# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f0340a4-ef04-56b3-ba85-a49849b99afb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.03.2014 IV 2012/231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-231_2014-03-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/231

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 03.06.2020

Entscheiddatum: 04.03.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2014
Art. 8 Abs. 1 und Art. 17 IVG. Anspruch auf Umschulung eines im Ausland als 
Masseur/Fitnesstrainer tätigen Versicherten verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2014, IV 
2012/231).

Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungs-

richterin Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 4. März 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Marisa Graf, Schwager Mätzler Schneider, 

Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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berufliche Massnahmen

Sachverhalt:

A.      

A.a  Der 19__ in Ägypten geborene A.___ (B.___, vgl. IV act. 43-9)

meldete sich am 2. Juli 2009 bei der IV-Stelle an und beantragte Massnahmen für die 

berufliche Eingliederung (IV-act. 1, 13). Der Versicherte war am 26. März 2006 in die 

Schweiz eingereist (IV-act. 1-1); er hatte vom 31. Juli bis 26. September 2006 als 

Hilfsarbeiter in einer Käserei und vom 16. April 2007 bis zu seiner Kündigung wegen 

häufiger Rückenschmerzen per 30. Juni 2008 bei der C.___ AG als Mitarbeiter in der 

Trockenproduktion gearbeitet (IV-act. 43-2, 12). Seit April 2008 war er beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet (IV-act. 1-4). Gemäss dem Protokoll über 

das Telefongespräch des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) mit dem Hausarzt des 

Versicherten, Dr. med. D.___ vom 8. Juli 2009 hatte Dr. D.___ den Versicherten auf 

Grund eines in Ägypten am 7. März 2009 erlittenen Motorradunfalls vom 7. März bis 31. 

Juli 2009 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Als Diagnosen für die Arbeitsunfähigkeit 

nannte der Hausarzt einen Zustand nach Plattenosteosynthese Tibiakopf mit 

transossärer VKB-Refixation rechts am 20. März 2009 bei lateraler Tibiakopffraktur mit 

ossärem VKB- und HKB-Ausriss rechts, eine Fissur des Proc. styloideus radii links und 

eine chronisch-rezidivierende Rückenschmerzproblematik (IV-act. 18).

A.b  Am 2. September 2009 wurde der Versicherte durch RAD-Ärztin Dr. med. E.___, 

Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Zertifizierte medizinische 

Gutachterin SIM, untersucht. Im Bericht vom 10. September 2009 kam Dr. E.___ zum 

Schluss, dass eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit des rechten Kniegelenks

bestehe. Bei nicht abgeschlossener Heilung sei auch die Belastbarkeit am linken 

Handgelenk eingeschränkt. An der linken Hand sei von einem noch nicht stabilen 

Zustand auszugehen (IV-act. 26). Auf Ersuchen der IV-Stelle berichtete Dr. med. J. 

D.___, Oberarzt der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), am 10. September 2009, dass in Bezug auf die 

Handgelenksproblematik keine Arbeitsunfähigkeit ausgestellt worden sei. Dem Ver­

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sicherten werde empfohlen, auf schwere Belastungen zu verzichten. Die 

Arbeitsfähigkeit richte sich vor allem nach der Knieverletzung (IV-act. 28-3).

A.c  Im Bericht der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung F.___ an die 

Personalberaterin des RAV vom 7. Dezember 2009 wurde festgehalten, der Versicherte 

habe in seinem Heimatland Ägypten ein Studium für Massage und Sportinstruktion 

abgeschlossen. Anschliessend habe er in verschiedenen Hotels als Fitnesstrainer, 

Bademeister und Masseur gearbeitet, in den letzten Jahren in leitender Stellung. Er 

suche nun einen Weg, seine Kenntnisse als Masseur auch in der Schweiz umzusetzen. 

Leider besitze er keine detaillierten Unterlagen seiner Ausbildung und seiner 

Tätigkeiten, so dass ein Vergleich und damit eine Einschätzung nicht möglich seien. Da 

seine mangelnden Deutschkenntnisse eine schriftliche Dokumentation 

verunmöglichten, müsse er probieren, seine praktischen Fähigkeiten zu beweisen. Es 

seien ihm Unterlagen des Berufsverbandes mitgegeben worden, damit er sich dort 

über Möglichkeiten der Überprüfung erkundige (IV-act. 36-2). Die RAV-

Personalberaterin protokollierte am 17. Dezember 2009, der Versicherte sei ab Januar 

2010 für einen Deutschkurs angemeldet (IV-act. 37). Auf Anfrage des Versicherten 

antwortete das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Bern, am 

21. Dezember 2009, er müsse sein Diplom in der Schweiz anerkennen lassen, wenn er 

in der Schweiz als Turnlehrer an einer Schule arbeiten wolle. Wolle er als Sporttrainer in 

einer anderen Einrichtung tätig sein, könne er seinen Beruf ohne offizielle Anerkennung 

ausüben (IV-act. 38).

A.d  Am 12. Januar 2010 informierte die Unia Arbeitslosenkasse St. Gallen die IV-Stelle 

darüber, dass sie dem Versicherten für die Monate April und Mai 2009 sowie ab 

September 2009 Taggelder gestützt auf eine Vermittlungsfähigkeit von 100% 

ausgerichtet habe bzw. ausrichte. Die Rahmenfrist dauere bis 27. April 2011 (IV-act. 

41-2).

A.e  Mit Schreiben vom 21. Januar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, im 

Rahmen der Arbeitsvermittlung werde ihm Beratung und Unterstützung bei der 

Stellensuche gewährt (IV-act. 45). Am 22. Juli 2010 wurde der Versicherte im KSSG am 

Knie rechts operiert (IV-act. 61).

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A.f   Die Eignungsabklärung des Versicherten in der Reinigung im G.___ wurde am 12. 

Januar 2011 nach drei Tagen beendet. Einerseits habe der Versicherte auf Grund 

chronischer Knieschmerzen zu viele Pausen einlegen müssen. Die Reinigung werde 

ausschliesslich stehend ausgeführt, was für das Knie nicht optimal sei. Andererseits sei 

seine Motivation - er sei an einem Morgen ohne weitere Entschuldigung 20 Minuten zu 

spät zur Arbeit erschienen - nicht gerade hoch gewesen (IV-act. 66). In der 

Stellungnahme vom 15. Januar 2011 erklärte der Versicherte sein Zuspätkommen mit 

dem Verpassen seines Busses und dementierte vehement, zu wenig motiviert gewesen 

zu sein. Lediglich am dritten Tag habe er eine ganz kleine Pause gemacht, um sein 

Bein zu massieren, welches seit dem Unfall starke Schmerzen bereite (IV-act. 68).

A.g  Im Bericht vom 3. Februar 2011 diagnostizierte Dr. med. H.___, Orthopädie am 

Rosenberg, eine zunehmende posttraumatische Gonarthrose Kniegelenk rechts, 

weshalb der Versicherte, um seine Arbeitsfähigkeit wieder zurück zu gewinnen, eine 

Umschulung für eine sitzende Tätigkeit benötige. Eine stehende körperliche Tätigkeit 

könne der Versicherte auf Grund der zunehmenden posttraumatischen Gonarthrose 

nicht mehr durchführen (IV-act. 70). Auch im Bericht der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie des KSSG vom 21. Februar 2011 wurde dem Versicherten empfohlen, die 

Möglichkeit einer Umschulung abzuklären (IV-act. 71).

A.h  Im Schlussbericht vom 20. April 2011 beurteilte die Eingliederungsverantwortliche 

die Motivation des Versicherten während der ganzen Begleitphase als ausserordentlich 

hoch. Er sei bemüht gewesen, eine Anstellung zu finden, was aber leider nicht 

gelungen sei (IV-act. 83). Mit Schreiben vom 30. Mai 2011 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung nun abgeschlossen werde (IV-act. 86).

A.i   Am 9. September 2011 liess der Versicherte durch seine Rechtsvertreterin eine 

Umschulung beantragen (IV-act. 96). Im Vorbescheid vom 29. November 2011 stellte 

die IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung des Gesuchs um Kostengutsprache für 

Umschulung und andere berufliche Massnahmen in Aussicht. Seit er in der Schweiz 

wohne, sei er als Hilfsarbeiter tätig und habe nie auf seinem in Ägypten erlernten Beruf 

als Masseur resp. Sporttrainer gearbeitet. Das Erfordernis der Gleichwertigkeit der 

Tätigkeit vor Eintritt der Invalidität und jener nach Durchführung von beruflichen 

Massnahmen sei auch ohne Umschulung gegeben (IV-act. 109).

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A.j   Am 16. Januar 2012 liess der Versicherte gegen den Vorbescheid durch seine 

Rechtsvertreterin Einwand erheben (IV-act. 112). Die IV-Stelle verfügte am 15. Mai 

2012 im Sinne des Vorbescheids und wies das Gesuch um Kostengutsprache für 

Umschulung und andere berufliche Massnahmen ab (IV-act. 115).

A.k  Mit Vorbescheid vom 14. Juni 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass 

sie einen Anspruch auf Rente voraussichtlich verneinen werde (IV-act. 119). Mit 

Schreiben vom 18. Juni 2012 sistierte sie das Rentenverfahren bis zum Vorliegen eines 

Entscheids des Versicherungsgerichts bezüglich des Anspruchs auf Umschulung und 

andere berufliche Massnahmen (IV-act. 121).

B.      

B.a  Gegen die Verfügung betreffend berufliche Massnahmen vom 15. Mai 2012 richtet 

sich die von der Rechtsvertreterin für den Betroffenen am 15. Juni 2012 erhobene 

Beschwerde. Die Rechtsvertreterin beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

berufliche Massnahmen zu gewähren, namentlich eine Umschulung zu finanzieren und 

für die Zeit der Umschulung Taggelder auszurichten; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 1).

B.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. September 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 6).

B.c  Mit Replik vom 26. November 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen 

fest (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben vom 6. Dezember 2012 auf 

die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 14).

Erwägungen:

1.     

1.1   Vorab ist in formeller Hinsicht die Rüge des Beschwerdeführers zu prüfen, die 

Beschwerdegegnerin habe sich nicht hinreichend mit den erhobenen Einwänden aus­

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einandergesetzt und somit die ihr obliegende Begründungspflicht und den Anspruch 

auf rechtliches Gehör verletzt.

1.2   Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll 

entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde, 

ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei 

darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person 

vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung 

hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich 

mit den konkreten Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe 

anzugeben, weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 

V 183 E. 2b).

1.3   Im Einwand vom 16. Januar 2012 legte die Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers unter Verweis auf zwei höchstrichterliche Urteile dar, weshalb es 

für den Umschulungsanspruch nicht relevant sei, dass der Beschwerdeführer in der 

Schweiz nie als Masseur und Fitnessinstruktor gearbeitet habe (vgl. IV-act. 112 Ziff. 

8 ff.). Die Beschwerdegegnerin nahm zwar zu den konkreten 

Bundesgerichtsentscheiden nicht direkt Stellung. Sie führte in ihrer über eine Seite 

langen Stellungnahme zum Einwand jedoch aus, aus welchen Gründen sie entgegen 

dem Einwand auf ihrem Standpunkt beharrte. Zudem hielt sie als Eventualbegründung 

fest, weshalb selbst bei einem Abstellen auf die ausländischen Berufskenntnisse kein 

Umschulungsanspruch gegeben wäre. Insgesamt ist die Beschwerdegegnerin ihrer 

Begründungspflicht daher genügend nachgekommen und es ist nicht von einer 

Verletzung des rechtlichen Gehörs auszugehen.

2.       

2.1   In materieller Hinsicht ist damit die Frage eines Anspruchs auf berufliche 

Massnahmen, insbesondere auf Finanzierung einer Umschulung samt Ausrichtung von 

Taggeldern, zu prüfen. Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität 

bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

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notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. 

a), und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt 

sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 unter anderem 

aus Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 

Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe). Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein 

Anspruch auf eine Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung 

infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich 

erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gelten als Umschulung unter anderem 

Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen 

beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige 

berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinne von Art. 17 Abs. 1 IVG liegt vor, 

wenn eine versicherte Person in der bisher ausgeübten Arbeit oder in den ihr ohne 

zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden, zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (vgl. zu den invaliditätsmässigen 

Voraussetzungen eingehend U. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 

Zürich 2010, S. 190 ff.).

2.2   Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Wenn der 

entscheidrelevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die 

Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen (vgl. U. Kieser, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 62 zu Art. 61).

3.       

Vorliegend hielt der behandelnde Orthopäde Dr. H.___ im Ärztlichen Zeugnis vom 

11. Oktober 2010 fest, dass der Beschwerdeführer bei nur sitzender Tätigkeit zu 100% 

und bei sitzend/stehender Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei (IV-act. 76-4). Im Bericht 

vom 13. November 2010 schätzte er die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für 

stehende Tätigkeiten auf 50% (IV-act. 103-11). Mit Bericht vom 28. Oktober 2011 

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befand er schliesslich, dass der Beschwerdeführer auf Grund einer zunehmenden 

posttraumatischen Gonarthrose im Bereich des operierten Kniegelenks zunehmende 

Schmerzen und Schwellungen habe, weshalb eine Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit (als Reinigungskraft im G.___) nicht mehr gegeben sei. Für 

vorwiegend sitzende Tätigkeiten, ohne körperliche Arbeit und ohne Heben von 

schweren Lasten sei eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 106). Der neue 

Hausarzt des Beschwerdeführers Dr. med. I.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH 

gab im Arztbericht vom 2. November 2011 an, dass der Beschwerdeführer als Masseur 

arbeiten könne und diese Tätigkeit bis zu 100% (steigernd) bzw. die Wiederaufnahme 

der beruflichen Tätigkeit mit mindestens 50% zumutbar sei. Falls der erlernte Beruf 

nicht möglich sei, müsse er eventuell auf eine knieentlastende Tätigkeit umgeschult 

werden. Alle knieschonenden Tätigkeiten seien bis zu 100% zumutbar (IV-act. 

103-1 ff.). Gestützt auf diese medizinischen Beurteilungen kam RAD-Ärztin Dr. E.___ in 

der Stellungnahme vom 25. April 2012 zum Schluss, die Tätigkeit als Masseur, falls 

diese meist stehend ausgeführt werden müsse, und die Tätigkeit als Sportlehrer, falls 

sie auch praktische Übungen mit Stehen/Gehen/Laufen/Springen usw. beinhalte, seien 

wegen der Gonarthrose nicht mehr zumutbar. Bei der Stellensuche sei der Versicherte 

aus medizinischen Gründen (aber) nicht eingeschränkt (IV-act. 114-2). Auf diese 

nachvollziehbare medizinische Beurteilung ist abzustellen. Da die angestammte 

Tätigkeit als Masseur/Fitnesstrainer kaum als knieschonend aufzufassen ist, besteht 

darin keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dagegen ist eine knieadaptierte bzw. sitzende 

Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar.

4.       

4.1   Die Rechtsvertreterin begründet den Anspruch des Beschwerdeführers auf 

Umschulung, indem sie auf zwei Urteile des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006: 

Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) verweist. Einerseits stützt sie sich auf 

BGE 124 V 108, in welchem das EVG entschied, dass bei der Beurteilung, ob die für 

den Umschulungsanspruch geforderte Erheblichkeitsschwelle (bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 Prozent) erreicht sei, neben den aktuellen 

Verdienstmöglichkeiten im Rahmen der vorzunehmenden Prognose weitere Faktoren 

wie Lohnentwicklung und Aktivitätsdauer mitzuberücksichtigen seien. Die annähernde 

Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und der neuen Tätigkeit nach der 

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Umschulung sei in der Regel längerfristig nur zu verwirklichen, wenn die 

entsprechenden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufwiesen. 

Die berufliche Qualifikation sei nicht nur bedeutsam im Hinblick auf konjunkturelle 

Schwankungen des Arbeitsmarktes und strukturelle betriebliche Anpassungen, 

sondern bestimme auch massgeblich die Einkommensentwicklung (S. 112 E. 3b). Im 

konkreten Fall bejahte das Gericht bei einem Versicherten, welcher wegen einer 

Mehlallergie seinen erlernten Beruf als Bäcker/Konditor nicht mehr ausüben konnte und 

danach als Betriebsmitarbeiter/Praktikant in einer Konservenfabrik tätig war, den 

Anspruch auf Umschulung zum Konserven- und Tiefkühltechnologen, obschon der 

Minderverdienst die Erheblichkeits-schwelle nicht erreichte. Im Urteil des EVG vom 13. 

Mai 2005, I 144/05, hatte das EVG zudem entschieden, dass es der versicherten 

Person nicht schaden könne, dass sie während Jahren Tätigkeiten nachgegangen sei, 

die unwidersprochen weniger hohe ausbildungsmässige Anforderungen gestellt hatten 

als der erlernte Beruf eines Offsetdruckers. Ein aus invaliditätsfremden Gründen 

während längerer Zeit, allenfalls jahrelang nicht ausgeübter Beruf bleibe für die 

Umschulungsfrage nicht bedeutungslos. Vielmehr sei und bleibe jeder erlernte Beruf 

auch nach einer allfälligen Aufgabe Bestandteil der Ausbildung, über welche die 

versicherte Person sich ausweisen könne (vgl. EVG-Urteil vom 13. Mai 2005, a.a.O., E. 

2.2.1 und 2.2.3).

4.2   Diese Rechtsprechung zeigt zum vorliegenden Fall jedoch keine Parallelen. So 

beurteilten beide Fälle versicherte Personen, die eine abgeschlossene Ausbildung 

vorwiesen. Demgegenüber kann die "Ausbildung" des Beschwerdeführers in Ägypten 

gestützt auf die vorhandenen Akten mitnichten einer schweizerischen Ausbildung mit 

Abschluss zum Fitnesscoach oder Masseur gleichgestellt werden, reichte der 

Beschwerdeführer doch lediglich zwei Übersetzungen von "Provisorischen Diplomen" 

betreffend zwei voneinander unabhängige Semester ein. Während die eine 

Übersetzung der Sportfakultät für Knaben in J.___ bestätigt, dass er ein 

"Provisorisches Diplom" für das Semester Juni des Jahres 1994 mit der 

Durchschnittsleistung "genügend" erhalten habe (act. G 1.1.6), betrifft das andere 

"Provisorische Diplom" der K.___ Universität das Semester Mai 1999. Auch dieses 

bestätigt lediglich, der Beschwerdeführer habe als Bakkalauren der sportlichen 

Ausbildung im Hauptfach Schwimmen und im Nebenfach Fussball die Note "sehr gut" 

erlangt (IV-act. 4-1 f.). Demgegenüber fehlen Ausweise über einen Studienabschluss 

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oder detaillierte Angaben über Inhalt und Dauer des geltend gemachten Studiums. 

Schliesslich geht auch aus den Arbeitsbestätigungen nur hervor, dass der 

Beschwerdeführer für mehrere grosse Hotelketten in den Jahren 1998 bis 2000 als 

"Beach Boy", von 2000 bis 2001 als "Health Club Supervisor" und im 2001 als "Gym 

Instructor" und "Masseur" tätig war (act. G 1.1.5). Zudem lässt sich auch aus den nicht 

belegten Angaben im Lebenslauf, wonach er von 2002 bis 2006 beim Aufbau und der 

Führung eines Massagecenters und Coiffeursalons für ein grosses Hotel in L.___ 

gearbeitet habe (act. G 1.1.4), keine Gleichwertigkeit mit einem Ausbildungsabschluss 

in der Schweiz herstellen. Damit kann seine "Ausbildung" in der Heimat schliesslich 

unabhängig davon, dass er seiner angestammten Tätigkeit in der Schweiz vorerst aus 

invaliditätsfremden Gründen bzw. wegen fehlenden Deutschkenntnissen nicht 

nachgehen konnte nicht einer den schweizerischen Anforderungen genügenden 

Ausbildung zum Fitnesscoach (vgl. hierzu beispielsweise die Anforderungen an die 

Ausbildung zum Fitnessinstruktor/in mit eidg. Fachausweis: http://

www.berufsberatung.ch/dyn/13630.aspx?

id=24538&addrestrictions=0&searchsubmit=true&search=Fitness&providerlocation=, 

Abfrage vom 18. Februar 2014) oder Masseur (vgl. Medizinischer Masseur mit eidg. 

Fachausweis: http://www.berufsberatung.ch/dyn/13630.aspx?

id=26963&addrestrictions=0&searchsubmit=true&search=Fitness&providerlocation=, 

Abfrage vom 18. Februar 2014) gleichgesetzt werden und eine Anwendung der oben 

zitierten Rechtsprechung fällt von Beginn weg ausser Betracht.

5.       

Gemäss Auskunft des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie BBT, Bern, vom 

21. Dezember 2009, könnte der Beschwerdeführer zwar in einem Sportclub, 

Fitnesscenter oder für ein Sportteam als Sporttrainer arbeiten, ohne zuvor eine 

Anerkennung seiner vorhandenen Diplome in der Schweiz zu erwirken. Würde der 

Beschwerdeführer in der Schweiz jedoch als Turnlehrer an einer Schule arbeiten 

wollen, müsste er sein Diplom anerkennen lassen (IV-act. 38). Der Beschwerdeführer 

gab an, er habe darauf verzichtet, eine Anerkennung seiner Diplome zu beantragen, 

weil er den in der Heimat ausgeübten Beruf auf Grund seines Gesundheitsschadens 

sowieso nicht mehr ausüben könne. Demgegenüber sei die Beschwerdegegnerin dazu 

verpflichtet, die Möglichkeit einer solchen Anerkennung zu prüfen. Auch dieser 

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Argumentation ist nicht zu folgen. Der Beschwerdeführer hat in Ägypten nie als Turn- 

bzw. Sportlehrer an einer Schule gearbeitet. Auch dass er ein spezifisches "Lehrer"-

Diplom bzw. eine Ausbildung zur Lehrbefähigung absolviert hätte, wird weder geltend 

gemacht noch ergeben sich Hinweise aus den Akten (vgl. Erwägung 4.2). Da für die 

Anerkennung einer ausländischen Lehrbefähigung in der Schweiz hohe Hürden 

bestehen (vgl. insbesondere: "Merkblatt Anerkennung ausländischer Lehrdiplome" und 

darin über zwei Links das "Antragsformular" des Rechtsdienstes der EDK vom 

1.1.2014, welches die Vorlage eines Diploms verlangt, das die gesuchstellende Person 

befähigt, konkrete Fächer an Regelklassen der öffentlichen Schule zu unterrichten: 

http://www.edk.ch/dyn/12933.php, Abfrage vom 18. Februar 2014; vgl. auch IV-act. 

36-2), kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer auf Grund 

seiner zwei provisorischen Sportdiplome im Gesundheitsfall in der Schweiz ohne 

weitere Zusatzausbildung zum Turnlehrer zugelassen worden wäre. Infolge dieser 

Aussichtslosigkeit war die Beschwerdegegnerin somit nicht verpflichtet, weitere 

Untersuchungen zur Anerkennungsfähigkeit der Ausbildung des Beschwerdeführers zu 

unternehmen.

6.       

Schliesslich fehlt auch der Nachweis für eine Erwerbseinbusse von etwa 20%. Gestützt 

auf die Tätigkeiten als Fitnesstrainer und Masseur (ohne anerkannte Ausbildung) hätte 

der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkungen in etwa folgendes 

Einkommen erzielen können: Gemäss den Mindest-Lohnempfehlungen des 

Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands (SFGV) wird für Mitarbeiter 

ohne Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (= Berufslehre) als Fitness-Instruktor, 

Quereinsteiger, ein Jahreslohn von Fr. 36'000.-- und als Fitness-Instruktor mit Qualitop 

Status "OK" ein Jahreslohn von Fr. 42'000.-- empfohlen (Lohnempfehlungen basierend 

auf einem 100%-Pensum à 43 Stunden pro Woche, brutto; vgl. http://www.sfcv.ch/

content.php?id= 287&lang=de, Stand September 2011, Abfrage vom 18. Februar 

2014). Selbst wenn somit für die Bestimmung des im Gesundheitsfall mutmasslich 

erzielten Verdienstes auf die höhere dieser Einkommensempfehlungen von 

Fr. 42'000.-- abgestellt würde, wäre im Vergleich zum Lohn, den der Beschwerdeführer 

mit den gesundheitlichen Einschränkungen noch zu verdienen in der Lage ist, keine 

Einkommenseinbusse gegeben. Geht man von einer Entwicklung der Nominallöhne in 

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ungefähr gleichem Ausmass aus, hätte der Beschwerdeführer gemäss LSE als 

Hilfsarbeiter im Jahr 2010 einen Jahreslohn von Fr. 61'414.-- bzw. auf Grund einer 

Nominallohnentwicklung von 1% im Jahr 2011 (vgl. Bundesamt für Statistik, 

Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise) einen Lohn von 

Fr. 62'028.-- erzielt. Dass dem noch jungen Beschwerdeführer ein Anspruch auf einen 

Abzug vom Tabellenlohn zuzugestehen wäre, ist auf Grund der uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit in sitzenden Tätigkeiten nicht ersichtlich. Ebenfalls nicht zu folgen ist 

der Argumentation des Beschwerdeführers, es sei für das Valideneinkommen als 

Masseur oder Fitnesstrainer auf die Besoldungsverordnung des Kantons St. Gallen 

abzustellen. Er begründet denn auch nicht, inwiefern eine solche Zuordnung zum 

öffentlichen anstatt dem privaten Sektor gerechtfertigt erschiene.

7.       

7.1   Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 15. Juni 2012 abzuweisen.

7.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

angemessen. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten 

zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Angesichts des 

vollen Unterliegens des Beschwerdeführers rechtfertigt es sich, ihm die Gerichtskosten 

unter Anrechnung des von ihm in selbiger Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gesamthaft aufzuerlegen. Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von 

ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm daran angerechnet.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.03.2014
	Art. 8 Abs. 1 und Art. 17 IVG. Anspruch auf Umschulung eines im Ausland als Masseur/Fitnesstrainer tätigen Versicherten verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. März 2014, IV 2012/231).

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		2025-07-19T10:03:54+0200
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