# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95df89d4-33e8-5638-897b-cc6ab4d1bb27
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.06.2020 UV 2018/48
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2018-48_2020-06-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/48

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 12.11.2020

Entscheiddatum: 30.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2020
Art. 6 UVG. Das Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhangs 
zwischen einem Unfall und den Schulterbeschwerden ist nicht mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 
2020, UV 2018/48). Bestätigt durch Urteil Bundesgericht 8C_519/2020.

Entscheid vom 30. Juni 2020

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2018/48

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hardy Landolt, Schweizerhofstrasse 14, 

Postfach 568, 8750 Glarus,

gegen

SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 8048 Zürich,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war beim Kanton B.___ in einem Teilzeitpensum 

von 42% angestellt und dadurch bei der Concordia Schweizerische Kranken- und 

Unfallversicherung AG (nachfolgend: Concordia) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert. Per 1. Januar 2019 übernahm die Solida Versicherungen AG das 

Unfallversicherungsgeschäft der Concordia (act. G 11), weshalb sie als diesbezügliche 

Rechtsnachfolgerin der Concordia eingangs als Beschwerdegegnerin aufgeführt ist.

A.a. 

Am 10. November 2017 wurde die Concordia vom Arbeitgeber über einen 

Schadenfall in Kenntnis gesetzt. Die Versicherte sei am 7. Mai 2017 beim Spazieren im 

Wald über einen Ast einer Brombeerstaude gestolpert und auf einen Stein gestürzt (act. 

G 5.2-15 und 48).

A.b. 

Gemäss Arztzeugnis UVG vom 24. November 2017, erstellt von Dr. med. C.___, in 

dessen (Erst-)Behandlung sich die Versicherte seit dem 2. November 2017 befunden 

hatte, war diese am 5. Juli 2017 auf die linke Schulter gestürzt und hatte seither 

Schulterschmerzen links. Dr. C.___ diagnostizierte eine Kontusion der linken Schulter 

mit Supraspinatussehnenruptur (act. G 5.2-4). Eine MR-Arthographie war am 10. 

November 2017 durchgeführt worden. Diese hatte eine schwergradige Partialruptur am 

anterioren Anteil der Supraspinatussehne, ein am ehesten iatrogen signalalteriertes 

Rotatorenmanschettenintervall, eine Ansatztendinose der Infraspinatussehne, kleinste 

Einrisse im Bizepssehnenanker und eine ausgeprägte Bursitis subacromialis ergeben 

(act. G 5.2-6). Am 15. Dezember 2017 wurde die Versicherte operativ versorgt 

(Schulterarthroskopie, arthroskopische Tenodese der langen Bizepssehne sowie 3-

reihige Reinsertion links bei Supraspinatussehnenruptur links; act. G 5.2-14).

A.c. 

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B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Hardy Landolt, 

am 14. Februar 2018 Einsprache. Es sei die Verfügung aufzuheben und festzustellen, 

dass die Concordia für das Ereignis vom 7. Mai 2017 leistungspflichtig sei (act. G 

5.2-71). Mit Entscheid vom 5. Juni 2018 wies die Concordia die Einsprache ab (act. G 

1.2).

C.  

Dr. med. D.___ vom vertrauensärztlichen Dienst der Concordia hatte mit 

Aktenbeurteilung vom 5. Dezember 2017 den Status quo sine nach acht Wochen als 

erreicht erachtet. Die Versicherte habe am 7. Mai 2017 eine Kontusion der linken 

Schulter erlitten. Ein solches Ereignis sei nicht geeignet, eine 

Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen. Die im MRI vom 10. November 2017 

festgestellten Körperschädigungen an der linken Schulter seien mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit vorbestehend degenerativ. Das Ereignis habe zu keinen 

strukturellen Verletzungen geführt. Es sei zu einer vorübergehenden, nicht 

richtungsweisenden Verschlechterung des Vorzustands gekommen (act. G 5.2-8).

A.d. 

Am 13. Dezember 2017 teilte die Concordia mit, dass sie für die Behandlungen ab 

dem 2. November 2017 nicht aufkomme (act. G 5.2-23). Damit zeigte sich die 

Versicherte mit Eingabe vom 20. Dezember 2017 nicht einverstanden (act. G 5.2-28). 

Nach weiterer Vorlage des Falles bei Dr. D.___ am 9. Januar 2018 und unveränderter 

Beurteilung nach der Einsichtnahme in den Operationsbericht und die intraoperativen 

Bilder (act. G 5.2-9) erliess die Concordia am 16. Januar 2018 eine ablehnende 

Verfügung. Es bestehe kein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis vom 7. Mai 2017 und der Behandlungsaufnahme ab 2. November 2017 

(act. G 5.2-32).

A.e. 

Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) am 22. Juni 2018 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde 

erheben und beantragen, es sei der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 aufzuheben 

und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Concordia bzw. Solida 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen, alles unter gesetzlicher Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Abweichend davon wird 

C.a. 

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Erwägungen

1.  

in der Beschwerdebegründung eine neutrale medizinische Begutachtung durch das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und nur eventuell durch die 

Beschwerdegegnerin beantragt. Einstweilen wurde eine Parteientschädigung von Fr. 

2'500.-- geltend gemacht (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 5. Juni 2018 und 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde vom 22. Juni 2018. Alles unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin (act. G 5). Mit der 

Beschwerdeantwort reichte die Beschwerdegegnerin unter anderem eine weitere 

Stellungnahme von Dr. D.___ vom 17. September 2018 ein (act. G 5.1-6).

C.b. 

Mit Replik vom 17. Dezember 2018 liess die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Rechtsbegehren und deren Begründungen festhalten (act. G 7). Die 

Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 14. Januar 2019 an ihren 

Anträgen und deren Begründungen fest (act. G 9).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

Vorliegend ist unbestritten, dass es sich anlässlich des Ereignisses vom 7. Mai 

2017 um einen Unfall im Rechtsinne nach Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) handelt und dabei 

die linke Schulter tangiert war. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht per Behandlungsbeginn am 2. November 2017 von keinen unfallkausalen 

Beschwerden mehr ausgegangen ist und damit auch für die Schulterarthroskopie bei 

Supraspinatussehnenruptur links vom 15. Dezember 2017 und sodann bis zur Heilung 

der unmittelbaren Unfallfolgen nicht leistungspflichtig war. Während eine 

entsprechende Unfallkausalität von der Beschwerdegegnerin vor allem gestützt auf die 

Beurteilungen von Dr. D.___ vom 5. Dezember 2017 (act. G 5.2-8), 9. Januar 2018 (act. 

G 5.2-9) und 17. September 2018 (act. G 5.6) verneint wird, vertritt der Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin insbesondere unter Hinweis auf ein E-Mail des Operateurs Dr. 

1.1. 

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med. E.___, Chirurgie FMH, Belegarzt an der Klinik für Chirurgie des Spitals F.___, vom 

27. Februar 2018 (act. G 1.3) den Standpunkt, dass bezüglich Unfallkausalität 

zumindest ein neutrales Gutachten vonnöten sei.

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 

6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Angesichts 

dieser gesetzlichen Bestimmungen bildet die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung 

für Heilkosten- und Taggeldleistungen der Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht 

besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit 

einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; André 

Nabold in: Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Irene Hofer, 

Basel 2019, N 63 ff. zu Art. 6; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53 zu Art. 6; 

BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 88). Die 

Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen indessen 

praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 

Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist bzw. ein solcher allenfalls dahingefallen ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 

58).

1.2. 

Die Beschwerdeführerin geht davon aus, dass die Unfallversicherung die 

Schädigung der linken Schulter als unfallkausal anerkannt habe und nun den Wegfall 

des natürlichen Kausalzusammenhangs beweisen müsse (dies mit dem Beweisgrad 

der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit; act. G 1 S. 4 Ziff. 8 ff.). Dies ist 

unzutreffend. Die Unfallversicherung nahm nach Erhalt der Unfallmeldung weitere 

Abklärungen vor (Schreiben vom 10. November 2017 [act. G 5.2-16]; vgl. auch act. G 

1.3. 

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2.

Die Beschwerdeführerin bemängelt zunächst formell-rechtlich, dass ihr die 

vertrauensärztlichen Berichte von Dr. D.___ vom 5. Dezember 2017 und 9. Januar 2018 

nicht zur Einsicht vorgelegen hätten. Dies sei mit dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

5.2-8 f. und G 5.2-12) und verneinte am 13. Dezember 2017 ihre Leistungspflicht (act. 

G 5.2-23). Nach Lage der Akten erbrachte sie keinerlei Leistungen. Folglich obliegt es 

nicht der Unfallversicherung, den Nachweis des Wegfalls des natürlichen 

Kausalzusammenhangs der Schulterproblematik links zum Ereignis vom 7. Mai 2017 zu 

beweisen. Vielmehr muss die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit 

tragen, falls der Nachweis, dass die Schulterschädigung auf den Unfall zurückzuführen 

ist, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gelingt.

