# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50004a80-c8cf-50e2-9499-ae93048b2e27
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.07.2018 100 2017 328
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-328_2018-07-27.pdf

## Full Text

100.2017.328/329U
HAT/DIS/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Juli 2018   

Verwaltungsrichter Häberli
Gerichtsschreiberin Kissel

A.________ und B.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2015 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
2. November 2017; 100 17 8, 200 17 7)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
329U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________ führen als Selbständigerwerbende einen 
Landwirtschaftsbetrieb in C.________. Am 19. August 2016 veranlagte sie 
die Steuerverwaltung des Kantons Bern für das Steuerjahr 2015 auf ein 
steuerbares Einkommen von Fr. 2'430.-- bei den Kantons- und Gemeinde-
steuern sowie Fr. 9'568.-- bei der direkten Bundessteuer. Diese Veranla-
gungen wichen vorab bezüglich der Aufrechnung eines Privatanteils von 
insgesamt Fr. 3'000.-- für drei auf dem Gut gehaltene Pferde von der 
Selbstdeklaration der Steuerpflichtigen ab. Die gegen die Veranlagungen 
2015 gerichteten Einsprachen wies die Steuerverwaltung ab (Entscheide 
vom 6.12.2016).

B.

Am 4. Januar 2017 gelangten A.________ und B.________ an die 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), die Rekurs und 
Beschwerde mit Entscheiden vom 2. November 2017 abwies.

C.

In einer einzigen Rechtsschrift haben A.________ und B.________ am 
4. Dezember 2017 sowohl bezüglich der Kantons- und Gemeindesteuern 
als auch der direkten Bundessteuer 2015 Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Sie beantragen, die Entscheide der StRK seien aufzuheben und 
sie seien ohne Aufrechnung eines Privatanteils für die Haltung von Pferden 
zu veranlagen. 

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2017 hat der Abteilungspräsident die Ver-
fahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte 
Bundessteuer vereinigt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
329U, Seite 3

Die StRK und die Steuerverwaltung schliessen mit Vernehmlassung vom 
12. Dezember 2017 bzw. Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2018 je auf 
Abweisung der Beschwerde. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat 
sich nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] so-
wie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug 
der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Beschwerdeführen-
den haben am vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilge-
nommen, sind durch die angefochtenen Entscheide besonders berührt 
(Art. 79 Abs. 1 Bst. a und b VRPG) und verfügen über ein schutzwürdiges 
Interesse an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids betreffend die 
Kantons- und Gemeindesteuern 2015 (Art. 79 Abs. 1 Bst. c VRPG). Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde betreffend die Kantons- 
und Gemeindesteuern ist deshalb einzutreten. Anders verhält es sich in Be-
zug auf die direkte Bundessteuer 2015, für die die Beschwerdeführenden 
auf einen Steuerbetrag von null Franken veranlagt wurden: Mangels eines 
schutzwürdigen Interesses an der Aufhebung oder Änderung des an-
gefochtenen Entscheids ist auf die Beschwerde betreffend die direkte 
Bundessteuer nicht einzutreten. 

1.2 Da der Streitwert beider Verfahren unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die 
Behandlung der Beschwerden in die einzelrichterliche Zuständigkeit 

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(Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

1.3 Den Entscheid betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 
überprüft das Verwaltungsgericht auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a 
und b VRPG).

2.

2.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle Einkünfte aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit, wobei die geschäfts- oder berufsmässig begründeten 
Kosten abgezogen werden können (Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 
StG). Der Begriff des geschäftsmässig begründeten bzw. nicht begründe-
ten Aufwands wird im Gesetz nicht näher definiert (vgl. aber die beispiel-
hafte Aufzählung in Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 
1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Ge-
meinden [StHG; SR 642.14]), weshalb im Einzelfall unter Würdigung aller 
Umstände bestimmt werden muss, ob ein steuerlich abzugsfähiger Auf-
wand vorliegt. Wie bei der Gewinnsteuer juristischer Personen beurteilt sich 
die geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwendung anhand des (unter-
nehmerischen) Zwecks der selbständigen Erwerbstätigkeit. Eine Aufwen-
dung ist grundsätzlich dann geschäftsmässig begründet, wenn sie mit der 
Erwerbstätigkeit bzw. dem Betrieb und dem damit verfolgten Zweck der 
Gewinnerzielung in einem kausalen Zusammenhang steht (vgl. 
BGE 143 II 8 E. 3, 135 II 86 E. 3.1, 113 Ib 114 E. 2c; BGer 2C_820/2016 
vom 26.4.2017 E. 2). Nicht Voraussetzung bildet, dass eine Aufwendung 
tatsächlich erforderlich ist. Insbesondere erfolgt eine Aufrechnung als nicht 
geschäftsmässig begründete Kosten nicht schon dann, wenn die Steuer-
pflichtigen ungeschickt disponieren. Es genügt, dass eine Aufwendung in 
einem objektiven Zusammenhang zur Unternehmens- bzw. Erwerbstätig-
keit steht, wobei die blosse Möglichkeit einer Gewinnerzielung ausreicht 
(vgl. VGE 2016/122/123 vom 5.12.2017 E. 2.2; Brülisauer/Mühlemann, in 
Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
3. Aufl. 2017, Art. 58 DBG N. 182 ff.). Geschäftsmässig nicht begründet 
sind etwa Aufwendungen, die eine Aktiengesellschaft für den privaten Le-

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bensaufwand der Aktionäre erbringt (sog. Lebenshaltungskosten; 
BGE 138 IV 47 [6B_453/2011 vom 20.12.2011] nicht publ. E. 5.3; 
VGE 2016/122/123 vom 5.12.2017 E. 2.2). In ähnlicher Weise werden bei 
selbständiger Erwerbstätigkeit unter geschäfts- und berufsmässig beding-
ten Kosten nach Art. 32 Abs. 1 StG diejenigen Kosten verstanden, die nach 
wirtschaftlichem Ermessen als der Gewinnung des Einkommens förderlich 
erachtet werden können. Nicht abziehbar sind demgegenüber insbeson-
dere die Aufwendungen für den Unterhalt der steuerpflichtigen Person und 
ihrer Familie (Lebensunterhaltskosten) sowie der durch die berufliche Stel-
lung bedingte Privataufwand (Art. 39 Bst. a StG; vgl. dazu 
BGer 2C_461/2015 und 2C_462/2015 vom 12.4.2016 E. 4, 2C_485/2012 
und 2C_486/2012 vom 28.11.2012 E. 3). Aufwendungen für die Befriedi-
gung privater Bedürfnisse fehlt der erforderliche enge Konnex zum Zweck 
des Unternehmens bzw. der Erwerbstätigkeit (Reich/Züger/Betschart, in 
Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
3. Aufl. 2017, Art. 27 DBG N. 10 ff.; vgl. BGer 2C_697/2014 vom 1.5.2015, 
in StE 2015 B 72.14.2 Nr. 45 E. 3.4.4; VGE 2014/240/241 vom 15.8.2016 
E. 2.1, ferner VGE 2016/6/7 vom 7.2.2018 E. 3.1, 2014/279/280 vom 
23.5.2016 E. 2.1 [je zur Abgrenzung von selbständiger Erwerbstätigkeit ge-
genüber Liebhaberei und Hobby]).

2.2 Die Steuerbehörde trägt grundsätzlich die Beweislast für steuer-
begründende und -erhöhende Tatsachen und die steuerpflichtige Person 
für steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen (vgl. BGE 143 II 8 E. 8, 
140 II 248 E. 3.5, 138 II 57 E. 7.1, 133 II 153 E. 4.3, 121 II 257 E. 4c/aa; 
BVR 2011 S. 241 E. 4.1, 2009 S. 465 E. 3 Ingress). Da es sich bei der Auf-
rechnung eines Privatanteils um eine steuererhöhende Tatsache handelt, 
ist die Steuerbehörde beweispflichtig. 

3.

Strittig und zu prüfen ist, ob den Beschwerdeführenden beim steuerbaren 
Einkommen 2015 zu Recht ein Privatanteil für die Haltung von drei Pferden 
in der Höhe von insgesamt Fr. 3'000.-- aufgerechnet worden ist. 

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3.1 Die Vorinstanz hat die von der Steuerverwaltung vorgenommene 
Aufrechnung von Fr. 1'000.-- pro Pferd als Privatanteil geschützt. Sie hat 
erwogen, da die Pferde weder der Zucht dienten noch für Reitunterricht 
oder Therapien eingesetzt würden, sei ihr betrieblicher Nutzen für den 
Landwirtschaftsbetrieb vernachlässigbar. Auch wenn die Pferde nicht ge-
ritten würden, stelle immerhin die Freude an der Haltung von Pferden einen 
privaten Nutzen dar. Das Abweichen der Steuerverwaltung von dem in der 
«Zusatz-Wegleitung 2015» für die Land- und Forstwirtschaft vorgesehenen 
Privatanteil von Fr. 3'000.-- pro Pferd (vgl. Anhang 4, Tabelle 5, «Privat-
anteil Pferde», einsehbar unter: <http://www.fin.be.ch>, Rubriken «Steuern/
Ratgeber/Publikationen/Wegleitungen»; nachfolgend: Wegleitung) erschei-
ne bei diesen Gegebenheiten nicht als offensichtlich unrichtig (angefoch-
tener Entscheid E. 6). – Die Beschwerdeführenden wenden ein, der Nutzen 
der Pferde bestehe zum einen darin, in schwer zugänglichem Gelände die 
Wiesen abzuweiden. Zum andern würden die Tiere später zur Fleisch-
gewinnung geschlachtet. Damit sei ein betrieblicher Nutzen der Pferde ge-
geben (Beschwerde S. 5 f.). Weiter hätte die StRK gegen die unberechtigte 
Ermessenseinschätzung des privaten Nutzens der Pferde einschreiten 
müssen (Beschwerde S. 8). 

3.2 Mangels eines substantiellen Ertrags aus der Pferdehaltung hat die 
Vorinstanz deren geschäftsmässige Begründetheit nachdrücklich in Frage 
gestellt. Indes erscheint die von den Beschwerdeführenden geltend ge-
machte betriebliche Nutzung der drei Pferde auf dem Bauernhof nicht un-
plausibel: Offenbar haben sie zusammen mit dem Bauerngut eines der 
Tiere vom Vater des Beschwerdeführers übernommen und es decken las-
sen, um Beiträge der Armee zu erhalten. Seitdem diese Beiträge nicht 
mehr fliessen, nutzen sie die drei Stuten zur Pflege von schwer zugängli-
chen Wiesen, die von den Kühen nicht abgeweidet wurden. Später sollen 
die Tiere geschlachtet und ihr Fleisch verwertet werden. Die Pferde sind 
deshalb unstreitig als Nutztiere und nicht als Heimtiere in der Tierdaten-
bank eingetragen. Hinzu kommt, dass den Beschwerdeführenden für die 
gehaltenen Pferde Direktzahlungen ausgerichtete werden (Verfügung des 
Amts für Landwirtschaft und Natur vom 21.11.2016 betreffend das Jahr 
2016 [act. 3A pag. 46]; Art. 72 Abs. 1 der Verordnung über die Direkt-
zahlungen an die Landwirtschaft [Direktzahlungsverordnung, DZV; 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
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SR 910.13]; vgl. auch angefochtener Entscheid E. 6.1.1). Damit gelingt es 
den Beschwerdeführenden, einen hinreichenden objektiven Zusammen-
hang zwischen den drei Pferden und dem von ihnen geführten Landwirt-
schaftsbetrieb bzw. der mit diesem angestrebten Gewinnerzielung darzu-
tun. Zu Recht hat die StRK mithin der Pferdehaltung die geschäftsmässige 
Begründetheit letztlich nicht (gänzlich) abgesprochen.

3.3 Zu klären bleibt damit die Frage, ob die drei Pferde nicht nur dem 
Landwirtschaftsbetrieb der Beschwerdeführenden dienen, sondern von 
diesen auch privat genutzt werden bzw. ob die Vorinstanz den 
Beschwerdeführenden zu Recht einen Privatanteil aufgerechnet hat. 

3.3.1 Wie gesehen geht die StRK nicht von einer konkreten privaten Nut-
zung der Tiere aus, sieht aber einen hinreichenden Privatnutzen in der 
Freude der Beschwerdeführenden an der Pferdehaltung. Den hiefür aufge-
rechneten Privatanteil von insgesamt Fr. 3'000.-- erachtet sie mit Blick auf 
den Verzicht auf die Nutzung als Reittiere als nicht offensichtlich unrichtig, 
sodass diese «Ermessenseinschätzung» der Steuerverwaltung nicht zu 
korrigieren sei (angefochtener Entscheid E. 6.3). Dabei übersieht die StRK, 
dass die Aufrechnung eines Privatanteils keine (partielle) Ermessenstaxa-
tion darstellt; bezüglich der privaten Nutzung von Geschäftsvermögen sind 
primär Sachverhalts- und Rechtsfragen zu beantworten, wobei allenfalls 
der Umfang der Aufrechnung zu schätzen ist (Peter Locher, Kommentar 
zum DBG, III. Teil, 2015, Art. 130 N. 14). Hier enthält indes die Wegleitung 
klare Vorgaben, indem sie bei privat genutzten Pferden die Berücksichti-
gung eines Privataufwands von Fr. 3'000.-- pro Pferd vorschreibt (bzw. gar 
Fr. 5'500.--, falls sämtliche Kosten dem Betrieb belastet werden). Wie es 
sich damit verhält, braucht jedoch nicht weiter erörtert zu werden, zeigen 
doch die folgenden Erwägungen, dass die Voraussetzungen für die Auf-
rechnung eines Privatanteils hier ohnehin nicht erfüllt sind.

3.3.2 Einerseits haben die Beschwerdeführenden die geschäftsmässige 
Begründetheit der Pferdehaltung plausibel aufgezeigt (vorne E. 3.2) und 
andererseits ist keine private Nutzung der Pferde durch die Beschwerde-
führenden erstellt. Vielmehr ist letztlich unbestritten, dass die Tiere nicht 
geritten werden und die Beschwerdeführenden über gar kein «Reitzeug» 
verfügen (angefochtener Entscheid E. 6.3; Beschwerde S. 6; Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
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antwort vom 8.1.2018). Entgegen den Erwägungen der Vorinstanz stellt die 
blosse «Freude an der Haltung von Pferden», die von den Beschwerdefüh-
renden zudem bestritten wird (Beschwerde S. 7), keine steuerbare private 
Nutzung dar. Ungeachtet der andern Auffassung der Steuerverwaltung (Be-
schwerdeantwort vom 8.1.2018) genügt für die Aufrechnung eines Privat-
anteils ebenso wenig eine bloss abstrakte Möglichkeit, die Pferde in einer 
nicht näher definierten Art und Weise privat zu nutzen; eine entsprechende 
Nutzung wäre denn auch noch bei vielen andern Teilen des Geschäfts-
vermögens denkbar. Schliesslich mögen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit 
eines Bestandteils des Geschäftsvermögens zwar ein Indiz für einen pri-
vaten Anlass zu dessen Anschaffung bilden. Vor dem Hintergrund der 
unternehmerischen Gestaltungsfreiheit (vgl. dazu VGE 2013/128/129 vom 
5.12.2014 E. 4.2 f.) reicht ein entsprechendes Indiz für sich allein jedoch 
nicht aus, einen Privatanteil für eine (undefinierte) private Nutzung aufzu-
rechnen. Selbst unternehmerisch fragwürdige Entscheide sind solange ge-
schäftsmässig begründet, als sie einen hinreichenden Zusammenhang zum 
Zweck der selbständigen Erwerbstätigkeit aufweisen (vorne E. 2.1); fehlt es 
aber an einem solchen, kann sich die Aufrechnung nicht bloss auf einen 
Privatanteil beschränken, zumal sämtliche Kosten für den betreffenden 
Vermögensgegenstand nicht geschäftsmässig begründet sind. 

3.4 Da es sich bei der privaten Nutzung von Geschäftsvermögen um 
eine steuererhöhende Tatsache handelt, sind die Steuerbehörden beweis-
pflichtig (vorne E. 2.2). Nach dem Gesagten ist keine private Nutzung der 
drei Pferde durch die Beschwerdeführenden dargetan, weshalb die streitige 
Aufrechnung eines Privatanteils gegen Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 
StG verstösst. Mithin ist die Beschwerde betreffend die Kantons- und Ge-
meindesteuer gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben. 
Die Sache ist zur Neuveranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 
2015 ohne Aufrechnung eines Privatanteils für die Haltung von Pferden an 
die Steuerverwaltung zurückzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
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4.

4.1 Die Beschwerdeführenden obsiegen mit ihrer Beschwerde betref-
fend die Kantons- und Gemeindesteuern. Das Nichteintreten auf die Be-
schwerde betreffend die direkte Bundessteuer ist hingegen als Unterliegen 
zu werten. Bei diesem Ausgang der Verfahren sind die Beschwerdeführen-
den insgesamt als zu zwei Dritteln obsiegend zu betrachten. Sie haben so-
mit einen Drittel der Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu 
tragen. Die übrigen Verfahrenskosten sind nicht zu erheben (Art. 151 StG 
i.V.m. Art. 108 Abs. 1 und 2 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 
DBG). Im Umfang ihres Obsiegens haben die Beschwerdeführenden An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten; die kantonale Steuerverwaltung hat 
ihnen davon zwei Drittel zu ersetzen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 
und Art. 104 Abs. 1 VRPG). Die Kostennote ihres Rechtsvertreters vom 
19. Juli 2018 gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.

4.2 Die Kosten der Verfahren vor der StRK sind entsprechend dem 
Ausgang der verwaltungsgerichtlichen Verfahren neu zu verlegen. Die Be-
schwerdeführenden sind zu zwei Dritteln obsiegend zu betrachten, sodass 
ihnen die Verfahrenskosten im Umfang von einem Drittel aufzuerlegen 
sind; die übrigen Kosten sind nicht zu erheben (Art. 102 VRPG i.V.m. 
Art. 200 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Da die Beschwerdeführenden 
im Verfahren vor der StRK nicht anwaltlich vertreten waren, besteht kein 
Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 200 Abs. 4 
StG; Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfah-
rensgesetz, VwVG; SR 172.021]). 

5.

Rückweisungsentscheide gelten nach der Regelung des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) in der Regel als Zwischenentscheide, die nur unter den (zu-
sätzlichen) Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG mit dem in der 
Hauptsache offenstehenden Rechtsmittel selbständig angefochten werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
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können. Hier dient die Rückweisung an die Steuerverwaltung bloss der 
rechnerischen Umsetzung der Anordnungen des Verwaltungsgerichts, wes-
halb trotz Rückweisung auch in Bezug auf die Kantons- und Gemeinde-
steuern ein Endentscheid im Sinn von Art. 90 BGG vorliegen dürfte (vgl. 
BGE 140 V 321 E. 3.2, 134 II 124 E. 1.3).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2015 
wird gutgeheissen und der Entscheid der Steuerrekurskommission des 
Kantons Bern vom 2. November 2017 aufgehoben. Die Sache wird zur 
Neuveranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 2015 im Sinn der 
Erwägungen an die Steuerverwaltung des Kantons Bern zurückgewie-
sen. 

2. Auf die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2015 wird nicht 
eingetreten. 

3. a) Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 1'500.--, werden den Be-
schwerdeführenden zu einem Drittel, ausmachend Fr. 500.--, auf-
erlegt. Die verbleibenden Kosten werden nicht erhoben.

b) Der Kanton Bern (Steuerverwaltung) hat den Beschwerdeführenden 
die Parteikosten für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, be-
stimmt auf insgesamt Fr. 2'773.35 (inkl. Auslagen und MWSt), zu 
zwei Dritteln, ausmachend Fr. 1'848.90 (inkl. Auslagen und MWSt), 
zu ersetzen.

4. a) Die Kosten der Verfahren vor der Steuerrekurskommission, be-
stimmt auf insgesamt Fr. 900.--, werden den Beschwerdeführenden 
zu einem Drittel, ausmachend Fr. 300.--, auferlegt. Die verbleiben-
den Kosten werden nicht erhoben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.07.2018, Nrn. 100.2017.328/
329U, Seite 11

b) Parteientschädigung ist keine zu sprechen.

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern 
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
- der Eidgenössischen Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden.