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**Case Identifier:** 5ec25088-0cba-5b21-a4a4-75f73b532905
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.01.2023 LA220021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA220021_2023-01-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LA220021-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. iur. S. Janssen und Ersatzoberrichter Dr. iur. P. Bischoff 

 sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Frangi 

 

Urteil vom 12. Januar 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____, 
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____  

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, im or-
dentlichen Verfahren vom 16. August 2022 (AN210039-L) 
  

- 2 - 

Modifiziertes Rechtsbegehren des Klägers: 
(Urk. 20, S. 2) 

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 40'500.00 zu-
züglich Zins von 5% seit 1. Januar 2021 zu bezahlen, 

2. sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 4'289.75 zuzüg-
lich Zins von 5% seit 1. Januar 2021 zu bezahlen [der Rest, also 
die Fr. 11'229.90, wurden durch Teilvergleich erledigt], 

3. es sei vom Nachklagevorbehalt Vormerk zu nehmen; 
4. unter Kosten- und Entschädigungsfolgten inkl. Parteikosten für 

das Schlichtungsverfahren zuzüglich Mehrwertsteuerzusatz zu 
Lasten der Beklagten." 

 

Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. August 2022: 
(Urk. 31, S. 25 f. = Urk. 34, S. 25 f.) 

1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 27'430.– netto nebst 

Zins zu 5% seit 1. Januar 2021 zu bezahlen. 

Im Mehrumfang wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'250.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten werden im Betrag von Fr. 2'500.– dem Kläger 

und im Betrag von Fr. 3'750.– dem Beklagten auferlegt. 

Sie werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss bezogen. 

Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger den Gerichtskostenvor-

schuss im Umfang von Fr. 3'750.– zu ersetzen. 

4. Die Kosten für das Schlichtungsverfahren belaufen sich auf 

Fr. 530.–. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 320.– für 

die bereits von ihm geleisteten Kosten des Schlichtungsverfahrens 

zu ersetzen. 

5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1'675.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

6. [Schriftliche Mitteilung] 

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7. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 30 Tage] 

 

Berufungsanträge des Beklagten und Berufungsklägers: 
(Urk. 33, S. 2) 

"1. Das Urteil der Einzelrichterin des Arbeitsgerichts Zürich, 
3. Abteilung, vom 16. August 2022 (Geschäfts-Nr.: AN2100393-L) 
sei insoweit aufzuheben, als es den Berufungskläger und Beklag-
ten verpflichtet, dem Berufungsbeklagten und Kläger Fr. 27‘430.– 
netto nebst Zins zu 5 % seit 1. Januar 2021 zu bezahlen. Soweit 
die Klage im Mehrumfang abgewiesen wird, sei das Urteil zu be-
stätigen. 

2. Die Klage sei abzuweisen. 
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) 

für beide Verfahren zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklag-
ten." 

 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

1. Am 24. August 2021 gingen bei der Vorinstanz mit Poststempel vom 23. Au-

gust 2021 die dem Kläger und Berufungsbeklagten (nachfolgend: Kläger) ausge-

stellte Klagebewilligung des Friedensrichteramts der Stadt Zürich, Kreise …, vom 

22. April 2021 (Urk. 3) und dessen Klageschrift vom 23. August 2021 mit dem ur-

sprünglichen Rechtsbegehren lautend auf eine Forderung von insgesamt 

Fr. 58‘727.45 ein (Urk. 1). 

Im Zuge der Instruktionsverhandlung vom 18. Januar 2022 und des dort ge-

schlossenen Teilvergleichs hinsichtlich der Überstundenthematik (Urk. 17 und 18) 

reichte der Kläger mit Datum und Poststempel vom 18. März 2022 seine Replik 

mit dem eingangs genannten modifizierten Rechtsbegehren ein, so dass fortan 

nurmehr die behauptete missbräuchliche Kündigung und der geforderte Lohner-

satz bzw. eine Forderung von insgesamt Fr. 44‘789.75 nebst Zins Prozessgegen-

stand bildeten (Urk. 20). 

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Zum weiteren erstinstanzlichen Verfahrensverlauf und zur Fristwahrung sämtli-

cher Verfahrenshandlungen der Parteien sei auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen (Urk. 31, S. 2 f. = Urk. 34, S. 2 f.). 

Der das erstinstanzliche Verfahren abschliessende Entscheid der Vorinstanz da-

tiert vom 16. August 2022 (Urk. 31 = Urk. 34; nachfolgend: Urk. 34). 

2. Mit Datum und Poststempel vom 14. September 2022, eingegangen am 

15. September 2022, erhob der Beklagte und Berufungskläger (nachfolgend: Be-

klagter) fristgerecht Berufung gegen das ihm am 18. August 2022 zugestellte 

vorinstanzliche Urteil (Urk. 32/2) und stellte die eingangs genannten Berufungsan-

träge (Urk. 33). Mit Verfügung vom 20. September 2022 wurde dem Beklagten 

Frist zur Leistung eines Vorschusses für die Gerichtskosten des Berufungsverfah-

rens in Höhe von Fr. 3'500.– angesetzt (Urk. 37). Der Beklagte leistete den Vor-

schuss fristgerecht (Urk. 38). 

3. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, kann vorliegend in 

Anwendung von Art. 312 Abs. 1 zweite Satzhälfte ZPO auf das Einholen einer Be-

rufungsantwort des Klägers verzichtet werden. Das Berufungsverfahren ist somit 

spruchreif. 

II. Prozessuales 

1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Endent-

scheide in vermögensrechtlichen Angelegenheiten mit Berufung anfechtbar, so-

fern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 

Fr. 10‘000.– beträgt. 

Das vorinstanzliche Urteil und die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren er-

füllen die vorgenannten Voraussetzungen, so dass in vorliegender arbeitsrechtli-

cher Angelegenheit die Berufung zulässig ist. 

2.1. Gemäss Art. 310 ZPO kann mit Berufung die unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts oder die unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht werden. 

Dabei kommt der Berufungsinstanz unbeschränkte Kognition zu, d.h. sie hat eine 

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umfassende Überprüfungsbefugnis über die Streitsache hinsichtlich der sich stel-

lenden Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage nach der richtigen Er-

messensausübung. Folglich ist die Berufungsinstanz sowohl bei der Tatsachen-

feststellung als auch bei der Rechtsanwendung frei (Art. 57 ZPO: „iura novit 

curia“), d.h. sie ist weder an die Argumente der Parteien noch an die Erwägungen 

der Vorinstanz gebunden (BGE 144 III 394, Erw. 4.1.4; BGer 5A_184/2013 vom 

26. April 2013, Erw. 3.1; ZK ZPO-REETZ/HILBER, Art. 318 N 21). 

Nichtsdestotrotz hat der Berufungskläger im Sinne von Art. 311 ZPO in seiner Be-

rufungsschrift hinreichend begründet aufzuzeigen, inwiefern das vorinstanzliche 

Urteil in den angefochtenen Punkten fehlerhaft sein bzw. an den gerügten Män-

geln leiden soll. Dafür ist der Berufungskläger gehalten, die von ihm angefochte-

nen vorinstanzlichen Erwägungen genau zu bezeichnen, sich im Einzelnen argu-

mentativ mit diesen auseinanderzusetzen und mittels präziser Verweisungen auf 

die Akten darzulegen, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der 

geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Ungenügend sind folglich pau-

schale Behauptungen der Fehlerhaftigkeit des vorinstanzlichen Urteils sowie pau-

schale Verweise auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung 

(BGE 138 III 374, Erw. 4.3.1; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020, Erw. 5.2.3; 

BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, Erw. 2.1). 

Im Lichte dieser Anforderungen an die Berufungsbegründung – welche sinnge-

mäss auch für eine allfällige Berufungsantwort gelten (BGer vom 11. April 2016, 

4A_580/2015, Erw. 2.2) – bedeutet das Berufungsverfahren somit keine blosse 

Fortführung oder gar Wiederholung des erstinstanzlichen Verfahrens, sondern 

vielmehr eine Überprüfung des vorinstanzlichen Urteils mit Blick auf die erhobe-

nen Rügen. Was nicht oder den vorgenannten Anforderungen nicht genügend 

beanstandet wird, hat die Berufungsinstanz nicht zu überprüfen – es sei denn, 

das vorinstanzliche Urteil würde an einem offensichtlichen Mangel leiden. Der 

vorgenannte, in Art. 57 ZPO statuierte Grundsatz „iura novit curia“ erfährt insofern 

also eine Relativierung im Berufungsverfahren (BGE 144 III 394, Erw. 4.1.4; BK 

ZPO-HURNI, Art. 57 N 21 und N 39 ff.). 

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2.2. Gemäss Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO werden neue Tatsachen und neue 

Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Ver-

zug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster In-

stanz vorgebracht werden konnten. Damit ist gemeint, dass – über den zu engen 

Gesetzeswortlaut hinaus – neue Tatsachenbehauptungen, neue Bestreitungen 

von Tatsachenbehauptungen, neue Beweismittel und neue Einreden rechtlicher 

Art nur noch unter den vorgenannten, kumulativen Voraussetzungen zulässig 

sind. Als neu gelten Tatsachenbehauptungen oder Beweisanträge auch, wenn sie 

im Berufungsverfahren zwar lediglich erneuert werden, dabei aber unterlassen 

wird aufzuzeigen, dass und wo sie bereits im erstinstanzlichen Verfahren einge-

bracht wurden und aus welchen Aktenstellen sich das ergibt (ZK ZPO-

REETZ/HILBER, Art. 317 N 31). 

Die Zivilprozessordnung statuiert für das Berufungsverfahren also ein restriktives 

Novenrecht, das Noven nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen 

zulässt, und verlangt von den Parteien somit, sämtliche Tatsachen und Beweis-

mittel schon im erstinstanzlichen Verfahren vorzubringen. Im Umkehrschluss ha-

ben die Parteien das erstinstanzliche Verfahren grundsätzlich abschliessend zu 

führen, da das Berufungsverfahren nicht dessen Ergänzung oder Vervollständi-

gung dient, sondern – wie bereits erwähnt (siehe vorstehend II. 2.1.) – vielmehr 

eine Überprüfung des vorinstanzlichen Urteils mit Blick auf die erhobenen Rügen 

ermöglichen soll. Davon ausgenommen ist die Konstellation, dass erst das 

vorinstanzliche Urteil Anlass dazu gibt, bestimmte Noven vorzubringen (BGE 139 

III 466, Erw. 3.4; BGE 142 III 413, Erw. 2.2.2). 

Bringt im Berufungsverfahren eine Partei neue Tatsachen oder neue Beweismittel 

vor, hat sie folglich zu behaupten und zu beweisen, dass sie dies ohne Verzug tut 

und – im Falle von unechten Noven – dass sie im bisherigen Prozessverlauf um-

sichtig und sorgfältig handelte, besagte Noven aber dennoch nicht bereits früher 

geltend machen bzw. benennen konnte. Der anderen Partei steht der Gegenbe-

weis offen (BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013, Erw. 3.5.1). 

2.3. Soweit der Beklagte in seiner Berufungsschrift den vorgenannten Anforde-

rungen an die Berufungsbegründung (siehe vorstehend II. 2.1. ff.) nicht nach-

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kommt, namentlich soweit er Ausführungen zum Sachverhalt oder dessen rechtli-

cher Subsumtion macht, ohne konkret Bezug auf das angefochtene Urteil zu 

nehmen, ohne sich detailliert mit den vorinstanzlichen Erwägungen und deren an-

geblicher Fehlerhaftigkeit auseinanderzusetzen, ohne Aktenverweise auf Behaup-

tungen im erstinstanzlichen Verfahren anzubringen oder ohne die Zulässigkeit 

von Noven (einschliesslich der pauschalen Wiederholung früherer Vorbringen 

bzw. der pauschalen Verweisung darauf) darzutun (namentlich Urk. 33, S. 6–8), 

sind seine Ausführungen jedoch grundsätzlich unbeachtlich. 

3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–32). Auf die Partei-

vorbringen ist nur insoweit einzugehen, als sie nicht schon aus den vorgenannten 

prozessualen Gründen unbeachtlich sind (siehe vorstehend II. 2.) und dies für die 

Entscheidfindung notwendig ist. 

III. Materielles 

1. Vorliegend stehen sich als Parteien der Beklagte als Wirt des Restaurants 

C._____ in Zürich (Arbeitgeber) und der Kläger als dessen langjähriger Koch (Ar-

beitnehmer) gegenüber. Gemäss der seitens des Beklagten nicht bestrittenen vo-

rinstanzlichen Sachverhaltserstellung hatte der Kläger seit rund 30 Jahren für den 

Beklagten gearbeitet, war der Kläger zuletzt als stellvertretender Küchenchef im 

Restaurant C._____ tätig gewesen, wurde das Arbeitsverhältnis durch den Be-

klagten mit Einschreiben vom 16. Juni 2020 per Ende August 2020 gekündigt und 

erfolgte die Kündigung rund elf Monate vor der Pensionierung des damals 64-

jährigen Klägers (Urk. 34, S. 13 f.). 

2. Für das Berufungsverfahren massgeblicher Prozessgegenstand des erstin-

stanzlichen Verfahrens bildete der vom Kläger geltend gemachte modifizierte Ent-

schädigungsanspruch wegen missbräuchlicher Kündigung (Art. 336 OR) in Höhe 

von Fr. 40‘500.– und für Lohnersatz (Art. 23 L-GAV) in Höhe von Fr. 4‘289.75, je 

zuzüglich Zins von 5% seit 1. Januar 2021 (Urk. 34, S. 2) 

3.1. Mit Blick auf die geltend gemachte missbräuchliche Kündigung hiess die 

Vorinstanz die Klage teilweise gut und bejahte einen Entschädigungsanspruch im 

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Umfang von viereinhalb Monatslöhnen in Höhe von total Fr. 27‘430.– netto nebst 

Zins zu 5% seit 1. Januar 2021. Im Mehrumfang, d.h. hinsichtlich des wegen 

missbräuchlicher Kündigung geltend gemachten darüber hinausgehenden Ent-

schädigungsanspruchs sowie hinsichtlich des für Lohnersatz geltend gemachten 

gesamten Anspruchs, wies sie die Klage ab (Urk. 34, S. 25).  

3.2. Die Vorinstanz legte zunächst die für den vorliegenden Fall relevanten recht-

lichen Grundlagen dar (Urk. 34, S. 8 ff.), stellte sodann die Anwendbarkeit des 

Landes-Gesamtarbeitsvertrags des Gastgewerbes (L-GAV) auf das verfahrens-

gegenständliche Arbeitsverhältnis sowie das Vorliegen der formellen Vorausset-

zungen für den vom Kläger geltend gemachten Entschädigungsanspruch wegen 

missbräuchlicher Kündigung im Sinne von Art. 336b Abs. 1 und 2 OR fest 

(Urk. 34, S. 13 f.) und bejahte schliesslich eine missbräuchliche Kündigung im 

Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. a OR aus folgenden Gründen (Urk. 34, S. 14 f.): 

Der im Zeitpunkt der Kündigung seit rund 30 Jahren für den Beklagten arbeiten-

de, 64-jährige Kläger gelte im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

zweifellos als Arbeitnehmer fortgeschrittenen Alters mit langer Dienstzeit. Bei ei-

ner Kündigung nur elf Monate vor der Pensionierung habe der mindestens teil-

weise arbeitsunfähige Kläger realistischerweise und auch für den Beklagten of-

fenkundig keine Möglichkeit mehr gehabt, bis zur Pensionierung eine neue Stelle 

zu finden. Mit Blick auf diese Umstände sei vorliegend von einer erhöhten Fürsor-

gepflicht des Beklagten gegenüber dem Kläger auszugehen, gestützt auf welche 

der Beklagte einerseits den Kläger über die Kündigung hätte rechtzeitig informie-

ren und ihn dazu anhören müssen sowie andererseits zur Suche nach Lösungen 

zur Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses verpflichtet gewesen wäre. 

3.3. Das Vorbringen des Beklagten, wonach das an die Parteien gerichtete 

Schreiben der D._____ vom 17. März 2020 (Ausschöpfung der Leistungen der 

Krankentaggeldversicherung per 23. Mai 2020) als sinngemässe Information bzw. 

Vorwarnung für die alsdann erfolgende Kündigung zu verstehen gewesen sei, ge-

he fehl, da der Kläger nach einer derart langen Zusammenarbeit allein aufgrund 

des Hinweises auf die Einstellung der Krankentaggeldzahlungen noch nicht mit 

einer Kündigung habe rechnen müssen (Urk. 34, S. 15). 

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Ebenso wenig vermöge das Vorbringen des Beklagten zu überzeugen, wonach 

die Sperrfrist von 180 Tagen gemäss Art. 336c Abs. 1 lit. b OR im Zeitpunkt der 

Kündigung ja längst abgelaufen gewesen sei, so dass die Kündigung weder un-

vermittelt noch unerwartet gekommen sein könne, da aus diesem Umstand nicht 

abgeleitet werden könne, dass ein Arbeitnehmer nach Ablauf der Sperrfrist jeder-

zeit mit einer Kündigung rechnen müsse und insofern schon vorgewarnt sei. Um-

so weniger noch könne so argumentiert werden, wenn ein Arbeitsverhältnis so 

lange gedauert habe und ein Arbeitnehmer so kurz vor der Pensionierung ge-

standen sei wie in casu (Urk. 34, S. 15 f.). 

Indem der Beklagte mit dem Kläger nie über die Kündigung gesprochen und ihn 

folglich dahingehend auch nie vorgewarnt habe, habe er gegen seine erhöhte 

Fürsorgepflicht verstossen, weshalb die Kündigung unter diesem Aspekt als 

missbräuchlich zu qualifizieren sei (Urk. 34, S. 16). 

3.4. Das Vorbringen des Beklagten, wonach allein die Kündigung es dem an-

dauernd arbeitsunfähigen Kläger ermöglicht habe, nach der Einstellung der Kran-

kentaggeldzahlungen per 23. Mai 2020 massiven Lohneinbussen zu entgehen 

und den fehlenden Lohnersatz bei einer anderen Institution (gemeint: Sozialversi-

cherung) einzufordern, womit er (der Beklagte) seine Fürsorgepflicht gerade nicht 

verletzt habe, sondern dieser vielmehr nachgekommen sei, verfange nicht. Denn 

selbst wenn die Kündigung für den Kläger die finanziell günstigste Lösung gewe-

sen wäre, habe das den Beklagten nicht von seiner Pflicht entbunden, zusammen 

mit dem Kläger nach einer sozialverträglicheren Alternative zur Kündigung 

zwecks Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses zu suchen, zumal der Kläger 

ja auch nicht durchgehend 100% arbeitsunfähig und vor der Kündigung gerade 

nicht krankgeschrieben gewesen sei (Urk. 34, S. 16 f.). 

Indem der Beklagte mit dem Kläger nie über die Kündigung und eine sozialver-

träglichere Alternative dazu gesprochen und eine solche auch überhaupt nicht in 

Erwägung gezogen habe, habe er abermals gegen seine erhöhte Fürsorgepflicht 

verstossen, weshalb die Kündigung auch unter diesem Aspekt als missbräuchlich 

zu qualifizieren sei (Urk. 34, S. 17). 

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3.5. Vor diesem Hintergrund erweise sich schliesslich auch das vom Beklagten 

noch vorgebrachte Argument, wonach er auf ein voll funktionierendes Team an-

gewiesen und die Kündigung somit aus betrieblichen Gründen unabdingbar ge-

wesen sei, als obsolet. Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ver-

lange eine Kündigung nach langer Dienstdauer und kurz vor der Pensionierung 

eines betagten Arbeitnehmers stets ein schonendes Vorgehen des Arbeitgebers. 

Und an dieser Voraussetzung einer schonenden Rechtsausübung im Lichte von 

Art. 2 ZGB fehle es mit Blick auf die vorgenannten Aspekte, welche zur Bejahung 

einer missbräuchlichen Kündigung geführt hätten, ja eben gerade (Urk. 34, S. 17). 

4.1. Soweit der Beklagte in seiner Berufung vorab erläutert, was im vorinstanzli-

chen Urteil korrekt wiedergegeben und ausgeführt worden sei, und soweit er da-

bei die Vorinstanz bestätigende Feststellungen, Hervorhebungen oder Zusam-

menfassungen macht (Urk. 33, S. 4–6), braucht darauf nicht weiter eingegangen 

zu werden (siehe vorstehend II. 2.3.). 

4.2. Nicht anders verhält es sich mit der gewissermassen „vor die Klammer ge-

zogenen“ einleitenden Pauschalrüge des Beklagten, wonach die Vorinstanz den 

Sachverhalt unrichtig erfasst, fälschlicherweise eine reine Alterskündigung ange-

nommen und gestützt darauf eine missbräuchliche Kündigung bejaht habe (Urk. 

33, S. 6–8). Abgesehen davon, dass die Rüge materiell unbegründet ist (siehe 

nachfolgend III. 4.4.), verfällt der Beklagte an dieser Stelle in appellatorische Kri-

tik, ohne dabei konkreten Bezug auf das angefochtene Urteil zu nehmen, ohne 

sich detailliert mit den vorinstanzlichen Erwägungen und deren angeblicher Feh-

lerhaftigkeit auseinanderzusetzen und ohne Aktenverweise auf das vorinstanzli-

che Urteil oder Behauptungen im erstinstanzlichen Verfahren anzubringen, womit 

er den Anforderungen an die Berufungsbegründung nicht genügt (siehe auch 

schon vorstehend II. 2.3.). 

4.3. In prozessualer Hinsicht macht der Beklagte sodann geltend, die Vorinstanz 

habe die Beweislastregel von Art. 8 ZGB und den davon abgeleiteten Grundsatz, 

wonach der Gekündigte die Missbräuchlichkeit der von ihm angefochtenen Kün-

digung zu beweisen habe, verletzt und zu Unrecht eine Beweislastumkehr vorge-

nommen (Urk. 33, S. 9–10). 

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Soweit nicht abermals von einer ungenügenden Berufungsbegründung aus den 

vorgenannten Gründen auszugehen ist (siehe vorstehend III. 4.2.), vermögen die 

Ausführungen des Beklagten nicht zu überzeugen: Zum einen ist seine Darstel-

lung, wonach er die Kündigung „klar und überzeugend mit der andauernden Ar-

beitsunfähigkeit“ des Klägers begründet habe, tatsachenwidrig, wurde die Kündi-

gung, wie schon die Vorinstanz festhielt (Urk. 34 S. 15), doch gerade ohne Anga-

be von irgendwelchen Gründen ausgesprochen (Urk. 5/5). Zum anderen basiert 

die Rüge des Beklagten auf der doppelt unzutreffenden Prämisse, dass die 

Vorinstanz eine reine Alterskündigung angenommen und gestützt darauf zu Un-

recht eine missbräuchliche Kündigung bejaht habe. Denn wie sich aus den weite-

ren Erwägungen ergibt, ging die Vorinstanz vielmehr unter Berücksichtigung 

sämtlicher Umstände des konkreten Falles von einer erhöhten Fürsorgepflicht des 

Beklagten aus, sah sie diese als verletzt an und erkannte sie letztlich zu Recht auf 

eine missbräuchliche Kündigung (siehe nachfolgend III. 4.4.). 

Folglich kann aus den Vorbringen des Beklagten entgegen seiner Ausführungen 

gerade nicht abgeleitet werden, die Vorinstanz hätte vom Kläger einen Vollbeweis 

für das Vorliegen einer reinen Alterskündigung verlangen müssen und ihm nicht 

das sich aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu missbräuchlichen Kün-

digungen ergebende minder strenge Beweismass der hohen Wahrscheinlichkeit 

zugestehen sowie umgekehrt vom Beklagten den Beweis dafür verlangen dürfen, 

dass die Kündigung auch ausgesprochen worden wäre, wenn der als missbräuch-

lich zu bewertende Grund nicht existiert hätte (BGE 130 III 699, Erw. 4.1; BGE 

125 III 277, Erw. 3c; BGer 4A_430/2010 vom 15. November 2010, Erw. 2.1.3; 

BSK OR-PORTMANN/RUDOLPH, Art. 336 N 31). 

4.4.1. Mit Blick auf den Kern des vorinstanzlichen Urteils, d.h. hinsichtlich der von 

der Vorinstanz vorgenommenen tatsächlichen und rechtlichen Würdigung (Urk. 

34, S. 14 ff.; siehe auch vorstehend III. 3.), macht der Beklagte abermals, biswei-

len auf seine früheren Ausführungen verweisend (siehe vorstehend III. 4.2.) gel-

tend, die Vorinstanz habe allein auf das Alter des damals 64-jährigen Klägers ab-

gestellt, fälschlicherweise eine reine Alterskündigung angenommen und gestützt 

darauf eine missbräuchliche Kündigung bejaht. Zwischen dem Alter des Klägers 

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und der Kündigung durch den Beklagten habe es jedoch keinen Zusammenhang 

gegeben, da für Letztere alleine das schwere Knieleiden, die sich daraus erge-

bende lange Arbeitsunfähigkeit und die letztlich nicht mehr gegebene Einsatzfä-

higkeit des Klägers massgebend gewesen seien. Deshalb habe keine erhöhte 

Fürsorgepflicht im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Platz greifen 

können, womit die Kündigung auch nicht missbräuchlich gewesen sei (Urk. 33, S. 

7, 10–12 und 14). 

4.4.2. Zunächst ist festzustellen, dass sich keine vorinstanzlichen Erwägungen 

dafür finden, dass die Vorinstanz für ihr Urteil allein auf das Alter des damals 64-

jährigen Klägers abgestellt hätte. Denn wie der Beklagte zu Recht bemerkt, gibt 

es in den Unterlagen und Ausführungen beider Parteien keinerlei Hinweise, ge-

schweige denn Belege dafür, dass der Beklagte den Kläger allein wegen seines 

Alters entlassen hätte (Urk. 33, S. 9). Nichts Anderes lässt sich den vorinstanzli-

chen Erwägungen entnehmen, wo mitnichten nur auf das Alter des Klägers abge-

stellt wurde, sondern sämtliche vorliegend relevanten Umstände (Alter, Dienstal-

ter, Zeitpunkt vor der Pensionierung etc.) thematisiert wurden (Urk. 34, S. 14 f.). 

Die redundante Behauptung des Beklagten, die Vorinstanz habe fälschlicherweise 

eine reine Alterskündigung angenommen, entbehrt somit jeglicher Grundlage. 

4.4.3. Sodann sind die Hintergründe sowie Sinn und Zweck der von den Parteien 

und der Vorinstanz zitierten einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung in 

Erinnerung zu rufen: Weil Fälle einer reinen Alterskündigung, d.h. wo der Arbeit-

geber die Kündigung eines betagten Arbeitnehmers unzulässigerweise allein mit 

dessen Alter als einer von Gesetzes wegen geschützten persönlichen Eigenschaft 

begründet, in der Praxis kaum vorkommen bzw. sich durch Vorschieben weiterer 

Gründe (z.B. ungenügende Arbeitsleistung) leicht vertuschen lassen, prüft das 

Bundesgericht Fälle, wo Arbeitnehmern gekündigt wird, die ein hohes Alter ha-

ben, eine lange Dienstzeit beim Arbeitgeber aufweisen und kurz vor der Pensio-

nierung stehen, unter der Generalklausel von Art. 336 Abs. 1 lit. a OR. Sind die 

vorerwähnten Voraussetzungen kumulativ erfüllt, statuiert das Bundesgericht für 

solche Fälle eine erhöhte Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die einer Kündigung 

durch diesen zwar nicht entgegensteht, von ihm aber eine die auf dem Spiel ste-

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henden Interessen berücksichtigende schonende Rechtsausübung verlangt, was 

namentlich bedingt, dass der Arbeitgeber zum einen den Arbeitnehmer frühzeitig 

über die beabsichtigte Kündigung in Kenntnis setzt und zum anderen eine die 

konkreten Umstände des Einzelfalls berücksichtigende, sozialverträglichere Alter-

native zur Kündigung zwecks Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses zumin-

dest prüft (BGE 132 III 115, Erw. 2.1–2.4. und 5.3–5.5; BGer 4A_44/2021 vom 

2. Juni 2021, Erw. 4.3.2; BGer 4A_384/2014 vom 12. November 2014, Erw. 4.2.2 

und 5.2; BSK OR-PORTMANN/RUDOLPH, Art. 336 N 24 ff.). 

4.4.4. Mit Blick auf die konkreten, vom Beklagten nicht bestrittenen Umstände des 

vorliegenden Falles, wo es um einen im Zeitpunkt der Kündigung 64-jährigen Klä-

ger geht, der rund 30 Jahre für den Beklagten arbeitete und lediglich rund elf Mo-

nate vor der Pensionierung stand, steht mit der Vorinstanz (Urk. 34, S. 14 f.; siehe 

auch vorstehend III. 3.2.) ausser Frage, dass die vorerwähnte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung einschlägig ist und den Beklagten eine erhöhte Fürsorgepflicht 

traf. 

Dies verkennt der Beklagte, wenn er meint, seine erhöhte Fürsorgepflicht mit der 

Behauptung in Abrede stellen zu können, wonach das Alter des Klägers doch irre-

levant gewesen sei, weil er diesem ausschliesslich wegen dessen schlechten Ge-

sundheitszustands und der sich daraus ergebenden fehlenden Arbeits- bzw. Ein-

satzfähigkeit gekündigt habe (Urk. 33, S. 7, 10–12 und 14). Am kumulativen Vor-

liegen der anwendungsbegründenden Umstände für besagte Rechtsprechung 

ändert sich dadurch nämlich nichts. 

4.4.5. Steht die den Beklagten treffende erhöhte Fürsorgepflicht fest, gilt für ihn 

folglich auch das Gebot der schonenden Rechtsausübung mit seinen Ausprägun-

gen der frühzeitigen Information des Klägers über die beabsichtigte Kündigung 

und der Prüfung von sozialverträglicheren Alternativen mit diesem zusammen. 

Die vorinstanzlichen Erwägungen, dass bzw. weshalb der Beklagte das Gebot zur 

schonenden Rechtsausübung verletzt habe (Urk. 34, S. 15 ff.; siehe auch vorste-

hend III. 3.3.–3.5.), sind einlässlich und überzeugend. Inwiefern sie falsch sein 

sollen, vermag der Beklagte, soweit er sich überhaupt mit ihnen auseinandersetzt 

- 14 - 

und nicht einfach seine Vorbringen vor erster Instanz wiederholt, nicht aufzuzei-

gen. 

4.4.5.1. Zwar moniert der Beklagte zu Recht (Urk. 33, S. 11), dass die Vorinstanz 

im Zusammenhang mit dem Schreiben der D._____ vom 17. März 2020 (von der 

Vorinstanz versehentlich als Schreiben vom 22. September 2020 bezeichnet un-

ter Hinweis auf Urk. 14/9, wo aber auf die eigentlich gemeinte Urk. 14/3 verwie-

sen wird) bloss mutmasste, dass der Kläger dessen Inhalt falsch verstanden ha-

ben könnte (Urk. 34, S. 15). 

Die offenkundig lediglich der Vollständigkeit halber noch angeführte vorinstanz-

liche Mutmassung über ein allfällig zusätzliches subjektives Unvermögen des 

Klägers vermag jedoch am Umstand nichts zu ändern, dass besagtes Schreiben 

der D._____ ja schon aus objektiven Gründen keine rechtsgenügende Information 

bzw. Vorwarnung an den Kläger darstellen konnte, gestützt auf welche er als 

jahrzehntelanger, kurz vor der Pensionierung stehender Arbeitnehmer mit einer 

Kündigung hätte rechnen müssen. Auf diese der ergänzenden Mutmassung vo-

rausgehende, zutreffende vorinstanzliche Herleitung (Urk. 34, S. 15) geht der Be-

klagte mit keinem Wort ein. 

4.4.5.2. Weiter macht der Beklagte wie schon im erstinstanzlichen Verfahren gel-

tend, der Kläger habe nach Ablauf der in casu geltenden Sperrfrist von 180 Ta-

gen nach Art. 336c Abs. 1 lit. b OR sehr wohl mit einer Kündigung rechnen müs-

sen, was er neu auch noch damit begründet, dass nebst der Sperrfrist zusätzlich 

ja auch die Leistungsdauer von 720 Tagen Krankentaggeldern ausgeschöpft ge-

wesen sei. Jedenfalls bei einer solchen Gesamtbetrachtung habe sich eine früh-

zeitige Information bzw. Vorwarnung des Klägers erübrigt, was die Vorinstanz 

verkenne (Urk. 33, S. 11). 

Die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen, wonach ein Arbeitnehmer nach 

abgelaufener Sperrfrist nicht automatisch mit einer Kündigung rechnen müsse, 

schon gar nicht bei langjähriger Beschäftigung und kurz bevorstehender Pensi-

onierung (Urk. 34, S. 15 f.), werden vom Beklagten nicht bestritten (Urk. 33, 

S. 11). 

- 15 - 

Sodann wurde festgestellt, dass der Kläger auch gestützt auf die Ankündigung 

der D._____ betreffend die baldige Einstellung der Krankentaggeldleistungen 

nicht mit einer Kündigung rechnen musste (siehe vorstehend III. 4.4.5.1.). Inwie-

fern der Umstand der alsdann tatsächlich erfolgten Einstellung der Krankentag-

geldleistungen daran etwas zu ändern vermöchte, ist nicht ersichtlich. Dies noch 

umso weniger, als von einem rechtlichen oder auch nur praxisüblichen Automa-

tismus einer Kündigung nach Ausschöpfung der Krankentaggeldleistungen keine 

Rede sein kann, was sich nur schon aus besagtem Schreiben der D._____ ergibt, 

wo explizit festgehalten wird, dass bei einer Weiterbeschäftigung des Klägers der 

Versicherungsschutz im Rahmen der Restarbeitsfähigkeit bestehen bleibe (Urk. 

14/3). 

Musste der Kläger also weder unter dem Aspekt des Ablaufs der Sperrfrist noch 

unter demjenigen der Einstellung der Krankentaggeldleistungen mit einer Kündi-

gung rechnen, kann eine Kombination dieser Aspekte aber zu keinem anderen 

Resultat führen. Entgegen der Darstellung des Beklagten vermag ihn die von ihm 

geforderte Gesamtbetrachtung nicht von seiner sich aus der Fürsorgepflicht erge-

benden Pflicht zur frühzeitigen Information des Klägers über die beabsichtigte 

Kündigung zu entbinden. 

Soweit der Beklagte in diesem Kontext eine Verletzung des Prinzips der Kündi-

gungsfreiheit im Sinne von Art. 335 Abs. 1 OR sowie eine Überdehnung des Kün-

digungsschutzes von Art. 336 Abs. 1 lit. a OR und 336c Abs. 1 lit. b OR geltend 

macht (Urk. 33, S. 11 und 13–14), verkennt er, dass ihm nicht das – auch vorlie-

gend bestehende – grundsätzliche Kündigungsrecht abgesprochen wird, sondern 

dass er sich aufgrund der Art und Weise der von ihm vollzogenen Kündigung den 

Vorwurf der Verletzung des Gebots der schonenden Rechtsausübung gefallen 

lassen muss. Seine Ausführungen gehen somit an der Sache vorbei. 

4.4.5.3. Mit Blick auf seine sich aus der Fürsorgepflicht ergebenden Pflicht zur 

Prüfung von sozialverträglicheren Alternativen zu einer Kündigung bringt der Be-

klagte vor, dass es solche wegen des Gesundheitszustands des Klägers von 

vornherein nicht gegeben habe, weshalb er auch keine entsprechende Pflicht ge-

habt habe bzw. habe verletzen können. Sodann scheint er an seinem früheren 

- 16 - 

Vorbringen festzuhalten, wonach die Kündigung ohnehin die für den Kläger finan-

ziell beste und damit sozialverträglichste Lösung gewesen sei, weil dieser nur so 

hätte massiven Lohneinbussen entgehen und bei einer Sozialversicherung Lohn-

ersatz beziehen können (Urk. 33, S. 7 f. und 11 f.). 

Der Beklagte wiederholt dabei im Wesentlichen seine schon im erstinstanzlichen 

Verfahren vorgebrachten Argumente, jedoch ohne sich mit den zutreffenden 

vorinstanzlichen Erwägungen auseinanderzusetzen, wonach es einerseits mög-

licherweise doch Beschäftigungsmöglichkeiten für den im Zeitpunkt der Kündi-

gung gerade nicht krankgeschriebenen Kläger gegeben hätte und andererseits 

die für den Kläger ideale Lösung von diesem mitzubestimmen sei, mithin die 

diesbezüglich antizipierten Einschätzungen des Beklagten ihn nicht von seiner 

Pflicht entbunden hätten, zusammen mit dem Kläger nach einer sozialverträgli-

cheren Alternative zur Kündigung zwecks Aufrechterhaltung des Arbeitsverhält-

nisses zu suchen (Urk. 34, S. 16 f.). 

Soweit der Beklagte deshalb mit seinen diesbezüglichen Vorbringen im Beru-

fungsverfahren überhaupt zu hören ist, bleibt lediglich festzustellen, dass seine 

Behauptungen der „nicht mehr gegebenen Einsatzfähigkeit“ des Klägers (Urk. 33, 

S. 7) bzw. dass dieser „gesundheitlich gar nicht mehr arbeitsfähig“ (Urk. 33, S. 8) 

und „krankheitsbedingt auf Dauer nicht mehr einsatzbereit“ (Urk. 33, S. 8) gewe-

sen sei, tatsachenwidrig sind, da sich aus dem aktenkundigen Schreiben der 

D._____ vom 11. November 2021 ergibt, dass der Kläger ab dem 9. März 2020 – 

und damit im Zeitpunkt der Kündigung vom 16. Juni 2020 – wieder voll arbeitsfä-

hig war (Urk. 22/25). Damit verfängt auch die Berufung des Beklagten auf das oh-

nehin unzulässige Novum der Behauptung eines „lebhaften, körperlich anstren-

genden Küchenbetriebs“, der jegliche Einsatzmöglichkeiten für den Kläger ausge-

schlossen habe (Urk. 33, S. 7), nicht. Von der vom Beklagten behaupteten Alter-

nativenlosigkeit zur von ihm ausgesprochenen Kündigung kann also von vornhe-

rein nicht ausgegangen werden, womit auch nicht ersichtlich ist, weshalb er von 

seiner einschlägigen Fürsorgepflicht befreit gewesen sein soll. 

5.1. Die Vorinstanz ging also zu Recht davon aus, dass den Beklagten hinsicht-

lich des Klägers eine erhöhte Fürsorgepflicht traf, dass er zur schonenden 

- 17 - 

Rechtsausübung angehalten war und dass er dagegen verstiess, indem er weder 

den Kläger vorgängig über die von ihm beabsichtigte und am 16. Juni 2020 aus-

gesprochene Kündigung informierte und ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gab 

noch mit dem Kläger zusammen sozialverträglichere Alternativen dazu zumindest 

prüfte. Folglich bejahte die Vorinstanz zu Recht einen Anwendungsfall einer 

missbräuchlichen Kündigung im Sinne von Art. 336 Abs. 1 lit. a OR. 

5.2. Der Beklagte äussert sich in seiner Berufungsschrift ausschliesslich zur Fra-

ge des (Nicht-)Vorliegens einer missbräuchlichen Kündigung, nicht aber auch zur 

Höhe der von der Vorinstanz festgesetzten Pönale. Nachdem die vorinstanzlichen 

Erwägungen dazu ohne weiteres nachvollziehbar sind (Urk. 34, S. 18 ff.), e 

contrario also nicht als offenkundig mangelhaft erscheinen (siehe vorstehend 

II. 2.1.), hat die Berufungsinstanz die von der Vorinstanz festgesetzte Entschädi-

gung im Umfang von viereinhalb Monatslöhnen in Höhe von total Fr. 27‘430.– net-

to nebst Zins zu 5% seit 1. Januar 2021 nicht zu überprüfen. 

6. Im Ergebnis sind die Berufungsanträge 1 und 2 des Beklagten, soweit mit 

diesen nicht die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils verlangt wird, abzuwei-

sen. Folglich ist das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. Au-

gust 2022 insoweit zu bestätigen. 

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind auch die von der Vor-

instanz festgelegten Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositivziffern 2–5) zu 

bestätigen. 

2.1. Der Streitwert im Berufungsverfahren beträgt Fr. 27'430.–. Bei arbeitsrechtli-

chen Streitigkeiten mit einem Streitwert bis Fr. 30'000.– werden keine Gerichts-

kosten erhoben (Art. 114 lit. c ZPO). Für die Kostenlosigkeit des Verfahrens ist je-

doch der erstinstanzliche Streitwert massgebend. Wenn das Verfahren vor erster 

Instanz aufgrund der Höhe des Streitwerts wie im vorliegenden Fall kostenpflichtig 

ist, gilt dies auch für das Rechtsmittelverfahren, und zwar auch dann, wenn der 

Streitwert im zweitinstanzlichen Verfahren die Streitwertgrenze von Fr. 30'000.– 

- 18 - 

nicht mehr erreicht (OGer ZH LA170006 vom 21.03.2017, E. 4.1.; OGer ZH 

LA160005 vom 03.08.2016, E. IV.2.1.; OGer ZH LA130006 vom 14.05.2014, 

E. 5.1.). 

2.2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 12 i.V.m. § 4 

Abs. 1 GebV OG auf Fr. 3'500.– festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beklagten 

aufzuerlegen und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss (Urk. 38) zu ver-

rechnen.  

2.3. Der Beklagte als im Berufungsverfahren unterliegende Partei hat keinen An-

spruch auf eine Parteientschädigung. Aufgrund seines vollumfänglichen Unterlie-

gens ist dagegen grundsätzlich der Beklagte dem Kläger gegenüber für das Beru-

fungsverfahren entschädigungspflichtig (Art. 95 Abs. 3 und Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

Nachdem die Berufung des Beklagten direkt abzuweisen ist, mithin im Beru-

fungsverfahren keine Notwendigkeit für einen Schriftenwechsel bestand und der 

Kläger keine Berufungsantwort einzureichen, sondern einzig von der Anzeige des 

Berufungseingangs (Urk. 36) Kenntnis zu nehmen hatte, ist freilich kein Aufwand 

im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. a und b ZPO erkennbar, welchen der Beklagte 

dem Kläger zu entschädigen hätte. Demzufolge sind im Berufungsverfahren keine 

Parteientschädigungen zuzusprechen. 

  

- 19 - 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung des Beklagten wird abgewiesen und das Urteil des Arbeitsge-

richts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. August 2022 wird bestätigt. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden dem Beklagten auf-

erlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 

4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des Dop-

pels von Urk. 33, an die Obergerichtskasse sowie an die Vorinstanz, je ge-

gen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine vermö-
gensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 27‘430.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 

- 20 - 

Zürich, 12. Januar 2023 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

lic. iur. A. Huizinga      

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw D. Frangi 
 
 
versandt am: 
ya 

	Urteil vom 12. Januar 2023
	Modifiziertes Rechtsbegehren des Klägers:
	(Urk. 20, S. 2)
	Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. August 2022:
	(Urk. 31, S. 25 f. = Urk. 34, S. 25 f.)
	1. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 27'430.– netto nebst Zins zu 5% seit 1. Januar 2021 zu bezahlen. Im Mehrumfang wird die Klage abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 6'250.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten werden im Betrag von Fr. 2'500.– dem Kläger und im Betrag von Fr. 3'750.– dem Beklagten auferlegt. Sie werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss bezogen. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger den Gerichtskostenvorschus...
	4. Die Kosten für das Schlichtungsverfahren belaufen sich auf Fr. 530.–. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 320.– für die bereits von ihm geleisteten Kosten des Schlichtungsverfahrens zu ersetzen.
	5. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Parteientschädigung von Fr. 1'675.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	6. [Schriftliche Mitteilung]
	7. [Rechtsmittel: Berufung; Frist: 30 Tage]
	Berufungsanträge des Beklagten und Berufungsklägers:
	(Urk. 33, S. 2)
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	II.  Prozessuales
	III.  Materielles
	IV.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung des Beklagten wird abgewiesen und das Urteil des Arbeitsgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 16. August 2022 wird bestätigt.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden dem Beklagten auferlegt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.
	4. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des Doppels von Urk. 33, an die Obergerichtskasse sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...