# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 290fd3cb-276d-54a9-97fa-f4ff89578afa
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-03
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 03.02.2021 100 2019 188
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2019-188_2021-02-03.pdf

## Full Text

100 19 188   200 19 170
100 19 189   200 19 171
100 19 190   200 19 172
100 19 191   200 19 173 
100 19 192   200 19 174 
Gemeinde: D.________
ZPV-Nr.: .________
Eröffnung: 3.2.2021 RNA/DGR/cbi/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 3. Februar 2021

Es wirken mit: die hauptamtliche Richterin Nanzer, die Fachrichterin Glauser und der 
Fachrichter Junod sowie Gribi als Gerichtsschreiberin

In der Rekurs- und Beschwerdesache 

von

A.________

vertreten durch 

B.________ AG

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend Widerhandlung bei den kantonalen Steuern und der direkten Bundessteuer pro 2008, 
2009, 2010, 2011 und 2012

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. A.________ (Rekurrent) war in den Jahren 2008 bis 2012 mit der Einzelfirma A.________ 
als selbstständig erwerbender Berater im Ingenieurbereich tätig. Der Rekurrent führte keine 

Buchhaltung und erfasste seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben jeweils in separaten 

Exceltabellen (nachfolgend auch: Aufstellung oder Aufzeichnung). Seine Ehefrau arbeitete bei 

der Firma C.________. Nachdem der Rekurrent und seine Ehefrau für die Steuerjahre 2008 bis 

2012 rechtskräftig veranlagt wurden, eröffnete der Zentrale Veranlagungsbereich Nachsteuer 

der Steuerverwaltung des Kantons Bern (ZVB/N) am 24. März 2017 ein Nachsteuerverfahren 

gegen den Rekurrenten und seine Ehefrau sowie ein Steuerhinterziehungsverfahren gegen den 

Rekurrenten betreffend die Steuerjahre 2008 bis 2012. Dies aufgrund einer erfolgten Meldung 

der Steuerverwaltung des Kantons Bern, .________ (Steuerverwaltung), vom 14. September 

2016. In der entsprechenden Meldung hielt die Steuerverwaltung fest, dass im Rahmen der 

beim Rekurrenten durchgeführten Buchprüfung betreffend seine selbstständige Erwerbstätigkeit 

pro 2013 und 2014 (Buchprüfung 2013/2014) festgestellt worden sei, dass die Fahrzeugkosten 

dem Geschäftsaufwand doppelt belastet wurden. Insofern wurde der Rekurrent und seine Ehe-

frau seitens des ZVB/N aufgefordert, im Zusammenhang mit der selbstständigen Erwerbstätig-

keit des Rekurrenten für die Jahre 2008 bis 2012 entsprechende Unterlagen einzureichen.

B. Nach diverser Korrespondenz teilten der Rekurrent und seine Ehefrau dem ZVB/N mit 
Schreiben vom 24. April 2017 mit, dass im Zusammenhang mit der selbstständigen Erwerbs-

tätigkeit des Rekurrenten für die Steuerjahre 2006 und 2007 eine Buchprüfung durch die Steu-

erverwaltung erfolgt sei (Buchprüfung 2006/2007). Anlässlich dieser sei Einsicht in die gesam-

ten Buchführungsunterlagen der Einzelfirma gewährt worden. Insbesondere habe die 

Steuerverwaltung auch die Fahrkosten überprüft. Dabei seien die erfolgten Verbuchungen of-

fengelegt worden. Seitens der Steuerverwaltung seien jedoch keine geschäftsmässig nicht be-

gründeten Aufwände erkannt und auch keine Aufrechnungen vorgenommen worden. Erst an-

lässlich der Buchprüfung 2013/2014 sei die erfolgte Verbuchungsweise seitens der Steuerver-

waltung nicht mehr akzeptiert worden. Bei der Verbuchung der effektiven und pauschalen Fahr-

zeugkosten handle es sich jedoch um keine neue Tatsache. Mit Brief vom 5. Mai 2017 teilte der 

ZVB/N mit, dass die Steuerverwaltung erst anlässlich der Buchprüfung 2013/2014 auf Unge-

reimtheiten gestossen sei. Aus den eingereichten Steuererklärungen pro 2008 bis 2012 sei die 

fehlerhafte Verbuchung der Fahrzeugkosten hingegen nicht ersichtlich gewesen. Nach diverser 

weiterer mündlicher wie schriftlicher Korrespondenz, reichten der Rekurrent und seine Ehefrau 

am 17. August 2017 Unterlagen ein. 

C. Im weiteren Verlauf des Steuerhinterziehungsverfahrens, wobei am 27. Februar 2018 eine 
mündliche Einvernahme des Rekurrenten erfolgte, kam der ZVB/N zum Schluss, dass der Re-

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kurrent in den Jahren 2008 bis 2012 neben effektiven auch pauschale Fahrzeugkosten bzw. 

den Kunden in Rechnung gestellte Fahrspesen als Aufwand verbucht hatte. Die Fahrspesen 

qualifizierte der ZVB/N als geschäftsmässig nicht begründet und rechnete diese auf. Weiter 

stellte der ZVB/N fest, dass auch weitere im Geschäftsaufwand verbuchte Kosten – insbeson-

dere solche privater Natur – der Aufrechnung unterliegen würden. Bei seiner Prüfung ging der 

ZVB/N wie folgt vor: Der ZVB/N überprüfte die vom Rekurrenten eingereichten Unterlagen hin-

sichtlich der weiteren im Geschäftsaufwand verbuchten Kosten stichprobeweise, jeweils zwei 

Monate pro Jahr (Januar und August 2008; Juli und Dezember 2009; Februar und Juli 2010; 

Januar und November 2011; Januar und Dezember 2012). Dabei stellte er fest, dass mehrfach 

Auslagen für private Wochenendaufenthalte und Restaurantbesuche der Ehegatten erfasst 

wurden sowie Kosten für die private Rechtsschutzversicherung oder das Zeitungsabonnement 

der Tochter. Zudem erfasste der Rekurrent in seinen monatlichen Aufstellungen auch Beiträge 

an die Schweizerische Paraplegiker-Stiftung, obwohl er diese daneben auch in den Steuerer-

klärungen unter Vergabungen geltend gemacht hatte. Ferner wurden dem Geschäftsaufwand 

diverse Auslagen belastet, welche nicht mittels entsprechender Belege nachgewiesen waren. 

Ebenfalls erfasste der Rekurrent Pauschalspesen, obschon auch Kleinstbeträge über das Ge-

schäft abgerechnet wurden. Diese Erkenntnisse hielt der ZVB/N in der Bussenverfügung vom 

6. November 2018 fest. Insgesamt kam der ZVB/N im Steuerhinterziehungsverfahren zum 

Schluss, dass in den geprüften Monaten Aufrechnungen von total CHF 161'679.-- vorzunehmen 

seien (jeweils exkl. zu berücksichtigender Abzug für AHV-Beiträge und Anpassungen beim 

Zweiverdienerabzug; vgl. pag. 440 ff.). Die Busse wurde auf CHF 22'334.35 bei den kantonalen 

Steuern pro 2008 bis 2012 und auf CHF 3'727.50 bei der direkten Bundessteuer pro 2008 bis 

2012 festgesetzt. Inkl. Gebühren von CHF 500.-- betrug der verfügte Bussenbetrag insgesamt 

CHF 26'561.85. Ergänzend hielt der ZVB/N fest, dass die Steuerexpertin der Steuerverwaltung 

anlässlich der Buchprüfung 2006/2007 keine Ungereimtheiten festgestellt habe. Alleine aus 

diesem Umstand könne jedoch keine Zusicherung der Veranlagungsbehörde abgeleitet werden, 

dass der Sachverhalt auch in Zukunft gleich gewürdigt werde. Auch sei es sehr unwahrschein-

lich, dass die Expertin in voller Kenntnis der Sachlage die zweimalige Berücksichtigung der 

Fahrzeugkosten nicht beanstandet hätte. Überdies sei die Steuerverwaltung nicht an frühere 

Veranlagungen gebunden und könne die rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse in jedem 

Steuerjahr neu überprüfen, wobei frühere Veranlagungsverfügungen keine präjudizierende Wir-

kung hätten. Vorliegend habe der Rekurrent mit der doppelten Verbuchung der Fahrzeugkosten 

und Belastung von privaten Kosten als Geschäftsaufwand bewirkt, dass der Gewinn der Einzel-

firma zu tief ausgewiesen worden sei. Damit seien die Steuerveranlagungen pro 2008 bis 2012 

unvollständig in Rechtskraft erwachsen. Der ZVB/N gehe von grober Fahrlässigkeit aus. Der 

Rekurrent verfüge über geringe Kenntnisse im Bereich der Buchhaltung und habe es unter-

lassen eine Fachperson für seine Buchhaltung und die Steuererklärung beizuziehen. Damit ha-

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be er pflichtwidrig unvorsichtig gehandelt und seine Sorgfaltspflichten verletzt. Folglich sei von 

einem mittleren Verschulden auszugehen. Unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnis-

se sowie allfälliger strafmindernder und straferhöhender Faktoren sei deshalb von einem Bus-

senfaktor von 0.75 auszugehen. Gleichentags, am 6. November 2018, erliess der ZVB/N eben-

falls die Nachsteuerverfügung. 

D. Gegen die Nachsteuer- und die Bussenverfügung erhob die B.________ AG (Vertreterin) 
am 7. Dezember 2018 Einsprache. 

E. Mit je separaten Einspracheentscheiden vom 10. April 2019 wies der ZVB/N die Einspra-
chen des Rekurrenten betreffend die Busse bzw. des Rekurrenten und seiner Ehefrau betref-

fend die Nachsteuer ab; der verfügte Bussenbetrag wurde bestätigt. 

F. Gegen die Nachsteuer- und die Bussenverfügung hat die Vertreterin am 10. Mai 2019 
Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurs-

kommission) erhoben und beantragt:

"Die Einspracheentscheide seien aufzuheben und die Nachsteuer- und Bussenverfügungen 

2008 bis und mit 2012 seien, unter Offenlegung der internen Buchprüfungsunterlagen für die 

Jahre 2006 und 2007 und Anhörung von … [Name der Expertin der Steuerverwaltung, welche 

die Buchprüfungen 2006/2007 vorgenommen hat] als damals zuständige Steuerkommissarin 

neu auszustellen. 

Die Busse auf den Fahrkostenaufrechnungen sei mit 0 % festzulegen und die Busse auf den 

Anrechnungen bei den übrigen Spesen zu reduzieren."

Zur Begründung bringt die Vertreterin vor, dass der Rekurrent unwissentlich nebst effektiven 

auch pauschale Fahrzeugkosten verbucht habe. Aufgrund der durchgeführten Buchprüfung 

2006/2007, anlässlich welcher die Expertin dem Rekurrenten mündlich die Korrektheit der 

Buchhaltung versichert habe, sei er von der Richtigkeit seiner Verbuchung ausgegangen. Auch 

habe die Steuerverwaltung in den einzelnen vorliegend strittigen Steuerjahren im Rahmen des 

Veranlagungsverfahrens jeweils weitere Unterlagen beim Rekurrenten eingefordert. Daraus 

ergebe sich, dass die Steuererklärungen des Rekurrenten, losgelöst vom Massenverfahren, 

überprüft worden seien. Da auch in diesen Jahren die Buchhaltung nicht beanstandet worden 

sei, habe dies dem Rekurrenten nach Treu und Glauben Sicherheit in die von ihm erfolgte Ver-

buchungsweise gegeben. Dass der ZVB/N nun die internen Buchprüfungsunterlagen 2006/2007 

nicht offenlegen wolle, verletzte den Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs. Weiter 

hält die Vertreterin fest, dass der Steuerverwaltung die Verbuchungsweise bei den Fahrzeug-

kosten bekannt gewesen sei, weshalb insofern keine neue Tatsache vorliegen würde, welche 

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ein Nachsteuer- und Steuerhinterziehungsverfahren rechtfertige. Soweit die weiteren Aufrech-

nungen betreffend, bringt die Vertreterin vor, dass die Tätigkeit des Rekurrenten mit zahlreichen 

Reisen und Konsumationen verbunden sei. Der Rekurrent habe sämtliche Spesen ab 2008 

nochmals überprüft und einige wenige Positionen gefunden, welche versehentlich in der Buch-

haltung erfasst worden und entsprechend zu korrigieren seien. Dies könne der beigelegten 

Übersicht "Kommentar Spesen" entnommen werden. Die weiteren Kosten seien geschäfts-

mässig begründet. Insgesamt erweise sich der Bussenfaktor von 0.75 als nicht sachgerecht, 

zumal dem Rekurrenten keine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen sei und er sich stets kooperativ 

verhalten habe.

G. Mit prozessleitender Verfügung vom 13. Mai 2019 hat die Steuerrekurskommission den 
Parteien mitgeteilt, dass das Steuerstrafverfahren (100 19 188-192 und 200 19 170-174) ge-

trennt vom Nachsteuerverfahren (100 19 195-199 und 200 19 175-179) behandelt werde und 

letzteres bis zur Erledigung des Steuerstrafverfahrens vor der Steuerrekurskommission sistiert 

werde (vgl. Akten des Nachsteuerverfahrens 100 19 195-199 und 200 19 175-179).

H. Ebenfalls am 13. Mai 2019 hat die Steuerrekurskommission dem Rekurrenten die Mög-
lichkeit eingeräumt, bis zum 3. Juni 2019 eine mündliche Einvernahme zu verlangen sowie wei-

tere sachdienliche Unterlagen einzureichen. 

I. Mit Schreiben vom 31. Mai 2019 hat die Vertreterin weitere Unterlagen eingereicht sowie 
mitgeteilt, dass der Rekurrent auf eine mündliche Einvernahme bestehe.

