# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 783f9b5f-c199-593f-b344-1c50275c7d7a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.03.2010 B-5821/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5821-2009_2010-03-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-5821/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  M ä r z  2 0 1 0

Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 
Richter Stephan Breitenmoser, 
Richter Philippe Weissenberger, 
Gerichtsschreiberin Myriam Senn.

X._______,
vertreten durch Fürsprecher Heinz Dornauer, Ambralaw, 
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,

Vorinstanz.

Zulassung als Revisionsexperte.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-5821/2009

Sachverhalt:

A.
_______ (Beschwerdeführer)  stellte  am 8. Mai  2009 ein Gesuch um 
Zulassung  als  Revisionsexperte  bei  der  Eidg.  Revisionsaufsichts-
behörde  (Vorinstanz).  Eventualiter  beantragte  er  die  Zulassung  als 
Revisor.  Als  Grundlage  für  die  Zulassung  führte  er  sein  im  Jahre 
_______  erworbenes  eidg.  Diplom  als  Steuerexperte  und  seine  im 
Jahre  _______  „magna  cum laude“  abgeschlossene  Ausbildung  als 
mag. rer. pol. sowie seine Fachpraxis an.

B.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2009 wies die Vorinstanz das Gesuch des 
Beschwerdeführers  um  Zulassung  als  Revisionsexperte  und  das  in 
diesem Gesuch enthaltene Gesuch um Zulassung als Revisor ab. Zur 
Begründung  führte  sie  an,  der  Beschwerdeführer  habe  keine 
genügende Fachpraxis nachgewiesen. Den Vorbereitungslehrgang zur 
Steuerexpertenprüfung _______ könne er nicht geltend machen, weil 
die  anrechenbare  Ausbildungszeit  auf  das  übliche  zeitliche  Vorfeld 
eines  Ausbildungsabschlusses  beschränkt  sei.  In  Bezug  auf  die 
Steuerexpertenausbildung  würden  ihm  daher  nur  die  drei  Jahre  vor 
dem erfolgreichen Ausbildungsabschluss als Fachpraxis angerechnet. 
Er könne auch nicht geltend machen, dass seine Erstausbildung als 
mag. rer. pol. einen wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluss 
darstelle  oder  einem  solchen  gleichwertig  sei.  Dementsprechend 
werde  die  nach  diesem  Abschluss,  aber  vor  dem  _______ 
ausgewiesene  Fachpraxis  nicht  anerkannt.  Die  Vorinstanz  kam  aus 
diesen Gründen zum Schluss, dass insgesamt eine Fachpraxis von 13 
Monaten anrechenbar sei, was für die Zulassung als Revisionsexperte 
nicht  ausreiche.  Auch  die  Möglichkeit  einer  Zulassung  als  Revisor 
bestehe nicht,  weil  der  Beschwerdeführer  die  vom Gesetz  verlangte 
beaufsichtigte Tätigkeit  auf  dem Gebiet  der  Rechnungsrevision nicht 
nachweisen  könne.  Die  Härtefallklausel  komme  ebenfalls  nicht  zur 
Anwendung,  weil  dem  Beschwerdeführer  die  dafür  notwendige 
langjährige  Fachpraxis  im  Bereich  der  Rechnungsrevision  und  des 
Rechnungswesens  fehle.  Weiter  rügte  die  Vorinstanz,  dass  der 
Beschwerdeführer  bereits  vor  der  Einreichung  des  Gesuchs  um 
Zulassung  als  Revisionsexperte  sich  mit  dem  Titel  eines 
„Revisionsexperte“  ins  Handelsregister  habe  eintragen  lassen.  Sie 
lasse  eine  abschliessende  Beurteilung  der  Gewähr  aber  offen. 
Schliesslich  stellte  sie  fest,  dass  die  Verweigerung  der  Zulassung 

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verhältnismässig sei; die entsprechende Güterabwägung habe bereits 
der Gesetzgeber vorgenommen.

C.
Am 14. September 2009 liess der Beschwerdeführer Beschwerde beim 
Bundesverwaltungsgericht erheben. Er stellt den Antrag, die Verfügung 
der Vorinstanz vom 28. Juli 2009 sei aufzuheben und sein Gesuch um 
Zulassung als Revisionsexperte gutzuheissen. Zur Begründung hebt er 
hervor,  dass  er  ein  vollwertiges  Hochschulstudium  absolviert  habe. 
Sein  Diplom  als  mag.  rer.  pol.  sei  mit  dem  lic.  rer.  pol.  oder  dem 
heutigen äquivalenten M. Sc. gleichwertig  und seine Fachpraxis  aus 
den Jahren vor Beginn der Ausbildung zum eidg. dipl. Steuerexperten 
sei daher anzurechnen.

D.
Mit Vernehmlassung vom 6. November 2009 beantragt die Vorinstanz 
die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten  sei. 
Eventualiter sei ihre Verfügung vom 28. Juli 2009 aufzuheben und das 
Gesuch des Beschwerdeführers zur Neubeurteilung der Zulassungs-
voraussetzung des unbescholtenen Leumunds an sie zurückzuweisen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
Beschwerde  gegen  den  Entscheid  der  Eidgenössischen  Revisions-
aufsichtsbehörde (vgl. Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundes-
verwaltungsgericht  vom  17.  Juni  2005  [Verwaltungsgerichtsgesetz, 
VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das 
Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember  1968 [VwVG, SR 172.021] 
und Art. 33 Bst. e VGG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 
die  Zulassung und Beaufsichtigung der  Revisorinnen  und Revisoren 
vom  16.  Dezember  2005  [Revisionsaufsichtsgesetz,  RAG,  SR 
221.302]). Der Beschwerdeführer ist  zur Beschwerde legitimiert  (Art. 
48 Abs. 1 VwVG), die Beschwerde wurde innerhalb der gesetzlichen 
Frist eingereicht und der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig geleistet 
(Art. 50 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die form- und fristgerecht er -
hobene Beschwerde ist daher einzutreten.

2.
Der  Beschwerdeführer  rügt  im  Wesentlichen,  dass  seine  Erstaus-
bildung  nicht  anerkannt  wurde  und  er  Anspruch  darauf  habe,  als 

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Revisionsexperte  zugelassen  zu  werden.  Er  verweist  insbesondere 
darauf, dass es – entgegen der Ansicht der Vorinstanz – eine tatsäch-
liche  Gleichwertigkeit  zwischen  dem Titel  als  mag. rer.  pol.,  den  er  
besitzt, und dem Titel als lic. rer. pol. gebe. Beim mag. rer. pol. handle 
es sich um einen vollwertigen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss 
im Sinne von Art. 4 Abs. 2 lit. c RAG, der anzuerkennen sei.

2.1 Das Revisionsaufsichtsgesetz ist  am 1. September 2007 in Kraft 
getreten. Es regelt die Zulassung und Beaufsichtigung von Personen, 
die  Revisionsdienstleistungen  erbringen  und  dient  der  ordnungs-
gemässen  Erfüllung  und  Sicherstellung  der  Qualität  von  Revisions-
dienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG). Natürliche Personen, die 
Revisionsdienstleistungen erbringen, bedürfen einer Zulassung durch 
die  Aufsichtsbehörde  (Art.  3  Abs.  1  RAG).  Die  Aufsicht  obliegt  der 
Eidgenössischen  Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB,  Art.  28  Abs.  1 
RAG).  Sie  entscheidet  auf  Gesuch  hin  über  die  Zulassung  von 
Revisionsexpertinnen  und  Revisionsexperten  (Art.  15  Abs.  1  Bst.  b 
RAG) oder Revisorinnen und Revisoren (Art. 15 Abs. 1 Bst. a  RAG) 
sowie  von  staatlich  beaufsichtigten  Revisionsunternehmen  (Art.  15 
Abs. 1 Bst. c RAG). Eine natürliche Person kann als Revisionsexpertin 
oder  Revisionsexperte  zugelassen  werden,  wenn  sie  die  An-
forderungen an Ausbildung und Fachpraxis erfüllt (Art. 4 Abs. 2 RAG). 
Zudem  muss  die  Anwärterin  oder  der  Anwärter  über  einen  un-
bescholtenen Leumund verfügen (Art. 4 Abs. 1 RAG).

