# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd9536b3-eb82-53b4-a23f-ef888275d6a6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 16.07.2019 110 2019 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2019-65_2019-07-16.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2019/65 Bern, 16. Juli 2019

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

und

Frau B.________
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt C.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Fraubrunnen, Bauverwaltung, Dorfstrasse 10, 
3308 Grafenried

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Fraubrunnen vom 
18. März 2019 (Baugesuch Nr. 2018-59; Neubau Wohnung DG mit neuem Zugang und 
Balkon, Einbau Schleppgauben / DFF, Kamin und Garagentor im UG, Umbau Galerie, 
Neubau Schopf, Sichtschutzwand und Terasse, Fällen von Tannen / Stützmauer)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 19. Juli 2018 bei der Gemeinde Fraubrunnen 

ein Baugesuch ein. Dieses umfasste den Neubau einer Wohnung im Dachgeschoss mit 

neuem Zugang und Balkon, den Umbau der Galerie sowie den Einbau von 

Schleppgauben, Dachfenstern, einem Kamin und einem Garagentor im Untergeschoss. 

Auf der Südseite sind ferner ein neuer Schopf, eine Sichtschutzwand sowie eine Terrasse 

geplant. Schliesslich sollen auf der Bauparzelle Tannen gefällt werden. Das Vorhaben soll 

RA Nr. 110/2019/65 2

auf der Parzelle Fraubrunnen Grundbuchblatt Nr. D.________ realisiert werden. Die 

Parzelle liegt in der Wohnzone W2. Gegen das Bauvorhaben erhob der Beschwerdeführer 

Einsprache. Mit Bauentscheid vom 18. März 2019 erteilte die Gemeinde Fraubrunnen für 

das Vorhaben die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. April 2019 Beschwerde 

bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er 

beantragt einerseits die Aufhebung des Bauentscheids vom 18. März 2019. Andererseits 

verlangt er, das Verfahren bezüglich der bereits erstellten Blocksteinmauer entlang der 

ostseitigen Parzellengrenze müsse zuerst durchgeführt werden oder die Blocksteinmauer 

müsse im gleichen Baugesuchsverfahren beurteilt werden wie das geplante Um- und 

Ausbauvorhaben. Er ist der Meinung, ein allfälliger Rückbau der Blocksteinmauer habe 

Auswirkungen auf die Statik des Gebäudes. Zudem befürchtet er, auf seiner Parzelle 

könnten Kurz- und Langzeitschäden entstehen. Er meldet deshalb eine Rechtsverwahrung 

an.

3. Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2019 die 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne. Die 

Gemeinde vertritt in ihrer Stellungnahme vom 3. Mai 2019 ohne einen förmlichen Antrag zu 

stellen die Meinung, zwischen der bereits erstellten Blocksteinmauer und dem Vorhaben 

gemäss der angefochtenen Baubewilligungen bestehe keine Abhängigkeit. Zudem 

bemerkte sie, bei ihr sei am 2. April 2019 für die strittige Blocksteinmauer eine 

nachträgliche Baueingabe eingegangen. Die Prüfung dieses Baugesuchs sei im Gange.

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte bei der Vorinstanz die Vorakten ein. Die Parteien 

erhielten Gelegenheit, sich zum Verfahren zu äussern. In der Eingabe vom 31. Mai 2019 

hält der Beschwerdeführer im Wesentlichen an seinem Standpunkt fest. Mit Schreiben vom 

6. Juni 2019 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie habe keine weiteren Bemerkungen. Sie 

halte an ihren Ausführungen in der Beschwerdeantwort fest. Auf die Rechtsschriften, die 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191)

RA Nr. 110/2019/65 3

Eingaben und die vorhandenen Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig.

b) Umstritten ist die Legitimation des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin 

vertritt die Ansicht, die strittige und bereits erstellte Blocksteinmauer sei nicht Teil der 

angefochtenen Baubewilligung. Der Beschwerdeführer sei daher im Zusammenhang mit 

der bereits erstellten Blocksteinmauer nicht in seinen schutzwürdigen Interessen betroffen.

c) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG sind nur 

Personen zur Einsprache befugt, welche durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen 

schutzwürdigen Interessen betroffen sind. Nach Lehre und Rechtsprechung ist eine Person 

in schutzwürdigen Interessen berührt, wenn sie durch ein Bauvorhaben in höherem Mass 

als die Allgemeinheit betroffen ist und zum Streitgegenstand eine besondere 

Beziehungsnähe hat. Die Betroffenheit kann rechtlicher oder auch nur tatsächlicher Natur 

sein. Sie muss aber hinreichend sein, d.h. eine bestimmte Intensität erreichen, so dass von 

der Abwendung eines materiellen oder ideellen Nachteils gesprochen werden kann. Der 

Nachteil muss persönlich und unmittelbar sein.3 In einer besonders nahen Beziehung zur 

Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des Baugrundstücks. Unter Nachbarn 

versteht dabei die Verwaltungs- und Gerichtspraxis vorab die Eigentümerinnen und 

Eigentümer von Nachbargrundstücken sowie Personen, die an solchen Grundstücken 

dinglich berechtigt sind.4

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 35-
35c N. 16 ff.
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 17a

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d) Der Beschwerdeführer ist Alleineigentümer der Parzelle Nr. E.________, die 

südwestseitig direkt an die Bauparzelle Nr. D.________ grenzt. Als direkter Nachbar ist er 

aufgrund der räumlichen Nähe zum Bauvorhaben unmittelbar in seinen eigenen 

schutzwürdigen Interessen betroffen.5 Zudem beteiligte sich der Beschwerdeführer am 

vorinstanzlichen Verfahren als Einsprecher und ist dort mit seinen Anliegen unterlegen. 

Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin ist der Beschwerdeführer durch den 

vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf 

die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.

2. Streitgegenstand

a) Die Beschwerdegegnerin ersetzte im Jahr 2016 die bestehende Stützmauer aus 

Eisenbahnschwellen entlang der östlichen Parzellengrenze durch eine Blocksteinmauer. In 

seiner Einsprache vom 26. Oktober 2018 rügte der Beschwerdeführer, er gehe davon aus, 

dass bei der Erstellung der Stützmauer die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten 

wurden. Auch seien auf seiner Parzelle Erdverschiebungen vorgenommen worden. Zudem 

kritisierte er in der Einsprache, der Rückbau der rechtswidrigen Baute könne Auswirkungen 

auf die Statik des bestehenden Gebäudes Nr. 33 haben. Er verlangte deshalb, im hängigen 

Baubewilligungsverfahren sei die Hangsicherung zu prüfen und in Bezug auf die erstellte 

Blocksteinmauer sei die Wiederherstellung zu verfügen.

b) Zu diesem Einsprachepunkt bemerkte die Gemeinde im angefochtenen Entscheid, 

sie werde bezüglich der strittigen Blocksteinmauer ein separates Baupolizeiverfahren 

starten. In diesem Verfahren werde sie beurteilen, ob die neue Blocksteinmauer 

baubewilligungsfähig sei oder diese zurückgebaut werden müsse. Auch würde im Rahmen 

des Baupolizeiverfahrens die Frage der Erdverschiebungen geklärt. Weiter führte die 

Gemeinde aus, ein direkter Zusammenhang zwischen der strittigen Blocksteinmauer und 

dem Umbauvorhaben bestehe nicht. Auch würden Lösungen bestehen, mit denen bei 

einem allfälligen Wegfall der Blocksteinmauer das Gebäude und die Umgebung geschützt 

werden könnten. Die Prüfung des Einsprachepunkts bezüglich der strittigen 

Blocksteinmauer könne aus diesem Grund getrennt vom Baugesuch für den Um- und 

Ausbau des Einfamilienhauses in einem Baupolizeiverfahren erfolgen. In der 

5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35-35c N. 16 und N. 17

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Stellungnahme vom 3. Mai 2019 hielt die Gemeinde ausserdem fest, das Gebäude auf der 

Parzelle Nr. D.________ befinde sich nicht in einem Gefahrengebiet. Zudem liege der 

bestehende Keller tiefer als die neue Blocksteinmauer. Diese könne deshalb kaum eine 

entscheidende Stützwirkung für das Gebäude einnehmen. Die baulichen Veränderungen 

am Gebäude gemäss dem Baugesuch der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2018 seien 

nicht hangseitig, sondern strassenseitig geplant. Rutschungen und dadurch die 

Gefährdung von Nachbarn sei durch das geplante Um- und Ausbauvorhaben praktisch 

ausgeschlossen.

c) In seiner Beschwerde rügt der Beschwerdeführer, die Blocksteinmauer entlang der 

Hangkante hänge mit dem geplanten Vorhaben zusammen. Er vermute, die strittige 

Blocksteinmauer sei erstellt worden, um den Weiterausbau des Einfamilienhauses 

vorzubereiten. Er befürchtet Schäden an seinem Grundstück, wenn die Mauer 

zurückgebaut werden müsse. Er erhebt Rechtsverwahrung und verlangt, es sei die 

Blocksteinmauer im gleichen Baugesuchsverfahren wie der Um- und Ausbau des 

bestehenden Gebäudes zu beurteilen.

d) Die Ausführungen der Gemeinde zur Statik des Gebäudes und der neu erstellten 

Blocksteinmauer sind schlüssig. Es ist weder erstellt noch belegt, dass zwischen dem 

geplanten Um- und Ausbau des Einfamilienhauses und der bereits erstellten 

Blocksteinmauer ein direkter Zusammenhang besteht. Dass die Gemeinde die 

baupolizeilichen Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der strittigen 

Blocksteinmauer in einem separaten Verfahren behandelte oder behandelt, ist somit 

entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. Das prozessuale 

Vorgehen der Gemeinde ist korrekt. Der Gegenstand des Baubewilligungsverfahrens ist 

auf das Baugesuch der Beschwerdegegnerin vom 12. Juli 2018 beschränkt. Dieses 

umfasst gemäss den Akten den Neubau einer Wohnung im Dachgeschoss mit einem 

neuem Zugang und Balkon, den Umbau der Galerie sowie den Einbau von 

Schleppgauben, Dachfenstern, einem Kamin und einem Garagentor im Untergeschoss. 

Auf der Südseite sind ferner ein neuer Schopf, eine Sichtschutzwand sowie eine Terrasse 

geplant. Schliesslich sollen auf der Bauparzelle Tannen gefällt werden.6 Nicht Teil des 

Baugesuchs ist hingegen die bereits erstellte Blocksteinmauer auf der Ostseite der 

Bauparzelle. Dafür hat die Beschwerdegegnerin zwischenzeitlich ein nachträgliches 

6 Vgl. pag. 92 ff. der Vorakten der Gemeinde Fraubrunnen

RA Nr. 110/2019/65 6

Baugesuch eingereicht.7 Die Rechtmässigkeit der strittigen Blocksteinmauer wird 

demzufolge separat in einem nachträglichen Baubewilligungsverfahren geprüft. Soweit der 

Beschwerdeführer verlangt, die Blocksteinmauer sei im Baubewilligungsverfahren 

betreffend den Um- und Ausbau des Einfamilienhauses zu beurteilen, ist die Beschwerde 

unbegründet. Es besteht im Beschwerdeverfahren auch kein Raum, im Zusammenhang 

der Blocksteinmauer Rechtsverwahrung anzumelden. Der Beschwerdeführer wird vielmehr 

Gelegenheit haben, sich im nachträglichen Baubewilligungsverfahren zur Rechtmässigkeit 

der Blocksteinmauer zu äussern und dabei Rechtsverwahrung anzumelden.

e) Der Streitgegenstand des Rechtsmittelverfahrens ist vorliegend auf den 

Verfahrensgegenstand des Baubewilligungsverfahrens beschränkt. Das heisst, zum 

Streitgegenstand im Rechtsmittelverfahren kann nur gemacht werden, was bereits 

Gegenstand des vor-instanzlichen Verfahrens war und von der Vorinstanz mit Entscheid 

geregelt wurde. Wie ausgeführt, ist die bereits erstellte Blocksteinmauer auf der Ostseite 

der Bauparzelle nicht Gegenstand der angefochtenen Baubewilligung. Die materiellen 

Einwände des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der strittigen Blocksteinmauer 

liegen daher ausserhalb des Streitgegenstands. Darauf kann nicht eingetreten werden.

3. Nachträgliches Baubewilligungsverfahren bezüglich der Blocksteinmauer

a) Der Beschwerdeführer verlangt weiter, es sei das Verfahren betreffend die 

Blocksteinmauer zuerst durchzuführen, bevor über das geplante Um- und Ausbauvorhaben 

entschieden werden könne. Sinngemäss bringt der Beschwerdeführer damit vor, die Vor-

instanz hätte mit dem Entscheid über den geplanten Um- und Ausbau des bestehenden 

Einfamilienhauses zuwarten müssen, weil im Verfahren bezüglich der Blocksteinmauer 

über Sachumstände entschieden werden müssten, die für den Verfahrensausgang des 

geplanten Aus- und Umbauvorhabens von Bedeutung sind.

b) Wie ausgeführt, verneinte die Vorinstanz zu Recht einen Zusammenhang zwischen 

dem geplanten Um- und Ausbauvorhaben und der ostseitigen Blocksteinmauer. Dass die 

Gemeinde über den Um- und Ausbau des Einfamilienhauses zuerst entschied bzw. den 

Ausgang des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens nicht abwartete, ist somit nicht zu 

7 Vgl. Beilage 7 zur Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2019

RA Nr. 110/2019/65 7

beanstanden. Es besteht bei diesem Ergebnis auch kein Anlass, das Beschwerdeverfahren 

zu sistieren, bis ein Entscheid der Gemeinde über die Rechtmässigkeit der strittigen 

Blocksteinmauer vorliegt. Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde unbegründet.

4. Rechtliches Gehör

a) Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, er habe im vorinstanzlichen Verfahren keine 

Möglichkeit erhalten, sich zur Stellungnahme der Bauherrschaft vom 27. November 2018 

zu äussern. Er sei daher gezwungen gewesen, Beschwerde zu führen. Dies bedaure er 

sehr. Sinngemäss macht der Beschwerdeführer damit die Verletzung seines Anspruchs auf 

rechtliches Gehör geltend.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG8 gibt den Parteien das 

Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 

zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 

wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern.

c) Aus Ziffer 4.5 des angefochtenen Entscheids geht hervor, dass die Gemeinde dem 

Beschwerdeführer die Stellungnahme der Bauherrschaft vom 27. November 2018 erst mit 

dem Bauentscheid vom 18. März 2019 zustellte. Der Beschwerdeführer konnte sich 

demzufolge vor Erlass des Bauentscheids nicht zum fraglichen Schreiben äussern. Mit 

diesem Vorgehen verletzte die Gemeinde das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers.9

d) Nach der Praxis des Bundesgerichts kann eine Gehörsverletzung im 

Rechtsmittelverfahren jedoch "geheilt" werden, sofern die obere Instanz dieselbe 

Überprüfungsbefugnis hat wie die verfügende Behörde, den Beschwerdeführenden daraus 

kein Nachteil erwächst und es sich nicht um eine besonders schwere Verletzung der 

Parteirechte handelt.10 Gemäss Art. 40 Abs. 3 BauG kommt der BVE als 

Beschwerdeinstanz die volle Überprüfungsbefugnis zu. Vorliegend ist nicht ersichtlich, 

8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
9 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 38-39 N. 9b
10 BGE 126 I 68 E. 2; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 21 N. 4 und 
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RA Nr. 110/2019/65 8

dass dem Beschwerdeführer durch die Heilung der Gehörsverletzung ein Nachteil 

erwachsen würde. Er hat das Schreiben der Bauherrschaft vom 27. November 2018 als 

Beilage zusammen mit dem angefochtenen Bauentscheid vom 18. März 2019 erhalten und 

konnte seine Beschwerde vom 14. April 2019 in Kenntnis dieses Schreibens verfassen. 

Der Beschwerdeführer konnte damit seine Rechte im Beschwerdeverfahren vollumfänglich 

wahrnehmen. Die Gehörsverletzung wurde somit geheilt. Überdies kommt dem Schreiben 

vom 27. November 2018 im vorliegenden Fall keine entscheidrelevante Bedeutung zu. 

Namentlich enthielt es keine Ausführungen darüber, in welchem Verfahren die Gemeinde 

die Rüge betreffend die strittige Blocksteinmauer behandeln soll. Der Mangel wiegt somit 

nicht schwer und hatte auch keinen Einfluss auf das prozessuale Vorgehen der Gemeinde. 

Es besteht somit kein Anlass, den angefochtenen Bauentscheid aufgrund der 

Gehörsverletzung aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die 

Gehörsverletzung verursachte auch keinen prozessualen Mehraufwand, der ohne 

Gehörsverletzung unterblieben wäre. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung rechtfertigt 

es sich nicht, den Gehörsmangel bzw. dessen Heilung bei der Kostenverlegung zu 

berücksichtigen (vgl. Erwägung 6).

5. Fazit

a) Zwischen der Blocksteinmauer und dem geplanten Um- und Ausbau des 

Einfamilienhauses besteht kein direkter Zusammenhang. Die Rechtmässigkeit der 

Blocksteinmauer wird in einem separaten Verfahren beurteilt. Der Streitgegenstand des 

Bauentscheids kann nicht auf die strittige Blocksteinmauer ausgedehnt werden. Der 

Streitgegenstand würde dadurch unzulässig erweitert. Ebenso besteht kein Anlass, zuerst 

den Entscheid bzw. den Ausgang des nachträglichen Baubewilligungsverfahrens 

betreffend die Blocksteinmauer abzuwarten. Gründe für eine Verfahrenssistierung 

bestehen nicht. Auch konnte die Gehörsverletzung im Beschwerdeverfahren geheilt 

werden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.

b) Anzumerken ist an dieser Stelle, dass sich der Beschwerdeführer als 

Alleineigentümer des Nachbargrundstücks am nachträglichen Baubewilligungsverfahren 

beteiligen kann. In diesem Verfahren, das mit vollen Rechtsschutzgarantien ausgestattet 

ist, kann er sich gegen die strittige Blocksteinmauer zur Wehr setzen und auch 

Rechtsverwahrung anmelden. Er hat somit die Möglichkeit, seine Rechte bezüglich der 

RA Nr. 110/2019/65 9

Blocksteinmauer ohne Nachteil vollumfänglich im nachträglichen Baubewilligungsverfahren 

auszuüben.

RA Nr. 110/2019/65 10

6. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'000.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV11) und 

werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der untergeordneten 

Bedeutung rechtfertigt es sich nicht, den Gehörsmangel bzw. dessen Heilung bei der 

Kostenverlegung zu berücksichtigen (vgl. Erwägung 4).

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern 

nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung 

oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als 

gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters der 

Beschwerdegegnerin im Betrag von Fr. 2'681.00 (Honorar Fr. 2'400.00, Auslagen 

Fr. 89.30, Mehrwertsteuer Fr. 191.70) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der 

Beschwerdeführer als unterliegende Partei hat somit der Beschwerdegegnerin die 

Parteikosten von Fr. 2'681.00 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. Der 

Bauentscheid der Gemeinde Fraubrunnen vom 18. März 2019 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.00 werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid 

in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin die Parteikosten im Betrag von 

Fr. 2'681.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen.

11 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn Rechtsanwalt C.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Fraubrunnen, Bauverwaltung, 

eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen, zur 

Kenntnis, A-Post

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat