# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3e40fe3-9d71-5a56-85ea-5fafda39df94
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 14.12.2018 BK 2018 467
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2018-467_2018-12-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Verfügung
BK 18 467

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. Dezember 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin)
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Entschädigung (Einstellung)

Strafverfahren wegen Betrugs

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 11. Oktober 2018 (BJS 18 5200)

2

Erwägungen:

1.

1.1 Gestützt auf eine Anzeige vom 5. Februar 2018 wurde u.a. gegen A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) eine Untersuchung wegen Betrugs eröffnet. Im 
Verfahren liess sich der Beschwerdeführer durch Rechtsanwalt B.________ vertre-
ten. Im Rahmen der Untersuchung kam es im Juli 2018 zu drei delegierten Einver-
nahmen, nämlich des Beschwerdeführers, des Mitbeschuldigten C.________ und 
des Privatklägers D.________. Der Anwalt des Beschwerdeführers nahm an zwei 
Einvernahmen teil. Weitere Ermittlungsmassnahmen wurden nicht getätigt. Am 
17. August 2018 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) den Parteien in Aussicht, sie gedenke das Ver-
fahren gegen die Beschuldigten ohne Kostenauflage und ohne Ausrichtung einer 
Entschädigung einzustellen. Nach zwei Fristerstreckungen beantragte der Anwalt 
des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 19. September 2018, es sei eine Ent-
schädigung gemäss Honorarnote auszurichten. Am 21. September 2018 reichte er 
die Honorarnote nach. Mit Schreiben vom 25. September 2018 teilte die Staatsan-
waltschaft mit, sie beabsichtige, die Honorarnote zu kürzen, und begründete die 
vorgesehenen Kürzungen. Am 5. Oktober 2018 antwortete der Anwalt des Be-
schwerdeführers, für eine Kürzung bestehe kein Anlass. Mit Verfügung vom 
11. Oktober 2018 stellte die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren ein, verwies die 
Zivilklage auf den Zivilweg, auferlegte die Verfahrenskosten dem Kanton und setzte 
die Entschädigung für den Beschwerdeführer auf CHF 2‘245.45 fest. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 5. November 2018 Beschwerde und 
stellte folgende Anträge:
1. Ziff. 4 der Verfügung vom 11. Oktober 2018 der regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-

Seeland im Verfahren BJS 18 5200 sei aufzuheben.

2. A.________ sei eine Entschädigung für seine Aufwendungen für die angemessene Ausübung sei-
ner Verfahrensrechte im Verfahren BJS 18 5200 in Höhe von CHF 4‘162.50 (inkl. Auslagen und 
MwSt.) zuzusprechen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

4. A.________ sei eine angemessene Entschädigung für seine Aufwendungen für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte im Beschwerdeverfahren gemäss noch einzureichender Kos-
tennote zuzusprechen.

In ihrer Stellungnahme vom 14. November 2018 beantragte die Generalstaatsan-
waltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Mit Replik vom 5. Dezem-
ber 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren fest.

1.2 Art. 395 Bst. b Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; SR 312) sieht Folgen-
des vor: Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, so beurteilt deren Verfahrensleitung die Be-
schwerde allein, wenn diese zum Gegenstand hat: die wirtschaftlichen Nebenfolgen eines Entschei-
des bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als 5000 Franken. Vorliegend ist die zu behan-
delnde Streitfrage die beantragte Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘162.50. 
Die Voraussetzungen für eine einzelrichterliche Beurteilung sind damit erfüllt.

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2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei 
der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet 
Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. StPO; 
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsregle-
ments des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch 
die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen 
betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf 
die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Der Beschwerdeführer bringt vor, wenn die Gewichtung «durchschnittlich» als rich-
tig anerkannt werde, sei die Honorarnote unter Vorbehalt der übrigen Bestimmun-
gen zu genehmigen. Die Staatsanwaltschaft missachte die Berechnungsnormen 
und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf Entschädigung seiner Auf-
wendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte. In Verfahren, 
die mit der Einstellung durch die Staatsanwaltschaft erledigt würden, betrage das 
Honorar 25 bis 100 % von CHF 500.00 bis CHF 25‘000.00. Das Honorar von 
CHF 3'750.00 (ohne Auslagen und MWST) entspreche 29.41 % des Honorars bei 
einer Ausschöpfung des Tarifrahmens von 50 %. 

4. Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet, es sei zwar so, dass die Verordnung 
über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 
168.711) nicht zur Anwendung gelange. Dem Beschwerdeführer könne auch bei-
gepflichtet werden, dass bei der Bemessung des Parteikostenersatzes ein Rah-
mentarif und nicht ein Stundenansatz zur Anwendung gelange, dass sich der Par-
teikostenersatz nach Art. 41 Abs. 3 Kantonales Anwaltsgesetz (KAG; BSG 168.11) 
sowie nach der Verordnung über die Bemessung des Parteikostenersatzes (PKV; 
BSG 168.811) richte und dass keine gesetzliche Grundlage für einen festen Stun-
denansatz von CHF 250.00 existiere. Trotzdem bestehe kein Grund, von der fest-
gelegten Entschädigung abzuweichen. Im Beschluss des Obergerichts des Kan-
tons Bern BK 12 238 vom 29. Januar 2013 habe die Beschwerdekammer daran er-
innert, dass die Kriterien der «Bedeutung der Streitsache» und der «Schwierigkeit 
des Prozesses» sich regelmässig ganz oder teilweise im gebotenen Zeitaufwand 
niederschlagen würden und dass sich die Schwierigkeit des Falls neben und zu-
sätzlich zum Zeitaufwand auf das Honorar auswirken dürfe. 

Das Prozessthema sei hier sehr übersichtlich gewesen und habe keine Komplexität 
aufgewiesen. Zur Klärung der relevanten Fragen seien keine ausgedehnten Ermitt-
lungshandlungen erforderlich gewesen, sondern hätten drei Befragungen genügt. 
Danach habe die Staatsanwaltschaft eine Verfahrenseinstellung in Aussicht ge-
stellt. Der Umfang der Akten sei sehr beschränkt. Angesichts der raschen Ankündi-
gung der Verfahrenseinstellung seien keine ins Gewicht fallenden Recherchen sei-
tens der Verteidigung erforderlich gewesen. Der (gebotene) Aufwand bei geringer 
Fallschwierigkeit habe sich im Wesentlichen in einer kurzen Besprechung mit der 
Klientschaft, der Teilnahme an zwei je zweistündigen Einvernahmen und wenigen 
Begleitarbeiten erschöpft. Die Staatsanwaltschaft habe bei der Festsetzung der 
Entschädigung für die Teilnahmen an den Einvernahmen fünf Stunden berücksich-

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tigt, obwohl die Dauer bloss vier Stunden betragen habe. Somit sei auch einem Kli-
entengespräch Rechnung getragen worden. Auf der anderen Seite seien Kürzun-
gen unter drei Aspekten gerechtfertigt. Einerseits seien übliche Sekretariatsarbei-
ten in Rechnung gestellt worden, die nach der Gerichtspraxis, aber auch nach der 
Doktrin, im Stundenansatz des Anwalts inbegriffen seien (Verweis auf FELL-
MANN/ZINDEL, Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 164 zu Art. 12). 
Andererseits sei auch bei privaten Mandaten die Reisezeit nicht als Arbeitszeit zu 
vergüten, sondern in Form von Reisezuschlägen zu entschädigen (Art. 10 und 18 
Abs. 1 PKV). Schliesslich erscheine es übersetzt, für die Arbeiten eines Praktikan-
ten einen Ansatz zu verrechnen, der nur unwesentlich unter demjenigen eines pa-
tentierten Anwalts mit amtlichem Mandat entspreche. In Anbetracht der gebotenen 
Kürzungen, der geringen Schwierigkeit des Falles und des sehr moderaten gebo-
tenen Aufwandes sei die angefochtene Festsetzung korrekt, auch wenn anerkannt 
werde, dass die Bedeutung der Streitsache nicht im Bagatellbereich gelegen sei. 
Ein Parteikostenersatz, der das Honorar gemäss Tätigkeitsnachweis deutlich über-
steige, wäre zu hoch, während es der Beschwerdekammer unbenommen aber sei, 
die Entschädigung unter Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer geltend ge-
machten Stundenansatzes etwas nach oben zu korrigieren.

5. In der Replik ergänzt der Beschwerdeführer, die Generalstaatsanwaltschaft setze 
sich – gleich wie die Staatsanwaltschaft – nicht mit der Gewichtung der Kriterien 
gemäss Art. 41 Abs. 3 KAG auseinander. Vielmehr falle sie zurück auf Kriterien, 
deren fehlende gesetzliche Grundlage sie selber anerkenne wie die Sekretariatsar-
beiten, die Reisezeit oder die Arbeiten des Rechtspraktikanten. 

6.

6.1 Gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO hat die beschuldigte Person, gegen die das 
Verfahren eingestellt wird, Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die 
angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte. Für die Berechnung der Entschä-
digung ist gemäss Art. 424 Abs. 1 StPO und mangels bundesrechtlicher Normen 
das kantonale Recht anwendbar. Der Parteikostenersatz wird im Kanton Bern nach 
den Bestimmungen des KAG und der PKV sowie in amtlichen Mandaten zusätzlich 
nach der EAV festgelegt.

Gemäss Art. 41 Abs. 2 KAG besteht die Tarifordnung für Strafrechtssachen aus 
Rahmentarifen. Gemäss Art. 41 Abs. 3 KAG bemisst sich der Parteikostenersatz 
innerhalb des Rahmentarifs nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand 
(Bst. a), der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des Prozesses 
(Bst. b). Der Parteikostenersatz kann von der Höhe des Honorars abweichen 
(Art. 41 Abs. 5 KAG). Als geboten gilt der Zeitaufwand, den ein fachlich ausgewie-
sener und gewissenhafter Anwalt unter Berücksichtigung der Bedeutung der Sache 
und des Schwierigkeitsgrads der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse für die 
korrekte Erledigung des Geschäfts benötigt. Der Massstab des gebotenen Zeitauf-
wands grenzt sich im Vergleich zum effektiven Aufwand somit in zweierlei Hinsicht 
ab: Zum einen ist nur derjenige Aufwand zu entschädigen, der anwaltlich notwen-
diger Arbeit entspricht, weshalb u.a. sozialbetreuerische Bemühungen oder Arbei-
ten, welche nicht im direkten Zusammenhang mit dem geführten Prozess stehen, 

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nicht oder nur sehr geringfügig zu entschädigen sind. Zum anderen kann mit dem 
Kriterium des «gebotenen Aufwands» auch dem Umstand Rechnung getragen 
werden, dass zwischen dem versierten, langjährig erfahrenen Routinier und dem 
wenig erfahrenen Anwalt oder gar dem Anfänger bezüglich des tatsächlich geleis-
teten Aufwands grosse Unterschiede bestehen. Ersterer erledigt die gleiche Arbeit 
in gleicher Qualität schneller als der Durchschnittsanwalt, Letzterer benötigt für die 
Erbringung der gleichen Qualität deutlich länger als der Durchschnittsanwalt (vgl. 
zum Ganzen auch STERCHI, Die korrekte Kostennote, in dubio 2009/1, S. 16 ff., 
S. 20). Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, wenn der gebotene Auf-
wand des erfahrenen Anwalts höher als der tatsächlich geleistete ausfällt. Umge-
kehrt wird der wenig erfahrene Anwalt regelmässig nicht seine effektiv geleisteten 
Arbeitsstunden in Rechnung stellen können. Die Kriterien der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses wird sich regelmässig ganz oder 
teilweise im gebotenen Zeitaufwand niederschlagen. Dies ist indessen nicht zwin-
gend (so auch STERCHI, a.a.O., S. 17). Nach der gesetzlichen Regelung kann und 
soll sich die Schwierigkeit des Falls neben und zusätzlich zum Zeitaufwand auf das 
Honorar bzw. auf den Parteikostenersatz auswirken; gleiches gilt für die Bedeutung 
der Streitsache. So kann ein Vermögensdelikt sachverhaltsmässig und rechtlich die 
genau gleiche Struktur und Komplexität aufweisen, der Deliktsbetrag aber eine Ba-
gatelle oder existenzielle Bedeutung haben. Trotz gleichen Bearbeitungsaufwands 
ist davon auszugehen, dass der Parteikostenersatz im letztgenannten Fall höher 
ausfallen wird, weil die zu erwartende Strafe höher ist und die Zivilklage die 
Rechtsposition des Vertretenen eben existenziell tangiert (zum Ganzen Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 12 238 vom 29. Januar 2013 E. 6.3).

Gemäss Art. 41 Abs. 1 KAG regelt der Regierungsrat die Tarifordnung für die Be-
messung des Parteikostenersatzes durch die Gerichte und Verwaltungsjustiz-
behörden durch Verordnung. Art. 17 Abs. 1 PKV regelt die je nach Verfahren an-
wendbaren Rahmentarife in Strafrechtssachen. Art. 17 Bst. b PKV sieht in Straf-
rechtssachen in Verfahren vor dem Einzelgericht des Regionalgerichts ein Honorar 
von CHF 500.00 bis CHF 25‘000.00 vor. Gemäss Art. 17 Bst. e PKV – also in Ver-
fahren, die mit der Einstellung durch die Staatsanwaltschaft oder das erstinstanzli-
che Gericht erledigt werden – beträgt das Honorar 25 bis 100 % des Honorars 
gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. a bis d PKV.

Der Staatsanwaltschaft kommt bei der Festlegung einer Parteientschädigung ein 
weites Ermessen zu. Übt sie dieses pflichtgemäss aus, greift die Beschwerdekam-
mer als Rechtsmittelinstanz nicht ohne Not ein (Beschluss des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 12 238 vom 29. Januar 2013 E. 7.3).

6.2 Die Beschwerde ist begründet. Die Staatsanwaltschaft liess sich fälschlicherweise 
überwiegend – und damit nicht pflichtgemäss – von den Kriterien gemäss EAV lei-
ten. Die korrekte Höhe der Entschädigung berechnet sich, mit Blick auf das KAG 
und die PKV, wie folgt:

Wie die Beschwerdekammer schon im bereits zitierten Beschluss des Obergerichts 
BK 12 238 festgestellt hat, ist – was grundsätzlich von keiner Seite bestritten wird – 
für die Festsetzung der Entschädigungshöhe in erster Linie der «gebotene Zeitauf-
wand» gemäss Art. 41 Abs. 3 Bst. a KAG wesentlich. Der Beschwerdeführer ope-

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rierte für die Berechnung des Zeitaufwands mit der im Kanton Bern insbesondere 
von der Anwaltschaft genutzten Excel-Tabelle zur Berechnung der Honorarnote. Er 
kam zum Ergebnis, dass der gebotene Zeitaufwand «durchschnittlich» im Sinne 
von 4 von 8 Punkten sei. Die Beschwerdekammer kann sich dem indes nur bedingt 
anschliessen. Sie schliesst auf einen (leicht) unterdurchschnittlichen Fall. Dies ers-
tens deshalb, weil Rechtsanwalt B.________ nur wenige prozessuale Vorkehren zu 
treffen und keine weitgehenden Rechtsabklärungen zu tätigen hatte. Zweitens 
nahm er bloss an zwei Einvernahmen teil. Drittens ist der Dossierumfang gering. 
Und viertens waren keine langdauernden Klientengespräche mit dem Beschwerde-
führer nötig. In Zeitangaben ausgedrückt kann von sieben bis höchstens zehn 
Stunden als gebotenem Aufwand gesprochen werden. Es resultiert mithin ein Wert 
von 2 (anstatt 4) von 8 Punkten gemäss der Excel-Tabelle, die hier im Sinne eines 
Hilfsmittels (ausnahmsweise) beigezogen werden kann.

Was sodann die Bedeutung der Streitsache angeht, so ist es richtig, dass kein Ba-
gatellfall vorliegt und sich der Beschwerdeführer persönlich mit gewichtigen Vor-
würfen konfrontiert sah. Rechtsanwalt B.________ schloss entsprechend korrekt 
auf eine Gewichtung von 4 von 8 Punkten gemäss der genannten Excel-Tabelle.

In Bezug auf die Schwierigkeit des Prozesses kann schliesslich nicht von einem 
durchschnittlichen, sondern nur von einem (leicht) unterdurchschnittlichen Fall aus-
gegangen werden. Das Prozessthema war sehr übersichtlich und wies wenig bis 
keine Komplexität auf. Der Sachverhalt war im Wesentlichen unbestritten. Es ging 
einzig um die Frage, ob mit Blick auf eine strittige Vertragsklausel ein Betrug vor-
liegt oder nicht. Vor diesem Hintergrund resultiert ein Wert von 2 (anstatt 4) von 8 
Punkten gemäss der Excel-Tabelle.

6.3 Nach dem Gesagten ist von einer Ausschöpfung des Tarifrahmens von 33.333 % 
auszugehen (entspricht 8 [2+4+2]von 24 [8+8+8] Punkten). Die Ausschöpfung des 
Gebührenrahmens von CHF 24‘500.00 liegt somit in Franken ausgedrückt bei 
CHF 8‘166.60, das Honorar beträgt demnach CHF 8‘666.60 (8‘166.60+500). Abzu-
ziehen ist sodann die Reduktion gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. e PKV. Es rechtfertigt 
sich hier mit Blick auf die relativ rasche Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
(und nicht ein Gericht) von 35% des Honorars gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. b PKV 
auszugehen, ausmachend CHF 3‘033.30. Hinzuzurechnen sind sodann die geltend 
gemachten, zu keinen Bemerkungen Anlass gebenden Auslagen von CHF 114.90. 

Inklusive der Mehrwertsteuer von 7.7 % auf CHF 3‘148.20 resultiert ein gesamthaf-
ter Betrag von CHF 3‘390.65, welcher die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdefüh-
rer auszurichten hat.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Kanton Bern die Kosten für das Be-
schwerdeverfahren (vgl. Art. 428 Abs. 1 und Art. 417 StPO). Eine teilweise Kosten-
ausscheidung aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer nicht den vol-
len verlangten Betrag erhält, rechtfertigt sich nicht. 

Des Weiteren hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Entschädigung für seine 
Aufwendungen im Beschwerdeverfahren (Art. 429 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 436 
StPO). Die Kostennote von Rechtsanwalt B.________ vom 11. Dezember 2018 für 
das Beschwerdeverfahren ist jedoch zu hoch. Dass er für das Beschwerdeverfah-

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ren fast CHF 4‘000.00 geltend macht, erstaunt. Dies insbesondere vor dem Hinter-
grund seiner fundierten Ausführungen in der Beschwerdeschrift zur Frage, wie eine 
Honorarnote gemäss den einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu berechnen ist. 
Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren ist wie folgt festzusetzen: 
Rechtsanwalt B.________ weist richtigerweise auf Art. 17 Abs. 1 Bst. g Ziff. 1 PKV 
hin. Demnach wird das Honorar in Strafrechtssachen wie folgt berechnet: CHF 500 
bis CHF 5‘000.00 […] in Beschwerdeverfahren (Art. 393 bis 397 StPO) betreffend 
nicht instanzabschliessende Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Polizei, 
der Staatsanwaltschaft und der erstinstanzlichen Gerichte. Hier kann dieser Ta-
rifrahmen jedoch nur im untersten Rahmen ausgeschöpft werden, ist doch die zu 
beantwortende Frage im Beschwerdeverfahren – die Höhe einer Kostennote – von 
keiner tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität; im Gegenteil. Das Prozessthema 
ist äussert beschränkt. Es kann nicht verglichen werden mit einem komplexen und 
umfangreichen Beschwerdeverfahren zum Beispiel nach einer Verfahrenseinstel-
lung durch die Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte. Dementspre-
chend ist der gebotene Zeitaufwand als sehr gering zu beurteilen (vgl. Art. 41 
Abs. 3 KAG). Wenn Rechtsanwalt B.________ für die Redaktion der fünfseitigen 
Beschwerdeschrift und der dreiseitigen Replik (inklusive Rechtsabklärungen) ins-
gesamt 9.5 Stunden geltend macht, so sprengt dies den gebotenen Aufwand deut-
lich. Mit Blick auf die rein finanzielle Bedeutung der Streitsache des Beschwerde-
verfahrens und der kaum vorhandenen Schwierigkeiten dieses Prozesses ist auf 
eine Ausschöpfung des Tarifrahmens von 25% zu schliessen. So resultiert ein Ho-
norar von CHF1‘625.00 (500+1‘125 [25% von 4‘500]). Hinzuzurechnen sind die gel-
tend gemachten Auslagen und die Mehrwertsteuer von 7.7 %. Nach dem Gesagten 
ist dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 
CHF 1‘781.90 auszurichten.    

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Die Verfahrensleitung verfügt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Ziffer 4 der Verfügung der Regionalen Staatsan-
waltschaft Berner Jura-Seeland vom 11. Oktober 2018 wird aufgehoben. 

Die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland wird angewiesen, dem Be-
schuldigten/Beschwerdeführer eine Entschädigung für das Verfahren BJS 18 5200 in 
der Höhe von CHF 3‘390.65 (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 800.00, trägt der Kanton 
Bern.

3. Dem Beschuldigten/Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 1‘781.90 (inkl. Auslagen und MWST) ausgerichtet.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

E.________
(mit den Akten)

Bern, 14. Dezember 2018 Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.