# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc141b85-7f01-56fc-8250-a6e4b339ccef
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 18.06.2024 WBE.2024.122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-122_2024-06-18.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2024.122 / Bu / we 
ZEMIS [***] (E.2023.090)  

Art. 37 

 

Urteil vom 18. Juni 2024 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Blocher  

Verwaltungsrichter Ch. Huber  

Gerichtsschreiberin William  

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, von der Türkei 

vertreten durch MLaw Tamara De Caro, Rechtsanwältin, 

Stadtturmstrasse 19, Postfach, 5401 Baden  

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Nichtverlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration vom 27. Februar 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Beschwerdeführer reiste am 29. Januar 2022 mit Visum in die Schweiz 

ein, heiratete am 21. April 2022 die hier niederlassungsberechtigte Lands-

frau, B._____, geb. tt.mm.jjjj, und erhielt im Rahmen des bewilligten 

Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis 30. April 

2023 (Akten des Amtes für Migration und Integration [MI-act.] 45-58.). Mit 

E-Mail vom 6. April 2023 orientierte die Ehefrau die Einwohnerkontrolle 

V._____ darüber, dass sie Probleme mit dem Beschwerdeführer habe (MI-

act. 64), und am 31. Mai 2023 teilte die Einwohnerkontrolle V._____ dem 

Amt für Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) mit, die Ehegatten 

hätten sich per 3. Mai 2023 getrennt (MI-act. 65). 

 

Das MIKA gewährte dem Beschwerdeführer am 14. Juli 2023 aufgrund der 

Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens das rechtliche Gehör zur beab-

sichtigten Nichtverlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung (MI-act. 70), 

wovon dieser jedoch keinen Gebrauch machte. In der Folge verfügte das 

MIKA am 8. September 2023 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilli-

gung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz 

und dem Schengen-Raum unter Ansetzung einer Ausreisefrist von 

30 Tagen ab Rechtskraft der Verfügung (MI-act. 84 ff.). 

 

B. 

Gegen die Verfügung des MIKA vom 8. September 2023 reichte der Be-

schwerdeführer am 26. September 2023 beim Rechtsdienst des MIKA 

(Vorinstanz) eine selbstverfasste Einsprache ein (MI-act. 97 ff.).  

 

Ein durch die Ehefrau des Beschwerdeführers angestrengtes Strafverfah-

ren gegen den Beschwerdeführer wegen Verdachts auf Täuschung der Be-

hörden durch Eingehung einer Scheinehe wurde offenbar nicht weiterver-

folgt (MI-act. 111 ff.).  

 

Am 27. Februar 2024 erliess die Vorinstanz folgenden Einspracheent-

scheid (act. 1 ff.): 

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen.  
 
2.  
Es werden keine Gebühren erhoben.  
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

 

 - 3 - 

 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C. 

Mit selbstverfasster Eingabe vom 15. März 2024 erhob der Beschwerde-

führer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwaltungsgericht) 

gegen den Einspracheentscheid Beschwerde und stellte sinngemäss den 

Antrag auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung (act. 10 ff.). 

 

Am 2. April 2024 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers beim 

Verwaltungsgericht gegen den Einspracheentscheid ebenfalls eine Be-

schwerde ein und stellte folgende Anträge (act. 26 ff.): 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei der Einspracheentscheid des Rechts-
diensts des Amts für Migration und Integration Kanton Aargau vom 
27. Februar 2024 aufzuheben und das Amt für Migration und Integration 
Kanton Aargau sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine Aufenthalts-
bewilligung im Sinne von Art. 50 Abs. 1 AIG zu erteilen. 
 
2. 
Eventualiter sei die Streitsache zur erneuten Sachverhaltsabklärung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. 
 

sowie folgende prozessualen Anträge: 

 
1. 
Die Akten der Vorinstanz seien von Amtes wegen beizuziehen. 
 
2. 
Der Unterzeichnenden sei eine Frist zur allfälligen Nachbesserung der Be-
schwerde einzuräumen. 
 
3. 
Der Beschwerdeführer sowie seine Ehefrau, Frau B._____, seien vor 
Schranken zu befragen. 

 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 

Erwägungen. 

 

Weiter ersuchte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Eingabe 

vom 11. April 2024 um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(act. 45 ff.). 

 

Mit Instruktionsverfügung vom 15. April 2024 wurden das Gesuch um 

Fristeinräumung zur Nachbesserung der Beschwerde und das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abgelehnt (act. 50 ff.). 

 

 - 4 - 

 

 

Nach Eingang eines Teils des Kostenvorschusses (Fr. 958.76 statt 

Fr. 1'000.00) hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen fest, beantragte die 

Abweisung der Beschwerde und reichte aufforderungsgemäss die Akten 

ein (act. 56 ff., 62 f.). 

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Nachdem sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der 

Vorinstanz vom 27. Februar 2024 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts gegeben. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist grundsätzlich einzutreten. Allerdings hat der Beschwer-

deführer nur einen Teil des ihm mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 

15. April 2024 auferlegten Prozesskostenvorschusses fristgerecht bezahlt, 

gingen doch gemäss dem in den Akten liegenden Zahlungsbeleg vom 

24. April 2024 (Valutadatum) anstelle der einverlangten Fr. 1'000.00 

lediglich Fr. 958.76 per Auslandzahlung auf das Konto des Verwal-

tungsgerichts ein (act. 62). Inwiefern bereits aufgrund dieser unvoll-

ständigen Zahlung des Prozesskostenvorschusses nicht auf die Be-

schwerde hätte eingetreten werden müssen, kann indes offenbleiben, da 

diese im Sinne der nachfolgenden Erwägungen jedenfalls auch bei 

materieller Beurteilung abzuweisen ist. 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder 

Bestimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung 

oder Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden. Die Ermes-

sensüberprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 

 - 5 - 

 

 

Abs. 2 EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensaus-

übung bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, 

in: MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR [Hrsg.], 

Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen 

und Ausländer [AuG], Bern 2010, N. 7 zu Art. 96 AuG mit Hinweisen). In 

diesem Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss bundesge-

richtlicher Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die Vorinstanz die 

gemäss Art. 96 AIG relevanten Kriterien (öffentliche Interessen, persönli-

che Verhältnisse, Integration) berücksichtigt hat und ob diese rechtsfehler-

frei gewichtet wurden (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, a.a.O., N. 9 zu Art. 96 

AuG). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu entschei-

den, ob die getroffene Massnahme durch ein überwiegendes öffentliches 

Interesse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnismässigkeit im engeren 

Sinn). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Die Nichtver-

längerung einer Aufenthaltsbewilligung setzt einen Nichtverlängerungs-

grund voraus, welcher in einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG 

bestehen oder sich aus einer ständigen, rechtsgleich gehandhabten Praxis 

des MIKA ergeben kann. Die dem Beschwerdeführer erteilte Aufenthalts-

bewilligung wurde einzig zum Zweck und gleichsam unter der Bedingung 

des ehelichen Zusammenlebens erteilt. Leben die Ehegatten nicht mehr 

zusammen, wird die Bedingung nicht mehr eingehalten und ist der Nicht-

verlängerungsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt. Unter dem Vorbe-

halt, dass sich die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung als ver-

hältnismässig erweist und dass der betroffenen Person nicht aus anderen 

Gründen der weitere Aufenthalt in der Schweiz zu gestatten ist, ist die Auf-

enthaltsbewilligung zu widerrufen bzw. nicht zu verlängern und ist eine 

Wegweisung zu verfügen (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.346 vom 28. März 2022, Erw. II/2). 

 

1.2.  

Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt, dass 

sich der Beschwerdeführer nicht mehr auf Art. 43 AIG berufen kann, auch 

nicht in Verbindung mit Art. 49 AIG. Der Beschwerdeführer wohnt seit An-

fang Mai 2023 nicht mehr mit seiner Ehefrau zusammen, womit ein direktes 

Berufen auf Art. 43 AIG auf jeden Fall nicht mehr zur Diskussion steht.  

 

Auch die Voraussetzungen von Art. 49 AIG, wonach ausnahmsweise vom 

Erfordernis des Zusammenlebens abgesehen werden kann, sind nicht er-

füllt. Erhebliche familiäre Probleme können zwar gemäss Art. 76 der Ver-

ordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit vom 24. Oktober 

 - 6 - 

 

 

2007 (VZAE; SR 142.201) wichtige Gründe für eine Ausnahme vom Erfor-

dernis des Zusammenlebens darstellen. Auch sie erlauben aber nur eine 

vorübergehende Trennung (Art. 76 VZAE, MARC SPESCHA, in: MARC 

SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE 

WECK [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 2 ff. zu 

Art. 49 AIG). Zudem setzt Art. 49 AIG voraus, dass die Familiengemein-

schaft und der Ehewille trotz Trennung weiter bestehen (Urteil des Bundes-

gerichts 2C_739/2021 vom 27. Januar 2022, Erw. 3.1 mit weiteren Hinwei-

sen). Der Beschwerdeführer lebt seit mindestens Anfang Mai 2023 und da-

mit seit über einem Jahr von seiner Ehefrau getrennt. Ein Getrenntleben 

dieser Dauer kann nicht mehr als vorübergehend bezeichnet werden 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_1085/2015 vom 23. Mai 2016, Erw. 3.3) 

und könnte nur unter besonderen Umständen, namentlich bei belegten Be-

suchen einer Ehetherapie oder anderen nachgewiesenen Versöhnungsbe-

mühungen wie gemeinsamen Ferien, noch unter Art. 49 AIG subsumiert 

werden (SPESCHA, a.a.O., N. 4 zu Art. 49 AIG). Entsprechendes wird vom 

Beschwerdeführer nicht dargetan und lässt sich auch den Akten nicht ent-

nehmen. Vor diesem Hintergrund und angesichts dessen, dass die Ehefrau 

in ihren diversen Eingaben an das MIKA und an die Einwohnerkontrolle der 

Wohngemeinde klar zum Ausdruck bringt, dass eine Fortsetzung der Ehe 

nicht zur Diskussion steht (MI-act. 64, 74 f. und 77 f.), sind die Vorausset-

zungen von Art. 49 AIG zu verneinen. Dies gilt umso mehr, als die Ehefrau 

des Beschwerdeführers gegen diesen offenbar eine Strafanzeige wegen 

Täuschung der Behörden durch Eingehung einer Scheinehe eingereicht 

hatte (MI-act. 112 ff.). 

 

1.3.  

Die Vorinstanz hat weiter zutreffend ausgeführt, dass die Voraussetzungen 

für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 

lit. a AIG nicht erfüllt sind, da der Beschwerdeführer lediglich vom 21. April 

2022 bis Anfang Mai 2023 und damit weit weniger als drei Jahre mit seiner 

Ehefrau in ehelicher Gemeinschaft in der Schweiz zusammengelebt hat. 

Dies wird seitens des Beschwerdeführers auch nicht bestritten, womit sich 

weitere Ausführungen hierzu erübrigen. 

 

1.4.  

Die Vorinstanz hat sodann geprüft, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf 

Verbleib in der Schweiz hat, weil wichtige persönliche Gründe gemäss 

Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG vorliegen und hat zutreffend dargelegt, 

weshalb kein entsprechender Anspruch besteht. Dass die Ehe nicht gegen 

seinen Willen geschlossen wurde, wird nicht bestritten und bedarf keiner 

weiteren Ausführungen. 

 

Die vom Beschwerdeführer geltend gemachte häusliche Gewalt hat die 

Vorinstanz mangels Konkretisierung als nicht glaubhaft qualifiziert. 

Obschon dem Beschwerdeführer bewusst war, dass seine Vorbringen be-

 - 7 - 

 

 

züglich ehelicher Gewalt als nicht substanziiert eingestuft wurden, hat er im 

Rahmen seiner selbstverfassten Beschwerde lediglich seine gegenüber 

dem MIKA bzw. gegenüber der Vorinstanz gemachten Vorbringen wieder-

holt. Gleiches gilt für die durch die Rechtsvertreterin eingereichte Be-

schwerde. Auch darin wird lediglich pauschal ausgeführt, der Beschwerde-

führer habe sich nicht mehr sicher gefühlt und Angst um sein Leben gehabt. 

Obschon die Rechtsvertreterin einräumt, dass die Behauptung, der Be-

schwerdeführer sei Opfer häuslicher Gewalt geworden, bislang weder hin-

reichend konkretisiert noch belegt worden sei, wird auch in der Beschwerde 

die angebliche häusliche Gewalt weder ausreichend konkretisiert noch be-

legt. Auch in der Eingabe vom 30. Mai 2024 legt der Beschwerdeführer 

nicht hinreichend substanziiert und glaubhaft dar, weshalb er seiner Ansicht 

nach Opfer ehelicher Gewalt geworden sein soll. Belege für seine Darstel-

lung werden keine vorgelegt. Vielmehr wird darauf verwiesen, dass eine 

Partei- und Zeugenbefragung durchzuführen sei. Dem ist nicht stattzuge-

ben: Die Obliegenheit zur Substanziierung ist dem Beweisverfahren vorge-

lagert und dient nicht dazu, fehlende Behauptungen zu ersetzen (vgl. dazu 

das zivilprozessuale Urteil des Bundesgerichts 4A_446/2020 vom 8. März 

2021, Erw. 2.3, vgl. auch die Erwägungen in der verwaltungsgerichtlichen 

Instruktionsverfügung vom 15. April 2024, act. 50 ff.). Aus den Darstellun-

gen des Beschwerdeführers, welche teilweise undatiert und nicht unter-

zeichnet wurden, ist zudem nicht auf eheliche Gewalt im Sinne von Art. 50 

Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG zu schliessen. Vielmehr zeigen die aufgelis-

teten Ereignisse, dass die Ehegatten nach der Eheschliessung und der Auf-

nahme des Zusammenlebens keine gemeinsame Grundlage für die Füh-

rung einer Ehe gefunden haben. Daran ändert auch nichts, dass der Be-

schwerdeführer eines der Probleme offenbar darin verortet, dass der ältere 

Sohn der Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung lebte. Selbst wenn sich 

die Vorgänge weitgehend wie vorgebracht abgespielt hätten, wäre nicht auf 

eheliche Gewalt in der erforderlichen Intensität zu schliessen, weshalb sich 

eine Partei- und Zeugenbefragung erübrigt. Gleiches gilt für den Antrag auf 

Rückweisung an die Vorinstanz zu weiteren Sachverhaltsabklärungen. 

 

Ebenso wenig liegt ein nachehelicher Härtefall vor, weil der Beschwerde-

führer derart fortgeschritten integriert wäre, dass ihm eine Rückkehr in sein 

Heimatland nicht zumutbar wäre oder weil die persönliche, berufliche oder 

familiäre Wiedereingliederung des Beschwerdeführers in seinem Heimat-

land stark gefährdet wäre. Solches wird auch nicht substantiiert geltend ge-

macht. Daran ändert auch nichts, dass der Beschwerdeführer in seinem 

Heimatland offenbar eine gute Anstellung in der Finanzverwaltung hatte, 

zumal nicht dargelegt wird, weshalb es ihm nicht möglich sein sollte, erneut 

eine Anstellung in seinem Heimatland zu erhalten, und er bei Stellung sei-

nes Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege noch seine Mittellosigkeit be-

hauptete und im Niedriglohnbereich arbeitete (act. 45). 

 

 - 8 - 

 

 

Ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 

Abs. 1 lit. b AIG besteht unter diesen Umständen nicht. 

 

1.5.  

Zu klären bleibt, ob die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufent-

haltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden persönlichen Härte-

falles gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG erfüllt sind.  

 

Diesbezüglich kann mit der Vorinstanz auf die Prüfung der einschlägigen 

Kriterien im Rahmen der Prüfung eines nachehelichen Härtefalles verwie-

sen werden und ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für die Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden per-

sönlichen Härtefalles gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG nicht erfüllt sind.  

 

1.6.  

Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass 

der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung im Rahmen eines nachehelichen Härtefalls hat und die Voraus-

setzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines 

schwerwiegenden persönlichen Härtefalles nicht erfüllt sind.  

 

2.  

Der Beschwerdeführer bringt in seiner knappen Beschwerde und den wei-

teren Eingaben nichts Zusätzliches vor, auf das nicht bereits eingegangen 

worden wäre oder das am zutreffenden Entscheid der Vorinstanz etwas 

ändern könnte. 

 

3.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der Aufgabe des eheli-

chen Zusammenlebens ein Nichtverlängerungsgrund vorliegt, der Be-

schwerdeführer weder einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbe-

willigung nach gescheiterter Ehe hat, noch die Voraussetzungen für die Er-

teilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines schwerwiegenden 

persönlichen Härtefalls erfüllt sind und auch nichts gegen die Wegweisung 

des Beschwerdeführers aus der Schweiz spricht. Vielmehr ist dem Be-

schwerdeführer eine Rückkehr in sein Heimatland ohne Weiteres zumut-

bar, und auch das durch Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschen-

rechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) ge-

schützte Familien- oder Privatleben, das vorliegend aber nicht tangiert ist, 

spricht nicht gegen eine Rückkehr in sein Heimatland. Die Beschwerde ist 

damit abzuweisen. 

 

III. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Unterliegens und Obsiegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, gehen die Kosten des 

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verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen Lasten. Ein Parteikostener-

satz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 154.00, gesamthaft Fr. 1'354.00, sind vom Beschwerdeführer zu 

bezahlen. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreterin, im Doppel) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 
 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweizeri-

schen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 - 10 - 

 

 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
 

   

Aarau, 18. Juni 2024 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Busslinger William