# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 282a6921-e74c-5229-a82f-d80cf7d40dfe
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.02.2023 S 2020 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-137_2023-02-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 137

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuar Ott

URTEIL

vom 7. Februar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva),

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1963, war als Maurerlehrling der C._____ AG, 

D._____, obligatorisch bei der Suva versichert, als er am 4. November 

1980 auf dem Heimweg von der Gewerbeschule von einem Auto erfasst 

und fortgeschleudert wurde. Er zog sich dabei eine 

Unterschenkeltrümmerfraktur links, eine Kniebinnenläsion links, eine 

Fraktur des Epicondylus ulnaris rechts, eine Schnittverletzung am 

Abdomen sowie an der linken Hand, eine Fibulafraktur rechts und eine 

Commotio cerebri zu. Die Suva richtete die gesetzlichen Leistungen aus 

(Taggelder und Heilbehandlungskosten). Am 18. Mai 1981 konnte der 

Beschwerdeführer die Arbeit wieder zu 100 % aufnehmen.

2. In der Folge wurden mehrere Rückfälle gemeldet und jeweils von der Suva 

anerkannt. Mit Verfügung vom 5. September 1989 erfolgte die Zusprache 

einer Integritätsentschädigung von CHF 6'960.-- basierend auf einem 

Integritätsschaden von 10 % und (nach erfolgter Einsprache) mit 

Verfügung vom 8. Januar 1990 eine (Invaliden-)Rente der 

Unfallversicherung (UV-Rente) ab 1. August 1989 von 15 %, basierend 

auf einem versicherten Verdienst von CHF 53'200.--. Mit Verfügung vom 

27. Oktober 2000 wurde eine zusätzliche Integritätsentschädigung von 

CHF 6'960.-- basierend auf einem zusätzlichen Integritätsschaden von 

10 % und ab dem 1. November 2000 nunmehr eine UV-Rente von 25 % 

zugesprochen, was mit Einspracheentscheid vom 9. Januar 2001 bestätigt 

wurde. Der Invaliditätsgrad errechnete sich aus der Differenz zwischen 

einem hypothetischen Einkommen als Polizist und dem konkret erzielten 

Einkommen bei der F._____ AG bzw. der G._____ AG. Die dagegen beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhobene Beschwerde, 

wies dieses mit Urteil S 01 81 vom 28. September 2001 ab. Die gegen 

dieses Urteil erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das 

Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) wies dieses mit Urteil 

U 183/02 vom 26. Mai 2003 ab.

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3. lm Rahmen einer Rentenrevision erging die Verfügung vom 22. Juli 2016 

über die Aufhebung der UV-Rente ab dem 1. August 2016. Einer allfälligen 

Einsprache wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. Nachdem die 

beantragte Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung vorgängig 

abgewiesen worden war, wies die Suva die Einsprache vom 2. August 

2016 am 4. Juni 2018 ab. Dagegen wurde kein Rechtsmittel erhoben.

4. Bei diagnostizierter (Pan-)Gonarthrose am rechten Kniegelenk wurde 

A._____ am 27. August 2018 eine Knietotalendoprothese rechts 

implantiert und der Suva erneut ein Rückfall gemeldet. Mit Verfügung vom 

5. August 2020 wurden A._____ ab dem 1. August 2019 wiederum eine 

UV-Rente bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 21 % und einem 

versicherten Verdienst von CHF 83'892.-- sowie eine zusätzliche 

Integritätsentschädigung von CHF 6'960.-- basierend auf einer 

zusätzlichen Integritätseinbusse von 10 % zugesprochen.

5. A._____ erhob dagegen am 19. August 2020 Einsprache und verlangte – 

neben der Aufhebung der Verfügung – weitere Sachverhaltsabklärungen 

und die Zusprache einer höheren UV-Rente und eine höhere 

Integritätsentschädigung. Mit Einspracheentscheid vom 27. November 

2020 wies die Suva die Einsprache ab.

6. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 

21. Dezember 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragte in Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides die Zusprache einer Invalidenrente im gesetzlichen Ausmass. 

Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die 

Rechtssache der Suva zu neuer Entscheidung nach Vornahme weiterer 

Sachverhaltsabklärungen zurückzuweisen. Dies unter gesetzlicher 

Kosten- und Entschädigungsfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde 

beantragt, nach Abschluss des Schriftenwechsels eine mündliche 

Gerichtsverhandlung anzusetzen und durchzuführen. Zur Begründung der 

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Beschwerde wurde im Wesentlichen das Folgende vorgebracht. In 

formeller Hinsicht rügte er eine Verletzung seines Anspruches auf 

rechtliches Gehör, weil die Suva auf zwei Telefonnotizen (angeblich vom 

13. Januar und vom 28. Februar 2020) abgestellt habe, die dem 

Beschwerdeführer nie vorgelegt worden seien und er somit nicht 

überprüfen konnte. Weiter bestreitet der Beschwerdeführer die 

Bemessung des Validen- wie auch des Invalideneinkommens und damit 

den Invaliditätsgrad. Auch die Bemessung des versicherten Verdiensts sei 

falsch. Namentlich wurde geltend gemacht, dass die Schlussfolgerung der 

Suva, die Tätigkeit bei der H._____ als stellvertretender Werkmeister 

Industrie entspreche nicht dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil vom 

16./22. Juni 2020, unzutreffend sei, das Gegenteil sei richtig. Es liege – 

wovon die Suva selbst ausgehe und darauf zu behaften sei – auch ein 

besonders stabiles Arbeitsverhältnis vor und kein Soziallohn, so dass das 

Invalideneinkommen konkret auf CHF 83'200.-- und nicht auf der Basis 

von LSE-Löhnen auf CHF 86'206.-- (gemäss Verfügung vom 5. August 

2020) bzw. CHF 86'207.-- (gemäss Einspracheentscheid vom 

27. November 2020) hätte bemessen werden müssen. Ebenso sei das 

Valideneinkommen auf der Basis seiner konkreten letzten Tätigkeit vor 

dem Rückfall als leitender Angestellter bei der O._____ GmbH in der Höhe 

von CHF 144'000.-- statt hypothetisch aufgrund seiner Tätigkeit als 

Kantonspolizist von vor rund 30 Jahren in der Höhe von CHF 108'641.-- 

zu berechnen. Auch der versicherte Verdienst wäre analog zum 

Valideneinkommen mit CHF 144'000.-- bzw. CHF 148'000.-- (gemäss 

dem Beschwerdeführer) statt mit CHF 83'892.-- zu veranschlagen 

gewesen.

7. In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2021 beantragte die Suva 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und 

die Bestätigung des Einspracheentscheides vom 27. November 2020. Zur 

Begründung brachte sie unter Hinweis auf die Aktenführungspflicht nach 

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Art. 46 ATSG und das damit einhergehende Akten-Einsichts- und 

-Anforderungsrecht des Beschwerdeführers vor, dass eine 

Gehörsverletzung zu verneinen sei. Bezüglich Invalideneinkommen sei 

vom unbestritten gebliebenen Zumutbarkeitsprofil gemäss kreisärztlicher 

Zumutbarkeitsbeurteilung vom 5. September 2000 auszugehen, bestätigt 

durch Kreisarzt Dr. med. I._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit Bericht vom 

16./22. Juni 2020 im Rahmen der Untersuchung des Beschwerdeführers 

vom 15. Juni 2020. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers entspreche nach 

seinen eigenen Angaben nicht dem Zumutbarkeitsprofil und er schöpfe 

seine verbliebene Erwerbsfähigkeit nicht in zumutbarer Weise voll aus. 

Zudem sei die weitere Anstellung aufgrund weiterer anstehender 

Operationen an beiden Knien fraglich. Es könne daher nicht auf das 

konkrete Einkommen des Beschwerdeführers abgestellt werden, sondern 

die Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE-Tabelle 

2018 in der Höhe von CHF 86'207.-- sei korrekt. Hinsichtlich des 

Valideneinkommens sei bereits rechtskräftig entschieden, dass der 

Beschwerdeführer ohne Unfall vom 4. November 1980 eine berufliche 

Karriere als Polizist bei der Kantonspolizei Graubünden eingeschlagen 

hätte. Es resultiere aufgrund der Angaben der Kantonspolizei Graubünden 

für das Jahr 2019 ein Valideneinkommen von CHF 108'641.-- (13 x 

CHF 8'357.--). Der versicherte Verdienst betrage wie von ihr korrekt 

errechnet CHF 83'892.--, denn der vom Beschwerdeführer angeführte 

Art. 24 Abs. 4 UVV sei in casu nicht massgebend. Damit bleibe es bei der 

verfügungsweise zugesprochenen UV-Rente von 21 % bzw. monatlich 

CHF 1'175.--. 

8. Der Beschwerdeführer replizierte am 2. März 2021 mit unveränderten 

Rechtsbegehren und entgegnete den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin bzw. vertiefte seine Argumentation. Betreffend das 

Zumutbarkeitsprofil betonte er etwa, dass im Raum, in dem er arbeite, es 

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keine einzige Treppe habe und die Räumlichkeiten ebenerdig seien. Dies 

treffe auf das ganze Gebäude mit den Arbeitsbereichen zu. Im 

Arbeitsbereich sei auch ein Raum für das Büro mit zwei Arbeitsplätzen 

integriert. Einer davon diene dem Werkmeister, der andere ihm als 

stellvertretendem Werkmeister. Er müsse zu keinem Zeitpunkt Lasten 

heben, die schwerer wären, als im kreisärztlichen Bericht angegeben Als 

stellvertretender Werkmeister müsse er nichts verschieben, stapeln, 

heben oder dergleichen, da solche Arbeiten – unabhängig von der 

Schwere der Lasten – ausschliesslich von Insassen zu absolvieren seien. 

Die Direktorin der H._____ bestätige, dass er ausschliesslich Betreuungs- 

und Büroarbeiten ausführe und er während seiner Tätigkeit sitze, stehe 

oder abwechselnd gehe. Er müsse keine Unterhaltsarbeiten an Maschinen 

oder Anlagen vornehmen, da in der H._____ keine solche Anlagen 

vorhanden seien. Wären solche vorhanden, würden sie vom Werkmeister 

erledigt, welcher für den Unterhalt von Gebäude und Anlagen 

verantwortlich sei. Solche Arbeiten seien eine ganz andere Sparte. Im 

Betrieb bzw. der Abteilung des Beschwerdeführers (Industrie 2) habe es 

nur Elektro- und Akkubohrmaschinen, welche keinen Unterhalt benötigten. 

Alles andere seien Handwerkzeuge wie Schraubenzieher, Hammer, 

Handroller, etc. Im Übrigen machte der Beschwerdeführer noch 

Ausführungen zu den unterschiedlichen Anstellungsbedingungen in 

räumlicher, aufgabenmässiger und lohnmässiger Hinsicht zwischen der 

J._____ und der H._____, sodass der frühere Einsatz in J._____ nicht 

vergleichbar sei mit der heute relevanten Tätigkeit in der H._____. Der 

versicherte Verdienst sei gemäss Art. 24 Abs. 2 UVV zu bestimmen.

9. In der Duplik vom 19. März 2021 wies die Beschwerdegegnerin bei 

unveränderten Rechtsbegehren darauf hin, dass die (ihrerseits) 

eingereichte Stellenbeschreibung "Werkmeister/-in Industrie" ausdrücklich 

den Bereich Industrie 2 betreffe. Weiter schöpfe der Beschwerdeführer die 

ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit bei der Arbeit in der H._____ nicht in 

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zumutbarer Weise voll aus, habe er doch wiederholt bewiesen, trotz der 

Unfallfolgen ein höheres Einkommen zu erzielen als jenes in der aktuell 

ausgeübten Tätigkeit. Daher sei die Anwendung der LSE 2018 für die 

Berechnung des Invalideneinkommens nicht zu beanstanden. Aus dem 

Alter könne der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, 

gelte doch die Rechtsprechung, wonach Unverwertbarkeit einer 

verbleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des 

fortgeschrittenen Alters der versicherten Person zu berücksichtigen wäre, 

in der Unfallversicherung nicht. Weitere Abklärungen erübrigten sich im 

Sinne der antizipierten Beweiswürdigung.

10. Nach Einholung der Entbindungserklärung vom Amts- und 

Berufsgeheimnis am 26. April 2022 holte die Instruktionsrichterin am 

3. Mai 2022 von der Vorgesetzten des Beschwerdeführers bei der 

H._____ einen Amtsbericht über Lohn und konkrete Tätigkeit des 

Beschwerdeführers in der H._____ ein. Der Amtsbericht vom 10. Juni 

2022 ging am 13. Juni 2022 ein und wurde den Verfahrensparteien zur 

Stellungnahme zugestellt. Am 20. Juni 2022 liess sich der 

Beschwerdeführer im Wesentlichen mit der Schlussfolgerung vernehmen, 

dass der Amtsbericht seine Feststellungen und Sachverhaltsangaben 

bestätige und keine Ergänzungen notwendig seien. Am 21. Juni 2022 

erklärte die Beschwerdegegnerin weiterhin im Wesentlichen, dass die 

Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der H._____ nicht dem 

massgebenden kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil entspreche. Nach 

gegenseitiger Zustellung der Stellungnahmen, verzichtete die 

Beschwerdegegnerin am 1. Juli 2022 auf eine weitere Stellungnahme und 

hielt am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Mit Schreiben vom 

15. September 2022 bestätigte der Beschwerdeführer bzw. sein 

Rechtsvertreter im Nachgang zu einer telefonischen Nachfrage seitens 

der Instruktionsrichterin seinen dort geäusserten Verzicht auf eine 

mündliche Gerichtsverhandlung.

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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften, den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. November 2020 sowie die 

weiteren Akten wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 27. November 2020 (siehe Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 446 und Akten des Beschwerdeführers [Bf-

act.] 1). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid Beschwerde an das Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem die versicherte Person 

im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der 

Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren 

unterlegener, formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheides ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf 

(Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.

1.2. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschwerde vom 

21. Dezember 2020 unter Bezugnahme auf Art. 6 Ziff. 1 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) 

nach Abschluss des Schriftenwechsels die Durchführung einer 

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mündlichen Gerichtsverhandlung, weil die Frage der Berentung sowohl 

dem Grundsatz nach als auch ihrer Höhe massgeblich in Rechte und 

Verpflichtungen privatrechtlicher Natur eingreife. Daran hielt er auch in der 

Replik vom 2. März 2021 fest. Im Zusammenhang mit verschiedenen 

Tatsachenbehauptungen offerierte er als Beweise Augenscheine, Partei- 

und Zeugenaussagen. Hierzu ist nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung festzuhalten, dass der Öffentlichkeitsgrundsatz an sich 

keinen Anspruch darauf beinhaltet, dass (bei einem einzig darauf 

gerichteten Antrag) bestimmte Beweismittel öffentlich und in Anwesenheit 

der Parteien abgenommen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_190/2022 vom 19. August 2022 E.4.2.1 f., 8C_521/2021 vom 22. März 

2022 E.6 m.H.a. 9C_300/2018 vom 12. Juli 2018 E.2.1 sowie Urteile des 

Bundesgerichts 8C_495/2020 vom 6. Januar 2021 E.3.2, 8C_221/2020 

vom 2. Juli 2020 E.3.2 und 8C_722/2019 vom 20. Februar 2020 E.3.2). 

Der Art. 61 lit. a ATSG (in der bis 31. Dezember 2020 geltenden Fassung; 

siehe Art. 82a ATSG) sieht vor, dass das Beschwerdeverfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht einfach, rasch, in der Regel öffentlich 

und für die Parteien kostenlos sein muss, vorbehalten sind Mutwilligkeit 

und Leichtsinn. Nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jedermann Anspruch darauf, 

dass seine Sache in billiger Weise öffentlich und innerhalb einer 

angemessenen Frist von einem unabhängigen und unparteiischen, auf 

Gesetz beruhenden Gericht gehört wird, das über zivilrechtliche 

Ansprüche und Verpflichtungen oder über die Stichhaltigkeit der gegen ihn 

erhobenen strafrechtlichen Anklage zu entscheiden hat. Die Öffentlichkeit 

des Verfahrens soll dazu beitragen, dass die Garantie auf ein "faires 

Verfahren" tatsächlich umgesetzt wird (siehe BGE 142 I 188 E.3.1.1). 

Vorliegend sind zivilrechtliche Ansprüche im Sinne dieser Norm streitig 

(siehe BGE 122 V 47 E.2a). Das kantonale Gericht, welchem es primär 

obliegt, die Öffentlichkeit der Verhandlung zu gewährleisten (siehe 

BGE 136 I 279 E.1 und 122 V 47 E.3), hat bei Vorliegen eines klaren und 

unmissverständlichen Parteiantrags grundsätzlich eine öffentliche 

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Verhandlung durchzuführen (siehe BGE 136 I 279 E. 1, 134 I 331 E.2.3.2 

und 122 V 47 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_190/2022 vom 

19. August 2022 E.4.2.1, 9C_172/2022 vom 7. Juli 2022 E.3.1.1, 

9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 E.3.2, 9C_71/2021 vom 

20. September 2021 E.2.1 f. und 8C_221/2020 vom 2. Juli 2020 E.2.1 ff. 

m.w.H.). Ein während des ordentlichen Schriftenwechsels gestellter 

Antrag gilt dabei als rechtzeitig (siehe BGE 134 I 331 E.2.3.1 f; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_221/2020 vom 2. Juli 2020 E.2.1, 8C_722/2019 vom 

20. Februar 2020 E.2.1 und 8C_723/2016 vom 30. März 2017 E.2.2). Von 

einer ausdrücklich beantragten öffentlichen Verhandlung kann abgesehen 

werden, wenn der Antrag der Partei als schikanös erscheint oder auf eine 

Verzögerungstaktik schliessen lässt und damit dem Grundsatz der 

Einfachheit und Raschheit des Verfahrens zuwiderläuft oder sogar 

rechtsmissbräuchlich ist. Gleiches gilt, wenn sich ohne öffentliche 

Verhandlung mit hinreichender Zuverlässigkeit erkennen lässt, dass eine 

Beschwerde offensichtlich unbegründet oder unzulässig ist. Als weiteres 

Motiv für die Verweigerung einer beantragten öffentlichen Verhandlung 

fällt die hohe Technizität der zur Diskussion stehenden Materie in 

Betracht, was etwa auf rein rechnerische, versicherungsmathematische 

oder buchhalterische Probleme zutrifft, wogegen andere dem 

Sozialversicherungsrecht inhärente Fragestellungen materiell- oder 

verfahrensrechtlicher Natur wie die Würdigung medizinischer Gutachten 

in der Regel nicht darunterfallen. Schliesslich kann das kantonale Gericht 

von einer öffentlichen Verhandlung absehen, wenn es auch ohne eine 

solche aufgrund der Akten zum Schluss gelangt, dass dem materiellen 

Rechtsbegehren der bezüglich der Verhandlung Antrag stellenden Partei 

zu entsprechen ist (siehe BGE 136 I 279 E.1 und 122 V 47 E. 3b/ee und 

3b/ff.; Urteile des Bundesgerichts 9C_172/2022 vom 7. Juli 2022 E.3.1.2, 

8C_495/2020 vom 6. Januar 2021 E.2.2, 8C_221/2020 vom 2. Juli 2020 

E.2.2 und 8C_723/2016 vom 30. März 2017 E.2.3). Nach erfolgten 

Beweismassnahmen seitens des Gerichts namentlich bei der 

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Arbeitgeberin des Beschwerdeführers bestätigte der Beschwerdeführer 

bzw. sein Rechtsvertreter mit Schreiben vom 15. September 2022 im 

Nachgang zu einer telefonischen Nachfrage seitens der 

Instruktionsrichterin seinen dort geäusserten Verzicht auf eine mündliche 

Gerichtsverhandlung. Damit kann vorliegend von einer öffentlichen 

Gerichtsverhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abgesehen werden.

1.3.1. Der Beschwerdeführer sieht eine Verletzung seines Anspruches auf 

rechtliches Gehör darin, dass ihm die zwei von der zuständigen Case-

Managerin erstellten Telefonnotizen vom 13. Januar und 28. Februar 2020 

(Bg-act. 389 und 404) bis dato nie vorgelegt worden seien und er sie nicht 

habe überprüfen und sich dazu äussern können. Ihm sei die 

Protokollierung der Telefonate, soweit diese überhaupt stattgefunden 

hätten, nie mitgeteilt worden. Aufgrund dieser Umstände macht der 

Beschwerdeführer ein Verwertungsverbot geltend. Zudem seien die von 

der Beschwerdegegnerin daraus gezogenen Schlüsse unzutreffend. 

Demgegenüber bestreitet die Beschwerdegegnerin eine 

Gehörsverletzung, da der Beschwerdeführer jederzeit Einsicht in die Akten 

hätte nehmen können. Gemäss Art. 46 ATSG seien für jedes 

Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die massgeblich sein 

könnten, mithin auch Telefonnotizen, vom Versicherungsträger 

systematisch zu erfassen. Dementsprechend habe der Beschwerdeführer 

davon ausgehen müssen, dass seine telefonisch gemachten Angaben von 

der Beschwerdegegnerin schriftlich festgehalten würden, da sie so den 

Anforderungen an die Aktenführungspflicht gemäss Art. 46 ATSG 

nachgekommen sei. Für die Telefonnotizen bestehe kein 

Verwertungsverbot. 

1.3.2. Nach Ansicht des Gerichts verfängt die Rüge der Gehörsverletzung 

angesichts der Aktenführungspflicht gemäss Art. 46 ATSG verbunden mit 

dem Anspruch auf Akteneinsicht im Einspracheverfahren (Art. 55 Abs. 1 

ATSG i.V.m. Art. 12 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

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[Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021] und Art. 43 ATSG 

[Untersuchungsgrundsatz] und Art. 26 VwVG sowie Art. 47 ATSG 

[Akteneinsicht]) nicht (siehe FORSTER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ATSG, Zürich/Basel/Genf 2021, 

Rz. 1 und 3 zu Art. 46 ATSG). Die Verpflichtung der Behörden, alles in den 

Akten festzuhalten, was zur Sache gehört, umfasst auch den aus dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten allgemeinen 

Verfahrensgrundsatz, dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse 

schriftlich festzuhalten sind. Massgeblich können auch mündliche und 

telefonische Abklärungen sein. Darüber sind Protokolle zu erstellen, die in 

die Akten aufzunehmen sind (siehe FORSTER, in: STAUFFER/CARDINAUX 

[Hrsg.], a.a.O., Rz. 7 f. zu Art. 46 ATSG; vgl. zum Ganzen auch Urteil des 

Bundesgerichts 8C_545/2021 vom 4. Mai 2022 E.5.2.1 ff.). Der Anspruch 

auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 42 ATSG 

umfasst als Teilgehalt auch das Akteneinsichtsrecht (vgl. BGE 144 II 427 

E.3.1, 135 V 465 E.4.3.2, 132 V 387 E.3 und 4.1 sowie 132 V 368 E.3; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_809/2017 vom 6. Februar 2018 E.2.1, 

8C_738/2014 vom 15. Januar 2015 E.6.1 f., 8C_978/2012 vom 20. Juni 

2013 E.3.2 und 8C_365/2011 vom 1. Juli 2011 E.4; FORSTER, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], a.a.O., Rz. 17 f. zu Art. 42). Gemäss Art. 8b 

Abs. 1 der Verordnung über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11; ursprünglich Art. 8 Abs. 1 

ATSV) kann der Versicherer die Gewährung der Akteneinsicht aber von 

einem schriftlichen Gesuch abhängig machen. Dementsprechend setzt die 

Akteneinsicht grundsätzlich die Einreichung eines Gesuches voraus. Dies 

bedingt andererseits aber auch, dass die Beteiligten über den Beizug von 

neuen entscheidwesentlichen Akten informiert werden, welche sie nicht 

kennen und auch nicht kennen können (BGE 132 V 387 E.6.2; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_978/2012 vom 20. Juni 2013 E.3.2, 1C_363/2012 vom 

1. Februar 2013 E.3.1 und 9C_1001/2009 vom 15. April 2010 E.4.1). 

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Angesichts der vorstehend dargelegten Rechtslage über die 

Aktenführungs- und Protokollierungspflicht konnte und musste daher dem 

anwaltlich begleiteten Beschwerdeführer die Existenz dieser Aktenstücke 

bekannt sein. Den Verfahrensakten lässt sich nicht entnehmen, dass der 

rechtskundig vertretene Beschwerdeführer – ausser betreffend zwei 

Arztberichten vom 29. Januar 2020 und 18. März 2020 (siehe dazu Bg-

act. 438) – spätestens nach Erlass der Verfügung vom 5. August 2020 

(Bg-act. 435) und noch vor Erhebung der Einsprache vom 19. August 

2020 (Bg-act. 439) um entsprechende Einsicht ersucht hätte. Auch nach 

Zustellung der Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin vom 

19. Februar 2021 durch das Gericht am 23. Februar 2021 ersuchte der 

Beschwerdeführer das Gericht ebenfalls nicht konkret um Zustellung der 

entsprechenden Aktenstücke, obwohl sich aus der Beschwerdeantwort 

vom 19. Februar 2021 ergab, dass die Beschwerdegegnerin die Suva-

Akten 1 bis 452 – wie in der Beschwerde vom 21. Dezember 2020 vom 

Beschwerdeführer selbst beantragt – eingereicht hatte und die fraglichen 

Telefonnotizen die Suva-Akten 389 und 404 sind (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 8C_731/2017 vom 29. November 2017 E.4.1 f.). In der 

Replik vom 2. März 2021 äusserte sich der Beschwerdeführer nicht mehr 

spezifisch dazu. Selbst wenn von einer Verletzung seines Anspruches auf 

rechtliches Gehör ausgegangen würde, wird vom Beschwerdeführer 

zudem weder begründet noch ist nachvollziehbar, weshalb dies zur 

Unverwertbarkeit dieser beiden Telefonnotizen führen sollte. Aufgrund der 

vorstehend dargelegten Aktenführungs- und Protokollierungspflicht ist in 

keiner Weise ersichtlich, dass es sich um widerrechtlich erlangte 

Beweismittel handeln könnte, welche namentlich infolge des Gebotes auf 

eine faires Verfahren einem Verwertungsverbot unterliegen könnten (vgl. 

BGE 136 V 117 E.4.2.2 sowie 131 I 272 E.3.2.1 und 4.1; FORSTER, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], a.a.O., Rz. 27 zu Art. 42). Ausserdem wären 

jedenfalls nicht besonders schwerwiegende Verletzungen des rechtlichen 

Gehörs im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens einer Heilung 

- 14 -

zugänglich (vgl. BGE 137 I 195 E.2.3.2 und 132 V 387 E.5.1 m.H.a. 115 V 

305 E.2h; Urteile des Bundesgerichts 8C_177/2022 vom 13. Juli 2022 

E.7.2, 8C_736/2021 vom 22. März 2022 E.4.2 und 8C_25/2020 vom 

22. April 2020 E.3.3.1; FORSTER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], a.a.O., 

Rz. 25 zu Art. 42), da das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

als Versicherungsgericht im Sinne von Art. 57 und Art. 61 ATSG, welches 

überdies gemäss Art. 61 lit. c und Art. 43 ATSG die für den Entscheid 

erheblichen Tatsachen unter Mitwirkung der Parteien festzustellen hat und 

in der Beweiswürdigung frei ist sowie gemäss Art. 110 des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110) das Recht von Amtes anzuwenden, den Sachverhalt und die 

Rechtslage frei überprüfen kann (vgl. BGE 144 V 157 E.4.2.2, 137 V 314 

E.3.2.2 und 122 V 34 E.2b; Urteile des Bundesgerichts 8C_177/2022 vom 

13. Juli 2022 E.7.2 und 8C_843/2014 vom 18. März 2015 E.3.2; FORSTER, 

in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], a.a.O., Rz. 5 f. zu Art. 43 und Rz. 38 ff. 

zu Art. 61). Schliesslich macht der Beschwerdeführer auch nicht 

substanziiert geltend, dass die Telefonate nicht stattgefunden hätten oder 

dass deren Inhalt unrichtig protokolliert worden wäre, womit die 

Telefonnotizen vom 13. Januar 2020 und 28. Februar 2020 bei der 

Beweiswürdigung miteinzubeziehen sind. 

1.4. Der Einspracheentscheid vom 27. November 2020 ist bezüglich der 

(zusätzlichen) Integritätsentschädigung nicht angefochten und somit ist er 

diesbezüglich in Teilrechtskraft erwachsen (vgl. BGE 144 V 354 E.4.3; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_382/2021 vom 19. Oktober 2021 E.2.2 und 

8C_544/2020 vom 27. November 2020 E.4.2.2).

2. Streitig ist die Berechnung des Valideneinkommens und des 

Invalideneinkommens und damit des Invaliditätsgrads sowie auch die 

Bemessung des versicherten Verdiensts nach einem Rückfall. Zu 

Letzterem ist aber immerhin zu bemerken, dass der Beschwerdeführer in 

der Einsprache vom 19. August 2020 die Festlegung des versicherten 

- 15 -

Verdienstes seitens der Beschwerdegegnerin auf CHF 83'892.-- – als 

Teilaspekt des UV-Rentenanspruches (siehe dazu Urteil des 

Bundesgerichts 8C_690/2007 vom 27. Februar 2008 E.3.1 und Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] U 186/03 vom 7. Juni 

2004 E.2, je m.H.a. BGE 125 V 413 E.1b, 2a und 2c f.) – noch nicht 

beanstandet hatte (Bg-act. 439). Art. 11 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) bestätigt die Leistungspflicht der 

Unfallversicherung bei Rückfällen und Spätfolgen. Unter "Rückfall" wird 

ein Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit verstanden; 

von "Spätfolgen" wird gesprochen, wenn ein (scheinbar) geheiltes Leiden 

im Verlauf längerer Zeit zu gesundheitlichen Veränderungen führt, die zu 

einem völlig anders gearteten Krankheitsbild führen können (siehe 

NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Bern 2018, Rz. 89 zu Art. 6 UVG; siehe auch Urteil 

des Bundesgerichts 8C_44/2007 vom 11. September 2007 E.1.2). 

Obschon der Unfall im Jahre 1980 geschah, d.h. vor Inkrafttreten des UVG 

am 1. Januar 1984, ist das neue Recht nach UVG (und UVV; vgl. BGE 140 

V 41 E.6.3.1) für die Beurteilung eines Rentenanspruchs anwendbar, da 

ausser dem Unfall alle anspruchsrelevanten Tatsachen nach Inkrafttreten 

des UVG eingetreten sind (vgl. KRADOLFER, in: FRÉSARD-

FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum 

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Rz. 14 zu Art. 118; SAKIZ, in: 

HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 2018, Rz. 34 zu Art. 118 UVG; vgl. auch BGE 141 V 

657 E.3.5.1 m.w.H.). Der Grundfall wurde rechtskräftig abgeschlossen und 

mit abweisendem Einspracheentscheid vom 4. Juni 2018 die UV-Rente 

von 25 % ab 1. August 2016 aufgehoben (Bg-act. 219 und 249). Mit 

Verfügung vom 5. August 2020 (Bg-act. 435) wurde wiederum eine Rente 

bei einem Erwerbsunfähigkeitsgrad von 21 % nach Rückfall ab dem 

- 16 -

1. August 2019 gesprochen. Gegen den dagegen ergangenen 

Einspracheentscheid vom 27. November 2020 (Bf-act. 1 und Bg-act. 446) 

richtet sich die vorliegende Beschwerde mit dem Begehren um Zusprache 

einer (höheren) Rente "im gesetzlichen Ausmass". 

3.1. Die Beschwerdegegnerin wendet für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens die Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes 

für Statistik (BfS; LSE 2018), Tabelle TA1 (Privater Sektor, 

Kompetenzniveau 3, Zeile Total, Männer) an. Es sei auszugehen vom 

Zumutbarkeitsprofil gemäss kreisärztlicher Zumutbarkeitsbeurteilung vom 

5. September 2000 (Bg-act. 3 S. 2), bestätigt durch Kreisarzt Dr. med. 

I._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, im Rahmen der Untersuchung des 

Beschwerdeführers vom 15. Juni 2020 (Bg-act. 422 S. 5) und unbestritten 

geblieben. Dieses lautet: "Zumutbar sind Arbeiten mit Wechselbelastung 

Sitzen, Gehen, Stehen, eingeschränkt ist der Versicherte beim 

Treppengehen in beiden Richtungen; Einschränkungen bestehen auch 

beim Gehen in unebenem Gelände; nicht mehr zumutbar sind dabei 

Lasten über 10 kg. Unzumutbar sind kniende Arbeiten." (Bg-act. 3 S. 2). 

Diesem Zumutbarkeitsprofil entspreche die Tätigkeit des 

Beschwerdeführers nicht, da er bei seiner Tätigkeit für die H._____, wie er 

selber anlässlich von zwei Telefongesprächen mit der 

Beschwerdegegnerin gesagt habe, ganztags auf den Beinen sei, viel 

Laufen und Treppensteigen müsse, eine Erholung durch Sitzen eher 

selten möglich und der aktuelle Job nicht gerade fördernd sei, da er dabei 

90 bis 95 % auf den Beinen sei (Bg-act. 389 und 404). Auch bei der 

Besprechung vom 15. Juni 2020 (mit der Case-Managerin) habe der 

Beschwerdeführer sich nur verhalten über seine Tätigkeit bei der H._____ 

geäussert, wonach die Ausübung der Tätigkeit den Umständen 

entsprechend gehe (Bg-act. 420). Daran ändere auch die Bestätigung der 

H._____ vom 18. Dezember 2020 (Bf-act. 2) nichts, da daraus nicht 

- 17 -

hervorgehe, dass der Beschwerdeführer ausschliesslich Betreuungs- und 

Büroarbeiten ausführe, sondern es sei vielmehr davon auszugehen, dass 

er nebst anderen Tätigkeiten, wie beispielsweise dem Unterhalt von 

Maschinen und Anlagen, auch noch Betreuungs- und Büroarbeiten 

mache. Dafür verwies die Beschwerdegegnerin auf die mit der 

Beschwerdeantwort eingereichte Stellenbeschreibung Werkmeister/-in 

Industrie 2 der H._____ [Bg-Beilage 1]). Ebenso wenig ändere die 

ärztliche Beurteilung von Dr. med. K._____ vom 29. Dezember 2020 

etwas (Bf-act. 3), lege diese ihrer Beurteilung doch nur die unvollständige 

Bestätigung der H._____ vom 18. Dezember 2020 zugrunde. Hingegen 

ergebe der Vergleich der Tätigkeits- und Kompetenzbeschreibung (als 

Bereichsleiter [Laborleiter]) der O._____ GmbH mit jener der H._____, 

dass sich die ausgeführten Tätigkeiten weitgehend entsprechen bzw. 

miteinander vergleichbar seien (Bg-Beilage 1 und Bg-act. 273 S. 3 f.). Im 

Hinblick auf die Kniebeschwerden habe der Beschwerdeführer seine 

frühere Tätigkeit bei der O._____ GmbH jedoch als nicht mehr möglich 

erachtet (Bg-act. 262 und 276). Die Beschwerdegegnerin sieht es als 

fraglich an, ob angesichts des bisherigen Verlaufs und des Umstands, 

dass weitere Operationen an beiden Knien diskutiert würden (vgl. dazu 

Bg-act.  276 S. 2, 394, 410 und 420) die aktuelle Tätigkeit bei der H._____ 

längerfristig ausgeübt werden könne. Schliesslich schöpfe der 

Beschwerdeführer seine verbliebene Erwerbsfähigkeit bei der H._____ 

nicht in zumutbarer Weise voll aus, habe er doch bei der O._____ GmbH 

und auch während der Anstellung bei der J._____ ein höheres Einkommen 

erzielen können (Bg-act. 208, 359 und 406). Im Zeitpunkt des 

Rentenbeginns am 1. August 2019 arbeitete der Beschwerdeführer in der 

J._____ und verdiente dort (ab dem 5. August 2019) CHF 87'750.-- (inkl. 

13 Monatslohn; siehe Bg-act. 359), was in etwa dem errechneten 

Invalideneinkommen gemäss LSE 2018 von CHF 86'207.-- (inkl. 

Leidensabzug von 5 %) entspreche. Auch nach der Einholung des 

Amtsberichts der Vorgesetzten des Beschwerdeführers in der H._____ 

- 18 -

vom 10. Juni 2022 stellte sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Eingabe 

vom 21. Juni 2022 auf den Standpunkt, die Tätigkeit des 

Beschwerdeführers als stellvertretender Werkmeister Industrie 2 bei der 

H._____ sei nicht wechselbelastend (sitzend, gehend, stehend), wenn 

bereits fast 50 % – mithin einiges mehr als 33.3 % – des Arbeitspensums 

vorwiegend stehend ausgeführt werde (Antwort zu Frage 2.4). Diese 

Tätigkeit entspreche somit nicht dem massgebenden kreisärztlichen 

Zumutbarkeitsprofil. Zu Recht sei auf die LSE 2018 abgestellt worden und 

eine UV-Rente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 21 % ab dem 

1. August 2019 sei nicht zu beanstanden.

3.2. Dagegen opponiert hingegen der Beschwerdeführer und besteht auf der 

konkreten Berechnung des Invalideneinkommens, weil die drei kumulativ 

zu erfüllenden Voraussetzungen erfüllt seien (Stabiles Arbeitsverhältnis, 

volle Ausschöpfung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit und kein Soziallohn). 

Der Beschwerdeführer argumentiert, die Tätigkeit bei der O._____ GmbH 

habe einem völlig anderen Tätigkeitsprofil und völlig unterschiedlichen 

Niveau entsprochen als dem des Bereichsleiters und jetzigen 

stellvertretenden Werkmeisters, ebenso wie der Lohn (vgl. Replik vom 

2. März 2021 S. 5 oben). Zudem führt er aus, die Tätigkeit in der H._____ 

zu Beginn als Gruppenaufseher (Betreuer) sei nicht die Gleiche gewesen, 

wie die Arbeit in Festanstellung ab 1. Juni 2020 als stellvertretender 

Werkmeister Industrie, welche ab 14. April 2020 probehalber ausgeübt 

worden sei. Die aktuelle Anstellung als stellvertretender Werkmeister 

Industrie erlaube es ihm, jederzeit zu sitzen oder zu stehen, wie er es 

gerade gerne möchte bzw. was ihm besser passe (siehe Beschwerde vom 

21. Dezember 2020 Rz. 17.2). Es sei gegenteilig zur Annahme der 

Beschwerdegegnerin gerade eine optimale Übereinstimmung der 

Arbeitstätigkeit, die zu Recht als stabiles Arbeitsverhältnis qualifiziert 

werde, mit dem Zumutbarkeitsprofil. So habe es der Beschwerdeführer 

auch gegenüber dem Kreisarzt Dr. med. I._____ mit damals schon 

- 19 -

zweimonatiger Erfahrung in neuer Anstellung gesagt. Der 

Beschwerdeführer verwies als Beweis auch auf die eingereichte 

"Bestätigung Tätigkeitsfeld" des Arbeitgebers vom 18. Dezember 2020 

(Bf-act. 2), wonach zu seinem Tätigkeitsgebiet Betreuungs- und 

Büroarbeiten gehören, bei denen er sitze, stehe und abwechselnd gehe, 

wobei je nach anstehender Tätigkeit selbst entschieden werden könne, 

welche Bewegungsart er ausführe. Gemäss Hausärztin Dr. med. K._____, 

Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, entspricht das kreisärztliche 

Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. L._____ vom 5. September 

2000 dem aktuellen Tätigkeitsfeld in der H._____ Dazu führte sie 

folgendes aus: Gemäss Kreisarzt Dr. med. L._____ seien Arbeiten 

zumutbar mit Wechselbelastung Sitzen, Gehen und Stehen, 

eingeschränkt beim Treppengehen in beiden Richtungen und beim Gehen 

in unebenem Gelände; nicht mehr zumutbar seien Lasten über 10 kg und 

kniende Arbeiten. Die obgenannte Bestätigung des Arbeitgebers (siehe 

Bf-act. 2) entspreche dem Tätigkeitsprofil und führe dazu, dass die 

Belastung der Knie minimiert werden solle und der Beschwerdeführer 

trotzdem einer Tätigkeit nachgehen könne (siehe Bf-act. 3). Der 

Beschwerdeführer betont, dass er die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit 

als stellvertretender Werkmeister in zumutbarer Weise voll ausschöpfe, 

dies auch angesichts seines Alters von über 55 Jahren. Die 

Beschwerdegegnerin sei darauf zu behaften, dass ein besonders stabiles 

Arbeitsverhältnis vorliege und es kein Soziallohn ausbezahlt werde, so 

dass das Invalideneinkommen konkret und nicht aufgrund der LSE-

Tabellenlöhne hätte berechnet werden müssen. Der Beschwerdeführer 

geht von einem Invalideneinkommen von CHF 83'200.-- aus (13 x 

CHF 6'400.--; siehe Beilage 4 [= Bg-act. 406] zur Einsprache vom 

19. August 2020 [Bg-act. 439 S. 5]). Er sieht sich durch die Angaben im 

Amtsbericht der Vorgesetzten vom 10. Juni 2022 bestätigt. Darin wird der 

Grundlohn von monatlich CHF 6'400.-- x 13 per November 2020 bestätigt.

