# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23af9cbd-9688-539d-9f8e-02a8ab50a6e9
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-05
**Language:** de
**Title:** Erstmalige Anmeldung. Es ist kein relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen, der eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen kann. Es liegt eine zeitlich als auch leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Weitere Abklärungen erübrigen sich.
**Docket/Reference:** IV.2013.00519
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00519.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00519
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
5. August 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Reger-Wyttenbach
Goecke Laur Reger-Wyttenbach Zürcher & Meier Rhein Rechtsanwälte
Ankerstrasse 24, Postfach 2250, 8026 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1978, war seit März 2001 bei
der Firma
Y.___
zu 100
%
als Sekretärin tätig
(Urk.
10/14
)
.
Unter Hinweis auf
Magen-, Bauch- so
wie Kreislaufbeschwerden
meldete
sich
die Versicherte
am
14. September 2010
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/2
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte n
ach
durchge
führtem Vorbescheidverfahren (Urk.
10/66-87) mit Verfügung vom 2
2.
April 2013
einen Rentenanspruch (Urk.
10/88
= Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 3. Juni 2013
Beschwerde (Urk. 1)
gegen die Verfü
gung vom
2
2.
April 2013
(
Urk.
2) und beantra
gte, diese sei aufzuheben
und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, zusätzliche medizinische Abklärungen vorzunehmen
(S. 2
oben
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5. Juli 2013
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom
10. Juli 2013
wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1
S. 2
) die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsvertretung bewilligt
,
der Be
schwerdeführerin die Beschwerdeantwort zugestellt
und sie verpflichtet, Be
richte über allfällige seit Verfügungserlass erfolgte Untersuchungen oder Be
handlungen einzureichen
(
Urk.
11
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine Drei
viertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin kein IV-rele
vanter Gesundheitsschaden vorliege, der eine längerfristige und dauerhafte Ar
beitsunfähigkeit begründe (S. 1 unten).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
(
Urk.
1), sie sei seit Februar 2010 in ihrer Arbeitsfähigkeit gesundheitlich bedingt einge
schränkt
(S. 5)
. Es sei erwiesen, dass ihr Gesundheitszustand unvollständig ab
geklärt worden sei.
Der Entscheid der Beschwerdegegnerin basiere nicht auf den aktuellen und nicht auf den umfassenden bei ihr vorliegenden gesundheitlichen Tatsachen (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob ein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor
lieg
t
, mithin die Arbeitsfähigkeit sowie der Anspruch auf Leistungen der Invali
denversicherung der Beschwerdeführerin.
3.
3.1
Dr.
med.
Z.___
, berichtete am 10. Mai 2010 (
Urk.
10/9/1-2) und führte aus, es bestehe eine leichte Lebersteatose sowie eine kleine atypische präpylorische Falte, welche wahrscheinlich unbedeutend sei. Ansonsten finde sich eine formal normale Ösophagogastroduodenoskopie und es bestehe keine Laktoseintoleranz. Mittels Untersuchungen sei keine Ursache für die Beschwerden der Beschwerdeführerin gefunden worden. Auch im Labor fänden sich keine relevanten Auffälligkeiten. Differentialdiagnostisch sei an einen Infekt zu denken (S. 2).
3.2
Die Ärzte des S
pitals
A
.___
berichteten am 10. Mai 2010 (
Urk.
10/9/3-4) und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Duodenumschleimhaut ohne pathologischen Befund
-
Magenschleimhautbiopsien vom Antrumtyp mit geringgradiger chroni
scher Entzündung, Lymphfollikeln und fibromuskulärer Stromaprolife
ration mit papillärer Schleimhautaufwerfung
-
Magenschleimhautbiopsien vom Korpustyp mit geringgradiger chroni
scher Entzündung und zahlreichen lymphozytären Aggrega
ten
/
Lym
-
phfollikeln
-
Dünndarmschleimhautbiopsien mit prominenten intramukosalen Lym
-
phfollikeln. Daneben Kolonschleimhautbiopsien mit Anteilen eines hyperplastischen Polypen in einer Biopsie sowie ohne fassbaren Befund in den weiteren Biopsien
3.3
Dr.
