# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec1c128e-57dd-5a98-bc2f-8ab0dc124e19
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-29
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** ST.2015.43
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2015_43_vf.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2015.43 

Entscheid 

 29. Mai 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Christina Hefti 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B,    

Nr. 1 vertreten durch Taxalis Treuhand AG,  
Rudolfstrasse 37, Postfach 2097, 8401 Winterthur,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

Rekurrenten,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2012 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist von Beruf Architekt und als solcher selbst-

ständig  erwerbstätig.  Daneben  ist  er  alleiniger  Inhaber  der  200  Stammanteile  der  C 

GmbH  in  der  Gemeinde  D  mit  einem  Nennwert  von  insgesamt  Fr.  20'000.-.  In  der 

Steuererklärung 2012 gab er den Wert dieser Anteile mit Fr. 2'279'000.- und eine von 

der Gesellschaft ausgeschüttete Dividende von Fr. 550'000.- an. Das deklarierte steu-

erbare  Einkommen  lautete  auf  Fr. 700'600.-  (satzbestimmend  Fr.  705'400.-)  und  das 

steuerbare Vermögen auf Fr. 2'654'000.- (satzbestimmend Fr. 2'777'000.-). 

Der Steuerkommissär schätzte den Pflichtigen und seine Ehefrau  B (nachfol-

gend die Pflichtigen) demgegenüber für die Steuerperiode 2012 am 27. Mai 2014 mit 

einem steuerbaren Einkommen von Fr. 700'200.- (satzbestimmend Fr. 705'400.-), da-

von  Fr.  550'000.-  aus  qualifizierter  Beteiligung,  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen 

von Fr. 7'312'000.- (satzbestimmend Fr. 7'476'000.-) ein. Dabei setzte er den Wert der 

C GMBH-Stammanteile auf Fr. 34'890.- pro Stück, entsprechend Fr. 6'978'000.- insge-

samt fest. 

B. Mit Einsprache vom 30. Juni 2014 liessen die Pflichtigen beantragen, den 

Wert  der  C  GMBH-Stammanteile  dem  Substanzwert  entsprechend  gemäss  Steuerer-

klärung auf Fr. 2'279'000.- festzusetzen. Das steuerbare Einkommen blieb unbestritten. 

Das  kantonale  Steueramt  wies  die  Einsprache am  12.  November  2014  bezüglich  der 

Bewertungsfrage  ab,  unterliess  dabei  jedoch  gleichzeitig  die  Besteuerung  der  ausge-

schütteten Dividende als Ertrag aus qualifizierter Beteiligung. 

C. Mit Rekurs vom 13. Februar 2015 verfochten die Pflichtigen den Wert der C 

GMBH-Stammanteile  mit  Fr.  4'854'000.-,  entsprechend  dem  Mittel  aus  der  einfachen 

Gewichtung  des  Substanzwerts  und  der  0,7-fachen Gewichtung des  Ertragswerts  der 

C  GMBH.  Zudem  beantragten  sie  die  privilegierte  Besteuerung  der  ausgeschütteten 

Dividende. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  12.  März  2015  auf  teilweise  Gutheis-

sung des Rekurses, indem es die privilegierte Besteuerung der Dividende anerkannte, 

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jedoch an der Bewertung der C GMBH-Stammanteile festhielt. 

In  Replik  und  Duplik  kam  es  hinsichtlich  der  einzig  noch  streitigen  Bewer-

tungsfrage zu keiner Annäherung der Parteien. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  Das  steuerbare  Vermögen  bemisst  sich  nach  dem  Stand  am  Ende  der 

Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Das Vermö-

gen – und damit insbesondere auch das Wertschriftenvermögen – wird zum Verkehrs-

wert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG sowie § 39 Abs. 2 StG e contrario). Massgeblich für die 

Bestimmung  des  Verkehrswerts  ist  dabei  eine  "technisch-"  bzw.  "rechtlich-objektive" 

und  nicht  eine  "subjektiv-wirtschaftliche"  Betrachtungsweise  (RB  1998  Nr.  140,  1989 

Nr. 26).  

b)  Der  Verkehrswert  nichtkotierter  Wertpapiere  –  um  solche  handelt  es  sich 

bei den Stammanteilen der C GMBH – ist gemäss Ziff. B.I.2. der Weisung der Finanz-

direktion 12. November 2010 (ZStB I Nr. 22/201) nach der Wegleitung der Schweizeri-

schen Steuerkonferenz (SSK) zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die 

Vermögenssteuer  (Kreisschreiben  Nr.  28  vom  28.  August  2008;  www.steuer-

konferenz.ch,  nachfolgend  Wegleitung)  zu  ermitteln.  Davon  ist  nach  der  Rechtspre-

chung nur dann abzuweichen, wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswerts dies 

gebietet (StE 1999 B 52.41 Nr. 2; im Ergebnis ebenso das Bundesgericht in StE 1997 

B 22.2 Nr. 13). 

Gemäss Randziffer (Rz) 2 Abs. 4 Wegleitung entspricht der Verkehrswert von 

nichtkotierten Wertpapieren, für die keine Kursnotierungen bekannt sind, dem inneren 

Wert.  Er  wird  nach  den  Bewertungsregeln  der  Wegleitung  in  der  Regel  als  Fortfüh-

rungswert  berechnet.  Privatrechtliche  Verträge  wie  beispielsweise  Aktionärbindungs-

verträge, welche die Übertragbarkeit der Wertpapiere beeinträchtigen, sind für die Be-

wertung  unbeachtlich.  Bei  der  Bewertung  stehen  Ertrags-  und  Substanzwert  des 

Unternehmens im Vordergrund: 

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c)  Der  Unternehmenswert  von  Handels-,  Industrie-  und  Dienstleistungsunter-

nehmen  ergibt  sich  gemäss  Rz  34  Wegleitung  aus  der  zweimaligen  Gewichtung  des 

Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanzwerts zu Fortführungswer-

ten.  Zwar  bezieht  sich  diese  Art  der  Bewertung,  welche  auch  "Praktikermethode"  ge-

nannt  wird,  auf  Aktiengesellschaften,  jedoch  werden  Gesellschaften  mit  beschränkter 

Haftung  (GmbH)  nach  den  gleichen  Grundsätzen  bewertet  (Rz  49  Wegleitung).  Die 

Bewertung  ist  tendenziell  auf kleinere Unternehmen  zugeschnitten  (BGr,  18.  Septem-

ber 2013, 2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch). In Ergänzung hierzu nimmt 

die SSK  in  Ziff.  5 des  Kommentars  zur Wegleitung  Stellung  zur  Bewertung  einer Ge-

sellschaft mit nicht bzw. nur schwer veräusserbarem, von der Leistung einer Einzelper-

son abhängigem Ertragswert: Wird die Wertschöpfung allein vom Mehrheitsbeteiligten 

erzielt und wird mit Ausnahme von wenigen Hilfskräften für die Administration und Lo-

gistik  kein  weiteres  Personal  beschäftigt,  kann  die  Bewertungsstelle  dies  auf  Antrag 

der  Unternehmung  berücksichtigen,  indem  der  Ertragswert  und  der  Substanzwert  je 

einfach gewichtet werden. 

Im  Gründungsjahr  und  in  der  Zeit  der  Aufbauphase  sind  Handels-,  Industrie- 

und  Dienstleistungsunternehmen  dagegen  nach  dem  Substanzwert  zu  bewerten 

(Rz 32 Wegleitung). Für reine Holding-, Vermögensverwaltungs- und Finanzierungsge-

sellschaften sowie Immobiliengesellschaften richtet sich der Unternehmenswert eben-

falls nach dem Substanzwert (Rz 38 bzw. 42 Wegleitung). Massgebend für die Bewer-

tungsmethodik ist dabei nicht so sehr der statutarische Zweck, sondern die tatsächlich 

ausgeübte Tätigkeit der Gesellschaft (Rz 6 Wegleitung).  

