# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 233abb7d-0e12-54ea-8c35-7259be1936a6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-27
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 27.08.2025 SK 2025 312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2025-312_2025-08-27.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Beschluss
SK 25 312

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 27. August 2025 

Besetzung Oberrichterin Friederich Hörr (Präsidentin), 
Oberrichterin Bochsler, 
Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte A.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

Gegenstand Bedingte Entlassung

Beschwerde gegen den Entscheid der Sicherheitsdirektion des 
Kantons Bern vom 20. Mai 2025 (2025.SIDGS.428)

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte

1. Mit Urteil vom 15. November 2024 erklärte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) u.a. des banden- und gewerbs-
mässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung sowie des mehrfachen 
Vergehens gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und 
über die Integration durch rechtswidrige Einreise schuldig. Es verurteilte ihn dies-
bezüglich zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren, unter Anrechnung von Untersu-
chungshaft und vorzeitigem Strafvollzug. Zudem ordnete es eine Landesverwei-
sung von zwölf Jahren an (amtliche Akten BVD, pag. 154 ff.). 

2. Am 22. Januar 2025 ersuchte der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 86 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311) um bedingte Entlassung aus 
dem Strafvollzug per 26. März 2025 (amtliche Akten BVD, pag. 181 f.). Gegen die 
abweisende Verfügung der Bewährungs- und Vollzugsdienste des Amts für Justiz-
vollzug des Kantons Bern (nachfolgend: BVD) vom 20. März 2025 (amtliche Akten 
BVD, pag. 237 ff.) erhob der Beschwerdeführer am 31. März 2025 erfolglos Be-
schwerde bei der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (nachfolgend SID; amtli-
che Akten SID, pag. 8 f. und pag. 23 ff.).

3. Am 10. Juni 2025 ging beim Obergericht des Kantons Bern eine mit 4. Juni 2025 
datierte Eingabe des Beschwerdeführers ein (pag. 1). Am 11. Juni 2025 leitete die 
Strafabteilung des Obergerichts diese Eingabe zuständigkeitshalber an das Regio-
nalgericht Bern-Mittelland weiter, u.a. mit Kopie an die BVD (pag. 2). Am 12. Ju-
ni 2025 erhielt das Obergericht von der SID mitgeteilt, zufolge Vollzugsdossiers des 
Beschwerdeführers dürfte es sich bei der Eingabe vom 4. Juni 2025 höchstwahr-
scheinlich um eine Beschwerde gegen ihren Beschwerdeentscheid vom 
20. Mai 2025 handeln (pag. 4). Daraufhin ersuchte das Obergericht die SID um Zu-
stellung des besagten Beschwerdeentscheids, den sie am 16. Juni 2025 erhielt 
(pag. 3). Am 23. Juni 2025 retournierte das Regionalgericht Bern-Mittelland die 
Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Juni 2025 an das Obergericht (pag. 17 f.).

4. Mit Verfügung vom 24. Juni 2025 wies die Verfahrensleiterin unter Hinweis auf 
Art. 32 Abs. 2 und Art. 33 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
(VRPG; BSG 155.21) daraufhin, dass die Eingabe des Beschwerdeführers vom 
4. Juni 2025 diesem unter Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung hätte 
zurückgewiesen werden müssen, weil diese wie auch die E-Mail der SID vom 
16. Juni 2025 innerhalb der Rechtsmittelfrist beim Obergericht eingegangen seien; 
mithin innerhalb der Rechtsmittelfrist genügend Zeit zur Verbesserung des man-
gelhaften Antrags bestanden hätte. Sie hielt fest, die Eingabe vom 4. Juni 2025 da-
her als Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des Beschwer-
deentscheids und auf bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug entgegenzuneh-
men. Sodann eröffnete sie das Beschwerdeverfahren, gab der SID Gelegenheit, 
innert Frist eine Stellungnahme beizubringen, und forderte diese auf, die Vollzugs-
akten des Beschwerdeführers einzureichen (pag. 19 f.). 

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5. Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2025 beantragte die SID, es sei auf die Beschwer-
de nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen. Zur Begründung führte sie 
aus, der Beschwerdeführer habe sich in seiner Eingabe in keiner Weise mit dem 
Beschwerdeentscheid auseinandergesetzt, weshalb auf die Beschwerde nicht ein-
getreten werden könne. In materieller Hinsicht verweise sie auf ihre Ausführungen 
im Beschwerdeentscheid. Die Eingabe des Beschwerdeführers sei nicht geeignet, 
die dortigen Feststellungen als unrichtig oder unvollständig und die dortigen Folge-
rungen als rechtsfehlerhaft erscheinen zu lassen (pag. 22).

6. Mit Verfügung vom 4. Juli 2025 nahm und gab die Verfahrensleiterin Kenntnis von 
der Vernehmlassung der SID. Sie gab der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit, 
innert Frist eine Stellungnahme zur Beschwerde und zur Vernehmlassung der Vor-
instanz einzureichen (pag. 23 f.). 

7. Mit Stellungnahme vom 24. Juli 2025 schloss sich die Generalstaatsanwaltschaft 
der Auffassung der SID an und beantragte mit Verweis auf deren Ausführungen, es 
sei auf die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei diese abzuweisen 
(pag. 26).

8. Mit Verfügung vom 24. Juli 2025 nahm und gab die Verfahrensleiterin Kenntnis von 
der Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft. Zudem gab sie dem Beschwer-
deführer Gelegenheit, innert Frist eine Replik zur Vernehmlassung der Vorinstanz 
und zur Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft einzureichen (pag. 27 f.). 

9. In der Replik vom 28. Juli 2025 ersuchte der Beschwerdeführer zusammengefasst 
nach einer Erklärung, warum er nicht bedingt entlassen werde, obwohl er zwei Drit-
tel seiner Freiheitsstrafe verbüsst habe, und weshalb er nicht in einen «offenen 
Knast» könne. Er bat darum, zumindest in ein anderes Gefängnis verlegt zu wer-
den, sollte er nicht bedingt entlassen werden (pag. 30).

10. Mit Verfügung vom 29. Juli 2025 nahm und gab die Verfahrensleiterin Kenntnis von 
der Replik des Beschwerdeführers. Gleichzeitig schloss sie den Schriftenwechsel, 
gab die Kammerzusammensetzung bekannt, stellte einen schriftlichen Entscheid in 
Aussicht und teilte den Parteien mit, abschliessende Bemerkungen seien umge-
hend einzureichen (pag. 32 f.). 

11. Die SID teilte am 4. August 2025 mit, auf Schlussbemerkungen zu verzichten 
(pag. 36). 

12. Von den BVD erhielt das Obergericht am 20. August 2025 eine undatierte Eingabe 
des Beschwerdeführers mit Poststempel vom 13. August 2025 weitergeleitet, in 
welcher er um «bedingte Entlassung ¾» ersuchte und mitteilte, er habe ein Joban-
gebot. Für den Fall, dass er nicht bedingt entlassen werden könne, ersuchte er 
darum, ihm drei Monate der verbleibenden achtmonatigen Haftstrafe zu erlassen, 
damit er die Feiertage mit der Familie verbringen könne. Der Eingabe lagen ein in 
B.________ Sprache abgefasster Arbeitsvertrag vom 28. Juli 2025 («________») 
und eine Ausweiskopie bei (pag. 38 ff.).

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13. Seitens der Generalstaatsanwaltschaft gingen keine abschliessenden Bemerkun-
gen ein.

II. Formelles

14. Gegen Beschwerdeentscheide der SID im Bereich des Justizvollzugs kann innert 
30 Tagen seit der Eröffnung bei den Strafkammern des Obergerichts des Kantons 
Bern Beschwerde geführt werden (Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über den Justizvoll-
zug [JVG; BSG 341.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 1 lit. c des Organisationsreglements des 
Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die 2. Strafkammer ist somit zur Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde zuständig.

15. Das Verfahren richtet sich nach dem VRPG soweit das JVG keine besonderen Be-
stimmungen enthält (Art. 53 JVG). Namentlich finden Art. 79 und Art. 80 bis 
84a VRPG sinngemäss Anwendung (Art. 86 Abs. 2 VRPG).

16. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht (Art. 52 Abs. 1 JVG). Der Be-
schwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom ange-
fochtenen Entscheid direkt betroffen und als unterlegene Partei zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 79 VRPG).

17. Die Beschwerde muss von Gesetzes wegen einen Antrag und eine Begründung 
enthalten (Art. 32 Abs. 2 VRPG). Bei Laieneingaben werden an das Antragserfor-
dernis und die Begründungspflicht praxisgemäss keine hohen Anforderungen ge-
stellt. Dem Antragserfordernis ist Genüge getan, wenn sich aus dem Zusammen-
hang und unter Zuhilfenahme der Begründung sinngemäss ergibt, was anbegehrt 
wird (DAUM, in: Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kan-
ton Bern, 2. Auflage 2020, N. 19 zu Art. 32 VRPG). Der Begründungspflicht wird 
entsprochen, wenn aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist, inwiefern (in welchen 
Punkten) und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (DAUM, a.a.O. 
N. 22 zu Art. 32 VRPG). 

Aus der Eingabe des Beschwerdeführers vom 4. Juni 2025 geht – unter Berück-
sichtigung des Beschwerdeentscheids – unmissverständlich hervor, dass er um 
bedingte Entlassung gemäss Art. 86 StGB ersucht und den abschlägigen Ent-
scheid der Vorinstanz nicht nachvollziehen kann, weil er zum ersten Mal in der 
Schweiz in einem Gefängnis sei, zu seinen Kindern nach B.________ (Land) 
zurückkehren, ein Leben ohne Kriminalität führen und arbeiten möchte (pag. 1). 
Wie mit Verfügung vom 24. Juni 2025 festgestellt, ist diese Eingabe als Beschwer-
de mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung des Beschwerdeentscheids und 
auf bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug entgegenzunehmen, wobei die Lai-
eneingabe gerade noch knapp als hinreichend begründet betrachtet werden kann.

18. Auf die Beschwerde vom 4. Juni 2025 ist einzutreten. Die Kognition richtet sich 
nach Art. 80 VRPG.

19. Soweit der Beschwerdeführer in der Replik eventualiter die Verlegung in eine ande-
re/offene Vollzugsanstalt beantragt sowie in seiner undatierten Eingabe eventuali-

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ter um dreimonatigen Straferlass ersucht, sei er darauf hingewiesen, dass die Be-
schwerdeinstanz nur Anträge prüft, die innerhalb des Streitgegenstands liegen 
(DAUM, a.a.O. N. 12 zu Art. 72 VRPG). Dieser ist auf die Frage der bedingten Ent-
lassung gemäss Art. 86 StGB beschränkt, weshalb die Kammer weder die Verle-
gung in eine andere/offene Vollzugsanstalt noch den beantragten Straferlass prü-
fen kann. 

III. Materielles

20. Hat der Gefangene zwei Drittel seiner Strafe verbüsst, ist er bedingt zu entlassen, 
wenn es sein Verhalten im Strafvollzug rechtfertigt und nicht anzunehmen ist, er 
werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (Art. 86 Abs. 1 StGB). Die be-
dingte Entlassung stellt die Regel und deren Verweigerung die Ausnahme dar. In 
dieser letzten Stufe des Vollzugs soll der Entlassene den Umgang mit der Freiheit 
erlernen. Diesem rein spezialpräventiven Zweck stehen die Schutzbedürfnisse der 
Allgemeinheit gegenüber, denen umso höheres Gewicht beizumessen ist, je hoch-
wertiger die gefährdeten Rechtsgüter sind. Die Prognose über das künftige Wohl-
verhalten ist in einer Gesamtwürdigung zu erstellen, die neben dem Vorleben, der 
Persönlichkeit und dem Verhalten des Täters während des Strafvollzugs insbeson-
dere dessen neuere Einstellung zu seinen Taten, seine allfällige Besserung und 
seine nach der Entlassung zu erwartenden Lebensverhältnisse berücksichtigt 
(BGE 150 IV 425 E. 3.2.1).

21. Die SID erachtete die von den BVD verweigerte bedingte Entlassung gestützt auf 
nachstehende Erwägungen für rechtmässig und angemessen (amtliche Akten SID, 
pag. 25 ff.):

3. 

3.1 Der Beschwerdeführer hat seit dem 26. März 2025 zwei Drittel seiner Freiheitsstrafe verbüsst 
(Akten BVD pag. 174). Damit ist die erste der gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. 

3.2 Anhand des Vorlebens, der Persönlichkeit, des deliktischen und sonstigen Verhaltens des 
Beschwerdeführers sowie seiner zu erwartenden Lebensverhältnisse gilt es im Folgenden in 
einem ersten Schritt näher zu prüfen, ob anzunehmen ist, der Beschwerdeführer werde im 
Falle einer bedingten Entlassung weitere Verbrechen oder Vergehen begehen (sog. Legal-
prognose). In einem zweiten Schritt wird zu prüfen sein, ob die Gefahr der Begehung weite-
rer Straftaten im Falle einer bedingten Entlassung höher einzustufen ist als im Falle der Voll-
verbüssung der Strafe (sog. Differenzialprognose).

4. Vorleben 

4.1 Das Vorleben des Beschwerdeführers ist vorab gemäss der gefestigten Rechtsprechung un-
ter dem Gesichtspunkt früherer Straffälligkeit zu prüfen. Nach dem Wissensstand der Krimi-
nologie ist diesbezüglich namentlich entscheidend, wie häufig und in welchen zeitlichen Ab-
ständen bereits Straftaten begangen wurden und welcher Lebenszeitraum des Verurteilten 
durch Kriminalität geprägt war, wobei als Faustregel gilt, dass die Gefahr der Begehung wei-
terer Straftaten umso höher ist, je mehr Delikte in der Vergangenheit begangen wurden und 
je kürzer die Abstände zwischen den einzelnen Straftaten waren. Dabei muss auch Beach-
tung finden, ob und wie lange der Gefangene bereits früher im Straf- und Massnahmenvoll-

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zug war und ob und wie lange er sich nach früheren (bedingten) Entlassungen zu bewähren 
vermochte, insbesondere, ob bedingte Entlassungen (oder bedingt ausgesprochene Sankti-
onen) bereits widerrufen werden mussten. Darüber hinaus sind gegebenenfalls auch andere 
Aspekte des Vorlebens in die Prognose einzubeziehen, namentlich die Konstanz der gesell-
schaftlichen Integration (Primärbeziehungen [Eltern, Familie, Freunde], Arbeitswelt etc.) und 
allfällige Entwicklungen von Suchtverhalten (vgl. zum Ganzen: CORNELIA KOLLER, in: Basler 
Kommentar, Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, Art. 86 N. 7 mit Hinweisen).

4.2 Der Beschwerdeführer ist neben dem eingangs erwähnten Urteil des Regionalgerichts Bern- 
Mittelland nicht weiter im Schweizerischen Strafregister verzeichnet (vgl. aktueller Strafregis-
terauszug vom 24. Februar 2025, Akten BVD pag. 204 ff.). Aktenkundig sind jedoch zahlrei-
che weitere Verurteilungen in C.________ (Land) und B.________(Land) (insbesondere we-
gen Diebstahls in einem Begehungszeitraum von 2005 bis 2021) (vgl. Akten BVD 
pag. 089 ff.). Als Sanktionen wurden Freiheitsstrafen von mehreren Monaten bis zu drei Jah-
ren und Bussen ausgesprochen (pag. 089 ff.). Am 23. Juli 2017 wurde der Beschwerdeführer 
erstmals bedingt aus dem Strafvollzug entlassen; die Reststrafe betrug 52 Tage. Am 
30. März 2022 erfolgte erneut eine bedingte Entlassung bei einer Reststrafe von 84 Tagen 
(vgl. Akten BVD pag. 090 Rückseite). Angesichts dessen ist festzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer seit vielen Jahren eine erhebliche Delinquenz aufzeigt. Weder die Freiheits-
entzüge noch die gewährten bedingten Entlassungen führten zu einer nachhaltigen Verhal-
tensveränderung. Rund ein Jahr nach der letzten Bewährungschance delinquierte er erneut 
einschlägig und in aggravierender Weise, wofür er nunmehr mit einer unbedingten Freiheits-
strafe von drei Jahren bestraft wurde. Die teilweise in kurzen Abständen und über Jahre hin-
weg begangenen Delikte lassen auf eine erhebliche kriminelle Energie sowie eine deutliche 
Uneinsichtigkeit des Beschwerdeführers schliessen. Diese deliktische Vorgeschichte wirkt 
sich eindeutig zu Ungunsten des Beschwerdeführers aus. Entgegen seinem Vorbringen sind 
die eingetragenen Vorstrafen in die Beurteilung des Vorlebens zu berücksichtigen, zumal 
kriminelle Vorbelastungen in die Legalprognose miteinbezogen werden müssen und die im 
Ausland begangenen Straftaten und dort verbüssten Strafen ebenso Bestandteil des Vorle-
bens des Täters bilden (vgl. hierzu BGer 6B_100/2021 vom 11. Februar 2021 E. 1.3.1 und 
E. 1.4; BGer 6B_119/2018 vom 22. Mai 2018 E. 4.3; siehe auch BGer 6B_258/2015 vom 
26. Oktober 2015 E. 1.2.1; vgl. auch CHRISTOPH URWYLER, Die Praxis der bedingten Entlas-
sung aus dem Strafvollzug, 2020, S. 65).

4.3 Andere Aspekte (etwa das weitere Vorleben sowie die persönlichen Verhältnisse in 
B.________(Land)), die zu einer anderen Einschätzung führen oder geeignet wären, die 
strafrechtliche Vergangenheit des Beschwerdeführers aufzuwiegen, sind nicht ersichtlich und 
wurden auch nicht geltend gemacht (vgl. Akten BVD pag. 010 und pag. 146). Den Akten 
lässt sich hierzu Folgendes entnehmen: Gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdefüh-
rer in D.________ (Ort) aufgewachsen. Sein Vater sei im Jahr 2013 verstorben; seine Mutter 
im Jahr 2017. Er habe zwei ältere Brüder, sei geschieden und Vater eines Sohnes 
(Jg. ________), der in B.________(Land) bei der Mutter lebe. Die Schule habe er bis zur 
6. Klasse besucht, anschliessend habe er zu arbeiten begonnen. Als er mit 15 Jahren ange-
fangen habe Drogen zu konsumieren, sei er auf die «schiefe Bahn gekommen». Er sei 
E.________ (Beruf) und habe auf diesem Beruf «phasenweise» gearbeitet. Sobald er jedoch 
erneut mit Drogen in Kontakt gekommen sei, habe er seine Arbeitsstelle verloren und sei 
straffällig geworden. Seine Familie habe ihn jeweils aufgefangen (Akten BVD pag. 011; siehe 
auch pag. 021; 079: F/A 88; pag. 061: F/A 170, pag. 146). 

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4.4. Aus dem Dargelegten folgt, dass das Prognosekriterium Vorleben negativ zu bewerten ist.

5. Täterpersönlichkeit 

5.1 Bei den prognostisch relevanten Persönlichkeitsmerkmalen des Täters handelt es sich wie 
bei anderen strafrechtlichen Prognosen um Merkmale, die auf strafrechtlich relevante Denk- 
und Verhaltensmuster hinweisen (z.B. erhöhte Kränkbarkeit, Impulsivität, Selbstbezogenheit, 
Aggressivität, übersteigerter Dominanzanspruch, ausgeprägtes Geltungsbedürfnis, sexuell 
deviante Interessen). Umgekehrt können personenbezogene Ressourcen (z.B. Selbstkontrol-
le, realistische Lebensziele, ausreichende soziale Kompetenzen, ausreichende kognitive 
Kompetenzen zur Lösung von Alltagsproblemen, gutes Planungs- und Entscheidungsverhal-
ten) und auch umweltbezogene Ressourcen (z.B. eine emotionale Bindung an eine zuverläs-
sige Person, Einbindung in sowie Unterstützung durch ein normkonformes soziales Netz-
werk, gute Schulausbildung, gute berufliche Anstellung, positive Freizeitgestaltung) fallspezi-
fisch, d.h. abhängig vom individuellen Deliktmechanismus, prognostisch positiv gewertet 
werden. Zu beurteilen ist, ob ein Wandel zum Besseren stattgefunden, sich die innere Ein-
stellung des Verurteilten verändert, er Einsicht in die Folgen seiner Tat gewonnen hat, er 
seine Tat bereut, eine Reifung und Festigung der Persönlichkeit durch therapeutische Ein-
wirkungen oder sonst festzustellen ist. Von einer überdauernden risikorelevanten Verände-
rung kann dann ausgegangen werden, wenn sich problematische Denk- und Verhaltensmus-
ter über mehrere Jahre nicht mehr im Leben eines Verurteilten manifestiert haben und es 
auch in Hochrisikosituationen nicht mehr zu strafbaren Handlungen gekommen ist. Auch die 
Umstände der Straftat können auf prognoserelevante Persönlichkeitsmerkmale hinweisen. 
Von Bedeutung für das Begehen zukünftiger Straftaten können über dies auch das Alter oder 
der Gesundheitszustand des Verurteilten sein, wenn z.B. aufgrund somatischer oder motori-
scher Einschränkungen bestimmte strafbare Handlungen nicht mehr ausgeführt werden kön-
nen (zum Ganzen: KOLLER, a.a.O., Art. 86 N. 8 f. mit Hinweisen)

5.2 Der Beschwerdeführer wurde im In- und Ausland wiederholt über mehrere Jahre hinweg ein-
schlägig straffällig. Seine letzte bekannte Delinquenz erfolgte im Jahr 2023 (vgl. Akten BVD 
pag. 204 ff.). Die früheren Verurteilungen haben ihn bisher weder beeindruckt noch zu einer 
nachhaltigen Änderung seiner Lebensweise bzw. seines Verhaltens veranlasst. Ferner sind 
keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer mit seiner delikti-
schen Vergangenheit ernsthaft auseinandergesetzt hat. Es ist denn auch nicht nachvollzieh-
bar, weshalb gerade der vorliegende Strafvollzug zu einer nachhaltigen positiven Einsicht ge-
führt haben soll. Zwar gibt er an, seine Fehler eingesehen zu haben und erklärt, dass er nach 
B.________(Land) zu seinem Sohn zurückgehen und dort arbeiten wolle (vgl. Akten BVD 
pag. 181; vgl. S. 2 der Beschwerde). Der blosse Hinweis, er habe sich im Strafvollzug korrekt 
verhalten und sei um eine «gute Haftzeit» bemüht, lässt jedoch keinen solchen Schluss zu, 
zumal sich seine aktuelle Situation nicht verändert hat und er nach wie vor ohne Arbeit und 
finanzielle Mittel sein wird (vgl. Akten BVD pag. 181). Unter den gegebenen Umständen kann 
daher nicht von einer günstigen Entwicklung des Beschwerdeführers ausgegangen werden. 
Das Kriterium der Täterpersönlichkeit ist zurzeit ebenfalls negativ in die Legalprognose ein-
zubeziehen.

6. Übriges deliktisches und sonstiges Verhalten 

6.1 Unter dem Aspekt des übrigen deliktischen und sonstigen Verhaltens sind etwa Leistungen 
zur Schadenswiedergutmachung, der Umstand, dass sich ein Täter der Polizei gestellt hat, 
das Nachtatverhalten, die Einhaltung des Vollzugsplans oder die Erreichung der Vollzugszie-

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le zu berücksichtigen. Einzubeziehen ist weiter das Verhalten in der Vollzugsanstalt, soweit 
dieses Rückschlüsse auf künftiges Verhalten zulässt. Prognostisch relevant ist das Verhalten 
des Verurteilten in jenen Anstaltssituationen, die dem «normalen Leben» ähnlich sind, etwa 
das Arbeitsverhalten, das Verhalten gegenüber Personen und Mitgefangenen sowie allge-
mein Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit. Letzteres lässt sich im Rahmen von Vollzugs-
lockerungen unter Beweis stellen. Blosses Wohlverhalten im Strafvollzug darf nicht ohne 
Weiteres als prognostisch positiv gewertet werden. Soweit dieses reines Anpassungsverhal-
ten darstellt, ist es sogar prognostisch negativ zu werten. Prognostisch nicht notwendiger-
weise relevant sind Verhaltensweisen in anstaltsspezifischen Situationen, z.B. die Einhaltung 
der Vorschriften zur Zellenordnung. Entscheidend sind nicht einzelne Vorfälle. Das Verhalten 
im Vollzug ist als Gesamtheit und mit Berücksichtigung seiner Entwicklung im Zeitverlauf in 
die Prognose einzubeziehen (vgl. zum Ganzen: KOLLER, a.a.O., Art. 86 StGB N. 10 mit Hin-
weisen).

6.2 Der Beschwerdeführer zeigte sich im Strafverfahren mehrheitlich kooperativ und geständig. 
Die ihm zur Last gelegten Delikte konnten denn auch teilweise durch Bildmaterial und/oder 
DNA-Spuren belegt werden (vgl. Akten BVD pag. 001 ff.; pag. 013 ff.; pag. 019 ff.; 
pag. 022 ff.; pag. 027 E/A 114 f.; pag. 031 ff.). Ferner ist das Vollzugsverhalten des Be-
schwerdeführers insoweit positiv zu würdigen, als er ein grundsätzlich angepasstes Voll-
zugsverhalten zeigt. Aus dem Vollzugsbericht der JVA F.________ geht hervor, dass er ei-
nen kameradschaftlichen und freundlichen Umgang mit den miteingewiesenen Personen 
pflege und sich stets freundlich und korrekt gegenüber dem Personal verhalte (vgl. Akten 
BVD pag. 179). Weiter ist dem Bericht zu entnehmen, dass er die ihm zugewiesenen Arbei-
ten zwar in quantitativer Hinsicht erledige, seine Arbeitsqualität jedoch Verbesserungspoten-
tial aufweise. Am Arbeitsplatz müsse er oft an die Regeln erinnert werden. Im Wohnbereich 
werde er hingegen als eher zurückhaltende, aber stets freundliche, anständige und zuverläs-
sige Persönlichkeit wahrgenommen (vgl. Akten BVD pag. 179 Rückseite ff.). Disziplinarisch 
musste er im November 2024 bislang zwei Mal wegen Arbeitsverweigerung und Sicherstel-
lung verbotener Gegenstände belangt werden (vgl. Akten BVD pag. 179). In der Folge wurde 
der Beschwerdeführer von Januar bis März 2025 12 weitere Male diszipliniert (vgl. Akten 
BVD pag. 182, 186, 190, 193, 195, 200, 202, 209, 211, 213, 223, 240). Die Disziplinarverfü-
gungen umfassten Arbeitsverweigerung, Widersetzlichkeit gegenüber dem Personal, Kon-
sum von Betäubungsmitteln (Kokain und THC) sowie Ein- und Ausfuhr, Beschaffung, Her-
stellung, Besitz von und Handel mit Betäubungsmittel (Cannabis und Crack). Insgesamt er-
gibt sich Folgendes: Mit dem allgemeinen Vollzugs-, Sozial- und Arbeitsverhalten des Be-
schwerdeführers liegen positiv zu berücksichtigende Aspekte vor. Demgegenüber mussten 
gegen den Beschwerdeführer innert fünf Monaten 14 Disziplinarverfügungen erlassen wer-
den, zuletzt im März 2025 und damit während der Prüfung der bedingten Entlassung und 
unmittelbar vor Erlass der angefochtenen Verfügung (vgl. Akten BVD pag. 240). Das Voll-
zugsverhalten des Beschwerdeführers erweist sich angesichts der zahlreichen und kurz auf-
einanderfolgenden Disziplinierungen denn auch nicht als unproblematisch (vgl. S. 1 der Be-
schwerde). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers lassen sich allein aus einem 
guten Verhalten im Vollzugsalltag denn auch keine prognoserelevanten Veränderungen in 
Bezug auf die Rückfallgefährdung ableiten. Das blosse Wohlverhalten im Strafvollzug darf 
von einem Gefangenen als Normallfall erwartet und nicht ohne Weiters prognostisch positiv 
gewertet werden, lässt ein solches kaum Rückschlüsse auf eine positive Prognose in Freiheit 

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zu. Nach dem Gesagten fällt das Kriterium des übrigen deliktischen und sonstigen Verhal-
tens des Beschwerdeführers ungünstig ins Gewicht.

7. Zu erwartende Lebensverhältnisse 

7.1 Für die Beurteilung der prognostischen Bedeutung der nach der Entlassung aus dem Frei-
heitsentzug zu erwartenden Lebensverhältnisse ist, bezogen auf die konkrete Gefährdung 
weitere, bestimmte Straftaten zu begehen, namentlich die künftige gesellschaftliche Integra-
tion des Verurteilten in die Familie oder familienähnliche Beziehungsnetze und in die Ar-
beitswelt zu prüfen bzw. ob der mutmassliche soziale Empfangsraum kriminogene Gefähr-
dungen aufweist oder umgekehrt protektive Wirkungen entfalten kann. Wenn auch allzu prä-
zise Zukunftspläne nicht erwartet werden dürfen, muss es aus spezialpräventiven Überle-
gungen möglich sein, die bedingte Entlassung an die Bedingung des Vorhandenseins be-
stimmter Strukturen wie etwa gefestigte Wohnstrukturen oder einen Therapieplatz zu knüp-
fen. Die Wirkungen einer vorgesehenen Bewährungshilfe und/oder geplanter Weisungen 
sind bei der Beurteilung einzubeziehen. Offensichtlich unrealistische Zukunftspläne oder sol-
che, die in der Vergangenheit bereits mehrfach gescheitert sind, vermögen die Prognose 
nicht positiv zu beeinflussen, sondern müssen unter Umständen sogar negativ gewertet wer-
den (zum Ganzen: KOLLER, a.a.O., Art. 86 N. 11 mit Hinweisen). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz über keinen Aufenthaltstitel. Er wurde zu einer 
Landesverweisung verurteilt, weshalb er die Schweiz nach dem Strafvollzug verlassen muss 
und während 12 Jahren nicht wieder einreisen darf (vgl. Akten BVD pag. 164). Die Prüfung 
der zu erwartenden Lebensverhältnisse konzentriert sich daher auf sein Heimatland 
B.________(Land). 
Der Beschwerdeführer will eigenen Angaben zufolge nach seiner Entlassung aus dem Straf-
vollzug zu seinem Sohn nach B.________(Land) zurückgehen. Er wolle dort bei seinem Bru-
der als G.________ (Beruf) arbeiten und ein «normales Leben» mit der Familie verbringen. 
Er habe in D.________(Ort) eine Wohnung von seinen Eltern vererbt bekommen (vgl. Akten 
BVD pag. 181). Soweit aktenkundig erhält der Beschwerdeführer regelmässig von seiner 
Partnerin im Strafvollzug Besuch und telefoniert täglich mit seinem Sohn und dessen Mutter. 
Seine Partnerin beabsichtige denn auch, bis zur Entlassung des Beschwerdeführers in der 
Schweiz zu verbleiben und anschliessend mit ihm nach B.________(Land) zurückzukehren 
(vgl. Akten BVD pag. 180). Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass der Beschwer-
deführer in B.________(Land) jedenfalls auf einigermassen stabile familiäre Verhältnisse 
zurückgreifen kann. Ferner sind seine beruflichen Pläne löblich, bleiben jedoch sehr vage 
und können sich daher nicht genügend stabilisierend auswirken (vgl. Akten BVD pag. 181; 
vgl. S. 1 und 2 der Beschwerde). Im Übrigen wurde der Beschwerdeführer am 3. März 2025 
wegen Konsums von Kokain diszipliniert (vgl. Akten BVD pag. 224), was mit Blick auf seine 
bisherigen Verhaltensweisen nichts Gutes erhoffen lässt (vgl. E. 4.4). Dem Vollzugsbericht 
der JVA F.________ lässt sich zudem entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer bei der 
Rückkehrberatung des Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) angemeldet habe. Ein Ge-
spräch habe jedoch noch nicht stattgefunden (vgl. Akten BVD pag. 180). Inwiefern sich die 
aktuelle Situation des Beschwerdeführers nach dem Dargelegten im Vergleich zu früheren 
Straffälligkeiten grundlegend anders präsentiert und sich die zu erwartenden Lebensverhält-
nisse deutlich zum Besseren verändert haben sollten, ist jedenfalls nicht ersichtlich. Der Um-
stand allein, dass er in B.________(Land) mit seiner Familie ein «ruhiges Leben» verbringen 

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und dort einer Arbeit nachgehen möchte, bietet noch keine Gewähr dafür, dass der Be-
schwerdeführer nach jahrelanger Delinquenz nunmehr plötzlich nicht mehr straffällig wird.

7.3 Anzumerken bleibt, dass aufgrund der Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland 
nach der Entlassung aus dem Strafvollzug weder Bewährungshilfe angeordnet noch Wei-
sungen erteilt werden können (Art. 87 Abs. 2 StGB). Eine stufenweise Entlassung des Be-
schwerdeführers in die Freiheit ist somit nicht vorgesehen (vgl. BGer 6B_93/2015 vom 
19. Juni 2015 E. 5.7). Nach dem Gesagten sind die zu erwartenden Lebensverhältnisse des 
Beschwerdeführers legalprognostisch nicht als geradezu günstig zu beurteilen und fallen 
bestenfalls neutral ins Gewicht. 

8. Gesamtwürdigung und Differenzialprognose 

Im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtwürdigung der vorstehenden Kriterien kann die 
Bewertung und Gewichtung der verschiedenen Prognosekriterien einzelfallgerecht vorge-
nommen werden, da nicht stets alle Kriterien gleichermassen oder überhaupt prognoserele-
vant sind (KOLLER, a.a.O., Art. 86 N. 12 mit Hinweisen). Wie aufgezeigt, fallen vorliegend 
sämtliche Beurteilungskriterien negativ bis bestenfalls neutral ins Gewicht, weshalb dem Be-
schwerdeführer eine ungünstige Legalprognose zu stellen ist. Aus dem Umstand, dass das 
allgemeine Vollzugsverhalten des Beschwerdeführers grundsätzlich nicht zu beanstanden 
ist, kann kein Anspruch auf bedingte Entlassung abgeleitet werden.

9. 

9.1 Nach dieser allgemeinen Beurteilung der Legalprognose ist nachfolgend zu prüfen, ob die 
Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei Vollver-
büssung der Strafe höher einzuschätzen ist (sog. Differenzialprognose). Beide Prognosen 
sind gegeneinander abzuwägen. Als Vorzüge der Vollverbüssung kommen etwa die Mög-
lichkeit in Betracht, im Rahmen einer Therapie mit der Deliktaufarbeitung zu beginnen, sich 
mit seinen Persönlichkeitsmerkmalen auseinanderzusetzen und einen Veränderungsprozess 
durchzumachen, sowie die schrittweise Heranführung an die Freiheit im Rahmen von Voll-
zugslockerungen. Dagegen scheiden bei einer Vollverbüssung die Ansetzung einer Probe-
zeit mit der Möglichkeit der Rückversetzung in den Strafvollzug sowie sämtliche Formen der 
Nachbetreuung und Kontrolle (Bewährungshilfe und Weisungen) aus. Bei Ausländern, wel-
che die Schweiz nach dem Strafvollzug zu verlassen haben, darf der Umstand, dass Kon-
trollmöglichkeiten für Weisungen und Bewährungshilfe im Ausland fehlen, für die Legalpro-
gnose berücksichtigt werden. Ferner ist zu beachten, dass im Fall einer Nichtbewährung 
ausserhalb der Schweiz ein Widerruf der bedingten Entlassung häufig weder angeordnet 
noch vollstreckt werden kann, weshalb eine bedingte Entlassung zurückhaltender zu bewilli-
gen ist, wenn der Betroffene in seine Heimat entlassen wird. Dies darf jedoch nicht zu einer 
pauschalen Benachteiligung von Ausländern führen. Fällt die Legalprognose im Rahmen der 
Differenzialprognose doppelt negativ aus, ist die bedingte Entlassung nicht vorzugswürdig. 
Dies gilt umso mehr, wenn hochwertige Rechtsgüter (Leib und Leben) auf dem Spiel stehen. 
Gleiches gilt auch für den Fall, dass sich nicht mit Bestimmtheit klären lässt, ob die Gefahr 
mit der Vollverbüssung abnehmen, gleichbleiben oder zunehmen wird. Bei zwei eindeutig 
positiven Prognosen wäre die bedingte Entlassung zu gewähren (zum Ganzen: KOLLER, 
a.a.O., Art. 86 N. 16 mit Hinweisen). 

9.2 Das Kriterium des Vorlebens ist statisch und lässt sich daher auch bis zur Vollverbüssung 
am 26. März 2026 nicht verändern (vgl. Akten BVD pag. 130). Demgegenüber sind die übri-
gen Prognosekriterien durchaus einer Verbesserung zugänglich. Die Täterpersönlichkeit 

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kann verbessert werden, indem sich der Beschwerdeführer fortan ehrlich und ernsthaft mit 
seinen Taten auseinandersetzt. Sodann lässt sich auch das Kriterium des sonstigen Verhal-
tens positiv beeinflussen, wenn er nicht mehr disziplinarisch auffällt und weiterhin gutes Ar-
beits-, Sozial- und Vollzugsverhalten zeigt. In der verbleibenden Zeit bis zur Vollverbüssung 
hat der Beschwerdeführer so dann Zeit, seine Austrittssituation zu festigen und seine Wie-
dereingliederung in B.________(Land), insbesondere in beruflicher Hinsicht, zu organisieren. 
Die angekündigten Gespräche im Rahmen der SRK-Rückkehrberatung sind in diesem Zu-
sammenhang als zweckdienlich anzusehen. Damit lässt sich die Legalprognose bis zum 
Strafende hin noch positiv beeinflussen, was gegen eine bedingte Entlassung im jetzigen 
Zeitpunkt spricht, genauso wie auch der Umstand, dass Weisungen, Bewährungshilfe und 
das Ansetzen einer Probezeit bei einer allfälligen Ausreise des Beschwerdeführers aus der 
Schweiz keine protektive Wirkung zu entfalten vermögen. Unterlässt der Beschwerdeführer 
Anstrengungen im Sinne des Vorstehenden, erweisen sich beide Entlassungsszenarien als 
gleichermassen negativ, was ebenfalls gegen die Gewährung der bedingten Entlassung 
spricht.

9.3 Zusammengefasst erweist sich die Verweigerung der bedingten Entlassung als recht mässig 
und angemessen.

22. Damit zeigte die Vorinstanz ausführlich, nachvollziehbar und zutreffend auf, dass 
und weshalb dem Beschwerdeführer die bedingte Entlassung nicht gewährt werden 
kann. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die vorinstanzlichen Erwägungen in sach-
verhaltsmässiger und/oder rechtlicher Hinsicht falsch sein sollten. Der Beschwerde-
führer vermochte oberinstanzlich denn auch nichts (Neues) vorzubringen, das sei-
ne von den Vorinstanzen als ungünstig beurteilte Legalprognose in einem ande-
ren/günstigeren Licht erscheinen liesse. Das gilt namentlich für den in B.________ 
Sprache abgefassten Arbeitsvertrag vom 28. Juli 2025, laut welchem er bei der 
H.________ (Firma) als I.________ (Beruf) («________») arbeiten kann 
(pag. 40 ff.). Zumal der Beschwerdeführer in seinem ursprünglichen Gesuch um 
bedingte Entlassung vom 22. Januar 2025 noch angab, als G.________(Beruf) bei 
seinem Bruder arbeiten zu wollen, in dessen «J.________ (Firma)» er schon vor-
her gearbeitet habe (amtliche Akten BVD, pag. 181 Rückseite), bestehen doch ge-
wisse Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Anstellung bei der H.________(Firma). Die 
beruflichen Zukunftspläne des Beschwerdeführers scheinen jedenfalls noch nicht 
gereift. Hellhörig macht auch, dass fraglich ist, ob er – wie in seinem Gesuch um 
bedingte Entlassung geltend gemacht – überhaupt je zuvor als G.________(Beruf) 
bei seinem Bruder angestellt war, nannte er doch an der Einvernahme vom 
9. April 2023 betreffend seine persönlichen Verhältnisse eine solche Tätigkeit nicht 
(amtliche Akten BVD, pag. 11).

23. Nach dem Gesagten kann dem Beschwerdeführer die bedingte Entlassung aus 
dem Strafvollzug nicht gewährt werden. Die Beschwerde erweist sich als unbe-
gründet und ist abzuweisen.

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IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

24. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor dem Obergericht werden auf eine Ge-
bühr von CHF 600.00 bestimmt (Art. 28 Abs. 2 i.V.m. Art. 51 Abs. 1 lit. a des Ver-
fahrenskostendekrets [VKD; BSG 161.12]). Sie sind vom unterliegenden Beschwer-
deführer zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

25. Weder der Beschwerdeführer (Art. 108 Abs. 3 VRPG e contrario) noch die SID 
noch die Generalstaatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 3 VRPG) haben Anspruch auf 
Parteikostenersatz. 

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Die 2. Strafkammer beschliesst:

1. Kopien der Eingabe der SID vom 4. August 2025 und der undatierten Eingabe des 
Beschwerdeführers mit Poststempel vom 13. August 2025 gehen an die Parteien.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor Obergericht von CHF 600.00 werden dem 
Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
‒ dem Beschwerdeführer
‒ der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
‒ der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern

Mitzuteilen:
‒ dem Amt für Justizvollzug des Kantons Bern, Bewährungs- und Vollzugsdienste

Bern, 27. August 2025 Im Namen der 2. Strafkammer

Die Präsidentin:

Oberrichterin Friederich Hörr

Die Gerichtsschreiberin:

Imboden

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.