Z.___
berichtete am
25. beziehungsweise am
26. August 2010 (
Urk.
10/12/10-11) und führte aus, es finde sich ein winziges Sigmapolypchen, welches bioptisch entfernt worden sei, ansonsten gelinge eine formal normale
Ileokoloskopie.
Möglicherweise sei die Obstipation die Ursache der Beschwer
den.
Mittels Untersuchungen hätten keine relevanten pathologischen Befunde gefunden werden können, welche die Beschwerden der Beschwerdeführerin er
klären würden. Die Beschwerden hätten sich in der Art verändert, so dass die Bauchbeschwerden mutmasslich funktionelle Beschwerden seien. Ob diese Be
schwerden die Arbeitsfähigkeit einschränkten, könne nicht beurteilt werden.
3.4
Dr.
med.
B
.___
, Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, berichtete am
26. Januar 2011 (
Urk.
10/19/5) und führte aus, die Beschwerdeführerin klage über praemenstruelle Beschwerden, Bauchweh und Dysmenorrhoe.
Es habe sich eine Adipositas permagna, ein virginelles Genitale sowie eine leichte Hypertonie gefunden. Die Exploration habe keine Besonderheiten ergeben. Es bestünden keinerlei Anhaltspunkte für das Bestehen einer Invalidität.
3.5
Dr.
med. C.___
, Allgemeine Innere Medizin FMH, berichtete am 17. März 2011 (
Urk.
10/24) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Erschöpfung
-
somatische Beschwerden
-
Erkältungen
Er führte aus, d
ie Symptome hätten sich über die Monate kaum verändert.
Die Abklärungen betreffend die Magen-Darm-Beschwerden seien unauffällig ge
wesen.
Zurzeit werde eine Endometriose mit Hormonen behandelt.
Die Prognose sei unklar (S. 2
Ziff.
1.4). Die Beschwerdeführerin sei seit 13. April 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 2
Ziff.
1.6)
.
Die bisherige Tätigkeit sei der Beschwer
deführerin im üblichen Rahmen noch zumutbar.
Es
sei kein Grund ersichtlich, wieso nicht
mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit gerechnet werden
könne
(S. 2 f.
Ziff.
1.7 und
Ziff.
1.9)
.
3.6
Die Ärzte des S
pitals
D.___
,
Institut für Klinische Pathologie
, berichteten am 27. April 2011 (
Urk.
10/26/6) und nannten folgende Diagnosen:
-
Exzidat Ovar links: Anteile einer luteinisierenden Follikelzyste, keine Ma
lignität
-
PE Douglas/Peritoneum: Kauterartifiziell verändertes, fibrosiertes Weich
gewebe mit pigmentbeladenen Makrophagen und zytogenem Stroma. Befund vereinbar mit Endometriose
-
Sigma/Appendix epiloica: Weichgewebsexzidat mit pigmentbeladenen Makrophagen und zytogenem Stroma. Befund vereinbar mit Endometri
ose
3.
7
Die Ärzte des Spitals
in E.___
, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, berich
teten mit Austrittsbericht vom 28. April 2011 (
Urk.
10/26/1-5) über den
stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 19. bis 21. April 2011 und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Unterbauchschmerzen mit sekundärer Dysmenorrhoe (seit zirka einem Jahr) sowie Dyschezie
-
mittelgradig fortgeschrittene Endometriose
-
Bauchwandlücke Inguinalkanal rechts (Hernie)
-
Virgo intacta
-
Adipositas permagna
Sie führten aus, bei der Beschwerdeführerin
habe ein unbeabsichtigter Ge
wichtsverlust von 30 kg innert einem Jahr stattgefunden.
Es bestünden k
eine Hinweise auf
einen
gestörten Zuckerstoffwechsel.
3.
8
Die Ärzte de
s
Psychiatriezentrum
s in E.___
, berichteten am 13. Mai 2011 (
Urk.
10/25) und führten aus, die Beschwerdeführerin leide hauptsächlich unter den unklaren Bauchbeschwerden, welche schmerzbedingt ihre Arbeitsfähigkeit einschränkten und ihren Antrieb vermindern würden. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine psychopathologische Störung.
3.9
Die Ärzte des Spitals
E.___
, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, berich
teten am 26. Mai 2011 (
Urk.
10/28/3-4) und nannten folgende Diagnose:
-
Endometriose im Kleinbecken, Erweiterung des Inguinalkanals rechts
Sie führten aus, es bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 19. April bis 30. April 2011.
Sie
sei
en
davon aus
gegangen
, dass sich die Beschwerdeführerin
in diesem Zeitraum
erhole und ab dem 1. Mai 20
11 ihre Arbeit wieder auf
nehme.
3.10
Dr.
B.___
berich
tete am 4. September 2011 (
Urk.
10/31/4-5) und nannte folgende Diag
nosen:
-
schwere Dysmenorrhoe, weiterbestehend trotz operierter Endometriose
-
Adipositas permagna
-
Inguinalhernie rechts
Er führte aus, die Beschwerdeführerin habe wieder zu 30
%
gearbeitet. Die Wie
deraufnahme der Arbeit zu 100
%
ab dem 1. Mai 2011 sei wegen Weiterbeste
hens der Beschwerden nicht möglich gewesen. Ab dem 1. Juli 2011 dürfte die Arbeitsfähigkeit wohl etwa 50
%
betragen, wobei die Anwesenheits
dauer im Betrieb ausserhalb der prae- und menstruellen Phase sechs Stunden pro Tag betrage. Während der genannten Phase (acht Tage pro Monat) sei sie zu 100
%
arbeitsfähig.
3.11
Dr.
B.___
berichtete am 19. November 2011 (
Urk.
10/37/4-5) und führte aus, die Schmerzen seien noch vorhanden, aber deutlich geringer. Die Arbeitsfähigkeit betrage ab dem 1. Oktober 2011 durchschnittlich 70
%
. Die zumutbare Anwe
senheitsdauer belaufe sich auf fünfeinhalb bis sechs Stunden pro Tag. Ab dem 3. Januar 2012 betrage die Arbeitsfähigkeit wahrscheinlich 90
%
.
3.12
Dr.
C.___
berichtete am 17. Januar 2012 (
Urk.
10/42/1-4) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
Erschöpfung
-
somatische Beschwerden
Er führte aus, es bestehe eine multiple, allgemeine Schlappheit und Erschöp
fung. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 13. April 2010 zu 100
%
arbeitsun
fä
hig (S. 2
Ziff.
1.6). Es könne jedoch mit
einer
mindestens
50%igen Arbeitsfähig
keit gerechnet werden
(S. 3
Ziff.
1.9)
.
3.13
Dr.
B.___
berichtete am
1.
Juni 2012 (
Urk.
10/61/3-4) und führte aus, e
r
habe im Januar 2012 die vo
rherige Behandlung mit Depo-Provera durch das orale Medi
kament Visanne ersetzt. Die B
eschwerdeführerin
habe angegeben, die Schmer
zen seien deutlich geringer. Nach
seiner
Beurteilung bestehe bei der B
eschwer
deführerin
eine deutliche Aggravation. Die bestehende Endometriose sei opera
tiv weitgehend saniert und die jetzige Therapie sei erfolgreich. Er beurteile die gynäkologischen Leiden nicht mehr
als Ursache der angeblichen Arbeitsunfä
higkeit
. Die B
eschwerdeführerin
sei zu 80
%
arbeitsfähig
.
3.14
Dr.
med. F.___
, Facharzt Anästhesiologie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
4.
Juli 2012 Stellung (
Urk.
10/65/13) und führte aus,
Dr.
B.___
beurteile die A
rbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
mit 80
%
, wobei die Einschränkung von 20
%
nicht begründet werde. Eine rele
vante Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
aus gynäkologischer Sicht bestehe demnach nicht. Ein Gesundheitsschaden, welcher eine relevante dauerhafte A
r
beitsunfähigkeit
begründen könnte, sei nicht ausgewiesen.
3.15
Die Ärzte der Klinik
G.___
berichteten am
3.
August 2012 (
Urk.
10/74) über die ambulante Sprechstunde der Beschwerdeführerin vom gleichen Tag und nannten folgende Diagnosen (S. 1):
-
Verdacht auf ein Reiz des Nervus g
enitofemoralis dexter nach einer la
paroskopischen H
erniorrhaphie im Dezember 2011
-
lumbosakrale
Radikulopathie, unklare Genese
-
Zustand nach ei
ner Laparoskopie im April 2011
-
Zustand nac
h verschiedenen Hormontherapien
Sie führten aus,
d
ie
Beschwerdeführerin leide wohl
an zwei verschiedenen Schmer
zen
,
nicht jedoch
an einer Endometriose. Der eine Schmerz sei eher eine lumbosakrale Radikulopathie, dessen Ursache möglicherweise im Rücken zu
finden sei. Deswegen sei der Beschwerdeführerin
ein MRI der L
endenwirbelsäule (LWS)
und
Sakralwirbelsäule (
SWS
)
empfohlen worden. Weiter leide
sie an einer Irritation des Nervus
genitofemoralis dexter, wobei eine axonale Läsion des Nervs nicht zu verzeichnen sei.
3.16
Mittels am 1
7.
Dezember 2012 durchgeführter
Arthro-Magnetresonanzt
-
omogra
phie (MRI;
Urk.
10/80) der rechten Hüfte konnten eine leichte
Retroversion des Acetabulums rechts um 8 Grad
sowie
ein
kleine
r
herniation pit und
ein
kleines Os ad acetabuli rechts
als sekundäre mögliche Impingementzei
chen
festgestellt werden.
3.17
RAD-Arzt
Dr.
F.___
nahm am 1
4.
Januar 2013 Stellung (
Urk.
10/87/2) und führte aus, d
as Schreiben von
Dr.
C.___
enthalte keine Diagnose. Seine Diag
nose
n
beschränk
t
e
n
sich auf
eine
Erschöpfung
und
somatische Beschwerden. Die
dadurch mit 100
%
beurteilte Arbeitsunfähigkeit
ab dem 1
3.
April 2010 sei nicht begründet und
auch
nicht zu begründen. Auch aufgrund einer Hernien
operation mit komplikationslosem Verlauf
ergebe sich keine dauerhafte Arbeits
unfähigkeit
. Eine psychiatrische Diag
nose habe schon im Bericht
Psychiatriezentrums in E.___
nicht gestellt werden können.
Am
6.
Februar 2013 (
Urk.
10/87/3) führte RAD-Arzt
Dr.
F.___
aus, in
der Befun
dung des MRI
der rechten
Hüft
e
sei eine leichte Retroversion des Acetabulums rechts um 8 Grad
und ein kleines Os ad acetabuli rechts festgestellt worden. Die Muskelqualität sei erhalten gewesen und eine Hernie sei nicht nachgewiesen worden.
Mit diesen Befunden sei keine dauerhafte Einschränkung der A
rbeitsfä
higkeit
in der bisherigen
Bürot
ätigkeit zu begründen. Bei dieser Vielzahl der be
handelnden Ärzte, welche gemäss Aktenlage keinen Gesundheitsschaden mit dauerhaftem Einfluss auf die A
rbeitsfähigkeit
hätten eruieren können, seien weitere Abklärungen entbehrlich.
Es bestehe kein Anlass, von der Stellung
nahme des RAD vom 2
4.
Juli 20
12 abzuweichen.
3.18
Die Ärzte der Klinik
G.___
, Rheumazentrum, berichteten am 1
1.
März 2013 (
Urk.
14/2) und nannten folgende Diagnosen:
-
thorakolumbovertebrales Schmerzsyndrom rechts bei/mit
-
ausgeprägten Triggerpunkten im Quadratus lumborum und Iliopsoas rechts mit Reffered Pain-Zone inguinal und ventral im rechten Ober
schenkel
-
keine Sensibilitätsstörung, kein Hüftimpingement klinisch
-
aktivierte Spondylarthrosen und mögliche beginnende Instabilität L4/5 im MRI vom 1
4.
August 2012, leichte SIG-Arthrose
-
allgemeine Hypermobilität bei Bandlaxität
-
deutliche Hypovitaminose D
-
persistierendes Schmerzsyndrom rechts inguinal seit Endometrioseopera
tion 2009 und Operation Leistenhernie Dezember 2011 rechts
-
Adipositas
Sie führten aus,
in der klinischen Untersuchung finde sich ein ausgeprägtes my
ofasziales Schmerzsyndrom
(S. 2 unten)
.
Im Zusammenhang mit der allgemei
nen Hypermobilität bei Bandlaxität liege wohl ein sogenanntes Hypermobili
tätssyndrom mit beginnender Polyarthrose vor. Sowohl diagnostisch wie auch therapeutisch sollte eine Segmentdiagnostik an der Wirbelsäule mit gezielter Infiltration der Facettengelenke erfolgen
(S. 3)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur
Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes
Dr.
F.___
(vgl. vorstehend E.
3.14 und E. 3.17) ab.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass die RAD-Stellungnahmen (vgl. vorstehend E. 3.14 und E. 3.17) die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigen, in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet wurde
n
und der konkreten me
dizinischen Situation Rechnung tragen.
So
zeigte RAD-Arzt
Dr.
F.___
in nach
vollziehbarer Weise auf, dass aufgrund der Aktenlage weder Diagnosen noch funktionelle Einschränkungen ausgewiesen seien, die nachvollziehbar eine Ein
schränkung der Ar
beitsfähigkeit bedingen würden.
Weiter setzte sich RAD-Arzt
Dr.
F.___
differenziert mit den Arztberichten auseinander und nahm ausdrück
lich Stellung zu den Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit.
So
finden
die von
Dr.
C.___
(vgl. vorstehend E. 3.5, E. 3.12)
aufgeführten
Diagnosen
gemäss sei
ner Stellungnahme
keine Grundlage im
erhobenen Befund
und die angegeb
ene Arbeitsunfähigkeit von 50
%
wurde durch
Dr.
C.___
weder nachvollziehbar
be
gründet
, noch
beruht sie
auf einer durch Befunde untermauerten medizinisch-theoretischen Beurteilung
. Auch
beruhen
die angeführten Gründe, weshalb
der Beschwerdeführerin
eine Tätigkeit
mit einem höheren Pensum
nicht zumutbar sein soll,
im Wesentlichen
auf den subjektiven Angaben der Beschwerde
führe
rin, welche jedoch für die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit nicht massge
bend sind.
Die
Stellungnahmen
von RAD-Arzt
Dr.
F.___
leuchten
sodann
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die von ihm vorgenommenen
Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden aus
führlich und nachvollziehbar begründet.
So
machte
er
in nachvollziehbarer Weise
dar
auf
aufmerksam
, dass die Beschwerdeführerin bei zahlreichen Ärzten in Behandlung sei und gemäss Aktenlage keiner dieser behandelnden Ärzte ei
nen Gesundheitsschaden mit dauerhaftem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe eruieren können.
Diese Beurteilung durch RAD-Arzt
Dr.
F.___
steht in Überein
stimmung mit den Ausführungen von
Dr.
Z.___
, wonach
die Ösophagogastro
duodenoskopie unauffällig gewesen sei und anlässlich der Untersuchung der Beschwerdeführerin keine
relevanten pathologischen Befunde gefunden worden seien, welche d
ie Beschwerden
erklären könnten. A
uch im Labor
hätten
keine relevanten
Auffälligkeiten
festgestellt werden können
(vgl. vorstehend E. 3.1,
E. 3.3).
Auch
Dr.
B.___
führte übereinstimmend aus,
dass die Exploration der Be
schwerdeführerin keine Besonderheiten ergeben habe und keinerlei Anhalts
punkte für das Bestehen einer Invalidität bestünden.
Nachdem er der Beschwer
deführerin kurzeitige Arbeitsunfähigkeiten attestierte, machte
Dr.
B.___
sodann auf eine deutliche Aggravation der Beschwerdeführerin aufmerksam und führte aus, dass die gynäkologischen Leiden nicht mehr als Ursache der angeblichen Arbeitsunfähigkeit
zu beurteilen seien
(vgl. vorstehend E. 3.4, E. 3.10, E. 3.11,
E. 3.13).
Gestützt auf die Aktenlage
begründete RAD-Arzt
Dr.
F.___
demnach
einlässlich und sorgfältig, dass es sich aus versicherungsmedizinischer Sicht um akute und zeitlich begrenzte Beschwerden handle, w
omit
kein Gesundheitsschaden ausge
wiesen sei, der eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
zu
begründen
vermöge.
Die
Stellungnahmen
sind für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend und
erfüllen damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztli
chen
Berichts (vgl. vorstehend E. 1.
4
) vollumfäng
lich, so dass für die Entscheid
findung darauf ab
gestellt werden kann.
4.3
Soweit die
Beschwerdeführer
in
geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei
nicht umfassend abgeklärt, und es seien deshalb weitere Abklärungen in die Weg
e
zu leiten, vermag dies nach dem Gesagten nicht zu überzeugen.
Sowohl der physische als auch der p
sychische Gesundheitszustand der
Beschwerde
führerin
wurden in den Beurteilung
en gebührend berücksichtigt. Die
Be
schwerdeführer
in
vermochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Ak
tenlage unzutreffend beziehungsweise unvollständig wäre. Da ein anhaltender Ge
sundheitsschaden, welcher die Arbeitsfähigkeit
dauerhaft ein
schränkt, nach dem Gesagten nicht ausgewiesen ist, erweisen sich die vorliegenden medi
zini
schen Akten als ausreichend, weshalb auf weitere Abklärungen verzichtet wer
den kann.
Die Einwände de
r
Beschwerdeführer
in
in Bezug auf die medizinischen Abklärun
gen
sind nach dem Gesagten unbehelflich. Weitere substantiierte Einwände brach
te
sie
nicht vor.
4.4
Nach der Würdigung der medizinischen Akten ist nicht ersichtlich, dass bei der Beschwerdeführerin ein relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, der eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen kann. Vielmehr ist aufgrund der ärzt
lichen Beurteilungen davon auszugehen, dass es sich bei den geklagten Be
schwerden um akute und zeitlich begrenzte Erkrankungen ohne relevante Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit handelt und bei der Beschwerdeführerin so
wohl eine zeitlich als auch leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vorliegt. Weitere Abklärungen erübrigen sich damit.
4.5
N
ach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
ver
neint.
Die angefochtene Verfügung vom 22
.
April
2013 erweist sich somit als rech
tens und ist zu bestätigen, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.2
Nach § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert.
Der von Rechtsanwältin Ursula Reger-Wyttenbach mit Eingabe vom
1
1.
Juni 2014
geltend gemachte Aufwand von
8
Stunden
45
Minuten und Fr.
53
.
50
Bar
auslagen (Urk.
15
) erscheint der Bedeutung der Streitsache und der Schwierig
keit des Prozesses angemessen.
B
ei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Entschädigung somit auf Fr.
1
‘
883
.
--
(inklusive Bar
aus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
5.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 GSVGer hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die
Gerichtskosten von Fr.
7
00
.-- werden
der
Beschwerdeführer
in
auferlegt
,
zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die
Beschwerdeführer
in
wird auf
§
16
Abs.
4 GSVGer hingewiesen.
3.
Die
unentgeltliche Rechtsvertreter
in
de
r
Beschwerdeführer
in, Rechtsanwä
lt
in
Ursula Reger-Wyttenbach, Zürich, wird für ihren
Aufwand mit Fr.
1
'
883
.
--
(inkl. Barauslagen und MWSt) aus de
r Gerichtskasse entschädigt. Die
Beschwerdeführer
in
wird auf § 16 Abs. 4 GSVGer hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Ursula Reger-Wyttenbach
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach