# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2981ea4f-59a4-52d3-be97-d9ac3f20a274
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-06
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 06.10.2023 WPR.2023.86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-86_2023-10-06.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2023.86 / ko  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

Urteil vom 6. Oktober 2023 
 
 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

vertreten durch Mirjam Tinner, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau 

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Serbien   

z. Zt. im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft, 8058 Zürich 

amtlich vertreten durch Dr. iur. Marcel Buttliger, Rechtsanwalt, 

Kasinostrasse 30, Postfach, 5001 Aarau    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftverlängerung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zu Folge im Jahr 1987 illegal 

in die Schweiz ein, durchlief hier erfolglos zwei Asylverfahren und lebte und 

arbeitete danach, unterbrochen durch Aufenthalte in Frankreich, in der 

Schweiz, ohne aber je über eine Aufenthaltsbewilligung zu verfügen 

(WPR.2023.55 Protokoll S. 4, act. 19).  

 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 25. August 2021 wurde der 

Gesuchsgegner zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sieben Monaten 

verurteilt und gleichzeitig für sieben Jahre des Landes verwiesen (Akten 

des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 54 ff.). Gleichentags trat 

der Gesuchsgegner die gegen ihn ausgesprochene Freiheitsstrafe im 

Bezirksgefängnis Lenzburg an (MI-act. 84 f.). Das Urteil vom 25. August 

2021 erwuchs unangefochten in Rechtskraft (MI-act. 81). 

 

Mit Schreiben vom 15. Oktober 2021, welches dem Gesuchsgegner 

gleichentags übergeben wurde, wies das Amt für Migration und Integration 

Kanton Aargau (MIKA) diesen auf seine Ausreisepflicht hin, teilte ihm mit, 

es beabsichtige ihn auf den Termin der Haftentlassung aus der Schweiz in 

den Kosovo auszuschaffen und forderte ihn auf, gültige Reisedokumente 

zu beschaffen (MI-act. 81 f.). Hierauf teilte der Gesuchsgegner dem MIKA 

mit persönlich verfasstem Schreiben vom 15. Oktober 2021 mit, er könne 

keine Reisedokumente beschaffen da er staatenlos und nicht 

kosovarischer Staatsangehöriger sei. Er sei deshalb auch nicht bereit, 

freiwillig in den Kosovo auszureisen (MI-act. 90). 

 

Am 22. Oktober 2021 lehnte Frankreich die Wiederaufnahme des 

Gesuchsgegners ab (MI-act. 98 ff.). Gleichentags stellte das 

Staatssekretariat für Migration (SEM) dem MIKA ein Schreiben des 

kosovarischen Innenministeriums vom 23. Februar 2018 zu, worin dieses 

den Gesuchsgegner als kosovarischen Staatsangehörigen anerkannte und 

einer Rückkehr in den Kosovo zustimmte. Zudem stellte das SEM dem 

MIKA ein unbeschränkt gültiges Ersatzreisedokument für eine Ausreise in 

den Kosovo, gültig ab 1. April 2021, zu (MI-act. 101 ff.). 

 

Hierauf meldete das MIKA den Gesuchsgegner für einen Flug nach Pristina 

für den 29. Oktober 2021 an (MI-act. 106 ff.). Am 29. Oktober 2021 wurde 

dem MIKA mitgeteilt, der Gesuchsgegner habe sich geweigert, den für ihn 

gebuchten Flug anzutreten (MI-act. 115). In der Folge meldete das MIKA 

den Gesuchsgegner am 3. November 2021 für einen begleiteten Flug nach 

Pristina an, der auf den 15. Dezember 2021 bestätigt wurde (MI-

act. 129 ff.).  

 

 - 3 - 

 

 

Am 25. November 2021 teilte das Amt für Justizvollzug dem MIKA mit, der 

Gesuchsgegner befände sich aufgrund einer defekten Herzklappe im Spital 

(MI-act. 147). Gemäss einem ärztlichen Bericht vom 7. Dezember 2021 sei 

die Rückführung des Gesuchsgegners aus medizinischer Sicht nicht 

möglich (MI-act. 159 f.), weshalb der Flug vom 15. Dezember 2021 

annulliert wurde (MI-act. 164). In der Folge verzichtete das MIKA aufgrund 

des Gesundheitszustandes des Gesuchsgegners auf die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft (MI-act. 173). Mit Schreiben vom 23. Dezember 2021 

forderte das MIKA den Gesuchsgegner auf, im Anschluss an die 

Haftentlassung vom 30. Dezember 2021, sich umgehend in die Kantonale 

Unterkunft in Buchs zu begeben (MI-act. 176 f.).  

 

Am 27. Februar 2022 wurde der Gesuchsgegner am Herz operiert (MI-

act. 199, 203 ff.). Im Anschluss an diverse medizinische Nachkontrollen 

(MI-act. 245 ff.) lud das MIKA den Gesuchsgegner auf den 5. August 2022 

zu einem Ausreisegespräch vor (MI-act. 269). Anlässlich dieses 

Gespräches, teilte das MIKA dem Gesuchsgegner mit, die kosovarischen 

Behörden hätten ein Ersatzreisedokument für ihn ausgestellt. Da der 

Gesuchsgegner gemäss vorliegender Information medizinisch in der Lage 

sei, einen Flug in den Kosovo anzutreten, werde das MIKA einen solchen 

für ihn buchen. Der Gesuchsgegner gab an, er verfüge nicht über die 

kosovarische Staatsangehörigkeit, er würde sich aber bei einer 

polizeilichen Anhaltung zwecks Zuführung zum Flughafen nicht wehren 

(MI-act. 272 f.). In der Folge ersuchte das MIKA das SEM um 

Rückkehrunterstützung (MI-act. 274 ff., 279 ff.) und meldete den 

Gesuchsgegner erneut für einen Flug an, der auf den 22. August 2022 

bestätigt wurde (MI-act. 284 f.).  

 

Am 22. August 2022 wurde dem MIKA mitgeteilt, der Gesuchsgegner 

befände sich nicht mehr in der Kantonalen Unterkunft (MI-act. 297). Am 

drauffolgenden Tag schrieb das MIKA den Gesuchsgegner zur Verhaftung 

aus (MI-act. 301 ff.) und teilte dem SEM am 19. November 2022 mit, der 

Gesuchsgegner sei seit dem 24. August 2022 unbekannten Aufenthalts 

(MI-act. 304).  

 

Am 26. Dezember 2022 wurde der Gesuchsgegner wegen Verdachts auf 

Einbruchdiebstahl von der Kantonspolizei Zürich festgenommen (MI-

act. 323 ff.). Der Gesuchsgegner befand sich bis am 10. Juli 2023 im 

Gefängnis Pfäffikon in Sicherheitshaft (MI-act. 345 ff.) und wurde 

anschliessend migrationsrechtlich festgenommen und am 12. Juli 2023 

dem MIKA zugeführt (MI-act. 350 f.). 

 

Gleichtentags gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner das rechtliche 

Gehör und ordnete anschliessend eine Ausschaffungshaft für die Dauer 

von drei Monaten bis zum 11. Oktober 2023 an, welche mit Urteil des 

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Einzelrichters des Verwaltungsgerichts vom 12. Juli 2023 bis am 

9. Oktober 2023 bestätigt wurde (MI-act. 356 ff., 370 ff., 387 ff.). 

 

Gegen dieses Urteil reichte der Gesuchsgegner durch seinen Vertreter am 

13. September 2023 eine Beschwerde beim Bundesgericht ein (MI-

act. 428, 433 ff.).  

 

Zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend die Verlängerung 

der Ausschaffungshaft wurde der Gesuchsgegner am 2. Oktober 2023 dem 

MIKA zugeführt (MI-act. 453 f.). wobei er die Aussage verweigerte (MI-

act. 456 ff.). 

 

B. 

Am 2. Oktober 2023 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner das 

rechtliche Gehör betreffend Verlängerung der Ausschaffungshaft um 

weitere drei Monate (MI-act. 456 ff.). Im Anschluss an die Befragung wurde 

dem Gesuchsgegner die Verlängerung der Ausschaffungshaft wie folgt 

eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Die Ausschaffungshaft wird ab dem 9. Oktober 2023, 13.30 Uhr, um drei 
Monate bis zum 10. Januar 2024, 12. Uhr, verlängert. 
 
2. 
Eventualiter wird eine Durchsetzungshaft gestützt auf Art. 78 AIG 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich des rechtlichen Gehörs vor dem MIKA verzichtete der 

Gesuchsgegner auf die Durchführung einer Verhandlung mit 

Parteibefragung (MI-act. 457). 

 

D. 

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 nahm der Rechtsvertreter des 

Gesuchsgegners zur beantragten Haftverlängerung Stellung und 

beantragte Folgendes (act. 10 ff.): 

 

1. 
Es sei das Gesuch um Verlängerung der Ausschaffungshaft vom 
2. Oktober 2023 abzuweisen. 
 

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2. 
Es sei keine Durchsetzungshaft nach Art. 78 AIG anzuordnen. 
 
3. 
Es sei der Gesuchsgegner unverzüglich aus der Ausschaffungshaft zu 
entlassen. 
 
4. 
Eventualiter: 
Es sei dem Gesuchsgegner die Weisung zu erteilen, die Fällung des 
Entscheides in vorliegender Sache im Bezirksgefängnis abzuwarten. 
 
5.  
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Ordnet das MIKA eine Haftverlängerung an, so ist diese durch die 

richterliche Behörde vor Ablauf der bereits bewilligten Haft zu überprüfen 

(BGE 128 II 241, Erw. 3.5), wobei die betroffene Person auf die 

Durchführung einer Verhandlung mit Parteibefragung verzichten kann 

(Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359, 

Erw. I/4.3 ff.). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde die bestehende Haft bis zum 9. Oktober2023, 

12.00 Uhr, bestätigt (Entscheid des Verwaltungsgerichts WPR.2023.55 

vom 12. Juli 2023; MI-act. 387 ff.). Das MIKA ordnete am 2. Oktober 2023 

eine Haftverlängerung um weitere drei Monate an (act. 1 ff.). Im Anschluss 

an das rechtliche Gehör verzichtete der Gesuchsgegner auf eine mündliche 

Haftüberprüfung (MI-act. 457, 460). Die heutige Überprüfung der 

Haftverlängerung erfolgt somit ohne mündliche Verhandlung und vor Ablauf 

der bereits bewilligten Haft. 

 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, 

kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur 

Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen bzw. bei bestehender Haft eine 

Haftverlängerung anordnen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 AIG ist gemäss § 13 

Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftverlängerung 

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durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde angeordnet 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet die Haftverlängerung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

Mit Urteil vom 25. August 2021 wurde der Gesuchsgegner durch das 

Bezirksgericht Lenzburg gestützt auf Art. 66a des Schweizerischen 

Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0) für sieben 

Jahre aus der Schweiz verwiesen (MI-act. 54 ff.). Das Urteil erwuchs in der 

Folge unangefochten in Rechtskraft (MI-act. 67). Damit liegt eine 

rechtsgenügliche Landesverweisung vor.  

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Das Verwaltungsgericht hat bereits in seinem Urteil vom 12. Juli 2023 

(WPR.2023.55, Erw. II/2.3) festgestellt, dass die Rückführung des 

Gesuchsgegners in den Kosovo möglich sei. Daran vermag auch das 

Vorbringen des Rechtsvertreters nichts zu ändern, wonach das vom 

kosovarischen Innenministerium ausgestellte Bestätigungsschreiben 

betreffend die Nationalität (MI-act. 101) keine Unterschrift aufweise und 

deshalb anzuzweifeln sei (act. 14). Insbesondere ist darauf hinzuweisen, 

dass der Gesuchsgegner bereits früher für mehrere Flüge in den Kosovo 

angemeldet werden konnte (MI-act. 106 ff., 119 ff., 284 f.). Dass der 

Gesuchsgegner die Flüge nicht antrat, lag an seinem renitenten Verhalten 

sowie an seiner gesundheitlichen Situation (MI-act. 114, 164, 297).  

 

Weiter macht der Rechtsvertreter geltend, der Gesuchsgegner könne nicht 

ausgeschafft werden, da er staatenlos sei (act. 15), was allerdings eine 

blosse Behauptung des Gesuchsgegners ist. Tatsächlich erweist sich die 

Identifizierung des Gesuchsgegners als schwierig. Dies liegt allerdings am 

renitenten Verhalten des Gesuchsgegners und an seiner Weigerung an der 

Papierbeschaffung aktiv mitzuwirken, obwohl er vom MIKA dazu 

aufgefordert wurde (MI-act. 81, 372). Insofern sind die 

Rückübernahmeanträge des SEM an die Länder Kosovo, Serbien und 

Montenegro zur Feststellung der Identität naheliegend und nicht zu 

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beanstanden. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt, da die Eltern des 

Gesuchsgegners die montenegrische Staatsbürgerschaft besitzen (MI-

act. 368, 417). Aus diesem Grund vermag auch das Argument des 

Rechtsvertreters nicht zu überzeugen, dass der Gesuchsgegner keine 

Ausweispapiere beschaffen könne, da auch die Behörden diesbezüglich 

Schwierigkeiten hätten (act. 18). Hierzu ist darauf hinzuweisen, dass der 

Gesuchsgegner durch seine Familie zu notwendigen Identitäts- oder 

Reisepapieren gelangen könnte, dies jedoch zu keiner Zeit versucht hat. 

 

Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher oder 

tatsächlicher Hinsicht ernste Zweifel aufkommen lassen würden, sind 

ebenfalls keine ersichtlich. 

 

3. 

Der mit Urteil vom 12. Juli 2023 festgestellte Haftgrund besteht nach wie 

vor (vgl. WPR.2023.55, Erw. II/3/3.1/3.2; MI-act. 393). Insbesondere da der 

Gesuchsgegner sich weiterhin unkooperativ verhält und keine erkennbaren 

Anstrengungen zur Beschaffung von Reisedokumenten oder 

Identitätspapieren unternommen hat. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor (act. 21). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG darf die ausländerrechtliche Inhaftierung im 

Sinne von Art. 75 – 78 AIG zusammen die maximale Haftdauer von 

sechs Monaten nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende 

Verlängerung auf höchstens 18 Monate, bzw. für Minderjährige zwischen 

15 und 18 Jahren auf höchstens zwölf Monate, ist nur zulässig, wenn 

entweder die betroffene Person nicht mit den zuständigen Behörden 

kooperiert oder sich die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen 

Unterlagen durch einen Staat, der kein Schengen-Staat ist, verzögert 

(Art. 79 Abs. 2 AIG). 

 

6.2. 

Im vorliegenden Fall befindet sich die Gesuchsgegner mit Ablauf der 

bewilligten Haft bereits seit drei Monaten in ausländerrechtlicher Haft im 

Sinne von Art. 75 – 78 AIG (Ausschaffungshaft 10. Juli 2023 – 9. Oktober 

2023).  

 

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Die sechsmonatige Frist wird damit am 9. Januar 2024 enden. 

 

6.3. 

Das MIKA ordnete die Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere 

drei Monate, d.h. bis zum 10. Januar 2024, 12.00 Uhr, an. Der 

Gesuchsteller ist darauf hinzuweisen, dass eine Haftverlängerung um drei 

Monate immer am gleichen Kalendertag, 12.00 Uhr, der bisher bestätigten 

Haft endet. Im vorliegenden Fall ist damit der letzte Stichtag bei einer 

Haftverlängerung um drei Monate nicht der 10. Januar 2024, sondern der 

9. Januar 2024. 

 

Da die ausländerrechtliche Inhaftierung im Sinne von Art. 75 - 78 AIG im 

vorliegenden Fall die Dauer von sechs Monaten nicht überschreitet, bedarf 

es keiner Prüfung der Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 AIG. 

 

Nachdem die maximal zulässige Haftdauer nicht überschritten wird sowie 

der Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des 

Gesuchsgegners abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen 

kommen kann, ist die angeordnete Haftverlängerung nicht zu beanstanden. 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass das MIKA bisher stets bemüht war, 

Ausschaffungen so rasch wie möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA 

entgegen seiner bisherigen Gewohnheit das Beschleunigungsgebot 

verletzen, besteht die Möglichkeit, ein Haftentlassungsgesuch zu stellen. 

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftverlängerung deshalb nicht 

zu bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Entgegen 

der Auffassung des Rechtsvertreters reicht eine Ersatzmassnahme wie 

eine Meldepflicht nicht aus, da dadurch nicht sichergestellt werden kann, 

dass der Gesuchsgegner tatsächlich ausreisen wird. Dies umso mehr, da 

der Gesuchsgegner sich mehrfach weigerte, die Schweiz zu verlassen. 

Hinzu kommt, dass der Gesuchsgegner die Papierbeschaffung weiterhin 

gänzlich den Behörden überlassen hat und erhebliche Zweifel bestehen, 

dass sich der Gesuchsgegner an eine Meldepflicht halten würde.  

 

Bezüglich der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, 

welche gegen eine Haftverlängerung sprechen würden.  

 

Der Gesuchsgegner macht auch nicht geltend, er sei nicht 

hafterstehungsfähig. Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche 

die Verlängerung der Haft als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

 

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III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird Dr. iur. Marcel Buttliger, Rechtsanwalt, 

Aarau, bestätigt und aufgefordert, nach Verfahrensabschluss seine 

detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

weitere Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (vgl. Aargauische 

Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359., Erw. I/4.3 ff.). 

Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner 

daher die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021) . Die Anordnung 

einer allfälligen Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens 

acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 2. Oktober 2023 angeordnete Verlängerung der Ausschaffungshaft 

wird bis zum 9. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

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4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird Dr. iur. Marcel Buttliger, Aarau, bestätigt. 

Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlassung des 

Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel, vorab per IncaMail),  

das MIKA (mit Rückschein, vorab per IncaMail) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 6. Oktober 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: 

 

 

 

Clavadetscher