# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37c23d52-cf8a-5a27-8a3a-569663b12c0b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.02.2014 SB130357
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130357_2014-02-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130357-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. F. Bollinger, Präsident, Oberrichterin lic. iur.   

L. Chitvanni und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. C. Baumgartner 
 

Urteil vom 3. Februar 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Chr. Meier,  

 

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend  

mehrfache qualifizierte Widerhandlung  
gegen des Betäubungsmittelgesetz etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom  
12. Juni 2013 (DG130042) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 26. April 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 10). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 28) 

1. Der Beschuldigte ist schuldig  

- der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit  

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie  

- der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird im Anklagepunkt I.2. mit Bezug auf die Übernahme und den 

Verkauf von rund einem halben Kilogramm Kokain freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 320 Tage 

durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt erstanden sind, sowie einer 

Busse von Fr. 500.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

5. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse von Fr. 500.– wird diese in eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 5 Tagen umgewandelt. 

6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … 

aufbewahrten 447 Gramm Kokain werden eingezogen und sind nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten. 

7. a) Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. August 

2012 beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 19'500.– wird nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils definitiv eingezogen und zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

-   3   - 

b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. August 

2012 beschlagnahmten Geldbeträge von CHF 200.– und EUR 330.– (CHF 403.40) 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils definitiv eingezogen und zur 

Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

c) Ein allfälliger Restbetrag wird dem Beschuldigten zurückerstattet. 

8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 3'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 1'295.–   Auslagen Kantonspolizei Zürich 

Fr.  6'281.–   Dolmetscherkosten der Kantonspolizei Zürich  

Fr.  5'586.–   Auslagen Vorverfahren 

Fr. 1'050.10   Akonto amtl. Verteidigungskosten  

Fr.    amtl. Verteidigungskosten (ausstehend) 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 53): 

1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 12. Juni 2013 sei in einzelnen 

Punkten abzuändern; 

2. der Berufungskläger sei von den Anklagesachverhalten Ziff. I.1. (Drogen-

übernahme und Drogentransport), Ziff. I.2. (Verkauf von rund einem halben 

Kilogramm Kokain) und Ziff. II.1. (Konsum von Kokain) freizusprechen; 

-   4   - 

3.a)   der Berufungskläger sei unter Anrechnung der bereits erstandenen  

  Haft (320) Tage mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von maximal  

  24 Monaten zu bestrafen, welche jedoch zu Gunsten einer ambulanten     

 Massnahme aufzuschieben sei; 

3.b)   eventualiter sei der Beschuldigte unter Anrechnung der bereits erstan- 

 denen Haft (320 Tage) mit einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 

 24 Monaten zu bestrafen, unter Ansetzung einer Probezeit von  

 3 Jahren; 

3.c)   subeventualiter sei der Beschuldigte unter Anrechnung der bereits  

 erstandenen Haft (320 Tage) mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 

 maximal 36 Monaten zu bestrafen, wobei der unbedingte, vollziehbare 

 Teil der Freiheitsstrafe auf maximal 10 Monate festzusetzen wäre. 

4. Dem Berufungskläger sei ein Teil der Verfahrenskosten aufzuerlegen, der 

übrigbleibende Teil der beschlagnahmten Barschaft sei ihm zurückzu- 

erstatten. 

5. Die beschlagnahmten Schmuckgegenstände seien dem Berufungskläger zu-

rückzuerstatten. 

6. unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten des 

Staates. 

b) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 54): 

(Verweis auf die Anschlussberufungsbegründung, Urk. 38) 

1. Schuldspruch auch bezüglich der gesamten eingeklagten Anklageziffern I.1. 

sowie I.2. 

2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe  

von fünf Jahren sowie einer Busse von Fr. 500.--, unter Anrechnung der  

erstandenen Haft. 

-   5   - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang und Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Mit Urteil vom 12. Juni 2013 sprach das Bezirksgericht Bülach den Beschul-
digten der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit  

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 

BetmG schuldig. Vom Vorwurf betreffend die Übernahme und den Verkauf von 

rund einem halben Kilogramm Kokain in Anklageziffer I. 2. wurde der Beschuldig-

te freigesprochen. Das Bezirksgericht Bülach bestrafte den Beschuldigten für die 

Verbrechen mit einer Freiheitsstrafe von 40 Monaten und für die Übertretungen 

mit einer Busse von Fr. 500.--. Weiter befand das Gericht über verschiedene  

Einziehungen. Die Verfahrenskosten wurden, mit Ausnahme der Kosten für die 

amtliche Verteidigung, welche einstweilen auf die Gerichtskasse genommen  

wurden, zufolge der Schuldsprüche dem Beschuldigen auferlegt (Urk. 28 S. 24f.). 

1.2. Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte am 19. Juni 2013 Berufung 
anmelden (Urk. 21). Am 8. August 2013 nahm der Verteidiger das begründete  

Urteil entgegen (Urk. 27). Mit Eingabe vom 27. August reichte der Verteidiger dem 

hiesigen Gericht fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 30, Urk. 31). Nach 

deren Zustellung an die Staatsanwaltschaft erhob diese innert Frist Anschluss-

berufung (Urk. 38). 

1.3. In seiner Berufungserklärung vom 27. August 2013 stellte der Beschuldigte 
im Hinblick auf die im Hauptpunkt beantragte ambulante Massnahme eventualiter 

den Beweisantrag, es sei ein psychiatrisches Gutachten einzuholen, um festzu-

stellen, ob der Beschuldigte massnahmebedürftig, - willig und -fähig sei (Urk. 30 

S. 3). Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme die Ablehnung 

dieses Beweisantrags (Urk. 38). Zur Begründung gab sie an, der Beschuldigte sei 

primär Drogenhändler auf oberer Stufe, der daneben noch konsumiere. Seine 

Verbrechen gegen das BetmG seien somit nicht auf den Drogenkonsum zurück-

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zuführen, sondern aus Geldgier begangen worden. Demzufolge fehle es am  

Motivationszusammenhang zwischen angeblicher Sucht und Verbrechenstat-

beständen (Urk. 38 S. 2). Mit Präsidialverfügung vom 14. Oktober 2013 wies das 

Gericht den Beweisantrag auf Einholung eines psychiatrischen Gutachtens  

mit der Begründung ab, die Einholung eines solchen erscheine im aktuellen Ver-

fahrensstadium nicht als notwendig (Urk. 42). 

1.4. Die Berufungsverhandlung fand am 3. Februar 2014 statt. 

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Verteidiger beantragte in seiner Berufungsklärung die Aufhebung des  
Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 12. Juni 2013. Es seien die Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mwst.) zu Lasten des Staates festzulegen. 

In der nachfolgenden Begründung hielt der Verteidiger fest, die Berufung werde 

nicht beschränkt. Jedoch gab er an, es werde der Sicherstellung der Drogen zu-

gestimmt. Somit ficht der Beschuldigte Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils nicht 

an. Im Übrigen erfährt der Beschuldigte durch den Freispruch in Ziffer 2 des  

vorinstanzlichen Urteils keine Beschwer, weshalb seinerseits auch diesbezüglich 

nicht von einer Anfechtung des Urteils auszugehen ist. Nachdem die Staats-

anwaltschaft in ihrer Anschlussberufung Schuldsprüche bezüglich der gesamten 

eingeklagten Anklageziffern I.1. und I.2. und eine zu vollziehende Freiheitsstrafe 

von 5 Jahren sowie eine Busse von Fr. 500.-- verlangt, bleibt dies jedoch uner-

heblich. 

2.2. Bei dieser Ausgangslage ist vom vorinstanzlichen Urteil lediglich Ziffer 6  
(Einziehung von 447g Kokain) nicht angefochten und daher in Rechtskraft  

erwachsen, was festzustellen ist (Prot. II S. 7, Art. 402 StPO i.V.m. 437 Abs. 1 

StPO). Im Übrigen ist das erstinstanzliche Urteil angefochten und vom  

Berufungsgericht zu überprüfen (Art. 399 Abs. 4 lit. b StPO, Art. 404 Abs. 1 

StPO). 

 

 

-   7   - 

3. Beweisanträge 

Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Verteidiger erneut den Beweis-

ergänzungsantrag auf Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zur Frage der 

Massnahmebedürftigkeit, -fähigkeit, und -willigkeit des Beschuldigten für den Fall, 

dass dem Hauptantrag nicht entsprochen werde, nämlich soweit eine auszu-

sprechende Freiheitsstrafe nicht zugunsten einer ambulanten Massnahme auf- 

geschoben werde. Für den Fall, dass das Gericht die Einholung eines Gutachtens 

nicht für notwendig erachtet, stellte der Verteidiger zusätzlich den Beweisantrag 

auf Zeugeneinvernahme von Dr. med. B._____ zu den entsprechenden Fragen 

(Prot. II S. 7f.). Auf diese Beweisanträge wird weiter hinten bei der Beurteilung  

betreffend die Anordnung einer Massnahme zurückzukommen sein. 

4. Herausgabe von Gegenständen 

4.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Verteidiger neu den Antrag 
auf Herausgabe von beschlagnahmten Schmuckstücken (Urk. 53 S. 3). Nachdem 

der Verteidiger darauf hingewiesen wurde, dass in diesem Verfahren keine  

Beschlagnahme von Schmuckgegenständen stattgefunden hat, zog der Verteidi-

ger den entsprechenden Antrag wieder zurück (Prot. II S. 14). 

4.2. Im Weiteren stellte der Verteidiger in seiner Berufungserklärung den Antrag 
auf Herausgabe von zwei SIM-Karten an den Beschuldigten (Urk. 30 S. 4). An der 

Berufungsverhandlung wurde dem Verteidiger mitgeteilt, dass diesbezüglich kein 

vorinstanzlicher Entscheid vorliege. Daraufhin gab der Staatsanwalt bekannt, 

dass die beiden SIM-Karten ebenfalls in einem anderen Verfahren eingezogen 

worden seien. Gestützt darauf zog der Verteidiger den entsprechenden Antrag auf 

Herausgabe der SIM-Karten zurück (Prot. II S. 14). 

II. Sachverhalt und Rechtliches 

5. Anklage 

5.1. Dem Beschuldigten wird in den Anklageziffern I. 1. -3.  mehrfaches Ver-
brechen und in Anklageziffer II. 1.-2. mehrfache Übertretung gegen das Betäu-

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bungsmittelgesetz vorgeworfen (Urk. 10 S. 2f.). Betreffend Anklageziffer I. 1.  

anerkannte der Beschuldigte im Verlauf der Untersuchung, dass er am 26. Juli 

2012, nach 07.00 Uhr, C._____ und deren Kind an der …strasse … in Kloten ab-

geholt und sie zur Raststätte Würenlos - Nord chauffierte. Er  

bestätigte, dass C._____ dort den Wagen verliess, er das Fahrzeug auf die Rast-

stätte Würenlos - Süd umparkierte und sich daraufhin im Restaurant verpflegte. 

Weiter bestätigte er, dass C._____ und ihr Kind wieder in sein Auto eingestiegen 

seien und er sie zurück nach Kloten gefahren habe (Urk. 2/10 S. 2, 2/11 S. 3, 

Urk. 13 S. 10f.). Betreffend die von C._____ übernommene Papiertragtasche mit 

Kokain gab der Beschuldigte an, nicht kontrolliert zu haben, was in der Tragta-

sche gewesen sei (Urk. 2/11 S. 3). Vor Vorinstanz gab er an, davon nichts zu wis-

sen. Es stimme aber vermutlich, dass sie nach der Rückfahrt an der  

…strasse … in Kloten mit einer Papiertragtasche ausgestiegen sei  

(Urk. 2/11 S. 3, Urk. 13 S. 11). Hinsichtlich Anklageziffer I. 2. anerkannte der  

Beschuldigte 25g Kokain (Reinheitsgehalt 85%, entsprechend 21.4 g Rein 

substanz) in der Wohnung seiner Freundin D._____ in Brüttisellen aufbewahrt zu 

haben (Urk. 2/5 S. 2, Urk. 2/11, Urk. 13 S. 12). Die Anklageziffer I. 3.  

bestätigte der Beschuldigte insoweit, als er zugab, im Besitz von 420g Kokain  

gewesen zu sein (Urk. 2/5 S. 3, Urk. 13 S. 12). Bei den Übertretungen anerkannte 

der Beschuldigte, eine Menge von 1.97g Kokain gemischt mit MDMA in der  

Wohnung seiner Freundin in Brüttisellen zu Eigenkonsumzwecken aufbewahrt zu 

haben (Urk. 2/11 S. 3, Urk. 13 S. 13). Nachdem diese Zugaben mit den weiteren 

Untersuchungsergebnissen (Urk. 1/3, Urk. 1/4, Urk. 4/2, Urk. 5/10, Urk. 5/12) 

übereinstimmen, kann festgehalten werden, dass in den genannten Teilen die 

Anklageschrift als erstellt gelten kann.  

5.2. Demgegenüber bestritt der Beschuldigte betreffend Anklageziffer I., darüber 
informiert gewesen zu sein, dass die von C._____ in der Raststätte Würenlos 

übernommene Papiertragtasche 2kg Kokain beinhaltete (Ziff. 1.). Weiter  

bestritt er, von C._____ in Kloten am 26. Juli 2012 kurz nach 12.13 Uhr  

eine Menge von rund einem halben Kilogramm Kokain übernommen und  

grösstenteils, mit Ausnahme von 25g, verkauft zu haben (Ziff. 2). Ebenso wies der 

Beschuldigte den Sachverhalt zurück, wonach er die am 27. Juli 2012 bei ihm  

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in einem weissen Plastiksack sichergestellte Menge von 420 Gramm Kokain  

(Reinheitsgehalt 87%, entsprechend 364 Gramm Reinsubstanz) von C._____ 

übernommen und den  Verkauf dieses Kokains beabsichtigt haben soll (Ziff. 3). 

Schliesslich bestritt der Beschuldigte stets, in der Zeit von ca. Ende  

Februar 2012 bis zu seiner Festnahme Kokain konsumiert zu haben. Im Folgen-

den ist demnach im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen, ob der nicht ein-

gestandene Sachverhalt als erstellt gelten kann. 

6. Grundsätze der Beweiswürdigung 

6.1. In einem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld 
grundsätzlich hohe Anforderungen zu stellen. Gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV 

fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime 'in dubio pro reo' ist 

bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer Schuld zu vermuten, dass die wegen einer 

strafbaren Handlung angeklagte Person unschuldig ist (BGE 127 I 40, BGE 120 Ia 

31 E. 2b). Angesichts der Unschuldsvermutung, die auch in Art. 10 Abs. 1 der 

Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) statuiert ist, besteht somit Beweis-

bedürftigkeit, das heisst, der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objek-

tiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (dazu u.a. Schmid, 

Strafprozessrecht, Zürich 2004, 4. A., N 599), woraus folgt, dass der Angeklagte 

seine Unschuld nicht zu beweisen hat (BGE 127 I 40 f.). Das Gericht darf den 

Umstand, dass sich der Beschuldigte auf sein Aussage- und Mitwirkungs- 

verweigerungsrecht beruft, unter gewissen Umständen jedoch in die Beweis-

würdigung einbeziehen. Dies ist nach der Rechtsprechung der Fall, wenn sich der 

Beschuldigte weigert, zu seiner Entlastung erforderliche Angaben zu machen, 

obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente vernünf-

tigerweise erwartet werden dürfte (Entscheid des Bundesgerichts 6B_562/2010 

vom 28. Oktober 2010 E. 2.1.3). Aus der Unschuldsvermutung abzuleiten ist der 

in Art. 10 Abs. 3 statuierte Grundsatz "im Zweifel zugunsten der beschuldigten 

Person". Dieser findet Anwendung, wenn erhebliche und unüberwindbare Zweifel 

an den Voraussetzungen der Strafbarkeit, vorab der Schuld bezüglich der objekti-

ven und subjektiven Tatbestandselemente, bestehen (Schmid, Schweizerische 

Strafprozessordnung, Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 10 N 10). 

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Aufgabe des Richters ist es somit, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver 

Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem  

bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und er an sich mögliche Zweifel an dessen 

Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 3 StPO; BGE 127 I 40 f., BGE 124 

IV 88, BGE 120 Ia 31 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 1P.154/2000 vom  

10. Oktober 2000). 

6.2. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, sind die Deposi-
tionen frei zu würdigen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Was die Aussagen eines  

Beschuldigten anbelangt, so ist festzuhalten, dass ein Beschuldigter im Straf-

prozess Objekt und Subjekt zugleich ist (Schmid, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, Zürich/St. Gallen 2013, § 60 N 855). Seine Doppelstellung 

bedeutet konkret, dass sich einerseits das Strafverfahren gegen ihn richtet,  

anderseits seine Aussagen als Beweismittel für und gegen ihn verwendet werden 

können. Eine Pflicht, durch aktives Verhalten die Untersuchung zu fördern und so 

zu seiner eigenen Überführung beizutragen, trifft den Beschuldigten nicht. So ist 

ein Beschuldigter im Rahmen der Selbstbegünstigung grundsätzlich nicht zur 

wahrheitsgemässen Aussage verpflichtet; er darf vielmehr lügen, soweit er 

dadurch nicht andere unrechtmässig einer Straftat bezichtigt. Entsprechend kann 

ein Tatverdächtiger ein durchaus legitimes Interesse daran haben, die Ereignisse 

in einem für ihn günstigen Licht darzustellen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, 

die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben  

erfolgen. Beim Abwägen von Aussagen ist zwischen der Glaubwürdigkeit einer 

Person und der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben zu unterscheiden. Während erstere 

die Grundlage dafür liefert, ob einer Person getraut werden kann, ist letztere für 

die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutungsvoll, ob sich der behaup-

tete Sachverhalt zur Hauptsache so zugetragen hat oder nicht (Hauser, Der  

Zeugenbeweis im Strafprozess, Zürich 1974, S. 312 ff.). Die allgemeine Glaub-

würdigkeit einer Person ergibt sich nebst ihrer prozessualen Stellung auch aus  

ihrem wirtschaftlichen Interesse am Ausgang des Verfahrens sowie vor allem aus 

deren persönlichen Beziehungen und Bindungen zu den übrigen Prozessbeteilig-

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ten. Bei der Würdigung von Aussagen darf jedoch nicht einfach auf die Persön-

lichkeit oder allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden, 

denn dies lässt nach neueren Erkenntnissen keinen allgemeinen Rückschluss auf 

die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu. Massgebend ist vielmehr die Glaub-

haftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Äusserungen. 

7. Beweismittel und Beweiswürdigung 

7.1. Vorliegend stützt sich die Beweisführung, nebst den Prüfberichten der  
beschlagnahmten Drogen (Urk. 5/10, Urk. 5/12), vorab auf die Ergebnisse der  

Telefonüberwachung eines Mobiltelefons des Beschuldigten und weiterer des 

Drogenhandels verdächtigter Personen (u.a. C._____ und E._____) sowie auf die 

polizeilichen Wahrnehmungsberichte einer Observation des Beschuldigten (Urk. 

1/3-5). Im Weiteren stehen diverse Einvernahmen des Beschuldigten zur Verfü-

gung (Urk. 2/1-2, Urk. 2/4-11). Überdies wurde betreffend die Frage des Drogen-

konsums des Beschuldigten eine Haaranalyse vorgenommen, welcher Untersu-

chungsbericht ebenfalls als Beweismittel bei den Akten liegt (Urk. 5/11). Schliess-

lich liegt das Durchsuchungsprotokoll der Hausdurchsuchung vom 27. Juli 2012 

der Wohnung der Freundin des Beschuldigten an der Adresse …, vor (Urk. 4/2).  

7.2. Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist anzumerken, dass er als direkt in 
das vorliegende Strafverfahren Involvierter ein erhebliches und mitunter aber  

legitimes Interesse an dessen Ausgang hat und deshalb versucht sein könnte, 

sich durch seine eigenen Aussagen zu entlasten sowie die Ereignisse in einem für 

ihn günstigen Licht darzustellen. Die Aussagen des Beschuldigten – der in seiner 

prozessualen Position nicht zur Wahrheit verpflichtet ist – sind daher unter  

Beachtung dieses Aspekts zu würdigen. 

7.3. Anklageziffer I. 1. 

7.3.1. Wie oben bereits erwähnt, stellte der Beschuldigte hinsichtlich Anklage-
ziffer I. 1. nicht in Abrede, C._____ am Morgen des 26. Juli 2012, nach 07.00 Uhr, 

gemäss dem in der Anklageschrift vermerkten Ablauf zur Autobahnraststätte Wü-

renlos und von dort wieder zurück nach Kloten zur Liegenschaft  

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…strasse … chauffiert zu haben. Zu der in der Anklageschrift geschilderten Über-

nahme einer Papiertragtasche durch C._____ in der genannten Raststätte gab er 

an, C._____ sei vermutlich einkaufen gegangen (Urk. 2/11 S. 3). Weitere diesbe-

zügliche Aussagen des Beschuldigten wurden von der Vorinstanz korrekt zu-

sammengefasst, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen darauf zu verwei-

sen ist (Urk. 28 S. 5, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

7.3.2. Die Fahrt des Beschuldigten zur Autobahnraststätte Würenlos, die  
Geschehnisse an dieser Örtlichkeit sowie die Rückfahrt des Beschuldigten nach 

Kloten wurde von Polizeibeamten beobachtet und im Wahrnehmungsbericht vom 

18. Dezember 2012 festgehalten (Urk. 1/4 S. 3ff.). Zu dieser Beobachtung kam 

es, nachdem die Staatsanwaltschaft II in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei 

Zürich  im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren unter dem Aktions-

namen "F._____" gegen diverse balkanstämmige Personen wegen Betäubungs-

mittelhandels (vgl. Urk. 1/5 S. 4) unter anderem die Natelrufnummer 076……., 

TK-Linie …, IMEI-Nr. … des im damaligen Zeitpunkt Unbekannten, genannt 

"G._____", rückwirkend und in Echtzeit überwachen liess (Urk. 3/2, Urk. 3/4). 

Gemäss Polizeirapport vom 27. Juli 2012 konnten bei der Verhaftung des Be-

schuldigten zwei Mobiltelefone sichergestellt werden. Eines dieser Mobiltelefone 

wies den IMEI … auf. Die von der Kantonspolizei überwachte Rufnummer von 

"G._____" (076 … .. ..) war im IMEI … eingelegt. Daraus zogen die Ermittlungs-

behörden zu Recht den Schluss, dass es sich bei der Person mit dem Pseudo-

nym "G._____" um den Beschuldigten handeln muss (Urk. 1/1 mit Beilage), was 

dieser schliesslich an der Berufungsverhandlung zugab (Urk. 52 S. 13). Im Rah-

men der oben genannten Überwachungsmassnahmen wurde auch das Mobiltele-

fon von C._____ überwacht. Gestützt auf die überwachten Gespräche und SMS 

zwischen C._____ und ihrem Lieferanten bzw. dem Kurier einerseits und dem 

Beschuldigten andererseits erfuhr die Polizei, dass C._____ am Morgen des 26. 

Juli 2012 eine Kokainlieferung erwartete und sie den Beschuldigten darüber 

zwecks Koordination des Fahrdienstes informierte (Urk. 1/5 S. 5, Urk. 1/5 Beilage  

TK-Protokoll 1-7). Weiter wurden SMS zwischen ihr und dem Kokainkurier,  

LKW-Fahrer H._____, aufgezeichnet, mit der Mitteilung von C._____, sie  

befinde sich an den Übergabeörtlichkeiten und mit der Vereinbarung eines Treff-

-   13   - 

punkts (Urk. 1/5 S. 6, Urk. 1/5 Beilage TK-Protokoll 8/9). Die von der Polizei  

mittels der Telefonüberwachung gewonnenen Erkenntnisse des Treffens von 

C._____ mit H._____ bestätigten sich anhand der Observation (Urk. 1/4 S. 3 ff.). 

Danach trafen sich C._____, welche ihren Sohn dabei hatte, und der LKW-Fahrer 

H._____ in der Raststätte Würenlos beim …. [Laden] Alle drei stiegen  

zusammen die Treppe hinunter und gingen zum Sattelschlepper von H._____. In 

der Folge kam C._____ mit ihrem Sohn vom Sattelschlepper zurück. Sie trug eine 

Papiertragtasche mit sich, stieg die Treppe zum … [Laden] hoch und spazierte 

anschliessend in Richtung Shopping-Eingang. Derweil war der Beschuldigte vom 

… [Restaurant] zu seinem Fahrzeug zurückgekehrt. Nachdem er eine Runde auf 

dem Rastplatz gefahren war, hielt er vor dem Shopping-Eingang an. Daraufhin 

näherte sich C._____ mit ihrem Sohn dem Fahrzeug des Beschuldigten. C._____ 

stellte die Papiertragtasche im Fond des Fahrzeugs hinter den Vordersitz auf der  

rechten Seite auf den Boden. Ihr Sohn stieg hinten ins Fahrzeug, C._____ selber 

vorne als Beifahrerin. Anschliessend fuhr der Beschuldigte C._____ nach Hause. 

Dort angekommen trug C._____ die Papiertragtasche ins Haus. 

7.3.3. Die Ergebnisse der Telefonüberwachung und der Observation lassen nicht 
zuletzt vor dem Hintergrund, dass in Serbien gegen C._____ bereits Ermittlungen 

wegen dringenden Verdachts des Inverkehrbringens grosser Mengen Kokain im 

Gang waren (vgl. Urk. 3/1), keinen anderen Schluss zu, als dass C._____ am 

Morgen des 26. Juli 2012 auf der Raststätte Würenlos von H._____ in einer Pa-

piertragtasche Kokain übernahm. Mit der Vorinstanz erscheint es demgegenüber 

geradezu als lebensfremd, soweit der Verteidiger zu diesem Sachverhaltsteil vor-

brachte, in der Papiertragtasche hätten sich ebenso gut Windeln oder Kaffee be-

finden können (Urk. 15 S. 5, Prot. I S. 8). Dafür, dass C._____ solches von 

H._____ bei dessen Sattelschlepper hätte übernehmen sollen, gibt es keine Er-

klärungsmöglichkeit. Aber auch, dass sich C._____ zwecks eines Einkaufs 

und/oder Frühstücks am 26. Juli 2012 morgens um  sieben Uhr von Kloten zur  

23 km entfernten Autobahnraststätte Würenlos chauffieren liess, erscheint  

geradezu abwegig. Unter der Hypothese, dass C._____ in der Papiertragtasche 

kein Kokain entgegen nahm, bliebe schliesslich unerklärlich, weshalb diesem  

Besuch auf der Raststätte diverse Telefonate bzw. SMS vorausgingen (act. 1/5 

-   14   - 

Beilage TK-Protokoll), bei denen keine Gespräche mit normal verständlichen  

Sätzen und Angaben geführt wurden. Im Zusammenhang mit den Telefon-

kontrollen, wies der Verteidiger darauf hin, dass sich daraus keine konkreten  

Hinweise für Drogengeschäfte ergäben, zumal solches nie explizit angesprochen 

worden sei (Urk. 15 S. 6f.). Das ist richtig. Jedoch erhöht die Tatsache der  

kryptischen Verständigung die Wahrscheinlichkeit geradezu, dass Drogenge-

schäfte besprochen wurden.  Schliesslich liegt kein anderer erdenklicher Grund 

vor, weshalb solche kryptischen Gespräche nötig gewesen wären. Gestützt auf 

diese Ausführungen kann gemäss Anklageschrift als erstellt erachtet werden, 

dass C._____ am 26. Juli 2012 um 08.09 Uhr vom LKW-Fahrer H._____ eine Pa-

piertragtasche übernahm, welche Kokain enthielt. 

7.3.4. Gemäss Anklageschrift sollen sich in dieser Papiertragtasche zwei Kilo-
gramm Kokain befunden haben (act. 10 Ziff. I.1.). Die Menge von zwei Kilogramm 

leitete die Anklagebehörde aus den Ergebnissen der der Übergabe nachfolgen-

den, aufgezeichneten Telefongespräche ab (vgl. Urk. 1/5 S. 7f. und TK-Protokoll 

12ff). Tatsächlich lässt sich die von der Anklagebehörde vorgenommene Inter-

pretation der kontrollierten Telefongespräche (C._____-Lieferant, C._____-

E._____, C._____-Beschuldigter) und damit die angeklagte Menge von zwei Kilo-

gramm Kokain nachvollziehen. Jedoch erscheinen die Angaben insofern als zu 

vage, als dass die errechneten zwei Kilogramm nicht zweifelsfrei in Bezug zur Lie-

ferung vom 26. Juli 2012 gesetzt werden können. Nachdem sich in den Akten 

diesbezüglich keine Angaben über eine allfällige Sicherstellung von Kokain bei 

C._____ befinden und auch hinsichtlich der Menge von einem halben Kilogramm, 

welches der Beschuldigte gemäss Anklage am 26. Juli 2012 von C._____ über-

nommen haben soll,  keine weiteren Angaben bzw. Untersuchungsergebnisse bei 

den Akten liegen (vgl. nachfolgend), ist entsprechend der Feststellung der Vo-

rinstanz festzuhalten, dass nicht erstellt werden kann, dass sich in der von 

C._____ am Morgen des 26. Juli 2012 übernommenen Papiertragtasche eine 

Menge von zwei Kilogramm Kokain befand. Daran ändert auch die Mitteilung des 

Staatsanwalts anlässlich der Berufungsverhandlung nichts, wonach der Kurier 

H._____ in … (AG) unlängst wegen der Übergabe der geltend gemachten zwei 

Kilogramm Kokain an C._____ rechtskräftig verurteilt worden sei (Urk. 54 S. 2). 

-   15   - 

Ein entsprechender Entscheid liegt den vorliegenden Akten nicht bei, weshalb die 

Angabe des Staatsanwalts unbeachtlich zu bleiben hat. Entsprechend dem Fazit 

der Vorinstanz kann jedoch aufgrund der am 27. Juli 2012 erfolgten Übernahme 

von 420g Kokain durch den Beschuldigten als erstellt erachtet werden, dass zu-

mindest diese Menge am 26. Juli 2012 C._____ übergeben wurde  (vgl. nachfol-

gend Ziff. 7.5.). Zudem stellt sich die Frage, ob sich auch die 25g, welche der Be-

schuldigte zugegebenermassen in der Wohnung seiner Freundin D._____ in Brüt-

tisellen aufbewahrte und welche von der Polizei sichergestellt wurden, dieser Lie-

ferung zuordnen lassen (Urk. 10 Ziff. I. 2.). Die Staatsanwaltschaft erachtete die 

Beschaffenheit und Qualität der sichergestellten 25g Kokain mit derjenigen der si-

chergestellten 420g Kokain als identisch, weshalb es gemäss ihrer Ansicht aus 

derselben Quelle stammen muss (act. 14 S. 3). Zwar erscheint es, nachdem sich 

der Beschuldigte am Mittag des 26. Juli 2012  erneut mit C._____ an ihrem Auf-

enthaltsort an der …strasse … in Kloten traf, als naheliegend, dass er anlässlich 

dieses Treffens die 25g Kokain von ihr übernahm. Jedoch wurden dazu weder 

entsprechende Beobachtungen gemacht, noch finden sich andere Hinweise dafür 

in den Akten, dass der Beschuldigte anlässlich jenes Treffens tatsächlich Kokain 

übernahm. Einzig die hohe Reinheit des Kokains liesse sich als Indiz dafür heran-

ziehen, dass es aus einer grösseren Lieferung, mitunter aus derjenigen vom 26. 

Juli 2012 stammen könnte. Jedoch ist genauso gut denkbar, dass der Beschuldig-

te, nachdem er offenbar mit Kokainimporteuren in Kontakt stand, die genannten 

25g aus einer anderen eventuell auch früheren Lieferung bezog. Somit bleibt es 

dabei, dass C._____ am 26. Juli 2012 morgens um 08.09 an der Raststätte A1 

Würenlos von H._____ eine Papiertragtasche, welche mindestens 420g  

Kokain enthielt, übernahm. 

7.3.5. Die Vorinstanz hat sich im Weiteren mit der Frage auseinandergesetzt, ob 
der Beschuldigte wusste, zu welchem Zweck er C._____ am 26. Juli 2012 zur 

Raststätte Würenlos fuhr. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schluss-

einvernahme vom 12. April 2013 gab der Beschuldigte an, den Inhalt der Trag-

tasche nicht kontrolliert zu haben (Urk. 2/11 S. 3). An der Hauptverhandlung vor 

Vorinstanz führte der Beschuldigte aus, es stimme vermutlich, dass er Frau 

C._____ von Würenlos zurück nach Kloten an die …strasse … gebracht habe, wo 

-   16   - 

sie mit einer Papiertragtasche ausgestiegen sei (Urk. 13 S. 11). Später in der Ein-

vernahme fügte er dem widersprechend an, ob C._____ eine Tragtasche gehabt 

habe oder nicht, und wenn ja, was deren Inhalt gewesen sei, wisse er nicht 

(Urk. 13 S. 11). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung gab der  

Beschuldigte an, von einer Kokainübernahme in Würenlos nichts gewusst zu  

haben (Urk. 52 S. 10). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass es sich bei den 

Angaben des Beschuldigten um Schutzbehauptungen handle, welcher Ansicht 

beizupflichten ist (vgl. Urk. 28 S. 7). Zu diesem Ergebnis führt unter anderem der 

von der Vorinstanz aufgeführte rein praktische Aspekt, dass sich niemand  

morgens um sieben Uhr mit einem Kind von Kloten zu einer 23km entfernten  

Autobahnraststätte chauffieren lässt, um einzukaufen. Dem widersprach der  

Verteidiger an der Berufungsverhandlung. Er brachte dazu vor, es gäbe durchaus 

Gründe, weshalb C._____ zur Raststätte Würenlos habe fahren wollen. Es handle 

sich bei dieser Raststätte um ein kleines Shopping- und Verpflegungscenter mit 

Geschäften, die es in vielen kleinen Städten - wie z.B. Kloten - nicht geben würde. 

Zudem sei die Raststätte mit dem Privatwagen mühelos erreichbar und es  

stünden Gratisparkplätze, dies etwa im Unterschied zum Flughafen-Shopping, zur 

Verfügung. Schliesslich müsse gar nicht beurteilt werden, ob es sinnvoll sei, an 

der Raststätte Würenlos einkaufen zu gehen. Massgebend sei einzig, dass es 

durchaus Gründe gäbe, die es glaubhaft erscheinen liessen, dass jemand an der 

Autobahnraststätte Würenlos einkaufen wolle. (Urk. 53 S. 7). Diese vom Verteidi-

ger angeführten glaubhaft erscheinenden Gründe liegen nicht vor. Soweit der  

Verteidiger die gute Erreichbarkeit vorbringt, ist zu erwähnen, dass z.B. das eben-

falls vom Verteidiger erwähnte Flughafen-Shopping noch müheloser und sogar 

mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar gewesen wäre. Damit wäre 

C._____ bezüglich der Vielfalt der Geschäfte noch deutlich besser bedient  

gewesen, als in Würenlos. Zudem wäre sie nicht einmal auf die Fahrdienste des 

Beschuldigten angewiesen gewesen. Viel bedeutungsvoller als die Frage des 

Sinns eines solchen Einkaufs in Würenlos ist jedoch, dass sich der Beschuldigte 

in den Einvernahmen durchwegs sehr unwissend präsentierte, wobei klar der 

Eindruck dominiert, dass es sich nicht um echtes Unwissen handelt, sondern  

um ein gezieltes Verbergen von Wissen. Dieser Eindruck verstärkte sich an der  

-   17   - 

Berufungsverhandlung, als der Beschuldigte nach dem Inhalt von Telefon-

gesprächen mit Frau C._____ im Vorfeld der Fahrt nach Würenlos befragt wurde  

(Urk. 52 S. 13f.). Selbstverständlich ist es das gute Recht des Beschuldigten  

keine Angaben zu machen. Jedoch wirkt sich vorliegend das offensichtliche  

Unterdrücken von Angaben insofern auf das Beweisergebnis aus, als sich der 

Beschuldigte damit nicht entlasten kann. Die Behauptung, er habe nicht gewusst, 

was der Grund für die Fahrt war, ist komplett unglaubhaft. Am Tag vor der Fahrt 

nach Würenlos erhielt er einen Anruf von C._____ (Urk. 1/5 TK-Protokoll 6),  

wonach der Beschuldigte zu ihr kommen sollte, was der Beschuldigte offenbar 

auch tat. Nach der Fahrt am 26. Juli 2012 erfolgten wiederum Telefongespräche, 

mit Hinweisen, dass es noch Dinge zu besprechen gäbe (Urk. 1/5 TK-Protokoll 

11) und es fanden auch Treffen bei C._____ statt, wobei der Beschuldigte am 

Morgen des 27. Juli 2012 das Logis von C._____ mit 420g Kokain verliess. Diese 

Kokainübergabe hat mit Sicherheit nicht spontan stattgefunden. Vielmehr ist bei 

einer solchen Drogenmenge davon auszugehen, dass die Übernahme durch den 

Beschuldigten geplant war. Der Verteidiger brachte vor, der Beschuldigte habe 

C._____ angeboten sie bei Bedarf zu fahren, weil sie kein eigenes Fahrzeug  

besessen habe. Genau darum sei es in den Telefongesprächen gegangen. Sie 

hätten ein paar Mal telefoniert, um sich zu treffen (Urk. 15 S. 7). Dabei dürfte dem 

Verteidiger entgangen sein, dass es sich, wie von ihm an anderer Stelle vorge-

bracht, nicht um normale Telefongespräche gehandelt hat. Wäre es tatsächlich 

so, dass C._____ als Touristin einen Fahrdienst benötigt hätte, dann könnte der 

Beschuldigte problemlos Angaben darüber machen, weshalb C._____ eine Fahr-

gelegenheit benötigte, ohne sich dabei belasten zu müssen, oder es hätten sich 

dazu irgendwelche Angaben in den Telefongesprächen finden lassen. Gestützt 

auf diese Erwägungen sind die Aussagen des Beschuldigten, wonach er nicht 

gewusst habe, zu welchem Zweck er C._____ am 26. Juli 2012 nach Würenlos 

chauffierte als unglaubhaft zu taxieren. Mit der Vorinstanz kann damit als erstellt 

erachtet werden, dass der Beschuldigte wusste, dass er sich als Chauffeur an  

einer Kokainübergabe beteiligte. Bezüglich der Menge ist davon auszugehen, 

dass er mindestens über die von ihm tags darauf zu übernehmenden 420g Kokain  

-   18   - 

Bescheid wusste (Urk. 28 S. 8). In subjektiver Hinsicht ist deshalb von vor- 

sätzlichem Handeln auszugehen. 

7.3.6. Entgegen der Vorinstanz erübrigen sich Ausführungen zur Mittäterschaft 
(vgl. Urk. 28 S. 5f.). Nachdem der Beschuldigte als Fahrer das Kokain in seinem 

Auto transportiere, steht seine Täterschaft ohne Weiteres fest (vgl. BGE 114 IV 

162). 

7.3.7. Der vom Bundesgericht für Kokain bei 18 Gramm festgelegte Grenzwert, ab 
welchem ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a. BetmG vorliegt, ist 

mit der Menge von 420 g (Reinheitsgehalt 87%, entsprechend 364g Rein-

substanz) deutlich überschritten. Der Beschuldigte wusste - allein schon aufgrund 

seiner einschlägigen Vorstrafe - dass er mit seinem Verhalten durch das Potential 

dieser Stoffmenge eine Gesundheitsgefährdung  für eine Vielzahl von Menschen 

schuf. 

7.3.8. Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte damit des Verbrechens gegen das 
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 19 Abs. 2 

lit. a schuldig gemacht.  

7.4. Anklageziffer I. 2.  

7.4.1. Zum Anklagevorwurf in dieser Ziffer, wonach sich der Beschuldigte  
gleichentags der Fahrt nach Würenlos mit C._____ am Mittag erneut getroffen 

und von ihr rund ein halbes Kilogramm Kokain übernommen habe, führte der  

Beschuldigte im Wesentlichen aus, er habe C._____ lediglich aufgesucht, weil sie 

ihn erneut um einen Fahrdienst gebeten habe. Er sei dann zu ihr gegangen und 

habe ihr mitgeteilt, dass er keine Zeit habe. Bezüglich der sichergestellten  

25g Kokain erklärte der Beschuldigte, diese würden ihm gehören, er habe sie 

aber nicht von C._____, er habe sie bereits vorher gekauft. Die Vorinstanz hat die 

entsprechenden Aussagen korrekt zusammengefasst, worauf  zu verweisen ist 

(Urk. 28 S. 8, Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch an der Berufungsverhandlung machte 

der Beschuldigte gleichlautende Angaben (Urk. 52) 

-   19   - 

7.4.2. Bezüglich dieser Anklageziffer bleibt somit, wie bereits weiter oben erwähnt 
(vgl. Ziff. 3.2.), zu erstellen, dass der Beschuldigte anlässlich des Treffens mit 

C._____ am Mittag des 26. Juli 2012 rund ein halbes Kilogramm Kokain über-

nahm. Der Beschuldigte konnte, nachdem er mit C._____ vorab telefonierte,  

beobachtet werden, wie er am Mittag zu C._____ nach Kloten ging und kurze Zeit 

später das Haus, in welchem sie logierte, wieder verliess. Bei dieser Beobachtung 

konnte jedoch nicht festgestellt werden, dass der Beschuldigte Kokain mit sich 

führte. Als Indiz dafür brachte die Staatsanwaltschaft die qualitative (Reinheits-

gehalt) und optische Beschaffenheit (Farbe, Konsistenz, Verpackung)  der später 

in der Wohnung der Freundin des Beschuldigten sichergestellten 25g Kokain  

sowie die Ergebnisse der Telefonüberwachungen ins Spiel. Dabei ist festzuhalten, 

dass zwar durchaus gewichtige Anhaltspunkte vorliegen, die für die in der  

Anklage beschriebene Übernahme von einem halben Kilogramm Kokain durch 

den Beschuldigten am Mittag des 26. Juli 2012 sprechen. Vorab könnte solches 

aus den Ergebnissen der Telefonkontrolle abgeleitet werden, insbesondere aus 

der nachfolgenden Sequenz, welche dem Beschuldigten anlässlich der delegier-

ten Einvernahme bei der Kantonspolizei Zürich am 22. Oktober 2012 vorgehalten 

wurde (Urk. 2/6, Frage 35, Urk. 1/5 S. 6 und 8, TK-Protokoll 14f.): "…morgen früh 

komme ich eben grad das andere, die andere habe ich eben mit Kollegen auch 

gesprochen, ich gehe nachher gerade zu ihnen.". Später ist dann noch die Rede 

vom "Anderen". Damit konfrontiert, konnte der Beschuldigte keine Angaben  

machen, was mit diesem Gesprächsinhalt gemeint war. Die naheliegendste  

Erklärung wäre, dass es sich bei den Kollegen um Drogenabnehmer handelte, 

was gleichzeitig auch dem Schweigen des Beschuldigten einen Sinn verleihen 

würde. Nichts desto Trotz erscheinen die Hinweise, dass tatsächlich eine Kokain-

übernahme von 500g und der Verkauf von rund 475g seitens des Beschuldigten 

stattgefunden haben, in Anbetracht der strengen Beweisanforderungen nicht als 

vollständig überzeugend. Betreffend die Beschaffenheit des Kokains wurde  

bereits bei der Abhandlung der obigen Anklageziffer vermerkt, dass dieses Indiz 

keine zuverlässige Zuordnung des Kokains zu einer bestimmten Lieferung  

zulässt. Es verbleiben demnach gewisse, nicht überwindbare Zweifel daran, dass 

sich der Sachverhalt entsprechend der Anklageschrift Ziff. I. 2. zugetragen hat. 

-   20   - 

Mit anderen Worten kann entsprechend dem Fazit der Vorinstanz die Behauptung 

des Beschuldigten, er sei von C._____ lediglich um einen Fahrdienst  

gebeten worden, weshalb er erneut an deren Wohnadresse erschienen sei, nicht 

widerlegt werden (vgl. Urk. 28 S. 9). 

7.4.3. Bezüglich des Besitzes von 25g Kokain, welches von der Polizei sicher-
gestellt worden ist, ist der Beschuldigte geständig (Urk. 13 S. 12), weshalb dazu 

keine weiteren Ausführungen zu machen sind. 

7.4.4. Der Beschuldigte ist somit betreffend Anklageziffer I. 2. vom Vorwurf der 
Übernahme von 500g und der Veräusserung von rund 475g Kokain zu entlasten 

und diesbezüglich vom Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. c i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a. freizusprechen. Hingegen hat 

betreffend den Besitz von 25g  Kokain (entsprechend 21.4g Reinsubstanz) ein 

Schuldspruch wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a zu erfolgen. 

7.5. Anklageziffer I. 3. 

7.5.1. Der Beschuldigte wurde am Morgen des 27. Juli 2012 von der Polizei  
beobachtet, wie er zu C._____ nach Kloten fuhr und mit einem weissen Plastik-

sack die Liegenschaft, in der C._____ logierte, verliess. Er legte den  

weissen Plastiksack in sein Auto, stieg ein und fuhr davon. Beim anschliessenden 

Zugriff durch die Kantonspolizei Zürich wurde festgestellt, dass sich  im weissen 

Plastiksack 420g Kokain befand. Diese Beobachtungen wurden seitens der Ver-

teidigung nicht in Frage gestellt. Ebenfalls liegen keine Hinweise darauf vor, dass 

der Bericht nicht der Wahrheit entsprechend abgefasst wurde. Es ist deshalb da-

rauf abzustellen (Urk. 1/3). Die Untersuchung des Kokains ergab einen Reinheits-

gehalt von 87% und eine berechnete Reinsubstanz von 364g (Urk. 5/10).  

7.5.2. Der Beschuldigte anerkannte vor Vorinstanz bei seiner Festnahme am 
27. Juli 2012 im Besitz von 420g Kokain gewesen zu sein (Urk. 13 S. 12). 

7.5.3. Die gesamten Hintergründe, lassen keinen anderen Schluss zu, als dass 
der Beschuldigte die 420g Kokain von C._____ übernahm. Zu diesem Schluss ge-

-   21   - 

langte auch die Vorinstanz, auf welche Ausführungen zu verweisen ist (Urk. 28 S. 

10, Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist auszuführen, dass die Aussagen des Be-

schuldigten, wonach er das Kokain nicht von C._____ übernommen habe, derart 

unglaubhaft erscheinen, dass sie die Beobachtungen der Polizei nicht zu entkräf-

ten vermögen. Der Beschuldigte äusserte sich stets dahingehend, dass er das 

Kokain einfach so bei sich im Auto gehabt habe bzw. es nur aufbewahrt habe und 

es keine nähere Bestimmung für dieses Kokain gegeben habe (Urk. 2/1, Urk. 2/5, 

Urk. 13 S. 12f., Urk. 52 S. 8 u. S. 12f.). In der Untersuchung verstieg sich der Be-

schuldigte sogar zur Angabe, in dem von ihm mitgeführten Plastiksack hätten sich 

Lachsbrötchen befunden (Urk. 2/6). Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen 

auch bezüglich dieses Sachverhaltsteils als unglaubhaft. Aufgrund der Menge des 

Kokains liegt es auf der Hand, dass es in irgendeiner Form zur Weitergabe be-

stimmt war. Eine Verkaufsabsicht lässt sich aber mit den vorhandenen Beweisen 

nicht zweifelsfrei herleiten. 

7.5.4. Der Beschuldigte ist aufgrund des erwiesenen und eingestandenen 
 Besitzes sowie der Beförderung von 420g Kokain (entsprechend 364g Rein-

substanz) wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von 

Art. 19 Abs. 1 lit. b und d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a schuldig zu  

sprechen. 

7.6. Anklageziffer II. 1. 

7.6.1. Der Beschuldigte stritt sowohl in der Untersuchung, als auch vor Vorinstanz 
ab, dass er in der Zeitspanne von ca. Ende Februar 2012 bis zu seiner Fest-

nahme Kokain in schwachem bis mittelstarken Masse zu sich nahm (Urk. 2/2 S. 5, 

Urk. 2/5 S. 4, Urk. 2/11 S. 3, Urk. 13 S. 13). Die Vorinstanz führte demgegenüber 

aus, es sei als erstellt zu betrachten, dass der Beschuldigte in der Zeitspanne von 

ca. Ende Februar 2012 bis zu seiner Festnahme Ende Juli 2012 Kokain  

konsumierte. Sie verwies auf den Untersuchungsbericht des Instituts für Rechts-

medizin Zürich, welcher zweifelsfrei einen schwachen bis mittelstarken Kokain-

konsum nachweise (Urk. 5/11 S. 3). Dies ist zutreffend. Aus dem Bericht geht  

weiter hervor, dass Hinweise darauf bestehen, dass beim Beschuldigten Kokain 

nicht nur nach der Einnahme via Blut von innen, sondern auch durch Kontamina-

-   22   - 

tion von aussen in die Haare gekommen sein dürfte. Die Vorinstanz folgerte dar-

aus zu Recht, es sei damit eindeutig festgehalten worden, dass sich zwar eine 

positive Haarprobe auch einzig durch Kontakt mit der Droge ergeben könne - wie 

das der Verteidiger auch vorbrachte - vorliegend aber aufgrund der ermittelten 

Werte zwingend ein Konsum stattgefunden haben müsse (unter Verweis auf  

Urk. 5/11 S. 3). Weiter fügte sie an, der Beschuldigte habe im Übrigen selber ein-

gestanden, manchmal Kokain mit dem Finger auf der Zunge gelegt zu haben. 

Diese zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz sind zu übernehmen (Urk. 28  

S. 11, Urk. 13 S. 13, Art. 82 Abs. 4 StPO).  

7.6.2. Demzufolge hat sich der Beschuldigte der Übertretung des Betäubungs-
mittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 schuldig gemacht. 

7.7. Anklageziffer II.2. 

7.7.1. Hinsichtlich des Besitzes von 1.97 Gramm Kokain gemischt mit MDMA, ab-
gepackt in vier Kleinportionen, welche in der Wohnung seiner Freundin D._____ 

sichergestellt wurden, zeigte sich der Beschuldigte geständig und gab an, diese 

Menge sei für den Konsum bestimmt gewesen (Urk. 13 S. 13). 

7.7.2. Dementsprechend ist erstellt, dass sich der Beschuldigte der Übertretung 
des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 schuldig gemacht hat. 

III. Strafzumessung 

8. Parteivorbringen 

8.1. Der Verteidiger beantragt im Berufungsverfahren die Ausfällung einer unbe-
dingten Freiheitsstrafe von maximal 24 Monaten unter Aufschub zugunsten einer 

ambulanten Massnahme, eventualiter die Ausfällung einer bedingten Freiheits-

strafe von maximal 24 Monaten und subeventualiter eine teilbedingte Freiheits-

strafe von höchstens 36 Monaten, wobei der vollziehbare Teil der Freiheitsstrafe 

auf maximal 10 Monate festzusetzen sei  (Urk. 30 S. 4, Urk. 53). Der Verteidiger 

brachte dazu vor, die Vorinstanz habe den Beschuldigten bekanntlich zu  

-   23   - 

40 Monaten Freiheitsstrafe  verurteilt, was eine exotische Zahl sei, liege sie doch 

nur gerade vier Monate über der Grenze, welche noch den teilbedingten Vollzug 

zulasse (Urk. 30 S. 4). An der Berufungsverhandlung führte der Verteidiger  

ergänzend aus, betreffend des Besitzes des Kokains sei der Beschuldigte  

geständig gewesen, was strafmildernd zu berücksichtigen sei. Weiter müsse  

berücksichtigt werden, dass es sich innerhalb der schweren Fälle um ein leichte-

res Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz handle, da es sich bei der  

sichergestellten Kokainmenge um deutlich weniger als ein halbes Kilogramm 

handle. Insofern sei eine Strafe von 40 Monaten zu hart, da damit die Abgrenzung 

zu noch schwereren Fällen nicht mehr signifikant möglich sei. Von Bedeutung sei 

im vorliegenden Fall auch die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten. Aus dem 

Bericht von Dr. med. B._____ gehe hervor, dass die bisher erstandene Haft beim 

Beschuldigten enorme seelische, soziale, emotionale und ökonomische Schäden 

hinterlassen habe. Wenn der Beschuldigte tatsächlich den Rest der 40 Monate ins 

Gefängnis müsse, so drohe ihm gemäss Dr. med. B._____ ein Absturz in die see-

lische und soziale Invalidität. Dies könne nicht der Sinn einer Freiheitsstrafe sein 

(Urk. 53 S. 9f.). 

8.2. Demgegenüber verlangt die Staatsanwaltschaft eine Bestrafung des  
Beschuldigten mit fünf Jahren Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von Fr. 500.-- 

(Urk. 38). 

9. Strafrahmen / Allgemeine Grundsätze 

9.1. Infolge der Deliktsmehrheit ist die Strafzumessung in Anwendung von Art. 49 
Abs. 1 StGB, welche Bestimmung sich sowohl auf verschiedene als auch auf 

mehrfach begangene, gleichartige Delikte bezieht, vorzunehmen. Die Vorinstanz 

hat den gesetzlichen Strafrahmen für die qualifizierte Widerhandlungen gegen 

das Betäubungsmittelgesetz von einem Jahr bis zu zwanzig Jahren Freiheits-

strafe, wobei die Freiheitsstrafe mit einer Geldstrafe verbunden werden kann,  

korrekt abgesteckt. Sie hat auch dargelegt, dass mit der Strafandrohung gestützt 

auf den qualifizierten Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 BetmG der Strafrahmen zum 

Vornherein nicht erweitert werden kann. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. 

-   24   - 

9.2. Zu den konkreten Kriterien der Strafzumessung hat die Vorinstanz unter 
 Verweis auf Art. 47 StGB die nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Sie 

hat zutreffend festgehalten, dass zwischen der Tat- und der Täterkomponente zu 

unterscheiden ist. Darauf ist vorweg zu verweisen (vgl. Urk. 28 S. 12ff., Art. 82 

Abs. 4 StPO).  

9.3. Weiter machte die Vorinstanz Ausführungen zu den Besonderheiten der 
Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelikten. Auch auf diese Ausführungen 

kann vollständig verwiesen werden (Urk. 28 S. 13f., Art. 82 Abs. 4 StPO). Zu  

ergänzen ist, dass bei einem schweren Fall von Widerhandlungen gegen das  

Betäubungsmittelgesetz die Umstände, die zur Anwendung eines höheren oder 

tieferen Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens grund-

sätzlich nicht noch einmal als Straferhöhungs- oder Strafminderungsgrund  

berücksichtigt werden (Doppelverwertungsverbot; BGE 118 IV 347). Das Gericht 

hat aber das Ausmass eines qualifizierenden oder privilegierenden Tatumstandes 

zu berücksichtigen und darf insbesondere die erhebliche Drogenmenge bei der 

Festsetzung der Strafe innerhalb des qualifizierten Strafrahmens straferhöhend 

bewerten (Urteil des Bundesgerichtes 6S.35/2005 vom 9. Mai 2005 E. 1.1.; BGE 

118 IV 347 f.). 

9.4. Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

9.4.1. Tatkomponente 

9.4.1.1. Einleitend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Verbrechen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz gemeinsam beurteilte. Von diesem Vorgehen ist gestützt 

auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Bildung einer Gesamtstrafe ab-

zuweichen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 6B_274/2013 vom 5. September 

2013). Es ist nachfolgend vorab für das Delikt in Anklageziffer I.3. eine hypotheti-

sche Einsatzstrafe festzusetzen.  

9.4.1.2. Der Beschuldigte übernahm und transportierte 420g Kokain mit einem 
Reinheitsgehalt von 87%, womit es sich um 364g Reinsubstanz handelte (Ankla-

geziffer I.3.). Bei dieser Menge handelt es sich in Übereinstimmung mit der Ver-

-   25   - 

teidigung zwar um weniger als ein halbes Kilogramm Kokain, trotzdem übersteigt 

diese Menge die Grenze zum schweren Fall (18g) um ein Vielfaches. Dadurch hat 

der Beschuldigte die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen in Gefahr gebracht. 

Zwar gab er an, das Kokain habe er nicht mit der Absicht übernommen dieses zu 

verkaufen. Jedoch ist ohne Weiteres klar, dass es zur Weitergabe bestimmt war 

und, wenn nicht direkt durch ihn, durch eine weitere Person in Umlauf gekommen 

wäre. Entsprechend ist von einem sehr hohen Gefährdungspotential auszugehen. 

Erschwerend fällt ins Gewicht, dass der qualifizierende Umstand in einem  

beträchtlichen Ausmass gegeben ist. Weiter ist von Bedeutung, dass der  

Beschuldigte in nächstem Kontakt zu C._____, welche an der Importorganisation 

des Kokains beteiligt war, stand. Der Beschuldigte war somit an den  

Abläufen des Drogenhandels direkt nach dem Import beteiligt, übernahm und 

transportierte hochreines Kokain und ist damit auf einer hohen Stufe des Kokain-

handels anzusiedeln, was stark verschuldenserschwerend ins Gewicht fällt. Auch 

aus der dem Beschuldigten anvertrauten beträchtlichen Drogenmenge kann  

geschlossen werden, dass er einiges an Verantwortung im Drogenhandel besass 

und somit eine wichtige Rolle zwischen den Drogenimporteuren und den  

Konsumenten einnahm. Mit seinem Handeln offenbarte der Beschuldigte eine  

erhebliche kriminelle Energie. Die objektive Tatschwere ist somit - unter Berück-

sichtigung des weiten Strafrahmens - als noch nicht erheblich einzustufen. 

9.4.1.3. In subjektiver Hinsicht ist vorab zu erwähnen, dass der Beschuldigte das 
Kokain in einem Sack bei sich trug und es selber für den Transport in sein Fahr-

zeug stellte, er diese Handlungen mitunter wissentlich und willentlich vornahm. 

Der Beschuldigte beging die Tat somit direktvorsätzlich. Dies ist entgegen der  

Vorinstanz nicht straferhöhend zu berücksichtigen, jedoch vermag es das Ver-

schulden auch nicht zu relativieren. Korrekt führte die Vorinstanz aus, dass auch 

das Mass an Entscheidungsfreiheit, das einem Täter betreffend seiner Tat zuge-

schrieben werden könne, zu berücksichtigen sei. Die Vorinstanz führte dazu aus, 

der Beschuldigte habe über eine relativ grosse Entscheidungsfreiheit verfügt.  

Diese Feststellung wirkt etwas zu zurückhaltend. Es ist davon auszugehen, dass 

der Beschuldigte tatsächlich über die vollständige Entscheidungsfreiheit bezüglich 

seiner Teilnahme am Drogenhandel verfügte. Nicht nur aus den Befragungen  

-   26   - 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung und der Berufungsverhandlung 

lässt sich nichts Gegenteiliges  entnehmen, sondern auch aus der gesamten  

Untersuchung geht hervor, dass der Beschuldigte weder in schwerer Bedrängnis 

noch unter dem Eindruck einer schweren Drohung agierte. Auch die fehlende 

Aussagebereitschaft lässt nicht den Schluss zu, der Beschuldigte habe bei  

seinem Handeln in irgendeiner Form unter Druck gestanden. Seine Antworten  

erwecken vielmehr den Eindruck von bewusster und selbst entschiedener  

Zurückhaltung und legen mitunter eine gewisse Abgeklärtheit des Beschuldigten 

offen.  Zu den Beweggründen und dem Motiv des Beschuldigten lassen sich auf-

grund der ebenfalls knappen Aussagen des Beschuldigten keine weitreichenden 

Ausführungen machen. Der Beschuldigte gab an der Berufungsverhandlung an, 

er habe das Kokain aus Gutmütigkeit aufbewahrt. Er habe jemandem einen  

Gefallen machen wollen (Urk. 52 S. 7). Wem und weshalb er dieser Person einen 

Gefallen machen wollte, gab der Beschuldigte nicht an. Damit erscheint seine 

Darstellung, nicht zuletzt auch wegen seiner Erfahrungen mit Kokain, einmal mehr 

als nicht überzeugend. Aufgrund der gesamten Umstände ist vielmehr davon aus-

zugehen, dass den Beschuldigten pekuniäre Interessen ins Drogengeschäft  

führten. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte für seine 

Dienste entschädigt worden ist oder wäre. Somit liegt der Tat ein rein finanzielles 

Motiv zugrunde. Dabei ist davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte nicht in 

einer wirtschaftlichen Notlage befand. Gemäss seiner eigenen Angaben war er  

erfolgreich als Einzelunternehmer tätig. 

Ein Untersuchungsbericht des Instituts für Rechtsmedizin Zürich belegt aufgrund 

einer Haaranalyse einen schwachen bis mittelstarken Kokainkonsum des  

Beschuldigten (Urk. 5/11 S. 3). Der Beschuldigte führte dazu aus, er habe kein 

Kokain konsumiert. Ein Verlangen sei aber ab und zu vorhanden gewesen. Er  

habe jeweils etwas probiert, wenn Kollegen konsumiert hätten (Urk. 13). Von  

einem eigentlichen Suchtzustand, welcher die Delinquenz des Beschuldigten  

begünstigt oder gar initiiert haben könnte ist damit nicht auszugehen. Damit ist 

auch gesagt, dass beim Beschuldigten kein Suchtzustand vorlag, welcher seine 

Schuldfähigkeit hätte beeinträchtigen können. Mit der Vorinstanz ist damit sein 

-   27   - 

Handeln als äusserst verwerflich zu bezeichnen. Vorab fallen die rein finanziellen 

Beweggründe verschuldenserhöhend ins Gewicht. 

9.4.1.4. Zusammenfassend ist somit das Tatverschulden bezüglich des Besitzes 
und Transportes von 420g Kokain (entsprechend 364g Reinsubstanz; Anklage-

ziffer I.3.) entgegen der Bewertung der Verteidigung als nicht mehr leicht einzu-

stufen. Die hypothetische Freiheitsstrafe aufgrund der Tatkomponente bewegt 

sich damit im Bereich von 32 Monaten Freiheitsstrafe. 

9.4.1.5. Diese Einsatzstrafe ist unter Berücksichtigung der Deliktsmehrheit  
in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Bezüglich  

Anklageziffer I.1. ist die Beförderung von 420g Kokain (entsprechend 364g Rein-

substanz) zu beurteilen. Dabei handelt es sich um das Kokain, welches später 

vom Beschuldigten übernommen und befördert wurde. Damit ist dem Beschuldig-

ten erneut ein Transport von Kokain anzulasten, wobei zu berücksichtigen ist, 

dass mengenmässig keine Addition zum oben abgehandelten Sachverhaltsteil zu 

erfolgen hat. Im Weiteren hat eine Straferhöhung bezüglich der Aufbewahrung 

von 25g Kokain (entsprechend 21.4g Reinsubstanz, Anklageziffer I.2.) zu  

erfolgen. Die obigen Ausführungen zur Tatkomponente haben auch für diese 

Sachverhaltsteile Gültigkeit. Die Einsatzstrafe ist damit deutlich um rund 6 Monate 

zu erhöhen. 

9.4.2. Täterkomponente 

9.4.2.1. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnis-
se sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren. Unter dem Gesichts-

punkt der persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen ist etwa, ob sich der Täter 

im Strafverfahren kooperativ verhielt sowie ob er Einsicht und Reue zeigte und ob 

er besonders strafempfindlich ist. 

9.4.2.2. Die Vorinstanz führte den Werdegang und die persönlichen Verhältnisse 
des Beschuldigten korrekt auf, worauf verwiesen werden kann (Urk. 28 S. 17,  

Art. 82 Abs. 4 StPO). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldig-

te aus, nach der Haft sei er anfänglich psychisch beeinträchtigt gewesen.  

-   28   - 

Inzwischen sei er aber wieder in seine Geschäftstätigkeit eingestiegen. Er  

besuche nach wie vor eine psychiatrische Therapie bei Dr. med. B._____. Die 

Therapie bringe ihm viel damit er alles verarbeiten könne. Auch der Umgang mit 

dem Druck sei ein wichtiges Thema. Zu seinem Einkommen gab der Beschuldigte 

an, dass er momentan nicht viel verdiene. Es seien etwa Fr. 3'000.-- bis  

Fr. 4'000.-- pro Monat. Das Geschäft sei noch im Aufbau. Er wohne immer noch 

bei seinen Eltern, da er sich so auch um sie kümmern könne. In der Beziehung zu 

seiner Freundin sei durch die Verfahren ein Druck entstanden. Ab und zu sei eine 

Trennung ein Thema, dann lege sich dies wieder (Urk. 52). Damit kann das Fazit 

der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte in stabilen und durchschnittlichen  

Verhältnissen lebt, übernommen werden. Aus dem Werdegang und den persönli-

chen Verhältnissen des Angeklagten lassen sich somit keine strafzumessungs-

relevanten Faktoren ableiten. 

9.4.2.3. Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft (Urk. 32). Die Vorinstanz führte 
die entsprechenden Urteile und Sanktionen in ihrer Urteilsbegründung auf, worauf 

zu verweisen ist (Urk. 28 S. 17, Art. 82 Abs. 4 StPO). Von gewichtiger Bedeutung 

für das vorliegenden Verfahren ist die Vorstrafe des Beschuldigten aus dem Jahr 

2008, welche den hier zu beurteilenden Taten lediglich dreieinhalb Jahre voraus-

ging. Neben anderen Delikten wurde der Beschuldigte wegen qualifizierter Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen. Die Vor-

strafen, insbesondere diese einschlägige, wirken sich schwer straferhöhend aus. 

9.4.2.4. Zum Nachtatverhalten führte die Vorinstanz unter Hinweis auf die  
Literatur aus, dass  ein abgelegtes Geständnis, Ehrlichkeit, Einsicht, Reue,  

kooperatives Verhalten eines Beschuldigten während der Untersuchung sowie  

eine positive Entwicklung seit der Tat bzw. seit Beginn der Strafuntersuchung 

strafmindernd zu berücksichtigen seien. Auf diese zutreffenden und die weiteren 

diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz mit Verweisen auf die Recht-

sprechung ist vollständig zu verweisen (Urk. 28 S. 18, Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Vor Vorinstanz führte der Verteidiger aus, der Beschuldigte sei bezüglich der 

364g und der 21.4g Kokain (sowie des Besitzes von 1.97g Kokaingemisch) im 

Prinzip von Anfang an geständig gewesen. Auch im Berufungsverfahren wies der 

-   29   - 

Verteidiger auf das Geständnis des Beschuldigten betreffend den Kokainbesitz 

hin (Urk. 53 S. 9). Fakt ist, dass der Beschuldigte konsequent nur diejenigen 

Sachverhaltsteile eingestand, welche infolge Offenkundigkeit nicht mehr bestreit-

bar waren, was dem Beschuldigten daher nicht zu einer Straferleichterung verhilft. 

Dies betrifft vorab das in der Wohnung seiner Freundin sichergestellte Kokain in 

der Menge von 21.4g (und das Kokaingemisch von 1.97g). Jedoch gab er bezüg-

lich des anlässlich seiner Arretierung in seinem Auto gefundenen Kokains (364g 

Reinsubstanz) noch anlässlich der Einvernahme vom 22. Oktober 2012 an, im 

weissen Plastiksack, den er bei sich getragen hatte, als er die Liegenschaft  

…strasse … in Kloten verliess, hätten sich Lachsbrötchen befunden.  

Darauf angesprochen, ob sich denn die Lachsbrötchen in 420g Kokain verwandelt 

hätten, verweigerte der Beschuldigte schliesslich seine Aussagen (Urk. 2/6).  

Anlässlich der Schlusseinvernahme antwortete er auf den entsprechenden Vor-

halt der Übernahme von 420g Kokain (364g Reinsubstanz) von C._____ am Mor-

gen des 27. Juli 2012: "Ich fuhr dorthin, sie fragte wieder, ob ich sie  

chauffieren könne. Dann fuhr ich weg. Sonst kein Kommentar." (Urk. 2/11 S. ). 

Erst anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte an, 

nicht zu bestreiten, dass er bei seiner Festnahme im Besitz von 420g Kokain  

gewesen war (Urk. 13 S. 12). Woher er dieses Kokain hatte und was die Bestim-

mung für diese Drogen war, verschwieg der Beschuldigte weiterhin. Auch  

hinsichtlich der Beförderung des Kokains von der Autobahnraststätte Würenlos 

nach Kloten blieb der Beschuldigte ungeständig. Seine Angaben in der Unter-

suchung beschränkten sich weitgehend auf die Phrasen "dazu kann ich mich 

nicht äussern", "ich weiss nicht" und "keine Ahnung". Dass der Beschuldigte in 

der Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren im Wesentlichen keine  

Angaben machte, ist fraglos sein gutes Recht und ist ihm nicht anzulasten.  

Jedoch ist der Beschuldigte mit seinem minimalen Geständnis weit davon ent-

fernt, dass man dieses in einen Zusammenhang mit Einsicht und Reue bringen 

könnte. Eine diesbezügliche Strafminderung steht somit ausser Frage. Im Übrigen 

ist festzuhalten, dass die Aussagestrategie des Beschuldigten die Untersuchung 

in keiner Art und Weise nützlich voranbrachte, womit dem Beschuldigten auch 

hinsichtlich eines kooperativen Verhaltens nichts zugute gehalten werden kann. 

-   30   - 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte aus, er 

sei der Meinung, dass er alles richtig gemacht habe und sei gewillt gewesen sich 

zu integrieren. Er bereue jeden Tag, jede Minute, dass er es wieder getan habe 

(Urk. 11 S. 8). Auch diese Aussage kann nicht im Sinne einer Reue- oder  

Einsichtsbekundung verstanden werden. Vielmehr ist zu bezweifeln, dass der  

Beschuldigte über Einsicht in sein Fehlverhalten verfügt. Auch sein Schlusswort 

vor Vorinstanz zeigt auf, dass er vorwiegend die Konsequenzen seines Handelns 

scheut. So wünschte er sich  eine faire Verhandlung und eine nochmalige  

Chance. Zwar gibt er an, seine Fehler wieder gut machen zu wollen, was aber 

nicht zuletzt unter Berücksichtigung seiner sonstigen Aussagen eher floskelhaft 

wirkt (Prot. I S. 13).  Auch im Berufungsverfahren ergab sich dazu nichts anderes 

(Prot. II S. 15). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es sich im vorliegenden 

Fall verbietet, dem Beschuldigten im Rahmen des Nachtatverhaltens eine Straf-

erleichterung zu gewähren (vgl. Urk. 28 S. 18f.). 

9.4.2.5. Wie die Vorinstanz erwähnte, ist schliesslich die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Beschuldigten zu berücksichtigen. Auf die Ausführungen der  

Vorinstanz zur Strafempfindlichkeit ist zu verweisen (Urk. 28 S. 19f, Art. 82 Abs. 4 

StPO). Eine deutlich erhöhte Strafempfindlichkeit – wie von der Rechtsprechung 

verlangt – ist im vorliegenden Fall nicht ersichtlich. Der Beschuldigte ist gesund 

und hat keinen Unterhaltspflichten nachzukommen. Zur Auswirkung der Strafe auf 

das Erwerbsleben des Beschuldigten führte der Verteidiger aus, bei selbständig 

Erwerbenden sei die Strafempfindlichkeit um einiges höher, als beispielsweise bei 

Staatsangestellten (Prot. I S. 12). Dagegen erwog die Vorinstanz, der Beschuldig-

te habe sich aufgrund seiner Vorstrafen bewusst sein müssen, welches Risiko er 

durch die erneute Delinquenz eingehe. Dies trifft zu. Im Übrigen ist es dem  

Beschuldigten unbenommen, künftig in ein Anstellungsverhältnis einzutreten, was 

er im Übrigen offenbar auch selber in Betracht zieht (Urk. 11 S. 15).  Insoweit ist 

nicht erkennbar, inwieweit sich eine Haftstrafe beim Beschuldigten einschneiden-

der auswirken würde, als bei jedem anderen Beschuldigten. Daran ändert auch 

die vom Verteidiger vorgebrachte seelische und soziale Betroffenheit des  

Beschuldigten, welche sich durch die erlittene Haft einstellte, nichts. Denn wie das 

Bundesgericht ausführte, stellt selbst die Verbüssung einer Freiheitsstrafe für  

-   31   - 

jeden selbst in ein familiäres oder soziales Umfeld eingebetteten Beschuldigten 

eine gewisse Härte dar. Somit ist festzuhalten, dass beim Beschuldigten keine 

Konstellation vorliegt, welche eine besondere Strafempfindlichkeit zu begründen 

vermöchte.  

9.4.2.6. Insgesamt führt die Würdigung der Täterkomponente, insbesondere die 
einschlägige Vorstrafe, zu einer deutlich spürbaren Erhöhung der Einsatzstrafe. 

9.4.3. Gesamtwürdigung 

Ausgehend von der im Rahmen der Tatkomponente festgesetzten hypothetischen 

Einsatzstrafe von rund 32 Monaten und in Anbetracht der Straferhöhungsgründe 

der Deliktsmehrheit und der einschlägigen Vorstrafe, erweist sich eine Freiheits-

strafe von 44 Monaten als angemessen. Vor diesem Hintergrund erscheint das 

von der Vorinstanz ausgesprochene Strafmass als etwas zu mild, hingegen das 

von der Staatsanwaltschaft beantragte als überhöht. 

9.4.4. Anrechnung Haft 

In Anwendung von Art. 51 StGB sind dem Beschuldigten die bereits durch Unter-

suchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstandenen 320 Tage Haft an die 

Strafe anzurechnen (vgl. Urk. 28 S. 20, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

9.4.5. Bei dieser Strafhöhe steht die Gewährung des (teil-)bedingten Strafvollzugs 
bereits aus objektiven Gründen nicht zur Diskussion (Art. 42 Abs. 1 StGB und  

Art. 43 Abs.1 StGB), weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen. 

9.5. Übertretungen des Betäubungsmittelgesetzes 

9.5.1. Betreffend die mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG ist gesondert eine Busse auszufällen. 

Diese ist je nach den Verhältnissen des Täters so zu bemessen, dass er die  

Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 106 Abs. 3 StGB). 

Der Höchstbetrag der Busse beträgt Fr. 10'000.--. 

-   32   - 

9.5.2. Die Vorinstanz hat dazu die nötigen Ausführungen gemacht worauf zu ver-
weisen ist (Urk. 28 S. 22, Art. 82 Abs. 4 StPO). Einzig die Feststellung, der  

Beschuldige lebe in knappen finanziellen Verhältnissen ist zu relativieren. Der  

Beschuldigte gab in der Untersuchung zu seinen Nettoeinkünften an, er sei bei 

der AHV mit ca. Fr. 5'000.-- bis Fr. 6'000.-- angemeldet. Es sei unterschiedlich, 

aber "es komme genug" (Urk. 8/2 S. 9). Vor Vorinstanz gab er an, er habe die 

Rechnungen und Gerichtskosten bezahlen und sich wieder in die Gesellschaft 

eingliedern können (Urk. 13 S. 5). Allerdings führte er an der Berufungsverhand-

lung aus, sein Geschäft befinde sich nach wie vor im Aufbau und sein Verdienst 

belaufe sich auf Fr. 3'000.-- bis Fr. 4'000.-- monatlich, wovon er noch Gerichts-

kosten zu bezahlen habe (Urk. 52 S. 5). Gestützt auf diese Angaben erscheint die 

von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von Fr. 500.-- den konkreten Um-

ständen als angemessen. Ebenfalls ist die Ersatzfreiheitsstrafe im Fall der Nicht-

bezahlung der Busse von 5 Tagen zu übernehmen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

9.5.3. Demzufolge ist der Beschuldigte zusätzlich zur Freiheitsstrafe von  
44 Monaten mit einer Busse von Fr. 500.-- zu bestrafen. 

IV. Massnahme 

10. Wie schon vor Vorinstanz beantragt der Verteidiger auch im Berufungsverfah-
ren die Aufschiebung der Freiheitsstrafe zugunsten einer ambulanten Therapie. 

Zur Begründung brachte der Verteidiger vor, aus dem Lebenslauf und dem Ver-

halten des Beschuldigten gehe hervor, dass er psychisch noch nicht vom Kokain 

weggekommen sei. Schliesslich habe er Kokain und Kokaingemisch zu Hause 

aufbewahrt, um dieses auch selber zu konsumieren. Der Berufungskläger habe 

Bereitschaft geäussert, eine Massnahme unter Aufschub der Strafe weiterhin bei 

Dr. med. B._____, Psychiater, durchzuführen. Es sei wohl auch im Sinne der Re-

sozialisierung aber auch der Spezialprävention notwendig, dem Beschuldigten ei-

ne zweite Massnahme zu verordnen. Unmittelbar nach der Haftentlassung habe 

sich der Beschuldigte bei Dr. med. B._____ in Behandlung und Therapie begeben 

(Urk. 30 S. 4). Im Vorfeld der Berufungsverhandlung reichte der Verteidiger einen 

Therapiebericht von Dr. med. B._____ datierend vom 9. Januar 2014  

-   33   - 

(Urk. 48) sowie einen Zusatzbericht vom 29. Januar 2014 (Urk. 50) ein. Gestützt 

darauf führte der Verteidiger an der Berufungsverhandlung aus, nachdem die  

Vorinstanz eine Massnahme infolge des fehlenden Gutachtens abgelehnt habe, 

liege nun ein solches vor, welches sowohl das Behandlungsbedürfnis des  

Beschuldigten als auch die guten Erfolgsaussichten bestätige. Dr. med. B._____ 

habe auch betont, welche Gefahr ein Freiheitsentzug für die eingesetzte Heilung 

der traumatisch bedingten Persönlichkeit des Beschuldigten darstellen würde 

(Urk. 53 S. 11f.) 

11. Die Anordnung einer ambulanten Behandlung in Anwendung von Art. 63 StGB 
setzt voraus, dass der Täter psychisch schwer gestört, von Suchtstoffen oder in 

anderer Weise abhängig ist. Sodann ist eine ambulante Behandlung anzuordnen, 

wenn der Täter eine mit Strafe bedrohte Tat verübt, die mit seinem Zustand in  

Zusammenhang steht und zu erwarten ist, dadurch lasse sich die Gefahr weiterer 

mit dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehender Taten begegnen. 

12. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Haarprobe des Beschuldigten  
analysiert. Dem entsprechenden Bericht über die Haaranalyse ist zu entnehmen, 

dass die Kokainkonzentration einen Wert aufweist, welcher mit einem schwachen 

bis mittelstarken Kokainkonsum vereinbar ist. Weiter wurde festgestellt, dass die 

Kokainwerte zu denjenigen der Kokain-Metaboliten in einem verglichen mit  

sonstigen Proben unüblichen Verhältnis standen. Gemäss Bericht ist deshalb  

davon auszugehen, dass Kokain nicht nur durch Einnahme via Blut von innen, 

sondern auch durch Kontamination von aussen (z.B. beim Verarbeiten oder  

Abpacken von Kokain) in die Haare gekommen sei (Urk. 5/11 S. 3). Gestützt auf 

diesen Bericht ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte zwar Kokain konsumierte, nachdem aber davon auszu-

gehen ist, dass auch wesentliche Spuren von aussen ins Haar gelangten, nicht in 

einem Masse, das einem Suchtzustand entspricht. Bezeichnenderweise brachte 

auch der Verteidiger keinen akuten Suchtzustand vor, sondern führte aus, der 

Beschuldigte sei psychisch noch nicht ganz vom Kokain losgekommen, was 

durchaus mit einem schwachen Konsum in Einklang gebracht werden kann. Dass 

der Beschuldigte ab und zu ein Verlangen nach Kokain verspürt und diesem ab 

-   34   - 

und zu nachgibt, rechtfertigt die Anordnung einer ambulanten Massnahme jedoch 

nicht. Jedenfalls ist vorliegend kein Zusammenhang zwischen dem Kokain-

konsum des Beschuldigten und den zu beurteilenden Taten auszumachen. Mit 

anderen Worten ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte unabhängig von 

seinem gelegentlichen Kokainkonsum delinquierte. Zu keinem anderen Schluss 

gelangt man, wenn man auf die Aussagen des Beschuldigten selber abstellt. So 

gab dieser an, er wolle die Therapie wegen der psychischen Belastungen der  

Untersuchungshaft. Er sei wohl noch nicht so weit wie gedacht, da er immer noch 

ein Verlangen nach Konsum verspüre. Deshalb habe er auch die genannten 

Mengen Kokain gekauft, zum Probieren auf der Zunge (Urk. 13 S. 15). Welche 

Mengen der Beschuldigte dabei meinte, kann unter diesem Punkt offen bleiben. 

Damit geht der Beschuldigte selber davon aus, dass die Haftbelastungen ursäch-

lich für die Therapie waren. Diese Belastung geht aber zeitlich der Delinquenz des 

Beschuldigten nach. Damit eine ambulante Massnahme anzuordnen wäre,  

müsste im Übrigen zu erwarten sein, dass sich dadurch die Gefahr weiterer mit 

dem Zustand des Täters in Zusammenhang stehender Taten begegnet werden 

könnte (Art. 63 Abs. 1 lit. b). Auch diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall 

zum Vornherein nicht gegeben. Der Beschuldigte stand bereits zweimal in  

ambulanter psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. B._____. Dazu gab der Be-

schuldigte an, die Behandlung sei erfolgreich abgeschlossen worden (Urk. 13 S. 

7). Auch Dr. med. B._____ geht in seinem Therapiebericht davon aus, dass die 

psychiatrische Behandlung beim Beschuldigten per 14. Dezember 2010 bzw. Au-

gust 2011 erfolgreich abgeschlossen wurde. Damit ist zweifelsfrei davon auszu-

gehen, dass die Delinquenz des Beschuldigten weder mit einem Suchtzustand, 

noch mit einer sonstigen psychiatrischen Beeinträchtigung in Zusammenhang 

stand, weshalb davon auszugehen ist, dass eine nochmalige psychiatrische  

Behandlung auch hinsichtlich der Vermeidung erneuter Delinquenz nicht ange-

zeigt ist. Was den aktuellen psychiatrischen Zustand des Beschuldigten betrifft, so 

führt Dr. med. B._____ in seinem Bericht aus, Ende August 2013 habe der  

Beschuldigte ohne jegliche Einnahme psychoaktiver Stoffe begonnen sein Leben 

wieder in die Hände zu nehmen. Nach der fast vollständigen sozial-

oekonomischen Vernichtung, welche die elfmonatige Untersuchungshaft bewirkt 

-   35   - 

habe, habe der Beschuldigte bis Ende des Jahres 2013 eine immense seelisch-

soziale Leistung erbracht, indem er sich eine neue tragende selbständige Handel-

stätigkeit aufgebaut habe. Weiter sei im seelischen Haushalt des Beschuldigten 

ein bedeutsamer Reifefortschritt festzustellen. Affektive Hochspannungen seien 

einer grösseren seelischen und psychomotorischen Ausgeglichenheit, Verminde-

rung von Schwarz-Weiss-Denken, Groll und Schuldzuweisungen gegen aussen 

gewichen. Es komme seine hohe Intelligenz, seine fast kindlich treuherzig-

liebevolle Gutmütigkeit, aber auch seine moralisch-ethische Integrität in seinem 

Verhalten in Handels- und persönlichen Beziehungen und Begegnungen immer 

mehr zum Vorschein und zum Tragen (Urk. 48 S. 2). Diese Ausführungen  

bestätigen die obige Feststellung, dass beim Beschuldigten aktuell kein Sucht-

zustand und damit keine Massnahmebedürftigkeit besteht. Soweit der Psychiater 

darlegt, dass ein Strafvollzug die seelische Gesundheit des Beschuldigten aufs 

Spiel setzen würde, so stellt dies keine vom Gesetz vorgesehene Indikation für 

die Anordnung einer Massnahme dar, sondern ist vielmehr eine direkte  

Auswirkung der Strafe, welcher sich jede Person zu stellen hat, die sich über  

längere Zeit im Strafvollzug befindet. 

13. Gestützt auf diese Erwägungen kann auf die Einholung eines psychiatrischen 
Gutachtens verzichtet werden. Nachdem sich Dr. med. B._____ in seinen  

beiden Behandlungsberichten ausführlich zum Zustand des Beschuldigten  

äusserte, ist auf dessen Einvernahm als Zeuge zu verzichten. Von der Anordnung 

einer ambulanten Massnahme ist abzusehen.  

V. Beschlagnahme 

14. Mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft II des Kantons vom 13. August 2012 
(Urk. 4/7) sowie vom 20. August 2012 (Urk. 4/9) wurden die Bargeldbeträge von 

CHF 19'500.-- sowie CHF 200.-- und EUR 330.-- beschlagnahmt. Die Vorinstanz 

zog die entsprechenden Vermögenswerte gestützt auf Art. 70 StGB ordnete deren 

Verwendung zur Deckung der Verfahrenskosten an (Urk. 28 S. 22). In diesem 

Verfahren ist unklar geblieben, ob  das beschlagnahmte Bargeld durch die  

-   36   - 

Begehung eines Delikts vorgebracht wurde oder ob es der Beschuldigte legal  

erwirtschaftete, was einer Einziehung gestützt auf Art. 70 StGB entgegensteht. 

15. Soweit eine Beschlagnahme nicht vorher aufgehoben wurde, so ist über seine 
Rückgabe an die berechtigte Person, seine Verwendung zur Kostendeckung oder 

über die Einziehung im Endentscheid zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). Im  

vorliegenden Verfahren ist der Beschuldigte wegen Betäubungsmitteldelikten zu 

verurteilen. Die Verurteilung löst die in Art. 426 Abs. 1 StPO vorgesehene Kosten-

tragungspflicht des Beschuldigten aus. Die beschlagnahmten Bargeldbeträge sind 

somit gestützt auf Art. 267 Abs. 3 StPO zur Kostendeckung zu verwenden. Ein all-

fälliger Restbetrag ist dem Beschuldigten zurückzuerstatten. 

VI. Kosten und Entschädigungen 

16. Erstinstanzliches Verfahren / Untersuchungskosten 

16.1. Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten die gesamten Verfahrens-
kosten mit Ausnahme der Kosten für seine amtliche Verteidigung, welche sie 

einstweilen und unter Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse 

nahm (Urk. 28 S. 25). Gestützt auf Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte 

Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird das Verfahren einge-

stellt oder die beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrens-

kosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuld-

haft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert 

hat (Art. 426 Abs. 2 StPO). 

16.2. Der Beschuldigte wird bezüglich Anklagesachverhalt I.1. und I.2. teilweise 
freigesprochen, in den übrigen Anklagepunkten erfolgt ein Schuldspruch. Die 

Sachverhalte der Anklageschrift betreffend mehrfaches Verbrechen gegen das 

Betäubungsmittelgesetz sind der Übersichtlichkeit halber in verschiedene  

Abschnitte  aufgeteilt. Inhaltlich stehen die Vorwürfe aber in direktem Zusammen-

hang, bilden sie doch eine Abfolge von der Entgegennahme des Kokains in  

Würenlos am 26. Juli 2012 und der anschliessenden vorgeworfenen Übernahme 

durch den Beschuldigten am 26./27. Juli 2012. Der Sachverhalt ist somit, was die 

-   37   - 

Untersuchungshandlungen und den entsprechenden Kostenaufwand betrifft, als 

Einheit zu betrachten. Die einzelnen Untersuchungshandlungen lassen sich nicht 

bestimmten  Sachverhaltsteilen zuweisen. Nachdem gegen den Beschuldigten in 

allen Anklagepunkten, zumindest partiell, ein Schuldspruch zu ergehen hat,  

erweisen sich die Kosten insgesamt als adäquate Folge des inkriminierten Ver-

haltens des Beschuldigten. Damit rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die  

gesamten Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens aufzu-

erlegen. 

16.3. Der Verteidiger beanstandete in seiner Berufungserklärung die Kosten-
festsetzung durch die Vorinstanz in Ziffer 8 des Urteilsdispositivs (Urk. 30 S. 5). 

Konkret bestritt der Verteidiger Bestand und Höhe der Dolmetscherkosten von 

Fr. 6'281.-- sowie der Auslagen für das Vorverfahren in der Höhe von Fr. 5'586.--. 

An der Berufungsverhandlung erklärte der Verteidiger, die Beträge als solches 

nicht zu bestreiten (Prot. II S. 14). Damit ist lediglich kurz zu den Dolmetscher-

kosten Stellung zu nehmen. Die Dolmetscherkosten der Kantonspolizei Zürich 

nahm die Vorinstanz, nachdem sie im eröffneten Urteilsdispositiv lediglich Aus-

lagen der Kantonspolizei Zürich in der Höhe von Fr. 1'295.-- aufführte, neu ins 

Dispositiv des begründeten Urteils auf (Prot. I S. 15, Urk. 28 S. 23 und 25). Ent-

gegen der Ansicht der Vorinstanz hätten die Kosten jedoch nicht im Sinne einer 

Berichtigung nach Art. 83 StPO ins Dispositiv eingefügt werden dürfen. Vielmehr 

wäre ein Nachtragsbeschluss nötig gewesen, da über die entsprechenden Kosten 

an der Hauptverhandlung offenbar nicht entschieden wurde. Nachdem der  

Beschuldigte jedoch im Berufungsverfahren Gelegenheit hatte, diese Kostenfest-

setzung zu rügen, ist ihm durch das Vorgehen der Vorinstanz kein Nachteil ent-

standen. Gestützt auf die von der Staatsanwaltschaft eingereichten Belege sind 

die Dolmetscherkosten ausgewiesen und somit in die Kostenfestsetzung aufzu-

nehmen (Urk. 3/2, Urk. 35, Urk. 36/1).  

17. Berufungsverfahren 

17.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe  
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  

obsiegt teilweise in Anklageziffer I.1., indem ihm die transportierte Kokainmenge 

-   38   - 

nicht in dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Umfang anzulasten ist.  

Zudem erreicht der Beschuldigte in Anklageziffer I.2. teilweise einen Freispruch 

(Übernahme und Verkauf von rund 500g Kokain), wohingegen die Staatsanwalt-

schaft einen Schuldspruch forderte. Im Übrigen unterliegen der Beschuldigte und 

die Staatsanwaltschaft betreffend die Sanktionshöhe. Es rechtfertigt sich somit, 

dem Beschuldigten 3/4 der Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen und 

1/4 der Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung im Berufungsverfahren sind zu 1/4 definitiv und zu 3/4 einstweilen auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Bezüglich der einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommenen Kosten bleibt eine Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO vorbehalten. 

17.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.-- festzu-
setzen. 

17.3. Der amtliche Verteidiger reichte an der Berufungsverhandlung seine  
Honorarnote ein (Urk. 51). Diese weist für das Berufungsverfahren einen gesam-

ten Aufwand von 41.83 Stunden auf. Aus der detaillierten Leistungsübersicht geht 

hervor, dass davon ein Anteil von 14.25 h für Besprechungen aufgewendet wurde 

(17. Juni 2013, 15. Juli 2013, 23. August 2013, 11. Oktober 2013, 31. Oktober 

2013, 23. Januar 2014, 31. Januar 2014 und 3. Februar 2014). Dabei ist mit  

Ausnahme der Besprechung vom 31. Oktober 2013, welche offenbar mit dem  

Beschuldigten stattfand, nicht näher bezeichnet, mit wem diese Besprechungen 

stattgefunden haben. Jedenfalls lässt sich ein derart hoher Besprechungsaufwand 

in diesem Berufungsverfahren gestützt auf den Umfang und die Bedeutung des 

Falles nicht rechtfertigen. Es fanden keine besonderen Verfahrensschritte statt, 

welche einen überdurchschnittlichen Aufwand hinsichtlich Klientenbesprechungen 

oder auch anderweitigen Besprechungen erfordert hätte. Der vom Verteidiger  

geltend gemachte Besprechungsaufwand ist somit um 10 Stunden zu reduzieren. 

Im Übrigen erscheinen die vom Verteidiger in seiner Honorarnote geltend  

gemachten Leistungen und Barauslagen als ausgewiesen und sind zu entschädi-

gen. Dem amtlichen Verteidiger ist damit für das Berufungsverfahren für seine 

Aufwendungen ein Honorar von Fr. 7'202.-- (inkl. MwSt.) auszurichten.  

-   39   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 12. Juni 

2013 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

1. … 

2. … 

3. … 

4. … 

5. … 

6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-

nummer … aufbewahrten 447 Gramm Kokain werden eingezogen und sind 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu 

vernichten. 

7.  … 

8. … 

9. … 

10. (Mitteilungen) 

11. (Rechtsmittel) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen qualifizierten Verbrechens gegen das Betäubungs-

mittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Ver-

bindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

− der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG 

-   40   - 

2. Der Beschuldigte wird in Anklageziffer I.2. mit Bezug auf die Übernahme und 

den Verkauf von rund einem halben Kilogramm Kokain freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 44 Monaten Freiheitsstrafe, wovon  

320 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind, sowie mit einer Busse von Fr. 500.--. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Es wird keine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB angeord-

net. 

6. a) Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

13. August 2012 beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 19'500.– wird nach 

Eintritt der Rechtskraft eingezogen und zur Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet. 

b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

20. August 2012 beschlagnahmten Geldbeträge von CHF 200.– und 

EUR 330.– (CHF 403.40) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils 

eingezogen und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

c) Ein allfälliger Restbetrag wird dem Beschuldigten zurückerstattet. 

7. Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 8 und Ziff. 9) wird bestätigt. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'202.--   amtliche Verteidigung 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden zu drei Vierteln dem Beschuldigten auferlegt 

und zu einem Viertel auf die Gerichtskasse genommen. 

-   41   - 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden zu einem Viertel definitiv und 

zu drei Vierteln einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht für die einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen  

drei Viertel der Kosten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
− die Bundesanwaltschaft, 3003 Bern 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach 
− die Kantonspolizei Zürich, EA-ZS BM-Lager, … [Adresse] 

 
12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   42   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 3. Februar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Baumgartner 
 

 
 
 

	Urteil vom 3. Februar 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 28)
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit  Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie
	- der mehrfachen Übertretung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.
	2. Der Beschuldigte wird im Anklagepunkt I.2. mit Bezug auf die Übernahme und den Verkauf von rund einem halben Kilogramm Kokain freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 320 Tage durch Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 500.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	5. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse von Fr. 500.– wird diese in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen umgewandelt.
	6. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer … aufbewahrten 447 Gramm Kokain werden eingezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu vernichten.
	7. a) Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 13. August 2012 beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 19'500.– wird nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils definitiv eingezogen und zur Deckung der Verfahrens-kosten verwendet.
	b) Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 20. August 2012 beschlagnahmten Geldbeträge von CHF 200.– und EUR 330.– (CHF 403.40) werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils definitiv eingezogen und zur Deckung der Ver...
	c) Ein allfälliger Restbetrag wird dem Beschuldigten zurückerstattet.
	8. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	10. (Mitteilungen)
	11. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 12. Juni 2013 sei in einzelnen Punkten abzuändern;
	2. der Berufungskläger sei von den Anklagesachverhalten Ziff. I.1. (Drogenübernahme und Drogentransport), Ziff. I.2. (Verkauf von rund einem halben Kilogramm Kokain) und Ziff. II.1. (Konsum von Kokain) freizusprechen;
	3.a)   der Berufungskläger sei unter Anrechnung der bereits erstandenen    Haft (320) Tage mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von maximal    24 Monaten zu bestrafen, welche jedoch zu Gunsten einer ambulanten      Massnahme aufzuschieben sei;
	3.b)   eventualiter sei der Beschuldigte unter Anrechnung der bereits erstan-  denen Haft (320 Tage) mit einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal  24 Monaten zu bestrafen, unter Ansetzung einer Probezeit von   3 Jahren;
	3.c)   subeventualiter sei der Beschuldigte unter Anrechnung der bereits   erstandenen Haft (320 Tage) mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von  maximal 36 Monaten zu bestrafen, wobei der unbedingte, vollziehbare  Teil der Freiheitsstrafe auf maxim...
	4. Dem Berufungskläger sei ein Teil der Verfahrenskosten aufzuerlegen, der übrigbleibende Teil der beschlagnahmten Barschaft sei ihm zurückzu- erstatten.
	5. Die beschlagnahmten Schmuckgegenstände seien dem Berufungskläger zurückzuerstatten.
	6. unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten des Staates.
	1. Schuldspruch auch bezüglich der gesamten eingeklagten Anklageziffern I.1. sowie I.2.
	2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer zu vollziehenden Freiheitsstrafe  von fünf Jahren sowie einer Busse von Fr. 500.--, unter Anrechnung der  erstandenen Haft.
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang und Prozessuales
	1. Verfahrensgang
	1.1. Mit Urteil vom 12. Juni 2013 sprach das Bezirksgericht Bülach den Beschuldigten der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d BetmG in Verbindung mit  Art. 19 Abs. 2 lit. a ...
	1.2. Gegen diesen Entscheid liess der Beschuldigte am 19. Juni 2013 Berufung anmelden (Urk. 21). Am 8. August 2013 nahm der Verteidiger das begründete  Urteil entgegen (Urk. 27). Mit Eingabe vom 27. August reichte der Verteidiger dem hiesigen Gericht ...
	1.3. In seiner Berufungserklärung vom 27. August 2013 stellte der Beschuldigte im Hinblick auf die im Hauptpunkt beantragte ambulante Massnahme eventualiter den Beweisantrag, es sei ein psychiatrisches Gutachten einzuholen, um festzustellen, ob der Be...
	1.4. Die Berufungsverhandlung fand am 3. Februar 2014 statt.
	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der Verteidiger beantragte in seiner Berufungsklärung die Aufhebung des  Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 12. Juni 2013. Es seien die Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 8% Mwst.) zu Lasten des Staates festzulegen. In der nachfolgen...
	2.2. Bei dieser Ausgangslage ist vom vorinstanzlichen Urteil lediglich Ziffer 6  (Einziehung von 447g Kokain) nicht angefochten und daher in Rechtskraft  erwachsen, was festzustellen ist (Prot. II S. 7, Art. 402 StPO i.V.m. 437 Abs. 1 StPO). Im Übrige...
	3. Beweisanträge
	Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Verteidiger erneut den Beweisergänzungsantrag auf Einholung eines psychiatrischen Gutachtens zur Frage der Massnahmebedürftigkeit, -fähigkeit, und -willigkeit des Beschuldigten für den Fall, dass dem Ha...
	4. Herausgabe von Gegenständen
	4.1. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Verteidiger neu den Antrag auf Herausgabe von beschlagnahmten Schmuckstücken (Urk. 53 S. 3). Nachdem der Verteidiger darauf hingewiesen wurde, dass in diesem Verfahren keine  Beschlagnahme von Schmu...
	4.2. Im Weiteren stellte der Verteidiger in seiner Berufungserklärung den Antrag auf Herausgabe von zwei SIM-Karten an den Beschuldigten (Urk. 30 S. 4). An der Berufungsverhandlung wurde dem Verteidiger mitgeteilt, dass diesbezüglich kein vorinstanzli...
	II.  Sachverhalt und Rechtliches
	5. Anklage
	5.1. Dem Beschuldigten wird in den Anklageziffern I. 1. -3.  mehrfaches Verbrechen und in Anklageziffer II. 1.-2. mehrfache Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen (Urk. 10 S. 2f.). Betreffend Anklageziffer I. 1.  anerkannte der Besc...
	5.2. Demgegenüber bestritt der Beschuldigte betreffend Anklageziffer I., darüber informiert gewesen zu sein, dass die von C._____ in der Raststätte Würenlos übernommene Papiertragtasche 2kg Kokain beinhaltete (Ziff. 1.). Weiter  bestritt er, von C.___...
	6. Grundsätze der Beweiswürdigung
	6.1. In einem Strafprozess sind an den Beweis von Täterschaft und Schuld grundsätzlich hohe Anforderungen zu stellen. Gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime 'in dubio pro reo' ist bis zum gesetzliche...
	6.2. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, sind die Depositionen frei zu würdigen (vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Was die Aussagen eines  Beschuldigten anbelangt, so ist festzuhalten, dass ein Beschuldigter im Strafprozess Objekt un...
	7. Beweismittel und Beweiswürdigung
	7.1. Vorliegend stützt sich die Beweisführung, nebst den Prüfberichten der  beschlagnahmten Drogen (Urk. 5/10, Urk. 5/12), vorab auf die Ergebnisse der  Telefonüberwachung eines Mobiltelefons des Beschuldigten und weiterer des Drogenhandels verdächtig...
	7.2. Zur Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist anzumerken, dass er als direkt in das vorliegende Strafverfahren Involvierter ein erhebliches und mitunter aber  legitimes Interesse an dessen Ausgang hat und deshalb versucht sein könnte, sich durch sein...
	7.3. Anklageziffer I. 1.
	7.3.1. Wie oben bereits erwähnt, stellte der Beschuldigte hinsichtlich Anklage-ziffer I. 1. nicht in Abrede, C._____ am Morgen des 26. Juli 2012, nach 07.00 Uhr, gemäss dem in der Anklageschrift vermerkten Ablauf zur Autobahnraststätte Würenlos und v...
	7.3.2. Die Fahrt des Beschuldigten zur Autobahnraststätte Würenlos, die  Geschehnisse an dieser Örtlichkeit sowie die Rückfahrt des Beschuldigten nach Kloten wurde von Polizeibeamten beobachtet und im Wahrnehmungsbericht vom 18. Dezember 2012 festgeha...
	7.3.3. Die Ergebnisse der Telefonüberwachung und der Observation lassen nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass in Serbien gegen C._____ bereits Ermittlungen wegen dringenden Verdachts des Inverkehrbringens grosser Mengen Kokain im Gang waren (vgl. Ur...
	7.3.4. Gemäss Anklageschrift sollen sich in dieser Papiertragtasche zwei Kilogramm Kokain befunden haben (act. 10 Ziff. I.1.). Die Menge von zwei Kilogramm leitete die Anklagebehörde aus den Ergebnissen der der Übergabe nachfolgenden, aufgezeichneten ...
	7.3.5. Die Vorinstanz hat sich im Weiteren mit der Frage auseinandergesetzt, ob der Beschuldigte wusste, zu welchem Zweck er C._____ am 26. Juli 2012 zur Raststätte Würenlos fuhr. Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Schlusseinvernahme vom 12. Apr...
	7.3.6. Entgegen der Vorinstanz erübrigen sich Ausführungen zur Mittäterschaft (vgl. Urk. 28 S. 5f.). Nachdem der Beschuldigte als Fahrer das Kokain in seinem Auto transportiere, steht seine Täterschaft ohne Weiteres fest (vgl. BGE 114 IV 162).
	7.3.7. Der vom Bundesgericht für Kokain bei 18 Gramm festgelegte Grenzwert, ab welchem ein schwerer Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a. BetmG vorliegt, ist mit der Menge von 420 g (Reinheitsgehalt 87%, entsprechend 364g Reinsubstanz) deutlich üb...
	7.3.8. Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte damit des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a schuldig gemacht.
	7.4. Anklageziffer I. 2.
	7.4.1. Zum Anklagevorwurf in dieser Ziffer, wonach sich der Beschuldigte  gleichentags der Fahrt nach Würenlos mit C._____ am Mittag erneut getroffen und von ihr rund ein halbes Kilogramm Kokain übernommen habe, führte der  Beschuldigte im Wesentliche...
	7.4.2. Bezüglich dieser Anklageziffer bleibt somit, wie bereits weiter oben erwähnt (vgl. Ziff. 3.2.), zu erstellen, dass der Beschuldigte anlässlich des Treffens mit C._____ am Mittag des 26. Juli 2012 rund ein halbes Kilogramm Kokain übernahm. Der B...
	7.4.3. Bezüglich des Besitzes von 25g Kokain, welches von der Polizei sichergestellt worden ist, ist der Beschuldigte geständig (Urk. 13 S. 12), weshalb dazu keine weiteren Ausführungen zu machen sind.
	7.4.4. Der Beschuldigte ist somit betreffend Anklageziffer I. 2. vom Vorwurf der Übernahme von 500g und der Veräusserung von rund 475g Kokain zu entlasten und diesbezüglich vom Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 li...
	7.5. Anklageziffer I. 3.
	7.5.1. Der Beschuldigte wurde am Morgen des 27. Juli 2012 von der Polizei  beobachtet, wie er zu C._____ nach Kloten fuhr und mit einem weissen Plastiksack die Liegenschaft, in der C._____ logierte, verliess. Er legte den  weissen Plastiksack in sein ...
	7.5.2. Der Beschuldigte anerkannte vor Vorinstanz bei seiner Festnahme am 27. Juli 2012 im Besitz von 420g Kokain gewesen zu sein (Urk. 13 S. 12).
	7.5.3. Die gesamten Hintergründe, lassen keinen anderen Schluss zu, als dass der Beschuldigte die 420g Kokain von C._____ übernahm. Zu diesem Schluss gelangte auch die Vorinstanz, auf welche Ausführungen zu verweisen ist (Urk. 28 S. 10, Art. 82 Abs. 4...
	7.5.4. Der Beschuldigte ist aufgrund des erwiesenen und eingestandenen  Besitzes sowie der Beförderung von 420g Kokain (entsprechend 364g Reinsubstanz) wegen Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b und d in Ver...
	7.6. Anklageziffer II. 1.
	7.6.1. Der Beschuldigte stritt sowohl in der Untersuchung, als auch vor Vorinstanz ab, dass er in der Zeitspanne von ca. Ende Februar 2012 bis zu seiner Festnahme Kokain in schwachem bis mittelstarken Masse zu sich nahm (Urk. 2/2 S. 5, Urk. 2/5 S. 4,...
	7.6.2. Demzufolge hat sich der Beschuldigte der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 schuldig gemacht.
	7.7