# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd0b5e97-8fb7-55e5-aecb-c8fde40e65b7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-29
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 29.03.2016 SK 2015 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-76_2016-03-29.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Strafabteilung
1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

Section pénale
1re Chambre pénale

Urteil
SK 15 76+77 SET

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon 031 635 48 08
Fax 031 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 29. März 2016

Besetzung

Oberrichter Zihlmann (Präsident i.V.), Obergerichtssuppleantin Schödler, 
Oberrichter Weber
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte

A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 
3001 Bern
vertreten durch Staatsanwältin E.________, Kantonale Staatsanwaltschaft Besondere 
Aufgaben, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern 

Anschlussberufungsführerin

und

C.________
amtlich vertreten durch Fürsprecher D.________

Strafklägerin

Gegenstand

qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Drohung, Haus-
friedensbruch etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) 
vom 31.10.2014

2

Erwägungen

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil
Am 30. / 31. Oktober 2014 fällte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegi-
algericht) folgendes Urteil (pag. 6357 ff.):

«Das Gericht erkennt:

I.

Das Strafverfahren gegen A.________ wegen

Tätlichkeiten, angeblich begangen am 26.01.2011 in Nidau, z.N. C.________ (Ziff. 3. AKS); 

wird eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der mengen- und bandenmässig sowie gewerbsmässig qualifi-
zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich gemeinsam begangen mit 
Mittätern am 25.04.2013 in Biel durch Einfuhr bzw. Erwerb sowie Veräusserung einer grösseren 
Menge Heroin und Kokain (Ziff. 2.1 AKS); 

2. von der Anschuldigung der Beschimpfung sowie der Drohung, begangen am 26.01.2011 in 
Nidau, z.N. C.________ (Ziff. 3. AKS);

3. von der Anschuldigung der Drohung, begangen am 26.12.2012 in Thun, z.N. C.________ 
(Ziff. 5. AKS);

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von 3‘236.50 CHF für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte und

3

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF  1‘990.00 und Auslagen von 1‘983.00, insgesamt bestimmt auf CHF  3‘973.00 an den Kan-
ton Bern.

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. Der mengen- und bandenmässig sowie gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlun-
gen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 

1.1. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 19.08.2010 in Olten durch Erwerb und am 
20./23.08.2010 in Genf durch Veräusserung von ca. 1‘000 Gramm Heroingemisch an PUKi-011 
(Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.1 AKS);

1.2. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 26.08.2010 in Genf durch Veräusserung von 
ca. 1‘000 Gramm Heroingemisch an PUKI-011 (Reinheitsgrad 20% Heroinhydrochlorid; Ziff.1.2 
AKS);

1.3. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 01.09.2010 in Genf durch Veräusserung von 
ca. 100 Gramm Heroingemisch an PUKI-011 (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff.1.3 AKS);

1.4. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 04.09.2010 in Genf durch Erwerb sowie Ver-
äusserung von ca. 500 Gramm Heroingemisch an PUKI-016 (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlo-
rid; Ziff. 1.4 AKS);

1.5. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 09.09.2010 um die Mittagszeit durch Erwerb in 
Olten sowie Veräusserung anfangs Nachmittag von ca. 500 Gramm Heroingemisch in Bern an 
PUKI-044 (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.5 AKS);

1.6. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 09.09.2010 nachmittags in G.________ durch 
Erwerb von ca. 500 Gramm Heroingemisch sowie Veräusserung dieser Menge am 09.09.2010 an 
PUKI-056 an einem unbekannten Ort und an PUKI-063 in Biel sowie am 10.09.2010 in Genf an PUKI-
011 (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.6 AKS);

1.7. begangen am 21.09.2010 in Bern durch Veräusserung von ca. 700 Gramm Heroinge-
misch an H.________ (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.7.1 AKS);

1.8. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 21.09.2010 in Genf durch Veräusserung von 
1‘000 Gramm Heroingemisch im Gegenwert von CHF 26‘000.00 in Genf an PUKI-011 (Reinheits-
grad 5.8% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.7.2 AKS);

1.9. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 21.09.2010 in Bern durch Veräusserung von 
ca. 189 Gramm Heroingemisch an I.________ (Reinheitsgrad 5.8% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.7.3 
AKS);

1.10. gemeinsam begangen mit J.________ in der Zeit vom ca. 05.09.2010 bis am ca. 28.09.2010 
in Grenchen, Chiasso, im Kosovo, in Serbien, Mazedonien und anderswo durch Anstaltentreffen zur 
Einfuhr von ca. 3'000 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.8 
AKS); 

4

1.11. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 29.09.2010 durch Erwerb in Olten und Veräus-
serung in Rüschlikon von ca. 500 Gramm Heroingemisch an PUKI-099 (Reinheitsgrad 31% Heroin-
hydrochlorid; Ziff. 1.9 AKS);

1.12. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 04.10.2010 durch Erwerb von ca. 500 Gramm 
Heroingemisch in Olten (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.10 AKS);

1.13. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 04.10.2010 durch Veräusserung einer unbe-
stimmten Menge Heroingemisch in Bern an N.________ (Ziff. 1.10.1 AKS);

1.14. begangen am 06.10.2010 durch Anstaltentreffen zur Veräusserung einer unbestimmten 
Menge an I.________ und N.________ (Ziff. 1.10.2 AKS);

1.15. gemeinsam begangen mit „F.________“ am 08.10.2010 in Genf durch Veräusserung einer 
unbestimmten Menge Heroingemisch an PUKI-011 (Ziff. 1.10.3 AKS);

1.16. gemeinsam begangen am 09.10.2010 mit „F.________“ in Olten durch Erwerb sowie Ver-
äusserung von ca. 500 Gramm Heroingemisch über PUKI-138 an PUKI-011 (Reinheitsgrad 31% 
Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.11 AKS);

1.17. gemeinsam begangen mit J.________ in der Zeit vom ca. 24.10.2010 bis am 04.11.2010 in 
Grenchen, St. Gallen, Zürich, Dübendorf, Seuzach und anderswo durch Anstaltentreffen zum Er-
werb von ca. 1'000 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 31% Heroinhydrochlorid; Ziff. 1.12 AKS);

1.18. gemeinsam begangen mit J.________ am 04.11.2010 in Q.________ und anderswo durch 
Anstaltentreffen zum Erwerb von 2'500 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 6.7% Heroinhy-
drochlorid; Ziff. 1.13 AKS);

1.19. gemeinsam begangen mit R.________, S.________, einem unbekannten Kurier sowie 
T.________ am 08.05.2013 in Biel durch Einfuhr/Erwerb von ca. 1‘300 Gramm Heroin und ca. 
2‘500 Gramm Kokain (Reinheitsgrad bei 1‘000 Gramm Heroingemisch 31% Heroinhydrochlorid, bei 
300 Gramm Heroingemisch 26% Heroinhydrochlorid sowie 57% Kokainbase; Ziff. 2.2 AKS);

1.20. gemeinsam begangen mit T.________ sowie U.________ am 11.05.2013 in Biel durch An-
staltentreffen zum Verkauf von 305 Gramm Heroin und 498 Gramm Kokain in Biel und Grenchen 
(Reinheitsgrad 26% Heroinhydrochlorid, 57% Kokainbase; Ziff. 2.3 AKS);

2. des Hausfriedensbruchs, begangen am 26.01.2011 in Nidau z.N. C.________ (Ziff. 3. 
AKS);

3. der Beschimpfung und Drohung, begangen am 29.04.2011 in Thun, z.N. C.________ (Ziff. 
4. AKS);

4. der Tätlichkeit, begangen am 26.12.2012 in Thun, z.N. C.________ (Ziff. 5. AKS);

5. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen Mitte Januar 2013 durch Er-
werb und Besitzes eines Schlagstockes als serbischer Staatsangehöriger (Ziff. 6. AKS);

5

IV.

1. Der A.________ mit Urteil des Untersuchungsrichteramtes III Bern-Mittelland vom 
14.06.2010 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu CHF 50.00 gewährte bedingte Vollzug wird 
widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 200.00 werden A.________ 
auferlegt.

V.

A.________ wird

in Anwendung der Art. 2 Abs. 2, 34, 40, 42, 44, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 106, 126, 177 Abs. 1, 180 Abs. 
1, 186 StGB, 19 Abs. 1 lit. b, c, d, g, 19 Abs. 2 lit. a, b, c, 19 Abs. 3 lit. a BetmG, 4 Abs. 1 lit. d, 7, 33 
Abs. 1 WG, 12 WV, 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 105 Monaten. Die Untersuchungshaft und Sicherheitshaft wer-
den im Umfang von 580 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 2‘400.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus 
Gebühren von CHF 37‘810.00 und Auslagen von CHF 37‘676.30, insgesamt bestimmt auf 
CHF 75‘486.30.

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

CHF 33'000.00

Kosten Entscheid ZMG vom 06.05.2014 CHF 500.00
Kosten Entscheid ZMG vom 09.07.2014 CHF 400.00

Kosten Entscheid Reg. ZMG vom 09.09.2014 CHF 400.00

Kosten HV Staatsanwaltschaft CHF 1'500.00

Kosten des Gerichts CHF 4'000.00

Zwischentotal CHF 39'800.00

Abzgl. 1/20 wg. Freispruch CHF 1'990.00

Total 37'810.00

Kosten der Untersuchung

Die Auslagen setzen sich zusammen aus

6

CHF 39'659.25

Zwischentotal CHF 39'659.25

Abzgl. 1/20 wg. Freispruch CHF 1'982.95

Total CHF 37'676.30

Kosten Staatsanwaltschaft

VI.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Leistungen bis 31.12.2010
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 28.50 200.00 CHF 5'700.00
CHF 87.00

Mehrwertsteuer 7.6% auf CHF 5'787.00 CHF 439.80

Abzgl. Entschädigung Teileinstell. vom 29.11/11.12.2013 CHF 2'075.60
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 4'151.20

volles Honorar 28.5 250.00 CHF 7'125.00
CHF 87.00

Mehrwertsteuer 7.6% auf CHF 7'212.00 CHF 548.10

Abzgl. Entschädigung Teileinstell. vom 29.11/11.12.2013 CHF 2'075.60
Total CHF 5'684.50

nachforderbarer Betrag CHF 1'533.30

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

7

Leistungen ab 1.1.2011
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 371.00 200.00 CHF 74'200.00
CHF 6'887.20

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 81'087.20 CHF 6'487.00
CHF
CHF 6'427.45

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 81'146.75
abzgl. Akontozahlung gem. Vf vom 12.03.2014 CHF 20'567.20

Total CHF 60'579.55

volles Honorar 371.00 250.00 CHF 92'750.00
CHF 6'887.20

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 99'637.20 CHF 7'971.00
CHF 0.00

6'427.45
Total CHF 101'180.75

nachforderbarer Betrag CHF 20'034.00

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST
Abzgl. Entschädigung Teileinstell.  29.11/11.12.2013

Abzgl. Entschädigung Teileinstell.  29.11/11.12.2013

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 64‘730.75. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 21‘567.30 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

8

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ durch Fürsprecher D.________ wird nach Kürzung des Arbeitsaufwandes um 10 
Stunden wie folgt bestimmt:

Leistungen ab 1.1.2011
Stunden Satz

amtliche Entschädigung 57.42 200.00 CHF 11'484.00
CHF 401.30

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'885.30 CHF 950.80
CHF

Zwischentotal, vom Kanton Bern auszurichten CHF 12'836.10
Abzgl. Vorschuss Kt. Bern vom 09.10.2013 CHF 6'480.00

Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 6'356.10

volles Honorar 57.42 250.00 CHF 14'355.00
CHF 401.30

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 14'756.30 CHF 1'180.50
CHF 0.00

Total CHF 15'936.80

nachforderbarer Betrag CHF 3'100.70

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ mit CHF 6‘356.10. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhält-
nissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

VII.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 500.00 Genugtuung an die Strafklägerin C.________.

2. Für die Verfahrenskosten im Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

VIII.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ wird in Sicherheitshaft belassen. Die Verlängerung der Sicherheitshaft wird für 
vorerst 3 Monate bewilligt (Art. 231 i.V.m. Art. 227 StPO).

9

2. Die beschlagnahmte Waffe (1 Schlagstock, Ass.-Nr. C305) wird zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB).

3. Folgende Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung eingezogen 
(Art. 69 StGB):

1 Orange PostPay .________ (HDS-Nr. 0.05)
1 Natel NOKIA, schwarz, IMEI .________, Nr. .________ (HDS-Nr. 0.06)
diverse Notizzettel, aus Fahrertüre BMW X5, BE .________ (HDS-Nr. 2.01)
1 Natel NOKIA 6310i, mit SIM Orange Nr. .________ U (HDS-Nr. 2.26)
2 Zusatzakkus (HDS-Nr. 2.27)
diverse Notizzettel aus Kofferraum (HDS-Nr. 2.28)
1 Agenda mit diversen Zetteln (HDS-Nr. 4.12)
1 Postenauszug Crédit Suisse, Privatkonto .________ (HDS-Nr. 4.16)
1 Natel SAMSUNG, IMEI .________, defekt (HDS-Nr. 4.31)
1 VISA-Card Cornèr, lautend auf X.________ (HDS-Nr. 4.33)
2 Belege Western Union, Sender: Y.________, 24.08.2010 und A.________, 09.02.2010 (HDS-Nr. 
4.34)
1 SIM-Karte Orange, Nr. .________ (HDS-Nr. 4.35)
1 Mobile Prepaid Starter Pack Yallo, Nr. .________, ohne SIM-Karte (HDS-Nr. 4.36)
1 Prepaid Karte Orange, Nr. .________, mit Vertrag und Zettel, Nr. .________ (HDS-Nr. 4.37)
8 Belege Western Union (HDS-Nr. 4.41)
1 Beleg BEKB vom 05.02.2010, lautend auf Z.________ (HDS-Nr. 4.42)
1 SIM-Karte Yallo, Nr. .________ (HDS-Nr. 4.43)
1 YB-Jahreskarte 2010, lautend auf AA.________ (HDS-Nr. 4.57)
1 Notizzettel (HDS-Nr. 4.61)
1 Betriebsbewilligung AB.________ vom 04.10.2010 (HDS-Nr. 4.71)
1 SIM-Karte Yallo, Nr. .________ (HDS-Nr. 4.72)
8 Telefonkarten telenor, davon 2 Karten ohne SIM (HDS-Nr. 4.81)
1 Natel Nokia RH-112, IMEI .________, mit SIM-Karte, Nr. .________
1 SD-Card (Ass.-Nr. A302)
1 Natel SAMSUNG (Ass.-Nr. C300)
1 Natel SAMSUNG (Ass.-Nr. C301)
1 Natel NOKIA (Ass.-Nr. C302)
1 leere Verpackung, beschriftet mit „GJ“ (aus Sicherstellung U.________ vom 11. Mai 2013)
1 leere Verpackung, beschriftet mit „300“ (aus Sicherstellung U.________ vom 11. Mai 2013)
1 Visitenkarte „AD.________AG“ (aus BMW M3, BE .________)

4. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückgegeben:

1 Jeans, blau
1 Lederjacke, dunkelbraun

5. Der Betrag von CHF 11‘474.25, von CHF 9‘670.45, die REKA-Checks über CHF 180 (Verz. 
C305) sowie die Geschenkgutscheine Stadtvereinigung Solothurn über CHF 110 (Verz. C305) werden 
nach Eintritt der Rechtskraft zur anteilsmässigen Deckung der Verfahrenskosten eingezogen.

10

6. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________, PCN-Nr. 
.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 
DNA-ProfilG).

7. Die übrigen erkennungsdienstlichen Daten (PCN-Nr. .________) sind gemäss der Frist von 
Art. 261 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. 17 Abs. 4 AFIS zu löschen.»

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens von A.________ 
(nachfolgend der Beschuldigte) am 10. November 2014 form- und fristgerecht die 
Berufung an (pag. 6683). 

In der ebenfalls form- und fristgerecht eingereichten Berufungserklärung vom 17. 
März 2015 erklärte er die Anfechtung des Urteils bezüglich der Schuldsprüche we-
gen mengen- und banden- sowie gewerbsmässig qualifizierten Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. III.1 des Dispositivs), wegen Hausfrie-
densbruchs (Ziff. III.2 des Dispositivs), Beschimpfung und Drohung (Ziff. III.3 des 
Dispositivs) sowie Tätlichkeiten (Ziff. III.4 des Dispositivs). Ebenfalls focht er die 
damit zusammenhängenden Punkte, also den Widerruf, die Sanktion, die zuge-
sprochene Genugtuung, die weiteren Verfügungen gemäss Ziff. VIII.3 und 5 sowie 
die Kosten- und Entschädigungsfolgen an (pag. 6696 ff.). 

Mit Eingabe vom 23. März 2015 verzichtete Fürsprecher D.________ namens von 
C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin) darauf, Anträge zu stellen (pag. 
6713). 

Am 13. April 2015 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft bezüglich Ziff. III 1.1, 1.5, 
1.6, 1.11, 1.12, und 1.16 sowie bezüglich der Strafzumessung die Anschlussberu-
fung (pag. 6716f.). 

3. Anträge der Parteien 

Der Straf- und Zivilklägerin wurde das Erscheinen an der Hauptverhandlung mit 
Vorladung vom 3. August 2015 freigestellt (pag. 6745f.). Sie stellte und begründete, 
vertreten durch Fürsprecher D.________, am 1. Oktober 2015 schriftlich folgende 
Anträge (pag. 6815 ff.):

« A.________ sei schuldig zu erklären:

des Hausfriedensbruchs, begangen am 26.01.2011 in Thun zN der C.________;

der Beschimpfung und Drohung, begangen am 29.04.2011 zN der C.________;

der Tätlichkeit, begangen am 26.12.2012 in Thun zN der C.________;

und er sei zu einer angemessenen Strafe zu verurteilen.»

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

In seiner Berufungserklärung vom 17. März 2015 beantragte Rechtsanwalt 
B.________, U.________, AG.________ und AH.________ seien als Zeugen ein-
zuvernehmen (pag. 6704). Mit Beschluss vom 8. Juni 2015 (pag. 6722 ff.) wies die 

11

Kammer die Beweisanträge ab und holte von Amtes wegen einen aktuellen 
Strafregisterauszug (pag. 6828 ff.) und einen Führungsbericht der Anstalten Thor-
berg (pag. 6824 ff.) über den Beschuldigten ein. 

Am 24. August 2015 stellte Rechtsanwalt B.________ den Beweisantrag, das Urteil 
des Obergerichts Solothurn i.S. AI.________ sei zu edieren bzw. beizuziehen (pag. 
6734f.). Nachdem die Generalstaatsanwaltschaft keine Einwände gegen die Edition 
des solothurnischen Urteils erhob (pag. 6763), wurde dieses zu den Akten erkannt.  

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Infolge der Berufung der Parteien hat die Kammer das erstinstanzliche Urteil im 
Schuldpunkt bezüglich der Widerhandlungen gegen das BetmG, des Hausfrie-
densbruchs, der Beschimpfung und Drohung sowie der Tätlichkeiten zu überprü-
fen. Weiter zu prüfen sind die Strafzumessung, die Kosten- und Entschädigungs-
folgen, die Privatklage, der Widerruf sowie die nicht in Rechtskraft erwachsenen 
Verfügungen (Ziff. VIII.3 und VIII.5). Der Schuldspruch wegen Widerhandlungen 
gegen das Waffengesetz sowie die Freisprüche und die Einstellung sind in Rechts-
kraft erwachsen. Die Kammer verfügt bei der Überprüfung über volle Kognition (Art. 
398 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 
[StPO; SR 312.0]). Zufolge der beschränkten Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft gilt bezüglich Ziff. III. 1.2-1.4, 1.7-1.11, 1.13-1.15, 1.17-1.20, 2-4 
im Schuldpunkt und bezüglich der Geldstrafe und der Busse das Verschlechte-
rungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Formelles

1. Anklagegrundsatz

1.1. Vorbringen der Verteidigung

Der Verteidiger rügt zunächst eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Gemäss 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung müsse die beschuldigte Person der Anklage-
schrift genau entnehmen können, was ihr vorgeworfen werde. Die Ortsangabe 
«anderswo» sei ungenügend. Weiter seien in der Anklageschrift die Mittäter, mit 
welchen der Beschuldigte angeblich bandenmässig delinquiert haben soll, nicht 
genannt worden. Auch seien die dem Beschuldigten vorgeworfene qualifizierte Be-
gehung der Gewerbsmässigkeit nicht begründet und entsprechende Umsätze und 
Gewinne nie berechnet worden. Der Anklageschrift seien grösstenteils auch keine 
Angaben zu den Reinheitsgraden der Drogen zu entnehmen. Die Anklagepunkte, 
welche keinen Reinheitsgrad enthielten, dürften demnach nicht zu einem Schuld-
spruch führen. Bezüglich Ziffer 1.8 der Anklageschrift sei festzuhalten, dass auf 
den darin erwähnten Reinheitsgrad von unter 0,1 % abzustellen sei und entgegen 
dem angefochtenen Urteil der Vorinstanz kein Schuldspruch über einen Reinheits-
grad von 31 % erfolgen dürfe (pag. 5731). 

1.2. Rechtliche Grundlagen des Anklagegrundsatzes

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) sowie aus 

12

Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b der Konvention zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) abgeleiteten und 
nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die 
Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). 
Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 
Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und sub-
jektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprin-
zip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert 
den Anspruch auf rechtliches Gehör (Urteil des Bundesgerichts 6B_ 518/2014 vom 
4. Dezember 2014, E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). Entscheidend ist, dass der Be-
schuldigte genau weiss, was ihm konkret vorgeworfen wird, damit er seine Vertei-
digungsrechte angemessen ausüben kann. Ungenauigkeiten in den Orts- und Zeit-
angaben sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die beschuldig-
te Person keine Zweifel darüber bestehen können, welches Verhalten ihr vorgewor-
fen wird. Allgemein gilt, je gravierender die Vorwürfe, desto höhere Anforderungen 
sind an das Akkusationsprinzip zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_959/2013 
vom 28. August 2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 

1.3. Subsumtion bezüglich der Ortsangabe «anderswo»

Auch wenn in der Anklageschrift für die Ortsangabe unter anderem der unbestimm-
te Begriff «anderswo» erwähnt wird, ergibt sich aus den einzelnen Anklagepunkten 
doch deutlich, welche Vorwürfe dem Beschuldigten konkret gemacht werden. Der 
Anklagegrundsatz ist deshalb nicht verletzt. Dies lässt sich anhand der nachfolgen-
den Punkte der Anklageschrift aufzeigen, bei welchen gestützt auf die Ortsangabe 
«anderswo» ein Schuldspruch erfolgt ist: 

- Ziffer 1.8 der Anklageschrift (pag. 5731): Es ergibt sich aus diesem Punkt der 
Anklageschrift, dass die mutmassliche Einfuhr des Heroins an verschiedenen 
Orten durch verschiedene Personen geplant worden sein soll, meist – soweit 
bekannt – mithilfe von Textnachrichten bzw. Telefonanrufen. Die betroffenen 
Orte werden in der Anklageschrift soweit bekannt aufgeführt (Grenchen, Chias-
so, Kosovo, Serbien, Mazedonien und anderswo), und die Tathandlungen unter 
Ziffer 1.8 der Anklageschrift genügend umschrieben (vgl. im Einzelnen pag. 
5731). Der Begriff «anderswo» verdeutlicht hier lediglich, dass bestimmte (Vor-
bereitungs)-handlungen unter Umständen auch an anderen Orten stattgefun-
den haben können. Diese mutmasslichen anderen Orte müssen jedoch auf-
grund der Tatsache, dass die Planung fast ausschliesslich mit Hilfe von Mobil-
telefonen bzw. vor Ort im Ausland stattfand, unbekannt bleiben. Dass es vorlie-
gend nicht möglich ist, diese Orte lückenlos zu eruieren und zu benennen, ist 
jedoch insofern nicht von Bedeutung, als sich die strafrechtlichen Vorwürfe ge-
gen den Beschuldigten bereits aus den bekannten und in der Anklageschrift 
benannten Handlungen ergeben. Der Beschuldigte muss – um sich angemes-
sen verteidigen zu können – nicht genau wissen, wo er bzw. die mutmasslichen 
Mittäter sich zum Zeitpunkt der Telefongespräche und der Organisation genau 
befunden haben. Entscheidend ist, dass er weiss, wie die Planung vonstatten 
gegangen sein soll. Diese Punkte werden in der Anklageschrift detailliert aufge-
führt, eine Verletzung des Anklagegrundsatzes ist daher nicht ersichtlich.

13

- Ziffer 1.12 und 1.13 der Anklageschrift (pag. 5732f.): Grundsätzlich kann auch 
hier auf das zu Ziffer 1.8 der Anklageschrift Gesagte (oben) verwiesen werden. 
Auch bei diesen Punkten der Anklageschrift wird detailliert beschrieben, welche 
Tathandlungen der Beschuldigte im konkreten Zeitraum vorgenommen haben 
soll. Die Orte, an denen sich der Beschuldigte bzw. seine Mittäter zu diesem 
Zeitpunkt aufgehalten haben sollen, wurden soweit bekannt konkret benannt 
(Grenchen, St. Gallen, Zürich, Dübendorf, Seuzach und anderswo, Ziff. 1.12; 
Q.________ und anderswo, Ziff. 1.13). Der Beschuldigte soll sich gemäss An-
klageschrift an verschiedenen Orten aufgehalten und zur Planung der Strafta-
ten sein Natel verwendet haben. Da die Tathandlungen auch hier vermehrt tele-
fonisch und damit von verschiedenen Orten aus erfolgten, ist es gar nicht mög-
lich, sämtliche relevanten Orte lückenlos zu eruieren und aufzuzählen. Soweit 
sich der Beschuldigte gemäss Anklageschrift mit anderen Personen getroffen 
haben soll, sind die Treffpunkte jedoch konkret benannt worden. Der Begriff 
«anderswo» verdeutlicht auch hier lediglich, dass auch noch andere Tatorte in 
Frage kommen. Der Beschuldigte muss jedoch – da er weiss, dass ihm insbe-
sondere die Planung der Straftaten per Telefon und unter Beizug von Mittätern 
vorgeworfen wird – keine weiteren Details bzw. Ortsangaben kennen, um sich 
angemessen verteidigen zu können. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes 
ist daher auch bezüglich dieser Punkte nicht auszumachen. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Anklageschrift genügend Informatio-
nen enthält, damit sich der Beschuldigte angemessen verteidigen kann. Ihm erhellt 
daraus ohne weiteres, was ihm vorgeworfen wird. Daran ändert auch die Tatsache 
nichts, dass der Begriff «anderswo» verwendet wird. Der Anklagegrundsatz ist da-
her in Bezug auf die Verwendung der Ortsangabe «anderswo» in der Anklage-
schrift nicht verletzt. 

1.4. Subsumtion bezüglich der unbekannten Mittäter und der Qualifikation der Ge-
werbsmässigkeit

Die Anklageschrift benennt die Mittäter, mit denen der Beschuldigte die banden-
mässig qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz began-
gen haben soll, teils mit Pseudonymen. Zwar ist deren Identität teilweise unbe-
kannt, es handelt sich dabei jedoch insofern um bestimm- und „identifizierbare“ 
Personen, als deren Identität mit einer bestimmten Rufnummer verknüpft und die 
Person damit individualisierbar ist. Dem Beschuldigten erhellt aus der Anklage-
schrift damit, mit wem er die Widerhandlungen begangen haben soll. Es ist ihm 
möglich, sich aufgrund dieser Informationen angemessen zu verteidigen. Dies hat 
nach Ansicht der Kammer selbst für den Fall zu gelten, in dem die Anklageschrift 
keine näheren Informationen zu den Mittätern enthält. Dem Beschuldigten kann ei-
ne bandenmässige Begehung auch dann vorgeworfen werden, wenn die Mittäter 
nicht konkret identifiziert, anhand eines Mobiltelefongeräts bzw. einer Mobiltelefon-
nummer jedoch bestimmt und individualisiert und, wie vorliegend, vielfach gar poli-
zeilich observiert werden können. Gerade bei umfangreichen Drogengeschäften 
mit zahlreichen Mittätern und Gehilfen ist auf gehobener Hierarchiestufe eine Iden-
tifikation sämtlicher Beteiligter regelmässig nicht möglich. Der Anklagegrundsatz ist 
dadurch aber keineswegs verletzt.  

14

Auch bezüglich des Vorwurfs der Qualifikation der Gewerbsmässigkeit ist nach An-
sicht der Kammer keine Verletzung des Anklagegrundsatzes ersichtlich. Zwar hat 
die Staatsanwaltschaft keine konkreten Berechnungen zum erzielten Umsatz bzw. 
zum Gewinn angestellt, die Gewerbsmässigkeit kann sich jedoch auch aus der 
Menge der gehandelten Drogen ergeben, von welcher vernünftigerweise auf die 
Höhe des erzielten Umsatzes bzw. Gewinns geschlossen werden kann. Zudem 
sind die gesamten Umstände des deliktischen Handelns, wie beispielsweise die 
Zeitdauer, während der delinquiert wird, und der betriebene Aufwand zu berück-
sichtigen. Die Anklageschrift benennt diese Umstände und gibt Auskunft über die 
dem Beschuldigten vorgeworfene Menge an gehandelten Drogen. 

Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, hat der Beschuldigte in der Aktion PUKI 
mit über 2 Kilo reinem Heroin gehandelt bzw. Anstalten dazu getroffen. Die Ankla-
geschrift geht gar von einer grösseren Menge aus. In Anbetracht dieser Menge ist 
offensichtlich, dass der für die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit nötige Umsatz 
bzw. Gewinn gemäss Anklageschrift bei weitem erreicht ist, weshalb sich genaue 
Berechnungen erübrigen. Ob die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit insgesamt 
gegeben ist, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu diskutieren sein. An 
dieser Stelle ist lediglich festzuhalten, dass auch bezüglich Gewerbsmässigkeit 
keine Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen ist. 

Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes bezüglich der Qualifikation der Banden- 
und Gewerbsmässigkeit ist insbesondere auch mit Blick auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung zu verneinen. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass Kennt-
nisse der Identität des Drogenlieferanten (und damit folglich auch des Drogenab-
nehmers) und der exakten Höhe des weiterzuleitenden Drogenerlöses für einen 
Schuldspruch nicht zwingend seien. Entsprechend müsse sich auch die Anklage-
schrift nicht in jedem Fall dazu äussern (Urteil des Bundesgerichts BGer 
6B_518/2014 vom 4. Dezember 2014, E. 6.3). 

1.5. Subsumtion bezüglich der Angaben zum Reinheitsgrad der Drogen 

Zwar ist zutreffend, dass die Anklageschrift grösstenteils keine Angaben zu den 
Reinheitsgraden der Drogen enthält. Dies ist jedoch nach Ansicht der Kammer mit 
Blick auf den Zweck der Anklageschrift bzw. des Anklagegrundsatzes nicht rele-
vant. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Anklageprinzip dem Schutz der 
Verteidigungsrechte der beschuldigten Person dienen soll und dass entscheidend 
ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was ihm konkret vorgeworfen wird, damit 
er seine Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann. Der Reinheitsgrad der 
Drogen ist insofern nicht relevant, als dem Beschuldigten vorliegend nicht vorge-
worfen wird, dass sich sein Vorsatz auf einen bestimmten Reinheitsgrad bezog. 
Aus den Ausführungen in der Anklageschrift ergib sich, dass selbst der Beschuldig-
te keine Kenntnis des Reinheitsgrads besessen haben soll, was regelmässig der 
Fall ist, wenn der Käufer der Drogen diese nicht vorgängig testen kann. Es ist dem 
Beschuldigten damit auch ohne Angabe des Reinheitsgrads ohne weiteres mög-
lich, sich zu verteidigen. Dass die Anklageschrift keine Angaben zu den Reinheits-
graden der Drogen enthalten muss, ergibt sich auch daraus, dass oftmals – wie 
auch vorliegend – gar keine Drogen sichergestellt werden können und damit unbe-
kannt bleibt, welcher Reinheitsgrad konkret vorliegt bzw. vorgelegen hätte. Dass in 

15

solchen Fällen eine Verurteilung mit Blick auf den Anklagegrundsatz nicht möglich 
sein soll, würde überspitztem Formalismus gleich kommen. Das Bundesgericht hat 
denn auch bestätigt, dass – mangels anderer Anhaltspunkte – auf den statistischen 
Mittelwert gemäss Betäubungsmittelstatistik der SGRM abgestellt werden dürfe, 
wenn zur Reinheit keine näheren Angaben gemacht werden können und keine 
Umstände bekannt sind, welche gegen eine durchschnittliche Konzentration spre-
chen (Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_110/2013 vom 28. Mai 2013, E. 5.3). In-
sofern können gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Schuldsprüche unter 
Berücksichtigung des Anklagegrundsatzes zweifelsohne auch in Fällen erfolgen, in 
denen keine Angaben zu den Reinheitsgraden vorliegen. Auf die Reinheitsgrade, 
auf welche vorliegend abzustellen sein wird, wird später im Rahmen der Beweis-
würdigung noch näher einzugehen sein. 

Bereits an dieser Stelle ist jedoch darauf hinzuweisen, dass mit Blick auf den An-
klagegrundsatz bezüglich Ziffer 1.8. der Anklageschrift – entgegen den Ausführun-
gen der Verteidigung – nicht von einem Reinheitsgrad von unter 0,1 % ausgegan-
gen werden kann. Aus dem Wortlaut der Anklageschrift ergibt sich klar, dass dem 
Beschuldigten ein Anstaltentreffen zur Einfuhr oder evtl. die versuchte Einfuhr von 
Betäubungsmitteln vorgeworfen wird. Das sichergestellte Heroin mit einem Rein-
heitsgrad von unter 0,1 % stellt per Definition kein Heroingemisch mehr dar, son-
dern lediglich noch ein minimal verunreinigtes Streckmittel. Es kann mithin nicht 
vom Vorwurf eines vollendeten Drogengeschäftes über 3‘500 Gramm Heroinge-
misch mit einem Reinheitsgrad von unter 0,1% ausgegangen werden; vielmehr lau-
tet der Vorwurf sinngemäss auf den „Versuch“ zur Einführung dieser Drogenmenge 
in einer für diese Quantität üblichen Reinheit. Dazu ebenfalls mehr nachfolgend bei 
der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass der Anklagegrundsatz auch bezüglich der 
fehlenden Angaben zu den Reinheitsgraden in der Anklageschrift nicht verletzt ist. 

2. Rechtliches Gehör

2.1. Vorbringen der Verteidigung

Der Verteidiger rügt in zweierlei Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. 
Zum einen führt er betreffend Ziffer 1.11 der Anklageschrift aus, dieser Anklage-
punkt sei durch die Staatsanwaltschaft zu spät geändert bzw. korrigiert worden. Die 
anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung durch die Staatsanwaltschaft 
korrigierte Version sei dem Beschuldigten erst nach seiner Befragung vorgelegt 
worden, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Weiter seien dem 
Beschuldigten bei einer Vielzahl der Anklagepunkte die relevanten Telefonge-
spräche, deren Interpretation Grundlage der Schuldsprüche seien, nie vorgelegt 
worden. Ihm hätten alle Telefongespräche vorgelegt bzw. vorgespielt werden müs-
sen. Dieses  Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden stelle eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs dar. 

2.2. Subsumtion betreffend Änderung der Anklage

Gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO gibt das Gericht der Staatsanwaltschaft Gelegenheit, 
die Anklage zu ändern, wenn nach seiner Auffassung der in der Anklageschrift um-

16

schriebene Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen könnte, die Ankla-
geschrift aber den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. Durch den Be-
schuldigten wird zu Recht nicht bestritten, dass eine Änderung der Anklage auch 
an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung noch möglich ist (vgl. auch NIKLAUS 
SCHMID, Praxiskommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Auflage 2013, 
N 4 zu Art. 333). Zu prüfen ist hingegen, ob das Vorgehen des erstinstanzlichen 
Gerichts das rechtliche Gehör des Beschuldigten verletzt hat. 

Gemäss Art. 333 Abs. 4 StPO darf das Gericht eine geänderte oder erweiterte An-
klage seinem Urteil nur zu Grunde legen, wenn die Parteirechte der beschuldigten 
Person gewahrt worden sind. Dem Protokoll der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung lässt sich entnehmen, dass die geänderte Anklage erst nach der Einvernahme 
des Beschuldigten zu den Akten erkannt wurde (pag. 6321), und damit dem Be-
schuldigten der alte angeklagte Sachverhalt, welcher eben nicht der korrigierten 
Anklage entspricht, vorgehalten wurde (pag. 6308). Eine Verletzung des rechtli-
chen Gehörs ist mit Blick auf den Normzweck dennoch zu verneinen. Der Anspruch 
auf rechtliches Gehör verlangt, dass der Beschuldigte Kenntnis des ihm vorgewor-
fenen Sachverhalts hat und sich dazu äussern kann. Die durch die Staatsanwalt-
schaft vorgenommene Änderung der Anklage ist vorliegend nur von untergeordne-
ter Bedeutung und stellt keine eigentliche Erweiterung der Anklage dar, da in der 
Anklageschrift lediglich die Namen der mutmasslichen Läufer «F.________» und 
«Puki-138» verwechselt wurden (pag. 6325). Die Staatsanwaltschaft hat diesen 
unbedeutenden Fehler später anlässlich der Hauptverhandlung korrigiert. Der 
Sachverhalt stellt sich nicht völlig anders dar, weswegen die Verteidigungsmöglich-
keiten des Beschuldigten durch diese Änderung weder potentiell noch konkret be-
einträchtigt wurden. Vor allem aber kann den Akten entnommen werden, dass es 
sich bei dem in der ursprünglichen Anklageschrift enthaltenen Fehler lediglich um 
einen Verschrieb gehandelt hat, welcher sich offensichtlich erst beim Verfassen der 
Anklageschrift eingeschlichen hat: Dem Beschuldigten wurde nämlich in der 
Schlusseinvernahme der richtige Sachverhalt (gemäss nun korrigierter Anklage-
schrift) vorgehalten (pag. 1685). Der Beschuldigte hatte demnach Gelegenheit, sich 
zum korrekten Vorwurf zu äussern. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist un-
ter diesen Umständen zu verneinen. 

2.3. Subsumtion betreffend Vorhalt der Telefonprotokolle

Dem Beschuldigten wurden nicht sämtliche Telefonprotokolle, auf welchen die An-
klage bzw. die Schuldsprüche basieren, physikalisch vorgehalten bzw. vorgespielt. 
Hingegen wurde dem Beschuldigten wiederholt dargelegt, was ihm vorgeworfen 
wird und worauf die Verdachtsmomente gegen ihn gründen. Die wichtigen Telefon-
gespräche wurden ihm vorgespielt oder – wenn auch nicht im Original – vorgelegt 
oder zusammengefasst wiedergegeben bzw. vorgehalten. Einzelne Auszüge konn-
te der Beschuldigte auch wörtlich lesen. Er hatte zudem Gelegenheit, Einsicht in 
weitere Auszüge zu verlangen. Dem Beschuldigten muss nicht jedes Beweismittel 
gegen ihn einzeln vorgehalten werden; es genügt, dass er Kenntnis der ihn betref-
fenden Vorwürfe hat und zu allen wesentlichen Punkten Stellung nehmen kann. 
Diese Anforderungen sind im vorliegenden Verfahren erfüllt. 

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Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass eine Transkription sämtlicher Gespräche in 
den Akten zu finden ist und damit der Verteidiger bzw. der Beschuldigte Kenntnis 
sämtlicher Grundlagen der Anklage hatte. Das Bundesgericht hat denn auch 
bestätigt, dass den Anforderungen des rechtlichen Gehörs genüge getan ist, wenn 
der Beschuldigte uneingeschränkte Einsicht in alle für das Verfahren wesentlichen 
Akten nehmen kann. Es ist nicht erforderlich, dass dem Beschuldigten sämtliche 
originalen Gesprächsaufnahmen vorgespielt werden. Dies wäre vorliegend ange-
sichts der zahllosen Aufzeichnungen auch völlig unverhältnismässig gewesen, zu-
mal der Beschuldigte die Richtigkeit der ihm vorgehaltenen Gespräche auch nie 
bestritten oder ein Vorspielen weiterer Telefonaufzeichnungen beantragt hat. Ein 
entsprechender Antrag müsste durch den Beschuldigten gestellt werden, ansons-
ten die Beweise verwertbar sind (Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_676/2013 
vom 28. April 2014, E. 3.4.3). Mit Verweis auf den genannten Bundesgerichtsent-
scheid ist folglich eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschuldigten bzw. 
eine Unverwertbarkeit der in den Akten enthaltenen Protokolle der Telefonge-
spräche zu verneinen. 

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung betreffend Widerhandlungen gegen das 
Betäubungsmittelgesetz im Rahmen der Aktion PUKI

1. Vorbemerkungen

Vorliegend ist zwischen den Vorwürfen im Zusammenhang mit der Aktion PUKI 
(betreffen alle das Jahr 2010) sowie denjenigen der Aktion PUKI II (betreffen das 
Jahr 2013) zu unterscheiden. Die Strafuntersuchung PUKI wurde aufgrund eines 
Verdachtes gegen den Beschuldigten, welcher im Rahmen der Aktion Themse der 
Kantonspolizei Solothurn aufkam, durchgeführt. In der Aktion Themse wurden Er-
mittlungen wegen qualifizierten Heroinhandels gegen eine in der Region Olten an-
sässige Bande geführt. Als Kopf dieser Bande konnte AI.________ alias 
AI1.________ identifiziert werden. Nachdem AI.________ am 18. Oktober 2010 
festgenommen wurde, wurden auch der Beschuldigte und J.________, welche 
mutmasslich Geschäfte mit ihm pflegten, am 4. November 2010 angehalten und in 
Untersuchungshaft versetzt. AI.________ wurde am 9. September 2010 erstin-
stanzlich u.a. wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verur-
teilt (pag. 6189 ff.). Das Urteil hat er teilweise angefochten, wobei das Obergericht 
des Kantons Solothurn in der Folge die Schuldsprüche bestätigt und AI.________ 
zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren verurteilt hat (pag. 6767 ff.). AI.________ 
wurde u.a. wegen Verkaufs von einem Kilo Heroingemisch an den hier Beschuldig-
ten verurteilt; dieser Schuldspruch ist bereits erstinstanzlich in Rechtskraft erwach-
sen, d.h. dieser Schuldspruch wurde von AI.________ gar nie angefochten.

Der Beschuldigte bestreitet generell, je in Drogengeschäfte verwickelt gewesen zu 
sein. Im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung rügte der Verteidiger je-
doch im Wesentlichen – wie bereits erwähnt – die Verletzung formeller Verfahrens-
grundsätze und setzte sich inhaltlich nur mehr punktuell mit der vorinstanzlichen 
Beweiswürdigung auseinander. Die Kammer verweist daher nachfolgend im We-
sentlichen auf die vorinstanzlichen Ausführungen, denen sie überwiegend folgt. Die 

18

Vorinstanz hat ihr Urteil ausführlich und präzise begründet, weswegen sich nur we-
nige Ergänzungen aufdrängen und ein genereller Verweis als sinnvoll erachtet 
wird. Soweit die Kammer von den vorinstanzlichen Erwägungen abweicht, wird ex-
plizit darauf hingewiesen. Im Sinne der besseren Leserlichkeit wird auch grössten-
teils darauf verzichtet, die vorinstanzlichen Erwägungen an der gegebenen Stelle 
wiederholend aufzuführen. Soweit der Beschuldigte die vorinstanzliche Beweiswür-
digung bezüglich konkreter Punkte rügt, wird darauf selbstverständlich detailliert 
eingegangen. Ebenfalls wird im Sinne einer Zusammenfassung noch einmal aufzu-
zeigen sein, weshalb der Beschuldige entgegen seinen Behauptungen sehr wohl 
mit Betäubungsmitteln, konkret mit Heroin und Kokain, gehandelt hat. 

2. Beweismittel

2.1. Objektive Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen objektiven Beweismittel vollständig aufgeführt 
und zutreffende Erläuterungen dazu angebracht. Darauf wird verwiesen (pag. 13 
ff., S. 13-16 der Entscheidbegründung). 

Im Sinne einer kurzen Zusammenfassung ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend 
insbesondere folgende objektive Beweismittel von Bedeutung sind:

- Umfangreiche Telefonkontrollen zahlreicher Mobiltelefone;

- Sicherstellung von 3,5 Kilo Streckmittel für Heroin am Grenzübertritt Chiasso im 
Auto von AJ.________ (pag. 592, 1398 ff., 2056 ff.);

- Sicherstellung einer Alufolie mit Rückständen von Heroingemisch (Reinheits-
grad: 6,7 %) bei den Autowaschboxen Q.________ nach einem Treffen zwi-
schen dem Beschuldigten, J.________ und AK.________ (pag. 854f, 2091 ff.);

- Sicherstellung von Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad zwischen 4,4 und 
6,6 % in der Wohnung von I.________, einem mutmasslichen Heroinkonsu-
menten und -abnehmer (pag. 2115f.);

- Der Beschuldigte wurde nach seiner Anhaltung am 4. November 2010 auf 
Betäubungsmittel getestet, die Urinprobe fiel negativ aus, hingegen ergab die 
Fingernagelschmutzprobe der rechten Hand ein positives Resultat für Heroin 
und die Probe der rechten Hand positive Resultate für Heroin und Kokain (pag. 
427, 2097). 

2.2. Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer die folgenden Aussagen des Be-
schuldigten und weiterer involvierter Personen vor, welche durch die Vorinstanz zu-
treffend zusammengefasst wiedergegeben wurden: 

- Aussagen des Beschuldigten (pag. 6372 ff., S. 16-29 der Entscheidbegrün-
dung);

- Aussagen J.________ (pag. 6489 ff., S. 33-38 der Entscheidbegründung);

- Aussagen AK.________ (pag. 6396 ff-. S- 40-41 der Entscheidbegründung);

- Aussagen AL.________ (pag. 6398, S. 42 der Entscheidbegründung);

19

- Aussagen AJ.________ (pag. 6399 ff., S. 43-46 der Entscheidbegründung).

An dieser Stelle ist ergänzend auf die Einvernahme von AI.________ zu verweisen 
(pag. 1756 ff.). AI.________ gestand zwar ein, den Beschuldigten zu kennen und 
im Zusammenhang mit Spielautomaten für sein Lokal geschäftlichen Kontakt mit 
ihm zu pflegen. Regelmässigen Kontakt mit dem Beschuldigten, insbesondere im 
Zusammenhang mit Betäubungsmitteln, stritt er jedoch kategorisch ab. 

3. Würdigung der Aussagen 

3.1. Würdigung der Aussagen des Beschuldigten

Die Kammer schliesst sich der Aussagenwürdigung durch die Vorinstanz vollum-
fänglich an (vgl. pag. 6386 ff., S. 30-33 der Entscheidbegründung) und hält fest, 
dass die Aussagen des Beschuldigten insgesamt wenig glaubhaft sind. Seine Aus-
sagen zeichnen sich insbesondere durch hartnäckiges Bestreiten aus. Erst auf-
grund faktischen Drucks bzw. auf Vorhalt der Beobachtungen der Polizei gestand 
der Beschuldigte gewisse Handlungen bzw. Kontakte ein. Auffällig ist, dass er je-
weils nur so viel zugab, wie der Polizei – aus seiner Sicht – bekannt sein musste. 
Als Beispiel ist seine erste Einvernahme vom 5. Oktober 2010 (pag. 1491 ff.) zu 
nennen, in welcher der Beschuldigte seinen (angeblichen) Tagesablauf beschrieb. 
Aufgrund der Beobachtungen der Polizei steht jedoch fest, dass diese Schilderun-
gen in wesentlichen Teilen falsch waren, was der Beschuldigte denn auch später 
auf entsprechenden Vorhalt hin eingestehen musste (vgl. pag. 1516). Teilweise 
verneinte der Beschuldigte Vorhalte gar wider jegliche Evidenz, insbesondere sol-
che, welche kaum als unverfänglich gedeutet werden können. So bestritt er unter 
anderem, N.________ zu kennen oder diesem eine SMS geschrieben zu haben 
(pag. 1489f.). Entsprechende Kontakte sind jedoch aufgrund der Telefonkontrolle 
erwiesen und es ist nicht ersichtlich, wieso der Beschuldigte diese bestreiten sollte, 
wenn es sich nicht um Drogenkontakte gehandelt hätte. 

Die Schutzbehauptungen des Beschuldigten, wonach es bei den zahlreichen Tele-
fongesprächen und Kontakten um illegale Glücksspiele bzw. gezinkte Karten und 
Spielwürfel gegangen sei, sind nicht glaubhaft. Wie die Vorinstanz zutreffend aus-
führte, konnte der Beschuldigte nie irgendwelche genaueren Angaben zu diesen 
angeblichen Geschäften oder zum dazugehörigen Spielermilieu machen und es 
sind denn auch nie derartige Karten oder Würfel aufgetaucht oder bekannt gewor-
den. Zudem sind diese Behauptungen auch mit Blick auf den betriebenen Aufwand 
wenig glaubhaft. Zum einen ist nicht ersichtlich, wieso im Zusammenhang mit 
Glücksspielen derart häufige verdeckte oder codierte Kontakte hätten stattfinden 
sollen. Zum anderen wäre es insbesondere beim Handel mit gezinkten Karten und 
Würfeln kaum um hohe Geldsummen gegangen, sind doch die Herstellung und der 
Schmuggel solcher Mittel verhältnismässig einfach und für die Strafverfolgungs-
behörden kaum von grösserem Interesse. Der durch den Beschuldigten bzw. die 
Mittäter betriebene Aufwand wäre also in keinem Verhältnis zum erwarteten Ge-
winn aus dem Handel mit gezinkten Karten und Würfeln gestanden. Der durch sie 
betriebene Aufwand lässt vielmehr darauf schliessen, dass es bei den Geschäften 

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um hohe Geldsummen resp. um grosse Gewinne gegangen sein muss, wie solche 
regelmässig nur durch illegale Transaktionen realisiert werden können.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten zu den 
ihm vorgehaltenen Vorwürfen nicht glaubhaft sind und darauf nicht abgestellt wer-
den kann. 

3.2. Würdigung der Aussagen von J.________ 

Die Vorinstanz hat auch die Aussagen von J.________ zutreffend gewürdigt (pag. 
6394 ff., S. 38-40 der Entscheidbegründung). Auffällig ist, dass J.________ als 
Grund für seine Reise mit dem Beschuldigten nach Zürich bzw. nach Q.________ 
nicht nur widersprüchliche Gründe geäussert hat (die er dann im Verlaufe der Ein-
vernahme auch wieder geändert hat), sondern vor allem, dass seine Gründe auch 
nicht mit den entsprechenden Angaben des Beschuldigten übereinstimmen (vgl. 
pag. 1779, 1882, 1905). Der vom Beschuldigten vorgebrachte Vorwand des illega-
len Glückspiels wird von ihm nicht gestützt (pag. 1872); vielmehr machte er im Zu-
sammenhang mit der geplanten Einfuhr von Drogen in die Schweiz geltend, es sei 
um einen Autohandel gegangen (pag. 1833). 

Vielsagend ist zudem seine Aussage, wonach er auf Vorhalt eines Telefonge-
sprächs die Stimme von Puki-033 zwar erkannt haben will, jedoch angab, dass er 
dessen Namen nicht nennen könne, da er seine Familie nicht in Gefahr bringen 
wolle (pag. 1833). Die Verbindung zu illegalen Geschäften ist damit augenschein-
lich. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass J.________ zumindest indirekt den Be-
schuldigten erheblich belastet. So gab er zu, dass er in Q.________ in der Auto-
waschbox vom Beschuldigten ein Papierchen (Heroinmuster) erhalten habe, wel-
ches er dann weggeschmissen habe. Er habe nicht gewusst, was es sei (pag. 
1909). Damit widerspricht J.________ der Darstellung des Beschuldigten, welcher 
jeglichen Kontakt mit dem Heroinmuster bzw. der Papierfolie abstreitet. Zwar ist 
nicht von der Hand zu weisen, dass J.________ angesichts seiner Situation Anlass 
hat, die Schuld dem Beschuldigten zuzuweisen. Seine diesbezügliche Aussage 
wird jedoch durch die Videoaufnahme der Autowaschbox sowie den Fund des He-
roinmusters bestätigt. 

3.3. Würdigung der Aussagen von AK.________

Auch bezüglich der Würdigung der Aussagen von AK.________ kann vollumfäng-
lich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 
6397f., S. 42f. der Entscheidbegründung). Hingegen ist durchaus anzuerkennen, 
dass insofern nicht ohne weiteres auf die Angaben von AK.________ abgestellt 
werden kann, als auch er seine eigene Rolle zu verharmlosen versuchte und offen-
sichtlich die Hintermänner schützen wollte. Es erscheint deshalb als naheliegend, 
dass er die ihm noch nicht genauer bekannten potentiellen Geschäftspartner (u.a. 
der Beschuldigte), und nicht seine Auftraggeber belastet. Dennoch sind die 
grundsätzlichen Angaben von AK.________ zum Vorfall in Q.________ nicht in 
Zweifel zu ziehen. AK.________ hat den Sachverhalt von Anfang an konsistent und 
widerspruchsfrei geschildert, und seine Aussagen werden auch durch die objekti-
ven Beweismittel (Heroinfund und Videoaufnahmen der Autowaschbox; Gespräche 

21

aus den Telefonkontrollen) belegt. Dass er anlässlich der parteiöffentlichen Einver-
nahme vom 21. Januar 2011 einige seiner Aussagen insofern relativierte, als er 
sich nicht mehr genau zu erinnern vermögen wollte, ändert daran nichts. Es ist ver-
ständlich und nicht unüblich, dass die Aussagen eines Belastungszeugen in Anwe-
senheit der belasteten Personen bzw. ihrer Verteidiger zurückhaltender ausfallen. 
Gerade diese Zurückhaltung spricht gegen die Möglichkeit einer Falschbelastung. 
Auf die Angaben von AK.________ zum Vorfall in der Autowaschbox in 
Q.________ kann daher grundsätzlich abgestellt werden.

3.4. Würdigung der Aussagen von AJ.________

Es kann vollumfänglich und ohne Ergänzungen auf die Ausführungen der Vorin-
stanz verwiesen werden (pag. 6401, S. 45 der Entscheidbegründung). 

4. Beweiswürdigung 

4.1. Grundsätzliches

Die Vorinstanz ist in Würdigung der ihr vorliegenden Beweise bezüglich der Frage, 
ob der Beschuldigte in Drogengeschäfte verwickelt war, und mit wem er diese be-
trieben hatte, zu folgendem Ergebnis gelangt (pag. 6402f., S. 46f. der Entscheid-
begründung):

«Die Polizei geht davon aus, dass die aufgezeichneten Gespräche codiert sind und mittels verschie-
dener Code-Wörter Drogengespräche geführt wurden. A.________ gab sogar zu, dass immer codiert 
gesprochen worden sei; man habe jeweils über Autos, Frauen, Stunden, Junge oder „Documenta“ 
gesprochen (pag. 1595). 

Beweiswürdigend zu eruieren ist, was die verwendeten Deckwörter zu bedeuten haben und ob die 
Beteiligten konspirative Drogengespräche geführt haben. 

A.________ konnte zu den vorgespielten Telefongesprächen in aller Regel keine Erklärung abgeben. 
Trotzdem versuchte er in den Befragungen einige wenige Male, die Konversationen zu erklären. So 
äusserte A.________ im Zusammenhang mit dem Eingeständnis, dass die Gespräche codiert geführt 
worden seien, es sei dabei um den Handel mit manipulierten Spielwürfeln und gezinkten Karten ge-
gangen, Documenta sei mehrheitlich im Zusammenhang mit Geld verwendet worden (z.B. pag. 1595). 
Dass dem so war, ist unwahrscheinlich, da sich im Rahmen der Ermittlungen keine anderen Hinweise 
auf Spielwürfel und Karten feststellen liessen und insbesondere auch keine Spielwürfel und Karten si-
chergestellt wurden – dies im Gegensatz zum vermuteten Inhalt der Gespräche, die mit Drogenfun-
den korrespondieren. So gab auch J.________, welcher sehr oft mit A.________ unterwegs war, zu 
Protokoll, dass ihm ein Handel mit gefälschten Karten und gezinkten Würfeln nicht bekannt sei (pag. 
1872 Z. 35 ff). Der Erklärungsversuch von A.________ muss daher als Schutzbehauptung angesehen 
werden. Daraus kann geschlossen werden, dass es sich sowohl bei den diversen Gesprächen mit 
PUKI-011, wie auch mit H.________ eben nicht um illegale Glücksspiele gehandelt hat, zumal die 
aufgezeichneten Gespräche mit dem Hintergrund, dass es sich um illegale Spiele gehandelt habe, 
überhaupt keinen Sinn ergeben.»

Die Kammer schliesst sich diesen Ausführungen an. Ergänzend ist anzumerken, 
dass der angebliche Handel mit gezinkten Karten und Würfeln alleine deshalb als 
unglaubhaft erscheint, weil zwischen den Beteiligten ein intensiver und teilweise 
beinahe täglicher Kontakt stattfand. Bei gezinkten Karten und Würfeln handelt es 

22

sich nicht um ein Verbrauchsgut, welches immer wieder beschafft werden muss. 
Ein derart grosser Bedarf an solchen Gütern ist schlicht nicht vorstellbar. Zudem 
gilt zu beachten, dass der Beschuldigte – zumindest in der Zeit seiner Überwa-
chung – soweit ersichtlich keiner anderen Beschäftigung nachgegangen ist. Der 
durch ihn und die Mitbeteiligten betriebene Aufwand war immens. Es ist nicht da-
von auszugehen, dass ein derartiger Aufwand tatsächlich im Zusammenhang mit 
Glücksspielen erfolgt wäre. Der Schmuggel von gezinkten Karten und Würfel wäre 
kaum derart aufwendig und vor allem auch nicht derart lukrativ, dass sich derartige 
Investitionen gelohnt hätten. Der zeitlich und organisatorisch betriebene Aufwand 
weist vielmehr darauf hin, dass es dabei um erhebliche Geldsummen gegangen 
sein muss. 

Weiter die Vorinstanz (pag. 6403 ff., S. 47-52 der Entscheidbegründung):

«J.________ erklärte die Gespräche mit AM.________ mit dem Handel mit Occasionsfahrzeugen. Mit 
AN.________ habe er über ihre gemeinsame Arbeit beim Busunternehmen gesprochen und sie ein-
mal zwecks sexueller Leistungen nach einer Bulgarin gefragt. Diese Erklärungen sind unglaubhaft. 
J.________ konnte den angeblichen Occasionshandel nicht einmal ansatzweise erklären. Es ist auch 
nicht verständlich, warum er in den Telefongesprächen resp. SMS codiert sprechen musste, wenn es 
nur um den Kauf und den Verkauf von Autos gegangen wäre. Es ist zudem unwahrscheinlich, dass 
J.________ durch den Autoverkauf eines VW Passats und eines VW Polo aufgrund des geringen 
Verkehrswerts dieser Fahrzeuge seinen Lebensunterhalt hätte bestreiten können. 

Die Polizei, hat einige in der Telefonkontrolle verwendete Ausdrücke, welche ihren Ermittlungen zu-
folge im Zusammenhang mit dem Drogenhandel stehen, zusammengetragen und ihre mutmassliche 
Bedeutung aufgeführt (pag. 424 f.): 

1. „Dokumente / Papiere / Stundenansatz / Lek“ – bezieht sich meistens auf Geld

2. „Euros / Geld / Franken / Lek“ – auch Bezeichnung für Heroingemisch

3. „Stunden / Arbeiter“ – auch Bezeichnung für Heroingemisch

4. „Auto / Arbeiter / Weib / Freundinnen“ – öfters Bedeutung für Heroingemisch

5. „Arbeit erledigen“ – steht im Zusammenhang mit dem Heroinhandel

6. „Junge“ – Kurier oder sog. Läufer, manchmal auch Heroin gemeint

7. „ok sein / mir geht es gut / geht es dir gut“ – über Heroin verfügen

8. „am Ende sein“ – über kein Heroingemisch mehr verfügen 

9. „Rotes“ – Bezeichnung für Heroingemisch

10. „in Ordnung bringen“ – schlechtes Heroingemisch mit Gutem anreichern / auch Drogen-
 schulden begleichen

11. „Begleiterin“ – Bezeichnung für Streckmittel

12. „Muschi ficken“ – Bezeichnung für Strecken / Mischen

13. „Manekenkat“ – Model / Mannequin – Bezeichnung für Kokain

Im Gegensatz zu den Erklärungen von A.________ ist zu berücksichtigen, dass es im Rahmen der 
umfangreichen polizeilichen Ermittlungen in der Aktion PUKI, aber auch der damit zusammenhängen-
den Aktion THEMSE der solothurnischen Strafverfolgungsbehörden zu verschiedenen Sicherstellun-
gen von Heroin gekommen ist. In der Aktion THEMSE wurden einerseits in AO.________ bei einem 
Drogenkurier und einer Begleitperson aus Genf ca. 500 Gramm Heroin (Reinheitsgrad 31.8%; pag. 

23

3549) und ca. 1 Kilogramm Streckmittel sichergestellt, und andererseits wurden kurze Zeit später 
AI.________ und sein Neffe AP.________ in flagranti beim Bearbeiten von Heroin angehalten, wobei 
mehrere Kilogramm Heroingemisch und Streckmittel sichergestellt wurden (pag. 3526, 3546). Darüber 
hinaus wurde sodann in Genf ein Läufer von AI.________ angehalten, welcher knapp 500 Gramm 
Heroingemisch (Reinheitsgrad 41%) und rund 1.3 Kilogramm Streckmittel bei sich hatte (pag. 3548). 
Die Ermittlungen ergaben, dass AI.________ nie Einheiten unter 500 Gramm verkauft hatte. 

Weiter wurden auch im Rahmen der Aktion PUKI aufgrund der Feststellung gemäss Telefonkontrolle, 
dass A.________ den Läufer „F.________“ mit Heroin zu I.________ schickte, Drogen sichergestellt. 
Kurz nach der Übergabe konnte die intervenierende Polizei bei I.________ 38 Minigrips mit total 
186.5 Gramm Heroingemisch sicherstellen, wobei die Reinheitsgrade nur bei 4.4-6.6% lagen. Damit 
ist auch ohne weiteres verständlich, dass I.________ die Stoffqualität reklamiert hatte (pag. 2115 f.). 

Somit steht fest, dass im Umfeld von A.________ grosse Heroinmengen von grösstenteils sehr guter 
Qualität sichergestellt wurden. Auch wenn diese Sicherstellungen nicht direkt A.________ betreffen, 
sind sie vorliegend insofern von Bedeutung, als A.________ in der Aktion THEMSE mit seinem Liefe-
ranten AI.________ und seinem Läufer „F.________“ genau gleich kommunizierte wie mit 
J.________, und als in den dort geführten, verschlüsselten Konversationen insbesondere dieselben 
Deckwörter verwendet wurden, wie in der Kommunikation zwischen A.________ und J.________. 
Dass es sich bei den entsprechenden Gesprächen effektiv um Drogenkontakte gehandelt hat, wird 
auch dadurch belegt, dass die Liefermodalitäten mit den aus der Telefonüberwachung gewonnenen 
Erkenntnissen übereinstimmten. Schon deshalb kann davon ausgegangen werden, dass die Kontakte 
zwischen A.________ und J.________, AI.________, „F.________“, PUKI-011 sowie weiteren Per-
sonen, aber auch die zwischen J.________ und AN.________, AM.________ sowie weiteren Perso-
nen den Drogenhandel betrafen. 

Schliesslich wurde am 28.09.2010 in Chiasso im Fahrzeug von AJ.________ 3.5 Kilogramm professi-
onell verpacktes, in sieben Paketen in der Türschwelle eingebautes braunes Pulver gefunden, wobei 
es sich letztlich bloss um heroinkontaminiertes Streckmittel handelte (pag. pag. 592, 1398 ff., 2056 ff., 
2108 ff.). Aufgrund der polizeilichen Erkenntnisse aus der Telefonkontrolle musste wegen der auf-
wändigen Organisation der Einfuhr – namentlich dem Umfang der diesbezüglichen telefonischen Kon-
takte, der Art und Weise, wie Geld und ein Fahrzeug aufgetrieben wurde und schliesslich der Entsen-
dung AJ.________s nach Mazedonien – klar davon ausgegangen werden, dass eine grosse Menge 
Drogen eingeführt werden sollte. Die Polizei hat gestützt auf diese Erkenntnisse interveniert und 
punktgenau in Chiasso eine entsprechende Sicherstellung gemacht, was ein weiteres deutliches Indiz 
für die Richtigkeit der Interpretation der Gespräche durch die Polizei ist. 

Andererseits wurde am 04.11.2010 bei den Autowaschboxen der AQ.________-Tankstelle in 
Q.________ im Anschluss an ein Treffen von A.________, J.________ und AK.________ ein Dro-
genmuster mit 0.4 Gramm Heroingemisch mit einem Reinheitsgrad von 6.7% gefunden (pag. 2096). 
Nach der anschliessenden Festnahme konnte das IRM im Fingernagelschmutz von A.________, wel-
cher gemäss AK.________s Aussagen zuvor das Heroinmuster getestet hatte, Spuren von Heroin 
und Kokain feststellen (pag. 2097 f.). 

Gestützt auf diese Erwägungen steht beweismässig fest, dass es in allen aufgezeichneten und ver-
deckt geführten Telefongesprächen und SMS in der vorliegenden Telefonkontrolle stets um konkrete 
Drogengespräche gegangen ist. Eine andere plausible Erklärung für die Verwendung der Codierung 
ist nicht erkennbar. 

24

Aus den Telefonkontrollgesprächen wird so ersichtlich, dass A.________ beim Erwerb und der Ver-
äusserung des Heroingemischs stets nach einem ähnlichen Strickmuster vorging. Er sprach sich mit 
seinen Grosshändlern ab und fragte, ob sie Ware hätten, dann beauftragte er vorwiegend seinen Läu-
fer „F.________“ damit, das Heroin abzuholen. Die Konversation zwischen dem Grosshändler und 
dem Läufer lief stets über A.________ ab. Dieser schrieb die SMS so, als würde er sich jeweils vor 
Ort befinden, was aber aufgrund der Antennenstandorte seines Natels nicht möglich war (vgl. bspw. 
pag. 549). Nachdem sein Läufer die Ware abgeholt hatte, schickte A.________ diesen meistens di-
rekt weiter zu den Abnehmern.

Gestützt auf die aufgezeichneten Telefongespräche und den Bericht der Polizei kann zu den involvier-
ten Personen von Folgendem ausgegangen werden:

J.________

Bei J.________ handelte es sich um einen engen Vertrauten A.________ s, welcher ihm hierarchisch 
jedoch untergeordnet war. So musste er bei sämtlichen durch ihn organisierten Treffen im Zusam-
menhang mit Betäubungsmitteln immer auch noch Rücksprache mit A.________ nehmen (vgl. z.B. 
pag. 633, pag. 820 ff.). Nach der Festnahme von AI.________ am 18.10.2010 musste A.________ 
eine neue Bezugsquelle suchen, weshalb J.________ aktiv wurde und mit verschiedenen Grosshänd-
lern wie AM.________ sowie AN.________ und ihre Hintermänner in Kontakt trat (pag. 595 f., pag. 
796 f.). J.________ wurde am 08.08.2013 in zweiter Instanz durch die 1. Strafkammer des Oberge-
richts des Kantons Bern unter anderem wegen mengen- und bandenmässig qualifizierten Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit vom ca. 
05.09.2010 bis am 28.09.2010 in Grenchen, Chiasso, im Kosovo, in Serbien, Mazedonien und an-
derswo durch Anstalten treffen zur Einfuhr von 3‘000 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 31%), in 
der Zeit vom ca. 24.10.2010 bis am 04.11.2010 in Grenchen, St. Gallen, Zürich, Dübendorf, Seuzach 
und anderswo durch Anstalten treffen zum Erwerb von ca. 1‘000 Gramm Heroingemisch (Reinheits-
grad 31% Heroinhydrochlorid); am 04.11.2010 in Q.________ und anderswo durch Anstalten treffen 
zum Erwerb von ca. 2‘500 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 6.7% Heroinhydrochlorid) schuldig 
gesprochen (pag. 3723 ff.).

AM.________

AM.________ trat in den aufgezeichneten Telefongesprächen zwischen ihm und J.________ in Er-
scheinung, welche die Organisation neuer Heroinbezugsquellen im Zusammenhang mit AKS Ziff. 1.8 
betrafen (vgl. bspw. pag. 595 ff.). Es ist davon auszugehen, dass AM.________ diverse Kontakte zu 
Grosslieferanten pflegte. Die Person namens AM.________ wurde nicht identifiziert.

AJ.________/PUKI-014

Bei AJ.________ handelt es sich um einen Drogentransporteur, welcher im Zusammenhang mit AKS 
Ziff. 1.8 (Vorfall Chiasso ) in Erscheinung trat. Er wurde am 28.09.2010 in Chiasso durch die Polizei 
angehalten. In seinem Fahrzeug befanden sich die sieben versteckten Pakete mit kontaminiertem 
Streckmittel (pag. 592, 1398 ff., 2056 ff.). AJ.________ wurde am 21.08.2014 durch das Regionalge-
richt Berner Jura-Seeland wegen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
gemeinsam begangen mit J.________ und A.________, in der Zeit vom ca. 05.09.2010 bis am 
28.09.2010 in Grenchen, Chiasso, im Kosovo, in Serbien, Mazedonien und anderswo durch Anstalten 
treffen zur Einfuhr von 3‘000 Gramm Heroingemisch (Reinheitsgrad 31%) schuldig gesprochen und 
zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 23 Monaten bei einer Probezeit von 3 Jahren verurteilt. Das Ur-
teil trat in Rechtskraft (pag. 6173 ff.).

25

F.________ 

„F.________“ erschien bereits kurz nach der Aufschaltung der Telefonkontrolle am 18.08.2010 und 
wurde vorerst unter dem Synonym PUKI-004 und nach mehreren Rufnummernwechsel fortan unter 
dem Synonym PUKI-027 geführt. In der überwachten Zeit wechselte „F.________“ viermal die Ruf-
nummer. Zwischen ihm und A.________ wurden rund 650 Datensätze aufgezeichnet. Trotzdem er-
klärte A.________, „F.________“ nicht zu kennen (pag. 1592). 

Aus den aufgezeichneten TK-Gesprächen geht hervor, dass es sich bei „F.________“ um eine für 
A.________ wichtige Person gehandelt hat. A.________ konnte quasi rund um die Uhr über 
„F.________“ verfügen und ihn mit Botengängen beauftragen (vgl. als Beispiel pag. 1324 ff.). Zudem 
bewahrte „F.________“ für A.________ auch Heroingemisch auf und streckte das Heroin (pag. 1310, 
1311, 1313, 1319). Manchmal streckte er den Stoff auch zu stark, was bei den Abnehmern, insbeson-
dere PUKI-011 für Ärger sorgte (z.B. pag. 1018 ff.). „F.________“ war A.________ untergeordnet, 
was nicht zuletzt aus dem befehlshaberischen Ton seitens A.________s „F.________“ gegenüber 
geschlossen werden kann (pag. 1309, 1315, 1316, 1318, 1330). 

Die Person mit dem Namen „F.________“ konnte nicht identifiziert werden.

AK.________/PUKI-226

AK.________ amtierte als Läufer von „AR.________“ und überbrachte A.________ sowie J.________ 
am 04.11.2010 in Q.________ ein Heroinmuster. Dieser Vorgang konnte mittels Videoüberwachung 
festgehalten werden. AK.________ ist geständig (pag. 1691) und seine Aussagen wurden als glaub-
würdig eingestuft (vgl. Motiv oben Ziff. 2.5).

I.________

Bei I.________ handelt es sich um einen der Polizei seit Jahren bekannten Drogenkonsumenten. An-
lässlich seiner Anhaltung und der Hausdurchsuchung vom 21.09.2010 im Zusammenhang mit AKS 
Ziff. 1.7.2 (vgl. Motiv unten Ziff. 2.9.8.c) kamen eine Digitalwaage und diverses Verpackungsmaterial 
sowie 38 Minigrip mit insgesamt 186.5 Gramm Heroingemisch sowie zwei leere Minigrips mit braunen 
und weissen Rückständen zum Vorschein, was darauf hinweist, dass sich I.________ als Zwischen-
händler betätigte. Eine Analyse des Heroingemischs in den Minigrips ergab einen durchschnittlichen 
Reinheitsgrad von 5.8% (pag. 2115).

N.________

N.________ hält sich gemäss Informationen der Polizei seit Jahren in der Drogenszene auf (pag. 
1225). Die Polizei wies darauf hin, dass N.________ sowohl als Konsument wie auch als Zwischen-
händler aktiv war (pag. 479).

„AS.________“/PUKI-041

„AS.________“ trat im Zusammenhang mit I.________ und N.________ in Erscheinung. A.________ 
erhielt am 01.09.2010 von „AS.________“ die Adresse AT.________ Bern. Es handelte sich dabei um 
die Wohnadresse von I.________ (pag. 1170). Insbesondere aus der SMS vom 01.09.2010 (pag. 
1168), der SMS vom 16.09.2010 (pag. 1177) sowie dem Gespräch vom 20.09.2010 zwischen 
A.________ und „AS.________“ (pag. 1179) geht hervor, dass „AS.________“ als Vermittler zwi-
schen A.________ und I.________ resp. N.________ tätig war.  

PUKI-011

26

PUKI-011 erschien erstmals am 18.08.2010 in der Telefonkontrolle von A.________. PUKI-011 hielt 
sich in der Westschweiz im Raum Genf auf und war ein wichtiger Heroinabnehmer von A.________. 
Er bezog regelmässig grosse Mengen Heroingemisch von A.________, oftmals war er aber mit der 
gelieferten Qualität unzufrieden und es kam zu Reklamationen (vgl. bspw. pag. 1106 ff.). PUKI-011 
wechselte mehrmals seine Rufnummer. Bis zum Schluss konnte PUKI-011 nicht identifiziert werden 
(pag. 462). A.________ gab an, dass es sich bei PUKI-011 um einen alten Mann namens 
AU.________ handle, welcher Profi-Kartenspieler sei. Er gab den Kontakt zu PUKI-011 zu, brachte 
die Kontakte aber in Zusammenhang mit manipulierten Spielwürfeln oder Spielkarten. PUKI-011 sei 
kein guter Kollege von ihm gewesen, er habe diesen nur ab und zu in albanischen Clubs angetroffen 
und nur ein paar Worte mit ihm gesprochen (pag. 1557). Diese Aussagen sind sehr fragwürdig hin-
sichtlich der rund 250 TK-Verbindungen. In den Gesprächen war nie die Rede von Spielwürfeln oder 
Karten. Deren Inhalte weisen vielmehr auf einen regen Drogenhandel hin. Das Gericht kommt zum 
Schluss, dass es sich bei PUKI-011 um einen bedeutenden Heroinzwischenhändler, welcher leider 
bis zum Schluss nicht identifiziert werden konnte, handelte.

PUKI-016 

Bei PUKI-016 handelte es sich um einen Drogenabnehmer von A.________. Dies geht nicht zuletzt 
aus den Gesprächen vom 30.08.2010 hervor. So erkundigte sich A.________ am 30.08.2010 bei 
PUKI-016, wann er kommen solle. Sie vereinbarten sodann ein Treffen, welches zustande kam. Um 
21:51 Uhr monierte PUKI-016, dass die „Uhr nicht genau sei“. Im darauffolgenden Gespräch erklärte 
PUKI-016, das die Uhr 15 Min. zurückgehe. A.________ verstand nicht, was ihm PUKI-016 zu er-
klären versuchte und fragte nach, ob die Uhr langsamer gehe. Konspirativ erklärte ihm PUKI-016 auf 
Nachfrage hin, dass er nicht wisse, wie die Qualität sei, er werde dies erst morgen prüfen (pag. 1339 
ff.). PUKI-016 konnte nicht identifiziert werden.

PUKI-029

Bei PUKI-029 handelt es sich um einen Heroinhändler in Genf. Dies geht aus den aufgezeichneten 
Gesprächen zwischen A.________ und PUKI-029 vom 04.09.2010 hervor, in welchem A.________ 
bei PUKI-029 Heroin bestellte und die Polizei daraufhin ein Treffen zwischen den beiden und 
„F.________“ feststellen konnte (pag. 732, 734, 738 f., 774). PUKI-029 konnte bis zum Schluss der 
Untersuchung nicht identifiziert werden konnte. 

PUKI-044

Bei PUKI-044 handelte es sich um einen Abnehmer in Bern. Am 08.09.2010 kündigte A.________ 
PUKI-044 eine Heroinlieferung für den nächsten Tag an (pag. 1347). Am 09.09.2014 teilte 
A.________ PUKI-044 mit, dass er um 13:30 Uhr eine Lieferung erhalten werde (pag. 1348). Sodann 
beauftragte A.________ „F.________“, nach Bern zu gehen (pag. 1349 f.). Aus den nachfolgenden 
TK-Gesprächen wird ersichtlich, wie „F.________“ PUKI-044 sodann den Stoff ablieferte (pag. 1353 
ff.).

PUKI-056 / 165

Aus den aufgezeichneten Gesprächen geht hervor, dass PUKI-056 am 09.09.2010 über das gewohn-
te Dreiecksverteilsystem „ A.________/“F.________“/Abnehmer“ Drogen erhielt (pag. 1357 ff.). Um 
18:15 Uhr teilte PUKI-056 mit, „Freund, ich habe das Weib gesehen, es schien mir gut, sympathisch 
zu sein, aber man muss länger über das Leben sprechen, aber im ersten Blick schien es mir schön zu 
sein“ (pag. 1359). Um 22:26 Uhr teilte PUKI-056 A.________ mit, dass er denke, dass es von hier bis 
Lugano zweieinhalb Stunden seien, mit anderen Worten, einige Freunde hätten ihn aber angerufen 

27

und gesagt, dass er aufpassen soll, sonst werde er einen Unfall bauen. A.________ erwiderte, dass 
er besser hinschauen solle, denn es habe mehr. Konspirativ teilte PUKI-056 somit mit, dass er den 
Stoff nicht im Verhältnis 1:1,5 strecken könne, A.________ hingegen war anderer Meinung (pag. 
1360 f).

Am 04.11.2010 erkundigte sich PUKI-056/165, ob A.________ ihm mit irgendeinem kleinen Velo aus-
helfen könne. Er bestellte mit anderen Worten bei A.________ Heroin, A.________ beantwortete die-
se SMS hingegen nicht (pag. 1356).

PUKI-099

Bei PUKI-099 handelte es sich um einen im Raum Zürich lebenden Drogenabnehmer. So fragte er am 
27.09.2010 bei A.________ nach, wie viel er die „Muschi ficken“ könne, wie viele „Minuten“, woraufhin 
ihm A.________ antwortete, dass er „drei Muschis könne“, somit mit dem Faktor drei strecken könne 
(pag. 1387). PUKI-099 trat im Zusammenhang mit AKS Ziff. 1.9 in Erscheinung (vgl. Motiv unten Ziff. 
2.9.10.).

PUKI-138

Bei PUKI-138 handelt es sich um den Stellvertreter von „F.________“ während dessen Ferienabwe-
senheit ab dem 14.10.2010 (pag. 1334 ff.).»

Auch diesen Ausführungen ist zu folgen. Im Sinne einer kurzen Zusammenfassung 
ist festzuhalten, dass folgende objektiven und subjektiven Beweismittel die Involvie-
rung des Beschuldigten in den Heroinhandel belegen. Auf die einzelnen angeklag-
ten Vorfälle wird später noch genauer einzugehen sein. 

Objektive Beweismittel:

- Die konspirativen Telefongespräche, welche durch den Beschuldigten und die 
Mittäter geführt wurden;

- Sicherstellung von 3,5 Kilogramm Streckmittel in Chiasso am 28. September 
2010 (pag. 427), wobei der modus operandi und die erfassten Telefonge-
spräche darauf hinweisen, dass der Beschuldigte und die Mittäter eine Liefe-
rung Heroin erwarteten;

- Sicherstellung eines Heroinmusters in Q.________ am 4. November 2010 (pag. 
427 und 2096), wobei auf Videoaufnahmen beobachtet werden kann, wie der 
Beschuldigte das Muster J.________ übergibt; 

- Sicherstellung von Heroin in der Wohnung von I.________ am 21. September 
2010 (pag. 2115f.), wobei aufgrund der Telefonkontrolle feststeht, dass der Be-
schuldigte kurz zuvor seinen Läufer zu I.________ geschickt hatte (pag. 1187 
ff.);

- Heroinspuren im Fingernagelschmutz des Beschuldigten, wobei jedoch fest-
steht, dass der Beschuldigte selber keine Drogen konsumiert hat (pag. 427 und 
2097). 

Subjektive Beweismittel:

28

- AK.________ belastet den Beschuldigten insofern, als er festhielt, dass er die-
sem ein Heroinmuster zum Testen übergeben habe; 

- Der Beschuldigte gesteht ein, telefonisch codiert gesprochen zu haben, wobei 
er einige durch die Polizei entschlüsselte Codierungen (Beispiel: Dokumente = 
Geld) auch eingestand (pag. 1595). Die von ihm vorgebrachte Erklärung, es sei 
um illegale Glücksspiele gegangen, überzeugt dabei wie dargelegt nicht. Es 
muss daher um andere – lukrative – illegale Geschäfte gegangen sein, wobei 
die Umstände keine anderen Schlüsse zulassen, als dass der Beschuldigte im 
Heroinhandel tätig war. 

- Der Beschuldigte stand in regelmässigem Kontakt zu AI.________ in Olten, 
welcher nicht nur in flagranti beim Strecken von Heroin erwischt, sondern in der 
Zwischenzeit auch durch das Obergericht des Kantons Solothurn wegen Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz rechtskräftig zu 11 Jahren 
Freiheitsstrafe und einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde. Bezeichnend ist 
in diesem Zusammenhang auch, dass AI.________ den erstinstanzlichen 
Schuldspruch bezüglich des Betäubungsmitteldelikts, welches er mit dem Be-
schuldigten begangen haben soll, nämlich den Verkauf von 1 kg Heriongemisch 
an den Beschuldigten, vor oberer Instanz in Solothurn gar nicht erst angefoch-
ten hat. 

4.2. Grundsätzliches zum Reinheitsgrad der Drogen

Im vorliegenden Fall sind bezüglich des grössten Teils der Schuldsprüche keine Si-
cherstellungen erfolgt, weswegen der Reinheitsgrad nicht ermittelt werden konnte. 
Das Bundesgericht hat jedoch festgehalten, dass, solange keine Hinweise auf eine 
besonders reine oder gestreckte Substanz vorliegen, vernünftigerweise davon aus-
gegangen werden darf, dass die Drogen mittlerer Qualität sind (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_509/2011 vom 13. Februar 2012, E. 3.5). Insofern ist es – wie nachfol-
gend aufzuzeigen sein wird – gerechtfertigt, auf den mittleren Reinheitsgrad 
gemäss Mitteilung der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) 
abzustellen, welcher für Heroin im Jahr 2010 bei Mengen zwischen 100 und 1000 
Gramm 31 % betrug (vgl. http://www.sgrm.ch/uploads/media/Cocain_Heroin Ge-
haltsstatistik_ SGRM_2010_06.pdf). 

Die Staatsanwaltschaft macht geltend, dass bezüglich der bei AI.________ bezo-
genen Drogen von einem höheren Reinheitsgrad ausgegangen werden müsse, da 
die bei ihm sichergestellten Heroingemische einen durchschnittlichen Reinheits-
grad von 43 % aufgewiesen hätten. Dem kann nach Ansicht der Kammer nicht ge-
folgt werden. Es ist durchaus zutreffend, dass AI.________ als grösserer Händler 
Heroin von guter Qualität lieferte. Es mag daher auch als naheliegend erscheinen, 
bei dem durch den Beschuldigten gehandelten Heroin von einem höheren Rein-
heitsgrad auszugehen, zumal es sich beim Beschuldigten um einen Zwischenhänd-
ler handelte, welcher das Heroin meist in grösseren Mengen weiterverkaufte und 
nicht direkt an Endverbraucher lieferte. Hingegen kann nach Ansicht der Kammer 
nicht als erwiesen gelten, dass das bei AI.________ sichergestellte Heroin auch 
tatsächlich so, wie es vorgefunden wurde, an den Beschuldigten und weitere Ab-
nehmer weiterverkauft wurde. Gerade die Tatsache, dass AI.________ durch die 

http://www.sgrm.ch/uploads/media/Cocain_Heroin%20Gehaltsstatistik_%20SGRM_2010_06.pdf
http://www.sgrm.ch/uploads/media/Cocain_Heroin%20Gehaltsstatistik_%20SGRM_2010_06.pdf

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Polizei beim Strecken von Heroin in flagranti erwischt wurde, deutet darauf hin, 
dass das bei ihm vorgefundene Heroin auch noch weiter gestreckt wurde. Es ist 
damit nicht erwiesen, dass das bei AI.________ vorgefundene Heroin auch 
tatsächlich unverändert bzw. ungestreckt weiterverkauft wurde. Insofern ist es 
sachgerecht, grundsätzlich auch bei dem vom Beschuldigten von AI.________ be-
zogenen Heroin, weil ohne konkrete Stoffanalyse, von einem durchschnittlichen 
Reinheitsgrad von 31 % auszugehen. 

4.3. Grundsätzliches zu den Preisen und Mengen

Bezüglich der mutmasslichen Preise der gehandelten Drogen erachtet es die 
Kammer als nicht vertretbar, von den am Telefon genannten Zahlen auf die gehan-
delten Mengen bzw. den tatsächlichen Kaufpreis zu schliessen. Die genannten 
Zahlen können nicht ohne weiteres mit dem Kauf- bzw. Verkaufspreis gleichgesetzt 
werden, da oftmals auch Verrechnungen mit bestehenden Schulden erfolgten oder 
lediglich Anzahlungen bzw. Teilzahlungen geleistet wurden. So ergibt sich bei-
spielsweise aus einem Gespräch zwischen dem Beschuldigten und seinem Ab-
nehmer PUKI-011, dass der Kaufpreis teilweise mit Simkarten bzw. Mobiltelefon-
geräten verrechnet, (pag. 1008f.) und teilweise auch nur Anzahlungen geleistet 
wurden (pag. 1107). Die Kammer erachtet es daher nicht als erwiesen, dass die 
genannten Zahlen immer dem tatsächlich geschuldeten Kaufpreis entsprachen. 
Zudem weisen die erfassten Telefongespräche auch darauf hin, dass der Beschul-
digte – je nach Verfügbarkeit des Heroins – durchaus bereit war, unterschiedliche 
bzw. höhere Preise zu bezahlen (vgl. auch pag. 820). Rückschlüsse von den ge-
nannten Zahlen auf die Menge sind daher nach Ansicht der Kammer nicht möglich. 
Für die Schuldsprüche an sich sind diese Informationen denn auch nicht relevant.

Da AI.________ der Hauptlieferant des Beschuldigten war, ist an dieser Stelle auch 
auf die Frage einzugehen, welche Mengen der Beschuldigte jeweils über seinen 
Hauptlieferanten bezogen hat. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass 
AI.________ gemäss Ermittlungen nie Einheiten unter 500 Gramm verkauft habe 
(pag. 6403, S. 47 der Entscheidbegründung). Weiter gelangte sie zum Schluss, 
dass beispielsweise das Codewort «1 Freundin» eine Einheit von 500 Gramm He-
roingemisch bedeutet (pag. 6408, S. 52 der Entscheidbegründung). Die Kammer 
schliesst sich dieser Auffassung weitgehend an. Die Polizei Solothurn hielt in ihrem 
Ermittlungsbericht (pag. 3517 ff.) fest, dass AI.________ mehrheitlich Heroinge-
misch in Halbkiloportionen verkauft habe (pag. 3520). Der Strafanzeige gegen 
AI.________ kann entnommen werden, dass die Abnehmer AV.________ und 
AW.________ angaben, jeweils zwei mal 500 Gramm Heroingemisch gekauft zu 
haben (pag. 3521). Anlässlich der Hausdurchsuchung bei der Freundin von 
AI.________, deren Wohnung auch als Drogenbunker genutzt wurde, konnten zu-
dem nur Portionierungen von 500 Gramm sichergestellt werden, insgesamt 16 Pa-
ckungen (pag. 3527f.). Hingegen wurden bei der Durchsuchung der Wohnung von 
AI.________ auch Portionierungen von lediglich 145 und 310 Gramm Heroinge-
misch aufgefunden (pag. 3526). Aus den genannten Funden kann geschlossen 
werden, dass AI.________ in der Tat hauptsächlich Portionierungen von 500 
Gramm Heroingemisch verkauft hat. Er wurde im Kanton Solothurn denn auch für 
den Kauf bzw. Verkauf von Heroingemisch in 500 Gramm Packungen verurteilt 

30

(vgl. pag. 6189 ff.). Es kann damit aufgrund des Gesagten davon ausgegangen 
werden, dass es sich bei dieser Menge von 500 Gramm effektiv um eine Standard-
portionierung gehandelt hat. Dass die Bestellung «einer Freundin» entsprechend 
mit der Bestellung von 500 Gramm Heroingemisch gleichzusetzen ist (und weiter 
«zwei Freundinnen» = 1 Kilo Heroingemisch etc.), hat daher nach Ansicht der 
Kammer als erwiesen zu gelten. Hingegen kann nicht völlig ausgeschlossen wer-
den, dass AI.________ auch andere Portionierungen verkaufte, was denn wie er-
wähnt auch die Polizei Solothurn festhielt. Sofern in den einschlägigen Telefonge-
sprächen keine codierten Mengenangaben wie «ein oder zwei Freundinnen» etc. 
zu finden sind, ist daher nicht von 500 Gramm Heroingemisch, sondern vielmehr 
von einer unbekannten Menge auszugehen. 

4.4. Beweiswürdigung zu Ziffer B.II.1.1 Dispositiv (Ziff. 1.1 AKS)

Zunächst einmal ist darauf hinzuweisen, dass die relevanten Telefongespräche auf 
pag. 506-516 und 966 ff. zu finden sind. Die Vorinstanz hat diese Gespräche zu-
treffend zusammengefasst und daraus die richtigen Schlussfolgerungen gezogen, 
deren sich die Kammer anschliesst (pag. 6408 ff., S. 52-54 der Entscheidbegrün-
dung). 

Die Telefongespräche zeigen geradezu beispielhaft auf, wie sich zuerst der Ab-
nehmer PUKI-011 beim Beschuldigten nach Heroin erkundigte und dieser in der 
Folge mithilfe seines Läufers F.________ versuchte, einen Lieferanten zu finden. 
Er wandte sich schliesslich an den «Freund in Olten», wo er über den Läufer 
F.________ «zwei Freundinnen» beziehen konnte und schliesslich am folgenden 
Tag an PUKI-011 lieferte. Dass es sich beim Freund in Olten um AI.________ han-
delt, hat anhand der Identifikation der Stimme als erwiesen zu gelten. Die Polizei 
konnte die Stimme nicht nur identifizieren, sondern ihm auch die entsprechende 
Telefonverbindung zuordnen (pag. 504 und 3536). Zudem wohnte AI.________ in 
Olten. Gemäss den Ermittlungen der Polizei Solothurn befand sich auch die soge-
nannte Bunkerwohnung, in der die Drogen gelagert wurden, in Olten (pag. 3518). 
Der Beschuldigte bestreitet denn auch nicht, mit AI.________ in Kontakt gestanden 
bzw. mit ihm telefoniert zu haben. Er bringt jedoch vor, dass er nicht gewusst habe, 
dass dieser in Verbindung mit Drogen stehe (pag. 1677). Dass es sich dabei um 
eine Schutzbehauptung handelt, wurde bereits hinreichend dargelegt. Es kann da-
her vorliegend davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte seinen Läufer 
F.________ mit dem Kauf und Weiterverkauf von «2 Freundinnen» und damit von 
einem Kilo Heroingemisch beauftragte, wobei es sich beim Lieferanten um 
AI.________ in Olten handelte und der Abnehmer PUKI-011 war. 

Bezüglich des Reinheitsgrads ist festzuhalten, dass keine Sicherstellungen erfolg-
ten, weswegen wie oben dargelegt von einem durchschnittlichen Mittelwert von 31 
% ausgegangen werden kann. 

Der in Ziffer 1.1 der Anklageschrift umschriebene Sachverhalt hat daher als erwie-
sen zu gelten, wobei die Kammer in Abweichung zu den vorinstanzlichen Aus-
führungen offen lässt, welche Zahlungen zwischen den Beteiligten geflossen sind. 

31

4.5. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.2 des Dispositivs (Ziff. 1.2 AKS)

Die bezüglich dieses Schuldspruchs relevanten Telefongespräche sind auf pag. 
991 ff. zu finden. Auch bezüglich dieses Punktes kann auf die Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 6410f., S. 54f. der Entscheidbegründung). Die 
Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach der Beschuldigte PUKI-011 ein Kilo He-
roingemisch zukommen liess, kann anhand der Telefongespräche nachvollzogen 
werden. So schrieb PUKI-011 am 24. August 2010: «Schau und gib dem Jungen so wie 
letztes Mal, soll es mir so in Ordnung bringen, dass er morgen am Abend hier bei mir ist.» (pag. 
991). Aus dieser Angabe ist zweifelsohne zu schliessen, dass PUKI-011 die gleiche 
Menge wie wenige Tage zuvor am 20. August 2010 bestellte, also wiederum ein Ki-
lo. Die Auslieferung fand über F.________ schliesslich am 26. August 2010 statt, 
was sich daraus ergibt, dass F.________ bestätigte, bald in Genf, also am Standort 
von PUKI-011, zu sein (pag. 1004). Welche Zahlungen im Zusammenhang mit die-
sem Geschäft flossen, erachtet die Kammer abweichend von den entsprechenden 
Ausführungen der Vorinstanz als nicht erstellt, womit sich Ausführungen dazu erüb-
rigen. Auch der Reinheitsgrad kann vorliegend offen bleiben, da für die Strafzu-
messung nur das durch den Beschuldigten erworbene Heroin – und nicht das wei-
terverkaufte – von Bedeutung ist. Der Umfang der Drogendelinquenz misst sich 
hauptsächlich, wenn auch nicht ausschliesslich an der Menge und der Qualität der 
bezogenen Betäubungsmittel; das wie im vorliegenden Anklagepunkt weiterver-
kaufte Heroingemisch ist Teil des bezogenen Heroins und daher bezüglich Menge 
und Reinheit nicht ein zweites Mal zu berücksichtigen. 

Die Kammer erachtet den angeklagten Sachverhalt daher mit obigen Präzisierun-
gen bezüglich des unbekannten Reinheitsgrads als erwiesen. 

4.6. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.3. des Dispositivs (Ziff. 1.3 AKS)

Der hier zu prüfende Sachverhalt hängt direkt mit der Lieferung vom 26. August 
2010 zusammen. Die Telefongespräche, welche zum Verkauf des Heroins durch 
den Beschuldigten an PUKI-011 führten, sind auf pag. 1018 ff. zu finden. PUKI-011 
reklamierte am 29. August 2010 gegenüber dem Beschuldigten die Qualität des 
zuvor ausgelieferten Stoffs: «Was wird mit diesem Gespräch gemacht, denn heute haben mich 
diese Freund angerufen, denn sie ist nicht gut. Schau wenigstens, um die Andere in Ordnung zu brin-
gen, sonst gehen uns die Arbeiten komplett kaputt.» (pag. 1019f.). Die Vorinstanz gelangte 
im Kontext mit sämtlichen relevanten abgehörten Telefongesprächen zum Bewei-
sergebnis, dass infolge der schlechten Qualität des zuvor gelieferten Heroins eine 
Nachlieferung von ca. 100 Gramm reinerem Heroingemisch zur Aufbesserung ver-
einbart wurde, wobei sie von einem durchschnittlichen Reinheitsgrad ausging. Die-
sen Ausführungen kann vollumfänglich gefolgt werden (pag. 6411f., S. 56f. der 
Entscheidbegründung). Insbesondere weil das gelieferte Heroin zur Nachbesse-
rung der Qualität verwendet wurde, ist mindestens von durchschnittlicher Qualität 
auszugehen. Die gute Qualität ergibt sich auch daraus, dass PUKI-011 im An-
schluss an die Heroinübergabe den Stoff als gut bezeichnete: «So man, dieses ist in 
Ordnung man…» (pag. 1033). 

Die Vorinstanz schliesst aus der Angabe von 100-200 Lek auf 100-200 Gramm He-
roingemisch (pag. 1025). Diese Mengenangabe ist schlüssig, denn aus den Ge-

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sprächen zwischen PUKI-011 und dem Beschuldigten ergibt sich, dass die Liefe-
rung einer kleinen Menge verhandelt wurde, welche dazu verwendet werden sollte, 
die schlechte Lieferung aufzubessern. So schlug PUKI-011 vor, «er überlege, wie es 
wäre, wenn er morgen am Morgen kommen würde, so mit wenig, also mit 100 oder 200 Lek kommen 
und nehmen, um das andere probieren, damit sie nicht umsonst Wege machen.» (pag. 1025). 

Der angeklagte Sachverhalt hat demnach als erwiesen zu gelten. 

4.7. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.4 des Dispositivs (Ziff. 1.4 AKS)

Die Vorinstanz hat die vorliegend einschlägigen Telefongespräche (pag. 734 ff.)  
zutreffend wiedergegeben und daraus die richtigen Schlüsse gezogen, weshalb 
grundsätzlich auf ihre Ausführungen verwiesen werden kann (pag. 6413 ff., S. 57-
59 der Entscheidbegründung). 

Der Beschuldigte erkundigte sich vorliegend bei PUKI-029 nach Drogen, wobei er 
das gängige Codewort für den Kauf von Heroin, also «Arbeit erledigen», nannte. 
Konkret fragte er: «…Aber ich habe hier einen Junge und ich dachte, ich begleiche noch etwas 
bei dir, weisst du. Kannst du ihm Arbeit erledigen oder nicht? Soll ich den Jungen mitnehmen oder 
nicht?». Woraufhin PUKI-029 antwortete: «Jaja, das kannst du, kein Problem.» (pag. 738). 
Dass der Beschuldigte Heroin kaufen will, ergibt sich nicht nur aus dem Codewort, 
sondern auch daraus, dass er sich erkundigt, ob er den Jungen, also seinen Läu-
fer, mitnehmen soll. Eine Notwendigkeit dies zu tun, besteht nur, wenn tatsächlich 
Drogen transportiert werden sollten, was der Beschuldigte nie selbst machte. Dass 
es anschliessend am 4. September 2010 zu einem Treffen zwischen diesen drei 
Personen kam, konnte auch polizeilich beobachtet werden (vgl. pag. 731 ff.). Es 
kann daher davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte dem PUKI-029 
Heroin abkaufte. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass sich der Läufer 
F.________ auf Instruktion des Beschuldigten im Anschluss an das Treffen wie-
derum mit PUKI-016 verabredete. F.________ rapportierte dem Beschuldigten 
nach dem Treffen, dass er die Dokumente (also das Geld) vorerst zu Hause gelas-
sen habe und diese später bringen werde (pag. 790). Es ist daher offensichtlich, 
dass das durch den Beschuldigten erworbene Heroin unmittelbar nach dem Kauf 
an PUKI-016 weiterverkauft wurde. 

Hingegen können – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz – keine Rück-
schlüsse auf die Menge gezogen werden. Zwar ist durchaus zutreffend, dass ein 
Geldbetrag genannt wird (14,7; vgl. pag. 774). Daraus, dass PUKI-029 den Be-
schuldigten darüber informiert, dass es 14,7 gewesen seien, kann jedoch keines-
wegs auf einen Kaufpreis von CHF 14‘700.00 geschlossen werden. Zum einen ist 
wenig einleuchtend, wieso PUKI-029 den Beschuldigten, welcher ja das Geld über-
geben hatte, über den genauen Betrag informieren sollte. Zum anderen ist nicht 
klar, ob es sich dabei um eine Anzahlung handelte bzw. ob auch noch weitere 
Schulden verrechnet wurden, was, wie bereits oben ausgeführt, offenbar nicht un-
üblich war. Damit sind aufgrund dieses genannten Geldbetrags keine Rückschlüs-
se auf die Menge möglich. Auch die Telefonkontrolle rund um das anschliessende 
Treffen mit PUKI-016 lässt keine Rückschlüsse auf die gehandelte Menge zu, es ist 
daher von einer unbekannten Menge auszugehen. 

33

Vorliegend ist jedoch von einem durchschnittlichen Reinheitsgrad von 31 % auszu-
gehen. Es bestehen keine Hinweise, dass die Qualität des Stoffes bemängelt wur-
de, zudem handelt es sich beim Beschuldigten – wie auch mit dem hier zu beurtei-
lenden Geschäft exemplarisch aufgezeigt werden konnte – um einen Zwischen-
händler, welcher mit grösseren Mengen mit entsprechend besserer Qualität han-
delte. 

Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift hat mit obenstehenden Modifikationen (un-
bekannte Menge und unbekannter Kaufpreis) als erwiesen zu gelten. 

4.8. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.5 des Dispositivs (Ziff. 1.5 AKS)

Auch bezüglich Ziffer 1.5 der Anklageschrift kann auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz, welche auf der entsprechenden Telefonkontrolle gründen (pag. 
517 ff.), verwiesen werden (pag. 6415f., S. 59f. der Entscheidbegründung). 

Dieser Kauf und Verkauf von Heroin ist klar nachvollziehbar, da der Beschuldigte 
seinen Läufer zuerst mit dem Kauf und anschliessend mit dem Weiterverkauf von 
Heroin beauftragte. Der Beschuldigte kommunizierte direkt mit AI.________ und 
lotste seinen Läufer anschliessend zu dessen Standort, wobei er die Nachrichten 
zwischen dem Läufer und AI.________ übermittelte (vgl. insbesondere pag. 526-
529). AI.________ übermittelte dem Läufer zudem auf Geheiss des Beschuldigten 
(pag. 529) eine Adresse, wohin er den Läufer direkt anschliessend schickte (pag. 
531). Dass es dabei um die Vermittlung von Heroin gegangen ist, ergibt sich zum 
einen daraus, dass das Treffen mit PUKI-044 stattfand, nachdem sich dieser beim 
Beschuldigten konspirativ nach Drogen erkundigt hatte (pag. 543 und 517). Zum 
anderen jedoch auch aus der Frage des Läufers an den Beschuldigten: «Soll ich es 
ganz abgeben oder was, das, was ich genommen habe, oder?» (pag. 532). Auch das Treffen in Bern 
ist – da PUKI-044 und der Läufer offenbar Mühe hatten, sich zu finden – gut doku-
mentiert (vgl. pag. 537-545). 

Die vorhandene Telefonkontrolle zeigt beispielhaft auf, wie sich ein Abnehmer beim 
Beschuldigten nach Heroin erkundigte, der Beschuldigte anschliessend über sei-
nen Lieferanten Heroin bezog und dieses – wiederum über seinen Läufer – dem 
Abnehmer zukommen liess. Dass es sich beim Lieferanten um AI.________ han-
delt, hat aufgrund der Telefonkontrolle erwiesen. AI.________ wurde denn auch 
rechtskräftig wegen des Verkaufs von einem Kilo Heroingemisch an den Beschul-
digten verurteilt. Diesen Schuldspruch focht er vor dem Obergericht Solothurn nicht 
an und er ist damit bereits erstinstanzlich in Rechtskraft erwachsen (vgl. pag. 6767 
ff.). Auf diese Menge kann grundsätzlich abgestellt werden. Die hier angeklagten 
500 Gramm sind Teil dieses Kilos; die anderen 500 Gramm betreffen die nachfol-
gende Ziffer 4.9. 

Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist damit erstellt. 

4.9. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.6 des Dispositivs (Ziff. 1.6 AKS)

Im Anschluss an das erste Treffen am 9. September 2010 schickte der Beschuldig-
te seinen Läufer erneut zu AI.________ und forderte letzteren auf, dem Läufer ei-
nen Jungen mitzugeben (pag. 561). Wie dargelegt, handelt es sich dabei um das 
Codewort für 500 Gramm Heroingemisch. Den Ausführungen der Vorinstanz zu 

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diesem Punkt kann ebenfalls vollumfänglich gefolgt werden (pag. 6416 ff., S. 60-62 
der Entscheidbegründung). Es kann – insbesondere, da das Heroingemisch von 
AI.________ stammte, welcher bekanntlich über beste Qualität verfügte – auf den 
durchschnittlichen Reinheitsgrad von 31 % abgestellt werden. 

Aus der Telefonkontrolle ergibt sich zudem, dass das Heroingemisch an PUKI-011 
(pag. 1066 ff.), an PUKI-056 (pag. 1357 ff.) sowie an PUKI-063 (pag. 1364 ff.) wei-
terverkauft wurde. Die jeweiligen Mengen des weitergekauften Heroingemischs 
sowie dessen Reinheitsgrad sind nicht bekannt und können, da für die Strafzumes-
sung nur der Kauf als relevant anzusehen ist, offen gelassen werden. 

4.10. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.7 des Dispositivs (Ziff. 1.7.1 AKS)

Hier wie in den weiteren zwei folgenden Ziffern geht es ausschliesslich um den 
Weiterverkauf von Heroin. Es kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 6418f., S. 62f. der Entscheidbegrün-
dung).

Die Kammer schliesst sich diesem Beweisergebnis an und hält ergänzend fest, 
dass es sich beim Abnehmer aus Tschechien (PUKI-077) um eine Person gehan-
delt hat, welche bis anhin offensichtlich noch keine Drogengeschäfte mit dem Be-
schuldigten getätigt hatte. Entsprechend sind die benutzten Codierungen einfach 
zu verstehen und es ist offensichtlich, dass die beiden noch kein eingespieltes 
Team sind und sie deswegen offener miteinander kommunizieren müssen. Auf 
pag. 935 erkundigt sich PUKI-077 nach dem Preis und fragt danach, wie viel die 
Stunde sei bzw. wie viel der Arbeiter bezahlt werde. Dass PUKI-077 daran interes-
siert ist, dem Beschuldigten Heroin abzukaufen, hat daher als erstellt zu gelten. 
Aus einem weiteren Gespräch zwischen dem Beschuldigten und PUKI-076 ergibt 
sich zudem, dass PUKI-077 zwei bis drei Kilo Heroin kaufen und gleich bezahlen 
wollte: «Um zwei oder drei Autos zu kaufen und gibt dir die Dokumente und geht weg.». Der Be-
schuldigte entgegnete daraufhin: «Ja, ja, ohne Dokumente gebe ich es ihm nicht.» (pag. 
937). Anhand der Telefonkontrolle kann auch das Treffen, anlässlich welchem es 
zur Übergabe der Drogen kam, nachvollzogen werden (pag. 940 ff.). 

Die Menge des durch den Beschuldigten verkauften Heroins ergibt sich schliesslich 
aus der Reklamation des Abnehmers. So hielt PUKI-077 fest: «Freund, es scheint so zu 
sein, dass es in Ordnung ist, aber du hast mir die Laune ein bisschen zerstört, weil in den Rechnun-
gen kamen nur siebenhundert heraus, aber die Abmachung war für Ganzes.» (pag. 948). Will 
heissen, dass der Beschuldigte nur 700 Gramm Heroingemisch verkaufte statt des 
vereinbarten Kilos. 

Die Verteidigung macht bezüglich der Qualität des Heroingemischs geltend, es sei 
von einem tiefen Reinheitsgrad bzw. Gassenqualität auszugehen. Dass die fehlen-
de Lieferung zu einer Rückerstattung von 500 Euro geführt habe, zeige, dass es 
sich keineswegs um gute Qualität gehandelt haben könne. Die Kammer geht vor-
liegend von einem unbekannten Reinheitsgrad des Heroingemischs aus. Der Rein-
heitsgrad ist – da es sich um einen Verkauf handelte – für die Strafzumessung oh-
nehin nicht von Bedeutung. Dennoch sei an dieser Stelle die Anmerkung erlaubt, 
dass keine Anhaltspunkte für niedrigste Gassenqualität bestehen. Die Qualität 
wurde vom Abnehmer PUKI-077 als gut bzw. in Ordnung bezeichnet und es sind 

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keine Gründe ersichtlich, wieso daran zu zweifeln wäre. Dies hat umso mehr zu 
gelten, als PUKI-077 aus Tschechien anreiste und einen entsprechend grossen 
Aufwand betreiben musste, um die Drogen in der Schweiz zu kaufen. Es ist davon 
auszugehen, dass er diese Bemühungen kaum auf sich genommen hätte, hätte er 
lediglich Heroingemisch in Strassenqualität kaufen wollen bzw. gekauft. Wie es 
sich mit den erwähnten 500 Euros genau verhält, ist unklar; um so mehr, als die 
scheinbare Rückforderung auch mit der zu geringen gelieferten Menge in Verbin-
dung gebracht werden kann. Klar ist jedenfalls, dass der Beschuldigte wie überwie-
sen ca. 700 Gramm Heroingemisch an PUKI-077 (H.________) verkauft hat. Der 
Sachverhalt hat wie dargelegt als erwiesen zu gelten. 

4.11. Beweiswürdigung bezüglich Ziff. B.II.1.8 des Dispositivs (Ziff. 1.7.2 AKS)

Die Kammer schliesst sich der vorinstanzlichen Beweiswürdigung vollumfänglich 
an (pag. 6420f., S. 64f. der Entscheidbegründung). 

PUKI-011 bestellte beim Beschuldigten am 20. September 2010 ein Kilogramm He-
roingemisch, in dem er ihm folgende Aufforderung zukommen liess: «Bringe mir den 
Freund mit 2 Jungs und nicht wie das letzte Mal.» (pag. 1082). Dass es im Anschluss an 
dieses Gespräch tatsächlich zu einem Drogentreffen mit dem Läufer des Beschul-
digten kam, ergibt sich aus den entsprechenden telefonischen Anweisungen (pag. 
1086f.) bzw. aus der Bestätigung des Läufers, dass er in Genf gewesen sei (pag. 
1088). Auch bezüglich dieses Punktes erachtet es die Kammer als irrelevant, wel-
cher Kaufpreis nun effektiv bezahlt wurde bzw. aufgrund der Tatsache, dass es ein 
Verkauf war, welcher Reinheitsgrad das verkaufte Heroin aufwies. Immerhin deutet 
der genannte Geldbetrag doch klar auf eine Menge von (mindestens) einem Kilo-
gramm hin. Im Übrigen hat der Sachverhalt gemäss Anklageschrift als erwiesen zu 
gelten

4.12. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.9 des Dispositivs (Ziff. 1.7.3 AKS)

Die Vorinstanz hat anhand der Telefonkontrolle die Ereignisse, welche rund um 
bzw. vor der Verhaftung von I.________ stattfanden, zutreffend dargelegt und ge-
würdigt; darauf wird verwiesen (pag. 6421 ff., S. 65-57 der Entscheidbegründung). 
Auch wenn der Beschuldigte jegliche Verbindung zu I.________ bestreitet, steht 
doch aufgrund der vorhandenen Telefongespräche fest, dass er seinen Läufer in 
die Wohnung von I.________ schickte und ersteren schliesslich – nachdem 
I.________ die Qualität des Stoffes monierte – zurückschickte, um das Heroinge-
misch wieder abzuholen (pag. 1204). I.________ konnte jedoch nicht mehr ange-
troffen werden, da er in der Zwischenzeit verhaftet worden war. In seiner Wohnung 
wurden in der Folge ca. 184 Gramm Heroingemisch sichergestellt (pag. 1739). 
Dieser Sachverhalt ist – obwohl es sich um einen Verkauf handelt, der in Bezug auf 
die Strafzumessung nicht von Relevanz ist – deshalb interessant, weil bei 
I.________ tatsächlich Stoff sichergestellt werden konnte und damit die Verbindung 
des Beschuldigten zu Heroin deutlich nachvollzogen und dargelegt werden kann.  
Der entsprechende Sachverhalt ist erwiesen.   

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4.13. Beweiswürdigung bezüglich Ziffer B.II.1.10 des Dispositivs (Ziff. 1.8 AKS)

Die Vorinstanz gelangte – nach ausführlicher Würdigung der ihr vorliegenden Be-
weise (pag. 6423 ff.,