J. Am 15. Juli 2019 hat sich der ZVB/N vernehmen lassen und die kostenpflichtige Abwei-
sung von Rekurs und Beschwerde beantragt. Zusammengefasst bringt er vor, dass die Über-

prüfung der im vorliegenden Verfahren eingereichten Unterlagen ergeben habe, dass der Re-

kurrent in den Jahren 2008 bis 2012 wiederholt private Aufwände als Geschäftsaufwand ver-

bucht habe. Weiter habe der Rekurrent in seiner Einzelfirma sowohl effektive als auch pauscha-

le Fahrzeugkosten verbucht. Die erfolgte Aufrechnung bei den Fahrzeugkosten werde sodann 

seitens des Rekurrenten nicht bestritten. Diesbezüglich halte die Vertreterin einzig fest, dass 

der Rekurrent aufgrund des Verhaltens der Steuerverwaltung ein berechtigtes Vertrauen in sei-

ne Verbuchungsweise haben konnte. So seien anlässlich der Buchprüfung 2006/2007 keine 

Ungereimtheiten seitens der Steuerverwaltung festgestellt worden. Insofern sei darauf hinzu-

weisen, dass im Protokoll der Buchprüfung 2006/2007 nicht festgehalten werde, dass die Ver-

buchung der Spesen und der Fahrzeugkosten korrekt erfolgt und deshalb in Folgeperioden 

gleich vorzunehmen seien. Auch sei dem Rekurrenten keine Zusicherung bezüglich der 

entsprechenden Verbuchung abgegeben worden. Folglich liege keine bindende behördliche 

Auskunft oder Zusicherung vor. Soweit die Vertreterin nun die Anhörung der Expertin sowie 

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Herausgabe der Buchprüfungsprotokolle 2006/2007 beantrage, sei ihr nicht zu folgen. Dies, da 

die Steuerakten pro 2006 und 2007 für die vorliegend zu beurteilenden Steuerjahre irrelevant 

seien. Auch erscheine es unter dem Gesichtspunkt des Steuergeheimnisses angebracht, dem 

entsprechenden Editionsantrag nicht stattzugeben. Eine Anhörung der Expertin würde auch 

keine neuen Erkenntnisse bringen, liege der Sachverhalt doch bereits zehn Jahre zurück. Wei-

ter hält der ZVB/N fest, dass in den Veranlagungsverfahren 2008 bis 2012 nie zusätzliche Un-

terlagen bezüglich der Fahrkosten eingefordert worden seien. Auch seien die Veranlagungen 

nicht von derselben Person vorgenommen worden. Ferner sei darauf hinzuweisen, dass der 

Rekurrent gemäss den in den vorliegenden Steuerjahren geltenden Gesetzesbestimmungen 

zur Führung einer doppelten Buchhaltung verpflichtet gewesen wäre, er jedoch einzig eine 

"vereinfachte Bilanz" erstellt habe. Durch die falsche Verbuchungsweise habe der Rekurrent 

den objektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt. Eine Pflicht der Steuerverwaltung zur 

vertieften Prüfung der Veranlagungen des Rekurrenten habe aufgrund der von ihm eingereich-

ten Unterlagen nicht bestanden, weshalb sie ihre Untersuchungspflichten nicht verletzt habe. 

Der Rekurrent habe bezüglich der doppelten Verbuchung der Fahrzeugkosten grob fahrlässig 

gehandelt, so habe er die Steuererklärungen und seine Buchhaltung ohne entsprechende 

Kenntnisse und ohne Beizug einer Fachperson erstellt. Hinsichtlich der Verbuchung privater 

Aufwände sei hingegen von Eventualvorsatz auszugehen. Da diese Aufrechnungen im Ver-

gleich zu den Fahrzeugkosten betragsmässig gering ausfallen, sei jedoch unter Berücksichti-

gung der Verfahrensökonomie insgesamt von grober Fahrlässigkeit auszugehen. Bei der Straf-

zumessung sei sodann von einem mittleren Verschulden auszugehen. Eine besondere Straf-

empfindlichkeit des Rekurrenten sei nicht ersichtlich. Insgesamt erscheine ein Bussenfaktor von 

0.75 als angemessen. 

K. Mit Eingabe vom 6. August 2019 hat die Vertreterin zur Vernehmlassung der Steuerver-
waltung Stellung genommen. Sie hält u.a. fest, dass das Buchprüfungsprotokoll 2006/2007 sehr 

wohl relevant sei, habe doch der Rekurrent anlässlich der Buchprüfung sämtliche Unterlagen 

offengelegt und die Steuerverwaltung einen detaillierten Einblick in die Buchhaltung des Rekur-

renten erhalten. Auch sei die zuständige Expertin in den Folgejahren bei der Veranlagung des 

Rekurrenten involviert gewesen. Soweit der ZVB/N vorbringe, dass in den Steuerjahren ab 

2010 jeweils andere Steuerbeamte die Veranlagung des Rekurrenten vorgenommen hätten, sei 

dies unbeachtlich, habe sich doch jeder Steuerbeamte, welcher ein Dossier übernehme, vertieft 

in dieses einzuarbeiten, ansonsten sich die Steuerverwaltung durch gezielte personelle Rocha-

den stets jeder Verantwortung entziehen könnte. Überdies habe auch in den folgenden Steuer-

jahren mittels Aktenauflage eine vertiefte Überprüfung stattgefunden. Bezüglich der Spesen sei 

darauf hinzuweisen, dass bei der Tätigkeit des Rekurrenten ständiges Reisen unabdingbar sei. 

Auch Akquisitionsaufwände, wie bspw. für allfällige Kundengeschenke, seien üblich. Schliess-

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lich sei festzuhalten, dass der ZVB/N im vorliegenden Verfahren Belege nur stichprobeweise für 

einige Monate, nicht aber "flächendeckend", einverlangt habe. Die angeforderten Belege seien 

eingereicht worden. 

L. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2019 hat die Steuerrekurskommission den Rekurrenten 
aufgefordert die monatlichen Aufstellungen der Einnahmen und Ausgaben für die Jahre 2008 

bis 2012 (jeweils Januar bis Dezember) inkl. aller dazugehörigen Buchungsbelege sowie Auf-

stellungen über Aktiven und Passiven, Privatentnahmen und Privateinlagen der Jahre 2008 bis 

2012 einzureichen. Ebenfalls wurden Belege zu den in den Steuererklärungen pro 2010 und 

2011 im Formular 9 deklarierten Privatanteilen von je CHF 2'000.-- sowie die vom Rekurrenten 

erstellten Zusammenzüge aller "monatlicher Ein- und Ausgaben-Blätter" eingefordert. 

M. Am 12. November 2019 hat der Rekurrent die verlangten Unterlagen persönlich bei der 
Steuerrekurskommission abgegeben (fünf Bundesordner; Jahre 2008 bis 2012). Dem beigeleg-

ten Schreiben ist zu entnehmen, dass sich einige Originale der Quittungen nicht mehr im Besitz 

des Rekurrenten befinden, da diese der Steuerverwaltung übersendet worden seien. Der Re-

kurrent führt aus, er unterteile die geschäftlichen und privaten Spesen genau und werde die 

privaten Rechnungen anlässlich der Einvernahme vorlegen. Bezüglich Privatanteilen von 

CHF 2'000.-- in den Jahren 2010 und 2011 bringt er vor, dass es sich dabei um von der Steuer-

verwaltung anerkannte Fahrkosten gehandelt habe, bei welchen ein Privatanteil erfasst worden 

sei. Dies zeige erneut, dass die Fahrkosten seitens der Steuerverwaltung überprüft worden sei-

en. 

N. Mit Schreiben vom 16. Juli 2020 ist der Rekurrent zur Einvernahme vorgeladen worden. 
Am 8. September 2020 ist der Rekurrent durch die hauptamtliche Richterin der Steuerrekurs-

kommission einvernommen worden. Anlässlich der Einvernahme wurde der Rekurrent seitens 

der Steuerrekurskommission zur Einreichung weiterer Unterlagen aufgefordert (Steuererklärung 

pro 2019 und die letzte Steuerveranlagung). Den Parteien wurde zur Einreichung von Schluss-

bemerkungen eine Frist bis 29. September 2020 angesetzt.

O. Mit Schreiben vom 14. September 2020 hat die Steuerrekurskommission dem Rekurren-
ten bzw. der Vertreterin mitgeteilt, dass sie in Erwägung ziehe den Einspracheentscheid 

betreffend Widerhandlung pro 2008 bis 2012 vom 10. April 2019 zu Ungunsten des Rekurren-

ten abzuändern (sog. "reformatio in peius"). Dabei ziehe die Steuerrekurskommission eine Er-

höhung des Bussenfaktors unter gleichzeitiger Erhöhung der Berechnungsbasis für die Busse 

in Betracht. Bezüglich der Berechnungsbasis für die Busse könne sich eine entsprechende Kor-

rektur rechtfertigen, da die Prüfung der Buchhaltungsunterlagen bzw. Aufzeichnungen des Re-

kurrenten ergeben habe, dass die geschäftsmässige Begründetheit bei einer Vielzahl von 

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verbuchten Aufwänden nicht vorliege bzw. nicht genügend nachgewiesen sei. Auch seien 

Aufwände, die usanzgemäss sowohl im geschäftlichen wie im privaten Bereich anfallen können, 

kein Privatanteil ausgeschieden worden. Insofern ziehe die Steuerrekurskommission in 

Erwägung in den Steuerjahren 2008, 2009, 2010 und 2011 weitere zu den bereits vom ZVB/N 

erfolgten Aufrechnungen vorzunehmen. Diese zusätzlichen Aufrechnungen stünden insbeson-

dere im Zusammenhang mit den vom ZVB/N nicht überprüften Monaten und den in den Excel-

tabellen unter den Positionsnummern 13 bis 36 erfassten Aufwänden. Ebenfalls ziehe die Steu-

errekurskommission in Betracht, die unter den Positionsnummern 1 bis 7 erfassten und den 

Kunden verrechneten Spesen grösstenteils aufzurechnen. Dies einerseits aufgrund des 

Umstands, dass diese Spesen nicht belegt seien und andererseits abgerechnete Aufwände – 

bspw. den Kunden in Rechnung gestellte Fahrspesen – nicht den tatsächlich angefallenen 

Kosten entspreche oder doppelt erfasst worden seien. Die Steuerrekurskommission erwäge 

weiter, die Fahrzeuge 

gemäss der Selbstdeklaration des Rekurrenten und seiner Ehefrau dem Privatvermögen 

zuzuordnen, was zu einer Aufrechnung der erfassten Fahr(zeug)kosten führe. Im Gegenzug 

könnten die (rein) mit der geschäftlichen Nutzung der Fahrzeuge verursachten Kosten als Auf-

wand geltend gemacht werden. Mangels detaillierter Aufzeichnung der geschäftlich bzw. privat 

gefahrenen Kilometer ziehe die Steuerrekurskommission in Erwägung, die Fahrkosten ermes-

sensweise zu schätzen. Dabei ziehe sie in Betracht, die Anzahl der Kilometer, welche mittels 

Fahrspesen den Kunden verrechnet wurden, als geschäftliche Fahrten anzuerkennen und diese 

unter Berücksichtigung einer Kilometerpauschale als Aufwand zuzulassen; damit wären sämtli-

che geschäftlich bedingten Betriebskosten (fixe und variable) abgegolten. Hinsichtlich des 

Bussenfaktors ziehe die Steuerrekurskommission aufgrund der sich aus den Akten ergebenden 

Umstände und der anlässlich der Einvernahme vom 8. September 2020 erfolgten Angaben des 

Rekurrenten weiter in Betracht von einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung auszugehen und 

das Strafmass bzw. den Bussenfaktor zu erhöhen. Dem Rekurrenten bzw. der Vertreterin ist 

Gelegenheit eingeräumt worden, bis zum 29. September 2020 sachdienliche Unterlagen 

einzureichen und innert gleicher Frist zu einer allfälligen Änderung des Einspracheentscheids 

Stellung zu nehmen.

P. Am 23. September 2020 hat der Rekurrent die anlässlich der Einvernahme verlangten 
Unterlagen eingereicht. 

Q. Mit Brief vom 25. September 2020 hat die Vertreterin für die Einreichung der Stellung-
nahme zur angekündigten "reformatio in peius" um Fristverlängerung ersucht. Seitens der 

Steuerrekurskommission ist eine überlange Fristverlängerung, einmalig und nicht weiter verlän-

gerbar, bis 30. Oktober 2020 gewährt worden. 

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R. Am 30. Oktober 2020 (eingegangen bei der Steuerrekurskommission am 2.11.2020) hat 
die Vertreterin ein Ablehnungsbegehren gegen die mit dem vorliegenden Entscheid betraute 

hauptamtliche Richterin der Steuerrekurskommission gestellt sowie erneut um Fristverlänge-

rung ersucht.  

S. Am 2. November 2020 hat die hauptamtliche Richterin der Steuerrekurskommission der 
Vertreterin mitgeteilt, dass die Akten zur Bearbeitung des Ablehnungsbegehrens dem Vize-

präsidenten bzw. hauptamtlichen Richter der Steuerrekurskommission übergeben worden sei-

en.

T. Mit Entscheid vom 19. November 2020 ist das Ablehnungsbegehren gegen die hauptamt-
liche Richterin der Steuerrekurskommission abgewiesen worden. Der Entscheid ist unangefoch-

ten in Rechtskraft erwachsen.

U. Am 17. Dezember 2020 und damit während der laufenden Rechtsmittelfrist hinsichtlich 
dem oben erwähnten Ablehnungsbegehren ist bei der Steuerrekurskommission unaufgefordert 

eine Eingabe des Rekurrenten eingegangen in welcher er seinen Standpunkt darlegt. Mit 

Schreiben vom 18. Dezember 2020 hat sodann die Vertreterin die Steuerrekurskommission 

aufgefordert, die am 14. September 2020 angesprochenen Aufrechnungen (angekündigte Ver-

schlechterung bzw. "reformatio in peius"; Bst. O hiervor) zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

des Rekurrenten detailliert zusammenzustellen und dem Rekurrenten zur Stellungnahme zu 

unterbreiten. Am 21. Dezember 2020 hat der hauptamtliche Richter der Steuerrekurskommissi-

on der Vertreterin mitgeteilt, dass ihr Schreiben vom 18. Dezember 2020 unaufgefordert und 

während laufender Sistierung des Hauptverfahrens eingegangen sei. Die Sistierung des Haupt-

verfahrens werde erst nach Eintritt der Rechtskraft des Ablehnungsentscheids (Bst. T hiervor) 

aufgehoben und danach das Hauptverfahren wieder an die Hand genommen. Entsprechend 

wurde das Schreiben vom 18. Dezember 2020 zur Entlastung der Steuerrekurskommission an 

die Vertreterin zurückgeschickt. Die Vertreterin wurde weiter darauf hingewiesen, dass sie über 

die Aufhebung der Sistierung des Hauptverfahrens zu gegebener Zeit informiert werde. 

V. Mit Schreiben vom 20. Januar 2021 hat die hauptamtliche Richterin der Vertreterin mitge-
teilt, dass das Hauptverfahren infolge Rechtskraft des Entscheids betreffend Ablehnungsbegeh-

ren wieder an die Hand genommen werde. Gleichzeitig ist das mit Schreiben vom 30. Oktober 

2020 gestellte (erneute) Fristverlängerungsgesuch (Bst. R hiervor) abgewiesen worden. Die 

Vertreterin ist darauf hingewiesen worden, dass mit Verfügung vom 28. September 2020 (Bst. Q 

hiervor) eine einmalige, ausdrücklich nicht weiter verlängerbare, dafür überlange Fristverlänge-

rung bis zum 30. Oktober 2020 gewährt worden ist. Weiter habe sie in ihrem erneuten Gesuch 

um Fristverlängerung nichts vorgebracht, was eine weitere ausserordentliche Fristverlängerung 

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rechtfertigen würde. Das Schreiben ist der Vertreterin gemäss Track & Trace der Post am 

21. Januar 2021 zugestellt worden. 

W. Mit unaufgefordert eingereichter Eingabe vom 21. Januar 2021 (Schreiben seitens der 
Vertreterin fälschlicherweise datiert auf 20.1.2021), reicht die Vertreterin Unterlagen zu diversen 

Buchhaltungspositionen ein. Diese werden zu den Akten genommen. 

