# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e40e5fe0-c747-5df0-bbd8-af091b572214
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 31.07.2020 SK 2019 355
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-355_2020-07-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 19 355

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Juli 2020 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schaer (Präsidentin i.V.), 
Oberrichter Vicari, Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________
vertreten durch Fürsprecher D.________

Straf- und Zivilkläger/Berufungsführer

Gegenstand versuchte Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub, evtl. straf-
bare Vorbereitungshandlungen zu Mord und qualifiziertem Raub, 
Widerhandlungen gegen das Waffengesetz etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 9. August 2019 (PEN 2019 163)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland (Kollegialgericht) fällte am 9. August 2019 fol-
gendes Urteil (pag. 554 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der versuchten Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub, eventu-
aliter der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Mord und qualifiziertem Raub, angeblich 
begangen im Dezember 2017 bis am 15.01.2018 in Wabern, Niederwangen, Bremgarten b. Bern 
und Bern, zum Nachteil von C.________, F.________ und G.________;

2. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Fernmeldegesetz, angeblich begangen 
von Anfangs 2017 bis am 23.01.2018 in Wabern, durch Benutzung eines Funk-Störsenders;

3. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich 
begangen am 22.01.2018 in Wabern und Bern durch Führen eines Personenwagens in nicht fahr-
fähigem Zustand

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 23‘695.50 und Auslagen von CHF 1‘795.50, insgesamt bestimmt auf CHF 25‘491.00, an den Kan-
ton Bern.

Kosten der Untersuchung CHF 9'945.50
Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 1'250.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 12'500.00
Total CHF 23'695.50

Auslagen der Untersuchung CHF 1'795.50
Total CHF 1'795.50

Total Verfahrenskosten CHF 25'491.00

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘500.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 23‘991.00.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen 

1.1. im Herbst 2017 in Bern, durch Übertragen einer Faustfeuerwaffe an eine Person ohne Waf-
fenerwerbsschein,

1.2. im Herbst 2017 in Bern, durch widerrechtliches Mitführen einer Faustfeuerwaffe in einem 
Personenwagen;

3

2. der Widerhandlung gegen das Fernmeldegesetz, begangen vom 01.01.2018 bis 23.01.2018 in 
Wabern durch Besitz eines Funk-Störsenders

und in Anwendung der Art. 4 Abs. 1 Bst. a, 9c, 27, 33 Abs. 1 Bst. a WG, Art. 32b, 52 Abs. 1 Bst. g FMG, 
Art. 34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 51, 106 StGB, Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 900.00.

Die Untersuchungshaft von 2 Tagen wird auf die Geldstrafe angerechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 3 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten von CHF 1‘500.00.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 500.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1‘000.00.

III.

Betreffend Zivilpunkt wird erkannt:

1. Die Forderung des Straf- und Zivilklägers C.________ wird abgewiesen.

2. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden. 

IV.

Die Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ wird 
wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 77.58 200.00 CHF 15'516.00

CHF 281.50
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 15'797.50 CHF 1'216.40
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 17'013.90

Auslagen MWST-pflichtig

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ somit eine Entschä-
digung von CHF 17‘013.90 ausgerichtet. 

V.

Weiter wird verfügt:

1. Folgender Gegenstand wird nach Eintritt der Rechtskraft zuhanden des Waffenbüros des Kantons 
Bern zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
- Waffenkoffer mit Pistole Beretta 9mm (NR. 040611MC) inkl. abgefülltes Magazin.

2. Folgender Gegenstand wird nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 
StGB):
- 1 Funk-Störsender inkl. 6 Antennen.

3. Folgende beschlagnahmten Waffen und Zubehör werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils zwecks Durchführung des Verfahrens gemäss Art. 31 Waffengesetz dem Waffen-
büro des Kantons Bern übergeben zum weiteren Entscheid über deren Verbleib:

4

- 1 Flinte Winchester,
- 16 Pack Munition zu Flinte,
- 3 Wurfmesser in Holster,
- 4 Schachteln Munition zu Flinte,
- 1 Schlagring (Schlüsselanhänger),
- 1 Messer mit Lederholster,
- 1 Tomahawk mit Hülle.

4. Folgende Gegenstände werden der beschuldigten Person nach Eintritt der Rechtskraft des vorlie-
genden Urteils zurückgegeben:
- 1 Schutzweste,
- 1 Tool für Fensteröffnung (Glasbrecher),
- 1 Winkelschleifer Bosch,
- 1 Brecheisen blau,
- 1 Bergseil,
- 1 Universal-Schleifscheibe,
- 2 Strumpfmasken,
- 1 Rolle Klebeband silbern.

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils 
(PCN-Nr. .________) vorzeitig erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist vorzeitig 
erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer 
erkennungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

Mit Schreiben vom 14. August 2019 meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (pag. 
562) als auch C.________ (pag. 563; nachfolgend: Privatkläger) form- und fristge-
recht Berufung gegen das besagte Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland an. 
Die erstinstanzliche Urteilsbegründung datiert vom 12. September 2019 und wurde 
den Parteien mit Verfügung vom 13. September 2019 zugestellt (pag. 659 f.). Mit 
Eingabe vom 4. bzw. 7. Oktober 2019 reichte die Generalstaatsanwaltschaft die Be-
rufungserklärung ein und hielt fest, dass sich die Berufung auf den Freispruch von 
der Anschuldigung der versuchten Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub sowie 
entsprechend auf den Strafpunkt nebst Kosten- und Entschädigungsfolgen be-
schränke (pag. 669). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2019 reichte Fürsprecher 
D.________, namens und im Auftrag des Privatklägers, die Berufungserklärung ein, 
welche sich gegen den Schuldpunkt (Freispruch von der Anschuldigung der versuch-
ten Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub, eventualiter der strafbaren Vorbe-
reitungshandlungen zu Mord und qualifiziertem Raub) und den Zivilpunkt mit den 
damit einhergehenden Kosten- und Entschädigungsfolgen richtete (pag. 674). Die 
Parteien verzichteten schliesslich auf eine Anschlussberufung oder die Geltendma-
chung eines Nichteintretens auf die eingegangenen Berufungen (pag. 680 f.; pag. 
684 f.; pag. 687).

5

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 30./31. Juli 2020 statt.

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Hauptverhandlung wurden über A.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) ein aktueller Leumundsbericht (datierend vom 2. Juli 
2020; pag. 716 ff.) sowie ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 8. Juli 
2020; pag. 725) eingeholt. 

Im Rahmen der oberinstanzlichen Verhandlung wurden sodann die Auskunftsperson 
E.________, der Privatkläger und der Beschuldigte (teilweise erneut) befragt (pag. 
742 ff.). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
folgende Anträge (pag. 764 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Fünferbesetzung) vom 9. August 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Freisprüche von den Anschuldigungen der Widerhandlung gegen das Fernmeldegesetz, an-
geblich begangen anfangs 2017 bis am 31.01.2018 in Wabern durch Benutzung eines Funk-Stör-
senders und der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich begangen am 
22.01.2018 in Wabern und Bern durch Führen eines Personenwagens in nicht fahrfähigem Zu-
stand;

2. der Schuldsprüche wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen im 
Herbst 2017 durch Übertragen einer Faustfeuerwaffe an eine Person ohne Waffenerwerbsschein 
sowie durch widerrechtliches Mitführen einer Faustfeuerwaffe in einem Personenwagen und Wi-
derhandlung gegen das Fernmeldegesetz, begangen am 01.01.2018 bis 23.01.2018 in Wabern 
durch Besitz eines Funk-Störsenders;

3. der Verurteilung zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00 mit einer Pro-
bezeit von 2 Jahren und einer Übertretungsbusse von CHF 300.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 3 
Tagen);

4. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung des Waffenkoffers mit Pistole Beretta 9mm inkl. 
abgefülltes Magazin zuhanden des Waffenbüros, Einziehung eines Funk-Störsenders inkl. 6 An-
tennen, Übergabe von 1 Flinte, 16 Pack Munition zu Flinte, 3 Wurfmessern in Holster, 4 Schach-
teln Munition zu Flinte, 1 Schlagring, 1 Messer mit Lederholster und 1 Tomahawk mit Hülle an das 
Waffenbüro zwecks weiteren Entscheids und Rückgabe von 1 Schutzweste, 1 Tool für Fensteröff-
nung, 1 Winkelschleifer Bosch, 1 Brecheisen blau, 1 Bergseil, 1 Universal-Schleifscheibe, 2 
Strumpfmasken, 1 Rolle Klebeband an den Beschuldigten

6

II.

A.________ sei schuldig zu erklären der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Mord und qua-
lifiziertem Raub, begangen im Dezember 2017 bis am 18.01.2018 in Wabern, Niederwangen, Brem-
garten b. Bern und Bern, zum Nachteil von C.________, F.________ und G.________.

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 47, 51, 260bis Abs. 1 Bst. b und d StGB, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft von 2 Tagen;

2. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

2. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

3. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

4. Das Urteil sei der Kantonspolizei Bern, Fachbereich Waffen, Sprengstoff und Gewerbe (Art. 31 
WG), dem Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen (Art. 3 Ziff. 13 Mitteilungsverordnung) und 
dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons Bern., Abteilung Administrative Ver-
kehrssicherheit (Art. 104 SVG) mitzuteilen.

4.2 Privatkläger

Fürsprecher D.________ stellte für den Privatkläger im Rahmen der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung folgende Anträge (pag. 766; Hervorhebungen im Original):

1. Der Angeklagte sei schuldig zu sprechen der versuchten Anstiftung zu Mord und qualifiziertem 
Raub, begangen im Dezember 2017 bis 15. Januar 2018 in Wabern, Niederwangen, Bremgarten 
b. Bern und Bern, u.a. zum Nachteil des Privatklägers.

2. Der Angeklagte sei in Anwendung der entsprechenden Bestimmungen des StGB und der StPO 
zu verurteilen

2.1. zu einer angemessenen Strafe;

2.2. zur Bezahlung einer Genugtuung von CHF 10'000.00 zzgl. Zins von 5% seit dem 15. Ja-
nuar 2018 an den Privatkläger;

2.3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten inkl. Auslagen;

7

2.4. zur Bezahlung einer angemessenen Parteikostenentschädigung an den Privatkläger für 
das erstinstanzliche Verfahren gemäss Kostennote vom 7. August 2019 sowie für das obe-
rinstanzliche Verfahren gemäss noch einzureichender Kostennote, je hälftig auf den Straf- 
bzw. Zivilpunkt entfallend.

An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass zwischen den schriftlich eingereichten 
Anträgen und den mündlich gestellten Anträgen insofern eine Abweichung besteht, 
als dass anlässlich der mündlich gestellten Anträge Zins seit dem 21. Januar 2018 
verlangt wurde (pag. 757).

4.3 Verteidigung

Die Verteidigung stellte für den Beschuldigten anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung folgende Anträge (pag. 768; Hervorhebungen im Original):

I.

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 9. August 2019 in 
Bezug auf die Freisprüche wegen Widerhandlung gegen das Fernmeldegesetz sowie der Wider-
handlungen gegen das SVG sowie der Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Waffen-
gesetz in Rechtskraft erwachsen ist;

2. A.________ sei vollumfänglich freizusprechen vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zu Mord 
und zu qualifiziertem Raub sowie eventualiter der strafbaren Vorbereitungshandlungen zu Mord 
und zu qualifiziertem Raub.

3. A.________ sei zu verurteilen:

3.1. Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, unter Aufschub des Vollzuges bei 
einer Probezeit von 2 Jahren und unter Anrechnung der 2-tägigen Untersuchungshaft.

3.2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 300.00.

4. Die erst- und oberinstanzlichen Kosten seien, soweit den Betrag von CHF 1'500.00 übersteigend, 
vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

5. Die Zivilklage des Privatklägers sei vollumfänglich abzuweisen

II.

Alle weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). Die Generalstaatsanwaltschaft und der Privatkläger haben das Urteil nur teil-
weise angefochten. Zu überprüfen sind daher der Freispruch von der Anschuldigung 
der versuchten Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub, evtl. der strafbaren Vor-
bereitungshandlungen zu Mord und qualifiziertem Raub (Ziff. I.1. des erstinstanzli-
chen Dispositivs), der gesamte Kosten- und Entschädigungspunkt (ausgenommen 
hiervon sind erstinstanzliche Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'500.00), der 

8

Zivilpunkt (Ziff. III. des erstinstanzlichen Dispositivs) sowie die praxisgemäss (ohne-
hin) neu zu erlassenen Verfügungen über das DNA-Profil und die erkennungsdienst-
lichen Daten (Ziff. V. 5-6 des erstinstanzlichen Dispositivs).

Da (u.a.) die Generalstaatsanwaltschaft Berufung erklärt hat (pag. 1003 f.), kann das 
Urteil betreffend das Strafmass auch zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert 
werden; das Verschlechterungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») gilt diesbe-
züglich nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO, Art. 401 Abs. 1 i.V.m. Art. 399 Abs. 3 und 4 
StPO). Die Kammer verfügt bei der Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils über 
volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeine Grundlagen zur Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und 
der Aussagenanalyse im Speziellen wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz verwiesen (S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 578 ff.).

7. Ausgangslage

7.1 Vorwurf gemäss Ziff. I. 1. der Anklageschrift 

Dem Beschuldigten wird im Rahmen der Anklageschrift Folgendes vorgeworfen:

Versuchte Anstiftung zu Mord und qualifiziertem Raub (Art. 22 i.V.m. Art. 24 i.V.m. Art. 
112 und Art. 140 Ziffer 2 StGB)

begangen im Dezember 2017 bis am 15.01.2018 in Wabern, Niederwangen, Bremgarten b. Bern und 
Bern, zum Nachteil von C.________, F.________ und G.________.

