# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6096c4e-6c7f-5177-bce9-eb2efed8bf45
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2010 E-4667/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4667-2010_2010-11-17.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4667/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter Robert Galliker, Richterin Emilia Antonioni;
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.

A._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Kantonswechsel, Verfügung des BFM vom 7. Juni 2010 / 
N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4667/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 1. Juli 2004 
in die Schweiz einreiste und am folgenden Tag um Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  (ehemals  Bundesamt  für  Flüchtlinge;  BFF)  das 
Asylgesuch mit Verfügung vom 15. Juli 2004 ablehnte und gleichzeitig 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,

dass eine dagegen erhobene Beschwerde an die damals zuständige 
Schweizerische  Asylrekurskommission  (ARK)  mit  Beschluss  vom 
31. August  2004  aufgrund  unbekannten  Aufenthaltes  des 
Beschwerdeführers als gegenstandslos geworden abschrieben wurde,

dass der Beschwerdeführer am 6. September 2006 ein sinngemässes 
Gesuch  um Wiederaufnahme  des  Verfahrens  einreichte,  dieses  von 
der ARK mit Verfügung vom 29. September 2004 wegen nicht erfolgten 
Abholens einer Instruktionsverfügung zurückgewiesen wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  am  15.  Dezember  2006  ein  zweites 
Asylgesuch einreichte,

dass das BFM mit  Verfügung vom 19. Januar  2007 auf  dieses nicht 
eintrat und gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26.  Januar  2007 
Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid des BFM erhob, 

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  mittels  Zuweisungsentscheid 
vom 6. Februar  2007 für  die  Dauer  des Asylverfahrens dem Kanton 
B._______ zuwies,

dass das Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 10. Juli  2008 die 
Beschwerde des Beschwerdeführers vom 26. Januar 2007 abwies,

dass  dem  Beschwerdeführer  vom  BFM  Frist  zur  Ausreise  aus  der 
Schweiz bis  zum 29. Juli  2008 gesetzt  wurde,  am 30. Juli  2008 die 
Ausschaffungshaft  verfügt  wurde,  der  Beschwerdeführer 
zwischenzeitlich  untertauchte,  am  9.  September  2008  wieder 
aufgegriffen  und  inhaftiert  wurde,  am  10.  September  2008  die 
Ausschaffungshaft  verfügt  und  diese  am  12.  September  2008  vom 

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Verwaltungsgericht des Kantons B._______ für drei Monate bestätigt 
wurde,

dass  das  BFM  die  vom  11.  September  2008  datierte,  als  "neues 
Asylgesuch"  betitelte  Eingabe des Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 26. September 2008 als Wiedererwägungsgesuch entgegennahm 
und abwies,

dass das BFM in Bezug auf weitere Eingaben des Beschwerdeführers 
am 9., 16. und 29. Oktober 2008 Stellung nahm,

dass der Beschwerdeführer am 10. November 2008 eine Beschwerde 
"betreffend  Rechtsverweigerung,  eventuell  Beschwerde  gegen  das 
Schreiben  des  BFM  vom 9.  Oktober  2008  (N  [...]),  Ablehnung  des 
Wiedererwägungsgesuches  vom  30.  September  2008"  beim 
Bundesverwaltungsgericht einreichte,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit  Urteil  vom 20. Februar 2009 
die  Rechtsverweigerungsbeschwerde  abwies,  die  Beschwerde 
guthiess,  soweit  darauf  einzutreten  war  und  die 
Nichteintretensverfügungen  vom  9.,  16.  und  29.  Oktober  2008 
betreffend Wiedererwägung des Wegweisungsvollzugs aufhob und die 
Vorinstanz anwies, auf das am 30. September 2008 eingereichte und 
durch  weitere  Eingaben  und  Beweismittel  ergänzte 
Wiedererwägungsgesuch einzutreten und es in materieller Hinsicht zu 
beurteilen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  9.  März  2009  das 
Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers vom 30. September 
2008 erneut abwies,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung mit Eingabe vom 
17. März 2009 Beschwerde erhob, das Bundesverwaltungsgericht mit 
Urteil  vom  10.  Februar  2010  diese  guthiess,  die  Verfügung  der 
Vorinstanz  vom  9.  März  2009  aufhob  sowie  das  BFM  anwies,  den 
Beschwerdeführer  in  teilweiser  Wiedererwägung  der  Verfügung  vom 
19. Januar 2007 vorläufig aufzunehmen,

dass  der  Beschwerdeführer  am  6.  April  2010  ein  Gesuch  um 
Bewilligung der Wohnsitznahme im Kanton C._______ einreichen liess 
und im Wesentlichen geltend machte, er habe erhebliche psychische 

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Probleme und deshalb wolle er in den Kanton C._______, in die Nähe 
seines Cousins, ziehen,

dass  die  Vorinstanz  mit  Verfügung  vom  7.  Juni  2010  das 
Kantonswechselgesuch abwies und seine Abweisung im Wesentlichen 
damit  begründete,  dass  der  dargelegte  Grundsatz  der  Einheit  der 
Familie  nicht  verletzt  sei,  da  es  sich  beim  erwähnten  nahen 
Verwandten lediglich um einen Cousin handle und die erforderlichen 
ärztlichen  Behandlungsmöglichkeiten  auch  im  Kanton  B._______ 
vollumfänglich gewährleistet seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  28.  Juni  2010 
(Poststempel) gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erheben und  beantragen liess,  die  Verfügung  des BFM 
vom 7. Juni 2010 sei aufzuheben, es sei die Sache zur Abklärung des 
vollumfänglichen  und  richtigen  rechtserheblichen  Sachverhaltes  an 
das  BFM zurückzuweisen,  es  sei  eventuell  die  Verfügung  des  BFM 
vom 7. Juni 2010 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer der 
Wechsel  von  Kanton  B._______  in  den  Kanton  C._______  zu 
bewilligen,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragen liess, vor Gutheissung der 
vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei dem unterzeichneten Anwalt 
eine angemessene Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote 
zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen,

dass  des  Weiteren  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  um 
Mitteilung  ersuchte,  welche/r  Bundesverwaltungsrichter/in  und 
welche/r Gerichtsschreiber/in mit dem vorliegenden Verfahren betraut 
sei, sowie welches Spruchgremium am Endentscheid mitwirke,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Verfügung  vom 2. Juli  2010 
den Eingang der Beschwerde vom 28. Juni 2010 bestätigte,

dass  der  Rechtsvertreter  mit  Schreiben  vom  30.  Juli  2010  das 
Bundesverwaltungsgericht ersuchte, möglichst schnell einen Entscheid 
zu  fällen,  da  sich  der  psychische  Gesundheitszustand  des 
Beschwerdeführers massiv verschlechtert habe,

dass mit  Schreiben vom 27. August  2010 der  Rechtsvertreter  einen 
ärztlichen Bericht des (...)  Kantonsspitals vom 24. August 2010, den 

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Beschwerdeführer  betreffend,  dem  Bundesverwaltungsgericht 
zukommen liess, 

dass  der  Rechtsvertreter  am  11.  Oktober  2010  einen  weiteren 
ärztlichen Bericht vom 7. Oktober 2010 des Kantonsspitals C._______ 
zukommen  liess  und  mitteilte,  der  Beschwerdeführer  habe  aufgrund 
einer  Panikattacke  mit  Ohnmacht  notfallmässig  hospitalisiert  werden 
müssen, weshalb er um dringende positive Erledigung des Verfahrens 
ersuche,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  der  vorläufigen 
Aufnahme endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]) des  BFM  entscheidet 
(Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. c  Ziff. 3  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  es  sich  beim Entscheid  über  ein  Gesuch  einer  asylsuchenden 
oder vorläufig aufgenommenen Person um Bewilligung eines Wechsels 
in einen anderen Kanton (Art. 85 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. 
Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG; 
SR 142.20]) i. V. m. Art. 21 der Verordnung vom 11. August 1999 über 
den Vollzug der  Weg-  und Ausweisung von ausländischen Personen 
[VVWA,  SR  142.281]  um  eine  beim  Bundesverwaltungsgericht 
anfechtbare Verfügung handelt, 

dass der Entscheid über den Kantonswechsel nur mit der Begründung 
angefochten werden kann, er verletze den Grundsatz der Einheit der 
Familie (Art. 85 Abs. 4 AuG),

dass  diese  Rüge  in  der  Beschwerde  erhoben  wird,  indem  der 
Beschwerdeführer geltend macht, er wolle in der Nähe seines Cousins 
im Kanton C._______ leben,

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  der  Vorinstanz  teilgenom-
men hat,  durch den angefochtenen  Entscheid  besonders  berührt  ist 
und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung beziehungs-
weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-

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miert  ist  (Art. 112 Abs. 1  AuG i.V.m. Art. 37 VGG und  Art. 48 Abs. 1 
VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 112 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 50 Abs. 1 
VwVG sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  ist  (Art.  57  Abs.  1 
VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 112  Abs.  1 
AuG i.V.m. Art. 37 VGG Art. 49 VwVG),

dass  gemäss  Art.  85  Abs.  3  AuG i.V.m.  Art. 21  VVWA  und  Art. 22 
Abs. 2  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) ein Kantonswechsel vom BFM 
nur  bei  Zustimmung  beider  Kantone,  bei  Anspruch  auf  Einheit  der 
Familie  oder  bei  schwerwiegender  Gefährdung  der  asylsuchenden 
Person oder anderer Personen verfügt wird,

dass für die Verteilung der vorläufig aufgenommenen Personen Art. 27 
AsylG sinngemäss anwendbar ist,

dass  gemäss Art.  22  Abs. 1  AsylV  1 das BFM dabei  bereits  in  der 
Schweiz  lebende  Familienangehörige,  die  Staatsangehörigkeit  sowie 
besonders betreuungsintensive Fälle berücksichtigt,

dass,  wie  bereits  erwähnt,  der  Entscheid  der  Vorinstanz  über  den 
Kantonswechsel gemäss Art. 85 Abs. 4 AuG nur mit der Begründung 
angefochten werden kann, er verletze den Grundsatz der Einheit der 
Familie,

dass  über  die  Kernfamilie  (Ehegatte  und  minderjährige  Kinder;  vgl. 
dazu  Art.  1  Bst.  e  AsylV  1)  hinausgehend  der  Familienbegriff 
grundsätzlich jenem von Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101)  entspricht,  wonach  auch  die  Beziehungen  zwischen allen 
nahen Verwandten,  die in der Familie eine wesentliche Rolle spielen 
können, erfasst werden, 

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dass  als  solchermassen  erweitertes  Familienleben  das  Verhältnis 
zwischen Grosseltern und ihren Enkeln beziehungsweise Enkelinnen, 
zwischen Onkeln/Tanten sowie ihren Nichten und Neffen sowie auch 
zwischen Geschwistern anerkannt wird, sofern eine nahe, echte und 
tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den Angehörigen besteht, 

dass  der  Beschwerdeführer  und  sein  Cousin  keine  Kernfamilie  im 
Sinne  von  Art.  1  Bst.  e  AsylV  1  darstellen  und  sich  der 
Beschwerdeführer nicht auf den weiteren Familienbegriff berufen kann,

dass im Verhältnis zwischen diesen Verwandten ausserhalb der Kern-
familie die Berufung auf den Grundsatz der Familieneinheit  im Sinne 
von Art. 85 Abs. 4 AuG -  nebst  einer nahen, echten und tatsächlich 
gelebten  Beziehung  -  grundsätzlich  ein  besonderes 
Abhängigkeitsverhältnis  voraussetzt  (vgl. dazu die  zu  Art.  27  Abs. 3 
AsylG entwickelte Rechtsprechung in BVGE 2008/47 E. 4.1 S. 677 ff., 
welche vorliegend sinngemäss zur Anwendung gelangt),

dass ein solches Abhängigkeitsverhältnis besteht,  wenn eine Person 
behindert  ist  oder aus einem anderen Grund auf die Hilfe einer Per-
son, die in der Schweiz lebt, besonders angewiesen ist, 

dass dabei ein besonderes Engagement des in der Schweiz lebenden 
Angehörigen gegeben sein muss, indem dieser die verwandte Person 
nicht bloss finanziell oder moralisch unterstützt, sondern sich persön-
lich  um  sie  kümmert  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2000  Nr. 21  E. 6c 
S. 200 f., EMARK 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191 f.),

dass  somit  vorliegend  auch  zu  prüfen  ist,  ob  der  Beschwerdeführer 
aufgrund  seiner  gesundheitlichen  Probleme  auf  die  Hilfe  seines 
Cousins angewiesen ist, 

dass dies vorliegend zu verneinen ist,  zumal die geltend gemachten 
gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers nicht dazu führen, 
dass  dieser  notwendigerweise  auf  die  physische  Anwesenheit  des 
Cousins  angewiesen  ist  und  dauernd  in  Abhängigkeit  und  in 
Gemeinschaft mit ihm leben müsste (vgl. EMARK 2000 Nr. 21 E. 6c.cc 
S. 201),

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dass  die  erforderliche  psychologische  und  psychiatrische  Betreuung 
des Beschwerdeführers gar nicht durch seinen Cousin gewährt werden 
könnte, zumal es ihm an der fachlichen Kompetenz fehlt,

dass  bezüglich  der  vorgebrachten  psychischen  Probleme  des 
Beschwerdeführers zwar festzuhalten ist, dass die Anwesenheit seines 
Cousins  sehr  wahrscheinlich  einen  positiven  Einfluss  haben  würde, 
aus  den  Akten  demgegenüber  aber  hervorgeht,  dass  der 
Beschwerdeführer bereits seit  dem Jahre 2008 medizinisch fachliche 
Hilfe erhalte,

dass eine Gefährdung des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 22 
Abs. 2  AsylV  1  nicht  gegeben  ist,  zumal  im  Kanton  B._______  die 
psychiatrischen  Behandlungsmöglichkeiten  vollumfänglich 
gewährleistet sind, was die ärztlichen Berichte des (...) Kantonsspitals 
vom 24. Juni 2010 und 24. August 2010 zeigen,

dass  der  Wunsch  des  Beschwerdeführers,  bei  seinem  Cousin  im 
Kanton  C._______  zu  leben,  verständlich  ist,  sich  aber  aus  dem 
vorliegend massgeblichen Art. 85 Abs. 4 AuG kein Rechtsanspruch auf 
Zuteilung zu einem bestimmten Kanton ableiten lässt,

dass das vom 7. Juni 2010 datierende Schreiben des Rechtsvertreters 
mit dem beigelegten Arztbericht vom 4. Juni 2010 (Eingang beim BFM: 
8. Juni 2010) in der Verfügung keine Berücksichtigung finden konnte, 
zumal  letztere  vom  7. Juni  2010  datiert,  und  der  Vorhalt  in  der 
Beschwerde, das BFM habe seine – erst am 10. Juni 2010 versandte – 
Verfügung allenfalls absichtlich vordatiert, um besagtes Schreiben mit 
Beilage  nicht  berücksichtigen  zu  müssen,  zurückgewiesen  werden 
muss,  zumal  sich  den  Akten  keinerlei  entsprechende  Indizien 
entnehmen lassen,  

dass  darüber  hinaus  eine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  – 
entgegen  dessen  Auffassung  in  der  Beschwerde  –  aufgrund  des 
Verbleibs im Kanton B._______ nicht anzunehmen ist,

dass die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt vollständig und 
richtig abgeklärt hat,

dass  schliesslich  anzumerken  ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer 
auch  ohne  Kantonswechsel  ohne  Weiteres  möglich  ist,  per  Telefon 

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oder  mittels  gelegentlicher  Besuche  Kontakt  mit  seinem  Cousin  im 
Kanton C._______ zu pflegen,

dass  mithin  festzustellen  ist,  dass  die  Kantonszuweisung  des  Be-
schwerdeführers  den Grundsatz der Einheit der Familie im Sinne von 
Art. 85  Abs.  4  AuG  nicht  verletzt und  die  Beschwerde  demnach 
abzuweisen ist,

dass in casu von der vorgängigen Bekanntgabe des Spruchgremiums 
abzusehen  ist  und  der  entsprechende  Antrag  mit  vorliegendem 
Entscheid  hinfällig  geworden  ist  (vgl.  Art.  32  Abs.  4  des 
Geschäftsreglements  vom  17. April  2008  für  das 
Bundesverwaltungsgericht [VGR, SR 173.320.1]),

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 
1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Bettina Schwarz

Versand: 

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