garantien betreffend 

die adäquate gesundheitliche Versorgung und die soziale Unterstützung 

zur Deckung der elementaren Grundbedürfnisse bei den griechischen Be-

hörden einzuholen, weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist. 

11.  

Es ist schliesslich auch ohne Weiteres von der Möglichkeit des Wegwei-

sungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), zumal sich die griechi-

schen Behörden ausdrücklich zu einer Wiederaufnahme der Beschwerde-

führerin bereit erklärt haben. 

D-4733/2024 

Seite 17 

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vor-

läufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Es sei zudem erwähnt, dass die koordiniert behandelte Beschwerde ihres 

Bruders (Verfahren D-4736/2024) gleichzeitig mit diesem Entscheid voll-

ständig abgewiesen und er mit ihr zusammen nach Griechenland überstellt 

wird, weshalb ihre Vorbringen, ihr Bruder sei in der Schweiz vorläufig auf-

zunehmen respektive eventualiter sei seine Sache an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, weshalb auch sie – gestützt auf die nach Art. 8 EMRK ge-

schützte Beziehung – vorläufig aufzunehmen sei respektive auch ihre Sa-

che zurückzuweisen sei, nicht zu überzeugen vermögen. Auf die entspre-

chenden Ausführungen in der Beschwerde und in der Replik ist nicht weiter 

einzugehen. 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 49 

VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

14.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen 

das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit Verfügung vom 31. Juli 

2024 gutgeheissen worden ist, werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4733/2024 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

 

Versand: