# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65ec3fc3-cf2f-5b45-8bc3-6af6e7d17931
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-29
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 29.06.2021 S 2020 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-25_2021-06-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 29. Juni 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung
(Rente)

S 2020 25

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Urteil S 2020 25

A. Die 1963 geborene A.________ meldete sich am 6. September 2016 unter 
Hinweis auf generalisierte Kopfschmerzen, eine Depression und eine Gonarthrose bei der 
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Die IV-Stelle tätigte in der Folge 
medizinische und erwerbliche Abklärungen. Im Weiteren zog sie die Akten der 
Krankentaggeldversicherung bei, unter anderem auch ein von dieser in Auftrag gegebenes 
bidisziplinäres Gutachten von Dr. med. C.________, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 2. April 2017 (IV-act. 19 S. 3–16) und von Dr. med. D.________, 
FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 19. März 2017 (IV-act. 19 S. 17–26). Mit 
Vorbescheid vom 6. September 2017 stellte die Verwaltung die Zusprache einer 
Viertelsrente vom 1. April bis 31. Juli 2017 in Aussicht (IV-act. 26). Auf Einsprache hin (IV-
act. 32) aktualisierte die IV-Stelle die medizinischen Akten und gab sodann ein 
polydisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie 
und Rheumatologie bei der MEDAS Zentralschweiz in Auftrag, welches am 26. April 2019 
erstattet wurde (IV-act. 62). Daraufhin gewährte sie dem Rechtsvertreter von A.________ 
das rechtliche Gehör, wovon er am 21. August 2019 Gebrauch machte und drei 
Stellungnahmen der behandelnden Ärzte einreichte (IV-act. 72 und 73). Diese 
unterbreitete die IV-Stelle ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und sprach 
schliesslich gestützt auf deren Beurteilungen (IV-act. 74 und 75) A.________ mit 
Verfügung vom 10. Februar 2020 vom 1. April 2017 bis 31. März 2019 eine halbe 
Invalidenrente zu (BF-act. 1).

B. Beschwerdeweise liess A.________ beantragen, die Verfügung vom 10. Februar 
2020 sei aufzuheben und ihr sei ab April 2017 unbefristet und fortdauernd eine 
Dreiviertelsrente auszurichten. Eventuell sei ihr ab April 2017 bis März 2019 eine halbe 
Invalidenrente und ab April 2019 unbefristet und fortdauernd eine Viertelsrente 
auszurichten. Gerügt wird insbesondere eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, der 
fehlende Beweiswert der Expertise vom 26. April 2019, eine Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes und ein zu tiefer leidensbedingter Abzug (act. 1).

C. Der mit Verfügung vom 24. Februar 2020 verlangte Kostenvorschuss in Höhe von 
Fr. 800.– bezahlte die Beschwerdeführerin fristgerecht (act. 3).

D. Die IV-Stelle schloss vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 5).

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Urteil S 2020 25

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 10. Februar 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 
V 445 E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im 
Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen 
Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 21. Februar 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 31. 
Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden 
und in dieser Fassung zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [EG AHVIVG; BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des 
Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort 
der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung von der IV-Stelle Zug. 
Die Verfügung datiert vom 10. Februar 2020 (BF-act. 1) und ist frühestens am Folgetag im 
Herrschaftsbereich des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin eingetroffen (vgl. auch 
act. 1 S. 3). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde 
beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift trägt das 
Datum des 21. Februar 2020, wurde am gleichen Tag Post übergeben und ging am 24. 
Februar 2020 beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 
Abs. 1 ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung 
direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen 

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Urteil S 2020 25

Antrag und eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten 
oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer 
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und 
andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisions-
gründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der 
Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a IVV 

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festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den 
Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für 
die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich 
durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des 
Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung 
der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende; 125 V 369 E. 2; 109 V 262 E. 4a; vgl. BGE 
130 V 343 E. 3.5).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2; 132 V 93 E. 4).

3.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es 
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen 
allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit 
diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinandersetzt, in Kenntnis der 
und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es 
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die 
Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die 
rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die 
Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung 
der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. dazu 
BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweisen; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).

4. Zunächst ist – da formeller Natur (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.1; 127 V 431 E. 3d/aa) 
– die Rüge der Gehörsverletzung zu prüfen.

4.1 Die Beschwerdeführerin moniert, indem die IV-Stelle die Rentenabklärung ohne 
Vornahme einer umfassenden medizinischen Abklärung der 
invalidenversicherungsrechtlich-relevanten Beeinträchtigungen durchgeführt habe, habe 

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Urteil S 2020 25

sie ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Die angefochtene Verfügung genüge 
den Anforderungen an einen ausreichend begründeten Entscheid nicht (act. 1 Ziff. 12e). 

4.2
4.2.1 Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Darstellung 
des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen 
Erwägungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so 
abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist 
nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die 
Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens 
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten 
liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die 
Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen 
Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/dd mit Hinweis; 118 V 56 
E. 5b). Aus der Begründung muss jedenfalls ersichtlich werden, ob und warum die 
Behörde ein Vorbringen einer Partei für unzutreffend beziehungsweise unerheblich hält. 
Es muss erkennbar sein, ob die Behörde es überhaupt in Betracht gezogen hat. Sie darf 
sich nicht auf den Hinweis beschränken, die Überlegungen der versicherten Person seien 
zur Kenntnis genommen und geprüft worden (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 
2020, Art. 49 ATSG N 66, mit Hinweis auf BGE 124 V 180).

4.2.2 Die Rüge bezüglich der mangelhaften Begründung der Verfügung ist weder 
hinreichend dargetan noch sind Anhaltspunkte dafür ersichtlich. Die IV-Stelle ist im 
angefochtenen Entscheid auf die gegen die Beweiskraft des Gutachtens erhobenen 
Einwendungen unter Wiedergabe der verschiedenen Stellungnahmen des RAD 
eingegangen. Dadurch ist sie den an Verfügungen der Massenverwaltung gestellten 
Anforderungen nachgekommen, denn die Beschwerdeführerin konnte sich aufgrund der 
ausführlichen Verfügungsbegründung über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen 
und die Erfolgsaussichten eines Weiterzugs einschätzen. Der Vorwurf geht somit fehl.

4.3
4.3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 
Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein 
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in 

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die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor 
Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, 
erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder 
mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet 
ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1).

Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 
notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. 
Kommt die Verwaltung ihrer Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts nicht oder nicht 
genügend nach, kann die Sache aus diesem Grund und nicht wegen Verletzung des 
rechtlichen Gehörs an sie zurückgewiesen werden (BGE 132 V 368 E. 5). 

4.3.2 Die Beschwerdeführerin ist somit auch mit der Rüge, die IV-Stelle habe ihren 
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil sie keine umfassende medizinische 
Abklärung vorgenommen habe, nicht zu hören. Ob die Verwaltung tatsächlich den 
medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat, ist nachfolgend zu prüfen. 
Gegebenenfalls wäre dann die Angelegenheit zufolge Verletzung des 
Untersuchungsgrundsatzes zurück zu weisen.

5. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das MEDAS-
Gutachten vom 26. April 2019 (IV-act. 62) und die Stellungnahmen der RAD-Ärzte 
Dr. med. E.________, Facharzt Innere Medizin und Arbeitsmedizin, vom 29. August 2019 
sowie F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 19. September 2019 
(IV-act. 74 und 75).

5.1 Die Fachärzte der MEDAS Zentralschweiz stellten folgende Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10 
F33.1–33.2; aufgrund der Verdeutlichungstendenz nicht eindeutig zu beurteilen), mit 
anhaltender Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und akzentuierten Persönlichkeitszügen mit 
emotional instabilen und histrionischen Anteilen (ICD-10 Z73.1),

- Mässige medial betonte Gonarthrose mit rechtsbetonter Femoropatellararthrose, bei Status 
nach repetitiven Kniegelenksergüssen (anamnestisch),

- Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit deutlichen 
Schmerzchronifizierungszeichen, bei mässigen degenerativen Veränderungen (Röntgen vom 
17. Januar 2019) und mässiger linkskonvexer Torsionsskoliose (Scheitel auf Höhe des 2. und 3. 
Lendenwirbels).

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Ohne Einfluss auf die Leistungsfähigkeit verblieben folgende Gesundheitsschäden:

- Metabolisches Syndrom, mit 
- Adipositas "simplex" (157,5 cm/94,5 kg, Body Mass Index 38,1), bei Status nach 

Fettschürzenexzision 2006 und positiver Familienanamnese (Mutter),
- Diabetes mellitus Typ 2, Erstdiagnose aktuell (Nüchternglukose 8,12 mmol/l, HbA1c 6,5 

[normal 4,8–5,9]), unbehandelt, mit Lebersteatose (Computertomographie [CT] Juni 2017) 
und leicht erhöhten Werten von GPT und Gamma-GT,

- Verdacht auf arterielle Hypertonie, aktuell 155/95 mmHg, unbehandelt, bei positiver 
Familienanamnese (Mutter),

- Dyslipidämie, unbehandelt, mit leicht erhöhtem Gesamt- und LDL-Cholesterin,
- Seborrhoisches Ekzem (Glabella),
- Beginnende Acanthosis nigricans (Hals),
- "Weichteilplus" Gesäss rechts, differentialdiagnostisch Lipom,
- Senk-Spreizfüsse, mit Onychomykose der Grosszehennägel.

Die Sachverständigen führten im Weiteren aus, die psychiatrische Therapie bei Dr. med. 
G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sei leitliniengerecht erfolgt, ebenso die 
Rehabilitationshospitalisation in der psychosomatischen Abteilung der Klinik H.________. 
Im Sinne der psychiatrischen Teilgutachterin wären noch andere psychotherapeutische 
Methoden sowie eventuell zusätzliche psychopharmakologische Möglichkeiten in Betracht 
zu ziehen. Zu denken gebe ebenfalls der im aktuellen Labortest gemessene deutlich 
unterhalb des therapeutischen Rahmens liegende Serumspiegel des Antidepressivums 
Fluoxetin, welcher auf eine mangelnde therapeutische Compliance oder eine 
Unterdosierung hinweisen könnte. Rheumatologischerseits und auch allgemein-
internistisch ergebe sich eine deutliche Diskrepanz von geäusserten Beschwerden und 
objektivierbaren Befunden, sowohl bezüglich der Rückenschmerzen als auch derjenigen 
im Bereich des rechten Knies. Diese sei grösstenteils der psychischen Grundproblematik 
anzulasten und durch entzündungshemmende Analgetika nicht behebbar. Lange 
Diskussionen darüber, ob eventuell medizinische Massnahmen zur Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit führen könnten, seien müssig. Die Versicherte sollte pragmatisch 
umgehend in eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, vorerst in einem 20 %-
Pensum, wiedereingegliedert werden, unter engmaschiger psychiatrischer, hausärztlicher 
und rheumatologischer Begleitung. Eine längerfristige Prognose könne sinnvollerweise 
erst nach einer längeren Beobachtungsphase und Behandlung im 
Wiedereingliederungsstadium formuliert werden. Sowohl die Konsistenz als auch die 
Plausibilität hinsichtlich der Familienverhältnisse und der gesundheitlichen Angaben seien 
nur mangelhaft gegeben. Diese seien teilweise nicht durch objektive Befunde zu erhärten 
resp. diese würden sich widersprechen. Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die Arbeit im 
letzten Anstellungsverhältnis bei der I.________ vor allem als Reinigungsfrau sei nach 
dem emotional immer noch hochgeladenen und unverarbeiteten Kündigungstrauma durch 

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Urteil S 2020 25

den Arbeitgeber vom 21. April 2016 sowohl psychologisch als auch (unsicher, vermutlich) 
physisch realistischerweise nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich ausschliesslich 
leichte, wechselbelastende Arbeit, mit lediglich vereinzelten Tätigkeiten im Knien, ohne 
häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten und 
ohne solche mit Sicherungsfunktion sei in stressarmem, tolerantem Arbeitsmilieu 
medizinisch-theoretisch die Arbeitsfähigkeit auf 70–80 % der Norm einzuschätzen, wobei 
wie üblich eine schrittweise Wiedereingewöhnung notwendig wäre. Zum Verlauf der 
Arbeitsfähigkeit erklärten die Experten, seit der Kündigung am 21. April 2016 könne der 
Verlauf weder zeitlich noch quantitativ genauer beziffert werden, da zu viele Diskrepanzen 
in Aussagen und Verhalten der Versicherten bestünden. Die gegenwärtige Einschätzung 
gelte somatisch, soweit eruierbar, auch retrospektiv, da die Beurteilungen durch die 
Rheumatologin Dr. med. J.________, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, vom 
5. August 2016 und diejenige des rheumatologischen Gutachters Dr. D.________ vom 
19. März 2017 mit der ihrigen übereinstimmten. Schwieriger sei die Situation aus 
psychiatrischer Sicht. Der schon damals die Versicherte behandelnde Psychiater 
Dr. G.________ habe im Juli 2016 bei einer schwergradigen Depression eine generelle 
100%ige Arbeitsunfähigkeit von ungewisser Dauer attestiert, der Oberarzt der 
psychosomatischen Abteilung der Klinik H.________ selbstredend für die exakte Dauer 
der Hospitalisation vom 26. September bis 5. November 2016 ebenso eine solche von 
100 %, obschon er die depressive Episode als mittelgradig eingestuft habe, währenddem 
der psychiatrische Gutachter PD Dr. C.________ im April 2017 bei mittelschwerer 
depressiver Episode eine schrittweise zu vermindernde momentane Leistungsunfähigkeit 
auf 50 % veranschlagt habe. Im Oktober 2017 habe Dr. G.________ die Arbeitsunfähigkeit 
erneut bei mittelschwerer Depression auf 50 % eingeschätzt (mit starken Schwankungen, 
mit der neuen Diagnose einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung). Er habe seine 
diesbezügliche Einstufung von September 2018 auf 60 % geändert, vermutlich aufgrund 
von aufgetretenen Schwierigkeiten beim Beschäftigungsprogramm des Regionalen 
Arbeitsvermittlungszentrums (RAV). Somit sei es aufgrund der stimmungsmässigen 
Variabilität aktuell nicht möglich, für die adaptierte Tätigkeit mehr als eine vage Angabe, 
wonach mit einer Leistungseinbusse von 20 bis 30 % in jeglicher Tätigkeit zu rechnen sei, 
zu machen (IV-act. 62 S. 25–29). 

Der interdisziplinären Beurteilung ist ferner zu entnehmen, dass der Annahme der 
Beschwerdeführerin, wonach sie sich unfähig fühle, mehr als zwei Stunden täglich 
körperlich leichte Arbeiten in einem "stresslosen" Milieu zu verrichten, objektiv relativ 
bescheidene pathologische Befunde gegenüber stünden, jedenfalls körperlich, so dass im 

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Urteil S 2020 25

somatischen Bereich nach stufenweiser Steigerung eine körperlich leichte, 
wechselbelastende Tätigkeit mit gewissen Kautelen durchaus zumutbar wäre. Eine solche 
Tätigkeit behindernd wirke sich aber die schwer zu fassende psychische Problematik aus, 
da sowohl von psychiatrischer als auch neuropsychologischer Seite eine unübersehbare 
Verdeutlichungs- und Aggravationstendenz erwähnt werde, wozu noch der Verdacht auf 
eine medikamentöse Noncompliance (Serumspiegel) hinzu komme, so dass zum jetzigen 
Zeitpunkt die Beurteilung zahlenmässig nicht klar zu beziffern sei. Als approximative 
Vermutung gelte, dass eine körperlich leichte Arbeit (mit den in Ziff. 8.2 genannten 
Kautelen) in tolerantem Milieu mit einer Leistungseinbusse von 20 bis 30 % in einem 
langsam zu steigernden Pensum zumutbar sei. Als funktionelle Auswirkungen benannten 
die Sachverständigen eine verminderte Fähigkeit, längere Zeit pausenlos zu gehen, 
stehen und sitzen, eventuell auch eine verminderte Anpassungsfähigkeit, was je nach 
Arbeitsmilieu schwer vorherzusagen sei. Zur Konsistenzprüfung bemerkten die Experten, 
es bestünden deutliche Inkonsistenzen zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung 
bzw. Äusserung (IV-act. 62 S. 31). 

5.2 Zum Gutachten erklärte RAD-Arzt Dr. E.________ am 23. Mai 2019, die Expertise 
stelle eine rezidivierende depressive Störung gepaart mit einer anhaltenden 
Schmerzstörung in den Vordergrund. Auch wenn bei der Versicherten in der Begutachtung 
deutliche Inkonsistenzen mit Verdeutlichung/Aggravation erschienen seien, werde von den 
Gutachtern eine massgebliche Besserung wegen der sehr geringen Ressourcen, dem 
niedrigen Bildungsstand und den psychodynamischen Faktoren mehr als in Frage gestellt. 
Die angestammte Putztätigkeit im gewerblichen Bereich werde als nicht mehr 
leidensangepasst gesehen. In einer leidensadaptierten leichten Wechseltätigkeit mit 
entsprechendem ergonomischem Profil würden jedoch nur geringe Einschränkungen in 
einer Grössenordnung von 20–30 % gesehen. Den Ausführungen der Sachverständigen 
könne weitgehend gefolgt werden. Die vorliegende Expertise sei im Sinne der 
Fragestellung umfassend, auf allseitigen Untersuchungen beruhend, die geklagten 
Beschwerden und Vorakten berücksichtigend, im Weiteren einleuchtend und begründet. 
Die Standardindikatoren seien inhaltlich wie formal berücksichtigt (IV-act. 71 S. 3–4).

5.3 Mit Schreiben vom 21. August 2019 liess die Beschwerdeführerin im Nachgang an 
das MEDAS-Gutachten drei Arztberichte einreichen (IV-act. 72).

5.3.1 Laut Hausarzt Dr. med. K.________, FMH Innere Medizin, spez. 
Nierenkrankheiten, habe die Versicherte Schmerzen, vor allem an der Lendenwirbelsäule 

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(LWS) und am rechten Knie. Sie müsse deswegen nach zwei Stunden Arbeit aufhören 
und sich hinlegen. Die Patientin nehme Dafalgan Tabletten 1 g und Arcoxia 60 mg ein- bis 
zweimal pro Tag nach Bedarf. Falls die Versicherte nicht aufhöre mit der Arbeit, komme es 
zu Schweissausbrüchen und fast zu Ohnmachtsanfällen mit Koma. Die Patientin 
bekomme Angstanfälle in diesem Moment. Durch die chronischen Schmerzen sei die 
Versicherte leider stark depressiv. Sie werde von Dr. G.________ seit Jahren behandelt. 
Ferner nehme die Patientin gegen Hypercholesterinämie Atorvastax 20 mg und gegen 
erhöhten Blutzucker werde die Versicherte mit Metformin 850 mg behandelt. Aus seiner 
Sicht sei die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig. Er könne sich nicht vorstellen, dass die 
Patientin mit diesen Beschwerden auch eine leichte Tätigkeit ausüben könne (IV-act. 73 
S. 1).

5.3.2 Der behandelnde Rheumatologe Dr. med. L.________, FMH Rheumatologie, 
stellte in seinem Bericht vom 11. Juni 2019 folgende Diagnosen:

- Lumbovertebrales Schmerzsyndrom
- Funktionsaufnahmen der LWS von Juni 2019: keine höhergradige Instabilität, 

Spondylarthrosen der unteren Segmente, leichte Osteochondrose L5/S1
- MRI (Magnetic Resonance Imaging) LWS/ISG (Iliosakralgelenk) September 2016: gegen 

kaudal zunehmende Spondylarthrosen mit Aktivierung insbesondere L5/S1, keine relevanten 
Diskushernien, keine Neurokompression, keine Arthritis des ISG

- Beidseitige Gonarthrose und rechtsbetonte Femoropatellararthrose
- Valgus-Stellung beidseits
- MRI Knie rechts von September 2016: intakte Menisci und Bänder, Determination des 

Knorpels über dem medialen Condylus, lateral betonte Femoropatellararthrose mit 
Chondropathie Grad IV

- konventionell radiologisch beidseitige höhergradige Femoropatellararthrose
- Aktenanamnestisch Fibromyalgie
- Schwere rezidivierende depressive Störung

Er führte im Weiteren aus, aufgrund der ausgeprägten Schmerzsymptomatik habe er eine 
erweiterte Blutuntersuchung zum Ausschluss entzündlicher rheumatischer Erkrankungen 
sowie Röntgenbilder der Wirbelsäule und der Knie durchgeführt. Hinweise auf eine 
entzündliche rheumatische Erkrankung fänden sich nicht. Das CRP (C-reaktives Protein) 
sei zwar leicht erhöht, ein bildmorphologisches Korrelat finde sich nicht. Er gehe von einer 
Erhöhung im Rahmen der Adipositas aus. Die bereits im Vorfeld durchgeführten MRI 
zeigten insbesondere degenerative Veränderungen, welche mit den aktuellen 
Röntgenbildern bestätigt werden könnten. Klinisch im Vordergrund stehe eine aktivierte 
Spondylarthrose der unteren Segmente, vermutlich klinisch führend L5/S1 rechtsbetont. 
Hinweise auf eine axiale Spondyloarthritis fänden sich nicht. Die rechtsseitigen 
Knieschmerzen seien insbesondere auf die schwere Femoropatellararthrose 

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Urteil S 2020 25

zurückzuführen. Sonografisch könne ein punktionswürdiger Erguss ausgeschlossen 
werden. Therapeutisch im Vordergrund stünden primär eine Rückenschulung und die 
Instruktion eines täglich durchzuführenden segmentstabilisierenden Heimprogrammes für 
die LWS. Zusätzlich werde das Tragen eines Lendenmieders empfohlen. Sollten die 
Schmerzen in den kommenden Wochen bis Monaten nicht deutlich abnehmen, könne das 
Facettengelenk L5/S1 rechts infiltriert werden. Die Physiotherapie solle zusätzlich zum 
Heimprogramm für die Kniegelenke instruieren, in welchem die Patella zentriert werden 
solle. Unterstützend sollte die Versicherte regelmässig Kniegelenkbandagen zwecks 
Patellazentrierung tragen. Infiltrationen würden vermutlich keine Linderung bringen. Der 
Rheumatologe empfahl auch eine Ernährungsberatung, um eine Gewichtsabnahme zu 
erreichen, welche sich sicherlich positiv auf die Schmerzen auswirken würde. Aus 
medizinischer Sicht bestehe für schwere und mittelschwere Tätigkeiten sicherlich eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für leichte Tätigkeiten, insbesondere im Sitzen und 
gelegentlich stehende Tätigkeiten sei medizinisch theoretisch von einer Arbeitsfähigkeit 
von 80 % auszugehen, wobei eine 100%ige Anwesenheit mit Möglichkeit zu längeren 
Pausen zumutbar erscheine. Für eine genauere Einschätzung wäre ein 
Arbeitsassessment sinnvoll (IV-act. 73 S. 2–4).

5.3.3 Der behandelnde Psychiater Dr. G.________ führte zum MEDAS-Gutachten aus, 
wenn die psychiatrische Expertin "konfrontative" Methoden wie EMDR (Eye Movement 
Desensitization and Reprocessing) und IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing 
Therapy) als Behandlung vorschlage, dann gebe sie implizit zu, dass es sich um 
erhebliche Traumata handle, die nicht verarbeitet worden seien. Die Prinzipien dieser 
Methoden seien natürlich angewandt worden, seit das Trauma im Raum gestanden sei, 
und nicht nur in der Reminiszenz oder als frühere Erkrankung. Wie die Kollegin weiter 
einräume, sei die Versicherte aktuell nur ansatzweise imstande, sich auf eine solche 
Therapie, wie überhaupt auf eine Therapie, einzulassen. Aber er werde selbstverständlich 
Therapie-Elemente solcher Art weiter anwenden. Die psychiatrische Gutachterin 
behaupte, es liege keine emotionale Persönlichkeitsstörung vor. Der SKID-II-Fragebogen 
weise aber mit hoher Evidenz auf eine emotionale Persönlichkeitsstörung hin (13 von 14 
Items bei einem Cut off von 5 von 14). Weiter behaupte sie, in der Biografie weise nichts 
auf eine emotionale Persönlichkeitsstörung hin. Aber schon 2008 sei im 
Sozialpsychiatrischen Dienst M.________ eine posttraumatische Belastungsstörung 
festgestellt worden. Also sei sie damals aktenkundig sehr reizbar gewesen und habe zu 
Wutausbrüchen geneigt. Dies seien Symptome, die auch bei der emotionalen 
Persönlichkeitsstörung absolut zentral seien. Darüber hinaus habe er die 

13

Urteil S 2020 25

Lebensgeschichte der Patientin nachrecherchiert und müsse überall von überaus heftigen 
und zahlreichen emotionalen Szenen ausgehen, die unmöglich allein den jeweiligen 
Situationen geschuldet seien. Es sei ihm vielmehr schleierhaft, wie man bei einem 
emotional so belasteten Leben, wie es das der Versicherten sei, nicht von einer 
Persönlichkeitsstörung ausgehe. Vielmehr seien solche Lebensgeschichten geradezu 
schon pathognomonisch für irgendeine Art von Persönlichkeitsstörung und zwar eine von 
emotionaler Art. Umso mehr zeige die Gegenwart, seit er die Patientin kenne, wie sehr die 
Versicherte an ihrem aufbrausenden, impulsiven Verhalten leide. Es sei dermassen stark 
ausgeprägt, dass eine emotive Therapie notwendig sei. Die Symptome seien aber 
dermassen stark ausgeprägt, dass die Versicherte – bisher – sich weitgehend 
therapieresistent gezeigt habe. Warum halte die Gutachterin dann diagnostisch an den 
"akzentuierten Persönlichkeitszügen mit emotional instabilen und histrionischen Anteilen", 
die das Ausmass der emotiven Störung gar nicht richtig abzubilden vermöchten, fest. Bei 
lediglich akzentuierten Persönlichkeitszügen müsste die Behandlung auch gar nicht auf 
emotive Techniken zentriert sein. Ein weiteres Indiz sei, dass die Patientin jüngst sowohl 
beim Hausarzt Dr. K.________ als auch beim Rheumatologen Dr. L.________ wütend 
davongelaufen sei. Auch sonst habe die Versicherte schon bei Dr. K.________ und auch 
bei ihm schon eine Szene gemacht. Was die Arbeitsfähigkeit anbelange, wolle er 
festhalten, dass vom rein psychiatrischen Standpunkt aus, also ohne die übrigen Morbi, 
ohne Schmerzen und Bewegungseinschränkungen die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % 
einzuschätzen sei. Es sei aber wohl klar, dass es den rein psychiatrischen Standpunkt 
nicht gebe, sondern der somatische Standpunkt immer eine prominente Rolle spiele. 
Wolle man wirklich dem Umstand Rechnung tragen, dass Schmerzen erhebliche 
psychische Auswirkungen haben, dass sie nicht (wie so vieles andere) als externe, 
krankheitsfremde Faktoren taxiert würden, so belaufe sich die Arbeitsunfähigkeit auf 60 %. 
Ihm sei klar, dass der Einwand kommen könnte, er hätte sich als Psychiater – obwohl das 
medizinische Staatsexamen alle somatischen Fachgebiete, deren Symptomatik, 
Behandlung und Prognose einschliesse – zu Schmerzen und zu somatischen 
Erkrankungen nicht zu äussern, da es nicht sein Fachgebiet sei. Natürlich müsse er sich 
auch dazu äussern. Er könne es und werde es auch tun, sonst wäre er kein Mediziner und 
kein Psychiater, sondern vielleicht Psychologe. In Tat und Wahrheit sei in medizinischen 
Fachkreisen unbestritten, dass, was die Medizin aus methodischen und praktischen 
Gründen auseinanderlege, wechselwirke und vom Patienten als Einheit empfunden werde. 
Die Abspaltung von sozialen, gesellschaftlichen, biografischen und somatischen Faktoren 
möge vom versicherungsjuristischen Standpunkt, vor allem aber aus finanziellem und 
politischem Interesse, als Fortschritt gewertet werden, sei aber vom medizinischen, 

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Urteil S 2020 25

psychiatrischen und wissenschaftlichen Standpunkt aus entschieden ein Rückschritt (IV-
act. 73 S. 5–6).

5.3.4 RAD-Arzt Dr. E.________ äusserte sich zu den neu aufgelegten Arztberichten am 
29. August 2019 dahingehend, dass er auf seine vorgängige Stellungnahme vom Mai 
desselben Jahres verweise. Die jetzt nachgereichten Berichte der Behandler, wobei nur 
der des rheumatologischen Behandlers einem Befundbericht entspreche und, 
insbesondere in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit, den rheumatologischen Sachverhalt 
ähnlich beurteile, gäben, was den hausärztlichen und psychiatrischen Behandler betreffe, 
lediglich den bekannten und im Gutachten bereits gewürdigten Sachverhalt wieder und 
beurteilten diesen nur anders als die Experten. Bezogen auf die Fragestellung an den 
RAD sei auch auf Erwägung 4.2 des Urteils des Bundesgerichts 8C_68/2013 verwiesen 
(IV-act. 74 S. 2). 

5.3.5 Der psychiatrische RAD-Arzt F.________ erklärte in seiner Stellungnahme vom 
19. September 2019, da eine prognostische Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht 
"bewiesen" werde könne, wenn sie nicht zum prognostizierten Zeitpunkt objektiv überprüft 
worden sei, könnten seines Erachtens nur die echtzeitlich ärztlich bestätigten 
Arbeitsunfähigkeitszeiten zugrunde gelegt werden. Im konkreten Fall bedeute dies eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juni 2016 bis 2. März 2017, eine 50%ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 2. März 2017 bis 30. Januar 2019 (ab Untersuchung durch PD Dr. 
C.________) und eine 20 bis 30%ige Arbeitsunfähigkeit ab 31. Januar 2019 bis auf 
weiteres (ab Untersuchung durch die psychiatrische MEDAS-Gutachterin; IV-act. 75).

6.
6.1 Das MEDAS-Gutachten vom 26. April 2019 (IV-act. 62) vermag den 
praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise (E. 3.5) vollauf zu 
genügen. Es ist für die streitigen Belange umfassend, beantwortet es doch in schlüssiger 
und nachvollziehbarer Weise die Fragen nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und beruht auf eingehenden 
Untersuchungen. Die Sachverständigen berücksichtigten die von der Versicherten 
geklagten Beschwerden und setzten sich auch mit den Diskrepanzen bzw. Inkonsistenzen 
auseinander. Die Beurteilung der Sachverständigen leuchtet insgesamt ein und deren 
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet.

15

Urteil S 2020 25

6.2 Was die Beschwerdeführerin gegen den Beweiswert der MEDAS-Expertise vom 
26. April 2019 (IV-act. 62) vorbringt, ist nicht stichhaltig.

6.2.1 Die Versicherte macht zunächst geltend, die Einschätzung der Sachverständigen 
widerspreche diametral der Beurteilung der Dres. G.________ und K.________, wonach 
sich der Gesundheitszustand nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert habe. Im 
Weiteren habe der behandelnde Psychiater kritisiert, dass die im Gutachten 
vorgeschlagene konfrontative Behandlungsmethode EMDR und IRRT für ein 
unverarbeitetes erhebliches Trauma spreche, welches im Ergebnis jedoch nicht anerkannt 
worden sei. Ebenfalls habe Dr. G.________ beanstandet, dass die psychiatrische 
Gutachterin eine emotive Therapie zwar für notwendig erachte, aber keine 
Persönlichkeitsstörung diagnostiziere, obschon der SKID-II Fragebogen mit hoher Evidenz 
auf eine emotionale Persönlichkeitsstörung hinweise und die Versicherte aufgrund ihres 
aufbrausenden und impulsiven Verhaltens nachweislich emotional erheblich belastet sei 
(act. 1 Ziff. 11 und 13).

6.2.1.1 Abweichende Beurteilungen behandelnder Ärzte vermögen grundsätzlich nicht ein 
Gutachten nach Art. 44 ATSG in Frage zu stellen und Anlass zu weiteren Abklärungen zu 
geben. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sie wichtige Aspekte benennen, die im 
Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGer 
9C_246/2018 vom 16. August 2018 E. 4.1). Ohnehin sind die Berichte der behandelnden 
Ärzte aufgrund der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu 
würdigen. Die unterschiedliche Beurteilung ergibt sich aus der Divergenz zwischen 
Behandlungs- und Abklärungsauftrag (BGer 9C_4/2015 vom 5. Mai 2015 E. 3.2, mit 
weiteren Hinweisen). 

6.2.1.2 Vorliegend verhält es sich ebenfalls so, dass die behandelnden Ärzte keine 
Aspekte zu benennen vermögen, welche von den Experten der MEDAS ungewürdigt 
geblieben wären. Der Hausarzt Dr. K.________ gibt in seiner Stellungnahme zuhanden 
des Rechtsvertreters vom 29. Mai 2019 lediglich die von der Versicherten subjektiv 
geschilderten Beschwerden wieder und erklärte, sie müsse nach zwei Stunden Arbeit eine 
Pause machen und es komme zu Schweissausbrüchen sowie Ohnmachtsanfällen. 
Eigentliche objektivierbare Befunde benennt er keine. Die aus seiner Sicht bestehende 
vollständige Arbeitsunfähigkeit begründet er in keiner Weise (IV-act. 73 S. 1). Unter 
Berücksichtigung der soeben dargelegten Rechtsprechung vermag Dr. K.________ nicht 

16

Urteil S 2020 25

auch nur die geringsten Zweifel an der MEDAS-Expertise vom 26. April 2019 zu 
begründen.

6.2.1.3 Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die Beschwerdeführerin aus der 
Stellungnahme von Dr. L.________ vom 11. Juni 2019 (IV-act. 73 S. 2–4). Wie RAD-Arzt 
Dr. E.________ zutreffend bemerkte, entspricht das Schreiben des Rheumatologen zwar 
einem Befundbericht und äussert sich auch zur Arbeitsfähigkeit (IV-act. 74 S. 2 in fine). 
Diese wird allerdings nahezu gleich beurteilt wie im MEDAS-Gutachten. Doktor 
L.________ attestiert eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer mittelschweren und 
schweren Tätigkeiten, wogegen in einer leichten Tätigkeit eine 80%ige Leistungsfähigkeit 
bei einem 100 %-Pensum aufgrund eines vermehrten Pausenbedarfs bestehe. Der 
rheumatologische Sachverständige konstatierte demgegenüber eine vollständige 
Arbeitsfähigkeit ohne zusätzlichen Pausenbedarf. Indessen ist auch hier der Divergenz 
zwischen Behandlungs- und Abklärungsauftrag Rechnung zu tragen, weshalb im Ergebnis 
auch die Beurteilung von Dr. L.________ keine Zweifel an der MEDAS-Expertise 
begründet.

6.2.1.4 Was die Stellungnahme von Dr. G.________ vom 20. August 2019 (IV-act. 73 
S. 5–6) anbelangt, so können daraus auch keine Aspekte entnommen werden, welche 
unberücksichtigt geblieben wären. Der behandelnde Psychiater begnügt sich einzig mit 
Kritik an den Ausführungen der psychiatrischen Expertin. Sein Einwand, mit dem 
Vorschlag von konfrontativen Methoden wie EMDR und IRRT als Behandlung gestehe die 
Sachverständige implizit ein erhebliches Trauma ein, verfängt nicht. Es trifft zwar zu, dass 
beide Therapieformen ursprünglich zur Behandlung von Posttraumatischen 
Belastungsstörungen (PTBS) konzipiert wurden. Indessen wurden deren Einsatzspektren 
auch auf weitere belastungsabhängige psychische Störungen erweitert (vgl. https://emdr-
institut.ch/ueber-emdr.html sowie https://www.irrt.ch/irrt-die-methode.html, beide besucht 
am 21. Mai 2021). Folglich ist nicht zwingend ein schweres Trauma vorausgesetzt.

Hinsichtlich der Kritik, die psychiatrische Gutachterin negiere eine emotionale 
Persönlichkeitsstörung, obschon der SKID-II Fragebogen mit hoher Evidenz darauf 
hinweise, kann Dr. G.________ ebenfalls nicht gehört werden. Die psychiatrische 
Exploration kann von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen und eröffnet 
dem begutachtenden Psychiater deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum, 
innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, 
zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (BGer 

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Urteil S 2020 25

8C_629/2017 vom 29. Dezember 2017 E. 4.3). Es liegen keine Anhaltspunkte für ein nicht 
korrektes Vorgehen seitens der Expertin vor. Sie begründete ihre Diagnosestellung 
insbesondere damit, vor 2016 sei kein inadäquates Verhalten oder Leiden mit sozialer 
Beeinträchtigung vorgelegen (IV-act. 62 S. 58). Dies vermag Dr. G.________ nicht 
umzustossen, selbst wenn er festhält, er habe die Lebensgeschichte nachrecherchiert und 
er müsse überall von überaus heftigen und zahlreichen emotionalen Szenen ausgehen 
(IV-act. 73 S. 5). Allerdings nennt er nicht ein konkretes Beispiel.

Doktor G.________ beanstandet auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Aus seinen 
Ausführungen erhellt indessen, dass er dem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell folgt, 
während im Versicherungsrecht das bio-psychische massgebend ist (vgl. etwa BGE 143 V 
418 E. 6). Die vom behandelnden Psychiater genannten sozialen und gesellschaftlichen 
Faktoren sind auszuklammern. Infolge dessen vermag er auch in Bezug auf die 
Beurteilung der Leistungsfähigkeit keine Zweifel zu erwecken.

6.2.1.5 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die Einschätzung der MEDAS-
Gutachter verfange auch deshalb nicht, weil gar keine Verbesserung eingetreten sei, 
sondern vielmehr eine Verschlechterung (act. 1 Ziff. 11 und 13), ist ihr entgegenzuhalten, 
dass es sich vorliegend um eine rückwirkend zugesprochene befristete Rente handelt. 
Dabei kommen die für eine Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog zur 
Anwendung (BGE 131 V 164 E. 2.2). Bei Vorliegen eines Revisionsgrundes ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") neu zu 
prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3; BGer 8C_724/2020 vom 7. April 2021 E. 3). Daher steht auch 
im Rahmen der vorzunehmenden Neueinschätzung von Gesundheitszustand und 
Arbeitsfähigkeit eine zum bestehenden Beschwerdebild hinzugetretene oder sich 
verschlechternde Problematik einer Rentenaufhebung nicht entgegen (vgl. BGE 141 V 9 
E. 5 und 6).

6.2.2 Im Weiteren moniert die Beschwerdeführerin, der Arbeitsversuch sei 
unberücksichtigt geblieben (act. 1 Ziff. 12a).

6.2.2.1 Zwar obliegt die abschliessende Beurteilung der sich aus einem 
Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem 
Arzt oder der Ärztin, nicht den Fachleuten der Berufsberatung/beruflichen Eingliederung. 
Mit Blick auf die rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende 
Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und der Berufsberatung ist jedoch einer 

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Urteil S 2020 25

konkret leistungsorientierten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die 
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abzusprechen. Steht eine medizinische Einschätzung 
der Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie 
sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem 
Arbeitsverhalten/-einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss 
Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel 
an den ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden 
medizinischen Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (BGer 8C_563/2018 vom 
14. November 2018 E. 6.1.1).

6.2.2.2 Die Sachverständigen der MEDAS äusserten sich nicht explizit zu den 
Ergebnissen des Arbeitsversuchs. Allerdings ist dem Gutachten zu entnehmen, dass 
ihnen die entsprechenden Akten zur Verfügung standen, sind sie doch im 
Aktenverzeichnis enthalten (vgl. IV-act. 62 S. 14). Zudem schilderte die 
Beschwerdeführerin gegenüber den Gutachtern, dass sie an einem Arbeitsprogramm des 
RAV in der N.________ teilgenommen habe (vgl. IV-act. 62 S. 16, 20, 40, 51, 52 und 62). 

6.2.2.3 Beim Arbeitseinsatz in der N.________ handelte es sich indessen nicht um eine 
ausführliche berufliche Abklärung, sondern um eine Förderprogramm des RAV für 
Stellensuchende (vgl. IV-act. 44 S. 3). Somit stellt sich von Vornherein die Frage, ob die 
der Versicherten übertragenen Aufgaben überhaupt leidensangepasst waren. Jedenfalls 
kann sie aus den Ausführungen im Teilnehmerin-Dossier, wonach die zuständige Person 
die Beschwerdeführerin lediglich in einem kleinen Pensum von 20 bis 30 % sehe (IV-
act. 35 S. 7), nichts zu ihren Gunsten ableiten. Wohl war man darüber orientiert, dass die 
Versicherte eine Ziste im Knie und starke Schmerzen am ganzen Körper habe sowie an 
einer depressiven Verstimmung leide (IV-act. 35 S. 4). Das exakte Belastungsprofil, wie 
etwa die Gutachter des Krankentaggeldversicherers formuliert hatten, schien nicht 
vorgelegen zu haben. Die IV-Stelle bemerkte im Übrigen zutreffend, dass laut 
Konsiliarbericht von Dr. J.________ vom 5. August 2016 in einer leichten Tätigkeit eine 
vollständige Arbeitsfähigkeit besteht (IV-act. 14 S. 10). Auch der von der 
Krankentaggeldversicherung beauftragte rheumatologische Gutachter Dr. D.________ 
gelangte in seiner Teilexpertise vom 19. März 2017 zur Einschätzung, eine qualitative oder 
auch quantitative Arbeitsunfähigkeit in körperlich leichter bis gelegentlich mittelschwerer, 
wechselbelastender Tätigkeit unter Berücksichtigung der von ihm genannten 
Einschränkungen sei nicht begründbar (IV-act. 19 S. 25). Der psychiatrische 
Sachverständige bescheinigte eine 50%ige Leistungsfähigkeit bei einem 100 %-Pensum, 

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welches unter günstigen Bedingungen innert vier Wochen auf 60 %,innert weiteren vier 
Wochen auf 80 % und innert ein bis zwei Monaten auf 100 % gesteigert werden könne (IV-
act. 19 S. 15). Damit korreliert das von der Beschwerdeführerin im Rahmen des 
Beschäftigungsprogrammes gezeigte Verhalten nicht mit der attestierten Arbeitsfähigkeit. 
Nichts daran zu ändern vermag auch die Aussage im Teilnehmerin-Dossier, wobei nicht 
erkennbar ist, von wem es verfasst worden war (IV-act. 35 S. 7).

6.2.2.4 Die Experten der MEDAS kamen letztlich in Kenntnis dieses Arbeitsversuchs und 
nach eigenen Untersuchungen zum Ergebnis, die Beschwerdeführerin sei in einer 
leidensadaptierten Tätigkeit zwischen 20–30 % eingeschränkt. Dabei fällt auf, dass der 
rheumatologische Gutachter die subjektiv geklagten Einschränkungen als schlecht zum 
beschriebenen Alltag resp. zu den objektivierbaren Funktionseinschränkungen 
korrelierend bezeichnete und er die von ihm bescheinigte Arbeitsfähigkeit auch 
retrospektiv im Einklang mit den übrigen rheumatologischen Beurteilungen bestätigte (IV-
act. 62 S. 44). Die Fachpsychologinnen der MEDAS stellten ebenfalls klar, dass nicht 
authentische kognitive Störungen vor dem Hintergrund einer ungenügenden 
Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie einer Symptomverdeutlichung vorlägen. 
Die erhobenen Befunde seien in ihrer Art und Ausprägung mit modalitätsunabhängigen 
domänen- und prozessübergreifend mehrheitlich schwergradigen Einschränkungen sowie 
unter Berücksichtigung der nachfolgend genannten Inkonsistenzen fachlich nicht 
nachvollziehbar. Ebenso wenig seien die erhobenen Befunde im Rahmen der geringen 
Schulbildung sowie dem soziokulturellen Hintergrund erklärbar. Sodann bemerkten die 
Fachpsychologinnen, dass u.a. die psychometrischen Befunde (u.a. die schwergradige 
sprachliche Verlangsamung, schwergradige Konzentrations- und Gedächtnisstörung) 
diskrepant zum Kommunikationsverhalten – sie beantworte gewisse Fragen ohne erhöhte 
Antwortlatenz, sei im Gespräch konzentriert, berichte kohärent – seien (IV-act. 62 S. 67). 
Damit sind die von der Beschwerdeführerin anlässlich des Beschäftigungsprogrammes 
geklagten Schmerzen sowie Konzentrationsstörungen nicht in dem Ausmass erklärbar, 
weshalb aus diesem Arbeitseinsatz keine relevanten Schlüsse gezogen werden können. 

6.2.3 Die Versicherte bemängelt sodann, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
durch die Fachärzte der MEDAS auf einem "grossen Unsicherheitsfaktor" beruhe und für 
das Ausmass einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit aufgrund der gutachterlichen 
Feststellungen nur eine "vage Angabe" möglich sei (act. 1 Ziff. 12c). Bezüglich 
leidensadaptierter Tätigkeiten sei für die Beurteilung der arbeitsbezogenen Belastbarkeit 

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Urteil S 2020 25

bzw. der allenfalls verbliebenen Arbeitsfähigkeit eine Evaluation der funktionellen 
Leistungsfähigkeit (EFL) notwendig (act. 1 Ziff. 16).

6.2.3.1 Der Umstand, dass sich die Sachverständigen ausser Stande sahen, eine exakte 
Einschätzung abgeben zu können bzw. festhielten, für eine baldmöglichst beginnende, 
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit in tolerantem Milieu sei, mit grossem 
Unsicherheitsfaktor, bei einer verminderten Leistungsfähigkeit von 20–30 % die 
Arbeitsfähigkeit auf 70–80 % der Norm zu veranschlagen, führt nicht automatisch dazu, 
dass dem Gutachten der Beweiswert abzusprechen ist. Denn es ist ein Qualitätszeichen 
gutachterlicher Arbeit, gegebenenfalls Unsicherheiten in der Folgenabschätzung zu 
signalisieren (BGer 9C_672/2019 vom 12. August 2020 E. 5.2).

6.2.3.2 Die Experten der MEDAS begründeten schlüssig und nachvollziehbar, weshalb 
eine genaue Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich war. Der rheumatologische 
Gutachter bekundete insofern keine Mühe, eine Beurteilung abzugeben. Er legte dar, dass 
die subjektiv geklagten Einschränkungen schlecht mit den objektivierbaren 
Funktionseinschränkungen korrelierten. Zudem bezog er sich auf die Einschätzung von 
Dr. J.________ vom 5. August 2016 und von Dr. D.________ vom 19. März 2017 (IV-
act. 62 S. 44). Diese sind deckungsgleich und liefern kein Anlass für Beanstandungen.

Die psychiatrische Sachverständige stellte klar, dass realistisch und nachvollziehbar eine 
Einschränkung durch die affektive Störung sowie durch die Schmerzen bestehe. Durch die 
Persönlichkeitsstruktur und die geringen Ressourcen könne die schwierige Situation seit 
der Kündigung nur ungenügend verarbeitet werden. Es bestehe sicher eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20–30 % in ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft. 
Aufgrund von vielen Diskrepanzen und einer Verdeutlichungs- bis Aggravationstendenz 
könne kein objektives Bild der real bestehenden Fähigkeiten gemacht werden. Ob die 
Einschränkung höher sei, könne unter den gegebenen Umständen nicht beurteilt werden 
(IV-act. 62 S. 59). Die Inkonsistenzen führte sie in ihrem Teilgutachten auf. So habe die 
Versicherte bei der Anamneseerhebung von ihrer Tochter gesprochen, dann aber gefragt, 
ob sie eine oder zwei Töchter habe. Dann habe sie überlegt, wie ihre Töchter hiessen. Sie 
gab an nicht mehr zu wissen, ob die ältere oder jüngere Tochter einen Herzfehler habe, 
wobei sie wiederum überlege, ob sie nun eine oder zwei Töchter habe. Das Geburtsjahr 
habe sie nicht benennen können, auch nicht deren Namen. Sie könne sich nicht daran 
erinnern, welche Lehre ihr Sohn gemacht habe oder welchen Jahrgang er habe. Die 
Schweigepflichtentbindung habe sie mit dem Jahr 2008 unterschrieben, sie sei aber 

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Urteil S 2020 25

alleine und pünktlich zur Untersuchung gekommen. Sie verliere die Orientierung in einem 
Korridor mit lediglich zwei Ausgangsmöglichkeiten, komme aber mit dem Auto alleine nach 
Luzern. Der klinische Eindruck habe zwar eine emotionale Regung gezeigt, jedoch nicht in 
dem Ausmass, um eine solche zeitliche Desorientierung zu erklären. Weiter hielt die 
Expertin fest, die Untersuchung sei von einer Pause unterbrochen worden, in welcher die 
Versicherte im Wartezimmer geblieben sei. Als sie – die Gutachterin – zurückgekommen 
sei, sei die Beschwerdeführerin im Vorraum mit angezogener Jacke gestanden. Die 
Versicherte habe angegeben, man hätte ihr gesagt, sie könne gehen und sie wäre schon 
weg gewesen, wenn sie den Ausgang gefunden hätte. Die Psychiaterin ergänzte, der 
Vorraum weise eine verschlossene Türe, die Toilettentüre, eine Tür zum Wartezimmer 
sowie die Ausgangstüre auf. Die Explorandin sei verwirrt erschienen, habe sich aber 
wieder ausgezogen und sei ohne Aufforderung direkt wieder ins Wartezimmer gegangen, 
um ihre Handtasche zu holen. Es erstaune, dass sie an die Tasche gedacht habe und das 
Wartezimmer ohne zu zögern gefunden habe, dies bei geäusserter örtlicher 
Desorientierung (IV-act. 62 S. 53). Andernorts gab die Gutachterin die Angaben der 
Neuropsychologinnen wieder und erklärte, in zwei verschiedenen nonverbalen 
Symptomvalidierungsverfahren seien auffällige Ergebnisse aufgetreten. Es hätten sich 
deutliche Hinweise auf eine ungenügende Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie 
eine Symptomverdeutlichung ergeben. Dadurch seien die erhobenen 
neuropsychologischen Befunde nicht genügend aussagekräftig (IV-act. 62 S. 59). 

6.2.3.3 Liegen gemäss den Angaben der Sachverständigen deutliche Hinweise auf eine 
ungenügende Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie eine 
Symptomverdeutlichung bis hin zu einer möglichen Aggravation vor, erstaunt es nicht, 
dass sie sich nicht imstande sahen, eine abschliessende Beurteilung abgeben zu können. 
Im Gegenteil zeugt es von entsprechender Qualität seitens der Gutachter. Sie 
bescheinigten immerhin eine 20–30%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit, eine 
höhere konnten sie unter den gegebenen Umständen allerdings nicht attestieren. Dies 
liegt aber klarerweise im Verhalten der Beschwerdeführerin begründet und fusst im 
Übrigen nicht auf einem psychischen Gesundheitsschaden.

6.2.3.4 Nicht indiziert ist eine EFL, wie die Beschwerdeführerin geltend macht. Bei 
zuverlässiger ärztlicher Beurteilung der Arbeitsfähigkeit besteht in der Regel keine 
Notwendigkeit, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen. 
Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere involvierte Ärzte eine 
solche angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes 

22

Urteil S 2020 25

ausdrücklich befürworten (BGer 8C_711/2016 vom 15. Dezember 2016 E. 3.5). Die 
MEDAS-Gutachter konnten eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgeben, soweit es 
das Verhalten der Beschwerdeführerin zuliess. Die Durchführung einer EFL regten sie 
nicht an. Auch von anderer ärztlicher Seite wurde dergleichen nicht vorgebracht. Eine 
Verletzung von Art. 43 ATSG liegt demnach nicht vor.

6.2.4 Die Versicherte macht implizit geltend, es liege kein Revisionsgrund vor. Die 
MEDAS-Gutachter würden eine unterschiedliche Bewertung der unveränderten Diagnosen 
hinsichtlich der verwertbaren Restarbeitsfähigkeit vornehmen. Es liege kein neues, im 
Zeitpunkt der Begutachtung eingetretenes, tatsächliches Element vor, welches eine 
erhebliche, nachträgliche Verbesserung des Gesundheitszustandes begründen könnte. 
Ihre Beurteilung des gleich gebliebenen, sich sogar verschlechternden Sachverhalts 
beruhe wohl auf einer optimistischeren Einschätzung (act. 1 Ziff. 12d). 

6.2.4.1 Wie bereits in Erwägung 3.3 dargelegt, bedarf es auch bei einer rückwirkend 
zugesprochenen befristeten Rente zu deren Aufhebung eines Revisionsgrundes. Anlass 
zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. 
Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine tatsächliche Veränderung in den 
gesundheitlichen Verhältnissen kann auch darin liegen, dass sich beispielsweise ein 
Leiden in seiner Intensität und damit in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
verändert hat, oder in einer verbesserten Leidensanpassung der versicherten Person 
(BGE 141 V 9 E. 6.3.2). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der 
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf 
die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 
Abs. 1 ATSG dar (BGer 9C_353/2020 vom 5. Mai 2021 E. 2.2).

6.2.4.2 Die Beschwerdeführerin geht offenbar selber von einem Revisionsgrund aus, 
macht sie doch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend. Der 
psychiatrische Gutachter der Krankentaggeldversicherung Dr. C.________ konstatierte 
eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.1) (IV-act. 19 S. 14). Demgegenüber 
fand die psychiatrische Sachverständige der MEDAS eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode (ICD-10 F33.1–33.2), vor. Dies 

23

Urteil S 2020 25

begründete sie insbesondere mit ihrer Exploration und der durchgeführten Tests, 
namentlich des BDI (Beck-Depressions-Inventar) mit einem Wert von 32 (IV-act. 62 S. 54 
f.). Sie erklärte, welche Kriterien erfüllt seien und dass somit von einer gegenwärtig 
schweren Episode auszugehen sei. Damit liegt eine Verschlechterung in medizinischer 
Hinsicht vor, womit ein Revisionsgrund zu bejahen ist.

Die psychiatrische MEDAS-Expertin gab aber auch zu verstehen, dass aufgrund der 
Aggravationstendenz, der vielen Diskrepanzen und auch der Verdeutlichungstendenz 
nicht klar definiert werden könne, ob es sich aktuell um eine mittelgradige oder schwere 
Episode handle, und dass deshalb auch kein objektives Bild der real bestehenden 
Fähigkeiten gemacht werden könne (IV-act. 62 S. 58 und 59). Damit liegt ebenfalls ein 
tatsächliches Element vor, welches die Gutachter der Krankentaggeldversicherung nicht 
diagnostiziert hatten (vgl. IV-act. 19). Ein früher nicht gezeigtes Verhalten der versicherten 
Person kann unter Umständen eine im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG relevante 
Tatsachenänderung darstellen, wenn es sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den 
Umfang des Rentenanspruchs auszuwirken vermag. Dies trifft etwa zu bei Versicherten 
mit einem Beschwerdebild im Sinne von BGE 141 V 281, wenn ein Ausschlussgrund 
vorliegt, d.h. die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen 
Konstellation beruht, die eindeutig über die blosse (unbewusste) Tendenz zur 
Beschwerdenausweitung und -verdeutlichung hinausgeht (BGer 8C_380/2019 vom 
11. Oktober 2019 E. 4.1). Die Beschwerdeführerin zeigte bei der neuropsychologischen 
Untersuchung eine ungenügende Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft sowie eine 
Symptomverdeutlichung (IV-act. 62 S. 59). Daneben konstatierte die psychiatrische 
Gutachterin erhebliche Inkonsistenzen, Diskrepanzen und eine Aggravationstendenz. 
Diese Umstände sind zweifellos geeignet, sich auf den Invaliditätsgrad auswirken zu 
können, da die massgebliche Arbeitsunfähigkeit dadurch deutlich tiefer ausfallen bzw. 
unter Umständen nicht genau beziffert werden kann. Auch insofern liegt ein 
Revisionsgrund vor.

So oder anders ist demnach eine allseitige Prüfung ab dem Zeitpunkt der Begutachtung 
vorzunehmen. Der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach kein Revisionsgrund 
vorliege bzw. dass die MEDAS-Experten den gleich gebliebenen Sachverhalt anders 
beurteilen würden, zielt ins Leere.

6.3

24

Urteil S 2020 25

6.3.1 Das MEDAS-Gutachten vom 26. April 2019 ist somit voll beweiskräftig. Gestützt 
hierauf steht fest, dass im Zeitpunkt der Begutachtung in der angestammten Tätigkeit 
keine Leistungsfähigkeit mehr gegeben war. In einer der Leiden angepassten Tätigkeit 
bestand hingegen eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20–30 % und folglich eine 
Arbeitsfähigkeit von 70–80 %. Wie schon dargelegt, vermindert der Umstand, dass die 
Sachverständigen sich nicht in der Lage sahen, zufolge der zahlreichen 
Unsicherheitsfaktoren eine höhere Einschränkung der Leistungsfähigkeit zu attestieren, 
den Beweiswert in keiner Weise. Dies hat die Beschwerdeführerin selber zu vertreten, 
indem sie etwa bei der neuropsychologischen Begutachtung eine ungenügende 
Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft an den Tag legte.

6.3.2 Wohl haben sich die Experten der MEDAS nicht zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit 
geäussert, was gerade für die Beurteilung einer Veränderung des Gesundheitszustandes 
und somit eines Revisionsgrundes nicht unwichtig wäre. Indessen hat der psychiatrische 
RAD-Arzt in Würdigung der Aktenlage den Verlauf dargestellt. Er hat im Einklang der 
Akten auf die echtzeitlichen Berichte bzw. Gutachten abgestellt und somit eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 21. Juni 2016 bis 1. März 2017, eine 50%ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 2. März 2017 (Datum der Begutachtung durch Dr. C.________ [IV-
act. 19 S. 4]) bis 30. Januar 2019 und eine 20–30%ige Arbeitsunfähigkeit ab 31. Januar 
2019 (Datum der Untersuchung durch die psychiatrische Gutachterin) attestiert (IV-
act. 75). Dies ist nicht zu beanstanden, zumal die Sachverständigen der MEDAS klar 
gestellt haben, die Arbeitsunfähigkeit sei wesentlich psychiatrisch begründet (IV-act. 62 
S. 32).

6.3.3 Die psychiatrisch gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung 
mit anhaltender Schmerzstörung und akzentuierten Persönlichkeitszügen mit instabilen 
und histrionischen Anteilen bedarf eines strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 143 V 
409 und BGE 143 V 418). Die IV-Stelle hat keine Plausibilitätsprüfung der bescheinigten 
Arbeitsfähigkeit mittels den Indikatoren vorgenommen. Obschon von der 
Beschwerdeführerin nicht gerügt, ist dennoch darauf einzugehen. Dem psychiatrischen 
MEDAS-Teilgutachten können dazu folgende Informationen entnommen werden: 

6.3.3.1 In Bezug auf die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome 
legte die psychiatrische Expertin die Herleitung der Diagnosen rechtsgenüglich dar. 
Insbesondere was die depressive Störung anbelangt, hielt sie fest, aufgrund der 
festgestellten Symptome und des BDI-Tests mit 32 Punkten liege eine rezidivierende 

25

Urteil S 2020 25

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, vor. Diese Diagnose relativierte sie 
insofern, als sie erklärte, es müsse auf die Tendenz der Aggravation hingewiesen werden, 
weshalb nicht klar definiert werde, ob es sich aktuell um eine mittelgradige oder schwere 
Episode handle (IV-act. 62 S. 56 ff.). Sie diskutierte in diesem Zusammenhang auch 
zahlreiche Inkonsistenzen, welche u.a. auch im Rahmen der neuropsychologischen 
Begutachtung festgestellt wurden (IV-act. 62 S. 53 und 59). Einen eigentlichen 
Ausschlussgrund bejahte die Gutachterin nicht. Allerdings erklärte sie, es bestehe sicher 
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20–30 %. Aufgrund von vielen Diskrepanzen, 
Verdeutlichungs- und Aggravationstendenz könne kein objektives Bild der real 
bestehenden Fähigkeiten gemacht werden. Ob die Einschränkung höher sei, könne unter 
den gegebenen Umständen nicht beurteilt werden (IV-act. 62 S. 59). Insgesamt ist somit 
nachvollziehbar dargelegt, wie die Expertin zu den Diagnosen gekommen ist und dass das 
von der Beschwerdeführerin gezeigte Verhalten nicht mit den erhobenen Befunden 
übereinstimmt. Angesichts der Diskrepanzen und Inkonsistenzen kann jedenfalls gesagt 
werden, dass die Symptome nicht in schwerer Ausprägung vorliegen.

Zum Thema Behandlungserfolg oder -resistenz führte die psychiatrische Sachverständige 
aus, es sei aus psychotherapeutischer Sicht denkbar, dass die unverarbeitete, belastende 
Erinnerung an die Kündigung durch konfrontative Methoden wie EMDR oder IRRT 
aufgeweicht und besser verarbeitet werden könnten. Es sei aber fraglich, ob die 
Versicherte sich darauf einlassen könne. Ferner hielt sie fest, die medikamentösen 
Interventionen beschränkten sich auf Fluctine, Trittico sowie Lyrica. Auch wenn der 
behandelnde Psychiater beschreibe, vieles ausprobiert zu haben, könne er keine Beispiele 
nennen. Fluctine als SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor) sei sicherlich eine gute 
Wahl. Bisher sei jedoch kein Antidepressivum mit Wirkung auf die Schmerzverarbeitung 
eingesetzt worden. Da Fluctine offenbar nicht ausreichend sei, wäre eine Umstellung der 
Medikation in Betracht zu ziehen. Dass die Problematik durch eine adäquate Medikation 
"geheilt" werden könne, sei unwahrscheinlich. Die psychodynamischen Faktoren, welche 
in Form von dysfunktionalen Denkmustern bestünden, seien wenig beeinflussbar und 
Therapie erster Wahl sei weiterhin die Psychotherapie (IV-act. 62 S. 55). Aus diesen 
Angaben erhellt, dass die bisher durchgeführte Therapie über weite Teile lege artis erfolgt 
ist, indessen aber gerade in Bezug auf die Medikamente eine Umstellung angezeigt ist. 
Mithin kann noch nicht von einer therapeutisch nicht mehr angehbaren psychischen 
Störung gesprochen werden. 

26

Urteil S 2020 25

Hinsichtlich Eingliederungserfolg oder -resistenz kann auf das in Erwägung 6.2.2.3 
Gesagte verwiesen werden. Die Beschwerdeführerin hat zwar an einer AMM des RAV 
teilgenommen. Dabei handelte es sich indessen nicht um einen Arbeitsversuch der 
beruflichen Eingliederung. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die Beschäftigung in der 
N.________ überhaupt leidensangepasst war. Überdies korrelierte das gezeigte Verhalten 
allerdings nicht mit den im damaligen Zeitpunkt bescheinigten Arbeitsfähigkeiten durch die 
Gutachter der Krankentaggeldversicherung. Aus diesem Arbeitseinsatz können somit 
keine wesentlichen Rückschlüsse gezogen werden.

Die Komorbiditäten wurden von der psychiatrischen Sachverständigen berücksichtigt. Sie 
gab an, die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit liege in der affektiven Störung und den 
Schmerzen begründet. Ebenfalls berücksichtigte sie die Persönlichkeitsstruktur und die 
dadurch geringen Ressourcen. Gestützt hierauf konnte sie in Anbetracht der vielen 
Diskrepanzen sowie der Verdeutlichungs- und Aggravationstendenz eine Einschränkung 
von 20–30 % sicher attestieren (IV-act. 62 S. 58 und 59). Es liegen keine Anhaltspunkte 
vor, dass die Gutachterin andere relevante Gesundheitsschäden unberücksichtigt 
gelassen hätte.

Zur Persönlichkeit führte die Expertin aus, das Verhalten der Versicherten sei "emotional 
instabil". Ihre Impulskontrolle sei eingeschränkt und die Affektivität in einer inadäquaten 
Weise überschiessend. Die Anamnese, wenn auch lückenhaft, zeige aber kein solches 
inadäquates Verhalten oder Leiden mit sozialer Beeinträchtigung vor 2016. Entsprechend 
fehlten relevante Kriterien, um die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung stellen zu 
können. Es könne aber von akzentuierten Persönlichkeitszügen gesprochen werden. 
Diese hätten normalerweise keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Hier sei jedoch die 
Summe der Beschwerden so, dass die akzentuierten Persönlichkeitszüge zusätzlich 
einschränkend wirkten, weil dadurch auch die Coping-Möglichkeiten eingeschränkt seien 
und der Umfang mit Konfliktsituationen im Umfeld deutlich schwieriger sei, als dies 
normalerweise erwartet werden dürfte (IV-act. 62 S. 58). Mithin berücksichtigte die 
psychiatrische Gutachterin bei ihrer Einschätzung der Leistungsfähigkeit auch die 
Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin.

In Bezug auf den sozialen Kontext erhellt aus den Akten, dass sie zur Familie nicht mehr 
viel Kontakt hat. Mit dem Sohn habe sie seit einigen Monaten keinen Kontakt mehr, 
ebenso wenig zu den beiden Töchtern (IV-act. 62 S. 51). Mit einer Freundin treffe sie sich 
selten. Es gebe noch eine Familie, die sie kenne und treffe, wenn sie jeweils nach 

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Urteil S 2020 25

O.________ zum Psychiater gehe (IV-act. 62 S. 52). Sie gab auch an, dass sie im 
WhatsApp mit ihrem Bruder oder Kolleginnen chatten würde (IV-act. 62 S. 19). Insgesamt 
kann gesagt werden, dass der Lebenskontext nicht wirklich mobilisierbare Ressourcen für 
die Versicherte bereit hält. Eine eigentliche Unterstützung durch ein soziales Netzwerk 
besteht nicht. 

Was die Konsistenz anbelangt, namentlich die gleichmässige Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus, gab die Beschwerdeführerin an, dass sie gerne koche. Eine weitere 
Freude bereite ihr das Schwimmen im geheizten Hallenbad in P.________, letztmals vor 
drei Wochen. Sie könne etwa 15 Minuten schwimmen, dann müsse sie pausieren und 
könne danach nochmals etwas herumschwimmen. Eine weitere Lieblingsbeschäftigung 
sei das Spazieren, wobei die Möglichkeiten sowohl durch die Schmerzen am Knie als 
auch durch die Rückenschmerzen begrenzt seien. Einkaufen gehe sie ebenfalls gerne. 
Fahrrad fahren würde sie seit dem Treppensturz nicht mehr, Auto fahren nur für kurze 
Strecken zum Einkaufen und Zug fahren (IV-act. 62 S. 19). Im Vergleich zu vorher tanze 
sie nicht mehr, was ihr früher viel bedeutet habe (IV-act. 62 S. 21). Insgesamt zeigt sich, 
dass die Beschwerdeführerin durch ihre Leiden nicht mehr in gleichem Umfang aktiv ist, 
indessen aber doch zahlreiche Hobbys noch ausgeübt werden. Das Schwimmen wie auch 
spazieren gehen ist nach wie vor möglich, was doch auf Ressourcen schliessen lässt.

Bezüglich des behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen 
Leidensdrucks ist zu erwähnen, dass die Laboruntersuchungen einen Wert deutlich unter 
dem therapeutischen Bereich für Fluoxetin und Norfluoxetin sowie Trazodon hervor 
gebracht haben. Sie habe aufgrund einer Magenentzündung sämtliche Medikamente, 
ausser Pantoprazol, abgesetzt. (IV-act. 62 S. 54). Dies könne auf eine mangelnde 
therapeutische Compliance oder eine Unterdosierung hinweisen (IV-act. 62 S. 27). 
Ansonsten geht die Versicherte ca. alle zwei Wochen zu ihrem Psychiater Dr. 
G.________. Allerdings gehe sie aktuell weniger häufig, weil sie es sich nicht leisten 
könne (IV-act. 62 S. 52). Daraus kann auf einen gewissen Leidensdruck geschlossen 
werden. Grundsätzlich nimmt sie die ihr angebotenen Therapien in Anspruch. Relativiert 
wird das Ganze durch den Umstand, dass sie die Psychopharmaka abgesetzt hat, auch 
wenn dies möglicherweise in einer Magenentzündung begründet liegt. Eine eigentliche 
berufliche Eingliederung hat bis anhin nicht stattgefunden, sondern lediglich eine 
berufliche Massnahme des RAV. Die Beschwerdeführerin war zwar motiviert, allerdings 
erscheint fraglich, ob es überhaupt eine leidensangepasste Tätigkeit war, weil sie gemäss 

28

Urteil S 2020 25

den Angaben der Gutachter des Krankentaggeldversicherers deutlich mehr hätte leisten 
können, als sie subjektiv den Eindruck hatte. 

6.3.3.2 Insgesamt erscheint eine attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20–30 % als plausibel. 
Ein gewisser Leidensdruck und sozialer Rückzug ist vorhanden. Ebenfalls verfügt die 
Versicherte nicht über viele persönliche Ressourcen. Auf der anderen Seite stehen die 
zahlreichen Inkonsistenzen und die Verdeutlichungs- bzw. Aggravationstendenz sowie die 
mässigen Befunde, welche die geklagten Schmerzen nicht vollständig zu erklären 
vermögen.

6.4 In medizinischer Hinsicht steht somit fest, dass bei der Beschwerdeführerin vom 
21. Juni 2016 bis 1. März 2017 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit, vom 2. März 
2017 bis 30. Januar 2019 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und ab 31. Januar 2019 von 
einer 75%igen Arbeitsfähigkeit (Mittelwert der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit 
von 70 % bis 80 %) auszugehen ist.

7.
7.1 Die Beschwerdeführerin rügt ebenfalls, die prioritäre Frage der Eingliederung sei 
nicht geprüft worden. Die IV-Stelle sei davon ausgegangen, dass sie – die Versicherte – 
das angeblich funktionelle Leistungsvermögen sogleich in zumutbarer und 
rentenausschliessender Weise, somit auf dem Weg der Selbsteingliederung, erwerblich 
verwerten könne (act. 1 Ziff. 15).

7.2 Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden 
soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr 
zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung 
durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) 
ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und 
erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich ("vermutungsweise") 
anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor, 
wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe 
zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im 
gesellschaftlichen Leben integriert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen 
und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den 
Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters 
und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt 

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ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die 
Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das 
medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der 
Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten. Diese Rechtsprechung findet auch dann 
Anwendung, wenn zeitgleich mit der Rentenzusprache über deren Befristung und/oder 
Abstufung befunden wird (BGer 8C_826/2018 vom 14. August 2019 E. 3.2.2).

7.3 Die Beschwerdeführerin war im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 10. Februar 
2020 (vgl. BGer 8C_446/2014 vom 12. Januar 2015 E. 4.2.1) 56 Jahre alt, weshalb 
grundsätzlich vor Aufhebung der Rente vorgängig Massnahmen zur Eingliederung 
durchzuführen wären. Denn, wie aus den Akten im Weiteren erhellt, verfügt sie lediglich 
über eine geringe Schuldbildung (IV-act. 62 S. 19 und 67). Auf der anderen Seite wurde 
die Versicherte nicht sich selbst überlassen. Bereits im Vorbescheid vom 6. September 
2017 wurde ihr mitgeteilt, dass sie Anspruch auf Arbeitsvermittlung habe (IV-act. 26 S. 2). 
Davon hat sie aber nie Gebrauch gemacht, auch nicht in dem Umfang, wie sie sich noch 
selber fähig sieht (vgl. IV-act. 62 S. 23). Insgesamt hat sie zum Ausdruck gebracht, dass 
die subjektive Bereitschaft, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, nicht gegeben 
ist. Sie hat während längerer Zeit, obschon sie um ihren Anspruch gewusst hat, sich nie 
die Mühe gemacht, die Hilfe der Invalidenversicherung anzunehmen. Insofern ist nicht 
erkennbar, was etwaige weitere Bemühungen seitens der IV-Stelle gebracht hätten.

8.
8.1 In erwerblicher Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin einzig die Höhe des 
leidensbedingten Abzugs. Weil ihr eine behinderungsangepasste Tätigkeit mit einem 
vollschichtigen Pensum nicht mehr zumutbar sei und sich die Faktoren leidensbedingte 
Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad auf die Entlöhnung erheblich auswirkten, sei 
mit einer leidensbedingten Reduktion von 20 % vom Tabellenlohn der 
behinderungsbedingten Lohneinbusse angemessen Rechnung zu tragen (act. 1 Ziff. 17f).

8.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen 
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Damit trägt die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung, dass persönliche und berufliche 
Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität 
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des 
Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, 
wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen 

30

Urteil S 2020 25

eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit 
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten 
kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht 
fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im 
Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes 
zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2).

8.3 Die IV-Stelle gewährte für die Ermittlung des Invaliditätsgrades ab April 2017 
einen leidensbedingten Abzug von 5 % und ab Januar 2019 einen solchen von 10 % (Bf-
act. 1 S. 7 sowie act. 5 "Zu Ziff. 17"). Eine Begründung, weshalb ab April 2017 lediglich ein 
Abzug von 5 % berücksichtigt wurde, liefert die Verwaltung nicht. Es ist nicht einzusehen, 
weshalb im Zeitpunkt des Rentenbeginns lediglich ein Abzug von 5 % hätte genügen 
sollen. Allerdings würde selbst bei einem leidensbedingten Abzug von 10 % nur ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 57 % resultieren, was weiterhin zum Bezug einer halben 
Rente berechtigt.

8.4 Ansonsten kann bezüglich eines höheren leidensbedingten Abzugs auf die 
zutreffende Begründung der IV-Stelle in deren Vernehmlassung verwiesen werden (act. 5 
"Zu Ziff. 17"). Die angeführte Rechtsprechung wurde korrekt zitiert. Es sind insgesamt 
keine Gründe ersichtlich, welche einen Abzug von 20 % rechtfertigen würden.

8.5 Obschon die Ermittlung des Invaliditätsgrades nicht beanstandet wurde, ist die 
Berechnung einer genaueren Prüfung zu unterziehen, da etwa nicht nachvollziehbar ist, 
weshalb im Zeitpunkt des Rentenbeginns im 2017 dasselbe Valideneinkommen eingesetzt 
wurde wie bei der Rentenaufhebung im 2019.

8.5.1 Im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (1. April 2017) beläuft sich das 
Valideneinkommen auf Fr. 56'603.– (Fr. 56'550.– [gemäss Angaben des ehemaligen 
Arbeitgebers; vgl. IV-act. 8 S. 5], indexiert auf das Jahr 2017: 2016 = 106,7 [T1.2.10, 90–
96], 2017 = 106,8 [T1.2.10, 90–96]).

Das Invalideneinkommen beträgt Fr. 24'655.– (Fr. 4'363.– [LSE 2016, TA1, Total Frauen, 
Kompetenzniveau 1] x 12, betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden, indexiert auf das 
Jahr 2017: 2016 = 105,0 [T1.2.10, Total], 2017 = 105,4 [T1.2.10, Total], Arbeitsfähigkeit 
50 %), wobei ebenfalls ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu gewähren ist, da nicht 

31

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einsehbar ist, weshalb dieser lediglich auf 5 % zu veranschlagen ist, wogegen im 2019 ein 
solcher von 10 % berücksichtigt wird.

Insgesamt resultiert daraus ein Invaliditätsgrad von gerundet 56 %, was zum Bezug einer 
halben Rente berechtigt.

8.5.2 Im Zeitpunkt der Rentenaufhebung (1. April 2019) beläuft sich das 
Valideneinkommen auf Fr. 57'519.– (Fr. 56'550.– [gemäss Angaben des ehemaligen 
Arbeitgebers; vgl. IV-act. 8 S. 5], indexiert auf das Jahr 2019: 2016 = 105,0 [T1.2.10, G–S 
45–96], 2019 = 106,8 [T1.2.10, G–S 45–96]).

Das Invalideneinkommen beträgt Fr. 37'544.– (Fr. 4'363.– [LSE 2016, TA1, Total Frauen, 
Kompetenzniveau 1] x 12, betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden, indexiert auf das 
Jahr 2017: 2016 = 105,0 [T1.2.10, Total], 2019 = 107,0 [T1.2.10, Total], Arbeitsfähigkeit 
75 %), wobei ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu berücksichtigen ist.

Insgesamt resultiert daraus ein Invaliditätsgrad von gerundet 35 %, weshalb die 
Rentenaufhebung rechtens ist. Damit verbleibt kein Raum für die eventualiter beantragte 
Viertelsrente ab 1. April 2019 (act. 1 Ziff. 19).

9. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Verwaltung der Beschwerdeführerin 
zu Recht vom 1. April 2017 bis 31. März 2019 eine befristete halbe Invalidenrente 
zugesprochen hat. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich demnach als 
unbegründet und ist abzuweisen.

10. Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.– festzulegen und ausgangsgemäss 
von der Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Parteientschädigung 
nach Art. 61 lit. g ATSG ist nicht auszurichten.

32

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt, welche 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet wird.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 2 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 29. Juni 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am