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**Case Identifier:** 17ed9a8d-8a34-557a-a101-8a56e39b4738
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2018 B-2103/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2103-2018_2018-12-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-2103/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  D e z e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), 

Richter Francesco Brentani, Richter Ronald Flury, 

Gerichtsschreiberin Simona Risi. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch B._______, 

Beschwerdeführerin, 

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Maturitätskommission SMK, 

Vorinstanz. 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schweizerische Maturitätsprüfung. 

 

 

   

B-2103/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

An der Prüfungssession vom 12. Februar bis 8. März 2018 legte A._______ 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) die schweizerische Maturitätsprüfung 

im ersten Prüfungsversuch ab. Mit Verfügung vom 13. März 2018 eröffnete 

ihr die Schweizerische Maturitätskommission (nachfolgend: Vorinstanz), 

dass sie mit insgesamt 75 erzielten Punkten die Bestehensnormen nicht 

erfüllt und demzufolge die Prüfung nicht bestanden habe. 

B.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

12. April 2018 – vertreten durch die Betreuerin ihrer Maturaarbeit – Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie ersucht um Überprüfung 

der Notengebung betreffend die Maturaarbeit mit dem Titel „Syrische 

Flüchtlinge in der Schweiz“. Zur Begründung bringt sie vor, die Bewertung 

mit der Note 3,5 weiche von der Einschätzung durch ihre Betreuerin um 

zwei Notenpunkte ab. Die Arbeit stütze sich auf Befragungen von drei 

Fachpersonen und neun Syrerinnen und Syrern. Ergänzend habe sie zwei 

zeitgeschichtliche Sachbücher und einige Internetquellen beigezogen, wo-

bei jedes Zitat nachgewiesen sei. Die Einschätzung der Prüfer, wonach die 

Arbeit nicht wissenschaftlich sei, sei nicht nachvollziehbar. Seit der Einfüh-

rung der Maturaarbeiten werde betont, wie wichtig die Eigenleistung sei. 

Im Fach Geschichte seien gut vorbereitete Interviews mit Zeitzeugen eine 

geeignete Methode, um punktuell ein sinnvoll eingeschränktes Thema ge-

nauer zu erforschen. 

C.  

Mit Vernehmlassung vom 12. Juni 2018 (Posteingang: 9. Juli 2018) ver-

weist die Vorinstanz auf die beigelegte Stellungnahme der Experten vom 

27. Juni 2018. Darin weisen die Experten die von der Beschwerdeführerin 

erhobenen Vorwürfe zurück. Sie führen aus, die Maturaarbeit könne im 

Wesentlichen deshalb nicht mit einer genügenden Note beurteilt werden, 

weil ihr keine konkrete Fragestellung zugrunde liege resp. sie keinen Fokus 

auf eine bestimmte Problematik aufweise, aus dem in einem wissenschaft-

lichen Sinne analytisch und argumentativ etwas erkannt werden könnte. 

Anerkannt werde hingegen der grosse Aufwand, der hinter den geführten 

Interviews und deren Transkription stehe. 

D.  

Nach Zustellung der Vernehmlassung inkl. Beilagen reichte die Beschwer-

deführerin keine Replik ein. 

B-2103/2018 

Seite 3 

E.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Der angefochtene Entscheid vom 13. März 2018 stellt eine Verfügung 

im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das Beschwerdeverfahren gegen Verfügun-

gen der Vorinstanz betreffend das Ergebnis von Eidgenössischen Maturi-

tätsprüfungen richtet sich gemäss Art. 29 der Verordnung über die schwei-

zerische Maturitätsprüfung vom 7. Dezember 1998 (Maturitätsprüfungsver-

ordnung [MPV], SR 413.12) nach den allgemeinen Bestimmungen der 

Bundesrechtspflege. Gemäss Art. 31 und 33 Bst. f VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustän-

dig, da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt nicht, die Prüfung sei als bestanden 

zu erklären, sondern lediglich (sinngemäss), die Note für ihre Maturaarbeit 

sei um zwei Notenpunkte zu erhöhen. 

1.2.1 Die Beschwerdelegitimation im Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht bestimmt sich nach Art. 48 VwVG (Art. 37 VGG). Danach ist 

zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilge-

nommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Abs. 1 

Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Abs. 1 

Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ände-

rungen hat (Abs. 1 Bst. c). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ er-

füllt sein (vgl. ISABELLE HÄNER, in: VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz 

über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Art. 48 Rz. 3). 

1.2.2 Die MPV legt fest, dass die Maturitätsprüfung in zehn Grundlagenfä-

chern sowie in einem Schwerpunkt- und einem Ergänzungsfach abgenom-

men wird (Art. 14 Abs. 1 MPV), wobei die Notenskala bei diesen Fächern 

ebenso wie bei der Maturaarbeit jeweils von 1 (tiefste Note) bis 6 (höchste 

Note) reicht und eine Note unter 4 als ungenügende Leistung gilt (Art. 21 

Abs. 1 MPV). Die Prüfung ist bestanden, wenn der Kandidat mindestens 

105 Punkte erreicht (Art. 22 Abs. 1 Bst. a MPV) oder zwischen 84 und 

104.5 Punkte erzielt, in höchstens vier Fächern ungenügend ist und die 

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Summe der Punkte aus allen Notenabweichungen von vier nach unten 

höchstens sieben Punkte beträgt (Art. 22 Abs. 1 Bst. b MPV). Sind die ge-

nannten Voraussetzungen nicht erfüllt, ist die Maturitätsprüfung nicht be-

standen (Art. 22 Abs. 2 Bst. a MPV). Die Punktzahl ist die Summe der No-

ten in den zwölf Fächern und in der Maturaarbeit. Die Noten in den Grund-

lagenfächern Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Geografie, bildneri-

sches Gestalten oder Musik, im Ergänzungsfach und in der Maturaarbeit 

zählen einfach. Die Noten im Fach Erstsprache, im Schwerpunktfach sowie 

in demjenigen Grundlagenfach, das gemäss Art. 14 Abs. 6 MPV aus der in 

dieser Vorschrift genannten Fächergruppe für die Prüfung auf erweitertem 

Niveau zu wählen ist, zählen dreifach, die Noten der beiden anderen Fä-

cher aus dieser Gruppe doppelt (Art. 21 Abs. 3 MPV). 

Die von der Beschwerdeführerin beantragte Erhöhung der Note für ihre 

Maturaarbeit um zwei Notenpunkte würde ihre Gesamtpunktzahl lediglich 

von 75 auf 77 erhöhen und daher nicht zum Bestehen der Maturitätsprü-

fung führen. 

1.2.3 In der Regel bildet in einem Beschwerdeverfahren lediglich das Prü-

fungsergebnis als solches das Anfechtungsobjekt, während den Noten da-

neben Begründungscharakter zukommt. Einzelnoten sind daher im Nor-

malfall grundsätzlich nicht selbständig anfechtbar, es sei denn, es bestehe 

ein schutzwürdiges Interesse an der Anfechtung. Ein hinreichendes 

Rechtsschutzinteresse an der Überprüfung einer Einzelnote wird nach der 

Rechtsprechung insbesondere bejaht, wenn daran eine andere Rechts-

folge (wie der Ausschluss von der Weiterbildung) oder ein Prädikat, für das 

die Prüfungsordnung vorgibt, wie es zu bestimmen ist, anknüpft (vgl. BGE 

136 I 229 E. 2.6; BVGE 2016/4 E. 5.3.2.1, 2015/6 E. 1.3.1; Urteile des 

BVGer B-5160/2017 vom 1. Februar 2018 E. 1.2, B-6465/2013 vom 

18. Mai 2015 E. 1.2, B-2613/2012 vom 15. März 2013 E. 1.2; PATRICIA 

EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklun-

gen, ZBl 112/2011, S. 538 ff., insbesondere S. 546 ff.). Die selbständige 

Anfechtbarkeit einer Einzelnote wird auch bejaht, wenn eine Erhöhung der 

betreffenden Note nach dem jeweils einschlägigen Prüfungsreglement 

dazu führt, dass die Prüfung in Bezug auf dieses Fach nicht wiederholt 

werden muss (vgl. BVGE 2016/4 E. 5.3.2.2, 2015/6 E. 1.3.1, 2009/10 

E. 6.2.1 ff.; Urteil des BVGer B-5612/2013 vom 8. April 2014 E. 1.2.3). 

1.2.4 Die vorliegend anwendbare Maturitätsprüfungsverordnung sieht vor, 

dass bei einer Prüfungswiederholung die Prüfungen in sämtlichen Fä-

chern, bei welchen beim ersten Versuch eine Note unter 4 erreicht wurde, 

https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/3cb1570e-e1c6-44e9-a2a3-9a3a61a5a208?citationId=94839860-9eb3-4c8f-9c50-7aa3d2501409&source=document-link&SP=2|gh4cmy
https://www.swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/3cb1570e-e1c6-44e9-a2a3-9a3a61a5a208?citationId=94839860-9eb3-4c8f-9c50-7aa3d2501409&source=document-link&SP=2|gh4cmy

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zu wiederholen sind. Ferner ist eine neue Maturaarbeit einzureichen sowie 

zu präsentieren, wenn die Maturaarbeit im ersten Prüfungsversuch mit ei-

ner Note unter 4 bewertet wurde. Die Noten von 4 oder höher behalten 

zwei Jahre ab Abschluss des Prüfungsversuchs ihre Gültigkeit, bei einer 

späteren Wiederholung sind auch diese Prüfungsteile zu wiederholen 

(Art. 26 Abs. 3 MPV). Prüfungen und Maturaarbeiten, die mit Note 4 oder 

4,5 bewertet wurden, können wiederholt werden (Art. 26 Abs. 3 MPV). Wird 

eine Prüfung oder die Maturaarbeit wiederholt, zählt die Note des zweiten 

Prüfungsversuchs bzw. der zweiten Maturaarbeit (Art. 26 Abs. 5 MPV). 

1.2.5 Jede Anhebung der Note für die Maturaarbeit auch nur um einen hal-

ben Notenpunkt wäre daher mit der Rechtsfolge verbunden, dass die Be-

schwerdeführerin bei einer Prüfungswiederholung – jedenfalls soweit diese 

innert zwei Jahren nach Abschluss des ersten Prüfungsversuchs unter-

nommen würde – keine neue Maturaarbeit einreichen und präsentieren 

müsste. 

Die Beschwerdeführerin hat daher ein schutzwürdiges Interesse daran, die 

Note für ihre Maturaarbeit anzufechten. 

1.3 Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die 

übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG). 

1.4 Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit voller Kogni-

tion (Art. 49 VwVG). Indessen haben Prüfungen oftmals Spezialgebiete 

zum Gegenstand in denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über keine 

genügenden, eigenen Fachkenntnisse verfügt. Zudem sind der Rechtsmit-

telinstanz meistens nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung be-

kannt und es ist ihr in der Regel nicht möglich, sich ein zuverlässiges Bild 

über die Gesamtheit der Leistungen einer beschwerdeführenden Person 

sowie der Leistungen der übrigen Kandidaten zu machen. Eine freie Über-

prüfung der Examensbewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten 

und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen. Das 

Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich daher eine gewisse Zurückhal-

tung bei der Bewertung von Prüfungsleistungen und weicht nicht von der 

Beurteilung durch die Prüfungsexperten ab, jedenfalls solange diese im 

Rahmen der Vernehmlassung der Prüfungskommission Stellung zu den 

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Rügen der beschwerdeführenden Person genommen haben und ihre Auf-

fassung, insbesondere soweit sie von derjenigen der beschwerdeführen-

den Person abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. BVGE 

2010/21 E. 5.1; 2010/11 E. 4.1 f.; Urteil des BVGer B-6727/2013 vom 8. Juli 

2014 E. 4; kritisch dazu EGLI, a.a.O., S. 555 ff.). 

Werden hingegen Verfahrensmängel im Prüfungsablauf oder die unrichtige 

Auslegung und Anwendung von Rechtsnormen gerügt, hat das Bundesver-

waltungsgericht die erhobene Kritik mit umfassender Kognition zu prüfen 

(vgl. etwa das Urteil des BVGer B-5612/2013 E. 2.2 f.; BVGE 2008/14 

E. 3.1 und 3.3 m.w.H.). 

Weil es nicht Aufgabe einer Beschwerdebehörde sein kann, die Prüfung 

gewissermassen zu wiederholen, müssen an den Beweis der behaupteten 

Unangemessenheit der Bewertung gewisse Anforderungen gestellt wer-

den. Auf Rügen bezüglich der Bewertung von Prüfungsleistungen hat die 

Rechtsmittelbehörde dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerde-

führende Person selbst substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte 

und die Beweismittel dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertret-

bar ist, dass eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungs-

leistungen offensichtlich unterbewertet wurden (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1 

m.w.H.; BVGE 2010/11 E. 4.3; BVGE 2010/10 E. 4.1; Urteil B-6727/2013 

E. 4). Die Behauptung allein, die eigene Lösung sei richtig und die Auffas-

sung der Prüfungskommission oder eine vorgegebene Musterlösung sei 

falsch oder unvollständig, wird dieser Anforderung nicht gerecht (vgl. Urteil 

des BVGer B-2229/2011 vom 13. Februar 2012 E. 6.1). 

3.  

Die Beschwerdeführerin rügt, ihre Maturaarbeit sei zu tief bewertet worden. 

Die Bewertung mit der Note 3,5 weiche von der Einschätzung durch ihre 

Betreuerin um zwei Notenpunkte ab. Die Arbeit stütze sich auf Befragun-

gen von drei Fachpersonen und neun Syrerinnen und Syrern. Ergänzend 

habe sie zwei zeitgeschichtliche Sachbücher und einige Internetquellen 

beigezogen, womit sie eine erhebliche Eigenleistung erbracht habe. Die 

Einschätzung der Prüfer, wonach die Arbeit nicht wissenschaftlich sei, sei 

nicht nachvollziehbar. Im Fach Geschichte seien gut vorbereitete Inter-

views mit Zeitzeugen eine geeignete Methode, um punktuell ein sinnvoll 

eingeschränktes Thema genauer zu erforschen. Auch die formellen Anfor-

derungen seien erfüllt. wobei jedes Zitat nachgewiesen sei. 

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3.1 Gemäss Art. 15 MPV verfassen die Prüfungskandidaten vor der Anmel-

dung zur Prüfung persönlich eine grössere eigenständige Arbeit. Diese 

wird im Rahmen der Maturitätsprüfung durch den Examinator sowie den 

Experten bewertet (Art. 15 Abs. 2 MPV). Die Note wird in Bezug auf die zu 

erreichende Gesamtpunktzahl nach Art. 21 und die Bestehensnormen 

nach Art. 22 (vgl. E. 1.2.2 hiervor) einfach gezählt und mitberücksichtigt. 

Die Ziele und Kriterien sowie das Verfahren der Bewertung der Maturaar-

beit werden in den gestützt auf Art. 10 Abs. 1 Bst. d erlassenen Richtlinien 

(vgl. Richtlinien für die schweizerische Maturitätsprüfung, gültig ab 1. Ja-

nuar 2012, abrufbar unter https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/bildung/

maturitaet/gymnasiale-maturitaet/schweizerische-maturitaetspruefung.

html, besucht am 5. November 2018) näher dargestellt. 

Gemäss Ziff. 9.3.1 der Richtlinien richtet sich die Bewertung von Maturaar-

beit und Präsentation nach den Kriterien, die auf dem Bewertungsformular 

angegeben sind (abrufbar unter https://www.sbfi.admin.ch/sbfi/de/home/

bildung/maturitaet/gymnasiale-maturitaet/schweizerische-maturitaetspruef

ung.html, besucht am 5. November 2018). Die Beurteilung ist wie folgt 

strukturiert: 

Teil A: Schriftlicher Teil, Inhalt (Gewichtung: 12/30) 

a) Fragestellung und Methodeneinsatz 

b) Aufbau der Arbeit und Bewältigung des Themas 

c) Nutzung von Wissen und Quellen 

d) Sachliche Qualität 

e) Eigenständigkeit 

 

Teil B: Schriftlicher Teil, Form (Gewichtung: 8/30) 

f) Darstellung 

g) Sprache 

h) Zitate, Quellen, Verzeichnisse 

 

Teil C: Präsentation und Diskussion (Gewichtung: 10/30) 

i) Struktur  

j) Inhaltliche Sicherheit 

k) Reflexion über Entstehungsweg und Resultat der Arbeit 

l) Sprache, Interaktion, Einsatz von Hilfsmitteln 

 

Die Kategorien a) bis l) enthalten je zwei bis neun Unterkategorien. Für die 

Teile A bis C wird je eine Teilnote gesetzt. Die Note für die Maturaarbeit 

setzt sich aus den drei Teilnoten zusammen, wobei sie auf die nächste 

halbe oder ganze Note auf- oder abgerundet wird (vgl. Bewertungsbogen 

für Maturaarbeiten, a.a.O., S. 4). 

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3.2 Vorliegend sind mehrere Bewertungsbogen im Sinne von Ziff. 9.3.1 der 

Richtlinien aktenkundig. Das von der betreuenden Lehrperson der Be-

schwerdeführerin ausgefüllte Formular, das ihr insgesamt eine Note 5,5 at-

testiert (Teil A Note 5,5; Teil B Note 5,5; Teil C nicht beurteilt), ist dabei – 

entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin – nicht massgebend, 

da die betreuende Lehrperson weder Examinator noch Experte im Sinne 

von Art. 15 Abs. 2 MPV ist und die Maturitätsprüfungsverordnung nicht vor-

sieht, dass ihre Meinung bei der Beurteilung der Maturaarbeit mitzuberück-

sichtigen wäre (vgl. Urteil B-5612/2013 E. 3.2). 

Für die Note relevant ist dagegen der von den Experten der Vorinstanz 

ausgefüllte Bewertungsbogen. Die beiden Prüfer haben übereinstimmend 

Teil A (Schriftlicher Teil, Inhalt) mit der Note 2,5; Teil B (Schriftlicher Teil, 

Form) mit der Note 5,0 und Teil C (Präsentation und Diskussion) mit der 

Note 4,0 bewertet. Diese Bewertung ergibt entsprechend der Gewichtung 

nach Ziff. 9.3.1 der Richtlinien eine Durchschnittsnote von 3,67, welche 

nach den allgemeinen Rundungsregeln auf die halbe Note 3,5 abgerundet 

wurde. 

3.3 Die Maturaarbeit der Beschwerdeführerin trägt den Titel „Syrische 

Flüchtlinge in der Schweiz“. Im Vorwort legt die Beschwerdeführerin ihre 

persönliche Motivation zur Themenwahl dar. In der Einleitung und Zusam-

menfassung umschreibt sie die Lage in Syrien vor 2011 und den Ausbruch 

des Bürgerkriegs. Das Ziel der Arbeit sei es, sich mit syrischen Flüchtlingen 

zu beschäftigen und ein Bild aus erster Hand zusammenzustellen. Im Wei-

teren führt sie aus, sie habe sich mit der Lage der syrischen Flüchtlinge in 

der Schweiz aus zwei Perspektiven auseinandergesetzt – jener der Flücht-

linge selbst und jener der Schweiz. Die Arbeit habe ergeben, dass der wich-

tigste Schritt für eine erfolgreiche Integration das Erlernen der deutschen 

Sprache sei, wobei sie habe aufzeigen können, dass dabei abhängig vom 

Alter und Bildungsniveau grosse Unterschiede bestünden. Zudem habe sie 

durch die Arbeit einen Überblick über die Lage der Menschen in Syrien und 

ihre Fluchtgründe erhalten. Zur Methodenwahl bringt sie vor, sie habe eine 

Bibliotheksrecherche durchgeführt, verschiedene Zeitungsartikel gelesen, 

Polit-Talkshows und Nachrichten im Fernsehen geschaut und Kontakt mit 

Verwandten im Irak und in Syrien aufgenommen; zudem habe sie drei 

Fachpersonen und neun syrische Flüchtlinge interviewt, letztere auf 

Arabisch. 

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Die weitere Arbeit ist in die Hauptteile „Flucht aus Syrien“ und „Asyl in der 

Schweiz“ gegliedert. Im Teil „Flucht aus Syrien“ geht die Beschwerdefüh-

rerin den Fluchtgründen und der Auswahl der Zielländer nach; der Teil „Asyl 

in der Schweiz“ behandelt Anzahl und Art der syrischen Flüchtlinge in der 

Schweiz, die Gründe für die Wahl der Schweiz als Zufluchtsort, Probleme 

der syrischen Flüchtlinge während des Asylverfahrens und bei der Integra-

tion, Auswirkungen syrischer Flüchtlinge auf die Schweiz sowie Hilfeleis-

tungen der Schweiz gegenüber syrischen Flüchtlingen, jeweils unter Ein-

bindung von Aussagen aus den geführten Interviews. Als Fazit wird im We-

sentlichen die Zusammenfassung wiederholt. 

Schliesslich enthält die Arbeit ein Quellenverzeichnis und einen Anhang mit 

Kurzprofilen der befragten Personen, einer Legende zur Transkription und 

den Transkriptionen der einzelnen Interviews. 

3.4 Ihre Bewertung des Teils A bzw. des hiervor skizzierten Inhalts der Ma-

turaarbeit haben die Examinatorin und der Experte in ihrer Stellungnahme 

vom 27. Juni 2018 ausführlich begründet. 

Betreffend die Fragestellung und den Methodeneinsatz wird ausgeführt, 

die Autorin habe ihr Erkenntnisinteresse dargelegt, sie scheine aber emo-

tional sehr betroffen, was die Gefahr mangelnder Objektivität in sich berge. 

Die entscheidende Schwäche der Arbeit sei das Fehlen einer konkreten 

Fragestellung. Der Fokus fehle, wodurch analytische Erkenntnisse und Re-

sultate nicht möglich seien. Das methodische Vorgehen zur vagen Frage-

stellung werde in der Arbeit erklärt. Die Interviews mit den Flüchtlingen 

seien in arabischer Sprache transkribiert, was ein bewundernswerter Ar-

beitsaufwand sei; die Aussagen der Interviewten könnten so durch die Be-

werter jedoch nicht überprüft werden. Da die Maturaarbeit Teil der eidge-

nössischen Maturitätsprüfung sei, sei grundlegend, dass Transkriptionen 

in eine schweizerische Landessprache oder ins Englische gemacht werden 

müssten. 

Zum Aufbau der Arbeit und zur Bewältigung des Themas halten die Exper-

ten fest, mit den Fragen, die als Kapitelüberschriften erscheinen (etwa: 

“3.1. Warum fliehen die Menschen aus Syrien?“ oder „4.6. Welche Hilfe 

bekommen die syrischen Flüchtlinge?“), würden Schwerpunkte gesetzt, je-

doch sei ein derartiger Aufbau der Arbeit unüblich und entspreche nicht ei-

nem wissenschaftlichen Vorgehen. Stattdessen hätten eine oder zwei Fra-

gen als Fragestellung/Fokus in der Einleitung genannt und bearbeitet wer-

den können. Die Teile der Arbeit seien miteinander verbunden, Resultate 

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seien aber kaum ersichtlich, was mit der vagen Fragestellung zusammen-

hänge. 

Die Nutzung von Wissen und Quellen qualifizieren die Prüfer ebenfalls als 

ungenügend. So sei zwar positiv, dass die Interviews gemacht worden 

seien. Indes gäben diese zwar einen Einblick in die Materie, die Fragen an 

die Spezialistinnen seien aber teilweise sehr undifferenziert, schlecht 

durchdacht und wiederholten sich. Der Verarbeitungsgrad der Interviews 

der Flüchtlinge sei (aufgrund der nur arabischen Transkription) nicht er-

sichtlich. 

Betreffend die sachliche Qualität bemängeln die Prüfer erneut, die Aussa-

gen der Flüchtlinge könnten nicht überprüft werden. Zudem stimme die 

Aussage nicht, wonach Baschar Al-Assad Syrien seit 1971 regiere. Der 

Konflikt werde in aller Kürze erklärt, doch sei die Erklärung betreffend die 

Zusammensetzung der Konfliktparteien und deren Koalitionspartner un-

vollständig. Die Einleitung und das Fazit müssten in einem direkten Zusam-

menhang stehen. Weil eine klare Fragestellung fehle, sei es kaum möglich, 

zu einer mit der Einleitung kohärenten Schlussfolgerung zu kommen. Das 

Fazit – wonach die Schweiz Flüchtlinge im Vergleich zu anderen Ländern 

bestens betreue und effizient in die Gesellschaft integriere – sei undifferen-

ziert. Zudem werde darin festgehalten, dass in der Arbeit die Wichtigkeit 

der Sprache in Abhängigkeit von Alter und Bildungsniveau aufgezeigt 

werde. Das Thema Sprache werde zwar in den Kapiteln 4.4 und 4.7 er-

wähnt, in Bezug auf das Alter und das Bildungsniveau aber nicht vertieft 

bearbeitet. 

Hinsichtlich der Eigenständigkeit erklären die Prüfer, der Aufbau der Arbeit 

sei eigenständig, indessen sei die Arbeit nur deskriptiv und nie begründend 

und sie weise wenige eigenständige Gedanken auf. Zudem seien die 

Schlussfolgerungen sehr dürftig und eigentlich keine Resultate der Arbeit. 

