# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3149c924-60f5-5b5c-989d-eea56eded847
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.06.2020 100 2019 124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-124_2020-06-24.pdf

## Full Text

100.2019.124U
HER/SPA/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Juni 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner, Verwaltungsrichter Keller 
Gerichtsschreiber Spring

1. A.________
2. B.________
3. C.________
Beschwerdeführerinnen 2 und 3 gesetzlich vertreten durch ihren Vater 
A.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Thun
Abteilung Sicherheit, Migrationsdienst, Hofstettenstrasse 14, Postfach 145, 
3602 Thun

betreffend Familiennachzug; nachträglicher Nachzug der Töchter durch 
den aufenthaltsberechtigten Vater (Entscheid der Polizei- und Militär-
direktion des Kantons Bern vom 6. März 2019; 2018.POM.659)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24.06.2020, Nr. 100.2019.124U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Kosovo stammende A.________ (Jg. 1971) hat aus einer aus-
serehelichen Beziehung mit einer Landsfrau zwei Töchter, B.________ 
(Jg. 2002) und C.________ (Jg. 2004). Am 23. April 2008 heiratete er in 
Kosovo eine damals in der Schweiz aufenthaltsberechtigte Nordmaze-
donierin. Am 8. Februar 2009 reiste A.________ im Familiennachzug zu 
seiner Ehefrau in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. 
Seit 2013 hält sich seine damals niederlassungsberechtigte Ehefrau zur 
Pflege ihrer Mutter in Nordmazedonien auf. Obschon das Ehepaar seither 
keinen gemeinsamen Haushalt mehr führt, wurde A.________ am 
28. August 2017 die Aufenthaltsbewilligung wegen dreijähriger Ehedauer 
und gelungener Integration verlängert. 

Mit Gesuch vom 3. November 2017 beantragte A.________ den Fami-
liennachzug für seine zwei Töchter. Am 15. März 2018 ersuchten 
B.________ und C.________ bei der Schweizer Botschaft in Pristina um 
Erteilung eines Visums für den langfristigen Aufenthalt zwecks Verbleibs 
bei ihrem Vater in der Schweiz. Die Einwohnergemeinde (EG) Thun, Abtei-
lung Sicherheit (Migrationsdienst), wies die Gesuche am 13. Juli 2018 
formlos und am 6. September 2018 mit Verfügung ab.

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 26. September 2018 
Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion des Kantons Bern [SID]). Mit prozessleitender 
Verfügung vom 27. September 2018 beteiligte die POM B.________ und 
C.________ als notwendige Parteien am Beschwerdeverfahren. Mit 
Entscheid vom 6. März 2019 wies die POM die Beschwerde ab.

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C.

Gegen den Entscheid der POM haben A.________, B.________ und 
C.________ am 8. April 2019 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. 
Sie beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und 
B.________ und C.________ sei im Rahmen des Familiennachzugs die 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 

Die EG Thun beantragt mit Stellungnahme vom 3. Mai 2019 die Abweisung 
der Beschwerde. Die POM schliesst mit Vernehmlassung vom 7. Mai 2019 
ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letz-
te kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanz-
lichen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf 
die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-

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gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über 
die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- 
und Integrationsgesetz, AIG). Mit der Teilrevision sind die Anforderungen 
an den Familiennachzug erhöht worden. Das vorliegende Verfahren wurde 
jedoch vor Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen 
materiell das alte Recht (AuG und Verordnung vom 24. Oktober 2007 über 
Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201] je in der 
bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung [AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 
S. 5497]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 AIG analog; VGE 2019/223 
vom 27.2.2020 E. 2; vgl. auch BVR 2020 S. 231 E. 4). Das Verfahren rich-
tet sich demgegenüber nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG).

3.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

3.1 Aus einer ausserehelichen Beziehung des kosovarischen Be-
schwerdeführers (geb. ... 1971) mit einer Landsfrau gingen zwei Kinder 
hervor: B.________ (Beschwerdeführerin 2, geb. ... 2002) und C.________ 
(Beschwerdeführerin 3, geb. … 2004; Akten EG Thun pag. 16, 21, 31 f., 
175, 195). Seit der Beendigung dieser Beziehung kümmert sich der 
Beschwerdeführer laut eigener Angabe um «die schulische Bildung, 
Unterkunft, ärztliche Behandlungen, Kleidung und alle anderen 
persönlichen Bedürfnisse» seiner Töchter (Akten EG Thun pag. 241). Am 
23. April 2008 heiratete der Beschwerdeführer in Kosovo eine 1958 gebo-
rene Nordmazedonierin (Akten EG Thun pag. 15, 23). Diese verfügte in der 
Schweiz zunächst über eine Aufenthaltsbewilligung (Akten EG Thun 
pag. 22), später über eine Niederlassungsbewilligung (Akten EG Thun 
pag. 106, 112). Der Migrationsdienst des Kantons Bern (MIDI) stellte dem 
Beschwerdeführer am 23. Januar 2009 die Ermächtigung zur Visumsertei-
lung zwecks Verbleibs bei seiner Ehefrau aus (Akten EG Thun pag. 57). 
Am 8. Februar 2009 reiste er in die Schweiz ein und erhielt eine Aufent-
haltsbewilligung, die mehrmals verlängert wurde (Akten EG Thun 
pag. 59 ff.). Im Zusammenhang mit dem im Januar 2014 hängigen Verlän-

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gerungsgesuch stellte der MIDI fest, dass der Beschwerdeführer seit 
Januar 2013 nicht mehr mit seiner Ehefrau zusammenlebt (Akten EG Thun 
pag. 73 ff., 115 f., 130). Dieser begründete den Unterbruch des Zusam-
menlebens damit, dass seine Ehefrau zur Pflege ihrer kranken Mutter und 
wegen eigener gesundheitlicher Probleme für eine «gewisse Zeit» in ihrer 
Heimat (Nordmazedonien) lebe (Akten EG Thun pag. 77, 92 f., 94). Der 
MIDI verlängerte die Aufenthaltsbewilligung daraufhin ein weiteres Mal (Ak-
ten EG Thun pag. 96). Im Frühjahr 2016 und 2017 gab der Beschwerdefüh-
rer wiederum an, dass er nach wie vor nicht von seiner Ehefrau getrennt 
sei und diese noch immer in Nordmazedonien lebe (Akten EG Thun 
pag. 106 f., 114; vgl. auch Beschwerde S. 5). Ende Januar 2017 war die 
zunächst aufrechterhaltene Niederlassungsbewilligung der Ehefrau erlo-
schen (Akten EG Thun pag. 132). Am 28. August 2017 bewilligte der MIDI 
dem Beschwerdeführer den weiteren Aufenthalt gestützt auf Art. 50 Abs. 1 
Bst. a AuG (Akten EG Thun pag. 132 f., 139). Die Mutter des Beschwerde-
führers sowie zwei Brüder und zwei Schwestern leben in Kosovo. Drei wei-
tere Geschwister leben in Thun bzw. in Solothurn (Akten EG Thun pag. 93, 
210, 238 f.).

3.2 Die Töchter des Beschwerdeführers wurden in …/Kosovo geboren 
(Akten EG Thun pag. 31 f., 144 f.). Bis zur Auflösung der ausserehelichen 
Beziehung lebten sie mit ihren Eltern zusammen (vgl. Akten EG Thun 
pag. 241). Im Familiennachzugsverfahren des Beschwerdeführers gab 
seine Ehefrau an, dass die Töchter «bei der Mutter» leben würden (Akten 
EG Thun pag. 29). Im gleichen Verfahren liess der Beschwerdeführer im 
Fragebogen für ausländische Personen vom 9. Februar 2009 festhalten, 
dass seine Töchter «bei der Mutter in Kosovo» leben würden (Akten 
EG Thun pag. 56). Im Gesuchsverfahren um Familiennachzug seiner Töch-
ter gab der Beschwerdeführer dann an, dass die Kinder bis zum aktuellen 
Zeitpunkt durch seine Mutter (Jg. 1939) bzw. seinen Bruder (D.________) 
betreut werden. Die Mutter sei inzwischen jedoch «schwer krank» und 
«sterbend» (Schreiben vom 3.11.2017, Akten EG Thun pag. 149). Die Mut-
ter des Beschwerdeführers leidet gemäss ärztlichem Zeugnis vom 20. März 
2019 an Parkinson begleitet mit «psychoorganisch und Hypothyreose Syn-
drome, Diabetes melit Typ II. Bluthochdruck» (Beschwerdebeilage [BB] 4). 
Laut einer «Declaration on Joint Household» vom 10. Januar 2018 wohnen 

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die Beschwerdeführerinnen mit ihrem Onkel, dessen Ehefrau und deren 
zwei Kindern (Jahrgang 2004 und 2007) im gleichen Haushalt (Akten 
EG Thun pag. 179, 199). Nicht erwähnt ist die Grossmutter der Beschwer-
deführerinnen, obwohl diese laut Schreiben der älteren Beschwerdeführe-
rin 2 dem gleichen Haushalt angehört (vgl. BB 8). Die Familie lebt im Dorf 
… nahe …/Kosovo (BB 5, 8, 9; Akten EG Thun pag. 164 ff., 184 ff., 210). 
Neben D.________ leben ein weiterer Bruder (angeblich «Kriegsinvalide», 
12 km von … entfernt) und zwei Schwestern (je drei Kinder, 15 bzw. 40 km 
von … entfernt) des Beschwerdeführers in der Nähe (Akten EG Thun 
pag. 209 f.).

3.3 Die Beschwerdeführerin 2 besucht in Kosovo das Gymnasium 
(BB 8), während die Beschwerdeführerin 3 die Grundschule abschliesst 
(BB 9). Die Beschwerdeführerin 2 will in der Schweiz ein Integrationsschul-
jahr machen und später einen Pflegeberuf ausüben. Die Beschwerdeführe-
rin 3 möchte in der Schweiz die Primarschule beenden. Beide besuchten 
einen Deutschkurs mit dem Sprachniveau A1 (BB 10). Sie seien kernge-
sund (Akten EG Thun pag. 210). Beide haben sich noch nie in der Schweiz 
aufgehalten (Akten EG Thun pag. 164 ff., 184 ff., 210). Der Beschwerde-
führer habe seine Töchter jeweils regelmässig («4 Mal jährlich») in Kosovo 
besucht und stehe via Telefon/Internet mit ihnen in täglichem Kontakt (Ak-
ten EG Thun pag. 209 f.). Laut dem Beschwerdeführer sei die berufliche 
Situation in Kosovo schwierig und er wolle seinen Töchtern mit dem Famili-
ennachzug eine «Perspektive» eröffnen (Akten EG Thun pag. 209). Die 
ältere Tochter gab an, dass sie aufgrund der schlechten Bedingungen in 
Kosovo nicht glücklich sei und sie dort keine Zukunft sehe. Sie wünsche 
sich, mit ihrem Vater zusammenzuleben (BB 8). Gleich äusserte sich die 
jüngere Tochter (BB 9).

4.

4.1 Gemäss Art. 44 des hier noch anwendbaren AuG (vgl. vorne E. 2) 
kann ausländischen Ehegatten und ledigen Kindern unter 18 Jahren von 
Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt 
werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte 

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Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Die-
se Bestimmung vermittelt für sich genommen keinen Rechtsanspruch auf 
Familiennachzug. Vielmehr bleibt hier die Bewilligungserteilung – auch 
wenn die diesbezüglichen Voraussetzungen erfüllt sind – im fremdenpoli-
zeilichen Ermessen (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.2). Der ausländi-
sche Elternteil kann sich für den Familiennachzug allerdings auf den 
Schutz des Familienlebens nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechts-
konvention (EMRK; SR 0.101) und Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101) berufen, wenn sie oder er über ein gefestigtes Anwesenheits-
recht verfügt und die familiären Beziehungen tatsächlich gelebt werden 
(vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1 mit zahlreichen Hinweisen). Wie die Vorinstanz 
zutreffend festgehalten hat, sind diese Voraussetzungen hier erfüllt (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 3b). Insbesondere ist das Anwesenheitsrecht 
des Beschwerdeführers aufgrund seines Anspruchs nach Art. 50 Abs. 1 
Bst. a AuG gefestigt (BGer 2C_555/2017 vom 5.12.2017 E. 1.3). Der Fami-
liennachzug setzt zusätzlich zu den in Art. 44 AuG genannten Erfordernis-
sen voraus, dass der Nachzug innerhalb von zwölf Monaten geltend ge-
macht wird (Kinder über zwölf Jahre; Art. 47 Abs. 1 und 3 AuG sowie 
Art. 73 Abs. 1 VZAE), kein Rechtsmissbrauch und keine Widerrufsgründe 
nach Art. 62 AuG gegeben sind, der nachziehende Elternteil das Sorge-
recht hat und das Kindeswohl dem Nachzug nicht entgegensteht. Ein nach-
träglicher Familiennachzug wird hingegen nur bewilligt, wenn wichtige fami-
liäre Gründe vorliegen (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG).

4.2 Es ist unbestritten, dass mit dem Gesuch vom 3. November 2017 
die Fristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG nicht eingehalten worden sind und 
deshalb einzig ein nachträglicher Familiennachzug im Sinn von Art. 47 
Abs. 4 AuG zur Diskussion steht (vgl. Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
S. 4; Beschwerde vor der Vorinstanz S. 2; angefochtener Entscheid E. 3d; 
zur Fristberechnung etwa BGE 137 II 393 E. 3.3 [Pra 101/2012 Nr. 26]; 
BGer 2C_767/2015 vom 19.2.2016 E. 4.2). Die Beschwerdeführenden sind 
indes der Ansicht, die Vorinstanz habe zu Unrecht das Vorliegen wichtiger 
familiärer Gründe verneint (vgl. Beschwerde S. 6 ff.).

4.3 Wichtige familiäre Gründe für die Bewilligung des nachträglichen 
Nachzugs nach Art. 47 Abs. 4 AuG liegen vor, wenn das Kindeswohl nur 

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durch einen Nachzug in die Schweiz gewahrt werden kann (Art. 75 VZAE). 
Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist nach der 
Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustel-
len; es bedarf vielmehr der Würdigung aller erheblichen Umstände im 
Einzelfall (vgl. statt vieler BGer 2C_943/2018 vom 22.1.2020 E. 3.2, 
2C_555/2019 vom 12.11.2019 E. 6.1, je mit Hinweisen). Die Bewilligung 
des Nachzugs nach Ablauf der Frist muss nach dem Willen des Gesetz-
gebers die Ausnahme bleiben; dabei ist Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AuG aber so 
zu handhaben, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach 
Art. 8 EMRK bzw. nach Art. 13 BV im Rahmen der erforderlichen Interes-
senabwägung gewahrt bleibt (vgl. etwa BGer 2C_943/2018 vom 22.1.2020 
E. 3.2, 2C_323/2018 vom 21.9.2018 E. 8.2.1, je mit weiteren Hinweisen). 
Der Gesetzgeber beabsichtigte mit Art. 47 Abs. 4 AuG, die Integration 
durch einen möglichst frühen Nachzug der Familienmitglieder zu fördern; 
die Nachzugsgründe sind aber nicht auf stichhaltige, unvorhersehbare Er-
eignisse beschränkt (zum Ganzen BVR 2020 S. 231 E. 6.1, 2020 S. 243 
E. 6.1 [bestätigt durch BGer 2C_948/2019 vom 27.4.2020]).

4.4 Ein wichtiger Grund ist zu bejahen, wenn die weiterhin notwendige 
Betreuung eines Kindes im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes 
oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewährleistet ist 
und keine sinnvolle Alternative besteht. Praxisgemäss liegt in der Regel 
kein wichtiger familiärer Grund vor, wenn im Heimatland alternative Betreu-
ungsmöglichkeiten gefunden werden können, die dem Kindeswohl besser 
entsprechen, weil dadurch vermieden wird, dass das Kind aus seiner 
bisherigen Umgebung und dem ihm vertrauten Beziehungsnetz gerissen 
wird (vgl. zum Ganzen BGer 2C_555/2019 vom 12.11.2019 E. 6.1, 
2C_550/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2, 2C_340/2017 vom 15.6.2018 E. 2.3; 
VGE 2019/57 vom 25.6.2019 E. 4.3, je mit zahlreichen weiteren Hinwei-
sen). An den Nachweis der fehlenden Betreuungsmöglichkeit im Heimat-
land stellt die Rechtsprechung umso höhere Anforderungen, je älter das 
nachzuziehende Kind ist und je grösser die Integrationsschwierigkeiten 
erscheinen, die ihm hier drohen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.2 und E. 2.3.1; 
BGer 2C_555/2019 vom 12.11.2019 E. 6.1, 2C_550/2018 vom 21.12.2018 
E. 2.2, 2C_591/2017 vom 16.4.2018 E. 2.2.2, mit zahlreichen Hinweisen). 
Dabei geht es inhaltlich nicht darum, dass alternative Betreuungsmöglich-

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keiten im Heimatland überhaupt fehlen; das heisst, es ist nach der Recht-
sprechung mit Art. 8 EMRK nicht vereinbar, einen Familiennachzug erst 
dann zuzulassen, wenn keine einzige andere Alternative zur Betreuung des 
Kindes in seinem Heimatland zur Verfügung steht. Eine solche Alternative 
muss insbesondere dann ernsthaft in Betracht gezogen und sorgfältig ge-
prüft werden, wenn das Kind bereits älter ist, sich seine Integration schwie-
riger gestalten dürfte und die zum in der Schweiz lebenden Elternteil auf-
genommene Beziehung nicht allzu eng erscheint (vgl. BGE 133 II 6 E. 3.1.2 
[Pra 96/2007 Nr. 124]; BGer 2C_550/2018 vom 21.12.2018 E. 2.2, 
2C_340/2017 vom 15.6.2018 E. 2.3, 2C_182/2016 vom 11.11.2016 E. 2.2, 
2C_303/2014 vom 20.2.2015 E. 6.1; VGE 2018/444 vom 10.7.2019 E. 5.3, 
2018/152 vom 6.3.2019 E. 6.2 [bestätigt durch BGer 2C_339/2019 vom 
14.11.2019]).

5.

Zu klären ist, ob im Fall der Beschwerdeführerinnen wichtige familiäre 
Gründe für die Bewilligung des nachträglichen Familiennachzugs vorliegen.

5.1 Vor Verwaltungsgericht wird vorgebracht, dass wegen der gesund-
heitlichen Probleme der Grossmutter der Beschwerdeführerinnen und des 
dadurch erhöhten Pflegeaufwands ihres Onkels von einer veränderten Be-
treuungssituation ausgegangen werden müsse. Die Grossmutter sei «in 
höchstem Masse pflegebedürftig» und der Onkel trotz Arbeitslosigkeit mit 
der Situation überfordert (Beschwerde S. 3 f.). Diese missliche Situation sei 
mit Rücksicht auf die Gepflogenheiten der kosovarischen Familienstruktu-
ren ernst zu nehmen und ausreichend zu würdigen; so sei es gemäss dem 
«Kanun» – dem jahrhundertealten «Gewohnheitsrecht» der albanischen 
Gemeinschaft – für die leibliche Mutter der Beschwerdeführerinnen nach 
der Trennung vom Beschwerdeführer nicht möglich, Betreuungsaufgaben 
für ihre Kinder wahrzunehmen. Gleiches gelte für die zwei Schwestern des 
Beschwerdeführers, die in Kosovo leben. Die Betreuung der Beschwerde-
führerinnen könne demnach nur vom Beschwerdeführer bzw. von einem 
männlichen Familienoberhaupt ausgeübt werden (Beschwerde S. 4 f., 7). 
Sie bedürften trotz ihres fortgeschrittenen Alters in Fragen ihrer Ausbildung 

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einer Betreuungsperson, die sich ihren Bedürfnissen annehmen könne 
(Beschwerde S. 7). Zudem sei ihr Wunsch, bei ihrem Vater in der Schweiz 
zu leben, ausreichend zu würdigen (Beschwerde S. 8). 

5.2 Zwar lässt sich aus dem ins Recht gelegten Arztbericht in Bezug auf 
den Gesundheitszustand der 81-jährigen Grossmutter der Beschwerdefüh-
rerinnen entnehmen, dass diese neben den gängigen Alterserscheinungen 
(Diabetes und Bluthochdruck) an Parkinson sowie «psychoorganisch und 
Hypothyreose Syndromen» leidet, was zumindest die behauptete De-
menzerkrankung mitumfassen kann (Beschwerde S. 3; vgl. vorne E. 3.2). 
Aus dem Bericht lässt sich jedoch nicht erkennen, inwieweit die (nur stich-
wortartig festgehaltenen) Diagnosen aus medizinischer Sicht sie in der Fä-
higkeit einschränken, für sich selbst zu sorgen. Insgesamt kann aufgrund 
des kurzen, nicht näher begründeten Arztberichts zwar davon ausgegan-
gen werden, dass die Grossmutter gesundheitlich angeschlagen ist und 
sich nicht mehr «massgeblich» um die Beschwerdeführerinnen kümmern 
kann. Dass die Beschwerdeführerinnen in Zukunft überhaupt auf keine 
Unterstützung von ihr mehr zurückgreifen könnten, vermag der Arztbericht 
indes nicht zu belegen (vgl. für diese Würdigung auch BGer 2C_1116/2013 
vom 10.11.2014 E. 3.3.3, 2C_532/2012 vom 12.6.2012 E. 2.3.3, 
2C_751/2011 vom 22.3.2012 E. 4.2; VGE 2019/57 vom 25.6.2019 E. 5.2, 
2014/87 vom 2.2.2015 E. 5.4). Die Rolle der Grossmutter bei der Betreu-
ung war schon vor den gesundheitlichen Problemen wohl nur eine unter-
geordnete (vgl. vorne E. 3.2). Die Grossmutter wird vom Onkel der Be-
schwerdeführerinnen und dessen Ehefrau gepflegt und befindet sich in 
regelmässiger Behandlung (BB 4 und 5). Es ist damit nicht erstellt, dass die 
Grossmutter nicht in der Lage ist, die Beschwerdeführerinnen zumindest 
als Vertrauensperson noch moralisch zu unterstützen. 

5.3 Umfassender erscheint das Betreuungspotential des Onkels. Dem 
vorgenannten Arztbericht lässt sich nichts zum Pflegeaufwand entnehmen, 
der dem familiären Umfeld aus der gesundheitlichen Einschränkung der 
Grossmutter erwächst. Die acht Medikamente, die sie täglich nehmen 
muss, lassen für sich allein noch nicht auf eine Pflegebedürftigkeit «in 
höchstem Masse» schliessen. Damit bleibt die behauptete Überforderung 
des Onkels mit der Betreuung seiner Mutter unbelegt. Dies umso mehr, als 

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er gemäss den verfügbaren Informationen nach wie vor arbeitslos ist und 
genügend freie Zeit für die angeblich anspruchsvolle Pflege hat (vgl. Akten 
EG Thun pag. 149; vgl. auch VGE 2019/57 vom 25.6.2019 E. 5.5). Dass er 
seine Arbeit für die Betreuung seiner Mutter aufgeben musste, ist nicht er-
stellt (Beschwerde S. 5). Jedoch spielt es für die Betreuungskapazität des 
Onkels sowieso keine Rolle, aus welchem Grund er seine Arbeit verloren 
bzw. niedergelegt hat. Obwohl der Onkel pauschal behauptet, die Sorge für 
seine Nichten aufgegeben zu haben (BB 5), ist auch bei ihm davon auszu-
gehen, dass er die Beschwerdeführerinnen altersadäquat unterstützen und 
ihnen weiterhin zumindest in schwierigen Situationen als Vertrauensperson 
beistehen kann. So wird auch nicht geltend gemacht, dass die Beschwer-
deführerinnen nicht mehr wie bisher mit der Familie ihres Onkels im glei-
chen Haushalt leben können (vgl. angefochtener Entscheid E. 5c). Aus 
dem Verweis auf BGer 2C_176/2015 können die Beschwerdeführenden 
nichts zu ihren Gunsten ableiten (Beschwerde S. 7): Der Sachverhalt un-
terscheidet sich nur schon dadurch massgeblich, dass die Betreuungs-
person in jenem Fall in keiner verwandtschaftlichen Beziehung zum Kind 
stand und dieses mehrere Jahre lang «freiwillig» betreut hatte (E. 5.3.1). 
Die entsprechenden Ausführungen des Bundesgerichts zur Kinderbetreu-
ung gegen den Willen einer Betreuungsperson sind dementsprechend zu 
relativieren (E. 5.4.3). Hiervon abgesehen verhält es sich im vorliegenden 
Fall so, dass der Onkel als «männliches Familienoberhaupt» nach seinem 
eigenen Verständnis und jenes seines Bruders (Beschwerdeführer) traditi-
onsgemäss zur Sorge für die Nichten wenn nötig gerade berufen ist. 

5.4 Damit kann höchstens insofern von einer veränderten Betreuungs-
situation ausgegangen werden, als die Grossmutter und der Onkel keine 
umfassende Betreuung mehr wahrnehmen können. Mit Blick auf das Alter 
der Beschwerdeführerinnen liegt darin für sich allein indes kein wichtiger 
familiärer Grund für den gewünschten Nachzug. Bei Gesuchseinreichung 
am 3. November 2017 waren die Beschwerdeführerinnen 15 bzw. 13 Jahre 
alt; mittlerweile sind sie 18 bzw. 16 Jahre alt. In diesem Alter ist der Ablö-
sungsprozess von Zuhause regelmässig weit fortgeschritten und es besteht 
eine gewisse Selbständigkeit. Es kann davon ausgegangen werden, dass 
sie – wie bei Jugendlichen in ihrem Alter üblich – in der Lage sind, tägliche 
Verrichtungen selbständig wahrzunehmen, regelmässig die Schule zu be-

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suchen, und dass nur noch punktuelle Betreuungsmassnahmen erforder-
lich sind (vgl. etwa BGer 2C_449/2015 vom 4.8.2015 E. 4.3; VGE 2019/57 
vom 25.6.2019 E. 5.4, 2017/137 vom 2.2.2018 E. 5.3). In schwierigen Le-
benssituationen erscheint zwar eine gewisse Betreuung weiterhin nötig, 
jedoch kann selbst in solchen auf die punktuelle Unterstützung von Ver-
trauenspersonen – auch ausserhalb der engeren Familie – zurückgegriffen 
werden (vgl. für diese Würdigung BGer 2D_5/2013 vom 22.10.2013 E. 5.3, 
2C_578/2012 vom 22.2.2013 E. 5.3, 2C_174/2012 vom 22.10.2012 E. 4.2, 
2C_305/2012 vom 1.10.2012 E. 4.2; VGE 2013/430 vom 13.1.2015 
E. 3.3.2, 2012/397 vom 3.6.2013 E. 5.1). Dass die Beschwerdeführerinnen 
generell eine vom Normalfall abweichende Entwicklung aufweisen und be-
sonderer Betreuung bedürften, ist nicht anzunehmen. So führte der Be-
schwerdeführer gegenüber der EG Thun dementsprechend aus, dass seine 
Töchter «jetzt älter» seien und Unterstützung bei der Ausbildungsauswahl 
bräuchten (Akten EG Thun pag. 238). Des Weiteren verweisen die Be-
schwerdeführenden vor Verwaltungsgericht selbst darauf, dass die Töchter 
«bloss noch eine punktuelle Betreuung» bräuchten (Beschwerde S. 7).

5.5 Entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift (S. 5, 7) ist 
mit der Vorinstanz weiter davon auszugehen, dass in der Heimat der Be-
schwerdeführerinnen genügend Bezugspersonen leben, welche die alters-
entsprechend noch notwendige Betreuung leisten können: So lebt neben 
ihrem Onkel dessen Ehefrau (sowie deren zwei Kinder in ähnlichem Alter) 
mit den Beschwerdeführerinnen im gleichen Haushalt. Ferner wohnen ein 
weiterer Onkel (mit unbelegtem «Kriegstrauma») sowie zwei Tanten väter-
licherseits in der Nähe (vgl. vorne E. 3.2). Dass diese Verwandten nicht 
auch als Teil des näheren verwandtschaftlichen Beziehungsnetzes zumin-
dest punktuell Betreuungsaufgaben wahrnehmen und als (weitere) Ver-
trauenspersonen gegenüber den Beschwerdeführerinnen wirken können, 
ist weder vorgebracht noch ersichtlich. Daran ändert auch der Verweis auf 
die Gepflogenheiten der kosovarischen Familienstrukturen bzw. den «Ka-
nun» nichts. Die ins Recht gelegte Quelle der Schweizerischen Flüchtlings-
hilfe äussert sich zwar dahingehend, dass der «Kanun» zumindest im Jahr 
2004 in ländlichen Gebieten eine gewisse Rolle spielte und es vorkommen 
kann, dass die Kinder nach einer Scheidung bzw. Trennung durch den Va-
ter bzw. dessen Familie aufgezogen werden (BB 6 S. 8, 17). Dass die Be-

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treuung der Kinder in einem solchen Fall aufgrund des «patriarchalischen 
Systems»» nicht von anderen Frauen der Familie des Vaters übernommen 
werden kann, ist dem Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe jedoch 
nicht zu entnehmen (Beschwerde S. 5). So scheint in patriarchalisch ge-
prägten Gesellschaften die Kinderbetreuung faktisch vielmehr durch die 
weiblichen Familienangehörigen ausgeübt zu werden. Zudem lässt sich 
durch die aussereheliche Zeugung von zwei Kindern sowie dem Zusam-
menleben mit der Kindsmutter bis zur Trennung des Paars verdeutlichen, 
dass der «Kanun» in der Familie wohl eine kleinere Rolle spielt, als dies in 
der Verwaltungsgerichtsbeschwerde dargestellt wird (vgl. vorne E. 3.2). 
Zwar hat der Beschwerdeführer im Nachzugsverfahren erklärt, dass die 
Kinder ihm anvertraut worden seien, da deren Mutter «bei ihren Eltern lebt 
und schlechte Lebensbedingungen» habe (Akten EG Thun pag. 241). Al-
lerdings fällt auf, dass kein förmlicher Sorgerechtsentscheid zugunsten des 
Beschwerdeführers beigebracht worden ist, sondern einzig eine Erklärung 
der Mutter, dass sie mit der Wohnsitznahme der Töchter in der Schweiz 
einverstanden sei (vgl. Akten EG Thun pag. 235; vgl. auch Schreiben der 
EG Thun vom 22.5.2018, Akten EG Thun pag. 237). Auch die leibliche Mut-
ter der Beschwerdeführerinnen dürfte vor diesem Hintergrund zumindest 
als weitere Vertrauensperson zu betrachten sein, zumal sie offenbar nur 
rund 10 km entfernt von ihren Kindern wohnt (vgl. Akten EG Thun 
pag. 235). Bedürfte der Onkel bzw. dessen Ehefrau gewisser Entlastung im 
Haushalt oder bei der Betreuung der Grossmutter bzw. der zwei Nichten, 
wäre es schliesslich möglich, mit finanzieller Unterstützung des Beschwer-
deführers externe Hilfe beizuziehen (vgl. E. 5.4 hiervor). Insgesamt er-
scheint gesichert, dass den Beschwerdeführerinnen die noch nötige 
Betreuung in den bisherigen Verhältnissen mit Unterstützung von Angehö-
rigen des weiteren Familienverbands zukommen kann, ohne dass die 
Hauptverantwortung vom Onkel auf die leibliche Mutter oder eine der Tan-
ten übertragen werden müsste. Eine Missachtung des «Kanuns» oder da-
mit verbundene «Entehrung» bzw. «Ächtung» des Beschwerdeführers dro-
hen daher nicht (Beschwerde S. 5).

5.6 Der Schluss der Vorinstanz, dass trotz des Gesundheitszustands 
der Grossmutter bzw. des dadurch erhöhten Pflegeaufwands des Onkels 
eine adäquate Betreuung der Beschwerdeführerinnen in Kosovo aufrecht-

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erhalten werden kann, ist somit nicht zu beanstanden. Es besteht insge-
samt ein ausreichendes und stabiles Beziehungsnetz, welches bei Bedarf 
durch externe Personen ergänzt werden könnte. Einer besonderen Betreu-
ung bedürfen die Kinder nicht. Bei anstehenden Ausbildungsentscheidun-
gen kann der Beschwerdeführer seine Töchter auch von der Schweiz aus 
unterstützen. Zudem ist er bereits in der Vergangenheit regelmässig in sei-
ne Heimat gereist (vgl. vorne E. 3.3). Nebst diesen Besuchen stehen die 
heutigen Kommunikationsmittel zur Verfügung, welche eine Beratung und 
Begleitung der Töchter von der Schweiz aus einfach gestalten. Schliesslich 
kann er seine Töchter weiterhin finanziell von der Schweiz aus unter-
stützen, was er in der Vergangenheit mit für kosovarische Verhältnisse be-
achtlichen Summen auch gemacht hat (vgl. Akten EG Thun pag. 149, 241 
und 247). 

5.7 Hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Vater und seinen Töch-
tern ist weiter von Bedeutung, dass der Beschwerdeführer sein Heimatland 
bereits 2009 verlassen hat und das Familienleben seit diesem Zeitpunkt 
lediglich über Besuche und die gängigen Kommunikationsmittel gepflegt 
werden konnte (vgl. vorne E. 3.1 und E. 3.3). Der Beschwerdeführer nahm 
diese Trennung von seinen Kindern bewusst in Kauf, als er in die Schweiz 
übersiedelte. Er ist nicht gezwungen worden, seinen Lebensmittelpunkt in 
die Schweiz zu verlegen. Den Beschwerdeführenden kann daher nicht 
gefolgt werden, wenn sie den Nachzug damit begründen wollten, dass die 
Trennung vom Vater dem Kindeswohl widerspreche, was namentlich auch 
unter dem Gesichtswinkel von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV von Bedeutung 
ist (vgl. für vergleichbare Beurteilungen BGer 2C_363/2016 vom 25.8.2016 
E. 2.4; 2C_205/2011 vom 3.10.2011 E. 4.3 f.; VGE 2019/57 vom 25.6.2019 
E. 5.7, 2018/252 vom 11.3.2019 E. 6.6). 

5.8 Der Vorinstanz ist schliesslich darin zuzustimmen, dass ein Nach-
zug der Beschwerdeführerinnen mit erheblichen Integrationsschwierig-
keiten verbunden wäre. Objektiv fällt dabei das Alter der Beschwerde-
führerinnen ins Gewicht. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung stellt 
gerade für Jugendliche über 13 Jahre die Übersiedlung in ein anderes Land 
einen bedeutenden Eingriff dar, weil dies zu einer empfindlichen 
Entwurzelung und erheblichen Integrationsschwierigkeiten führen kann 

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(BGer 2C_781/2015 vom 1.4.2016 E. 4.2, 2C_29/2014 vom 10.11.2014 
E. 3.3). Des Weiteren sind die Beschwerdeführerinnen in Kosovo aufge-
wachsen, besuchen dort die Schulen und sind vollumfänglich in ihrer Hei-
mat sozialisiert worden. Der Wegzug hätte für sie den definitiven Abbruch 
der laufenden Schulbildung zur Folge und sie würden aus ihrem gesamten 
Beziehungsnetz herausgerissen. Demgegenüber wäre ihre Betreuung in 
der Schweiz nicht mehr in einem ihnen vertrauten Familienverband sicher-
gestellt, selbst wenn die zwei in der Schweiz lebenden Schwestern des 
Beschwerdeführers einen gewissen Beitrag leisten könnten. Der Be-
schwerdeführer arbeitet Vollzeit und lebt allein (vgl. Akten EG Thun 
pag. 289). Zur Schweiz haben sie mit Ausnahme zu ihrem Vater unbestrit-
tenermassen keine Verbindung. Allein die Tatsache, dass die Beschwerde-
führerinnen einen zweimonatigen Deutschintensivkurs absolviert haben 
(BB 10), bescheinigt ihnen noch keine hohe Integrationsbereitschaft, zumal 
sie die Schweiz bisher nie besucht haben (vgl. BGer 2C_38/2017 vom 
23.6.2017 E. 4.4.3). Kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerinnen sich 
bisher höchstens elementare Kenntnisse des Niveaus A1 haben aneignen 
können (vgl. VGE 2017/137 vom 2.2.2018 E. 5.8; vgl. vorne E. 3.3). Die 
Beschwerdeführenden räumen denn auch selbst ein, dass eine Übersied-
lung in die Schweiz zu einer gewissen Entwurzelung führen würde (Be-
schwerde S. 8). Das Kindeswohl spricht bei dieser Konstellation gegen 
einen Nachzug bzw. für die Beibehaltung der bisherigen Situation. Dass die 
Beschwerdeführerinnen in der Schweiz erfolgreich eine Ausbildung absol-
vieren und sich hier integrieren könnten, erscheint unter diesen Umständen 
kaum realistisch. Als in der Heimat «gut integrierte» Kinder (Schreiben Be-
schwerdeführer vom 19.7.2018, Akten EG Thun pag. 260) verfügen die 
Beschwerdeführerinnen über ideale Voraussetzungen, um nach Beendi-
gung ihrer Ausbildung ein Studium oder eine berufliche Ausbildung in ihrer 
Heimat zu beginnen, womit die Berufschancen in Kosovo jedenfalls nicht 
schlechter als in der Schweiz stehen (vgl. für diese Beurteilung auch 
BGer 2C_771/2015 vom 5.10.2015 E. 2.2.1, 2C_29/2014 vom 10.11.2014 
E. 3.3).

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6.

Zusammenfassend ergibt sich Folgendes: Bei den Nachzugsgesuchen 
scheint nicht die Bildung einer Familiengemeinschaft, sondern eine bessere 
Ausbildung und gesichertere Zukunft der Beschwerdeführerinnen im Vor-
dergrund zu stehen (vgl. vorne E. 3.3). Diese an sich nachvollziehbaren 
Beweggründe genügen jedoch den Anforderungen an den nachträglichen 
Familiennachzug gemäss Art. 47 Abs. 4 AuG nicht (VGE 2014/81 vom 
9.2.2015 E. 3.4 mit Hinweisen). Darüber hinaus können die Beschwerde-
führenden keine weiteren Umstände namhaft machen, die einen Nachzug 
erforderlich erscheinen lassen. Die gesundheitlichen Probleme der Gross-
mutter und der dadurch erhöhte Pflegeaufwand des Onkels und dessen 
Ehefrau haben die Betreuungssituation der Beschwerdeführerinnen zwar in 
gewisser Hinsicht verändert. Die Änderungen sind mit Blick auf die Ge-
samtumstände indes nicht dergestalt, dass sie wichtige familiäre Gründe im 
Sinn des nachträglichen Familiennachzugs darstellen. Vielmehr ist davon 
auszugehen, dass eine altersgerechte Betreuung der Beschwerdeführerin-
nen in ihrer Heimat nach wie vor gewährleistet werden kann, da der haupt-
verantwortliche Onkel sowie weitere Bezugspersonen vor Ort leben und 
mithin ein stabiles Beziehungsnetz besteht. Da sie nunmehr 18 bzw. 16 
Jahre alt sind, ihr gesamtes Leben in Kosovo verbracht haben und bisher 
nur über Besuche ihres Vaters und die üblichen Kommunikationsmittel 
Kontakt hatten, wäre ein Umzug in die Schweiz dem Kindeswohl wenig 
förderlich. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessen (nament-
lich auch des Kindeswohls) ergibt sich somit, dass die Vorinstanz das Vor-
liegen wichtiger Gründe im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AuG zu Recht verneint 
hat. Vor diesem Hintergrund erweist sich der angefochtene Entscheid auch 
im Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV als rechtmässig (vgl. vorne 
E. 4.3). Die anerbotenen Beweismittel (Befragung der Ehefrau des Be-
schwerdeführers als Zeugin, Parteiverhör) lassen in den entscheiderhebli-
chen Punkten keine zusätzlichen Erkenntnisse erwarten, weshalb weitere 
Sachverhaltsabklärungen unterbleiben können (vgl. zur sog. antizipierten 
Beweiswürdigung statt vieler BVR 2017 S. 556 E. 7.4; Merkli/Aeschli-
mann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 18 N. 9 f.). 
Der Beweisantrag wird daher abgewiesen. 

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7.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden 
kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu spre-
chen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Einwohnergemeinde Thun
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.