# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e716fb6-0269-5d37-aece-80db6dc07ce8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 02.04.2014 ZK2 2013 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2013-9_2014-04-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 02. April 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 13 9 22. April 2014

Urteil 
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Michael Dürst
Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Berufung

der X . _ _ _ _ _ S A , Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte, vertre-
ten durch avvocato lic. iur. Patrick Untersee, Corso Pestalozzi 21b, 6901 Lugano, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 16. Oktober 2012, mitgeteilt am 25. Ja-
nuar 2013, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ S A , Berufungsbeklagte und Anschlussberu-
fungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, Quaderstrasse 
5, 7001 Chur, gegen die Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbeklagte,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 25

I. Sachverhalt

A. Am 21. August 2009 schlossen die X._____SA (Verkäuferin) und die 
Y._____SA (Käuferin) einen Kaufvertrag über die neu zu bildende Parzelle Nr. 
_____ in O.1_____ zu einem Preis von insgesamt Fr. 3‘000‘000.-- ab. Darin ver-
pflichtete sich die Y._____SA zur Leistung einer Anzahlung in Höhe von Fr. 
300‘000.--. Demgegenüber würde die X._____SA die Löschung der auf der Ge-
samtparzelle lastenden Pfandrechte sowie die Auflösung des Stockwerkeigentums 
veranlassen, um die Eintragung der Teilung der bisherigen Parzelle in die Teilstü-
cke Nr. _____ und Nr. _____ ins Grundbuch zu ermöglichen. Im Wortlaut verein-
barten die Parteien was folgt:

„2.4 Sulle singole PPP _____ e _____ grava attualmente un pegno 
immobiliare. La società X._____SA si impegna a liberare dal pegno la 
superficie del fondo, oggetto della presente compravendita, al più tardi 
con la contestuale iscrizione a registro fondiario della presente 
compravendita.

3. Prezzo di acquisto
La parte venditrice cede e vende la particella N° _____ alla parte 
acquirente, che acquista, per il prezzo complessivo di CHF 
3‘000‘000.00 (tre milioni di franchi svizzeri).

Il prezzo della compravendita va soluto come segue:

CHF 300‘000.00 entro 3 (tre) giorni dalla stipula del presente 
contratto di compravendita per titolo di acconto.

CHF 2‘700‘000.00 per titolo di saldo al più tardi entro il 31 ottobre 
2009, contestualmente con l’iscrizione a registro 
fondiario del trapasso della proprietà.“

Die Käuferin leistete am 25. August 2009 die vereinbarte Anzahlung im Betrag von 
Fr. 300‘000.--. Gemäss den vertraglichen Abmachungen hätte per 31. Oktober 
2009 sowohl die Bezahlung des restlichen Kaufpreises sowie der Grundbuchein-
trag erfolgen sollen. In der Folge kam es jedoch im Zusammenhang mit der Lö-
schung der Pfandrechte zu Verzögerungen, woraufhin die Frist zur Erfüllung des 
Vertrags mehrfach, letztmals bis zum 12. Januar 2010, 12.00 Uhr, verlängert wur-
de. Als der Vertrag auch nicht innert dieser von der Y._____SA angesetzten Frist 
vollzogen wurde, trat diese vom Vertrag zurück und forderte von der X._____SA 
die Rückerstattung der Anzahlung sowie die Zahlung von Schadenersatz.

B. Mit Vermittlungsbegehren vom 16. März 2010 gelangte die Y._____SA an 
das Vermittleramt des Kreises Oberengadin. Gemäss Leitschein vom 29. Juni 
2010 stellten die Parteien anlässlich der Sühneverhandlung vom 28. Mai 2010 die 
folgenden Begehren:

Seite  3 — 25

„Klägerisches Rechtsbegehren:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 300‘000.-- nebst Zins 
5% seit 1. November 2009 zu bezahlen.

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Schadenersatz in Höhe 
von CHF 100‘000.00, bzw. nach Ermessen des Gerichts nebst Zins 5% 
seit 12. April 2010 zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6% MwSt.) zulas-
ten der Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren

1. Die Klage sei abzuweisen.

Widerklage:
2. Die Klägerin und Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Beklagten und 

Widerklägerin CHF 2.7 Mio. zu bezahlen, nebst Zins 5% seit 12. Januar 
2010.

3. Darüber hinaus sei die Klägerin und Widerbeklagte zu verpflichten, der 
Beklagten und Widerklägerin CHF 100‘000.00 als Schadenersatz zu 
bezahlen, nebst Zins 5% seit 28. Mai 2010.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin 
und Widerbeklagten.“

C. Nachdem die Parteien anlässlich der Sühneverhandlung keine Einigung 
erzielen konnten, prosequierte die Y._____SA den Leitschein mit Eingabe vom 5. 
August 2010 an das Bezirksgericht Maloja. Dabei hielt sie an den von ihr anläss-
lich der Sühneverhandlung gestellten Rechtsbegehren fest. Mit Prozessantwort 
und Widerklage vom 19. Oktober 2010 hielt auch die X._____SA an ihren bisheri-
gen Rechtsbegehren, jedoch in italienischer Sprache formuliert, fest. In ihrer Wi-
derklageantwort vom 5. Januar 2011 beantragte die Y._____SA die kostenfällige 
Abweisung der Widerklage. 

D. Nach Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung erkannte das Be-
zirksgericht Maloja mit Urteil vom 16. Oktober 2012, mitgeteilt am 25. Januar 
2013, wie folgt: 

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, 
der Klägerin den Betrag von CHF 300‘000.-- zuzüglich Zins von 0.5% 
für die Zeit vom 25. August 2009 bis 12. Januar 2010 und von 5% ab 
13. Januar 2010 zu bezahlen.

2. Die Widerklage wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens von CHF 20‘000.--, bestehend aus einer 
Gerichtsgebühr von CHF 14‘000.--, Schreibgebühren von CHF 1‘000.-- 
und von einem reduzierten Streitwertzuschlag von CHF 5‘000.--, sowie 
die vermittleramtlichen Kosten von CHF 300.-- werden zu einem Vier-
tel der Klägerin und zu drei Vierteln der Beklagten auferlegt. 

Seite  4 — 25

4. Die Beklagte hat die Klägerin mit CHF 26‘703.-- ausseramtlich zu ent-
schädigen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil liess die X._____SA am 27. Februar 2013 Berufung an 
das Kantonsgericht von Graubünden erklären, wobei sie das folgende Rechtsbe-
gehren stellte:

„Con il presente appello viene contestato il dispositivo di cui alla sentenza 
del 16.10.2012, segnatamente i punti 1., 2., 3. e 4., con richiesta a che sia 
deciso

1. L’appello è accolto. Di conseguenza la sentenza impugnata è 
annullata e riformata come segue:

1.1 L’azione promossa da Y._____SA è integralmente respinta.

1.2 L’attrice e convenuta riconvenzionale è condannata a pagare alla 
convenuta e attrice riconvenzionale l’importo di CHF 2.7 mio., 
oltre interessi del 5% dal 12 gennaio 2010, posto come la 
convenuta e attrice riconvenzionale trasferirà in seguito la 
proprietà del mapp. nuovo _____ O.1_____ come da contratto di 
compravendita.

1.3 Le spese di procedura di CHF 20‘000.-- sono poste 
integralmente a carico di Y._____SA.

1.4 Y._____SA è condannata a pagare a X._____SA l’importo di 
CHF 40‘000.00 a titolo di ripetibili.

2. Protestate tasse, spese e ripetibili in secondo grado.“

F. Am 12. April 2013 liess die Y._____SA beim Kantonsgericht von Graubün-
den ein Gesuch um Erlass vorsorglicher (superprovisorischer) Massnahmen 
(Grundbuchsperre) einreichen, welches jedoch mit Verfügung vom 15. April 2013 
beziehungsweise vom 14. Juni 2013 (ERZ 13 117) abgewiesen wurde. 

G. In ihrer Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 18. April 2013 liess 
die Y._____SA die folgenden Anträge stellen:

„1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Anschlussberufung:

a) Es sei Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Maloja insoweit auf-
zuheben und abzuändern, als der Klägerin der Verzugszins von 
5% auf CHF 300‘000.00 mit Wirkung ab 1. November 2009 (an-
statt wie im Urteil ab 12. Januar 2010) zuzusprechen ist.

b) Es sei der Klägerin der von ihr bei der Vorinstanz geltend gemach-
te Schadenersatz dem Grundsatz nach und in der Höhe von 
CHF 72‘078.10 oder nach richterlichem Ermessen nebst Zins zu 
5% seit 12. April 2010 zuzusprechen.

Seite  5 — 25

c) Es seien die Ziffern 3 und 4 des Urteils des Bezirksgerichts Maloja 
aufzuheben und der Beklagten die gesamten Gerichtskosten auf-
zuerlegen und sie sei zu verpflichten, der Klägerin die gesamten 
vorinstanzlichen Parteikosten von CHF 53‘406.00 zu entschädi-
gen.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWSt.) 
zulasten der Berufungsklägerin.“

H. Mit Anschlussberufungsantwort vom 22. Mai 2013 liess die X._____SA die 
kostenfällige Abweisung der Anschlussberufung der Y._____SA beantragen. 

