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**Case Identifier:** 04b92748-88fb-5345-879a-a45aec28082d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.08.2021 200 2021 346
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-346_2021-08-19.pdf

## Full Text

200 21 346 IV
JAP/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. August 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Mauerhofer 
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
Staatsangehörige von ... und seit dem 1. August 2016 in der Schweiz 
wohnhaft, gemäss eigenen Angaben gelernte … und …, zuletzt als … in 
der … im Stundenlohn beschäftigt, meldete sich im Dezember 2017 unter 
Hinweis auf einen Status nach Cholezystektomie, eine postoperative Lun-
genembolie und eine Diskushernie C5/6 rechts bei der Invalidenversiche-
rung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2 f., siehe auch AB 15.3/35 ff.). 
Die IVB traf Abklärungen, namentlich holte sie ein vom 28. Januar 2021 
datierendes polydisziplinäres Gutachten (AB 134.1) ein, und verneinte – 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 136, 137, 140, 142) – mit 
Verfügung vom 16. April 2021 (AB 143) einen Anspruch auf IV-Leistungen 
mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens im Rechtssinne.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 11. Mai 2021 Beschwerde und beantragte, 
in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr ab dem 1. Juni 2018 
eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren 
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (Beschwerde S. 2 
Ziff. I). Daneben stellte sie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege un-
ter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt (Be-
schwerde S. 14 f. Art. 5). 

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2021 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 11. Juni 2021 reichte die Beschwerdeführerin weitere 
Unterlagen zu ihrem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein und er-

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suchte gleichzeitig um Einräumung einer Frist für die Abklärung einer allfäl-
ligen Parteikostendeckung durch ihre Patientenrechtsschutzversicherung.

Mit Eingabe vom 28. Juni 2021 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 
durch ihre privaten Versicherungen keine Kostendeckung für das Be-
schwerdeverfahren bestehe, womit sie ihr Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege aufrechterhalte.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. April 2021 
(AB 143). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, 
dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatori-
schen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 
S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285).

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2.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-
tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und 
soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig 
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim-
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2).

2.2.3 Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob 
ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität 
zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen 
Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). 
Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 
S. 429). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbe-
einträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung 
auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49, namentlich Aggravation, Simulation oder ähnliche 
Erscheinungen (vgl. auch BGE 127 V 294 E. 5a S. 299), standhält. Liegt 
auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren 
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-

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gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien "funktionel-
ler Schweregrad" (E. 4.3 S. 298) und "Konsistenz" einteilen lassen (E. 4.4 
S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Aner-
kennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, 
wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten ge-
sundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindi-
katoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der 
Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

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3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin veranlasste zur Klärung des medizini-
schen Sachverhaltes eine polydisziplinäre versicherungsexterne Begutach-
tung der Beschwerdeführerin durch die C.________ AG (nachfolgend: 
MEDAS). Im Gutachten vom 28. Januar 2021 (AB 134.1 [interdisziplinäre 
Gesamtbeurteilung]) diagnostizierten die Dres. med. D.________, Fachärz-
tin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara-
tes, E.________, Praktischer Arzt und Facharzt für Allgemeine Innere Me-
dizin, und med. pract. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-
therapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10: F45.31) und eine Panikstörung (ICD-10: F41.0). 
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Sach-
verständigen ein belastungsabhängiges Zervikalsyndrom ohne radikuläre 
Reizung, ein belastungsabhängiges pseudoradikuläres Lumbalsyndrom 
beidseits bei Fazettengelenksarthrosen von LWK4-SWK1, eine Adipositas 
Grad I (BMI 34.4 kg/m2), Senk-Spreizfüsse beidseits, eine bronchiale 
Hyperreagibilität (DD Asthma bronchiale) bei fortgesetztem Nikotinabusus 
und leichten Bronchiektasen beidseits, eine rezidivierende Urtikaria bei 
unspezifischer Mastzellaktivierung, ein Zustand nach Cholezystektomie am 
22. August 2017, ein Zustand nach Lungenembolie beidseits im September 
2020 (recte: 2017) und einen Verdacht auf funktionelle gastrointestinale 
Beschwerden (AB 134.1/10 Ziff. 4.2).

Aus psychiatrischer Sicht könnten unter Zugrundelegung der diagnosti-
schen Kriterien gemäss ICD-10 eine somatoforme Schmerzstörung und 
eine Panikstörung diagnostiziert werden (AB 134.1/6 f.). Gemäss Mini-ICF 
zeige die Beschwerdeführerin in der Fähigkeit zur Planung und Strukturie-
rung von Aufgaben, der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit und der Mo-
bilitäts- und Verkehrsfähigkeit eine leichte Beeinträchtigung; ansonsten 
bestünden keine Beeinträchtigungen (AB 134.1/10 f. Ziff. 4.3). Es lägen 
Hinweise für eine Beschwerdebetonung hinsichtlich körperlicher Symptome 
vor. Betreffend die psychiatrischen Symptome könnte der angegebene Lei-
densdruck aufgrund des niedrigen Escitalopramspiegels in Frage zu stellen 
sein. Allerdings werde aus gutachterlicher Sicht die Malcompliance in Be-
zug auf die Medikamenteneinnahme eher auf eine mangelnde Krankheits-

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einsicht und ein starres somatisches Krankheitsmodell zurückgeführt 
(AB 134.1/12 f. Ziff. 4.6). 

Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht liessen sich die von der Be-
schwerdeführerin angegebenen Beschwerden anhand der aktuellen klini-
schen und radiologischen Untersuchungsbefunden nur zu einem geringen 
Teil nachvollziehen. Eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
vonseiten des Stütz- und Bewegungsapparates bestehe nicht (AB 134.1/8 
Ziff. 4.1). Aufgrund des belastungsabhängigen pseudoradikulären Zervikal- 
und Lumbalsyndroms beidseits bestünden Einschränkungen der körperli-
chen Belastbarkeit für mittelschwere Tätigkeiten mit Zwangshaltungen der 
Hals- und Lendenwirbelsäule (AB 134.1/10 Ziff. 4.3). Im Rahmen der 
orthopädisch-traumatologischen Untersuchung hätten erhebliche Hinweise 
auf Verdeutlichung seitens der Beschwerdeführerin bestanden, namentlich 
betreffend verschiedene Schmerzangaben, inkonsistent demonstrierte Be-
wegungs- und Funktionseinschränkungen von Extremitäten und der Wir-
belsäule sowie die angegebene und demonstrierte körperliche Kraftlosig-
keit und Inaktivität (AB 134.1/12 Ziff. 4.6). 

Auf dem internistischen Gebiet liege eine bronchiale Hyperreagibilität vor, 
wohl in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Nikotinabusus. Betref-
fend die Lunge bestehe zudem ein spezifischer Antikörpermangel, der sich 
allerdings mittels einer Pneumovax 23-Impfung gut beheben liesse. Bei 
rezidivierenden urtikariellen Beschwerden seien eine Mastozytose ausge-
schlossen und ein hereditäres Angiödem als unwahrscheinlich erachtet 
worden. Es liege daher eine unspezifische Mastzellaktivierung mit rezidi-
vierender Urtikaria vor. Die Ursache der im September 2017 erlittenen 
Lungenembolie sei der postoperative immobilisierte Zustand in Kombinati-
on mit dem Zigarettenrauch gewesen. Aktuell bestehe eine Adipositas Grad 
1. Für eine diabetische Stoffwechselstörung ergäben sich laborchemisch 
keine Anhaltspunkte. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen 
Bauchbeschwerden in Form von morgendlichem Erbrechen, Durchfällen 
und rechtsseitigen Abdominalgien würden als funktionell eingeschätzt 
(AB 134.1/8 f. Ziff. 4.1). Das lebhaft geschilderte Beschwerdeerleben der 
Beschwerdeführerin werde von internistischer Seite als authentisch gewer-
tet; es werde nicht von einer Symptomverdeutlichung oder Aggravation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 9

ausgegangen. Nicht nachzuvollziehen sei derweil der von der Beschwerde-
führerin selbst gezogene Schluss, die aktuellen Beschwerden – ganz vor-
dergründig die Schmerzen am ganzen Körper – hätten ihren Ursprung in 
der Gallenblasen-Operation und der postoperativen Lungenembolie 
(AB 134.1/13 Ziff. 4.6).

In der bisherigen Tätigkeit bestehe, bei einer uneingeschränkten zeitlichen 
Präsenz, aufgrund der ungünstigen Kombination der Panikstörung und der 
somatoformen Schmerzstörung mit sich gegenseitig verstärkender Sym-
ptomatik und bei gleichzeitig fehlender Krankheitseinsicht eine Leistungs-
minderung von 40 %, entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 60 %. Retro-
spektiv habe zwischen Dezember 2016 und August 2017 eine uneinge-
schränkte Arbeitsfähigkeit bestanden; ab dem 20. Juli 2017 sei die Arbeits-
fähigkeit im Rahmen des symptomatischen Steinleidens, der Cholezystek-
tomie und der nachfolgenden Lungenembolie aufgehoben gewesen. 
Spätestens ab dem 17. November 2017 liege eine Arbeitsfähigkeit von 
60 % vor (AB 134.1/13 Ziff. 4.7). In einer leidensangepassten Tätigkeit be-
stehe spätestens ab dem 17. November 2017, bei einem uneingeschränkt 
zumutbaren zeitlichen Pensum, eine Leistungsminderung von 20 %, ent-
sprechend einer Arbeitsfähigkeit von 80 % (AB 134.1/13 f. Ziff. 4.8). Das 
Belastungsprofil umfasse leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 
Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Hals- und Lendenwirbelsäule. Op-
timal adaptiert sei eine gut strukturierte Tätigkeit ohne besonderen Zeit-
druck, mit der Möglichkeit zu verlängerten Pausen und ohne erhöhte An-
forderung an die emotionale Belastbarkeit, mit wenig Kundenkontakt und 
regelmässigen Arbeitszeiten. Die Beschwerdeführerin sollte keinen inhala-
tiven Noxen, Gasen, Dämpfen oder Rauch ausgesetzt sein. Tätigkeiten mit 
extremen Temperaturschwankungen seien nicht zu empfehlen 
(AB 134.1/11 Ziff. 4.5).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-

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schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch täti-
gen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell-
ten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 
E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 16. April 2021 (AB 143) in medizinischer Hinsicht auf das poly-
disziplinäre MEDAS-Gutachten vom 28. Januar 2021 (AB 134.1). Das Gut-
achten erfüllt die vorerwähnten Anforderungen der Rechtsprechung an eine 
beweiskräftige versicherungsmedizinische Expertise (vgl. E. 3.2 hiervor). 
Die darin enthaltenen Ausführungen und Feststellungen beruhen auf ein-
gehenden fachärztlichen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten 
sowie unter Berücksichtigung der geklagten Einschränkungen getroffen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 11

worden. Gestützt darauf haben die Gutachter die medizinischen Zusam-
menhänge einleuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen 
zum Gesundheitszustand sowie zur medizinisch-theoretisch zumutbaren 
Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar und überzeugend dargestellt. Das Gutach-
ten ist im Übrigen in sich widerspruchsfrei und schlüssig. Nichts daran än-
dern die Einwände der Beschwerdeführerin.

3.3.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert vorab, dass im MEDAS-Gutachten 
die verschiedenen somatischen Diagnosen, namentlich auf dem orthopä-
disch-traumatologischen Gebiet, lediglich als solche ohne Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit betreffend die letzte Tätigkeit eingeordnet wurden 
(AB 134.1/10 Ziff. 4.2; Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 2 Ziff. 3). Diesbezüglich 
trifft zwar zu, dass die orthopädisch-traumatologische Sachverständige 
Dr. med. D.________ aufgrund des belastungsabhängigen pseudoradi-
kulären Zervikal- und Lumbalsyndroms beidseits von einer Einschränkung 
der körperlichen Belastbarkeit für mittelschwere Tätigkeiten mit Zwangshal-
tungen der Hals- und Lendenwirbelsäule ausging. Indessen erachtete sie 
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … (vgl. dazu AB 16/7 Ziff. 5) als mit den 
bestehenden körperlichen Einschränkungen vereinbar und attestierte folg-
lich – abgesehen von der Dauer der stationären Behandlung vom 24. bis 
30. April 2018 (vgl. dazu AB 31/8 ff.) – weder für diese noch für andere 
leidensangepasste Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit (AB 134.3/13 f. 
Ziff. 7.1 und 8). In internistischer Hinsicht legte Dr. med. E.________ so-
dann einleuchtend begründet dar, dass die bestehenden internistischen 
Gesundheitsprobleme per se keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
hätten, wobei trotz fehlenden Einschränkungen der bronchialen Hyperrea-
gibilität Rechnung getragen werden sollte (AB 134.5/8 f. Ziff. 7.1). Die gut-
achterliche somatische Diagnostik ist damit insgesamt in sich schlüssig und 
die Einordnung der Diagnosen als solche ohne Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit überzeugend begründet.

3.3.3 Was die Beschwerdeführerin weiter – im Wesentlichen unter Be-
zugnahme auf verschiedene zum Gutachten divergierende Berichte der 
behandelnden Ärzte – gegen das MEDAS-Gutachten vorbringt (vgl. Be-
schwerde S. 6 ff. Ziff. III Art. 2 Ziff. 4 ff.), vermag dessen Beweiskraft nicht 
in Zweifel zu ziehen. Die in der Beschwerde angeführten Arztberichte wa-

