# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fb2a7ee-9587-56e3-b94c-dd8f63ca0a62
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.11.2019 BB.2019.63
**Docket/Reference:** BB.2019.63
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2019-63_2019-11-20

## Full Text

Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO).;;Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO).

Beschluss vom 20. November 2019 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Giorgio Bomio-Giovanascini, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Stephan Blättler, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A. CORP., vertreten durch Rechtsanwalt Marc Bé-

guin, 

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT, 

 

2. B., vertreten durch Rechtsanwalt Bernhard Isen-

ring, 

 

Beschwerdegegnerinnen 

 

Gegenstand  Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2019.63 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Schreiben vom 4. Juli 2016 informierte die Bank C. (Schweiz) ihren Kun-

den D., dass die deutschen Steuerbehörden in den Besitz von Daten und 

Informationen zu dem in der Schweiz liegenden, auf D. lautenden Bankkonto 

gekommen seien (Akten BA, pag. 05-00-00-00027). Am 4. Oktober 2016 er-

hob D. diesbezüglich bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige gegen 

unbekannte Täterschaft u.a. wegen des Verdachts der Verletzung des Bank-

geheimnisses im Sinne von Art. 47 des Bundesgesetzes vom 8. Novem-

ber 1934 über die Banken und Sparkassen (Bankengesetz, BankG; 

SR 952.0) und des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes gemäss Art. 273 

StGB. D. konstituierte sich im Rahmen seiner Strafanzeige als Privatkläger 

(Akten BA, pag. 05-00-00-0001 ff.). 

 

 

B. Am 18. Januar 2017 eröffnete die Bundesanwaltschaft eine entsprechende 

Strafuntersuchung mit der Verfahrensnummer SV.16.1648 (Akten BA, 

pag. 01-00-00-0001). Am selben Tag ersuchte die Bundesanwaltschaft die 

Bank C. (Schweiz) um Auskunft, wie die Daten von D. in den Besitz der deut-

schen Behörden gelangt seien (Akten BA, pag. 07-01-00-0001 f.). Die Bank 

C. (Schweiz) liess am 10. Februar 2017 mitteilen, die entsprechenden Daten 

seien im Mai 2013 in unbeabsichtigter Weise im Rahmen eines Wechsels 

des Arbeitsortes einer Mitarbeiterin aus der Schweiz nach Frankfurt a.M. zur 

Bank C. (Deutschland) gelangt. Es handle sich hierbei um eine Excel-Liste 

aus dem Jahre 2009, welche kundenidentifizierende Angaben wie Namen, 

Kontonummern, Kontostand und Postleitzahl von grösstenteils in der 

Schweiz domizilierten Kunden enthielt. Die entsprechenden Daten seien da-

nach bei der Bank C. (Deutschland) in Frankfurt a.M. anlässlich einer Haus-

durchsuchung im Juli 2013 durch deutsche Steuerfahnder sichergestellt wor-

den (Akten BA, pag. 07-01-00-0003 ff.). Am 6. März 2017 teilte die Bundes-

anwaltschaft D. mit, das Verfahren einstellen zu wollen, und setzte ihm eine 

Frist zur Stellung von Beweisanträgen (Akten BA, pag. 15-01-00-0002). D. 

erklärte sich mit Eingabe vom 6. April 2017 nicht einverstanden mit der be-

absichtigten Verfahrenseinstellung und stellte eine Reihe von Beweisanträ-

gen (Akten BA, pag. 15-01-00-0012 ff.).  

 

 

C. Am 9. Juni 2017 liess die A. Corp. mit Sitz auf den Bahamas bei der Bun-

desanwaltschaft eine Strafanzeige gegen unbekannte Täterschaft einrei-

chen. Gegenstand dieser Anzeige ist der Umstand, dass die deutschen Be-

hörden offenbar auch in den Besitz zu Informationen zum Konto der A. Corp. 

bei der Bank C. (Schweiz) gekommen sind und diese den französischen und 

- 3 - 

 

 

den spanischen Behörden weitergeleitet haben. Die A. Corp. erklärte, sich 

am Strafverfahren als Privatklägerin beteiligen zu wollen (Akten BA, pag. 05-

00-00-0028 ff.).  

 

 

D. Am 21. Juli 2017 forderte die Bundesanwaltschaft die Bank C. (Schweiz) auf, 

ihr eine Reihe bestimmter Unterlagen herauszugeben sowie Angaben zur 

Identität und zum Aufenthalt der erwähnten Mitarbeiterin der Bank C. 

(Deutschland) zu machen (Akten BA, pag. 07-01-00-0012 ff.). Die Bank C. 

(Schweiz) liess der Bundesanwaltschaft die gewünschten Angaben und Un-

terlagen mit Schreiben vom 15. September 2017 zugehen und beantragte 

unter Hinweis auf deren Vertraulichkeit in prozessualer Hinsicht, die Akten-

einsicht der Verfahrensbeteiligten sei in Bezug auf das Schreiben vom 

15. September 2017 einschliesslich dessen Beilagen zu verweigern (Akten 

BA, pag. B07-01-01-0219 ff.). Gestützt auf die erhaltenen Angaben dehnte 

die Bundesanwaltschaft am 23. Mai 2018 die Strafverfolgung aus auf B. (Ak-

ten BA, pag. 01-00-00-0002). 

 

 

E. Am 23. Mai 2018 lud die Bundesanwaltschaft die in Deutschland wohnhafte 

B. zur Einvernahme in der Schweiz ein (Akten BA, pag. 16-01-00-0001 f.). 

B. liess jedoch ausrichten, es sei auf eine Einvernahme zu verzichten, sie 

sei aber bereit, allfällige Fragen der Bundesanwaltschaft in Form eines 

schriftlichen Berichts zu beantworten (Akten BA, pag. 16-01-00-0008 ff.). Ge-

stützt darauf liess die Bundesanwaltschaft B. am 3. August 2018 einen ent-

sprechenden Fragenkatalog zugehen (Akten BA, pag. 13-01-00-0001 ff.). 

Die Antworten von B. wurden der Bundesanwaltschaft am 10. Septem-

ber 2018 übermittelt (Akten BA, pag. 13-01-00-0008 ff.). Die Bundesanwalt-

schaft bot diesbezüglich den Vertretern der Privatkläger die Gelegenheit, al-

lenfalls Ergänzungsfragen an B. zu stellen (Akten BA, pag. 15-01-00-0032 

f.). Sowohl D. (Akten BA, pag. 15-01-00-0034 ff.) als auch die A. Corp. (Akten 

BA, pag. 15-02-00-0011 ff.; zusammen mit weiteren Beweisanträgen) lies-

sen der Bundesanwaltschaft Ergänzungsfragen an B. zugehen. Am 2. No-

vember 2018 liess B. der Bundesanwaltschaft mitteilen, dass sie die Fragen 

der Privatkläger nicht beantworten werde (Akten BA, pag. 13-01-00-0021 

[gemäss Aktenverzeichnis]).  

 

 

F. Am 4. Dezember 2018 teilte die Bundesanwaltschaft den Parteien mit, sie 

erachte die Untersuchung als vollständig und sie beabsichtige, das Verfah-

ren einzustellen. Gleichzeitig bot sie den Parteien die Gelegenheit, allfällige 

Beweisanträge zu stellen (Akten BA, pag. 16-01-00-0013 f.). Angesichts der 

angekündigten Verfahrenseinstellung verzichtete der Verteidiger von B. auf 

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die Stellung von Beweisanträgen (Akten BA, pag. 16-01-00-0017 f.). Die 

A. Corp. und D. teilten in der Folge mit, sie seien mit der Einstellung des 

Verfahrens nicht einverstanden, und stellten weitere Beweisanträge (Akten 

BA, pag. 15-02-00-0031 ff. und 15-01-00-0039 ff.). Mit Verfügung vom 

18. Februar 2019 wies die Bundesanwaltschaft die von den Privatklägern 

gestellten Beweisanträge ab (Akten BA, pag. 15-01-00-0049 ff.). Am 

26. Februar 2019 verfügte die Bundesanwaltschaft Folgendes (Akten BA, 

pag. 03-00-0001 ff.): 

 

1. Das Strafverfahren gegen B. wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes (Art. 273 StGB) 

und Widerhandlung gegen das Bankengesetz (Art. 47 BankG) wird in der Hand der Bundes-

behörden vereinigt. 

2. Das Strafverfahren gegen B. wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes (Art. 273 StGB) 

und Widerhandlung gegen das Bankengesetz (Art. 47 BankG) wird eingestellt (Art. 319 Abs. 1 

lit. b und d StPO). 

3. B. wird eine Entschädigung von Fr. 6'099.60 ausgerichtet (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). (…) 

4. D. und der A. Corp. wird keine Entschädigung ausgerichtet (Art. 433 Abs. 1 StPO). 

5. (…) 

 

 

G. Hiergegen gelangte die A. Corp. mit Beschwerde vom 18. März 2019 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (act. 1). Sie beantragt im We-

sentlichen die Aufhebung der Einstellungsverfügung und die Rückweisung 

des Verfahrens an die Bundesanwaltschaft zur Erhebung einer Reihe von 

weiteren Beweisen (vgl. act. 1, S. 2 f.).  

 

Die Bundesanwaltschaft teilte am 3. April 2019 mit, sie verzichte auf eine 

Beschwerdeantwort (act. 7). Sie verwies vollumfänglich auf die Einstellungs-

verfügung vom 26. Februar 2019 sowie die bisherigen Verfahrensakten. 

Letztere betreffend teilte die Bundesanwaltschaft Folgendes mit:  

 

Ihrer Information diene in diesem Zusammenhang, dass den Parteien ein Teil der Verfahrens-

akten der Rubrik 7.1. in Anwendung von Art. 101 Abs. 1 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO nur 

in geschwärzter Form zur Verfügung gestellt wurde. Es handelte sich hierbei um bei der Bank 

C. (Schweiz) edierte Unterlagen, welche Informationen über deren Geschäftstätigkeit und in-

terne Abläufe und somit schützenswerte Daten enthalten. Das geschwärzte Schreiben von 

Rechtsanwalt E. vom 15. September 2017 finden Sie unter pag. B07-01-01-0219 ff. und die 

dazugehörigen Beilagen unter pag. B07-01-01-0227 ff. Der Vollständigkeit halber sei ausge-

führt, dass die ungeschwärzten Versionen derselben unter pag. 07-01-00-0020 ff. bzw. B07-

01-01-0001 ff. (keine Akteneinsicht an die Parteien) abgelegt sind. 

 

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B. liess am 11. April 2019 mitteilen, sie verzichte auf eine Beschwerdeant-

wort (act. 9). Die Eingaben der Bundesanwaltschaft und von B. wurden der 

A. Corp. am 12. April 2019 zur Kenntnis gebracht (act. 10). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen die Einstellungsverfügung der Bundesanwaltschaft können die Par-

teien innert zehn Tagen bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 37 

Abs. 1 StBOG). Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, sofern sie ein 

rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der ange-

fochtenen Verfügung haben (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die geschädigte Person 

ist gegen die Einstellung des Verfahrens grundsätzlich nur insoweit zur Be-

schwerde legitimiert, als sie sich vor Abschluss des Vorverfahrens im Sinne 

der Art. 118 f. StPO als Privatklägerschaft konstituiert hat (BGE 141 IV 380 

E. 2.2 S. 383 mit Hinweis). Mit der Beschwerde gerügt werden können ge-

mäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschrei-

tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsver-

zögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sach-

verhalts (lit. b) sowie die Unangemessenheit (lit. c). 

 

1.2  

1.2.1 Als Privatklägerschaft und somit als Partei des Strafverfahrens (Art. 104 

Abs. 1 lit. b StPO) gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich erklärt, sich 

am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu beteiligen 

(Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die 

Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 

Abs. 1 StPO). In seinen Rechten unmittelbar verletzt ist, wer Träger des 

durch die verletzte Strafnorm geschützten oder zumindest mitgeschützten 

Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77 E. 2.2; 141 IV 454 E. 2.3.1). Im Zusammen-

hang mit Strafnormen, die nicht primär Individualrechtsgüter schützen, gel-

ten praxisgemäss nur diejenigen Personen als Geschädigte, die durch die 

darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, 

sofern diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen 

Handlung ist (BGE 141 IV 454 E. 2.3.1; 140 IV 155 E. 3.2 S. 157 f.). Bei 

- 6 - 

 

 

Straftaten gegen kollektive Interessen reicht es für die Annahme der Geschä-

digtenstellung im Allgemeinen aus, dass das von der geschädigten Person 

angerufene Individualrechtsgut durch den Straftatbestand auch nur nachran-

gig oder als Nebenzweck geschützt wird. Werden durch Delikte, die (nur) 

öffentliche Interessen verletzen, private Interessen auch, aber bloss mittel-

bar beeinträchtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 StPO (BGE 141 IV 454 E. 2.3.1; 140 IV 155 E. 3.2 S. 158; 

jeweils m.w.H.). 

 

1.2.2 Der Tatbestand des wirtschaftlichen Nachrichtendienstes gemäss Art. 273 

StGB befindet sich im dreizehnten Titel des Strafgesetzbuchs. Das Delikt 

stellt ein Vergehen gegen den Staat dar und beim geschützten Rechtsgut 

handelt es sich dementsprechend um öffentliche Interessen und nicht um 

Individualinteressen (vgl. hierzu ausführlich TPF 2013 164 E. 1.6 f.; siehe 

auch die Beschlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2013.177 vom 26. März 

2014 E. 1.3.2; BB.2012.133 vom 25. April 2013 E. 2.2.2). Die Beschwerde-

führerin legt diesbezüglich keinerlei Tatsachen dar, aus denen sich ihrerseits 

eine unmittelbare Schädigung und damit ihre Beschwerdelegitimation erge-

ben soll (vgl. zur entsprechenden Obliegenheit der Beschwerdeführerin u.a. 

das Urteil des Bundesgerichts 1B_339/2016 vom 17. November 2016 

E. 2.1). In diesem Punkt ist auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutre-

ten.  

 

1.2.3 Der Tatbestand von Art. 47 BankG schützt demgegenüber die Privatsphäre 

und damit ein Individualrechtsgut des Bankkunden (vgl. hierzu die Be-

schlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2013.177 vom 26. März 2014 E. 1.3.2; 

BB.2012.133 vom 25. April 2013 E. 2.2.4). Die Beschwerdeführerin als be-

troffene Bankkundin ist damit Trägerin des geschützten Rechtsguts und die-

sen Tatbestand betreffend als geschädigte Person anzusehen. In diesem 

Punkt ist sie zur Beschwerde legitimiert. 

 

1.3 Die vorliegende Beschwerde ist in französischer Sprache verfasst. Nach 

konstanter Praxis der Beschwerdekammer definiert jedoch die Sprache des 

angefochtenen Entscheides die Sprache im Beschwerdeverfahren (vgl. 

hierzu u.a. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2018.171 vom 15. Ja-

nuar 2019 E. 2 m.w.H.). Der vorliegende Beschluss ergeht damit – wie die 

angefochtene Verfügung auch – in deutscher Sprache. 

1.4 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist unter 

Vorbehalt der fehlenden Legitimation bezüglich des Tatvorwurfs des wirt-

schaftlichen Nachrichtendienstes einzutreten.  

 

 

- 7 - 

 

 

2.  

2.1 Die Beschwerdegegnerin 1 hat den Parteien im Rahmen des Strafverfahrens 

einen Teil der Verfahrensakten in Anwendung von Art. 101 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO offenbar nur in geschwärzter Form zur Verfügung 

gestellt. Es handelte sich dabei um von der Bank C. (Schweiz) edierte Un-

terlagen, welche Informationen über deren Geschäftstätigkeit und interne 

Abläufe enthalten. Die Beschwerdegegnerin 1 reichte der Beschwerdekam-

mer die entsprechenden Unterlagen sowohl in geschwärzter als auch in un-

geschwärzter Form ein (vgl. hierzu oben Sachverhalt lit. G). 

  

2.2 Die Praxis der Beschwerdekammer unter dem Geltungsbereich der StPO 

lässt es nicht zu, dass diese von Aktenstücken Kenntnis nimmt, welche einer 

Partei nicht offengelegt werden sollen (vgl. hierzu die Beschlüsse des Bun-

desstrafgerichts BB.2013.173 vom 24. Januar 2014 E. 2; BB.2011.78 vom 

5. Dezember 2011 E. 1 m.w.H.). Entsprechend stützt sie sich im vorliegen-

den Verfahren – soweit überhaupt notwendig – auf die Akten nur in derjeni-

gen Form, wie sie auch den Parteien zur Einsichtnahme vorgelegt wurden.  

 

 

3.  

3.1 Verbleibender, einer materiellen Beurteilung zu unterziehender Beschwer-

degegenstand ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 1 das Strafverfah-

ren bezüglich des der Beschwerdegegnerin 2 gegenüber erhobenen Vor-

wurfs der Widerhandlung im Sinne von Art. 47 BankG zu Recht eingestellt 

hat oder nicht. 

 

3.2  

3.2.1 Die Staatsanwaltschaft verfügt die vollständige oder teilweise Einstellung 

des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage recht-

fertigt, oder wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Art. 319 Abs. 1 lit. a und b 

StPO). Der Entscheid über die Einstellung des Verfahrens hat sich nach dem 

Grundsatz «in dubio pro duriore» zu richten. Dieser ergibt sich aus dem Le-

galitätsprinzip. Er bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwalt-

schaft grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden 

Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist, sofern die 

Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, 

wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein 

Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der 

Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei 

zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über 

die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das 

zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass im 

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Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Ein-

stellungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; 138 IV 186 

E. 4.1; 138 IV 86 E. 4.1.1 S. 90 f.). 

 

3.2.2 Eine vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens erfolgt auch, 

wenn Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder 

Prozesshindernisse aufgetreten sind (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO). Der Grund-

satz «in dubio pro duriore» ist auch bei der Anwendung dieser Bestimmung 

zu beachten (Urteil des Bundesgerichts 6B_471/2015 vom 27. Juli 2015 

E. 3.2.1). 

 

 

4.  

4.1 Das Untersuchungsergebnis lässt sich aufgrund der vorliegenden Akten wie 

folgt zusammenfassen: Die Beschwerdegegnerin 2 war von September 2007 

bis Mai 2013 Angestellte der Bank C. (Schweiz) (Akten BA, pag. 07-01-00-

0004, Rz. 6). Im Mai 2013 verlegte sie ihren Arbeitsort von Zürich nach 

Frankfurt a.M. (vgl. Akten BA, pag. B07-01-01-0228). Damit wechselte sie 

innerhalb des Konzerns von der Bank C. (Schweiz) zur Bank C. (Deutsch-

land) (Akten BA, pag. 07-01-00-0004, Rz. 8). Zuvor habe die Beschwerde-

gegnerin 2 im April 2013 den damals gültigen internen Richtlinien entspre-

chend ihren Vorgesetzten um Zustimmung ersucht, den Inhalt ihres perso-

nenbezogenen Laufwerks sowie ihrer Mailbox in ihr neues IT-Profil in 

Deutschland zu übertragen. Gestützt auf die ausdrückliche Bestätigung der 

Beschwerdegegnerin 2, all diejenigen Daten, welche kundenidentifizierende 

Informationen enthielten, von ihrem persönlichen Laufwerk und in den E-

Mails vorgängig zu löschen, habe der Vorgesetzte den Antrag genehmigt 

(Akten BA, pag. 07-01-00-0004, Rz. 7; vgl. hierzu auch pag. B07-01-01-0228 

und B07-01-01-0441 ff.). Die Beschwerdegegnerin 2 gab hierzu an, sie habe 

vor ihrem Wechsel sorgfältig sämtliche Ordner, Dateien und Daten ihrer Mail-

box, ihres Kalenders und ihres persönlichen (P)-Laufwerks durchgesehen, 

kontrolliert und die Daten identifiziert und gelöscht, welche streng vertrauli-

che sowie in irgendeiner Form kundenidentifizierende Daten enthalten ha-

ben (Akten BA, pag. 13-01-00-0009 ff.). Anlässlich einer Hausdurchsuchung 

an ihrem neuen Arbeitsort im Juli 2013 haben die deutschen Steuerfahnder 

eine Excel-Liste aus dem Jahr 2009, welche kundenidentifizierende Anga-

ben (Namen, Kontonummer, Kontostand, Postleitzahl etc.) von grösstenteils 

in der Schweiz domizilierten privaten Kunden enthielt, sichergestellt. Die Be-

schwerdegegnerin 2 gab hierzu an, dass sie im Nachhinein feststellen 

musste, dass diese Datei auf ihrem (P)-Laufwerk abgespeichert gewesen sei 

(Akten BA, pag. 13-01-00-0010). Sie gehe davon aus, dass sie diese Datei 

- 9 - 

 

 

zwischen Dezember 2008 bis Februar 2009 im Rahmen eines Projektes er-

halten habe, könne sich aber nicht daran erinnern, von wem genau sie diese 

erhalten habe (Akten BA, pag. 13-01-00-0010). Sie habe diese Datei vor dem 

Wechsel ihres Arbeitsortes nach Deutschland nicht bewusst wahrgenommen 

und müsse diese bzw. deren genauen Inhalt, ungeachtet ihrer sorgfältigen 

Überprüfung, übersehen haben. Sie könne sich nicht erklären, warum sie die 

Datei bzw. deren genauen Inhalt übersehen und somit nicht gelöscht habe 

(Akten BA, pag. 13-01-00-0009 und 13-01-00-0011). Es sei ihr nicht klar und 

bewusst gewesen, dass die genannte Datei und deren Inhalte mitübertragen 

worden seien (Akten BA, pag. 13-01-00-0011). Diese Daten habe sie für ihre 

Tätigkeit in Deutschland auch nicht benötigt (Akten BA, pag. 13-01-00-0010). 

Bei der Übertragung sei sie nach bestem Wissen und Gewissen davon aus-

gegangen, alle streng vertraulichen Informationen sowie in irgendeiner Form 

kundenidentifizierende Daten gelöscht zu haben (Akten BA, pag. 13-01-00-

0011). Hätte sie die fragliche Datei bei ihrer Überprüfung wahrgenommen, 

so hätte sie diese ohne jeden Zweifel gelöscht (Akten BA, pag. 13-01-00-

0009 und 13-01-00-0011). 

 

4.2 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. 1, S. 6 f. und 8 f.) 

bestehen zum untersuchten Sachverhalt keine erheblichen Widersprüche. 

Es trifft zwar zu, dass die Bank C. (Schweiz) in einer ersten Stellungnahme 

ausführte, die Beschwerdegegnerin 2 habe die fraglichen Daten im Rahmen 

eines Projekts im Zusammenhang mit Marketingstrategien zur besseren 

Marktbearbeitung der verschiedenen Alterskategorien der Kunden erhalten 

(Akten BA, pag. 07-01-00-0004, Rz. 6), relativierte diesbezüglich später 

aber, die Beschwerdegegnerin 2 habe in diesem Zusammenhang nur Daten 

erhalten, welche nicht die Namen von Kunden umfassten (Akten BA, pag. 

B07-01-01-0224, Rz. 15). Auch die Beschwerdegegnerin 2 selber kann sich 

nicht mehr erinnern, in welchem Zusammenhang und von wem genau sie 

diese Datei erhalten habe (Akten BA, pag. 13-01-00-0010). Hinreichend er-

stellt ist jedoch, dass die Beschwerdegegnerin 2 genau diese Datei mit den 

Namen der Kunden während der Dauer ihrer Beschäftigung für die Bank C. 

(Schweiz) erhalten hat und dass diese in der Folge in Deutschland anlässlich 

der erwähnten Hausdurchsuchung durch die deutschen Steuerfahnder si-

chergestellt wurde. Sofern die Beschwerdeführerin die Rechtmässigkeit ein-

zelner Beweismassnahmen anzweifelt bzw. geltend macht, dabei seien ihre 

Teilnahmerechte verletzt worden (act. 1, S. 12 f.), so hätte sie dies umge-

hend auf dem Beschwerdeweg rügen müssen. Im Übrigen ist nicht ersicht-

lich, inwiefern sich die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Kritik für 

das geschilderte Untersuchungsergebnis als relevant erweisen sollte. 

  

- 10 - 

 

 

4.3  

4.3.1 Gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a BankG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ein Geheimnis offenbart, das ihm in 

seiner Eigenschaft als Organ, Angestellter, Beauftragter oder Liquidator ei-

ner Bank oder einer Person nach Art. 1b BankG oder als Organ oder Ange-

stellter einer Prüfgesellschaft anvertraut worden ist oder das er in dieser Ei-

genschaft wahrgenommen hat. Wer fahrlässig handelt, wird mit Busse bis zu 

Fr. 250‘000.– bestraft (Art. 47 Abs. 2 BankG). 

 

4.3.2 Geheimzuhaltende Tatsachen zu offenbaren, heisst nach allgemeiner Auf-

fassung, sie Unberufenen zugänglich zu machen. Zentral ist dabei die Frage, 

wer unter welchen Voraussetzungen als zur Kenntnisnahme «berufen» an-

zusehen ist (vgl. hierzu STRATENWERTH, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2013, 

Art. 47 BankG N. 15). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, 

wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer 

die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 

StGB i.V.m. Art. 47 Abs. 6 Satz 2 BankG). 

 

4.4 Aufgrund des oben geschilderten Untersuchungsergebnisses ist davon aus-

zugehen, dass sich die Beschwerdegegnerin 2 anlässlich ihres Stellenwech-

sels nach Deutschland gar nicht bewusst war, dass sich auf ihrem persönli-

chen Laufwerk eine Datei mit geheimnisgeschütztem Inhalt gemäss Art. 47 

Abs. 1 lit. a BankG befand. Entsprechend fehlte es ihr für eine vorsätzliche 

Offenbarung des Geheimnisses bereits am erforderlichen Wissen, weshalb 

der Straftatbestand der vorsätzlichen Widerhandlung im Sinne von Art. 47 

Abs. 1 lit. a BankG nicht erfüllt ist. Das gilt bereits für die Übertragung der 

fraglichen Datei von der Bank C. (Schweiz) an die Bank C. (Deutschland). 

Dies gilt aber umso mehr auch für die danach erfolgte zwangsweise Behän-

digung der Datei durch die deutschen Steuerfahnder im Rahmen einer Haus-

durchsuchung. Entsprechend wäre bei einer Anklageerhebung mit sehr ho-

her Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen, weshalb sich in 

Bezug auf den Vorwurf der vorsätzlich begangenen Verletzung des Bankge-

heimnisses im Lichte der zuvor dargelegten bundesgerichtlichen Praxis (vgl. 

E. 3.2.1) eine Einstellung aufdrängte. Die erfolgte Einstellung ist in diesem 

Punkt nicht zu beanstanden (Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO). 

 

4.5 Angesichts der Strafdrohung handelt es sich bei der fahrlässig begangenen 

Widerhandlung im Sinne von Art. 47 Abs. 2 BankG um eine Übertretung 

(Art. 103 StGB i.V.m. Art. 47 Abs. 6 Satz 2 BankG). Eine solche verjährt in 

drei Jahren (Art. 109 StGB). Gegenstand der Untersuchung sind Ereignisse, 

welche spätestens im Juli 2013 abgeschlossen waren. Einer Weiterführung 

- 11 - 

 

 

der Untersuchung wegen des Verdachts einer fahrlässig begangenen Wider-

handlung im Sinne von Art. 47 Abs. 2 BankG steht demnach das Prozess-

hindernis der Verjährung entgegen. Entsprechend ist auch in diesem Punkt 

die verfügte Einstellung nicht zu beanstanden (Art. 319 Abs. 1 lit. d StPO). 

 

 

5. Damit erweist sich die Beschwerde in all ihren Punkten als unbegründet. Sie 

ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. 

 

 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der unterlie-

genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ge-

richtsgebühr ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 

8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 

über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren 

[BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des geleisteten Kostenvor-

schusses in derselben Höhe (act. 3 und 5). 

 

6.2 Die Beschwerdegegnerin 2 verzichtete mit Eingabe vom 11. April 2019 auf 

eine Beschwerdeantwort (act. 9). Mangels nennenswerter Aufwendungen 

auf ihrer Seite ist daher auf den Zuspruch einer Entschädigung für das vor-

liegende Verfahren zu verzichten. 

 

- 12 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.– wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe. 

 

 

Bellinzona, 21. November 2019 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Marc Béguin 

- Bundesanwaltschaft 

- Rechtsanwalt Bernhard Isenring 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.