Im Dezember 2017 kamen A.________ und E.________ im X.________ ins Gespräch, wobei 
A.________ fragte, ob E.________ „C.________" (C.________) kenne. In der Folge erzählte 
A.________ E.________, dass „C.________" einen Tresor habe, in welchem sich Gold und über CHF 
100'000.- befinden würde und dass es ihm am liebsten wäre, wenn „C.________", dessen Frau und 
G.________, der Sohn von „C.________", weg wären. A.________ fragte E.________ zudem, ob er 
etwas Geld verdienen wolle. Diese Aussagen wiederholte A.________ während den nächsten Treffen 
mehrfach gegenüber E.________. Bis zum 15.01.2018 trafen sich A.________ und E.________ 
mehrfach (2 bis 3 Mal wöchentlich), wobei A.________ gegenüber E.________ den Plan äusserte, 
gemeinsam zum Domizil von „C.________" gehen zu wollen, wo E.________ nach dem Öffnen der 
Türe durch „C.________" oder dessen Ehefrau, die Frau, „C.________" und G.________ „wegknallen" 
solle, während A.________ den Tresor, welcher sich in einem Büro im Keller befinde, mit Hilfe einer 
Trennscheibe öffnen und die Wertsachen einpacken werde. A.________ versprach E.________ die 
Hälfte des so erlangten Geldes. 

Zur Unterstreichung seines Plans zeigte A.________ E.________ an seinem Domizil in H.________ im 
Keller seinen Waffenschrank, welcher eine Pump-Action, einen Revolver Kal. 45, eine Pistole Luger 
9mm sowie ein 3-er Set Wurfmesser beinhaltete. Auch zeigte er ihm eine kugelsichere Schutzweste, 
ein Paar Handschuhe sowie zwei Textil-Sturmmasken und sagte, diese Sachen würden der Tat dienen. 
Ende Dezember 2017 begab sich A.________ zudem mit E.________ ins Bauhaus in Niederwangen, 
wo A.________ ein silbriges Klebeband, eine Trennscheibe und ein Brecheisen kaufte. Im Auto führte 

9

A.________ ausserdem eine Flasche Javelwasser mit sich, um danach allfällige Spuren entfernen zu 
können. 

A.________ gab gegenüber E.________ an, dieser könne zur Ausführung eine Pistole benutzen. Er 
erklärte E.________, dass ihm noch ein Schalldämpfer fehle, er aber im Internet gesehen habe, wie 
man einen solchen selber basteln könne. 

A.________ erzählte E.________ Details über die Familie C.________, bspw. wie die Frau und der 
Sohn heissen, wo der Sohn arbeite und wo sich dieser jeweils im Domizil aufhalte. Auch zeigte 
A.________ E.________ das Domizil der Familie C.________. Bei diesem Auskundschaften ging 
A.________ an der Türe klingeln, während E.________ draussen im Auto wartete. Als F.________ die 
Türe öffnete, sprach A.________ mit dieser, wobei er ihr vorschlug, einen fingierten Raubüberfall auf 
sie vorzutäuschen und den Tresor auszuräumen, wobei F.________ aber nicht darauf einging. 

Am 15.01.2018 verabredete sich A.________ schliesslich um 10.00 Uhr mit E.________ auf der 
Parkterrasse des Bahnhofs Bern, um anschliessend den vorerwähnten Plan umzusetzen. E.________ 
erschien jedoch nicht zu diesem Treffen.

Durch sein Handeln versuchte A.________ bei E.________ einerseits den Vorsatz, die Familie 
C.________ skrupellos und nur des Geldes wegen brutal zu töten, um seinerseits im Anschluss deren 
Tresor entleeren und sich am Inhalt bereichern zu können, hervorzurufen. Andererseits versuchte er 
dadurch bei E.________ den Vorsatz und die Absicht hervorzurufen, sich mit dem ihm von A.________ 
versprochenen Anteil des am Domizil der Familie C.________ unter Mitführen einer Schusswaffe zu 
entwendenden Geldes unrechtmässig zu bereichern. Dies gelang A.________ jedoch nicht. 
E.________ hörte sich den Plan von A.________ an, hatte jedoch selber nie die Absicht, das von 
A.________ verlangte bzw. vorgeschlagene Vorgehen umzusetzen.

eventualiter

Strafbare Vorbereitungshandlungen zu Mord und qualifiziertem Raub (Art. 260bis Abs. 1 Bst. b 
und d StGB)

begangen im Dezember 2017 bis am 15.01.2018 in Wabern, Niederwangen, Bremgarten b. Bern und 
Bern, zum Nachteil_C.________, F.________ und G.________.

Im Dezember 2017 kamen A.________ und E.________ im X.________ ins Gespräch, wobei 
A.________ fragte, ob E.________ „C.________" (C.________) kenne. In der Folge erzählte 
A.________ E.________, dass „C.________" einen Tresor habe, in welchem sich Gold und über CHF 
100'000.- befinden würde und dass es ihm am liebsten wäre, wenn „C.________", dessen Frau und 
G.________, der Sohn von „C.________", weg wären. A.________ fragte E.________ zudem, ob er 
etwas Geld verdienen wolle. Diese Aussagen wiederholte A.________ während den nächsten Treffen 
mehrfach gegenüber E.________. Bis zum 15.01.2018 trafen sich A.________ und E.________ 
mehrfach (2 bis 3 Mal wöchentlich), wobei A.________ gegenüber E.________ den Plan äusserte, 
gemeinsam zum Domizil von „C.________“ gehen zu wollen, wo E.________ nach dem Öffnen der 
Türe durch „C.________" oder dessen Ehefrau, die Frau, „C.________" und G.________ „wegknallen" 
solle, während A.________ den Tresor, welcher sich in einem Büro im Keller befinde, mit Hilfe einer 
Trennscheibe öffnen und die Wertsachen einpacken werde. A.________ versprach E.________ die 
Hälfte des so erlangten Geldes.

Zur Unterstreichung seines Plans zeigte A.________ E.________ an seinem Domizil in H.________ im 
Keller seinen Waffenschrank, welcher eine Pump-Action, einen Revolver Kal. 45, eine Pistole Luger 
9mm sowie ein 3-er Set Wurfmesser beinhaltete. Auch zeigte er ihm eine kugelsichere Schutzweste, 

10

ein Paar Handschuhe sowie zwei Textil-Sturmmasken und sagte, diese Sachen würden der Tat dienen. 
Ende Dezember 2017 begab sich A.________ zudem mit E.________ ins Bauhaus in Niederwangen, 
wo A.________ ein silbriges Klebeband, eine Trennscheibe und ein Brecheisen. kaufte. Im Auto führte 
A.________ ausserdem eine Flasche Javelwasser mit sich, um danach allfällige Spuren entfernen zu 
können. 

A.________ gab gegenüber E.________ an, dieser könne zur Ausführung eine Pistole benutzen. Er 
erklärte E.________, dass ihm noch ein Schalldämpfer fehle, er aber im Internet gesehen habe, wie 
man einen solchen selber basteln könne. 

A.________ erzählte E.________ Details über die Familie C.________, bspw. wie die Frau und der 
Sohn heissen, wo der Sohn arbeite. Auch zeigte ihm A.________ das Domizil der Familie C.________. 
Bei diesem Auskundschaften ging A.________ an der Türe klingeln, während E.________ draussen im 
Auto wartete. Als F.________ die Türe öffnete, sprach A.________ mit dieser, wobei er ihr vorschlug, 
einen fingierten Raubüberfall auf sie vorzutäuschen und den Tresor auszuräumen, wobei F.________ 
nicht darauf einging. 

Am 15.01.2018 verabredete sich A.________ schliesslich um 10.00 Uhr mit E.________ auf der 
Parkterrasse des Bahnhofs Bern, um anschliessend den vorerwähnten Plan umzusetzen. E.________ 
erschien jedoch nicht zu diesem Treffen.

Mit diesem Handeln traf A.________ im Hinblick auf seinen Plan, die Familie C.________ skrupellos 
und nur des Geldes wegen brutal durch E.________, welchen er dafür anzuheuern versuchte, mittels 
Erschiessen zu töten, um seinerseits im Anschluss deren Tresor entleeren und sich an dessen Inhalt 
unrechtmässig bereichern zu können zahlreiche konkrete Vorkehrungshandlungen zu einem Raubmord 
sowie aufgrund des Mitführens einer Schusswaffe zu einem qualifizierten Raub, welche nach ihrer Art 
und ihrem Umfang (Kontaktierung von E.________ als „Ausführer" der Tötungen, Auskundschaftungen 
vor Ort, Recherchen im Internet betreffend Herstellung eines Schalldämpfers, Beschaffung von div. 
Material im Bauhaus, Mitführen von Javelwasser, Vereinbarung eines Treffens mit E.________ zwecks 
Ausführung, etc.) so weit fortgeschritten waren, dass davon auszugehen ist, dass A.________ seine 
Absicht bzw. seinen Plan umgesetzt hätte, wäre E.________ zum vereinbarten Treffen am 15.01.2018 
erschienen.

7.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zusammengefasst zum 
Ergebnis, dass zwar einige Indizien für die angeklagte Version eines geplanten 
Raubmordes sprechen würden, die meisten der objektiv feststehenden bzw. zuge-
standenen Tatsachen sich mit der Variante eines fingierten Raubes aber ebenso gut 
oder sogar besser erklären lassen würden. Es komme letztlich auf die Wertung der 
Aussagen von E.________ an, welcher als Person und von seiner Vergangenheit 
her aber nicht besonders glaubwürdig sei. Seine Aussagen seien auch über weite 
Teile nicht überzeugend, sondern mit Widersprüchen behaftet, würden nur wenige 
Realitätskriterien aufweisen und es gebe Anhaltspunkte dafür, dass er seine War-
nung gegenüber der Familie C.________ und seine Aussagen gegenüber der Polizei 
aus finanziellen Motiven gemacht habe. Es würden insgesamt in solch einem Aus-
mass Zweifel an der Mordversion bzw. an der diesbezüglichen Behauptung von 
E.________ bestehen, dass sich das Gericht nicht von der angeklagten Version 

11

überzeugen könne und der Beschuldigte von der Anklageziffer 1 (inkl. Eventualan-
klage) freizusprechen sei (S. 72 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 643 
f.).

8. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

8.1 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin I.________ brachte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung zusammengefasst vor, dass es sich die Vorinstanz sehr einfach gemacht 
habe, indem sie gesagt habe, E.________ sei als Person unglaubwürdig. Es könne 
zwar sein, dass dieser aufgrund seiner Vergangenheit und Persönlichkeit einen 
zwielichtigen Eindruck mache und es könne auch nicht ausgeschlossen werden, 
dass er seine Aussagen teilweise ausgeschmückt und eine Gegenleistung erwartet 
habe. Nur deshalb auf die Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen zu schliessen, sei aber 
zu einfach. Die Aussagen von E.________ würden viele Realkennzeichen enthalten 
und seien im Kerngeschehen glaubhaft. Zudem lasse sich der von ihm geschilderte 
Sachverhalt auch durch die objektiven Beweismittel ergänzen. Die Aussagen des 
Beschuldigten seien demgegenüber nicht glaubhaft. Er habe keine vollkommen 
spontanen Aussagen gemacht, habe abweisend und wortkarg reagiert und die ge-
gen ihn erhobenen Vorwürfe auch nicht ernst genommen. Sodann habe er auch wi-
dersprüchlich ausgesagt, etwa betreffend sein Verhältnis zu Frau F.________. Der 
Privatkläger und seine Ex-Frau hätten sodann ehrlich erschüttert gewirkt und die 
Aussagen von F.________ seien von der Vorinstanz zu Recht als glaubhaft bezeich-
net worden. Wenn man nun alles zusammen betrachte, so seien einzelne Punkte 
zwar noch offen, das Gesamtbild sei aber dennoch erkennbar. Die Vorinstanz habe 
noch ausgeführt, dass die Variante des fingierten Raubes mindestens gleich plausi-
bel sei wie der Raubmord. Das Eine schliesse das Andere allerdings nicht aus, wobei 
der Raubmord für den Beschuldigten aber klar im Vordergrund gestanden habe. Es 
sei nach dem Gesagten davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte und 
E.________ im Dezember 2017 im X.________ kennengelernt hätten, wobei der Be-
schuldigte ihm zahlreiche Details über die Familie C.________ verraten und 
E.________ von ihm die Aufgabe erhalten habe, die Mitglieder der Familie 
C.________ zu erschiessen, währenddessen der Beschuldigte den Tresor geöffnet 
und die Wertsachen eingepackt hätte. E.________ seien mehrere Waffen und Ma-
terialien gezeigt worden, er sei mit dem Beschuldigten im Bauhaus gewesen und sie 
seien gemeinsam zum Haus der C.________ gefahren. Man habe sich für den 15. 
Januar 2018 verabredet, um den Plan in die Tat umzusetzen, E.________ sei jedoch 
nicht erschienen. Der Beschuldigte sei daraufhin nochmals zu F.________ gefahren 
und habe ihr erneut einen fingierten Raub vorgeschlagen. 

Für weitergehende Ausführungen wird auf das Protokoll der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung verwiesen (pag. 751 ff.).

12

8.2 Privatkläger

Fürsprecher D.________ brachte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhand-
lung zusammengefasst vor, dass E.________, der Privatkläger und F.________ den 
Behörden den Sachverhalt direkt oder indirekt so geschildert hätten, wie er nunmehr 
in der Anklageschrift aufgeführt sei. Einzig der Beschuldigte behaupte etwas Ande-
res. Es stelle sich vorliegend die Frage, weshalb der Beschuldigte E.________ kon-
taktiert und die beiden gemeinsam zum Domizil der Familie C.________ gefahren 
seien und zu welchem Zweck sich der Beschuldigte am 15. Januar 2018 mit 
E.________ verabredet habe. Die Ausführungen des Beschuldigten, wonach er 
E.________ dem Privatkläger habe vorstellen wollen, seien alles andere als über-
zeugend. Das Gespräch habe dazu gedient, E.________ als Komplizen zu gewin-
nen. Folge man den Aussagen von E.________, sei ein Raubmord geplant gewesen, 
wofür auch zahlreiche sichergestellte Gegenstände sprechen würden. Für einen fin-
gierten Raub brauche man keine Maske oder kein Javelwasser, diese Gegenstände 
würden entsprechend nicht zu der Variante eines fingierten Raubes passen. Zu er-
gänzen sei, dass auch der Beschuldigte nie behauptet habe, er habe einen fingierten 
Raub durchführen wollen. Wäre es um einen solchen gegangen, so hätte der Be-
schuldigte keinen Komplizen gebraucht. Es sei kein anderer Schluss denkbar, als 
das etwas weitaus Gravierenderes geplant gewesen sei. Für einen Komplott gegen 
den Beschuldigten würden sodann keine konkreten Hinweise bestehen und es sei 
aufgrund der Persönlichkeit von E.________ naheliegend, dass dieser Geld vom Pri-
vatkläger erwartet habe.

Für weitergehende Ausführungen wird auf das Protokoll der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung verwiesen (pag. 755 ff.).

8.3 Verteidigung

Die Verteidigung brachte im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung zu-
sammengefasst vor, dass von der nötigen Klarheit betreffend den Vorwurf des Raub-
mords nicht die Rede sein könne. Alles sei diffus, widersprüchlich, primär grau und 
die beteiligten Personen seien allesamt undurchsichtig. Bei dieser Sachlage bedürfe 
es der Strenge der Strafprozessordnung. Aus Sicht der Verteidigung habe das Fazit 
der Vorinstanz (zum Freispruch) auch heute – nach durchgeführtem Beweisverfah-
ren – nach wie vor Geltung, weshalb der erstinstanzliche Freispruch zu bestätigen 
sei. Die heutige Aussage bzw. Nicht-Aussage von E.________ habe sich nahtlos in 
sein unglaubwürdiges Aussageverhalten eingereiht. Zweifel am zitierten Fazit der 
Vorinstanz hätten damit nicht geweckt werden können. Es bleibe daher anzuneh-
men, dass die Aussagen von E.________ inhaltlich nicht überzeugend, sondern mit 
Widersprüchen behaftet und aus finanziellen Gründen erfolgt seien. Eine Gegenleis-
tung sei ihm aber offenbar bis heute vorenthalten worden, weshalb er wohl auch 
nicht mehr ausgesagt habe. Die Anklageschrift stütze sich im Wesentlichen auf die 
(daher kontaminierten) Aussagen von E.________, welche widersprüchlich und vol-
ler Ungereimtheiten seien. Es lasse sich nicht genau erklären, was sich effektiv zu-
getragen habe. An der angeklagten Sachverhaltsversion würden allerdings erhebli-
che Zweifel bestehen. Vorausgesetzt, dass die Aussagen von F.________ der Wahr-
heit entsprechen würden, sei höchstens ein fingierter Raub geplant gewesen. Es 
liege nahe, dass die ganze Angelegenheit aufgrund der Differenzen zwischen dem 

13

Beschuldigten und dem Privatkläger (CBD-Handel) von Letzterem aufgebauscht 
worden sei, um sich beim Beschuldigten zu «revanchieren». Zusammenfassend 
müsse man zum gleichen Schluss wie die Vorinstanz gelangen und der Beschuldigte 
sei in dubio pro reo von den angeklagten Vorwürfen freizusprechen.

Für weitergehende Ausführungen wird auf das Protokoll der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung verwiesen (pag. 758 ff.).

9. Unbestrittener / Bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist im Wesentlichen unbestritten, dass sich der Beschuldigte und 
E.________ im Dezember 2017 im X.________ kennengelernt haben und der Be-
schuldigte E.________ viel über die Familie C.________ (so etwa wo der Sohn 
G.________ arbeite) erzählt hat. Der Beschuldigte war seit vielen Jahren mit dem 
Privatkläger bzw. der Familie C.________ befreundet, der Beschuldigte und der Pri-
vatkläger hatten dabei auch geschäftlich miteinander zu tun (J.________ AG, 
Y.________), wobei es in der letzten Zeit zu Spannungen zwischen den beiden ge-
kommen ist. Unbestritten ist ferner, dass E.________ den Beschuldigten zu Hause 
besucht und Letzterer ihm in dessen Keller verschiedene Gegenstände (Waffe, 
Brechstange, Sturmmaske etc.) gezeigt hat. Der Beschuldigte bestreitet ferner nicht, 
dass er zwei Mal beim Domizil der Familie C.________ gewesen ist (30. Dezember 
2017 und 15. Januar 2018), beide Male mit F.________ gesprochen und 
E.________ beim ersten Mal dabei gewesen sei, allerdings draussen im Auto ge-
wartet hat. Unbestritten ist ferner, dass der Beschuldigte am 29. Dezember 2017 im 
Bauhaus in Niederwangen gewesen ist, wo er Klebeband, eine Trennscheibe und 
ein Brecheisen gekauft sowie dass er etwas früher auf Google unter anderem nach 
einer Bauanleitung für einen Schalldämpfer gesucht hat. Unbestritten ist schliesslich 
auch, dass sich der Beschuldigte und E.________ für den 15. Januar 2018 verabre-
det hatten, das Treffen auf 10:00 Uhr verschoben wurde und Letzterer nicht aufge-
taucht ist.

Bestritten ist demgegenüber, dass der Beschuldigte E.________ als Komplize für 
einen Raubmord bzw. einen fingierten Raub habe anheuern wollen, Letzteren über 
einen Tresor im Hause C.________ informiert und diesem auch gesagt habe, dass 
es ihm (dem Beschuldigten) lieber sei, wenn «C.________», dessen Frau und der 
Sohn G.________ «weg» wären. Bestritten ist weiter, dass E.________ den Be-
schuldigten beim Einkauf im Bauhaus in Niederwangen begleitet habe und Ersterer 
den Auftrag gehabt hätte, die Familie C.________ «wegzuknallen», so dass der Be-
schuldigte den Tresor des Privatklägers hätte ausräumen können. E.________ hätte 
hierzu eine Pistole benutzen sollen, wobei noch ein Schalldämpfer gefehlt habe. 
Weiter ist bestritten, dass der Beschuldigte F.________ zwei Mal (am 30. Dezember 
2017 und am 15. Januar 2018) einen fingierten Raub vorgeschlagen und er sich am 
15. Januar 2018 zwecks Umsetzung des Raubmords mit E.________ auf der Park-
terrasse in Bern verabredet habe. Umstritten ist sodann auch das Verhältnis zwi-
schen E.________ und dem Privatkläger sowie ob Ersterem für seine Aussagen bei 
den Behörden Geld bzw. eine Gegenleistung angeboten resp. ob er hierfür bezahlt 
worden sei. 

10. Beweismittel

14

Vorweg ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die vorliegenden Beweismittel ausführ-
lich wiedergegeben (und teilweise sogleich gewürdigt) hat. Es wird daher darauf ver-
zichtet, die Beweismittel erneut zusammenzufassen. Hierfür wird auf die vorinstanz-
lichen Ausführungen verwiesen (S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 580 ff.). Soweit notwendig, wird im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdi-
gung näher auf die konkreten Beweismittel eingegangen. Dies gilt auch für die an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gemachten Aussagen (pag. 742 
ff.). Die vorliegenden Beweismittel werden – der guten Ordnung halber – nachfol-
gend dennoch kurz aufgelistet.

10.1 Objektive Beweismittel

Im Rahmen der Hausdurchsuchungen vom 23./24. Januar 2018 (pag. 205 f., pag. 
221 f.) wurden am Domizil des Beschuldigten diverse Gegenstände sichergestellt 
(1 Flinte Winchester [Pump-Action] plus zugehörige Munition plus weitere Munition, 
4 Messer in Holster [davon drei Wurfmesser], 1 Jammer [Funk-Störsender] mit 6 
Antennen, 1 Schutzweste, 1 Schlagring, 1 Tool für Fensteröffnung, 1 Mobiltelefon 
Samsung, 1 Winkelschleifer Bosch, 1 Beil Tomahawk mit Hülle, 1 Brecheisen blau, 
1 Bergseil, 1 Universal-Schleifscheibe (Diamanttrennscheibe), 2 Strumpfmasken, 1 
Rolle Klebeband silber [originalverpackt]). Den Akten liegt eine von der Polizei hier-
von erstellte Fotodokumentation bei (pag. 209 ff.; pag. 224 ff.). Sodann befindet 
sich eine Quittung vom Bauhaus Niederwangen in den Akten, wonach am 29. De-
zember 2017 um 13:16 Uhr ein Reparaturband, ein Nageleisen, eine Diamattrenn-
scheibe und GWS 750-115 (Winkelschleifer Bosch) gekauft und bar bezahlt worden 
sind (pag. 232). 

Im Rahmen der Hausdurchsuchung vom 23. Januar 2018 bei K.________ wurde 
in einem roten Schuhkarton eine Beretta 9mm in einem Waffenkoffer inkl. abgefüll-
tem Magazin sichergestellt (pag. 236 f.). Den Akten liegt auch eine diesbezügliche 
Fotodokumentation der Polizei bei (pag. 239 ff.).

Das sichergestellte Mobiltelefon Samsung des Beschuldigten wurde durch die 
Kantonspolizei Bern, Fachbereich Digitale Forensik (FDF) ausgewertet. Der Kammer 
liegt sowohl der entsprechende Bericht (sog. Extraktionsbericht; pag. 244 ff.) und die 
Festplatte vor. Sodann liegen der Kammer zahlreiche sogenannte Auswertungser-
gebnisse vor (auf welche im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung – in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz – ebenfalls direkt verwiesen wird). Als Auswer-
tungsergebnisse liegen der Kammer der Browserverlauf des Beschuldigten (vgl. 
zahlreiche Suchanfragen pag. 248 ff.; vgl. auch S. 11 f. der erstinstanzlichen Urteils-
begründung; pag. 582 f.), diverse E-Mails und Whatsapp des Beschuldigten in Sa-
chen J.________ AG (pag. 269 ff., pag. 275 ff., pag. 279 ff.; vgl. auch S. 12 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 583 f.), der SMS-Verlauf des Beschuldig-
ten mit «L.________» und «M.________» (pag. 297 ff.; vgl. auch S. 13 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 584), diverse Kommunikation zwischen dem 
Beschuldigten und E.________ (pag. 306 ff., pag. 309 ff.; vgl. auch S. 13 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 584 f.), diverse Kommunikation zwischen dem 
Beschuldigten und dem Privatkläger (pag. 314 ff., pag. 321 ff.; vgl. auch S. 14 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 585 ff.), diverse Kommunikation zwischen 

15

dem Beschuldigten und F.________ (pag. 348 ff.; vgl. auch S. 17 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 588 f.) und diverse Kommunikation zwischen dem 
Beschuldigten und K.________ (vgl. Extraktionsbericht und S. 18 f. der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung; pag. 589 f.) vor. Sodann liessen sich der Mobiltelefonaus-
wertung auch verschiedene (und für den vorliegenden Fall interessierende) Anten-
nenstandorte entnehmen (vgl. Extraktionsbericht und S. 19 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 590 f.).

Der Kammer liegen weiter Kontoauszüge des Beschuldigten der Monate Dezember 
2017 und Januar 2018 (pag. 368 ff.), Betreibungsregisterauszüge vom 5. Februar 
und 16. März 2018 (pag. 398 ff. und pag. 401 ff.), die Steuererklärung des Jahres 
2016 und die Veranlagungsverfügung des Jahres 2014 vor (pag. 408 ff.; pag. 415 
ff.).

Weiter sind den Akten zwei ärztliche Atteste von Dr. med. N.________ zu entneh-
men (vom 26. Februar 2018 [pag. 386] und vom 13. März 2018 [pag. 93]).

Schliesslich liegen der Kammer als objektive Beweismittel zwei vom Privatkläger 
eingereichte SMS-Nachrichten (pag. 133 f.) vom 29. August 2018 (von der Num-
mer +.________) bzw. vom 3. September 2018 (von der Nummer +.________) und 
eine Handynotiz von F.________ (Screenshot ab Mobiltelefon; pag. 59) vor.

10.2 Subjektive Beweismittel

Als subjektive Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 12. April 
2018 (pag. 15 ff.), eine Aktennotiz von Staatsanwältin O.________ vom 4. Sep-
tember 2018 (pag. 443), die Aussagen des Beschuldigten (pag. 39 ff., pag. 46 ff., 
pag. 64 ff., pag. 94 ff., pag. 525 ff., pag. 748 ff.), die Aussagen von F.________ 
(pag. 159 ff., pag. 172 ff., pag. 186 ff.), die Aussagen des Privatklägers (pag. 106 
ff., pag. 110 ff., pag. 124 ff., pag. 520 ff., pag. 744 ff.), die Aussagen von E.________ 
(pag. 135 ff., pag. 138 ff., pag. 152 ff., pag. 742 f.) sowie diejenigen von K.________ 
(pag. 197 ff.) vor.

11. Beweiswürdigung der Kammer

11.1 Vorbemerkungen

Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass sich die Kammer der erstinstanzlichen Beweis-
würdigung im Wesentlichen anschliessen kann. Die erstinstanzliche Urteilsbegrün-
dung ist sorgfältig verfasst und die Vorinstanz hat alles Wesentliche erfasst und die 
verschiedenen (allenfalls möglichen) Varianten eingehend beleuchtet. In diesem 
Sinne kann vorweg auf die Beweiswürdigung der Vorinstanz verwiesen werden.

11.2 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde am 23. Januar 2018 erstmals zu den nunmehr noch rele-
vanten Vorwürfen befragt. Dabei fällt auf, dass dieser die schweren Vorwürfe nicht 
ernst nahm bzw. teilweise gar ins Lächerliche zog und sich nicht ernsthaft zu vertei-
digen versuchte. So entgegnete er etwa auf den entsprechenden Vorhalt, wonach 
E.________ den Privatkläger hätte «wegblasen» sollen, mit «Mit was denn? Hätte 
ich ihm eine Blaskapelle zur Verfügung stehen sollen? Ich sehe den Sinn und den 
Zweck nicht» (pag. 42, Z. 86 ff.). Auch auf Nachfrage, warum er denn von diesen 

16

Leuten so schwer beschuldigt werde, gab der Beschuldigte keine konkrete Antwort 
oder stellte – wie dies üblicherweise zu erwarten wäre – keine entsprechenden Über-
legungen an. Der Beschuldigte beschränkte sich darauf, dass er seither vergebens 
versucht habe, dass Gespräch mit dem Privatkläger zu suchen (pag. 43, Z. 168 ff.). 
Im gleichen Masse ausweichend und überdies salopp reagierte der Beschuldigte 
auch auf den Vorwurf des fingierten Raubes. Hierzu wollte er nichts sagen und führte 
lediglich aus: «Wenn man sowas glaubt, ist man selber schuld» (pag. 43, Z. 163 ff.). 
Der Beschuldigte verharmloste nicht nur die ihm gegenüber erhobenen Vorwürfe, 
sondern auch die Erwartungen und Streitereien mit dem Privatkläger und meinte 
hierzu etwa, dass es sich bei dem Problem mit dem Privatkläger und E.________ 
lediglich um ein Missverständnis handle und dieses mit einer vernünftigen Ge-
sprächsführung gelöst werden könne (pag. 44, Z. 194 ff.). Die erwähnten Schulden 
in der Höhe von CHF 25'000.00 beim Privatkläger versuchte er ebenfalls eher her-
unterzuspielen. Im Rahmen dieser ersten Einvernahme entstand – wie dies die Vor-
instanz richtigerweise festgehalten hat – der Eindruck, als wolle der Beschuldigte 
nicht mit der ganzen Geschichte rausrücken. Merkwürdig mutet in diesem Zusam-
menhang auch an, dass der Beschuldigte zunächst beiläufig erwähnte, er sei vor ca. 
2-3 Wochen bei F.________ gewesen (pag. 42, Z. 108 f.), später jedoch zu Protokoll 
gab, dass am 15. Januar 2018 – also rund eine Woche vor besagter Einvernahme – 
ein «Spontanbesuch» stattgefunden habe (pag. 43, Z. 156 f.). Zwar bestritt der Be-
schuldigte, dass er auch am 31. Dezember 2017 bei F.________ vorgesprochen 
habe, dies kann ihm jedoch – wie die Vorinstanz richtigerweise festhält – nicht vor-
gehalten werden, zumal sich der Vorhalt auf den 31. Dezember 2017 und nicht auf 
den 30. Dezember 2017 (wo der Besuch stattgefunden hat) bezog. Jedoch waren 
auch nicht alle Aussagen des Beschuldigten vage, relativierend und ausweichend. 
So gab er, auf die sichergestellte Pump-Gun angesprochen, ohne Umschweife zu 
Protokoll, dass er nebenbei auch eine Beretta 9mm besitze, welche er bei seinen 
Eltern zu Hause lagere und vor etwa 20 Jahren gekauft habe (pag. 42, Z. 127 ff.). 
Diese Waffe war den Behörden zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt, der Beschul-
digte hätte sie ohne weiteres verschweigen können, was er allerdings nicht tat. Der 
Beschuldigte gab zwar zunächst noch an, dass sich die Beretta 9mm bei seinen 
Eltern befinde, korrigierte seine Aussage aber dann dahingehend, dass sich die be-
sagte Waffe wohl doch eher bei einem Freund, K.________, im Estrich befinde (pag. 
42, Z. 128 ff.; pag. 20). Die Korrektur erfolgte allerdings erst nachdem dem Beschul-
digten eröffnet wurde, dass bei seinen Eltern eine Hausdurchsuchung durchgeführt 
werde und ein entsprechender Hausdurchsuchungsbefehl bereits ausgestellt war 
(pag. 234 f.). Auch die Kammer stellt sich die Frage, weshalb der Beschuldigte die 
Beretta 9mm überhaupt erwähnte, wurde er doch mit happigen Vorwürfen konfron-
tiert. Dies lässt sich – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – nur dadurch erklären, 
dass der Beschuldigte entweder in naiver Weise darauf geschlossen hat, dass der 
Tatverdacht dadurch nicht verstärkt wird oder dass er von seiner Unschuld überzeugt 
war. Zu beachten ist sodann – in Bezug auf die gesamte damalige Befragungssitua-
tion – dass die Einvernahme mitten in der Nacht stattfand (02:55 Uhr bis 04:36 Uhr).

Im Rahmen seiner zweiten Einvernahme ergänzte der Beschuldigte sodann von sich 
aus, dass er gedacht habe, die Waffe sei bei seiner Mutter, sie sei aber dann bei 
dem Kollegen gewesen. Sodann vermochte er sich auf einmal genau an die Anzahl 

17

Treffen mit F.________ zu erinnern (pag. 48, Z. 76 ff.). Über den Privatkläger sprach 
er nunmehr etwas ausführlicher und eher negativ («Seit er sein zweiter Frühling spürt 
ist er in meinen Augen ein ganz schwieriger geworden. Er hat 25 Jahre Kokain kon-
sumiert. Das hat sein Hirn paranoid gemacht. Er sieht in jedem Ecken Feinde»; «Nun 
hat er seine Ferrari-Phase, hat sich auch eine neue junge Freundin zugetan», pag. 
48, Z. 82 ff.). Auf Vorhalt der Vorwürfe von E.________, wonach er (der Beschul-
digte) ihm gesagt habe, es wäre ihm am liebsten, wenn «dieser C.________ weg 
wäre», antwortete der Beschuldigte wiederum ausweichend bzw. vage und gab le-
diglich an, er könne hierzu nichts sagen, er wisse nicht, was er für Probleme mit ihm 
haben solle, wobei er allerdings die Glaubwürdigkeit von E.________ mit Blick auf 
dessen Drogenkonsum bezweifelte (pag. 50, Z. 140 ff.). Von Problemen mit dem 
Privatkläger wollte er demnach nichts wissen und betonte vielmehr, dass er mit 
C.________ (und F.________) bis am 31. Dezember 2017 eine gute Beziehung ge-
habt habe (pag. 55, Z. 318 ff.). Dennoch lässt sich den Aussagen des Beschuldigten 
entnehmen, dass zwischen ihm und dem Privatkläger gewisse Spannungen bestan-
den haben (so etwa betreffend die Frage nach allfälligen Schulden, pag. 53, Z. 248 
ff.). Soweit der Beschuldigte allerdings zu Protokoll gab, er sei vom Privatkläger 
mehrfach bedroht worden, diesem das Geld zurück zu geben, so sind im Rahmen 
der Mobiltelefonauswertung keine diesbezüglichen Drohungen des Privatklägers 
aufgefunden worden. Der Beschuldigte verneinte sodann die Frage, ob er mit 
E.________ ins Bauhaus gefahren sei, um verschiedene Dinge (wie ein Brecheisen, 
Tape, Seile und eine Trennscheibe oder einen Trennschleifer) zu kaufen (pag. 51, 
Z. 203). Der besagte Einkauf im Bauhaus vom 29. Dezember 2017 ist jedoch objektiv 
belegt, wobei – wie die Vorinstanz zutreffend ausführt – nicht mit Sicherheit gesagt 
werden kann, ob E.________ den Beschuldigten hierbei begleitet hat. Die Aussagen 
des Beschuldigten, wonach es sich hierbei um einen Firmeneinkauf gehandelt habe, 
der wohl mit der Firmenkarte bezahlt worden und normalerweise im Firmenauto sei, 
können nicht ohne Weiteres geglaubt werden. Dies weil der Einkauf nicht mit Karte, 
sondern bar bezahlt wurde und der Beschuldigte – gemäss eigenen Aussagen – seit 
dem 22. Dezember 2017 krankgeschrieben war. Weshalb der Beschuldigte dann 
trotzdem einen Einkauf fürs Geschäft gemacht haben soll (und von einer Bezahlung 
mit der Firmenkarte abgesehen hat), bleibt indes unklar. Auf Frage, weshalb 
F.________ betreffend den fingierten Raub lügen sollte, reagierte der Beschuldigte 
wiederum ausweichend und beantwortete die Frage nicht direkt (pag. 51, Z. 189 ff.). 
Er bestätigte jedoch, dass ihm F.________ die Nachricht gemäss Beilage Nr. 1 (pag. 
59) geschickt habe. Ergänzend fügte er allerdings an, dass die Antwort von ihm noch 
wichtig zu sehen wäre. Er habe ihr zurückgeschrieben, ob sie tatsächlich das Gefühl 
habe, dass er dies (Anmerkung der Kammer: den fingierten Raub) machen würde 
(pag. 49, Z. 107 ff.).

Anlässlich seiner dritten Einvernahme bestritt der Beschuldigte wiederum, dass er 
F.________ den Vorschlag eines fingierten Raubes gemacht habe (pag. 65, Z. 36), 
wobei hierbei fraglich bleibt, weshalb diese ihm dann eine Nachricht schicken sollte, 
in welcher sie die «Idee» des Beschuldigten erwähnt und dass sie diese – auf Anra-
ten ihres Umfelds und einer Anwältin – nicht zulassen wolle (pag. 59). Der Beschul-
digte bestätigte nunmehr, dass er F.________ am 30. Dezember 2017 und am 15. 

18

Januar 2018 besucht habe, E.________ beim ersten Mal dabei gewesen sei, aller-
dings draussen im Auto gewartet habe (pag. 65, Z. 36 ff.; pag. 66, Z. 97 ff.). Dass er 
E.________ dem Privatkläger habe vorstellen wollen, vermag allerdings nicht zu 
überzeugen (pag. 66, Z. 103). So wusste der Beschuldigte, dass der Privatkläger am 
30. Dezember 2017 nicht zu Hause sein würde, da ihm der Privatkläger am 27. und 
am 29. Dezember 2017 geschrieben hatte, er sei im Ausland bzw. in Italien (Extrak-
tionsbericht S. 3131 Ziff. 23071 und Ziff. 23074 f.; pag. 340). Dasselbe gilt im Übrigen 
auch für den 15. Januar 2018, zumal der Privatkläger dem Beschuldigten am 12. 
Januar 2018 mitteilte, dass er in Deutschland und Bukarest sei und erst am 16. Ja-
nuar 2018 nach Hause komme (pag. 345 ff.). Dass der Beschuldigte nicht wusste, 
wann der Privatkläger genau zurückkomme, vermag daher nicht zu überzeugen. 
Dies umso weniger, als er dem Privatkläger noch am 15. Januar 2018 um 08:10 Uhr 
schrieb, ob dieser «Happy in Bucarest» sei und ihm daher bewusst sein musste, 
dass der Privatkläger noch im Ausland war (pag. 346). Dem Beschuldigten wurde 
sodann der SMS-Verkehr zwischen ihm und dem Privatkläger vorgehalten (pag. 70, 
Z. 261 ff.), worauf er wiederum ausweichend bzw. vage reagierte, keine konkreten 
Angaben machte und erstaunlicherweise darum bemüht war, den Privatkläger nicht 
übermässig zu belasten. So in dem er etwa auf Vorhalt einer SMS, in welcher der 
Beschuldigte dem Privatkläger u.a. etwa schrieb «Du weisst was ich sonst noch so 
für Informationen habe» (pag. 315), antwortete, er wolle C.________ damit nicht be-
lasten bzw. belästigen (pag. 70, Z. 302). Dies scheint in Anbetracht der massiven 
Vorwürfe, welche seitens E.________ bzw. des Privatklägers gegen ihn erhoben 
wurden, schlicht nicht nachvollziehbar. Der Beschuldigte reagierte sodann auswei-
chend auf die Frage, weshalb er im Dezember 2017/Januar 2018 Javelwasser im 
Auto mitgeführt habe. So gab er hierzu einerseits an, er habe dies vorhin mit seinem 
Anwalt besprochen, womit nicht von einer spontanen Antwort auszugehen ist. Ande-
rerseits führte er – nach zusätzlichen ausweichenden Angaben – aus, dieses sei 
zum Desinfizieren der Wassertanks benötigt worden. Damit ist jedoch noch nicht 
erklärt, weshalb das Javelwasser in seinem Auto und nicht bei der J.________ AG 
in P.________ gewesen sein solle. Auch die Erklärung zur vorgefundenen Munition 
(er habe alles in einem Gesamtpaket gekauft und nicht gemerkt, dass noch andere 
Munition dabei gewesen sei, pag. 71, Z. 331 ff.) vermag nicht zu überzeugen und ist 
daher als Schutzbehauptung zu werten. Ebenfalls etwas gesucht scheint die Er-
klärung des Beschuldigten zur aufgefundenen Schutzweste («Prepper»-Phase, pag. 
72, Z. 363 ff.) und zur Strumpfmaske/Sturmhaube (fürs Motocross fahren auf einem 
geschützten Gelände, da er keine Prüfung habe, pag. 72, Z. 374 f.). Zumindest zwei-
felhaft ist sodann auch seine Erklärung (eigenes Interesse, da im Fernsehen gese-
hen, pag. 73, Z. 437 ff.) betreffend die objektiv belegten Google-Suchen nach einer 
Bauanleitung für einen Schalldämpfer im fraglichen Zeitraum (pag. 85 f.), zumal die-
ser offenbar auch im Gespräch mit E.________ Thema gewesen ist (pag. 136, Z. 44 
ff.). Allerdings ist es – wie die Vorinstanz richtigerweise festgehalten hat – zumindest 
nicht ganz unplausibel, dass sich der Beschuldigte als gelernter Q.________ (und 
mit einem gewissen Interesse an Waffen) tatsächlich dafür interessiert hat. Schliess-
lich scheint merkwürdig, dass sich der Beschuldigte teilweise genau an gewisse 
Dinge zu erinnern vermochte (etwa Prepper-Phase, Herkunft Prepper-Material etc.), 

19

weshalb er E.________ am 15. Januar 2018 ganze siebenmal telefonisch zu errei-
chen versuchte, aber nicht mehr wusste (pag. 70, Z. 258 f.). Auch im Rahmen dieser 
Einvernahme zeigte sich wiederum dasselbe bekannte Aussageverhalten des Be-
schuldigten: Meist indirekte Antworten gebend, ausweichend und teilweise Gegen-
fragen stellend.

Im Rahmen seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 26. September 
2018 machte der Beschuldigte zunächst den Eindruck, als wolle er nun auspacken. 
Zumindest zu seinem Verhältnis zum Privatkläger machte er dann ausführlichere An-
gaben (pag. 95, Z. 26 ff.), wobei er allerdings wiederum darum bemüht war, diesen 
nicht allzu sehr zu belasten («Ich möchte festhalten, dass ich C.________ nicht be-
laste, dass er etwas verkauft, sondern er hat gute Kontakte», pag. 95, Z. 45 f.). Der 
Beschuldigte gab zwar zu Protokoll, dass sich der Privatkläger im Zusammenhang 
mit dem CBD-Hanf mit den «anderen» (wohl die Geschäftspartner) verkracht habe, 
es sein Job gewesen sei, die «unpassende C.________-Persönlichkeit» wieder aus 
dem Betrieb zu nehmen (pag. 96, Z. 66 ff.) und die Stimmung in den letzten Jahren 
immer schlechter geworden sei (pag. 96, Z. 68 f.). Die freundschaftlich scheinenden 
Kontakte via Whatsapp und SMS wurden aber bis zum 21. Januar 2018 weiterhin 
gepflegt (pag. 319 f.). In diesem Sinne ergibt auch das vom Beschuldigten genannte 
Motiv für die falschen Beschuldigungen (der Privatkläger habe sich wohl wegen der 
Geschäftsentscheidung im Zusammenhang mit der J.________ AG hintergangen 
gefühlt, pag. 103, Z. 326 ff.) nur wenig Sinn. Sodann wäre auch nicht nachvollzieh-
bar, weshalb er E.________ dem Privatkläger dennoch habe vorstellen wollen (Ha-
schischkontakte, pag. 95 ;40 ff.; pag. 96, Z. 54 ff.), wenn doch die Stimmung in den 
letzten Jahren – gemäss eigenen Angaben des Beschuldigten – immer schlechter 
geworden sei. Hinzu kommt, dass der Privatkläger nicht zu Hause gewesen ist, als 
der Beschuldigte ihm E.________ angeblich vorstellen wollte und der Beschuldigte 
dies auch gewusst hat. 

Der Beschuldigte bestritt den Anstiftungsvorwurf wiederum und erklärte, er könne 
sich die Aussagen von F.________ nicht erklären (pag. 98, Z. 148 ff,; pag. 95, Z. 52 
f.; pag. 101 f. Z. 277 ff.). Er blieb bei seinen Aussagen, wofür er die sichergestellten 
Gegenstände gebraucht habe (pag. 99 f., Z. 177) und dass es sich bei der Google-
Suche nach dem Schalldämpfer um einen blöden Zufall handle (pag. 100, Z. 220 f.). 
Dies kann zwar sein, allerdings gibt es vorliegend einige solche «Zufälle» welche der 
Beschuldigte nicht plausibel bzw. überzeugend zu erklären vermag. Der Beschul-
digte stellte wiederum häufig Gegenfragen («Ist da irgend etwas passiert?», pag. 
100, Z. 229 ff.; «Fragen Sie sich doch: Was wäre mein Vorteil, einem Kind etwas zu 
machen? Was hätte ich davon?», pag. 101, Z. 274 f.) und vermochte sich angeblich 
nicht mehr an gewisse Dinge zu erinnern (etwa weshalb er sich am 14. und 15. Ja-
nuar 2018 mehrmals beim Privatkläger nach dessen Aufenthaltsort erkundigt oder 
was er selber am 15. Januar 2018 gemacht hat [pag. 101, Z. 246 ff,; pag. 100, Z. 
234]). Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte nunmehr auch F.________ beschul-
digte, mit dem Privatkläger einen Deal gemacht zu haben. Hinsichtlich seinem Ver-
hältnis zu ihr verstrickte sich der Beschuldigte allerdings in Widersprüche, da er nun-
mehr angab, er habe zu ihr ein sehr freundschaftliches Verhältnis gehabt (pag. 98, 
Z. 166), während er in seiner vorherigen Einvernahme noch angab, er kenne sie zu 
wenig, um ihr ein solches Angebot zu machen bzw. sie sei keine gute Freundin (pag. 

20

66, Z. 55 ff.). Schliesslich deutet der Beschuldigte selber an, dass er nicht die ganze 
Wahrheit sagt bzw. gewisse Dinge verschweigt, um den Privatkläger zu schützen 
bzw. nicht weiter zu belasten (pag. 102, Z. 303 ff.). 

Im Rahmen seiner Einvernahmen anlässlich der erst- und oberinstanzlichen Haupt-
verhandlungen wollte der Beschuldigte – auf Anraten seines Anwalts – nichts mehr 
zur Sache sagen. Er bestätigte seine bisherigen Aussagen (pg. 528 ff., Z. 8 ff.; pag. 
748 ff.). Festzuhalten ist ergänzend, dass der Beschuldigte nochmals betonte, das 
einzige Problem hier sei, dass er und der Privatkläger es nie geschafft hätten, zu-
sammen an einen Tisch zu sitzen (pag. 750, Z. 24 ff.).

Nach dem Gesagten kann sich die Kammer der Gesamtwürdigung der Vorinstanz 
anschliessen, wonach der Beschuldigte zwar für viele Dinge eine entsprechende Er-
klärung lieferte (sichergestellte Gegenstände, Google-Suchen etc.), allerdings nicht 
plausibel erklären konnte, weshalb diese Umstände zufälligerweise zum angeklag-
ten Sachverhalt passen. Auf konkrete Fragen reagierte er oftmals ausweichend bzw. 
vage und es wurde klar, dass er über gewisse Dinge nicht sprechen wollte respektive 
diese den Behörden lieber verschwieg. Insgesamt sind seine Aussagen daher mit 
Vorsicht zu geniessen und es kann nicht unbesehen darauf abgestellt werden.

11.3 Aussagen von F.________

F.________ schilderte im Rahmen ihrer ersten Einvernahme authentisch und detail-
getreu, wie der Beschuldigte zwei Mal zu ihr gekommen sei 
(30. Dezember 2017 und 15. Januar 2018). Beim ersten Mal habe er ihr vorgeschla-
gen, dass er die Türe einschlage, sie fessle und ihr vielleicht noch ein blaues Auge 
verpasse, damit es echt bzw. so aussehe, als sei sie überfallen worden (pag. 162, 
Z. 134 ff.). Sie ergänzte sodann, dass der Beschuldigte Geld im Tresor vermutet 
habe und gemäss dem Beschuldigten auch sie von der Öffnung des Tresors hätte 
profitieren sollen (pag. 142, Z. 145 ff.). Sie schilderte weiter, wie sie in diesem Mo-
ment empfand, nämlich, dass sie angefangen habe zu lachen, dem Beschuldigten 
gesagt habe, «ob es eigentlich noch gehe» und ihn überdies auch gar nicht ernst 
genommen habe (pag. 162, Z. 152 ff.). F.________ gab sodann auch betreffend den 
zweiten Besuch des Beschuldigten den konkreten Gesprächsinhalt wieder, so etwa 
dass der Beschuldigte sie gefragt habe, ob sie es sich überlegt habe, sie ihm dar-
aufhin gesagt habe, dass sie dies nicht wolle und er ihr dann geantwortet habe, egal 
was sie wolle, er werde dies machen (pag. 163, Z. 160 ff.). F.________ betonte, dass 
ihr dabei mulmig geworden sei und schilderte damit erneut eine Emotion. Dennoch 
versuchte sie nicht, eine übertriebene Opferrolle einzunehmen, sondern gab sodann 
zu Protokoll, dass es für sie keine Bedrohung gewesen sei, es ihr abstrakt respektive 
grotesk vorgekommen sei und sie es wieder nicht ernst genommen bzw. daher auch 
nichts ihrem Mann gesagt habe (pag. 163, Z. 164 ff.). Sie schilderte sodann Neben-
sächlichkeiten, etwa dass der Beschuldigte beim zweiten Besuch ausgesehen habe 
wie ein Landstreicher und seine Kappe tief ins Gesicht gezogen habe (pag. 163, Z. 
161 f.). Es dürfte – wie die Vorinstanz bereits feststellte – auch zutreffen, dass sie 
die Nachricht, welche sie als Screenshot ihrer Handynotizen vorlegte, tatsächlich 
verschickt hat, zumal der Beschuldigte den Erhalt dieser Nachricht auf Vorhalt nicht 
bestritt, sondern vielmehr angab, dass er ihr zurückgeschrieben habe und seine Ant-
wort hierzu noch wichtig sei (pag. 49, Z. 105 ff.). F.________ versuchte auch nicht, 

21

den Beschuldigten übermässig zu belasten und ergänzte etwa von sich aus, dass 
der Beschuldigte ihr nach ihrer Nachricht zurückgeschrieben habe, dass er dies (fin-
gierter Raub) ohne ihr Einverständnis nie gemacht hätte (pag. 164, Z. 250 ff.). 
Gründe, weshalb F.________ eine entsprechende Geschichte als Grundlage für die 
besagte Nachricht erfinden sollte, ergeben sich der Kammer nicht, zumal Letztere 
dem Anschein nach ein doch relativ gutes und enges Verhältnis zum Beschuldigten 
pflegte. So gab sie dies einerseits selber zu Protokoll (pag. 165, Z. 299) und ande-
rerseits standen die beiden auch unabhängig vom Privatkläger in Kontakt (so etwa 
Chats betreffend angebliches Ausspionieren, pag. 349 ff.). Wiederum sehr detailliert 
schilderte F.________ auch den Besuch von E.________. So etwa, dass der «komi-
sche» Typ zwischen 18:00 Uhr und 19:00 Uhr vor ihrer Türe gestanden sei, er ge-
wusst habe, dass sie F.________ heisse, er ihr seine Telefonnummer gegeben habe 
und gesagt habe, sie solle dies bitte nicht machen, sie wisse wovon er rede und sie 
solle «A.________» nicht mehr reinlassen (um nur einige Beispiele der eindrückli-
chen Schilderungen von F.________ zu nennen, pag. 163, Z. 175 ff.). Sie erklärte, 
weshalb sie nach diesem Besuch nicht die Polizei gerufen habe (da sie es als nicht 
so akut empfunden habe, pag. 163, Z. 196) und dass dieser Typ, der für sie wie ein 
Junkie oder Ex-Junkie ausgesehen habe, nochmals vorbeigekommen und dann er-
zählt habe, dass er den Auftrag gehabt habe, sie (die Familie C.________) «weg-
zuräumen» (pag. 163, Z. 194 ff.). F.________ gestand sich sodann Erinnerungslü-
cken ein und differenzierte, wenn sie etwas nicht (mehr) wusste (etwa betreffend 
Besuch des Beschuldigten am 30. oder 31. Dezember 2018, pag. 166, Z. 353 f. oder 
betreffend die geschäftliche Beziehung ihres Mannes und dem Beschuldigten, pag. 
166, Z. 328). Nach dem Gesagten dürfte zutreffen, dass der Beschuldigte 
F.________ zwei Mal vorgeschlagen hat, einen fingierten Raub durchzuführen. Dies 
umso mehr, als der Beschuldigte F.________ bewusst aufsuchte, als der Privatklä-
ger nicht zu Hause bzw. im Ausland war.

Anlässlich ihrer zweiten Einvernahme wiederholte F.________ die von ihr geschil-
derten Ereignisse erneut authentisch und im Kern gleichbleibend. Merkwürdig mutet 
allerdings an – was auch die Vorinstanz festgehalten hat – dass sie nunmehr be-
hauptete, sie habe dem Beschuldigten die Nachricht gemäss Screenshot (ab Han-
dynotizen, pag. 182) erst geschickt, als ihr Mann wieder zu Hause gewesen sei, da 
sie gewusst habe, dass der Beschuldige gefährlich sei (pag. 174, Z. 78). Sodann gab 
sie auf einmal auch an, es hätte ihr oder ihrem Sohn etwas passieren können und 
daher habe sie gewollt, dass möglichst viele Leute von dem Plan erfahren (pag. 174, 
Z. 96 ff.). Dies widerspricht einerseits ihren ursprünglichen Aussagen, wonach sie 
den Vorschlag des Beschuldigten «lächerlich» bzw. «grotesk» gefunden und des-
halb nicht weiter ernst genommen habe. Anderseits ist der Kammer in diesem Zu-
sammenhang auch nicht klar, wen F.________ betreffend den Vorschlag des Be-
schuldigten informiert haben will. So wusste sie zunächst nicht mehr, wem sie davon 
erzählt habe, gab sodann an, sie sei auf «Instagram» und habe «allen Leuten, wel-
che mir folgen» davon erzählt. Diese seien allerdings alle im Ausland (pag. 175, Z. 
107 f.). Nur kurz später gab sie an, sie habe den Leuten über «Viber» und «Tele-
gram» geschrieben, wobei sie das Meiste aber nicht mehr habe (pag. 175, Z. 112 
ff.). Es mutet in diesem Zusammenhang seltsam an, dass die gesamte diesbezügli-

22

che Korrespondenz nicht mehr rekonstruierbar sein soll (werden doch etwa Nach-
richten auf Instagram nicht automatisch gelöscht). Sodann stellt sich die Kammer 
auch die Frage, weshalb F.________ lediglich Personen im Ausland informiert ha-
ben will, hätten die ihr doch im Ernstfall nur schwerlich helfen können. Ferner gab 
F.________ auch an, dass sie am 12. Januar 2018 vergebens versucht habe, ihre 
Anwältin zu erreichen. Dies wäre allerdings noch vor dem zweiten Besuch des Be-
schuldigten gewesen. Im Übrigen erschliesst sich der Kammer auch nicht, weshalb 
F.________ am 16. Januar 2018 (und damit nur einen Tag nach der angeblichen 
Einschüchterung durch den von ihr als gefährlich bezeichneten Beschuldigten) wie-
derum Kontakt zu diesem aufnahm, der fingierte Raub dabei mit keinem Wort er-
wähnt, sondern vielmehr in freundschaftlichem Ton über eine angebliche Überwa-
chung von F.________ durch den Privatkläger diskutiert wurde (pag. 349 ff.). Hin-
weise auf eine Einschüchterung lassen sich dem vorliegenden Chat-Verlauf sodann 
keine entnehmen. Nicht sehr logisch ist sodann auch die Erklärung von F.________, 
weshalb sie mit dem Beschuldigten über «Viber» oder «Telegram» habe chatten wol-
len. So gab sie hierzu an, die entsprechenden Applikationen würden sehr wenig 
Speicher in Anspruch nehmen (pag. 175, Z. 125 ff.). Allerdings ist besagtem Chat-
Verlauf zwischen den beiden klar zu entnehmen, dass sie den Beschuldigten auffor-
derte «Viber» oder «Telegram» herunterzuladen, da «Whatsapp» nicht sicher sei 
bzw. einfach geknackt werden könne (pag. 349). Um den Speicherplatz ging es da-
bei also offensichtlich nicht. Gesamthaft kann sich die Kammer der Ansicht der Vor-
instanz anschliessen, wonach die Ausführungen von F.________ im Wesentlichen 
(und insbesondere im Kerngeschehen) glaubhaft sind und lediglich im Bereich der 
Frage, wie sie auf das Angebot des Beschuldigten reagierte, gewisse Unklarheiten 
bzw. Ungereimtheiten bestehen. Zumindest bleibt unklar, ob sie das Angebot des 
fingierten Raubes nicht doch etwas ernsthafter in Betracht gezogen hat als sie ge-
genüber den Strafverfolgungsbehörden behauptet.

Im Rahmen ihrer letzten Einvernahme ergänzte F.________ betreffend die Besuche 
des Beschuldigten, dass sie nach dem ersten Besuch bei ihrer Kollegin R.________ 
in S.________ vorbeigegangen sei und mit ihrer Mutter darüber gesprochen habe 
(pag. 187, Z. 35 ff.). Dies gab sie erstmals zu Protokoll. Sie wiederholte nunmehr, 
dass sie den Vorschlag des Beschuldigten wegen der Konfrontation und seinen Aus-
sagen bzw. seinem Auftreten ernster genommen habe und ihm dies nach dem zwei-
ten Besuch auch zugetraut habe. Dies erklärt jedoch nicht, weshalb sie bereits nach 
dem ersten Besuch des Beschuldigten Kontakt mit ihrer Anwältin aufgenommen ha-
ben will und später nach dem zweiten Besuch – wenn sie sich ernsthaft in Gefahr 
erachtet hat – nicht die Polizei oder ihren damaligen Mann bzw. den Privatkläger 
direkt informiert hat. Unklar bleibt – im Zusammenhang mit der Ernsthaftigkeit des 
Vorschlags und der angeblichen Einschüchterung – weiterhin, weshalb sich 
F.________ und der Beschuldigte nur einen Tag nach dem zweiten Besuch wie-
derum freundschaftlich per SMS austauschten. Ihre Erklärung, sie habe herausfin-
den wollen, ob der Beschuldigte lüge bzw. wie er zu ihrem Mann stehe (pag. 191, Z. 
197 ff.), vermag nicht zu überzeugen. War jedoch etwas ganz anderes Thema der 
besagten Unterhaltung und würde es dann doch auch keinen Sinn machen, einen 
Nachrichtendienst zu nutzen, bei welchem die Chat-Verläufe geschützt sind bzw. 

23

nach einer gewissen Zeit automatisch gelöscht werden. Die Geschichte mit dem be-
sagten Chat und der Reaktion von F.________ auf den Vorschlag des Beschuldigten 
überzeugt nicht und wirkt teilweise gesucht. Es ist nicht auszuschliessen, dass 
F.________ den Vorschlag des Beschuldigten zumindest für kurze Zeit in Betracht 
gezogen hat. Dies vermag aber nichts daran zu ändern, dass ihre Schilderungen 
betreffend die zwei Besuche bzw. den Vorschlag des fingierten Raubes nach wie vor 
plausibel erscheinen, zumal keine nachvollziehbaren Gründe erkennbar sind, wes-
halb F.________ – welche dem Beschuldigten offenbar freundschaftlich verbunden 
war – eine solche Geschichte erfinden sollte.

11.4 Aussagen des Privatklägers

Es kann zunächst auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den, wonach die ersten Aussagen des Privatklägers (und diejenigen von 
E.________) mit Vorsicht zu geniessen sind, da nicht ausgeschlossen werden kann, 
dass die beiden nicht getrennt einvernommen worden sind (vgl. Verbal im Einver-
nahmeprotokoll und gleicher Polizist bei beiden Einvernahmen (pag. 108, Z. 92 f.; 
pag. 135 f.).

Die Aussagen des Privatklägers scheinen auf den ersten Blick authentisch, detail-
reich und stimmen im Wesentlichen (so etwa betreffend die Besuche von 
E.________) mit den Aussagen von F.________ überein. Zu bemerken ist, dass der 
Privatkläger zu einem grossen Teil schildert, was er einerseits von seiner damaligen 
Frau bzw. F.________ und andererseits von E.________ erfahren haben will. Kleine 
Unstimmigkeiten ergeben sich etwa daraus, dass der Privatkläger beispielswiese zu 
Protokoll gab, er könne sich nicht vorstellen, was Auslöser für den angeblichen Plan 
des Beschuldigten gewesen sei, bestanden betreffend die Firma J.________ AG 
doch objektiv nachweisbare Spannungen (pag. 276 ff.). Der Privatkläger berichtet 
demgegenüber von einer ungetrübten Freundschaft zum Beschuldigten (pag. 107 f., 
Z. 66 ff.). Diesen habe er vor ca. 20 Jahren kennengelernt und es hätte sie – bis 
gestern (21. Januar 2018) – eine langjährige Freundschaft verbunden (pag. 107, Z. 
61 ff.). E.________ kenne er seit Jahren, allerdings nur vom Sehen her (pag. 107, 
Z. 30 f.). Merkwürdig mutet sodann an, dass der Privatkläger, welcher ansonsten 
relativ genau über den angeblichen Plan des Beschuldigten berichten konnte, das 
genaue Ausführungsdatum nicht kannte («Das Datum kenne ich nicht, aber ich 
denke das dies in absehbarer Zeit geschehen soll»., pag. 107, Z. 53 f.).

Anlässlich seiner zweiten Einvernahme sprach der Privatkläger auf einmal von 
Schulden in Höhe von mehreren Tausend Franken, welche der Beschuldigte bei ihm 
wegen Natelrechnungen, Autos, Krankheitskosten etc. habe. Von Schulden wegen 
einer Co2-Extraktionsmaschine war allerdings nicht die Rede. Der Privatkläger di-
stanzierte sich relativ auffällig von der J.________ AG und bestritt allfällige Probleme 
in diesem Zusammenhang, obwohl es solche – gemäss dem vorliegenden E-Mail-
verkehr – gegeben haben muss (pag. 275 ff.). Von Meinungsverschiedenheiten höre 
er das erste Mal, so der Privatkläger (pag. 114, Z. 160 ff.). Dass er sich mit den 
Aktionären der J.________ AG verkracht habe, das sei die «Absolute Unwahrheit» 
(pag. 113, Z. 146). Der Privatkläger blendete damit aus, dass es im Zusammenhang 
mit der J.________ AG offenbar zu nicht unerheblichen Problemen gekommen ist 
(vgl. auch E-Mail des Beschuldigten, er werde «das Problem C.________» wieder 

24

aus ihrer Welt schaffen, pag. 276). Der Privatkläger fragte im Rahmen dieser Einver-
nahme sodann auch nach, was genau die Fragen betreffend seine Firmenaktivitäten 
mit dem versuchten Mord zu tun hätten (pag. 113, Z. 122 f.) und reagierte Ungehal-
ten auf Nachfragen der Verteidigung, ob die Tätigkeit der T.________ GmbH einer 
Aufsichtsbehörde unterstehe (pag. 121, Z. 556 ff.). Dies erweckt den Eindruck, als 
wolle er über seine geschäftlichen Tätigkeiten und finanziellen Verhältnisse nur un-
gern sprechen. Sodann konnte er sich wiederum nur schwer erklären, weshalb es 
die Wende in der Freundschaft mit dem Beschuldigten gegeben habe und mut-
masste Neid und Missgunst (pag. 112, Z. 93 ff.). Merkwürdig erscheint in diesem 
Zusammenhang, dass der Privatkläger einerseits aussagte, der Beschuldigte sei als 
langjähriger Freund vertrauenswürdig gewesen (pag. 112, Z. 105 f.), ihm aber eine 
solche Tat gleichzeitig dennoch zutraute (pag. 116, Z. 299). In den Aussagen des 
Privatklägers lässt sich keine nachvollziehbare Erklärung dafür finden, weshalb der 
Beschuldigte den Privatkläger (und seine gesamte Familie) hätte umbringen wollen. 
Ein Motiv wäre etwa dann plausibler, wenn man auf die – vom Beschuldigten ge-
schilderten und den objektiven Beweismitteln zu entnehmenden Meinungsverschie-
denheiten im Zusammenhang mit der J.________ AG – abstellen würde. Schliess-
lich antwortete der Privatkläger auf Vorhalt, dass er E.________ für seine Aussagen 
Geld angeboten habe mit «lächerlich», anstatt dies bestimmt zu verneinen. Ob 
tatsächlich etwas in diese Richtung geschehen ist – wie dies gemäss den SMS-
Nachrichten und den Äusserungen von E.________ gegenüber den Parteianwälten 
– den Anschein macht, lässt sich aber damit noch nicht feststellen. Im Zusammen-
hang mit E.________ ist sodann noch festzuhalten, dass der Privatkläger zu Proto-
koll gab, dass er ihn seit Ewigkeiten kenne, aber 20-25 Jahre nicht gesehen habe 
(pag. 114, Z. 203 ff.). Hieraus ergibt sich aber ein Widerspruch zu seinen früheren 
Aussagen, wonach er ihn seit vielen Jahren vom Sehen her kenne (pag. 107, Z. 30 
f.). Schliesslich fällt auf, dass der Privatkläger E.________ in etwas zu überschwäng-
licher Form lobte, wenn er diesen doch nicht persönlich gekannt bzw. so lange Zeit 
nicht gesehen haben will («Er hat ein sehr gutes Herz und Rückgrat. Er ist sich am 
rehabilitieren und das braucht Mut. Es braucht Courage diesen Auftrag abzulehnen 
und uns zu informieren. Dies war sehr selbstlos. […] Diese Substanz ist gut und 
macht E.________ aus»., pag. 115, Z. 214 ff.).

Im Rahmen seiner dritten Einvernahme kam der Privatkläger von sich aus auf die 
SMS-Nachricht von E.________ vom 3. September 2019 zu sprechen und legte 
diese auch bereitwillig der Staatsanwältin vor (pag. 125, Z. 53 ff.). Er erklärte hierzu, 
dass dieser eine Wiedergutmachung oder einen Lohn erwarte, damit alles für ihn 
wieder ausgeglichen sei, von einer Wiedergutmachung bzw. einem Lohn zwischen 
ihnen aber «absolut nicht» die Rede gewesen sei (pag. 126, Z. 57 ff.). Merkwürdig 
mutet in diesem Zusammenhang an, dass sich der Privatkläger von der Aktennotiz 
der Staatsanwältin vom 4. September 2018 überrascht zeigte und davon noch nie 
gehört haben will, wo E.________ die entsprechende Äusserung doch auch vor dem 
Verteidiger des Privatklägers gemacht hat (pag. 127, Z. 108 f.; pag. 443). Insofern 
ist die Tatsache, dass der Privatkläger die besagte SMS-Nachricht von sich aus an-
sprach, auch etwas relativierend zu betrachten, musste dieser doch befürchten, dass 
er auf einen allfällig abgemachten Lohn bzw. eine in Aussicht gestellte Wiedergut-
machung für E.________ nunmehr ohnehin angesprochen werden würde. 

25

Im Widerspruch zu seinen bisherigen Aussagen sprach der Privatkläger nunmehr 
doch von einer Krise in der langjährigen Freundschaft mit dem Beschuldigten, da 
sich die Interessen verlagert hätten, man sich anders entwickle und aufgrund einer 
gehörigen Portion Neid (pag. 128, Z. 145 ff.). Bei der Beschreibung, weshalb es zwi-
schen ihnen gekriselt habe, blieb der Privatkläger aber seltsam vage (pag. 151 ff.). 
Im selben Masse vage und lediglich bruchstückartig schilderte der Privatkläger so-
dann auch (erstmals) die Differenzen mit der J.________ AG, wie man ihn dort etwa 
«sehr unrühmlich» rausgeworfen habe (pag. 130, Z. 208 f.), man sich betreffend den 
Verkauf der 25 kg nicht einig gewesen sei (pag. 130, Z. 221) und es eine Diskrepanz 
wegen des Geldes gegeben habe (pag. 130, Z. 227 f.). Erst auf Nachfrage bestätigte 
er sodann auch, dass es zuvor Unstimmigkeiten wegen einer Co2-Extraktionsma-
schine gegeben habe (pag. 130, Z. 241). Wiederum wird klar, dass er betreffend 
seine geschäftlichen Beziehungen nur ungern Angaben machte, man ihm die Infor-
mationen förmlich aus der Nase ziehen musste und er hierbei äusserst vage blieb 
bzw. er nicht mit offenen Karten zu spielen schien (pag. 130, Z. 216 ff., Z. 227 ff., Z. 
241; pag. 131, Z. 244 ff.).

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte der Privatkläger seine 
bisherigen Aussagen (pag. 520, Z. 37). Er wiederholte, dass es zu Unstimmigkeiten 
mit dem Beschuldigten im Zusammenhang mit der J.________ AG gekommen sei, 
er dies jedoch nicht als grossen Streit empfunden habe (pag. 522, Z. 34 ff.). Der 
Privatkläger war offenbar überzeugt, dass der Beschuldigte (u.a.) ihn habe umbrin-
gen wollen, bestätigte jedoch, dass dieser gewusst habe, er sei am 15. Januar 2018 
nicht zu Hause (pag. 521, Z. 7 f.; pag. 521, Z. 37 f.). Die Befragung des Privatklägers 
im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gestaltete sich sodann auch 
eher unauffällig. Der Privatkläger führte wiederum aus, er könne sich betreffend den 
Mordkomplott gegen ihn nur niedere Beweggründe des Beschuldigten vorstellen 
(pag. 746, Z. 3 ff.), Ausführungen zu konkreten Streitigkeiten machte er allerdings 
nicht, blieb relativ vage und gab an, dass es bei einer Freundschaft – wie in einer 
Beziehung – immer auf und ab gäbe (pag. 745, Z. 14 ff.). Der Privatkläger erklärte – 
auf Frage der Vorsitzenden – sodann, dass man ihn und E.________ im Rahmen 
der ersten Einvernahme bei der Polizei getrennt habe. Ob sie am Schluss wieder 
gemeinsam im Zimmer gewesen seien, das könne er nicht mehr sagen (pag. 746, Z. 
34 ff.). Die Kammer kann sich nach dem Gesagten der Ansicht der Vorinstanz an-
schliessen, wonach die Aussagen des Privatklägers grundsätzlich einen glaubhaften 
Eindruck machen, er hinsichtlich gewisser Dinge jedoch nur vage antwortet und/oder 
partout keine Aussagen machen will. So konnten in etwa die genauen Umstände der 
Streitigkeiten im Zusammenhang mit der J.________ AG sowie die Frage allfälliger 
Schulden des Beschuldigten und deren Herkunft nicht vollends geklärt werden. Dies 
wohl auch, weil der Beschuldigte und der Privatkläger in diesem Zusammenhang 
oftmals von Honig, Gemüse und Früchten sprechen und so nur schwerlich ein klares 
Bild entsteht. Insgesamt kann auf die Aussagen des Privatklägers nicht ohne Weite-
res abgestellt werden.

11.5 Aussagen von E.________

26

Die im Rahmen der ersten Einvernahme bei der Polizei gemachten Aussagen von 
E.________ sind aus demselben Grund wie beim Privatkläger mit Vorsicht zu ge-
niessen (vgl. Ziff. 11.4 hiervor). Die Kammer kann die Ansicht der Vorinstanz nicht 
teilen, wonach die Aussagen von E.________ anlässlich seiner ersten Einvernahme 
knapp ausgefallen sind. Die Antworten auf die ihm gestellten Fragen fielen relativ 
umfangreich aus. Nach kurzer Zeit brach er – wie die Vorinstanz allerdings richtiger-
weise festgehalten hat – die Einvernahme ab, da er fand, er habe seine Pflicht getan 
(pag. 137, Z. 84). E.________ schilderte, wie er den Beschuldigten im X.________ 
kennengelernt und dieser ihm gesagt habe, es wäre ihm (dem Beschuldigten) am 
liebsten, wenn C.________, G.________ und die Frau von C.________ weg wären 
(pag. 136, Z. 136). Er gab gewisse Details zu Protokoll, welche überdies mit den 
objektiven Beweismitteln übereinstimmen (so etwa betreffend die sichergestellte 
Pump-Gun, die Google-Suche nach einem Schalldämpfer etc.). Vom Beschuldigten 
wird allerdings nicht bestritten, dass E.________ bei ihm im Keller war und sie auch 
über Waffen, Schalldämpfer und über die Familie C.________ gesprochen hätten. 
Merkwürdigerweise sprach E.________ vom Privatkläger sodann als seinem Freund 
(pag. 136, Z. 23 und 50), wogegen dieser ihn angeblich nur vom Sehen her kannte 
(pag. 107, Z. 30 f.). Nicht nachvollziehbar ist hierbei auch, dass E.________ gegenü-
ber dem Beschuldigten noch angegeben haben solle, dass er den Privatkläger nicht 
kenne (pag. 136, Z. 22 f.). Ernsthafte Zweifel am Bestand einer Freundschaft erweckt 
dann auch die vorliegende SMS-Nachricht von E.________, wo er dem Privatkläger 
schrieb: «vo wägä das du mi amigo bish, und das mir üs scho übär jahrä kennä resp. 
befründät si….!!!! Ig ha dass ni gmacht wiu Ig ä fromä mönsh bi !!! und sho gaaar ni 
us nächshtä liäbi !!!!» (pag. 133). Dass er Angst um die Familie C.________ bzw. 
seinen Freund C.________ gehabt habe – wie er dies selber zu Protokoll gab (pag. 
136, Z. 46 f.) – kann ihm in Anbetracht besagter SMS nur schwerlich geglaubt wer-
den. Sodann gab E.________ an, der Auftrag des Beschuldigten an ihn sei schon 
sehr konkret gewesen und er habe dies nicht für einen Witz gehalten. Der Beschul-
digte sei nicht zu unterschätzen (pag. 136, Z. 57 ff.). Der Beschuldigte habe ihm auch 
gesagt, dass er es sowieso machen wolle und er (E.________) in den nächsten Wo-
chen Zeitung lesen solle. Abgemacht hätten sie den 15. Januar 2018 (pag. 136, Z. 
33 ff.). Der Kammer ergibt sich nicht, weshalb E.________ den Privatkläger bzw. die 
Familie C.________ nicht schon früher aufgesucht hat, wenn er den Beschuldigten 
als so unberechenbar und gefährlich einschätzte. Dieser ging aber erst am 19. Ja-
nuar 2018 zum Domizil der Familie C.________, wobei er anlässlich dieses Besuchs 
– bei welchem er nur F.________ antraf – auch nichts Explizites betreffend einen 
angeblich bevorstehenden Raubmord erwähnte, sondern auf einen Rückruf vom Pri-
vatkläger bestand und F.________ angeblich noch gesagt habe, sie solle dies doch 
bitte (wohl der fingierte Raub) nicht machen (pag. 163, Z. 168 f.). Unerklärlich sind 
auch die Aussagen von E.________, wonach der Beschuldigte ihm am 15. Januar 
2018 im X.________ gesagt habe, er (der Beschuldigte) habe es nun selber tun müs-
sen (pag. 136, Z. 37). Schliesslich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb 
E.________ dem Privatkläger nichts vom angeblich vereinbarten Tatdatum (15. Ja-
nuar 2018) erzählte, wurde dies vom Beschuldigten und ihm doch so besprochen 
(pag. 136, Z. 33 f.).

27

Im Rahmen seiner zweiten Einvernahme bestätigte E.________ erneut, dass es sich 
beim Privatkläger um einen Freund handle, er es ihm sonst nicht erzählt hätte (pag. 
139, Z. 29). Auf Vorhalt, weshalb er, der sonst auf die Polizei nicht besonders gut zu 
sprechen sei, bereit gewesen sei, zur Polizei zu gehen, betonte E.________ erneut, 
der Privatkläger sei ein Freund und er mache das sehr gerne für ihn (pag. 147, Z 412 
ff.). Dies kann in Anbetracht der vorliegenden SMS-Nachrichten und der Aktennotiz 
nur schwer geglaubt werden (pag. 133 f.; pag. 443). Hinzu kommt, dass es auch 
nicht nachvollziehbar ist, weshalb sich ein angeblich langjähriger Freund auch nicht 
näher erkundigt, weshalb ein Dritter (hier der Beschuldigte) den guten Freund (an-
geblich der Privatkläger) umbringen wolle (pag. 142, Z. 172 ff.). Sodann will 
E.________ auch F.________ bereits seit mehr oder weniger 25 Jahren kennen 
(pag. 139, Z. 32), obwohl diese ausgesagt hat, sie kenne ihn nicht bzw. evtl. vom 
Sehen (pag. 188, Z. 64 ff.). Die Erklärung von E.________, warum er dem Beschul-
digten nicht gesagt habe, dass er den Privatkläger angeblich kenne («Was soll ich 
jetzt sagen. Mich nahm es wunder, was da noch alles kommt», pag. 140, Z. 95), 
erscheint der Kammer ziemlich gesucht und vermag daher nicht zu überzeugen. 
Auch die Kammer geht nach dem Gesagten davon aus, dass sich E.________ und 
der Privatkläger nicht besonders gut kannten. Es scheint daher merkwürdig und kann 
nicht geglaubt werden, dass E.________ beim Ausspionieren des Domizils der 
C.________ nichts Neues festgestellt haben will (pag. 141, Z. 149 ff.). Sodann ist 
kaum anzunehmen, dass E.________ sich über Wochen mit dem Beschuldigten ge-
troffen hätte und es dabei immer nur um «DAS» gegangen sei (pag. 139, Z. 35 ff.), 
wenn E.________ – wie er selber ausführt – dem Beschuldigten schon vorgängig 
angegeben hätte, dass er «passe» (pag. 141, Z. 119 ff.). Der Beschuldigte müsste 
dann doch von E.________ abgelassen haben, wenn dieser sich – wie er vorbringt 
– völlig uninteressiert gegeben hätte und etwa auf den Vorschlag, die drei Leute 
umzubringen und den Tresor auszurauben, auch gar nicht reagiert habe (pag. 141, 
Z. 108 f.). Merkwürdig ist in diesem Zusammenhang auch, weshalb der Beschuldigte 
die angebliche Tat dann dennoch am 15. Januar 2018 mit E.________ habe durch-
führen wollen. Bis dahin müsste ihm – gemäss den Angaben von E.________ – doch 
längst klar gewesen sein, dass er (E.________) nicht mitmache. Auf die Frage, wes-
halb er dennoch mit dem Beschuldigten am 15. Januar 2018 auf der Parkterrasse 
abgemacht habe, wenn er doch nicht habe mitmachen wollen, hatte E.________ 
dann auch keine Antwort (pag. 145, Z. 313). Es ist davon auszugehen, dass 
E.________ den Beschuldigten nicht vorgängig darüber informierte, dass er am 15. 
Januar 2018 nicht auftauchen werde, ansonsten Letzterer wohl kaum versucht hätte, 
ihn mehrfach anzurufen und ihm mehrere Nachrichten geschickt hätte (pag. 308). 
Hinzu kommt, dass E.________ auf den Vorhalt, dass die Tat am 15. Januar 2018 
hätte stattfinden sollen, auch einmal antwortete: «Am 15.01? Habe ich das gesagt?» 
(pag. 144, Z. 63). Die Erinnerung an das besagte Datum scheint – wie die Vorinstanz 
richtigerweise festhält – doch nicht so klar zu sein. Dies scheint umso merkwürdiger, 
als E.________ nur noch den Whatsappverkehr mit dem Beschuldigten vom 15. Ja-
nuar 2018 auf dem Handy gespeichert hatte, obwohl die beiden auch vorher in Kon-
takt standen (etwa pag. 306 ff.). E.________ war sodann nicht mit der Auswertung 
seines Handys bzw. Wiederherstellung gelöschter Nachrichten einverstanden. Sein 

28

Vorschlag, er werde hierfür zu Sunrise gehen, hat er – soweit aus den Akten erkenn-
bar – nicht in die Tat umgesetzt. Sodann ist nicht logisch, weshalb er die Familie 
C.________ bzw. den Privatkläger im Besonderen erst vier bzw. sechs Tage nach 
dem angeblich geplanten Anschlag vom 15. Januar 2018 informierte, wenn er sich 
doch angeblich Sorgen gemacht habe, dass der Beschuldigte den Plan alleine 
durchziehe (pag. 145, Z. 305 ff.). Hätte er ernsthaft mit einem Anschlag gerechnet 
und sich – gemäss eigenen Aussagen – Sorgen gemacht, so ist davon auszugehen, 
dass er die Familie C.________ früher informiert und etwa auch F.________ am 19. 
Januar 2018 vom angeblichen Mordplan erzählt hätte (pag. 146, Z. 376 f.). Sodann 
bestehen betreffend den angeblichen Mordplan auch weitere Unstimmigkeiten. So 
konnte E.________ keine plausible Erklärung dafür liefern, wie es nach dem angeb-
lich geplanten Raubmord hätte weitergehen (pag. 144, Z. 257 f.) und was mit den 
Waffen nach der Tat hätte geschehen sollen (pag. 144, Z. 300 ff.). Wie die Vorinstanz 
bereits richtigerweise festgehalten hat, spricht es nicht gerade für eine nachvollzieh-
bare Tatplanung, wenn mit keinem Wort darüber gesprochen sein solle, was nach 
der Tat geschehe. Nicht logisch ist denn auch die Aussage von E.________, wonach 
der Beschuldigte gesagt habe, F.________ würde ihn (den Beschuldigten) riechen, 
weshalb mit dem Javelwasser Spuren verwischt werden sollten (pag. 142, Z. 198 ff.). 
Wenn tatsächlich die gesamte Familie C.________ hätte getötet werden sollen, dann 
hätte F.________ (da nunmehr ja nicht mehr lebendig) den Beschuldigten auch nicht 
mehr riechen können.

Anlässlich seiner Einvernahme vor der Staatsanwaltschaft berief sich E.________ 
im Wesentlichen darauf, dass er das schon erzählt habe (pag. 153 ff.). Er wollte 
nichts Neues mehr sagen, da ansonsten er wieder «angekackt» (pag. 152, Z. 7 f.) 
bzw. der «Arschgeknallte» sei (pag. 154, Z. 78 f.). Dieses Verhalten lässt sich etwa 
damit erklären, dass E.________ keine Widersprüche produzieren wollte bzw. keine 
näheren Auskünfte mehr geben konnte, da sich die Geschichte evtl. doch nicht so 
abgespielt hatte, wie von ihm zuvor behauptet. Dennoch verstrickte sich E.________ 
in weitere Widersprüche. So etwa, wenn er nunmehr behauptete, das Geld sei dabei 
im Vordergrund gestanden (pag. 154, Z. 55 f.) und es zwei Pump-Guns gegeben 
habe (anstelle der bisher behaupteten einen Pump-Gun; pag. 156, Z. 141). Er wie-
derholte erneut, dass er nicht habe wissen wollen, weshalb der Beschuldigte den 
Privatkläger habe umbringen bzw. umbringen lassen wollen («Das geht mich nichts 
an», pag. 153, Z. 48). In Anbetracht der von ihm behaupteten Freundschaft zum 
Privatkläger ist dies nicht nachvollziehbar und spricht dafür, dass er weder mit dem 
Privatkläger befreundet war noch sich um diesen bzw. die Familie C.________ 
sorgte. E.________ lachte sodann an unpassenden Stellen, wirkte teilweise arrogant 
und zog die Fragen der Staatsanwältin ins Lächerliche (pag. 154, Z. 83 ff.; pag. 155, 
Z. 104). Am Schluss bemerkte er dann erneut, dass er der «angekackte» sei und 
ergänzte, dass er «am Schluss gar nichts bekomme» (pag. 158, Z. 212 f.). Auch dies 
ist wiederum ein Indiz dafür, dass E.________ für seine Aussagen zumindest eine 
Gegenleistung (in welcher Form auch immer) erwartete. Im Rahmen der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung wollte E.________ erneut keine Aussagen mehr ma-
chen (pag. 742 ff.), verhielt sich teilweise arrogant und schnippisch («Macht mit dem 
was ihr wollt, gute Frau. Ist gut?», pag. 742, Z. 25; «Nein mit dem Töffli. Nein logisch 
mit dem Zug. Oder? Ja, ist gut?», pag. 742, Z. 43). Schliesslich merkte er aber noch 

29

an, dass viel «falsch und schief» gelaufen sei, was ihm nicht gepasst habe (pag. 742, 
Z. 18). Insgesamt kann betreffend das Aussageverhalten von E.________ festgehal-
ten werden, dass seine Aussagen viele Widersprüche und Ungereimtheiten enthal-
ten und daher keine konsequente Handlungsabfolge konstruiert werden kann. Seine 
Aussagen waren oftmals gleichgültig, er berichtete nicht von konkreten Gesprächen 
und schilderte keine Emotionen. Zudem zeigte sein Verhalten (so etwa auch betref-
fend Erwartung eines Lohns bzw. einer Wiedergutmachung) auch auf, dass seine 
Aussagen sehr problematisch sind und grundsätzlich nicht darauf abgestellt werden 
kann.

11.6 Gesamtwürdigung

11.6.1 Raubmord / fingierter Raub

Aufgrund der vorliegenden objektiven Beweismittel lässt sich – wie dies die Vorin-
stanz zutreffend festgestellt hat – die angeklagte Sachverhaltsversion des geplanten 
Raubmords zumindest nicht vollends ausschliessen. So wurden beim Beschuldigten 
verschiedene Gegenstände sichergestellt, welche durchaus für die Durchführung ei-
nes Raubmords geeignet sein könnten. Im Rahmen der bei ihm und K.________ 
durchgeführten Hausdurchsuchungen konnten u.a. eine Winchester Pump-Action, 
eine Beretta 9mm, diverse Munition für Waffen, Sturmmasken, eine Schutzweste 
und diverse Aufbruchwerkzeuge (Tool für Fensteröffnung, Brecheisen, Winkelschlei-
fer etc.; für die gesamte Liste, vgl. Ziff. 10.1 hiervor) gefunden und sichergestellt 
werden. Javelwasser wurde demgegenüber nicht aufgefunden. Der Beschuldigte 
hatte im Internet sodann nachgewiesenermassen mehrfach nach Waffen und einer 
Bauanleitung für einen Schalldämpfer gesucht (pag. 248 ff.). Ein Schalldämpfer ist 
grundsätzlich nur dann nötig, wenn die damit bestückte Waffe auch tatsächlich zum 
Einsatz kommen soll. Folgt man den Ausführungen des Beschuldigten (und später 
auch denjenigen des Privatklägers), so lässt sich – zumindest betreffend den Privat-
kläger – auch ein entsprechendes (wenn auch eher dürftiges) Motiv für einen allfäl-
ligen Raubmord ausmachen. So befand sich einerseits der Beschuldigte und ande-
rerseits die J.________ AG (an welcher der Beschuldigte beteiligt ist) im fraglichen 
Zeitraum in nicht unerheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Der Beschuldigte 
musste sich sogar Geld von seinen Eltern ausleihen bzw. hatte offenbar kaum mehr 
Geld um zu Tanken oder auswärts zu essen (pag. 301 f.) und die Zukunft der 
J.________ AG war zu dieser Zeit auch unsicher (pag. 270 ff.). Zwischen dem Pri-
vatkläger und der J.________ AG bestanden offenbar Streitigkeiten (pag. 130, Z. 
208 ff.; pag. 275 ff.), wobei sich der Beschuldigte gegenüber verschiedenen Perso-
nen der J.________ AG sogar dahingehend äusserte, dass er das «Problem 
C.________» gebracht und es auch wieder aus der Welt schaffen werde (pag. 276). 
Auch das persönliche Verhältnis zwischen dem Privatkläger und dem Beschuldigten 
hatte sich offenbar etwas verschlechtert (pag. 128, Z. 146 ff.), wobei die beiden aber 
– so ist es zumindest den Akten zu entnehmen – bis zum 21. Januar 2018 in freund-
schaftlichem Austausch standen (pag. 319 ff.). Über den Privatkläger hinaus lässt 
sich nur schwerlich ein Motiv konstruieren. So war der Beschuldigte auch mit 
F.________ freundschaftlich verbunden und auch ihren Sohn G.________ kannte 
der Beschuldigte – gemäss übereinstimmenden Aussagen – seit dessen Geburt. 
Auch in zeitlicher Hinsicht passt – wie die Vorinstanz dies richtigerweise festhält – 

30

alles in etwa zusammen. So haben sich der Beschuldigte und E.________ (welcher 
vorbestraft ist und vor Gewaltdelikten in der Vergangenheit nicht zurückgeschreckt 
hatte) offenbar im Dezember 2017 im X.________ kennengelernt. Kurz darauf zeigte 
der Beschuldigte E.________ seinen Keller und die darin aufbewahrten Waffen und 
Gegenstände (welche Letzterer teilweise auch korrekt benennen konnte) und es 
folgten die beiden Besuche am Domizil der Familie C.________, anlässlich welchen 
der Beschuldigte allerdings nur auf F.________ traf. Sodann zeigen die sich in den 
Akten befindlichen SMS-Nachrichten des Beschuldigten vom 15. Januar 2018 auch 
auf, dass er sich an diesem Tag (angeblich sollte da der Plan in die Tat umgesetzt 
werden) mit E.________ verabredet hatte. Dies sind alles Indizien, welche mit der 
angeklagten Sachverhaltsversion vereinbar sind.

Allerdings sind durchaus auch andere Erklärungsmöglichkeiten für diese Vorkomm-
nisse, sprich andere Geschehensabläufe und Varianten denkbar. Die plausibelste ist 
die von F.________ vorgebrachte Variante des fingierten Raubes, welche nach An-
sicht der Kammer mindestens genau so plausibel, wenn nicht gar plausibler als die 
angeklagte Sachverhaltsvariante erscheint. Wie hiervor bereits aufgezeigt, erachtet 
die Kammer die Aussagen von F.________ hinsichtlich des ihr vorgeschlagenen fin-
gierten Raubes als glaubhaft. Der Beschuldigte hat dies zwar abgestritten, dies er-
scheint in Anbetracht der Gefahr, sich ansonsten allenfalls weitere (u.U. auch straf-
rechtliche) Probleme aufzuhalsen, gewissermassen nachvollziehbar. Über die Aus-
sagen von F.________ hinaus, lassen weitere Indizien auf die Variante des fingierten 
Raubes schliessen bzw. lassen diese mindestens genau so plausibel erscheinen. 
So liegt der Kammer ein Screenshot einer Handynotiz vor, welche F.________ un-
bestrittenermassen an den Beschuldigten geschickt hat. Darin ist u.a. davon die 
Rede, dass F.________ die Situation mit ihren Freundinnen, ihrem Umfeld und einer 
Anwältin besprochen habe und es alle wie sie sehen würden, sie solle dies auf kei-
nen Fall zulassen. Er (der Beschuldigte) solle es unterlassen, bei ihnen einzubre-
chen oder sie und G.________ zu überfallen (pag. 171). Dass der Beschuldigte be-
sonders einschüchternd auf F.________ gewirkt hätte, ist zumindest dem sich in den 
Akten befindlichen Chataustausch vom 16. Januar 2018 (notabene nur einen Tag 
nach dem zweiten Besuch des Beschuldigten) nicht zu entnehmen. Wie hiervor be-
reits erwähnt, kann auch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob F.________ ihr Um-
feld tatsächlich über die Idee des fingierten Raubes informiert hat. Zumindest der 
Privatkläger und/oder die Polizei wurden am 30. Dezember 2017 bzw. 15. Januar 
2018 nicht informiert. Sodann schrieb der Beschuldigte dem Privatkläger am 21. Ja-
nuar 2018 auch «[…] Schuldig bin ich nur, dass ich mit deiner Frau geredet habe». 
(pag. 318). In diesem Zusammenhang ist weiter anzumerken, dass E.________ – 
als er F.________ am 19. Januar 2018 an ihrem Domizil angetroffen hat – unter 
anderem gesagt habe, sie solle dies (wohl der fingierte Raub) nicht zulassen. Von 
einem Raubmord war damals nicht explizit die Rede (pag. 163, Z. 175 ff.; pag. 146, 
Z. 376 ff.). Schliesslich können auch die Einkäufe im Baumarkt für einen fingierten 
Raub verwendet werden. Zumindest bleibt unklar, welchen Zweck Klebeband und 
Brecheisen bei einem Raubmord haben sollten. Auch das Auskundschaften und die 
Weitergabe von privaten Informationen über die Familie C.________ sprechen – wie 
die Vorinstanz richtigerweise festgehalten hat – eher für die Variante des fingierten 
Raubes. So wäre es bei dieser Variante essentiell gewesen, dass F.________ eben 

31

alleine zu Hause wäre. Insofern ist auch naheliegend, weshalb die Gewohnheiten 
von Sohn G.________ (jeweils bei der Arbeit im U.________ ab ca. 10:00 Uhr, an-
sonsten oft am Computer) thematisiert wurden. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte 
zu dieser Zeit in sehr angespannten finanziellen Verhältnissen lebte und sich die 
angespannte Lage durch einen fingierten Raub genauso gut hätte lösen lassen. So-
dann lässt sich – wie hiervor bereits erwähnt – ein Motiv für den Mord an F.________ 
und G.________ nur schwerlich annehmen. Wie die Vorinstanz festgestellt hat, wird 
noch zu prüfen sein, ob die Varianten fingierter Raub und Raubmord allenfalls alter-
nativ angedacht worden sind. Dies sollen die nachfolgenden Erwägungen klären.

11.6.2 Gegenstände

Wie hiervor bereits erwähnt, wurden im Rahmen der Hausdurchsuchungen beim Be-
schuldigten u.a. folgende Gegenstände sichergestellt: Eine Schutzweste, ein Tool 
für die Fensteröffnung, ein Winkelschleifer, ein Brecheisen, ein Bergseil, eine 
Universal-Schleifscheibe (Diamanttrennscheibe), zwei Strumpfmasken und eine 
Rolle silbriges Klebeband. Würde man auf die Ausführungen von E.________ zum 
geplanten Ablauf des angeblichen Raubmords abstellen, so hätte man an der 
Haustüre der Familie C.________ geklingelt und E.________ hätte beim Öffnen der 
Türe die erste Person und anschliessend die zwei weiteren Personen erschossen. 
Es hätte demnach weder ein Fenster aufgebrochen (Brecheisen, Tool für Fensteröff-
nung) noch jemand gefesselt werden müssen (Bergseil, Klebeband). Die besagten 
Hilfsmittel hätten demgegenüber für einen fingierten Raub durchaus verwendet wer-
den können: Einerseits zur Fesselung von F.________ und andererseits zur Vortäu-
schung entsprechender Einbruchspuren. Es ist hinsichtlich der Gegenstände auch 
auf die von E.________ gemachten (widersprüchlichen) Aussagen hinzuweisen. So 
erwähnte er die besagten Hilfsmittel im Rahmen seiner ersten Einvernahme noch 
nicht, während dem der Privatkläger bereits davon sprach (pag. 136 ff.; pag. 107, Z. 
57 f.). Sodann zählte E.________ auf Frage hin die Gegenstände auf, welche im 
Rahmen der Tatausführung hätten mitgenommen werden sollen. Es waren dies das 
Brecheisen, die Trennscheibe, das silbrige Klebeband, das Javelwasser, Masken, 
und ein paar Handschuhe (pag. 144, Z. 287 ff.). Auf Nachfrage nach der Art des 
Klebebands konnte E.________ zunächst keine Angaben mehr machen und gab 
u.a. zu Protokoll: «Am Anfang wusste ich gar nicht, dass er dieses noch gekauft hat» 
(pag. 144, Z. 293 f.). Dies lässt daran zweifeln, ob E.________ den Beschuldigten 
am 29. Dezember 2017 tatsächlich ins Bauhaus in Niederwangen begleitet hat oder 
ob er die dazumal gekauften Gegenstände eher bei anderer Gelegenheit zu Gesicht 
bekommen hat. Später will er das silbrige Klebeband allerdings wiederum gemein-
sam mit dem Beschuldigten gekauft haben (pag. 145, Z. 326 ff.). Wozu das silbrige 
Klebeband bei der Variante des Raubmords hätte verwendet werden sollen, bleibt 
indes unklar. Widersprüchlich ist sodann auch seine Aussage betreffend die Schutz-
weste/n. So gab er hierzu an, dass der Beschuldigte zwei solche Westen habe (pag. 
136, Z. 43; pag. 143, Z. 230 f.). Im Rahmen der durchgeführten Hausdurchsuchun-
gen wurde allerdings nur eine Weste aufgefunden. Wie nachfolgend zu sehen sein 
wird (vgl. Ziff. 11.6.3 hiernach), geht die Kammer nicht davon aus, dass der Beschul-
digte spezifische Gegenstände vor den Hausdurchsuchungen hat verschwinden las-
sen, obwohl er hierzu durchaus Gelegenheit gehabt hätte (wurde er vom Privatkläger 
vorweg kontaktiert und demnach gewissermassen vorgewarnt). Darüber hinaus ist 

32

ohnehin unklar, wieso der Beschuldigte und E.________ überhaupt eine oder eben 
zwei Schutzwesten benötigt hätten, zumal nie die Rede davon war, dass die Familie 
C.________ bzw. einzelne Familienmitglieder allenfalls bewaffnet wären. Gewisse 
Fragezeichen hinterlassen auch die Aussagen von E.________ zum Javelwasser. 
So gab er hierzu an, dass F.________ den Beschuldigte gerochen hätte, dieser habe 
das Javelwasser daher im Auto gehabt, um Spuren zu verwischen (pag. 142, Z. 193 
ff.). Diese Aussage vermag schon in der Hinsicht nicht zu überzeugen, da 
F.________ – nach der von E.________ geschilderten Raubm