# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8d482b1-0498-51ed-b9d3-c985f9bfedc5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.05.2022 SB210472
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210472_2022-05-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210472-O/U/nm 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Wenker, Präsident, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

Keller und Ersatzoberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichts-

schreiber MLaw Huter 

 

Urteil vom 18. Mai 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. 
Eberle,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend qualifizierte einfache Körperverletzung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 21. April 
2021 (DG200018) 
 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 6. Juli 2020 

(Urk. 23) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Das Verfahren betreffend den Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Sinne 

von Art. 186 StGB wird definitiv eingestellt.  

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig  

- der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB, 

- der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, 

wovon 3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 2'700.–) und 

einer Busse von Fr. 1'000.–.  

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 

für die verurteilten Delikte dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. 

Zudem wird der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genug-

tuung von Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 23. September 2019 zu bezah-

len. 

- 3 - 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

12. Juni 2020 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, 

Asservats-Triage, lagernde Brecheisen (A013'040'738) wird eingezogen und 

der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen. 

7. Es wird gegenüber dem Beschuldigten die Abnahme einer DNA-Probe und 

die Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-

Gesetzes angeordnet. 

Der Vollzugsauftrag wird der Kantonspolizei Zürich erteilt. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, sich innert 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Erkennungsdienst, 

Kasernenstrasse 29, 8004 Zürich, zur erkennungsdienstlichen Behandlung 

mit Wangenschleimhautabnahmen zu melden.  

8. Die Begehren des Beschuldigten um Zusprechung einer Genugtuung und 

um Zusprechung einer Umtriebsentschädigung werden abgewiesen. 

9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'600.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'860.00  Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 24'888.50  Kosten amtliche Verteidigung  (inkl. MwSt. und Barauslagen) 

Fr. 60.00  Gutachten B._____ betr. Privatkläger 1 

Fr. 11'410.80  Kosten unentgeltliche Rechtsvertretung der  
Privatklägerin 2 

Fr. 41'819.30  Total 
      
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert 

sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

10. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen) und des ge-

richtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung 

- 4 - 

und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2, werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der un-

entgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2 werden indessen einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung dieser Kosten 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO und Art. 138 Abs. 1 StPO bleibt vorbehalten.. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 51 S. 3; Urk. 66 S. 3 & 30) 

1. Es sei der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten einfachen Kör-

perverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

sowie der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB nicht schuldig zu er-

kennen und freizusprechen. 

2. Es sei die Zivilklage der Privatklägerin 2 abzuweisen. 

3. Es sei das Brecheisen, Asservat Nr. A013'040'738, einzuziehen und 

nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten. 

4. Es sei von der Abnahme einer DNA-Probe sowie der Erstellung eines 

DNA-Profils abzusehen. 

5. Es seien die Gerichtskosten sowie die Verfahrenskosten, einschliess-

lich der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

6. Es sei dem Beschuldigten zulasten der Staatskasse eine Genugtuung 

in der Höhe von Fr. 1'000.– sowie eine Umtriebsentschädigung in der 

Höhe von Fr. 300.– zuzusprechen. 

- 5 - 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:  

(Urk. 56 S. 2; Urk. 67 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei der mehrfachen qualifizierten einfachen Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen; 

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, wovon 

3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Bus-

se von Fr. 1'000.– zu bestrafen; 

3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

c) Des Vertreters der Privatklägerin 2: 

(Urk. 68 S. 1) 

1. Es sei das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf sämtliche, die Privatklä-

gerin 2 betreffenden Dispositivziffern, namentlich die Ziffern 2, 5 und 10 

zweiter Satz, zu bestätigen. 

2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss Honorarnote 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

________________________________ 

 

Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richtes Winterthur vom 21. April 2021 meldete der Beschuldigte fristgerecht Beru-

fung an (Urk. 40). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde ihm am 30. August 

- 6 - 

2021 zugestellt (Urk.47), worauf er am 20. September 2021 die Berufungserklä-

rung einreichte (Urk. 51).  

1.2. Mit Präsidialverfügung vom 27. September 2021 wurde den Privatklägern 1 

und 2 sowie der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (fortan Staatsanwalt-

schaft) Frist zur allfälligen Erklärung einer Anschlussberufung angesetzt (Urk. 52).  

1.3. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2021 erhob die Staatsanwaltschaft An-

schlussberufung (Urk. 56). Die Privatklägerin 2 beantragte innert Frist Bestätigung 

des angefochtenen Urteils (Urk. 57), während sich der Privatkläger 1 nicht ver-

nehmen liess.  

1.4. Am 9. September 2021 wurde ein Strafregisterauszug über den Beschul-

digten eingeholt (Urk. 50). Zusätzlich reichte er am 29. November 2021 das Da-

tenerfassungsblatt samt Beilagen ein (Urk. 62-63). 

1.5. Zur Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte sowie sein amtlicher Ver-

teidiger, Rechtsanwalt MLaw X._____, Staatsanwalt lic. iur. Eberle sowie der un-

entgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin 2, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, 

erschienen (Prot. II S. 4). 

2. Prozessuales 

2.1. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung einen vollumfänglichen Frei-

spruch. Entsprechend sei auch die Zivilklage der Privatklägerin 2 abzuweisen und 

von der Abnahme einer DNA-Probe und der Erstellung eines DNA-Profils abzu-

sehen. Die Kosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen und dem Beschuldig-

ten sei eine Umtriebsentschädigung von Fr. 300.– und Genugtuung von Fr. 

1'000.–auszurichten. Das Brecheisen sei demgegenüber – wie vorinstanzlich vor-

gesehen – einzuziehen und zu vernichten (Urk. 51; Urk. 66 S. 3 und 30). 

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die rechtliche 

Qualifikation des Körperverletzungsdelikts gegen die Privatklägerin 2 (Dispositiv-

ziffer 2) und das Strafmass (Dispositivziffer 3; vgl. Urk. 56 und 67). 

- 7 - 

Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils (nur) im Umfang der Anfechtung gehemmt. Es ist somit 

festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. April 2021 

bezüglich der Dispositivziffern 1 (Verfahrenseinstellung betreffend den Vorwurf 

des Hausfriedensbruchs), 6 (Einziehung Brecheisen) und 9 (Kostenfestsetzung) 

unangefochten blieb und in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.2. Die Verteidigung rügt, die Vorinstanz habe das aus dem Anspruch auf 

rechtliches Gehör ergebende Recht auf Beweis verletzt, indem es den Beweisan-

trag auf Edition der Krankengeschichte des Privatklägers 1 beim Kantonsspital 

Winterthur abgewiesen habe. Im Berufungsverfahren wurde allerdings kein ent-

sprechender Beweisantrag mehr gestellt (Urk. 51 S. 9; Urk. 66 S. 3 und 17). 

Nachdem gemäss Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO mit der Berufungserklärung die Be-

weisanträge zu stellen sind und darauf verzichtet wurde, erweisen sich die Aus-

führungen der Verteidigung zum vorinstanzlichen Entscheid betreffend Abweisung 

des Beweisantrags als gegenstandslos. 

2.3. Die Verteidigung rügt weiter, die polizeilichen Einvernahmen des Privatklä-

gers 1, der Privatklägerin 2 und von C._____, allesamt durchgeführt am 

24. September 2019 (Urk. D1/3/1; Urk. D1/4/1; Urk. D1/5/1), seien unter Verlet-

zung der Teilnahmerechte des Beschuldigten nach Art. 147 Abs. 1 StPO erhoben 

worden und dürften deshalb nicht zulasten des Beschuldigten verwertet werden. 

Die Teilnahmerechte seien jederzeit zu gewähren, auch bei polizeilichen Einver-

nahmen. Im Übrigen sei das Strafverfahren zum Zeitpunkt der Einvernahmen be-

reits eröffnet gewesen, da die Kantonspolizei die Staatsanwaltschaft davor infor-

miert und mit ihr bereits das weitere Vorgehen abgesprochen habe (Urk. 66 

Rz. 9 ff.; Prot. II S. 36 f.).  

Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebun-

gen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einver-

nommenen Personen Fragen zu stellen. Die Anwesenheit der Verteidigung bei 

polizeilichen Einvernahmen richtet sich nach Art. 159 StGB. Vor Eröffnung einer 

Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der Anspruch auf Parteiöf-

fentlichkeit nicht. Bei Beweiserhebungen durch die Polizei, etwa bei polizeilichen 

- 8 - 

Einvernahmen von Auskunftspersonen gestützt auf Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO, 

sind weder die Parteien noch die Verteidigung zur Teilnahme berechtigt (BGer 

6B_780/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.2 f., m.w.H.). Die Strafuntersuchung 

gilt als eröffnet, sobald sich die Staatsanwaltschaft mit dem Straffall zu befassen 

beginnt. Dies trifft jedenfalls dann zu, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet. 

Da eine Vorladung als Zwangsmassnahme gilt, genügt es in aller Regel für die 

Eröffnung, wenn die Staatsanwaltschaft erste Untersuchungshandlungen selber 

vornimmt, namentlich die beschuldigte Person einvernimmt. Der Eröffnungsverfü-

gung kommt mithin lediglich deklaratorische Wirkung zu (BGE 143 IV 397 E. 

3.4.2; 141 IV 20 E. 1.1.4 mit Hinweisen; BGer 6B_1385/2019 vom 27. Februar 

2020 E. 1.1). Soweit nicht eine Benachrichtigungspflicht besteht oder die Polizei 

nicht auf Zwangsmassnahmen angewiesen ist, entscheidet diese autonom über 

die Rapportierung an die Staatsanwaltschaft; sie kann darauf unter gewissen Vo-

raussetzungen sogar ganz verzichten (Art. 307 Abs. 4 StPO). Die Staatsanwalt-

schaft wird aber erst dann in die Lage versetzt, das Verfahren zu leiten, Weisun-

gen zu erteilen oder gar den Fall an sich zu ziehen, wenn sie Kenntnis von Ermitt-

lungen der Polizei erlangt. Kenntnis erhält sie in der Regel erst dann, wenn die 

Eröffnung einer Untersuchung (Art. 309 Abs. 1 StPO) ansteht und ihr die Polizei 

zu diesem Zweck Bericht erstattet hat. Staatsanwaltschaftliche Weisungen und 

Aufträge dürften somit vorwiegend erst im Zusammenhang mit oder nach der Er-

öffnung der Untersuchung von Bedeutung sein. Geht aus polizeilichen Berichten 

oder privaten Strafanzeigen der Tatverdacht nicht deutlich hervor, kann die 

Staatsanwaltschaft die Unterlagen der Polizei zur Durchführung ergänzender Er-

mittlungen überweisen (Art. 309 Abs. 2 StPO). Dieses Rückweisungsverfahren 

dient der Substantiierung oder näheren Abklärung des Sachverhalts; es soll Klar-

heit darüber verschaffen, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Strafun-

tersuchung gegeben sind oder nicht. Da die Untersuchung zu diesem Zeitpunkt 

noch nicht eröffnet ist, sind die Bestimmungen über das polizeiliche Ermittlungs-

verfahren anwendbar; insbesondere stehen den Parteien noch keine Teilnahme-

rechte zu (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl., Bern 2020, 

S. 554). 

- 9 - 

Die Staatsanwaltschaft wurde gemäss Polizeirapport am 24. September 2019 um 

05:27 Uhr erstmals informiert (Urk. D1/1/1), die Privatkläger 1 und 2 allerdings be-

reits davor ab 01:45 Uhr und ab 03:03 Uhr einvernommen (Urk. D1/3/1; 

Urk. D1/4/1). Damit wurde mit den Einvernahmen der Privatkläger kein Teilnah-

merecht verletzt. C._____ wurde erst am 24. September 2019 ab 10:10 Uhr 

(Urk. D1/5/1) und somit nach der Kontaktaufnahme mit der Staatsanwaltschaft 

einvernommen. Die Einvernahme wurde zudem gemäss Polizeirapport von der 

Staatsanwaltschaft "gewünscht" (Urk. D1/1/1). C._____ wurde, obwohl sie eine 

der vier sich beim Vorfall im Zimmer befindlichen Personen war, davor noch nicht 

befragt, weshalb deren Einvernahme als Substantiierung bzw. insofern die nähere 

Abklärung des Sachverhalts geeignet war, um die Prüfung eines hinreichenden 

Tatverdachts und die Prüfung der Eröffnung der Strafuntersuchung zu ermögli-

chen. Auch der Umstand, dass die Kantonspolizei zuvor von den Beteiligten, mit 

Ausnahme des Beschuldigten, noch keine Strafanträge eingeholt hatte, ist als un-

vollständige polizeiliche Ermittlungsarbeit einzuordnen. Unter diesen Umständen 

ist die Formulierung im Polizeirapport, wonach der Staatsanwalt die Befragung 

von C._____ und die Ergänzung der Strafanträge wünsche, im Weiteren aber 

durch den Transportstaatsanwalt über die Zuführung entschieden werde, so zu 

verstehen, dass die Staatsanwaltschaft der Kantonspolizei lediglich aufzeigte, in-

wiefern ihr die polizeiliche Ermittlungsarbeit noch nicht abgeschlossen erschien 

und die Kantonspolizei die Übermittlung zu früh vorgenommen habe. Wesentlich 

ist weiter, dass die Staatsanwaltschaft zum Zeitpunkt der polizeilichen Einver-

nahme von C._____ noch keine selbständigen Untersuchungshandlungen vorge-

nommen oder Zwangsmassnahmen angeordnet hatte. Unter diesen Umständen 

kann nicht von einer faktisch bereits eröffneten Untersuchung vor der Einvernah-

me von C._____ ausgegangen werden. Damit liegt auch bei dieser Einvernahme 

keine Verletzung des Teilnahmerechts vor. Nachdem der Beschuldigte zudem im 

weiteren Verlauf der Untersuchung mit den Aussagen der Privatkläger und von 

C._____ konfrontiert worden ist, sind sie vollumfänglich verwertbar. 

2.4. Die Verteidigung bringt schliesslich vor, die Einvernahme des Beschuldig-

ten vom 24. September 2019 sei nicht verwertbar, da gestützt auf die Darstellung 

des Privatklägers 1 zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Fall notwendiger Ver-

- 10 - 

teidigung nach Art. 130 lit. b StPO hätte ausgegangen werden müssen. Der Be-

schuldigte sei aber ohne Anwesenheit einer Verteidigung einvernommen worden 

und habe auch nachträglich nicht auf eine Wiederholung verzichtet (Urk. 66 

Rz. 14 ff.). 

Werden Beweise erhoben, bevor eine Verteidigung bestellt worden ist, obwohl die 

Verteidigung bereits erkennbar notwendig gewesen wäre, ist die Beweiserhebung 

nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre Wiederholung verzichtet 

(Art. 131 Abs. 3 StPO). Die Verteidigung ist insbesondere notwendig, wenn der 

beschuldigten Person eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht (Art. 130 

lit. b StPO). Die notwendige Verteidigung setzt allerdings gemäss Art. 131 Abs. 2 

StPO erst nach der polizeilichen Vorermittlung ein, auch wenn sich diese auf eine 

Straftat richtet, für die grundsätzlich ein notwendiger Verteidiger eingesetzt wer-

den muss. Damit besteht zwar ein Anspruch auf einen erbetenen oder unentgeltli-

chen amtlichen Anwalt der ersten Stunde, nicht jedoch auf eine notwendige Ver-

teidigung der ersten Stunde (BGer 1B_159/2022 vom 13. April 2022 E. 4.5.3).  

Damit durfte die erste Einvernahme des Beschuldigten am 24. September 2019 

ohne notwendige Verteidigung durchgeführt werden. Unabhängig davon hatte die 

Polizei zum Zeitpunkt der Einvernahme des Beschuldigten auch noch keine 

Kenntnis von den Rippenbrüchen des Privatklägers 1, welche das Potential einer 

Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr zu erkennen gegeben hätten. Die Einver-

nahme des Beschuldigten vom 24. September 2019 erweist sich somit ebenfalls 

als vollumfänglich verwertbar. 

3. Sachverhaltserstellung 

3.1. Der Beschuldigte bestreitet die ihm in der Anklage vorgeworfenen Hand-

lungen gegen Leib und Leben der beiden Privatkläger (Prot. I S. 15 ff.; Prot. II 

S. 14 ff.). Entsprechend ist zunächst zu prüfen, ob sich die in der Anklage ge-

schilderten Handlungen des Beschuldigten anhand der vorliegenden Beweismittel 

rechtsgenügend erstellen lassen. Wie dabei vorzugehen ist, hat die Vorinstanz 

zutreffend dargelegt (Urk. 49 S. 7 f.), worauf vollumfänglich verwiesen werden 

kann (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

- 11 - 

3.2. Als Beweismittel liegen nebst verschiedenen Einvernahmen der vor Ort 

(zumindest zeitweise) Anwesenden (Urk. D1/2/1-4, Urk. D1/3/1; Urk. D1/4/1-2 und 

Urk. D1/5/1-3) die vom Privatkläger 1 während der Auseinandersetzung aufge-

nommenen Film- bzw. Tonaufnahmen (Urk. D1/6/5), die durch die Polizei erstell-

ten Fotografien (Urk. D1/6/1-4) sowie medizinische Unterlagen betreffend die bei-

den Privatkläger (Urk. D1/7/1-14 und Urk. D1/8/1-3) vor. 

3.3. Mit der Vorinstanz ist im Zusammenhang mit der Beurteilung der Glaub-

würdigkeit der Einvernommenen festzuhalten, dass vorliegend einzig der Zeuge 

D._____ als gänzlich neutral und unvoreingenommen erscheint (vgl. Urk. 49 S. 10 

f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Primär ist bei der Würdigung der Aussagen jedoch ohne-

hin auf deren Inhalt bzw. die Glaubhaftigkeit des Gesagten abzustellen, während 

die allgemeine Glaubwürdigkeit der aussagenden Personen lediglich am Rande 

eine Rolle spielen kann. 

3.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Befragten korrekt wiedergegeben 

bzw. zusammengefasst (Urk. 49 S. 11-16 und S. 25-28). Ebenso ist dem ange-

fochtenen Urteil eine zutreffende Wiedergabe der Geschehnisse auf der Film- 

bzw. Tonaufnahme des Privatklägers 1 sowie eine Zusammenfassung der medi-

zinischen Befunde der beiden Privatkläger zu entnehmen (Urk. 49 S. 17 ff. und S. 

29). Hierauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.5. Wie die Vorinstanz sodann im Rahmen der Beweiswürdigung zu Recht 

bemerkt hat, ist hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten auffällig, dass dieser 

seine Schilderung stetig abänderte und ausschmückte, was nicht für deren 

Glaubhaftigkeit spricht (Urk. 49 S. 17). Dieses Aussageverhalten zeigte sich auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung, als er erstmals aussagte, der Privatkläger 1 

habe nicht nur die alte Kruste im Gesicht aufgebrochen, er habe das Blut auch 

noch über sein ganzes Gesicht und sogar der Privatklägerin 2 angeschmiert 

(Prot. II S. 18 und 24 f.). Andererseits gab der Beschuldigte anlässlich der Beru-

fungshandlung erstmals zu, er sei vielleicht ein bisschen "emotional und genervt" 

gewesen (Prot. II S. 19). Er habe einfach in das Zimmer gehen, dem Privatklä-

ger 1 eine Lektion erteilen und diesem aufzeigen müssen, dass er nicht Leute mit 

einer Brechstange bedrohen könne (Prot. II S. 17). Der Beschuldigte gestand da-

- 12 - 

mit erstmals implizit ein, dass es ihm darum ging, autoritär und kompromisslos 

durchzugreifen. Dazu passt, dass er aussagte, er habe den Privatkläger 1 solan-

ge fixiert, bis dieser ihm "gehorchte" und ruhig wurde, wofür er ihm gemäss seiner 

Darstellung ab und zu mal auch das Gefühl habe geben müssen, dass er ihm 

sehr weh machen würde, wenn er nicht aufhöre (Prot. II S. 20). Wesentlich ist 

aber insbesondere, dass seine Aussagen nicht mit der Tonaufnahme, welche 

während des ganzen Vorfalls (und noch lange danach) im Zimmer des Privatklä-

gers 1 mitlief, in Übereinstimmung zu bringen sind. Entgegen der Ansicht der amt-

lichen Verteidigung (Urk. 66 Rz. 59 ff.; Prot. II S. 35) lassen sich die Geschehnis-

se im Zimmer des Privatklägers 1 sowie ausserhalb des Zimmers im Hörbereich 

aufgrund der Tonaufnahme einwandfrei mitverfolgen und – gerade vor dem Hin-

tergrund der authentischen und grösstenteils deckungsgleichen Aussagen der 

Privatkläger (vgl. nachfolgende Ausführungen) – schlüssig interpretieren. Insbe-

sondere ist auszuschliessen, dass der Beschuldigte im Zimmer des Privatklägers 

1 auf der Tonaufnahme nicht wiedergegebene Ausführungen gemacht hat, nach-

dem sogar die Äusserungen der Privatklägerin 2 von ausserhalb des Zimmers 

klar zu hören sind. Die Vorinstanz hat dies überzeugend dargelegt (Urk. 49 S. 17 

f.). Auf ihre Erwägungen, wie auch auf den Schluss, dass die Aussagen des Be-

schuldigten nicht glaubhaft sind und hierauf für die Sachverhaltserstellung nicht 

abgestellt werden kann, kann vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Auch die Aussagen der Zeugin C._____, der Schwester des Beschuldig-

ten, tragen zur Wahrheitsfindung nichts bei. Nicht nur deckt sich ihre Schilderung 

nicht mit der Tonaufnahme, sie ergibt teilweise auch inhaltlich kaum Sinn und vor 

allem fehlt es ihr auch an Deckungsgleichheit mit irgendeiner Schilderung der üb-

rigen Beteiligten (vgl. hierzu die Vorinstanz, Urk. 49 S. 20).  

Wenn die Vorinstanz im weiteren festhält, dass die Aussagen des Privatklägers 1 

im Wesentlichen widerspruchsfrei sind, mit der Tonaufnahme und den Aussagen 

der Privatklägerin 2 im Einklang stehen und auch durch den medizinischen Be-

fund bestätigt werden (Urk. 49 S. 18 f.), ist auch diesen stringenten Ausführungen 

ohne Einschränkung beizupflichten. Insbesondere ist festzuhalten, dass die wi-

dersprüchlichen Aussagen des Privatklägers 1 bezüglich des Umstands, ob er 

den ersten Schlag mit der Brechstange gesehen hat oder nicht, entgegen den 

- 13 - 

Vorbringen der Verteidigung (Urk. 66 Rz. 50 ff.), nicht ernsthafte Zweifel begrün-

den können, zumal es sich um ein dynamisches Geschehen innerhalb von Se-

kundenbruchteilen handelte, als der Beschuldigte dem Privatkläger 1 die Brech-

stange entriss und dieser sich zu schützen versuchte. Zu ergänzen bleibt im Zu-

sammenhang mit dem Vorfall zum Nachteil des Privatklägers 1, dass aufgrund 

der Fotodokumentation ersichtlich ist, dass das Bett des Privatklägers nur am 

Fuss- und (vermutlich) Kopfende eine vorstehende Holzeinfassung aufweist, wel-

che bei einem Sturz darüber geeignet wäre, allenfalls eine Verletzung nach sich 

zu ziehen. So wie das Bett aber im Raum platziert ist, ist es gar nicht möglich, 

derart auf das Bett zu fallen. Seitlich weist das Bett demgegenüber keine vorste-

hende Abgrenzung auf, welche massgebliche Verletzungen bewirken könnte. 

Auch die Platzierung der (dick gepolsterten) Stühle im Raum lässt ein Darüber-

auf-das-Bett-Stolpern, wie vom Beschuldigten einmal geschildert, als nicht nach-

vollziehbar erscheinen (vgl. die Fotodokumentation Urk. D1/6/4). Soweit der Be-

schuldigte sodann weiter darauf beharrt, der Privatkläger 1 müsse sich die Rip-

penfrakturen vor oder nach den Ereignissen vom 23. September 2019 zugezogen 

haben, da diese Verletzungen erst drei Tage später aktenkundig festgehalten sei-

en (Urk. 51 S. 9; Prot. I S. 19; Urk. 66 Rz. 62 ff.; Prot. II S. 41), ist dem entgegen-

zuhalten, dass direkt vor Ort durch die Rettungssanitäter zwar kein Behandlungs-

bedarf festgestellt wurde (Urk. D1/1/1 S. 2), sich der Privatkläger 1 jedoch bereits 

am Folgetag und unter klarer Bezugnahme auf die Ereignisse vom Vortag um 

weitere ärztliche Abklärungen bemühte und dabei Rippenschmerzen diagnosti-

ziert wurden (Urk. D1/7/3-4). Eine abschliessende Abklärung dieser Schmerzen 

durch Röntgen erfolgte indes damals nicht, was dazu führte, dass sich der Privat-

kläger 1 aufgrund progredienter Schmerzen am 26. September 2019 bei der 

E._____ in Winterthur vorstellte, welche die Rippenfrakturen mittels Röntgenauf-

nahmen diagnostizierte und eine stationäre Überweisung ins Kantonsspital Win-

terthur veranlasste (Urk. D1/7/5). Dem medizinischen Bericht des Kantonsspitals 

Winterthur vom 25. Mai 2020 ist sodann zu entnehmen, dass sich der Privatkläger 

1 ohne seine Polytoxikomanie – der Privatkläger 1 war im Tatzeitpunkt morphi-

umsubstituiert (Urk. D1/7/9) – wahrscheinlich (noch) schneller um ärztliche Be-

handlung bemüht hätte (Urk. D1/7/14 S. 2). Insgesamt verbleiben damit im Hin-

- 14 - 

blick auf den Vorfall zum Nachteil des Privatklägers 1 keine Zweifel, dass der Be-

schuldigte dem Privatkläger 1 zunächst einen Faustschlag verpasste, wodurch 

dieser stürzte und gleichzeitig sein Mobiltelefon fallen liess, der Beschuldigte ihm 

sodann das Brecheisen entriss und damit mehrfach, ca. viermal, heftig gegen den 

Oberkörper des Privatklägers 1 schlug, wodurch dieser ein stumpfes Thoraxtraum 

mit Rippenserienfrakturen links und rechts erlitt. Die vom Beschuldigten in diesem 

Zusammenhang geltend gemachte Notwehrsituation lässt sich demgegenüber 

beweismässig nicht erhärten. Nicht nur ist den Bildaufnahmen des Privatklägers 1 

nicht zu entnehmen, dass sich der Beschuldigte, ein routinierter Kampfsportler 

und mehrfacher …-box-…-meister, durch dessen Behändigung des Brecheisens 

irgendwie aus der Ruhe hätte bringen bzw. in Angst und Schrecken hätte verset-

zen lassen (Urk. D1/6/5 solange Bildaufnahme noch läuft), vielmehr ergibt sich 

daraus auch zweifellos, dass die Behändigung des Brecheisens eine Reaktion 

des Privatklägers 1 darauf war, dass der Beschuldigte die mehrfache Aufforde-

rung, das Zimmer zu verlassen, ignorierte und sich der Privatkläger 1 deswegen 

bedroht fühlte und die Privatklägerin 2 sich ängstigte (Urk. D1/6/5 ca. 0.20). An-

lässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte zudem aus, er habe 

keine Angst vor der Brechstange gehabt, da er aufgrund seiner Kampfsporterfah-

rung genau gewusst habe, wie er dem Privatkläger 1 die Brechstange abnehmen 

konnte (Prot. II S. 17). Von irgendwelchen potentiellen Spritzen oder Messern im 

Raum (vgl. Prot. II S. 19 und 36) ging zudem keine unmittelbare Gefahr aus, zu-

mal der Privatkläger 1 in diesem Moment bereits beide Hände brauchte, um die 

Brechstange und das Mobiltelefon zu halten. Selbst wenn aber eine Bedrohungs-

situation für den Beschuldigten vorgelegen wäre, war die unmittelbare Gefahr – 

worauf die Vorinstanz zu Recht hinweist (Urk. 49 S. 24) - mit dem Entreissen des 

Brecheisens gebannt, die Situation damit nachhaltig entschärft und waren spätere 

Schläge mit Selbigem nicht mehr von einer Notwehrsituation gedeckt.  

Was den Vorfall zum Nachteil der Privatklägerin 2 angeht, ist aufgrund ihrer Aus-

sagen (Urk. D1/4/1 S. 2 f.; Urk. D1/4/2 S. 9 und 15), welche vom Zeugen D._____ 

bestätigt werden (Urk. D1/5/3 S. 16 f.), als erstellt zu betrachten, dass der Be-

schuldigte die Privatklägerin 2 auf den Boden stiess und an den Haaren schleifte 

und ihr Fusstritte verpasste. Dieses hat sie überdies bereits kurz nach dem Vorfall 

- 15 - 

dem Beschuldigten lautstark vorgeworfen, wie der Tonaufnahme zweifelsfrei ent-

nommen werden kann (Urk. D1/6/5 ca. 04.01, 04.33, ca. 05.08/26 und ca. 09.44), 

und damit die Glaubhaftigkeit ihrer diesbezüglichen späteren Aussagen unter-

mauert. Weiter wurde die Rissquetschwunde am rechten Handgelenk direkt nach 

dem Vorfall durch die Polizei fotografisch dokumentiert (Urk. D1/6/3). Gemäss 

dem Arztbericht des Kantonsspitals Winterthur vom 3. Oktober 2019 musste die 

Wunde mit einem Stich genäht werden (Urk. D1/8/3). Dass diese Wunde, welche 

zweifelsfrei im Rahmen der körperlichen Auseinandersetzung entstanden ist, 

durch den Beschuldigten mit einem Schlag mit dem Brecheisen verursacht wurde, 

kann anhand der vorliegenden Beweismittel allerdings mit der Verteidigung 

(Urk. 66 Rz. 81 ff.; Prot. II S. 34) nicht rechtsgenügend erstellt werden. Der 

Tonaufnahme ist ein derartiger Vorwurf nicht zu entnehmen. Allerdings wäre dies 

auch nicht zwingend, kann doch der erfolgte Vorwurf "voll zäme gschlage" worden 

zu sein (Urk. D1/6/5 04.01, 05.08/26) durchaus mehr als nur Faustschläge umfas-

sen. Gewichtiger scheint jedoch, dass die Privatklägerin 2 den Einsatz des 

Brecheisens – trotz entsprechendem Nachfragen des Polizeibeamten – weder 

tatnah gegenüber der Polizei als ursächlich erklärte, obwohl sie das Brecheisen 

kurz zuvor in anderem Zusammenhang durchaus von sich aus ansprach (vgl. Urk. 

D1/4/1 S. 2 f.), noch bei der kurz darauf erfolgten Schilderung des Vorfalls im 

Kantonsspital Winterthur (Urk. D1/8/3 S. 1). Im entsprechenden Arztbericht ist 

vielmehr explizit erwähnt, dass unklar sei, woher die oberflächliche Schnittwunde 

genau stamme. Auch der Zeuge D._____ konnte nicht bestätigen, das Brecheisen 

in der Hand des Beschuldigten gesehen zu haben, als dieser die Privatklägerin 2 

bei der Küche an den Haaren über den Boden zog (Urk. D1/5/3 S. 17). Das Vor-

bringen der Staatsanwaltschaft, dass eine Rissquetschwunde am Handgelenk wie 

vorliegend praktisch nur mit einem harten Gegenstand und nicht mit einem Hand-

schlag oder Fusstritt verursacht werden könne (Urk. 67 S. 4), lässt sich anhand 

der Akten nicht erhärten. 

Insgesamt ist damit festzuhalten, dass der Anklagesachverhalt grösstenteils er-

stellt werden kann. Einzig daran, dass der Beschuldigte der Privatklägerin 2 die 

Armverletzung ebenfalls mit dem Brecheisen zugefügt hat, verbleiben rechtser-

hebliche Zweifel. In Nachachtung von Art. 10 Abs. 3 StPO ist deshalb davon aus-

- 16 - 

zugehen, dass diese Verletzung zwar im Rahmen der tätlichen Auseinanderset-

zung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 2 entstanden ist, ihr 

aber nicht unter Einsatz des Brecheisens zugefügt wurde.  

4. Rechtliche Würdigung 

Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung (inkl. Ausführungen zur nicht bestehenden 

Notwehrsituation) kann grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 49 S. 21 ff. und S. 29 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Der für einen Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB und Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB, 

je begangen zum Nachteil der Privatklägerin 2, erforderliche Strafantrag liegt vor 

(Urk. D1/1/4). Bei der einfachen Körperverletzung zum Nachteil des Privatklä-

gers 1, begangen mit einem gefährlichen Gegenstand (Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB), handelt es sich demgegen-

über um ein Offizialdelikt (vgl. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB).  

Das vorinstanzliche Urteil ist allerdings in der Hinsicht zu korrigieren, dass der 

Beschuldigte zum Nachteil der Privatklägerin 2 nur der einfachen Körperverlet-

zung, nicht aber der Tätlichkeit schuldig zu sprechen ist. Gewaltdelikte wie unter 

anderem eine einfache Körperverletzung konsumieren die bei deren Verübung 

begangenen Tätlichkeiten (BSK StGB-Roth/Keshelava, Art. 126 N 14). Mehrere 

Einzelhandlungen sind dabei rechtlich als Einheit (sog. natürliche Handlungsein-

heit) anzusehen, wenn sie auf einem einheitlichen Willensakt beruhen und wegen 

des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung 

noch als ein einheitliches zusammengehörendes Geschehen erscheinen (BGE 

131 IV 94 E. 2.4.5: "z.B. eine Tracht Prügel"). Die Rissquetschwunde hat der Be-

schuldigte der Privatklägerin 2 unmittelbar im Rahmen der Tätlichkeiten zugefügt, 

bzw. als sie nach ihren Worten "voll zäme gschlage" worden sei. Damit liegt eine 

natürliche Handlungseinheit vor und die Tätlichkeiten werden durch die einfache 

Körperverletzung konsumiert. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 51 S. 10 f.; Urk. 66 Rz. 125 ff.) hat 

hinsichtlich des Vorwurfs, auch gegenüber der Privatklägerin 2 eine qualifizierte 

- 17 - 

einfache Körperverletzung begangen zu haben, kein Freispruch zu erfolgen. Zwar 

konnte ein Schlag mit dem Brecheisen nicht zweifelsfrei erstellt werden, was sich 

in der gegenüber der Anklage milderen rechtlichen Qualifikation niederschlägt. 

Dadurch wird der massgebliche Anklagesachverhalt jedoch weder ergänzt noch 

verlassen. Vielmehr bleibt diese Einschätzung, entgegen den Vorbringen der Ver-

teidigung (Urk. 66 Rz. 127), innerhalb des zu beurteilenden Lebenssachverhalts 

(vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Soweit der Beschuldigte den verlangten Freispruch 

damit begründet, dass dies auch bei den Kostenfolgen zu seinen Gunsten Aus-

wirkungen habe (Urk. 51 S. 10 f.; Urk. 66 Rz. 129 ff.), ist ihm der Entscheid des 

Bundesgerichts 6B_1404/2020 vom 17. Januar 2022 (E. 2.6.5-6; zur Publikation 

vorgesehen) entgegenzuhalten, worin in ähnlicher Konstellation darauf hingewie-

sen wird, dass explizite Teileinstellungsverfügungen, die nicht den gesamten Le-

benssachverhalt, sondern lediglich einzelne erschwerende Tatvorwürfe umfass-

ten, zwar möglich seien, jedoch derartige Teileinstellungen keine Entschädi-

gungspflicht nach sich ziehen würden. 

5. Strafzumessung und Vollzug 

5.1. Die Vorinstanz hat die qualifizierte einfache Körperverletzung gegen den 

Privatkläger 1 mit einer Freiheitsstrafe und die einfache Körperverletzung gegen 

die Privatklägerin 2 mit einer Geldstrafe geahndet, ohne sich zur jeweiligen Wahl 

der Strafart zu äussern (Urk. 49 S. 31 ff.). Die Staatsanwaltschaft verlangt mit ih-

rer Anschlussberufung für beide Delikte eine Gesamtfreiheitsstrafe (Urk. 56 S. 2 

und Urk. 67 S. 1 und 6). Tatsächlich erscheint eine Geldstrafe angesichts ihrer 

Obergrenze von 180 Tagessätzen weder der Schwere der Verletzungen des Pri-

vatklägers 1 noch dem gezeigten, aggressiven Verhalten des Beschuldigten an-

gemessen, weshalb als schuldangemessen und auch mit Blick auf ihre spezial-

präventive Wirkung einzig eine Freiheitsstrafe in Frage kommen kann (vgl. BGE 

147 IV 241 = Pra 111 (2022) Nr. 17). Dies gilt vorliegend aber auch für das Delikt 

gegen die Privatklägerin 2, welches im Rahmen des selben Vorfalles und in quasi 

nahtloser Fortsetzung der Gewalttätigkeiten gegen den Privatkläger 1 begangen 

wurde, ohne dass ein eigentlicher Handlungsunterbruch ersichtlich wäre. Dass 

hier nicht zwei isolierte, separat und vor verschiedenem Hintergrund sich ereig-

- 18 - 

nende Taten zu beurteilen sind, kann bei der Wahl der Strafart nur dazu führen, 

dass beide Körperverletzungsdelikte einheitlich mit Freiheitsstrafe zu ahnen sind. 

Da keine besonderen Umstände vorliegen, die ein Verlassen des ordentlichen 

Strafrahmens bedingen würden, wird diese Gesamtfreiheitsstrafe im Bereich der 

ordentlichen Strafandrohung von Art. 123 StGB (Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-

ren) festzusetzen sein (vgl. auch Art. 49 Abs. 1 StGB). 

5.2. Auszugehen ist bei der Strafzumessung vorliegend vom Delikt gegen den 

Privatkläger 1. Dieses richtete sich – zwangsläufig – gegen das höchste Rechts-

gut, Leib und Leben, des Opfers. Der Privatkläger 1 erlitt dabei mehrere Rippen-

brüche in Serie, wozu der Beschuldigte eine knapp ein Kilogramm schwere 

Brechstange als Schlaginstrument gegen den wehrlos am Boden oder auf dem 

Bett liegenden Privatkläger 1 einsetzte, obwohl er (der Beschuldigte) nur bereits 

schon aufgrund seiner Konstitution und Kampfsporterfahrung dem Privatkläger 1 

körperlich deutlich überlegen war. Auch wenn schlimmere Verletzungen denkbar 

sind, handelt es sich bei den vorliegenden Rippenfrakturen keineswegs um Baga-

tellen (vgl. hierzu auch den Arztbericht des Kantonsspitals Winterthur, welches 

von potentiell lebensbedrohlichen Verletzungen spricht, Urk. D1/7/14 S. 1). Dies 

zeigt sich auch daran, dass zu ihrer Behandlung ein zweitägiger stationärer Spi-

talaufenthalt mit nachfolgender Schmerzmedikation nötig waren (Urk. D1/7/9). Der 

Beschuldigte liess sich zu seinen Taten spontan hinreissen. Nachdem der Be-

schuldigte heute aussagte, er habe dem Privatkläger 1 eine Lektion erteilen wol-

len, ist allerdings von einer nicht unerheblichen kriminellen Energie auszugehen. 

Zudem war der Anlass nichtig und der Beschuldigte grundsätzlich gar nicht in ei-

ner Position, in welcher es seine Aufgabe gewesen wäre, im Wohnheim des Pri-

vatklägers 1 für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Auch wäre es ohne weiteres mög-

lich gewesen, auf die wieder aufgebotene Polizei zu warten, welche sich noch-

mals um die Ruhestörung gekümmert hätte. Subjektiv handelte der Beschuldigte 

vorsätzlich. Wenn die Vorinstanz hier insgesamt von nicht mehr leichtem Ver-

schulden spricht, ist ihr beizupflichten. Ebenso, wenn sie die Einsatzstrafe – ver-

schuldensangemessen – auf 12 Monate Freiheitsstrafe ansetzt (Urk. 49 S. 32 f.). 

- 19 - 

5.3. Was die Körperverletzung der Privatklägerin 2 angeht, so erlitt sie mit der 

Rissquetschwunde am Arm, die mit einem Stich genäht werden musste, eine Ver-

letzung am untersten Ende des möglichen Spektrums. Jedoch ist auch hier wenig 

nachvollziehbar, wie sich der Beschuldigte als ausgebildeter Kampfsportler zu ei-

nem derartigen Verhalten gegenüber der – auch gemäss den Aussagen des Be-

schuldigten (Prot. II S. 23) – körperlich deutlich unterlegenen Privatklägerin 2 hin-

reissen lassen konnte. Leicht verschuldensrelativierend ist zu berücksichtigen, 

dass der Beschuldigte die Verletzung der Privatklägerin 2 wohl nur in Kauf ge-

nommen hat. Insgesamt kann somit – mit der Vorinstanz – von leichtem Ver-

schulden gesprochen werden. Bei Einzelbetrachtung erschiene eine Freiheitsstra-

fe von 3 Monaten als verschuldensadäquat. Da die verschiedenen Einsatzstrafen 

aber nicht zu kumulieren, sondern lediglich zu asperieren sind, resultiert nach Be-

rücksichtigung der Tatkomponenten vorliegend eine Freiheitsstrafe von 14 Mona-

ten. 

5.4. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des nicht vorbestraften 

Beschuldigten ist dem angefochtenen Urteil zusammengefasst zu entnehmen, 

dass der Beschuldigte mit 13 Jahren aus Kosovo in die Schweiz kam und hier die 

obligatorischen Schulen besuchte. Eine Lehre im Service brach er ohne Ab-

schluss ab um Profisportler zu werden. Er lebt seit zwanzig Jahren in fester Part-

nerschaft. Die gemeinsamen Kinder (Zwillinge) wurden 2018 geboren (Urk. 49 S. 

35). Weiter geht aus den Akten hervor, dass er in den vergangenen 25 Jahren 

fünffacher …-meister im …-boxen auf höchstem Niveau geworden und unge-

schlagen sei, und dass er vor 10 Jahren eine Kampfsportschule eröffnet habe 

(Prot. I S. 25 f., S. 28; Prot. II S. 16). Heute ergänzte der Beschuldigte weiter, 

dass er inzwischen wieder uneingeschränkt arbeitsfähig sei, nachdem er zuvor 

von der SUVA infolge eines Unfalls Taggelder erhalten habe. Zurzeit sei er als 

Stapelfahrer bei den F._____ in G._____, H._____, tätig und verdiene Fr. 30.– 

pro Stunde brutto bei einem Arbeitspensum von 100 %. Weiter laufe die Tätigkeit 

im Kampfsportverein nach Corona wieder besser und er organisiere derzeit eine 

…-Night zum  

10-Jahres-Jubiläum des Vereins (Prot. II S. 6 ff.). Strafzumessungsrelevant sind 

diese Umstände nicht. Allerdings kann dem Beschuldigten hinsichtlich des Delikts 

- 20 - 

gegen den Privatkläger 1 im Sinne eines positiven Nachtatverhaltens moderat 

strafmindernd angerechnet werden, dass er sich – allerdings auf Initiative des Pri-

vatklägers 1 hin (vgl. Prot. I S. 24) – noch vor der erstinstanzlichen Verhandlung 

mit dem Privatkläger 1 versöhnt hat (vgl. Urk. 32; Prot. II S. 43), auch wenn darin 

trotz nomineller Entschuldigung und Leistung einer finanziellen Zahlung – nach-

dem der Beschuldigte den Tatvorwurf weiterhin bestreitet – keine Wiedergutma-

chung im Sinne von Art. 53 StGB gesehen werden kann. Denn dafür wäre (unter 

anderem) die Anerkennung eines Normverstosses und damit ein Geständnis nötig 

(vgl. BSK StGB-Riklin, Art. 53 N 30, 32; BGE 135 IV 12 E. 3.4.3; BGE 136 IV 41 

E. 1.2.1; BGE 137 I 16 E. 2.3). Insgesamt ist die Einsatzstrafe somit nach Berück-

sichtigung der Täterkomponenten um zwei Monate auf zwölf Monate Freiheits-

strafe zu reduzieren. 

Auf diese Strafe anzurechnen sind 3 Tage erstandene Untersuchungshaft (Art. 51 

StGB). 

Mit der Vorinstanz ist dem Beschuldigten als nicht vorbestraftem Ersttäter der be-

dingte Strafvollzug unter Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren zu 

gewähren (Art. 42 und 44 StGB).  

6. DNA-Profil 

6.1. Die Staatsanwaltschaft wollte bereits im Laufe der Untersuchung das DNA-

Profil des Beschuldigten erfassen (Urk. D1/10/1-19), was letztlich jedoch durch 

das Bundesgericht abgelehnt wurde. Wie das Bundesgericht dazu in seinem nicht 

bei den Akten liegenden, aber im Internet abrufbaren Entscheid 1B_242/2020 

vom 2. September 2020 E. 4.1-3 ausführte, fehle es beim nicht vorbestraften Be-

schuldigten an weiteren Anhaltspunkten, die solches rechtfertigen würden. So ge-

be es keinerlei Hinweise, dass der Beschuldigte in der Vergangenheit in Delikte 

von einer gewissen Schwere involviert gewesen wäre oder es in Zukunft sein 

könnte. Auch sei bei ihm keine Persönlichkeitsstörung ärztlich diagnostiziert, auf-

grund welcher von einer krankhaften Impulsivität auszugehen wäre und ange-

nommen werden müsste, der Beschuldigte habe sich generell nicht unter Kontrol-

le. Die Erstellung eines DNA-Profils erweise sich folglich als unverhältnismässig. 

- 21 - 

Im Falle einer Verurteilung bestehe aber die Möglichkeit, nach Massgabe von Art. 

257 StPO ein DNA-Profil zu erstellen. 

6.2. Die Vorinstanz verwies denn auch auf Art. 257 lit. b StPO als Rechtsgrund-

lage, als sie die DNA-Profilerstellung anordnete und dazu erwog, dass der Be-

schuldigte in nicht unerheblichem Ausmass auf die beiden Privatkläger eingewirkt 

habe (Urk. 49 S. 42). Indes ist auch im Falle einer Anordnung gemäss Art. 257 lit. 

b StPO, wie die Verteidigung zutreffend vorbringt (Urk. 66 Rz. 145 ff.; Prot. II 

S. 27 f.), der Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu beachten (BSK StPO-

Fricker/Maeder, 2014, Art. 257 StPO N 4). In der Regel wird eine Anordnung einer 

Probenabnahme und Profilerstellung dann in Betracht zu ziehen sein, wenn von 

einer erhöhten Rückfallgefahr, auch für schwerere Delikte, auszugehen ist 

(Graf/Hansjakob, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], StPO Komm., 3. 

Aufl. 2020, Art. 257 N 3). Hiervon kann vorliegend aber keine Rede sein. Der bald 

39-jährige Beschuldigte ist in der Vergangenheit noch nie strafrechtlich relevant 

aufgefallen (Urk. 50). Angesichts seiner langjährigen Kampfsporterfahrung wäre 

aber davon auszugehen, dass bereits zahlreiche, an Leib und Leben geschädigte 

Opfer zu verzeichnen wären, hätte der Beschuldigte tatsächlich grundlegende 

Probleme mit der Impulskontrolle. Vor diesem Hintergrund erscheint der vorlie-

gend zu behandelnde Vorfall als singulär und nicht als Ausdruck einer dauerhaft 

bestehenden Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Von der Abnahme einer 

DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils ist damit abzusehen. 

7. Zivilansprüche 

7.1. Die Vorinstanz stellte im Hinblick auf die Zivilforderungen der Privatkläge-

rin 2 fest, dass der Beschuldigte ihr gegenüber für die verurteilten Delikte dem 

Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei. Zudem verpflichtete er den Beschul-

digten, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von Fr. 1'000.– zuzüglich Zins von 

5 % seit 23. September 2019 zu bezahlen (Urk. 49, S. 38 f. und Dispositivziffer 5). 

Die Privatklägerin 2 hat dies akzeptiert, obwohl sie ursprünglich Fr. 1'500.– Ge-

nugtuung gefordert hatte (Urk. 34 S. 1 und Urk. 57). 

- 22 - 

7.2. Nachdem der diesbezügliche Sachverhalt erstellt werden konnte (vgl. 

Ziff. 3.5), ist unter Verweis auf die zutreffenden erstinstanzlichen Erwägungen 

(Urk. 49 S. 38 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO) die grundsätzliche Schadenersatzpflicht 

des Beschuldigten festzustellen. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzan-

spruches ist die Privatklägerin auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen. So-

dann ist den überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz auch hinsichtlich der 

auszusprechenden Genugtuung zu folgen. So ist festzuhalten, dass sie aufgrund 

des Vorfalls physische Schmerzen erlitt, sich erniedrigt, ausgeliefert und wehrlos 

fühlte. Entsprechend ist der Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin 2 eine 

Genugtuung von Fr. 1'000.– samt Zins ab Tattag zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist 

das Genugtuungsbegehren abzuweisen.  

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt 

wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Par-

teien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 

Abs. 1 StPO).  

8.2. Nachdem die Schuldsprüche zu bestätigen sind, bleibt es grundsätzlich 

auch bei der vorinstanzlichen Kostenauflage. Dass das Verfahren hinsichtlich des 

Vorwurfs des Hausfriedensbruchs eingestellt wurde, vermag entgegen den Vor-

bringen der Verteidigung (Urk. 66 Rz. 134 f.) eine teilweise Kostenübernahme 

durch den Staat nicht zu rechtfertigen, da auf jenen Vorwurf kein aussonderbarer 

Aufwand entfallen ist.  

Hinsichtlich der Kosten der amtlichen Verteidigung im Untersuchungsverfahren 

und vor Vorinstanz, welche in der Regel nur einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen sind, überzeugt jedoch das Argument der Verteidigung, dass ihr Aufwand 

im Zusammenhang mit dem erfolgreich geführten Beschwerdeverfahren (vgl. 

Urk. 66 Rz. 136 ff. und den Entscheid des Bundesgerichts B_242/2020 vom 2. 

September 2020) definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen ist. Dies insbesonde-

re auch vor dem Hintergrund, dass auch heute auf die Erstellung eines DNA-

Profils zu verzichten ist. Die Verteidigung macht hierfür zehn Arbeitsstunden und 

- 23 - 

Fr. 50.– Auslagen geltend (Urk. 50 S. 11 f.; Urk. 66 Rz. 143), was mit Blick auf die 

bei den Akten liegende Honorarnote (Urk. 38) angemessen erscheint. Zehn Ar-

beitsstunden à Fr. 220.– und Fr. 50.– Auslagen, je zzgl. Mehrwertsteuer, ergeben 

Fr. 2'423.25. Dieser Betrag ist somit aus der zugesprochenen Entschädigung von 

Fr. 24'888.50 herauszurechnen. Entsprechend ist hinsichtlich der Kosten der amt-

lichen Verteidigung im Untersuchungsverfahren und vor Vorinstanz lediglich im 

Umfang von Fr. 22'464.25 die Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vor-

zubehalten. 

Auch die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2 sind 

einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Hier ist jedoch hinsichtlich der ge-

samten Kosten die Rückforderung vorzubehalten (Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbin-

dung mit Art. 135 Abs. 4 StPO).  

8.3. Für das Berufungsverfahren ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– zu er-

heben.  

Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung fast vollständig. Einzig von der 

Abnahme einer DNA-Probe ist abzusehen. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits un-

terliegt mit ihrer Anschlussberufung teilweise, da keine härtere Qualifikation des 

Körperverletzungsdelikts gegen die Privatklägerin 2 erfolgt und die Strafe nicht im 

beantragten Umfang verschärft wird. Vor diesem Hintergrund sind die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und 

der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2, dem Beschuldigten zu 

vier Fünfteln aufzuerlegen und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche ausgehend von der eingereichten 

Honorarnote und den Korrekturbemerkungen im Plädoyer auf Fr. 7'500.– (inkl. 

MwSt.) festzusetzen sind (Urk. 65 und Urk. 66 Rz. 167; § 23 in Verbindung mit 

§ 17 f. AnwGebV), und die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Pri-

vatklägerin 2 von Fr. 2'500.– (inkl. MwSt., vgl. die entsprechende Honorarnote, 

Urk. 69; § 23 in Verbindung mit § 17 f. AnwGebV), sind einstweilen auf die Ge-

richtskasse zu nehmen, unter Vorbehalt der Rückzahlung von vier Fünfteln dieser 

- 24 - 

Kosten durch den Beschuldigten, sollten dies seine finanziellen Verhältnisse der-

einst erlauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 138 Abs. 1 StPO). 

8.4. Der Beschuldigte fordert auch eine persönliche Umtriebsentschädigung im 

Sinne von Art. 429 Abs. 1 StPO von Fr. 300.–, und begründet diese mit Fahrtkos-

ten zu Einvernahmen mit dem Privatfahrzeug von insgesamt 292 Kilometern zu 

Fr. 0.70 pro Kilometer sowie mit Spesen für die Korrespondenz mit der Verteidi-

gung  (Urk. 51 und Urk. 66 Rz. 169). Nachdem er heute aber in keinem Anklage-

punkt freizusprechen ist und damit kein Entschädigungsanspruch im Sinne von 

Art. 429 Abs. 1 StPO besteht, ist sein Begehren um Zusprechung einer persönli-

chen Umtriebsentschädigung abzuweisen. 

Auch auf seine Forderung nach Zusprechung einer Genugtuung im Sinne von 

Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO kann nicht eingegangen werden. Nachdem die vom 

Beschuldigten erstandene Untersuchungshaft an die heute auszusprechende 

Strafe anzurechnen ist, bleibt hierfür kein Raum. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 

21. April 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Einstellung des Verfahrens 

betreffend Hausfriedensbruchs), 6 (Einziehung und Vernichtung Brecheisen) 

und 9 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

  

- 25 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 

3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind).  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt.  

4. Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils wird 

abgesehen. 

5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2, 

I._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grund-satze nach 

vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin 2 auf den Weg des Zivil-

prozesses verwiesen. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I._____ Fr. 1'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 23. September 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

7. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-

chen Vertretung der Privatklägerin 2, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung im Untersuchungsverfahren und im 

erstinstanzlichen Gerichtsverfahren werden im Umfang von Fr. 22'464.25 

einstweilen und im übrigen Umfang definitiv auf die Gerichtskasse genom-

- 26 - 

men. Im Umfang von Fr. 22'464.25 bleibt die Rückzahlungspflicht des Be-

schuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2 werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des 

Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Verbindung mit 

Art. 138 Abs. 1 StPO vorbehalten. 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'500.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 2'500.–   unentgeltliche Vertretung der Privatklägerin 2. 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privat-

klägerin 2, werden zu vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt und im Üb-

rigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2 werden auf 

die Gerichtskasse genommen. Im Umfang von vier Fünfteln dieser Kosten 

bleibt die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Privatkläger 1 
− die Vertretung der Privatklägerin 2 (übergeben) 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

dem Privatkläger 1 nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

  

- 27 - 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
− die Vertretung der Privatklägerin 2 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

11. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 18. Mai 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Wenker 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw Huter 
 

 

- 28 - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

	Urteil vom 18. Mai 2022
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Das Verfahren betreffend den Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB wird definitiv eingestellt.
	2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	- der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB,
	- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	- der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB.

	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, wovon 3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– (entsprechend Fr. 2'700.–) und einer Busse von Fr. 1'000.–.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe und der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2 für die verurteilten Delikte dem Grundsatz nach schadenersatzpflichtig ist. Zudem wird der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 2 eine Genugtuung von Fr. 1'000.– zu...
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 12. Juni 2020 beschlagnahmte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservats-Triage, lagernde Brecheisen (A013'040'738) wird eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskra...
	7. Es wird gegenüber dem Beschuldigten die Abnahme einer DNA-Probe und die Erstellung eines DNA-Profiles im Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet.
	Der Vollzugsauftrag wird der Kantonspolizei Zürich erteilt.
	Der Beschuldigte wird verpflichtet, sich innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils bei der Kantonspolizei Zürich, Erkennungsdienst, Kasernenstrasse 29, 8004 Zürich, zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wangenschleimhautabnahmen zu m...
	8. Die Begehren des Beschuldigten um Zusprechung einer Genugtuung und um Zusprechung einer Umtriebsentschädigung werden abgewiesen.
	9. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
	10. Die Kosten des Vorverfahrens (Gebühr Vorverfahren, Auslagen) und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung der Privatklägerin 2, werden dem Beschuldigten auferlegt....
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB sowie der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB nicht schuldig zu erkennen und freizusprechen.
	2. Es sei die Zivilklage der Privatklägerin 2 abzuweisen.
	3. Es sei das Brecheisen, Asservat Nr. A013'040'738, einzuziehen und nach Eintritt der Rechtskraft zu vernichten.
	4. Es sei von der Abnahme einer DNA-Probe sowie der Erstellung eines DNA-Profils abzusehen.
	5. Es seien die Gerichtskosten sowie die Verfahrenskosten, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse zu nehmen.
	6. Es sei dem Beschuldigten zulasten der Staatskasse eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 1'000.– sowie eine Umtriebsentschädigung in der Höhe von Fr. 300.– zuzusprechen.
	1. Der Beschuldigte sei der mehrfachen qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen;
	2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten, wovon 3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.– zu bestrafen;
	3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen.
	1. Es sei das vorinstanzliche Urteil in Bezug auf sämtliche, die Privatklägerin 2 betreffenden Dispositivziffern, namentlich die Ziffern 2, 5 und 10 zweiter Satz, zu bestätigen.
	2. Die Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss Honorarnote seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 21. April 2021 meldete der Beschuldigte fristgerecht Berufung an (Urk. 40). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde ihm am 30. August 2021 zugestellt (U...
	1.2. Mit Präsidialverfügung vom 27. September 2021 wurde den Privatklägern 1 und 2 sowie der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (fortan Staatsanwaltschaft) Frist zur allfälligen Erklärung einer Anschlussberufung angesetzt (Urk. 52).
	1.3. Mit Eingabe vom 5. Oktober 2021 erhob die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung (Urk. 56). Die Privatklägerin 2 beantragte innert Frist Bestätigung des angefochtenen Urteils (Urk. 57), während sich der Privatkläger 1 nicht vernehmen liess.
	1.4. Am 9. September 2021 wurde ein Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk. 50). Zusätzlich reichte er am 29. November 2021 das Datenerfassungsblatt samt Beilagen ein (Urk. 62-63).
	1.5. Zur Berufungsverhandlung sind der Beschuldigte sowie sein amtlicher Verteidiger, Rechtsanwalt MLaw X._____, Staatsanwalt lic. iur. Eberle sowie der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin 2, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, erschienen (Pr...

	2. Prozessuales
	2.1. Der Beschuldigte verlangt mit seiner Berufung einen vollumfänglichen Freispruch. Entsprechend sei auch die Zivilklage der Privatklägerin 2 abzuweisen und von der Abnahme einer DNA-Probe und der Erstellung eines DNA-Profils abzusehen. Die Kosten s...
	Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die rechtliche Qualifikation des Körperverletzungsdelikts gegen die Privatklägerin 2 (Dispositivziffer 2) und das Strafmass (Dispositivziffer 3; vgl. Urk. 56 und 67).
	Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils (nur) im Umfang der Anfechtung gehemmt. Es ist somit festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 21. April 2021 bezüglich der Dis...
	2.2. Die Verteidigung rügt, die Vorinstanz habe das aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör ergebende Recht auf Beweis verletzt, indem es den Beweisantrag auf Edition der Krankengeschichte des Privatklägers 1 beim Kantonsspital Winterthur abgewiesen ha...
	2.3. Die Verteidigung rügt weiter, die polizeilichen Einvernahmen des Privatklägers 1, der Privatklägerin 2 und von C._____, allesamt durchgeführt am 24. September 2019 (Urk. D1/3/1; Urk. D1/4/1; Urk. D1/5/1), seien unter Verletzung der Teilnahmerecht...
	Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Die Anwesenheit der Verteidigung bei polizeilichen Einvernahme...
	Die Staatsanwaltschaft wurde gemäss Polizeirapport am 24. September 2019 um 05:27 Uhr erstmals informiert (Urk. D1/1/1), die Privatkläger 1 und 2 allerdings bereits davor ab 01:45 Uhr und ab 03:03 Uhr einvernommen (Urk. D1/3/1; Urk. D1/4/1). Damit wur...
	2.4. Die Verteidigung bringt schliesslich vor, die Einvernahme des Beschuldigten vom 24. September 2019 sei nicht verwertbar, da gestützt auf die Darstellung des Privatklägers 1 zu diesem Zeitpunkt bereits von einem Fall notwendiger Verteidigung nach ...
	Werden Beweise erhoben, bevor eine Verteidigung bestellt worden ist, obwohl die Verteidigung bereits erkennbar notwendig gewesen wäre, ist die Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Person auf ihre Wiederholung verzichtet (Art. 131 Abs. 3 St...
	Damit durfte die erste Einvernahme des Beschuldigten am 24. September 2019 ohne notwendige Verteidigung durchgeführt werden. Unabhängig davon hatte die Polizei zum Zeitpunkt der Einvernahme des Beschuldigten auch noch keine Kenntnis von den Rippenbrüc...

	3. Sachverhaltserstellung
	3.1. Der Beschuldigte bestreitet die ihm in der Anklage vorgeworfenen Handlungen gegen Leib und Leben der beiden Privatkläger (Prot. I S. 15 ff.; Prot. II S. 14 ff.). Entsprechend ist zunächst zu prüfen, ob sich die in der Anklage geschilderten Handlu...
	3.2. Als Beweismittel liegen nebst verschiedenen Einvernahmen der vor Ort (zumindest zeitweise) Anwesenden (Urk. D1/2/1-4, Urk. D1/3/1; Urk. D1/4/1-2 und Urk. D1/5/1-3) die vom Privatkläger 1 während der Auseinandersetzung aufgenommenen Film- bzw. Ton...
	3.3. Mit der Vorinstanz ist im Zusammenhang mit der Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Einvernommenen festzuhalten, dass vorliegend einzig der Zeuge D._____ als gänzlich neutral und unvoreingenommen erscheint (vgl. Urk. 49 S. 10 f.; Art. 82 Abs. 4 St...
	3.4. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Befragten korrekt wiedergegeben bzw. zusammengefasst (Urk. 49 S. 11-16 und S. 25-28). Ebenso ist dem angefochtenen Urteil eine zutreffende Wiedergabe der Geschehnisse auf der Film- bzw. Tonaufnahme des Privatkl...
	3.5. Wie die Vorinstanz sodann im Rahmen der Beweiswürdigung zu Recht bemerkt hat, ist hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten auffällig, dass dieser seine Schilderung stetig abänderte und ausschmückte, was nicht für deren Glaubhaftigkeit spricht ...

	4. Rechtliche Würdigung
	5. Strafzumessung und Vollzug
	5.1. Die Vorinstanz hat die qualifizierte einfache Körperverletzung gegen den Privatkläger 1 mit einer Freiheitsstrafe und die einfache Körperverletzung gegen die Privatklägerin 2 mit einer Geldstrafe geahndet, ohne sich zur jeweiligen Wahl der Strafa...
	5.2. Auszugehen ist bei der Strafzumessung vorliegend vom Delikt gegen den Privatkläger 1. Dieses richtete sich – zwangsläufig – gegen das höchste Rechtsgut, Leib und Leben, des Opfers. Der Privatkläger 1 erlitt dabei mehrere Rippenbrüche in Serie, wo...
	5.3. Was die Körperverletzung der Privatklägerin 2 angeht, so erlitt sie mit der Rissquetschwunde am Arm, die mit einem Stich genäht werden musste, eine Verletzung am untersten Ende des möglichen Spektrums. Jedoch ist auch hier wenig nachvollziehbar, ...
	5.4. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen des nicht vorbestraften Beschuldigten ist dem angefochtenen Urteil zusammengefasst zu entnehmen, dass der Beschuldigte mit 13 Jahren aus Kosovo in die Schweiz kam und hier die obligatorischen Schule...

	6. DNA-Profil
	6.1. Die Staatsanwaltschaft wollte bereits im Laufe der Untersuchung das DNA-Profil des Beschuldigten erfassen (Urk. D1/10/1-19), was letztlich jedoch durch das Bundesgericht abgelehnt wurde. Wie das Bundesgericht dazu in seinem nicht bei den Akten li...
	6.2. Die Vorinstanz verwies denn auch auf Art. 257 lit. b StPO als Rechtsgrundlage, als sie die DNA-Profilerstellung anordnete und dazu erwog, dass der Beschuldigte in nicht unerheblichem Ausmass auf die beiden Privatkläger eingewirkt habe (Urk. 49 S....

	7. Zivilansprüche
	7.1. Die Vorinstanz stellte im Hinblick auf die Zivilforderungen der Privatklägerin 2 fest, dass der Beschuldigte ihr gegenüber für die verurteilten Delikte dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei. Zudem verpflichtete er den Beschuldigten, der...
	7.2. Nachdem der diesbezügliche Sachverhalt erstellt werden konnte (vgl. Ziff. 3.5), ist unter Verweis auf die zutreffenden erstinstanzlichen Erwägungen (Urk. 49 S. 38 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO) die grundsätzliche Schadenersatzpflicht des Beschuldigten...

	8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	8.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).
	8.2. Nachdem die Schuldsprüche zu bestätigen sind, bleibt es grundsätzlich auch bei der vorinstanzlichen Kostenauflage. Dass das Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs des Hausfriedensbruchs eingestellt wurde, vermag entgegen den Vorbringen der Verteidig...
	8.3. Für das Berufungsverfahren ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– zu er-heben.
	8.4. Der Beschuldigte fordert auch eine persönliche Umtriebsentschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 StPO von Fr. 300.–, und begründet diese mit Fahrtkosten zu Einvernahmen mit dem Privatfahrzeug von insgesamt 292 Kilometern zu Fr. 0.70 pro Kilomete...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 21. April 2021 bezüglich der Dispositivziffern 1 (Einstellung des Verfahrens betreffend Hausfriedensbruchs), 6 (Einziehung und Vernichtung Brecheisen) und 9 (Kostenfestsetzun...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der qualifizierten einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB,
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 3 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind).
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils wird abgesehen.
	5. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 2, I._____, aus dem eingeklagten Ereignis dem Grund-satze nach vollumfänglich schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatzanspruches wird die Privatk...
	6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I._____ Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 23. September 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	7. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin 2, werden zu vier Fünfteln dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die ...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Privatkläger 1
	 die Vertretung der Privatklägerin 2 (übergeben)

	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird dem Privatkläger 1 nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Vertretung der Privatklägerin 2
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

	11. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.