# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ca386af-65cc-528a-b0eb-fc926240e9a0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.08.2020 C-4741/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4741-2018_2020-08-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Das BGer ist mit Entscheid vom 

06.10.2020 auf die Beschwerde nicht 

eingetreten (9C_598/2020) 

 
 
    
 

  

  

 

 Abteilung III 

C-4741/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richter Beat Weber,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Türkei), 

Zustelladresse: c/o B._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Anspruch auf eine Invalidenrente, 

Verfügung IVSTA vom 16. Juli 2018. 

 

 

 

 

 

C-4741/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der 1976 geborene türkische Staatsangehörige A._______ (im Folgenden: 

Versicherter) erhielt 1994 eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz. 

Wegen verschiedener Delikte (Totschlag, Freiheitsberaubung, Vergewalti-

gung, Entführung, Tätlichkeit, einfache Körperverletzung sowie Drohung) 

wurde er mehrmals strafrechtlich verfolgt und zu insgesamt über sieben 

Jahren Gefängnis oder Zuchthaus verurteilt. Mit Beschluss des Regie-

rungsrates des Kantons C._______ vom 26. Mai 2004 wurde er für die 

Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz ausgewiesen; die hiergegen ein-

gereichte Beschwerde wurden mit Entscheiden des Verwaltungsgerichts 

des Kantons C._______ vom 24. November 2004 und des Bundesgerichts 

vom 7. Februar 2005 abgewiesen. Nachdem er die gesetzte Ausreisefrist 

ungenutzt hatte verstreichen lassen und daraufhin zwecks Sicherstellung 

der Rückführung verhaftet worden war, verfügte das Migrationsamt am 

28. März 2006 die sofortige Wegweisung und ordnete die Ausschaffungs-

haft an. Letztere Anordnung wurde mit Verfügung des Bezirksgerichts 

C._______ vom 29. März 2006 bestätigt (Akten im Verfahren C-7817/2009 

[C-act.] 1, Beilage 3). 

B.  

B.a Der Versicherte war vom 17. Juli 2001 bis Ende Oktober 2005 im 

D._______ in (…) als Buffetmitarbeiter beschäftigt (Akten der Vorinstanz 

[act.] 28). Zufolge psychischer Beschwerden meldete er sich mit Datum 

vom 6. Mai 2005 zum Bezug von Leistungen bei der schweizerischen In-

validenversicherung (IV) an (act. 4). Nach Durchführung der für die Beur-

teilung des Leistungsanspruchs massgeblichen Abklärungen erliess die IV-

Stelle des Kantons C._______ (im Folgenden: IV-Stelle C._______) wegen 

Nichterfüllens der einjährigen gesetzlichen Wartezeit (Beginn im März 

2005) am 14. September 2005 eine abweisende Verfügung (act. 17). 

B.b Am 13. Februar 2006 meldete sich der Versicherte erneut zum Leis-

tungsbezug an (act. 24). Mit Vorbescheid der IV-Stelle C._______ vom 

4. Juli 2006 wurde dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2006 

eine ganze IV-Rente in Aussicht gestellt (act. 32 S. 1 ff.). 

B.c. Nachdem die Pensionskasse E._______ (im Folgenden: E._______) 

hiergegen am 2. August 2006 ihre Einwendungen vorgebracht hatte (act. 

97) und – da der Versicherte die Schweiz per April 2006 verlassen musste 

(vgl. Bst. A. hiervor) – das Dossier während des laufenden Vorbescheids-

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verfahrens an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (im Folgenden: IV-

STA oder Vorinstanz) überwiesen worden war (act. 39 S. 4), liess der Ver-

sicherte durch seinen damaligen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Lukas Na-

ter, am 9. Mai 2007 mitteilen, dass er mit dem Vorbescheid vom 4. Juli 2006 

einverstanden sei (act. 46 S. 1). Daraufhin vertrat der Psychiater Dr. 

F._______ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (im Folgenden: RAD) am 26. 

Juli 2007 die Ansicht, es sei zufolge der unklaren Diagnosen ein psychiat-

risches Gutachten nach Möglichkeit in der Schweiz zu erstellen (act. 

64/48). In der Folge konnte die beabsichtigte Begutachtung durch 

Dr. G._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nicht durch-

geführt werden, da das damalige Bundesamt für Migration (im Folgenden: 

BFM; heute: Staatssekretariat für Migration SEM) am 11. Dezember 2007 

das erforderliche Visum verweigert hatte (act. 131 S. 14). Aufgrund dieser 

Sachlage wurde die türkische Verbindungsstelle mit der Begutachtung be-

auftragt (act. 76). Infolge der Untersuchung des Beschwerdeführers sprach 

sich Dr. H._______, Dekan und Mitglied des Lehrerkollegiums Psychiatrie 

und Experte in Psychiatrie der Universität I._______, am 10. und 19. Juni 

2008 für das Vorliegen einer Schizophrenie aus und beurteilte die Arbeits-

unfähigkeit auf 80% (act. 90 und 91). Nach Einsicht der entsprechenden 

medizinischen Akten durch den RAD hielt Dr. J._______, Facharzt für Psy-

chiatrie, am 21. August 2008 dafür, dass zufolge einer paranoiden Schizo-

phrenie (ICD-10: F20.0) sowohl in der bisherigen als auch in einer leidens-

adaptierten Tätigkeit ab dem 5. März 2005 eine vollständige Arbeitsunfä-

higkeit bestehe (act. 94). Hierauf stellte die IVSTA dem Versicherten mit 

Vorbescheid vom 26. August 2008 erneut die Ausrichtung einer ganzen IV-

Rente mit Wirkung ab 1. März 2006 in Aussicht (act. 95). 

B.d. Während sich der Versicherte mit dem vorgesehenen Entscheid ein-

verstanden erklären konnte (act. 96), zeigte die E._______ mit Schreiben 

vom 22. September und 28. Oktober 2008 kein Einverständnis mit der be-

absichtigten Berentung (act. 97 und 102). Sie stützte sich dabei auf das 

von ihrem Vertrauensarzt Dr. K._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, am 27. Oktober 2008 erstellte Aktengutachten (act. 101), wo-

rin die Diagnose einer Anpassungsstörung gestellt und hinsichtlich der Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit ausgeführt worden war, sowohl in der Tätig-

keit als Buffetmitarbeiter als auch in einer adaptierten Verweisungstätigkeit 

bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit mit 20-30%iger (in hektischen Arbeits-

phasen 50%iger) resp. 20%iger Verminderung der Leistungsfähigkeit. In 

der Folge wurde das Dossier erneut dem RAD zur Stellungnahme unter-

breitet (act. 117). Am 25. Februar 2009 berichtete der RAD-Arzt Dr. 

L._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, er schliesse sich 

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Seite 4 

ohne Vorbehalte der Auffassung von Dr. F._______ vom 26. Juli 2007 an 

und vertrete die Meinung, dass nur ein Gutachten eines klinisch und versi-

cherungsrechtlich gewieften Schweizer Psychiaters definitive Klarheit 

schaffen könne (act. 108). 

B.e Aufgrund der Stellungnahme von Dr. L._______ vom 25. Februar 2009 

ersuchte die IVSTA mit Schreiben vom 29. April 2009 das damalige Bun-

desamt für Migration (BFM, heute: Staatssekretariat für Migration [SEM]) 

um Erteilung eines Visums, damit der Versicherte in der Schweiz psychiat-

risch begutachtet werden könne (act. 112). Am 12. Mai 2009 teilte das BFM 

der IVSTA mit, dass man bereit sei, unter Auflagen eine Suspendierung der 

Einreisesperre für maximal drei Tage vorzunehmen (act. 117). 

B.f Mit Schreiben vom 20. November 2009 teilte die IVSTA dem Rechts-

vertreter des Versicherten unter anderem mit, aufgrund der jetzigen Akten-

lage könne kein Entscheid getroffen werden, weshalb die Überprüfung des 

Leistungsgesuchs vom 13. Februar 2006 bis zur Aufhebung der Einreise-

sperre in die Schweiz suspendiert werde (act. 127). Am 3. Dezember 2009 

verfügte die IVSTA die entsprechende Sistierung (act. 130). Zur Begrün-

dung führte sie im Wesentlichen aus, man sei nicht in der Lage, die durch 

das BFM gestellten Bedingungen zu erfüllen. Eine Betreuung über 24 Stun-

den während dreier Tage für die medizinische Abklärung sei mit überhöh-

tem Kostenaufwand verbunden. Durch die Vorgeschichte des Versicherten 

würde man auch ein unkalkulierbares Risiko eingehen. 

B.g Die dagegen erhobene Rechtsverzögerungsbeschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht vom 16. Dezember 2009 (act. 131 S. 3 ff.) wurde 

mit Urteil C-7817/2009 vom 23. Juni 2010 gutgeheissen und die Sache 

wurde im Sinne der Erwägungen zum Erlass einer materiellen Verfügung 

an die zuständige IV-Stelle C._______ überwiesen (act. 137). 

B.h Im Laufe des Abklärungsverfahrens wurde ein Arztbericht des Psychi-

atrisch-Psychologischen Dienstes des Justizvollzugs Kanton C._______ 

vom 31. Januar 2011 (act. 145) sowie ein ärztlicher Bericht des Spital 

M._______ der Universität I._______ vom 14. Juni 2011 (act. 148) einge-

holt. 

B.i Nach verschiedenen Abklärungen kam die IV-Stelle C._______ zum 

Schluss, dass eine Begutachtung in der Schweiz nicht durchgeführt wer-

den könne und leitete die Akten am 10. September 2012 an die IVSTA wei-

ter (act. 164). 

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B.j Die Generaldirektion der türkischen Anstalt für soziale Sicherheit 

reichte nach Aufforderung durch die IVSTA vom 20. November 2012 (act. 

167) einen weiteren ärztlichen Bericht des Spital M._______ der Universi-

tät I._______ vom 5. Februar 2013 zu den Akten (act. 173). 

B.k In seinen Schlussberichten vom 17. Mai 2013 (act. 179) und 18. Juni 

2013 (act. 182) nahm der RAD-Arzt Dr. L._______ zu den medizinischen 

Unterlagen Stellung. Dabei stellte er fest, dass die ärztlichen Berichte der 

Universität I._______ vom 14. Juni 2011 und vom 14. Januar 2013 (recte: 

5. Februar 2013) im Wesentlichen deckungsgleich seien. Es handle sich 

um kurze Arztberichte und es finde sich keinerlei kritische Auseinanderset-

zung mit den Vorakten.  

B.l. Die Vorinstanz erteilte am 16. Juni 2014 einen Auftrag zur Begutach-

tung des Beschwerdeführers in der Türkei (act. 214) durch Dr. N._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Dieser erstellte am 9. Okto-

ber 2014 ein entsprechendes Gutachten (act. 225). Nach Würdigung des 

Gutachtens durch den RAD-Arzt Dr. O._______, Arzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, gelangte dieser am 26. November 2014 zum Schluss, 

dass beim Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit bestehe (act. 231). 

B.m Mit Verfügung vom 23. Februar 2015 wurde das Leistungsbegehren 

des Versicherten abgewiesen (act. 233). 

B.n Dagegen erhob der Versicherte am 14. März 2015 Beschwerde beim 

Bundesverwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der vorinstanzli-

chen Verfügung und das Zusprechen der gesetzlichen Leistungen der IV 

(act. 236). Mit Urteil C-1630/2015 vom 23. März 2017 hiess das Bundes-

verwaltungsgericht die Beschwerde gut und hob die angefochtene Verfü-

gung auf. Die Sache wurde im Sinne der Erwägungen zur Anordnung einer 

psychiatrischen Begutachtung an die IVSTA zurückgewiesen (act. 244). 

Dieses Urteil trat unangefochten in Rechtskraft. 

B.o Nachdem das SEM auf Gesuch der IVSTA (act. 246) hin mit Suspen-

sionsverfügung vom 3. Oktober 2017 das Einreiseverbot für drei Tage im 

Zeitraum vom 29. Januar bis 9. Februar 2018 aussetzte (act. 248), erteilte 

die IVSTA Dr. med. P._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-

pie der Q._______ GmbH, am 21. November 2017 den Auftrag für eine 

medizinische Abklärung des Versicherten (act. 254). Am darauffolgenden 

Tag gab die IVSTA dem Versicherten den Namen des Facharztes, die 

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Fachdisziplin (Psychiatrie), die Stadt (…) sowie eine Liste von Fragen, wel-

che ihm gestellt werden, bekannt (act. 255). Dagegen wurden vom Versi-

cherten keine Einwendungen erhoben. Am 6. Dezember 2017 teilte die IV-

STA dem Versicherten den Untersuchungstermin mit (act. 258), wobei der 

Versicherte innert Frist wiederum keine Einwände vorbrachte. Daraufhin 

wurde der Versicherte am 1. Februar 2018 bei der Q._______ GmbH un-

tersucht (act. 278 S. 2). Laut diesem Gutachten ist beim Versicherten eine 

relevante anhaltende Arbeitsunfähigkeit für die bislang in der Schweiz aus-

geübten Tätigkeiten und für Hausarbeiten aus rein psychiatrisch-psycho-

therapeutischer Sicht aufgrund einer leichten schizoaffektiven Störung mit 

Dysthymia und den damit verbundenen objektiv maximal gering ausge-

prägten Defiziten für keinen Zeitraum anzunehmen (act. 278, Gutachten 

S. 38). 

B.p Gestützt auf das erwähnte Gutachten der Q._______ GmbH sowie den 

Schlussbericht des RAD vom 27. April 2018 (act. 284) teilte die IVSTA dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 4. Mai 2018 mit, dass  mangels an-

spruchsbegründender Invalidität  das Leistungsbegehren abgewiesen 

werde (act. 285). Der Versicherte erhob dagegen keine Einwände. 

B.q Mit Verfügung vom 16. Juli 2018 wies die IVSTA das Leistungsbegeh-

ren des Versicherten ab (act. 288). 

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerde-

führer) mit Eingabe vom 16. August 2018 beim Bundesverwaltungsgericht 

(Eingang beim BVGer via Fax am 20. August 2018 und am Empfang am 

30. August 2018 (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1 

und 3) Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung sowie die Zusprechung von IV-Leistungen. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. September 2018 wurde der Beschwerde-

führer aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- in der Höhe der 

mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (BVGer-act. 5). Am 2. Oktober 

2018 stellte er sinngemäss ein Gesuch um Erlass der Gerichtskosten 

(BVGer-act. 8/10). Nach Einreichung des Formulars "Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege" bewilligte der Instruktionsrichter am 9. November 

2018 die unentgeltliche Prozessführung (BVGer-act. 14). 

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Seite 7 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2018 beantragte die IVSTA 

(nachfolgend auch: Vorinstanz) die Abweisung der Beschwerde und die 

Bestätigung der angefochtenen Verfügung (BVGer-act. 16).  

F.  

Mit Replik vom 15. Januar 2018 hielt der Beschwerdeführer – unter Beilage 

von medizinischen Unterlagen – an den in der Beschwerde gestellten An-

trägen fest (BVGer-act. 18). 

G.  

Die Vorinstanz erneuerte in ihrer Duplik vom 11. Februar 2019 – nach Un-

terbreitung der vom Beschwerdeführer neu eingereichten Dokumente an 

ihren ärztlichen Dienst (Beilage zu BVGer-act. 20) – ihren Antrag auf Be-

schwerdeabweisung und Bestätigung der angefochtenen Verfügung 

(BVGer-act. 20). 

H.  

Mit Verfügung vom 15. Februar 2019 wurde der Schriftenwechsel ge-

schlossen, wobei weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben 

(BVGer-act. 21). 

I.  

Am 24. Juni 2020 wurde die Vorinstanz ersucht, unter Einbezug des RAD, 

die Standardindikatoren zu prüfen und gestützt darauf die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers zu beurteilen (BVGer-act. 22).  

J.  

Mit ergänzender Stellungnahme vom 13. Juli 2020 reichte die Vorinstanz 

die Prüfung der Standardindikatoren des RAD vom 10. Juli 2020 zu den 

Akten und hielt an ihren Anträgen auf Abweisung der Beschwerde und auf 

Bestätigung der angefochtenen Verfügung fest (act. 23). 

K.  

Der Beschwerdeführer hielt mit Eingabe vom 13. August 2020 – unter Bei-

lage von bereits in den Akten vorhandenen medizinischen Unterlagen – an 

den in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (BVGer-act. 25). 

L.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten und der Rechtsschriften ist – soweit er-

forderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

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Seite 8 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochte-

nen Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb er zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG [SR 830.1]; vgl. auch Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

– nachdem dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung be-

willigt worden ist (vgl. Sachverhalt, Bst. D hievor) – einzutreten (Art. 60 

ATSG; Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG. 

2.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 16. Juli 2018, mit der die Vorinstanz das Leistungsbegeh-

ren des Beschwerdeführers abgewiesen hat. Streitig und vom Bundesver-

waltungsgericht zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

eine schweizerische Invalidenrente. 

3.  

Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger und wohnt in der 

Türkei, weshalb das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der Schweiz 

und der Republik Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1; 

nachfolgend: Sozialversicherungsabkommen) Anwendung findet. Nach 

Art. 2 Abs. 1 Sozialversicherungsabkommen sind die Staatsangehörigen 

der einen Vertragspartei in ihren Rechten und Pflichten aus der Gesetzge-

bung der anderen Vertragspartei – wozu auch die schweizerische Bundes-

gesetzgebung über die Invalidenversicherung gehört (vgl. Art. 1 Bst. B Abs. 

1 Bst. b Sozialversicherungsabkommen) – einander gleichgestellt, soweit 

nichts anderes bestimmt ist. Insbesondere steht türkischen Staatsangehö-

rigen bei anwendbarem Schweizer Recht ein Anspruch auf ordentliche In-

validenrenten unter den gleichen Voraussetzungen wie Schweizer Staats-

angehörigen zu (Art. 10 Abs. 1 Sozialversicherungsabkommen). Vorbehal-

ten bleibt die Regelung, dass ordentliche Renten für Versicherte, die weni-

ger als zur Hälfte invalid sind, türkischen Staatsangehörigen, welche die 

Schweiz endgültig verlassen, nicht ausgerichtet werden können (Art. 10 

Abs. 2 Satz 1 Sozialversicherungsabkommen). Weitere, im vorliegenden 

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Seite 9 

Verfahren relevante Abweichungen vom Gleichbehandlungsgrundsatz fin-

den sich weder im Abkommen selbst noch in der dazugehörigen Verwal-

tungsvereinbarung vom 14. Januar 1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach 

bestimmt sich vorliegend die Frage, ob weiterhin Anspruch auf IV-Leistun-

gen besteht, allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften (vgl. 

Art. 1, 2 und 4 Sozialversicherungsabkommen). 

4.  

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Deshalb finden jene Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass 

der Verfügung vom 16. Juli 2018 in Kraft standen. Weiter sind aber auch 

Vorschriften zu beachten, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft ge-

treten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener 

Leistungsansprüche von Belang sind. 

4.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 16. Juli 2018) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die den Sachverhalt seither verän-

dert haben, sollen daher im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwal-

tungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

4.4 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Der Untersuchungsgrund-

satz gilt indessen nicht unbeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwir-

kungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, 

je m.w.H.). Die Parteien tragen demnach in der Regel insofern eine objek-

tive Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Unguns-

ten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableitet (BGE 117 V 261 E. 3b; 115 V 133 E. 8a). 

C-4741/2018 

Seite 10 

4.5 Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozial-

versicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen demnach 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, 

die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je m.H.). 

Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-

tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeu-

gung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu 

betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem fest-

stehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer 

Beweise zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung; UELI KIESER, Das 

Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, 1999, S. 212, Rz. 450; 

vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d, 122 II 464 E. 4a, 120 Ib 224 E. 2b). 

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

5.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit, nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

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(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). 

5.3 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 

256 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur-

teilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine be-

gutachtende medizinische Fachperson muss aber über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 

22. November 2017 E. 3.1 m.H). 

5.4 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-

obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 E. 3b/bb). 

5.5 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen) 

kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in 

der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen. 

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen 

Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das 

Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-

tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im 

C-4741/2018 

Seite 12 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-

tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-

ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und 

Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer 

8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). Ihre Berichte können insbesondere 

geeignet sein, die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von versicherungsin-

ternen medizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). 

Hingegen lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des 

therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag 

des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, 

ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu 

anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusser-

ten abweichenden Auffassungen festhalten (SVR 2017 IV Nr. 49 

[9C_338/2016] E. 5.5; Urteil des BGer 9C_654/2015 vom 10. August 2016 

E. 4.4; vgl. auch Urteil des BGer 9C_175/2018 vom 16. April 2018 E. 3.3.1). 

Anders verhält es sich, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare 

Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der Begutachtung uner-

kannt (oder ungewürdigt) geblieben und geeignet sind, zu einer abwei-

chenden Beurteilung zu führen (SVR 2017 IV Nr. 49 [9C_338/2016] E. 5.5; 

SVR 2008 IV Nr. 15 [I 514/06] E. 2.1.1; Urteile des BGer 9C_793/2016 vom 

3. März 2017 E. 4.1.2; 9C_353/2015 vom 24. November 2015 E. 4.1). 

5.6 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 

in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be-

darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-

teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 

135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125 V 351 E. 3b/ee). 

5.7 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis 

C-4741/2018 

Seite 13 

mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung der Arbeits-

fähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-

gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten 

Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht 

geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger 

fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begrün-

deter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen 

mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Be-

weiswert beigemessen werden kann (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.3; 143 V 

418 E. 7.1). 

5.8 Im Rahmen der Schadenminderungspflicht (BGE 113 V 22 E. 4a) ist 

die versicherte Person jederzeit gehalten, sich im Sinn der Selbsteinglie-

derung einer zumutbaren Behandlung zu unterziehen, wenn die Möglich-

keit dazu besteht (vgl. Art. 7 Abs. 2 Bst. d IVG). Grundsätzlich sind die An-

forderungen an die Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine er-

höhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, nament-

lich, wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren Rentenleistun-

gen auslöst (BGE 113 V 22 E. 4d; Urteil I 824/06 vom 13. März 2007 E. 

3.1.1, in: SVR 2008 IV Nr. 7 S. 19). Nach der Rechtsprechung ist die fort-

gesetzte Krankheitsbehandlung, die insbesondere auch die dauernde Ein-

nahme ärztlich verschriebener Medikamente umfasst, in aller Regel eine 

C-4741/2018 

Seite 14 

jederzeit zumutbare Form allgemeiner Schadenminderung (Urteil des 

BGer 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.1). Die aus fachärztlicher Sicht 

indizierten und zumutbaren (ambulanten und stationären) Behandlungs-

möglichkeiten hat die versicherte Person in kooperativer Weise optimal und 

nachhaltig auszuschöpfen (BGE 140 V 193 E. 3.3; 137 V 64 E. 5.2 mit 

Hinweis; SVR 2016 IV Nr. 52 S. 176, 9C_13/2016 E. 4.2 mit Hinweisen). 

Welche konkreten Behandlungsmöglichkeiten indiziert und zumutbar sind, 

bestimmt der Facharzt oder die Fachärztin. Solange aus fachärztlicher 

Sicht nicht oder nicht ausreichend genutzte zumutbare (ambulante oder 

stationäre) Behandlungsmöglichkeiten weiterhin indiziert sind, genügt es 

aus objektivem Blickwinkel nicht, dass die versicherte Person sämtliche 

Therapievorschläge des Hausarztes oder der übrigen behandelnden Ärzte 

in kooperativer Weise umgesetzt hat (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2; Urteil des 

BGer 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E. 4.2). 

6.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Rentengesuch zurecht 

abgelehnt hat. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwer-

deführers liegen folgende medizinische Unterlagen vor: 

6.1 Bezüglich der medizinischen Berichte, die bis zum Erlass der ersten 

Verfügung vom 23. Februar 2015 aktenkundig wurden, ist für Näheres auf 

das Urteil des BVGer C-1630/2015 vom 23. März 2017 (act. 244) zu ver-

weisen (siehe dort Sachverhalt Bst. B, D, K, M, O und E. 6, 8 und 9 und 

act. 3, 6, 8, 9, 10, 12, 21, 24, 25, 26, 27, 29, 30, 37). 

6.1.1 Im Wesentlichen kann für den Zeitpunkt vor der Ausreise des Be-

schwerdeführers aus der Schweiz im Jahr 2006 Folgendes festgehalten 

werden:  

- Einer Bestätigung des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des 

Justizvollzugs des Kantons C._______ vom 29. Juni 2004 (act. 3 S. 4) 

kann entnommen werden, dass der Versicherte seit Januar 2001 frei-

willig eine Psychotherapie zur Bewältigung von aktuellen Lebenssitua-

tionen und der Zukunftsplanung in Anspruch nehme. 

- Gemäss Arztbericht des R._______ AG, Psychiatrische Privatklinik, 

vom 23. Mai 2005 (act. 6) wurde dem Beschwerdeführer eine schwere 

depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3) mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit attestiert. Es wurde auf eine belastende 

soziale Situation hingewiesen (geplante Ausschaffung, Angst, wegen 

C-4741/2018 

Seite 15 

seiner Beteiligung an der Tötung seines Vaters, von Verwandten getö-

tet zu werden). Objektive psychopathologische Befunde bei Aufnahme 

seien: affektstarr, deprimiert, Antrieb vermindert, im Denken eingeengt. 

Weitere formale und allfällig inhaltliche Denkstörungen sowie Ich-Stö-

rungen wurden ausdrücklich verneint. Der Versicherte berichte von 

Stimmen, die er seit einem Monat höre, die beim Einschlafen und in der 

Nacht auftreten und seinen Namen rufen würden. In der Nacht sehe er 

auch eine Person, die ihn würgen würde. Im Verlauf sei es zu einer 

Verminderung des psychotischen Erlebens gekommen. Der Versi-

cherte habe die Behandlung, welche vom 31. März bis zum 22. April 

2005 gedauert habe, abgebrochen.  

- Das Medizinische Zentrum S._______ berichtete am 27. Juni 2005 

(act. 9 S. 18 ff.) es bestehe seit dem 23. April 2005 eine ambulante 

Behandlung. Es wurde dem Versicherten eine schwere depressive Epi-

sode mit psychotischen Symptomen (F32.3) attestiert. Objektive psy-

chopathologische Befunde bei Aufnahme seien: depressiv, verlang-

samt, affektiv gespannt, wortkarg, Aufmerksamkeit, Konzentration, Auf-

fassung, Merkfähigkeit und Gedächtnis eingeschränkt. Der Versicherte 

berichte, er leide unter Stimmen, der Onkel rufe ihn, im Traum sehe er 

eine schwarze Person. Eine stationäre Behandlung sei indiziert. 

- Dem Kurzaustrittsbericht der Psychiatrischen Universitätsklinik 

T._______ vom 8. Juli 2005 (act. 8 S. 1) kann entnommen werden, 

dass der Versicherte sich dort vom 28. Juni bis 8. Juli 2005 stationär 

behandeln liess. Es wurde ihm eine Anpassungsstörung (bei drohender 

Ausschaffung aus der Schweiz, befürchteter Rache durch Familienan-

gehörige, fehlende Perspektive im Heimatland) attestiert. Eine "psy-

chotische Symptomatik" wurde ausdrücklich verneint. Es sei im Verlauf 

rasch zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekommen. 

- Das Medizinische Zentrum U._______ in (…) attestierte dem Versi-

cherten am 12. Juli und 31. August 2005 (act. 8 S. 2 ff. und act. 9 S. 11 

ff.) eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen 

(F32.3). Objektive psychopathologische Befunde bei Aufnahme seien: 

depressiv, verlangsamt, affektiv gespannt, wortkarg, Aufmerksamkeit, 

Konzentration, Auffassung und Merkfähigkeit sowie Gedächtnis einge-

schränkt. Der Versicherte berichte, er leide unter Stimmen, die ihn be-

lästigten, ihn dirigierten, seinen Namen ruften, drohten, ihn umzubrin-

gen, der Onkel rufe ihn, er sehe den Onkel und im Traum eine schwarze 

Person. Eine stationäre Behandlung sei indiziert. 

C-4741/2018 

Seite 16 

- Das Psychiatrie-Zentrum V._______ berichtete am 17. August 2005 

(act. 9 S. 24 ff.), der Versicherte werde vom 12. Juli bis voraussichtlich 

19. August 2005 stationär behandelt. Seit 31. März 2005 sei er nahtlos 

hospitalisiert. Es wurde eine Anpassungsstörung (F43.2) diagnostiziert. 

Objektive psychopathologische Befunde bei Eintritt seien: im Denken 

eingeengt, affektarm, antriebsarm. Weitere formale und allfällig inhalt-

liche Denkstörungen (Wahn und /oder Zwang), Wahrnehmungsstörun-

gen/Sinnestäuschungen sowie ich-Störungen wurden ausdrücklich 

verneint. Der Versicherte habe berichtet, er höre seit 8. Juli 2005 zwei 

bis drei Stimmen. Er habe ferner zweimal seinen Onkel in seiner Woh-

nung gesehen und sei von ihm bedroht worden. Dies begründe einen 

"hochgradigen Verdacht auf überwertige Ideen bei psychosozialer Be-

lastungssituation". Dem Kurzaustrittsbericht vom 19. August 2005 (act. 

9 S. 7 f.) kann die Diagnose Anpassungsstörung mit Angst und depres-

siver Reaktion und überwertige paranoide Ideen/Halluzinationen ent-

nommen werden (F43.22). Als psychossoziale Belastungen wurden die 

drohende Ausschaffung in die Türkei und Angst und Gewalt in der Her-

kunftsfamilie in der Türkei angegeben. 

- Dem vorläufigen Austrittsbericht der Klinik W._______ AG vom 

23. September 2005 (act. 12 S. 6) kann entnommen werden, dass der 

Versicherte vom 31. August bis 23. September 2005 stationär behan-

delt wurde und eine Anpassungsstörung (mit depressiver Reaktion bei 

stark belastender sozialer Situation, F43.22) diagnostiziert wurde. 

- Laut einem Kurzaustrittsbericht der Psychiatrischen Universitätsklinik 

T._______ vom 15. Februar 2006 (act. 24 S. 1 f.) wurde der Versicherte 

vom 7. bis 15. Februar 2006 stationär behandelt. Es wurde ihm eine 

Anpassungsstörung (mit Angst und depressiver Reaktion, gemischt; 

F43.22) attestiert. Er beschreibe widersprüchlich allfällige akustische 

Wahrnehmungsstörungen. Im Verlauf der Behandlung habe sich der 

Gesundheitszustand verbessert (fünf Tage keine Wahrnehmungsstö-

rungen, besserer Schlaf). 

- Am 8. März 2006 (act. 29 S. 1) hielt Assistenzarzt Dr. med. X._______ 

der Klinik W._______ AG in einem vorläufigen Austrittsbericht als Aus-

trittsdiagnosen paranoide Schizophrenie und schwere psychosoziale 

Belastungssituation fest. Es wurde ein abschliessender Austrittsbericht 

in Aussicht gestellt. Dieser erfolgte am 17. März 2006 (act. 30 S. 1 ff.), 

worin dann – wie auch im Bericht vom 21. März 2006 (act. 29 S. 4 ff.) 

– ein Verdacht auf paranoide Schizophrenie geäussert und eine 

C-4741/2018 

Seite 17 

schwere psychosoziale Belastungssituation diagnostiziert wurde. Ob-

jektiv psychopathologische Befunde seien: verminderte Konzentration, 

traurig, Antrieb vermindert. Der Versicherte berichte von imperativen 

Stimmen des Onkels, er solle sich vom Balkon stürzen, sich in die 

Hände schneiden, Angst vor Blutrache des Onkels, einer dunklen Per-

son im Schlaf, die ihn würge und schlage. Er fühle sich von fremden 

Personen beobachtet und teilweise verfolgt. Seit drei Tagen habe er 

keine Wahrnehmungsstörungen. Im Verlauf der Behandlung hätten die 

psychotischen Symptome deutlich abgenommen. 

- Einem Bericht des medizinischen Zentrums U._______ in (…) vom 

1. Juni 2006 (act. 29 S. 16 ff.) zufolge wurde beim Beschwerdeführer 

eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen attes-

tiert (F32.3). Ein Verdacht auf paranoide Schizophrenie (F20.0) wurde 

formuliert. Der Versicherte habe berichtet, er leide unter Stimmen, der 

Onkel rufe ihn, im Traum sehe er eine schwarze Person. 

6.1.2 Für den Zeitraum nach der Ausreise des Beschwerdeführers aus der 

Schweiz finden sich folgende medizinische Unterlagen von Ärzten aus der 

Türkei und Beurteilungen von Ärzten des RAD, welche im Folgenden zu-

sammengefasst wiedergegeben werden, in den Akten (vgl. auch Urteil des 

BVGer C-1630/2015 E. 7): 

- Dr. F._______, Psychiater des RAD, stellte in seiner Stellungnahme 

vom 26. Juli 2007 als Hauptdiagnose eine Anpassungsstörung F43.2. 

Er empfahl die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens (act. 48). 

- Am 28. August 2007 diagnostizierte Hausarzt Dr. Y._______ eine re-

zidivierende depressive Störung (F33; act. 53 S. 1). 

- Dr. H._______, Facharzt für Psychiatrie, diagnostizierte am 10. Juni 

2008 eine Schizophrenie und beurteilte einen Verlust der Arbeitsfähig-

keit von 80% (act. 90).  

- Dem psychiatrischen Bericht des Krankenhauses M._______ der Uni-

versität I._______ vom 19. Juni 2008 von Dr. H._______ kann entnom-

men werden, dass die Untersuchung ergeben habe, dass der Be-

schwerdeführer seit 1996 ein Gefühl habe, Menschen würden ihn ver-

letzen, ihm Böses tun, sein Onkel wolle ihn töten. Er höre Stimmen 

"spring über den Balkon" höre, kapsle sich ab, rede mit niemandem, 

gehe nicht aus dem Haus. Es wurde festgestellt, dass die Kommunika-

C-4741/2018 

Seite 18 

tion eingeschränkt, das Urteilsvermögen und die Abstraktion ver-

schlechtert sei sowie die Funktionalität abgenommen habe. Aufgrund 

dessen wurde eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert und festge-

halten, es werde eine antipsychotische Behandlung begonnen 

(Clopixol). Der Versicherte habe vorher keine regelmässige Medikation 

erhalten. Er habe auf das Medikament nicht angesprochen. Es wurde 

eine Erwerbsminderung von 80% attestiert (act. 91). 

- Im Schlussbericht des RAD vom 21. August 2008 stellte Dr. J._______, 

Facharzt für Psychiatrie, fest, die Einschätzungen von Dr. H._______ 

deckten sich mit denjenigen zahlreicher Vorbehandler, stellte als 

Hauptdiagnose eine paranoide Schizophrenie (F20.0) und beurteilte 

die Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer ange-

passten Tätigkeit zu 100% seit 5. März 2005. Ergänzend führte er aus, 

es handle sich um eine paranoide Psychose (act. 94). 

- In einem ausführlichen, von der E._______ veranlassten Parteigutach-

ten beurteilte Dr. K._______ am 27. Oktober 2008 (act. 101) aufgrund 

der ihm zur Verfügung gestellten medizinischen Akten im Wesentli-

chen, die psychische Erkrankung müsse im Zusammenhang mit der 

häufig als psychosoziale Situation beschriebenen Ausschaffung gese-

hen werden. Unter Annahme einer Anpassungsstörung, mit der De-

pression und Angst gemischt, wäre eine Arbeitsfähigkeit zu erwarten. 

Er gehe davon aus, dass die behandelnden Ärzte die Depression als 

leicht eingestuft hätten. Folglich müsse von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen werden. Bei den vom Arbeitgeber beschriebenen hekti-

schen Essenszeiten ergäbe sich eine verminderte Leistungsfähigkeit 

von gegen 50%. In alternativen Arbeitszeiten, ohne die hektischen Es-

senszeiten, sei die leistungsmässige Einbusse auf etwa 20-30% anzu-

setzen. Als Fabrikarbeiter bestehe volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leis-

tungsminderung von 20 %. 

- Am 25. Februar 2009 gelangte Dr. L._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie des RAD, zur Einschätzung (act. 108), dass beim 

Beschwerdeführer kein langandauernder psychischer oder geistiger 

Gesundheitsschaden im Sinne der einschlägigen gesetzlichen Bestim-

mungen vorliege, schloss sich ohne Vorbehalt der Auffassung von Dr. 

F._______ vom 26. Juli 2007 an und vertrat die Meinung, dass nur ein 

Gutachten eines klinisch und versicherungsrechtlich gewieften Schwei-

zer Psychiaters definitive Klarheit schaffen könne. Als Diagnose nannte 

er anamnestisch eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 

C-4741/2018 

Seite 19 

(F43.20) oder eine Anpassungsstörung mit langandauernder depressi-

ver Reaktion (F43.21) im Zusammenhang mit der Ausschaffung 2005 

bis maximal 2006, derzeit nicht nachweisbar. 

6.1.3 Nachdem das BVGer mit Urteil C-7817/2009 vom 23. Juni 2010 fest-

gestellt hatte, dass eine Begutachtung des Beschwerdeführers in der 

Schweiz zumutbar und möglich sei, wurden weitere medizinischen Unter-

lagen zu den Akten gereicht und von Ärzten des RAD beurteilt (vgl. Urteil 

des BVGer C-1630/2015 E. 8 und 9): 

- Im Attest der Erwachsenenpsychiatrie der Universität I._______ vom 

14. Juni 2011 von Dr. Z._______ (act. 150) wurde Bezug genommen 

auf die bereits diagnostizierte paranoide Schizophrenie. Bei der am 

6. Juni 2011 durchgeführten psychiatrischen Untersuchung sei auch 

festgestellt worden, dass die Selbstsorge vermindert, sein "Motorver-

halten" verlangsamt, die Konversation vermindert, der Gedankeninhalt 

verringert und die Empfindung vermindert sei. Es wurde über ein Deli-

rium berichtet, Böses zu sehen, eine "Orientierungsabstraktionsstudie" 

sei unvollständig. Weiter wurde ausgeführt, er habe noch keine Be-

handlung erhalten und die Wahnvorstellungen würden andauern. Die 

Arbeitsunfähigkeit wurde auf 80% beurteilt.  

- Im Attest der Poliklinik für Erwachsenpsychiatrie des Krankenhauses 

der Universität I._______ vom 5. Februar 2013 von Dr. Z._______ (act. 

173) wurde Bezug genommen auf frühere Atteste (16. April 2008 und 

6. Juni 2011). Am 1. Februar 2013 sei festgestellt worden, dass der 

Versicherte seit zwei Jahren keine psychiatrische Behandlung erhalten 

habe und nicht zu den Kontrollen gegangen sei. Nach der psychiatri-

schen Untersuchung (Selbstsorge vermindert, "Motorverhalten" ver-

langsamt, Konversation vermindert, Empfindung vermindert, Gedan-

keninhalt verringert, Delirium und auditive Annahmen vorhanden) der 

Krankengeschichte und medizinischen Einträge wurde eine paranoide 

Schizophrenie diagnostiziert und eine Erwerbsminderung von 80% at-

testiert. 

- In den Schlussberichten des RAD vom 17. Mai 2013 (act. 57) und vom 

18. Juni 2013 (act. 60) nannte Dr. L._______ als Nebendiagnose ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit anamnestisch eine Anpassungs-

störung mit langandauernder depressiver Reaktion (43.21) im Zusam-

menhang mit der Ausschaffung 2005 bis 2006. 

C-4741/2018 

Seite 20 

- Am 9. Oktober 2014 verfasste Dr. N._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, anlässlich einer Begutachtung des Beschwerde-

führers in der Türkei vom 15.-16. August 2014 ein in deutscher Sprache 

ausgefertigtes Gutachten. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit wurden eine langandauernde leichte bis mittelgradig 

psychoreaktive Depression (F32.1) sowie der V.a. posttraumatische 

Belastungsstörung im Sinne traumatisierender Ereignisse mit ängstli-

chen Zügen (F43.22) genannt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit wurden Pseudohalluzinationen und eine Anpassungs-

störung aufgeführt (act. 225).  

- Mit Stellungnahme vom 26. November 2014 wertete Dr. O._______ 

des RAD das Gutachten von Dr. N._______ aus (act. 231). Er stellte 

dabei fest, dass das insgesamt sehr umfangreiche Gutachten zum Teil 

auch eine detailreiche Anamneseerhebung enthalte. Dennoch seien 

die Angaben gelegentlich schwer verständlich und die diagnostizierte 

Einschätzung nicht vollständig nachvollziehbar. Nach den Kriterien der 

ICD-10 lasse sich allenfalls eine leichte depressive Episode feststellen. 

Die Halluzinationen ohne Nachweis sonstiger psychotischer Symp-

tome schätze der Psychiater als Pseudohalluzinationen ein, da sich der 

Versicherte davon distanzieren könne. Für die vom Gutachter geäus-

serte Verdachtsdiagnose der posttraumatischen Belastungsstörung 

fänden sich in den anamnestischen Angaben und den erhobenen Be-

funden keinerlei Anhaltspunkte. Schliesslich gelangte der RAD-Arzt 

zum Schluss, dass somit aus psychiatrischer Sicht keine derart schwe-

ren Einschränkungen vorhanden seien, um eine rentenrelevante Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit zu begründen. 

6.2 Nach dem Erlass der ersten Verfügung (23. Februar 2015) und der 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz gelangten die folgenden medi-

zinischen Unterlagen zu den Akten: 

- Gemäss einem Attest des Aa._______ der Provinz (…) vom 17. April 

2006 (act. 270) wurde beim Versicherten eine "Major Depression" di-

agnostiziert. 

- Am 10. November 2009 wurde der Beschwerdeführer vom Chefarzt der 

militärischen Krankenhauses Bb._______ für untauglich erklärt (act. 

272). 

C-4741/2018 

Seite 21 

- Einem Attest der Gesundheitskommission für Behinderte des Kranken-

hauses M._______ der Universität I._______ vom 12. Januar 2018 

kann entnommen werden, dass ein Spezialist für Psychiatrie eine "pa-

ranoide Schizophrenie ohne Arbeitsmöglichkeit mit der Behandlung" di-

agnostizierte und ein Behinderungsgrad von 80% festgesetzt wurde 

(act. 275). 

- Ein Attest der Poliklinik für Psychiatrie des Krankenhauses M._______ 

der Universität I._______ vom 17. Januar 2018 nimmt auf frühere At-

teste (16. April 2008 und 2013) Bezug. Bei der psychiatrischen Unter-

suchung vom 11. Januar 2018 sei festgestellt worden, dass die Selbst-

sorge vermindert, sein "Motorverhalten" verlangsamt, die Konversation 

normal, der Gedankeninhalt ein wenig verringert, die Empfindung ein 

wenig vermindert und auditive Annahmen vorhanden seien. Es wurde 

eine Schizophrenie diagnostiziert (act. 277). 

- Einem Bericht des ärztlichen Ausschusses des Krankenhauses 

M._______ der Universität I._______ vom 28. Dezember 2018 kann 

entnommen werden, dass der Versicherte mit Zapin (20mg/Tag), 

Ariprazol (30 mg/Tag), Sertralin (100 mg/Tag) und Forazepam (2,5 

mg/Tag) behandelt werde. Es wurden auditorische Halluzinationen, un-

verblümte Gefühle, schlechter Gedankeninhalt, begrenzte Kommuni-

kation, Abnahme des Urteilsvermögens und der Abstraktion festgestellt 

und eine unverbesserte Schizophrenie diagnostiziert (Beilage zu 

BVGer-act. 18). 

6.3 Bei den Akten liegt im Weiteren das bei der Q._______ GmbH einge-

holte psychiatrische und psychotherapeutische Gutachten vom 8. Februar 

2018 (act. 278). 

6.3.1 Der Experte Dr. med. P._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, führte in seinem Gutachten (Ziff. 5) folgende Diagnosen ge-

mäss ICD-10 auf: 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

Schizoaffektive Störung (F25) 

o mit Dysthymia (F34.1) 

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

o bei depressiver Störung (gegenwärtig remittiert, F32.4/ F33.4) 

o bei Status nach sonstiger Reaktion auf eine schwere Belastung 
(St. n. F43.8) 

o bei vielfältigen sozialen Belastungen 

C-4741/2018 

Seite 22 

 

Unter Berücksichtigung der klinischen Untersuchung (u.a. wurden das 

Selbstbeurteilungsverfahren zur Erfassung der psychischen Belastung 

«Symptom-Checkliste 90 revidiert, Derogatis» [SCL-90-R] sowie der 

«Montgomery-Åsberg Depression Rating Scale [MADRS], einem Fragebo-

gen zur Fremdbeurteilung des Schweregrads eines depressiven Syn-

droms, durchgeführt) und einer kritischen Würdigung der vorhandenen 

ärztlichen Dokumente wurde zur Begründung der Diagnosefindungen im 

Wesentlichen Folgendes ausgeführt (vgl. Gutachten Ziff. 6 S. 30 ff.): Es 

könne festgestellt werden, dass der Versicherte ab März 2005 in der Folge 

sozialer Belastungen (geplante Ausschaffung in die Türkei vom 

15.04.2005; Angst, wegen seiner Beteiligung an der Tötung seines Vaters, 

von Verwandten getötet zu werden; fehlende Perspektive im Heimatland) 

erstmals eine psychische Dekompensation in Form einer (sonstigen) Re-

aktion auf eine schwere Belastung (ICD-10 F43.8) erlitten habe. Diese De-

kompensation werde im weiteren Verlauf gemäss ICD 10 zeitweise als An-

passungsstörung (ICD-10 F43.2) bzw. als depressive Episode/Störung 

(ICD-10 F32/F33) und aufgrund vom Versicherten genannten akustischen 

Wahrnehmungsstörungen als Schizophrenie (ICD-10 F20) eingeordnet. 

Eine Störung gemäss ICD-10 F20 sei jedoch zu keinem Zeitpunkt hinrei-

chend begründet. Die (subjektiven und objektiven) Beeinträchtigungen des 

Versicherten würden die diagnostischen Kriterien einer paranoiden Schizo-

phrenie gemäss ICD-10 F20 auch anlässlich der Untersuchung vom 

1. Februar 2018 ausdrücklich nicht erfüllen. Die postulierte psychotische 

Qualität der Störung konkretisiere sich bis heute ausschliesslich in diesen 

vom Versicherten unregelmässig angegebenen Wahrnehmungsstörungen. 

Bei einer schizoaffektiven Störung gemäss ICD-10 F25 handle es sich, wie 

im Fall des Versicherten formal begründbar, um eine psychische Störung, 

die Symptome der Schizophrenie und der manisch- depressiven Störung 

(bipolaren affektiven Störung) in sich vereine. Zusätzlich zu Symptomen 

einer affektiven Störung (ICD-10 F 3) würden Symptome aus dem schizo-

phrenen Formenkreis (ICD-10 F 2) wie z.B. Wahn, Beeinflussungserleben 

oder Wahrnehmungsstörungen auftreten. Die vorliegenden Berichte wür-

den ab 2005 neben einer depressiven Störung ausschliesslich die vom Ver-

sicherten stereotyp deklarierten Wahrnehmungsstörungen beschrieben 

und dokumentieren. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht stehe dabei 

die depressive Störung weit überwiegend im Vordergrund. Die in den Akten 

postulierte depressive Episode/Störung sei remittiert. Das depressive Syn-

drom verlaufe ebenfalls unregelmässig ausgeprägt, was weit überwiegend 

von vielfältigen sozialen Belastungen (bspw. Wegweisung/Einreiseverbot, 

C-4741/2018 

Seite 23 

sozioökonomische Lebensumstände, familiäre/eheliche Konflikte) abhän-

gig sei und gegenwärtig eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) begründe. Eine 

relevante (>20% von 100%) anhaltende (längerfristige) Arbeitsunfähigkeit 

für die bislang in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten und für Hausarbeiten 

sei im Fall des Versicherten aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer 

Sicht aufgrund einer leichten schizoaffektiven Störung mit Dysthymia und 

den damit verbundenen objektiv maximal gering ausgeprägten Defiziten für 

keinen Zeitraum anzunehmen. Für Zeiten stationärer Behandlungen sei 

bereits aus formalen Gründen von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 

auszugehen. 

6.3.2 In der Folge nahm der medizinische Dienst der Vorinstanz zum Gut-

achten Stellung. Dr. med. O._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie des RAD, geht in seinem medizinischen Schlussbericht vom 

27. April 2018 (act. 284) – gestützt auf das Gutachten von Dr. med. 

P._______ der Q._______ GmbH – ebenfalls von einer Dysthymia bei schi-

zoaffektiver Störung (ICD-10: F34.1, F25) als Nebendiagnose ohne Aus-

wirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus. Bezüglich der von Dr. med. P._______ 

vorgenommenen Begutachtung hielt er fest, diese erfülle die geforderten 

Qualitätsanforderungen. Insbesondere würden aus psychiatrischer Sicht 

die in den verschiedenen früheren Berichten und Dokumenten angegebe-

nen Diagnosen anhand der anamnestischen Angaben und der Vorge-

schichte sowie der aktuellen Befunderhebung überprüft und unter Berück-

sichtigung der diagnostischen Kriterien der ICD-10 bewertet. 

6.4 In seiner im Laufe des Beschwerdeverfahrens verfassten Stellung-

nahme vom 7. Februar 2019 hielt Dr. med. O._______, Facharzt für Psy-

chiatrie und Psychotherapie des RAD, am Schlussbericht des RAD vom 

27. April 2018 fest. Er führte weiter aus, aus dem Bericht des Zentrums für 

seelische Gesundheit der Universität I._______ vom 28. Dezember 2018 

und weiteren Schreiben mit Attestdatum bzw. Datum vom 17. Januar 2018, 

5. Februar 2013, 14. Juni 2011, 10. November 2009 und 19. Juni 2008, 

ausgestellt von der Universität I._______, und 17. April 2006 des Staatli-

chen Spitals Aa._______ sowie des Schreibens des Verteidigungsministe-

rium an den Versicherten vom 29. April 2010 würden sich keine relevanten 

neuen Gesichtspunkte ergeben. Es werde wie bereits in früheren Berichten 

aus der Türkei eine Schizophrenie interpretiert. Eine kritische Abwägung 

und Begründung für diese Einschätzung sei nicht vorgenommen worden 

(Beilage zu BVGer-act. 16).  

C-4741/2018 

Seite 24 

7.  

7.1 Die Vorinstanz stützte sich für die Abweisung des Leistungsbegehrens 

auf das im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. P._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

vom 8. Februar 2018 ab. Dieses Gutachten beruht auf einer detaillierten 

Anamneseerhebung, den erforderlichen psychiatrischen Untersuchungen, 

ist für die streitigen Belange umfassend und wurde in Kenntnis der sowie 

in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstellt. Der Gutachter legte die 

medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar, setzte sich mit den ge-

klagten Beschwerden sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers ausei-

nander und nahm auch Bezug auf die in BGE 141 V 281 statuierten Indi-

katoren. Es bestehen keine Anhaltspunkte und der Beschwerdeführer 

macht auch nicht geltend, dass die klinische Untersuchung mit Anam-

neseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wich-

tigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolgerungen 

nicht lege artis erfolgt wäre (vgl. Urteil des BGer 9C_867/2018 vom 28. Mai 

2019 E. 5.2.1). Der Gutachter zeigte auf, dass beim Beschwerdeführer eine 

schizoaffektive Störung, die sich gegenwärtig als Dysthymia konkretisiere, 

bestehe, eine Schizophrenie jedoch zu keinem Zeitpunkt hinreichend zu 

begründen sei. Die postulierte psychotische Qualität der Störung konkreti-

siere sich bis heute ausschliesslich in diesen vom Versicherten unregel-

mässig angegebenen Wahrnehmungsstörungen. Das depressive Syndrom 

verlaufe unregelmässig ausgeprägt, was weit überwiegend von vielfältigen 

sozialen Belastungen abhängig sei. Die depressive Episode sei remittiert. 

Es bestehe eine Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung und 

den objektivierbaren depressiven Befunden. Diese Diskrepanz erkläre sich 

weit überwiegend durch eine Aggravation bei einem Rentenbegehren und 

anhaltenden bzw. neuen sozialen Belastungen. Auch aufgrund der unre-

gelmässigen Psychopharmakotherapie und der nur teilweise bestätigten 

Motivation des Beschwerdeführers für eine Therapie kam der Gutachter 

zum nachvollziehbaren Schluss, dass eine relevante anhaltende Arbeits-

unfähigkeit für die bislang in der Schweiz ausgeübte Tätigkeiten und für 

Hausarbeiten aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht aufgrund 

einer leichten schizoaffektiven Störung mit Dysthymia und den damit ver-

bundenen objektiv maximal gering ausgeprägten Defiziten für keinen Zeit-

raum anzunehmen sei. Insgesamt erfüllt das Gutachten von Dr. med. 

P._______, dem sich in medizinischer Hinsicht und bezüglich der Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit auch der RAD-Psychiater Dr. med. O._______ 

angeschlossen hat (Schlussbericht vom 27. April 2018 [act. 284] und Stel-

lungnahme vom 7. Februar 2019 [Beilage zu BVGer-act. 16]), die allgemei-

nen rechtlichen Beweisanforderungen an ein Gutachten.  

C-4741/2018 

Seite 25 

7.2 Der Beschwerdeführer rügt, er könne das Gutachten von Dr. med. 

P._______ und somit eines einzigen Arztes nicht akzeptieren und wünsche, 

nochmals einem Gremium von sieben Ärzten vorgestellt zu werden. Er ver-

wies auf verschiedene ärztliche Beurteilungen aus der Türkei, welche ihm 

eine Arbeitsunfähigkeit von 80% bescheinigt hätten. 

7.3  

7.3.1 Dem Attest der Erwachsenenpsychiatrie und sechs weiteren Abtei-

lungen des Krankenhauses M._______ der Universität I._______ vom 

23. Januar 2018 kann entnommen werden, dass ein Spezialist für Psychi-

atrie eine paranoide Schizophrenie ohne Arbeitsmöglichkeit mit einem Be-

hinderungsgrad von 80 % diagnostizierte (act. 275). Dieses Attest wurde 

von sieben Fachärzten unterschrieben, wovon jedoch nur ein Arzt Spezia-

list für Psychiatrie ist. Die anderen Experten sind Fachärzte für Pysikali-

sche Therapie und Rehabilitation, Neurologie, Innere Krankheiten, Hals-

Nasen-Ohren (HNO), Augenkrankheiten und allgemeine Chirurgie. Die 

Spezialisten für Augenkrankheiten und HNO gaben normale klinische Be-

funde an und unter der Rubrik der anderen Experten steht Folgendes: 

"keine zusätzlichen Untersuchungsergebnisse". 

7.3.2 Inwiefern der Beschwerdeführer sich aus einer weiteren Beurteilung 

durch ein "Gremium von sieben Ärzten" ein Vorteil erhofft, kann aus diesem 

Attest nicht geschlossen werden, wurde er doch lediglich von einem Fach-

arzt für Psychiatrie untersucht und somatische Beschwerden macht er 

keine geltend.  

7.3.3 Demzufolge ist festzuhalten, dass sich keine Hinweise für die Not-

wendigkeit einer pluridisziplinären Begutachtung ergeben, wie dies der Be-

schwerdeführer sinngemäss fordert. Die Aktenlage ist – wie auch nachfol-

gend aufgezeigt wird –  bezüglich der gesundheitlichen Beschwerden voll-

ständig, der Sachverhalt ist rechtsgenüglich erhoben und lässt eine ab-

schliessende Beurteilung der gesundheitlichen Situation bis zum 16. Juli 

2018 zu, weshalb der entsprechende Antrag des Beschwerdeführers in an-

tizipierter Beweiswürdigung (vgl. E. 3.5) abzuweisen ist. 

7.4 Vorliegend ist bestritten, ob der Beschwerdeführer an einer Schizo-

phrenie leidet. Während der Gutachter Dr. med. P._______ davon ausgeht, 

dass eine Schizophrenie zu keinem Zeitpunkt hinreichend zu begründen 

sei, sind sich die behandelnden Fachärzte darin einig, dass eine paranoide 

Schizophrenie vorliege.  

C-4741/2018 

Seite 26 

7.4.1 Dr. med. P._______ hat unter Bezugnahme auf die im Klassifikations-

system ICD-10 enthaltene Umschreibung (S. 34 des Gutachtens) detailliert 

dargelegt, weshalb seiner Ansicht nach die subjektiven und objektiven Be-

einträchtigungen des Beschwerdeführers die diagnostischen Kriterien ei-

ner paranoiden Schizophrenie auch anlässlich der Untersuchung vom 

1. Februar 2018 ausdrücklich nicht erfüllen. Gemäss ICD-10 sind die schi-

zophrenen Störungen im Allgemeinen durch grundlegende und charakte-

ristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder 

verflachte Affektivität gekennzeichnet. Die Klarheit des Bewusstseins und 

die intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt. Im 

Laufe der Zeit können sich jedoch kognitive Defizite entwickeln. Die Stö-

rung beeinträchtigt die Grundfunktionen, die dem normalen Menschen ein 

Gefühl von Individualität, Einzigartigkeit und Entscheidungsfreiheit geben 

(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 

Störungen, ICD-10, 10. Aufl. 2015, S. 127). Der Gutachter hielt fest, dass 

bereits diese Eingangsdefinition im Fall des Versicherten nicht erfüllt sei. 

Entsprechende Beeinträchtigungen würden zu keinem Zeitpunkt in den Ak-

ten beschrieben. Auch anlässlich der Untersuchung vom 1. Februar 2018 

sei er im Denken und Wahrnehmen, in der Affektivität und Kognition sowie 

in seinen "menschlichen Grundfunktionen" objektiv unauffällig gewesen. 

So führte der Gutachter aus, im formalen Denken sei er logisch und kohä-

rent. Es bestünden auch auf Nachfrage keine Hinweise auf inhaltliche 

Denkstörungen (Wahn- und/oder Zwangsphänomene). Auffassung, 

Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration seien gut. Das Gedächt-

nis sei intakt und Ich-Störungen seien keine vorhanden. Im Affekt sei er 

ernst, ruhig, ausgeglichen und dysthym und dabei wenig moduliert (vgl. 

Gutachten S. 23). Er nahm weiter Bezug auf ICD-10 F20 und dort aufge-

führte Symptome, die eine besondere Bedeutung für die Diagnose haben: 

1. Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenaus-

breitung. 

2. Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten, deutlich bezogen auf Kör-

per- und Gliederbewegungen oder bestimmte Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindun-

gen, Wahrnehmungen. 

3. Kommentierende oder diagnostische Stimmen, die über den Patienten und sein Ver-

halten spreche, oder andere Stimmen, die aus einem Teil des Körpers kommen. 

4. Anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer (bizarrer) Wahn, wie 

der, eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein, übermenschliche Kräfte und 

Fähigkeiten zu besitzen. 

C-4741/2018 

Seite 27 

5. Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität, begleitet entweder von flüchtigen 

oder undeutlich ausgebildeten Wahngedanken oder deutliche affektive Beteiligung, o-

der begleitet von überwertigen Ideen, täglich über Wochen oder Monate auftretend. 

6. Gedankenabreissen oder Einschiebungen in den Gedankenfluss, was zu Zerfahren-

heit, Danebenreden und Neogismen führt. 

7. Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotyien oder wächsener Biegsamkeit 

(Flexivilitas cerea), Negativismus, Mutismus, Stupor. 

8. "Negative" Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadä-

quate Affekte. 

Erforderlich für die Diagnose der Schizophrenie ist mindestens 1 eindeuti-

ges Symptom (2 oder mehr, wenn weniger eindeutig) der oben genannten 

Gruppe 1 bis 4 oder mindestens 2 Symptome der Gruppen 5 bis 8. Diese 

Symptome müssen fast ständig während eines Monats oder länger vor-

handen sein (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 129 f.). 

Dazu hielt der Gutachter fest, dass im Falle des Beschwerdeführers haupt-

sächlich und mehrfach das Kriterium 3 genannt werde. Die "Stimme/Stim-

men" könnten jedoch nur knapp als kommentierend bezeichnet werden. 

Weitere (hier optische oder taktile) Halluzinationen (Kriterium 5) würden 

zwar von überwertigen Ideen begleitet, seien aber nicht anhaltend. Weitere 

Kriterien könnten nicht bestätigt werden. Der Gutachter kommt zum 

Schluss, die postulierte psychotische Qualität der Störung konkretisiere 

sich bis heute ausschliesslich in diesen vom Versicherten unregelmässig 

angegebenen Wahrnehmungsstörungen. 

7.4.2 Die Feststellungen des Gutachters werden durch die fachärztlichen 

Berichte vor der Ausreise des Beschwerdeführers in die Türkei im Jahr 

2006 untermauert (vgl. E. 6.1.1). Die Fachärzte für Psychiatrie und Psy-

chotherapie diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gross-

mehrheitlich zunächst eine schwere depressive Episode mit psychotischen 

Symptomen (F32.3) oder eine Anpassungsstörung (F43.2; bei drohender 

Ausschaffung aus der Schweiz, befürchteter Rache durch Familienange-

hörige, fehlende Perspektive im Heimatland; mit depressiver Reaktion bei 

stark belastender sozialer Situation; mit Angst und depressiver Reaktion, 

gemischt). Formale und allfällig inhaltliche Denkstörungen (Wahn und/oder 

Zwang) und Wahrnehmungsstörungen/Sinnestäuschungen sowie Ich-Stö-

rungen wurden ausdrücklich verneint (act. 6, 9 S. 24 ff.). Als psychotische 

Symptome wurden in den Berichten ausschliesslich die vom Beschwerde-

führer genannten Wahrnehmungsstörungen aufgeführt. Im Verlauf der Be-

handlungen sei es zu einer Verminderung des psychotischen Erlebens 

C-4741/2018 

Seite 28 

bzw. zu einem dreitägigen Unterbruch von Wahrnehmungsstörungen (act. 

6, 29 S. 4 ff.) bzw. einer Verbesserung des Gesundheitszustandes gekom-

men (act. 8 S. 1). Der Beschwerdeführer habe von widersprüchlichen und 

unregelmässigen Wahrnehmungsstörungen berichtet (act. 24 S. 1 f.). Es 

wurde festgehalten, dass beim Beschwerdeführer keine psychotische 

Symptomatik bestehe (act. 8 S. 1). In der Folge erwähnten die Fachärzte 

den Verdacht auf (nachfolgend: V.a.) paranoide Schizophrenie (F20.0; 29 

S. 4 ff., 29 S. 16 ff.). Assistenzarzt Dr. med. X._______ hielt in einem vor-

läufigen Austrittsbericht am 8. März 2006 als Diagnosen paranoide Schizo-

phrenie und schwere psychosoziale Belastungssituation fest (act. 29 S. 1). 

Die Diagnosen hatte er nicht begründet und es wurde ein abschliessender 

Austrittsbericht in Aussicht gestellt. Dieser erfolgte dann am 17. März 2006 

(act. 30 S. 1 ff.), worin wiederum lediglich ein Verdacht auf paranoide Schi-

zophrenie diagnostiziert wurde. Als psychotisches Zustandsbild wurden le-

diglich die vom Beschwerdeführer genannten imperativen Stimmen und 

sein beschriebener Beobachtungswahn genannt (act. 29. S. 4 ff.).  

7.4.3 Nach der Ausreise in die Türkei wurde beim Beschwerdeführer am 

17. April 2006 (act. 270) zunächst eine "Major Depression diagnostiziert 

(act. 270). Sein Hausarzt berichtete am 28. August 2007 von einer rezidi-

vierenden depressiven Störung (F22; act. 53 S. 1). Insoweit türkische Psy-

chiater ab Juni 2008 eine Schizophrenie erkannten, kann festgehalten wer-

den, dass diese Diagnosen lediglich mit den vom Beschwerdeführer ange-

gebenen Wahrnehmungsstörungen (u.a. würden ihm andere Menschen 

Böses wünschen, sein Onkel wolle ihn töten, er höre Stimme, die sagten 

er solle vom Balkon springen, eine dunkelhäutige Person würge ihn im 

Schlaf) begründet wurden (vgl. E. 6.1.2 (act. 90 und 91), E. 6.1.3 (150, 173) 

und E. 6.2 (27, 277 und Beilage zu BVGer-act. 18). Deren Vorhandensein 

konnte auch anlässlich der Begutachtung in der Schweiz nicht in einem für 

das Vorliegen einer Schizophrenie genügenden Mass und Häufigkeit dar-

gelegt werden. Zudem führte Dr. N._______ in seinem Gutachten vom 

9. Oktober 2014 aus, die geschilderten Wahrnehmungsstörungen seien 

"Pseudohalluzinationen". Überdies wurden diese Symptome im Gutachten 

von Dr. med. K._______ vom 27. Oktober 2008 als psychische Phäno-

mene erklärt, die im Rahmen von Alpträumen, als Fehlwahrnehmungen o-

der in beengenden Lebenssituationen auftreten könnten. 

7.4.4 Aus den Akten gehen ausserdem wenig Angaben zu einer laufenden 

medizinischen Behandlung (ärztliche Konsultationen, Psychotherapie) von 

2006 (Rückkehr in die Türkei) bis Juli 2018 (angefochtene Verfügung) her-

vor (vgl. E. 7.7.2) 

C-4741/2018 

Seite 29 

7.4.5 Aufgrund dieser Feststellungen, ist es nachvollziehbar, dass der Gut-

achter das Vorliegen einer Schizophrenie verneint hat. 

7.5 

7.5.1 Eine schizoaffektive Störung ist gemäss ICD-10 eine episodische 

Störung, bei der sowohl affektive als auch schizophrene Symptome in der-

selben Krankheitsphase auftreten, aber die weder die Kriterien für Schizo-

phrenie noch für eine depressive oder manische Episode erfüllen (vgl. DIL-

LING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 133). Unter einer Dysthymie wird ge-

mäss ICD-10 eine chronische depressive Verstimmung verstanden, die 

weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, 

um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivieren-

den depressiven Störung zu erfüllen (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, 

a.a.O., S. 183). Dr. med. P._______ hat unter Bezugnahme auf die im Klas-

sifikationssystem ICD-10 enthaltene Umschreibung (vgl. Gutachten S. 31 

ff.) dargelegt, weshalb seiner Ansicht nach in casu die diagnostischen Kri-

terien einer schizoaffektiven Störung mit Dysthymia vorliegen. So führte er 

aus, die vorliegenden Berichte würden ab 2005 neben einer depressiven 

Störung ausschliesslich die vom Versicherten stereotyp deklarierten Wahr-

nehmungsstörungen beschreiben und dokumentieren. Aus versicherungs-

psychiatrischer Sicht stehe neben der formal begründbaren schizoaffekti-

ven Störung die depressive Störung weit überwiegend im Vordergrund.  

7.5.2 Dr. P._______ legt in der Folge detailliert dar, weshalb aus seiner 

Sicht die Kriterien einer depressiven Episode gemäss ICD F32/F33 nicht 

(mehr) erfüllt seien und auch keine Symptome in ausreichender Schwere, 

bzw. in ausreichender Länge, vorliegen würden, um eine lang dauernde 

depressive Episode zumindest leichten Grades diagnostizieren zu können 

(vgl. Gutachten S. 31 ff.). Er begründet das Vorliegen einer Dysthymia 

mit den aktuellen objektiven Untersuchungsergebnissen u.a. im Psy-

chostatus und der MADRS. Die Diskreptanz zwischen der subjektiven 

Einschätzung und den objektivierbaren depressiven Befunden erklärte 

er sich nachvollziehbar durch eine Aggravation (bspw. Angaben aus-

weichend, pauschal, oberflächlich, vage und allgemein sowie schlicht, 

stereotyp und mehrdeutig) bei einem Rentenbegehren und anhalten-

den bzw. neuen sozialen Belastungen. Auch Dr. N._______ führte in sei-

nem Gutachten vom 9. Oktober 2014 aus, die geschilderten Wahrneh-

mungsstörungen durch den Versicherten wirkten übertrieben. 

C-4741/2018 

Seite 30 

7.5.3 Zu den teilweise abweichenden Einschätzungen der Fachärzte vor 

der Ausreise des Beschwerdeführers aus der Schweiz im Jahr 2006, wel-

che eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen di-

agnostiziert hatten, ist festzuhalten, dass die entsprechenden Berichte 

Dr.  med. P._______ vorlagen. Er hat sich in seinem Gutachten mit den 

abweichenden Diagnosen auseinandergesetzt und überzeugend darge-

legt, weshalb er die Einschätzung der damals behandelnden Ärzte hin-

sichtlich des Schweregrads des depressiven Geschehens sowie deren 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht übernommen hat. Allein die abwei-

chende diagnostische Einordnung des Leidens erweckt damit keine Zwei-

fel am Gutachten von Dr. med. P._______, zumal er auch ausführlich erör-

tert hat, weshalb er trotz der festgestellten depressiven Symptomatik zu 

einer anderen Einschätzung der Situation gelangt ist. Zu beachten ist auch, 

dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht er-

messensfrei erfolgen kann und dem medizinischen Sachverständigen des-

halb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb wel-

chem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und im Rahmen ei-

ner Exploration lege artis zu respektieren sind (vgl. Urteile des BGer 

9C_634/2015 vom 15. März 2016 E. 6.1; 9C_761/2013 vom 16. Dezember 

2013 E. 3.3.1). 

7.6 Angesichts der diagnostizierten schizoaffektiven Störung (ICD-10: 

F25) mit Dysthymia (ICD-10: F34.1) hat grundsätzlich ein strukturiertes Be-

weisverfahren nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (vgl. BGE 143 V 409). Der 

psychiatrische Gutachter hat sich lediglich rudimentär mit den Standardin-

dikatoren auseinandergesetzt (vgl. Gutachten S. 39 ff.). Auf Beschwerde-

ebene wurde sodann vom RAD eine umfassende Prüfung sämtlicher Stan-

dardindikatoren vorgenommen (vgl. BVGer-act. 23). Nachfolgend wird dar-

gelegt, ob die vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus recht-

licher Sicht überzeugt.  

7.6.1 Hinsichtlich des in der Kategorie «funktioneller Schweregrad» zu prü-

fenden Komplexes «Gesundheitsschädigung» ergibt eine Analyse des 

Gutachtens von Dr. med. P._______ und die Stellungnahme des RAD fol-

gendes Bild:  

7.6.1.1 Zum Indikator «Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und 

Symptome» ist festzuhalten, dass die vom Gutachter diagnostizierte schi-

zoaffektive Störung, die sich gegenwärtig als Dysthymia konkretisiere, und 

die gegenwärtig remittierte depressive Störung sich mit den im objektiven 

Psychostatus beschriebenen Befunden in Einklang bringen lässt. So 

C-4741/2018 

Seite 31 

nannte der Gutachter im Wesentlichen (vgl. Gutachten S. 23 f.), im Affekt 

sei der Versicherte dysthym und wenig moduliert. Beim Bericht über die 

Umstände der Tötung seines Vaters, über seine aktuellen Ehekonflikte und 

den Streit mit seinem Bruder reagiere er angespannt und deutlich bedrückt. 

Der Versicherte nenne akustische, optische und taktile Wahrnehmungsstö-

rungen (einen Mann sehen, der spreche und ihn anfasse). Ein klinisches 

depressives Syndrom sei aber auch mit Hilfe der MADRS nicht zu erken-

nen (vgl. Gutachten S. 30). Ferner führte der Gutachter (vgl. S. 39) in Über-

einstimmung mit dem RAD aus, depressive Syndrome seien beim Versi-

cherten Ausdruck prekärer sozialer Verhältnisse, deren Veränderung im 

Sinne der Erwünschtheit aus Sicht des Versicherten (bspw. Zusprache ei-

ner Invalidenrente, Niederlassungsbewilligung in der Schweiz) mit an Si-

cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer Remission der Dysthymia 

führen werde.  

7.6.1.2 In Zusammenhang mit dem Indikator «Behandlungs- und Einglie-

derungserfolg» hielt der RAD fest, dass der Versicherte während seines 

Gefängnisaufenthaltes regelmässig beim psychiatrisch-psychologischen 

Dienst der Justizvollzugsanstalt des Kantons C._______ in Behandlung 

gewesen sei. Die Berichte würden jedoch keine Hinweise auf psychotische 

Symptome enthalten. Der Versicherte habe zudem gegenüber Dr. 

N._______ angegeben, er sei nicht so krank gewesen, dass er Medika-

mente habe nehmen müssen. Zwischen Februar 2005 (Mitteilung des BFM 

über die Ausschaffung des Versicherten) bis im April 2006 (Ausschaffung 

des Versicherten) seien neben ambulanten Behandlungen auch wiederholt 

stationäre psychiatrische Krankenhausaufenthalte von ca. einer Woche bis 

zu einem Monat erfolgt, wobei er zwei Aufenthalte eigenmächtig abgebro-

chen habe. Es seien ihm Antipsychotika verordnet worden. Über die Com-

pliance und Adhärenz bzgl. der Medikamenteneinnahme und vorgenom-

menen Serumbestimmungen fänden sich keine Angaben. Dem medizini-

schen Gutachten von Dr. med. K._______ vom 27. Oktober 2008 könne 

entnommen werden, dass die behandelnden Ärzte dem Versicherten nie 

Antidepressiva verschrieben hätten. In den Berichten aus der Türkei wird 

mehrfach erwähnt, dass er eine medikamentöse Therapie mit Zuclopen-

tixol erfahren habe, eine Verbesserung der psychotischen Symptomatik 

aber nicht erkennbar gewesen sei. Detaillierte Angaben zur Behandlung 

und zur Verordnung von Medikamenten seien diesen Berichten nicht zu 

entnehmen. Dem Bericht von Dr. med. Z._______ vom 5. Februar 2013 

könne entnommen werden, dass der Versicherte seit zwei Jahren weder 

irgendeine psychiatrische Behandlung erhalten habe noch zu ärztlichen 

Kontrollen erschienen sei. Die angegebene Behandlung seit 2008 alle zwei 

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bis drei Wochen bei Dr. Cc._______ sei nicht nachgewiesen. Bei der La-

borkontrolle vom 1. Februar 2008 habe der Wert für Olanzapin innerhalb 

des Referenzbereichs gelegen, was für eine Einnahme des Medikaments 

spreche. Der Wert für Desmethyl-Olanzapin, einem Abbauprodukt des O-

lanzapins, sei unterhalb der Nachweisbarkeitsgrenze gelegen, was für eine 

Einnahme der (Ursprungs- Substanz Olanzapin erst kurze Zeit vor der Blut-

entnahme spreche. Ganz ähnlich verhalte es sich bei Lorazepam. Auf-

grund dessen sei zweifelhaft, ob die angegebene regelmässige Therapie 

seit 2008 tatsächlich erfolge. Wenn eine solche dennoch stattfinden sollte, 

wäre bei Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie eine Gesprächsthera-

pie alleine nicht ausreichend. Hierzu bedürfe es einer antipsychotischen 

Medikation, deren Erfolg durch in Abständen vorgenommenen Nachkon-

trollen überprüft werden sollte. Demzufolge hat der Beschwerdeführer nicht 

sämtliche ihm zumutbaren Therapieoptionen ausgeschöpft, so dass keine 

Therapieresistenz gegeben ist.  

Ferner führte der RAD aus, nach Erhalt der Mitteilung betreffend die Aus-

schaffung habe der Versicherte spätestens am 15. April 2005 Ängste und 

Wahrnehmungsstörungen entwickelt, die ihm die Fortsetzung seiner zu-

letzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr möglich erscheinen lasse. Unklar 

bleibe, warum er nach der Rückkehr in die Türkei zunächst eine Arbeit als 

Baustellenwärter aufgenommen habe, die er dann aber nach neun Mona-

ten beendet habe. Somit haben weder in der Schweiz noch in der Türkei 

irgendwelche Eingliederungsmassnahmen stattgefunden, obwohl gemäss 

RAD der Leidensdruck beim Versicherten nicht derart ausgeprägt vorhan-

den gewesen sei und solche, laut Gutachter, aus rein psychiatrisch-psy-

chotherapeutischer Sicht zumutbar seien.  

7.6.1.3 Zum Indikator «Komorbiditäten» ist dem Gutachten sowie der Stel-

lungnahme des RAD zu entnehmen, dass neben der Dysthymia im Rah-

men einer leichten schizoaffektiven Störung keine sonstigen, schweren, 

ausgeprägten und intensiven komorbiden Störungen vorliegen würden.  

7.6.2 Bezüglich dem Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, 

persönliche Ressourcen) kann festgehalten werden, dass der Gutachter 

und der RAD eine Persönlichkeitsstörung verneinten. Der Gutachter er-

wähnte akzentuierten Persönlichkeitszüge (antisozial, "kriminell"), diag-

nostizierte sie jedoch nicht. Auch der RAD ist der Ansicht, dass sich allen-

falls akzentuierte Persönlichkeitszüge beschreiben liessen. Die erwähnten 

akzentuierten Persönlichkeitszüge sind zu berücksichtigen, da sie den Ge-

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sundheitszustand und das Leistungsvermögen beeinflussen können (Ur-

teile des BGer 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 5.; 9C_345/2017 vom 

30. August 2017 E. 3.3.3). Hierzu lässt sich der Stellungnahme des RAD 

entnehmen, dass das Verhalten des Versicherten bei den Straftaten und 

bei der Nicht-Aufnahme in der Psychiatrischen Universitätsklinik 

T._______ für nicht unerhebliche Probleme, aufkommende Affekte und Im-

pulse angemessen kontrollieren und steuern zu können, spreche. Bei of-

fensichtlich nicht sehr stark ausgeprägtem Selbstbewusstsein scheine er 

in seinem Selbstwertgefühl schnell verunsicherbar und verletzbar, sodass 

er bei von ihm empfundenen Kritik und Ablehnung rasch kränkbar sei und 

dann auch zu überschiessendem, aufbrausendem und aggressivem Ver-

halten neigen könne. Aufgrund dieser Angaben ist davon auszugehen, 

dass sich die Persönlichkeitsstruktur des Beschwerdeführers leicht res-

sourcenhemmend auswirkt.  

7.6.3 Mit Blick auf den Komplex «sozialer Kontext» der Kategorie «funktio-

neller Schweregrad» ergibt sich aus dem Gutachten und der Stellung-

nahme des RAD, dass der Beschwerdeführer seit der Ausschaffung in die 

Türkei im Jahr 2006 mit seiner Tante zusammenlebt. Er sei familiär mit en-

gen Kontakten zu Verwandten, aber auch Freunden und Bekannten ver-

netzt und erfahre Unterstützung und Hilfe. Mit seiner Ehefrau, welche in 

Deutschland lebe, gebe es Konflikte und der Kontakt sei weitgehend abge-

brochen. Er sei in den Aktivitäten des täglichen Lebens nicht eingeschränkt 

und könne die Anforderungen des Alltags selbständig, eigenverantwortlich 

und kompetent erledigen, sodass ausreichende persönliche und soziale 

Ressourcen vorhanden seien. Zwar sei der soziale Kontext teilweise wenig 

strukturiert, ein ausgewiesener sozialer Rückzug sei aber nicht erkennbar. 

Mit diesem Umfeld verfügt der Beschwerdeführer über mobilisierbare Res-

sourcen. 

7.6.4 Bezüglich der Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens: «gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-

gleichbaren Lebensbereichen» und «Inanspruchnahme von therapeuti-

schen Optionen») gaben der Gutachter und der RAD an, es bestehe keine 

gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in Beruf, Haushalt, 

Freizeit sowie den sozialen Aktivitäten. Aufgrund des normalen Aktivitäts-

niveaus im Privatleben sowie der Lebensführung, sei nicht nachvollziehbar, 

warum er dieses nicht auch in einem Beruf umsetzen könne. 

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Seite 34 

7.7 Angesichts des leichten Grads des diagnostizierten Gesundheitsscha-

dens mit nicht ausgeschöpften Therapieoptionen und ohne Komorbiditä-

ten, der fehlenden Konsistenz, vorhandener mobilisierbarer Ressourcen 

und der lediglich leicht ressourcenhemmenden Persönlichkeitsstruktur, ist 

die Einschätzung des Gutachters nachvollziehbar und nicht zu beanstan-

den. Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesund-

heitsschaden ist zu verneinen. 

8.  

Die Vorinstanz ist aufgrund des Gesagten für den vorliegend bis zum Ver-

fügungserlass zu beurteilenden Zeitraum gestützt auf das beweiskräftige 

psychiatrische Gutachten von Dr. med. P._______ vom 8. Februar 2018 zu 

Recht (auch retrospektiv) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers in der in der Schweiz ausgeübten Tätigkeiten aus-

gegangen. Damit durfte sie ohne Durchführung eines Einkommensver-

gleichs das Vorliegen einer anspruchsbegründenden Invalidität verneinen. 

Die angefochtene Verfügung vom 16. Juli 2018 ist damit nicht zu beanstan-

den. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und somit abzu-

weisen. 

 

9. 

9.1 Das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht ist 

kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1bis i.V.m. Abs. 2 IVG). Trotz Unterliegens des 

Beschwerdeführers sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weil dem 

Gesuch um unentgeltliche Prozessführung mit Zwischenverfügung vom 

9. November 2018 stattgegeben worden ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

9.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren 

eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig 

hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundes-

behörde hat die IVSTA jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädigung 

(Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 173.320.2]). 

Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Partei-

entschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 

(Urteilsdispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 35 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden keine Ver-

fahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Stufetti Mirjam Angehrn 

 

 

  

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Seite 36 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in 

Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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