# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86b1699a-195f-54c2-89c0-08cf5ca9b7d6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.10.2011 E-135/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-135-2008_2011-10-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­135/2008

U r t e i l   v om   4 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Hans 
Schürch, Richterin Muriel Beck Kadima,   
Gerichtsschreiber Tobias Meyer.

Parteien A._______, geboren (…), Kosovo,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. 
Dezember 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer,  ein  ethnischer Albaner  aus B._______,  Kosovo, 
mit serbischer Staatsangehörigkeit sowie im Besitz von durch die UNMIK 
(United Nations  Interim Administration Mission  in Kosovo)  ausgestellten 
Dokumenten, verliess den Kosovo (damals noch Serbien) am 29. Oktober 
2007 und gelangte über ihm unbekannte Länder am 1. November 2007 in 
die Schweiz.

B. 
Am  7. November  2007  wurde  er  von  der  Kantonspolizei  (…)  wegen 
Verstössen  gegen  die  Ausländergesetzgebung  verhaftet  und  am 
10. November  2007  in  das  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (…) 
überstellt, wo er am gleichen Tag ein Asylgesuch stellte.

Zur Begründung seines Gesuchs brachte er in den Befragungen vom 20. 
November  2007  und  29.  November  2007  im  Wesentlichen  vor,  er  sei 
während  seiner  Tätigkeit  als  verantwortlicher  Leiter  einer  (…)  in 
C._______  im  April  2006  von  zwei  Unbekannten  auf  der  Strasse 
angehalten  worden,  die  von  ihm  die  Übergabe  der  Einnahmen  der 
Cafeteria  verlangt  hätten.  Die  zwei  Personen  hätten  ihn  mit  dem  Tod 
bedroht, wenn er  ihnen nicht bei nächster Gelegenheit das Geld bringe. 
Diesen Vorfall  habe  er  aus Angst  nicht  der Polizei  gemeldet. Daraufhin 
habe er C._______ verlassen und sei  in sein Heimatdorf zurückgekehrt. 
Dort  sei  er  Mitte  Oktober  2007  auf  einem  Spaziergang  von  drei 
maskierten  und  bewaffneten  Unbekannten  angehalten  worden,  die 
offenbar  Mitglieder  der  Albanischen  Volksarmee  (AKSh;  Armata 
Kombëtare Shqiptare) gewesen seien. Diese hätten ihn aufgefordert, sich 
ihrem  bewaffneten  Kampf  für  die  Unabhängigkeit  Kosovos 
anzuschliessen. Als er sich nicht kooperativ gezeigt habe, hätten sie  ihn 
mit  dem  Tod  bedroht,  aber  eingewilligt,  ihm  zwei  Tage  Bedenkzeit  zu 
geben. Auch diesen Vorfall habe er nicht der Polizei gemeldet. Drei Tage 
später  habe er  sein Heimatdorf  verlassen und  sei  nach wenigen Tagen 
Aufenthalt bei seinem Onkel in D._______ aus Serbien ausgereist.

C. 
Mit  Verfügung  vom  13. Dezember  2007  –  dem  Beschwerdeführer 
gleichentags eröffnet – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle 
die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus 
der  Schweiz  weg  und  beauftragte  den  zuständigen  Kanton  mit  dem 
Vollzug der Wegweisung.

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Zur  Begründung  führte  das  BFM  im Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  seien  nicht  asylrelevant,  da  es  sich  um 
Verfolgung  von  privaten  Personen  gehandelt  habe  und  der  Staat, 
respektive  die  im  Kosovo  tätigen  internationalen  Organisationen  ihrer 
Schutzpflicht nachkämen.

D. 
Mit  Eingabe  vom  8. Januar  2008  (Poststempel)  reichte  der 
Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen 
die  Verfügung  des  BFM  ein  und  beantragte,  die  Verfügung  sei 
aufzuheben  und  ihm  sei  Asyl  zu  gewähren.  Sinngemäss  beantragte  er 
zudem eventualiter die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme.

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege und Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses.

In seiner Beschwerdeschrift  führte er aus,  im Kosovo existiere entgegen 
den  Annahmen  der  Vorinstanz  keine  rechtsstaatliche  Ordnung,  die  ihm 
Schutz  gewähren würde.  Da  die  Statusfrage  des  Kosovo  ungeklärt  sei, 
nähmen die Spannungen  laufend zu. Gruppierungen wie die Albanische 
Volksarmee  verstärkten  vor  diesem  Hintergrund  ihre 
Rekrutierungsbemühungen  und  betrachteten  Personen,  die  sich  ihnen 
nicht anschliessen wollten, als Feinde. Die Schutztruppen seien nicht  in 
der  Lage,  einzelnen  Bürgern  Schutz  zu  gewähren.  Es  stelle  sich  die 
Frage,  ob  im Kosovo überhaupt  effektive Strafverfolgungsbehörden  und 
Gerichte  vorhanden  seien,  die  rechtsstaatlichen  Ansprüchen  genügten 
oder  zumindest  den  Bewohnern  Schutz  gewährten.  Eine  Anzeige  der 
Vorfälle hätte  ihm deshalb keinen Nutzen gebracht, sondern  ihn nur der 
massiven  Gefahr  der  Rache  ausgesetzt.  Er  habe  Angst  vor  weiteren 
Rekrutierungsaktivitäten  der  Albanischen  Volksarmee  und  sei  an  Leib 
und Leben gefährdet, wenn er zurück müsse.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  14. Januar  2008  hiess  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut und verzichtete auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  wurde  die  Vorinstanz 
zur Vernehmlassung eingeladen.

F. 
Mit Eingabe vom 28. Januar 2008 nahm die Vorinstanz zur Beschwerde 

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Stellung  und  beantragte  Abweisung  der  Beschwerde,  da  diese  keine 
neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel  enthalte,  die  geeignet 
seien, eine Änderung ihres Standpunktes zu rechtfertigen.

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 5. Februar 2008 
zur Kenntnis gebracht.

G. 
Mit  Eingabe  vom  17. September  2010  erkundigte  sich  die  Fachstelle 
Migration des Kantons Glarus nach dem Stand des Verfahrens und bat 
um baldmöglichste Erledigung des Verfahrens.

Mit  Schreiben  vom  28. September  2010  teilte  die  zuständige 
Instruktionsrichtern  der  Fachstelle mit,  das  Verfahren  sei  nicht  prioritär, 
das  Gericht  sei  aber  bemüht,  alle  Verfahren  so  rasch  wie  möglich  zu 
behandeln.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates, vor dem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 
des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 

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Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 

4.1. Das BFM stützte seine ablehnende Verfügung darauf, dass es sich 
bei  den  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten 
Verfolgungshandlungen  um  Taten  von  Privaten  handle,  die  nur 
asylrelevant seien, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme 
oder nicht  in der Lage sei, Schutz zu gewähren. Das BFM  führte weiter 
aus, die nationalen und internationalen Schutzorgane im Kosovo seien in 
der Lage und willens, die Einwohner Kosovos zu schützen, sowohl gegen 
kriminelle  Personen  als  auch  gegen  Gruppen  wie  die  Albanische 

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Volksarmee. Der Beschwerdeführer habe es jedoch bezüglich beider von 
ihm geschilderten Vorfälle unterlassen, Anzeige zu erstatten.

4.2.  Der  Beschwerdeführer  führt  diesbezüglich  in  seiner 
Beschwerdeeingabe  aus,  im  Kosovo  existiere  keine  rechtsstaatliche 
Ordnung,  die  den Bürgern  Schutz  gewähren würde.  Die  internationalen 
Sicherheits­ und Justizorgane seien nicht  in der Lage, genügend Schutz 
für  die  ganze  Bevölkerung  zu  garantieren.  Eine  Anzeige  hätte  ihm 
deshalb nichts genützt, sondern ihn der Rache ausgesetzt.

5. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach  Prüfung  der  Akten  zum 
Schluss,  dass  das  BFM  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  im 
Zusammenhang mit den angeführten Übergriffen von privaten Dritten zu 
Recht und mit zutreffender Begründung als nicht asylrelevant erachtete.

5.1. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts gehen die 
für die Sicherheit  im Kosovo zuständigen nationalen und  internationalen 
Behörden  –  namentlich  UNMIK  (United  Nations  Interim  Administration 
Mission  in Kosovo),  EULEX  (European Union Rule  of  Law Mission)  die 
kosovarische  Polizei  (Kosovo  Police  Service)  und  die  multinationale 
militärische  Formation  (Kosovo  Force,  KFOR)  –  im  Rahmen  ihrer 
Möglichkeiten  systematisch  gegen  Bedrohungen  und  Übergriffe  Dritter 
vor.  Obwohl  die  Sicherheitslage  und  die  Umsetzung  des 
Rechtsstaatsprinzips  im Kosovo westeuropäischen Standards noch nicht 
zu  genügen  vermag,  ist  doch  festzuhalten,  dass  sich  die  Lage 
insbesondere  nach  der  Unabhängigkeit  Kosovos  im  Februar  2008 
verbessert  hat.  Insbesondere  die  kosovarische  Polizei  wird  als 
verhältnismässig  effektiv  beschrieben,  auch  wenn  es  ihr  an  Mitteln  zur 
Untersuchung  komplexer  Verbrechen  fehlt  (European  Commission, 
Kosovo 2010 Progress Report, 9. November 2010, S. 53 ff.; International 
Crisis  Group,  The  Rule  of  Law  in  Independent  Kosovo,  19. Mai  2010, 
S. 5 ff.).  Obwohl  das  Justizsystem  als  schwach  beschrieben  wird – 
Gründe  dafür  sind  vor  allem  die  zu  geringe  Anzahl  und  die  schlechte 
Entlohnung der Richter und Ankläger sowie die grosse Anzahl pendenter 
Fälle  –  ist  die  Situation  im  Bereich  des  Strafrechts  offenbar  weniger 
gravierend, so dass die Justiz in der Lage ist, Kriminalfälle zu behandeln 
(International  Crisis  Group,  The  Rule  of  Law  in  Independent  Kosovo, 
19. Mai 2010, S. 12). Insoweit kann zum heutigen Zeitpunkt entgegen der 
in der Beschwerdeschrift geäusserten Ansicht vom Schutzwillen und auch 

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von einer weitgehenden Schutzfähigkeit der im Kosovo tätigen nationalen 
und internationalen Sicherheitsbehörden ausgegangen werden.

5.2.  In  Bezug  auf  die  konkrete  Situation  des  Beschwerdeführers  ist 
zudem  festzustellen,  dass  dieser  nicht  im  überwiegend  von  Personen 
serbischer Ethnie bewohnten Norden Kosovos lebte und damit als Person 
albanischer  Ethnie  weder  national  noch  regional  einer  Minderheit 
angehört.  Damit  ist  er  auch  nicht  von  der  zweifellos  noch  immer 
vorhandenen Schlechterstellung und Diskriminierungen von Minderheiten 
betroffen.  Zudem dürften  seit  der Unabhängigkeit  des Kosovo  auch  die 
Rekrutierungstätigkeiten  von  Gruppen  wie  der  Albanischen  Volksarmee 
stark  zurückgegangen  sein,  womit  dem  Beschwerdeführer  von  dieser 
Seite von vornherein keine Gefahr mehr droht.

5.3.  Damit  hat  das  BFM  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des 
Beschwerdeführers  nicht  anerkannt  und  sein  Gesuch  um  Asyl 
abgewiesen.

6. 
Lehnt das BFM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 
Abs. 1  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine 
ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 
Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht 
angeordnet  (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21).

7. 

7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, 
SR 142.20]).

7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG). So darf  keine Person  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in 
ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 

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aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet  ist oder in dem sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951 
über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen 
Refoulementverbots nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft 
erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine 
asylrechtlich  relevante  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen,  findet  das  in  Art. 5  AsylG  und  Art. 33  FK  verankerte 
Refoulementverbot  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung.  Eine 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Kosovo  ist  demnach  unter 
diesem Aspekt rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  seinen Heimatstaat mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im Kosovo  lässt den Wegweisungsvollzug zum 
heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach 
dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­ 
als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

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Auch wenn es im Kosovo – insbesondere im Norden Kosovos – weiterhin 
vereinzelt  zu  Unruhen  kommt,  herrscht  im  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  eine 
generell unsichere, von bewaffneten Konflikten oder jederzeit drohenden 
Unruhen geprägte Lage, aufgrund derer der Beschwerdeführer bei einer 
Rückkehr  unweigerlich  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre. 
Zudem  stellen  blosse  soziale  und  wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  von 
denen  weite  Teile  der  ansässigen  Bevölkerung  betroffen  sind,  keine 
Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar (vgl. dazu die weiterhin 
zutreffende Praxis der Asylrekurskommission  in EMARK 2005 Nr. 24 E. 
10.1. S. 215).

Aufgrund  der  Aktenlage  besteht  zudem  kein  Grund  zur  Annahme,  der 
Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Kosovo  aus 
individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 
Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  die  den  Vollzug  der 
Wegweisung  als  unzumutbar  erscheinen  liesse.  Der  Beschwerdeführer 
macht  keine  gesundheitlichen  Beschwerden  geltend,  verfügt  nach 
eigenen  Angaben  über  einen  Handelsmittelschulabschluss  und  hat 
während mehreren Jahren  im Kosovo als  (...) gearbeitet, während eines 
Jahres  sogar  in  leitender  Stellung.  Zudem  befinden  sich  sowohl  seine 
Eltern  als  auch  drei  Geschwister  im  Kosovo  und  die  Familie  besitzt  in 
ihrem Heimatdorf zwei Häuser.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

7.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG  und 
dazu  auch  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ff.),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht  als  zulässig,  zumutbar  und möglich  erachtet. Die Anordnung des 
Wegweisungsvollzugs ist zu bestätigen.

8. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist damit abzuweisen.

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9. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Nachdem  mit 
Instruktionsverfügung vom 14. Januar 2008 das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Prozessführung  gutgeheissen  wurde  und  aus  den 
Akten  die  auch  heute  weiterhin  andauernde  Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers hervorgeht, sind indessen keine Verfahrenskosten zu 
erheben. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Christa Luterbacher Tobias Meyer

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