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**Case Identifier:** 63fc5c00-6f9d-52aa-b0b5-841fdae09459
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.10.2023 100 2022 334
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-334_2023-10-04.pdf

## Full Text

100.2022.334U
DAM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 4. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Daum
Gerichtsschreiberin Reichelt

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde B.________
handelnd durch den Gemeinderat 
Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland
Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

betreffend Personalrecht; Anspruch auf Sitzungsgelder (Entscheid des stv. 
Regierungsstatthalters des Verwaltungskreises Bern-Mittelland vom 
27. September 2022; vbv 40/2022)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 04.10.2023, Nr. 100.2022.334U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Die Einwohnergemeinden (EG) C.________ und B.________ führten seit … 
Gespräche über die Fusion der beiden Gemeinden. Zur Vorbereitung und 
Begleitung dieses Prozesses setzten sie eine interkommunale Arbeitsgruppe 
(IKA) ein, die sich aus den Gemeinderäten der beiden beteiligten Gemeinden 
sowie dem Verwaltungskader zusammensetzte. Seitens der EG C.________ 
nahm als Delegierte neben anderen A.________, vom … bis … Gemeinde… 
dieser Gemeinde, Einsitz in der IKA. In dieser Funktion war sie namentlich 
Mitglied des Projektausschusses und wirkte in mehreren Arbeitsgruppen mit. 
In der Folge kam es zu Meinungsverschiedenheiten über die Entschädigung 
von sechs Sitzungen im Zusammenhang mit dem Fusionsprojekt, an denen 
A.________ im Jahr … während insgesamt 8,75 Stunden teilgenommen 
hatte. Mit Verfügung vom 27. Januar 2022 ordnete die EG C.________ 
– soweit hier interessierend – Folgendes an:

«1. Frau A.________ wird ein Sitzungsgeld für Sitzungen im Rahmen der 
Fusionsabklärungen ausserhalb der normalen Arbeitszeit ausbe-
zahlt.

2. Das Sitzungsgeld für das Jahr … beträgt CHF 6.25 (15 Minuten).»

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 28. Februar 2022 Be-
schwerde beim Regierungsstatthalteramt (RSA) Bern-Mittelland. Mit Ent-
scheid vom 27. September 2022 wies der stellvertretende Regierungsstatt-
halter die Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat. Zudem hob er die Verfü-
gung der EG C.________ vom 27. Januar 2022 ersatzlos auf 
(Schlechterstellung bzw. reformatio in peius).

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C.

Dagegen hat A.________ am 27. Oktober 2022 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei vollum-
fänglich aufzuheben und die EG C.________ sei zu verpflichten, ihr für das 
Jahr … Sitzungsgelder von insgesamt Fr. 212.50, eventuell eine 
Lohnnachzahlung von Fr. 492.35, je zuzüglich Zins zu bezahlen bzw. zu leis-
ten. Die EG C.________ hat am 23. November 2022 unter Hinweis auf ihre 
Ausführungen im vorinstanzlichen Verfahren auf eine Beschwerdeantwort 
verzichtet. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland schliesst mit Ver-
nehmlassung vom 21. November 2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Das gilt nicht nur hinsichtlich des Antrags auf Aus-
richtung von Sitzungsgeldern (Hauptbegehren), sondern auch der verlang-
ten Lohnnachzahlung (Eventualbegehren; vorne Bst. C). Im zweiten Punkt 
ist die Vorinstanz auf die Beschwerde nicht eingetreten (angefochtener Ent-
scheid E. I/5.2). Insoweit ergibt sich die Legitimation unmittelbar aus dem 
negativen Prozessentscheid (vgl. BVR 2017 S. 418 E. 1.1; Michael Pflüger, 
in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, 
Art. 79 N. 2 i.V.m. Art. 65 N. 23). Die Bestimmungen über Form und Frist 
sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde 
ist einzutreten.

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1.2 Die EG C.________ und B.________ haben sich per … zur EG 
B.________ zusammengeschlossen. Die EG B.________ hat dabei die 
Rechtsnachfolge der EG C.________ angetreten (Universalsukzession; 
Art. 9 Abs. 2 des Fusionsvertrags vom …, einsehbar unter: <www...ch>; vgl. 
auch Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 23.11.2022 S. 2, act. 4). Die 
EG B.________ nimmt daher anstelle der EG C.________ die Stellung als 
Beschwerdegegnerin ein.

1.3 Beschwerden, deren Streitwert wie im vorliegenden Fall (vorne 
Bst. C) Fr. 20'000.-- nicht erreicht, fallen in die einzelrichterliche Zuständig-
keit (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin für ihre Tätigkeit als 
Gemeinde… öffentlich-rechtlich angestellt war und dem Personalreglement 
der EG C.________ vom … (nachfolgend: PR) unterstand (Akten RSA 3A1). 
Art. 15 des Vertrags vom … zwischen den EG C.________ und B.________ 
(Fusionsabklärungsvertrag; Akten RSA 3A2) regelt die «Entschädigung der 
Delegierten» wie folgt: Die Mitglieder der IKA, der Untergruppen sowie 
allfällige weitere Mitwirkende werden mit einem Stundenansatz von Fr. 25.-- 
entschädigt (Abs. 1). Ausgenommen sind Arbeiten, die durch 
Gemeindeangestellte innerhalb der normalen Arbeitszeit ausgeführt werden 
(Abs. 2). Gemäss diesen Regelungen ist die Arbeit an den Sitzungen 
entweder als Arbeitszeit oder mit einem Sitzungsgeld zu entschädigen. Ein 
Wahlrecht hat die betroffene Person nicht. Davon gehen richtigerweise alle 
Verfahrensbeteiligten aus.

2.2 Die Vorinstanz hat die Teilnahme der Beschwerdeführerin an den 
sechs fraglichen Sitzungen (vorne Bst. A) als Arbeitszeit qualifiziert. Zur Be-
gründung hat sie namentlich auf Art. 125 Abs. 1 der Personalverordnung 
vom 18. Mai 2005 (PV; BSG 153.011.1) verwiesen, welche den Arbeitszeit-

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rahmen für das Kantonspersonal regelt. Danach wird die Arbeit zwischen 
6.00 Uhr und 20.00 Uhr geleistet; ausnahmsweise kann im Einvernehmen 
zwischen Vorgesetzten und den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern bis 23.00 Uhr gearbeitet werden. Bis auf 15 Minuten lägen – so der stell-
vertretende Regierungsstatthalter – sämtliche Sitzungszeiten im erwähnten 
Rahmen. Die an der Sitzung vom … von 20.00 Uhr bis 20.15 Uhr geleistete 
Viertelstunde stelle ebenfalls Arbeitszeit dar, da die längere Arbeitsleistung 
einvernehmlich erfolgt sei. Die Beschwerdeführerin habe somit an allen 
Sitzungen auf Arbeitszeit teilgenommen, weshalb kein Anspruch auf 
Sitzungsgeld bestehe (angefochtener Entscheid E. II/3). Der Betrag von 
Fr. 6.25, den ihr die Gemeinde als Sitzungsgeld für die am … geleistete 
Viertelstunde zugesprochen hat (ein Viertel des Stundenansatzes von 
Fr. 25.-- gemäss Art. 15 Abs. 1 des Fusionsabklärungsvertrags; vorne 
Bst. A), beruhe auf einer Rechtsverletzung. Die Vorinstanz hat die Verfügung 
der Gemeinde daher nach vorgängiger Androhung der Schlechterstellung 
(reformatio in peius) aufgehoben (angefochtener Entscheid E. II/4).

2.3 Zu klären ist, ob die Sitzungszeit von insgesamt 8,75 Stunden zur 
Arbeitszeit der Beschwerdeführerin gehört oder mit einem Sitzungsgeld zu 
entschädigen ist. Die Beschwerdeführerin war in der IKA bzw. den Unter-
gruppen als Delegierte der EG C.________ tätig. Sie nahm im Rahmen ihres 
Arbeitsverhältnisses mit dieser Gemeinde und in ihrer Funktion als Gemein-
de… an den Sitzungen teil. Ihre Tätigkeit ist deshalb grundsätzlich Teil der 
Arbeitsleistung, die sie als Mitarbeiterin der Gemeinde erbringt und die mit 
dem Gehalt abgegolten wird (vgl. Art. 2 Abs. 2 PR i.V.m. Art. 62 Abs. 1 des 
Personalgesetzes vom 16. September 2004 [PG; BSG 153.01] und Art. 31 
Abs. 1 PV). Nach Art. 15 des Fusionsabklärungsvertrags ist für die 
Entschädigung der Delegierten von Bedeutung, ob die Arbeit während der 
«normalen Arbeitszeit» geleistet wird. Was darunter zu verstehen ist, 
umschreibt der Vertrag nicht (vorne E. 2.1). Es liegt daher nahe, für die Aus-
legung dieses Begriffs die Regelung von Art. 125 Abs. 1 PV heranzuziehen, 
die einen Arbeitszeitrahmen von 6 Uhr bis 20 Uhr vorsieht. Das gilt umso 
mehr, als Art. 4 des öffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrags zwischen der Be-
schwerdeführerin und der EG C.________ vom … für die Arbeitszeit und 
Ferien zumindest subsidiär auf das kantonale Personalrecht und namentlich 
die Art. 124-160 PV verweist (Akten RSA 3A pag. 35). Das kommunale 

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Recht enthält keine abweichende Regelung, weshalb der erwähnte 
Arbeitszeitrahmen auch nach Ansicht der Gemeinde massgebend ist (vgl. 
Verfügung vom 27.1.2022 S. 2 mit Fussnote 4; Akten RSA 3A pag. 14). Die 
Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach es darauf ankommen soll, ob 
die Arbeitszeit als solche erfasst wird oder nicht (Beschwerde S. 5 ff.), 
überzeugt demgegenüber nicht. Es steht nicht im Belieben der Arbeitnehme-
rin oder des Arbeitsnehmers, mit der Zeiterfassung darüber zu bestimmen, 
ob die geleistete Arbeit als «normale Arbeitszeit» gilt oder nicht.

2.4 Die Beschwerdeführerin macht indes geltend, an jeder Sitzung sei 
jeweils erfragt worden, wer Anspruch auf Sitzungsgeld habe. Das Ergebnis 
sei jeweils schriftlich in Tabellenform in der Sitzungskontrolle festgehalten 
worden. Darauf sei die Gemeinde nach dem Grundsatz von Treu und Glau-
ben zu behaften (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]). – Es trifft zu, dass in den erwähnten Tabellen die Sitzungsstunden 
(auch) der Beschwerdeführerin mit Angaben zur Entschädigung vermerkt 
sind (vgl. Beilage 3 zur Beschwerde, act. 1C). Allerdings beziehen sich die 
Entschädigungsansätze auf Art. 17 i.V.m. Anhang II Ziff. 3.1 PR. Diese kom-
munalen Bestimmungen bezeichnen Sitzungen mit Beginn ab 18 Uhr oder 
später als Abendsitzungen und sehen – abhängig von der Sitzungsdauer 
insgesamt – abgestufte Ansätze für Tag- und Sitzungsgelder vor. Solches 
kennt die Entschädigungsregelung von Art. 15 des Fusionsabklärungsver-
trags, der hier einschlägig ist (vorne E. 2.1), nicht. Insbesondere kann aus 
dem erwähnten Anhang des PR nicht abgeleitet werden, Sitzungen ab 
18 Uhr lägen ausserhalb der «normalen Arbeitszeit» im Sinn von Art. 15 
Abs. 2 des Fusionsabklärungsvertrags. Schon aus diesem Grund sind die 
Tabellen für die Auslegung des interkommunalen Vertragsrechts nicht mass-
gebend. Weiter mag zwar zutreffen, dass an gewissen Sitzungen der IKA 
bzw. der Untergruppen auch die Gemeinde… und weitere Mitglieder des 
Gemeinderats von C.________ teilgenommen haben. Das bedeutet aber 
nicht, dass der Gemeinderat einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Ausrichtung von Sitzungsgeldern anerkannt hat. Der Gemeinde… hat der 
Beschwerdeführerin denn auch Folgendes mitgeteilt: «Wie Sie sich 
sicherlich erinnern, hat der Gemeinderat C.________ auf Ihren Antrag hin 
beschlossen, dass für Verwaltungsangestellte im Fusionsprojekt keine Sit-
zungsgelder abgerechnet werden» (E-Mail vom 19.1.2022, Akten RSA 3A1 

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Beilage 6). Dass die Voraussetzungen für eine von Art. 15 des Fusionsab-
klärungsvertrags abweichende Festlegung der Entschädigung gegeben sein 
könnten (Gleichbehandlung im Unrecht, Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 10 Abs. 1 
der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. dazu statt vieler 
BGE 139 II 49 E. 7.1 [Pra 102/2013 Nr. 33]; BVR 2013 S. 85 E. 8.1), macht 
die Beschwerdeführerin nicht substanziiert geltend (vgl. Beschwerde S. 8 f.). 
Die Akten legen das Gegenteil nahe, hat der Gemeinde… die Be-
schwerdeführerin doch wissen lassen, in der Praxis hätten «alle anderen An-
gestellten sämtliche Sitzungen als Arbeitszeit notiert» (E-Mail vom 
26.1.2022, Akten RSA 3A1 Beilage 6). Bei diesen Gegebenheiten erübrigen 
sich weitere Abklärungen des Sachverhalts. Die Beweisanträge der Be-
schwerdeführerin werden abgewiesen (Parteiverhör, Befragung von Mitglie-
dern des Gemeinderats, Einholen von weiteren Unterlagen, vgl. Beschwerde 
S. 8 f.; allgemein dazu BGE 144 II 427 E. 3.1.3; BVR 2022 S. 487 E. 5.2).

2.5 Nicht zu beanstanden ist sodann die Auffassung des stellvertreten-
den Regierungsstatthalters, auch die am … nach 20 Uhr geleistete 
Sitzungszeit von einer Viertelstunde zur «normalen Arbeitszeit» zu zählen. 
Insbesondere hängt das gegenseitige Einvernehmen im Sinn von Art. 125 
Abs. 1 PV nicht davon ab, wie die Beschwerdeführerin ihren Zeitaufwand 
verbucht hat. Inwiefern das Vorgehen der Vorinstanz unzulässig sein soll 
(Beschwerde S. 9), ist nicht erkennbar, zumal sie die Vorgaben für eine 
Schlechterstellung nach Art. 73 VRPG korrekt befolgt hat.

2.6 Die Beschwerde erweist sich im Hauptstandpunkt (Ausrichtung von 
Sitzungsgeldern) somit als unbegründet.

3.

3.1 Zu prüfen bleibt der Eventualantrag der Beschwerdeführerin, ihr sei 
für das Jahr … eine Lohnnachzahlung von Fr. 492.35 zuzüglich Zins zu 
leisten (vorne Bst. C). Mit Bezug auf ein nämliches «Ergänzungs- bzw. Even-
tualbegehren» ist die Vorinstanz auf die Beschwerde nicht eingetreten 
(vorne E. 1.1). Prozessthema vor dem Verwaltungsgericht kann insoweit im 
Grundsatz nur sein, ob sie zu Recht oder zu Unrecht keinen Sachentscheid 

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gefällt hat (vgl. BVR 2017 S. 459 E. 2.3; Michel Daum, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 45 mit 
weiteren Hinweisen).

3.2 Der stellvertretende Regierungsstatthalter hat das Nichteintreten in 
erster Linie damit begründet, dass die Gemeinde mit ihrer Verfügung vom 
27. Januar 2022 einzig über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Sit-
zungsgelder entschieden habe; über eine allfällige Lohnnachzahlung habe 
sie hingegen nicht befunden. Insoweit fehle es an einer kommunalen Anord-
nung, welche das Regierungsstatthalteramt überprüfen könne (angefochte-
ner Entscheid E. I/5.2). – Die Vorinstanz stellt sich mit dieser Argumentation 
auf den Standpunkt, allfällige Lohnnachzahlungen seien nicht Gegenstand 
des Beschwerdeverfahrens vor dem Regierungsstatthalteramt. Damit ist sie 
von einem zu engen Begriff des Streitgegenstands ausgegangen (vgl. dazu 
statt vieler BVR 2020 S. 59 E. 2.2; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12; Michel 
Daum, a.a.O., Art. 20a N. 4 ff.). Wie im angefochtenen Entscheid an sich zu-
treffend festgehalten wird, umfasste dieser die «finanzielle Abgeltung im Zu-
sammenhang mit den Sitzungen betr. das Fusionsprojekt, an denen [die Be-
schwerdeführerin] persönlich teilnahm» (E. I/5.2 S. 4). Die rechtliche Grund-
lage der Abgeltung – Sitzungsgeld oder Lohn – ist nicht entscheidend für die 
Festlegung des Streitgegenstands; vielmehr dürfen in diesem Rahmen auch 
neue rechtliche Argumentationen vorgetragen werden (vgl. Ruth Herzog, 
a.a.O., Art. 72 N. 14; Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 22 mit Hinweisen). 
Dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vom 28. Februar 2022 
gemäss dem Rechtsbegehren (nur) um Bezahlung von Sitzungsgeldern er-
sucht hatte, ändert daran nichts (vgl. aber E. 3.3 hiernach). Neue 
(Eventual-)Begehren sind zulässig, soweit der Streitgegenstand wie hier 
nicht ausgedehnt wird (vgl. Art. 26 VRPG i.V.m. Art. 227 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
[Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]; Michel Daum, a.a.O., Art. 26 N. 14 f. 
und 17). Unproblematisch ist im Übrigen, dass der «Ergänzungs- bzw. 
Eventualantrag» betreffend Lohnnachzahlung betragsmässig über das 
Hauptbegehren auf Ausrichtung von Sitzungsgeldern hinausgeht (vgl. Michel 
Daum, a.a.O., Art. 32 N. 19 mit Hinweisen). Unter diesen Umständen 
erübrigen sich Erörterungen zur Frage, unter welchen Voraussetzungen die 

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Justizbehörde aus prozessökonomischen Gründen ausnahmsweise 
spruchreife Fragen behandeln kann, welche ausserhalb des 
Streitgegenstands liegen (Beschwerde S. 10 f.; weiterführend dazu 
BVR 2017 S. 514 E. 1.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 20a N. 28).

3.3 Die Vorinstanz hat zur Begründung des Nichteintretens auch auf 
Art. 33 Abs. 3 VRPG hingewiesen, wonach Antrag und Begründung bei frist-
gebundenen Eingaben innert der Frist eingereicht sein müssen. Die Be-
schwerdeführerin habe den «Ergänzungs- bzw. Eventualantrag» auf 
Lohnnachzahlung erst in ihrer Stellungnahme vom 13. Juli 2022 (Akten RSA 
3A pag. 32) und damit verspätet gestellt. – Art. 33 Abs. 3 VRPG setzt neuen 
Anträgen und Begründungen im Beschwerdeverfahren Schranken, auch 
wenn diese den Streitgegenstand betreffen. Das gilt jedenfalls, soweit das 
Hauptbegehren mit dem Eventualbegehren wie im vorliegenden Fall nicht 
bloss eingeschränkt wird (vgl. dazu Art. 26 VRPG i.V.m. Art. 227 Abs. 3 
ZPO; Michel Daum, a.a.O., Art. 26 N. 7). Wegleitend ist letztlich der Grund-
satz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV; Michel Daum, 
a.a.O., Art. 33 N. 17 mit Hinweisen). Die (anwaltlich vertretene) Beschwer-
deführerin hat das Rechtsbegehren in ihrer Beschwerde vom 28. Februar 
2022 ausdrücklich auf die Bezahlung von Sitzungsgeldern bezogen. Warum 
sie erst nach Ablauf der Rechtsmittelfrist um Lohnnachzahlung ersucht hat, 
vermag sie nicht plausibel aufzuzeigen. Insbesondere leuchtet nicht ein, 
weshalb erst die prozessleitende Verfügung vom 9. Juni 2022 zur allfälligen 
Schlechterstellung «Anlass zu diesem Vorgehen» gegeben haben soll (Be-
schwerde S. 10). Wie sich aus den Akten ergibt, war die Frage nach der Ent-
schädigung – Sitzungsgeld oder Arbeitszeit (Lohn) – bereits im Vorfeld der 
Verfügung der Gemeinde vom 27. Januar 2022 Gegenstand von Diskussio-
nen zwischen den Parteien (vgl. Akten RSA 3A1 Beilage 6) und wurde auch 
in der erwähnten Verfügung thematisiert (Akten RSA 3A pag. 14). Die 
Beschwerdeführerin hätte also hinreichende Gründe gehabt, die 
Lohnnachzahlung innert der Beschwerdefrist zu verlangen. Es ist nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz diesen Antrag als verspätet erachtet und 
in diesem Punkt keinen Sachentscheid gefällt hat, zumal das Anliegen der 
Beschwerdeführerin damit nicht – im Sinn einer Verwirkung des fraglichen 
Anspruchs – endgültig erledigt ist. Gemäss dem angefochtenen Entscheid 
verbleibt der Beschwerdeführerin die Möglichkeit, bei der Gemeinde ein 

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Gesuch um Lohnnachzahlung einzureichen und damit ein neues Verfahren 
in Gang zu bringen (E. II/6).

3.4 Das Nichteintreten des stellvertretenden Regierungsstatthalters auf 
die Beschwerde hinsichtlich des «Ergänzungs- bzw. Eventualantrags» ist so-
mit rechtens. Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet 
und ist abzuweisen.

4.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen 
(Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Beschwerdegegnerin
- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt, 
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 
90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der Begründung auszuführen, wa-
rum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Der Streitwert im 
Sinn von Art. 51 ff. i.V.m. Art. 85 Abs. 1 BGG erreicht Fr. 15'000.-- nicht.