# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 850d3824-4947-54bf-bf13-f64dbaa5520e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-05-10
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 10.05.2005 U 2005 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2005-34_2005-05-10.pdf

## Full Text

U 05 34
2. Kammer 

URTEIL
vom 10. Mai 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Submission

1. a) Am 25. November 2004 schrieb das Tiefbauamt des Kantons Graubünden 

zwei Bauaufträge für die …strasse … im offenen Verfahren gemäss 

GATT/WTO aus. Der erste Auftrag umfasste die Baumeisterarbeiten für den 

Trasseebau des Anschlusses … der Umfahrung …; beim zweiten handelte es 

sich um die Korrektion des ... Als Ausführungstermin wurde für beide Arbeiten 

der April 2005 genannt. In den Ausschreibungsunterlagen wurden für die 

Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots waren folgende 

Zuschlagskriterien festgelegt:

- Preis/Preiswahrheit 
(Mehrkostenrisiko) Gewichtung 50%

- Bauablauf/Termine (Einhaltung 
der Vorgaben, Machbarkeit) Gewichtung 25%

- Qualität (Referenzen, QS,
Arbeitssicherheit, Baustellenkader
Baumethode) Gewichtung 25%

b) Die Offertöffnung fand am 23. Februar 2005 statt. Für den zweiten Auftrag 

„Korrektion …“ waren 3 Offerten eingegangen, wobei die Firma … AG das 

günstigste Angebot eingereicht hatte und denn auch von der Regierung mit 

Beschluss vom 22. März 2005 den Auftrag zum Preis von Fr. 1'879'301.--  

erhielt.

c) Für den Auftrag „Trasseebau Anschluss …“ waren sieben Offerten 

eingegangen. Nach der Offertbereinigung ergab sich im Wesentlichen 

folgendes Bild:

Anbieter Preissumme Diff. in %
… Fr. 1'879‘301.25 100.0

… Fr. 1'894‘680.85 100.8

… Fr. 2'035'968.10 108.3

… Fr. 2'119'611.85 112.8

In der Folge bewertete die Vergabebehörde die Angebote nach den 

Zuschlagskriterien. Dabei erhielten die beiden erstrangierten Firmen bei allen 

Kriterien gleichviel Punkte. Es wurde mithin weder bei der Qualität noch beim 

Bauablauf/Termine ein Unterschied ermittelt und weil die Preisdifferenz von 

0.8% aufgrund des angewendeten Stufenprinzipes 

(-0.25 Punkte pro 2% Preisdifferenz) keine Auswirkungen hatte, ergab die 

Offertbeurteilung einen Punktegleichstand (Punkte gewichtet, je 2.50). 

d) Anlässlich ihrer Sitzung vom 22. März 2005 vergab die Regierung des 

Kantons Graubünden die Baumeisterarbeiten Trasseebau an die … AG zum 

Betrage von Fr. 1'894'680.85. Die Vergabe wurde mit dem Stichwort 

„gleichwertiges Angebot“ begründet und den Offerenten mit Schreiben vom 

30. März 2005 vom kantonalen Tiefbauamt eröffnet.

2. Dagegen erhob die … AG am 11. April 2005 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung vom 30. 

März 2005 aufzuheben und ihr den Zuschlag zu erteilen. Eventualiter sei die 

Verfügung aufzuheben und die Beschaffung zur Neuvergabe an die 

Vorinstanz zurückzuweisen; subeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der 

angefochtenen Verfügung festzustellen. Die Beschwerdeführerin macht 

vorweg geltend, der Vergabeentscheid sei mangelhaft begründet worden. Es 

werde nicht dargelegt, wieso bei den beiden gleichwertigen Angeboten jenes 

der Firma … berücksichtigt worden sei. Bei gleichwertigen Angeboten müsse 

grundsätzlich das preisgünstigere Angebot den Zuschlag erhalten. Nur wenn 

die Preisdifferenz nicht nur relativ, sondern auch absolut geringfügig sei, 

dürften nach der publizierten Praxis des Verwaltungsgerichts andere 

Zuschlagskriterien berücksichtigt werden, sofern sie in der Ausschreibung 

aufgeführt worden seien. Vorliegend sei die Preisdifferenz mit Fr. 15'000.--  

bzw. 0.8% der Vergabesumme weder relativ noch absolut geringfügig, 

weshalb für die Anwendung weiterer Zuschlagskriterien kein Raum bestehe. 