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung 

erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild 

über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der 

Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen ein 

lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 2017, 

8C_780/2016, E. 6.1).

1.4. 

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nicht zu vereinbaren (act. G 1 S. 3). Diese Rüge ist unbegründet. Bereits aus der 

Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 13. Dezember 2017 geht hervor, dass eine 

Leistungspflicht gestützt auf die Beurteilung von Dr. D.___ zu verneinen sei (act. G 

5.2-23). Auch aus der Verfügung vom 16. Januar 2018 geht unmissverständlich hervor, 

dass sich die Beschwerdegegnerin bei ihrer Leistungsablehnung auf die Beurteilungen 

von Dr. D.___ stützt (act. G 5.2-32). Es wäre der Beschwerdeführerin offen gestanden, 

zur Prüfung der Rechtsmittelerhebung bzw. für die Ausarbeitung der Einsprache 

Einsicht in diese Stellungnahmen zu beantragen. Dies hat sie jedoch unterlassen. 

Unabhängig davon ist im Übrigen auch nicht ersichtlich, inwiefern es der 

Beschwerdeführerin später nicht möglich gewesen sein soll, den Einspracheentscheid, 

in dem erneut auf die Stellungnahmen von Dr. D.___ verwiesen wird (act. G 1.2), 

sachgerecht anzufechten. Selbst wenn man eine Gehörsverletzung annehmen wollte, 

wöge diese jedenfalls nicht besonders schwer, sodass sie als geheilt betrachtet 

werden könnte, da das hiesige Gericht im vorliegenden Verfahren Sachverhalt und 

Rechtslage frei überprüft und eine Rückweisung zu einer unnötigen 

Verfahrensverzögerung führen würde (vgl. BGE 133 I 204 f. E. 2.2; Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. September 2008, 8C_424/2008, E. 2.3, je mit Hinweisen).

3.  

Zu würdigen sind im Folgenden die im Recht liegenden medizinischen Berichte 

und Beurteilungen. Insbesondere ist zu prüfen, ob diese einen rechtsgenüglichen 

Schluss bezüglich Unfallkausalität der bildgebend ausgewiesenen 

Supraspinatussehnenruptur links (act. G 5.2-6) zulassen, welche letztlich zur operativen 

Versorgung geführt hat.

3.1. 

Mit Aktenbeurteilung vom 5. Dezember 2017 führte Dr. D.___ aus, dass die 

Beschwerdeführerin am 7. Mai 2017 eine Kontusion der linken Schulter erlitten habe. 

Ein solches Ereignis sei nicht geeignet, eine Rotatorenmanschettenruptur zu 

verursachen. Die im MRI vom 10. November 2017 festgestellten Körperschädigungen 

an der linken Schulter seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorbestehend 

degenerativ und nicht unfallkausal. Durch das Ereignis sei es zu einer 

vorübergehenden, nicht richtungsweisenden Verschlechterung des 

Gesundheitszustands gekommen, wobei der Status quo sine acht Wochen nach dem 

Ereignis erreicht gewesen sei. Es könne davon ausgegangen werden, dass Unfallfolgen 

im Beschwerdebild der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

keine Rolle mehr spielten (act. G 5.2-8). Auch nach Einsicht in den Operationsbericht 

und deren Bilder hielt Dr. D.___ mit Beurteilung vom 9. Januar 2018 an seiner 

Einschätzung unverändert fest (act. G 5.2-9). Letztlich führte der Vertrauensarzt mit 

3.2. 

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Stellungnahme vom 17. September 2018 aus, dass zwar eine Listenverletzung nach 

Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG vorliege, aufgrund des MRI-Berichtes vom 10. November 2017 

und den Angaben im Operationsbericht vom 15. Dezember 2017 die Läsion der 

Supraspinatussehne vorwiegend (über 50%) vorbestehend und degenerativ bedingt, 

dass heisse auf Abnützung zurückzuführen sei (act. G 5.1-6).

Dr. D.___ hat zur streitigen Frage (Unfallkausalität der Supraspinatussehnenruptur 

links), wenn auch knapp, so doch noch genügend umfassend Stellung genommen und 

die vorhandenen medizinischen Unterlagen zweifelsohne berücksichtigt. Seine 

Ausführungen zur Verletzungsfolge (Kontusion) beim beschriebenen Unfallhergang 

bzw. die Nichteignung einer Verursachung einer Ruptur der Supraspinatussehne bei 

einem direkten Anpralltrauma der Schulter leuchten in Anlehnung an die Fachliteratur 

ein. Gemäss dieser ist ein Anprallereignis des Schultergelenks nicht geeignet, eine 

Verletzung der Rotatorenmanschette zu bewirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

17. Mai 2016, 8C_100/2016, E. 5 mit Hinweis; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, E. 5.2.2). Dass ein geeigneter 

Verletzungsmechanismus für eine Ruptur der Supraspinatussehne vorgelegen hätte, 

beispielsweise ein Abstütztrauma, lässt sich aus den Akten auf jeden Fall nicht 

schliessen. Gemäss Unfallmeldung ist die Beschwerdeführerin beim Spazieren im Wald 

über einen Ast einer Brombeerstaude gestolpert und auf einen Stein gestürzt (act. G 

5.2-48). Nach dem Arztzeugnis UVG vom 24. November 2017 von Dr. C.___ ist sie auf 

die linke Schulter gestürzt und hat eine Kontusion erlitten (act. G 5.2-4). Auch Dr. E.___ 

geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin direkt auf die linke Schulter gestürzt sei 

(act. G 5.2-7). Die Beurteilungen von Dr. D.___ erfüllen, wenn auch eine etwas 

ausführlichere Würdigung wünschenswert gewesen wäre, die Anforderungen an 

beweiskräftige Arztberichte. Daran ändert der Umstand nichts, dass es sich dabei um 

Aktenbeurteilungen handelt, zumal vorliegend bei an sich feststehendem 

medizinischem Sachverhalt die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten 

Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 

2016, 9C_558/2016, E. 6.1 mit Hinweis). Es bestehen keine auch nur geringen Zweifel 

an den versicherungsinternen Beurteilungen. Solche ergeben sich auch nicht aus dem 

Schreiben/E-Mail von Dr. E.___ vom 27. Februar 2018 (vgl. act. G 1.3). Substantiierte 

Beanstandungen an der Beurteilung von Dr. D.___ trägt der Operateur nicht vor. 

Insbesondere macht er keinerlei Ausführungen zum Unfallhergang und den dabei zu 

erwartenden Verletzungsfolgen. Auch verkennt er, dass ein Unfallgeschehen nach Art. 

4 ATSG seitens der Beschwerdegegnerin anerkannt ist und nur dessen Folgen anders 

beurteilt werden. Im Weiteren laufen die Ausführungen des Operateurs auf eine 

unzulässige "post hoc ergo propter hoc"-Argumentation hinaus.

3.3. 

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4.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 5. Juni 2018 

nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass auf die Aktenbeurteilungen von Dr. D.___ 

abzustellen ist und der Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Die 

Supraspinatussehnenruptur links ist gestützt darauf überwiegend wahrscheinlich nicht 

auf das Ereignis vom 7. Mai 2017 zurückzuführen. Wenn auch von Dr. D.___ nicht 

thematisiert, so spricht auch die lange Dauer von rund sechs Monaten zwischen dem 

Unfall und der ersten Arztkonsultation eher gegen das Bestehen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs. Die Folgen der erlittenen Prellung an der Schulter links waren 

bei allfällig vorübergehender Verschlimmerung eines Vorzustands bei 

Behandlungsaufnahme am 2. November 2017 abgeheilt bzw. der Status quo sine 

spätestens in diesem Zeitpunkt erreicht. Dabei ist auch der medizinischen 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass eine Kontusion grundsätzlich innert 

kurzer Zeit folgenlos ausheilt und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich 

zurückbilden (Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 

2005, S. 412). Mangels nachgewiesener Unfallkausalität der über November 2017 

hinaus geklagten Beschwerden verneinte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht 

ab diesem Zeitpunkt zu Recht. Bei rechtsgenüglicher Abklärung des medizinischen 

Sachverhalts ist auf weitere Abklärungen, wie es die Beschwerdeführerin beantragt, zu 

verzichten.

3.4. 

Da die seit 2. November 2017 behandlungsbedürftigen Beschwerden des linken 

Schultergelenks, insbesondere auch der Riss der Supraspinatussehne, überwiegend 

wahrscheinlich nicht auf das Ereignis vom 7. Mai 2017 zurückzuführen sind, auch nicht 

im Sinne einer Teilursächlichkeit, und ein anderes Ereignis nicht benannt wird, entfällt 

eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG für die 

Supraspinatussehnenruptur links von vornherein (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 

vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 9.2). Gestützt auf die beweiswerten 

Beurteilungen von Dr. D.___ ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass 

die Listenverletzung ausschliesslich bzw. weit überwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen ist (vgl. dazu auch die abschliessende vertrauensärztliche 

Beurteilung von Dr. D.___ vom 17. September 2018 [act. G 5.1-6]).

3.5. 

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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