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**Case Identifier:** 7432d267-c41b-5c1d-bd2a-67a9850ab4d0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-09-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.09.2010 UV 2009/108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-108_2010-09-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/108

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 13.09.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 13.09.2010
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im 
Nachgang zu mehreren HWS-Distorsionen. Die Adäquanzprüfung ist 
grundsätzlich für jeden Unfall gesondert vorzunehmen. Vorliegend ist die 
Adäquanz bezüglich aller Unfälle zu verneinen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. September 2010, UV 
2009/108).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 13. September 2010

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.

A.a   Der 1952 geborene M.___ war seit Januar 1987 als Geschäftsführer der A.___ tätig 

und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 22. Juli 1993 

wurde er in Italien beim Wenden seines Personenwagens von einem 

entgegenkommenden Fahrzeug seitlich an der Hinterachse gerammt (Suva-act. 3.7/1). 

Gestützt auf die Diagnosen eines HWS-Schleudertraumas, einer Kontusion der unteren 

LWS, von Kontusionen beider Schultern und einer Schädelkontusion (Suva-act. 3.7/2) 

war der Versicherte zuerst vollständig und ab 31. August 1993 zu 50% arbeitsunfähig 

(Suva-act. 3.7/2, 3.7/9). Ab dem 17. Dezember 1993 bestand wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 3.7/15). Die Suva schloss den Fall im Januar 1995 ab (Suva-

act. 3.7/18).

A.b   Am 12. April 2002 rutschte der Versicherte in den Ferien auf Santo Domingo auf 

nassem Boden neben einem Schwimmbad aus, wobei er sich im linken Knie eine 

Bänderzerrung und eine Kontusion der LWS zuzog (Suva-act. 3.6/1-2). Die ärztliche 

Behandlung wurde am 24. Juni 2002 abgeschlossen (Suva-act. 3.6/2). Infolge erneuter 

Probleme im linken Knie unterzog sich der Versicherte am 8. November 2002 in der 

Klinik Hirslanden, Zürich, einer Kniegelenkspiegelung mit partieller lateraler 

Meniskektomie (Suva-act. 3.6/8). Ab 22. September 2003 bestand hinsichtlich des 

Knies wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 3.6/18).

A.c   Mit Meldung vom 17. September 2003 hatte der Versicherte der Suva einen 

Auffahrunfall mitgeteilt, in welchen er am 4. September 2003 als Beifahrer eines 

Personenwagens involviert gewesen sei (Suva-act. 3.5/1-2). Sein Hausarzt Dr. med. 

B.___ diagnostizierte eine HWS-Distorsion mit Fehlhaltung sowie eine Kontusion des 

rechten Ellbogens (Suva-act. 3.5/2). Vom 7. bis 25. Oktober 2003 war der Versicherte 

in der Klinik Valens hospitalisiert. Dort stellten die Ärzte die Diagnosen eines 

zervikospondylogenen Schmerzsyndroms mit Armschmerzen rechts, nach 

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Schleudertrauma am 4. September 2003 und mit Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, sowie einer narzisstischen Persönlichkeit und einer arteriellen 

Hypertonie (Suva-act. 3.5/10). Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. 

Januar 2004 schilderte der Versicherte, v.a. an Problemen im mentalen Bereich, 

insbesondere an Vergesslichkeit zu leiden (Suva-act. 3.5/17). Die augenärztlichen 

Untersuchungen vom 9. März 2004 bei Dr. med. C.___, Augenärztin FMH, ergaben 

altersentsprechende Befunde (Suva-act. 3.5/22). Die Suva stellte ihre Leistungen mit 

Verfügung vom 29. März 2004 auf den 5. April 2004 ein (Suva-act. 3.5/26) und 

bestätigte diese Einstellung durch den mittlerweile in Rechtskraft erwachsenen 

Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2004 (Suva-act. 3.5/39).

A.d   Am 9. Januar 2005 fuhr ein nachfolgender Personenwagen auf das Auto des 

Versicherten auf, als dieser vor einem Fussgängerstreifen anhalten musste (Suva-

act. 3.3/1). Der Versicherte suchte am Folgetag seinen Hausarzt auf, welcher ein HWS-

Distorsionstrauma diagnostizierte und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 

voraussichtlich März 2005 attestierte (Suva-act. 3.3/3). Anlässlich einer Befragung 

durch die Suva vom 28. Februar 2005 schilderte der Versicherte, dass seine 

Hauptprobleme im Rückenbereich in der Kreuzgegend lägen. Im Nackenbereich sei er 

noch leicht eingeschränkt, was aber dank der Therapie immer besser werde (Suva-

act. 3.3/4). Im Zeugnis vom 9. März 2005 hielt Dr. B.___ leicht rückläufige Schmerzen 

und eine leichte Verbesserung der HWS-Funktion fest. Der Versicherte leide jedoch an 

chronischen Kopf- und Nackenschmerzen ausstrahlend bis in den rechten Arm, an 

Schwindel, Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel (Suva-act. 3.3/7). Ab 29. März 

2005 arbeitete er wieder zu 50% (Suva-act. 3.3/62). Die Unfallanalyse der Zürich 

Versicherungsgesellschaft vom 22. April 2005 ergab eine kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von 3.5 - 7.5km/h (Suva-act. 3.3./83). Am 23. 

Februar 2006 berichtete der Versicherte, dass es ihm motorisch besser gehe, er jedoch 

weiterhin unter Kreuz- und Rückenschmerzen leide und ihm seine Vergesslichkeit 

zunehmend zu schaffen mache. Ab 1. März 2006 betrug seine Arbeitsfähigkeit wieder 

75% (Suva-act. 3.3/34).

A.e   Vom 19. April bis 6. Mai 2006 fand eine Hospitalisation in der Thurgauer Klinik 

St. Katharinental, Diessenhofen, statt. Hier konnte eine Verbesserung der HWS- und 

LWS-Beweglichkeit, eine Kräftigung der Rumpfmuskulatur und eine Erhöhung der 

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Belastbarkeit erreicht werden; hingegen wurden die Erwartungen des Versicherten 

bezüglich Abklärung und Behandlung von neuropsychologischen Defiziten nicht erfüllt 

(Suva-act. 3.3/41). Der auf den 13. Juli 2006 angesetzten kreisärztlichen Untersuchung 

blieb der Versicherte unentschuldigt fern (Suva-act. 3.3/42).

A.f    Am 25. Juli 2006 verfügte die Suva die Einstellung der Versicherungsleistungen 

per 1. August 2006, hob diese Verfügung mit Schreiben vom 10. Mai 2007 aber wieder 

auf (Suva-act. 3.3/69).

A.g   Inzwischen war es am 13. Januar 2007 erneut zu einem Sturz gekommen, dieses 

Mal mit Verletzung des rechten Knies (Suva-act. 3.4/3-4), weshalb sich der Versicherte 

am 29. August 2007 in der Klinik Gut St. Moritz einer partiellen Meniskektomie unterzog 

(Suva-act. 3.4/7).

A.h   Ab dem 26. Oktober 2007 war der Versicherte bei Dr. med. D.___, Spez. Arzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Behandlung. Dieser hielt im Bericht vom 6. 

Juni 2008 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 

depressive Störung fest, eine gegenwärtig mittelgradige Episode (F 33.1) bei Status 

nach HWS-Trauma 2003 und 2005 sowie Schleuderunfall 1999 mit Gefühl einer seither 

persistierenden Persönlichkeitsveränderung und schliesslich Status nach 

Frontalkollision 1997. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein 

seit Januar 2008 bestehendes Prostata-Carcinom aufgeführt (Suva-act. 3.3/117.1).

A.i     Mit Verfügung vom 29. September 2008 eröffnete die Suva dem Versicherten die 

definitive Einstellung der Versicherungsleistungen per 13. Oktober 2008 mit der 

Begründung, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend 

nachweisbar und die Adäquanz zu verneinen sei (Suva-act. 3.3/130).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Q.___ am 8. Oktober 

2008 Einsprache erheben (Suva-act. 3.3/132).

B.b   Im Auftrag der IV-Stelle fand vom 20. bis 22. und am 27. April sowie am 13. Mai 

2009 eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz 

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statt. Die Begutachter befanden den Versicherten in der bisherigen Tätigkeit als 

Geschäftsführer spätestens ab 1. Oktober 2007 als weitgehend arbeitsunfähig. Eine in 

körperlicher Hinsicht leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Lastenheben über 20 kg 

sei jedoch vollschichtig zumutbar, wobei eine genaue Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durch unklare anamnestische Angaben, Nicht-Teilnahme an Untersuchungen und z.T. 

widersprüchliche Angaben erschwert würde (Suva-act. 3.3/147).

B.c   Die Suva wies die Einsprache des Versicherten mit Entscheid vom 1. Oktober 

2009 mit der Begründung ab, dass infolge der kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Versicherten zwischen 3.5km/h und 

7.5km/h von einem leichten Unfall auszugehen sei, weshalb der adäquate 

Kausalzusammenhang fehle (Suva-act. 3.3/150).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. E. 

Ronald Pedergnana für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 2. November 

2009 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2009 sei aufzuheben 

und die Beschwerdegegnerin anzuweisen, dem Beschwerdeführer weiterhin Taggeld, 

allenfalls eine Rente und eine Integritätsentschädigung auszurichten; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte der 

Rechtsvertreter aus, dass der Fallabschluss nicht hätte erfolgen dürfen, solange der 

Beschwerdeführer wie vorliegend noch einer adäquaten Heilbehandlung bedürfe. Da 

auch das MEDAS-Gutachten noch nicht von einem Endzustand ausgehe, müsse ein 

solcher zuerst vorliegen und sodann ein interdisziplinäres Gutachten erstellt werden. 

Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin den Fall nach Eintritt des Endzustands 

unter Berücksichtigung der Mehrfachverunfallung zu beurteilen. Die Sache sei daher 

zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2009 beantragte die durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, vertretene Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik.

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C.d   Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Vorliegend ist strittig, ob der von der Beschwerdegegnerin verfügte Fallabschluss 

(Einstellung sämtlicher Leistungen aus dem Ereignis vom 9. Januar 2005) am 

13. Oktober 2008 zu Recht erfolgte. Während die Beschwerdegegnerin den adäquaten 

Kausalzusammenhang zwischen den über den genannten Zeitpunkt hinaus geklagten 

Beschwerden und diesem Unfall sowie auch den aktenkundigen früheren Ereignissen 

verneint, geht der Beschwerdeführer davon aus, der anhaltende Gesundheitsschaden 

stehe - zumindest teilweise - in einem natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhang mit den versicherten Unfällen, weshalb die Beschwerdegegnerin 

weiterhin leistungspflichtig sei.

1.2    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133, 117 V 359 und BGE 134 V 

109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung des 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 E. 1b je 

mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem 

Unfall adäquat-kausal zusammenhängen. Während es Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, 

die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 

110 E. 3a). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

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bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma 

erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 

E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte 

Person eine Schleudertraumaver-letzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den 

Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum 

natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch 

auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata 

anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas 

vergleichen lassen (vgl. Urteil des EVG vom 17. August 2004 i/S O.G. [U 243/03]; RKUV 

2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).

1.3    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das 

Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 

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danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden Arztberichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 

gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

1.4    Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen). 

Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die 

Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte.

2.        

2.1    Neben Vergesslichkeit und einer gewissen Wesensänderung beklagt der 

Beschwerdeführer Gliederschmerzen im gesamten Körper, insbesondere liege der 

Fokus auf dem Bereich des Nackens mit Ausstrahlung in beide Arme und im Bereich 

der Hüften. Zudem "schlafe" das linke Bein regelmässig ein, es bestünden 

Kopfschmerzen und intermittierender Drehschwindel mit Übelkeit beim Bücken, 

letzterer sei dann aber rasch rückläufig. Nur der Kopfschmerz bleibe drückend, 

bifrontal und insbesondere unter Anstrengung länger bestehen (Suva-act. 3.3/147). 

Folglich ist zunächst zu untersuchen, ob diese Beschwerden auf einem organisch 

objektivierbaren Substrat beruhen, das auf einen der Unfälle vom 22. Juli 1993, 

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12. April 2002, 4. September 2003, 9. Januar 2005 oder 13. Januar 2007 

zurückzuführen ist. Weitere Unfälle, insbesondere ein Auffahrunfall mit Stirnanprall vor 

1997, eine Frontalkollision 1997 sowie ein Leitplankenanprall im Jahr 1999 sind 

lediglich im MEDAS-Gutachten vom 24. Juni 2009, die beiden letzteren auch in den 

Berichten von Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Neurologie, vom 10. März 2008 (Suva-

act. 3.3/108 Persönliche Anamnese) und Psychiater Dr. D.___ vom 6. Juni 2008 (Suva-

act. 3.3/117.1) kurz erwähnt. Demgegenüber erhielt die Beschwerdegegnerin trotz 

fortbestehendem Versicherungsschutz keine Kenntnis über diese Ereignisse. Zudem 

stützte sich Dr. E.___ in seinem Bericht dazu lediglich auf Angaben des Versicherten 

und es ist daher anzunehmen, dass Dr. D.___ sowie die MEDAS-Gutachter seine 

Ausführungen übernommen haben. Damit ist jedoch nicht rechtsgenüglich 

nachgewiesen, dass diese Unfallereignisse tatsächlich stattgefunden haben, weshalb 

auf die diesbezüglichen Aussagen in den medizinischen Berichten nicht abgestellt 

werden kann.

2.2    Bei der Erstbehandlung am 22. Juli 1993, welche am Unfallort in Italien 

stattgefunden hatte, hielt Dott. F.___ im gleichentags erstellten Zeugnis eine 

Kopfkontusion mit Peitschenschlagverletzung an der Halswirbelsäule fest (Suva-act. 

3.7/4). Wesentliche Röntgenbefunde wurden keine dokumentiert (vgl. Suva-act. 3.7/14, 

3.7/17 sowie Vermerk im Arztbericht vom 22. Juli 1993 [Suva-act. 3.7/5]). Der nach der 

Rückkehr in die Schweiz erhobene Röntgenbefund zeigte lediglich eine Spondylose 

sowie eine Spondylarthrose in den unteren LWS- und den mittleren HWS-Abschnitten 

(Suva-act. 3.7/2). Dabei handelt es sich um degenerative Veränderungen an der 

Wirbelsäule, bei denen sich Erstere röntgenologisch als Unregelmässigkeiten wie 

beispielsweise Zacken, Erhebungen oder Randwülste darstellen und Letztere durch 

Verdichtungen im gelenknahen Bereich des Knochens feststellbar sind (vgl. Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 848, sowie 

Abfragen vom 6. August 2010: http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylosis_deformans; 

http://de.wikipedia.org/wiki/Spon-dylarthrose). Die nach dem Sturz vom 12. April 2002 

gemachten Röntgenbilder ergaben sodann ebenfalls keine frische ossäre Läsion (Suva-

act. 3.6/2). Erst nachdem am 11. September 2002 auf Grund eines erneuten Knackens 

im linken Knie ein MRI durchgeführt wurde, zeigte sich eine mediale Meniskusläsion 

sowie eine Instabilität des vorderen Kreuzbands (Suva-act. 3.6/5). Diese konnten 

sodann erfolgreich operativ behandelt werden (Suva-act. 3.6/8, 3.6/16). Der 

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Röntgenbefund nach dem Auffahrunfall vom 4. September 2003 zeigte eine 

aufgehobene Lordosierung und eine beginnende Kyphosierung der HWS C4/C5 - 

beides grundsätzlich durch Wirbelsäulenerkrankungen hervorgerufen (vgl. Alfred M. 

Debrunner, a.a.O., S. 811, 821 ff., sowie Abfrage vom 6. August 2010: http://

www.jameda.de/gesundheits-lexikon/lordosierung/) - sowie eine degenerative 

Veränderung L4-L6 und leicht bei C6/C7 (Suva-act. 3.5/2-3). In Bezug auf die 

geklagten Schmerzen im Ellbogen ergaben die Röntgenbilder des Röntgeninstituts 

"Jona" vom 23. Januar 2004 regelrechte osteoartikuläre Stellungsverhältnisse im 

Ellbogengelenk rechtsseitig, jedoch eine Irregularität im Bereich des Processus 

coronoideus ulnarseits, die möglicherweise einem älteren kleinen ossären Ausriss 

entsprach (Suva-act. 3.5/19). Abklärungen zu den neuropsychologischen Defiziten des 

Beschwerdeführers erfolgten erstmals während seiner Hospitalisation in der Klinik 

Valens. In ihrer Beurteilung hielten die Ärzte fest, es sei aus neuropsychologischer Sicht 

nicht auszuschliessen, dass auch andere Faktoren einen Einfluss auf die 

Leistungsfähigkeit ausüben würden, wie zum Beispiel die Schmerz- oder 

Krankheitsverarbeitung (Suva-act. 3.5/8). Gemäss dem Austrittsbericht der Thurgauer 

Klinik St. Katharinental fand zudem am 24. August 2004 eine neuropsychologische 

Untersuchung am Universitätsspital Zürich statt. Diese habe ein neuropsychologisch 

altersentsprechendes, normales kognitives Leistungsniveau ohne Hinweise auf 

Funktionsstörungen im Sinn einer posttraumatischen kontusionellen Läsion ergeben 

(Suva-act. 3.3/41 S. 3). Infolge der wegen des Unfalls vom 9. Januar 2005 

durchgeführten radiologischen Kontrolle der Thurgauer Klinik St. Katharinental vom 25. 

April 2006 zeigten sich wiederum lediglich degenerative Veränderungen mit 

mässiggradiger Osteochondrose C4/C5 und C5/C6, die im Vergleich zur 

Voruntersuchung vom 17. September 2003 altersentsprechend diskret zugenommen 

hatten (Suva-act. 3.3/41 S. 2). Röntgenuntersuchungen der LWS vom 18. Dezember 

2007 ergaben altersentsprechend normale Befundverhältnisse mit nur leichtgradig, 

beginnenden Degenerationen der LWS. Hinweise auf traumatische oder 

posttraumatische Veränderungen im Bereich der LWS waren keine erkennbar (Suva-

act. 3.3/99). Nachdem am 31. Mai 2008 nochmals Röntgenbilder der LWS 

aufgenommen worden waren (Suva-act. 3.3/122), hielt Kreisarzt Dr. med. G.___ in der 

Aktenzusammenfassung vom 10. September 2008 fest, dass sich somatisch sowohl im 

Bereich der LWS als auch der HWS keine strukturellen Unfallfolgen zeigen würden. Im 

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HWS-Bereich fänden sich jedoch deutliche degenerative Veränderungen. Darauf seien 

die Beschwerden während des Aufenthalts in der Klinik St. Katharinental unter 

anderem auch zurückgeführt worden. Zudem hätten auf Grund der neu durchgeführten 

neurologischen Untersuchungen von Dr. E.___ (vgl. Suva-act. 3.3/108) ebenfalls keine 

Unfallfolgen nachgewiesen werden können. Eigentliche neurologische Ausfälle seien 

gemäss dessen Bericht vom 10. März 2008 nicht ausgemacht worden. Ausserdem 

würden die vom Beschwerdeführer angegebenen Kribbelgefühle im rechten Arm auf 

eine leichte Schädigung zervikaler Wurzeln rechts deuten, welche im MRI jedoch nicht 

hätten nachgewiesen werden können. Schliesslich wies Dr. G.___ auf einen Bericht von 

PD Dr. med. H.___ vom 7. Juni 1994 (vgl. Suva-act. 3.7/17) hin, der ein radikuläres 

Reiz- und Ausfallsyndrom C7 und C8 rechts beschreibe und festhalte, dass noch 

Residuen festzustellen seien. Es seien v.a. Sensibilitätsstörungen vermerkt und 

ausserdem festgehalten worden, dass diese Sensibilitätsstörungen subjektiv nicht 

mehr erheblich gestört hätten. Eine analoge Symptomatik beschreibe Dr. med. I.___, 

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, im Jahr 2004 (vgl. Bericht vom 8. März 2004, 

Suva-act. 3.5/23), sodass diese Sensibilitätsminderung nicht auf die letzten HWS-

Distorsionen zurückgeführt werden könne. Die Symptomatik sei seit Jahren 

vorbestehend und eine Progredienz neurologisch nicht nachgewiesen (Suva-

act. 3.3/126). Das am 14. Oktober 2008 durchgeführte Upright MRI des 

kraniozervikalen Übergangs (Suva-act. 3.3/133) kann schliesslich nicht als Beweis für 

einen organischen Unfallschaden beigezogen werden, da funktionelle 

Magnetresonanztomografien gemäss BGE 134 V 235 E. 5.4 nach dem aktuellen Stand 

der medizinischen Wissenschaft kein geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der 

Unfallkausalität von Beschwerden nach Traumen der Halswirbelsäule darstellen. Laut 

der Beurteilung von Prof. Dr. med. J.___, Chefarzt Radiologie, vom 26. Mai 2009 in 

Bezug auf die MR-Untersuchung der HWS vom 30. Mai 2008 und das Upright MRI vom 

14. Oktober 2008 ist die rotatorische Fehlstellung der HWS im Rahmen der 

degenerativen Veränderungen zu erklären. Auch mit den übrigen Untersuchungen liess 

sich keine strukturelle Läsion nachweisen (Suva-act. 3.3/143-144). Schliesslich zeigte 

das MRI vom 22. November 2007 des rechten Knies nach der auf Grund der medialen 

Meniskusläsion durchgeführten Operation vom 29. August 2007 (Suva-act. 3.4/4, 3.4/7) 

nebst einer Reizung und vermehrter Flüssigkeit im Bereich des Pes anserinus ebenfalls 

keinen Nachweis einer erneuten Läsion im teilresezierten medialen Meniskushinterhorn 

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(Suva-act. 3.4/16). Sodann sind auch den von der MEDAS veranlassten Röntgenbildern 

vom 21. April 2009 keine durch die Unfälle bedingten nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen zu entnehmen. Das im Rahmen der MEDAS-Begutachtung geplante 

cranio-cerebrale MRI vom 27. April 2009 musste schliesslich auf Wunsch des 

Beschwerdeführers ohne Befunderhebung abgebrochen werden (Suva-act. 147 S. 

16 f.). Im Übrigen stellen klinisch erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie 

Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS (vgl. u. a. 3.6/2, 3.5/10, 3.4/13, 3.3/8, 

3.3/41 S. 6, 3.3/147 S. 15) praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar 

(vgl. Urteile des EVG vom 3. August 2005 i/S M. [U 9/05] E. 4 und vom 23. November 

2004 i/S B. [U 109/04] E. 2.2).

2.3    Zusammenfassend konnte weder ein infolge der drei Autounfälle noch infolge der 

beiden Stürze aufgetretenes organisch objektivierbares Substrat für die über den 

13. Oktober 2008 hinaus geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers 

nachgewiesen werden.

3.        

3.1    Weiter ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer bei einem seiner Unfälle ein 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente 

Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, muss beurteilt 

werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, neurologische 

Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), Übelkeit, Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. nach einem der 

Unfälle vorgelegen haben (BGE 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 2.4 bzw. BGE 

117 V 359 E. 4b S. 360). Kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen 

Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer 

Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen 

werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem 

Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133 

zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild 

eines HWS-Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben 

sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach 

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dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im 

Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Einstellungszeitpunkt gesamthaft 

nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111f., 

127 V 102 E. 5b/bb S. 103, 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 5/2002 Nr. U 465 S. 437, je mit 

Hinweisen).

3.2    Die medizinischen Berichte gehen konkret beim Unfall 1993 von einem HWS-

Schleudertrauma und einer Schädelkontusion (Suva-act. 3.7/2), beim Unfall im Jahr 

2003 von einer HWS-Distorsion mit Fehlhaltung (Suva-act. 3.5/2) und beim Autounfall 

im 2005 von einem HWS-Distorsionstrauma aus (Suva-act. 3.3/3). Distorsionen der 

HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer Überdehnung und 

Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall verbunden sein 

können. Ein eigentliches Schleudertrauma liegt nur dann vor, wenn bei einer 

Auffahrkollision durch die plötzliche Beschleunigung des getroffenen Fahrzeugs der 

Kopf des Insassen - ohne anzuprallen - zuerst nach hinten zu knicken scheint und 

anschliessend nach vorne beschleunigt wird. Führt der Beschleunigungsmechanismus 

zu einem Kopfanprall, sollte nicht von einem Schleudertrauma, sondern von einer 

HWS-Distorsion gesprochen werden (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-

Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem 

Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das 

sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische, biomechanische und rechtliche 

Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.). Für die 

Sturzereignisse in den Jahren 2002 und 2007 fällt eine solche Diagnose offensichtlich 

bereits definitionsgemäss ausser Betracht. Sodann fehlen zu der im Arztzeugnis vom 

12. August 1993 vermerkten Schädelkontusion (Suva-act. 3.7/2) weitere Ausführungen. 

Auf eine neurologische Abklärung wurde damals verzichtet, nachdem der 

Beschwerdeführer seine geistige Leistungsfähigkeit vier Monate nach dem Unfall 

wiedererlangt und sich die Konzentrationsschwäche zurückgebildet hatte (Suva-

act. 3.7/13). Den Akten lassen sich demnach weder Hinweise auf eine Commotio 

cerebri noch auf eine sonstige Schädelverletzung entnehmen. Lediglich im Bericht von 

Kreisarzt Dr. med. K.___ vom 22. November 1993 wurde die Möglichkeit einer kurzen 

Amnesie unmittelbar nach dem Auffahrunfall festgehalten (Suva-act. 3.7/13). Ob der 

Beschwerdeführer aber ein eigentliches Schleudertrauma oder eine 

schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-

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Hirntrauma, erlitten hat, braucht nicht abschliessend geklärt zu werden. Es genügt, 

dass davon ausgegangen werden kann, dass er eine Beschleunigungsverletzung der 

HWS erlitten hat, auch wenn sich diese unbestrittenermassen nicht als strukturelle 

Verletzung zeigte. Zum Kopfanprall an der Kopfstütze am 9. Januar 2005 fehlen 

ebenfalls weitere Befunde, wobei anzumerken ist, dass es sich bei der Kopfstütze um 

einen weichen Gegenstand handelt, dessen Zweck es gerade ist, den Kopf bei einem 

Aufprall abzufedern. Dies scheint vorliegend auch entsprechend passiert zu sein (vgl. 

Suva-act. 3.3/6 S. 2). Schliesslich wird von keiner Partei bestritten, dass bei allen drei 

Autounfällen (vom 22. Juli 1993, 4. September 2003 und 9. Januar 2005) ein 

Schleuder- bzw. Distorsionstrauma der Halswirbelsäule stattgefunden hat. Auf diese 

Diagnose in den Arztberichten kann daher abgestellt werden.

3.3    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für die Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel 

anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e).

3.4    Folglich ist zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer nach den drei Autounfällen 

jeweils ein typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma mit einer 

Beschwerdehäufung vorgelegen hat. Dr. med. L.___ hielt bei ihrer 

Behandlungsaufnahme in der Schweiz im Zeugnis vom 12. August 1993 lediglich den 

Röntgenbefund sowie die Diagnosen eines HWS- und Schleudertraumas, von 

Kontusionen der unteren LWS und der beiden Schultern sowie einer Schädelkontusion 

fest; genaue Angaben über Schmerzen oder weitere Beschwerden fehlen (Suva-

act. 3.7/2). Mit Bericht vom 11. Oktober 1993 beschrieb Dr. L.___ sodann HWS-

Beschwerden und neurovegetative Störungen, aber auch eine Störung bei der 

Verarbeitung des Unfallgeschehens (Suva-act. 3.7/11). Der Kreisarzt Dr. K.___ 

dokumentierte im Bericht vom 22. November 1993, dass der Beschwerdeführer unter 

einer erheblichen Konzentrationsschwäche gelitten habe und unfähig gewesen sei zu 

rechnen oder zu lesen (Suva-act. 3.7/13). Damit ist zwar unter Hinzurechnung der 

neurovegetativen Störungen, welche nicht weiter beschrieben wurden, insgesamt von 

vier Beschwerdetypen (HWS-Beschwerden, neurovegetative Störungen, 

Unfallverarbeitungs- und Konzentrationsprobleme) auszugehen. Nach dem zweiten 

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Autounfall (vom 4. September 2003) klagte der Beschwerdeführer über einen sogleich 

aufgetretenen starken Schmerz, eine Art Krampf im Nackenbereich, der ein bis zwei 