Die  Anforderungen an die Ausbildung erfüllen  gemäss Art. 4  Abs. 2 
RAG:

- Eidgenössisch  diplomierte  Wirtschaftsprüferinnen  und  Wirt-
schaftsprüfer (Art. 4 Abs. 2 Bst. a RAG);

- eidgenössisch  diplomierte  Treuhandexpertinnen  und  Treuhand-
experten,  Steuerexpertinnen  und  Steuerexperten  sowie 
Expertinnen und Experten in Rechnungslegung und Controlling, je 
mit mindestens fünf Jahren Fachpraxis (Bst. b);

- Absolventinnen  und  Absolventen  eines  Universitäts-  oder  Fach-
hochschulstudiums  in  Betriebs-,  Wirtschafts-  oder  Rechtswissen-
schaften  an  einer  schweizerischen  Hochschule,  Fachleute  im 
Finanz- und Rechnungswesen mit  eidgenössischem Fachausweis 
sowie  Treuhänderinnen  und  Treuhänder  mit  eidgenössischem 

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Fachausweis, je mit mindestens zwölf  Jahren Fachpraxis (Bst. c), 
und schliesslich

- Personen,  die  eine  in  den  Buchstaben  a,  b  oder  c  aufgeführte 
vergleichbare ausländische Ausbildung abgeschlossen haben, die 
entsprechende Fachpraxis aufweisen und die notwendigen Kennt-
nisse des schweizerischen Rechts nachweisen, sofern ein Staats-
vertrag  mit  dem  Herkunftsstaat  dies  so  vorsieht  oder  der  Her-
kunftsstaat Gegenrecht hält (Bst. d).

2.2 Vorliegend lehnt die Vorinstanz die Zulassung vor allem mit dem 
Argument ab, dass keine tatsächliche Gleichwertigkeit  zwischen den 
Studienabschlüssen mag. rer. pol. und lic. rer. pol. gegeben sei. Aus 
der  faktischen  Gleichbehandlung  der  beiden  Ausbildungsgänge  in 
Bezug auf  weiterführende Studien könne nicht  auf  eine  tatsächliche 
Gleichwertigkeit  geschlossen  werden.  Unterschiede  bestünden  bei-
spielsweise bei der Zulassung; so sei für die Zulassung zur Ausbildung 
zum _______ Handelslehrer keine Maturität  erforderlich,  sondern es 
genüge das Primarlehrerpatent. Dass  keine Gleichwertigkeit gegeben 
sei, ergebe sich auch aus den Bedingungen für die Umwandlung eines 
Handelslehrer-Abschlusses  in  ein  Lizentiat  in  Wirtschaftswissen-
schaften. Diesbezüglich bezieht sich die Vorinstanz auf eine _______ 
aus dem Jahre _______. Die fehlende Gleichwertigkeit der Abschlüsse 
ergebe sich auch aus den seinerzeitigen Reglementen.

2.3 Wie sich  aus den vom Beschwerdeführer  eingereichten Belegen 
ergibt,  hat  die  Erziehungsdirektion  des  Kantons  _______  bestätigt, 
dass der Abschluss als mag. rer. pol. dem ehemaligen Lizentiat als lic.  
rer. pol. der Universität  _______ und damit einem wirtschaftswissen-
schaftlichen  Hochschulabschluss  gleichzusetzen  sei.  Sie  begründet 
dies vor allem damit, dass die beiden Ausbildungen an der Universität  
_______ absolviert  worden seien und dass das Diplom als _______ 
Handelslehrer  damals  wie  heute  zum Doktorat  in  Wirtschaftswissen-
schaften berechtige.

2.4 Neben der Erziehungsdirektion des Kantons _______ hat auch die 
Universitätsleitung  der  Universität  _______  die  Gleichwertigkeit  in 
Bezug auf den neuen Titel als Master of Science, M. Sc. (anstelle des 
Lizentiates) bestätigt. Zudem hat die direkt betroffene Wirtschafts- und 
Sozialwissenschaftliche Fakultät  der  Universität  _______  bzw. deren 
Dekan ihrerseits ausdrücklich bestätigt, dass ein mag. rer. pol. mit dem 
Prädikat  „magna  cum  laude“,  wie  dies  der  Beschwerdeführer  vor-

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weisen kann, zum Doktorat berechtigt. Es wird ausdrücklich von einer 
Gleichwertigkeit dieser beiden Studienabschlüsse ausgegangen.

Im  August  2009  –  nach  dem  Inkrafttreten  der  neuen  Ordnung  be-
treffend die  universitären Abschlüsse –  beantragte  der  Beschwerde-
führer  die  Umwandlung seines Abschlusses als  mag. rer. pol. in  ein 
Master of Science (M. Sc.). In der Folge bestätigte ihm die Universität 
_______ am _______ 2009 die Gleichwertigkeit  der Abschlüsse und 
erteilte  ihm die  Erlaubnis,  alternativ  den  Grad  als  Lizentiat,  Diplom 
oder Master zu führen.

2.5 Als Abschluss eines Universitäts- oder Fachhochschulstudiums im 
Sinne von Art. 4 Abs. 2 RAG gilt der Abschluss als Bachelor, Master, 
Rechtsanwältin  oder  Rechtsanwalt  sowie  ein  Lizentiat  (Art.  5  der 
Verordnung über die Zulassung und Beaufsichtigung der Revisorinnen 
und  Revisoren  vom 22.  August  2007  [Revisionsaufsichtsverordnung, 
RAV, SR  221.302.3]).  Mit  der  formellen  Bestätigung  der  Universität 
_______,  dass  sein  Abschluss  als  mag.  rer.  pol.  einem  Master  of 
Science gleichwertig  sei  und der Beschwerdeführer daher berechtigt 
sei, den Mastergrad zu führen, sind die Voraussetzungen von Gesetz 
und Verordnung offensichtlich erfüllt.

2.6 Was  die  Vorinstanz  demgegenüber  einwendet,  ist  unbehelflich. 
Weder  der  Umstand,  dass  ein  Maturitätsabschluss  keine zwingende 
Zulassungsvoraussetzung zur Ausbildung als Handelslehrer war, noch 
die  Unterschiede  zwischen  diesem  Ausbildungsgang  und  dem  wirt -
schaftswissenschaftlichen  Studium,  das  damals  mit  einem  Lizentiat 
abgeschlossen wurde,  erscheinen neben  der  ausdrücklichen  Gleich-
wertigkeitsbestätigung  durch  die  Universität  _______  relevant.  Die 
Vorinstanz verfügt zwar, wie sie unter Verweis auf die Rechtsprechung 
des  Bundesverwaltungsgerichts  zutreffend  ausführt,  über  keinen  Er-
messensspielraum,  um  weitere  schweizerische  Ausbildungsab-
schlüsse als gleichwertig anzuerkennen. Sie ist auch nicht kompetent, 
die  Anerkennung  eines  Hochschulabschlusses  durch  die  zuständige 
schweizerische Universität inhaltlich zu hinterfragen.

