# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25334261-c27b-5b59-adaf-aae33d06fa25
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2022 F-481/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-481-2020_2022-01-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-481/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Gesuch um Erteilung der eidgenössischen  

Einbürgerungsbewilligung. 

 

 

 

F-481/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der (…) 1996 geborene Beschwerdeführer ist angolanischer Staatsange-

höriger und reiste am 16. August 2002 in die Schweiz ein (Akten der Vo-

rinstanz [SEM-act.] 1/8 und 1/11 f.). Am 12. Juni 2010 erhielt er im Kanton 

Zürich eine Aufenthaltsbewilligung und – ebenfalls ersichtlich aus dem 

Zentralen Migrationssystem – am 10. Juli 2020 die Niederlassungsbewilli-

gung (vgl. SEM-act. 1/16).   

B.  

Mit Strafbefehl vom 29. Juni 2015 verurteilte die Staatsanwaltschaft Win-

terthur / Unterland den Beschwerdeführer wegen vorsätzlichen unzulässi-

gen Ausführens von Lernfahrten (Art. 95 Abs. 1 Bst. d SVG [SR 741.01]) 

sowie vorsätzlicher Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 99 

Ziff. 3 SVG) zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 

Fr. 50.–, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von 

Fr. 300.– (SEM-act. 10/39 ff.).  

C.  

Am 11. Oktober 2016 stellte die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland 

gegen den Beschwerdeführer erneut einen Strafbefehl aus. Sie befand ihn 

des unzulässigen Ausführens von Lernfahrten (Art. 95 Abs. 1 Bst. d SVG), 

der vorsätzlichen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 

(Art. 99 Ziff. 3 SVG) sowie der vorsätzlichen Übertretung der Verkehrsre-

gelverordnung vom 13. November 1962 (VRV, SR 741.11) im Sinne von 

Art. 96 VRV für schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe 

von 50 Tagessätzen zu je Fr. 50.–, bei einer Probezeit von drei Jahren, 

sowie zu einer Busse von Fr. 700.–. Gleichzeitig erklärte die Staatsanwalt-

schaft die mit Strafbefehl vom 29. Juni 2015 bedingt ausgesprochene Geld-

strafe für vollziehbar (SEM-act. 10/43 ff.). In beiden Strafbefehlen war 

(fälschlicherweise) der (…) 1996 als Geburtsdatum des Beschwerdefüh-

rers angegeben. 

D.  

Am 18. Dezember 2017 (Datum Eingang) stellte der Beschwerdeführer (…) 

ein Gesuch um Erteilung einer eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung 

(vgl. SEM-act. 1/1 f.). Dem Gesuch legte er unter anderem eine von ihm 

am 27. November 2017 unterzeichnete Erklärung bei, womit er bestätigte, 

dass gegen ihn keine ungelöschten Vorstrafen in der Schweiz oder im Aus-

land bestünden und dass er keine Delikte begangen habe, für die er in der 

Schweiz oder im Ausland mit einer Strafverfolgung oder einer Verurteilung 

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rechnen müsse (SEM-act. 1/17). Ausserdem reichte er einen vom 11. Sep-

tember 2017 datierenden, leeren Privatauszug aus dem Schweizerischen 

Strafregister ein (SEM-act. 1/14). Am 31. Juli 2018 erstellte das Gemein-

deamt eine Aktennotiz, wonach das falsche Geburtsdatum ([…]) vom "Amt" 

korrigiert worden sei (SEM-act. 1/10).  

E.  

Der (…) nahm den Beschwerdeführer am 31. Oktober 2018 unter Vorbe-

halt der Erteilung des Kantonsbürgerrechts sowie der Einbürgerungsbewil-

ligung des Bundes ins (…)bürgerrecht von (…) auf (SEM-act. 1/22). Das 

(…) Gemeindeamt erteilte ihm unter Vorbehalt der Erteilung der eidgenös-

sischen Einbürgerungsbewilligung am 8. Januar 2019 das (…) Kantons-

bürgerrecht (SEM-act. 1/23). Anschliessend beantragte das Gemeindeamt 

am 21. Januar 2019 bei der Vorinstanz die eidgenössische Einbürgerungs-

bewilligung für den Kanton (…) (SEM-act. 1/3 f.).  

F.  

Die Vorinstanz holte am 12. Februar 2019 einen Auszug aus dem Schwei-

zerischen Strafregister ein. Darin war der Beschwerdeführer mit (falschem) 

Geburtsdatum vom (…) 1996 verzeichnet. Eingetragen waren die beiden 

Strafbefehle vom 29. Juni 2015 und vom 11. Oktober 2016 (SEM-act. 1/26 

f.).  

G.  

Mit Schreiben vom 14. März 2019 empfahl die Vorinstanz dem Beschwer-

deführer das Gesuch zurückzuziehen. Sie erklärte, die ordentliche Einbür-

gerung setze voraus, dass die schweizerische Rechtsordnung beachtet 

werde. Dies sei der Fall, wenn nach Ablauf der Probezeit sechs Monate 

verstrichen seien und die bedingte Strafe nicht widerrufen worden sei 

(SEM-act. 3). Der Beschwerdeführer erwiderte darauf am 4. April 2019, 

aufgrund der Geringfügigkeit der bedingten Strafen könne unter Würdigung 

aller Umstände die Einbürgerungsbewilligung erteilt werden, auch wenn 

die Probezeit und die zusätzlichen sechs Monate noch nicht abgelaufen 

seien (SEM-act. 4). 

H.  

Mit weiteren Schreiben vom 2. Juli 2019, vom 29. August 2019 und vom 

22. Oktober 2019 wies die Vorinstanz den Beschwerdeführer darauf hin, 

die Voraussetzungen für die Erteilung der Bewilligung müssten sowohl bei 

Einreichen des Gesuches, als auch im Zeitpunkt des Entscheides erfüllt 

sein, was aufgrund seiner Verurteilungen nicht der Fall sei. Bei deliktfreiem 

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Seite 4 

Verhalten seien die Voraussetzungen voraussichtlich im April 2020 erfüllt. 

Eine Sistierung des Einbürgerungsverfahrens bis zu diesem Zeitpunkt sei 

nicht möglich (SEM-act. 5, 7 und 9). 

I.  

Der Beschwerdeführer hielt in der Folge am Gesuch um Erteilung der eid-

genössischen Einbürgerungsbewilligung fest. Die Vorinstanz lehnte dieses 

mit Entscheid vom 10. Dezember 2019 ab (SEM-act. 12/49 ff.). Dagegen 

gelangte der Beschwerdeführer am 24. Januar 2020 ans Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfäng-

lich aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, die Einbürgerungsbe-

willigung zu erteilen (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-

act.] 1).  

J.  

Die Vorinstanz liess sich am 28. April 2020 vernehmen und beantragte die 

Beschwerde abzuweisen (BVGer-act. 6).   

K.  

Mit Replik vom 3. Juni 2020 brachte der Beschwerdeführer unter anderem 

vor, die Vorinstanz mache mit der Vernehmlassung zum ersten Mal gel-

tend, für die Erteilung der Einbürgerungsbewilligung gelte gestützt auf das 

Handbuch Bürgerrecht eine Frist von sechs Jahren und acht Monaten seit 

dem Strafbefehl vom 29. Juni 2015, weil der bedingte Vollzug am 11. Ok-

tober 2016 widerrufen worden sei. Dies laufe dem Vertrauensprinzip zuwi-

der, da in einem früheren Schreiben der Vorinstanz anderslautende Infor-

mationen gemacht worden seien (BVGer-act. 8).  

L.  

Am 7. Juli 2020 reichte die Vorinstanz eine Duplik ein (BVGer-act. 10). 

Hierzu nahm der Beschwerdeführer am 14. September 2020 abschlies-

send Stellung (BVGer-act. 12).  

M.  

