# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 888c7939-e8b0-5f65-9357-ae3c90b03c42
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2015 C-1378/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1378-2015_2015-07-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-1378/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richterin Marianne Teuscher,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 
 

 
 

Parteien 
 x._______, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

 

C-1378/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 3. November 2014 beantragte der aus Pakistan stammende, 1973 ge-

borene Y.______ (nachfolgend: Gesuchsteller bzw. Neffe der Beschwerde-

führerin) bei der Schweizerischen Botschaft in Islamabad die Erteilung ei-

nes Schengenvisums für die Dauer von einem Monat. Als Zweck der be-

absichtigten Reise gab er an, X._______, wohnhaft im Kanton Zürich (geb. 

1959, im Folgenden: Beschwerdeführerin bzw. Gastgeberin), besuchen zu 

wollen. 

B. 

Die Schweizerische Botschaft wies den Visumsantrag am 3. November 

2014 ab. Dagegen erhob die Beschwerdeführerin beim damaligen Bundes-

amt für Migration (BFM; neu SEM) am 6. Dezember 2014 Einsprache.  

C. 

Auf Ersuchen der Vorinstanz hin richtete das Migrationsamt des Kantons 

Zürich einen Fragekatalog an die Gastgeberin, den diese am 15. Januar 

2015 unterschriftlich beantwortete.  

D. 

Am 6. Februar 2015 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Sie stellte fest, 

dass aufgrund des starken Zuwanderungsdrucks aus der Herkunftsregion 

des Gesuchstellers grundsätzlich von einem hohen Risiko einer nicht frist-

gerechten und anstandslosen Rückkehr auszugehen sei. Von dieser Ein-

schätzung sei nur abzuweichen, wenn dem Gesuchsteller über das übliche 

Mass hinausgehende Verpflichtungen im Aufenthaltsland oblägen. Es gelte 

daher, sein persönliches Umfeld in Betracht zu ziehen. Dem Gesuchsteller 

würden in seinem Heimatland berufliche Verpflichtungen und familiäre Ver-

antwortlichkeiten obliegen, welche sich kaum mit einem Besuchsaufenthalt 

von einem Monat vereinbaren liessen. Er habe in seinem Heimatland seine 

Ehefrau und die Kinder sowie ein eigenes Unternehmen, welches gemäss 

den Angaben der Beschwerdeführerin gut laufe. Es sei unwahrscheinlich, 

dass ein Unternehmer in Pakistan seinem Unternehmen während einem 

Monat fernbleibe. Des Weiteren erscheine es nicht notwendig, dass er 

zwecks Besprechung von humanitären Projekten in Pakistan für die Dauer 

von einem Monat in die Schweiz reise.  

E. 

Gegen diese Verfügung erhob die Gastgeberin am 27. Februar 2015 Be-

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schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt für den Gesuch-

steller die Erteilung eines Visums sowie sinngemäss die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung. Sie führt im Wesentlichen aus, der Gesuchstel-

ler habe in seinem Heimatland berufliche Verpflichtungen und familiäre 

Verantwortlichkeiten, weshalb die Befürchtung, dass seine Wiederausreise 

nicht gesichert sei, unbegründet sei. Zusätzlich habe sie eine Verpflich-

tungserklärung unterzeichnet, wonach sie für den Lebensunterhalt des Ge-

suchstellers während seiner Anwesenheit in der Schweiz aufkommen und 

für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise besorgt sein würde. 

In der Schweiz sei es üblich, drei/vier Wochen am Stück in die Ferien zu 

reisen, auch für Unternehmer, CEOs und Chefbeamte. Zudem würden ei-

nige Firmen nach zehn bis fünfzehn Dienstjahren ihren Kaderpersonen 

eine Auszeit (Sabbatical) von mehreren Monaten bieten. Dies würden sie 

wohl kaum tun, wenn dabei die Firma ruiniert würde. Deshalb könne auch 

der Gesuchsteller seinem Unternehmen einen Monat fernbleiben. Die Vo-

rinstanz dürfe sich ebenfalls nicht anmassen, zu beurteilen, ob es für ihre 

humanitäre Arbeit notwendig sei, dass der Gesuchsteller in die Schweiz 

reise, um die nächsten Projektschritte zu besprechen und einen Austausch 

mit den zahlreichen Spendern in der Schweiz zu ermöglichen. Das EDA 

rate von nicht dringlichen Reisen nach Pakistan ab, weshalb sie selten 

dorthin reise.  

F. 

