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**Case Identifier:** be98a41f-9b8a-51f0-8dc5-23f6ad8063fe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 24.04.2025 IV 2024/236
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-236_2025-04-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/236

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.05.2025

Entscheiddatum: 24.04.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2025
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Art. 28a IVG. Invalidenrente. Fiktives 
Pensum im „Gesundheitsfall“ („Qualifikation“). Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 24. April 2025, IV 2024/236).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/8 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 24. April 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/236 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch die Sozialen Dienste von B.___,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  IV-Leistungen 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/236 
 

 

2/8 

Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich im Mai 2011 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-

act. 8). Sie gab an, sie habe eine Ausbildung zur Verkäuferin absolviert. Zuletzt habe sie im Rahmen 

eines Beschäftigungsprogramms im administrativen Bereich gearbeitet. Der Psychiater Dr. med. C.___ 

berichtete im August 2011 (IV-act. 27), gemäss seinen Akten habe die Versicherte bereits im Jahr 2002 

eine psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen. Damals seien offenbar Kindheitsthemen 

bearbeitet worden. In den Jahren 2003 und 2004 habe sich die Versicherte erneut in eine psychiatrische 

Behandlung begeben. Unter anderem sei es damals um eine Trennungsproblematik und um eine 

belastende familiäre Situation gegangen. Seit Januar 2011 befinde sich die Versicherte nun wieder in 

psychiatrischer Behandlung. Diagnostisch leide sie an einer rezidivierenden depressiven Störung mit 

einer gegenwärtig mittelgradigen Episode. Sie sei momentan nicht arbeitsfähig. Im November 2011 

teilte Dr. C.___ der IV-Stelle mit, dass die Versicherte die Behandlung abgebrochen habe (IV-act. 32). 

Im Januar 2012 gab die Versicherte der IV-Stelle telefonisch an, dass sie keine weiteren Leistungen 

der Invalidenversicherung wünsche (IV-act. 37). Ihr Hausarzt, Dr. med. D.___, hatte bereits im 

September 2011 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 39–6). Mit einer Mitteilung 

vom 12. April 2012 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab (IV-

act. 41). Mit einer Verfügung vom 9. Juli 2012 wies sie auch das Rentenbegehren ab (IV-act. 47). Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft. 

A.b Im Juli 2022 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 51). Im August 2022 reichte sie einen Austrittsbericht der 

psychiatrischen Klinik E.___ vom 17. Mai 2021 ein (IV-act. 59). Die behandelnden Ärzte hatten 

festgehalten, die Versicherte habe sich vom 26. Februar 2021 bis zum 22. April 2021 in einer stationären 

psychiatrischen Behandlung befunden. Sie leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer 

gegenwärtig schweren Episode und mit psychotischen Symptomen sowie an einem 

Abhängigkeitssyndrom. Der Psychiater Dr. med. F.___ vom Ambulatorium für Erwachsenenpsychiatrie 

G.___ berichtete im Januar 2023 (IV-act. 72), die Versicherte leide an einem gegenwärtig mittelgradig 

ausgeprägten depressiven Syndrom. Sie könne sich eine leidensadaptierte Tätigkeit in einem 

geschützten Rahmen mit einem Pensum von 40 Prozent vorstellen. Offenbar gelinge es ihr mit einiger 

Mühe, den Haushalt einigermassen zu bewältigen. Zur Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit könne er, 

Dr. F.___, keine Stellung nehmen. Er empfehle eine Begutachtung. Nachdem die Besichtigung eines 

geschützten Arbeitsplatzes aufgegleist worden war, teilte die Versicherte im Februar 2023 einem 

Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle mit, dass sie sich eine Integrationsmassnahme nicht 

zutraue; sie bewege sich schon mit den Haushaltsarbeiten an der Belastungsgrenze (IV-act. 84–4). Mit 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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einer Mitteilung vom 13. Februar 2023 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 86). 

A.c Im April 2023 teilte die Versicherte der IV-Stelle in einem „Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt“ mit (IV-act. 91), dass sie ohne die gesundheitliche Einschränkung 

nicht erwerbstätig wäre. Als Begründung gab sie „gesundheitliche Gründe“ an. Eine Sachbearbeiterin 

der IV-Stelle notierte (IV-act. 92), aus ihrer Sicht sei es „nicht schlüssig“, dass die Versicherte ohne 

Gesundheitsbeeinträchtigung gar keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde, weshalb sie, die 

Sachbearbeiterin, telefonisch bei der Versicherten nachgefragt habe. Die Versicherte habe am Telefon 

angegeben, dass sie – wie vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung – einer Erwerbstätigkeit 

im Pensum von 60 Prozent nachgehen würde. 

A.d Im Auftrag der IV-Stelle erstattete der Psychiater Dr. med. H.___ am 20. April 2024 ein 

fachärztliches Gutachten (IV-act. 124). Er hielt fest, die Stimmung habe sich während des gesamten 

Untersuchungszeitraums weitestgehend ausgeglichen dargestellt. Im Gespräch hätten in Bezug auf die 

Lebensgeschichte und die aktuelle Lebenssituation keine gravierenden Stimmungseinbrüche 

beobachtet werden können. Im Affekt habe sich die Versicherte auslenkbar und schwingungsfähig 

gezeigt; eine Verschiebung zum negativen Pol habe nicht beobachtet werden können. Die Stimme sei 

gut moduliert gewesen. Der Antrieb und die Psychomotorik hätten keine Auffälligkeiten gezeigt. Die 

Versicherte habe keine Pause in Anspruch genommen. Sie habe sich offen auf die Fragen eingelassen 

und diese ohne Latenz ausführlich und umfassend beantwortet. Während der gesamten 

Explorationsdauer habe keine Abnahme der Konzentration und keine Erschöpfung beobachtet werden 

können. Der Allgemeinzustand sei gut und gepflegt gewesen. Bewusstseinsstörungen hätten nicht 

bestanden. Die Versicherte sei allseits orientiert gewesen. Die Konzentration habe sich unbeeinträchtigt 

dargestellt. Eine Verminderung der Aufmerksamkeit oder der Konzentration während des 

Explorationsgesprächs habe nicht beobachtet werden können. Die Auffassungsgabe sei stets erhalten 

gewesen. Merkfähigkeitsstörungen oder Störungen des Kurzzeitgedächtnisses hätten nicht vorgelegen. 

In Bezug auf das Langzeitgedächtnis hätten sich keine Einschränkungen ergeben. Das formale Denken 

sei flüssig, adäquat und kohärent gewesen. Diagnostisch leide die Versicherte an einer gegenwärtig 

remittierten rezidivierenden depressiven Störung sowie an einem Status nach einem 

Abhängigkeitssyndrom. Diese Diagnosen wirkten sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Die Versicherte 

sei uneingeschränkt arbeitsfähig. Sie könne die angestammte Tätigkeit im Verkauf im angestrebten 

Pensum („Qualifikation 60% Erwerb, 40% Haushalt“) oder eine andere Tätigkeit ohne Einschränkung 

(„100%“) ausüben. Der Verlauf der Arbeitsfähigkeit habe retrospektiv nicht valide rekonstruiert werden 

können, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung ab dem Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung gelte. 

Im Mai 2024 notierte Dr. med. I.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten 

weise einen Widerspruch auf, denn der Sachverständige habe keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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Arbeitsfähigkeit gestellt, aber dennoch bezüglich der angestammten Tätigkeit nur ein Pensum von 60 

Prozent als zumutbar erachtet (IV-act. 126). Auf eine entsprechende Rückfrage der IV-Stelle hin (vgl. 

IV-act. 127) führte Dr. H.___ am 16. Mai 2024 aus (IV-act. 129), ihm sei leider ein Verständnisfehler 

unterlaufen. Er sei entsprechend den Ausführungen im Auftragsschreiben der IV-Stelle davon 

ausgegangen, dass er Stellung zum mutmasslichen Pensum von 60 Prozent nehmen müsse. Da er 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit habe feststellen können, habe er ein volles Pensum von 60 

Prozent als zumutbar attestiert. Die Versicherte sei jedenfalls uneingeschränkt arbeitsfähig. Die RAD-

Ärztin Dr. I.___ qualifizierte das Gutachten unter Berücksichtigung dieser ergänzenden Ausführungen 

als überzeugend (IV-act. 130). 

A.e Mit einem Vorbescheid vom 6. August 2024 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die 

Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-

act. 132). Dagegen liess die Versicherte am 10. September 2024 einwenden (IV-act. 136), das 

Gutachten von Dr. H.___ überzeuge nicht. Sie sei immer wieder mittel- und schwergradig depressiv 

gewesen. Die RAD-Ärztin Dr. I.___ hielt am 31. Oktober 2024 fest, die Einwände weckten keine Zweifel 

an der Überzeugungskraft des Gutachtens (IV-act. 140). Mit einer Verfügung vom 6. November 2024 

wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten mit der Begründung ab, sie sei für sämtliche 

Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig (IV-act. 141). 

B.  

B.a Am 26. November 2024 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. November 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Zusprache einer Invalidenrente sowie eventualiter eine erneute 

medizinische Begutachtung beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen, das Gutachten von Dr. 

H.___ sei widersprüchlich. Es überzeuge nicht.  

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 31. Januar 2025 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten von Dr. H.___ 

weise entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin keine Widersprüche auf. Es überzeuge in 

jeder Hinsicht.  

B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 9). 

Erwägungen 

1.  

1.1 Der Zweck dieses Beschwerdeverfahrens erschöpft sich in der Überprüfung der angefochtenen 

Verfügung auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/8 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Dieses hat sich nach der verbindlichen Abweisung des 

Begehrens um berufliche Eingliederungsmassnahmen am 13. Februar 2023 auf die Prüfung des im Juli 

2022 eingereichten Rentenbegehrens und damit auf die Frage nach einem Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. Januar 2023 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) beschränkt. 

1.2 Bei der im Juli 2022 eingereichten Anmeldung hat es sich um eine sogenannte Neuanmeldung 

gehandelt, weshalb das Eintreten darauf das Glaubhaftmachen einer relevanten 

Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des ersten Rentenbegehrens am 9. Juli 2012 

vorausgesetzt hat. Das ist der Beschwerdeführerin mit dem von ihr eingereichten Austrittsbericht der 

psychiatrischen Klinik E.___ vom 17. Mai 2021 gelungen, da in jenem Bericht auf eine massive 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin in der Zeit vor dem 

Eintritt in die stationäre Behandlung im Februar 2021 hingewiesen worden war. Die 

Beschwerdegegnerin ist folglich zu Recht auf die Neuanmeldung eingetreten. In diesem 

Beschwerdeverfahren ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin frühestens ab dem 1. Januar 2023 

einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat. 

2.  

Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird bei einer 

vollerwerbstätigen Person das Erwerbseinkommen, das sie nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer ausgeglichenen 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen 

könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei einer nicht 

erwerbstätigen Person entspricht der Invaliditätsgrad dem Mass der Unfähigkeit, sich weiterhin im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei einer teilerwerbstätigen Person wird 

der Invaliditätsgrad für den Erwerbsbereich in Anwendung des Art. 28a Abs. 1 IVG und für den 

Aufgabenbereich in Anwendung des Art. 28a Abs. 2 IVG ermittelt. Die Teilinvaliditätsgrade werden 

entsprechend den Anteilen des Erwerbs- und Aufgabenbereiches gewichtet und addiert (sog. 

„gemischte Methode“; Art. 28a Abs. 3 IVG). 

3.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/8 

Die Beschwerdeführerin ist seit der Jahrtausendwende nicht mehr erwerbstätig gewesen. Sie hat 

lediglich einmal an einem Beschäftigungsprogramm teilgenommen und gemäss ihren Angaben 

gegenüber Dr. H.___ einen weiteren kurzen Arbeitsversuch unternommen. Dementsprechend ist sie 

seit über 20 Jahren sozialhilfeabhängig. Trotzdem hat sie angegeben, dass sie im fiktiven 

„Gesundheitsfall“ nur zu 60 Prozent erwerbstätig wäre. Selbst unter Berücksichtigung des hohen 

Gewichts, das das Bundesgericht der Angabe einer versicherten Person bezüglich des Pensums im 

fiktiven „Gesundheitsfall“ einräumt (was in einem nicht aufzulösenden Widerspruch dazu steht, dass 

den übrigen Angaben einer versicherten Person nach der bundesgerichtlichen Auffassung keinerlei 

Beweiswert zukommen soll), kann das Pensum im fiktiven „Gesundheitsfall“ nicht entsprechend der 

Angabe der Beschwerdeführerin auf 60 Prozent festgesetzt werden. Abgesehen vom jüngsten Kind, 

das bei einer Pflegefamilie aufwächst, sind die Kinder der Beschwerdeführerin bereits so alt, dass sie 

keine Betreuung mehr benötigen, die einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit im Wege stehen würde. Ohne 

eine Gesundheitsbeeinträchtigung wäre die Beschwerdeführerin folglich sowohl in der Lage als auch 

(wegen ihrer Sozialhilfeabhängigkeit) gezwungen, einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Sie 

ist folglich als im hypothetischen „Gesundheitsfall“ vollerwerbstätig zu qualifizieren. Der Invaliditätsgrad 

ist anhand eines („reinen“) Einkommensvergleichs im Sinne des Art. 28a Abs. 1 IVG zu bestimmen. 

4.  

Die Beschwerdeführerin hat eine Berufsausbildung zur Verkäuferin absolviert. Trotz der langen Absenz 

und trotz des zwischenzeitlichen technologischen Fortschrittes, der auch die Verkaufsbranche 

beeinflusst hat, dürfte sie mit einer kurzen Eingewöhnungsphase in der Lage sein, wieder in den 

erlernten Beruf zurückkehren und ein einem durchschnittlichen Verkäuferinnenlohn entsprechendes 

Erwerbseinkommen zu erzielen. Die Validenkarriere besteht folglich in einer Wiederaufnahme des 

erlernten Berufs als Verkäuferin. 

5.  

Für die Beantwortung der Frage nach dem zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommen ist 

entscheidend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang 

zumutbar sind. Zur Beantwortung dieser Frage hat die Beschwerdegegnerin ein psychiatrisches 

Gutachten eingeholt, was korrekt gewesen ist, weil keine somatische, sondern nur eine psychische 

Gesundheitsbeeinträchtigung zur Diskussion gestanden hat und weil sich die Frage nach der 

Auswirkung dieser psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung anhand der Angaben in den Berichten 

der behandelnden Ärzte nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit hat beantworten lassen. Der von der Beschwerdegegnerin beauftragte 

psychiatrische Sachverständige Dr. H.___ hat die Beschwerdeführerin persönlich untersucht und er hat 

die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts deutet darauf hin, dass er eine wesentliche 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/8 

Tatsache übersehen oder ignoriert hätte. Er hat anschaulich aufgezeigt, dass der von ihm erhobene 

objektive klinische Befund in jeder Hinsicht unauffällig gewesen ist, weshalb sein Attest einer 

uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ohne Weiteres überzeugt. Bezugnehmend auf die Zeit vor der 

Begutachtung hat er anhand einer überzeugenden Aktenwürdigung dargelegt, dass die 

Beschwerdeführerin wohl eine erhöhte Vulnerabilität für die Entwicklung depressiver Symptome 

bezüglich sozialer Belastungen, insbesondere Trennungserfahrungen, aufweist, weshalb sie wiederholt 

depressive Episoden durchgemacht hat. Die behandelnden Ärzte der psychiatrischen Klinik E.___ 

hatten für die Zeit der stationären Behandlung in den ersten Monaten des Jahres 2011 eine 

schwergradig ausgeprägte depressive Störung diagnostiziert, aber sie hatten auch festgehalten, dass 

sich das Zustandsbild im Lauf der zweimonatigen stationären Behandlung wesentlich verbessert hatte. 

Der nachbehandelnde Psychiater Dr. F.___ hatte in seinen Berichten kein Arbeitsunfähigkeitsattest 

abgegeben. Der Sachverständige Dr. H.___ hat sich folgerichtig auf den Standpunkt gestellt, dass er 

für den hier massgebenden Zeitraum von Januar 2023 bis zum Tag seiner Untersuchung keine 

überwiegend wahrscheinliche Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben könne. Von weiteren Abklärungen 

kann diesbezüglich kein Erkenntnisgewinn erwartet werden, denn für die Zeit von Januar 2023 bis April 

2024 existieren keine medizinischen Akten, die es einem Sachverständigen erlauben würden, doch 

noch eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Vergangenheit abzugeben. Bezüglich des 

Arbeitsfähigkeitsgrades in der Zeit bis zur Begutachtung durch Dr. H.___ liegt folglich eine objektive 

Beweislosigkeit vor. Diese muss sich in einer lückenfüllenden analogen Anwendung des Art. 8 ZGB 

zulasten der Beschwerdeführerin auswirken. Bei der Beweiswürdigung kann also für die Zeit zwischen 

Januar 2023 und April 2024 keine Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden. Für die Zeit nach der 

Begutachtung fehlt es an einem Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin, weshalb für die Zeit von April 2024 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung 

im November 2024 von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Von weiteren 

Abklärungen ist kein Erkenntnisgewinn zu erwarten, weshalb das Eventualbegehren abzuweisen ist. 

6.  

Die Beschwerdeführerin hat das sogenannte Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erfüllt, was 

eine Rentenzusprache zum Vorneherein ausschliesst. Bei einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für 

sämtliche Tätigkeiten ist die Beschwerdeführerin zudem in der Lage, ihre Validenkarriere weiter zu 

verfolgen, ob diese nun in einer Tätigkeit als ausgebildete Verkäuferin oder in einer Hilfsarbeit besteht. 

Das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen entspricht also dem Valideneinkommen, was 

bedeutet, dass die Beschwerdeführerin nicht invalid ist (Invaliditätsgrad von null Prozent). Die 

Beschwerdegegnerin hat das Rentenbegehren deshalb zu Recht abgewiesen. 

7.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/8 

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich der unterliegenden 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist die 

Beschwerdeführerin aber vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Sollten es 

ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten 

verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO). 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdeführerin ist vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen, 

befreit. 

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		2026-01-28T04:30:40+0100
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