# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c80b3cb-a98b-5fc5-a7f8-81fa706fb2a4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-01-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.01.2021 A-4748/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4748-2019_2021-01-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4748/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0  J a n u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Raphaël Gani, Richterin Sonja Bossart Meier,    

Gerichtsschreiberin Susanne Raas. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ GmbH, …, 

vertreten durch  

Roman Zeller, Advokat,  

und MLaw David Grimm, Advokat, …, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Zollverwaltung (EZV),  

Oberzolldirektion (OZD) 

Dienstbereich Grundlagen, 

Dienst Beschwerdewesen,  

Taubenstrasse 16, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsverkehr. 

 

 

A-4748/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die X._______ GmbH, welche [im Jahr] 2018 ins Handelsregister einge-

tragen wurde, hat ihren Sitz […]. Sie bezweckt unter anderem die Bewirt-

schaftung von landwirtschaftlichen Flächen und den Handel mit landwirt-

schaftlichen Produkten und Hilfsstoffen. Gesellschafter sind gemäss On-

line-Handelsregisterauszug A._______, B._______ und C._______. 

A._______ (wohnhaft in [der Schweiz]) ist zugleich einzelzeichnungsbe-

rechtigter Vorsitzender der Geschäftsleitung; B._______ und C._______ 

(beide deutsche Staatsangehörige und wohnhaft in [Deutschland]) sind als 

Geschäftsführer kollektivzeichnungsberechtigt (Online-Handelsregister-

auszug; letztmals abgerufen am 7. Dezember 2020). 

B.  

B.a Ende April 2018 reichte die X._______ GmbH bei der Vorinstanz erst-

mals einen Antrag für die abgabenbefreite Wareneinfuhr im Rahmen des 

landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehrs (LBV) mittels am 28. April 

2018 unterzeichneter Erstanmeldung ein, welche von der Eidgenössischen 

Zollverwaltung, Zollkreisdirektion Basel, am 17. Mai 2018 abgelehnt 

wurde. 

B.b Am 8. Juni 2018 reichte die X._______ GmbH gegen den ablehnen-

den Bescheid der Zollkreisdirektion eine Beschwerde bei der Eidgenössi-

schen Zollverwaltung, Oberzolldirektion (OZD; nachfolgend auch: 

Vorinstanz), ein, welche sie jedoch am 30. Juli 2018 wieder zurückzog. 

C.  

C.a Am 11. April 2019 beantragte die Beschwerdeführerin unter Beilage 

ergänzender Unterlagen erneut eine Bewilligung für die abgabenbefreite 

Wareneinfuhr im Rahmen des LBV. 

C.b Auch diesen Antrag wies die Zollkreisdirektion I (ehemals Zollkreisdi-

rektion Basel) mit Verfügung vom 26. April 2019 ab. Sie begründete dies 

insbesondere damit, die Bewirtschaftung der ausländischen Parzellen er-

folge nicht von einem operativ tätigen Landwirtschaftsbetrieb im schweize-

rischen Zollgebiet aus; die Gründung einer juristischen Person zum alleini-

gen Zweck der abgabenfreien Einfuhr von Waren im Rahmen des LBV wi-

derspreche dem Sinn und Zweck sowie der Entstehungsgeschichte des 

LBV. 

A-4748/2019 

Seite 3 

C.c Gegen diese Verfügung reichte die X._______ GmbH am 30. April 

2020 Beschwerde bei der OZD ein. Sie begründete ihre Beschwerde ins-

besondere damit, dass sie die von der Zollverwaltung verlangten Nach-

weise eingereicht habe. Sie sei als Landwirtschaftsbetrieb tätig. Auch sei 

es gängig und verbreitet, dass Arbeiten durch landwirtschaftliche Lohnun-

ternehmen ausgeführt würden. 

Mit Schreiben vom 16. Mai 2019 verwies die Beschwerdeführerin auf die 

von der EZV publizierte Richtlinie 16-07 «Grenzzonenverkehr» und hielt 

nochmals fest, dass sie die Bedingungen erfülle. 

C.d Die OZD wies diese Beschwerde mit Beschwerdeentscheid vom 

25. Juli 2019 ab. Sie begründete dies insbesondere damit, dass sich am 

Sitz der X._______ GmbH in Basel kein landwirtschaftlicher Betrieb be-

finde. Weiter seien die Gesellschafter der Pächterin identisch mit den Ver-

pächtern der Parzellen, so dass fraglich sei, ob von einem echten Pacht-

verhältnis und von einer selbständigen Bewirtschaftung durch die 

X._______ GmbH ausgegangen werden könne. Diese sei ein Konstrukt 

zur Umgehung der Einfuhrabgaben auf den im Ausland produzierten land-

wirtschaftlichen Erzeugnissen. 

D.  

Gegen diese Verfügung reichte die X._______ GmbH (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) am 16. September 2019 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht ein. Sie beantragt, den angefochtenen Entscheid aufzuhe-

ben und die Bewilligung für die abgabenbefreite Einfuhr von landwirtschaft-

lichen Erzeugnissen im Rahmen des LBV zu erteilen, eventualiter die Sa-

che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen  unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. Sie hält dafür, die Bedingungen für die bean-

tragte Bewilligung zu erfüllen. Ihr Sitz sowie das Ökonomiegebäude befän-

den sich innerhalb der relevanten Grenzzone. Sie bewirtschafte die Par-

zellen selber, nämlich zum grossen Teil (höchstpersönlich) durch die Ge-

sellschafter, zum Teil auch durch landwirtschaftliche Lohnunternehmen. 

Ihre Organe bewirtschafteten die Flächen auf ihr (der Beschwerdeführerin) 

Nutzen und Risiko. Als juristische Person sei sie von ihren Gesellschaftern 

separat zu behandeln und könne nicht mit diesen gleichgestellt werden. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 31. Oktober 2019 beantragt die Vorinstanz 

die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.  

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Seite 4 

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die Akten 

wird  soweit dies für den Entscheid wesentlich ist  im Rahmen der fol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-

gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021; Art. 31 des Bundesgeset-

zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 

173.32]). Die Beschwerdeführerin ficht einen Beschwerdeentscheid der 

OZD betreffend Nichterteilung der Bewilligung für die abgabenbefreite Wa-

reneinfuhr im Rahmen des LBV an. Dabei handelt es sich um eine solche 

Verfügung. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung dieser Be-

schwerde sachlich und funktionell zuständig (Art. 116 Abs. 4 des Zollgeset-

zes vom 18. März 2005 [ZG, SR 631.0]; Art. 32 VGG e contrario sowie 

Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG). 

1.2 Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren 

nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin des angefochtenen Entscheides 

und hat ein Interesse an dessen Änderung. Sie ist somit zur Beschwerde-

erhebung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde im Üb-

rigen form- und fristgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder 

unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 

Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG). 

1.5  

1.5.1 Völkerrechtliche Verträge im Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. a des Wie-

ner Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge 

(SR 0.111; auch bezeichnet als Wiener Übereinkommen oder Vertrags-

rechtskonvention, nachfolgend: VRK; in Kraft getreten für die Schweiz am 

6. Juni 1990) sind gemäss den Auslegungsregeln der VRK auszulegen. 

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Seite 5 

Weil die VRK im Bereich der Auslegungsregeln Völkergewohnheitsrecht 

kodifiziert hat, können diese Regeln auch für Abkommen angewendet wer-

den, welche vor Inkrafttreten der VRK geschlossen wurden (BGE 138 II 

524 E. 3.1) bzw. von Staaten angewendet werden, welche die VRK nicht 

ratifiziert haben (BGE 146 II 150 E. 5.3.1; Urteile des BVGer A-3670/2019 

vom 23. Oktober 2020 E. 3.1, A-2244/2017 vom 27. Februar 2018 

E. 1.3.1). 

1.5.2 Den Ausgangspunkt der Auslegung bildet der Wortlaut der vertragli-

chen Bestimmung (Art. 31 Abs. 1 VRK; OLIVER DÖRR, in: Dörr/Schmalen-

bach [Hrsg.], Vienna Convention on the Law of Treaties, 2012, Art. 31 

N. 38; JEAN-MARC SOREL, in: Corten/Klein [Hrsg.], Les Conventions de Vi-

enne sur le droit des traités, Bd. 2, 2006, Art. 31 VRK N. 8; MARK E. VILLI-

GER, Commentary on the 1969 Vienna Convention on the Law of Treaties, 

2009, Art. 31 N. 30). Der Text der Vertragsbestimmung ist aus sich selbst 

heraus gemäss seiner gewöhnlichen Bedeutung in Übereinstimmung mit 

ihrem Zusammenhang, dem Ziel und Zweck des Vertrags und nach Treu 

und Glauben zu interpretieren (BGE 145 II 339 E. 4.4.2, 144 II 130 E. 8.2.1; 

BVGE 2019 VII/3 E. 6.4, 2018 IV/6 E. 3.6.2), es sei denn, die Parteien hät-

ten nach Art. 31 Abs. 4 VRK vereinbart, einem Ausdruck einen besonderen 

Sinn beizugeben (BGE 132 V 423 E. 9.5.1; BVGE 2010/7 E. 3.5.1; Urteile 

des BVGer A-1951/2017 vom 22. August 2018 E. 3.2.2 und 3.2.4, 

A-6547/2017 vom 12. Dezember 2018 E. 3). Auf die weiteren Bestimmun-

gen zur Auslegung muss hier nicht eingegangen werden. 

2.  

2.1 Waren, die ins Zollgebiet oder aus dem Zollgebiet verbracht werden, 

sind zollpflichtig und müssen nach dem ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz 

vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10) veranlagt, werden (Grundsatz der 

allgemeinen Zollpflicht, vgl. Art. 7 ZG). Ausnahmen vom Grundsatz der all-

gemeinen Zollpflicht müssen sich aus Staatsverträgen, besonderen Geset-

zesbestimmungen sowie Verordnungen des Bundesrates, die sich auf das 

ZTG abstützen, ergeben (Art. 1 Abs. 2 ZTG; vgl. Urteil des BGer 

2C_53/2011 vom 2. Mai 2011 E. 2.1; BVGE 2019 I/5 E. 3.2.1; Urteile des 

BVGer A-4966/2018 vom 26. Oktober 2020 E. 3.1, A-2733/2019 vom 

9. Oktober 2020 E. 2.1, A-5576/2018 vom 5. Dezember 2019 E. 4.1). Art. 2 

Abs. 1 ZG behält völkerrechtliche Verträge vor. 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/7

A-4748/2019 

Seite 6 

2.2  

2.2.1 Das schweizerisch-deutsche Abkommen vom 5. Februar 1958 über 

den Grenz- und Durchgangsverkehr (SR 0.631.256.913.61; nachfolgend: 

Abkommen CH-DE) enthält in Art. 2 Regelungen zum LBV. Nach dessen 

Abs. 1 können Grenzbewohner, die ihre Wohn- und Wirtschaftsgebäude in 

der Zollgrenzzone des einen Staates haben, sofern sie von diesen aus in 

der Zollgrenzzone des andern Staates gelegene Grundstücke bewirtschaf-

ten, im Rahmen der Bewirtschaftung dieser Grundstücke frei von Ein- und 

Ausgangsabgaben näher genannte Waren zum endgültigen oder vorüber-

gehenden Verbleib ein- und ausführen. Art. 2 Abs. 2 Abkommen CH-DE 

hält überdies fest, dass auch die angrenzenden Bundesländer, Kantone 

und Gemeinden sowie sonstige juristische Personen, deren Sitz und Wirt-

schaftsgebäude sich in der anstossenden Zollgrenzzone befinden und de-

ren Verwaltung in dieser Zollgrenzzone geführt wird, diese Vergünstigun-

gen geniessen. 

2.2.2 Gemäss dieser Regelung können somit neben natürlichen auch ju-

ristische Personen vom LBV profitieren, sofern sich ihr Sitz, das Wirt-

schaftsgebäude und die Verwaltung in der Zollgrenzzone des einen Staa-

tes befinden und sie von diesen aus in der Zollgrenzzone des andern Staa-

tes gelegene Grundstücke bewirtschaften. Gemäss dem klaren Wortlaut 

der Bestimmung müssen diese Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein. 

2.2.3 Als Zollgrenzzonen gelten gemäss Art. 1 Abs. 1 Sätze 2 und 3 Ab-

kommen CH-DE die beiderseitigen Gebietsstreifen, die sich entlang der 

gemeinsamen Zollgrenze und am Bodensee entlang den Ufern auf eine 

Tiefe von 10 km erstrecken, wobei durch besondere örtliche Verhältnisse 

bedingte Abweichungen bis zu einer Gesamtzonentiefe von 20 km vorbe-

halten bleiben. 

2.2.4 Im Abkommen CH-DE wird explizit festgehalten, dass die Grenzbe-

wohner (selbst) die Grundstücke in der Zollgrenzzone des anderen Staates 

bewirtschaften (Art. 2 Abs. 1 Abkommen CH-DE; vgl. für das interne 

schweizerische Recht aber E. 2.3.1 und 2.3.3 f.). 

2.2.5 Art. 25 Abs. 2 des Abkommens CH-DE hält fest, dass die Zollbehör-

den der beiden Staaten – nötigenfalls im gegenseitigen Einvernehmen – 

die erforderlichen Überwachungs- und Sicherheitsmassnahmen anordnen, 

um eine missbräuchliche Ausnützung der in diesem Abkommen vorgese-

henen Erleichterungen zu verhindern. 

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Seite 7 

2.3 Im nationalen Recht, welches jedoch hinter das Völkerrecht zurückzu-

treten hat (E. 2.1), erteilt Art. 8 Abs. 2 Bst. j in Verbindung mit Art. 43 ZG 

dem Bundesrat (unter anderem) die Kompetenz, Waren des Grenzzonen-

verkehrs für zollfrei zu erklären, was der Bundesrat mit Erlass von Art. 23 

der Zollverordnung vom 1. November 2006 (ZV, SR 631.01) auch getan 

hat. 

2.3.1 Damit eine Tätigkeit als LBV qualifiziert wird und folglich die entspre-

chenden Einfuhren zollbefreit sind, müssen kumulativ grundsätzlich und 

soweit vorliegend relevant folgende Voraussetzungen erfüllt sein (vgl. zum 

Ganzen: Art. 8 Abs. 2 Bst. j und Art. 43 ZG i.V.m. Art. 23 ZV; vgl. Urteil des 

BGer 2C_53/2011 vom 2. Mai 2011 E. 2.3; Urteile des BVGer A-1234/2017 

vom 17. April 2019 E. 2.4.2, A-4988/2016 vom 17. August 2017 E. 3.5.1, 

A-4158/2016 vom 4. April 2017 E. 3.1.3; ROLF WÜTHRICH, in: Kocher/Cla-

vadetscher [Hrsg.], Zollgesetz, 2009, Art. 43 N. 8 ff.): 

– diejenige Person, die Anspruch auf Zollbefreiung erhebt, muss ih-
ren Wohnsitz in der schweizerischen Grenzzone haben, 

– sie muss Eigentümerin, Nutzniesserin oder Pächterin des betref-
fenden Grundstücks sein, 

– sie muss dieses Grundstück selber bewirtschaften, 

– sie muss die Ernteerträge selber einführen oder durch Angestellte 
einführen lassen, 

– bei den einzuführenden Ernteerträgen muss es sich um rohe Bo-
denerzeugnisse handeln, 

– das Grundstück, von welchem die einzuführenden Bodenerzeug-
nisse stammen, muss in der ausländischen Grenzzone liegen; die 
Grenzzone erstreckt sich auf beiden Seiten der Zollgrenze auf ei-
nen Gebietsstreifen von 10 Kilometern. 

2.3.2 Aus der Entstehungsgeschichte der Befreiungsvorschrift für den LBV 

ergibt sich, dass der Gesetzgeber damit die Benachteiligung von Landwir-

ten vermeiden wollte, die beidseitig der oft zufällig verlaufenden Zollgrenze 

Land bewirtschaften. Um Missbräuche zu verhindern, wurde die Privilegie-

rung schon mit der Gesetzesrevision von 1924/25 erneut davon abhängig 

gemacht, dass die im Ausland gelegenen Grundstücke tatsächlich durch 

den schweizerischen Eigentümer, Nutzniesser oder Pächter bewirtschaftet 

werden (vgl. Botschaft vom 4. Januar 1924 betreffend die Revision des 

Bundesgesetzes über das Zollwesen vom 28. Juni 1893, in: BBl 1924 I 21, 

S. 29 vgl. auch S. 31). Die Zollfreiheit im Rahmen des landwirtschaftlichen 

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Seite 8 

Bewirtschaftungsverkehrs ist daher nach der konstanten Rechtsprechung 

einschränkend zu verstehen und nur denjenigen Eigentümern, Nutznies-

sern und Pächtern vorbehalten, die diese Grundstücke selber bewirtschaf-

ten (Urteile des BVGer A-4988/2016 vom 17. August 2017 E. 3.5.2, 

A-4158/2016 vom 4. April 2017 E. 3.1.4). 

2.3.3 Bewirtschafter ist, wer einen landwirtschaftlichen Betrieb auf eigene 

Rechnung und Gefahr führt, das heisst, die zur Bewirtschaftung nötigen 

Anordnungen trifft, die Kosten trägt und einen allfälligen Gewinn oder Ver-

lust realisiert. Für die Qualifikation als Bewirtschafter nicht schädlich ist, 

wenn Angestellte die Grundstücke für den Bewirtschafter besorgen (Urteile 

des BVGer A-4988/2016 vom 17. August 2017 E. 3.5.3, A-2925/2010 vom 

25. November 2010 E. 2.3.1; WÜTHRICH, a.a.O., Art. 43 N. 11). 

2.3.4 Der Bewirtschafter hat die Grundstücke nicht nur selber zu bewirt-

schaften, sondern die Ware auch selber oder durch seine Angestellten ein-

zuführen (Art. 23 Abs. 6 Bst. a und c ZV; WÜTHRICH, a.a.O., Art. 43 N. 10). 

Nach der Praxis der Zollverwaltung ist die Einfuhr auch dann durch die 

bewirtschaftende Person erfolgt, wenn sie durch einen Mitarbeitenden oder 

Beauftragten vorgenommen wurde (vgl. Richtlinie 16-07 der EZV vom 

1. April 2018, Grenzzonenverkehr, Ziff. 4.1.3; Urteil des BVGer 

A-4988/2016 vom 17. August 2017 E. 3.5.4). 

2.4 Art. 2 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezem-

ber 1907 (ZGB, SR 210; vgl. auch Art. 5 Abs. 3 Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) ge-

währt offenbarem Rechtsmissbrauch keinen Rechtsschutz. Das Verbot des 

Rechtsmissbrauchs steht der Inanspruchnahme eines Rechtsinstituts zu 

Zwecken, welche dieses nicht schützen will, entgegen, und lässt scheinba-

res Recht weichen, wo offenbares Unrecht geschaffen würde (BGE 125 III 

257 E. 2c). Wann ein solcher Missbrauch vorliegt, ist anhand der konkreten 

Umstände des Einzelfalles zu bestimmen, wobei die von der Lehre und 

Rechtsprechung entwickelten Fallgruppen des Rechtsmissbrauchs zu be-

achten sind (BGE 140 III 491 E. 4.2.4, 135 III 162 E. 3.3.1; Urteil des BVGer 

A-3424/2016 vom 7. September 2017 E. 7.1; vgl. auch BGE 144 II 49 

E. 2.2, 142 II 206 E. 2.3 und 2.5). 

In Bezug auf die Gründung von juristischen Personen kann Rechtsmiss-

brauch vorliegen, wenn diese in zweckwidriger Weise verwendet wird oder 

wenn die selbständige Persönlichkeit der juristischen Person dazu benutzt 

wird, dass die dahinterstehenden natürlichen Personen ihre rechtlichen 

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Seite 9 

oder vertraglichen Pflichten nicht erfüllen. In einem solchen Fall wird die 

rechtliche Selbständigkeit der juristischen Person nicht beachtet (Durch-

griff; vgl. BGE 144 III 541 E. 8.3.2). 

Das Abkommen CH-DE enthält im Übrigen ebenfalls den Grundsatz, dass 

eine missbräuchliche Inanspruchnahme der darin vorgesehenen Erleichte-

rungen nicht geschützt werden soll (vgl. E. 2.2.5). 

3.  

3.1  

3.1.1 Im vorliegenden Verfahren ist primär das Abkommen CH-DE an-

wendbar und die nationale Gesetzgebung nur subsidiär (vgl. E. 2.1). Da-

von gehen auch die Verfahrensbeteiligten aus. Allerdings können die na-

tionalen Bestimmungen herangezogen werden, soweit das Abkommen 

CH-DE dafür Raum lässt, insbesondere, um dieses zu konkretisieren. 

3.1.2 Es ist davon auszugehen, dass die der Beschwerdeführerin verpach-

teten Grundstücke nicht unterverpachtet wurden. Derlei ergibt sich auch 

nicht aus den Akten. Das sehen (mittlerweile) auch die Verfahrensbeteilig-

ten so. 

3.1.3 Unbestritten ist weiter, dass gemäss dem hier anwendbaren Abkom-

men CH-DE auch eine juristische Person grundsätzlich befugt ist, den LBV 

in Anspruch zu nehmen. Dies hält das Abkommen ausdrücklich fest 

(E. 2.2.1 f.). 

3.2 Zu klären ist vorliegend jedoch, ob die Beschwerdeführerin sämtliche 

Bedingungen für die Gewährung der abgabenbefreiten Wareneinfuhr im 

Rahmen des LBV erfüllt. Zunächst werden nachfolgend die Parteivorbrin-

gen dargestellt (E. 3.2.1 und E. 3.2.2). Daran anschliessend ist die ge-

nannte Frage zu beurteilen, ob die Bedingungen, gemäss denen der Be-

schwerdeführerin die Bewilligung für die abgabenbefreite Wareneinfuhr im 

Rahmen des LBV erteilt werden kann, erfüllt sind oder nicht (E. 3.3). 

3.2.1 Die Vorinstanz macht geltend, dass sich am inländischen, in der 

Grenzzone befindlichen Sitz der Beschwerdeführerin in […] kein landwirt-

schaftlicher Betrieb befinde. Das Abkommen CH-DE bestimme für juristi-

sche und natürliche Personen, dass in der inländischen Grenzzone Bewirt-

schaftungsgebäude vorhanden seien und diese auch für die Bewirtschaf-

tung der Felder eingesetzt werden müssten. Selbstredend müsse das Wirt-

schaftsgebäude Teil des Landwirtschaftsbetriebes sein. Mit anderen Wor-

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Seite 10 

ten sei im Wirtschaftsgebäude der Maschinenpark des Betriebes einge-

stellt und werde die Ernte gelagert. Die Bewirtschaftung der ausländischen 

Grundstücke müsse aus der Schweiz erfolgen. Zwar habe die Beschwer-

deführerin von der D._______ AG, [Adresse]  wo sich der Sitz letzterer 

Gesellschaft befinde  mit Mietvertrag vom 20. Juni 2018 einen «Werkhof 

und ein Ökonomiegebäude zur Mitbenutzung und teilweise exklusiver Nut-

zung» angemietet, jedoch hätte dort bei einem Augenschein kein Hinweis 

gefunden werden können, der auf einen landwirtschaftlichen Betrieb 

schliessen liesse. Es handle sich um ein Gebäude, welches zur Lagerung 

von Wein genutzt werde. So hätten keine für einen landwirtschaftlichen Be-

trieb notwendige Infrastruktur, Maschinen oder Gerätschaften festgestellt 

werden können, weder für den Acker- noch für den Gemüse- oder Rebbau. 

Des Weiteren seien auch keine Hilfsmittel wie Düngemittel, Pflanzen-

schutzmittel, Pflanzen oder Saatgut auf dem Areal festgestellt worden. Zu-

dem stelle sich die Frage, wo dieselben untergebracht werden könnten, da 

der Platz hierzu offensichtlich fehle. Die D._______ AG sei eine Aktienge-

sellschaft, welche die Bewirtschaftung von Reben, Produktion von und 

Handel mit Wein, Weinkelterung und Lohnarbeiten für Dritte zum Zweck 

habe. Ihr Verwaltungsratspräsident, C._______, sei auch Gesellschafter 

der Beschwerdeführerin. Da kein Wirtschaftsgebäude im erforderlichen 

Sinn vorhanden sei, sei davon auszugehen, dass die Bewirtschaftung der 

in der ausländischen Grenzzone gelegenen Parzellen ausschliesslich vom 

Ausland aus erfolge, und nicht – wie in den rechtlichen Bestimmungen ge-

fordert – vom inländischen Zollgebiet aus. Die Beschwerdeführerin sei an-

lässlich ihres Antrages im Jahr 2018 der Ansicht gewesen, keine Wirt-

schaftsgebäude zu benötigen, da alle Arbeiten an Lohnunternehmer ver-

geben werden sollten. Die Gebäude seien schliesslich erst zugemietet wor-

den, nachdem ein erster Antrag für den landwirtschaftlichen Bewirtschaf-

tungsverkehr im Jahr 2018 von der Zollkreisdirektion abgelehnt worden sei, 

da die Beschwerdeführerin kein Wirtschaftsgebäude in der inländischen 

Grenzzone genutzt habe bzw. habe vorweisen können. 

Mit Verweis auf die bundesverwaltungsgerichtliche Rechtsprechung hält 

die Vorinstanz fest, es sei zwar nicht zu beanstanden, wenn die Angestell-

ten der Beschwerdeführerin bei der Bewirtschaftung der Grundstücke mit-

helfen würden. Davon zu unterscheiden sei jedoch die Situation, in der der 

Verpächter bzw. dessen Angestellte Aufgaben bei der Bearbeitung der Fel-

der übernähmen. Eine allfällige Bewirtschaftung durch einen inländischen 

Lohnunternehmer stehe dieser Anforderung nicht entgegen. Ausländische 

Lohnunternehmer jedoch, die im vorliegenden Fall eingesetzt werden soll-

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Seite 11 

ten, erfüllten diese Bedingung grundsätzlich nicht. Eine solche Vorgehens-

weise würde klar dem Sinn und Zweck des Abkommens widersprechen. Es 

sei keineswegs die Intention des Gesetzgebers, dass die grundsätzliche 

Abgabepflicht von Einfuhren umgangen werden könne, indem durch «Be-

auftragung des Verpächters» zur Bewirtschaftung der Felder faktisch deren 

Verpachtung wieder rückgängig gemacht werde. Aufgrund der Konstella-

tion, wonach die Gesellschafter der Pächterin identisch seien mit den Ver-

pächtern der Parzellen, erscheine es fraglich, ob mit Blick auf den LBV von 

einem echten Pachtverhältnis ausgegangen werden könne. Es stelle sich 

die Frage, ob die, Beschwerdeführerin Pächterin und selbständige Bewirt-

schafterin der Grundstücke im Sinn der genannten Abgabenbefreiungsvor-

schriften sei. Von einer selbständigen Bewirtschaftung durch die Be-

schwerdeführerin könne nicht ausgegangen werden. 

Sie (die Vorinstanz) erachte es als unglaubwürdig, dass das Gebäude und 

der Werkhof an der [Adresse] für die Bewirtschaftung der in der ausländi-

schen Grenzzone gelegenen Felder genutzt würden. Vielmehr mache es 

den Anschein, dass das Gebäude nur aus fiktiven und nicht aus operativen 

Gründen gemietet worden sei und somit die Bewirtschaftung der ausländi-

schen Felder nicht aus der Schweiz erfolge. Der Gesellschafter, dank dem 

die Beschwerdeführerin den Sitz in der schweizerischen Grenzzone be-

gründe, sei A._______. Dieser sei gemäss dem Handelsregisteramt Zürich 

Mitarbeiter der Firma E._______ AG, [Ort]. Diese Gesellschaft bezwecke 

die Erbringung von Dienstleistungen im EDV-Bereich. Ein beruflicher Be-

zug von A._______ zur Landwirtschaft sei nicht ersichtlich. Daraus erhelle, 

dass das vorliegende Konstrukt (die Beschwerdeführerin) zum Ziel habe, 

den beiden deutschen Gesellschaftern (Landwirten mit Landwirtschaftsbe-

trieben in der deutschen Grenzzone) die zollfreie Einfuhr ihrer Landwirt-

schaftsprodukte zu ermöglichen. 

3.2.2 Die Beschwerdeführerin führt zur Begründung ihrer Position insbe-

sondere aus, Landwirtschaftsbetriebe würden nicht der Kleinbauernidylle 

entsprechen. Es sei weltfremd, dass der Bauer seine Erzeugnisse jeden 

Abend zurückbringe und in der Abkommensbestimmung auch nicht vorge-

sehen. Es sei davon auszugehen, dass Landwirte, welche über Felder im 

Ausland verfügten, auch Ökonomiegebäude, Ställe, Unterstände und der-

gleichen im Ausland nutzten. Der Sitz sowie das Ökonomiegebäude der 

Beschwerdeführerin befänden sich innerhalb der relevanten Grenzzone. 

Die ausländischen Grundstücke würden von den Gesellschaftern teils 

selbst, teils jedoch, wie die Vorinstanz richtig festhalte, auch von landwirt-

schaftlichen Lohnunternehmen bewirtschaftet. Die Vergabe von Arbeiten 

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Seite 12 

an landwirtschaftliche Lohnunternehmen sei heute gang und gäbe. 

Dadurch verliere der Landwirt letztlich auch nicht seinen Status. Heute 

werde nicht einmal mehr verlangt, dass der Landwirt persönlich bei seinen 

Betriebsgebäuden wohnen müsse. 

In rechtlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin vor, das Abkommen 

CH-DE sei anwendbar, nicht die schweizerische Zollgesetzgebung, die oh-

nehin völkerrechtliche Verträge vorbehalte. Gemäss diesem Abkommen 

seien auch juristische Personen zur Zollbefreiung zugelassen. Bei diesen 

müsse genügen, dass sowohl der Gesellschaftssitz als auch die Wirt-

schaftsgebäude in der relevanten Grenzzone lägen. Eine juristische Per-

son könne die Felder nicht selber bewirtschaften. Sie brauche hierzu na-

türliche Personen, wie Gesellschafter, Angestellte oder beauftragte Dritte 

(hier Lohnunternehmen). Damit könne nicht vorausgesetzt werden, dass 

die Parzellen auf der anderen Grenzseite selbst bewirtschaftet würden. Oh-

nehin bewirtschafte sie (die Beschwerdeführerin) die Parzellen selber. Im 

vorliegenden Fall erfolge die Bearbeitung zum grossen Teil (höchstpersön-

lich) durch die Gesellschafter, zum Teil auch durch landwirtschaftliche 

Lohnunternehmen. Dies müsse bei juristischen Personen genügen. Ihre 

Organe bewirtschafteten die Flächen auf ihr (der Beschwerdeführerin) Nut-

zen und Risiko. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die Vorinstanz 

verkenne die Rechtspersönlichkeit einer juristischen Person. Sie (die Be-

schwerdeführerin) sei eine GmbH. Eine solche könne als juristische Per-

son eigene Rechte und Pflichten eingehen und gelte als eigenständiges 

Rechtssubjekt. Sie sei von ihren Gesellschaftern separat zu behandeln und 

könne nicht mit diesen gleichgestellt werden. Die Beschwerdeführerin sei 

deshalb auch mit den Verpächtern nicht identisch. Davon abgesehen, dass 

bereits schon ihre Gesellschafter nicht mit den Verpächtern identisch seien, 

stelle die Beschwerdeführerin als juristische Person eine eigenständige 

Rechtseinheit dar und könne nicht mit natürlichen dritten Personen gleich-

gestellt werden. Schliesslich hält die Beschwerdeführerin dafür, an der 

Adresse in […] bestehe ein Ökonomiegebäude mit Lagerplätzen sowie Un-

terständen für landwirtschaftliche Maschinen und Traktoren etc. Daneben 

befänden sich noch Büroräumlichkeiten, wie sie ebenfalls auf jedem Land-

wirtschaftsbetrieb zu finden seien, an dieser Adresse. 

A-4748/2019 

Seite 13 

3.3  

3.3.1 Wie bereits zuvor festgehalten (E. 2.2.1 f. und 2.2.4) ergibt sich aus 

dem Abkommen CH-DE, dass die Person, welche in der Grenzzone des 

einen Landes ihren Sitz, ihr Wirtschaftsgebäude und ihre Verwaltung hat, 

selbst das Grundstück in der Grenzzone des anderen Staates bewirtschaf-

ten muss. Das Abkommen CH-DE äussert sich nicht explizit dazu, ob es 

zulässig ist, dass sie dies durch ihre Angestellten erledigen lässt. Dies 

ergibt sich aber implizit daraus, dass auch juristische Personen den LBV in 

Anspruch nehmen können. Aus dem nationalen Recht ergibt sich ebenfalls, 

dass dies zugelassen wird (E. 2.3.3). Vorliegend ist darauf nicht weiter ein-

zugehen, zumal diese Erleichterung unumstritten ist. 

3.3.2 Notwendig ist auch, dass die Bewirtschaftung der landwirtschaftli-

chen Grundstücke im anderen Staat (vorliegend in Deutschland) von der 

Zollgrenzzone des einen Staates (vorliegend der Schweiz) ihren Ausgang 

nimmt, wobei das Wirtschaftsgebäude, wie sich aus Art. 2 Abs. 1 Abkom-

men CH-DE ergibt, tatsächlich genutzt werden muss (E. 2.2.1). Ob dabei 

eine tägliche Rückkehr zum Wirtschaftsgebäude (in der Schweiz) notwen-

dig ist, ist dem Abkommen CH-DE nicht zu entnehmen. Nicht zulässig ist 

aber auf jeden Fall, dass die Bewirtschaftung ausschliesslich durch Perso-

nen erfolgt, die nicht vom Wirtschaftsgebäude aus starten und dieses auch 

im Verlauf des Tages nicht verwenden bzw. anfahren. Vorliegend ist dieses 

Erfordernis nicht erfüllt: 

3.3.2.1 Einerseits erklärt die Beschwerdeführerin selbst, die Arbeit vor al-

lem durch ihre in Deutschland wohnenden Gesellschafter sowie durch 

Lohnunternehmen erledigen zu lassen. Die Gesellschafter sowie die Ange-

stellten der Lohnunternehmen werden sich täglich von ihrem Wohn- bzw. 

Standort in Deutschland aus auf die in Deutschland liegenden Felder der 

Beschwerdeführerin begeben und gerade nicht vom Wirtschaftsgebäude 

der Beschwerdeführerin aus starten. Ebenso wenig legt die Beschwerde-

führerin dar, dass diese Personen das Wirtschaftsgebäude im Verlauf des 

Tages anfahren und verwenden. 

3.3.2.2 Andererseits gibt es gemäss den nicht substantiiert bestrittenen 

Feststellungen der Vorinstanz, die diese mittels Fotos belegt, beim Wirt-

schaftsgebäude der Beschwerdeführerin gar nicht genügende Unterstände 

oder Lagerräume, und keine landwirtschaftlichen Gerätschaften, so dass 

dieses Gebäude tatsächlich nicht als «Ausgangszentrum» für die Bewirt-

schaftung der in Deutschland gelegenen Grundstücke dienen kann. Es 

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Seite 14 

kann insgesamt auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden. 

3.3.3 Hinzu kommt Folgendes: Dass das Wirtschaftsgebäude gemäss dem 

Abkommen CH-DE als jener Ort gilt, von dem aus die Grundstücke in tat-

sächlicher Hinsicht und nicht nur verwaltungsmässig bewirtschaftet wer-

den, ergibt sich daraus, dass dieses Abkommen ausdrücklich festhält, dass 

sich bei juristischen Personen deren Sitz und deren Wirtschaftsgebäude 

sowie der Ort, an dem die Verwaltung geführt wird, in der Zollgrenzzone 

befinden müssen (E. 2.2.2). Dabei können diese drei Eigenschaften durch-

aus am selben Ort gegeben sein. Sitz und Ort der Verwaltung genügen 

jedoch nicht. Da es im vorliegenden Fall jenem Gebäude, welches als Wirt-

schaftsgebäude gemietet wurde, an entsprechendem Platz und landwirt-

schaftlichen Gerätschaften mangelt (E. 3.3.2.2), kann dieses Gebäude 

nicht als Wirtschaftsgebäude im Sinne des Abkommens CH-DE angese-

hen werden. Ob dort eine Verwaltungstätigkeit ausgeübt wird, ist nicht al-

lein entscheidend. 

3.3.4 Damit mangelt es vorliegend bereits an zwei Voraussetzungen, ge-

mäss denen der Beschwerdeführerin die abgabenbefreite Wareneinfuhr im 

Rahmen des LBV bewilligt werden könnte, nämlich am tatsächlichen Be-

stehen eines Wirtschaftsgebäudes sowie am Umstand, dass das Grund-

stück in der Grenzzone des andern Staates (Deutschland) tatsächlich von 

der Grenzzone des einen Staates (Schweiz) aus bewirtschaftet wird. 

3.3.5 Die Vorinstanz hat damit der Beschwerdeführerin zu Recht die Bewil-

ligung für die abgabenbefreite Wareneinfuhr im Rahmen des LBV versagt. 

3.4 Der Vollständigkeit halber bleibt noch auf die Frage einzugehen, ob das 

Vorgehen der Gesellschafter der Beschwerdeführerin als rechtsmiss-

bräuchlich zu betrachten wäre (E. 2.4). 

In der vorliegenden Konstellation wohnen zwei der drei Gesellschafter der 

Beschwerdeführerin in […] (Deutschland). Dort bzw. in der unmittelbaren 

Umgebung liegen auch die bewirtschafteten Grundstücke, die diesen Ge-

sellschaftern gehören. Ohne GmbH hätten die beiden Gesellschafter von 

vornherein keinen Anspruch auf LBV. Der einzige schweizerische Gesell-

schafter, an dessen Wohnadresse sich auch der Sitz der GmbH befindet, 

weist unbestrittenermassen keinen Bezug zur Landwirtschaft auf und ist 

insbesondere nicht in der Landwirtschaft tätig. Er scheint vor allem darum 

Gesellschafter und insbesondere Vorsitzender der Geschäftsleitung zu 

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Seite 15 

sein, weil gemäss Art. 814 Abs. 3 Satz 1 und 2 OR die GmbH durch eine 

Person, die Wohnsitz in der Schweiz hat, vertreten werden können muss, 

wobei diese Person Geschäftsführerin oder Direktorin sein muss. Das von 

der Gesellschaft gemietete Wirtschaftsgebäude gehört einer Gesellschaft, 

deren Verwaltungsratspräsident gleichzeitig Gesellschafter der Beschwer-

deführerin ist. Es ist nicht ersichtlich, zu welchem Zweck sich diese drei 

Personen zusammenschliessen und eine GmbH gründen sollten, wenn 

nicht zu jenem, ihren beiden deutschen Gesellschaftern die abgabenbe-

freite Einfuhr ihrer landwirtschaftlichen Produkte aus Deutschland in die 

Schweiz zu ermöglichen. Dazu wird eine juristische Person in der Zoll-

grenzzone der Schweiz kreiert (die Beschwerdeführerin), die dann von ih-

ren beiden deutschen Gesellschaftern deren landwirtschaftliche Grundstü-

cke in Deutschland pachtet und diese von ebendiesen Gesellschaftern be-

wirtschaften lassen will. Wird nun noch der Umstand berücksichtigt – der 

sich im Übrigen bereits zuvor als wesentlich erwiesen hat (E. 3.3.2 und 

3.3.4) –, dass die Grundstücke tatsächlich von Deutschland aus bewirt-

schaftet werden und in der Schweiz höchstens eine Verwaltungstätigkeit 

ausgeübt wird, wird nochmals deutlicher, dass vordringlicher Zweck der 

Beschwerdeführerin ist, dass die beiden in Deutschland wohnenden Ge-

sellschafter den LBV in Anspruch nehmen können, so dass die Gesell-

schafter für die Einfuhr ihrer landwirtschaftlichen Produkte von Deutsch-

land in die Schweiz keine Zollabgaben entrichten müssen. Ein solches Vor-

gehen stellt eine missbräuchliche Inanspruchnahme der Erleichterungen 

gemäss der Regel des LBV bzw. faktisch eine Umgehung der Zollabgaben 

dar. 

Folge dieser Einschätzung ist, dass die juristische Person, hier die Be-

schwerdeführerin, als nicht bestehend betrachtet wird, der Sachverhalt 

also in Bezug auf die hier fraglichen Einfuhrabgaben bzw. die Frage, ob die 

abgabenbefreite Einfuhr im Rahmen des LBV zu gewähren ist, so beurteilt 

wird, als ob die juristische Person nicht gegründet worden wäre. Es wird 

durch die juristische Person direkt auf die natürlichen Personen «durchge-

griffen» (E. 2.4). Weder den beiden deutschen Gesellschaftern selbst noch 

dem schweizerischen Gesellschafter könnte die abgabenbefreite Einfuhr 

der landwirtschaftlichen Produkte bewilligt werden. Damit führt der Rechts-

missbrauch dazu, dass auch der Beschwerdeführerin die abgabenbefreite 

Wareneinfuhr im Rahmen des LBV selbst dann nicht bewilligt werden 

könnte, wenn sich – was vorliegend nicht der Fall ist – am Wirtschaftsge-

bäude Einrichtungen befinden würden, die als genügend zu betrachten wä-

ren. 

A-4748/2019 

Seite 16 

4.  

4.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten, die auf Fr. 2'000.-- fest-

zusetzen sind, der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG 

i.V.m. Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in derselben Höhe ist zur 

Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

4.2 Der Beschwerdeführerin ist ebenso wie der Vorinstanz keine Parteient-

schädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 1 

VGKE e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der von dieser in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird 

zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniel Riedo Susanne Raas 

 

 

  

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Seite 18 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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