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**Case Identifier:** 769253ae-2abf-5426-a330-83daa28e1b63
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.05.2015 BVGE 2015/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2015-17_2015-05-27.pdf

## Full Text

Personensicherheitsprüfung 2015/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 255 

 

LANDESRECHT — DROIT NATIONAL —  

DIRITTO NAZIONALE 

1 Staat – Volk – Behörden 
 Etat – Peuple – Autorités 
 Stato – Popolo – Autorità 

17 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. A. gegen Fachstelle für Personensicherheitsprüfungen 

A‒4658/2014 vom 27. Mai 2015 

Personensicherheitsprüfung. Prüfungsbefugnis der Fachstelle im 

Hinblick auf die Sicherheitsempfindlichkeit einer Funktion. 

Art. 19 Abs. 1 BWIS. Art. 6 Bst. a Ziff. 1, Art. 8 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 

Bst. c und Art. 14 Abs. 3 PSPV. 

1. Während die Fachstelle bei der Entscheidung, ob die Person 
überhaupt einer Personensicherheitsprüfung zu unterziehen ist, 

grundsätzlich von den Angaben auf dem Prüfantrag auszugehen 

hat, muss sie diese im Rahmen der durchgeführten Prüfung kri-

tisch würdigen, gegebenenfalls unter Vornahme eigener Sachver-

haltsabklärungen (E. 3.3.2 und 3.3.4). 

2. Es liegt im pflichtgemässen Ermessen der Fachstelle, die für die 
Abwägung zwischen der Sicherheitsempfindlichkeit der Funk-

tion und dem Sicherheitsrisiko im Einzelfall massgeblichen Fak-

toren sorgfältig zu ermitteln und zu würdigen (E. 3.3.3). 

Contrôle de sécurité relatif aux personnes. Pouvoir d'examen du ser-

vice spécialisé au regard de la sensibilité d'une fonction du point de 

vue sécuritaire. 

Art. 19 al. 1 LMSI. Art. 6 let. a ch. 1, art. 8 al. 1, art. 14 al. 1 let. c et 

art. 14 al. 3 OCSP. 

2015/17 Personensicherheitsprüfung 

 

 

256 BVGE / ATAF / DTAF 

 

1. Pour décider si une personne doit être soumise à un contrôle de 
sécurité, le service spécialisé se base en principe sur les indica-

tions figurant sur la demande de contrôle, tandis qu'il doit les 

apprécier de manière critique dans le cadre du contrôle effectué, 

au besoin en procédant à une clarification des faits (consid. 3.3.2 

et 3.3.4). 

2. Il revient au service spécialisé, dans les limites de son pouvoir 
d'appréciation, d'examiner et d'apprécier soigneusement les 

facteurs déterminants en présence pour la mise en balance du 

degré de sensibilité de la fonction et le risque pour la sécurité 

(consid. 3.3.3). 

Controllo di sicurezza relativo alle persone. Facoltà di controllo del 

servizio specializzato in considerazione del grado di sensibilità della 

funzione dal punto di vista della sicurezza. 

Art. 19 cpv. 1 LMSI. Art. 6 lett. a n. 1, art. 8 cpv. 1, art. 14 cpv. 1 

lett. c e art. 14 cpv. 3 OCSP. 

1. Per decidere se la persona interessata deve essere effettivamente 
sottoposta a un controllo di sicurezza, il servizio specializzato si 

basa di principio sulle indicazioni fornite nella richiesta di 

controllo, mentre nell'ambito del controllo effettuato deve 

apprezzare in modo critico tali indicazioni, eventualmente proce-

dendo per conto proprio a un accertamento dei fatti (consid. 3.3.2 

e 3.3.4). 

2. Spetta al servizio specializzato, entro i limiti del suo potere 
d'apprezzamento, determinare e valutare accuratamente i fattori 

decisivi per soppesare nel caso concreto il grado di sensibilità 

della funzione e il rischio dal punto di vista della sicurezza 

(consid. 3.3.3). 

 

A. arbeitet als Key Account Manager bei der Firma B. AG. Diese er-

suchte die Fachstelle für Personensicherheitsprüfung im Bereich Infor-

mations- und Objektsicherheit (nachfolgend: Fachstelle), eine Personen-

sicherheitsprüfung für Dritte durchzuführen.  

Die Fachstelle erhielt im Verlauf des Verfahrens Kenntnis von mehreren 

Strafverfahren gegen A. (illegale Pornografie). 

Personensicherheitsprüfung 2015/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 257 

 

Am 31. Juli 2014 erliess die Fachstelle eine Risikoerklärung, wonach sie 

A. als Sicherheitsrisiko im Sinne des Bundesgesetzes vom 21. März 1997 

über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit (BWIS, SR 120) 

und der Verordnung vom 4. März 2011 über die Personensicherheits-

prüfungen (PSPV, SR 120.4) erachte. Es werde empfohlen, ihm keinen 

Zugang zu vertraulich klassifizierten Informationen oder ebenso klassifi-

ziertem Material zu gewähren. 

Gegen diese Verfügung erhebt A. (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit 

Eingabe vom 19. August 2014 Beschwerde ans Bundesverwaltungs-

gericht und beantragt, die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihn 

nicht als Sicherheitsrisiko zu erachten.  

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut, hebt die 

angefochtene Verfügung auf und weist die Sache zur Neubeurteilung im 

Sinne der Erwägungen an die Fachstelle (nachfolgend: Vorinstanz) 

zurück. 

Aus den Erwägungen: 

3. Unter anderem rügt der Beschwerdeführer, die Ausführungen 
der Vorinstanz liessen eine vertiefte Abwägung zwischen dem Sicher-

heitsrisiko und der Sicherheitsempfindlichkeit seiner Funktion vermis-

sen.  

Die Vorinstanz hält dem entgegen, dass es ihr nicht obliege, die Angaben 

der ersuchenden Stelle auf dem Prüfformular zu überprüfen. Es sei un-

erheblich, ob die vorgesehenen Tätigkeiten bisher auch ausgeübt worden 

seien. Im Übrigen bemängelt die Fachstelle die Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts, soweit dieses eine eigene Bewertung der 

Sicherheitsempfindlichkeit der zu prüfenden Funktion vornehme und die 

vorinstanzliche Risikoerklärung durch eine Sicherheitserklärung ersetze. 

Dies sei sicherheitsmässig problematisch, weil die betroffene Person da-

zu legitimiert werde, inskünftig eine sicherheitsempfindliche Funktion 

auszuüben. Die ersuchende Stelle könne sodann unter den Vorausset-

zungen von Art. 8 PSPV auf die erneute Einleitung einer Personen-

sicherheitsprüfung verzichten. Richtigerweise müsste das Bundesver-

waltungsgericht in solchen Fällen die Verfügung der Fachstelle wegen 

Rechtswidrigkeit des Prüfauftrags für nichtig erklären. Ausserdem wäre 

die Streichung des entsprechenden Eintrags im Anhang 1 oder 2 zur 

PSPV anzuordnen. 

2015/17 Personensicherheitsprüfung 

 

 

258 BVGE / ATAF / DTAF 

 

3.1  
3.1.1 Gemäss Art. 19 Abs. 1 BWIS kann der Bundesrat unter den in 
den Bst. a bis e aufgeführten Voraussetzungen Sicherheitsprüfungen vor-

sehen für Bedienstete des Bundes, Angehörige der Armee und des Zivil-

schutzes sowie Dritte, die an klassifizierten Projekten im Bereich der 

inneren und äusseren Sicherheit mitwirken. Art. 19 BWIS nennt damit in 

abschliessender Weise die Voraussetzungen, damit eine Person einer 

Sicherheitsprüfung unterzogen werden kann (vgl. Urteil des BVGer 

A‒5097/2011 vom 10. Januar 2013 E. 5.2). Der Bundesrat erlässt ‒ in 

Entsprechung der aufgezählten Kriterien ‒ eine Liste der Ämter in der 

Bundesverwaltung und der Funktionen der Armee, für die eine Sicher-

heitsprüfung durchgeführt werden muss (Art. 19 Abs. 4 BWIS). Im 

1. Abschn. (« Zu prüfende Personen ») des 2. Kap. (« Durchführung der 

Personensicherheitsprüfung ») sowie im Anhang legt die PSPV sodann 

im Einzelnen fest, welche Stelleninhaber einer Sicherheitsprüfung unter-

zogen werden müssen.  

3.1.2 Die Streichung von solchen Listeneinträgen beziehungsweise 
deren Anordnung, wie sie von der Vorinstanz angeregt wird, steht dem 

Bundesverwaltungsgericht von vornherein nicht zu. Eine abstrakte Nor-

menkontrolle, das heisst die Prüfung der Gültigkeit einer Norm in einem 

besonderen Verfahren unabhängig von einer konkreten Anwendung, ist 

im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ausgeschlossen. Gegeben ist 

nur die konkrete (akzessorische, inzidente, vorfrageweise) Normenkont-

rolle, das heisst die vorfrageweise Überprüfung einer Norm, deren An-

wendung auf den konkreten Einzelfall infrage steht (vgl. KÖLZ/HÄNER/ 

BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun-

des, 3. Aufl. 2013, Rz. 1062). Doch führt auch diese in keinem Fall zur 

formellen Aufhebung von Rechtsnormen, sondern gibt den Gerichten le-

diglich die Befugnis, den betreffenden Rechtssatz als rechtswidrig zu 

erklären und ihm in dem zu beurteilenden Fall die Anwendung zu ver-

sagen (HÄFELIN/HALLER/KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 

8. Aufl. 2012, N. 2076). Bei Verordnungen, die sich wie die PSPV auf 

eine gesetzliche Delegation stützen (und nicht wie selbstständige Verord-

nungen direkt auf der Verfassung beruhen), beschränkt das Bundesver-

waltungsgericht seine Prüfung im Übrigen darauf, ob die Verordnung den 

Rahmen der dem Bundesrat im Gesetz delegierten Kompetenz offen-

sichtlich sprengt oder aus anderen Gründen gesetz- oder verfassungs-

widrig ist (Urteil des BVGer A‒2768/2014 vom 30. April 2015 E. 4.4; 

BGE 131 II 562 E. 3.2). Es liegt grundsätzlich nicht am Bundesverwal-

tungsgericht, den Massstab für die sicherheitsrelevanten Bedenken selber 

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BVGE / ATAF / DTAF 259 

 

zu definieren (vgl. Urteil des BGer 2A.705/2004 vom 16. März 2005 

E. 3.1). 

3.2  
3.2.1 Bereits die für das Rechtsmittelverfahren damals zuständige 
Rekurskommission VBS (REKO VBS) hatte in einem Entscheid vom 

30. August 2002, in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB) 

67.101, erwogen, dass die Fachstelle ihrerseits nur zu überprüfen habe, 

ob die Sicherheitsrisiken angekreuzt seien, nicht aber ob sich diese Risi-

ken in der Funktion der zu prüfenden Person auch verwirklichten. Es 

obliege nämlich der ersuchenden Stelle, auf dem Personensicherheits-

prüfungsformular die möglichen Sicherheitsrisiken zu nennen. Die ange-

kreuzten Sicherheitsrisiken bildeten denn auch die Eckpfeiler für die 

Beurteilung, ob die geprüfte Person in dieser Hinsicht ein Sicherheits-

risiko darstelle (vgl. auch Urteil der REKO VBS 470.03/03 vom 26. Au-

gust 2003 E. 9a und 9b). Die Fachstelle müsse hingegen immer über-

prüfen, ob die zu prüfende Person eine Funktion ausübe oder ausüben 

werde, welche auf der Funktionenliste aufgeführt sei. Sei dies nicht der 

Fall, fehle es an einer gesetzlichen Grundlage für die Sicherheitsprüfung. 

In der Folge übernahm das Bundesverwaltungsgericht im Wesentlichen 

die Praxis seiner Vorgängerorganisation (vgl. Urteil des BVGer 

A‒6210/2011 vom 5. September 2012 E. 6.3, nicht publ. in: BVGE 

2012/25). Namentlich in den Urteilen A‒5123/2011 vom 21. Juni 2012 

E. 6.3 sowie A‒5097/2011 E. 7.3 und 9.1 (jeweils letzter Abschnitt) 

kommt indessen zum Ausdruck, dass die Einschränkung der Prüfungsbe-

fugnis lediglich die Frage betrifft, ob die betreffende Person überhaupt 

einer Personensicherheitsprüfung zu unterziehen sei (vgl. auch das Urteil 

des BVGer A‒3053/2012 vom 5. Juli 2013 E. 6.3). Insofern muss nur 

geprüft werden, ob die ausgeübte Funktion im Katalog aufgeführt ist, 

nicht aber, ob die Funktion im konkreten Fall tatsächlich den Zugang zu 

klassifizierten Informationen oder klassifiziertem Material mit sich 

bringt. Es genügt, wenn die Funktion einen solchen Zugang grundsätz-

lich ermöglichen kann und dieser nur den hierzu berechtigten Personen 

zustehen soll. Denn bereits das Fehlverhalten einer einzigen Person 

könnte ein ganzes klassifiziertes Projekt erschweren oder sogar vereiteln 

(vgl. Urteil des BVGer A‒518/2012 vom 15. August 2012 E. 4.2; vgl. 

auch Botschaft vom 7. März 1994 zum Bundesgesetz über Massnahmen 

zur Wahrung der inneren Sicherheit […], BBl 1994 II 1127, 1185).  

3.2.2 Die Schwelle für die Einleitung einer Personensicherheitsprü-
fung darf mithin nicht zu hoch angesetzt werden, auch wenn anzuerken-

2015/17 Personensicherheitsprüfung 

 

 

260 BVGE / ATAF / DTAF 

 

nen ist, dass die Prüfung als solche einen schweren Grundrechtseingriff 

darstellen kann (vgl. zu Letzterem RETO PATRICK MÜLLER, Personen-

sicherheitsprüfungen in der Armee, Sicherheit & Recht 01/2015 S. 9 ff., 

insb. 18 m.H. auf den Erläuternden Bericht vom 26. März 2014 zum 

Entwurf eines Bundesgesetzes über die Informationssicherheit [ISG] 

S. 21, nachfolgend: Erläuternder Bericht ISG). Dementsprechend ist die 

Prüfungsbefugnis der Vorinstanz hinsichtlich der Frage, ob sie aufgrund 

der Sicherheitsempfindlichkeit der Funktion eine Personensicherheitsprü-

fung einleitet, insofern eingeschränkt, als sie grundsätzlich auf die Funk-

tionenliste und die Angaben auf dem Prüfformular abzustellen hat. Wäh-

rend sie diese nicht auf ihre Korrektheit hin überprüfen muss, hat sie sich 

immerhin zu vergewissern, dass die Informationen vollständig sind. Nur 

ein genügend konkretisierter Prüfantrag vermag die mit einem erheb-

lichen Eingriff in die Privatsphäre des Betreffenden (vgl. Art. 13 BV) 

verbundene Sicherheitsprüfung zu rechtfertigen. 

3.3  
3.3.1 Eine weitergehende Überprüfung der Sicherheitsempfindlichkeit 
der fraglichen Funktion ist dagegen im Hinblick auf den Erlass der 

Verfügung nach Art. 22 Abs. 1 PSPV angezeigt: Dem konkreten Schutz-

interesse des Staates kommt bei der Durchführung der Prüfung, ob der 

Beschwerdeführer in seiner Funktion tatsächlich ein erhöhtes Sicher-

heitsrisiko im Sinne des BWIS darstellt, eine erhebliche Bedeutung zu. 

Die für den Betroffenen oftmals mit einschneidenden Folgen verbundene 

Risikoverfügung muss vom öffentlichen Interesse der inneren Staats-

sicherheit gedeckt und im Einzelfall verhältnismässig sein (vgl. Urteil 

des BVGer A‒3627/2009 vom 21. August 2009 E. 4.4). Das Sicherheits-

risiko einer Person lässt sich nun aber nicht losgelöst von ihrer genauen 

Funktion beziehungsweise Tätigkeit und deren Sicherheitsempfindlich-

keit für den Staat beurteilen (vgl. bereits das Urteil des BVGer 

A‒802/2007 vom 3. Dezember 2007 E. 7). Bei der Beurteilung, ob eine 

Person ein Sicherheitsrisiko im Sinne des BWIS darstellt, ist stets eine 

Abwägung zu treffen zwischen der Sicherheitsempfindlichkeit der Funk-

tion und dem konkreten Risiko, das von der betroffenen Person ausgeht. 

Je heikler eine Funktion ist, desto tiefer ist die Schwelle für ein Sicher-

heitsrisiko anzusetzen (vgl. die Urteile des BVGer A‒4910/2013 vom 

8. Mai 2014 E. 5 und A‒6383/2012 vom 26. Juni 2013 E. 5 m.w.H.).  

3.3.2 Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass die Prüfungsbe-
fugnis der Fachstelle ‒ wie auch jene des Bundesverwaltungsgerichts ‒ 

im Rahmen der durchgeführten Sicherheitsprüfung nicht auf eine rein 

Personensicherheitsprüfung 2015/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 261 

 

formelle Überprüfung der Angaben auf dem Prüfantrag beschränkt sein 

kann (vgl. MÜLLER, a.a.O., S. 15). Vielmehr obliegt es der Fachstelle, in 

Ausübung des ihr zustehenden Ermessens (…) nebst den persönlichen 

Verhältnissen der überprüften Person auch die sicherheitsrelevanten As-

pekte der fraglichen Funktion zu eruieren und gegeneinander abzuwägen. 

Dies gilt in besonderem Ausmass für die Prüfung von Drittpersonen, die 

an klassifizierten Projekten im Bereich der inneren und äusseren Sicher-

heit mitwirken (vgl. E. 4.4). 

3.3.3 Gleichwohl ist festzuhalten, dass nach der Praxis des Bundes-
verwaltungsgerichts ein gewisser Schematismus bei der Prüfung von 

sicherheitsempfindlichen Funktionen unumgänglich ist (vgl. statt vieler 

Urteil des BVGer A‒777/2014 vom 30. Oktober 2014 E. 6.4; kritisch 

MÜLLER, a.a.O., S. 15). So ist grundsätzlich vom Stellenbeschrieb auszu-

gehen, zumal dieser alle möglichen Aufgaben auflistet und die Prüfung 

im Hinblick auf sämtliche allenfalls zu erledigenden Aufgaben erfolgt. 

Deshalb ist nicht erheblich, ob die vorgesehenen Tätigkeiten bisher tat-

sächlich ausgeübt wurden. Andernfalls müsste eine Personensicherheits-

prüfung bei jeder massgeblichen Anpassung der tatsächlich ausgeübten 

Tätigkeiten wiederholt werden (vgl. Urteile des BVGer A‒912/2014 vom 

18. September 2014 E. 5.2 und A‒825/2014 vom 14. August 2014 

E. 5.2.1 m.w.H.).  

Allerdings gilt es im Auge zu behalten, dass die vorzunehmende Abwä-

gung zwischen Sicherheitsempfindlichkeit und Sicherheitsrisiko stets 

eine Einzelfallbetrachtung darstellt, bei der eine Reihe unterschiedlicher 

Faktoren eine Rolle spielen kann. Bisweilen stellt das Bundesverwal-

tungsgericht bei der Beurteilung der Sicherheitsempfindlichkeit neben 

dem Stellenbeschrieb auf weitere Umstände ab, wie etwa die Befragung 

der Person (vgl. die Urteile des BVGer A‒825/2014 E. 5.3; A‒4910/2013 

E. 6.4 und A‒6797/2013 vom 1. September 2014 E. 5.4). In gewissen 

Fällen erachtete es sodann die bloss abstrakte Möglichkeit, bei Gelegen-

heit der Arbeitsverrichtung an klassifizierte Informationen zu gelangen, 

als nicht ausreichend für eine Risikoverfügung (Urteile des BVGer 

A‒825/2014 E. 5.3 und A‒4910/2013 E. 6.4). Allgemeine Regeln zu 

dieser Prüfung lassen sich indes nicht aufstellen. Vielmehr liegt es im 

pflichtgemässen Ermessen der Fachstelle, die für die Abwägung im Ein-

zelfall massgeblichen Faktoren sorgfältig zu ermitteln und zu würdigen. 

3.3.4 Bei der Frage der Prüfungsbefugnis im Hinblick auf die Sicher-
heitsempfindlichkeit der Funktion ist somit zu unterscheiden: Während 

die Fachstelle bei der Entscheidung, ob die betreffende Person überhaupt 

2015/17 Personensicherheitsprüfung 

 

 

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einer Personensicherheitsprüfung zu unterziehen ist, grundsätzlich von 

den Angaben auf dem Prüfantrag auszugehen hat (vgl. E. 3.2.2), muss sie 

diese im Rahmen der durchgeführten Prüfung kritisch würdigen, gege-

benenfalls unter Vornahme eigener Sachverhaltsabklärungen (vgl. 

E. 3.3.2). 

3.4  
3.4.1 Die Bedenken der Vorinstanz für den Fall, dass das Bundesver-
waltungsgericht eine von ihr ausgesprochene Risikoerklärung wegen un-

zureichender Sicherheitsempfindlichkeit der Funktion aufhebt, sind im 

Übrigen unbegründet. Der Argumentation, wonach die betroffene Person 

in diesem Fall dazu legitimiert würde, inskünftig eine sicherheitsemp-

findliche Funktion auszuüben, ist entgegenzuhalten, dass sich die mit 

gutheissendem Urteil ausgesprochene Feststellung der Unbedenklichkeit 

jeweils auf die konkret beurteilte Funktion bezieht (vgl. Urteile des 

BVGer A‒6797/2013 E. 10 und Dispositiv-Ziff. 1; A‒825/2014 Dispo-

sitiv-Ziff. 1).  

Gemäss Art. 8 Abs. 1 PSPV kann die ersuchende Stelle zwar auf eine 

erneute Personensicherheitsprüfung verzichten, wenn die Person inner-

halb von fünf Jahren vor der Vorabklärung bereits einer Personensicher-

heitsprüfung unterzogen wurde. Indessen ist davon auszugehen, dass die 

ersuchende Stelle nach pflichtgemässem Ermessen eine erneute Prüfung 

beantragen wird, falls die gerichtlich festgestellte Unbedenklichkeit (ein-

zig) mit der mangelnden Sicherheitsempfindlichkeit der Funktion zusam-

menhängt und die Person fortan eine neue sicherheitsrelevante Funktion 

übernimmt. Eine solche Auslegung ist auch im Lichte von Art. 18 Abs. 2 

PSPV geboten, wonach die ersuchende Stelle im Fall von neuen Risiken 

bei der zuständigen Prüfbehörde vor Ablauf von fünf Jahren eine Wieder-

holung der Personensicherheitsprüfung einleiten kann. Es verhält sich 

insofern nicht anders, als wenn die Fachstelle selber mangels Sicherheits-

empfindlichkeit der Funktion eine Sicherheitserklärung ausspricht: Auch 

in diesem Fall wäre die Prüfung bei Übernahme einer neuen Funktion 

sinnvollerweise zu wiederholen.  

3.4.2 Letztlich liegt es aber in der Verantwortung der auftragserteilen-
den beziehungsweise anstellenden Behörde, zu entscheiden, ob sie ein 

allfälliges erhöhtes Personalrisiko tragen, ob sie es mit bestimmten Auf-

lagen reduzieren oder ob sie es durch Nichtanstellung oder Kündigung 

vermeiden will (Erläuternder Bericht ISG S. 21). Die entscheidende 

Instanz ist dementsprechend an die Beurteilung der Prüfbehörde nicht 

gebunden (Art. 21 Abs. 4 Satz 2 BWIS; Art. 23 Abs. 1 PSPV). Auch eine 

Personensicherheitsprüfung 2015/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 263 

 

positive Beurteilung des Sicherheitsrisikos durch die Fachstelle entbindet 

die Linienvorgesetzten auf keinen Fall von ihrer Führungsverantwortung 

und von ihrer Pflicht, Personalrisiken zu identifizieren und zu bewältigen 

(Erläuternder Bericht ISG S. 21). Diese Pflicht gilt selbstredend ‒ im 

Falle einer Personensicherheitsprüfung für Dritte ‒ auch für die nach 

Art. 24 Abs. 2 Bst. b PSPV auftragserteilende Bundesbehörde. 

4. Auf S. 5 f. der Risikoerklärung hält die Vorinstanz fest, dass der 
Beschwerdeführer gemäss ausgefülltem Prüfformular in seiner Funktion 

als Key Account Manager bei der B. AG Zugang zu vertraulich klassifi-

zierten Informationen oder ebenso klassifiziertem Material benötige, 

wobei der diesbezügliche Entscheid der ersuchenden Stelle und nicht der 

Fachstelle oder der zu prüfenden Person obliege. In der Folge verzichtete 

die Vorinstanz auf eine eigene Beurteilung der Sicherheitsempfindlich-

keit der Funktion.  

4.1 Dritte werden einer Personensicherheitsprüfung unterzogen, 
wenn sie im Rahmen eines Vertrags oder als Mitarbeiterin oder Mitarbei-

ter eines vertraglich verpflichteten Unternehmens oder einer solchen 

Organisation an einem klassifizierten Projekt im Bereich der inneren 

oder äusseren Sicherheit mitwirken und dabei Zugang erhalten zu ver-

traulich oder geheim klassifizierten Informationen oder ebenso klassifi-

ziertem Material (Art. 6 Bst. a Ziff. 1 PSPV).  

Daraus erhellt, dass selbst die Anstellung bei einer Unternehmung, die 

regelmässig sicherheitsrelevante Aufgaben für den Bund übernimmt, für 

sich alleine noch keine Personensicherheitsprüfung indiziert. Zusätzlich 

ist erforderlich, dass die Person auch tatsächlich an einem klassifizierten 

Projekt mitwirkt und dabei Zugang zu entsprechend klassifizierten In-

formationen erhält. Ferner statuiert Art. 14 Abs. 3 PSPV, dass die er-

suchende Stelle auf dem Prüfformular den mit der Funktion oder der Er-

füllung eines Auftrags verbundenen Prüfgrund und die Prüfstufe nach 

Art. 9 PSPV zu benennen hat. Demnach beschränkt sich auch die gemäss 

Art. 19 Abs. 3 Satz 2 BWIS erforderliche Zustimmung der zu prüfenden 

Person auf das konkret bezeichnete Projekt, für das die Prüfung 

durchgeführt werden soll (Urteile des BVGer A‒912/2014 E. 5.4 und 

A‒4924/2012 vom 1. Juli 2013 E. 7.2). 

4.2 Auf dem bei der Vorinstanz eingereichten Prüfformular « Per-
sonensicherheitsprüfung für Dritte » wird das Projekt als « zivil » und 

der Beschwerdeführer in der Funktion « Mitarbeiter/in » aufgeführt, 

während als Prüfstufe eine Grundsicherheitsprüfung nach Art. 10 PSPV 

http://links.weblaw.ch/BVGer-A-4924/2012

2015/17 Personensicherheitsprüfung 

 

 

264 BVGE / ATAF / DTAF 

 

vorgesehen ist. Unter dem Stichwort Projektbeschrieb steht sodann der 

Ausdruck « Div. Linie ». Dem vom Beschwerdeführer auf Anfrage der 

Vorinstanz nachgereichten Formular 06.096.05 dfi « Weitere Angaben 

zur Person für Dritte » lässt sich schliesslich entnehmen, dass dieser als 

Key Account Manager offenbar für (…) tätig ist. Diese Angaben decken 

sich auch mit seinen Aussagen anlässlich der persönlichen Befragung 

vom 25. April 2014. Dabei beteuerte er allerdings, dass er in seiner 

gegenwärtigen Funktion bisher an keinen vertraulichen oder anders klas-

sifizierten Projekten beteiligt sei und dies auch zukünftig nicht unbedingt 

vorgesehen sei (…).  

Ob dieses Vorbringen zutrifft, lässt sich anhand der Akten nicht beur-

teilen. Diese enthalten weder zum anlassgebenden Projekt beziehungs-

weise zur auftragserteilenden Stelle noch zur Art der Mitarbeit des 

Beschwerdeführers nähere Informationen. Auch der Befragung lassen 

sich diesbezüglich kaum weiterführende Hinweise entnehmen. Folglich 

erweist sich der Sachverhalt nach dem Gesagten als unzureichend ge-

klärt, um die ausgesprochene Risikoerklärung zu rechtfertigen. Grund-

lage für deren Erlass bildet, wie in E. 3.3.3 aufgezeigt, neben den per-

sönlichen Verhältnissen in der Regel die Stellenbeschreibung der vom 

Betreffenden auszuübenden Funktion, welche den Akten indessen nicht 

beiliegt.  

4.3 Abgesehen davon sind die Angaben auf dem Prüfformular un-
vollständig und zu allgemein, um den Anforderungen von Art. 6 Bst. a 

Ziff. 1 und Art. 14 Abs. 3 PSPV an die Durchführung einer Per-

sonensicherheitsprüfung zu genügen. Sie geben insbesondere keinen 

Aufschluss darüber, ob und inwiefern der Beschwerdeführer Zugang zu 

vertraulich oder geheim klassifizierten Informationen oder ebenso klas-

sifiziertem Material erhalten könnte. Da der Beschwerdeführer als Key 

Account Manager primär für die Kundenbetreuung und die kommerziel-

len Aspekte der zu erbringenden Dienstleistungen zuständig sein dürfte, 

ist ein Zugang zu klassifizierten Informationen keineswegs offenkundig.  

4.4 Überdies fällt ins Gewicht, dass Mitarbeiter von Drittfirmen 
nicht in einer vom Bundesrat beziehungsweise den zuständigen De-

partementen erlassenen Funktionenliste aufgeführt sind, welche den ‒ für 

die Vorinstanz grundsätzlich verbindlichen ‒ Entscheid betreffend die 

Durchführung einer Personensicherheitsüberprüfung faktisch vorweg-

nimmt. Umso mehr hat die Fachstelle in solchen Fällen zunächst 

abzuklären, ob die Angaben der ersuchenden Stelle vollständig und hin-

reichend konkret sind, bevor sie zur Überprüfung der persönlichen Ver-

Personensicherheitsprüfung 2015/17 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 265 

 

hältnisse des Betreffenden schreitet. Andernfalls lässt sich der mit der 

Personensicherheitsprüfung verbundene Grundrechtseingriff mangels 

ausgewiesener Erforderlichkeit der Massnahme nicht rechtfertigen. Be-

sondere Aufmerksamkeit ist schliesslich angebracht, wenn der Antrag, 

wie vorliegend, direkt von der Unternehmung gestellt wird (vgl. E. 5). 

4.5 Unter diesen Umständen hätte die Vorinstanz noch vor der Be-
fragung des Beschwerdeführers den Prüfantrag der ersuchenden Stelle 

zur Ergänzung zurückweisen beziehungsweise die für die Durchführung 

der Personensicherheitsprüfung benötigten Informationen nachfordern 

müssen (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER, in: Praxiskommentar VwVG, 

2009, Art. 13 N. 47 ff.). Die ersuchende Stelle trifft in solchen Fällen die 

Pflicht, an der Sachverhaltsaufklärung mitzuwirken (Art. 13 Abs. 1 Bst. a 

VwVG). 

5. Weiter ist zu beachten, dass Unternehmen nach dem Wortlaut 
von Art. 14 Abs. 1 Bst. c PSPV nur dann als « ersuchende Stellen » für 

die Einleitung der Personensicherheitsprüfung zuständig sind, wenn sie 

über eine gültige Betriebssicherheitserklärung im Rahmen des Geheim-

schutzverfahrens verfügen; andernfalls liegt die Zuständigkeit bei der 

Stelle, welche dem Unternehmen den Auftrag erteilt. Ob die B. AG eine 

solche Erklärung besitzt und damit Personensicherheitsprüfungen für ihre 

Mitarbeiter beantragen darf, geht aus den Akten nicht hervor. Auch dies 

hätte die Vorinstanz vorgängig abklären und entsprechend dokumentieren 

müssen (vgl. auch KRAUSKOPF/EMMENEGGER, a.a.O., Art. 12 N. 42 ff.).