# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 02bad490-e630-5451-b39f-e037ba2fba29
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 25.01.2022 RR.2021.282
**Docket/Reference:** RR.2021.282
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2021-282_2022-01-25

## Full Text

Auslieferung an Polen; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferung an Polen; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferung an Polen; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG);;Auslieferung an Polen; Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG)

Entscheid vom 25. Januar 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Cornelia Cova und Patrick Robert-Nicoud, 

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia 

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Gehring,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe-

rung,  

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Auslieferung an Polen 

 

Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG); akzessorisches 

Haftentlassungsgesuch (Art. 50 Abs. 3 IRSG) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2021.282 

Nebenverfahren: RP.2021.84  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Urteil vom 24. Mai 2010 verurteilte das Amtsgericht Luban in Polen den 

polnischen Staatsangehörigen A. wegen Einbruchdiebstahls zur einer Frei-

heitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, wobei deren Vollstreckung 

zunächst zur Bewährung ausgesetzt wurde. Mit Beschluss des Amtsgerichts 

Luban vom 20. März 2013 wurde die Strafaussetzung zur Bewährung wider-

rufen und die Vollstreckung der Gesamtfreiheitsstrafe angeordnet. Das Be-

zirksgericht in Jelenia Gora erliess am 23. März 2021 gegen A. einen Haft-

befehl zwecks Vollstreckung der ausgesprochenen Freiheitsstrafe (act. 4.4). 

 

 

B. In diesem Zusammenhang ersuchten die polnischen Behörden mit Aus-

schreibung im Schengener Informationssystem (SIS) vom 19. Mai 2021 um 

Fahndung und Verhaftung von A. zwecks Auslieferung (act. 4.1).  

 

 

C. Gestützt auf diese Ausschreibung wurde A. am 6. September 2021 im Kan-

ton Thurgau angehalten und mit Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz 

(nachfolgend «BJ») vom gleichen Tag in provisorische Auslieferungshaft 

versetzt (act. 4.2). Anlässlich seiner Befragung vom 7. September 2021 zum 

Auslieferungsersuchen widersetzte sich A. der vereinfachten Auslieferung 

(act. 4.6 S. 5). Das BJ erliess am 7. September 2021 gegen A. wegen Flucht-

gefahr einen Auslieferungshaftbefehl (s. RH.2021.12). Die dagegen von A. 

erhobene Beschwerde wies die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts mit Entscheid RH.2021.12 vom 7. Oktober 2021 ab (act. 7). 

 

 

D. Mit Schreiben vom 22. September 2021 reichte das Justizministerium der 

Republik Polen dem BJ das formelle Ersuchen um Auslieferung von A. ein 

(act. 4.4).  

 

 

E. Am 24. September 2021 ernannte das BJ Rechtsanwalt Michael Gering auf 

dessen Gesuch hin zum unentgeltlichen Rechtsvertreter von A. (act. 4.5). 

Mit Schreiben vom 14. Oktober 2021 reichte der Rechtsvertreter für A. die 

Stellungnahme zum Auslieferungsersuchen ein (act. 4.7). 

 

  

- 3 - 

 

 

F. Das BJ bewilligte mit Auslieferungsentscheid vom 4. November 2021 die 

Auslieferung von A. an Polen für die dem Auslieferungsersuchen des polni-

schen Justizministeriums vom 22. September 2021 zugrunde liegenden 

Straftaten (act. 4.8). 

 

 

G. Gegen den Auslieferungsentscheid vom 4. November 2021 lässt A. mit Ein-

gabe datiert vom 6. November [recte: Dezember] 2021 bei der Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben. Er beantragt die 

Aufhebung des Auslieferungsentscheids und seine unverzügliche Entlas-

sung aus der Auslieferungshaft, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu 

Lasten des Staates. Er stellt dabei den Antrag auf unentgeltliche Prozess-

führung und Rechtsvertretung (act. 1 S. 2). 

 

 

H. Das BJ beantragt in seiner Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2021 die 

Abweisung der Beschwerde (act. 4).  

 

Mit Schreiben vom 3. Januar 2022 verzichtete der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers auf die Einreichung einer Beschwerdereplik und reichte 

seine Honorarnote ein (act. 6, 6.1). Diese Eingabe samt Beilage wurde dem 

BJ mit Schreiben vom 4. Januar 2022 zur Kenntnis zugestellt (act. 7). 

 

 

I. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und Polen sind primär 

das Europäische Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 

(EAUe; SR 0.353.1) sowie die hierzu ergangenen Zusatzprotokolle vom 

15. Oktober 1975 (ZP I EAUe; SR 0.353.11) und vom 17. März 1978 (ZP II 

EAUe; SR 0.353.12) massgebend.  

 

Überdies anwendbar sind das Übereinkommen vom 19. Juni 1990 zur 

Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 

(Schengener Durchführungsübereinkommen [SDÜ]; CELEX-

Nr. 42000A0922(02); Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19–62; Text 

- 4 - 

 

 

nicht publiziert in der SR, jedoch abrufbar auf der Website der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen 

Abkommen mit der EU», 8.1 Anhang A; https://www.fedlex.admin.ch/de/sec-

tor-specificagreements/EU-acts-register/8/8.1) i.V.m. dem Beschluss des 

Rates 2007/533/JI vom 12. Juni 2007 über die Einrichtung, den Betrieb und 

die Nutzung des Schengener Informationssystems der zweiten Generation 

(SIS II), namentlich Art. 26–31 (CELEX-Nr. 32007D0533; Abl. L 205 vom 

7. August 2007, S. 63–84; abrufbar unter «Rechtssammlung zu den sektori-

ellen Abkommen mit der EU», 8.4 Weiterentwicklungen des Schengen-Be-

sitzstands), sowie diejenigen Bestimmungen des Übereinkommens vom 

27. September 1996 über die Auslieferung zwischen den Mitgliedstaaten der 

Europäischen Union (EU-Auslieferungsübereinkommen; CELEX-

Nr. 41996A1023(02); Abl. C 313 vom 23. Oktober 1996, S. 12–23), welche 

gemäss dem Beschluss des Rates 2003/169/JI vom 27. Februar 2003 

(CELEX-Nr. 32003D0169; Abl. L 67 vom 12. März 2003, S. 25 f.; abrufbar 

unter «Rechtssammlung zu den sektoriellen Abkommen mit der EU», 8.2 

Anhang B) eine Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstands darstellen. 

Die zwischen den Vertragsparteien geltenden weitergehenden Bestimmun-

gen aufgrund bilateraler oder multilateraler Abkommen bleiben unberührt 

(Art. 59 Abs. 2 SDÜ; Art. 1 Abs. 2 EU-Auslieferungsübereinkommen; 

ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 

5. Aufl. 2019, N. 22 f., 28–52, 193 ff.).  

 

1.2 Soweit die Staatsverträge und Zusatzprotokolle bestimmte Fragen nicht ab-

schliessend regeln, findet auf das Verfahren der Auslieferung ausschliesslich 

das Recht des ersuchten Staates Anwendung (Art. 22 EAUe), namentlich 

das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in 

Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Ver-

ordnung vom 24. Februar 1982 (Rechtshilfeverordnung, IRSV; SR 351.11). 

Nach dem Günstigkeitsprinzip gelangt das innerstaatliche Recht auch dann 

zur Anwendung, wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe 

stellt (BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E.2.2.2; 136 IV 82 

E. 3.1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 

212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; TPF 2016 65 E. 1.2; 2008 24 E. 1.1; ZIMMER-

MANN, a.a.O., N. 170 ff., 211 ff., 240 ff.).  

 

1.3 Für das Beschwerdeverfahren gelten zudem die Art. 379-397 StPO sinnge-

mäss (Art. 48 Abs. 1 i.V.m. Art. 47 IRSG) sowie die Bestimmungen des 

VwVG (vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 273). 

 

  

- 5 - 

 

 

2.  

2.1 Gegen Auslieferungsentscheide des BJ kann innert 30 Tagen seit der Eröff-

nung des Entscheides bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Beschwerde geführt werden (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art.50 

Abs. 1 VwVG). 

 

2.2 Die gegen den Auslieferungsentscheid vom 4. November 2021 erhobene 

Beschwerde ist fristgerecht erhoben worden. Der Beschwerdeführer ist als 

Adressat des Auslieferungsentscheides ohne weiteres zu dessen Anfech-

tung legitimiert. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

 

3.  

3.1 Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die Auslieferungsvoraussetzungen grund-

sätzlich mit freier Kognition. Der Beschwerdekammer steht es frei, einzelne 

Auslieferungsvoraussetzungen einer Überprüfung zu unterziehen, die nicht 

Gegenstand der Beschwerde sind. Sie ist jedoch anders als eine Aufsichts-

behörde nicht gehalten, die angefochtene Verfügung von Amtes wegen auf 

ihr Konformität mit sämtlichen anwendbaren Bestimmungen zu überprüfen 

(BGE 123 II 134 E. 1d; TPF 2011 97 E. 5).  

 

3.2 Ausserdem muss sich die Beschwerdeinstanz nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinander-

setzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann 

sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es 

genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von 

denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 

IV 294 E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 

vom 16. Juli 2004 E. 5.2. m.w.H.) 

 

 

4.  

4.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass der Beschluss des Amtsgerichtes Luban 

vom 20. März 2013 keinen Rechtskraftvermerk enthalte. Es ergäben sich 

weder aus dem Beschluss noch aus den übrigen Auslieferungsakten, dass 

oder gegebenenfalls wann oder wohin der Beschluss zugestellt worden sein 

solle. Der Beschluss enthalte auch keine Rechtsmittelbelehrung. Ebenso 

wenig ergebe sich aus dem Beschluss und den Auslieferungsakten, dass der 

Beschwerdeführer an der Verhandlung teilgenommen hätte bzw. ordnungs-

gemäss vorgeladen worden wäre (act. 1 S. 8). Damit sei der Beschluss des 

Amtsgerichts Luban vom 20. März 2013 nicht ordnungsgemäss zugestellt 

- 6 - 

 

 

worden, mithin habe er nicht rechtswirksam vom Widerruf Kenntnis erlangt, 

weshalb er hiergegen auch keine Rechtsmittel habe ergreifen können (act. 1 

S. 9). Der ersuchende Staat müsse unter diesen Umständen nachweisen, 

dass das Urteil unter Einhaltung sämtlicher Voraussetzungen rechtskräftig 

geworden sei. Da kein solcher Nachweis vorhanden sei, sei davon auszuge-

hen, dass kein vollstreckbares Urteil im Sinne von Art. 12 Abs. 2 lit. a EAUe 

vorliege (act. 1 S. 9).  

 

Sodann entspreche die Begründung des Beschlusses des Amtsgerichtes 

Luban nicht den Anforderungen an einen rechtsstaatlichen Gerichtsent-

scheid. Es werde lediglich ausgeführt, dass aus den Strafregistern hervor-

gehe, dass er zwei Mal ausserhalb der Republik Polen bestraft worden sei, 

ohne dass näher darauf eingegangen worden wäre, um welche Straftaten in 

welchem Land es sich hierbei handle. Befremdlich sei ferner die Feststellung 

des Gerichts, dass der Beschwerdeführer an seinem Wohnort einen schlech-

ten Ruf habe, da er als Person gelte, die kleine Diebstähle begehe. Die 

Berücksichtigung des schlechten Rufs dürfe ohne nähere Begründung nicht 

massgebend für den Strafwiderruf sein (act. 1 S. 10). Die Handlungen, wel-

che zu einem Widerruf der Strafe und somit auch zum Auslieferungsersu-

chen geführt hätten, seien im vorliegenden Verfahren nicht erstellt. Somit 

seien die Handlungen, aufgrund derer um Auslieferung ersucht werde, nicht 

ausreichend konkret im Sinne von Art. 12 Abs. 2 lit. a EAUe dargestellt (act. 1 

S. 11). 

 

Sodann bringt der Beschwerdeführer vor, nebst den formellen Anforderun-

gen an das Auslieferungsersuchen gemäss EAUe, seien gemäss Art. 3 

Ziff. 1 ZP II EAUe Auslieferungen, welche die Vollstreckung von Strafen, die 

gegen eine Person in einem Abwesenheitsurteil verhängt worden, nicht zu 

bewilligen (act. 1 S. 11 f.).  

 

4.2  

4.2.1 Dem Auslieferungsersuchen ist eine Urschrift oder eine beglaubigte Ab-

schrift eines vollstreckbaren verurteilenden Erkenntnisses, eines Haftbefehls 

oder jeder anderen, nach den Formvorschriften des ersuchenden Staates 

ausgestellte Urkunde mit gleicher Rechtswirkung beizufügen (Art. 12 Ziff. 2 

lit. a EAUe). Gemäss Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe hat das Auslieferungsersuchen 

eine Darstellung der Handlungen, derentwegen um Auslieferung ersucht 

wird, zu enthalten. Zeit und Ort ihrer Begehung sowie ihre rechtliche Würdi-

gung unter Bezugnahme auf die anwendbaren Gesetzesbestimmungen sind 

so genau wie möglich anzugeben. Unter dem Gesichtspunkt des hier mass-

gebenden EAUe reicht es grundsätzlich aus, wenn die Angaben im Rechts-

- 7 - 

 

 

hilfeersuchen sowie in dessen Ergänzungen und Beilagen es den schweize-

rischen Behörden ermöglichen zu prüfen, ob ausreichende Anhaltspunkte für 

auslieferungsfähige Straftaten vorliegen, ob Verweigerungsgründe gegeben 

sind bzw. für welche mutmasslichen Delikte dem Begehren allenfalls zu ent-

sprechen ist. 

 

4.2.2 Mit Urteil des Amtsgerichts Luban vom 24. Mai 2010 wurde der Beschwer-

deführer zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, wobei deren Vollstreckung mit 

einer Probezeit von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde. Gemäss 

diesem Urteil wurde der Beschwerdeführer der folgenden Handlungen schul-

dig gesprochen: Er ist von August 2009 bis März 2010 mehrmals in verschie-

dene Räumlichkeiten auf demselben Grundstück in Z. (Polen), Woiwod-

schaft Niederschlesien, eingebrochen und hat dabei mit einer Ausnahme 

jeweils diverse Sachen (insgesamt 131 Gramm Pastete, 300 Gramm Touris-

tenkonserve, 3 Kilogramm Zucker, Mehl, Küchengewürze, 700 Gramm 

Kaffee, mehr als 10 Gläser mit Hauseingemachtem, 2 Liter Wodka, 3 Bier-

dosen, 1,5 Liter Orangenlimonade, Bargeld in der Höhe von PLN 150, 25 Li-

ter Dieselkraftstoff, zwei Kabel, eine Gasflasche, zwei Töpfe, eine Teflon-

pfanne) im Gesamtwert von PLN 1010.00 (ca. EUR 225.44) zum Nachteil 

von B. zum Zwecke der Aneignung entwendet. Im Zeitraum zwischen Feb-

ruar 2020 und dem 4. März 2010 brach der Beschwerdeführer in die Vorrats-

kammer von B. ein, ohne aber etwas zu entwenden. Mit gleichem Urteil 

wurde er sodann schuldig gesprochen, zwischen dem 24. und 27. Februar 

2010 in ein weiteres Gebäude auf einem anderen Grundstück in Z. einge-

brochen zu sein und eine Alpina-Benzinsäge, einen Winkelschleifer sowie 

ein Verlängerungskabel im Gesamtwert von ca. PLN 2000.00 (ca. EUR 

447.00) zum Nachteil von C. zum Zwecke der Aneignung entwendet zu ha-

ben. Das Urteil enthält demnach eine Darstellung der Handlungen, derent-

wegen um Auslieferung des Beschwerdeführers ersucht wird. Gemäss Ver-

merk auf dem Urteil ist dieses vollstreckbar und am 1. Juni 2010 rechtskräftig 

geworden. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers setzt 

Art. 12 Ziff. 2 lit. b EAUe nicht auch eine Darstellung der Handlungen voraus, 

welche zum Widerruf der bedingten Freiheitsstrafe geführt haben. Wie der 

Beschwerdegegner ebenfalls zutreffend ausführt, enthält auch der Be-

schluss des Amtsgerichts Luban vom 20. März 2013 den Vermerk, dass der 

Beschluss vollstreckbar und am 23. März 2013 rechtkräftig geworden ist 

(act. 4.4). Damit gehen beide Rügen des Beschwerdeführers fehl, da die Vo-

raussetzungen von Art. 12 Ziff. 2 lit. a und b EAUe offensichtlich erfüllt sind. 

 

  

- 8 - 

 

 

4.3  

4.3.1 In strafrechtlichen Angelegenheiten kommt Art. 6 EMRK in Verfahren zur 

Anwendung, in welchen «über die Stichhaltigkeit der gegen eine Person er-

hobenen strafrechtlichen Anklage entschieden wird». Nach Lehre und 

Rechtsprechung erstreckt sich der Anwendungsbereich dieser Bestimmung 

auf das gesamte Strafverfahren bis zum endgültigen Strafurteil, nicht hinge-

gen auf den Strafvollzug, weil dabei nicht über eine strafrechtliche Anklage 

entschieden wird. Deshalb fallen nach der Rechtsprechung Entscheide über 

den Strafaufschub, die bedingte Entlassung oder den Widerruf wegen erneu-

ter Straffälligkeit nicht unter den Geltungsbereich von Art. 6 EMRK (s. zum 

Ganzen BGE 130 I 269 E. 2.2 S. 271 f. mit zahlreichen Hinweisen; Entscheid 

des Bundesstrafgerichts RR.2018.179 vom 4. September 2018 E. 6.2). Auch 

Art. 3 Ziff. 1 ZP II EAUe bezieht sich gemäss dem diesbezüglich klaren Wort-

laut nur auf das dem Strafurteil vorangehende Verfahren (Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2018.179 vom 4. September 2018 E. 6.2 m.w.H., 

bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 1C_473/2018 vom 22. Oktober 2018 

E. 1.2). Der Schweizer Rechtshilferichter hat damit grundsätzlich nicht zu 

prüfen, ob im Zusammenhang mit dem Widerruf allenfalls prozessuale 

Grundrechte des Beschwerdeführers missachtet worden sein könnten (Ent-

scheide des Bundesstrafgerichts RR.2018.179 vom 4. September 2018 

E. 6.2 [Auslieferung an Polen]; RR.2017.257 vom 28. November 2017 E. 4.4; 

RR.2016.264 vom 28. April 2017 E. 3.7; RR.2017.20 vom 21. Februar 2017 

E. 4.2; RR.2007.172 vom 29. November 2007 E. 3.4 [Auslieferung an 

Polen]). 