Aus organisatorischen Gründen übernahm Anfang 2022 die vorsitzende 

Richterin das Verfahren vom bisherigen Instruktionsrichter. 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Mit dem am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Bürgerrechtsgesetz vom 

20. Juni 2014 (BüG, SR 141.0) wurde der gleichnamige Erlass vom 

29. September 1952 aufgehoben (vgl. Art. 49 BüG i.V.m. Ziff. I seines An-

hangs). Gemäss der Übergangsbestimmung des Art. 50 Abs. 1 BüG richten 

sich Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts nach dem Recht, das 

bei Eintritt des massgebenden Tatbestands in Kraft steht. Der Beschwer-

deführer hat sein Einbürgerungsgesuch noch vor dem Inkrafttreten des 

BüG eingereicht, weshalb die Streitsache in materieller Hinsicht nach dem 

alten Bürgerrechtsgesetz (aBüG; AS 1952 1087) zu beurteilen ist (Art. 50 

Abs. 2 BüG). 

2.  

2.1 Verfügungen des SEM betreffend die eidgenössische Einbürgerungs-

bewilligung sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfecht-

bar (Art. 47 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 ff. VGG; vgl. den gleichlautenden 

Art. 51 Abs. 1 aBüG).  

2.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

2.3 Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 

VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren 

das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2). 

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Seite 6 

4.  

Strittig und zu prüfen ist vorliegend, ob der Beschwerdeführer die materi-

elle Einbürgerungsvoraussetzung des Beachtens der schweizerischen 

Rechtsordnung erfüllt. 

4.1 Das Einbürgerungsverfahren ist mehrstufig. Das Schweizer Bürger-

recht wird im ordentlichen Verfahren mit der Einbürgerung in einem Kanton 

und einer Gemeinde erworben (Art. 12 Abs. 1 aBüG). Die Einbürgerung ist 

nur gültig, wenn eine Einbürgerungsbewilligung des SEM vorliegt (Art. 12 

Abs. 2 aBüG; BGE 138 I 305 E. 1.4.3). Die Voraussetzungen an die Eig-

nung einer Person zur Einbürgerung sind als Mindestvorschriften (vgl. 

Art. 38 Abs. 2 BV) in Art. 14 aBüG umschrieben (BGE 139 I 169 E. 6.3; 

BVGE 2013/34 E. 5.1). Gemäss Art. 14 Bst. c aBüG ist vor Erteilung der 

Einbürgerungsbewilligung unter anderem zu prüfen, ob der Bewerber die 

schweizerische Rechtsordnung beachtet (BVGE 2013/34 E. 5.3).  

4.2 Aus dem Erfordernis des Beachtens der schweizerischen Rechtsord-

nung folgt, dass Bewerber einen guten straf- und betreibungsrechtlichen 

Leumund haben müssen (BGE 140 II 65 E. 3.3.1; vgl. Botschaft vom 

26. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsgesetzes [BBl 1987 III 

293, 305]). Von einer einbürgerungswilligen Person wird verlangt, dass sie 

die Rechtsordnung der Schweiz sowie allfälliger anderer Aufenthaltsstaa-

ten eingehalten hat. Im Privatauszug des Strafregisters dürfen keine unge-

löschten Vorstrafen erscheinen und keine Strafverfahren hängig sein (Ur-

teil des BGer 1C_651/2015 vom 15. Februar 2017 E. 4.3; Urteile des 

BVGer F-3151/2019 vom 18. Januar 2021 E. 4.2; F-3769/2020 vom 

18. November 2020 E. 3.2; F-6253/2019 vom 6. Juli 2020 E. 4.2;  

F-6360/2016 vom 4. Dezember 2017 E. 4.2; C-7590/2014 vom 28. Sep-

tember 2015 E. 4.5.3.1; SEM, Handbuch Bürgerrecht für Gesuche bis zum 

31. Dezember 2017, Kapitel 4: Gemeinsame Voraussetzungen und Ein-

bürgerungskriterien [nachfolgend: Handbuch Bürgerrecht], S. 36 f., 

< www.sem.admin.ch > Publikationen & Service > Weisungen und Kreis-

schreiben > V. Bürgerrecht, abgerufen am 25.11.2021). 

4.3 Der Vorinstanz kommt bei der Beurteilung der Einbürgerungsvoraus-

setzungen ein grosser Spielraum zu (Urteile des BVGer F-2980/2020 vom 

4. August 2021 E. 4.2; F-5465/2020 vom 10. Mai 2021 E. 4.2, m.w.H.). Das 

Handbuch Bürgerrecht dient dabei der Gewährleistung einer rechtsglei-

chen Gesetzesanwendung. Auf das Handbuch ist insoweit abzustellen, als 

es eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der 

http://links.weblaw.ch/BBl-1987-III-305
http://links.weblaw.ch/BBl-1987-III-305

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anwendbaren Rechtsnormen zulässt. Ohne triftigen Grund weicht das Bun-

desverwaltungsgericht davon also nicht ab, wenn es eine überzeugende 

Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellt (BGE 141 III 401 

E. 4.2.2; 133 V 394 E. 3.3; Urteile des BVGer F-2980/2020 E. 5;  

F-1037/2017 vom 11. Mai 2020 E. 4.4; F-2539/2018 vom 23. Januar 2020 

E. 5.4). 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer wurde am 29. Juni 2015 und am 11. Oktober 

2016 jeweils zu einer bedingten Geldstrafe, unter Ansetzung einer Probe-

zeit von zwei, respektive drei Jahren, sowie zu einer Busse verurteilt. Be-

dingte Geldstrafen sind von Amtes wegen nach zehn Jahren seit Rechts-

kraft des Urteils aus dem Strafregister zu entfernen (Art. 369 Abs. 3 und 

Abs. 6 Bst. a StGB; Art. 12 Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 29. Septem-

ber 2006 über das Strafregister [VOSTRA-Verordnung, SR 331]). Im Pri-

vatauszug erscheinen sie bei Bewährung bereits nach Ablauf der Probezeit 

nicht mehr (Art. 371 Abs. 3bis StGB). Die am 29. Juni 2015 bedingt ausge-

sprochene Geldstrafe wurde mit Strafbefehl vom 11. Oktober 2016 aller-

dings nachträglich widerrufen und für vollziehbar erklärt (vgl. oben Bst. C). 

Die Nichtbewährung des Beschwerdeführers innerhalb der Probezeit führt 

registerrechtlich dazu, dass das Privileg der abgekürzten Fristberechnung 

nach Art. 371 Abs. 3bis StGB für bedingte Strafen nicht mehr zur Anwen-

dung kommt. Sowohl der Eintrag betreffend den Strafbefehl vom 29. Juni 

2015, als auch der damit verknüpfte nachträgliche Widerrufsentscheid vom 

11. Oktober 2016 erscheinen im Privatauszug deshalb erst nach Ablauf von 

zwei Dritteln der zehnjährigen Entfernungsfrist gemäss Art. 371 Abs. 3 

StGB in Verbindung mit Art. 369 Abs. 3 StGB nicht mehr, das heisst nach 

sechs Jahren und acht Monaten seit Rechtskraft (vgl. Art. 5 Bst. a 

VOSTRA-Verordnung; PATRIK GRUBER, in: Marcel Alexander Niggli/Hans 

Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, 

Art. 371 N. 53 ff.).  

5.2 Während die zweite Strafe nach dem Gesagten bis zum Ablauf der Pro-

bezeit am 15. Oktober 2019 – die Probezeit beginnt mit der Eröffnung des 

Urteils zu laufen, das vollstreckbar wird (vgl. BGE 120 IV 172 E. 2a; Eröff-

nung Strafbefehl vom 11. Oktober 2016: 15. Oktober 2016 [vgl. SEM-

act. 2]) – im Privatauszug vermerkt wurde, bleibt der Eintrag der ersten, 

widerrufenen Strafe bis zum 28. Februar 2022 bestehen (vgl. oben E. 5.1). 

Die fehlerhafte Aufnahme seines Geburtsdatums durch die Straf- und Re-

gisterbehörden führte mitunter dazu, dass der Beschwerdeführer den ein-

getragenen Strafbefehlen zum Trotz mit seinem korrekten Geburtsdatum 

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einen blanken Strafregisterauszug generieren konnte (vgl. Strafregister-

auszug vom 12. Februar 2019 [SEM-act. 2] sowie den blanken Privataus-

zug vom 28. August 2019 [SEM-act. 8/36]). Dies kann ihm hinsichtlich der 

nachgesuchten Einbürgerung jedoch nicht zum Vorteil gereichen (vgl. auch 

Urteile des BVGer F-5465/2020 E. 7.1 betreffend Eintragung einer zu lan-

gen Probezeit im Strafregister; F-6360/2016 E. 4.3 betreffend Verurteilung 

und Strafregistereintrag unter einem Alias-Namen). Seine Täterschaft be-

treffend die am 6. Mai 2015 und am 4. Juli 2016 begangenen Delikte stellt 

der Beschwerdeführer nicht in Abrede. Er behauptet weder, die im Strafre-

gister auf seinen Namen, jedoch mit falschem Geburtsdatum eingetrage-

nen Vorstrafen beträfen eine andere Person, noch dass die Delikte zu Un-

recht im Strafregister eingetragen worden seien.  

5.3 Sowohl im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs am 18. Dezember 

2017, als auch im Zeitpunkt des Erlasses der abweisenden Verfügung am 

10. Dezember 2019 waren im Privatauszug des Beschwerdeführers somit 

ungelöschte Vorstrafen verzeichnet. Im letzteren Zeitpunkt hatte indes nur 

noch der Eintrag betreffend die widerrufene Geldstrafe vom 29. Juni 2015 

Bestand. Der Beschwerdeführer stellt sich nun auf den Standpunkt, beide 

Strafregistereinträge stünden seiner Einbürgerung nicht entgegen. Die 

Höhe der Geldstrafe liege bei beiden Vergehen im Bagatellbereich nach 

Art. 132 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 

2007 (StPO, SR 312.0) (Bagatellfall bis zu 120 Tagessätzen bei einer zu 

erwartenden Geldstrafe). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Um-

stände müsse bei der Beurteilung der erfolgreichen Integration auch be-

rücksichtigt werden, dass die erste Strafe mit 20 Tagessätzen sehr tief aus-

gefallen sei. Anstelle eines Widerrufs des bedingten Vollzugs hätte auch 

eine Verlängerung der Probezeit zur Disposition gestanden. Abgesehen 

von der Straffälligkeit lägen keine Gründe vor, die seiner Einbürgerung ent-

gegenstünden.  

5.3.1 Rechtsprechungsgemäss ist das Kriterium des Beachtens der 

schweizerischen Rechtsordnung im Sinne von Art. 14 Bst. c aBüG erfüllt, 

wenn im Privatauszug des Strafregisters keine ungelöschten Vorstrafen er-

scheinen und keine Strafverfahren hängig sind (vgl. oben E. 4.2). Trotz be-

stehendem Strafregistereintrag kann eine Einbürgerung ausnahmsweise 

dann vorgenommen werden, wenn es sich um eine einmalige Verurteilung 

zu einer Busse oder um eine Verurteilung zu einer einmaligen, geringfügi-

gen bedingten Strafe wegen eines allgemeinen Verkehrs- oder Fahrlässig-

keitsdelikts handelt, wobei bezüglich Geldstrafen der Strafrahmen von 

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Seite 9 

14 Tagessätzen in der Regel nicht überschritten werden darf. Bei leicht hö-

heren Strafen oder wenn es sich nicht um eine einmalige Verfehlung han-

delt, ist die Gesamtsituation zu beurteilen (Urteile des BVGer F-2980/2020 

E. 6.3 f. und E. 7.3; F-5465/2020 E. 7.2; F-2539/2018 E. 4.6 und E. 5.2;  

C-6115/2011 vom 2. April 2014 E. 6.1; C-2466/2008 vom 27. Juni 2011 

E. 5.3.4; Handbuch Bürgerrecht, S. 35 f.).  

5.3.2 Von dieser im Handbuch Bürgerrecht fixierten Praxis zu Art. 14 Bst. c 

aBüG weicht das Bundesverwaltungsgericht in konstanter Rechtsprechung 

ohne triftigen Grund nicht ab (vgl. oben E. 4.3). Weshalb der Beschwerde-

führer vorliegend den Bagatell- und Ausnahmebereich für eine Einbürge-

rung trotz Strafregistereintrag mit der Notwendigkeit einer amtlichen Ver-

teidigung gemäss Art. 132 StPO verknüpfen will, leuchtet aufgrund der 

komplett unterschiedlichen Zielsetzungen und Interessenlagen von Bür-

ger- und Strafprozessrecht nicht ein. 

5.3.3 Der Beschwerdeführer wurde zu einer bedingten Geldstrafe von 20 

(Strafbefehl vom 29. Juni 2015), respektive von 50 Tagessätzen (Strafbe-

fehl vom 11. Oktober 2016) verurteilt. Beide Strafen überschreiten bereits 

für sich die praxisgemässe Richtgrösse einer geringfügigen Strafe von 

14 Tagessätzen erheblich. Sodann greift die erwähnte Ausnahmeregelung 

(vgl. oben E. 5.3.1) bei unbedingt ausgesprochenen Strafen betreffend Ver-

gehen grundsätzlich nicht (Urteile des BVGer F-2980/2020 E. 7.2;  

F-4018/2016 vom 28. September 2017 E. 4.3; Handbuch Bürgerrecht, 

S. 35 f.). Entsprechendes hat für im Privatauszug vermerkte, nachträglich 

für vollziehbar erklärte, bedingte Strafen zu gelten. Unbehelflich ist in die-

sem Zusammenhang der Einwand des Beschwerdeführers, anstelle des 

Widerrufs des bedingten Vollzugs hätte auch eine Verlängerung der Pro-

bezeit zur Disposition gestanden wäre. Das Bundesverwaltungsgericht 

sieht sich vorliegend nicht veranlasst, einen unbestritten vertretbaren Ent-

scheid einer Strafbehörde in Frage zu stellen (BGE 139 II 95 E. 3.2; 

137 I 363 E. 2.3.2; 124 II 103 E. 1c/bb).  

5.4 Beim Delikt der Lernfahrt ohne vorgeschriebene Begleitung handelt es 

sich um ein Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG 

und Art. 95 Abs. 1 SVG). Vorliegend ist erschwerend zu berücksichtigen, 

dass die Bestimmung von Art. 95 SVG (Fahren ohne Berechtigung) die 

Verkehrssicherheit, mithin Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer/-innen 

vor einer abstrakten Gefahr schützen will (ADRIAN BUSSMANN, in: Marcel 

Alexander Niggli/Thomas Probst/Bernhard Waldmann, Basler Kommentar 

zum Strassenverkehrsgesetz, 2014, Art. 95 N. 4). Der Beschwerdeführer 

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Seite 10 

gefährdete somit zumindest abstrakt und wiederholt hochwertige Rechts-

güter. Seine Straffälligkeit ist erheblich. Von einschlägigen Vorstrafen liess 

er sich nicht beeindrucken, was auf eine gewisse Gleichgültigkeit gegen-

über der schweizerischen Rechtsordnung hindeutet.  

5.5 Das Einbürgerungskriterium des Beachtens der schweizerischen 

Rechtsordnung (Art. 14 Bst. c aBüG) ist daher klar nicht erfüllt (zur Recht-

sprechung betreffend geringfügige Delinquenz vgl. etwa Urteile des BVGer 

F-2980/2020; F-5465/2020; F-1066/2019 vom 22. September 2020;  

F-2539/2018). Die Mindesterfordernisse für die Erteilung des Schweizer 

Bürgerrechts, beziehungsweise für die Erteilung einer eidgenössischen 

Einbürgerungsbewilligung sind vorliegend nicht gegeben. Aufgrund der 

Straffälligkeit des Beschwerdeführers vermag eine Gesamtwürdigung un-

ter Einbezug aller Einbürgerungsaspekte an diesem Ergebnis nichts zu än-

dern (vgl. BGE 146 I 49 E. 4.4; Urteil F-2539/2018 E. 5.5; Handbuch Bür-

gerrecht, S. 35 f.). Da der Eintrag der am 11. Oktober 2016 widerrufenen 

Geldstrafe im Privatauszug nach wie vor Bestand hat, und diese die in der 

Rechtsprechung definierten Geringfügigkeitskriterien für sich alleine be-

reits nicht erfüllt (vgl. oben E. 5.3 f.), bedarf es keiner Klärung, ob die Vor-

aussetzungen sowohl im Gesuchs-, als auch im Zeitpunkt der Einbürge-

rungsverfügung gegeben sein müssen (vgl. Urteil des BGer 1C_683/2020 

vom 1. Oktober 2021 E. 3.3.3 [Frage vom BGer zuletzt offen gelassen]), 

und ob eine sechsmonatige Wartefrist nach Ablauf der Probezeit bis zur 

Gesuchseinreichung rechtmässig ist. 

6.  

Inwiefern der Beschwerdeführer um das Versehen der Strafregisterbehör-

den betreffend sein Geburtsdatum wusste, beziehungsweise hätte wissen 

müssen, kann bei dieser Ausgangslage ebenfalls dahingestellt bleiben. Je-

denfalls war er sich aufgrund der beiden Strafbefehle der Strafbarkeit sei-

nes Verhaltens gewähr. Ein leer generierter Strafregisterauszug lässt bei 

dieser Ausgangslage den Schluss auf einen einwandfreien strafrechtlichen 

Leumund nicht zu, dies umso mehr, als der Beschwerdeführer im Einbür-

gerungsverfahren rechtlich vertreten war (vgl. SEM-act. 1/21). In seiner Er-

klärung vom 27. November 2017 betreffend Beachtens der Rechtsordnung 

("Ich, […] bestätige, dass […] keine ungelöschten Vorstrafen in der 

Schweiz […] gegen mich bestehen;" […] ich keine Delikte begangen habe, 

für die ich in der Schweiz […] mit einer Strafverfolgung oder einer Verurtei-

lung rechnen muss;" [vgl. SEM-act. 1/17]) brachte er dennoch keinerlei 

Hinweise auf die bestehenden Strafentscheide an. Ihm muss daher täu-

schendes Verhalten gegenüber den Einbürgerungsbehörden angelastet 

F-481/2020 

Seite 11 

werden (BGE 140 II 65 E. 3.3.2; Urteile F-2980/2020 E. 7.4; F-1066/2019 

E. 6.4). Die Missachtung dieser Orientierungspflicht steht der Einbürgerung 

des Beschwerdeführers zusätzlich entgegen. Zu Recht hat die Vorinstanz 

auch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers fest-

gestellt. 

7.  

Nicht ersichtlich ist schliesslich, was der Beschwerdeführer mit der Anru-

fung des Vertrauensgrundsatzes aufgrund einer behördlichen Auskunft für 

sich bezwecken will (zu den Voraussetzungen des Vertrauensschutzes vgl. 

BGE 137 II 182 E. 3.6.2). Zwar trifft es zu, dass die Vorinstanz ihm schrift-

lich mitteilte, bei deliktfreiem Verhalten könne das Kriterium der Beachtung 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im April 2020 als erfüllt betrachtet 

werden. Die Vorinstanz kommunizierte aber jederzeit klar und unmissver-

ständlich, dass die Einbürgerungsvoraussetzungen im Gesuchszeitpunkt 

nicht erfüllt gewesen seien und dass eine Sistierung des Verfahrens nicht 

möglich und das Gesuch abzuweisen sei (vgl. Schreiben der Vorinstanz 

vom 14. März 2019, vom 2. Juli 2019 und vom 29. August 2019 [SEM-

act. 3, 5 und 7]). Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführer anwaltlich 

vertreten war und die Unrichtigkeit dieser Auskunft hätte erkennen können, 

kann von einer vorbehaltlosen Auskunft seitens der Vorinstanz, die Einbür-

gerungsbewilligung werde im April 2020 ohne Einreichung eines neuen 

Gesuchs erteilt, keine Rede sein. 

8.  

Zusammenfassend verletzt die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht 

(Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen und auf Fr. 1’000.– festzusetzen (Art. 63 

VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kosten-

vorschuss gedeckt. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-481/2020 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Beilage: Akten Ref-Nr. […] zurück) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn 

 

Mathias Lanz 

 

 

  

F-481/2020 

Seite 13 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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