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**Case Identifier:** 3e4d24ec-e66a-51d4-b834-cd29d0b88cc5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.01.2023 200 2022 299
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-299_2023-01-11.pdf

## Full Text

200 22 299 IV
LOU/BRO/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Januar 2022

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. April 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/22/299, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1963 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Februar 2012 unter Hinweis auf eine seit der Geburt be-
stehende eingeschränkte Bewegungsfreiheit des rechten Armes bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 2). 
In der Folge tätigte die IVB medizinische und erwerbliche Abklärungen und 
gewährte mit Mitteilung vom 10. Juli 2012 (AB 20) Beratung und Unterstüt-
zung bei der Stellensuche. Nachdem die Versicherte eine Arbeitsstelle als 
… gefunden hatte, schloss die IVB mit Mitteilung vom 30. August 2012 (AB 
21) die Arbeitsvermittlung ab und verneinte nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (AB 22) mit Verfügung vom 15. Oktober 2012 (AB 23) ei-
nen Rentenanspruch. 

Im November 2021 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Ein-
schränkungen im rechten Arm erneut bei der IV zum Leistungsbezug an 
(AB 26). Mit Vorbescheid vom 6. Dezember 2021 (AB 33) stellte die IVB 
das Nichteintreten auf das erneute Leistungsbegehren mangels glaubhaft 
gemachter wesentlicher Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse in 
Aussicht. Nachdem die Hausärztin der Versicherten einen Arztbericht ein-
gereicht hatte (AB 35 S. 1 f.), führte die IVB erwerbliche und medizinische 
Abklärungen durch, insbesondere holte sie beim Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) eine Beurteilung ein (AB 56 S. 4 f.). Gestützt darauf verneinte 
die IVB nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 57) mit 
Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63) einen Rentenanspruch. 

B.

Mit Schreiben vom 11. Mai 2022 (AB 64) wandte sich die Versicherte an 
die IVB und verlangte sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung sowie die Zusprache einer Invalidenrente respektive eine verwal-
tungsexterne medizinische Begutachtung. Diese sinngemässe Beschwerde 

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wurde von der IVB am 16. Mai 2022 an das Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern weitergeleitet. 

Aufforderungsgemäss (vgl. prozessleitende Verfügungen vom 18. Mai und 
7. Juni 2022) reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 10. Juni 
2022 eine eigenhändig unterzeichnete Beschwerde nach. Mit gleicher Ein-
gabe ersuchte sie um Fristerstreckung zur Einreichung des in Aussicht ge-
stellten medizinisch-orthopädischen Berichts. Mit prozessleitender Verfü-
gung vom 13. Juni 2022 wies der Instruktionsrichter dieses Gesuch ab. 

Am 23. Juni 2022 ging beim Gericht ein Schreiben vom 15. Juni 2022 be-
treffend Aufgebot zur Röntgenuntersuchung und Besprechung in der or-
thopädischen Poliklinik des Spitals B.________ ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2022 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde und reichte eine Beurteilung des 
RAD vom 7. Juli 2022 (AB 69) ein. 

Am 23. August 2022 ging beim Gericht ein Bericht von Dr. med. 
C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, vom 12. August 2022 (Akten der Beschwerdeführe-
rin, Beschwerdebeilage [BB] 2) ein. 

Mit Eingabe vom 23. September 2022 reichte die Beschwerdegegnerin 
eine Stellungnahme des RAD vom 9. September 2022 zu den Akten. 

Am 6. und 28. Oktober sowie am 25. November 2022 reichte die Be-
schwerdeführerin weitere Unterlagen zu den Akten (BB 3-9). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 

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Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63). 
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hin-
sicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Mit Blick auf die im November 2021 erfolgte Neuanmeldung zum Leis-
tungsbezug (AB 26) fällt der frühestmögliche Rentenbeginn unter Berück-

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sichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG auf den 
1. Mai 2022. Damit sind die diesbezüglichen Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung (IVV, SR 831.201) in der ab 1. Januar 2022 gültigen Fassung 
massgebend (Rz. 9100 des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in 
der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisun-
gen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

2.4 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Invalidenrente von Amtes 
wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder auf-
gehoben, wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Ren-

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tenbezügers sich um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. a) oder auf 
100 % erhöht (lit. b).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad um min-
destens fünf Prozentpunkte zu ändern. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.2 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-

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lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom November 
2021 (AB 26) eingetreten und hat in der Folge materiell über den Leis-
tungsanspruch entschieden, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss 
nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu beurtei-
len, ob im massgebenden Vergleichszeitraum zwischen der Verfügung vom 
15. Oktober 2012 (AB 23) und der hier angefochtenen Verfügung vom 
6. April 2022 (AB 63) eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen 
eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Ren-
tenanspruch erheblichen Weise zu ändern (vgl. E. 2.4 hiervor). 