2.7 Aus  diesen  Gründen  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  den  Ab-
schluss des Beschwerdeführers als  mag. rer. pol. als  einem Master-
abschluss gleichwertig hätte anerkennen müssen.

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3.
Der Beschwerdeführer macht alsdann geltend, dass er das Erfordernis 
der genügenden Fachpraxis auf den Gebieten des Rechnungswesens 
und  der  Rechnungsrevision  erfülle.  Bereits  die  während  seiner 
Erstausbildung  sowie  die  danach  erworbene  Fachpraxis  müssten 
anerkannt und angerechnet werden.

3.1 Neben  der  Ausbildung  sieht  das  Revisionsaufsichtsgesetz  als 
zweite  Zulassungsvoraussetzung  eine  genügende  Fachpraxis  vor 
(Art. 4 RAG). Die Anforderungen an die Fachpraxis können je nach der 
Art der Ausbildung variieren. Bei der Handhabung der Fachpraxis ging 
der Gesetzgeber davon aus, dass diese in Einklang mit der Ausbildung 
stehen sollte. Eine beschränkte Ausbildungstiefe im relevanten Bereich 
zum  Beispiel  sollte  durch  eine  längere  praktische  Erfahrung  aus-
geglichen werden (vgl. Botschaft, BBl 2004, 3998, 4062-4063). Es ist 
somit  grundsätzlich  in  jedem  Einzelfall  unter  Berücksichtigung  der 
gesamten  Umstände zu  prüfen,  ob in  Bezug  auf  die  Anforderungen 
des  Revisionsaufsichtsgesetzes  die  Voraussetzungen  für  eine  ge-
nügende  Fachpraxis  als  erfüllt  erscheinen.  Gesetz  und  Verordnung 
enthalten  zwar  Vorschriften  zur  erforderlichen  Dauer,  doch  ist  die 
geltend  gemachte  Fachpraxis  nicht  nur  nach  dieser  rein  formellen 
rechnerischen  Anforderung,  sondern  auch  unter  qualitativen  Ge-
sichtspunkten  zu  würdigen  (vgl.  das  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_438/2008  vom  16.  Oktober  2008  E.  2.3).  Die  Aufsichtsbehörde 
verfügt dabei über einen gewissen Beurteilungsspielraum.

Im  vorliegenden  Fall  hat  die  Vorinstanz,  da  sie  die  _______  ab-
geschlossene Handelslehrerausbildung nicht  anerkannte,  die geltend 
gemachte  Fachpraxis  des  Beschwerdeführers  lediglich  insoweit  ge-
prüft, als diese nach dem _______ erbracht wurde. Zu der Frage, ob er  
eine  genügende  Fachpraxis  vorweisen  könne,  sofern  sein  mag. rer. 
pol. als Ausbildung im Sinn von Art. 4 Abs. 2 Bst. c RAG anerkannt 
würde, hat sie sich weder in der angefochtenen Verfügung noch in der 
Vernehmlassung geäussert.

Die  Beschwerdeinstanz  entscheidet  in  der  Sache  selbst  oder  weist 
diese ausnahmsweise mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz 
zurück (Art. 61 Abs. 1 VwVG). Als reformatorisches Rechtsmittel  ge-
stattet  die  Verwaltungsbeschwerde  der  Rechtsmittelinstanz,  über  die 
Kassation hinaus, in der Sache selbst abschliessend zu entscheiden 
und somit das streitige Rechtsverhältnis zu regeln.

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Wenn es sich indessen um technische Fragen handelt, die besondere 
Sachkenntnis  bedingen,  kann  es  nicht  Sache  des  Bundesver-
waltungsgerichts sein, als erste Instanz in einem Fachbereich zu ent -
scheiden,  in  dem  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum  der  fach-
kundigeren  Vorinstanz  zu  respektieren  ist.  Vielmehr  ist  es  in  erster 
Linie Sache der Vorinstanz zu prüfen, ob der Beschwerdeführer eine 
genügende Fachpraxis  vorweisen kann, nachdem sein mag. rer. pol. 
als Ausbildung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 Bst. c RAG anzuerkennen 
ist. Dementsprechend ist die Streitsache zur Prüfung dieser Frage an 
die Vorinstanz zurückzuweisen.

4.
Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, dass die Vorinstanz die dritte  
Zulassungsvoraussetzung,  nämlich  das  Erfordernis  eines  un-
bescholtenen Leumunds, in Frage stellen wolle, insbesondere weil er 
im Handelsregister als „_______, Revisionsexperte“ eingetragen sei.

Die  Vorinstanz  führt  diesbezüglich  in  der  angefochtenen  Verfügung 
aus,  indem  der  Beschwerdeführer  sich  bereits  vor  der  Einreichung 
seines  Gesuchs  um  Zulassung  als  Revisionsexperte  mit  dem  Titel 
eines „Revisionsexperten“ ins Handelsregister habe eintragen lassen, 
habe  er  eine  täuschende  Bezeichnung  verwendet  und  damit  gegen 
Art. 12 Abs. 3 RAV verstossen.

4.1 Der Begriff  des unbescholtenen Leumunds wird im Gesetz nicht 
näher umschrieben (Art. 4 Abs. 1 RAG; Botschaft, BBl 2004, 3969); er 
wird  vielmehr  in  der  Revisionsaufsichtsverordnung  konkretisiert. 
Danach muss ein Gesuchsteller über einen unbescholtenen Leumund 
verfügen  und  es  darf  sich  aus  keinen  anderen  persönlichen  Um-
ständen ergeben,  dass er  keine Gewähr  für  eine einwandfreie Prüf-
tätigkeit bietet (Art. 4 Abs. 1 RAV). Die Verordnung erwähnt ausdrück-
lich,  dass  insbesondere strafrechtliche  Verurteilungen,  deren Eintrag 
im  Zentralstrafregister  nicht  entfernt  ist,  sowie  bestehende  Verlust -
scheine zu berücksichtigen sind (Art. 4 Abs. 2 RAV). Ferner legt die 
Revisionsaufsichtsverordnung  in  diesem  Zusammenhang  fest,  dass, 
bevor die Zulassung verfügt wird, keine täuschenden Bezeichnungen 
wie  „zugelassene  Revisionsexpertin“  oder  „zugelassener  Revisions-
experte“ verwendet werden dürfen (Art. 12 Abs. 3 RAV).

4.2 Der  Umstand,  dass  die  Revisionsaufsichtsverordnung  die  Be-
zeichnung „zugelassener Revisionsexperte“ vor der Verwendung durch 
nicht zugelassene Personen schützt, nicht aber die allgemeinere Be-

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zeichnung  „Revisionsexperte“,  lässt  den  Schluss  zu,  dass  die  Be-
zeichnung „Revisionsexperte“ allein, ohne den Zusatz „zugelassener“, 
nicht  geschützt  ist.  Jedenfalls  ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Be-
schwerdeführer nicht erst seit 2008, sondern im Kontext der _______ 
bereits  seit  1996  als  „besonders  befähigter  Revisor“  im  Sinne  der 
früheren  Ordnung  des  Obligationenrechts  im  Handelsregister  ein-
getragen war. Deshalb kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, wenn 
sie  allein  aus  dem fraglichen  Handelsregistereintrag  einen  Verstoss 
gegen Art.  12. Abs 3  RAV bzw. gegen die  Voraussetzung eines un-
bescholtenen Leumunds ableitet.

4.3 Die  Vorinstanz  verfügt  auch  über  einen  gewissen  Beurteilungs-
spielraum mit Bezug auf die Prüfung des Leumunds der Gesuchsteller, 
der  von  der  Rechtsmittelinstanz  zu  respektieren  ist  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-2440/2008 E. 4.3). Da die Vorinstanz in 
der angefochtenen Verfügung sowie in ihrer Vernehmlassung geltend 
macht,  sie habe die Frage, ob der Beschwerdeführer über einen un-
bescholtenen Leumund verfüge, noch nicht abschliessend geprüft, ist 
die  Sache  daher  auch  zur  Prüfung  dieser  Voraussetzung  an  sie 
zurückzuweisen.

5.
Die Beschwerde ist daher insofern gutzuheissen, als die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und festzustellen ist, dass die Ausbildung des 
Beschwerdeführers zum mag. rer. pol. eine Ausbildung im Sinne von 
Art.  4  Abs.  2  Bst.  c  RAG  ist  und  die  Eintragung  der  Bezeichnung 
„Revisionsexperte“  im  Handelsregister  unter  den  Umständen  des 
konkreten Falles keine Täuschung im Sinne von Art. 12 Abs. 3 RAV 
darstellt. Die Sache ist an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese 
prüfe, ob der Beschwerdeführer die weiteren Voraussetzungen für eine 
Zulassung als Revisionsexperte oder als Revisor erfüllt oder nicht und 
anschliessend erneut über die Zulassung entscheide.

6.
Bei  diesem  Verfahrensausgang  gilt  der  Beschwerdeführer  als  ob-
siegende  Partei.  Unterliegenden  Vorinstanzen  werden  keine  Ver-
fahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG).

Der  Beschwerdeführer  hat  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung 
(Art.  64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  7  ff.  des  Reglements  vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Da  sein  Rechts-

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vertreter keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung auf-
grund  der  Akten  und  nach  Ermessen  auf  CHF 2'000.– (inkl.  Mehr-
wertsteuer) festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE).

7.
Nach Art.  83  Bst.  t  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(BGG,  SR 173.110)  ist  die  Beschwerde  in  öffentlich-rechtlichen  An-
gelegenheiten  an  das  Bundesgericht  unzulässig  gegen  Entscheide 
über  das  Ergebnis  von  Prüfungen  und  anderen  Fähigkeits-
bewertungen,  namentlich  auf  den  Gebieten  der  Schule,  der  Weiter-
bildung  und  der  Berufsausübung.  Das  Bundesgericht  hat  daher  die 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen ein Urteil  
betreffend die Zulassung als Revisionsexperte als unzulässig beurteilt,  
in  dem es  um die  Frage  der  Gleichwertigkeit  einer  schweizerischen 
Ausbildung  ging  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_136/2009  vom 
16. Juni 2009). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  insofern  teilweise  gutgeheissen,  als  die  Ver-
fügung  der  Eidgenössischen  Revisionsaufsichtsbehörde  RAB vom 
28. Juli  2009  aufgehoben  und  festgestellt  wird,  dass  die  Ausbildung 
des Beschwerdeführers zum mag. rer. pol. eine Ausbildung im Sinne 
von Art. 4 Abs. 2 Bst. c RAG darstellt. Die Sache wird im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit diese prüfe, ob 
der  Beschwerdeführer  die  weiteren  Voraussetzungen  für  eine  Zu-
lassung als Revisionsexperte, eventualiter als Revisor, erfüllt, und an-
schliessend erneut über die Zulassung entscheide.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Kostenvorschuss von 
CHF 2'000.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils zurückerstattet.

3.
Dem  Beschwerdeführer  wird  eine  Parteientschädigung  von 
CHF 2'000.– zu Lasten der Vorinstanz zugesprochen.

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4.
Dieses Urteil geht an:

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  Rückerstattungs-
formular, Akten zurück);

- die  Vorinstanz  (Ref-Nr.  _______;  Einschreiben;  Beilage:  Akten 
zurück);

- das Eidgenössische Justiz und Polizeidepartement (Einschreiben).

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Eva Schneeberger Myriam Senn

Versand: 12. März 2010

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