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**Case Identifier:** c447e862-ed25-503a-b540-d9d2fa175869
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 25.05.2020 FO.2019.12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2019-12_2020-05-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2019.12

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 30.06.2020

Entscheiddatum: 25.05.2020

Entscheid Kantonsgericht, 25.05.2020
Art. 285 Abs. 2 ZGB: Ist ein Elternteil zufolge Geburt eines weiteren Kindes 
nicht in der Lage, einer vom Schulstufenmodell geforderten Beschäftigung 
nachzugehen, wird dies in dem Sinne ausgeglichen, dass der Anteil dieses 
jüngsten Kindes am Betreuungsunterhalt vollumfänglich berücksichtigt wird, 
haben doch beide Väter Betreuungsunterhalt zu leisten. (Kantonsgericht, II. 
Zivilkammer, 25. Mai 2020, FO.2019.12).

Aus dem Sachverhalt:

Die Parteien sind die nicht verheirateten und getrennt lebenden Eltern der Kinder A (Jg. 

2013) und B (Jg. 2015). Beide Kinder stehen unter der gemeinsamen elterlichen Sorge 

und wohnen bei der Mutter (Berufungsbeklagte). Diese gebar im Jahr 2019 eine weitere 

Tochter C, welche nicht vom Berufungskläger stammt. Der Berufungskläger ficht die 

ihm von der Vorinstanz auferlegten Kinderunterhaltsbeiträge an.

 

Aus den Erwägungen:

[…]

 

8.    […]

c)    In Bezug auf den Zeitpunkt, ab welchem der Berufungsbeklagten das vorstehend 

festgestellte Einkommen anzurechnen ist, ist auf das […] Schulstufenmodell 

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abzustellen. Seit Ergehen des erstinstanzlichen Entscheides hat sich die Situation der 

Berufungsbeklagten insofern verändert, als sie im Juli 2019 erneut Mutter geworden ist 

und Tochter C zur Welt gebracht hat, welche, wie A und B, hauptsächlich von ihr 

betreut wird. Der Vater von C lebt im benachbarten Ausland […] und kann die 

(teilweise) Betreuung von C offenbar nicht übernehmen bzw. es erscheint eine solche in 

der konkreten Situation (räumliche Distanz, Corona-Massnahmen, gemeinsames 

Aufwachsen der Halbgeschwister) nicht praktikabel. Soweit ersichtlich, bestehen bis 

anhin keine höchstrichterlichen Vorgaben, wie eine derartige Patchworksituation in 

Bezug auf den Betreuungsunterhalt zu handhaben ist (BGE 144 III 481, E. 4.7.1 ff. 

handelt keine vergleichbare Konstellation ab). Sachgerecht erscheint unter 

Berücksichtigung der vorliegenden Umstände, der Berufungsbeklagten die Aufnahme 

einer Arbeitstätigkeit erst ab der obligatorischen Einschulung von C, welche 

voraussichtlich im August 2023 erfolgen wird (vgl. Art. 45 VSG), zuzumuten und nicht 

bereits, wie noch im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids angenommen, im August 

2019 mit der obligatorischen Einschulung von B. Für diese Verzögerung bei der 

Einkommenserzielung hat jedoch nicht der Berufungskläger einzustehen, weil er nicht 

der Vater von C ist, weshalb ein Ausgleich in dem Sinne vorgenommen wird, dass der 

Anteil von C am Betreuungsunterhalt vollumfänglich berücksichtigt wird, hat doch nicht 

nur der Berufungskläger, sondern auch der Vater von C Betreuungsunterhalt zu leisten 

(vgl. sinngemäss auch Meier/Niederberger/Hampel, Die Berechnung von 

Unterhaltsbeiträgen bei Patchworkfamilien, in: AJP 2019, S. 879 ff., 885; Fisch, Technik 

der Unterhaltsbemessung, in: FamPra.ch 2019, 450, 472 f.). Diese pauschale, 

vereinfachende Vorgehensweise erscheint auch deshalb angemessen, weil sich die 

Geburt von C auch auf der Bedarfsseite (z.B. Wohnkosten, Berufsauslagen) auswirkt 

und sich eine frankengenaue Herausrechnung der Anteile von C daher als nicht 

praktikabel erweist.

 

[…]

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	Entscheid Kantonsgericht, 25.05.2020
	Art. 285 Abs. 2 ZGB: Ist ein Elternteil zufolge Geburt eines weiteren Kindes nicht in der Lage, einer vom Schulstufenmodell geforderten Beschäftigung nachzugehen, wird dies in dem Sinne ausgeglichen, dass der Anteil dieses jüngsten Kindes am Betreuungsunterhalt vollumfänglich berücksichtigt wird, haben doch beide Väter Betreuungsunterhalt zu leisten. (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 25. Mai 2020, FO.2019.12).

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		2025-07-19T03:53:16+0200
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