# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7403717b-d9b4-5bcc-a301-40332cc34a4f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.08.2009 D-4534/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4534-2006_2009-08-03.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4534/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérald Bovier, 
Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann.

A._______, geboren (...),
Sudan,
vertreten durch lic. iur. Angela Roos,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Ayl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
5. April 2005 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4534/2006

Sachverhalt:

A.
Gemäss eigenen Angaben reiste der Beschwerdeführer – ein sudane-
sischer Staatangehöriger bejanischer Ethnie – welcher auf der suda-
nesischen Botschaft in B._______ (C._______) gearbeitet habe, am 3. 
September 2004 über den Flughafen B._______ mit einem gefälschten 
Pass und einem Visum nach D._______. Am 24. September 2004 sei 
er wiederum mit einem gefälschten Pass auf dem Luftweg weiter nach 
E._______ gereist. Anschliessend sei er mit dem Auto in die Schweiz 
gelangt, wo er am 28. September 2004 in der Empfangsstelle (heute: 
Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ]) (...) des damals zuständigen 
BFF ein Asylgesuch stellte.

B.
Der  Beschwerdeführer  machte  anlässlich  der  Empfangsstellenbefra-
gung vom 4. Oktober 2004 und der kantonalen Anhörungen vom 17. 
November, 7. Dezember und 8. Dezember 2004 geltend, dass er aus 
F._______ (Ostsudan) stamme und der Ethnie der Beja angehöre. Als 
solcher habe er unter der ständigen Unterdrückung und Vernachlässi-
gung  durch  die  sudanesische  Regierung  gelitten.  Er  habe  bis  Juni 
2003 an der  Universität  in  G._______ studiert.  Er  sei  Mitglied  beim 
Beja Kongress, bei der Liga der Studenten der Stadt F._______ an der 
Universität G._______ und bei der "New forces democratic movement" 
(beziehungsweise der Harakat al Koua al Jadida al Democratia [HAQ]). 
Bei der Studentenliga habe er ab dem 2. Januar 2002 als Generalse-
kretär fungiert. Insgesamt sei er ungefähr acht Mal von den sudanesi-
schen Ordnungskräften festgenommen und wenige Tage bis zwei Wo-
chen festgehalten und dabei auch gefoltert worden. Unter anderem sei 
er am 17. Oktober 2002 im Studentenheim mit vielen anderen Studen-
ten zusammen festgenommen worden, nachdem sie gegen die prekä-
ren  Lebensbedingungen  im Heim protestiert  hätten. Auf  Intervention 
der Universitätsleitung habe man sie nach drei Tagen wieder freigelas-
sen. Am 19. Juli  2003 sei es zu Überschwemmungen in seiner Her-
kunftsregion gekommen. Er habe Ärzte, Medizinstudenten und Medi-
kamente zur Hilfeleistung organisiert. Da er sich geweigert  habe, die 
Medikamente an staatliche Stellen abzugeben, sei er am 23. Juli 2003 
zusammen mit anderen Personen festgenommen und in F._______ in-
haftiert worden. Nach mehreren Wochen sei er direkt vom Posten des 
Sicherheitsdienstes zwecks Leistens des Militärdienstes an die Militär-
behörden  überstellt  worden.  Einen  Monat  später  sei  er  nach 

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H._______  transferiert  worden,  wo  er  drei  Monate  militärisches 
Training  erhalten  habe.  Da  er  sich  geweigert  habe,  an 
Kampfhandlungen  teilzunehmen,  sei  er  zwei  Wochen  inhaftiert 
worden. Am 10. Februar 2004 sei er nach I._______ an der Grenze zu 
J._______ transferiert worden. Von dort aus sei er am 13./14. Februar 
2004  desertiert.  Von  J._______  aus  sei  er  mit  Hilfe  des 
Militärverantwortlichen der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit 
(JEM  [Justice  and  Equality  Movement])  am  3.  März  2004  nach 
C._______ gelangt. In B._______ habe er am 2. Mai 2004 begonnen, 
bei  der  sudanesischen  Botschaft  und  auch  im  sudanesischen 
Kulturverein  zu  arbeiten.  Dabei  habe  er  sich  heimlich  für  die  JEM 
betätigt,  indem  er  versucht  habe  herauszufinden,  welche  JEM-
Mitglieder  die  Bewegung  hintergingen  und  Informationen  an  den 
sudanesischen Staat weiterleiteten. Danach habe er die Stelle kündi-
gen und in den Sudan zurückkehren wollen. Es sei  jedoch keine Er-
satzperson gefunden worden, weshalb er an seiner Stelle habe blei-
ben müssen. In der Zwischenzeit hätten die Botschaftsmitarbeiter her-
ausgefunden,  dass er sich für  die JEM betätigt  habe und hätten ihn 
am 15. August 2004 festgenommen. In der Folge seien sie mit ihm in 
einem  Diplomatenwagen  nach  K._______  (...)  an  der  Grenze  zum 
Sudan  gefahren,  um ihn dorthin  zurückzuführen. Auf  dem sudanesi-
schen Konsulat in (...) sei ihm mit Hilfe des zweiten Mitarbeiters des 
Militärattachés  der  sudanesischen  Botschaft,  der  auch  der  JEM 
angehört  habe, am 18. August  2004 die Flucht  gelungen. Er sei  da-
nach in den Norden (...) zurückgekehrt, wo er bis zu seiner Flucht am 
3. September 2004 auch geblieben sei.

C.
Der  Beschwerdeführer  reichte  als  Identitätsdokumente  Kopien  eines 
Ausweises der sudanesischen Botschaft in B._______, eines Nationa-
litätenausweises und eines Diploms der Universität G._______ vom 8. 
Dezember 2003 ein. Anlässlich der kantonalen Anhörungen reichte er 
als Beweismittel  zwei Bestätigungsschreiben der Liga der Studenten 
der Stadt F._______ und ein Schreiben des Beja-Kongresses ein. Mit 
Eingabe vom 25. Januar 2005 gab er ein Schreiben der Organisation 
"New forces democratic movement" beziehungsweise der HAQ in (...) 
zu den Akten.

D.
Am 19. Februar 2005 wurde der Beschwerdeführer in (...) einer Kont-
rolle durch die Kantonspolizei  unterzogen. Dabei wurden ihm die als 

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Beweismittel  eingereichten  Dokumente  im  Original  sowie  der  Natio-
nalitätenausweis und das Universitätsdiplom im Original abgenommen. 
Unter  den  abgenommenen  Dokumenten  befand  sich  zusätzlich  ein 
Blankoformular  mit  Stempel  und Unterschrift  der Liga der Studenten 
der Stadt F._______. Der Beschwerdeführer ersuchte mit Eingabe vom 
7. März 2005 um Rückgabe dieser Dokumente.

E.

E.a Mit Verfügung vom 5. April 2005 lehnte das BFM das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung sei-
nes ablehnenden Entscheids führte es aus, dass der Beschwerdefüh-
rer gemäss eigenen Angaben von Mai bis August 2004 auf der suda-
nesischen Botschaft  in  C._______  gearbeitet  habe. Dieser  Umstand 
sei aus folgenden Gründen nicht mit seinen übrigen Vorbringen zu ver-
einbaren:  Der  Beschwerdeführer  solle  sich  zu  diesem  Zeitpunkt  als 
Deserteur  aus  der  sudanesischen  Armee  in  C._______  aufgehalten 
haben. Beim Botschaftspersonal handle es sich grundsätzlich um Per-
sonen,  welche erhöhten Anforderungen an Vertrauenswürdigkeit,  Lo-
yalität und Verschwiegenheit gerecht werden müssten, und die daher – 
selbst wenn es sich um untergeordnete oder lokale Angestellte handle 
–  besonders  sorgfältig  ausgewählt  seien.  Vor  diesem  Hintergrund 
scheine  es  ausgeschlossen,  dass  die  sudanesische  Vertretung  in 
B._______ den Beschwerdeführer angestellt  hätte, ohne dass er von 
Sudan aus abdelegiert oder zumindest hinsichtlich seiner persönlichen 
Situation  sicherheitsüberprüft  worden wäre. Eine Anstellung des  Be-
schwerdeführers  bei  der  sudanesischen  Botschaft  in  C._______ 
schliesse deshalb die geltend gemachte Desertion und die angebliche 
Oppositionstätigkeit  aus. Diese  Vorbringen  entbehrten  deshalb  jeder 
Grundlage und seien nicht glaubhaft.

E.b Der Beschwerdeführer habe weiter geltend gemacht, während sei-
ner Anstellung auf der sudanesischen Botschaft in C._______ für die 
oppositionelle JEM spioniert zu haben. Einer seiner Aufträge habe dar-
in bestanden, diejenigen Mitglieder der JEM ausfindig zu machen, wel-
che  der  sudanesischen  Regierung  gegenüber  andere  Mitglieder  der 
Gruppierung verraten hätten. Das Vorgehen, welches der Beschwerde-
führer zur Erfüllung seines Auftrags beschreibe, vermöge dabei nicht 
zu überzeugen: So habe er eine bereits bestehende Liste mit Namen 
von Verrätern von einem Mitarbeiter der Botschaft erhalten und einem 

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anderen Mitglied der JEM ausserhalb der Botschaft  übergeben. Zum 
einen  sollten  sowohl  der  Botschaftsmitarbeiter,  der  die  Liste  erstellt 
und  dem  Beschwerdeführer  übergeben  habe,  als  auch  die  Person, 
welche die Liste vom Beschwerdeführer in Empfang genommen habe, 
ebenfalls Mitglieder der JEM gewesen sein (vgl. A7, S. 26 f.). Es sei in-
des  nicht  einzusehen,  weshalb  der  Beschwerdeführer  unter  diesen 
Voraussetzungen für das Überbringen der Liste überhaupt nötig gewe-
sen wäre, der Ersteller der Liste hätte diese ebenso gut selbst  dem 
Empfänger überbringen können. Als zweiter Auftrag habe ihm oblegen, 
die Dokumente aus dem Abfallkorb des Militärattachés der Botschaft – 
anstatt  wie  vorgesehen  zu  vernichten  –  sicherzustellen  und  an  den 
Militärverantwortlichen  der  JEM  zu  überbringen.  Auch  hier  sei  nicht 
einzusehen,  weshalb  der  2.  Mitarbeiter  des  Militärattachés  (welcher 
ebenfalls  Mitglied  der  JEM  sei)  die  benötigten  Informationen  nicht 
direkt  an  den  Militärverantwortlichen  der  JEM  hätte  weiterleiten 
können.  Die  geltend  gemachten  Spionagetätigkeiten  des 
Beschwerdeführers  seien  somit  unsubstanziiert  und  nicht 
überzeugend dargelegt worden.

Was die geltend gemachte Festnahme durch die sudanesische Vertre-
tung in C._______ mit dem Ziel der Rückführung des Beschwerdefüh-
rers in den Sudan sowie dessen Flucht anbelange, sei dasselbe fest-
zustellen. Abgesehen davon, dass bereits der Grund für das "Entdeckt 
werden" – der Beschwerdeführer habe seine Stelle bei der Botschaft 
zwar gekündigt, sei aber nicht freigestellt  worden, so dass nach den 
erfolgten Säuberungen innerhalb der JEM der Verdacht auf ihn gefal-
len sei – nicht nachvollzogen werden könne, sei er nicht in der Lage 
gewesen genau zu schildern, wie die Untersuchung seiner Spionage-
aktivitäten durch das Botschaftspersonal  ausgefallen sei  und welche 
Fragen ihm zu diesem Zweck gestellt worden seien (A7, S. 28). Weiter 
sei  auch  die  Schilderung  seiner  Flucht  aus  dem  Konsulat  von 
K._______ am 18. August  2004 nicht  einleuchtend: Da es  zwischen 
B._______ und G._______ Flugverbindungen gebe,  sei  bereits  nicht 
nachvollziehbar,  weshalb  sich  das  Botschaftspersonal  für  die  lange, 
anstrengende und mit Unvorhersehbarkeiten beinhaltende Reise über 
Land durch die Wüste als Diplomatenkonvoi nach K._______ entschie-
den habe. Dass der  Beschwerdeführer  auf  dem Konsulat  durch das 
Badezimmerfenster habe entkommen können, widerspreche nicht nur 
der allgemeinen Erfahrung, sondern auch dem Aufwand, der für seine 
Rückführung betrieben worden sei.

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Schliesslich habe sich der Beschwerdeführer unterschiedlich darüber 
geäussert, wie er den Militärverantwortlichen der JEM kennen gelernt 
habe.  Während  er  zu  Beginn  der  kantonalen  Anhörung  ausgeführt 
habe,  dass  er  diesen  nach  seiner  Desertion  in  I._______  oder 
L._______ im J._______ kennengelernt habe (A7, S. 12), gab er spä-
ter  zu  Protokoll,  er  habe ihn  schon  von der  Universität  her  gekannt 
(A7, S. 24). Diese widersprüchlichen Angaben seien ebenfalls nicht ge-
eignet, die Aktivitäten des Beschwerdeführers für die JEM substanzi-
iert erscheinen zu lassen.

Somit  könnten die geltend gemachten Spionagetätigkeiten sowie die 
Festnahme und die Flucht des Beschwerdeführers in C._______ nicht 
geglaubt werden, da sie unsubstanziiert seien.

E.c Der Beschwerdeführer habe im Weiteren unterschiedliche und un-
substanziierte Aussagen zu seiner Festnahme vom 23. Juli 2003 ge-
macht: Bei der Empfangsstelle habe er den Verhaftungsort mit der Ka-
serne von M._______ angegeben (A1, S. 6). Auch bei der kantonalen 
Anhörung habe er zunächst zwei Mal von seiner Festnahme in der Ka-
serne M._______ gesprochen (A7, S. 17 f.). Als er vom Befrager aber 
direkt nach dem Ort seiner Festnahme gefragt worden sei, habe er mit 
dem Namen einer Schule in F._______ (A7, S. 19) geantwortet. Als der 
Befrager habe wissen wollen, was denn M._______ sei, habe der Be-
schwerdeführer geantwortet: Dabei habe es sich um eine Hilfsorgani-
sation aus Ärzten und Medizinstudenten gehandelt, die den Opfern der 
Überschwemmungen vom Juli 2003 in F._______ hätten helfen wollen. 
Die Ausführungen des Beschwerdeführers machten somit keinen Sinn.

Weiter sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, die Fest-
nahme und den anschliessenden Haftaufenthalt vom 23. Juli 2003 bis 
15. September  2003  substanziiert  und nachvollziehbar  zu  schildern. 
Aus seinen Aussagen gingen weder die ihm zur Last gelegten Straftat-
bestände noch die in den Befragungen gestellten Fragen hervor. Dafür 
beschreibe er, wie er mit den Sicherheitsbehörden über seinen Militär-
dienst verhandelt habe und die Behörden versucht hätten, eine Lösung 
zu finden (A7, S. 19). Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer 
angeblich  wegen  seiner  oppositionellen  Aktivitäten  festgenommen 
worden  sei,  und  dass  er  seinen  Militärdienst  noch  nicht  abgeleistet 
habe, obwohl er am Ende seiner Studienzeit dazu verpflichtet gewe-
sen wäre, sei jedoch nicht nachvollziehbar, inwiefern sich die Behör-
den noch zu Verhandlungen mit ihm veranlasst gesehen hätten. Viel-

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mehr wäre zu erwarten gewesen, dass sie auch bei ihm die üblichen 
Zwangsmassnahmen angewendet hätten. Die vom Beschwerdeführer 
geschilderte letzte Festnahme vom 23. Juli 2003 sowie die darauf fol-
gende Gefangenschaft könnten infolgedessen nicht geglaubt werden.

Auch die weiteren geltend gemachten Festnahmen (ausser derjenigen 
vom Oktober 2002, welche mangels Intensität und Aktualität zum Aus-
reisezeitpunkt nicht asylbeachtlich sei [vgl. A18, S. 7]), welche sich an-
geblich  zwischen  Dezember  2000  und  April  2001  beziehungsweise 
November 2001 zugetragen hätten, seien vom Beschwerdeführer nur 
sehr oberflächlich beschrieben worden. Während er bei der Empfang-
stelle  nicht  habe angeben können,  wie oft  er  festgenommen worden 
sei (A1, S. 5), und er bei der kantonalen Anhörung auch erst auf kon-
krete Nachfrage von acht Festnahmen gesprochen habe (A7, S. 17), 
habe er zu den einzelnen Festnahmen überhaupt keine substanziier-
ten Angaben machen können. So habe er diese kaum datieren oder 
mit  konkreten Ereignissen oder Vorfällen in Verbindung bringen kön-
nen. Somit seien auch die Festnahmen zwischen Dezember 2000 und 
April 2001 beziehungsweise November 2001 nicht glaubhaft.

E.d Der Beschwerdeführer habe bei der Empfangsstelle erklärt, er sei 
am 3. September 2004 mit einem Flug der Fluggesellschaft O._______ 
von B._______ nach N._______ (...) in D._______ geflogen. Bei dieser 
Airline handle es sich um eine (...) Fluggesellschaft, die über den Hub 
B._______  Verbindungen  zwischen  europäischen  und  afrikanischen 
Grossstädten  anbiete.  Sie  fliege  indessen  D._______  nicht  an.  Die 
vom  Beschwerdeführer  geschilderte  Reise  von  C._______  nach 
D._______ sei  demzufolge als tatsachenwidrig zu werten und könne 
nicht geglaubt werden.

E.e Im Verlaufe des Asylverfahrens habe der Beschwerdeführer meh-
rere Organisationen erwähnt, für welche er aktiv gewesen sei. So wol-
le er Mitglied des Beja Kongresses, der Liga der Studenten der Stadt 
F._______ an der Universität G._______, der HAQ und der JEM gewe-
sen  sein.  Während  die  Herkunft  des  Beschwerdeführers  aus 
F._______ und dessen Ethnie ein Engagement für den Beja Kongress 
sowie die entsprechende Studentenliga noch nahe liegend erscheinen 
liessen und miteinander zu vereinbaren seien,  sei  nicht  einzusehen, 
weshalb er sich nebst diesen Organisationen der Beja im Nordosten 
Sudans auch noch für die HAQ, welche einen kommunistischen Hinter-
grund habe, und die JEM, welche am Darfur-Konflikt beteiligt sei, ein-

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gesetzt  haben  solle.  Erfahrungsgemäss  engagierten  sich  politisch 
interessierte Personen demgegenüber lediglich für eine Partei und al-
lenfalls  für  Organisationen,  die  dieser  nahe  stünden.  Der  Umstand, 
dass der Beschwerdeführer gleich drei Parteien unterstützt haben wol-
le,  welche zudem noch unterschiedliche Ausrichtungen hätten,  spre-
che deshalb  nicht  für  die Glaubhaftigkeit  seines politischen Engage-
ments.

E.f Der Beschwerdeführer habe als Beweismittel mehrere Dokumente 
eingereicht. Abgesehen davon, dass man Dokumente keiner materiel-
len  Prüfung  unterziehe,  wenn  sie  erfahrungsgemäss  wie  vorliegend 
käuflich leicht erhältlich seien oder wenn unterschiedliche formale und 
inhaltliche Kriterien bei  der Ausstellung eine schlüssige Überprüfung 
des Dokumentes verunmöglichten, wiesen die vom Beschwerdeführer 
eingereichten Dokumente auf zahlreiche Unstimmigkeiten hin: Die Be-
weismittel 6 und 7 (Beweismittelumschlag A9) stammten von der Liga 
der Studenten der Stadt F._______ an der Universität G._______. Am 
19. Februar 2005 sei der Beschwerdeführer in (...) von der Polizei fest-
genommen worden. Bei der folgenden Durchsuchung sei unter ande-
rem ein Blanko-Formular mit Stempel und Unterschrift dieser Gruppie-
rung auf dem Beschwerdeführer sichergestellt worden (vgl. A14). Dar-
an sei ersichtlich, dass der Inhalt der Beweismittel 6 und 7 nachträg-
lich eingefügt worden sei, so dass sie offensichtlich keinerlei Beweis-
wert  hätten. Der Beschwerdeführer habe zwar mit  Schreiben vom 7. 
März 2005 von sich aus erklärt, er habe die ihm in (...) abgenomme-
nen Dokumente ohnehin dem BFM einreichen und das eben erwähnte 
Blanko-Formular zu Propaganda-Zwecken verwenden wollen (A16). Es 
sei  jedoch nicht einzusehen, inwiefern er mit  einem solchen Blanko-
Brief hätte Propaganda machen wollen.

Als weiteres Dokument habe er sein Universitäts-Diplom eingereicht. 
Dieses sei am 8. Dezember 2003 ausgestellt  worden, zu einem Zeit-
punkt also, als der Beschwerdeführer als Regimekritiker zwangsweise 
im Militär gewesen sei. Es frage sich, wie er in den Besitz des Diploms 
gekommen sei, wenn er den Militärdienst nicht fertig geleistet habe, da 
die sudanesischen Studenten ihre Diplome erst nach dem Militärdienst 
erhielten,  wie  der  Beschwerdeführer  selbst  angegeben habe (A7,  S. 
19). Schliesslich habe der Beschwerdeführer ein in (...)  ausgestelltes 
Bestätigungsschreiben  vom  15.  Januar  2005  der  Organisation  HAQ 
eingereicht  (Beweismittel  6,  Beweismittelumschlag A9),  der er  eben-
falls  angehört  haben  wolle.  Grundsätzlich  hätten  derartige  Bestäti-

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gungsschreiben von Organisationen im Ausland kaum Beweiswert, da 
sie  käuflich  oder  gegen andere  Gegenleistungen leicht  zu  erwerben 
seien,  ohne  dass  der  darin  attestierte  Sachverhalt  eine  Grundlage 
habe. Beim eingereichten Schreiben der Organisation Beja Kongress 
vom  6.  November  2004  (Beweismittel  5,  Beweismittelumschlag  A9) 
handle es sich lediglich um eine Mitgliedschaftsbestätigung.

Die vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel seien deshalb 
nicht geeignet, um die von ihm geltend gemachte Verfolgung zu bestä-
tigen.

E.g Diese Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderun-
gen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  nicht stand, so dass ihre Asylrele-
vanz nicht geprüft werden müsse.

E.h Der Beschwerdeführer habe vorgebracht, er sei im Oktober 2002 
im Studentenwohnheim mit anderen Studenten zusammen festgenom-
men worden. Sie hätten zuvor gegen die schlechten Wohnbedingun-
gen protestiert (A7, S. 31). Nach drei Tagen seien sie auf Intervention 
der Universitätsleitung und Druck der Studenten freigelassen worden 
(A7, S. 20). Die Ausführungen des Beschwerdeführers zu diesem Er-
eignis seien – im Unterschied zu den vorher abgehandelten Vorbrin-
gen – nicht von vornherein als unglaubhaft zu bezeichnen, da sie bes-
ser substanziiert  seien und zum fraglichen Zeitpunkt tatsächlich Stu-
dentenunruhen geherrscht hätten. Da die Festnahme jedoch nur kurze 
Zeit gedauert habe und der Beschwerdeführer sein Studium habe fort-
setzen können und erst später und nicht aus diesem Grund ausgereist 
sei, sei ein Kausalzusammenhang mit der Ausreise zu verneinen. Die 
Festnahme des Beschwerdeführers vom Oktober 2002 sei somit man-
gels Intensität und Aktualität zum Ausreisezeitpunkt nicht asylbeacht-
lich.

E.i Befürchtungen,  künftig  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  aus-
gesetzt zu werden, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter An-
lass zur Annahme bestehe, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zeit  verwirklichen  werde.  Der 
Beschwerdeführer mache geltend, er stamme aus F._______ und ge-
höre  zur  Ethnie  der  Beja,  welche  von der  Regierung  vernachlässigt 
und verfolgt werde. Er sei seit 1998 Mitglied des Beja Kongresses und 
habe die Studenten der Stadt F._______ an der Universität G._______ 
vertreten. Der Beschwerdeführer habe keine selbst erlittenen Nachtei-

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le von asylbeachtlicher Intensität im Zusammenhang mit seinem Enga-
gement und seiner Funktion für diese Organisation geltend gemacht. 
Vielmehr habe er sein Studium normal abschliessen können. Demnach 
sei nicht zu erwarten, dass dem Beschwerdeführer in Zukunft wegen 
seiner  Ethnie  oder  seinem  Engagement  dafür  ernsthafte  Nachteile 
drohen sollten.

Aus  den  geltend  gemachten  Spionagetätigkeiten  für  die  JEM  in 
C._______ seien keine Nachteile zu erwarten, da die diesbezüglichen 
Aussagen des Beschwerdeführers unglaubhaft seien.

Schliesslich wolle der Beschwerdeführer ebenso Mitglied der Organi-
sation HAQ gewesen sein. Das in diesem Zusammenhang eingereich-
te  Beweismittel  (Beweismittel  10,  Beweismittelumschlag  A9)  sei  be-
reits  wie  obenstehend ausgeführt  als  untauglich  bezeichnet  worden. 
Der Beschwerdeführer selbst habe keine Nachteile geltend gemacht, 
die er im Sudan erlitten habe, weil er Mitglied dieser Organisation ge-
wesen sei. Infolgedessen seien auch aus diesem Grund keine ernst-
haften Nachteile zu erwarten.

Bei objektiver Betrachtung gebe es somit keinen begründeten Anlass 
zur  Annahme,  dass  sich  die  Befürchtungen  des  Beschwerdeführers, 
bei  einer  Rückkehr in  den Sudan wegen seines politischen Engage-
ments ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu sein, verwirklichen könn-
ten.

Diese Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen 
an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Demzu-
folge erfülle der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht, so 
dass das Asylgesuch abzulehnen sei.

E.j Gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG werde der Beschwerdeführer aus der 
Schweiz weggewiesen. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zu-
mutbar und möglich.

E.k Der von der Kantonspolizei (...) abgenommene Nationalitätenaus-
weis sowie das Universitätsdiplom blieben in Anwendung von Art. 10 
Abs. 2 AsylG in den Akten des BFM. Das Blanko-Schreiben der Liga 
der Studenten der Stadt F._______ werde gemäss Art. 10 AsylG ein-
gezogen, weil es missbräuchlich verwendet werden könne. Da die Ein-
sicht in die vom Beschwerdeführer als Beweismittel eingereichten Ur-
kunden laut  Art.  27  Abs. 3  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 

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1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  nicht  ver-
weigert werden dürfe, seien ihm Kopien davon zuzustellen. Der Antrag 
des Beschwerdeführers betreffend Rückgabe der von der Kantonspoli-
zei  (...)  sichergestellten  Dokumente  sei  somit  abzulehnen  und  das 
erwähnte  Blanko-Schreiben  sei  einzuziehen. Dem Beschwerdeführer 
seien jedoch Kopien der eingereichten Beweismittel zuzustellen.

F.
Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 9. 
Mai  2005  bei  der  damals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission (ARK) an. Er beantragte, die angefochtene Verfügung der 
Vorinstanz  sei  aufzuheben. Es  sei  festzustellen,  dass  er  die  Flücht-
lingseigenschaft erfülle und es sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter 
sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustel-
len und er sei  vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei  die Sache 
mit  verbindlicher  Anweisung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  den 
Sachverhalt erneut abzuklären und eine neue Verfügung zu erlassen. 
Zudem sei  ihm die  unentgeltliche  Prozessführung zu  gewähren  und 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Auf die 
Begründung seiner  Anträge wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in den 
Erwägungen eingegangen.

G.
Mit  Zwischenverfügung  des  damals  zuständigen  Instruktionsrichters 
der ARK vom 23. Mai 2005 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, 
dass er den Abschluss des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne 
(Art. 42 Abs. 1 AsylG), über das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden sei und 
es sich vorliegend rechtfertige, auf einen Kostenvorschuss zu verzich-
ten (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Überdies wurde der Beschwerdeführer auf-
gefordert, innert Frist die eingereichten fremdsprachigen Beweismittel 
in eine Amtssprache zu übersetzen oder übersetzen zu lassen (Art. 8 
Abs. 2 AsylG i. V. m. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]).

H.
Mit  Schreiben vom 30. Mai  2005 reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
deutsche Übersetzung diverser  Beweismittel  nach. Der  Beschwerde-
führer übersetzte die entsprechenden Aktenstücke zuerst vom Arabi-
schen ins Englische, ehe sie dann eine Drittperson ins Deutsche über-
setzte.

Seite 11

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I.
Mit Schreiben vom 12. Juli 2005 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Beweismittel ein. Es handelt sich dabei um drei auf dem Internet veröf-
fentlichte Presseberichte, verschiedene Fotos vom (...) "Peace-Agree-
ment for Sudan" vom 18. Juni 2005, bei welchem der Beschwerdefüh-
rer teilgenommen habe und die Visitenkarte des Vertreters der Suda-
nesischen Botschaft in (...), welcher ihn unter Druck gesetzt habe, In-
formationen über Mitglieder der Beja Conference im schweizerischen 
Exil zu geben.

J.
In  seiner  Vernehmlassung  vom 8.  September  2005  nahm das  BFM 
zum Vorwurf des Beschwerdeführers, der kantonalen Anhörung habe 
es an der nötigen Qualität  gemangelt, Stellung. Weiter äusserte sich 
die  Vorinstanz  zu  diversen,  aus  ihrer  Sicht  unglaubhaften 
Sachverhaltselementen und kommentierte die neu eingereichten Be-
weismittel. Auf die Details wird, soweit entscheidwesentlich, in den Er-
wägungen näher eingegangen. Zusammenfassend hielt das BFM fest, 
dass die Beschwerdeschrift  keine neuen erheblichen Tatsachen oder 
Beweismittel  enthalte,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes 
rechtfertigen  könnten  und  beantragte  daher  die  Abweisung  der  Be-
schwerde.

K.
Der Beschwerdeführer nahm mit Replik vom 29. September 2005 Stel-
lung zur Vernehmlassung der Vorinstanz. In einem weiteren Schreiben 
gleichen Datums reichte er weitere Beweismittel zu den Akten. Es han-
delt  sich dabei um einen weiteren auf  dem Web veröffentlichten Be-
richt, welcher auf eine Veranstaltung vom 11. September 2005 in (...) 
zu  den  Friedensbemühungen  und  die  Situation  im  Sudan  hinweise. 
Weiter reichte der Beschwerde das Manuskript seiner Rede, welche er 
anlässlich  der  erwähnten  Zusammenkunft  gehalten  habe  und  einen 
entsprechenden auf dem Internet erschienen Bericht ein. Zudem gab 
er verschiedene Fotos zu den Akten: Sieben Fotos, die anlässlich der 
erwähnten Veranstaltung aufgenommen worden seien und sechs wei-
tere,  die Spuren der  erlittenen Folter  und Auswirkungen des psychi-
schen Stresses (kreisrunder Haarausfall) zeigten.

L.
Am 3. August 2006 (Datum des Poststempels) reichte der Beschwer-
deführer ein weiteres Schreiben mit einem ärztlichen Zwischenbericht 

Seite 12

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(datiert  auf den 26. Juli 2006) ein. In diesem wird festgehalten, dass 
beim Beschwerdeführer  eine  depressive  Episode  diagnostiziert  wor-
den sei und er medikamentös und psychotherapeutisch behandelt wer-
de,  wodurch eine Besserung der Symptomatik habe erreicht  werden 
können. Der Beschwerdeführer fühle sich durch die lang dauernde Un-
gewissheit bezüglich Ausgang des Verfahrens und seines Status stark 
belastet. Diese andauernde Spannung könne erneut zur psychischen 
Dekompensation führen. Zudem werde eine Verschlechterung des Zu-
standes im Zusammenhang mit dem exilpolitischen Engagement beob-
achtet, weshalb ihm zur Reduktion solcher Aktivitäten geraten worden 
sei. Dies habe offenbar zu erhöhtem Druck seitens seiner Landsleute 
geführt.  Nicht  gebessert  habe  sich  ein  kreisrunder  Haarausfall,  der 
dermatologisch abgeklärt  worden sei. Die Dermatologen hätten des-
halb ebenfalls eine psychiatrische Behandlung empfohlen.

M.
In einem weiteren Schreiben vom 13. Dezember 2006 wird eine Stel-
lungnahme des Beschwerdeführers vom 20. Oktober 2006 eingereicht, 
diese nimmt kritisch Stellung zum geschlossenen Friedensvertrag zwi-
schen  dem  Beja  Kongress  und  der  sudanesischen  Regierung  und 
stellte  zur  Untermauerung seiner  Vorbringen weitere  Beweismittel  in 
Aussicht.

N.
Mit Schreiben vom 12. März 2007 reichte der Beschwerdeführer weite-
re vier Internetausdrucke inklusive deutscher Übersetzung und eine ei-
gene Erklärung datiert auf den 26. Februar 2007 ein. Er wolle mit die-
sen  Unterlagen zeigen,  weshalb  er  sich  von der  Beja  Parteiführung 
verraten fühle und eine Rückkehr in sein Heimatland beziehungsweise 
eine Reintegration unter den aktuellen politischen Verhältnissen für ihn 
nicht zumutbar sei. Die regelmässigen Eingaben des Beschwerdefüh-
rers bezeugten sein Interesse an den politischen Vorgängen in seiner 
Heimat.  Es  könne  vorliegend  nicht  davon ausgegangen  werden,  die 
Nachfluchtgründe seien produziert worden. Vielmehr bestätige der ge-
wonnene Eindruck,  dass sein politisches Engagement echt  sei. Dies 
müsse bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten 
Fluchtgründe positiv ins Gewicht fallen.

O.
Mit Verfügung vom 27. Mai 2009 gab der zuständige Instruktionsrichter 
des  Bundesverwaltungsgerichts  dem Beschwerdeführer  Gelegenheit, 

Seite 13

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innert Frist eine deutsche Übersetzung sowohl des eingereichten Re-
demanuskripts als auch des Internetberichts vom 23. September 2005, 
welche sich zur "Politischen Nacht über Friedensbemühungen und die 
Situation im Sudan" vom 11. September 2005 äusserten, einzureichen. 
Zudem  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  allfällige  weitere 
Beweisakten ebenfalls innert Frist einzureichen.

P.
Mit Schreiben vom 16. Juni 2009 reichte die neu substituierte Rechts-
vertreterin eine auszugsweise Übersetzung des vom Beschwerdefüh-
rer  verfassten und auf  www.sudaneseonline.com   veröffentlichten Be-
richts ein, welche sich auf das handgeschriebene Dokument anlässlich 
einer Rede stütze, die der Beschwerdeführer am 11. September 2005 
an einer Veranstaltung der sudanesischen politischen Parteien und der 
SPLA (Sudan People's Liberation Army) gehalten habe. Weiter reichte 
der  Beschwerdeführer  einen  weiteren  auf  www.sudaneseonline.com 
veröffentlichten Beitrag ein, welcher die Geschehnisse anlässlich einer 
am 31. Januar 2006 in (...) stattfindenden Demonstration aufzeige, bei 
welcher der Beschwerdeführer teilgenommen habe und bei der gegen 
die Tötung von sudanesischen Asylsuchenden in Ägypten protestiert 
worden  sei.  Zur  Untermauerung  dieses  Vorbringens  legte  der  Be-
schwerdeführer  ebenso  eine  DVD zu den Akten,  auf  welcher  er  als 
Teilnehmer an obgenannter Demonstration zu sehen sei. Als weitere 
Beweismittel  für  seine  behauptete  exponierte  exilpolitische  Stellung 
reichte  der  Beschwerdeführer  einen  zuhanden  der  ägyptischen  Bot-
schaft verfassten Brief inklusive französischer Übersetzung zu den Ak-
ten, in welchem wiederum gegen die Tötung der sudanesischen Asyl-
suchenden in Ägypten protestiert werde. Überdies ein Schreiben, das 
über  die  Teilnahme  des  Beschwerdeführers  an  einem  Podiumsge-
spräch informiere. Das Thema dieses Gesprächs sei die aktuelle und 
zukünftige politische Situation im Sudan gewesen und die eingereich-
ten Fotos und die DVD zeigten den Beschwerdeführer an dieser Veran-
staltung. Schliesslich legte er eine Einladung der sudanesisch libera-
len Einheitspartei (SLM) bei, bezüglich einer Veranstaltung im Zusam-
menhang  mit  dem Darfurkonflikt. Diese  Tagung habe am 7. Februar 
2009 stattgefunden und der Beschwerdeführer habe daran teilgenom-
men. Zudem finde momentan in (...) die 11. Session des Menschen-
rechtsrates statt. Der Beschwerdeführer nehme als Vertreter der NGO 
"Liberation" an dieser Veranstaltung teil. Dies belegten die Kopie des 
Teilnehmerausweises sowie die Fotos der Konferenz.

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http://www.sudanesonline.com/
http://www.sudanesonline.com/

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Verfahren übernommen. Das neue Ver-
fahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 so-
wie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 

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Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 Nach einer umfangreichen Abhandlung des Sachverhalts (A22, S. 
2 ff.) bemängelte der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 9. Mai 
2005  die  Qualität  der  kantonalen  Anhörung. Diese  sei  nicht  korrekt 
verlaufen  und  die  Vorinstanz  habe  es  unterlassen,  den  Sachverhalt 
ausreichend abzuklären. Der Beschwerdeführer sei in seinen Ausfüh-
rungen immer wieder unterbrochen worden. Das ständige Zurechtwei-
sen durch den Befrager  habe von Beginn weg zu einer schwierigen 
Befragung geführt. Der Beschwerdeführer habe den Eindruck gewon-
nen, dass der Befrager voreingenommen sei und sich nicht für seine 
Erklärungen interessiert, sondern nur nach kurzen Antworten gesucht 
habe.

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist diesen Vorwürfen zu entgeg-
nen, dass die entsprechende kantonale Anhörung überdurchschnittlich 
lange gedauert hat (insgesamt zweieinhalb Tage), drei Termine in An-
spruch nahm (17. November, 7. Dezember und 8. Dezember 2004, vgl. 
A7) sowie umfassend, ausführlich und genau durchgeführt worden ist. 
Der wesentliche Sachverhalt konnte anlässlich der umfangreichen kan-
tonalen Anhörung erfasst werden. Der Beschwerdeführer hat es denn 
auch unterlassen,  den Sachverhalt  des  Asylentscheides,  welcher  im 
Wesentlichen auf der kantonalen Anhörung beruht, anzufechten, son-
dern gab diesen in grossen Linien in seiner Beschwerdeschrift wieder 
(vgl. A22, S. 2 ff.). Er brachte jedoch ergänzende Erklärungen an, die 
sich auf die von der Vorinstanz zahlreich, detailliert und überzeugend 
dargelegten Unglaubhaftigkeitselemente beziehen. Die Kritik  des Be-
schwerdeführers, er habe an der Anhörung nicht alle seine Informatio-
nen und Erklärungen abgeben können, muss aufgrund der Tatsache, 
dass die Anhörung zweieinhalb Tage in Anspruch genommen hat, als 

Seite 16

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reine  Schutzbehauptung gewürdigt  werden. Die  ausweichenden  Ant-
worten  zu  Kernpunkten  können  diesfalls  nur  dahin  interpretiert  wer-
den, dass den Vorbringen des Beschwerdeführers der nötige Realitäts-
bezug gefehlt hat. Dieser Mangel kann auch durch das nachträgliche 
Anbringen von Erklärungen und Sachverhaltselementen nicht  geheilt 
werden, sondern ist ganz im Gegenteil ein gewichtiger Hinweis auf die 
fehlende Glaubhaftigkeit der entsprechenden Asylvorbringen.

4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass bei der Anstellung in 
einer Botschaft eine Sicherheitsüberprüfung durch das Botschaftsper-
sonal betreffend die persönliche Situation durchgeführt  wird. Er wies 
jedoch auf seine spezielle Konstellation hin, bei welcher er durch den 
Militärverantwortlichen der JEM und den 2. Mitarbeiter des Militäratta-
chés (ebenfalls ein Mitglied der JEM) bei  seiner Einstellung gedeckt 
worden sei (A22, S. 7). Diese Vorbringen des Beschwerdeführers ver-
mögen  nicht  zu  überzeugen. Einerseits  wäre  der  Beschwerdeführer 
durch  seine  angeblich  exponierte  oppositionelle  Tätigkeit  gegen das 
Regime im Sudan ohnehin nicht in Frage gekommen für einen Posten 
auf einer Botschaft, da dieses Engagement der Regierung und den zu-
ständigen Behörden bekannt geworden wäre. Weiter ist nicht nachvoll-
ziehbar, dass ein Mitglied der JEM einen solch verantwortungsvollen 
Posten inne hatte. Zudem kann eine Anstellung eines Deserteurs in ei-
ner Botschaft schon von vornherein ausgeschlossen werden. Spätes-
tens nach den Vorbringen des Beschwerdeführers gegenüber der Bot-
schaft, er habe bei den Kampfhandlungen in I._______ die Truppe ver-
loren, sei so in den J._______ und nachher nach C._______ gelangt, 
hätten die Verantwortlichen detaillierte Nachforschungen über die per-
sönliche Situation des Beschwerdeführers betrieben. Die diesbezügli-
chen konstruierten und unsubstanziierten Vorbringen des Beschwerde-
führers sind deshalb unglaubhaft. Daran vermögen auch die nachge-
reichten Skizzen (A22, Beilagen 4 - 6) der Beschwerdeeingabe vom 9. 
Mai 2005 nichts zu ändern. Einerseits ist nicht rechtsgenüglich erstellt, 
ob diese Gebäude- und Büroskizzen überhaupt aus der Hand des Be-
schwerdeführers stammen. Andererseits würden sie – bei Wahrunter-
stellung des Beschäftigungsverhältnisses – gegen die Desertion spre-
chen.

Betreffend die unglaubhaft vorgebrachten Spionagetätigkeiten und sei-
ne Flucht aus dem Konsulat von K._______ kann – um Wiederholun-
gen zu vermeiden –  auf  die  detailliert  und  überzeugend  gemachten 
Ausführungen der Vorinstanz hingewiesen werden (A18, S. 3 f.). In sei-

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ner Beschwerdeeingabe vom 9. Mai  2005 versucht  der Beschwerde-
führer mit nachgeschobenen Vorbringen, die von der Vorinstanz aufge-
deckten Mängel zu beseitigen (A22, S. 7 ff.). Er hätte die diesbezügli-
chen  Angaben  bereits  bei  der  umfangreichen  kantonalen  Anhörung 
vorbringen müssen, beschränkte sich jedoch in dieser Phase des Ver-
fahrens auf unsubstanziierte und realitätsfremde Aussagen. Das Nach-
schieben der entsprechenden Vorbringen auf Beschwerdestufe ist ein 
starkes Indiz für die Unglaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerde-
führers.

4.3 Dem BFM ist  beizupflichten,  dass  die  vom Beschwerdeführer  in 
der Zeit von 2001 angegebenen Festnahmen – bei Wahrunterstellung 
der entsprechenden Inhaftierungen – keinen unverzüglichen Ausreise-
anlass bildeten, diese in der Zeitachse zu weit zurückliegen und des-
halb  für  den  vorliegenden  Fall  nicht  asylbeachtlich  sind. Ausserdem 
gelang es  dem Beschwerdeführer  nicht,  den Widerspruch betreffend 
Verhaftungsort vom 23. Juli 2003 zu entkräften. Seine Erklärungsver-
suche rund um den Begriff "mouaskar" überzeugen nicht (A22, S. 9 f.). 
Zudem wäre zu  erwarten gewesen,  dass  er  die  Umstände rund  um 
dieses für ihn zentrale Fluchtmotiv und das einschneidende Erlebnis 
dieser  Repressalie  detaillierter  hätte beschreiben können. Die unter-
schiedlichen  beziehungsweise  widersprüchlichen  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers zu diesem Punkt lassen den Schluss zu, dass er kei-
ne Eingriffe in seine persönliche Bewegungsfreiheit hat erdulden müs-
sen. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird diesbezüglich auf die 
zutreffende Begründung in  der angefochtenen Verfügung (A18,  S. 5) 
und die Vernehmlassung (A28, S. 2) der Vorinstanz verwiesen. Die in 
der Beschwerde aufgeführten Erklärungen sind nicht geeignet, die von 
der Vorinstanz aufgezeigten Widersprüche zu entkräften.

4.4 Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  betreffend  die  Ausreise 
vom Hub in B._______, die er auf einmal nicht mit der Fluggesellschaft 
O._______, sondern lediglich über diese Gesellschaft gebucht, jedoch 
mit  einem  anderen  Anbieter  nach  N._______  ([...],  D._______)  ge-
macht  haben will,  muss als  reine Schutzbehauptung qualifiziert  wer-
den.  Die  Vorinstanz  weist  richtigerweise  darauf  hin,  dass  der  Be-
schwerdeführer in der Befragung vom 4. Oktober 2004 eindeutig aus-
sagte, er habe C._______ an Bord eines Flugzeugs der Gesellschaft 
O._______ verlassen (A1, S. 7). Jeder Flugpassagier hat vor dem Ein-
steigen in ein Flugzeug genügend Zeit,  um das Flugzeug eingehend 
zu betrachten. Damit dürfte es überwiegend wahrscheinlich sein, dass 

Seite 18

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ein jeder Passagier auch erkennt, mit welcher Fluggesellschaft er sei-
ne Reise in Angriff nehmen wird. Die diesbezüglichen unsubstanziier-
ten Ausführungen in der Beschwerdeschrift (A22, S. 13) sind realitäts-
fremd und somit  ein weiteres Beispiel  einer nachträglichen Sachver-
haltsanpassung sowie ein gewichtiger Hinweis auf die Unglaubhaftig-
keit seiner gesamten Fluchtumstände.

4.5 Den Vorhalt  des BFM, die Mitgliedschaft  des Beschwerdeführers 
in mehreren Organisationen mit zum Teil unterschiedlichen politischen 
Gesinnungen spreche gegen die Glaubwürdigkeit seines diesbezügli-
chen Engagements (A18, S. 6), konnte der Beschwerdeführer in sei-
nen Vorbringen nicht umstossen. Die unsubstanziierten Erklärungsver-
suche erschöpfen sich in allgemeinen Ausführungen betreffend die po-
litische Lage im Sudan (A22, S. 13 f.), vermögen jedoch die detailliert 
und überzeugend dargelegten Vorbehalte des Bundesamtes nicht  zu 
entkräften. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass es selbst bei einer 
Kooperation verschiedener oppositioneller Gruppierungen nicht oppor-
tun ist, wenn ihre Mitglieder in beiden oder mehreren Gruppierungen 
und Parteien aufgenommen werden und Aktivitäten für beide ausfüh-
ren. Weiter hielt das BFM fest, die Kooperation zwischen JEM und der 
Eastern Front (Beja Kongress und Free Lions) bestehe erst seit kurzer 
Zeit, der Beschwerdeführer habe den Sudan aber schon vor dieser Zu-
sammenarbeit  verlassen  (A28,  S.  2  f.).  Die  Erklärung  der  Mitglied-
schaft bei HAQ sei zudem nicht nachvollziehbar, da es sich dabei um 
eine weitgehend unbekannte Gruppierung handle, die von einer Ein-
zelperson  (die  zwischenzeitlich  verstorben  ist)  von  (...)  aus  geleitet 
worden sei. Es sei deshalb nicht nachzuvollziehen, weshalb diese Or-
ganisation das bessere Netz im universitären Bereich im Sudan haben 
solle  als  der  Beja  Kongress  (A28,  S. 3). Die  Erwägungen  des BFM 
überzeugen und der Beschwerdeführer bringt nichts Stichhaltiges da-
gegen vor. Somit ist das verstrickte, in unterschiedliche politische Ge-
sinnungsrichtungen  vorgebrachte  Engagement  des  Beschwerdefüh-
rers als unglaubhaft zu werten.

4.6 Als Beweis der behaupteten Folterungen reichte der Beschwerde-
führer mit Schreiben vom 29. September 2005 verschiedene Fotos ein, 
die Spuren der angeblichen Folter und Auswirkungen des psychischen 
Stresses (kreisrunder Haarausfall) zeigten. Der Beschwerdeführer un-
terliess  es  jedoch,  sich  bezüglich  der  Folterspuren  ärztlich  untersu-
chen und attestieren zu lassen, dass die auf dem Körper abgezeichne-
ten Spuren von Folterungen herrühren könnten. Der kreisrunde Haar-

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ausfall  wurde gemäss ärztlichem Zwischenbericht  vom 26. Juli  2006 
dermatologisch  abgeklärt.  Die  Dermatologen  empfahlen  dem  Be-
schwerdeführer,  sich  einer  psychiatrischen  Behandlung  zu  unterzie-
hen. Im weiteren Verlauf des vorliegenden Verfahrens reichte der Be-
schwerdeführer  keine  zusätzlichen  diesbezüglichen  Aktenstücke ein, 
weshalb  davon auszugehen ist,  dass  sich  sein  psychischer  Zustand 
wieder normalisiert hat.

4.7 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, für den Zeit-
punkt seiner Ausreise aus dem Sudan (beziehungsweise bei Wahrun-
terstellung seiner Aussagen über den Hub in B._______) eine Verfol-
gung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-
chen. Vor diesem Hintergrund ist zu schliessen, dass der Beschwerde-
führer im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Sudan (oder via C._______) 
in den Augen der sudanesischen Behörden als unbescholtener Bürger 
galt.

4.8 Schliesslich stellt sich die Frage einer Gefährdung des Beschwer-
deführers im Falle der Rückkehr aufgrund subjektiver Nachfluchtgrün-
de. Im Verlauf  des  Beschwerdeverfahrens hat  der  Beschwerdeführer 
unter Vorlage zahlreicher Beweismittel auf fortgesetzte und seines Er-
achtens  erhebliche  politische  Aktivitäten  in  der  Schweiz  verwiesen, 
aufgrund welcher er in seiner Heimat flüchtlingsrechtlich relevante Ver-
folgung zu gewärtigen habe. 

4.9 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausrei-
se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politi-
sche Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen wor-
den ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe be-
ruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit 
von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb 
bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt wür-
de (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 
1 E. 6.1 S. 10; 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f.). Subjektive Nachfluchtgrün-
de  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss der Asylge-
währung.  Die  vom  Gesetzgeber  bezweckte  Bestimmung  subjektiver 
Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren sol-
cher  Gründe  mit  Fluchtgründen  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat- 
oder  Herkunftsstaat,  die  für  sich  allein  nicht  zur  Anerkennung  der 

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Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8 
S. 67 und 70).

4.10 Das Interesse der sudanesischen Behörden ist in Wirklichkeit be-
schränkt  auf  die  eigentlichen  Regimegegner,  welche  gegebenenfalls 
mit  den zur  Verfügung stehenden,  beschränkten Personalressourcen 
überwacht werden, soweit dies überhaupt möglich ist. Dabei ist nicht 
primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit  und 
Individualisierbarkeit,  sondern  eine derartige  Exponierung in  der  Öf-
fentlichkeit massgebend, welche aufgrund der Persönlichkeit des Asyl-
suchenden, der äusseren Form seines Auftritts und nicht zuletzt auf-
grund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen 
den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende zu einer Gefahr für den 
Bestand der sudanesischen Regierung wird.

4.10.1 Vorab ist festzustellen, dass die Identität des Beschwerdefüh-
rers  mangels  Abgabe  von  Reisepapieren  nicht  feststeht.  Somit  sind 
sämtliche angeblich von ihm verfassten und unterzeichneten Medien-
produkte und die angeblich seine Person betreffenden Bestätigungen 
seitens Dritter nicht geeignet, die Urheberschaft des Beschwerdefüh-
rers zu belegen beziehungsweise einen tatsächlichen Bezug zu seiner 
Person  aufzuzeigen.  Überdies  sprechen  weitere  Punkte  gegen  die 
Darstellung des Beschwerdeführers: Mit  der Beschwerde sowie dem 
Schreiben vom 30. Mai  2005 reichte der  Beschwerdeführer mehrere 
Dokumente der "Juristischen Vereinigung der F._______ Studenten in 
der Universität von G._______" zu den Akten. Im ersten Schreiben be-
stätigt  der  Generalsekretär  dieser  Vereinigung,  er  habe  dem  Be-
schwerdeführer  ein  Blanko-Formular  mit  entsprechendem  Briefkopf 
und seiner Unterschrift  in die Schweiz gesandt. Der Blanko-Brief sei 
für Propagandazwecke am sudanesischen Treffen in (...) gedacht ge-
wesen. Es ist für das Bundesverwaltungsgericht indes – bei Unterstel-
lung der Echtheit der Akten – nicht ersichtlich, wie mit einem solchen 
Blanko-Formular am obgenannten Treffen Propaganda hätte betrieben 
werden  können. Weiter  erstaunt  es,  dass  der  Beschwerdeführer  als 
Bachelor-Absolvent  der  Wirtschafts-  und  Politikwissenschaften  (vgl. 
A1, S. 2) Gründer und erster Generalsekretär der "Juristischen Vereini-
gung der F._______ Studenten in der Universität von G._______" ge-
wesen sein will. Ein solcher Posten wäre wohl eher einem Absolventen 
oder Studenten der Rechtswissenschaftlichen Fakultät vorbehalten ge-
wesen. Es bestehen somit erhebliche Zweifel an der Mitgliedschaft des 
Beschwerdeführers in der Studentenvereinigung. Aber selbst wenn er 

Seite 21

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Mitglied in dieser Vereinigung wäre, bringt er nicht vor, inwieweit die 
sudanesische Regierung  von einer  angeblich  in  diesem Zusammen-
hang stehenden exilpolitischen Tätigkeit betroffen wird beziehungswei-
se inwiefern die Regierung im Sudan Aktivitäten dieser Gruppierung 
unterbindet. Der Beschwerdeführer kann also kein exponiertes Wirken 
im  vorerwähnten  Sinne  in  der  Studentenvereinigung  der  Universität 
G._______ glaubhaft vorbringen. Die Tatsache, dass in den verfügba-
ren Quellen keine Hinweise auf eine Gruppe namens "Juristische Ver-
einigung der  F._______ Studenten der  Universität  G._______" (oder 
eine Gruppe mit ähnlichem Namen in Englisch) weder in Europa noch 
im Sudan existieren, untermauert diese Schlussfolgerung.

4.10.2 Dem Schreiben des Beschwerdeführers vom 12. Juli 2005 sind 
zwei  Internetartikel  auf  www.sudaneseonline.com   vom 21. Juni  2005 
beigelegt.  Diese  zeigten,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrem Entscheid  zu 
Unrecht in Zweifel gezogen habe, der Beschwerdeführer habe sich so-
wohl für den Beja Kongress als auch für die JEM eingesetzt. Inwieweit 
sich der Beschwerdeführer jedoch exilpolitisch für die JEM oder den 
Beja Kongress einsetzt, geht aus diesen allgemein gehaltenen Berich-
ten  nicht  hervor.  Die  eingereichte  Internetpublikation  vom  27.  Juni 
2005 auf  "aljazeera.net"  berichte,  dass  die Regierung im Sudan bei 
der UN-Staatengemeinschaft gegen Angriffe von Seiten Eritreas pro-
testiere. Dieses Beweismittel zeige, dass das offizielle Sudan der inter-
nationalen  Gemeinschaft  einen  Grenzkonflikt  mit  Eritrea  vorschütze. 
Dabei gehe es in der fraglichen Region darum, den Beja Kongress zu 
attackieren. Ob der fragliche Text tatsächlich von offizieller sudanesi-
scher Seite stammt, kann offengelassen werden. Der Beschwerdefüh-
rer interpretiert  die entsprechenden Textstellen aus subjektiver Wahr-
nehmung. Wie er damit jedoch eine exilpolitische Tätigkeit für den Beja 
Kongress ableiten will oder inwieweit er sich diesbezüglich politisch ex-
poniert, geht aus dem eingereichten Dokument und seinen Ausführun-
gen nicht  hervor. Die weiteren Vorbringen,  wonach der  Beschwerde-
führer am (...) "Peace-Agreement for Sudan" vom 18. Juni 2005 teilge-
nommen habe, sind unsubstanziiert. Er kann die Teilnahme nicht be-
weisen. Daran ändern auch die fünf eingereichten Fotos, die angeblich 
von  dieser  Veranstaltung  stammten,  nichts.  Der  Beschwerdeführer 
reichte zudem eine Visitenkarte des Vertreters der sudanesischen Bot-
schaft  ein  und  behauptete,  er  habe  während  des  oben  erwähnten 
Events mit diesem ein Gespräch geführt. Der Botschafter habe ihn bei 
diesem  Dialog  bedroht  und  unter  Druck  gesetzt,  ihm  Informationen 
über Mitglieder des Beja Kogresses im schweizerischen Exil zu geben. 

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Die diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers sind wiederum 
vage  und  unsubstanziiert.  Eine  Visitenkarte  bestätigt  noch  kein  Ge-
spräch mit einem Botschafter. Zudem bringt der Beschwerdeführer mit 
keinem Wort  vor,  wie  der  Botschafter  ihn unter  Druck gesetzt  habe, 
beispielsweise mit  welchen Sanktionen er  gedroht  hat,  wenn er  ihm 
keine  Informationen  liefern  würde.  Überdies  unterlässt  es  der  Be-
schwerdeführer  gänzlich,  auf  die  Aussenwirkung des erwähnten (...) 
und die diesbezügliche Wahrnehmung der sudanesischen Regierung 
einzugehen.

4.10.3 Mit Schreiben vom 29. September 2005 (Poststempel) reichte 
der  Beschwerdeführer  einen  Internetbericht  aus  der  Website 
www.sudaneseonline.com   vom 9. September  2005 ein,  bei  welchem 
auf die "Politische Nacht über Friedensbemühungen und die Situation 
im  Sudan"  vom  11.  September  2005  hingewiesen  werde.  Der  Be-
schwerdeführer sei bei dieser Veranstaltung als Referent aufgetreten. 
Zur  Untermauerung dieses Vorbringens gab er  sein Redemanuskript 
zu den Akten. Mit Schreiben vom 16. Juni 2009 reichte der Beschwer-
deführer betreffend dieser Aktenstücke eine deutsche Übersetzung zu 
den Akten. Die diesbezüglich eingereichten Kopien von Fotos zeigen 
einzig eine kleine Gruppe von Leuten, die an der Front eines Raumes 
zusammen an einem Tisch sitzen. Bei einem einzigen Foto sind zudem 
einige  wenige  Zuhörer  ersichtlich.  Aus  den  Fotos  ist  zu  schliessen, 
dass es sich bei der "Politischen Nacht über Friedensbemühungen und 
die Situation im Sudan" vom 11. September 2005 um eine kleine und 
betreffend die Aussenwirkung unbedeutende Veranstaltung gehandelt 
hat. An dieser Einschätzung vermag auch der in arabischer Sprache 
mit  (nachgereichter)  deutscher  Übersetzung eingereichte  Internetbe-
richt vom 22. September 2005 auf  www.sudaneseonline.com  , der an-
geblich über die oben erwähnte Veranstaltung in (...) berichtet, nichts 
zu ändern. Bezüglich des erwähnten Treffens und dessen Inhalts blie-
ben die Ausführungen des Beschwerdeführers derart vage, unsubstan-
ziiert und sich in allgemeiner Kritik an der Regierung des Sudans er-
schöpfend, aber auch bezüglich der Zielgruppe derart unbestimmt so-
wie  im  Verlaufe  des  Beschwerdeverfahrens  auf  keine  verwertbaren 
Konkretisierungen gestützt,  dass kein Sachverhalt  erstellt  ist,  der  im 
Rahmen  subjektiver  Nachfluchtgründe  eine  Furcht  vor 
flüchtlingsrelevanten Nachteilen begründet erscheinen lässt.

4.10.4 Der  Beschwerdeführer  reichte  mit  Schreiben  vom  3.  August 
2006 (Poststempel)  einen ärztlichen Zwischenbericht  datiert  auf  den 

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26. Juli  2006 ein. In  diesem wird der labile  psychische Zustand des 
Beschwerdeführers unter anderem mit seinem exilpolitischen Engage-
ment in Zusammenhang gebracht. Die behandelnden Ärzte rieten ihm, 
seine diesbezüglichen Aktivitäten zu reduzieren. Aus dem Bericht ist 
jedoch nicht zu entnehmen, welche Aussenwirkung die Tätigkeiten des 
Beschwerdeführers auslösten und ob sein Engagement derart  expo-
niert ausfällt, dass die sudanesischen Behörden tatsächlich davon No-
tiz nehmen. Es ist daher davon auszugehen, dass auch die sudanesi-
schen Behörden – sollten sie von den beiden erwähnten Veranstaltun-
gen in (...)  und (...)  und den entsprechenden auf dem Internet publi-
zierten Berichten tatsächlich Notiz genommen haben – über ein Diffe-
renzierungsvermögen verfügen, um beurteilen zu können, ob die sich 
engagierenden Personen über klar definierte oppositionspolitische Vor-
stellungen und über ein persönliches Agitationspotential verfügen. Im 
Sinne einer  Klarstellung scheint  sodann die  Anmerkung angebracht, 
dass friedliche Propagandaaktionen in westeuropäischen Staaten, wie 
sie vorliegend und in einer Vielzahl anderer Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht dokumentiert  sind, von den sudanesischen Si-
cherheitsbehörden  durchaus  unter  realistischer  Einordnung  des  – 
ebenso evidenten und unpolitischen – Interesses ihrer Landsleute in-
terpretiert werden, im Gastland nach Möglichkeit ein Aufenthaltsrecht 
zu erwirken. In diesem Zusammenhang ist den Vorbringen in der Be-
schwerdeschrift, mit welchen eine angebliche Diskreditierung des poli-
tischen Engagements des Beschwerdeführers durch die Vorinstanz ge-
rügt  wird,  damit  zu  begegnen,  dass  die  Aufgabe  der  Asylbehörden 
nicht  darin  bestehen  kann,  die  innere  (politische)  Gesinnung  eines 
Asylsuchenden auszuleuchten, sich ihr Prüfungsumfang vielmehr darin 
erschöpft,  die  gegen  aussen  manifestierte,  aus  Sicht  der  sudanesi-
schen Behörden als potenziell  gefährlich zu wertende Oppositionstä-
tigkeit der in Frage stehenden Person zu beurteilen. Dass hierbei ein 
für die Zeit bis zur Ausreise aus dem Sudan festgestelltes, fehlendes 
politisches Engagement – mithin eine fehlende Verfolgung – wie auch 
eine vergleichsweise wenig weit zurückreichende exilpolitische Aktivi-
tät bei der Beurteilung der politischen Profilierung des Beschwerdefüh-
rers  Berücksichtigung  findet,  erscheint  in  diesem  Sinne  folgerichtig, 
weshalb die entsprechenden Erwägungen, entgegen den Rügen in der 
Rechtsmitteleingabe, nicht zu beanstanden sind.

4.10.5 Am 13. Dezember 2006 und am 12. März 2007 reichte der Be-
schwerdeführer weitere Beweismittel zu den Akten. Im Schreiben vom 
20. Oktober 2006 nimmt er Bezug auf die allgemeine politische Lage 

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im Sudan. Inwieweit er mit diesen Ausführungen ein Verfolgungsinter-
esse der  sudanesischen Sicherheitskräfte  oder ein exponiertes,  per-
sönliches exilpolitisches Wirken aufzeigen will,  erwähnt er jedoch mit 
keinem Wort. Weiter reichte der Beschwerdeführer vier Internetpublika-
tionen (ins Deutsche übersetzt), welche zwischen November 2006 und 
Februar  2007  einerseits  auf  www.bejaKongress.com   und  auf 
www.sudaneseonline.com   veröffentlicht wurden, ein. Zu diesen Publi-
kationen gab er eine Stellungnahme ab. Sowohl in den auf dem Web 
veröffentlichten Berichten wie auch aus der diesbezüglichen persönli-
chen Erklärung zeigt sich kein gegen aussen manifestiertes und expo-
niertes exilpolitisches Profil des Beschwerdeführers. Auch hier geht es 
vielmehr um die allgemeine politische Lage im Sudan, welche der Be-
schwerdeführer aus subjektiver Sicht kommentiert. Daraus vermag er 
jedoch aus persönlicher Sicht nichts abzuleiten. Überdies ist anzumer-
ken,  dass  nach  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  die 
Webseite  www.sudaneseonline.com   von einem in den USA lebenden 
Sudanesen in den USA betrieben wird. Der Zugang zur Website wurde 
im Juli 2004 im Sudan gesperrt. Auf dieser Webplattform, die auch ein 
Forum unterhält, sind keine Positionen auszumachen, welche auf be-
stimmte oppositionelle Gruppen hinweisen; auch sind die Inhalte (zu-
mindest  was  die  englischsprachigen  Texte  betrifft)  moderat.  Polemi-
sche Angriffe auf die Regierung, wie diese bei anderen Foren der su-
danesischen Diaspora zu lesen sind, fehlen. Die Webseite scheint als 
Informations-Plattform  ohne  Parteiverbindung  zu  funktionieren.  Die 
publizierten  Artikel  stammen  aus  diversen  Quellen  (teilweise  von 
Agenturen und Zeitungen) und sind in ihrer thematischen Ausrichtung 
sehr  divers.  Somit  vermag  der  Beschwerdeführer  mit  all  den  auf 
www.sudaneseonline.com   publizierten Berichten für sich kein subjekti-
ves  und  genügend  exponiertes  sowie  flüchtlingsrechtlich  relevantes 
exilpolitisches Profil abzuleiten.

4.10.6 Mit Eingabe vom 16. Juni 2009 reichte der Beschwerdeführer 
einen  weiteren  auf  www.sudaneseonline.com   publizierte  Bericht  ein, 
welcher über eine am 31. Januar 2006 stattfindende Demonstration in 
(...)  gegen die Tötung von sudanesischen Asylsuchenden in Ägypten 
berichten solle. Der Beitrag wurde in die französische Sprache über-
setzt. Eine beigelegte DVD bezeuge die Teilnahme des Beschwerde-
führers  an  dieser  Demonstration. Allein  die  Teilnahme  an  einer  De-
monstration  vermag indes  in  casu  noch  kein  exilpolitisch  relevantes 
Profil zu erzeugen. Überdies vermögen – wie schon in den Erwägun-
gen 4.10.3 und 4.10.5 erwähnt – die auf www.sudaneseonline.com   an-

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http://www.sudaneseonline.com/
http://www.sudaneseonline.com/
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geblich  vom  Beschwerdeführer  veröffentlichten  Beiträge  kein  asyl-
rechtlich  relevantes  exilpolitisches Profil  zu  erzeugen. Auch ein  vom 
Beschwerdeführer angeblich verfasster und eingereichter Brief an die 
ägyptische Botschaft als Protestnote gegen die Tötung sudanesischer 
Asylsuchender,  welchen  er  am 2. Februar  2009 bei  einem persönli-
chen Treffen dem ägyptischen Botschafter abgegeben habe, begründet 
nicht die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgungsgefahr. 
Selbst  bei  Wahrunterstellung  dieses  Sachverhaltselements  ist  nicht 
nachvollziehbar, wie die heimischen Behörden den Beschwerdeführer, 
dessen Identität nach wie vor unbekannt ist, mit dem fraglichen Ereig-
nis in Verbindung bringen könnten. Auch die Vorbringen betreffend das 
"Podiumsgespräch über die politische Situation der Gegenwart und die 
Zukunft des politischen Systems in Sudan" vom 19. März 2006 vermö-
gen nach dem oben Gesagten nicht  zu überzeugen. Die Aussenwir-
kung  dieser  Veranstaltung  war  –  beurteilt  anhand  der  eingereichten 
Fotos – marginal und die Kenntnisnahme durch die sudanesische Re-
gierung  ist  deshalb  als  unwahrscheinlich  zu  bezeichnen.  An  dieser 
Einschätzung vermag auch die Publikation auf der im Sudan gesperr-
ten Website  www.sudaneseonline.com   nichts zu ändern. Die vom Be-
schwerdeführer  ebenfalls  mit  Schreiben  vom 16. Juni  2009  nachge-
reichte  Einladung  betreffend  eine  Veranstaltung  zum  Völkermord  in 
Darfur, welche am 7. Februar 2009 stattgefunden haben solle, ist in ih-
rer Ausgestaltung wohl ein selbstentworfenes Dokument, welches ei-
nen  allgemeinen  Bericht  zur  Situation  in  Darfur  enthält  und  in  der 
Kopfzeile  einen  vom  Beschwerdeführer  selbst  eingefügten  Textbau-
stein bezüglich des Adressaten aufweist. Dem entsprechenden Doku-
ment ist somit kein Beweiswert beizumessen. Schliesslich reichte der 
Beschwerdeführer mehrere Fotos und die Kopie eines Teilnehmeraus-
weises betreffend die in (...) stattfindende 11. Session des Menschen-
rechtsrates ein. Der Beschwerdeführer nehme daran als Vertreter der 
NGO "Liberation" teil. Eines der Fotos weist ein Manipulationsmerkmal 
auf, da der untere Teil des Oberkörpers des Beschwerdeführers ver-
schoben ist.

4.10.7 Es existieren keine Hinweise, dass sudanesische exilpolitische 
Gruppen in der Schweiz aktiv sind, weder von der JEM noch vom Beja 
Kongress  oder  anderen  Gruppen.  London  und  Paris  sind  wichtige 
Stützpunkte der sudanesischen Diaspora und entsprechender exilpoli-
tischer  Gruppen. Zu  erwähnen ist,  dass  der  Beja  Kongress  und  die 
JEM zwei Rebellenorganisationen sind, welche räumlich getrennt agie-
ren: Während die JEM in H._______ (im Westen des Sudans) aktiv ist, 

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operiert  der  Beja  Kongress  –  der  mit  der  sudanesischen  Regierung 
2006 ein Friedensabkommen unterzeichnete – in der östlichen Küsten-
region. Der Beschwerdeführer will sich sowohl für den Beja Kongress 
als auch für die JEM betätigt haben, dies trotz der unterschiedlichen 
geografischen  und  politischen  Ausrichtung  (siehe  auch  A18,  S.  6). 
Auch dieser Punkt spricht gegen ein gefestigtes und akzentuiertes po-
litisches Profil, sowohl in seinem angeblichen Wirken vor der Ausreise 
als auch bei den behaupteten exilpolitischen Tätigkeiten. 

4.10.8 Zusammenfassend kann der unter  Erwägung 4.10 des vorlie-
genden Urteils  dargelegte  Exponierungsgrad dem Beschwerdeführer 
nicht  beigemessen  werden,  weshalb  eine  konkrete  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers bei einer Rückkehr in den Sudan auszuschliessen 
ist. Der Beschwerdeführer verfügt über kein Profil, welches die suda-
nesischen Behörden als  staatsfeindliche Aktivität  im Ausland auffas-
sen könnten. Bei dieser Sachlage ist die geltend gemachte Furcht vor 
künftiger Verfolgung als unbegründet zu erkennen, weshalb das Vorlie-
gen von subjektiven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG zu 
verneinen ist.

4.11 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, im Zu-
sammenhang mit der Frage der flüchtlingsrechtlichen Relevanz auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde sowie auf die übrigen als 
Beweismittel eingereichten Dokumente im Einzelnen vertieft einzuge-
hen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Unter Berücksichti-
gung der gesamten Umstände folgt, dass der Beschwerdeführer keine 
Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft  machen kann. 
Das Bundesamt hat sein Asylgesuch zu Recht abgewiesen.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

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6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder 
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis 
zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe oder  Be-
handlung unterworfen werden.

6.3 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist,  eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  fin-
den.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-

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schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 28. Februar  2008,  Be-
schwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Auch die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den  Weg-
weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-
nen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.5 Den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  zufolge  be-
steht im Sudan ausserhalb der Region Darfur keine Situation allgemei-
ner Gewalt. Es sind deshalb derzeit keine konkreten Anhaltspunkte da-
für  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückführung  in 
den Sudan einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG ausgesetzt wäre. Dementsprechend ist der Wegweisungsvollzug 
dorthin als generell zumutbar zu qualifizieren.
Ferner sind auch keine individuellen, in der Person des Beschwerde-
führers gelegenen Gründe ersichtlich, die den Wegweisungsvollzug als 
unzumutbar  erscheinen  lassen  würden.  Es  handelt  sich  beim  Be-
schwerdeführer um einen jungen Mann mit einem universitären Hoch-
schulabschluss, welcher arabischer Muttersprache ist und gemäss ei-
genen Angaben über sehr gute Englischkenntnisse verfügt (A1, S. 3). 
Es  ist  in  Anbetracht  seiner  überdurchschnittlichen Ausbildung davon 
auszugehen, dass es ihm gelingen wird,  sich im Sudan eine eigene 
wirtschaftliche  und  soziale  Existenz  aufzubauen,  zumal  er  in 
F._______ über ein Beziehungsnetz verfügt, welches ihn beim Aufbau 
einer neuen Existenz unterstützen kann. So leben denn in P._______ 
seine Mutter und seine drei Geschwister (vgl. A7, S. 5 f.). Ausserdem 
arbeitete  der  Beschwerdeführer  nach  Abschluss  seines 

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Universitätsstudium  mehrere  Wochen  als  Gasflaschenverkäufer  (vgl. 
A7, S. 8). Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers dürfte sich 
in der Zwischenzeit stabilisiert  haben. Dies geht daraus hervor, dass 
Ende  Juli  2006  seine  depressive  Episode  medikamentös  und 
psychotherapeutisch  behandelt  wurde  und  dadurch  eine  Besserung 
der  Symptomatik  erreicht  werden  konnte  (vgl.  den  eingereichten 
ärztlichen  Zwischenbericht  der  psychiatrischen  Dienste  [...]  vom 26. 
Juli 2007), und seither kein weiteres aktuelles Arztzeugnis eingereicht 
worden ist.
Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
In der Zwischenverfügung des damals zuständigen Instruktionsrichters 
der ARK vom 23. Mai 2005 wurde der Entscheid über das Gesuch be-
treffend  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen 
späteren Zeitpunkt verschoben. Dieser Entscheid ist nun im Endurteil 
nachzuholen,  und  das  Gesuch  anhand  der  Tatsache,  dass  der  Be-
schwerdeführer seit geraumer Zeit erwerbstätig ist, somit ein geregel-
tes Einkommen aufweist und folglich keine Bedürftigkeit im Sinne von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG vorliegt, abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind 
somit  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5 
VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Entschädigungen 

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vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ausgangs-
gemäss ist dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung auszu-
richten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Daniel Stadelmann

Versand:

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