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**Case Identifier:** d432676b-edf6-514a-9d34-8c13605e4967
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.06.2017 200 2017 223
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-223_2017-06-01.pdf

## Full Text

200 17 223 IV
SCP/GUA/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Juni 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Gurtner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 31. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2017, IV/17/223, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 28. Mai 2015 unter Hinweis auf Schwierigkeiten beim Ge-
hen und eine Behinderung beim Hochheben von schweren Gewichten bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Antwortbeilagen der 
Invalidenversicherung [AB] 5). Nach dem Abschluss der beruflichen Ab-
klärung in der Abklärungsstelle C.________ (C.________; AB 38) und nach 
Einholung eines Berichts des Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 24. Au-
gust 2016 (RAD; AB 45) stellte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) dem Versicherten mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2016 (AB 47) 
bei einem Invaliditätsgrad von 41% eine Viertelsrente in Aussicht. Mit Ver-
fügung vom 31. Januar 2017 (AB 57) sprach die IVB nach erhobenem Ein-
wand (AB 51 S. 1 – 3 und 53 S. 1 – 7) dem Versicherten bei einem Invali-
ditätsgrad von 41% ab 1. Januar 2016 eine Viertelsrente zu.

B.

Hiergegen lässt der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 28. Februar 2017 Beschwerde erheben und beantragen, 
die Verfügung vom 31. Januar 2017 sei aufzuheben und dem Beschwerde-
führer sei eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei über die 
Rentenfrage nach Abklärung des Sachverhalts neu zu entscheiden und 
dem Beschwerdeführer sei die ihm rechtmässig zustehende Rente auszu-
richten. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege zu be-
willigen und die unterzeichnete Rechtsanwältin sei zu seiner unentgeltli-
chen Rechtsvertreterin zu bestellen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. März 2017 stellte der Instruktions-
richter fest, dass gestützt auf die eingereichten Akten die finanzielle Bedürf-
tigkeit nicht gegeben sein dürfte. Der Beschwerdeführer wurde aufgefor-
dert, ergänzende Unterlagen einzureichen und darauf hingewiesen, dass 
es ihm frei stehe, an Stelle der Ergänzung den Rückzug des Gesuchs zu 

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erklären. Mit Eingabe vom 13. März 2017 liess der Beschwerdeführer das 
Gesuch zurückziehen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. März 2017 wurde das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege als erledigt vom Protokoll des Verwaltungsge-
richts abgeschrieben.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 
27. März 2017 die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. April 2017 machte der Instruktions-
richter den Beschwerdeführer für den Fall der Rückweisung der Streitsache 
auf eine mögliche Schlechterstellung (reformatio in peius) aufmerksam und 
bot ihm Gelegenheit zur Stellungnahme bzw. zum Rückzug der Beschwer-
de. Mit Eingabe vom 20. April 2017 hielt der Beschwerdeführer an seiner 
Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 31. Januar 2017 
(AB 57). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 17. September 2013 (AB 19 
S. 22 f.) führten die behandelnden Ärzte als Diagnosen ein femuroazeta-
buläres Impingement mit konsekutiver beginnender Coxarthrose rechts, 
einen Status nach Diskushernienoperation 1998 (L5/S1 links) und 2006 
(L4/L5 rechts) sowie eine chronische lymphatische Leukämie (ED 
05/2006), Stadium Binet B mit LK-Exzision 2006 (B-CLL/kleinzelliges lym-
phozytisches Lymphom nach WHO), 2010 Chemotherapie, auf. Es habe 
ein Gangbild mit leichtem Schonhinken rechts festgestellt werden können. 
Bei der rechten Hüfte bestehe eine Flexion/Extension von 100/0/0° und 
eine Innen/Aussenrotation von 0/0/20°. Ab den angegebenen Werten weh-
re der Beschwerdeführer mit schmerzhafter Abwehrspannung ab. Links sei 
eine schmerzfreie Beweglichkeit des Hüftgelenks feststellbar. Die periphere 
Kraft sei unverändert gut. Unter normalen Umständen seien in dieser Situa-
tion bei radiologisch nur lateral betonter Arthrose erst einmal Analgetika zu 
empfehlen und zuzuwarten. Der Beschwerdeführer lehne Schmerzmittel 
aber kategorisch ab. Er sei über die Risiken und Komplikationsmöglichkei-
ten für ihn im Speziellen in Bezug auf die chronisch-lymphatische Leukämie 

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(Infekt und Thrombose) und sein Alter informiert worden. Er sei aber wei-
terhin nicht bereit Schmerzmittel einzunehmen und wünsche den schnellst 
möglichen Hüfttotalprothesenersatz (AB 19 S. 22 f.).

In einem weiteren Bericht vom 24. Juni 2015 (AB 19 S. 9 f.) wurde unter 
anderem ein Status nach zweizeitigem Prothesenwechsel am rechten 
Hüftgelenk, Datum der Reimplantation 31. März 2015, sowie eine chroni-
sche lymphatische Leukämie diagnostiziert. Am Oberschenkel bestehe kein 
Klopfschmerz mehr. Die Beugung und Streckung liege bei 90/0/0°, die In-
nen- und Aussenrotation bei 10/0/20°, es gebe keine wesentlichen 
Schmerzangaben mehr. Beim Gehen bestehe noch ein leichtes Hinken, 
dies sei aber auch dadurch bedingt, dass der Beschwerdeführer seinen 
Beinlängenausgleich nicht trage. Die Schmerzen seien gegenüber der Vor-
untersuchung deutlich rückläufig (AB 19 S. 9). Der Beschwerdeführer dürfe 
das Bein zunehmend belasten und solle noch zur Physiotherapie gehen. 
Der Beinlängenausgleich solle konsequent getragen werden (AB 19 S. 10).

Im Bericht vom 16. Dezember 2015 (AB 30) stellten die behandelnden Ärz-
te die Hauptdiagnose eines persistierenden Oberschenkelschaftschmerzes 
nach zweizeitigem Prothesenwechsel wegen eines Infekts am rechten 
Hüftgelenk, Datum der Reimplantation 31. März 2015. Als Nebendiagnosen 
wurden unter anderem eine chronisch-lymphatische Leukämie und ana-
mnestisch eine zweimalige Bandscheibenoperation an der Lendenwir-
belsäule aufgeführt. Die Granulozyten-Szintigraphie habe keinen Anhalt für 
eine Infektion der eingebrachten Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP) erge-
ben. Radiologisch liessen sich die Schmerzen auch nicht sicher erklären. 
Auf genaues Befragen hin habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er 
vor ca. 10 Jahren auch schon Bandscheibenvorfälle mit einer Operation in 
der Folgezeit gehabt hätte. Eine MR-Untersuchung von 2013 zeige jedoch 
schon deutliche degenerative Veränderungen der unteren Lendenwir-
belsäulen-Segmente, hier könnten auch neuroforaminale Engstellungen 
vorliegen (AB 30 S.1 f.).

3.1.2 Im Bericht des Spitals D.________, Wirbelsäulenmedizin, vom 
28. Dezember 2015 (AB 32) diagnostizierten die behandelnden Ärzte unter 
anderem eine belastungsabhängige Femoralgie rechts, potentiell Implantat 
bedingt bei einem Zustand nach sechsfachem Eingriff am Hüftgelenk 

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rechts mit Infektverlauf, sowie einen Verdacht auf eine periphere arterielle 
Verschlusskrankheit (AB 32 S. 1). Es zeige sich ein komplexes Beschwer-
debild basierend auf multiplen Eingriffen am Hüftgelenk rechts und Vorein-
griffen an der Lendenwirbelsäule. Bildmorphologisch sei eine L5-
Radikulopathie durch die rezessale Bedrängung LWK4/5 und die neurofo-
raminale Stenose L5/S1 rechts denkbar. Jedoch würden sich keine ent-
sprechenden Symptome zeigen. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht erge-
be sich somit kein operativer oder interventioneller Behandlungsbedarf. Die 
Femoralgie sei lokalisiert am Oberschenkel und belastungsabhängig. Somit 
liege der Verdacht eines Prothesenspitzensyndroms nahe, bei dem es 
durch die gerade Prothese zur Reizung der Femokortikalis von innen kom-
me (AB 32 S. 2).

