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**Case Identifier:** 6ed68bbd-06ed-553e-bfa2-32fd89da86a8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 24.09.2025 ZOR.2024.31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZOR-2024-31_2025-09-24.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

ZOR.2024.31 
(OF.2020.81)  

 

 

Entscheid vom 24. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin Albert  

 

 
   

Klägerin   A._____,  

geboren am tt.mm.1976, von Wohlen bei Bern,  

[…] 

vertreten durch Advokatin Annalisa Landi,  

[…]  

 

 
    

Beklagter   B._____,  

geboren am tt.mm.1973, von Deutschland,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Clemens Wymann,  

[…]  

 

 
 

Gegenstand  Ehescheidung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Parteien haben am 24. August 2006 vor dem Zivilstandsamt in Q._____ 

geheiratet. Aus der Ehe sind die gemeinsamen Kinder C._____, geboren 

am tt.mm. 2010, und D._____, geboren am tt.mm. 2012, hervorgegangen. 

Seit dem 13. Oktober 2018 leben die Parteien getrennt.  

 

2. 

2.1.  

Am 11. April 2024 fällte der Präsident des Bezirksgerichts Laufenburg das 

nachfolgende Urteil:  

 
1. 
Die am 24. August 2006 vor Zivilstandsamt Q._____ geschlossene Ehe der Parteien wird 
gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden. 
 
2. 
2.1. 
Die elterliche Sorge über die Tochter C._____ (geb. tt.mm. 2010) und den Sohn D._____ 
(geb. tt.mm. 2012) wird beiden Eltern belassen. 
 
2.2. 
Die Kinder stehen unter der Obhut der Mutter, bei der sie ihren Hauptwohnsitz haben. 
 
2.3. 
Betreffend Kontakt der Kinder zum Vater (Wiederaufbau des Kontaktes) gilt Folgendes:  
• Der Vater hat den Erstkontakt mit der Jugend- und Familienberatung Q._____ für 

gemeinsame Elterngespräche herzustellen. Ziel der Elterngespräche ist es, die 
Kontakte zwischen dem Vater und den Kindern schrittweise wieder aufzugleisen. 

• Die Eltern arbeiten zusammen mit der zuständigen Fachperson eine tragfähige Lösung 
zur schrittweisen Annäherung der Kinder zum Vater aus. 

• Die Eltern legen zusammen mit der zuständigen Fachperson ein sinnvolles Intervall für 
Folgetermin fest. 

• Die Fachperson entscheidet zusammen mit den Eltern, ab welchem Zeitpunkt es Sinn 
macht, die Kinder direkt in die Gespräche mit einzubeziehen. 

 
Eine tragfähige, beständige Lösung kann dem Gericht zur Genehmigung unterbreitet 
werden. 
 
3. 
Der Antrag des Vaters auf Errichtung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB 
wird abgewiesen. 
 
4.  
Der Vater wird verpflichtet, der Mutter ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den 
Unterhalt der Kinder C._____ und D._____, monatlich im Voraus je einen Beitrag von Fr. 
850.00 bis zur Volljährigkeit bzw. zum Abschluss der Erstausbildung, zuzüglich jeweilige 
Kinder- bzw. Ausbildungszulage zu bezahlen. Zurzeit bezieht die Mutter die Kinderzulagen. 
 
Art. 276 Abs. 3 und Art. 286 Abs. 3 ZGB bleiben vorbehalten. 
 

 - 3 - 

 

 

5. 
Der Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenprei-se des 
Bundesamtes für Statistik (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte) per Ende März 2024 mit 
107.1 Punkten. 
 
Er wird jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand per Ende November des Vorjahres der 
Teuerung angepasst, erstmals auf den 1. Januar 2025. 
 
Die Berechnung erfolgt nach der Formel: 
 
neuer 
Unterhaltsbeitrag 

= 
ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Indexstand November 

ursprünglicher Indexstand per Ende März 2024 mit 107.1 Punkten 
 
Der Betrag ist auf ganze Franken zu runden. 
 
6. 
Die ganze Erziehungsgutschrift gemäss Art. 52fbis AHVV wird der Mutter angerechnet. Sie 
orientiert die zuständige Ausgleichskasse direkt. 
 
7. 
Die Parteien verzichten gegenseitig auf nacheheliche Unterhaltsbeiträge gemäss Art. 125 
ZGB. 
 
8. 
Die Vorsorgeeinrichtung der Klägerin, die N._____, wird nach Rechtskraft angewiesen, 
vom Freizügigkeitsguthaben der Klägerin (SV-Nr. aaa) einen Betrag von Fr. 39'916.00 
zuzüglich Zins seit 26. Oktober 2020 auf das Freizügigkeitskonto des Beklagten (SV-Nr. 
bbb) bei der E._____, zu überweisen. 
 
9. 
Der Beklagte schuldet per 30. April 2023 wegen ausstehenden Kinderunterhaltsbeiträgen 
einen Betrag von Fr. 18'000.00. 
 
10. 
10.1. 
Soweit die Parteien güterrechtlich mehr oder anderes verlangen, werden die 
entsprechenden Anträge abgewiesen. 
 
10.2. 
Die Parteien sind beim heutigen Besitzstand güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche 
auseinandergesetzt. 
 
11. 
11.1. 
Die Gerichtskosten bestehen aus: 
a) der Entscheidgebühr von Fr. 12'000.00 
b) den Kosten der Beweisführung von Fr.  904.40 
c) den Kosten für die Übersetzung von Fr.  0.00 
Total Fr.  12'904.40 
 
Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte mit Fr. 6'452.20 auf-erlegt.  
 
11.2. 
Der Anteil der Klägerin wird mit ihrem Vorschuss von Fr. 2'000.00 verrechnet, so dass sie 
dem Gericht Fr. 4'452.20 nachzuzahlen hat. 
 
11.3. 

 - 4 - 

 

 

Der Anteil des Beklagten geht infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
einstweilen zu Lasten des Kantons. Der Beklagte ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald 
er dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO). 
 
11.4. 
Rechtsanwalt André Keller wird per 10. April 2024 als unentgeltlicher Rechtsvertreter des 
Beklagten entlassen. 
 
11.5. 
Rechtsanwalt Clemens Wymann wird mit Wirkung ab 11. April 2024 als unentgeltlicher 
Rechtsvertreter des Beklagten bestellt. 
 
11.6. 
Die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters geht an Rechtsanwalt Clemens 
Wymann. Dieser wird ersucht – soweit erforderlich – Rechtsanwalt André Keller 
entsprechend zu informieren. 
 
12. 
Die Parteikosten sind wettgeschlagen. 

 

2.2. 

Gegen das ihm am 15. April 2024 in begründeter Form eröffnete Urteil 

erhob der Beklagte mit Eingabe vom 14. Mai 2024 (Postaufgabe 15. Mai 

2024) Berufung und stellte folgende Anträge:  

 
Die Ziffern 2.2, 3., 4., 5. und 10. des Urteils vom 11. April 2024 seien aufzuheben und es 
sei wie folgt neu zu entscheiden:  
 

1. 
Die Kinder C._____ und D._____ stehen unter der alternierenden Obhut der Eltern.  
 
2.  
Es sei für die Kinder eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten.  
 
3.  
Aufgrund der alternierenden Obhut sei auf die Zusprechung von Kinderunterhalts-
beiträgen zu verzichten. Die Parteien seien zu verpflichten, die Kosten, welche für die 
Kinder bei ihnen direkt anfallen (Wohnkosten, Essen etc.) selber zu bezahlen und die 
Drittkosten (Krankenkasse, Schule etc.) im Verhältnis ihrer jeweiligen Einkommen zu 
übernehmen. 
 
Im Falle der Beibehaltung der alleinigen Obhut der Beklagten seien die Kinder-
unterhaltsbeiträge auf je Fr. 600.00 festzulegen.  
 
4. 
Die Beklagte [recte Klägerin] sei zu verpflichten, dem Kläger [recte Beklagten] per 
Saldo aller güterrechtlichen Ansprüche einen Betrag von mindestens Fr. 289'094.00 zu 
bezahlen.  
 
5. 
Die Beklagte [recte Klägerin] sei zu verpflichten, dem Kläger [recte Beklagten] für die 
Anwalts- und Gerichtskosten einen angemessenen Prozesskostenvorschuss in Höhe 
von mindestens Fr. 10'000.00 zu leisten.  
 

 - 5 - 

 

 

Eventualiter sei dem Beklagten die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es 
sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als sein unentgeltlicher Rechtsvertreter 
einzusetzen.  
 
6. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST). 

 

In prozessualer Hinsicht beantragte der Beklagte die Einholung einer 

Verkehrswertschätzung für die Liegenschaft in V._____, das Fahrzeug der 

Marke Seat Alhambra sowie den Hausrat und das Mobiliar, eventualiter sei 

das Verfahren zur vollständigen Durchführung der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

 

2.3. 

Mit Verfügung vom 21. Mai 2024 trat die Instruktionsrichterin auf das 

Begehren um Leistung eines Prozesskostenvorschusses des Beklagten 

nicht ein und wies das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab. Die 

Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 

 

2.4. 

Mit Berufungsantwort vom 5. Juli 2024 beantragte die Klägerin die 

Abweisung der Berufung unter Kostenfolge. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der Beklagte und Berufungskläger (nachfolgend Beklagter) richtet sich mit 

seiner Berufung gegen die erstinstanzliche Obhutsregelung, den 

abgewiesenen Antrag auf Errichtung einer Beistandschaft, die Kinder-

unterhaltsbeiträge sowie das Güterrecht. In den übrigen Punkten ist das 

vorinstanzliche Urteil unangefochten geblieben und damit in Rechtskraft 

erwachsen (Art. 315 Abs. 1 ZPO). 

 

1.2. 

Sind im Scheidungsverfahren Kinderbelange zu regeln, gilt die 

uneingeschränkte Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO), wobei das 

Gericht nicht an die Parteianträge gebunden ist (Offizialmaxime, Art. 296 

Abs. 3 ZPO). Im Gegensatz dazu gilt für die ebenfalls streitige güter-

rechtliche Auseinandersetzung die Verhandlungsmaxime (Art. 277 Abs. 1 

ZPO). Damit wird es den Parteien übertragen, dem Gericht den mass-

geblichen Sachverhalt darzulegen und die zum Beweis erforderlichen 

Beweismittel beizubringen oder deren Abnahme zu beantragen (Art. 55 

Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_807/2018 vom 28. Februar 2019 

E. 2.3.2). In diesem Zusammenhang werden neue Tatsachen und Beweis-

mittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne 

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Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 

der ersten Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO), 

wofür die Partei, die solche Neuerungen geltend macht, die 

Substanzierungs- und Beweislast trifft (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

5A_2066/2015 vom 24. Juni 2015 E. 3.2.2). Ferner gilt der 

Dispositionsgrundsatz (Art. 58 Abs. 1 ZPO). 

 

2. Obhutsregelung und Besuchsrecht 

2.1. 

Die Vorinstanz hat die elterliche Sorge über die beiden Kinder C._____ und 

D._____ beiden Elternteilen belassen, diese unter die Obhut der Klägerin 

gestellt und dem Beklagten Massnahmen zum Wiederaufbau des 

Kontaktes zu den Kindern auferlegt. Auf die Festsetzung eines Besuchs-

rechts wurde verzichtet (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.4.3 f.).  

 

Der Beklagte beantragt im Berufungsverfahren, es sei die alternierende 

Obhut anzuordnen. Zur Unterstützung der Parteien bei deren 

Ausgestaltung sei zudem ein Beistand im Sinne von Art. 308 ZGB 

einzusetzen. 

 

2.2. 

Gemäss Art. 298 Abs. 2ter ZGB prüft das Gericht bei gemeinsamer 

elterlicher Sorge im Sinne des Kindeswohls die Möglichkeit einer 

alternierenden Obhut, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlangt.  

 

Anders als dies bei der gemeinsamen elterlichen Sorge der Fall ist, handelt 

es sich bei der alternierenden Obhut nicht um den vom Gesetz 

vorgesehenen Regelfall. Das Gesetz verpflichtet das Gericht einzig, die 

Möglichkeit dieser Betreuungsform zu prüfen, wenn ein Elternteil oder das 

Kind dies verlangt. Dabei hat das Gericht eine sachverhaltsbasierte 

Prognose abzugeben und gestützt auf diese die zum Wohl des Kindes 

beste Obhuts- und Betreuungsregelung zu treffen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_800/2022 vom 28. März 2023). 

  

 - 7 - 

 

 

2.3. 

2.3.1. 

Mit der Vorinstanz sind die Kinder aus den nachfolgenden Gründen unter 

die Obhut der Klägerin zu stellen bzw. unter deren Obhut zu belassen. 

 

Dem Beklagten ist zwar dahingehend beizupflichten, als dass weder die 

Erziehungsfähigkeit beider Elternteile als Grundvoraussetzung für eine 

alternierende Obhut noch die geografischen Gegebenheiten oder die 

Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien der Anordnung einer 

alternierenden Obhut entgegenstehen. Entsprechende Anhaltspunkte, 

wonach die Erziehungsfähigkeit der Parteien in Zweifel zu ziehen wäre, 

sind weder ersichtlich, noch werden solche seitens der Parteien geltend 

gemacht. Sodann wohnen sowohl die Klägerin als auch der Beklagte in 

V._____, womit eine alternierende Obhut grundsätzlich umsetzbar wäre 

und kaum Auswirkungen auf das soziale Umfeld der Kinder zeitigen dürfte. 

Im Verlauf des vorliegenden Verfahrens hat sich zudem gezeigt, dass die 

Parteien – trotz unbestritten bestehender Spannungen – in Kinderbelangen 

durchaus kooperationsbereit sind, haben sie doch gemeinsam eine 

Mediation sowie eine Familienberatung unter Einbezug der Kinder 

durchlaufen. Die Klägerin scheint sich dementsprechend nicht grund-

sätzlich den Kontakten mit dem Beklagten zu widersetzen, zumal sie auch 

weiterhin bereit ist, den Beziehungsaufbau zwischen den Kinder und dem 

Beklagten zu unterstützen (vgl. Berufungsantwort Rz. 7, wonach die 

Gespräche mit der Jugend- und Familienberatung Q._____ bereits laufen). 

Jedenfalls darf aus dem Umstand, dass sie an ihrem Antrag auf alleinige 

Obhut festhält, nicht ohne Weiteres darauf geschlossen werden, die nötige 

Kommunikation sei nicht gewährleistet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

5A_975/2022 vom 30. August 2023 E. 3.1.3).  

 

Aus Gründen der Stabilität, der Kontinuität sowie aufgrund des klar 

geäusserten Willens der Kinder ist die Obhut bei der Mutter zu belassen. 

Die heute 15-jährige C._____ und der 13-jährige D._____ werden seit der 

Trennung der Parteien vor rund sechs Jahren durch die Mutter betreut. Den 

Vater besuchten sie zu Beginn noch jedes zweite Wochenende, später 

dann maximal noch einige Stunden pro Woche, bis der Kontakt schliesslich 

ganz abbrach (vgl. GA act. 99 und 123 sowie die Stellungnahme der 

Klägerin vom 13. August 2024). Anlässlich der Kinderanhörung im 

Eheschutzverfahren beschrieben sowohl C._____ als auch D._____ das 

Verhältnis als belastet. Beide betonten mehrmals, dass sie kein Vertrauen 

zu ihm hätten und dass sie am liebsten den Kontakt abbrechen würden 

(vgl. GA act. 38 ff.). Diese Verweigerungshaltung gegenüber den 

Kontakten mit dem Beklagten hat sich nach Aussage des Beklagten im 

Scheidungsverfahren weiter verfestigt. Auch eine unter Einbezug der 

Kinder im Rahmen einer Mediation ausgearbeitete Elternvereinbarung 

konnte nicht umgesetzt werden (GA act.123). Wie die Vorinstanz 

ausserdem zutreffend ausgeführt hat (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.4.3), 

 - 8 - 

 

 

scheint es zu kurz gegriffen, die Ursache dafür einzig im Loyalitätskonflikt 

zwischen den Eltern zu suchen, zumal die Klägerin – wie vorstehend 

dargelegt (vgl. oben) – sich den Kontakten ihrer Kinder zum Vater nicht 

grundsätzlich verschliesst und auch bereit ist, dem Wiederaufbau der 

Beziehung zum Vater Hand zu bieten.  

 

Unabhängig davon, welche Gründe der belasteten Vater-Kind-Beziehung 

jedoch zugrunde liegen mögen, wäre die alternierende Obhut bei dieser 

Ausgangslage augenscheinlich nicht die zum Wohle der Kinder beste 

Obhutsregelung. Nicht nur erscheint zweifelhaft, ob die Beziehung des 

Beklagten zu seinen Kindern aufgrund der geschilderten Differenzen die 

dafür notwendige Tragfähigkeit aufweist. Angesichts der Tatsache, dass 

der Beklagte in den vergangenen Jahren kaum in der täglichen Betreuung 

der Kinder involviert war, ginge damit ein eigentlicher Paradigmenwechsel 

in den bisherigen Betreuungsstrukturen einher. Einem solchen ist nicht nur 

deshalb mit Zurückhaltung zu begegnen, als dass er dem kindlichen 

Bedürfnis nach Stabilität und Kontinuität zuwiderläuft. Vielmehr würde er 

unter den konkreten Umständen gegen den klar geäusserten Willen von 

C._____ und D._____ erfolgen. Angesichts ihres inzwischen jugendlichen 

Alters ist deren Wunsch, weiterhin nur durch die Mutter, d.h. die Klägerin, 

betreut zu werden, ein erhöhtes Gewicht beizumessen (vgl. BGE 142 III 

612; BGE 142 III 617). Mithin entspräche unter diesen Umständen ein 

Wechsel von der über Jahre hinweg praktizierten alleinigen Obhut zu einer 

alternierenden Obhut gegen den ausdrücklichen Willen der Kinder 

offensichtlich nicht der zum Wohl der Kinder besten Obhuts- und 

Betreuungsregelung. Es liegt daher letztlich auch am Beklagten, diesen 

Wunsch seiner Kinder im Interesse des Wiederaufbaus der Vater-Kind-

Beziehung zu akzeptieren und es auf sich beruhen zu lassen. 

 

2.3.2. 

Bleibt es bei der alleinigen Obhut der Klägerin, erscheint mit der Vorinstanz 

eine gerichtliche Festlegung eines Besuchs- oder Ferienrechts unter den 

vorliegenden Umständen nicht zielführend, weshalb darauf zu verzichten 

ist. 

 

Wie vorstehend ausgeführt, stellen sich C._____ und D._____ seit der 

Trennung gegen die Besuche beim Vater und lehnen den Kontakt zu ihm 

ab (GA act. 38 ff. sowie oben). Als Grund dafür gaben sie anlässlich ihrer 

Anhörung im Eheschutzverfahren im Wesentlichen an, sie würden ihrem 

Vater nicht vertrauen, sie seien von ihm enttäuscht und fühlten sich von ihm 

nicht ernst genommen (vgl. GA act. 38). Da die entsprechende 

Verweigerungshaltung trotz entsprechender Bemühungen der Parteien mit 

Unterstützung des schulpsychologischen Dienstes, einer Mediatorin, der 

Familienberatung sowie des Gerichts nicht abgebaut werden konnte, 

verzichtete die Vorinstanz auf die Festlegung eines Besuchs- und 

Ferienrechts und ordnete stattdessen Massnahmen für einen schrittweise 

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Wiederaufbau des Kontaktes zwischen dem Beklagten und seinen Kindern 

an (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 4.4.4). Die entsprechenden Gespräche 

bei der Elternberatung in Q._____ seien gemäss übereinstimmender Partei-

aussage bereits angelaufen (vgl. Stellungnahme des Beklagten vom 

24. Juli 2024 sowie jene der Klägerin vom 13. August 2024). Es scheint 

jedoch unbestritten, dass der Kontakt des Beklagten zu den Kindern noch 

nicht wiederhergestellt ist und diese einen solchen nach wie vor ablehnen 

(vgl. Stellungnahme der Klägerin vom 13. August 2024). 

 

C._____ und D._____ haben den Kontakt zum Vater nunmehr über 

mehrere Jahre hinweg konsequent verweigert. Darin sowie im Umstand, 

dass beide zwischenzeitlich ein Alter erreicht haben, in welchem sie mit 

Bezug auf den persönlichen Verkehr zum Vater als urteilsfähig anzusehen 

sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2019 vom 9. Juli 2019 E. 2.4), 

kommt unmissverständlich zum Ausdruck, dass sie eine fixe Regelung der 

Besuchszeiten ablehnen. Der Wille des Kindes ist zwar nur eines von 

mehreren Kriterien beim Entscheid über den persönlichen Verkehr und es 

steht nicht im freien Belieben des Kindes, ob es persönliche Kontakte zum 

nicht obhutsberechtigten Elternteil wünscht oder nicht. Wenn ein 

urteilsfähiges Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener 

Erfahrungen und mit nachvollziehbarer Begründung ablehnt, ist ein gegen 

den Widerstand erzwungener Besuchskontakt mit dem Zweck des 

Umgangsrechts jedoch in der Regel unvereinbar, weshalb der Kindeswille, 

sofern er autonom gebildet wurde, letztlich respektiert werden soll (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 5A_647/2020 vom 16. Februar 2021 E. 2.5.1). 

Das gilt vorliegend umso mehr, als dass die Parteien eigenverantwortlich 

auf die Wiederaufnahme des Kontaktes zwischen dem Beklagten und den 

Kindern hinarbeiten und eine zwangsweise Durchsetzung eines 

Besuchsrechts der Einstellung der Kinder gegenüber ihrem Vater kaum 

förderlich wäre.  

 

Unter diesen Umständen erscheint es im Ergebnis sachgerecht, an den von 

der Vorinstanz in die Wege geleiteten Bemühungen anzuknüpfen und auf 

eine stufenweise Wiederaufnahme des Kontaktes zwischen dem Beklagten 

und den Kindern hinzuarbeiten. Das Ziel dieser Massnahme kann ähnlich 

wie bei Erinnerungskontakten darin gesehen werden, pathogene 

Spaltungsvorgänge, wo das Kind einen Elternteil aus seinem Bewusstsein 

verbannt, zu verhindern sowie die Verinnerlichung von irrealen Annahmen 

über den getrennt lebenden Elternteil zu verhindern. Letztlich soll es 

C._____ und D._____ dadurch ermöglicht werden, das eigene Bild ihres 

Vaters – welches sie anlässlich der letzten Anhörung denkbar negativ 

beschrieben haben – in regelmässigen Abständen einer neuerlichen 

Überprüfung zu unterziehen und ihre gegenwärtige Haltung ihm gegenüber 

zu hinterfragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_647/2020 vom 

16. Februar 2021 E. 2.5.2). 

 

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Lediglich der guten Ordnung halber seien die beiden (urteilsfähigen) Kinder 

daran erinnert, dass die einseitige Verweigerung jeglichen Kontakts zum 

Vater bei der Bestimmung der Unterhaltspflicht nach Erreichen der 

Volljährigkeit eine zentrale Rolle spielen kann, weil sie für den betroffenen 

Elternteil die Leistung von Volljährigenunterhalt im Sinne von Art. 277 

Abs. 2 ZGB trotz gegebener Leistungsfähigkeit allenfalls unzumutbar 

werden lässt (BGE 129 III 375 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 

5A_647/2020 vom 16. Februar 2021 E. 2.5.3). Es liegt folglich in ihrem 

eigenen Interesse, ihre Haltung gegenüber ihrem Vater gründlich zu 

reflektieren und zu ergründen, ob das Bild, das sie sich von ihrem Vater 

gemacht haben, überhaupt (noch) zutrifft. 

 

3. Unterhalt 

3.1. 

Die Vorinstanz hat den Beklagten zur Zahlung von monatlichen Unterhalts-

beiträgen von Fr. 850.00 pro Kind verpflichtet (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. 5.7.2).  

 

Der Beklagte beantragt im Berufungsverfahren für den Fall, dass die Obhut 

bei der Klägerin verbleiben sollte, die Herabsetzung der monatlichen 

Unterhaltsbeiträge auf Fr. 600.00 pro Kind (vgl. Berufung Ziff. 3.2).  

 

3.2. 

Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und 

Geldzahlungen geleistet (Art. 276 Abs. 1 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag wird 

demnach in natura (Naturalunterhalt) und in Form von Geldleistung (Geld- 

bzw. Barunterhalt und Betreuungsunterhalt) erbracht (BGE 144 III 481 

E. 4.3). Diese beiden Arten von Beiträgen an den Kindesunterhalt sind 

nach der Konzeption des Gesetzes gleichwertig (BGE 135 III 66 E. 4).  

 

Nach Art. 276 Abs. 2 ZGB sorgen die Eltern gemeinsam, ein jeder nach 

seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes. Daraus und aus 

dem Grundsatz der Gleichwertigkeit von Natural- und Geldunterhalt folgt, 

dass die Aufteilung des Geldunterhalts auf beide Eltern sowohl von den 

jeweiligen Betreuungsanteilen als auch von deren Leistungsfähigkeit 

abhängt. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Die Obhut über C._____ und D._____ ist bei der Klägerin zu belassen (vgl. 

oben). Damit erbringt diese ihren Unterhaltsbeitrag grundsätzlich in Natura. 

Während ein Betreuungsunterhalt unbestritten nicht geschuldet ist, zumal 

die Klägerin ihre Lebenshaltungskosten durch ihren Arbeitserwerb decken 

kann (vgl. dazu vorinstanzliches Urteil E. 5.7.1; BGE 144 III 377 E. 7), hat 

der Beklagte – welcher derzeit nicht an der Betreuung der Kinder beteiligt 

ist – deshalb grundsätzlich für den Barunterhalt aufzukommen (vgl. Urteil 

 - 11 - 

 

 

des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1). Eine 

Ausnahme von diesem Grundsatz, wie ihn die Rechtsprechung einzelfall-

bezogen sowie ermessensweise im Falle einer höheren wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit kennt (vgl. BGE 134 III 377 E. 2.2.; Urteil des 

Bundesgerichts 5A_20/2017 vom 29. November 2017) – kommt entgegen 

dem Dafürhalten des Beklagten jedoch nicht in Frage.  

 

3.3.2. 

Sowohl das Einkommen als auch der errechnete, um das familienrechtliche 

Existenzminimum erweitere Grundbedarf der Klägerin als auch jenes der 

Kinder sind im Berufungsverfahren unbestritten geblieben, weshalb dafür 

auf die vorinstanzlichen Feststellungen abzustellen ist (vgl. vorinstanz-

liches Urteil E. 5.6 f.).  

 

Was die finanziellen Verhältnisse des Beklagten anbelangt, ist indessen 

ebenfalls von den zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz auszugehen 

(vgl. vorinstanzliches Urteil E. 5.6 f.), zumal der Beklagte sich mit diesen im 

Berufungsverfahren nicht auseinandergesetzt hat. Insofern er jedoch im 

Kontext des Antrags auf unentgeltliche Rechtspflege veränderte finanzielle 

Verhältnisse geltend macht, ist ihm – in Nachachtung der bei der 

Festsetzung der Kinderunterhaltsbeiträge geltenden Untersuchungs-

maxime – Folgendes entgegenzuhalten: 

 

Der Beklagte beziffert sein Einkommen im Berufungsverfahren auf 

Fr. 5'200.00, wobei sich aus den eingereichten Lohnabrechnungen ergibt, 

dass er aktuell in einem Pensum von 90 % beschäftigt ist (vgl. 

Berufungsbeilage 2). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat und was 

im Berufungsverfahren unbestritten geblieben ist, besteht kein Grund, 

weshalb der Beklagte seine Erwerbsfähigkeit nicht voll ausschöpfen könnte 

(vgl. vorinstanzliches Urteil E. 5.6.3), zumal bei einem Pensum vom 90 % 

der gebührende Barbedarf der Kinder nicht gedeckt wäre (vgl. unten) und 

bei der Ausschöpfung der Erwerbskapazität in Bezug auf den 

Kindesunterhalt eine besondere Pflicht besteht (vgl. BGE 147 III 265 

Regeste). Ihm ist deshalb mangels Betreuungspflichten eine Vollzeit-

beschäftigung zuzumuten, was ein hypothetisches Einkommen von 

Fr. 5'485.00 ergibt. Bedarfsseitig können der vom Beklagten geltend 

gemachte Zuschlag von Fr. 300.00 zum Grundbetrag (einen solchen 

Zuschlag gibt es bei der Berechnung des unterhaltsrechtlichen Bedarfs im 

Gegensatz zum prozessrechtlichen Existenzminimum nicht), die geltend 

gemachten Gesundheitskosten, zumal solche nicht belegt sind, sowie die 

Schulden in Höhe von Fr. 563.00 nicht berücksichtigt werden. Was Letztere 

anbelangt, ist aus den eingereichten Kontoauszügen ersichtlich, dass der 

Beklagte lediglich im April 2024 entsprechende Zahlungen an seinen 

Vertreter getätigt hat, was noch keine Ratenzahlung belegt. Zum geltend 

gemachten Privatkredit hat sich bereits das Obergericht mit Entscheid 

ZSU.2023.152 geäussert, worauf auch die Vorinstanz den Beklagten 

 - 12 - 

 

 

bereits hingewiesen hat. Gleiches gilt für die geltend gemachten 

Berufsauslagen von Fr. 825.00. Diesbezüglich erübrigen sich weitere 

Ausführungen. Der für die Steuern geltend gemachte Betrag von Fr. 700.00 

lässt sich ebenfalls nicht erstellen, weshalb es beim vorinstanzlich 

berücksichtigen Betrag von Fr. 332.40 bleibt.  

 

Im Ergebnis stehen sich folgende Einkommens- und Bedarfspositionen 

gegenüber:  

 

 Klägerin Beklagter C._____ D._____ 

Einkommen Fr. 8'150.00 Fr. 5'485.00 Fr. 200.00 Fr. 200.00 

Bedarf Fr. 2'961.65 Fr. 3'697.60 Fr. 1'050.00 Fr. 1'050.00 

Überschuss Fr. 5'188.35 Fr. 1'787.40   

 

3.4. 

Wie aus der vorstehenden Aufstellung erhellt, steht dem Überschuss der 

Klägerin von monatlich Fr. 5'188.35 ein solcher des Beklagten von 

Fr. 1'787.40 gegenüber, während sich der gebührende Barunterhalt für 

C._____ und D._____ auf je Fr. 850.00 beläuft. Damit ist die Klägerin zwar 

deutlich leistungsfähiger als der Beklagte. Eine Beteiligung der Klägerin am 

Barunterhalt erscheint jedoch angesichts der konkreten Umstände nicht 

gerechtfertigt. Einerseits klafft der verbleibende Überschuss der Parteien 

nicht derart eklatant auseinander, als dass eine Beteiligung am 

Barunterhalt zwingend erschiene. Sodann ist zu berücksichtigen, dass 

auch dem Beklagten nach Abzug des (gesamten) Barunterhalts noch ein 

über den familienrechtlichen Grundbetrag hinausgehender Überschuss 

verbleibt und er somit nicht aufs Existenzminimum zurückfällt. Ausserdem 

ist zu berücksichtigen, dass die Klägerin nebst ihrer Vollzeitstelle für den 

gesamten Naturalunterhalt aufkommt, während der Beklagte derzeit keine 

Betreuungsaufgaben zu tragen hat. Auch wenn C._____ und D._____ 

angesichts ihres Alters nicht mehr auf eine umfassende Betreuung 

angewiesen sind – anders wäre der Klägerin eine Tätigkeit im 

entsprechenden Umfang kaum möglich –, fällt für die Klägerin dennoch 

Naturalunterhalt in Form Leistungen wie Kochen, Waschen, Einkaufen, 

Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Nachtdienste, Fahrdienste, 

Elterngespräche und Ähnlichem an, welche oftmals ausserhalb der Zeiten 

einer gewöhnlichen Erwerbstätigkeit erbracht werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22.August 2019 E. 4.3.3). Angesichts 

dieser Mehrbelastung der Klägerin sowie ausgehend von den finanziellen 

Verhältnissen erschiene es unbillig, wenn sich die Klägerin am Barunterhalt 

beteiligten müsste, weshalb dieser dem Beklagten aufzuerlegen ist. 

 

3.5. 

Im Ergebnis ist die Berufung des Beklagten auch bezüglich seines Antrags 

auf Herabsetzung der Unterhaltszahlungen abzuweisen.  

  

 - 13 - 

 

 

4. Güterrecht  

4.1. 

Der Beklagte beantragt mit Berufung sodann, die Klägerin sei zur Zahlung 

von mindestens Fr. 289'094.00 aus Güterrecht zu verurteilen, eventualiter 

sei das Verfahren zur neuerlichen Durchführung der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diesbezüglich ist 

vorwegzunehmen, dass der Beklagte im Berufungsverfahren einen 

höheren Betrag aus Güterrecht verlangt als noch im erstinstanzlichen 

Verfahren. Da weder ersichtlich ist noch dargetan wurde, dass die 

Voraussetzungen einer Klageänderung im Rechtsmittelverfahren erfüllt 

sind (vgl. Art. 317 Abs. 2 ZPO mit Verweis auf Art. 227 Abs. 1 ZPO), ist das 

Begehren des Beklagten im Berufungsverfahren entsprechend auf den 

erstinstanzlich gestellten Antrag zu reduzieren (vgl. dazu Urteil des 

Obergerichts des Kantons Zürich LB120116 vom 18. Februar 2014 E. 5d).  

 

4.2. 

Die Vorinstanz erwog in güterrechtlicher Hinsicht zusammengefasst, dass 

die Parteien gestützt auf die von der Klägerin eingereichten Verein-

barungen (vgl. GA act. 157; Beilagen 5 ff. zur Eingabe der Klägerin vom 

15. März 2021) hinsichtlich der gemeinsamen Bankkonten, des auf den 

Namen der Klägerin lautenden Fondsdepots bei der G._____ AG, des 

Hausrats, der beiden Fahrzeuge sowie der vormals ehelichen Liegenschaft 

bereits auseinandergesetzt seien. Entsprechend bestünden die Vorschläge 

der Parteien lediglich noch aus den je während der Ehe angesparten Säule 

3a-Konten und auf Seiten des Beklagten einer Lebensversicherung. Nach 

Verrechnung der beiden hälftigen Vorschläge stünde der Klägerin daher 

ein Anspruch gegen den Beklagten in Höhe von Fr. 10'660.45 zu (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 7). 

 

Der Beklagte wendet dagegen mit Berufung im Wesentlichen ein, mit den 

vor Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens getroffenen Verein-

barungen hätten die Parteien keine Vorwegnahme der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung bezweckt, sondern lediglich die finanzielle 

Handlungsfähigkeit der Parteien während der Trennung sicherstellen 

wollen. Solches sei denn auch gar nicht zulässig, zumal der für die güter-

rechtliche Auseinandersetzung massgebliche Stichtag der Disposition der 

Parteien entzogen sei (vgl. Berufung S. 7 und 14).  

 

4.3. 

Unterstehen die Ehegatten dem ordentlichen Güterstand der Errungen-

schaftsbeteiligung und haben sie ehevertraglich nichts anderes vereinbart, 

steht einem jeden Ehegatten im Falle der Scheidung die Hälfte der 

Errungenschaft des jeweils anderen zu (Art. 215 Abs. 1 ZGB und Art. 216 

Abs. 1 ZGB). Massgeblicher Zeitpunkt für den Bestand von Errungenschaft 

und Eigengut ist dabei der Tag der Auflösung des Güterstands (Art. 207 

Abs. 1 ZGB). Als Zeitpunkt für die Auflösung des Güterstands gilt 

 - 14 - 

 

 

namentlich bei Scheidung der Tag, an dem das Begehren eingereicht 

worden ist (Art. 204 Abs. 2 ZGB). Massgeblich für den Wert bei der bei der 

Auflösung des Güterstands vorhandenen Errungenschaft ist der Zeitpunkt 

der Auseinandersetzung (Art. 214 Abs. 1 ZGB). Erfolgt diese im Rahmen 

eines gerichtlichen Verfahrens, ist der Tag der Urteilsfällung oder ein 

diesem möglichst nahe gelegener Zeitpunkt massgebend (vgl. BGE 142 III 

65 E. 4.5). 

 

4.4. 

Unbestritten ist, dass die Ehe der Parteien dem Güterstand der Errungen-

schaftsbeteiligung unterstellt war und mangels Modifikation der 

Vorschlagsbeteiligung jeder Ehegatte Anspruch auf eine hälftige 

Beteiligung an der Errungenschaft des jeweils anderen hat. Strittig ist 

indessen, auf welchen Zeitpunkt die Auflösung des Güterstands 

(Ausscheidung von Eigengut und Errungenschaft) zu erfolgen hat und ob 

sich die Parteien bereits vor Einleitung des Scheidungsverfahrens teilweise 

güterrechtlich auseinandergesetzt haben, wie es die Vorinstanz annimmt.  

 

4.4.1. 

In Bezug auf den Auflösungszeitpunkt ist entgegen der Annahme der 

Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 7.3.1) festzuhalten, dass die in 

Art. 204 ZGB enthaltene Aufzählung über die Auflösung des Güterstandes 

und der für die jeweilige Konstellation massgebliche Zeitpunkt 

abschliessend ist. Wie der Beklagte im Berufungsverfahren zu Recht 

geltend macht, handelt es sich dabei um zwingendes Recht, welches nicht 

durch Vereinbarung der Parteien abgeändert werden kann (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_751/2013 vom 21. Mai 2014 E. 3.1.3 und 3.2.3; 

HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 

2022, N. 2 zu Art. 204 ZGB). Treffen die Parteien dennoch eine 

Vereinbarung über die güterrechtliche Auseinandersetzung vor Hängigkeit 

des Scheidungsverfahrens, bedeutet dies nichts anderes als die Wahl der 

Gütertrennung und bedarf daher der Form des Ehevertrags (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 5A_751/2013 vom 21. Mai 2014 E. 3.2.3). Dieses 

Erfordernis erfüllen die von der Klägerin mit Eingabe vom 15. März 2021 

(vgl. Beilage 5 ff.) ins Recht gelegten Vereinbarungen sowie der 

Grundstückkaufvertrag nicht. Nicht nur fehlt es diesen – mit Ausnahme des 

Grundstückkaufvertrags vom 10. Oktober 2018 – an der dafür 

erforderlichen öffentlichen Beurkundung (vgl. Art. 184 ZGB). Vielmehr ist 

weder den Vereinbarungen noch dem Kaufvertrag eine entsprechende 

Willenserklärung zu entnehmen. Im Grundstückkaufvertrag vom 

10. Oktober 2018 halten die Parteien sogar ausdrücklich fest, unter dem 

Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung zu leben (vgl. Beilage 8 zur 

Eingabe der Klägerin vom 15. März 2021 S. 5). Haben die Parteien jedoch 

keinen anderen Güterstand vereinbart, ist für die Auflösung des 

Güterstands der Errungenschaftsbeteiligung der Zeitpunkt der Einreichung 

 - 15 - 

 

 

des Scheidungsbegehrens am 26. Oktober 2020 massgebend, und zwar – 

entgegen der Vorinstanz – für sämtliche Vermögenswerte der Ehegatten. 

 

4.4.2. 

In der Konsequenz ist die güterrechtliche Auseinandersetzung mit 

einheitlichem Stichtag vom 26. Oktober 2020 vorzunehmen. Dazu werden 

Errungenschaft und Eigengut eines jeden Ehegatten nach ihrem Bestand 

bei der Auflösung des Güterstandes ausgeschieden. Was die Ehegatten in 

diesem Moment an Vermögen aufweisen, ist der einen oder anderen 

Masse zuzuordnen (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Wer einen Anspruch oder eine 

Beteiligungsforderung geltend macht, hat nachzuweisen, dass die 

entsprechenden Vermögenswerte im Zeitpunkt der Auflösung des 

Güterstandes vorhanden gewesen sind (vgl. Art. 8 ZGB; BGE 125 III 1 

E. 3). Dabei gelten die allgemeinen, aus der Dispositionsmaxime 

fliessenden Behauptungs- und Substanzierungspflichten. Das Beweismass 

entspricht grundsätzlich dem Regelbeweismass des strengen Beweises 

(vgl. BGE 140 III 610 E. 4.1). 

 

4.4.3. Liegenschaft 

In Bezug auf die bis zur Trennung gemeinsam bewohnte Liegenschaft in 

V._____ ist unbestritten bzw. gestützt auf den eingereichten Grundbuch-

auszug erstellt, dass diese am Stichtag im Alleineigentum der Klägerin 

stand (GA act. 158 und 205 ff.; Beilage 8 zur Eingabe der Klägerin vom 

15. März 2021; vgl. Art. 937 Abs. 1 ZGB). Strittig ist indessen, welcher 

Gütermasse die Liegenschaft zuzuordnen ist und ob allenfalls ein 

Beteiligungsanspruch des Beklagten besteht. 

 

4.4.3.1. 

Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Liegenschaft im Juni 2008 

zum Kaufpreis von Fr. 748'000.00 erworben und zu Fr. 600'000.00 durch 

Aufnahme einer Hypothek der K._____ V._____ finanziert wurde (vgl. GA 

act. 206 und 328; Beilage 65 zur Eingabe der Klägerin vom 13 Januar 

2023; Beilage 13 zur Eingabe der Klägerin vom 15. März 2021). Die 

Parteien mussten folglich für den Hauskauf Eigenmittel in Höhe von 

Fr. 148'000.00 aufbringen. Während der Beklagte behauptet, die nach 

Abzug der Hypothek erbrachten Eigenmittel seien von beiden Parteien je 

zur Hälfte aus Errungenschaft geleistet worden, behauptet die Klägerin, sie 

habe den Liegenschaftserwerb überwiegend aus Mitteln ihres Eigenguts, 

d.h. im Umfang von Fr. 48'000.00 aus vorehelichem Vermögen sowie 

einem Erbvorbezug in Höhe von Fr. 80'000 finanziert, weshalb die 

Liegenschaft ihrem Eigengut zuzuweisen sei (vgl. GA act. 328).  

 

Gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB gilt sämtliches Vermögen eines Ehegatten 

bis zum Nachweis des Gegenteils als Errungenschaft. Aufgrund dieser 

Beweisregel obliegt der Nachweis, dass es sich bei der Liegenschaft um 

Eigengut handelt, der Klägerin. Massgeblich für die Zuordnung eines mit 

 - 16 - 

 

 

mehreren Gütermassen verknüpften Vermögenswerts ist das Übergewicht 

der Beteiligung im Zeitpunkt seines Erwerbs; der anderen Gütermasse 

steht nach Art. 209 Abs. 3 ZGB eine Ersatzforderung zu (BGE 123 III 152 

E. 6b). 

 

Die Parteien haben die Herkunft der in den Hauskauf investierten 

Eigenmittel nur lückenhaft dokumentiert, so dass dieser anhand eines 

Indizienbeweises zu eruieren ist. Dazu gehören einerseits die finanziellen 

Verhältnisse der Ehegatten im Zeitpunkt der Eheschliessung und des 

Liegenschaftserwerbs. Diesbezüglich ist aufgrund des von der Klägerin 

eingereichten Auszugs der Details zu ihrer Steuerveranlagung 2005 sowie 

des Saldierungsbelegs der H._____ Bank davon auszugehen, dass sie 

tatsächlich über ein voreheliches Vermögen und damit Eigengut (vgl. 

Art. 198 Ziff. 2 ZGB) in Höhe von Fr. 80'900 (Fr. 61'900.00 + Fr. 19'000.00) 

verfügt hat (vgl. Beilage 67 und 68 der Eingabe der Klägerin vom 

13. Januar 2023) und davon insgesamt Fr. 48'000.00, d.h. Fr. 19'000.00 

aus einem Konto bei der I._____, Fr. 10'000.00 aus einem weiteren Konto 

sowie Fr. 19'000.00 aus dem Säule 3a-Konto bei der H._____ Bank in die 

Liegenschaft investiert hat (GA act. 325 und 328, vgl. dazu Art. 3 Abs. 3 

BBV, wonach die Gelder der gebundenen Selbstvorsorge unter anderem 

für den Erwerb und die Erstellung von Wohneigentum zum Eigenbedarf 

verwendet werden dürfen). Hinsichtlich der übrigen Fr. 32'900.00, die auf 

ein Fondsdepot bei der G._____ AG entfallen würden, behauptet die 

Klägerin, das Geld später für die Sanierung der Heizung verwendet zu 

haben. Darauf ist an der entsprechenden Stelle zurückzukommen (vgl. 

unten). 

 

Was den Beklagten betrifft, wird kein in die Liegenschaft investiertes 

Eigengut behauptet. Vielmehr seien die für den Kredit benötigten 

Eigenmittel zu gleichen Teilen aus Errungenschaft geflossen (vgl. GA 

act. 206 und 211). Letzteres erscheint jedoch insofern unglaubhaft, als 

dass die Parteien dazu innerhalb von weniger als eineinhalb Jahren rund 

Fr. 150'000.00 hätten ansparen müssen. Insbesondere wenn man den 

behaupteten Vermögensstand der Parteien bei der Eheschliessung 

bedenkt, erscheint eine derart hohe Summe in einer derart kurzen Zeit 

kaum realistisch. Vielmehr ist naheliegend, dass die Parteien das bereits 

im Zeitpunkt der Eheschliessung bei der Klägerin vorhandene sowie liquide 

Vermögen und damit auf das Eigengut der Klägerin in Höhe von 

Fr. 29'000.00 sowie das Säule 3a Konto der Klägerin mit rund Fr. 19'000.00 

zurückgegriffen haben. Damit ist jedoch ebenso evident, dass die Parteien 

für den Liegenschaftserwerb auf weiteres Geld als Eigenmittel angewiesen 

waren. Vor diesem Hintergrund sowie gestützt auf die eingereichte 

schriftliche Bestätigung der Eltern der Klägerin als auch der glaubhaften 

Zeugenaussage der Mutter der Klägerin anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestehen keine erheblichen Zweifel daran, dass die 

Klägerin den behaupteten Erbvorbezug in Höhe von Fr. 80'000.00 

 - 17 - 

 

 

tatsächlich erhalten und für den Liegenschaftserwerb verwendet hat (vgl. 

Beilage 69 der Eingabe der Klägerin vom 13. Januar 2023; GA act. 295). 

 

Zusammenfassend bestehen für das Obergericht gestützt auf das 

Vorstehende keine Zweifel daran, dass die für den Liegenschaftserwerb 

erforderlichen Eigenmittel zu Fr. 80'000.00 aus einem Erbvorbezug und zu 

Fr. 48'000.00 aus vorehelichem Vermögen der Klägerin und damit zum 

überwiegenden Teil aus Eigengut stammten (vgl. Art. 198 Ziff. 2 ZGB), 

weshalb die Liegenschaft dem Eigengut zuzuordnen ist. 

 

4.4.3.2. 

Hinsichtlich des verbleibenden Erwerbspreises von Fr. 20'000.00 ist 

zwischen den Parteien unbestritten, dass beide Ehegatten je Fr. 10'000.00 

aus Errungenschaft beigesteuert haben (vgl. GA act. 158 und 328). Da 

somit mehrere Gütermassen am Erwerb der Liegenschaft beteiligt waren, 

stellt sich die Frage nach einer Ersatzforderung, und zwar einerseits 

zugunsten der Errungenschaft der Klägerin (Art. 209 Abs. 3 ZGB), 

andererseits zugunsten der Errungenschaft des Beklagten (Art. 206 Abs. 1 

ZGB).  

 

4.4.3.2.1. 

Hat ein Ehegatte zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung von 

Vermögensgegenständen des anderen ohne entsprechende Gegen-

leistung beigetragen und besteht im Zeitpunkt der Auseinandersetzung ein 

Mehrwert, so entspricht seine Forderung dem Anteil seines Beitrages und 

wird nach dem gegenwärtigen Wert der Vermögensgegenstände berech-

net (vgl. Art. 206 Abs. 1 ZGB). Der Mehrwertanspruch verfällt grundsätzlich 

bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung, es sei denn, der fragliche 

Vermögenswert wird vorzeitig veräussert. In diesem Fall berechnet sich die 

Forderung nach dem bei der Veräusserung erzielten Erlös und wird sofort 

fällig. Einer vorzeitigen Veräusserung gleichgestellt wird in der Literatur der 

Fall, dass sich die Ehegatten auf ein vorzeitiges Ende des Beitrages, d.h. 

vor Auflösung des Güterstandes einigen (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, in: 

Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 7. Aufl. 2022, a.a.O., N. 39 zu 

Art. 206 ZGB; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, 1992, 

N. 54 zu Art. 206 ZGB).  

 

Da die Errungenschaft des Beklagten unbestritten zum Erwerb der Liegen-

schaft beitragen hat, wäre er ihm Rahmen der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung grundsätzlich an einem allfälligen Mehrwert der dem 

Eigengut der Klägerin zuzuordnenden Liegenschaft zu beteiligen. Die 

Klägerin bestreitet jedoch einen entsprechenden Anspruch mit der 

Begründung, die Parteien hätten gestützt auf den Grundstückkaufvertrag 

vom 10. Oktober 2018 und der gleichzeitigen Liquidation der einfachen 

Gesellschaft den Anteil des Beklagten im gegenseitigen Einvernehmen 

 - 18 - 

 

 

vorzeitig ausbezahlt und der Beklagte habe dabei auf eine Mehrwert-

beteiligung verzichtet (act. 329).  

 

Gestützt auf den eingereichten Kaufvertrag vom 10. Oktober 2018 ist 

erstellt, dass die Parteien die bislang als einfache Gesellschaft gehaltene 

Liegenschaft ins Alleineigentum der Klägerin überschreiben liessen (vgl. 

Beilage 8 zur Eingabe der Klägerin vom 15. März 2021). Gleichzeitig wurde 

die einfache Gesellschaft liquidiert und der Beklagte erhielt von der 

Klägerin für seinen Anteil Fr. 10'000.00 ausbezahlt. Da weder ersichtlich ist 

noch geltend gemacht wurde, dass die Parteien eine anderweitige Abrede 

getroffen hätten und sie zudem für die Liquidation anwaltliche Beratung 

beizogen (vgl. Beilage 74 zur Eingabe der Klägerin vom 30. Januar 2023), 

ist davon auszugehen, dass diese nach den Regeln von Art. 548 ff. OR 

vollzogen wurde. Demnach hat ein jeder Gesellschafter Anspruch auf 

Rückerstattung seiner Einlage zum Wert im Zeitpunkt der Einbringung 

sowie einen Gewinnanteil, sofern ein solcher nach Abzug der Auf-

wendungen verbleibt (vgl. Art. 548 Abs. 2 und Art. 549 Abs. 1 OR). Dass 

der Beklagte sich nicht nur mit dem Kaufpreis für seinen Anteil, sondern 

auch vorbehaltlos damit einverstanden erklärte, dass der Liegen-

schaftswert ausgehend vom ursprünglichen Erwerbspreis festgesetzt 

wurde, spricht vor diesem Hintergrund nicht nur dafür, dass es sich bei den 

Fr. 10'000.00 um die ursprüngliche Einlage des Beklagten handelte, 

sondern auch, dass die Parteien eine darüberhinausgehende 

Mehrwertbeteiligung ausschliessen wollten. Auch dass sich die Parteien im 

Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits in der Trennungsphase befanden 

und der Beklagte aus der ehelichen Liegenschaft ausgezogen war, spricht 

dafür, dass die Parteien die finanziellen Verhältnisse bezüglich der 

Liegenschaft bereits vor einem allfälligen Scheidungsverfahren so weit wie 

möglich und zulässig klären wollten. Der Gang zum Notar sowie die 

Entlassung des Beklagten aus der Solidarbürgschaft sprechen jedenfalls 

gegen eine bloss vorübergehende Lösung zur Sicherstellung der 

finanziellen Handlungsfähigkeit, wie es der Beklagte geltend macht. 

Ausserdem ist mit der Vorinstanz kaum nachvollziehbar, dass der Beklagte 

dem Kaufvertrag, insbesondere dem darin vereinbarten Liegenschaftswert 

sowie dem Kaufpreis für seinen Anteil ohne jeglichen Vorbehalt zugestimmt 

hätte, wäre er zu diesem Zeitpunkt tatsächlich der Auffassung gewesen, 

dass ihm mehr zustünde. Gestützt darauf sowie in Anbetracht der 

Tatsache, dass ein Verzicht auf den Mehrwertanteil auch ausserhalb der 

güterrechtlichen Auseinandersetzung durch schriftliche Vereinbarung 

möglich ist (vgl. Art. 206 Abs. 3 ZGB), ist für das Obergericht zweifelsfrei 

erstellt, dass die Parteien mit dem besagten Kaufvertrag eine vorzeitige 

Auszahlung des Beklagten bezweckten und er damit gleichzeitig auf den 

auf seinen Anteil entfallenden Mehrwert verzichtet hat. 

 

 - 19 - 

 

 

4.4.3.2.2. 

Gemäss Art. 209 Abs. 3 ZGB entsteht von Gesetzes wegen eine 

Ersatzforderung, wenn eine Gütermasse zum Erwerb, zur Verbesserung 

oder zur Erhaltung von Vermögensgegenständen der anderen beigetragen 

hat und ein Mehr- oder Minderwert entstanden ist. Es handelt sich dabei 

um zwingendes Recht (HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, a.a.O., N. 8 zu Art. 209 

ZGB). Die Ersatzforderung entspricht dem Anteil des Beitrages und wird 

nach dem Wert der Vermögensgegenstände im Zeitpunkt der 

Auseinandersetzung oder der Veräusserung berechnet (Art. 209 Abs. 3 

ZGB). Dabei ist ein im Zeitpunkt der Auseinandersetzung vorhandener 

Mehr- oder Minderwert prozentual auf die beitragenden Gütermassen 

aufzuteilen. Wurden – wie vorliegend – gestaffelte Investitionen 

vorgenommen, hat die Abrechnung in mehreren Zeitabschnitten zu 

erfolgen (vgl. HAUSHEER/GEISER/AEBI-MÜLLER, Das Familienrecht des 

Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 7. Aufl., Bern 2022, Rz. 1062). 

 

Zu den einzelnen, in der Berechnung zu berücksichtigenden Positionen 

ergibt sich dabei was folgt:  

 

- Wie bereits vorstehend festgehalten, wurde der Liegenschaftserwerb 

zu Fr. 128'000.00 aus Eigengut der Klägerin, zu je Fr. 10'000.00 aus 

Errungenschaft beider Parteien sowie zu Fr. 600'000.00 mittels 

Hypothekarkredit finanziert. 

 

- Nachdem die Ehegatten sich mit Kaufvertrag vom 10. Oktober 2018 auf 

eine vorzeitige Auszahlung des Anteils des Beklagten geeinigt und eine 

Mehrwertbeteiligung ausgeschlossen haben (vgl. oben), ist ein 

allfälliger Mehrwert einzig zwischen der Errungenschaft und dem 

Eigengut der Klägerin aufzuteilen. Wie sich aus der von der Klägerin 

eingereichten Aufstellung in Beilage 74 zur Eingabe vom 30. Januar 

2023 ergibt, wurde die Auszahlung des Anteils des Beklagten beim 

Liegenschaftsverkauf von Fr. 10'000.00 aus der Errungenschaft der 

Klägerin finanziert. 

 

- Unbestritten wurden im Jahr 2011 weitere Investitionen zwecks Anbaus 

eines weiteren Zimmers getätigt. Während die Klägerin behauptet, 

dafür Fr. 85'000.00 aus einem weiteren Erbvorbezug ihrer Eltern in 

Höhe von Fr. 120'000.00 investiert zu haben, behauptet der Beklagte, 

es hätte sich um ein zinsloses Darlehen in Höhe von Fr. 75'000.00 

gehandelt, welches die Ehegatten aus Errungenschaft zurückbezahlt 

hätten (GA act. 207 und 328). Mit der Klägerin erachtet es das 

Obergericht als erstellt, dass für den Zimmeranbau weiteres Eigengut 

in Höhe von rund Fr. 82'500.00 investiert wurde. Einerseits ist gestützt 

auf den eingereichten Kontoauszug belegt, dass die Eltern der Klägerin 

am 31. Oktober 2011 Fr. 120'000.00 mit dem Zahlungsvermerk «D.: 

F._____» auf das gemeinsame Konto der Parteien überwiesen haben 

 - 20 - 

 

 

(vgl. Beilage 71 zur Eingabe der Klägerin vom 30. Januar 2023), wobei 

sich der Zahlungszweck auf den mit dem Zimmeranbau betrauten 

Architekten «F._____» als Debitor beziehen dürfte. Das ergibt sich 

unter anderem aus der eingereichten Offerte der J._____, welche das 

Projekt mit Fr. 82'500.00 offerierte (vgl. Beilage 72 zur Eingabe der 

Klägerin vom 30. Januar 2023). Schliesslich sagte die Mutter der 

Klägerin anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung als Zeugin 

und damit unter Wahrheitspflicht aus, dass sie ihrer Tochter das Geld 

geschenkt und keine Rückzahlungsverpflichtung bestanden habe (GA 

act. 296). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darf im Sinne 

einer tatsächlichen Vermutung davon ausgegangen werden, dass eine 

Schenkung an ein eigenes, verheiratetes Kind eine Schenkung an das 

Kind und nicht an das Ehepaar darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

5A_834/2016 vom 13. Juni 2018 E. 3.6). Diese Vermutung verdichtet 

sich vorliegend gar, da gestützt auf den eingereichten Kontoauszug 

sowie die Zeugenaussage feststeht, dass die Eltern der Klägerin ihr 

einen Geldbetrag ohne Rückzahlungsverpflichtung haben zukommen 

lassen. Dass der Betrag seinerzeit auf ein gemeinsames Konto der 

Parteien überwiesen wurde, vermag an diesem Umstand nichts zu 

ändern. Im Ergebnis steht für das Obergericht fest, dass für den 

Zimmerausbau im Jahre 2011 rund Fr. 82'500.00 aufgewendet wurden, 

welche aus einer Schenkung bzw. einem Erbvorbezug der Klägerin und 

damit ihrem Eigengut (vgl. Art. 198 Ziff. 2 ZGB) stammten.  

 

- Der Beklagte macht geltend, dass im Jahr 2018 weitere Fr. 22'000.00 

aus Errungenschaft für das Erstellen einer Pergola sowie einen 

Brunnen geflossen seien (GA act. 345). Die Investition als solche ist 

gestützt auf die von der Klägerin selbst eingereichte Aufstellung sowie 

die Rechnung des beauftragten Unternehmens erstellt (vgl. Beilage 74 

zur Eingabe der Klägerin vom 30. Januar 2023). Es ist unbestritten, 

dass das Geld aus Errungenschaft stammte (GA act. 330). 

 

- Die Klägerin behauptet, ihr vorehelich angelegtes Fondsdepot bei der 

G._____ AG mit einem Wert von Fr. 32'900.00 für die Sanierung der 

Heizung verwendet hat zu haben (GA act. 159). Da die Existenz des 

entsprechenden Vermögenswerts sowie dessen Zugehörigkeit zum 

Eigengut der Klägern als erstellt zu erachten sind (vgl. oben), ist kein 

Grund ersichtlich, weshalb die Klägerin wahrheitswidrig zu ihren 

Ungunsten behaupten sollte, das Geld in die Liegenschaft investiert zu 

haben. Entsprechend ist auch diese Investition als erstellt zu erachten.  

 

- Schliesslich ist auf die Hypothek einzugehen: Diese ist als Ganzes 

derjenigen Vermögensmasse zuzuweisen, mit welcher sie sachlich 

zusammenhängt, d.h. derjenigen, welcher auch die Liegenschaft 

zuzuweisen ist (vgl. Art. 209 Abs. 2 ZGB). Die Hypothek belastet im 

konkreten Fall daher das Eigengut der Klägerin. Die ursprüngliche 

 - 21 - 

 

 

Hypothek von Fr. 600'000.00 wurde sodann unbestritten schrittweise 

um gesamthaft Fr. 38'000.00 amortisiert (vgl. GA act. 330). Da 

Amortisationen im Unterschied zu Zinszahlungen bei einer als 

Familienwohnung genutzten Liegenschaft Teilrückzahlungen der 

Schuld sind, hat die Masse, die die Amortisation vorgenommen hat, 

Anspruch auf Rückzahlung des von ihr geleisteten Betrages (vgl. BGE 

123 III 145 E. 2.3.3). Die Amortisationszahlungen sind der Errungen-

schaft der Klägerin hinzuzurechnen, zumal ihr der Beweis, dass die 

Mittel aus Eigengut geflossen seien, allein anhand ihres Verweises auf 

ihr voreheliches Vermögen sowie die erhaltenen Erbvorbezüge nicht 

gelingt (vgl. GA act. 300; Art. 200 Abs. 3 ZGB). Schliesslich ist der auf 

der Hypothek entfallende Mehr- oder Minderwert im Zeitpunkt der 

Auseinandersetzung wiederum im Verhältnis der Beteiligung des 

Eigenguts und der Errungenschaft der Klägerin auf diese beiden 

Vermögensmassen aufzuteilen (BGE 132 III 145 E. 2.3).  

 

Zusammengefasst ergeben sich folgende Investitionen: 

 

 EG Klägerin ER Klägerin Hypothek 

Liegenschaftserwerb 2008 Fr. 128'000.00 Fr. 10'000.00 Fr. 600'000.00 

Zimmeranbau 2011 Fr. 82'500.00   

Auszahlung Beklagter 2018  Fr. 10'000.00  

Pergola/Brunnen 2018  Fr. 22'000.00  

Sanierung Heizung Fr. 32'900.00   

Amortisationszahlungen  Fr. 38'000.00 Fr. 562'000.00 

 

Damit ist geklärt in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt aus 

welchen Gütermassen Mittel in die Liegenschaft geflossen sind. Jedoch ist 

für die abschliessende Berechnung der Ersatzforderung zugunsten der 

Errungenschaft der Klägerin – an welcher der Beklagte im Umfang von 

50 % berechtigt ist – die Bestimmung des Werts der Liegenschaft im 

Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung unabdingbar. Denn 

entgegen der Vorinstanz ist ein Verzicht auf die entsprechende Ersatz-

forderung zwischen den Gütermassen – im Unterschied zur Mehrwertbetei-

ligung zwischen den Ehegatten (vgl. oben) – ausserhalb der güterrecht-

lichen Auseinandersetzung nicht möglich (vgl. HAUSHEER/AEBI-MÜLLER, 

a.a.O., N. 31 zu Art. 209 ZGB). Da sich die Parteien in Bezug auf den 

Liegenschaftswert im Auseinandersetzungspunkt nicht einigen konnten 

und auch die Vorinstanz sich diesbezüglich nicht äusserte, erweist sich der 

Sachverhalt in dieser Hinsicht als unvollständig. Entsprechend ist die 

Streitsache zur Vervollständigung, d.h. zur Bestimmung des Liegen-

schaftswerts anhand eines vom Beklagten beantragten Gutachtens sowie 

zur abschliessenden Berechnung der Ersatzforderung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (vgl. Art. 318 lit. c Ziff. 2 ZPO). 

 

 - 22 - 

 

 

4.4.4. Ungebundenes Vermögen 

Die Parteien führen übereinstimmend aus, dass sie per Stichtag über 

folgendes ungebundenes Vermögen aus Errungenschaft verfügt haben 

(GA act. 201; 211 und 325): 

 

Klägerin Beklagter 

Anteilsschein K._____ 

Bank 

Fr. 200.00 Anteilsschein K._____ 

Bank 

Fr. 200.00 

Konto K._____ Bank Fr. 35'683.54 Konto K._____ Bank Fr. 3'661.34 

Fondsspardepot Fr. 1'807.46   

 

Die Klägerin behauptet zudem, dem Beklagten seien weitere Fr. 3'000.00 

auf dem Mieterkautionskonto sowie Fr. 9'600.00 aus frei gewordenem 

Vermögen hinzuzurechnen (vgl. GA act. 332). Die entsprechenden 

Positionen blieben unbestritten, weshalb sie der Errungenschaft des 

Beklagten hinzuzurechnen sind.  

 

Was die übrigen Barvermögen betrifft, trifft es entgegen der Vorinstanz 

nicht zu, dass die Parteien güterrechtlich bereits auseinandergesetzt 

wären. Die von der Klägerin eingereichte Vereinbarung betreffend die 

gemeinsamen Konten per 24. September 2018 (vgl. Beilage 5 zur Eingabe 

der Klägerin vom 15. März 2021) beschlägt einzig die darin aufgeführten 

Konten, welche die Parteien zwischenzeitlich für den Lebensunterhalt 

verbraucht oder untereinander aufgeteilt haben und somit für die 

güterrechtliche Auseinandersetzung per Stichtag ohnehin irrelevant sind. 

Sie ist jedoch entgegen der Vorinstanz weder als Vereinbarung der 

Gütertrennung – welche ohnehin der Form des Ehevertrags bedürfte (vgl. 

Art. 184 ZGB) – noch als Verzicht auf Vorschlagsbeteiligung zu verstehen. 

Entsprechend sind die im Zeitpunkt des Stichtags vorhandenen und der 

Errungenschaft zugehörigen Kontovermögen der Parteien hälftig zu teilen. 

 

4.4.5. Hausrat und Mobiliar 

Der Beklagte behauptet, sämtlicher Hausrat und das Mobiliar der Parteien 

stelle Errungenschaft dar und sei folglich zu teilen (GA act. 202 ff. und 341 

ff.). Er unterlässt es jedoch in der Folge, die einzelnen Vermögenswerte 

genauer zu bezeichnen und seine Forderung unter diesem Titel im 

Einzelnen zu beziffern. Jedenfalls ist der dem Beklagten obliegenden 

Behauptungs- und – da die Klägerin einen Anspruch auf Teilung des 

Hausrats und des Mobiliars bestreitet (GA act. 326) – Substanzierungslast 

nicht bereits damit Genüge getan, indem er auf den versicherten Wert der 

beiden Hausratsversicherungen verweist. Entsprechend kann unter 

diesem Punkt auch kein Beweis abgenommen werden, weshalb sich auch 

die Einholung des beantragten Gutachtens erübrigt. 

 

 - 23 - 

 

 

4.4.6. Säule 3a und Lebensversicherung 

Die Vorinstanz hat festgehalten, dass die Parteien per Stichtag 

(26. Oktober 2020) je über Säule 3a-Konten in Höhe von Fr. 82'489.54 

seitens der Klägerin sowie Fr. 94'210.41 seitens des Beklagten verfügen 

würden, welche der Errungenschaft zuzuweisen seien. Zudem habe der 

Beklagte über eine Lebensversicherung verfügt, welche gestützt auf die 

übereinstimmenden Parteivorträge mit Fr. 9'600.00 der Errungenschaft des 

Beklagten hinzuzurechnen sei (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 7.3.2). Beide 

Positionen sind auch im Berufungsverfahren unbeanstandet geblieben, 

weshalb darauf nicht zurückzukommen ist. 

 

4.4.7. Fahrzeuge 

Per Stichtag verfügten die Ehegatten unbestritten über zwei Fahrzeuge, 

einen Seat Alhambra mit Jahrgang 2014 sowie einen Opel Corsa mit 

Jahrgang 2009. Wie der von beiden Parteien unterzeichneten 

Vereinbarung vom 9. Oktober 2018 betreffend Aufteilung Hausrat zu 

entnehmen ist, wurden beide Fahrzeuge aus Mitteln der Errungenschaft 

finanziert und haben sich die Parteien dahingehend geeinigt, dass die 

Klägerin den Seat und der Beklagte den Opel übernimmt (vgl. Beilage 6 

der Eingabe der Klägerin vom 15. März 2021). Wie bereits vorstehend 

mehrfach festgehalten, folgt aus der entsprechenden Vereinbarung 

entgegen der Vorinstanz nicht, dass die Parteien diesbezüglich 

auseinandergesetzt wären und auf eine Beteiligung am Vorschlag des 

jeweils anderen verzichtet hätten (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 7.3.2). 

Jedoch ist kaum davon auszugehen, dass die mehr als zehnjährigen 

Fahrzeuge noch über einen substanziellen Wert verfügen, was auch die 

vom Beklagten geforderte Begutachtung unverhältnismässig erschienen 

liesse. Entsprechend ist aus Gründen der Praktikabilität auf eine 

Anrechnung der Fahrzeuge im Rahmen der güterrechtlichen Auseinander-

setzung zu verzichten.  

 

4.5. 

Gestützt auf das Vorstehende ergibt sich, dass die von der Vorinstanz 

vorgenommene güterrechtliche Auseinandersetzung in Bezug auf den für 

die Auflösung des Güterstandes massgeblichen Stichtag zu korrigieren ist. 

Entsprechend ist auch die Liegenschaft in die güterrechtliche Auseinander-

setzung einzubeziehen, was deren Wertbestimmung – wie sie der Beklagte 

bereits vorinstanzlich beantragt hat – unumgänglich macht. Entsprechend 

erweist sich der Sachverhalt in dieser Hinsicht als unvollständig und das 

Verfahren ist in Gutheissung des Eventualantrags des Beklagten zur 

erneuten Vornahme der güterrechtlichen Auseinandersetzung nach den 

vorstehenden Vorgaben an die Vorinstanz zurückzuweisen.  

  

 - 24 - 

 

 

5. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die obergerichtliche Entscheid-

gebühr – ausgehend vom Streitwert des mit Berufung gestellten Antrags 

zum Güterrecht von Fr. 289'094.00 – auf Fr. 13'230.00 (§ 11 Abs. 1 i.V.m. 

§ 7 Abs. 1 VKD; § 29 Abs. 1 GebührD) festzusetzen. 

 

Über deren Verteilung sowie die Regelung der Parteikosten wird die 

Vorinstanz im erneuten Entscheid zu befinden haben (Art. 104 Abs. 4 ZPO; 

vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_171/2020 vom 28. August 2020 E. 7.2). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Berufung des Beklagten wird das Verfahren 

zur neuerlichen Durchführung der güterrechtlichen Auseinandersetzung im 

Sinne der obergerichtlichen Erwägungen an die Vorinstanz zurück-

gewiesen. 

 

2. 

Im Übrigen wird die Berufung des Beklagten abgewiesen. 

 

3. 

Die obergerichtliche Entscheidgebühr von Fr. 13'230.00 wird mit dem vom 

Beklagten geleisteten Kostenvorschuss verrechnet und ist zusammen mit 

den obergerichtlichen Parteikosten von der Vorinstanz in ihrem neuen 

Entscheid nach dem Ausgang des Verfahrens zu verlegen. 

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der 

Streitwert in arbeits- und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen 

übrigen Fällen mindestens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechts-

frage von grundsätzlicher Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- 

und Nachlassrichters (Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

 - 25 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Der Streitwert des kantonalen Verfahrens beträgt Fr. 289'094.00. 

 
 
   

Aarau, 24. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Albert