Minuten angehalten habe. Danach habe er noch leichte Kopfschmerzen gehabt, sich 

aber ansonsten gut gefühlt; er habe aber auch einen leichten Schock gehabt. Nach ein 

bis zwei Tagen habe er plötzlich Gefühlsstörungen im rechten Arm und v.a. in den 

Fingern verspürt. Zudem habe er unter starken Schmerzen im Nackenbereich und im 

rechten Hinterkopf gelitten (Suva-act. 3.7/5 S. 3). Anfang November 2003 gab er an, 

noch immer unter einem permanent leichten Kopfdruck zu leiden und seit dem Unfall 

auf kurze Distanz schlechter zu sehen. Als Hauptbeschwerden machte er 

Orientierungslosigkeit, Konzentrationsmängel sowie grosse Vergesslichkeit geltend 

(Suva-act. 3.5/6). Auch während der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. Januar 

2004 beschrieb er unverändert starke Nackenschmerzen, welche bei jeder 

Kopfbewegung auftreten würden und mit Kopfschmerzen verbunden seien. Sie würden 

verstärkt, wenn er sich beispielsweise nach vorne bücke. Dann bekomme er auch ein 

Schwindelgefühl und es werde ihm übel (Suva-act. 3.5/17). Diese Erhebungen zeigen 

ein Beschwerdebild mit einigen typischen Beeinträchtigungen unmittelbar nach dem 

Unfall vom 4. September 2003. Vor dem dritten Autounfall am 9. Januar 2005 war der 

Beschwerdeführer nach eigenen Angaben wieder mehr oder weniger beschwerdefrei 

(Suva-act. 3.3/4). In der Unfallmeldung vom 18. Januar 2005 machte er ausser 

Schmerzen im Nacken und später auch in der Kreuzgegend keine weiteren 

Verletzungen geltend (Suva-act. 3.3/6). Erst im Ärztlichen Zeugnis vom Dr. B.___ vom 

9. März 2005 wurden zusätzlich chronische Kopf- und Nackenschmerzen, ausstrahlend 

in den rechten Arm sowie Schwindel, Vergesslichkeit und ein Konzentrationsmangel 

festgehalten (Suva-act. 3.3/7). Zusammenfassend lag nach dem zweiten und dritten 

Unfall eine Häufung von Beeinträchtigungen im Sinn eines typischen Beschwerdebilds 

nach HWS-Distorsionstrauma vor, was als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-

Traumas zu betrachten ist; für den ersten Unfall kann diese Frage offen bleiben.

4.        

4.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt kumulativ voraus, dass zwischen 

dem Unfall und der eingetretenen Gesundheitsbeeinträchtigung die natürliche sowie 

die adäquate Kausalität gegeben sein muss. Sie entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

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mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Weil es 

sich dabei um eine leistungsaufhebende Tatsache handelt, liegt die Beweislast nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des EVG vom 15. 

Oktober 2003 i/S P. [U 154/03], RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45).

4.2    Die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über den 13. 

Oktober 2008 hinaus geklagten Beschwerden und einem streitigen Unfall kann offen 

bleiben, wenn - wie nachfolgende Ausführungen ergeben - eine weitergehende 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mangels Bestehens des kumulativ 

vorausgesetzten adäquaten Kausalzusammenhangs zu verneinen ist (BGE 135 V 472 

E. 5.1). Hinsichtlich des Autounfalls vom 22. Juli 1993 kann das Vorliegen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs aber ohne Weiteres verneint werden. Dazu ist 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer gemäss Dr. K.___ drei Monate nach dem 

Unfallereignis seine geistige Leistungsfähigkeit zurückerlangt (Suva-act. 3.7/13) und 

der Hausarzt Dr. med. N.___, Spezialarzt für Innere Medizin FMH, den Fall am 17. 

Dezember 1993 nach Besserung der Probleme abgeschlossen hatte (Suva-act. 3.7/15). 

Die im Dezember 1993 aufgetretenen Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den 

rechten Schulterbereich bis in die Finger beurteilte Dr. H.___ als mögliches radikuläres 

Reiz- und Ausfallsyndrom C8, evtl. auch C7. Residuen dieses Ereignisses seien auch 

beim Untersuch am 6. Juni 1994 noch feststellbar gewesen, die noch bestehenden 

Sensibilitätsstörungen für den Beschwerdeführer subjektiv aber nicht mehr ausgeprägt 

störend gewesen (Suva-act. 3.7/17). Laut dem Kreisarztbericht von Dr. O.___ vom 14. 

Januar 2004 hing dieses Reiz- und Ausfallsyndrom infolge langer Latenzzeit nicht 

kausal mit dem Unfall von 1993 zusammen. Der Beschwerdeführer war somit in Bezug 

auf die HWS bis zum Auffahrunfall 2003 während fast zehn Jahren ohne den Nachweis 

von Brückensymptomen uneingeschränkt arbeitsfähig. Es kann deshalb nicht von einer 

erhöhten Vulnerabilität ausgegangen werden. Folglich ist nicht mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass das Ereignis vom 22. Juli 1993 

im Einstellungszeitpunkt (13. Oktober 2008) noch Auswirkungen auf den 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zeigte, weshalb die natürliche Kausalität 

zu verneinen ist.

5.        

5.1     

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5.1.1           Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt 

erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann 

(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S 

K. [U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss 

erfüllt, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 

abzuschliessen. Diesbezüglich macht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

geltend, dass der Endzustand am 13. Oktober 2008 noch nicht erreicht gewesen und 

der Fallabschluss durch die Beschwerdegegnerin daher zu früh erfolgt sei. Der 

Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des Bundesgerichts vom 

4. November 2008 (8C_467/2008, E. 5.2.2.2) lediglich, dass von weiteren Massnahmen 

keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht 

aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist. Der 

Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei prognostisch und nicht auf 

Grund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen (RKUV 2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).

5.1.2           Kreisarzt Dr. G.___ hielt am 25. September 2008 fest, dass beim 

Beschwerdeführer insgesamt von einem stabilen Zustand ausgegangen werden 

müsse. Somatisch strukturell hätten keine Unfallfolgen nachgewiesen werden können. 

Der Beschwerdeführer sei unter anderem stationär rehabilitiert worden, so dass ein 

aktives Training durchgeführt worden sei, was grundsätzlich zur Linderung indiziert 

gewesen sei (Suva-act. 3.3/129). Auch das MEDAS-Gutachten vom 24. Juni 2009, 

welches als Hauptdiagnosen für die Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit 

psychogene kognitive Störungen, insbesondere leichte bis mittelschwere kognitive 

Funktionsstörungen sowie ein bis mittelschweres dysexekutives Syndrom, eine 

Somatisierungsstörung und eine Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen festhielt, sah 

keine im Hinblick auf die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit erfolgsversprechenden 

Behandlungsmassnahmen vor. Der zur Organisation der Tagesstruktur vorgeschlagene 

systematische Einsatz einer Strukturierungshilfe (z.B. des Natels) durch 

ergotherapeutisch und neuropsychologische Unterstützung fällt nicht darunter (Suva-

act. 3.3/147 S. 22 und 26). Damit ist der Zeitpunkt des Fallabschlusses und der 

Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden.

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5.2    Hat die versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der HWS 

oder gleichgestellter Verletzung erlitten, so ist die Adäquanz prinzipiell für jeden Unfall 

gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der Rechtsprechung jedoch 

nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils bei 

der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar, 

wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/

oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht voneinander abgegrenzt werden 

können (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.3.2 mit Hinweisen; J.-M. Duc, La 

jurisprudence des assurances sociales concernant les traumatismes cervicaux, SZS 

52/2008 S. 66f.).

5.3    Bereits im Bericht der Klinik Valens vom 5. November 2003 wiesen die Ärzte auf 

eine deutlich narzisstische Persönlichkeit des Beschwerdeführers hin, welche sich als 

sehr limitierender Faktor gezeigt habe (Suva-act. 3.5/10). Auf Grund der 

neuropsychologischen Untersuchung am Universitätsspital Zürich vom 24. August 

2004, auf welche der Austrittsbericht der Thurgauer Klinik St. Katharinental vom 

18. Mai 2006 hinweist, seien die anamnestisch ausgeprägten Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen dort im Zusammenhang mit dem chronifizierten zervikozephalen 

Schmerzsyndrom und der sekundären neuropsychologischen Entwicklung beurteilt 

worden. Damals sei eine Optimierung der Schmerztherapie sowie eine psychiatrische 

Betreuung und die Anwendung von Entspannungsverfahren empfohlen worden. Die 

Ärzte der St. Katharinentalklinik führten ein chronisches posttraumatisches 

zervikospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont sowie ein chronisches 

lumbospondylogenes Schmerzsyndrom beidseits auf und empfahlen eine regelmässige 

psychotherapeutische Behandlung (Suva-act. 3.3/41). Der Psychiater Dr. D.___, der 

den Beschwerdeführer ab dem 26. Oktober 2007 behandelte, hielt mit Bericht vom 6. 

Juni 2008 eine seit mindestens Oktober 2007, anamnestisch schon länger dauernde, 

vollständige Arbeitsunfähigkeit infolge einer rezidivierenden depressiven Störung, einer 

gegenwärtig mittelgradigen Episode (F33.1) mit dem Gefühl einer seit dem 

(zweifelhaften) Schleuderunfall 1999 (vgl. Erwägung 2.1) persistierenden 

Persönlichkeitsveränderung fest (Suva-act. 3.3/117). Laut dem MEDAS-Gutachten sind 

die beklagten mnestisch-kognitiven Defizite psychogen bedingt. Beim 

Beschwerdeführer stehe eine psychische Störung v.a. des Verhaltens bzw. ein 

dysexekutives Syndrom im Vordergrund, wobei die Ätiologie infolge der durch den 

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Beschwerdeführer verunmöglichten Zusatzdiagnostik (MRI) nicht sicher habe festgelegt 

werden können. Mit grosser Wahrscheinlichkeit trage die prämorbide 

Persönlichkeitsstruktur massgeblich zum Grad der subjektiven Einschränkung des 

Versicherten bei. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neuropsychologischer Sicht im 

prämorbiden Betätigungsfeld auf Grund der notwendigen Selbststrukturierung 

wahrscheinlich nicht mehr gegeben, während aus psychiatrischer Sicht eine 

Umschulung in eine adaptierte unselbständige Tätigkeit wegen der narzisstischen 

Problematik des Beschwerdeführers heikel sei (Suva-act. 3.3/147 S. 25 f.). Als 

Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter 

eine Osteochondrose und Spondylarthrose der HWS, insbesondere eine deformierende 

Spondylose C4-6, eine Osteochondrose der LWS mit Spondylarthrose L3-S1 und 

Spondylose L1-3 sowie Adipositas und Spannungskopfschmerzen mit Verdacht auf 

eine analgetikainduzierte Schmerzkomponente auf (Suva-act. 3.3/147 S. 22). Dass die 

Beschwerden durch somatische Unfallfolgen nicht mehr erklärbar seien, geht auch aus 

der Beurteilung von Kreisarzt Dr. G.___ vom 10. September 2008 (Suva-act. 3.3/126) 

sowie seiner Stellungnahme vom 25. September 2008 (Suva-act. 3.3/129) hervor. 

Danach würden sich infolge der Unfälle weder röntgenologisch strukturelle Unfallfolgen 

zeigen, noch hätten neurologische Ausfälle festgestellt werden können (Suva-

act. 3.3/126). Sind die geklagten gesundheitlichen Störungen nach dem Gesagten auf 

Grund der medizinischen Akten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung zumindest in 

ihrer überwiegenden Mehrheit als von psychischem Ursprung zu qualifizieren, hat die 

Beurteilung der Adäquanz praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen 

Fehlentwicklung nach Unfall (BGE 115 V 133) zu erfolgen und nicht anhand der 

Kriterien, wie sie für Schleudertraumata der Halswirbelsäule entwickelt wurden (BGE 

117 V 367 E. 6a). Vor diesem Hintergrund ist die für jeden Unfall grundsätzlich 

gesondert vorzunehmende Adäquanzprüfung trotz mehrerer HWS-Distorsionen und 

des zumindest partiell gegebenen typischen Beschwerdebilds nicht nach der 

Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 366 ff., sondern nach jener zu psychischen 

Fehlentwicklungen nach Unfällen (BGE 115 V 133 ff.) vorzunehmen.

6.        

6.1    Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer 

anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der 

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Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6, 

bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen. 

Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und 

dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der 

Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach 

ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in 

banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen 

dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Während die 

Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht, in der Regel bei banalen Unfällen ohne weiteres 

verneint und bei schweren Unfällen bejaht werden kann, lässt sie sich bei Unfällen im 

mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr 

sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine 

Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 139 E. 6a-c). Dabei müssen 

rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2, 

2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder 

in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders 

ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als 

wichtigste Kriterien gelten dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder 

besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen 

Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

6.2    Beim Autounfall vom 22. Juli 1993 erübrigt sich eine eigenständige 

Adäquanzprüfung, nachdem das Vorhandensein der natürlichen Kausalität bereits 

verneint wurde (vgl. Erwägung 4.2).

6.3    Bei den Unfällen vom 12. April 2002 (Ausrutschen auf nassem Boden) und 13. 

Januar 2007 (Sturz auf vereister Metallladerampe) handelt es sich jeweils um einen 

gewöhnlichen Sturz bzw. ein Ausrutschen, was rechtsprechungsgemäss den leichten 

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Unfällen zuzuordnen ist mit der Folge, dass der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen beiden Unfällen und den psychischen Störungen ohne Weiteres verneint 

werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2010 i/S W. [8C_168/2010] E. 

6.2, Urteile des EVG vom 9. Dezember 2004 i/S K. [U 84/04] E. 4.3, und vom 30. 

November 2004 i/S E. [U 300/03] E. 3.3).

6.4     

6.4.1           Rechtsprechungsgemäss werden einfache Auffahrunfälle in der Regel als 

mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifiziert (RKUV 2005 Nr. U 

549 S. 236, U 380/04 E. 5.1.2 mit Hinweisen). Für den Auffahrunfall vom 4. September 

2003, bei welchem ein nachfolgendes Auto auf den mit ca. 20 - 30 km/h fahrenden 

Personenwagen, dessen Beifahrer der Beschwerdeführer war, auffuhr (Suva-act. 3.5/5), 

liegen keine Umstände vor, die zu einer anderen Beurteilung Anlass geben würden. Die 

Adäquanz wäre daher zu bejahen, falls ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien in 

besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien 

insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 367 f. E. 6b, 

bestätigt in BGE 134 V 126 f. E. 10.1).

6.4.2           Der Unfall vom 4. September 2003 hat sich weder unter besonders 

dramatischen Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - von 

besonderer Eindrücklichkeit. Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag das Kriterium 

der Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu 

begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma 

typischen Beschwerden oder besondere Umstände, welche das Beschwerdebild 

beeinflussen können. Solche Umstände sind vorliegend klar nicht gegeben. Daran 

vermag auch die zusätzlich erlittene Ellbogenkontusion (Prellung) rechts nichts zu 

ändern, da Prellungen erfahrungsgemäss nicht als geeignet betrachtet werden, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Im Zusammenhang mit der Frage der Dauer 

der ärztlichen Behandlung ist zu beachten, dass das nach der HWS-Verletzung 

aufgetretene Beschwerdebild bereits während des stationären Aufenthalts in der Klinik 

Valens vom 7. bis 25. Oktober 2003 nicht mehr vorwiegend organischer, sondern viel 

eher psychischer Natur war, weshalb die psychiatrische Betreuung durch den 

Psychosomatischen Dienst nach dem Klinikaustritt auch ambulant fortgesetzt wurde 

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(Suva-act. 3.5/8). Ebenso standen nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 14. 

Januar 2004 die somatischen Beschwerden im Hintergrund (mit Verweis auf Suva-act. 

3.5/15). Der Beschwerdeführer habe angegeben, damit leben zu können (Suva-

act. 3.5/17). Bezüglich des rechten Ellbogens stellte Kreisarzt Dr. O.___ gestützt auf die 

Röntgenaufnahmen vom 23. Januar 2004 keinen Befund zur Klärung der in diesem 

Bereich geklagten Beschwerden fest, und es ergaben sich auch keine Therapiefolgen 

daraus. Folglich ist das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen 

Behandlung ebenfalls nicht gegeben. Der Beschwerdeführer schilderte, nach dem 

Unfall vom September 2003 während ungefähr einem Jahr an Kopf- und 

Nackenschmerzen sowie an Schmerzen im rechten Ellbogen zu leiden. Diese gingen 

mit der Zeit jedoch zurück und wurden spätestens ab Januar 2005 nicht mehr geltend 

gemacht (Suva-act. 3.5/10, 17, 27, 36, 38, 41). Diesbezüglich kann auf Grund der Akten 

auch nicht von erheblichen Schmerzen ausgegangen werden, weshalb das Kriterium 

der körperlichen Dauerschmerzen ebenfalls nicht erfüllt ist. Anzeichen für eine 

fachärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ein 

schwieriger Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen gehen aus den 

medizinischen Akten nicht hervor. Schliesslich sind auch Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht in erheblichem bzw. ungewöhnlich langem Mass als 

erfüllt zu betrachten, nachdem die Ärzte der Klinik Valens den Beschwerdeführer im 

Austrittsbericht vom 5. November 2003, d.h. zwei Monate nach Unfalleintritt, wieder zu 

100% für arbeitsfähig befanden (Suva-act. 3.5/10) und Kreisarzt Dr. O.___ nach 

Durchführung weiterer Abklärungsmassnahmen dieser Beurteilung in der 

Stellungnahmen vom 22. März 2004 folgte (Suva-act. 3.5/25). Damit ist keines der 

Kriterien erfüllt und die Adäquanz folglich zu verneinen. Im Übrigen war dieser Unfall - 

wie eingangs erwähnt - bereits Gegenstand des Einspracheverfahrens, das mit 

Entscheid vom 5. Oktober 2004 rechtskräftig per 5. April 2004 abgeschlossen wurde.

6.4.3           Die Praxis stuft auch Auffahrkollisionen vor einem Fussgängerstreifen oder 

einem Lichtsignal regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten 

Unfällen liegendes Ereignis ein (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 360 E. 4b mit Hinweisen). 

Ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - ein nachfolgender Personenwagen 

fuhr innerorts auf das vor einem Fussgängerstreifen stehende Auto des 

Beschwerdeführers auf - wäre das Unfallereignis vom 9. Januar 2005 daher gleich zu 

qualifizieren. Ob auf Grund der geringen kollisionsbedingten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von 3.5 - 7.5 km/h (Suva-act. 3.3/83) sogar eine 

Qualifizierung als leichter Unfall gerechtfertigt wäre (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

vom 7. August 2001 i/S B. [U 33/01] E. 3a; vom 10. November 2004 i/S R. [U 174/03] E. 

5.2 ff.: kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von 4 - max. 7 km/h als banaler 

Unfall qualifiziert), wobei gemäss Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2002 i/S 

S. [U 22/01] E. 7.1 zusätzlich unmittelbar im Anschluss an den Unfall nur geringe 

Beschwerden hätten vorliegen dürfen (lediglich Nackenschmerzen ohne direkte 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mit fehlender Notwendigkeit, unmittelbar nach 

dem Ereignis den Arzt aufzusuchen), kann vorliegend offen gelassen werden. Dies, weil 

die Adäquanz auch bei einer Prüfung der Kriterien gemäss BGE 115 V 133 zu verneinen 

ist, wie nachfolgende Ausführungen zeigen:

Das geschilderte Ereignis war weder von besonderer Eindrücklichkeit noch mit 

besonders dramatischen Begleitumständen verbunden, so dass dieses Merkmal nicht 

erfüllt ist.

Bezüglich der erlittenen HWS-Distorsion ist festzuhalten, dass die Diagnose eines 

Schleudertraumas für sich allein keine besondere Art oder Schwere der erlittenen 

Verletzung zu begründen vermag, sondern der Prüfung im Einzelfall bedarf (vgl. RKUV 

2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3; ferner Urteile des EVG vom 11. Juli 2005 i/S K. [U 

446/04] E. 2.4.2; vom 31. Mai 2005 i/S P. [U 329/03] E. 3.3.2; vom 20. Mai 2005 i/S. J. 

[U 279/04] E. 3.3.3, je mit Hinweisen). Mit Bezug auf jene Fälle, in denen die Adäquanz 

nach erlittener HWS-Distorsion (ohne objektivierbare traumatische Läsionen) nach der 

für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall geltenden Rechtsprechung zu 

beurteilen ist, hat das Eidgenössische Versicherungsgericht im Urteil vom 14. Oktober 

2004 i/S C. [U 66/04] E. 6.3 entschieden, dass das Adäquanzkriterium der besonderen 

Art der erlittenen Verletzung hier sachlogisch ausser Betracht falle. Denn ein 

Schleudertrauma der HWS oder eine ihm gleichgestellte äquivalente Verletzung stelle 

in solchen Fällen überhaupt keine unfallkausale Teilursache oder nur eine solche von 

ganz untergeordneter Bedeutung für die eingetretene psychische Fehlentwicklung dar. 

Ob diese Betrachtungsweise für alle denkbaren Konstellationen - also auch bei 

wiederholten HWS-Distorsionen - zu gelten hat, kann hier offen bleiben (vgl. auch Urteil 

des EVG vom 16. Dezember 2005 i/S G. [U 297/04] E. 4.3.2). Selbst wenn auf Grund 

der wiederholten Betroffenheit der HWS vorliegend ein besonders geartetes 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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Schleudertrauma angenommen würde, dem die grundsätzliche Eignung, eine 

psychische Fehlentwicklung auszulösen, nicht von vornherein gänzlich abgesprochen 

werden könnte, führte dies - wie nachfolgende Erwägungen zeigen - zu keiner 

Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs.

Für die Frage der Dauer der ärztlichen Behandlung wird auf die kontinuierliche, mit 

einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands 

gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt. Eine Behandlung, die lediglich noch der 

Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im 

Rahmen der Adäquanzprüfung grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen 

und blossen ärztlichen Kontrollen kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, 

zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Februar 2008 i/S D. 

[U 11/07] E. 5.3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer war vom 13. bis 30. 

September 2005 zur ambulanten Rehabilitation im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz 

(Suva-act. 3.3/23) und vom 19. April bis 6. Mai 2006 stationär in der Thurgauer Klinik 

St. Katharinental hospitalisiert, danach sollte die medizinische Trainingstherapie 

weitergeführt werden (Suva-act. 41). Zwischen diesen beiden längeren 

Spitalabklärungen fanden während einer unbestimmten Dauer laut Angaben des 

Beschwerdeführers aber keine Therapien statt (Suva-act. 28). Weitere Behandlungen 

bestanden schliesslich nur noch in Physiotherapiesitzungen (vgl. Suva-act. 3.3/54) und 

den für die Adäquanzprüfung nicht relevanten psychotherapeutischen Behandlungen 

(Suva-act. 3.3/117). Damit ist das Kriterium einer ungewöhnlich langen Dauer der 

ärztlichen Behandlung nicht erfüllt.

Der Beschwerdeführer war vor diesem jüngsten Auffahrunfall 2005 mehr oder weniger 

beschwerdefrei (Suva-act. 3.5/41). Als Folge des Unfalls vom 9. Januar 2005 traten 

Schmerzen im Nacken- und Rückenbereich auf, wobei die Nackenschmerzen nach 

einer Stunde Autofahren oder unbequemem Sitzen entstehen und dann in den Kopf bis 

in die Stirn ausstrahlen würden. Je nach Bewegung würden auch punktuelle 

Schmerzen in den Schultern auftreten, seitlich lokalisiert, jedoch kein Dauerschmerz. 

Zudem bestünden auch Anlaufschmerzen im Kreuz und v.a. nach dem Aufstehen. 

Gemäss dem MEDAS-Gutachter Dr. med. P.___, Orthopädische Chirurgie FMH, waren 

die Beschwerden in der Hals- und der Lendenwirbelsäule jedoch bedingt durch die seit 

vielen Jahren nachgewiesenen degenerativen Veränderungen (Suva-act. 3.3/147 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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Orthopädisches Consiliargutachten vom 4. Mai 2009 S. 2) und damit nicht unfallkausal. 

Auch hinsichtlich der Kopfschmerzen ist eine Unfallkausalität nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, werden diese 

gemäss MEDAS-Gutachten doch als Spannungskopfschmerzen mit Verdacht auf eine 

analgetikainduzierte Schmerzkomponente festgehalten. Zudem kann auch hier nicht 

von Dauerschmerzen ausgegangen werden, da die Kopfschmerzen lediglich nach 

Anspannungen oder Bewegungen wie dem Bücken auftreten (Suva-act. 3.3/147 S. 5, 

22, Orthopädisches Consiliargutachten vom 4. Mai 2009 S. 2). Im Übrigen waren laut 

Dr. G.___ sämtliche Beschwerden spätestens per 1. August 2006 nicht mehr 

unfallkausal (Suva-act. 3.3/63 S. 5). Zusammenfassend bestehen demnach keine durch 

organisch nachgewiesene Unfallfolgen hervorgerufene Dauerschmerzen, welche so 

erheblich wären, dass sie den Beschwerdeführer im Lebensalltag massgeblich 

beeinträchtigen würden.

Im Rahmen der die psychischen Faktoren ausblendenden Adäquanzprüfung nach BGE 

115 V 133 ff. können auf Grund der Akten ein schwieriger Heilungsverlauf und 

erhebliche Komplikationen sowie eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

Unfallfolgen erheblich verschlimmert, ohne Weiteres ausgeschlossen werden.

Der Beschwerdeführer war im Anschluss an das Unfallereignis vom 9. Januar 2005 

vollständig arbeitsunfähig. Ab dem 29. März 2005 konnte er die Arbeitsfähigkeit wieder 

auf 50% steigern. Danach wurde diese Teilarbeitsfähigkeit lange Zeit lediglich durch 

die beiden Rehabilitationsaufenthalte unterbrochen (Suva-act. 3.3/62). Vom 1. März 

2006 an betrug die Arbeitsunfähigkeit noch 25% (Suva-act. 3.3/34, 62). Beim Kriterium 

von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gilt es schliesslich auch 

den Umstand zu berücksichtigen, dass die psychischen Probleme schon relativ früh 

die organischen Beschwerden unterhalten haben. Gemäss dem Austrittsbericht der 

Thurgauer Klinik St. Katharinental, wonach die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

im angestammten Tätigkeitsbereich weiterhin 75% betrug, waren die Beschwerden 

und damit auch die Arbeitsunfähigkeit nicht mehr vorwiegend durch organische, 

sondern vielmehr durch neuropsychologische Defizite begründet (Suva-act. 3.3/41 S. 

3). Kreisarzt Dr. G.___ ging schliesslich mit Bericht vom 27. Februar 2007 davon aus, 

dass am 1. August 2006 keine Unfallfolgen mehr vorhanden waren (Suva-act. 3.3/63 S. 

5 f.). Dr. D.___, der den Beschwerdeführer seit Ende Oktober 2007 psychiatrisch 

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behandelte, befand ihn wegen seines depressiven Zustandsbilds seit mindestens 

Oktober 2007, anamnestisch schon länger, als vollständig arbeitsunfähig (Suva-

act. 3.3/117). Darauf stellte auch das MEDAS-Gutachten ab (Suva-act. 3.3/147 S. 25). 

Unter diesen Umständen kommt dem Kriterium von Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit kein besonderes Gewicht zu.

Somit ist keines bzw. höchstens eines der Kriterien (die besondere Art oder Schwere 

der erlittenen Verletzung wegen wiederholten HWS-Distorsionen) als erfüllt zu 

betrachten. Folglich ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt, dass der Unfall vom 9. Januar 2005 nicht geeignet war, die bestehenden 

psychisch bedingten Beschwerden des Beschwerdeführers auch über den 13. Oktober 

2008 hinaus adäquat-kausal zu beeinflussen. Nach dem Gesagten hat die 

Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für die Zeit ab 13. Oktober 2008 daher zu 

Recht verneint.

7.        

Dem Begehren, es sei ein ergänzendes Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. 

Da die vorliegenden medizinischen Akten - mit Ausnahme der teilweisen Nennung 

weiterer Unfallereignisse, was jedoch in ihren Beurteilungen ohne Relevanz ist - in sich 

schlüssig, nachvollziehbar und vollständig sind und nicht anzunehmen ist, dass weitere 

medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts 

neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte 

Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 V 90 E. 4b S.94; Praxis 88/1999 

Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S. 212 f.).

8.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 1. Oktober 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

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entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 13.09.2010
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu mehreren HWS-Distorsionen. Die Adäquanzprüfung ist grundsätzlich für jeden Unfall gesondert vorzunehmen. Vorliegend ist die Adäquanz bezüglich aller Unfälle zu verneinen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. September 2010, UV 2009/108).

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