# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 69e69866-607a-534e-a4a2-424466027758
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 17.11.2022 RH.2022.14
**Docket/Reference:** RH.2022.14
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RH-2022-14_2022-11-17

## Full Text

Auslieferung an Deutschland; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG);;Auslieferung an Deutschland; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG);;Auslieferung an Deutschland; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG);;Auslieferung an Deutschland; Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG)

Entscheid vom 17. November 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., c/o Gefängnis Z., vertreten durch Advokat  

Marco Albrecht, 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung,  

Beschwerdegegner 

 

Gegenstand  Auslieferung an Deutschland 

 

Auslieferungshaftbefehl (Art. 48 Abs. 2 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RH.2022.14 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Auslieferungsersuchen vom 20. April 2020 ersuchte das Ministerium der 

Justiz des Landes Brandenburg die Schweiz um Auslieferung des polni-

schen Staatsangehörigen A. im Hinblick auf die Strafverfolgung der ihm im 

Haftbefehl des Amtsgerichts Fürstenwalde / Spree vom 4. November 2021 

i.V.m. der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) vom 

25. Januar 2021 vorgeworfenen Straftaten (Betrug bzw. Veruntreuung) 

(act.  6.1). 

 

 

B. Das Bundesamt für Justiz (nachfolgend «BJ») erliess am 20. September 

2022 den Auslieferungshaftbefehl gegen A. (act. 6.2). 

 

 

C. Nach seiner Festnahme widersetzte sich A. im Rahmen seiner Einvernahme 

vom 17. Oktober 2022 der vereinfachten Auslieferung (act. 6.3). 

 

 

D. Mit Eingabe vom 23. Oktober 2022 erhebt A. persönlich bei der Beschwer-

dekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde gegen den Auslieferungs-

haftbefehl (act. 1). 

 

 

E. Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 3. November 2022 die 

Abweisung der Beschwerde (act. 6). Das BJ stellte die Beschwerdeantwort 

Advokat Marco Albrecht, dem zwischenzeitlich mandatierten Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers, zu. 

 

 

F. Mit Schreiben vom 4. November 2022 informierte die Beschwerdekammer 

den Beschwerdeführer, dass Mitteilungen künftig an den von ihm bestellten 

Rechtsbeistand erfolgen werden (act. 7). 

 

 

G. Mit Schreiben vom 15. November 2022 übermittelte das BJ der Beschwer-

dekammer die vom Beschwerdeführer persönlich verfasste Beschwerde-

replik mit Kopie an den Rechtsvertreter (act. 10, 10.0). 

 

 

- 3 - 

 

 

H. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Be-

zug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland sind 

primär das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezem-

ber 1957 (EAUe; SR 0.353.1), die hierzu ergangenen Zusatzprotokolle vom 

17. März 1978 (ZPII EAUe; SR 0.353.12) und vom 10. November 2010 

(ZPIII EAUe; SR 0.353.13) sowie der Vertrag vom 13. November 1969 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik 

Deutschland über die Ergänzung des EAUe und die Erleichterung seiner An-

wendung (ZV EAUe; SR 0.353.913.61) massgebend. Überdies ist das 

Schengener Durchführungsübereinkommen vom 14. Juni 1985 (SDÜ; ABl. 

L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) i.V.m. dem Beschluss des Rates 

über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des SIS der zweiten Ge-

neration (SIS II), namentlich Art. 26-31 (ABl. L 205 vom 7. August 2007, 

S. 63-84) anwendbar, wobei die zwischen den Vertragsparteien geltenden 

weitergehenden Bestimmungen aufgrund bilateraler Abkommen unberührt 

bleiben (Art. 59 Abs. 2 SDÜ). 

 

1.2 Soweit die staatsvertraglichen Bestimmungen gewisse Fragen nicht ab-

schliessend regeln, findet auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich 

das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), namentlich 

das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in 

Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11). 

Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann 

zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe 

stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 

E. 3.1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 

212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1).  

  

1.3 Für das Beschwerdeverfahren gelten zudem die Art. 379-397 StPO sinnge-

mäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG) und die Bestimmungen des Bun-

desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Ver-

waltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. 

Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

- 4 - 

 

 

Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]).   

 

 

2. Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert zehn 

Tagen ab der schriftlichen Eröffnung bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde erheben (Art. 48 Abs. 2 IRSG). Die vorliegende 

Beschwerde erweist sich als fristgerecht. Die übrigen Eintretensvorausset-

zungen geben keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf die Beschwerde ist ein-

zutreten.  

 

 

3. Die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfah-

rens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.2). Die Aufhe-

bung des Auslieferungshaftbefehls und die Haftentlassung rechtfertigen sich 

nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen, wenn der Ver-

folgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Strafunter-

suchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den sogenann-

ten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er zur 

Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht 

hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger 

einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn 

sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1 

IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117 

IV 359 E. 2a; vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. den Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RH.2018.3 vom 20. Februar 2018 E. 3.2).  

 

Offensichtlich unzulässig kann ein Auslieferungsersuchen sein, wenn ohne 

jeden Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt 

(vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a). Im Übrigen sind Vorbringen gegen die Auslie-

ferung als solche oder gegen die Begründetheit des Auslieferungsbegehrens 

nicht im vorliegenden Beschwerdeverfahren, sondern im eigentlichen Aus-

lieferungsverfahren zu prüfen (vgl. MOREILLON/DUPUIS/MAZOU, La pratique 

judiciaire du Tribunal pénal fédéral, in Journal des Tribunaux 2009 IV 111 

Nr. 190 und 2008 IV 66 Nr. 322 je m.w.H. auf die Rechtsprechung).   

Die ausnahmsweise zu gewährende Haftentlassung ist an strengere Voraus-

setzungen gebunden als der Verzicht auf die gewöhnliche Untersuchungs-

haft in einem Strafverfahren oder die Entlassung aus einer solchen. Dies soll 

es nach der Rechtsprechung der Schweiz ermöglichen, ihren staatsvertrag-

lichen Auslieferungspflichten nachzukommen (vgl. BGE 130 II 306 E. 2.2 und 

2.3; 111 IV 108 E. 2; Entscheid des Bundesstrafgerichts RH.2015.14 vom 

9. Juli 2015 E. 4.1).   

- 5 - 

 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer bringt in der Beschwerde vor, er habe Angst, seinen 

Aufenthaltstatus B zu verlieren, wenn er nach Deutschland ausgeliefert 

werde. Er führt diverse Gründe an, weshalb es ihm sehr wichtig sei, in der 

Schweiz zu verbleiben (act. 1).   

 

4.2 Damit bringt der Beschwerdeführer ausschliesslich Einwände zur Ausliefe-

rungssache vor. Einwände des Verfolgten gegen eine Auslieferung als sol-

che bzw. gegen die Begründetheit des Auslieferungsersuchens sind im Haft-

beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht zu hören (vgl. BGE 111 Ib 147 E. 

4; 111 IV 108 E. 3a). Einzig die offensichtliche Unzulässigkeit der Ausliefe-

rung könnte in diesem Zusammenhang einen materiell-rechtlichen Haftent-

lassungsgrund bilden (Art. 51 Abs. 1 IRSG; vgl. BGE 111 IV 108 E. 3a; Urteil 

des Bundesgerichts 1A.37/2007 vom 30. März 2007 E. 3; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RH.2018.1 vom 13. Februar 2018 E. 3 m.w.H.). Offen-

sichtlich unzulässig kann ein Auslieferungsersuchen sein, wenn ohne jeden 

Zweifel und ohne weitere Abklärungen ein Ausschlussgrund vorliegt 

(BGE 111 IV 108 E. 3a; vgl. zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RH.2018.1 vom 13. Februar 2018 E. 3). Was der Beschwerdeführer einwen-

det, lässt eine Auslieferung nicht als offensichtlich unzulässig erscheinen. 

Dasselbe gilt auch für die Einwände, welche der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers gegenüber dem Beschwerdegegner erhoben hat (act. 6.8). 

Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als unbegründet. 

 

 

5.  

5.1 In der Beschwerdereplik bestreitet der Beschwerdeführer das Bestehen von 

Fluchtgefahr und beantragt seine Haftentlassung unter Anordnung von Er-

satzmassnahmen (act. 10). Er bringt vor, eine Flucht würde ihm nichts brin-

gen und viel mehr Probleme bereiten. Er lebe seit 3 Jahren mit seiner Le-

benspartnerin zusammen und die Eheschliessung sei in Planung. Die 

Schweiz sei seine zweite Heimat und er habe sich hier eine neue Existenz 

aufgebaut. Ausser dem Leben in der Schweiz habe er nichts. Er sei in der 

Schweiz offiziell angemeldet und habe sich nicht versteckt. Er brauche Zeit, 

um seine laufenden Angelegenheiten zu organisieren, weshalb er die Haft-

entlassung beantrage. 

 

5.2 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Verneinung von Fluchtgefahr ist 

überaus restriktiv und misst der Erfüllung der staatsvertraglichen Ausliefe-

rungspflichten im Vergleich zu den Interessen des Verfolgten ausseror-

dentlich grosses Gewicht bei. Das Bundesgericht bejaht die Fluchtgefahr bei 

drohenden hohen Freiheitsstrafen in der Regel sogar dann, wenn der 

- 6 - 

 

 

Betroffene über eine Niederlassungsbewilligung und familiäre Bindungen in 

der Schweiz verfügt (BGE 136 IV 20 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 

8G.45/2001 vom 15. August 2001 E. 3a). So wurde beispielsweise die Mög-

lichkeit einer Verurteilung zu einer langen Freiheitsstrafe zur Verweigerung 

der Haftentlassung als ausreichend betrachtet, obwohl der Verfolgte über 

eine Niederlassungsbewilligung verfügte, seit 18 Jahren in der Schweiz 

lebte, mit einer Schweizerin verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 

3 und 8 Jahren war und die beiden Kinder die schweizerische Nationalität 

besassen (Urteil des Bundesgerichts 8G.45/2001 vom 15. August 2001 

E. 3a). Ebenso wurde Fluchtgefahr bei einem Verfolgten bejaht, der seit sei-

nem 17. Lebensjahr seit 10 Jahren ununterbrochen in der Schweiz lebte und 

seine Freundin wie auch den Freundeskreis hier hatte (Entscheid des Bun-

desstrafgerichts BH.2006.4 vom 21. März 2006 E. 2.2.1).  

 

5.3 Der Beschwerdegegner hält zurecht fest, dass in Deutschland gegen den 

Beschwerdeführer ein Verfahren wegen Betruges in besonders schweren 

Fällen läuft und ihm eine mehrjährige Freiheitsstrafe droht. Dem Beschwer-

degegner ist auch beizupflichten, dass die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte Bindung zur Schweiz auch unter Berücksichtigung von dessen Al-

ter und Gesundheit eine Flucht nicht zum Vornherein zu verhindern oder 

auszuschliessen vermag (act. 6 S. 3). Das gilt auch für die vom Beschwer-

deführer in der Replik angegebenen Gründe. Der Beschwerdegegner geht 

daher zu Recht von einer erheblichen Fluchtgefahr aus. Dieser kann sodann 

auch nicht mit den vom Beschwerdeführer erwähnten Ersatzmassnahmen 

begegnet werden. Nach konstanter Rechtsprechung werden solche nur in 

Kombination mit einer sehr substantiellen Sicherheitsleistung als überhaupt 

geeignet erachtet, Fluchtgefahr ausreichend zu bannen (Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RH.2019.27 vom 9. Januar 2020 E. 4.2; RH.2017.17 

vom 2. Oktober 2017 E. 5.4.4; RH.2015.20 vom 1. September 2015 E. 5.3.2; 

RH.2015.10 vom 10. Juni 2015 E. 5.3; RH.2015.4 vom 23. Februar 2015 

E. 5.2). Eine Ersatzmassnahme, welche die Fluchtgefahr zu reduzieren ver-

möchte, ist damit nicht erkennbar. 

 

 

6. Andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich ausschliessen oder 

sonst zur Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten, werden 

weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich.  

 

 

7. Die Beschwerde ist damit als unbegründet abzuweisen.  

 

 

- 7 - 

 

 

8.   

8.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte in seiner Stellungnahme 

vom 31. Oktober 2022 zum Auslieferungsersuchen zuhanden des BJ das 

Gesuch um amtliche Verteidigung (act. 6.8). Dieses Gesuch gilt nicht für das 

vorliegende Verfahren. Vollständigkeitshalber sei Folgendes erwähnt: 

 

8.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 

ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und bestellt 

dieser einen Anwalt, wenn dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist 

(Art. 65 Abs. 2 VwVG). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaus-

sichten beträchtlich geringer erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen 

gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und 

Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer 

sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 

verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 

würde (BGE 139 III 475 E. 2.2 S. 476 f.; 139 III 396 E. 1.2; 138 III 217 

E. 2.2.4). 

 

8.3 Da nach dem oben Ausgeführten die vorliegende Beschwerde als aussichts-

los bezeichnet werden muss, wäre ein allfälliges Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege im vorliegenden Beschwerdeverfahren gegen den Ausliefe-

rungshaftbefehl schon aus diesem Grund abzuweisen gewesen.  

 

9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist 

auf Fr. 2‘000.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 BStKR).   

 

- 8 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 17. November 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Advokat Marco Albrecht 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren ist die Beschwerde zulässig (Art. 92 Abs. 1 BGG). Diese Entscheide können 
später nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG). 

 
Auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen sind andere selbständig eröffnete Vor- 
und Zwischenentscheide nicht anfechtbar. Vorbehalten bleiben Beschwerden gegen Entscheide 
über die Auslieferungshaft sowie über die Beschlagnahme von Vermögenswerten und 
Wertgegenständen, sofern sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können, oder 
wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Entscheid herbeiführen und damit einen 
bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (vgl. 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG). Ist die Beschwerde gegen einen Vor- oder Zwischenentscheid gemäss 
Art. 93 Abs. 1 und 2 BGG nicht zulässig oder wurde von ihr kein Gebrauch gemacht, so sind die 
betreffenden Vor- und Zwischenentscheide durch Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, 
soweit sie sich auf dessen Inhalt auswirken (Art. 93 Abs. 3 BGG).  
 
Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (vgl. Art. 84 
Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG). 
 
Die Beschwerde ist innert zehn Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim 
Bundesgericht einzureichen (vgl. Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am 
letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 
Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden 

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(Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der 
Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte 
abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 
BGG).