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**Case Identifier:** 633643d6-70fd-529e-ab8a-e27b1af66e63
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.03.2025 IV 2024/113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-113_2025-03-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/113

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.04.2025

Entscheiddatum: 18.03.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2025
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 18. März 2025, IV 2024/113).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/8 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung II 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 18. März 2025 

Besetzung  Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus 
und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/113 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gandi Calan, Anwaltskanzlei & 

Notariat Calan, Obere Bahnhofstrasse 26a, 9500 Wil SG,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 

9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/113 
 

 

2/8 

Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich im Januar 2018, nachdem zwei frühere Leistungsbegehren abgewiesen 

worden waren, zum dritten Mal zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 144). 

Die IV-Stelle forderte sie am 30. Januar 2018 auf, eine relevante Sachverhaltsveränderung seit dem 1. 

Juni 2012 glaubhaft zu machen (IV-act. 149). In der Folge reichte die Versicherte einen Bericht des 

Internisten med. pract. B.___ vom 19. März 2018 ein, in dem eine progrediente Spondylarthrose L5/S1 

erwähnt worden war (IV-act. 155–1). Der RAD-Arzt Dr. med. C.___ notierte im Mai 2018, eine relevante 

Sachverhaltsveränderung sei glaubhaft gemacht (IV-act. 157). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete das 

Zentrum für medizinische Begutachtung (ZMB) am 14. Januar 2019 ein polydisziplinäres Gutachten 

(IV-act. 193). Die Sachverständigen hielten fest, die Versicherte leide an einem chronischen 

lumbovertebralen Syndrom, an einem chronischen cervicovertebralen Syndrom sowie an einer 

depressiven Störung mit einer leichten Episode, einem somatischen Syndrom und 

Somatisierungstendenzen. Sie habe akzentuierte neurotische Persönlichkeitszüge sowie gewisse 

Verdeutlichungstendenzen gezeigt, bei denen es sich um bewusstseinsnahe Phänomene gehandelt 

haben dürfte. Für leichte bis intermittierend mittelschwere Belastungen in Wechselhaltung sei ein 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent zu attestieren. Mit einer Verfügung vom 10. Januar 2020 wies die 

IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 20 Prozent ab 

(IV-act. 211). Mit einem Entscheid vom 31. August 2021 hob das Versicherungsgericht die Verfügung 

vom 10. Januar 2020 auf (IV 2020/38; vgl. IV-act. 228). Es wies die Sache zur Fortsetzung des 

Verwaltungsverfahrens an die IV-Stelle zurück. Zur Begründung führte es an, die Sachverständigen 

des ZMB hätten zwar Aggravationstendenzen festgestellt und beschrieben, sich aber nicht damit 

auseinandergesetzt, weshalb sich das Gutachten bezüglich der Frage nach einer möglichen 

Aggravation als widersprüchlich erweise. Zudem fehle eine Auseinandersetzung mit den Ergebnissen 

des Mini-ICF.  

A.b Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die GA eins AG am 20. September 2023 ein polydisziplinäres 

Gutachten (IV-act. 279). Der fallführende internistische Sachverständige hielt fest, bei der 

Untersuchung hätten sich Zeichen einer Symptomverdeutlichung gezeigt: Die Versicherte habe 

gestöhnt und sich etwas unruhig bewegt. Die von ihr geschilderten Beschwerden seien nicht durch 

allgemein-internistische Leiden verursacht. Angesichts der Schilderung der Alltagsaktivitäten und des 

Verhaltens während der Untersuchung sei die geltend gemachte vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht 

plausibel erklärbar. Bei den früheren Begutachtungen seien aus allgemein-internistischer Sicht keine 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt worden. Die in den Vorgutachten beschriebenen 

objektiven klinischen Befunde entsprächen in etwa jenen, die bei der aktuellen Untersuchung erhoben 

worden seien. Der Hausarzt habe keine genauen Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht. Er habe 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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3/8 

Einschränkungen aufgrund eines lumbovertebralen Schmerzsyndroms festgestellt. Aus allgemein-

internistischer Sicht sei die Versicherte uneingeschränkt arbeitsfähig. Der psychiatrische 

Sachverständige führte aus, die Versicherte habe keine groben psychomotorischen Auffälligkeiten 

gezeigt. Sie sei freundlich und kooperativ gewesen. Sie habe die gestellten Fragen ausführlich 

beantwortet. Bis zum Schluss sei sie aufmerksam und konzentriert gewesen. Zeichen einer 

Schmerzwahrnehmung habe sie nicht gezeigt. Erst als sie aufgestanden sei, habe sie gestöhnt und ein 

schmerzverzerrtes Gesicht gezeigt. Konfrontiert mit der Tatsache, dass sie während des gesamten 

Gesprächs ruhig habe im Stuhl sitzen können, habe sie entgegnet, sie müsse nach über einer Stunde 

schon aufstehen. Zudem habe sie am Mittag das Schmerzmittel Novalgin eingenommen. Von der 

Persönlichkeit her habe sie eher pflichtbewusst gewirkt. Eine Verdeutlichungstendenz hinsichtlich der 

Schmerzen sei durchaus möglich; ein ständig klagendes, aufmerksamkeitssuchendes oder 

aggravatorisches Verhalten habe aber nicht bestanden. Die Stimmung sei leicht depressiv, der 

Selbstwert herabgesetzt gewesen. Die Aufmerksamkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien nicht 

gestört gewesen. Die Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Das Denken sei 

formal geordnet und inhaltlich unauffällig gewesen. Diagnostisch leide die Versicherte an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer leichten Episode sowie – ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit – an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. 

Insgesamt bestehe eine leichte Leistungseinschränkung. Die Versicherte sei erhöht ermüdbar und sie 

benötige vermehrte Pausen. Sie sei deshalb zu 80 Prozent arbeitsfähig. Seit der Begutachtung durch 

das ZMB habe sich der psychische Gesundheitszustand nicht verändert. Der orthopädische 

Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe sich in ausschliesslich stehender Position ohne 

sichtbare Einschränkungen entkleidet, wobei sie ein spontanes Überkopfmanöver der Arme sowie 

einen Einbeinstand auf beiden Seiten gezeigt habe. Das Ankleiden zum Untersuchungsende sei ihr 

ebenfalls wieder flüssig und ohne ein relevantes funktionelles Defizit gelungen. Der (im Gutachten 

detailliert beschriebene) objektive klinische Befund sei weitestgehend unauffällig gewesen. Die 

Untersuchung habe bei ausreichender Kooperation problemlos durchgeführt werden können, aber die 

Versicherte habe immer wieder eine Gegenspannung aufgebaut. Ihre Angaben seien sehr diffus und 

bezüglich der Intensität unklar gewesen. Vier von fünf Waddell-Zeichen seien positiv gewesen. Objektiv 

nachvollziehbar sei ein gewisser Leidensdruck angesichts degenerativer Veränderungen der lumbalen 

und cervicalen Wirbelsäule, doch weise die gesamte anamnestische und klinische Präsentation 

einschliesslich der letztlich fehlenden höhergradigen funktionellen Defizite auf eine massive nicht-

organische Beschwerdekomponente hin. Das orthopädische Teilgutachten der MEDAS Ostschweiz 

und die Berichte des behandelnden Orthopäden überzeugten nicht; die übrigen Einschätzungen, 

insbesondere auch jene von Dr. D.___ und des Sachverständigen des ZMB, seien dagegen gut 

nachvollziehbar und überzeugend. Diagnostisch leide die Versicherte an einem chronischen 

panvertebralen Schmerzsyndrom sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem 

chronischen unspezifischen multilokulären Schmerzsyndrom. Körperlich leichte, wechselbelastende 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/8 

Tätigkeiten seien der Versicherten uneingeschränkt zumutbar. Der neurologische Sachverständige 

führte aus, der (im Gutachten detailliert beschriebene) objektive klinische und neuromyographische 

Befund sei, abgesehen vom bekannten neuropathischen Schmerz im Bereich der Innenseite des linken 

Unterschenkels sowie eines Hinweises auf ein leichtes Carpaltunnelsyndrom, unauffällig gewesen. Eine 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit könne nicht gestellt werden. Nach der 

Konsensbesprechung hielten die Sachverständigen fest, die Versicherte leide an einem chronischen 

panvertebralen Schmerzsyndrom, an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig 

leichten Episode sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, an einem leichten neuropathischen 

Schmerzsyndrom des Nervus saphenus links, an einem leichten Carpaltunnelsyndrom beidseits und 

an einer Adipositas. Leidensadaptierte Tätigkeiten seien ihr zu 80 Prozent zumutbar. Der RAD-Arzt Dr. 

med. E.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 283). 

A.c Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle errechnete unter Berücksichtigung eines 

Arbeitsunfähigkeitsgrades von 20 Prozent und eines Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent einen 

Invaliditätsgrad von 28 Prozent (IV-act. 284). Mit einem Vorbescheid vom 6. Februar 2024 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 286). Dagegen liess die Versicherte am 3. April 

2024 einwenden (IV-act. 293), das Gutachten der GA eins AG überzeuge nicht. Sie sei zu mindestens 

50 Prozent invalid. Mit einer Verfügung vom 19. April 2024 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei 

einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 28 Prozent ab (IV-act. 294). 

B.  

B.a Am 21. Mai 2024 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) eine Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 19. April 2024 erheben (act. G 1). Sie liess die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und die Zusprache einer Rente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent 

beantragen. Zur Begründung liess sie ausführen (act. G 10), die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Sachverständigen der GA eins AG sei „völlig absurd und nicht nachvollziehbar“. Der Invaliditätsgrad 

der Beschwerdeführerin sei wesentlich höher als 28 Prozent. 

B.b Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 5. November 2024 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 12). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der GA eins AG 

überzeuge in jeder Hinsicht. Der Invaliditätsgrad sei korrekt berechnet worden. 

B.c Am 4. Dezember 2024 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt 

(act. G 16). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/8 

B.d Die Beschwerdeführerin liess am 24. Januar 2025 an ihren Anträgen festhalten (act. G 21). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 23). 

Erwägungen 

1.  

1.1 Da es sich beim im Januar 2018 eingereichten Rentenbegehren um eine sogenannte 

Wiederanmeldung gehandelt hat, hat das Eintreten darauf das Glaubhaftmachen einer relevanten 

Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung des letzten Rentenbegehrens vorausgesetzt, was der 

Beschwerdeführerin mit den von ihr eingereichten Berichten gemäss der überzeugenden 

Aktenwürdigung durch den RAD gelungen ist (vgl. dazu auch den Entscheid IV 2020/38 des St. Galler 

Versicherungsgerichtes vom 31. August 2021, E. 1.3). 

1.2 Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf deren 

Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens 

entsprechen muss. Dieses hat sich auf die Prüfung des im Januar 2018 eingereichten 

Rentenbegehrens und damit auf die Frage beschränkt, ob die Beschwerdeführerin frühestens ab dem 

1. Juli 2018 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf eine Rente gehabt hat. 

2.  

Eine versicherte Person hat gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie während eines 

Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 

gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die 

Bemessung der Invalidität wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt 

der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bei einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, 

das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). 

3.  

Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Sie hat typische Hilfsarbeiten verrichtet. Ihre 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt haben folglich jenen 

einer typischen Hilfsarbeiterin entsprochen, weshalb der statistische Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne als Valideneinkommen heranzuziehen ist. 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4.  

4.1 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist massgebend, 

welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in welchem Umfang zumutbar sind. 

Zur Beantwortung dieser Frage hat die Beschwerdegegnerin ein Gutachten der GA eins AG eingeholt, 

nachdem ein erstes Gutachten des ZMB vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als 

bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeugend qualifiziert worden war. Die 

Sachverständigen der GA eins AG haben die Beschwerdeführerin umfassend internistisch, 

psychiatrisch, orthopädisch und neurologisch untersucht. Zudem haben sie die medizinischen Vorakten 

eingehend gewürdigt. Nichts deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache übersehen hätten. 

Der internistische, der orthopädische und der neurologische Sachverständige haben anschaulich 

aufgezeigt, dass der jeweilige objektive klinische Befund weitestgehend unauffällig gewesen ist. Sie 

haben den überzeugend begründeten Schluss gezogen, dass aus somatischer Sicht für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Was 

daran „völlig absurd und nicht nachvollziehbar“ sein sollte, wie der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend gemacht hat, ist nicht einzusehen. Bezeichnenderweise hat der 

Rechtsvertreter denn auch keine fundierte Kritik am Gutachten üben und keine medizinischen 

Tatsachen anführen können, die Zweifel an der Überzeugungskraft des Gutachtens wecken würden. 

Die Behauptung des behandelnden Orthopäden, die Beschwerdeführerin müsse zu 50 Prozent berentet 

werden, ist nämlich vom orthopädischen Sachverständigen der GA eins AG in einer überzeugenden 

Auseinandersetzung widerlegt worden. Der psychiatrische Sachverständige der GA eins AG hat 

lediglich eine leichtgradig ausgeprägte depressive Störung objektivieren können, was er anschaulich 

mit den von ihm erhobenen objektiven klinischen Befunden begründet hat. Seine Schlussfolgerung, die 

leichtgradige depressive Störung führe zu einer erhöhten Ermüdbarkeit, weshalb die 

Beschwerdeführerin vermehrte Pausen benötige und insgesamt nur 80 Prozent einer durchschnittlichen 

Arbeitsleistung erbringen könne, leuchtet ohne Weiteres ein. Weder im Gutachten der GA eins AG noch 

in den übrigen Akten finden sich Hinweise, die Zweifel an dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung wecken 

würden. Im Gegensatz zu den Sachverständigen des ZMB haben die Sachverständigen der GA eins 

AG nachvollziehbar erklärt, dass die Verdeutlichungs- respektive Aggravationstendenzen keinen 

Einfluss auf die Diagnosen und auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Gestützt auf das in jeder Hinsicht 

überzeugende Gutachten der GA eins AG steht folglich mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im hier massgebenden Zeitraum 

für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen ist. 

4.2 Da der Beschwerdeführerin leidensadaptierte Hilfsarbeiten zumutbar sind, entspricht der 

Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem statistischen Zentralwert 

der Hilfsarbeiterinnenlöhne und damit dem Valideneinkommen. Der Betrag kann bei der Berechnung 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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7/8 

des Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad entspricht dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen, dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen 

Abzug. Die Beschwerdegegnerin hat bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens einen 

solchen Abzug von zehn Prozent berücksichtigt, was mit der konstanten Praxis der Abteilung II des St. 

Galler Versicherungsgerichtes in vergleichbaren Fällen übereinstimmt. Bei einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von lediglich 20 Prozent könnte allerdings ohnehin nur bei Berücksichtigung 

des hier offenkundig nicht zu rechtfertigenden Maximalabzuges von 25 Prozent ein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 40 Prozent resultieren. Der von der Beschwerdegegnerin errechnete 

Invaliditätsgrad von 28 Prozent erweist sich als korrekt, weshalb die Beschwerdegegnerin das 

Rentenbegehren der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 

5.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich der unterliegenden 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung ist sie 

aber von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, vorläufig befreit. Da ihr auch die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat ihrem Rechtsvertreter eine Entschädigung 

auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). 

Der Rechtsvertreter hat in der Beschwerdeergänzung eine Honorarpauschale von 1’250 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) geltend gemacht. Ihm muss bewusst gewesen sein, 

dass er allenfalls noch eine Replik einreichen werde, was er in der Folge denn auch tatsächlich getan 

hat, ohne ein zusätzliches Honorar zu fordern. Diese Tatsache zwingt unter Mitberücksichtigung des 

Umstandes, dass der Rechtsvertreter ausdrücklich von einer Pauschale gesprochen hat, zur 

Interpretation, dass im geltend gemachten Honorar sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit 

diesem Beschwerdeverfahren, also auch der Aufwand für das Verfassen der Replik, beinhaltet gewesen 

sind. 80 Prozent von 1’250 Franken sind 1’000 Franken. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse 

dereinst gestatten, wird die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur 

Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden 

können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO). 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/8 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerdeführerin ist vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen, 

befreit. 

3.  

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit 1’000 Franken (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer). 

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		2026-01-28T04:36:16+0100
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