# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3f024a93-1dde-57bf-9a1c-3d2c6784aba0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-23
**Language:** de
**Title:** Aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, mittelgradige depressive Episode erweist sich als behandelbar; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00391
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00391.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00391
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
23. Februar 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Milosav Milovanovic
Beratungsstelle für Ausländer
Frohaldenstrasse
76, 8180 Bülach
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1954, war seit dem
1.
März 1999 mit einem
Teilzeit
pensum
als Reinigungsmitarbeiterin bei der
Y.___
angestellt (
Urk.
7/16/1-2
Ziff.
1, 2.1
, 2.8
und 2.9
). Unter Hinweis
auf Schmerzen im Rücken, den Gelenken und in den Füssen
und psychische Beschwerden meldete sich die Versicherte am 2
7.
September 2014 bei der Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an (
Urk.
7/10
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holt
e
Akten des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/28) ein und
tätigte erwerbliche (
Urk.
7/2,
Urk.
7/16,
Urk.
7/26) sowie medizinische (
Urk.
7/23,
Urk.
7/30) Abklärungen.
N
ach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk.
7/32-37)
verneinte sie
mit Verfügung vom
3.
März 2015 (
Urk.
7/38 =
Urk.
2) einen Anspruch der Versicherten auf IV-Leistungen.
2.
Die Versicherte erhob am
7.
April 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom
3.
März 2015 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
8.
September 2015 wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 1 unten) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und der Beschwer
de
führerin die Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung ist die medizinische Befundlage; eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsschädigung ist (BGE 141 V 281 E. 2.1) und eine allfällige Leistungseinschränkung nicht auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
vertrat den Standpunkt, bei der Diagnose einer mittel
gradigen depressiven Episode handle es sich definitionsgemäss um ein vorüber
gehendes Leiden. Zudem sei die
Depression
der Beschwerdeführerin
im Wesent
lichen
Folge einer psychosozialen B
elastungssituation. Eine solche
von belas
tenden Lebensumständen nicht verselbständigte Depre
ssion vermöge nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit zu begründen (
Urk.
2 S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte dagegen vor
,
nicht arbeitsfähig zu sein. Auf die Beurteilung durch
Dr.
Z.___
könne nicht abgestellt werden.
D
ie
Beschwerde
gegnerin
sei verpflichtet, die Arbeitsfähigkeit durch
ein interdisziplinäres medi
zinisches Gutachten
ernsthaft abzuklären (
Urk.
1 S.
2 ff.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Physikalische Medizin
und Rehabilita
tion
, nannte
im
Zwischenbericht
vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
7/28/10-12) als Diag
nosen ein subakutes
cervikal
betontes
Panvertebralsyndrom
bei
skoliotischer
Fehlhaltung und degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, statische
Fuss
beschwerden
bei
einer
Senk-Sprei
zfussdeformität
und eine schmerzhaft einge
schränkte Beweglichkeit der Hals- und Lendenwirbelsäule (
Ziff.
1).
Dr.
A.___
führte aus, d
ie
Beschwerdeführerin klage über Schmerzen im Bereich des Nackens und des Schultergürtels sowie
lumbosacral
mit Ausstrahlungen in beide Beine und über vermehrte Kopfschmerzen und Fussbeschwerden (
Ziff.
2).
Für die Tätigkeit als Reinigungsangestellte bestehe seit dem 2
6.
Mai 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit werde durch belastungsabhängige Rückenschmerzen verhindert (
Ziff.
4 und 6). Die bisherige Tätigkeit sei zurzeit nicht zumutbar.
Dr.
A.___
schätze, dass
in einem Monat in einer vergleichbaren Tätigkeit
wieder eine
Arbeitsfähigkeit
erreicht werden könne (
Ziff.
7-8).
3.2
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete am 2
6.
September 2014 zuhanden des
Kranken
taggeldversicherers
gestützt auf die Untersuchung der Beschwerdeführerin vom Vortag
einen Bericht (Low Le
vel Assessment,
Urk.
7/28/5-9).
Dr.
Z.___
führte aus, die Beschwerdeführerin klage über
Kniegelenksbeschwer
den
. Sie habe
subjektiv
Mühe
,
sich aus einer knienden Stellung aufzurichten. Hinzu
komme
anamne
s
tisch
eine Schwäche in der rechten Hand und Beschwer
den in der Brustwirbelsäule. Sie arbeite am Samstag und Sonntag je acht Stun
den am
Y.___
im Reinigungsdienst. Über
cervikale
, lumbale
oder über
Fussbeschwerden klage
die Beschwerdeführerin nicht
.
Sie
habe schon frü
her solche Beschwerden gehabt. Aus Angst, ihre Stelle zu verlieren, habe sie aber weiter gearbeitet (S. 2 Mitte).
Die Untersuchung des Bewegungsapparates habe sich schwierig gestaltet, da eine ausgeprägte Schmerzverdeutlichung mit Selbst
limitierung
bestehe
, mit Inkonsistenzen und Diskrepanzen im Ausmass eines dysfunktionalen
Krank
heitsverhaltens
(S. 2 unten). Die Beschwerdeführerin könne sämtliche Bewe
gungsabläufe nach Aufforderung praktisch nicht durchführen. So
habe sie
die Arme nur um etwa 20°
angehoben
, nach
dem
Dr.
Z.___
ihr ein
e
volle Abduk
tion vorgeführt habe. Beim Aus- und Ankleiden
habe
sie das T-Shirt aber prob
lemlos mit maximaler Abduktion über den Kopf und die Schultern streifen
kön
nen
. Bei der Aufforderung, das linke und rechte Bein abwec
hselnd zu heben, sei dies
nicht
,
beim Aus- und Ankleiden
der Hose
aber
problemlos
möglich gewe
sen
(S. 3 oben).
Bei der Prüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule erfolge eine
Gegeninner
vation
, so dass praktisch keine
Bewegung
resultiere. Beim spontanen
Bewe
gungsverhalten
bestehe aber eine freie, nicht eingeschränkte Beweglichkeit.
In Bauchlage könne der Kopf links und rechts auf der Liege positioniert werden, was einer Rotation der Halswirbelsäule von 70-80° entspreche.
Auch bei der Prüfung der peripheren Gelenke werde andauernd gegeninnerviert, im Gegen
satz zum spontanen Bewegungsverhalten (S. 3 Mitte).
Es bestehe eine mässig ausgeprägte Kyphose der Brustwirbelsäule
. Gehen erfolge mit vornüber gebücktem Oberkörper und einer deutlichen
Schulterprotraktion
(S. 3 unten).
Zusammenfassend bestünden erhebliche Diskrepanzen zwischen dem spontanen Bewegungs- und Sitzverhalten und den erwähnten Untersuchung
sbefunden mit
Gegeninnervationen
. Die Grundstimmung sei erheblich gedrückt (S. 4 oben).
Auf den Röntgenbildern der Halswirbelsäule zeigten sich kaum
Unkovertebrals
pond
ylosen
und keine
neuroforaminale
Stenosierung
.
Die
Lendenwirbelsäule
ap
/seitlich
zeige weder degenerative Veränderung
en
noch
Spondylarthrosen
oder
eine Übergangsanomalie. Es bestehe eine geringfügige
skoliotische
Fehl
haltung
thoracolumbal
mit einer etwas betonten Lordose
.
Die Form und Grösse der Wirbelkörper sei
en
erhalten.
Des Weiteren bestehe eine altersentsprechende Höhe der Bandscheibenfächer ohne signifikante degenerative Veränderungen
. Ebenso bestehe keine entzündliche oder neoplastische Pathologie
. Die Röntgen
aufnahme der Füsse dokumentiere die klinisch manifest
e Spreizfuss
bildung, ohne
Arthrose
.
Es bestünden eine deutliche Deformierung der distalen Abschnitte der Grundphalanx D II-IV rechtsseitig und D IV linksseitig sowie der proxim
alen Anteile
der mittleren Phalanx in den entsprechenden Zehen. Weiter
bestünden leichte degenerative Veränderungen in der IP D
I medial betont
(S. 4
Mitte
). Die konventionellen Röntgenaufnahmen der Kniegelenke
und der Patella axial
seien beidseits unauffällig (S. 4 unten). Es bestehe ein Schmerzverhalten, das somatisch nicht zu erklären sei. Offensicht
lich be
stehe eine
behandlungs
bedürftige
psychiatrische
Komorbidität (S. 5 oben).
In der angestammten Tätigkeit bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100 %. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit einem Wechsel zwi
schen sitzenden und stehenden Arbeitsabläufen bestehe ebenfalls eine zumut
bare Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 5
Ziff.
1 und 3).
3.3
Dr.
A.___
gab
im Bericht
vom
1
8.
Oktober 2014
(
Urk.
7/23)
als ärztlichen Befund
an
, es handle sich um eine recht depressive, verängstigte Patientin. Es bestehe eine
skoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit multiplen
Tendomy
osen
, paravertebral, aber auch
Kettentendi
no
sen
an allen vier Extremitäten.
Die Beweglichkeit der
H
als- und Lendenwirbelsäule sei
je
um einen Drittel einge
schränkt
. Ansonsten sei kein pathologischer Befund zu erheben. Des Weiteren bestünden statische Fussbeschwerden bei Senk- Spreizfussdeformität (
Ziff.
1.4).
Dr.
A.___
bestätigte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit dem 2
6.
Mai 2014 bis auf
Weiteres
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Sämtliche Arbeiten mit
einem
Zeit- und Leistungsdruck seien der Patientin nur reduziert zumutbar (
Ziff.
1.6-1.7).
Wechselbelastende Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin zu 100
%
zumutbar. Ebenso seien ihr das Bücken, Kauern und Knien sowie Über-Kopf-Arbeiten, die Rotation im Sitzen und Stehen, körpernahes und -fernes Heben und Tragen sowie das Leitern, Gerüste und Treppen steigen zumutbar (vgl.
Urk.
7/23/5).
3.4
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnos
ti
zierte im Bericht vom
3.
November 2014 (
Urk.
7/28/2-4) eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, ein
en chronischen
Nikotinabusus
und eine subklinische Hypothyreose (
Ziff.
1).
Die Auffassung
s-
, Aufmerksamkeit
s-
und Konzentration
sfähigkeit
seien stark herabgesetzt. Die Beschwerdeführerin sei im formalen Denken auf ihre Ängste und Schmerzen eingeengt. Sie sei grübelnd und misstrauisch
.
Weiter
bestehe ein sozialer Rückzug (
Ziff.
2).
Eine testpsychologische diagnostische Abklärung sei nicht durchgeführt worden.
Klinisch zeigten sich eine gedrückte Stimmung, ein Interesseverlust, Freudlosigkeit, eine Verminderung des Antriebs sowie eine deutliche Müdigkeit, oft nach nur kleinen Anstrengungen. Bei der Patientin bestünden weiter Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit sowie eine negative und pessimistische Zukunftsperspektive
. Weiter bestünden massive Schlafstö
rungen, ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sowie eine ver
minderte Konzentration und Aufmerksamkeit
. Die Patientin erfülle damit die Kriterien einer depressiven Störung
(
Ziff.
3).
In der Behandlung seien bis jetzt keine Fortschritte erzielt worden. In drei Sit
zungen sei nur eine therapeutische Beziehung aufgebaut worden.
Dr.
B.___
habe die Patientin ermutigt, sich in eine regelmässige psychiatrische Behand
lung einzulassen und regelmässig das Medikament
Remeron
zu nehmen (
Ziff.
5).
Die Patientin arbeite
seit bald 15 Jahren am Wochenende als Reinigungskraft, da sie ihr 100%-Pensum aufgrund von Energiemangel und zunehmenden Schmerzen in beiden Knien nicht mehr habe leisten können. Zuletzt habe si
e am Wochenende 40
%
am
Y.___
in der Reinigung gearbeitet. Zusätzlich habe sie noch 20
%
gearbeitet (Putzen von Büros). Das Arbeitspensum von 60
%
habe
sie kaum mehr erfüllen können. Sie sei immer sehr leistungsorientiert und pflichtbewusst gewesen. Aufgrund von Energiemangel, extremer Müdigkeit und einer depressiven Stimmungs- und Antriebslage habe sie den Arbeitsdruck jedoch nicht mehr aushalten könne
n
.
Der Patientin gehe es seit dem Verlust ihrer Eltern sehr schlecht. Sie habe das Gefühl, unmöglich zurechtzukommen. Sie könne nicht mehr schlafen, sei äus
sert nervös geworden und stehe oft kurz vor einem dramatischen Verhalten. Die Patientin habe sich sehr zurückgezogen und vernachlässige zunehmend jegli
chen Kontakt mit ihren Freundinnen. Seit sie nicht mehr arbeiten gehe, pflege sie zu fast niemandem mehr Kontakte (
Ziff.
6).
Die Patientin sei seit Beginn der Behandlung zu 100
%
arbeitsunfähig. D
aneben sei sie in hausärztlicher Behandlung
, nehme Physiotherapie in Anspruch und beziehe Schmerzmittel. Mit Sicherheit stehe eine depressive Symptomatik im Vordergrund (
Ziff.
7).
3.5
Dr.
B.___
stellte
im Bericht vom 2
7.
November 2014
(
Urk.
7/30)
ergänzend
die Diagnose
spezifische
r
isolierte
r
Phobien (Tierphobie, Höhenangst,
D
onner
phobie
und Spritzenphobie,
Ziff.
1.1).
Dr.
B.___
gab an, die Patientin könne aufgrund ihrer massiven
Konzen
tra
tions
schwierigkeiten
, einer ausgeprägten Müdigkeit und Erschöpfung und einer Interesse- und Lustlosigkeit im Moment keiner Tätigkeit nachgehen. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit wie eine Arbeit in einem geschützten Rahmen sei ihr seit Beginn der Behandlung mit einem Pensum von 30
%
mit einem 50%igen Belastungsprofil möglich (
Ziff.
1.7). Es sei zu erwarten, dass die Patientin zumindest einer Arbeit in einem geschützten Rahmen nachgehen könne, wenn die depressive Symptomatik nachgelassen habe und sie wieder zu Kräften gekommen sei. Die Patientin sei nicht fähig, eine Tätigkeit mit hoher Anforderung an ihre Konzentrationsfähigkeit sowie Schichtarbeit und Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck auszuüben (
Ziff.
1.8).
Als Reinigungskraft sei sie vom 1
2.
August 2014 bis 1
6.
Januar 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.6).
4.
4.1
Dr.
A.___
attestierte der Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Reinigungskraft eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Abweichend dazu
gelangte der
von der Krankentaggeldversicherung
beigezogene
Dr.
Z.___
für die angestammte Tätigkeit und eine Verweistätigkeit
zu einer vollen Arbeitsfähigkeit.
Von psychiatrischer Seite
attestierte
Dr.
B.___
basierend auf der
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode für die angestammte Tätigkei
t eine volle Arbeitsunfähigkeit, dies jedoch nur bis zum 1
6.
Januar 2015 (vgl.
Urk.
7/30
Ziff.
1.6).
4.2
Die vorliegenden medizinischen Akten ergeben ein
hinreichend
klares
Bild über den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin.
W
ei
tere medizinische Abklärungen, wie
in der Beschwerde
beantragt (
Urk.
1 S. 3 unten),
erweisen sich daher als entbehrlich.
4.3
Dr.
A.___
nannte
im Bericht vom 1
8.
Oktober 2014
als
ärztlichen
Befund
eine
skoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule mit multiplen
Tendomyosen
paraver
tebral
sowie
Kettentendinosen
an allen Extremitäten und eine eingeschränkte Beweglichkeit der Hals- und Lendenwirbelsäule
(E. 3.3
hiervor
).
Dabei handelt es sich grundsätzlich nicht um einen
gravierenden ärztlichen
Befund,
welcher
eine volle Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
erklären könnte.
Im Übrigen
ging auch
Dr.
A.___
im Bericht vom 2
5.
Juni 2014 davon aus, dass die Beschwerdeführerin in etwa einem Monat in einer vergleichbaren Tätigkeit
wieder eine Arbeitsfähigkeit
erreichen könne (E. 3.1 hiervor). Im nachfolgenden Bericht vom 1
8.
Oktober 2014
erwähnte
Dr.
A.___
dann aber
nicht
, weshalb die
zuvor in Aussicht gestellte Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit
nicht
umgesetzt werden konnte
(E. 3.3
). Dies spricht gegen die Beurteilung von
Dr.
A.___
,
ebenso wie der Umstand, dass
Dr.
A.___
wechselbelastende Tätig
keiten mit doch körperlich anspruchsvollen Arbeiten wie Kauern, Knien, Bücken und Über-Kopf-Arbeiten sowie Treppensteigen uneingeschränkt als zumutbar erachtete und dieses Tätigkeitsprofil doch auch die angestammten Arbeiten in der Reinigungsbranche als zumutbar erscheinen lässt
.
Anders als
Dr.
A.___
wies
Dr.
Z.___
gestützt auf
die
Untersuchung vom
2
5.
Sep
tember
2014 auf ein ausgeprägtes Schmerzverhalten
der
Beschwerdefüh
re
rin
mit Selbstlimitierung und
deutlichen
Inkonsistenzen und Diskrepanzen hin.
Dr.
Z.___
schloss in Anbetracht der
von ihm festgestellten
weitgehend normalen Befunde
für die angestammte sowie für eine Verweistätigkeit
folge
rich
tig
auf eine volle Arbeitsfähigkeit.
Soweit
sich die Beschwerdeführerin in der Beschwerde gegen
den Bericht
von
Dr.
Z.___
vom 2
6.
September 2014
aussprach (
Urk.
1 S. 3 oben),
kann ihr nicht gefolgt werden.
Es ist daher auf die Beurteilung von
Dr.
Z.___
abzustellen.
Die Beschwerdeführerin ist
demzufolge
aus rheumatologischer Sicht in der ange
stammten sowie in einer angepassten Tätigkeit als zu 100
%
arbeitsfähig zu erachten.
4.4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine
invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung zwar nicht schlechthin auszuschlies
sen, indessen bedingt deren Annahme, dass es sich nicht bloss um eine Begleit
erscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, von einem psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Schei
tern das Leiden als resistent ausweist. Zumindest bei mittelschweren depressiven Episoden verneint dies das Bundesgericht regelmässig (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014, E. 4.2).
4.5
Die Beschwerdeführerin begab sich am 1
2.
August 2014 bei
Dr.
B.___
in psy
chiatrische Behandlung.
Dr.
B.___
gab im Bericht vom
3.
November 2014 an, dass erst drei
Sitzungen stattgefunden hätten (E. 3.4)
. Zum Zeitpunkt der ange
fochtenen Verfügung vom
3.
März 2015 kann vom Scheitern einer konsequen
ten Depressionstherapie bei einer
so kurzen
Behandlungsdauer noch keine Rede sein. Die festgestellte mittelgradige depressive Episode erweist sich daher als behandelbar.
Hinzu kommt, dass gemäss
Dr.
B.___
erhebliche psychosoziale Faktoren (Verlust der Eltern und der Arbeit) für den psychischen Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin mitverantwortlich sind.
Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein
. Gegen einen solchen Krankheitswert und einen entsprechenden Leidensdruck spricht vorliegend,
dass sich die Beschwerdeführerin lediglich einmal monatlich in psychiatrische Therapie begibt (vgl.
Urk.
7/30
Ziff.
1.5). Zudem erscheint die Annahme einer angestammt vollen Arbeitsunfähigkeit durch
Dr.
B.___
auch als nicht nachvollziehbar, da sie eine solche lediglich für wenige Monate (nämlich vom 1
2.
August 2014 bis 1
6.
Januar 2015;
Urk.
7/30
Ziff.
1.2) attestierte. Damit stellt sich auch die Frage nach dem Ablauf des Wartejahres (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG), welches nach Lage der Akten am 2
6.
Mai 2014 begann (vgl.
Urk.
7/28/13). Nachdem es jedoch nach dem Gesag
ten
auch aus psychiatrischer Sicht
an einem invalidisierenden
Gesundheitsscha
den
fehlt, kann diese Frage offen bleiben
.
4.6
Zusammenfassend
besteht aus rheumatologischer und aus psychiatrischer Sicht in der angestammten Tätigkeit in der Reinigung sowie in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
. Da es an einem invalidi
sierenden Gesundheitsschaden fehlt, ist ein Rentenanspruch zu verneinen.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom
3.
März 2015 als rechtens. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
600.-- festzusetzen
, jedoch z
ufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Milosav Milovanovic
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger