# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5628de6-8e16-5fed-a7d8-322e4e961ed6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2025 E-4258/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4258-2025_2025-08-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4258/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer,  

Gerichtsschreiberin Eva Hostettler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,   

vertreten durch MLaw Anja Roth,  

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylrecht, 

Beschwerdeführerin,  

  

  
Gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des SEM vom 12. Mai 2025 / N (…). 

 

 

 

E-4258/2025 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass das SEM A._______ am 6. Mai 2024 als Flüchtling anerkannte und 

ihr Asyl gewährte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 12. Mai 2025 – eröffnet am 13. Mai 2025 

– die Einreise der Tochter der Beschwerdeführerin, B._______, geboren 

am (…), in die Schweiz nicht bewilligte und das Gesuch um asylrechtlichen 

Familiennachzug vom 6. März 2025 ablehnte,  

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 12. Juni 2025 gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und im We-

sentlichen beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und 

festzustellen, dass das Gesuch um Familienzusammenführung am 5. Juni 

2023 und somit vor Erreichen der Volljährigkeit der Beschwerdeführerin 

anhängig gemacht worden sei, das Gesuch sei gutzuheissen und der Toch-

ter die Einreise in die Schweiz zu bewilligen,  

dass eventualiter die Verfügung der Vorinstanz vollumfänglich aufzuheben 

und festzustellen sei, dass das Gesuch am 5. Juni 2023 vor Erreichen der 

Volljährigkeit der Tochter der Beschwerdeführerin anhängig gemacht wor-

den sei, und die Vorinstanz anzuweisen sei, auf das Gesuch einzutreten,  

dass sub-eventualiter die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuhe-

ben und festzustellen sei, dass für die Beurteilung der Minderjährigkeit der 

Tochter der Beschwerdeführerin der Zeitpunkt der Asylgesuchstellung der 

Mutter ausschlaggebend sei, und entsprechend das Gesuch um Familien-

asyl gutzuheissen und der Tochter der Beschwerdeführerin die Einreise in 

die Schweiz zu bewilligen sei,  

dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 13. Juni 2025 den Eingang der 

Beschwerde bestätigte,  

dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 18. Juni 2025 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung guthiess, 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete, und die Vorinstanz 

einlud, innert Frist eine Vernehmlassung einzureichen,  

E-4258/2025 

Seite 3 

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 30. Juni 2025 ausführte, 

die Tochter, B._______, sei am 22. Juni 2025 in die Schweiz eingereist und 

habe am darauffolgenden Tag ein Asylgesuch eingereicht, weshalb im Ver-

fahren um Familienzusammenführung kein Rechtsschutzinteresse mehr 

bestehe,  

dass die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2. Juli 2025 zur Replik 

eingeladen wurde, und sie in ihrer Eingabe vom 10. Juli 2025 im Wesentli-

chen ausführte, es sei der Vorinstanz insofern zuzustimmen, als zunächst 

die Zuerkennung der originären Flüchtlingseigenschaft ihrer Tochter ge-

prüft werden müsse und – sofern diese zuerkannt werde – das vorliegende 

Verfahren als gegenstandslos abzuschreiben sei,  

dass jedoch, sollte die Vorinstanz feststellen, dass die Tochter die Flücht-

lingseigenschaft nicht erfülle, das Interesse an einem Einbezug in die 

Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin (Mutter) und damit ein ak-

tuelles Rechtsschutzinteresse bestehe, weshalb das vorliegende Verfah-

ren bis zum rechtskräftigen Entscheid über die originäre Flüchtlingseigen-

schaft der Tochter zu sistieren sei,  

dass der Eingabe eine aktuelle Kostennote beigelegt war,  

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), und sich das Verfahren nach dem VwVG, 

dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 

(Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5), 

E-4258/2025 

Seite 4 

dass, nachdem B._______ am 22. Juni 2025 in die Schweiz eingereist ist 

und am 23. Juni 2025 ein eigenes Asylgesuch eingereicht hat, die vorlie-

gende Beschwerde in Bezug auf die Frage der Bewilligung der Einreise der 

genannten Person (Dispositivziffer 1 der angefochtenen Verfügung) ge-

genstandslos geworden und abzuschreiben ist,  

dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens somit einzig 

die Frage bildet, ob die Vorinstanz gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG den 

Einbezug von B._______ in die Flüchtlingseigenschaft ihrer Mutter (Be-

schwerdeführerin) und das Asyl zu Recht verweigert hat,  

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) wird, und es sich, wie 

nachstehend aufgezeigt, um ein solches Rechtsmittel handelt, soweit es 

nicht gegenstandslos geworden ist, weshalb das Urteil nur summarisch zu 

begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  

dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG – unter dem Titel Familienasyl – Ehegat-

ten und minderjährige Kinder von Flüchtlingen ihrerseits als Flüchtlinge an-

erkannt werden und in der Schweiz Asyl erhalten, wenn keine besonderen 

Umstände dagegensprechen,  

dass die Feststellung der originären Flüchtlingseigenschaft einem Einbe-

zug in das Familienasyl eines nahen Angehörigen und der Feststellung der 

derivativen Flüchtlingseigenschaft vorgeht, und ein Einbezug in die Flücht-

lingseigenschaft nach Art. 51 Abs. 1 AsylG erst erfolgt, nachdem festge-

stellt worden ist, dass die einzubeziehende Person die Flüchtlingseigen-

schaft nicht selbstständig nach Art. 3 AsylG erfüllt (Art. 37 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), 

dass somit über die vorliegende Beschwerde erst dann materiell befunden 

werden kann, wenn ein rechtskräftiger Entscheid über das am 23. Juni 

2025 eingereichte Asylgesuch von B._______ vorliegt, wobei die fehlende 

Spruchreife auch nicht durch das Gericht hergestellt werden kann,  

dass die vorliegend geltend gemachten Ansprüche aus Art. 51 Abs. 1 AsylG 

daher im Rahmen des erstinstanzlich hängigen, eigenen Asylverfahrens 

von B._______ durch die Vorinstanz zu prüfen sind, sofern ihr nicht die 

originäre Flüchtlingseigenschaft zuerkannt werden sollte,  

E-4258/2025 

Seite 5 

dass die angefochtene Verfügung des SEM diesbezüglich aufzuheben und 

die Sache zwecks Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, 

wobei je nach Ausgang des Asylverfahrens von B._______, die Vorinstanz 

erneut über den Antrag auf Einbezug in das Familienasyl gestützt auf Art. 

51 Abs. 1 AsylG zu befinden hat,  

dass, soweit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt wurde 

und das Beschwerdeverfahren nicht bereits gegenstandslos geworden ist, 

die Beschwerde somit gutzuheissen und die Dispositivziffer 2 der ange-

fochtenen Verfügung aufzuheben ist,  

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), zumal die Instruktionsrichterin mit Zwischen-

verfügung vom 18. Juni 2025 die unentgeltliche Prozessführung gewährt 

hatte und den Akten keine Hinweise auf eine relevante Veränderung der 

finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind,  

dass, soweit die Beschwerde gegenstandslos geworden ist, keine Ent-

schädigung für die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwen-

dige Auslagen zuzusprechen sind, weil die teilweise Gegenstandslosigkeit 

durch die illegale Einreise derjenigen verfahrensbeteiligten Person in die 

Schweiz hervorgerufen worden ist, die von einer Bewilligung der Einreise 

in die Schweiz profitiert hätte (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 5 Satz 1 

i.V.m. Art. 15 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173. 

320.2]),  

dass soweit dem Eventualbegehren um Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz entsprochen wird, zulasten der Vorinstanz eine reduzierte Par-

teientschädigung zuzusprechen ist,  

dass in der eingereichten Kostennote vom 10. Juli 2025 die Rechtsvertre-

terin einen Stundenansatz von Fr. 250.– ausweist, welcher sich als regle-

mentskonform erweist (Art. 10 Abs. 2 VGKE),  

dass der zeitliche Aufwand von 8 Stunden jedoch auch unter Berücksichti-

gung des durchgeführten Schriftenwechsels überhöht erscheint und ent-

sprechend zu kürzen ist,  

dass die vom SEM zu leistende reduzierte Parteientschädigung unter Be-

rücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 7 ff. VGKE) 

auf insgesamt Fr. 600.– (inkl. Auslagen) festzusetzen ist.  

E-4258/2025 

Seite 6 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird, die Verweigerung der Einreise betreffend, als gegen-

standslos geworden abgeschrieben. 

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt worden ist. 

3.  

Die Dispositivziffer 2 der Verfügung des SEM vom 12. Mai 2025 wird auf-

gehoben. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von 

insgesamt Fr. 600.– auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Eva Hostettler 

 

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