# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba9df7a8-88bd-54e3-bddf-690d0f9e2d71
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** Psychiatrisches Gutachten erfüllt die Anforderungen; keine relevante Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustands seit dem Skiunfall im Jahr 2001
**Docket/Reference:** IV.2022.00256
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2022.00256.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2022.00256
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil
vom
2.
November 2022
in Sach
en
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1963,
absolvierte in den Jahren 1980 bis 1983 eine Aus
bildung zum Autolackierer und arbeitete
danach
in
diesem Beruf (
Urk.
8/25/3
,
Urk.
8/58
). Am 1
6.
Januar 2001 verletzte er sich bei einem Skiunfall am Knie links
(Ruptur des Kreuzbandes)
.
Die Suva erbrachte Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (
Urk.
8/9-
11
). Wegen den Folgen d
es Unfalls meldete sich
der Versicherte
am 1
8.
September 2001 (Eingangsdatum) bei der Invalidenversicher
ung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Die IV-Stelle Schwyz nahm diverse Abklärungen vor
. Am 18.
Septem
ber 2001 teilte sie dem Ver
sicherten mit, dass sie die Kosten einer Umschulung zum technischen Kauf
mann übernehme (
Urk.
8/28).
Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2002 sprach die Suva
X.___
eine Invalidenrente in der Höhe von 14 % zu (
Urk.
8/22).
Die
Um
schulung
verlief aufgrund von schulischen Schwächen und gesundheitlichen Problemen schwierig und dauerte länger als
geplant
, weil Wiederholungen not
wendig waren. Schliesslich konnte der Versicherte die Ausbildung
zum tech
nischen Kaufmann
im Februar 2006 aber erfolgreich abschliessen (
Urk.
8/
86
).
Mit Verfügung vom 2
7.
April 2006 teilte die IV-Stelle
Schwyz
dem Versicherten mit, dass die beruf
lichen Massnahmen erfolgreich abge
schlossen seien und
verneinte den Anspruch auf eine Inva
lidenrente, da es ihm möglich sei
,
ein renten
aus
schliessen
des Ein
kommen zu erzielen (
Urk.
8/90).
1.2
Vom
1.
Juli 2009 bis zum 3
1.
Dezember 2017 arbeitete
X.___
als Fahrer bei der
Y.___
GmbH
zu einem Pensum von 80
%
. Das Arbeits
verhältnis wurde durch die Arbeitgeberin aufgelöst, da sie den Fahrdienst per Ende 2017 einstellte (Urk.
8/141). Nach dem Verlust dieser Arbeitsstelle bezog
d
er
Versicherte
Taggelder der Arbeitslosenversicherung
(
Urk.
8/120)
.
Am 14.
Ok
tober 2019 (Eingangsdatum) meldete
er sich
erneut bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/125).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte die Arztb
erichte von med.
pract
. Z.___
, Allge
meine Innere Medizin FMH, vom 26. November 2019 (
Urk.
8/134),
und
von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
thera
pie, vom 1
6.
Dezember 2019 (
Urk.
8/138/1-5;
unter Beilage des Berichts der psychiatrischen Klinik B.___, Ambulatorium C.___
, vom 26.
Au
gust 2019,
Urk.
8/138/6-11)
sowie den Arbeitgeberbericht der
Y.___
GmbH vom 1
7.
Januar 2020 (
Urk.
8/141) ein. In der Folge
liess
die IV-Stelle das
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
med. D.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
, und von
lic
. phil.
E.___
, Fach
psychologe für Neuropsychologie
F
SP, vom
5.
August 2020
erstellen
(Urk. 8/153). Am
8.
September 2020 nahm
Dr.
med. F.___
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle zum Gutachten Stellung (
Urk.
8/154/4-5). Mit Vorbescheid vom
3.
Oktober 2020 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten an, dass sie sein Leistungsbegehren abweisen werde (
Urk.
8/155). Dagegen erhob
X.___
durch Rechts
anwältin Stephanie Schwarz am 2
9.
Oktober 2020 (Urk. 8/
156), am
1.
Dezember 2020 (Urk.
8/163)
,
am 1
9.
Januar 2021 (
Urk.
8/169) unter Beilage der Stellung
nahmen von
Dr.
Z.___
vom 1
0.
Dezember 2020 (Urk. 8/168/1) und von
Dr.
A.___
vom 1
7.
Januar 2021 (
Urk.
8/168/2-9)
,
am
8.
Februar 2021 (
Urk.
8/170) unter Beilage des
Schreibens des
Staatsarchivs des Kantons Zürich vom 25. Januar 2021 (
Urk.
8/171)
bzw. am 2
5.
März 2021 (
Urk.
8/173) unter Beilage diverser Arztberichte (
Urk.
8/174/1-19)
Einwand.
Am
1.
April 2021 bzw.
8.
April 2021 na
hmen die RAD-Ärzte Dr.
F.___
sowie
Dr.
med. G.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie un
d Traumatologie, Stellung (Urk.
8/179/4-6). Nach der Vornahme weiterer Abklärung
en nahm
RAD-Arzt
Dr.
med. H.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, am 28. Juli 2021 Stellung (
Urk.
8/179/6-7). Mit erneutem Vorbescheid vom 6. September 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhob
X.___
durch Rechts
anwältin Schwarz am 9.
September 2021 (
Urk.
8/184) bzw. am 2
9.
Oktober 2021 (
Urk.
8/190) unter B
eilage der Stellungnahme von
Dr.
A.___
vom 29. Oktober 2021 (Urk.
8/189)
Einwand. Am 1
6.
November 2021 bzw. am 23. Februar 2022 nahmen die RAD-Ärzte
Dr.
H.___
und
Dr.
F.___
Stellung (
Urk.
8/
191/4-5). Mit Verfügung vom 28.
März 2022 wies die IV-Stelle
das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2 =
Urk.
8/192).
2.
