# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 402401a5-8def-533c-8754-c91e64d30bdf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-04-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.04.2021 E-7247/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7247-2018_2021-04-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-7247/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  A p r i l  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Lorenz Noli,  

Richter William Waeber,    

Gerichtsschreiberin Janine Sert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…),   

B._______, geboren am (…), 

und ihre Kinder,   

C._______, geboren am (…),   

D._______, geboren am (…), 

alle Afghanistan,   

alle vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,  

Advokatur Kanonengasse,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 20. November 2018 / N (…). 

 

 

E-7247/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die afghanischen Beschwerdeführenden tadschikischer Ethnie suchten 

am 30. November 2015 in der Schweiz um Asyl nach. Im Rahmen der Be-

fragungen zur Person (BzP) vom 3. Dezember 2015 sowie anlässlich der 

Anhörungen zu den Asylgründen vom 12. Januar 2018 gaben die Be-

schwerdeführenden im Wesentlichen an, der Beschwerdeführer habe ab 

Februar 2006 für das Unternehmen (…) in verschiedenen Bereichen gear-

beitet. Unter anderem habe er von der Nationalpolizei und Armee Propa-

gandaaufnahmen gemacht und Flyer entworfen. Auf einigen Flyern sei er 

selbst zu erkennen gewesen. Zudem habe er animierte Werbung erstellt 

und an TV-Sender als Broadcast geschickt. Diese Videos hätten im Ab-

spann das Logo der Firma aufgeführt. Er sei dort bis August 2012 angestellt 

gewesen. Anschliessend habe er bis 2014 im Design- und Graphikstudio 

(…) gearbeitet und hauptsächlich Heiratsfilme gemacht. Für (…) habe er 

weiterhin von zuhause aus im Monitoring-Bereich gearbeitet und Doku-

mentationen über die Attentate der Taliban erstellt. Danach sei er für knapp 

einen Monat beim amerikanischen Camp «(…)» im Bereich (…) gewesen. 

Im Jahr 2014 oder 2015 sei er bei (…) eingestiegen und darin ausgebildet 

worden, (…) zu flicken und mit Waffen umzugehen. Seine Kenntnisse habe 

er der Polizei weitergegeben. Die (…) habe für die Deutschen und die Ame-

rikaner sowie für die afghanische Polizei gearbeitet.  

In E._______ hätten die Taliban dem Beschwerdeführer einmal nicht er-

laubt, die Moschee zu besuchen, weil er für Ausländer gearbeitet habe. 

Zudem habe es an seinem Wohnort viele Paschtunen gegeben, wovon 

viele in Pakistan ein religiöses Studium absolviert hätten. Nachbarn hätten 

ihm immer wieder mitgeteilt, er solle nicht mit Ausländern zusammenarbei-

ten und ihn dazu angehalten, in die Moschee zum Beten zu gehen. Dem 

Beschwerdeführer sei einmal per Telefon mitgeteilt worden, er sei gesehen 

worden, wie er mit Ausländern zusammenarbeite und er solle die Arbeit 

sofort abbrechen. Er habe dem Drohanruf indes nicht viel Beachtung ge-

schenkt und weitergearbeitet. 15 bis 25 Tage später sei ein Schreiben in 

seinen Hof geworfen worden, in welchem er ein letztes Mal verwarnt wor-

den sei. Er könne nicht mit Sicherheit sagen, von wem und wieso er be-

droht worden sei. Seine Arbeit bei der (…), wo er Werbung produziert habe, 

sei viel gefährlicher gewesen, als die Arbeit bei der Polizei. Vielleicht hätten 

die Drohungen auch mit den privaten Problemen seines Vaters betreffend 

einen Hausbau zusammengehangen. Er habe jedenfalls keine Möglichkeit 

E-7247/2018 

Seite 3 

gesehen, die Arbeit mit den Ausländern zu beenden. Er habe nicht ge-

wusst, was er sonst hätte arbeiten sollen. Er habe Angst um sich und seine 

Familie gehabt und sich auch vor den Nachbarn "mit den langen Bärten" 

gefürchtet. Am 21. Oktober 2015 hätten die Beschwerdeführenden Afgha-

nistan illegal verlassen.  

Der Vater des Beschwerdeführers sei Anwalt und in den Ältestenrat ge-

wählt worden. Auf einem Grundstück der Gemeinde habe ein einflussrei-

cher Mann ein Haus bauen wollen. Der Vater habe sich dagegen eingesetzt 

und sich auch nicht bestechen lassen. Er habe Afghanistan ungefähr einen 

Monat nach den Beschwerdeführenden verlassen, da er in dieselbe Gefahr 

geraten sei wie sie.  

Die Beschwerdeführerin und ihre Kinder brachten keine eigenen Asyl-

gründe vor. 

Die Beschwerdeführenden reichten ihre Tazkaras, ein Drohschreiben der 

Taliban, diverse Arbeits- und Anerkennungszertifikate sowie Aus- und Wei-

terbildungszertifikate aus Afghanistan, den afghanischen Führerschein des 

Beschwerdeführers, diverse abgelaufene Mitarbeiterausweise (alles im 

Original), sowie ausgedruckte Fotos des Beschwerdeführers mit Arbeits-

kollegen von seinem Arbeitsort sowie von seinen hergestellten Designs zu 

den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 20. November 2018 lehnte das SEM die Asylgesuche 

der Beschwerdeführenden mangels flüchtlingsrechtlicher Relevanz ab und 

ordnete deren Wegweisung an, nahm sie indessen wegen Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig auf. 

C.  

Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 20. Dezember 2018 erhoben die 

Beschwerdeführenden gegen diese Verfügung Beschwerde und beantrag-

ten, die Verfügung sei in den Ziffern 1 -3 des Dispositivs aufzuheben, ihre 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen sei Asyl zu gewähren. In 

prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung samt Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses 

sowie um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand.  

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Seite 4 

D.  

Am 3. Januar 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 9. Januar 2019 wurden die Gesuche um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeistän-

dung gutgeheissen und den Beschwerdeführenden Urs Ebnöther, Rechts-

anwalt, Advokatur Kanonengasse, als amtlicher Rechtsbeistand beigeord-

net. 

F.  

Am 14. Januar 2019 reichte der Rechtsvertreter eine provisorische Hono-

rarnote zu den Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 5 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und aArt.  108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fra-

gen der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der Wegweisung. Der Weg-

weisungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die Be-

schwerdeführenden wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

vorläufig aufgenommen hat. Damit sind die beiden anderen Bedingungen 

für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit und 

Unmöglichkeit) wegen ihrer alternativen Natur – ist eine Bedingung erfüllt, 

ist der Vollzug der Wegweisung undurchführbar – ebenfalls nicht mehr zu 

prüfen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4).  

2.2 Gegen eine allfällige spätere Aufhebung der vorläufigen Aufnahme 

würde den betroffenen Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an das 

Bundesverwaltungsgericht offenstehen (vgl. Art. 105 AsylG), wobei in je-

nem Verfahren alle Vollzugshindernisse von Amtes wegen nach Massgabe 

der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse von neuem zu prüfen 

wären (vgl. EMARK 1997 Nr. 27 S. 205 ff.). 

 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung im Wesentli-

chen zum Schluss, es sei bei der vorgebrachten Bedrohung nicht davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführenden noch heute bei einer allfälli-

gen Rückkehr nach Afghanistan eine asylrelevante Verfolgung durch die 

Taliban zu befürchten hätten. Die geltend gemachten Drohungen würden 

bereits ungefähr drei Jahre zurückliegen und der Beschwerdeführer habe 

die Arbeit bei der (…), wie von den Taliban gefordert, aufgegeben. Er sei in 

seiner Tätigkeit nicht besonders exponiert gewesen und könne sich nicht 

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Seite 6 

erklären, weshalb er gerade wegen seiner Tätigkeit bei der (…) hätte be-

droht werden sollen. Die gefährlichere Tätigkeit bei der (…) sei den Taliban 

jedenfalls offensichtlich nicht bekannt, zumal er dort rund sieben Jahre 

ohne Probleme gearbeitet habe. Bei einer allfälligen Rückkehr nach Afgha-

nistan wäre er mit seiner Ausbildung zudem in der Lage, eine neue Arbeits-

stelle zu finden, und nicht gezwungen, erneut bei der (…) zu arbeiten. Bei 

der Bedrohung durch die Taliban handle es sich um eine einmalige, mitun-

ter abgeschlossene Drohung. Es würden keine Hinweise darauf bestehen, 

dass eine erneute Verfolgung mit hoher Wahrscheinlichkeit absehbar er-

scheine. Die afghanischen Behörden seien zudem schutzfähig und -willig. 

Den Akten sei nicht zu entnehmen, dass die Beschwerdeführenden diese 

Schutzmöglichkeit in Anspruch genommen hätten. Im heutigen Zeitpunkt 

bestünde demnach keine begründete Furcht vor einer entsprechenden 

Verfolgung.  

4.2 Auf Beschwerdeebene führen die Beschwerdeführenden aus, die Vor-

instanz bezweifle die Glaubwürdigkeit (recte: Glaubhaftigkeit) der Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers nicht. Er habe wegen der Drohungen aus Af-

ghanistan fliehen müssen, nachdem er zuerst einen Drohanruf und an-

schliessen ein Drohschreiben der Taliban bei sich zu Hause erhalten habe. 

Der Drohbrief, auf welchem der Briefkopf der Taliban ersichtlich sei, stütze 

sich auf eine vorangegangene Drohung und halte fest, es sei eine letzte 

Warnung, so dass naheliege, dass auch der kurz zuvor erhaltene Drohan-

ruf von einem Mitglied der Taliban ausgegangen sei. Das Drohschreiben 

sei ihm damals von seinem Vater vorgelesen worden, da er selber kein 

Paschtu verstehe. Erst nach der Anhörung habe er den Brief übersetzen 

lassen. Durch seine Tätigkeit bei der (…) sei er in direkten Kontakt mit den 

Taliban gekommen, als ihm einmal der Eintritt in eine Moschee untersagt 

worden sei. Während seiner gesamten beruflichen Tätigkeiten habe er 

hauptsächlich mit ausländischen Staatsangehörigen in regierungsnahen 

Unternehmen zusammengearbeitet. Es spiele demnach keine Rolle, dass 

er sieben Jahre vor den Drohungen ohne Probleme bei der (…) habe ar-

beiten können. Nach Erhalt des Drohschreibens hätten er und seine Fami-

lie sich zu Hause verstecken müssen. Seine Kinder hätten die Schule nicht 

mehr besuchen dürfen. Als er am darauffolgenden Tag seine Tätigkeit bei 

der (…) niedergelegt habe, habe er einige Sicherheitsvorkehrungen treffen 

müssen, um von den Taliban nicht entdeckt zu werden. So sei er in ziviler 

Kleidung und zu einer unüblichen Tageszeit in sein Büro, um seine Kündi-

gung einzureichen. Aus der Tatsache, dass er sich extrem vorsichtig ver-

halten habe, um zu verhindern von den Taliban aufgesucht zu werden, 

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könne nicht abgeleitet werden, dass er der Gefährdung nicht mehr ausge-

setzt gewesen sei. Wäre er in Kabul geblieben und hätte seine Tätigkeit 

bei der (…) nicht niedergelegt, wäre er Gefahr gelaufen, dass die Drohun-

gen umgesetzt worden wären. Auch sein Vater habe einen Monat nach der 

Ausreise der Beschwerdeführenden Afghanistan verlassen müssen, weil 

er Probleme mit den Taliban gehabt habe. Die Gefahr würde weiterbeste-

hen, auch wenn die Tätigkeit für eine internationale Organisation bezie-

hungsweise für die Regierung beendet worden sei. Es sei eindeutig, dass 

der Beschwerdeführer ein Profil habe, das ihn einer sehr grossen Gefähr-

dung durch die Taliban aussetze. Er habe über Jahre für der afghanischen 

Regierung sowie der internationalen Gemeinschaft nahestehende Firmen 

gearbeitet, was er mit zahlreichen Beweismitteln belegt habe. Das von ihm 

bei der (…) erarbeitete Propagandamaterial, welches auf bekannten afgha-

nischen Radio- und Fernsehkanälen zirkuliert sei, habe teilweise sein Bild 

oder seinen Namen abgebildet. Bei den Schulungs- und Trainingseinsät-

zen der (…) sei er zusammen mit ausländischen Arbeitskollegen und af-

ghanischen Polizeiangehörigen in der Öffentlichkeit aufgetreten. Aufgrund 

seines Risikoprofils habe die Gefahr, von den Taliban bedroht zu werden, 

bestanden und bestehe diese auch weiterhin. Die Verfolgung durch die Ta-

liban sei für den Beschwerdeführer für seine Ausreise ausschlaggebend 

gewesen und die Beschwerdeführenden hätten keine interne Fluchtalter-

native gehabt. Der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner politischen Ein-

stellung von den Taliban verfolgt worden. Als ehemaliger Mitarbeiter ver-

schiedenster mit der afghanischen Regierung in Verbindung stehender Fir-

men und in engem Kontakt mit ausländischen Staatsangehörigen, habe er 

im Visier der Taliban gestanden und er und seine Familie wären deshalb 

bei einer Rückkehr seitens der Taliban ernsthaften Nachteilen ausgesetzt. 

Als regierungsnahe Person, die für internationale Unternehmen gearbeitet 

habe, bedürfe er Schutz. Personen, welche die Regierung unterstützten 

oder als deren Unterstützer betrachtet würden, würden ein erhöhtes Ge-

fährdungsprofil aufweisen. Die Echtheit des Drohschreibens der Taliban 

werde von der Vorinstanz nicht bezweifelt. Gemäss Auskunft des UNHCR 

würden Drohungen in der Regel fortgesetzt, bis die Anweisungen in den 

Briefen vom Adressaten befolgt würden. Der afghanische Staat sei nicht 

fähig, Schutz vor Angriffen regierungsfeindlicher Gruppierungen wie der 

Taliban zu gewähren. Auch in einer der – vergleichsweise – sicheren Städte 

Afghanistans sei der Beschwerdeführer stark gefährdet, von den Taliban 

verfolgt zu werden, ohne einen effizienten Schutz durch die Behörden er-

langen zu können. Er würde somit in keinem Landesteil Schutz vor den 

Taliban suchen können.  

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Seite 8 

Überdies drohe dem Beschwerdeführer Reflexverfolgung aufgrund seines 

Vaters, welcher in F._______ als anerkannter Flüchtling lebe. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine 

begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte 

sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch 

aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-

kunft verwirklichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für 

eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in ver-

gleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete 

Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal 

für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich 

auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Anspruch auf 

Asyl hat somit nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen 

im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund 

von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er kei-

nen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche 

ernsthaften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nach-

fluchtgründe). 

  

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Seite 9 

 

6.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der 

Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. 

6.1 Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuchs im 

Wesentlichen geltend, er habe Afghanistan wegen der Drohungen durch 

die Taliban verlassen. 

6.2 Die Erwägungen der Vorinstanz, wonach die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht asylrelevant seien, sind vollumfänglich zu bestäti-

gen. So kann zwar angenommen werden, dass er tatsächlich in Kontakt 

mit den Taliban gekommen ist. Er vermag indes seine subjektiven Befürch-

tungen, im Heimatstaat im Fall einer Rückkehr von den Taliban verfolgt zu 

werden, nicht substanziell zu konkretisieren. Gemäss eigenen Aussagen 

könne er sich nicht erklären, weshalb die Drohungen so kurz vor seiner 

Ausreise angefangen hätten, zumal er bei seinen vorherigen Arbeitsstellen 

exponierter gewesen sei (vgl. A22 F55 und F61). Weiter wird aus seinen 

Aussagen nicht ersichtlich, von wem die Drohungen ausgegangen sind 

und ob die Drohungen mit der Tätigkeit seines Vaters im Ältestenrat in Zu-

sammenhang gestanden sind (vgl. A22 F54 f. und F60). Den geltend ge-

machten Drohungen (ein Drohanruf und ein Drohschreiben) mangelt es 

ferner an der asylrechtlich erforderlichen Intensität. Seinen Aussagen ist 

insbesondere nicht zu entnehmen, dass sich die Bedrohungssituation bis 

zu seiner Ausreise intensiviert hätte. Weiter finden sich in den Anhörungs-

protokollen keine Hinweise darauf, dass der Vater des Beschwerdeführers 

nach der Ausreise der Beschwerdeführenden weitere Drohschreiben erhal-

ten hätte oder seinetwegen Reflexverfolgung ausgesetzt gewesen wäre. 

Aus der Asylgewährung des Vaters in F._______ vermögen die Beschwer-

deführenden nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (vgl. A22 F10). Inwiefern 

dem Beschwerdeführer deswegen Reflexverfolgung drohe, wird in der Be-

schwerdeschrift nicht weiter ausgeführt. Auch die Mutter und der Bruder 

des Beschwerdeführers leben noch immer in Afghanistan, ohne Probleme 

mit den Taliban erhalten zu haben (vgl. A22 F24). Indem er seine Arbeits-

stelle gekündigt hat, kam der Beschwerdeführer sodann der Forderung im 

Drohschreiben nach. Damit ist davon auszugehen, dass weitere Behelli-

gungen seitens der Taliban ausgeblieben wären. Es sind seinen Aussagen 

auch keine weiteren Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass es für die 

Beschwerdeführenden aus objektiver Sicht erforderlich gewesen wäre, im 

Jahr 2015 aus asylrelevanten Gründen auszureisen. Seine Befürchtungen, 

von den Taliban verfolgt zu werden, vermögen demnach aus objektiver 

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Seite 10 

Sicht keine begründete Furcht vor zukünftiger asylrelevanter Verfolgung 

zum Zeitpunkt der Ausreise zu begründen.   

6.3 Ebenfalls ergeben sich aus den Akten keine hinreichenden Anhalts-

punkte dafür, dass die Beschwerdeführenden im heutigen Zeitpunkt be-

gründete Furcht haben, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG zu erlei-

den. Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführen-

den zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-

ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen jedoch mit Zwi-

schenverfügung vom 9. Januar 2019 die unentgeltliche Prozessführung 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, und keine massgebliche Ver-

änderung der finanziellen Verhältnisse ersichtlich sind, haben sie vorlie-

gend keine Verfahrenskosten zu tragen. 

9.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden 

ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2019 als amtlicher Rechts-

beistand beigeordnet worden ist (vgl. aArt. 110a Abs. 1 i.V.m. aArt. 110a 

Abs. 3 AsylG), ist er für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des Ver-

fahrens zu entschädigen, soweit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 

i.V.m. Art. 8 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

E-7247/2018 

Seite 11 

SR 173.320.2]). Mit Eingabe vom 14. Januar 2019 wurde eine Kostennote 

ins Recht gelegt. Darin werden ein als angemessen zu erachtender Auf-

wand von insgesamt 8.3 Stunden sowie Auslagen von Fr. 25.30 geltend 

gemacht. Mit Verfügung vom 9. Januar 2019 wurde bereits festgestellt, 

dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der Stundenansatz 

für das Honorar von amtlich bestellten Rechtsbeiständen, die Rechtsan-

wälte sind, in der Regel Fr. 200.– bis 220.– beträgt. Dem Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführenden ist damit ein amtliches Honorar in der Höhe von 

Fr. 1'993.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse ein Ho-

norar von Fr. 1'993.– ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Janine Sert 

 

 

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