# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53c8fe64-4aa3-5755-8e6f-730cf862b14e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.06.2017 SB160212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160212_2017-06-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160212-O/U/cw 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichter lic. iur. Wenker sowie Gerichtsschreibe-

rin lic. iur. Neukom 

 

Urteil vom 16. Juni 2017 

 

in Sachen 

 

1. ... 
2. A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

1 … 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

1. B._____ und C._____,  

2. D._____,  

Privatkläger 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

 

- 2 - 

betreffend vorsätzliche Tötung etc.   

 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 
26. November 2015 (DG150023) 

 

- 3 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 17. April 

2015 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/24). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. a) Der Beschuldigte E._____ ist schuldig 

− der Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 Abs. 1 StGB 

sowie 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. 

 b) Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, 

− des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sowie 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. 

2. a) Der Beschuldigte E._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 21 

Monaten, wovon bis und mit heute 21 Tage durch Untersuchungshaft 

erstanden sind. 

b) Die Freiheitsstrafe des Beschuldigten E._____ wird aufgeschoben, un-

ter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. 

3. a) Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer vollziehbaren Frei-

heitsstrafe von 13 Jahren, wovon bis und mit heute 260 Tage durch 

Haft erstanden sind.  

Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte 

A._____ seit dem 29. Januar 2015 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

- 4 - 

b) Es wird für den Beschuldigten A._____ eine stationäre Massnahme im 

Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) an-

geordnet.  

c) Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zugunsten dieser Massnahme auf-

geschoben. 

d) Der bedingte Vollzug der mit Entscheid des Ministero pubblico del can-

tone Ticino Bellinzona vom 21. Januar 2013 (Decisione n. DA 

214/2013) ausgefällten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.–, 

entsprechend Fr. 1'500.–, wird widerrufen. 

4. a) Die beim Verstorbenen sichergestellte und mit Verfügung der Staats-

anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 10. Juni 2014 beschlagnahm-

te Sachkaution in der Höhe von Fr. 400.– wird den Privatklägern 1 auf 

erstes Verlangen herausgegeben.  

b) Die bei den Beschuldigten sichergestellten und mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 13. Februar 2015 be-

schlagnahmten Mobiltelefone HTC (Asservat Nr. A007'141'722 sowie 

die entsprechende Datensicherung, Asservat Nr. A007'165'368) und 

Samsung GT (Asservat Nr. A007'141'799) werden eingezogen und der 

Kantonspolizei Zürich zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

5. a) Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, den Privatklägern 1 Scha-

denersatz in der Höhe von Fr. 3'426.20 zu bezahlen. 

Es wird im Übrigen festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ gegen-

über den Privatklägern 1 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grund-

satze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfangs des Schadenersatzanspruches werden die Privatkläger 1 auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, den Privatklägern 1 eine 

Genugtuung in der Höhe von je Fr. 30'000.– zu bezahlen. 

- 5 - 

c) Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte 

E._____ und die Privatkläger 1 über die Zivilansprüche aussergericht-

lich geeinigt haben. 

6. a) Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 2 wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

b) Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 eine 

Genugtuung in der Höhe von Fr. 500.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 8'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung  

Fr. 36'961.40   Allgemeine Auslagen Vorverfahren  

Fr. 8'212.25   Auslagen Vorverfahren (Obduktion) 

Fr. 21'679.20   Auslagen Vorverfahren (Gutachten) 

Fr. 1'106.25   Entschädigung Übersetzung Vorverfahren 

Fr. 12'429.70   amtliche Verteidigungskosten RAin Dr. X2._____ 

Fr. (ausstehend)   amtliche Verteidigungskosten RAin X1._____ 

Fr. 98'388.80    
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

8. Die Entscheidgebühr, die Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung 

sowie die allgemeinen Auslagen des Vorverfahrens werden dem Beschul-

digten A._____ zu 3/4 und dem Beschuldigten E._____ zu 1/4 auferlegt. Die 

Auslagen für das Gutachten sowie die Obduktion werden vollumfänglich 

dem Beschuldigten A._____ auferlegt. Die Kosten der Übersetzung und die 

Kosten der amtlichen Verteidigungen werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen.  

- 6 - 

9. a) Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, den Privatklägern 1 für das 

gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von 

Fr. 7'950.55 zu bezahlen.  

b) Der Beschuldigte A._____ wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 für das 

gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung in der Höhe von 

Fr. 3'102.85 zu bezahlen.  

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 161 S. 2) 

1.1. Der Beschuldigte sei 

- der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB sowie 

- der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB zu bestrafen. 

1.2. Demgegenüber sei der Beschuldigte vom Vorwurf der vorsätzlichen 
Tötung im Sinne von Art. 111 StGB freizusprechen. 

2.1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren zu be-
strafen. 

2.2. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. 

3.1. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 (D._____) sei vollum-
fänglich abzuweisen. 

3.2. Dem Privatkläger 2 sei eine reduzierte Prozessentschädigung von 
Fr. 1'000.00 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen. 

4.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien ausgangsgemäss aufzuer-
legen. 

4.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sei-
en definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

- 7 - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Prot. II S. 40) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

_____________________________________ 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Der Beschuldigte A._____ wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 

vom 26. November 2015 der vorsätzlichen Tötung, des Raubes sowie der Nöti-

gung schuldig gesprochen. Das Bezirksgericht sprach eine Freiheitsstrafe von 13 

Jahren aus und schob diese zum Zweck der angeordneten stationären Mass-

nahme zur Behandlung psychischer Störungen auf (Urk. 121 S. 104 f.). Das Urteil 

wurde gleichentags mündlich eröffnet, erläutert und den anwesenden Parteien im 

Dispositiv übergeben (Urk. 121 S. 107, Prot. I S. 118 f.). Direkt im Anschluss an 

die Urteilseröffnung meldete Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, Verteidigerin des 

Beschuldigten A._____, gegen das Urteil Berufung an (Prot. I S. 118).  

2. Das begründete Urteil wurde am 25. April 2016 versandt und Rechtsanwältin 

lic. iur. X1._____ am 4. Mai 2016 zugestellt (Urk. 118). Innert der gesetzlichen 

Frist erstattete sie die Berufungserklärung (Art. 399 Abs. 3 StPO; Urk. 122), wel-

che sie nach Ansetzung einer Nachfrist mit Eingabe vom 18. Juli 2016 verdeut-

lichte (Urk. 129, Urk. 131). Anschlussberufungen wurden keine erhoben 

(Urk. 125, 126 und 128). Auf Gesuch von Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____, 

Rechtsvertreter der Privatkläger 1, B._____ und C._____, wurde mit Beschluss 

vom 17. August 2016 die Rechtskraft der Dispositivziffer 4.a des Urteils des Be-

zirksgerichts Winterthur festgestellt, so dass die Sachkaution von Fr. 400.– an die 

Privatkläger 1 ausbezahlt werden konnte (Urk. 134, Urk. 136). 

- 8 - 

3. Die Parteien wurden auf den 16. Juni 2017 zur Berufungsverhandlung vor-

geladen (Urk. 139). In der Folge stellte die Verteidigerin mehrere Beweisanträge 

(Urk. 143 S. 2). Mit Präsidialverfügung vom 28. März 2017 wurde dem Beweisan-

trag auf Einholung eines Führungsberichts der Justizvollzugsanstalt Pöschwies 

über den Beschuldigten entsprochen. Zudem wurde Prof. Dr. med. F._____ im 

Hinblick auf die neuste bundesgerichtliche Rechtsprechung zur schriftlichen Er-

läuterung seines Gutachtens vom 1. Dezember 2014 aufgefordert. Im Übrigen 

wurden die Beweisanträge der Verteidigung einstweilen abgewiesen (Urk. 144). 

Die Stellungnahme des Gutachters ging am 6. April 2017 bei Gericht ein 

(Urk. 146) und wurde den Parteien zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt 

(Urk. 147), worauf sich die Verteidigung nochmals vernehmen liess (Urk. 151). Mit 

Eingabe vom 14. Juni 2017 schränkte die Verteidigung die Berufung nachträglich 

zusätzlich ein (Urk. 156). 

4. Zur Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seiner 

Verteidigerin und Staatsanwalt lic. iur. Scherrer für die Anklagebehörde (Prot. II 

S. 8). Anlässlich der Verhandlung stellten die Parteien die eingangs erwähnten 

Anträge. 

II.  Prozessuales 

1. Gegenstand der Berufung 

1.1. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den ange-

fochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in 

der Berufungserklärung verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die Beru-

fung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO).  

1.2. In ihrer Eingabe vom 18. Juli 2016 beschränkte die Verteidigerin die Beru-

fung auf einen Teil des Schuldspruchs (Dispositivziffer 1.b), die Bemessung der 

Strafe (Dispositivziffer 3.a), die Anordnung einer stationären Massnahme (Dispo-

sitivziffer 3.b), die dem Privatkläger 2 zugesprochene Genugtuung (Dispositivziffer 

6.b) und die Prozessentschädigungen zugunsten der Privatkläger 1 und 2 (Dispo-

sitivziffer 9.a und b; Urk. 131 S. 2). Nachträglich schränkte die Verteidigerin die 

- 9 - 

Berufung in Ergänzung zur Berufungserklärung weiter ein und teilte mit, dass die 

Dispositivziffern 1.b Absatz 2, Schuldspruch betreffend Raub (Dossier 2), 1.b Ab-

satz 3, Schuldspruch betreffend Nötigung (Dossier 1), sowie 9.a, die Prozessent-

schädigung an die Privatkläger 1, nicht mehr angefochten würden (Urk. 156 S. 2). 

1.3. Der Vollzug der Strafe wurde von der Vorinstanz in Dispositivziffer 3.c zu-

gunsten der Massnahme aufgeschoben. Da die Massnahme von der Verteidigung 

angefochten wurde und diese in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Straf-

aufschub steht, gilt die Dispositivziffer 3.c implizit als mitangefochten (vgl. dazu 

Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar [kurz: 

Praxiskommentar StPO], 2.A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 399 N 18; 

Hug/Scheidegger in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung [kurz: ZH StPO Komm.], 2.A. Zürich-Basel-

Genf 2014, N. 19 und 20 zu Art. 399; Sprenger in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK 

StPO], 2. A. Basel 2014, Art. 437, N. 31 f.).  

1.4. Mit Beschluss vom 17. August 2016 wurde bereits die Rechtskraft der Dis-

positivziffer 4.a des vorinstanzlichen Urteils festgestellt, in welcher angeordnet 

wurde, dass die beschlagnahmte Sachkaution in der Höhe von Fr. 400.– den Pri-

vatklägern 1 herauszugeben sei (Urk. 121 S. 105 und Urk. 136 S. 2). In Ergän-

zung zu diesem Beschluss ist somit festzustellen, dass das Urteil des Bezirksge-

richts Winterthur vom 26. November 2015 bezüglich der Dispositivziffern 1.a 

(Schuldspruch Mitbeschuldigter), 1.b teilweise (Schuldsprüche betreffend Nöti-

gung [Dossier 1] und Raub [Dossier 2]), 2 (Bestrafung Mitbeschuldigter), 3.d (Wi-

derruf), 4.b (Einziehungen), 5 (Zivilforderungen der Privatkläger 1), 6.a (Schaden-

ersatzbegehren des Privatklägers 2), 7 und 8 (Kostendispositiv) sowie 9.a (Pro-

zessentschädigung an die Privatkläger 1) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Verletzung des Anklageprinzips 

2.1. Die Verteidigung beantragte anlässlich der Berufungsverhandlung, das 

Strafverfahren gegen den Beschuldigten sei an die Staatsanwaltschaft zwecks 

Ergänzung der Anklageschrift zurückzuweisen (Urk. 159 S. 2). Sie begründete 

- 10 - 

diesen Antrag damit, dass sie gestützt auf einen ähnlich gelagerten Fall der An-

sicht sei, es liege nicht eine vorsätzliche Tötung, sondern eine schwere Körper-

verletzung und eine fahrlässige Tötung vor und dass mit der vorliegenden Ankla-

ge zwar eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB gemäss An-

klageprinzip rechtlich genügend umschrieben worden sei, nicht jedoch die fahr-

lässige Tötung im Sinne von Art. 117 StGB (Urk. 159 S. 2 f.). 

2.2. Nach dem in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen Anklagegrundsatz be-

stimmt die Anklage den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunk-

tion). Gemäss Art. 325 Abs. 1 StPO bezeichnet die Anklageschrift unter anderem 

möglichst kurz, aber genau, die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten 

mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (lit. f) 

und die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter 

Angabe der anwendbaren Gesetzesbestimmungen (lit. g).  

2.3. Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in 

ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und 

subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklage-

prinzip den Schutz der Verteidigungsrechte des Beschuldigten und garantiert den 

Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 141 IV 132 E. 3.4.1; 

BGE 140 IV 188 E. 1.3). Die beschuldigte Person muss aus der Anklageschrift er-

sehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Um-

schreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die beschuldigte Person genau weiss, 

welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich 

qualifiziert wird, so dass sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten kann (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2 mit Hinwei-

sen, nicht publ. in BGE 141 IV 437). Kernstück der Anklageschrift bildet die Dar-

stellung der dem Beschuldigten zur Last gelegten Tat. Die Darstellung des tat-

sächlichen Vorgangs ist auf den gesetzlichen Tatbestand auszurichten, der nach 

Auffassung der Anklage erfüllt zu betrachten ist, d.h. es ist anzugeben, welche 

einzelnen Vorgänge und Sachverhalte den einzelnen Merkmalen des Straftatbe-

standes entsprechen. Zu den gesetzlichen Merkmalen der strafbaren Handlung 

gehören neben den Tatbestandsmerkmalen die Schuldform (sofern vorsätzliches 

- 11 - 

und fahrlässiges Verhalten strafbar ist), die Teilnahmeform (Mittäterschaft, Anstif-

tung, Gehilfenschaft) sowie die Erscheinungsform (Versuch oder vollendetes De-

likt) und allfällige Konkurrenzen (Urteil des Bundesgerichts 6B_633/2015 vom 

12. Januar 2016, E. 1.3.2). Dabei ist jedoch der Inhalt des Tatbestandes ebenso 

wenig anzuführen, wie diesbezügliche rechtliche Ausführungen, denn das Gericht 

ist in der rechtlichen Würdigung des Tatvorwurfs frei (Urteil des Bundesgerichts 

6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.3; nicht publ. in BGE 141 IV 437). 

2.4. Vorliegend wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten eine eventual-

vorsätzliche Tötung vor (Urk. D1/24 S. 2) und umschreibt in der Anklage sämtli-

che Tatbestandsmerkmale sowie die Schuldform. In den Anklageziffern 1.4 bis 

1.18 werden Ort, Datum und Zeit der dem Beschuldigten vorgeworfenen Tat ge-

nannt und es wird exakt umschrieben, wie der Beschuldigte die Tat ausgeführt 

haben soll und welches die Folgen der ihm vorgeworfenen Handlungen waren 

(Urk. D1/24 S. 3-6). In Anklageziffer 1.18 wird der Eventualvorsatz des Beschul-

digten umschrieben, wonach der Beschuldigte bei seinem geschilderten, massiv 

gewalttätigen Einwirken auf †G._____ dessen Tod zumindest in Kauf genommen 

habe (Urk. D1/24 S. 5).  

2.5. Die Verteidigung möchte, dass die Anklage zurückgewiesen wird und die 

Anklageschrift dahingehend ergänzt oder geändert wird, dass die Tatbestands-

merkmale der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 StGB umschrieben wer-

den. Für die Prüfung der Einhaltung des Anklageprinzips ist jedoch nicht massge-

blich, ob der Sachverhalt wie von der Verteidigung gewünscht in der Anklage-

schrift zu finden ist. Massgebend ist wie erwähnt, dass dem Beschuldigten durch 

hinreichende Umschreibung des Tatgeschehens im Sinne von Art. 325 Abs. 1 lit. f 

und g StPO klar ist, welches Verhalten ihm vorgeworfen wird. Dem wurde mit der 

vorliegenden Anklageschrift Genüge getan. Der Einwand der Verteidigung zielt 

demgegenüber bereits auf die Würdigung des Sachverhaltes hin. Ob die der An-

klage zugrundeliegenden Tatbestandselemente beweismässig erstellt werden 

können oder für die Anwendung der angerufenen Strafnormen ausreichend sind, 

ist jedoch nicht unter dem Aspekt des Anklageprinzips zu prüfen, sondern wird 

Gegenstand des materiellen Entscheides gestützt auf die Beweiswürdigung sein.  

- 12 - 

3. Verwertbarkeit des Gutachtens 

3.1. Die Verteidigerin stellte bereits im Vorverfahren wie auch im erstinstanzli-

chen Verfahren mehrfach die Beweisanträge, es sei festzustellen, dass das psy-

chiatrische Gutachten vom 1. Dezember 2014 aufgrund schwerer Mängel unver-

wertbar sei, es sei ein neues Gutachten in Auftrag zu geben und ein neuer Gut-

achter zu bestimmen (Urk. D1/15/14 S. 2, D1/41 S. 2, D1/93 S. 2). Die Vorinstanz 

lehnte diese Beweisanträge mit begründeter Verfügung vom 15. Juni 2015 ab und 

berief sich auch in ihrem Endentscheid vom 26. November 2015 hierauf 

(Urk. D1/42, Urk. 121 S. 11-13 Ziff. I.3). Im Berufungsverfahren stellte die Vertei-

digerin mit Eingabe vom 3. März 2017 sowie anlässlich der Berufungsverhand-

lung dieselben Beweisanträge erneut (Urk. 143 S. 2; Urk. 160 S. 2). Zusammen-

gefasst argumentierte sie, dass gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_265/2015 vom 3. Dezember 2015 und 

6B_884/2014 vom 8. April 2015) der Sachverständige den Auftrag grundsätzlich 

persönlich auszuführen habe. Eine Delegation seiner Aufgabe und seiner Verant-

wortung an Dritte sei nicht zulässig (Delegationsverbot; Urk. 143 S. 2). Der Auf-

trag durch die Staatsanwaltschaft IV vom 3. Juni 2014 zur Begutachtung des Be-

schuldigten sei klar nur an Prof. Dr. med. F._____ gegangen. Im Sinne der neus-

ten bundesgerichtlichen Rechtsprechung müsse von einer unzulässigen Delegati-

on an die Oberärztin Dr. med. H._____ ausgegangen werden, da das Gutachten 

hauptsächlich von ihr angefertigt worden sei (Urk. 143 S. 4). Zudem sei die Be-

gutachtung durch Prof. Dr. med. F._____ mit 90 Minuten nicht ausreichend er-

folgt. Bereits hierin liege ein klarer formeller Mangel, der das Gutachten gemäss 

obiger Rechtsprechung unverwertbar mache. Auch inhaltlich vermöge das Gut-

achten nicht zu überzeugen. Es weise schwere Mängel auf und sei weder schlüs-

sig noch nachvollziehbar (Urk. 143 S. 5).  

3.2. Das Bundesgericht äusserte sich im Urteil 6B_265/2015 vom 3. Dezember 

2015 im Zusammenhang mit der Begutachtung eines Beschuldigten im Hinblick 

auf die Anordnung einer therapeutischen Massnahme zur Delegation von Aufga-

ben und zum Beizug von Hilfspersonen durch den beauftragten Gutachter folgen-

dermassen: "Bei der Auftragserteilung stehen die Person des Sachverständigen 

- 13 - 

und das damit verbundene Vertrauen in deren Fachkompetenz und Unabhängig-

keit im Vordergrund. Wird ein bestimmter Sachverständiger - im Einvernehmen 

mit den Parteien - bestellt und mit der Begutachtung betraut, hat er den Auftrag 

grundsätzlich persönlich auszuführen. Eine Delegation seiner Aufgabe und seiner 

Verantwortung an Dritte ist nicht zulässig (Delegationsverbot). Hingegen ist der 

bestellte Sachverständige nicht verpflichtet, sämtliche für die Begutachtung not-

wendigen Tätigkeiten selber vorzunehmen. Er kann für untergeordnete Arbeiten 

Hilfspersonen heranziehen. Der Sachverständige kann darüber hinaus für die 

Ausarbeitung des Gutachtens weitere Personen unter seiner Verantwortung ein-

setzen. Zu denken ist etwa an den Einsatz eines/einer qualifizierten Mitarbei-

ters/Mitarbeiterin zur selbständigen Bearbeitung gewisser Teilaspekte des Gut-

achtens. Eine solche Weitergabe der gutachterlichen (Kern-) Aufgaben steht al-

lerdings einerseits unter dem Vorbehalt der Ermächtigung durch die auftragge-

bende Strafbehörde und ist andererseits im Gutachten transparent zu machen. 

Funktion sowie Art und Inhalt der Mitwirkung der eingesetzten Personen sind of-

fenzulegen. An der Pflicht zur persönlichen Erstattung des Gutachtens durch den 

bestellten Sachverständigen und dessen uneingeschränkter Gesamtverantwor-

tung für den Inhalt des Gutachtens ändert dies allerdings nichts" (E. 4.1.2). 

3.3. Die Staatsanwaltschaft erteilte den Auftrag zur psychiatrischen Begutach-

tung des Beschuldigten am 2. Juni 2014 an Prof. Dr. med. F._____, … der Klinik 

für Forensische Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (Urk. 

D1/6/1). Im Auftrag werden ausdrücklich auch "allfällig beigezogene Mitarbeiter" 

erwähnt, welche wie der beauftragte Gutachter selbst Art. 307 StGB zu beachten 

haben. Der Gutachter wird weiter aufgefordert bei einer Delegation zur Erstellung 

des Gutachtens an eine andere Person vorgängig mit der Verfahrensleitung 

Rücksprache zu nehmen (Urk. D1/6/1 S. 4). Die massgebenden Gesetzesbe-

stimmungen, namentlich die Strafprozessordnung selbst, sehen ausdrücklich vor, 

dass Hilfspersonen unter der Verantwortung des Gutachters eingesetzt werden 

dürfen (Art. 184 Abs. 2 lit. b und e StPO). Im Übrigen erging der Gutachtensauf-

trag an Prof. Dr. med. F._____ in Übereinstimmung mit der Vorschrift in § 27 der 

Verordnung über die psychiatrischen und psychologischen Gutachten in Straf- 

und Zivilverfahren des Kantons Zürich vom 1./8. September 2010 (PPGV; [LS 

- 14 - 

321.4]). Somit stand es Prof. Dr. med. F._____ grundsätzlich frei, eine Hilfsperson 

beizuziehen und Teilaufgaben an eine andere Fachperson des gleichen Dienstes 

zu delegieren. Einzig für eine darüberhinausgehende umfassende Delegation des 

Auftrages wäre die vorgängige Einwilligung der Staatsanwaltschaft einzuholen 

gewesen (§ 27 Abs. 1 und Abs. 2 PPGV). 

3.4. Das Gutachten über den Beschuldigten datiert vom 1. Dezember 2014 und 

ist von Dr. med. H._____, Oberärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-

therapie (Zertifikat FMH/SGFP), und Prof. Dr. med. F._____, … der Klinik für Fo-

rensische Psychiatrie (Zertifikate SGFP und DGPPN), unterzeichnet (Urk. D1/6/2 

S. 80). Im Gutachten ist angegeben, dass Frau Dr. med. H._____ den Beschul-

digten am 15. Oktober 2014 (135 Min.), am 21. Oktober 2014 (120 Min.), am 

28. Oktober 2014 (100 Min.) und am 3. November 2014 gemeinsam mit Prof. Dr. 

med. F._____ (90 Min.) exploriert hat (Urk. D1/6/2 S. 2). 

3.5. Im Lichte der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nahm Prof. Dr. 

med. F._____ am 5. April 2017 ergänzend Stellung zu Funktion, Art und Inhalt der 

Mitwirkung von Frau Dr. med. H._____ (Urk. 146). Er hielt ausdrücklich fest, dass 

Frau Dr. med. H._____ von ihm als Hilfsperson beigezogen worden sei. Sie habe 

den Beschuldigten längere Zeit exploriert als er, was im Fall des Beizugs einer 

Hilfsperson regelhaft der Fall sei, jedoch nicht bedeute, dass er sich kein eigenes 

Bild über die zentralen und für die zu bearbeitenden Fragestellungen unmittelbar 

relevanten Sachverhalte gemacht habe bzw. habe machen können. Vielmehr die-

ne der Beizug einer Hilfsperson dazu, dass diese bestimmte Untersuchungsschrit-

te, z.B. die ausführliche Erhebung der biografischen Anamnese, durchführe, auf 

die der Gutachter in der eigenen Nachexploration Bezug nehmen könne. Dies ha-

be er in seinem Untersuchungsgespräch mit dem Beschuldigten getan. Dank der 

Vorarbeiten von Dr. med. H._____ habe er sich dabei insbesondere auf die Per-

sönlichkeits- und Delinquenzentwicklung, die Tatabläufe und prognostisch rele-

vanten Fragen konzentrieren können. Insofern seien die Vorarbeiten von Frau Dr. 

med. H._____ für ihn hilfreich, für die gezogenen Schlüsse jedoch nicht massge-

blich gewesen. Von einer Delegation des Gutachtens an Frau Dr. med. H._____ 

könne keine Rede sein. Vielmehr seien die abschliessende diagnostische Einord-

- 15 - 

nung und insbesondere die forensisch-psychiatrische Herleitung der Antworten 

auf die gutachterlichen Fragen von ihm vorgenommen worden. Vorarbeiten der 

Oberärztin seien dabei vor dem Hintergrund der eigenen Untersuchungsergebnis-

se mit ihr diskutiert und damit die inhaltlichen Vorgaben für die schriftlichen Aus-

führungen von Frau Dr. med. H._____ gegeben worden. Deren Gutach-

tensentwurf sei nachfolgend von ihm intensiv korrigiert bzw. bearbeitet worden, so 

dass die finale Version des Gutachtens seine fachliche Expertise und sein Fall-

konzept widerspiegle. Die im Fall des Beschuldigten gezogenen gutachterlichen 

diagnostischen Schlüsse, die Ausführungen zur Schuldfähigkeit und Kriminal-

prognose sowie die Massnahmenempfehlungen seien Ausdruck seiner eigenen 

Urteilsbildung (Urk. 146). 

3.6. Aufgrund dieser ausführlichen Erläuterungen von Prof. Dr. med. F._____ 

steht fest, dass er seine gutachterlichen Kernaufgaben nicht an Dr. med. H._____ 

delegiert, sondern sie als Hilfsperson beigezogen hat. Sie leistete für ihn hilfreiche 

Vorarbeiten, wozu auch Explorationsgespräche mit dem Beschuldigten, unter an-

derem zur Erhebung der biografischen Anamnese, gehören. Prof. Dr. med. 

F._____ konzentrierte sich bei seinem Untersuchungsgespräch auf die Persön-

lichkeits- und Delinquenzentwicklung, die Tatabläufe und prognostisch relevanten 

Fragen, wofür er 90 Minuten Gesprächszeit benötigte. Wie viel eigene Explorati-

onszeit ein Gutachter benötigt, hat er selbst zu entscheiden und kann nicht abs-

trakt festgelegt werden. Vorliegend erscheint die Dauer von 90 Minuten jedenfalls 

nicht unangemessen. Der Einsatz von Dr. med. H._____ geht auch angesichts 

der längeren Untersuchungsgespräche nicht über denjenigen einer Hilfsperson 

hinaus. Prof. Dr. med. F._____ stellte klar, dass er selbst die Hauptaspekte des 

Gutachtens erarbeitet hatte. Er nahm die abschliessende diagnostische Einord-

nung vor und leitete die Antworten auf die an ihn gestellten Fragen im Auftrag her. 

Damit erstellte er das Kernstück des Gutachtens. Hierzu gehören klarerweise 

nicht die schriftliche Zusammenfassung der Aktenlage (S. 1-29) oder die Erhe-

bung der biografischen Anamnese (S. 33-39), obwohl sie entsprechend dem von 

der Fachkommission psychiatrische und psychologische Gutachten des Oberge-

richts des Kantons Zürich (nachfolgend kurz Fachkommission genannt) verab-

schiedeten und für die Erstellung von Gutachten im Sinne der PPGV wegleiten-

- 16 - 

den Leitfaden zur Gutachtenserstellung vom 17. Juni 2014 (nachfolgend kurz Leit-

faden genannt) ebenfalls Bestandteile eines solchen Gutachtens sind, sondern 

die Befunde (S. 50-82) und die Beurteilung (S. 82 ff.). Die Beauftragung von Prof. 

Dr. med. F._____ als Sachverständiger erfolgte, um zu beurteilen, ob der Be-

schuldigte zum Tatzeitpunkt unter einer psychischen Störung litt, ob er zur Ein-

sicht in das Unrecht seiner Taten fähig war und auch fähig war, demgemäss zu 

handeln sowie um das individuelle Rückfallrisiko einzuschätzen und eine Empfeh-

lung in Bezug auf die Massnahme abzugeben. Diese Aufgaben nahm Prof. Dr. 

med. F._____ vollumfänglich wahr. Er hob hervor, dass das gesamte Gutachten 

auf seiner fachlichen Expertise und seinem Fallkonzept beruht und sein Urteil be-

treffend der diagnostischen Schlüsse, der Schuldfähigkeit, der Kriminalprognose 

und der Massnahmenempfehlung im Gutachten abgebildet ist (Urk. 146).  

3.7. Folglich kann festgehalten werden, dass das Gutachten von Prof. Dr. med. 

F._____ vom 1. Dezember 2014 im Einklang mit den bundesgerichtlichen Vorga-

ben erstellt worden ist. Dr. med. H._____ wurde vom Gutachter lediglich als Hilfs-

person beigezogen, wofür wie erwähnt keine vorgängige Ermächtigung seitens 

der Strafbehörden notwendig war, zumal der Gutachter gemäss § 27 Abs. 2 

PPGV befugt ist, ohne vorgängige Zustimmung des Auftraggebers Teile seiner 

Arbeit an andere Fachpersonen des gleichen Dienstes zu delegieren. Bei Frau Dr. 

med. H._____ handelte es sich aber gerade um eine solche Fachperson, zeichne-

te sie doch als Oberärztin der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und war ih-

rerseits im Zeitpunkt der Gutachtenserstellung selbst bereits Fachärztin für Psy-

chiatrie und Psychotherapie FMH/SGFP mit dem Zertifikat Forensische Psychiat-

rie (Urk. D1/6/2 S. 80). Die formelle Kritik der Verteidigung am Gutachten ist un-

begründet und - wie nachfolgend unter Ziffer VI aufgezeigt wird - ist das Gutach-

ten auch inhaltlich mängelfrei. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung ist 

das Gutachten somit verwertbar und die Bestellung eines anderen Gutachters zur 

Erstellung eines neuen Gutachtens damit nicht notwendig. Die entsprechenden 

Beweisanträge der Verteidigung werden demzufolge definitiv abgewiesen. 

- 17 - 

III. Sachverhalt 

1. Anklage 

In Bezug auf den Anklagevorwurf gemäss Dossier 1 kann auf die Zusammenfas-

sung im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 121 S. 15-16 

Ziff. II.1.1). Der detaillierte dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalt ergeht 

aus der Anklageschrift vom 17. April 2015 (Urk. D1/24 S. 3-6 Ziff. 1.4-1.18). Das 

Dossier 2 (Raub zum Nachteil von D._____, Privatkläger 2) ist in Bezug auf den 

Sachverhalt und die rechtliche Würdigung nicht mehr Gegenstand des Beru-

fungsverfahrens, weshalb sich die nachfolgenden Erwägungen zum Sachverhalt 

nur noch auf die Anklagevorwürfe in Dossier 1 beziehen. 

2. Standpunkt des Beschuldigten 

Der Beschuldigte ist bezüglich des Sachverhalts mehrheitlich geständig und be-

streitet diesen wie bereits vor Vorinstanz lediglich in einzelnen Punkten 

(Urk. D1/98 S. 6 ff., Urk. 161 S. 5 ff.). Hauptsächlich bestritten werden die Vorwür-

fe in den Ziffern 1.14 und 1.18 der Anklageschrift. So stellte der Beschuldigte wie 

bereits an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung auch anlässlich der Beru-

fungsverhandlung in Abrede, den verstorbenen †G._____ gewürgt, die in Ziffer 

1.14 aufgeführten Verletzungen verursacht und den Tod von †G._____ in Kauf 

genommen zu haben (Prot. I S. 70-73, Prot. II S. 30-32). 

3. Beweismittel 

3.1. Im Lauf der Untersuchung wurden diverse Beweismittel erhoben. Zur Er-

stellung des Sachverhalts dienen hauptsächlich das Gutachten und das Ergän-

zungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin [nachfolgend IRM] vom 11. No-

vember 2014 bzw. 23. März 2015 (inklusive Obduktionsprotokoll und Bildmappe 

des Ganzkörper-CT und Hirn-MRI; Urk. D1/7/3 und Urk. D1/7/8) zum Todesfall 

von †G._____, die Fotodokumentation des Forensischen Instituts Zürich vom 

8. Mai 2014 (Urk. D1/7/4), das morphometrische Gutachten des IRM vom 

15. Dezember 2014 (Urk. D1/7/9) und die Aussagen des Beschuldigten sowie der 

an der Nötigung ebenfalls beteiligten Personen und ehemals Mitbeschuldigten: 

- 18 - 

E._____, I._____ und J._____ (Urk. D1/2/1-7, D1/3/1-3, D1/4/1-3, Prot. I S. 18 ff., 

Prot. II S. 11 ff.).  

3.2. Die Verteidigung macht geltend, dass die Einvernahmen der Jugendlichen 

J._____ und I._____ (Urk. D1/4/1-3) sowie sämtliche rein polizeilichen Einver-

nahmen von Auskunftspersonen (Urk. D1/5/5-22) zufolge Verletzung von Art. 147 

StPO nicht zulasten des Beschuldigten verwertet werden dürften (Urk. D1/98 

S. 8). Es ist ihr darin zuzustimmen, dass die polizeilichen Einvernahmen der Aus-

kunftspersonen in den Urk. D1/5/5-22 nicht zulasten des Beschuldigten verwert-

bar sind. Es handelt sich dabei um polizeiliche Befragungen zu Ermittlungszwe-

cken im Sinne von Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO und Art. 179 Abs. 1 StPO. Die Teil-

nahmerechte gemäss Art. 147 StPO sind dabei zwar, wie aus dem Wortlaut von 

dessen Absatz 1 hervorgeht, nicht zu gewähren ("Beweiserhebungen durch die 

Staatsanwaltschaft und die Gerichte"), jedoch wären für die Verwertbarkeit der 

polizeilichen Befragungen zulasten des Beschuldigten spätere staatsanwaltschaft-

liche Einvernahmen notwendig gewesen, dannzumal unter Wahrung der Teilnah-

merechte gemäss Art. 147 StPO. Weitere Ausführungen hierzu erübrigen sich je-

doch, da die Aussagen dieser Auskunftspersonen (D1/5/5-22) ohnehin nichts zur 

Sachverhaltserstellung beitragen. 

3.3. Entgegen Verteidigung und Vorinstanz sind jedoch sämtliche Aussagen 

von J._____ und I._____ auch zulasten des Beschuldigten verwertbar. Die straf-

rechtliche Verfolgung der beiden Jugendlichen erfolgte in einem separaten Straf-

verfahren im Sinne der Jugendstrafprozessordnung. Wie das Bundesgericht be-

reits mehrfach festhielt, gilt der Anspruch auf Teilnahme an Beweiserhebungen 

gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO nicht in getrennt geführten Verfahren gegen andere 

beschuldigte Personen. Die Aussagen von in anderen Verfahren beschuldigten 

Personen können jedoch nur dann zulasten einer beschuldigten Person verwertet 

werden, wenn Letztere wenigstens einmal angemessen und hinreichende Gele-

genheit hatte, die sie belastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an 

die Beschuldigten in den getrennten Verfahren zu stellen (BGE 141 IV 220 

E. 4.3.2, BGE 140 IV 172 E. 1.2.3 und 1.3 mit Hinweisen). Diese Gelegenheit hat-

te der Beschuldigte A._____ an der Konfrontationseinvernahme mit E._____, 

- 19 - 

I._____ und J._____ am 27. Mai 2014 (Urk. D1/2/2). Damit ist dem Konfrontati-

onsrecht Genüge getan und sind die Einvernahmen von J._____ und I._____ 

(Urk. D1/4/1-3) auch zulasten des Beschuldigten uneingeschränkt verwertbar. Da-

ran ändert auch die Tatsache nichts, dass die dritte Befragung von I._____ vom 

5. März 2015 (Urk. D1/4/3) nach der Konfrontation mit dem Beschuldigten statt 

fand, zumal I._____ anlässlich dieser Einvernahme keine grundsätzlich neuen, 

den Beschuldigten belastenden Ausführungen machte. 

4. Würdigung Aussageverhalten 

4.1. Zu den Grundsätzen der Beweiswürdigung, den Ausführungen zur Glaub-

würdigkeit der befragten Personen sowie zur Beurteilung der Glaubhaftigkeit von 

deren Aussagen kann auf die ausführlichen und zutreffenden vorinstanzlichen 

Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 121 S. 18-24 Ziff. II.2.). 

In Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen von E._____, J._____ und I._____ 

ist an dieser Stelle nochmals zu betonen, dass sie am Überfall auf †G._____ be-

teiligt waren, sich wegen Nötigung und Unterlassung der Nothilfe zu verantworten 

hatten und sich alle drei durch ihre Aussagen empfindlich selbst belasteten, was 

deutlich für die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen spricht.  

4.2. E._____ stellte sich rund eine Woche nach dem Überfall auf †G._____ den 

Strafbehörden und erzählte anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 13. Mai 

2014 spontan, zusammenhängend, ausführlich, sehr detailliert und individuell ge-

prägt, was sich am 6. Mai 2014 zugetragen habe. Er gab unumwunden zu, dass 

es seine Idee gewesen sei, †G._____ "abzuzocken" und er den Beschuldigten 

und J._____ hierzu aufgeboten habe. Er habe das Marihuana in der Wohnung 

von †G._____ an sich genommen, er habe sich das vom Beschuldigten aufge-

nommene Video des verletzten †G._____ angeschaut und habe gehofft, dass die-

ser wieder aufstehe und weiterleben könne (Urk. D1/3/1). Seine Aussagen blie-

ben im Laufe der Untersuchung im Kerngeschehen stets konstant und sind insge-

samt schlüssig (Urk. D1/2/2 S. 3-9, D1/3/3, Prot. I S. 39 ff.).  

4.3. J._____ wurde noch am selben Tag wie E._____ erstmals befragt. Er 

schilderte das Geschehen vom 6. Mai 2014 ebenfalls von sich aus, zusammen-

- 20 - 

hängend und detailliert. Von Beginn weg erklärte er, dass er zugesagt habe, sich 

am Ausnehmen des Hanfpapstes zu beteiligen. Er habe hierfür einen Pfefferspray 

mitgenommen, er habe ebenfalls das vom Beschuldigten aufgenommene Video 

des verletzten †G._____ gesehen und habe danach Schuldgefühle gehabt 

(Urk. D1/4/1). Auch an der Konfrontationseinvernahme vom 27. Mai 2014 blieb er 

bei seinen Aussagen und beschrieb nochmals ausführlich den Ablauf des Tatge-

schehens (Urk. D1/2/2 S. 18-24).  

4.4. I._____ wurde am 16. Mai 2014 erstmals zur Sache befragt. Aus seinen 

Aussagen geht deutlich hervor, dass er bei der Einvernahme sehr aufgewühlt war. 

Dementsprechend gefühlsgeprägt fielen seine Aussagen aus. Sie muten teilweise 

wirr und beinahe übertrieben an, wirken aber gerade hierdurch sehr authentisch 

und aufrichtig. Wie bereits E._____ schilderte I._____ die Vorkommnisse vom 

6. Mai 2014 sehr detailliert und ohne Umschweife. Er gab ebenfalls von Anfang 

an zu, dass sie zu viert den Hanfpapst hätten ausnehmen wollen. Er beschrieb im 

Einzelnen, wie sie sich zuvor maskiert hätten und wie sie sich danach den Film 

des Beschuldigten angeschaut hätten, wie er sich dabei gefühlt habe und dass er 

gedacht habe, †G._____ werde sterben (Urk. D1/4/2). Seine Aussagen wiederhol-

te er nochmals anlässlich der beiden weiteren Einvernahmen vom 27. Mai 2014 

und 5. März 2015 (Urk. D1/2/2 S. 9-17, D1/4/3).  

4.5. Demgegenüber machte der Beschuldigte immer nur stückchenweise An-

gaben, widersprach sich mehrfach und war augenscheinlich daran interessiert, 

sich in einem besseren Licht darzustellen. Seine ersten Schilderungen des Tatge-

schehens in der Einvernahme vom 15. Mai 2014 weichen massiv von denjenigen 

an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ab. Im Laufe der Untersuchung nahm 

der Beschuldigte immer wieder Anpassungen in seinen Aussagen vor und ver-

strickte sich in Widersprüchen und offensichtlichen Schutzbehauptungen. Die Vor-

instanz veranschaulichte das Aussageverhalten des Beschuldigten einerseits mit-

tels dessen Angaben im Zusammenhang mit dem Fusstritt gegen den am Boden 

liegenden †G._____, andererseits anhand seiner Aussagen, weshalb er †G._____ 

gefilmt habe und dass er in Panik und schockiert gewesen sei (Urk. 121 S. 22-24 

Ziff. II.2.4.3.2.-4). Auf diese akkuraten Ausführungen kann verwiesen werden und 

- 21 - 

in Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass das Aussageverhal-

ten des Beschuldigten erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen 

weckt und gegen die Richtigkeit seiner Darstellung spricht (Urk. 121 S. 24 

Ziff. II.2.4.4). 

