# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 810d9e0a-7f08-5b98-97de-303a1a229f07
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.09.2011 IV 2009/423
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-423_2011-09-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/423

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 22.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 22.09.2011
Art. 28 Abs. 2ter IVG. Rentenanspruch. Gutachten als beweistauglich 
erachtet. Die im Rahmen von 80% tätig gewesene Beschwerdeführerin hat 
auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit von anfänglich 20% und später 40% 
sowie eines Leidensabzugs von 10% Anspruch auf eine Viertels- bzw. eine 
halbe Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 22. September 2011, IV 2009/423).

Entscheid Versicherungsgericht, 22.09.2011

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 22. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hanfländerstrasse 67, 

Postfach 1539,

8640 Rapperswil SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 6. Juni 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. 

G 6.1/12). Zuvor hatte sie während 25 Jahren als Pflegeassistentin, zuletzt in einem 

80%-Pensum im Spital B.___ gearbeitet (act. G 6.1/5, 6.1/9f.). Ihr Hausarzt Dr. med. 

C.___, bestätigte im Arztbericht vom 3. Juli 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im 

bisherigen Beruf seit 21. Juni 2006 wegen einem Status nach Neuromsektion III/IV des 

rechten Fusses, beidseitigen massiven Spreizfüssen, einer Arthrose im 

Tarsametatarsalgelenk II rechts mit Nekrosezonen in diesem Bereich, deutlicher Hallux 

valgus Fehlstellung links, einem Status nach Hallux valgus Operation rechts und neu 

einer Mortonschen Neuralgie II/IV des linken Fusses, wobei durch MRI ein Neurom 

intermetatarsale III/IV nachgewiesen worden sei. Zudem liege ein chronisches lumbo-

vertebrales Syndrom vor (act. G 6.1/23). Am 19. Februar 2008 wurde die Versicherte in 

der Schulthess Klinik neurologisch und am 27. März sowie 11. April 2008 

rheumatologisch abgeklärt (act. G 6.1/55f.).

A.b   Am 25. April 2008 führte die IV-Stelle eine Haushaltsabklärung durch, anlässlich 

derer die Versicherte angab, dass sie ohne Gesundheitsschaden weiterhin einer 

ausserhäuslichen Tätigkeit im Pensum von 80% nachgehen würde (act. G 6.1/47). Im 

Bericht vom 29. August 2008 diagnostizierte Dr. med. D.___, FMH Psychiatrie und 

Psychotherapie, eine mittelschwere anhaltende depressive Störung mit ausgeprägten 

Angstzuständen und vegetativen Symptomen sowie klimakterische Beschwerden. Seit 

dem 13. Dezember 2007 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.1/52).

A.c   Am 2. und 11. Dezember 2008 wurde die Versicherte im Medizinischen 

Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) psychiatrisch von Dr. med. E.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie und orthopädisch von Dr. med. F.___, Spezialarzt 

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Orthopädie FMH, begutachtet. Die beiden Experten befanden sie in der bisherigen 

Tätigkeit als Pflegeassistentin bei voller Stundenpräsenz zu 25% und in einer 

adaptierten Tätigkeit bei voller Stundenpräsenz zu 60% arbeitsfähig. In der 

Haushaltstätigkeit gingen sie von einer Arbeitsfähigkeit von 65% aus (act. G 6.1/63-21). 

Mit Stellungnahme vom 16. Februar 2009 hielt der RAD-Arzt Dr. med. G.___ das 

Gutachten für nachvollziehbar. Auf Grund der Akten befand er die Versicherte in einer 

adaptierten Tätigkeit seit Juni 2007 zu 80% und seit Dezember 2007 zu 60% 

arbeitsfähig (act. G 6.1/64).

A.d   Im Vorbescheid vom 10. Juli 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, einen Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen (act. G 6.1/69). Dagegen 

erhob die Versicherte am 1. bzw. ergänzend am 8. September 2009 Einwand (act. 

G 6.1/70 und 6.1/72ff.).

A.e   Am 8. Oktober 2009 verfügte die IV-Stelle im Sinn des Vorbescheids. Sie 

begründete die Ablehnung eines Rentenanspruchs der Versicherten damit, dass jene 

bei einer Erwerbstätigkeit im Rahmen von 80% und einer Haushaltstätigkeit von 20% 

im Erwerbsteil über eine Einschränkung von 46.7% und in der Haushaltstätigkeit über 

eine solche von 0% verfüge, weshalb der Invaliditätsgrad 37.36% betrage (act. 

G 6.1/78).

B.       

B.a   Gegen die Verfügung vom 8. Oktober 2009 richten sich die vorliegende 

Beschwerde vom 9. November 2009 sowie die Beschwerdeergänzung vom 10. 

Dezember 2009. Die Beschwerdeführerin beantragte, vertreten durch Rechtsanwalt 

Dr. iur. K. Gehler, Rapperswil, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der 

Rechtsvertreter führte im Wesentlichen aus, dass das Gutachten des MGSG vom 11. 

Dezember 2008 in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit den aktuellsten Berichten der 

behandelnden Ärzte deutlich widerspreche. Auch würden die Fussbeschwerden im 

Gutachten zu wenig berücksichtigt, da der Beschwerdeführerin generell gehende und 

stehende Tätigkeiten kaum mehr zumutbar seien. Zudem werde bestritten, dass 

adaptierte Tätigkeiten wie sie vorliegend beschrieben würden, im freien Arbeitsmarkt 

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überhaupt bestünden. Da die Einschränkungen aus psychiatrischer und orthopädischer 

Sicht nicht übereinstimmten, müssten auch die Arbeitsunfähigkeiten von 20% und 40% 

zusammengerechnet werden, was zu einer Arbeitsunfähigkeit von 60% führe. Im 

Übrigen sei unerklärlich, weshalb die IV-Stelle im Haushaltsbereich keine 

Einschränkung anerkannt habe, sei doch das Gutachten von einer Arbeitsunfähigkeit 

von 35% ausgegangen. Schliesslich sei auch ein Leidensabzug zu gewähren, welcher 

auf Grund des Alters der Beschwerdeführerin und unter Berücksichtigung aller 

physischen und psychischen Beschwerden 10% zu betragen habe (act. G 1, 4).

B.b   Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2010 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung machte sie 

geltend, dass der Meinung neutraler MGSG-Experten ein höherer Stellenwert 

beigemessen werden müsse als derjenigen behandelnder Ärzte, welche in 

Zweifelsfällen doch eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagten. Auch sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb eine adaptierte Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt nicht 

verfügbar sein solle, arbeite doch jeder Hilfsarbeiter an einem modernen Arbeitsplatz 

heute grundsätzlich sitzend. Würde man bei der Beschwerdeführerin mit guten 

Deutschkenntnissen und überdurchschnittlichem Verdienst als Gesunde zusätzlich 

einen Leidensabzug anrechnen, wäre der Gesundheitsschaden doppelt berücksichtigt. 

Schliesslich sei bei Einschränkungen im Haushalt praxisgemäss nicht auf das 

Gutachten, sondern auf die Haushaltsabklärung abzustellen (act. G 6).

B.c   In der Replik vom 12. April 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Ausführungen fest; sie beantragte eventualiter eine Teilrente zuzusprechen (act. G 12).

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen:

1.      

Zwischen den Parteien ist einzig der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin streitig.

2.        

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2.1    Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass 

der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

8. Oktober 2009 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem 

Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 

begonnen hat. Zu beurteilen ist im vorliegenden Verfahren eine im Juni 2006 manifest 

gewordene Verschlechterung des Gesundheitszustands mit im Juni 2007 erfolgter 

Anmeldung bei der IV. Gemäss den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln ist für 

die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. 

Januar 2008 (bis Verfügungserlass) auf die neuen Normen der 5. IV-Revision 

abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 

7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich durch das neue 

Recht jedoch keine substanzielle Änderung. Zitiert werden im Folgenden die ab 1. 

Januar 2008 geltenden Bestimmungen.

2.2    Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Unter Erwerbsunfähigkeit wird der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

verstanden (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch 

einen Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem 

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Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so 

genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil 

erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen 

"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.

2.3    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4    Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der medizinischen Fachperson ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des streitigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese Untersuchungspflicht dauert so 

lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen 

Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den 

Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und 

inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur Überzeugung, ein 

bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V 360 E. 5b mit 

Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden 

Ergebnis nichts mehr ändern, so ist ein Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise 

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zulässig und bedeutet keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 

2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit Hinweisen).

3.        

3.1    Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Bemessung des im Erwerbsbereich 

bestehenden Invaliditätsgrads auf das Gutachten von Dr. F.___ und Dr. E.___ vom 

11. Dezember 2008 (act. G 6.1/63) abgestützt. Nach Auffassung der Gutachter besteht 

in geistig einfachen Tätigkeiten, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt 

werden können, ohne dass dabei regelmässig Gegenstände über 5kg gehoben oder 

getragen werden müssen, die nicht mit häufigem Laufen auf unebenem Boden sowie 

Treppensteigen und Erklimmen von Leitern verbunden sind, die nicht in kalter und 

feuchter Umgebung ausgeübt werden müssen und die ohne erhöhte psychische 

Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erhöhte Konzentrationsfähigkeit, ohne 

Planungsfähigkeit, ohne Verantwortung, ohne Kundenkontakte und ohne Nachtarbeit 

ausgeführt werden können, bei voller Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 60% 

(act. G 6.1/63-9 und 21). Die Beschwerdeführerin bringt jedoch verschiedene 

Vorbehalte gegen die Zuverlässigkeit dieses MGSG-Gutachtens vor (vgl. act. G 4).

3.2    Sie kritisiert, dass die Einschätzungen der Gutachter durchgehend allen 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte widersprächen. Tatsächlich befand Dr. med. 

H.___, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, die 

Beschwerdeführerin auf Grund der Anamnese und des klinischen Befunds aus 

orthopädischer, schmerztherapeutischer Sicht zu 100% arbeitsunfähig (act. 

G 6.1/88-36). Auch die behandelnde Psychiaterin Dr. D.___ schätzte die 

Arbeitsunfähigkeit im Bericht vom 18. November 2009 mit Verweis auf ihre frühere 

Einschätzung vom 29. August 2008 (vgl. act. G 6.1/52) aktuell auf etwa 90%, wobei der 

Zustand der Beschwerdeführerin eher wechselhaft sei. Eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

halte sie nicht für realistisch (act. G 6.1/88-38).

3.2.1           Vorab ist festzustellen, dass die vorhandenen Vorakten und insbesondere 

der Bericht von Dr. D.___ vom 29. August 2008 mit Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit 

aus psychiatrischer Sicht auf 100% (act. G 6.1/52), die Berichte von Dr. C.___ vom 3. 

Juli und 19. Dezember 2007, seine Berichte an die Helsana Versicherungen und die 

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Beurteilungen des Vertrauensarztes der Helsana Versicherungen sowie die Berichte der 

Schulthess Klinik von 2008 in die Begutachtung der MGSG-Experten einflossen, was 

sich einerseits aus dem im Gutachten enthaltenen Kapitel "Vorhandene Akten" und 

andererseits auf Grund der Ausführungen selber ergibt (vgl. act. G 6.1/63-2f. und 10). 

So nahm Dr. F.___ aus orthopädischer Sicht eingehend zu den Einschätzungen der 

behandelnden Orthopäden Stellung, wobei er die Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der 

Schulthess-Klinik von 100% vom 20. Mai 2000 bis 15. Februar 2001 sowie eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 16. Februar 2001 für sechs bis acht Wochen mit 

Gewichtslimiten und eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17. bis 30. April 2001 auf 

Grund der degenerativen LWS-Veränderungen L4/5 grösstenteils für nachvollziehbar 

erachtete. Die von Dr. C.___ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit mehr als ein Jahr 

nach der Hallux valgus-Korrektur im Juni 2006 befand er demgegenüber als nicht ganz 

plausibel, da eine Restarbeitsfähigkeit seiner Meinung nach hätte zugemutet werden 

können. Für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich waren gemäss Dr. F.___ eine 

ausgeprägte Grosszehengrundgelenks- und Sesamoidarthrose rechts, eine 

Metatarsalgie bei Senk-/Spreizfuss beidseits mit Hallux valgus-Fehlstellung links und 

Hallux valgus-Rezidivfehlstellung bei Status nach Scarf-Osteotomie des Metatarsale I 

06/2006 und Morton-Neuromexcision II/III 12/2006 rechts, eine Makroinstabilität L4/5 

bei mässiger Spondylarthrose und erheblicher linksbetonter Spondylarthrose L5/S1 

sowie mässiger Spondylarthrose und Osteochondrose L2-4 ohne neurale Kompression 

sowie eine Präadipositas (act. G 6.1/63-7). Diesen Diagnosen haben sowohl Dr. H.___ 

als auch Dr. C.___ nichts entgegenzuhalten. Ersterer führte im Schreiben vom 18. 

September 2009 (act. G 6.1/74-1) jedoch zusätzlich das Vorliegen einer "akuten 

Neuritis, sowohl am rechten als auch am linken Fuss" auf. Dazu hielt der RAD-Arzt 

Dr. G.___ fest, dass Dr. H.___ keine durch diese Diagnose bedingte 

Funktionseinschränkung nenne. Die alleinige Aufzählung einer weiteren Diagnose 

begründe keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Ausserdem stehe die 

Diagnose in Zusammenhang mit dem von Dr. H.___ bestätigten "chronischen 

Schmerzbild an beiden Füssen" wie es auch von Dr. F.___ unter dem Namen 

"Metatarsalgie" beschrieben worden sei (act. G 6.1/77). Zur Aussage Dr. H.___s vom 

16. November 2009 betreffend einer weiterhin nachweisbar am rechten Fuss 

bestehenden chronischen Neuritis, welche es der Beschwerdeführerin unmöglich 

mache, länger als ein bis zwei Stunden zu gehen und zu arbeiten, entgegnete Dr. G.___ 

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am 18. Januar 2010, es werde dabei nicht genauer festgehalten, welcher Nerv 

betroffen sei und welche objektivierbaren Funktionseinschränkungen bestünden. Die 

von Dr. H.___ genannte "chronische Neuritis" sei Ausdruck der durch die 

Fussfehlstellung bedingten mechanischen Überlastung mit ständiger Nervenreizung. Es 

handle sich nicht um ein neues Krankheitsbild. Daher stelle die Einschätzung der 

Arbeitsunfähigkeit von Dr. H.___ lediglich eine andere Beurteilung des gleichen 

medizinischen Sachverhalts dar (act. G 6.1/89). Diese Stellungnahme des RAD-Arztes 

erscheint nachvollziehbar. Zudem ist anzufügen, dass Dr. H.___ seine 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung sowohl auf orthopädische als auch psychische Ursachen 

stützte, er somit auch eine mit dem chronischen Schmerzsyndrom 

zusammenhängende Depression, Gefühlsstörungen, massive Gewichtszunahme und 

Schlafstörungen in die Beurteilung miteinbezog. Er setzte sich weder mit dem MGSG-

Gutachten auseinander, noch machte er klare Aussagen hinsichtlich einer in 

leidensadaptierten Tätigkeiten bestehenden (Rest-)Arbeitsfähigkeit. Daher vermag 

seine Einschätzung jene des bidisziplinären Gutachtens nicht zu erschüttern.

3.2.2           Dr. G.___ befand auch hinsichtlich der vom Gutachten abweichenden 

Beurteilung von Dr. D.___ vom 18. November 2009, dass es sich lediglich um eine 

andere Beurteilung des gleichen medizinischen Sachverhalts handle (act. G 6.1/89). Die 

hier vorgebrachten medizinischen Differenzen lassen sich vorwiegend durch die 

Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag erklären (vgl. dazu BGE 

124 I 170 E. 4 S. 175). Zwar darf trotz der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte 

im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen dürften (BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353), der 

Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, nicht 

dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Oft bringt gerade die 

einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde 

Ärzte wertvolle Erkenntnisse hervor. Jedoch lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 

Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

(BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 

seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. Juni 

2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage 

zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

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Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 

denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte 

wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder 

ungewürdigt geblieben sind (EVG-Urteil vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit 

Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2). 

Vorliegend bringt die behandelnde Psychiaterin Dr. D.___ nichts vor, was das 

psychiatrische Gutachten von Dr. E.___ in Frage stellen oder als unvollständig 

qualifizieren würde. Demnach hat das Gutachten gegenüber der Beurteilung der 

behandelnden Ärztin Vorrang.

3.2.3           Hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ist im Übrigen 

darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der mittelgradigen 

depressiven Episode gemäss Dr. E.___ nicht über die notwendigen Ressourcen 

verfügt, die depressiven Symptome und ihre Folgen zu überwinden. Laut Dr. E.___ ist 

die mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom gekennzeichnet durch 

ausgeprägt depressive Verstimmung mit Affektlabilität, ausgeprägter 

psychomotorischer Unruhe und Antriebsminderung. Hinzu kämen Interessenverlust, 

Konzentrationsstörungen, subjektive Vergesslichkeit, zunehmende Kontaktarmut mit 

sozialem Rückzug und Schlafstörungen, wobei sich die Schlafstörungen mit Ausnahme 

von Angstträumen unter einer antidepressiven Medikation gebessert hätten. Die 

Beschwerdeführerin wirke im Denken negativistisch eingeengt, äussere Schuldgefühle 

mit Misstrauen gegenüber der Umgebung und fühle sich unverstanden. Auf Grund 

dieser depressiven Symptomatik erscheine die psychische Belastbarkeit deutlich 

reduziert mit mangelndem Durchhaltevermögen, vermehrter Müdigkeit, mangelnder 

Konzentrationsfähigkeit, Beeinträchtigung von Selbständigkeit, Motivation, Planung 

und Arbeitstempo. Auf Grund dessen sei die Beschwerdeführerin nicht im Stande, die 

depressive Erkrankung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung 

vollständig zu überwinden (act. G 6.1/63-32f.). Diese Beurteilung erscheint 

nachvollziehbar und in sich schlüssig, weshalb darauf abzustellen ist.

3.3    Zusammenfassend vermögen die weiteren ärztlichen Berichte und 

Arbeitsunfähigkeitseinschätzungen der behandelnden Ärzte an der Beweistauglichkeit 

des MGSG-Gutachtens nichts zu ändern. Folglich ist von einer 60%igen 

Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen. Im Übrigen ist mit dem 

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RAD-Arzt festzuhalten, dass die aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht 

vorliegenden Arbeitsunfähigkeiten nicht zu addieren sind, haben doch die beiden 

Fachärzte in ihrem interdisziplinären Gutachten die Arbeitsfähigkeit "anlässlich der 

gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung" "gesamthaft" auf 60% 

geschätzt (vgl. act. G 6.1/63-21 und 6.1/89-2).

4.      

4.1    Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter, dass die Beschwerdegegnerin trotz 

gutachterlich beurteilter Einschränkung in der Haushaltstätigkeit von 35% in der 

Verfügung vom 8. Oktober 2009 keine solche anerkannt habe. Vorliegend hielt die 

Abklärungsperson anlässlich der Haushaltsabklärung vom 15. April 2008 gestützt auf 

die Angaben der Beschwerdeführerin fest, dass diese grundsätzlich alle anfallenden 

Arbeiten im Haushalt weitestgehend selber erledigen könne und nur teilweise bei den 

schweren Arbeiten, wie Fensterreinigen, Grossputz und schwere Taschen tragen die 

Hilfe ihres Ehemanns benötige. Sie schätze jedoch, dass sie in etwa die Hälfte mehr 

Zeit für diese Verrichtungen brauche. Gestützt auf diesen vermehrten Zeitaufwand 

wurde pauschal eine Einschränkung von 25% festgehalten, ohne die 

Gesamtstundenzahl bei den Haushaltsverrichtungen oder die jeweiligen 

Einschränkungen aufgeteilt auf die einzelnen Aufgabenbereiche anzugeben. Auf Grund 

der dem pensionierten Ehemann zumutbaren Mithilfe im Rahmen der 

Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht werde diese Einschränkung jedoch 

vollumfänglich kompensiert (act. G 6.1/47-3 und 6.1/44). Im MGSG-Gutachten blieb 

demgegenüber diese Einschätzung unberücksichtigt. Hier hielten die Gutachter eine 

Einschränkung in den Haushaltstätigkeiten von 35% fest, weil auf Grund der 

degenerativen LWS-Veränderungen und der Instabilität L4/5 häufige inklinierte und 

reklinierte sowie rotierte Körperhaltungen und regelmässiges Heben und Tragen von 

Lasten über 5 - 10kg und auf Grund der Metatarsalgie beidseits und der 

Grosszehengrundgelenksarthrose rechts häufiges Laufen nicht mehr vollumfänglich 

zumutbar sei (act. G 6.1/63-21). Laut RAD-Arzt Dr. G.___ schien diese Schätzung, 

welche noch keine eventuelle Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht von im 

selben Haushalt wohnenden Personen berücksichtige, auf Grund der verminderten 

körperlichen und psychischen Belastbarkeit auch aus versicherungsmedizinischer 

Sicht plausibel (act. G 6.1/64-2). Dennoch legte die Beschwerdegegnerin der 

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angefochtenen Verfügung diejenige Einschränkung nach Haushaltsabklärung und nicht 

die der medizinischen Gutachter zu Grunde (act. G 6.1/78).

4.2    Gemäss Rechtsprechung bildet die Abklärung im Haushalt auch bei Personen, 

die an einem psychischen Gesundheitsschaden leiden, grundsätzlich ein geeignetes 

Mittel der Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Fall eines Widerspruchs 

zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen 

Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu 

erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht 

einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzipielle 

Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur 

beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit 

verbundenen Einschränkungen zu erkennen (EVG-Urteil vom 17. August 2006, I 

303/06, E. 7 mit Hinweisen).

4.3    Die vorliegenden Abklärungen enthalten beide Ungereimtheiten und Mängel. So 

basiert einerseits die Abklärung an Ort und Stelle nicht auf einer vollständig abgeklärten 

Grundlage. Andererseits scheint sich auch die gutachterliche Einschätzung - obgleich 

in interdisziplinärer Absprache erstellt - von der Begründung her lediglich auf die 

körperlichen Einschränkungen zu beziehen. Es bestehen jedoch keine Hinweise darauf 

und wird im Übrigen auch nicht geltend gemacht, dass die Einschränkung von 35% zu 

tief angesetzt wäre. Somit kann davon ausgegangen wäre, dass die Einschränkungen 

im Haushalt gesamthaft, d.h. aus orthopädischer wie auch aus psychischer Sicht, 

beurteilt wurde. Schliesslich spricht angesichts der vorliegenden Akten ebenfalls nichts 

dagegen, dass es dem bereits pensionierten Ehegatten sowohl zeitlich als auch 

gesundheitlich möglich ist, die seiner Ehefrau nicht mehr zumutbaren 

Haushaltsarbeiten abzunehmen bzw. ihr dabei, soweit nötig, zu helfen. Wie hoch diese 

Mithilfe des Ehegatten konkret einzustufen ist, kann vorliegend aber offen bleiben, wie 

nachfolgende Ausführungen zeigen (vgl. Erwägung 6.3.3).

5.        

Die Beschwerdeführerin lässt weiter geltend machen, dass der ihr zugängliche 

Arbeitsmarkt solche Tätigkeiten gar nicht anbiete. Es ist deshalb zu prüfen, ob die 

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Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit erwerblich umzusetzen vermag. 

Referenzpunkt für diese Verwertung ist der hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen 

theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der 

Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot 

von und der Nachfrage nach Stellen; andererseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, 

der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar 

sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen 

wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Letzteres gilt auch im Bereich der un- 

und angelernten Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im 

Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu 

verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder 

nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 

1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer gesundheitlichen 

Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von 

realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren 

Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend 

nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kennt oder nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die 

Ausführungen in der Beschwerde und vor allem der Replik verkennen den rein 

hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, 

weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abgegrenzt werden 

können. So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, 

geschweige denn offene Stellen, sondern um (gesundheitlich zumutbare) 

Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch 

abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (nicht veröffentlichtes EVG-

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Urteil vom 16. Juli 2003, I 758/02). Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Rüge 

ist somit unbegründet.

6.      

6.1    Damit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad auf der Basis einer Arbeitsfähigkeit 

von 60% für einfache, leichte, leidensadaptierte Tätigkeiten zu bemessen. Gemäss 

Fragebogen des Arbeitgebers betrug der AHV-pflichtige Lohn im Jahr 2007 

Fr. 57'443.35 bei einem Beschäftigungsgrad von 80%. Zudem erhielt die jahrelang als 

Dauernachtwache tätige Beschwerdeführerin Inkonvenienzentschädigungen 

ausbezahlt, welche im Jahr 2005 Fr. 5'143.-- und im Jahr 2006 Fr. 3'238.50 betrugen. 

Da auch Inkonvenienzen beim Valideneinkommen grundsätzlich zu berücksichtigen 

sind (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 

2010, IV 2008/196, E. 4.1 mit Hinweisen) und die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2006 

ihren letzten Arbeitstag hatte (act. G 6.1/27-2ff.), ist das in einem ganzen Jahr erzielte 

Einkommen aus Inkonvenienzen beim Valideneinkommen aufzurechnen. Damit beträgt 

das Valideneinkommen für eine 80%-Stelle im Jahr 2007 Fr. 62'586.-- (Fr. 57'443.-- + 

Fr. 5'143.--).

6.    Da die Beschwerdeführerin sowohl ihre angestammte Berufstätigkeit als 

Pflegeassistentin wie auch infolge der langen Berufsabwesenheit den erlernten Beruf 

als medizinische Laborantin (vgl. act. G 6.1/63-3) nicht mehr ausführen könnte, hat die 

Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen zu Recht gestützt auf die Tabellenlöhne 

der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) bemessen (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 

10. März 2008, 8C_119/2007, E. 5.2). Dabei ging sie korrekterweise vom LSE-

Durchschnittseinkommen einer Frau im tiefsten Anforderungsniveau (einfache und 

repetitive Tätigkeiten) aus. Im Jahr 2007 belief sich das durchschnittliche 

Monatseinkommen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche auf 

Fr. 4'079.30. Aufgerechnet auf die im Jahr 2007 vorherrschende betriebsübliche 

Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von 

Fr. 51'031.85. Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass sich gemäss Gutachten die 

verminderte Arbeitsfähigkeit als Leistungsminderung "bei voller Stundenpräsenz" zeigt. 

Da die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall zu 80% erwerbstätig wäre, ist im 

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Rahmen dieser 80%-Erwerbstätigkeit nur eine Leistungsfähigkeit von 60% gegeben, 

weshalb die Restarbeitsfähigkeit im Erwerb 48% beträgt (vgl. zur verminderten 

Leistungsfähigkeit bei Anwendung der gemischten Methode auch die Urteile des 

Versicherungsgerichts vom 6. Juli 2010, IV 2008/486, E. 6.2.4 und vom 13. August 

2008, IV 2007/15, E. 3.4). Damit beträgt das Invalideneinkommen ohne 

Berücksichtigung eines Leidensabzugs Fr. 24'495.-- (Fr. 51'032.-- x 0.48).

6.3    Die Beschwerdeführerin erachtet zusätzlich einen Abzug von 10% als 

angemessen, während sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt stellt, dass 

durch einen sogenannten Leidensabzug bei der Beschwerdeführerin mit 

überdurchschnittlichem Verdienst unter Anwendung des Tabellenlohns Kolonne 4 der 

Gesundheitsschaden doppelt berücksichtigt würde.

6.3.1           Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem 

Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, die der 

versicherten Person - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf dem Arbeitsmarkt eine 

zusätzliche Lohneinbusse verursachen. In BGE 126 V 75 hat das Bundesgericht 

festgestellt, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen 

sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 

Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher 

Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen. 

Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf das 

Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen 

können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen 

lassen.

6.3.2           Von Bedeutung ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin gegenüber 

einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres 

Krankheitsrisiko hat. Aus Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt 

dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen 

würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu 

https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75

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kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste sie mit einem entsprechend 

tieferen Lohn rechnen. Die Beschwerdeführerin ist körperlich und psychisch gegenüber 

einer gesunden Konkurrentin mit gleichem Teilpensum klar benachteiligt, sie ist 

weniger flexibel einsetzbar und benötigt von Mitarbeitenden und Vorgesetzten eine 

gewisse Rücksichtnahme. Angesichts der doch erheblichen Einschränkungen bzw. 

Anforderungen an einen adaptierten Arbeitsplatz sowie des vorgerückten Alters der 

Beschwerdeführerin erscheint ein Abzug von 10% als angemessen.

6.3.3           Somit resultiert unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10% ein 

Invalideneinkommen von Fr. 22'046.-- (Fr. 24'495.-- x 0.9) und eine Erwerbseinbusse 

von Fr. 40'540.-- (Fr. 62'586.-- - Fr. 22'046.--). Für den erwerblichen Teil im Rahmen 

von 80% ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von 51.8% ([Fr. 40'540.-- / 62'586.--] x 

100 x 0.8) und damit ein Anspruch auf eine halbe Rente. Da selbst die volle 

Berücksichtigung einer Einschränkung im Haushalt von 35% lediglich einen 

Invaliditätsgrad von 7% (35 x 0.2) im Haushalt und somit insgesamt einen solchen von 

58.8% ergeben würde, kann die Höhe der im Haushalt bestehenden Einschränkung 

offen bleiben.

6.3.4           Hinsichtlich des Rentenbeginns ist auf Grund der plausiblen Stellungnahme 

von RAD-Arzt Dr. G.___ vom 16. Februar 2009 davon auszugehen, dass nach Ablauf 

des Wartejahrs im Juni 2007 die psychiatrische Erkrankung noch nicht manifest war, 

weshalb zunächst nur eine somatische Einschränkung, d.h. eine 80%ige 

Leistungsfähigkeit "bei voller Stundenpräsenz" in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. act. 

G 6.1/64-2f.) ausgewiesen ist. Folglich ist ab Juni 2007 von einem Invalideneinkommen 

von Fr. 29'394.-- (Fr. 51'032.-- x 0.8 [Pensum] x 0.8 [Leistungsfähigkeit] x 0.9 [infolge 

Leidensabzug]) auszugehen. Der Invaliditätsgrad im Erwerb beträgt somit 53% bzw. 

bezogen auf die 80%-Erwerbstätigkeit 42.4%. Damit besteht - wiederum unabhängig 

von der effektiven Einschränkung im Haushalt - ab 1. Juni 2007 ein Anspruch auf eine 

Viertelsrente (Invaliditätsgrad zwischen 42.4% und 49.4%).

6.3.5           Im Dezember 2007 wurde die psychiatrische Erkrankung manifest (act. 

G 6.1/64-2). Daher hat die Beschwerdeführerin ab 1. März 2008, d.h. drei Monate nach 

Eintritt der Verschlechterung (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV), Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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7.      

7.1    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung vom 8. Oktober 2009 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin ab 1. Juni 

2007 eine Viertelsrente sowie ab 1. März 2008 eine halbe Rente zuzusprechen. Die 

Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückzuerstatten.

7.3    Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Nachdem die 

Beschwerdeführerin vorliegend obsiegt, erscheint - wie in vergleichbaren Fällen üblich - 

eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.     In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 8. Oktober 2009 

aufgehoben, und es wird der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juni 2007 eine 

Viertelsrente und ab 1. März 2008 eine halbe Rente zugesprochen. Die Sache wird zur 

Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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2.       Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

zurückerstattet.

3.     Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.09.2011
	Art. 28 Abs. 2ter IVG. Rentenanspruch. Gutachten als beweistauglich erachtet. Die im Rahmen von 80% tätig gewesene Beschwerdeführerin hat auf Grund einer Arbeitsunfähigkeit von anfänglich 20% und später 40% sowie eines Leidensabzugs von 10% Anspruch auf eine Viertels- bzw. eine halbe Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. September 2011, IV 2009/423).

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