 

4.3.2 Der Widerruf der bedingten Freiheitsstrafe (bzw. Anordnung der Vollstre-

ckung) begründete das Amtsgericht Luban in seinem Beschluss vom 

20. März 2013 wie folgt: 

 

„     Mit rechtskräftigem Urteil vom 24. Mai 2010 in der Rechtssache II 

K 284/10 befand das Amtsgericht Luban A. der Begehung von Strafta-

ten nach Artikel 279 § 1 des Strafgesetzbuches schuldig, wofür er zu 

einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verur-

teilt wurde, die für eine Bewährungszeit von drei Jahren ausgesetzt 

wurde. Gleichzeitig wurde er unter die Aufsicht eines Bewährungshel-

fers gestellt. 

      Am 18.09.2012 erging vor dem Amtsgericht Boleslawiec unter dem 

Aktenzeichen II K 722/12 ein weiteres Urteil gegen A., in dem er einer 

Straftat nach Artikel 278 § 1 des Strafgesetzbuchs schuldig befunden 

und zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen verurteilt wurde, wobei 

davon ausgegangen wird, dass der Wert eines Tagessatzes 10 PLN 

entspricht. Er war auch verpflichtet, den Schaden gemäss Artikel 46 § 

- 9 - 

 

 

1 des Strafgesetzbuchs wiedergutzumachen, indem er den Geschä-

digten einen Betrag von 820 PLN zahlt. 

      Wie sich aus der Aussage des Verurteilten ergibt, hat er die Geld-

strafe nicht in voller Höhe bezahlt und ist auch der Verpflichtung zur 

Wiedergutmachung des Schadens nicht nachgekommen. Aus den 

Strafregistern geht ausserdem hervor, dass er zweimal ausserhalb der 

Republik Polen bestraft worden ist. Ausserdem hat er in seinem 

Wohnort einen schlechten Ruf, da er als Person gilt, die kleine Dieb-

stähle begeht. 

      Nach Ansicht des Gerichts hat der Verurteilte diese Straftaten be-

gangen, obwohl ihm die Möglichkeit gegeben wurde, sich normal in die 

Gesellschaft einzugliedern, und er weiterhin grob gegen soziale Nor-

men und die Rechtsordnung verstösst, indem er die Notwendigkeit 

missachtet, im Einklang mit diesen Normen zu handeln. Seine Haltung 

deutet also auf eine hohe Demoralisierung hin. 

      In Anbetracht dessen entschied das Gericht, dass die Vorausset-

zungen von Artikel 75 § 2 des Strafgesetzbuchs erfüllt waren, was zur 

Anordnung der betreffenden Freiheitsstrafe führte.“ 

 

4.3.3 Mit Blick auf diese Ausführungen des polnischen Gerichts geben die einzel-

nen Vorbringen des Beschwerdeführers weder Anlass, auf die vorstehend 

erläuterte Rechtsprechung zurückzukommen, noch Anlass, ausnahmsweise 

zu prüfen, ob im Zusammenhang mit dem Widerruf der bedingten Strafe 

allenfalls prozessuale Grundrechte des Beschwerdeführers missachtet wor-

den sein könnten. Auch diese Rüge geht nach dem Gesagten eindeutig fehl. 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass seine Auslieferung an Polen den 

rechtsstaatlichen Mindestanforderungen von Art. 2 lit. a IRSG nicht genüge. 

Grund hierfür seien die jüngsten Justizreformen in Polen sowie zuletzt das 

Urteil des polnischen Verfassungsgerichtes vom 7. Oktober 2021, mit 

welchem der Vorrang des polnischen Rechts gegenüber EU-Recht erklärt 

worden sei (act 1 S. 4). Die im Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2020.21 vom 7. April 2020 vertretene Auffassung des EGMR, wonach 

allein die fehlende Trennung von Exekutive und Judikative noch keine 

Verletzung des Art. 6 EMRK darstelle, sei nach dem jüngsten Entscheid des 

EGMR vom 8. November 2021 nicht mehr vertretbar. So habe der EGMR 

selbst eine Verletzung von Art. 6 EMRK im Rahmen der polnischen Justiz-

reform festgestellt (act. 1 S. 5).  

  

- 10 - 

 

 

Das Oberlandesgericht Karlsruhe habe bereits in einem Beschluss vom 

17. Februar 2020 einen «polnischen» Auslieferungshaftbefehl aufgehoben, 

weil derzeit eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass sich die Ausliefe-

rung des Verfolgten nach Polen zum Zwecke der Nachverfolgung wegen der 

derzeitigen aktuellen Entwicklung in Polen im Rahmen der Justizreform als 

zumindest derzeit unzulässig erweise. Das Oberlandesgericht habe wegen 

der Justizreform tatsächliche Anhaltspunkte als gegeben gesehen, dass der 

Verfolgte im Falle seiner Auslieferung einer echten Gefahr der Verletzung 

seines Rechts auf ein faires Verfahren ausgesetzt sein würde (act. 1 S. 6). 

Die Ausführungen in jener Entscheidbegründung würden gleichermassen 

auf das vorliegende Auslieferungsverfahren zutreffen (act. 1 S. 7). 

 

5.2 Die Schweiz prüft die Auslieferungsvoraussetzungen des EAUe auch unter 

dem Blickwinkel ihrer grundrechtlichen völkerrechtlichen Verpflichtungen 

(vgl. Art. 2 IRSG). Gemäss Art. 2 lit. a IRSG wird einem Ersuchen um 

Zusammenarbeit in Strafsachen nicht entsprochen, wenn Gründe für die 

Annahme bestehen, dass das Verfahren im Ausland den in der EMRK oder 

im Internationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politi-

sche Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2) festgelegten Verfahrensgrundsätzen 

nicht entspricht. Einem Rechtshilfeersuchen wird ebenfalls nicht entspro-

chen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass das Verfahren im Aus-

land andere schwere Mängel aufweist (Art. 2 lit. d IRSG). Art. 2 IRSG will 

verhindern, dass die Schweiz die Durchführung von Strafverfahren unter-

stützt, in welchen den verfolgten Personen die ihnen in einem Rechtsstaat 

zustehenden und insbesondere durch die EMRK und den UNO-Pakt II um-

schriebenen Minimalgarantien nicht gewährt werden oder welche den inter-

nationalen ordre public verletzen (BGE 135 I 191 E. 2.1; 133 IV 40 E. 7.1; 

130 II 217 E.8.1; TPF 2012 144 E. 5.1.1; TPF 2010 56 E. 6.3.2).  

 

Aus dieser Zielsetzung ergibt sich, dass einzelne Verfahrensverstösse im 

ausländischen Untersuchungsverfahren für sich allein nicht genügen, um die 

Rechtshilfe auszuschliessen; es ist in erster Linie Aufgabe der Rechtsmittel-

instanzen des ersuchenden Staates, solche Verfahrensfehler zu korrigieren 

und sicherzustellen, dass dem Beschuldigten trotzdem ein faires Strafver-

fahren garantiert wird. Der Ausschluss der Rechtshilfe rechtfertigt sich nur, 

wenn das ausländische Strafverfahren insgesamt die durch die EMRK und 

den UNO-Pakt II umschriebenen Minimalgarantien nicht erfüllt (Urteil des 

Bundesgerichts 1A.226/2000 vom 6. November 2000 E. 3b).  

 

Die Prüfung des genannten Ausschlussgrundes setzt ein Werturteil über das 

politische System des ersuchenden Staates, seine Institutionen, sein Ver-

ständnis von den Grundrechten und deren effektive Gewährleistung sowie 

- 11 - 

 

 

über die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz voraus. Der Rechts-

hilferichter muss in dieser Hinsicht besondere Zurückhaltung walten lassen. 

Dabei genügt es freilich nicht, dass sich der im ausländischen Verfahren 

Beschuldigte darauf beruft, seine Rechte würden durch die allgemeinen 

politischen oder rechtlichen Verhältnisse im ersuchenden Staat verletzt. 

Vielmehr muss der im ausländischen Strafverfahren Beschuldigte glaubhaft 

machen, dass er objektiv und ernsthaft eine schwerwiegende Verletzung der 

Menschenrechte im ersuchenden Staat zu befürchten hat (BGE 130 II 217 

E. 8). Abstrakte Behauptungen genügen nicht. Der Beschwerdeführer muss 

seine Vorbringen im Einzelnen präzisieren (BGE 130 II 217 E. 8.1; 129 II 268 

E. 6.1; 126 II 324 E. 4a; TPF 2012 144 E. 5.1.1; Urteil des Bundesge-

richts 1A.210/1999 vom 12. Dezember 1999 E. 8b).  

 

Beziehen sich die von diesem geltend gemachten Mängel auf ein im ersu-

chenden Staat bereits rechtskräftig abgeschlossenes Strafverfahren, sind im 

Auslieferungs- bzw. Beschwerdeverfahren insofern erhöhte Anforderungen 

an die Glaubhaftmachung zu stellen, als er die seinem Einwand zufolge er-

folgten Grundrechtsverletzungen konkret aufzuzeigen hat (Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2019.116, RR.2019.148 vom 22. August 2019 

E. 8.3.3; RR.2012.23 vom 2. August 2012 E. 5.2.5). 

 

5.3 Die Auslieferung des Beschwerdeführers wurde vorliegend von den polni-

schen Behörden zwecks Strafvollstreckung verlangt. Das betreffende Straf-

verfahren gegen den Beschwerdeführer wurde in Polen 2010 rechtskräftig 

abgeschlossen. Die Strafvollstreckung wurde 2013 angeordnet und ist seit-

her rechtskräftig (s. supra E. 4.2.2). Inwiefern sich die vom Beschwerdefüh-

rer ins Feld gebrachte polnische Justizreform der letzten Zeit konkret auf ihn 

auswirken könnte, legte er im Beschwerdeverfahren nicht dar. Der Be-

schwerdeführer behauptete zwar, der Widerruf sei nicht in Rechtskraft 

erwachsen. Dies hat er mit seiner pauschalen Bestreitung indes nicht glaub-

haft gemacht, weshalb seiner Schlussfolgerung, wonach die polnische Justiz 

diesem Umstand nicht Rechnung tragen würde, bereits die Basis fehlt. 

Schon bei dieser Ausgangslage kann der Beschwerdeführer aus den ange-

führten Entscheiden nichts zu seinen Gunsten ableiten, weshalb darauf nicht 

weiter einzugehen ist. Inwiefern das polnische Widerrufsverfahren von 2013 

die hiefür geltenden Minimalgarantien (vgl. supra E. 4.3.1) nicht erfüllt hätte, 

hat der Beschwerdeführer nicht konkret aufgezeigt, geschweige denn glaub-

haft gemacht. Soweit der Beschwerdeführer darüber hinaus geltend macht, 

dass in «weiterführenden» Verfahren, welche den Strafvollzug betreffen 

würden, sein Recht auf ein faires Verfahren gemäss Art. 6 EMRK verletzt 

wäre, weil er keine Garantie auf eine Beurteilung durch ein unabhängiges, 

- 12 - 

 

 

unparteiisches und auf Gesetz beruhendes Gericht hätte (act. 1 S. 7 f.), ver-

kennt er wiederum den Anwendungsbereich von Art. 6 EMRK (s. supra 

E. 4.3.1). Dass er im polnischen Strafvollzug einer unmenschlichen oder er-

niedrigenden Behandlung ausgesetzt wäre, macht der Beschwerdeführer 

nicht geltend. Zu Recht weist der Beschwerdegegner darauf hin, dass auch 

keine Hinweise bestehen, dass der Beschwerdeführer objektiv und ernsthaft 

eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte im polnischen Straf-

vollzug zu befürchten hat. 

 

5.4 Unter dem geprüften Gesichtspunkt erweist sich demnach die Rüge, es läge 

ein Ausschlussgrund im Sinne von Art. 2 IRSG vor, als unbegründet.  

 

 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer macht in einem letzten Punkt geltend, seine Auslie-

ferung wäre nicht verhältnismässig. Er lebe seit 2010 in Deutschland und seit 

2017 in Y. (Baden-Württemberg). Dort habe er sich ein Leben aufgebaut. Er 

sei seit 2017 bei der Unternehmung D. festangestellt und lebe seit 2014 mit 

seiner Lebensgefährtin und ihrem gemeinsamen, mittlerweile zwei Jahre al-

ten Kind zusammen. Er habe ausserdem viele deutsche und polnische Be-

kannte in Y. (act. 1 S. 13). Eine Auslieferung nach Polen würde eine Verlet-

zung seines Grundrechts auf Familie gemäss Art. 14 BV sowie Art. 8 Abs. 1 

EMRK bedeuten. Die Familie des Beschwerdeführers würde durch eine Aus-

lieferung nach Polen geradezu auseinandergerissen. Ein allfälliges Besuchs-

recht für die Familie während des Strafvollzugs in Polen wäre für die Familie 

aufgrund der weiten Distanz nicht realisierbar. Ausserdem sei die Lebensge-

fährtin vom Beschwerdeführer finanziell abhängig. Somit hätte eine Auslie-

ferung den Entzug der Lebensgrundlage der Familie zur Folge. Es müsse 

berücksichtigt werden, dass er für kleine Einbruchdiebstähle mit einem De-

liktsbetrag von EUR 179.00, welche nun mehr als 11 Jahre zurückliegen, 

bestraft worden sei. Diese Umstände würden deutlich auf ein geringes Ver-

folgungsinteresse hinweisen (act. 1 S. 13). Der Gutheissung der 

Beschwerde würden kaum öffentliche Interessen entgegenstehen. Im 

Rahmen der Ablehnung des polnischen Auslieferungsersuchens habe das 

Oberlandesgericht Stuttgart entschieden, dass anstelle einer Auslieferung 

die stellvertretende Strafvollstreckung trete. Vor diesem Hintergrund wird 

eventualiter beantragt, dass im Sinne einer anderen Massnahme gemäss 

Art. 47 Abs. 2 IRSG der Beschwerdeführer an Deutschland ausgeliefert 

werde, um dort gegebenenfalls die stellvertretende Strafvollstreckung auf 

Antrag der polnischen Behörden zu vollziehen (act. 1 S. 15). 

  

- 13 - 

 

 

6.2 Ein Auslieferungsersuchen seitens der deutschen Behörden an die Schweiz, 

welches sich auf einen Antrag der polnischen Behörden um stellvertretende 

Strafvollstreckung stützen würde, liegt nicht vor. Es besteht demnach keine 

Grundlage für die schweizerischen Behörden, sich über eine Auslieferung an 

Deutschland auszusprechen. Die polnischen Behörden haben ihr Ausliefe-

rungsersuchen auch nicht zurückgezogen, weshalb vorliegend über die von 

ihnen beantragte Auslieferung zu entscheiden ist. Ist im Hoheitsgebiet des 

ersuchenden Staates eine Verurteilung zu einer Strafe erfolgt, so wird 

gemäss Art. 2 Ziff. 1 Satz 2 EAUe ausgeliefert, wenn das Mass der Strafe 

mindestens vier Monate beträgt. Diese Voraussetzung ist vorliegend erfüllt 

und es besteht eine staatsvertragliche Pflicht zur Auslieferung an Polen, 

wenn die weiteren Auslieferungsvoraussetzungen erfüllt sind. 

 

6.3  

6.3.1 Artikel 13 Absatz 1 BV gewährleistet jeder Person einen grundrechtlichen 

Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens. Auch Artikel 8 

EMRK schützt einen solchen menschenrechtlichen Anspruch (Ziff. 1). Eine 

Behörde darf in die Ausübung dieses Rechts nur eingreifen, soweit der 

Eingriff gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft not-

wendig ist für die nationale oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche 

Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von 

Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der 

Rechte und Freiheiten anderer (Ziff. 2). 

 

Nach der Praxis des Bundesgerichts und der Rechtsprechungsorgane der 

EMRK sind Eingriffe in das Familienleben, welche auf rechtmässige Straf-

verfolgungsmassnahmen zurückzuführen sind, grundsätzlich zulässig. Dies 

gilt namentlich für den Strafvollzug, soweit Gefangenenbesuche durch An-

gehörige gewährleistet sind. Der blosse Umstand, dass der Gefangene sehr 

weit von seinen nächsten Verwandten entfernt in Haft gehalten wird, so dass 

Besuche erschwert werden, führt zu keinem grundrechtswidrigen Eingriff in 

das Privat- und Familienleben (Urteile des Bundesgerichts 1A.199/2006 vom 

2. November 2006 E. 3.1; 1A.265/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3.1; 

1A.225/2003 E. 3; vgl. auch Urteile des EGMR i.S. Varnas gegen Litauen 

vom 29. August 2012, Ziff. 108 [Nr. 42615/06]; i.S. Nazarenko gegen Lettland 

vom 1. Februar 2007, Ziff. 68 ff. [Nr. 76843/01]; i.S. Dickson gegen Vereinig-

tes Königreich vom 4. Dezember 2007, Ziff. 134 ff. [44362/04]). Ausserge-

wöhnliche familiäre Verhältnisse können ausnahmsweise (bzw. vorüberge-

hend) ein Auslieferungshindernis im Lichte von Art. 3 bzw. 8 EMRK bilden 

(BGE 123 II 279 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 1A.199/2006 E. 3.1). 

Gemäss ständiger, restriktiver Rechtsprechung kann Art. 8 EMRK einer Aus-

- 14 - 

 

 

lieferung somit nur ausnahmsweise bei aussergewöhnlichen familiären Ver-

hältnissen entgegenstehen (BGE 129 II 100 E. 3.5 m.w.H.; Entscheide des 

Bundesstrafgerichts RR.2020.104 vom 19. Juni 2020 E. 4.3; RR.2020.103 

vom 27. Mai 2020 E. 5.2.2 ff; RR.2020.38 vom 6. Februar 2020 E. 5.5; 

RR.2019.212 vom 17. September 2019 E. 4.2.2; RR.2019.123 vom 19. Au-

gust 2019 E. 4.2.2 ff.; RR.2018.295 vom 28. November 2018 E. 7.1; 

RR.2018.247 vom 5. November 2018 E. 4.2) 

 

6.3.2 Macht ein von einem Auslieferungsersuchen Betroffener geltend, der dro-

hende Strafvollzug im ersuchenden Staat verletze seinen grundrechtlichen 

Anspruch auf Gefängnisbesuche durch seine engsten Familienangehörigen, 

so hat das Rechtshilfegericht nach der einschlägigen Praxis des Bundesge-

richtes eine sorgfältige Rechtsgüterabwägung vorzunehmen: Dabei ist einer-

seits der persönlichen Situation und Interessenlage des Verfolgten und 

seiner Angehörigen im konkreten Einzelfall Rechnung zu tragen, und ander-

seits dem völkerrechtlichen Anspruch des ersuchenden Staates auf Auslie-

ferung bzw. internationale Rechtshilfe beim Vollzug seiner rechtskräftigen 

Strafurteile (BGE 123 II 279 E. 2d S. 284; 120 Ib 120 E. 3d S. 128; 117 Ib 

210 E.3b/cc S. 215 f.; Urteil des Bundesgerichts 1A.225/2003 vom 25. No-

vember 2003 E. 4). Das Rechtshilfegericht hat dabei insbesondere der 

Schwere des Tatvorwurfes Rechnung zu tragen, welcher Grundlage des 

Auslieferungsersuchens bildet (BGE 120 Ib 120 E. 3d S. 128; Urteil des Bun-

desgerichts 1A.225/2003 E. 4).  

 

Zu berücksichtigen ist auch, ob der Verfolgte in sein Heimatland oder in ein 

ersuchendes Drittland ausgeliefert werden soll, und wie weit entfernt sich 

das Untersuchungs- bzw. Vollzugsgefängnis vom Aufenthaltsort der engsten 

Familienangehörigen des Verfolgten befindet (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 1A.265/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3.2; 1A.225/2003 E. 4; zum Gan-

zen Urteil des Bundesgerichts 1C_214/2019 vom 5. Juni 2019 E. 2.7; 

SJ 2016 I 187 Übersicht Rechtsprechung). Vorliegend leben weder der Be-

schwerdeführer noch die Lebensgefährtin mit dem gemeinsamen Kind in der 

Schweiz und es geht um eine Auslieferung in sein Heimatland. Bei dieser 

Ausgangslage kann sich die Frage, ob der grundrechtliche Schutz des 

Familienlebens ausnahmsweise die stellvertretende Strafvollstreckung in der 

Schweiz gebieten könnte (s. BGE 122 II 485 nicht amtl. publizierte E. 3e und 

E. 4), nicht stellen.  

 

6.3.3 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat mehrfach ent-

schieden, dass die faktische Verunmöglichung von Gefangenenbesuchen 

naher Familienangehöriger zu einer Verletzung von Artikel 8 EMRK führen 

kann. Auch das Bundesgericht betont in seiner Rechtsprechung (zu Art. 13 

- 15 - 

 

 

Abs. 1 BV und Art. 8 EMRK) die hohe Bedeutung des grundrechtlichen 

Anspruches von Gefangenen auf ausreichende Kontakte mit ihren engsten 

Angehörigen (vgl. BGE 143 I 241 E. 3–4 S. 244 ff.; 143 I 437 E. 4 S. 446–

448). Der betreffende grundrechtliche Schutz gilt grundsätzlich auch für aus-

lieferungsrechtlich Verfolgte und im Rahmen der Anwendbarkeit des EAUe 

(BGE 129 II 100 E. 3.5 S. 105; 123 II 279 E. 2d S. 284; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2019.191 vom 22. April 2020 E. 2.2.–2.3; ZIMMERMANN, 

a.a.O., N. 219; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1C_214/2019 vom 

5. Juni 2019 E. 2.8 mit Nachweisen zur Rechtsprechung des EGMR).  

 

6.3.4 Das Bundesgericht hat in einem Fall eines deutschen Ersuchens die Auslie-

ferung zur Vollstreckung einer Reststrafe von 473 Tagen wegen Hehlerei 

verweigert. Der Verfolgte war Vater von zwei in der Schweiz lebenden 

minderjährigen Kindern; seine Lebensgefährtin war mit einem dritten Kind 

schwanger und gesundheitlich stark angeschlagen. Anstelle einer Ausliefe-

rung verfügte das Bundesgericht dort – ausnahmsweise sogar ohne 

förmliches deutsches Gesuch um Strafübernahme – die stellvertretende 

Strafvollstreckung in der Schweiz (vgl. BGE 122 II 485, nicht amtl. publizierte 

E. 3e und E. 4; s.a. BGE 129 II 100 E. 3.5 S. 105; Entscheid des Bundesstraf-

gerichts RR.2019.191 vom 22. April 2020 E. 2.3.1; HEIMGARTNER, Ausliefe-

rungsrecht, 2002, S. 161).  

 

6.3.5 Das Bundesstrafgericht bezeichnete im Entscheid RR.2016.311 vom 30. Ja-

nuar 2017 eine Auslieferung zwecks Vollzugs einer Freiheitsstrafe von drei 

Jahren wegen Raubes (Deliktsbetrag Fr. 1‘480.--) gegen eine Mutter eines 

ca. 15 Monate alten Kleinkindes als «zu diesem Zeitpunkt menschenrechts-

widrig». Wie ein KESB-Bericht feststellte, war die Mutter die Hauptbezugs-

person des Kindes. Gegen den Vater liefen in der Schweiz zwei Strafverfah-

ren wegen Gewaltdelikten, was seine Betreuungsmöglichkeiten in Frage 

stellte. Das Kleinkind war in erhöhtem Ausmass auf die Beziehung zur Mutter 

angewiesen. Die Auslieferung nach Mazedonien, der Heimat der Mutter, 

würde also nicht nur in eine kontinuierliche und stabile Bindung des Kindes 

zu seiner wichtigsten Bezugsperson eingreifen, sondern sie verunmöglichen. 

Das Bundesstrafgericht bewilligte die Auslieferung unter der diplomatischen 

Garantie, dass die Mutter ihren Sohn im Strafvollzug unter für das Kind ver-

tretbaren Umständen bei sich haben kann (E. 7.3, 7.4; kein Weiterzug). In 

TPF 2020 81 ging es um die Auslieferung einer Mutter nach Portugal (wo sie 

aufgewachsen war). Portugal ersuchte die Auslieferung zur Strafverfolgung 

wegen bewaffneten Raubes. Sie habe am 1. März 2007 (unter anderem) 

Parfums aus einem Warenhaus gestohlen, mit einem Deliktsbetrag von rund 

EUR 900.--. Der von der Mutter geschiedene Vater der beiden jüngsten Kin-

- 16 - 

 

 

der nahm sein Besuchsrecht unregelmässig wahr und delegierte die Erzie-

hung an die Mutter. Die jüngere Tochter brauchte Struktur; der Kontakt zur 

Mutter war ausserordentlich eng («fusionelle»). Trennungen schufen ihr 

Unsicherheit und Unruhe. Der Sohn hatte Trisomie 21 und wohnte in einem 

Heim. Er sah v.a. seine Mutter jedes zweite Wochenende und verbrachte die 

Ferien bei den Eltern. Die ältere Tochter hatte als Elternfigur nur die Mutter. 

Sie hatte bedeutende schulische Schwierigkeiten, benötigte Spezialunter-

richt und eine Betreuung für ihre Verhaltensschwierigkeiten. Der staatliche 

Kindesschutz begleitete die drei Kinder seit dem Jahr 2011. Die Mutter selbst 

hatte eine Beistandschaft erhalten. Aus Berichten dieser Behörden ergab 

sich, dass die Mutter kooperierte und dass gewisse Fortschritte erzielt 

wurden. Gemäss amtlicher Feststellung würde die Trennung von der Mutter 

die Schwierigkeiten ihrer drei Kinder vervielfachen. Trotz einer gewissen 

Fragilität sei sie es, die ihnen Orientierung gebe. Sie habe in der Praxis auch 

die Rolle des Vaters erfüllt. In dieser aussergewöhnlichen und dokumentier-

ten Situation hob das Bundesstrafgericht den Auslieferungsentscheid des BJ 

auf (E. 2.5–2.7) 

 

6.4 Nach dem Gesagten ist offensichtlich, dass im Falle des Beschwerdeführers 

keine aussergewöhnlichen Familienverhältnisse im Sinne der Rechtspre-

chung geltend gemacht wurden, welche seiner Auslieferung an Polen entge-

genstünden. Eine Einschränkung des Familienlebens kann so wenig wie in 

jedem andern Straffall vermieden werden, in welchem eine freiheitsentzie-

hende Massnahme anzuordnen ist. Selbst wenn der Beschwerdeführer 

seine Strafe in Deutschland (oder in der Schweiz) verbüssen könnte, was 

vorliegend als «Option» ohnehin nicht gegeben ist (s. nachfolgend), würde 

er seine Familie finanziell nicht unterstützen können. Selbst mit Blick auf die 

zu verbüssende Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten beein-

trächtigt die Auslieferung des Beschwerdeführers das Familienleben bei wei-

tem nicht so schwer wie in den obigen aussergewöhnlichen Fällen. Die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Nachteile familiärer Art würden inso-

fern auch unter Berücksichtigung der Situation seiner Lebenspartnerin und 

des Alters seiner Tochter nicht wesentlich über das bei der Haft des 

Beschwerdeführers in Deutschland Übliche hinausgehen. Im polnischen 

Beschluss vom 20. März 2013 wurden die Gründe für die Anordnung der 

Strafvollstreckung dargetan (s. supra E. 4.3.2), auch welche hiermit verwie-

sen wird. Neben den Interessen der Allgemeinheit und des Staates sind 

ebenfalls die durch die deliktischen Handlungen des Beschwerdeführers be-

stohlenen Geschädigten zu berücksichtigen, in deren Räumlichkeiten der 

Beschwerdeführer wiederholt eingedrungen ist. Dabei ist insbesondere zu 

bedenken, dass vorliegend einer allfälligen Abweisung der Auslieferung an 

Polen die stellvertretende Strafvollstreckung weder in der Schweiz (s. supra 

- 17 - 

 

 

E. 6.3.2) noch in Deutschland (s. supra E. 6.2) gegenüberstehen könnte 

bzw. würde. Auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet wiegt das Inte-

resse an der Auslieferung und Vollstreckung der gesetzmässigen Strafe in 

Polen schwerer. Seine Auslieferung stellt mit Blick auf das Strafvollstre-

ckungsinteresse des ersuchenden Staates keinen unzulässigen Eingriff dar 

und die Rüge bezüglich einer Verletzung der EMRK erweist sich nach dem 

Gesagten als unbegründet. 

 

 

7. Die Auslieferung des Beschwerdeführers an Polen ist daher zulässig und die 

Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 

 

 

8.  

8.1 Der Beschwerdeführer beantragt seine unverzügliche Entlassung aus der 

Auslieferungshaft. 

 

8.2 Der Verfolgte, welcher sich in Auslieferungshaft befindet, kann jederzeit ein 

Haftentlassungsgesuch einreichen (Art. 50 Abs. 3 IRSG). Das Gesuch ist an 

das BJ zu richten, gegen dessen ablehnenden Entscheid innert zehn Tagen 

Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts geführt 

werden kann (Art. 48 Abs. 2 und Art. 50 Abs. 3 IRSG). Die Beschwerdekam-

mer kann ausnahmsweise im Zusammenhang mit einer Beschwerde gegen 

einen Auslieferungsentscheid in erster Instanz über ein Haftentlassungsge-

such befinden, wenn sich aus einer allfälligen Verweigerung der Auslieferung 

als unmittelbare Folge auch die Entlassung aus der Auslieferungshaft ergibt 

und das Haftentlassungsgesuch insofern rein akzessorischer Natur ist (Urteil 

des Bundesgerichts 1A.13/2007 vom 9. März 2007 E. 1.2; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2008.59 vom 19. Juni 2008 E. 2.2).  

 

8.3 Der vorliegende Antrag ist demnach als akzessorisches Haftentlassungsge-

such zu betrachten. Die Auslieferung des Beschwerdeführers kann gewährt 

werden (vgl. supra E. 7), weshalb das akzessorische Haftentlassungsgesuch 

abzuweisen ist.  

 

 

9.  

9.1 Der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung und Rechtsvertretung zu gewähren (RP.2021.56). 

 

9.2 Die Beschwerdekammer befreit eine Partei, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten, sofern 

- 18 - 

 

 

ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Gemäss 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Prozessbegehren als aus-

sichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 

erscheinen als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aus-

sichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die 

Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese (BGE 142 III 138 

E. 5.1 S. 139 f.; 139 III 475 E. 2.2 S. 476). 

 

9.3 Anhand des oben Ausgeführten (E. 4– 8) erweist sich die Beschwerde offen-

sichtlich als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Demzufolge ist 

das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege abzu-

weisen. Der womöglich schwierigen wirtschaftlichen Situation kann aber mit 

einer reduzierten Gerichtsgebühr Rechnung getragen werden. 

 

 

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr ist 

auf Fr. 1'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG 

sowie Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a BStKR). 

 

- 19 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Das akzessorische Haftentlassungsgesuch wird abgewiesen. 

 

3. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung wird ab-

gewiesen. 

 

4. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 25. Januar 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Michael Gehring 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Eingaben müssen spätestens am letzten Tag 
der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 
einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt 
massgebend, in dem die Quittung ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen 
sind, die auf der Seite der Partei für die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die 
Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von 
Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem 
Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 
BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme 
bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im 
Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).