In ihrer Vernehmlassung vom 28. April 2015 schliesst die Vorinstanz auf 

Abweisung der Beschwerde und führt ergänzend aus, es sei durchaus zu-

treffend, dass es in der Schweiz üblich sei, drei bis vier Wochen am Stück 

Ferien zu beziehen. Im vorliegenden Fall falle indessen ins Gewicht, dass 

die Angaben betreffend die geschäftlichen Tätigkeiten des Gesuchstellers 

wenig plausibel erschienen. Dies würden nur schon die beigebrachten 

Bankauszüge zeigen, die lediglich einen durchschnittlichen Kontostand 

von umgerechnet Fr. 20.- aufweisen würden. Die Frage, ob er sich als Un-

ternehmer ein einmonatiges Wegbleiben von seiner Firma leisten könne, 

könne daher offen bleiben. Dazu komme, dass die Angaben und die Be-

gründung für die Reise in die Schweiz widersprüchlich seien. Der Gesuch-

steller spreche stets von einem Besuchsaufenthalt bei Freunden/Verwand-

ten, bei dem die Aufenthaltskosten durch die Gastgeberin übernommen 

werden sollten. Die Beschwerdeführerin führe dagegen aus, der Zweck der 

Reise stehe in Zusammenhang mit humanitärer Arbeit, mit der Bespre-

chung nächster Projektschritte und dem Austausch mit zahlreichen Spen-

dern. Zudem würde der Gesuchsteller seine Reisekosten selber tragen, da 

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er aufgrund seines florierenden Geschäftes über genügend finanzielle Mit-

tel besitze. An der Integrität der Gastgeberin werde nicht gezweifelt. Sie 

könne jedoch nicht Gewähr für die anstandslose und fristgerechte Wieder-

ausreise des Gesuchstellers bieten. 

G. 

Die Gastgeberin bemerkt dazu in ihrer Replik vom 29. Mai 2015, die Bank-

auszüge, die der Eingeladene vorgelegt habe, würden einen durchschnitt-

lichen Kontostand von ca. 1,5 bis 2 Mio. Pakistanische Rupien (PKR) auf-

weisen, was umgerechnet einem Kontostand von ca. Fr. 15'000.- bis 

20'000.- entspräche. Bezüglich Angaben und Begründung für die Reise in 

die Schweiz sehe sie keinen Widerspruch. Der Besuchsaufenthalt habe 

zwei Komponenten, nämlich den Besuch von Freunden/Verwandten und 

gleichzeitig die Besprechung der nächsten Projektschritte der humanitären 

Arbeit sowie den Austausch mit zahlreichen Spendern. Als Gastgeberin 

werde sie selbstverständlich für seine Aufenthaltskosten in der Schweiz 

aufkommen. Die Reisekosten bezahle der Gesuchsteller jedoch selber.  

H. 

Mit Triplik vom 22. Juni 2015 führt die Vorinstanz aus, dass ihr ein Fehler 

unterlaufen sei und die Angaben der Beschwerdeführerin hinsichtlich des 

Kontostandes stimmen würden. Dies ändere jedoch nichts daran, dass die 

Angaben im Visumsgesuch widersprüchlich und unglaubhaft seien. 

I. 

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1. 

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 

VGG genannten Behörden. Dazu gehört das SEM, das mit der Abweisung 

der Einsprache betreffend Verweigerung eines Schengen-Visums eine Ver-

fügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfechtungsobjekt 

erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

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Seite 5 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-

schwerde berechtigt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2. 

Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung    von 

Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des        Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (vgl. 

Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdever-

fahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 

VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Ver-

hältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m. H.). 

3. 

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines pakistanischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen einmonatigen Auf-

enthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende 

Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der 

Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schen-

gen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechts-

akte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und seine 

Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als die 

Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen 

enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4. 

Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht 

auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung ei-

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nes Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätz-

lich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu gestatten. 

Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um 

einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Aus-

länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 

II 1 E. 1.1). Das Schengen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befug-

nisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzungen für Einreise und 

Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das 

Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen 

Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt jedoch auch das Schengen-

Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

5. 

5.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den 

Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb 

eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenz-

übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist. Im Wei-

teren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Umstände ihres 

beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzi-

elle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schen-

gen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder 

verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner 

dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem 

(SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für 

die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 

oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. 

zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 

1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Vi-

sumserteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung [EG] 

Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und Rates vom 15. März 2006 

über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch 

Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. SGK], ABl. L 105/1 

vom 13.04.2006; Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und Art. 21 Abs. 1 der Verordnung 

[EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex] [nach-

folgend: Visakodex], ABl. L 243/1 vom 15.09.2009; vgl. zum Personen-

kreis: Art. 2 Ziff. 5 und Ziff. 6 SGK). 

5.2 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Voraussetzungen für die 

rechtmässige Einreise nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-

Raum geltendes "einheitliches Visum" nicht erteilt werden. Allerdings kann 

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ein Mitgliedstaat in Ausnahmefällen ein sog. "Visum mit räumlich be-

schränkter Gültigkeit" erteilen, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffen-

den Mitgliedstaats gilt. Unter anderem kann der betreffende Mitgliedstaat 

von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären 

Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internati-

onaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visako-

dex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK; BVGE 2011/48 E. 4.6). 

5.3 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige 

beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs-

sen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von  dieser 

Visumpflicht befreit sind (ABl. L 81/1 vom 21.03.2001; zum vollständigen 

Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV) zeigen diejenigen 

Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren-

zen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen. 

Da Pakistan in dieser Liste aufgeführt ist, unterliegt der Gesuchsteller der 

Visumspflicht. 

6. 

6.1 Die Vorinstanz begründete die Abweisung der Einsprache im Wesent-

lichen damit, dass die Wiederausreise des Gesuchstellers nicht gewähr-

leistet sei. Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederaus-

reise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich 

Prognosen möglich, wobei jedoch sämtliche Umstände des konkreten Ein-

zelfalles zu würdigen sind. Dabei ist einerseits die allgemeine Lage im Her-

kunftsland und andererseits die individuelle Situation der gesuchstellenden 

Person in die Beurteilung mit einzubeziehen. Insbesondere ist die Ausstel-

lung eines Visums zu verweigern, wenn der Aufenthaltszweck und die Um-

stände des geplanten Aufenthalts nicht genügend belegt wurden (Art. 32 

Visakodex i.V. Art. 12 VEV). 

6.2 Die allgemeine Situation in Pakistan wird von der prekären Sicherheits-

lage dominiert. Immer wieder kommt es zu Terroranschlägen von Extremis-

ten wie den Taliban, insbesondere auch in den Grossstädten wie Karachi, 

Lahore (nahe A.______, dem Wohnort des Gesuchstellers)  oder Rawal-

pindi. Sie richten sich gegen staatliche Einrichtungen der Polizei oder des 

Militärs. Ziele sind jedoch auch politische Gegner der Taliban, Medienver-

treter und ethnische oder religiöse Minderheiten. Diese Situation wirkt sich 

– zusammen mit den ihr zugrunde liegenden schwachen staatlichen Struk-

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turen und der verbreiteten Korruption – negativ auf die wirtschaftliche Ent-

wicklung aus. Das effektive Wirtschaftswachstum liegt hinter den Möglich-

keiten des Landes zurück. Der Dienstleistungssektor trägt etwa 58 % zum 

Bruttoinlandprodukt (BIP) bei, der Industriesektor gut 21 %. Die Landwirt-

schaft erwirtschaftet zwar nur 21 % des BIP, beschäftigt jedoch mehr als 

44 % der arbeitenden Bevölkerung. Schwerpunkt der landwirtschaftlichen 

Produktion liegt in der Provinz Punjab im Osten des Landes. Das durch-

schnittliche Pro-Kopf-Einkommen betrug 2014 rund USD 1'300.- (Quellen: 

Deutsches Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Reise & Sicher-

heit > Reise- und Sicherheitshinweise: Länder A-Z > Pakistan: Wirtschaft 

bzw. Innenpolitik [Stand April 2015]; Weltbank, www.worldbank.org > 

Data > Indicators > GDP per capita (current US$) > Pakistan, alle Seiten 

besucht im Juli 2015). Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen und politi-

schen Hintergrund ist gemeinhin ein starker Migrationsdruck festzustellen. 

Insbesondere Teile des arabischen Raumes, aber auch Europa und hier 

unter anderem die Schweiz, gelten als Wunschdestinationen von Men-

schen im erwerbsfähigen Alter, die auf ein in wirtschaftlicher Hinsicht bes-

seres Leben hoffen. Die Tendenz zur Auswanderung zeigt sich erfahrungs-

gemäss besonders stark bei Personen, die hier bereits über minimale so-

ziale Kontakte verfügen. 

6.3 Im Hinblick auf die dargelegte wirtschaftliche Lage und den grossen 

Migrationsdruck aus Pakistan ist nicht zu beanstanden, dass die Vor-in-

stanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besuchern 

aus Pakistan allgemein als hoch einschätzt.  

6.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des kon-

kreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Per-

son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaft-

liche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die 

Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Anderer-

seits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflich-

tungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen 

Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

6.4.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 42-jährigen verheirate-

ten Mann, der mit seiner Familie in A._______ lebt. Auf den ersten Blick 

könnte dieser Umstand für eine gewisse Verwurzelung des Neffen der Be-

schwerdeführerin sprechen. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass zurück-

bleibende nahe Angehörige gerade in Situationen angespannter politischer 

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bzw. wirtschaftlicher Verhältnisse regelmässig nicht verlässlich davon ab-

halten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen, sei dies etwa 

in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland effizienter zu un-

terstützen oder später allenfalls gar nachziehen zu können.  

6.4.2 Gemäss den Angaben im Visumantrag und der Beschwerdeführerin, 

ist der Gesuchsteller Geschäftsführer des Unternehmens "Z._______" in 

A._______. Den Akten kann jedoch kein Beleg oder Auszug aus einem Re-

gister entnommen werden, der beweisen würde, dass sie Firma existiert. 

Bezüglich der Geschäftstätigkeit wird in einem Schreiben der NGO Clara 

(Concern-Lane Alliance for rural Areas) vom 2. November 2014 ausgeführt, 

der Gesuchsteller arbeite seit mehreren Jahren als Ingenieur und Unter-

nehmer mit der NGO Clara zusammen. Er habe bereits zwei Projekte 

("B.________" und "C.________") erfolgreich abgeschlossen (SEM-pag. 

20). Derzeit soll er in zwei weitere Projekte ("D._______" und "E._______") 

involviert sein. Die katholische Kirche F._______ in A._______ bestätigt mit 

einem undatierten Schreiben, dass der Gesuchsteller an einem Projekt ei-

ner Schule mitarbeite (SEM-pag. 19). Wieviel der Gesuchsteller mit seinen 

Projekten verdient, ist aus den Akten nicht ersichtlich.  

Einem Bankauszug der UBL United Bank, welcher auf den Namen des Ge-

suchstellers lautet, kann entnommen werden, dass der Kontostand am 12. 

Mai 2015 PKR 1'872'339.27 (entspricht USD 18'409.-) betrug (BVGer-act. 

8). Angesichts eines durchschnittlichen Jahreseinkommens von USD 1'300 

in Pakistan, verfügt der Gesuchsteller über ein ansehnliches Vermögen. 

Rückschlüsse auf ein regelmässig generiertes Erwerbseinkommen lässt 

dieses jedoch nicht zu. Nur auf dieser Grundlage kann die Wiederausreise 

des Gesuchstellers jedoch nicht als gesichert eingestuft werden.  

Überdies sah sich die Schweizer Vertretung vor Ort aufgrund der hohen 

Fälschungsrate und der allgegenwärtigen Korruption in Pakistan nicht in 

der Lage, die bei ihr eingereichten Unterlagen des Gesuchstellers zu veri-

fizieren.  

 

6.4.3 Insgesamt betrachtet, sind somit weder in den familiären oder gesell-

schaftlichen noch beruflichen und damit wirtschaftlichen Verhältnissen des 

Gesuchstellers Besonderheiten erkennbar, die eine Emigration als unwahr-

scheinlich erachten lassen. 

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Seite 10 

6.5 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund (insbesondere der 

unvollständigen und nicht widerspruchsfreien Darlegung der wirtschaftli-

chen Situation) durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass 

keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wie-

derausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. 

Nicht zu beanstanden sind schliesslich die Feststellungen der Vorinstanz 

zum unterschiedlich angegebenen Aufenthaltszweck. Zu den angeblichen 

humanitären Projekten sowie dem "Austausch mit den zahlreichen Spen-

dern" werden bloss Behauptungen aufgestellt, hingegen nicht die gerings-

ten Hinweise, Aufschlüsse oder Belege geliefert.  

6.6 An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache 

nichts, dass die Beschwerdeführerin über einen guten Leumund verfügt. 

Die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Eigenschaft als Gastgeberin 

wird denn in keiner Weise in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Ab-

wägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr 

die Einstellung und die Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie 

das mögliche Verhalten der eingeladenen Person selbst von Bedeutung. 

Nur Letztere ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise zu bieten. Denn in ihrer Ei-genschaft als 

Gastgeberin kann die Beschwerdeführerin zwar für gewisse finanzielle Ri-

siken (Lebensunterhaltskosten während des Besuchsaufent-haltes, allfäl-

lig ungedeckte Kosten für Unfall oder Krankheit sowie Rück-reisekosten) 

Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und fakti-scher Durch-

setzbarkeit – für ein bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. dazu BVGE 

2009/27 E. 9).  

7. 

Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültig-

keit (vgl. E. 5.2) wurden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht 

und ergeben sich auch sonst nicht aus den Akten.  

8. 

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung sich im Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig erweist. Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

9. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

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Seite 11 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Sie sind durch den geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) 

– das Migrationsamt des Kantons Zürich  

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn 

 

 

 

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