I. Mit Schreiben vom 27. Mai 2013 teilte der Vorsitzende der II. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass weder ein weiterer 
Schriftenwechsel noch eine mündliche Verhandlung vorgesehen sei.

Auf die Begründung der Anträge sowie auf die Ausführungen im angefochtenen 
Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 16. Oktober 2012 
wurde den Parteien am 25. Januar 2013, somit nach Inkrafttreten der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. Januar 2011, mitgeteilt. Damit ist 
im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren, welches sich noch nach der alten 
bündnerischen Zivilprozessordnung richtete (Art. 404 Abs. 1 ZPO), auf das 
Rechtsmittelverfahren die Schweizerische Zivilprozessordnung anwendbar 
(Art. 405 Abs. 1 ZPO).

2. Beim angefochtenen Urteil, welches eine vermögensrechtliche Angelegen-
heit mit einem Streitwert über Fr. 10‘000.-- zum Gegenstand hat, handelt es sich 
um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten wer-
den kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
von Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Gemäss Art. 311 
ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 30 Ta-
gen seit Zustellung des begründeten Entscheids beziehungsweise seit der 
nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet ein-
zureichen. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 16. Oktober 
2012 wurde den Parteien am 28. Januar 2013 zugestellt. Die Berufung der 
X._____SA erfolgte mit Eingabe vom 27. Februar 2013 und somit fristgerecht. Da 

Seite  6 — 25

die Rechtsschrift zudem den übrigen Formerfordernissen entspricht, ist auf sie 
einzutreten.

3. Die Berufungsklägerin reichte ihre Eingabe in italienischer Sprache ein. Es 
ist somit vorweg die massgebliche Gerichtssprache festzulegen. Diese bestimmt 
sich nach dem Sprachengesetz des Kantons Graubünden (SpG; BR 492.100). 
Das Sprachengesetz sieht vor, dass für die kantonalen Gerichte, wie auch im Be-
reiche der Amtssprachen, von der Gleichwertigkeit der Landessprachen ausge-
gangen wird. Die Gleichberechtigung gilt grundsätzlich für sämtliche Verfahrens-
schritte. Die Parteien sind also bei der Wahl der Amtssprache für ihre Eingaben 
und Voten vor dem Kantonsgericht frei. Allerdings legt der Gerichtsvorsitzende im 
Interesse der Klarheit des Verfahrens zu Prozessbeginn die Verfahrenssprache 
fest (Art. 7 Abs. 1 SpG). In erstinstanzlichen Zivilverfahren gilt der Grundsatz, dass 
die Hauptverhandlung in der Amtssprache geführt wird, welche die beklagte Partei 
spricht. Rechtsmittelverfahren werden in der Regel in der kantonalen Amtssprache 
geführt, in welcher der angefochtene Entscheid verfasst ist (Art. 8 SpG; vgl. dazu 
Botschaft vom 16. Mai 2006, S. 89). Im vorliegenden Fall ist das angefochtene 
Urteil vom 16. Oktober 2012 in deutscher Sprache ausgefertigt worden. Demzu-
folge gelangt auch auf das vorliegende Berufungsverfahren die deutsche Sprache 
zur Anwendung.

4. Die Berufungsbeklagte macht zunächst geltend, die Berufungsklägerin stel-
le bei der Berufungsinstanz in Bezug auf ihre Widerklage andere Anträge als bei 
der Vorinstanz, was im Lichte von Art. 317 Abs. 2 ZPO einer (teilweise) unzulässi-
gen Klageänderung entspreche. Die Berufungsklägerin habe in ihrer Widerklage 
bei der Vorinstanz nur die Zusprechung von 2.7 Mio. nebst Zins zu 5% seit 12. Ja-
nuar 2010 gefordert. Demgegenüber würden in der Berufung die Rechtsbegehren 
um ein Vielfaches erweitert (Ziff. 1.2), was gegen Art. 317 Abs. 2 ZPO verstosse 
und somit unzulässig sei und von der Berufungsbeklagten nicht genehmigt werde. 
Mit dem erweiterten Antrag in Ziff. 1.2 versuche die Berufungsklägerin nur, ihre 
unzureichenden Rechtsbegehren bei der ersten Instanz zu korrigieren. Damals 
habe sie nur die Zahlung der 2.7 Mio. gefordert, ohne der Berufungsbeklagten die 
Liegenschaft Parzelle Nr. _____ anzubieten. Für die Gutheissung dieses bei der 
ersten Instanz gestellten Begehrens habe somit überhaupt kein Raum bestanden. 

a) Als Klageänderung gilt die inhaltliche Änderung der Klage nach Eintritt der 
Rechtshängigkeit. Grundsätzlich werden der Gegenstand der Klage und die 
Rechtsbegehren mit dem Eintritt der Rechtshängigkeit fixiert. Der klagenden Partei 

Seite  7 — 25

soll es anschliessend grundsätzlich nicht mehr möglich sein, ihre Ansprüche ab-
zuändern, andernfalls die Gefahr einer Prozessverschleppung droht. Zudem muss 
die beklagte Partei Klarheit über die gegen sie im Prozess erhobenen Ansprüche 
haben, ansonsten sie sich nicht sachgerecht verteidigen kann (Laurent Killias in: 
Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N. 1 
zu Art. 227). Eine Klageänderung liegt vor, wenn neue Vorbringen der Klagepartei 
in den Prozess einbezogen werden, aufgrund derer die Klage nicht mehr mit der 
ursprünglich eingereichten identisch ist. Klageidentität gilt dabei als gegeben, 
wenn das Rechtsbegehren sowie der Sachverhalt und die „rechtlichen Umstände“, 
aus denen die geltend gemachten Ansprüche abgeleitet werden, identisch sind 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013, E. 4.3.2). Die 
Klageänderung ist somit abzugrenzen von anderen Änderungen beziehungsweise 
Ergänzungen der Klage, welche nicht den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 2 
respektive Art. 227 ZPO unterliegen. Keine Klageänderung liegt beispielsweise 
vor, wenn das Rechtsbegehren nachträglich bloss verdeutlicht wird (Laurent Killias 
in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, a.a.O., N. 13 
zu Art. 227). 

b) Vor der Vorinstanz stellte die X._____SA im Rahmen ihrer Widerklage den 
Antrag, es sei die Y._____SA zu verpflichten, den Betrag von 2.7 Mio. Franken 
zuzüglich 5% Zins seit dem 12. Januar 2010 zu bezahlen (act. I/3). In den Erwä-
gungen führte sie des Weiteren aus, dass der abgeschlossene Kaufvertrag gültig 
sei und die Parteien daran gebunden seien (vgl. S. 25 Ziff. 4). Abschliessend hielt 
sie fest:

„X._____SA chiede pertanto l’esecuzione del contratto, ovvero il 
pagamento del saldo del prezzo di CHF 2‘700‘000.-- posto come non 
appena sarà avvenuto il versamento in suo favore o il deposito del denaro 
presso il notaio rogante, questi provvederà, secondo le istruzioni già 
ricevute, a notificare a Registro fondiario le istanze necessarie all’iscrizione 
del contratto ed al trapasso di proprietà (comprese l’istanza di mutazione, 
di scioglimento della PPP, di estensione del pegno, di svincolo del fondo 
dal pegno immobiliare, ecc.) a favore dell’acquirente del fondo 
compravenduto.“

Damit steht fest, dass die X._____SA bereits im vorinstanzlichen Verfahren um 
Vollstreckung des Vertrags ersuchte, was gleichzeitig beinhaltete, dass sie sich, 
im Gegenzug zur Überweisung des Kaufpreises durch die Käuferin, verpflichtete, 
die Eintragung ins Grundbuch und damit die Eigentumsübertragung am Kaufobjekt 
zu veranlassen. In ihrer Berufungsschrift vom 27. Februar 2013 (act. A.1) über-
nahm sie die vorstehend zitierte Ausführung in gekürzter Form ins Rechtsbegeh-
ren, indem sie in Ziff. 1.2 das Folgende beantragte:

Seite  8 — 25

„L’attrice e convenuta riconvenzionale è condannata a pagare alla 
convenuta e attrice riconvenzionale l’importo di CHF 2.7 mio., oltre interessi 
del 5% dal 12 gennaio 2010, posto come la convenuta e attrice 
riconvenzionale trasferirà in seguito la proprietà del mapp. nuovo _____ 
O.1_____ come da contratto di compravendita.“

Dieses Rechtsbegehren geht somit nicht über die vor der Vorinstanz vorgebrachte 
Widerklage hinaus. Es handelt sich vielmehr um eine Präzisierung des Rechtsbe-
gehrens ohne inhaltliche Änderung des bisherigen Antrags. Kommt hinzu, dass 
die strittige „Ergänzung“ nicht zu Lasten der Berufungsbeklagten geht, sondern 
vielmehr in einer Verpflichtung der Berufungsklägerin selbst zur Erbringung einer 
Leistung besteht. Auch aufgrund dessen kann nicht von einer Klageänderung im 
Sinne von Art. 317 Abs. 2 ZPO ausgegangen werden. Die Anträge der Berufungs-
klägerin sind demzufolge als zulässig zu qualifizieren. 

5. Das Bezirksgericht Maloja gelangte nach Würdigung der Akten zum Ergeb-
nis, dass die Parteien für die Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistungen 
einen Verfalltag vereinbart hatten. Der Vertrag sei somit in der Zeit vom 21. Au-
gust 2009 bis spätestens 31. Oktober 2009 erfüllbar und auch fällig gewesen. Des 
Weiteren ergebe sich aus dem Vertrag, dass die Y._____SA den Restkaufpreis 
von 2.7 Mio. Franken unmittelbar im Anschluss an die Eintragung der Eigentums-
übertragung in das Grundbuch zu leisten gehabt habe. Diese Operation habe je-
doch die Löschung der auf die ursprünglichen Parzellen eingetragenen Pfandbe-
lastung und die Auflösung des darauf lastenden Stockwerkeigentums vor-
ausgesetzt. Daher sei die X._____SA vorleistungspflichtig gewesen. Sie habe je-
doch ihre fällige Leistung nicht innert der vertraglich vereinbarten Frist erbracht, 
weshalb sie sich ab 31. Oktober 2009 in Verzug befunden habe. Sie habe ihre 
Leistung sodann ein erstes Mal per 6. November 2009 und ein zweites Mal per 
14. Dezember 2009 in Aussicht gestellt, jedoch beide Termine verstreichen las-
sen. Deshalb habe die Y._____SA bei der Ansetzung der Nachfrist davon ausge-
hen dürfen, dass die Verkäuferin im Grossen und Ganzen die Leistungsvorberei-
tungen termingerecht getroffen habe. Die Nachfrist sei daher nicht als zu kurz zu 
qualifizieren. Den am 31. Oktober 2009 eingetretenen Verzug habe die 
X._____SA zudem nicht durch Vornahme oder durch richtiges Anbieten der Leis-
tung beendet. Die Y._____SA habe somit unmittelbar nach Ablauf der Nachfrist 
den Rücktritt vom Vertrag mit sofortiger Wirkung erklären können. Sie habe dem-
zufolge Anspruch auf Rückzahlung der bereits geleisteten Voranzahlung des 
Kaufpreises in Höhe von Fr. 300‘000.-- zuzüglich Zinsen. Dagegen wendet die 
Berufungsklägerin ein, der Erfüllungstermin sei mit Einverständnis der Käuferin 
verschoben worden, weshalb sie sich bis zum 8. Januar 2010 nicht in Verzug be-

Seite  9 — 25

funden habe. Die Parteien hätten eine Vertragserfüllung Zug-um-Zug vereinbart, 
weshalb entgegen den Ausführungen der Vorinstanz keine Vorleistungspflicht der 
X._____SA angenommen werden könne. Vielmehr wäre die Käuferin - nachdem 
die X._____SA ihre Leistungen termingerecht angeboten hatte - verpflichtet gewe-
sen, den Kaufpreis bis zum 12. Januar 2010 an den Notar zu überweisen, damit 
dieser die Eintragung der Eigentumsübertragung in das Grundbuch hätte vorneh-
men können. Die Käuferin sei dieser Verpflichtung jedoch nicht nachgekommen, 
weshalb sie sich vertragswidrig verhalten habe und daher auch nicht vom Vertrag 
habe zurücktreten können. Im vorliegenden Berufungsverfahren gilt es somit zu 
prüfen, welche Modalitäten die Parteien bezüglich der Vertragserfüllung rechtsgül-
tig vereinbart hatten und inwiefern diese von beiden Seiten eingehalten worden 
waren.

6. Die Berufungsklägerin führt zunächst aus, es werde nicht bestritten, dass 
es sich beim vereinbarten Erfüllungstermin vom 31. Oktober 2009 um einen Ver-
falltag gehandelt habe. Unzutreffend sei jedoch die Schlussfolgerung der Vorin-
stanz, wonach die Parteien keine weiteren Abmachungen bezüglich der Verschie-
bung des Erfüllungstermins getroffen hätten. Die Käuferin sei über die Schwierig-
keiten im Zusammenhang mit der Löschung des Pfandrechts informiert gewesen 
und habe sich mit einer Verschiebung des Erfüllungstermins einverstanden erklärt. 
Dies ergebe sich insbesondere aus den Schreiben von avv. A._____ vom 29. Ok-
tober 2009 (KB 10 und 11), vom 6. November 2009 (KB 12) und vom 27. Novem-
ber 2009 (KB 14). In letzterem habe er der Berufungsklägerin zudem mitteilen las-
sen, das Geschäft möglichst schnell abschliessen zu wollen. Dies könne nicht als 
Mahnung im Sinne von Art. 102 Abs. 2 OR qualifiziert werden. Demzufolge habe 
sich die Berufungsklägerin vor dem 8. Januar 2010 auch nicht in Verzug befun-
den. Entsprechend diesem Einwand der Berufungsklägerin gilt es in einem ersten 
Schritt zu prüfen, ob neben den Bestimmungen im Kaufvertrag vom 21. August 
2009 weitere Vereinbarungen getroffen wurden, welche für beide Parteien ver-
bindlich waren.

a) Kaufverträge, die ein Grundstück zum Gegenstand haben, bedürfen 
gemäss Art. 216 Abs. 1 OR zu ihrer Gültigkeit der öffentlichen Beurkundung. Nach 
Art. 12 OR ist für die Abänderung eines Vertrags, für den die schriftliche Form 
vorgeschrieben ist, ebenfalls Schriftlichkeit erforderlich, mit Ausnahme von ergän-
zenden Nebenbestimmungen, die mit der Urkunde nicht im Widerspruch stehen. 
Diese Regel ist nach Lehre und Rechtsprechung analog auch anzuwenden auf 
Rechtsgeschäfte, für die das Gesetz eine andere als die Schriftform, namentlich 

Seite  10 — 25

die öffentliche Beurkundung, vorschreibt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
4A_49/2008 vom 9. April 2008, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 95 II 419 E. 2b 
S. 423). Unter Abänderung ist die Modifizierung bestehender Vertragsbestimmun-
gen oder deren Ergänzung zu verstehen. Davon abzugrenzen ist die Aufnahme 
von Nebenbestimmungen, die schon beim ursprünglichen Vertragsabschluss 
formfrei möglich gewesen wären. Ebenfalls keiner besonderen Form bedürfen 
auch Vertragsänderungen, die zwar mit der ursprünglichen Urkunde im Wider-
spruch stehen, aber nur objektiv und subjektiv unwesentliche Punkte betreffen 
(Ingeborg Schwenzer, Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Auflage, Basel 
2011, N. 4 f. zu Art. 12). 

b) Im vorliegenden Fall wurde im öffentlich beurkundeten Kaufvertrag vom 
21. August 2009 (KB 1) festgehalten, dass nach erfolgter Anzahlung von 
Fr. 300'000.-- der restliche Kaufpreis von Fr. 2‘700‘000.-- bis spätestens am 
31. Oktober 2009, gleichzeitig mit der Eintragung der Eigentumsübertragung in 
das Grundbuch, zu überweisen war. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat 
und auch von der Berufungsklägerin nicht bestritten wird, handelt es sich dabei um 
eine Verfalltagabrede und damit um eine Klausel über die Fälligkeit des Kaufprei-
ses. Diese unterliegt gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung ebenfalls 
dem Beurkundungszwang, da es sich um eine Abrede handelt, welche die Leis-
tungspflicht wesentlich präzisiert. Mit der Abmachung von Zahlungsterminen wird 
der Kaufpreis näher bestimmt. Je früher eine Zahlung zu erfolgen hat, desto län-
ger kann sie der Verkäufer nutzbringend verwenden. Die gleiche Wirkung hat auch 
die Vereinbarung einer Anzahlung oder von Zinsen für eine spätere Zahlung. Sol-
che Nebenabreden sind daher in die öffentliche Urkunde aufzunehmen. Konse-
quenterweise unterliegt auch die Abrede der Leistung des Kaufpreises an einen 
Dritten als Präzisierung der Preiszahlungspflicht dem Beurkundungszwang (vgl. 
Hans Giger, Berner Kommentar Band VI/2/1/3, Bern 1997, N. 266 und 268 zu 
Art. 216; Christoph Leuenberger in: Alfred Koller [Hrsg.], Der Grundstückkauf, 
2. Auflage, Bern 2001, N. 111). Unterlag somit schon die Verfalltagabrede beim 
ursprünglichen Vertragsabschluss der Beurkundungspflicht, bedurfte es auch für 
deren Abänderung gemäss Art. 12 OR einer öffentlichen Beurkundung. Eine sol-
che ist im vorliegenden Fall nachweislich nicht erfolgt. Eine nachträgliche Ver-
schiebung des Verfalltages, wie sie die Berufungsklägerin geltend macht, würde 
somit den Formvorschriften nicht genügen. 

c) Die Berufungsbeklagte bestreitet, dass sich die Parteien einvernehmlich auf 
eine Verschiebung des Termins für den Austausch der Leistungen geeinigt hätten. 

Seite  11 — 25

Dementsprechend unterliess sie es auch, die Einrede des Formmangels einer 
nachträglichen Vereinbarung vorzubringen. Es stellt sich daher die Frage, ob ein 
Formmangel von Amtes wegen zu berücksichtigen ist. In ständiger Rechtspre-
chung versteht das Bundesgericht unter Formungültigkeit absolute Nichtigkeit, die 
vom Gericht von Amtes wegen zu berücksichtigen ist, und auf die sich auch am 
Vertrag nicht beteiligte Dritte berufen können (vgl. zum Ganzen Schwenzer, 
a.a.O., N. 17 zu Art. 11). Zwar wird diese Rechtsprechung von einem Teil der Leh-
re kritisiert, jedoch hält das Bundesgericht auch in jüngsten Entscheiden, insbe-
sondere mit Bezug auf Mängel in der Beurkundung von Grundstückkaufverträgen 
weiterhin daran fest (vgl. beispielsweise BGE 137 III 243 E. 4.4.6). Gerade bei 
Rechtsgeschäften, welche die Grundlage für einen Registereintrag bilden, dürfte 
die Formungültigkeit somit auch weiterhin von Amtes wegen zu berücksichtigen 
sein (vgl. hierzu auch Kut in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Obliga-
tionenrecht Allgemeine Bestimmungen, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, N. 21 
zu Art. 11 OR). 

d) Unabhängig davon, ob die im Schriftenwechsel zwischen den Parteien be-
züglich des Erfüllungstermins gemachten Äusserungen überhaupt als einvernehm-
liche Verschiebung des vertraglich festgelegten Verfalltages zu qualifizieren 
wären, wären diese aufgrund der fehlenden Beurkundung formungültig und damit 
nichtig. Dies hat zur Folge, dass einzig das ursprünglich formwirksam Vereinbarte 
für die Parteien bindend war. Dies bedeutet, dass der Vertrag - wie die Vorinstanz 
zutreffend ausführte - in der Zeit vom 21. August 2009 (Vertragsabschluss) bis 
spätestens 31. Oktober 2009 (Verfalltag) zu erfüllen war. Da es sich dabei um eine 
Verfalltagabrede handelt, bedurfte es gestützt auf Art. 102 Abs. 2 OR keiner zu-
sätzlichen Mahnung durch die Y._____SA, um die Berufungsklägerin in Verzug zu 
setzen. Es ist mit anderen Worten der Auffassung der Vorinstanz zu folgen, wo-
nach sich die X._____SA ab dem 1. November 2009 in Verzug befand.

7. Die Berufungsklägerin rügt des Weiteren die Schlussfolgerung der Vor-
instanz, wonach die X._____SA mit der Erfüllung ihrer vertraglichen Leistungen 
vorleistungspflichtig gewesen sei. Vielmehr sei auf Art. 184 OR abzustellen, wo-
nach Verkäufer und Käufer verpflichtet seien, ihre Leistungen gleichzeitig zu er-
bringen. Die Leistungspflicht der Verkäuferin umfasse dabei nur die Verschaffung 
des Eigentums am Kaufgegenstand. Somit habe die Löschung des Pfandrechts 
nicht eigenständig und vorgängig von der Käuferin verlangt werden können. Diese 
Pflicht wie auch die Löschung des Stockwerkeigentums hätten einzig die Funktion 
gehabt, die vertragsgemässe Eintragung des Eigentums ins Grundbuch zu ermög-

Seite  12 — 25

lichen. Die Parteien hätten vereinbart, dass dies spätestens mit der gleichzeitigen 
Grundbuchanmeldung erfolgen müsse. Daraus ergebe sich, dass die Kaufpreis-
zahlung und die Grundbuchanmeldung einschliesslich der Löschung des Pfand-
rechts gleichzeitig, somit Zug um Zug, zu erbringen gewesen seien, wobei keine 
Partei vorleistungspflichtig gewesen sei. 

a) Im und durch den Kaufvertrag, der ein Grundstück zum Gegenstand hat, 
verpflichtet sich der Verkäufer, dem Käufer das Grundstück (den Kaufgegenstand) 
zu übergeben und ihm das Eigentum daran zu verschaffen, und verpflichtet sich 
der Käufer, dem Verkäufer den Preis zu bezahlen (Art. 184 Abs. 1 OR). Vertrags-
erfüllung heisst mithin für den Verkäufer: Übergabe des Grundstücks und Eigen-
tumsverschaffung an demselben; für den Käufer: Zahlung des Kaufpreises. Der 
Verkäufer kommt seiner Eigentumsverschaffungspflicht dadurch nach, dass er die 
Eintragung im Grundbuch veranlasst. Er erfüllt über den Weg des Grundbuchs. 
Dabei hat der Verkäufer das Grundstück vor der Grundbuchanmeldung von den 
Rechten Dritter zu befreien, wenn dies im Kaufvertrag vereinbart worden ist. Der 
Verkäufer hat dem Käufer mit anderen Worten unbelastetes Eigentum zu ver-
schaffen. Er erfüllt nur gehörig, wenn er den berechtigten Dritten durch Kündigung, 
Abfindung, Berichtigung des Grundbuchs und andere Massnahmen zur Aufgabe 
seines Rechts zwingt. Sind im Zeitpunkt der Einschreibung im Tagebuch mehr 
Lasten im Grundbuch eingetragen, als der Käufer gemäss Kaufvertrag zu über-
nehmen hat, kann der Kaufvertrag beziehungsweise der Käufer als neuer Grun-
deigentümer nicht im Grundbuch eingetragen werden. Das Grundbuchamt hat die 
Anmeldung des Kaufvertrags in diesen Fällen abzuweisen. Ein besonderes Pro-
blem stellt sich dann, wenn eine Leistungspflicht in mehreren Teilschritten zu erfül-
len ist, wie dies etwa für die Erfüllung des Grundstückkaufs von Seiten des Ver-
käufers zutrifft. Es stellt sich in einem solchen Fall die Frage, ob die Gegenleistung 
erst Zug um Zug mit der letzten Erfüllungshandlung zu erbringen oder ob sie auf 
die einzelnen Erfüllungshandlungen „aufzuteilen“ ist. Grundsätzlich gilt Ersteres, 
wobei Rechtsmissbrauchsfälle vorbehalten sind (vgl. zum Ganzen Koller in: Basler 
Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Auflage, Basel 2011, N. 62 und 90 zu Art. 184; 
Giger, a.a.O., N. 88 zu Art. 184 mit Hinweis auf Larenz, Lehrbuch des Schuld-
rechts, Band II/1, 13. Auflage, München 1986, S. 25; Bernhard Schnyder in: Alfred 
Koller [Hrsg.], Der Grundstückkauf, 2. Auflage, Bern 2001, § 4 N. 6 ff.). 

b) Die Vorinstanz führte in diesem Zusammenhang aus, dass die Y._____SA 
den Restkaufpreis unmittelbar im Anschluss an die Eintragung der Eigentums-
übertragung in das Grundbuch zu leisten gehabt habe. Diese Operation habe je-

Seite  13 — 25

doch die Löschung der auf die Stockwerkeinheiten S_____ und S_____ eingetra-
genen Pfandbelastung und die Auflösung des auf besagter Parzelle lastenden 
Stockwerkeigentums vorausgesetzt. Damit sei die X._____SA vorleistungspflichtig 
gewesen. Dies trifft nicht zu. Im vorliegenden Fall bestand die vertragliche Ver-
pflichtung der Berufungsklägerin darin, der Y._____SA das unbelastete Grunds-
tück an der Parzelle Nr. _____ zu übertragen. Wie dem Kaufvertrag vom 21. Au-
gust 2009 zu entnehmen ist, hielten die Parteien fest, dass die Löschung der auf 
der bisherigen Parzelle eingetragenen Lasten (Pfandrecht, Stockwerkeigentum) 
spätestens mit der Eintragung ins Grundbuch vollzogen sein müsse (Ziff. 2.4 des 
Vertrags). Des Weiteren vereinbarten die Parteien, dass der Besitzesantritt gleich-
zeitig mit dem Eigentumserwerb (Eintragung im Grundbuch) erfolge (Ziff. 5.4 des 
Vertrags). Damit bedurfte es zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen sei-
tens der Verkäuferin zwar verschiedener Teilschritte, diese mussten jedoch 
spätestens mit der Anmeldung ins Grundbuch durchgeführt worden sein. Wie sich 
aus Art. 47 der Grundbuchverordnung (GBV; SR 211.432.1) ergibt, ist die Anmel-
dung mehrerer Grundstückgeschäfte in einem einzigen Zug möglich (vgl. auch Urs 
Fasel, Grundbuchverordnung, Basel 2013, N. 7 ff. zu Art. 47). Für die Löschung 
der Pfandbelastung und des Stockwerkeigentums auf der ursprünglichen Parzelle 
war somit keine separate Anmeldung erforderlich. Entsprechend bestand für diese 
Teilschritte, auch keine Vorleistungspflicht. Eine solche war weder von den Partei-
en vereinbart, noch ergibt sie sich aus dem Gesetz. Vielmehr war die Berufungs-
klägerin - der vorstehend zitierten Lehre folgend - lediglich verpflichtet, zum ver-
einbarten Termin die lastenfreie Übertragung des Eigentums als letzte Erfüllungs-
handlung angeboten oder erfüllt haben, damit die Käuferin ihre Gegenleistung, 
nämlich die Bezahlung des Kaufpreises, Zug um Zug erbringen konnte. Insofern 
ist den Ausführungen der Berufungsklägerin unter Ziff. 4 ihrer Berufungsschrift 
zuzustimmen. 

c) Aus dem Umstand, dass keine Vorleistungspflicht der Verkäuferin bestand 
und die vertraglich zugesicherten Leistungen Zug um Zug zu erfüllen waren, leitet 
die Berufungsklägerin ab, dass die Käuferin den Kaufpreis gleichzeitig mit der 
Grundbuchanmeldung zu leisten hatte. Um dies zu ermöglichen, hätten die Partei-
en die Zahlungsmodalitäten nachträglich angepasst. So sei die Käuferin angewie-
sen worden, den Kaufpreis nicht direkt an die X._____SA, sondern an den Notar 
zu leisten. Dieser sei beauftragt worden, mit der Grundbuchanmeldung zuzuwar-
ten, bis die Zahlung der Käuferschaft eingegangen sei. Dabei handle es sich um 
eine übliche Vorgehensweise bei Grundstückkäufen, zumal die Grundbuchanmel-
dung nicht mehr zurückgezogen werden könne. Zwar trifft es zu, dass die Parteien 

Seite  14 — 25

nach Abschluss des Kaufvertrags vereinbarten, es sei der Kaufpreis nicht unmit-
telbar an die Verkäuferin, sondern an den Notar zu überweisen. Wie jedoch be-
reits ausgeführt wurde, untersteht auch die Abrede der Leistung des Kaufpreises 
an einen Dritten als Präzisierung der Preiszahlungspflicht dem Beurkundungs-
zwang. Insoweit ist die Anweisung an den Notar, mit der Grundbuchanmeldung 
zuzuwarten, bis die Kaufpreiszahlung eingegangen ist, für die Parteien nicht ver-
bindlich. Insbesondere konnten damit die vertraglichen respektive vorliegend die 
subsidiär geltenden gesetzlichen Bestimmungen betreffend die Fälligkeit der 
Kaufpreisforderung nicht abgeändert werden. Vielmehr galt nach wie vor, dass die 
Leistungen Zug um Zug zu erbringen waren. Dies bedeutet, dass mangels anders-
lautender vertraglicher Abmachung der Kaufpreis mit dem Übergang des Kaufge-
genstandes in den Besitz des Käufers fällig wird (Art. 213 Abs. 1 OR). Dabei ist 
wiederum zu beachten, dass dadurch gemäss einhelliger Lehre und Rechtspre-
chung - entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Berufungsbeklagten - 
keine Vorleistungspflicht des Verkäufers begründet wird. Es wird einzig festgehal-
ten, dass der Verkäufer den Kaufpreis erst verlangen darf, nachdem er erfüllt oder 
die Erfüllung angeboten hat (vgl. Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 
a.a.O., N. 1 zu Art. 213; Giger, Berner Kommentar Band VI/2/1/3, a.a.O., N. 4 zu 
Art. 213). Es bleibt somit in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die X._____SA 
innerhalb der angesetzten Nachfrist ihre Leistungspflicht gehörig erfüllt hat und 
dadurch die Fälligkeit der Kaufpreiszahlung eingetreten ist. 

8. Entgegen den Ausführungen der X._____SA befand sich diese, da es sich 
bei der vertraglichen Terminvereinbarung um eine Verfalltagabrede handelte, ab 
dem 1. November 2009 in Verzug. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, war 
die Y._____SA daher gestützt auf Art. 107 Abs. 1 OR berechtigt, ihr eine ange-
messene Nachfrist zur Erfüllung anzusetzen. Die Berufungsklägerin macht in die-
sem Zusammenhang geltend, die angesetzte Nachfrist sei im konkreten Fall zu 
kurz gewesen, was sie auch unmittelbar gerügt habe. 

a) Eine Nachfrist im Sinne von Art. 107 Abs. 1 OR muss angemessen sein. 
Der durch diesen Rechtsbegriff gewährte Beurteilungsspielraum ermöglicht eine 
der konkreten Vertragslage entsprechende Terminierung. Auf der einen Seite soll 
der Schuldner eine realisierbare, wenn auch auf das vertretbare Minimum redu-
zierte Gelegenheit zur Nacherfüllung erhalten, auf der anderen Seite vor einem 
überraschenden Leistungsverzicht des Gläubigers bewahrt werden. Bei der Wür-
digung der Angemessenheit fallen sowohl Bedeutung als auch Art und Umfang 
der versprochenen Leistung in Betracht. Als Richtschnur lässt sich festhalten, 

Seite  15 — 25

dass sich die Nachfrist umgekehrt proportional zum Interesse des Gläubigers am 
Erhalten der Leistung, aber proportional zum Leistungsaufwand des Schuldners 
verhält (Wolfgang Wiegand in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, a.a.O., N. 9 
zu Art. 107). 

b) Im Kaufvertrag vom 21. August 2009 wurde die Erfüllung des Vertrags bis 
31. Oktober 2009 festgelegt. Die Parteien hatten somit rund zwei Monate Zeit, um 
die geschuldeten Leistungen zu erbringen. Auf Seiten der X._____SA traten so-
dann im Zusammenhang mit der Löschung des Pfandrechts Probleme auf, welche 
eine termingerechte Erfüllung des Vertrags verunmöglichten. Da es sich bei dem 
vereinbarten Termin - wie bereits ausgeführt wurde und von den Parteien nicht 
bestritten wird - um einen Verfalltag handelte, war gemäss Art. 102 Abs. 2 OR kei-
ne zusätzliche Mahnung durch die Y._____SA erforderlich, um die Berufungsklä-
gerin in Verzug zu setzen. Mit Einverständnis der Y._____SA wurde der Vollzug 
des Vertrags sodann zunächst auf den 6. November 2009, später auf den 14. De-
zember 2009 hinausgeschoben, was aufgrund des bereits eingetretenen Verzugs 
der Ansetzung zweier Nachfristen gleichkam. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 
es nicht die Käuferin war, welche die Termine vorgab, sondern die Berufungsklä-
gerin selbst die Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten bis zu jenem Zeitpunkt in 
Aussicht stellte (vgl. KB 11, 15 und 16). Bereits aus diesem Grund kann ausge-
schlossen werden, dass die von der Käuferin gewährte dritte Nachfrist von fast 
einem weiteren Monat bis zum 12. Januar 2010 zu kurz bemessen gewesen war. 
Insgesamt wurde ihr mehr als doppelt soviel Zeit eingeräumt, als ursprünglich im 
Kaufvertrag vereinbart worden war. Kommt hinzu, dass die Berufungsklägerin eine 
Frist bis zum 13. Januar 2010, somit die Gewährung eines weiteren Tages, als 
angemessen erachtet hätte (vgl. Ziff. 7.5 der Berufungsschrift). Bei einer Nachfrist 
von insgesamt rund zweieinhalb Monaten kann die Erstreckung um einen weiteren 
Tag unter den konkreten Umständen keinen Einfluss auf die Beurteilung der An-
gemessenheit der Nachfrist haben. Daher ist der Auffassung der Vorinstanz zu 
folgen und die von der Y._____SA angesetzte Nachfrist als nicht zu kurz zu quali-
fizieren. 

9. Was die Erfüllung ihrer Leistungspflicht angeht, führt die Berufungsklägerin 
aus, am 12. Januar 2010 um 12.00 Uhr seien alle notwendigen Dokumente für die 
Grundbuchanmeldung bereit gewesen. Somit habe sie sämtliche vertraglichen 
Verpflichtungen erfüllt und könne sich somit nicht mehr in Verzug befunden haben. 
Überdies habe der Umstand, dass sich ab diesem Zeitpunkt die Käuferin in Ver-
zug befunden habe, den Verzug der X._____SA beendet. Nachfolgend ist zu prü-

Seite  16 — 25

fen, ob die Berufungsklägerin mit dem Bereitstellen der Dokumente ihrer Leis-
tungspflicht rechtsgenüglich nachgekommen ist und dadurch die Fälligkeit der 
Kaufpreisforderung ausgelöst und die Y._____SA damit in Verzug gesetzt hat. 

a) Gemäss Art. 213 Abs. 1 OR wird der Kaufpreis, sofern kein anderer Zeit-
punkt bestimmt ist, mit dem Übergang des Kaufgegenstandes in den Besitz des 
Käufers fällig. Die Einräumung der sachherrschaftlichen Gewalt verlangt dabei 
keine Mitwirkungshandlung des Käufers. Der Verkäufer hat mit anderen Worten 
erfüllt, sobald die Ausübung des Besitzes durch ihn nicht mehr gehindert werden 
kann, sondern allein vom Willen des Käufers abhängt. Vorliegend fällt - infolge 
einer entsprechenden Parteivereinbarung (vgl. Ziff. 5.4 des Vertrags) - der Besit-
zes- mit dem Eigentumsübergang zusammen. Zum Erwerb des Grundeigentums 
bedarf es gemäss Art. 656 Abs. 1 ZGB der Eintragung in das Grundbuch. Die Ein-
tragungen erfolgen aufgrund einer schriftlichen Erklärung des Eigentümers des 
Grundstücks, auf das sich die Verfügung bezieht (Art. 963 Abs. 1 ZGB). Die 
Grundbuchanmeldung hat dabei nicht bloss die Bedeutung eines formellen An-
trags an den Grundbuchverwalter, die Änderung einer Eintragung vorzunehmen. 
Sie stellt vielmehr die materielle Verfügung über das Eigentum dar (vgl. BGE 137 
III 293 E. 5.3 S. 302). Die Grundbuchanmeldung gilt demnach als Willenserklärung 
des Eigentümers, die den Grundbuchverwalter zur Vornahme der im Grundbuch 
erforderlichen Änderung veranlasst, wobei mit der Eintragung im Hauptbuch 
schliesslich der Eigentumswechsel herbeigeführt wird. Mit der Anmeldung hat der 
Veräusserer seinen auf die Übertragung des Eigentums abzielenden Geschäfts-
willen bekundet und damit all das vorgekehrt, was es seinerseits zur Erfüllung sei-
ner Leistungsverpflichtung aus dem Grundgeschäft bedarf. Der weitere Verlauf 
des Eintragungsverfahrens, welches mit der Einschreibung im Tagebuch beginnt 
und mit der Eintragung im Hauptbuch zum Abschluss gelangt, bleibt seinem Ein-
fluss entzogen. Bereits mit der Einschreibung im Tagebuch hat der Veräusserer im 
Hinblick auf die Erfüllung seiner Leistungsverpflichtung seine Rechtsstellung als 
Eigentümer aufgegeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_155/2012 vom 29. Mai 
2012, E. 3.1 und 3.2 mit weiteren Hinweisen). 

b) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Grundbuchanmeldung bei 
Ablauf der von der Käuferin angesetzten Nachfrist nicht erfolgt war. Die Beru-
fungsklägerin erachtet jedoch ihre mündliche Erklärung, zur Grundbuchanmeldung 
bereit zu sein, als rechtsgenügliches Leistungsangebot. Zwar trifft es zu, dass es 
gemäss Lehre und Rechtsprechung zu Art. 213 Abs. 1 OR genügt, wenn der Ver-
käufer seine Leistung ordnungsgemäss anbietet (vgl. Koller in: Basler Kommentar, 

Seite  17 — 25

Obligationenrecht I, a.a.O., N. 1 zu Art. 213). Das bloss wörtliche Leistungsange-
bot, die sogenannte Verbaloblation, ist jedoch nur in Ausnahmefällen, nämlich bei 
der Holschuld, wenn der Gläubiger eine erforderliche Vorbereitungshandlung un-
terlassen hat oder wenn ein bloss mündliches Angebot den Interessen des Gläu-
bigers entspricht, genügend. Nicht ausreichend ist die Verbaloblation bei der Erfül-
lung Zug um Zug, weil der Gläubiger dabei auf das tatsächliche Vorhandensein 
der Leistung zu vertrauen hätte (Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Ob-
ligationenrecht Allgemeine Bestimmungen, a.a.O., N. 12 zu Art. 91). Damit steht 
fest, dass im konkreten Fall die X._____SA ihrer vertraglichen Leistungspflicht mit 
dem Bereitstellen der für die Grundbuchanmeldung erforderlichen Unterlagen 
nicht ausreichend nachgekommen war. Daraus ergibt sich weiter, dass die Fällig-
keit der Kaufpreisforderung (vgl. Art. 213 Abs. 1 OR) zu diesem Zeitpunkt noch 
nicht eingetreten war, die Y._____SA demzufolge nicht in Verzug gesetzt wurde. 
Insofern ist der Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Berufungsklägerin 
den am 31. Oktober 2009 eingetretenen Verzug nicht durch Vornahme oder durch 
richtiges Anbieten der Leistung beendet hatte, zuzustimmen. 

c) Entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin war die Y._____SA damit 
nicht verpflichtet, ihrerseits die Leistung des Kaufpreises vorzunehmen oder anzu-
bieten. Vielmehr standen ihr - wie die Vorinstanz zutreffend ausführt - die Wahl-
rechte im Sinne von Art. 107 Abs. 2 OR zur Verfügung. Davon hat sie denn auch 
Gebrauch gemacht, indem sie am 12. Januar 2010, unmittelbar nach unbenutztem 
Ablauf der Nachfrist, der X._____SA den Rücktritt vom Vertrag erklärt hatte (KB 
20). Gleichzeitig machte sie den Ersatz des Schadens, bestehend aus angefalle-
nen Spesen und aus entgangenem Gewinn sowie der doppelten Anzahlung von 
Fr. 300‘000.--- geltend. Somit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Vorausset-
zungen für eine rechtsgültige Verzichterklärung nicht gegeben waren. 

d) Die Berufungsklägerin rügt schliesslich noch den Umstand, dass die 
Y._____SA bereits vor Ablauf der Nachfrist vom Vertrag habe zurücktreten wollen 
und damit bösgläubig gewesen sei. Sie habe bereits Ende Dezember 2009 be-
merkt, dass die Realisierung des geplanten Projekts sowohl baulich wie auch pla-
nungstechnisch schwierig werden würde. Somit sei nicht der Verzug, sondern ein 
geringes Interesse am Kaufobjekt Grund für den Rücktritt vom Vertrag gewesen. 
Diese Bösgläubigkeit der Y._____SA solle nicht geschützt werden. Der Rücktritt 
vom Vertrag sei daher nicht legitim gewesen. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt 
werden. Indem die X._____SA ihrer Leistungspflicht nicht termingerecht nachge-
kommen war, räumte sie der Y._____SA erst die Möglichkeit ein, von den gesetz-

Seite  18 — 25

lich vorgesehenen Wahlrechten im Sinne von Art. 107 Abs. 2 OR Gebrauch zu 
machen. Aus welchen Gründen sich die Käuferin schliesslich für die Rücktrittsop-
tion entschieden hatte, ist nicht relevant. Die Berufungsklägerin hätte es durch 
rechtzeitige Vertragserfüllung in der Hand gehabt, das Scheitern des Vertrags zu 
verhindern. Aus diesem Grunde fällt auch das Eventualbegehren der Berufungs-
klägerin - sofern dieses überhaupt rechtzeitig gestellt wurde - auf Rückbehalt der 
Voranzahlung von Fr. 300‘000.-- im Sinne einer Konventionalstrafe gemäss Ziff. 3 
des Kaufvertrags ausser Betracht. 

e) Zusammenfassend kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass 
die Y._____SA rechtsgültig vom Kaufvertrag vom 21. August 2009 zurückgetreten 
ist. Die Berufung der X._____SA auf Erfüllung des Vertrags ist daher abzuweisen 
und das angefochtene Urteil im Sinne der vorstehenden Erwägungen zu bestäti-
gen.

10. In ihrer Anschlussberufung vom 18. April 2013 beanstandet die Berufungs-
beklagte die Berechnung des Verzugszinses, die Abweisung der geltend gemach-
ten Ansprüche auf Schadenersatz sowie die Verteilung der Partei- und Gerichts-
kosten.

a) Zunächst rügt die Anschlussberufungsklägerin den Umstand, dass die Vor-
instanz für die Zeit vom 25. August 2009 (Anzahlung) bis zum 12. Januar 2010 
lediglich einen Zins von 0.5% angerechnet hatte. Als Begründung wurde im ange-
fochtenen Urteil ausgeführt, die Höhe des Zinssatzes für die geleistete Anzahlung 
würde sich nicht nach Art. 73 OR, welcher einen Zins von 5% vorsehe, bestim-
men, sondern es sei vielmehr der verkehrsübliche Zins zu erstatten. Die Zinssätze 
hätten sich in den letzten Jahren auf 0.1%-1% belaufen, weshalb es sich rechtfer-
tige, auf 0.5% abzustellen. Demgegenüber macht die Berufungsbeklagte geltend, 
die X._____SA habe sich ab dem 1. November 2009 in Verzug befunden, sodass 
ab diesem Zeitpunkt der gesetzliche Verzugszins von 5% gemäss Art. 104 Abs. 1 
OR anzuwenden sei. Diese Auffassung wird von der II. Zivilkammer des Kantons-
gerichts nicht geteilt. Aufgrund der Ausübung des Rücktrittsrechts durch die 
Y._____SA wird die weitere Vertragsabwicklung unterbunden und es sind bereits 
erfolgte Leistungen im Sinne einer Rückabwicklung zurückzuerstatten. Ziel des 
Rücktritts ist die Wiederherstellung des Zustands, wie er bestünde, wenn die Par-
teien den Vertrag miteinander nie geschlossen hätten (vgl. Handkommentar zum 
Schweizer Privatrecht, a.a.O., N. 15 zu Art. 109). Eine Geldschuld ist dabei vom 
Verzugsschuldner wertmässig zu restituieren. Obwohl der Gesetzgeber keine Ver-

Seite  19 — 25

zinsung auf das Geleistete angeordnet hat, erscheint es als gerechtfertigt, dem 
Rückerstattungsberechtigten auch einen Zinsanspruch auf eine Geldleistung seit 
dem Zeitpunkt der Hingabe einzuräumen. Da die Rückerstattungspflicht die Par-
teien so stellen soll, wie wenn sie den Vertrag miteinander nie geschlossen hätten, 
ist entsprechend den Ausführungen der Vorinstanz lediglich ein verkehrsüblicher 
Zinssatz und nicht ein vertraglicher Zins nach Art. 73 OR geschuldet (vgl. Alfred 
Koller, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, Band 2, Bern 2006, § 
55 N. 147). Die Anschlussberufung ist demzufolge in diesem Punkt abzuweisen. 

b) Des Weiteren beanstandet die Anschlussberufungsklägerin den Umstand, 
dass die Vorinstanz ihr den geltend gemachten entgangenen Gewinn von 
Fr. 33'431.-- nicht zugesprochen habe. Ihr seien durch den Entfall des Geschäfts 
die Mieterträge aus der dem Grundsatz nach vereinbarten Vermietung der Liegen-
schaft entgangen. Die Vorinstanz habe erwähnt, dass dazu die Ausübung des 
Kaufrechts erforderlich gewesen wäre. Dabei habe sie aber übersehen, dass die-
ses Kaufrecht nur deshalb nicht habe ausgeübt werden können, weil der zur Dis-
kussion stehende Kaufvertrag schliesslich nicht vollzogen worden sei. Beide Ver-
träge würden zusammenhängen. Wäre der Kaufvertrag eingetragen worden, hätte 
sie das Kaufrecht mit Sicherheit wahrgenommen. Der geforderte Betrag von Fr. 
33'431.-- sei genügend ausgewiesen. 

ba) Dem Zurücktretenden steht gestützt auf Art. 109 Abs. 2 OR ein Anspruch 
auf Ersatz des aus dem Dahinfallen des Vertrages erwachsenen Schadens zu. 
Für diesen Schaden werden auch die Begriffe "Vertrauensschaden" beziehungs-
weise "negatives Interesse" verwendet. Da das Rücktrittsrecht dazu dient, den 
Gläubiger so zu stellen, wie wenn er mit dem Schuldner nie eine vertragliche Bin-
dung eingegangen wäre, und dieser alte Zustand in der Regel auch nach erfolgter 
Rückleistung nicht wiederhergestellt ist, muss diese Lücke durch Schadenersatz 
ausgeglichen werden. Zum Schaden gehören dabei diejenigen Einbussen, die 
nicht erlitten worden wären, wenn der Gläubiger den Vertrag nicht abgeschlossen 
hätte. Gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung nicht zu ersetzen ist je-
doch der Gewinn, den der Gläubiger aus dem durch den Rücktritt dahingefallenen 
Vertrag hätte ziehen können (vgl. zum Ganzen Wolfgang Wiegand in: Basler 
Kommentar, Obligationenrecht I, a.a.O., N. 8 ff. zu Art. 109 mit weiteren Hinwei-
sen; Handkommentar zum Schweizerischen Privatrecht, a.a.O., N. 25 ff. zu Art. 
109 mit weiteren Hinweisen; Rolf H. Weber, Berner Kommentar, Band VI/1/5, Bern 
2000, N. 86 ff.). 

Seite  20 — 25

bb) Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, war die Generierung von Mietzins-
einnahmen von der Ausübung eines Kaufrechts abhängig, welches jedoch auf-
grund des Scheiterns des Kaufvertrags nicht ausgeübt wurde. Somit waren noch 
nicht sämtliche Voraussetzungen zum Abschluss eines Mietvertrages erfüllt, wes-
halb die nicht erzielten Mietzinseinnahmen nicht als Schaden, sondern vielmehr 
als entgangener Gewinn qualifiziert werden müssen, welche gemäss der vorste-
hend beschriebenen Lehre und Rechtsprechung beim Vertrauensschaden respek-
tive dem negativen Interesse nicht zu ersetzen sind. Der angefochtene Entscheid 
ist demzufolge auch in diesem Punkt zu bestätigen. 

c) Die Anschlussberufungsklägerin rügt weiter, die Vorinstanz sei zu Unrecht 
nicht auf die geltend gemachten Planungskosten als Schadensposition eingegan-
gen, obschon die Y._____SA ihrer Behauptungs- und Beweispflicht nachgekom-
men sei. 

ca) Zunächst geht es um die Rechnung des Verwaltungsrats A._____ vom 11. 
Januar 2010. Die Vorinstanz stellte diesbezüglich fest, dass die postalische Korre-
spondenz den Briefkopf der Y._____SA aufweise und diese von ihrem Verwal-
tungsrat als solchem und nicht von diesem als ihr Rechtsvertreter signiert worden 
sei. Dies lasse den Schluss zu, dass der Verwaltungsrat in dieser Funktion und 
nicht in derjenigen als Rechtsanwalt tätig geworden sei, weshalb der geltend ge-
machte Aufwand nicht berücksichtigt werden könne. Die Anschlussberufungsklä-
gerin wendet dagegen ein, dass es beim verrechneten Aufwand um die rechtliche 
Beratung im Zusammenhang mit den Verträgen mit der X._____SA gehandelt ha-
be. Die Rechnung habe die im Anwaltsbüro von A._____ und seines Vaters ange-
fallenen Kosten in dieser Sache betroffen. Für diese Aussage fehlt es jedoch am 
notwendigen Beweis. Bei den Akten findet sich einzig die Rechnung vom 11. Ja-
nuar 2010 über Fr. 30'000.-- (act. KB 24), welche als Briefkopf "MLaw A._____, 
6900 Lugano" aufweist. Dass die Rechnung aus dem gemeinsamen Anwaltsbüro 
des Verwaltungsrats sowie seines Vaters kommen soll, ist nicht ersichtlich, da we-
der eine genaue Adresse, noch der Hinweis auf ein Advokaturbüro aufgeführt ist. 
Im Betreff ist einzig "prestazioni contratti X._____SA" vermerkt. Die einzelnen 
Aufwandpositionen, welche zum Gesamtaufwand von Fr. 30'000.-- geführt haben 
sollen, sind nicht aufgelistet. Somit kann der Rechnung auch nicht entnommen 
werden, für welche konkreten Leistungen ein Honorar erhoben worden ist. Inso-
fern ist auch nicht ausgewiesen, dass A._____ - wie von der Anschlussberufungs-
klägerin behauptet - in der Funktion als Rechtsanwalt und nicht als Verwaltungsrat 
aufgetreten ist. Der entsprechende Nachweis, dass es sich um Tätigkeiten gehan-

Seite  21 — 25

delt hatte, welche über seinen Aufgabenbereich als Verwaltungsrat hinausgingen, 
fehlt. Demzufolge ist die Anschlussberufung auch in diesem Punkt abzuweisen. 

cb) Was die geltend gemachten Planungskosten in Höhe von Fr. 8'647.10 be-
trifft, führt die Anschlussberufungsklägerin aus, diese Aufwendungen, welche in 
ursächlichem Zusammenhang zum Projekt stünden, seien nach dem Scheitern 
des Vertrags wertlos. Als Beweis verweist sie einzig auf die Aussagen der Zeugen 
B._____ und A._____ sowie auf die Rechnungen der C._____ (act. KB 21). Weder 
den Zeugenaussagen noch den Rechnungen lässt sich jedoch entnehmen, um 
welche Arbeiten es sich dabei gehandelt hatte und ob sie tatsächlich mit dem Ver-
tragsabschluss und somit dem Projekt betreffend die Parzelle Nr. _____ in 
O.1_____ zusammenhingen. Ein entsprechender Nachweis findet sich nicht bei 
den Akten. Auch der von der Anschlussberufungsklägerin aufgeführten Korre-
spondenz lässt sich nicht entnehmen, worin der Auftrag für die C._____ genau 
bestand. Entsprechend ist der Auffassung der Vorinstanz zu folgen und sind die 
geltend gemachten Planungskosten nicht zu berücksichtigen. 

d) Schliesslich beanstandet die Anschlussberufungsklägerin die Kostenvertei-
lung im angefochtenen Entscheid. Die Vorinstanz führte mit Hinweis auf Art. 122 
Abs. 1 ZPO-GR aus, es sei die Summe der Streitwerte der Begehren, hinsichtlich 
deren die Partei obsiegt habe oder unterlegen sei, in Relation zur Summe der 
Streitwerte von Haupt- und Widerklage zu setzen. Im Rechtschriftenwechsel hät-
ten sich der von der Y._____SA eingeklagte Betrag auf Fr. 400'000.-- belaufen 
und die Widerklage der X._____SA auf Fr. 2'800'000.--. Unter diesen Umständen 
würde die Anwendung der erwähnten Aufteilungsprinzipien zu einer unbefriedi-
genden Lösung führen. Es sei die Klage im Umfang von Fr. 300'000.-- zuzüglich 
Zinsen gutgeheissen worden, die Widerklage sei abgewiesen worden. Demnach 
rechtfertige es sich, die Verfahrenskosten zu 1/4 der Y._____SA als Klägerin und 
zu 3/4 der X._____SA als Beklagter aufzuerlegen. Dagegen wendet die An-
schlussberufungsklägerin ein, diese sei, selbst wenn es in Bezug auf die Scha-
denersatzbegehren beim angefochtenen Urteil bleiben sollte, nicht angemessen. 
Namentlich müsse auch in diesem Fall davon ausgegangen werden, dass die 
Y._____SA vollständig obsiegt habe, beziehungsweise rechtfertige es sich nicht, 
ihr einen Anteil von 1/4 an den Gerichts- und Parteikosten zu überbinden. Beide 
Parteien seien mit ihrer Schadenersatzforderung von je Fr. 100'000.-- nicht durch-
gedrungen. Damit würden sich die damit verbundenen Kosten aufheben. Die 
Y._____SA sei mit ihrer Rückforderung aber vollständig durchgedrungen, während 
der Antrag der X._____SA abgewiesen worden sei. Dies rechtfertige, letzterer die 

Seite  22 — 25

gesamten Kosten aufzuerlegen. Zudem habe sie auch keine vom Ergebnis der 
Hauptklage abhängige Eventual-Widerklage erhoben, sondern schlicht eine For-
derung von Fr. 2.7 Mio. eingeklagt. Mit ihrer Widerklage sei sie gescheitert und 
zwar bereits aus denselben Gründen, welche zur Gutheissung der Klage geführt 
hätten. Zudem bleibe bei der Kostenverteilung durch die Vorinstanz das Verschul-
den der X._____SA am Scheitern des Geschäfts unberücksichtigt. Daher sei es 
falsch, wenn die Vorinstanz ausführe, dass das Wertverhältnis der eingeklagten 
Beträge zu einer unbefriedigenden Lösung führen würde.

da) Die vorliegend von der Anschlussberufungsklägerin angefochtene Kosten-
verteilung beruht auf Art. 122 der bis am 31. Dezember 2010 in Kraft gewesenen 
Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO-GR; BR 320.000). Auch die 
Schweizerische ZPO weist in den Art. 106 ff. Regelungen über die Kostenzutei-
lung auf. Vorliegend geht es jedoch um die Überprüfung des vorinstanzlichen Ent-
scheids bezüglich Rechtsanwendung von Art. 122 ZPO-GR. Auch wenn sich das 
Rechtsmittel - wie bereits ausgeführt - nach Schweizerischer ZPO richtet, bedeutet 
dies nicht, dass diese deshalb auch für die angefochtene Kostenzuteilung mass-
geblich ist. Diese gelangt einzig für die Kostenverteilung im vorliegenden Beru-
fungsverfahren zur Anwendung. Dies ist jedoch insofern von untergeordneter Be-
deutung, als deren Bestimmungen dem Inhalt nach gleich sind wie Art. 122 ZPO-
GR beziehungsweise die dazu ergangene Praxis (vgl. auch Urteil des Kantonsge-
richts von Graubünden ZK2 11 55 vom 13. Dezember 2011). 

db) Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO-GR kann von der Regel, wonach die unterlie-
gende Partei zur Übernahme sämtlicher Kosten des Verfahrens verpflichtet wird, 
abgewichen werden. Gleiches gilt bezüglich der ausseramtlichen Entschädigung 
(Art. 122 Abs. 2 ZPO-GR). Mit Art. 107 weist auch die Schweizerische ZPO eine 
gleichlautende Bestimmung auf, gemäss welcher das Gericht von den Vertei-
lungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen 
kann (Art. 107 Abs. 1 ZPO). Auch wenn der Rechtsmittelinstanz nach der neuen 
ZPO bei der Berufung volle Kognition zukommt, steht dem erstinstanzlichen Ge-
richt bei der Anwendung der als Kann-Vorschrift ausgestalteten Bestimmung von 
Art. 107 ZPO in jedem Fall ein grosses Ermessen zu (Viktor Rüegg, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessord-
nung, 2. Auflage, Basel 2013, N. 2 zu Art. 107 ZPO). Daraus folgt, dass bei Kos-
tenbeschwerden eine Überprüfung auf Unangemessenheit nur zurückhaltend zu 
erfolgen hat bzw. die Rechtsmittelinstanz der Vorinstanz diesbezüglich trotz voller 

Seite  23 — 25

Kognition einen erheblichen Ermessensspielraum belässt. Unter diesem Ge-
sichtspunkt ist die vorliegende Rüge zu prüfen.

dc) Im vorliegenden Fall waren insgesamt vier Punkte, nämlich seitens der Klä-
gerin die Rückforderung der Kaufpreisanzahlung sowie eine Schadenersatzforde-
rung, sowie seitens der Beklagten die Zahlung des Restkaufpreises sowie eine 
Schadenersatzforderung strittig. Die Y._____SA hat in drei der vier Streitpunkte 
obsiegt, ist jedoch, was ihre Schadenersatzforderung betrifft, unterlegen. Eine 
Kostenverteilung im Verhältnis von 1/4 zu 3/4 erscheint unter diesen Umständen 
als gerechtfertigt. Dies insbesondere auch deshalb, weil entgegen der Auffassung 
der Anschlussberufungsklägerin ein allfälliges Verschulden der Gegenseite bei der 
Verteilung der Verfahrenskosten nicht zu berücksichtigen ist. Die Vorinstanz hat 
mit anderen Worten das ihr zustehende Ermessen bei der Anwendung von Art. 
122 ZPO-GR beziehungsweise bei der Frage, ob es sich rechtfertigt, vom Vertei-
lungsgrundsatz abzuweichen, nicht verletzt. Demzufolge erscheint auch die Zu-
sprechung einer auf dem gleichen Verteilschlüssel basierenden Parteientschädi-
gung als angemessen. Die Anschlussberufung erweist sich demzufolge auch in 
diesem Punkt als unbegründet.

e) Zusammenfassend kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass 
die Anschlussberufung der Y._____SA vom 18. April 2013 vollumfänglich abzu-
weisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen ist. 

11. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, wozu sowohl die Ge-
richtskosten als auch die Parteientschädigungen zählen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), der 
unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden 
die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 
ZPO).

a) In ihrer Berufung beantragte die X._____SA die Aufhebung des vor-
instanzlichen Urteils, welches sie zu einer Zahlung von Fr. 300'000.-- zuzüglich 
Zins an die Y._____SA verpflichtete, und die vollumfängliche Gutheissung ihrer 
Widerklage, somit die Zahlung des Restkaufpreises von Fr. 2'700'000.--zuzüglich 
Zins. Diese Begehren wurden mit der vorliegenden Berufung vollumfänglich ab-
gewiesen. Die Y._____SA ihrerseits ersuchte mit ihrer Anschlussberufung um Zu-
sprechung eines höheren Zinssatzes für die ihr zugesprochene Forderung über Fr. 
300'000.-- sowie um Schadenersatz in Höhe von Fr. 72'078.10 zuzüglich Zins. 
Auch sie drang mit ihren Begehren im vorliegenden Rechtsmittelverfahren nicht 
durch. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sie im Verfahren betreffend Erlass vor-

Seite  24 — 25

sorglicher Massnahmen (ERZ 13 117), dessen Kosten gemäss Ziff. 2 des Disposi-
tivs ebenfalls im vorliegenden Verfahren abzurechnen sind, vollumfänglich unter-
lag. In diesem Sinn unterliegen vorliegend sowohl Berufungsklägerin als auch An-
schlussberufungsklägerin. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die Kosten 
des Massnahme-, des Berufungs- und des Anschlussberufungsverfahrens von 
insgesamt Fr. 19'000.-- zu 3/5 der Berufungsklägerin und Anschlussberufungsbe-
klagten und zu 2/5 der Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerin auf-
zuerlegen.

b) Infolge dieses Verfahrensausgangs hat die Berufungsklägerin der An-
schlussberufungsklägerin unter Anwendung desselben Verteilschlüssels 1/5 ihrer 
ausseramtlichen Kosten zu ersetzen. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten 
reichte mit Datum vom 18. März 2014 eine Honorarnote über den Betrag von 
Fr. 8'891.90 ein (act. D.12), wobei er einen zeitlichen Aufwand von 30.5 h à 
Fr. 260.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 303.25 und der Mehrwertsteuer von 
Fr. 658.65 geltend machte. Dieser Aufwand erscheint unter Berücksichtigung der 
Schwierigkeit der Sache und der sich stellenden Rechtsfragen als angemessen. 
Davon ausgehend, dass der Gegenseite ein Aufwand in derselben Grössenord-
nung entstanden sein dürfte (es wurde darauf verzichtet, eine Honorarnote einzu-
reichen), ist die X._____SA daher zu verpflichten, die Y._____SA für die genann-
ten Verfahren nach Verrechnung der gegenseitigen Ansprüche mit 1/5, somit Fr. 
1'778.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

Seite  25 — 25

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung und die Anschlussberufung werden abgewiesen.

2.a) Die Kosten des Massnahme-, des Berufungs- und des Anschlussberu-
fungsverfahrens von insgesamt Fr. 19'000.-- gehen zu 3/5, das heisst im 
Umfang von Fr. 11'400.--, zu Lasten der X._____SA und zu 2/5, das heisst 
im Umfang von Fr. 7'600.--, zu Lasten der Y._____SA.

   b) Die Verfahrenskosten werden mit dem von der X._____SA geleisteten Kos-
tenvorschuss von Fr. 15'000.-- und dem von der Y._____SA von Fr. 4'000.-- 
verrechnet und die Y._____SA wird verpflichtet, der X._____SA den Betrag 
von Fr. 3'600.-- direkt zu ersetzen.

3. Die X._____SA hat die Y._____SA ausseramtlich mit Fr. 1'778.-- inklusive 
Spesen und Mehrwertsteuer zu entschädigen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgeset-
zes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, 
BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschrie-
benen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimati-
on, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gel-
ten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: