# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23f31286-d462-5775-af80-b0c7212d987e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.03.2025 SB240158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB240158_2025-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240158-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur.

Wenker und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

M.A. HSG Eichenberger 

Urteil vom 25. März 2025

in Sachen

A._____,
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

sowie

1. Ausgleichskasse B._____,
2. C._____,
3. D._____, 
4. E._____, 
5. F._____,
6. G._____,
7. H._____,
8. I._____,
Privatkläger

- 2 -

2, 3, 4 vertreten durch Inhaber der elterlichen Sorge J._____, c/o K._____,

5, 6, 7, 8 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend Mord etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 
11. Januar 2024 (DG230014)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 23. Februar 

2023 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/52).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB,

 des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB sowie

 des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a WG, Art. 7 

Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. a WV sowie Art. 27 Abs. 1 WG.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren, wo-

von bis und mit heute 1060 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 15 Jahre des Landes 

verwiesen.

5. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssys-

tem wird angeordnet.

6. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 15. Juli 2021 bzw. vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei 

der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände 

werden den Privatklägern 2 – 4 herausgegeben: 

- Iphone SE (A014'724'744)
- Iphone 6 Plus (A014'735'229)
- Iphone 7 Plus (A014'730'177)
- Iphone 6 Plus (A014'730'199)

- 4 -

- Iphone 6 Plus (A014'787'394)
- Wiko (A014'730'224)
- Apple iMac (A014'735'105)
- Apple MacBook (A014'735'241)
- Festplatte USB-Superdrive (A014'735'194)
- Apple-Watch Series 3 (A014'853'168)
- SIM-Karten (A014'735'149)
- SIM-Karten (A014'741'141)
- Babycam (A015'024'892)
- Bargeld, verschiedene Währungen (A014'741'254)
- Bargeld, Total Fr. 228.60 (A014'741'594)
- SIM-Karte (A014'743'794)
- SIM-Karte (A014'743'818)
- SIM-Karte (A015'026'365)
- SIM-Karte (A015'024'814)
- Festplatte (A015'024'836)
- Speichermedium (A015'024'858)
- Persönliche Utensilien, Hygiene, Covid-Schutz (A014'741'174)
- Reisepass (A014'853'124)
- Post-/Bankkarten (A014'741'538)
- Krankenkassenkarten, Blutgruppenkarte, AHV-Ausweise 

(A014'741'549)
- div. Krankenkassenkarten (A014'741'550)
- Swisspass D._____ (A014'741'561)
- Manor Karte (A014'741'572)
- Kundenkarte Sport&Bonus (A014'741'630)
- div. Kundenkarten (A014'741'334)
- div. Visitenkarten (A014'741'323)
- div. Notizen (A014'735'150)
- div. Belege Post, Bank, ZVV (A014'741'312)
- div. Belege Post, Bank, ZVV (A014'741'152)
- Belege Konto SRB (A014'741'618)
- Notizzettel, Bankomatauszug, Quittung Post (A014'741'583)
- div. Unterlagen, Papiere, Lebenslauf (A014'735'161)

- 5 -

- div. Notizen, Codes (A014'735'172)
- div. Papiere/Unterlagen (A014'735'263)
- div. Papiere/Unterlagen (A014'735'274)
- div. Medikamente (A014'741'163)
- 2 Tabletten Spiricort 20 (A014'741'663)
- Notizbüchlein (A015'024'916)

Den Berechtigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände 

selbst (oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Ent-

scheids und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, 

bei der genannten Lagerbehörde abzuholen.

Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, ist 

die Lagerbehörde berechtigt, die Gegenstände gutscheinend zu verwenden 

bzw. zu vernichten.

7. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden der Privatklägerin 

8 herausgegeben: 

- T-Shirt (A014'735'321)
- Leggins (A014'735'354)
- Sport-BH (A014'735'387)
- Slip (A014'735'376)
- 1 Paar Socken (A014'735'365)

Der Berechtigten wird eine Frist von 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheids angesetzt, um die herauszugebenden Gegenstände selbst 

(oder durch eine bevollmächtigte Person) unter Vorlage dieses Entscheids 

und eines amtlichen Ausweises, nach telefonischer Voranmeldung, bei der 

genannten Lagerbehörde abzuholen.

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Werden die herauszugebenden Gegenstände nicht innert Frist abgeholt, ist 

die Lagerbehörde berechtigt, die Gegenstände gutscheinend zu verwenden 

bzw. zu vernichten.

8. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden dem Beschuldigten 

zu Handen seiner Effekten herausgegeben: 

- SIM-Karte (A014'730'393)
- Herrenjacke (A014'729'783)
- Winterpullover (A014'735'296)
- Herrenhose (A014'731'272)
- 1 Paar Herrenschuhe (A014'731'261)
- Herrenarmbanduhr, Marke Jaguar (A014'731'283)
- div. Bankunterlagen (A014'730'406)
- div. Postunterlagen (A014'730'439)
- Handnotiz mit Adresse (A014'734'497)

Die Lagerbehörde wird angewiesen, die genannten Gegenstände innert 30 

Tagen ab Rechtskraft des Urteils dem Beschuldigten zu Handen seiner Ef-

fekten herauszugeben.

9. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

vom 17. November 2022 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zü-

rich, Asservaten-Triage, lagernden Gegenstände werden eingezogen und 

der Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen:

- Revolver (A014'729'034)
- Munition (A014'765'389)
- Munition (A014'765'390)
- Munition (A014'765'561)
- Munition (A014'765'572)
- Munition (A014'765'583)
- Munition (A014'765'594)
- Munition (A014'765'607)

- 7 -

- Munition (A014'734'588)
- Projektil (A014'731'454)
- Projektil (A014'733'756)
- Projektil (A014'733'803)
- Projektil (A014'735'183)
- Projektil (A014'735'207)
- Projektil (A014'735'230)
- Projektil (A014'740'875)
- Hülse (A014'729'090)
- Hülse (A014'729'103)
- Hülse (A014'729'114)
- Hülse (A014'729'125)
- Hülse (A014'729'147)
- Hülse (A014'729'158)
- Alufolie und Papier (A014'742'155)
- Stoffbezug Sofa (A014'740'900)
- Teppichstück (A014'742'144)
- Kaffeetasse (A014'756'560)
- Kaffeetasse (A014'756'571)
- Kaffeelöffel (A014'756'582)
- Videos Linie 101 (A014'766'428)

10. Die übrigen Sicherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger sind 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils von der Lagerbehörde zu vernich-

ten.

11. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (Ausgleichskasse 

B._____) wird nicht eingetreten.

12. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

C._____, der Privatklägerin 3 D._____ und dem Privatkläger 4 E._____ aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 

werden die Privatkläger 2 – 4 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

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13. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 2 C._____ Fr. 75'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

14. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 D._____ Fr. 70'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 4 E._____ Fr. 70'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 I._____ Schadener-

satz von Fr. 6'527.45 zu bezahlen. Im Übrigen werden die Privatkläger 6 und 

8 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

17. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 6 

G._____ und der Privatklägerin 8 I._____ aus dem eingeklagten Ereignis 

dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung 

des Umfanges des Schadenersatzanspruches werden die Privatkläger 6 und 

8 auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

18. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 F._____ Fr. 7'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 6 G._____ Fr. 35'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 H._____ Fr. 7'500.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 8 I._____ Fr. 40'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen. 

22. Das Entschädigungsgesuch des Beschuldigten für die Haftzeit in Höhe von 

Fr. 140'000.– wird abgewiesen.

23. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

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Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'000.00   Gebühr für das Vorverfahren; 
Kosten KantonspolizeiFr. 6'410.00   Kosten Kantonspolizei Zürich;

Fr. 79'844.89   Gutachten/Expertisen;
Fr. 400.00   Zeugenentschädigung;
Fr. 14'710.00   Auslagen Untersuchung;

Fr. 70'578.70   Entschädigung amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt    lic. iur. X._____ (inkl. Barauslagen und MwSt.)

Fr. 182'943.59   Total

24. Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 23 werden dem Beschuldigten aufer-

legt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden indessen einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung dieser Kosten gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO sowie Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt vorbehalten.

25. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 5 – 8 eine Parteient-

schädigung von Fr. 17'225.20 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen, 

zahlbar an deren Rechtsvertreter.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

Zur Berufung:

(Urk. 202; Urk. 230)

1. Freisprüche von den Vorwürfen des Mordes (i.S.v. Art. 112 StGB) und 

des Betrugs (i.S.v. Art. 146 StGB) (Dispositivziffer 1);

2. Bestrafung mit einer bedingt zu vollziehenden Geldstrafe von 120 Ta-

gen à Fr. 30.– (unter Anrechnung der Haft) (Dispositivziffern 2 und 3);

3. Verzicht auf eine Landesverweisung (Dispositivziffern 4 und 5);

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4. Abweisung sämtlicher Zivilforderungen der Privatkläger 2-8 (Dispositiv-

ziffern 12-21);

5. Entschädigung des Beschuldigten für die Haftzeit in Höhe von 

Fr. 140'000.– (Dispositivziffer 22);

6. Kostenfolge im Betrag von Fr. 2'500.– zulasten des Beschuldigten und 

im Übrigen zulasten der Staatskasse (Dispositivziffer 24);

7. Abweisung der Begehren der Privatkläger 5-8 auf Parteientschädigung.

Zur Anschlussberufung:

(Urk. 236)

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich sei un-

ter Kostenfolge zulasten des Staates abzuweisen.

b) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:

(Urk. 232)

1. Bestrafung des Beschuldigten mit einer lebenslänglichen Freiheits-

strafe.

2. Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils in allen weiteren Punkten.

c) Der Vertretung der Privatkläger 5-8:

(Urk. 233)

1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 11. Januar 2024 sei mit 

Ausnahme der zugesprochenen Genugtuungsleistungen für die Privat-

kläger 5-8 zu bestätigen.

2. Der Beschuldigte sei in Abänderung der Dispositivziffern 18 bis 21 zu 

verpflichten, den Privatklägern 5 und 7 je Fr. 20'000.–, der Privatkläge-

rin 8 Fr. 70'000.– und dem Privatkläger 6 Fr. 50'000.–, je zuzüglich 5 % 

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Zins ab 16. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen.

3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern 5-8 eine ange-

messene Prozessentschädigung für das zweitinstanzliche Verfahren 

gemäss eingereichter Honorarnote zu bezahlen.

––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––

Erwägungen:

I.  Prozessgeschichte

1. Das Bezirksgericht Winterthur entschied mit Urteil vom 11. Januar 2024 im 

Verfahren DG230014 (Urk. 198). Gegen diesen Entscheid wurde seitens der Ver-

teidigung fristgerecht Berufung angemeldet und erklärt (Urk. 190 u. 202). Mit Prä-

sidialverfügung vom 19. April 2024 (Urk. 203) wurde der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (nachfolgend Staatsanwaltschaft oder Anklagebehörde) sowie der 

Privatklägerschaft unter Hinweis auf die Berufungserklärung der Verteidigung je-

weils Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zur Stellung eines Antrags 

auf Nichteintreten angesetzt. Mit Eingabe vom 22. April 2024 (Urk. 206) liessen die 

Privatkläger 5-8, mit Eingabe vom 13. Mai 2024 (Urk. 212) die Privatkläger 2-4 so-

wie mit Eingabe vom 21. Mai 2024 (Urk. 215) die Privatklägerin 1 jeweils Verzicht 

auf Erhebung einer Anschlussberufung bzw. eines Nichteintretens erklären. Dem-

gegenüber erhob die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 22. April 2024 (Urk. 210) 

eine Anschlussberufung, welche hernach mit Präsidialverfügung vom 16. Mai 2024 

(Urk. 213) dem Beschuldigten sowie der Privatklägerschaft zugestellt wurde. Am 

3. Juni 2024 ergingen die Vorladungen an die Parteien zur Berufungsverhandlung 

auf den 25. März 2025 (Urk. 217). Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde der Bezirke Winterthur und Andelfingen vom 20. Juni 2024 

(Urk. 218; Rechtskraft des Entscheides: vgl. Urk. 220/1) wurde die Vertretungsbei-

standschaft der Privatkläger 2-4 aufgehoben und die Vertretungsbeiständin aus 

dem Amt entlassen, woraufhin die – nunmehr ehemalige – Vertretungsbeiständin, 

unter dem Hinweis, dass der Kindsvater die gesetzliche Vertretung der Privatklä-

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ger 2-4 innehabe, das Gericht um Abnahme der Vorladung zur Berufungsverhand-

lung ersuchte (Urk. 219). Am 10. September 2024 (Urk. 221) wurde ihr daraufhin 

die Vorladung zur Berufungsverhandlung abgenommen. 

2. An der Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung 

seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt lic. iur. X._____ und einer Pflegerin 

des Pflegezentrums L._____, seitens der Anklagebehörde Staatsanwältin lic. iur. 

M._____ und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ namens und in Vertretung der Privat-

kläger 5-8, wobei die Privatkläger 6 und 8 als Zuschauer an der Berufungsverhand-

lung teilnahmen (Prot. II S. 5). 

II.  Prozessuales

1.1. Seitens der Verteidigung wurde vor Vorinstanz geltend gemacht, dass das 

psychiatrische Gutachten von Dr. med. N._____ vom 15. Juni 2022 betreffend 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten (Urk. D1/19/15) mangelhaft sei und mangels ge-

nügender gutachterlicher Grundlage Zweifel an der Schuldfähigkeit des Beschul-

digten bestehen würden (Urk. 160 S. 1; Urk. 181 Rz. 16 ff.; Urk. 185 S. 33 f. Rz. 125 

ff.). Die Verteidigung begründet ihre Ansicht insbesondere damit, dass der ärztlich 

geäusserte Verdacht auf demenzielle Entwicklung sowie mögliche Ursache und 

Ausmass einer kognitiven Störung beim Beschuldigten nicht fachgerecht – nach 

anerkannten Standards – untersucht worden sei (Urk. 160 S. 2 Rz. 4 u. S. 4 Rz. 

15; Urk. 181 Rz. 16 ff.; Urk. 185 S. 34 Rz. 126). Insbesondere sei laut der Verteidi-

gung der in sämtlichen ärztlichen Berichten erhobene Verdacht auf Demenz nie 

umfassend und korrekt abgeklärt worden (Urk. 181 Rz. 17) und die einzige neuro-

psychologische Untersuchung des Universitären Psychiatrischen Dienstes Bern 

(nachfolgend UPD Bern) vom 20. Juli 2021 leide an erheblichen Mängeln (Urk. 181 

Rz. 18 ff.), zumal mehrere (vorbestehende) alt-postischämische, lakunäre Defekte 

(Hirninfarkte), die im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Demenz stehen wür-

den, dokumentiert seien (Urk. 181 Rz. 35; Urk. 185 Rz. 35). Das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. N._____ stütze sich hinsichtlich der zu beurteilenden 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten deshalb auf ungenügende Grundlagen (Urk. 

181 Rz. 28), weshalb eine neuropsychologische Abklärung des Beschuldigten vor-

- 13 -

zunehmen und hernach gestützt darauf ein (Ergänzungs-)Gutachten einzuholen sei 

(Urk. 181), wobei die Verteidigung diesen Antrag im Berufungsverfahren nicht mehr 

erneuerte (vgl. Urk. 230; Prot. II S. 5 ff.). Im Einzelnen wurde von der Verteidigung 

im erstinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, dass das psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. N._____ offensichtlich unvollständig und ungenügend sei, weil die 

Ansicht der Gutachterin, wonach der Beschuldigte während der Untersuchung in 

der Lage gewesen sei, sein "strategisch wirkendes Aussageverhalten" aufrechtzu-

erhalten, eine schwere NCD (neurocognitive disorder) ausschliesse, die Standards 

einer lege artis-Abklärung von Ursache und Ausmass der kognitiven Störung offen-

kundig nicht erfüllt worden seien und das Gutachten eine solche auch nicht zu er-

setzen vermöge. Ausserdem halte die Gutachterin selbst fest, dass der Beschul-

digte sein strategisches Aussageverhalten nach dem Schlaganfall im April 2021 ab 

August 2021 nicht mehr habe aufrechterhalten können. Folglich fehle eine verläss-

liche Abklärung einer Demenz nach den nötigen Standards, wodurch das Gutach-

ten zur Schuldfähigkeit auf einer ungenügenden Grundlage beruhe. Da gemäss der 

Gutachterin Dr. med. N._____ der psychopathologische Zustand zum Tatzeitpunkt 

lediglich anhand von Zeugenaussagen, der ärztlichen Untersuchung des Instituts 

für Rechtsmedizin Zürich (nachfolgend IRM), der Überprüfung der Hafterstehungs-

fähigkeit und den ersten tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten beurteilt werden 

könne, seien sämtliche Aussagen im Lichte einer allfälligen Demenz psychiatrisch 

zu werten. Jedenfalls sei dokumentiert, dass der Beschuldigte mehrere Hirninfarkte 

erlitten habe, die im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Demenz stünden, wel-

cher durch die E-Mail von K._____, der Enkelin des Beschuldigten, bestätigt werde 

(Urk. 181 Rz. 26 ff.; Urk. 185 Rz. 38 u. 125 ff.). 

1.2. Zieht das Gericht mangels eigener Fachkenntnis, die zur Feststellung oder 

Beurteilung eines Sachverhalts erforderlich ist, eine sachverständige Person bei 

(vgl. Art. 182 StPO), ist es bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. 

Ob das Gericht die in einem Gutachten enthaltenen Erörterungen für überzeugend 

hält oder nicht und ob es dementsprechend den Schlussfolgerungen der Experten 

folgen will, ist mithin eine Frage der Beweiswürdigung. Die Beweiswürdigung und 

die Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen sind Aufgabe des Gerichtes. 

Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung entscheiden die Organe der 

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Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Ansicht 

aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber, ob sie eine Tatsache für erwiesen halten 

(vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist somit nicht an den Befund oder die Stel-

lungnahme des Sachverständigen gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich 

aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Ein-

wände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch 

wenn das gerichtlich eingeholte Gutachten grundsätzlich der freien Beweiswürdi-

gung unterliegt, darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von ihm 

abrücken und muss Abweichungen begründen. Auf der anderen Seite kann das 

Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen 

zusätzlichen Beweiserhebungen gegen das Verbot der willkürlichen Beweiswürdi-

gung (Art. 9 BV) verstossen (BGE 142 IV 49 E. 2.1.3; 141 IV 369 E. 6.1; 136 II 539 

E. 3.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_1087/2021, 6B_1120/2021 vom 

22. Mai 2023 E. 3.3.2; 6B_567/2020 vom 6. Dezember 2021 E. 2.3.2, nicht publ. 

in: BGE 148 IV 57; je mit Hinweisen). Gemäss Art. 198 StPO lässt die Verfahrens-

leitung das Gutachten von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei durch die 

gleiche sachverständige Person ergänzen oder verbessern oder bestimmt weitere 

Sachverständige, wenn das Gutachten unvollständig oder unklar ist (lit. a). Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn das Gutachten nicht alle gestellten Fragen be-

antwortet, sich nicht auf alle dem Gutachter zur Verfügung stehenden Unterlagen 

stützt, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ausser Acht lässt oder die Fragen 

nicht in verständlicher oder logischer Weise beantwortet (Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_1087/2021, 6B_1120/2021 vom 22. Mai 2023 E. 3.3.2; 6B_1468/2021 vom 

28. September 2022 E. 1.2.1; 6B_698/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 1.1; 

6B_824/2018 vom 19. September 2018 E. 2.1; je mit Hinweisen). 

1.3. Die psychiatrische Gutachterin Dr. med. N._____, welche den Beschuldig-

ten aus drei Explorationsgesprächen mit einer beträchtlichen Gesamtdauer von 

245 Minuten persönlich wahrnehmen konnte und über eine umfassende Akten-

kenntnis verfügte (vgl. Urk. D1/19/15 S. 3 ff.), wies zunächst darauf hin, dass die 

ärztliche Untersuchung des Beschuldigten vom 16. Februar 2021 – mithin im an-

klagegegenständlichen Tatzeitpunkt gemäss Dossier 1 – einen sich in leicht redu-

ziertem Allgemeinzustand und übergewichtigem Ernährungszustand befindlichen, 

- 15 -

allseits (auch zeitlich) orientierten Mann gefunden habe. Das Verhalten wurde als 

ruhig und unauffällig beschrieben und Erinnerungslücken seien keine angegeben 

worden. Der psychische Zustand habe gemäss der Gutachterin stabil gewirkt. Sie 

beschrieb den Beschuldigten als psychisch unauffällig, freundlich, kooperativ, ohne 

neurologische Symptome und mit unauffälligen Vitalzeichen (Urk. D1/19/15 S. 75). 

Vom 8. April 2021 bis zum 22. April 2021 sei es gemäss dem Gutachten zu einer 

Hospitalisation des Beschuldigten aufgrund einer schweren Eisenmangelanämie 

gekommen, wobei im Rahmen eines am 19. April 2021 durchgeführten Schädel-

CTs ein subakuter ischämischer Hirninfarkt nachgewiesen worden sei, wobei sub-

akut bedeute, dass sich der Hirninfarkt 24 Stunden bis sechs Wochen vor der Ent-

deckung – und somit nach dem anklagegegenständlichen Vorfall gemäss Dos-

sier 1 – ereignet habe. Weiter seien daneben mehrere alte postischämische la-

kunäre Defekte entdeckt worden, die darauf hinweisen würden, dass es bereits frü-

her zu kleineren Schlaganfällen gekommen sei (Urk. D1/19/15 S. 75), welche ge-

mäss der Verteidigung – wie bereits erwähnt (s. obenstehend unter E. 1.1.) – Hin-

weise auf das Bestehen einer nicht genügend abgeklärten Demenz beim Beschul-

digten liefern könnten (vgl. Urk. 181 Rz. 35). Die Gutachterin setzt sich im Gutach-

ten im Rahmen ihrer eigenen Erhebungen mit dem Ausmass neurologischer Stö-

rungen nach einem Infarkt auseinander: Gestützt auf die Angaben des Beschuldig-

ten und seiner Familienangehörigen sowie seine Krankengeschichte stellte sie 

schlüssig fest, dass sich daraus keine entsprechenden Symptome ergeben würden 

und deshalb davon ausgegangen werden könne, dass diese früheren Schlaganfälle 

asymptomatisch verlaufen seien (Urk. D1/19/15 S. 75 f.). In der Folge äussert sich 

Dr. med. N._____ zu den bei neurokognitiven Störungen/Demenzen anwendbaren 

DSM-5-Kriterien. Dabei wurden die kognitiven Fähigkeiten des Beschuldigten zum 

vorgeworfenen Deliktszeitpunkt mit Bezug zu den vorhandenen kognitiven Fähig-

keiten in den Untersuchungszeitpunkten eingeschätzt: Zunächst ergäben sich aus 

den Akten und Untersuchungen keine Hinweise, dass die Aufmerksamkeit des Be-

schuldigten im Februar 2021 reduziert gewesen wäre. Ebenfalls sei im Rahmen der 

Begutachtung eine gesteigerte Ablenkbarkeit nicht ersichtlich gewesen. Sodann 

könne zwar die Begleitung des Beschuldigten während der Fahrt in die Schweiz für 

eine leichte Ausprägung einer Störung der Exekutivfunktionen sprechen, jedoch 

- 16 -

spreche die Tatsache, dass der Beschuldigte den Zimmerkollegen O._____ zum 

Karten-/Schachspielen aufforderte sowie das strategisch wirkende Aussageverhal-

ten des Beschuldigten gegen eine relevante Störung der Exekutivfunktionen (be-

stehend aus: Planen, Entscheidungen treffen, Arbeitsgedächtnis, Handeln entge-

gen der Gewohnheit/Verhaltenshemmung, mentale Flexibilität). Sodann weist die 

Gutachterin darauf hin, dass der Beschuldigte häufig angegeben habe, sich an zeit-

lich lange zurückliegende Ereignisse nicht mehr genau zu erinnern. Dass er sich 

aber sehr genau an Inhalte des Kurzzeitgedächtnisses, wie beispielsweise Inhalte 

innerhalb eines Gesprächs des Beschuldigten mit der Gutachterin, zu erinnern ver-

mocht habe, stelle gemäss Dr. med. N._____ eine für eine Demenz untypische 

Symptomatik dar und spreche gegen eine relevante Beeinträchtigung der Gedächt-

nisleistung. Dass der Beschuldigte die Anwesenheit des Kindermädchens am Tat-

tag korrekt wahrgenommen und erkannt habe, dass sie in die Waschküche ging, 

sowie dass der Beschuldigte die Gutachterin beim zweiten und dritten Besuch mü-

helos wiedererkannte, deute zudem auf eine perzeptive Richtigkeit von Wahrneh-

men und Wiedererkennen hin. Schliesslich attestierte die Gutachterin dem Be-

schuldigten eine zutreffende soziale Wahrnehmung. Es seien bei ihm weder eine 

Apathie noch innere Unruhe erkennbar gewesen. Der Beschuldigte habe den Sinn 

hinter diversen Fragen verstanden und diese gezielt und seinen Interessen folgend 

beantworten können. Zudem sei der Beschuldigte in der Lage gewesen, sein an-

fänglich der Gutachterin gegenüber respektloses Verhalten auf Hinweis hin zu ver-

ändern (Urk. D1/19/15 S. 76 ff.). Dr. med. N._____ zeigte dabei detailliert und 

schlüssig auf, wie sie zu den getroffenen Annahmen im Rahmen der Beurteilung 

der DSM-5-Kriterien kam. Ihre zusammenfassende Beurteilung, dass beim Be-

schuldigten im Februar 2021 allenfalls erschwerte Exekutivfunktionen, Beeinträch-

tigungen im Lernen/Gedächtnis und in der perzeptiv-motorischen Domäne ange-

nommen werden könnten, wobei sämtliche Beeinträchtigungen allenfalls leichtgra-

dig gewesen seien (Urk. D1/19/15 S. 78), erscheinen aufgrund ihrer Erklärungen 

denn auch ohne Weiteres überzeugend. Die Gutachterin Dr. med. N._____ setzt 

sich des Weiteren einlässlich mit den Austrittsberichten des Inselspitals Bern vom 

26. April 2021 (Urk. D1/22/3) und der UPD Bern vom 20. Juli 2021 (Urk. D1/20/4) 

und insbesondere dem Umstand, dass aufgrund mehrerer alt-postischämischer la-

- 17 -

kunärer Defekte eine Verdachtsdiagnose auf Demenz geäussert wurde (Urk. 

D1/22/3 S. 1 u. 3) bzw. die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen neurokogni-

tiven Störung (ICD-10: G31.9) im Rahmen einer beginnenden vaskulären Demenz 

(ICD-10: F01.9) gestellt wurde (Urk. D1/20/4 S. 1 u. 6 f.), auseinander. Dr. med. 

N._____ legt schlüssig dar, dass diese Befunde aus gutachterlicher Sicht mit Zu-

rückhaltung interpretiert werden sollten, weil der Beschuldigte ausserhalb seiner 

Muttersprache und zudem in einem ihm fremden Kulturkreis untersucht worden sei. 

Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte sein Interesse äusserte, 

nicht im Gefängnis, sondern im Pflegeheim untergebracht zu werden, weshalb es 

für ihn vorteilhaft sei, in solchen Tests nicht gut abzuschneiden. Gestützt auf die 

von der UPD Bern zutreffend festgestellten Erkrankungen sei aber erwiesen, dass 

der Beschuldigte hohe Risikofaktoren aufweise, im weiteren zeitlichen Verlauf eine 

vaskuläre Demenz zu entwickeln, womit sie das Vorliegen einer solchen im Explo-

rationszeitpunkt ausdrücklich ausschloss (Urk. D1/19/15 S. 79 f.). Sie diagnosti-

zierte beim Beschuldigten zu den vorgeworfenen Tatzeitpunkten eine allenfalls 

leichte Form einer NCD, welche sich medizinisch nicht als Teil der ICD-10-Syste-

matik codieren lasse (Urk. D1/19/15 S. 80). Die Gutachterin weist anhand konkreter 

und nachvollziehbarer Beispiele aus der Exploration des Beschuldigten darauf hin, 

dass sich in den Gesprächen mit dem Beschuldigten Aggravationstendenzen ge-

zeigt hätten und befand, dass das präsentierte Zustandsbild des Beschuldigten 

nicht in sich kongruent wirke, weil er eine untypische und wechselnde Symptomatik 

zeige, welche sich aus psychiatrischer Sicht eher mit zielgerichteten, intentionalem 

Verhalten erklären lasse als mit Symptomfluktuationen innerhalb der Gesprächszeit 

(Urk. D1/19/15 S. 79 f.). So geht aus den Ausführungen von Dr. med. N._____ 

schlüssig hervor, dass die Erinnerungsfähigkeit des Beschuldigten offensichtlich 

willentlich selektiv war und Erinnerungsstörungen insbesondere dort angegeben 

wurden, wo es ihm zum Vorteil zu gereichen schien. Auch erscheine der Gutachte-

rin zufolge auffällig, dass der Beschuldigte seine Familienangehörigen konsequent 

herauszuhalten versuche und z.B. angab, er habe am Bahnhof und nicht bei sei-

nem Verwandten P._____ geschlafen (Urk. D1/19/15 S. 80 f.). Dr. med. N._____ 

schliesst deshalb nachvollziehbar darauf, dass der Beschuldigte während der Un-

tersuchungen lange in der Lage gewesen sei, sein strategisch wirkendes Aussage-

- 18 -

verhalten zumindest bis August 2021 aufrechtzuerhalten, wobei er nach dem da-

maligen weiteren Schlaganfall im Gegensatz zu früheren Einvernahmen neu er-

klärte, vom Opfer mit einem Messer angegriffen worden zu sein, womit sich eine 

qualitative Veränderung seines Aussageverhaltens ergeben habe (Urk. D1/19/15 

S. 81 u. 83). Auch ihre detaillierte, insbesondere im Hinblick auf die Beurteilung 

seiner Einvernahme- und Verhandlungsfähigkeit durchgeführte und ohne Weiteres 

nachvollziehbare Analyse des Aussageverhaltens des Beschuldigten im Rahmen 

des Vorverfahrens führt bei Dr. med. N._____ zu keiner anderen Erkenntnis (vgl. 

Urk. D1/19/15 S. 82 ff.). Hinsichtlich ihrer Beurteilung der Schuldfähigkeit des Be-

schuldigten wies die Gutachterin Dr. med. N._____ darauf hin, dass das forensisch-

psychiatrische Gutachten erst ca. ein Jahr nach dem anklagerelevanten Vorfall und 

damit auch nach einem weiteren Schlaganfall im April 2021 erstellt worden sei, 

weshalb gewisse Unsicherheiten bestehen würden. Die Beurteilung könne sich da-

her letztlich nur auf Zeugenaussagen, die ärztliche Untersuchung des IRM vom 

16. Februar 2021, die Überprüfung der Hafterstehungsfähigkeit gleichen Datums 

und die ersten tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten stützen (Urk. D1/19/15 

S. 84), was sich angesichts der erwähnten Umstände als sachgerecht erweist. Fer-

ner seien laut der Gutachterin beim Beschuldigten in seiner Krankengeschichte seit 

2013 weder kognitive, affektive noch psychische Auffälligkeiten dokumentiert 

(Urk. D1/19/15 S. 85). Auch ergäben die Aussagen der den Beschuldigten zum an-

klagegegenständlichen Zeitpunkt gemäss Dossier 1 treffenden, einvernommenen 

Personen, der ihm vorgeworfene Tatablauf sowie die mutmassliche Tatmotivation 

keine Hinweise auf eine psychische Beeinträchtigung auf Seiten des Beschuldig-

ten. Vielmehr erweise sich das anklagegegenständliche Handeln als sehr klar und 

zielgerichtet (Urk. D1/19/15 S. 85 ff.). Auch bestehe laut Dr. med. N._____ aus 

psychiatrischer Sicht kein Hinweis für ein wahnhaft-psychotisches oder situations-

verkennendes Erleben auf Seiten des Beschuldigten, das erklären könnte, warum 

er gemeint habe, von †Q._____ angegriffen worden zu sein (Urk. D1/19/15 S. 87). 

Dr. med. N._____ kommt gestützt auf ihre detaillierten und ohne Weiteres nach-

vollziehbaren Ausführungen zum Schluss, dass beim Beschuldigten im anklagere-

levanten Zeitpunkt gemäss Dossier 1 "allenfalls leichtgradige neurokognitive Stö-

rungen" vorgelegen seien, welche keiner schweren psychischen Störung gemäss 

- 19 -

ICD-10 entsprechen würden (Urk. D1/19/15 S. 85 u. 90), bzw. sei beim Beschul-

digten in den anklagegegenständlichen Zeitpunkten gemäss Dossier 1 und Dossier 

2 keine forensisch relevante psychische Störung festzustellen (Urk. D1/19/15 S. 88 

u. 90). Dabei erachtet die Gutachterin die Fähigkeit zur Einsicht des Beschuldigten 

in das Unrecht der Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht als unbeeinträch-

tigt und seine Steuerungsfähigkeit zum Deliktszeitpunkt als intakt (Urk. D1/19/15 S. 

91). Deshalb entfielen auch die Voraussetzungen zur Anordnung einer Massnahme 

(Urk. D1/19/15 S. 90 u. 92 f.). Ergänzend kann – um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden – hinsichtlich der Beurteilung der Schuldfähigkeit auf die sich als voll-

umfänglich zutreffend erweisenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 198 E. 

III.3.8.4.6.-3.8.4.8.) verwiesen werden. 

1.4. Die Ausführungen der Gutachterin Dr. med. N._____ erweisen sich – auch 

in Bezug auf die beim Beschuldigten festgestellten kognitiven Einschränkungen – 

als nachvollziehbar und schlüssig. Sie hat sich einlässlich mit allen relevanten 

Punkten befasst und diese einleuchtend dargestellt. Insbesondere hat sie schlüssig 

erörtert, dass die genaue Ursache der Demenz für die Beurteilung der Schuldfähig-

keit und das vorliegend zu beurteilende Delikt keine Rolle spielt und das Ausmass 

der Demenz im Tatzeitpunkt nicht über eine "allenfalls leichte neurokognitive Ein-

schränkung" hinausgeht. Es besteht aus den gemachten Erwägungen kein Anlass, 

die im Gutachten festgehaltenen Folgerungen in Zweifel zu ziehen, weshalb voll-

umfänglich darauf abgestellt werden kann. Eine Ergänzung des Gutachtens erüb-

rigt sich deshalb. Abgesehen davon würde sich ein Ergänzungsgutachten im sei-

tens der Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren beantragten Rahmen insbe-

sondere auf die bestehenden Akten zu stützen haben, um Erkenntnisse auf den 

gesundheitlichen Zustand des Beschuldigten im anklagerelevanten Zeitpunkt zu 

gewinnen, weil angesichts des fortschreitenden Alters des Beschuldigten mit ten-

denziell zunehmenden kognitiven Einschränkung zu rechnen ist. Dasselbe hat für 

allfällige weitere neurologische Untersuchungen zu gelten. Auch deshalb erweisen 

sich weitere medizinische und/oder gutachterliche Abklärungen weder als zielfüh-

rend noch erforderlich. Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten wird von der Vertei-

digung im Berufungsverfahren demnach zu Recht nicht mehr in Frage gestellt, da 

- 20 -

sie in den anklagegegenständlichen Zeitpunkten in rechtlicher Hinsicht uneinge-

schränkt war.

2.1. Sodann brachte die Verteidigung vor Vorinstanz vor, dass das Gutachten 

von Dr. med. Dipl.-Jur. R._____ und Dr. med. S._____ vom 8. Dezember 2023 

betreffend Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten (Urk. 145) auf einer unvoll-

ständigen Grundlage, dem Austrittsbericht der UPD Bern vom 20. Juli 2021 

(Urk. D1/20/4), beruhe. So würden die Gutachter selbst den Bericht der UPD Bern, 

gemäss welchem der Beschuldigte an einer "G31.9 leichten bis mittelgradigen neu-

rokognitiven Störung DD im Rahmen einer F01.9 beginnenden vaskulären De-

menz" leide, in mehrfacher Hinsicht bemängeln: Zunächst könne dem Bericht keine 

Wertung der Defizite entnommen werden; zudem fehle eine strukturierte ärztliche 

Anamneseerhebung und Untersuchung in Bezug auf die Defizite nach den Stan-

dards der Swiss Memory Clinics. Weiter umfasse die Beschreibung der Defizite fast 

keine "z-Werte" und es sei unklar, ob mit "beginnender vaskulärer Demenz" ein 

Vorstadium oder bereits das Vorliegen eines leichten Stadiums gemeint sei. 

Schliesslich werde in diesem Bericht insbesondere die Alltagsfunktionalität nicht 

explizit beschrieben (Urk. 181 Rz. 7 ff.). 

2.2. Die Verhandlungsfähigkeit gemäss Art. 114 StPO ist Teil der Prozessfähig-

keit gemäss Art. 106 StPO. Sie ist im Falle der beschuldigten Person gegeben, 

wenn diese körperlich und geistig in der Lage ist, der Verhandlung zu folgen (vgl. 

Art. 114 Abs. 1 StPO); insofern umfasst die Verhandlungsfähigkeit auch die Ver-

nehmungsfähigkeit. Die beschuldigte Person muss namentlich in der Lage sein, 

Fragen im Bewusstsein ihrer Tragweite zu beantworten, Auskünfte über den Sach-

verhalt zu erteilen, die Bedeutung ihrer Aussagen zu erkennen und aktiv in den 

Lauf des Verfahrens einzugreifen, d.h. von ihren Teilnahmerechten Gebrauch zu 

machen. Nach der Rechtsprechung sind nicht die (hohen) zivilprozessualen Mass-

stäbe an die Verhandlungsfähigkeit anzulegen. Insbesondere sind in der Regel nur 

jugendliches Alter, schwere körperliche oder geistige Störungen bzw. schwerwie-

gende Erkrankungen geeignet, die Verhandlungs- bzw. Vernehmungsfähigkeit zu 

verneinen (vgl. auch BSK StPO I-ENGLER, 3. Auflage, 2023, N 7 zu Art. 114 StPO). 

Geringere Defizite können danach durch eine gehörige Verteidigung wettgemacht 

- 21 -

werden. Im Zweifelsfall ist gestützt auf ein ärztliches Gutachten zu entscheiden, ob 

Verhandlungsfähigkeit vorliegt (vgl. Art. 251 Abs. 2 lit. b StPO). Dabei stellt Thera-

piebedürftigkeit allein noch keinen Nachweis dafür dar, dass die beschuldigte Per-

son nur beschränkt oder gar nicht verhandlungsfähig sein könnte. Weil das öffent-

liche Interesse an der Durchführung der Strafverfolgung mit zunehmender Schwere 

des Delikts zunimmt, soll namentlich im Falle von Kapitalverbrechen Verhandlungs-

unfähigkeit nur mit grosser Zurückhaltung (d.h. nach umfassender Abklärung) und 

nur dann anzunehmen sein, wenn diese nicht mit geeigneten organisatorischen 

und technischen Vorkehren gebannt werden kann (SK StPO-LIEBER, 3. Auflage, 

2020, N 1 ff. zu Art. 114 StPO). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

ist die Verhandlungsfähigkeit von Amtes wegen zu prüfen. Nähere Abklärungen 

sind jedoch nur dann geboten, wenn Anhaltspunkte für eine beschränkte oder feh-

lende Verhandlungsfähigkeit gegeben sind. Die Verfahrensleitung verfügt bei der 

Beurteilung, ob die beschuldigte Person fähig ist, ihre Verfahrensinteressen zu 

wahren, über einen Ermessensspielraum. Die Verhandlungsfähigkeit ist dabei nur 

ganz ausnahmsweise zu verneinen; etwa wenn eine beschuldigte Person nicht in 

der Lage ist, der Verhandlung zu folgen, die gegen sie erhobenen Vorwürfe zu ver-

stehen und zu diesen vernunftgemäss Stellung zu nehmen (Urteile des Bundesge-

richtes 1B_314/2015 vom 23. Oktober 2015 E. 2.2; 1B_279/2014 vom 3. Novem-

ber 2014 E. 2.1.1; 1B_318/2014 vom 27. Oktober 2014 E. 2.1; 1B_332/2012 vom 

15. August 2012 E. 2.4). 

2.3. Das im Auftrag der Vorinstanz erstellte forensisch-psychiatrische Gutach-

ten von Dr. med. Dipl.-Jur. R,_____ und Dr. med. S._____ zur Verhandlungsfähig-

keit des Beschuldigten vom 8. Dezember 2023 (Urk. 145) erweist sich – einherge-

hend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. II.4.1.) – als 

überzeugend, vollständig und schlüssig. Die beiden Gutachterinnen stützten sich 

dabei sowohl auf vorbestehende ärztliche Unterlagen, wie u.a. die bereits vorhan-

denen Berichte der UPD Bern und des Inselspitals Bern, sowie das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. N._____ wie auch auf ein knapp halbstündiges Telefonge-

spräch mit dem zuständigen Heimarzt des Beschuldigten im Pflegezentrum 

L._____ am 29. November 2023 und eine eigene – knapp eineinhalbstündige – 

Exploration des Beschuldigten am 3. November 2023 (vgl. Urk. 145 S. 1). Einge-

- 22 -

hend prüften die beiden Gutachterinnen das Vorliegen eines demenziellen Syn-

droms anhand der ICD-10-Klassifikation (Urk. 145 S. 25 ff.) und kamen zum 

Schluss, dass die Auswertung der ärztlichen Befunde dafür spreche, dass beim 

Beschuldigten trotz Multimorbidität, die wiederholte Hospitalisierungen erforderte, 

weiterhin von einer (lediglich) leichten kognitiven Störung im Sinne von DSM-5 aus-

zugehen sei (Urk. 145 S. 32 u. 34), welche Diagnose per se nicht gegen seine Ver-

handlungsfähigkeit spreche (Urk. 145 S. 35). Die eigene Exploration des Beschul-

digten durch die beiden Gutachterinnen ergab des Weiteren keinen Hinweis auf 

einen fehlenden resp. unzureichenden Realitätsbezug, der Beschuldigte wurde fer-

ner als ausreichend orientiert wahrgenommen und seine Auffassungsgabe und Be-

lastbarkeit für ein mehr als einstündiges Gespräch als ausreichend bezeichnet. 

Auch sei der Beschuldigte im Rahmen der Exploration in der Lage gewesen, den 

Sinn des bevorstehenden (vorinstanzlichen) Gerichtstermins zu erkennen sowie 

die anwesenden Personen und deren Rollen korrekt zu benennen, was ebenso für 

seine Verhandlungsfähigkeit spreche wie der Umstand, dass er die rechtlichen 

Konsequenzen eines Mordes, der in Notwehr oder aber auch nicht in Notwehr ge-

schieht, habe umreissen können. Darüber hinaus spreche für die Verhandlungsfä-

higkeit des Beschuldigten, dass weder die eigenen Untersuchungen noch die Akten 

Anlass zu Zweifel daran geben, dass er in der Lage sei, seinen Verteidiger gemäss 

seinen Wünschen zu instruieren. Dass der Beschuldigte den Tathergang wie bei 

allen Einvernahmen seit August 2021 und auch bei der Befragung durch die Gut-

achterin Dr. med. N._____ sowie die bekannten Episoden aus seiner Biografie ge-

schildert habe, lasse auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass er im aktuellen 

Gesundheitszustand am (vorinstanzlichen) Gerichtstermin in der Lage wäre, zu sei-

ner Person und zum Sachverhalt Auskunft zu erteilen, wobei er die Bedeutung sei-

ner Aussagen hierzu zu erkennen vermöge (Urk. 145 S. 25 ff. insb. S. 36). Der von 

der Vorinstanz getroffene Schluss, dass die beiden Gutachterinnen keinerlei Zwei-

fel an der Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten hegen würden und dieser auch 

vernehmungsfähig sei (vgl. Urk. 198 E. II.4.1.), erweist sich deshalb als zutreffend. 

Auch aufgrund der eigenen unmittelbaren Wahrnehmung des Beschuldigten an-

lässlich der Berufungsverhandlung ergaben sich für das Gericht im Hinblick auf die 

Beurteilung seiner Verhandlungsfähigkeit keine anderen Folgerungen. So war der 

- 23 -

Beschuldigte – einhergehend mit den Feststellungen der Verteidigung (vgl. Prot. II 

S. 28) – ohne Weiteres imstande, seiner Befragung zur Person und zur Sache zu 

folgen und adäquat zu antworten, wobei nichts darauf schliessen liess, dass er sich 

der Bedeutung seiner Aussagen nicht bewusst gewesen sein könnte (vgl. Prot. II 

S. 9 ff.). 

2.4. Gestützt auf die gemachten Erwägungen liegen keine Anhaltspunkte für 

eine beschränkte oder fehlende Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten vor. Ab-

gesehen davon wären die Anforderungen an eine Verhandlungsunfähigkeit ange-

sichts des in Frage stehenden Kapitalverbrechens auch ziemlich hoch. Eine in einer 

Verhandlungsunfähigkeit des Beschuldigten begründete Gehörsverletzung ist vor-

liegend nicht auszumachen, sodass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. 

3. Nach Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht 

innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll an-

zumelden. Hernach ist seitens der Partei, die Berufung angemeldet hat, innert 

20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils dem Berufungsgericht eine 

schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Die An-

schlussberufung ist von den anderen Parteien, die keine Berufung erhoben haben, 

innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung zu erklären (Art. 400 

Abs. 3 lit. b StPO). Vorliegend stellte der Vertreter der Privatkläger 5-8 anlässlich 

der Berufungsverhandlung in Abänderung des vorinstanzlichen Urteils betreffend 

die Dispositivziffern 18-21 den eingangs genannten Antrag hinsichtlich der Genug-

tuungsforderungen seiner Klienten, die über die von der Vorinstanz jeweils zuge-

sprochene Genugtuung hinausgehen. Nachdem die Privatkläger 5-8 die Berufung 

nicht fristwahrend erhoben und innert mit Präsidialverfügung vom 19. April 2024 

(vgl. Urk. 203 u. 204/3) angesetzter Frist ausdrücklich auf die Erhebung einer An-

schlussberufung verzichtet haben (Urk. 206), erweist sich ihr diesbezüglicher, im 

Rahmen der Berufungsverhandlung gestellter Antrag als verspätet, weshalb auf 

diesen nicht einzutreten ist.

4.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

- 24 -

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind.

4.2. Seitens des Beschuldigten wurde die Berufung auf die Schuldsprüche be-

züglich Mord und Betrug (Dispositivziffer 1 alineae 1 und 2), die Strafzumessung 

(Dispositivziffer 2), den Strafvollzug (Dispositivziffer 3), den Landesverweis (Dispo-

sitivziffer 4), die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informati-

onssystem (Dispositivziffer 5), die Zivilforderungen der Privatkläger 2-8 (Dispositiv-

ziffern 12-21), die Prozessentschädigung (Dispositivziffer 22), die Kostenauflage 

(Dispositivziffer 24) sowie die Parteientschädigungen (Dispositivziffer 25) be-

schränkt. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtete sich sodann ein-

zig gegen die Strafzumessung (Dispositivziffer 2). Der vorinstanzliche Entscheid ist 

daher hinsichtlich der Dispositivziffern 1 teilweise (Schuldspruch mit Bezug auf das 

mehrfache Vergehen gegen das Waffengesetz), 6-9 (Beschlagnahmungen), 10 (Si-

cherstellungen, Asservate, Spuren und Spurenträger), 11 (Nichteintreten Schaden-

ersatzbegehren Privatklägerin 1) sowie 23 (Kostenfestsetzung) nicht angefochten, 

in welchem Umfang das vorinstanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen, was mit-

tels Beschlusses festzustellen ist (BSK StPO II-BÄHLER, 3. Auflage, 2023, N 2 zu 

Art. 402 StPO). In allen übrigen Punkten steht der erstinstanzliche Entscheid dem-

gegenüber im Rahmen des Berufungsverfahrens zur Disposition.

- 25 -

III.  Materielles

A. Tatvorwürfe

Hinsichtlich der Tatvorwürfe ist auf die Anklageschrift vom 23. Februar 2023 

(Urk. D1/52) zu verweisen. 

B. Beweisgrundsätze

1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 10 Abs. 3 StPO sowie Art. 6 Ziff. 2 EMRK 

verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis ihrer 

Schuld zu vermuten, dass die einer strafbaren Handlung beschuldigte Person un-

schuldig ist (BGE 137 IV 219 E. 7.3 mit Hinweisen; 127 I 38 E. 2a; Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_617/2013 vom 4. April 2014 E. 1.2). Angesichts der Unschulds-

vermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Be-

schuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen 

(JOSITSCH/SCHMID, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 4. Auflage, 

2023, N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38 E. 2a). Als 

Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der 

Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklä-

ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende 

Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGE 138 V 74 E. 7; 

128 I 81 E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des Richters muss auf einem ver-

standesmässig einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Beob-

achter nachvollziehbar sein (Urteil des Bundesgerichtes 1P.474/2004 vom 3. De-

zember 2004 E. 2.2). Die Entscheidregel "in dubio pro reo" zwingt sodann auch 

nicht dazu, jede entlastende Angabe der beschuldigten Person, für deren Richtig-

keit oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden ist, als unwiderlegt zu 

betrachten. Vielmehr darf das Gericht, sofern Anhaltspunkte für die Richtigkeit einer 

entlastenden Behauptung fehlen, in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, 

dass die Vorbringen unglaubhaft sind. Darin liegt weder eine Missachtung des Aus-

- 26 -

sageverweigerungsrechts einer beschuldigten Person gemäss Art. 113 

Abs. 1 StPO bzw. Art. 6 EMRK noch eine verfassungswidrige Umkehr der Beweis-

last (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1385/2021 vom 29. August 2023 E. 2.4.1; 

6B_1205/2022 vom 22. März 2023 E. 2.4.1; 6B_843/2018 vom 8. Januar 2019 

E. 1.4 m.w.H.). Nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehauptung braucht mithin 

durch einen hieb- und stichfesten Beweis widerlegt zu werden, insbesondere dort 

nicht, wo ein solcher Negativbeweis gar nicht zu erbringen ist. Ein "Gegenbeweis" 

der Strafbehörden ist vielmehr nur dann zu verlangen, wenn gewisse Anhalts-

punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit der 

Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen lassen oder 

wenn die beschuldigte Person sie sonst wie glaubhaft macht. Andernfalls könnte 

jede Anklage mit einer abstrusen Schutzbehauptung zu Fall gebracht werden (vgl. 

Urteile des Bundesgerichtes 6B_824/2016, 6B_844/2016, 6B_946/2016, 

6B_960/2016 vom 10. April 2017 E. 15.3.2). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung 

erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über je-

den vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dür-

fen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind (BGE 138 V 74 

E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld aus-

geschlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser 

Wahrscheinlichkeit beruhen (JOSITSCH/SCHMID, a.a.O., N 227 f.; Urteil des Bundes-

gerichtes 1P.474/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 2.2).

2. Beim sog. Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmit-

telbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, un-

mittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Der Indizienbeweis ist dem di-

rekten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein be-

trachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache 

oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, kann daher in ihrer 

Gesamtheit als "Mosaik" ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechts-

genügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (Urteile des Bundesgerichtes 

6B_10/2023 vom 31. Juli 2023 E. 6.5.4; 6B_1149/2020 vom 17. April 2023 

E. 2.3.2.2; 6B_691/2021 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2.2; 6B_790/2021 vom 20. Ja-

- 27 -

nuar 2022 E. 1.2.3 m.w.H.). Auch der strafprozessuale Grundsatz "in dubio pro reo" 

verlangt im Übrigen nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbese-

hen auf den für die beschuldigte Person günstigeren Beweis abzustellen ist. Die 

entsprechende Entscheidregel findet auf das einzelne Indiz keine Anwendung. Viel-

mehr entfaltet der Grundsatz seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes 

und kommt erst zum Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichtes 

notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind. Massgebend ist mit-

hin nicht eine isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, sondern deren gesamt-

hafte Würdigung (Urteil des Bundesgerichtes 6B_160/2022 vom 5. Oktober 2022 

E. 2.3.2; WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 3. Auflage, 2020, Art. 10 StPO N 27; 

OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Auflage, 2020, N 1090). 

3. Auf die Argumente der Parteien ist im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass 

das Gericht die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Be-

troffenen auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. 

Nicht erforderlich ist, dass es sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein-

andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann es 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Es müssen we-

nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht hat 

leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; 139 

IV 179 E. 2.2; 138 IV 81 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichtes 6B_105/2024 vom 9. 

Januar 2025 E. 2.2; 6B_770/2020 vom 25. November 2020 E. 1.3.2; 6B_401/2015 

vom 16. Juli 2015 E. 1.1; je mit weiteren Hinweisen).

C. Mord

1.1. Seitens des Beschuldigten wurde der ihm vorgeworfene Anklagesachver-

halt gemäss Dossier 1 (Mord) – auch heute – im Wesentlichen bestritten. 

1.2. Auch im Rahmen des Berufungsverfahrens wird vom Beschuldigten aner-

kannt, dass er für den Tod von †Q._____ verantwortlich war, indem er ihr im ankla-

gegegenständlichen Zeitpunkt mit einem von ihm von Serbien in die Schweiz ein-

geführten Revolver die anklagegegenständlichen sechs Schussverletzungen zu-

- 28 -

fügte (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8 u. 10; Urk. D1/2/2 S. 1 f. F/A 4; Urk. D1/2/3 S. 11 f. 

F/A 69 f.; Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 78; Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 5 F/A 17; Urk. 

D1/2/6 S. 4 f. F/A 20 u. 22; Urk. D1/2/9 S. 6 F/A 28; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 14 ff.). 

1.3. Bestritten wird vom Beschuldigten demgegenüber, dass er die Schussab-

gaben willentlich und wissentlich vorgenommen habe, um †Q._____ in besonders 

skrupelloser Weise zu töten. Vielmehr macht er geltend, dadurch lediglich in selbst-

verteidigender Notwehr auf einen Angriff von Seiten von †Q._____ reagiert gehabt 

zu haben (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8; Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 83; Urk. D1/2/3 S. 2 F/A 6 

f.; Urk. D1/2/4 S. 5 f. F/A 34 u. S. 13 F/A 78; Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 11 F/A 46 

ff.; Urk. D1/2/6 S. 5 F/A 25 u. S. 6 F/A 34; Urk. D1/2/9 S. 3 F/A 9 u. S. 6 F/A 28; 

Urk. 230 Rz. 57; Prot. I S. 28 ff.; Prot. II S. 14 ff.).

2. Bei den Akten finden sich insbesondere folgende massgebliche verwert-

bare Beweismittel, um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: Die Einvernah-

men des Beschuldigten (Urk. D1/2/1-9; Prot. I S. 27 ff.; Prot. II S. 14 ff.) und die 

polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen von T._____ (Urk. D1/6/2 

u. 6/5 bzw. 6/3 u. 6/6 [Urk. D1/6/4: STA-Videoaufnahme]), U._____ (Urk. D1/6/8-9 

[Urk. D1/6/10: STA-Videoaufnahme]), P._____ (Urk. D1/3/1-4), O._____ (Urk. D1/7/1-

3 [Urk. D1/7/4: STA-Videoaufnahme]), V._____ (Urk. D1/7/5-6 [Urk. D1/7/7: STA-Vi-

deoaufnahme]), I._____ (Urk. D1/5/2-3), G._____ (Urk. D1/5/4-5), J._____ (Urk. 

D1/16/10; Urk. D1/16/32), W._____ (Urk. D1/16/11; Urk. D1/16/33), ein Gutachten 

des IRM zur körperlichen Untersuchung des Beschuldigten (Urk. D1/10/6), ein 

pharmakologisch-toxikologisches Gutachten des IRM zum Beschuldigten 

(Urk. D1/10/9), ein Gutachten des IRM zum Todesfall (Urk. D1/11/6), der Spuren-

bericht des FOR zur Leichendaktyloskopie/Schmauchspurensicherung/Obduktion 

(Urk. D1/12/5), ein Kurzbericht des FOR zur Identifizierung/DNA-Spuren 

(Urk. D1/12/6), eine Fotodokumentation des FOR (Urk. D1/12/9), ein Schusswaf-

fengutachten des FOR (Urk. D1/13/5), Vorakten betreffend häusliche Gewalt zwi-

schen J._____ und †Q._____ (Urk. D1/17/1-18), das psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. N._____ (Urk. D1/19/15), der Austrittsbericht der UPD Bern (Urk. 

D1/20/4), Krankenakten des Beschuldigten bei Medbase (Urk. D1/21/1-15), Kran-

kenakten des Beschuldigten beim Inselspital Bern (Urk. D1/22/1-6), ein Chatverlauf 

- 29 -

zwischen J._____ und †Q._____ samt Beilagen (Urk. D1/39/8-10), Hausdurchsu-

chungsberichte der Kantonspolizei Zürich samt Fotobogen, Hausdurchsuchungs-

protokolle und Sicherstellungsliste betreffend die Wohnung von †Q._____ (Urk. 

D1/41/3-18), der Rapport der Hausdurchsuchung der Wohnung von P._____ 

(Urk. D1/42/3), die Sicherstellungsliste bezüglich der den Beschuldigten betreffen-

den Asservate (Urk. D1/43/5), das forensisch-psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. Dipl.-Jur. R._____ und Dr. med. S._____ zur Verhandlungsfähigkeit des 

Beschuldigten (Urk. 145) sowie die anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhand-

lung seitens der Parteien eingereichten Belege (Urk. 184/1-6). 

3.1. Hinsichtlich der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Beschuldigten ist festzu-

halten, dass er als vom Strafverfahren Betroffener naheliegenderweise daran inter-

essiert ist, sein Verhalten in einem möglichst positiven Licht darzustellen, was seine 

Glaubwürdigkeit etwas einschränkt. So oder anders steht vorliegend aber die Be-

urteilung der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Vordergrund.

3.2. Bei T._____ handelt es sich um die vorübergehende Kinderbetreuerin des 

Kindes C._____, welche bei †Q._____ wohnte. Sie bezeichnete sich als Kollegin 

von †Q._____ und gab an, dass sie sich seit ca. einem Monat kennen würden. Sie 

habe über Kollegen erfahren, dass sie Hilfe bei der Kinderbetreuung benötige, wes-

halb es zu dieser Anstellung gekommen sei (Urk. D1/6/2 S. 1 f. F/A 5 ff.). Den 

Beschuldigten habe sie vor dem anklagegegenständlichen Vorfall nie gesehen und 

wisse auch nicht, zu wem er gehöre (Urk. D1/6/2 S. 3 F/A 20). Einhergehend mit 

der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.) ergeben sich 

aus den Akten keinerlei Anhaltspunkte, dass sie dem Beschuldigten gegenüber ne-

gativ eingestellt war oder ihm hätte schaden wollen. Auch wenn T._____ mit 

†Q._____ bekannt war und für diese arbeitete, ist wesentlich, dass sie diese erst 

seit ca. einem Monat kannte, weshalb nicht von einem besonders intensiven Ver-

trauens- oder Loyalitätsverhältnis auszugehen ist. Auch wurde T._____ als Aus-

kunftsperson unter Hinweis auf die strafrechtlichen Folgen gemäss Art. 303-305 

StGB aufmerksam gemacht. Es bestehen somit keine Zweifel an der Glaubwürdig-

keit von T._____. Im Zentrum steht indes die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

- 30 -

3.3. Bei U._____ handelt es sich um die Nachbarin von †Q._____. Sie be-

schrieb ihre Beziehung zu †Q._____ als "nicht wirklich eng". Man habe sich in der 

Waschküche gesehen und es habe ein oberflächlicher Kontakt bestanden. Per Du 

seien sie nicht gewesen (Urk. D1/6/8 S. 1 F/A 6 f.; Urk. D1/6/9 S. 3 F/A 8), was alles 

auf eine lose Beziehung zu †Q._____ hinweist. Ferner ist zu beachten, dass 

U._____ als Zeugin unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zur wahr-

heitsgemässen Aussage verpflichtet war. Ihre Glaubwürdigkeit erscheint uneinge-

schränkt zu sein. Im Vordergrund steht aber auch bei ihr die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen.

3.4. P._____ ist der Vater von J._____ und der Schwiegervater von †Q._____ 

bzw. der Schwiegersohn des Beschuldigten (Urk. D1/3/1 S. 1 ff. F/A 4 ff.) und steht 

demnach mit beiden Hauptbetroffenen dieses Strafverfahrens in verwandtschaftli-

cher Beziehung. Im vorliegenden Verfahren wurde er zweimal als beschuldigte Per-

son befragt (Urk. D1/3/1-2). Der Beschuldigte hat vor dem Besuch bei †Q._____ 

bei P._____ – wie auch anlässlich anderer Male wenn er in der Schweiz weilte – 

übernachtet (Urk. D1/3/1 S. 4 ff. F/A 32 ff.; Urk. D1/3/2 S. 3 ff. F/A 8) und ist zu-

sammen mit P._____ per Reisecar in die Schweiz gereist (Urk. D1/3/2 S. 3 F/A 8 

u. S. 5 F/A 9 f. bzw. S. 9 F/A 35). P._____ geht gemäss eigenen Aussagen davon 

aus, dass die Eheprobleme zwischen seinem Sohn und seiner Schwiegertochter 

davon herrührten, dass sie einen anderen Freund gefunden gehabt habe. Er gab 

an, nie – auch deswegen nicht – Probleme mit ihr gehabt zu haben (Urk. D1/3/1 S. 

6 ff. F/A 49 u. 51; Urk. D1/3/2 S. 6 F/A 18), was durchaus glaubhaft erscheint. Zu 

beachten ist allerdings, dass seine Ehefrau W._____ mit einem polizeilichen Verbot 

belegt wurde, sich †Q._____ bzw. deren Kindern zu nähern (Urk. D1/3/1 S. 6 f. F/A 

56 ff.; Urk. D1/17/6: Rayon- und Kontaktverbot vom 10. Juli 2020), weshalb davon 

auszugehen ist, dass er – bereits aus Loyalitätsgründen seiner Ehefrau gegenüber 

– †Q._____ zumindest mit einer gewissen Skepsis begegnete. Ausserdem ist er-

wiesen, dass P._____ selbst seiner Schwiegertochter nachspionierte (s. dazu 

nachstehend unter E. 6.6.6.). Seine Glaubwürdigkeit erweist sich vor diesem Hin-

tergrund als etwas herabgesetzt. Im Vordergrund steht indes die Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen.

- 31 -

3.5. O._____ ist Carchauffeur auf der Strecke Serbien-Schweiz und hat – wie 

der Beschuldigte – bei P._____ übernachtet, wie es sonst bei seinen Aufenthalten 

in der Schweiz der Fall sei (Urk. D1/7/2 S. 1 f. F/A 1 ff.; Urk. D1/7/3 S. 4 ff. F/A 14). 

Er wisse, dass es sich beim Beschuldigten um den Schwiegervater von P._____ – 

welchen er seit 15 Jahren kenne (Urk. D1/7/3 S. 3 F/A 8) – handle (Urk. D1/7/2 S. 

2 F/A 6), und kenne ihn bereits von früheren Reisen als Car-Gast (Urk. D1/7/3 S. 3 

F/A 8). †Q._____ kenne er vom Sehen, da sie ebenfalls bereits mit dem Car mitge-

reist sei (Urk. D1/7/3 S. 3 F/A 12). Damit bestehen zu den beiden Hauptbetroffenen 

dieses Strafverfahrens lediglich oberflächliche Beziehungen. Am 16. Februar 2021 

habe er den Beschuldigten zusammen mit V._____ (s. nachstehend unter E. 3.6.) 

zu †Q._____ chauffiert (Urk. D1/7/2 S. 5 F/A 20 u. S. 7 F/A 40). Von P._____ habe 

er erfahren, dass sie und J._____ sich streiten würden, sie keine gute Person sei 

und einen anderen habe (Urk. D1/7/2 S. 6 F/A 29; Urk. D1/7/3 S. 7 f. F/A 19), was 

er hernach – als Zeuge befragt – indes beträchtlich relativierte, indem er neu angab, 

P._____ habe ihm nichts über ihre Persönlichkeit, ob sie schlecht oder gut sei, ge-

sagt (Urk. D1/7/3 S. 11 F/A 46), was seine diesbezüglichen Aussagen uneinheitlich 

erscheinen lässt. O._____ wurde im Rahmen seiner zweiten Einvernahme als 

Zeuge einvernommen und war unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 

StGB zu wahrheitsgemässen Aussagen verpflichtet. Seine Glaubwürdigkeit erweist 

sich gestützt auf seine erwähnten uneinheitlichen Aussagen zu seiner Einstellung 

gegenüber †Q._____ bzw. zu ihrem ihm bekannten Ruf als etwas herabgesetzt, 

weil eine gewisse Beeinflussung seitens seines langjährigen Bekannten P._____, 

welcher †Q._____ in einem negativen Licht erscheinen liess, nicht gänzlich ausge-

schlossen ist. Im Vordergrund steht aber auch bei ihm die Würdigung der Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen zur Sache.

3.6. V._____ hat den Beschuldigten – welchen er insgesamt zwei- bis dreimal 

getroffen habe – am 16. Februar 2021 zusammen mit O._____ zu †Q._____ chauf-

fiert (Urk. D1/7/5 S. 1 f. F/A 1, 3 u. 10; Urk. D1/7/6 S. 3 f. F/A 8 u. 11). †Q._____ 

kannte er nicht bzw. habe er sie einmal gesehen, als sie P._____ in dessen Woh-

nung besuchte habe (Urk. D1/7/6 S. 3 F/A 9 f.). Die beiden Hauptbetroffenen dieses 

Strafverfahrens kannte er demnach nicht näher. Die Familie P._____W._____ in 

AA._____ (P._____ und W._____) bezeichnete er als "normale Kollegen" (Urk. 

- 32 -

D1/7/5 S. 2 F/A 2 u. 6 ff.), weshalb diesbezüglich eine gewisse Verbundenheit be-

steht. V._____ wurde im Rahmen seiner zweiten Einvernahme als Zeuge einver-

nommen und war unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB zu wahr-

heitsgemässen Aussagen verpflichtet. Seine Glaubwürdigkeit erweist sich als in-

takt. Im Vordergrund steht aber auch bei ihm die Würdigung der Glaubhaftigkeit 

seiner Aussagen.

3.7. I._____ ist die Mutter von †Q._____ bzw. der Beschuldigte ist der Gross-

vater ihres Schwiegersohnes (Urk. D1/5/2 S. 1 F/A 1 ff.; Urk. 5/3 S. 3 F/A 8). Ge-

stützt auf die Mutter-Kind-Beziehung zu †Q._____ besteht ein Loyalitätskonflikt. 

Sodann gab I._____ zu Protokoll, dass gegenüber der Familie 

A._____/P._____W._____ grundsätzlich Zweifel bestehen würden, weil diese stän-

dig Probleme machen würde (Urk. D1/5/3 S. 7 F/A 27), was geeignet ist, ihre Un-

voreingenommenheit gegenüber dem Beschuldigten in Zweifel zu ziehen. Die 

Glaubwürdigkeit von I._____ ist unter diesen Umständen als etwas herabgesetzt 

zu erachten, auch wenn sie im Rahmen ihrer Befragungen als Auskunftsperson auf 

die strafrechtlichen Folgen gemäss Art. 303-305 StGB aufmerksam gemacht 

wurde. Im Zentrum steht aber die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

3.8. Bei G._____ handelt es sich um den Stiefvater von †Q._____, welcher mit 

ihrer Mutter I._____ zwei gemeinsame Söhne hat (Urk. D1/5/4 S. 1 f. F/A 4). Er gab 

an, †Q._____ wie ein eigenes Kind betrachtet zu haben (Urk. D1/5/4 S. 2 F/A 5). 

Mit ihrer Mutter sei er zusammengekommen, als †Q._____ sechs, sieben Jahre alt 

gewesen sei (Urk. D1/5/4 S. 1 F/A 4; Urk. D1/5/5 S. 8 F/A 34). Zum Beschuldigten, 

welchen er von diversen Familienanlässen kenne, bestehe ein normales, respekt-

volles und gutes Verhältnis (Urk. D1/5/4 S. 2 F/A 11; Urk. D1/5/5 S. 2 f. F/A 7). 

Aufgrund dieser familiär weitaus engeren Beziehung zu †Q._____ sind seine Aus-

führungen mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen, wobei auch bei ihm die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen vorrangig ist.

3.9. Bei J._____ handelt es sich um den getrennt von †Q._____ lebenden Ehe-

mann, den Vater der drei gemeinsamen Kinder und den Enkel des Beschuldigten 

(Urk. D1/16/32 S. 1 ff. insb. F/A 1, 8 f. u. 24). Aufgrund des kurz nach dem ankla-

gegegenständlichen Vorfall angesetzten Scheidungstermins ist mit gewissen Ani-

- 33 -

mositäten †Q._____ gegenüber zu rechnen, auch wenn er darlegte, die Scheidung 

akzeptiert zu haben und bereits seit Juli 2020 eine neue Beziehung eingegangen 

zu sein (Urk. D1/16/32 S. 2 f. F/A 8 u. 16 u. S. 7 F/A 54 f.). Diese Angaben erweisen 

sich vor dem Hintergrund des übrigen Beweisergebnisses als unglaubhaft: Die ge-

genüber †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeitpunkt bestehenden Animosi-

täten werden durch die aktenkundigen (Video-)

Nachrichten belegt, welche er ihr kurz vor dem anklagegegenständlichen Vorfall 

schickte. So teilte er beispielsweise am 1. Februar 2021 mit "Du hast die Gefühle 

für mich verloren, ich habe sie für dich nicht verloren" (Urk. D1/39/8 S. 2). Am 8. Fe-

bruar 2021 kommunizierte J._____ seiner Ehefrau gegenüber: "Gute Nacht Schön-

heit, ich werde schlafen und vom schönen Tätowierten Körper träumen und mir 

vorstellen, dass du neben mir bist. Du hast mich mit dem Bild der Tätowierung sehr 

heiss gemacht. Falls es mir gelingt vor lauter Aufregung zu schlafen…" oder "Wie 

würde ich dich von hinten, dann lecken bis du mit mir kommst. Den schönsten Sex 

habe ich mit dir, unvergesslich" (Urk. D1/39/8 S. 51 u. 60). Am 12. Februar 2021 

schickte er ihr sodann mehrere Videos mit pornografischem und eines mit morbi-

dem Inhalt (vgl. Urk. D1/39/8 S. 90 ff.; Urk. D1/39/9-10). Diese Nachrichten stehen 

der von J._____ kurz vor dem Ableben von †Q._____ geltend gemachten – angeb-

lichen – Emotionslosigkeit bzw. Gleichgültigkeit bezüglich ihrer (Paar-)Beziehung 

diametral entgegen. Seine Glaubwürdigkeit ist vor diesem Hintergrund deutlich her-

abgesetzt und seine weiteren Aussagen, die ebenfalls auf ihre Glaubhaftigkeit zu 

prüfen sind, sind demnach mit einer besonderen Zurückhaltung zu würdigen, ste-

hen aber im Vordergrund.

3.10. W._____ ist die Ehefrau von P._____, die Schwiegermutter von †Q._____ 

und die Tochter des Beschuldigten (Urk. D1/16/33 S. 1 ff. F/A 1 ff.). Früher sei ihr 

Verhältnis zu †Q._____ besser gewesen als dasjenige zu ihrer Tochter, sie habe 

sie sehr akzeptiert (Urk. D1/16/33 S. 14 F/A 98). Hinsichtlich des angeblichen Le-

benswandels ihrer Schwiegertochter äusserte sie sich nur vage, wusste indes Be-

scheid, dass es "viele Geschichten" über Männerbekanntschaften ihrer Schwieger-

tochter gegeben habe, wobei sie angab, nicht mehr zu wissen, ob dies vor oder 

nach dem anklagegegenständlichen Vorfall gewesen sei (Urk. D1/16/33 S. 4 F/A 

25 ff.). Als sie von der Scheidungsabsicht ihrer Schwiegertochter erfahren habe, 

- 34 -

sei sie geschockt gewesen (Urk. D1/16/33 S. 5 F/A 36). Später habe †Q._____ ein 

Kontaktverbot hinsichtlich des Besuchs der Enkelkinder erwirkt (Urk. D1/16/33 S. 

5 f. F/A 36; vgl. auch Urk. D1/17/6). Bereits gestützt auf die eigenen Angaben von 

W._____ erscheint ihre Beziehung im anklagegegenständlichen Zeitpunkt zu 

†Q._____ erheblich belastet gewesen zu sein, was ihre Glaubwürdigkeit nicht un-

beträchtlich herabsetzt. Im Vordergrund steht indes – auch bei ihr – die Würdigung 

der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen.

4. Seitens der Vorinstanz wurden die massgebenden Aussagen des Beschul-

digten (Urk. D1/2/1-9; Prot. I S. 27 ff.) zusammengefasst und zutreffend wiederge-

geben (Urk. 198 E. III.3.3.5.1.-3.3.5.9.), weshalb vorab vollumfänglich darauf ver-

wiesen werden kann. Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte 

ferner zu Protokoll, dass er zu †Q._____ gegangen sei, um mit ihr Kaffee zu trinken, 

zu sprechen und ein bisschen zu scherzen (Prot. II S. 20). Er habe nach ihr gerufen, 

als er an die Haustüre gekommen sei. Sie habe die Tür aufgemacht, sei dort mit 

einem Messer in der Hand gestanden und habe gesagt: "Auf dich habe ich schon 

lange gewartet" (Prot. II S. 15). Ihre Wohnung habe er nicht betreten. Er sei 20 Me-

ter rückwärts bis zu einer Wand gegangen. †Q._____ habe ihn "angeflucht" und 

gesagt, dass sie Gulasch aus ihm mache. Daraufhin habe er geschossen (Prot. II 

S. 19 f.). Sie habe ein grosses Messer gehabt und ihn in die Ecke gedrängt. Er 

habe nirgendwo mehr hin können und deshalb habe er die Pistole ziehen müssen 

(Prot. II S. 14). Er sei erschrocken und habe sechsmal auf sie geschossen (Prot. II 

S. 21). Er habe sich selbst verteidigt (Prot. II S. 22). Weiter sagte der Beschuldigte 

wiederholt aus, dass er keine Aussagen machen möchte, weil er nicht lügen wolle 

(Prot. II S. 19 f. u. 22). Hinsichtlich des Revolvers führte er aus, dass dieser immer 

voll geladen und in seiner Brusttasche gewesen sei (Prot. II S. 16). Er habe keine 

Reservemunition mit sich geführt, sondern †Q._____ habe dieselbe Pistole wie er 

gehabt (Prot. II S. 17). Über eine Bewilligung der Schweizer Behörden für den Er-

werb und das Tragen einer Waffe habe er nicht verfügt. Ebenso wenig habe er sich 

über die Einfuhr der Waffe in die Schweiz erkundigt (Prot. II S. 22 f.). Über 

†Q._____ gab der Beschuldigte vor Schranken des Berufungsgerichtes zu Proto-

koll, dass sie eine anständige, gute junge Frau gewesen sei (Prot. II S. 19). Sie 

habe keinen Fehler gemacht, bis sie das Messer gezückt habe (Prot. II S. 26). Die 

- 35 -

Leute im Dorf in Serbien hätten gelacht und gesagt, dass †Q._____ eine Schlampe 

und Hure sei. Er habe keine Ahnung, weshalb die Leute das gesagt hätten (Prot. II 

S. 27). 

Auch die massgebenden Aussagen der weiteren einvernommenen Personen 

– T._____ (Urk. D1/6/2 u. 6/5 bzw. 6/3 u. 6/6; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.1.), U._____ 

(Urk. D1/6/8-9; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.1.), P._____ (Urk. D1/3/1-4; vgl. Urk. 198 

E. III.3.3.2.), O._____ (Urk. D1/7/1-3; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.2.), V._____ (Urk. 

D1/7/5-6; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.2.), I._____ (Urk. D1/5/2-3; vgl. Urk. 198 E. 

III.3.3.3.), G._____ (Urk. D1/5/4-5; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.3.), J._____ (Urk. 

D1/16/10; Urk. D1/16/32; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.4.) sowie W._____ (Urk. D1/16/11; 

Urk. D1/16/33; vgl. Urk. 198 E. III.3.3.4.) – wurden seitens der Vorinstanz zusam-

mengefasst und zutreffend wiedergegeben. Darauf kann vorab verwiesen werden.

5. Die umfassend vorgenommene Würdigung der Aussagen des Beschuldig-

ten, der massgebenden weiteren einvernommenen Personen sowie der weiteren 

Beweismittel durch die Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.1.-3.7.) erweist sich als zutref-

fend. Darauf kann vorgängig verwiesen werden. Die nachfolgende Beweiswürdi-

gung ist deshalb im Sinne einer Ergänzung und Präzisierung insbesondere der 

vorinstanzlichen Erwägungen zu verstehen. 

6.1. Beim Kerngeschehen des anklagegegenständlichen Vorfalls vom 16. Fe-

bruar 2021 – den Schussabgaben des Beschuldigten und dem diesen unmittelbar 

vorangehenden Geschehen – waren lediglich der Beschuldigte und das spätere To-

desopfer †Q._____ zugegen, weshalb den Aussagen des Beschuldigten eine be-

sondere Bedeutung zukommt. Aufgrund ihrer Anwesenheit am anklagegegenständ-

lichen Ort und ihrem damaligen Kontakt zum Beschuldigten vermögen aber auch 

die Angaben der Kinderbetreuerin von C._____, T._____, und der Nachbarin von 

†Q._____, U._____, besonders aufschlussreiche Erkenntnisse zu den unmittelbar 

vor und/oder nach dem Kerngeschehen ablaufenden Ereignissen zu liefern. Des-

halb kommt ihren Ausführungen nebst der nachstehenden Würdigung der Aussa-

gen des Beschuldigten eine zentrale Rolle zu, wobei das übrige Beweisergebnis 

einzubeziehen ist.

- 36 -

6.2.1. Die Aussagen des Beschuldigten zum anklagegegenständlichen Rahmen-

geschehen erweisen sich – auch wenn sie teilweise wenig detailliert und eher vage 

ausfallen – angesichts der nachstehenden Erwägungen um einiges verlässlicher als 

diejenigen zum anklagegegenständlichen Kerngeschehen, welche über weite Stre-

cken und in entscheidenden Punkten widersprüchlich erfolgten, wobei sich der Be-

schuldigte offensichtlich bemüht zeigte, sein Aussageverhalten jeweils dem sich ihm 

präsentierenden Beweisergebnis anzupassen. Ferner lassen sich mehrere Aussa-

gen und Standpunkte des Beschuldigten zu zentralen Punkten nicht mit dem übri-

gen Beweisergebnis in Übereinstimmung bringen. Dem Einwand der Verteidigung, 

wonach nicht auf die zuweilen konfusen und desorientierten Ausführungen des Be-

schuldigten abgestellt werden könne (Urk. 185 Rz. 25 ff.; Urk. 230 Rz. 22 ff.), ist 

– im Ergebnis einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz 

(Urk. 198 E. III.3.6.3.) – entgegenzuhalten, dass weder gestützt auf die gutachterli-

chen Abklärungen zu seiner Verhandlungs- und Schuldfähigkeit (vgl. vorstehend 

unter E. II.1.1.-1.4. bzw. 2.1.-2.4.) noch im Rahmen der gerichtlichen Aussagenwür-

digung Umstände erkennbar sind, welche darauf schliessen lassen würden, dass 

ihm nicht bewusst war, was er zu Protokoll gab. Vielmehr wird aus der nachstehen-

den Würdigung seiner Aussagen deutlich, dass er strategisch aussagte und sein 

Aussageverhalten mehrfach dem sich ihm präsentierenden Beweisergebnis an-

passte. Er wusste – auch im Übrigen – sehr wohl, welche Aussagen er tätigte und 

zu welchen Fragen er keine bzw. keine sachbezogene Antwort gab. Nachstehend 

ist detailliert auf sein Aussageverhalten unter Mitberücksichtigung des übrigen Be-

weisergebnisses einzugehen.

6.2.2. Als Grund, zum anklagegegenständlichen Zeitpunkt in die Schweiz zu rei-

sen, gab der Beschuldigte einheitlich an, er habe – was regelmässig geschehe – 

seinen Arzt in der Schweiz aufgesucht (z.B. Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 26 u. S. 12 F/A 84; 

Urk. D1/2/2 S. 11 ff. F/A 82 u. 89 ff.; Urk. D1/2/4 S. 3 F/A 14) und dabei die Gele-

genheit wahrnehmen wollen, seine sich bei †Q._____ aufhaltende Urenkelin 

C._____ zu besuchen (z.B. Urk. D1/2/1 S. 2 F/A 6, S. 5 F/A 26 u. S. 12 F/A 84; Urk. 

D1/2/2 S. 2 F/A 4 u. S. 11 f. F/A 82 u. 88 f. bzw. S. 18 F/A 138; Urk. D1/2/3 S. 2 

F/A 7; Urk. D1/2/4 S. 2 f. F/A 11). Er sei damals ohne Voranmeldung bei †Q._____ 

aufgetaucht (Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 26). Konstant brachte er ferner zum Ausdruck, 

- 37 -

dass er †Q._____ darum habe bitten wollen, wegen ihrer drei Kinder wieder in den 

Kreis der Familie zurückzukommen (z.B. Urk. D1/2/2 S. 12 f. F/A 88 u. 94 bzw. S. 

18 F/A 138; Urk. D1/2/3 S. 3 f. F/A 15 ff.; Urk. D1/2/4 S. 5 F/A 30; Prot. I S. 36), 

welches ernsthafte Anliegen des Beschuldigten auch vor dem Hintergrund seines 

übrigen Aussageverhaltens und zu Protokoll gegebenen Familienbildes sehr au-

thentisch erscheint. Einhergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorin-

stanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.4.) räumte der Beschuldigte implizit ein, dass es ihm 

nicht gelungen sei, †Q._____ auf den richtigen Weg zu bringen: "Nicht einmal der 

Teufel" hätte dies geschafft (Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 77). Gemäss dem Einwand der 

Verteidigung sei der Arztbesuch in der Schweiz entgegen der These der Anklage 

– welche allerdings so nicht explizit aus der Anklageschrift hervorgeht (vgl. 

Urk. D1/52) – nicht vorgeschoben gewesen (Urk. 185 Rz. 44 ff.), woraus sie zu fol-

gern scheint, dass die Schussabgaben nicht geplant gewesen seien. Letztlich ist 

die Beantwortung der Frage, ob der Beschuldigte seine vorliegende Reise in die 

Schweiz mit einer – auch in der Vergangenheit anscheinend regelmässig vorge-

nommenen – ärztlichen Routinekontrolle verbunden hat oder nicht – einhergehend 

mit der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.6.4.) – so oder 

anders unmassgeblich für die Sachverhaltserstellung und insbesondere des Nach-

weises der Planung der anklagegegenständlichen Tat, weshalb nicht weiter darauf 

einzugehen ist. 

6.2.3. Hinsichtlich seines mitgeführten Revolvers des Modells Crvena Zastava 

gab der Beschuldigte übereinstimmend an, dass er den Revolver stets bei sich 

trage, weshalb er ihn auch in die Schweiz mitgenommen habe (Urk. D1/2/1 S. 4 

F/A 17; Urk. D1/2/5 S. 5 F/A 15 ff.; Urk. D1/2/6 S. 4 f. u. 15 F/A 22 u. 86; Urk. D1/2/7 

S. 2 F/A 5; Prot. I S. 31 u. 39; Prot. II S. 16). Die Kohärenz dieser Aussagen könnte 

auf deren Glaubhaftigkeit hinweisen. Allerdings erweisen sich gerade – sogar mul-

tiple – Grenzübertritte mit Waffen – ungeachtet des Besitzes einer Waffenbewilli-

gung (entsprechend der Beschuldigte: vgl. u.a. Prot. I S. 31 u. 39) – als heikel, 

welche Anschauung auch dem Beschuldigten nicht ganz fremd gewesen sein 

dürfte. Das Argument der Verteidigung, dass dem Beschuldigten seine Aussage, 

wonach er den Revolver immer bei sich habe, nicht – auch nicht durch die Aussa-

gen der Familienmitglieder (Urk. 185 Rz. 55 ff.) – widerlegt werden könne (Urk. 185 

- 38 -

Rz. 54), erweist sich zwar als zutreffend. Trotzdem stellt das Mitführen des Revol-

vers bei objektiver Betrachtung ein Indiz für die Planung der Tötung dar, zumal es 

– auch angesichts der multiplen Grenzübertritte (vgl. auch die Aussagen des mit 

dem Beschuldigten reisenden P._____, wonach die Buspassagiere an der Grenze 

zu Ungarn kontrolliert worden seien; Urk. D1/3/2 S. 10 F/A 38 f.) und der als gut 

einzuschätzenden Sicherheitslage in der Schweiz – weitaus naheliegender gewe-

sen wäre, darauf zu verzichten. Auch die von der Verteidigung – gestützt auf die 

Aussage von O._____ (Urk. D1/7/3 S. 5 F/A 14) – als plausibel erachtete These, 

wonach sich der Beschuldigte vor einer Konfrontation mit dem Liebhaber der Ver-

storbenen gefürchtet habe und deshalb den Revolver mitführte (Urk. 185 Rz. 59), 

scheint dafür zu sprechen, dass der Beschuldigte den Einsatz der Schusswaffe im 

familiären Rahmen zumindest für plausibel erachtete. Letztlich zeigt aber sein Mit-

bringen von Extra-Munition klar auf, dass der Beschuldigte plante, die Waffe auch 

tatsächlich einzusetzen, zumal auch nicht glaubhaft erscheint, dass diese Reser-

vemunition †Q._____ gehörte (s. nachstehend unter E. 6.2.17.). Deshalb stellt das 

Mitführen des Revolvers ein Indiz für die geplante Tötung von †Q._____ dar.

6.2.4. Wenig überzeugend mutet die zeitweise Behauptung des Beschuldigten 

an, er habe nicht gewusst, dass die beiden Geschwister von C._____ zum ankla-

gegegenständlichen Zeitpunkt in Serbien waren (Urk. D1/2/2 S. 15 f. F/A 110 ff.; 

Prot. I S. 37 f.). Gestützt auf sein Aussageverhalten ist diese Behauptung indes 

nicht widerlegbar. 

6.2.5. Der Beschuldigte gab sodann mehrfach an, vor dem anklagegegenständli-

chen Vorfall nichts von der anstehenden Scheidung von J._____ und †Q._____ 

und der Scheidungsverhandlung am 11. März 2021 gewusst zu haben und ver-

mochte den Zeitpunkt, als er vom Scheidungsverfahren erfahren habe, nicht zu 

spezifizieren (Urk. D1/2/5 S. 9 F/A 37 f.; Prot. I S. 33, 35 u. 37). Anlässlich der 

Einvernahme vom 26. März 2021 bejahte er demgegenüber die Frage, ob er von 

der Absicht von †Q._____, sich von J._____ scheiden zu lassen, gewusst habe 

(Urk. D1/2/3 S. 5 F/A 22), wobei aus dem Kontext seiner Antwort – entgegen dem 

anderslautenden Schluss der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.3.5.3.) – nicht ganz klar 

wird, ob er auch lediglich – die damals bereits bestehende – Trennung des Paares 

- 39 -

gemeint haben könnte. Aus seinen entsprechenden Angaben lässt sich jedenfalls 

nichts zu Ungunsten seines Standpunkts ableiten. Es ist aber davon auszugehen, 

dass er von einem dauernden Trennungswillen von Seiten von †Q._____ ausging, 

ansonsten seine Angaben, wonach er †Q._____ im anklagegegenständlichen Zeit-

punkt zur Rückkehr in den Kreis der Familie habe bewegen wollen, was ihm – wie 

er es implizit einräumt – aber nicht gelungen sei (vgl. vorstehend unter E. 6.2.2.), 

keinen Sinn ergeben würden.

6.2.6. Offensichtlich erscheint, dass der Beschuldigte zuerst versuchte, Familien-

angehörige und weitere Beteiligte bei den Strafverfolgungsbehörden – wie es ein-

hergehend mit der zutreffenden Einschätzung der Vorinstanz (Urk. 198 

E. III.3.3.5.1., 3.3.5.9. u. 3.3.5.10.) auch im Übrigen feststellbar ist – ausdrücklich 

möglichst nicht oder wenig zu thematisieren bzw. miteinzubeziehen, indem er wahr-

heitswidrig angab, er sei per Autostopp nach AB._____ gekommen (Urk. D1/2/1 

S. 7 f. F/A 37 ff.), er habe zuvor am Bahnhof in Zürich – und nicht bei P._____ (Urk. 

D1/2/2 S. 16 F/A 116) – übernachtet (Urk. D1/2/1 S. 8 F/A 45), und verneinte, dass 

P._____ im selben Bus in die Schweiz einreiste (Urk. D1/2/1 S. 11 F/A 76), bzw. 

angab, dies nicht genau zu wissen (Urk. D1/2/2 S. 16 F/A 115), oder in diesem 

Zusammenhang aussagte, dass P._____ seinen eigenen, privaten Bus habe (Prot. 

I S. 38). Später räumte er in Widerspruch dazu ein, bei P._____ übernachtet zu 

haben (Urk. D1/2/2 S. 16 F/A 119) und mit zwei Leuten, die er bei seinem Schwie-

gersohn getroffen habe und die zufällig in dieselbe Richtung gefahren seien, nach 

AB._____ mitgefahren zu sein (Urk. D1/2/2 S. 16 f. F/A 118 u. 121 ff.). Allerdings 

blieb der Beschuldigte in seinen Ausführungen teilweise auffällig vage, ob P._____ 

gewusst bzw. er diesen informiert habe, dass er damals †Q._____ bzw. seine Ur-

enkelin C._____ besuchen wollte (vgl. Urk. D1/2/2 S. 17 f. F/A 131 u. 133). Dieses 

Lavieren des Beschuldigten erscheint auffällig und bringt deutlich zum Ausdruck, 

dass er einen potentiellen Verdacht auf eine Mitverantwortung seiner Verwandten 

bezüglich seines Vorgehens von vornherein und proaktiv aus der Welt zu schaffen 

versuchte. Diese Folgerung wird denn auch durch die dahingehenden Aussagen 

des Beschuldigten belegt, wonach P._____ nichts mit der Sache zu tun gehabt 

habe (Urk. D1/2/4 S. 4 F/A 23). Diese Würdigung des Aussageverhaltens des Be-

schuldigten könnte ein Indiz dafür darstellen, dass er die Tat sehr wohl geplant 

- 40 -

hatte, andernfalls – bei der geltend gemachten Notwehr – kein Grund ersichtlich ist, 

über dieses Rahmengeschehen – zumindest zeitweise – zu lügen. Dass seine Fa-

milie sogar in die Tötungspläne eingeweiht gewesen sein könnte, wird durch diese 

wahrheitswidrigen Angaben des Beschuldigten indes weder nahegelegt noch aus-

geschlossen.

6.2.7. Entgegen ihren anderslautenden Aussagen sei der Beschuldigte T._____ 

gemäss seinen wiederholten entsprechenden Aussagen lediglich im Treppenhaus 

und nicht in der Wohnung begegnet (Urk. D1/2/3 S. 10 f. F/A 61 ff. bzw. 67 ff. u. S. 

16 F/A 101; Urk. D1/2/4 S. 8 F/A 49). Auch wies der Beschuldigte ihre Aussage, 

wonach er vor der Schussabgabe 15 bis 20 Minuten allein mit †Q._____ und 

C._____ in der Wohnung gewesen sei, weit von sich und machte geltend, T._____ 

stehe in den Diensten der Familie des Todesopfers und lüge deshalb (Urk. D1/2/4 

S. 6 f. F/A 37 ff.). Gestützt auf die glaubhaften Aussagen von T._____ (s. nachste-

hend unter E. 6.3.2.-6.3.3.), bei welcher überdies keinerlei Motiv ersichtlich ist, ge-

genüber den Strafverfolgungsbehörden wahrheitswidrige Aussagen zu machen, er-

weisen sich die erwähnten Behauptungen des Beschuldigten als unglaubhaft.

6.2.8. Der Beschuldigte verneinte gleichbleibend, dass ihm in der Wohnung Kaf-

fee angeboten worden sei bzw. er dort Kaffee getrunken habe (Urk. D1/2/3 S. 11 

F/A 10 f.; Urk. D1/2/4 S. 9 f. F/A 58 ff.; Urk. D1/2/9 S. 4 F/A 17), bzw. gab er an, 

sich nicht daran erinnern zu vermögen, ob er eine Kaffeetasse angefasst habe 

(Urk. D1/2/3 S. 15 F/A 97 f.), bzw. gab er – konfrontiert mit dem Umstand, dass in 

der Wohnung zwei Kaffeetassen mit Kaffeerückständen gefunden worden seien – 

nunmehr zu Protokoll, allenfalls eine Tasse verschoben zu haben, damit sich 

C._____ nicht daran verbrühe (Urk. D1/2/4 S. 10 f. F/A 60 u. 68 bzw. S. 14 F/A 84), 

womit er sein Aussageverhalten offensichtlich dem sich ihm präsentierenden Be-

weisergebnis anpasste. Verräterisch erscheint sodann, dass der Beschuldigte er-

wähnte, wie es hätte sein können, wenn †Q._____ ihn begrüsst, ihm einen Kaffee 

angeboten und mit ihm gesprochen hätte, weil er ihr dann "alles gesagt" hätte, wo-

mit er meinte, dass sie mit den Kindern zur Familie zurückkomme solle (Urk. D1/2/4 

S. 84 ff.). Es erscheint gestützt auf die gesamten Umstände – die Zeitdauer des 

Verweilens in der Wohnung von mindestens ca. 15 Minuten oder annähernd 15 Mi-

- 41 -

nuten, welche zwingend für die Aufnahme einer (vom Beschuldigten in Abrede ge-

stellten) Kommunikation zwischen ihm und †Q._____ spricht, den eingestandenen 

Vorsatz des Beschuldigten, dadurch die Rückkehr von †Q._____ in den Kreis sei-

ner Familie zu erwirken sowie dem Auffinden zweier Kaffeetassen mit Kaffeerück-

ständen (eine davon mit der DNA des Beschuldigten [vgl. Urk. D1/12/6 S. 2]) – doch 

sehr naheliegend, dass das Aufeinandertreffen der beiden Beteiligten genau diesen 

Verlauf nahm, wobei †Q._____ dem Beschuldigten betreffend Rückkehr in seine 

Familie eine abschlägige Antwort erteilt haben dürfte, woraufhin er auf sie schoss. 

Auch wenn der Verteidigung recht zu geben ist, dass nicht erstellt werden kann, 

was vor den Schussabgaben genau vorgefallen sei (Urk. 185 Rz. 23), erscheint 

diese Hypothese gestützt auf die Beweiswürdigung als doch sehr naheliegend. 

Dass die Aussage des Beschuldigten, wonach er keinen Kaffee in der Wohnung 

getrunken habe (bzw. dass er sich zumindest nicht daran zu erinnern vermöge), 

gemäss der Verteidigung nicht widerlegt werden könne, weil nicht eindeutig gesi-

chert sei, welche Kaffeetasse welcher Tasse auf den Tatortaufnahmen entspreche, 

und unklar sei, wo auf welcher Tasse die DNA des Beschuldigten und wo genau 

(ab Trinkrand oder nur ab dem Haltebügel) sichergestellt worden sei, weshalb nicht 

erstellt sei, dass der Beschuldigte in der Wohnung der Verstorbenen Kaffee getrun-

ken habe bzw. ihm – wie ihm in der Anklage vorgeworfen (Urk. D1/52 S. 5) – ein 

Kaffee serviert worden sei (Urk. 185 Rz. 78 ff.), ist letztlich – einhergehend mit der 

zutreffenden Auffassung der Vorinstanz (Urk. 198 E. III.3.6.7.) – nicht entschei-

dend. Das sich diesbezüglich insbesondere auf die glaubhaften Aussagen von 

T._____ (vgl. nachstehend E. 6.3.3.) stützende Beweisergebnis zeigt, dass der Be-

schuldigte mindestens ca. 15 Minuten bzw. annähernd 15 Minuten alleine mit 

†Q._____ in der Wohnung verbrachte, bevor die Schüsse fielen. Bei dieser Sach-

lage erscheint es – einhergehend mit der Verteidigung (Urk. 230 Rz. 52 ff.) – nahe-

liegend, dass die beiden Personen in diesem Zeitraum eine Kommunikation auf-

nahmen. Dass dabei Kaffee getrunken wurde, erscheint aufgrund der am Tatort 

sichergestellten Tassen mit Kaffeerückständen und dem Umstand, dass T._____ 

einheitlich davon berichtete, vernommen zu haben, dass dem Beschuldigten von 

†Q._____ Kaffee angeboten wurde (vgl. nachstehend E. 6.3.2.), sehr plausibel. 

Massgeblich ist letztlich, dass die Aussagen des Beschuldigten zum angeblich un-

- 42 -

mittelbar nach seinem Betreten der Wohnung erfolgten Angriff durch †Q._____ 

(vgl. dazu nachstehend unter E. 6.2.9.) auch gestützt auf das übrige Beweisergeb-

nis so oder anders nicht aufrechterhalten werden kann.

6.2.9. Als sehr auffällig erweisen sich die Widersprüche des Beschuldigten bei 

der Schilderung des von ihm geltend gemachten Angriffs durch †Q._____. Zuerst 

gab er – hinsichtlich des genauen Ablaufs und insbesondere des Stattfindens einer 

Körperberührung bereits inkonsistent – an, sie habe ihn gewürgt bzw. am Hals ge-

packt (Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8) bzw. habe ihn würgen wollen (Urk. D1/2/1 S. 14 F/A 

95; Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 83; Urk. D1/2/3 S. 2 F/A, S. 5 f. F/A 28 u. S. 13 F/A 83; 

Urk. D1/2/4 S. 13 F/A 78) bzw. dass er davor Angst gehabt habe (Urk. D1/2/1 S. 6 

F/A 30) bzw. dass sie gesagt habe: "Warte ab, ich werde dich jetzt würgen" 

(Urk. D1/2/1 S. 5 F/A 22). Demgegenüber stellte er später mehrfach in Abrede, 

dass zwischen ihnen vorgängig zum Angriff etwas gesprochen worden sei 

(Urk. D1/2/3 S. 15 F/A 95; Urk. D1/2/4 S. 6 ff. F/A 35, 46 f. u. 65 ff.; Urk. D1/2/9 S. 5 

F/A 25), und dies später etwas herabmildert, indem er vorgab, sich nicht daran zu 

erinnern vermögen, mit ihr gesprochen zu haben (Urk. D1/2/4 S. 11 F/A 67), bzw. 

ausführte, sie habe gejault (Urk. D1/2/3 S. 14 F/A 85) und "WwWw"/"Wwuwuw"/

"Wwwwww" gemacht (Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 80 u. 83; Urk. D1/2/3 S. 12 f. F/A 70 

u. 79; Urk. D1/2/4 S. 15 F/A 92) bzw. sie habe ihn unmittelbar angegriffen, als er 

zu C._____ gehen wollte (Urk. D1/2/4 S. 5 f. F/A 34), bzw. ihn töten wollen 

(Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8) bzw. sich auf ihn geworfen (Urk. D1/2/2 S. 12 F/A 89), 

wobei er ein von ihr dabei mitgeführtes Messer komplett unerwähnt liess. Später 

machte der Beschuldigte demgegenüber geltend, allenfalls habe sie sogar ein Mes-

ser in den Händen gehabt (Urk. D1/2/3 S. 13 F/A 79), bevor er mehrfach und dezi-

diert zu Protokoll gab, sie habe ihn mit einem (langen) Messer angegriffen 

(Urk. D1/2/5 S. 2 f. F/A 4 u. S. 11 f. F/A 47 f. u. 55; Urk. D1/2/6 S. 5, 8 u. 10 F/A 25, 

42 u. 55; Urk. D1/2/7 S. 2 F/A 5; Prot. I S. 28, 33, 38, 40 u. 42 ff.) und gesagt: "Jetzt 

werde ich dich abschlachten" (Urk. D1/2/5 S. 2 F/A 4; Urk. D1/2/6 S. 5, 8 u. 10 

F/A 25, 42 u. 55) bzw. "Warte, ich mache [ein] Gulasch aus dir" (Urk. D1/2/7 S. 9 f. 

F/A 34; Urk. D1/2/9 S. 3 F/A 9; Prot. I S. 43 u. 50; Prot. II S. 19 f.). Diese wider-

sprüchliche und deutlich aggravierende Darstellung lässt erheblich daran zweifeln, 

dass – überhaupt – ein Angriff von Seiten von †Q._____ stattgefunden hat, weil 

- 43 -

nicht nachvollziehbar ist, wie man sich bezüglich eines dermassen einprägsamen 

und wichtigen Umstands bzw. Gegenstands, wie es ein Messer darstellt, täuschen 

kann. Dazu kommt, dass am Tatort kein Messer sichergestellt wurde (vgl. Sicher-

stellungsliste der Polizei: Urk. D1/43/5) und es diesbezüglich keine schlüssige Er-

klärung gibt (vgl. dazu auch die unglaubhaften Erklärungsversuche des Beschul-

digten; nachstehend unter E. 6.2.15. bzw. E. 6.3.5.). Die Verteidigung machte in 

diesem Zusammenhang geltend, dass es infolge des im April 2021 erlittenen 

Schlaganfalls beim Beschuldigten zu einer hirnorganischen Veränderung gekom-

men sei, was letztlich hinsichtlich der von ihm geschilderten Notwehrsituation (Wür-

geattacke bzw. Messereinsatz seitens von †Q._____) zu einem Strukturbruch zwi-

schen der (vierten) Einvernahme vom 1. April 2021 und der (fünften) Einvernahme 

vom 26. August 2021 geführt habe. Aus diesem Grund sei auf die ersten vier tat-

nächsten Befragungen des Beschuldigten, in welchen er stets eine Würgeattacke 

seitens der Verstorbenen geltend machte, abzustellen (Urk. 185 Rz. 39 ff.; Urk. 230 

Rz. 35 ff.). Der Verteidigung ist insoweit beizupflichten, dass der Beschuldigte erst-

mals in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 21. August 2021 

(Urk. D1/2/5 S. 2) bzw. kurz zuvor gegenüber der UPD Bern (vgl. Urk. D1/20/4 S. 3) 

einen Messerangriff durch †Q._____ schilderte. Bereits aus den vorstehenden Aus-

führungen ergibt sich jedoch, dass die Sachdarstellung des Beschuldigten in den 

ersten vier Befragungen von Widersprüchlichkeiten geprägt waren und sich als un-

glaubhaft erweisen (vgl. insbesondere vorstehend E. 6.2.7. f. und auch nachste-

hend E. 6.2.11. f.). Vor diesem Hintergrund ergeben sich keine wesentlichen Ein-

schränkungen mit Blick auf das Aussageverhalten bzw. die Aussagetüchtigkeit des 

Beschuldigten, da bereits gestützt auf die inkohärenten und widersprüchlichen Aus-

sagen des Beschuldigten (auch in den tatnächsten vier Einvernahmen) und das am 

Tatort vorgefundene Spurenbild der geltend gemachte Angriff – mit oder ohne Mes-

ser – unglaubhaft erscheint. Auch gab der Beschuldigte – zu den zeitlichen Um-

ständen befragt – einerseits an, †Q._____ sei nach vielleicht "5 Minuten oder we-

niger" nach seiner Ankunft in der Wohnung "sofort" auf ihn "losgegangen" (Urk. 

D1/2/1 S. 5 F/A 27). Andernorts gab der Beschuldigte zu Protokoll, dieser Angriff 

sei unmittelbar bzw. nach ca. 1 Minute erfolgt (Urk. D1/2/4 S. 5 f. F/A 34 bzw. S. 8 

F/A 30) bzw. dass es "gar keine Zeit" gegeben habe, um mit ihr zu reden 

- 44 -

(Urk. D1/2/9 S. 5 F/A 25). Seine Aussagen, wonach er mehrfach in Abrede stellte, 

dass zwischen ihnen vorgängig zum Angriff etwas gesprochen worden sei (Urk. 

D1/2/3 S. 15 F/A 95; Urk. D1/2/4 S. 6 ff. F/A 35, 46 f. u. S. 11 65 ff.; Urk. D1/2/9 S. 

5 F/A 25), werden dadurch zwar gestützt, erweisen sich aber bereits angesichts der 

Aussagen von T._____ (s. vorstehend unter E. 6.2.7. und insbesondere nachste-

hend unter E. 6.3.3.) als unglaubhaft. So zeigt das Beweisergebnis, dass der Be-

schuldigte mindestens etwa 15 Minuten oder annähernd 15 Minuten alleine mit 

†Q._____ in der Wohnung verbrachte, bevor die Schüsse fielen, und es gestützt 

darauf naheliegend erscheint, dass die beiden Personen in diesem Zeitraum eine 

Kommunikation aufnahmen und allenfalls Kaffee tranken, was wiederum durch das 

am Tatort aufgefundene Spurenbild gestützt wird. Die Aussagen des Beschuldigten 

zum angeblich unmittelbar nach seinem Betreten der Wohnung erfolgten Angriff 

durch †Q._____ können deshalb auch gestützt auf das übrige Beweisergebnis zu 

den zeitlichen Parametern nicht aufrechterhalten werden.

6.2.10. Einen konkreten singulären Grund für den Angriff von †Q._____ vermochte 

der Beschuldigte nicht zu nennen, sondern erwähnte in diesem Zusammenhang 

missbilligend, dass sie begonnen habe, als Prostituierte zu leben, ihr alles, die Kin-

der und der Mann, gefehlt habe, und er glaube, dass das alles von ihrer Mutter, 

welche ihren Mann getötet und ihren Sohn vergiftet habe, stamme (Urk. D1/2/4 S. 

14 F/A 82; vgl. auch: Urk. D1/2/7 S. 3 u. 7 F/A 8 u. 21; Prot. I S. 33). Im Rahmen 

der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme machte der Beschuldigte demgegen-

über erstmals geltend, †Q._____ habe ihn aus finanziellen Interessen vernichten 

wollen, da sie an sein Erbe gewollt habe ("Sie wollte mich vernichten, damit sie diesen 

Saal [gemeint ist damit das Hotel/Restaurant in familiärem Besitz in Serbien] erben kann"; 

Urk. D1/2/9 S. 6 F/A 32). Weiter brachte der Beschuldigte als mögliches Motiv vor, 

†Q._____ habe Angst gehabt, dass er ihr ihr Kind wegnehmen würde (Urk. D1/2/6 

S. 7 u. 10 f. F/A 36 u. 58). Auch wenn es sich letztlich naturgemäss um Mutmas-

sungen des Beschuldigten handeln muss, welches Motiv †Q._____ gehabt haben 

könnte, erweisen sich seine ausschweifenden und inkonsistenten Erklärungen als 

wenig überzeugend.

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6.2.11. Inkohärent erweisen sich die Angaben des Beschuldigten auch in Bezug 

auf die Angaben zur Distanz zu †Q._____ bei den Schussabgaben: Bei seiner ers-

ten Einvernahme gab er an, es seien ca. 3 bis 4 Meter gewesen (Urk. D1/2/1 S. 4 

F/A 16), bei seiner zweiten Einvernahme sprach er demgegenüber von lediglich ca. 

2 Metern Distanz (Urk. D1/2/2 S. 11 F/A 80), bei seiner dritten von 2 bis 3 Metern 

(Urk. D1/2/3 S. 13 F/A 78), später erneut von 2 Metern (Urk. D1/2/5 S. 2 F/A 4) oder 

– im Laufe derselben Befragung vor Vorinstanz – sogar auch von 5 oder lediglich 

1½ bis 2 Metern (Prot. I S. 43 ff.), wobei er betonte, dass die Distanz bei seinen 

Schüssen nicht unter 2 Metern gewesen sei (Prot. I S. 49). Auch wenn der Auffas-

sung der Verteidigung, wonach Distanzangaben immer schwierig und meist – ins-

besondere dann wenn sie sich auf emotional belastete Momente und auf ein dyna-

misches Geschehen beziehen würden – ungenau seien (Urk. 185 S. 24 Rz. 88; 

Urk. 230 Rz. 16 ff.), grundsätzlich beizupflichten ist, erweisen sich die vorliegend 

seitens des Beschuldigten angegebenen Distanzen dermassen weit entfernt von 

den schlüssigen gutachterlichen Feststellungen (s. nachstehend unter E. 6.11. u. 

6.12.), dass diese Argumentation nicht verfängt. Ausserdem ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte sein Aussageverhalten offensichtlich dem sich ihm jeweils 

präsentierenden Beweisergebnis anpasste, weshalb sich seine Ausführungen auch 

aus diesem Grund als unglaubhaft erweisen: Konfrontiert damit, dass die Schuss-

verletzung in der Stirn von †Q._____ darauf hinweise, dass er relativ nahe bei ihr 

und über ihr gestanden sein müsse, machte der Beschuldigte neu geltend, dass 

beim letzten Schuss lediglich eine kurze Entfernung – gestützt auf seine entspre-

chende Anzeige per Hand vom Protokollführer mit 50 bis 60 cm geschätzt – zu ihr 

bestanden habe (Urk. D1/2/6 S. 8 u. 10 F/A 43, 52 f. u. 57), und er Angst gehabt 

habe, sie würde ihn an den Füssen packen und überwältigen, was er zuvor uner-

wähnt liess. Auch die Schilderungen des Beschuldigten zur Distanz zu †Q._____ 

bei seinen Schussabgaben erweisen sich deshalb als inkonsistent und unglaubhaft. 

6.2.12. Unpräzise und widersprüchlich sind auch seine Schilderungen der Schus-

sabgabe. So erwähnte er mehrfach, den Revolver hervorgenommen zu haben, sich 

aber an das anschliessende Geschehen nicht mehr zu erinnern vermögen 

(Urk. D1/2/1 S. 3 F/A 8) bzw. es sei ihm schwarz vor Augen geworden bzw. er sei 

nach der Schussabgabe ohnmächtig geworden (Urk. D1/2/1 S. 4 F/A 15; 

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Urk. D1/2/2 S. 3 F/A 12) bzw. er sei nach dem Abfeuern der Waffe heruntergefallen 

bzw. hingefallen und wisse ab da an nichts mehr (Urk. D1/2/1 S. 4 f. F/A 19 u. 21 f.; 

Urk. D1/2/6 S. 5 f. F/A 24 u. 30) bzw. habe er 5 oder 6 Mal bzw. 6 Mal geschossen 

(Urk. D1/2/3 S. 12 F/A 71; Urk. D1/2/6 S. 6 u. 8 F/A 29 u. 40; Prot. I S. 28). Er sei 

auf das Sofa gefallen, wisse aber nicht mehr wie (Urk. D1/2/3 S. 12 f. F/A 75 ff.; 

Urk. D1/2/5 S. 3 F/A 4). Während der Beschuldigte folglich einerseits geltend 

macht, sich nur an das Hervorholen des Revolvers erinnern zu vermögen, macht 

er andererseits geltend, seiner Erinnerung erst nach den Schussabgaben verlustig 

geworden zu sein. Anlässlich seiner staatsanwaltlichen Einvernahme vom 21. Ok-

tober 2021 brachte der Beschuldigte sodann neu vor, sich an Details zwischen sei-

nen mehrfachen Schussabgaben zu erinnern, indem er nunmehr angab, dass er, 

als †Q._____ vor ihm gefallen sei, gedacht habe, sie bewege sich, weshalb er 

nochmals aus der Nähe geschossen habe (Urk. D1/2/6 S. 4 F/A 20). Er habe des-

halb fünfmal auf ihren Körper und einmal auf ihren Kopf geschossen, als sie vor 

ihm hingefallen sei (Urk. D1/2/6 S. 8 F/A 40). Einerseits bleibt gestützt auf seine 

inkohärenten Ausführungen unklar, ob der Beschuldigte vor oder nach der Schus-

sabgabe ohnmächtig geworden sein soll. Andererseits erweist sich gerade auch 

vor diesem Hintergrund seine singuläre Sachdarstellung, gemäss welcher er sich 

an Einzelheiten zwischen den einzelnen Schüssen zu erinnern vermöge, als un-

glaubhaft und sollte offensichtlich dazu diesen, seine Schilderungen dem sich ihm 

präsentierenden Beweisergebnis anzupassen.

6.2.13. Die jeweilige Köperhaltung bzw. Positionierung im Raum wird vom Be-

schuldigten demgegenüber grundsätzlich einheitli