# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f5434751-f221-5561-af11-6c221da2d5cf
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-07-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 14.07.2009 S 2009 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-59_2009-07-14.pdf

## Full Text

S 09 59

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. Juli 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, von …, wurde am ...1947 geboren. Er absolvierte eine Lehre als Elektriker 

und übte diese Tätigkeit von 1968 bis 1978 aus. In den Wintersaisons 1975 

bis 1977 war er als Skilehrer tätig. Seit 1978 betrieb er ein eigenes Restaurant 

und einen Lebensmittelladen. Das Restaurant wurde ab 1983 vermietet und 

der Lebensmittelladen musste am 30. Juni 2002 aus wirtschaftlichen Gründen 

aufgegeben werden. In der Folge fand er keine ihm angemessene 

Berufstätigkeit mehr und führte mit der Ehefrau noch einen kleinen 

Landwirtschaftsbetrieb bis Ende 2006. Im Juni 2005 wurde ihm ein Morbus 

Basedow mit Hyperthyreose diagnostiziert und als Folge davon trat im Januar 

2006 eine endokrine Orbitopathie auf, die in diesem Zeitpunkt eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit auslöste. Der Hausarzt attestierte ihm jedoch ab dem 22. 

September 2006 wieder eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.

2. Die Anmeldung bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden erfolgte am 7. 

Dezember 2006 und es wurde eine 50% Rente beantragt. Am 23. März 2007 

attestierte Dr. med. …, FMH für Ophthalmologie, eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit seit Januar 2006 und erklärte, 

dass der Gesundheitszustand des Patienten besserungsfähig sei. Dazu seien 

zurzeit keine anderen Tätigkeiten zumutbar, da der Patient starke 

Doppelbilder sehe und eine grosse Unsicherheit habe. Die Sehstörungen 

seien auf die endokrine Orbitopathie zurückzuführen und eine Verbesserung 

der Symptome sei in den folgenden Monaten und Jahren zu erwarten. 

Die IV-Stelle des Kantons Graubünden beauftragte mit Schreiben vom 4. 

Oktober 2007 Dr. med. …, Chefarzt Innere Medizin beim Spital …, mit einer 

Begutachtung des Versicherten. Im Gutachten vom 10. April 2008 stellte der 

Arzt  verschiedene Diagnosen. Er kam zum Schluss, dass der Versicherte 

nicht mehr imstande sei, seine bisherige Berufstätigkeit als Elektriker, 

Restaurant-Betreiber und Ladenbesitzer/Verkäufer auszuüben. Er brachte 

auch vor, dass der Versicherte bei einer adaptierten Tätigkeit noch voll 

arbeitsfähig sei. 

3. Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) hatte im 

Schreiben vom 28. Mai 2008 erklärt, dass der gutachterlichen Einschätzung 

von Dr. med. … gefolgt werden könne, dass dem Versicherten in angepassten 

Tätigkeiten, eine vollzeitige Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht 

zugemutet werden könne. 

4. Am 13. Juni 2008 sprach die IV-Stelle einen Vorbescheid, in dem ein 

Valideneinkommen von Fr. 60'242.- und ein Invalideneinkommen von Fr. 

60'242.- festgelegt wurden. Folglich wurde ein Invaliditätsgrad von 0% verfügt. 

Der Versicherte erhob Einwand gegen den Vorbescheid und verlangte eine 

Viertelsrente, vorerst bis zum 31. Dezember 2009 befristet. Er beantragte die 

Bemessung des Invaliditätsgrades nach der gemischten Methode, bei einer 

Aufteilung zwischen Erwerbstätigkeit und Haushaltführung von 80% zu 20%. 

Er vertrat die Auffassung, dass er ohne Gesundheitsschaden nicht zu 100% 

sondern zu 80% als Elektriker erwerbstätig wäre. Zur Abklärung der 

Einschränkung im Haushalt ersuchte der Gesuchsteller um Einholung eines 

Abklärungsberichtes. Zudem war er der Ansicht, dass ein Leidensabzug im 

Umfang von 20% aufgrund der Einschränkungen gerechtfertigt sei. 

5. Die IV-Stelle erliess am 23. Februar 2009 eine Verfügung, worin sie einen 

Invaliditätsgrad von 25% festlegte und damit keine Rente zusprach. Sie stellte 

fest, dass der Versicherte seit dem 15. Januar 2006 in der Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt sei, dass er aber ohne Gesundheitsschaden ein 

Valideneinkommen von Fr. 60'242.- erzielen könne. Eine adaptierte Tätigkeit 

sei für den Versicherten im Umfang von 100% zumutbar. Für die Berechnung 

des Invalideneinkommens werde auf die Lohntabellen der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) abgestellt sowie 

ein 25%iger Leidensabzug gewährt. Vom hypothetischen 

Invalideneinkommen von Fr. 60'242.- wurde dieser Leidensabzug abgezogen 

und es resultierte ein Invalideneinkommen im Umfang von Fr. 45'181.50. Da 

der Versicherte schliesslich 24 Jahre zu 100% als selbständiger Betreiber 

eines Lebensmittelladens arbeitete und er diese Tätigkeit am 30. Juni 2002 

aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben musste, ist die IV-Stelle der 

Auffassung, dass der Beschwerdeführer heute als Gesunder immer noch 

diese Tätigkeit ausüben würde. Sie stützte sich für die Berechnung des 

Validenlohns auf Tabellenlöhne, da wegen der Aufgabe des Ladens keine 

konkreten Daten vorlagen. Auch bei einer Berechnung der Rente nach der 

gemischten Methode, wie es der Versicherte beantragt habe, resultiere bloss 

ein IV-Grad von 26%, weshalb ihm auch demnach keine Rente zustehen 

würde.

6. Am 9. März 2009 bestätigte Dr. med. …, FMH für ORL, dass er beim 

Versicherten eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit diagnostiziert habe. 

Er erklärte, dass er den Versicherten seit dem 26. September 2003 wiederholt 

gesehen und ihm im August 2007 aufgrund der Schwerhörigkeit eine 

Empfehlung zur Hörgeräteversorgung gestellt habe. Die beiden Hörgeräte 

hätten in der Folge zwar seine Hörsituation gebessert aber nicht normalisiert.

7. Am 25. März 2009 liess der Versicherte beim Verwaltungsgericht Beschwerde 

gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 23. Februar 2009 erheben. Er 

beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung von mindestens 

einer Viertelsrente. Der Versicherte ist der Auffassung, dass eine 100%ige 

Verweistätigkeit unrealistisch sei, da sich sein Gesundheitszustand seit der 

Begutachtung vom 26. November 2007 verschlechtert habe und die 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gravierender geworden seien. Es sei 

daher von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in zumutbarer Verweistätigkeit 

auszugehen, was mittels Leistungstest zu evaluieren sei. Im Übrigen verlangt 

der Versicherte, dass bei der Berechnung nach Tabellenlöhnen die 

Unterschiede nach Grossregionen zu berücksichtigen seien, weshalb beim 

ihm ein Invaliditätsgrad von 40% resultiere. Schliesslich sei anzunehmen, 

dass sein Gesundheitszustand sich nicht verbessern werde und deshalb 

werde der ursprüngliche Antrag auf Befristung bis zum 31. Dezember 2009 

fallengelassen. 

8. In der Vernehmlassung vom 24. April 2009 verlangt die Vorinstanz, dass die 

Beschwerde abzuweisen sei. Sie sei der Auffassung, dass das Gutachten 

vom 10. April 2008 bezüglich des medizinischen Sachverhalts sowie in den 

Schlussfolgerungen überzeuge. Der ärztlichen Bestätigung vom 9. März 2009 

von Dr. med. … sei keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des 

Versicherten zu entnehmen. Auch die Einschätzung des RAD stehe im 

Einklang mit dem Gutachten vom 10. April 2008. Im Übrigen präzisiert sie, 

dass die alte Bundesgerichtspraxis mit den Tabellenlöhnen nach 

Grossregionen nicht mehr aktuell sei und daher nur noch auf die nationale 

Tabelle abzustellen sei.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet die 

Verfügung der IV-Stelle vom 23. Februar 2009, worin festgestellt wurde, dass 

der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Nachfolgend gilt 

es zu prüfen, ob die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Rente zu Recht verneint hat.

2. a) Eine IV-Rente kann nur gewährt werden, wenn eine Invalidität vorliegt. Als 

Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] 

i.V.m. Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20]). Mit Bezug auf Art. 4 Abs. 1 IVG ist festzuhalten, dass 

Gegenstand der Invalidenversicherung nicht ein Gesundheitsschaden als 

solcher, sondern nur eine durch einen Gesundheitsschaden verursachte 

Arbeits- und - resultierend daraus - Erwerbsfähigkeit sein kann. Als 

arbeitsunfähig gilt eine Person, die infolge eines Gesundheitsschadens ihre 

bisherige Tätigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder unter der Gefahr, 

ihren Gesundheitszustand zu verschlimmern, ausüben kann. Der Grad der 

Arbeitsunfähigkeit wird laut der Rechtsprechung nach dem Masse bestimmt, 

in welchem die Versicherte aus gesundheitlichen Gründen in ihrem 

angestammten Arbeitsplatz zumutbarerweise nicht mehr nutzbringend tätig 

sein kann. Nicht massgebend ist dagegen die bloss medizinisch-theoretische 

Schätzung der Arbeitsunfähigkeit (BGE 111 V 239 E. 1b mit Hinweisen). Für 

die Gewährung von IV-Leistungen müssen somit ein medizinisches Element 

(Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) sowie ein 

wirtschaftliches Element (dauerhafte oder länger dauernde 

Erwerbsunfähigkeit) vorliegen. Sodann muss zwischen diesen Elementen ein 

Kausalzusammenhang bestehen (Kreisschreiben über Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] ab 1. Januar 2008, N 1024 

ff.; Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 

2003, S. 159 N 12 ff.).

b) Zur Beurteilung der Frage, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden 

vorliegt, sind Sozialversicherungsträger und -richter auf ärztliche Unterlagen 

angewiesen. Dabei ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes nach 

der konstanten Praxis des Bundesgerichtes entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 122 V 160). Um die Arbeitsfähigkeit bemessen zu können, ist die 

Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, 

die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 

haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind 

ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können 

(BGE 132 V 99 f. E. 4, 125 V 261 E. 4). Der Beweiswert eines ärztlichen 

Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend 

ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, 

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, 

sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 352 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 

2003 U 478 S. 345 E. 5.1).

c) Dem Versicherten wurde die Diagnose des Morbus Basedow mit 

Hyperthyreose im Juni 2005 gestellt. Im Januar 2006 trat als Folge davon eine 

endokrine Orbitopathie auf. Am 20. Juni 2006 wurde die ganze Schilddrüse 

entfernt und am 21. Juli 2006 wurde eine Radiojod-Therapie durchgeführt. 

Wegen Augen- und Hinterkopfbeschwerden konsultierte der Versicherte 

wiederholt Dr. med. ... Es wurde ihm eine endokrine Orbitopathie beidseits, 

einen hypermetropen Astigmatismus sowie eine Presbyopie diagnostiziert. In 

der Folge wurde am 15. Mai 2007 ein neurologisches Konsilium durchgeführt. 

Wegen eines linksseitigen Rauschtinnitus bei vorbestehender 

Hochtonschweröhrigkeit beidseits erfolgten verschiedene Konsultationen bei 

Dr. med. ... Dieser attestierte ihm einen wahrscheinlich cerebrovaskulären 

Schwindel sowie einen linksseitigen Rauschtinnitus bei wahrscheinlich 

infektbedingter Tubenventilationsstörung. Es wurde eine Hörgeräte-

Versorgung vorgeschlagen, die im November 2007 erfolgte. Wegen der 

Halswirbelsäule-Beschwerden wurden auch physiotherapeutische 

Massnahmen durchgeführt und in den Monaten Februar und März erfolgte 

eine operative Orbita-Dekompression.

Von den vorliegend zitierten Arztberichten äussern sich alle vier zur Frage der 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten:

• Dr. med. …, 23. März 2007: Es bestehe eine 100% Arbeitsunfähigkeit in 

der bisherigen Tätigkeit seit Januar 2006, der Gesundheitszustand des 

Patienten sei aber besserungsfähig. Zurzeit seien keine anderen 

Tätigkeiten zumutbar, da der Patient starke Doppelbilder sehe und eine 

grosse Unsicherheit habe. Diese Sehstörungen seien auf eine endokrine 

Orbitopathie zurückzuführen. Eine Verbesserung der Symptome sei aber 

in den folgenden Monaten und Jahren zu erwarten.

• Gutachten Dr. med. …, 10. April 2008: Folgende Diagnose hätten eine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Patienten:

- Morbus Basedow mit Hyperthyreose seit 2005

- Medikamentöse Therapie mit Neo-Mercazol

- Totaler Thyreoidektomie und anschliessend Radiojod-Therapie

- Persistierende endokrine Orbitopathie mit systemischer 

Prednison-Therapie

- Persistierende Diplopie und retroorbitale Kopfschmerzen

- Rauschtinnitus bei Hochtonschwerhörigkeit und 

Tubenventilationsstörung links

- Bewegungsabhängiger Schwindel, wahrscheinlich 

cerebrovaskulärer/cervikogener Ursache 

Es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen 

Berufstätigkeit als Elektriker, Restaurant-Betreiber, Ladenbesitzer und 

Verkäufer. Eine adaptierte Tätigkeit im Umfang von 100% sei für den 

Patient möglich. Diese Tätigkeit müsse aber keine grössere Präzision 

erfordern und keine Risikokonstellation darstellen. Auch keine 

Konzentrationsaufgaben seien zumutbar und der Arbeitplatz sollte 

immissionsfrei sein und ohne eine intensive Lichteinstrahlung. Der Patient 

sei nicht mehr imstande, schriftliche Arbeiten im Rahmen einer normalen 

Berufstätigkeit zu erledigen. Eine adaptierte Tätigkeit im Magazin     oder 

in der Landwirtschaft sei also für den Patient ideal. Ausser der 

Augenproblematik sei der Patient in seiner körperlichen Aktivität nicht 

eingeschränkt, insbesondere für gröbere Arbeiten. 

Rehabilitationsmassnahmen seien für den Arzt vorstellbar, in dem der 

Patient in einer geschützten Werkstatt oder an einem risikofreien 

Arbeitplatz durchaus wieder in eine Berufstätigkeit eingegliedert werden 

könne, falls die Motivation dazu bestehe. 

• RAD Dr. med. …, 28. Mai 2008: Aus versicherungsmedizinischer Sicht 

könne auf die Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. med. … 

abgestützt werden. Eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit sei für den Patient zumutbar. Aus medizinischer Sicht schlage 

man vor, auf dieser medizinischen Basis berufliche Massnahmen und 

eine Rente zu prüfen. 

• Arztbestätigung Dr. med. …, 9. März 2009: Er habe den Patient seit dem 

26. September 2003 wiederholt gesehen und habe eine hochgradige 

Innenohrschwerhörigkeit Grad III feststellen können. Der 

Integritätsschaden betrage rechts 27.3% und links 56.1%. Aufgrund der 

Schwerhörigkeit sei im August 2007 die Indikation zur 

Hörgeräteversorgung gestellt worden, die in der Zwischenzeit die 

Hörsituation gebessert, aber nicht normalisiert habe.

Die Vorinstanz hat die Frage der Invalidität gestützt auf das Arztgutachten von 

Dr. med. … vom 10. April 2008 sowie auf die Einschätzung des RAD vom 28. 

Mai 2008 geprüft. Im Übrigen hat sie auch den Bericht von Dr. med. … vom 

23. März 2007 und die Arztbestätigung von Dr. med. … vom 9. März 2009 

berücksichtigt. All diesen Berichten kommt volle Beweiskraft zu. Das Gericht 

ist der Ansicht, dass für die Frage der Arbeitsfähigkeit schwergewichtig auf 

das Gutachten von Dr. med. … abgestellt werden kann. Es handelt sich hier 

um ein umfassendes Gutachten, welches auf Grund eigener Abklärungen und 

auf Grund sämtlicher medizinischer Vorakten erstellt wurde. Es wurden 

zudem auch Laboruntersuchungen und Thorax-Röntgenaufnahmen 

vorgenommen. Das Gutachten ist schlüssig, nachvollziehbar und 

berücksichtigt die Berichte der Fachärzte. Auch die gesamte 

Krankengeschichte mit den dazugehörigen Akten ist evaluiert worden. Der 

Gutachter hat die genauen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestimmt 

und die Eingliederungsfähigkeit des Versicherten dargelegt. Das Gutachten 

berücksichtigt die aktuellen Beschwerden des Versicherten und deren 

Auswirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit. Bereits Dr. med. … geht in seinem 

Arztbericht vom 23. März 2007 von einer Verbesserung der Symptome der 

Sehstörung in den nächsten Monaten und Jahren aus. Eine anderslautende 

augenärztliche Beurteilung liegt nicht vor, sodass vorliegend auf die 

umfassende und aktuellere Beurteilung des Dr. med. … abzustellen ist. Die in 

der Beschwerde geltend gemachte Verschlechterung des 

Gesundheitszustands seit der Begutachtung durch Dr. med. … findet sodann 

im Arztbericht von Dr. med. … von 9. März 2009 keine Stütze. Dr. med. … 

erwähnt dort weder eine Verschlechterung noch eine Verminderung der 

Arbeitsfähigkeit. 

Der Gutachter ist zum Schluss gekommen, dass der Versicherte aufgrund 

seiner Beschwerden sowie der gestellten Diagnosen in den Tätigkeiten als 

Elektriker, Restaurant-Betreiber, Ladenbesitzer und Verkäufer zu 100% 

arbeitsunfähig ist. Die Arbeitsfähigkeit in einer seinen Leiden angepassten 

Tätigkeit beträgt hingegen 100%. Entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers ist der medizinische Sachverhalt genügend abgeklärt 

worden und das Gericht ist zum Schluss gelangt, dass die Vorinstanz zu 

Recht auf die Begutachtung des Dr. med. … abgestellt hat. 

3. a) Der Invaliditätsgrad errechnet sich gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Vergleich des Einkommens, welches der Versicherte ohne den Eintritt der 

Invalidität voraussichtlich erzielen könnte (Valideneinkommen) mit 

demjenigen Einkommen, das ihm durch Verrichtung einer zumutbaren 

Tätigkeit unter Berücksichtigung seines Gesundheitsschadens zu erzielen 

möglich wäre (Invalideneinkommen). 

b) Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist entscheidend, 

was der Versicherte im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunder tatsächlich verdienen würde 

und nicht, was er als Gesunder bestenfalls verdienen könnte (RKUV 1193 Nr. 

U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a; VGU S 01 104 E. 

3). In der Regel wird beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft. 

Der Beschwerdeführer absolvierte ursprünglich eine Lehre als Elektriker und 

übte diese Tätigkeit bis 1978 aus. Von 1975 bis 1977 arbeitete er in der 

Wintersaison jeweils als Skilehrer. Seit 1978 betrieb er ein eigenes 

Restaurant, das ab 1983 vermietet wurde. Gleichzeitig betrieb er bis zum 30. 

Juni 2002 auch einen Lebensmittelladen. Die Aufgabe des Ladens erfolgte 

aus wirtschaftlichen Gründen. In der Folge war der Beschwerdeführer nicht 

mehr erwerbstätig und vorübergehend führte er noch bis 2006 einen kleinen 

Landwirtschaftsbetrieb mit der Ehefrau. 

In der Verfügung vom 23. Februar 2009 hat die IV-Stelle aufgrund von 

Tabellenlöhnen ein Valideneinkommen von Fr. 60'242.- ermittelt. Der 

Beschwerdeführer macht geltend, dass er als Gesunder immer noch als 

selbständiger Elektriker arbeiten würde. Entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers ist jedoch nicht davon auszugehen, dass er heute im 

Gesundheitsfall immer noch als selbständiger Elektriker mit einem Pensum 

von 80% arbeiten würde, da er diese Tätigkeit seit 1978 nicht mehr ausgeübt 

hat. Der Beschwerdeführer hat nahezu 24 Jahre lang zu 100% einen 

Lebensmittelladen betrieben. Die Geschäftsaufgabe erfolgte im Jahre 2002 

aus wirtschaftlichen Gründen und die Vorinstanz hat für die Ermittlung des 

Validenlohns auf die bundesamtliche Lohnstrukturerhebung abgestellt, da 

keine konkreten und aktuellen Hinweise für eine Lohnberechnung vorlagen. 

Im konkreten Fall ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im 

Gesundheitsfall zu 100% als selbständiger Betreiber eines Lebensmittelladen 

tätig wäre und somit aufgrund von Tabellenlöhnen (Jahr 2006, ganze 

Schweiz, Anforderungsniveau 4 für einfache und repetitive Tätigkeiten, 

männlich) – in Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung - ein 

Valideneinkommen von Fr. 60'242.- erzielen würde. 

c) Beim Invalideneinkommen wird von einer Tätigkeit ausgegangen, welche der 

versicherten Person trotz Gesundheitsschaden zumutbar ist. Die 

Erwerbsmöglichkeiten werden in erster Linie durch ihre verbliebene 

Arbeitsfähigkeit bestimmt. Der Arzt soll sagen, inwiefern die versicherte 

Person in ihrer wesentlichen körperlichen und geistigen Funktionen durch ihr 

Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 125 V 261 E. 4, 115 V 134 E. 2; PVG 1982 

Nr. 80; ZAK 1982 S. 34). 

Im Hinblick auf die Festlegung des Invalidenlohns kann - wie erwähnt - auf 

das Gutachten von Dr. med. … vom 10. April 2008 abgestellt werden. Dieses 

hält fest, dass eine adaptierte Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar sei. 

Diese Tätigkeit sollte keine Konzentration erfordern und es sollten daher keine 

Feinarbeiten oder Bildschirmtätigkeiten ausgeübt werden. Es sollte eine 

risikofreie körperliche Aktivität sein, die z. B. nicht das Benützen von Leitern 

erfordert. Diese Tätigkeit sollte an einem immissionsfreien Arbeitplatz ohne 

intensivere Lichteinstrahlung stattfinden. Der Versicherte sei uneingeschränkt 

imstande, gröbere Arbeiten, die keine besondere Präzision erfordern, 

auszuüben. Die angepasste Tätigkeit sollte auch keine schriftlichen Arbeiten 

voraussetzen, da er rasch ermüde. Eine Tätigkeit im Magazin oder in der 

Landwirtschaft wäre für den Versicherten zumutbar. 

Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen aufgrund der LSE 

Tabelle (TA 1) für das Jahr 2006 ermittelt. Sie ist dabei vom 

Anforderungsniveau 4 und einen Pensum von 100% ausgegangen. Von dem 

so errechneten Einkommen hat sie einen Leidensabzug von 25% gemacht, 

dies gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach vom 

Tabellenlohn hinsichtlich verschiedener in Betracht fallender 

einkommensbeeinflussender Merkmale (leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Beschäftigungsgrad) ein Abzug von maximal 25% 

vorgenommen werden kann. Beim Beschwerdeführer wirken sich im 

vorliegenden Fall die im Gutachten von Dr. med. … erwähnten 

leidensbedingten Einschränkungen auf seine Einsatzmöglichkeiten aus, 

sodass er auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mitbewerber ohne 

physische Einschränkungen benachteiligt ist, was sich auf das Lohnniveau 

auswirkt (vgl. BGE 126 V 75 E. 7 b). Aufgrund der Einschränkungen kämen 

für ihn auch auf dem ausgeglichenen Markt nur noch wenige Tätigkeiten in 

Frage, nämlich die, die kein Risiko für den Beschwerdeführer darstellen und 

keine Präzision und Konzentration erfordern würden. Ausserdem sollte der 

Arbeitplatz immissionsfrei und ohne intensive Lichteinstrahlung sein. Der von 

der Vorinstanz vorgenommene Leidensabzug für gesundheitliche 

Beschwerden und Einschränkungen im Umfang von 25% ist deshalb nicht zu 

beanstanden. 

Der hypothetische Invalidenlohn von Fr. 60'242.- wird um Fr. 15'060.50 (25% 

Leidensabzug) gekürzt. Es entsteht daher ein Invalideneinkommen von Fr. 

45'181.50. Aus einer Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen 

von Fr. 60'242.- und Fr. 45'181.50 resultiert eine Erwerbseinbusse und somit 

ein IV-Grad von 25%. 

Der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf die beantragte IV-

Rente. Das Gericht bestätigt damit den Entscheid der IV-Stelle vom 23. 

Februar 2009.

d) Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, können die in der Tabelle 

TA13 aufgelisteten Unterschiede nach Grossregionen nicht berücksichtigt 

werden. Ein Abstellen auf nach Grossregionen gegliederte Lohndaten, ist 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung unzulässig (vgl. Urteil des 

Eidgenössisches Versicherungsgerichts I 790/04 vom 18. Oktober 2006 in 

Sachen P. T. c. IV-Stelle und Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden, 

Erw. 4.2; Urteil des Bundesgerichts I 860/06 vom 7. November 2007 m.w.H.; 

SVR 2007 UV Nr. 17 Erw. 8.1-8.5). Die Vorinstanz hat sich daher für die 

Berechnung des hypothetischen Invalideneinkommens zu Recht auf die 

nationale Tabelle TA1 der LSE (LSE 2006, Anforderungsniveau 4, Männer) 

abgestützt. 

4. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren - in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG - bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es 

sich hier, dem unterliegenden Beschwerdeführer Kosten von Fr. 700.- zu 

überbinden. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.