3.2 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich im Wesentlichen wie 
folgt: 

3.2.1 Bei Erlass der Verfügung vom 15. Oktober 2012 (AB 23) seien der 
Beschwerdeführerin aufgrund einer konnatalen Plexusschädigung obere 
Extremität rechts das Heben von Lasten über 12 kg sowie Überkopfarbei-
ten nicht möglich gewesen (Berichte des damaligen Hausarztes Dr. med. 
D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 23. Januar so-
wie vom 10. Juni 2012 [AB 17 S. 2, 18 S. 2]). 

3.2.2 Im medizinischen Attest vom 5. März 2020 (AB 46 S. 2) legte der 
damalige Hausarzt der Beschwerdeführerin Dr. med. D.________ dar, die 
Patientin könne wegen spastischer Parese bei perinataler Plexusschädi-
gung rechts nur leichte körperliche Arbeit leisten. 

3.2.3 Im Arztzeugnis vom 5. November 2021 (AB 46 S. 1) erläuterte die 
aktuelle Hausärztin der Beschwerdeführerin Dr. med. E.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, die Patientin könne mit ihrem 

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rechten Arm lediglich Gewichte unter 5 kg heben. Es bestehe eine deutlich 
eingeschränkte Elevation und Abduktion. Links seien leichte körperliche 
Arbeiten möglich. 

Im Bericht vom 21. Dezember 2021 (AB 35 S. 1 f.) stellte die Hausärztin 
folgende Diagnosen: 

• St. n. a.e. Schulterdystokie mit perinataler Plexusschädigung und 
spastischer Parese rechts

• Degenerative Rotatorenmanschette links bei Überbelastung
- Sonographie Schulter Dr. H.________ 11/21

• Tendovaginitis stenosans de Quervain rechts
- Spaltung 2019

Zudem erläuterte sie, der Patientin sei von ihrem Arbeitgeber gekündigt 
worden. Dies einerseits wohl aufgrund der pandemiebedingten schwierigen 
finanziellen Lage und andererseits, da die Patientin in der Ausübung der … 
zunehmend eingeschränkt gewesen sei. Die Patientin leide seit der Geburt 
an einer spastischen Parese des rechten Arms mit Verkürzung des gesam-
ten Arms, deutlich eingeschränkten Abduktion/Elevation bis ca. 40-50°, 
Extensionsdefizit des Ellbogens und auch eingeschränkter Benutzung der 
Hand. Letztere habe bereits im Jahr 2019 bei einer Tendovaginitis stenos-
ans operiert werden müssen. Insgesamt habe mit der Überbelastung und 
dem Alter die Einschränkung des rechten Arms im Verlauf der letzten Jahre 
deutlich zugenommen. Daher sei die Patientin zunehmend auf ihren linken 
Arm angewiesen, welcher nun ebenfalls durch Überbelastung bereits de-
generative Veränderungen unter anderem an der Rotatorenmanschette 
zeige. Entsprechend sei sie bezüglich einer neuen Arbeitstätigkeit deutlich 
eingeschränkt und eine erneute Tätigkeit in der … sei nicht realistisch. Da 
sie im Übrigen über keine höhere Ausbildung verfüge, sei in ihrem Alter 
eine Umschulung ebenfalls nicht vielversprechend. Insgesamt habe sich 
seit ihrem letzten Gesuch im Jahr 2012 körperlich eine objektivierbare Ver-
schlechterung des körperlichen Zustandes gezeigt. Die Patientin sei zudem 
bis zur Scheidung im Jahr 2010 noch von ihrem Exmann finanziell unter-
stütz worden, diese Hilfe sei nun seit 2012 weggefallen und bedeute, dass 
sie ohne neue Arbeit finanziell in einer prekären Lage sei. Zusammenfas-
send könne gesagt werden, dass sich die Patientin in den letzten Jahren 
trotz mehr oder weniger permanenter Schmerzen durchgekämpft habe. Die 
körperlichen Einschränkungen seien nun aber zu gross geworden (S. 1).

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Im Bericht vom 5. Februar 2022 (AB 52 S. 2 ff.) führte Dr. med. 
E.________ sodann aus, die Patientin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht 
mehr arbeitsfähig (S. 6 Ziff. 4.1). Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ihr 
allenfalls für zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar (S. 6 Ziff. 4.2). Für die 
Eingliederung bestehe eine schlechte Prognose (S. 7 Ziff. 4.3). 

3.2.4 Im Bericht vom 22. Februar 2022 (AB 56 S. 4 f.) legte der RAD-Arzt 
Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, dar, eine medizinisch begründete Arbeits-
unfähigkeit von mindestens 20 % bestehe seit jeher. Die Tätigkeiten als 
…/… könne die Beschwerdeführerin nur noch insoweit ausüben, als das 
Zumutbarkeitsprofil konsequent berücksichtigt werde (S. 4 Ziff. 3a). Optimal 
angepasst seien körperlich leichte bis ausnahmsweise mittelschwere Tätig-
keiten. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, repetitives Heben von Las-
ten über Brusthöhe, armbelastende Tätigkeiten mit Arbeiten über Bauch-
höhe, Überkopfarbeiten und das Besteigen von Leitern und Gerüsten. In 
Ausnahmefällen könnten Gewichte von 10 bis 15 kg gehoben und getragen 
werden, dies jedoch nur bis Bauchhöhe. In einer solchen Tätigkeit sei die 
Beschwerdeführerin ganztags über 8.5 Stunden ohne zusätzliche Leis-
tungsminderung arbeitsfähig (S. 5 Ziff. 3b). Dieses Zumutbarkeitsprofil gel-
te seit jeher (S. 5 Ziff. 4). 

3.2.5 In der Aktennotiz vom 7. Juli 2022 (AB 69) erläuterte der RAD-Arzt 
Dr. med. F.________, es sei unstrittig, dass die Beschwerdeführerin durch 
ihre Beschwerden stark beeinträchtigt sei. Dem werde mit dem formulierten 
Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Aus dem von der Hausärztin be-
schriebenen Verlauf sei erkennbar, dass der Leidensdruck der Beschwer-
deführerin nicht übermässig sei. Dafalgan sei ein mildes Analgetikum und 
müsse nicht regelmässig eingenommen werden. Die Minderbelastbarkeit 
der Schultergelenke sei bleibend gegeben. Dem werde mit dem formulier-
ten Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Dass nur leichte Tätigkeiten 
zumutbar seien, sei im Zumutbarkeitsprofil bestätigt worden. Nur aus-
nahmsweise könnten Lasten von 10 bis 15 kg gehoben werden, was wie-
derum immer noch nur einer leichten Tätigkeit entspreche. Mit dem Einver-
ständnis, dass das Heben von Lasten über 5 kg auch ausnahmsweise nicht 
mehr erfolgen sollte, der Kenntnis der klinischen und sonographischen Be-

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funde vom November 2021 und dem damals nicht gesehenen Erfordernis 
einer Vorstellung beim orthopädischen Facharzt, welche bis heute nicht 
erfolgt sei, sei kein weiterer Abklärungsbedarf mehr offen, aus dem sich 
möglicherweise eine andere Einschätzung der Beeinträchtigung ergeben 
würde als die bisherige (S. 1).

3.2.6 Im Bericht des Spitals B.________ vom 12. August 2022 (BB 2) 
stellte Dr. med. C.________ folgende Diagnosen: 

• Antero-superiorer Konflikt bei subtotaler Ruptur der Supraspinatusseh-
ne (Retraktion Grad I nach Patte, Degeneration Stadium II nach Goutallier) 
mit partieller Beteiligung der ventralen Infraspinatussehne und möglicher 
Pulley-Insuffizienz mit begleitender Bizepssehnentendinopathie Schulter 
links
• Status nach am ehesten Schulterdystokie mit perinataler Plexusschä-
digung und spastischer Parese Schulter rechts

Die Patientin, welche in der … arbeite, beklage bereits seit über drei Jahren 
atraumatisch aufgetretene, in Ruhe sowie bei Belastung auftretende Schul-
terschmerzen linksseitig, die hauptsächlich den Nachtschlaf limitierten. Die 
Schmerzen seien dabei in der gesamten Schulter lokalisiert mit Ausstrah-
lung bis in den Ellenbogen. Die bisherige Beurteilung und die konservative 
Therapie seien durch die hausärztliche Praxis erfolgt, wobei eine eigentli-
che Infiltration, respektive eine schulterspezifische Abklärung noch nicht 
stattgefunden habe. Die Schmerzen seien stechend bis teilweise dumpf 
vorhanden und würden die Beschwerdeführerin limitieren (S. 1). Bei der 
Patientin bestehe ein im Vordergrund stehender antero-superiorer Konflikt 
der linken Schulter bei subtotaler Ruptur der Supraspinatussehne. Die ver-
schiedenen Therapieoptionen seien besprochen worden. Bei ausbleiben-
dem Therapieerfolg der Physiotherapie, wobei lediglich eine Serie durchge-
führt worden sei, könne eine weitere therapeutisch/diagnostische Infiltration 
glenohumeral durchgeführt werden. Die Physiotherapie zur Kräftigung der 
Manschette und Humeruskopfzentrierung solle fortgesetzt werden. Weiter 
wäre ein operatives Vorgehen mittels Schulterarthroskopie und Bizepsteno-
tomie, Reinsertion der Supraspinatussehne zu diskutieren, was die Patien-
tin jedoch ablehne. Bei Spritzenphobie wünsche sie zudem vorerst auch 
keine Infiltration und möchte dies noch in der hausärztlichen Praxis bespre-
chen. Somit sei vorerst keine Nachkontrolle geplant (S. 2).

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3.2.7 In der Stellungnahme vom 9. September 2022 (in den Gerichtsak-
ten) führte der RAD-Arzt aus, in der Stellungnahme vom 22. Februar 2022 
(vgl. AB 56 S. 4 f.) sei bestätigt worden, dass beide Schultergelenke und 
der rechte Arm der Beschwerdeführerin bleibend minderbelastbar seien. 
Am 7. Juli 2022 sei das Zumutbarkeitsprofil dahingehend modifiziert wor-
den, dass auch das ausnahmsweise Heben von Lasten über 5 kg nicht 
mehr erfolgen solle. Die Minderbelastbarkeit der Schultergelenke und des 
rechten Armes seien mit diesem Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt. Aus 
dem orthopädischen Bericht vom 12. August 2022 betreffend die klinische 
Vorstellung der Beschwerdeführerin am 5. August 2022 (vgl. BB 2) gehe 
hervor, dass die Durchführung einer Infiltration oder eines arthroskopischen 
Vorgehens an der linken Schulter erfolgversprechend seien, aber auch die 
Fortsetzung von Physiotherapie zum Erfolg führen könne, was auf Wunsch 
der Beschwerdeführerin geschehe. Bei der Befundsituation, die sich am 5. 
August 2022 unverändert zu den bekannten Befunden gezeigt habe, und 
der Behandlungsoption, die gewählt worden sei, sei der Leidensdruck nicht 
erkennbar grösser. Auch eine Nachkontrolle sei nicht vereinbart worden. 
Aus dem klinisch-orthopädischen Vorstellungstermin der Beschwerdeführe-
rin am 5. August 2022 mit Bericht vom 12. August 2022 ergäben sich keine 
neuen Aspekte. Am bisherigen Zumutbarkeitsprofil ändere sich durch die 
Erkenntnisse aus dem Bericht vom 12. August 2022 nichts (S. 2). 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxis-
gemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutach-
ten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur ge-
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin-
ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 
V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.3.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli-
che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/22/299, Seite 13

geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 6. April 2022 (AB 63) massgeblich auf die Aktenbeurteilung des 
RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 22. Februar 2022 (AB 56 S. 4 f.), 
welche er in seinen Beurteilungen vom 7. Juli 2022 (AB 69) und vom 
9. September 2022 (in den Gerichtsakten) weitestgehend bestätigte, jedoch 
das Zumutbarkeitsprofil dahingehend modifizierte, als auch das aus-
nahmsweise Heben von Lasten über 5 kg nicht mehr zumutbar sei. Die 
Beurteilungen des RAD-Arztes erfüllen die vorerwähnten höchstrichterli-
chen Beweisanforderungen und erbringen vollen Beweis (vgl. E. 3.3.1 ff. 
hiervor). Dass der RAD-Arzt keine klinische Exploration der Beschwerde-
führerin durchführte, ist nicht zu beanstanden, konnte er sich aufgrund der 
vorhandenen Unterlagen doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaffen 
(vgl. E. 3.3.3 hiervor) und wären aus einer persönlichen Untersuchung kei-
ne zusätzlichen Erkenntnisse mehr zu erwarten gewesen. Indem der RAD-
Arzt erläuterte, das von ihm formulierte Zumutbarkeitsprofil gelte seit jeher 
(AB 56 S. 5 Ziff. 4), verneinte er implizit eine massgebliche Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der Verfügung vom 15. Oktober 2012 (AB 23) und der hier ange-
fochtenen Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63; vgl. E. 3.1 hiervor), was mit 
Blick darauf, dass bereits im Jahr 2012 das Heben von Lasten über 12 kg 
sowie Überkopfarbeiten nicht mehr zumutbar waren (AB 17 S. 2, 18 S. 2), 
schlüssig erscheint. Ob sich aus dem Umstand, dass in der Beurteilung 
vom 7. Juli 2022 (in den Gerichtsakten) das Zumutbarkeitsprofil in qualitati-
ver Hinsicht dahingehend modifiziert wurde, als auch das ausnahmsweise 
Heben von Lasten über 5 kg nicht mehr zumutbar sei, eine Verschlechte-
rung des Gesundheitszustandes ergibt, kann offen bleiben, stellt dies je-
denfalls keine revisionsrechtlich relevante Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes dar, indem in den Vergleichszeitpunkten eine angepasste 
leichte Arbeit stets uneingeschränkt zumutbar war und insofern der Verän-
derung allein in der Gewichtslimite beim Heben keine massgebliche funkti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/22/299, Seite 14

onelle Bedeutung zukommt. Demnach ist sie nicht geeignet, den Invali-
ditätsgrad in für den Rentenanspruch relevanter Weise zu ändern. 

Die Berichte der Hausärztin Dr. med. E.________ vom 21. Dezember 2021 
(AB 35 S. 1 f.) und vom 5. Februar 2022 (AB 52 S. 2 ff.) vermögen den 
Beweiswert der RAD-Beurteilung nicht zu schmälern. Insbesondere zeigte 
die advokatorisch auftretende Hausärztin, die über keinen orthopädischen 
Facharzttitel verfügt (vgl. <https://www.medreg.admin.ch>; für die Eignung 
eines Arztes oder einer Ärztin, in einer bestimmten medizinischen Disziplin 
stichhaltige Aussagen machen zu können, ist ein entsprechender, dem 
Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender, spezialärztlicher 
Titel vorausgesetzt [Entscheid des Bundesgerichts {BGer} vom 22. März 
2010, 8C_83/2010, E. 3.2.3]), keine wichtigen Aspekte auf, die vom RAD-
Arzt unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind. Vielmehr erklärte sie die 
angebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes hauptsächlich mit 
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, ohne dies mit objektiven 
Befunden nachvollziehbar zu untermauern. Zudem zog die Hausärztin in 
ihre Beurteilung mit ein, dass im massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. 
E. 3.1 hiervor) die finanzielle Unterstützung ihres Ex-Mannes weggefallen 
sei (AB 35 S. 1), was invalidenversicherungsrechtlich nicht relevant ist. 
Dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeit bei der G.________ AG aufgrund 
pandemiebedingt schwieriger finanzieller Lage sowie aufgrund zunehmen-
der (körperlicher) Einschränkungen verloren habe (AB 35 S. 1), ist eine 
Behauptung der Hausärztin, die durch die Akten nicht gestützt wird. Viel-
mehr wurde von Seiten der ehemaligen Arbeitgeberin die Kündigung mit 
einer schlechten Arbeitsqualität begründet (AB 58 S. 1 Ziff. 2.1) und die 
Beschwerdeführerin arbeitete auch nach besagter Kündigung weiterhin in 
der … respektive als … (AB 48 S. 3 ff., 49, 50 S. 2 ff.). Ausserdem hat die 
Hausärztin die Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin in einer lei-
densangepassten Tätigkeit lediglich zwei bis drei Stunden arbeitsfähig sei 
(AB 52 S. 6 Ziff. 4.2), nicht mit objektiven Befunden belegt. Diese Einschät-
zung ist sowohl mit Blick auf die geringe Medikation (1 g Dafalgan bei Be-
darf; AB 52 S. 3 Ziff. 2.3; vgl. AB 69) als auch die Beurteilung von Dr. med. 
C.________ vom 12. August 2022 (BB 2) unbegründet. So zeigten sich 
anlässlich der Untersuchung bei Dr. med. C.________ eine unveränderte 
Befundlage (vgl. auch die in den Gerichtsakten liegende damit im Wesentli-

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chen übereinstimmende RAD-Stellungnahme vom 9. September 2022) und 
erachtete der behandelnde Orthopäde Physiotherapie als indiziert und 
plante keine Nachkontrolle; zudem lehnte die Beschwerdeführerin eine 
Infiltration vorläufig ab (BB 2). Im Übrigen ist augenfällig, dass die Hausärz-
tin im Attest vom 5. November 2021 zu Handen des RAV (AB 46 S. 1) – 
wie bereits der ehemalige Hausarzt Dr. med. D.________ (AB 46 S. 2) – 
einzig qualitative, nicht jedoch quantitative Einschränkungen attestierte. 
Entsprechend galt die Beschwerdeführerin beim RAV als voll vermittlungs-
fähig (AB 45 S. 2 f. Ziff. 7 f.). 

Die übrigen – nach der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2022 
(AB 63) – datierenden medizinischen Akten des Spitals B.________ inklu-
sive OP-Aufgebot für den 9. November 2022 (BB 3-9) vermögen keine 
auch nur geringen Zweifel an der RAD-Beurteilung zu begründen. Insbe-
sondere ergeben sich daraus keinerlei Anhaltspunkte, dass sich der Ge-
sundheitszustand zwischen der Verfügung vom 15. Oktober 2012 (AB 23) 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63) massge-
blich verschlechtert hätte respektive dass der RAD-ärztlichen Einschätzung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein falsches Befundbild zugrunde lag. 
Eine allfällige verschlechterte postoperative Situation fällt nicht in den hier 
relevanten Beurteilungszeitraum bis Anfang April 2022 und wäre nach einer 
allfälligen Neuanmeldung zu beurteilen. 

Demnach ist erstellt, dass zwischen der Verfügung vom 15. Oktober 2012 
(AB 23) und der hier angefochtenen Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63) 
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, die ge-
eignet ist, den Invaliditätsgrad in für den Rentenanspruch relevantem Um-
fang zu ändern. 

3.5 Sodann ist auch in erwerblicher Hinsicht kein Revisionsgrund aus-
gewiesen. Im revisionsrechtlichen Kontext nicht von Bedeutung ist, dass 
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Referenzverfügung vom 15. Ok-
tober 2012 (AB 23) ein deutlich höheres Einkommen erzielte als im Zeit-
punkt der Verfügung vom 6. April 2022 (AB 63; vgl. AB 48 f.). Mangels 
Ausschöpfung der medizinisch-theoretisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit (bei 
einem erzielten Einkommen von Fr. 2’632.65 [AB 23 S. 1] wurde die volle 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit offen-

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sichtlich nicht ausgeschöpft [vgl. auch LSE 2012, Tabelle TA1, Total, Kom-
petenzniveau 1, Frauen]) wäre im Jahr 2012 – bei tatsächlicher Vornahme 
einer Invaliditätsberechnung – das Invalideneinkommen anhand der LSE 
und nicht auf einem konkreten Einkommen ermittelt worden. Insofern wirkt 
sich die eingetretene Einkommensveränderung in beruflich-erwerblicher 
Hinsicht nicht auf die Grundlagen der Invaliditätsbemessung aus (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 22. Februar 2019, 9C_479/2018, E. 2.1 e contrario), 
womit diesbezüglich eine revisionsrechtlich relevante Veränderung zu ver-
neinen ist. 

3.6 Zusammenfassend liegt weder in medizinischer noch in erwerbli-
cher Hinsicht eine revisionsrelevante Änderung in den tatsächlichen Ver-
hältnissen vor. Mangels eines Revisionsgrundes erübrigt sich eine neue 
Bemessung des Invaliditätsgrades und ist die Beschwerde abzuweisen. 

3.7 Doch selbst wenn entgegen dem Dargelegten ein Revisionsgrund 
erstellt wäre mit der Folge, dass der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig neu zu prüfen wäre (BGE 141 V 9 E. 2.3 
S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1), änderte 
dies nichts am Ergebnis:

Gemäss den voll beweiskräftigen RAD-Beurteilungen (vgl. E. 3.4 hiervor) 
ist die Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit voll arbeits-
fähig (vgl. AB 56 S. 5 Ziff. 3 lit. b) und wäre der Einkommensvergleich der-
gestalt vorzunehmen, dass sowohl das Validen- als auch das Invalidenein-
kommen auf der Grundlage desselben Tabellenlohnes zu bestimmen ist. 
Da bei dieser Ausgangslage der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit entspricht, kann eine detaillierte Berechnung unterbleiben (SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2) und es resultierte kein Rentenanspruch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Jan. 2023, IV/22/299, Seite 17

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtenen Verfügung vom 6. April 2022 
(AB 63) im Ergebnis nicht zu beanstanden, womit die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen ist. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (samt Eingaben vom 6. und 28. Oktober 2022 sowie

25. November 2022)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.