# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e880fe21-5650-57e2-8ab8-d11592da5837
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.10.2011 IV 2009/218
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-218_2011-10-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/218

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 22.06.2020

Entscheiddatum: 05.10.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2011
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Untersuchungsgrundsatz. Würdigung von 
medizinischen Berichten und eines MEDAS-Gutachtens. Vermutet die 
Verwaltung, dass die Gutachter in einem von ihr in Auftrag gegebenen 
Gutachten der versicherten Person eine Arbeitsunfähigkeit attestierten, 
ohne die Frage zu prüfen, ob diese bei zumutbarer Willensanstrengung 
überwindbar wäre, so haben diesbezüglich weitere Abklärungen (etwa eine 
entsprechende Rückfrage bei den Gutachtern) zu erfolgen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2011, IV 
2009/218).

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2011

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Sibylle Betschart

Entscheid vom 5. Oktober 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Werner Rufi, Schmiedengasse 7, Postfach, 

4104 Oberwil BL,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ erlitt am 19. August 2004 einen Autounfall. Die die Notfallbehandlung 

vornehmende chirurgische Klinik des Spitals Wil diagnostizierte eine Sternumkontusion 

sowie eine Metacarpale-I-Kontusion links und äusserte den Verdacht auf ein HWS-

Schleudertrauma (IV-act. 6-14). Ein erster Unfall mit HWS-Distorsion hatte sich bereits 

am 23. Februar 1999 ereignet (vgl. UV-act. M 24).

A.b   Im Februar 2006 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schleudertrauma 

und Sternumkontusion zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. 

Sie beantragte Umschulung, Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit und 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 1). Ihr Hausarzt Dr. med. B.___, Facharzt FMH für 

Allgemeinmedizin, berichtete der IV-Stelle am 4. Februar 2006 (IV-act. 6-1 bis 6-4) von 

einem HWS-Beschleunigungstrauma und einer HWS-Distorsion, Nacken-Kopfschmerz, 

Schwindel, Konzentrationsstörungen und verminderter Belastbarkeit. Seit dem Unfall 

vom 19. August 2004 sei die Versicherte voll arbeitsunfähig geschrieben. Ohne Zeit- 

und Leistungsdruck, ohne intellektuelle Belastung sowie ohne körperliche Belastung im 

Bereich des Nacken-Schultergürtels sei mindestens initial ein zeitlich reduziertes 

Pensum von maximal vier bis fünf Stunden täglich zumutbar. Im 

Arbeitgeberfragebogen vom 22. Februar 2006 (IV-act. 17) hielt die Firma C.___ fest, die 

Versicherte sei vom 1. August 2003 bis 30. April 2006 bei ihr als Gesundheitsberaterin 

und Masseurin mit einem Pensum von 75% angestellt gewesen, wobei der 19. August 

2004 der letzte effektive Arbeitstag gewesen sei.

A.c   Die IV-Stelle gab am 4. September 2006 (IV-act. 23) ein polydisziplinäres 

medizinisches Gutachten in Auftrag. Diesen Auftrag widerrief sie am 25. September 

2006 (IV-act. 24), nachdem sie erfahren hatte, dass die Unfallversicherung bei einem 

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anderen Begutachtungsinstitut bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Sie 

stellte der UV ihren Fragenkatalog zur Unterbreitung an die Gutachter zu (IV-act. 26).

A.d   Am 28. November 2006 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Ver-

sicherten durch. Die Abklärungsperson berücksichtigte, dass die Versicherte neben

ihrem 75%-Pensum bei der Firma C.___ selbständigerwerbend gewesen war, zudem 

Hauswarttätigkeit ausgeübt und eine berufsbegleitende Ausbildung absolviert hatte. 

Daher kam sie im Abklärungsbericht vom 29. November 2006 (IV-act. 34-4) zum 

Schluss, dass die Versicherte als Vollerwerbstätige einzustufen sei.

A.e   Am 1. März 2007 nahm die Versicherte bei der Klinik D.___ eine Tätigkeit als 

Stationshilfe auf, anfänglich mit einem Pensum von 25%, offenbar mit anschliessender 

sukzessiver Steigerung auf zuletzt vier Stunden täglich ab Ende Oktober 2008 (UV-

act. A 104; UV-act. A 102/D).

A.f    Die Academy of Swiss Insurance Medicine des Universitätsspitals Basel (asim) 

untersuchte die Versicherte im Juni 2007 internistisch, rheumatologisch, neurologisch, 

neuropsychologisch und psychiatrisch. Im Gutachten vom 31. Dezember 2007 (UV-act. 

M 24) werden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit folgende Hauptdiagnosen genannt: 

panvertebrales Schmerzsyndrom, chronisches Zervikozephalsyndrom und nicht genau 

quantifizierbare, maximal leichte neuropsychologische Funktionsstörungen. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden vor allem eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung und eine Panikstörung. Für körperlich leichte, optimal adaptierte 

Tätigkeiten bestehe eine mindestens 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Infolge der geplanten 

Rekonditionierung sollte es innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate möglich sein, 

eine Arbeitsfähigkeit von 70% für leichte Tätigkeiten zu erreichen. Eine 

Resteinschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich schmerzbedingt.

A.g   Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

würdigte das asim-Gutachten und hielt am 18. Februar 2009 (IV-act. 53-3) fest, es sei 

zwar umfassend, berücksichtige aber die aktuelle Rechtsprechung zu Fibromyalgie und 

Dekonditionierung nicht. Das generalisierte Schmerzsyndrom bzw. die Fibromyalgie 

der Versicherten hätten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, weil keine Kriterien 

vorlägen, die eine willentliche Schmerzüberwindung und einen Wiedereinstig in den 

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Arbeitsprozess unzumutbar machen würden. Eine schmerzbedingte 

Resteinschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Weitere medizinische 

Abklärungen seien nicht angezeigt.

A.h   Am 18. März 2009 (UV-act. A 109) verfügte die Unfallversicherung die 

Leistungseinstellung rückwirkend per 31. Oktober 2008. Sie beurteilte das asim-

Gutachten als nicht schlüssig und verneinte sowohl das Vorliegen des natürlichen als 

auch des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 19. August 

2004 und den geklagten Beschwerden.

A.i     Mit Verfügung vom 18. März 2009 (IV-act. 58) verneinte die IV-Stelle einen 

Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen. Solche seien nicht notwendig, 

weil die Versicherte angemessen eingegliedert sei. Mit Vorbescheid selben Datums (IV-

act. 60) stellte die IV-Stelle zudem die Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. 

Der Versicherten sei eine volle Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zumutbar. 

Dagegen erhob Advokat lic. iur. Werner Rufi in Vertretung der Versicherten am 5. Mai 

2009 Einwände (IV-act. 61). Er beantragte die Zusprache einer angemessenen Rente 

ab September 2005. Für die umfassende Beurteilung der diversen gesundheitlichen 

Beschwerden sei durch ausgewiesene Fachexperten ein Fachgutachten zu erstellen. Er 

reichte mehrere ärztliche Berichte ein (IV-act. 63). Nach Einholung einer erneuten 

Stellungnahme des RAD (IV-act. 64) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Mai 

2009 einen Anspruch auf eine Invalidenrente (IV-act. 65).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Rechtsvertreter der Versicherten am 

15. Juni 2009 erhobene Beschwerde. Er beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung. Der Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin sei ab August 2005 neu auf mindestens 40% festzusetzen. 

Eventualiter sei für eine umfassende Beurteilung der diversen gesundheitlichen 

Beschwerden ein Fachgutachten zu erstellen. Die Validität des asim-Gutachtens werde 

bestritten. Einerseits sei es nicht mehr aktuell, andererseits seien nicht sämtliche 

Symptome der Beschwerdeführerin einlässlich untersucht worden. So sei über 

Ohrensausen/Tinnitus und den Schwindel nicht berichtet worden. Entgegen der 

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Ansicht der Beschwerdegegnerin entspreche das gesamte Beschwerdebild nicht der 

Diagnose der somatoformen Schmerzstörung. Selbst wenn von einer derartigen 

Erkrankung auszugehen wäre, wäre der Beschwerdeführerin die Überwindung der 

Schmerzen nicht zumutbar. Der Rechtsvertreter beantragte im Weiteren eine 

Fristerstreckung zur Einreichung weiterer medizinischer Unterlagen. Die 

Beschwerdeführerin sei zudem von ihrer Hausärztin, Dr. med. E.___, an Prof. Dr. med. 

F.___, Reha Rheinfelden, zur Standortbeurteilung überwiesen worden (act. G 1).

B.b   Innert erstreckter Frist ersuchte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 

17. August 2009 um Sistierung des Verfahrens bis Ende 2009. Der Termin für die 

Standortbestimmung in der Reha Rheinfelden finde erst im Oktober 2009 statt. Zudem 

würden am Universitätsspital Basel ab anfangs September 2009 zusätzliche 

Abklärungen zu Schwindel und Tinnitus vorgenommen (act. G 5). Der zuständige 

Verfahrensleiter sistierte das Verfahren bis 31. Januar 2010 (act. G 7). Auf Antrag 

(act. G 8) wurde die Sistierung bis 30. Juni 2010 verlängert (act. G 9). Mit Eingabe vom 

30. Juni 2010 liess die Beschwerdeführerin geltend machen, es habe sich gezeigt, dass 

das ursprünglich angestrebte Arbeitspensum von 50% als zu hoch einzustufen sei. Die 

körperliche Belastung der Beschwerdeführerin in der aktuellen Arbeitstätigkeit sei zu 

hoch gewesen. Sie habe am 9. März 2010 bei der Arbeit einen körperlichen 

Zusammenbruch erlitten und sei während mehrerer Wochen ganz arbeitsunfähig 

gewesen. Im Juni 2010 habe sie bei der Klinik D.___ mit einem Pensum von 30% einen 

neuen Arbeitsversuch begonnen. Zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung wurde 

eine Nachfrist beantragt (act. G 11). Der Eingabe beigelegt wurde insbesondere ein 

Schreiben von Dr. E.___ vom 23. März 2010, wonach sich der Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin in den Tagen zuvor bedenklich verschlechtert habe (act. G 11.1), 

sowie ein Schreiben von Dr. E.___ vom 15. April 2010, das von einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit berichtete (act. G 11.2).

B.c   In der Beschwerdeergänzung vom 30. November 2010 wiederholte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die in der Beschwerde gestellten 

Rechtsbegehren. Die Beschwerdeführerin habe bis zu einem psycho-physischen 

Zusammenbruch im März 2010 mit einem Pensum von 50% in der Klinik D.___ 

gearbeitet. In der Folge sei sie voll arbeitsunfähig gewesen und habe erst am 7. Juni 

2010 ihre Arbeit an vier Tagen wöchentlich während 3.5 Stunden täglich 

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wiederaufnehmen können. Aufgrund eines Vorfalls vom 30. August 2010 (plötzlicher 

starker Schmerz im Nacken und Rückenbereich) habe sich die bestehende Problematik 

noch verstärkt. Die bisherige Leistungsfähigkeit von 30% sei nochmals reduziert. Im 

Bericht der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Basel vom 9. Dezember 

2010 werde ein posttraumatischer episodischer Schwindel und Tinnitus diagnostiziert. 

Im Oktober 2009 sei in der Reha Rheinfelden ein Therapieplan erarbeitet worden. Der 

Rechtsvertreter wiederholt, dass das asim-Gutachten vom 31. Dezember 2007 nicht 

Grundlage einer Rentenverfügung bilden könne. Es sei nicht mehr aktuell. Der Zustand 

der Beschwerdeführerin habe sich seit der Begutachtung erheblich verschlechtert. 

Zudem seien nicht sämtliche Beschwerden der Beschwerdeführerin diskutiert worden. 

Sollte das Gericht von einer Fibromyalgie resp. somatoformen Schmerzstörung 

ausgehen, müsse deren Überwindung als nicht zumutbar gelten (act. G 21). Im 

beigelegten Bericht vom 21. September 2010 hielt Dr. E.___ unter anderem fest, nach 

Wiederaufnahme der körperlichen Arbeit im Juni 2010 habe sich eine deutliche 

Verschlechterung der Symptomatik gezeigt (act. G 21.1). Dr. G.___ schliesst im Bericht 

vom 16. Oktober 2009 unter Hinweis auf die anamnestischen Angaben, die 

Beschwerdeschilderung und die klinischen Symptomatologie auf eine Chronifizierung, 

wobei auch eine somatoforme Komponente nicht auszuschliessen sei. Er zog zudem 

eine Analgetika-induzierte Kopfschmerzkomponente in Erwägung (act. G 21.4). Im 

Bericht der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Basel vom 9. Dezember 

2009 findet sich neben der Diagnose eines posttraumatischen episodischen 

Schwindels und Tinnitus die Differentialdiagnose Otolithenfunktionsstörung, induziert 

durch zervikales Beschleunigungstrauma, und benigner paroxysmaler 

Lagerungsschwindel (act. G 21.3).

B.d   Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. Januar 

2011 die Abweisung der Beschwerde. Die nachträglich eingereichten Arztberichte 

seien nach Erlass der angefochtenen Verfügung datiert. Aus dem Bericht des 

Universitätsspitals Basel vom 9. Dezember 2009 lasse sich aufgrund des Schwindels 

und des Tinnitus keine Arbeitsunfähigkeit ableiten. Des Weiteren sei der Schwindel den 

asim-Gutachtern bereits bekannt gewesen und sie hätten diesen in der Beurteilung 

berücksichtigen können. Die in der Reha Rheinfelden angegebenen Beschwerden 

seien ebenfalls grösstenteils identisch mit der Beurteilung der asim. Insgesamt zeigten 

die Berichte keine Veränderung des Gesundheitszustands auf. Der gemäss den 

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Angaben von Dr. E.___ erlittene Zusammenbruch sei im März 2010 erfolgt. Dies könne 

im vorliegenden Verfahren nicht mehr berücksichtigt werden, da nur der Sachverhalt 

bis zum Verfügungserlass relevant sei. Allerdings bestehe die Möglichkeit, die Berichte 

im Sinn eines Revisionsgesuchs entgegenzunehmen und die geltend gemachte 

Verschlechterung des Gesundheitszustands im Revisionsverfahren zu prüfen. Die 

eingereichten Berichte vermöchten die asim-Beurteilung nicht umzustossen. Nach den 

vorhandenen medizinischen Unterlagen könne von einer willentlichen 

Schmerzüberwindung ausgegangen werden (act. G 23).

B.e   In der Replik vom 30. Juni 2011 lässt die Beschwerdeführerin an den Anträgen 

gemäss Beschwerde festhalten. Die im Rahmen der Haushaltabklärung im November 

2006 von der Abklärungsperson vorgenommene Einstufung der Beschwerdeführerin 

als Vollerwerbstätige in dieser Phase sei unzutreffend. Dabei könne auf die 

aktenkundigen ärztlichen Unterlagen abgestellt werden. Wegen der oft langen Dauer 

des kantonalen Gerichtsverfahrens könne in besonderen Fällen die nachträgliche 

Abklärung des massgebenden Sachverhalts Schwierigkeiten mit sich bringen. Aus 

prozessökonomischen Gründen seien die nachträglich eingereichten Berichte im 

Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen. Sollte dies nicht erfolgen, so sei die 

Beschwerdegegnerin mittels Rückweisung anzuweisen, die rechtserhebliche Sachlage 

zufriedenstellend abzuklären. Im Weiteren wehrt sich der Rechtsvertreter dagegen, 

dass die nachträglich eingereichten Berichte als Revisionsgesuch entgegen genommen 

werden sollten. In diesem Zusammenhang verweist er auf Art. 53 Abs. 1 ATSG. Nach 

Hinweisen auf die Grundsätze der freien Beweiswürdigung und auf die Beweiskraft von 

Arztberichten und Gutachten stellt sich der Rechtsvertreter auf den Standpunkt, die 

nachträglich eingereichten Berichte vermöchten die asim-Beurteilung umzustossen. 

Erneut betont er seine Auffassung, wonach eine willentliche Schmerzüberwindung der 

Beschwerdeführerin unzumutbar sei. Seit dem schweren Unfall vom August 2004 seien 

die Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter 

Behandlungsbemühungen unbefriedigend geblieben und hätten sich noch 

verschlechtert. Chronische körperliche Begleiterkrankungen seien im Weiteren nicht 

von der Hand zu weisen: Seit dem Unfall leide die Beschwerdeführerin an Schmerzen 

im Bereich der Wirbelsäulenmuskulatur und am Residualzustand. Täglich nehme die 

Beschwerdeführerin die Höchstdosis NSAR zur Schmerzbekämpfung. Der 

Krankheitsverlauf sei mehrjährig bei relativ unveränderter Symptomatik sowie ohne 

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längerfristige Remission. Aufgrund der starken Schmerzen lebe die Beschwerdeführerin 

sehr zurückgezogen in vielen Belangen des Lebens. Ebenso sei in den entsprechenden 

ärztlichen Berichten auch der primäre Krankheitsgewinn erstellt. Zusammenfassend 

stehe der Beschwerdeführerin ab August 2005 eine angemessene Invalidenrente zu 

(act. G 36).

B.f    Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. August 2011 auf weitere 

Ausführungen (act. G 37).

Erwägungen:

1.      

Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 

2008 ergangen ist. Grundsätzlich sind für die Zeit bis 31. Dezember 2007 die damals 

geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 2008 die neuen Normen der 5. IV-Revision 

anzuwenden (BGE 132 V 215 E. 3.1.1; vgl. auch Urteil 8C_520/2010 vom 9. Juli 2010, 

E. 2). Die 5. IV-Revision hat hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität 

keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen 

Rechtslage gebracht. Neu normiert wurde demgegenüber der Zeitpunkt des 

Rentenbeginns, der, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben 

sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; 

SR 831.20]), gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 6 Monate nach Geltendmachung 

des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) entsteht. Da ein 

allfälliger Rentenanspruch im vorliegenden Fall möglicherweise auf einen Zeitpunkt vor 

dem 1. Januar 2008 festzusetzen wäre (Unfall im August 2004, IV-Anmeldung im 

Januar 2006), wirkt sich diese Neuerung auf den hier zu prüfenden Fall jedoch nicht 

aus (vgl. Urteil 8C_373/08 des Bundesgerichts vom 28. August 2008, E. 2.1 mit 

Hinweis).

2.     

2.1    Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

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Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte 

und nach zumut-barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen 

Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

2.2    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.        

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3.1    Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin schliesst aus den nachträglich 

eingereichten Berichten von Dr. E.___ vom 23. März 2010, 15. April 2010 und 

21. September 2010 sowie dem Bericht der Reha Rheinfelden vom 16. Oktober 2009 

und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Basel vom 9. Dezember 2009, 

dass die angefochtene Verfügung vom 14. Mai 2009 rechtsfehlerhaft gewesen sei. 

Soweit er die Beschwerdegegnerin für ihre Bereitschaft kritisiert, diese Berichte als 

"Revisionsgesuch" (vgl. act. G 23) entgegenzunehmen, verkennt er, dass nicht etwa 

eine prozessuale Revision gemäss dem von ihm zitierten Art. 53 Abs. 1 ATSG im Raum 

steht, sondern die Beschwerdegegnerin offensichtlich an die Revision im Sinn von Art. 

17 ATSG (Anpassung wegen Sachverhaltsveränderung) dachte. Da in der 

angefochtenen Verfügung eine Invalidenrente verweigert wurde, könnten die Berichte 

hingegen kein Revisionsgesuch, sondern lediglich eine Neuanmeldung darstellen. Die 

Hürde der Glaubhaftmachung der Sachverhaltsveränderung gemäss Art. 87 Abs. 3 IVV 

besteht aufgrund des Verweises in Art. 87 Abs. 4 IVV jedoch ebenso.

3.2    Der Beschwerdegegnerin ist zuzustimmen, dass zur Beurteilung, ob die 

Verfügung vom 14. Mai 2009 rechtmässig ist, nur der Sachverhalt relevant sein kann, 

wie er sich bis zu ihrem Erlass zugetragen hat (BGE 121 V 362 E. 1b; bestätigt u.a. in 

BGE 129 V 1 E. 1.2; 167 E. 1). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind soweit 

zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang 

stehen und geeignet sind, die Beurteilung bezogen auf jenen Zeitpunkt zu beeinflussen 

(siehe auch den Bundesgerichtsentscheid 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011, E. 5.5). Die 

nach Verfügungserlass erstellten Berichte können im vorliegenden Verfahren folglich 

nur unter diesen Voraussetzungen Beachtung finden.

4.      

4.1    Dr. med. H.___, Fachärztin FMH für Neurologie, untersuchte die 

Beschwerdeführerin am 20. Dezember 2005 und hielt in einem Bericht vom selben Tag 

(IV-act. 6-8) fest, klinisch-neurologisch habe sie abgesehen von einer Einschränkung 

der HWS-Beweglichkeit keinen pathologischen Befund erheben können und sie glaube 

nicht, dass es zu wesentlichen organischen Unfallfolgen gekommen sei. Die aktuell 

beklagten Beschwerden resp. die fehlende Besserung führte sie zu einem wesentlichen 

Teil auf psychosoziale Folgen des Unfalls zurück. Einerseits scheine die 

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Beschwerdeführerin den Unfall noch nicht vollständig verarbeitet zu haben, 

andererseits bestünden mittlerweile auch erhebliche Probleme im sozialen Umfeld mit 

Inakzeptanz und drohendem Verlust des Arbeitsplatzes. Eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung gab Dr. H.___ nicht ab.

4.2    Die Beschwerdeführerin war vom Unfallzeitpunkt an von ihrem Hausarzt Dr. B.___ 

bis zur Erstattung des ersten IV-Arztberichts vom 4. Februar 2006 durchgehend voll 

arbeitsunfähig geschrieben worden. Auf die Frage, wie sich die gesundheitliche 

Störung bei der bisherigen Tätigkeit auswirke, gab er "verminderte Konzentration, 

verliert bereits in kurzem Gespräch den 'Faden' " an. Der Patientin sei die bisherige 

Tätigkeit noch zumutbar, den Kunden nicht. Die Leistungsfähigkeit sei "gegen 100%" 

vermindert. Eine Tätigkeit ohne Zeit- und Leistungsdruck und ohne intellektuelle 

Belastung sowie ohne körperliche Belastung im Bereich des Nackens und 

Schultergürtels sei mit mindestens initial zeitlich reduziertem Pensum von maximal vier 

bis fünf Stunden täglich möglich. Diese Ausführungen sind nicht hinreichend 

verständlich. Dr. B.___ begründet nicht, weshalb (und in welchem Ausmass) die 

angestammte Tätigkeit als Masseurin und Gesundheitsberaterin der 

Beschwerdeführerin zwar noch möglich sein, sie den Kunden aber nicht mehr 

zumutbar sein soll. Betrachtet er die Leistungsfähigkeit wie angegeben als fast 

vollständig aufgehoben, so ist nicht einsichtig, weshalb ihr die angestammte Tätigkeit 

noch zumutbar sein soll. Bei vollständig aufgehobener Leistungsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit wäre nicht hinreichend erklärt, weshalb eine adaptierte 

Tätigkeit doch noch im Ausmass von ca. 50% zumutbar sein sollte; immerhin ist 

anzunehmen, dass auch die angestammte Tätigkeit insbesondere als 

Gesundheitsberaterin und Masseurin Elemente enthält, die den von Dr. B.___ 

genannten Anforderungen an eine adaptierte Tätigkeit entsprechen würden. Den nicht 

begründeten Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin fehlt es insgesamt 

an Beweiskraft.

4.3    Im Rahmen der asim-Begutachtung berichtete die Beschwerdeführerin, sie leide 

nach wie vor unter Nackenschmerzen, die in beide Schulterblätter ausstrahlten, oft 

unter Kopfschmerzen, Schwindel, auch Anfällen von Gangunsicherheit und einer Art 

Ohnmachtsanfällen sowie Ohrensausen (S. 10). Die rheumatologischen Teilgutachter 

bescheinigten einem panvertebralen Schmerzsyndrom Auswirkungen auf die 

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Arbeitsfähigkeit. Sie äusserten den Verdacht auf eine Schmerzverarbeitungsstörung bei 

Fibromyalgiesymptomatik. Sie erwähnten eine funktionelle und vegetative 

Begleitsymptomatik, eine ligamentäre Hypermobilität und eine leichte Skoliose der 

BWS und LWS (S. 12). Die bis zum Unfall ausgeführte Arbeit als Kundenbetreuerin und 

Masseurin sei körperlich anstrengend und könne nicht mehr durchgeführt werden. Dies 

hätten auch zahlreiche Arbeitsversuche bestätigt. Für körperlich leichte Tätigkeiten 

attestierten die rheumatologischen Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 

50%, wobei Arbeiten in Zwangshaltungen ohne die Möglichkeit des häufigen 

Positionswechsels und häufiger Pausen ebenso zu vermeiden seien wie 

Überkopfarbeiten oder solche mit dauerhaft über die Horizontale angehobenen Armen. 

Auch häufiges Bücken oder repetitives Heben von Lasten über 5 kg bis Bauchhöhe 

und über 2 kg bis Brusthöhe seien zu vermeiden (S. 14). Die begutachtenden 

Neurologen nannten insbesondere die Diagnose chronisches Zervikozephalsyndrom. 

Klinisch konnten sie keine objektivierbaren neurologischen Ausfälle erheben. Aus rein 

neurologischer Sicht wurde eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20% 

"schmerzbedingt" attestiert (S. 16). Die beigezogenen Neuropsychologinnen konnten 

insgesamt keine hinreichend validen Untersuchungsergebnisse erheben, sodass sie zur 

Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit auf den interdisziplinären Konsens verwiesen 

(S. 21). Die begutachtenden Psychiater diagnostizierten eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung und eine Panikstörung, billigten beiden Diagnosen jedoch keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (S. 21 f.). In der zusammenfassenden Beurteilung 

der Experten der verschiedenen Fachrichtungen wurde das so genannt "typische 

Beschwerdebild" nach Schleudertrauma als erfüllt bezeichnet. Zudem könne eine 

Fibromyalgiesymptomatik im Sinn einer Schmerzgeneralisierung objektiviert werden. 

Diese sei, zusammen mit der myostatischen Dysbalance und Dekonditionierung, 

massgebend für das Beschwerdebild. Weiter verwiesen sie auf das chronische 

Zervikozephalsyndrom. Die Arbeitsfähigkeit wurde interdisziplinär auf mindestens 50% 

für körperlich leichte Tätigkeiten in der Grössenordnung von 2x2 Stunden täglich 

festgelegt. Infolge der geplanten Rekonditionierung sollte es innerhalb der nächsten 

drei bis sechs Monate möglich sein, eine Arbeitsfähigkeit von 70% für leichte 

Tätigkeiten zu erreichen. Die Resteinschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich 

schmerzbedingt (S. 24 f.).

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4.4    Die Ausführungen im asim-Gutachten erscheinen grundsätzlich plausibel. Die 

Schlussfolgerungen der Gutachter beruhen auf umfassenden Untersuchungen in den 

relevanten Sachgebieten. Eine eingehende Anamneseerhebung und eine 

Berücksichtigung der Vorakten fanden statt. Wie zuvor die behandelnden Ärzte fanden 

auch die Gutachter keine objektivierbare organische Erklärung für die geklagten 

Beschwerden. Aus den vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im 

Beschwerdeverfahren eingereichten medizinischen Unterlagen ergeben sich keine 

konkreten Hinweise auf Erkenntnisse, die den asim-Gutachtern verborgen geblieben 

wären, bzw. auf Tatsachen, die sie übersehen hätten.

4.4.1           Dem Bericht der Reha Rheinfelden vom 16. Oktober 2009 (act. G 21.4) 

lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit zweieinhalb Jahren mit 

Pensum von 50% bei der Klinik D.___ als Stationshilfe angestellt sei und zusätzlich auf 

privater Ebene einer Betreuungsaufgabe mit Pensum von 5-10% nachgehe. Ab dem 

13. Oktober 2009 sei eine Ausbildung als Pflegehilfe geplant. Eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung enthält der Bericht nicht. Er lässt jedenfalls den 

Rückschluss nicht zu, dass die asim-Beurteilung zu optimistisch gewesen wäre.

4.4.2           Die Ärzte der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Basel 

nannten im ebenfalls nach Verfügungserlass datierenden Bericht vom 9. Dezember 

2009 (act. G 21.3) die Diagnosen posttraumatischer episodischer Schwindel und 

Tinnitus sowie die Differentialdiagnose Otolithenfunktionsstörung, induziert durch 

zervikales Beschleunigungstrauma, benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel. Im 

Bericht werden die Angaben der Beschwerdeführerin wiedergegeben. Danach leidet sie 

seit dem Unfall vom August 2004 unter einem rezidivierenden, leisen, kurz dauernden, 

hochfrequenten Tinnitus, vor allem linksseitig, der aber "in letzter Zeit" deutlich 

abgenommen habe. Seit der gleichen Zeit komme auch praktisch täglich ein Minuten 

bis Stunden dauerndes "Trümmeligkeitsgefühl" vor. Dieses habe unter den bisherigen 

Therapien abgenommen, sei jedoch in den drei Wochen zuvor wieder vermehrt 

aufgetreten. Die Schwindelbeschwerden wurden bereits im asim-Gutachten 

berücksichtigt. Eine allfällig anhaltende Verschlimmerung in den drei Wochen vor der 

Erstattung des Berichts vom 9. Dezember 2009 fällt nicht in den im vorliegenden 

Verfahren relevanten Zeitraum. Konkrete Hinweise dafür, dass die asim-Gutachter den 

von der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Universitätsspitals Basel erwähnten 

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Beschwerden zu wenig Beachtung geschenkt hätten, liegen nicht vor. Übrigens hatte 

die Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten der Reha Rheinfelden gemäss Bericht 

vom 16. Oktober 2009 angegeben, Schwindel trete selten auf und der initial 

vorhandene linksbetonte Tinnitus sei inzwischen abgeklungen.

4.4.3          Was die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mehrfach erwähnten 

Berichte von Dr. E.___ betrifft, so ist festzuhalten, dass die Allgemeinmedizinerin in den 

Berichten vom 23. März und 15. April 2010 (act. G 11.1, 11.2) lediglich auf eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin ab März 2010 und 

damit über ein Dreivierteljahr nach Verfügungserlass hinweist. Im Bericht vom 

21. September 2010 (act. G 21.1) wird zudem ein Vorfall vom 30. August 2010 erwähnt, 

der zusätzliche Schmerzen ausgelöst habe. Eine rückwirkende Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit gibt Dr. E.___ nicht ab. Im Übrigen stützt sie sich offensichtlich 

ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab und nennt 

keine objektivierten Befunde, die rückblickend Zweifel an der Zuverlässigkeit der 

Einschätzung der asim-Gutachter aufkommen lassen würden.

4.5   

4.5.1           In der angefochtenen Verfügung stellt sich die Beschwerdegegnerin auf 

den Standpunkt, das asim-Gutachten sei zwar umfassend, berücksichtige die aktuelle 

Rechtsprechung zur Fibromyalgie und Dekonditionierung aber nicht. Sie verweist auf 

die in BGE 132 V 352 begründete Praxis, wonach eine anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung als solche in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität 

führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermag. Ein Abweichen von 

diesem Grundsatz fällt nach jener seither konsequent fortgeführten Rechtsprechung 

nur in Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach 

Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten 

Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei 

objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die 

Gesellschaft gar untragbar ist. Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – 

Unzumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in 

den Arbeitsprozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch 

ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und 

Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So sprechen unter Umständen chronische 

körperliche Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter 

oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, ein ausgewiesener 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht 

mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber 

entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) oder schliesslich 

unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter 

und/oder stationärer Behandlungsbemühungen (auch mit unterschiedlichem 

therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei 

vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der versicherten Person für die 

ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung (m.w.H. 

E. 2.2.3; siehe auch BGE 137 V 199 E. 2.2). In BGE 132 V 65 hat das damalige Eidg. 

Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2008: sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts) festgehalten, dass die Fibromyalgie zahlreiche mit den somatoformen 

Schmerzstörungen gemeinsame Aspekte aufweise, sodass es sich beim aktuellen 

Kenntnisstand aus juristischer Sicht rechtfertige, die von der Rechtsprechung im 

Bereich der somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze bei der 

Würdigung des invalidisierenden Charakters einer Fibromyalgie analog anzuwenden 

(E. 4).

4.5.2           Das asim-Gutachten wurde am 31. Dezember 2007 fertiggestellt. BGE 130 

V 352 erging am 12. März 2004, BGE 132 V 65 am 8. Februar 2006. Ab dem Jahr 2004 

wurde die sog. Überwindbarkeitspraxis in der juristischen wie medizinischen Lehre 

eingehend diskutiert. Auch die kontinuierlich erfolgte explizite Ausdehnung dieser 

Praxis auf vergleichbare pathogenetisch (ätiologisch) unklare syndromale Zustände 

(vgl. mit Hinweisen auf Urteile betreffend Chronic Fatigue Syndrom, Neurasthenie, 

dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen sowie Bewegungsstörungen 

BGE 136 V 279 E. 3.2.1 und betreffend nichtorganische Hypersomnie BGE 137 V 64) 

fand in der Lehre Beachtung. Vor diesem Hintergrund ist nicht leichtfertig anzunehmen, 

dass die erfahrenen Gutachter der asim, einer MEDAS, bei der Erstellung des 

Gutachtens über die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 keine Kenntnis von dieser 

Entwicklung gehabt haben. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann daher 

nicht ohne weiteres angenommen werden, die Gutachter hätten keine Beurteilung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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darüber vorgenommen, ob die von der Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen bei 

der ihr objektiv zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien. Festgehalten 

werden kann bei der vorliegenden Aktenlage lediglich, dass eine Beurteilung der 

Zumutbarkeit der Schmerzüberwindung nicht klar erkennbar ist. Ein Hinweis darauf, 

dass eine solche implizit dennoch erfolgt ist, könnte etwa darin liegen, dass der 

diagnostizierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung kein Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit zugebilligt wurde. Nicht auszuschliessen ist, dass die 

Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht trotz der mangelnden 

Objektivierbarkeit der Schmerzen diese nur teilweise und nicht vollständig überwinden 

kann. Auch bei der festgestellten Fibromyalgiesymptomatik ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, dass der Beschwerdeführerin selbst bei Aufbietung allen guten 

Willens nur eine teilweise Überwindung der subjektiv empfundenen Schmerzen gelingt. 

Auch betreffend das panvertebrale Schmerzsyndrom und das Zervikozephalsyndrom 

wäre diesbezüglich eine Stellungnahme der begutachtenden Mediziner angezeigt. 

Indem die Beschwerdegegnerin eine entsprechende Rückfrage bei den Gutachtern des 

asim unterlassen hat, hat sie die ihr obliegende Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) verletzt.

4.6    Bei diesem Sachverhalt rechtfertigt es sich, die Sache zur weiteren Abklärung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie wird selbst zu entscheiden haben, ob 

eine Rückfrage bei der asim betreffend Beachtung der Überwindbarkeitspraxis 

ausreicht oder ob – auch in Berücksichtigung der Tatsache, dass seit der 

Begutachtung offenbar gesundheitliche Veränderungen eingetreten sind – eine 

Verlaufsbegutachtung angezeigt ist. Auch im Nachgang zu BGE 137 V 210 ist die 

Veranlassung eines Gerichtsgutachtens beim vorliegenden Sachverhalt nicht 

angezeigt. Einerseits lässt sich der relevante Sachverhalt möglicherweise bereits durch 

eine einfache Rückfrage bei den Gutachtern hinreichend erheben (vgl. BGE 137 V 210). 

Andererseits liess die Beschwerdeführerin in der Replik selbst die Rückweisung an die 

Verwaltung beantragen für den Fall, dass ein materieller Entscheid in der Sache vom 

Gericht als nicht möglich erachtet würde. Ihr ist also nicht an der Veranlassung eines 

Gerichtsgutachtens gelegen.

5.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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5.1    Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die angefochtene Verfügung 

aufzuheben und die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Sache ist an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der Erwägungen weitere 

Abklärungen vornehme und anschliessend über den Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin erneut verfüge.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat 

deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der 

Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr 

zurückzuerstatten.

5.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung und 

dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

14. Mai 2009 aufgehoben und die Sache im Sinn der Erwägungen zur weiteren 

Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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3.       Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2011
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Untersuchungsgrundsatz. Würdigung von medizinischen Berichten und eines MEDAS-Gutachtens. Vermutet die Verwaltung, dass die Gutachter in einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten der versicherten Person eine Arbeitsunfähigkeit attestierten, ohne die Frage zu prüfen, ob diese bei zumutbarer Willensanstrengung überwindbar wäre, so haben diesbezüglich weitere Abklärungen (etwa eine entsprechende Rückfrage bei den Gutachtern) zu erfolgen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2011, IV 2009/218).

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