Gegen diese Verfügung erhob
X.___
durch Rechtsanwältin Schwarz am 1
2.
Mai 2022 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
«1.
Die Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 2
8.
März 2022 sei aufzuheben und die Sache sei zur Vornahme einer polydisziplinären medizinischen Be
gut
achtung und anschliessendem neuen Entscheid über den Leistungs
anspruch des Versicherten an die IV-Stelle zurückzuweisen.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
3.
Es sei die Möglichkeit zur Nachreichung und Erläuterung von Unterlagen im Rahmen der Beschwerdeergänzung oder Replik einzuräumen.
4.
Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege (unentgeltlicher Rechtsbeistand sowie unentgeltliches Verfahren) zu gewähren und die unter
zeichnete Rechtsanwältin sei als unentgeltliche Rechtsvertreterin einzu
setzen. Über dieses Gesuch sei vorab zu
entscheiden.»
Die Beschwerdegegnerin ersuchte am 1
2.
August 2022 um Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
5.
August 2022 mitgeteilt wurde
.
Dabei wies das Gericht darauf hin, dass es die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erforderlich erachte. Den Parteien bleibe es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern. Über den Antrag auf unent
geltliche Rechtspflege werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da der Zeit
punkt des Invaliditätseintritts (Art. 28 Abs. 1 und 1
bis
IVG) und jener des Renten
anspruchs nicht unbedingt identisch sind, fällt eine Invalidenrente unter das neue Recht, wenn der Anspruchsbeginn ab dem 1. Januar 2022 liegt, auch wenn die Invalidität vor diesem Zeitpunkt eingetreten ist. Neurechtliche Invalidenrenten sind somit Renten, auf die gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG der Anspruch ab dem 1. Januar 2022 entsteht (vgl.
Rz
. 1008 des Kreisschreibens zu den Übergangs
bestimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems, KS ÜB WE IV, gültig ab 1. Januar 2022).
Die angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 202
2.
Da der frühest
mögliche Rentenanspruch vorliegend bereits vor dem 1. Januar 2022 entstanden ist, sind die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwend
bar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
si
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades
auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE
133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auc
h dem Gericht (
Urteil des Bundesgerichts 9C_351/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1, insbesondere mit Hinweis auf
BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG
)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK
1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Unter
su
chungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
4.
Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
1.7
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslau
ten
den Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab
weichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 2
8.
März 2022 (
Urk.
2) damit, dass beim Beschwerdeführer keine gesundheitliche Ein
schränkung ausgewiesen sei, welche ihn langfristig in seiner Arbeitsfähigkeit ein
schränke. Seine T
agesstruktur sei
nicht beeinträchtigt und der psycho
pathologische Befund unauffällig.
Es würden keine gravierenden Symptome oder Funktionseinbussen beklagt. Der IQ liege zwar im Bereich einer Lernbehinderung mit minimaler Beeinträchtigung, sei aber deutlich über dem Bereich, der für eine Diagnose einer Intelligenzminderung in Frage komme.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 1
2.
Mai 2022 (
Urk.
1) geltend, er habe bereits im
Vorbescheidverfahren
darauf hin
ge
wiesen, dass die Beschwerdegegnerin den unfallbedingten Vorzustand mit einem rein unfallbedingten Invaliditätsgrad von 14
%
bei der aktuellen Beur
teilung zu berücksichtigen und unter Berücksichtigung sämtlicher weiterer Be
schwerden die Invaliditätsbemessung beziffert vorzunehmen habe. Trotz einer gesundheitlichen Verschlechterung habe die Beschwerdegegnerin keinen korrekt bezifferten Ein
kommensvergleich vorgenommen und in Ausserachtlassung der krankheits
be
dingten somatischen und psychischen Beschwerden auf den von der Suva bemessenen Invaliditätsgrad verwiesen. Beim
Valideneinkommen
sei auf das zu
letzt vor dem Unfall erzielte Einkommen als Autolackierer abzustellen, welches laut der Suva-Verfügung angepasst an die Nominallohnentwicklung im Jahr 20
02
Fr.
71'500.-- betragen habe. Das Invalideneinkommen könne erst nach um
fassender polydisziplinärer Begutachtung ermittelt werden. Die Beschwerde
gegnerin habe ihre Abklärungen auf die psychiatrischen und neuro
psycho
logischen Beeinträchtigungen beschränkt, ohne den Verlauf hinsichtlich der un
fallbedingten Beschwerden und weiterer krankheitsbedingten somatischen Beschwerden klären zu lassen.
Die psychischen Beschwerden habe die Beschwer
degegnerin ausserdem nur ungenügend abgeklärt, das Gutachten von
Dr.
D.___
weise diverse Mängel auf.
3.
3.1
Laut dem Arztbericht des Hausarztes med.
pract
.
Z.___
vom 2
6.
November 2019 (
Urk.
8/134)
bestehen beim Beschwerdeführer mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Angst
-
und Depression
ssymptomatik
gemischt sowie ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein
cerviko-cephales
Schmerzsyndrom, ein arterieller Hypertonus, eine
Hyperlipidämie
sowie ein
burning
-hand-Syndrom.
Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2001 bei einem Skiunfall eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes mit anhaltenden Schmerzen erlitten. Die Tätig
keit als Autolackierer habe er aufgegeben und er sei zum technischen Kaufmann umgeschult worden. Nach der Umschulung sei er aber stellenlos geblieben und habe schliesslich eine Stelle im Personentransport angenommen. Von der Suva sei ihm eine Rente von ca.
Fr.
500.-- pro Monat zugesprochen worden. Bis 2017 habe er im Personentransport gearbeitet, dann sei er arbeits
los gew
orden
. Die Fahreignung sei
aktuell nicht gegeben. Die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit sei durch den behandelnden Psychiater
Dr.
A.___
vorzunehmen.
3.2
Gemäss dem Arztbericht von
Dr.
A.___
vom 1
6.
Dezember 2019 (Urk. 8/138/1-5)
bestehen beim Beschwerdeführer eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10: F32.1), ein fetales Alkohol
syndrom Hirnschädigung (ICD-10: Q
86.0) und eine Persönlichkeitsstörung vom gemischten Typ mit impulsiven
anankastischen
,
negativistischen
Zügen (ICD-10: F60.5). In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Fahrer sei der Beschwerdeführer sei
t
dem 2
2.
Januar 2019 zu 100
%
arbeitsunfähig. Er könne sich nicht konzentrieren, habe seine Emotionen nicht unter Kontrolle und sei deshalb nicht fähig, seine Erwerbs
tätigkeit als Kurierfahrer fortzusetzen. Auch die Ausübung einer angepassten Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht möglich. Die Prognose für eine Wiedereingliederung sei denkbar schlecht. Der Beschwerdeführer habe eine leichte Intelligenzstörung, ein fetales Alkoholsyndrom und eine depressive Störung. Er sei derzeit nicht in der Lage, zu arbeiten und es sei zweifelhaft, ob sich daran wieder etwas ändere.
3.3
Gemäss dem psychiatrischen Gutachten von
Dr.
D.___
vom
5.
August 2020 (Urk. 8/153
/1-48
)
bestehen beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen.
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar. Es bestehe keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer sei zu 100
%
arbeitsfähig. Es fänden sich keine Hinweise, dass zu einem früheren Zeitpunkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bestanden habe. Wichtig sei, dass die in der neuropsycho
logischen Abklärung genannten Adaptionsfähigkeiten (praktische Tätigkeiten ohne Anforderungen an kulturtechnische Fähigkeiten, Zeitdruck vermeiden) ein
gehalten würden. Es sei aber davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit diesen Kriterien entsprochen habe. Einschränkungen könnten nicht be
gründet werden, weil kein psychisches Leiden von Krankheitswert bestehe (
Urk.
8/153/44-47).
Die vom behandelnden Psychiater diagnostizierte Persönlichkeitsstörung sei nicht nachvollziehbar, da festgestellt werde, dass der Beschwerdeführer die Impulskontrolle häufiger verliere als früher. Daraus lasse sich ableiten, dass er früher wenig oder keine Probleme mit der Impulskontrolle gehabt habe, was mit einer Persönlichkeitsstörung unvereinbar sei. Eine Persönlichkeitsstörung
wäre auch nicht zwingend ausschlaggebend für eine Arbeitsunfähigkeit, zumal der Beschwerdeführer bis 2017 im Personentransport gearbeitet habe.
Ein fetales Alkoholsyndrom mit Hirnschädigung könne aus dem gleichen Grund nicht nach
vollzogen werden.
Die depressive Episode könne anhand des äusserst knappen Arztberichtes nicht überprüft werden.
Eine Intelligenzstörung sei anhand des un
tersuchten IQ-Wertes nicht nachvollziehbar. Der Gesamt-IQ liege bei 87 Punkten im unteren Normbereich
(
Urk.
8/1
53/3-
4
)
.
3.4
Der neuropsychologische Gutachter
lic
. phil.
E.___
führte im Untersuchungs
bericht vom 1
7.
Juli 2020 (
Urk.
8/153/51-6
1
) aus, die Intelligenz des Beschwer
deführers liege im Bereich einer Lernbehinderung (Gesamt-IQ 82).
Es bestehe eine minimale neuropsychologische Hirnfunktionsschwäche mit leichtgradigen Beeinträchtigungen in Teilbereichen exekutiver Funktionen. Akten- und eigen
anamnestisch gebe es seit jeher bestehende Schwierigkeiten bei kulturtechnischen Anforderungen (Lesen, Schreiben, Rechnen). Zuletzt habe der Beschwerdeführer als Fahrer für die
Y.___
gearbeitet. Die aktuell objektivier
baren Schwächen im kulturtechnischen Bereich hätten schon seit jeher bestanden. Die Berufs
ausbildung und die spätere Fahrprüfung habe er mit viel Fleiss trotzdem bestan
den und anschliessend auch die beruflichen Anforderungen erfüllen können.
Es sei davon auszugehen, dass die Funktionsfähigkeit im privaten Alltag nicht ein
geschränkt sei.
Berufliche Leistungen würden praktisch unvermindert er
bracht.
Bei Aufgaben und Tätigkeiten mit sehr hohen Anfor
derungen könne die Funktionsfähigkeit jedoch leicht eingeschränkt sein. Der Grad der Arbeits
unfähigkeit bezüglich der intellektuell/neuropsycho
logischen Voraus
setzungen werde in Abhängigkeit der Anforderungen zwischen 0
%
und 10
%
eingeschätzt. Eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit wäre nicht durch neuropsychologische Faktoren verursacht. Ideal geeignet seien praktische Tätig
keiten ohne Anforde
rungen an kultur
technische Fähigkeiten, bei denen der Beschwer
deführer seine Stärken im exakten und genauen Arbeiten möglichst einsetzen könne. Zeitdruck sei zu vermeiden.
Der Beschwerdeführer verfüge über knapp alterskonforme intellektuelle Fertigkeiten.
Für die angestammte und die zuletzt ausgeübte beruf
liche Tätigkeit bestünden keine relevanten Einschränkungen. Im Vergleich mit einer hirngesunden Altersreferenzpopulation mit vergleichbarer Schul- und Berufsbildung zeige er ei
n
weitgehend alters- und bildungs
konformes Leistungs
profil.
3.5
Laut dem
Operationsbericht der Klinik I.___
vom
2.
Juli 2020 (Urk. 8/174/19) wurde beim Beschwerdeführer eine totale
Tenosynovektomie
der Beugesehnen im Karpalkanal und eine
Neurolyse
des
Nervus
medianus
links durchgeführt. Bis zum Ende der
6.
postoperativen Woche sei konsequent auf stärkere Kraft
anwendungen zu verzichten. In den meisten handwerklichen Berufen müsse eine Arbeitsunfähigkeit von 6 Wochen eingehalten werden. Bei schwerer manueller Belastung dauere die Arbeitsunfähigkeit in der Regel 8 Wochen. Bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit im Operationsgebiet dauere es meistens insge
samt 3-6 Monate.
3.6
RAD-Arzt
Dr.
F.___
führte in der Stellungnahme vom
8.
September 2020 (
Urk.
8/154/5) aus, das
psychiatrische
Gutachten
von
Dr.
D.___
erfülle die An
forderungen, sei nachvollziehbar und plausibel, weshalb empfohlen werde, darauf abzustellen. Die Tagesstruktur des Beschwerdeführers sei nicht be
einträchtigt und der psychopathologische Befund unauffällig. Es habe sich keine Störung diagnostizieren lassen. Der IQ liege zwar im Bereich einer Lern
behinderung, aber deutlich über dem Bereich, welcher für die Diagnose einer Intelligenzminderung in Frage komme. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Es liege kein die Arbeitsfähigkeit andauernd einschränkender Gesundheitszustand vor.
3.7
Der Hausarzt med.
pract
.
Z.___
führte am 1
0.
Dezember 2020 (
Urk.
8/168/1) aus, es habe sich beim Beschwerdeführer mit einem Karpaltunnelsyndrom ein neuer Befund ergeben. Eine konservative Therapie sei ohne Erfolg geblieben. Es erfolge eine Weiterweisung für eine handchirurgische Sanierung.
Es sollte damit eine vollständige Sistierung der Beschwerden zu erwarten sein. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ergebe sich hieraus voraussichtlich nicht. Bezüglich der
Gelenksbeschwerden würden weitere spezialärztlich
e
Abklärungen vor
ge
nommen.
3.8
Der behandelnde Psychiater
Dr.
A.___
nahm am 1
7.
Januar 2021 (Urk. 8/168/2-9) Stellung zum Gutachten von
Dr.
D.___
.
Es sei ein Trugschluss, dass
Dr.
D.___
angebe, die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei falsch, weil früher wenig oder gar keine Probleme mit der Impulskontrolle bestanden hätten. Der Beschwerdeführer habe auch früher regelmässig Impulskontrollstörungen und aggressive Durchbrüche gehabt. Es werde in den Diagnosekriterien nicht an
gegeben, in welcher Frequenz diese auftreten müssten. Die Testung zeige auf, dass beim Beschwerdeführer eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vorliege.
Auch aus der Anamnese ergebe sich, dass von einem fetalen Alkoholsyndrom mit schweren Verhaltensstörungen und von einer Persönlichkeitsstörung, die bereits im frühen Kindesalter und Jugendalter zu
m
Tragen gekommen sei, auszugehen sei. Die Negierung der depressiven Episode durch den Gutachter beziehe sich auf dessen eigene Testung, die unvollständig sei. Es sei viel wahrscheinlicher, dass seit vielen Jahren eine rezidivierende depressive Störung bestehe, die der Gut
achter nicht bedenke. Es finde im Gutachten keine Erwähnung, dass der Beschwerdeführer ein Antidepressivum einnehme und somit beim Explorations
gespräch vermutlich nicht depressiv gewesen sei.
Es lägen IV-relevante Diagnosen vor: eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine rezidivierende Depression und eine kombinierte Störung der schulischen Fähigkeiten.
3.9
3.9
.1
Laut dem Sprechstundenbericht der
Klinik J.___
vom
1
9.
Januar 2021 (Urk. 8/174/1-2) bestehen beim Beschwerdeführer Beschwerden am oberen Sprunggelenk rechts bislang unklarer Genes
e
bei anamnestisch Zustand nach
anteriorer
Luxation oberes Sprunggelenk recht
s
1980 (Unfall während der RS) sowie gemäss Konsultationsbericht 2002/2003 Verdacht auf
Tarsaltunnel
syndrom
rechts und Hinweisen auf eine
osteochondrale
Läsion OSG rechts, belastungsabhängige Schmerzen an den Grosszehengrundgelenken beidseits bei möglicherweise beginnender Arthrose und OSG-Beschwerden links unklarer Genese bei Zustand nach OSG-Distorsion 200
6.
3.9
.2
Im Sprechstundenbericht vom 2
9.
Januar 2021 (
Urk.
8/174/3-4) hie
lten die Ärzte der
Klinik J.___
fest, es sei ein MRI des rechten OSG angefertigt worden. Der Beschwerdeführer berichte nochmals, dass er an belastungsabhängigen Schmerzen am rechten Fuss leide, die er mehr an der Aussenseite angebe und die nach einigen Kilometern Gehzeit auftreten würden. Insbesondere Bergauf- und Bergabgehen seien mit vermehrten Schmerzen verbunden. Der Beschwerdeführer
gehe ca. 15 km jeden Tag zu Fuss mit seinem Hund und trage hierbei sehr stabiles Schuhwerk. MRI-tomografisch finde man im rechten OSG keine signifikanten Veränderungen.
Möglicherweise gingen die beschriebenen Beschwerden jedoch vom
Calcaneocuboi
d
al
-Gelenk aus, wo der Beschwerdeführer eine starke
Druck
dolenz
angebe. Es sei ihm vorgeschlagen worden, eine Infiltration dieses Gelenkes vorzunehmen, womit er einverstanden sei.
3.9
.3
Bezüglich der Beschwerden am rechten Fuss hielten die Ärzte der
Klinik J.___
im weiteren Sprechstundenbericht vom 2
9.
Januar 2021 (
Urk.
8/174/5-6) fest, es sei eine Infiltration durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer werde den Verlauf beobachten. Die nächste Konsultation sei am 2
6.
Februar 2021 vor
gesehen.
3.9
.4
Im Sprechstundenbericht vom 1
9.
Januar 2021 (
Urk.
8/174/7-8) führten die Ärzte der
Klinik J.___
aus, bezüglich de
s
Knie
s
zeige sich beim Beschwerdeführer eine regelrechte Beweglichkeit, bei jedoch
rotatorischer
Instabilität. Es würden weitere Behandlungen und Abklärungen vorgenommen.
3.9
.5
Gemäss dem Sprechstundenbericht der
Klinik J.___
vom
3.
Februar 2021 (
Urk.
8/174/9-10) zeig
t
en sich im MRT des linken Kniegelenks bei Status nach vorderer Kreuzband-Plastik und Meniskusrekonstruktion
femorotibial
regelrechte Befunde ohne Hinweise auf neu auftretende Meniskusläsionen sowie intaktem
Transplantat. Im Bereich der
Trochlea
fänden sich fokal eine dritt- bis
viert
gradige
Knorpelläsion ohne Aktivierungszeichen. Insgesamt zeige sich ein gut erhaltenes Gelenk nach dem stattgehabten Trauma und der
rotorischen
Instabilität, so dass keine operative Intervention nötig sei. Es sei mit der konservativen Therapie fortzufahren. Die Behandlung in der
Klinik J.___
werde abgeschlossen.
3.10
3.10
.1
Am 2
1.
Dezember 2020 erlitt der Beschwerdeführer eine intraartikuläre Fraktur DIP
Dig
4 an der linken Hand (dominant). Der Hausarzt überwies den Beschwerde
führer deshalb am 2
2.
Dezember 2020 (
Urk.
8/174/11) zur Behandlung an Dr.
med.
K.___
, Fachärztin FMH für Chirurgie und Handchirurgie.
3.10
.2
Dr.
K.___
berichtete am
5.
Januar 2021 (
Urk.
8/174/12) über die Behandlung des Beschwerdeführers.
Er habe eine bessere Schiene in der Ergotherapie bekommen, das PIP dürfe er bewegen. Die Schiene sollte er noch etwa 3 Wochen tragen.
3.10
.3
Am 1
0.
Februar 2021 (
Urk.
8/175) führte
Dr.
K.___
aus,
es seien nun 6 Wochen seit dem Umfall vergangen. Der Beschwerdeführer sei geschient worden. Der Finger sei wieder schön gerade. Das Röntgenbild zeige eine zunehmende Konsolidation und eine gute Stellung.
3.11
RAD-Arzt
Dr.
F.___
führte in der Stellungnahme vom
1.
April 2021 (Urk. 8/179/4-5) aus,
die neu eingereichten Arztberichte brächten aus psychiatri
scher Sicht keine neuen Tatsachen hervor. Testpsychologische Unter
suchungen würden für eine psychiatrische Beurteilung nicht ausreichen. Es sei eine klinische Würdigung notwendig.
Ein
Libidoverlust
des Beschwerdeführers sei nur relevant, wenn überhaupt die Kriterien für eine depressive Episode erfüllt seien und stelle kein eigenständiges Kriterium nach ICD-10 für e
ine depressive Episode dar. Dr.
A.___
erwähne, dass ein IQ von 87 unterdurchschnittlich sei, ein IQ von 85-114 liege aber im normalen Bereich. Auch ein IQ von 82 reiche für eine ver
sicherungsmedizinische Beurteilung nicht aus. Es sei lediglich eine minimale neuropsychologische Hirnfunktionsstörung festgestellt worden. In der Gesamt
schau beurteile
Dr.
A.___
den psychiatrischen Sachverhalt anders als der Gutachter, welcher die von
Dr.
A.___
gestellten Diagnosen ausführlich diskutiert und nicht bestätigt habe. Neue Tatsachen würden nicht vorgebracht. Aus psychiatrischer Sicht sei weiterhin auf das Gutachten vom 5. August 2020 abzustellen, eine neue Begutachtung sei nicht indiziert.
3.12
RAD-Arzt
Dr.
G.___
hielt in der Stellungnahme vom
8.
April 2021 (Urk. 8/179/6-7) fest, in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Fahrer im Patientenfahrdienst bestünden Einschränkungen wegen belastungsabhängigen Schmerzen in beiden Füssen, im linken Knie, in beiden Hüften un
d
der linken Hand. Angepasst sei eine wechselbelastende Tätigkeit, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen mit Zusatzlast, ohne hüft-, knie- und fussbelastende Zwangshaltungen (bücken, hocken, knien), ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, Gehstrecke bis 15 km pro Tag. Andauernde Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition seien ebenfalls zu vermeiden. Es bestehe ausserdem eine Hörschwäche
, welche jedoch dank Hörgeräte
versorgung keine Schwierigkeiten auslöse. Der Verlauf nach der CTS-Operation am 3
0.
Juni 2020 sei unbekannt.
3.1
3
Am 1
8.
Mai 2021 (
Urk.
8/177) führte
der
Hausarzt med.
pract
.
Z.___
aus,
ab
gesehen von der Fraktur an der linken Hand lägen keine weiteren Berichte vor. Bericht
e
über die CTS-Operation
vom 3
0.
Juni 2020
lägen ihm nicht vor. Die Beschwerden im Bereich der linken Hand seien postoperativ jedoch noch nicht adäquat behoben. Zudem bestünden Bewegungseinschränkungen und Schmerzen im Bereich des Ringfingers der linken Hand. Weitere Abklärungen seien gegen
wärtig nicht geplant.
3.14
3.14.1
RAD-Arzt
Dr.
H.___
führte am 2
8.
Juli 2021 (
Urk.
8/179/6-7) aus, die Diagnosen betreffend die linke Hand bzw. den linken Arm könnten aus versicherungs
medizinisch-orthopädischer Sicht die funktionelle Leistungsfähig
keit nicht längerfristig einschränken, sondern lediglich für die Zeit der postoperativen Rekonvaleszenz bzw. der konservativen Schienenbehandlung von maximal 6 Wochen.
3.14.2
Am 1
2.
August 2021 (
Urk.
8/
179
/7) hielt
Dr.
H.___
ergänzend fest, dass die an
gestammte Tätigkeit als Fahrer im Patientenfahrdienst dem formulierten Belastungsprofil entspreche. Der Beschwerdeführer sei für diese Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
3.15
Dr.
A.___
nahm am 2
9.
Oktober 2021 (
Urk.
8/189) Stellung z
um Vor
bescheid der Beschwerdegegnerin vom
6.
September 2021 (
Urk.
8/180)
.
Die Beschwerdegegnerin führe aus, dass
Dr.
D.___
keine Diagnosen festgestellt habe. Was
Dr.
D.___
festgestellt habe, sei jedoch völlig unerheblich, dies sei eine
Petitio
pri
n
cipii
, es werde eine Sache mit sich selbst bewiesen.
Dr.
A.___
habe die Diagnosen testpsychologisch und klinisch festg
estellt. Die Behauptung von Dr.
D.___
, dass es diese Diagnosen nicht gebe, sei falsch. Die Diagnosen seien bewiesen, klinisch und testpsychologisch. Zudem nehme der Beschwerdeführer Medikamente ein. Der Beschwerdeführer sei auch Opfer von fürsorgerischen
Zwangsmassnahmen und sei deswegen entschädigt worden. Dass
Dr.
D.___
behaupte,
dass der Beschwerdeführer keine
Persönlichkeitsstörung habe, grenze an eine Verhöhnung von zwangsplatzierten ehemaligen Heimkindern. Das Gut
achten könne nur als unwissenschaftlich bewertet werden. Es sei eine unab
hängige polydisziplinäre Begutachtung vorzunehmen.
3.16
RAD-Arzt
Dr.
F.___
führte am 2
3.
Februar 2022 (
Urk.
8/191/3-4) aus,
es sei noch einmal darauf hinzuweisen, dass beim Beschwerdeführer laut dem Gut
achten von
Dr.
D.___
keine Beeinträchtigung der Tagesstruktur, ein unauf
fälliger psychopathologischer Befund und keine Diagnosen bei einer lediglich minimalen neuropsychologischen Beeinträchtigung bestehen würden.
Dr.
A.___
bringe keine neuen medizinischen Tatsachen vor. Er diagnostiziere aufgrund der Anamnese (schwierige Kindheit mit fürsorgerischen Zwangsmass
nahmen) eine Persönlichkeitsstörung. Eine Persönlichkeitsstörung müsse jedoch anhand der diagnostischen Kriterien hergeleitet werden. Es könne hierzu auf die Aus
führungen im Gutachten verwiesen werden.
Dr.
A.___
beurteile den medizinischen Sachverhalt anders als
Dr.
D.___
, begründe dies jedoch nicht und leite
d
ie von ihm gestellte Diagnose nicht her. Als Fazit sei festzuhalten, dass aus psychiatrischer Sicht keine neuen medizinischen Tatsachen vorgebracht würden. Es sei weiterhin auf das Gutachten vom
5.
August 2020 abzustellen.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob sich der Gesundheitszustand un
d die damit verbundene Arbeitsfä
higkeit
des Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 27. April 2006 (
Urk.
8/90), mit welcher der Rentenanspruch des Beschwerde
führers letztmals ver
neint worden ist, bis zur vorliegend angefoc
htenen Ver
fügung vom 2
8.
März 2022
(
Urk.
2) in anspruchsrelevanter Weise verändert hat.
4.2
Das psychiatrische Gutachten von Dr.
D.___
vom
5.
August 2020 (Urk. 8/153/1-48)
basiert
auf einer umfassenden psychiatrischen
Untersuchung und wurde in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben.
D
er
begut
achtende
Arzt hat
sich mi
t den vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwer
den auseinandergesetzt
.
Zudem
hat er
die medizinischen Zusam
men
hänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und
seine
Schluss
folgerun
gen nachvollziehbar begründet.
Das Gutachten ist auch unter Berück
sichtigung der Ergebnisse der neuropsychologis
chen Untersuchung von
E.___
vom 1
7.
Juli 2020 (
Urk.
8/153/51-67) erstellt worden. Es
kommt
ihm
daher grundsät
zlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.
5
).
Wie bereits festgehalten (vgl. E. 1.
7
) ist in Bezug auf die Berichte der behan
deln
den Ärzte die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen
, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen.
4.3
Der Beschwerdeführer bringt gegen das Gutachten von Dr.
D.___
vor,
der behandelnde Psychiater
Dr.
A.___
habe sich ausführlich damit aus
ein
andergesetzt und nachvollziehbar seine Kritik begründet. Bereits die Grund
annahme
Dr.
D.___
s, wonach der Beschwerdeführer früher weniger Probleme mit der Impulskontrolle gehabt haben soll, werde von Behandler gründlich widerlegt. Er lege dar, dass diese Problematik früher und heute gleich häufig aufgetreten sei.
Hierzu ist festzuhalten, dass
Dr.
A.___
zwar tatsächlich behauptet, es sei früher wie heute gleich häufig zu Durchbrüchen und psychischen Problemen gekommen wie heute (
Urk.
8/168/2). Er widerspricht damit aber dem von ihm selber eingebrachten ne
uropsychologischen Bericht der p
sychiatrisc
hen Klinik B.___
vom 2
6.
August 2019 (
Urk.
8/138/6-11)
, in welchem eine zunehmende Impulskontrollstörung
festgehalten wird,
beruhend auf den An
gaben des
Beschwerdeführer
s
,
dass er
die Impulskontrolle häufiger
verliere
(«ich explodiere häufiger»).
Dr.
A.___
setzt sich ausserdem auch nicht damit aus
einander, weshalb sich die laut seiner Diagnose bestehende Persönl
ich
keits
störung, die bereits im frühen Kindes- und Jugendalter zum Tragen gekommen sei (
Urk.
8/168/4),
nicht
zu einem früheren Zeitpunkt
auf die
Arbeits
fähigkeit
des Beschwerde
führers
ausgewirkt hat.
Ebenso wenig legt
Dr.
A.___
dar, wes
halb
das
laut seiner
Diagnose ebenfalls seit dem Kindes- und Jugendalter bestehende
fetale Alkoholsyndrom mit schweren Verhaltens
störungen den Beschwerdeführer nicht daran gehindert hat, während sehr langer Zeit regel
mässig einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Es gilt in diesem Zu
sammenhang an
zumerken, dass der Beschwerdeführer seine letzte Arbeitsstelle als Fahrer bei
der Y.___
nicht aus in seiner Person liegenden Gründen verloren hat, sondern weil die Arbeitgeberin diesen Dienst eingestellt und alle dafür beschäftigten Arbeitnehmer entlassen hat.
Selbst wenn davon
ausgegangen würde
, es bestehe eine Persönlichkeitsstörung und diese wirke sich schon seit Jahren in gleichem Masse auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus, so ergibt sich, dass der Beschwerdeführer deswegen in der Ausübung einer Erwerbstätigkeit
bis zum Ver
lust seiner Arbeitsstelle per Ende Dezember 2017
n
icht
erheblich
beeinträchtigt war. Aus dem Umstand, dass D
r.
A.___
darlegt, dass bereits früher die gleichen Durchbrüche und psychischen Probleme bestanden hätten
(
Urk.
8/168/2)
, muss geschlossen werden, dass diesbezüglich keine wesentliche Verschlechterung eingetreten ist, sondern D
r.
A.___
lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachver
halts vornimmt.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer
offensichtlich
eine
sehr schwierige Kinder
- und J
ugendzeit durchlebte, kann zwar Ursache
für eine
Persönlichkeitsstörung sein, alleine da
raus kann aber nicht auf
eine solche geschlossen werden. E
s grenzt entgegen der Ansicht von D
r.
A.___
(Urk. 8/189) nicht an eine Verhöhnung von Verding- und Heim
kindern
und ist auch nicht unwissenschaftlich
, wenn nicht
schon nur aufgrund d
er schweren Vergangenheit von einer (invalidisierenden) Persönlichkeitsstörung ausgegangen wird.
4.4
Bezüglich der gegen das
Gutachten von
Dr.
D.___
vorgebrachten Kritik, dass es nicht leitliniengerecht sei, weil die testpsychologische Abklärung nur unvoll
ständig erfolgt sei, ist festzuhalten,
dass die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung entschei
dend ist und dem angesprochenen Testverfahren höchstens eine ergänzende Funktion zukommt (
vgl.
Urteile
des Bundesgerichts
8C_787/2021 vom 2
3.
März 2022 E.
9.2.2,
8C_465/2019 vom 1
2.
November
2019 E. 5; 9C_728/2018 vom 21.
März 2019 E. 3.3).
4.5
Dr.
A.___
we
ist sodann darauf hin, dass der Beschwerdeführer für das Explorationsgespräch ein Antidepressivum eingenommen habe und natürlich vermutlich nicht depressiv gewesen sei. Wenn der Gutachter im Gespräch keine Depression festgestellt habe, so sei es damit zu erklären, dass der Beschwerde
führer zu diesem Zeitpunkt durch Medikamente und Therapie nicht depressiv
gewesen sei (
Urk.
8/168/7-8). Dies zeigt mithin, dass die psychischen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers
– soweit
überhaupt
vorhanden
–
be
handelbar sind, was
dafür spricht
, dass deswegen keine dauerhafte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
Der Beschwerdeführer verfügt denn auch weiterhin über zahlreiche Ressourcen und es besteht keine
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen
. Sein Tagesablauf sieht
gemäss seinen Angaben gegenüber dem Gutachter
Dr.
D.___
so aus, dass er zwischen 07.00 Uhr
und 08.00 Uhr aufstehe, Körper
hygiene mache, Kaffee trinke und die erste Zigarette rauche
. A
nschliessend gehe
er für zwei Stunden mit seinem Hund spazieren. Wenn er wieder zu H
ause sei, nehme
er das F
rühstück ein und füttere
den Hund und die Katze. D
ann erledige
er die Aufgaben im Haushalt. E
r nehme
drei Mahlzeiten pro Tag ein, wobei er hauptsächlich am Ab
end etwas koche
. E
r mache
einen Mittagsschlaf von knapp einer S
tunde und bastle
am Nachmittag an seinem Modellschiff, wofür er bereits 2500 Stunden
aufgewendet habe. Das Schiff sei mehr oder weniger fertig, er brauch
e
voraussichtlich noch rund 200 Stunden.
M
an habe ihm gesagt, dass es
gut wäre, wenn er danach ein neues Projekt beginnen würde
.
D
as Problem sei aber, dass dies Geld kosten würde. Wenn er keine Energie mehr habe, um weiter am Schiff zu arbeiten, höre er auf, versuche aber nach einer Pause erneut daran heranzugehen. Zwischen 16.00 Uhr und 18.00 Uhr gehe er erneut noch einmal mit dem Hund hinaus. Im Prinzip sei er jeden Tag vier Stunden mit dem Hund unterwegs. Nach dem Abendessen sei er entweder wieder am Basteln oder schaue fern. Ins Bett gehe er um 23.00 Uhr. Ein weiteres Hobby sei Billard. Zurzeit spiele er wegen der Corona-Pandemie nicht regelmässig, davor sei er aber oft mit einem Kollegen spielen gegangen. Allerdings sei dies auch relativ kostspielig. Schwimmen sei auch ein Hobby, er schwimme zusammen mit dem Hund im See. Er spiele auch gerne Gesellschaftsspiele. Er habe zwei, drei Kollegen, mit denen er spiele. Lesen würde er nicht und er sei auch nicht in einem Verein. Er hasse das Zugfahren, weil er meistens im Zug einschlafe und an der falschen Station aussteige.
Im Auto habe er dieses Problem nie gehabt. In den Ferien sei er letztes Jahr nicht gewesen. Einkaufen würde er s
elber, es sei aber etwas mühsam
, weil er nicht mehr als 15 kg heben sollte (
Urk.
8/153/32-33).
4.6
Als unzutreffend erweist sich auch die Anmerkung
von
Dr.
A.___
, es sei völlig unerheblich, was
Dr.
D.___
festgestellt habe (
Urk.
8/189).
Es liegt keine
Petitio
principii
vor
.
E
s wird nicht eine Sache mit sich selbst bewiesen, sondern die Beschwerdegegnerin stellt auf die
fachärztliche
Einschätzung von
Dr.
D.___
ab, welche dieser aufgrund seiner
klinische
n
Untersuchung mit Anamnese
erhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung
abgegeben hat. Der Umstand,
dass
Dr.
A.___
eine abweichende Diagnose stellt, führt nicht dazu, dass nicht auf das Gutachten von
Dr.
D.___
abgestellt werden kann. Mit der abweichenden Beurteilung von
Dr.
A.___
hat sich
Dr.
D.___
einlässlich auseinandergesetzt, die diesbezüglichen Anforderungen werden durch
das
Gut
achten erfüllt.
4.7
Insgesamt ist damit auf die Einschätzung von
Dr.
D.___
abzustellen, wonach beim Beschwerdeführer keine psychiatrischen Diagnosen bestehen und damit aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
4.8
Der Hausarzt med.
pract
.
Z.___
hat im Bericht vom 2
6.
November 2019 (Urk. 8/134/7) keine somatischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt. Er verwies bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde
führers auf die Einschätzung des Psychiaters
Dr.
A.___
. Es schien unter den gegebenen Umständen angebracht, dass sich
die Beschwerde
gegnerin
zur Ab
klärung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers auf die Einholung
eines
bidisziplinären
Gutachte
ns (psych
iatrisch und neuropsycho
logisch
) beschränkte (
Urk.
8/143).
4.9
Laut den Ausführungen des Hausarztes med.
pract
.
Z.___
vom 1
0.
Dezember 2020 (
Urk.
8/168/1) ergab sich im Folgenden mit einem Karpaltunnelsyndrom ein neuer Befund. Zwar blieb die konservative Therapie erfolglos, der Hausarzt erwartete aber nach einer handchirurgischen Sanierung eine vollständige Sistierung der Beschwerden und stellte die Prognose, dass keine dauerhafte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit eintreten werde. Im gleichen Zeitraum kam es zu einer weiteren Beeinträchtigung, weil
der Beschwerdeführer am 21. Dezember 2020 eine Fraktur DIP
4 an der linken Hand erlitt
(
Urk.
8/174/11
).
Der Fing
er wurde in der Folge geschient
. Es trat eine zunehmende Konsolidation und eine gute Stellung ein (
Urk.
8/175)
. Wie RAD-
Arzt
Dr.
H.___
in schlüssiger Weise in der Stellungnahme vom 2
8.
Juli 2021 (Urk. 8
/
17
9
/6-7) ausgeführt hat, wurde die funktionelle Leistungsfähigkeit durch das Karpaltunnelsyndrom und die Fraktur am Finger nicht längerfristig eingeschränkt, sondern lediglich im Zeitraum von jeweils maximal 6 Wochen für die Dauer der postoperativen Rekonvaleszenz bzw. der konservativen Schienenbehandlung.
Gemäss dem Operationsbericht von
Dr.
med. L.___
, Facharzt für Handchirurgie, wurde am 2
9.
Januar 2022 ein weiterer operativer Eingriff
(
Synovektomie
an der Hand links)
durch
geführt, es ergibt sich aber auch aus diesem B
ericht k
eine dauerhafte Ein
schränkung der Ar
beitsfähigkeit
.
4.10
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liegt schliesslich auch nicht vor wegen der verminderten Hörfähigkeit des Beschwerdeführers. Diese wird durch eine ent
sprechende Versorgung durch Hörgeräte ausreichend kompensiert (vgl. Urk. 8/108,
Urk.
8/110,
Urk.
8/111/5-7).
4.11
Insgesamt ist damit festzuhalten, dass eine rentenbegründende Verschlechterung seit der Verfügung vom
3.
Mai 2006 (
Urk.
8/90) nicht ausgewiesen ist. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift unter Beilage
der Bestätigung
der Sozialb
ehörden der Gemeinde M.___
vom
3.
Mai 2022 (Urk.
3/4) ein Gesuch um unent
geltliche Prozess
führung und Bestellung einer un
entgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin Stephanie Schwarz gestellt (
Urk.
1 S. 2). Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unent
geltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unent
geltlichen Rechts
vertretung gemäss
§
16
Abs.
1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt. Dem Beschwerdeführer ist Rechtsanwältin Stephanie Schwarz als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das Ver
fahren zu bestellen. Der Beschwerdeführer wird auf § 16
Abs.
4
GSVGer
hin
ge
wiesen, wonach er zur Nachzahlung der ihm erlassenen Rechtspflegekosten ver
pflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.
5.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozess
führung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Der von
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
mit Honorarnote vom 1
9.
August 2022 (
Urk.
10) geltend gemachte Aufwand von 9 Stunden 50 Minuten ist der Sache angemessen, womit sie
mit
Fr.
2'399.85
(inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) aus de
r Gerichtskasse zu entschädigen ist.
Das Gericht beschliesst:
In Bewilligung des Gesuchs vom 1
2.
Mai 2022 wird dem Beschwerdeführer die unent
geltliche Prozessführung gewährt und es wird ihm in der Person von Rechtsanwältin Stephanie Schwarz eine unentgeltliche
Rechtsbeiständin
bestellt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, Rechtsanwältin Stephanie Schwarz, Winterthur,
wird mit
Fr.
2’3
99
.
85
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht ge
mäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind bei
zulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger