# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77182b91-17dc-5699-a9fb-44ec11152b22
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-10
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Sonstiges 10.03.2022 BS 2022 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_999_BS-2022-7_2022-03-10.pdf

## Full Text

20220209_135914_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2022 7
BS 2022 12
BS 2022 21

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiber lic.iur. C. Schwegler

Beschluss vom 10. März 2022

in Sachen

D.________, zzt. I.________,
J.________, K.________,
amtlich verteidigt durch RA Dr.iur. B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, IV. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug,
vertreten durch LSTA Jugendanwalt lic.iur. C.________,
Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versetzung im Rahmen der Unterbringung / vorsorgliche Anordnung einer geschlossenen 
Unterbringung / Änderung einer Massnahme / Entlassungsgesuch / Wechsel amtliche Verteidigung

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Sachverhalt

1. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug vom 22. September 2020 (JG 2020 4) wurde 
D.________ des versuchten Totschlages sowie der Widerhandlung gegen das BetmG und 
der Übertretung des BetmG schuldig gesprochen. Sie wurde dafür bestraft mit einem 
Freiheitsentzug von neun Monaten unter Gewährung des bedingten Strafvollzuges von zwei 
Jahren und unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 42 Tagen sowie einer 
Busse von CHF 100.00. Ausserdem wurde für sie eine Unterbringung nach Art. 15 Abs. 1 
JStG sowie eine ambulante Behandlung nach Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG angeordnet. Der 
Anlasstat lag der Sachverhalt zugrunde, dass D.________ am 25. November 2018 im 
Elternschlafzimmer der Familienwohnung in A.________ um ca. 01.40 Uhr ihrem Vater 
F.________ zweimal mit einem Messer in den Hals gestochen hatte.  

2. D.________ wurde ab dem 9. April 2020 mehrheitlich in der halbgeschlossenen 
Intensivwohngruppe der Jugendstätte G.________, H.________, untergebracht. Aufgrund 
des eher schwierigen Massnahmenverlaufes und der nur marginalen Fortschritte von 
D.________ gab die Staatsanwaltschaft in Absprache mit der Leitung der Jugendstätte 
G.________ am 20. Mai 2020 bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie O.________ ein 
Massnahmenverlaufsgutachten in Auftrag, welches am 9. November 2021 bei der 
Staatsanwaltschaft einging.

3. Aufgrund der Empfehlungen im Massnahmenverlaufsgutachten eröffnete die 
Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 13. Januar 2022 ein Verfahren betreffend Änderung 
der Schutzmassnahmen, wies D.________ in Fortsetzung der Unterbringung im Sinne von 
Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG am 13. Januar 2022 vorsorglich in die Strafanstalt N.________ ein 
und ordnete zusätzlich eine stationäre Beobachtung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 JStG in einer 
Fachinstitution an (Vi act. 8/1).

4. Gegen diese Verfügung liess D.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe 
vom 24. Januar 2022 Beschwerde und Verwaltungsbeschwerde bei der I. 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts einreichen mit folgenden Anträgen (Verfahren BS 
2022 7):

1. Es sei die Jugendanwaltschaft des Kantons Zug anzuweisen, die in Ziff. 1, 2 und 3 ihrer 
Vollzugsverfügung vom 13. Januar 2022 angeordnete Eröffnung eines Verfahrens betreffend 
Änderung der für die Beschwerdeführerin angeordneten Massnahme sowie die angeordnete 
Fortsetzung der Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG und vorsorgliche 
Einweisung in die Strafanstalt Zug sowie zusätzliche stationäre Behandlung im Sinne von Art. 9 
Abs. 1 JStG ab Einweisung in eine Fachinstitution aufzuheben und stattdessen die mit 
rechtskräftigem Urteil des Jugendgerichts des Kantons Zug vom 22. September 2020 in Dispositiv-
Ziff. 3 des Urteilsspruchs angeordneten Schutzmassnahmen (Unterbringungen gemäss Art. 15 
Abs. 1 JStG sowie ambulante Behandlung gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG) unverzüglich 
fortzuführen.

2. Die Beschwerdeführerin sei unverzüglich aus dem geschlossenen Massnahmenvollzug zu 
entlassen und von ihrer bisherigen Institution, der Jugendstätte G.________ in H.________, weg 

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in eine andere, für eine adäquate Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG sowie eine 
ambulante Behandlung gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG geeignete Institution zu versetzen.

3. Es sei ein neues Massnahmenverlaufsgutachten bei einer dafür geeigneten Fachstelle einzuholen, 
welche die sprachlichen Voraussetzungen der Beschwerdeführerin und ihre besonderen 
Lebensumstände rechtsgenügend zu berücksichtigen vermag.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Kantons Zug.

5. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Vernehmlassung vom 4. Februar 2022 die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde.

