# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0acfae1c-e327-5701-b8dd-50e0eeb08d32
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.10.2009 BG.2009.28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BG-2009-28_2009-10-20.pdf

## Full Text

Entscheid vom 20. Oktober 2009  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti  und  Roy Garré,     
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
KANTON AARGAU, Staatsanwaltschaft des Kantons 
Aargau,  

 
Gesuchsteller  

 
 gegen 
   

KANTON ZÜRICH, Oberstaatsanwaltschaft des Kan-
tons Zürich,  

 
Gesuchsgegner  

 
 

Gegenstand  Örtlicher Gerichtsstand 
(Art. 279 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 345 StGB) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BG.2009.28 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- das Bezirksamt Baden gegen A. ein Strafverfahren führte wegen des Ver-
dachts der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz vom 
3. Oktober 1951 über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe 
(Betäubungsmittelgesetz, BetmG; SR 812.121); 

 
- das Bezirksamt Baden am 8. September 2009 die Strafakten der Staats-

anwaltschaft II des Kantons Zürich zur Prüfung der Gerichtsstandsfrage 
überwies und Letztere mit Schreiben vom 16. September 2009 die Aner-
kennung des Gerichtsstandes ablehnte; 

 
- hierauf die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau mit Gesuch vom 

30. September 2009 an die I. Beschwerdekammer gelangte und beantrag-
te, die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich seien zur gesamthaf-
ten Verfolgung und Beurteilung der A. zur Last gelegten Straftaten berech-
tigt und verpflichtet zu erklären (act. 1); 

 
- die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich in ihrer Gesuchsantwort 

vom 12. Oktober 2009 die Zuständigkeit des Gesuchsgegners zur Verfol-
gung und Beurteilung der A. vorgeworfenen Straftaten anerkannte (act. 5); 

 
- sich die Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

zum Entscheid über Gerichtsstandsstreitigkeiten aus Art. 345 StGB i.V.m. 
Art. 279 Abs. 1 BStP, Art. 28 Abs. 1 lit. g SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reg-
lements vom 20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht (SR 173.710) ergibt; 

 
- es Voraussetzung für die Anrufung der I. Beschwerdekammer ist, dass ein 

Streit über einen interkantonalen Gerichtsstand vorliegt und dass die Kan-
tone über diesen Streit einen Meinungsaustausch durchgeführt haben 
(SCHWERI/BÄNZIGER, Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsa-
chen, 2. Aufl., Bern 2004, N. 599); 

 
- kein endgültiger Gerichtsstandskonflikt vorliegt, solange jene Behörde, die 

vom kantonalen Recht (bzw. von der Praxis) für die Behandlung der inter-
kantonalen Gerichtsstandskonflikte als zuständig bezeichnet wird, nicht an-
gegangen worden ist und sich zur Gerichtsstandsfrage noch nicht ausge-
sprochen hat, was hinsichtlich eines verfrüht gestellten Gesuchs an die 
I. Beschwerdekammer ein Nichteintreten nach sich zieht (Entscheid des 
Bundesstrafgerichts BG.2008.13 vom 2. Juli 2008, E. 1.2 in fine);  

 

- 3 - 

 

 

- die zur Vertretung des Gesuchsgegners bei interkantonalen Gerichts-
standskonflikten vor der I. Beschwerdekammer berechtigte Oberstaatsan-
waltschaft des Kantons Zürich (§ 6  lit. m der Verordnung über die Organi-
sation der Oberstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaften des Kan-
tons Zürich vom 27. Oktober 2004 [LS 213.21]) im vorliegenden Fall vor-
gängig nicht angegangen wurde bzw. von dieser bei Einreichung des Ge-
suchs keine Äusserung zum Gerichtsstand vorlag; 

 
- die I. Beschwerdekammer angesichts der Inhaftierung des betroffenen Be-

schuldigten zur Vermeidung weiterer Verfahrensverzögerungen das Ge-
such dennoch zur Stellungnahme der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons 
Zürich übermittelte (vgl. zuletzt ähnlich Entscheid des Bundesstrafgerichts 
BG.2009.27 vom 2. Oktober 2009, E. 1.2); 

 
- diese Vorgehensweise die Kantone jedoch nicht von ihrer Pflicht entbindet, 

vor der Anrufung der I. Beschwerdekammer einen abschliessenden Mei-
nungsaustausch durchzuführen; 

 
- vorliegend das Verfahren aufgrund der erfolgten Anerkennung des Ge-

richtsstandes durch den Gesuchsgegner als erledigt von der Geschäftskon-
trolle abgeschrieben werden kann; 

 
- keine Gerichtskosten zu erheben sind (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 

Abs. 4 BGG); 
 

 
 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Das Verfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt von der Ge-

schäftskontrolle abgeschrieben.  
 
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.  

 
 

Bellinzona, 21. Oktober 2009 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau 
- Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 
 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.