5. Einwände der Verteidigung 

5.1. Die Verteidigung äusserte im erstinstanzlichen wie auch im zweitinstanzli-

chen Verfahren mehrheitlich dieselben Einwände bezüglich des Anklagesachver-

halts (Urk. D1/98 S. 6-8; Urk. 161 S. 5-22). Die Vorinstanz setzte sich mit jedem 

einzelnen Einwand gewissenhaft auseinander und würdigte die zur Verfügung 

stehenden Beweismittel eingehend (Urk. 121 S. 24-63 Ziff. II.3). Um unnötige 

Wiederholungen zu vermeiden, wird daher auf diese zutreffenden vorinstanzli-

chen Erwägungen verwiesen und beschränken sich die nachfolgenden Ausfüh-

rungen auf die grundlegendsten Einwände der Verteidigung. Im Übrigen ist auf 

die Korrekturen und Präzisierungen des Anklagesachverhalts unter Ziff. I.4 des 

vorinstanzlichen Urteils hinzuweisen, welche richtigerweise vorgenommen wurden 

(Urk. 121 S. 13 f.). 

5.2. Der Argumentation der Verteidigung folgend erstellte die Vorinstanz auf-

grund der übereinstimmenden Aussagen des Beschuldigten mit denjenigen von 

J._____, I._____ und E._____ den Sachverhalt in Anklageziffer 1.10 dahinge-

hend, dass der Beschuldigte nicht an E._____ vorbei rannte, sondern lediglich an 

ihm vorbei ging (Urk. 121 S. 26-28 Ziff. II.3.6). Auch in Anklageziffer 1.13 ging das 

Bezirksgericht in Übereinstimmung mit der Verteidigung und in leichter Abwei-

chung vom Anklagesachverhalt davon aus, dass †G._____ durch einen der hefti-

gen Faustschläge des Beschuldigten gegen den Kopf zuerst noch taumelte, sich 

am Tisch festzuhalten versuchte und erst dann unkontrolliert nach hinten umfiel 

und mit seinem Hinterkopf ungebremst auf dem Holzboden seiner Wohnung auf-

schlug, wo er rücklings liegen blieb (Urk. 121 S. 39-42 Ziff. II.3.9). Sodann korri-

gierte das Bezirksgericht den Anklagesachverhalt in den Ziffern 1.15 und 1.16 zu-

gunsten des Beschuldigten dahingehend, dass dieser, nachdem †G._____ am 

Boden lag, zuerst im Hausflur seine Kollegen anrief, dann zurück in die Wohnung 

ging, den am Boden liegenden †G._____ filmte und anschliessend mit einer weite-

- 22 - 

ren Portion Marihuana das Haus verliess (Urk. 121 S. 53 Ziff. II.3.11.5.1). Diesen 

geringen Korrekturen bzw. Präzisierungen des Anklagesachverhalts und den ent-

sprechenden zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ist nichts hinzuzufügen.  

5.3. Die Verteidigung machte zwar zur Anklageziffer 1.11 geltend, dass der Be-

schuldigte selbst einen grossen Teil des von ihm versprühten Tränengassprays 

abbekommen habe (Urk. 161 S. 7), so dass er nicht gesehen habe, dass E._____ 

zwischenzeitlich das Marihuana erfolgreich entwendet habe und geflohen sei 

(Urk. D1/98 S. 7), anerkannte aber die erstinstanzliche Verurteilung wegen Nöti-

gung, die auf diesem Sachverhaltsabschnitt gründet (Urk. 131 S. 2). Die Vo-

rinstanz führte hierzu zusammengefasst aus, dass aufgrund der Aussagen des 

Beschuldigten sowie der übrigen Beteiligten erstellt sei, dass der Beschuldigte 

den Pfefferspray †G._____ ins Gesicht gesprüht habe (Urk. 121 S. 20). Der Vo-

rinstanz ist weiter beizupflichten, dass erwiesen ist, dass †G._____ und nicht der 

Beschuldigte den grossen Teil des Pfeffersprays abbekommen hatte und dadurch 

massiv beeinträchtigt war und dass das Ziel des Pfeffersprayeinsatzes mithin war, 
†G._____ widerstandsunfähig zu machen, um das Marihuana ohne zu bezahlen 

zu behändigen (Urk. 121 S. 31 Ziff. II.3.7). Die vorinstanzliche Beweiswürdigung 

ist überzeugend, so dass von ihren Schlussfolgerungen ohne weiteres auszuge-

hen ist. Ebenfalls erstellt ist, dass der Beschuldigte, wie er selbst sagte, zu jenem 

Zeitpunkt mitbekommen hat, dass E._____ hinausgerannt war (Urk. D1/2/3 S. 5).  

5.4. Nach der Flucht von E._____ aus der Wohnung gilt als erstellt, dass 
†G._____ wie in Anklageziffer 1.12 geschildert eine Schere in die Hand genom-

men hatte. Die Verteidigerin bestritt aber, dass †G._____ die Schere zu seiner 

Verteidigung ergriffen habe. Es sei nicht nachvollziehbar, gegen was sich 
†G._____ hätte verteidigen sollen. Weder der Beschuldigte noch E._____ seien 

bewaffnet gewesen und gegen den Pfefferspray sei auch eine Schere wertlos 

(Urk. D1/98 S. 7). Diese Argumentation erscheint angesichts der Lage, in der sich 
†G._____ zu diesem Zeitpunkt befand, geradezu höhnisch. †G._____ wurde in 

seiner eigenen Wohnung überfallen. Er sah sich völlig überraschend zwei jungen 

mit Schal und Brille maskierten Männern gegenüber, wobei zwei männliche Ju-

gendliche noch im Hintergrund standen. Nachdem †G._____ wieder zurück in sei-

- 23 - 

ne Wohnung gegangen war, sprühte ihm der Beschuldigte, der ebenfalls in die 

Wohnung eingetreten war, Pfefferspray ins Gesicht, so dass er vorübergehend 

ausser Gefecht gesetzt war. In der Folge ergriff †G._____ die nahe liegende 

Schere. Davon ist, da unbestritten, ebenfalls auszugehen (Urk. 121 S. 32-36). Es 

ist somit angesichts der erstellten Umstände offensichtlich, dass †G._____ die 

Schere in dieser Situation zu seiner Verteidigung behändigte, wovon zu Recht 

auch die Vorinstanz ausging (Urk. 121 S. 37).  

5.5. Der Beschuldigte machte zu diesem Anklagepunkt namentlich geltend, er 

habe sich verteidigen müssen. Er habe gesehen, wie †G._____ mit einer Schere 

auf ihn losgegangen sei und er habe Angst um sein Leben gehabt. Er habe da-

raufhin mit dem rechten Fuss in die Hand gekickt, wo die Schere gewesen sei und 

dann habe er †G._____, da ihm dieser sehr nahe gewesen sei, aus Reflex drei 

Fäuste gegeben (Prot. I S. 54). Wie die Vorinstanz korrekt ausführte, sind die 

Aussagen des Beschuldigten betreffend seine Angst dürftig und wenig realistisch 

(Urk. 121 S. 36 f.). In Bezug auf den angeblichen Angriff von †G._____ fällt bei 

den Aussagen des Beschuldigten auf, wie er den Angriff im Laufe der Untersu-

chung zunehmend bedrohlicher schilderte. Trotzdem ging die Vorinstanz zuguns-

ten des Beschuldigten davon aus, dass sich dieser, wohl um sich seinerseits zu 

wehren, mit der Schere auf den Beschuldigten zubewegt hatte (Urk. 121 S. 38). 

Aufgrund der erheblichen Beeinträchtigung von †G._____ durch den Pfefferspray 

kann mit der Vorinstanz hingegen keine Rede sein von einem gezielten Angriff, 

einem schnellen präzisen Losstürmen und einer unmittelbaren Bedrohung durch 

einen Stich von †G._____ gegen den Beschuldigten (Urk. 121 S. 37 f.). Der Vo-

rinstanz ist zudem darin zuzustimmen, dass es dem Beschuldigten ohne Weiteres 

offen gestanden wäre, die Wohnung zu verlassen und zu flüchten. Stattdessen 

entschied sich der Beschuldigte dafür, einen gezielten Fusskick gegen die linke 

Hand von †G._____ auszuführen, wodurch die Schere wegflog, und doppelte so-

gleich mit einem Faustschlag sowie nach einer kurzen Pause mit zwei weiteren 

Faustschlägen ins Gesicht bzw. auf die Schläfen von †G._____ nach. Diese 

Schläge wurden entgegen der Behauptung der Verteidigung gezielt ausgeführt 

(Urk. 161 S. 7). So schilderte der Beschuldigte selbst, wie er mit der linken Faust 

gegen das rechte Auge von †G._____ geschlagen habe und dann, als dieser et-

- 24 - 

was zurückgewichen sei, er ihm noch einen Schlag rechts an die Schläfe und ei-

nen Schlag links an die Schläfe verpasst habe (Urk. D1/2/3 S. 7 f.). Die von der 

Verteidigung bestrittene Heftigkeit der Schläge (Urk. 161 S. 8) ist angesichts des 

nachstehend geschilderten Verletzungsbildes im Gesicht von †G._____ (Ziff. 5.7) 

erwiesen und wird ausserdem durch den Umstand gestützt, dass sich der Be-

schuldigte bei der Austeilung der Schläge den Daumen brach (Prot. I S. 55; 

Urk. 161 S. 7). Er selbst sprach anlässlich der Schlusseinvernahme davon, dass 

er †G._____ mehrere heftige Schläge ins Gesicht gegeben habe (Urk. D1/2/7 

S. 4). Bei diesen mehrfachen, gezielt ausgeführten und heftigen Schlägen handel-

te es sich mitnichten um im Schockzustand ausgeführte Reflexhandlungen. Der 

sorgfältigen Beweiswürdigung der Vorinstanz ist auch in diesem Punkt vollum-

fänglich zu folgen, welche detailliert und schlüssig darlegt, dass die vom Beschul-

digten behauptete Panik als Ursache für sein Vorgehen gegen †G._____ eine rei-

ne Schutzbehauptung darstellt und dass der Beschuldigte sich bewusst zum Blei-

ben und gegen einen Rückzug aus der Wohnung entschied (Urk. 121 S. 38 f.). 

5.6. Wie schon erwähnt erstellte die Vorinstanz den Sachverhalt in Anklagezif-

fer 1.13 in leichter Abweichung zur Anklageschrift und zugunsten des Beschuldig-

ten dahingehend, dass †G._____ durch einen dieser heftigen Faustschläge gegen 

den Kopf erst noch taumelte, sich am Tisch festzuhalten versuchte, dann unkon-

trolliert nach hinten umfiel und mit seinem Hinterkopf ungebremst auf dem Holz-

boden seiner Wohnung aufschlug, wo er rücklings liegen blieb (Urk. 121 S. 42 

Ziff. II.3.9.4). Die Verteidigung bestreitet, dass der Sturz adäquat kausal durch die 

Schläge verursacht worden sei. †G._____ habe sich am Tisch festgehalten, womit 

der Kausalverlauf unterbrochen worden sei (Urk. 161 S. 9-12). Ob der adäquate 

Kausalzusammenhang gegeben ist, entscheidet sich anhand des Verhaltens des 

Täters, welches geeignet sein muss, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 

den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen 

oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz 

aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers beziehungs-

weise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzu-

treten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart 

schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des 

- 25 - 

Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren, namentlich 

das Verhalten des Angeschuldigten, in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56 

E. 2.1, mit Hinweisen). Auch wenn neben die erste Ursache andere treten und die 

Erstursache in den Hintergrund drängen, bleibt sie adäquat kausal, solange sie im 

Rahmen des Geschehens noch als erheblich zu betrachten ist, solange nicht eine 

Zusatzursache derart ausserhalb des normalen Geschehens liegt, derart unsinnig 

ist, dass damit nicht zu rechnen war (Urteil des Bundesgerichts 6B_515/2016 vom 

29. Mai 2017 E. 2.4.2 S. 7). Es erscheint nicht nachvollziehbar, inwiefern der Um-

stand, dass †G._____ erst noch taumelte und sich versuchte, am Tisch festzuhal-

ten, bevor er dann umfiel, geeignet sein soll, den Kausalverlauf zwischen den 

vom Beschuldigten ausgeteilten Schlägen und dem Sturz zu unterbrechen. Drei 

heftige Faustschläge gegen den Kopf, insbesondere die Schläfen, sind ohne Wei-

teres geeignet, zumal das Opfer durch den Pfefferspray beeinträchtigt war, und 

führten dann auch vorliegend dazu, dass der Geschlagene zu Boden fiel. Eine 

andere "Zusatzursache" zu den heftigen Schlägen gegen den Kopf im Sinne der 

zitierten Rechtsprechung ist vorliegend jedenfalls nicht ersichtlich. Im Übrigen ist 

der Staatsanwaltschaft beizupflichten, dass die Verteidigung, indem sie den An-

trag auf Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung stellte, den Tötungsvorgang als 

solchen anerkannte (Prot. II S. 41 f.), denn auch der objektive Tatbestand der 

fahrlässigen Tötung setzt die Kausalität zwischen Tötungshandlung und Tod vo-

raus. 

5.7. Das folgende durch das Gutachten des IRM vom 11. November 2014 be-

wiesene Verletzungsbild des Anklagesachverhalts in den Ziffern 1.12, 1.13 und 

1.18 blieb unbestritten: Infolge der Faustschläge des Beschuldigten gegen das 

Gesicht von †G._____ erlitt Letzterer eine Nasenbeinfraktur, eine Augenhöhlen-

bodenfraktur rechts, verschiedene Hautunterblutungen und eine Rissquetsch-

wunde unterhalb des rechten Auges (Urk. D1/7/3 S. 3 und S. 6). Einer der Faust-

schläge des Beschuldigten bewirkte, dass †G._____ nach hinten umfiel und mit 

seinem Hinterkopf auf dem Boden aufschlug, was zu einem Schädelbruch im Be-

reich des linken Schläfen-/Scheitelbereichs führte (Urk. D1/7/3 S. 3 und 6). In der 

Folge bildete sich an dieser Stelle ein Epiduralhämatom, welches im weiteren 

Verlauf in den frühen Morgenstunden des 7. Mai 2014 infolge der hirndruckbe-

- 26 - 

dingten zentralen Atemlähmung zum Tod von †G._____ führte (Urk. D1/7/3 S. 3 

und 5).  

5.8. Nebst den bereits genannten Verletzungen wies †G._____ Rippenbrüche 

der 2. bis 6. Rippe links, Einblutungen der Halsmuskulatur und des Unterhautfett-

gewebes am Hals rechtsbetont sowie punktförmige Einblutungen der Augenbin-

dehäute auf (Urk. D1/7/3 S. 3 f.), welche Eingang in Anklageziffer 1.14 fanden. 

Als Entstehungsursache für die Haut- und Muskeleinblutungen am Hals kommen 

gemäss IRM Schläge und Tritte oder ein Würgen in Frage. Letzteres würde ge-

mäss Gutachten auch die Stauungsblutungen in den Augenbindehäuten erklären. 

Bezüglich der Rippenbrüche hielt das IRM fest, dass das Knien auf den Brustkorb 

derartige Verletzungen bewirken würde (Urk. D1/7/3 S. 6 f.).  

5.9. Der Beschuldigte bestritt sowohl während der Untersuchung als auch im 

erstinstanzlichen und zweitinstanzlichen Verfahren, sich auf †G._____ gekniet und 

ihn gewürgt zu haben (Urk. D1/2/7 S. 5, Prot. I S. 70 f., Prot. II S. 31 f.). Anlässlich 

der erstinstanzlichen Verhandlung sagte er, er könne sich nicht erklären, wie die-

se Verletzungen entstanden seien. Seine Vermutung sei, dass nach ihm noch je-

mand anderes in die Wohnung gegangen sei. Wer das gewesen sein könnte, wis-

se er auch nicht. Er verneinte, dass es E._____, J._____ oder I._____ gewesen 

seien. Auf die Frage, weshalb eine unbeteiligte Person in eine Wohnung gehen 

sollte, wo ein Mensch schwerletzt und im Sterben liege und dann gegen diese 

Person auch noch Gewalt ausüben sollte, antwortete er, dass, wie das Gericht 

wisse, †G._____ ein bekannter Mensch gewesen sei. In Winterthur habe ihn jeder 

gekannt. Mehr könne er dazu nicht sagen (Prot. I S. 71 f.). Die Verteidigung führte 

hierzu aus, dass der Beschuldigte die Wohnungstüre von †G._____ beim Verlas-

sen nicht abgeschlossen habe. Es hätte jederzeit eine Drittperson die Wohnung 

betreten können. Dass es sich bei †G._____ um eine in der Öffentlichkeit umstrit-

tene Persönlichkeit handle, sei erwiesen. In all den Jahren, in denen er für gewis-

se Dinge und Meinungen öffentlich eingestanden sei, habe er sich sicherlich nicht 

nur Freunde geschaffen. Es könne daher nicht ausgeschlossen werden, dass sich 

tatsächlich eine Drittperson Zutritt zur Wohnung verschafft habe und ihm die ein-

geklagten Verletzungen zugefügt habe (Urk. D1/98 S. 13 f.). Anlässlich der Beru-

- 27 - 

fungsverhandlung machte die Verteidigung in diesem Zusammenhang geltend, 

dass in der Wohnung von †G._____ auf dem Plattenboden im Eingangsbereich 

eine Schuhabdruck-Spur-Referenzsohle 17906 ADIDAS gefunden worden sei. 

Weder der Beschuldigte noch E._____ hätten zum Tatzeitpunkt Adidas Turn-

schuhe getragen, sondern NIKE. Die anderen beiden Mittäter seien nachweislich 

nie in der Wohnung gewesen. Zudem seien am Türblatt aussen, oberhalb der 

Türfalle, diverse zum Teil unbekannte daktyloskopische Spuren gefunden worden 

(Urk. 161 S. 13). 

5.10. Wie auch die Vorinstanz zutreffend festhält ist die Hypothese, dass eine 

Drittperson †G._____ diese Verletzungen zugefügt haben soll, völlig abwegig. 

Selbst wenn †G._____ Feinde gehabt hätte, so erscheint es gänzlich unwahr-

scheinlich, dass einer dieser Feinde gerade zu besagtem Tag und Zeitpunkt, die 

Wohnung von †G._____ aufgesucht, sich Zugang zum Haus verschafft - es hätte 

jemand den Türöffner betätigen müssen - und dem bereits schwer verletzt am 

Boden liegenden †G._____ zusätzliche schwere Verletzungen zugefügt hätte. Die 

von der Verteidigung vorgebrachten Spuren, die Schuhabdruckspur (Urk. D1/9/8 

S. 5) und die daktyloskopischen Spuren an der Wohnungstüre (Urk. D1/9/13 S. 4 

f.) können von irgendeiner Person stammen, welche †G._____ zu einem beliebi-

gen Zeitpunkt besucht hat und weise nicht auf eine Drittperson hin. Es ist daher 

der Vorinstanz beizupflichten, dass diese Theorie der Dritttäterschaft jeglicher 

realistischer Grundlage entbehrt (Urk. 121 S. 46). Zudem ist durch den Vergleich 

eines aus dem Mobiltelefon des Beschuldigten extrahierten Miniaturbilds von 
†G._____ und den Fotografien von †G._____ anlässlich der Spurensicherung be-

legt, dass †G._____ sich nicht mehr bewegte bzw. bewegt wurde, nachdem der 

Beschuldigte dessen Wohnung verliess. Mit Ausnahme des linken Arms wurde 
†G._____ in der genau gleichen Position aufgefunden, wie ihn der Beschuldigte 

fotografiert hatte (Urk. D1/7/7, D1/7/6 S. 4). Dies spricht ebenfalls gegen ein zu-

sätzliches Einwirken durch eine andere Person. Damit verbleiben keine vernünfti-

gen Zweifel, dass der Beschuldigte †G._____ die genannten Verletzungen zufüg-

te.  

- 28 - 

5.11. Weil auch das IRM festhielt, dass die Verletzungen auch anders als durch 

das Knien auf dem Brustkorb und das Würgen hätten entstanden sein können 

und der Beschuldigte kategorisch bestreitet, diese Verletzungen verursacht zu 

haben, muss offen bleiben, auf welche Weise genau der Beschuldigte auf 
†G._____ eingewirkt hatte, um die festgestellten, in der Anklage noch auf ein 

Würgen und auf den Oberkörper Knien zurückgeführten, Verletzungen von 
†G._____ herbeizuführen. Anklageziffer 1.14 ist somit dahingehend erstellt, dass 

der Beschuldigte nebst den Faustschlägen weiter körperlich in unbekannter Wei-

se auf †G._____ einwirkte, wodurch dieser Rippenbrüche der Rippen 2 bis 6 links, 

Einblutungen der Halsmuskulatur und des Unterhautfettgewebes am Hals rechts-

betont sowie punktförmige Einblutungen der Augenbindehäute erlitt.  

5.12. In Anklageziffer 1.15 wird dem Beschuldigten unter anderem vorgeworfen, 

er habe dem am Boden liegenden, blutüberströmten, †G._____ mindestens einen 

heftigen Fusstritt gegen die linke Wange versetzt, wobei er diesen Vorgang mit 

seinem Mobiltelefon fotografiert und gefilmt habe (Urk. D1/24 S. 5). Die Verteidi-

gung machte geltend, dass der Beschuldigte erschrocken sei, weil †G._____ ihm 

während der Videoaufnahme an die Füsse gegriffen habe, weshalb der Beschul-

digte einen Sprung nach links gemacht habe und so unbeabsichtigt †G._____ an 

der linken Wange mit seinem rechten Fuss erwischt habe (Urk. D1/98 S. 14). Der 

Beschuldigte selbst erwähnte den "Fusstritt" in seiner ersten Einvernahme noch 

gar nicht (Urk. D1/2/1). Nachdem er mit den Aussagen, insbesondere denjenigen 

von I._____ konfrontiert worden war, sprach er davon, dass er †G._____ einen 

Kick gegen den Kopf gegeben habe (Urk. D1/2/2 S. 26). Anlässlich der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung schwächte er seine bisherige Aussage dahinge-

hend ab, dass er †G._____ während dem Sprung mit dem Fuss versehentlich ge-

troffen hätte (Prot. I S. 63 f.). 

5.13. I._____ sagte bereits in seiner ersten Befragung aus, auf dem Video sei zu 

sehen gewesen, dass der Beschuldigte †G._____ ins Gesicht kicke. Dies bestätig-

te er auch in seinen folgenden Einvernahmen (Urk. D1/4/2 S. 10, Urk. D1/2/2 

S. 15, Urk. D1/4/3 S. 11). Bereits aus der Wortwahl von I._____ ergeht, dass es 

sich nicht um ein versehentliches Berühren des Gesichts von †G._____ mit dem 

- 29 - 

Fuss handelte, sondern der Beschuldigte †G._____ aktiv einen Tritt verpasste. 

Dies wird bestätigt durch das morphometrische Gutachten des IRM vom 15. De-

zember 2014. Darin wird Bezug genommen auf die im Gutachten des IRM vom 

11. November 2014 festgestellten streifigen parallel zueinander liegenden 

Hauteinblutungen auf dem linken Jochbeinbogen von †G._____ (Urk. D1/7/3 S. 3, 

D1/7/9 S. 4). Das morphometrische Gutachten hielt im Ergebnis fest, dass diese 

Verletzungsbefunde im Bereich der linken Wange von †G._____ mit Teilen des 

rechten Schuhsohlenprofils des Schuhpaars des Beschuldigten in Mass und Form 

übereinstimmen (Urk. D1/7/9 S. 6). Dass sich das Schuhprofil der Schuhe des 

Beschuldigten auf der Wange von †G._____ abzeichnete, spricht ebenfalls für ei-

nen heftigen Tritt. Aufgrund dieser Beweislage ist hinreichend erstellt, dass der 

Beschuldigte †G._____ absichtlich einen heftigen Fusstritt gegen die linke Wange 

versetzte.  

5.14. Bei Anklageziffer 1.17 ist erneut den schlüssigen Erwägungen der Vo-

rinstanz zu folgen (Urk. 121 S. 55-60 Ziff. II.3.12.1 ff.), dass bewiesen ist, dass 

der Beschuldigte blutverschmierte Hände und Schuhe hatte, als er aus dem Haus 

kam. Dies ergeht aus den übereinstimmenden, authentischen und nachvollzieh-

baren Aussagen von E._____, J._____ und I._____. Zudem ist dem Bezirksge-

richt darin zuzustimmen, dass die Art, wie der Beschuldigte den übrigen Beteilig-

ten das Video zeigte, bei diesen den Anschein erweckte, er habe es aus Stolz 

zeigen wollen. Offen gelassen werden muss das Motiv des Beschuldigten für die 

Aufnahme und das Vorzeigen des Films, namentlich weil es der Beschuldigte so-

fort wieder löschte (Urk. 121 S. 60 f. Ziff. II.3.12.4.2).  

5.15. Betreffend die letzte Anklageziffer 1.18 wurde von der Verteidigung aus-

drücklich bestritten, dass der Beschuldigte massiv gewalttätig auf †G._____ ein-

gewirkt habe und dass er den Tod von †G._____ in Kauf genommen habe 

(Urk. D1/98 S. 8). Dem Aufbau des vorinstanzlichen Urteils folgend wird der zwei-

te Einwand, der sich auf den subjektiven Sachverhalt bezieht, im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung behandelt (Urk. 121 S. 63 Ziff. II.3.13.5; vgl. nachstehend 

Ziff. IV). 

- 30 - 

5.16. Bereits aufgrund der im Gutachten des IRM festgehaltenen Verletzungen 

ist erstellt, dass der Beschuldigte massiv gewalttätig auf †G._____ einwirkte. Letz-

terer erlitt durch die Faustschläge und den Fusstritt sowie durch das weitere ge-

walttätige Wirken des Beschuldigten einen Nasenbeinbruch, eine Augenhöhlen-

bodenfraktur, diverse Hautunterblutungen, eine Rissquetschwunde, mehrere Rip-

penbrüche und einen Schädelbruch mit der Folge eines Epiduralhämatoms, infol-

gedessen †G._____ schliesslich verstarb (Urk. D1/7/3). Die Fotos vom 6. Mai 

2014, welche beim Auffinden des Verstorbenen aufgenommen wurden, zeichnen 

das Bild zu den im Gutachten festgestellten Verletzungen und zeugen von der 

massiven Gewalt, welche der Beschuldigte gegen †G._____ verübte (Urk. D1/8/1 

S. 27 ff.).  

5.17. Der Beschuldigte selbst nahm einen Film auf, auf welchem er den prekären 

Zustand von †G._____ festhielt und den er in der Folge E._____, J._____ und 

I._____ zeigte. Diese beschrieben in ihren Einvernahmen ausdrucksstark, was sie 

auf dem Film gesehen haben und wie sie sich dabei fühlten. E._____ weinte als 

er zur Stelle kam, an der er vom Video zu erzählen begann: "A._____ hatte auf 

seinem Handy ein Video gemacht von †G._____. Da sieht man, wie †G._____ voll 

am Zittern und Bluten ist. Das war in der Wohnung. †G._____ hatte eine grosse 

Kopfverletzung" (Urk. D1/3/1 S. 4). E._____ führte weiter aus, der Beschuldigte 

habe ihnen das Video gezeigt und gesagt: "Hey lueged". Er habe den Beschuldig-

ten gefragt, ob er sicher sei, dass †G._____ nicht tot sei, sondern durchkomme 

und der Beschuldigte habe gemeint, dass †G._____ sicher wieder aufstehen wür-

de. Er habe einen Schock gehabt, aber geglaubt, dass †G._____ schon wieder 

aufstehen werde (Urk. D1/3/1 S. 5). J._____ beschrieb, dass der Hanfpapst auf 

dem Video auf dem Boden lag, voller Blut. Er habe Blut gekotzt, gespuckt. Es sei 

eventuell noch mehr auf dem Video gewesen, aber er habe dann weggeschaut 

(Urk. D1/4/1 S. 14). I._____ sagte bereits zu Anfang seiner ersten Einvernahme, 

dass er gewusst habe, dass †G._____ sterben werde. So wie er ausgesehen ha-

be, hätte er nur sterben können (Urk. D1/4/2 S. 2). I._____ beschrieb, dass auf 

dem Film zu sehen gewesen sei, wie †G._____ am Boden gelegen sei und ver-

sucht habe zu atmen. Seine Augen seien zu gewesen. Das eine Auge sei sehr 

geschwollen gewesen. Auf dem Boden sei überall Blut gewesen. Seine Lippen 

- 31 - 

hätten vibriert, weil er versucht habe zu atmen. Alles sei rot gewesen. Das ganze 

Gesicht sei rot gewesen. Der ganze Kopf sei rot, mit Blut überströmt gewesen. 

Am Schluss sehe man noch wie der Beschuldigte †G._____ mit dem Fuss ins Ge-

sicht rein kicke. Er habe dann zu E._____ und dem Kleinen gesagt, sie sollten bit-

te von ihnen weggehen, ihm sei das alles zu viel gewesen (Urk. D1/4/2 S. 10). 

I._____ sagte weiter aus, er habe so etwas schon einmal in der Türkei gesehen. 

Er habe danach nicht mehr schlafen können. Erst letzte Nacht im Gefängnis habe 

er wieder schlafen können, weil er gewusst habe, dass er jetzt sagen könne, was 

er gesehen habe (Urk. D1/4/2 S. 11). Die Ausübung von massiver Gewalt ist da-

mit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 121 S. 62) klarerweise erstellt. 

6. Fazit 

Der Anklagesachverhalt in Dossier 1, Anklageziffern 1.4 bis 1.18, ist mit den er-

wähnten Korrekturen und Präzisierungen, bis auf den subjektiven Sachverhalt, 

vollumfänglich erstellt, womit erwiesen ist, dass der Beschuldigte den Tod von 
†G._____ verursachte.  

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Vorsätzliche Tötung 

1.1. Eine vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 StGB liegt vor, wenn der 

Täter einen Menschen tötet, ohne dass eine der besonderen Voraussetzungen 

der nachfolgenden Artikel (Art. 112 ff. StGB) zutrifft. Der Beschuldigte versetzte 
†G._____ drei heftige Faustschläge gegen das Gesicht, wodurch †G._____ nach 

hinten umfiel und mit seinem Hinterkopf auf dem Boden aufschlug. Der Sturz hat-

te einen Schädelbruch zur Folge und dieser wiederum ein Epiduralhämatom, wel-

ches zur zentralen Atemlähmung und folglich dem Tod von †G._____ führte. Der 

Beschuldigte erfüllt damit den objektiven Tatbestand der vorsätzlichen Tötung. 

Die Vorinstanz erwog, der Tatbestand des Mordes gemäss Art. 112 StGB komme 

wegen Fehlens von Anhaltspunkten im Anklagesachverhalt für einen besonders 

verwerflichen Beweggrund, einen besonders verwerflichen Zweck und eine be-

sonders verwerfliche Art und Weise beim Tötungsvorgang nicht zur Anwendung 

- 32 - 

(Urk. 121 S. 71). Nachdem nur der Beschuldigte appellierte, verbleibt aufgrund 

des Verbots der reformatio in peius gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO vorliegend kein 

Raum für die Prüfung, ob gegebenenfalls in concreto der Tatbestand des Mordes 

erfüllt wäre. 

1.2. Bestritten wird vom Beschuldigten und seiner Verteidigung der Vorsatz. 

Der Beschuldigte habe, als er sich gegen †G._____ zur Wehr gesetzt habe, nicht 

damit rechnen müssen, dass dieser nach seinen reinen Verteidigungsschlägen 

versterben würde. Der Beschuldigte habe es auch nicht in Kauf genommen, dass 

er †G._____ töten würde, als er sich reflexartig gegen den kommenden Angriff 

von †G._____ zur Wehr gesetzt habe. Der Beschuldigte habe immer glaubhaft 

ausgeführt, dass er überzeugt gewesen sei, dass †G._____ später aufstehen und 

Anzeige erstatten würde (Urk. D1/98 S. 12 f.). Als der Beschuldigte vor erster In-

stanz mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass er den Tod von †G._____ zumin-

dest in Kauf genommen habe, wendete er dagegen ein: "Erstens wollte ich keine 

Gewalt anwenden. Zweitens stimmt das mit dem Würgen, das mir vorgeworfen 

wird, überhaupt nicht. Und ich bin wirklich davon ausgegangen, dass er wieder 

aufstehen wird. Ich habe ihn nicht in einer lebensgefährlichen Situation gesehen, 

weil ich auch die innerlichen Verletzungen nicht sehen kann" (Prot. I S. 73). An-

gesprochen auf das Blut, welches die ehemals Mitbeschuldigten auf dem Video 

sehen konnten, sagte der Beschuldigte, das sei übertrieben. †G._____ habe an 

der Nase geblutet und mit der Hand über das Gesicht gewischt (Prot. I S. 74).  

1.3. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für 

möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Nach der ständigen Recht-

sprechung des Bundesgerichts ist Eventualvorsatz gegeben, wenn der Täter den 

Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für möglich 

hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf 

nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein. Für den Nach-

weis des Vorsatzes kann sich das Gericht - soweit der Täter nicht geständig ist - 

regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln 

stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Ein-

- 33 - 

stellung des Täters erlauben. Zu den äusseren Umständen, aus denen der 

Schluss gezogen werden kann, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 

Kauf genommen, zählt auch die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der 

Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je 

grösser dieses Risiko ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, des-

to eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 

Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2 und BGE 134 IV 26 E. 3.2.2 mit Hinwei-

sen). Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn 

sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängt, dass die 

Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme 

des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 133 IV 222 

E. 5.3; je mit Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn 

der Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahr-

scheinlich, sondern bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des 

Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlos-

sen werden. Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 

E. 4.1 mit Hinweisen). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der Täter 

das ihm bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer keine 

Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 1 E. 4.5 mit Hinweisen, Urteil des Bundesge-

richts 6B_132/2015 vom 21. April 2015 E. 2.2.2). 

1.4. Die Vorinstanz begründete eingehend, dass vorliegend Eventualvorsatz 

gegeben ist (Urk. 121 S. 72 f. Ziff. IV.2.1.6); dem ist vollumfänglich zuzustimmen: 

Es ist erstellt, dass der Beschuldigte massiv gewalttätig auf †G._____ einwirkte. 

Der Beschuldigte schlug †G._____ gezielt und heftig nicht einmal, sondern drei-

mal mit der Faust ins Gesicht bzw. auf die Schläfen, und zwar so massiv und hef-

tig, dass die Faustschläge gemäss Gutachten unter anderem mehrere Knochen-

brüche, eine Nasenbeinfraktur und eine Fraktur des Augenhöhlenbodens rechts 

verursachten. Gegen den am Boden liegenden und bereits blutenden Mann ver-

übte er weitere Gewalt in einer Intensität, dass mehrere Rippen von †G._____ 

brachen und es zu Einblutungen an der Halsmuskulatur, am Unterhautfettgewebe 

am Hals sowie an den Augenbindehäuten kam. Damit nicht genug versetzte er 

dem bereits schwer verletzten, am Boden liegenden, †G._____ noch einen kräfti-

- 34 - 

gen Fusstritt ins Gesicht. Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung, dass 

Fusstritte und Faustschläge in den Kopfbereich - als ein besonders sensibler Be-

reich des menschlichen Körpers - eines am Boden liegenden Opfers zu schwer-

wiegenden Beeinträchtigungen der körperlichen Integrität führen können (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1180/2015 vom 13. Mai 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Im 

vorliegenden Fall hielt die Vorinstanz unter Hinweis auf die Ausführungen der 

Staatsanwaltschaft jedoch zutreffend fest, dass die konkreten Umstände der vom 

Beschuldigten dem Opfer zugefügten Faustschläge, Fusstritte und weiteren mas-

siven Gewalteinwirkungen auf den Brustkorb und den Hals von †G._____ die 

Wahrscheinlichkeit seines Todes als Folge dieser Attacken des Beschuldigten er-

höhten (Urk. 121 S. 72 f.). Einerseits schlug der Beschuldigte unvermittelt nach 

dem Fusskick gegen die Schere drei Mal massiv mit der Faust gegen das Gesicht 

des Opfers, so dass diesem die Gegenwehr gar nicht möglich war. Andererseits 

war †G._____ vom Einsatz des Pfeffersprays bereits massiv beeinträchtigt, was 

der Beschuldigte unmittelbar mitbekommen hatte, so dass die Auswirkungen sei-

ner Attacken auf das Opfer für den Beschuldigten, der notabene die Folgen eines 

Faustschlages durchaus kannte (Urk. D1/2/3 S. 11 und 21), nicht kalkulierbar wa-

ren. Zusätzlich wurde das Risiko, dass †G._____ in Folge der Wirkung des Pfef-

fersprays unkontrolliert stürzen würde, wenn ihn Faustschläge am Kopf treffen, 

nicht nur massgeblich erhöht, sondern verwirklichte sich dies tatsächlich. Indem 

nun der Beschuldigte den auf den Boden gestürzten und am Kopf verletzten 
†G._____ weiter massiv traktierte, so dass er nur noch röchelte und kaum mehr 

atmen konnte, zudem stark am Kopf und im Gesicht blutete, schuf er eine lebens-

gefährliche Situation, in welcher die Möglichkeit des Todes von †G._____ so 

ernstlich und dringlich war, dass das Verhalten des Beschuldigten in Überein-

stimmung mit der Vorinstanz (Urk. 121 S. 73) schlechterdings nicht anders inter-

pretiert werden kann, als dass er eine lebensgefährliche Verletzung, die zum To-

de führen kann, in Kauf genommen hat. Auch ist zutreffend, dass der Beschuldig-

te beim besten Willen nicht darauf vertrauen konnte, es werde nicht so weit kom-

men, dass †G._____ stirbt, denn dafür lagen keinerlei objektive Anhaltspunkte vor 

(Urk. 121 S. 73). Das Gegenteil war der Fall, wie sich auch unschwer aus den 

Reaktionen von E._____, J._____ und I._____ ergibt.  

- 35 - 

1.5. Damit liegt Eventualvorsatz vor und ist auch der subjektive Tatbestand der 

vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB erfüllt.  

1.6. Der Beschuldigte macht weiter implizit Notwehr geltend, indem er mehrfach 

ausführte, er sei von †G._____ angegriffen worden, er habe sich gegen ihn weh-

ren müssen. Die Vorinstanz setzte sich einlässlich und sorgfältig auch mit diesem 

Einwand des Beschuldigten auseinander und schloss nachvollziehbar und zutref-

fend, dass eine Notwehrsituation zu verneinen ist (Urk. 121 S. 73 f. Ziff. IV.2.1.8), 

da es der Beschuldigte war, der das nachmalige Opfer zur "Gegenwehr" resp. 

zum Behändigen der Schere zwang, weil er sich überfallsmässig von vier Män-

nern bedrängt sah, wobei der Beschuldigte ihm sofort Pfefferspray ins Gesicht 

sprühte, als er in die Wohnung eindrang. So ist die Notwehrsituation des Be-

schuldigten durch seine eigene Provokation entstanden, weshalb der Beschuldig-

te mit seiner Berufung auf Notwehr nicht zu schützen ist. 

2. Fazit 

Der Beschuldigte ist somit nebst der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB [Dos-

sier 1] und dem Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [Dossier 2], wel-

che Schuldsprüche bereits in Rechtskraft erwachsen sind, auch der vorsätzlichen 

Tötung im Sinne von Art. 111 StGB schuldig zu sprechen. 

V. Strafe 

1. Bestimmung des Strafrahmens und Strafzumessung 

Bezüglich der Theorie zur Festlegung des Strafrahmens und zur Strafzumessung 

innerhalb dieses Rahmens kann auf die zutreffenden Ausführungen im  

vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 121 S. 75 Ziff. V.A.1.1 und S. 76 

Ziff. V.A.2.1). Es ist mithin festzuhalten, dass die Strafe des Beschuldigten in An-

wendung von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 40 StGB innerhalb des Straf-

rahmens von 5 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe festzulegen ist und eine Strafrah-

menerweiterung nicht in Betracht fällt (Urk. 121 S. 82 Ziff. V.B.1).  

- 36 - 

2. Tatkomponenten vorsätzliche Tötung 

2.1. Die Vorinstanz berücksichtigte alle relevanten Tatkomponenten der vor-

sätzlichen Tötung (Urk. 121 S. 82-84 Ziff. V.B.2.1.1). Der Beschuldigte wirkte 

massiv gewalttätig auf †G._____ ein. Nebst dem zum Tod führenden Epiduralhä-

matom fügte der Beschuldigte †G._____ zahlreiche weitere schwere Verletzungen 

zu. Der Beschuldigte schlug †G._____ mit der Faust derart heftig, dass er ihm das 

Nasenbein und einen Augenhöhlenboden brach und †G._____ in der Folge nach 

hinten umkippte. Auch nachdem †G._____ rücklings auf dem Boden lag, liess der 

Beschuldigte nicht von ihm ab, sondern brach ihm mehrere Rippen. Dessen nicht 

genug filmte er den am Boden liegenden, blutenden und röchelnden †G._____ 

und trat ihm während dem Filmen mit dem Fuss gegen den Kopf. Während 
†G._____ im Sterben lag, lud der Beschuldigte sein Feuerzeug auf und nahm 

noch eine Portion Marihuana an sich. Es ist der Vorinstanz beizupflichten, dass 

dieses Handeln nahe an der Grenze des Vorstellbaren an Brutalität liegt. Nach-

dem der Beschuldigte die Wohnung von †G._____ verlassen hatte, stiess er zur 

Gruppe der ehemals Mitbeschuldigten hinzu und zeigte ihnen den Film, auf dem 
†G._____ schwer verletzt zu sehen war. Weder E._____, J._____, I._____ noch 

der Beschuldigte riefen im Verlauf des Tages jemanden zur Rettung von 
†G._____ an. Dieser lebte noch und lag noch etliche Stunden in seinem Blut auf 

dem Boden seiner Wohnung. Einen Teil des Blutes schluckte er und erbrach es 

wieder. Erst in den frühen Morgenstunden des 7. Mai 2014 verstarb er an den 

Folgen des Schädelbruchs. Das Tatverschulden wiegt in objektiver Hinsicht 

schwer. Die Einsatzstrafe ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz bei rund 16 

Jahren Freiheitsstrafe festzusetzen (Urk. 121 S. 83).  

2.2. In subjektiver Hinsicht ist zu berücksichtigen, dass die Tat durch den Be-

schuldigten zwar nicht geplant war, der Beschuldigte jedoch bereits im Vorfeld 

gewillt war, die körperliche Integrität von †G._____ zu verletzen, weshalb er den 

Pfefferspray vorgängig an sich nahm. Bezüglich der Tötung von †G._____ liegt 

Eventualvorsatz vor, wobei darauf hinzuweisen ist, dass das Wirken des Beschul-

digten nahe beim direkten Vorsatz zweiten Grades liegt. Ein Motiv für das brutale 

Vorgehen des Beschuldigten ist nicht ersichtlich. Zu verschiedenen Zeitpunkten 

- 37 - 

hätte der Beschuldigte den Entschluss fassen können, von †G._____ abzulassen. 

Er entschied sich stattdessen in der Wohnung zu verbleiben und weitere Gewalt 

an †G._____ zu verüben. Dadurch offenbarte er eine schwerwiegende kriminelle 

Energie und eine unvorstellbare Gleichgültigkeit gegenüber dem Opfer. Aufgrund 

der eventualvorsätzlichen Tatbegehung wird das objektive Verschulden leicht re-

lativiert, was sich in einer Strafreduktion von einem Jahr niederschlägt.  

3. Tatkomponenten Nötigung 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass das Verschulden des Beschuldigten gerin-

ger ausfällt als dasjenige von E._____, welcher das Vorhaben, den Hanfpapst 

"auszunehmen" initiierte (Urk. 121 S. 84 Ziff. V.B.2.1.2.1.). Trotzdem ist in objekti-

ver Hinsicht zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte einen wichtigen Part beim 

Vorhaben spielte. Er bot I._____ auf, um ebenfalls mitzuwirken. Auf dem Weg zu 
†G._____ übernahm der Beschuldigte den Pfefferspray. Im Gegensatz zu J._____ 

und I._____ betrat er zusammen mit E._____ die Wohnung von †G._____, um ak-

tiv mitzuwirken. Er setzte sogleich den Pfefferspray gegen †G._____ ein, wodurch 

E._____ die Möglichkeit hatte, das Marihuana aus dem Kühlschrank von 
†G._____ zu entwenden. Das Vorgehen war dreist, die Ausbeute von 

ca. 25 Gramm Marihuana gering. Subjektiv handelte der Beschuldigte aus dem 

egoistischen Grund, sich unentgeltlich Marihuana zu verschaffen. Der Vorinstanz 

folgend rechtfertigt sich in Beachtung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der 

Einsatzstrafe um 6 Monate (Urk. 121 S. 84 Ziff. V.B.2.1.2.1.). 

4. Tatkomponenten Raub Privatkläger 2 (Dossier 2) 

Der Beschuldigte handelte nicht planmässig, sondern nützte spontan die starke 

Alkoholisierung des Privatklägers 2 aus, stiess diesen zu Boden und nahm ihm 

das Mobiltelefon und das Portemonnaie ab. Der Privatkläger 2 kann sich zwar 

nicht mehr an den Vorfall erinnern, ist aber seit dem Vorfall ängstlicher. Subjektiv 

handelte der Beschuldigte nur aus dem Grund, sich finanziell zu bereichern. Im 

Übrigen ist auf die Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen und dieser zuzu-

stimmen (Urk. 121 S. 85 Ziff. V.B.2.1.2.2), dass asperierend eine Erhöhung der 

Strafe um 10 Monate angemessen erscheint, zumal der Tatbestand des Raubes 

- 38 - 

nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB eine Strafandrohung von Geldstrafe nicht unter 

180 Tagessätzen bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vorsieht. 

5. Schuldfähigkeit 

5.1. Die Schuldfähigkeit des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt war gemäss dem 

Gutachten von Prof. Dr. med. F._____ nicht vermindert (Urk. D1/6/2 S. 77). Die 

Verteidigerin geht fehl in der Annahme, dass eine schwere Persönlichkeitsstörung 

auch eine Einschränkung der Steuerungsfähigkeit zur Folge haben muss 

(Urk. 142 S. 17). Dies ist eine verbreitete, jedoch falsche Annahme. Nicht jede 

psychische Störung, auch nicht eine schwere Persönlichkeitsstörung, zieht auto-

matisch die Schuldunfähigkeit oder eine verminderte Schuldfähigkeit nach sich. 

Wie bereits die Vorinstanz darlegte, begründete der Gutachter ausführlich und 

nachvollziehbar, weshalb er beim Beschuldigten zum Ergebnis gelangte, dass 

sowohl seine Einsichtsfähigkeit als auch seine Steuerungsfähigkeit zum Tatzeit-

punkt nicht eingeschränkt war (Urk. D1/6/2 S. 70-72). Dass für die Beurteilung der 

Schuldfähigkeit des Beschuldigten entgegen den Ausführungen der Verteidigung 

(Urk. 143 S. 17) eine Einschätzung, welche anlässlich einer Besprechung abge-

geben wurde und in einer Aktennotiz zuhanden der Jugendanwaltschaft festge-

halten wurde (Beizugsakten der Jugendanwaltschaft Winterthur, Geschäftsnum-

mer 2011/179, Urk. 7.11), die konzisen, ausführlichen und sorgfältig begründeten 

Schlussfolgerungen des Gutachtens nicht umzustossen oder nur schon zu er-

schüttern vermögen, bedarf keiner weitergehenden Erläuterung. 

5.2. Soweit die Verteidigung eine verminderte Schuldfähigkeit gestützt auf den 

beim Beschuldigten ebenfalls diagnostizierten THC-Missbrauch (Urk. D1/6/2 

S. 76) oder die Alkoholisierung des Beschuldigten zum Zeitpunkt des Raubes gel-

tend machen möchte (Prot. I S. 106), ist auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen, welche sich wiederum auf die gutachterliche Begrün-

dung stützte (Urk. 121 S. 85-86 Ziff. V.B.2.1.4; Urk. D1/6/2 S. 70 ff.). Nachdem 

sich bezüglich des Tatgeschehens vom 6. Mai 2014 (Dossier 1) keine Anhalts-

punkte für einen forensisch relevanten Rauschzustand ergaben und der Beschul-

digte gemäss überzeugender und schlüssiger Darlegung im Gutachten sowohl 

hinsichtlich des Tatablaufs als auch des Nachtatverhaltens geplant, gezielt und 

- 39 - 

umsichtig vorging und der Tathergang zudem mehrschrittig, zum Teil arbeitsteilig 

und komplex war, ist der Gutachtensschluss überzeugend, dass dem Beschuldig-

ten keine relevante Verminderung der Steuerungsfähigkeit attestiert werden kann 

und von vollständiger Schuldfähigkeit auszugehen ist (Urk. D1/6/2 S. 71 f.). Eben-

so legte der Gutachter nachvollziehbar und widerspruchsfrei dar, weshalb auch 

bezüglich des Delikts vom 4. Mai 2014 (Dossier 2) keine relevante Einschränkung 

der Steuerungsfähigkeit anzunehmen und die Schuldfähigkeit des Beschuldigten 

erhalten sei (Urk. D1/6/2 S. 72). Weder die Akten noch die Aussagen der Beteilig-

ten vermögen Zweifel an der Richtigkeit der gutachterlichen Schlüsse hervorzuru-

fen, da die Faktoren, auf welche sich der Gutachter stützt, sachverhaltsmässig er-

stellt sind.  

6. Täterkomponenten 

6.1. Auf die erstinstanzlichen Ausführungen zum Vorleben und den persönli-

chen Verhältnissen sowie zur ADHS-Problematik des Beschuldigten kann verwie-

sen werden (Urk. 121 S. 87 Ziff. V.B.2.2.1.1 f.). Ergänzend führte der Beschuldig-

te anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass er auf Holzstaub allergisch sei. 

Eine andere Ausbildung als zum Schreiner habe er im …heim … jedoch nicht 

machen können. Nach dem Ausschluss aus dem Heim habe er wieder bei seiner 

Mutter gelebt, sei arbeitslos gewesen und habe Sozialhilfe bezogen. Bei der Ar-

beitsstellensuche habe er aufgrund seines Status "F" immer Absagen erhalten. In-

folge dieses Strafverfahrens habe er Schulden in der Höhe von circa 

Fr. 100'000.–. Seit dem 14. Mai 2014 sei er in Haft, zurzeit in der Justizvollzugs-

anstalt Pöschwies. Er pflege ständigen Kontakt zu seiner Mutter und seinen Ge-

schwistern. Seit zwei Jahren habe er eine Freundin, welche ihn oft besuche. Er 

habe eine zweijährige Anlehre als Gärtner begonnen und möchte die Lehre zum 

Gärtner EFZ absolvieren. Er denke, dass die früher bei ihm gestellte ADHS Diag-

nose falsch gewesen sei. Die entsprechenden Medikamente habe er ein paar 

Monate nach seiner Verhaftung abgesetzt. Vor seiner Verhaftung habe er regel-

mässig Cannabis konsumiert, einmal Ecstasy ausprobiert und Opium geraucht. 

Auch im Gefängnis habe er noch Cannabis konsumiert. Er habe immer noch 

- 40 - 

Probleme mit dem Cannabis-Konsum, weshalb er eine ambulante Drogentherapie 

machen wolle (Prot. II S. 15 ff.).  

6.2. Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass sich angesichts der Lebensge-

schichte des Beschuldigten (Verlust des Vaters in früher Kindheit, mit 12 Jahren 

Flucht in die Schweiz), der ADHS-Symptome (flüchtiger Arbeitsstil, Unaufmerk-

samkeit gegenüber Details, Schwierigkeit bei der Konstanz der Aufmerksamkeits-

Ausrichtung, Probleme bei der Planung und Organisation von Vorhaben und Akti-

vitäten, innere Unruhe und Ungeduld; Urk. D1/6/2 S. 64) und des jugendlichen Al-

ters von 21 Jahren zum Tatzeitpunkt eine gewisse Strafminderung rechtfertigt. 

Aus den weiteren persönlichen Verhältnissen ergeben sich keine Straferhöhungs- 

oder Strafminderungsgründe. 

6.3. Erheblich straferhöhend sind, wie bereits im vorinstanzlichen Urteil festge-

halten (Urk. 121 S. 88 Ziff. V.B.2.2.2.1 f.), die drei, teilweise einschlägigen, Vor-

strafen des Beschuldigten sowie die zweifache Delinquenz während laufender 

Probezeit aus dem Strafbefehl des ministero pubblico des Kantons Tessin wegen 

mehrfacher Sachbeschädigung vom 21. Januar 2013 (Beizugsakten) zu berück-

sichtigen. Insbesondere die Verurteilung vom 5. Oktober 2011 wegen einfacher 

Körperverletzung etc. (Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Winterthur) und dieje-

nige vom 15. November 2011 wegen Angriffs und mehrfacher Drohung (Strafbe-

fehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland) fallen deutlich straferhöhend ins 

Gewicht: Am 17. Februar 2010 schlug der Beschuldigte im Beisein von zwei 

männlichen Jugendlichen dem Geschädigten mit der Faust bzw. dem Ellenbogen 

mehrfach in die Lenden und auf den Rücken (Beizugsakten Jugendanwaltschaft 

Winterthur, Geschäftsnr. 2011/179, Urk. 8 S. 3). Am 3. September 2011 griffen 

der Beschuldigte und K._____ drei Geschädigte an, wobei der Beschuldigte mit 

seinem Fuss zweimal gegen den Oberschenkel und den Rücken des einen Ge-

schädigten trat. Danach zerschlug der Beschuldigte eine Glasflasche und drohte 

den Geschädigten mit der zerbrochenen Flasche bzw. den Scherben sie allesamt 

umzubringen (Beizugsakten Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Ge-

schäftsnr. B-2/2011/6569, Urk 28 S. 3). 

- 41 - 

6.4. Hinsichtlich des Verhaltens im vorliegenden Verfahren liegen vier Füh-

rungsberichte der Justizvollzugsanstalten vor (Urk. D1/18/15, D1/69, D1/76). Der 

neuste datiert vom 6. Juni 2017 (Urk. 157/1). Im Gegensatz zu den bisherigen 

Führungsberichten attestierte der neuste Bericht dem Beschuldigten ein eher un-

genügendes Vollzugsverhalten (Urk. 157/1 S. 3). Seit seinem Eintritt in die Justiz-

vollzugsanstalt Pöschwies am 11. September 2015 wurde der Beschuldigte 

13 mal diszipliniert (Urk. 157/1 S. 2). Die Disziplinarstrafen wurden insbesondere 

wegen Besitzes von Drogen und der Kommunikation dienender Geräte, wegen 

Sachbeschädigung sowie unerlaubter Rechtsgeschäfte ausgesprochen 

(Urk. 157/2). Selbst im Strafvollzug missachtet der Beschuldigte somit die Regeln 

und lässt sich auch durch Strafen nicht belehren. Aus diesem Verhalten lässt sich 

jedenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

6.5. Der Beschuldigte hat hinsichtlich des Sachverhalts in Dossier 1 ein weitge-

hendes Geständnis abgelegt, jedoch nicht von Anfang an. In der ersten Einver-

nahme gab er unter anderem zu Protokoll, alleine bei †G._____ gewesen zu sein 

und erwähnte den Fusstritt gegen den Kopf von †G._____ noch nicht 

(Urk. D1/2/1). In den weiteren Einvernahmen gab er teilweise, insbesondere wenn 

ihm weitere Beweise vorgelegt wurden, weitere Sachverhaltselemente zu. Bis zu-

letzt bestritt er jedoch, †G._____ die Rippenbrüche zugefügt zu haben und ver-

harmloste die gegen †G._____ verübte Gewalt (Prot. I S. 39 ff., Prot. II S. 21 ff.). 

Bezüglich des Dossiers 2 war er lange ungeständig und gab erst in der 

Schlusseinvernahme zu, den Privatkläger 2 ausgeraubt zu haben (Urk. D1/2/7 

S. 6 f.). Entgegen den Ausführungen der Verteidigung kann folglich keine Rede 

von einem sofortigen und vollumfänglichen Geständnis sein. Zudem ist darauf 

hinzuweisen, dass diverse Personen- und Sachbeweise zur Erstellung des Sach-

verhalts vorlagen. Das Teilgeständnis des Beschuldigten erleichterte die Strafver-

folgung nur in geringem Ausmass und war auch nicht Ausdruck tatsächlicher Ein-

sicht und Reue (vgl. Urk. 121 S. 89 Ziff. V.B.2.2.3.1). Folglich ist das Geständnis 

im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nur in geringem Umfang 

strafmindernd zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 6B_786/2014 vom 

10. April 2015 E.1.6.2 f.). 

- 42 - 

6.6. Die Verteidigung brachte vor, die vorverurteilende Medienberichterstattung 

sei strafmindernd zu berücksichtigen und verwies hierzu auf drei Zeitungsartikel 

im Blick und im Tagesanzeiger (Urk. D1/83/1-2). Nach der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ist eine Vorverurteilung von Tatverdächtigen in der 

Medienberichterstattung je nach Schwere der Rechtsverletzung als Strafzu-

messungsgrund zu gewichten. Der Beschuldigte hat indes darzutun, dass die Be-

richterstattung ihn vorverurteilt hat (BGE 128 IV 97 E. 3.b). Inwiefern die 

Medienberichterstattung die Unschuldsvermutung verletzt hätte, wurde von der 

Verteidigung nicht dargetan. Sie beschränkte sich darauf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung wiederzugeben und zitierte drei Sätze aus den von ihr 

eingereichten Zeitungsartikeln (Urk. D1/98 S. 17 f., Prot. I S. 105 f.). Im Artikel des 

Tagesanzeigers vom tt. November 2015 wird über den Fall und das Verfahren im 

Hinblick auf die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht grundsätzlich objektiv 

Bericht erstattet. Demgegenüber ist die …-Berichterstattung reisserisch. 

Insbesondere die Schlagzeile "…" verletzt die Unschuldsvermutung, weil bereits 

vor der Verurteilung des Beschuldigten die Aussage gemacht wird, dass es sich 

beim Verhafteten um den Täter handle (Urk. D1/83/1). Mit der Vorinstanz ist 

daher von einer gewissen Vorverurteilung durch die Presse auszugehen (Urk. 121 

S. 89 Ziff. V.B.2.2.4), welche, da in ihrem Ausmass gering, nur leicht 

strafmindernd zu berücksichtigen ist. 

6.7. Das Bezirksgericht gewichtete die strafmindernden Faktoren stärker als die 

straferhöhenden. Dem ist zuzustimmen, wobei die strafmindernden Faktoren die 

straferhöhenden nur wenig überwiegen. Angesichts der einschlägigen Vorstrafen 

und des nur leicht strafmindernden Geständnisses erscheint daher in Abweichung 

von der Vorinstanz 'nur' eine Strafminderung von einem Jahr als angemessen. Es 

würde somit eine gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil um mehr als 2 Jahre 

höhere Freiheitsstrafe von 15 Jahren und 4 Monaten resultieren. Einer Erhöhung 

des Strafmasses steht jedoch das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 

Abs. 2 StPO entgegen, so dass es bei der von der Vorinstanz ausgefällten 

Freiheitsstrafe von 13 Jahren zu bleiben hat. 

- 43 - 

6.8. Das Gericht rechnet die Untersuchungshaft, die der Täter während dieses 

oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die Strafe an (Art. 51 

StGB). Untersuchungshaft ist jede in einem Strafverfahren verhängte Haft, 

Untersuchungs, Sicherheits- und Auslieferungshaft (Art. 110 Abs. 7 StGB). Auch 

der vorläufige Strafvollzug ist auf die ausgefällte Strafe anzurechnen. Bei der 

Berechnung gilt ein angebrochener Tag grundsätzlich als ganzer Tag (Christoph 

Mettler/Nicolas Spichtin, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N 28 

und 35 zu Art. 51 StGB). Der Beschuldige wurde am 14. Mai 2014, 11.50 Uhr, 

verhaftet, am 16. Mai 2014 in Untersuchungshaft versetzt und befindet sich seit 

dem 29. Januar 2015 bis und mit heute im vorzeitigen Strafvollzug in der 

Justizvollzugsanstalt Pöschwies (Urk. D1/13/2, D1/13/11). 1'130 Tage gelten 

somit als erstanden. 

7. Fazit 

Der Beschuldigte ist daher mit 13 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen, wovon 

1'130 Tage durch Untersuchungs-, Sicherheitshaft und vorzeitigen Strafvollzug 

bis und mit heute erstanden sind. 

VI. Massnahme 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz ordnete gestützt auf Art. 56 und 59 StGB eine stationäre 

Massnahme für den Beschuldigten an (Urk. 121 S. 91-96 Ziff. VI). Auf die erneute 

Wiedergabe der gesetzlichen Bestimmungen wird, um unnötige Wiederholungen 

zu vermeiden, an dieser Stelle verzichtet und auf die entsprechenden Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 121 S. 91 f. Ziff. VI.2.1; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Das Bezirksgericht stützte sich bei seinem Entscheid auf das Gutachten von Prof. 

Dr. med. F._____ vom 1. Dezember 2014 (Urk. 121 S. 92-94 Ziff. VI.3). Die Ver-

teidigung erhob zahlreiche Einwände gegen das Gutachten und dessen Schluss-

folgerungen (Urk. 143). Während die Verteidigerin im erstinstanzlichen Verfahren 

noch den Antrag stellte, es sei eine Massnahme für junge Erwachsene im Sinne 

von Art. 61 StGB anzuordnen (Urk. D1/98 S. 2), sah sie im Berufungsverfahren 

- 44 - 

davon ab. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestätigung des  

vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 128 und Prot. II S. 9).  

1.2. Bezüglich der Würdigung des Gutachtens ist vorweg nochmals festzuhal-

ten, dass zwar grundsätzlich keine Bindung des Gerichts an Feststellungen von 

sachverständigen Personen besteht, da das Gericht Gutachten grundsätzlich frei 

zu würdigen hat. Nach der vorbehaltlosen und absolut konstanten Praxis des 

Bundesgerichts darf das Gericht davon indessen nicht ohne triftige Gründe ab-

weichen und Abweichungen müssen entsprechend auch begründet werden 

(BGE 141 IV 369 E. 6.1 mit Hinweisen). Es darf somit von den Feststellungen der 

sachverständigen Person nur abgewichen werden, wenn wirklich gewichtige zu-

verlässig begründete Tatsachen oder Indizien deren Überzeugungskraft ernstlich 

erschüttern (Marianne Heer, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, 

N. 74 zu Art. 56 StGB). 

2. Zusammenfassung des Gutachten von Prof. Dr. med. F._____ vom 
1. Dezember 2014 

2.1. Prof. Dr. med. F._____ stellte beim Beschuldigten die Diagnose einer dis-

sozialen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.2) und eines schädlichen Ge-

brauchs von THC (ICD-10: F12.1; Urk. D1/6/2 S. 60). Zudem gelangte er zum Er-

gebnis, dass sich in Bezug auf die Abklärung eines ADHS einige Symptome fin-

den würden, jedoch nach den Vorgaben der DSM-IV Klassifikation [APA 2003] 

nicht ausreichend ADHS-Symptome erreicht würden, um die Diagnose ADHS zu 

stellen (Urk. D1/6/2 S. 64 f.).  

2.2. Der Beschuldigte habe bereits früh eine Störung des Sozialverhaltens ent-

wickelt (ICD-10: F91.0), die durch ein wiederholendes und andauerndes Muster 

dissozialen, aggressiven oder aufsässigen Verhaltens charakterisiert sei 

(Urk. D1/6/2 S. 66). Beim Beschuldigten würden die folgenden Verhaltensweisen 

die Diagnose Störung des Sozialverhaltens rechtfertigen: "1) Ab dem 11./12. Le-

bensjahr zeigte er gegenüber Menschen und Tieren ein aggressives Verhalten. 

So räumte er ein, in der Schule immer wieder körperliche Auseinandersetzungen 

gehabt zu haben, die letztlich in einer Anzeige mündeten und berichtete das Ab-

- 45 - 

schiessen/Töten eines Vogels mit dem Luftgewehr. Er schüchterte Mitschüler ein, 

was er als angemessenen Respekt vor seiner Person wahrnahm. Wegen aggres-

siven Konfliktverhaltens kam es mehrfach zu Schulkonferenzen und "letzten 

Chancen". Es kam 2) zu diversen Diebstählen und Sachbeschädigungen. Zuhau-

se log er, stahl Geld und entzog sich den Entziehungsbemühungen der Mutter. 

Somit kam es zu klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen in familiären, sozialen 

und schulischen Funktionsbereichen" (Urk. D1/6/2 S. 66). Ein früher Störungsbe-

ginn, wie hier mit ca. 12 Jahren, lasse auf eine ungünstige Krankheitsprognose 

schliessen, und es bestehe ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer dissozia-

len Persönlichkeitsstörung oder einer Störung im Zusammenhang mit psychotro-

pen Substanzen im Erwachsenenalter (Urk. D1/6/2 S. 67). 

2.3. Allgemein könne man zu Persönlichkeitsstörungen sagen, dass die auffal-

lenden Persönlichkeitszüge unflexibel, unangebracht und überdauernd sein müs-

sen und in bedeutsamer Weise funktionelle Beeinträchtigung oder subjektives 

Leiden verursachen sollen. Die beim Beschuldigten diagnostizierte dissoziale 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.2) falle durch eine grosse Diskrepanz zwi-

schen dem Verhalten und den geltenden sozialen Normen auf und sei durch fol-

gende Merkmale charakterisiert: Beim Beschuldigten zeige sich "1) ein 'herzloses 

Unbeteiligtsein gegenüber den Gefühlen Anderer' an einer wenig empathischen 

Interaktionsweise". So habe ihm bereits seine Mutter vorgeworfen, dass er auf sie 

und die Nachbarn Rücksicht nehmen solle. Auch das Überfallen und Ausrauben 

anderer Menschen (in Überzahl) und seine Haltung gegenüber dem Tötungsdelikt 

spreche für eine affektive Teilnahme und Empathie. Eine "2) deutliche und an-

dauernde Verantwortungslosigkeit und Missachtung sozialer Regeln, Normen und 

Verpflichtungen" ziehe sich wie ein roter Faden durch alle vorliegenden Berichte 

und Aussagen über ihn. Der Beschuldigte habe alternierend bei den Schwestern 

gelebt, habe sich über Geld des Sozialdienstes und Dealens/Delinquenz finanziert 

und habe einen in den Tag hineinlebenden parasitären Lebensstil gepflegt. In der 

Untersuchung habe der Beschuldigte sein "3) Unvermögen zur Beibehaltung län-

gerfristiger Beziehungen" bestätigt. So habe seine längste partnerschaftliche Be-

ziehung ca. 4-5 Monate gewährt und auch der Freundeskreis habe aus wech-

selnden Personen, die gerade verfügbar waren, zu bestehen geschienen. Von 

- 46 - 

sich aus suche er die Gesellschaft und er habe keine Probleme, Beziehungen 

einzugehen, aber sehr wohl, diese aufrecht zu erhalten. Die "4) sehr geringe 

Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives und auch gewalttäti-

ges Verhalten" zeige sich sowohl im familiären Umfeld, wo er sich nichts mehr 

habe sagen lassen und bei Wut gegen die Wand oder Tür geschlagen habe, als 

auch im sozialen Rahmen, wo er häufig in körperliche Auseinandersetzungen ge-

riet, wie auch dem Strafregisterauszug entnommen werden könne (Körperverlet-

zung, Angriff, Drohung). Obschon der bereits jugendliche Beschuldigte straffällig 

geworden sei und Kontakt hatte zum Justizsystem, Vormundschaftsbehörde, 

Herrn Dr. L._____, gehabt habe und nach seinen Angaben mehrfach als Sankti-

onsmassnahmen auf Bauernhöfe geschickt worden sei, scheine der Beschuldigte 

"5) nicht in der Lage zu sein, aus seinen Erfahrungen/Bestrafungen zu lernen". 

Sehr eindrücklich stelle er "6) seine 'Unfähigkeit zum Erleben von Schuldbe-

wusstsein' in der Untersuchung unter Beweis, als er sein Überfallen/Ausrauben 

eines Passanten damit rechtfertigte, dass er selbst schon ausgeraubt worden sei". 

Auch in Bezug auf das Tötungsdelikt gehe der Beschuldigte davon aus, dass 

nach ihm noch jemand in die Wohnung gegangen sei und das Opfer weiter miss-

handelt habe, als dass er die Verantwortung für seine Handlungen übernehmen 

würde. Darin zeige sich "7) auch eine beim Beschuldigten offensichtliche Nei-

gung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das ei-

gene Verhalten anzubieten". Damit seien alle Symptomkriterien einer dissozialen 

Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 [WHO] gegeben" (Urk. D1/6/2 S. 67 f.). 

2.4. Im Hinblick auf den Schweregrad der Persönlichkeitsstörung konstatierte 

Prof. Dr. med. F._____, dass der Beschuldigte alle aufgeführten Diagnosekriterien 

voll erfülle und dass es keinen Funktionsbereich (sozial, familiär, beruflich, Frei-

zeit) gebe, der nicht durch diese Störung beeinträchtigt worden wäre. Demzufolge 

diagnostizierte er eine schwer ausgeprägte Persönlichkeitsstörung (Urk. D1/6/2 

S. 68). 

2.5. Zusätzlich stellte der Gutachter die Diagnose eines schädlichen Gebrauchs 

von THC (ICD-10: F12.1). Das Hauptmerkmal des Substanzmissbrauchs liege in 

einem fehlangepassten Muster von Substanzgebrauch, das sich in wiederholten 

- 47 - 

und deutlich nachteiligen psychischen und physische