# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1077a46c-7d6d-5784-a7bf-707ea1554836
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 11.06.2018 BK 2018 216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-216_2018-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 18 216

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 11. Juni 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Stucki
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern
v.d. Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft 
Oberland, Scheibenstrasse 11, 3600 Thun

Gegenstand Haftentlassungsgesuch / Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, evtl. 
Schändung

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Oberland vom 16. Mai 2018 (ARR 18 45)

2

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt 
gegen A.________ ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, 
evtl. Schändung. A.________ befindet sich seit dem 26. November 2017 in Unter-
suchungshaft. Am 16. Mai 2018 wies das Kantonale Zwangsmassnahmengericht 
(nachfolgend: Zwangsmassnahmengericht) das von ihm am 26. April 2018 einge-
reichte Haftentlassungsgesuch ab. Gleichzeitig verlängerte es die Untersuchungs-
haft gemäss Antrag der Staatsanwaltschaft um weitere drei Monate, d.h. bis am 
25. August 2018. Dagegen erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________, am 25. Mai 2018 Beschwer-
de, mit dem Antrag, dass der angefochtene Entscheid aufzuheben und er unver-
züglich aus der Haft zu entlassen sei. Das Zwangsmassnahmengericht verzichtete 
am 29. Mai 2018 auf das Einreichen einer Stellungnahme und verwies auf die Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid. Am 1. Juni 2018 schloss die von der Ge-
neralstaatsanwaltschaft mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufga-
ben im Beschwerdeverfahren betraute Staatsanwältin C.________ auf kostenfällige 
Abweisung der Beschwerde. Die Stellungnahme ging am 5. Juni 2018 zusammen 
mit den amtlichen Akten bei der Beschwerdekammer ein. Mit Verfügung vom 5. Ju-
ni 2018 wurde dem Beschwerdeführer die entsprechende Stellungnahme zuge-
stellt.

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO; SR 312) können Entscheide über die Anordnung, Verlängerung 
und Aufhebung der Untersuchungshaft durch die verhaftete Person mit Beschwer-
de angefochten werden. Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen des 
Obergerichts des Kantons Bern (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). 
Der Beschwerdeführer ist durch die Abweisung seines Haftentlassungsgesuchs 
und die Verlängerung der Haft unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interes-
sen betroffen und zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 222 und 382 Abs. 1 
StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig ist (nachfolgend E. 4) und besondere 
Haftgründe (E. 5 und 6 hiernach) vorliegen. Unbestritten ist, dass die der Strafun-
tersuchung zugrunde liegenden Tatbestände – unter Vorbehalt der weiteren Vor-
aussetzungen – die Anordnung bzw. Verlängerung von Untersuchungshaft recht-
fertigen.

4.

4.1 Dem Beschwerdeführer wird zusammengefasst vorgeworfen, D.________ (nach-
folgend: Privatklägerin) am 26. November 2017 frühmorgens (ca. 06:30 Uhr) in ver-
letztem Zustand zu sich nach Hause gebracht, nackt ausgezogen und gegen deren 
Willen sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen zu haben.

3

Der Beschwerdeführer bestreitet den dringenden Tatverdacht nicht explizit, macht 
aber geltend, dass aufgrund erheblicher Widersprüche in den Aussagen der Privat-
klägerin und mit Blick auf die objektiven Beweismittel (Aufzeichnung Überwa-
chungskamera, IRM-Gutachten betreffend Beckenfraktur der Privatklägerin, Aus-
wertung des Mobiltelefons des Beschwerdeführers) erhebliche Zweifel an den ihm 
gegenüber erhobenen Vorwürfen bestünden.

4.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung genügt im Haftprüfungsverfahren zur 
Begründung des dringenden Tatverdachts der Nachweis von konkreten Ver-
dachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrschein-
lichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen könnte. Eine erschöpfende 
Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweisergebnisse ist nicht er-
forderlich. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat das Haftgericht weder ein 
eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem erkennenden Strafgericht 
vorzugreifen. Es reicht aus, wenn die Strafverfolgungsbehörden mit vertretbaren 
Gründen dessen Bestehen bejahen durften (BGE 143 IV 330 E. 2.1 und 137 IV 122 
E. 3.2, je mit Hinweisen).

4.3 Aktenkundig wurde die Privatklägerin am Mittag des 26. November 2017 mit diver-
sen Verletzungen ins Spital E.________ eingeliefert (multiple Abschürfungen, Prel-
lungen, Kniekontusion sowie Beckenringfraktur, die operiert werden musste). Das 
Spital kontaktierte die Polizei, worauf die Privatklägerin vom Institut für Rechtsme-
dizin (IRM) und dem Kriminaltechnischen Dienst (KTD) der Kantonspolizei Bern un-
tersucht wurde. 

Gemäss Ausführungen der Privatklägerin (Einvernahme vom 12. Dezember 2017 
sowie Einvernahme vom 24. Mai 2018) sei sie nach dem Ausgang allein auf den 
Heimweg gewesen. Auf dem F.________-Weg in E.________ habe der Beschwer-
deführer mit ihr Kontakt aufgenommen (Bereich G.________), sie in Englisch an-
gesprochen, an einer Dose gerochen und an ihrem linken Arm gezogen. Als sie ihn 
abgewiesen habe, habe er mit seinen Füssen in ihre Hüfte gekickt, worauf sie auf 
den Rücken und Ellbogen gefallen sei. Sie habe danach nicht mehr aufstehen kön-
nen und habe Schmerzen gehabt. Der Beckenbruch, den sie sich zugezogen habe, 
stamme von diesem Fusstritt. Er habe sie hochgezogen und ihren Arm um seine 
Schulter gelegt. Sie habe fast nicht laufen können und ihre Schuhe am Boden 
nachgezogen, so dass diese kaputt gegangen seien. Sie sei davon ausgegangen, 
er werde ihr helfen, und nicht, dass er sie nach Hause nehmen und ihr wehtun 
würde. Sie erinnere sich nicht, was sich auf dem Weg zu dessen Wohnung abge-
spielt habe. In der Wohnung habe der Beschwerdeführer sie auf das erste von zwei 
Betten geworfen und ihr die zuvor erwähnte Dose entgegengestreckt. Sie habe 
wieder «nein» gesagt. Er habe sie dann auch am Hals gepackt. Danach erinnere 
sie sich nicht mehr. Als sie wieder aufgewacht sei, habe er ihr die Kleider ausgezo-
gen. Sie habe sehr grosse Schmerzen gehabt und habe nur die Arme bewegen 
können. Sie sei wiederholt geschlagen worden, er habe sie angeschrien und sie 
vergewaltigt. Sie habe Druck auf ihre Beine ausgeübt, damit er nicht habe eindrin-
gen können, was er auch nicht gekonnt, aber trotzdem versucht habe. Sie habe um 
Hilfe geschrien, sie habe versucht, zum Fenster und zur Tür zu gelangen, was aber 

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nicht möglich gewesen sei. Er habe ausserdem seinen Penis in ihren Mund ge-
steckt und schliesslich auf ihrem Körper ejakuliert. Einmal sei er auf der Toilette 
gewesen und als er rausgekommen sei, habe er eine Schublade geöffnet, ein Mes-
ser rausgeholt und ihr an den Hals gehalten. Sie habe gedacht, sie würde sterben. 
Dann habe er das Messer weggeworfen, sich auf das zweite Bett gesetzt und mit 
einer Frau telefoniert. Sie habe zusammengekauert auf dem Bett gelegen und ha-
be geweint. Als er telefoniert habe, habe er seinen Penis hervorgenommen, an ih-
ren Mund geführt und mit seinem Handy ein Foto davon gemacht oder es der Frau 
gezeigt. Nach dem Telefonat habe er ihr gesagt, sie solle aufstehen, habe ihr die 
Kleider zugeworfen, sei zur Türe gegangen, habe diese geöffnet und ihr gesagt, sie 
solle gehen. Da sie nicht in der Lage gewesen sei zu gehen, habe er sie über die 
Schulter gelegt, sie nach unten getragen und dann vor der Türe liegen gelassen. 

Der Beschwerdeführer räumte anlässlich seinen Einvernahmen vom 27. November 
2017 und 24. Mai 2018 ein, mit der verletzten Privatklägerin in seine Wohnung ge-
gangen zu sein. Ihre Hose habe er ihr ausgezogen, weil diese schmutzig gewesen 
sei und er sie habe waschen wollen. Er habe ihr den schmerzhaften – vermu-
tungsweise verletzten – Rücken (oberhalb des Gesässes) mit Vicks eingerieben. 
Es habe ihn erregt. Der Beschwerdeführer gibt ferner zu, sie geküsst und berührt 
zu haben. Er habe auch mit ihr schlafen wollen. Er habe versucht, seinen Penis in 
ihre Vagina einzuführen, aber sie habe sich gewehrt, worauf er es gelassen habe. 
Der Beschwerdeführer gab an, dass er sich bis zum Samenerguss befriedigt habe. 
Die Privatklägerin sei rund 1 bis 2 Stunden bei ihm gewesen, er erinnere sich nicht 
mehr. Beim Verlassen der Wohnung habe er sie wieder stützen bzw. tragen müs-
sen. Er habe ein Taxi gerufen. Mitarbeiter des Hotels Royal seien dazugekommen. 
Diese hätten vermutlich auch ein Taxi gerufen, jedenfalls seien am Schluss zwei 
Taxis gekommen. 

Bestritten wird vom Beschwerdeführer indessen, dass er der Privatklägerin die 
schwere Verletzung zugefügt haben soll. Hinsichtlich des Zusammentreffens und 
ihrer Verletzung führte er aus, er sei am 26. November 2017 frühmorgens (ca. 
06:30 Uhr) zum H.________ (Geschäft) gegangen, um dort eine Telefonkarte zu 
kaufen. Auf dem Weg habe er eine Frau nach Hilfe schreien hören, worauf er zu ihr 
gegangen sei und ihr habe helfen wollen. Unter anderem habe er ihr im 
H.________ (Geschäft) einen Kaffee geholt. Sie sei kaum ansprechbar gewesen 
und habe grosse Schmerzen gehabt. Er habe ihr dann gesagt, er wohne nicht weit 
entfernt, sie könne zu ihm kommen und dort die nassen Kleider ausziehen und 
wechseln. Da sie nicht habe gehen können, habe er sie gestützt bzw. über die 
Schulter getragen.

4.4 Im Gutachten des IRM vom 3. Mai 2018 wird hinsichtlich der Beckenfraktur 
ausgeführt, dass der von der Privatklägerin angegebene Fußtritt nicht geeignet sei, 
eine derartige Verletzung hervorzurufen. Zudem liege der anzunehmende 
Einwirkungspunkt im Bereich des linksseitigen Schamhügels. Die 
Beckenverletzung liesse sich aus rechtsmedizinischer Sicht durch erhebliche 
stumpfe Gewalteinwirkung wie bei einem Sturz aus der Höhe, einer Kollision mit 
einem Fahrzeug oder ähnlich dynamischen Vorgängen erklären. Den 

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Auswertungsergebnissen der Überwachungskameras lässt sich entnehmen, dass 
die Privatklägerin am 26. November 2017 um 05:11:49 Uhr von der Kamera 
I.________ aufgezeichnet worden ist. Sie ging (alleine) auf dem linken Trottoir in 
Richtung Bahnhof J.________, hatte einen leicht schwankenden Gang, wirkte 
desorientiert und tastete sich dem Schaufenster entlang. Ihre Hose war im linken 
Kniebereich zerrissen. Um 05:22:27 Uhr wird sie von der Kamera K.________ 
erfasst. Sie bog links in den Durchgang L.________-Park ein und war dann nicht 
mehr auf der Aufnahme ersichtlich. Der Beschwerdeführer wurde um 06:32:35 Uhr 
von der gleichen Kamera erfasst. Er ging (aus seiner Sicht) auf dem rechten 
Trottoir vom Bahnhof J.________ her in Richtung Bahnhof M.________. Er war 
ebenfalls alleine unterwegs und ging am Durchgang vom L.________-Park vorbei. 
Dabei verzögerte er seinen Gang, drehte sich unvermittelt nach rechts um und 
begab sich in Richtung Durchgang L.________-Park und war auf der Aufnahme 
nicht mehr ersichtlich. Später (zwischen 07:05 und 07:13 Uhr) ist auf den diversen 
Aufnahmen erkennbar, dass der Beschwerdeführer in den H.________ (Geschäft) 
geht und u.a. einen Kaffee bezieht (zum Ganzen Berichtsrapport der 
Kantonspolizei vom 19. Dezember 2017). N.________, welcher die Privatklägerin 
und den Beschwerdeführer etwas nach 06:30 Uhr im Bereich L.________ gesehen 
hat, bestätigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. November 2017, 
dass der Beschwerdeführer mit einem Kaffeebecher hinzugekommen sei. Die 
Privatklägerin habe aus dem Becher getrunken und zum Beschwerdeführer gesagt, 
er solle sie mitnehmen (Einvernahme von N.________ vom 26. November 
2017).Vor diesem Hintergrund bestehen tatsächlich Zweifel an den Ausführungen 
der Privatklägerin, wie und wo der Kontakt mit dem Beschwerdeführer sowie der 
Beckenbruch entstanden sind (nachfolgend als Phase 1 bezeichnet). 

Aus diesem Umstand kann nun aber nicht auf Unglaubhaftigkeit der 
privatklägerischen Aussagen, insbesondere derjenigen betreffend das Geschehen 
in der Wohnung des Beschwerdeführers (Phase 2), geschlossen werden. Aus dem 
Protokoll der Einvernahme der Privatklägerin vom 12. Dezember 2017 geht hervor, 
dass sie Schwierigkeiten hatte, sich an Phase 1 zu erinnern. Demgegenüber 
schilderte sie das in der Wohnung Erlebte detailliert (so auch anlässlich ihrer 
Einvernahme vom 24. Mai 2018). Ihre Aussagen decken sich mit der DNA-
Spurenauswertung, wonach der Beschwerdeführer anteilsmässiger 
Spurenverursacher von den bei der Privatklägerin an Cervix, Scheidenwand, 
Scheideneingang und Gesässspalte sichergestellten Spuren sei (Bericht des KTD 
vom 8. Mai 2018). Bezüglich Phase 2 können ihre Aussagen somit als glaubhaft 
bezeichnet werden.

Gestützt darauf und unter Berücksichtigung der beschwerdeführerischen 
Aussagen, wonach er wiederholt sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin 
beabsichtigt und vorgenommen habe, obschon die Privatklägerin dies abgelehnt 
und sich dagegen gewehrt habe, kann der dringende Tatverdacht der 
Vergewaltigung, sexuellen Nötigung, evtl. Schändung nicht ernsthaft in Zweifel 
gezogen werden; dies ungeachtet der Tatsache, dass die Entstehung des 
Beckenbruchs weiterhin unklar ist. Weder das Gutachten des IRM vom 3. Mai 2018 

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noch die Ergebnisse der Telefonauswertung schwächen den dringenden 
Tatverdacht ab. Zwar besteht ein Foto, auf welchem die Privatklägerin den 
Beschwerdeführer scheinbar küsst. Angesichts der Schwere der Verletzung bzw. 
der damit einhergehenden schlechten körperlichen Verfassung (was unzweifelhaft 
den Fotos entnommen werden kann), ist fraglich, wie dieses Foto zustande 
gekommen ist. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers lassen sich auch 
nicht Widersprüche in den Aussagen der Privatklägerin erkennen. Die 
diesbezüglichen Ausführungen des Beschwerdeführers erschöpfen sich denn auch 
nur in einem pauschal erhobenen Einwand. Festzuhalten ist in diesem 
Zusammenhang aber, dass sich der Beschwerdeführer selber widersprüchlich 
verhält, indem er bezüglich des dringenden Tatverdachts ausführt, die 
privatklägerischen Ausführungen vom 24. Mai 2018 seien mit Blick auf diejenigen 
vom 12. Dezember 2017 widersprüchlich, gleichzeitig aber im Rahmen seiner 
Argumentation zum Haftgrund der Kollusionsgefahr festhält, beide hätten ihre 
bisherigen Aussagen bestätigt. 

5.

5.1 Neben dem dringenden Tatverdacht setzt die Untersuchungshaft einen besonderen 
Haftgrund im Sinn von Art. 221 Abs. 1 Bst. a-c StPO voraus. Das Zwangsmassna-
mengericht stützt sich u.a. auf den Haftgrund der Kollusionsgefahr. Diese liegt vor, 
wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person andere Personen 
beeinflusst oder auf Beweismittel einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beein-
trächtigen (Art. 221 Abs. 1 Bst. b StPO). Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr kön-
nen sich aus dem bisherigen Verhalten der beschuldigten Person im Strafprozess 
(Aussageverhalten, Kooperationsbereitschaft, Neigung zu Kollusion usw.), aus ih-
ren persönlichen Merkmalen (Leumund, allfällige Vorstrafen usw.), aus ihrer Stel-
lung und ihren Tatbeiträgen im Rahmen des untersuchten Sachverhalts sowie aus 
den persönlichen Beziehungen zwischen ihr und den ihn belastenden Personen 
ergeben (BGE 137 IV 122 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 1B_146/2018 vom 
11. April 2018 E. 2.2; vgl. auch FORSTER, Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 7 zu Art. 221 StPO). Bei der Frage, ob im 
konkreten Fall eine massgebliche Beeinträchtigung des Strafverfahrens wegen 
Verdunkelung droht, ist auch der Art und Bedeutung der von Beeinflussung bedroh-
ten Aussagen bzw. Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie 
dem Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen. Je weiter das Strafverfahren vor-
angeschritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abgeklärt werden konnte, 
desto höhere Anforderungen sind an den Nachweis der Verdunkelungsgefahr zu 
stellen (BGE 132 I 21 E. 3.2.2). 

5.2 Das Zwangsmassnahmengericht geht davon aus, dass sich nach Vorliegen der 
Ergebnisse aus der Mobiltelefonauswertung und des Gutachtens des IRM weitere 
Einvernahmen (insbesondere der Privatklägerin) aufdrängen könnten. Den Aussa-
gen dieser Personen komme weiterhin entscheidende Bedeutung zu. Der Be-
schwerdeführer kenne den Wohnort dieser Personen und wisse teilweise auch, wo 
diese aufzufinden seien. Unter diesen Umständen bestehe bei einer Freilassung 
die grosse Gefahr, dass er sich mit diesen Personen ins Einvernehmen setze oder 

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diese unter Druck setzen könnte und sie so zu ihm genehme Aussagen beeinflus-
sen könnte. Ferner sei davon auszugehen, dass die Privatklägerin in der Hauptver-
handlung erneut werde aussagen müssen. 

Die Staatsanwaltschaft ergänzt, dass angesichts der psychischen Verfassung der 
Privatklägerin und der grossen Bedeutung ihrer Aussagen in der Hauptverhandlung 
grosse Gefahr bestehe, dass der Beschwerdeführer die Privatklägerin im Fall einer 
Haftentlassung im Hinblick auf die Hauptverhandlung unter Druck setze und sie so 
zu ihm genehmen Aussagen beeinflussen könnte. Sie weist weiter darauf hin, dass 
die parteiöffentliche Einvernahme von N.________ noch ausstehend sei. Dessen 
Aussagen seien zur Klärung des Sachverhalts wichtig. Der Beschwerdeführer ken-
ne von beiden Personen die Wohnadresse. 

5.3 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers liegen vorliegend konkrete 
Anhaltspunkte vor, welche den Haftgrund der Kollusionsgefahr zu begründen ver-
mögen. Der Vorwurf, weder das Zwangsmassnahmengericht noch die Staatsan-
waltschaft hätten ausgeführt, inwiefern und aufgrund welcher Anhaltspunkte kon-
kret zu befürchten sei, dass er auf Beweismittel einwirken könnte, kann nicht gehört 
werden. 

Unabhängig davon, dass mittlerweile die im staatsanwaltlichen Antrag vom 3. Mai 
2018 noch als ausstehend bezeichneten Ermittlungsergebnisse (Gutachten des 
IRM, Auswertung der Mobiltelefone) eingetroffen und die Einvernahmen vom 
24. Mai 2018 mit der Privatklägerin und dem Beschwerdeführer stattgefunden ha-
ben, können die Ermittlungen noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. 
Ausstehend ist eine für den 27. Juni 2018 angesetzte Einvernahme von 
N.________. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht hinweist, ist zu erwarten, dass 
dieser sachdienliche Aussagen wird machen können, so u.a. zur Frage, in welchem 
Zustand er die Privatklägerin angetroffen hat und ob der Beschwerdeführer 
tatsächlich bemüht war, Hilfe zu organisieren. Aktenkundig ist ferner, dass auch ei-
ne weitere (nicht namentlich genannte) Person Angaben über den Zustand der Pri-
vatklägerin und das Verhalten des Beschwerdeführers am Mittag gemacht hat. Sie 
wurde bisher lediglich von der Polizei und ohne Gewährung der Parteirechte ein-
vernommen. Gestützt auf den zugstellten Anzeigerapport vom 2. Mai 2018 ist der 
Verteidigung bekannt, dass diese Person (Auskunftsperson 3, Personalien ge-
schwärzt) am 26. November 2017 einvernommen worden ist und was sie zusam-
mengefasst zu Protokoll gegeben hat. Da ihre Aussagen ebenfalls ins Gewicht fal-
len, ist eine erneute Einvernahme ihrer Person nicht ausgeschlossen. 

Weiter kommt auch den Aussagen der Privatklägerin entscheidende Bedeutung zu. 
Ungeachtet der Tatsache, dass sie bereits parteiöffentlich befragt worden ist, kann 
auch mit Blick auf ihre Person Kollusionsgefahr angenommen werden (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 1B_388/2012 vom 19. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweis). Ihren 
Aussagen kommt massgebliche Bedeutung zu, weshalb davon auszugehen ist, 
dass das erstinstanzliche Strafgericht einen persönlichen Eindruck von ihr gewin-
nen will und sie anlässlich der Hauptverhandlung befragen wird (Art. 343 Abs. 3 
StPO). 

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Bei dieser Ausgangslage und angesichts der Schwere der von der Privatklägerin 
erhobenen Vorwürfe besteht ein grosses Interesse an Vermeidung von Kollusions-
handlungen. 

Auch die subjektive Bereitschaft des Beschwerdeführers zur Verdunkelung ist zu 
bejahen. Auch wenn er eingeräumt hat, sexuelle Handlungen mit der Privatklägerin 
beabsichtigt und vorgenommen zu haben, obschon sie dies abgelehnt und sich 
dagegen gewehrt habe, kann den Akten entnommen werden, dass er sein Handeln 
herunterzuspielen versucht. Seiner Schilderung zufolge stand die Hilfe für die 
verletzte Privatklägerin im Vordergrund. Weshalb er jedoch nicht die Sanität 
gerufen hat, ist für die Beschwerdekammer auch unter Berücksichtigung seines 
kulturellen Hintergrunds nicht nachvollziehbar. Gleiches gilt bezüglich des 
Umstands, weshalb er sie am Mittag mit dem Taxi nach Hause und nicht ins Spital 
hat fahren lassen wollen (Aussagen der Auskunftsperson 3). Angesichts der 
Schwere des Tatvorwurfs, der drohenden rechtlichen Konsequenzen und der 
Bedeutung der Aussagen der Privatklägerin und Zeugen/Auskunftspersonen hat 
der Beschwerdeführer einen erheblichen Anreiz für eine Beeinflussung. Es ist zu 
befürchten, dass er in Freiheit die Privatklägerin und die 
Zeugen/Auskunftspersonen kontaktieren und beeinflussen könnte. 

Ferner darf auch von Beeinflussbarkeit der Privatklägerin und 
Zeugen/Auskunftspersonen ausgegangen werden. Eine Beeinflussung setzt nicht 
zwingend eine Druckausübung voraus. Diese ist auch subtil möglich, so z.B. durch 
das Führen eines Gesprächs. Die Auskunftsperson 3 wünschte eine 
Anonymisierung ihrer Personalien, weil sie Angst vor dem Täter hat. Diesem 
Anliegen gab die Staatsanwaltschaft mit einer Schwärzung ihrer Personalien statt, 
was angesichts ihrer Ausführungen im Einvernahmeprotokoll vom 26. November 
2017 verständlich ist. Auch wenn der Beschwerdeführer die Wohnadresse der 
Auskunftsperson 3 nicht kennt, so weiss er zumindest, wo er sie antreffen könnte. 
Die Möglichkeit einer Beeinflussung ist somit bei ihr nicht ausgeschlossen. 
Hinsichtlich der Privatklägerin darf angesichts ihrer psychischen Verfassung vermu-
tet werden, dass sie sich nicht gegen Beeinflussungsversuche des Beschwerdefüh-
rers würde wehren können. Dass sie nicht persönlich auf den Beschwerdeführer 
treffen will, ist nachvollziehbar. 

Aufgrund des Ausgeführten liegen konkrete Anhaltspunkte für Kollusionsgefahr vor. 
Die Verlängerung der Untersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr ist somit nicht zu 
beanstanden.

6.

6.1 Umstritten ist ferner der Haftgrund der Fluchtgefahr. Fluchtgefahr gemäss Art. 221 
Abs. 1 Bst. a StPO liegt vor, wenn ernsthaft zu befürchten ist, dass sich die be-
schuldigte Person durch Flucht der Strafverfolgung oder der zu erwartenden Sank-
tion entzieht. Im Vordergrund steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denk-
bar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland (Urteil des Bundesgerichts 
1B_387/2016 vom 17. November 2016 E. 5.2). Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr 
besteht, sind die gesamten konkreten Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen 

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Gründe vorliegen, die eine Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich 
erscheinen lassen. Die Schwere der drohenden Strafe darf als Indiz für die Flucht-
gefahr gewertet werden. Sie genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund 
zu bejahen (BGE 125 I 60 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 1B_126/2012 und 
1B_146/2012 vom 26. März 2012 E. 3.3.2). Vielmehr müssen die konkreten Um-
stände, insbesondere die gesamten Lebensverhältnisse der beschuldigten Person, 
in Betracht gezogen werden. So ist es zulässig, die familiären und sozialen Bin-
dungen der inhaftierten Person, deren berufliche Situation und Schulden sowie pri-
vate und geschäftliche Kontakte ins Ausland und Ähnliches mit zu berücksichtigen 
(FORSTER, a.a.O., N. 5 zu Art. 221 StPO; Urteile des Bundesgerichts 1B_541/2017 
vom 8. Januar 2018 E. 3.2, 1B_150/2015 vom 12. Mai 2015 E. 3.1 und 
1B_285/2014 vom 19. September 2014 E. 3.3). Bei einer Person ausländischer Na-
tionalität sind ferner der Aufenthaltsstatus, die Anwesenheitsdauer in der Schweiz 
und die familiären Beziehungen von Bedeutung. Wer im Fall einer Haftentlassung 
von den Migrationsbehörden ausgewiesen wird, dürfte kaum mehr einen Anlass 
sehen, sich weiterhin dem Verfahren zu stellen, selbst wenn er eigentlich die 
Schweiz gar nicht verlassen will. Ein gewichtiges Indiz für Fluchtgefahr stellen auch 
unklare Wohn- und Arbeitsverhältnisse dar (HUG/SCHEIDEGGER, Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 17 zu Art. 221 StPO).

Die Wahrscheinlichkeit einer Flucht nimmt in der Regel mit zunehmender Verfah-
rens- bzw. Haftdauer ab, da sich auch die Dauer des allenfalls noch abzusitzenden 
strafrechtlichen Freiheitsentzugs mit der bereits geleisteten prozessualen Haft, die 
auf die mutmassliche Freiheitsstrafe anzurechnen wäre, kontinuierlich verringert 
(BGE 143 IV 160 E. 4.3; Urteile des Bundesgerichts 1B_281/2015 vom 15. Sep-
tember 2015 E. 2.2 und E. 4.3 und 1B_73/2015 vom 19. März 2015 E. 4.1).

6.2 Das Zwangsmassnahmengericht begründet die Fluchtgefahr zusammengefasst 
damit, dass dem Beschwerdeführer eine mehrjährige Freiheitsstrafe drohe, seine 
Frau und Kinder in O.________ (Staat) lebten, er nur wenig deutsch spreche und 
seine finanzielle Situation nicht gut sei. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 
den Status eines vorläufig Aufgenommenen habe, er seit längerem in der Schweiz 
lebe, einer Arbeit nachgehe und seine Familie nachziehen lassen möchte, vermöge 
diese Beurteilung nicht umzustossen. 

Die mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben betraute Staats-
anwältin weist weiter darauf hin, dass der Beschwerdeführer im Fall einer Verurtei-
lung mit einer empfindlichen unbedingten Strafe und einer Landesverweisung zu 
rechnen habe. Diese möglichen Konsequenzen sei für den Beschwerdeführer sehr 
gravierend, weshalb ungeachtet seines Aufenthaltsstatus die grosse Gefahr beste-
he, dass er bei einer Freilassung entweder untertauchen oder aber sich ins Aus-
land absetzen und sich so der Strafverfolgung und auch dem Vollzug der Strafe 
entziehen würde.

Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass aufgrund der Gesamtumstände 
nicht auf Fluchtgefahr geschlossen werden könne. Er verfüge über einen Wohnsitz 
in der Schweiz und eine feste Arbeitsstelle und pflege soziale Kontakte. Ferner ver-
löre er bei einer Ausreise seinen Aufenthaltsstatus als vorläufig Aufgenommener 

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und somit seine gesamte Lebensgrundlage. Er sei nicht vorbestraft. Es dürfe mit 
praktischer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass das Gericht im Fall eines 
allfälligen Schuldspruchs eine bedingte Strafe aussprechen werde; jedenfalls 
bestünden keine Anhaltspunkte für die Ausfällung einer unbedingten Strafe. Ange-
sichts dessen dürfte lediglich von einem äusserst geringen Fluchtanreiz gespro-
chen werden.

6.3 Mit der Anordnung von Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr soll verhindert wer-
den, dass sich die beschuldigte Person dem Strafverfahren oder der zu erwarten-
den Sanktion entzieht. Relevant und demzufolge zu prüfen ist beim Haftgrund der 
Fluchtgefahr jeweils auch, ob der Zweck, auf den die Haft abzielt, erreicht werden 
kann. Steht fest, dass die Anwesenheit der beschuldigten Person im Verfahren 
nicht mehr notwendig ist und dass sie sich der zu erwartenden Sanktion nicht ent-
ziehen wird, rechtfertigt es sich nicht mehr, sie wegen Fluchtgefahr in Sicherheits-
haft zu belassen (vgl. statt vieler Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 
17 304 vom 10. August 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). Vorliegend können mit dem 
Haftgrund der Fluchtgefahr noch beide Haftzwecke verfolgt werden. 

Allein schon mit Blick auf die noch ausstehende parteiöffentliche Einvernahme des 
Zeugen N.________ kann nicht davon gesprochen werden, dass derzeit auf die 
Anwesenheit des Beschwerdeführers im Vorverfahren verzichtet werden könnte. 
Ausserdem ist nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Einvernahmen (u.a. eine 
Einvernahme der im Anzeigerapport der Polizei vom 2. Mai 2018 erwähnten Aus-
kunftsperson 3) oder Beweisanträge, die im Rahmen der Fristansetzung gemäss 
Art. 318 StPO gestellt werden können, aufdrängen. Ob seine Anwesenheit im an-
schliessenden Hauptverfahren noch notwendig sein wird oder – im Fall einer allfäl-
ligen Abwesenheit des Beschwerdeführers – ein Abwesenheitsverfahren stattfinden 
könnte (Art. 366 Abs. 4 StPO), braucht an dieser Stelle nicht abschliessend beant-
wortet zu werden. 

Hinsichtlich der Möglichkeit, dass sich der Beschwerdeführer auch der Sanktion 
entziehen könnte, schliesst sich die Beschwerdekammer gestützt auf die Aktenlage 
den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an. Ohne das Urteil des Sachgerichts 
vorwegnehmen zu wollen, ist derzeit davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe rechnen muss. Vergewaltigung wird mit 
Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren geahndet (Art. 190 des Schwei-
zerischen Strafgesetzbuchs [StGB; SR 311.0]), sexuelle Nötigung mit Freiheitsstra-
fe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe (Art. 189 Abs. 1 StGB); im Fall einer Qualifi-
kation gemäss Abs. 3 der beiden vorgenannten Bestimmungen fällt die Freiheits-
strafe nicht unter drei Jahren aus. Schändung wird gemäss Art. 191 StGB mit Frei-
heitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft. Anders als der Beschwer-
deführer meint, kann derzeit nicht mit der nötigen – den Haftgrund ausschliessen-
den – Wahrscheinlichkeit vorausgesagt werden, dass berechtigte Aussicht auf die 
Gewährung eines bedingten oder teilbedingten Strafvollzugs besteht (zum Ganzen 
Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 17 304 vom 10. August 2017 
E. 5.3). 

11

6.4 Mit Blick auf das zuvor Ausgeführte stellt die Schwere der drohenden Strafe ein 
gewichtiges Indiz bei der Beurteilung der Fluchtgefahr dar. Diese allein vermag 
aber – wie bereits erwähnt – für sich allein nicht den Haftgrund zu bejahen. Hin-
sichtlich persönlicher Verhältnisse weist das Zwangsmassnahmengericht zu Recht 
darauf hin, dass Frau und Kinder des Beschwerdeführers im O.________ (Staat) 
leben. Der Beschwerdeführer wurde indessen in der Schweiz vorläufig aufgenom-
men und verfügt hier über eine scheinbar ungekündigte Anstellung. Er macht gel-
tend, dass er soziale Kontakte pflege. Gestützt auf die Akten lässt sich derzeit nicht 
abschliessend klären, ob die persönlichen Lebensumstände des Beschwerdefüh-
rers für eine Flucht sprechen. Dass er trotz vorläufiger Aufnahme in der Schweiz in 
sein Heimatland reisen würde, ist fraglich. Ferner lassen sich den Akten keine An-
haltspunkte entnehmen, dass er Kontakte in andere Länder pflegt, von denen er 
Unterstützung erhalten könnte. Da die Verlängerung der Untersuchungshaft mit 
dem Haftgrund der Kollusionsgefahr bejaht werden kann, kann von einer absch-
liessenden Würdigung der Fluchtgefahr abgesehen werden. 

7.

7.1 Nach Art. 212 Abs. 2 Bst. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen 
aufzuheben, sobald Ersatzmassnahmen nach Art. 237 StPO zum gleichen Ziel 
führen. Auch ohne entsprechenden Antrag ist zu prüfen, ob eine Haftentlassung 
gestützt auf ausreichende Ersatzmassnahmen möglich beziehungsweise geboten 
erscheint (BGE 133 I 27 E. 3.2 [Pra 2007 Nr. 26]). Darüber hinaus hat eine in Haft 
gehaltene Person gemäss Art. 5 Ziff. 3 der Konvention zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) Anspruch darauf, innerhalb 
einer angemessenen Frist abgeurteilt oder während des Verfahrens aus der Haft 
entlassen zu werden. Dass eine an sich rechtmässige Haft nicht übermässig lange 
dauern darf, ergibt sich aus dem Verfassungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine 
übermässige Haft liegt dann vor, wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu er-
wartenden Strafe übersteigt (sog. Überhaft; BGE 139 IV 270 E. 3.1). Bei der Prü-
fung der zulässigen Haftdauer ist der Möglichkeit des bedingten/teilbedingten 
Strafvollzugs oder einer bedingten Entlassung aus dem ordentlichen Strafvollzug 
nur in Ausnahmefällen Rechnung zu tragen, nämlich dann, wenn bereits im hängi-
gen Strafverfahren aufgrund der konkreten Umstände absehbar ist, dass solche mit 
grosser Wahrscheinlichkeit erfolgen dürften (BGE 143 IV 160 E. 4.2; Urteil des 
Bundesgerichts 1B_330/2015 vom 15. Oktober 2015 E. 4.1 und 4.3, je mit weiteren 
Hinweisen).

7.2 Der Beschwerdeführer schliesst die Verhältnismässigkeit der Haft allein mit Blick 
auf den Haftgrund der Fluchtgefahr aus. Da die Beschwerdekammer diesen Haft-
grund offen gelassen, stattdessen die Untersuchungshaft (nur) mit Kollusionsgefahr 
bejaht hat, braucht darauf nicht weiter eingegangen zu werden. 

Der Beschwerdeführer befindet sich seit dem 26. November 2017 in Untersu-
chungshaft. Mit der vorliegend in Frage stehenden Verlängerung von drei Monaten 
ergibt sich eine Gesamtdauer von 9 Monaten. Mit Blick auf die gegen ihn erhobe-
nen schweren Vorwürfe muss der Beschwerdeführer im Fall einer Verurteilung mit 

12

einer empfindlichen Sanktion rechnen. Dass diese bedingt oder teilbedingt ausge-
sprochen wird, ist – wie erwähnt – aufgrund der aktuellen Einschätzung spekulativ 
und somit im Rahmen der Verhältnismässigkeit nicht relevant. Die Gefahr der 
Überhaft besteht folglich nicht.

Dass die verantwortlichen Behörden nicht gewillt oder in der Lage sind, dem Be-
schleunigungsgebot in Haftsachen Rechnung zu tragen, ist nicht ersichtlich. Die 
Dauer der Verlängerung um drei Monate ist ferner angesichts der noch durchzu-
führenden staatsanwaltschaftlichen Arbeiten nicht zu beanstanden. Dass die im 
Antrag der Staatsanwaltschaft vom 3. Mai 2018 in Aussicht gestellten Einvernah-
men stattgefunden haben und die ausstehenden Berichte des IRM und KTD einge-
troffen sind, ändert daran nichts. Gleiches gilt für den Fall, dass im Anschluss an 
die Einvernahme vom 27. Juni 2018 bereits die Frist gemäss Art. 318 StPO ange-
setzt würde.

Ersatzmassnahmen, mit welchen der Kollusionsgefahr wirksam begegnet werden 
könnte, sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer denn auch nicht 
geltend gemacht.

7.3 Nach dem Gesagten sind die Abweisung des Haftentlassungsgesuchs und die Ver-
längerung der Untersuchungshaft um drei Monate bis am 25. August 2018 rech-
tens. Die hiergegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1‘500.00, dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 
Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin des Beschwerdeführers für ihre 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren ist am Ende des Verfahrens durch die 
Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festzusetzen (Art. 135 Abs. 2 
StPO).

13

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Die amtliche Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird am Ende des Verfah-
rens durch die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht festgesetzt. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Oberland, Gerichtspräsident 

P.________ (mit den Akten)
- Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (mit den Ak-

ten)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft

Bern, 11. Juni 2018 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.