X. Mit Schreiben vom 27. Januar 2021 hat die Vertreterin erneut der Steuerrekurskommissi-
on unaufgefordert eine Eingabe eingereicht. Darin äussert sie ihr Unverständnis zur Ablehnung 

der anbegehrten Fristverlängerung (Bst. V hiervor) und ersucht erneut um Fristerstreckung. Die 

Vertreterin führt aus, dass es sich ja nicht um eine gesetzliche Frist handle und nicht einsichtig 

sei, warum die behördliche Frist nicht erstreckt werde. Mehrfache Fristerstreckungen seien nicht 

unüblich und würden gemäss bekannter Gerichtspraxis gewährt. Hinzu komme, dass die an-

begehrte Fristverlängerung erst drei Monate nach Einreichung des Fristverlängerungsgesuchs 

abgewiesen worden sei. 

Y. Mit Verfügung vom 29. Januar 2021 hat die Instruktionsrichterin den Eingang des Schrei-
bens vom 27. Januar 2021 bestätigt und gleichzeitig den Schriftenwechsel geschlossen. 

Z. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.

Auf den Inhalt der einzelnen Rechtsschriften wird, sofern entscheidrelevant, in den nachfolgen-

den Erwägungen näher eingegangen. 

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend das Steuerstrafverfahren können 
bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw. Beschwerde angefochten werden 

(Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 140 des Bun-

desgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. 

Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer 

[BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich zuständig. 

Der Rekurrent ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen. Er 

ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. 

Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-

pflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Eingabe ist – unter 

Vorbehalt von E. 2 und 3 hiernach – einzutreten. 

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Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt, 

da die Busse CHF 3'000.-- übersteigt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 

11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 

BSG 161.1]). 

2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist aufgrund der Sistierung des Nachsteuer-
verfahrens einzig die Busse wegen Steuerhinterziehung in den Steuerjahren 2008 bis 2012. Auf 

entsprechende Vorbringen die Nachsteuer betreffend, insbesondere ob bezüglich der 

verbuchten Fahrzeugkosten neue Tatsachen vorliegen, ist im Rahmen des hier strittigen Ver-

fahrens nicht weiter einzugehen. Entsprechend kann darauf nicht eingetreten werden. 

3. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass soweit der Rekurrent anlässlich der Einvernahme 
vom 8. September 2020 bzw. die Vertreterin im Rahmen des erfolgten Schriftenwechsels das 

Vorgehen und Verhalten der Steuerverwaltung bzw. einzelner Mitarbeiter dieser beanstandet, 

die Steuerrekurskommission Rechtsmittelinstanz und nicht Aufsichtsbehörde der Steuerverwal-

tung ist. Es steht ihr nicht zu, über das Vorgehen oder Verhalten der Steuerverwaltung bzw. von 

deren Mitarbeitenden zu urteilen. Für aufsichtsrechtliche Belange ist die Finanzdirektion des 

Kantons Bern zuständig und der Rekurrent hätte sich mit allfälligen aufsichtsrechtlichen Belan-

gen an diese zu wenden. Auf die entsprechende Rüge kann folglich nicht eingetreten werden. 

4. Ferner ist festzuhalten, dass gemäss Verfügung vom 25 September 2020 der Vertreterin 
eine einmalige überlange und nicht weiter erstreckbare Fristverlängerung bis zum 30. Oktober 

2020 gewährt worden ist. Am letzten Tag der Frist, am 30. Oktober 2020, hat die Vertreterin ein 

Ablehnungsbegehren gegen die Instruktionsrichterin eingereicht und gleichzeitig um Frist-

erstreckung bis Ende Jahr (31.12.2020) ersucht. Aufgrund des Ablehnungsbegehrens wurde 

das vorliegende Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid bezüglich Ablehnung sistiert. 

Nach Rechtskraft des Ablehnungsentscheids ist das vorliegende Verfahren mit Schreiben vom 

20. Januar 2021 wieder an die Hand genommen worden. Das Begehren um Fristverlängerung 

ist abgewiesen worden (Bst. V hiervor). Auch wenn es sich, wie von der Vertreterin korrekt fest-

gehalten um eine behördliche Frist handelt, sind auch behördliche Fristen bindend. Mit Verfü-

gung vom 25. September 2020 (Bst. Q hiervor) wurde eine einmalige und nicht weiter ver-

längerbare, dafür überlange Fristverlängerung gewährt. Gründe, die eine ausserordentliche, 

weitere Fristverlängerung rechtfertigen könnten sind seitens der Vertreterin nicht vorgebracht 

worden. Daran vermag auch das Schreiben der Vertreterin vom 27. Januar 2021 nichts zu 

ändern (Bst. X hiervor). Die Begründung, dass die Abweisung der Fristverlängerung ja erst nach 

drei Monaten erfolgt und folglich eine weitere Fristverlängerung zu gewähren sei, zielt ins 

Leere. Die Verzögerung des Verfahrens hat der Rekurrent bzw. dessen Vertreterin selbst ver-

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ursacht, durch das Ablehnungsverfahren. Denn im Rahmen der Bearbeitung dieses Begehrens, 

hat das Hauptverfahren still zu stehen.  

5. Der Vorwurf der Steuerhinterziehung betrifft nur den Rekurrenten, nicht aber seine Ehe-
frau. Der Grundsatz der gemeinsamen Veranlagung der Ehegatten (vgl. Art. 10 StG und Art. 9 

DBG) hat keinen Einfluss auf das Steuerstrafverfahren und die Strafzumessung. Die Ehegatten 

sind bei der Anwendung von Steuerstrafrecht vielmehr wie Individualbesteuerte zu 

behandeln. Nach Art. 221 Abs. 2 StG und Art. 180 DBG wird jeder Ehegatte nur für die Hinter-

ziehung seiner eigenen Steuerfaktoren gebüsst. Eine solidarische Haftung des anderen Ehegat-

ten für die Strafsteuer ist ausgeschlossen. Die haftungsrechtlichen Bestimmungen gemäss 

Art. 15 StG und Art. 13 DBG kommen nicht zur Anwendung. Da das Steuerstrafrecht dem Straf-

recht zuzuordnen ist, sind die verfassungsrechtlichen Strafrechtsgrundsätze und die Verfah-

rensgarantien gemäss Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) 

zu beachten. Die strafrechtliche Verantwortung ist höchstpersönlicher Natur und darf nicht auf 

Ehegatten ausgedehnt werden. Als Folge des Verschuldensprinzips ist somit nicht die eheliche 

Gemeinschaft als Ganzes mit einer Strafe zu belegen, sondern es ist bei jedem Ehegatten ge-

trennt zu prüfen, ob ihn an der tatbestandsmässigen Herbeiführung des ungerechtfertigten 

Steuervorteils ein Verschulden trifft. Eine Bestrafung des anderen Ehegatten ist somit nur dann 

möglich, wenn er vorsätzlich zur Hinterziehung der Steuerfaktoren des ersten Ehegatten ange-

stiftet hat, bei einer solchen Steuerhinterziehung mitgeholfen oder als Vertreter eine solche 

Steuerhinterziehung bewirkt hat (Art. 221 Abs. 2 i.V.m. Art. 219 StG und Art. 180 i.V.m. 

Art. 177 DBG). Vorliegend ist erstellt, dass der Vorwurf der Steuerhinterziehung einzig den Re-

kurrenten und nicht seine Ehefrau betrifft. Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob der Rekurrent 

durch die Erfassung von effektiven und pauschalen Fahrzeugkosten (Fahrspesen) sowie priva-

ten Auslagen als Geschäftsaufwand in den Jahren 2008, 2009, 2010, 2011 und 2012 eine 

Steuerhinterziehung begangen hat und ob ihm die ausgesprochene Busse zu Recht auferlegt 

worden ist.

6. In einem ersten Schritt ist von Amtes wegen die Verjährung zu prüfen (vgl. BGer vom 
29.10.1987, in ASA 59 S. 250 E. 4a).

6.1 Seit dem 1. Januar 2017 ist das "Bundesgesetz über eine Anpassung des DBG und des 
StHG an die Allgemeinen Bestimmungen des StGB" (AS 2015 779) in Kraft. Mit Inkrafttreten 

des vorstehend genannten Bundesgesetzes erfolgte auf Bundesebene eine Anpassung der in 

aArt. 184 DBG (in der Fassung vom 14.12.1990) und aArt. 58 des Bundesgesetzes vom 

14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden 

(in der Fassung vom 14.12.1990; StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 333 Abs. 6 des Schweizerischen 

Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) vorgesehenen Verjährungsbestimmungen. Die seit dem 

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1. Januar 2017 in Kraft getretenen Art. 184 DBG und Art. 58 StHG verdrängen als besondere 

Bestimmungen i.S.v. Art. 333 Abs. 1 StGB die bisher geltende Verjährungsfrist von 15 Jahren 

bei vollendeter Steuerhinterziehung (vgl. zur altrechtlichen Regelung VGE 100 2013 380/381 

vom 27.5.2014, in StE 2014 B 101.8 Nr. 22 E. 2 ff., mit Hinweisen). Neu beträgt die Ver-

jährungsfrist für vollendete Steuerhinterziehungen zehn Jahre und beginnt jeweils am Ende 

jener Steuerperiode bzw. eines Steuerjahres zu laufen, für welche die steuerpflichtige Person 

unzutreffend veranlagt worden ist (Art. 184 Abs. 1 Bst. b Ziff. 1 DBG und Art. 58 Abs. 2 

Bst. a StHG). Ferner zu erwähnen ist sodann, dass gemäss Art. 184 Abs. 2 DBG und Art. 58 

Abs. 3 StHG die Verjährung nicht mehr eintritt, wenn seitens der zuständigen kantonalen 

Behörde vor Ablauf der Verjährungsfrist eine entsprechende (Bussen-)Verfügung (bzw. erstin-

stanzliches Urteil bzw. eine verurteilende Verfügung der Steuerverwaltung) ergangen ist 

(vgl. dazu auch Sieber/Malla in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 13 ff. zu Art. 184 DBG, mit Hinweisen). 

Art. 205f DBG sieht sodann als übergangsrechtliche Bestimmung vor, dass für die Beurteilung 

von Straftaten, die im Steuerjahr vor Inkrafttreten der neuen Verjährungsfristen begangen wur-

den, das neue Recht anwendbar ist, sofern dieses milder ist als das in jenem Steuerjahr gelten-

de Recht (Grundsatz der lex mitior). Dies ist in Bezug auf Straftaten, die zwischen dem 1. Okto-

ber 2002 und dem 31. Dezember 2016 begangen wurden, der Fall (kürzere Verjährungsfrist 

nach neuem Recht; vgl. auch VGE 100 2013 380/381 vom 27.5.2014, in StE 2014 B 101.8 Nr. 

22 E. 2.2 mit Verweis auf E. 2.1.7). Sofern – was vorliegend nicht der Fall ist – Steuerhinterzie-

hungen zu beurteilen wären, welche vor dem 1. Oktober 2002 begangen wurden, würden sich 

die Verjährungsbestimmungen von aArt. 184 DBG bzw. aArt. 58 StHG als milder erweisen und 

wären somit anzuwenden, zumal nach dem neuen, hier anwendbaren Recht, die Verjährung 

nicht mehr eintreten kann, nachdem ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist. 

6.2 Auch auf kantonaler Ebene wurde das StG aufgrund der in Art. 72s StHG (in der Fassung 
vom 1.1.2017) enthaltenen Verpflichtung an die neuen Verjährungsbestimmungen angepasst. 

Neu sieht Art. 229 StG (in der Fassung vom 1.1.2017) explizit vor, dass bei vollendeter Steuer-

hinterziehung die Verjährungsfrist zehn Jahre beträgt und die Verjährung nicht mehr eintritt, 

wenn seitens der zuständigen kantonalen Behörde vor Ablauf der Verjährungsfrist eine ent-

sprechende (Bussen-)Verfügung ergangen ist (Art. 229 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 sowie Abs. 2 StG). 

Soweit die Übergangsbestimmungen von Art. T5-1 StG betreffend, kann auf die entsprechen-

den Ausführungen zum Recht auf Bundesebene verwiesen werden (vgl. E. 6.1 hiervor).

6.3 Gestützt auf diese Rechtslage ergibt sich im vorliegenden Fall in Bezug auf die Steuer-
jahre 2008 bis 2012, dass die seit dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Verjährungsbestim-

mungen von Art. 184 DBG und Art. 229 StG (je in der Fassung vom 1.1.2017) Anwendung fin-

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den. Die vom ZVB/N erlassene Bussenverfügung, die als erstinstanzliches Urteil zu gelten hat, 

datiert vom 6. November 2018 (pag. 436 ff.) ist damit noch vor Ablauf der Verjährungsfrist von 

zehn Jahren ergangen, die für das älteste in Streit stehende Steuerjahr 2008 am 1. Januar 

2019 eingetreten wäre. Entsprechend sind die hier in Frage stehenden Steuerjahre 2008 bis 

2012 nicht verjährt. 

7. In einem nächsten Schritt ist weiter zu prüfen, ob der Rekurrent eine Steuerhinterziehung 
begangen hat. Gemäss Art. 175 Abs. 1 DBG bzw. Art. 56 Abs. 1 StHG und Art. 217 Abs. 1 

Bst. a StG begeht eine vollendete Steuerhinterziehung, wer als steuerpflichtige Person vorsätz-

lich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine 

rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist. Voraussetzung der vollendeten Steuerhinter-

ziehung ist demnach ein Steuerausfall des Gemeinwesens, welcher durch das Verhalten der 

steuerpflichtigen Person schuldhaft – d.h. vorsätzlich oder fahrlässig – "bewirkt" worden ist, 

weshalb es sich hierbei um ein Erfolgsdelikt handelt (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Hand-

kommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 2 zu Art. 175 DBG). Die strafbare Verhaltensweise der 

steuerpflichtigen Person ist mit dem Verb "bewirken" umschrieben. Das Bewirken kann in einem 

Tun oder in einem Unterlassen bestehen; im einen wie im anderen Fall muss es indessen einer 

Verletzung von Verfahrenspflichten gleichkommen (Sieber/Malla, a.a.O., N. 7 zu Art. 175 DBG). 

Weiteres notwendiges Tatbestandsmerkmal der vollendeten Steuerhinterziehung ist der Erfolg. 

Demnach ist die Steuerhinterziehung erst vollendet, wenn beim Gemeinwesen ein Steuerausfall 

eingetreten ist (BGer 2C_449/2017 vom 26.2.2019, E. 2.1 und 3.1, je mit Hinweisen; 

VGE 100 2016 257/258 vom 12.6.2018, E. 6.1, mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen Sieber/Malla, 

a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 175 DBG).

7.1 Ausgangspunkt der Sachverhaltsfeststellung im Veranlagungsverfahren bildet die Steu-
ererklärung. Nach dem Prinzip der gemischten Veranlagung (Art. 123 Abs. 1 DBG; Art. 166 

Abs. 2 StG) stellen die Veranlagungsbehörden zusammen mit der steuerpflichtigen Person die 

für eine vollständige und richtige Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen 

Verhältnisse fest. Daraus folgt, dass Behörden und steuerpflichtige Personen grundsätzlich 

gemeinsam auf eine richtige und vollständige Veranlagung hinarbeiten. Die steuerpflichtige 

Person hat die Verantwortung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Steuererklärung zu tra-

gen; ist sie sich über die steuerrechtliche Bedeutung einer Tatsache im Unklaren, darf sie diese 

nicht einfach verschweigen, sondern hat die Steuerverwaltung auf die Unsicherheit hinzuwei-

sen. Sie muss die Tatsache als solche in jedem Fall vollständig und zutreffend darlegen 

(ASA 73 S. 482 E. 3.3.1; StR 2006 S. 442 E. 2). Verletzt ist die Deklarationspflicht der steuer-

pflichtigen Person, wenn unrichtige (unwahre oder unvollständige) Angaben gemacht oder für 

Bestand und Umfang der Steuerpflicht wesentliche Tatsachen verschwiegen werden. Keine 

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Verfahrenspflichtverletzung liegt indessen in der unzutreffenden rechtlichen Würdigung einer 

von der steuerpflichtigen Person deklarierten Tatsache (Sieber/Malla, a.a.O., N. 8 ff. zu 

Art. 175 DBG, mit Hinweisen). Die umfassenden Mitwirkungspflichten der steuerpflichtigen Per-

son machen sie insofern zur Garantin des geschützten Rechtsguts, als sie gehalten ist, den 

Eintritt der Rechtskraft einer wegen unzutreffender Sachverhaltsfeststellung ungenügenden 

Veranlagung durch Anfechtung zu verhindern. Unterlässt sie dies, verletzt sie die (Garanten-) 

Pflicht, "alles [zu] tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen" (Art. 126 

Abs. 1 DBG bzw. Art. 167 Abs. 1 StG; Sieber/Malla, a.a.O., N. 12 zu Art. 175 DBG; vgl. hierzu 

auch Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über 

die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 3 zu Art. 126 DBG). Bei einer Steuerverkür-

zung führt das strafbare Verhalten dazu, dass die Behörde von einem unzutreffend erstellten 

Sachverhalt ausgehend Entscheide trifft, auf die sie nicht mehr ohne weiteres zurückkommen 

kann. Der strafbare Erfolg wird somit letztlich durch die Behörde herbeigeführt; die steuerpflich-

tige Person erscheint in diesem Sinn als mittelbarer Täter. Eine Steuerverkürzung ist grundsätz-

lich dann gegeben, wenn in einer Veranlagung an sich steuerbare Einkünfte nicht erfasst oder 

ungerechtfertigte Abzüge gewährt worden sind. Der Taterfolg gilt als verwirklicht, wenn der 

Steuerausfall nicht mehr im ordentlichen Verfahren abgewendet werden kann, was bei unvoll-

ständiger Veranlagung mit dem Eintritt der Rechtskraft der entsprechenden Veranlagungsverfü-

gung und bei unterbliebener Veranlagung mit dem Eintritt der Veranlagungsverjährung einher-

geht. Danach kann eine Änderung der sich nachträglich als unzutreffend erweisenden Veranla-

gung bzw. die nunmehr als geboten erkannte Vornahme einer solchen nur noch im Nachsteu-

erverfahren erfolgen (Sieber/Malla, a.a.O., N. 19 f. zu Art. 175 DBG). 

7.2 Die Straftatbestände der vollendeten Steuerhinterziehung sind dann erfüllt, wenn zwi-
schen dem strafbaren Verhalten und dem Deliktserfolg ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Die Steuerverkürzung setzt somit voraus, dass das Gemeinwesen einen Steuerausfall 

erlitten hat, der daher rührt, dass die Veranlagung der steuerpflichtigen Person materiell nicht 

gesetzmässig ausgefallen oder eine Veranlagung überhaupt unterblieben ist, obschon nach 

Gesetz eine solche hätte erfolgen müssen. Ursache für die steuerverkürzende bzw. unterblie-

bene Veranlagung – und damit für einen ungerechtfertigten Steuervorteil und letztlich für den 

Vermögensschaden des Gemeinwesens – bildet eine unzutreffende Sachverhaltsfeststellung. 

Diese wiederum muss als adäquat kausale Folge auf das Verhalten der steuerpflichtigen Per-

son zurückzuführen sein. Das Verhalten der steuerpflichtigen Person muss den Erfolg einerseits 

in dem Sinn verursacht haben, als dass er ohne die strafbaren Handlungen oder Unterlassun-

gen nicht eingetreten wäre (natürliche Kausalität). Andererseits muss das Verhalten – gemäss 

stehender Formel – "nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 

geeignet sein, einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begüns-

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tigen" (adäquate Kausalität). Ob der Steuerbehörde zusätzlich eine Verletzung ihrer Untersu-

chungspflichten vorgeworfen werden kann und diese dadurch mitgeholfen hat, den Steueraus-

fall zu bewirken, bleibt i.d.R. ohne Einfluss auf die Würdigung des Verhaltens der steuerpflichti-

gen Person. Der Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten der steuer-

pflichtigen Person und der Steuerverkürzung wird durch das Verhalten der Steuerbehörde 

grundsätzlich nicht unterbrochen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 3 zu 

Art. 175 DBG; vgl. zum Ganzen Sieber/Malla, a.a.O., N. 23 ff. zu Art. 175 DBG). 

7.3 Beim Hinterziehungsverfahren handelt es sich sodann um ein echtes Strafverfahren, für 
welches die strafprozessualen Garantien, insbesondere auch jene der in Art. 32 Abs. 1 der 

Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 EMRK verankerten Unschuldsvermutung, gelten. 

Der aus der Unschuldsvermutung abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo" besagt als Beweisla-

stregel, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen und 

nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss. Als Beweislastwürdigungsregel bedeutet die 

Maxime, dass sich die Strafbehörden nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten un-

günstigen Sachverhalts überzeugt erklären dürfen, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Aus der Unschuldsvermutung und dem 

darin enthaltenen Grundsatz "in dubio pro reo" ergibt sich demnach, dass der Strafsteuer keine 

Sachverhaltselemente zugrunde gelegt werden dürfen, über deren Verwirklichung bei objektiver 

Würdigung der gesamten Beweislage Zweifel bestehen müssen oder die nur als wahrscheinlich 

gelten. Soweit die Steuerbehörden steuerbegründende Sachverhaltselemente nur mit dem 

Grad der Wahrscheinlichkeit ermitteln, aber nicht zur Überzeugung gelangen, dass sie sich 

verwirklicht haben, können solche Sachverhaltselemente nicht Grundlage für die Strafsteuer 

bilden (BGer 2C.290/2011 und 2C.291/2011 vom 12.9.2011, E. 5.2 ff.). Damit gilt auch für das 

Steuerstrafverfahren das Beweismass des Vollbeweises bzw. der an Sicherheit grenzenden 

Wahrscheinlichkeit. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es unzulässig wäre, die hinterzogenen 

Bestandteile pflichtgemäss der Höhe nach zu schätzen, soweit sie sich auf diese Weise ausrei-

chend genau ermitteln lassen. So stellt die bundesrechtskonforme und willkürfreie Schätzung 

eine Form des strafprozessual zulässigen Indizienbeweises dar. Auch darf im Hinterziehungs-

verfahren in freier Beweiswürdigung als ein Element unter mehreren berücksichtigt werden, 

dass die beschuldigte steuerpflichtige Person Klärungen nicht liefert, die sich aufdrängen 

(vgl. dazu VGE 100 2016 257/258 vom 12.6.2018, E. 6.7, mit Hinweisen).

8. Folglich ist zu prüfen, ob der Rekurrent den objektiven Tatbestand der Steuerhinterzie-
hung erfüllt hat, indem er in seinen Büchern geschäftsmässig nicht begründete Aufwände er-

fasst bzw. als privat zu qualifizierende Auslagen dem Geschäftsaufwand belastet hat. 

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8.1 Zum steuerbaren Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gehören alle Einnah-
men aus der Unternehmenstätigkeit und aus dem im Unternehmen investierten Kapital, unter 

Abzug der geschäfts- oder berufsmässig begründeten Aufwände (Art. 21 Abs. 1 und Art. 32 StG 

bzw. Art. 18 Abs. 1 und Art. 27 DBG). Führt der selbstständig Erwerbstätige eine kaufmänni-

sche Buchhaltung, gelten für die Ermittlung des steuerbaren Einkommens die Regeln zur Ge-

winnermittlung bei juristischen Personen sinngemäss (Art. 21 Abs. 5 letzter Satz i.V.m. 

Art. 85 StG bzw. Art. 18 Abs. 3 i.V.m. Art. 58 DBG). Ausgehend vom Prinzip der Massgeblich-

keit der Handelsbilanz, bilden Bilanz und Erfolgsrechnung den Ausgangspunkt und die Grund-

lage der steuerlichen Gewinnermittlung, sofern bei ihrer Errichtung nicht gegen zwingende Be-

stimmungen des Handelsrechts verstossen wurde und soweit nicht spezielle steuerrechtliche 

Vorschriften zu beachten sind. Neben dem Saldo der Erfolgsrechnung gehören insbesondere 

die der Erfolgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträge und alle vor Berechnung des Saldos 

der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teile des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung 

von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, zum steuerbaren Einkommen 

(Art. 85 Abs. 2 StG bzw. Art. 58 Abs. 1 DBG; VGE 100 2019 319/320 vom 17.8.2020, E. 2.1). 

Dies betrifft u.a. der Erfolgsrechnung belastete Aufwände für die Befriedigung privater Bedürf-

nisse der steuerpflichtigen Person und ihrer Familie (Lebenshaltungskosten).

8.2 Der Begriff des geschäftsmässig begründeten bzw. nicht begründeten Aufwands wird im 
Gesetz zwar durch eine beispielhafte Aufzählung näher umschrieben, aber nicht abschliessend 

definiert (vgl. Art. 85 Abs. 2 Bst. b StG; Art. 58 Abs. 1 Bst. b DBG). Es muss deshalb im Einzel-

fall unter Würdigung aller Umstände bestimmt werden, ob ein steuerlich abzugsfähiger Aufwand 

vorliegt, was eine steuermindernde Tatsache darstellt. In Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

20. Oktober 2000 über den geschäftsmässig begründeten Aufwand (VgA; BSG 661.312.58) 

wird festgehalten, dass als geschäftsmässig begründet jener Aufwand gilt, welcher im Zusam-

menhang mit der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit entsteht. Insofern beurteilt sich die 

geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwendung anhand des unternehmerischen Zwecks. 

Gemäss Lehre und Rechtsprechung ist eine Aufwendung grundsätzlich dann geschäftsmässig 

begründet, wenn sie mit dem Betrieb und dem mit diesem verfolgten Zweck der Gewinner-

zielung in einem kausalen Zusammenhang steht. Dass eine Aufwendung tatsächlich erforder-

lich ist, wird dabei nicht vorausgesetzt. Auch erfolgt eine Aufrechnung nicht schon dann, wenn 

lediglich ungeschickt disponiert wurde. Die blosse Möglichkeit der Gewinnerzielung reicht aus, 

damit eine Aufwendung in einem objektiven Zusammenhang zur Unternehmenstätigkeit steht 

(VGE 100 2016 257/258 vom 12.6.2018, E. 6.5, mit Hinweisen; VGE 100 2019 319/320 vom 

17.8.2020, E. 2.2, mit Hinweisen). Die steuerpflichtige Person hat allerdings den Zusammen-

hang mit der selbstständigen Erwerbstätigkeit nachzuweisen. Diese Regelung basiert auf dem 

Grundsatz, dass die steuerpflichtige Person steuermindernde Faktoren nachzuweisen hat 

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(vgl. dazu auch Sieber/Malla, a.a.O., N. 45 zu Art. 182 DBG) und geschäftsmässig begründeter 

Aufwand einen solchen Faktor darstellt. Mithin haben die selbstständig Erwerbenden mittels 

Belegen den Beweis zu erbringen, dass die angefallenen bzw. verbuchten Kosten in Zusam-

menhang mit einem konkreten geschäftlichen Vorgang stehen und insoweit geschäftlich be-

gründet sind. Der Nachweis umfasst nicht nur das Faktum, dass die Aufwände tatsächlich ange-

fallen sind, sondern auch deren geschäfts- oder berufsmässige Begründetheit 

(VGE 100 2019 319/320 vom 17.8.2020, E. 2.3, mit Hinweisen). Der Unternehmer hat demnach 

darzutun, inwiefern seine Ausgaben einen engen Konnex zum Geschäftsbetrieb aufweisen 

(Reich/Züger in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 39 zu Art. 27 DBG). Die Vermutung der materiellen 

Richtigkeit der Handelsbilanz entfällt, wenn eine formell ordnungsgemäss geführte Buchhaltung 

fehlt oder wenn Anhaltspunkte bestehen, die auf die (materielle) Unrichtigkeit der Geschäfts-

bücher schliessen lassen (VGE 100 2019 319/320 vom 17.8.2020, E. 2.3, mit Hinweisen).

8.3 Vorliegend ist erstellt, dass der Rekurrent, welcher in den in Streit stehenden Steuer-
jahren 2008 bis 2012 jeweils mehr als CHF 100'000.-- pro Jahr an Roheinnahmen im Rahmen 

seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit erzielt (pag. 161, 163, 167, 169 und 172) und seine 

Einzelfirma per 28. März 2006 ins Handelsregister eingetragen hat, unter dem bis 31. Dezem-

ber 2012 geltenden Recht verpflichtet gewesen ist, eine nach kaufmännischer Art geführte 

Buchhaltung zu führen (Art. 957 Abs. 1 aOR [in der geltenden Fassung bis 31.12.2012; AS 

2002 949] i.V.m. Art. 36 Abs. 1 der Handelsregisterverordnung vom 17. Oktober 2007 [HRegV; 

SR 221.411]; vgl. auch Art. 125 Abs. 2 aDBG [in der geltenden Fassung bis 31.12.2015; AS 

1991 1184] sowie Art. 171 Abs. 2 aStG [in der geltenden Fassung bis 31.12.2019; BAG 00-

124]). Darauf hat der Rekurrent allerdings verzichtet. Vielmehr hat er einzig die monatlichen 

Einnahmen und Ausgaben rudimentär in einer Exceltabelle erfasst. Die Rechnungen an die 

Kunden (Honorar und verrechnete Spesen) hat er jeweils mit den Beleg-Nrn. 1 bis 7 versehen 

und diese in den Exceltabellen den entsprechenden Positionsnummern (1-7) zugeordnet. Die 

Honorare inkl. Spesen hat er als Einnahmen bzw. Umsatz erfasst. Gleichzeitig hat er die Spe-

sen vom Umsatz in Abzug gebracht, sodass netto einzig die Honorareinnahmen als Umsatz 

verblieben. Die Belege zu diversen Aufwänden (bspw. Fahr[zeug]-, Büro- oder Repräsentati-

onskosten etc.) hat er mit den Beleg-Nrn. 13 bis 36 versehen und diese den entsprechenden 

Positionsnummern (13-36) in den Exceltabellen zugeordnet. Zu erwähnen ist, dass die gleichen 

Beleg-Nrn. jeweils für die gleiche Art von Aufwand stehen (bspw. Beleg-Nrn. 19-22 stehen für 

Auslagen für Benzin, Beleg-Nr. 30 steht für Auslagen im Zusammenhang mit Versicherungen; 

vgl. pag. 372 ff.). Oftmals weisen mehrere Belege dieselbe Beleg-Nr. auf (vgl. pag. 430 f., diver-

se Restaurantquittungen sind mit der Beleg-Nr. 25 versehen). Aufgrund schlechter Kopierqua-

lität sind die Belege teilweise nur schwer entzifferbar bis unleserlich (bspw. pag. 259 f., 287 f. 

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und 422 ff.); häufig fehlen entsprechende Belege auch gänzlich. Weiter finden sich Belege in 

den Akten, welche zwar eine Beleg-Nr. aufweisen, jedoch in den Exceltabellen überhaupt nicht 

oder nicht unter der entsprechenden Beleg-Nr. erfasst worden sind bzw. sich der in den Excel-

tabellen unter einer Positionsnummer ausgewiesene Betrag nicht nachvollziehen lässt (so 

bspw. Januar 2008, Beleg-Nr. 25, "Spesen, Detail" über CHF 202.80 [pag. 203], gemäss einzi-

gem Beleg zu der Nr. 25 betragen die Gesamtausgaben CHF 140.50 [handschriftlicher Ver-

merk; pag. 219]). Ebenfalls geht aus den Aufzeichnungen des Rekurrenten nicht hervor, dass er 

Privatanteile ausgeschieden hat. Einzig in den Steuererklärungen der Jahre 2010 und 2011 hat 

der Rekurrent im Formular 9 Privatanteile von je CHF 2'000.-- festgehalten (pag. 85 und 110; 

diese stehen gemäss Angaben des Rekurrenten im Zusammenhang mit den Fahrzeugkosten 

[Eingabe vom 11.11.2019, persönlich übergeben am 12.11.2019]); aus den Aufzeichnungen 

lassen sich diese allerdings nicht nachvollziehen. Weiter ergibt sich, dass – wie nachfolgend 

aufzuzeigen sein wird – in den in Streit stehenden Steuerjahren nachweislich und in erhebli-

chem Umfang dem Geschäftsaufwand zu hohe bzw. private Auslagen belastet wurden (vgl. 

E. 8.5.1 ff. hiernach). Festgehalten werden kann, dass der Rekurrent neben den erwähnten 

Aufstellungen in Form von (monatlichen) Exceltabellen keine weiteren, seine selbstständige 

Erwerbstätigkeit betreffenden Aufzeichnungen (wie Bilanz, Erfolgsrechnung, Buchungsjournal, 

Inventar, Abschreibungstabelle etc.) geführt bzw. eingereicht hat. Der Rekurrent hat anlässlich 

der Einvernahme vom 8. September 2020 vor der Steuerrekurskommission (Bst. N hiervor) sei-

ne Überzeugung kundgetan, dass er keine Bilanz zu erstellen habe, da er über keine Vorräte 

verfüge und auch keine Kasse führe. Die Jahre schliesse er einzeln ab ("Jahr für Jahr"). Die 

Exceltabelle, welche auf einem von ihm geschrieben Programm beruhe, diene ihm im Sinn ei-

ner Saldobuchhaltung, damit er jeden Tag sehe, wo er stehe (Einvernahmeprotokoll der Steuer-

rekurskommission vom 8.9.2020 [EP], Frage 7). Auch wenn der Rekurrent davon ausgegangen 

ist, dass er nicht der Buchführungspflicht untersteht, hätte er zumindest die nach Art. 125 Abs. 2 

aDBG und Art. 171 Abs. 2 aStG geforderten Aufzeichnungen vornehmen müssen; dabei han-

delt es sich um steuerrechtliche Minimalanforderungen. Insofern hätte der Rekurrent Aufstellun-

gen über sämtliche Aktiven und Passiven, Einnahmen und Ausgaben sowie erfolgte Privatent-

nahmen und Privateinlagen erfassen und den Steuererklärungen beilegen müssen. Die unüber-

sichtlichen Aufstellungen des Rekurrenten vermögen daher den steuerrechtlichen Minimalan-

forderungen nicht zu genügen. Aufgrund der nicht konsequenten Abgrenzung zwischen Privat- 

und Geschäftsaufwand, der mangelnden Transparenz und dem (teilweise) Fehlen von aussa-

gekräftigen Belegen bestehen genügend Anhaltspunkte, um die natürliche Vermutung der Rich-

tigkeit der Buchhaltung in Zweifel zu ziehen bzw. als nicht verlässlich einzustufen. Die 

Grundsätze einer ordnungsgemässen Buchhaltung, d.h. Vollständigkeit, wahrheitsgetreue und 

systematische Erfassung der Geschäftsvorfälle und Sachverhalte, Belegnachweise für die ein-

zelnen Buchungsvorgänge, Klarheit und Nachprüfbarkeit, sind nicht erfüllt. Die Aufstellungen 

- 20 -

des Rekurrenten weisen erhebliche formelle und materielle Mängel auf und können insgesamt 

nicht als Buchhaltung bezeichnet werden bzw. sind als handelsrechtswidrig zu qualifizieren. 

Entsprechend kann für die Beantwortung der Frage, ob die strittigen Aufwände entstanden und 

geschäftsmässig begründet sind, nicht auf die Aufzeichnungen des Rekurrenten abgestellt wer-

den, obwohl er hierfür vollumfänglich beweispflichtig ist (VGE 100 2019 319/320 vom 

17.8.2020, E. 2.3, mit Hinweisen; BGer 2C_554/2013 vom 30.1.2014, E. 2.1 f., mit Hinweisen). 

Werden Verstösse gegen die Bilanzgrundsätze festgestellt, ist diesbezüglich das Vorliegen ei-

ner Steuerhinterziehung zu bejahen (BGE 135 II 86 E. 3.1; vgl. auch BGer 6B_663/2013 vom 

3.2.2014, E. 2.4.3.2; BGer 2C_290/2011 und 2C_291/2011 vom 12.9.2011, E. 5.). Insofern er-

scheint es denn auch fragwürdig, weshalb die Steuerverwaltung gestützt auf diese Aufzeich-

nungen den Rekurrenten betreffend seine selbstständige Erwerbstätigkeit überhaupt ordentlich 

veranlagt hat, wäre doch unter diesen Umständen vielmehr eine Ermessenstaxation angebracht 

gewesen. Dies ändert indes nichts bezüglich des vorliegend zu beurteilenden Steuerhinterzie-

hungsverfahrens. 

8.4 Im Steuerhinterziehungsverfahren kommt es sodann nicht darauf an, ob die steuerpflichti-
ge Person auch eine Nachsteuerpflicht trifft. Die Busse bemisst sich nicht nach der Nachsteuer, 

sondern ausdrücklich an der hinterzogenen Steuer (Art. 217 Abs. 2 StG; Art. 175 Abs. 2 DBG). 

Die strafzumessende Instanz hat demnach das Tatbestandselement "hinterzogene Steuer" 

selbstständig zu ermitteln; die Nachsteuerpflicht stellt dabei in aller Regel kein objektives Tatbe-

standsmerkmal dar (RKE 100 2016 259 vom 20.9.2016, E. 5.3, nicht publiziert). Dabei ist es 

auch im Steuerstrafverfahren zulässig die hinterzogenen Bestandteile pflichtgemäss der Höhe 

nach zu schätzen, soweit sie sich auf diese Weise ausreichend genau ermitteln lassen (E. 7.3 

hiervor). Da die Steuerrekurskommission gemäss Art. 198 Abs. 2 StG und Art. 142 Abs. 4 DBG 

im Rekurs- und Beschwerdeverfahren über die gleichen Befugnisse wie die Steuerverwaltung 

im Veranlagungsverfahren verfügt, steht es ihr zu die hinterzogene Steuer bzw. die darauf be-

ruhenden Faktoren selbstständig zu ermitteln, wobei sie diese und letztlich die Busse gestützt 

auf Art. 199 Abs. 1 und 2 StG und Art. 143 Abs. 1 DBG nach Anhören der steuerpflichtigen Per-

son auch zu deren Nachteil abändern kann ("reformatio in peius"). In diesem Sinn, erfolgt durch 

die Steuerrekurskommission eine gesamthafte Überprüfung der eingereichten Aufzeichnungen 

des Rekurrenten, wobei sich die Prüfung umfassend auf die Jahre 2008 bis 2012 und nicht nur 

auf die vom ZVB/N geprüften einzelnen Monate und die umstrittenen Details bezieht. Darauf zu 

verweisen ist, dass es für die Steuerrekurskommission nicht nachvollziehbar ist, weshalb der 

ZVB/N sich bei seiner Prüfung einzig auf einige wenige Monate beschränkt hat (vgl. Bst. C hier-

vor), dies insbesondere aufgrund Vorliegens erheblicher Mängel bei der Aufzeichnung der Ge-

schäftsvorfälle.

- 21 -

8.5 Im Rahmen der Überprüfungsbefugnis nach Art. 198 Abs. 2 StG und Art. 142 Abs. 4 DBG 
hat der Büchersachverständige der Steuerrekurskommission die vom Rekurrenten am 12. No-

vember 2019 eingereichten (Buchhaltungs-)Unterlagen bzw. von ihm erstellten und beigebrach-

ten monatlichen Aufstellungen über die Einnahmen und Ausgaben inkl. Belege der Jahre 2008 

bis 2012 (vgl. Bst. O hiervor) eingehend analysiert. Insofern ist anzumerken, dass der Bücher-

sachverständige der Steuerrekurskommission gemäss Art. 17 des Gesetzes vom 23. November 

1999 über die Steuerrekurskommission (StRKG; BSG 661.611) "nach Anordnung der Kammer-

vorsitzenden Bücheruntersuchungen durch[führt]" und "die ihm übertragenen buchtechnischen 

Fragen" bearbeitet. Daraus ergibt sich, dass der Bericht des Büchersachverständigen, in glei-

cher Weise wie ein Urteilsentwurf eines referierenden Richters oder eines Gerichtsschreibers, 

als blosse interne Meinungsäusserung und Grundlage für einen Entscheid zu qualifizieren ist. 

Eine solche interne Äusserung bewirkt keinen Anspruch der Partei auf Stellungnahme 

(BGer 2C_136/2011 vom 30.4.2012, E. 2), weshalb der Aufforderung der Vertreterin nach de-

taillierter Offenlegung gemäss Schreiben vom 30. Oktober 2020 (Bst. R hiervor) nicht zu folgen 

ist. Ergänzend zu erwähnen ist, dass der Vertreterin seit Ankündigung der Schlechterstellung 

am 14. September 2020 bis Ende der gewährten Fristverlängerung am 30. Oktober 2020 genü-

gend Zeit zur Verfügung gestanden hätte, Beanstandungen vorzubringen und sich mit dem In-

halt des Schreibens der Steuerrekurskommission vom 14. September 2020 (Bst. O hiervor) 

auseinanderzusetzen. Dies insbesondere auch weil die überlange Fristverlängerung als nicht 

weiter verlängerbar bezeichnet worden ist. Festzuhalten ist überdies, dass aus Sicht der Steuer-

rekurskommission eine erneute Fristverlängerung zu keinen neuen Erkenntnissen führen wür-

de, hatte der Rekurrent doch genügend Zeit Unterlagen einzureichen. Auch ist davon auszuge-

hen, dass Belege, welche bis anhin nicht eingereicht worden sind, auch zu einem späteren 

Zeitpunkt nicht beigebracht werden können. Was das Begehren um detaillierte Angaben hin-

sichtlich der angekündigten reformatio in peius betrifft, so ist anzunehmen, dass der Rekurrent 

über seine eigenen Aufstellungen verfügt oder Akteneinsicht bis zum Ablauf der Frist vom 

30. Oktober 2020 hätte anbegehrt werden können. Die Steuerrekurskommission ist indessen 

nicht gehalten, den Expertenbericht ihres Büchersachverständigen den Parteien offen zu legen 

(BGE 2C_136/2011 vom 30.4.2012, E. 2).

Aufgrund der vorerwähnten gravierenden Mängel sowie teilweise nur schwer oder gar nicht 

nachvollziehbaren Aufzeichnungen des Rekurrenten, hat sich die Prüfung der zur Verfügung 

stehenden Unterlagen durch den Büchersachverständigen der Steuerrekurskommission als 

äusserst zeitaufwendig erwiesen. Zu den einzelnen Prüfungsergebnissen des Büchersachver-

ständigen wird nachfolgend Stellung genommen:

8.5.1 Pauschalspesen (Beleg-Nrn. 1-7 "Stunden, Spesen pau.") 

- 22 -

Wie bereits ausgeführt (E. 8.3), hat der Rekurrent in seinen monatlichen Aufstellungen (Excel-

tabellen) unter den Positionsnummern 1 bis 7 "Stunden, Spesen pau." die seinen Kunden in 

Rechnung gestellten Honorare inkl. an die Kunden verrechnete Spesen erfasst (in der Spalte 

"Einnahmen"; die entsprechenden Rechnungen weisen die Beleg-Nrn. 1-7 auf). In der Spalte 

"Ausgaben" der Positionsnummern 1 bis 7 hat er die erhaltenen Spesen wiederum in Abzug 

gebracht bzw. als Aufwand ausgewiesen. Die Spesen umfassen dabei Entschädigungen bspw. 

für gefahrene Kilometer (Fahrspesen; abgerechnet mit einer Pauschalen von CHF 0.70 bzw. 

zwischen EUR 0.36 bis 0.50 pro Kilometer), Flugreisen, Übernachtungen, Verpflegung etc. 

(vgl. bspw. Januar 2008 [pag. 203], Beleg-Nr. 1 [pag. 202], wo von dem in Rechnung gestellten 

Betrag von CHF 11'849.05 ein Betrag von CHF 2'860.30 als Aufwand erfasst wurde oder Beleg-

Nr. 2 [pag. 201], wo von dem in Rechnung gestellten Betrag von CHF 2'266.65 ein Betrag von 

CHF 566.25 als Aufwand erfasst wurde [die handschriftlichen Notizen auf den Rechnungen 

stammen vom Rekurrenten und sind auf die Umrechnung des in EUR in Rechnung gestellten 

Betrags in CHF zurückzuführen]). Festzuhalten ist, dass der Rekurrent korrekterweise die Ho-

norare inkl. der vereinnahmten Spesen als Umsatz ausgewiesen hat. Die gleichzeitige Erfas-

sung der vereinnahmten Spesen als Auslagen ist jedoch in der vom Rekurrenten erfolgten Wei-

se unzulässig. Denn die als Auslagen ausgewiesenen Spesen, welche oft als Pauschale (bspw. 

Fahrspesen) in Rechnung gestellt worden sind, spiegeln nicht die tatsächlichen Aufwände des 

Rekurrenten wieder, fallen doch diese Spesen mithin höher aus. Auch fällt auf, dass der Rekur-

rent durch diese Vorgehensweise Aufwände doppelt oder zu hoch erfasst hat. So hat er bspw. 

die Kosten einer Hotelübernachtung in Crailsheim (Deutschland) vom 4. Oktober 2011 über den 

Betrag von CHF 59.80 sowohl unter der Positionsnummer 1 als auch unter Positionsnummer 25 

als Aufwand erfasst (Oktober 2011, Beleg-Nrn. 1 und 25). Weiter hat er im Monat September 

2009 unter der Positionsnummer 5 Fahrspesen mit dem Auto als Aufwand erfasst, welche dem 

Kunden für einen Einsatz am 10. September 2009 in Augsburg (Deutschland) in Rechnung ge-

stellt wurden (in Höhe von CHF 480.78; September 2009, Beleg-Nr. 5). Gleichzeitig hat er aller-

dings unter der Positionsnummer 24 Kosten für ein Ticket des Öffentlichen Verkehrsmittels für 

dieselbe Strecke am selben Datum in Höhe von CHF 200.-- erfasst (das Ticket wurde am 

10.9.2009 entwertet [September 2009, Beleg-Nr. 24]). Ebenfalls hat der Rekurrent zusätzlich zu 

den in den Aufstellungen unter den Positionsnummern 1 bis 7 als Aufwand erfassten pauscha-

len Fahrspesen auch effektive Fahrzeugkosten dem Geschäftsaufwand belastet (Positions-

nummern 13 bis 16 und 19 bis 22, bspw. für Leasing, Abschreibungen, Versicherungen, Steu-

ern, Reparaturen oder Benzin). Dies zeigt, dass der Rekurrent dem Geschäftsaufwand höhere 

Kosten belastet hat, als ihm tatsächlich angefallen sind. 

Hinsichtlich der unter den Positionsnummern 1 bis 7 als Aufwand erfassten Spesen ist festzu-

halten, dass entsprechende Belege zu den effektiv entstandenen Kosten grösstenteils fehlen. 

- 23 -

Folglich vermag der Rekurrent die geschäftsmässige Begründetheit mehrheitlich nicht nachzu-

weisen. Dieser Nachweis ist einzig für die in den Monaten April und Mai 2008 erfassten Kosten 

in Höhe von total CHF 579.85 sowie den im September 2009 erfassten Auslagen von 

CHF 620.50 (April 2008, Beleg-Nr. 2 bezüglich CHF 401.10 [Hotelunterkunft, Verpflegung und 

Autobahngebühren]; Mai 2008, Beleg-Nr. 1 [Hotelunterkunft] bezüglich CHF 178.75); Septem-

ber 2009, Beleg-Nr. 1 [Kosten für eine Flugreise]) genügend erbracht, wie auch für die Kosten 

der Hotelübernachtung in Crailsheim (Deutschland) vom 4. Oktober 2011 über den Betrag von 

CHF 59.80 (Oktober 2011, Beleg-Nr. 1). Die weiteren in den Jahren 2008 bis 2012 in den Posi-

tionsnummern 1 bis 7 der Exceltabellen erfassten Spesen sind hingegen mangels hinreichender 

Nachweise sowie genügender Nachvollziehbarkeit nicht als geschäftsmässig begründete Aus-

lagen anzuerkennen und demzufolge vollumfänglich aufzurechnen. Tabellarisch dargestellt sind 

demnach folgende Aufrechnungen vorzunehmen (Beträge in CHF):

Beleg-Nrn. 1-7 Pauschalspesen 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 48'039.05 40'530.10 33'343.75 32'452.75 38'876.45

Aufrechnung StRK 47'459.20 39'910.10 33'343.75 32'392.95 38'876.45
von StRK akzeptiert 579.85 620.00 0.00 59.80 0.00

8.5.2 Autoleasing/-abschreibung (Beleg-Nr. 13), Autoversicherung/-steuern (Beleg-Nrn. 
14-15), Auto-Reparaturen (Beleg-Nr. 16) und Benzin (Beleg-Nr. 19-22)

Soweit der Rekurrent in seinen Aufzeichnungen unter den Positionsnummern 13 bis 16 und 

19 bis 22 effektive Fahrzeugkosten als Aufwand erfasst hat, ist Folgendes festzuhalten: Fahr-

zeugkosten können dann (vollumfänglich) dem Geschäft belastet werden, wenn es sich beim 

Fahrzeug um Geschäftsvermögen handelt. Der privaten Nutzung von Geschäftsvermögen ist 

allerdings mittels Ausscheidung eines (angemessenen) Privatanteils Rechnung zu tragen. Steht 

ein Fahrzeug hingegen im Privatvermögen, sind einzig die mit der geschäftlichen Nutzung im 

Zusammenhang stehenden Kosten als Geschäftsaufwand zu erfassen. Der Rekurrent und sei-

ne Ehefrau haben in den persönlichen Steuererklärungen pro 2008 bis 2012 im Formular 4 un-

ter "weitere Vermögenswerte" jeweils zwei Fahrzeuge deklariert (pag. 12, 35, 89, 118 und 147; 

Mazda und bis 2009 Ford Maverick, ab 2010 Ford Focus). Mit dieser Deklaration sind die Fahr-

zeuge ausdrücklich dem Privatvermögen zugeordnet worden. Aufzeichnungen bezüglich der 

selbstständigen Erwerbstätigkeit des Rekurrenten bzw. Aufstellungen über die Aktiven und 

Passiven pro 2008 bis 2012, welche einen anderen Schluss zulassen würden, sind keine vor-

handen. Auch liegen keine Angaben bezüglich geschäftlich gefahrener Kilometer bzw. privater 

Nutzung vor. Entsprechend ist der Rekurrent auf der erfolgten Deklaration zu behaften und die 

Fahrzeuge sind dem Privatvermögen zuzuordnen, weshalb auch einzig die im Zusammenhang 

mit der geschäftlichen Nutzung der Fahrzeuge angefallenen Kosten berücksichtigt werden kön-

- 24 -

nen. Daran vermag nichts zu ändern, dass der Rekurrent gemäss eigenen Angaben die Fahr-

zeuge der Marke Ford (auch) geschäftlich genutzt hat (pag. 95). Folglich können einerseits die 

unter der Positionsnummer 13 enthaltenen Abschreibungsaufwände nicht anerkannt werden 

(Beleg-Nr. 13). Andererseits ist es dem Rekurrenten verwehrt, die in den Positionsnummern 

13 bis 16 und 19 bis 22 ausgewiesenen Aufwände für Leasing, Versicherungen, Reparaturen 

oder Benzin (vollumfänglich) als Geschäftsaufwand zu erfassen; die entsprechenden Aufwände 

sind überdies nur teilweise belegt und nachvollziehbar in den monatlichen Aufstellungen erfasst 

worden (vgl. jeweils Beleg-Nrn. 13-16 und 19-22). Da jedoch davon auszugehen ist, dass dem 

Rekurrenten in Ausübung seiner geschäftlichen Tätigkeit entsprechende Fahr(zeug)kosten ent-

standen sind, sind diese ermessensweise zu schätzen. Die Steuerrekurskommission berück-

sichtigt dabei die mittels Fahrspesen abgerechneten Kilometer, sofern diesen eine konkrete 

Rechnung an Kunden zugrunde liegt (vgl. dazu auch E. 8.5.1 hiervor). Die Anzahl ausgewiese-

ner Kilometer werden mit einer Kilometerpauschale berücksichtigt. Analog zu unselbstständig 

Erwerbenden geht die Steuerrekurskommission von einer Pauschale von CHF 0.45 (pro 2008) 

bzw. CHF 0.50 (pro 2009-2012) pro Kilometer aus, da sich aus den an Kunden verrechneten 

Kilometern eine geschäftliche Kilometerleistung von mehr als 30'000 Kilometer pro Jahr ergibt 

(vgl. Wegleitungen zum Ausfüllen der Steuererklärung für natürliche Personen der Jahre 2008-

2012, jeweils zu Formular 6). Usanzgemäss sind dadurch sämtliche geschäftlich bedingten Be-

triebskosten (fixe und variable) abgegolten und die Berücksichtigung weiterer Kosten recht-

fertigt sich nicht. Ergänzend ist zu erwähnen, dass infolge der Qualifikation als Privatvermögen, 

der in den Jahren 2010 und 2011 in den Steuererklärungen aufgeführte Privatanteil von je 

CHF 2'000.-- (pag. 85 und 110), welcher in den Veranlagungen berücksichtigt wurde, zu strei-

chen ist. Daraus ergibt sich Folgendes (Beträge in CHF): 

Beleg-Nr. 13 Autoleasing / -abschreibung 2008 2009 2010 2011 2012

 als Aufwand erfasst 6'612.00 6'612.00 11'032.00 13'832.50 6'947.50
 Aufrechnung StRK 6'612.00 6'612.00 11'032.00 13'832.50 6'947.50
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

Beleg-Nr. 14 Autoversicherung 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 1'080.00 1'080.00 1'130.00 1'200.00 1'200.00
 Aufrechnung StRK 1'080.00 1'080.00 1'130.00 1'200.00 1'200.00
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

Beleg-Nr. 15 Autosteuer 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 820.00 480.00 960.00 1'000.00 960.00
 Aufrechnung StRK 820.00 480.00 960.00 1'000.00 960.00
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

Beleg-Nr. 16 Autoreparaturen 2008 2009 2010 2011 2012

- 25 -

 als Aufwand erfasst 1'527.30 0.00 5'305.10 377.30 887.75
 Aufrechnung StRK 1'527.30 0.00 5'305.10 377.30 887.75
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

Beleg-Nrn. 19-22 Benzin 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 4'542.40 3'367.90 3'239.35 4'134.80 4'523.25
 Aufrechnung StRK 4'542.40 3'367.90 3'239.35 4'134.80 4'523.25
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

Weitere Korrekturen 2008 2009 2010 2011 2012
von StRK akzeptierte Fahrkosten (à CHF 0.45 
pro Kilometer [2008] bzw. CHF 0.50 [2009-
2012] pro Kilometer)

27'249.30 30'277.00 22'780.50 27'325.75 34'429.50

Streichung Privatanteil 0.00 0.00 2'000.00 2'000.00 0.00

Festzuhalten ist, dass auch die mit Schreiben vom 21. Januar 2021 (siehe Bst. W) unaufgefor-

dert eingereichten, nicht weiter kommentierten bzw. nachvollziehbar dokumentierten Zusam-

menstellungen und Rechnungsbelege nichts an der Beurteilung der Steuerrekurskommission zu 

ändern vermögen. 

8.5.3 TCS, VISA, Mastercard (Beleg-Nr. 17)

Weiter hat der Rekurrent in den Jahren 2008 bis 2012 in seinen Aufzeichnungen unter der Posi-

tionsnummer 17 "TCS, VISA, Mastercard " monatlich pauschal einen Betrag von CHF 13.-- er-

fasst. Es liegen hierzu keine Belege vor. Damit ist bezüglich des Aufwands von jährlich 

CHF 156.-- der kausale Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit des Rekurrenten nicht nach-

gewiesen, weshalb sich eine Aufrechnung ergibt (Beträge in CHF):

Beleg-Nr. 17 TCS / VISA / Mastercard 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 156.00 156.00 156.00 156.00 156.00
 Aufrechnung StRK 156.00 156.00 156.00 156.00 156.00
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

8.5.4 Büromiete (Beleg-Nr. 18)

Der Rekurrent hat in der von ihm und seiner Ehefrau bewohnten Privatliegenschaft ein Arbeits-

zimmer ausgeschieden und hierfür eine Büromiete dem Geschäftsaufwand belastet. Die Steu-

erverwaltung hat in den Veranlagungsverfahren ab 2010 die Höhe der Büromiete auf 

- 26 -

CHF 4'200.-- bestimmt sowie Nebenkosten in Höhe von CHF 500.-- anerkannt. Die darüberhin-

ausgehenden Kosten hat sie dem Einkommen des Rekurrenten aus selbstständiger Erwerbs-

tätigkeit aufgerechnet (pag. 103). Die anerkannte Büromiete von CHF 4'200.-- hat sie sodann 

als Mietertrag bei der Liegenschaft des Rekurrenten erfasst, dafür jedoch den Eigenmietwert 

um CHF 1'600.-- bei den kantonalen Steuern und CHF 1'880.-- bei der direkten Bundessteuer 

reduziert (ausgehend von 1.5 Raumeinheiten; pag. 98, 103 und 109). Auch in den Steuerjahren 

2011 und 2012 erfolgten seitens der Steuerverwaltung entsprechende Anpassungen (pag. 124, 

128, 152 und 156). Die Berechnung (pag. 109) erscheint für die Steuerrekurskommission plau-

sibel, weshalb für die Steuerjahre 2008 und 2009 (analog 2010 bis 2012) eine Büromiete von 

CHF 4'200.-- und Nebenkosten von CHF 500.-- anzuerkennen sind. Dies unter Berücksichti-

gung der Büromiete als Liegenschaftsertrag und entsprechender Reduktion des Eigenmiet-

werts. 

Beleg-Nr. 18 Büromiete 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 4'800.00 5'400.00 9'600.00 10'800.00 10'800.00

Aufrechnung StRK 100.00 700.00 0.00 0.00 0.00
 von StRK akzeptiert 4'700.00 4'700.00 4'700.00 4'700.00 4'700.00

Weitere Korrekturen 2008 2009 2010 2011 2012
Liegenschaftsertrag aus Büromiete 4'200.00 4'200.00 0.00 0.00 0.00
Reduktion Eigenmietwert (Kanton) 1'600.00 1'600.00 0.00 0.00 0.00
Reduktion Eigenmietwert (Bund) 1'880.00 1'880.00 0.00 0.00 0.00

8.5.5 Taxi, Parkplatz (Beleg-Nr. 23)

Der Rekurrent hat unter der Positionsnummer 23 Auslagen erfasst, welche hauptsächlich im 

Zusammenhang mit Taxifahrten oder Parkgebühren angefallen sind. Soweit die Parkgebühren 

betreffend, sind diese von der gewährten Kilometerpauschale gemäss E. 8.5.2 hiervor erfasst 

und daher aufzurechnen. Gleich verhält es sich mit den teilweise unter der Positionsnummer 23 

erfassten Auslagen für Autobahngebühren (bspw. August 2012, Beleg-Nr. 23).

Schliesslich verbleiben Kosten für Taxifahrten. Hierzu ist festzuhalten, dass diese grösstenteils 

belegt und hauptsächlich unter der Woche angefallen sind. Da Auslagen für Taxifahrten sowohl 

im geschäftlichen wie im privaten Rahmen anfallen können, mangels Hinweisen auf den 

Quittungen ein hinreichender Geschäftsbezug nicht durchwegs ersichtlich ist, werden die ent-

sprechenden Kosten einzig in Umfang von ermessensweise 50 % als geschäftsmässig begrün-

det anerkannt (Beträge in CHF):

Beleg-Nr. 23 Taxi, Parkplatz 2008 2009 2010 2011 2012

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 als Aufwand erfasst 1'038.55 979.75 390.90 531.85 567.10
 Aufrechnung StRK 708.35 664.65 302.80 423.30 488.25
 von StRK akzeptiert 330.20 315.10 88.10 108.55 78.85

8.5.6 SBB, DB, SNFC (Beleg-Nr. 24)

Aus den Akten ergibt sich weiter, dass der Rekurrent auch Kosten für Öffentliche Verkehrsmittel 

als Aufwand in den Aufzeichnungen erfasst hat. Es ist darauf hinzuweisen, dass der Rekurrent 

– wie in E. 8.5.1 hiervor ausgeführt – seinen Kunden sämtliche ihm entstandenen Fahrspesen 

in Rechnung gestellt hat. Insofern ist nicht nachvollziehbar, dass ihm im Rahmen seiner ge-

schäftlichen Tätigkeit weitere Kosten entstanden sein sollen. Überdies ist der notwendige Ge-

schäftsbezug der unter der Beleg-Nr. 24 erfassten Quittungen/Fahrscheinen nicht ersichtlich, 

fehlen doch entsprechende Angaben betreffend den Geschäftszweck. Auch ist davon auszuge-

hen, dass es sich bei den erfassten Auslagen teilweise um private Lebenshaltungskosten han-

delt. Jedenfalls ist der kausale Zusammenhang mit der geschäftlichen Tätigkeit bei Kosten für 

Bergbahnen oder den Autoverlad in Kandersteg zu verneinen. Die Steuerrekurskommission 

gelangt vielmehr zur Überzeugung, dass sämtlichen unter der Positionsnummer 24 in den Ex-

celtabellen erfassten Kosten die geschäftsmässige Begründetheit abzusprechen ist (Beträge in 

CHF):

Beleg-Nr. 24 SBB, DB, SNFC 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 3'901.90 4'232.40 3'941.70 3'903.85 3'991.85
 Aufrechnung StRK 3'901.90 4'232.40 3'941.70 3'903.85 3'991.85
 von StRK akzeptiert 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00

8.5.7 Effektive Spesen (Beleg-Nrn. 25-28 "Spesen, Detail")

Unter den Positionsnummern 25 bis 28 hat der Rekurrent in seinen Aufzeichnungen sodann 

noch effektive Spesen für Konsumationen bzw. Restaurantbesuche, Hotelaufenthalte etc. er-

fasst. Zu den einzelnen Spesen(-kategorien) wird nachfolgend gesondert Stellung genommen:

Restauration bzw. Konsumationen:

Bei Auslagen, die im Zusammenhang von Kundenwerbung, -betreuung sowie im Rahmen der 

Kontaktpflege anfallen, ist der Nachweis, dass diese Auslagen in direktem Zusammenhang mit 

der dienstlichen Tätigkeit stehen bzw. geschäftsmässig begründet sind, von besonderer Bedeu-

tung. So fallen solche Auslagen regelmässig auch im Bereich der privaten Lebenshaltung an. 

Die Schweizerische Steuerkonferenz hat dazu im Zusammenhang mit Spesenreglementen 

festgehalten, dass bei Einladungen von Drittpersonen neben dem Datum der Einladung und 

- 28 -

dem Namen sowie Ort des Lokals zusätzlich die Namen der anwesenden Personen und der 

Geschäftszweck der Einladung zu vermerken sind (vgl. Kreisschreiben Nr. 25 der Schweizeri-

schen Steuerkonferenz vom 18.1.2008 [Kreisschreiben Nr. 25], Ziff. 5.1.; abrufbar unter: <htt-

ps://www.steuerkonferenz.ch>, Rubrik: "Dokumente / Kreisschreiben", abgerufen am 

30.6.2020). Bereits in einem im Jahr 2002 ergangenen Entscheid hat das Bundesgericht be-

stimmt, dass eine allgemeine Auflistung von Auslagen nicht ausreicht, sondern gerade bei Kun-

deneinladungen in Restaurants auf den Quittungen der Name des Kunden sowie die Ge-

schäftsbeziehung zu vermerken sind (BGer 2A.461/2001 vom 21.2.2002, E. 3.1). Diese Anfor-

derungen hat die Rechtsprechung konstant bestätigt (BGer 2C_273/2013 und 2C_274/2013 

vom 16.7.2013, in StE 2013 B 93.5 Nr. 27 E. 4.1; VGE 100 2014 116/117 vom 10.6.2016, 

E. 4.2; VGE 100 2013 366/367 vom 1.9.2015, E. 3.4; vgl. auch RKE 100 2013 283 vom 

17.3.2015, E. 7.3, nicht publiziert und RKE 100 2017 106 vom 13.3.2018, E. 10.6) und haben 

auch für selbstständig Erwerbende Geltung, dürfen doch gemäss bundesgerichtlicher Recht-

sprechung zur Beurteilung von berufs- oder geschäftsmässig begründeten Aufwänden bei Un-

selbstständig- und Selbstständigerwerbenden grundsätzlich nicht unterschiedliche Kriterien 

herangezogen werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 3 zu Art. 26 DBG und die dort 

aufgeführten Entscheide). Hinsichtlich der vom Rekurrenten in seinen Aufzeichnungen erfass-

ten Restaurantkosten ist festzuhalten, dass sich aus den teilweise nur schwer (bis nicht) entzif-

ferbaren Belegen/Quittungen ergibt, dass diese sowohl Kosten für Einzelkonsumationen (nur für 

eine Person bzw. den Rekurrenten) als auch für mehrere Personen umfassen. Ob es sich bei 

den Konsumationen für mehrere Personen um Kundeneinladungen oder ähnliches handelt, ist 

nicht erkennbar. Denn kein Beleg – sofern überhaupt vorhanden – enthält die erforderlichen 

Angaben (Namen der anwesenden bzw. eingeladenen Personen und der damit zusammenhän-

gende Geschäftszweck). Auf gewissen Quittungen ist überdies nicht erkennbar, wann und wo 

diese ausgestellt wurden. Die Angaben des Rekurrenten in der von ihm erstellten Übersicht 

"Kommentar Spesen" (pag. 467 ff.), wonach diverse der seitens des ZVB/N nicht akzeptierten 

Konsumationen mit (potenziellen) Kunden erfolgten, vermag nicht zu überzeugen. Folglich ist 

bezüglich der entsprechenden Auslagen die geschäftsmässige Begründetheit nicht nachgewie-

sen. Weiter ist ersichtlich, dass diverse Essen an Wochenenden oder Feiertagen stattgefunden 

haben. Selbst bei Selbstständigerwerbenden erscheint es wenig glaubhaft, dass Geschäfts-

essen auf das Wochenende und/oder auf Feiertage gelegt werden. Dies zumal seitens des Re-

kurrenten auch keine weiteren Angaben hinsichtlich der erfassten Geschäftsessen gemacht 

wurden. Auch ist der Geschäftsbezug bei der Vielzahl der in den Aufzeichnungen erfassten 

Einzelkonsumationen (für eine Person; bspw. für Erdnüsse, alkoholische Getränke, Kaffee etc.; 

vgl. pag. 218, 274 f., 428 f.) nicht ersichtlich, fallen entsprechende Auslagen doch auch im pri-

vaten Bereich an. Insgesamt gelangt die Steuerrekurskommission zum Schluss, dass die ge-

schäftsmässige Begründetheit bei keinem einzigen Beleg betreffend Konsumationen (alleine 

- 29 -

oder mit allfälligen Kunden) nachgewiesen ist, weshalb die Kosten vollumfänglich aufzurechnen 

sind. Die Steuerrekurskommission anerkennt allerdings, dass dem Rekurrenten im Zusammen-

hang mit seiner Tätigkeit Kosten für die auswärtige Verpflegung entstehen. Folglich erscheint es 

angebracht, analog den Berufskosten bei unselbstständig Erwerbenden, die Verpflegungs-

kostenpauschale zuzugestehen von jährlich CHF 3'200.-- bzw. CHF 266.70 pro Monat, welche 

zur Deckung der Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung vorgesehen ist (Reich/Hunziker in: 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer 

[DBG], 3. Aufl., 2017, N. 7 zu Art. 34 DBG sowie N. 12 zu Art. 27 DBG).

Hotelübernachtungen:

Weiter hat der Rekurrent Kosten für Hotelübernachtungen sowie damit zusammenhängende 

Konsumationen in seinen monatlichen Aufstellungen erfasst; betreffend den Konsumationen ist 

grundsätzlich auf Vorstehendes zu verweisen. Hinsichtlich der Hotelübernachtungen ist festzu-

halten, dass sich aus den einzelnen Quittungen die geschäftsmässige Begründetheit nicht er-

gibt. Zwar können einzelnen Quittungen handschriftliche Vermerke entnommen werden, wobei 

sich diese auf die Buchstaben "M" oder "P" beschränken. Gemäss Angaben des Rekurrenten, 

bezieht sich der Buchstabe "M" auf Auslagen im Zusammenhang mit Marketing und der Buch-

stabe "P" auf solche der Projektabwicklung (pag. 471). Diese Vermerke für sich alleine lassen 

die entsprechenden Kosten allerdings nicht als geschäftsmässig begründet erscheinen, dies 

zumal auch keine Auszüge aus den Agenden des Rekurrenten oder entsprechende Angaben 

zu Kunden bzw. dem Geschäftsbezug vorliegen. Unter Berücksichtigung der vom Rekurrenten 

erstellten Kundenrechnungen lassen sich die Hotelübernachtungen allerdings teilweise Einsät-

zen zuordnen, sodass bezüglich dieser ein genügender Geschäftsbezug besteht. Soweit Kos-

ten für Hotelübernachtungen für zwei Personen in den Aufzeichnungen erfasst wurden, geht 

aus den Angaben des Rekurrenten hervor, dass ihn seine Ehefrau begleitet hat. Insofern bringt 

der Rekurrent vor, dass ihn seine Ehefrau anlässlich des Aufenthalts vom 25. bis 27. Januar 

2008 in Hinterzarten (Deutschland) geschäftlich unterstützt habe (pag. 471). Bezüglich weiterer 

Hotelübernachtungen mit der Ehefrau hält er fest, dass ihn zwar die Ehefrau ebenfalls 

unterstützt habe, er jedoch anerkenne, dass die auf sie entfallenden und in den Aufzeichnungen 

erfassten Kosten aufgerechnet werden können (pag. 470 f.). Nachfolgend zu prüfen ist, ob und 

inwiefern sich bezüglich der erfassten Kosten für die Hotelübernachtungen der notwendige Ge-

schäftsbezug aus den Akten ergibt:

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

- 30 -

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

Januar 2008 28 Kesslermühle, 
Hinterzarten 

(Deutschland [D])

25.-27.1.2008 744.25 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation an Wochenende; kein Ge-

schäftsbezug erkennbar (Arbeitseinsatz 

am Freitag, 25.1.2008 in Frankreich [F; 

Beleg-Nr. 4]); Kosten werden nicht 

akzeptiert

August 2008 25
(pag. 

313)

Fafleralp, Löt-

schental

29.-30.8.2008 295.70 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation an Wochenende; Begründung 

des Rekurrenten, dass er nach einem 

10h Arbeitstag am Freitag nicht mehr 

nach Hause fahre; Aufenthalt über 

Wochenende ist als privat zu qualifizie-

ren; Geschäftsbezug ist nicht ersicht-

lich; insbesondere vermag Umstand, 

dass Rekurrent nach Einsatz nicht nach 

Hause fahren will, den Aufwand nicht 

als geschäftsmässig begründet zu quali-

fizieren; Kosten werden nicht akzeptiert

August 2008 26
(pag. 

312)

Beau-Rivage, 

Weggis

22.-23.8.2008 521.60 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation an Wochenende; Begründung 

des Rekurrenten, dass er nach einem 

10h Arbeitstag am Freitag nicht mehr 

nach Hause fahre; Aufenthalt über 

Wochenende ist als privat zu qualifizie-

ren; Geschäftsbezug ist nicht ersicht-

lich; insbesondere vermag Umstand, 

dass Rekurrent nach Einsatz nicht nach 

Hause fahren will, den Aufwand nicht 

als geschäftsmässig begründet zu quali-

fizieren; Kosten werden nicht akzeptiert

August 2008 28
(pag. 

304)

Bistrol, Leukerbad 30.-31.8.2008 293.00 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation an Wochenende; Begründung 

des Rekurrenten, dass er nach einem 

10h Arbeitstag am Freitag nicht mehr 

nach Hause fahre; Aufenthalt (Samstag 

bis Sonntag) ist als privat zu qualifizie-

ren; Geschäftsbezug ist nicht ersicht-

lich; insbesondere vermag Umstand, 

dass Rekurrent nach Einsatz nicht nach 

Hause fahren will, den Aufwand nicht 

als geschäftsmässig begründet zu quali-

fizieren; Kosten werden nicht akzeptiert

- 31 -

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

Februar 
2009

27 Buchhorn, Fried-

richshafen (D)

15.-16.2.2009 91.75 Übernachtung einer Person inkl. Kon-

sumation; kein Geschäftsbezug erkenn-

bar; Kosten werden nicht akzeptiert

Juli 2009 25
(pag. 

296)

Bayerischer Hof, 

Lindau (D)

23.-24.7.2009 213.30 Übernachtung einer Person inkl. Kon-

sumation; Geschäftsbezug vorhanden, 

da Einsatz vom 21.-24.7.2009 an unter-

schiedlichen Standorten in D (Beleg-Nr. 

1); Kosten für Übernachtung von 

CHF 175.-- werden akzeptiert

Juli 2009 26
(pag. 

290)

Sonnental, Dü-

bendorf

4.-5.7.2009 190.00 Übernachtung einer Person (Samstag 

auf Sonntag); Geschäftsbezug nicht 

nachgewiesen bzw. Begründung des 

Rekurrenten nicht nachvollziehbar ("Ab-

flug eines besonderen Kunden mor-

gens, am 5.7.2009"; pag. 469); Kosten 

werden nicht akzeptiert

Dezember 
2009

28

(pag. 

270)

Swissôtel, 

Amsterdam 

(Niederlanden)

21.-22.12.2009 216.00 Übernachtung einer Person inkl. Kon-

sumation; Geschäftsbezug nicht ersicht-

lich; Kosten werden nicht akzeptiert

Februar 
2010

27 Schönegg, Zermatt 1.-2.2.2010 309.00 Übernachtung wohl für eine Person inkl. 

Konsumation; gemäss Angaben auf der 

Quittung stand Übernachtung im Zu-

sammenhang mit Akquisition eines 

Kunden; ohne Nennung eines Namen 

des Kunden ist (überwiegender) Ge-

schäftsbezug nicht nachgewiesen; 

Kosten werden nicht akzeptiert

Februar 
2010

28 Schweizerhof, 

Zermatt

22.-23.2.2010 376.20 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation unter der Woche; gemäss 

Angaben des Rekurrenten stand Über-

nachtung im Zusammenhang mit Akqui-

sition eines Kunden (pag. 468); ohne 

Nennung eines Namen des Kunden ist 

(überwiegender) Geschäftsbezug nicht 

nachgewiesen; Kosten werden nicht 

akzeptiert

- 32 -

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

September 
2010

25 Krone, 

Ludwigshafen (D)

29.-30.9.2010 52.80 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück; Geschäftsbezug vorhanden, 

da Einsatz in der Woche 39 an unter-

schiedlichen Standorten in D bei unter-

schiedlichen Kunden (Beleg-Nrn. 2 und 

3); Kosten für Übernachtung inkl. 

Frühstück von CHF 52.80 werden ak-

zeptiert 

Oktober 
2010

26 Silberkönig, 

Gutach-Bleichach 

(D)

13.-14.10.2010 123.30 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück und Konsumation; Arbeits-

einsatz an unterschiedlichen Standorten 

in D am 13. und 14.10.2010 (Beleg-

Nr. 1); Kosten für Übernachtung inkl. 

Frühstück sowie W-Lan-Anschluss von 

CHF 87.80 werden akzeptiert 

Oktober 
2010

27 Weisses Ross, 

Memmingen/Allgäu 

(D)

17.-18.10.2010 135.40 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück und Konsumation; Arbeits-

einsatz am Montagmorgen in Wessling 

(D; Beleg-Nr. 1); infolge Distanz zu 

Wohnort werden Kosten der Übernach-

tung inkl. Frühstück von CHF 105.05 

akzeptiert

Oktober 
2010

28 Krone am Obertor, 

Radolfzell (D)

7.10.2010 73.25 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück; Arbeitseinsatz an unter-

schiedlichen Standorten in D am 7. und 

8.10.2010 (Beleg-Nrn. 2 und 4); Kosten 

für Übernachtung inkl. Frühstück von 

CHF 73.25 werden akzeptiert 

November 
2010

26 Dorint, Augsburg 

(D)

10.-11.11.2010 72.45 Übernachtung einer Person inkl. Kon-

sumation; Arbeitseinsatz am 10. und 

11.11.2010 in Augsburg (D; Beleg-Nr. 

2); wohl an Kunden weiterverrechnet 

bzw. in erhaltenen Spesen von EUR 

202.75 enthalten; Geschäftsbezug wird 

als genügend erachtet und Kosten der 

Übernachtung von CHF 50.40 akzep-

tiert, dies weil unter vgl. E. 8.5.1 hiervor 

entsprechende Kosten nicht akzeptiert 

worden sind bzw. neben den Fahrkos-

ten im Jahr 2010 keine weiteren Kosten 

berücksichtigt worden sind

- 33 -

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

Mai 2011 27-28 Campione, Lugano 24.-26.5.2011 278.50 Übernachtung einer Person inkl. Kon-
sumation; Einsatz am 24.5.2011 in 

Zürich, 25.5.2011 in Solaro (Italien) und 

26.5.2011 in Luzern (Beleg.-Nrn. 2 und 

7); Geschäftsbezug ersichtlich; Kosten 

der Übernachtung inkl. Kurtaxe und 

Gebühr für Garage von total 

CHF 253.35 werden akzeptiert

August 2011 27 Fafleralp, Löt-
schental

19.-20.8.2011 96.00 Übernachtung "Fafleralp Superior Wo-

chenende", Geschäftsbezug nicht er-

sichtlich; Kosten werden nicht akzeptiert

Oktober 
2011

25 Drei König, Crails-

heim (D)

3.-4.10.2011 59.80 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück; Kosten wurden doppelt ver-

bucht (Oktober 2011, Beleg-Nr. 1) und 

bereits unter E. 8.5.1 hiervor anerkannt; 

damit sind Kosten unter Positionsnum-

mer 25 nicht mehr anzuerkennen

Oktober 
2011

27 Hofmann zur 

Mühle, Bad Kro-

zingen (D)

12.-13.10.2011 64.65 Übernachtung einer Person inkl. 

Frühstück; Einsatz am 12. und 

13.10.2011 an unterschiedlichen 

Standorten in D und F (Beleg-Nrn. 1 

und 5); Kosten von CHF 64.65 werden 

akzeptiert 

Oktober 
2011

28 Ritter, Durbach (D) 16.-18.10.2011 63.95 Übernachtung einer Person; Einsatz am 

17. und 18.10.2011 an unterschiedli-

chen Standorten in D (Beleg-Nrn. 1 und 

6); Kosten wohl an Kunden verrechnet 

bzw. in Spesen von EUR 100.40 enthal-

ten (Beleg-Nr. 1); Geschäftsbezug wird 

als genügend erachtet und Kosten der 

Übernachtung von CHF 30.75 akzep-

tiert, dies weil unter vgl. E. 8.5.1 hiervor 

entsprechende Kosten nicht akzeptiert 

worden sind 

März 2012 26 Beau-Site, 
Adelboden

25.-26.3.2012 189.30 Übernachtung einer Person inkl. Kon-

sumation; Geschäftsbezug nicht ersicht-

lich; Kosten werden nicht akzeptiert

Mai 2012 27 Silberhorn, 
Wengen

27.-28.5.2012 244.60 Übernachtung zwei Personen inkl. Kon-

sumation an Wochenende; Geschäfts-

bezug nicht ersichtlich; Kosten werden 

nicht akzeptiert

- 34 -

Erfasst
(Monat/Jahr)

Beleg.-
Nr. 

Hotel, Ort Aufenthalt Betrag 
in CHF

Bemerkungen

Juli 2012 27 Best Western, 
Breisach am Rhein 

(D)

20.-21.7.2012 85.20 Übernachtung einer Person; Einsatz am 

25.7.2012 in Champigneulle (F), Über-

nachtung auf Heimreise; Geschäftsbe-

zug nicht ersichtlich; Kosten werden 

nicht akzeptiert

Soweit sich in den vom Rekurrenten eingereichten Aufzeichnungen im März 2009 unter der 

Beleg-Nr. 25 eine Quittung des Hotels City Krone, Friedrichshafen (Deutschland) über den Be-

trag von CHF 126.60 befindet, ist festzuhalten, dass dieser Betrag nicht dem Geschäft 

belastet worden ist. Der im März 2009 in der Excelliste unter der Positionsnummer 25 erfasste 

Betrag von CHF 168.95 beinhaltet ausschliesslich die weiteren unter der Beleg-Nr. 25 im März 

2009 erfassten sechs Quittungen (Bären Bätterkinden GmbH über CHF 63.20, Landgasthof 

Adler über CHF 22.10, Hong Kong China Restaurant über CHF 49.45 und drei Quittungen des 

Restaurants Buljes über total CHF 34.20, Summe der Beträge auf diesen x Quittungen ergibt 

den in der Excelliste ausgewiesenen Betrag). Da der Rekurrent die Quittung des Hotels City 

Krone, Friedrichshafen (Deutschland) nicht als Geschäftsaufwand erfasst hat, ist dieser auch 

nicht weiter zu berücksichtigen.

Daraus folgt, dass für Hotelübernachtungen Kosten in Höhe von CHF 175.-- pro 2009, 

CHF 369.30 pro 2010 und CHF 348.75 pro 2011 als geschäftsmässig begründeter Aufwand 

anerkannt werden.

Pauschalspesen:

Schliesslich geht aus den Akten hervor, dass der Rekurrent neben den effektiven Spesen teil-

weise auch einen pauschalen Spesenbetrag in seinen monatlichen Aufstellungen erfasst hat 

(bspw. CHF 300.--, Dezember 2012, Beleg-Nr. 28). Dazu bringt er vor, dies auf Instruktion eines 

Mitarbeitenden der Steuerverwaltung gemacht zu haben. Wohl anerkennt die Steuerverwaltung 

in langjähriger Praxis die Verbuchung von Pauschalspesen bei Selbstständigerwerbende, 

sofern das Sammeln von Belegen für Kleinauslagen bis CHF 50.-- bzw. bei grösseren Spesen 

bis CHF 100.-- nicht möglich bzw. nicht zumutbar ist oder wenn den Belegen bezüglich der ge-

schäftsmässigen Begründetheit einer Auslage nur geringe Beweiskraft zukommt. Dabei hat der 

pauschale Spesenbetrag in etwa den effektiven Auslagen zu entsprechen. Vorliegend ist 

allerdings erstellt, dass der Rekurrent in seinen Aufstellungen regelmässig auch Kleinstausla-

gen, also Beträge unter CHF 50.--, erfasst hat. Damit ist die Verbuchung entsprechender Pau-

schalspesen selbst unter Berücksichtigung der Praxis der Steuerverwaltung nicht zulässig.  

- 35 -

Aus Vorerwähntem ergeben sich betreffend die in den Beleg-Nrn. 25 bis 28 erfassten Kosten 

für Konsumationen und Hotelaufenthalten sowie Pauschalspesen folgende Aufrechnungen (Be-

träge in CHF): 

Beleg-Nrn. 25-28 Spesen, Detail 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 10'117.25 7'385.00 5'727.75 4'007.90 5'005.05
 Aufrechnung StRK 10'117.25 7'210.00 5'358.45 3'659.15 5'005.05

 von StRK akzeptierte Hotelübernachtungen 0.00 175.00 369.30 348.75 0.00

- 36 -

Weitere Korrekturen 2008 2009 2010 2011 2012
Berücksichtigung 
Verpflegungskostenpauschale 3'200.00 3'200.00 3'200.00 3'200.00 3'200.00

8.5.8 Kundengeschenke (Beleg-Nr. 29)

Der Rekurrent hat in den Jahren 2008 bis 2012 unter der Positionsnummer 29 diverse Auslagen 

als Kundengeschenke erfasst. Bei Kosten, die typischerweise sowohl im geschäftlichen als 

auch im privaten Bereich erwachsen, werden an den Nachweis der geschäftsmässigen Be-

gründetheit mittels Buchungsbelegen deshalb strenge Anforderungen gestellt. Zum privaten 

Lebensaufwand gehören insbesondere Kosten für Verpflegung, Bekleidung, Kultur, Freizeit, 

Vergnügen und Reisen, ausserdem Repräsentations- und Standeskosten (Geschenke, Blumen, 

Trinkgelder usw.), welche im Wesentlichen auf der sozialen Stellung der steuerpflichtigen Per-

son beruhen und daher überwiegend privat bedingt sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N. 6 ff. zu Art. 34 DBG; Reich/Züger, a.a.O., N. 11 zu Art. 27 DBG). Vorliegend ergibt 

sich aus den Akten, dass die vom Rekurrenten erfassten Auslagen grösstenteils belegt sind. 

Allerdings lassen sich weder den Quittungen noch den sonstigen Akten Hinweise zu den be-

schenkten Personen und/oder dem Geschäftszweck entnehmen, zumal die entsprechenden 

Auslagen ebenso gut der Befriedigung privater Bedürfnisse dienen können (Konfekt, Blumen 

etc.). Damit ist der Nachweis des geschäftlichen Zusammenhangs nicht genügend erbracht und 

die entsprechenden Kosten sind nicht als geschäftsmässig begründet zu akzeptieren. Davon 

ausgenommen sind einzig die im Mai 2008 verbuchten Auslagen für bedruckte Kugelschreiber. 

Diese Kosten in Höhe von CHF 233.95 (Beleg-Nr. 29) werden akzeptiert, da davon auszugehen 

ist, dass diese dem Rekurrenten als Kundengeschenke bzw. Werbung gedient haben. 

Entsprechend ergeben sich folgende Aufrechnungen (Beträge in CHF):

Beleg-Nr. 29 Kundengeschenke 2008 2009 2010 2011 2012
 als Aufwand erfasst 1'207.20 669.60 69.15 273.05 201.90
 Aufrechnung StRK 973.25 669.60 69.15 273.05 201.90
 von StRK akzeptiert 233.95 0.00 0.00 0.00 0.00

8.5.9 Versicherungen (Beleg-Nr. 30)

Unter der Position "Versicherungen" hat der Rekurrent einerseits die Prämien für die Betriebs-

versicherung erfasst. Andererseits hat er die Prämien der privaten Rechtsschutzversicherung 

bei C.________ Rechtsschutz, lautend auf den Namen der Ehefrau, dem Geschäftsaufwand 

belastet (CHF 306.-- im Januar 2008, Januar 2009, Januar 2010, Januar 2012, jeweils Beleg-

- 37 -

Nr. 30; für Februar 2011, pag. 420; sowie CHF 300.-- im Dezember 2012, pag. 12, für die Prä-

mie pro 2013). Ferner hat er auch die Prämie der Privathaftpflichtversicherung inkl. Stempel-

abgaben von CHF 129.-- (Juli 2008, Beleg-Nr. 30) erfasst. Bei den Prämien für die private 

Rechtsschutz- sowie Haftpflichtversicherung handelt es sich um private Lebenshaltungskosten, 

welche nicht geschäftsmässig begründet sind. Dass, wie vom Rekurrenten vorgebracht, auch 

seine betriebliche Tätigkeit durch die entsprechenden Versicherungen abgedeckt worden ist 

(Rekurs und Beschwerde vom 10.5.2019), ist sodann nicht ersichtlich bzw. nachgewiesen. So 

liegen der Steuerrekurskommission weder die Verträge der Versicherungen oder die AGB dazu 

vor, noch ergibt sich eine entsprechende Versicherungsdeckung für die hier in Frage stehenden 

Jahre aus den Akten. Ebenfalls fehlt der kausale Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit bei 

dem in den Jahren 2008 bis 2012 erfassten Beitrag an die Schweizer Paraplegiker-Stiftung in 

Höhe von CHF 90.-- (Januar 2008, Januar 2009, jeweils Beleg-Nr. 30; für Februar 2011, 

pag. 419; für Dezember 2012, pag. 411) oder die Rega von CHF 30.-- (April 2010, Beleg-Nr. 30; 

pag. 88). Diese Beiträge hat der Rekurrent sodann jeweils auch noch in seinen privaten Steu-

ererklärungen unter Vergabungen deklariert (pag. 11, 34, 88, 117 und 146). Insgesamt vermö-

gen folglich einzig die Prämien der Betriebshaftpflichtversicherung als geschäftsmässig begrün-

dete Auslagen zu überzeugen (Beträge in CH