6. Bereits mit Schreiben vom 19. Januar 2022 hatte die Beschwerdeführerin bei der 
Staatsanwaltschaft um Entlassung aus der vorsorglichen Unterbringung sowie der 
Unterbringung gemäss Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug vom 22. September 2020 
ersucht und zudem beantragt, sie sei bis zum Entscheid über ihr Entlassungsgesuch und 
über die förmliche Beschwerde gegen die Vollzugsverfügung vom 13. Januar 2022 in ein 
offenes Heim zu verlegen oder zu ihren Eltern nach Hause zu entlassen. Diese Anträge wies 
die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 21. Januar 2022 ab, soweit sie darauf eintrat (Vi 
act. 8/2). 

7. Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. Februar 2022 
ebenfalls Beschwerde bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts einreichen mit 
folgenden Anträgen (Verfahren BS 2022 12):

1. Es seien die Verfügung der Jugendanwaltschaft vom 21. Januar 2022 und auch die 
Vollzugsverfügung vom 13. Januar 2022 aufzuheben.

2. Es sei die Jugendanwaltschaft anzuweisen, die mit Urteil des Jugendgerichts des Kantons Zug 
vom 22. September 2020 in Dispositiv-Ziff. 3 des Urteilsspruchs angeordneten 
Schutzmassnahmen (Unterbringungen gemäss Art. 15 Abs. 1 JStG sowie ambulante Behandlung 
gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG) unverzüglich in einer für die Unterbringung gemäss Art. 15 
Abs. 1 JStG sowie für eine ambulante Behandlung gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 JStG geeigneten 
Institution fortzuführen und von der Änderung einer Massnahme im Sinne von Art. 18 JStG 
abzusehen.

3. Es sei, wie bereits mit der Beschwerde und der Verwaltungsbeschwerde vom 24. Januar 2022 
beantragt, bei einer dafür geeigneten Fachstelle ein Obergutachten einzuholen.

4. Eventualiter seien sämtliche gegen die Beschwerdeführerin angeordneten Schutzmassnahmen 
aufzuheben und sie sei unverzüglich in die Freiheit zu entlassen.

8. Die Staatsanwaltschaft beantragte in der innert erstreckter Frist eingereichten 
Vernehmlassung vom 24. Februar 2022, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 

9. Am 9. Februar 2022 stellte die Beschwerdeführerin bei der Staatsanwaltschaft ein Gesuch 
um Wechsel der amtlichen Verteidigung, welches sie nicht begründete. Die 

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Staatsanwaltschaft überwies diese Eingabe am 11. Februar 2022 an die 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts. 

10. Mit Verfügung vom 10. Februar 2022 wies die Staatsanwaltschaft die Beschwerdeführerin in 
Fortsetzung der vorsorglichen Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 JStG am 11. 
Februar 2022 in die I.________, ein. Gegen diese Verfügung liess die Beschwerdeführerin 
am 24. Februar 2022 durch ihren amtlichen Verteidiger ebenfalls Beschwerde bei der 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts einreichen und die Aufhebung der Verfügung 
beantragen. Sodann stellte sie den Antrag, diese Beschwerde sei zusammen mit der im 
gleichen Zusammenhang bereits eingereichten Verwaltungsbeschwerde und Beschwerde 
vom 24. Januar 2022 sowie der Beschwerde vom 7. Februar 2022 zu beurteilen. Gleichzeitig 
stellte der amtliche Verteidiger einen Antrag auf umgehende Entbindung von der amtlichen 
Verteidigung (Verfahren BS 2022 21).

11. In der Vernehmlassung vom 3. März 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, und Nichteintreten mangels Zuständigkeit auf 
die Gesuche der Beschwerdeführerin auf Wechsel der amtlichen Verteidigung bzw. des 
amtlichen Verteidigers auf umgehende Entbindung von der amtlichen Verteidigung.

Erwägungen

1. Die Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben des Obergerichts vom 16. Februar 2022 darauf 
hingewiesen, dass ihr Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung zu begründen und der 
Beschwerdeabteilung mitzuteilen sei, ob die von ihr angegebene Rechtsanwältin 
bevollmächtigt und bereit sei, das Verfahren zu übernehmen, ansonsten auf das Gesuch 
nicht eingetreten werden könne. Die Beschwerdeführerin teilte mit Schreiben vom 21. 
Februar 2022 mit, zu ihrem amtlichen Verteidiger bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr 
und sie glaube, er könne ihr nicht weiterhelfen.

Der amtliche Verteidiger führte am 24. Februar 2022 zu seinem Antrag auf umgehende 
Entbindung von der amtlichen Verteidigung im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin 
habe wiederholt selbständig handschriftliche Eingaben bei der Staatsanwaltschaft 
eingereicht. Sodann seien auch Familienmitglieder der Beschwerdeführerin, welche sich 
dabei auch anwaltlich hätten vertreten lassen, immer wieder mit selbständigen Eingaben bei 
den Strafbehörden des Kantons Zug vorstellig geworden. Entsprechend habe er nach dem 
Antrag der Beschwerdeführerin auf einen Mandatswechsel bereits am 11. Februar 2022 
mitgeteilt, dass diesem Gesuch aus Sicht der amtlichen Verteidigung nichts entgegenstehe. 
Das für eine ordentliche anwaltliche Vertretung notwendige Vertrauensverhältnis sei 
inzwischen unwiederbringlich zerstört.

1.1 Gemäss Art. 134 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 3 Abs. 1 JStPO überträgt die Verfahrensleitung die 
amtliche Verteidigung einer anderen Person, wenn das Vertrauensverhältnis zwischen der 
beschuldigten Person und ihrer amtlichen Verteidigung erheblich gestört oder eine wirksame 
Verteidigung aus andern Gründen nicht mehr gewährleistet ist. Hinsichtlich der sachlichen 
Zuständigkeit für den Widerruf und Wechsel der amtlichen Verteidigung hat das 
Bundesgericht erwogen, angesichts des Fehlens einer gesetzlichen Regelung spreche der 

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Grundsatz der Parallelität der Formen dafür, dass der das öffentliche Verteidigungsmandat 
aufhebende Konträrakt von derselben Behörde vorgenommen werde wie derjenige, mit dem 
der Auftrag erteilt wurde. Die Bestellung und der Widerruf der amtlichen Verteidigung stellten 
in diesem Sinne wesentliche prozessuale Zwischenentscheide dar, die in einem derart engen 
Zusammenhang miteinander stünden, dass sie sinnvollerweise von ein und derselben 
Behörde gefällt werden müssten (Urteil des Bundesgerichts 1B_251/2014 vom 4. September 
2014 E. 3.5 und 3.6).

1.2 Rechtsanwalt Dr.iur. B.________ wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 10. 
Januar 2022 zum amtlichen Verteidiger der Beschwerdeführerin bestellt. Da sich die 
sachliche Zuständigkeit für den Widerruf oder Wechsel der amtlichen Verteidigung nach der 
Zuständigkeit für deren Bestellung richtet, ist folglich die Staatsanwaltschaft dafür zuständig, 
über den Antrag auf umgehende Entbindung von der amtlichen Verteidigung zu befinden. 
Zudem kann nicht gesagt werden, die Verfahrensherrschaft habe sich zwischenzeitlich auf 
die Beschwerdeabteilung verlagert. Die Staatsanwaltschaft ist zuständig für den Vollzug der 
gemäss Urteil des Strafgerichts vom 22. September 2020 angeordneten Massnahmen. Sie 
eröffnete in diesem Zusammenhang am 13. Januar 2022 ein Verfahren betreffend Änderung 
der Schutzmassnahmen. Die Beschwerdeabteilung hat vorliegend einzig 
Vollzugsverfügungen, welche die Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer Verfahrensherrschaft 
erlassen hat, auf Beschwerde hin zu überprüfen. Auf das Gesuch um Wechsel der amtlichen 
Verteidigung ist folglich mangels sachlicher Zuständigkeit der Beschwerdeabteilung nicht 
einzutreten.

2. Da den Beschwerden vom 24. Januar 2022, vom 7. Februar 2022 und vom 24. Februar 2022 
derselbe Sachverhalt zugrunde liegt, rechtfertigt es sich, sie gemeinsam in einem 
einheitlichen Entscheid zu behandeln.

3. Gemäss § 79 Abs. 1 lit. c GOG entscheidet die Beschwerdeabteilung des Obergerichts über 
Beschwerden gegen Justizverwaltungsakte, insbesondere betreffend Vollzugsverfügungen 
der Jugendanwältinnen und Jugendanwälte sowie der Gerichtskasse. Nach Art. 43 JStPO 
können mittels Beschwerde u.a. die Änderung und die Beendigung der Massnahme 
angefochten werden (lit. a und d). Gegen Dispositiv-Ziff. 1 der Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 13. Januar 2022 ist somit die Verwaltungsbeschwerde an die 
Beschwerdeabteilung des Obergerichts zulässig. 

Im Übrigen richten sich im Jugendstrafverfahren gemäss Art. 39 Abs. 1 JStPO die 
Zulässigkeit der Beschwerde und die Beschwerdegründe nach Art. 393 StPO. Gegen die 
Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Jugendanwaltschaft ist die Beschwerde somit 
grundsätzlich zulässig (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 JStPO). Die 
Beschwerde ist überdies u.a. zulässig gegen die vorsorgliche Anordnung von 
Schutzmassnahmen (Art. 39 Abs. 2 lit. a JStPO). Anfechtungsobjekt bildet vorliegend u.a. 
auch eine Verfügung der Jugendanwaltschaft über die Versetzung im Rahmen der 
vorsorglichen Unterbringung. Mithin geht es um eine Vollzugsmassnahme im Rahmen einer 
bereits vorsorglich angeordneten Unterbringung. Die Beschwerdefähigkeit der 
angefochtenen Verfügungen vom 13. Januar 2022, vom 21. Januar 2022 und vom 10. 
Februar 2022 ist somit gestützt auf Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 39 Abs. 1 JStPO zu 
bejahen. Auf die Beschwerden ist daher einzutreten.

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4. Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, sämtliche Explorationen und 
psychiatrischen Untersuchungen für das Massnahmenverlaufsgutachten seien ohne 
Übersetzung und ausschliesslich in deutscher Sprache durchgeführt worden, obwohl die 
Beschwerdeführerin albanisch und insbesondere griechisch spreche. Entsprechend müsse 
davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von gravierenden 
Verständigungsproblemen, welche sie nicht selbst verschuldet habe, elementare Fragen zu 
ihrer Person und seelischen Befindlichkeit sowie Anweisungen, die im Rahmen der 
Exploration und psychiatrischen Untersuchungen an sie gerichtet worden seien, nicht richtig 
oder nur zum Teil habe verstehen und ihre Antworten auf Deutsch nicht in der Klarheit habe 
formulieren können, die ihr nur in griechischer Sprache zur Verfügung stehe. Die 
Verweigerung einer gehörigen Übersetzung bei der Erstellung des 
Massnahmenverlaufsgutachtens könne auch nicht durch darin aufgeführte Hinweise 
kompensiert werden, wonach die Beschwerdeführerin sich angeblich auf Deutsch gut 
verständigen könne. In diesem Zusammenhang komme es darauf an, dass die Exploranden 
sprachliche Feinheiten bei Fragen oder Testanweisungen richtig verstehen und in einer für 
sie vertrauten Sprache darauf antworten könnten. Es müsse daher ein neues 
Massnahmenverlaufsgutachten bei einer dafür geeigneten Fachstelle eingeholt werden, 
welche die sprachlichen Voraussetzungen der Beschwerdeführerin und ihre besonderen 
Lebensumstände rechtsgenügend berücksichtigen würde.

4.1 Gemäss Art. 68 Abs. 1 Satz 1 StPO zieht die Verfahrensleitung eine Übersetzerin oder einen 
Übersetzer bei, wenn eine am Verfahren beteiligte Person die Verfahrenssprache nicht 
versteht oder sich darin nicht genügend ausdrücken kann.

4.2 Den Verfahrensakten ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin durch den Besuch 
eines Intensivdeutschunterrichts zwischen März und November 2018 gute 
Deutschkenntnisse aneignen konnte, die sie nach Eintritt in die Sozialpädagogischen 
Einrichtungen, wo sämtliche pädagogische Arbeit mit der Beschwerdeführerin auf Deutsch 
ablief, verfestigte. Nach der Versetzung in das Jugendheim L.________ im Frühsommer 
2019 wurden der Beschwerdeführerin zusätzlich zum normalen Schul- und Deutschunterricht 
Deutschstunden bis im Frühjahr 2020 bewilligt (Vi act. 9/1 und 10/1). Des Weiteren ergibt 
sich aus den Untersuchungsakten, dass die Beschwerdeführerin seit Juni 2019 in der Regel 
zweimal pro Woche auf Deutsch und ohne Übersetzung intensiv therapiert wird und es dabei 
nie zu sprachlichen Schwierigkeiten oder Verständigungsproblemen gekommen ist (Vi act. 
9/9). Dem Massnahmenverlaufsgutachten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 
den Explorationsgesprächen gut folgen konnte, sie sich fliessend auf Schweizerdeutsch 
äusserte und adäquat über ihre aktuelle Situation Auskunft geben konnte (Vi act. 10/3 S. 79). 
Sodann führte die Staatsanwaltschaft in der Vernehmlassung aus, dass die 
Beschwerdeführerin an den Standortbesprechungen und mit der zuständigen Sozialarbeiterin 
der Staatsanwaltschaft auf Deutsch kommunizierte und selbständig Eingaben auf Deutsch 
verfasste. Auch ergibt sich aus den Beschwerdeakten, dass die Beschwerdeführerin in der 
Lage war, am 19. Januar 2022 selbständig in deutscher Sprache ein Gesuch um Entlassung 
aus der vorsorglichen Unterbringung an die Staatsanwaltschaft zu richten (vgl. act. 1/1 
Verfahren BS 2022 12). Zudem weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass die 
Beschwerdeführerin während des gesamten Begutachtungsprozesses keinen Antrag auf 
Beizug eines Übersetzers gestellt hat.

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4.3 Es ist folglich wenig glaubhaft, wenn die Beschwerdeführerin behauptet, aufgrund von 
gravierenden Verständigungsproblemen bei den Explorationen und psychiatrischen 
Untersuchungen für das Massnahmenverlaufsgutachten elementare Fragen zu ihrer Person 
und seelischen Befindlichkeit nicht richtig oder nur teilweise verstanden zu haben. Aus den 
Akten ergibt sich vielmehr, dass die Beschwerdeführerin der deutschen Sprache durchaus 
mächtig ist und von Verständigungsproblemen keine Rede sein kann. Entsprechend besteht 
kein Anlass zur Annahme, dass die Diagnosen und Beurteilungen im 
Massnahmenverlaufsgutachten unter unzulässigen und rechtswidrigen sprachlichen 
Bedingungen für die Beschwerdeführerin erstellt worden wären. Entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin besteht daher auch keine Veranlassung, bei einer dafür geeigneten 
Fachstelle ein neues Massnahmenverlaufsgutachten einzuholen. Die Beschwerde erweist 
sich in diesem Punkte als unbegründet.

5. Die Staatsanwaltschaft begründete die vorsorgliche Einweisung der Beschwerdeführerin in 
die Strafanstalt N.________ sowie die zusätzlich angeordnete stationäre Beobachtung ab 
Einweisung in eine Fachinstitution mit den Empfehlungen im Massnahmenverlaufsgutachten 
vom 8. November 2021 sowie den Ergänzungen dazu vom 23. November 2021, wonach 
aufgrund der bisherigen Erfahrung im Massnahmenverlauf, der ungünstigen Legalprognose 
sowie der festgestellten Problembereiche eine Weiterführung der stationären Massnahme in 
einem noch enger strukturierten Setting empfohlen werde. Aufgrund dieser Gegebenheiten 
sowie der vorliegenden Fluchtgefahr sei eine Einweisung in eine geschlossene Einrichtung 
für den persönlichen Schutz sowie zum Schutz Dritter vor weiterer unzumutbarer Gefährdung 
durch die Beschwerdeführerin wie auch zur Sicherung und geordneten Durchführung der 
Massnahmenüberprüfung und geordneten Massnahmenplanung unumgänglich. In Bezug auf 
das Entlassungsgesuch der Beschwerdeführerin wiederum bestehe kein Raum, diesem 
stattzugeben, da weder der Zweck der Massnahme erreicht worden sei noch aufgrund der 
vorliegenden fachlichen Einschätzungen feststehe, dass die Massnahme keine Wirkung 
mehr entfalte.

6. Die Beschwerdeführerin führt demgegenüber aus, der behandelnde psychologische 
Psychotherapeut und der Psychiater der Beschwerdeführerin kämen in der Stellungnahme 
vom 19. Januar 2022 bei der Beantwortung derselben Fragen zu diametral anderen 
Diagnosen und Schlussfolgerungen als die Gutachterin, welche das 
Massnahmenverlaufsgutachten vom 8. November 2021 erstellt habe. Aufgrund der von ihnen 
gestellten Diagnosen sei aus Sicht des behandelnden psychologischen Psychotherapeuten 
und des Psychiaters eine Versetzung der Beschwerdeführerin in eine geschlossene 
Einrichtung nicht erforderlich. Vielmehr würden diese die Fortsetzung einer intensiven 
psychotherapeutischen Behandlung im Einzel- wie auch im Gruppensetting und eine baldige 
Beendigung der jugendstrafrechtlichen Massnahmen befürworten. Obwohl sie die 
Beschwerdeführerin seit Mai 2020 in wöchentlichen Einzelgesprächen und zusätzlichen 
wöchentlichen Gruppentherapien behandeln würden und sich daher ein sehr viel 
umfassenderes und zutreffenderes Bild von der Beschwerdeführerin machen könnten, stütze 
die Staatsanwaltschaft die angefochtene Verfügung ausschliesslich auf das 
Massnahmenverlaufsgutachten vom 8. November 2021 ab. Dazu komme, dass auch die 
Feststellungen vom 22. Januar 2022 der für die Behandlung der Beschwerdeführerin in der 
Jugendstätte G.________ verantwortlichen Kaderperson, wonach die Beschwerdeführerin 

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erste konkrete Arbeitsversuche im Rahmen von Schnupperlehren erfolgreich absolviert und 
dabei sehr gute Zeugnisse erzielt habe, nicht im Geringsten mit den Schlussfolgerungen aus 
dem Massnahmenverlaufsgutachten übereinstimmten.

Es sei weder eine unzumutbare Gefährdung Dritter durch die Beschwerdeführerin erkennbar, 
noch bestünden Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin suizidgefährdet wäre. 
Sodann habe sich die Beschwerdeführerin während knapp zwei Jahren an die zeitlichen 
Begrenzungen der Ausgangs- und Urlaubsregelungen in der Jugendstätte G.________ 
gehalten, weshalb auch keine Fluchtgefahr bestehe. Ausserdem habe die 
Beschwerdeführerin seit dem Eintritt in die Jugendstätte G.________ eindrücklich und 
konstant gezeigt, dass sie willens und in der Lage sei, in einer Institution nach Art. 15 Abs. 1 
JStG zu verweilen und dabei an einer Behandlung gemäss Art. 14 Abs. 1 und 2 aktiv 
mitzuwirken. Entsprechend sei von einer Änderung einer Massnahme abzusehen und die 
Beschwerdeführerin in eine andere, für eine adäquate Unterbringung gemäss Art. 15 Abs. 1 
JStG geeignete Institution zu versetzen und die ambulante Behandlung gemäss Art. 14 Abs. 
1 und 2 JStG weiterzuführen. Sollte dem nicht entsprochen werden können, wären die 
angeordneten Massnahmen aufzuheben und die Beschwerdeführerin in Freiheit zu 
entlassen.

7. Nach Art. 15 Abs. 1 JStG ordnet die urteilende Behörde die Unterbringung des Jugendlichen 
an, wenn dessen notwendige Erziehung und Behandlung nicht anders sichergestellt werden 
kann. Die Unterbringung erfolgt namentlich bei Privatpersonen oder in Erziehungs- oder 
Behandlungseinrichtungen, die in der Lage sind, die erforderliche erzieherische oder 
therapeutische Hilfe zu leisten. Die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung darf 
gemäss Art. 15 Abs. 2 JStG nur angeordnet werden, wenn sie für den persönlichen Schutz 
oder für die Behandlung der psychischen Störung des Jugendlichen unumgänglich (lit. a) 
oder für den Schutz Dritter vor schwer wiegender Gefährdung durch den Jugendlichen 
notwendig ist (lit. b). Nach Art. 15 Abs. 3 JStG ordnet die urteilende Behörde vor der 
Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung eine medizinische oder psychologische 
Begutachtung des Jugendlichen an, falls eine solche nicht bereits erstellt wurde. Als für den 
Schutz des Jugendlichen unumgänglich im Sinne von Art. 15 Abs. 2 lit. a JStG kann sich eine 
geschlossene Unterbringung etwa erweisen, wenn er während einer laufenden 
Schutzmassnahme immer wieder entweicht, da insoweit nur mittels Unterbringung in einer 
geschlossenen Einrichtung sichergestellt werden kann, dass der Jugendliche die 
erforderliche psychotherapeutische Behandlung erhält. Eine geschlossene Unterbringung 
kann sich besonders bei Drittgefährdung im Sinne von Art. 15 Abs. 2 lit. b JStG auch 
aufdrängen, wenn ein Jugendlicher jegliche Zusammenarbeit verweigert, therapeutisch-
erzieherisch unerreichbar ist und zudem weitere schwere Delikte begeht bzw. sich in immer 
grössere Schwierigkeiten verstrickt. Mit fehlender Motivation und schlechter Führung soll der 
Jugendliche nicht eine weniger eingreifende Massnahme erzwingen können. Jungen 
Straftätern soll durch die Massnahme gerade die Chance einer noch möglichen Förderung 
ihrer Persönlichkeitsentwicklung eröffnet werden. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit 
(Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 2 und 3 BV) gilt im gesamten Massnahmenrecht, sowohl bei 
der Anordnung von Massnahmen als auch bei den Folgeentscheiden. Gemäss Art. 1 Abs. 2 
lit. c JStG ist Art. 56 Abs. 2 StGB, welcher die Verhältnismässigkeit im Massnahmenrecht 
konkretisiert, sinngemäss anwendbar. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt, dass die 
Massnahme geeignet ist, beim Betroffenen die Legalprognose zu verbessern. Weiter muss 

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die Massnahme notwendig sein. Sie hat zu unterbleiben, wenn eine gleich geeignete, aber 
mildere Massnahme für den angestrebten Erfolg ausreichen würde. Schliesslich muss 
zwischen dem Eingriff und dem angestrebten Zweck eine vernünftige Relation bestehen 
(Verhältnismässigkeit i.e.S.; Urteil des Bundesgerichts 6B_326/2020 vom 17. April 2020 E. 
3.3.2 f. m.H.).

Die stationäre Beobachtung ist in Art. 9 JStG geregelt. Danach hat die zuständige Behörde 
die persönlichen Verhältnisse des Jugendlichen abzuklären, soweit dies für den Entscheid 
über die Anordnung einer Schutzmassnahme oder Strafe erforderlich ist; zu diesem Zweck 
kann sie auch eine ambulante oder stationäre Beobachtung anordnen (Art. 9 Abs. 1 JStG). 
Mit der Abklärung kann eine Person oder Stelle beauftragt werden, die eine fachgerechte 
Durchführung gewährleistet (Art. 9 Abs. 2 JStG).

7.1 Gemäss Arztbericht vom 19. Januar 2022 des die Beschwerdeführerin behandelnden 
Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie und des psychologischen Psychotherapeuten 
ist bei der Beschwerdeführerin aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht momentan von 
keinem erhöhten Risiko bezüglich erneuter häuslicher Gewalt auszugehen. Die 
Beschwerdeführerin habe, so der Bericht weiter, sich seit Beginn der Behandlung im Mai 
2020 sehr mit dem Delikt auseinandergesetzt, habe Verantwortung für ihr Verhalten 
übernommen und neue Strategien im Umgang mit Stress und ihren Gefühlen kennengelernt. 
Zum derzeitigen Zeitpunkt sei eine stationäre Unterbringung in einer geschlossenen 
Einrichtung für den persönlichen Schutz oder für die Behandlung ihrer psychischen Störung 
oder für den Schutz Dritter vor schwerwiegender Gefährdung durch sie nicht notwendig, da 
die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer psychiatrischen Erkrankung in den letzten Monaten 
ein stabiles Zustandsbild gezeigt habe. Empfohlen werde die Fortsetzung einer 
psychotherapeutischen Behandlung im Einzel- und Gruppensetting. Es werde eine baldige 
Beendigung der jugendstrafrechtlichen Massnahmen befürwortet (Beilage zu Vi act. 7/5).

7.2 Dem Massnahmenverlaufsgutachten vom 8. November 2021 ist dagegen im Wesentlichen zu 
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im bisherigen, bald dreijährigen 
Massnahmenverlauf kaum substantielle Fortschritte hinsichtlich der im Erstgutachten 
festgehaltenen problematischen Aspekte gemacht habe. Bei der Beschwerdeführerin müsse 
eine Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung im Sinne eines ADHS sowie eine 
dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden. Zudem wirke die 
Beschwerdeführerin häufig naiv und ungeschickt und zeige Schwierigkeiten in der 
Affektregulation. Auch im Therapieverlauf zeige sie unzureichende Fortschritte und lediglich 
oberflächliche, manipulative Anpassung an therapeutische Erwartungen. Eine selbstkritische 
und nachhaltige Auseinandersetzung mit der Anlasstat habe im Rahmen der Therapie nicht 
stattfinden können. Aufgrund der bisherigen Erfahrung im Massnahmenverlauf, der 
ungünstigen Legalprognose sowie der festgestellten Problembereiche werde eine 
Weiterführung der stationären Massnahme in einem noch enger strukturierten Setting 
empfohlen. Es werde insbesondere empfohlen, die Massnahme geschlossen im Sinne von 
Art. 15 Abs. 2 JStG weiterzuführen und zwar im Sinne einer für die Beschwerdeführerin 
massgeschneiderten Massnahmenlösung vorerst in der geschlossenen 
Massnahmenabteilung der Justizvollzugsanstalt E.________. Bis zum Übertritt in diese 
Massnahmeninstitution solle die Beschwerdeführerin in eine forensische milieutherapeutisch 

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ausgerichtete geschlossene Klinik zur Behandlung und Stabilisierung eingewiesen werden 
(Vi act. 10/3 S. 126 ff.).

7.3 Gemäss Art. 183 Abs. 1 StPO können als Sachverständige natürliche Personen ernannt 
werden, die auf dem betreffenden Fachgebiet die erforderlichen besonderen Kenntnisse und 
Fähigkeiten besitzen. Die angefragte Person sollte unabhängig und unparteiisch sein und 
den Jugendlichen nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt behandelt haben (Aebi/Imbach/ 
Holderegger/Bessler, Jugendstrafrechtliche Gutachten in der Schweiz: Anforderungen aus 
juristischer, psychologischer und psychiatrischer Sicht, AJP 2018 S. 1465 f. m.H.). 

7.4 Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht ausführt, erfüllt der Arztbericht vom 19. Januar 2022 
formal die Anforderungen an einen Therapiebericht nicht. Es fehlen im Arztbericht Angaben 
darüber, welche Akten den Therapeuten für ihre Beurteilung vorlagen und auf welche 
medizinischen Untersuchungen ihre Einschätzung beruhen. Es erfolgte auch kein Auftrag für 
die Erstellung eines Gutachtens durch die Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 182 StPO. 
Vielmehr wurde der entsprechende Bericht aufgrund einer Anfrage des Rechtsvertreters der 
Beschwerdeführerin erstellt. Den Verfassern des Berichts fehlt es im Übrigen offensichtlich 
an der notwendigen Unabhängigkeit und damit verbunden an der erforderlichen Objektivität, 
zumal sie die Beschwerdeführerin seit über 1 ½ Jahren regelmässig therapieren. Auf den 
Arztbericht vom 19. Januar 2022 kann folglich nicht abgestellt werden.

Demgegenüber erweisen sich die Einschätzungen im Massnahmenverlaufsgutachten vom 
8. November 2021 ohne Weiteres als schlüssig und nachvollziehbar: Es wird insbesondere 
detailliert beschrieben, weshalb bei der Beschwerdeführerin eine Rückfallgefahr besteht und 
aus gutachterlicher Sicht nur eine Unterbringung in eine geschlossene Institution in Betracht 
kommt. Des Weiteren wird betont, dass ohne weitere Massnahmen das Risiko für das 
Begehen weiterer Straftaten durch die Beschwerdeführerin als erhöht zu betrachten ist. Im 
Gutachten wird u.a. eine dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, aufgrund welcher 
eine höhere Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Beschwerdeführerin strafbare Handlungen 
begehen könnte (Vi act. 10/3 S. 131 ff.). Die Feststellungen im Gutachten decken sich im 
Übrigen weitgehend mit denjenigen im Austrittsbericht der Klinik M.________ vom 31. Januar 
2022, wo bei der Beschwerdeführerin ebenfalls u.a. eine dissoziale Persönlichkeitsstörung 
diagnostiziert wurde (Vi act. 9/11).

7.5 Angesichts der überzeugenden Ausführungen im Massnahmenverlaufsgutachten vom 8. 
November 2021, in welchem eine fortbestehende Massnahmenbedürftigkeit der 
Beschwerdeführerin ausdrücklich bejaht wird, hat die Staatsanwaltschaft zu Recht ein 
Verfahren betreffend Änderung von Schutzmassnahmen eröffnet und die 
Beschwerdeführerin in Fortsetzung der Unterbringung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 und 2 
JStG zu ihrem eigenen Schutz, zum Schutz Dritter vor unzumutbarer Gefährdung durch die 
Beschwerdeführerin sowie zur Sicherung und geordneten Durchführung der 
Massnahmenplanung angesichts der auch im Massnahmenverlaufsgutachten bejahten 
Fluchtgefahr vorsorglich in die Strafanstalt N.________ eingewiesen. Dass entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin aktuell eine Fluchtgefahr zu bejahen ist, lässt sich im 
Übrigen auch dem Austrittsbericht der Klinik M.________ vom 31. Januar 2022 entnehmen, 
wonach die Beschwerdeführerin am 17. Januar 2022 einen Versuch unternommen hat zu 
entweichen (Vi act. 9/11 S. 3). Ebenso wenig zu beanstanden ist die zusätzlich angeordnete 

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stationäre Beobachtung im Sinne von Art. 9 Abs. 1 JStG in einer Fachinstitution. 
Entsprechend den Feststellungen im Massnahmenverlaufsgutachten, wonach vor dem 
Hintergrund der dissozialen Persönlichkeitsstörung, der mangelnden Problemeinsicht und 
der mangelnden Fähigkeit zur selbstkritischen Auseinandersetzung weiterhin eine erhöhte 
Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass die Beschwerdeführerin weitere Delikte begehen könnte, 
besteht auch kein Raum für die Entlassung der Beschwerdeführerin aus der vorsorglichen 
Unterbringung bzw. der Unterbringung gemäss Urteil des Strafgerichts vom 22. September 
2020 oder für eine Verlegung in ein offenes Heim. Die Staatsanwaltschaft hat auch diese 
Anträge der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 21. Januar 2022 zu Recht abgewiesen. 
Eine Weiterführung der stationären Massnahme in einer geschlossenen Institution im Sinne 
von Art. 15 Abs. 2 JStG erweist sich nach den überzeugenden gutachterlichen 
Feststellungen insbesondere aufgrund der ungünstigen Legalprognose, der fehlenden 
Störungseinsicht und der mangelnden Behandlungsmotivation der Beschwerdeführerin ohne 
Weiteres als angezeigt. Die Beschwerden erweisen sich damit als unbegründet und sind 
abzuweisen.

8. Bei diesem Ausgang ist die Beschwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V. mit 
Art. 428 Abs. 1 StPO). Sie hat dem Staat die Kosten zu bezahlen, sobald es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V. mit. Art. 426 Abs. 1 und Art. 
425 StPO). Für die Behandlung des Gesuchs um Wechsel der amtlichen Verteidigung 
werden keine Kosten erhoben.

Der amtliche Verteidiger ist für das Beschwerdeverfahren aus der Staatskasse angemessen 
zu entschädigen und die Beschwerdeführerin hat dem Staat diese Kosten zurückzuzahlen, 
sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 44 Abs. 2 JStPO i.V.m. Art. 426 
Abs. 1 Satz 2 und Art. 135 Abs. 4 StPO).

Beschluss

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Auf das Gesuch um Wechsel der amtlichen Verteidigung wird nicht eingetreten.

3. Die Kosten der Beschwerdeverfahren betragen

CHF 1'000.00Gebühren
CHF 50.00 Auslagen
CHF 1'050.00Total

und werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Die Beschwerdeführerin hat dem Staat diese 
Kosten zu bezahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

4. Der amtliche Verteidiger der Beschwerdeführerin, RA Dr.iur. B.________, wird für die 
Beschwerdeverfahren mit CHF 3'000.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt.

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5. Die Beschwerdeführerin hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung von insgesamt 
CHF 3'000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zurückzuzahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben.

6. Gegen die Ziff. 1, 2, 3 und 5 dieses Entscheids ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss 
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich 
nach Art. 95 ff. BGG. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids 
schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides 
und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

7. Gegen Ziff. 4 dieses Entscheids ist die Beschwerde gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b in 
Verbindung mit Art. 393 ff. der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) sowie in 
Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 JStPO zulässig. Die Beschwerde ist innert 10 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beilage des Entscheids 
beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

8. Mitteilung an:
- Parteien (an die Staatsanwaltschaft unter Rückgabe der eingereichten Akten)
- RA Dr.iur. B.________
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. C. Schwegler
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: