# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e215df8-e601-5450-8229-2dbdaee6c009
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-05-23
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 23.05.2019 VG.2019.00033 (VG.2019.800)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2019-00033_2019-05-23.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 23. Mai 2019

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2019.00033

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch
    Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    1.

    	
    Steuerverwaltung des Kantons Glarus

    	
    Beschwerdegegnerinnen

    

  

  
	
   

  
	
  	
    2.

    	
    Steuerrekurskommission des Kantons Glarus

    	
     

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Kantons- und Gemeindesteuern 2016

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ meldete sich Ende September 2015 von der
  Gemeinde Glarus Nord ab, da er vom 2. Oktober 2015 bis am 21. April 2016 im
  Kosovo einen Einsatz als Operations-Offizier im 33. Swisscoy-Kontingent
  leistete. Vom 26. April 2016 bis zum 26. Januar 2018 stand er als
  Operations-Offizier in der neutralen
  Überwachungskommission für den Waffenstillstand in der Republik Korea (NNSC)
  im Einsatz.

  
	
   

  
	
  1.2 Die Steuerverwaltung des Kantons Glarus eröffnete
  A.______ am 19. Dezember 2017 die definitive Veranlagung für die
  Kantons- und Gemeindesteuern 2016 und die direkte Bundessteuer 2016.
  Ausgehend von Einkünften aus unselbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von
  Fr. 128'011.- setzte sie das steuerbare Einkommen von A.______ für die
  Kantons- und Gemeindesteuern auf Fr. 113'800.- und für die direkte Bundessteuer
  auf Fr. 116'100.- fest.

  
	
   

  
	
  1.3 Gegen die Veranlagung der Kantons- und
  Gemeindesteuern erhob A.______ am 17. Januar 2018 Einsprache, wobei er
  beantragte, das steuerbare Einkommen sei auf Fr. 31'238.- festzusetzen, da
  die unbeschränkte Steuerpflicht im Kanton Glarus spätestens mit dem Ende des
  Swisscoy-Einsatzes am 21. April 2016 geendet habe. Die Steuerverwaltung
  forderte ihn daraufhin am 19. Januar 2018 auf, verschiedene Unterlagen
  einzureichen. Mit E-Mail vom 2. März 2018 teilte sie ihm mit, dass die eingereichten
  Lohnausweise einen um Fr. 10'736.- zu tiefen Nettolohn auswiesen,
  weshalb der Lohn von Fr. 128'011.- auf Fr. 138'747.- korrigiert werde.
  A.______ wurde Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Dieser reichte am 5.
  März 2018 die geforderten Unterlagen ein. Mit E-Mail vom 8. März 2018 nahm er
  zudem zur Korrektur des Nettolohns Stellung. Hinsichtlich der direkten
  Bundessteuer akzeptierte er die Korrektur. Ausgehend von einer Steuerpflicht
  bis zum 21. April 2016 zeigte er sich hinsichtlich der Kantons- und
  Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 38'753.-
  einverstanden. Die Steuerverwaltung wies die Einsprache am 13. März 2018 ab,
  setzte das Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit für das Jahr 2016
  auf Fr. 138'747.- fest und veranlagte A.______ für die Kantons- und
  Gemeindesteuern 2016 mit einem steuerbaren Einkommen von
  Fr. 124'400.- und für die direkte Bundessteuer mit einem steuerbaren
  Einkommen von Fr. 126'700.-.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Dagegen erhob A.______ am
  27. März 2018 Rekurs bei der Steuerrekurskommission und beantragte, das
  steuerbare Einkommen sei für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 mit
  Fr. 38'149.- zu veranlagen. Die Steuerrekurskommission wies den Rekurs am 10.
  Dezember 2018 ab.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 In der Folge gelangte A.______ mit Beschwerde vom
  25. März 2019 ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des
  Entscheids der Steuerrekurskommission vom 10. Dezember 2018. Es sei
  festzustellen, dass für ihn ab dem 22. April 2016 kein steuerrechtlicher
  Wohnsitz und keine entsprechende Steuerpflicht im Kanton Glarus bestehe. Die
  Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern sei entsprechend anzupassen und
  das steuerbare Einkommen auf Fr. 38'149.- festzusetzen; unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen. 

  
	
   

  
	
  3.2 Die Steuerverwaltung beantragte am 29. März 2019 die
  kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die Steuerrekurskommission schloss am
  2. April 2019 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde; unter gesetzlicher
  Kostenfolge.

  
	
   

  
	
  3.3 Das Verwaltungsgericht forderte A.______ am 1. Mai
  2019 zur Einreichung weiterer Unterlagen auf. Dieser Aufforderung kam er am
  9. Mai 2019 nach.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 166
  Abs. 1 des Steuergesetzes vom 7. Mai 2000 (StG) i.V.m.
  Art. 105 Abs. 1 lit. e des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
  vom 4. Mai 1986 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde grundsätzlich einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Der Beschwerdeführer beantragt die Feststellung,
  dass für ihn ab dem 22. April 2016 kein steuerrechtlicher Wohnsitz und
  keine entsprechende Steuerpflicht im Kanton Glarus bestehe. 

  
	
   

  
	
  Kann die Beschwerde
  führende Partei ein Gestaltungsurteil erwirken, besteht kein
  Feststellungsinteresse; in diesem Sinne ist der Feststellungsanspruch
  subsidiär (VGer-Urteil VG.2018.00124 vom 25. April 2019 E. II/1.3,
  VG.2018.00065 vom 13. September 2018 E. II/1.2, VG.2017.00105 vom 25.
  Januar 2018 E. II/1.2).

  
	
   

  
	
  Die Beschwerde des
  Beschwerdeführers richtet sich gegen die Veranlagung des steuerbaren
  Einkommens für die Kantons- und Gemeindesteuern 2016. Dringt er mit
  seiner Beschwerde vollumfänglich durch, wird dieses antragsgemäss auf
  Fr. 38'149.- festgesetzt. Insofern kann er mit seiner Beschwerde ein
  Gestaltungsurteil erwirken. Damit fehlt es an einem schutzwürdigen Interesse
  an der Feststellung, dass für ihn ab dem 22. April 2016 kein
  steuerrechtlicher Wohnsitz und keine entsprechende Steuerpflicht im Kanton
  Glarus bestehe, weshalb auf das Feststellungsbegehren nicht einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der Beschwerdeführer macht
  geltend, er habe sich am 28. September 2015 bei der Gemeinde Glarus Nord
  abgemeldet und sei seither nicht mehr dauerhaft in die Schweiz zurückgekehrt.
  Vom 2. Oktober 2015 bis am 21. April 2016 habe er Dienst als Operations-Offizier
  im 33. Swisscoy-Regiment im Kosovo geleistet. Daran anschliessend habe
  er vom 26. April 2016 bis am 26. Januar 2018 als
  Operations-Offizier für die NNSC in der Republik Korea gedient. Je nach
  Ausgestaltung des Aufenthalts könne auch bei militärischen Einsätzen, welche
  naturgemäss befristet seien, eine Verlegung des Lebensmittelpunkts ins
  Ausland erfolgen. Die Tatsachen, dass er sich schon am 28. September 2015
  definitiv in der Schweiz abgemeldet und sich seither nur noch kurzfristig in
  der Schweiz aufgehalten habe, sprächen zumindest als Indiz für eine Verlegung
  des Wohnsitzes weg von der Schweiz. Es sei ihm bereits zu Beginn des
  Swisscoy-Einsatzes bewusst gewesen, dass er nach Einsatzende mangels
  beruflicher Perspektiven nicht mehr in die Schweiz zurückkehren werde,
  weshalb er sich schon damals definitiv abgemeldet habe. Die Einsätze bei der
  Swisscoy und der NNSC seien nicht vergleichbar. Bei der Swisscoy sei er
  verpflichtet gewesen, auf der Basis Quartier zu nehmen; Freigänge seien nur
  sehr restriktiv erlaubt gewesen. Dies sei beim NNSC-Einsatz anders gewesen.
  Es habe keine Verpflichtung bestanden, auf der Basis "Yongsan" zu
  wohnen. Er habe diese Option aus rein wirtschaftlichen Gründen gewählt. Er
  sei völlig frei gewesen, sein Leben ausserhalb der Basis zu gestalten, was er
  auch getan habe. So habe er Beziehungen zu ortsansässigen Personen gepflegt
  und mit diesen seine Freizeit ausserhalb der Basis verbracht. Er habe sich
  regelmässig ausserhalb der Basis verpflegt und häufig in Hotels übernachtet.
  Auch die medizinische Versorgung sei ausschliesslich durch die einheimischen
  Ärzte und Zahnärzte erfolgt, obwohl die Basis ebenfalls über entsprechende
  Einrichtungen verfüge. Die Ferien habe er grösstenteils in der Republik
  verbracht; die Schweiz habe er nur selten und für kurze Zeit besucht. Er habe
  eine Dauerkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel besessen. Zudem sei er
  Mitglied in einem Fitnessclub in Seoul gewesen und habe ein Abonnement bei
  einem lokalen Mobilfunkanbieter gehabt. Schliesslich habe er eine
  GNC-Member-Card besessen, welche ihm ermöglicht habe, in den GNC-Stores in
  Seoul günstig Fitness-Produkte zu erwerben. Dies zeige, dass er sich bewusst
  von der Basis abgegrenzt und seinen Lebensmittelpunkt erkennbar auf Seoul
  ausgerichtet habe. Ihm sei gar keine andere Möglichkeit geblieben, als nach
  dem NNSC-Einsatz die Republik Korea umgehend Richtung Bulgarien zu verlassen.
  Um seine berufliche Tätigkeit als Pilot wieder aufnehmen zu können, sei er
  nämlich gezwungen gewesen, seine Fluglizenz zu erneuern. Der
  Miteigentumsanteil der Liegenschaft in [...] sei schliesslich eine
  Geldanlage. Er beabsichtige, seinen Anteil zu veräussern, was schwierig und
  mit grossem Aufwand verbunden sei. Feste Verbindungen zur Schweiz habe er
  keine. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Natürliche Personen sind gemäss Art. 3 Abs. 1 StG
  aufgrund persönlicher Zugehörigkeit im Kanton steuerpflichtig, wenn sie ihren
  steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen
  steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat eine Person, wenn sie sich hier mit
  der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder wenn ihr das Bundesrecht hier
  einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist (Art. 3 Abs. 2 StG).
  Dies entspricht Art. 3 Abs. 1 (erste Variante) und Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
  Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) sowie Art. 3 Abs. 1
  und 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990
  (DBG). 

  
	
   

  
	
  Die Steuerpflicht beginnt mit dem Tag, an
  dem der Steuerpflichtige in den Kanton zuzieht oder im Kanton steuerbare
  Werte erwirbt (Art. 10 Abs. 1 StG). Sie endet mit dem Tode oder dem
  Wegzug des Steuerpflichtigen ins Ausland oder mit dem Wegfall der im Kanton
  steuerbaren Werte (Art. 10 Abs. 3 StG). Das stimmt mit der Reglung in Art. 8
  Abs. 1 und 2 DBG überein.

  
	
   

  
	
  Aufgrund der Übereinstimmung der Regeln des
  kantonalen Steuerrechts mit denjenigen des Bundesrechts über die direkte
  Bundessteuer kann auf die entsprechenden Bestimmungen des DBG und die dazu
  entwickelte Rechtsprechung und Lehre abgestellt werden (BGer-Urteil
  2C_1036/2017 vom 10. März 2019 E. 2.1, 2C_873/2014 vom 8. November 2015 E.
  3.1, 2C_855/2014, 2C_856/2014 vom 11. September 2015 E. 4.1,
  2C_374/2014 vom 30. Juli 2015 E. 1.2).

  
	
   

  
	
  3.2 Der
  steuerrechtliche Wohnsitz einer Person nach Art. 3 Abs. 2 DBG und damit auch
  nach Art. 3 Abs. 2 StG befindet sich dort, wo sich die betreffende Person mit
  der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wo sich der Mittelpunkt
  ihrer Lebensinteressen befindet. Der steuerrechtliche Wohnsitzbegriff setzt
  sich aus zwei Elementen zusammen, welche kumulativ erfüllt sein müssen,
  nämlich dem tatsächlichen bzw. physischen Aufenthalt (objektives
  Merkmal) und der Absicht dauernden Verbleibens (subjektives Merkmal). Der
  Mittelpunkt der Lebensinteressen bestimmt sich nach der Gesamtheit der
  objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich diese Interessen erkennen
  lassen, nicht nach den bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person
  (BGer-Urteil 2C_546/2017 vom 16. Juli 2018 E. 2.3).

  
	
   

  
	
  3.3 Gemäss ständiger
  bundesgerichtlicher Praxis genügt es für eine Wohnsitzverlegung ins Ausland
  nicht, die Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz zu lösen; entscheidend ist
  vielmehr, dass nach den gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet
  worden ist. Der einmal begründete Wohnsitz bleibt grundsätzlich bis zum
  Erwerb eines neuen bestehen (sog. rémanence du domicile). Nicht entscheidend
  ist deshalb, wann sich der Steuerpflichtige am bisherigen Wohnort abgemeldet
  oder diesen verlassen hat. Begibt er sich ins Ausland, so hat er die direkte
  Bundessteuer zu entrichten, bis er nachweisbar im Ausland einen neuen
  Wohnsitz begründet (BGE 138 II 300 E. 3.3). Für die
  Kantons- und Gemeindesteuern gilt das Gleiche, weil die Voraussetzungen der
  Steuerpflicht – wie vorne in E. II/3.1 dargelegt – analog der direkten
  Bundessteuer normiert sind (BGer-Urteil 2C_873/2014 vom 8. November 2015
  E. 3.2, 2C_855/2014, 2C_856/2014 vom 11. September 2015
  E. 4.2).

  
	
   

  
	
  3.4 Der
  Steuerwohnsitz ist als steuerbegründende Tatsache grundsätzlich von den
  Steuerbehörden nachzuweisen. Die steuerpflichtige Person ist jedoch zur
  Mitwirkung und zu umfassender Auskunftserteilung über die für die Besteuerung
  massgebenden Umstände verpflichtet. Dass eine Wohnsitzverlegung stattgefunden
  hat, ist somit von der steuerpflichtigen Person darzulegen. Dazu gehört nicht
  nur die endgültige Lösung der Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz, sondern
  auch die Darstellung der Umstände, welche zur Begründung des neuen Wohnsitzes
  geführt haben. Wird der Nachweis der Wohnsitzverlegung nicht erbracht,
  besteht das bisherige Domizil fort (BGE 138 II 300 E. 3.4;
  BGer-Urteil 2C_873/2014 vom 8. November 2015 E. 3.3, 2C_855/2014,
  2C_856/2014 vom 11. September 2015 E. 4.3).

  
	
   

  
	
  3.5 

  
	
  3.5.1 Hinsichtlich
  der Kantons- und Gemeindesteuern gilt die Rechtsprechung zur "rémanence
  du domicile" auch für natürliche Personen im Ausland, welche – wie der
  Beschwerdeführer – in einem Arbeitsverhältnis zum Bund stehen. Dieser
  Grundsatz ist in Ziff. 2 des Kreisschreibens Nr. 1 der Schweizerischen
  Steuerkonferenz vom 30. Juni 2010 betreffend die Besteuerung von
  natürlichen Personen im Ausland mit einem Arbeitsverhältnis zum Bund oder zu
  einer anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaft oder Anstalt des Inlands
  festgehalten. In Bezug auf den Aufenthalt zu Erwerbszwecken werden drei
  Kategorien genannt: Alleinstehende – Aufenthalt bis zu einem Jahr
  (Ziff. 2.2.1); Ehepaarbesteuerung – Wohnsitz des Ehegatten verbleibt in
  der Schweiz (Ziff. 2.2.2); und militärische Einsätze der Swisscoy
  (Ziff. 2.2.3). In Ziff. 2.2.1 wird festgehalten, wenn der
  ununterbrochene Aufenthalt länger als ein Jahr dauere, ende die unbeschränkte
  Steuerpflicht "in der Regel" mit der Abreise ins Ausland. Gemäss
  Ziff. 2.2.3 ist ohne Rücksicht auf die Dauer des Aufenthalts eine durchgehende
  Besteuerung vorzunehmen. Obwohl sich Swisscoy-Angehörige zu Erwerbszwecken
  bis zu 18 Monate im Ausland aufhielten, fehle die Absicht des dauernden
  Verbleibens am Einsatzort regelmässig, sodass sie dort keinen Wohnsitz
  begründeten (BGer-Urteil 2C_873/2014 vom 8. November 2015 E. 3.4).

  
	
   

  
	
  3.5.2 Bei Kreisschreiben handelt es sich um interne Dienstanweisungen, welche sich an die
  Verwaltungsbehörden richten und für diese verbindlich sind. Die einzelnen
  Anweisungen sind keine eigenen Rechtsregeln, sondern stellen nur eine
  Konkretisierung und Umschreibung der gesetzlichen und verordnungsmässigen
  Bestimmungen dar. Für das Verwaltungsgericht sind diese internen
  Dienstanweisungen daher nicht verbindlich. Indes berücksichtigt es die Kreisschreiben
  insbesondere dann und weicht nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn sie
  eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren
  gesetzlichen Bestimmungen zulassen und eine überzeugende Konkretisierung der
  rechtlichen Vorgaben enthalten. Dadurch trägt es dem Bestreben der Verwaltung
  Rechnung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu
  gewährleisten. Auf dem Wege von Verwaltungsweisungen dürfen keine über Gesetz
  und Verordnung hinausgehenden Einschränkungen eines materiellen Rechtsanspruchs
  eingeführt werden (BGE 142 II 182 E. 2.3, 142 V 442
  E. 5.2, 140 V 543 E. 3.2.2.1; VGer-Urteil
  VG.2018.00128 vom 11. April 2019 E. 4.2.1).

  
	
   

  
	
  3.5.3 Die
  militärischen Einsätze der Swisscoy, bei denen ein steuerrechtlicher Wohnsitz
  im Ausland praxisgemäss verneint wird, sind im Kreisschreiben beispielhaft
  aufgeführt. Es ist nichts dagegen einzuwenden, einen friedensfördernden
  Einsatz bei der NNSC analog dieser Praxis zu behandeln, wenn die Umstände des
  konkret zu beurteilenden Einsatzes nicht etwas anderes nahelegen (BGer-Urteil
  2C_855/2014, 2C_856/2014 vom 11. September 2015 E. 7.3).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Strittig und zu prüfen ist, ob der
  Beschwerdeführer nach Abschluss seines Einsatzes als Operations-Offizier im
  33. Swisscoy-Regiment im Kosovo am 21. April 2016 weiterhin der
  unbeschränkten Steuerpflicht im Kanton Glarus unterlag. Der Beschwerdeführer
  verneint dies und zieht eine Parallele zum Urteil 2C_873/2014 des
  Bundesgerichts vom 8. November 2015. In jenem Fall war strittig, ob
  "A" der unbeschränkten Steuerpflicht im Kanton Zürich unterlag. Er
  hielt sich vom 17. September 2006 bis am 14. Mai 2008 für die NNSC
  in der Republik Korea auf. Von August 2008 bis am 23. Januar 2009
  weilte er für die United Nations Mission (UNMIN) in Nepal. Darauf folgte ein
  Engagement als freiwilliger Helfer in Nepal, welches bis zum 23. Januar
  2010 dauerte. Vom 15. März 2010 bis zum 21. April 2011 stand er für die
  United Nations Truce Supervision Organisation (UNTSO) in Israel, Syrien,
  Libanon, Jordanien und Ägypten im Einsatz, wobei er in Israel wohnte. Am
  2. Mai 2011 trat er einen Einsatz in Österreich an, welcher bis zum
  1. Mai 2013 dauerte. Am 25. September 2013 folgte ein Einsatz in
  Mali. Bis im Jahr 2009 war er im Kanton Zürich unbeschränkt
  steuerpflichtig, strittig war die Steuerpflicht im Jahr 2010. Das
  Bundesgericht verneinte die unbeschränkte Steuerpflicht und führte aus, der
  Umstand, dass "A" eine Eigentumswohnung zur ständigen Verfügung
  unterhalten habe, könne ein starkes Indiz dafür sein, dass sein
  Lebensmittelpunkt weiterhin in der Schweiz gelegen habe; zwingend sei dies
  nicht. "A" vermöge nicht nur plausibel zu erklären, warum er die
  ihm gehörende Wohnung nicht vermietet habe; er sei auch sehr selten und
  jeweils nur für kurze Zeit dorthin zurückgekehrt. Seine Ferien habe er in Deutschland
  bei seiner Freundin oder auf Reisen verbracht. In Israel habe er am
  gesellschaftlichen Leben teilgenommen (E. 5.3).

  
	
   

  
	
  4.2 Entgegen seiner Auffassung kann der
  Beschwerdeführer aus dem von ihm angeführten Urteil des Bundesgerichts nichts
  zu seinen Gunsten ableiten. So fällt zunächst auf, dass "A" während
  seines Einsatzes für die NNSC in der Republik Korea im Kanton Zürich
  unbeschränkt steuerpflichtig war (vgl. auch Entscheid des
  Steuerrekursgerichts des Kantons Zürich ST.2011.14 vom 19. Juli 2011,
  www.strgzh.ch). Strittig und Gegenstand des Verfahrens vor dem Bundesgericht
  war hingegen der Zeitraum, in welchem sich der Beschwerdeführer vorwiegend in
  Israel aufhielt. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, unterscheidet sich der
  vorliegend zu beurteilende Sachverhalt auch anderweitig massgeblich von
  demjenigen, welcher dem angeführten Bundesgerichtsentscheid zugrunde lag.

  
	
   

  
	
  4.3 Der Beschwerdeführer ist hälftiger
  Miteigentümer einer Liegenschaft in [...]. Der andere Miteigentumsanteil
  gehört C.______. Gemäss unbestritten gebliebenen Ausführungen der
  Beschwerdegegnerin 1 waren der Beschwerdeführer und C.______ im
  Telefonbuch mit der gleichen Telefonnummer eingetragen, woraus sich zwangslos
  schliessen lässt, dass sie in derselben Wohnung wohnten. In der Liegenschaft
  wohnen zudem die Eltern von C.______, welche dem Beschwerdeführer und C.______
  im Jahr 2016 je Fr. 2'580.- pro Jahr an Miete zahlten. Es ist
  offensichtlich, dass die Liegenschaft dem Beschwerdeführer auch während
  seines Aufenthalts in der Republik Korea zu Wohnzwecken zur Verfügung stand.
  Bereits dieser Umstand ist ein starkes Indiz dafür, dass der
  Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers weiterhin in der Schweiz lag. Weiter
  fällt auf, dass während seiner Abwesenheit C.______ den Mieteigentumsanteil des
  Beschwerdeführers unentgeltlich zum Wohnen nutzen konnte. Wenn der
  Beschwerdeführer nun in seiner Beschwerde geltend macht, der
  Miteigentumsanteil sei eine reine Geldanlage, vermag dies nicht zu
  überzeugen. So hat er den Eigenmietwert zu versteuern, erhält aber lediglich
  einen bescheidenen Mietzins von den Eltern von C.______. Sodann bleibt seine
  Aussage, er beabsichtige, seinen Miteigentumsanteil zu veräussern,
  unsubstantiiert, vermag er doch entsprechende Verkaufsbemühungen weder im
  Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch für den vorliegend massgebenden
  Zeitraum seines Aufenthalts in der Republik Korea nachzuweisen. 

  
	
   

  
	
  Aus den
  nachträglich eingereichten Kreditkartenabrechnungen ergibt sich sodann, dass
  der Beschwerdeführer entgegen seinen Darlegungen einen erheblichen Teil
  seiner Ferien in der Schweiz verbracht hat. So finden sich verschiedene
  Buchungen von Arztpraxen, Geschäften und Restaurants im näheren Umkreis von
  [...] (17.12.2016: Zahnarztpraxis Dr. D.______, Freienbach; 04.01.2017:
  […], Pfäffikon SZ; 14.04.2017: […], Weesen; 23.04.2017 und 25.04.2017: […],
  Niederurnen; 29.04.2017: […], Niederurnen; 26.09.2017: […], Netstal;
  03.10.2017: […], Galgenen). Unter all diesen Umständen ist davon auszugehen,
  dass der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen während seines Aufenthalts in
  der Republik Korea weiterhin in [...] lag.

  
	
   

  
	
  4.4

  
	
  4.4.1 Selbst wenn man aber davon ausgehen würde,
  dass der Beschwerdeführer seine Verbindungen zum bisherigen Wohnsitz gelöst
  hat, hätte dies nicht zwingend zur Folge, dass er im Kanton Glarus nicht mehr
  steuerpflichtig wäre. Entscheidend ist vielmehr, ob ihm der Nachweis gelingt,
  dass er in der Republik Korea einen neuen Wohnsitz begründet hat (vgl. vorne
  E. II/3).

  
	
   

  
	
  4.4.2 Der Beschwerdeführer zieht wiederum eine
  Parallele zum Bundesgerichtsurteil 2C_873/2014 und versucht, anhand einzelner
  dort aufgeführter Elemente die Wohnsitznahme in der Republik Korea
  nachzuweisen. Dies gelingt ihm jedoch nicht. Namentlich ist nicht
  ersichtlich, dass er in der Republik Korea in einem Ausmass am gesellschaftlichen
  Leben teilnahm oder Beziehungen knüpfte, welches die Annahme, er habe seine
  Lebensinteressen dorthin verlegt, rechtfertigen würde.

  
	
   

  
	
  Der
  Beschwerdeführer wohnte während der gesamten Dauer seines Einsatzes auf der
  US-Basis "Yongsan". Dabei ist es unerheblich, dass es ihm
  grundsätzlich erlaubt gewesen wäre, eine Wohnung zu mieten, und aus welchen
  Gründen er darauf verzichtete. Relevant ist einzig die tatsächliche
  Wohnsituation auf der US-Basis "Yongsan", welche gegen eine Verlegung
  seines Lebensmittelpunkts in die Republik Korea spricht.

  
	
   

  
	
  Sodann lässt sich
  aus den von ihm – ursprünglich nur unvollständig eingereichten –
  Kreditkartenabrechnungen nicht auf eine über ein Mindestmass hinausgehende
  Teilnahme am gesellschaftlichen Leben schliessen. Vielmehr ergibt sich aus
  den Kreditkartenabrechnungen, dass sich sein Leben überwiegend auf der
  Militärbasis abspielte. Die vereinzelten Aufenthalte in Hotels und Motels,
  seine Restaurantbesuche, das Abonnement des öffentlichen Verkehrs, seine
  Membercard zum vergünstigten Bezug von Fitnessprodukten, sein
  Mobilfunkvertrag mit einem koreanischen Anbieter und seine Arztbesuche zeigen
  zwar auf, dass er sich – wie er geltend macht – in der Republik Korea frei
  bewegen konnte, während sein Aufenthalt im Kosovo "basisgebunden"
  war. Alleine damit kann er aber nicht eine besondere gesellschaftliche
  Teilnahme bzw. eine Verlegung seines Lebensmittelpunkts in die Republik
  Korea nachweisen. Die aufgeführten Ausgaben entsprechen vielmehr dem, was
  beispielsweise bei einem längerdauernden Aufenthalt als Tourist zu erwarten
  wäre. Geradezu irreführend ist es sodann, wenn er – wiederum als anscheinende
  Parallele zum Bundesgerichtsentscheid 2C_873/2014 – sein Fitnessabonnement im
  The Point at Dragon Hill heranzieht, um seine gesellschaftliche Teilnahme und
  seine Abgrenzung von der Basis nachzuweisen. Bei der Dragon Hill Lodge,
  welcher der Fitnessclub angegliedert ist, handelt es sich um ein Hotel, das
  Teil der US-Basis "Yongsan" ist und im Eigentum des US-Verteidigungsministeriums
  steht. Es dient als Erholungscenter für die Armee und steht offenbar
  lediglich Armeeangehörigen und deren Familienmitgliedern offen
  (www.dragonhilllodge.com; www.wikipedia.com). Somit ist die Mitgliedschaft im
  The Point at Dragon Hill eher ein weiteres Indiz dafür, dass sich das
  gesellschaftliche Leben des Beschwerdeführers weitgehend innerhalb der
  Militärbasis abspielte, als für eine Verlegung der Lebensinteressen in die
  Republik Korea. Schliesslich besuchte er zwar Ärzte in der Republik Korea,
  aber auch – wie vorne unter E. II/4.3 dargelegt – solche in der Schweiz.

  
	
   

  
	
  4.4.3 Der Beschwerdeführer legt schliesslich dar,
  er habe die Republik Korea unmittelbar nach Beendigung seines Einsatzes
  verlassen, weil er seine europäische Fluglizenz nur in Europa habe erneuern
  können. Damit war es ihm aber stets klar, dass er sich nur für seinen Einsatz
  in der NNSC in der Republik Korea aufhalten und danach das Land verlassen
  wird. Dies spricht ebenfalls dagegen, dass er den Mittelpunkt seiner
  Lebensinteressen in die Republik Korea verlegte.

  
	
   

  
	
  4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass dem
  Beschwerdeführer zwar insofern zuzustimmen ist, als er sich in der Republik
  Korea freier bewegen konnte als bei seinem Einsatz im Kosovo. Allerdings
  vermag er nicht nachvollziehbar darzulegen, dass er den Mittelpunkt seiner
  Lebensinteressen in die Republik Korea verlegte und damit dort einen Wohnsitz
  begründete. Daher lag aufgrund des Prinzips der "rémanence
  du domicile" sein steuerrechtlicher Wohnsitz weiterhin in [...], selbst
  wenn man davon ausgehen würde, er habe seine Verbindungen zu seinem
  bisherigen Wohnsitz gelöst. Folglich war er im Jahr 2016 im Kanton
  Glarus unbeschränkt steuerpflichtig. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen,
  soweit darauf einzutreten ist.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG hat die Partei, welche im Beschwerde-, Klage- oder Revisionsverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Die pauschalen Gerichtskosten in
  der Höhe von Fr. 1'500.- sind daher dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit
  dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
  Ausgangsgemäss steht ihm keine Parteientschädigung zu (Art. 138
  Abs. 3 lit. a VRG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'500.- werden dem Beschwerdeführer
    auferlegt und mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in
    gleicher Höhe verrechnet.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    

  

  

          […]