Keine Rolle spielen dürfe der ins Feld geführte Umstand, dass sie von der 

Vorinstanz gleichentags einen anderen Zuschlag erhalten habe.

3. Die Regierung des Kantons Graubünden beantragte in ihrer Vernehmlassung 

die Abweisung der Beschwerde. Der Vergabeentscheid sei in der Tat 

rudimentär begründet worden. Dieser Mangel sei jedoch dadurch geheilt 

worden, dass der Beschwerdeführerin seitens des zuständigen 

Departementes auf Nachfrage hin die genauen Entscheidgründe mitgeteilt 

worden seien. In materieller Hinsicht wurde ausgeführt, dass sie, nachdem 

die beiden erstplatzierten Offerten ja gleichwertig seien, eine Detailbewertung 

vorgenommen habe. Ausschlaggebend sei dabei gewesen, dass die 

Beschwerdeführerin zur Zeit an acht Grossaufträgen des Kantons beteiligt sei 

und zudem auch den Auftrag „Korrektion …“ erhalten habe. Dort sei der 

Einsatz der gleichen Poliere wie beim vorliegend streitigen Auftrag 

vorgesehen. Auf Nachfrage hin habe sich dann gezeigt, dass beim Auftrag … 

für einen der beiden Poliere ein anderer Schichtführer eingesetzt und der 

vorliegende Auftrag allenfalls durch einen Bauführer betreut werden sollte. Da 

eine saubere Projektabwicklung auch kostenmässig von grosser Bedeutung 

sei und die Beschwerdeführerin beim Einsatz ihres Kaderpersonals wohl 

Mühe habe, sei die Vergabe an die Beschwerdegegnerin 2 erfolgt.

4. Die … AG beantragte in seiner Vernehmlassung ebenfalls Abweisung der 

Beschwerde. Sie bringt im Wesentlichen die gleichen Argumente wie die 

Regierung vor. Überdies macht sie noch geltend, dass die 

Beschwerdeführerin nur die Mitteilung des kantonalen Tiefbauamtes vom 30. 

März 2005, nicht aber den Regierungsbeschluss vom 22. März 2005 an sich 

angefochten habe. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Beschwerdegegnerin 2 macht vorweg geltend, die Beschwerdeführerin 

fechte die Verfügung vom 30. März 2005 an. An jenem Datum sei aber gar 

keine Verfügung ergangen. Das Tiefbauamt habe damit lediglich die bereits 

mit Regierungsbeschluss vom 22. März 2005 erfolgte Arbeitsvergabe 

mitgeteilt. Anfechtungsobjekt könne aber nur der Vergabeentscheid an sich 

und nicht die Mitteilung sein, weil durch letztere die Beschwerdeführerin nicht 

beschwert werde. Nachdem nur die Mitteilung vom 30. März 2005, nicht aber 

der Entscheid vom 22. März 2005 angefochten worden sei, sei von Amtes 

wegen zu prüfen, ob auf die von einem Anwalt verfasste Beschwerde 

überhaupt eingetreten werden dürfe. Ihr Einwand geht bereits im Ansatz fehl.

Auszugehen ist von Art. 23 SubG „Eröffnung des Zuschlages“. Danach ist der 

Zuschlag kurz zu begründen und mit Rechtsmittelbelehrung gleichzeitig allen 

Anbieter zu eröffnen (Abs. 1); der Auftraggeber kann die Mitteilungsbefugnis 

intern delegieren (Abs. 2). Massgebend ist ferner Art. 25 SubG. Danach kann 

gegen Verfügungen des Auftraggebers Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

erhoben werden (Abs. 1), wobei der Zuschlag von Gesetzes wegen als durch 

Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gilt (vgl. Abs. 2 lit. c). 

Im Lichte dieser Bestimmungen betrachtet erhellt nun, dass das kantonale 

Tiefbauamt zufolge interner Delegation (Auftraggeber: Regierung; 

Mitteilungsbefugnis delegiert an Amtsstelle) befugt war den Zuschlag zu 

eröffnen und dass die am 30. März 2005 versandte „Mitteilung 

Auftragsvergabe“ (enthaltend u.a. die verlangte [wenn auch i.c. äusserst] 

kurze Begründung und die Rechtsmittelbelehrung) submissionsrechtlich den 

Zuschlag darstellt. Weil der Zuschlag von Gesetzes wegen als selbständig 

anfechtbare Verfügung gilt, und diese (mithin die Vergabe) ist erst mit dem 

erwähnten Schreiben eröffnet worden, konnte auch erst dagegen ein 

Rechtsmittel (Beschwerde ans Verwaltungsgericht) erhoben werden. Dass 

die Regierung die Vergabe bereits anlässlich ihrer Sitzung vom 22. März 2005 

beschlossen hat, ist submissionsrechtlich daher ohne Belang. Auf die frist- 

und formgerecht eingerechte Beschwerde gegen die Mitteilung der Vergabe 

vom 30. März 2005 kann daher, nachdem auch die übrigen 

Sachurteilsvoraussetzungen zu keinen Bemerkungen Anlass geben, 

eingetreten werden.

2. Vorweg rechtfertigen sich einige wenige Bemerkungen zu dem von der 

Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwand der mangelhaften Begründung 

des Vergabeentscheides. Wie sich dem angefochtenen Entscheid ohne 

weiteres entnehmen lässt, hat die Regierung die Vergabe lediglich mit der 

Bemerkung  „Gleichwertiges Angebot“ begründet, ohne sich aber auch nur 

kurz dazu zu äussern, weshalb trotz Gleichwertigkeit (gleicher Benotung bei 

allen Kriterien) dann doch das (um Fr. 15'000.--) teurere Angebot zum Zuge 

kam. In ihrer Vernehmlassung hat die Regierung denn auch eingestanden, 

dass die Begründung wohl zu kurz erfolgt sei. Insofern steht der Entscheid in 

Widerspruch zu der sich bereits aus Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 23 Abs. 1 SubG 

ergebenden (wenigstens summarischen) Begründungspflicht und der 

Einwand der Beschwerdeführerin erweist sich als berechtigt. 

Im konkreten Fall gehen nun die Parteien übereinstimmend (und im Einklang 

mit der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, vgl. VGU U 03 41) davon 

aus, dass der Mangel in der Begründungsdichte nachträglich geheilt worden 

ist. Auf entsprechende Nachfrage hin hat das zuständige Departement 

nämlich der Beschwerdeführerin während laufender Rechtsmittelfrist die 

Gründe für die streitige Vergabe erläutert (wobei ihr dort vor allem der 

Umstand entgegengehalten wurde, dass sie gleichentags ja den Zuschlag für 

den zweiten Baumeisterauftrag der Umfahrung … erhalten habe) und im 

Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht hat die Regierung die Gründe 

und Überlegungen, welche zur angefochtenen Vergabe führten, noch 

präzisiert und detailliert „nachgereicht“. Dass das „Nachschieben“ von 

Überlegungen, welche zum angefochtenen Entscheid führten, unter 

Beachtung der sich aus Verfassung und Gesetz ergebenden 

verfahrensrechtlichen Vorgaben und Grenzen im Beschwerdeverfahren 

zulässig ist, ist notorisch. Dies gilt umso mehr, als selbst eine falsche oder 

unzureichende Begründung noch nicht zwingend zur Konsequenz hätte, dass 

der Vergabeentscheid auch im Ergebnis rechtswidrig wäre, weil das 

Verwaltungsgericht nach dem im Verwaltungsprozess geltenden Grundsatz 

der Rechtsanwendung von Amtes wegen einen Entscheid auch mit einer von 

der Vorinstanz abweichenden Begründung bestätigen kann. Es kann mit 

anderen Worten seinen Entscheid anders begründen als die Vorinstanz und 

eine falsche Begründung durch die von ihm als richtig erachtete ersetzen, 

selbst wenn es letztlich zum gleichen Ergebnis gelangt (sog. Substitution der 

Motive; vgl. BGE 122 I 262; BVR 1996 S. 47; U 01 26). Dürfen die für den 

Vergabeentscheid massgebenden Überlegungen erst in ihrer 

Vernehmlassung im Beschwerdeverfahren „nachgeschoben“ werden und war 

es der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin möglich, den 

Vergabeentscheide nachzuvollziehen und beim angerufenen Gericht 

sachgerecht anzufechten, bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz bei der 

Auftragsvergabe betreffend Ingenieurarbeiten im Ergebnis tatsächlich auf das 

wirtschaftlich günstigste Gesamtangebot abgestellt hat.

3. a) Die allgemeinen submissionsrechtlichen Ziele und Grundsätze gewährleisten 

den Anbietern einerseits die Durchführung eines fairen, rechtsgleichen und 

diskriminierungsfreien sowie auch transparenten und wirksamen 

Wettbewerbes und ermöglichen es andererseits der öffentlichen Hand, das 

jeweils wirtschaftlich günstigste Angebot anzunehmen (Grundsatz der 

wirtschaftlichen Verwendung öffentlicher Mittel). Der wirksame Wettbewerb 

dient dabei nicht nur den Interessen der Anbieter, sondern soll ebenso sehr 

die effiziente Verwendung der öffentlichen Mittel garantieren. Das revidierte 

Beschaffungsrecht zielt sogar vor allem darauf ab, durch eine Liberalisierung 

des öffentlichen Beschaffungswesens den wirtschaftlichen Einsatz der 

öffentlichen Mittel zu fördern (Stöckli [Hsg.], Das Vergaberecht der Schweiz, 

5.A., S. 19). Die vorliegend unbestritten anwendbaren Bestimmungen des 

SubG und der SubV dienen der Verwirklichung und der Konkretisierung der 

erwähnten Zielsetzungen.

b) Gemäss Art. 21 Abs. 1 SubG erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den 

Zuschlag. Kriterien zur Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots 

sind insbesondere Qualität, Preis, Erfahrung, Zweckmässigkeit, Termine, etc. 

(vgl. die nicht abschliessende Aufzählung in Abs. 2). Der Auftraggeber gibt in 

der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die zur 

Anwendung gelangenden Zuschlagskriterien mit ihrer Gewichtung oder der 

Reihenfolge ihrer Bedeutung bekannt (Abs. 3). Für die Beurteilung der 

Angebote sind nur die in den Vergabeunterlagen oder in der Ausschreibung 

gemäss Art. 11 lit. j SubV enthaltenen Zuschlagskriterien massgebend. Dort 

nicht angeführte Kriterien dürfen deshalb nicht berücksichtigt werden, weil die 

Anbieter ihre Angebote nicht auf nicht genannte Kriterien ausrichten können. 

Sie dürfen sich darauf verlassen, dass für die Vergabebehörde nur die 

auftragsbezogen in den Ausschreibungsunterlagen oder der Ausschreibung 

genannten Vergabekriterien entscheidrelevant sind. Gemäss der eben 

zitierten Bestimmung sind die Zuschlagskriterien in der Ausschreibung bzw. 

in den Vergabeunterlagen zu gewichten oder es ist die Reihenfolge ihrer 

Bedeutung bekannt zu geben. Vorliegend sind die massgebenden 

Zuschlagskriterien unbestrittenermassen im Voraus bekannt gegeben und 

gewichtet (Preis/Preiswahrheit: 50%; Bauablauf/Termine: 25%; Qualität: 

25%) worden. Zu prüfen ist nun, ob die Vergabe im Sinne der eben gemachten 

Ausführungen an das wirtschaftlich günstigste Angebot nach Art. 21 Abs. 1 

SubG erteilt worden ist. 

c) Vorliegend haben die beiden erstrangierten Anbieter für jedes Kriterium und 

insgesamt genau die gleiche Bewertung (gewichtete Punkte: 2.50) erhalten 

und sie sind denn auch von der Vergabebehörde als gleichwertig erachtet 

worden. Dass das Angebot der Beschwerdeführerin um rund Fr. 15'000.--  

(0,8% der Vergabesumme) günstiger war, hatte angesichts des von der 

Vorinstanz angewendeten, und von der Rechtsprechung (vgl. VGU U 03 92, 

auszugsweise publiziert in PVG 2003 Nr. 30) als für zulässig erachteten 

Stufenprinzipes (-0,25 Punkte pro 2% Preisdifferenz) keinen Einfluss auf die 

Bewertung: Die beiden Offerten erreichten mithin dieselbe Punktezahl. Auch 

wenn zwei (oder mehrere) Angebote dieselbe Punktzahl erhalten, muss die 

Vergabeinstanz einem der Anbieter den Zuschlag erteilen. Wie bei solchen 

Ausgangslagen vorzugehen ist, hat das Verwaltungsgericht u.a. eben zitierten 

Urteil ausgeführt:

„Vor eine solche Situation gestellt, darf die Vergabebehörde den Zuschlag 
jedoch nicht einfach nach freier Wahl erteilen. Vielmehr hat sie nach 
pflichtgemässem Ermessen aufgrund sachlicher Überlegungen zu prüfen, 
welches der beiden gleich rangierten Angebote das wirtschaftlich günstigere 
ist. Diese Beurteilung muss sich jedoch innerhalb der in der Ausschreibung 
genannten Zuschlagskriterien bewegen, da es nicht zulässig ist, auf nicht 

vorgängig bekannt gegebene Kriterien abzustellen. So ist es denkbar, dass 
eines der insgesamt gleich benoteten Angebote einen leichten Preisvorteil 
vorweist und das andere bei der Qualität etwas besser abschneidet. Hier ist 
es durchaus zulässig, dass die Vergabebehörde das etwas teurere, aber 
qualitativ bessere Angebot auswählt. Voraussetzung ist aber auch dann, dass 
die Preisdifferenz nicht nur relativ, sondern auch absolut geringfügig ist. So 
verhielt es sich in dem von der Vorinstanz angeführten VGU U 02 58, wo der 
Preisunterschied äusserst gering war und das etwas teurere Angebot einen 
leichten Qualitätsvorteil aufwies.“
Vorliegend beträgt die Preisdifferenz zwischen dem Angebot der 

Beschwerdeführerin und der bevorzugten Firma 0,8 % oder Fr. 15'000.--. Mit 

den Parteien ist davon auszugehen, dass eine Preisdifferenz von 0,8 % 

gemessen am Auftragsvolumen von rund 1,9 Mio Fr. als relativ qualifiziert 

werden kann. Hingegen bedeutet dies nicht, dass eine Preisdifferenz von 

immerhin Fr. 15'000.--  gleichzeitig auch gerade noch als absolut geringfügig 

betrachtet werden kann. Der Umstand, dass das Verwaltungsgericht (so u.a. 

im oben erwähnten VGU) die vom Tiefbauamt angewendeten 2%-Schritte in 

der Stufenskala als rechtmässig qualifiziert hat, bedeutet jedenfalls nicht, dass 

Preisdifferenzen innerhalb dieser Stufen generell als relativ und absolut 

gleichwertig betrachtet werden dürften. Eine solche generelle 

Betrachtungsweise zielt viel zu kurz und würde letztlich wohl dazu führen, 

dass das Preiskriterium, dem gemäss Ausschreibung (und Praxis, vgl. VGU 

U 02 89) ja eine vorrangige Bedeutung zukommt (vorliegend: 50%), bei 

Vorliegen zweier (oder mehrerer) gleichwertiger Angebote in 

submissionsrechtlich unvertretbarer Weise unterlaufen würde. Die Frage, ob 

eine Preisdifferenz absolut gleichwertig ist oder nicht, lässt sich daher nicht in 

generell-abstrakter Weise beantworten. Entscheidend sind die Differenzen im 

Vergleich mit dem Auftragsvolumen im Einzelfall. Bei einem Auftragsvolumen 

wie dem vorliegenden fehlt es einer Preisdifferenz von Fr. 15'000.--  am 

Element der absoluten Geringfügigkeit, weshalb sich die angefochtene 

Vergabe bereits aus dieser Sicht als unrechtmässig erweist.

