# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ced0de4d-f148-58f1-b6c7-68b3396348c2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.04.2015 200 2014 1043
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-1043_2015-04-22.pdf

## Full Text

200 14 1043 IV
KOJ/JAP/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. April 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1967 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 7. September 2011 unter Hinweis auf ein «Burn-out» 
und Tagesschläfrigkeit bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage 
[AB] 1), welche einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 
mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 30. April 2012 (AB 12) ver-
neinte. 

B.

Nachdem sich der Versicherte am 5. April 2013 erneut bei der IVB ange-
meldet (AB 13) und diese mit Vorbescheid vom 20. August 2013 (AB 29) 
wegen einer fehlenden wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes zunächst eine Leistungsablehnung in Aussicht gestellt hatte 
(AB 29), liess sie ihn durch die MEDAS polydisziplinär begutachten 
(AB 56.1-56.7). In der Folge annullierte die IVB den Vorbescheid (AB 29) 
und ersetzte ihn mit einem solchen vom 25. August 2014 (AB 60), in wel-
chem sie mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens abermals 
die Abweisung des Leistungsbegehrens ankündigte. Nach erhobenem 
Einwand (AB 63) verneinte die IVB mit Verfügung vom 7. Oktober 2014 
(AB 65) entsprechend dem Vorbescheid einen Anspruch auf Leistungen 
der Invalidenversicherung.

C.

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2014 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei ab 1. Oktober 2013 eine 
halbe Invalidenrente auszurichten; sinngemäss ersuchte er zudem um Ge-
währung von Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 3

In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Januar 2015 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. Oktober 2014 
(AB 65). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere auf eine Invalidenren-
te sowie auf Massnahmen beruflicher Art. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

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2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR 831.201]). Diese Eintretensvoraussetzung soll 
verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und 
nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darle-
genden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 6

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch auf Leis-
tungen der Invalidenversicherung. Hinsichtlich des Anspruchs auf eine In-
validenrente oder andere Dauerleistungen gilt es somit zunächst zu prüfen, 
ob im Vergleich zur Sachlage, wie sie der Leistungsablehnung im Jahr 
2012 (AB 12) zugrunde lag, im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen 
Verfügung vom 7. Oktober 2014 (AB 65) in den tatsächlichen Verhältnissen 
eine erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditäts-
grad zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hievor). Gegebenenfalls ist anschliessend 
der Leistungsanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, 
d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühe-
re Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 30. April 2012 (AB 12) basierte in 
medizinischer Hinsicht auf den Berichten der behandelnden Ärzte. 

3.2.1 Der Hausarzt Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 2. Oktober 2011 (AB 8) 
hauptsächlich einen Status nach Erschöpfungsdepression (ICD-10: 
F 32.11) sowie ein Schlafapnoe-Syndrom. Er verwies auf beigelegte Konsi-
liarberichte und gab an, während der Hospitalisation in der Klinik 
L.________ vom 21. September 2010 bis 14. Dezember 2011 (richtig: 
2010) habe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden.

3.2.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, vermerkte im undatierten (am 17. Oktober 2011 eingelangten) Be-
richt (AB 9) eine mittelgradige depressive Symptomatik mit somatischem 
Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie eine Schlafstörung bzw. extreme Tages-
müdigkeit, die im Schlaflabor abgeklärt werde. Er beschrieb eine durch 
rasche Ermüdbarkeit, Schlafstörung und Tagesschläfrigkeit quantitativ ein-

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geschränkte Leistungsfähigkeit und attestierte ab 25. August 2010 eine 
vollständige bzw. ab 1. Juni 2011 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit.

Im Verlaufsbericht vom 4. Februar 2012 (AB 10) erklärte Dr. med. 
D.________, nach einer weiteren depressiven Schwankung mit einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 31. Oktober bis 31. Dezember 2011 habe 
der Beschwerdeführer anfangs 2012 eine Arbeitsstelle mit einem Vollpen-
sum aufgenommen; diagnostisch ging der Psychiater nunmehr von einem 
Status nach mittelgradiger Depression mit somatischem Syndrom (ICD-10: 
F32.11) aus.

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 7. Oktober 2014 (AB 65) stützt 
sich in medizinischer Hinsicht massgeblich auf die Erkenntnisse aus der 
polydisziplinären (psychiatrischen, neurologischen, orthopädischen/trauma-
tologischen, internistischen, pneumologischen sowie neuropsychologi-
schen) MEDAS-Expertise vom 18. Juli 2014 (AB 56.1). Als Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde darin eine rezidivierende de-
pressive Störung, mittelschwere depressive Episode mit somatischem 
Syndrom (ICD-10: F33.11), mit Ermüdbarkeit sowie Erschöpfung aufge-
führt. Sowohl für die angestammte als auch für eine Verweisungstätigkeit 
bescheinigten die Gutachter eine Arbeitsunfähigkeit «in der Grössenord-
nung» von 50 % (viereinhalb Stunden täglich) ohne Leistungsminderung 
bzw. mit 20 % zusätzlich geminderter Leistungsfähigkeit für eine Leitungs-
funktion. Zumutbar seien Tätigkeiten durchschnittlicher geistiger Art mit 
durchschnittlichen Verantwortungsbereichen, ohne besonderen Zeitdruck, 
ohne Nachtarbeitsbedingungen, möglichst ohne Wechselschicht und mög-
lichst ohne Vorgesetztenfunktion; besondere Anforderungen an die Kon-
fliktfähigkeit seien zu vermeiden, Teamfähigkeit liege aber durchaus vor.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

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Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.4.2 Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Sache des 
(begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 
beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu 
erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte 
nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige 
Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls 
sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des 
erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der 
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 10

3.5

3.5.1 Was den somatischen Gesundheitszustand anbelangt, ergeben sich 
anhand der medizinischen Aktenlage keine Anhaltspunkte für eine 
relevante Einschränkung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit, 
was auch der Beschwerdeführer anzuerkennen scheint (vgl. Beschwerde 
S. 4 Ziff. IV Art. 1). Insbesondere erachtete Dr. med. E.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH sowie Pneumologie FMH, das von den 
behandelnden Ärzten und der neurologischen Gutachterin 
(differentialdiagnostisch) in Betracht gezogene Schlafapnoe-Syndrom als 
Ursache für die Tagesschläfrigkeit als unwahrscheinlich (AB 56.5/6 Ziff. 4). 
Überdies wäre ein Schlafapnoe-Syndrom ohne weiteres therapierbar (vgl. 
MATTHYS/SEEGER, Klinische Pneumologie, 4. Aufl. 2008, S. 619 f. 
Ziff. 14.4.5), was auch für das von Dr. med. F.________, Fachärztin für 
Neurologie FMH, diagnostizierte Restless-Legs-Syndrom gilt (vgl. CLAUDIA 
TRENKWALDER, Restless Legs Syndrom, Klinik, Differentialdiagnose, Neu-
rophysiologie, Therapie, 1998, S. 114 ff.; FRANK BLOCK, Praxisbuch neuro-
logische Pharmakotherapie, 2. Aufl. 2013, S. 83 f.). Die neurologische Gut-
achterin leitete aus diesem Syndrom per se denn auch keine Arbeitsun-
fähigkeit ab; sie interpretierte die erhöhte Ermüdbarkeit (auch) im Rahmen 
der psychischen Probleme und ging – bei Vermeidung von Nacht- und 
Schichtdiensten – von einer 100%igen Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit aus 
(AB 56.3/5 Ziff. 5).

3.5.2 Die attestierte Arbeitsunfähigkeit wurde hauptsächlich mit der durch 
Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und 
Psychotherapie, diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung (AB 56.2/8 
Ziff. 4) begründet, welcher auch die von Dr. phil. H.________, 
Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, festgestellten leichten 
kognitiven Defizite (AB 56.6/6 f. Ziff. III) einbezog (AB 56.2/7 f. Ziff. 3).

Die fachpsychiatrische Beurteilung durch Dr. med. G.________ erfolgte 
unter Berücksichtigung der vollständigen Anamnese sowie der 
Erkenntnisse aus dem klinischen Explorationsgespräch. Die diagnostische 
Zuordnung der erhobenen psychiatrisch-psychopathologischen Befunde 
korreliert prinzipiell mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Zwar 
postulierte Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und 

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Psychotherapie FMH, für die Zeit der Hospitalisation im Spital M.________ 
vom 3. Januar bis 2. März 2013 eine schwere depressive Episode (AB 63/5 
f.), Dr. med. G.________ anerkannte jedoch, dass die depressive 
Symptomatik im Verlauf zeitweilig bis in den Bereich der schweren 
depressiven Episode tendierte (AB 56.2/8 Ziff. 5). Sodann wurde seitens 
der Klinik N.________ im Arztbericht vom 6. Juni 2013 (AB 25) von einer 
mittelgradigen Episode einer rezidivierenden depressiven Störung 
ausgegangen. Auch nachdem sich der Beschwerdeführer am 
31. Dezember 2013 in suizidaler Absicht eine Saroten-Intoxikation 
zugeführt hatte und danach auf der Intensivstation des Spitals O.________ 
vom 1. bis 10. Januar 2014 hospitalisiert war, wurde diese Diagnose 
bestätigt (AB 38). Hingegen bestehen auch gewisse Anhaltspunkte, die 
gegen das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung bzw. 
gegen eine mittelgradige Ausprägung sprechen. Nach der Überweisung via 
fürsorgerische Unterbringung (FU) erfolgte bis 22. Januar 2014 eine 
stationäre Behandlung im Psychiatrischen Dienst P.________. Die Ärzte 
des Psychiatrischen Dienstes P.________ übernahmen die entsprechende 
Diagnose (ICD-10: F33.1) zwar, sie zogen sie jedoch in Zweifel, da der 
Beschwerdeführer nach der passager verlaufenden akuten Suizidalität klar 
euthym erschien und sich keine Hinweise für eine depressive Episode 
ergaben (AB 37/2, 37/6, 39/7). Auch Dr. med. J.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), 
stellte anhand der Akten im Februar 2014 nicht ausdrücklich eine psychia-
trische Pathologie fest (AB 42/2). Des Weiteren ist augenfällig, dass die 
MEDAS-Gutachter die festgestellten Einschränkungen teilweise nicht ein-
deutig, sondern bloss «am ehesten» auf eine depressive Erkrankung 
zurückführten (AB 56.1/13 lit. G Ziff. 5). Weitere diesbezügliche 
Sachverhaltserhebungen erübrigen sich jedoch (sog. antizipierte 
Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]), denn es ist nach dem 
massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 
138 V 218 E. 6 S. 221) sachverhaltsmässig jedenfalls erstellt und allseits 
unbestritten, dass aus psychiatrischer Sicht bis zum hier relevanten Zeit-
punkt der angefochtenen Verfügung (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140) nie 
dauerhaft eine schwerwiegendere als die von Dr. med. G.________ dia-
gnostizierte Störung auftrat.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 12

3.6 Nach dem vorstehend Dargelegten ist in tatsächlicher Hinsicht 
höchstens eine mittelschwere depressive Episode einer rezidivierenden 
depressiven Störung (ICD-10: F33.1) anzunehmen. Die Diagnose mit Aus-
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hat sich gegenüber dem Referenzzeit-
punkt im Jahr 2012 (vgl. E. 3.1 hievor) demnach insoweit geändert, als die 
Depression damals remittiert war («St. nach» [AB 10]) bzw. die mittelgradi-
ge depressive Episode (ICD-10: F32.1) nunmehr vor dem Hintergrund einer 
rezidivierenden depressiven Störung bestehen soll (ICD-10: F33.1). Zur 
Beantwortung der Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung im 
Sinne eines Revisionsgrundes vorliegt (vgl. E. 2.4 hievor), ist indes nicht 
allein die Diagnose entscheidend, zumal eine rezidivierende depressive 
Störung (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifika-
tion psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische 
Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 176 ff.) sich von einer depressiven Episode 
hauptsächlich hinsichtlich ihrer Dauer, nicht aber bezüglich der Schwere 
der Erkrankung unterscheidet (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 14. August 2013, 9C_917/2012, E. 3.2). Im Zusammenhang mit dem 
fraglichen Revisionsgrund sind einzig die Auswirkungen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit massgebend 
(vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). 

Der Beschwerdeführer arbeitete ab Anfang 2012 wieder vollschichtig 
(AB 10) und im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung vom 30. April 2012 
(AB 12) sowie bis 15. Dezember 2012 war keine Arbeitsfähigkeit mehr 
ausgewiesen (AB 13/3 Ziff. 4.4). Dies kontrastiert mit der Einschätzung im 
MEDAS-Gutachten vom 18. Juli 2014 (AB 56.1), wonach seit Juni 2010 
eine Arbeitsunfähigkeit «in der Grössenordnung» von 50 % bestanden ha-
ben soll (AB 56.1/14 lit. G, 56.1/15 lit. H Ziff. 6 f.). Zur Bemessung der Ar-
beitsunfähigkeit bedarf es regelmässig einer medizinischen Einschätzung, 
die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist (Entscheid des BGer vom 
5. Dezember 2011, 8C_652/2011, E. 3.2); zudem ist es generell und na-
mentlich bei psychischen Störungen oftmals schwierig, rückwirkend und 
überdies für einen weit zurückliegenden Zeitraum die Arbeitsfähigkeit zu-
verlässig zu beurteilen (Entscheid des BGer vom 4. Juni 2014, 
8C_848/2013, E. 4). Vor diesem Hintergrund überzeugt die seitens der 
MEDAS retrospektiv attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht ohne weiteres. Wie 

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sich die Arbeitsfähigkeit nach rein medizinischer Betrachtung im Verlauf 
präsentierte bzw. ob sich die gutachterliche Beurteilung hinreichend auf 
das revisionsrechtliche Beweisthema – erhebliche Änderung des Sachver-
halts – bezieht (vgl. SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2), kann hier indes 
letztlich offen bleiben, da auch eine freien Prüfung bei festgestelltem Revi-
sionsgrund (vgl. E. 3.1 hievor) nach dem Folgenden zu keinem anderen 
Ergebnis führt.

Bezüglich der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gilt es zu berücksichtigen, 
dass es – auch bei Depressionen – keineswegs allein Sache des Arztes ist, 
abschliessend und verbindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festge-
stellte Leiden zu einer im Sozialversicherungsrecht anerkannten andauern-
den Arbeitsunfähigkeit führt, zumal zwischen ärztlich gestellter Diagnose 
und Arbeitsunfähigkeit keine Korrelation besteht und die medizinische Fol-
genabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist sowie un-
ausweichlich Ermessenzüge trägt (vgl. E. 3.4.2 hievor; BGE 140 V 193 
E. 3.1 S. 195; SVR 2014 Nr. 34 S. 124 E. 3.1). Es ist deshalb nachfolgend 
im Rahmen einer rechtlichen Würdigung zu beurteilen, ob unter sozialver-
sicherungsrechtlichen Gesichtspunkten ein relevanter Gesundheitsschaden 
vorliegt bzw. welche Arbeitsleistungen dem Beschwerdeführer noch zuge-
mutet werden können. 

4.

4.1 Beim Beschwerdebild des Beschwerdeführers stehen die psychi-
schen Probleme klar im Vordergrund. Es liegt kein Zustand vor, der mit 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung bei weitgehendem Feh-
len eines somatischen Befundes vergleichbar ist. Die diagnostizierte de-
pressive Störung ist per se nicht als pathogenetisch-ätiologisch unklares 
syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage im 
Sinne der Rechtsprechung zu qualifizieren (vgl. SVR 2014 IV Nr. 12 S. 48 f. 
E. 3.2 und 4.2.3; Entscheide des BGer vom 8. Oktober 2014, 
9C_856/2013, E. 3.1, und vom 15. Januar 2013, 8C_317/2012, E. 5.3.1), 
womit sich eine Prüfung der sog. Foerster-Kriterien im Rahmen der Über-
windbarkeitspraxis (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 14

S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354) erübrigt. Den-
noch ist darauf hinzuweisen, dass nach der Rechtsprechung selbst 
mittelgradig ausgeprägte Episoden regelmässig nicht als von depressiven 
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 
Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet werden, 
die es der betroffenen Person verunmöglichte, die Folgen der bestehenden 
Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die 
depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven 
Störung (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, a.a.O., S. 176 ff.) diagnostiziert 
worden ist (vgl. Entscheide des BGer vom 26. Juni 2014, 8C_104/2014, 
E. 3.3.4, vom 13. April 2012, 8C_213/2012, E. 3.2, und vom 9. August 
2011, 8C_369/2011, E. 4.3.2).

4.2 Zu berücksichtigen gilt es, dass sich psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden tren-
nen lassen. Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als ge-
sundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne des Gesetzes verstanden wer-
den, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff selber klar zwischen der versi-
cherten Person als Trägerin des (invalidisierenden) Gesundheitsschadens 
und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolge-
dessen können psychische Störungen, welche durch soziale Umstände 
verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder verschwinden, 
nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnos-
tizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit 
dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belastungssitua-
tion abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und soziokultu-
relle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwer-
debild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festge-
stellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 
294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und soweit 
psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbständigten 
Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig von den 
invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, kön-
nen sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 139 V 547 
E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden 
Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifestieren-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 15

den Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeu-
tend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio-psycho-
sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

4.3 Vorliegend wird beschwerdeweise zwar bestritten (vgl. Beschwerde 
S. 5 Ziff. IV Art. 1), ist aufgrund der medizinischen Aktenlage hingegen oh-
ne weiteres erstellt, dass zumindest anfänglich ein reaktives Geschehen 
vorlag bzw. psychosoziale Umstände zur Dekompensation führten 
(AB 56.1/7 lit. D Ziff. 1, 56.2/8). Wohl gab es im Leben des Beschwerdefüh-
rers bereits früher Phasen von Unzufriedenheit (AB 56.2/4 Ziff. 2.3) bzw. 
gewissen depressiven Verstimmungen (AB 39/17), bis im Jahr 2010 fühlte 
er sich aber «immer gesund» (AB 39/8). Ab zirka 2009 trat Stress bei der 
Arbeit auf, weil immer mehr Arbeit durch immer weniger Leute bewältigt 
werden musste (AB 56.4 Ziff. 2.1); am Arbeitsplatz soll eine «mobbing-
ähnliche Situation» vorgeherrscht haben (AB 8/13). Der Beschwerdeführer 
gab rückblickend an, er habe damals zu viel gearbeitet und sich zu Hause 
durch die Erwartungen der Ehefrau und Tochter unter Druck gesetzt gefühlt 
(AB 56.2/4 f. Ziff. 2.4 f.). Zur Arbeitssituation traten Beziehungsprobleme. 
Der behandelnde Psychiater berichtete gegenüber dem Hausarzt im Juni 
2010, dass es beim Beschwerdeführer zu einer kurzen depressiven Reak-
tion mit Angst vor aggressivem Kontrollverlust und vorübergehend erhöhter 
Suizidalität während der von dessen Ehefrau angestrebten Trennung ge-
kommen sei (AB 8/16). Auch Dr. med. K.________, Facharzt für Neurolo-
gie FMH, beschrieb im Konsiliarbericht vom 28. Juli 2010 (AB 8/14 f.) an 
den Hausarzt eine psychosoziale Belastungssituation mit einer Trennung 
von Ehefrau und Kind. Der Beschwerdeführer wollte sich nicht scheiden 
lassen und befürchtete, seine aus ... stammende Frau werde in ihre Heimat 
zurückkehren (AB 8/7 f.). 

Die Ehe wurde mit Urteil vom 22. November 2010 (AB 2) geschieden und 
anlässlich der Exploration im Mai und Juni 2014 erklärte der Beschwerde-
führer, aktuell bestehe ein mehrheitlich gutes Verhältnis zu seiner Exfrau 
(AB 56.4/3 Ziff. 2.5, 56.5/4 Ziff. 1.5), was vorderhand für eine mittlerweile 
eingetretene Normalisierung der Situation spricht. Jedoch ist den Akten zu 
entnehmen, dass das depressive Geschehen auch im weiteren Verlauf 
durch psychosoziale bzw. soziokulturelle Belastungsfaktoren getriggert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 16

wurde. Obwohl der Beschwerdeführer im März 2013 die Lage der Familie 
als angespannt beschrieb (AB 39/17), bewohnt er seit August 2013 eine 
Wohnung im Haus seiner Eltern (AB 56.2/2 Ziff. 2.1, 56.3/7 Ziff. 2.1). Nach 
eigenen Angaben verbrachte er Weihnachten 2013 mit seinem Vater und 
seiner abgeschiedenen Ehefrau, wobei es mehrmals zu Anspannungen 
zwischen ihr und seinem Vater gekommen sei, was ihn gereizt habe. 
Silvester habe er allein verbracht, wobei ihn Kleinigkeiten immer mehr ge-
reizt hätten, worauf die Situation schliesslich im Suizidversuch mündete 
(AB 37/2, 37/5, 39/7). Im Rahmen der anschliessenden Hospitalisation vom 
1. bis 10. Januar 2014 gab der Beschwerdeführer an, er leide stark unter 
der Scheidung von seiner … Ehefrau (AB 39/13). Im Bericht des Psychia-
trischen Dienstes Q.________ vom 7. Februar 2014 (AB 63/7 f.) wurde 
vermerkt, dass «Auseinandersetzungen und Anspannungen im privaten 
Bereich» zum Suizidversuch geführt hätten und «multiple psychosoziale 
Belastungen beruflicher und privater Art» bestünden. Diese Feststellungen 
widerlegen die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach die Belas-
tungsfaktoren einige Jahre in der Vergangenheit lägen und sich zum Nor-
malfall etabliert hätten (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. IV Art. 2).

Bei dieser Ausgangslage kann unter Berücksichtigung der höchstrichterli-
chen Rechtsprechung (vgl. E. 4.2 hievor) aus rechtlicher Sicht nicht unbe-
sehen der aktenkundigen psychosozialen Belastungssituation auf die rein 
gutachterliche Arbeitsunfähigkeitsschätzung abgestellt werden, wenngleich 
diese aus rein medizinischer Sicht allenfalls zutreffen mag (vgl. dazu aber 
E. 3.6 hievor). Insgesamt erscheint es zwar möglich, dass die psychische 
Beeinträchtigung nicht (mehr) in erster Linie durch psychosoziale Belas-
tungsfaktoren unterhalten wird, sondern sich die zugrunde liegende De-
pression mittlerweile chronifiziert und zu einer eigenständigen psychischen 
Störung mit Krankheitswert entwickelt hat. Entscheidend ist indes, dass 
trotz der einige Jahre zurückliegenden Ehescheidung zumindest im hier 
relevanten Zeitraum die psychosozialen Belastungsfaktoren (familiäre Kon-
flikte, Wohnsituation, Arbeitsplatzverlust, Verarbeitung der Scheidung, Ob-
hut der gemeinsamen Tochter) angedauert und das Beschwerdebild mass-
gebend (mit)bestimmt haben. Damit ist das Bestehen eines leistungsbe-
gründenden Gesundheitsschadens nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit ausgewiesen. Folglich verhält es sich hier auch anders als in dem in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 17

der Beschwerde (S. 6 Ziff. IV Art. 6) angeführten BGer 9C_856/2013, in 
welchem – entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – nicht auf-
grund einer mittelgradigen depressiven Störung eine Rente zugesprochen 
wurde, sondern eine Kassation insbesondere zur gutachterlichen Klärung 
der Frage erfolgte, ob allenfalls eine Schmerzstörung vorliegt, was hier 
gerade nicht der Fall ist (vgl. E. 4.1 hievor; Beschwerdeantwort S. 4 lit. C 
lit. b N. 16). Auch dass die RAD-Ärztin Dr. med. J.________ in ihrer Stel-
lungnahme vom 14. Februar 2014 (AB 42) einen «iv-relevanten Gesund-
heitsschaden in [der] Summe ausgewiesen» erachtete, vermag an diesem 
Ergebnis nichts zu ändern. Vorab ist unklar, was sie unter einem solchen 
Gesundheitsschaden versteht; soweit darin auch eine rechtliche Kompo-
nente mitenthalten ist, läge diese Beurteilung ausserhalb ihrer Kompetenz 
(vgl. E. 3.4.2 hievor). Sodann beruht ihre Einschätzung auf der Situation 
vor der polydisziplinären MEDAS-Begutachtung und die von ihr explizit 
erwähnten (teilweise psychiatriefremden) Gesundheitsschäden (Restless-
Legs-Syndrom, Rücken- und Kniebeschwerden, Schlafstörungen) wirken 
sich gemäss der nun vorliegenden Expertise nicht auf die Arbeitsfähigkeit 
aus (AB 56.1/12 lit. F Ziff. 2).

4.4 Selbst wenn während der stationären Behandlung im Spital 
M.________ vom 3. Januar bis 2. März 2013 tatsächlich eine 
schwergradige depressive Episode aufgetreten sein sollte (AB 56.2/8 
Ziff. 5, 63/5), könnte nicht von einem verselbständigten 
Gesundheitsschaden ausgegangen werden. Einerseits betrifft dies die Zeit 
vor der Neuanmeldung im April 2013 (AB 13) und andererseits liegt auch 
keine Chronifizierung mit wiederholten schweren Episoden vor (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 27. Mai 2014, 8C_242/2014, E. 5.3). Hinzu kommt, 
dass bezüglich eines Rentenanspruchs ohnehin das Wartejahr im Sinne 
von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG zu erfüllen wäre (der Anwendungsbereich von 
Art. 29bis IVV ist mangels einer früheren Berentung nicht betroffen), wozu 
eine bloss kurzzeitige Arbeitsunfähigkeitsphase während einer Hospitalisa-
tion nicht genügte. Ebenso wenig ist der Eintritt eines anderweitigen leis-
tungsspezifischen Invaliditätsfalles (vgl. Art. 4 Abs. 2 IVG; BGE 137 V 417 
E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461) ausgewiesen, womit namentlich 
auch kein Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art im Sinne von Art. 15 
ff. IVG (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. IV Art. 4) besteht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 18

Die Beschwerdegegnerin verneinte demnach mit Verfügung vom 7. Okto-
ber 2014 (AB 65) zu Recht einen Anspruch auf Invalidenversicherungsleis-
tungen, womit sich die hiergegen erhobene Beschwerde vom 30. Oktober 
2014 als unbegründet erweist und abzuweisen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. April 2015, IV/14/1043, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.