Hinsichtlich der Beurteilung des Teils B (Schriftliche Arbeit: Form) führten 

die Prüfer in ihrer Stellungnahme vom 27. Juni 2018 aus, die Arbeit sei 

übersichtlich gegliedert und entspreche im Umfang den Vorgaben; zudem 

sei sie in einem verständlichen und korrekten Deutsch geschrieben. Nega-

tiv wurde angemerkt, dass in der Arbeit kaum argumentative Verknüpfun-

gen zu finden seien und in den Fussnoten jeweils die Seitenzahl genannt 

würden müsste, um das Zitat im Anhang zu finden. Betreffend Teil C (Prä-

sentation und Diskussion) wurde bemerkt, der Präsentation fehle es – wie 

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der schriftlichen Arbeit – an einer klaren Fragestellung. Die Fragen der Prü-

fer hätten teilweise beantwortet werden können; gut beantwortet habe die 

Beschwerdeführerin Fragen, in denen es um die Flüchtlinge und deren 

Probleme gegangen sei, hingegen habe sie Fragen mit einem höheren 

Abstraktionsniveau nicht beantworten können. Die Beschwerdeführerin 

spreche ansprechend Deutsch, es fehle jedoch die Differenziertheit und die 

Präzision in Ausdruck und Vokabular, um argumentativ überzeugen zu kön-

nen. 

3.5 Diese Begründung der Experten ist nachvollziehbar. Dass die von den 

Prüfern aufgezeigten Mängel – insb. die fehlende Fragestellung und die 

Transkription der Interviews in arabischer Sprache – bei verschiedenen 

Unterbewertungen des Teils A berücksichtigt wurden, ist angesichts des 

Zusammenhangs zwischen den einzelnen inhaltlichen Kriterien, nicht zu 

beanstanden. 

3.6 Die Beschwerdeführerin argumentiert – neben dem unbeachtlichen 

Einwand, ihre Betreuerin erachte ihre Arbeit als wesentlich besser als sei-

tens der Experten eingestuft – lediglich, im Fach Geschichte seien gut vor-

bereitete Interviews mit Zeitzeugen eine geeignete Methode, um punktuell 

ein sinnvoll eingeschränktes Thema genauer zu erforschen, sie habe mit 

der Befragung verschiedener Fachpersonen und von Syrerinnen und 

Syrern eine erhebliche Eigenleistung erbracht und die formellen Anforde-

rungen seien erfüllt. Nach der Zustellung der Vernehmlassung reichte sie 

keine Replik ein und nahm insofern die Möglichkeit nicht wahr, weitere, 

substantiierte Einwendungen gegen die Ausführungen der Prüfer vorzu-

bringen. 

Die Experten werfen der Beschwerdeführerin indessen gar nicht vor, die 

Durchführung von Interviews sei nicht wissenschaftlich. Sie anerkennen 

auch die durch das Führen und Transkribieren der Interviews erbrachte 

Eigenleistung und dass die formellen Anforderungen an die Arbeit gröss-

tenteils erfüllt waren. Mit ihren Argumenten bezieht sich die Beschwerde-

führerin insofern gar nicht auf die von den Experten dargelegten Mängel, 

welche letztlich zu der ungenügenden Note geführt haben. 

Insgesamt gelingt es der Beschwerdeführerin daher nicht, den Nachweis 

zu erbringen, dass die Bewertung durch die Prüfungsexperten materiell 

nicht vertretbar ist, weil eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die 

Prüfungsleistungen offensichtlich unterbewertet worden wären. 

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Seite 12 

3.7 Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie ab-

zuweisen ist. 

4.  

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Verfahrenskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und Abs. 4bis Bst. a VwVG i.V.m. 

Art. 1 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). 

5.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang wird keine Parteientschädigung 

zugesprochen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

6.  

Gemäss Art. 83 Bst. t BGG kann dieses Urteil nicht mit Beschwerde in öf-

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Schweizerische Bundesge-

richt weitergezogen werden. Der vorliegende Entscheid ist demnach end-

gültig. 

 

  

B-2103/2018 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten von Fr. 500.– auferlegt. 

Dieser Betrag wird dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Beschwerdebeilagen 

zurück) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. 214.3 / (1-2); Einschreiben; Beilage:  

Vernehmlassungsbeilagen zurück) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Eva Schneeberger Simona Risi 

 

 

Versand: 13. Dezember 2018