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**Case Identifier:** 90ac9e5c-7a3f-5b3a-9979-58ad0196c3cd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 26.08.2014 S 2012 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2012-42_2014-08-26.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 12 42

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser 

und Vizepräsident Priuli, Aktuar Simmen

URTEIL
vom 26. August 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf,

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Martin Bürkle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ ist gelernte Bäckerin/Konditorin und Köchin. Seit dem 20. Febru-

ar 2004 war sie als Alleinköchin mit einem 50 % Arbeitspensum bei der 

Bildungsstätte für Gehörlose, Schwerhörige und Spätertaubte tätig und 

dabei bei der B._____ AG obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Unfallmeldung UVG vom 18. Sep-

tember 2004 erlitt A._____ am 10. September 2004 einen Heckauffahrun-

fall, als sie von einer Hauptstrasse links einbiegen wollte. Vor dem Links-

abbiegen musste sie infolge einiger entgegenkommender Fahrzeuge war-

ten, als ein von hinten kommendes Fahrzeug auf den Personenwagen 

von A._____ auffuhr. Dabei wirkte gemäss unfallanalytischem Kurzgut-

achten der Unfallanalyse der B._____ AG vom 13. April 2010 eine kollisi-

onsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von circa 15 bis 

21 km/h auf den Personenwagen von A._____. Anlässlich der Erstbe-

handlung am 10. September 2004 im Kantons- und Regionalspital in Chur 

diagnostizierte Dr. med. C._____ ein Schleudertrauma HWS nach Auffah-

runfall. Frakturen wurden anlässlich der Erstbehandlung nicht festgestellt. 

Im "Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma" vom 20. Mai 2005 stellte Dr. med. C._____ ge-

stützt auf die Untersuchung vom 10. September 2004 die vorläufige Dia-

gnose eines kranio-zervikalen Beschleunigungstraumas. Gestützt auf die 

Angaben von A._____ führte er aus, es habe ein Kopfanprall bei Kopfstel-

lung "rotiert rechts/links" an die Kopfstütze stattgefunden. A._____ habe 

nach einer Stunde über beidseitige leichte Nackenschmerzen mit 

Schmerzausstrahlung in beide Schultern, mittlere Kopfschmerzen und ein 

Schwächegefühl in beiden Beinen geklagt. Schwindel, Übelkeit und Er-

brechen wurden nicht vermerkt. Eine Bewusstlosigkeit, Gedächtnislücke 

oder andere Bewusstseinsstörungen seien nicht eingetreten. Im Bereich 

des Brustbeins (sternum) wurde ein Kompressionsschmerz festgehalten. 

Im Rahmen der neurologischen Untersuchung wurden Parästhesien fest-

gestellt, eine motorische Schwäche und sensible Defizite indes verneint. 

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Die Sehnenreflexe waren allseitig normal. Die Röntgenbilder der HWS 

ap/seitlich und die Densaufnahmen transbuccal zeigten keine Auffälligkei-

ten. Als frühere Anamnese hielt Dr. med. C._____ einen Unfall mit HWS- 

und Kopfbeteiligung im Januar 2004 fest. Weiter ging er von einer vor-

aussichtlichen Arbeitsunfähigkeit bis am 12. September 2004 aus. Nach 

der medizinischen Erstbehandlung erfolgten weitere Konsultationen, Un-

tersuchungen und Behandlungen beim Hausarzt Dr. med. D._____ sowie 

Dr. med. E._____, Dr. med. F._____ und Dr. med. G._____, welcher zur 

besseren Quantifizierung des von ihm diagnostizierten Thoracic-Outlet-

Syndroms ein angiologisches beziehungsweise neurologisches Konsilium 

bei Dr. med. H._____ veranlasste, welches indes keine relevanten Kom-

pressionen ergab. Vom 24. November bis 22. Dezember 2005 unterzog 

sich A._____ einem stationären Therapieaufenthalt im Rehabilitationszen-

trum einer Klinik, wo sie ein aktives leistungsorientiertes Ergonomietrai-

ningsprogramm absolvierte. Dabei wurde ihr in ihrer letzten Tätigkeit als 

Köchin aus medizinischer und therapeutischer/ergonomischer Sicht eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert. Für eine andere leichte bis mittel-

schwere wechselbelastend verrichtete Arbeit wurde sie als ganztags ar-

beitsfähig beurteilt. 

2. Mit Verfügungen vom 30. November 2007 gewährte die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) A._____ ab dem 1. August 

2004 eine halbe und ab dem 1. September 2004 eine ganze Invalidenren-

te. Der Invaliditätsgrad reduziere sich per 1. Oktober 2005 auf 75 %, was 

aber keine Auswirkungen auf die Invalidenrente habe. Infolge Ausrichtung 

von IV-Taggeldern ab dem 4. Dezember 2006 (Umschulung) werde die 

Rente per 31. Dezember 2006 befristet. Die dagegen ans Verwaltungsge-

richt des Kantons Graubünden erhobene Beschwerde − unter anderem 

mit dem Antrag auf Aufhebung der Verfügungen insoweit, als dass die 

geschuldeten Versicherungsleistungen inklusive Verzugszinsen nicht 

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A._____ zugesprochen worden seien, sondern bei der Nachzahlung der 

IV-Stelle Verrechnungen mit Forderungen der Arbeitslosenkasse, der 

S._____, der Invalidenversicherung und der Gemeinde X._____ zugelas-

sen worden seien − wurde vom streitberufenen Gericht infolge Vergleichs 

abgeschrieben (Abschreibungsverfügung des Verwaltungsgerichtes des 

Kantons Graubünden S 08 6 vom 30. November 2010). Mit Verfügung 

vom 20. November 2012 sprach die IV-Stelle A._____ ab dem 1. Juli 

2010 auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 47 % eine Viertelsrente 

zu. Auch dagegen erhob A._____ wiederum Beschwerde an das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden mit dem Antrag auf Aufhebung der 

Verfügung und Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen, mindestens 

Fr. 590.-- pro Monat, auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 47 % und 

der maximalen einfachen Invaliditätsrente mit Wirkung ab dem 1. Juli 

2010. Des Weiteren beantragte A._____ die Sistierung des Verfahrens, 

bis die bestehenden Unklarheiten mit der IV-Stelle geklärt seien. Nach-

dem das Verfahren am 6. März 2012 sistiert wurde, teilt die IV-Stelle dem 

Verwaltungsgericht am 30. April 2012 mit, dass das Verfahren wegen An-

erkennung beziehungsweise Gegenstandslosigkeit abzuschreiben und 

A._____ eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen sei. In 

der Folge schrieb das Verwaltungsgericht die Beschwerde infolge Aner-

kennung ab und sprach A._____ eine aussergerichtliche Entschädigung 

von Fr. 1'165.30 zu (Abschreibungsverfügung des Verwaltungsgerichtes 

des Kantons Graubünden S 12 33 vom 8. Mai 2012). 

3. Mit Verfügung vom 10. Juli 2009 stellte die B._____ AG die Taggeldleis-

tungen per 31. Dezember 2005 ein. Gestützt auf den Bericht der Reha-

Klinik vom 19. Januar 2006 hielt sie fest, dass A._____ die volle Arbeits-

fähigkeit im Rahmen des Vorunfallpensums von 50 % per 1. Januar 2006 

erreicht habe. Auf die Rückforderung der über diesen Zeitpunkt hinaus 

bezahlten Taggelder verzichte sie. Die dagegen von A._____ erhobene 

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Einsprache vom 4. September 2009 wies die B._____ AG mit Einspra-

cheentscheid vom 16. Februar 2010 betreffend die Einstellung der Tag-

geldleistungen per 31. Dezember 2005 ab. Hinsichtlich der Festsetzung 

des versicherten Verdienstes und der Überentschädigungsberechnung 

wurde die Verfügung aufgehoben und der Erlass einer neuen Verfügung 

angeordnet. Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Februar 2010 er-

hob A._____ am 24. März 2010 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden mit dem Antrag auf dessen Aufhebung und 

Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen ab dem 1. Januar 

bis 3. Dezember 2006 (Beginn des Arbeitsversuchs von A._____ bei der 

Invalidenversicherung/Umschulung). Nachdem A._____ und die B._____ 

AG am 2./4. November 2010 eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen 

hatten, mit welcher sie sich aus dem Unfallereignis vom 10. September 

2004 im Rahmen der obligatorischen Unfallversicherung (auch der UVG-

Zusatzpolice) für die Zeit bis zum 3. Dezember 2006 per Saldo aller An-

sprüche definitiv auseinandergesetzt hatten, schrieb das Verwaltungsge-

richt die Beschwerde infolge Vergleichs ab (Abschreibungsverfügung des 

Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden S 10 50 vom 10. Novem-

ber 2010). 

4. Nach Einholung von zwei weiteren Arztberichten beim Hausarzt Dr. med. 

D._____, einerseits betreffend die Zeit vor dem Unfallereignis vom 

10. September 2004, anderseits bezüglich der aktuellen Situation, veran-

lasste die B._____ AG am 25. Mai 2010 bei einer Klinik eine interdiszi-

plinäre Begutachtung. Im entsprechenden polydisziplinären Gutachten 

vom 28. Januar 2011, welches sich auf die ambulante neuropsychiatri-

sche Untersuchung vom 14. September 2010, die ambulante rheumatolo-

gische Untersuchung vom 23. September 2010, die ambulante neurologi-

sche Untersuchung vom 5. Oktober 2010, die Vorakten sowie diverse 

Konsensgespräche der beteiligten Ärzte Dres. med. I._____, K._____ und 

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L._____ stützt, führten die Gutachter hinsichtlich des natürlichen Kausal-

zusammenhangs der erhobenen Befunde zum Unfallereignis vom 

10. September 2004 aus, dass das Unfallereignis vorübergehend 

während rund fünf Monaten zu Beschwerden geführt habe, welche auf 

den Unfall zurückzuführen seien. Aufgrund der Aktenlage, bezogen auf 

die Dokumentation des lange Zeit A._____ behandelnden Arztes, sei zu 

schliessen, dass vor und nach dem Unfallereignis die vergleichbaren Be-

schwerden bestanden hätten. Der Status quo ante und auch der Status 

quo sine seien rund fünf Monate nach dem Unfallereignis vom 10. Sep-

tember 2004 erreicht worden. 

5. Mit Verfügung vom 27. Juli 2011 stellte die B._____ AG die Versiche-

rungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung für das Unfal-

lereignis vom 10. September 2004 per 4. Dezember 2006 ein. Begrün-

dend führte sie aus, die Beschwerden stünden nicht mehr mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit dem Unfallereignis 

vom 10. September 2004. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zum Un-

fallereignis könne lediglich während einer bestimmten Zeit nach dem Er-

eignis festgestellt werden. Rund fünf Monate nach dem Unfall sei der Sta-

tus quo ante erreicht gewesen. Selbst wenn der natürliche Kausalzu-

sammenhang zu bejahen wäre, fehle es am adäquaten Kausalzusam-

menhang. In Berücksichtigung des rechtskräftigen Vergleichs für die Zeit 

vom 1. März bis 3. Dezember 2006 würden die versicherten Leistungen 

aus der obligatorischen Unfallversicherung rückwirkend per 3. Dezember 

2006 eingestellt. Ab dem 4. Dezember 2006 bestehe kein Anspruch mehr 

auf Leistungen. Entgegenkommenderweise verzichte sie auf die Rückfor-

derung der bereits erbrachten Leistungen nach dem 4. Dezember 2006. 

Die gegen diese Verfügung von A._____ am 10. September 2011 erho-

bene Einsprache unter anderem mit den Anträgen auf Aufhebung und 

Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen aus der obligatorischen Unfall-

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versicherung auch über den 4. Dezember 2006 hinaus, wies die B._____ 

AG mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2012 ab. 

6. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 29. März 

2012 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit folgenden Anträgen:

"I. Rechtsbegehren
1. Der Einspracheentscheid vom 20. Februar 2012 und die Verfügung vom 27. Juli 

2011 seien vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Sache sei zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen.

Eventualiter seien der Beschwerdeführerin sämtliche gesetzlichen Versicherungs-
leistungen (Rente, Taggeld, IE, Heilbehandlungen etc.) ohne Einschränkungen 
auch über den 4. Dezember 2006 hinaus zu gewähren. 

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 8 % Mehrwert-
steuer.

II. Beweisanträge
1. Es seien auf der Grundlage des eingelegten Fragenkatalogs Beurteilungen von 

Dr. med. F._____ und Dr. med. D._____ einzuholen. 

2. Es sei eine polydisziplinäre Neubegutachtung mit Evaluation der funktionellen Leis-
tungsfähigkeit und Einschluss einer aktualisierten neuropsychologischen Ab-
klärung zu veranlassen. 

3. Es sei ein umfassendes unfalldynamisches und biomechanisches Gutachten zu 
veranlassen. 

4. Es seien aus Händen der IV und der Arbeitslosenkasse Graubünden sämtliche Ak-
ten i.S. der Beschwerdeführerin beizuziehen."

Begründend führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen was folgt 

aus:

• Der Sachverhalt sei ungenügend abgeklärt und damit der im sozial-
versicherungsrechtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz 
(Art. 43 Abs. 1 ATSG) verletzt worden. 

• Die Aussagen des Unfallanalytikers liessen sich nicht prüfen und wür-
den auch nicht näher erläutert, weshalb ein umfassendes unfallanaly-
tisches Gutachten durch einen unabhängigen Experten unumgänglich 
sei. Die Belastungen auf die HWS der Beschwerdeführerin seien aus-
serhalb der Harmlosigkeitsgrenze gewesen. Nachdem im Dokumenta-
tionsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleuni-

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gungstrauma eine nach rechts rotierte Kopfstellung und ein Anprall 
des Kopfes an die Kopfstütze dokumentiert worden sei, sei auch ein 
biomechanisches Gutachten erforderlich, zumal die Beschwerdeführe-
rin bereits vor dem Unfall an gesundheitlichen Einschränkungen gelit-
ten habe. 

• Die Ausführungen im Gutachten seien nicht schlüssig und in sich wi-
dersprüchlich. Die Gutachter hätten wesentliche Akten nicht berück-
sichtigt und erhebliche medizinische Abklärungen (Evaluation der 
funktionellen Leistungsfähigkeit, Durchführung eines testpsychologi-
schen Verfahrens, fremdanamnestische Erhebungen, neuropsycholo-
gische Untersuchung) unterlassen. Des Weiteren seien die sachbezo-
genen beschwerdeführerischen Fragen von Dr. med. I._____ nicht 
beantwortet worden, womit sich einmal mehr die Frage nach dessen 
Unabhängigkeit und Unbefangenheit stelle. Die Nichtbeachtung der 
Fragestellungen stelle eine ungenügende Sachverhaltsabklärung so-
wie eine Verletzung des beschwerdeführerischen Gehörsanspruchs 
dar. Das nicht den bundesrechtlichen Beweisanforderungen entspre-
chende Gutachten könne nicht durch Stellungnahmen der versiche-
rungsinternen Ärzte Dres. med. M._____, N._____ und O._____ ge-
heilt werden. Aufgrund der qualifizierten Mängel des Gutachtens sei 
eine umfassende polydisziplinäre Neubegutachtung zwingend erfor-
derlich. 

• Die versicherungsinternen Ärzte der B._____ AG könnten nicht als 
Sachverständige im Sinne von Art. 44 ATSG qualifiziert werden, zumal 
sich diese nicht substanziell mit dem Aktenmaterial auseinanderge-
setzt hätten. Sodann sei die Beweiswürdigung eines polydisziplinären 
Gutachtens, nachdem Beschwerde geführt worden sei, nicht mehr Sa-
che der beratenden Ärzte, sondern des Gerichtes. 

• Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens müsse mit dem üblichen Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 
entsprechende Beweislast liege, da es sich hierbei um eine an-
spruchsaufhebende Tatsache handle, beim Unfallversicherer. Vorlie-
gend lasse sich dieser Nachweis weder durch das Gutachten noch 
durch die Einschätzungen der beratenden Ärzte rechtsgenüglich er-
bringen. 

• Es lägen organisch ausgewiesene Unfallfolgen vor. Insoweit decke 
sich die adäquate mit der natürlichen Kausalität. Es handle sich um 
einen Unfall aus dem mittleren Bereich. Zumindest die Adäquanzkrite-
rien der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung, der 
Dauerbeschwerden und Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seien 

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in qualifizierter Form neben weiteren Kriterien erfüllt, sodass die 
Adäquanzbeurteilung positiv ausfalle. 

• Die Beschwerdeführerin habe als Folge des Unfallereignisses einen 
beträchtlichen Erwerbsausfall erlitten, der nur bis zum Beginn der Um-
schulung durch Leistungen aus UVG und der Zusatzversicherung teil-
weise abgedeckt worden sei. Die nach Beendigung der Umschulung 
im Sommer 2010 aufgetretenen beträchtlichen Erwerbsausfälle habe 
die B._____ AG mit Taggeldern (soweit eine Behandlung noch mög-
lich wäre) beziehungsweise mit einer Rente auszugleichen. 

• Ob und welche Pflegeleistungen und Kostenvergütungen angezeigt 
seien, müsse durch ein entsprechendes Gutachten festgestellt wer-
den. 

• Den Beurteilungen von Dres. med. D._____ und F._____ komme ent-
scheidrelevante Bedeutung zu, zumal Dr. med. I._____ wesentlich auf 
deren Arztberichte abgestellt habe. Die beiden Ärzte hätten die be-
schwerdeführerischen Fragestellungen nur unzureichend beantwortet. 
Der Unfallversicherer habe sich geweigert, die sachbezogenen Ab-
klärungen selber durchzuführen, was eine Verletzung des Untersu-
chungsgrundsatzes beziehungsweise der den Unfallversicherer tref-
fenden Abklärungsverpflichtung (Art. 43 Abs. 1 ATSG) darstelle. Dres. 
med. D._____ und F._____ seien daher als Zeugen zu befragen.

7. Die B._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Ver-

nehmlassung vom 8. Juni 2012 auf Abweisung der Beschwerde. 

• Zur Beurteilung der natürlichen Kausalität könne auf das überzeugen-
de und nachvollziehbar begründete polydisziplinäre Gutachten abge-
stellt werden. Gestützt darauf stehe mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit fest, dass der Unfall nur vorübergehend während rund fünf 
Monaten zu Beschwerden geführt habe, welche auf diesen zurückzu-
führen seien. Danach sei von einem eingetretenen Status quo sine vel 
ante auszugehen. Die von der Beschwerdeführerin gegen das Gutach-
ten vorgebrachten Einwendungen seien nicht stichhaltig und vermöch-
ten die eindeutigen Ergebnisse des Gutachtens nicht in Zweifel zu 
ziehen. 

• Es seien weder klinisch noch im Status noch in den bildgebenden Ver-
fahren strukturelle Veränderungen gefunden worden. Alle behandeln-
den Ärzte und Gutachter hätten tendomytische und myogelotische 
Verspannungen gefunden, die aber mit der Fehlhaltung, dem Überge-

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wicht und der Dekonditionierung des myoskelettalen Systems im Zu-
sammenhang stünden. Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen 
lägen vorliegend nicht vor. 

• Eine weitere polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin 
sei angesichts der medizinischen Aktenlage nicht angezeigt. Sie sei 
ihrer Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts mit der Einholung des 
multidisziplinären Gutachtens, dem voller Beweiswert zukomme, 
rechtsgenügend nachgekommen. Gestützt auf dieses sei ihr eine ab-
schliessende Beurteilung des Sachverhalts ohne Weiteres möglich 
gewesen. 

• Selbst wenn die natürliche Kausalität bejaht würde, wäre eine Leis-
tungspflicht der Beschwerdegegnerin aus der obligatorischen Unfall-
versicherung gleichwohl abzulehnen, weil es an der kumulativ erfor-
derlichen Adäquanz fehle. 

• Das von der Beschwerdeführerin beantragte unfalldynamische und 
biomechanische Gutachten zur Bestimmung der Unfallschwere erübri-
ge sich beziehungsweise sei in Form des unfallanalytischen Kurzgut-
achtens der Beschwerdegegnerin bereits in aussagekräftigem Rah-
men vorhanden. Die von der Beschwerdeführerin am Kurzgutachten 
der Unfallanalyse geübte Kritik sei unbegründet. 

8. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Anträgen 

fest und wiederholten und vertieften ihre Argumentation. 

9. Nach Abschluss des Schriftenwechsels zog die Instruktionsrichterin die 

von den Parteien zur Edition beantragten IV-Akten der Beschwerdeführe-

rin bei. Dazu liessen sich die Beschwerdeführerin am 25. November 2013 

beziehungsweise die Beschwerdegegnerin am 11. Juli sowie am 28. De-

zember 2013 vernehmen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Februar 2012 

wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-

gen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim Versicherungsge-

richt desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die versicherte Person 

zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Vorliegend hat die Be-

schwerdeführerin Wohnsitz in Graubünden, weshalb die örtliche Zustän-

digkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden gegeben ist. 

Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 

57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungs-

rechtspflege (VRG; BR 370.100). Der Einspracheentscheid vom 20. Fe-

bruar 2012, mit welchem die Beschwerdegegnerin die Einsprache der 

heutigen Beschwerdeführerin abgewiesen hat, stellt demnach ein taugli-

ches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht 

dar. Als Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die Be-

schwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an des-

sen Aufhebung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

b) Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdeführerin aufgrund 

des am 10. September 2004 erlittenen Unfallereignisses auch über den 

3. Dezember 2006 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatori-

schen Unfallversicherung hat. Die Beantwortung dieser Frage hängt ins-

besondere davon ab, ob der natürliche und der adäquate Kausalzusam-

menhang zwischen dem Unfallereignis vom 10. September 2004 und den 

geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin ab dem 4. Dezember 

2006 noch gegeben ist.

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2. In beweisrechtlicher Hinsicht gilt es zunächst festzuhalten, dass die be-

schwerdeführerischen Beweisanträge auf Edition der beschwerdeführeri-

schen IV-Akten aus den Händen der IV-Stelle sowie auf Edition der Akten 

des Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren S 10 50 aus den Händen 

des streitberufenen Gerichtes gutgeheissen und die entsprechenden Ak-

ten ediert worden sind. Die Edition der Verfahrensakten aus den Händen 

der Vorinstanz erübrigt sich, da diese die entsprechenden Akten dem 

streitberufenen Gericht selbständig einreichte. Auf die weiteren be-

schwerdeführerischen Beweisanträge wird sodann weiter hinten einge-

gangen. 

3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, 

die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzli-

che, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen 

äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den 

Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt vor-

aus, dass zwischen dem Unfallereignis und der gesundheitlichen Schädi-

gung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 

129 V 177 E.3). 

Im Folgenden wird zunächst zur Kritik der Beschwerdeführerin am unfall-

analytischen Kurzgutachten von Dipl. ing. P._____ vom 13. April 2010 

(beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] K180) − veranlasst durch die 

Beschwerdegegnerin − und dessen Beweiswert Stellung genommen (vgl. 

nachfolgend E.4). Danach wird zu prüfen sein, ob zwischen den gesund-

heitlichen Problemen der Beschwerdeführerin, wie sie unbestrittenermas-

sen nach dem Heckauffahrunfall vom 10. September 2004 vorlagen, und 

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den über den 3. Dezember 2006 hinaus geklagten Beschwerden ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. nachfolgend E.5 f.). Wei-

ter wird zu klären sein, ob ein adäquater Kausalzusammenhang − bei 

Anwendung der mit BGE 134 V 109 präzisierten sogenannten Schleuder-

traumapraxis − bejaht werden kann (vgl. nachfolgend E.7 f.). 

4. a) Laut Rechtsprechung des Bundesgerichtes sind versicherungsinterne 

unfallanalytische Expertisen bei der Beurteilung der Unfallschwere regel-

mässig im Rahmen der Adäquanzprüfung miteinzuschliessen. Den Un-

fallgutachten kommt unter den gleichen Voraussetzungen Beweiswert zu 

wie den Gutachten versicherungsinterner Ärzte (vgl. Urteile des Eid-

genössischen Versicherungsgerichtes U 144/03 vom 25. Februar 2005 

E.4.1.1, U 339/01 vom 22. Mai 2002 E.4b/bb). Berichten und (Kurz-)Gut-

achten versicherungsinterner Ärzte kommt voller Beweiswert zu, sofern 

sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wi-

derspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste-

hen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsver-

hältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

Objektivität oder auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr beson-

derer Umstände, die das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-

lung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E.3b/ee; 

Urteil des Bundesgerichtes 8C_138/2009 vom 23. Juni 2009 E.4.3.3).

b) Die Kritik der Beschwerdeführerin am unfallanalytischen Kurzgutachten 

vom 13. April 2010, wonach der Verfasser des Kurzgutachtens Mitarbeiter 

der Beschwerdegegnerin und somit nicht unabhängig sei, die Berech-

nungsgrundlagen nicht dargelegt worden und zudem die Aussagen des 

Unfallanalytikers weder erläutert worden noch überprüfbar seien, er-

scheint dem Gericht inhaltlich unbegründet. Wie bereits die Beschwerde-

gegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 8. Juni 2012 (S. 38 f.) zu Recht 

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ausführte, ist es nicht nachvollziehbar, warum der Unfallanalytiker Di-

pl. ing. P._____ aufgrund seiner Anstellung bei der Beschwerdegegnerin 

nicht unabhängig sein soll. Denn die Pflicht nach bestem Wissen und 

Gewissen zu amten gilt grundsätzlich für jeden Begutachtungsauftrag. 

Der Unfallanalytiker bezeugte denn auch mit seiner Unterschrift, das 

(Kurz-)Gutachten nach bestem Wissen und Gewissen erstellt zu haben. 

Wenn der Unfallanalytiker aufgrund einer durchgeführten "Kollisionsana-

lyse monodirektional 8.4" auf eine Kollisionsgeschwindigkeit von 35 bis 

45 km/h des auffahrenden Personenwagens schliesst, kann entgegen der 

beschwerdeführerischen Auffassung auch nicht von in keiner Form darge-

legten Berechnungsgrundlagen gesprochen werden. Bezeichnenderweise 

vermag die Beschwerdeführerin denn auch keine konkreten Anhaltspunk-

te vorzubringen, welche Zweifel an der Schlüssigkeit des unfallanalyti-

schen Kurzgutachtens vom 13. April 2010 aufkommen lassen. Wie vor-

stehend bereits unter E.4a dargetan, kommt laut bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung auch Berichten und (Kurz-)Gutachten versicherungsin-

terner Unfallanalytiker unter den gleichen Voraussetzungen wie den Ex-

pertisen versicherungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu. Aus den vor-

liegenden Akten ergibt sich aber gerade nichts, und die Beschwerdeführe-

rin vermag − wie gesehen − auch nichts dergleichen vorzubringen, was 

das unfallanalytische Kurzgutachten in irgend einer Art und Weise in 

Zweifel ziehen könnte. Folglich kommt aber dem unfallanalytischen Kurz-

gutachten volle Beweiskraft zu. 

c) Bezüglich des beschwerdeführerischen Antrags auf Einholung eines um-

fassenden unfallanalytischen und biomechanischen Gutachtens gilt es 

festzuhalten, dass solchen Unterlagen beweisrechtlich nicht erhöhtes 

Gewicht in dem Sinne zukommt, dass allein gestützt darauf die Einstu-

fung eines Unfalls als leicht, mittelschwer oder schwer vorzunehmen wä-

re. Eine unfallanalytische oder biomechanische Analyse vermag gegebe-

- 15 -

nenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur mit Blick auf die Adäquanzprüfung 

relevanten Schwere des Unfallereignisses zu liefern, sie bildet jedoch für 

sich allein in keinem Fall eine hinreichende Grundlage für die Kausalitäts-

beurteilung. Vor diesem Hintergrund sowie der Tatsache, dass vorliegend 

bereits ein schlüssiges und nachvollziehbares unfallanalytisches Kurzgut-

achten bei den Akten liegt, sind von einem unfallanalytischen und biome-

chanischen Gutachten keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten 

(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b; 

Urteil des Bundesgerichtes 8C_818/2008 vom 20. Februar 2009). Die 

Qualifikation eines Unfalls als leicht, mittelschwer oder schwer ist ohnehin 

eine Rechtsfrage, welche nicht durch den Unfallanalytiker, sondern durch 

den rechtsanwendenden Unfallversicherer oder gegebenenfalls das Sozi-

alversicherungsgericht zu entscheiden ist. Dabei ist die Unfallschwere im 

Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise aufgrund des augenfälli-

gen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu be-

urteilen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_786/2009 vom 4. Januar 2010 

E.4.6.1 mit weiteren Hinweisen). Folglich erübrigt sich neben der Einho-

lung eines unfallanalytischen und biomechanischen Gutachtens auch die 

von der Beschwerdeführerin beantragte Edition sämtlicher haftpflichtver-

sicherungsrechtlich relevanter Akten einschliesslich Fahrzeugexpertise 

aus den Händen der Beschwerdegegnerin. 

5. a) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als ein-

getreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen-

hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigen-

de Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder 

- 16 -

geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall 

mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 

eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.3.1, 

119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., Zürich 2012, 

Art. 6 S. 53).

b) Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind Sozialversi-

cherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen angewie-

sen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Hinsicht-

lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Ex-

perten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hin-

weis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder 

die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat es 

die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berich-

te und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. In Be-

zug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungs-

tatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 

ihrer Patienten aussagen. Auch den Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert zu, sofern sie als 

- 17 -

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider-

spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. 

Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objekti-

vität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer 

Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung 

objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche 

Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger 

Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 

E.1c mit Hinweisen).

c) Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht 

im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozial-

versicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 

129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 54).

d) Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, 

sobald der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-

schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittel-

bar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank-

- 18 -

haften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine) erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen 

Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-

lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Un-

falls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tat-

frage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer 

(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_604/2013 vom 28. Januar 2014 

E.4.2.1 mit weiteren Hinweisen; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 

S. 54).

6. a) Ausgangspunkt für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwer-

den sind die im Gutachten vom 28. Januar 2011 auf Seite 49 f. aufgeliste-

ten Gesundheitsbeeinträchtigungen nach dem Unfallereignis vom 

10. September 2004. Dabei handelt es sich um Schmerzen interscapulär 

und am zervikothorakalen Übergang mit Ausstrahlung in beiden Schultern 

und zu den Armen und Händen sowie zervikozephal mit Ausbreitung nach 

subokzipital und haubenförmig aufsteigend bis zur Stirn, Schmerzen im 

lumbalen Bereich beziehungsweise am lumbosakralen Übergang mit 

Ausstrahlung in den rechten Beckenkamm, gelegentlich auch dorsal bis 

zum Knie, selten auch weiter distal sowie Schulterschmerzen, Erschöp-

fungssymptome, Kopfschmerzen und Wirbelsäulenschmerzen.

b) Bei der Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs stellt sich für das 

Gericht die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das polydis-

ziplinäre Gutachten vom 28. Januar 2011 (Bg-act. M26; nachfolgend Gut-

- 19 -

achten) sowie auf die Stellungnahmen ihrer Vertrauensärzte Dr. med. 

O._____, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

4. Mai 2011 (Bg-act. M28), Dr. med. N._____, FMH Innere Medizin, vom 

27. Mai 2011 (Bg-act. M29) und Dr. med. M._____, Neurologie FMH, vom 

14. Juli 2011 (Bg-act. M30) abgestellt hat. Diese verneinen allesamt über 

den 3. Dezember 2006 hinausgehende, unfallkausale Beschwerden. 

Vielmehr taxieren sie die unfallkausalen Gesundheitsbeeinträchtigungen 

aufgrund des Autounfalls vom 10. September 2004 spätestens nach fünf 

Monaten ab Unfallereignis als ausgeheilt und abgeklungen. Danach sei 

aufgrund der Aktenlage zu schliessen, dass vor und nach dem Unfall die 

vergleichbaren Beschwerden bestanden hätten. Demgegenüber stellt sich 

die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das 

Gutachten sowie auch die Stellungnahmen der Vertrauensärzte nicht 

schlüssig und in sich widersprüchlich seien. Überdies hätten die Gutach-

ter wesentliche Akten nicht berücksichtigt und erhebliche medizinische 

Abklärungen unterlassen. Das Gutachten sowie auch die Stellungnahmen 

der beschwerdegegnerischen Vertrauensärzte stünden im klaren Wider-

spruch zu den echtzeitlichen Befunderhebungen von Dr. med. D._____, 

Innere Medizin FMH, und weiteren behandelnden Ärzten sowie auch zu 

den Angaben der Beschwerdeführerin. Insbesondere Dr. med. D._____ 

habe unfallkausale Beschwerden auch nach dem 3. Dezember 2006 be-

jaht, weshalb ein Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfall-

versicherung auch über dieses Einstelldatum hinaus bestanden hätte. Der 

von der Beschwerdegegnerin gezogene Schluss auf fehlende funktionelle 

Störungen der Halswirbelsäule nach Ablauf von fünf Monaten nach dem 

Unfall sei aktenwidrig beziehungsweise willkürlich festgesetzt worden und 

überdies im Gutachten weder mit Quellenangaben noch mit medizini-

schen Argumenten begründet. 

- 20 -

c) In Würdigung des bei den Akten liegenden Gutachtens sowie der weite-

ren Abklärungs- und Arztberichte ist das Gericht zur Auffassung gelangt, 

dass im Ergebnis auf das Gutachten sowie die Stellungnahmen der Ver-

trauensärzte Dres. med. O._____, N._____ und M._____ abgestellt wer-

den kann. Das Gutachten mit der Schlussfolgerung, dass das Unfallereig-

nis vom 10. September 2004 nur vorübergehend während rund fünf Mo-

naten zu Beschwerden geführt hat, welche auf diesen zurückzuführen 

sind und danach von einem eingetretenen Status quo sine vel ante aus-

zugehen ist (vgl. Gutachten [Bg-act. 26] S. 60), ist umfassend, beruht auf 

umfassenden neurologischen, neuropsychiatrischen und rheumatologi-

schen Untersuchungen, berücksichtigt die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden, stützt sich auf die Wiedergabe der vollständigen 

medizinischen Vorakten (einschliesslich der IV-Akten [vgl. S. 18 ff. des 

Gutachtens]) sowie eine ausführliche Anamnese und ist in der Beurteilung 

der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend. Des Weiteren sind die 

Schlussfolgerungen der Gutachter nachvollziehbar und überzeugend be-

gründet. Da überdies keine Anhaltspunkte für Falschannahmen oder Un-

regelmässigkeiten bei der Beschaffung und/oder Auswertung der medizi-

nischen Fakten bestehen, und im Gutachten auch die Ergebnisse des un-

fallanalytischen Kurzgutachtens vom 13. April 2010 (Bg-act. K180) 

berücksichtigt werden, kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu. Wie 

nachfolgend dargestellt erweisen sich die von der Beschwerdeführerin 

gegen das Gutachten vorgebrachten Einwendungen weder als stichhaltig, 

noch vermögen sie die eindeutigen und nachvollziehbaren Ergebnisse der 

Gutachter Prof. Dr. med. I._____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

Psychosomatik APPM, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, 

Dr. med. K._____, Rheumatologie FMH, und Dr. med. L._____, Neurolo-

gie FMH, in Zweifel zu ziehen. Dies zumal den Arztberichten des Haus-

arztes Dr. med. D._____ − wie vorstehend unter E.5b dargestellt − nicht 

derselbe Beweiswert beizumessen ist wie dem erwähnten Gutachten. 

- 21 -

aa) Die Beschwerdeführerin rügt zunächst, dass der medizinische Sachver-

halt bildgebend zu wenig abgeklärt worden sei. Der Notfalldienst des Kan-

tonsspitals habe sich lediglich auf eine Röntgenaufnahme HWS 

AP/seitlich, dens transbuccal beschränkt, wodurch lediglich eine Fraktur 

habe ausgeschlossen werden können. Unverständlicherweise sei nie ein 

MRI des kritischen Bereichs der HWS erstellt worden, obwohl Dr. med. 

H._____, Chefärztin Innere Medizin und Leiterin Angiologie, bereits am 

14. März 2005 darauf hingewiesen habe, dass weitere bildgebende Un-

tersuchungen notwendig seien. 

Diesbezüglich gilt es zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

in ihrer Beschwerde vom 29. März 2012 (S. 7) selbst einräumt, dass die-

ses angebliche Versäumnis durch das anlässlich der Begutachtung ver-

anlasste MRI der HWS und LWS vom 5. Oktober 2010 teilweise behoben 

worden sei. Sodann konnten vorliegend gemäss medizinischer Aktenlage 

neurologische Ausfälle beziehungsweise relevante Beweglich-

keitseinschränkungen der HWS bereits gleichentags nach dem Unfaller-

eignis vom 10. September 2004 (vgl. Bericht der Erstbehandlung des 

Rhätischen Kantons- und Regionalspitals vom 10. September 2004 [Bg-

act. M2]) beziehungsweise in den Folgeuntersuchungen durch Dr. med. 

D._____ (vgl. dessen Arztbericht vom 13. Juli 2005 [Bg-act. M9]), 

Dr. med. G._____, Innere Medizin FMH (vgl. dessen Arztbericht vom 

18. Februar 2005 [Bg-act. M6]) sowie auch durch Dr. med. E._____, Neu-

rologie FMH (vgl. dessen Arztbericht vom 9. April 2005 [Bg-act. M7]) aus-

geschlossen werden. Auch eine ossäre Läsion wurde nach dem Unfall 

radiologisch ausgeschlossen (vgl. Bericht der Erstbehandlung des Rhäti-

schen Kantons- und Regionalspitals vom 10. September 2004 [Bg-

act. M2]). Darüber hinaus hielten die Gutachter Dres. med. I._____, 

K._____ und L._____ explizit fest, dass weder die anamnestischen Anga-

- 22 -

ben noch die klinische Untersuchung der Beschwerdeführerin Hinweise 

auf eine radikuläre Symptomatik ergeben hätten. Ebenso wenig würden 

solche in den Voruntersuchungen erwähnt (vgl. Gutachten [Bg-act. M26] 

S. 51). Schliesslich ist hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin er-

wähnten Berichtes von Dr. med. H._____ vom 14. März 2005 festzuhal-

ten, dass Dr. med. H._____ darin weitere bildgebende Untersuchungen 

(MR-Tomographie der HWS) lediglich als allenfalls notwendig, keines-

wegs aber als zwingend notwendig bezeichnet (vgl. Bg-act. M15.2). Je-

denfalls wurde der medizinische Sachverhalt vorliegend auch bildgebend 

ausreichend abgeklärt, was im Übrigen auch von Dr. med. N._____ 

bestätigt wird, welcher in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2011 sowohl 

die bildgebenden, als auch die rheumatologischen, neurologischen, inter-

nistischen und psychiatrischen Untersuchungen als ausreichend bezeich-

net und weitere Abklärungen als nicht weiterführend erachtet (Bg-

act. M29 S. 5). 

bb) Im Rahmen der Kritik am Gutachten rügt die Beschwerdeführerin, dass 

die Beschwerdegegnerin ihre Einwände gegen das Gutachten von ihren 

beratenden Vertrauensärzten Dres. med. O._____, N._____ und M._____ 

habe beurteilen lassen, was nicht angehe, zumal diesen beratenden Ärz-

ten nicht die Stellung unabhängiger Gutachter oder Sachverständiger zu-

komme. Zudem hätten sich die beratenden Ärzte vorliegend auch nicht 

substanziell mit dem Aktenmaterial auseinandergesetzt. 

Diese Kritik zielt ins Leere. Einerseits kommt der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung zufolge auch den Berichten und Gutachten versiche-

rungsinterner Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und über-

dies keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache al-

lein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versiche-

- 23 -

rungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf 

Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, wel-

che das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als be-

gründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Solche besonderen 

Umstände, welche gegen die Glaubwürdigkeit der vertrauensärztlichen 

Beurteilungen sprechen, vermag die Beschwerdeführerin vorliegend nicht 

geltend zu machen und sind auch nicht ersichtlich. Anderseits haben sich 

die Vertrauensärzte Dres. med. O._____, N._____ und M._____ entge-

gen der beschwerdeführerischen Behauptungen auch mit den vorliegen-

den medizinischen Akten auseinandergesetzt und ausführlich und nach-

vollziehbar begründet, warum die von der Beschwerdeführerin erhobenen 

Einwendungen vom 11. April 2011 (vgl. Bg-act. K213) gegen das Gutach-

ten nicht stichhaltig sind. Folglich ist aber den Berichten der beschwerde-

gegnerischen Vertrauensärzte Dres. med. O._____, N._____ und 

M._____ ohne Weiteres Beweiswert zuzumessen. 

cc) Weiter rügt die Beschwerdeführerin, im Gutachten seien die von ihr ge-

stellten Fragen unbeantwortet geblieben, obwohl Prof. Dr. med. I._____ in 

der entsprechenden Gutachtensbeauftragung vom 25. Mai 2010 gebeten 

worden sei, diese zu beantworten. Einmal mehr stelle sich die Frage nach 

dessen Unabhängigkeit und Unbefangenheit. Die Nichtbeantwortung der 

von ihr gestellten Fragen stelle eine ungenügende Sachverhaltsabklärung 

sowie eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs dar. 

Diesbezüglich gilt es zunächst festzuhalten, dass die von der Beschwer-

deführerin am 14. Mai 2010 schriftlich gestellten Ergänzungsfragen (vgl. 

Bg-act. K182 S. 3 f.) von den Gutachtern Dres. med. I._____, K._____ 

und L._____ in der Tat nicht explizit mit Bezugnahme auf die entspre-

chenden beschwerdeführerischen Fragen beantwortet worden sind. Dies 

vermag indes nichts an der Tatsache zu ändern, dass die entsprechen-

- 24 -

den Fragen im Rahmen des ausführlichen Gutachtens sowie der Frage-

stellungen der Beschwerdegegnerin und der IV-Stelle − zumindest indi-

rekt − (mit-)beantwortet wurden. Eine nochmalige Unterbreitung der be-

schwerdeführerischen Fragen an Prof. Dr. med. I._____ würde vor die-

sem Hintergrund bereits aus prozessökonomischen Gründen keinen Sinn 

machen. Darüber hinaus erübrigt sich eine nochmalige explizite Beant-

wortung der von der Beschwerdeführerin gestellten Fragen durch 

Prof. Dr. med. I._____ aber auch deshalb, weil der natürliche Kausalzu-

sammenhang vorliegend nicht weiter abklärungsbedürftig ist, da − selbst 

wenn von einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfal-

lereignis vom 10. September 2004 und der geklagten Gesundheitsschä-

den der Beschwerdeführerin über den 3. Dezember 2006 hinaus ausge-

gangen würde − die Adäquanz, wie nachfolgend unter E.7 f. erläutert, oh-

nehin zu verneinen wäre. Da die von der Beschwerdeführerin gestellten 

Fragen im Gutachten − wenn auch bloss indirekt − (mit-)beantwortet wur-

den, kann diesbezüglich weder eine ungenügende Sachverhaltsabklärung 

noch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegen. Sodann erweist 

sich auch die Kritik am Gutachter Prof. Dr. med. I._____, wonach dieser 

nicht unabhängig und überdies befangen sein soll, als pauschal und un-

substantiiert, weshalb sich weitere diesbezügliche Ausführungen erübri-

gen. 

dd) Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, es sei nicht nach-

vollziehbar, aus welchem Grund den Gutachtern vorliegend ein Fragenka-

talog für die somatische Begutachtung einerseits und die psychiatrische 

Begutachtung anderseits vorgelegt wurde, zumal der Fragenkatalog für 

die psychiatrische Begutachtung spezifische Suggestivfragen enthalten 

habe. Sodann sei die Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung in 

psychiatrischer Hinsicht ungenügend abgeklärt worden. Es fehle im Gut-

achten denn auch an einer korrekten psychiatrischen Diagnosestellung. 

- 25 -

Sowohl der beschwerdegegnerische Vertrauensarzt Dr. med. N._____ als 

auch Dr. med. O._____ hätten in ihren Stellungnahmen explizit festgehal-

ten, dass Prof. Dr. med. I._____ zusätzlich die Diagnose einer somato-

formen Schmerzstörung hätte diskutieren müssen, zumal die Beschwer-

deführerin sämtliche der entsprechenden Kriterien erfülle. 

Vor dem Hintergrund der medizinischen Aktenlage sowie der langjährigen 

psychiatrischen Behandlung der Beschwerdeführerin bei Dr. med. 

F._____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, beginnend im März 2001 

(vgl. Arztberichte von Dr. med. F._____ vom 5. März 2008 [Bg-act. M20] 

sowie vom 30. September 2011 [beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 

7]), erweist sich ein separater Fragenkatalog für die psychiatrische Be-

gutachtung im Rahmen der polydisziplinären Begutachtung − wie bereits 

die Beschwerdegegnerin zu Recht ausführte − als durchaus angezeigt. 

Inwiefern dieser separate Fragenkatalog − wie von der Beschwerdeführe-

rin behauptet − Suggestivfragen enthalten soll, ist nicht ersichtlich. So-

dann ist auch die umfassende und unter Einbezug der Ursachen für die 

Persönlichkeitsstörung und die Wesensveränderung im Ergebnis schlüs-

sige psychiatrische Begutachtung durch Prof. Dr. med. I._____, welcher 

eine unfallkausale psychische Störung negiert (vgl. Gutachten [Bg-

act. M26] S. 30 - 37, 40 - 42, 56), nicht zu beanstanden. Dies wird denn 

auch von den beschwerdegegnerischen Vertrauensärzten Dres. med. 

O._____ und M._____ bestätigt, welche in ihren Stellungnahmen vom 

4. Mai 2011 (Bg-act. M28) beziehungsweise vom 14. Juli 2011 (Bg-

act. M30) die psychiatrische Begutachtung als ausführlich und detailliert 

beziehungsweise als nachvollziehbar, schlüssig und genügend begründet 

beurteilen. Nicht korrekt erweist sich sodann auch die beschwerdeführeri-

sche Aussage, wonach die beschwerdegegnerischen Vertrauensärzte 

Dres. med. O._____ und N._____ das Gutachten aufgrund der nicht ge-

stellten Diagnose der somatoformen Schmerzstörung als unzureichend 

- 26 -

qualifizieren. Vielmehr haben die beiden Vertrauensärzte lediglich eine 

mögliche Diskussion der somatoformen Schmerzstörung in Betracht ge-

zogen, was aber nichts daran ändert, dass sie das psychiatrische Gutach-

ten gesamthaft als ausreichend beurteilen. Ebenso führt auch die fehlen-

de Diagnosestellung nach ICD-10 nicht zur Nichtverwertbarkeit des Gut-

achtens, zumal die vom Gutachter gewählte beschreibende Diagnostik 

gemäss Dr. med. O._____ ätiologisch gar noch differenzierter sei als die 

ICD-10 Diagnostik (vgl. Stellungnahme von Dr. med. O._____ vom 4. Mai 

2011 [Bg-act. M28] S. 1). 

ee) Ferner rügt die Beschwerdeführerin eine angebliche Widersprüchlichkeit 

der gutachterlichen Ausführungen bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit. Einer-

seits bestehe gemäss Gutachten eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 

als Tierpflegerin/Tiertrainerin, während im Gegensatz dazu festgehalten 

werde, dass sie für die derzeitige Arbeitstätigkeit als Tierpflege-

rin/Tiertrainerin ganztags an zwei Tagen in der Woche arbeitsfähig sei. 

Ebenfalls widersprüchlich seien die Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit als 

Köchin. Diesbezüglich würden sich die Gutachter selbst widerlegen, wenn 

sie einerseits die Vorunfalltätigkeit als Alleinköchin zu 50 % als zumutbar 

betrachteten, um dann gleichwohl sachbezogene Einschränkungen in 

eben dieser Tätigkeit zu definieren. 

Bei korrekter Betrachtung erweist sich indes auch dieser Einwand als un-

begründet. So wird im Gutachten unmissverständlich ausgeführt, dass in 

der Tätigkeit als Tierpflegerin/Tiertrainerin nach Erreichung des Status 

quo sine vel ante fünf Monate nach dem Unfallereignis vom 10. Sep-

tember 2004 unfallkausal keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe (vgl. 

Gutachten [Bg-act. M26] S. 61). Selbiges gelte für die Tätigkeit als 

Köchin, für welche nach Erreichung des Status quo sine vel ante unfall-

kausal ebenfalls keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr bestehe 

- 27 -

beziehungsweise das Arbeitsniveau, welches bereits vor dem Unfall do-

kumentiert worden sei, erreicht worden sei (vgl. Gutachten [Bg-act. M26] 

S. 62 f.). Wie bereits die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung 

vom 8. Juni 2012 (S. 32) zu Recht ausführt, bewirken indes unfallfremde 

Symptome unbestrittenermassen eine Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit, und zwar sowohl als Tierpflegerin/Tiertrainerin als auch als Köchin. 

Auch der beschwerdegegnerische Vertrauensarzt Dr. med. O._____ führt 

in seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2011 (Bg-act. M28 S. 3) aus, dass 

sich das Gutachten klar zur beschwerdeführerischen Arbeitsunfähigkeit 

äussere, dass unfallkausal keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

mehr bestünden und dass sowohl der Status quo ante wie auch der Sta-

tus quo sine fünf Monate nach dem Unfall erreicht worden seien. Auch 

aufgrund der nicht überwiegend wahrscheinlichen unfallkausalen Be-

schwerden bestehe in der Tätigkeit als Tierpflegerin/Tiertrainerin keine re-

levante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Es werde aber nicht bestrit-

ten, dass aufgrund der unfallfremden Symptome durchaus auch eine Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit als Tierpflegerin bestehe. Ob die krank-

heitsbedingte Arbeitsfähigkeit den veranschlagten 50 % entspreche, müs-

se im IV-Verfahren entschieden werden. 

ff) Die Beschwerdeführerin wendet sodann ein, dass sich das Gutachten 

bezüglich der körperlichen Einschränkungen zu Unrecht auf den Bericht 

der Ergonomieabteilung der Rehabilitationsklinik vom 19. Januar 2006 

abstütze. Dieser datiere einerseits vom Dezember 2005 und enthalte an-

derseits Testergebnisse, welche unter optimalen Bedingungen (unter An-

leitung) und der Wirkung schmerzstillender Medikamente realisiert wor-

den seien. Zur Ermittlung eines Zumutbarkeitsprofils wäre eine aktuali-

sierte Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) notwendig 

gewesen. 

- 28 -

Dieser Einwand hat grundsätzlich seine Berechtigung. Vorliegend ist in-

des zu beachten, dass im Gutachten − unter Berücksichtigung der bereits 

in einem Rehabilitationszentrum durchgeführten ELF vom 19. Januar 

2006 (Bg-act. M13) − explizit festgehalten worden ist, dass die Ergebnis-

se dieser Prüfung nach wie vor Bestand haben dürften (vgl. Gutachten 

[Bg-act. M26] S. 81). Da überdies sowohl anlässlich des stationären The-

rapieaufenthalts im Rehabilitationszentrum der Reha-Klinik (vgl. Bg-

act. M13) als auch anlässlich der Begutachtung (vgl. Bg-act. M26) über-

einstimmend keine unfallbedingten pathologischen Befunde festgestellt 

worden sind und dabei der Beschwerdeführerin die gleiche Arbeitsfähig-

keit wie vor dem Unfallereignis vom 10. September 2004 (50 %) für ihre 

letzte Tätigkeit als Köchin attestiert worden ist, ist vorliegend der Verzicht 

auf die Durchführung einer erneuten ELF durchaus gerechtfertigt. Auch 

vor dem Hintergrund, dass auch die beschwerdegegnerischen Vertrau-

ensärzte Dres. med. N._____ und M._____ davon ausgehen, dass eine 

erneute Durchführung einer ELF keine neuen Erkenntnisse bringen wür-

de, erscheint der Verzicht auf eine erneute ELF durchaus angebracht. So 

führt Dr. med. N._____ in seiner Stellungnahme vom 27. Mai 2011 aus, 

dass die Durchführung einer ELF immer auch von der Tagesform, den ak-

tuellen Beschwerden sowie den psychischen Dispositionen abhängig sei 

und die Ergebnisse dementsprechend stark variieren könnten und des-

halb nur bedingt aussagekräftig und schlüssig seien (vgl. Bg-act. M29 

S. 7). Auch Dr. med. M._____ erachtet eine erneute ELF als obsolet, da 

bei der Beschwerdeführerin im Test auf Somatisierung ohnehin ein erhöh-

ter Wert bestehe, sodass sie kaum eine optimale Mitarbeit erbringen wer-

de (vgl. Bg-act. M30 S. 4). Vor diesem Hintergrund ist der Verzicht auf die 

Durchführung einer erneuten ELF aber vorliegend nicht zu beanstanden. 

gg) Die Beschwerdeführerin bringt ferner vor, die Gutachter hätten sich zu 

Unrecht nicht mit den vor dem Unfallereignis vom 10. September 2004 

- 29 -

erhobenen neuropsychologischen Testergebnissen von lic. phil. Q._____ 

vom 16. August 2004 (IV-act. 35 S. 8) auseinandergesetzt und überdies 

ohne jede Begründung eine erneute neuropsychologische Untersuchung 

zur Bestimmung kognitiver Beeinträchtigungen unterlassen, welche einen 

Vergleich zu den von lic. phil. Q._____ kurz vor dem Unfallereignis erho-

benen Testergebnissen ermöglicht hätte. Dies wäre vorliegend umso 

mehr angebracht gewesen, als anlässlich des Unfallereignisses vom 

10. September 2004 ein Kopfanprall stattgefunden habe.

Grundsätzlich ist es Sache der Gutachter, über Art und Umfang der auf-

grund der konkreten Fragestellung erforderlichen Untersuchungen zu be-

finden. Aufgabe des Versicherers und des Versicherungsgerichtes ist es 

alsdann, das Gutachten bei der Beweiswürdigung unter anderem darauf 

zu prüfen, ob es für die streitigen Belange umfassend ist und auf allseiti-

gen Untersuchungen beruht (Urteil des Bundesgerichtes 8C_124/2008 

vom 17. Oktober 2008 E.6.3.1 mit weiteren Hinweisen). Wie bereits 

Dr. med. M._____ in seiner Stellungnahme vom 14. Juli 2011 ausführt 

(Bg-act. M30 S. 4 f.), kann vorliegend davon ausgegangen werden, dass 

Prof. Dr. med. I._____ eine neuropsychologische Testung vorgenommen 

beziehungsweise veranlasst hätte, wenn er eine solche für notwendig er-

achtet hätte (vgl. dazu auch das Schreiben von Prof. Dr. med. I._____ 

vom 14. Juli 2010 an die Beschwerdegegnerin [Bg-act. K186]). Aus dem 

Gutachten sowie den übrigen medizinischen Akten ergeben sich sodann 

auch keine Hinweise auf ein anlässlich des Unfallereignisses vom 

10. September 2004 erlittenes Schädel-Hirntrauma, welches länger an-

haltende neuropsychologische Ausfälle bewirkt haben könnte. Ebenfalls 

ist unfallzeitnah weder ein Kopfanprall dokumentiert noch wurden ärztli-

cherseits entsprechende Prellmarken vermerkt, welche auf einen beim 

Unfall erlittenen Kopfanprall hindeuten würden. Erstmals wurde ein 

Kopfanprall an die Kopfstütze − gestützt auf die Angaben der Beschwer-

- 30 -

deführerin − im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-

zervikalem Beschleunigungstrauma vom 20. Mai 2005 (Bg-act. M8) er-

wähnt. Jedoch wurden im erwähnten Dokumentationsbogen − wie auch in 

den anderen bei den Akten liegenden Dokumenten − weder Bewusstlo-

sigkeit noch Gedächtnislücken noch andere Bewusstseinsstörungen wie 

Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen vermerkt. Auch Dr. med. O._____ 

hält in seiner Stellungnahme vom 4. Mai 2011 in nachvollziehbarer Weise 

fest, dass sich vorliegend eine erneute neuropsychologische Untersu-

chung erübrigt habe, zumal die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfal-

lereignisses vom 10. September 2004 kein Schädel-Hirntrauma erlitten 

habe. Eine neuropsychologische Testung messe zudem kognitive Beein-

trächtigungen nicht mit einer naturwissenschaftlichen Genauigkeit, die 

Testergebnisse würden immer auch beeinflusst von Tagesstimmungen, 

Müdigkeit, körperlichen Missempfindungen, Stressfaktoren und anderen 

Einflüssen (Bg-act. M28 S. 3). Folglich ist hier von einer neuropsychologi-

schen Untersuchung abzusehen, zumal diese nach derzeitigem Wissens-

stand nicht vermag, die Beurteilung der Kausalität eines Beschwerdebil-

des selbständig und abschliessend vorzunehmen (Urteile des Bundesge-

richtes 8C_110/2010 vom 18. März 2010 E.3.4.2, 8C_409/2009 vom 

29. Januar 2010 E.3.3 je mit weiteren Hinweisen). 

hh) Auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten in 

unverständlicher Weise auf fremdanamnestische Erhebungen − insbe-

sondere bei Dr. med. F._____ − verzichtet, ist ebenfalls nicht stichhaltig. 

Denn eine Fremdanamnese kann zwar wünschenswert sein, ist aber 

rechtsprechungsgemäss nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundes-

gerichtes 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E.4.3.2). Anfragen beim be-

handelnden Arzt sind insbesondere dann wertvoll, wenn sie erweiterte 

Auskünfte und neue Erkenntnisse erwarten lassen. Solche Umstände lie-

gen hier indes nicht vor, haben den Gutachtern doch sämtliche Berichte 

- 31 -

und Befunde sowohl von Dr. med. F._____ als auch von Dr. med. 

D._____ vorgelegen. In Kenntnis dieser Berichte und Befunde haben die 

Gutachter unfallkausale psychische Störungen verneint (vgl. Gutachten 

[Bg-act. M26] S. 56); weitere diesbezügliche fremdanamnestische Erhe-

bungen waren somit weder notwendig noch hätten sie neue Erkenntnisse 

gebracht. 

ii) Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten zu Un-

recht und ohne Begründung auf eine HWS-Distorsion Grad I bis II 

gemäss Quebec-Task-Force (QTF) geschlossen. Da anlässlich des Unfal-

lereignisses vom 10. September 2004 auch ein Kopfanprall stattgefunden 

habe, sei zweifelhaft, ob nicht neurologische Befunde im Sinne des 

Schweregrades III gemäss QTF vorgelegen haben könnten. 

Entgegen der beschwerdeführerischen Ansicht erschliesst sich die Be-

gründung, weshalb die Gutachter hier von einer HWS-Distorsion mit ei-

nem Schweregrad I bis II gemäss QTF ausgegangen sind, sehr wohl aus 

den nachfolgend zitierten Ausführungen im Gutachten (Bg-act. M26 

S.44 f.):

"Gemäss zur Verfügung stehenden Informationen wurde die Patientin am 
10.09.2004 in eine Auffahrkollision verwickelt. Bei diesem Unfall wurde das Fahr-
zeug, welche die Patientin lenkte […] stehend von hinten angefahren. In einem am 
13.04.2010 durchgeführten unfallanalytischen Kurzgutachten wurde für das Fahr-
zeug der Patientin eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-V) im 
Sinne einer Geschwindigkeitsbeschleunigung zwischen 15 - 21 km/h berechnet, 
was einer Belastung von 2.9 - 5.4 g gleichgesetzt wurde. Diese Berechnungen 
sprechen dafür, dass die Belastungen, die beim Unfall vom 10.09.2004 auf die 
Halswirbelsäule der Patientin eingewirkt haben, ausserhalb der sogenannten 
Harmlosigkeitsgrenze lagen, welche gemäss noch weitgehend akzeptierter Fach-
meinung bei Auffahrkollisionen bei Geschwindigkeiten bis zu 10 km/h liegt. Rein 
darauf bezogen könnte es zu einer verzögerten Heilerholung von den Folgen des 
Unfalls vom 10.09.2004 gekommen sein. Eine besondere Kopfstellung, Kopfan-
prall, Bewusstlosigkeit oder sonstige Aspekte der veränderten Bewusstseinslage 
wurden im ersten medizinischen Bericht (Kantonsspital Graubünden vom 
10.09.2004) nicht erwähnt. Erst in später ausgefüllten Dokumentationsbogen für 
Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma (ausgefüllt am 
20.05.2005) wurde eine nach rechts rotierte Kopfstellung und ein Anprall des Kop-
fes an der Kopfstütze dokumentiert. Währenddem im ersten medizinischen Bericht 

- 32 -

vom 10.09.2004 keine Angaben zu Bewegungseinschränkung an der Halswir-
belsäule gemacht wurden, und dies mit der Angabe später übereinstimmt, wurde 
im Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleuni-
gungstrauma (vom 20.05.2005) ein Kinn-Sternumabstand 0/20 cm, Rotation beid-
seits 70 ° (nicht beeinträchtigt), Seitneigung nach rechts 60 ° bzw. nach links 50 ° 
bei einem unauffälligen neurologischen Status. Es handelte sich um altersentspre-
chende Befunde. Diese Befunde dürften als HWS-Distorsion Grad I - II gemäss 
Quebec Task Force interpretiert werden Von der Erstbehandlungsinstanz (Kan-
tonsspital Chur) wurde im Bericht vom Unfalltag (10.09.2004) festgehalten, dass 
die Patientin den Aufprall des anderen Fahrzeugs spürte, aus dem Auto ausstieg 
und mithalf, die Rettung für die Beifahrerin vom anderen Auto zu alarmieren. Das 
deutet auf eine absolut geordnete Handlungsweise hin (was auch in der aktuellen 
Erhebung von der Patientin bestätigt wird) und gegen psychische oder kognitive 
Beeinträchtigungen spricht. Etwa eine Stunde nach dem Unfall traten bei der Pati-
entin gemäss Dokumentation Kopfschmerzen und ein Schwächegefühl in den Bei-
nen auf. Zugleich beklagte sich die Patientin über ein dumpfes Gefühl und Kribbeln 
im Nacken und Schultern, welches sich im Verlauf über den ganzen Rücken aus-
breitete. Am Unfallort bekam die Patientin (so ist dem Bericht vom 10.09.2004 zu 
entnehmen) einen Halskragen und wurde notfallmässig in das erwähnte Spital 
überwiesen. […] Die Radiologie, welche im Kantonsspital Chur am Unfalltag 
durchgeführt wurde, ergab keine Frakturen und sonstige Auffälligkeiten wurden 
nicht vermerkt. Der Halskragen wurde nach der ersten Untersuchung entfernt und 
ausdrücklich festgehalten, dass keine besonderen Einschränkungen notwendig 
seien. Nach Angaben der Medikation […] wurden vorerst für 2 Tage eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert, welche vom behandelnden Arzt weiter überprüft wer-
den sollte."

Vor dem Hintergrund der vorstehend zitierten Ausführungen im Gutach-

ten, dem Bericht der Erstbehandlung des Rhätischen Kantons- und Re-

gionalspitals vom 10. September 2004 (Bg-act. M2), der beschwerdefüh-

rerischen Angaben zum Unfallereignis vom 7. März 2005 (Bg-act. K23), 

dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma vom 20. Mai 2005 (Bg-act. M8) sowie des un-

fallanalytischen Kurzgutachtens vom 13. April 2010 (Bg-act. K180) ist die 

Einreihung des Unfallereignisses im Sinne des Schweregrads I bis II 

gemäss QTF nicht zu beanstanden, zumal hier weder unfallzeitnah noch 

zu einem späteren Zeitpunkt neurologische Befunde erhoben wurden 

(vgl. zum Ganzen: MEYER, Das Schleudertrauma, anders betrachtet, in: 

Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit, Festschrift für Erwin Murer zum 

65. Geburtstag, Bern 2010, S. 484 ff.). Bestätigt wird dieses Ergebnis im 

Übrigen auch vom beschwerdegegnerischen Vertrauensarzt Dr. med. 

M._____, welcher in seiner Stellungnahme vom 14. Juli 2011 unter Ver-

- 33 -

weis auf die entsprechenden Publikationen ebenfalls von einer HWS-

Distorsion mit einem Kraftgrad I bis II gemäss QTF ausgeht (vgl. Bg-

act. M30 S. 5). Demnach erweist sich aber die beschwerdeführerische 

Rüge, wonach die Gutachter zu Unrecht und ohne Begründung auf eine 

HWS-Distorsion Grad I bis II gemäss QTF geschlossen hätten, als unbe-

gründet. 

kk) Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, es sei im Gutachten weder me-

dizinisch begründet noch durch wissenschaftliche Erfahrungswerte unter-

legt worden, aus welchem Grund der natürliche Kausalzusammenhang 

fünf Monate nach dem Unfallereignis vom 10. September 2004 mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben sein sollte, obwohl 

sich die Beschwerdesymptomatik nicht verändert habe. Die Gutachter 

hätten im Wesentlichen auf das unfallanalytische Kurzgutachten von Dipl. 

Ing. P._____ vom 13. April 2010 abgestellt und unter anderem daraus 

den Schluss gezogen, aufgrund der dokumentierten objektiven Befunde 

sei rund fünf Monate nach dem Unfallereignis kein Zervikalsyndrom mehr 

nachweisbar.

Auch dieser Einwand ist unbegründet. Entgegen der beschwerdeführeri-

schen Auffassung haben die Gutachter Dres. med. I._____, K._____ und 

L._____ nachvollziehbar und überzeugend begründet, warum die ge-

sundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin rund fünf Monate 

nach dem Unfallereignis vom 10. September 2004 nicht mehr mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang zum 

Unfallereignis standen, indem sie was folgt ausführten (Bg-act. M26 

S. 46 f.):

"Die Patientin erlitt am 10.09.2004 eine HWS-Distorsion ohne Hinweise auf gleich-
zeitig stattgefundene traumatische Hirnverletzung. Es wurden vorerst in den Akten 
keine potenziell den Heilungsverlauf komplizierende Fakten dokumentiert, wie out 
of position Kopfstellung oder Kopfanprall, welche später (Dokumentationsbogen für 

- 34 -

Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma vom 20.05.2005) 
hingegen bestätigt wurden. Sonstige mögliche komplizierende Faktoren, im Be-
sonderen relevante degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule, wurden 
nicht dokumentiert. Die mutmasslich auf die Halswirbelsäule der Patientin beim Un-
fall vom 10.09.2004 einwirkenden Kräfte lagen gemäss weitgehend akzeptierten 
Annahmen zur sogenannten Harmlosigkeitsgrenze in einem Bereich, welcher deut-
lich über der Harmlosigkeitsgrenze lag und zu einem verzögerten Heilverlauf 
führen kann. Der Verlauf gestaltete sich trotzdem gemäss Akten eher vorteilhaft, 
denn abgesehen von myofaszialen Symptomen wurde relativ früh im Verlauf keine 
Einschränkung der HWS-Beweglichkeit oder sonstige evidente Symptome eines 
Zervikalsyndroms, im Besonderen keine Druckdolenzen der Muskulatur oder mus-
kulärer Hartspann dokumentiert. Vom Rheumatologen wurden gar lediglich verein-
zelt Zervikalgien angegeben. Alle erwähnten Faktoren lassen sich dahingehend in-
terpretieren, dass trotz mutmasslich hoher HWS-Belastung beim Unfall vom 
10.09.2004 weder strukturelle noch erhebliche funktionelle Störungen an der 
Halswirbelsäule persistiert haben und etwa fünf Monate nach dem Unfall vom 
10.09.2004 kaum Symptome eines Zervikalsyndroms als Folge der erlittenen 
HWS-Distorsion nachweisbar waren."

Vor dem Hintergrund der soeben zitierten gutachterlichen Ausführungen 

kann − entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung − keine Rede 

davon sein, dass im Gutachten nicht begründet wurde, aus welchem 

Grund der natürliche Kausalzusammenhang fünf Monate nach dem Unfal-

lereignis vom 10. September 2004 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nicht mehr gegeben war. Vielmehr weisen die Gutachter nachvollziehbar 

und schlüssig auf die hierfür relevanten Faktoren, mithin die HWS-

Distorsion ohne Hinweise auf eine gleichzeitig stattgefundene Hirnverlet-

zung, die fehlenden potenziell den Heilungsverlauf komplizierenden Fak-

toren sowie den vorteilhaften Heilungsverlauf hin, welche diese Einschät-

zung ohne Weiteres zu untermauern vermögen. Sodann ist aufgrund der 

medizinischen Aktenlage auch ausgewiesen, dass die Beschwerdeführe-

rin bereits vor dem Unfallereignis vom 10. September 2004 an Beschwer-

den litt, welche sich auch im Langzeitverlauf nach dem Unfallereignis 

wieder finden (so insbesondere Schulter-, Kopf- und Rückenschmerzen; 

vgl. dazu den Arztbericht von Dr. med. F._____ vom 11. August 2004 [IV-

act. 28] S. 2). Damit ist gleichzeitig auch gesagt, dass die Gutachter kei-

neswegs bloss auf das unfallanalytischen Kurzgutachten abgestellt und 

daraus den Schluss gezogen hätten, aufgrund der dokumentierten objek-

- 35 -

tiven Befunde sei rund fünf Monate nach dem Unfall kein Zervikalsyndrom 

mehr nachweisbar. Vielmehr haben die Gutachter − wie dies bereits von 

der Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 8. Juni 2012 zu-

treffend dargestellt wurde − zunächst zwar eingeräumt, dass die beim Un-

fall auf die HWS der Beschwerdeführerin eingewirkten Kräfte deutlich 

über der Harmlosigkeitsgrenze gelegen hätten, um danach aber einen 

gestützt auf die medizinischen Akten eher vorteilhaften Verlauf festzuhal-

ten. Die Tatsache, dass bereits relativ früh im Verlauf keine Einschrän-

kung der HWS-Beweglichkeit oder sonstige evidente Symptome eines 

Zervikalsyndroms dokumentiert und vom Rheumatologen lediglich verein-

zelt Zervikalgien festgestellt wurden, wird von den Gutachtern nachvoll-

ziehbar dahingehend interpretiert, dass weder strukturelle noch erhebli-

che funktionelle Störungen an der HWS persistiert hätten und rund fünf 

Monate nach dem Unfallereignis vom 10. September 2004 kaum mehr 

Symptome eines Zervikalsyndroms als Folge der erlittenen HWS-

Distorsion nachweisbar gewesen seien. Folglich erweist sich die be-

schwerdeführerische Kritik, wonach die Gutachter im Wesentlichen auf 

das unfallanalytische Kurzgutachten abgestellt hätten, als unzutreffend. 

Vielmehr stützt sich diese gutachterliche Aussage im Wesentlichen auf 

die bei den Akten liegenden medizinischen Berichte. Die Beurteilung der 

Gutachter hinsichtlich der nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlich-

keit bestehenden natürlichen Kausalität zwischen den gesundheitlichen 

Beschwerden der Beschwerdeführerin und dem Unfallereignis vom 

10. September 2004 rund fünf Monate nach dem Unfallereignis erweist 

sich somit als nachvollziehbar und schlüssig. 

d) Als Zwischenergebnis lässt sich demnach festhalten, dass die von der 

Beschwerdeführerin gegen das Gutachten vorgebrachten Rügen und 

Einwände unbegründet sind und das vollständige und überzeugende 

Gutachten vom 28. Januar 2011 sowie die damit übereinstimmenden Be-

- 36 -

urteilungen der beschwerdegegnerischen Vertrauensärzte nicht in Zweifel 

zu ziehen vermögen. Mit den Gutachtern Dres. med. I._____, K._____ 

und L._____ sowie den beschwerdegegnerischen Vertrauensärzten Dres. 

med. O._____, N._____ und M._____ ist folglich davon auszugehen, 

dass ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis 

vom 10. September 2004 und den geltend gemachten Beschwerden nach 

rund fünf Monaten nicht mehr mit dem im Sozialversicherungsrecht erfor-

derlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben 

war. 

e) Selbst wenn man − wie die Beschwerdeführerin − aber noch anderer 

Meinung sein sollte und demnach einen natürlichen Kausalzusammen-

hang zwischen dem Unfallereignis vom 10. September 2004 und den 

über den 3. Dezember 2006 hinaus geklagten Beschwerden bejahen 

würde, wäre ein weiterer Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistun-

gen aus der obligatorischen Unfallversicherung über den 3. Dezember 

2006 hinaus gleichwohl abzulehnen, weil es hier am kumulativ erforderli-

chen rechtserheblichen Kausalzusammenhang (Adäquanz; siehe dazu 

nachfolgend E.7 f.) mangelt. Deshalb kann auch auf weitere medizinische 

Abklärungen zum natürlichen Kausalzusammenhang beziehungsweise 

auf die Einholung des von der Beschwerdeführerin beantragten polydiszi-

plinären Gutachtens (einschliesslich einer neuropsychologischen Ab-

klärung und einer ELF) verzichtet werden (vgl. BGE 135 V 465 E.5.1). 

Aus denselben Gründen erübrigt sich auch die Einholung der von der Be-

schwerdeführerin beantragten Stellungnahmen beziehungsweise die Ein-

vernahme als Zeugen der Dres. med. D._____ und F._____, zumal sich 

sämtliche Berichte und Stellungnahmen der Dres. med. D._____ und 

F._____ in den Vorakten befinden und die Beschwerdeführerin dem 

streitberufenen Gericht überdies mit ihrer Beschwerde vom 29. März 2012 

noch selbst je einen Bericht von Dr. med. F._____ vom 30. September 

- 37 -

2011 (Bf-act. 7) beziehungsweise von Dr. med. D._____ vom 10. Sep-

tember 2011 (Bf-act. 8) eingereicht hat. Gleichermassen kann auch auf 

die Einholung der Krankengeschichte und sämtlicher Arztzeugnisse der 

Jahre 2010 und 2011 bei Dr. med. D._____ verzichtet werden. Dies zu-

mal die Beschwerdeführerin ohne Weiteres selber die entsprechenden 

Berichte bei ihrem Hausarzt Dr. med. D._____ einverlangen und dem 

streitberufenen Gericht hätte vorlegen können (vgl. Urteil des Bundesge-

richtes 9C_150/2013 vom 17. September 2013 E.3.2). 

f) Geprüft wird nun, ob die von der Beschwerdeführerin noch geklagten Be-

schwerden auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, 

welches auf den Unfall zurückzuführen ist. Objektivierbar sind nach der 

Rechtsprechung Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person 

des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. 

Eine manuelle ärztliche Untersuchung fördert deshalb klinische, nicht 

aber objektivierbare Ergebnisse zu Tage. Von organisch objektiv ausge-

wiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die er-

hobenen Befunde mit wissenschaftlich anerkannten, apparativen/bild-

gebenden Abklärungen bestätigt werden. Die Untersuchungsmethoden 

müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein. Beispielsweise sind ein 

Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bezie-

hungsweise myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch 

hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen 

und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als 

klar ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert 

werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der 

HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichtes 8C_33/2008 vom 

20. August 2008 E.5.1 mit weiteren Hinweisen). 

- 38 -

Apparativ/bildgebend wurde die Beschwerdeführerin anlässlich der Erst-

behandlung im Rhätischen Kantons- und Regionalspital am 10. Sep-

tember 2004 mittels konventionellem Röntgen HWS AP/seitlich, dens 

transbuccal sowie am 5. Oktober 2010 mittels Kernspintomographie (MRI 

HWS und LWS) abgeklärt. Dabei waren die Ergebnisse der ersten Ab-

klärung vom 10. September 2004 unauffällig. Eine Fraktur konnte dabei 

ausgeschlossen werden. Anlässlich der im Rahmen der Begutachtung 

durch durchgeführten Kernspintomographie vom 5. Oktober 2010 wurde 

zwar die Foraminalstenose C4/5 mit einer möglichen Irritation der Ner-

venwurzel C5 rechts gefunden. Allerdings sind klinisch keine Hinweise auf 

eine radikuläre Symptomatik vorhanden. Des Weiteren fehlen bis auf die 

Unkovertebralarthrose relevante degenerative Veränderungen, wobei ei-

ne solche den Gutachtern zufolge beim Alter der Beschwerdeführerin 

(Jahrgang 1964) in diesem Ausmass nicht ungewöhnlich ist und deren 

Vorliegen die Gutachter als mit dem Unfallereignis vom 10. September 

2004 nicht ursächlich beurteilen (vgl. Gutachten [Bg-act. M26] S. 53 f.). 

Auch aus den übrigen medizinischen Akten ergeben sich − entgegen der 

beschwerdeführerischen Auffassung − keine unfallkausalen gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen, die auf ein organisches Substrat im Sinne von 

strukturellen Veränderungen zurückgeführt werden können (keine Fraktur, 

keine Bänder- oder Sehnenrisse, keine Bandscheibensequestrierung). 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist somit aufgrund der me-

dizinischen Akten ausgewiesen, dass die noch geklagten Beschwerden 

nicht auf einem objektivierbaren organischen Substrat beruhen, welches 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf den 

Unfall zurückzuführen ist. 

Liegen − wie dies vorliegend der Fall ist − keine organisch objektiv aus-

gewiesenen Unfallfolgen vor, kann der adäquate Kausalzusammenhang 

zwischen den bestehenden Beschwerden und dem versicherten Ereignis, 

- 39 -

anders als dies bei klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen in der 

Regel der Fall ist, nicht ohne Weiteres zusammen mit dem natürlichen 

Kausalzusammenhang bejaht werden. Vielmehr bedarf es in diesen Fäl-

len einer besonderen Adäquanzprüfung (Urteil des Bundesgerichtes 

8C_357/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 7.5; siehe dazu nachfolgend 

E.7 f.).

7. a) Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung sind Ursachen im Sinne 

des adäquaten Kausalzusammenhangs Ereignisse, die nach dem ge-

wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

an sich geeignet sind, einen Gesundheitsschaden von der Art des einge-

tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Gesundheitsschadens also 

durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 

E.3.2). Mit dem Erfordernis des adäquaten Kausalzusammenhangs wird 

die sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebende Haftung 

des Unfallversicherers im Bereich organisch nicht objektiv ausgewiesener 

Beschwerden rechtlich eingegrenzt (BGE 134 V 109 E.2.1). Die Frage, ob 

bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem 

versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädigung 

auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammen-

hang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln vom Gericht und der Verwaltung zu beurteilen ist 

(BGE 112 V 33 E.1b). 

b) Die Adäquanz spielt als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürli-

chen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität 

deckt (BGE 127 V 102 E.5b/bb). Bei der Beurteilung der Adäquanz von 

organisch nicht objektiv ausgewiesenen Unfallfolgeschäden ist wie folgt 

- 40 -

zu differenzieren (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes 

U 377/01 vom 7. November 2002 E.4.3): Zunächst ist festzustellen, ob die 

versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, einen 

äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma erlit-

ten hat, dessen Folgen sich mit jenen eines Schleudertraumas verglei-

chen lassen (erste Fallgruppe), oder ob es sich um einen Unfall mit ande-

ren somatischen Verletzungen und gesundheitlichen Folgen handelt 

(zweite Fallgruppe). Bei der zweiten Fallgruppe erfolgt die Adäquanzbeur-

teilung nach den in BGE 115 V 133 entwickelten Kriterien (sogenannte 

Psychopraxis). Bei Unfällen der ersten Fallgruppe ist hingegen die 

Adäquanz gemäss BGE 117 V 359 zu beurteilen (sogenannte Schleuder-

traumapraxis). Der Unterschied besteht darin, dass bei diesen Unfällen 

auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfol-

gen verzichtet wird, da nicht entscheidend ist, ob die Beschwerden medi-

zinisch eher als organisch oder psychischer Natur zu bezeichnen sind 

(BGE 134 V 109 E.2.1, 117 V 359 E.6a). Bei den Unfällen der zweiten 

Fallgruppe sind für die Beurteilung der Adäquanz von psychischen Feh-

lentwicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und die dabei erlit-

tenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren objektiven Folgen 

massgebend (BGE 115 V 133 E.6c/aa).

c) Nach der Rechtsprechung des BGE 117 V 133 setzt die Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall voraus, dass dem Unfal-

lereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bezie-

hungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. 

Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder 

mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser 

Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen wobei – ausgehend vom au-

genfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen respektive leichten 

Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem 

- 41 -

dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während bei 

leichten beziehungsweise banalen Unfällen der adäquate Kausalzusam-

menhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf 

Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug un-

fallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein 

solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden 

zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall 

und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Denn nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung 

sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheits-

schäden zu bewirken. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich 

die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusam-

menhang besteht, nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantwor-

ten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmit-

telbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indi-

rekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen 

("adäquanzrelevante Kriterien").

d) Das Bundesgericht hat in BGE 134 V 109 die Praxis zur Kausalitätsprü-

fung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalenter Verletzung der HWS 

oder Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektiv ausgewiesene Be-

schwerden in mehrfacher Hinsicht präzisiert. Am Erfordernis einer beson-

deren Adäquanzprüfung bei Unfällen mit solchen Verletzungen hat es 

festgehalten, jedoch die Anforderungen an den Nachweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs bei solchen Verletzungen erhöht (E.7 - 9 des er-

wähnten Urteils). Die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung 

vorzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den 

abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug 

weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung hat es ebenfalls beibehalten 

(E.10.1). Das Bundesgericht hat aber die adäquanzrelevanten Kriterien 

- 42 -

teilweise modifiziert. Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungewöhn-

lich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, 

wenn nach dem Unfall fortgesetzt spezifische und die versicherte Person 

belastende ärztliche Behandlung im Zeitraum bis zum Fallabschluss not-

wendig gewesen war (E.10.2.3). Weiter wird für die Erfüllung des Kriteri-

ums "Dauerbeschwerden" vorausgesetzt, dass diese erheblich sind, was 

aufgrund glaubhaft geltend gemachter Schmerzen und nach der Beein-

trächtigung, welche die verunfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu be-

urteilen ist (E.10.2.4). Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der 

Arbeitsunfähigkeit" ist nicht die Dauer an sich, sondern eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit als solche massgeblich, die zu überwinden die versi-

cherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt (E.10.2.7). Zusam-

menfassend hat das Bundesgericht den Katalog der bisherigen 

adäquanzrelevanten Kriterien wie folgt neu gefasst: 

• besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalls;

• die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
• fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
• erhebliche Beschwerden;
• ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
• schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
• erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

Weiterhin gilt, dass nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien 

in die Gesamtwürdigung erforderlich ist. Je nach den konkreten Umstän-

den kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein 

einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich 

um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren 

Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu 

qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einzi-

ges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

- 43 -

ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise aus-

schlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriteri-

en herangezogen werden. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit 

den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäqua-

ten Kausalzusammenhangs (BGE 117 V 367 E. 6b).

8. a) Vorliegend sind sich die Parteien insofern einig, als die Beschwerdegeg-

nerin die Adäquanzprüfung korrekt anhand der Schleudertraumapraxis 

(BGE 134 V 109; Präzisierung von BGE 117 V 359) vorgenommen hat. 

Strittig geblieben ist indes die Unfallschwere. 

b) Das Unfallereignis lässt sich aufgrund der Aktenlage wie folgt schildern: 

Die Beschwerdeführerin fuhr am 10. September 2004 auf einer Haupt-

strasse kommend Richtung Ortszentrum X._____. Unmittelbar nach einer 

Unterführung hielt die Beschwerdeführerin ihren Personenwagen in Fahrt-

richtung Ortszentrum gesehen auf der rechten Fahrbahnseite an, um ei-

nigen entgegenkommenden Fahrzeugen den Vortritt zu gewähren. Die 

Beschwerdeführerin beabsichtigte, nach links abzubiegen. Die Fahrerin 

eines herannahenden Personenwagens erkannte den vor ihr stillstehen-

den Personenwagen der Beschwerdeführerin zu spät und kollidierte in der 

Folge mit der Fahrzeugfront gegen das Heck des beschwerdeführeri-

schen Personenwagens (vgl. Bg-act. PR 1 - 6 [polizeiliche Akten samt Fo-

toblätter und Unfallskizze] sowie Bg-act. T1.1 - 1.20 [Fahrzeug-

Expertise]). Dabei erlitt das auffahrende Fahrzeug gemäss Rapport der 

Kantonspolizei Graubünden vom 12. September 2004 (Bg-act. PR 1 S. 2, 

4 und 5) einen Totalschaden, während der Personenwagen der Be-

schwerdeführerin erheblich beschädigt wurde (beziehungsweise gemäss 

Fahrzeugexpertise [Bg-act. T1.2] eventuell ebenfalls einen Totalschaden 

erlitt). Das unfallanalytische Kurzgutachten vom 13. April 2010 (Bg-

act. K180), welches wie gesehen nicht zu beanstanden ist (vgl. vorste-

- 44 -

hend E.4), stellte neben einer Kollisionsgeschwindigkeit des auffahrenden 

Personenwagens zwischen circa 35 und 45 km/h eine kollisionsbedingte 

Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von circa 15 bis 21 km/h fest, welche 

auf den Personenwagen der Beschwerdeführerin eingewirkt hat. 

c) Die Beschwerdegegnerin hat das soeben geschilderte Unfallereignis vom 

10. September 2004 im angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Fe-

bruar 2012 bei den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den 

leichten Unfällen eingestuft. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin ist 

demgegenüber von einem mittelschweren Unfall im engeren Sinne 

(gemäss Beschwerde vom 29. März 2012 S. 35 Ziff. 53) beziehungsweise 

gar von einem mittelschweren Unfallereignis an der Grenze zu einem 

schweren Unfall (gemäss Replik vom 13. Dezember 2012 S. 21 Ziff. 50) 

auszugehen. Es hätten enorme Kräfte auf das Fahrzeug der Beschwerde-

führerin und deren HWS eingewirkt, was durch die Deformation der betei-

ligten Fahrzeuge, die mittlere Audi-Beschleunigung von mindestens 

2.9 bis 5.4 g (was im Rahmen eines umfassenden unfallanalytischen 

Gutachtens zu erhärten sei) sowie die Tatsache, dass sogar der Sitz der 

Beschwerdeführerin verdreht worden sei, belegt werde. 

d) Wie nachfolgend dargestellt ist der beschwerdeführerischen Auffassung 

nicht zu folgen. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin beantragten 

Erstellung eines unfallanalytischen Gutachtens kann auf E.4c vorstehend 

verwiesen werden, wo dargelegt wurde, dass von einem weiteren unfall-

analytischen Gutachten vorliegend keine neuen relevanten Erkenntnis zu 

erwarten sind. Sodann hat die Praxis als Unfälle im mittelschweren Be-

reich an der Grenze zu einem schweren Unfall regelmässig Ereignisse 

eingestuft, welche mit wesentlich höheren Krafteinwirkungen verbunden 

waren. Zu erwähnen sind etwa (vgl. hierzu die Zusammenstellung im Ur-

teil des Bundesgerichtes 8C_996/2010 vom 14. März 2011 E.7.2): Die 

- 45 -

Kollision eines Lastwagens mit einem Personenwagen auf der Autobahn, 

worauf dieser zuerst mit der rechten, anschliessend mit der linken Tun-

nelwand kollidierte und die Windschutzscheibe durch heftigen Kopfanprall 

der versicherten Person barst; der Personenwagen mit der versicherten 

Person geriet auf der Überholspur der Autobahn bei einer Geschwindig-

keit von etwa 130 km/h plötzlich ins Schleudern, überquerte die Normal-

spur und den Pannenstreifen, kollidierte mit der Böschung, worauf sich 

das Fahrzeug überschlug, auf die Überholspur zurückgeschleudert wurde 

und auf den Rädern stehend zum Stillstand kam. Als mittelschwere Unfäl-

le im engeren Sinne wurden beispielsweise Ereignisse qualifiziert, bei 

welchen das Fahrzeug mit der versicherten Person bei einem Überhol-

manöver mit circa 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleu-

dern geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der 

Fahrerseite zu liegen kam; einen Lastwagen beim Überholen touchierte 

und sich überschlug, von der Strasse abkam und sich überschlug; auf der 

Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf 

dem Dach liegend zum Stillstand kam; sich bei einer Geschwindigkeit von 

circa 90 km/h auf einer Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg über-

schlug - wobei die versicherte Person hinausgeschleudert wurde - und mit 

Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam oder 

mit einer Geschwindigkeit von circa 90 km/h frontal in einen stehenden 

Personenwagen prallte (Urteil des Bundesgerichtes 8C_938/2011 vom 

14. August 2012 E.5.1.2). Demgegenüber werden einfache Auffahrkollisi-

onen auf ein haltendes Fahrzeug in der Regel als mittelschwere Unfälle 

im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen qualifiziert (RKUV 2005 

Nr. U 549 S. 236 E.5.1.2 [U 380/04]). Im konkreten Fall sind aufgrund des 

vorstehend geschilderten augenfälligen Geschehensablaufs (vgl. E.8b) 

und den sich dabei entwickelnden Kräften keine besonderen Begleit-

umstände erkennbar, die ein Abweichen von dieser Gerichtspraxis recht-

fertigen würden (vgl. zur Kasuistik der Unfallschwere RUMO-

- 46 -

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 61 ff.; BEELER, Schleudertrauma, Darstel-

lung einiger neuester Urteile, in: SCHAFFHAUSER/KIESER [Hrsg.], Unfall und 

Unfallversicherung, Entwicklungen, Würdigungen, Aussichten, Schriften-

reihe des Instituts für Rechtswissenschaften und Rechtspraxis IRP-HSG, 

Band 59, St. Gallen 2009, S. 80 ff.). Dass die Auffahrkollision für die Be-

schwerdeführerin völlig überraschend erfolgte, da sie ihren Fokus nach 

vorne auf den Gegenverkehr gerichtet hatte, führt entgegen der be-

schwerdeführerischen Auffassung zu keinem anderen Ergebnis. Wie die 

versicherte Person den Unfall erlebt hat, ist bei der hier gebotenen objek-

tivierten Betrachtungsweise ausser Acht zu lassen (Urteil des Bundesge-

richtes 8C_654/2009 vom 23. Oktober 2009 E.4.1). Folglich hat die Be-

schwerdegegnerin das Unfallereignis vom 10. September 2004 zu Recht 

bei den mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen 

eingestuft. Unter diesen Umständen müssen für die Bejahung des 

adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den geklagten Beschwer-

den und dem Unfallereignis mindestens vier der hiervor erwähnten 

Adäquanzkriterien erfüllt sein (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 64; 

Urteil des Bundesgerichtes 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E.4.5 mit 

Hinweis auf 8C_487/2009 vom 7. Dezember 2009 E.5). 

e) Wie sogleich aufzuzeigen sein wird, ist vorliegend höchstens eines der 

genannten Adäquanzkriterien, und dieses in nicht ausgeprägter Weise, 

erfüllt, weshalb zwischen den über den 3. Dezember 2006 hinaus geklag-

ten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 10. September 2004 kein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht beziehungsweise ein solcher 

von der Beschwerdegegnerin zu Recht verneint wurde (vgl. zu den ein-

zelnen Adäquanzkriterien BGE 134 V 109 E.10.2 und 10.3; BEELER, 

a.a.O., S. 82 ff.; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 73 ff.). 

• (1) Das erste Kriterium besteht darin, ob der Unfall von besonders 
dramatischen Umständen begleitet oder besonders eindrücklich war. 

- 47 -

Dabei ist zu beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall 
eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist (Urteile des Bundesgerichtes 
8C_179/2012 vom 8. November 2012 E.5.2.2, 8C_363/2012 vom 
27. Juni 2012 E.4.3.1). Das Kriterium kann deshalb nur dann als erfüllt 
gelten, wenn über diese inhärente Eindrücklichkeit heraus besonders 
dramatische Umstände vorliegen, was nach der Rechtsprechung zum 
Beispiel immer dann der Fall ist, wenn der Verunfallte in unmittelbar 
drohende Lebensgefahr gebracht wird (Urteil des Bundesgerichtes 
8C_799/2008 vom 11. Februar 2009 E.3.2.3). Bejaht wurde dieses Kri-
terium vom Bundesgericht auch bei besonders dramatischen Fällen 
wie einer Massenkarambolage auf einer Autobahn (Urteil des Bun-
desgerichtes 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E.8.1), bei einem 
Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwa-
gen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kol-
lisionen mit der Tunnelwand (Urteil des Bundesgerichtes 8C_257/2008 
vom 4. September 2008 E.3.3.3), bei einem Zusammenprall zwischen 
einem Sattelschlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer 
des Sattelschleppers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den 
Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Di-
stanz vor sich herschob, wobei die Insassen des Personenwagens 
verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie aufmerksam zu 
machen (Urteil des Bundesgerichtes 8C_508/2008 vom 22. Oktober 
2008 E.5.3) oder bei einem in der 29. Woche schwangeren Unfallopfer 
(Urteil des Bundesgerichtes 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 
E.5.3). Vorliegend fehlt es offensichtlich an vergleichbaren Umstän-
den. Vielmehr handelt es sich beim Unfallereignis vom 10. September 
2004 um eine einfache Heckauffahrkollision ohne besondere Vor-
kommnisse. Der Umstand, dass die Kollisionsgegnerin ungebremst 
mit circa 50 bis 60 km/h (gemäss Ausführungen der Beschwerdeführe-
rin) beziehungsweise mit einer Kollisionsgeschwindigkeit von circa 
35 bis 45 km/h (gemäss unfallanalytischen Kurzgutachten vom 
13. April 2010 [Bg-act. K180]) auf den stehenden Personenwagen der 
Beschwerdeführerin aufgefahren ist und dabei drei Personen (Be-
schwerdeführerin, Unfallverursacherin sowie deren Mitfahrerin) "leicht" 
verletzt wurden (gemäss Polizeirapport vom 12. September 2004 [Bg-
act. PR1] S. 5), ist weder als besonders dramatisch noch als beson-
ders eindrücklich zu werten. Dies wird auch durch die Tatsache belegt, 
dass die Beschwerdeführerin unmittelbar nach dem Unfallereignis be-
wusstseinsklar und im Stande war, während rund 45 Minuten (gemäss 
ihren eigenen Angaben im Fragebogen zur Beschwerdeanamnese 
vom 7. März 2005 [Bg-act. K23 S.2]) die Unfallstelle abzusichern und 

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die übrigen verletzten Personen zu versorgen (vgl. Gutachten [Bg-
act. M26] S.26 und 30). Vor dem Hintergrund der vorstehend ange-
führten Rechtsprechung, bei welcher das Bundesgericht eine beson-
dere Sinnfälligkeit für die beteiligten Personen angenommen hat, kann 
hier das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
der besonderen Eindrücklichkeit nicht als erfüllt angesehen werden, 
zumal wie gesehen jedem mindestens mittelschweren Unfall eine ge-
wisse Eindrücklichkeit eigen ist.

• (2) Hinsichtlich des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der 
erlittenen Verletzung ist zu betonen, dass rechtslogisch die Annahme 
eines Schleudertraumas der HWS (resp. einer der weiteren, 
adäquanzrechtlich gleich behandelten Verletzungen) lediglich be-
stimmt, dass die Schleudertraumapraxis anzuwenden ist. Hingegen 
genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, 
adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) für sich allein 
nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art 
der erlittenen Verletzung. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere 
der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer 
Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (BGE 
134 V 109 E.10.2.2). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall 
eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirk-
ten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86 E.5.3 
[U 339/06]; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E.4.3 [U 193/01] mit Hinwei-
sen). Daneben gilt es zu beachten, dass eine HWS-Distorsion, welche 
auf eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trifft, speziell 
geeignet ist, die "typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als 
Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (vgl. Urteil des Bundes-
gerichtes 8C_785/2007 vom 11. Juni 2008 E.4.4). Dabei ist indessen 
nicht bereits deshalb eine Verletzung besonderer Art anzunehmen, 
weil die versicherte Person bereits in der Vergangenheit einmal ein 
Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma ähnliche Verletzung 
erlitten hat. Vielmehr rechtfertigt sich eine entsprechende Qualifikation 
der erlittenen Verletzungen nur bei Vorliegen einer erheblich vorge-
schädigten Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 
8C_154/2009 vom 5. Juni 2009 E.5.3, 8C_759/2007 vom 14. August 
2008 E.5.3, 8C_61/2008 vom 10. Juli 2008 E.7.3.2). Vorliegend wur-
den neben der HWS-Distorsion unfallzeitnah keine weiteren Verlet-
zungen diagnostiziert. Sowohl die neurologischen als auch die bildge-
benden Untersuchungen zeigten unauffällige Befunde (vgl. Bericht der 
Erstbehandlung des Rhätischen Kantons- und Regionalspitals vom 

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10. September 2004 [Bg-act. M2]), Arztbericht von Dr. med. G._____ 
vom 21. April 2005 [Bg-act. M4], Arztbericht von Dr. med. E._____ 
vom 9. April 2005 [Bg-act. M7]). Sodann sind gemäss Dokumentati-
onsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleuni-
gungstrauma vom 20. Mai 2005 (Bg-act. M8) weder eine Bewusstlo-
sigkeit, Bewusstseinslücke, Schwindel, Übelkeit noch Erbrechen ein-
getreten. Auch eine beim Unfall eingenommene besondere Körperhal-
tung ist nicht erwiesen. Zwar dokumentierte Dr. med. C._____, Assis-
tenzart im Rhätischen Kantons- und Regionalspital, im Dokumentati-
onsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem Beschleuni-
gungstrauma vom 20. Mai 2005 (Bg-act. M8) einen Kopfanprall bei 
Kopfstellung "ro