# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93b5e6c1-4b9e-5716-bd6e-2ccfae13b08f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.11.2011 C-5458/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5458-2010_2011-11-03.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­5458/2010

U r t e i l   v om   3 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Andreas Trommer, 
Richter Jean­Daniel Dubey,   
Gerichtsschreiberin Giulia Santangelo.

Parteien A._______, 
vertreten durch Serguei Lakoutine, 
20, quai Gustave­Ador, 1207 Genève,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Einreiseverbot.

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer  (geb. 1947)  ist  russischer Staatsangehöriger und 
nach  eigenen  Angaben  im  Bereich  der  erneuerbaren  Energien  tätig. 
Bedingt durch seine Arbeit halte er sich regelmässig im Ausland auf. Aus 
seinem Reisepass  resultiert  entsprechend,  dass  er  in  den  vergangenen 
Jahren  wiederholt  Visa  des  Typs  C  für  die  mehrfache  Einreise  in  den 
Schengenraum  von  insgesamt  maximal  90  Tagen  innerhalb  eines 
vordefinierten  Zeitraumes  erhalten  hatte.  Zuletzt  erteilte  ihm  die 
italienische Vertretung in Russland am 12. März 2009 ein solches Visum.

Gemäss  Bericht  der  Kantonspolizei  Zürich  vom  17. Mai  2010  hielt  sich 
der  Beschwerdeführer  vom  20.  September  2009  bis  am  20.  November 
2009  in  der  Schweiz  und  vom  1. Dezember  2009  bis  am  8. Dezember 
2009  in  der  Tschechischen  Republik  auf.  Damit  erreichte  er  zunächst 
eine  gesamte  Aufenthaltsdauer  von  70  Tagen.  Gestützt  auf  das 
obgenannte Visum verblieben ihm weitere 20 Tage. In der Folge reiste er 
am  26.  Januar  2010  erneut  in  die  Schweiz  ein,  womit  sein  bewilligter 
Aufenthalt im Schengenraum am 14. Februar 2010 endete. 

B. Am 14. Mai 2010 wurde der Beschwerdeführer, auf der Durchreise von 
Spanien  nach  Russland,  am  Flughafen  von  Zürich  kontrolliert.  Dabei 
wurde  festgestellt,  dass  er  die  zulässige  Aufenthaltsdauer  überschritten 
hatte,  sein  Aufenthalt  im  Schengenraum  mithin  illegal  war.  Zur 
Begründung  gab  er  bei  der  polizeilichen  Einvernahme  im Wesentlichen 
an, eigentlich sei sein erstes Rückflugticket auf den 15. April 2010 datiert 
gewesen, doch habe ihn sein Kollege in Spanien gebeten, noch ein paar 
Tage  zu  bleiben.  In  der  Folge  erhielt  er  die  Gelegenheit,  sich  zur 
Verhängung  einer  Fernhaltemassnahme  zu  äussern.  Dies  bestätigte  er 
mit seiner Unterschrift. 

C. 
Mit Strafverfügung des Statthalteramtes Bülach vom 8. Juni 2010 wurde 
der   Beschwerdeführer  zu  einer  Busse  von  Fr.  400.­  verurteilt  sowie 
Verfahrenskosten  von  Fr.  560.­  auferlegt.  Dies  wurde  mit  dem 
widerrechtlichen  Verweilen  oder  "Passieren"  des  Schengen­Landes 
Schweiz  nach Ablauf  des bewilligungsfreien Aufenthaltes  von 90 Tagen 
im  gesamten  Schengen­Raum  begründet.  Die  Strafverfügung  erwuchs 
unangefochten in Rechtskraft.

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D. 
Gestützt  auf  diesen  Entscheid  verhängte  die  Vorinstanz  mit  Verfügung 
vom 1. Juni 2010 gegen den Beschwerdeführer ein Einreiseverbot, gültig 
ab sofort,  für die Dauer von zwei Jahren, bis zum 31. Mai 2012, entzog 
einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung und veranlasste 
die  Ausschreibung  des  Beschwerdeführers  im  Schengener 
Informationssystem  (SIS).  Unter  Verweis  auf  Art.  67  Abs.  1  Bst.  a  des 
Ausländergesetzes  vom  16.  Dezember  2005  (AuG,  SR  142.20;  zur 
damaligen Fassung vgl. AS 2007 5457) begründete sie  ihren Entscheid 
mit  dem Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und Ordnung wegen 
illegaler Einreise und illegalen Aufenthalts. 

E. 
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  29.  Juli  2010  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragt  der  Beschwerdeführer,  die 
angefochtene Verfügung des BFM vom 1. Juni 2010 sei aufzuheben und 
der  Eintrag  im  SIS  sei  zu  löschen.  Eventualiter  sei  die  Dauer  des 
Einreiseverbots  herabzusetzen  mit  entsprechender  Anpassung  im  SIS. 
Subeventualiter  sei  die  Sache  zur  neuen  Beurteilung  im  Sinne  der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht 
seien  die  aufschiebende Wirkung  sowie  die  unentgeltliche Rechtspflege 
samt  Beigabe  eines  Anwaltes  zu  gewähren.  Formell  rügt  der 
Beschwerdeführer  die  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  und  die 
unvollständige  oder  unrichtige  Sachverhaltsermittlung.  Eine  Verfügung 
müsse grundsätzlich so gehalten sein, dass der Empfänger sie verstehen 
könne.  Vorliegend  sei  die  Begründung  jedoch  sehr  dürftig  und  damit 
unklar.  Abgesehen  von  den  aufgeführten  gesetzlichen  Bestimmungen 
seien die Gründe für das Verbot nicht bezeichnet worden. Überdies habe 
die Vorinstanz die relevanten Tatsachen nicht ermittelt. Seine persönliche 
Situation,  die  Vorgeschichte  sowie  die Gründe  für  sein  Verhalten  seien 
nicht  berücksichtigt  worden.  Es  sei  ihm  auch  keine  Gelegenheit 
eingeräumt worden, sich zur offensichtlichen Verletzung des Art. 29 Abs. 
2  der  Bundesverfassung  der  schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18.  April  1999  (BV,  SR  101)  zu  äussern.  Der  Beschwerdeführer  rügt 
weiter Rechtsverletzung und Ermessensmissbrauch. Die zulässige Dauer 
sei  lediglich  um  18  Tage  überschritten  worden  und  er  habe  sich  dabei 
nicht  einmal  in  der  Schweiz  aufgehalten.  Zudem  habe  er  dafür  bereits 
eine Busse bezahlt. Es  sei  durch  sein Verhalten  in  keinem Moment die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung in Gefahr.

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Er  geniesse  ein  hohes  Ansehen.  Er  reise  seit  Jahren  im  europäischen 
Raum und  sei  immer  im Besitze  eines  gültigen Visums  gewesen. Auch 
habe er nie Probleme gemacht und sein Strafregisterauszug sei  leer.  In 
Anbetracht  dieser  Tatsachen  sei  das  verhängte  Einreiseverbot  nicht 
nachvollziehbar.  Im Weiteren könne sich die Vorinstanz nicht auf Art. 67 
Abs.  1 Bst  a AuG der  damaligen Fassung beziehen, wenn  lediglich  die 
Maximalaufenthaltsdauer  überschritten  worden  sei.  Insbesondere,  weil 
der Grund dafür nicht von ihm verschuldet worden sei. Der Ausbruch des 
isländischen  Vulkans  Eyjafjallajökull  habe  mit  seiner  Wolke  aus 
Vulkanasche  den  europäischen  Luftraum  weitgehend  lahm  gelegt.  So 
habe er zunächst nicht wie geplant am 15. April 2010 abreisen können. 
Später  habe  er  die  Reise  aus  gesundheitlichen  Gründen  weiter 
hinausschieben  müssen.  Das  Einreiseverbot  sei  vorliegend  nicht 
gerechtfertigt, da es zur Folge habe, dass er seine geschäftlichen Reisen 
im Schengenraum nicht mehr unternehmen könne, wodurch seine Pläne 
und das Geschäft leiden würden. Weiter werde er daran gehindert, seine 
in der Tschechischen Republik wohnhafte Ehefrau zu besuchen. Über die 
bereits erteilte Busse hinaus hätte eine einfache Verwarnung gereicht.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  20.  August  2010  wies  das 
Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  sowie  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltliche Rechtspflege samt Beigabe eines Anwaltes ab.  In  seinen 
Erwägungen stellte es  im Wesentlichen  fest, dem Beschwerdeführer sei 
das  rechtliche Gehör  bezüglich  Fernhaltemassnahme  am  14. Mai  2010 
durch  die  Flughafenpolizei  gewährt  worden.  Er  habe  gemäss  der  im 
selben Zuge durchgeführten Befragung gewusst, dass er sich zu lange im 
Schengenraum aufgehalten habe. Die kurze Begründung der Verfügung 
dürfte  zudem  den  Anforderungen  an  die  Begründungspflicht  gemäss 
ständiger  Praxis  genügen.  Weiter  entspreche  die  Begründung  des 
Beschwerdeführers  in  seiner  Beschwerdeschrift  vom  29.  Juli  2010, 
weshalb  der  Rückflug  vom  15.  April  2010  nicht  angetreten  worden  sei 
nicht  derjenigen  vom  14.  Mai  2010.  Die  Angaben  aus  der 
Beschwerdeschrift seien deshalb als nachgeschobene Schutzbehauptung 
zu werten. Die Vorinstanz habe überdies zu Recht  festgestellt, dass die 
öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet worden sei.

G. 
In  ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2010 schliesst die Vorinstanz 
auf Abweisung der Beschwerde und hält an ihren Ausführungen fest. Sie 

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weist  zudem auf  die widersprüchlichen Angaben  in  der  Begründung  für 
den illegalen Aufenthalt hin.

H. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des 
Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Dazu 
gehört  auch  das  BFM,  das  mit  der  Anordnung  eines  Einreiseverbotes 
eine  Verfügung  im  erwähnten  Sinne  und  daher  ein  zulässiges 
Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt 
nicht vor.

1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 
sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde 
legitimiert  (Art. 48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

1.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  (vgl.  Art.  83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [BGG, SR 
173.110]).

2.  
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie  –  soweit  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt  werden  (Art. 49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet 

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das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art. 62  Abs. 4 
VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die 
Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen 
gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage 
zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2).

3. 
3.1.  In  formeller  Hinsicht  rügt  der  Beschwerdeführer,  ihm  sei  keine 
Möglichkeit  geboten  worden,  zu  einer  allfälligen  Fernhaltemassnahme 
Stellung  zu  nehmen.  Auch  sei  die  Begründung  der  angefochtenen 
Verfügung ungenügend. 

Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 20. August 2010 erwogen und 
festgestellt,  erhielt  der  Beschwerdeführer  am  14. Mai  2010  im Rahmen 
der  polizeilichen Befragung Gelegenheit  zur  Stellungnahme,  was  er mit 
seiner Unterschrift bestätigte und worauf er sich behaften lassen muss. 

3.2. Der in Art. 29 Abs. 2 BV garantierte und in Art. 29 ff. VwVG für das 
Bundesverwaltungsverfahren  konkretisierte  Grundsatz  des  rechtlichen 
Gehörs umfasst unter anderem die Pflicht der Behörde, ihre Verfügung zu 
begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG, sowie BVGE 2007/21 E. 10.2 mit 
Hinweisen).  Die  Begründungspflicht  der  Behörden  soll  verhindern,  dass 
diese sich von unsachlichen Motiven leiten lassen. Die Begründung muss 
­ wie vom Beschwerdeführer richtig festgestellt ­ so abgefasst sein, dass 
der  Betroffene  die  Verfügung  sachgerecht  anfechten  kann.  Dies  ist  nur 
möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 
Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild  machen  können.  In  diesem  Sinne 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen 
sich  die Behörde  leiten  liess  und  auf welche  sie  ihren Entscheid  stützt. 
Das  bedeutet  entgegen  der  Behauptungen  des  Beschwerdeführers 
indessen  nicht,  dass  sie  sich  ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen 
Behauptung und  jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen müsste. 
Vielmehr  kann  sie  sich  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188 mit weiteren 
Hinweisen;  vgl.  auch  BVGE  2010/35  E.  4.1.2  mit  Hinweisen,  sowie 
LORENZ  KNEUBÜHLER,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin 
Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das 
Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 4 ff. und insb. 
9 ff. zu Art. 35 VwVG).

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3.3.  Die  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  ist  zwar  knapp 
ausgefallen.  Es  geht  daraus  aber  ohne  Weiteres  hervor,  aus  welchem 
Grund  die  Vorinstanz  ein  Einreiseverbot  für  angezeigt  erachtete.  Hinzu 
kommt der Verweis auf die zur Anwendung gelangende Rechtsgrundlage. 
Der  Beschwerdeführer  wusste  genau,  auf  welchen  Zeitraum  sich  der 
illegale Aufenthalt bezog. Am 14. Mai 2010 gab er nämlich anlässlich der 
Befragung  durch  die  Kantonspolizei  Zürich  explizit  zu  Protokoll,  es  sei 
ihm  bewusst  gewesen,  dass  er  sich  zu  lange  im  Schengenraum 
aufgehalten  habe.  Der  Beschwerdeführer  war  –  wie  die 
Beschwerdeschrift  zeigt  ­  durchaus  in  der  Lage,  die  Verfügung 
sachgerecht  anzufechten.  Insoweit  liegt,  wie  bereits  mit 
Zwischenverfügung  vom  20.  August  2010  festgestellt,  keine  Verletzung 
des  rechtlichen  Gehörsanspruchs  vor  (vgl.  dazu  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­785/2010 vom 9. Dezember 2010 E. 4.2).

4. 
Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates  ist, der 
durch  eines  der  Schengen­Assozierungsabkommen  gebunden  ist  (vgl. 
Anhang 1 Ziffer  1 AuG),  ein Einreiseverbot  nach Art.  67 AuG verhängt, 
wird  diese  Person  gestützt  auf  Art.  94  Abs.  1  und  Art.  96  des 
Übereinkommens  vom  19.  Juni  1990  zur  Durchführung  des 
Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen Abbau  der Kontrollen  an 
den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen 
[SDÜ], Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19­62) und Art. 16 Abs. 2 
und  4  des  Bundesgesetzes  vom  13.  Juni  2008  über  die  polizeilichen 
Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR  361)  grundsätzlich  im  SIS, 
vgl. dazu Art. 92 ff. SDÜ) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine 
solche  Ausschreibung  einer  Person  im  SIS  zur  Einreiseverweigerung 
aufgrund einer vom BFM verhängten Fernhaltemassnahme bewirkt, dass 
ihr  die  Einreise  in  das  Hoheitsgebiet  der  Schengen­Mitgliedstaaten 
verweigert wird (vgl. Art. 13 Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des 
Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen 
Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen 
[Schengener Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1­
32]).

5. 
5.1.  Das  in  Art.  67  AuG  geregelte  Einreiseverbot  entspricht  der 
altrechtlichen  Einreisesperre  des  Art.  13  des  Bundesgesetzes  vom 
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, 
BS 1 121). Auf den 1. Januar 2011 trat als Folge der Weiterentwicklung 

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des Schengen­Besitzstandes  eine  neue  Fassung  in  Kraft  (zum Ganzen 
vgl. BBl 2009 8881 und AS 2010 5925). Nach Art. 67 Abs. 1 AuG wird ein 
Einreiseverbot  vom  BFM  unter  Vorbehalt  von  Abs.  5  nun  gegenüber 
weggewiesenen  Ausländerinnen  und  Ausländern  verfügt,  wenn  die 
Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 Bst. a – c AuG sofort vollstreckt wird 
(Art.  67  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  die  betroffene  Person  der 
Ausreiseverpflichtung  nicht  nachgekommen  ist  (Art.  67  Abs.  1  Bst.  b 
AuG).  Es  kann  nach  Art.  67  Abs. 2  AuG  sodann  gegen  ausländische 
Personen  erlassen  werden,  die  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und 
Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland  verstossen  haben oder  diese 
gefährden  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  a),  Sozialhilfekosten  verursacht  haben 
(Art. 67  Abs.  2  Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­,  Ausschaffungs­  oder 
Durchsetzungshaft  genommen werden mussten  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  c). 
Das  Einreiseverbot  wird  für  eine  Dauer  von  höchstens  fünf  Jahren 
verhängt.  Es  kann  für  eine  längere  Dauer  verfügt  werden,  wenn  die 
betroffene  Person  eine  schwerwiegende  Gefahr  für  die  öffentliche 
Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann 
die  verfügende  Behörde  aus  humanitären  oder  anderen  wichtigen 
Gründen  von  der  Verhängung  eines  Einreiseverbots  absehen  oder  ein 
Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben  (Art. 67 Abs. 5 
AuG).

Die  bisher  bestehende  Praxis  der  Vorinstanz  bei  der  Ansetzung  von 
Fernhaltemassnahmen  ist  in  der  vorliegenden  Konstellation  mit  den 
obgenannten Grundsätzen vereinbar (vgl. BBl 2009 8896 ad Art 67 Abs. 
3 AuG in  fine sowie erwähntes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­
2482/2009 E. 6. 2 in fine). 

5.2. Die öffentliche Sicherheit und Ordnung  im Sinne von Art. 67 Abs. 2 
Bst.  a  AuG  bildet  den  Oberbegriff  für  die  Gesamtheit  der  polizeilichen 
Schutzgüter.  Sie  umfasst  unter  anderem  die  Unverletzlichkeit  der 
objektiven Rechtsordnung; deren Verletzung  ist namentlich gegeben bei 
erheblichen oder wiederholten Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften 
oder  behördliche  Verfügungen  sowie  bei  Nichterfüllung 
öffentlichrechtlicher  oder  privatrechtlicher  Verpflichtungen  (Botschaft, 
a.a.O., 3809; vgl. auch Art. 80 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung vom 
24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit 
[VZAE,  SR  142.201]  sowie  RAINER  J.  SCHWEIZER/PATRICK  SUTTER/NINA 
WIDMER, in: Rainer J. Schweizer [Hrsg.], Sicherheits­ und Ordnungsrecht 
des Bundes, SBVR Bd.  III/1, Basel 2008, Teil B, Rz. 13 mit Hinweisen). 
Somit  kann  –  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  –  eine 

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Zuwiderhandlung gegen ausländerrechtliche Bestimmungen, als Teil der 
objektiven  Rechtsordnung,  ein  Einreiseverbot  nach  sich  ziehen,  jedoch 
nicht  als  Sanktion  für  vergangenes  Fehlverhalten,  sondern  als 
Massnahme  zur  Abwendung  künftiger  Störungen  der  öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung (vgl. BBl 2002 3813).

5.3.  In Bezug auf die Verfehlungen, derentwegen der Beschwerdeführer 
straf­  und  ausländerrechtlich  belangt wurde,  gilt  zudem allgemein,  dass 
für  die  Verhängung  eines  Einreiseverbots  kein  vorsätzlicher  Verstoss 
gegen  ausländerrechtliche  Bestimmungen  erforderlich  ist.  Es  genügt, 
wenn  der  ausländischen  Person  eine  Sorgfaltspflichtverletzung 
zugerechnet  werden  kann.  Unkenntnis  oder  Fehlinterpretation  der 
Einreise­  oder  Aufenthaltsvorschriften  stellen  normalerweise  keinen 
hinreichenden  Grund  für  ein  Absehen  von  einer  Fernhaltemassnahme 
dar.  Jeder  Ausländerin  und  jedem  Ausländer  obliegt,  sich  über 
bestehende  Rechte  und  Pflichten  im  Zusammenhang  mit 
ausländerrechtlichen Vorschriften ins Bild zu setzen und sich im Falle von 
Unklarheiten  bei  den  zuständigen Stellen  zu  informieren  (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­4639/2010  vom  15.  Februar  2011  E.  5.3. 
mit Hinweis).

6. 
6.1. Mit  Strafverfügung  vom  8.  Juni  2010  wurde  der  Beschwerdeführer 
wegen  Verstosses  gegen  ausländerrechtliche  Bestimmungen  zu  einer 
Busse von Fr. 400.­ verurteilt. Diese Verfügung wuchs unangefochten  in 
Rechtskraft.  Diese  Verurteilung  belegt,  dass  der  Beschwerdeführer  in 
offensichtlicher  Weise  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in 
der Schweiz gemäss Art.  67 Abs.  2 Bst.  a AuG verstossen und  folglich 
auch  die  objektive  Rechtsordnung  in  grober  Weise  verletzt  hat.  Sein 
Verschulden wiegt nicht  leicht. Obwohl die ausgesprochene Strafe nicht 
hoch  ist,  stellt  die  subjektive  Seite,  der  bewusste  Verstoss  gegen  die 
geltende  Ordnung  eine  erschwerende  Komponente  dar.  Der 
Beschwerdeführer  gibt  in  seiner  Beschwerde  an,  in  der  Vergangenheit 
immer  im  Genuss  eines  gültigen  Visums  C  gewesen  zu  sein  und  nie 
Probleme gemacht zu haben. Dem ist nicht zu widersprechen, doch sollte 
ihm gerade deshalb die Bedeutung der Respektierung der  im gesamten 
Schengenraum  geltenden  Regelung  bewusst  gewesen  sein. 
Insbesondere  in  solchen  Situationen  darf  davon  ausgegangen  werden, 
dass  sich  die  betreffende  Person  rechtskonform  verhält,  weshalb  auch 
dieses Element erschwerend zu werten ist.  Insgesamt hat er mit seinem 
Verhalten gegen Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG der 

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damaligen  Fassung)  verstossen  und  die  Voraussetzung  für  die 
Verhängung  der  Fernhaltemassnahme  geschaffen.  Weiter  ist 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer auch mit seinem ersten, am 24. 
Januar  2010  gebuchten  Flugticket  vom  15.  April  2010  nicht  fristgerecht 
hätte  ausreisen  können,  denn  die  90  Tage  bewilligten  Aufenthaltes 
endeten bereits am 14. Februar 2010. Womit alle auf Beschwerdeebene 
vorgebrachten  Rechtfertigungsgründe  für  den  illegalen  Aufenthalt  ins 
Leere zielen.

7. 
7.1.  Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die  angeordnete  Massnahme  in  richtiger 
Ausübung des Ermessens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz 
der  Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem 
Gesichtspunkt  ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem 
öffentlichen  Interesse  an  der  Massnahme  einerseits  und  den  von  der 
Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen 
andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten Rechtsgüter, 
die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die 
persönlichen  Verhältnisse  des  Verfügungsbelasteten  bilden  dabei  den 
Ausgangspunkt  der  Überlegungen  (vgl.  statt  vieler  ULRICH  HÄFELIN  / 
GEORG MÜLLER / FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., 
Zürich / St. Gallen 2006, Rz. 613 ff.). 

7.2. Das Fehlverhalten des Beschwerdeführers wiegt objektiv nicht leicht. 
Es  beinhaltet  die  Missachtung  ausländerrechtlicher  Normen,  denen  im 
Interesse einer funktionierenden Rechtsordnung eine zentrale Bedeutung 
zukommt.  Insbesondere  was  die  subjektive  Seite  anbelangt,  ist  das 
Verhalten  des  Beschwerdeführers  nicht  eben  rühmlich.  Er  hat  sich 
wissentlich  und  willentlich  über  die  einschlägigen  ausländerrechtlichen 
Normen hinweggesetzt, was gerade die Buchung des ersten Rückfluges 
zeigt. Das Interesse an der Respektierung der geltenden Ordnung ist als 
gewichtig einzustufen.

7.3. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer  ein  Interesse geltend, 
sich  zu  geschäftlichen  Zwecken  frei  im  Schengenraum  bewegen  zu 
können. Es  ist  der Beschwerde  jedoch nicht  zu entnehmen, weshalb er 
zwingend  darauf  angewiesen  sein  sollte.  Aus  dieser  fehlenden 
Begründung  ist zu schliessen, dass es  ihm zumutbar sein dürfte, seinen 
Verpflichtungen auch ausserhalb des Schengenraumes nachzukommen. 
Weiter weist er auf seine in der Tschechischen Republik lebende Ehefrau 
hin.  Dieser  Sachverhalt  verdeutlicht,  dass  die  Eheleute  keinen 

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gemeinsamen Haushalt  führen,  sie  sogar  in  unterschiedlichen Nationen 
leben.  Offensichtlich  beschränkt  sich  das  gemeinsame  Leben  auf 
gegenseitige  Besuche.  Es  sind  keine  Gründe  ersichtlich,  weshalb  die 
Eheleute ihre Kontakte nicht auf andere Weise pflegen könnten, als durch 
Besuche des Beschwerdeführers bei seiner Ehefrau. Nach den gesamten 
Umständen  ist  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten,  die  gemeinsame 
Zeit mit seiner Ehefrau ausserhalb des Schengenraumes zu verbringen.

7.4. Eine wertende Gewichtung der sich entgegenstehenden öffentlichen 
und  privaten  Interessen  führt  zum  Ergebnis,  dass  das  auf  zwei  Jahre 
befristete  Einreiseverbot  sowohl  vom Grundsatz  her  als  auch  in  Bezug 
auf  seine Dauer  eine  verhältnismässige  und angemessene Massnahme 
zum  Schutz  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  darstellt.  Sie 
entspricht  auch  der  Praxis  in  vergleichbaren  Fällen.  So  hat  das 
Bundesverwaltungsgericht  unlängst  ein  zweijähriges  Einreiseverbot  für 
das  Überschreiten  der  bewilligungsfreien  Aufenthaltsdauer  um  etwas 
mehr als 30 Tage bestätigt  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgericht C­ 
1667/2010 vom 21. März 2011). Es liegen keine besonderen Gründe vor, 
die  es  rechtfertigen  würden,  in  casu  von  der  bisherigen  Praxis 
abzuweichen.

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt;  sie  ist  auch  angemessen  (vgl.  Art.  49 VwVG). 
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

9. 
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 
2  und  Art.  3  Bst. b  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 
SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  800.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 30. August 2010 geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. 

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Akten Ref­Nr.__________ retour)
– dem Migrationsamt des Kantons Zürich

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Marianne Teuscher Giulia Santangelo

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