3.1.3 Dem Bericht des Spitals D.________, Anästhesiologie, vom 6. April 
2016 (AB 37) sind als Hauptdiagnosen ein chronischer, rein nozizeptiver 
Schmerz des rechten Oberschenkels belastungsabhängig sowie eine mus-
kuloskelettale Dysbalance und als relevante Nebendiagnosen eine chroni-
sche lymphatische Leukämie ED 05/2006, ein Status nach Dekompressi-
onseingriff LWK5/SWK1 vor ca. 20 Jahren sowie ein Status nach Dekom-
pression LWK4/5 im Jahre 2000 zu entnehmen. Der Beschwerdeführer 
klage seit Januar 2015 über anhaltende drückende Schmerzen im rechten 
Oberschenkel. Die Schmerzen seien ausschliesslich drückend und belas-
tungsabhängig, unter Belastung erreichten sie nach ca. einer halben Stun-
de bis einer Stunde die maximale Intensität VAS 8 (AB 37 S. 1). Das Auf-
richten und Hinsetzen erfolge verzögert und unter Zuhilfenahme der Arme. 
Das Gangbild sei rechts leicht hinkend bei einer Beinlängendifferenz von 
bis zu 2 cm. Anamnestisch und klinisch präsentiere sich ein Bild eines aus-
schliesslich nozizeptiven belastungsabhängigen Schmerzes im rechten 
Oberschenkel. Die Schmerzen seien kurz nach der Implantation der ze-
mentfreien modularen Hüft-TEP rechts aufgetreten, was für eine Femoral-
gie zum Beispiel bei einem Prothesenspitzensyndrom sprechen würde. 
Wegen des bekannten Verlaufs mit postoperativen Komplikationen und 
vorbekannter chronischer Leukämie sei eine Revision der rechten Hüfte 
sehr wahrscheinlich keine gangbare Lösung. Da es sich um einen aussch-
liesslich nozizeptiven Schmerz handle, sei dem Beschwerdeführer die zeit-
kontingente Einnahme von niedrig dosiertem Paracetamol und Tramal in 

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Kombination mit Celecoxib und bei Bedarf Novalgintropfen empfohlen wor-
den. Bei unzureichender Analgesie sei dann die Rotation von schwachem 
auf starkes Opioid ratsam. Eine begleitende Therapie im Sinne einer Phy-
sio- und physikalischen Therapie sei erstrebenswert. Allen voran könne die 
physikalische Therapie zur Lockerung der leicht angespannten Muskulatur 
führen und Schmerzen lindern. Invasive Therapiemassnahmen im Rahmen 
der Schmerztherapie seien bei den bisherigen komplizierten Verläufen 
nicht primär indiziert (AB 37 S. 2).

In einem weiteren Bericht vom 24. Mai 2016 (AB 39) hielten die behan-
delnden Ärzte fest, dass die systemische Analgesie erwartungsgemäss nur 
zu einem mässigen schmerzlindernden Effekt geführt habe. Weil eine kau-
sale Therapie im Sinne der chirurgischen Revision des rechten Oberschen-
kels aufgrund der chronisch-lymphatischen Leukämie und der komplizierten 
postoperativen Verläufe nicht in Frage komme, sei eine begleitende Lang-
zeit-Physio- und physikalische Therapie zielführend (AB 39 S. 1).

3.1.4 Hierzu nahm die Ärztin des RAD Dr. med. E.________, Fachärztin 
für Orthopädie, im Bericht vom 24. August 2016 (AB 45) Stellung. Als Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie einen Status nach 
Hüft-TEP rechts am 2. Oktober 2013, postoperativ zweimaliger Wechsel 
bei Infekt, erstmalig im Januar 2014 und zuletzt Reimplantation am 
31. März 2015, auf. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die 
chronisch-lymphatische Leukämie ED 05/2006 sowie der Status nach Dis-
kushernie L5/S1 links 1998 und L4/5 rechts 2006. In der angestammten 
Tätigkeit als … bestehe nach den Hüftoperationen keine Arbeitsfähigkeit 
mehr. In einer angepassten, wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden 
Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Las-
ten, ohne Zwangshaltungen wie Bücken, Kauern oder Knien, ohne Um-
welteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne absturzgefährdetes Ar-
beiten und Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern, ohne repetitive 
Rumpfrotation im Sitzen bzw. Stehen und ohne Begehen von Treppen be-
stehe nach Abschluss der orthopädischen Behandlung Ende 2015 eine 
80%-ige Arbeitsfähigkeit. Die Leistungsminderung von 20% sei einem ver-
mehrten Pausenbedarf geschuldet (AB 45 S. 4). 

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3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.2.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-

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lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung massgeblich auf das im Bericht der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ 
vom 24. August 2016 (AB 45) gezeichnete Zumutbarkeitsprofil gestützt. 
Dieser Bericht genügt den strengen Anforderungen nicht, welche an die 
Beweiswürdigung zu stellen sind, wenn ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden soll (vgl. E. 3.2.2 hier-
vor). Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ geht (ohne eigene Untersu-
chung) davon aus, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit mit Bezug 
auf ein Vollzeitpensum eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% (80% 
Arbeit; 20% Pausen) besteht. Zu diesem Schluss kommt sie, ohne dabei 
die Ressourcen des Beschwerdeführers zu kennen (AB 45 S. 4), wozu 
auch die Einstellung zu ärztlich verordneten Therapiemassnahmen – ins-
besondere zur Schmerztherapie und zum Tragen des Beinlängenaus-
gleichs (AB 19 S. 22 f. und 19 S. 9) – gehört. Es ist denn auch nicht klar, ob 
sämtliche Vorakten berücksichtigt wurden, so wird der Bericht des Spitals 
D.________, Wirbelsäulenmedizin, vom 28. Dezember 2015 (AB 32) weder 
aufgeführt noch setzt sich die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ mit der von 
den behandelnden Ärzten geäusserten Verdachtsdiagnose eines Prothe-
senspitzensyndroms bei bekannter Beinlängendifferenz (AB 32 S. 2) aus-

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einander. Weiter lässt sie auch die vom Beschwerdeführer geklagten belas-
tungsabhängigen Schmerzen mit einer maximalen Intensität VAS 8 nach 
ca. einer halben Stunde (AB 37 S. 1) sowie eine mögliche Malcompliance 
des Beschwerdeführers (AB 19 S. 9) undiskutiert. Damit kann auf diesen 
Bericht nicht abgestellt werden.

3.3.2 Des weiteren vermögen auch die Berichte der behandelnden 
Ärzte des Spitals D.________ vom 17. September 2013 (AB 19 S. 22 f.), 
24. Juni 2015 (AB 19 S. 9 f.), 16. Dezember 2015 (AB 30), 28. Dezember 
2015 (AB 32), 6. April 2016 (AB 37) und 24. Mai 2016 (AB 39) den höch-
strichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2.1 hiervor) nicht zu genü-
gen. Ausgehend von einem komplexen Beschwerdebild (AB 32 S. 2) mit 
einem persistierenden Oberschenkelschaftschmerz, der sich radiologisch 
nicht sicher erklären lasse (AB 30 S. 1), vermuten die behandelnden Ärzte 
das Vorliegen eines Prothesenspitzensyndroms, bei dem es durch die ge-
rade Prothese zur Reizung der Femokortikalis von innen komme (AB 32 
S. 2). Die Beinlängendifferenz von bis zu 2 cm (AB 37 S. 2) führe beim Ge-
hen zu einem leichten Hinken (AB 19. S. 9), weshalb der leitende Arzt der 
Orthopädie des Spitals D.________ die Empfehlung ableitete, der Beinlän-
genausgleich solle konsequent getragen werden (AB 19 S. 10). Den medi-
zinischen Akten lässt sich jedoch nicht entnehmen, ob der Beschwerdefüh-
rer diese Empfehlung befolgte und wie sich dies auf das Gangbild und die 
Schmerzen im Oberschenkel auswirkte. Unklar ist auch, ob und gegebe-
nenfalls mit welchem Erfolg er die ihm verordnete Langzeit-Physio- und 
physikalische Therapie zwecks Kompensation der muskuloskelettalen Dys-
balance (AB 39 S. 1 und 37 S. 2) absolvierte. Weiter wird darauf hingewie-
sen, dass die im April 2016 begonnene Schmerztherapie (AB 37 S. 2) – bei 
systemischer Analgesie – erwartungsgemäss nur zu einem mässigen 
schmerzlindernden Effekt (AB 39 S. 1) führte, jedoch geht aus den Berich-
ten hinsichtlich Compliance des Beschwerdeführers nichts hervor, was 
aber unter dem Aspekt der dem Beschwerdeführer obliegenden Schaden-
minderungspflicht wichtig gewesen wäre, weil er in einem früheren Zeit-
punkt Schmerzmittel kategorisch ablehnte und nicht bereit war solche ein-
zunehmen (AB 19 S. 22 f.). Somit ist festzustellen, dass auch die Berichte 
der behandelnden Ärzte des Spitals D.________ mit Blick auf die streitigen 
Belange nicht genügend umfassend sind und damit keine genügende 

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Grundlage besteht, um die Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf 
die Arbeitsfähigkeit und die Erfüllung der Schadenminderungspflicht des 
Beschwerdeführers zu beurteilen.