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ren den Gutachtern allesamt bekannt (vgl. AB 134.2) und daraus sind keine 
wichtigen – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte zu entnehmen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 
oder ungewürdigt geblieben wären (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 
IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5). Im Einzelnen ist nicht einzusehen und wird nicht 
begründet, weshalb die im Bericht des Spitals G.________ vom 6. April 
2020 (AB 107/1) festgehaltenen Allergien auf Penicillin und das Antide-
pressivum Cymbalta (Wirkstoff Duloxetin) einen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit haben sollten, zumal die konkret verordnete Medikation die betref-
fenden Allergene nicht enthält (vgl. AB 107/2 Ziff. 8, 134.3/5 Ziff. 3.2 bzw. 
134.5/5 Ziff. 3.2, 134.7/1, 142/2). Soweit der behandelnde Psychiater (im 
Eidgenössischen Medizinalberuferegister unter dem Namen H.________ 
aufgeführt [vgl. www.medregom.admin.ch]; insoweit unzutreffend in Be-
schwerdeantwort S. 3 lit. C Ziff. 7), Dr. med. I.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, im vorgenannten Bericht weiter einen Sta-
tus nach Cholezysektomie im August 2017 mit konsekutiver Lungenembo-
lie im September 2017 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
aufführte (vgl. AB 107/2 Ziff. 3 drittes Lemma), fehlt auch diesbezüglich 
eine medizinische Begründung. Dr. med. I.________ bewegte sich dabei 
zudem ausserhalb seiner Fachdisziplin (zum Erfordernis einer entspre-
chenden Fachausbildung bei Gutachtern vgl. etwa Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 14. Dezember 2016, 8C_309/2016, E. 4.3 mit Hinwei-
sen). Hinsichtlich der weiteren somatischen Diagnosen verwies Dr. med. 
I.________ sodann in seinem Bericht vom 5. November 2019 (AB 77/4 
Ziff. 2.5) auf den Austrittsbericht des Spitals G.________ vom 14. Januar 
2019 (AB 49), wobei diesem Bericht keine näheren Angaben zur Arbeits-
fähigkeit zu entnehmen sind. Anders als von der Beschwerdeführerin ver-
treten (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. III Art. 2 Ziff. 4), sind auch dem Bericht 
des Spitals G.________ vom 5. März 2018 (AB 31/16-18) keine näheren 
Angaben zur Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Die von der Hausärztin, 
Dr. med. J.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Prakti-
sche Ärztin, im Verlaufsbericht vom 9. September 2019 (AB 66/1-5) – bei 
fachfremden psychiatrischen Diagnosen (vgl. AB 66/2 Ziff. 3) und im We-
sentlichen gestützt auf die unkritisch übernommenen subjektiven Be-
schwerdeangaben (vgl. BGE 140 V 290 E. 3.3.1 S. 296) – aufgrund diffuser 
brennender Ganzkörperschmerzen attestierte vollständige Arbeitsunfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 13

keit wurde von ihr weder weiter begründet noch anhand objektiver Befunde 
nachvollziehbar plausibilisiert (vgl. AB 66/3 Ziff. 6). Schliesslich kann die 
Beschwerdeführerin auch aus dem kardiologischen Bericht des Spitals 
G.________ vom 24. Februar 2020 (AB 101) nichts zu ihren Gunsten ablei-
ten, da im besagten Bericht bei einem aus kardialer Sicht beschwerdefreien 
Zustand keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beschrieben wurde 
(AB 101/2 Ziff. 1.3 und 2.3). Die ohne entsprechende Herleitung bzw. Be-
gründung erfolgte Zuordnung der diagnostizierten chronischen Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Anteilen zu den Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit durch Ärzte ohne entsprechende be-
sondere fachärztlichen Ausbildung kann nicht nachvollzogen werden.

3.3.4 Da dem Voranstehenden zufolge die verschiedenen somatischen 
Berichte weder aufgrund der Befundlage noch hinsichtlich die medizinisch-
theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit geeignet sind, konkrete Zweifel an 
den somatischen Teilgutachten respektive der interdisziplinären Konsens-
beurteilung zu wecken, ist folglich auch nicht zu beanstanden (vgl. Be-
schwerde S. 7 Ziff. III Art. 2 Ziff. 5), dass die Sachverständigen im Rahmen 
des ihnen zustehenden Ermessens (vgl. Entscheid des BGer vom 10. Juni 
2020, 9C_256/2020, E. 3.2.2) auf eine vertiefte Auseinandersetzung mit 
ebenjenen Berichten verzichteten. Daran vermag insbesondere auch der 
nachgereichte Bericht des Spitals G.________ vom 25. März 2021 
(AB 142/2 f.) nichts zu ändern, zumal diesem Bericht keine objektive Ver-
änderung des somatischen Gesundheitszustandes zu entnehmen ist. Die 
darin von Dr. med. I.________ beschriebene Verschlechterung des psychi-
schen Gesundheitszustandes ist nicht durch entsprechende objektive Be-
funde unterlegt. Eine allfällige reaktive Verschlechterung des psychischen 
Gesundheitszustandes im Nachgang zu negativen Behörden- bzw. Ren-
tenentscheiden vermag zudem keine invalidisierende Beeinträchtigung zu 
begründen, ansonsten der gesetzliche Invaliditätsbegriff seine Konturen 
verlöre (vgl. Entscheid des BGer vom 16. Mai 2013, 9C_799/2012, E. 2.5 
mit Hinweis auf BGE 127 V 294).

3.3.5 Soweit die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem psych-
iatrischen Teilgutachten kritisiert, dass sich med. pract. F.________ auf die 
Beschreibung und Beurteilung des psychiatrischen Sachverhaltes be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 14

schränkte (vgl. Beschwerde S. 6 Art. 2 Ziff. 5), kann ihr nicht gefolgt wer-
den. Die medizinischen Sachverständigen dürfen und sollen sich 
grundsätzlich auf ihre jeweilige medizinische Fachdisziplin fokussieren, 
während die gesamthafte Erfassung aller relevanten gesundheitlichen Be-
einträchtigungen und die sich daraus ergebenden Teileinschränkungen 
anlässlich einer Konsensdiskussion der an der Begutachtung mitwirkenden 
Fachärzte gerade den Zweck interdisziplinärer Gutachten darstellt (BGE 
143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; 137 V 210 E. 1.2.4 S. 224). Das Vorgehen der 
psychiatrischen Sachverständigen ist demnach nicht zu beanstanden. Da 
vorliegend die somatischen Diagnosen zudem für sich alleine die Arbeits-
fähigkeit weder in der zuletzt ausgeübten noch in einer angepassten Tätig-
keit einschränken (vgl. E. 3.3.3 hiervor), leuchtet ein, dass keine über die 
psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit hinausgehende Einschränkung 
attestiert wurde. Allfällige unter verschiedenen medizinischen Titeln aus-
gewiesene Teilarbeitsfähigkeiten liessen sich zudem nicht unbesehen ad-
dieren (SVR 2020 IV Nr. 22 S. 76 E. 4.1). Schliesslich nahm med. pract. 
F.________ selbst zur Frage der Komorbidität der verschiedenen psychia-
trischen Gesundheitsschäden hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
Stellung (vgl. AB 134.4/12 Ziff. 8). 

3.3.6 Es ist weiter nicht ersichtlich, dass den Gutachtern "bereits auf der 
Befundebene und in der Anamnese diverse Fehler" unterlaufen wären (vgl. 
Beschwerde S. 7 Ziff. III Art. 2 Ziff. 6). So ist nicht von Belang, ob der 
Zweck der Reise nach ... im Jahr 2018 Ferien oder ein Zahnarztbesuch war 
(vgl. AB 134.1/11 Ziff. 4.6, 134.4/4 Ziff. 3.2, 140/4 Ziff. 7). Vielmehr ent-
scheidend ist die zutreffende gutachterliche Schlussfolgerung, dass der 
Beschwerdeführerin trotz der geltend gemachten gesundheitlichen Ein-
schränkungen eine Flugreise möglich war. Unter diesen Umständen über-
zeugt die im psychiatrischen Teilgutachten beschriebene, lediglich leichte 
Beeinträchtigung der Mobilitäts- und Verkehrsfähigkeit (AB 134.4/12 
Ziff. 7.4 Nr. 12). Anders als in der Beschwerde (S. 11 Ziff. III Art. 3 Ziff. 4) 
dargestellt, wurde im MEDAS-Gutachten zudem nicht behauptet, die Be-
schwerdeführerin würde ihren Haushalt alleine führen, sondern es wurde 
im Rahmen der Konsistenzprüfung lediglich festgehalten, dass sie körper-
lich unter anderem dazu in der Lage wäre, ihren Haushalt mit zu versorgen 
(AB 134.1/11 f. Ziff. 4.6). Entsprechend resultierte in der Haushaltsführung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 15

aus interdisziplinärer Sicht im Rahmen des medizinischen Zumutbar-
keitsprofils keine massgebende Einschränkung der Beschwerdeführerin in 
der Haushaltsführung, wenn auch eine abschliessende Beurteilung man-
gels Kenntnisse der tatsächlichen Haushaltsverhältnisse nicht möglich war 
(AB 134.1/14 f. Ziff. 4.10). Immerhin war den Gutachtern aber bekannt, 
dass die Beschwerdeführerin Unterstützung durch ihren Ehemann und eine 
Freundin erfährt (vgl. AB 134.3/4 Ziff. 3.2, 134.4/4 Ziff. 3.2, 134.5/4 
Ziff. 3.2). Eine weitergehende Abklärung war unter diesen Umständen für 
den vorliegend zu beurteilenden Fall nicht erforderlich, wird die Beschwer-
deführerin doch unbestrittenermassen als voll Erwerbstätige qualifiziert.

Im MEDAS-Gutachten wurde weiter festgehalten, dass die Beschwerdefüh-
rerin – diskrepant zu den angegebenen Schmerzen im Bereich des Stütz- 
und Bewegungsapparates – seit Mai 2018 keine entsprechende Behand-
lung in Anspruch nehme (AB 134.1/12 Ziff. 4.6, 134.3/12 Ziff. 7.2 f.). In 
psychiatrischer Hinsicht wurde zudem auf eine Malcompliance in Bezug auf 
die Medikamenteneinnahme hingewiesen und eine Fortführung der ambu-
lanten psychosomatischen Behandlung dringend empfohlen (AB 134.1/13 f. 
Ziff. 4.6 und 4.10). Diese gutachterlichen Überlegungen zu den bisherigen 
therapeutischen Bemühungen stellen keine aktenwidrigen Behauptungen, 
sondern vielmehr eine Würdigung der zurückliegenden Therapiebemühun-
gen dar. Soweit schliesslich die fehlende Einholung von Drittauskünften, 
insbesondere von den behandelnden Ärzten, beanstandet wird (vgl. Be-
schwerde S. 7 Ziff. III Art. 2 Ziff. 6), gilt es zu beachten, dass sich die Gut-
achter auf eine medizinische Dokumentation stützen konnten (vgl. 
AB 134.2). Ob hierzu zusätzlich fremdanamnestische Auskünfte einzuholen 
waren, war dem fachärztlichen Ermessen der Gutachter anheimgestellt 
(Entscheid des BGer vom 27. Juni 2018, 8C_115/2018, 8C_129/2018, 
E. 6.2.2). Der Verzicht darauf gibt daher zu keinen Weiterungen Anlass.

3.3.7 Die in der Konsensbeurteilung beschriebene, der auf dem Fachge-
biet der Psychiatrie entsprechende (vgl. AB 134.1/14 Ziff. 4.9), unterschied-
liche Beurteilung der Leistungseinschränkungen in der angestammten ei-
nerseits und einer adaptierten Tätigkeit andererseits (AB 134.1/13 f. 
Ziff. 4.7 bzw. AB 134.4/12 Ziff. 7.4) wurde – entgegen der von der Be-
schwerdeführerin vertretenen Ansicht (Beschwerde S. 8 Ziff. III Art. 2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 16

Ziff. 8) – sehr wohl begründet. So ergibt sich gemäss med. pract. 
F.________ die 40%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit in der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit als … aufgrund einer Reduktion der psychomentalen 
Belastbarkeit und des Zeitdrucks, während in einer optimal adaptierten, gut 
strukturierten Tätigkeit ohne besonderen Zeitdruck, mit der Möglichkeit zu 
verlängerten Pausen, ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Be-
lastbarkeit, mit wenig Kundenkontakt und regelmässigen Arbeitszeiten le-
diglich eine Einschränkung von 20 % besteht (vgl. AB 134.4/S. 11 f. 
Ziff. 7.4). Diese psychiatrisch-gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit folgte einer einlässlichen Diskussion der psychiatrischen Vorakten (vgl. 
AB 134.4/134.4/8 ff. Ziff. 7.3). Die gestützt auf denselben psychiatrischen 
Sachverhalt (siehe zudem E. 3.3.3 hiervor) von den behandelnden Ärzten 
attestierte, von der gutachterlichen Einschätzung abweichende Arbeits-
fähigkeit ist unter diesen Umständen rechtsprechungsgemäss nicht geeig-
net, konkrete Zweifel am psychiatrischen Teilgutachten zu wecken (vgl. 
E. 3.2 hiervor). Es gilt denn auch bei der Beweiswürdigung zu beachten, 
dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet der begutachtenden Psychiaterin 
daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen ver-
schiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig 
und zu respektieren sind, sofern die Expertin – wie vorliegend der Fall – 
lege artis vorgegangen ist (statt vieler: Entscheid des BGer vom 8. Januar 
2021, 8C_720/2020, E. 4.2 mit Hinweisen).

3.4 Dem Voranstehenden zufolge bilden das MEDAS-Gutachten vom 
28. Januar 2021 (AB 134.1) bzw. die entsprechenden fachspezifischen 
Teilgutachten (AB 134.3-134.5) für den anspruchsrelevanten medizinischen 
Sachverhalt eine zuverlässige Grundlage, weshalb auf die gutachterlichen 
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit abzustellen ist. Der medizinische 
Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als hinreichend abgeklärt, 
weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet werden kann (antizipierte Be-
weiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Die Beschwerdeführe-
rin war somit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … ab dem 20. Juli 
2017 vollständig respektive ab dem 17. November 2017 zu 40 % arbeitsun-
fähig. In einer optimal angepassten Tätigkeit besteht spätestens seit dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 17

17. November 2017 bei einer vollschichtig zumutbaren Präsenz eine Ver-
minderung der Leistungsfähigkeit von 20 %, entsprechend einer Arbeits-
fähigkeit von 20 % (AB 134.1/13 f. Ziff. 4.7 f.). 

Angesichts der aus psychiatrischer Sicht ausgewiesenen hohen Arbeits-
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (vgl. AB 134.4/12 bzw. 134.1/13 
Ziff. 4.8) erübrigt sich vorliegend die Durchführung eines strukturierten Be-
weisverfahrens nach Massgabe von BGE 141 V 281 und 143 V 209 (vgl. 
BGE 145 V 361 E. 4.3 S. 369; Entscheid des BGer vom 6. November 2018, 
8C_445/2018, E. 5.5; E. 2.2.3 hiervor). Denn selbst unter der Annahme, 
dass aus rechtlicher Sicht ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter 
Gesundheitsschaden mit Krankheitswert bestände und auf die medizinisch 
attestierte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepassten Tätigkeit abzu-
stellen wäre, würde kein rentenbegründender IV-Grad resultieren (vgl. E. 4 
hernach). Insoweit ist auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum 
strukturierten Beweisverfahren (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. III Art. 3) vorlie-
gend nicht weiter einzugehen. Immerhin ist in diesem Zusammenhang dar-
auf hinzuweisen, dass allfällige invaliditätsfremde psychosoziale Belas-
tungsfaktoren (vgl. dazu BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 
S. 189 E. 3.2), wie etwa die Abgabe des Hundes, der negative IV-
Vorbescheid, Eheprobleme und der Ablauf der Aufenthaltsbewilligung (vgl. 
AB 140/4 Ziff. 7, 142/2, 143/3; Beschwerdeantwort S. 2 lit. C Ziff. 4 erstes 
Lemma), nicht vorab und losgelöst von der Indikatorenprüfung, sondern in 
deren Rahmen im Gesamtkontext zu würdigen wären (Entscheid des BGer 
vom 3. März 2021, 8C_407/2020, E. 4.1). 

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Ausgehend von der Anmeldung zum Leistungsbezug 
im Dezember 2017 (vgl. AB 2/7) und unter Berücksichtigung der Karenzfrist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 18

gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG fällt der frühestmögliche Rentenbeginn auf Juni 
2018. Da in diesem Zeitpunkt gemäss dem im Gutachten beschriebenen 
retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit (vgl. dazu AB 134.1/13 Ziff. 4.7) 
auch das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; siehe zu den verschiedenen 
Funktionen dieser Fristen: BGE 142 V 547 E. 3.2 S. 550 f.) erfüllt war, ist 
der Einkommensvergleich unbestrittenermassen auf diesen Zeitpunkt hin 
durchzuführen (vgl. auch Beschwerde S. 14 Ziff. III Art. 4; Beschwerdeant-
wort S. 3 lit. C Ziff. 4 letztes Lemma).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 
E. 5.1.3). Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die 
im Zeitpunkt des angefochtenen Verwaltungsaktes aktuellsten statistischen 
Daten zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 27. November 2019, 8C_64/2019, E. 6.2.1). Da den Tabellenlöhnen 
generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, ist eine 
Umrechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenarbeitszeit 
erforderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 19

zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

4.3

4.3.1 Die Beschwerdeführerin arbeitete seit August 2016 für die 
K.________ AG vollschichtig im Stundenlohn als … (AB 15.3/35-38, 16, 
21/1). Es ist überwiegend wahrscheinlich, dass dieses Arbeitsverhältnis, 
welches krankheitsbedingt per Ende Januar 2018 aufgelöst wurde 
(AB 15.3/1), im Validitätsfall weitergeführt worden wäre. Mit Blick auf die 
Angaben der vormaligen Arbeitgeberin (AB 16/4 Ziff. 2.11) hätte die Be-
schwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden im Jahr 2018 einen Jahres-
lohn von Fr. 46'150.-- (Fr. 3'550.-- x 13) erzielt. Da dieser Lohn auf dem 
allgemeinverbindlichen GAV für die …branche in der Deutschschweiz ba-
siert (vgl. BBl 2011 2427, 2018 6747; AB 15.3/35-38), entfällt eine Paralleli-
sierung wegen Unterdurchschnittlichkeit (vgl. dazu BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 
3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.2) von vornher-
ein (vgl. SVR 2017 UV Nr. 32 S. 105). Im Übrigen resultierte – wie die Be-
schwerdegegnerin zu Recht vorbringt (vgl. Beschwerdeantwort S. 3 lit. C 
Ziff. 4 letztes Lemma) – selbst dann kein rentenbegründender Invaliditäts-
grad, wenn auf den lohnstatistischen Totalwert der allgemeinen Lohntabelle 
von Fr. 4'371.-- (vgl. BfS, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirt-
schaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
Schweiz 2018, TA1_tirage_skill_level, Total, Kompetenzniveau 1, Frauen) 
abgestellt würde (vgl. E. 4.4 hiernach).

4.3.2 Für das Invalideneinkommen ist angesichts der nicht verwerteten 
medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit auf die LSE-Tabellenlöhne 
abzustellen (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Ausgehend vom gutachterlichen Zumut-
barkeitsprofil (vgl. AB 134.1/11 Ziff. 4.5) ist dabei auf den praxisgemäss 
anwendbaren Totalwert der allgemeinen LSE-Tabelle TA1 für Frauen (vgl. 
Entscheide des BGer vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1, und vom 
4. April 2018, 8C_684/2017, E. 5.3) im Kompetenzniveau 1 abzustellen, 
entsprechend monatlich Fr. 4'371.-- (BfS, LSE 2018, Monatlicher Bruttolohn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 20

[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, 
privater Sektor, TA1_tirage_skill_level, Kompetenzniveau 1, Frauen, Total). 
Daraus ergibt sich ein Jahresbruttolohn von Fr. 43'745.-- (Fr. 4'371.-- x 12 
Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.7 Wochenarbeitsstunden [BfS, 
betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, 2018] ./. 
20 % Leistungseinschränkung). Ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. E. 4.2.2 
hiervor) ist vorliegend angesichts des offen formulierten Zumutbarkeitspro-
fils (vgl. AB 134.1/11 Ziff. 4.5) und der vollschichtig umsetzbaren Teil-
arbeitsfähigkeit (vgl. Entscheid des BGer vom 12. Februar 2019, 
8C_190/2019, E. 4) nicht angezeigt. Weitere Umstände, die einen Abzug 
zu rechtfertigen vermöchten, sind nicht ersichtlich. So wäre aufgrund einer 
allfällig erforderlichen verstärkten Rücksichtnahme vonseiten Vorgesetzter 
und Arbeitskollegen kein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt (Entscheid 
des BGer vom 11. April 2019, 9C_233/2018, E. 3.1). Auch unter dem Titel 
Alter oder Dienstjahre ist kein Abzug zuzulassen. Soweit das Validenein-
kommen zu Gunsten der Beschwerdeführerin ebenfalls statistisch erhoben 
würde (vgl. E. 4.3.1 hiervor), wären diese invaliditätsfremden Gesichts-
punkte ohnehin bei beiden Vergleichseinkommen gleichermassen zu 
berücksichtigen und damit von vornherein nicht massgebend (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 

4.4 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert ein 
abgerundeter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und rentenaus-
schliessender (vgl. E. 2.3 hiervor) Invaliditätsgrad von 5 % ([Fr. 46'150.-- ./. 
Fr. 43'745.--] / Fr. 46'150.-- x 100). Selbst im für die Beschwerdeführerin 
günstigsten Fall änderte sich im Ergebnis nichts: Würde für beide Ver-
gleichseinkommen auf denselben Tabellenlohn abgestellt, entspräche der 
Grad der attestierten Arbeitsunfähigkeit dem Invaliditätsgrad (vgl. dazu 
SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2; Entscheid des BGer vom 19. Juni 2017, 
8C_148/2017, E. 4), mithin ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 20 % (vgl. 
AB 134.1/13 Ziff. 4.8; E. 3.4 hiervor). Die Abweisung des Rentengesuchs 
erfolgte demnach im Ergebnis zu Recht. Die Beschwerde ist abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 21

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Bewilligung der unentgeltli-
chen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als 
amtlicher Anwalt (Beschwerde S. 14 f. Ziff. III Art. 5 Ziff. 1).

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

5.3 Die prozessuale Bedürftigkeit ist aufgrund der gemachten Angaben 
sowie der eingereichten Unterlagen erstellt. Namentlich geht daraus hervor, 
dass die Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
keine Kostendeckung ihrer (Patienten-)Rechtsschutzversicherungen erhält 
(vgl. Eingabe der Beschwerdeführerin vom 28. Juni 2021; Beschwerdebei-
lage [BB] 5 ff.) und gemäss Bestätigung des Sozialdienstes L.________ 
vom 23. April 2021 (BB 3, siehe auch BB 4) seit dem 1. Oktober 2019 von 
der Sozialhilfe unterstützt wird. Die Beschwerde ist sodann nicht als von 
vornherein aussichtslos zu qualifizieren und für das Verfahren erscheint der 
Beizug einer anwaltlichen Vertretung angezeigt. Demnach ist antrags-
gemäss für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege un-
ter Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt zu be-
willigen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 22

sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege 
(vgl. E. 5.3 hiervor) wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) 
– jedoch von der Zahlungspflicht befreit (Art. 113 VRPG).

6.2 Ausgangsgemäss besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

6.3 Festzusetzen bleibt indes das amtliche Honorar für Rechtsanwalt 
B.________.

6.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

6.3.2 Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 28. Juni 2021, 
in welcher er einen Arbeitsaufwand von 9.2 Stunden à Fr. 250.-- (total 
Fr. 2'300.--) geltend macht, ist nicht zu beanstanden. Somit ist der tarif-
mässige Parteikostenersatz auf Fr. 2'538.40 (inkl. Auslagen von Fr. 56.90 
und Mehrwertsteuer von Fr. 181.50) festzulegen. Entsprechend ist das 
amtliche Honorar auf Fr. 2'042.95 (Fr. 1'840.-- [9.2 Stunden à Fr. 200.--] 
zuzüglich Auslagen von Fr. 56.90 und Mehrwertsteuer von Fr. 146.05 
[7.7% von Fr. 1'896.90]) festzusetzen und Rechtsanwalt B.________ aus 
der Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht 
der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'538.40 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'042.95 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Aug. 2021, IV/21/346, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.