# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2052d611-b5f9-5db9-b3ea-8e33324ae8c2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 19.03.2025 SR1 2024 28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SR1-2024-28_2025-03-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Graubünden
Dretgira superiura dal chantun Grischun
Tribunale d'appello del Cantone dei Grigioni

Urteil vom 19. März 2025
mitgeteilt am 15. April 2025

Gegen dieses Urteil wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht 
hängig (6B_442/2025)

Referenz SR1 24 28/29

Instanz Erste strafrechtliche Kammer

Besetzung Moses, Vorsitz
Cavegn und Richter-Baldassarre
Coray-Mosele, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden

B._____
Privatkläger
vertreten durch I._____

Gegenstand mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern gem. Art. 187 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB etc.

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 10. November 2023, mitgeteilt 
am 19. März 2024 (Proz. Nr. 515-2023-30)

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ mit Urteil vom 10. November 
2023 

– der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.2),

– der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
gemäss Art. 285 Ziff. 1 aStGB (Anklagesachverhalt Ziffer 2),

– der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 
(Anklagesachverhalt Ziffern 3 u. 4),

– der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 
(Anklagesachverhalt Ziffern 3 u. 4),

– der mehrfachen sexuellen Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 2 [recte 
Abs. 1] StGB (Anklagesachverhalt Ziffern 1.1 und 5) sowie 

– der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes 
gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG (Anklagesachverhalt Ziffer 6) 

schuldig. Es widerrief den bedingten Vollzug der mit Strafbefehl der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. April 2020 ausgesprochenen Geldstrafe 
von 50 Tagessätzen zu je CHF 30.00. Das Regionalgericht bestrafte A._____ mit 
einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten, einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 
CHF 30.00 als Gesamtstrafe unter Einbezug der widerrufenen Geldstrafe von 
50 Tagessätzen zu je CHF 30.00 gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 8. April 2020 sowie einer Busse von CHF 800.00 bzw. einer 
Ersatzfreiheitsstrafe von 26 Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse. 
Weiter ordnete es eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 
Abs. 1 StGB an und schob den Vollzug der Freiheitsstrafe zu diesem Zweck auf. 
Auf die Anordnung einer Landesverweisung wurde verzichtet, indes wurde ein 
lebenslängliches Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB angeordnet. Die 
Zivilklage von F._____ wurde auf den Zivilweg verwiesen. Die Kosten, mit 
Ausnahme der Übersetzungskosten, wurden A._____ auferlegt.

B. Gegen dieses Urteil erhoben sowohl die Staatsanwaltschaft (Referenz SR1 
24 29) wie auch A._____ (fortan Beschuldigter; Referenz SR1 24 28) Berufung.

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C. Die Berufungsverhandlung fand am 11. März 2025 statt. Die 
Staatsanwaltschaft beantragte, der Beschuldigte sei zusätzlich zu den 
Schuldsprüchen der Vorinstanz betreffend Anklagesachverhalt Ziffer 1.1 der 
sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig zu sprechen, mit einer unbedingten 
Freiheitsstrafe von 18 Monaten, einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 
CHF 30.00 als Gesamtstrafe unter Einbezug der widerrufenen Geldstrafe von 
50 Tagessätzen zu je CHF 30.00 gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 8. April 2020 und einer Busse von CHF 800.00 zu bestrafen. 
Weiter sei der Beschuldigte für zehn Jahre des Landes zu verweisen und die 
Landesverweisung sei im Schengener Informationssystem auszuschreiben. Der 
Beschuldigte beantragte, er sei vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 1.2) vollumfänglich 
freizusprechen. Auf den Widerruf der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe gemäss 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. April 2020 sei zu verzichten. 
Er sei unter Berücksichtigung von Art. 19 Abs. 2 StGB milde zu bestrafen, konkret 
mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 
je CHF 30.00 und einer Busse von CHF 400.00, unter Anrechnung der erstandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft. Auf die Anordnung eines lebenslänglichen 
Tätigkeitsverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB sei zu verzichten und ein Teil der 
Verfahrenskosten sei auf die Staatskasse zu nehmen.

D. Nach Beratung wurde den Parteien das Urteil am 20. März 2025 im Dispositiv 
schriftlich mitgeteilt.

Erwägungen

1. Vereinigung

Die Berufungsverfahren SR1 24 28 und SR1 24 29 sind zu vereinigen (Art. 30 
StPO). Die Akten werden aus dem Verfahren SR1 24 28 zitiert.

2. Eintreten und Umfang der Berufung

2.1. Gegen das angefochtene Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
10. November 2023 ist die Berufung zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO). Die 
Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die frist- 
und formgerecht erhobenen Berufungen ist einzutreten.

2.2. Unter Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO erwachsen die mit den 
Berufungserklärungen nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft (Urteile des 
Bundesgerichts 6B_348/2021 vom 3. Mai 2021 E. 6, 6B_896/2020 vom 7. Oktober 

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2020 E. 3, 6B_428/2013 vom 15. April 2014 E. 3.3, 6B_694/2012 vom 27. Juni 2013 
E. 1.3). Vorliegend sind die Schuldsprüche wegen mehrfacher Gewalt und Drohung 
gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 aStGB (Anklagesachverhalt 
Ziffer 2), mehrfacher Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalt 
Ziffern 3 u. 4), mehrfacher Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 
(Anklagesachverhalt Ziffern 3 u. 4), mehrfacher sexueller Belästigung gemäss 
Art. 198 Abs. 2 [recte Abs. 1] StGB (Anklagesachverhalt Ziffer 5) und mehrfacher 
Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG 
(Anklagesachverhalt Ziffer 6), die Anordnung einer stationären Massnahme im 
Sinne von Art. 59 Abs. 1 StGB, zu deren Gunsten der Vollzug der Freiheitsstrafe 
aufgeschoben wird, sowie die Verweisung der Zivilklage von F._____ auf den 
Zivilweg nicht angefochten worden und damit in Rechtskraft erwachsen (vgl. 
Art. 437 StPO, Art. 402 StPO).

3. Anklagesachverhalt Ziffer 1.1

3.1. Vorwurf

3.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 
3. Juli 2023 (RG-act. 5) in Anklagesachverhalt Ziffer 1.1 vor, am 29. Juni 2021, ca. 
um 12.50 Uhr, sei er dem damals 12 Jahre alten B._____, der mit seinem Fahrrad 
den Personenlift in der Unterführung des Bahnhofs O._____ bestiegen habe, gefolgt 
und habe den Lift, unmittelbar bevor sich die Türe schloss, bestiegen. Während sich 
der Lift in Bewegung gesetzt habe, habe der Beschuldigte B._____ angesprochen 
und gefragt, wie er heisse und aus welchem Land er komme. Anschliessend habe 
der Beschuldigte mit seiner rechten Hand vorne am elastischen Bund der 
Trainerhose von B._____ gezogen, damit er dessen Unterhose habe sehen können. 
In der Folge habe der Beschuldigte versucht, auch die Unterhose von B._____ 
wegzuziehen, was ihm aber nicht gelungen sei, weil B._____ sich dagegen zur 
Wehr gesetzt habe. Der Beschuldigte habe daraufhin die Hose von B._____ 
losgelassen und seine Hand zurückgezogen. Sogleich habe er B._____ von vorne 
mit beiden Händen umarmt und diesen auf die rechte Halsseite geküsst. Dagegen 
habe sich B._____ wiederum zur Wehr gesetzt und erneut versucht, den 
Beschuldigten von sich wegzustossen. Als der Lift die Ebene des Bahnhofplatzes 
erreicht und sich dessen Türen geöffnet hätten, habe der Beschuldigte von B._____ 
abgelassen, worauf dieser mit seinem Fahrrad in Richtung Bahnhofstrasse die 
Flucht habe ergreifen können. Für den Beschuldigten sei offensichtlich gewesen, 
dass B._____ noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei.

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3.1.2. Dieser Sachverhalt ist vor dem Obergericht nicht mehr strittig und wird vom 
Beschuldigten anerkannt (act. H.3 Rz. 2).

3.2. Rechtliche Würdigung

3.2.1. Während der Beschuldigte die rechtliche Qualifikation der Vorinstanz als 
sexuelle Belästigung im Sinne von Art. 198 Abs. 1 StGB anerkennt (act. H.3 S. 2 u. 
Rz. 2), beantragt die Staatsanwaltschaft, der Anklagesachverhalt Ziffer 1.1 sei als 
sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu 
qualifizieren (act. H.4 S. 4 f.).

3.2.2. Der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
macht sich schuldig, wer mit einem Kind unter 16 Jahren sexuelle Handlungen 
vornimmt. Hinsichtlich der Voraussetzungen des objektiven und subjektiven 
Tatbestandes kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (act. E.1 E. 3.3). Zu ergänzen bleibt, dass ein Versuch vorliegt, wenn der 
Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Vergehens 
begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur Vollendung 
der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann (Art. 22 
Abs. 1 StGB). Ein Versuch liegt demnach vor, wenn der Täter sämtliche subjektiven 
Tatbestandsmerkmale erfüllt und seine Tatentschlossenheit manifestiert hat, ohne 
dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 150 E. 3.4, 
137 IV 113 E. 1.4.2, 131 IV 100 E. 7.2.1, je m. w. H.). Zum Versuch gehört folglich 
der Entschluss des Täters, eine Straftat zu begehen, und die Umsetzung dieses 
Tatentschlusses in eine Handlung. Der Täter muss mit der Ausführung der Tat 
begonnen haben (BGE 140 IV 150 E. 3.4). Der blosse Entschluss, eine strafbare 
Handlung zu begehen, bleibt für sich allein straflos, solange er nicht in Handlungen 
umgesetzt wird. Auf der anderen Seite ist die Schwelle zum Versuch auf jeden Fall 
dann überschritten, wenn der Täter mit Tatentschluss ein objektives 
Tatbestandsmerkmal erfüllt hat (BGE 131 IV 100 E. 7.2.1 m. w. H.).

3.2.3. Dass es sich beim damals 12-jährigen B._____ um ein Kind unter 16 Jahren 
handelte, kann aufgrund des Alters als erstellt gelten und wurde vom Beschuldigten 
auch nicht in Frage gestellt. Der Beschuldigte zog unmittelbar, nachdem er den Lift 
betrat und B._____ ansprach, an dessen Hosenbund, umarmte ihn von vorne mit 
beiden Händen und küsste ihn auf den Hals, womit es zu körperlichem Kontakt kam. 
Es liegen damit weder flüchtige noch einmalige Berührungen, sondern mehrfache 
gezielte Handlungen vor. Bei B._____ handelt es sich um ein dem Beschuldigten 
völlig unbekanntes und fremdes Kind. Die Handlungen – Ziehen am Hosenbund und 
versuchtes Ziehen an der Unterhose, Umarmen und auf den Hals Küssen – gehen 

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weit darüber hinaus, was als Ausdruck von Freude und Zuneigung einem fremden 
Kind gegenüber gezeigt wird. Insbesondere indem der Beschuldigte am Hosenbund 
zog, sich die Unterhose anschaute und versuchte, auch daran zu ziehen, hat sich 
sein Verhalten klar auf die Genitalien und damit auf eine erogene Zone bezogen. In 
der Gesamtschau kann das Verhalten des Beschuldigten nur sexuell motiviert 
gewesen sein und auf die Erregung oder Befriedigung geschlechtlicher Lust 
abgezielt haben. Es weist für einen Aussenstehenden eindeutig und 
unmissverständlich einen unmittelbaren Sexualbezug auf.

3.2.4. In Bezug auf die Erheblichkeit der Verhaltensweise im Hinblick auf das 
geschützte Rechtsgut ist zu berücksichtigen, dass der damals 41-jährige 
Beschuldigte den 12-jährigen und damit 29 Jahre jüngeren Knaben im Lift anging, 
wo keine Fluchtmöglichkeit bestand, die Öffentlichkeit ausgeschlossen war und 
damit keine Hilfe von aussen herbeigerufen werden konnte. Anders als im Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1102/2019 konnte sich B._____ nicht ohne grössere 
Schwierigkeiten aus der Umarmung lösen und den Ort des Geschehens verlassen 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1102/2019 vom 28. November 2019 E. 2.4). Der 
Beschuldigte nützte die Enge und Abgeschiedenheit im Lift gezielt zur Vornahme 
der Handlungen. Zumal gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Berührungen 
der Geschlechtsteile über den Kleidern und von kurzer Dauer sowie das Küssen auf 
Mund und Wangen die für die Annahme einer sexuellen Handlung im Sinne von 
Art. 187 Ziff. 1 StGB notwendige Intensität nicht erreichen (vgl. BGE 125 IV 58 
E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 6B_1102/2019 vom 28. November 2019 E. 2.2 u. 
2.4), verhält es sich in Bezug auf die vorliegend zu beurteilenden Handlungen, 
insbesondere auch unter Berücksichtigung der kurzen Dauer nicht anders. Die 
Zudringlichkeiten des Beschuldigten, das Ziehen an der Hose, das versuchte 
Ziehen an der Unterhose, die Umarmung und die Küsse auf den Hals, vermögen 
die geforderte Erheblichkeit trotz der Begleitumstände nicht zu erreichen. Insofern 
ist der objektive Tatbestand nur zum Teil verwirklicht.

3.2.5. Was den subjektiven Tatbestand anbelangt, steht ausser Fragen, dass der 
Beschuldigte die Handlungen mit Wissen und Willen vorgenommen hat sowie 
aufgrund des Alters offensichtlich war und er damit wusste, dass sich B._____ noch 
im Schutzalter befinden musste. Der Beschuldigte handelte damit direktvorsätzlich. 
Die gutachterlich festgestellte leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit 
im Deliktszeitpunkt (vgl. StA-act. 15.12 S. 29 f.) beschlägt nicht die 
Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens, sondern ist allein im Rahmen der 
Vorwerfbarkeit bei der Bewertung des Verschuldens und damit bei der 
Strafzumessung zu berücksichtigen (Art. 19 Abs. 2 StGB). Da sich B._____ zur 

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Wehr setzte, konnte er verhindern, dass der Beschuldigte ihm die Unterhose 
wegzog. Sogleich umarmte ihn der Beschuldigte jedoch mit beiden Händen und 
küsste ihn auf die rechte Halsseite. Der Beschuldigte liess von B._____ trotz 
versuchter Gegenwehr des Knaben nur ab, als sich die Lifttüre auf dem 
Bahnhofsplatz öffnete, was B._____ ermöglichte, zu entkommen. Daraus und aus 
den sich wiederholenden Deliktsmustern des Beschuldigten, welche sich 
zusammen mit den Taten gemäss Anklagesachverhalt Ziffern 1.2 und 5 ergeben 
(vom Bein her unter der Hose an die Genitalien greifen; die Hosen bzw. Unterhosen 
wegziehen, um darunter zu greifen), ist ersichtlich, dass der Tatentschluss des 
Beschuldigten einen Handlungswillen beinhaltete, der auf weitere bzw. 
weitergehende Handlungen abzielte, welche die geforderte Erheblichkeit erreichen 
und damit als sexuelle Handlungen gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zu 
qualifizieren wären, aber wegen äusserer Umstände, konkret der Öffnung der 
Lifttüre und daraus ermöglichten Flucht des Knaben, eine Weiterverfolgung der 
Absicht verunmöglicht wurde.

3.2.6. Infolge teilweiser Erfüllung des objektiven und Erfüllung des subjektiven 
Tatbestandes ist der Beschuldigte der versuchten sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 i. V. m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen.

4. Anklagesachverhalt Ziffer 1.2

4.1. Ausgangslage

Die Vorinstanz qualifizierte die Tat des Beschuldigten gemäss Anklagesachverhalt 
Ziffer 1.2 als sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 
Der Beschuldigte fordert, von diesem Vorwurf freigesprochen zu werden (act. H.3 
S. 2).

4.2. Verwertbarkeit der Einvernahme des Beschuldigten

4.2.1. Die Verteidigung moniert, die polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten 
vom 1. September 2021 sei auf Deutsch durchgeführt worden, obwohl der 
Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt kein Deutsch verstanden habe (act. H.2 S. 7).

4.2.2. Gemäss Art. 158 Abs. 1 lit. d StPO weist die Polizei die beschuldigte Person 
zu Beginn der ersten Einvernahme in einer ihr verständlichen Sprache darauf hin, 
dass sie eine Übersetzerin oder einen Übersetzer verlangen kann. Ein Verzicht auf 
den Beizug einer Übersetzerin ist gemäss Art. 68 Abs. 1 Satz 2 StPO auch in 
einfachen Fällen nur mit der Einwilligung der betroffenen Person möglich, was 

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wiederum voraussetzt, dass diese zuvor hinreichend über ihr Recht auf den Beizug 
einer unabhängigen Übersetzerin informiert wurde (Urteil des Bundesgerichts 
6B_657/2022 vom 20. September 2023 E. 1.5). Eine solche Rechtsbelehrung ist im 
Protokoll der Einvernahme vom 1. September 2021 (StA-act. 10.7) nicht 
dokumentiert. Diesem ist einzig zu entnehmen, dass der einvernehmende 
Polizeibeamte fragte, ob der Beschuldigte der Einvernahme auf Deutsch folgen 
könne, worauf Letzterer mit "Ja, kann ich." antwortete. Ohne Hinweis auf die 
Möglichkeit, eine Übersetzung zu verlangen, ist die Einvernahme gemäss Art. 158 
Abs. 2 StPO nicht verwertbar. Damit erübrigt es sich, auf die weitere Rüge 
einzugehen, es sei keine Verteidigung anwesend gewesen (vgl. act. H.1 S. 7).

4.3. Vorwurf

4.3.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in Anklagesachverhalt 
Ziffer 1.2 vor, sich am 27. August 2021 im Zug nach O._____ ins Abteil des damals 
15-jährigen C._____ gesetzt zu haben, nachdem sämtliche Arbeitskollegen von 
C._____ den Zug zuvor verlassen hätten und sich dieser alleine im Abteil befunden 
habe. Der Beschuldigte habe C._____ mit unverständlichen Worten angesprochen, 
sich in der Folge nach vorne gelehnt und mit seiner rechten Hand unvermittelt am 
rechten Bein unter die kurze Trainerhose von C._____ gegriffen, bis er dessen 
Genitalien über der Unterhose berührt habe. C._____ habe daraufhin versucht, die 
rechte Hand des Beschuldigten wegzudrücken, worauf dieser auch am linken Bein 
von C._____ so weit unter die kurze Trainerhose gegriffen habe, dass er dessen 
Genitalien fast habe berühren können. Als C._____ wiederum versucht habe, die 
Hand des Beschuldigten wegzudrücken und den Beschuldigten wegzustossen, sei 
dieser aufgestanden und habe dabei erneut versucht, unter die Hose zu greifen, 
was ihm aber diesmal nicht gelungen sei. Aufgrund der unerwarteten Übergriffe des 
Beschuldigten und der körperlichen Unterlegenheit gegenüber dem Beschuldigten 
sei C._____ in dieser Situation dermassen perplex gewesen, dass er nicht um Hilfe 
habe rufen können. Der Beschuldigte habe bei den vorgenannten Übergriffen 
mindestens in Kauf genommen, dass C._____ noch nicht 16 Jahre alt gewesen sei 
(RG-act. 5).

4.3.2. Der Beschuldigte bestreitet den Anklagesachverhalt nur insofern, als er 
geltend macht, es sei für ihn nicht ersichtlich gewesen, dass es sich bei C._____ 
um ein Kind unter 16 Jahren gehandelt habe (act. H.3 Rz. 10). Darauf wird beim 
subjektiven Tatbestand im Rahmen der rechtlichen Würdigung eingegangen.

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4.4. Sexuelle Handlungen mit Kindern

4.4.1. Der subjektive Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss 
Art. 187 Ziff. 1 StGB setzt voraus, dass der Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, 
dass das Kind unter 16 Jahren alt war. Hat der Täter in der irrigen Vorstellung 
gehandelt, das Kind sei mindestens 16 Jahre alt, macht er sich gemäss Ziff. 4 von 
Art. 187 StGB dennoch strafbar, wenn er den Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht 
hätte vermeiden können.

4.4.2. Angesichts dessen, dass C._____ im Tatzeitpunkt 15 Jahre und acht Monate 
alt war und damit nur knapp noch im Schutzalter, kann nicht allein unter Hinweis auf 
das Alter als erstellt gelten, dass für den Beschuldigten erkennbar war, dass es sich 
um ein Kind unter 16 Jahren gehandelt hat. Es wurde bereits dargelegt, dass sich 
die polizeiliche Einvernahme des Beschuldigten vom 1. September 2021 (StA-
act. 10.7) als unverwertbar erweist, womit nicht auf diese Aussagen abgestellt 
werden kann. Weitere Beweismittel, aufgrund welcher sich erstellen liesse, dass für 
den Beschuldigten zumindest bei pflichtgemässer Vorsicht erkennbar gewesen 
wäre, dass C._____ im Tatzeitpunkt nicht 16 Jahre alt war, liegen keine bei den 
Akten. Mangels Erfüllung des subjektiven Tatbestands hinsichtlich der Eigenschaft 
des Opfers als Kind unter 16 Jahren scheidet damit die Qualifikation der Tat als 
sexuelle Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 StGB aus.

4.5. Sexuelle Belästigung

4.5.1. Der sexuellen Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, 
wer jemanden tätlich sexuell belästigt. Hinsichtlich der Voraussetzungen des 
objektiven und subjektiven Tatbestandes kann auf die zutreffenden Erwägungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 3.5.2).

4.5.2. Indem der Beschuldigte C._____ drei Mal mit der Hand unvermittelt vom Bein 
her unter die kurze Hose griff, wobei es ihm einmal gelang, die Genitalien über der 
Unterhose zu berühren, liegt eine körperliche Kontaktaufnahme vor, die bei 
objektiver Betrachtungsweise aufgrund der Berührung der Genitalien und 
angesichts des Altersunterschieds von 25 Jahren klar als sexuelle Handlung zu 
erkennen ist. Im wiederholten Versuch, die Hand des Beschuldigten wegzudrücken, 
brachte C._____ seine Nichteinwilligung zum Ausdruck. Damit ist auch das Merkmal 
der Belästigung erfüllt. Der Beschuldigte konfrontierte C._____ gegen dessen 
Willen mit einer sexuellen Handlung. Dass der Beschuldigten die Handlungen 
willentlich und wissentlich und damit vorsätzlich vorgenommen hat, ist weder 
bestritten noch bestehen diesbezügliche Zweifel. Die gutachterlich festgestellte 

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leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit im Deliktszeitpunkt (vgl. StA-
act. 15.12 S. 29 f.) gilt es wiederum bei der Strafzumessung zu berücksichtigen 
(Art. 19 Abs. 2 StGB).

5. Strafzumessung

5.1. Grundlagen

Hinsichtlich der Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutreffenden 
Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (act. E.1 E. 10.3; vgl. auch BGE 144 
IV 313 E. 1.1).

5.2. Strafart

5.2.1. Die Tatbestände der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 
Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss 
Art. 285 Abs. 1 aStGB sowie der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB sehen als 
Strafart sowohl Geld- wie auch Freiheitsstrafe vor. Entsprechend ist die Strafart zu 
bestimmen.

5.2.2. Gemäss Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf 
eine Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen 
werden kann.

5.2.3. Vor der Inhaftierung war der Beschuldigte arbeitslos und lebte von der 
Sozialhilfe (act. D.24 S. 1). Seit dem 3. Mai 2022 befindet er sich in der Klinik 
J._____ zwecks Vollzugs der stationären therapeutischen Massnahme im Sinne 
von Art. 59 Abs. 1 StGB (act. D.24 S. 6). Dem Verlaufsbericht der Klinik J._____ 
vom 28. Februar 2025 ist zu entnehmen, dass die krankheitsbedingten 
Einschränkungen beim Beschuldigten zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
führen. Eine Verbesserung dieser Einschränkung in einem Ausmass, das mit einer 
verwertbaren Arbeitsfähigkeit einhergehen würde, sei nicht zu erwarten (act. D.24 
S. 16). Insofern besteht eine Uneinbringlichkeit der Geldstrafe, womit eine 
Freiheitsstrafe angeordnet werden kann. Auch die Verteidigung stellte die von der 
Vorinstanz verhängte Strafart der Freiheitsstrafe nicht in Frage (act. H.3 Rz. 1 u. 
24 f.).

5.2.4. Der Tatbestand der Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB sieht 
Geldstrafe und die Tatbestände der sexuellen Belästigung gemäss Art. 198 Abs. 1 
StGB sowie der Übertretung des Personenbeförderungsgesetzes gemäss Art. 57 

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Abs. 3 PBG sehen Busse als Sanktion vor, womit die diesbezüglichen Strafarten 
feststehen.

5.2.5. Für die Straftaten ist aufgeteilt nach Strafart je eine Gesamtstrafe in 
Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB zu bilden.

5.3. Einsatzstrafe für die versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern

5.3.1. Als schwerste Tat ist für die versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern 
eine Einsatzstrafe festzulegen. Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit 
Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sieht sowohl vor als auch nach der 
Revision des Sexualstrafrechts, welche am 1. Juli 2024 in Kraft trat, einen 
Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor.

5.3.2. Der Beschuldigte zog vorne am elastischen Hosenbund der Trainerhose von 
B._____, damit er dessen Unterhosen sehen konnte, und versuchte, auch diese 
wegzuziehen. Zudem umarmte er B._____ von vorne mit beiden Händen und küsste 
ihn auf die rechte Halsseite. Damit blieb es beim Versuch der Vornahme sexueller 
Handlungen. Bei der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist gedanklich aber vom 
vollendeten Delikt auszugehen. Insofern ist vorliegend die objektive Tatschwere von 
Handlungen zu beurteilen, die knapp die notwendige Erheblichkeit erreichen, um 
als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu gelten. Die kurze 
Dauer der Handlungen wirkt sich relativierend aus. Als verschuldenserhöhend 
erweist sich hingegen der grosse Altersunterschied von 29 Jahren zwischen 
B._____ und dem Beschuldigten. Gleiches gilt dafür, dass keinesfalls eine 
Einwilligung von B._____ zu den sexuellen Handlungen bestand, sondern sich der 
körperlich überlegene Beschuldigte vielmehr über die von B._____ geleistete 
Gegenwehr hinwegsetzte. B._____ sagte auch aus, Angst gehabt zu haben (StA-
act. 6.6 Frage 14). Das Tatvorgehen, indem der Beschuldigte den Lift, unmittelbar 
bevor sich die Lifttüre schloss, betrat und dann die Enge und Abgeschirmtheit von 
der Öffentlichkeit für die Vornahme der Handlungen nutzte, wirkt sich ebenfalls 
verschuldenserhöhend aus. In der Gesamtschau ist die objektive Tatschwere im 
Spektrum aller Tatvarianten dennoch als leicht bis nicht mehr leicht zu bezeichnen, 
mithin am oberen Ende des untersten Viertels anzusiedeln.

5.3.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere wirkt sich die direktvorsätzliche 
Begehung verschuldenserhöhend aus, ist doch auch Eventualvorsatz strafbar. 
Innert der wenige Sekunden dauernden Liftfahrt die genannten Handlungen 
vorzunehmen, zeugt von einiger krimineller Energie, welche verschuldenserhöhend 
zu berücksichtigen ist. Verschuldensmindernd wirkt sich aus, dass der Beschuldigte 

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gemäss psychiatrischem Gutachten vom 21. April 2022 zu allen Tatzeitpunkten an 
einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10: 20.0) und einem 
Alkoholabhängigkeitssyndrom (IDC-10: F10.2) litt (StA-act. 15.12 S. 27 u. 37). In 
Bezug auf Sexualdelikte wurde ihm eine leichtgradig beeinträchtige 
Steuerungsfähigkeit attestiert (StA-act. 15.12 S. 29 f. u. 38), was strafmildernd zu 
berücksichtigen ist (Art. 19 Abs. 2 StGB). Insofern vermag die subjektive 
Tatschwere die objektive leicht zu relativieren und rechtfertigt sich eine Strafe von 
sechs Monaten.

5.3.4. Der Versuch ist als verschuldensunabhängige Tatkomponente obligatorisch 
strafmindernd zu berücksichtigen. Zumal der tatbestandsmässige Erfolg vorliegend 
durch die Gegenwehr des Opfers während und durch das Ende der Liftfahrt, in 
dessen Anschluss das Opfer mit dem Fahrrad flüchten konnte, ausblieb, rechtfertigt 
sich eine Minderung der Strafe um einen Monat.

5.3.5. Nach der Bewertung der Tatkomponente resultiert für die versuchten 
sexuellen Handlungen an einem Kind eine Einsatzstrafe von fünf Monaten 
Freiheitsstrafe.

5.4. Asperation für Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte

5.4.1. Die Einsatzstrafe ist wegen mehrfacher Gewalt und Drohung gegen 
Behörden und Beamte angemessen zu erhöhen. Art. 285 Ziff. 1 StGB erfuhr durch 
das Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 
Strafrahmen, welches am 1. Juli 2023 in Kraft trat, eine Änderung hinsichtlich der 
Strafandrohung. Nachdem die alte Fassung ein Strafrahmen von Geld- oder 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vorsah, ist nun Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
angedroht, wobei in leichten Fällen auf Geldstrafe erkannt werden kann. Damit 
erweist sich das alte Recht als da mildere und kommt vorliegend zur Anwendung 
(vgl. Art. 2 Abs. 2 StGB).

5.4.2. Der Beschuldigte hat zwei Beamte zweimal mittels Drohung mit der 
Weinflasche an der Durchsetzung der rechtmässigen Wegweisung aus dem 
Bahnhof O._____ gehindert. Die Vorinstanz hat die beiden Drohungen, da es sich 
um ähnliche bis identische Sachverhalte handle, gemeinsam beurteilt (act. E.1 
E. 10.6). Da weder die Staatsanwaltschaft (vgl. act. H.4 S. 8) noch die Verteidigung 
(vgl. act. H.3 Rz. 16 f.) diese Strafzumessung monieren, rechtfertigt es sich, die 
Tatschwere zusammen zu bestimmen.

5.4.3. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte zweimal eine Weinflasche am Hals haltend über seinen Kopf hob und 

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Anstalten machte, um zum Schlag auszuholen bzw. die Flasche auf die Beamten 
zu werfen. Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass ein Schlag mit einer 
Weinflasche gegen den Kopf schwerwiegende Verletzungen und erhebliche 
gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen kann. Zu einer Gewaltanwendung 
kam es indes nicht. Zudem konnten sich die Beamten auf Distanz zum 
Beschuldigten aufhalten, eine Verteidigungsposition einnehmen und ein Beamter 
konnte den Einsatzstock hervorholen, womit sich die Gefährdung relativiert. Im 
Spektrum aller Tatvarianten ist in objektiver Hinsicht von einem leichten 
Verschulden im untersten Viertel auszugehen.

5.4.4. Was die subjektive Tatschwere betrifft, schlägt sich die direktvorsätzliche 
Begehung zu Buche. Gutachterlich wurde dem Beschuldigten aufgrund der 
unbehandelten schizophrenen Psychose mit erhöhter Affektspannung, reduzierter 
Impulskontrolle und zusätzlich in manchen Fällen nachgewiesener 
Alkoholintoxikation eine mittelgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit für die 
vorgeworfenen Gewaltdelikte (StA act. 15.12 S. 29 u. 38) – worunter das Gutachten 
auch die Drohungen subsumiert, wie die Vorinstanz darlegte und von den Parteien 
unbestritten blieb (act. E.1 E. 10.6.3) – attestiert. Dies wirkt sich 
verschuldensmindernd aus. Insofern vermag die subjektive Tatschwere die 
objektive zu relativieren.

5.4.5. Insgesamt rechtfertigt sich vorliegend isoliert betrachtet aufgrund des 
Tatverschuldens in Berücksichtigung des Spektrums der Tatvarianten eine 
Freiheitsstrafe von je drei Monaten. In Anwendung des Asperationsprinzips führt die 
mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer Erhöhung 
der Einsatzstrafe im Umfang von je eineinhalb und damit insgesamt drei Monaten.

5.5. Asperation für die erste Drohung gegen D._____

5.5.1. Die Einsatzstrafe ist weiter wegen der ersten Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 StGB gegen D._____ angemessen zu erhöhen. Der Tatbestand der Drohung 
sieht einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor.

5.5.2. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte D._____ gegenüber mit der Hand am Hals eine Geste des 
Kehledurchschneidens machte, womit das nonverbal angedrohte Übel 
unmissverständlich in der Tötung besteht. Eine solche Drohung, die das höchste 
Rechtsgut des Lebens betrifft, wiegt keinesfalls leicht. Die Vorinstanz weist indes 
zutreffend darauf hin, dass der Beschuldigte zusätzlich zur Untermauerung der 
Geste sich nicht eines (gefährlichen) Gegenstandes bediente. Der Beschuldigte ist 

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D._____ daraufhin auch nicht nähergekommen und ist ihm zuerst auch nicht gefolgt 
(vgl. StA-act. 8.6 Frage 1). Die objektive Tatschwere ist damit im Spektrum aller 
Tatvarianten als leicht und damit im untersten Viertel anzusiedeln.

5.5.3. In subjektiver Hinsicht wirkt sich die direktvorsätzliche Tatbegehung 
verschuldenserhöhend aus. Dem Vorkommnis vorausgegangen war, dass D._____ 
rund einen Monat zuvor den Beschuldigten beim E._____ zurechtwies und die 
Polizei rief, als dieser Personen jüdischen Glaubens verbal anging (StA-act. 8.6 
Frage 1). In diesem Zusammenhang ist auch die gleichzeigt mit der Geste getätigte 
Äusserung des Beschuldigte "Du von E._____, ich ficke dich" zu verstehen. Insofern 
erscheint die Drohung als Reaktion auf die Zurechtweisung. Verschuldensmindernd 
ist wiederum die mittelgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit zu 
berücksichtigen (StA-act. 15.12 S. 29 u. 38). Die subjektive Tatschwere vermag 
auch vorliegend die objektive zu relativieren.

5.5.4. Insgesamt rechtfertigt sich nach Würdigung der Tatschwere isoliert 
betrachtet eine Freiheitstrafe von zwei Monaten. In Anwendung des 
Asperationsprinzips ist die Einsatzstrafe um einen Monat zu erhöhen.

5.6. Asperation für die zweite Drohung gegen D._____

5.6.1. Die Einsatzstrafe ist weiter wegen der zweiten Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 StGB gegen D._____ angemessen zu erhöhen.

5.6.2. Was die objektive Tatschwere betrifft, schlägt sich zu Buche, dass der 
Beschuldigte die Drohung nicht nur verbal wiederholt mit den Worten "Ich steche 
dich" äusserte, sondern diese auch durch Stichbewegungen mit einer kaputten 
Weinflasche unterstrich, die er am Flaschenhals hielt und deren Flaschenkörper er 
zuvor am Boden zerbrochen hatte. Er bediente sich damit eines Gegenstandes, der 
aufgrund der scharfen Glaskanten gefährlich ist. Dabei hielt sich der Beschuldigte 
in nur fünf Metern Entfernung auf. D._____ befürchtete, dass der Beschuldigte, 
welcher hasserfüllt und entschlossen, sich an ihm zu rächen, wirkte, versuchen 
würde, ihn mit der Glasflasche zu verletzen und auch privat zu konfrontieren (StA-
act. 8.6 Fragen 4 f.). Durch seine Tätigkeit als Buschauffeur, womit er viel am 
Bahnhof und in O._____ unterwegs ist, war er bis zur Festnahme des Beschuldigten 
am 1. September 2021 rund zwei Monate dieser Situation ausgesetzt. Die objektive 
Tatschwere ist daher nicht mehr als leicht zu bezeichnen und in der unteren Hälfte 
des Strafrahmens anzusiedeln.

5.6.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere kann auf die Erwägung zur ersten 
Drohung verwiesen werden (E. 5.5.3) verwiesen werden.

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5.6.4. Isoliert betrachtet rechtfertigt sich eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. In 
Anwendung des Asperationsprinzips erhöht sich die Einsatzstrafe um drei Monate.

5.7. Asperation für die Drohung gegen F._____

5.7.1. Die Einsatzstrafe ist ferner wegen der Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 
gegen F._____ angemessen zu erhöhen.

5.7.2. In Bezug auf die objektive Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte an F._____ herantrat, ihr sagte, dass er ihr ein Messer in den Bauch 
stechen würde, und dass er seine geschlossene Faust über den Kopf hob und ihr 
androhte, sie zu schlagen. Weiter sagte er ihr, sie solle aufpassen, da er sie finden 
werde. Die Drohung gestaltet sich damit sehr konkret und beinhalten eine 
Gefährdung des Lebens. Dass sich der Beschuldigte dabei nur rund zwei Meter von 
F._____ entfernt aufhielt, lässt die Situation bedrohlicher erscheinen, was sich 
verschuldenserhöhend auswirkt. F._____, welche als Raumpflegerin am Bahnhof 
O._____ tätig ist und den Beschuldigten daher oft am Bahnhof gesehen hatte, 
arbeitete in der Folge in ständiger Angst, dass er ihr etwas antun könnte, wenn sie 
ihm das nächste Mal begegne (StA-act. 9.5 Fragen 1 u. 8, StA-act. 9.3 Frage 1). 
Hingegen ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte – anders als bei der zweiten 
Drohung gegenüber D._____ – keinen gefährlichen Gegenstand in der Hand hielt. 
Im Spektrum aller Tatvarianten ist die Tatschwere in objektiver Hinsicht als leicht 
und damit im untersten Viertel anzusiedeln.

5.7.3. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist in Erwägung zu ziehen, dass sich 
der Vorfall ereignete, nachdem F._____ den Beschuldigten darauf aufmerksam 
machte, dass Betteln im Zug nicht erlaubt sei, worauf der Beschuldigte geantwortet 
habe, dass er nicht am Betteln sei (StA-act. 9.3 Frage 1). Daraufhin sei er wütend 
geworden (StA-act. 9.5 Frage 1). Insofern fühlte sich der Beschuldigte durch die 
Zurechtweisung provoziert. Verschuldenserhöhend wirkt sich die direktvorsätzliche 
Begehung aus. Im Weiteren kommt es durch die subjektive Tatschwere aufgrund 
der mittelgradig verminderten Steuerungsfähigkeit zu einer Relativierung der 
objektiven Tatschwere.

5.7.4. Insgesamt erscheint isoliert betrachtet eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten 
als angemessen. Die Einsatzstrafe erfährt in Anwendung des Asperationsprinzips 
eine Erhöhung um einen weiteren Monat.

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5.8. Täterkomponente

5.8.1. Der Beschuldigte ist 1980 in einem kleinen Dorf in Äthiopien geboren. 
Gemäss seinen Angaben habe die Mutter die Familie verlassen, als er zwei Jahre 
alt gewesen sei, worauf er bei seinem Vater aufgewachsen sei. Dieser habe mit 
einer anderen Frau zwei gemeinsame Kinder gehabt. Der Beschuldigte beschrieb 
seinen Vater als jähzornig und schilderte, er habe die als Kind notwendige Liebe, 
Fürsorge und Zuwendung in zu geringem Ausmass erhalten, habe hungern müssen 
und nicht immer Kleider gehabt. Seine Stiefgeschwister seien ihm seitens des 
Vaters vorgezogen worden, von dem er bei der Suche nach Halt und Anlehnung nur 
Zurückweisung und Ablehnung erwidert bekommen habe. Er habe indes bei seinen 
Grosseltern im gleichen Dorf, wo er sich zwischen seinem 4. und 7. Lebensjahr 
aufgehalten habe, Halt und Trost gefunden. Die Schule habe er während zehn 
Jahren besucht und die Grundschule abgeschlossen. Die christlich-orthodoxe 
Kirchgemeinde, welcher er angehört habe, sei durch die Politik verfolgt worden. 
Sein Vater sei ein hoher äthiopischer Regierungsbeamter gewesen, weshalb es 
nach einem Regierungswechsel zu politisch bedingten Schwierigkeiten gekommen 
(StA-act. 15.1 S. 18 u. 39 f.) und er in das Nachbarland Sudan geflohen sei, als er 
elf Jahre alt gewesen sei (act. H.3 Rz. 21). Der Beschuldigte sei dann mit 18 Jahren 
seinem Vater in den Sudan gefolgt, wo er verschiedenen beruflichen Tätigkeiten 
nachgegangen sei. Im Sudan sei er kurzfristig inhaftiert worden. Über Libyen und 
Italien sei er dann im Jahr 2006 in die Schweiz eingereist (StA-act. 15.1 S. 18 u. 
39 f.; act. H.3 Rz. 21). Diese persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sind 
leicht strafmindernd zu berücksichtigen.

5.8.2. Was die Vorstrafen anbelangt, sind dem Strafregisterauszug (act. D.22) zwei 
zu entnehmen. Mit Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 3. Juni 2016 wurde der 
Beschuldigte wegen Tierquälerei, einfacher Körperverletzung und Tätlichkeiten zu 
einer ambulanten Massnahme nach Art. 63 StGB, einer Freiheitsstrafe von 
110 Tagen sowie einer Busse von CHF 150.00 verurteilt. Mit Strafbefehl vom 
8. April 2020 wurde er zudem wegen mehrfacher Beschimpfung, Tätlichkeiten und 
mehrfacher Drohung zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen und einer Busse von 
CHF 600.00 verurteilt – bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren. Der 
Beschuldigte weist damit teilweise einschlägige Vorstrafen auf, was sich 
straferhöhend auswirkt. Was die weiteren, in den psychiatrischen Gutachten 
thematisierten Vorstrafen aus den Jahren 2007 und 2009 anbelangt, dürfen diese, 
zumal sie aus dem Strafregister gelöscht wurden, nicht mehr berücksichtigt werden 
(aArt. 369 Abs. 7 StGB, welcher vorliegend als milderes Recht anwendbar ist [vgl. 
Art. 2 Abs. 2 StGB]). Zu den zwei erwähnten Vorstrafen kommt hinzu, dass der 

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Beschuldigte die vorliegend zu beurteilenden Straftaten während der mit Strafbefehl 
vom 8. April 2020 angesetzten Probezeit begangen hat, was – wie aufzuzeigen sein 
wird – zum Widerruf der bedingt ausgesprochenen Strafe führt. Zuzustimmen ist der 
Verteidigung, dass auch die Straftaten, welche zu den Vorstrafen führten sowie die 
Tatbegehung während laufender Probezeit im Lichte der Erkrankung des 
Beschuldigten zu sehen sind, lag doch bereits damals die Diagnose einer 
paranoiden Schizophrenie vor (vgl. Gutachten vom 21. August 2015, StA-act. 15.1 
S. 58). Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass daraus keine Schuldunfähigkeit, 
sondern eine mittelgradige Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit resultiert. 
Insofern sind die zwei teilweise einschlägigen Vorstrafen sowie die Tatbegehung 
während laufender Probezeit nur mässig straferhöhend zu berücksichtigen.

5.8.3. Von einem Geständnis des Beschuldigten kann vorliegend keine Rede sein, 
womit unter diesem Titel keine Strafmilderung resultiert. Soweit die Verteidigung 
argumentiert, die fehlende Einsicht und Reue des Beschuldigten seien auf die 
paranoide Schizophrenie und die Alkoholabhängigkeit zurückzuführen (act. H.1 
S. 4), kann dem nicht gefolgt werden. Das psychiatrische Gutachten attestiert dem 
Beschuldigten eine Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit und nicht der 
Einsichtsfähigkeit. So hielt es fest, für keinen der mutmasslichen Tatzeitpunkte 
zwischen Februar und August 2021 fänden sich psychopathologische Symptome, 
die zu einer Aufhebung beziehungsweise Einschränkung der Einsichtsfähigkeit oder 
der vollständigen Aufhebung der Steuerungsfähigkeit geführt hätten (vgl. StA-
act. 15.12 S. 29). Insofern war dem Beschuldigten der Unrechtsgehalt seiner Taten 
bewusst, es war ihm aber nur eingeschränkt möglich, nach dieser Einsicht zu 
handeln.

5.8.4. Nach dem Ausgeführten rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe aufgrund der 
Täterkomponente insgesamt um einen Monat zu erhöhen.

5.9. Fazit Freiheitsstrafe

Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu 
bestrafen.

5.10. Widerruf bedingte Geldstrafe

5.10.1. Mit Strafbefehl vom 8. April 2020 wurde der Beschuldigte wegen mehrfacher 
Beschimpfung, Tätlichkeiten und mehrfacher Drohung zu einer Geldstrafe von 
50 Tagessätzen – bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren – und 
einer Busse von CHF 600.00 verurteilt (act. D.22; StA-act. 2.3).

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5.10.2. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 
Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so 
widerruft das Gericht die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe. Sind 
die widerrufene und die neue Strafe gleicher Art, so bildet es in sinngemässer 
Anwendung von Art. 49 StGB eine Gesamtstrafe (Art. 46 Abs. 1 StGB).

5.10.3. Ungeachtet des drohenden Vollzugs der Geldstrafe aufgrund der 
dreijährigen Probezeit beging der Beschuldigte rund zehn Monate später bereits die 
nächste Straftat. Alle vorliegend zu beurteilenden Straftaten erfolgten während der 
laufenden Probezeit. Wie ausgeführt (vgl. E. 5.8.2), ist die erneute Delinquenz im 
Lichte der diagnostizierten paranoiden Schizophrenie und dem 
Alkoholabhängigkeitssyndrom zu beurteilen, welche zu einer leicht- bis 
mittelgradigen Verminderung der Steuerungsfähigkeit, indes nicht zu deren 
gänzlicher Aufhebung führt. Der Beschuldigte befindet sich aktuell in der Klinik 
J._____ in Therapie. Dem Therapiebericht vom 28. Februar 2025 (act. D.24 
S. 16 f.) ist zu entnehmen, dass im aktuellen eng betreuten und strukturierten 
Setting die deliktrelevante psychotische Symptomatik durch die antipsychotische 
Medikation weitgehend remittiert sei und unter den aktuellen 
Lockerungsbedingungen keine akute, vom Patienten ausgehende Fremd- oder 
Selbstgefährdung vorliege. Dies wird indes dadurch relativiert, als sich das 
Krankheitsverständnis und die Einsicht bezüglich der Notwendigkeit der 
Behandlung des Beschuldigten zwar verbessert habe, aber noch immer als 
unzureichend und instabil bezeichnet wird. Auch die Alkoholabstinenz sei primär auf 
das aktuell eng betreute und strukturierte Setting zurückzuführen. Der Umstand, 
dass vom Beschuldigten im aktuell halboffenen Vollzug in der Klinik keine akute 
Gefährdung ausgeht, vermag keine positive Legalprognose zu bewirken. 
Entscheidend ist, dass gemäss Therapiebericht zum aktuellen Zeitpunkt der 
Abbruch der Therapie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Absetzen der 
antipsychotischen Medikation und zum erneuten Konsum von Alkohol sowie zu 
einer erneuten Exazerbation, d. h. deutlichen Verschlimmerung, der 
deliktrelevanten psychotischen Symptomatik und dadurch Gefahr der erneuten 
Gewalt- und Sexualstraftaten führen würde. Angesichts dieser aktuellen 
gutachterlichen Einschätzung nach rund dreijähriger stationärer Therapie erweist 
sich die Legalprognose als ungünstig bzw. negativ (andernfalls wäre die bedingte 
Entlassung des Beschuldigten aus der Klinik zu prüfen, vgl. Art. 62 Abs. 1 StGB). 
Damit ist die bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 50 Tagessätzen gemäss 
Strafbefehl vom 8. April 2020 zu widerrufen. Zumal es sich um eine gleichartige 
Strafe, wie für die Beschimpfungen auszusprechen ist, handelt, ist in sinngemässer 
Anwendung des Asperationsprinzips eine Gesamtstrafe zu bilden. Wie ausgeführt, 

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wurde der Beschuldigte mit dem Strafbefehl vom 8. April 2020 wegen verschiedener 
Taten bestraft. Zumal dem Strafbefehl (StA-act. 2.3) nicht entnommen werden 
kann, wie sich die Strafe von 50 Tagessätzen zusammensetzt, wird von dieser als 
"Einsatzstrafe" ausgegangen.

5.11. Asperation für die Beschimpfung von D._____

5.11.1. Die "Einsatzstrafe" aus dem Widerruf der bedingten Geldstrafe gemäss 
Strafbefehl vom 8. April 2020 (StA act. 2.3) ist in Anwendung des 
Asperationsprinzips wegen der Beschimpfung von D._____ gemäss Art. 177 Abs. 1 
StGB, für welche ebenfalls eine Geldstrafe auszusprechen ist (vgl. E. 5.2.4), 
angemessen zu erhöhen.

5.11.2. Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist zu berücksichtigen, dass der 
Beschuldigte D._____ "Du von E._____, ich ficke dich" im öffentlichen Raum am 
Bahnhof O._____ zurief, während er gleichzeitig die Geste vom Halsabschneiden 
machte (vgl. E. 5.5). In subjektiver Hinsicht ist wiederum die mittelgradige 
Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit zu beachten, welche sich 
verschuldensmindernd auswirkt. Gesamthaft ist die Tatschwere als sehr leicht und 
damit am unteren Rand anzusiedeln.

5.11.3. Was die Täterkomponente anbelangt, kann auf die vorstehenden 
Erwägungen verwiesen werden (E. 5.8). Diese führt zu einer leichten 
Strafmilderung, womit isoliert betrachtet eine Geldstrafe von 10 Tagessätzen 
angemessen erscheint. Die "Einsatzstrafe" ist in Anwendung des 
Asperationsprinzips aufgrund der Beschimpfung von D._____ um fünf Tagessätze 
zu erhöhen.

5.12. Asperation für die Beschimpfung von F._____

5.12.1. Eine zweite Erhöhung erfährt die "Einsatzstrafe" wegen der Beschimpfung 
von F._____, für welche ebenfalls eine Geldstrafe auszufällen ist (vgl. E. 5.2.4).

5.12.2. In Bezug auf die objektive Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der 
Beschuldigte F._____ sowohl als "Schlampe" auch als "Idiot" bezeichnete. Diese 
verbalen Beschimpfungen erfolgten im gleichen Kontext wie die Drohung (vgl. 
E. 5.7) und damit als Reaktion auf die Zurechtweisung betreffend Betteln. Auf 
subjektiver Seite wird die Tatschwere ebenfalls durch die mittelgradige 
Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit relativiert, sodass die Tatschwere im 
Spektrum aller Tatvarianten gesamthaft ebenfalls als sehr leicht und damit am 
unteren Rand anzusiedeln ist.

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5.12.3. Nach Berücksichtigung der Täterkomponente (vgl. E. 5.8), welche zu einer 
leichten Strafmilderung führt, rechtfertigt sich isoliert betrachtet eine Geldstrafe von 
10 Tagessätzen. In Anwendung des Asperationsprinzips führt die Beschimpfung 
von F._____ zu einer Erhöhung der "Einsatzstrafe" im Umfang von 
fünf Tagessätzen.

5.13. Fazit Geldstrafe

Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
bestrafen.

5.14. Höhe Tagessatz

Die Höhe des Tagessatzes bestimmt das Gericht gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach 
den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des 
Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 
Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum. Der 
Beschuldigte befindet sich seit dem 3. Mai 2022 im Vollzug der stationären 
Massnahme in der Klinik J._____. Gemäss Therapiebericht vom 28. Februar 2025 
liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor (act. D.24 S. 16). Mangels Einkommen ist die Höhe 
des Tagessatzes auf CHF 30.00 festzusetzen.

5.15. Busse für die Übertretungen

5.15.1. Sowohl die sexuellen Belästigungen wie auch die mehrfache Übertretung 
des Personenbeförderungsgesetzes sehen als Strafe Busse vor, welche maximal 
CHF 10'000.00 betragen kann (Art. 106 Abs. 1 StGB). Aufgrund der Gleichartigkeit 
der Strafen ist in sinngemässer Anwendung des Asperationsprinzips eine 
Gesamtstrafe zu bilden. Die sexuelle Belästigung von G._____ erscheint als die 
schwerste Tat, womit dafür eine Einsatzstrafe festzulegen ist, welche wegen der 
sexuellen Belästigung von C._____ sowie der drei Übertretungen des 
Personenbeförderungsgesetzes angemessen zu erhöhen ist.

5.15.2. In Bezug auf den Anklagesachverhalt Ziffer 5 zum Nachteil von G._____ ist 
zu bemerken, dass die Vorinstanz darin eine mehrfache sexuelle Belästigung 
erblickte. Ob die verschiedenen Handlungen aufgrund des engen räumlichen und 
zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtungsweise als einheitliches 
Geschehen, welches auf demselben Willensentschluss beruhte, anzusehen wäre, 
kann offenbleiben. Der entsprechende Schuldspruch erwuchs in Rechtskraft und 
ein Eingriff in die Dispositionsfreiheit auf der Grundlage von Art. 404 Abs. 2 StPO 
kommt vorliegend nicht in Betracht, könnte doch von vornherein nicht von einer 

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qualifiziert unrichtigen Rechtsanwendung durch die Vorinstanz gesprochen werden 
(BGE 147 IV 93 E. 1.5.2 m. w. H.; Urteil des Bundesgerichts 6B_676/2022 vom 
27. Dezember 2022 E. 1.3.2.). Da zudem weder die Verteidigung (act. H.3 Rz. 25) 
noch die Staatsanwaltschaft (act. H.4 S. 9) die Methodik der Vorinstanz monieren, 
wonach die Strafzumessung insgesamt für die mehrfache Begehung vorgenommen 
wurde (vgl. act. E.1 E. 10.13.4), rechtfertigt es sich, auch ohne Korrektur des 
Schuldspruchs entsprechend vorzugehen.

5.15.3. Was die objektive Tatschwere der sexuellen Belästigungen von G._____ 
anbelangt, schlägt sich zu Buche, dass der Beschuldigte diesen für ihn völlig 
fremden jungen Mann, der auf dem Perron auf den Zug wartete, sowohl verbal und 
auch tätlich mehrfach belästigte. So sagte der Beschuldigte, welcher G._____ 
ansprach, im Laufe des Gesprächs, dass G._____ "gut im Bett" sei und er (der 
Beschuldigte) an der H._____strasse wohnen würde, was G._____ als Einladung 
für sexuelle Handlungen verstanden hat. Als G._____ das Angebot des 
Beschuldigten ablehnte und diesem mitteilte, er müsse nun auf den Zug, gab der 
Beschuldigte G._____ zur Verabschiedung die Hand, hielt diese fest und massierte 
sie. Dann streichelte der Beschuldigte den Arm von G._____, hob dessen T-Shirt 
an, berührte diesen am Bauch und fuhr mit der Hand nach oben bis zur Brust. Als 
G._____ dem Beschuldigten mitteilte, dass er nun aufhören soll, wollte der 
Beschuldigte G._____ in die Unterhose greifen. Als ihm dies nicht gelang, weil 
G._____ die Hand des Beschuldigten wegschlug, wollte der Beschuldigte durch den 
Hosenbund von G._____ greifen, um dessen Hintern zu kneten, was ihm jedoch 
ebenfalls nicht gelang. Erneut gab der Beschuldigte G._____ zur Verabschiedung 
die Hand, gab ihm einen Handkuss und schleckte mit seiner Zunge den Handrücken 
ab. Als G._____ seine Hand wegzog und diese an seiner Hose reinigte, sagte der 
Beschuldigte, dass scharfes Essen eine warme Zunge gebe, was man auch beim 
Oralverkehr spüren würde. Weiter sagte der Beschuldigte zu G._____, dass sein 
Sperma gut gegen Kopfschmerzen sei, und fragte diesen, ob er mit ihm auf die 
Toilette gehen wolle, um dort mit ihm sexuelle Handlungen durchzuführen. Als 
G._____ dies ablehnte, erklärte der Beschuldigte ihm detailliert, wie er mit ihm 
Analsex durchführen würde. In der Folge packte der Beschuldigte G._____ am Arm 
und versuchte, diesen wegzuziehen, was ihm aber nicht gelang, weil sich G._____ 
befreien konnte. Daraufhin sagte der Beschuldigte, dass er sich nicht so anstellen 
solle; es kämen viele junge Männer zu ihm, um für eine kleine Gegenleistung mit 
dem Beschuldigten sexuelle Handlungen durchzuführen. Weiter fragte er G._____, 
ob dieser Geld benötige und für wie viel Geld er "es mit ihm machen" würde. Da in 
Kürze der Zug von G._____ fuhr, verabschiedete sich dieser vom Beschuldigten 
und betrat den Zug. Der Beschuldigte folgte ihm nun in den Zug und setzte sich ihm 

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gegenüber im gleichen Viererabteil hin. Daraufhin fragte der Beschuldigte G._____, 
ob dieser für ihn sein T-Shirt hochziehen würde, was dieser jedoch vehement 
verneinte. Weiter fragte der Beschuldigte G._____ mehrfach, ob dieser mit ihm im 
Zug auf das WC gehen würde, was G._____ erneut vehement verneinte. Der 
Beschuldigte fing nun an, mit seiner Hand am rechten Bein G._____ unter der Hose 
bis zum Knie zu fahren und signalisierte G._____ eindeutig, dass er mit seiner Hand 
bis zu den Genitalien gelangen wolle. G._____ teilte dem Beschuldigten mehrfach 
mit, dass er dort nichts zu suchen habe, worauf der Beschuldigte seine Hände 
wieder zu sich nahm, aufstand und erneut fragte, ob er mit ihm nur kurz auf die 
Toilette gehen wolle; er könne ja auch einen anderen Zug nehmen. Als G._____ 
dies wiederum ablehnte, gab der Beschuldigte ihm erneut zur Verabschiedung die 
Hand, worauf sich der Beschuldigte zu G._____ hinunterbückte und mit seiner 
Zunge den Hals von G._____ abschleckte. Daraufhin gelang es G._____, den 
Beschuldigten von sich wegzustossen, worauf der Beschuldigte den Zug verliess. 
Hinsichtlich des Ausmasses des Erfolgs ist zu berücksichtigen, dass G._____ 
aussagte, aufgrund dieses Vorfalls eine Panikattacke erlitten zu haben. Er sei 
blockiert gewesen, da er schon negative Erinnerungen an Missbrauch aus seiner 
Zeit im Heim gehabt habe (StA-act. 7.4 Fragen 1 u. 7). Die Vorinstanz sprach von 
einem nicht mehr leichten Verschulden (act. E.1 E. 10.13.4). Angesichts des 
geschilderten Vorgehens und der vielen Handlungen und Äusserungen erscheint 
dies nicht angemessen, sondern kann die objektive Tatschwere im Spektrum aller 
Tatvarianten als mittel bezeichnet werden. Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere 
wirkt sich auch hier die leichtgradige Verminderung der Steuerungsfähigkeit aus, 
was zu einer leichten Relativierung der objektiven Tatschwere führt. Vor 
Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten rechtfertigt sich 
angesichts der Tatschwere eine Busse von CHF 4'000.00.

5.15.4. Die objektive Tatschwere der sexuellen Belästigung von C._____ ist 
angesichts des Anfassens der Genitalien über der Unterhose und der zwei weiteren 
Versuche sowie des Umstands, dass der Beschuldigte den damals 15-jährigen und 
damit im Schutzalter befindlichen, ihm völlig fremden Knaben gezielt anging, 
nachdem alle seine Arbeitskollegen ausgestiegen waren und er alleine war, zum 
Beschuldigten nicht weniger als 25 Jahre Altersunterschied besteht und C._____ 
danach völlig verängstigt war (StA-act. 10.5 Frage 2), nicht mehr als leicht zu 
qualifizieren. Wiederum vermag die subjektive Tatschwere die objektive aufgrund 
der leichtgradigen Verminderung der Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten leicht 
zu relativieren, womit vor Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des 
Beschuldigten isoliert betrachtet eine Busse von CHF 2'000.00 angemessen 

23 / 38

erscheint. In sinngemässer Anwendung des Asperationsprinzips ist die 
Einsatzstrafe um CHF 1'000.00 zu erhöhen.

5.15.5. Hinzu kommen die drei Übertretungen des Personenbeförderungsgesetzes. 
Der Beschuldigte fuhr ohne gültigen Fahrausweis am 12. Juli 2021 von O._____ 
nach Zürich und von Luzern via Zürich nach O._____ sowie am 13. Juli 2021 von 
Landquart Ried nach Landquart. Vor Berücksichtigung der persönlichen 
Verhältnisse des Beschuldigten rechtfertigt sich aufgrund der Streckenlänge für die 
Fahrt von O._____ nach Zürich eine Busse von CHF 100.00, für jene von Luzern 
nach O._____ CHF 150.00 und für jene von Landquart Ried nach Landquart 
CHF 50.00. In sinngemässer Anwendung des Asperationsprinzips ist die 
Einsatzstrafe um insgesamt CHF 150.00 zu erhöhen, womit eine Busse von 
gesamthaft CHF 4'650.00 resultiert.

5.15.6. Aufgrund der persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten, 
welche im Rahmen der Ausführungen zur Täterkomponente (vgl. E. 5.8) und zur 
Höhe des Tagessatzes (vgl. E. 5.14) bereits dargelegt wurden, ist die Busse auf 
pauschal CHF 3'000.00 zu reduzieren. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse (Art. 106 Abs. 2 StGB) wird auf 30 Tage festgelegt.

5.16. Vollzug

Die Anordnung der stationären Massnahme gemäss Art. 56 StGB ist in Rechtskraft 
erwachsen. Zu deren Gunsten wird der Vollzug der Freiheitsstrafe aufgeschoben 
(Art. 57 Abs. 2 StGB). Aufgrund der negativen Legalprognose (vgl. E. 5.10.3) fällt 
ein bedingter Vollzug ausser Betracht (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB).

5.17. Gesamtfazit Strafe

Insgesamt ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30.00 sowie einer Busse von 
CHF 3'000.00 bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen bei schuldhafter 
Nichtbezahlung der Busse zu bestrafen.

5.18. Anrechnung Haft

Nach Art. 51 i. V. m. Art. 110 Abs. 7 StGB ist jede in einem Strafverfahren verhängte 
Haft anzurechnen. Die Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt 245 Tagen 
ist demnach an die Freiheitsstrafe anzurechnen.

24 / 38

6. Landesverweisung

6.1. Ausgangslage und rechtliche Grundlagen

6.1.1. Die Vorinstanz sah von einer Landesverweisung ab. Die Staatsanwaltschaft 
beantragt vor dem Berufungsgericht, der Beschuldigte sei für zehn Jahre des 
Landes zu verweisen und die Landesverweisung sei im Schengener 
Informationssystem SIS auszuschreiben (act. H.4 S 16 f.). Die Verteidigung 
plädierte, wenn eine Landesverweisung angeordnet werde, solle diese auf 
höchstens drei bis vier Jahre angesetzt werden (act. H.3 Rz. 33).

6.1.2. Das Gericht verweist den Ausländer, der wegen einer der aufgeführten 
Katalogtaten verurteilt wird, unabhängig von der Höhe der Strafe nach Art. 66a 
Abs. 1 StGB für fünf bis 15 Jahre aus der Schweiz. Die obligatorische 
Landesverweisung im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB greift grundsätzlich 
unabhängig von der konkreten Tatschwere (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1, 144 IV 332 
E. 3.1.3). Auch der Versuch wird erfasst (BGE 146 IV 105 E. 3.4.1, 144 IV 168 
E. 1.4.1).

6.1.3. Gemäss Art. 66a Abs. 2 Satz 1 StGB kann das Gericht ausnahmsweise von 
einer Landesverweisung absehen, wenn diese für den Ausländer kumulativ (1.) 
einen schweren persönlichen Härtefall bewirken würde und (2.) die öffentlichen 
Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des 
Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen (Art. 66a Abs. 2 Satz 1 
StGB). Dabei ist der besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die 
in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 Satz 2 StGB). Die 
Härtefallklausel von Art. 66a Abs. 2 StGB dient der Umsetzung des 
Verhältnismässigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 149 IV 231 E. 2.1.1, 146 IV 
105 E. 3.4.2, 144 IV 332 E. 3.1.2 und 3.3.1). Sie ist restriktiv anzuwenden (BGE 146 
IV 105 E. 3.4.2, 144 IV 332 E. 3.3.1). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung lässt sich zur kriteriengeleiteten Prüfung des Härtefalls im Sinne 
von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den 
"schwerwiegenden persönlichen Härtefall" in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 
24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 
142.201) heranziehen (BGE 146 IV 105 E. 3.4.2 m. w. H., 144 IV 332 E. 3.3.2). Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der (persönlichen und wirtschaftlichen) 
Integration, zu der die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die 
Respektierung der Werte der Bundesverfassung, die Sprachkompetenzen, die 
Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung zählen (Art. 58a 
Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 

25 / 38

und über die Integration [AIG; SR 142.20]), die familiären Bindungen des 
Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat, die Aufenthaltsdauer, der 
Gesundheitszustand und die Resozialisierungschancen (BGE 144 IV 332 E. 3.3.2; 
Urteile des Bundesgerichts 6B_926/2023 vom 13. Januar 2025 E 5.4.1, 
6B_327/2024 vom 11. Dezember 2024 E. 4.2, 6B_640/2024 vom 2. Dezember 
2024 E. 2.3.2, je m. w. H.).

6.1.4. Wird ein schwerer persönlicher Härtefall bejaht, entscheidet sich die 
Sachfrage in einer Interessenabwägung nach Massgabe der "öffentlichen 
Interessen an der Landesverweisung". Nach der gesetzlichen Systematik ist die 
obligatorische Landesverweisung anzuordnen, wenn die Katalogtaten einen 
Schweregrad erreichen, bei welchem die Landesverweisung zur Wahrung der 
inneren Sicherheit als notwendig erscheint. Diese Beurteilung lässt sich 
strafrechtlich nur in der Weise vornehmen, dass massgebend auf die 
verschuldensmässige Natur und Schwere der Tatbegehung, die sich darin 
manifestierende Gefährlichkeit des Täters für die öffentliche Sicherheit und die 
Legalprognose abgestellt wird (Urteile des Bundesgericht 6B_502/2024 vom 
7. Februar 2025 E. 3.3.1, 6B_926/2023 vom 13. Januar 2025 E. 5.4.4, 
6B_640/2024 vom 2. Dezember 2024 E. 2.3.3, 6B_549/2024 vom 26. November 
2024 E. 3.4.1, je m. w. H.).

6.1.5. Die Landesverweisung kann für den Betroffenen im Hinblick auf seinen 
Gesundheitszustand oder die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland einen 
schweren persönlichen Härtefall gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB darstellen oder 
unverhältnismässig im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sein. Dem Europäischen 
Gerichtshof für Menschenrechte (fortan EGMR) zufolge müssen Elemente 
medizinischer Art im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 
EMRK Berücksichtigung finden. Macht die betroffene Person eine Krankheit oder 
ein Gebrechen geltend, gilt es das Mass der gesundheitlichen Beeinträchtigung, die 
im Heimatland verfügbaren medizinischen Leistungen und allfällige Nachteile für die 
betroffene Person zu prüfen (BGE 145 IV 455 E. 9.1). Die Rückweisung einer 
gesundheitlich beeinträchtigten Person ist grundsätzlich mit Art. 3 EMRK vereinbar 
(Urteile des Bundesgerichts 6B_889/2024 vom 12. Februar 2025 E. 1.1.2, 
6B_479/2024 vom 11. September 2024 E. 2.2.3, je m. w. H.). Der EGMR nimmt an, 
dass der Ausländer, der in den Anwendungsbereich eines Ausweisungsurteils fällt, 
grundsätzlich kein Recht auf Verbleib auf dem Gebiet eines Staates geltend machen 
kann, um weiterhin vom Beistand und den vom Ausweisungsstaat gelieferten 
ärztlichen, sozialen oder anderweitigen Diensten zu profitieren (BGE 145 IV 455 
E. 6.1). Die Rückführung in ein Land mit schlechteren Behandlungsmöglichkeiten, 

26 / 38

als sie im Konventionsstaat bestehen, begründet nur in sehr aussergewöhnlichen 
Fällen ("cas très exceptionnels") eine Verletzung besagter Norm. Ein 
aussergewöhnlicher Fall, in dem eine aufenthaltsbeendende Massnahme unter 
Verbringung einer gesundheitlich angeschlagenen Person in ihren Heimatstaat 
Art. 3 EMRK verletzt, liegt vor, wenn für diese im Fall der Rückschiebung die 
konkrete Gefahr besteht, dass sie aufgrund fehlender angemessener 
Behandlungsmöglichkeiten oder fehlenden Zugangs zu Behandlungen einer 
ernsthaften, rapiden und irreversiblen Verschlechterung des Gesundheitszustands 
ausgesetzt wird, die intensives Leiden oder eine wesentliche Verringerung der 
Lebenserwartung nach sich zieht (Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 
13. Dezember 2016 [Nr. 41738/10] § 183; BGE 146 IV 297 E. 2.2.3; zum Ganzen: 
Urteile des Bundesgerichts 6B_889/2024 vom 12. Februar 2025 E. 1.1.2, 
6B_479/2024 vom 11. September 2024 E. 2.2.3).

6.1.6. Allfällige Vollzugshindernisse spielen schon bei der strafgerichtlichen 
Anordnung der Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 2 StGB, d. h. bei der dort 
vorgesehenen Interessenabwägung, eine Rolle (BGE 147 IV 453 E. 1.4.5, 144 IV 
332 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 6B_889/2024 vom 12. Februar 2025 
E. 1.1.2, 6B_502/2024 vom 7. Februar 2024 E. 3.5.2, 6B_747/2019 vom 24. Juni 
2020 E. 2.1.2). Das Sachgericht berücksichtigt solche Hindernisse, soweit die 
massgeblichen Verhältnisse stabil und die rechtliche Durchführbarkeit der 
Landesverweisung definitiv bestimmbar sind (Urteile des Bundesgerichts 
6B_502/2024 vom 7. Februar 2025 E. 3.5.2, 6B_926/2023 vom 13. Januar 2024 
E. 5.6.2, 6B_695/2024 vom 20. November 2024 E. 5.1.5, 6B_717/2024 vom 
12. November 2024 E. 1.4.3, je m. w. H.).

6.2. Härtefallprüfung und Interessenabwägung

6.2.1. Der Beschuldigte ist äthiopischer Staatsangehöriger und hat sich in Form 
versuchter sexueller Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
i. V. m. Art. 22 Abs. 1 StGB einer Katalogtat nach Art. 66a Abs. 1 lit. h StGB schuldig 
gemacht. Zum Werdegang des Beschuldigten kann auf die Ausführungen im 
Rahmen der Täterkomponente verwiesen werden (E. 5.8). Er kam 26-jährig im Jahr 
2006 in die Schweiz. Die prägenden Kinder- und Jugendjahr verbrachte er somit in 
Äthiopien bzw. im Sudan. Er verfügt über den F-Ausweis, d. h. er wurde an sich aus 
der Schweiz weggewiesen, der Vollzug dieser Wegweisung erwies sich aber als 
unzumutbar, weshalb er jetzt den Status eines vorläufig Aufgenommenen hat (zu 
allfälligen Vollzugshindernissen vgl. E. 6.2.3). Insofern ist der Beschuldigte kein 
anerkannter Flüchtling. Die Mutter des Beschuldigten lebt nach wie vor in Äthiopien. 
Anlässlich der Berufungsverhandlung führte er aus, zu ihr nicht viel Kontakt zu 

27 / 38

haben (act. H.2 Rz. 113). Hingegen ist dem Therapiebericht vom 28. Februar 2025 
der behandelnden Klinik J._____ zu entnehmen, dass er mit seiner Familie in 
Äthiopien und im Sudan einen regelmässigen telefonischen Kontakt pflege und 
auch mit einem vermeintlichen Psychiater in Äthiopien Kontakt aufgenommen habe 
(act. D.24 S. 13). Damit kann davon ausgegangen werden, dass er sich in Äthiopien 
sozial erfolgreich reintegrieren könnte. In der Schweiz verfügt der ledige und 
kinderlose Beschuldigte über keine Familienangehörigen. Laut Therapiebericht 
besuchen ihn in der Klinik in unregelmässigen Abständen "Freunde aus O._____" 
(act. D.24 S. 13). Die Klinik spricht jedoch trotzdem von einer starken 
psychosozialen Desintegration ohne protektives soziales Netz (act. D.24 S. 16). 
Auch in sprachlicher Hinsicht kann die Integration kaum als geglückt bezeichnet 
werden. Der Beschuldigte spricht trotz knapp 20-jährigem Aufenthalt in der Schweiz 
gebrochen (und immer wieder unverständlich) Deutsch (vgl. act. H.2), sodass die 
psychotherapeutischen Einzelsitzungen aufgrund der noch immer bestehenden 
Sprachschwierigkeiten nach wie vor durch einen Dolmetscher begleitet werden 
(act. D.24 S. 14). Seine Motivation zur Teilnahme am regelmässigen 
Deutschunterricht in der Klinik ist gemäss Therapiebericht nach einem anfänglichen 
Hoch stark zurückgegangen (act. D.24 S. 13), womit auch unter Behandlung und 
damit einhergehender stabiler Remission der akuten Psychose (vgl. act. D.24 S. 14) 
keine diesbezüglichen Integrationsbemühungen erkannt werden können. 
Abgesehen von wenigen kurzen Arbeitsversuchen ging er in den rund 20 Jahren in 
der Schweiz auch keiner Arbeitstätigkeit nach. Zutreffend ist, wie die Verteidigung 
geltend macht, dass dies im Zusammenhang mit seiner bereits erwähnten 
psychischen Erkrankung in Form der paranoiden Schizophrenie und dem 
Alkoholabhängigkeitssyndrom zu sehen ist. Da gemäss Therapiebericht die 
krankheitsbedingten Einschränkungen zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
führen (act. D.24 S. 16), ist die erfolglose berufliche Integration in diesem Lichte zu 
sehen. Allerdings ändert dieser Umstand nichts daran, dass der Beschuldigte sich 
nicht auf einen Härtefall aufgrund einer beruflichen Verwurzelung berufen kann. 
Was den Gesundheitszustand des Beschuldigten anbelangt, ist die erwähnte 
diagnostizierte paranoide Schizophrenie und das Alkoholabhängigkeitssyndrom zu 
berücksichtigen. Der Beschuldigte absolvierte nicht weniger als 17 Aufenthalte in 
psychiatrischen Kliniken und wird nun seit rund drei Jahren im Rahmen des 
Vollzugs der stationären Massnahme in der Klinik J._____ psychiatrisch und 
psychopharmakologisch behandelt. Er ist auch aktuell auf zahlreiche Medikamente 
angewiesen (vgl. act. D.24 S. 14 u. 15 f.). Zudem leidet der Beschuldigte an 
Diabetes Mellitus Typ II, welcher medikamentös in Form einer Insulintherapie 
behandelt wird (act. D.24 S. 7). Aufgrund des Gesundheitszustandes ist das 

28 / 38

Vorliegen eines Härtefalls trotz fehlender weiterer Umstände, welche einen solchen 
zu indizieren vermögen, zu bejahen.

6.2.2. In Bezug auf das öffentliche Interesse an einer Wegweisung des 
Beschuldigten ist zu beachten, dass der für die Landesverweisung relevante 
Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil von B._____ 
(Anklagesachverhalt Ziffer 1.1) nicht vollendet wurde, sondern im Versuchsstadium 
blieb. Als sich die Lifttüre öffnete, liess der Beschuldigte vom Opfer ab, worauf 
dieses flüchten konnte (vgl. E. 5.3). Die Tat zum Nachteil von C._____ 
(Anklagesachverhalt Ziffer 1.2) wurde nur deshalb nicht ebenfalls als (vollendete) 
sexuelle Handlungen mit Kindern qualifiziert, weil nicht erstellt werden konnte, dass 
für den Beschuldigten erkennbar war, dass der Geschädigte unter 16 Jahre alt war 
(vgl. E. 4.4). Darüber hinaus hat sich der zweifach, teils einschlägig vorbestrafte 
Beschuldigte mit den Schuldsprüchen wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfacher Beschimpfung, 
mehrfacher sexueller Belästigung, Tierquälerei, einfacher Körperverletzung und 
Tätlichkeiten zahlreicher weiterer Taten schuldig gemacht. Aus dem Deliktverhalten 
des Beschuldigten geht hervor, dass insbesondere eine Gefahr für Kinder und 
wehrlose Personen besteht. Völlig relativieren lässt sich die Delinquenz nicht allein 
mit Hinweis auf die psychopathologische Situation des Beschuldigten, wurde ihm 
doch lediglich in Bezug auf Sexualdelikte eine leichte und in Bezug auf 
Gewaltdelikte eine mittelgradige Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit bei voller 
Einsichtsfähigkeit attestiert (StA-act. 15.12 S. 29 f. u. 38). Angesichts der 
genannten Umstände zusammen mit den Erwägungen zur negativen 
Legalprognose (E. 5.10.3) besteht nach Dafürhalten des Berufungsgerichts eine 
erhebliche Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit und damit ein 
erhebliches öffentliches Interesse an einer Landesverweisung, das den auf Seiten 
des Beschuldigten vorliegenden Härtefall aufgrund des Gesundheitszustandes 
aufzuwiegen vermag, womit die Landesverweisung auszusprechen ist.

6.2.3. In Bezug auf allfällige Vollzugshindernisse ist im vorliegenden Fall von 
besonderer Bedeutung, dass sich der Beschuldigte im Vollzug einer stationären 
Massnahme gemäss Art. 59 Abs. 1 StGB befindet. Eine Landesverweisung gilt zwar 
ab Rechtskraft des Urteils, sie wird indes vollzogen, sobald die verurteilte Person 
bedingt oder endgültig aus dem Straf- oder Massnahmenvollzug entlassen oder die 
freiheitsentziehende Massnahme aufgehoben wird, ohne dass eine Reststrafe zu 
vollziehen ist oder eine andere solche Massnahme angeordnet wird (Art. 66c Abs. 3 
StGB). Der Täter wird aus dem stationären Vollzug der Massnahme bedingt 
entlassen, sobald sein Zustand es rechtfertigt, dass ihm Gelegenheit gegeben wird, 

29 / 38

sich in der Freiheit zu bewähren (Art. 62 Abs. 1 StGB). Der mit der stationären 
Behandlung verbundene Freiheitsentzug beträgt in der Regel höchstens fünf Jahre. 
Sind die Voraussetzungen für die bedingte Entlassung nach fünf Jahren noch nicht 
gegeben und ist zu erwarten, durch die Fortführung der Massnahme lasse sich der 
Gefahr weiterer mit der psychischen Störung des Täters in Zusammenhang 
stehender Verbrechen und Vergehen begegnen, so kann das Gericht auf Antrag 
der Vollzugsbehörde die Verlängerung der Massnahme um jeweils höchstens fünf 
Jahre anordnen (Art. 59 Abs. 4 StGB). Angesichts der negativen Legalprognose 
(vgl. E. 5.10.3) steht eine bedingte Entlassung des Beschuldigten nicht zeitnah 
bevor. Dem Therapiebericht ist indes keine Prognose hinsichtlich eines möglichen 
Entlassungszeitpunkts zu entnehmen, womit dieser in ungewisser Zukunft liegt und 
für das Berufungsgericht nicht abschätzbar ist. Bis zum Vollzug einer 
Landesverweisung wird damit noch einige Zeit vergehen. Dies wirkt sich auch 
hinsichtlich des Gesundheitszustandes aus. Sowohl die Schizophrenie wie auch der 
Diabetes Mellitus Typ II sind medikamentös behandelbare Krankheiten. Die 
Auskunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe-Länderanalyse Äthiopien aus dem 
Jahr 2013, auf welche die Vorinstanz bezüglich der Verfügbarkeit von Therapien 
und Medikamenten abstellt (act. E.1 E. 13.3.5), erweist sich als fast zwölfjährig. 
Welche Therapien und Medikamente sich im Zeitpunkt eines Vollzugs der 
Landesverweisung für den Beschuldigten als notwendig erweisen werden sowie 
deren Verfügbarkeit in Äthiopien, ist beides zum aktuellen Zeitpunkt mit grossen 
Unsicherheiten verbunden. Insofern ist im Urteilszeitpunkt nicht definitiv 
bestimmbar, ob dem Beschuldigten die medizinische Behandlung in Äthiopien in 
einem Ausmass versagt bliebe, dass eine rapide und irreversible Verschlechterung 
seines Gesundheitszustands drohen würde, die intensives Leiden oder eine 
wesentliche Verringerung der Lebenserwartung nach sich ziehen würde. Damit ist 
die Durchführbarkeit der Landesverweisung im Hinblick auf die gesundheitliche 
Situation des Beschuldigten im Urteilszeitpunkt nicht definitiv bestimmbar und kann 
somit einer Landesverweisung nicht definitiv entgegenstehen. Gleiches gilt auch für 
die Zulässigkeit und Möglichkeit des Vollzugs von Rückführungen nach Äthiopien 
unabhängig vom Gesundheitszustand. Die effektive Durchführbarkeit der 
Landesverweisung wird erst später zu prüfen sein.

6.3. Dauer

Die Landesverweisung ist gemäss Art. 66a StGB für fünf bis 15 Jahre 
auszusprechen. Die Dauer der Landesverweisung hat dabei verhältnismässig zu 
sein. Angesichts des Verschuldens, welches jeweils als leicht bis mittel beurteilt 
wurde, und der ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 14 Monaten sowie der 

30 / 38

Geldstrafe von 60 Tagessätzen und der Busse von CHF 3'000.00 erweist sich die 
von der Staatsanwaltschaft beantragte Dauer von zehn Jahren als 
unverhältnismässig und erscheinen fünf Jahre als angemessen.

6.4. SIS-Ausschreibung

6.4.1. Spricht das Gericht eine Landesverweisung aus, muss es bei 
Drittstaatenangehörigen unabhängig von einem entsprechenden Antrag der 
Staatsanwaltschaft zwingend auch darüber befinden, ob die Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem (SIS) auszuschreiben ist. Eine Ausschreibung im 
SIS setzt voraus, dass die Ausschreibungsvoraussetzungen von Art. 21 und Art. 24 
SIS-II-Verordnung erfüllt sind. Danach darf eine Ausschreibung im SIS nur auf der 
Grundlage einer individuellen Bewertung unter Berücksichtigung des 
Verhältnismässigkeitsprinzips ergehen. Im Rahmen dieser Bewertung ist bei der 
Ausschreibung gestützt auf Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung zu prüfen, ob der 
Drittstaatangehörige wegen einer Straftat verurteilt worden ist, die mit 
Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist und – unabhängig davon –, 
ob von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und 
Ordnung ausgeht. An die Annahme einer solchen Gefahr sind im Rahmen von Art. 
24 Abs. 1 und 2 SIS-II-Verordnung indes keine allzu hohen Anforderungen zu 
stellen. Nicht verlangt wird, dass das "individuelle Verhalten der betroffenen Person 
eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend schwere Gefährdung darstellt, die 
ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt". Dass bei der Legalprognose eine 
konkrete Rückfallgefahr verneint und die Strafe bedingt ausgesprochen wurde, 
steht einer Ausschreibung der Landesverweisung im SIS daher nicht entgegen. 
Ebenso wenig setzt Art. 24 Abs. 2 SIS-II-Verordnung die Verurteilung zu einer 
"schweren" Straftat voraus, sondern es genügen eine oder mehrere Straftaten, die 
einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit von einer "gewissen" Schwere sind, 
unter Ausschluss von blossen Bagatelldelikten. Entscheidend ist zudem nicht das 
Strafmass, sondern in erster Linie die Art und Häufigkeit der Straftaten, die 
konkreten Tatumstände sowie das übrige Verhalten der betroffenen Person. Sind 
die Voraussetzungen von Art. 21 und Art. 24 Abs. 1 und 2 SIS-II-Verordnung erfüllt, 
besteht eine Pflicht zur Ausschreibung im SIS (vgl. BGE 147 IV 340 E. 4.3 ff., 4.8, 
4.9.).

6.4.2. Bei Äthiopien handelt sich nicht um einen Mitgliedstaat des Schengen-
Übereinkommens. Die Landesverweisung beruht auf einer Verurteilung wegen 
versuchter sexueller Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 i. V. m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB – einer Straftat, die mit einer Höchststrafe von fünf Jahren und 
damit mehr als einem Jahr bedroht ist. Auch wenn diesbezüglich eine relativ geringe 

31 / 38

Strafe von isoliert betrachtet fünf Monaten Freiheitsstrafe resultiert, weist das vom 
Beschuldigten begangene Verbrechen keinen Bagatellcharakter, sondern eine 
gewisse Schwere auf (vgl. E. 5.3). Das Vorliegen einer Gefahr für die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 24 Ziff. 2 SIS-II-Verordnung ist vorliegend 
mit Verweis auf die negative Legalprognose des zweifach vorbestraften 
Beschuldigten zu bejahen (vgl. E. 5.10.3). Die Voraussetzungen für die 
Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) 
sind damit erfüllt und diese ist anzuordnen.

7. Tätigkeitsverbot

7.1. Wird jemand wegen einer Katalogtat gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB zu einer 
Strafe verurteilt oder wird deswegen gegen ihn eine Massnahme nach den Art. 59 
bis 61, 63 oder 64 StGB angeordnet, so verbietet ihm das Gericht lebenslänglich 
jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 
regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst. 

7.2. Der Beschuldigte wird wegen Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 i. V. m. Art. 22 Abs. 1 
StGB sowie Art. 198 Abs. 1 StGB zum Nachteil eines 15-Jährigen und damit wegen 
zweier Katalogtaten gemäss Art. 67 Abs. 3 lit. b und c StGB zu einer Freiheits- und 
einer Geldstrafe verurteilt und es wurde eine Massnahme nach Art. 59 Abs. 1 StGB 
angeordnet. Damit ist grundsätzlich zwingend ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot 
auszusprechen. Umstritten und zu prüfen ist jedoch, ob es sich vorliegend um einen 
Fall handelt, in dem gestützt auf Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise von einem 
Tätigkeitsverbot abgesehen werden kann.

7.3. Gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB kann das Gericht in besonders leichten Fällen 
ausnahmsweise von der Anordnung eines absehen, wenn ein solches Verbot nicht 
notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten 
abzuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Von der Anordnung eines 
Tätigkeitsverbotes darf jedoch nicht abgesehen werden, wenn der Täter (lit. a) 
verurteilt worden ist wegen Menschenhandels (Art. 182), sexueller Nötigung 
(Art. 189 Abs. 2 u. 3), Vergewaltigung (Art. 190 Abs. 2 u. 3), Missbrauch einer 
urteilsunfähigen oder zum Widerstand unfähigen Person (Art. 191) oder Förderung 
der Prostitution (Art. 195), oder (lit. b) gemäss den international anerkannten 
Klassifikationskriterien pädophil ist. Liegt kein Ausschlussgrund gemäss lit. a oder 
b vor, ist das Absehen von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots nach Art. 67 
Abs. 3 und 4 StGB nach dem Wortlaut von Art. 67 Abs. 4bis StGB damit unter zwei 
kumulativen Voraussetzungen zulässig: Einerseits muss es sich um einen 
"besonders leichten Fall" handeln, andererseits darf das Verbot nicht notwendig 

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sein, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten, wie sie Anlass 
für das Verbot sind. Aus dem Wort "ausnahmsweise" ergibt sich, dass die 
Bestimmung restriktiv anzuwenden ist und nur bei gewissen Anlasstaten zur 
Anwendung gelangt. Das zwingende lebenslängliche Tätigkeitsverbot soll die Regel 
sein (BGE 149 IV 161 E. 2.5.1).

7.4. Die Ausnahmebestimmung soll vermeiden, dass es zu stossenden 
Verletzungen des Verhältnismässigkeitsprinzips kommt, weil das Gericht in 
besonders leichten Fällen, bei denen vom Täter keine Wiederholungsgefahr für 
einschlägige Sexualstraftaten ausgeht und die keinerlei Bezug zu Pädophilie 
aufweisen, zwingend ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot anordnen müsste 
(Botschaft vom 3. Juni 2016 zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des 
Militärstrafgesetzes, BBl 2016 6115 ff., S. 6163). Mit der Ausnahmebestimmung soll 
insbesondere auch der Intention der Initianten der "Pädophilen-Initiative" Rechnung 
getragen werden, wonach sogenannte Jugendlieben nicht von einem zwingend 
lebenslänglichen Tätigkeitsverbot erfasst werden sollen und die Volksinitiative 
auf pädophile Straftäter zielt. Die Rechtsgleichheit gebietet jedoch – so die 
Botschaft –, dass eine solche Ausnahmebestimmung nicht nur auf diese Fälle 
beschränkt wird, sondern auch bei anderen ähnlich besonders leichten Fällen, die 
keinerlei Bezug zur Pädophilie aufweisen, zur Anwendung gelangen kann, wenn die 
Voraussetzungen hierfür erfüllt sind (BBl 2016 6115 ff. S. 6161).

7.5. Beim Begriff des "besonders leichten Falls" handelt es sich um einen 
unbestimmten Rechtsbegriff. Für die Qualifikation als besonders leichter Fall ist auf 
die Gesamtheit der objektiven und subjektiven Tatumstände abzustellen. Von der 
Ausnahmebestimmung erfasst werden nur eigentliche Bagatellfälle, wobei ein 
strenger Massstab anzulegen ist. Gemäss Botschaft können als besonders leichte 
Fälle von Sexualstraftaten in objektiver Hinsicht beispielsweise sexuelle 
Belästigungen oder Exhibitionismus (wenn es im konkreten Fall beispielsweise eine 
bedingte Strafe von wenigen Tagessätzen gibt) in Betracht kommen; dies aufgrund 
ihrer geringen abstrakten Strafandrohung. Aber auch ein anderes Sexualdelikt, das 
einer höheren Strafdrohung unterliege, könne – so die Botschaft weiter – im 
konkreten Fall als besonders leichte Sexualstraftat gewertet werden (z. B. sexuelle 
Handlungen mit einem Kind, wenn es im konkreten Fall beispielsweise eine 
bedingte Strafe von wenigen Tagessätzen gibt). Dies insbesondere dann, wenn das 
Gericht unter Gesamtwürdigung der Tat- und Täterkomponenten (z. B. die Schwere 
der Verletzung, die Verwerflichkeit des Handelns, die Beziehung zwischen dem 
Täter und dem Opfer, das Vorleben und die Verhältnisse des Täters) das 
Verschulden des Täters als besonders gering einstufe und deshalb eine milde 

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Strafe ausspreche (BBl 2016 6115 ff. S. 6161; BGE 149 IV 161 E. 2.5.4). Weiter 
nennt die Botschaft Konstellationen, in denen das Gericht ausnahmsweise von der 
Anordnung eines Tätigkeitsverbots absehen kann, in denen Jugendliche bzw. junge 
Erwachsene im Grenzalter betroffen sind und / oder es sich um offensichtliche 
Bagatellfälle handelt, die keinerlei Bezug zu Pädophilie aufweisen (BBl 2016 
6115 ff. S. 6162 f.; BGE 149 IV 161 E. 2.5.6).

7.6. In Bezug auf die Sexualanamnese bzw. die sexuelle Präferenz besteht nach 
wie vor Unklarheit, zumal sich der Beschuldigte gemäss Therapiebericht vom 
28. Februar 2025 in Bezug auf die Auseinandersetzung mit den Sexualdelikten seit 
dem Eintritt in die Klinik J._____ konsequent intransparent und externalisierend 
zeigt (act. D.24 S. 9 u. 12; siehe auch StA-act. 15.12 S. 29). Dazu kommt, dass der 
Beschuldigte neben den zwei Katalogtaten auch das dritte, vorliegend zu 
beurteilende Sexualdelikt zum Nachteil des damals lediglich 21-jährigen 
Geschädigten und damit eines jungen Mannes beging, gemäss erstelltem 
Sachverhalt gegenüber diesem äusserte, er solle sich nicht so anstellen, es kämen 
viele junge Männer zu ihm (dem Beschuldigten), um für eine kleine Gegenleistung 
mit ihm sexuelle Handlungen durchzuführen (RG-act. 5 S. 7; act. E.1 E. 8.2.2), und 
er am 1. Februar 2023 grenzüberschreitendes Verhalten gegenüber einem 
wiederum jungen Mitpatienten in der Klinik zeigte (act. D.24 S. 11). Insofern 
bestehen unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der Grundvoraussetzung der 
fehlenden Pädophilie, dass überhaupt von der Anordnung eines Tätigkeitsverbots 
abgesehen werden darf. Darüber hinaus kann angesichts des Vorfalls in der 
Klinik – immerhin nach knapp einjähriger, u.a. medikamentöser Behandlung – und 
der bereits mehrfach erwähnten Legalprognose (vgl. E. 5.10.3) nicht davon 
gesprochen werden, dass vom Beschuldigten keinerlei Wiederholungsgefahr für 
einschlägige Sexualstraftaten ausgeht.

7.7 Weiter ist das Vorliegen eines besonders leichten Falles zu vereinen. Der 
Beschuldigte hat sich vorliegend zweier Anlasstaten schuldig gemacht – der 
versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern und der sexuellen Belästigung eines 
Minderjährigen (Anklagesachverhalte Ziffern 1.1 u. 1.2). Was die objektiven und 
subjektiven Tatumstände anbelangt, kann auf die Erwägungen in Bezug auf die 
rechtliche Qualifikation (E. 3.2.3 f. u. 4.5.2) und die Strafzumessung verwiesen 
werden. Das Verschulden wurde nicht als besonders gering bezeichnet (E. 5.3 u. 
5.15.3). Die konkreten Tatumstände weisen auf einen Bezug zu Pädophilie hin (vgl. 
auch E. 7.6). Von eigentlichen Bagatellfällen kann keine Rede sein – insbesondere 
nicht in Anwendung des geforderten strengen Massstabs. Eine Vergleichbarkeit mit 
den in der Botschaft und in der parlamentarischen Beratung diskutierten Fällen ist 

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ebenso nicht gegeben, handelt es sich doch vorliegend nicht um einen Fall einer 
sog. Jugendliebe und wird keine bedingte Strafe ausgesprochen, sondern eine 
Freiheitsstrafe von fünf Monaten allein für die versuchten sexuellen Handlungen mit 
Kindern.

7.8. Angesicht dieser Ausführungen würde sich die Prüfung der Notwendigkeit 
der Anordnung eines Tätigkeitsverbots, um den Beschuldigten von der Begehung 
weiterer Straftaten abzuhalten, grundsätzlich erübrigen, indes ist auch diese 
aufgrund des Ausgeführten und den Erwägungen zur Legalprognose (E. 5.10.3) 
sowie zum öffentlichen Interesse an der Landesverweisung (E. 6.2.2) zu bejahen.

7.9. Im Ergebnis ist dem Beschuldigten ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im 
Sinne von Art. 67 Abs. 3 StGB aufzuerlegen.

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen

8.1. Untersuchungsverfahren und erstinstanzliches Verfahren

Nach Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, 
wenn sie verurteilt wird. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine 
Anpassung des vorinstanzlichen Kostenentscheids. Dementsprechend gehen die 
Untersuchungskosten von CHF 32'545.85 sowie die Kosten des erstinstanzlichen 
Verfahrens von CHF 15'964.60 (Gerichtsgebühr von CHF 6'000.00, Kosten der 
amtlichen Verteidigung von CHF 9'964.60) zulasten des Beschuldigten.

8.2. Berufungsverfahren

8.2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens anteilsmässig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Für 
Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von CHF 1'500.00 bis 
CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 6 Abs. 1 VGS [BR 350.210]). Vorliegend wird die 
Gerichtsgebühr angesichts des Aufwandes auf CHF 4'000.00 festgesetzt. Dazu 
kommen die Gutachterkosten von CHF 475.00, womit sich die Kosten des 
Berufungsverfahrens auf CHF 4'475.00 belaufen.

8.2.2. Der Beschuldigte unterliegt insofern, als er hinsichtlich Anklagesachverhalt 
Ziffer 1.1 der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Art. 187 Ziff. 1 
Abs. 1 i. V. m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen wird, kein Freispruch 
betreffend Anklagesachverhalt Ziffer 1.2 erfolgt, der bedingte Vollzug der mit 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. April 2020 
ausgesprochenen Geldstrafe widerrufen, eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, eine 

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Geldstrafe von 60 Tagessätzen und eine Busse von CHF 3'000.00 sowie eine 
Landesverweisung für fünf Jahre ausgesprochen und ein lebenslängliches 
Tätigkeitsverbot angeordnet wird. Hingegen unterliegt die Staatsanwaltschaft 
hinsichtlich der Qualifikation des Anklagesachverhalts Ziffer 1.2 sowie marginal 
hinsichtlich der Strafzumessung und der Dauer der Landesverweisung. Damit 
erweist sich eine Kostenauflage an den Beschuldigten von 75 % als angemessen. 
Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'475.00 (Gerichtsgebühr von 
CHF 4'000.00, Gutachterkosten von CHF 475.00) sind daher im Umfang von 
CHF 3'356.25 dem Beschuldigten und im Umfang von CHF 1'118.75 dem Kanton 
Graubünden (Obergericht) aufzuerlegen.

8.2.3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Tobias Brändli, 
reichte anlässlich der Berufungsverhandlung eine Honorarnote in der Höhe von 
CHF 4'507.90 ein, wobei er einen zu entschädigenden Aufwand von 1.83 Stunden 
à CHF 200.00 zuzüglich einer Spesenpauschale von 3 % und 7.7 % 
Mehrwertsteuer, von 12.42 Stunden à CHF 200.00 zuzüglich einer 
Spesenpauschale von 3 % und 8.1 % Mehrwertsteuer sowie 8 Stunden à 
CHF 150.00 zuzüglich einer Spesenpauschale von 3 % und 8.1 % Mehrwertsteuer 
geltend machte (act. G.1). Für die Berufungsverhandlung inkl. Weg stellte 
Rechtsanwalt Tobias Brändli einen geschätzten Aufwand von zweieinhalb Stunden 
und für die Nachbesprechung mit dem Klienten eineinhalb Stunden in Rechnung. In 
Berücksichtigung der effektiven Dauer der Berufungsverhandlung von rund 90 
Minuten ist dieser Aufwand auf 1.5 Stunden zu kürzen. Der übrige in Rechnung 
gestellte Aufwand erscheint angemessen. Rechtsanwalt Tobias Brändli ist daher für 
das Berufungsverfahren mit CHF 4'285.20 (Honorar von CHF 366.70 zzgl. 
Spesenpauschale 3 % von CHF 11.00 und 7.7 % MWST von CHF 29.10; Honorar 
von CHF 2'283.30 zzgl. Spesenpauschale 3 % von CHF 68.50 und 8.1 % MWST 
von CHF 190.50; Honorar von CHF 1'200.00 zzgl. Spesenpauschale 3 % von 
CHF 36.00 und 8.1 % MWST von CHF 100.10) zu entschädigen. Die 
Entschädigung ist dem Beschuldigten aufzuerlegen, jedoch einstweilen aus der 
Gerichtskasse des Obergerichts zu bezahlen. Vorbehalten bleibt die 
Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 3'213.90.

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Es wird erkannt:

1. Die Berufungsverfahren SR1 24 28 und SR1 24 29 werden vereinigt.

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Plessur vom 
10. November 2023 (Proz. Nr. 515-2023-30) wie folgt in Rechtskraft 
erwachsen ist:

1. A._____ ist schuldig:

– […]

– der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und 
Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 aStGB (Anklageziffer 2)

– der mehrfachen Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB 
(Anklageziffern 3 und 4)

– der mehrfachen Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB 
(Anklageziffern 3 und 4)

– […]

– der mehrfachen Übertretung des Personenbeförderungs-
gesetzes gemäss Art. 57 Abs. 3 PBG (Anklageziffer 6)

2. […]

3. […]

4. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 
Art. 59 Abs. 1 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) 
angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck 
aufgeschoben.

5. […]

6. […]

7. Die Zivilklage von F._____ gegen A._____ wird auf den Zivilweg 
verwiesen.

8. […]

9. […]

10. [Rechtsmittel]

11. [Mitteilung]

3. A._____ ist zudem schuldig der versuchten sexuellen Handlung mit Kindern 
gemäss Art. 187 Ziff. 1 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
(Anklagesachverhalt Ziffer 1.1) und der mehrfachen sexuellen Belästigung 
gemäss Art. 198 Abs. 1 StGB (Anklagesachverhalt Ziffern 1.2 und 5).

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4.1. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 8. April 2020 ausgesprochenen Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 
CHF 30.00 wird widerrufen.

4.2. A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30.00, als Gesamtstrafe unter 
Einbezug der widerrufenen Strafe des Strafbefehls der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 8. April 2020, und einer Busse von CHF 3'000.00.

4.3. Bezahlt A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 
Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen.

4.4. Die Polizei- und Untersuchungshaft von insgesamt 245 Tagen wird an die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

5. A._____ wird für fünf Jahre aus der Schweiz verwiesen. Die 
Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem SIS 
ausgeschrieben.

6. Für A._____ wird ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne von Art. 67 
Abs. 3 StGB angeordnet.

7. Die Untersuchungskosten von CHF 32'545.85 gehen zulasten von A._____.

8.1. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 15'964.60 
(Gerichtsgebühr von CHF 6'000.00, Kosten der amtlichen Verteidigung von 
CHF 9'964.60) gehen zulasten von A._____.

8.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstinstanzliche Verfahren 
werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Regionalgerichts Plessur 
bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO.

9.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'475.00 (Gerichtsgebühr von 
CHF 4'000.00, Gutachterkosten von CHF 475.00) gehen im Umfang von 
CHF 3'356.25 zulasten von A._____ und im Umfang von CHF 1'118.75 
zulasten des Kantons Graubünden (Obergericht).

9.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren von 
CHF 4'285.20 werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Obergerichts 

38 / 38

bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht von A._____ gemäss 
Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang von CHF 3'213.90.

10. [Rechtsmittelbelehrung]

11. [Mitteilung]