# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 617ba6ea-2988-51d1-b7a1-de6c91aca2d6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 13.08.2019 B 2019/93, B 2019/94
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2019-93--B-2019-94_2019-08-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/93, B 2019/94

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 29.08.2019

Entscheiddatum: 13.08.2019

Entscheid Verwaltungsgericht, 13.08.2019
Steuerrecht; Art. 82 Abs. 1 StG, Art. 58 Abs. 1 DBG. Der Beschwerdegegner 
rechnete die von der Beschwerdeführerin verbuchten Fremdleistungen in 
der Höhe von CHF 101'941 mangels Nachweises der geschäftsmässigen 
Begründetheit dem Reingewinn zu. Aufgrund der Akten muss davon 
ausgegangen wer-den, dass die Buchungen erst nachträglich erfasst 
wurden. Ausserdem weisen die Unter-lagen und die Ausführungen der 
Beschwerdeführerin Widersprüche auf. Schliesslich sind Barzahlungen in 
dieser Höhe unüblich. Aufgrund der gesamten Umstände gelang es der 
Beschwerdeführerin nicht, die Zweifel auszuräumen und den Nachweis zu 
erbringen, dass die geltend gemachten Fremdleistungen geschäftsmässig 
begründet gewesen seien (Verwaltungsgericht, B 2019/93 und B 2019/94).

Entscheid vom 13. August 2019

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Bietenharder, Verwaltungsrichter 

Engeler; Gerichtsschreiberin Blanc Gähwiler

Verfahrensbeteiligte

A.__ GmbH,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Roland Scheiwiler, dipl. Steuerexperte, Toggenburgerstrasse 31, 

9532 Rickenbach b. Wil,

gegen

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Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen, Unterstrasse 28, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

und

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegner,

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern,

Beschwerdebeteiligte,

Gegenstand

Kantonssteuern sowie direkte Bundessteuer aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31.12.2015

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A. Die A.__ GmbH mit Sitz in N.__ ist seit dem Jahr 2011 im Handelsregister des 

Kantons St. Gallen eingetragen. Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb einer 

Unternehmung für den Gebäudeunterhalt und die Gebäudebewirtschaftung. Die 

Gesellschaft kann Zweigniederlassungen im In- und Ausland errichten, sich an andern 

Unternehmungen beteiligen oder sich mit solchen zusammenschliessen. Einziger 

Gesellschafter und Geschäftsführer ist X.__ (vgl. Handelsregisterauszug, www.zefix.ch).

B. Die A.__ GmbH wies in der Jahresrechnung 2015 einen Verlust von 38'960.87 aus. 

In der Steuererklärung 2015 deklarierte sie einen steuerbaren Reingewinn von CHF 0 

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und ein steuerbares Eigenkapital von CHF 55'514 (act. 7/6/1). Mit Schreiben vom 

25. Juli 2017 forderte die Veranlagungsbehörde zusätzliche Belege und Informationen 

an (act. 7/6/2). Die A.__ GmbH kam mit E-Mail vom 25. August 2017 der Aufforderung 

lediglich teilweise nach (act. 7/6/3), weshalb sie mit E-Mail vom 7. September 2017, 

Schreiben vom 3. Oktober 2017 und Einschreiben vom 3. November 2017 aufgefordert 

wurde, die fehlenden Unterlagen nachzureichen (act. 7/6/4, 5). Nachdem die A.__ 

GmbH auf die Schreiben nicht reagiert hatte, wurde sie von der Steuerbehörde mit 

Verfügungen vom 3. Januar 2018 unter Aufrechnung eines Betrags von insgesamt 

CHF 108'691 sowie unter Berücksichtigung einer Steuerrückstellung von CHF 9'000 

und einer Verlustverrechnung von CHF 14'622 mit einem steuerbaren Reingewinn von 

CHF 46'108 und einem steuerbaren Eigenkapital von CHF 44'765 für die 

Kantonssteuern 2015 sowie mit einem steuerbaren Reingewinn von CHF 46'108 für die 

direkte Bundessteuer 2015 veranlagt. Zur Begründung führte die Veranlagungsbehörde 

unter anderem aus, die verbuchten Fremdleistungen seien nicht geschäftsmässig 

begründet (act. 7/6/7). Das kantonale Steueramt wies die von der Steuerpflichtigen 

gegen diese Veranlagungen erhobene Einsprache mit Entscheid vom 20. April 2018 ab 

(act. 7/6/10). Dagegen erhob die A.__ GmbH Rekurs und Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission, welche mit Entscheid vom 26. März 2019 die 

Rechtsmittel ebenfalls abwies (act. 2/1).

C. Die A.__ GmbH (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid der 

Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) vom 26. März 2019 mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 29. April 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie 

beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien die Barauszahlungen an die 

B.__ AG für Fremdarbeiten im Umfang von CHF 101'941 als geschäftsmässig 

begründet anzuerkennen, der steuerbare Reingewinn sei auf CHF 0 festzusetzen und 

der verrechenbare Verlustvortrag sei mit CHF 46'833 vorzumerken (act. 1).

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 29. Mai 2019 die Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid (act. 6). Das kantonale Steueramt (Beschwerdegegner) verzichtete am 

18. Juni 2019 ausdrücklich (act. 9) und die die Eidgenössische Steuerverwaltung 

(Beschwerdebeteiligte) stillschweigend auf eine Vernehmlassung.

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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich, 

in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.  (…)

2.  (…)

3.  Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, der Beschwerdegegner habe den 

Verfahrensgrundsatz der vertraglichen Vertretung verletzt, kann ihr nicht gefolgt 

werden.

3.1.  Nach Art. 167 Abs. 1 StG kann sich der Steuerpflichtige vor den mit dem Vollzug 

dieses Gesetzes betrauten Behörden vertraglich vertreten lassen, soweit seine 

persönliche Mitwirkung nicht nötig ist. Eine nahezu identische Bestimmung enthält 

Art. 10 Abs. 1 VRP. Hat die steuerpflichtige Person einen Vertreter bestellt und wurde 

die Bevollmächtigung gegenüber den Steuerbehörden kundgetan, so müssen 

Mitteilungen und Verfügungen an den Vertreter erfolgen, damit sie rechtswirksam sind; 

die Steuerbehörde ist zur Zustellung an den Vertreter verpflichtet, sofern und solange 

das Vertretungsverhältnis der Behörde bekannt ist (Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 368, 895). Der Nachweis, dass ein 

wirksames Vertretungsverhältnis besteht und gegenüber den Steuerbehörden auch 

gehörig kundgegeben wurde, obliegt nach den allgemeinen Beweisregeln dem 

Steuerpflichtigen. Fehlt es an einer klaren schriftlichen Vollmacht, so darf bzw. muss 

ein Vertretungsverhältnis nur dann angenommen werden, wenn sich aus den 

Umständen eine eindeutige Willensäusserung des Steuerpflichtigen auf 

Bevollmächtigung eines Dritten ergibt. Andernfalls gilt die natürliche Vermutung, dass 

keine Vollmacht erteilt wurde, und Verfügungen und Entscheide sind dem 

Steuerpflichtigen selber zu eröffnen (StE 1998 B 92.7 Nr. 4).

3.2.  Die Steuererklärung 2015 enthielt unter der entsprechenden Rubrik zwar den 

Hinweis, dass Rückfragen an eine Treuhandgesellschaft zu richten seien. Es wird auf 

dem Formular jedoch ausdrücklich festgehalten, dass eine vertragliche Vertretung nur 

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angenommen werde, wenn eine schriftliche Vollmacht vorliege (vgl. act. 7/6/1). Eine 

solche wurde nicht eingereicht. Der Beschwerdegegner musste demnach nicht auf ein 

Vertretungsverhältnis schliessen, weshalb die Zustellung der Schreiben vom 3. Oktober 

und 3. November 2017 sowie der Veranlagungsverfügungen vom 3. Januar 2018 bzw. 

der Einspracheentscheide vom 20. April 2018 zu Recht an die Beschwerdeführerin 

persönlich erfolgte, nachdem Rückfragen an die Treuhandgesellschaft erfolglos 

geblieben waren.

3.3.  Selbst wenn von einem Vertretungsverhältnis auszugehen wäre, führt die 

Eröffnung nur an die betroffene Person und nicht – auch – an ihren Vertreter nicht zur 

Nichtigkeit der Verfügung. Vielmehr kann auch die fehlerhaft eröffnete Verfügung 

rechtsbeständig werden, wenn sie nicht innert vernünftiger Frist seit jenem Zeitpunkt in 

Frage gestellt wird, da der Adressat Kenntnis vom Verfügungsinhalt hat. Wird eine 

Verfügung trotz eines bestehenden, der Verwaltung bekannten 

Vertretungsverhältnisses nicht dem Vertreter, sondern der betroffenen Person selbst 

zugestellt, ist diese aufgrund der sie treffenden Sorgfaltspflicht in der Regel gehalten, 

spätestens am letzten Tag der in der Verfügung genannten Beschwerdefrist an ihren 

Vertreter zu gelangen (vgl. VerwGE B 2013/244 vom 23. Januar 2015 E. 3.2, in: 

GVP 2015 Nr. 62, und www.gerichte.sg.ch). Vorliegend erhob die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe ihrer damaligen Vertreterin fristgerecht Einsprache, weshalb ihr aus der 

Eröffnung der Verfügung an sie selbst und nicht auch an ihre Vertreterin kein Nachteil 

erwachsen ist.

4.  Streitig ist, ob der Beschwerdegegner zu Recht die von der Beschwerdeführerin 

verbuchten Fremdleistungen in der Höhe von CHF 101'941 mangels Nachweises der 

geschäftsmässigen Begründetheit dem Reingewinn zurechnete.

4.1.  Gemäss Art. 82 Abs. 1 StG setzt sich der steuerbare Reingewinn aus dem Saldo 

der Erfolgsrechnung und allen vor Berechnung dieses Saldos ausgeschiedenen Teilen 

des Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem 

Aufwand verwendet werden, wie insbesondere Kosten für die Anschaffung, Herstellung 

oder Wertvermehrung von Gegenständen des Anlagevermögens, geschäftsmässig 

nicht begründete Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen, Einlagen 

in die Reserven, Einzahlungen auf das Eigenkapital aus Mitteln der juristischen Person, 

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offene und verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Gewinnvorwegnahmen und 

geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte, zusammen. Die 

Regelungen entsprechen den Vorgaben von Art. 24 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

StHG) und decken sich mit Art. 58 Abs. 1 DBG. Nach dem Grundsatz der 

Massgeblichkeit der Handelsbilanz gelten die zwingenden Vorschriften des 

Buchführungsrechts grundsätzlich auch im Steuerrecht. Ob ein Aufwand 

geschäftsmässig begründet ist, setzt voraus, dass er überhaupt angefallen ist. Trifft 

dies zu, ist im Einzelfall unter Würdigung aller Umstände zu bestimmen, ob er 

steuerlich abzugsfähig ist. Dies ist der Fall, wenn der Betrieb und der mit ihm verfolgte 

Zweck der Gewinnerzielung mit der Aufwendung in einem kausalen Zusammenhang 

stehen (BGer 6B_830/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2.2.1). Das Prinzip der 

Massgeblichkeit setzt weiter voraus, dass die Handelsbilanz den formellen Ansprüchen 

einer ordnungsgemässen Buchführung und Rechnungslegung entspricht. Eine 

ordnungsgemässe Buchführung hat nach Art. 957a OR den folgenden Massstäben zu 

genügen: vollständige, wahrheitsgetreue und systematische Erfassung aller 

Geschäftsvorfälle, der Belegnachweis für die einzelnen Buchungen, Klarheit und 

Zweckmässigkeit in Abhängigkeit der Art und Grösse des Unternehmens sowie die 

Nachprüfbarkeit. Verstösse gegen die formellen Ansprüche an die ordnungsgemässe 

Buchführung und Rechnungslegung haben zur Folge, dass die Steuerbehörden für die 

Ermittlung des steuerbaren Gewinns nicht mehr auf die handelsrechtlichen Ergebnisse 

abstellen können. Selbstverständlich rechtfertigen es kleinere formelle Mängel oder 

Lücken nicht, die Buchführung und Rechnungslegung als Ganzes für die Ermittlung des 

steuerbaren Gewinns abzulehnen und eine umfassende Ermessenstaxation 

vorzunehmen. Können (mehr oder weniger schwerwiegende) Mängel in der 

Ordnungsmässigkeit einer Handelsbilanz das Vertrauen der Steuerbehörden in diese 

erschüttern, hat die Veranlagung nach (pflichtgemässem) Ermessen zu erfolgen. Dabei 

haben sich die Steuerbehörden an den einigermassen zuverlässigen Angaben der nicht 

(in allen Teilen) ordnungsgemässen Geschäftsbuchhaltung und Rechnungslegung zu 

orientieren, und sie dürfen nicht völlig davon abstrahieren. Die Ermessenstaxation hat 

sich vielmehr auf jene Unsicherheiten zu beschränken, welche sich aus der 

mangelhaften Buchhaltung und Rechnungslegung ergeben (E. Giger, Massgeblichkeit 

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und Kohärenz – ein Widerspruch?, in: Emmenegger/Hrubesch-Millauer/ Krauskopf/

Wolf [Hrsg.], Brücken bauen – Festschrift für Thomas Koller, Bern 2018, S. 287).

Beweisbelastet für diese steuermindernden Tatsachen ist gemäss der allgemeinen 

Beweislastregel die steuerpflichtige Person. Bei einer buchführenden Steuerpflichtigen 

gilt der Massgeblichkeitsgrundsatz. Sie erbringt den Beweis für grundsätzlich 

steuermindernde Aufwendungen (geschäftsmässige Begründetheit von Ausgaben 

usw.) durch die Vorlage einer Erfolgsrechnung, die auf einer ordnungsgemässen 

Buchhaltung beruht. Kann jedoch die Steuerbehörde den Hauptbeweis der 

buchführenden steuerpflichtigen Person erschüttern (indem sie z.B. Umstände 

darzutun vermag, die Zweifel an der geschäftsmässigen Begründetheit von gewissen 

Aufwendungen aufkommen lassen), ist es wiederum an der steuerpflichtigen Person, 

diese Zweifel auszuräumen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum 

DBG, 3. Aufl. 2016, N 77 und N 85 zu Art. 123 DBG).

4.2.  Mit Schreiben vom 25. Juli 2017 wurde die Beschwerdeführerin erstmals 

aufgefordert, unter anderem sämtliche Detailkontoblätter des Geschäftsjahres 2015 

sowie sämtliche Belegskopien zum Konto 4460 (Fremdleistungen) einzureichen 

(act. 7/6/2). Mit E-Mail vom 25. August 2017 gingen lediglich die geforderten 

Belegskopien ein (act. 7/6/3). Mit E-Mail vom 7. September 2017, Schreiben vom 

3. Oktober 2017 und Einschreiben vom 3. November 2017 forderte der 

Beschwerdegegner die Beschwerdeführerin erneut auf, sämtliche Detailkontoblätter 

einzureichen (act. 7/6/4, 5), wobei die Beschwerdeführerin auf die Schreiben nicht 

reagierte. Nachdem die Beschwerdeführerin gegen die Veranlagungsverfügungen 

Einsprache erhoben hatte, wurde sie mit Schreiben vom 20. Februar 2018 erneut 

aufgefordert, sämtliche Detailkontoblätter des Geschäftsjahres 2015 einzureichen 

(act. 7/6/9). Dieser Aufforderung kam die Beschwerdeführerin wiederum nicht nach. 

Auch im Rekurs- und Beschwerdeverfahren vor der Vorinstanz reichte sie keine 

entsprechenden Unterlagen ein. Damit war es dem Beschwerdegegner und auch der 

Vorinstanz nicht möglich zu überprüfen, ob eine handelsrechtskonforme 

Jahresrechnung vorliegt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren war die 

Beschwerdeführerin schliesslich in der Lage, die entsprechenden Detailkontoblätter 

des Kontos "Fremdarbeiten" zu liefern (act. 2/30).

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4.2.1.  Die Beschwerdeführerin reichte für jeden Monat unterzeichnete Quittungen ins 

Recht, wonach sie der B.__ AG monatlich CHF 9'174.64 netto bar ausbezahlt habe, 

mithin CHF 110'095.68 für zwölf Monate (vgl. act. 7/6/3 Belege 4460). Die B.__ AG 

bestätigte denn auch mit Schreiben vom 31. Dezember 2015, im Jahr 2015 total 

CHF 110'095.80 inkl. 8 Prozent Mehrwertsteuer erhalten zu haben, entsprechend 

CHF 9'174.65 pro Monat (act. 7/6/8). Dies entspricht einem Betrag ohne 

Mehrwertsteuer von CHF 8'495.05, welcher bei der Beschwerdeführerin gemäss 

nunmehr im Beschwerdeverfahren eingereichtem Detailkontoblatt auch so verbucht 

wurde (act. 2/30). Gemäss "Werkvertrag" vom 22. Dezember 2014 waren jedoch 

pauschal CHF 8'445 vereinbart (act. 2/27), wobei dieser Betrag jeweils aus den 

Quittungen hervorgeht (vgl. Beilagen zu act. 2/3). Es muss daher davon ausgegangen 

werden, dass die Buchungen erst nachträglich erfasst wurden, indem der angebliche 

Fehler betreffend Mehrwertsteuer nunmehr korrigiert wurde. Wären die Zahlungen 

unmittelbar nach Auszahlung des Betrags in der Buchhaltung erfasst worden, wäre 

entweder der Fehler entdeckt oder aber jeweils CHF 8'445 verbucht worden. Ein 

weiteres Indiz hierfür ist schliesslich, dass der Ausdruck des entsprechenden 

Detailkontoblatts vom 29. April 2019 datiert. Es muss daher davon ausgegangen 

werden, dass bis zu diesem Datum die Buchhaltung nicht abgeschlossen war.

4.2.2.  Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, aufgrund der Bankbezüge 

könnten die Zahlungen an die B.__ AG nachvollzogen werden, kann ihr nicht gefolgt 

werden. Zwar wurden etliche Bargeldbezüge getätigt, diese belaufen sich in der Zeit 

von Januar bis Dezember 2015 jedoch auf weit über CHF 500'000 (act. 7/6/3 

Bankauszüge Q1, Q2, S2). Ob davon rund CHF 100'000 an die B.__ AG ausbezahlt 

wurden, lässt sich daraus nicht herleiten. Hinzu kommt, dass Barzahlungen in dieser 

Höhe unüblich sind. Aus dem Umstand, die AHV habe die Barlohnauszahlungen an die 

Mitarbeiter der Beschwerdeführerin nicht beanstandet, kann sie nichts zu ihren 

Gunsten herleiten, denn auch der bar ausbezahlte Lohn ist AHV-pflichtig.

4.2.3.  Quittungen und Vertrag wurden weiter nicht von derselben Person unterzeichnet 

wie die Bestätigung vom 31. Dezember 2015. Letztere wurde von Y.__ als 

Geschäftsführer ausgestellt, welcher jedoch gemäss Handelsregistereintrag erst per 

23. März 2016 als neuer Gesellschafter der B.__ AG eingetragen und 

unterschriftsberechtigt wurde. Richtig ist zwar, dass die Vertretungsmöglichkeiten 

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innerhalb einer Unternehmung durch die im Handelsregister eingetragenen 

Zeichnungsberechtigungen nicht abschliessend geregelt werden. Jedoch ist aufgrund 

der weiteren Umständen die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Bestätigung 

rückwirkend ausgestellt worden sei, nicht zu beanstanden. So weist der 

Geschäftsstempel der B.__ AG auf den Arbeitsrapporten bereits seit Januar 2015 als 

Adresse die O.__-Strasse in P.__ aus (act. 7/6/8), obwohl gemäss 

Handelsregisterauszug die Adresse erst per 2. November 2015 von der Q.__-Strasse in 

R.__ an die O.__-Strasse in P.__ wechselte. Damit muss ausserdem vermutet werden, 

dass auch die Arbeitsrapporte erst nachträglich erstellt worden sind. Ungereimtheiten 

bestehen schliesslich auch hinsichtlich der Arbeitsorte auf den Arbeitsrapporten und 

dem "Werkvertrag" zwischen der Beschwerdeführerin und der B.__ AG. Gemäss 

Vertrag war Letztere verpflichtet, die C.__-Filialen S.__, T.__ und U.__ zu reinigen, und 

zwar vom 1. Januar 2015 bis Ende September 2016 (act. 2/27). In den Arbeitsrapporten 

sind hingegen lediglich die Einsatzorte S.__ und U.__ vermerkt, wobei – entgegen der 

Vereinbarung mit C.__ (act. 2/25) – die Reinigungsarbeiten teilweise nicht täglich 

vorgenommen wurden (act. 2/28). Weiter wurde der "Werkvertrag" mit C.__ über die 

Filiale in T.__ erst am 1. April 2015 abgeschlossen (act. 2/24), der Vertrag mit der B.__ 

AG jedoch bereits am 22. Dezember 2014 (act. 2/27). Belege für die Behauptung, 

wonach C.__ bereits im Dezember 2014 die Filiale in T.__ in Aussicht gestellt habe, sind 

keine vorhanden.

4.2.4.  Schliesslich bezweckt die B.__ AG gemäss Handelsregister die Ausführung von 

Neu- und Umbauten, Renovationen und Bauführungen, insbesondere in folgenden 

Bereichen: Maler- und Gipserarbeiten, Trockenbau, Fassadenbau, Plattenlegerarbeiten, 

Abbrucharbeiten, Baureinigung (act. 7/6/6). Der Schwerpunkt des Gesellschaftszwecks 

liegt damit in der Baubranche, wozu auch Baureinigungen gehören. Diese wird 

ausschliesslich nach der Fertigstellung eines neuen Gebäudes oder nach Umbau- oder 

Renovierungsarbeiten durchgeführt; danach sind sämtliche Oberflächen staub- und 

fleckenfrei. Die klassische Unterhaltsreinigung beinhaltet dagegen die regelmässige 

Entfernung des laufend anfallenden Schmutzes und der Abfälle sowie die laufende 

Pflege der Bodenbeläge und anderer Oberflächen. Es ist daher nicht davon 

auszugehen, dass die Baureinigung auch die Unterhaltsreinigung beinhaltet.

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4.3.  Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erkannte die Vorinstanz in ihrem 

Entscheid daher zu Recht, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen sei, die 

Zweifel des Beschwerdegegners auszuräumen und den Nachweis zu erbringen, dass 

die geltend gemachten Fremdleistungen in der Höhe von CHF 101'940.60 im Jahr 2015 

geschäftsmässig begründet gewesen seien, weshalb gegen die vorgenommene 

Aufrechnung nichts einzuwenden sei.

5.  Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, in Anbetracht und Einhaltung des in 

der Bundesverfassung verankerten Grundsatzes der Besteuerung nach der 

wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit seien die Umstände umfassend zu würdigen. Dem 

Leistungsfähigkeitsprinzip von Art. 127 Abs. 2 BV wird bei der Gewinnsteuer 

juristischer Personen dadurch Rechnung getragen, dass (sämtliche) geschäftsmässig 

begründeten Aufwendungen in der Erfolgsrechnung berücksichtigt werden können. Zur 

Ermittlung des steuerbaren Reingewinns kennt das Gesetz – wie dargelegt –

 Korrekturvorschriften, welche Aufrechnungen zum Reingewinn gemäss 

Erfolgsrechnung vorsehen (vgl. Art. 58 Abs. 1 lit. b und lit. c DBG). Soweit Art. 58 

Abs. 1 lit. b DBG lediglich die Aufrechnung von geschäftsmässig nicht begründeten 

Aufwendungen oder Rückstellungen vorsieht, hat diese Korrekturvorschrift jedoch 

keinen konstitutiven, sondern lediglich deklaratorischen Charakter, zumal nicht 

geschäftsmässig begründeter Aufwand bereits nach den kaufmännischen 

Buchführungsvorschriften nicht berücksichtigt werden darf (BGE 143 II 8 E. 7.1).

6.  Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. (…)

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.  Die Beschwerdeverfahren B 2019/93 und B 2019/94 werden vereinigt.

2.  Die Beschwerde betreffend Kantonssteuern aufgrund des Rechnungsabschlusses 

per 31. Dezember 2015 (B 2019/93) wird abgewiesen.

3.  Die Beschwerde betreffend direkte Bundessteuer aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2015 (B 2019/94) wird abgewiesen.

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4.  Die amtlichen Kosten der Beschwerdeverfahren von CHF 1'800 (Kantonssteuern) 

und von CHF 1'200 (direkte Bundessteuer) bezahlt die Beschwerdeführerin unter 

Verrechnung mit den von ihr geleisteten Kostenvorschüssen von insgesamt CHF 3'000.

5.  Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Abteilungspräsident                                      Die Gerichtsschreiberin

Eugster                                                                Blanc Gähwiler

 

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