# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d24834a-f505-5bd6-9222-65e647d1f345
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 28.04.2021 U 2021 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2021-33_2021-04-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 21 33

1. Kammer 

Einzelrichter Audétat

Aktuar ad hoc Brunner

URTEIL

vom 28. April 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ GmbH,

Klägerin

gegen

Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden,

Beklagter

und

Schweizerische Eidgenossenschaft, 3003 Bern,

vertreten durch das Eidgenössische Finanzdepartement, 3003 Bern,

Beklage

betreffend Staatshaftung

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I. Sachverhalt:

1. Am 26. März 2021 erhob die A._____ GmbH (nachfolgend Klägerin) Klage 

gegen das Departement für Volkswirtschaft und Soziales Graubünden 

(DVS), das Bundeshaus und alle Mitglieder des Bunderates sowie das Pa-

rlamentsgebäude und alle Mitglieder des National- und Ständerates. Sie 

forderte darin sinngemäss Schadensersatz für die erlittenen Umsatzein-

bussen aufgrund der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (Co-

vid-19); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten. 

Sie reichte ihre Klage beim Internationalen Seegerichtshof, beim Kantons-

gericht von Graubünden, beim Schweizerischen Bundesgericht sowie 

beim Bundesverwaltungsgericht ein.

2. Mit Schreiben vom 7. April 2021 leitete das Kantonsgericht von Graubün-

den die Klage zuständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kan-

tons Graubünden weiter.

3. Am 12. April 2021 informierte der Instruktionsrichter die Klägerin per Ein-

schreiben darüber, dass ihre Eingabe den gesetzlichen Erfordernissen 

nicht genüge. Das DVS könne mangels Rechtspersönlichkeit nicht ins 

Recht gefasst werden. Die Klage müsse sich daher gegen den Kanton 

Graubünden richten. Zudem sei eine Klage gegen den Bund oder dessen 

Organe vor einem kantonalen Gericht nicht möglich. Der Klägerin wurde 

eine Frist bis zum 23. April 2021 gewährt, um ihre Eingabe entsprechend 

abzuändern bzw. zu verbessern. Gleichzeitig wurde von ihr die Leistung 

eines Kostenvorschusses von CHF 2'000.00, ebenfalls bis am 23. April 

2021, verlangt. Erfolge die Verbesserung der Rechtsschrift und/oder die 

Leistung des Kostenvorschusses nicht fristgemäss, werde auf die Klage 

nicht eingetreten.

4. Das Schreiben wurde nicht innert Frist (20. April 2021) abgeholt und ans 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden zurückgesendet. Bis am 

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23. April 2021 (und auch bis zum Urteilsdatum) konnte kein Eingang des 

Kostenvorschusses verzeichnet werden.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet 

oder unbegründet, entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in ein-

zelrichterlicher Kompetenz (Art. 43 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die Ver-

waltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Bei der vorliegenden Staats-

haftungsklage vom 26. März 2021 handelt es sich – wie in den nachste-

henden Erwägungen ausgeführt wird – um ein infolge Fehlens einer erfor-

derlichen Prozessvoraussetzung offensichtlich unzulässiges Rechtsmittel, 

weswegen das angerufene Verwaltungsgericht in einzelrichterlicher Kom-

petenz entscheidet.

2.1. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung gelten Verfügun-

gen als eröffnet, sobald sie ordnungsgemäss zugestellt sind und die be-

troffene Person davon Kenntnis nehmen kann. Dass sie davon tatsächlich 

Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Es genügt, wenn die Sendung in den 

Machtbereich des Adressaten gelangt, sodass er sie zur Kenntnis nehmen 

kann. Wird der Empfänger einer eingeschriebenen Briefpostsendung oder 

Gerichtsurkunde nicht angetroffen und wird daher eine Abholeinladung in 

seinen Briefkasten oder in sein Postfach gelegt, so wird die Sendung in 

jenem Zeitpunkt als zugestellt betrachtet, in welchem sie auf der Poststelle 

abgeholt wird. Geschieht dies nicht innert der siebentägigen Abholfrist, 

wird angenommen, dass die Sendung am letzten Tag dieser Frist zuge-

stellt wurde. Diese sogenannte Zustellfiktion rechtfertigt sich, weil für die 

an einem Verfahren Beteiligten nach dem Grundsatz von Treu und Glau-

ben die Pflicht besteht, dafür zu sorgen, dass behördliche Akte ihnen zu-

gestellt werden können. Diese Rechtsprechung gilt mithin während eines 

hängigen Verfahrens und wenn die Verfahrensbeteiligten mit der Zustel-

lung eines behördlichen oder gerichtlichen Entscheides oder einer Verfü-

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gung mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit rechnen müssen. Die Partei 

ist mithin verpflichtet, eine vorübergehende Abwesenheit und erst recht 

eine allfällige Adressänderung bekanntzugeben, um die Entgegennahme 

behördlicher Sendungen sicherzustellen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bun-

desgerichts 1C_532/2018 vom 25. März 2019 E.3.3 m.H.). 

2.2. Die Klägerin hat vorliegend am 26. März 2021 eine Staatshaftungsklage 

bei verschiedenen Gerichten eingereicht, womit ein Prozessrechtsverhält-

nis begründet wurde. Es liegt auf der Hand, dass sie im nachfolgenden 

Zeitraum mit entsprechenden Schreiben rechnen musste und sie verpflich-

tet war, dafür zu sorgen, dass ihr behördliche Akten zugestellt werden kön-

nen. Die Verfügung vom 12. April 2020 gilt daher gemäss Zustellfiktion am 

20. April 2020 als zugestellt.

3.1. Gemäss Art. 74 Abs. 1 VRG kann die Behörde von der gesuchstellenden, 

der beschwerdeführenden oder der klagenden Partei einen Kostenvor-

schuss verlangen. Für die Leistung des Kostenvorschusses ist der Partei 

eine angemessene Frist zu setzen (Art. 74 Abs. 2 VRG). Leistet die Partei 

den Kostenvorschuss trotz Androhung der Säumnisfolgen nicht frist-

gemäss, ist auf ihr Begehren nicht einzutreten (Art. 74 Abs. 3 VRG). Nach 

ständiger Rechtsprechung ist es im Interesse einer ordnungsgemässen 

Justizverwaltung zulässig, für die mutmasslichen Prozesskosten einen 

Vorschuss von demjenigen zu verlangen, der staatlichen Rechtsschutz in 

Anspruch nimmt; dies entspricht einer allgemeinen Praxis in den Kantonen 

und im Bund (BGE 124 I 241 E.4a). Wird die Gültigkeit eines Rechtsmittels 

kraft ausdrücklicher Vorschrift von der rechtzeitigen Leistung eines Kos-

tenvorschusses abhängig gemacht, so kann darin grundsätzlich weder ein 

überspitzter Formalismus noch eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs 

erblickt werden. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Parteien über die Höhe 

des Vorschusses, die Zahlungsfrist und die Folgen der Nichtleistung in an-

gemessener Weise aufmerksam gemacht wurden (so bereits 

BGE 96 I 521 E.4; bestätigt in den Urteilen des Bundesgerichts 

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1P.163/1997 vom 17. Juni 1997 E.2c und 1P.371/2004 vom 21. Septem-

ber 2004 E.4). Gemäss Art. 74 Abs. 3 VRG ist es somit grundsätzlich 

zulässig, auf die Klage infolge Nichtleistung des gerichtlich geforderten 

Kostenvorschusses nicht einzutreten.

3.2. Im konkreten Fall forderte der Instruktionsrichter die Klägerin mit prozess-

leitender Verfügung vom 12. April 2021 unter Androhung von Säumnisfol-

gen (Nichteintreten) zur Leistung eines Kostenvorschusses in der Höhe 

von CHF 2'000.00 bis spätestens am 23. April 2021 auf. Dieses Schreiben 

wurde am 12. April 2021 per Einschreiben an die Klägerin versandt und 

nicht abgeholt. Aufgrund der Zustellfiktion gilt das Schreiben allerdings am 

20. April 2021 als zugestellt. Da der besagte Kostenvorschuss bis zum 

heutigen Datum nicht geleistet wurde, ist auf die vorliegende Klage vom 

26. März / 7. April 2021 gestützt auf Art. 74 Abs. 3 VRG mangels Leistung 

des Kostenvorschusses trotz Androhung der Säumnisfolgen nicht einzu-

treten.

4. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG in der Regel von der Klägerin zu tragen. Aufgrund des 

geringen Verfahrensaufwands des Einzelrichters werden ausnahmsweise 

keine Kosten erhoben.

5.1. Zur Rechtmittelbelehrung sei noch erwähnt, dass das streitberufene Ver-

waltungsgericht bei Staatshaftungsfragen als erste Gerichtsinstanz fun-

giert und gegen dessen Urteil innert 30 Tagen die Weiterzugsmöglichkeit 

an das Kantonsgericht von Graubünden besteht, soweit es sich um einen 

erstinstanzlichen Endentscheid in unmittelbarem Zusammenhang mit Zi-

vilrecht im Sinne von Art. 72 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über das 

Bundesgericht (BGG; SR 173.110) handelt (vgl. zum Ganzen Art. 85b 

VRG als Übergangsbestimmung betreffend "doppelter Instanzenzug" im 

Kanton Graubünden; Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zur 

Teilrevision des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG)/Gebietsreform 

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Heft Nr. 7/2015 - 2016, S. 373; laut Kantonsamtsblatt vom 4. Februar 2016 

ist Art. 85b VRG rückwirkend per 1. Februar 2016 in Kraft gesetzt worden; 

VGU U 15 91 vom 13. Juni 2017 E.12). Die Aufzählung in Art. 72 Abs. 2 

BGG ist nicht abschliessend und es können auch öffentlich-rechtliche Ent-

scheidungen mit staatshaftungsrechtlichen Fragestellungen darunter fal-

len, sofern sie einen engen Bezug zum Zivilrecht haben, sich also die Haf-

tung nach denselben Grundsätzen richtet (vgl. KLETT/ESCHER, in: Niggli/

Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundes-

gerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 72 Rz. 8; vgl. für die Staatshaf-

tung infolge fehlerhafter Behandlung in einem öffentlichen Spital: BGE 139 

III 252 und Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 vom 13. März 2014 

E.2.1; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 5A.9/2000 vom 22. März 2001 

E.3b). Weiter hat das Bundesgericht entschieden, dass sich aus Art. 85 

Abs. 1 lit. a BGG nicht zwingend ergebe, dass alle Fragen der Staatshaf-

tung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unterlie-

gen (Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 vom 13. März 2014 E.3.2.2). 

Die Beschwerde in Zivilsachen setzt jedoch eine "double instance" voraus 

(Art. 75 Abs. 2 BGG; BGE 139 III 252 E.1.6). Gemäss Art. 22 BGG i.V.m. 

Art. 36 Abs. 1 und 2 des Reglementes für das Bundesgericht (BGerR; 

SR 173.110.131) bestimmt sich die Zuteilung eines Geschäfts an eine Ab-

teilung danach, auf welcher Rechtsfrage das Schwergewicht der Entschei-

dung liegt und im Einzelfall kann wegen der Natur des Geschäfts auch von 

der reglementarischen Geschäftsverteilung abgewichen werden. Dement-

sprechend ist für die vorliegende Angelegenheit eine Qualifikation als öf-

fentlich-rechtlicher erstinstanzlicher Endentscheid mit unmittelbarem Zu-

sammenhang zum Zivilrecht nicht auszuschliessen und zur Sicherstellung 

des ordnungsgemässen Instanzenzuges der Rechtsmittelweg an das Kan-

tonsgericht von Graubünden gemäss Art. 85b VRG aufzuzeigen (vgl. aber 

nunmehr BGE 144 II 281 E.1.1 f., welcher hinsichtlich des Erfordernis ei-

ner "double instance" als Zulässigkeitsvoraussetzung für die Beschwerde 

in Zivilsachen in Staatshaftungsfällen unklar ist).

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5.2.1. Die Berufung nach Art. 308 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung 

vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) setzt in ver-

mögensrechtlichen Streitigkeiten einen Streitwert von mindestens 

CHF 10'000.00 voraus (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Wird dieser Streitwert nicht 

erreicht, verbleibt allerdings die Möglichkeit der Beschwerde nach 

Art. 319 ff. ZPO. Auch die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-

genheiten ans Bundesgericht nach Art. 82 ff. BGG setzt einen Streitwert 

von mindestens CHF 30'000.00 voraus (Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG). Eine 

Ausnahme davon besteht gemäss Art. 85 Abs. 2 BGG lediglich, wenn sich 

eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt.

5.2.2. Vorliegend hat die Klägerin ihre Staatshaftungsklage nicht beziffert. Sie 

bringt allerdings vor, dass sie für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Brut-

toumsatz von mindestens CHF 780'000.00 gerechnet habe. Die Um-

satzeinbussen durch die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus 

(Covid-19) dürften daher die erforderlichen Streitwerte für die Berufung 

bzw. die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten von 

CHF 10'000.00 bzw. CHF 30'000.00 erreichen. Der Streitwert wird folglich 

auf mehr als CHF 30'000.00 festgesetzt.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]