Die Berücksichtigung des Ertragswerts ist immer dann angezeigt, wenn nicht 

primär  das  aktuelle  Vermögen  eines  Unternehmens,  sondern  die  Wahrscheinlichkeit 

künftiger Gewinne bzw. Verluste, d.h. die Ertragskraft, für den Wert einer Gesellschaft 

entscheidend ist. Auf operativ tätige Unternehmen trifft dies regelmässig zu, nicht aber 

auf Gesellschaften,  die sich in erster  Linie auf  das  Halten  und Verwalten  von  Vermö-

gen  beschränken,  für  die  daher  die  Substanzwertmethode  Anwendung  findet  (BGr, 

12. Juni 2009, 2C_800/2008, www.bger.ch).  

Diese  Methoden  gelten nach  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  als  zuver-

lässig  zur  Bestimmung  des  Verkehrswerts,  da  in  ihr  die  Überlegungen,  die  für  die 

Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend 

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sind,  zum  Ausdruck  kommen  (BGr,  18.  September  2013,  2C_309/2013  und 

2C_310/2013, www.bger.ch).  

Die  Wegleitung  beruht  auf  der  Überlegung,  dass  der  Verkehrswert  der  nicht 

regelmässig gehandelten  Aktien  – gleich wie  der  in  den offiziellen  Börsennotierungen 

zum Ausdruck kommende Verkehrswert kotierter Aktien – erfahrungsgemäss vom bis-

herigen und zu erwartenden Ertrag in Form von Dividenden und anderen Gewinnantei-

len sowie von der Ertragsintensität der Gesellschaft abhängt und durch weitere Fakto-

ren  der  Gesellschaft  (Vermögen,  Liquidität,  Stabilität  etc.)  beeinflusst  wird  (BGr, 

4. November  1987  =  StE  1988  B  72.13.22  Nr.  10).  Die  Wegleitung  beschränkt  sich 

beim Ertrag auf die Berücksichtigung der bisher erzielten Gewinne und lässt zukünftige 

Ertragsaussichten  ausser  Acht,  was  zulässig 

ist  (StRK 

I,  25.  Januar  2007, 

1 ST.2006.296 sowie Irene Blumenstein, in: ASA 44, 346 ff., insb. 348). Immerhin ist – 

wie  in  den  vorgängigen  Wegleitungen  –  gleichwohl  vorgesehen,  dass  ausserordentli-

che, am Stichtag bereits ersichtliche zukünftige Verhältnisse angemessen berücksich-

tigt werden können (Rz 8 Abs. 3 Wegleitung). Die Beurteilung dieser künftigen Verhält-

nisse  hat  dabei  immer  aus  Sicht  des  Bewertungsstichtags  zu  erfolgen  und  nicht  aus 

einer  späteren  Sicht,  z.B.  der  zeitlich  verzögerten  Einschätzung.  Substanziierung  und 

Nachweis dieser Verhältnisse ist dabei Sache der Steuerpflichtigen, da die Bewertung 

aufgrund der Wegleitung (= Mittel aus dem gewichteten Ertrags- und Substanzwert des 

Unternehmens) für die zutreffende Vermutung streitet, sie gebe den Verkehrswert rich-

tig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert zu leistende Nachweis als erbracht 

gilt und es am Steuerpflichtigen liegt, den Gegenbeweis anzutreten. 

2. a) Bei der C GMBH handelt es sich um eine bereits am 27. November 1995 

gegründete  Gesellschaft,  die  ein  Architekturbüro  betreibt  (aktueller  Handelsregister-

auszug).  Die  Pflichtigen  machen  nicht  geltend,  diese  Zweckumschreibung  gemäss 

Handelsregistereintrag entspreche nicht der effektiv ausgeübten Tätigkeit oder die Ge-

sellschaft  stehe  noch  in  der  Aufbauphase.  Demnach  fällt  die  Bewertung  zum  Sub-

stanzwert  ausser  Betracht,  wie  sie  die  Pflichtigen  noch  in  der  Einsprache  verfochten 

haben.  Denn  die  C  GMBH  gilt  als  operativ  tätige  Gesellschaft,  bei  der  es  für  die  An-

teilsinhaber – wie bei solchen Gesellschaften üblich – primär auf die Ertragskraft, d.h. 

auf die künftigen Gewinn- und Verlustmöglichkeiten ankommt. 

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Nicht anders verhalten kann es sich daher auch bei einem Erwerber von An-

teilen solcher Gesellschaften, d.h. ist auch bei diesem für die Bewertung der Anteile in 

erster Linie massgebend, ob und inwiefern die zu erwerbenden Titel eine Rendite ab-

werfen. 

Anzuwenden ist daher nach dem Gesagten die erwähnte "Praktikermethode", 

d.h.  die  Ermittlung  des  Verkehrswerts  aufgrund  des  gewichteten  Mittels  aus  Ertrags- 

und  Substanzwert  des  Unternehmens.  Gemäss  Wegleitung  ist  dabei  der  Ertragswert 

zweimal  und  der  Substanzwert  einmal  zu  gewichten.  Grundlage  für  die  Bestimmung 

des Ertragswerts bilden dabei in der Regel die zwei letzten vor dem bzw. am massge-

benden  Bewertungsstichtag  abgeschlossenen  Jahresrechnungen  (Rz  7  Wegleitung). 

Als Ertragswert ist der kapitalisierte ausgewiesene Reingewinn dieser zwei Geschäfts-

jahre  heranzuziehen,  wobei  der  Reingewinn  des  letzten  Geschäftsjahres  doppelt  ge-

wichtet  wird  (Modell  1).  Alternativ  können  die  letzten  drei  Geschäftsjahre  herangezo-

gen werden (Modell 2). 

Da zum Zeitpunkt der Einschätzung der Titelinhaber die aktuelle Jahresrech-

nung der zu bewertenden Gesellschaft meistens noch ausstehend ist, können auch die 

Vorjahres-Steuerwerte zur Anwendung gelangen, sofern die Gesellschaft im aktuellen 

Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat (Rz 4 Wegleitung).  

b) Diesem Vorgehen widersetzten sich die Pflichtigen noch in der Einsprache, 

indem  sie  die  Bewertung  zum  Substanzwert  bzw.  nach  einer  andern  Methode,  etwa 

der so genannten DFC-Methode (= Discounted Cashflow-Methode) verfochten und die 

"Praktikermethode"  in  verschiedener  Hinsicht  als  veraltet,  d.h.  nicht  dem  aktuellen 

Stand  der  Wissenschaft  entsprechend,  ablehnten.  Zur  Begründung  brachten  sie  vor, 

auch  das  Bundesgericht  argumentiere in diese  Richtung,  indem  es  in einem  neueren 

Urteil festgehalten habe, dass sich die "Praktikermethode" für steuerliche Zwecke nicht 

werde halten lassen, sobald ein Unternehmen spezifischere Methoden anwende. Das 

oberste Gericht  gehe  davon  aus,  dass  der  Einsatz  neuerer  Methoden,  z.B.  der  DFC-

Methode, zu einer treffenderen Bestimmung des Unternehmenswerts führe. 

Die  Pflichtigen  übersehen,  dass  es  im  angesprochenen  Bundesgerichtsurteil 

vom 18. September 2013 (2C_309/2013 und 2C_310/2013, www.bger.ch) nicht – wie 

hier – um die Beteiligungsbewertung einer natürlichen Person für die Vermögenssteu-

er,  sondern  um  diejenige  einer  juristischen  Person  für  die  Gewinn-  und  Kapitalsteuer 

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gegangen ist. Das Bundesgericht hielt für die vorliegend allein interessierende erstere 

Kategorie  von  Steuerpflichtigen  unter  Verweis  auf  seine  Rechtsprechung  zudem  aus-

drücklich fest, dass es sich für diese Bewertung stets an der streitigen Wegleitung ori-

entiere.  Mithin  besteht  auch  für  das  Steuerrekursgericht  vorliegend  kein  Anlass,  von 

der  Bewertungsmethodik  gemäss  Wegleitung  abzuweichen.  Dies  insbesondere  auch 

deshalb, weil eine Methode, die – wie die DFC-Methode – von den Zukunftserwartun-

gen der zu bewertenden Unternehmung ausgeht, weitgehend auf subjektiven und des-

halb nur schwer überprüfbaren Einschätzungen basiert und daher für das Massenver-

anlagungsgeschäft  mit  den 

in 

jeder  Steuerperiode  zu 

treffenden  unzähligen 

Bewertungen  der  deklarierten  Wertpapiere  geradezu  als  untauglich  erscheint.  Die 

Weglassung  der  zukünftigen  Ertragsaussichten  und  die  Berücksichtigung  nur  der  er-

zielten Gewinne gemäss Wegleitung beruht zudem auf einem Gutachten, das eine von 

der  Schutzorganisation  der  privaten  Aktiengesellschaften  beauftragte  Expertenkom-

mission  erarbeitet  hatte  und  in  Lehre  sowie  Steuerpraxis  zustimmend  aufgenommen 

wurde (Irene Blumenstein, Besprechung des Gutachtens in ASA 44, 346 ff., insb. 348; 

Erhard Jost, Die Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer, 

ASA 44, 353 ff.; vgl. auch Der Schweizer Treuhänder, 9/2009, S. 605 und Carl Helb-

ling, Unternehmensbewertung und Steuern, 9. A., 1998, S. 132 und 167). Da die Pflich-

tigen sodann auch keine ausserordentlichen, am Stichtag bereits ersichtlichen zukünf-

tigen  Verhältnisse,  die  nach  Rz  8  Abs.  3  Wegleitung  angemessen  berücksichtigt 

werden könnten, geltend machen, ist auch im vorliegenden Verfahren für die Ertrags-

wertberechnung auf die bisher erzielten Gewinne der C GMBH und nicht die zukünfti-

gen Gewinnaussichten abzustellen. 

Dem stimmen denn auch die Pflichtigen im Rekurs dem Grundsatz nach nun-

mehr  zu,  plädieren  sie  doch  nun  selber für  einen  Einbezug  des  auf  den Vorjahresab-

schlüssen basierenden Ertragswerts der C GMBH, wenn auch nur mit dem Faktor 0,7. 

c)  Das  kantonale  Steueramt  ermittelte  den  Ertragswert  auf  Basis  der  Ergeb-

nisse  der  Geschäftsjahre  2009/10  und  2010/11  von  Fr.  801'240.-  bzw.  Fr.  843'289.-. 

Dies entspricht den gemäss RZ 7 Wegleitung für die Bewertung per Ende 2011 mass-

gebenden Zahlen und ergäbe somit den für die vorliegend nicht streitbetroffene Steu-

erperiode  2011  massgebenden  Wert  pro  Stammanteil  von  Fr.  34'890.-.  Für  die  hier 

interessierende  Steuerperiode  2012  an  sich  korrekt  wäre  das  Abstellen  auf  die  Ab-

schlüsse  2010/11  und  2011/12,  was  zu  einem  höheren  Wert  von  Fr. 40'630.-  pro 

Stammanteil führte. Von einer entsprechenden Anhebung der Bewertung ist indessen 

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abzusehen, da das kantonale Steueramt bei den Pflichtigen schon in den Vorperioden 

stets die Vorjahressteuerwerte verwendete, letztere ebenfalls mit den entsprechenden 

Abschlusszahlen operieren und auch die Wegleitung in Rz 4  ausnahmsweise ein Ab-

stellen auf die Vorjahreswerte zulässt. Damit ist der getroffenen Bewertung aus Grün-

den der Kontinuität zu folgen. 

d)  aa)  Die  Pflichtigen  beantragen  sodann,  den  Ertragswert  nicht  zweimal, 

sondern nur  0,7 Mal  zu  gewichten.  Dies widerspricht  der Wegleitung  insofern,  als  sie 

die  doppelte  Gewichtung  dieses Werts  vorsieht  und  gemäss  Praxis  bzw.  Kommentar 

zur  Wegleitung  ausnahmsweise  die  einfache  Gewichtung  nur  zulässig  ist,  wenn  der 

Ertragswert nicht bzw. nur schwer veräusserbar ist, weil er von der Leistung einer Ein-

zelperson abhängig ist. Voraussetzung für die bloss einfache Gewichtung des Ertrags-

werts bildet nach dem Gesagten, dass die Wertschöpfung allein vom Allein-/Mehrheits-

beteiligten  erzielt  und  mit  Ausnahme  von  wenigen  Hilfskräften  für  die  Administration 

und Logistik kein weiteres Personal beschäftigt wird.  

Allgemein betrachtet, stellt die starke Personenbezogenheit gerade bei KMU-

Unternehmen,  auf  welche  Gesellschaftskategorie  die  Wegleitung  ausgerichtet  ist, 

nichts  Aussergewöhnliches,  sondern  die  Regel  dar  und  wird  daher  auch  nicht  mittels 

eines  Einschlags  berücksichtigt  (StGer  BL,  10.  August  2012  =  BStPra  5/2013,  auch 

zum  Folgenden). 

In  der  Schweiz  sind  vor  allem  nicht  börsennotierte  KMU-

Unternehmen zu bewerten. Schon aufgrund dieser strukturellen Situation ist eine ein-

heitliche  Bewertungspraxis,  die  eine  gewisse  Schematisierung  nötig  macht,  unerläss-

lich. Die Wegleitung wird in allen Kantonen angewendet. 

Beweispflichtig  dafür,  dass  die  Voraussetzungen  für  die  bloss  einmalige  Ge-

wichtung des Ertragswerts in seinem Fall gegeben sind, ist aber jedenfalls der Steuer-

pflichtige. Denn es handelt sich um eine in der Wegleitung an sich nicht vorgesehene 

Ausnahme und gilt der von der Steuerbehörde zu erbringende Nachweis für die Rich-

tigkeit der von ihr getroffenen Bewertung mit Anwendung der Wegleitung als erbracht.  

bb)  Den  Pflichtigen  ist  die  praktizierte  Ausnahme  der  bloss  einmaligen  Ge-

wichtung  des  Ertragswerts  gemäss  Kommentar  zur  Wegleitung  ganz  offenkundig  be-

kannt, berufen sie sich doch im Rekurs ausdrücklich darauf. Mithin hätten sie aber von 

sich aus, d.h. ohne spezielle Aufforderung durch das Steuerrekursgericht, die diesbe-

züglichen  Voraussetzungen  darlegen  und  nachweisen  müssen.  Indessen  bringen  sie 

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nur vor, die Akquisition bei der C GMBH erfolge ausschliesslich durch den Pflichtigen 

selber,  da  er  aufgrund  seiner  Publikationstätigkeit,  Erfahrungen  im  städtebaulichen 

Kommissionen,  verschiedenen  Vorstandstätigkeiten,  Lehrtätigkeit,  zahlreichen  Aus-

zeichnungen und Jurytätigkeit über einen hohen Bekanntheitsgrad verfüge sowie zahl-

reiche  Grossaufträge  ausschliesslich  dank  seiner  Kreativität,  Bekanntheit für  hochste-

hende  Architektur  bei  guter  Rentabilität  und  Erfahrung  mit  Grossprojekten  persönlich 

gewonnen habe. 

cc)  Vorab  ist  den  Pflichtigen  entgegen  zu  halten,  dass  sie  die  den  Bekannt-

heitsgrad  des  Pflichtigen  angeblich  begründenden  Umstände  nicht  hinreichend  nach-

gewiesen  haben.  Insbesondere  legen  sie  zwar  eine  17  Seiten  umfassende  Publikati-

onsliste  mit  über  150  angeblichen  Veröffentlichungen  vor,  jedoch  wird  der  Name  des 

Pflichtigen  darin  nur  gerade  bei  zehn  Positionen  erwähnt.  Die  Publikationen  selber 

reichten sie zudem nicht – auch nicht auszugsweise – ein. Überhaupt nicht belegt sind 

sodann die behaupteten Tätigkeiten in städtebaulichen Kommissionen, verschiedenen 

Vorständen, Jurys sowie die zahlreichen Auszeichnungen. 

Weiter  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Pflichtige  seine  Architekturtätigkeit 

sowohl als Einzelunternehmer als auch über die C GMBH betreibt. Mit dem Einzelun-

ternehmen  weist  er  dabei  einen  Dienstleistungsertrag  überwiegend  aus  Arbeiten  von 

rund Fr. 365'000.- (2010) bzw. Fr. 370'000.- (2011) ohne jeden Lohnaufwand aus, so-

dass er diesen Umsatz vollumfänglich selber, d.h. ohne Angestellte erwirtschaftet hat. 

Wenn er nun zahlreiche Grossaufträge nach eigenem Bekunden persönlich gewonnen 

haben will, muss er diese Aufträge naheliegenderweise auch über die Einzelunterneh-

mung  abgewickelt  haben,  sodass  seine  diesbezügliche  Akquisitionsbemühungen  und 

die dabei erzielten Umsätze nicht der C GMBH zu Gute gekommen sind. 

Schliesslich handelt es sich bei der C GMBH nicht um ein Unternehmen, dass 

neben wenigen Hilfskräften für die Administration und Logistik kein weiteres Personal 

beschäftigt. So weist die C GMBH gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen im Rekurs 

durchschnittlich 15 beschäftigte Personen auf, ohne dass Letzterer geltend macht oder 

gar nachweist, diese verrichteten nur die erwähnten Hilfstätigkeiten. 

dd)  Damit  ist  es  den  Pflichtigen  nicht  gelungen,  die  Voraussetzungen  für  die 

bloss einmalige Gewichtung des Ertragswerts nachzuweisen. Für die verfochtene Ge-

wichtung mit dem Faktor 0,7 fehlte es zudem ohnehin an einer Grundlage. 

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e)  Die  übrigen  Elemente  der  Bewertung  –  Kapitalisierungsfaktor  von  8,5% 

beim Ertragswert sowie der Substanzwert von Fr. 1'426'853.- – sind nicht streitig.  

Damit  erweist  sich  die  vom  kantonalen  Steueramt  getroffene  Bewertung  in 

allen Belangen als rechtsbeständig. 

3.  Die  privilegierte  Besteuerung  der  von  der  C  GMBH  ausgeschütteten  Divi-

dende im Umfang von Fr. 550'000.- gemäss § 34 Abs. 4 StG (in der ab Steuerperiode 

2008  gültigen  Fassung vom  9.  Juli  2007)  ist  nicht  streitig  und  daher  entsprechend zu 

gewähren. 

4. Diese Erwägungen führen zur teilweisen Gutheissung des Rekurses. Aus-

gangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien  anteilsmässig  aufzuerle-

gen (§ 151 Abs. 1 StG). Eine Parteientschädigung wurde nicht verlangt. 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats- 

und Gemeindesteuern wie folgt eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 2 bzw. bzw. 

§ 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif und Tarif gemäss § 35 Abs. 4 StG): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2012 

steuerbar 

700'200.- 

7'312'000.- 

Fr. 

Fr. 

davon Ertrag aus qualifi- 
zierten Beteiligungen 

satzbestimmend 

550'000.- 

705'400.- 

7'476'000.-. 

[…] 

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