d) Selbst wenn man nun aber die Preisdifferenz noch als absolut geringfügig 

betrachten würde – wofür aufgrund des eben Dargelegten aber kein Anlass 

besteht – müsste die angefochtene Vergabe aufgehoben werden. Auch 

gleichwertigen Angeboten, in denen selbst die Preisdifferenz sowohl relativ 

als auch absolut geringfügig ist, dürfen nach der oben zitierten 

Rechtsprechung nur die bereits in der Ausschreibung resp. den 

Ausschreibungsunterlagen genannten Zuschlagskriterien herangezogen 

werden. Welches Zuschlagskriterium im Falle von gleichwertigen Angeboten 

das Schlüsselkriterium ist im Einzelfall nach Massgabe der übergeordneten 

Grundsätze zu prüfen, wobei in aller Regel der Preis, dem nach konstanter 

Praxis des Verwaltungsgerichtes die vorrangige Bedeutung zukommen muss, 

ausschlaggebend sein wird. Dies insbesondere in jenen, wohl äusserst 

seltenen Fällen, wo die Offertbewertung wie vorliegend bei allen Kriterien, 

nebst dem Preiskriterium [50%] also auch bei den übrigen vergaberelevanten 

Kriterien (vorliegend „Bauablauf/Termine“ [25%] und „Qualität“ [25%]), die 

genau gleiche Benotung ergab. Unbestritten ist, dass die noch während der 

laufenden Rechtsmittelfrist vorgebrachte (politisch durchaus 

nachvollziehbare) Überlegung der Berücksichtigung anderer Vergaben im 

Zusammenhang mit der Vergabe … submissionsrechtlich unzulässig ist. 

Unbehelflich sind aber auch die von der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren 

nachgereichten Überlegungen hinsichtlich der angeblichen Unterschiede 

beim Kriterium „Bauablauf/Termine“ und „Qualität“. Die Argumentation 

überzeugt bereits deshalb nicht, weil wenn z.B. wegen des Personaleinsatzes 

auf mehreren Baustellen ein vergaberelevantes Risiko von Terminproblemen 

mit daraus resultierenden Mehrkosten bestünde, hätten diese Risiken 

zwingend bereits bei der Benotung berücksichtigt werden müssen. Bei der 

Benotung der Zuschlagskriterien „Bauablauf/Termine“ und „Qualität“ ist die 

Beschwerdeführerin wie die bevorzugte Firma auch mit der Note 2 (entspricht 

den Anforderungen) bewertet worden. Der Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin bereits an weiteren laufenden Grossaufträgen des 

Kantons beteiligt ist, musste den beteiligten Stellen und der Vorinstanz längst 

bekannt sein und dürfte im Übrigen wohl auch auf andere Firmen zutreffen. 

Nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Beschwerdeführerin wegen der 

personellen Beanspruchung ihrer Poliere nicht mehr in der Lage sein soll, 

Gewähr für eine korrekte, termin- und kostengerechte Abwicklung des 

Auftrags zu bieten. Die in diese Richtung zielenden Ausführungen der 

Vorinstanz erscheinen als gesucht und wenig glaubhaft. Sie sind jedenfalls 

nicht geeignet, den vorgenommenen Zuschlag zu rechtfertigen. 

e) Insgesamt betrachtet erweit sich der angefochtene Zuschlag im Lichte von 

Art. 21 SubG betrachtet als unrechtmässig. Die Beschwerde ist daher 

gutzuheissen, der angefochtene Zuschlagsentscheid vom 30. März 2005 

aufzuheben und der Zuschlag für den streitigen Auftrag direkt an die 

Beschwerdeführerin zum Preis von Fr. 1'879'301.25 (inkl. MWSt) zu 

vergeben.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten je zur Hälfte zulasten der 

Beschwerdegegnerinnen, welche überdies im selben Verhältnis die anwaltlich 

vertretene Beschwerdeführerin angemessen zu entschädigen haben. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Zuschlagsentscheid 

vom 30. März 2005 aufgehoben und der Zuschlag für den Auftrag 

„Baumeister- und Belagsarbeiten …, …strasse Umfahrung …, …“ zum Preis 

von Fr. 1'879'301.25 (inkl. MWSt) an die … AG erteilt.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 6'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 252.--

Zusammen Fr. 6'252.--

gehen je zur Hälfte zulasten des Kantons Graubünden (Regierung) und der 

Bauunternehmung …. Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen 

seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Der Kanton Graubünden (Regierung) und die Bauunternehmung … haben die 

anwaltlich vertretene … AG aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 3'000.--  (je 

Fr. 1'500.--) zu entschädigen.