3.3.3 Daran vermag auch der Einwand des Beschwerdeführers nichts zu 
ändern, wonach aufgrund der Erkenntnisse der beruflichen Abklärung in 
der C.________ feststehe, dass er aufgrund der invalidisierenden Be-
schwerden die Hüfte und den Rücken betreffend, trotz hoher Motivation 
und Leistungsbereitschaft, selbst an einem geschützten Arbeitsplatz ledig-
lich eine Leistung von 50% erbringen könne (Beschwerde, S. 6 Ziff. 2.3). 
Der Beschwerdeführer verkennt, dass diese Erkenntnisse auf der eigenen 
subjektiven Einschätzung beruhen; auch wenn diese vom nicht-
medizinischen Personal der C.________ als realistisch gewertet werden 
(AB 38 S. 2; vgl. hierzu auch prozessleitende Verfügung vom 3. April 2017, 
S. 1 f. lit. e), sind sie nicht zu berücksichtigen, denn die vorliegenden strei-
tigen Belange sind allein aus medizinisch-theoretischer Sicht und unter 
Berücksichtigung von allenfalls auch schadenmindernden Faktoren und 
Massnahmen zu beurteilen.

3.4 Nach dem Gesagten stellen weder der Bericht der RAD-Ärztin 
Dr. med. E.________ noch die Berichte der behandelnden Ärzte des Spi-
tals D.________ eine genügende Grundlage für den Rentenentscheid dar 
und der Sachverhalt erweist sich somit als nicht genügend abgeklärt; die in 
der Beschwerde aufgeworfene Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit kann in der Folge nicht beantwortet werden. Die Sache geht 
zurück an die Verwaltung, damit sie eine externe Begutachtung veranlasse 
(vgl. E. 3.2.2 hiervor) und anschliessend neu verfüge. 

Anzumerken bleibt, dass vorliegend das Verfahren gemäss BGE 137 
V 314, wonach der Beschwerde führenden Partei auch dann die Gelegen-
heit zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn eine rentenzuspre-
chende Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und 
neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll, durchge-
führt und damit dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt wur-
de (vgl. prozessleitende Verfügung vom 3. April 2017, S. 3 lit. n).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2017, IV/17/223, Seite 13

Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich grundsätzlich Aus-
führungen zur Bestimmung des Valideneinkommens, dennoch ist an dieser 
Stelle festzuhalten, dass sich das von der Beschwerdegegnerin gestützt 
auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturtabellen 
2014, TA 1, Ziff. 79 – 82 „sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“, Kom-
petenzniveau 3 (und nicht 2 wie in der Verfügung vom 31. Januar 2017 
erwähnt [AB 57 S. 5]), auf Fr. 81‘621.-- festgesetzte und denn auch nicht 
bestrittene hypothetische Valideneinkommen mit Blick auf die arbeitgeber-
seitige Begründung der Kündigung – Abbau von 300 Stellenprozenten we-
gen der Eurokrise (AB 15 S. 2 Ziff. 2.2; Eingliederungsprotokoll, Eintrag 
vom 7. Juli 2015) – als korrekt erweisen dürfte (vgl. prozessleitende Verfü-
gung vom 3. April 2017, S. 1 lit. c).

In diesem Sinne ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als die 
angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2017 (AB 57) aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung im Sinne der 
Erwägungen zurückzuweisen ist. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind bei diesem 
Ausgang des Verfahrens der unterliegende Beschwerdegegnerin zur Be-
zahlung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der 
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach 
Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Juni 2017, IV/17/223, Seite 14

sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Die Parteientschädigung ist gestützt auf die angemessene Kostennote von 
Rechtsanwältin B.________ vom 20. April 2017 auf Fr. 1‘849.95 (inkl. Aus-
lagen und MWSt) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 31. Januar 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘849.95 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.