# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a03956d0-7aec-5b7b-ab93-286487e8e692
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 31.01.2012 ZK1 2011 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2011-39_2012-01-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 31. Januar 2012 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 11 39          06. Februar 2012

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
RichterInnen Brunner und Schlenker
Redaktion Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Diana Honegger 
Droll, Quaderstrasse 2, Postfach 389, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Landquart vom 23. März 2011, mitgeteilt am 12. 
April 2011, in Sachen des Y., Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Adrian Scarpatetti, Schulstrasse 1, Postfach 115, 7302 Landquart, gegen 
die V o r m u n d s c h a f t s b e h ö r d e  Z . , betreffend den Beschluss der Vormund-
schaftsbehörde Z. vom 9. Dezember 2010, mitgeteilt am 15. Dezember 2010,

betreffend Aufhebung der Beistandschaft (Art. 308 ZGB),

hat sich ergeben:

Seite  2 — 41

I. Sachverhalt

A. X., geboren am A., und Y., geboren am B., schlossen am C. die Ehe. Sie 
sind Eltern von A.Y., geboren am D., und B.Y., geboren am E.. Am 31. Mai 2005, 
mitgeteilt am 20. Juni 2005, traf der Bezirksgerichtspräsident Landquart eine Ehe-
schutzverfügung. Mit Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Landquart vom 5. April 
2008, mitgeteilt am 9. April 2008, wurde die Ehe zwischen X. und Y. geschieden. 
Die beiden gemeinsamen Söhne wurden der Mutter zur Pflege und Erziehung zu-
gewiesen und unter ihre Obhut gestellt. Sie erhielt das alleinige elterliche Sorge-
recht. In Bezug auf das Besuchs- und Ferienrecht des Vaters wurde im Schei-
dungsurteil folgende Regelung getroffen:

"Y. hat das Recht, die Kinder jedes zweite Wochenende während zwei Ta-
gen zu sich auf Besuch zu nehmen (jeweils von Freitag 18.00 Uhr bis 
Sonntag 18.00 Uhr). Überdies hat er das Recht, mit den Kindern drei Wo-
chen Ferien pro Jahr zu verbringen.

Die Feiertage wie Weihnachten, Neujahr, Ostern, Pfingsten etc. verbringen 
die Kinder alternierend bei der Mutter und beim Vater.

Diese Regelung gilt als Rahmenregelung. Das Besuchs- und Ferienrecht 
soll möglichst flexibel und unter gebührender Beachtung der Bedürfnisse 
und Wünsche der Parteien und der Kinder ausgeübt werden."

B/1. Die Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts durch den Kindsvater führte 
– bereits vor der Scheidung – immer wieder zu Auseinandersetzungen unter den 
Parteien. Am 21. März 2009 beantragte X. der Vormundschaftsbehörde Z. die Er-
nennung eines Beistands. Auch Y. verlangte am 23. April 2009 anlässlich einer 
Besprechung mit der Vormundschaftsbehörde den Beizug eines Beistands. X. zog 
ihr Gesuch am 7. Mai 2009 wieder zurück. Mit Schreiben vom 3. Juni 2009 teilte 
die Vormundschaftsbehörde Z. den Kindseltern mit, sie habe bei den Gesprächen 
mit ihnen festgestellt, dass beide Fronten sehr verhärtet seien und keine konstruk-
tiven Gespräche geführt werden könnten, was die Belange der Kinder betreffe. Die 
Gespräche hätten grosse Zweifel aufkommen lassen, dass ein Beistand in der 
derzeitigen Konstellation von Nutzen sein könnte. Vielmehr sei der Eindruck ent-
standen, dass ein solcher lediglich zum Spielball völlig gegensätzlicher Ansichten 
und Handlungsweisen würde. Das Ziel, eine Verbesserung der Besuchs- und Fe-
riensituation herbeizuführen, könne unter den gegenwärtigen Umständen mit einer 
Beistandschaft nicht erreicht werden. Die Behörde sehe aufgrund der jetzigen 
Sachlage keine eigentliche Gefährdung des Kindeswohls und keine Notwendig-
keit, eine Besuchsrechtsregelung aufzustellen bzw. eine Beistandschaft anzuord-

Seite  3 — 41

nen. Mit E-Mail vom 2. Oktober 2009 bekräftigte Y. gegenüber der Vormund-
schaftsbehörde seinen Antrag, einen Beistand einzusetzen.

B/2. Am 29. Oktober 2009, mitgeteilt am 4. November 2009, traf die Vormund-
schaftsbehörde Z. folgenden Beschluss (Protokoll Nr. 2921/02):

"1. Für A.Y., geb. D., und B.Y., geb. E., wird eine Beistandschaft gemäss 
Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet.

2. Als Beistand wird F., Chur, ernannt und im Speziellen mit folgenden 
Aufgaben betraut:

- bei Konflikten betreffend des Besuchsrechts zwischen den Eltern zu 
vermitteln

- die Modalitäten der Besuche (z.B. Ort, Daten, Zeit, Anmeldung, 
Übergabe, Ausrüstung) festzulegen und zu regeln

- der Vormundschaftsbehörde Antrag zu stellen, wenn aus der Sicht 
des Kindeswohls weitergehende Kindesschutzmassnahmen erfor-
derlich sind

- der Vormundschaftsbehörde alle zwei Jahre schriftlich Bericht zu 
erstatten.

3. Die Kosten der Vormundschaftsbehörde Z. werden erlassen, da es 
sich um eine Kindesschutzmassnahme handelt.

4. Die Mühewalt und allfällige Spesen gehen zu Lasten des Antragstel-
lers Y..

5. Gegen diesen Beschluss kann innert 10 Tagen seit der Mitteilung beim 
Bezirksgerichtsausschuss Landquart, Bahnhofplatz, 7302 Landquart, 
schriftlich und begründet und unter Beilage des Beschlusses Be-
schwerde erhoben werden.

6. Innert der gleichen Frist kann die Wahl des Beistandes schriftlich bei 
der Vormundschaftsbehörde Z., L., nach Art. 388 ZGB abgelehnt oder 
angefochten werden.

7. (Mitteilung)"

Die Vormundschaftsbehörde führte zur Begründung ihres Beschlusses an, sie ha-
be nach dem Studium der Akten anlässlich der behördlichen Befragungen der bei-
den Kindseltern nach einvernehmlichen Lösungen in Bezug auf das Besuchsrecht 
gesucht und vermittelnde Unterstützung angeboten. Die Fronten zwischen den 
Kindseltern seien aber sehr verhärtet. Aufgrund dieser Situation werde der Eltern-
konflikt über die beiden Kinder ausgetragen, indem sie beispielsweise mit unge-
nügender oder unangemessener Ausstattung (Kleider, Sport- und Freizeitgeräte) 
versehen würden oder sich kein für die Kinder wichtiger, berechenbarer Besuchs- 
und Ferienrhythmus einstellen könne. Die Vormundschaftsbehörde wolle aufgrund 
der jahrelang äusserst angespannten Situation einen Beitrag zur Beruhigung leis-
ten, indem sie eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 

Seite  4 — 41

ZGB anordne. Hauptanliegen im Sinne des Kindeswohls sei die Erstellung eines 
tragfähigen Besuchskonzepts (Wochenenden und Ferien) sowie einer konstrukti-
ven Kommunikation zwischen den Kindseltern. Als Beistand werde F. eingesetzt, 
welcher aufgrund seines beruflichen Werdegangs sowie seiner fachlichen und 
persönlichen Qualitäten als für dieses Amt bestens geeignet erscheine.

C. Am 4. August 2010 erstattete X. gegen Y. Strafanzeige wegen Entziehens 
von Unmündigen nach Art. 220 StGB, nachdem der Genannte die Kinder A.Y. und 
B.Y. entgegen einer im Januar 2010 schriftlich getroffenen Abmachung nicht am 3. 
August 2010, sondern erst am 8. August 2010 aus den Ferien zurückgebracht hat-
te. Mit Verfügung vom 15. März 2011, mitgeteilt am 17. März 2011, wurde das 
Strafverfahren gegen Y. eingestellt.

D/1. Mit Schreiben vom 10. September 2010 gelangte die Rechtsvertreterin von 
X. an die Vormundschaftsbehörde Z. und beantragte, die Beistandschaft für die 
Kinder aufzuheben. Sie machte geltend, die Beistandschaft habe die gesetzten 
Aufgaben bzw. Ziele nach einem Jahr der Tätigkeit nicht erreichen können. Der 
Kindsvater handle nach wie vor nach seinem Gutdünken ohne Rücksicht darauf, 
was er – insbesondere mit der Verweigerung jeglicher Kommunikation mit der 
Kindsmutter vor den eigenen Kindern und über schwerwiegende Ereignisse be-
züglich der Kinder – letztlich auch bei den Kindern längerfristig für Schaden an-
richte. Die Beistandschaft habe der Kindsmutter keine Entlastung gebracht. Im 
Gegenteil, sie müsse sich nun auch noch gegenüber dem Beistand quasi rechtfer-
tigen, wenn sie auf der Einhaltung von Abmachungen und dem Ernstnehmen ihrer 
Bedenken bestehe. Die Kindsmutter habe bereits mitgeteilt, dass sie sich an die 
Scheidungsvereinbarung halten werde. Der Kindsvater könne mitteilen, wann er 
im 2011 Ferien mit den Kindern verbringen wolle. Den Ferienmonat Juli werde sie 
aber künftig vollständig für sich beanspruchen und keine Kompromisse mehr ein-
gehen. Die Kindsmutter habe das Vertrauen in die Vormundschaftsbehörde 
vollständig verloren. Da das Kindeswohl selbst glücklicherweise nicht gefährdet 
sei, sei die Beistandschaft antragsgemäss aufzuheben.

In seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2010 sprach sich Y. in aller Form dage-
gen aus, die Beistandschaft aufzuheben. Diese habe einige positive Veränderun-
gen für die Knaben und für ihn gebracht.

Mit Schreiben vom 19. Oktober 2010 nahm der Beistand F. zur Aufhebung der 
Beistandschaft Stellung. Er hielt fest, dass er zu Beginn der Mandatsübernahme 
voller Hoffnung gewesen sei, in die Zerstrittenheit der geschiedenen Kindseltern 

Seite  5 — 41

beruhigend und zum Wohl der Entwicklung der Kinder einwirken zu können. Sehr 
bald habe er jedoch feststellen müssen, dass zwischen den Kindseltern, die für die 
nachhaltige Entwicklung der gemeinsamen Söhne verantwortlich seien, keine ver-
nünftige Kommunikation möglich sei. Im Wesentlichen könne festgestellt werden, 
dass X. dem Kindsvater kaum eine Chance ermögliche, sich an die Vorgaben hal-
ten zu können. Jede Kleinigkeit werde aufgelistet und dem Kindsvater vorgehal-
ten. Die Kindsmutter lasse jede Flexibilität in Bezug auf eine Verhältnismässigkeit 
vermissen. Aufgrund der Entwicklung und seinen direkten Stellungnahmen sei er 
möglicherweise für Frau X. ein nicht mehr akzeptabler Berater geworden. Y. be-
fleissige sich mit einer Ausnahme einer Zurückhaltung in seinen E-Mails der Kin-
desmutter gegenüber. Es dürfe auch festgestellt werden, dass er mehrheitlich 
Empfehlungen aufnehme und umsetze. Unbestritten könne festgestellt werden, 
dass er die gemeinsamen Söhne gut betreue, so dass das Kindswohl nicht ge-
fährdet sei. Im Gegenteil, die Bemühungen, seinen Söhnen für die Zukunft etwas 
auf den Weg zu geben, seien sehr gross und anerkennenswert. Was letztlich dazu 
geführt habe, dass zwischen den Kindseltern zurzeit keine von Achtung und Wert-
schätzung geprägte Kommunikation möglich sei, sei ihm nicht bekannt. Wie im 
Bericht erwähnt, stelle er fest, dass X. seinen Auftrag nicht vollumfänglich akzep-
tiere, was eine Begleitung in Besuchsfragen erheblich erschwere. Es sei äusserst 
schwierig, in dieses Familiensystem mit einer gangbaren, dem Kindeswohl die-
nenden Beratung und Begleitung einwirken zu können. Er sei der Auffassung, 
dass es einer Zusammenarbeit jeder Partei bedürfe. In diesem Fall könne er fest-
stellen, dass X. eine Zusammenarbeit zurzeit ablehne. Er stelle daher keinen An-
trag und überlasse der Vormundschaftsbehörde den Entscheid über die Weiter-
führung oder Aufhebung der Beistandschaft.

D/2. Am 9. Dezember 2010, mitgeteilt am 15. Dezember 2010, traf die Vor-
mundschaftsbehörde Z. folgenden Beschluss (Protokoll Nr. 201023/01):

"1. Die für A.Y., geb. D., und B.Y., geb. E., angeordnete Beistandschaft 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB wird aufgehoben.

2. Das Schreiben des Beistands vom 19.10.2010, welches als Schluss-
bericht gilt, wird im Sinne von Art. 452 ZGB geprüft und genehmigt.

3. Die Amtskosten werden erlassen, da es sich um eine Kindesschutz-
massnahme handelt.

4. Der bisherige Beistand F. wird - unter Verdankung der geleisteten 
Dienste - aus seinem Amte entlassen und entlastet. Im Sinne einer 
Mühewalt wird ihm gemäss Art. 416 ZGB und der kantonalen Ge-
bührenverordnung der Betrag von CHF 1'000.00 zu Lasten von Y. zu-
gesprochen.

Seite  6 — 41

5. Gegen diesen Beschluss kann innert 10 Tagen seit der Mitteilung beim 
Bezirksgerichtsausschuss Landquart, Bahnhofplatz, 7302 Landquart, 
schriftlich und begründet und unter Beilage des Beschlusses Be-
schwerde erhoben werden.

6. (Mitteilung)"

Die Vormundschaftsbehörde stellte fest, dass trotz der Bemühungen der vor-
mundschaftlichen Organe nach rund einem Jahr keine wesentlichen Fortschritte 
erzielt worden seien, weder in Bezug auf die Besuchsrechtsregelung noch in Be-
zug auf die gegenseitige Kommunikation zwischen den Kindseltern. Während der 
Kindsvater die Beistandschaft als positiv und förderlich beurteile, erkläre die 
Kindsmutter wiederholt und mit Nachdruck, mit dem Beistand nicht zusammenzua-
rbeiten und die Beistandschaft aufheben zu wollen. Unter diesen Umständen und 
angesichts der Verweigerungshaltung der Kindsmutter sei eine Beistandschaft 
bedauerlicherweise sinn- und zweckentleert. Gleichzeitig dürfe aber festgehalten 
werden, dass die beiden Knaben sowohl bei der Kindsmutter wie auch beim 
Kindsvater kinds- und bedürfnisgerecht betreut würden, so dass keine unmittelba-
re Kindswohlgefährdung bestehe. Inwiefern sich die zutiefst belastete und belas-
tende Kommunikation zwischen den Kindseltern längerfristig auf die Entwicklung 
der beiden Knaben auswirken werde, sei im jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Es 
sei aber den Kindseltern eindringlich empfohlen, ihre Kommunikation zu verbes-
sern und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, trotz aller Differenzen wieder 
zu entwickeln – im längerfristigen Interesse und zum Wohle insbesondere ihrer 
beiden Kinder.

E/1. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2010 erhob Y. gegen den Beschluss der 
Vormundschaftsbehörde Z. vom 9. Dezember 2010 bei Bezirksgerichtsausschuss 
Landquart Beschwerde, wobei er folgende Rechtsbegehren stellte:

"1. Die Ziffern 1, 2 und 4 des Beschlusses der Vormundschaftsbehörde Z. 
seien aufzuheben.

2. Die Beistandschaft über A.Y., geb. am D., und B.Y., geb. am E., 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sei weiterhin aufrechtzuerhalten.

3. Eventualiter sei der Kindsmutter, X., die elterliche Sorge gestützt auf 
Art. 308 Abs. 3 ZGB im Rahmen der Beistandschaft zu beschränken.

4. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

5. Unter gerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Gerichtskasse."

Y. machte zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen geltend, er sei nach 
der Scheidung von X. in der Ausübung seines Besuchs- und Ferienrechts behin-
dert worden. Nach Einsetzung der Beistandschaft habe sich die Situation merklich 

Seite  7 — 41

beruhigt und verbessert. Es gehe nun nicht an, die bestehende und ihren Zweck 
erfüllende Beistandschaft mit der Begründung aufzuheben, dass die Kindsmutter 
erklärt habe, mit dem Beistand nicht mehr zusammenarbeiten zu wollen. Die Ver-
haltensweise und Argumentation der Kindsmutter deute vielmehr darauf hin, dass 
eine Besuchsrechtsbeistandschaft zwingend notwendig sei. Andernfalls könne der 
Kindsvater sein Besuchsrecht nicht wahrnehmen und den Kindern werde der Kon-
takt mit dem Vater vorenthalten.

Die Vormundschaftsbehörde Z. beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 14. Ja-
nuar 2011 die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfol-
ge zulasten des Beschwerdeführers. Sie bringt vor, der angefochtene Beschluss 
sei nach intensiven Bemühungen der Vormundschaftsbehörde sowie insbesonde-
re des Beistands ergangen, der sich in die schwierige zwischenmenschliche Kon-
stellation der Familie Y.-X. eingearbeitet und sich mit grossem Einsatz und Einfüh-
lungsvermögen für eine Erholung des nachehelichen Konflikts zwischen den 
Kindseltern und für eine konstruktive Besuchsrechtsregelung eingesetzt habe. Die 
Vormundschaftsbehörde habe allerdings aufgrund der totalen Verweigerungshal-
tung der Kindsmutter davon ausgehen müssen, dass die Kinder keinerlei Zusatz-
nutzen aus der vormundschaftlichen Beteiligung gezogen hätten, was letzten En-
des korrekterweise zur Aufhebung der Massnahme geführt habe.

X. stellte in ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2011 ebenfalls den Antrag, die 
Beschwerde vollumfänglich und unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten 
des Beschwerdeführers abzuweisen. Sie bestritt die Ausführungen von Y., na-
mentlich seine Aussage, dass sie sein Besuchs- und Ferienrecht behindere. 
Darüber hinaus machte sie im Wesentlichen geltend, der Beistand habe sich nicht 
neutral verhalten, weshalb sie das Vertrauen in die Vormundschaftsbehörde verlo-
ren habe.

E/2. Mit Urteil vom 22. März 2011 (recte 23. März 2011), mitgeteilt am 12. April 
2011, erkannte das Bezirksgericht Landquart als erstinstanzliche Aufsichtsbehör-
de in Vormundschaftssachen, wie folgt:

„1. In vollumfänglicher Gutheissung der Beschwerde wird der ange-
fochtene Beschluss Nr. 201023/01 der Vormundschaftsbehörde Z. 
vom 09. Dezember 2010, versandt am 15. Dezember 2010, aufge-
hoben.

2. Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Landquart, bestehend 
aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'062.00

- einer Schreibgebühr von Fr. 416.00

Seite  8 — 41

- den Barauslagen von Fr. 122.00

Total Fr. 2'600.00

werden von der Gerichtskasse getragen. Die Vormundschafts-
behörde Z. hat dem Beschwerdeführer eine ausseramtliche Ent-
schädigung von pauschal Fr. 4'000.-- auszurichten.

3. a) Gegen diesen Entscheid kann zivilrechtliche Berufung geführt wer-
den (Art. 308 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von Graubün-
den, Engadinstrasse 24, 7000 Chur, innert 30 Tagen seit Zustellung 
des Entscheids schriftlich und begründet einzureichen. Der ange-
fochtene Entscheid ist beizulegen (Art. 311 ZPO i.V.m. Art. 7 
EGzZPO).

b) Der Kostenentscheid ist selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar 
(Art. 110 i.V.m. Art. 319 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von 
Graubünden, Engadinstrasse 24, 7000 Chur, innert 30 Tagen seit 
Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet einzureichen. 
Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (Art. 321 Abs. 1 und 3 
ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).

4. (Mitteilung)“

Das Bezirksgericht Landquart war im Wesentlichen zur Erkenntnis gelangt, dass 
die Beistandschaft nicht aufgehoben werden dürfe, nachdem die Kindseltern im 
Jahr 2009 selbst von der Notwendigkeit einer solchen überzeugt gewesen seien 
und sich die Situation seither überhaupt nicht verbessert habe. Die Weigerung 
eines Elternteils, in casu der Mutter, mit dem Beistand zusammenzuarbeiten, dürfe 
niemals ein Grund für die Aufhebung der Beistandschaft sein. Ein derartiges Ver-
halten unterstreiche vielmehr die Berechtigung der ergriffenen Massnahmen und 
die Notwendigkeit einer umfassenden, allseitigen Abklärung der Bedürfnisse inklu-
sive Anhörung aller Beteiligten und dem Ergreifen der notwendigen Schritte. An-
dernfalls werde die Anordnung vormundschaftlicher Massnahmen jeglichen Sinn-
gehalts entleert.

F/1. Gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Landquart liess X. mit Eingabe 
vom 27. Mai 2011 beim Kantonsgericht von Graubünden als zweit-instanzliche 
Aufsichtsbehörde in Vormundschaftssachen Berufung einreichen. Sie stellt fol-
gende Berufungsanträge:

„1. In Gutheissung der Berufung sei Ziff. 1 des Dispositivs des Urteils des 
Bezirksgerichts Landquart vom 22.03.2001 (recte 23.03.2011) aufzu-
heben und die Beschwerde gegen den Beschluss Nr. 2010/01(recte 
201023/10) der Vormundschaftsbehörde Z. vom 09.12.2010 abzuwei-
sen.

2. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne von Art. 
314 Abs. 1 ZGB an die Vormundschaftsbehörde zurückzuweisen.

Seite  9 — 41

3. Unter vollständiger Kosten- und Entschädigungsfolge für beide Instan-
zen zu Lasten des Beschwerdeführers und Berufungsbeklagten oder 
des Bezirksgerichts Landquart."

Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, die Vorinstanz habe eine ein-
seitige und unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorgenommen. Zudem sei 
diese zu Unrecht von einer Gefährdung des Kindeswohls ausgegangen. Schliess-
lich wird die fehlende Eignung einer Beistandschaft im vorliegenden Fall ins Feld 
geführt.

F/2. Y. beantragt in seiner Berufungsantwort vom 14. Juni 2011, was folgt:

"1. Auf die Berufung sei nicht einzutreten.

2. Eventualiter sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen.

3. Alles unter gerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 8% 
MwSt) für beide Instanzen zu Lasten der Berufungsklägerin und Be-
schwerdegegnerin oder des Bezirksgerichts Landquart."

Der Berufungsbeklagte macht in erster Linie geltend, die Berufung sei verspätet 
eingereicht worden, weshalb auf diese nicht einzutreten sei. Darüber hinaus stellt 
er sich auf den Standpunkt, dass die Beistandschaft unter den vorliegend gegebe-
nen Umständen keinesfalls aufgehoben werden dürfe, weshalb die Berufung, soll-
te darauf eingetreten werden, abzuweisen sei.

F/3. Die Vormundschaftsbehörde Z. erhebt in ihrer Vernehmlassung vom 15. 
Juni 2011 folgende Rechtsbegehren:

"1. In Gutheissung der Berufung sei das Urteil des Bezirksgerichts Land-
quart vom 22.03.2011 (recte: 23.03.2011; Proz.Nr. 115-2011-1) aufzu-
heben und die Beschwerde gegen den Beschluss 201023/01 der Vor-
mundschaftsbehörde Z. vom 09.12.2010 abzuweisen.

2. In Präzisierung des Scheidungsurteils des Bezirksgerichtspräsidiums 
Landquart vom 05.04.2008 sei gerichtlich ein Besuchsmodus für die 
Monate Juli/August festzulegen oder festlegen zu lassen.

3. Eventualiter, sollte die Berufungsinstanz wider Erwarten die Fort-
führung der Beistandschaft befürworten, sei gerichtlich verbindlich zu 
regeln:

a) Nennung eines neuen Mandatsträgers, welcher von beiden Kinds-
eltern akzeptiert wird;

b) Konkretisierung des Aufgabenbereichs des neu einzusetzenden 
Mandatsträgers im Sinne von Art. 308 ZGB.

4. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge."

Die Vormundschaftsbehörde begründet ihren Hauptantrag, die Aufhebung der 
Beistandschaft zu schützen, im Wesentlichen damit, dass keine Gefährdung des 

Seite  10 — 41

Kindeswohls vorliege sowie, dass eine Beistandschaft als Kindesschutzmassnah-
me in casu wirkungslos und damit ungeeignet sei.

Auf die weitere Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie die weiteren 
Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgen-
den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1a. Die Berufungsklägerin liess gegen das Urteil des Bezirksgerichts Landquart 
vom 23. März 2011, mitgeteilt am 12. April 2011, mit Eingabe vom 27. Mai 2011 
Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben. Ihre Rechtsvertreterin 
nimmt in der Berufungsschrift auf die im angefochtenen Entscheid enthaltene 
Rechtsmittelbelehrung Bezug, die den Hinweis auf eine Berufungsfrist von 30 Ta-
gen enthält. Überdies wurde bei der Berechnung der Frist der Fristenstillstand 
während der Ostergerichtsferien nach Art. 145 Abs. 1 ZPO berücksichtigt.

Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten macht geltend, die Rechtsmittelbe-
lehrung der Vorinstanz sei offensichtlich falsch, da der Entscheid des Bezirksge-
richts Landquart klarerweise im summarischen Verfahren ergangen sei und die 
Berufung daher nach Art. 314 Abs. 1 ZPO innert 10 Tagen hätte eingereicht wer-
den müssen. Aus einer fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung dürfe einer Partei zwar 
kein Nachteil erwachsen, doch könne man sich nicht auf diesen Grundsatz beru-
fen, wenn man die Unrichtigkeit erkannt habe oder bei zumutbarer Sorgfalt hätte 
erkennen müssen. Die im Vormundschafts- und Kindesrecht sehr erfahrene 
Rechtsvertreterin der Berufungsklägerin habe um die Anwendbarkeit des summa-
rischen Verfahrens gewusst und hätte demnach auch wissen müssen, dass vor 
der zweitinstanzlichen Aufsichtsbehörde die 10-tägige Rechtsmittelfrist gelte. Die 
kurzen Fristen im vormundschaftlichen Verfahren sowie das darauf anwendbare 
summarische Verfahren seien allseits bekannt und gingen im Weiteren aus dem 
Gesetz hervor. Demzufolge könne sich die Berufungsklägerin nicht auf die falsche 
Rechtsmittelbelehrung abstützen. Die Eingabe vom 27. Mai 2011 sei verspätet 
eingegangen, weshalb auf diese nicht eingetreten werden könne.

b. Gestützt auf diese Vorbringen des Berufungsbeklagten ist vorliegend 
zunächst zu klären, innerhalb welcher Frist die vorliegende Berufung eingereicht 
werden musste und ob die Berufungsklägerin diese eingehalten hat.

Seite  11 — 41

b/aa. Die Regelung des Verfahrens in Vormundschaftssachen mit Einschluss des 
Kindesschutzes und der fürsorgerischen Freiheitsentziehung (FFE) ist – nach der-
zeit noch geltendem Recht – unter dem Vorbehalt der sich aus dem Bundesrecht 
ergebenden Schranken Sache der Kantone. An diesem Grundsatz hat sich mit 
dem Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. 
Januar 2011, deren Geltungsbereich gemäss Art. 1 lit. b ZPO lediglich die gericht-
lichen Anordnungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit umfasst, nichts geändert. Die 
Kantone sind daher frei, ob sie das vormundschaftliche Verfahren (samt Weiter-
zug) wie bisher regeln oder hierfür die neue ZPO für anwendbar erklären (Thomas 
Sutter-Somm/Rafael Klingler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Zürich Basel Genf 
2010, N 7 zu Art. 1 ZPO; Dominik Vock, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Bas-
ler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 6 zu Art. 1 
ZPO). Im Kanton Graubünden wird das Kindesschutz- und Vormundschaftsrecht 
nach wie vor in den Art. 41 und 52 ff. des Einführungsgesetzes zum Schweizeri-
schen Zivilgesetzbuch (EGzZGB; BR 210.100) geregelt. Dasselbe gilt für den Wei-
terzug von Entscheiden der Vormundschaftsbehörde an das Bezirksgericht als 
erstinstanzliche Aufsichtsbehörde (Art. 60 ff. EGzZGB). Einzig für den Weiterzug 
an das Kantonsgericht als zweitinstanzliche Aufsichtsbehörde (Art. 42 Abs. 2 
EGzZGB) verweist das kantonale Recht in Art. 64 EGzZGB – wie auch in anderen 
Fällen der freiwilligen Gerichtsbarkeit (Art. 20d Abs. 2, Art. 25a Abs. 2, Art. 38 
EGzZGB) – auf die Berufung gemäss Schweizerischer ZPO, die insoweit als kan-
tonales Recht zur Anwendung gelangt. Zugleich wurden die bisher in Art. 64 EGz-
ZGB enthaltenen besonderen Bestimmungen (Rechtsmittelfrist, Begründungs-
pflicht, Novenrecht, Anordnung der aufschiebenden Wirkung) mit dem Inkrafttreten 
der Schweizerischen ZPO ersatzlos gestrichen. Was bis anhin klar geregelt war, 
muss daher nun durch Auslegung dieses – nur scheinbar eindeutigen – Verweises 
auf das eidgenössische Recht ermittelt werden. Eine Verbesserung dieser wenig 
zufriedenstellenden Situation ist erst mit dem Inkrafttreten des neuen Kindes- und 
Erwachsenenschutzrechts per 1. Januar 2013 in Aussicht.

b/bb. Wie soeben dargelegt, kann nach Art. 64 Abs. 1 EGzZGB gegen Entschei-
de des Bezirksgerichts betreffend die Anordnung, die Änderung oder die Aufhe-
bung von vormundschaftlichen Massnahmen (vgl. Art. 52 Abs. 2 EGzZGB) die 
Berufung gemäss Zivilprozessordnung an das Kantonsgericht erhoben werden. 
Die ZPO unterscheidet grundsätzlich zwei Arten der Berufung, nämlich die Beru-
fung im ordentlichen Verfahren, welche innert 30 Tagen seit Zustellung des be-
gründeten Entscheids zu erheben ist (Art. 311 ZPO), und die Berufung im summa-

Seite  12 — 41

rischen Verfahren, bei der die Frist zur Einreichung zehn Tage beträgt (Art. 314 
ZPO). Welches Berufungsverfahren und damit auch welche Berufungsfrist beacht-
lich sind, regelt Art. 64 EGzZGB nicht. Für den Bereich der fürsorgerischen Frei-
heitsentziehung hat das Kantonsgericht bereits festgestellt, dass im Rechtsmittel-
verfahren die Bestimmungen über die Berufung in Summarsachen zur Anwendung 
gelangen (Urteil vom 16. Mai 2011, ZK1 11 19, E. 3; Urteil vom 14. Juni 2011, ZK1 
11 28, E. 1). Dies gilt nun auch für die übrigen Kindesschutz- und Vormund-
schaftssachen. Sinn und Tragweite von Art. 64 EGzZGB ist unter Einbezug der in 
Lehre und Rechtsprechung anerkannten Qualifizierung des Vormundschaftsver-
fahrens als Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu ermitteln (vgl. PKG 2004, 
Nr. 6, E. 1c/bb/fff; PKG 1996, Nr. 6, E. 1a). Für Letztere erklärt die ZPO in Art. 248 
lit. e ausdrücklich das summarische Verfahren für anwendbar. Als Folge davon ist 
der Verweis in Art. 64 EGzZGB zwingend als Verweis auf die Berufung in Sum-
marsachen (Art. 314 ZPO) zu verstehen.

Daraus ergibt sich für die Berufung in Vormundschaftssachen, dass die Frist zur 
Einreichung der Berufung sowie der Berufungsantwort 10 Tage beträgt (Art. 314 
Abs. 1 ZPO). Die Erhebung einer Anschlussberufung ist unzulässig (Art. 314 Abs. 
2 ZPO). Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Fristenstillstand nicht gilt 
(Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO), worauf die Parteien in der Rechtsmittelbelehrung aus-
drücklich hinzuweisen sind (Art. 145 Abs. 3 ZPO). Damit wird der besonderen Na-
tur des summarischen Verfahrens Rechnung getragen, das vor allem eine rasche 
Erledigung des Verfahrens verlangt (vgl. Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], Zürich Basel Genf 2010, N 6 zu Art. 314 ZPO; Karl Spüh-
ler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivil-
prozessordnung, Basel 2010, N 2 zu Art. 314 ZPO). Die Berufung ist wie bis anhin 
schriftlich zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO), und das weitere Verfahren richtet 
sich nach den Art. 316 ff. ZPO, wobei die Rechtsmittelinstanz die Durchführung 
einer mündlichen Verhandlung unabhängig vom Vorliegen besonderer Vorausset-
zungen (vgl. PKG 1995, Nr. 5, E. 1b) anordnen kann (Art. 316 Abs. 1 ZPO) (vgl. 
zum Ganzen auch ZK1 11 19, E. 4a).

b/cc. Aufgrund dieser Ausführungen steht fest, dass die vorliegende Berufung 
innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids hätte eingereicht 
werden müssen. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Landquart ging der 
Berufungsklägerin nach eigenen Angaben am 20. April 2011 zu. Die Berufung ge-
gen dieses Urteil wurde am 27. Mai 2011 erhoben. Sie erweist sich daher als ver-
spätet.

Seite  13 — 41

c. Zu beachten ist nun, dass die von der Vorinstanz verwendete Rechtsmittel-
belehrung fehlerhaft war, wurde doch auf die Bestimmungen des ordentlichen Ver-
fahrens mit einer dreissigtägigen Berufungsfrist hingewiesen, obwohl die zehntä-
gige Frist der Berufung in Summarsachen nach Art. 314 Abs. 1 ZPO massgeblich 
gewesen wäre. Überdies erweist sich die Rechtsmittelbelehrung als unvollständig, 
da das Bezirksgericht darin nicht auf den Umstand verwies, dass der Fristenstill-
stand für das summarische Verfahren nicht gilt (Art. 145 Abs. 2 lit. b u. Abs. 3 
ZPO). Unter diesen Umständen stellt sich die Frage, ob auf die Berufung trotzdem 
eingetreten werden kann.

c/aa. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf einer Partei, welche 
sich auf eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung verliess und verlassen konnte, 
daraus kein Nachteil erwachsen. Allerdings geniesst nur Vertrauensschutz, wer 
die Unrichtigkeit der Rechtsmittelbelehrung nicht kennt und sie auch bei ge-
bührender Aufmerksamkeit nicht hätte erkennen können. Es besteht kein An-
spruch auf Vertrauensschutz, wenn der Mangel für die Rechtssuchenden bzw. 
ihren Rechtsvertreter schon durch Konsultierung der massgeblichen Verfahrens-
bestimmung ersichtlich ist. Dagegen wird nicht verlangt, dass neben den Geset-
zestexten auch die einschlägige Rechtsprechung oder Literatur nachgeschlagen 
wird. Diese Grundsätze gelten nicht nur für das Verfahren vor Bundesgericht, son-
dern auch für das kantonale Verfahren. Wann der Prozesspartei, die sich auf eine 
unrichtige Rechtsmittelbelehrung verlassen hat, eine als grob zu wertende Un-
sorgfalt vorzuwerfen ist, beurteilt sich nach den konkreten Umständen und nach 
ihren Rechtskenntnissen (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts vom 26. 
August 2011, 6B_295/2011, sowie BGE 135 III 374 ff. [376 f.], E. 1.2.2.1 u. 
1.2.2.2, m.w.H.).

c/bb. Vorliegend erweist sich der Gesetzestext allein – Art. 64 Abs. 1 EGzZGB – 
als nicht aussagekräftig. Die anwendbaren Bestimmungen sind nur durch Ausle-
gung bzw. den Beizug einschlägiger Rechtsprechung und Literatur ermittelbar. 
Hinzu tritt die übergangsrechtliche Problematik, wobei namentlich der Umstand zu 
beachten ist, dass die Klarstellung des Kantonsgerichts, wonach der Verweis in 
Art. 64 EGzZGB als Verweis auf die Berufung in Summarsachen verstanden wer-
den muss, erst nach der Eröffnung des vorliegend angefochtenen Entscheids er-
folgte (vgl. das Urteil vom 16. Mai 2011, ZK1 11 19, E. 4a, sowie das Urteil vom 
18. Juli 2011, ZK1 11 33, E. 1a). Sodann ist zu beachten, dass die bisherige 
Rechtslage, die – in Abweichung von der zehntägigen Frist in Art. 420 Abs. 2 
ZGB, die vom Berufungsbeklagten in casu angeführt wird – eine Berufungsfrist 
von 20 Tagen vorsah, nicht zwingend auf eine Frist von 10 Tagen hindeutet. Zu 

Seite  14 — 41

berücksichtigen ist schliesslich noch der Umstand, dass sich die bisherige Praxis 
betreffend Geltung der Gerichtsferien in Vormundschaftssachen als uneinheitlich 
erweist (vgl. bspw. das Urteil des Kantonsgerichts vom 19. September 2005, ZF 
05 49). Unter diesen Umständen kann – auch wenn X. anwaltlich vertreten ist, so 
dass die Anforderungen an die Aufmerksamkeit, die der Rechtsmittelbelehrung 
beizumessen ist, grundsätzlich erhöht sind – nicht davon gesprochen werden, 
dass der Berufungsklägerin bzw. ihrer Rechtsvertreterin eine grob zu wertende 
Unsorgfalt vorzuwerfen und ihr folglich die Berufung auf den Vertrauensschutz 
verwehrt wäre. Vielmehr gilt, dass der Berufungsklägerin aus der falschen bzw. 
unvollständigen Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz kein Nachteil erwachsen 
darf, weshalb auf ihre Eingabe vom 27. Mai 2011 trotz verspäteter Einreichung 
einzutreten ist.

2. Zu prüfen sind in einem weiteren Schritt die Legitimation zur Berufung – der 
in casu die Funktion einer zweitinstanzlichen Vormundschaftsbeschwerde im Sin-
ne von Art. 420 Abs. 2 ZGB zukommt (vgl. E. 3a/bb) – bzw. damit zusammenhän-
gende Fragen.

a/aa. Im Anwendungsbereich der Vormundschaftsbeschwerde nach Art. 420 ZGB 
bestimmt sich die Legitimation nach Bundesrecht (Thomas Geiser, in: Hon-
sell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1–456 ZGB, 4. 
A., Basel 2010, N 26 zu Art. 420 ZGB). Die Legitimation zu einer Beschwerde 
nach Art. 420 Abs. 2 ZGB kommt in erster Linie dem Mündel bzw. der verbeistän-
deten, verbeirateten oder von einem Entscheid über eine fürsorgerische Freiheits-
entziehung betroffenen Person zu (Geiser, a.a.O., N 28 zu Art. 420 ZGB). Dane-
ben ist jedermann zur Beschwerde legitimiert, der ein Interesse hat. Dabei ist die 
Legitimation nicht nur gegeben, wenn der Dritte die Interessen der vom Beschluss 
betroffenen Person wahrnehmen will, sondern auch, wenn es ihm um den Schutz 
eigener Interessen geht. Der Dritte kann hierbei aber nicht beliebige eigene Inter-
essen verfolgen. Es muss sich vielmehr um Interessen handeln, welche mit der 
strittigen Massnahme geschützt werden sollen und die deshalb vom Vormund 
oder der Vormundschaftsbehörde hätten berücksichtigt werden müssen (Geiser, 
a.a.O., N 31 zu Art. 420 ZGB, m.w.H.).

Sodann ist im Allgemeinen darauf hinzuweisen, dass Zulässigkeitsvoraussetzung 
jedes Rechtsmittels eine entsprechende Beschwer ist; die Beschwer ist das für 
das Rechtsmittelverfahren von Amtes wegen zu beachtende Pendant zum 
Rechtsschutzinteresse im erstinstanzlichen Verfahren, welches eine Prozessvor-
aussetzung darstellt (Art. 59 Abs. 2 lit. a ZPO). Formelle Beschwer liegt vor, wenn 

Seite  15 — 41

das Dispositiv des erstinstanzlichen Entscheides von den Rechtsbegehren der 
rechtsmittelwilligen Partei abweicht. Materielle Beschwer bedeutet, dass die 
Rechtsstellung einer rechtsmittelwilligen Partei durch den erstinstanzlichen Ent-
scheid tangiert wird, indem dieser in seinen rechtlichen Wirkungen nachteilig für 
die Partei ist und ihr dadurch ein Interesse an seiner Abänderung verschafft (BGE 
120 II 5 ff. [7 f.], E. 2a; Reetz, a.a.O., N 30 ff. Vorbemerkungen zu den Art. 308–
318 ZPO). Die Rechtslage präsentiert sich in diesem Sinn analog zum bundesge-
richtlichen Verfahren, wo zur Beschwerde legitimiert ist, wer vor der Vorinstanz am 
Verfahren teilgenommen hat und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Auf-
hebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (Art. 76 Abs. 1 lit. b 
BGG; Geiser, a.a.O., N 45 zu Art. 420 ZGB).

a/bb. Die Beschwerdelegitimation von X. ist zu bejahen. Sie hatte im vorinstanzli-
chen Verfahren den Antrag auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde ge-
stellt. Mit diesem Begehren unterlag sie, so dass sie formell beschwert ist. Darü-
ber hinaus liegt auch eine materielle Beschwer vor, wobei insbesondere ins Ge-
wicht fällt, dass in casu eine Kindesschutzmassnahme in Frage steht. Die Bei-
standschaft nach Art. 308 ZGB tangiert nicht nur die Kinder, sondern greift auch in 
die Rechtsstellung der betroffenen Eltern ein, weshalb ihnen nicht nur ein An-
spruch auf Teilnahme am entsprechenden Verfahren zusteht, sondern auch ein 
rechtlich geschütztes Interesse an der Anfechtung eines in ihren Augen für sie 
selbst oder für die Kinder ungünstigen Entscheids nicht abgesprochen werden 
kann.

b/aa. Was die Legitimation der Vormundschaftsbehörde angeht, so ist zu beach-
ten, dass deren Beschluss in einem Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit er-
ging. Die Stellung der Vormundschaftsbehörde in diesem Verfahren ist eine be-
sondere. Als Behörde, welche den angefochtenen Entscheid erlassen hat, ist ihr 
Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (vgl. Art. 62 EGzZGB). Insofern 
kommt ihr im Verfahren vor der ersten Rechtsmittelinstanz eine passive Legitima-
tion zu. Als direkter Vorinstanz ist es ihr hingegen grundsätzlich verwehrt, gegen 
den Entscheid der Oberbehörde selbständig ein Rechtsmittel zu ergreifen, unter-
steht die Vormundschaftsbehörde doch der Entscheidungsgewalt der ihr überge-
ordneten Beschwerde- und Aufsichtsinstanz. Somit ist die Vormundschaftsbehör-
de grundsätzlich nicht legitimiert, gegen die Aufhebung oder Abänderung ihres 
Entscheids durch das Bezirksgericht Berufung zu erheben. Eine Legitimation zur 
Berufung kommt ihr lediglich in Gebührenfragen zu (vgl. PKG 1996, Nr. 6, E. 1, 
m.w.H., u.a. auf ZVW 49 [1994] S. 32 ff.; Geiser, a.a.O., N 34 zu Art. 420 ZGB).

Seite  16 — 41

b/bb. Im vorliegenden Fall bildet der Beschluss der Vormundschaftsbehörde Z. 
vom 9. Dezember 2010 betreffend Aufhebung der Beistandschaft für A.Y. und B.Y. 
Gegenstand des Verfahrens. Es geht mithin nicht um Gebührenfragen, so dass 
der Vormundschaftsbehörde im Berufungsverfahren – wie im vorinstanzlichen Ver-
fahren – zwar eine passive Legitimation im Sinne eines Rechts zur Stellungnahme 
zukommt, nicht aber eine eigentliche Parteistellung bzw. eine aktive Legitimation, 
die es ihr erlauben würde, eigene, über die Rechtsbegehren der Kindseltern hin-
ausgehende Anträge zu stellen. Auf diejenigen Anträge der Vormundschafts-
behörde Z., die über das Begehren auf Gutheissung der Berufung (Ziffer 1 der 
Rechtsbegehren) hinaus gehen, kann daher nicht eingetreten werden.

b/cc. Darauf hinzuweisen ist, dass sich diese weitergehenden Anträge ohnehin 
als unzulässig erweisen.

b/cc/aaa. In Ziffer 2 der Rechtsbegehren der Vernehmlassung der Vormund-
schaftsbehörde Z. wird beantragt, dass in Präzisierung des Scheidungsurteils des 
Bezirksgerichtspräsidiums Landquart vom 5. April 2008 gerichtlich ein Besuchs-
modus für die Monate Juli/August festzulegen oder festlegen zu lassen sei. Zur 
Begründung macht die Behörde geltend, die Festlegung des Besuchsrechts in den 
Sommermonaten Juli/August führe alljährlich wieder zu grossen Konflikten. Die 
Kindsmutter stelle sich auf den Standpunkt, die Kinder den ganzen Juli über bei 
sich zu haben und mit ihnen mehrere Wochen in H. zu verbringen. Andererseits 
fordere auch der Kindsvater, mit den Kindern Ferien im Juli verbringen zu können. 
Um diesem Konflikt einen dicken und konstanten Stachel zu nehmen, erscheine 
es sinnvoll, eine gerichtliche Präzisierung des Ferienrechts, wie es im Schei-
dungsurteil vom 5. April 2008 festgelegt worden sei, vorzunehmen.

Entgegen der mit diesem Antrag geäusserten Ansicht der Vormundschaftsbehörde 
Z. ist das Kantonsgericht als zweite Aufsichtsbehörde nicht dafür zuständig, ein 
Scheidungsurteil hinsichtlich der Modalitäten des persönlichen Verkehrs abzuän-
dern. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang Art. 134 Abs. 4 ZGB, der be-
stimmt, dass das Gericht, hat es über die Änderung der elterlichen Sorge oder des 
Unterhaltsbeitrags für das unmündige Kind zu befinden, nötigenfalls auch den 
persönlichen Verkehr neu regelt, dass aber in den anderen Fällen die Vormund-
schaftsbehörde über die Änderung des persönlichen Verkehrs entscheidet. Den 
persönlichen Verkehr regelt das Gericht somit auch in streitigen Fällen nur, wenn 
es ohnehin – wegen Kontroversen auch um Zuteilung der Sorge oder den Unter-
halt – mit der Sache befasst ist. Ist hingegen nur der persönliche Verkehr streitig, 
so ist trotz Uneinigkeit der Parteien die Vormundschaftsbehörde zuständig (Peter 

Seite  17 — 41

Breitschmid, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 
Art. 1–456 ZGB, 4. A., Basel 2010, N 7 zu Art. 134 ZGB, N 12 zu Art. 315–315b 
ZGB). Besteht im Interesse des Kindeswohls Handlungsbedarf – und lässt sich 
der Konflikt nicht über eine entsprechende Instruktion des Beistands lösen (vgl. E. 
6c/ff) – steht es folglich in der eigenen Kompetenz der Vormundschaftsbehörde, 
unter Wahrung der entsprechenden Verfahrensvorschriften die Besuchsrechtsre-
gelung zu ändern (vgl. auch Breitschmid, a.a.O, N 5 zu Art. 134 ZGB).

b/cc/bbb. In Ziffer 3 ihrer Rechtsbegehren beantragt die Vormundschafts-
behörde Z. eventualiter, dass das Kantonsgericht für den Fall der Fortführung der 
Beistandschaft einen neuen Mandatsträger nenne, welcher von beiden Kindseltern 
akzeptiert werde. Ausserdem stellt sie das Begehren, dass die Berufungsinstanz 
den Aufgabenbereich des neu einzusetzenden Mandatsträgers im Sinne von Art. 
308 ZGB konkretisiere. Die Vormundschaftsbehörde bringt in diesem Zusammen-
hang vor, ein neuer Mandatsträger könne von ihr nur ernannt werden, wenn ein 
Vorschlag vorliege, den beide Kindseltern akzeptierten. Ein Mandatsträger, der 
von der Vormundschaftsbehörde bestimmt werde, könnte mit an Sicherheit gren-
zender Wahrscheinlichkeit seine Aufgabe nicht wahrnehmen, weil ihm die Zu-
sammenarbeit ein weiteres Mal verweigert würde. Überdies müsse der Aufgaben-
bereich eines neu einzusetzenden Beistands hinsichtlich der zukünftigen Ausge-
staltung des Besuchsrechts konkretisiert werden. Es gelte nämlich, den Miss-
brauch einer Beistandschaft zu verhindern, könnten Abreden mit dem Beistand 
doch keinesfalls eine Abmachung mit dem anderen Elternteil ersetzen. Abma-
chungen betreffend Besuchsrecht kämen mit oder ohne Beistand einzig und allein 
zwischen den Kindseltern zu Stande. Um inskünftig sicher zu stellen, dass ein all-
fälliger Mandatsträger seine Aufgaben wahrnehmen könne, bedürfe es eventuali-
ter klarer gerichtlicher Weisungen, z.B. dass keine einseitige Ferienplanung erfol-
ge, die Ferien im Monat Juli alternierend stattfinden würden, etc.

Der Vormundschaftsbehörde ist darin beizupflichten, dass es unter den vorliegen-
den Umständen keine leichte Aufgabe darstellt, einen neuen Mandatsträger zu 
ernennen und dessen Aufgabenbereich in angemessener Weise zu konkretisie-
ren. Auch hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass das Kantonsgericht als zweit-
instanzliche Aufsichtsbehörde für die Ernennung vormundschaftlicher Mandatsträ-
ger und die Bestimmung ihres Aufgabenbereichs nicht zuständig ist. Die Anord-
nung und Abänderung von Kindesschutzmassnahmen liegt primär in der Zustän-
digkeit der Vormundschaftsbehörden (Breitschmid, a.a.O., N 1 zu Art. 134 ZGB, N 
1 u. N 10 ff. zu Art. 315-315b ZGB). Ebenso handelt es sich bei der Bestellung 
eines Beistands gestützt auf Art. 397 ZGB in Verbindung mit Art. 379 ff. ZGB um 

Seite  18 — 41

eine Aufgabe der Vormundschaftsbehörde. Auf diese Art und Weise ist gewähr-
leistet, dass die Wahl angefochten und gegebenenfalls der erstinstanzlichen Auf-
sichtsbehörde zur Entscheidung unterbreitet werden kann (Art. 388 Abs. 2 u. 3 
ZGB). Schliesslich liegt es auch in der Kompetenz der Vormundschaftsbehörde, 
den Aufgabenbereich des Beistands im Hinblick auf eine den vorliegenden Um-
ständen angemessene Ausgestaltung des Besuchsrechts zu konkretisieren (vgl. 
E. 6a/bb u. 6c/ff).

b/dd. Aufgrund des Gesagten kann auf die Anträge 2 und 3 der Vormundschafts-
behörde mangels Legitimation der Behörde zur Erhebung entsprechender Begeh-
ren bzw. mangels Zuständigkeit des Kantonsgerichts für deren Beurteilung im vor-
liegenden Verfahren nicht eingetreten werden. Dies gilt ungeachtet der in Vor-
mundschaftssachen geltenden Offizialmaxime bzw. des Umstands, dass die 
Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht an die Anträge der Parteien gebunden ist, 
sondern in ihrer gleichzeitigen Eigenschaft als Aufsichtsbehörde bei entsprechen-
der Veranlassung gegenüber den ihr unterstellten Behörden auch von Amtes we-
gen einschreiten könnte. Ein Handeln an Stelle der Vormundschaftsbehörde führt 
regelmässig zu einer Verkürzung des Instanzenzugs und ist nur gerechtfertigt, 
wenn Dringlichkeit eine Rückweisung an die Vormundschaftsbehörde ausschliesst 
(vgl. Geiser, a.a.O., N 24 zu Art. 420 ZGB, N 9 vor Art. 420–425 ZGB). In casu ist 
dies nicht der Fall.

3a. Für das Rechtsmittelverfahren vor Kantonsgericht gilt – trotz Fehlens einer 
ausdrücklichen Regelung wie im bisherigen Recht – die Offizial- und die Untersu-
chungsmaxime mit umfassendem Novenrecht.

a/aa. Wie in Erwägung 1b bereits eingehend dargelegt, ist das Verfahren in Vor-
mundschaftssachen mit Einschluss des Kindesschutzes vom Geltungsbereich der 
ZPO ausgenommen und unterliegt der Regelung durch die Kantone, wobei die 
sich aus dem Bundesrecht ergebenden Schranken zu beachten sind. Während für 
das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren besondere Verfahrensmaximen explizit 
vorgesehen sind (Art. 61 EGzZGB sowie Art. 62 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung 
mit Art. 52 ff. EGzZGB), verweist Art. 64 Abs. 1 EGzZGB für den Weiterzug an das 
Kantonsgericht als zweitinstanzliche Aufsichtsbehörde auf die Berufung gemäss 
Schweizerischer ZPO, die insoweit als kantonales Recht zur Anwendung gelangt. 
Nach Art. 317 Abs. 1 ZPO ist das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel 
im Berufungsverfahren grundsätzlich nur beschränkt zulässig. Zu beachten ist al-
lerdings, dass Art. 248 lit. e ZPO für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichts-
barkeit, wozu das Vormundschaftsverfahren zählt, das summarische Verfahren für 

Seite  19 — 41

anwendbar erklärt. Dabei stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen fest 
(Art. 255 lit. b ZPO); die Beweismittelbeschränkung von Art. 254 Abs. 1 ZPO gilt 
nicht (Art. 254 Abs. 2 lit. c ZPO). Als Folge der in Art. 255 lit. b ZPO vorgesehenen 
Untersuchungsmaxime gelangt nun auch die in Art. 317 Abs. 1 ZPO enthaltene 
Novenbeschränkung nicht zur Anwendung. Die Berufungsinstanz hat mithin neue 
Tatsachen und/oder Beweismittel bis zum Beginn der Urteilsberatung (von Amtes 
wegen) zu berücksichtigen; d.h. bis zu diesem Zeitpunkt können sie von den Par-
teien des Berufungsverfahrens vorgebracht werden (Reetz/Hilber, a.a.O., N 14 zu 
Art. 317 ZPO; Spühler, a.a.O., N 7 zu Art. 317 ZPO) (vgl. zum Ganzen auch ZK1 
11 19, E. 4a).

a/bb. Die Geltung der Offizialmaxime ergibt sich auch aus dem übergeordneten 
Bundesrecht. Zum einen gilt, dass im Bereich des Kindesschutzes die umfassen-
de Untersuchung der Verhältnisse Voraussetzung eines ordnungsgemässen Ver-
fahrens ist, weshalb dieses in allen Stadien – sowohl vor Vormundschaftsbehörde 
als auch bei gerichtlicher Beurteilung – der Offizialmaxime unterliegt (Breitschmid, 
a.a.O., N 5 zu Art. 314/314a ZGB).

Zum anderen ist zu beachten, dass das kantonale Recht nach Art. 42 EGzZGB 
zwei Aufsichtsbehörden vorsieht, wobei der Entscheid der unteren an die obere 
Aufsichtsbehörde weitergezogen werden kann. Wird ein Rechtsmittel an eine obe-
re Instanz zugelassen, handelt es sich an sich nicht um ein vom kantonalen Recht 
ausgestaltetes Rechtsmittel, sondern um eine Vormundschaftsbeschwerde nach 
Art. 420 ZGB, weshalb die diesbezüglichen bundesrechtlichen Grundsätze zur 
Anwendung gelangen. Dabei verlangt das Gebot eines einfachen und damit auch 
möglichst einheitlichen Verfahrens, dass das Rechtsmittel an die obere Instanz 
den gleichen Grundsätzen folgt wie jenes an die erste Aufsichtsbehörde (Geiser, 
a.a.O., N 4 zu Art. 420 ZGB). Für das erstinstanzliche Verfahren gilt nun, dass 
neue Tatsachen und Beweismittel zulässig sind (Art. 61 Abs. 2 EGzZGB). Diese 
Regelung entspricht dem Grundsatz, dass das Vormundschaftsverfahren es erfor-
dert, möglichst rasch zu einem materiell richtigen Entscheid zu gelangen. Ein Ver-
fahren über mehrere Instanzen hinweg zu führen, obgleich der Sachverhalt gar 
nicht dem neusten Stand entspricht, widerspricht dem Gebot eines einfachen und 
raschen Verfahrens. Die Rechtsmittelinstanz hat deshalb in ihrem Entscheid auch 
Umstände zu berücksichtigen, welche erst nach dem angefochtenen Entscheid 
eingetreten sind (Geiser, a.a.O., N 22 zu Art. 420 ZGB, m.w.H.). Aufgrund des 
erwähnten Gleichlaufs von erst- und zweitinstanzlichem Verfahren muss diese 
Regelung auch für das zweitinstanzliche Verfahren Geltung haben.

Seite  20 — 41

b/aa. Infolge dieser Ausführungen erweist es sich als zulässig, dass die Beru-
fungsklägerin in der Berufungsschrift neue Tatsachen vorbringt und neue Be-
weismittel einlegt.

b/bb. Der Antrag der Berufungsklägerin auf Beizug der Akten des Strafverfahrens 
erweist sich ebenfalls als zulässig. Dieser ist indes mangels Entscheidrelevanz 
abzuweisen. So ist zu beachten, dass das Ergebnis der Strafuntersuchung aus 
der sich in den Akten der Vorinstanz befindenden Einstellungsverfügung hervor-
geht. Auch die Einvernehmungsprotokolle von Y., X. und F. befinden sich in den 
vorinstanzlichen Akten. Soweit die Umstände, die zur Strafanzeige von X. und zu 
deren fehlendem Vertrauen in den Beistand geführt haben, für das vorliegende 
Verfahren relevant sind, sind diese daher bereits ausreichend dokumentiert.

c/aa. Zu prüfen bleibt schliesslich der Eventualantrag der Berufungsklägerin auf 
Rückweisung der Sache an die Vormundschaftsbehörde zur weiteren Abklärung 
im Sinne von Art. 314 Abs. 1 ZGB. Die Antragstellerin bringt vor, nach Art. 314 
Abs. 1 Ziff. 1 ZGB sei das Kind vor Erlass von Kindesschutzmassnahmen in ge-
eigneter Weise durch die vormundschaftliche Behörde oder durch eine beauftragte 
Drittperson persönlich anzuhören, soweit nicht sein Alter oder andere wichtige 
Gründe dagegen sprächen. Der Beistand habe die Kinder einmal kurz gesehen. 
Eine eigentliche Abklärung bei den Kindern sei nie erfolgt, da die Beistandschaft ja 
auf gemeinsamen Antrag der Kindseltern errichtet worden sei. Nun sehe die Sa-
che anders aus. Es hätte unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprin-
zips nach Art. 307 Abs. 3 ZGB eine ordentliche Abklärung zu erfolgen, ob eine 
Beistandschaft erforderlich sei. Deshalb werde eventualiter beantragt, dass die 
Sache an die Vormundschaftsbehörde zurückgewiesen und diese aufgefordert 
werde, Art. 314 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB zu beachten und die Kinder in das Verfahren 
durch geeignete Anhörung miteinzubeziehen. Zumindest der Einbezug von B.Y. 
sollte auf Grund seines Alters und seiner Entwicklung möglich sein. Bei A.Y. sei 
dies auf Grund seiner Behinderung auszuschliessen.

Der Berufungsbeklagte lehnt den Antrag auf Anhörung ab. Er macht geltend, der 
Berufungsklägerin könne es vorliegend nicht um das Wohl der Kinder gehen, an-
dernfalls sie nicht deren Anhörung beantragen würde. Die Kinder dürften nicht in 
die Konfliktsituation zwischen den Eltern miteinbezogen werden; dies hätte nach-
haltige sowie nicht absehbare Folgen. Die Anhörung sei nur dann gerechtfertigt, 
wenn eine Anordnung die unmittelbare Situation des Kindes berühre. Dies sei vor-
liegend nicht der Fall. Im Übrigen sei es widersprüchlich, wenn in der Berufungs-
schrift ausgeführt werde, die elterlichen Konflikte würden nicht über die Kinder 

Seite  21 — 41

ausgetragen, während man im Gegenzug einen siebenjährigen Jungen anhören 
lassen wolle, damit die Kinder anschliessend auch tatsächlich über die Konflikte 
Bescheid wüssten. Diese Massnahme sei unangebracht und nicht verhältnismäs-
sig.

c/bb. Bis zum vorliegenden Verfahren wurde eine Anhörung der Kinder von kei-
ner Seite beantragt. Eine Anhörung wurde auch nicht von Amtes wegen durchge-
führt, weder im Jahr 2009 vor der Errichtung der Beistandschaft noch im Jahr 
2010 im Rahmen des Aufhebungsverfahrens. Dies ist nicht zu beanstanden. Es 
trifft zwar zu, dass Art. 314 Ziff. 1 ZGB die Anhörung eines Kindes vor dem Erlass 
von Kindesschutzmassnahmen grundsätzlich vorschreibt. Die genannte Bestim-
mung macht die Anhörung indes abhängig vom Alter des betroffenen Kindes und 
von der Zweckmässigkeit in Bezug auf die konkrete Massnahme. Vorliegend steht 
aufgrund der geistigen Behinderung von A.Y. zum vornherein einzig die Anhörung 
von B.Y. zur Diskussion. Der Genannte wurde 2003 geboren, war im massgebli-
chen Zeitraum 2009/2010 demnach 6- bzw. 7-jährig. In Anbetracht dessen durfte 
seine Anhörung unterlassen werden. Dies gilt auch und vor allem unter dem As-
pekt, dass die Kinder, die bisher – weitgehend (vgl. E. 5c) – aus dem Elternkonflikt 
herausgehalten wurden, nicht unnötig belastet werden sollen. Der Vorinstanz ist 
somit kein Vorwurf zu machen, dass sie ohne Anhörung der Kinder über die Bei-
standschaft entschieden hat, weshalb der angefochtene Entscheid in diesem Sinn 
auch nicht wegen Verletzung der Anhörungspflicht aufzuheben ist. Aus denselben 
Überlegungen erscheint es auch im heutigen Zeitpunkt nicht zwingend, eine An-
hörung von B.Y. vorzunehmen, bevor über die Weiterführung der Beistandschaft 
entschieden wird. Der entsprechende Antrag der Berufungsklägerin ist daher ab-
zuweisen.

4. Materieller Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Besuchs-
rechtsbeistandschaft für die Kinder von X. und Y., A.Y. und B.Y.. Die Vormund-
schaftsbehörde Z. errichtete für die Knaben mit Beschluss vom 29. Oktober 2009 
eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB, wobei sie als Mandatsträger 
F. einsetzte. Am 9. Dezember 2010 beschloss die Vormundschaftsbehörde, die 
Beistandschaft wieder aufzuheben, wogegen sich Y. vor Bezirksgericht Landquart 
erfolgreich zur Wehr setzte, hiess das Gericht seine gegen den Aufhebungsbe-
schluss erhobene Beschwerde doch vollumfänglich gut. X. ihrerseits strebt mit der 
vorliegenden Berufung die Aufhebung des Entscheids des Bezirksgerichts Land-
quart an, wobei sie in erster Linie rügt, die Vorinstanz habe eine einseitige und 
unvollständige Feststellung des Sachverhalts vorgenommen. Unter diesen Um-

Seite  22 — 41

ständen ist nachfolgend als Erstes auf die Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz 
einzugehen.

a/aa. In Erwägung 4a des angefochtenen Urteils hielt das Bezirksgericht Land-
quart fest, ursprünglich habe die Kindsmutter die Hilfe der Vormundschaftsbehör-
de gesucht. Sie habe ihren Antrag auf Errichtung der Beistandschaft aber zurück-
gezogen, nachdem der Kindsvater ebenfalls den Beizug eines Beistands verlangt 
habe. Allein dieses Vorgehen zeige die Notwendigkeit der Errichtung einer Bei-
standschaft.

a/bb. Der Berufungsklägerin ist beizupflichten, dass diese Darstellung den Ein-
druck erweckt, der Rückzug des Antrags auf Errichtung einer Beistandschaft durch 
die Kindsmutter sei eine Reaktion auf ein gleichlautendes Gesuch des Kindsvaters 
gewesen. Dies trifft wohl nicht zu. Aus den Akten geht vielmehr hervor, dass X. 
offenbar nicht mehr an den Nutzen einer Beistandschaft glaubte, nachdem die 
Vormundschaftsbehörde selbst diesen angezweifelt hatte (vgl. act. IV/10, IV/12). 
Im Übrigen muss der Errichtung einer Beistandschaft eine Gefährdung des Kin-
deswohls zu Grunde liegen (vgl. E. 5 nachfolgend), worauf allein aus der Tatsache 
des Rückzugs des Gesuchs durch die Kindsmutter entgegen der Ansicht der Vor-
instanz nicht ohne weiteres geschlossen werden kann.

b/aa. Im Weiteren äusserte sich die Vorinstanz in Erwägung 4c des angefochte-
nen Urteils zum Umstand, dass X. am 4. August 2010 gegen Y. Strafanzeige ein-
gereicht hatte, weil dieser die gemeinsamen, unter der elterlichen Sorge der Mut-
ter stehenden Kinder A.Y. und B.Y. entgegen einer schriftlichen Vereinbarung 
nicht am 3. August 2010, sondern erst am 8. August 2010 der Mutter aus den Fe-
rien übergab. Das Gericht führt aus, X. habe dies getan, obwohl schriftliche Anzei-
gen erfolgt seien. Die Verlängerung dieser Ferien sei anlässlich einer Sitzung der 
Kindseltern mit F. behandelt worden, welche X. nach eigenen Worten "völlig auf-
gelöst und fluchtartig" verlassen habe. Nach Aussage des Beistands sei dies ge-
wesen, weil zwischen den Eltern keinerlei vernünftige Kommunikation möglich 
gewesen sei. Dass man auf diese Umstände mit einer Strafanzeige reagiere, sei 
nur schwer verständlich, habe sich die Kindsmutter doch objektiv betrachtet keine 
Sorgen um das Wohl ihrer Kinder machen müssen. Diese seien beim Vater jeweils 
ebensogut aufgehoben wie bei der Mutter, was die Vormundschaftsbehörde eben-
so bestätige wie die Kindseltern selbst.

b/bb. Betrachtet man die Geschehnisse rund um die Planung und Durchführung 
der Sommerferien 2010, erscheint der Einwand der Berufungsklägerin, die Vorin-

Seite  23 — 41

stanz habe die Ereignisse rund um die Strafanzeige nicht genügend ausgeleuchtet 
und sei ihrer Verpflichtung, den massgeblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu 
ermitteln, nicht nachgekommen, nachvollziehbar. Die Ferienregelung für das Jahr 
2010 wurde am 12. Januar 2010 anlässlich einer Besprechung zwischen den 
Kindseltern und dem Beistand getroffen. Dabei wurde vereinbart – und vom Bei-
stand mit Schreiben vom 13. Januar 2010 (act. IV/25) schriftlich bestätigt – dass 
Y. die Kinder vom 31. Juli 2010 bis 3. August 2010 zu sich auf Besuch nimmt. Of-
fenbar trafen nun der Kindsvater und der Beistand anlässlich einer gemeinsamen 
Sitzung vom 9. Juni 2010 davon abweichend die Abmachung, dass Y. die Kinder 
bis am 8. August 2010 in die Ferien nehmen sollte (vgl. act. III/10, S. 1; act. III/11, 
S. 3 f.). X. gibt an, von dieser Änderung keine Kenntnis gehabt zu haben, was 
nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen ist. So hatte sie die Sitzung vom 9. 
Juni 2010 zum Zeitpunkt, als der Beistand mit dem Kindsvater die Änderung be-
sprach, nach eigenen Angaben bereits verlassen, aus der Sicht des Beistands 
übrigens aus nachvollziehbaren Gründen. Jedenfalls aber konnte auch der Bei-
stand nicht mehr mit Sicherheit sagen, dass die Genannte beim Gespräch über 
die Dauer des Ferienaufenthalts noch anwesend war (act. III/11, S. 3). Ein Proto-
koll über die fragliche Besprechung wurde zwar erstellt, das Ende der Sommerfe-
rien der Kinder mit dem Vater darin indes nicht thematisiert (act. IV/29). Der Bei-
stand und Y. waren offenbar übereingekommen, dass der Letztgenannte die 
Kindsmutter über die Ferienverlängerung hätte benachrichtigen sollen (vgl. act. 
III/10, S. 2; act. III/11, S. 4). Dies tat er auch, allerdings nicht rechtzeitig. So infor-
mierte er X. – wohl um einen offenen Konflikt bei der Übernahme der Kinder am 
31. Juli 2010 zu vermeiden – über das Ferienende weder vor noch bei der er-
wähnten Übernahme (vgl. act. IV/41, Ferienbericht S. 1), sondern erst mit einem 
eingeschriebenen Brief, der das Datum vom 30. Juli 2010 trägt, nach Angaben 
von Y. aber erst am 31. Juli 2010 versandt wurde (act. III/10, S. 2). Der Brief ging 
X. gemäss ihren Aussagen am 3. August 2010 zu, wobei ihr das Schreiben einen 
Tag zuvor, am 2. August 2010, zusätzlich noch per E-Mail übermittelt worden war 
(vgl. act. III/11, S. 5). In diesem Sinn hatte X. im Zeitpunkt der Erhebung der Straf-
anzeige am 4. August 2010 zwar Kenntnis davon, dass sich die Kinder beim Vater 
am G. befanden. Fakt ist aber, dass die Verlängerung der Ferien nicht der ge-
meinsamen Vereinbarung vom 12. Januar 2010 entsprach. In diesem Sinn gelang-
te auch die Staatsanwaltschaft in ihrer Einstellungsverfügung zum Schluss, dass 
Y. objektiv betrachtet die Kinder entgegen der gemeinsamen Vereinbarung über 
den 3. August 2010 bei sich behalten und damit die schriftliche Vereinbarung vor-
sätzlich missachtet habe. Letztlich wurde das Verfahren infolge eines Irrtums über 
die Rechtswidrigkeit nach Art. 21 StGB eingestellt (vgl. die Einstellungsverfügung 

Seite  24 — 41

der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 15. März 2011, Akten Vorinstanz, Pli 
Korrespondenz). Hinzu tritt der Umstand, dass die Kindsmutter für A.Y., bei dem 
eine Ohrenentzündung aufgetreten war, auf den 3. August 2010 einen Arzttermin 
vereinbart hatte. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass sich X. deswegen in Sorge 
befand, zumal der Kindsvater diese Sorge zwar ernst nahm und mit A.Y. in H. ei-
nen Arzt besuchte, die Mutter darüber aber nicht orientierte. Die Information über 
die Arztkonsultation erhielt X. vom Beistand per E-Mail am 3. August 2010, um 17 
Uhr (Akten Berufungsklägerin, act. 3), wobei sie die Nachricht nach eigenen An-
gaben erst am 5. August 2010 zur Kenntnis nahm.

Die Berücksichtigung dieser Umstände – das Zurückbehalten der Kinder entgegen 
der ursprünglichen Abmachung und ohne genügende rechtzeitige Mitteilung an die 
Mutter, auch was die Arztkonsultation betrifft – lässt das Verhalten von X. nun 
doch in etwas anderem Licht erscheinen, als von der Vorinstanz dargestellt.

c/aa. In Erwägung 4d des angefochtenen Urteils befasste sich das Bezirksgericht 
Landquart mit der Frage der Kommunikation unter den Kindseltern, die sich nach 
Darstellung des Gerichts als eher dürftig, unnötig kompliziert und oft geprägt von 
Drohungen gestaltet. Die Berufungsklägerin macht geltend, es werde einseitig das 
Bild vermittelt, dass allein sie für die schwierige Kommunikation verantwortlich sei.

c/bb. Diese Kritik erweist sich lediglich teilweise als berechtigt, verweist die Vor-
instanz doch in weiten Teilen auf das problematische Kommunikationsverhalten 
beider Elternteile. Auch ist nicht zu übersehen, dass X. beispielsweise in ihrem 
Schreiben an den Beistand vom 21. Juni 2010 (act. IV/31) tatsächlich angab, kei-
ne Mails von Y. mehr direkt zu beantworten, und dass sie auch gemeinsame Ge-
spräche ablehnt, obwohl vom Beistand Frau I. von der Fachstelle familienergän-
zende Kinderbetreuung Chur beigezogen worden war, damit X. in diesen Ge-
sprächen nicht allein als Frau anwesend sein musste (vgl. act. IV/47). Gleichzeitig 
ist der Berufungsklägerin Recht zu geben, dass im vorinstanzlichen Urteil kaum 
zum Ausdruck kommt, dass der Vater die langjährigen Kommunikationsschwierig-
keiten durchaus mitzuverantworten hat. So geht aus den Akten beispielsweise 
hervor, dass er bei der Rückgabe der Kinder jeweils das Gespräch verweigert (vgl. 
act. IV/26, IV/27, IV/29, IV/31). Zudem ist es ihm klar vorzuwerfen, dass er die In-
formation über die Arztkonsultation in H. (vgl. E. 4b/bb vorstehend) lediglich dem 
Beistand, nicht aber der Kindsmutter selbst zukommen liess (vgl. act. 3).

d/aa. In Erwägung 4e des angefochtenen Urteils kam die Vorinstanz schliesslich 
zum Schluss, dass in den Verhaltensweisen der Kindsmutter eine gesunde Flexi-

Seite  25 — 41

bilität nicht auszumachen sei. Die Berufungsklägerin rügt auch diesbezüglich eine 
einseitige Darstellung der Sachlage. In der Tat fällt auf, dass das Bezirksgericht 
Landquart hauptsächlich auf das Verhalten von X. Bezug nimmt. Gleichzeitig wird 
aber auch festgehalten, dass beide Elternteile eine sture Haltung an den Tag le-
gen und nicht in erster Linie die für das Wohl der Kinder beste Lösung suchen 
würden. Dabei handelt es sich um eine Einschätzung, die von der Berufungsin-
stanz geteilt wird.

d/bb. X. liess im Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft vom 10. September 
2010 festhalten, dass sie künftig den Ferienmonat Juli vollständig für sich bean-
spruchen und keine Kompromisse mehr eingehen werde (act. IV/42, S. 3). Nach 
Angaben der Kindsmutter handelt es sich bei den Juli-Ferien in H. um die einzige 
Möglichkeit, mit ihren Eltern und ihrer Schwester Ferien zu machen (vgl. das Pro-
tokoll der vorinstanzlichen Verhandlung, act. A.2, S. 4), was für sie mit einer Ent-
lastung bei der Betreuung der Kinder, namentlich des behinderten Sohnes A.Y., 
verbunden ist (vgl. act. I/3, S. 9). Sie hat in diesem Sinn gute Gründe, den Feri-
enmonat Juli für ihre eigenen Ferien mit den Kindern zu beanspruchen. Gleichzei-
tig ist nicht zu übersehen, dass ihre Haltung unbestreitbar kompromisslos ist und 
die Interessen des Kindsvaters, der mit seinen Kindern ebenfalls im Juli Ferien am 
G. verbringen möchte, völlig ignoriert, zumal sie offensichtlich auch eine alternie-
rende Lösung ablehnt.

d/cc. Die Haltung des Kindsvaters in Bezug auf die Festlegung der Ferien erweist 
sich nun allerdings ebenfalls als problematisch. Er war in früheren Jahren offen-
kundig nicht bereit, seine Ferien mit den Kindern anfangs Jahr verbindlich zu pla-
nen. Zwar bringt auch er nachvollziehbare Gründe für dieses Verhalten vor, muss 
er doch als Geschäftsführer Rücksicht auf die Ferienplanung seiner Mitarbeiten-
den, die jeweils erst Ende Februar vorliegt, nehmen (vgl. Berufungsantwort, S. 10, 
bzw. E. 5b/cc). Trotzdem ist fraglich, ob es im Interesse der Kinder sowie einer 
konfliktvermeidenden verbindlichen Planung nicht möglich wäre, die eigenen Feri-
en zumindest alle zwei Jahre bereits anfangs Jahr festzulegen. Im Weiteren fällt 
auf, dass es dem Kindsvater offenbar Mühe bereitete, sich an die gemeinsam ver-
einbarte Ferienregelung für das Jahr 2010 zu halten. So wurde in Bezug auf die 
Herbstferien 2010 im Schreiben des Beistands vom 13. Januar 2010 – das die 
Ergebnisse der Besprechung vom 12. Januar 2010 zusammenfasste – festgehal-
ten, dass die Kinder die Zeit vom 8. Oktober 2010 bis 24. Oktober 2010 beim Va-
ter verbringen würden (act. IV/25). Später wurde dies dann offenbar wieder in Fra-
ge gestellt, geht aus dem Schreiben von F. vom 15. Juni 2010 doch hervor, dass 
der Vater die Kinder zwar ab dem 8. Oktober 2010, aber nur noch für eine Woche, 

Seite  26 — 41

zu sich nehmen wollte (act. IV/29). Zwar brachte Y. in seiner Stellungnahme vom 
6. Oktober 2010 (act. IV/44) vor, es sei von Anfang an klar gewesen, dass er die 
Kinder nur während einer der beiden genannten Wochen nehme; er habe bloss 
zunächst noch abklären müssen, welche. Tatsache ist aber auch, dass er gegen 
die aus seiner Sicht falsche Wiedergabe des Besprochenen im Schreiben des 
Beistands vom 13. Januar 2010 nicht opponierte. Trotz entsprechender Interventi-
on des Beistands war er sodann offensichtlich nicht bereit, eine Lösung zu finden, 
um die Knaben im Herbst 2010 für zwei Wochen zu sich zu nehmen, so dass die 
Kindsmutter entsprechend umdisponieren musste (vgl. act. IV/36 sowie das 
Schreiben des Beistands vom 18. August 2010, act. IV/37). Auch dass X. die Ab-
machung zwischen dem Beistand und Y. betreffend Verlängerung der Sommerfe-
rien im Schreiben vom 15. Juni 2010 nicht mitgeteilt wurde (vgl. E. 4b/bb), lag of-
fenbar zu einem guten Teil daran, dass Y. selbst erst kurzfristig wusste, ob eine 
Verlängerung überhaupt möglich war (vgl. act. IV/55 u. IV/58, jeweils Frage 3). 
Dass die Ferienplanung unter diesen Umständen auch seitens des Vaters proble-
matische Züge aufweist, liegt auf der Hand.

e/aa. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich die Kritik der Berufungsklägerin 
hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung im angefochtenen Urteil teilweise als be-
rechtigt erweist. In der Tat befasste sich die Vorinstanz fast ausschliesslich mit 
dem Verhalten der Mutter und schob ihr damit die Hauptverantwortung für die ge-
genwärtige Situation zu, ohne näher darauf einzugehen, dass auch der Vater sei-
nen Teil zum Konflikt beigetragen hat. Zudem geht aus den Akten zwar hervor, 
dass X. der Beistandschaft schon von Beginn weg skeptisch gegen-überstand 
(vgl. act. IV/18). Gerade die Umstände, die zur Strafanzeige führten, zeigen aber 
auf, dass die im Aufhebungsbeschluss vom 9. Dezember 2010 (act. IV/52) er-
wähnte Weigerung der Mutter zur Zusammenarbeit mit dem gegenwärtigen Amts-
träger wohl hauptsächlich eine Reaktion auf die Vorfälle im August 2010 war, und 
dass ihr Vorwurf, der Beistand handle unprofessionell bzw. nicht neutral, nicht völ-
lig von der Hand zu weisen ist. Inbesondere das Vorgehen von F. betreffend die 
Regelung der Sommerferien 2010 erscheint ziemlich unglücklich. Wie in Erwä-
gung 4b/bb erwähnt, wurde im Januar 2010 unter den Parteien eine Ferienrege-
lung getroffen und schriftlich bestätigt. Statt – was bei den konkreten Verhältnis-
sen notwendig gewesen wäre, um die Situation zu beruhigen – auf der Einhaltung 
dieser Regelung zu beharren, bot der Beistand anlässlich der Sitzung vom 9. Juni 
2010 offenbar Hand dafür, die Ferien des Kindsvaters zu verlängern, was der Mut-
ter indes nicht kommuniziert und vom Beistand namentlich auch in dem über die 
fragliche Sitzung erstellten Protokoll nicht erwähnt wurde. Vielmehr beschränkte 

Seite  27 — 41

sich F. offenbar darauf, den Vater zu einer entsprechenden Mitteilung an die Mut-
ter zu verpflichten (vgl. act. IV/58), was unter den gegebenen Umständen als klar 
ungenügend erscheint, zumal X. in ihrem Schreiben an den Beistand vom 21. Juni 
2010 (act. IV/31) explizit auf der im Januar 2010 getroffenen Vereinbarung hin-
sichtlich der Sommerferien beharrte. Fraglich erscheint auch, weshalb der Bei-
stand in der akuten Situation anfangs August 2010 nur Hand zu einem Gespräch 
mit X. persönlich bot, nicht aber zu einem solchen mit ihr und ihrer Rechtsvertrete-
rin (vgl. act. III/11, S. 4; act. IV/47), ist doch nicht ausgeschlossen, dass die Straf-
anzeige dadurch hätte vermieden werden können. Auch das Verhalten von F. in 
Bezug auf die Herbstferien 2010 wirft gewisse Fragen auf, ist doch entweder da-
von auszugehen, dass er die am 12. Januar 2010 getroffene Regelung im ent-
sprechenden Bestätigungsschreiben nicht korrekt wiedergab, oder aber davon, 
dass er das Besprochene zwar korrekt festhielt, jedoch nicht mit genügender Kon-
sequenz auf der Einhaltung der Ferienregelung beharrte (vgl. E. 4d/cc).

e/bb. Zu berücksichtigen gilt es nun aber, dass es im vorliegenden Verfahren 
nicht um die Beurteilung der Amtsführung des Beistands geht, sondern um die 
Notwendigkeit und Zweckmässigkeit einer Beistandschaft als solche. Unabhängig 
davon, ob Gründe für einen Vertrauensverlust in den gegenwärtigen Amtsträger 
vorliegen, ist einzig relevant, ob die Weiterführung der Massnahme erforderlich 
und geeignet ist, um eine Kindswohlgefährdung abzuwenden. In diesem Sinn ist 
nachfolgend die Frage des Kindeswohls näher zu betrachten.

5a. Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus 
für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Vormundschaftsbehörde 
die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sie 
kann insbesondere die Eltern, die Pflegeeltern oder das Kind ermahnen, ihnen 
bestimmte Weisungen für die Pflege, Erziehung oder Ausbildung erteilen und eine 
geeignete Person oder Stelle bestimmen, der Einblick und Auskunft zu geben ist 
(Art. 307 Abs. 3 ZGB). Wo Beratung, Mahnung oder Weisungen als mildeste 
Massnahmen nicht ausreichen, ist entweder eine Beistandschaft anzuordnen (Art. 
308 f. ZGB), die elterliche Obhut aufzuheben (Art. 310 ZGB) oder – als ultima ratio 
– die elterliche Sorge zu entziehen (Art. 311 f. ZGB; vgl. Breitschmid, a.a.O., N 2 
zu Art. 307 ZGB). Die Anordnung einer Kindesschutzmassnahme setzt kein Ver-
schulden der Eltern voraus und ist auch nicht Sanktion, sondern hat als einziges 
Ziel, trotz einer Gefährdungslage das Wohl des Kindes zu bewahren oder wieder-
herzustellen (Breitschmid, a.a.O., N 4 zu Art. 307 ZGB). 

Seite  28 — 41

Eine Überwachung des Besuchsrechts ist anzuordnen, wo erhebliche, das Kin-
deswohl gefährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des Besuchsrechts zu 
befürchten sind (Breitschmid, a.a.O., N 14 zu Art. 308 ZGB). Es muss die erhebli-
che Gefahr bestehen, dass es im Zusammenhang mit der Ausübung des An-
spruchs zu ernsthaften Schwierigkeiten kommt (Yvo Biderbost, Die Erziehungs-
beistandschaft [Art. 308 ZGB], Diss. Freiburg 1996, S. 176, m.w.H.). Nach der 
Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt für die Anordnung einer Besuchs-
rechtsbeistandschaft eine punktuelle Gefährdung, die darin bestehen kann, dass 
aufgrund des Scheidungsprozesses oder ähnlicher Anhaltspunkte mit Schwierig-
keiten beim persönlichen Verkehr zu rechnen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 
6. September 2000, 5C.151/2000, E. 3b, m.w.H.).

b/aa. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz habe sich überhaupt 
nicht damit auseinandergesetzt, ob das Wohl der Kinder A.Y. und B.Y. gefährdet 
sei. Die Vormundschaftsbehörde habe ihrerseits festgehalten, dass keine Gefähr-
dung bestehe. Im Beschwerdeverfahren habe die Kindsmutter aufgezeigt, dass es 
den Knaben an nichts fehle. Der elterliche Konflikt werde nicht unmittelbar über 
die Kinder ausgetragen. Diese würden nicht manipuliert oder in einen Loyalitäts-
konflikt gezogen. Sie hätten keine Kenntnisse von der E-Mail-Korrespondenz zwi-
schen den Kindseltern. Ferner sei die Behauptung, dass die Kindsmutter das Be-
suchs- und Ferienrecht des Vaters verhindere, wahrheitswidrig. Der Kindsvater 
könne seine Söhne wie scheidungsrechtlich vereinbart alle 14 Tage zu sich neh-
men. Immer anfangs Jahr trage die Mutter im Jahreskalender die Wochenenden 
des Kindsvaters sowie die Ferien der Kinder ein. Sie halte sich an diesen Plan. Ein 
einziges Mal habe sie im 2010 ein Wochenende des Kindsvaters für sich bean-
sprucht, nämlich als sie den 40. Geburtstag gefeiert habe. Dafür habe sie ein Er-
satzwochenende offeriert. Zudem sei sie flexibel und übergebe die Kinder am Frei-
tag auch bereits nach Schulschluss oder an anderen Orten als in J., wenn dies der 
Kindsvater rechtzeitig melde. Die Kinder sähen ihren Vater also regelmässig. Es 
sei vielmehr der Kindsvater, der immer wieder Änderungen wünsche, weil er aus 
"beruflichen Gründen" keine Zeit habe, die regulären Besuchszeiten einzuhalten. 
Er habe – zumindest bis zu den Ereignissen im August – teilweise auch immer 
wieder seine Freundin geschickt, um die Kinder zu holen, weil ihm die Zeit dazu 
gefehlt habe. Die Kindsmutter verhindere im Übrigen auch nicht, dass der Kinds-
vater mit den Kindern Ferien verbringen könne. Es sei aber eine Tatsache, dass er 
seit der Trennung nie von sich aus Ferienwünsche bei der Kindsmutter plaziert 
habe. Sie habe immer nachgefragt und dann irgendwann eine terminliche Grenze 
für die Anmeldung von Ferienwünschen für den Sommer gesetzt. Immer erst, 

Seite  29 — 41

wenn sie die Sommerferien organisiert gehabt habe, habe der Kindsvater den 
Wunsch angemeldet, Ende Juli mit den Knaben Ferien zu verbringen. Dabei wisse 
er genau, dass die Kinder im Juli mit der Kindsmutter in H. in den Ferien seien. 
Eine Beistandschaft zur Regelung der Ferien brauche es nicht. Es genüge, wenn 
der Kindsvater anmelde, wann er mit den Kindern in die Ferien möchte. Auch in 
ihrem Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft habe die Kindsmutter deutlich 
gemacht, dass sie dem Kindsvater sein Besuchs- und Ferienrecht gemäss Schei-
dungsurteil weiterhin gewähren werde. Eine Beistandschaft bringe den Kindern 
keinen Nutzen. Das Besuchs- und Ferienrecht sei vom Umfang her verbindlich 
geregelt und werde umgesetzt, sofern der Kindsvater die Kinder überhaupt hole 
oder Ferien mit ihnen verbringe. Diese Verantwortung trage allein der Kindsvater.

b/bb. Die Vormundschaftsbehörde Z. verneint in ihrer Vernehmlassung vom 15. 
Juni 2011 ebenfalls, dass eine Kindeswohlgefährdung vorhanden ist. Das Schei-
dungsurteil regle das Besuchs- und Ferienrecht. Nach ihren Kenntnissen würden 
die Besuchsrechtswochenenden grundsätzlich alle 14 Tage stattfinden. Überdies 
könne der Kindsvater die ihm zustehenden Ferienwochen mit den Kindern ver-
bringen. Unbestrittenermassen würden die Kinder beim Kindsvater und der 
Kindsmutter gut betreut. Die Kinder machten in ihrer persönlichen und schulischen 
Entwicklung unbestrittenermassen gute Fortschritte. Sie gingen gerne zum Kinds-
vater in die Besuchswochenenden, welche regelmässig stattfinden würden, und 
kehrten jeweils gerne zur Kindsmutter zurück. Die Frage, bei wem sie den Monat 
Juli verbringen, sei im Scheidungsurteil nicht konkret geregelt worden, sei aber 
jedes Jahr wieder Streitpunkt zwischen den Kindseltern. Die Kinder würden in die 
Streitigkeiten aber nicht einbezogen und soweit ersichtlich auch nicht entspre-
chend instrumentalisiert. Das Kindswohl sei folglich nicht gefährdet, weshalb eine 
Kindesschutzmassnahme nicht notwendig sei. Es sei zwar unbestritten, dass ein 
massiver nachehelicher Konflikt zwischen den Kindseltern bestehe, doch sei ein 
solcher Konflikt nicht automatisch gleichzusetzen mit einer Kindswohlgefährdung. 
Es bestehe kein Anspruch auf Errichtung oder Beibehaltung einer Massnahme, 
wenn keine Kindswohlgefährdung vorliege. Auch dass die Beistandschaft dem 
Vater einen Vorteil bringe, begründe die Notwendigkeit einer Kindesschutzmass-
nahme nicht. 

b/cc. Im Gegensatz zur Berufungsklägerin und zur Vormundschaftsbehörde Z. 
geht der Berufungsbeklagte in casu von einer Gefährdung des Kindeswohls aus. 
Er führt in der Berufungsantwort aus, es sei zutreffend, dass die Vormundschafts-
behörde in ihrem Aufhebungsbeschluss vom 9. Dezember 2010 festgehalten ha-
be, dass keine unmittelbare Kindeswohlgefährdung bestehe. Eine zumindest mit-

Seite  30 — 41

telbare Gefährdung des Kindswohles könne aufgrund der bekannten Gesam-
tumstände allerdings nicht verneint werden. Das Kantonsgericht habe im Ent-
scheid ZK1 10 16 ohnehin ausgeführt, eine Beistandschaft zur Überwachung des 
Besuchsrechts solle immer dann angeordnet werden, wenn eine erhebliche Ge-
fahr bestehe, dass sich bei der Ausübung dieses Rechts durch den von der elterli-
chen Sorge ausgeschlossenen Elternteil Schwierigkeiten ergeben. Solche Schwie-
rigkeiten seien in der Regel als Gefährdung des Kindeswohls zu betrachten, die 
eine Beistandschaft rechtfertigen würden. Die im Recht liegenden Akten sprächen 
bezüglich der Schwierigkeiten des Berufungsbeklagten bei der Wahrnehmung sei-
ner Rechte für sich. Die Berufungsklägerin versuche, die bestehenden elterlichen 
Konflikte dem Berufungsbeklagten anzulasten, was nicht den Gegebenheiten ent-
spreche. Vielmehr lehne die Berufungsklägerin die Vorschläge des Berufungsbe-
klagten grossmehrheitlich ab. Die Beistandschaft sei denn auch angesichts der 
Verweigerungshaltung der Kindsmutter aufgehoben worden. Wenn jene schon der 
Ansicht sei, dass das Kindeswohl nicht gefährdet sei und sie dem Berufungsbe-
klagten das Besuchs- und Ferienrecht nicht verweigere, sei nicht einzusehen, 
weshalb sie sich gegen eine Beistandschaft so auflehne, würde sich ja gar nichts 
ändern und hätte sie ja nichts zu befürchten. Die Opponierung gegen die Beibe-
haltung des Beistands stehe jedoch unter anderem in direktem Zusammenhang 
mit der Absicht, wieder selber entscheiden zu können, wann die Ferien zu bezie-
hen und wann die entfallenen Besuchsrechtswochenenden nachzuholen seien. 
Dass die Berufungsklägerin immer anfangs Jahr die Ferien eintrage, sei korrekt, 
führe aber gerade zu den Konfliktsituationen im Sommer. Es sei relativ einfach, 
sich an einen selbst erstellten Jahreskalender zu halten und dem Berufungsbe-
klagten Fristen für die Bekanntgabe der Ferien anzusetzen, im Wissen darum, 
dass dieser die Ferientermine als Geschäftsführer einer KMU erst Ende Febru-
ar/anfangs März eines jeden Jahres bestimmen und bekanntgeben könne. Bis zu 
diesem Zeitpunkt hätten nämlich sämtliche Mitarbeiter ihre Ferien einzugeben, 
und der Berufungsbeklagte könne sich nicht jedes Jahr über deren Wünsche hin-
wegsetzen. Hinzu komme, dass entweder der Betriebsleiter oder der Berufungs-
beklagte ortsanwesend sein müssten und man dem Betriebsleiter, welcher selbst 
Kleinkinder habe, die Ferien nicht immer vorschreiben könne. Die Berufungskläge-
rin übersehe, dass der Berufungsbeklagte eine soziale Verantwortung gegenüber 
seinen Mitarbeitern innehabe und die hoheitliche Bekanntgabe der Ferien nicht 
mehr zeitgemäss sei. Da die Kindsmutter trotz Kenntnis dieser Situation von sich 
aus bereits anfangs Jahr seine Ferien mit den Kindern bestimme, könne er in der 
Folge gar nicht mehr reagieren. Vor diesem Hintergrund sei es auch absurd, zu 
behaupten, er wolle gar keine Ferien mit den Kindern verbringen oder hole diese 

Seite  31 — 41

an Besuchswochenenden nicht immer ab. Im Übrigen habe er ebenfalls ein An-
recht, mit den Kindern Ende Juli die Ferien zu geniessen. Das Ferienhaus am G. 
gehöre seinem Vater und werde von mehreren Familienmitgliedern benutzt. Er 
könne sich auch hier nicht in den Vordergrund stellen und Ansprüche geltend ma-
chen; die Benutzungstermine würden familienintern abgesprochen. Die Beru-
fungsklägerin solle sich dies vor Augen halten und nicht stur darauf beharren, den 
Ferienmonat Juli inskünftig für sich zu beanspruchen und keine Kompromisse 
mehr einzugehen. Sogar anlässlich der Hauptverhandlung habe die Berufungsklä-
gerin vom bereits mehrfach geäusserten Vorschlag des Berufungsbeklagten, die 
Sommerferien betreffend Ende Juli alternierend zu gestalten, partout nichts wissen 
wollen. Diese Verweigerungshaltung sei absolut unverständlich und führe leider ab 
und an dazu, dass die Kinder gar nicht erst ihre Sommerferien am G. verbringen 
können. Der Berufungsklägerin gehe es einzig und allein darum, die Zügel selbst 
in der Hand zu haben und über alles bestimmen zu können. Die eigenen Ansagen 
durchzusetzen stehe über dem Kindeswohl. Die Tatsache, wonach die Berufungs-
klägerin die Kinder an ihrem 40. Geburtstag für sich beansprucht habe, treffe zu 
und dies sei für den Berufungsbeklagten selbstverständlich. Es sei ihm jedoch in 
der Folge diskussionslos ein Ersatzwochenende aufgezwungen worden. Zudem 
verschweige die Berufungsklägerin, dass sie dem Berufungsbeklagten die Kinder 
zu seinem 40. Geburtstag, zum 93. Geburtstag der Urgrossmutter sowie an zwei 
Stunden über Ostern vorenthalten habe. Die neuen Aktenstücke würden nun 
tatsächlich bestätigen, dass die Berufungsklägerin neuerdings plötzlich bereit sei, 
die Wünsche des Berufungsbeklagten zu berücksichtigen und in ihre Planung ein-
fliessen zu lassen. Allerdings sei dies nicht glaubhaft, sondern vielmehr ein cle-
verer Schachzug und zur Begründung der Berufung vorgeschoben.

c. Der Einwand der Berufungsklägerin, dass sich die Vorinstanz überhaupt 
nicht damit auseinandergesetzt habe, ob das Wohl der Kinder A.Y. und B.Y. ge-
fährdet sei, trifft nicht zu. So wird im Urteil des Bezirksgerichts Landquart festge-
halten, dass die Besuchsrechtsüberwachung anzuordnen sei, wo erhebliche, das 
Kindeswohl gefährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des Besuchsrechts zu 
befürchten seien (E. 3 des angefochtenen Urteils), wobei die Vorinstanz in der 
Folge verschiedene Geschehnisse und Gegebenheiten anführt, die die Beistand-
schaft aus ihrer Sicht als unverzichtbar erscheinen lassen (E. 4). Das Gericht geht 
damit implizit zweifellos auf die Frage der Kindeswohlgefährdung ein. Schliesslich 
brachte es mit der Feststellung, dass sich die Situation zwischen den Eltern seit 
Errichtung der Beistandschaft nicht verbessert habe (E. 6), deutlich zum Ausdruck, 

Seite  32 — 41

dass von einer anhaltenden Gefährdung des Kindeswohl ausgegangen wird. Dies 
ist im Ergebnis nicht zu beanstanden:

c/aa. Es erscheint klar, dass die Gefährdung des Kindeswohls vorliegend nicht 
darin liegt, dass die beiden Knaben von einem der beiden Elternteile nicht kinds- 
und bedürfnisgerecht betreut werden (vgl. act. IV/52, S. 2). Auch steht fest, dass 
der Vater die Wochenendbesuche regelmässig ausüben kann und dass die Mutter 
das Ferienbesuchsrecht grundsätzlich anerkennt; strittig ist bei Letzterem in erster 
Linie der Zeitpunkt im Sommer. Im Weiteren scheint es, dass die Kinder weitge-
hend aus den Streitereien herausgehalten und weder in Loyalitätskonflikte einbe-
zogen noch instrumentalisiert werden. In diesem Sinn sah die Vormundschafts-
behörde denn auch lange Zeit keinen Handlungsbedarf. Zwar bestanden bereits 
im Frühjahr 2006 Probleme mit dem Besuchsrecht, so dass mit beiden Elternteilen 
Gespräche geführt wurden (act. IV/2 u. IV/3). Noch im Juni 2009 wurde von der 
Vormundschaftsbehörde indes festgestellt, dass die Gespräche mit den Kindsel-
tern grosse Zweifel aufkommen liessen, dass ein Beistand in der derzeitigen Kon-
stellation von Nutzen sein könne. Das Ziel, eine Verbesserung der Besuchs- und 
Feriensituation herbeizuführen, könne unter den gegenwärtigen Umständen mit 
einer Beistandschaft nicht erreicht werden. Aufgrund der jetzigen Sachlage sehe 
die Behörde keine eigentliche Gefährdung des Kindswohls und keine Notwendig-
keit, eine Besuchsrechtsregelung aufzustellen bzw. eine Beistandschaft anzuord-
nen (act. IV/13).

Im Herbst 2009 wurde die Situation dann aber augenscheinlich anders beurteilt; 
dies, nachdem der Elternkonflikt dazu geführt hatte, dass der Kindsvater das Feri-
enrecht im Sommer nicht ausüben konnte und die Kinder sechs Wochen lang 
nicht sah. Offenbar hatte Y. X. den Wunsch, die letzte Woche im Juli 2009 mit sei-
nen Kindern zu verbringen, aufgrund der Ferienregelung in seiner Firma erst an-
fangs März 2009 mitgeteilt, worauf die Mutter sich auf die nicht fristgerechte An-
meldung der Ferienwoche berief und durch ihre Rechtsvertreterin kundgeben 
liess, die betreffende Woche sei bereits verplant, da sie A.Y. in ein Ferienlager des 
Schulheims angemeldet habe (act. IV/8, S. 1). Nach Angaben des Vaters rief er 
dann in der letzten Juli-Woche ins Schulheim an, um nachzufragen, ob er einen 
Tag ins Lager kommen und A.Y. sehen könne. Daraufhin teilte man ihm mit, dass 
erstens das Schullager bereits vorbei und A.Y. zweitens gar nie angemeldet ge-
wesen sei (act. IV/16). Wie es letztlich zu diesem langen Kontaktunterbruch im 
Sommer 2009 kam – anlässlich der vor-instanzlichen Hauptverhandlung machte 
die Rechtsvertreterin einen Übermittlungsfehler ihrer Klientin dafür verantwortlich, 
dass Y. mitgeteilt wurde, A.Y. befinde sich in der letzten Juliwoche im Ferienlager 

Seite  33 — 41

(vgl. das Protokoll der vorinstanzlichen Verhandlung, act. A.2, S. 2 unten), wobei 
X. selbst Y. ebenfalls mitgeteilt hatte, dass die letzte Juliwoche verplant sei (act. 
IV/8, Mail vom 18. März 2009) – kann vorliegend offen gelassen werden. Es steht 
jedenfalls fest, dass die Voraussetzungen für eine Beistandschaft und damit auch 
das Vorliegen einer Kindswohlgefährdung von der Vormundschaftsbehörde Z. in 
ihrem Beschluss vom 29. Oktober 2009 ausdrücklich bejaht wurden. Die Behörde 
hielt fest, die Fronten zwischen den Kindseltern seien sehr verhärtet. Aufgrund 
dieser Situation werde der Elternkonflikt über die beiden Kinder ausgetragen, in-
dem diese beispielsweise mit ungenügender oder unangemessener Ausstattung 
versehen würden oder sich kein für die Kinder wichtiger berechenbarer Besuchs- 
und Ferienrhythmus einstellen könne. Die Vormundschaftsbehörde Z. wolle auf-
grund der jahrelang äusserst angespannten Situation einen Beitrag zur Beruhi-
gung leisten, indem sie eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 
und 2 ZGB anordne. Hauptanliegen im Sinne des Kindeswohls sei die Erstellung 
eines tragfähigen Besuchskonzepts (Wochenenden und Ferien) sowie einer kon-
struktiven Kommunikation zwischen den Kindseltern (act. IV/20).

c/bb. Wie aus den Berichten des Beistands (vgl. die Schreiben von F. vom 13. 
Januar 2010 [act. IV/25], vom 5. Mai 2010 [act. IV/27] und vom 15. Juni 2010 [act. 
IV/29] sowie den Bericht vom 19. Oktober 2010 [act. IV/47]) wie auch aus einer 
Besprechungsnotiz der Vormundschaftsbehörde vom 26. August 2010 (act. IV/38) 
hervorgeht, ist es nun nicht so, dass sich die Situation bis im Herbst 2010 verbes-
sert hätte. Im Gegenteil, als Folge der Geschehnisse rund um die Strafanzeige 
von X. gegen Y. ist eher von einer Verschlechterung auszugehen. Es ist akten-
kundig, dass zwischen den Eltern nach wie vor erhebliche Kommunikations-
schwierigkeiten bestehen und die Ausübung des Besuchsrechts immer wieder zu 
Konflikten führt. Dies gilt nicht nur in Bezug auf die Ferienplanung, sondern auch 
hinsichtlich der Übergabe der Kinder an den Besuchsrechtswochenenden, die of-
fenbar häufig ohne Kontakte unter den Eltern, jedenfalls aber ohne einen vernünf-
tigen Austausch über die Geschehnisse am Wochenende oder den Gesundheits-
zustand der Kinder stattfindet. Die Unfähigkeit der Eltern zu einer direkten Kom-
munikation und zum Finden tragfähiger Lösungen für die Festsetzung der Ferien 
oder im Kindeswohl liegender Modalitäten betreffend Zeitpunkt und Ort der 
Übergabe besteht fort. Zudem sind die Kinder über den Streit betreffend ihre Aus-
rüstung an den Besuchsrechtswochenenden (Kleider, Skis oder Velos) unmittelbar 
in den Konflikt involviert. Dass unter diesen Umständen zumindest eine punktuelle 
bzw. mittelbare Gefährdung des Kindeswohls gegeben ist – die sich mit zuneh-
mendem Alter bzw. zunehmender Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder noch ver-

Seite  34 — 41

stärken dürfte –, ist nicht zu übersehen. Kinder leiden erfahrungsgemäss unter 
Spannungen zwischen den Eltern. Zudem ist unbestritten, dass andauernde Aus-
einandersetzungen unter den Eltern eine erhebliche Gefährdung des seelischen 
Wohls eines Kindes mit sich bringen können (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. September 2000, 5C.151/2000, E. 3b, m.w.H.). 

c/cc. Wesentlich erscheint vorliegend aber auch, dass die Beteiligten selbst eine 
Gefährdung des Kindeswohls nicht ausschliessen können. So geht aus den Akten 
hervor, dass der Kindsvater bereits im April 2009 gegenüber der Vormundschafts-
behörde festhielt, es werde versucht, die Kinder aus den Gehässigkeiten und Sti-
cheleien bei Mail- und SMS-Verkehr herauszuhalten, was teilweise auch gelinge. 
Trotzdem glaube er, dass sie von der Situation betroffen seien und darunter leiden 
würden (act. IV/8, S. 1). Auch der Beistand hatte bereits im Brief vom 13. Januar 
2010 (act. IV/25) die Frage nach den langfristigen Auswirkungen der Elternkonflik-
te auf die Kinder aufgeworfen. In seinem Schreiben vom 15. Juni 2010 erachtete 
er es sodann – nachdem bei B.Y. nach den Besuchswochenenden Kopfschmer-
zen aufgetreten waren – als nicht ausgeschlossen, dass das Kind sich in einer 
seelischen Not befinde und auf seine Art reagiere. Dem Kind sei nicht entgangen, 
dass seine Eltern sich auf einer Ebene begegnen würden, die bedingt durch die 
Situation nicht erfreulich sei. Für ihn sei es ein schwerwiegendes Zeichen eines 
Leidens, dem das Kind ausgesetzt sei (act. IV/29). Schliesslich ist darauf hinzu-
weisen, dass sogar die Vormundschaftsbehörde Z. in ihrem Aufhebungsbeschluss 
vom 9. Dezember 2010 festhielt, es sei im jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, in-
wiefern sich die zutiefst belastete und belastende Kommunikation zwischen den 
Kindseltern längerfristig auf die Entwicklung der beiden Knaben auswirken werde 
(act. IV/52). In diesem Sinn argumentiert die genannte Behörde widersprüchlich, 
wenn sie trotz unveränderter Konfliktsituation seit Anordnung der Beistandschaft 
eine relevante Kindeswohlgefährdung verneint. Zudem nimmt sie damit keine 
Rücksicht darauf, dass mit einer Intervention nicht abgewartet werden muss, bis 
eine hochgradige Kindswohlgefährdung vorliegt, sondern dass der Kindesschutz 
auch der Prävention dient und daher vorausschauendes Handeln verlangt (Breit-
schmid, a.a.O., N 5 zu Art. 307 ZGB).

d. Zusammenfassend steht fest, dass vorliegend erhebliche Auseinanderset-
zungen im Umfeld des Besuchsrechts bestehen, die das Kindeswohl zumindest 
punktuell gefährden. Zu prüfen bleibt die Frage, ob eine Beistandschaft die geeig-
nete Massnahme ist, um dieser Gefährdung zu begegnen.

Seite  35 — 41

6a/aa. Nach Art. 308 ZGB ernennt die Vormundschaftsbehörde, sofern es die Ver-
hältnisse erfordern, dem Kind einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das 
Kind mit Rat und Tat unterstützt. Sie kann dem Beistand besondere Befugnisse 
übertragen, namentlich die Vertretung des Kindes bei der Wahrung seines Unter-
haltsanspruchs und anderer Rechte und die Überwachung des persönlichen Ver-
kehrs. Die elterliche Sorge kann entsprechend beschränkt werden. Die Beistand-
schaft zielt nicht auf blosse Empfehlung und Begleitung, sondern auf aktives, auto-
ritatives und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und 
das Gebaren des Kindes. Alle Beteiligten sind zur Zusammenarbeit mit dem Bei-
stand verpflichtet; die elterliche Sorge ist insofern beschränkt (Breitschmid, a.a.O., 
N 2 zu Art. 308 ZGB).

a/bb. Werden dem Beistand im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB besondere Befug-
nisse übertragen, ist der Inhalt des Auftrags von der anzuordnenden Stelle präzise 
festzulegen, wobei der Beistand zu allen geeigneten Vorkehrungen befugt ist 
(Breitschmid, a.a.O., N 6 zu Art. 308 ZGB). Die in Art. 308 Abs. 2 ZGB genannte 
Besuchsrechtsüberwachung bildet einen praktisch bedeutsamen Aspekt zur Be-
wältigung der Scheidung der Eltern. Sie ist, wie bereits erwähnt, anzuordnen, wo 
erhebliche, das Kindeswohl gefährdende Auseinandersetzungen im Umfeld des 
Besuchsrechts zu befürchten sind. Der Beistand hat im Rahmen der gerichtlich 
oder vormundschaftsbehördlich verbindlich festgelegten Besuchsordnung die für 
einen reibungslosen Verlauf der einzelnen Besuche nötigen Modalitäten so fest-
zusetzen, dass Spannungen abgebaut, negative Beeinflussungen vermieden und 
die Beteiligten bei Problemen beraten werden. Für den Erfolg ist eine gewisse 
Flexibilität aller Beteiligten notwendig (Breitschmid, a.a.O., N 14 zu Art. 308 ZGB).

Grundsätzlich hat der Besuchsrechtsbeistand die Aufgabe, zwischen divergieren-
den Interessen oder Gefühlsentladungen zu vermitteln (Biderbost, a.a.O., S. 314). 
Er hat aber auch das Recht und die Pflicht, innerhalb des Rahmens der festgeleg-
ten Besuchsordnung Differenzen oder Unklarheiten zu bereinigen. In diesen 
Grenzen hat er unter Berücksichtigung des Kindeswohls freie Hand. Dem Bei-
stand stehen in diesem Sinn gewisse Eigenkompetenzen zu. Er ist zu all dem be-
fugt, was weder an der Art noch an der Häufigkeit und Dauer des Anspruchs rüt-
telt, wobei sich in diesem Rahmen alle Betroffenen seinen Anordnungen zu unter-
ziehen haben. Der Beistand kann also bspw. die Übergabemodalitäten festlegen. 
Ebenso kann er Termine bestimmen, wo nur Dauer und Häufigkeit feststehen 
(Zeitpunkt der Ferien, Aufteilung des zweiwöchigen Wochenendrhythmus etc.). 
Der Beistand kann den besuchsberechtigten und u.U. auch den besuchsrechts-
verpflichteten Elternteil überdies dazu anhalten, die Besuchsmöglichkeiten jeweils 

Seite  36 — 41

zu einem bestimmten Zeitpunkt im voraus anzuzeigen bzw. abzumachen, wenn 
kein fixer Ablaufkalender bestimmt oder vereinbart ist. Sodann darf der Beistand 
den Beteiligten Weisungen erteilen, wenn es um Aktivitäten während der Besuche 
geht. Es kommt in solchen Situationen nämlich häufig zu einem an die Adresse 
des Expartners gerichteten Boykott, indem dem Kind etwa die entsprechende Aus-
rüstung nicht mitgegeben wird, was den geplanten Ausflug verhindert. Wo solches 
absehbar ist, hat der Beistand entsprechende Weisungen zu erteilen und im Übri-
gen beratend darauf hinzuwirken, dass solche Zwängereien aus eigenem Antrieb 
aufhören. Ferner ist der Beistand befugt, Ersatzlösungen vorzusehen und Nach-
holbedingungen für einen bestimmten Einzelfall festzusetzen, falls der Anspruch 
einmal nicht ordnungsgemäss wahrgenommen werden kann (Biderbost, a.a.O., S. 
317 ff., m.w.H.). Schliesslich kann es im Rahmen von Art. 308 Abs. 2 ZGB zum 
Auftrag des Beistands gehören, bei der Übergabe des Kindes vor oder nach er-
folgtem Besuch als neutrale Drittperson zur Beruhigung bzw. Verhinderung einer 
Aufwiegelung des Klimas persönlich anwesend zu sein oder sogar die Übergabe 
ganz zu übernehmen (Biderbost, a.a.O., S. 320).

b. Die Vormundschaftsbehörde Z. erhob in ihrer Vernehmlassung vom 15. 
Juni 2011 den Einwand der fehlenden Eignung der vorliegenden Beistandschaft. 
Die Anordnung und Führung einer Besuchsrechtsbeistandschaft sei grundsätzlich 
davon abhängig, ob sie mit Blick auf das Wohl des Kindes notwendig, verhältnis-
mässig und wirksam sei. Sofern diese Voraussetzungen vorlägen, sei eine Bei-
standschaft gerechtfertigt, auch wenn sich ein oder beide Kindseltern der Bei-
standschaft widersetzten. Die Aufhebung sei aber nicht nur angezeigt, wenn das 
angestrebte Ziel erreicht worden sei, sondern auch dann, wenn es sich zeige, 
dass das mit der Massnahme angestrebte Ziel voraussichtlich nicht mehr erreicht 
werde und keine mit der betreffenden Massnahme abwendbare konkrete Gefähr-
dung des Kindeswohls gegeben sei. Es bestehe bei Kindesschutzmassnahmen 
keine Erfolgsgarantie. Gerade in diesem Bereich seien dem Einfluss und der Ziel-
erreichung der vormundschaftlichen Organe nicht beeinflussbare Grenzen gesetzt. 
Deshalb könne auch nicht verlangt werden, dass offensichtlich wirkungslose 
Massnahmen weitergeführt würden. Solche Massnahmen seien aufzuheben.

Vorliegend habe die Beistandschaft von Anfang an einen mediatorischen Charak-
ter gehabt. Sie habe überwiegend darauf abgezielt, die Kommunikation zwischen 
den Kindseltern zu verbessern und damit einen indirekt positiven Einfluss auf das 
Familienkonstrukt zu haben. Vom vormundschaftlichen Handeln dürfe aber nicht 
erwartet werden, dass letztlich ein Erfolg eintrete. Dafür bestehe keine gesetzliche 
Grundlage und dies wäre auch nicht realistisch, seien doch die vormundschaftli-

Seite  37 — 41

chen Organe im Kindesschutzrecht äusserst stark auf eine Zusammenarbeit zwi-
schen den Eltern angewiesen. Ohne diese Zusammenarbeit könne kein Erfolg 
zustande kommen, wodurch eine vormundschaftliche Massnahme wirkungslos 
werde. In casu verweigere und entziehe sich die Kindsmutter einer Zusammenar-
beit mit sämtlichen vormundschaftlichen Organen. Mangels Erreichbarkeit des 
ursprünglich anvisierten Ziels sei die vorliegende Beistandschaft wirkungslos, un-
geeignet und sei – da sie den beiden Kindern keinen Zusatznutzen bringe und 
nicht der Durchsetzung der Interessen des Kindsvaters zu dienen habe – richti-
gerweise aufgehoben worden.

c/aa. Neben der Gefährdung des Kindeswohls bildet das Erfordernis der Propor-
tionalität der anvisierten Massnahme eine eigenständige Eingriffsvoraussetzung. 
Verhältnismässigkeit der Massnahme bedeutet, dass diese geeignet und zumut-
bar sein muss. Unter Eignung ist dabei zu verstehen, dass die Massnahme dazu 
taugen muss, der Kindeswohlgefährdung beizukommen. Das Erfordernis der Ge-
eignetheit bedeutet aber auch, dass der Eingriff genügend stark ist; eine zu milde 
Intervention widerspricht dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit ebenso wie ei-
ne zu radikale. Zumutbarkeit ihrerseits meint, dass die anvisierte Massnahme dem 
Grad der Gefährdung bzw. Bedrohung des Kindeswohls zu entsprechen hat, d.h. 
dass zwischen der Vorkehr und dem erreichbaren Erfolg eine vernünftige Relation 
besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. September 2000, 5C.151/2000, E. 4a, 
m.w.H.; Biderbost, a.a.O., S. 191). 

Die grundsätzliche Eignung einer Beistandschaft bei Elternkonflikten ist in Lehre 
und Rechtsprechung anerkannt. Sie hat, wie in Erwägung 6a dargelegt, das Ziel, 
durch Vermittlung und einseitige Festsetzung von Modalitäten Spannungen abzu-
bauen, negative Beeinflussungen zu vermeiden und die Eltern bei Problemen – in 
casu in erster Linie beim Aufbau einer konstruktiven Kommunikation – zu unter-
stützen. In der vorliegenden Situation kann daher nicht davon gesprochen werden, 
dass es sich bei einer Besuchsrechtsbeistandschaft um ein grundsätzlich unge-
eignetes Institut handelt.

c/bb. Zu beachten ist im Weiteren, dass eine Beistandschaft vorliegend nicht al-
lein dem Vater dient, sondern letztlich den Interessen der Kinder. Es trifft zwar zu, 
dass die blosse Unzufriedenheit des Vaters mit Entscheiden der Mutter, die ihr als 
Inhaberin