# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 727558c4-f6f9-53f5-89ed-052ab96fde67
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-22
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.04.2014 BK 2014 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2014-30_2014-04-22.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Strafabteilung
Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Section pénale
Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 14 30 MOR

Hochschulstrasse 17
Postfach 7475
3001 Bern
Telefon 031 635 48 09
Fax 031 635 48 15
Obergericht-Straf.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. April 2014

Besetzung

Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrichter Stucki
Gerichtsschreiberin Günter

Verfahrensbeteiligte

M. F.
v.d. Rechtsanwältin A. M.

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Gegenstand

Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz / Nichtanhandnahme / Kosten

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staats-
anwalt Thomann, vom 7. Januar 2014 (O 13 11370)

Die Beschwerdekammer in Strafsachen hat beschlossen:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Oberland vom 7. Januar 2014 hinsichtlich Ziff. 2 und 3 aufgehoben. Die Kosten 
der Blut- und Urinanalyse von CHF 936.00 und die Gebühren von CHF 100.00 trägt 
der Kanton.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, ausmachend CHF 800.00, trägt der Kanton.

3. Dem Beschwerdeführer wird für das Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von 
pauschal CHF 1‘500.00 (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwältin A. M.
- der Generalstaatsanwaltschaft

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Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland, Staatsanwalt Thomann

(mit den Akten)

Begründung:

1. Mit Verfügung vom 7. Januar 2014 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren gegen F. M. wegen Fahrens in nicht 
fahrfähigem Zustand, angeblich begangen am 27. Oktober 2013, nicht an die Hand, 
unter Auflage der Verfahrenskosten und Auslagen an den Beschuldigten. Am 27. Ja-
nuar 2014 erhob dieser, vertreten durch Rechtsanwältin A. M., Beschwerde gegen die 
Kostenauflage der Blut- und Urinanalyse sowie der Gebühren (unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stellungnahme 
vom 12. Februar 2014 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. In der Replik 
vom 6. März 2014 bestätigte F. M. die in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren.

2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der 
Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Be-
schwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 35 
des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Oberge-
richts [OrR OG; BGS 162.11]). Durch die Kostenauflage ist der Beschuldigte in seinen 
rechtlich geschützten Interessen betroffen und folglich zur Beschwerde legitimiert. Auf 
die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Der Beschwerdeführer wurde am 27. Oktober 2013 um ca. 02.45 Uhr von der Polizei 
angehalten. Die Polizeibeamten stellten bei ihm eine schlangenlinienartige Fahrweise 
sowie eine lallende und schwer verständliche Aussprache fest. Angesprochen auf den 
Alkoholgeruch gab er an, am Vorabend Alkohol getrunken zu haben. Es wurden 
schliesslich ein Atemlufttest zur Bestimmung des Blutalkoholgehalts und ein Mahsan-
Drogenschnelltest durchgeführt. Der Beschwerdeführer wurde sowohl auf Alkohol als 
auch auf Kokain und THC positiv getestet, weswegen anschliessend die Abnahme ei-
ner Blut- und Urinprobe im Spital angeordnet wurde. Gemäss dem Bericht des IRM 
ergab die forensisch-toxikologische Untersuchung einen Blutalkoholgehalt im qualifi-
zierten Bereich. Der vom ASTRA gestützt auf Art. 2 Abs. 2bis VRV festgelegte Grenz-
wert für den Nachweis von Kokain und THC im Blut wurde zum Zeitpunkt der Anhal-
tung hingegen nicht erreicht.

4. Der Beschwerdeführer macht zusammengefasst geltend, die Polizeibeamten hätten 
ihn nicht über seiner Rechte belehrt, insbesondere nicht über sein Aussageverweige-
rungsrecht. Sie hätten ihn vielmehr dazu angehalten, die Wahrheit zu sagen. Er habe 
darum erwähnt, dass er im August 2013 Drogen konsumiert habe. Einzig wegen die-
ser Aussage sei ein Mahsan-Drogenschnelltest durchgeführt worden, welcher einen 
positiven Wert auf Kokain und THC angezeigt habe. Der forensisch-toxikologische Be-
richt habe dann aber ergeben, dass er nicht unter dem Einfluss von Betäubungsmit-

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teln gestanden sei. Ihm seien aber wegen seiner Aussage und dem anschliessend 
positiv ausgefallenen Drogentest die Verfahrenskosten und Auslagen auferlegt wor-
den. Da er vor seiner Befragung nicht auf seine Rechte gemäss Art. 158 StPO hinge-
wiesen worden sei, seien seine Aussagen nicht verwertbar. Und da die Anordnung 
des Drogentests einzig aufgrund der unverwertbaren Aussage erfolgt sei, könne ihm 
nicht zur Last gelegt werden, er habe dessen Anordnung schuldhaft verursacht. Die 
Kosten seien daher vom Kanton zu tragen.

5.

5.1 Der Beschwerdeführer rügt, aufgrund der Akten sei nicht erstellt, ob, wann und wie er 
auf seine Rechte hingewiesen worden sei. Er habe weder unterschriftlich bestätigt, 
dass er belehrt worden sei noch dass er das Merkblatt für beschuldigte Personen er-
halten habe. Dieser Mangel könne durch einen nachträglichen Bericht des beteiligten 
Polizeibeamten nicht geheilt werden. Seine Aussage in der besagten Nacht sei infol-
gedessen nicht verwertbar.

5.2 Die beschuldigte Person muss zu Beginn der Befragung umfassend über ihre Rechte 
und Pflichten informiert werden (Art. 158 Abs. 1 lit. b StPO). Die Polizei hat die erfolg-
te Belehrung durch Protokollierung zu dokumentieren und/oder der beschuldigten 
Person ein Formular auszuhändigen, das die Orientierung enthält, und den Empfang 
desselben unterschriftlich bestätigen zu lassen (Art. 143 Abs. 2 StPO). Liegt kein ent-
sprechender Protokollvermerk vor, so gilt die Belehrung grundsätzlich als nicht erfolgt 
(HÄRING, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessordnung, 2011, Art. 143 
N 28). Art. 158 Abs. 2 i.V.m. Art. 141 Abs. 1 Satz 2 StPO bestimmt schliesslich, dass 
die Aussagen der beschuldigten Person im Falle einer unterbliebenen Belehrung un-
verwertbar sind (RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2011, Art. 158 N 18). 

5.3 Die Generalstaatsanwaltschaft pflichtet in ihrer Stellungnahme dem Beschwerdeführer 
bei, dass seine Aussage mangels dokumentierten Hinweises auf seine Rechte als be-
schuldigte Person nicht verwertbar sei. Streitig ist damit lediglich noch die Frage, ob 
der Mahsan-Drogenschnelltest einzig gestützt auf die Aussage des Beschwerdefüh-
rers zu seinem Kokainkonsum durchgeführt worden ist oder ob daneben noch andere 
Verdachtsgründe vorgelegen haben. 

6.

6.1 Im nachträglichen Bericht vom 25. Dezember 2013 hält die KAPO Bern fest, dass 
beim Beschuldigten wegen seines auffälligen Verhaltens sowohl ein Atemlufttest als 
auch ein Mahsan-Drogenschnelltest durchgeführt worden sei. Anschliessend habe er 
im Befragungsraum Platz genommen, wo ihm das Merkblatt für beschuldigte Perso-
nen ausgehändigt worden sei. Er habe es durchgelesen und gesagt, dass er von den 
ihm zustehenden Rechten – insbesondere dem Aussageverweigerungsrecht – keinen 
Gebrauch machen wolle, woraufhin er schliesslich Angaben zu seinem Drogenkon-
sum gemacht habe.

6.2 Der Beschwerdeführer erachtet den nachtäglichen Bericht der KAPO als unzutreffend. 
Der Drogentest sei nach seiner (nicht verwertbaren) Aussage – und nur gestützt auf 
diese – durchgeführt worden. Das von den Polizeibeamten im Anzeigerapport und 

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nachträglichen Bericht beschriebene auffällige und provokative Verhalten während der 
Kontrolle deute lediglich darauf hin, dass er im fraglichen Zeitpunkt unter dem Einfluss 
von Alkohol, nicht aber unter jenem von Betäubungsmitteln gestanden sei. 

6.3 Die Generalstaatsanwaltschaft vertritt dagegen die Auffassung, dass der Ablauf der 
Ereignisse im nachträglichen Bericht der Polizei logisch, nachvollziehbar und glaub-
haft geschildert wird. Auch wenn man in Abweichung davon annehme, der Beschwer-
deführer habe vor der Durchführung des Mahsan-Drogenschnelltests von seinem Ko-
kainkonsum im August 2013 berichtet, stelle die Aussage lediglich ein Element dar, 
welches zur Vornahme des Tests geführt habe. Die Polizeibeamten hätten aufgrund 
des provokativen und zunehmend auffälligen Verhaltens des Beschuldigten, seiner lal-
lenden Aussprache und verlangsamten Reaktionen sowie aufgrund ihrer Erfahrung als 
Polizisten genügend Veranlassung gehabt, den Drogenschnelltest durchzuführen. Als 
dieser schliesslich positiv ausgefallen sei, habe man eine Blut- und Urinanalyse im 
Spital angeordnet, was der gewöhnlichen Vorgehensweise in einem solchen Fall ent-
spreche.

6.4 Gemäss Art. 55 Abs. 3 lit. a SVG ist eine Blutprobe anzuordnen, wenn Anzeichen von 
Fahrunfähigkeit vorliegen. In der vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) erlassenen 
Weisung betreffend Feststellung der Fahrunfähigkeit im Strassenverkehr wird in Ziff. 
2.2.1 festgehalten, dass es verschiedene Verdachtsgründe für Fahrunfähigkeit wegen 
des Einflusses von Betäubungs- oder Arzneimittel gibt, welche die Durchführung eines 
Drogenschnelltests erlauben. Danach liegen solche Verdachtsgründe insbesondere 
vor, wenn der Fahrzeugführer einen berauschten, müden, euphorischen, apathischen 
resp. sonst wie auffälligen Eindruck hinterlässt oder eine lallende bzw. verwaschene 
Sprache aufweist. Diese Symptome werden in der Weisung ohne Bezugnahme darauf 
genannt, ob zusätzlich bzw. gleichzeitig ein Verdacht auf Alkoholisierung besteht. 

Die Polizei hat im Protokoll sowie in ihren Berichten festgehalten, dass sich der Be-
schwerdeführer während der Kontrolle zunehmend auffällig und provokativ verhalten 
habe und sein Reaktionsvermögen verlangsamt resp. herabgesetzt gewesen sei. 
Durch seine lallende Aussprache sei er teilweise schlecht verständlich gewesen und 
habe Fragen und Antworten in militärischer Ausdrucksweise von sich gegeben. Die 
von der Polizei beschriebenen Symptome können allesamt mit der Alkoholisierung im 
festgestellten Umfang (gemäss IRM 1,59-2,12 Promille Blutalkoholgehalt) in Überein-
stimmung gebracht werden. Inwiefern sie allerdings – unabhängig von der unverwert-
baren Aussage des Beschwerdeführers – Anlass für einen Drogenschnelltest geben 
konnten, ist aus den Akten nicht ersichtlich und wird auch von der Polizei nicht schlüs-
sig dargetan. Sodann hat auch der untersuchende Spitalarzt in seinem Protokoll fest-
gehalten, dass das Bewusstsein, das Verhalten und die Stimmung des Beschwerde-
führers unauffällig gewesen seien und sich keine Hinweise darauf ergeben hätten, 
dass er neben dem Einfluss von Alkohol auch unter jenem von Betäubungsmitteln ge-
standen wäre. Demnach lagen im vorliegenden Fall keine hinreichenden Verdachts-
momente vor, um einen solchen Drogenschnelltest durchzuführen. Würde man anders 
entscheiden, hätte dies zur Konsequenz, dass die Polizei jede Person, die unter Alko-
holeinfluss ein Fahrzeug lenkt und die typischen Symptome aufweist, gleichzeitig auch 
auf Drogen testen dürfte. Im Wissen darum, dass der Drogenschnelltest auch ein län-
ger zurückliegender Drogenkonsum anzeigt und nichts darüber aussagt, ob die Per-

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son tatsächlich unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren ist, hätte die an-
gehaltene Person stets die hohen Kosten für die angeordnete Blut- und Urinanalyse 
zu bezahlen – unabhängig davon, ob das Resultat der Probe positiv oder negativ aus-
fällt. Dies kann aber nicht Sinn und Zweck des Gesetzes sein.

Die Beschwerde ist folglich gutzuheissen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Kanton die Kosten des Beschwerdever-
fahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Weiter hat der obsiegende Beschwerdefüh-
rer in analoger Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO einen Anspruch auf eine ange-
messene Entschädigung (GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Straf-
prozessordnung, Zürich/St.Gallen 2011, N 578; SCHMID, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, Zürich 2009, Art. 436 N 1). Diese wird pauschal be-
stimmt auf CHF 1'500.00.

Bern, 22. April 2014 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Günter

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in 
Strafsachen entrichtet. Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.