# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9d6bc383-88b0-5072-846e-a71fb1d64715
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.04.2022 E-1691/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1691-2022_2022-04-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1691/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Grégory Sauder;   

Gerichtsschreiberin Kinza Brunner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Mali,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 1. April 2022 / N (…). 

 

 

 

E-1691/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 5. März 2022 in der Schweiz um Asyl 

nach.  

B.  

Ein anschliessender Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen 

Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 7. Januar 2022 in 

Spanien registriert worden war.  

C.  

Am 14. März 2022 wurde dem Beschwerdeführer eine Rechtsvertretung 

gemäss Art. 102f ff. AsyIG (SR 142.31) beigeordnet. 

D.  

Am 23. März 2022 wurde mit dem Beschwerdeführer das sogenannte Dub-

lin-Gespräch geführt und ihm das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zu-

ständigkeit Spaniens für die Prüfung seines Asylgesuchs gewährt. 

E.  

Ein am 24. März 2022 an die spanischen Behörden gerichtetes Gesuch 

des SEM um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 

Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO) wurde am 31. März 2022 von den spanischen Behörden gut-

geheissen.  

F.  

Während des vorinstanzlichen Verfahrens wurde der Beschwerdeführer 

ärztlich wegen Schlafstörungen und Albträumen behandelt.  

G.  

Mit Verfügung vom 1. April 2022 (eröffnet am 6. April 2022) trat die Vo-

rinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete dessen Weg-

weisung nach Spanien an und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach 

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Seite 3 

Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Zudem stellt sie fest, einer allfäl-

ligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wir-

kung zu. 

H.  

Am 7. April 2022 legte die Rechtsvertretung das Mandat nieder.  

I.  

Gegen den Nichteintretensentscheid gelangte der Beschwerdeführer mit 

Rechtsmitteleingabe vom 7. April 2022 (Poststempel) an das Bundesver-

waltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung; es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu ge-

währen; ferner sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und eine vorläufige Aufnahme an-

zuordnen. Zudem ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie 

der Einsetzung eines amtlichen Rechtsbeistands; eventualiter sei die auf-

schiebende Wirkung wiederherzustellen.  

J.  

Am 8. April 2022 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die vorinstanzli-

chen Akten in elektronischer Form vor. Gleichentags setzte die zuständige 

Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden ge-

gen Verfügungen des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG und Art. 

83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist 

[Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 VwVG] sind offensichtlich erfüllt.  

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Seite 4 

1.4 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide des SEM gestützt 

auf Art. 31a Abs. 1–3 AsylG ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2). Die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft 

und der Gewährung von Asyl, die Feststellung der Unzulässigkeit, Unzu-

mutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs und damit ver-

knüpft die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme waren demgegenüber 

im erstinstanzlichen Verfahren nicht zu prüfen. Sie können folglich nicht 

Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bilden, weshalb auf die entspre-

chenden Rechtsbegehren nicht einzutreten ist. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).  

E-1691/2022 

Seite 5 

3.3 Im Fall eines – wie vorliegend – sogenannten Aufnahmeverfahrens 

(engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genann-

ten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der 

Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden. 

3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, illegal in Spanien eingereist zu 

sein. Die spanischen Behörden hiessen das Gesuch um Aufnahme ge-

stützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO am 31. März 2022 gut. Die Zustän-

digkeit Spaniens ist somit grundsätzlich gegeben.  

3.5 Erweist es sich als unmöglich, Antragstellende an den zunächst als zu-

ständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche Gründe 

für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen für Antragstellende in diesem Mitgliedstaat systemische Schwachstel-

len aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich 

bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat die Prüfung 

der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzustellen, ob ein an-

derer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann keine Über-

stellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der Kriterien des Kapi-

tels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mitgliedstaat, in dem 

der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird der die Zustän-

digkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO).  

3.6 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert 

und das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus hu-

manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-

VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche 

Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE 

2015/9 E. 8.2.1). 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Lebensbedingungen in Spa-

nien seien für Asylsuchende nicht gut. Er habe während seines Aufenthalts 

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Seite 6 

in Spanien teilweise auf der Strasse schlafen müssen; ein Freund, welcher 

ein Asylgesuch in Spanien gestellt habe, sei ebenfalls obdachlos gewesen 

und habe ihm geraten, das Asylverfahren in der Schweiz zu durchlaufen.  

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-

von aus, dass das Asylverfahren in Spanien keine systemischen Schwach-

stellen im Sinn von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO aufweist (vgl. anstelle vieler 

Urteil des BVGer F-2131/2021 vom 17. Mai 2021 E. 4.2). Diese Einschät-

zung vermag der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen, auch denen auf 

Beschwerdeebene, nicht in Frage zu stellen. Unter diesen Umständen ist 

die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt.  

5.  

Auch das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, 

konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist vorliegend nicht auszuüben: 

5.1 Der Beschwerdeführer macht neben der bereits unter dem Aspekt 

möglicher systemischer Mängel erwähnten Kritik an den Lebensbedingun-

gen in Spanien geltend, er befürchte, dass er dort umgebracht werden 

könnte. Zwei Personen hätten ihm mit dem Tod gedroht. So wolle er nicht 

enden. Auch habe er gesundheitliche Probleme, und leide an Schlafstörun-

gen und Albträumen. 

5.2 Hierzu gilt es vorweg anzumerken, dass es dem Beschwerdeführer 

nach erfolgter Überstellung in Spanien offensteht, dort um Asyl nachzusu-

chen und damit Zugang zu den asylrechtlichen Aufnahmestrukturen zu er-

halten. Der Beschwerdeführer hat diesbezüglich nicht geltend gemacht, die 

ihn bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Spanien seien der-

art schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechte-

charta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. Er hat auch keine 

konkreten Hinweise für die Annahme dargetan, Spanien würde ihm die ge-

mäss der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. 

Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte er sich im Üb-

rigen an die spanischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Auf-

nahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (Art. 26 Aufnahme-

richtlinie). 

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Seite 7 

5.3 Ferner kann davon ausgegangen werden, dass Spanien über ein funk-

tionierendes Polizeiwesen verfügt, das in der Lage ist, die Bewohnerinnen 

und Bewohner des Landes im Bedarfsfall zu schützen und Verbrechen 

wirksam zu bekämpfen. Im Übrigen führte der Beschwerdeführer in seiner 

Beschwerde aus, dass er während seines Aufenthalts in Spanien polizeili-

che Hilfestellungen denn auch in Anspruch genommen habe. Inwiefern, die 

Polizei ihm nicht geholfen habe, substanziiert er hingegen nicht (vgl. Be-

schwerde, S. 3).  

5.4 Ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK kann dann vorliegen, wenn eine 

schwer kranke Person durch die Überstellung mit einem realen Risiko kon-

frontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-

schlechterung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu 

intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung ihrer Lebenserwar-

tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 

13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

5.5 Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers sind 

– soweit sich aus den Akten (vgl. Arztbericht vom 29. März 2022 und 5. Ap-

ril 2022) ergibt und Schlafstörungen sowie eine depressive Episode diag-

nostiziert werden, nicht als derart schwerwiegend zu betrachten, dass von 

einer Überstellung nach Spanien abgesehen werden müsste.  

5.6 Aufgrund der Diagnose ergibt sich, dass sich der Beschwerdeführer 

nicht zwingend in der Schweiz aufhalten muss. Vielmehr ist eine adäquate 

medizinische und psychiatrische Behandlung auch in Spanien möglich. Es 

ist sodann nicht davon auszugehen, dass Spanien ihm gegenüber seine 

sich aus der Aufnahmerichtlinie ergebenden Ansprüche auf Zugang zur er-

forderlichen medizinischen Grundversorgung verweigern könnte. Im Übri-

gen verfügt Spanien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur 

(vgl. Urteil des BVGer F-868/2021 vom 5. März 2021 E. 6.7). 

5.7 Festzuhalten ist ferner, dass die schweizerischen Behörden, welche 

mit dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, allfälligen 

medizinischen Besonderheiten bei der Bestimmung der konkreten Modali-

täten der Überstellung Rechnung tragen und die Behörden des Aufnahme-

staates vorgängig in geeigneter Weise über spezifische medizinische Be-

dürfnisse informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). Bei Bedarf kann dem 

Beschwerdeführer zur Sicherstellung einer lückenlosen Behandlung für die 

erste Zeit zudem eine Reservemedikation mitgegeben werden. 

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Seite 8 

5.8 Somit liegt kein Grund für die Anwendung der Ermessensklausel von 

Art. 17 Dublin-III-VO oder von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 vor. Spanien bleibt 

zuständiger Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO.  

6.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und 

hat die Überstellung nach Spanien angeordnet. Die Beschwerde ist aus 

den dargelegten Gründen abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.  

6.1 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 8. April 2022 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde ist gegenstandslos geworden.  

6.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 

Abs. 1 und Art. 102m Abs. 1 AsylG) ist abzuweisen, da die Begehren – wie 

sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu be-

zeichnen sind. 

6.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

6.4 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

wird mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Kinza Brunner 

 

 

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