- 20 -

3.3. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung besteht 

gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG, wenn die versicherte Person infolge eines 

Unfalles, der sich vor Erreichen des ordentlichen Pensionsalters ereignet 

hat, zu mindestens 10 % invalid ist. Nach Art. 19 Abs. 1 UVG wird der 

Rentenanspruch in jenem Zeitpunkt geprüft, in dem von der Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann und 

allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung 

abgeschlossen sind (BGE 147 V 161 E.5.2.3). Bei Rückfällen und 

Spätfolgen – also bei besonderen revisionsrechtlichen Tatbeständen 

(BGE 144 V 245 E.6.2, 127 V 456 E.4b und 118 V 297 E.2d) – hat eine 

allfällige Rentenerhöhung grundsätzlich auf den Zeitpunkt des 

Abschlusses der ärztlichen Heilbehandlung zu erfolgen (BGE 140 V 65 

E.4.2). Erfolgt nach einem Revisionsbegehren bzw. einer Rückfallmeldung 

aber keine weitere Heilbehandlung, von deren Abschluss der Beginn des 

Rentenanspruches abhängig gemacht werden könnte, ist der 

Rentenbeginn frühestens auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung bzw. 

der Rückfallmeldung festzulegen (BGE 144 V 245 E.6.4). Für den 

Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG bzw. vormals aArt. 18 UVG 

ist der Zeitpunkt des Beginns eines allfälligen Rentenanspruchs und nicht 

derjenige des Einspracheentscheides massgebend, auch wenn allfällige 

rentenrelevante Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 

Einspracheentscheid zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 143 V 295 

E.4.1.3, 129 V 222 E.4.1 f. und 128 V 174 E.4; Urteile des Bundesgerichts 

8C_682/2021 vom 13. April 2022 E.10.4.2 und I 944/05 vom 30. Januar 

2007 E.4.2; EVGE U 19/04 vom 20. Juli 2004 E.6 ff.; FLÜCKIGER, in: 

FRÉSARD-FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum 

Unfallversicherungsgesetz, Basel 2019, Rz. 16 zu Art. 18). Für die 

Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher 

die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität 

- 21 -

eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile 

Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen 

und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 

Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes 

Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person 

nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an 

sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach 

der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne bzw. früher auch die 

sogenannten DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen 

seitens der Suva) herangezogen werden (siehe BGE 143 V 295 E.2.2, 139 

V 592 E.2.3 und 6.2 ff., 135 V 297 E.5.2 sowie 129 V 472 E.4.2.1; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.5.1, 

8C_636/2021 vom 10. November 2021 E.3.2, 8C_315/2020 vom 

24. September 2020 E.3.2, 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.3 

und 8C_352/2019 vom 28. August 2019 E.3; FORSTER, in: 

STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], a.a.O., Rz. 29 zu Art. 16). Praxisgemäss 

können persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie 

Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen auf höchstens 25 % 

begrenzten Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu 

ermittelnden Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, 

dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit 

infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet 

werden kann (vgl. BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 

134 V 322 E.5.2 und 126 V 75 E.5b/bb-cc; Urteile des Bundesgerichts 

8C_617/2021 vom 28. Juni 2022 E.4.3.2, 8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 

E.11.1 und 8C_500/2020 vom 9. Dezember 2020 E.3.2.2). Ob hingegen 

das Merkmal "Alter" im Bereich der Unfallversicherung – auch angesichts 

- 22 -

der Sonderregelung von Art. 28 Abs. 4 UVV – überhaupt einen Abzug vom 

Tabellenlohn rechtfertigen könnte, liess das Bundesgericht bis anhin 

jeweils offen bzw. misst es ihm jedenfalls nur eine beschränkte Bedeutung 

zu (Urteile des Bundesgerichts 8C_104/2022 vom 5. August 2022 E.6.2, 

8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E.6.7.2, 8C_682/2021 vom 13. April 2022 

E.13.2.3 und 8C_466/2021 vom 1. März 2022 E.3.6).

3.4. Es ist bei der Frage nach dem Zeitpunkt der Verwertbarkeit der 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit auf das Feststehen der medizinischen 

Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (siehe Urteile des 

Bundesgerichts 8C_581/2021 vom 19. Januar 2022 E.3 und 8C_665/2016 

vom 24. November 2016 E.5.3, je m.H.a. BGE 138 V 457 E.3.2 ff.), d.h. in 

casu auf das Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. I._____ gemäss 

Bericht vom 16./22. Juni 2020 (Bg-act. 422 i.V.m. Bg-act. 3, d.h. dem 

Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr. med. L._____ vom 5. September 

2000). Der eingeholte Amtsbericht der Vorgesetzten des 

Beschwerdeführers vom 10. Juni 2022 beschreibt unter anderem die 

konkrete Tätigkeit des Beschwerdeführers, welche – entgegen der Ansicht 

der Beschwerdegegnerin – als (geradezu optimal) wechselbelastend im 

Sinne des kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofils zu bezeichnen ist. In der 

Industrie 2 werden vorwiegend Handarbeiten ausgeführt, wie 

beispielsweise Verpacken und Sortieren von Material. Es befinden sich 

dort eine Fertigungs-/Verpackungsanlage sowie Bohrmaschinen, aber 

keine Produktionsmaschinen. Die Fertigungs-/Verpackungsanlage wie 

auch die Bohrmaschinen werden (ausschliesslich) von den eingewiesenen 

Personen bedient. Die Unterhalts- und Wartungsarbeiten werden durch 

den Kunden oder den anstaltsinternen technischen Dienst ausgeführt. Der 

Beschwerdeführer leitet dabei die eingewiesenen Personen lediglich an 

und kontrolliert sie, führt aber weder Arbeiten noch den technischen 

Unterhalt selber durch (siehe Antwort 2.1 des Amtsberichts vom 10. Juni 

2022). Die Haupttätigkeit des Beschwerdeführers besteht in der Betreuung 

- 23 -

sowie der Anleitung und Unterstützung der eingewiesenen Personen. Er 

hat eine agogische Funktion, indem er den eingewiesenen Personen 

etwas vorzeigt, die Arbeiten aber nicht selber verrichtet. Eine wichtige 

Aufgabe besteht auch in der Bearbeitung und Organisation von 

Kundenaufträgen. Zudem verrichtet er diverse administrative Arbeiten wie 

das Festlegen des Arbeitsentgelts für die eingewiesenen Personen oder 

das Verfassen von Rapporten und Berichten (siehe Antwort 2.3 des 

Amtsberichts vom 10. Juni 2022). Die direkte Betreuung von 

eingewiesenen Personen macht rund 40 bis 50 % des Arbeitspensums 

aus und wird vorwiegend stehend ausgeführt (siehe Antwort 2.4 des 

Amtsberichts vom 10. Juni 2022). Büroarbeiten machen ebenfalls rund 40 

bis 50 % des Arbeitspensums aus und können sitzend oder stehend 

ausgeführt werden (siehe Antwort 2.5 des Amtsberichts vom 10. Juni 

2022). Bei der direkten Betreuung der eingewiesenen Personen wie auch 

bei den Büroarbeiten kann der Beschwerdeführer selber entscheiden, 

wann er eine sitzende und wann er eine stehende Tätigkeit ausübt (siehe 

Antwort 3 des Amtsberichts vom 10. Juni 2022). Die restlichen Arbeiten 

machen ca. 10 % aus und werden je nach Aufgabe gehend, stehend oder 

sitzend ausgeführt (siehe Antwort 2.6 des Amtsberichts vom 10. Juni 

2022). Der Beschwerdeführer muss keine schweren Lasten heben. Sein 

Arbeitsplatz (Werkbetrieb und Büro) wie auch andere Räume, in denen er 

gelegentlich zu tun hat (z.B. Logistik/Lager), sind ebenerdig und somit 

muss er bei seiner Tätigkeit nie Treppen steigen (siehe Antworten 2.7.1 f. 

des Amtsberichts vom 10. Juni 2022). Weiter führt der Beschwerdeführer 

auch keine knienden Tätigkeiten aus (siehe Antwort 2.7.3 des 

Amtsberichts vom 10. Juni 2022). Der Beschwerdeführer hält sich 

praktisch ausschliesslich im Werkbetrieb der Industrie 2 auf, welcher mit 

einem absolut ebenen, für industrielle Zwecke geeigneten Boden 

versehen ist (siehe Antwort 2.7.4 des Amtsberichts vom 10. Juni 2022). 

Das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil formuliert eine wechselbelastende 

Tätigkeit ohne Angaben von Prozenten resp. Anteilen an Sitzen, Gehen, 

- 24 -

Stehen, so dass das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, die 

erforderliche Wechselbelastung sei nicht erfüllt, wenn bereits fast 50 % – 

mithin einiges mehr als 33.3 % – des Arbeitspensums vorwiegend stehend 

ausgeführt würden, nicht ohne weiteres verfängt. Angesichts der 

unbestritten gebliebenen Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei seiner 

Tätigkeit keinerlei Treppen zu bewältigen hat, nicht in unebenem Gelände 

gehen muss, keine schweren Lasten heben und keine knienden Arbeiten 

ausführen muss, ist seine Tätigkeit in der H._____ als (geradezu optimal) 

zumutbar zu bezeichnen. Er schöpft seine (Rest-)Arbeitsfähigkeit mit der 

Ausübung eines 100 %-Pensums in einer solchen adaptierten Tätigkeit 

also in zumutbarer Weise voll aus, das Arbeitsverhältnis ist stabil, denn er 

versieht seine Stelle als stellvertretender Werkleiter Industrie 2 seit dem 

1. Juni 2020 mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag (Bg-act. 406) und sein 

Monatslohn ist mit CHF 6'400.-- kein Soziallohn, wobei dieser Lohn aus 

der Einstufung im Rahmen der Beschäftigten in der kantonalen 

Verwaltung resultiert. Dass der tatsächlich erwirtschaftete Lohn in einer 

leidensangepassten Tätigkeit etwas geringer ausfällt, als der anhand der 

Tabelle TA1 der LSE 2018 für den privaten Sektor und das 

Kompetenzniveau 3 für Männer über alle Wirtschaftszweige hinweg – 

abzüglich eines Leidensabzuges von 5 % – ermittelte Wert, kann für sich 

noch keine Abkehr vom Grundsatz bewirken, dass das 

Invalideneinkommen so konkret wie möglich zu ermitteln ist. Die Differenz 

beträgt vorliegend CHF 3'007.-- oder ca. 3.5 % (vgl. betreffend 

Konstellationen, wo das Bundesgericht eine volle Ausschöpfung der 

zumutbaren [Rest-]Arbeitsfähigkeit in wirtschaftlicher Hinsicht bejahte 

bzw. verneinte: Urteile des Bundesgerichts 8C_631/2019 vom 

18. Dezember 2019 E.6.2, 8C_590/2019 vom 22. November 2019 E.5.4, 

9C_479/2018 vom 22. Februar 2019 E.4.2 und 8C_475/2017 vom 

5. Dezember 2017 E.6.3). 

- 25 -

3.5. Vorliegend ist allerdings zu beachten, dass das effektive Einkommen als 

stellvertretender Werkmeister in der H._____ gemäss Arbeitsvertrag vom 

11. Mai 2020 erst ab dem 1. Juni 2020 erwirtschaftet wurde (Bg-act. 406). 

Um den Zeitpunkt des (unbestrittenen) Rentenbeginns am 1. August 2019 

war der Beschwerdeführer demgegenüber vom 25. Februar bis 25. Mai 

2019 in einem dreimonatigen Praktikum in der J._____ im Hinblick auf eine 

laufende Bewerbung für eine Arbeitsstelle in der im Oktober 2019 bzw. 

Februar 2020 eröffneten H._____ (IV-Vorbereitungsmassnahme; Bg-

act. 295-297), dann zweimal verlängert bis 11. Juli 2019 (Bg-act. 334 und 

352). Ab dem 5. August 2019 war der Beschwerdeführer in der J._____ 

befristet für drei Monate zu 100 % als Mitarbeiter im Betreuungs- und 

Sicherheitsdienst und als Werkmeister Industrie bis am 4. November 2019 

angestellt (Bg-act. 346, 351 und 359). Diese Tätigkeit erfüllt die 

rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein besonders stabiles 

Arbeitsverhältnis unbesehen der Frage nach einer hinreichenden 

Leidensadaption nicht, womit das für drei Monate ab dem 5. August 2019 

erwirtschaftete Einkommen von CHF 6'750.-- bzw. aufgerechnet auf ein 

Jahreseinkommen von CHF 87'750.-- (Bg-act. 359) für den 

Einkommensvergleich per 1. August 2019 nicht als tatsächlich erzieltes 

Invalideneinkommen berücksichtigt werden kann. Insofern bleibt 

rechtsprechungsgemäss (siehe vorstehende Erwägung 3.3) zur 

Bestimmung des Invalideneinkommens (anhand von 

Vergleichseinkommen auf zeitidentischer Basis) auf LSE-Tabellenlöhne 

abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_61/2018 vom 23. März 

2018 E.6.4). Dass die Beschwerdegegnerin dafür auf den Medianwert für 

Männer der LSE 2018 des Kompetenzniveaus 3 über alle 

Wirtschaftszweige hinweg (Zeile Total) abgestellt hat, ist angesichts der 

dem Beschwerdeführer noch zumutbaren Tätigkeiten (siehe dazu 

vorstehende Erwägung 3.1 und 3.4) und seinem beruflichen Werdegang, 

seinen Ausbildungen, Fähigkeiten und Kenntnissen an sich nicht zu 

beanstanden, wobei das Kompetenzniveau 3 komplexe praktische 

- 26 -

Tätigkeiten umfasst, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet 

voraussetzen. Wohl angesichts des Zumutbarkeitsprofils, gewährte die 

Beschwerdegegnerin einen (nicht weiter begründeten) leidensbedingten 

Abzug von 5 % (Bg-act. 435 S. 2 und 446 S. 10 f.). Angesichts der eher 

bescheidenen Differenz von ca. 3.5 % zum Tabellenlohn per 2019 auf 

Basis der LSE 2018, Tabelle TA1 (siehe vorstehende Erwägung 3.4) bzw. 

von knapp 6 % zu demjenigen auf Basis der LSE 2018, Tabelle T1 für den 

privaten und öffentlichen Sektor zum ab dem 1. Juni 2020 effektiv 

erwirtschafteten Einkommen in einen 100 %-Pensum als stellvertretender 

Werkmeister in der H._____, wo er namentlich seine früher erworbenen 

administrativen Fähigkeiten (sicher zuletzt bei der O._____ GmbH in 

leitender Position mit Führungsaufgaben; siehe Bg-act. 273 und 275) und 

seinem technischen Background in einem neuen Umfeld anwenden kann, 

erscheint ein solches anhand der LSE 2018 für den Zeitraum ab dem 

1. August 2019 ermittelte Invalideneinkommen von CHF 86'207.-- 

(CHF 7'189.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.009 x 0.95; Bg-act. 446 S. 11; LSE 2018, 

TA1, Kompetenzniveau 3, Männer, Zeile Total und Leidensabzug von 

5 %) bzw. CHF 88'245.-- (CHF 7'359.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.009 x 0.95; 

LSE 2018, T1, Kompetenzniveau 3, Männer, Zeile Total und 

Leidensabzug von 5 %) auch nicht unrealistisch hoch angesetzt. Die 

mehrjährige Administrativtätigkeit mit Führungsfunktion bei der O._____ 

GmbH als Laborleiter, befähigt den Beschwerdeführer sicherlich auch 

ausserhalb des spezifischen Arbeitsbereiches eines Labors für 

Baustofftechnologien andere leidensangepasste Tätigkeiten mit 

administrativen und führenden Aufgaben wahrzunehmen, unterscheiden 

sich doch solche führenden bzw. auch anleitenden und administrativen 

Aufgaben in anderen Branchen oder Tätigkeitsbereichen im privaten oder 

öffentlichen Sektor nicht grundsätzlich (vgl. betreffend die Einstufung in 

das Kompetenzniveau hinsichtlich administrativen Tätigkeiten auch Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 20 95 vom 

14. September 2021 E.2.5.7.1 ff.). Gemäss dem medizinischen 

- 27 -

Zumutbarkeitsprofil ist dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der 

qualitativen Vorgaben ein vollzeitliches Arbeitspensum zumutbar. 

Zumutbar sind dabei Arbeiten mit Wechselbelastung im Sitzen, Gehen und 

Stehen. Eingeschränkt ist der Beschwerdeführer im Treppensteigen sowie 

auch beim Gehen im unebenen Gelände. Nicht mehr zumutbar sind ihm 

dabei Lasten über 10 kg. Unzumutbar sind zudem kniende Arbeiten. 

Inwiefern die Beschwerdegegnerin unter den konkreten Umständen 

rechtsfehlerhaft oder in Überschreitung des ihr zustehenden Ermessens 

auf einen Leidensabzug von 5 % erkannt haben soll, ist auch angesichts 

der in BGE 148 V 174 E.9.2.2 hervorgehobenen überragenden Bedeutung 

des Leidensabzuges, was auch für den Bereich der Unfallversicherung 

gelten soll (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 8C_104/2022 vom 

5. August 2022 E.5.2 und 8C_541/2021 vom 18. Mai 2022 E.5), nicht 

ersichtlich (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_323/2021 vom 

14. April 2022 E.7.2 ff.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das kantonale 

Sozialversicherungsgericht sein Ermessen bei der Beurteilung (des 

Ausmasses) des Abzuges vom Tabellenlohn nicht ohne triftigen Grund an 

die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf (vgl. BGE 137 V 71 E.5.2 

und 126 V 75 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_617/2021 vom 28. Juni 

2022 E.4.1.2 und 4.3.3 und sowie 8C_139/2021 vom 10. Mai 2022 E.3.1.2 

und 3.2.3). Allerdings rechtfertigt es sich vorliegend – mit ansonsten 

unveränderten Parametern – auf die Tabelle T1 anstatt TA1 abzustellen, 

welche neben dem privaten auch den öffentlichen Sektor umfasst. Denn 

gemäss der vorstehenden Erwägung 3.4, ist der Beschwerdeführer ab 

Juni 2020 in einer ideal adaptierten Tätigkeit im öffentlichen Sektor tätig 

und der öffentliche Sektor wurde auch bereits ab dem 25. Februar bis 

25. Mai 2019 mit einem dreimonatigen Praktikum in der J._____ im 

Hinblick auf eine laufende Bewerbung für eine Arbeitsstelle in der im 

Oktober 2019 bzw. Februar 2020 eröffneten H._____ (IV-

Vorbereitungsmassnahme; Bg-act. 295-297), welches zweimal bis am 

11. Juli 2019 (Bg-act. 334 und 352) verlängert wurde, ins Auge gefasst. 

- 28 -

Weiter war der Beschwerdeführer ab dem 5. August 2019 in der J._____ 

befristet für drei Monate zu 100 % als Mitarbeiter im Betreuungs- und 

Sicherheitsdienst und als Werkmeister Industrie bis am 4. November 2019 

angestellt (Bg-act. 346, 351 und 359). Dannzumal stand aber auch bereits 

eine möglicherweise freiwerdende Stelle als Werkmeister und eine 

unbefristete Anstellung in der J._____ im Raum (Bg-act. 346 und 351). 

Damit ist das Invalideneinkommen im Hinblick auf den Rentenbeginn am 

1. August 2019 gemäss LSE 2018, Tabelle T1 bei Berücksichtigung des 

Kompetenzniveaus 3 über alle Wirtschaftszweige hinweg und einem 

leidensbedingten Abzug von 5 % sowie angepasst an die statistisch 

ausgewiesene Nominallohnentwickung von 0.9 % seit dem Jahr 2018 auf 

CHF 88'245.-- (CHF 7'359.-- x 12 / 40 x 41.7 x 1.009 x 0.95) festzulegen.

3.6. Wie in der vorstehenden Erwägung 3.4 aber dargelegt, ist das Abstellen 

auf das tatsächlich erzielte Invalideneinkommen ab dem 1. Juni 2020 – 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin – durchaus angezeigt. Die 

Erwirtschaftung dieses effektiven Einkommens erfolgte noch vor dem 

Erlass der Verfügung vom 5. August 2020 sowie des 

Einspracheentscheids vom 27. November 2020 und kann somit auch in 

zeitlicher Hinsicht im Rahmen einer rückwirkend abgestuften 

Rentenzusprache berücksichtigt werden. Für eine solche Abstufung der 

Berentung sind revisionsrechtliche Gesichtspunkte analog anzuwenden, 

wobei der Sachverhalt zum Zeitpunkt des Beginns der Rente mit 

demjenigen anlässlich der Herauf-, Herabsetzung oder Aufhebung zu 

vergleichen ist (vgl. BGE 145 V 209 E.5.3, 133 V 263 E.6.1, 131 V 164 

E.2.2 f. und 125 V 413 E.2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_104/2021 vom 

27. Juni 2022 E.7.3.1 und 9C_320/2021 vom 1. September 2021 E.2.2; 

FLÜCKIGER, a.a.O., Rz. 42 zu Art. 22). Nach aArt. 17 Abs. 1 ATSG (in der 

bis 31. Dezember 2021 geltenden Fassung) wird eine Rente von Amtes 

wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich 

- 29 -

ändert. In der ab dem 1. Januar 2022 geltenden Fassung von Art. 17 

ATSG wird eine Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für 

die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn der 

Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich 

um mindestens 5 % Prozentpunkte ändert oder auf 100 % erhöht. Damit 

wurde namentlich die bundesgerichtliche Praxis betreffend die 

Erheblichkeit einer Änderung des Invaliditätsgrades für das bisher schon 

stufenlose Rentensystem der Unfallversicherung mit prozentgenauer 

Festlegung des Invaliditätsgrades allgemein kodifiziert (siehe Botschaft 

zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[Weiterentwicklung der IV] vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535 2680 ff.]; 

vgl. auch BGE 145 V 141 E.7.3.1, 140 V 85 E.4.3 und 133 V 545 E.6.2). 

Vorliegend führte die Berücksichtigung des ab dem 1. Juni 2020 effektiv 

erwirtschafteten anstelle des auf Basis der LSE 2018, Tabelle T1 für den 

Zeitpunkt des Rentenbeginns ab 1. August 2019 ermittelten 

Invalideneinkommens – bei unverändertem Valideneinkommen – zu einer 

Veränderung des Invaliditätsgrades von 5 % (CHF 134'449.-- - 

CHF 88'245.-- = CHF 46'204.-- / CHF 134'449.-- x 100 = 34 % [gerundet] 

per 2019; CHF 135'525.-- - CHF 83'200.-- = CHF 52'325.-- / 

CHF 135'525.-- x 100 = 39 % [gerundet] per 2020; siehe auch die vor- und 

nachstehenden Erwägungen 3.5 und 4.5 f.). Damit liegt gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu aArt. 17 Abs. 1 ATSG im Bereich 

der Unfallversicherung eine erhebliche (quantitative) Änderung des 

Invaliditätsgrades im Ausmass von mindestens 5 % bzw. Prozentpunkten 

(BGE 145 V 141 E.7.3.1) infolge späterer Veränderung der 

Vergleichseinkommen vor (vgl. FLÜCKIGER, a.a.O., Rz. 16 und 30 zu 

Art. 22). Insofern ist diese (effektive) Verringerung des 

Invalideneinkommens vorliegend rechtsprechungsgemäss mittels 

(rückwirkender) Abstufung des ab dem 1. August 2019 (wieder) 

entstandenen Rentenanspruchs zu berücksichtigen. Dementsprechend 

erhöht sich gemäss aArt. 17 Abs. 1 ATSG für die Zukunft der Anspruch 

- 30 -

des Beschwerdeführers auf eine UV-Rente ab dem 1. Juni 2020 (vgl. 

BGE 140 V 245 E.6.3 und 140 V 65 E.4.1 ff.; FLÜCKIGER, a.a.O., Rz. 46 

und 49 f. zu Art. 22, wonach Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über 

die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201] im Bereich der 

Unfallversicherung für Rentenerhöhung bei Rückfällen nicht analog 

anzuwenden seien).

4.1. Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich der Bestimmung des 

Valideneinkommens geltend, massgebend sei der Lohn vor der 

Neuanmeldung im Herbst 2018 bei der O._____ GmbH, nämlich 

CHF 144'000.--. Seit der ersten Rentenfestsetzung im Jahr 1989 habe er 

besondere berufliche Qualifikationen erworben, die ihn zu den Aufgaben 

bei der O._____ GmbH befähigten. Ohne Erleiden des Rückfalls mit der 

(Pan-)Gonarthrose und Implantation einer Knietotalprothese rechts hätte 

er seine Tätigkeit als leitender Angestellter bei der O._____ GmbH 

behalten (können) und effektiv CHF 144'000.-- weiterhin verdienen 

können. Auf die hypothetischen Annahmen aus einer Zeit von vor 30 

Jahren (Jahr 1980) abzustellen, verkenne die geltende Rechtslage. 

4.2. Die Beschwerdegegnerin berechnet das Valideneinkommen danach, was 

der Beschwerdeführer überwiegend wahrscheinlich ohne den Unfall vom 

4. November 1980 verdienen würde und knüpft dafür (unter Hinweis auf 

BGE 129 V 222 E.4.3.1) grundsätzlich beim zuletzt – d.h. vor dem Unfall 

vom 4. November 1980 – erzielten Verdienst an, wobei dieser nötigenfalls 

der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasst würde. 

Berufliche Weiterentwicklungen seien nur zu berücksichtigen, wenn sie mit 

hoher Wahrscheinlichkeit eingetreten wären. Die berufliche 

Weiterentwicklung sei in casu insoweit berücksichtigt worden, als dass die 

Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ohne Unfall eine Karriere als 

Polizist bei der Kantonspolizei Graubünden zugestand, was gemäss der 

Beschwerdegegnerin nach Angaben der Kantonspolizei Graubünden im 

Jahr 2019 ein Valideneinkommen von CHF 108'641.-- ergeben hätte (Bg-

- 31 -

act. 215 und 218). Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

27. November 2020 wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass sie 

bereits bei früheren Rentenprüfungen davon ausgegangen sei, dass der 

Beschwerdeführer eine Polizistenkarriere bei der Kantonspolizei 

Graubünden eingeschlagen hätte. Dementsprechend sei auch im 

rechtskräftigen Einspracheentscheid vom 4. Juni 2018 (Bg-act. 249) das 

Valideneinkommen berechnet worden. Daran werde weiterhin 

festgehalten. Weil der Beschwerdeführer bereits im Jahre 2016 am oberen 

Rand des Lohnbandes angeschlagen hätte (Bg-act. 218), wäre es seither 

zu keiner Lohnerhöhung mehr gekommen. Art. 24 Abs. 4 UVV sei 

vorliegend nicht einschlägig, weil der Beschwerdeführer nur einen 

rentenrelevanten Unfall erlitten habe.

4.3. Für die Ermittlung des Einkommens, das der Versicherte ohne Invalidität 

erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was er im 

Zeitpunkt des frühest möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdient 

hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der 

Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst 

angeknüpft, entspricht es doch der Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit 

ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 144 I 103 

E.5.3, 139 V 28 E.3.3.2, 135 V 58 E.3.1 und 134 V 322 E. 4.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_790/2021 vom 7. April 2022 E.5.4, 8C_677/2021 vom 

31. Januar 2022 E.4.2.1, 8C_273/2021 vom 2. November 2021 E.4.2 und 

8C_328/2020 vom 3. September 2020 E.2.1). Da die 

Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleibenden oder längere Zeit 

dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (siehe Art. 8 Abs. 1 

ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die 

eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte. Dazu ist allerdings 

erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne 

- 32 -

gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein 

entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. 

Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, 

beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie 

Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein (vgl. 

BGE 145 V 141 E.5.2.1 m.H.; Urteile des Bundesgerichts 8C_273/2021 

vom 2. November 2021 E.4.2, 8C_563/2020 vom 7. Dezember 2020 E.2.4 

und 8C_298/2020, 8C_304/2020 vom 2. November 2020 E.4.1). Im 

Revisionsfall erlaubt allenfalls auch eine trotz Invalidität erlangte 

besondere berufliche Qualifikation Rückschlüsse auf die mutmassliche 

Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des Gesundheitsschadens bis zum 

Revisionszeitpunkt gekommen wäre (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E.8.1 m.H.a. BGE 145 V 141 E.5.2.1 

sowie 9C_472/2020 vom 17. November 2020 E.2.2 und 8C_741/2016 

vom 3. März 2017 E.5, je m.H.a. BGE 139 V 28 E.3.3.3.2 in fine). Bei der 

Ermittlung des Valideneinkommens ist also entscheidend, was die 

versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

(vgl. BGE 147 V 161 E.5.2.3 und 144 V 245 E.6.4) aufgrund ihrer 

beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ohne 

Gesundheitsschaden tatsächlich verdient hätte. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen (siehe 

Urteile des Bundesgerichts 8C_134/2021 vom 8. September 2021 E.3.2 

und 8C_662/2019 vom 26. Februar 2020 E.3.1). Das Valideneinkommen 

ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (vgl. Art. 16 ATSG). Für seine 

Ermittlung ist rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen 

könnte. Dabei wird wie erwähnt in der Regel am zuletzt erzielten, 

- 33 -

nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige 

Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 

von diesem Erfahrungsgrundsatz müssen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. etwa BGE 139 V 28 E.3.3.2, 135 V 58 

E.3.1 und 131 V 51 E.5.1.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_526/2021 vom 

10. November 2021 E.2.2, 9C_472/2020 vom 17. November 2020 E.2.2 

und 9C_821/2019 vom 14. Oktober 2020 E.4.1). 

4.4. Vorliegend ist die Berentung nach einem Rückfall zu beurteilen. Der 

Rückfall ist praxisgemäss kein neuer Unfall (siehe BGE 148 V 286 E.6 und 

135 V 333 E.4.5). Der Rückfall ist zwar ein besonderer revisionsrechtlicher 

Tatbestand (siehe Art. 11 UVV; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_368/2021 vom 22. Juli 2021 E.3.2 m.w.H. und EVGE U 38/01 vom 

5. Juni 2003 E.2), dennoch handelt es sich vorliegend nicht um eine 

materielle Revision im Sinne von aArt. 17 ATSG, sondern um eine erneute 

Berentung, nachdem die nach dem Unfall ausgerichtete UV-Rente per 

1. August 2016 rechtskräftig eingestellt worden war (Bg-act. 219 und 249). 

Der Beschwerdeführer macht das Valideneinkommen gemäss seinem 

Einkommen bei der O._____ GmbH von CHF 144'000.-- geltend. Die 

Beschwerdegegnerin vertritt die Ansicht, das Valideneinkommen 

resultiere aus den Angaben der Kantonspolizei Graubünden für das Jahr 

2019 – wobei der Beschwerdeführer bereits im Jahre 2016 am oberen 

Rand des Lohnbandes angeschlagen hätte – in der Höhe von 

CHF 108'641.-- (13 x CHF 8'357.--), wie rechtskräftig im früheren 

Einspracheentscheid vom 4. Juni 2018 entschieden worden sei, weil der 

Beschwerdeführer ohne Unfall vom 4. November 1980 eine berufliche 

Karriere als Polizist bei der Kantonspolizei Graubünden eingeschlagen 

hätte (Bg-act. 249). Der Invaliditätsgrad wurde in den Rentenverfügungen 

im Januar 1990 und Oktober 2000, d.h. vor dem Inkrafttreten des ATSG, 

jeweils durch die Differenz zwischen dem hypothetischen Einkommen als 

- 34 -

Kantonspolizist und dem tatsächlich erzielten Einkommen bei der G._____ 

AG/F._____ AG bestimmt. Als Vergleichsgrösse wurde nach Aktenlage 

ein Polizisteneinkommen vom Beschwerdeführer bzw. seinem 

Rechtsvertreter selber eingebracht und seither – bis zur Rentenaufhebung 

– nicht grundsätzlich beanstandet, sondern mehrmals explizit mitgetragen 

(Bg-act. 5 S. 1, 6 S. 2, 137 S. 2, 217, 219, 220 S. 3, 249 S. 7, 306 und 309; 

siehe auch EVGE U 183/02 vom 26. Mai 2003 E.6.2). Der 

Beschwerdeführer war ab September 1989 bei der G._____ AG resp. 

F._____ AG im Bereich Baustoffprüfungen (Beton, Kies, Sand) in der 

Funktion als Leiter Prüflabor tätig (Bg-act. 4 S. 1, Bg-act. 67 und 95). Im 

Jahr 2000 erfolgte eine Weiterbildung zum Betontechnologen VDB 

(Ausbildung in Deutschland; Bg-act. 6). Ab August 2012 war er Leiter 

Qualitätssicherung Sand Kies Beton [QSSKB] bei der G._____ AG bis 

Ende 2014 (Bg-act. 4 S. 1 f., Bg-act. 5, 6, 67, 95, 137 S. 2 ["Als Qualitäts-

Verantwortlicher über die ganze Gruppe heute in Kader-Stellung; in 

operativer Funktion als Delegierter vom Verwaltungsrat. Wechsel kann als 

Karrieresprung betrachtet werden. Keine besondere 

Personalverantwortlichkeit; lediglich beratende Unterstützung der 

Maschinisten in den Werken"; Reduktion auf 80%-Pensum; Lohn 2013 

CHF 7'900 x 13], 212). Vom Januar 2015 bis Juli 2015 war der 

Beschwerdeführer selbständig als Betoningenieur/Baustoffprüfer tätig 

(Bg-act. 209 und 212). Anschliessend ab August 2015 formell bis (letztlich) 

31. Juli 2019, tatsächlich bis zur Knieoperation am 27. August 2018, 

arbeitete der Beschwerdeführer als Bereichsleiter (Laborleiter) bei der 

O._____ GmbH in 100%-Pensum ab August 2015 und belegt bis Oktober 

2018 zuletzt zu einem Monatslohn von CHF 10'250.-- x 13 (AHV-

relevanter Lohn) (Bg-act. 208, 209, 212, 238, 263 [UVG-Schadenmeldung 

vom 2. Oktober 2018], 273 [Funktions- und Stellenbeschreibung vom 

1. August 2015], 275, 336, 355 und 365), d.h. CHF 133'250.-- 

Jahreseinkommen. Bei noch bestehender Anstellung bei der O._____ 

GmbH absolvierte er ein dreimonatiges Praktikum in der J._____ vom 

- 35 -

25. Februar bis 25. Mai 2019 im Hinblick auf eine laufende Bewerbung für 

eine Arbeitsstelle in der im Oktober 2019 bzw. Februar 2020 eröffneten 

H._____ (IV-Vorbereitungsmassnahme; Bg-act. 295-297), dann zweimal 

verlängert bis 11. Juli 2019 (Bg-act. 334 und 352). Ab dem 5. August 2019 

war der Beschwerdeführer in der J._____ befristet für drei Monate zu 

100 % als Mitarbeiter im Betreuungs- und Sicherheitsdienst und als 

Werkmeister Industrie bis am 4. November 2019 angestellt (Bg-act. 346, 

351 und 359). 

4.5. Die Hypothese der Beschwerdegegnerin, wonach sie für die Bemessung 

des Valideneinkommens – auch im Rahmen der vorliegend zu 

beurteilenden neuen Berentung – auf eine hypothetische Validenkarriere 

als Polizist (wohl im Rang eines Korporals mit besonderen Aufgaben oder 

allenfalls Wachtmeister; vgl. dazu Bg-act. 304, 308, 310, 215, 218, 249 

S. 7, 426 und 435 S. 2) bei der Kantonspolizei des Kantons Graubünden 

abstellt, reicht letztlich bis in das Jahr 1980 zurück. Dabei bleibt in den 

Auskünften der Kantonspolizei vom 16. Juni bzw. 24. Juni 2016 (Bg-

act. 215 und 218) unklar, von welcher Gradierung bzw. Gehalts- oder 

Funktionsklasse dabei ausgegangen wurde (vgl. dazu Art. 32 Abs. 1 des 

Polizeigesetzes des Kantons Graubünden [PolG; BR 613.000] i.V.m. 

Art. 21 des Gesetzes über das Arbeitsverhältnis der Mitarbeitenden des 

Kantons Graubünden [Personalgesetz, PG; BR 170.400] und Art. 12 der 

Personalverordnung [PV; BR 170.410] sowie Art. 31 Abs. 1 PolG i.V.m. 

Art. 7 ff. der Polizeiverordnung (PolV; BR 613.100]). Weil aber von einem 

Anstossen am oberen Rand des Lohnbandes "als Polizist" gesprochen 

wird, ist doch anzunehmen, dass von Mannschaftsgraden gemäss Art. 7a 

Abs. 1 lit. b bzw. Art. 8 PolV ausgegangen wurde. Wenn die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer auch nach der per 1. August 

2016 zwischenzeitlich aufgehobenen UV-Rente bei der neuen Berentung 

ab 1. August 2019 weiterhin auf das Valideneinkommen als Polizist (in 

einem Mannschaftsgrad bzw. einer entsprechenden Mannschaftsfunktion) 

- 36 -

wie bereits anlässlich der ersten Berentung im Jahre 1990 (Bg-act. 306 f.) 

sowie der Rentenerhöhung im Jahre 2000 bzw. 2001 (Bg-act. 309 und 

310) behaften will, erscheint dies angesichts des in der vorstehenden 

Erwägung 4.4 aufgezeigten beruflichen Werdeganges nicht (mehr) 

sachgerecht. Dabei ist zu bemerken, dass selbst bei einer Revision nach 

aArt. 17 ATSG die Invaliditätsbemessung ex nunc et pro futuro und ohne 

Bindung an frühere Beurteilungen zu erfolgen hat bzw. der 

Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht "allseitig" zu 

prüfen ist (siehe BGE 148 V 195 E.6.2 f., 145 V 141 E.5.4 m.H.a. BGE 141 

V 9 E.2.3 sowie Urteile des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 

2022 E.2.3, 8C_790/2021 vom 7. April 2022 E.5.1 und 8C_86/2020 vom 

14. Mai 2020 E.6; siehe aber betreffend den versicherten Verdienst: 

BGE 147 V 213 E.6). Namentlich erreichte er spätestens mit Anstellung 

ab August 2015 bei der O._____ GmbH eine gut entlöhnte Stellung als 

Bereichsleiter (Laborleiter), womit dem weiteren Abstellen auf das 

Valideneinkommen – bei Anstossen am oberen Rand des Lohnbandes 

spätestens seit dem Jahre 2016 [siehe dazu Bg-act. 215 und 218] – als 

Polizist bei der Kantonspolizei Graubünden den hypothetischen 

Weiterentwicklungsmöglichkeiten mit der Aussicht auf ein höheres 

Einkommen nicht angemessen Rechnung trägt. Ohne den Rückfall des 

Beschwerdeführers, welcher bei zunehmenden Kniebeschwerden zu 

einer Knieoperation im August 2018 führte, darf angenommen werden, 

dass er weiterhin seine Anstellung bei der O._____ GmbH versehen hätte. 

Folgt man seiner gesamten beruflichen Entwicklung, so ist der 

Beschwerdeführer nach der Absolvierung seiner Maurer-Lehre durchwegs 

im Bereich der Qualitätsprüfung tätig gewesen, ausgewiesenermassen ab 

September 1989 bei der G._____ AG resp. F._____ AG im Bereich 

Baustoffprüfungen (Beton, Kies, Sand) in der Funktion als Leiter Prüflabor 

und ab August 2012 als Leiter Qualitätssicherung Sand Kies Beton 

[QSSKB] bei der G._____ AG bis Ende 2014, d.h. als Qualitäts-

Verantwortlicher über die ganze Gruppe in Kader-Stellung und in 

- 37 -

operativer Funktion als Delegierter des Verwaltungsrats. Dieser Wechsel 

konnte als Karrieresprung betrachtet werden. Im Jahr 2000 hatte er sich 

überdies zum Betontechnologen VDB (Ausbildung in Deutschland) 

weitergebildet. Es darf davon ausgegangen werden, dass sich der 

Beschwerdeführer im Laufe seiner Berufskarriere spezialisierte und sich 

Wissen und Erfahrung der Qualitätskontrolle im Bereich 

Baustoffprüfungen (Beton, Kies, Sand) aneignete, welche sich auch 

ökonomisch niederschlugen und deshalb vorliegend bei der Bestimmung 

des Valideneinkommens mitzuberücksichtigen sind. Im Rahmen seiner 

Tätigkeit als Leiter Qualitätssicherung Sand Kies Beton [QSSKB] bei der 

G._____ AG bis Ende 2014 als Qualitäts-Verantwortlicher über die ganze 

Gruppe in Kader-Stellung und als Delegierter des Verwaltungsrats 

verdiente der Beschwerdeführer bei reduziertem 80%-Pensum einen 

Monatslohn von CHF 7'900.-- x 13 (Bg-act. 156 und 212). Dies entspräche 

bei einem 100 % Pensum einem Lohn von CHF 9'875.-- (x 13; 

Jahreseinkommen CHF 128'375.--). Aus dem IK-Auszug vom 24. Juni 

2016 geht hervor, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2014 

CHF 130'099.-- und im Jahr 2013 CHF 114'478.-- verdient hat (Bg-

act. 216 S. 2). Nach einer siebenmonatigen Tätigkeit als selbständig 

erwerbender Betoningenieur/Baustoffprüfer (Bg-act. 209 und 212), war 

der Beschwerdeführer erneut angestellt und dies ab August 2015 formell 

bis (letztlich) 31. Juli 2019, tatsächlich bis zur Knieoperation am 

27. August 2018, als Bereichsleiter (Laborleiter) bei der O._____ GmbH in 

einem 100 %-Pensum zu einem Monatslohn von schliesslich 

CHF 10'250.-- x 13 (AHV-relevanter Lohn; Jahresverdienst 

CHF 133'250.--; Bg-act. 208, 209 S. 2, 212, 238, 263 [UVG-

Schadenmeldung vom 2. Oktober 2018], 273 [Funktions- und 

Stellenbeschreibung vom 1. August 2015], 275 und 336). Dieser Lohn 

entspricht bei der Annahme eines 100 % Pensums einer leichten 

Erhöhung zu demjenigen bei der G._____ AG und ist mit jenem praktisch 

identisch (Jahreseinkommen G._____ AG für das Jahr 2014 bei einen 

- 38 -

100 %-Pensum: CHF 128'375.-- [Bg-act. 156] resp. CHF 130'099.-- [Bg-

act. 216] zu CHF 133'250.-- bei der O._____ GmbH ab dem Jahr 2018 

[Bg-act. 238 S. 3]). Prospektiv betrachtet erscheint es überwiegend 

wahrscheinlich, dass der bei der O._____ GmbH zuletzt bezogene Lohn 

von CHF 10'250.-- x 13 – im Rahmen einer entsprechenden 

Validenkarriere – auch künftig vom Beschwerdeführer hätte erwirtschaftet 

werden können. Dass der Beschwerdeführer vor dem Rückfall ein 

Einkommen erzielt hätte, welches überwiegend wahrscheinlich nicht 

weiterhin hätte erzielt werden können (vgl. dazu etwa Urteile des 

Bundesgerichts 8C_581/2020 vom 3. Februar 2021 E.6.1 und 

8C_234/2020 vom 3. Juni 2020 E.3), legt die Beschwerdegegnerin nicht 

dar und es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, denn es ist auch 

nicht so, dass der zuletzt bezogene Lohn von jährlich CHF 133'250.-- 

markant überdurchschnittlich hoch gewesen wäre (vgl. etwa Urteil des 

Bundesgerichts 9C_239/2019 vom 5. September 2019 E.2.2.1 und 2.4) 

resp. es sich nur um einen Glücksfall einer Arbeitsstelle mit solch hohem 

Einkommen gehandelt hätte (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

8C_581/2020 vom 3. Februar 2021 E.6.3 f.). Dass der Beschwerdeführer 

mit der O._____ GmbH übereinkam, nach der Knieoperation das 

Arbeitsverhältnis (gesundheitsbedingt) aufzulösen (Bg-act. 262, 355 und 

365), tut dem Ergebnis, dass bezüglich Valideneinkommen auf ein 

Einkommen von CHF 133'250.-- für das Jahr 2018 abzustellen ist, keinen 

Abbruch, bestimmt sich doch das Valideneinkommen nach dem 

Einkommen, das ein Versicherter als Gesunder nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit tatsächlich verdient hätte. Dabei wird 

in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, entspricht 

es doch der Erfahrung, dass die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre, wovon auch vorliegend 

ausgegangen werden darf. Angesichts der vorstehenden Überlegung ist 

das Valideneinkommen somit unter Berücksichtigung der statistisch 

- 39 -

ausgewiesenen Lohnentwicklung per 2019 auf CHF 134'449.-- bzw. per 

2020 auf CHF 135'525.-- (CHF 133'250.-- x 1.009 x 1.008) festzusetzen.

5. Dem Beschwerdeführer wurde bei einem Valideneinkommen von 

CHF 108'641.-- und einem Invalideneinkommen auf Basis der LSE 2018 

von CHF 86'207.-- eine UV-Rente ab dem 1. August 2019 aufgrund einer 

Erwerbsunfähigkeit von 21 % zugesprochen (Bg-act. 426, 435 und 446). 

Bei einem im vorliegenden Verfahren per 2019 festgestellten 

Valideneinkommen von CHF 134'449.-- (siehe vorstehende 

Erwägung 4.5) und einem Invalideneinkommen von CHF 88'245.-- (siehe 

vorstehende Erwägung 3.5 f.) beträgt der Invaliditätsgrad (siehe Art. 16 

ATSG) gerundet 34 % (CHF 134'449.-- - CHF 88'245.-- = CHF 46'204.-- x 

100 / CHF 134'449.-- = 34.37 %). Die Beschwerde ist gutzuheissen und 

es ist dem Beschwerdeführer eine UV-Rente bei einem Invaliditätsgrad 

von (gerundet; siehe dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2022 vom 

18. August 2022 E.5.4 m.H.a. BGE 130 V 121 E.3.2 f.) 34 % ab 1. August 

2019 auszurichten. Ab dem 1. Juni 2020 hat der Beschwerdeführer bei 

wiederum auf zeitidentischer Basis erhobenen Vergleichseinkommen 

hingegen einen Anspruch auf eine UV-Rente bei einem Invaliditätsgrad 

von (gerundet) 39 % (CHF 135'525.-- - CHF 83'200.-- = CHF 52'325.-- x 

100 / CHF 135'525.-- = 38.6 %). 

6.1. Der Beschwerdeführer verlangt im vorliegenden Verfahren auch eine 

Erhöhung des versicherten Verdiensts, auf dessen Basis die Rente 

ausgerichtet wird. Gemäss dem Beschwerdeführer hätte die 

Beschwerdegegnerin den versicherten Verdienst für die neue Rente nach 

einem Rückfall (in casu [Pan-]Gonarthrose mit nachfolgender 

Knietotalprothese) ausgehend vom bei der O._____ GmbH erzielten Lohn 

von jährlich CHF 144'000.-- oder gar CHF 148'000.-- heranziehen 

müssen, weil der im Jahr vor dem neuen Rentenbeginn mutmassliche 

Lohn massgebend sei. Dies gemäss Replik vom 2. März 2021 unter 

Hinweis auf Art. 24 Abs. 2 UVV, wonach bei der vorliegenden erneuten 

- 40 -

Berentung, da sie mehr als fünf Jahre nach dem Unfall begann, der ein 

Jahr vor Beginn dieser neuen Rente erzielte Verdienst massgebend sei. 

In der Beschwerde vom 21. Dezember 2020 hatte der Beschwerdeführer 

noch eine analoge Anwendung von Art. 24 Abs. 4 UVV sowie die 

Rechtsprechung zu dieser Bestimmung betreffend die Neufestlegung des 

versicherten Verdienstes ohne Bindung an die erste Rentenverfügung 

(siehe dazu BGE 139 V 28 E.4.3.3) geltend gemacht. Demgegenüber 

betont die Beschwerdegegnerin die Richtigkeit des unter Anwendung von 

Art. 24 Abs. 2 UVV errechneten versicherten Verdiensts von 

CHF 83'892.-- (siehe Bg-act. 425) wie damit auch die Richtigkeit der 

errechneten Monatsrente von CHF 1'175.-- (siehe Bg-act. 435 S. 1).

6.2. Nach Art. 15 Abs. 1 UVG werden Taggelder und Renten nach dem 

versicherten Verdienst bemessen. Als versicherter Verdienst gilt für die 

Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall 

bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Gestützt auf Art. 15 Abs. 3 UVG 

wurden Art. 22 ff. UVV erlassen, so auch Art. 24 UVV über den 

massgebenden Lohn für Renten in Sonderfällen. Art. 24 Abs. 2 UVV lautet 

wörtlich wie folgt: "Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Unfall 

oder dem Ausbruch der Berufskrankheit, so ist der Lohn massgebend, den 

der Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem 

Rentenbeginn bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem 

Unfall oder dem Ausbruch der Berufskrankheit erzielte Lohn.". 

Rechtsprechungsgemäss gelangt die Bestimmung von Art. 24 Abs. 2 UVV 

aber auch bei Rückfällen (oder Spätfolgen) zur Anwendung, die mehr als 

fünf Jahre nach dem Unfall eingetreten sind (vgl. BGE 148 V 286 E.8.3 

und 9.1 ff., 147 V 213 E.3.4.1 sowie 140 V 41 E.6.1.2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_766/2018 vom 23. März 2020 E.5.1), sei es, dass der 

Rentenanspruch überhaupt erstmals neu entsteht (siehe EVGE U 427/99 

vom 10. Dezember 2001 E. 3a, nicht publ. in: BGE 127 V 456, aber in: 

RKUV 1/2002 Nr. U 451 S. 61 sowie in SVR 2002 UV Nr. 17 S. 57; EVGE 

- 41 -

U 286/01 vom 8. März 2002 E.2b), sei es, dass er dies nach Befristung der 

Rente – mithin nach rentenloser Zeit – wieder tut (siehe EVGE U 50/86, 

publ. in: RKUV 1988 Nr. U 46 S. 217 E. 4b; vgl. zum Ganzen auch: RIEDI 

HUNOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, UVG – Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Bern 2018, Rz. 33 zu Art. 15 UVG). Nach ebenfalls 

gefestigter Rechtsprechung greift Art. 24 Abs. 2 UVV nur bei der 

erstmaligen Rentenfestsetzung, nicht aber bei der revisionsweisen 

Neufestsetzung (siehe BGE 147 V 213 E.3.4.2 und 135 V 279 E.5.2 m.H. 

unter anderem auf Urteil des EVG U 286/01 vom 8. März 2002 E.2b). 

Erstmalig meint dabei die Neuentstehung des Rentenanspruchs, die – wie 

soeben gezeigt – auch nach einer Rentenbefristung und anschliessender 

rentenloser Zeit in Betracht fallen kann (vgl. BGE 147 V 213 E.3.4.1 f.). 

Insofern ist mit den Parteien von einer Anwendbarkeit von Art. 24 Abs. 2 

UVV auszugehen. Wenn der Beschwerdeführer nun aber einen 

versicherten Verdienst von mehr als CHF 83'892.-- berücksichtigt haben 

will, kann ihm in seiner Argumentation nicht gefolgt werden. In BGE 147 V 

213 E.3.3.1 hielt das Bundesgericht folgendes fest: "Als versicherter 

Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres 

vor dem Unfall bezogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Das damit gesetzlich 

verankerte Konzept des Vorunfallverdienstes wird auch als abstrakte 

Berechnungsmethode bezeichnet. Es hängt eng mit dem 

Äquivalenzprinzip zusammen, wonach für die Bemessung des 

versicherten Verdienstes als leistungsbestimmender Grösse von 

denselben Faktoren auszugehen ist, die Basis für die Prämienberechnung 

bilden (…).". Weiter führte das Bundesgericht aus, dass gestützt auf 

Art. 15 Abs. 3 UVG der Bundesrat Bestimmungen über die Bemessungen 

des versicherten Verdienstes erlassen habe, die das Äquivalenzprinzip 

durchbrechen würden (siehe BGE 147 V 213 E.3.3.3 m.H.a. BGE 139 V 

28 E.4.3.1). Art. 24 Abs. 2 UVV hat in erster Linie den Sonderfall vor 

Augen, wo sich der Rentenbeginn zufolge langdauernder Heilbehandlung 

- 42 -

und entsprechendem Taggeldbezug beträchtlich verzögert. Damit soll also 

vermieden werden, dass ein Versicherter mit langdauernder 

Heilbehandlung und einem um mehr als fünf Jahre nach dem Unfall 

entstehenden Rentenanspruch auf dem vor dem Unfall erzielten Lohn 

haften bleibt. Andernfalls resultierten vor allem in Zeiten 

überdurchschnittlich starken Lohnanstiegs stossende Ergebnisse. 

Angestrebt wird also die Anpassung an die normale Lohnentwicklung im 

angestammten Tätigkeitsbereich. Daraus folgt aber ebenso, dass im 

Rahmen von Art. 24 Abs. 2 UVV nicht jeder Bezug zur Grundregel von 

Art. 15 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 22 Abs. 4 UVV (Massgeblichkeit 

der Verhältnisse vor dem Unfall) entfällt. Bei der Festsetzung des 

versicherten Verdienstes ist vielmehr beim angestammten 

Arbeitsverhältnis anzuknüpfen und haben Arbeitsverhältnisse, die erst 

nach dem Unfallereignis angetreten werden, unbeachtlich zu bleiben. 

Auch Art. 24 Abs. 2 UVV ermöglicht demnach nicht, eine vom 

Versicherten angestrebte berufliche Weiterentwicklung und damit eine 

ohne Unfall mutmasslich realisierte Lohnerhöhung mit zu berücksichtigen. 

Nicht anders verhält es sich nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung, wenn zwischen dem Eintritt des versicherten 

Ereignisses und der Rentenfestsetzung eine berufliche Veränderung oder 

Karriereschritte zu höherem Einkommen führen oder ein neues 

Arbeitsverhältnis mit anderem Lohnniveau angetreten wird. Auch dabei 

handelt es sich um Änderungen in den erwerblichen Verhältnissen, die bei 

der Bemessung des für die Rentenberechnung massgebenden 

Verdienstes gemäss Art. 24 Abs. 2 UVV ausser Acht zu bleiben haben. 

Bereits aus BGE 127 V 165 E.3b ergibt sich für das Bundesgericht, dass 

es dem Willen des Gesetzgebers entspricht, dass Veränderungen des 

vom Versicherten ohne den Versicherungsfall mutmasslich erzielbaren 

Jahresverdienstes keinen Einfluss auf die Rente der Unfallversicherung 

haben sollen. Vorbehältlich von Art. 24 Abs. 4 UVV gelte der erstmalig 

festgesetzte versicherte Verdienst grundsätzlich für die gesamte Dauer 

- 43 -

des Rentenanspruchs; insbesondere könne eine spätere Rentenrevision 

nicht dazu dienen, den massgebenden Jahresverdienst anzupassen und 

es verhalte sich auch nicht grundsätzlich anders, wenn zwischen dem 

Eintritt des versicherten Ereignisses und der Rentenfestsetzung nach 

Art. 24 Abs. 2 UVV eine berufliche Veränderung oder Karriereschritte zu 

höherem Einkommen führen oder ein neues Arbeitsverhältnis mit anderem 

Lohnniveau angetreten wird. Denn es handelt sich dabei um Änderungen 

in den erwerblichen Verhältnissen, die bei der Bemessung des für die 

Rentenberechnung massgebenden Verdienstes ausser Acht zu bleiben 

haben (siehe zum Ganzen BGE 148 V 286 E.8.3, 147 V 213 E.3.4.1 und 

3.4.4, 140 V 41 E.6.4.2.2 und 127 V 165 E.3b). Diese Ausführungen lassen 

nur den Schluss zu, dass für die vom Beschwerdeführer angestrebte 

Berücksichtigung seines beruflichen Fortkommens und Aufstiegs in 

Anbetracht des unfallversicherungsrechtlichen Äquivalenzprinzips sowie 

des Vorunfallverdienstes ausserhalb des Anwendungsbereichs von 

Art. 24 Abs. 4 UVV, welcher einen weiteren Unfall voraussetzen würde, im 

Rahmen der Bestimmung des versicherten Verdienstes nach Art. 24 

Abs. 2 UVV kein Raum bleibt. So hielt das Bundesgericht in BGE 147 V 

213 E.6.2.3 denn auch fest, dass nach gefestigter und hier nicht weiter zu 

hinterfragender (bundesgerichtlicher) Rechtsprechung im Rahmen von 

Art. 24 Abs. 2 UVV eine ohne den Unfall mutmasslich realisierte 

Lohnerhöhung nicht berücksichtigt werden könne. Namentlich habe ein 

höheres Einkommen unbeachtlich zu bleiben, welches sich aus beruflicher 

Veränderung oder wegen eines Karriereschrittes zwischen dem Eintritt 

des versicherten Ereignisses und der Rentenfestsetzung ergeben habe. 

Aber die vom Beschwerdeführer verlangte Erhöhung des versicherten 

Verdienstes im Rahmen der vorliegenden erneuten Berentung auf 

(mindestens) CHF144'000.-- würde gerade zu einer solchen 

Berücksichtigung von beruflichem Fortkommen mit entsprechender 

Einkommenserhöhung führen. Insofern hat die Beschwerdegegnerin den 

- 44 -

versicherten Verdienst grundsätzlich im Einklang mit der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 24 Abs. 2 UVV ermittelt. 

6.3. In betraglicher Hinsicht ist aber immerhin festzuhalten, dass die 

Anpassung des versicherten Verdienstes (ohne Kinderzulagen) aus dem 

Jahre 1989 von CHF 52'000.-- (CHF 4'000.-- x 13; siehe Bg-act. 306 und 

425) an die normale Lohnentwicklung im angestammten Tätigkeitsbereich 

(siehe dazu BGE 148 V 286 E.8.3, 147 V 213 E.3.4.4 und 127 V 165 E.3b; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_12/2022 vom 14. September 2022 E.4.4 

sowie 8C_316/2010 vom 6. August 2010 E.4.3.1 und 4.3.3) bis 2018 

gemäss beschwerdegegnerischer Berechnung vom 23. Juli 2020 (Bg-

act. 425) nicht ganz exakt nachvollzogen werden kann. Die 

Beschwerdegegnerin ermittelte in Anwendung von Art. 24 Abs. 2 UVV 

einen per 2018 aufgewerteten versicherten Verdienst von CHF 80'891.28 

zzgl. Kinderzulagen von CHF 3'000.-- (CHF 250.-- x 12; siehe auch Bg-

act. 238 S. 3). Von 1989 bis 1993 ging sie von einem Anstieg der 

Indexpunkte (Basis 1939 = 100) bei den Männern von 1427 auf 1743 aus 

(siehe dazu Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex, 

Tabelle T39 [BFS-Nr.: je-d-03.04.03.02.01], Tabellenblatt "1976-2009" 

[Entwicklung der Nominallohne, der Konsumentenpreise und der 

Reallöhne, 1976-2009], abrufbar unter: https://dam-

api.bfs.admin.ch/hub/api/dam/assets/22304324/master, zuletzt besucht 

am: 7. Februar 2023), woraus ein aufgewerteter versicherter Verdienst bis 

1993 von CHF 63'515.07 (CHF 52'000.-- x 1743 / 1427) resultierte. Für 

den Zeitraum von 1993 bis 2018 wurden dann die Nominallohnindexwerte 

für das Baugewerbe angewendet (siehe dazu BFS, Schweizerischer 

Lohnindex, Tabelle T1.93 [BFS-Nr.: je-d-03.04.03.00.04], abrufbar unter: 

https://dam-api.bfs.admin.ch/hub/api/dam/assets/22304327/master oder 

BFS, Schweizerischer Lohnindex, Tabellen T1.10 und T1.1.10 [BFS-Nr.: 

je-d-03.04.03.00.03], abrufbar unter: https://dam-

api.bfs.admin.ch/hub/api/dam/assets/22304314/master, jeweils zuletzt 

- 45 -

besucht am: 7. Februar 2023). Dabei wurde in vier einzelnen Schritten für 

die Zeiträume 1993 bis 2005, 2005 bis 2010, 2010 bis 2015 und 2015 bis 

2018 – jeweils mit neuer Basis = 100 des jeweiligen Anfangsjahres dieser 

Teilberechnungen – der aufgewertete versicherte Verdienst ermittelt. Der 

Indexwert für das Jahr 1993 beträgt gemäss Tabelle T1.93 für das 

Baugewerbe 100, der bis zum Jahr 2018 auf 127.4 stieg. Wertet man den 

per 1993 ermittelten versicherten Verdienst direkt auf das Jahr 2018 auf, 

ergibt sich ein Faktor von 1.274 (127.4 / 100) und somit per 2018 ein 

aufgewerteter versicherter Verdienst von CHF 80'918.--. Unter 

Berücksichtigung der Kinderzulagen von CHF 3'000.-- per 2018 (siehe 

dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_316/2010 vom 6. August 2010 

E.4.3.3) ergibt sich somit ein nach Art. 24 Abs. 2 UVV ermittelter, 

aufgewerteter versicherter Verdienst von CHF 83'918.-- anstatt von 

CHF 83'892.--. Umgeht man – soweit die verfügbaren statistischen 

Grundlagen des BFS für die (Nominal-)Lohnentwicklung dies ermöglichen 

– die Aufteilung der Berechnung in mehrere Zeitabschnitte, in dem man 

die Indexwerte möglichst langer Zeitperioden vergleicht, lassen sich 

Auswirkungen auf den aufgewerteten versicherten Verdienst infolge von 

Rundungsdifferenzen bei Einzelschrittberechnung minimieren, weshalb 

auf den vorstehend vom Gericht ermittelten, aufgewerteten versicherten 

Verdienst abzustellen ist. Dies unbesehen davon, ob die geringe Differenz 

beim aufgewerteten versicherten Verdienst einen Einfluss auf den Betrag 

der zuzusprechenden Monatsrente hat. Insofern kann der 

Beschwerdegegnerin nicht vollständig gefolgt werden, wenn sie in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2021 an ihrer Berechnung vom 

23. Juli 2020 (Bg-act. 425) festhält und diese als korrekt bezeichnet. 

7. Die Beschwerde ist gutzuheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 27. November 2020 ist aufzuheben. Die 

Beschwerdegegnerin ist im Sinne der Erwägungen anzuweisen, den 

versicherten Verdienst auf CHF 83'918.-- festzusetzen und davon 

- 46 -

ausgehend die Rente ab 1. August 2019 bei einem Invaliditätsgrad nun 

von 34 % sowie ab dem 1. Juni 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 39 % 

neu zu berechnen.

8. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG (in der bis 31. Dezember 2020 geltenden 

Fassung) i.V.m. Art. 82a ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht – vorbehältlich der mutwilligen oder leichtsinnigen 

Verfahrensführung – für die Parteien kostenlos. Für das vorliegende 

Verfahren sind keine Kosten zu erheben.

9. Angesichts des Verfahrensausgangs hat der obsiegende, anwaltlich 

vertretene Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG zudem 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. Im Übrigen bestimmt sich die 

Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG nach 

dem kantonalen Recht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_5/2022 vom 

3. August 2022 E.5.1.1, 9C_519/2020 vom 6. Mai 2021 E.2.2 und 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, nicht publ. in BGE 144 V 

380). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers reichte trotz Aufforderung vom 23. Februar 2021 

und nachfolgendem Schriftenwechsel bezüglich dem eingeholten 

Amtsbericht im Frühling 2022 keine Honorarnote ein, womit der 

Parteikostenersatz ermessensweise festzulegen ist. Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers ist mit der Angelegenheit seit vielen Jahren 

betraut und vertraut. Angesichts des doppelten ordentlichen 

Schriftenwechsels und der Stellungnahme zur erfolgten Beweiserhebung 

mittels Amtsbericht vom 10. Juni 2022 rechtfertigt sich in Anbetracht der 

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Gesamtumstände eine Pauschale (inkl. Spesen und MWST) von 

CHF 3'500.--.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 27. November 2020 wird aufgehoben. Die 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) wird im Sinne der 

Erwägungen angewiesen, die Rente ab dem 1. August 2019 bei einem 

Invaliditätsgrad von 34 % und ab dem 1. Juni 2020 bei einem 

Invaliditätsgrad von 39 % sowie bei einem versicherten Verdienst von 

CHF 83'918.-- neu zu berechnen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) entschädigt 

A._____ aussergerichtlich pauschal mit CHF 3'500.-- (inkl. Spesen und 

MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]