# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f7a5288-fc96-538a-8e05-ddd33d26d498
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 17.05.2022 R 2021 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2021-6_2022-05-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 21 6

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuar Gross

URTEIL

vom 17. Mai 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

B._____ AG,

beide vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Thomas Stössel,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde C._____, 

Beschwerdegegnerin

und

D._____,

- 2 -

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Frank Schuler,

Beschwerdegegner

betreffend Baueinsprache

- 3 -

I. Sachverhalt:

1. D._____ sind Eigentümer der in der Gemeinde C._____, Fraktion E._____, 

gelegenen Parzelle F._____, die bereits mit einem Wohnhaus (Nr. 

G._____), einem Stall (Nr. H._____) und einer Remise (Nr. I._____) über-

baut und der Dorfzone II zugewiesen ist. Der westliche, noch nicht über-

baute Teil der Parzelle F._____ befindet sich in der Wohnzone 2 und grenzt 

unmittelbar an die Parzelle J._____, deren Eigentümerin die B._____ AG 

ist, welche die Parzelle J._____ zur Überbauung mit drei Mehrfamilienhäu-

sern vorgesehen hat. Im Norden der Parzelle F._____ liegt die Parzelle 

K._____ von A._____, der dort einen Landgasthof mit Unterkünften und 

Aussenparkplätzen in der Dorfzone II betreibt. Die L._____ (kantonale 

Hauptstrasse) trennt die Parzellen F._____ und K._____ voneinander, 

während die alte M._____ (ebenfalls eine kantonale Hauptstrasse) im Os-

ten dieser Parzellen vorbeiführt. Der frühere Eigentümer der westlich situ-

ierten Parzelle J._____ war A._____, der noch Eigentümer von Parzelle 

K._____ ist.

2. Am 28. April 2020 liessen die Eheleute D._____ das Baugesuch Nr. 17/20 

betreffend Sanierung Mistplatte sowie Erweiterung Remise auf ihrer Par-

zelle F._____ bei der Gemeinde C._____ einreichen. Dieses Gesuch 

wurde am 22. Mai 2020 öffentlich publiziert und profiliert. Die Frist für öf-

fentlich-rechtliche Einsprachen dauerte bis zum 12. Juni 2020.

3. Mit Einsprache vom 10. Juni 2020 setzte sich der Nachbar und Eigentümer 

von Parzelle K._____ (A._____) gegen das amtlich publizierte Baugesuch 

auf Parzelle F._____ (Bauherrschaft D._____) zur Wehr. Er beantragte, 

das Baugesuch zur Ergänzung fehlender Unterlagen zurückzuweisen und 

danach erneut aufzulegen bzw. das Baugesuch abzuweisen. Gerügt wur-

den dabei im Wesentlichen die Unvollständigkeit der Bauunterlagen, die 

- 4 -

mangelnde Verkehrssicherheit, übermässige Geruchs- und Lärmemissio-

nen sowie eine Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes.

4. Am 28. Juni 2020 äusserte sich die Bauherrschaft zur Einsprache, worauf 

der Einsprecher mit Schreiben vom 31. August 2020 dazu Stellung bezog.

5. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2020 wies die Gemeinde C._____ die 

Einsprache von A._____ gegen das Baugesuch Nr. 17/20 ab, soweit sie 

darauf eintrat. Gleichentags erteilte die Gemeinde – in einem separaten 

Baubescheid – die nachgesuchte Bewilligung zur Sanierung Mistplatte so-

wie Erweiterung Remise unter besonderen Bedingungen und Auflagen. 

6. Mit weiterer Stellungnahme vom 11. Dezember 2020 äusserte sich die Ge-

meinde C._____ auch noch zur Prüfung von Massnahmen bezüglich be-

stehender bzw. aus dem Bauprojekt zusätzlich zu erwartender Immissio-

nen durch Lärm und Gestank. Es gehe dabei lediglich um die am 10. Juni 

2020 eingegangenen und am 31. August 2020 ergänzten Reklamationen. 

7. In der am 13. Januar 2021 gegen den Einsprache- und Baubescheid vom 

11. Dezember 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden er-

hobenen Beschwerde stellte A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) fol-

gende Anträge:

Materielle Anträge

1. Der angefochtene Einspracheentscheid sowie der Baubescheid (Baubewilligung) 
vom 11. Dezember 2020 seien vollumfänglich aufzuheben.

2. Das Baugesuch Nr. 17/20 vom 28. April 2020 sei abzuweisen und es sei die Baube-
willigung zu verweigern.

3. Eventualiter sei das Baugesuch zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen.

4. Es sei die Vorinstanz dazu anzuweisen, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, 
um die bestehenden Immissionen durch Lärm und Gestank auf die nachbarlichen 

- 5 -

Parzellen künftig zu unterbinden bzw. um diese auf ein absolutes Minimum zu redu-
zieren.

Prozessuale Anträge

5. Es sei ein Augenschein durchzuführen.

6. Es sei ein Geruchs- und Lärmgutachten über den Betrieb des bestehenden Schaf-
stalls samt seinen Anlagen und eine Lärm- und Geruchsprognose über die projek-
tierte Sanierung der Mistplatte und die geplante Erweiterung der Remise zu erstellen.

7.  Es seien die Akten bei der Vorinstanz beizuziehen.

8. Es seien dem Beschwerdeführer sämtliche Eingaben der Beschwerdegegner 1 (Bau-
herrschaft) und 2 (Gemeinde) unaufgefordert zur Kenntnisnahme oder zur direkten 
Stellungnahme zuzustellen.

9. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

10. Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich den Beschwerdegegnern 1 aufzuerlegen 
und dem Beschwerdeführer sei zu deren Lasten eine angemessene Parteientschä-
digung (zzgl. MwSt.) auszubezahlen.

Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer unter IV. Rechtliches (vgl. 

Beschwerde S. 10 ff.) lit. A. Zu den fehlenden bzw. unvollständigen Unter-

lagen (Ziff. 19-24) vor, zusammenfassend könne festgestellt werden, dass 

die anlässlich des Baugesuchs vom 28. April 2020 eingereichten Unterla-

gen nachweislich unvollständig seien (wie u.a. fehlender Situationsplan im 

Massstab 1:500), weshalb eine fundierte Beurteilung durch den Gemein-

devorstand gar nicht erst hätte erfolgen können. Die mehrfach unvollstän-

dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts könne grundsätzlich 

nur dazu führen, dass die Sache zur neuerlichen Prüfung sowie zusammen 

mit konkreten Weisungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden 

müsse. Zur Verkehrssicherheit in Bezug auf die Zufahrt zur Strasse (lit. B; 

Ziff. 25-29 mit zwei Fotos) machte der Beschwerdeführer geltend, die Zu-

fahrt zum Grundstück (Parzelle F._____) sowie zum "Heuabladen" bzw. 

zum "Mistaufladen" erfolge direkt über die alte M._____, welche dort vor-

beiführe. Es müsse also damit gerechnet werden, dass besonders lang-

same Landwirtschaftsfahrzeuge (Traktoren, Heutransporter und Anhänger) 

auf übliche Verkehrsteilnehmer wie PKW oder LKW träfen, die mit einer viel 

- 6 -

höheren Geschwindigkeit unterwegs seien. Die aktuelle Zufahrt sei im heu-

tigen Zustand bereits ungenügend und entsprechend anzupassen. Zumal 

sich die Bauherrschaft nun dazu entschieden habe, ihren Betrieb auszu-

bauen und diesen noch zu erweitern, weshalb mit mehr Hin- und Wegfahr-

ten zu rechnen sei. Die Erschliessungssituation und Verkehrssicherheit 

müsse daher neu und gesamthaft geprüft werden; eine Bestandesgarantie 

für eine ungenügende Zufahrt gebe es nicht. Der Entscheid des Departe-

ments für Infrastruktur, Energie und Mobilität (DIEM) vom 3. Juli 2020 sei 

dem Beschwerdeführer nicht eröffnet worden, weshalb er sich dagegen 

auch nicht habe wehren bzw. dessen Inhalt prüfen können. Die Rampe bei 

der Remise zur Heuablade dürfte maximal eine Neigung von 15 % aufwei-

sen und es müsste ein ebener Vorplatz von mindestens 3 m zur Strasse 

bestehen; dies aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen heraus, was 

konkret offensichtlich nicht der Fall sei. Die Vorinstanz sei daher in Willkür 

verfallen, wenn sie der Bauherrschaft eine Ausnahmebewilligung erteilt 

habe. Das öffentliche und das private Interesse an der Einhaltung der Ver-

kehrssicherheit überwögen die privaten Interessen der Bauherrschaft an 

der Erweiterung ihres Betriebs. Es liege somit eine Rechtsverletzung bzw. 

eine Überschreitung des Ermessens, mithin eine Verletzung des Willkür-

verbots durch die Vorinstanz vor. Zur Rüge von 'übermässigen Geruchs-

emissionen' (lit. C; Ziff. 30-37) sei zum Abstand auf die Empfehlungen der 

Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik (FAT-Bericht 

476/95, Ziff. 1 und 2) abzustellen. Die Bauherrschaft habe eine Emissions-

erklärung bezüglich des Schafstalles eingereicht. Gemäss der darin enthal-

tenen Berechnung der Mindestabstände ergebe sich eine Geruchsbelas-

tung in der Höhe von 1.89 GB, weshalb ein Mindestabstand von 19.6 m zu 

den umliegenden Gebäuden einzuhalten sei. Bei korrekt festgelegtem 

Emissionspunkt des Stallgebäudes, also gerechnet von der nördlichen 

Aussenwand her, betrage der Abstand aber bloss 16.66 m, womit der ge-

forderte Abstand nachweislich unterschritten werde. Ein Korrekturfaktor für 

- 7 -

einen reduzierten Mindestabstand (13.7 m) liege nicht vor. Zur Rüge 'über-

mässiger Lärmimmissionen' (lit. D; Ziff. 38-41) wurde geltend gemacht, 

dass einerseits die Nutztiere (Schafe) und anderseits die Futterversorgung 

mittels Heugebläse als Verteiler, wobei das verwendete Dürrfutter zu 100 

% kalt belüftet werde, jeweils Lärm verursachten. Zudem plane die Bau-

herrschaft, die bestehende Remise zu einem Heuabladetenn umzuwan-

deln. Die zu erwartenden Heuabladevorgänge würden bekanntlich mit ent-

sprechenden Maschinen vorgenommen, welche allesamt erheblichen Lärm 

verursachten. Die im Westen gelegene Bauparzelle J._____ befinde sich 

in der Empfindlichkeitsstufe II (Wohnzone 2) bzw. die Parzellen K._____ 

und F._____ in der ES III (Dorfzone II). Die Grenzwerte lägen dort gemäss 

Anhang 6 Ziff. 2 der eidgenössischen Lärmschutzverordnung (LSV) tagsü-

ber bei 60/65 Dezibel sowie nachts bei 50/55 Dezibel. Es könne nicht von 

der Hand gewiesen werden, dass mit den beschriebenen Lärmquellen, die 

gültigen Grenzwerte der LSV überschritten würden, was sich anhand des 

beantragten Lärmgutachtens bestätigen werde. Ohne derartige Abklärun-

gen hätte die Vorinstanz das Baugesuch nicht bewilligen dürfen bzw. ab-

lehnen müssen. Im konkreten Fall sei über ein noch einzuholendes Lärm-

gutachten zu prüfen, welche Immissionen durch die Tiere und die neuen 

Anlagen in Zukunft verursacht würden, bevor über die Bewilligungsfähigkeit 

des Bauvorhabens entschieden werden könne. Dabei seien auch die be-

reits erstellten, bis heute allerdings nicht bewilligten Anlagen miteinzube-

ziehen und diese dürften nicht als bereits vorbestehende Lärmbelastung 

angesehen werden. Es seien die Auswirkungen des gesamten Projekts zu 

prüfen. Zum Einwand der 'fehlenden Einordnung in das bestehende Orts- 

und Landschaftsbild' (lit. E; Ziff. 42-46) wurde vermerkt, dass es sich beim 

Quartier rund um die L._____ (Wohnzone 2) um ein idyllisches Wohnviertel 

mit zahlreichen Wohnbauten handle. Die zu sanierende Mistplatte befinde 

sich auf der Westseite des Stallgebäudes auf Parzelle F._____ in der Dorf-

zone II. Weil das Sanierungsprojekt rundherum von Wohnbauten umgeben 

- 8 -

sei, passe der Misthaufen folglich nicht ins übrige Quartierbild hinein. Es 

lasse sich zudem darüber streiten, ob es sich bei der Umgestaltung der 

Mistplatte effektiv um eine "Sanierung" handle. Mit dem Bauvorhaben 

werde nämlich ein bereits von weither erkennbarer Lagerplatz für den ent-

standenen Tiermist erstellt. Dieser werde neu zwar überdacht sein, jedoch 

werde die Platte eine stolze Fläche von 27 m2 aufweisen. Es handle sich 

deshalb um eine beträchtliche Erweiterung des bestehenden Misthaufens. 

Im Übrigen soll der Mist auf eine Höhe von bis zu 1.80 m aufgeschichtet 

werden, was immissionstechnisch auch einen negativen und weitreichen-

den Einfluss haben werde – Überdachung hin oder her, da die besagte 

Anlage seitlich geöffnet sei, was eine freie Verteilung des Gestanks pro-

blemlos ermögliche. Zudem dürften solche Lagerplätze das Orts- und 

Landschaftsbild nicht beeinträchtigen. Um die Einordnung der geplanten 

Erweiterung der Mistplatte abschliessend beurteilen zu können, bedürfe es 

jedoch noch eines Augenscheins durch das Gericht. Die Vorinstanz habe 

nur festgestellt, dass sich die gedeckte Mistplatte besser in die Umgebung 

einordne, als dies bisher der offene Misthaufen getan habe. Faktisch habe 

sie damit aber ihr Ermessen gar nicht ausgeübt, was als willkürlich taxiert 

werden müsse. Unter der Rubrik V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(Beschwerde S. 19) wurde festgehalten, dass die Verfahrenskosten bei 

Gutheissung der Beschwerde vollumfänglich der unterliegenden Partei auf-

zuerlegen seien und dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteien-

tschädigung (zzgl. MWST) auszubezahlen sei; eine Honorarnote werde 

nach der Anzeige des Abschlusses des Schriftenwechsels noch ins Recht 

gelegt.

8. Am 22. Januar 2021 ersuchte die betreffende Gemeinde (nachfolgend Be-

schwerdegegnerin) um Fristerstreckung bis 9. Februar 2021 für die Einrei-

chung ihrer Vernehmlassung in der Sache selbst. Zur aufschiebenden Wir-

kung äusserte sie sich indessen bereits wie folgt: Im Baubescheid Nr. 17/20 

- 9 -

sei einerseits auf das mögliche Risiko einer Beschwerde und die damit ver-

bundenen Folgen hingewiesen worden; andererseits sei festgehalten wor-

den, dass während der Dauer eines allenfalls eingeleiteten Beschwerde-

verfahrens mit dem Bau nicht begonnen werden dürfe. Damit sei die Sach-

lage klar und es sei nicht zusätzlich eine aufschiebende Wirkung im Rah-

men des Beschwerdeverfahrens anzuerkennen.

9. Mit Vernehmlassung vom 26. Januar 2021 beantragte die Bauherrschaft 

(nachfolgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf einzutreten sei. Die prozessual gestellten Anträge 6. und 10. seien 

abzulehnen; alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung wurde zunächst bezüglich der aufschiebenden Wirkung vor-

gebracht, dass der Beschwerdeführer dafür kein schützenswertes Inter-

esse geltend machen könne. Die sanierungsbedürftige Mistplatte sei be-

reits bisher genutzt worden und werde auch während des hängigen Ver-

fahrens genutzt werden. Zudem erfolgten Sanierung und Deckung der 

Mistplatte sowie die Befestigung des Vorplatzes aufgrund der gesetzlichen 

Vorschriften des Bundesrechts und dienten einem öffentlichen Interesse 

(Gewässerschutz bzw. Tierschutz), welche üblicherweise höher zu gewich-

ten seien als rein private Interessen des Beschwerdeführers. Die geringfü-

gige Erweiterung der Remise diene teilweise der Verkehrssicherheit, indem 

die Staubbelastung beim Einbringen des Heus verringert werde. Diese 

Massnahme liege aber auch im Interesse des Beschwerdeführers, da er 

ebenfalls von der geringeren Staub- und Lärmbelastung profitiere. Da er 

sich u.a. über eine übermässige Lärmbelastung beklage, müsste die ge-

plante Überdachung des Heugebläses (auf der Nordseite der Remise) aus 

seiner Sicht eigentlich geboten sein. Die Beschwerdegegner seien aber 

trotzdem bereit, mit den Ausführungen bis zum Abschluss des Verfahrens 

vor Verwaltungsgericht zuzuwarten. Das Gericht werde jedoch gebeten, 

das Verfahren für dringlich zu erklären (vgl. Ziff. 9-11). Die prozessualen 

- 10 -

Anträge 7. und 8. stellten verfahrensrechtlich Selbstverständlichkeiten dar 

und seien daher nicht weiter zu kommentieren. Der Antrag 6. (Einholung 

Geruchs-/Lärmgutachten) sei abzuweisen, weil dafür keine Gründe vorlä-

gen. Die Berechnung der Mindestabstände könne anhand der FAT-Richtli-

nien erfolgen. Die fragliche Mistplatte und der Vorplatz auf der Westseite 

des Stalles würden seit mehr als 100 Jahren für die Tierhaltung genutzt und 

für die Schafherde mit (lediglich noch) 30 Tieren müssten keine zusätzli-

chen Abklärungen erfolgen. Andernfalls müsste bei allen landwirtschaftli-

chen Bauprojekten ein solches Gutachten erstellt werden, was weder sach-

gerecht noch verhältnismässig wäre (Ziff. 12-15). Zum Materiellen (Vorbe-

merkungen Ziff. 16-17) bringt der Beschwerdegegner vor, dass die "Immis-

sionsklage" des Beschwerdeführers zu Recht mit separater Stellungnahme 

(vgl. Sachverhalt Ziff. 6) behandelt und abgelehnt worden sei. Dieser Ent-

scheid sei mit der eingereichten Beschwerde nicht angefochten worden 

und somit auch nicht Gegenstand des jetzigen Verfahrens. Weitere Aus-

führungen zum Lärm erübrigten sich. Zum Vorwurf "unvollständiges Bau-

gesuch" (Ziff. 18-22) sei nicht einmal ansatzweise erkennbar, wieso die Ge-

meinde ihr Ermessen unsachgemäss ausgeübt haben sollte. Die vom Be-

schwerdeführer geforderten Dokumente (z.B. Situationsplan 1:500, Grund-

rissplan 1:100 aller Geschosse) hätten keine bessere Beurteilung der von 

ihm aufgeworfenen Fragen ermöglicht. Die örtlichen und räumlichen Ver-

hältnisse seien der Gemeinde bestens bekannt, weshalb auch kein Augen-

schein nötig gewesen sei. Zur Rüge "Verkehrssicherheit" (Ziff. 23-26) 

könne dem Baugesuch entnommen werden, dass die nördliche Wand der 

bestehenden Remise um 2.40 Meter in östlicher Richtung verlängert werde, 

wobei der First um 1.80 m erhöht und auch nach Osten verlegt werde. Da-

durch werde das Heugebläse überdacht und sozusagen in die Remise ver-

legt. Diese Erweiterung führe weder zu einer Nutzungsänderung noch zu 

Mehrverkehr. Somit habe das Baugesuch auch keinen Einfluss auf die Zu- 

und Ausfahrten. Die bisherige Rampe und der flache Vorplatz zur Haupt-

- 11 -

strasse blieben davon unberührt und seien bereits 2002 bewilligt worden. 

Das Thema 'Erteilung Näherbaurecht' sei in der Verfügung des DIEM vom 

3. Juni 2020 abschliessend geregelt worden. Zudem sei die Einmündung 

der L._____ in die Hauptstrasse mit einer Stop-Signalisation versehen, 

weshalb alle Verkehrsteilnehmer dort zwingend anhalten müssten. Der 

Rüge "übermässige Geruchsemissionen" (Ziff. 27-32) wird entgegnet, dass 

der Mindestabstand von 19.6 m ab dem massgebenden Emissionspunkt 

des Stallgebäudes überall eingehalten werde. Der Abstand gegen Westen 

zur Nachbarparzelle J._____ betrage zwischen 25 und 30 m, derjenige ge-

gen Norden zur Parzelle K._____ des Beschwerdeführers zwischen 21 und 

33 m. Die FAT-Richtlinien seien damit korrekt eingehalten. Zur Rüge "über-

mässige Lärmemissionen" (Ziff. 33) sei auf die Vorbemerkungen (Ziff. 16 

f.) verwiesen, wonach die Abweisung der Immissionsklage nicht Gegen-

stand dieses Verfahrens und daher darauf nicht einzutreten sei. Zur Rüge 

der fehlenden "Einordnung/Zonenkonformität" (Ziff. 34-38) gelte es festzu-

halten, dass alle Teile des Bauprojekts in jenem Teil der Parzelle F._____ 

realisiert würden, die in der Dorfzone II lägen. Stall und Remise seien seit 

jeher ununterbrochen landwirtschaftlich genutzt worden und somit Teil ei-

nes Landwirtschaftsbetriebs. Dass der Hof und die Freiflächen nicht mehr 

verpachtet, sondern selbst bewirtschaftet würden, ändere daran nichts. Die 

geplanten Arbeiten könnten von Umfang und Kostenfolge offenkundig nicht 

als Stallneubau qualifiziert werden, sondern stellten eine zonenkonforme 

Sanierung und Verbesserung einer landwirtschaftlichen Anlage dar. Der 

Erhalt solcher Betriebe sei ein Ziel der Dorfzone II. Die Einbettung ins Quar-

tierplanbild habe immer auch unter Berücksichtigung des Zonenplans und 

somit der Zonenkonformität zu erfolgen. Andernfalls könnten bestehende 

Landwirtschaftsbetriebe in der Nähe von Wohnzonen gar nicht mehr erhal-

ten werden. Dabei sei zu berücksichtigen, dass es hier nicht um den Neu-

bau einer Mistplatte gehe, sondern um die Sanierung (und Deckung) einer 

bestehenden Mistplatte. Die Sanierung der Mistplatte und die Befestigung 

- 12 -

eines Vorplatzes entsprächen der guten Einordnung ins Dorfbild. Im Übri-

gen komme den örtlichen Baubehörden bei der Beurteilung solcher Fragen 

ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Ihr Ermessen habe die Vorinstanz 

im konkreten Fall nicht unsachgemäss ausgeübt; was der Beschwerdefüh-

rer dazu vorbringe, beschränke sich auf eine bloss appellatorische Kritik.

10. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. Januar 2021 hielt der zuständige 

Instruktionsrichter fest, dass sich ein Entscheid über die Zuerkennung der 

aufschiebenden Wirkung zur Zeit erübrige, nachdem sich die Beschwerde-

gegner gemäss ihrer Vernehmlassung bereit erklärt hätten, mit der Ausü-

bung des Bauprojekts bis zum Abschluss des vorliegenden verwaltungsge-

richtlichen Verfahrens zuzuwarten. Ihrem Antrag auf Dringlicherklärung des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens werde indessen stattgegeben.

11. Mit Schreiben vom 2. Februar 2021 (Titel: 'Bitte um Klarstellung') ersuchte 

der Beschwerdeführer das Gericht, sich noch zur aufschiebenden Wirkung 

sowie der 'Dringlichkeitserklärung' verbindlich zu äussern, worauf der zu-

ständige Instruktionsrichter am 3. Februar 2021 entsprechend verfügte und 

die Parteien über den weiteren Verfahrensgang orientierte. Diese Verfü-

gung blieb unangefochten.

12. Mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2021 beantragte die Gemeinde (nach-

folgend Beschwerdegegnerin) die vollständige Abweisung der Beschwerde 

und damit die Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie 

des Baubescheids vom 7. Dezember, mitgeteilt am 11. Dezember 2020. In 

ihrer Begründung (S. 3-5) brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass das 

Bauvorhaben lediglich die Sanierung der Mistplatte sowie die Erweiterung 

der Remise beinhalte. Für ein solches, grundsätzlich untergeordnetes Vor-

haben sei ein Augenschein kaum angezeigt, zumal sie sehr wohl über die 

Situation vor Ort Bescheid wisse. Da mit dem Projekt keine baulichen 

- 13 -

Massnahmen getätigt würden (neue oder wesentlich geänderte Anlagen; 

Nutzung und Betrieb blieben dieselben), welche eine spezifische Prüfung 

von Lärmemissionen im geforderten Umfang bedingen würden, seien die 

Forderungen bezüglich Lärmberechnung gegenstandslos. Bezüglich des 

Geruchs sei auf den FAT-Bericht im Baugesuch abzustellen. Es möge sein, 

dass die Nutzung der Parzelle des Beschwerdeführers nicht in Überein-

stimmung mit der Nutzung der Bauherrschaft (Beschwerdegegner) stehe. 

Dies sei aber, im Rahmen der zonenkonformen Nutzung, nicht von Belang. 

Inwiefern sie ihr Ermessen aufgrund des Verzichts eines Augenscheins 

überschritten haben solle, sei nicht nachvollziehbar. Die Unterstellung der 

Missachtung von Ausstandsvorschriften sei haltlos. Einem Baugesuch 

seien nur diejenigen Unterlagen beizulegen, welche zur Beurteilung des 

Vorhabens erforderlich seien. Andere Unterlagen seien nicht notwendig 

und "auf Vorrat" beizulegen. Die eingebrachten Unterlagen genügten vor-

liegend zur Beurteilung des grundsätzlich einfachen Bauvorhabens. Die 

fachspezifischen Akten (FAT-Bericht, Beurteilung Tiefbauamt bezüglich 

Verkehrssicherheit) lägen ebenfalls vor. Weitergehende Akten seien vorlie-

gend nicht von Belang (Einholung Lärmgutachten). Mit dem Bauvorhaben 

sollten nur die Bewirtschaftung des bestehenden Betriebs an die heutigen 

Anforderungen bezüglich Tierhaltung, Gewässerschutz und Immissionen 

angepasst und somit eine Verbesserung der Situation erzielt werden. Mit 

Entscheid des DIEM vom 3. Juni 2020 sei eine Näherbaubewilligung unter 

Bedingungen und Auflagen erteilt worden und die Verkehrssicherheit damit 

fachlich beurteilt worden. Der Mindestabstand gemäss FAT 476/95 betreffe 

Tierhaltungsanlagen. Somit sei nur die Stallbaute massgebend. Nicht rele-

vant seien Remisen, in welchen keine Tiere gehalten würden. Der Abstand 

sei daher ab dem Stall und nicht ab dem Anbau bei der Remise zu messen. 

Der massgebende Emissionspunkt definiere sich auf einem Areal mit wei-

teren Gebäuden in einem Abstand von weniger als 50 m ab der nächstge-

legenen Austrittsöffnung oder aber in den übrigen Fällen ab dem Stallmit-

- 14 -

telpunkt. Bei beiden Berechnungsweisen sei der (theoretische) Mindestab-

stand von 19 m bei weitem eingehalten. Eine Berechnung ab der nördlichen 

Aussenwand sei in der Richtlinie nicht vorgesehen. Da keine Korrekturfak-

toren notwendig seien, würden diese auch nicht geltend gemacht. Was die 

geklagten Lärmemissionen angehe, sei dieses Anliegen im Zuge der sepa-

raten Reklamation zu beurteilen (vgl. Sachverhalt Ziff. 6). Zur bemängelten 

Einordnung ins Orts- und Landschaftsbild sei nur festgehalten, dass sich 

der fragliche Betrieb nicht in der Wohnzone 2, sondern in der Dorfzone II 

befinde. In dieser Zone seien sowohl Sanierungen als auch Vergrösserun-

gen bestehender Landwirtschaftsbetriebe zulässig. Bezüglich der Rekla-

mation, welche nicht Teil des vorliegenden Verfahrens betreffend Bauge-

such bilde, werde darauf hingewiesen, dass die Beschwerdegegnerin das 

weitere Vorgehen abklären und den Anwalt des Beschwerdeführers zeit-

nah orientieren werde.

13. Mit Schreiben vom 12. Februar 2021 teilte der Beschwerdeführer dem Ge-

richt mit, dass ihm bestimmte Unterlagen nicht zur Einsichtnahme zuge-

stellt worden seien und ihm die Frist zur Einreichung einer Replik entspre-

chend – erst nach Erhalt und Studium dieser Akten – anzusetzen sei. 

14. Mit Schreiben vom 15. Februar 2021 ersuchte der zuständige Instruktions-

richter die Beschwerdegegnerin, die genannten Unterlagen bis 20. Februar 

2021 nachzureichen. Die Frist zur Einreichung der Replik werde nach Ein-

gang der Stellungnahme der Gemeinde wiederum angesetzt.

15. Mit Stellungnahme vom 19. Februar 2021 äusserte sich die Beschwerde-

gegnerin zur (behaupteten) Unvollständigkeit der eingereichten Bauakten.

- 15 -

16. Mit Schreiben vom 23. Februar 2021 sandte das Gericht die Stellungnahme 

der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zu 

und setzte die Frist zur Einreichung der Replik auf den 8. März 2021 an. 

17. Mit Eingabe vom 24. Februar 2021 hielt der Beschwerdeführer weiterhin 

daran fest, dass einige Unterlagen zur Beurteilung des Projektes fehlten. 

18. Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Februar 2021 antwortete der In-

struktionsrichter dem Anwalt des Beschwerdeführers tags darauf wie folgt:

"Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 hat die Gemeinde C._____ gegenüber dem Gericht 

u.A. sinngemäss erklärt, dass die von ihr im vorliegenden Verfahren bereits eingereichten 

Beweismittel aus ihrer Sicht zur Abklärung des Sachverhalts ausreichen. Ob dies zutrifft 

oder ob – nach Auffassung ihres Mandanten – der Sachverhalt damit nicht ausreichend 

ermittelt ist, ist seitens des Gerichts – auch aus prozessökonomischen Gründen – erst 

nach Abschluss des Schriftenwechsels zu prüfen. Kommt das Gericht dannzumal zum 

Schluss, der Sachverhalt sei mit den im Recht liegenden Beweismitteln ungenügend er-

mittelt, wird es die allenfalls noch notwendigen Beweise erheben (vgl. dazu Art. 11 Abs. 3 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG]; BR 370.100). Diesbezüglich wird 

Ihrem Mandanten selbstverständlich das rechtliche Gehör gewährt werden.

Die seitens Ihres Mandanten wiederholt beantragte Edition weiterer Akten aus Händen 

der Gemeinde C._____ erweist sich deshalb – jedenfalls zur Zeit – als nicht notwendig. 

Die Ihnen mit Schreiben des Gerichts vom 23. Februar 2021 angesetzte Frist zur Einrei-

chung der Replik wird Ihnen demzufolge nicht abgenommen und bleibt bestehen. 

Gegen diese Verfügung kann gemäss Art. 42 und 52 VRG Prozessbeschwerde erhoben 

werden."

[In der Folge ging keine Prozessbeschwerde beim Verwaltungsgericht ein.] 

19. In der Replik vom 8. März 2021 wurden der (bisherige) Beschwerdeführer 

und (neu zusätzlich) die B._____ AG als Beschwerdeführer bezeichnet und 

nachfolgende Anträge – wiederholend oder neu – gestellt:

- 16 -

a) Der prozessuale Antrag betreffend die Durchführung eines Augenscheins (Ziff. 5) 

wird noch einmal betont und dem Gericht zur Durchsetzung beantragt. 

b) Die Dringlichkeitserklärung dieses Verfahrens vom 29. Januar 2021 sei rückgän-

gig zu machen bzw. vollumfänglich aufzuheben.

c) Die Departementsverfügung Nr. 20.10.004 (Näherbaubewilligung) vom 3. Juni 

2020 sei vollumfänglich aufzuheben.

Prozessrechtlich wurde abermals auf das Fehlen bestimmter Bauakten (of-

fizielle Version des FAT-Berichts, Anwesenheitsliste betr. Protokollauszug 

vom 7. Dezember 2020 sowie Entscheid DIEM vom 20. [recte 3.] Juni 2020) 

hingewiesen und die Durchführung eines Augenscheins damit begründet, 

dass – mangels Einreichung von Grundrissplänen – nun strittig sei, welche 

Gebäude dem Stallangehörig seien und welche nicht. Unklar sei hierzu, ob 

die Remise mit dem Hauptstallgebäude räumlich verbunden sei oder nicht. 

Dies habe zur Folge, dass der Emissionspunkt, welcher für die Mindestab-

standsberechnung gemäss FAT-Richtlinie Nr. 476 von Relevanz sei, nicht 

klar ermittelt werden könne. Im Übrigen sei in Zweifel zu ziehen, ob sich 

wirklich wie von der Bauherrschaft angegeben, lediglich 30 Schafe auf dem 

Hof derselben befänden. Ein Augenschein würde diesbezüglich Klarheit 

schaffen und auch Aufschluss über die Einordnung der Erweiterung des 

Stalls in die bestehende Umgebung geben, da es sich hier bekanntlich um 

eine Ermessensfrage handle (Ziff. 1-2). Zur Einhaltung der Ausstandsvor-

schriften wurde gerügt, dass sich ein Teil der Bauherrschaft im Gemeinde-

rat der Beschwerdegegnerin befinde und unklar sei, ob dieser an der be-

sagten Vorstandssitzung vom 7. Dezember 2020 hinsichtlich des eigenen 

Bauvorhabens teilgenommen und mitgewirkt habe. Die Beschwerdegegne-

rin sei daher aufzufordern, auch das Deckblatt des Sitzungsprotokolls beim 

Gericht einzureichen (Ziff. 3). Die Ausführungen beider Beschwerdegegner 

würden umfassend bestritten (Ziff. 4). Die Dringlichkeitserklärung vom 29. 

Januar 2021 sei komplett aufzuheben, weil es der Beschwerdegegner un-

terlassen habe, diesen Antrag auch nur ansatzweise rudimentär zu begrün-

den (Ziff. 5). Die Verfügung vom 3. Juni 2020 sei in Verletzung des Koordi-

- 17 -

nationsprinzips und der Einheit der baurechtlichen Bewilligung nur gegenü-

ber der Bauherrschaft eröffnet worden, ohne auch den Beschwerdeführer 

darüber in Kenntnis zu setzen. Deshalb sei auch das DIEM ins Verfahren 

beizuladen, um eine entsprechende Stellungnahme einzureichen (Ziff. 6). 

Es werde bloss behauptet, sämtlichen Bauten und Anlagen hätten gar nie 

nach neuen Rechtssätzen (RPG) bewilligt werden müssen, da sie bereits 

vorbestehend seien. Dasselbe werde hinsichtlich der Einhaltung der Lärm- 

und Immissionsgrenzwerte behauptet, die angeblich in Ordnung seien, ob-

wohl keinerlei Messungen durchgeführt worden seien (Ziff. 7). Am 26. Fe-

bruar 2021 habe die B._____ AG die Parzelle J._____ von A._____ gekauft 

und sei neu als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen worden. Damit sei 

sie in die Parteirolle des bisherigen Eigentümers eingetreten und so sei es 

zu einer Aufspaltung der Beschwerdeführer in zwei streitberührte Liegen-

schaften (Parz. K._____/J._____) gekommen, wobei jeder von ihnen das 

Verfahren unabhängig vom anderen führen könne (Ziff. 8). Die Geruchs-

emissionen – bewirkt durch die Tierhaltung – seien ebenfalls Gegenstand 

des Verfahrens, da auch die Befestigung eines Vorplatzes für den Auslauf 

der Tiere geplant sei. Eine solche Baute begünstige eine Luftverunreini-

gung, zumal die Tierexkremente nicht im Boden versickern könnten und im 

Sommer bei heissem Wetter starke und äusserst unangenehme Geruchs-

immissionen entstünden (Ziff. 9). Weiter sei unklar, ob es sich bei den lär-

mintensiven Anlagen ("Heugebläse Nord" sowie "Heulüftung Ost") um neue 

bewilligungspflichtige Anlagen handle oder nicht. Die Behauptung der Be-

schwerdegegner, es handle sich dabei um altrechtliche Anlagen (seit über 

20 bzw. 30 Jahre in Betrieb) sei nicht bewiesen worden (Ziff. 10). Im Übri-

gen komme die Luftreinhalteverordnung sowohl beim Neubau, Umbau, bei 

Erweiterung oder Instandstellung von bestehenden Anlagen zur Anwen-

dung, wenn dadurch höhere oder andere Emissionen verursacht würden 

oder, wenn mehr als die Hälfte der Kosten aufgewendet werden müsste, 

die eine neue Anlage verursachen würde. Hier sei höchst unklar, seit wann 

- 18 -

die Lärmanlagen auf dem Hofe stünden, weshalb weitere Abklärungen er-

folgen müssten (Ziff. 11). Die Abweisung der Immissionsklage sei in der 

Beschwerde mitangefochten, was die Beschwerdegegner selbst zugäben, 

wenn sie sich zum Emissionspunkt der Geruchsquellen äusserten (Ziff. 12). 

Auch aus prozessökonomischen Gründen sei es sinnvoll, die Geruchs- und 

Lärmimmissionen zusammen mit dem Baugesuch zu prüfen (Ziff. 13). Zu 

den Rügen der Lärm- (Ziff. 14-16) und Geruchsemissionen (Ziff. 17-22 inkl. 

vier Fotoaufnahmen), der Zufahrt/Verkehrssicherheit (Ziff. 23-24 mit 1 Bild-

aufnahme), der Einordnung/Zonenkonformität (Ziff. 25) und dem Fazit (Ziff. 

26) könne auf das in der Beschwerde bereits Gesagte verwiesen werden. 

20. Mit Duplik vom 19. März 2021 hielt die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) 

unverändert an ihren Anträgen um Abweisung der Beschwerde und 

Bestätigung des angefochtenen Einspracheentscheids sowie Baube-

scheids fest. Ergänzend führte sie zum FAT-Bericht (inkl. Abstandsberech-

nungen) aus, dieser sei durch die zuständige Fachstelle erarbeitet und die 

Baubewilligung anhand dieses Berichts vom April 2020 geprüft worden. All-

fällige Änderungen in der Tierhaltung würden allenfalls eine Anpassung 

des Berichts bedingen; dies sei aber nicht Gegenstand des Gesuchs und 

somit hier nicht massgebend. Auf die aufgeworfenen Eventualitäten sei 

deshalb nicht weiter einzugehen. Die Ausstandsvorschriften seien nicht 

verletzt worden. Dem Beschwerdeführer sei vollständig und ausführlich 

Auskunft über die Zusammensetzung anlässlich der Vorstandssitzung vom 

7. Dezember 2020 erteilt worden. Die Beschwerdegegnerin könne darauf 

behaftet werden, dass der Bauherr in seiner Funktion als Gemeinderat-

Stellvertreter nicht an der Entscheidfindung mitgewirkt habe. Betreffend 

Verfügung des DIEM habe die Beschwerdegegnerin diese Zusatzbewilli-

gung – wie im Schreiben bezüglich Aktenergänzung erläutert – im Sinne 

des Koordinationsgebots zusammen mit dem Baubescheid eröffnet. Die 

Erteilung dieser Zusatzbewilligung falle in den Zuständigkeitsbereich des 

- 19 -

DIEM. Für die Beschwerdegegnerin habe keine Veranlassung bestanden, 

diese Bewilligung anzuzweifeln. Die Frage der Lärmemissionen bilde nicht 

Gegenstand des vorliegenden Baubewilligungsgesuchs, weshalb darauf 

nicht weiter einzugehen sei. Die Aussage, dass dazu Äusserungen getätigt 

wurden, sei nicht richtig. Mit den jeweiligen Äusserungen sei im Gegenteil 

darauf hingewiesen worden, dass dies eben nicht zutreffe. Ebenfalls unbe-

legt sei die Behauptung, wonach sich das Bauvorhaben nicht in die Umge-

bung einordne. Die Beschwerdegegnerin habe wie üblich im Rahmen des 

Bewilligungsverfahrens die Voraussetzungen zur Erteilung der Baubewilli-

gung umfassend geprüft und diese seien gegeben. Es gebe keinen Grund 

wegen unbegründeter Pauschalbehauptungen (fehlende Einordnung) dies 

anzuzweifeln.

21. Mit Duplik vom 22. März 2021 hielt die Bauherrschaft (Beschwerdegegner) 

unverändert an ihren Anträgen gemäss Vernehmlassung vom 26. Januar 

2021 fest (vgl. Sachverhalt Ziff. 9). Aufgrund der Replik des Beschwerde-

führers drängten sich lediglich in folgenden Punkten Bemerkungen auf. Die 

Dringlichkeitserklärung des Verfahrens R 21 6 sei anlässlich der Vernehm-

lassung begründet und vom Instruktionsrichter mit Verfügung vom 29. Ja-

nuar 2021 bewilligt worden. Sie sei im Rahmen einer Klarstellung mit Ver-

fügung vom 3. Februar 2021 bekräftigt worden. Als prozessleitende Verfü-

gung hätte die Dringlicherklärung innert 10 Tagen mit Prozessbeschwerde 

angefochten werden können, was der Beschwerdeführer aber nachweislich 

nicht getan habe. Entsprechende Ausführungen seien daher nun verspätet. 

Dasselbe gelte hinsichtlich der Aufhebung der Verfügung des DIEM vom 3. 

Juni 2020 (Näherbaubewilligung), da diese als Beilage Teil der Baubewilli-

gung und somit integrierender Bestandteil dieser Bewilligung gewesen sei. 

Bei der Beschlussfassung seien auch keine Ausstandsvorschriften verletzt 

worden, da an der fraglichen Vorstandsitzung keine Stellvertreter teilge-

nommen hätten. Die Geruchsemissionen seien als zulässiger Verfahrens-

- 20 -

gegenstand anerkannt worden. Nicht Teil davon seien aber die Lärmemis-

sionen, da weder das Heugebläse noch die Heubelüftung Gegenstand des 

angefochtenen Bauprojekts seien. Dieser Punkt sei nicht jetzt im Rahmen 

der Baubewilligung betreffend Sanierung Mistplatte und Erweiterung Re-

mise zu beurteilen, sondern vielmehr im Zuge der noch hängigen Lärmim-

missionsklage zu prüfen. Im Stall würden einzig Schafe – mangels Jauche-

grube oder Güllenlochs aber keine Rinder oder Kühe – gehalten. Folglich 

sei eine Neuberechnung des Mindestabstands durch die kantonale Fach-

stelle überflüssig. Dass die Remise baulich nicht mit dem Tierstall verbun-

den sei, ergebe sich aus dem Situationsplan, welcher sich in den Unterla-

gen zum Baugesuch befinde. Der Unterstall an der Nordseite des Stallge-

bäudes weise keine Austrittsöffnung auf. Die einzige Austrittsöffnung gehe 

dort zum Heustall. Es müsse darum kein neuer Messpunkt für die Berech-

nung des Mindestabstands gewählt werden. Der Abstand von der Nordfas-

sade des Stalles zur Liegenschaft des Beschwerdeführers betrage über 23 

Meter, so dass der Mindestabstand von 19.60 m eingehalten werde. Das 

vom DIEM erteilte Näherbaurecht führe durch die Erweiterung der Remise 

zu keiner Verschlechterung der Verkehrssicherheit, da die Sichtdistanz ab 

Einfahrt L._____ in die alte M._____ nicht verringert werde. Aufgrund der 

geltenden Signalisation (Stop-Signal) sei die massgebliche Sehdistanz oh-

nehin von einem stehenden Fahrzeug zu messen. Ausserdem komme den 

Gemeinden im Bau- und Planungsrecht traditionell ein grosser Ermessens-

spielraum zu. Faktisch greife das Verwaltungsgericht nur bei einer willkür-

lichen Ausübung durch die Gemeinde ein. Vorliegend erschöpften sich die 

Ausführungen des Beschwerdeführers in appellatorischer Kritik am Ent-

scheid der Beschwerdegegnerin, ohne jedoch darzulegen, inwiefern diese 

ihren Beurteilungs- und Ermessensspielraum missbraucht oder überschrit-

ten hätte. Aus all diesen Gründen sei die Beschwerde abzuweisen. 

- 21 -

22. Mit Schreiben vom 26. März 2021 äusserte sich der Beschwerdeführer 

noch zur in der Replik erweiterter Parteibezeichnung und zur Aufforderung 

zur Einreichung seiner Honorarnote. Im Übrigen tat er seinen Unmut über 

die (Nicht-) Behandlung all seiner prozessualen Anträge kund. Vor diesem 

Hintergrund bestünden schon im heutigen Zeitpunkt erhebliche Zweifel am 

rechtmässigen Zustandekommen des zu fällenden Urteils.

23. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2021 setzte der Anwalt der Bauherrschaft 

(Beschwerdegegner) das Gericht darüber in Kenntnis, dass das Amt für 

Landwirtschaft und Geoinformation (ALG) mit Schreiben vom 10. Dezem-

ber 2021 (Kopie als Beilage) nunmehr verlange, die Mängel hinsichtlich des 

Mistlagers bis Mitte 2023 zu beheben. Diese Mängelbehebung sei Teil des 

Bauvorhabens, welches Gegenstand des Verfahrens R 21 6 bilde. Der be-

antragte Augenschein sei möglichst bald anzusetzen. Damit sollten die Be-

schwerdegegner – selbst unter Berücksichtigung des vom Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführer angedrohten Weiterzugs ans Bundesgericht – recht-

zeitig mit dem Bauvorhaben beginnen können, um die vom ALG angesetzte 

Frist einzuhalten. 

24. Am 25. Februar 2022 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein vor Ort durch, an welchem ein Beschwerdeführer persönlich 

und von Seiten der mitbeteiligten Immobilienfirma deren Verwaltungs-

ratspräsident in Begleitung ihres gemeinsamen Rechtsvertreters RA MLaw 

Thomas Stössel teilnahmen. Die Beschwerdegegnerin war durch den Ge-

meindepräsidenten und den Baufachchef vertreten. Von Seiten der Be-

schwerdegegner war der Ehemann persönlich in Begleitung des Rechts-

vertreters RA Dr. iur. Frank Schuler zugegen. Allen Anwesenden wurde an 

verschiedenen Standorten die Möglichkeit geboten, sich zu den aufgewor-

fenen Fragen betreffend Zufahrt, Verkehrssicherheit, Einordnung ins be-

stehende Orts- und Landschaftsbild, den zu erwartenden Geruchsemissio-

- 22 -

nen samt räumlicher Distanzen zu äussern. Von Seiten des Gerichts wur-

den zudem 15 Fotos bei der Bauparzelle F._____ (Beschwerdegegner) 

und den Nachbarparzellen K._____ (A._____) im Norden und J._____ 

(B._____ AG) im Westen erstellt und dem Protokoll des Augenscheins bei-

gefügt.     

25. Mit Stellungnahme der Beschwerdeführer vom 18. März 2022 und Stellung-

nahme der Beschwerdegegner vom 23. März 2022 (Poststempel) äusser-

ten sich diese beiden Parteien zum Augenscheinprotokoll vom 25. Februar 

2022. Die Beschwerdegegnerin reichte dazu keine Stellungnahme ein.

26. Mit E-Mail vom 30. März 2021 teilte der Anwalt der Beschwerdeführer dem 

Gericht mit, dass der Mandatsvertrag vom 29. Mai 2020 auch für die 

B._____ AG (vgl. Parteibezeichnung laut Replik) gelte, welche die Konditi-

onen übernommen habe. Sofern dies bisher (aus dem Mandatsvertrag) 

nicht ersichtlich gewesen sei, werde um Entschuldigung gebeten.

Auf die weiteren Vorbringen und Beweismittel der Parteien wird, soweit er-

forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem 

Recht endgültig sind. Der angefochtene Einsprache- und Baubescheid vom 

11. Dezember 2020, worin die Beschwerdegegnerin die Einsprache gegen 

das Baugesuch Nr. 17/20 abwies, soweit sie darauf eintrat, und in einem 

separaten Baubescheid die nachgesuchte Bewilligung zur Sanierung Mist-

platte samt Befestigung des Vorplatzes auf der Westseite sowie zur Erwei-

- 23 -

terung der bestehenden Remise auf der Nordseite der Parzelle F._____ in 

der Dorfzone II unter besonderen Bedingungen und Auflagen erteilte, ist 

weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten wer-

den. Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die Beschwer-

deführer sind als Grundeigentümer der Parzelle K._____ im Norden bzw. 

der Parzelle J._____ im Westen des Bauprojekts in unmittelbarer Nähe und 

mit Sichtkontakt zur Parzelle F._____ als Adressaten vom angefochtenen 

Entscheid berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Auf-

hebung oder Änderung, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

sind (Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 52 Abs. 

1 VRG; Art. 38 Abs. 1 VRG) eingereichte Beschwerde vom 13. Januar 2021 

ist daher – mit Ausnahme des Rechtsbegehrens in Ziffer 4 (vgl. E. 2.4. hier-

nach) – einzutreten.   

2. In materieller Hinsicht gilt es im Einzelnen die Rügen betreffend Unvollstän-

digkeit der massgebenden Bauunterlagen (nachfolgend E.2.1.), Verletzung 

der Ausstands- und Befangenheitsregeln bei der Entscheidfindung (E.2.2.), 

Missachtung der örtlichen Bau- und Nutzungsordnung inkl. ungenügender 

Verkehrssicherheit bei der Erschliessung über die Remise (E.2.3.), Ein-

wand übermässiger Geruchs- und Lärmemissionen durch das Gesamtbau-

projekt (E.2.4.) und Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes (E.2.5.) 

vom streitberufenen Gericht zu behandeln und zu entscheiden.  

2.1. Gemäss Art. 42 Abs. 2 der Raumplanungsverordnung für den Kanton 

Graubünden (KRVO; BR 801.110) bestimmen die Gemeinden unter Be-

achtung des übergeordneten Rechts, welche Unterlagen und Nachweise 

dem Baugesuch beizulegen sind. Nach Art. 42 Abs. 4 KRVO muss bei Än-

derung bestehender Bauten und Anlagen sowie bewilligter Pläne aus den 

Plänen der Zustand der betreffenden Bauteile vor und nach der Änderung 

- 24 -

ersichtlich sein (bestehend: grau/schwarz; neu: rot; Abbruch: gelb). Wie 

den bei Gericht eingereichten Unterlagen und Beilagen zum bewilligten 

Baugesuch Nr. 17/20 vom 28. April 2020 entnommen werden kann, ist das 

Bauvorhaben umfassend dokumentiert (vgl. Akten der Beschwerdegegne-

rin [Bg-act.] 1; beinhaltend: Grundriss 'gedeckte Mistplatte' [Masse 5.00 m 

x 5.40 m] und 'befestigter Vorplatz [8.25 x 5.40]; Ansicht Nord: Erweiterung 

Remise 'Ergänzen Fassade Fichte Roh'; Ansicht West: rot: Ziegeleinde-

ckung; Ansicht Ost: Toröffnung; Situationsplan Parzelle F._____ im Mass-

stab 1: 250 – rot: Überdachung Heuablad 15 m2 [im Norden]; rot: Über-

deckte Mistplatte 27 m2 [im Westen]; rot: Befestigter Vorplatz 44.55 m2 [im 

Westen direkt südlich zur Mistplatte]; zzgl. Plan mit bestehender Situation 

vor Ort inkl. vier Farbfotos im Format A4; weiter Raum- und Funktionspro-

gramm für landwirtschaftliches Hochbauprojekt [Angaben über landwirt-

schaftliche Nutzfläche; Gebäude/Raumbedarf [30 Tierplätze - alles Schafe] 

des Betriebsberaters [X._____] vom 20. April 2020; mitsamt Berechnung 

der Mindestabstände gemäss FAT-Richtlinien Nr. 476/95 laut Amt für Land-

wirtschaft [mit Resultat: Mindestabstand 19.61 m bei 30 Schafen]). Die so 

eingereichten und bewilligten Pläne, welche auch die genauen Masse der 

jeweiligen Änderungen und Anpassungen enthalten, sind nicht nur nach 

Ansicht der Beschwerdegegnerin, sondern auch des Gerichts absolut 

genügend, um das bescheidene Bauvorhaben darzustellen. Im Übrigen 

war das Vorhaben im Norden, soweit möglich (Remise/Schopf) auch profi-

liert. Ausserdem ist auf die Funktion des Bauprofils hinzuweisen. Dieses 

hat gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Ver-

waltungsgerichts insbesondere zum Gegenstand, die Nachbarn auf ein 

Bauvorhaben hinzuweisen und diese sind gehalten, die eingereichten resp. 

publizierten Baugesuchsunterlagen zu konsultieren (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts 1C_5/2019 vom 12. Juni 2019 E.4.3 Abs. 2, 1C_150/2009 

vom 8. September 2009 E.4.2.1; 1C_154/2009 vom 27. April 2010 E.1.3.3; 

Urteil des Verwaltungsgerichts R 2014 95 vom 24. Juni 2015 E.4c, R 2017 

- 25 -

35 vom 15. Dezember 2017 E.2b). Die amtliche Publikation des Bauge-

suchs 17/20 erfolgte nachweislich am 22. Mai 2020 (Bg-act. 2), mit Plan-

auflage und Einsprachefrist bis zum 12. Juni 2020, wovon seitens des Be-

schwerdeführers (A._____) mit Einsprache vom 10. Juni 2020 (Bg-act. 3) 

fristgerecht Gebrauch gemacht wurde. In dieser Publikation wurde zudem 

vermerkt: "Profile sind gestellt". Eine Verletzung von Art. 43 Abs. 1 KRVO 

ist daher nicht auszumachen.

2.2. Zum Einwand der Verletzung der Ausstands- und Befangenheitsregeln gilt 

es zunächst festzuhalten: Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-

zerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) 

garantieren für gerichtliche Verfahren einen Anspruch auf ein durch Gesetz 

geschaffenes, unabhängiges und unparteiisches Gericht. Der Anspruch auf 

gleiche und gerechte Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV umfasst nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch das Gebot der Unbefangenheit 

als Teilgehalt des Anspruchs auf ein faires Verfahren (BGE 140 I 326 E.5.2; 

Urteil des Bundesgerichts 2C_382/2018 vom 15. März 2019 E.2.3). Auch 

in Verfahren vor nicht gerichtlichen Behörden besteht folglich insofern ein 

Anspruch auf Unparteilichkeit der Verwaltungsbehörde, als am Entscheid 

kein befangenes Behördenmitglied mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 

Abs. 1 BV verpflichtet Art. 29 Abs. 1 BV eine Amtsperson zum Ausstand, 

wenn Umstände vorliegen, die nach objektiven Gesichtspunkten geeignet 

sind, den Anschein der Befangenheit zu erwecken (BGE 144 I 234 E.5.2, 

141 IV 178 E.3.2.1, 139 I 121 E.5.1). Kern der Garantie der Unbefangenheit 

bildet sowohl für Behördenmitglieder wie für Mitglieder der Gerichte, dass 

sie sich in Bezug auf die Beurteilung eines Sachverhalts nicht bereits fest-

gelegt haben (Urteil des Bundesgerichts 6B_457/2020 vom 20. Juli 2020 

E.2.2.2). Gemäss Art. 33 Abs. 1 des Gemeindegesetzes des Kantons 

Graubünden (GG; BR 175.050) haben Mitglieder einer Gemeindebehörde 

- 26 -

bei der Behandlung einer Angelegenheit in Ausstand zu treten, wenn sie 

selbst oder eine mit ihnen im Ausschlussverhältnis im Sinne von Art. 32 GG 

stehende Person daran ein unmittelbares persönliches Interesse haben. Im 

Bereich der Rechtspflege richtet sich der Ausstand nach den Bestimmun-

gen des VRG (Art. 33 Abs. 3 GG). Im konkreten Fall wurde der Nachweis, 

dass der Bauherr auf Parzelle F._____ (Beschwerdegegner/Ehemann) als 

Gemeinderats-Stellvertreter am strittigen Entscheid der Beschwerdegeg-

nerin nicht mitgewirkt hat, zwar nicht (positiv und lückenlos) erbracht; für 

das Gericht besteht jedoch keine begründete Veranlassung, die betref-

fende Zusicherung der Beschwerdegegnerin (Bg-act. 12 und 13) in Zweifel 

zu ziehen.

2.3. Zur Rüge der Missachtung der örtlichen Bau- und Nutzungsordnung (zzgl. 

ungenügender Verkehrssicherheit) ist aktenkundig, dass die Beschwerde-

gegner einerseits um die Erhöhung der Remise um ca. 1.80 m und um die 

Verlängerung des Daches über die Schopfzufahrt inkl. Holzwand (Fichte), 

in einer Länge von ca. 2.40 m, auf der Nordseite der Parzelle F._____ 

nachgesucht haben (Bg-act. 1 zzgl. Planunterlagen) und dieses Bauvorha-

ben von der Beschwerdegegnerin mit Baubewilligungsentscheid vom 11. 

Dezember 2020 (Bg-act. 7) auch bewilligt wurde. Die Mehrfläche der neuen 

Überdachung beträgt unbestritten rund 15 m2. Der Schopf (Remise [Nr. 

I._____]) bildet schon heute die Zufahrt zum Heuablad (vgl. dazu Gerichts-

fotos 5 und 6 am Standort 2) sowie zum Mistablad (Gerichtsfotos 11 und 

12 am Standort 3). Im Baugesuch vom 28. April 2020 (Bg-act. 1 S. 1) wurde 

bereits seitens der Beschwerdegegner (Bauherrschaft) auf das nachge-

suchte Näherbaurecht zu den Strassen zulasten der Kantons hingewiesen 

und sodann im Baubescheid vom 11. Dezember 2020 die entsprechende 

Verfügung des DIEM vom 3. Juni 2020 beigelegt (Bg-act. 7: Anhang 'De-

partementsverfügung'). Das DIEM kam darin bezüglich Näherbaubewilli-

gung und damit faktisch zugleich bezüglich Verkehrssicherheit der vorhan-

- 27 -

denen Erschliessungssituation zur Kantonsstrasse im Osten und L._____ 

im Norden zu folgender Ansicht (S. 3): "Die Prüfung des Bauvorhabens hat 

ergeben, dass die Voraussetzungen für die Erstellung einer Näherbaube-

willigung gegeben sind. In Berücksichtigung der besonderen örtlichen Ver-

hältnisse, namentlich in Bezug auf die zweckdienliche und geeignete An-

ordnung der Remise, auf die baulichen Gegebenheiten, sowie auf den Um-

stand, dass sich durch die Unterschreitung des gesetzlichen Abstandes 

keine unmittelbaren Auswirkungen für die "alte M._____" (Kantonsstrasse)  

ergeben, kann dem Projekt zugestimmt werden. Für die Strasse und die 

Verkehrsteilnehmenden entstehen durch das Bauvorhaben keine nennens-

werten Nachteile oder Gefahren. Die Ausnahme kann zudem gestattet wer-

den, weil sie mit dem Sinn und Zweck des Gesetzes vereinbar ist und ihr 

keine öffentlichen Interessen strassenseits entgegenstehen." Diesen An-

gaben und Schlussfolgerungen des DIEM vermag sich das Gericht auf-

grund der anlässlich des Augenscheins vom 25. Februar 2022 selbst ge-

wonnenen Eindrücke und Erkenntnisse über die konkreten Erschliessungs-

verhältnisse vor Ort vorbehaltlos anzuschliessen (vgl. dazu Gerichtsfotos 

1-4 am Standort 1 und Gerichtsfotos 5-7 am Standort 2 inkl. Planskizze S. 

2). Ebenso wenig gibt es anderseits an der Überdeckung der sanierten 

Mistplatte auf einer Fläche von ca. 27 m2 und an der Anlegung eines be-

festigten Vorplatzes auf einer Fläche von ca. 44.55 m2 auf der Westseite 

der Parzelle F._____ in der Dorfzone II etwas auszusetzen, umso mehr als 

in Art. 47 Abs. 3 des Baugesetzes (BG) der Beschwerdegegnerin noch aus-

drücklich vorgesehen ist: "Sanierungen und Vergrösserungen bestehender 

Landwirtschaftsbetriebe sind zulässig." Damit ist die Nutzungskonformität 

des geplanten und bereits bewilligten Bauvorhabens hinreichend erstellt. 

Weitere baupolizeiliche Vorschriften – wie z.B. Art. 85 BG [Erfordernisse 

an Zu- und Ausfahrten] sowie Art. 96 BG [Baugesuche mit beispielhafter 

Aufzählung von Beilagen] – sind ebenfalls nicht verletzt, zumal Art. 96 Abs. 

2 BG sogar den Verzicht der Baubehörde auf einzelne Planunterlagen bei 

- 28 -

allen Baugesuchen zulässt. Wichtig und für die Streitentscheidung zentral 

ist, dass für die beabsichtigen Änderungen sowohl auf der Nordseite (Aus-

dehnung Überdachung mit Einwandung der Remise) als auch insbeson-

dere auf der Westseite (Sanierung Mistplatte mit neu befestigtem Vorplatz 

für Auslauf der Schafe) die nutzbare Fläche gleichbleibt und nicht vergrös-

sert wird. Der Landwirtschaftsbetrieb wird deshalb – entgegen der Argu-

mentation der Beschwerdeführer – nicht erweitert. Der Rest der bestehen-

den Baute wird nicht verändert (siehe Bg-act. 1 Situationsplan mit Vergleich 

[rot: geplant] und [schwarz/weiss: bestehend]) und geniesst in Bezug auf 

die Nutzung für die Haltung von 30 Schafen den Bestandesschutz nach Art. 

81 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; 

BR 801.100) (Bg-act. 1 mit Baugesuch und beigelegtem Raum- und Funk-

tionsprogramm einschliesslich Angaben über die landwirtschaftliche Nutz-

fläche). 

2.4. Es bleibt der Einwand der übermässigen Geruchs- und Lärmemissionen 

durch das Gesamtprojekt zu prüfen und zu entscheiden. Neben dem Ein-

spracheentscheid einerseits (siehe Bg-act. 6 bzw. Akten Beschwerdeführer 

[Bf-act.] 2) und gleichzeitig dem Baubewilligungsentscheid anderseits (Bg-

act. 7 bzw. Bf-act. 3; Sachverhalt Ziff. 5) erliess die Beschwerdegegnerin 

am 11. Dezember 2020 zudem einen weiteren Entscheid (Bf-act.] 5; Sach-

verhalt Ziff. 6), in welchem sie feststellte, dass sie die Reklamationen des 

Beschwerdeführers (A._____) gegen den Betrieb der Beschwerdegegner 

geprüft und keine störenden Sachverhalte festgestellt habe, die weitere 

Massnahmen bedingten. Es drängten sich daher keine Massnahmen im 

Sinne der Anträge 3 und 5 im Schreiben vom 10. Juni 2020 (Bg-act. 3) 

sowie im Schreiben vom 31. August 2020 (Bg-act. 5) auf. Darin wurde sei-

tens der Beschwerdeführer zum einen (materieller Antrag 3) verlangt: "Es 

seien vom Gemeinderat die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um 

die bestehenden Immissionen durch Lärm und Gestank auf die nachbarli-

- 29 -

chen Parzellen künftig zu unterbinden bzw. um diese auf ein absolutes Mi-

nimum zu reduzieren". Zum anderen (prozessualer Antrag 5) wurde gefor-

dert: "Es sei ein Geruchs- und Lärmgutachten über den Betrieb des beste-

henden Schafstalls samt seinen Anlagen und eine Lärm- und Geruchspro-

gnose über die projektierte Sanierung der Mistplatte und die geplante Er-

weiterung der Remise zu erstellen." Dieser letztere Entscheid vom 11. De-

zember 2020 der Beschwerdegegnerin (Bf-act. 5: nur als 'Stellungnahme' 

bezeichnet) wurde allerdings ausdrücklich nicht angefochten (vgl. Be-

schwerdeschrift vom 13. Januar 2021, S. 4 Ziff. 4) und erwuchs somit in 

Rechtskraft. Auf Ziff. 4 des Rechtsbegehrens in der genannten Beschwer-

deschrift des Anwalts der Beschwerdeführer kann infolgedessen nicht ein-

getreten werden (E.1. hiervor).

Selbst wenn aber darauf einzutreten wäre, könnte auf den FAT-Bericht des 

Amtes für Landwirtschaft vom 20. April 2020 abgestellt werden (vgl. Bg-act. 

1 inkl. FAT-Bericht mit Berechnung der Mindestabstände), welcher festhält, 

dass ein Mindestabstand von 19.61 m bei 30 Schafen einzuhalten ist, was 

vorliegend sicherlich der Fall ist (vgl. Duplik Ziff. 8 vom 22. März 2021 sowie 

Vernehmlassung Ziff. 30-31 vom 26. Januar 2021 der Beschwerdegegner). 

Anlässlich des Augenscheins konnten diese Angaben geprüft und verifiziert 

werden (vgl. dazu auch Gerichtsfotos 1-4 am Standort 1 sowie Gerichtsfoto 

11 am Standort 3 samt Planskizze S. 2 mit Distanzmessstab 0 bis 30 m). 

2.5. Zum Vorwurf der Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes wird auf 

Art. 89 (Lager- und Abfallplätze) BG verwiesen, wonach Lagerplätze – hier 

besonders die Mistplatte samt Auslaufvorplatz für Tiere gemeint – das Orts- 

und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen dürfen (Abs. 1). Die Baubehörde 

ordnet bei bestehenden Lagerplätzen, die das Orts- und Landschaftsbild 

verunstalten oder übermässige Emissionen verursachen, Massnahmen zur 

Verbesserung oder ihre Beseitigung an. Die Kosten der Massnahmen ge-

- 30 -

hen zu Lasten des Eigentümers oder Betreibers des Lagerplatzes (Abs. 2). 

Nach Art. 73 KRG sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln 

der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung 

und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht (Abs. 1). Wo dieses 

Gesetz oder die Ortsplanung eine Pflicht zur Gestaltungsberatung vorse-

hen, haben sich die Bauherrschaft bei der Ausarbeitung der Projektpläne 

und die Baubehörde bei der Beurteilung des Bauvorhabens durch Fach-

leute in Fragen der Baugestaltung beraten zu lassen (Abs. 2). Verunstaltet 

eine Baute oder Anlage wegen mangelhaften Unterhalts das Orts- oder 

Landschaftsbild, verpflichtet die für die Bewilligung zuständige Behörde die 

Eigentümerin oder den Eigentümer zu den notwendigen Massnahmen. 

Kommen diese den Anordnungen innert Frist nicht nach, lässt die Behörde 

nach erfolgter Androhung die Massnahmen auf Kosten der Säumigen 

durch Dritte vornehmen (Abs. 3). Wie mit Hinweis auf Art. 89 BG dargetan, 

enthält das kommunale Baugesetz keine strengere, eigenständige gestal-

terische Bauvorgabe, weshalb hier – im Einklang mit Art. 107 Abs. 2 Ziff. 5 

KRG – direkt Art. 73 KRG zur Anwendung kommt. Nach der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts stellt Art. 73 KRG eine positive ästhetische Ge-

neralklausel dar. Im Unterschied zu den entsprechenden negativen Klau-

seln, welche eine Verunstaltung eines Stadt- oder Quartierbilds verbieten, 

verlangt die genannte Vorschrift positiv, dass die Baute nach den Regeln 

der Baukunst so zu gestalten und einzuordnen ist, dass mit der Umgebung 

und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht. Widerspricht eine 

geplante Baute den Bau- und Zonenvorschriften, indem sie beispielsweise 

Vorschriften über die Ausnützungsziffer, die Gebäudehöhe/-länge oder die 

Geschosszahl missachtet, so stellt sich die Frage der Einordnung bzw. der 

Ästhetik nicht, weil die Bewilligung ohnehin zu verweigern ist. Ästhetikvor-

schriften haben eine eigenständige Bedeutung. Sie sind nicht von vornher-

ein eingehalten, wenn die Bauvorschriften respektiert werden, denn die 

Schutzbereiche der Normen decken sich nicht zwingend. Die Anwendung 

- 31 -

einer positiven Ästhetikklausel darf aber nicht dazu führen, dass generell – 

im konkreten Fall für den ganzen Landwirtschaftsbetrieb auf Parzelle 

F._____ – die Zonenordnung (hier Dorfzone II) ausser Kraft gesetzt würde. 

Eine derartige Klausel darf auch nicht die Funktion einer Planungszone 

übernehmen und dazu verwendet werden, die bestehenden Bauvorschrif-

ten ausser Kraft zu setzen und eine künftige Nutzungsordnung zu sichern. 

Die Frage, ob eine gute Gesamtwirkung im Sinne von Art. 73 KRG erzielt 

wird, ist im Einzelfall anhand der konkreten Verhältnisse – vorliegend an-

hand der eingereichten Baupläne – zu prüfen. Hinzu kommt, dass den kom-

munalen Behörden bei der Anwendung der betreffenden Bestimmung ein 

Ermessensspielraum zusteht, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten 

ist. Ist der Einordnungsentscheid einer kommunalen Behörde nachvollzieh-

bar, beruht er mithin auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden 

Sachumstände, so haben die Rechtsmittelinstanzen diesen zu respektie-

ren und dürfen das Ermessen der kommunalen Baubehörde nicht durch ihr 

eigenes ersetzen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C_123/2021 vom 

28. März 2022 E.3.5.1 u. 3.5.2, 1C_264/2020 vom 9. Dezember 2020 

E.5.4.3, 1C_117/2016, 127/2016 vom 4. Juli 2016 E.3.4; Urteil des Verwal-

tungsgerichts R 2020 23 vom 26. Oktober 2021 E.2.4, R 2016 35 vom 4. 

November 2016 E.2d, R 2014 95 vom 24. Juni 2015 E.5b, R 14 103 vom 

30. August 2016 E.4e und R 2014 24 vom 16. Februar 2016 E.5a). Wie der 

Augenschein des Gerichts vom 25. Februar 2022 gezeigt hat, liegt die für 

das Bauvorhaben massgebende Dorfzone II in einer durch Bauernhäuser 

und Landwirtschaftsbetriebe geprägten Umgebung, so wie typischerweise 

die benachbarte Parzelle N._____ direkt im Nordwesten oder die auch zu 

gewerbezwecken verwendete Parzelle O._____ im Süden auf der gegenü-

berliegenden Seite der Bahnstation der RhB und dem dortigen Holzlager-

platz. Von einer massiven Verschlechterung des bisherigen Zustands kann 

jedenfalls keine Rede sein, wird der bisherige offene Misthaufen doch 

durch eine gedeckte Mistplatte ersetzt, was visuell/optisch ohne Zweifel 

- 32 -

eine Verbesserung des IST-Zustands auf der Westseite von Parzelle 

F._____ darstellt. Dasselbe kann hinsichtlich der erweiterten Überdachung 

und Einwandung der Remise auf der Nordseite von Parzelle F._____ ge-

sagt werden, weil dadurch die bisher verwendeten (wenig ansehnlichen 

Sichtschutz- und Abdeck-) Blachen obsolet werden (vgl. Gerichtsfoto 2 am 

Standort 1, Fotos 5-6 am Standort 2 sowie Foto 9 am Standort 3). Selbst 

die von den Beschwerdeführern eingereichten Beweismittel (Foto in Replik 

Ziff. 21 [S.12]; Beschwerde Ziff. 27 [S. 13]) lassen keine gegenteiligen 

Schlüsse zu. Wie vielmehr bereits der zusammen mit dem Baugesuch vom 

28. April 2020 eingereichten Fotodokumentation (vgl. Bg-act. 1 mit 4 Farb-

fotos [Format A4]) entnommen werden kann, dürfte die geplante Sanierung 

der Mistplatte, der befestigte Vorplatz für den Tierauslauf als auch die Aus-

dehnung der Überdachung der Remise ästhetisch eine klare Verschöne-

rung der bestehenden Verhältnisse mit sich bringen; dies zusätzlich zu den 

damit eingehenden Verbesserungen betreffend Tier- und Gewässerschutz 

(vgl. Schreiben ALG vom 10. Dezember 2021). Zusammengefasst lässt 

sich damit festhalten, dass eine Beeinträchtigung des bestehenden Orts- 

und Landschaftsbilds durch die nachgesuchten, objektiv nur marginalen 

baulichen Veränderungen eindeutig zu verneinen ist.            

3.1. Der angefochtene Einsprache- und Baubewilligungsentscheid vom 11. De-

zember 2020 ist demnach rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde 

vom 13. Januar 2021 führt, soweit darauf eingetreten werden kann (E. 2.5.).

3.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte den Beschwerdeführern – beide solidarisch 

haftend für das Ganze – aufzuerlegen. Das Gericht erachtet dabei eine 

Staatsgebühr von CHF 4'000.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) für angemessen 

und sachlich gerechtfertigt (doppelter Schriftenwechsel mit Augenschein). 

- 33 -

3.3. Die Beschwerdeführer haben den anwaltlich vertretenen und materiell ob-

siegenden Beschwerdegegnern ausserdem die durch den Rechtsstreit ver-

ursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). Aus-

gangspunkt ist dabei die Honorarnote des Anwalts der Beschwerdegegner 

vom 30. März 2021 in der Höhe von CHF 5'541.-- (bestehend aus: Arbeits-

/Zeitaufwand 18.5 Std. à CHF 270.--/Std. [CHF 4'995.--] plus Kleinspesen 

3 % [CHF 149.85] und 7.7 % Mehrwertsteuer [396.15]). Nach Art. 3 Abs. 1 

der Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen 

und Rechtsanwälte (vgl. Honorarverordnung [HV]; BR 310.250) beträgt der 

übliche Stundenansatz im Durchschnitt CHF 240.--. Liegt eine Honorarver-

einbarung nach Art. 4 HV vor, ist ein Stundenansatz von max. CHF 270.-- 

zulässig. Laut Honorarvereinbarung vom 21. Januar 2021 wurde [in Ziff. 2] 

ein Stundenansatz von CHF 270.-- vereinbart. Die eingereichte Honorar-

note gibt auch sonst zu keinen Beanstandungen oder Korrekturen seitens 

des Gerichts Anlass. Die Beschwerdeführer haben die Beschwerdegegner 

daher – nach dem gleichen Verteilschlüssel wie bei den Gerichtskosten – 

zudem aussergerichtlich je zur Hälfte (½ von CHF 5'541.-- = CHF 2'770.50) 

zu entschädigen, wobei die beiden Beschwerdeführer unter sich solidarisch 

für die Bezahlung der gesamten Parteientschädigung haften.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

- 34 -

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 694.--

zusammen CHF 4'694.--

gehen unter solidarischer Haftung je zur Hälfte zulasten von A._____ und 

der B._____ AG.

3. A._____ und die B._____ AG haben – solidarisch haftend – D._____ eine 

Parteientschädigung von je CHF 2'770.50, insgesamt also CHF 5'541.-- 

(inkl. MWST), zu bezahlen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]