# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09198698-faae-5648-a79e-2cb3f451c67e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.09.2008 E-3657/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3657-2008_2008-09-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3657/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Bruno Huber (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

A_______, geboren _______,
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. Michael Guidon, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Flüchtlingseigenschaft und Asyl; Verfügung des BFM 
vom 7. Mai 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-3657/08

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer 
Ethnie und orthodoxer Glaubenszugehörigkeit aus (...), verliess seinen 
Heimatstaat  gemäss  eigenen  Angaben  am  18.  März  2007  und 
gelangte  über  den  Sudan  und  andere,  ihm  unbekannte Länder  am 
15. Mai 2007 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nach-
suchte. Am 21. Mai 2007  wurde er im Empfangs- und Verfahrenszen-
trum  Basel  summarisch befragt; am  29.  November  2007  führte  die 
zuständige Behörde des Kantons Bern die Anhörung zu seinen Asyl-
gründen durch. 

Zur Begründung des Asylgesuches machte der Beschwerdeführer gel-
tend, er sei in Eritrea als (...) und (...) tätig gewesen. Im (...) 2003 habe 
er  für den (...) bestellt. Im Oktober  2003  habe jedoch die eritreische 
Regierung  plötzlich  ein  Importverbot für  Private  verfügt.  Er habe 
daraufhin  die  Einfuhr der  bereits  bestellten  und  bezahlten  Ware 
verlangt, was ihm jedoch verweigert worden sei. Man habe ihm gesagt, 
die  Ware  werde  vom  Staat  übernommen.  Im  (...) 2006  habe  er  an 
Sitzungen  der  PFDJ  (People's  Front  for  Democracy  and  Justice) 
teilgenommen.  Dabei  seien  die  Teilnehmenden  gefragt  worden, 
weshalb  sie keine  Steuern bezahlen würden, worauf  sie geantwortet 
hätten,  dass  dies  ohne  Berufstätigkeit  nicht  möglich  sei.  Man  habe 
auch über die G15 gesprochen, dies seien Landesverräter, da sie mit 
der  Regierung  Äthiopiens  kooperieren  würden.  Er  habe gefragt, 
weshalb  diese  G15-Personen  nicht  vor  Gericht  gestellt  würden. 
Daraufhin sei er nach seinen Personalien gefragt worden. Einige Tage 
später sei er gegen (...) Uhr zu Fuss unterwegs nach Hause gewesen, 
als ein Auto mit Sicherheitsleuten neben ihm angehalten und man ihn 
mitgenommen habe. Es sei ihm eine Maske angelegt worden, so dass 
er nicht mitbekommen habe, wohin man ihn  gebracht habe. Er sei in 
ein  Zimmer  geführt und  am  nächsten  Morgen  mit  einem 
Gummiknüppel  geschlagen  worden.  Rund  zehn  Tage  sei  er  in 
Gewahrsam gewesen. Man habe ihn  befragt  und mit  einem heissen 
Metall gefoltert. Er habe vor Schmerzen geschrien,  so dass er in das 
Gefängnisspital  gebracht  worden sei. Nach  drei  Monaten Haft  sei  er 
freigelassen  worden,  wobei  er  während  der  Fahrt wiederum  eine 
Maske habe tragen müssen. Man habe ihn in die Nähe seines Hauses 
gebracht  und  aufgefordert,  niemandem  etwas  über  das  Erlebte  zu 
berichten.  Am  (...)  2007  habe  er  eine  Vorladung  der  Verwaltung 

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erhalten; er  sei  zufällig  nicht  zuhause gewesen,  seine Familie  habe 
ihm  dies  mitgeteilt.  Er  habe  6'000  Nakfa  (Währung  Eritreas, 
dannzumaliger  Wechselkurs  1  CHF = ca. 12  Nafka) genommen,  sei 
nach Keren und von dort  am nächsten Tag nach Teseney gegangen, 
wo er ein Auto organisiert habe, dessen Fahrer ihn über die Grenze in 
den Sudan nach Kassala gebracht habe.

B.
Mit Verfügung vom 7. Mai 2008 - eröffnet am 8. Mai 2008 - stellte das 
Bundesamt fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers genügten den 
Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-
such ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und deren Voll-
zug an.

C.
Mit  Beschwerde vom 4. Juni  2008 (Poststempel)  an das Bundesver-
waltungsgericht  liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsver-
treter  beantragen,  die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und 
es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit sowie 
die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die 
vorläufige  Aufnahme anzuordnen,  subeventualiter  sei  die  Sache  zur 
Überprüfung  medizinischer  Wegweisungshindernisse  an  die  Vorin-
stanz zurückzuweisen. Weiter seien die Vollzugsbehörden anzuweisen, 
bis  zum Zeitpunkt  der rechtskräftigen Entscheidung über  die Flücht-
lingseigenschaft  die  Kontaktnahme  mit  dem  Heimatstaat  sowie  jeg-
liche Datenweitergabe an denselben zu unterlassen. In prozessualer 
Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um 
Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 10. Juni 2008 teilte das Gericht dem Be-
schwerdeführer  mit,  er  könne  den  Ausgang  des  Rechtsmittelverfah-
rens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Ge-
währung der  unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen und die Vor-
instanz zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen.

E.
Mit Verfügung vom 24. Juni 2008 hielt das BFM hinsichtlich der Ableh-
nung des Asylgesuches an seiner Verfügung vom 7. Mai 2008 fest; so-
weit den Vollzug der Wegweisung betreffend zog es diese Verfügung in 

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Wiedererwägung und nahm den Beschwerdeführer  infolge  Unzumut-
barkeit (gesundheitliche Gründe) vorläufig in der Schweiz auf.

F.
Mit Schreiben vom 27. Juni 2008 stellte das Gericht fest, dass die Be-
schwerde vom 4. Juni 2008, soweit den Vollzug der Wegweisung be-
treffend, gegenstandslos geworden sei. Gleichzeitig fragte es den Be-
schwerdeführer an, ob er bezüglich Flüchtlingseigenschaft und Asyl an 
der Beschwerde festhalten wolle.

G.
Mit Schreiben vom 3. Juli  2008 reichte die Heilsarmee, Durchgangs-
zentrum Konolfingen, für den Beschwerdeführer eine Fürsorgebestäti-
gung zu den Akten.

H.
Mit  Schreiben  vom  10.  Juli  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  dem 
Gericht durch seinen Rechtsvertreter mit, dass er hinsichtlich Flücht-
lingseigenschaft und Asyl an seinen Anträgen festhalte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung be-
rührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1VwVG). Auf die im Übrigen 

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form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG).

1.3 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 
AsylG).

2.  

2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimat-
staat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, 
Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen 
Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nach-
teilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nach-
teilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament-
lich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 
Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 
AsylG).

2.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  mass-
geblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden 
(Art. 7 AsylG).

3.  

3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheides im Wesentlichen aus, dass die Ausführungen des Beschwer-
deführers realitätsfremd, widersprüchlich und unsubstanziiert seien. Er 
habe im Verlaufe des Asylverfahrens ausgeführt, er sei politisch nicht 
tätig  gewesen und habe keiner Partei  angehört,  er  sei  ein einfacher 
(...) gewesen und habe in Eritrea bis zur behaupteten Festnahme vom 
(...)  2006  mit  den  Behörden  seines  Heimatlandes  nie  irgendwelche 
Probleme  gehabt.  Vor  diesem  Hintergrund  könne  die  angeblich  von 
ihm anlässlich  einer  Versammlung aufgeworfene  Frage,  weshalb  die 

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Leute der G15 nicht vor Gericht gestellt  würden, nie zu der von ihm 
behaupteten  Verfolgung  und  der  damit  zusammenhängenden  Miss-
handlung  geführt  haben.  Zudem  seien  die  Ausführungen  des  Be-
schwerdeführers  widersprüchlich:  einmal  sollen  ihm  seine  schweren 
Verletzungen nach einem Monat und ein andermal nach zwei Wochen 
Haft zugefügt worden sein. Weiter sei kein Grund ersichtlich, wieso er 
im (...) 2006 aus dem Gefängnis entlassen worden sei, um dann ein 
halbes  Jahr  später  wieder  festgenommen  zu  werden.  Ausserdem 
würde ein  Beamter,  sollte  tatsächlich ein  Grund für  eine Festnahme 
vorliegen,  eine  solche  Mitteilung  sicherlich  nicht  zum  Beschwerde-
führer  nach  Hause  bringen,  da  ein  solches  Vorgehen  geradezu  zur 
Flucht einladen würde, vielmehr hätte man ihn an Ort und Stelle fest-
genommen. Was die angebliche Ausreise und die  damit  zusammen-
hängende Flucht betreffe, würde den Ausführungen des Beschwerde-
führers  die  Substanz  fehlen. Obwohl  er  laut  eigener  Darstellung mit 
Europa  (...)  betrieben  und  sich  geschäftlich  im  Ausland  aufgehalten 
habe, wisse er nicht, welchen Pass er für die angebliche Reise nach 
Europa benutzt haben will und auf welchen Namen dieser ausgestellt 
gewesen sein soll. Zudem könne er nicht  angeben, wo er in Europa 
angekommen  sei.  Daraus  sei  zu  schliessen,  dass  der  Beschwer-
deführer  sein  Heimatland  nicht  auf  die  von  ihm  geschilderte  Weise 
verlassen  habe  und  nach  Europa  gelangt  sei.  Seine  Vorbringen 
würden somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 
AsylG nicht standhalten, weshalb ihre Asylrelevanz nicht geprüft wer-
den müsse. 

3.2 In der Beschwerde wird der Argumentation der Vorinstanz Folgen-
des entgegengehalten: Im angefochtenen Entscheid werde behauptet, 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  realitätsfremd,  wider-
sprüchlich und unsubstanziiert. Die Vorinstanz könne diese Einschät-
zung jedoch nicht in zureichendem Masse untermauern. Die politisch-
en  Verhältnisse  in  Eritrea  seien  unberücksichtigt  geblieben,  und  es 
werde ein Widerspruch aufgeführt,  zu dem der Beschwerdeführer in 
nachvollziehbarer  Weise  schon  Stellung  genommen  habe.  Gemäss 
dem  Update  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  zu  Eritrea 
vom März 2007 würden die fundamentalen Menschenrechte in diesem 
Land, obwohl sie formal in der Verfassung stünden, nur sehr begrenzt 
Geltung haben. Die Zahl der aus politischen oder religiösen Gründen, 
oft  seit  Jahren ohne Rechtsgrundlage und Verfahren Inhaftierten be-
laufe sich auf mehrere Tausend. Personen, welche die Regierung oder 
den Präsidenten kritisieren würden oder im Verdacht stünden, dies zu 

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tun, würden Repressalien bis zu politisch motivierter Haft und die Ge-
fahr des Verschwindenlassens drohen. Vor diesem Hintergrund würden 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  entgegen  der  von der  Vorin-
stanz vertretenen Meinung durchaus plausibel erscheinen. Was dieser 
aufgrund seiner Äusserung an einer Informationsveranstaltung erlebt 
habe, entspreche somit dem Schicksal mutmasslicher Oppositioneller. 
Zwar  sei  es  später  zur  Freilassung  des  Beschwerdeführers  gekom-
men, jedoch werde, wer einmal von den Sicherheitskräften ins Visier 
genommen worden sei, ständig weiter bedroht und eingeschüchtert. Er 
sei bei seiner Freilassung aus der Haft entsprechend informiert sowie 
gewarnt  worden und habe jederzeit  wieder mit  Verfolgungsmassnah-
men rechnen müssen. Nach seiner Entlassung aus der Haft  habe er 
befürchtet, bei einer erneuten Inhaftierung im Gefängnis zu sterben. Er 
habe sich deshalb zur umgehenden Flucht ins Ausland entschlossen, 
als sich ein Mitarbeiter der Regierung bei ihm zu Hause gemeldet ha-
be. Der Beschwerdeführer kenne von seiner Geschäftstätigkeit her ei-
nige Personen,  welche in  ähnlichen Situationen wie er  plötzlich ver-
schwunden seien, bis heute im Gefängnis darben würden oder gestor-
ben seien. Im Sinne einer Regelvermutung sei gemäss Praxis von be-
reits erlittener Verfolgung auf begründete Verfolgungsfurcht zu schlies-
sen, sofern zwischen Vorverfolgung und Flucht in sachlicher und zeit-
licher Hinsicht - wie vorliegend - ein Kausalzusammenhang bestehe. 
Zu den Reiseangaben führt der Beschwerdeführer aus, er sei auf die 
geschilderte Weise ausgereist und habe die ihm gestellten Fragen kor-
rekt beantwortet. Zwar habe er jahrelang ein (...) geführt,  aber seine 
fehlende schulische Bildung sei aktenkundig; zudem sei der geschäft-
liche  Schriftenwechsel  mit  dem  Ausland  von  seinen  Angestellten 
erledigt worden. Die eigenen zwei Auslandreisen würden bereits weit 
zurückliegen  und  hätten  in  benachbarte  Gegenden  geführt.  Sein 
schlechter Gesundheitszustand führe ebenfalls dazu, dass er über die 
Reise  weniger  genau  Auskunft  geben  könne,  als  wenn  er  sie  unter 
ordentlichen Bedingungen gemacht hätte.

4.  

4.1 Wie bereits dargelegt muss, wer um Asyl nachsucht,  die  Flücht-
lingseigenschaft  zumindest  glaubhaft  machen  (Art.  7  Abs. 1  AsylG). 
Glaubhaft  gemacht  ist  die  Flüchtlingseigenschaft,  wenn die  Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält (Art. 7 Abs. 2 AsylG). Im Gegensatz zum strikten Beweis genügt 
es daher, wenn der  Richter  das Vorhandensein der  zu beweisenden 

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Tatsache für wahrscheinlich hält, selbst wenn er noch mit der Möglich-
keit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (WALTER KÄ-
LIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel  1990,  S. 302 f.). Die  wahr-
heitsgemässe  Schilderung  einer  tatsächlichen  Verfolgung  ist  dabei 
durch  Korrektheit,  Originalität,  hinreichende  Präzision  und  innere 
Übereinstimmung gekennzeichnet (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 28 
S. 270). Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbeson-
dere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachge-
schobenen  Vorbringen.  Bei  der  Beurteilung  der  Glaubhaftmachung 
geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung 
bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plau-
sibilität  der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit  etc.),  die für  oder 
gegen den Gesuchsteller  sprechen. Glaubhaft  ist  eine Sachverhalts-
darstellung  nur,  wenn  die  positiven  Elemente  überwiegen.  Für  die 
Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der 
Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte 
wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 
Sachverhaltsdarstellung sprechen.

4.2 Die vormalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) hat in 
einem Grundsatzentscheid  festgehalten,  dass  der  Befragung zu den 
Ausreisegründen in  der  Empfangsstelle  aufgrund des summarischen 
Charakters für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit der vorgebrachten 
Asylgründe  nur  ein  beschränkter  Beweiswert  zukommt  (vgl.  EMARK 
1993 Nr. 3 S. 13). Angesichts des summarischen Charakters kann es 
nicht  angehen,  blossen  Unvollständigkeiten  und  unwesentlichen  Ab-
weichungen  zu  den  späteren  Aussagen  eine  entscheidende  Bedeu-
tung  beizumessen. Es  darf  nicht  davon  ausgegangen  werden,  dass 
Asylbewerber  im  Rahmen  dieser  Kurzbefragung  grundsätzlich  die 
Möglichkeit oder gar die Pflicht hätten, sämtliche Gründe ihres Asylge-
suches abschliessend darzulegen. Anders verhält es sich, wenn klare 
Aussagen in der Empfangsstelle in wesentlichen Punkten der Asylbe-
gründung von späteren Aussagen in  der  Anhörung diametral  abwei-
chen  oder  wenn  bestimmte  Ereignisse  oder  Befürchtungen,  welche 
später  als  zentrale  Asylgründe  genannt  werden,  nicht  bereits  in  der 
Empfangsstelle  zumindest  ansatzweise  erwähnt  werden.  Solche  Wi-
dersprüche lassen sich in der Regel nicht mit dem summarischen Cha-
rakter der Befragung erklären. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb 
sie  im  Rahmen  der  Beweiswürdigung  nicht  zu  berücksichtigen  sein 
sollten. 

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4.3 Wie aus den Befragungs-  und Anhörungsprotokollen hervorgeht, 
war  der  Beschwerdeführer  vor  seiner  Ausreise  weder  politisch  tätig 
noch hatte er Probleme mit den Behörden. Des Weiteren ist aufgrund 
der Akten und seinen Aussagen nicht davon auszugehen, dass er in 
Eritrea in  einem Strafverfahren Angeklagter  gewesen ist. Vor diesem 
Hintergrund  erscheinen  seine  Vorbringen  wenig  plausibel.  Überein-
stimmend mit  der  Vorinstanz  ist  insbesondere  nicht  nachvollziehbar, 
wieso die eritreischen Sicherheitsbehörden den Beschwerdeführer ein 
halbes Jahr nach seiner Freilassung von neuem aufsuchen sollten, um 
ihn zu verhaften. Aus den Akten geht denn auch nichts hervor, was zu 
einer erneuten Inhaftierung hätte führen können. Den Ausführungen in 
der Rechtsmitteleingabe ist zwar insofern beizupflichten, als die poli-
tische Opposition im Heimatland des Beschwerdeführers systematisch 
ausgeschaltet wird, es immer wieder zu Inhaftierungen auf unbestimm-
te  Dauer  ohne Anklage und  Gerichtsverfahren kommt  und die  Men-
schenrechtslage besorgniserregend ist. Indessen ist nicht davon aus-
zugehen, dass seine anlässlich der einer Veranstaltung aufgeworfene 
Frage, weshalb man die G15-Leute nicht vor Gericht stellen könne, die 
geltend gemachten,  sehr  massiven Konsequenzen zur  Folge gehabt 
hätte. Unsubstanziiert  erscheint  sodann die Beschreibung seiner an-
geblichen  Festnahme  vom (...)  2006;  als  prägendes  Ereignis  wären 
von  ihm  mehr  Details  und  Gefühlsregungen  zu  erwarten  gewesen. 
Seine Ausführungen sind indessen sehr allgemein gehalten, und dies 
gilt  auch  für  seine  Beschreibung  der  Sicherheitsleute.  Nicht  zu 
überzeugen vermag weiter der Verweis in der Rechtsmitteleingabe auf 
die  Erklärung  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  des  von  der  Vor-
instanz aufgeführten Widerspruchs: Anlässlich der Befragung im Emp-
fangszentrum Basel hat er eindeutig ausgesagt, dass er rund ein Mo-
nat nach seiner Festnahme gefoltert  worden sei. Eine unklare Frage-
stellung oder ein Übersetzungsfehler ist nicht ersichtlich, gibt der Be-
schwerdeführer doch an, den Dolmetscher gut verstanden zu haben. 
Zur Vermeidung von Wiederholungen ist im Übrigen auf die zutreffen-
den Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen. 

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

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6.

6.1 Bei  diesem  Verfahrensausgang  wäre  die  Hälfte  der  Verfahrens-
kosten – Fr. 300.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
und  5  VwVG).  Nachdem  aber  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege  gutgeheissen  wurde,  ist  von  einer  Kostenauflage 
abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

6.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteient-
schädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnis-
mässig  hohen  Kosten  (Art.  7  Abs.  1  und  4  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  vorliegenden 
Fall  ist  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Begehren  im  Sinne  eines 
hälftigen Obsiegens durchgedrungen. Der Rechtsvertreter, er ist nicht 
mehrwertsteuerpflichtig, weist in seiner Kostennote vom 4. Juni 2008 
einen  Aufwand  von  insgesamt  Fr.  1'350.–  aus.  Dieser  erscheint 
angesichts  der  sich  vorliegend  stellenden  Fragen  rechtlicher  und 
tatsächlicher  Natur  angemessen.  Die  von  der  Vorinstanz  auszu-
richtende Parteientschädigung wird daher auf Fr. 675.– festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 675.– zu entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- den _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand: 

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