# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fbe93c0-2615-59f4-9a00-2ab5076a0972
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.12.2025 D-3249/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3249-2023_2025-12-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3249/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Thomas Segessenmann (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti,  

Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Lea Fritsche. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,   

vertreten durch MLaw Daniela Candinas, 

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 8. Mai 2023 / N (…). 

 

 

 

D-3249/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin – eine burundische Staatsbürgerin und ethni-

sche Tutsi – suchte am 7. November 2022 in der Schweiz um Asyl nach 

(SEM act. 1/2 und 3/1).  

A.b Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 24. April 2023 (SEM 

act. 24/17) machte die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Asylge-

suchs im Wesentlichen geltend, sie sei in B._______ geboren, jedoch in 

C._______ zusammen mit ihren Eltern und ihren drei jüngeren Schwestern 

aufgewachsen. Sie habe dreizehn Jahre lang die Schule besucht. Ihre Mut-

ter sei Lehrerin und Ihr Vater Arzt gewesen. Seit dem 4. Mai 2022 habe sie 

ihren Vater nicht mehr gesehen und wisse nicht, wo er sich aufhalte. Ihre 

Mutter sei seit dem 21. Juni 2022 unbekannten Aufenthaltes. Ihre Prob-

leme hätten bereits am 9. September 2021 begonnen, als unbekannte 

Männer in Polizeiuniform und in Zivil bei ihr zu Hause erschienen seien und 

ihren Vater gesucht hätten. Die Familie habe die Männer vertröstet, dass 

ihr Vater nicht zu Hause sei. Die Besuche hätten sich in der Folge aber 

wiederholt. Dies habe ihr Angst gemacht und sie und ihre Familie hätten 

dem Vater von den Besuchen berichtet, weshalb der Vater für zwei Wochen 

in einer anderen Stadt zur Arbeit gegangen sei. Fremde Personen seien 

jedoch immer wieder bei der Familie erschienen und hätten sich nach dem 

Vater erkundigt. Am 1. Mai 2022 habe die Beschwerdeführerin einen Streit 

zwischen ihren Eltern mitbekommen und dabei habe sie erfahren, dass ihr 

Vater politisch aktiv gewesen sei und sich für die Menschenrechtsorgani-

sation D._______ engagiert habe. Ebenso habe die Mutter der Beschwer-

deführerin erzählt, dass die Leute, die nach ihrem Vater gesucht hätten, 

staatliche Beamte gewesen seien. Am 4. Mai 2022 habe sich ihr Vater wie 

üblich verabschiedet und sei zur Arbeit gefahren. Seither sei er jedoch nie 

wieder heimgekehrt. Die Mutter der Beschwerdeführerin habe sich grosse 

Sorgen gemacht und habe bei seiner Arbeitsstelle angerufen. Dort habe 

man ihr mitgeteilt, dass er nicht zur Arbeit erschienen sei. Am 21. Juni 2022 

sei die Mutter wie üblich zur Arbeit gegangen und seither ebenfalls unauf-

findbar. Die Beschwerdeführerin wisse bis heute nicht, was ihren Eltern zu-

gestossen sei und ob sie überhaupt noch am Leben seien. Sie habe ihre 

Tante um Unterstützung gebeten; diese habe sich jedoch von ihr abge-

wandt, da sie befürchtet habe, die Probleme der Eltern der Beschwerde-

führerin könnten sich negativ auf ihre eigene Familie auswirken. Etwa ei-

nen Monat nach dem Verschwinden ihrer Mutter habe die Beschwerdefüh-

rerin von ihrer Schwester erfahren, dass fremde Männer sich zweimal an 

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Seite 3 

unterschiedlichen Tagen nach ihr erkundigt hätten. Sie habe sich gefürch-

tet und dies einer Bekannten ihrer Mutter berichtet. Diese habe versucht, 

Sie zu beruhigen.    

Einige Wochen später habe ein maskierter Mann die Beschwerdeführerin 

um fünf Uhr morgens in ihrem Zuhause überrascht. Sie sei auf dem Weg 

zur Toilette gewesen, als sie jemanden gesehen habe. Dieser Mann habe 

sie mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihr dann ins Ge-

sicht gefasst, woraufhin sie bewusstlos geworden sei. Der Mann habe sie 

entführt und sie sei erst in einem Wald wieder zu Bewusstsein gekommen. 

Man habe ihr die Augen verbunden und die Beine zusammengebunden. 

Vier maskierte Männer hätten nach Unterlagen, insbesondere Arbeitsakten 

und Vermögenspapiere, ihres Vaters gefragt. Sie habe keine Antwort ge-

geben und sei daraufhin geschlagen worden. Nachdem man ihr Gesicht 

mit einem Tuch verbunden habe, sei sie mit heissem Wasser übergossen 

und mit einem heissen Gegenstand am rechten Unterarm berührt worden. 

Einer der Männer habe sie erschiessen wollen, aber sein Kollege habe ge-

antwortet, dass man sie auch ohne Munition töten könne. Sie sei aufgrund 

eines Schlages auf den Nacken erneut ohnmächtig geworden. Sie ver-

mute, dass diese Männer davon ausgegangen seien, man habe sie auf 

diese Weise umgebracht. Als sie wieder zu sich gekommen sei, habe sie 

sich im Haus eines fremden Mannes in einem Ort namens E._______ wie-

dergefunden. Dieser Mann habe behauptet, die Beschwerdeführerin auf 

seinen Feldern bewusstlos aufgefunden zu haben. Er habe sie verarztet, 

und Sie sei etwa zwei Wochen dortgeblieben. Sie habe ihm jedoch auf-

grund ihrer Erlebnisse nicht vertrauen können, sie habe gedacht, diese 

Person könnte einer von den vier Männern gewesen sein. Als es ihr besser 

gegangen sei, habe dieser Mann mit ihr sexuell verkehren wollen. Als er 

eines Tages das Haus verlassen habe, habe sie die Flucht ergriffen. Sie 

habe in einem unfertig gebauten Haus die Nacht verbracht. Am darauffol-

genden Morgen sei es ihr gelungen, mit einer Bekannten ihrer Mutter – der 

(…) – Kontakt aufzunehmen. Sie habe der Bekannten erzählt, was ihr wi-

derfahren sei und diese habe ihr schliesslich geholfen, über einen Mitar-

beiter am Flughafen Bujumbura, welcher ihr einen Pass und zwei Boar-

dingkarten übergeben habe, aus Burundi auszureisen.  

A.c Anlässlich der Stellungnahme vom 5. Mai 2023 zum Entwurf der SEM-

Verfügung gab die Beschwerdeführerin an, zwischenzeitlich seien nun 

auch ihre drei jüngeren Schwestern von Zuhause verschwunden. Dies 

habe sie von ihrer Freundin F._______, welche ab und an in ihrer 

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Abwesenheit nach ihren Schwestern geschaut habe, erfahren. Ein Nach-

bar habe F._______ bei ihrem letzten Besuch darüber informiert.  

B.  

Mit Entscheid vom 8. Mai 2023 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingsei-

genschaft der Beschwerdeführerin, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus 

der Schweiz weg und beauftragte den Kanton G._______ mit dem Vollzug 

der Wegweisung. Gleichzeitig wurden der Beschwerdeführerin die editi-

onspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehändigt.   

C.  

C.a Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe der zugewiesenen Rechts-

vertretung vom 6. Juni 2023 Beschwerde gegen diesen Entscheid und be-

antragt, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben, die Vorinstanz sei 

anzuweisen, sie als Flüchtling anzuerkennen und ihr Asyl zu gewähren, 

eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sie wegen Unzumutbarkeit der 

Wegweisung vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sache zur 

vollständigen Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In prozessualer Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, ihr sei die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren, insbesondere sei von der Erhe-

bung eines Kostenvorschusses abzusehen.  

C.b Am 7. Juni 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht der Ein-

gang der Beschwerde.  

C.c Mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2023 gewährte der Instruktions-

richter die unentgeltliche Prozessführung und verzichtete auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde der Vorinstanz Frist zum Ein-

reichen einer Vernehmlassung angesetzt. 

C.d Die Vorinstanz liess sich mit Schreiben vom 27. Juni 2023 vernehmen.  

C.e Mit Schreiben vom 28. Juni 2023 wurde der Beschwerdeführerin die 

Vernehmlassung der Vorinstanz vom 27. Juni 2023 zur Kenntnisnahme zu-

gestellt. 

C.f Zwei Verfahrensstandanfragen vom 15. Juli 2024 und vom 26. Novem-

ber 2024 wurden mit Schreiben vom 16. Juli 2024 beziehungsweise 3. De-

zember 2024 beantwortet. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det – so auch vorliegend – auf dem Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 

AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 10 der 

ehemaligen Verordnung über Massnahmen im Asylbereich im Zusammen-

hang mit dem Coronavirus [COVID-19-Verordnung Asyl, AS 2020 1125]); 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin rügt Verletzungen des Untersuchungsgrund-

satzes und der Begründungspflicht. Diese formellen Rügen sind vorab zu 

prüfen, da sie allenfalls geeignet sind, zu einer Kassation der angefochte-

nen Verfügung zu führen (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 

3.2  

3.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

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hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Daraus folgt die Ver-

pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Die Begründung 

muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Trag-

weite des Entschieds informieren und diesen in voller Kenntnis der Sache 

an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigs-

tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 

hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, 

dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausein-

andersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. zum 

Ganzen BGE 143 III 65 E. 5.2). Eine Verletzung des Anspruchs auf recht-

liches Gehör führt grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung (BGE 135 I 187 E. 2.2 m.w.H.), wobei eine nicht besonders schwer-

wiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt 

gelten kann, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 135 I 279 E. 2.6.1). 

3.2.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsät-

zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach 

hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä-

rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind; unvollständig ist die Sachverhaltserstellung, wenn nicht alle für 

den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden 

(vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI/BUNDI, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 4. Aufl. 2025, Rz. 1043 ff. m.w.H.). Die un-

richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Be-

schwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

3.3  

3.3.1 Die Beschwerdeführerin moniert, das SEM verletze die Begrün-

dungspflicht, da sie die angebliche Unglaubhaftigkeit ihrer Vorbringen mit 

rein pauschalen Bemerkungen feststelle. Auf ihre Aussagen sei im Ent-

scheid nur unzulänglich eingegangen worden und die Ausführungen der 

Vorinstanz erschöpften sich in allgemeinen Aussagen.   

3.3.2 Aus der angefochtenen Verfügung geht klar hervor, von welchen 

Gründen sich die Vorinstanz hat leiten lassen und auf welche (rechtliche) 

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Begründung sie sich dabei stützt. Bei dieser formellen Rüge handelt es 

sich um eine Kritik an der inhaltlichen Würdigung des Sachverhaltes und 

damit um eine materielle Frage. Diese Rüge erweist sich als unbegründet. 

3.4  

3.4.1 Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass die Vorinstanz in allge-

meiner Weise und ohne Belege festhalte, dass die Sicherheitslage in 

C._______ «nach eigenen Kenntnissen» als stabil bezeichnet werden 

könne. Solche Aussagen hätte sie mit entsprechenden Länderberichten zu 

belegen.  

3.4.2 Es ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass die Begründung 

der angefochtenen Verfügung betreffend die allgemeine Lage in Burundi 

und im speziellen in C._______ äusserst kurz ausgefallen ist. So umfasst 

die Würdigung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges (Ziff. II der 

Verfügung) nur wenige Sätze, wobei der Grossteil dieser Ausführungen da-

rin besteht, die stabile Sicherheitslage in C._______ zu unterstreichen. 

Worauf sich die Vorinstanz dabei bezieht, wird nicht ausgeführt. Die Rüge 

der Beschwerdeführerin, es sei für sie nicht ersichtlich, auf welche Infor-

mationen sich die Vorinstanz stütze und ihre Kenntnisse seien somit nicht 

belegt, ist insofern nicht unbegründet. In der Einladung zur Vernehmlas-

sung wurde die Vorinstanz explizit aufgefordert, sich zu dieser formellen 

Rüge zu äussern, was sie aber unterliess. Der Beschwerdeführerin war es 

indes offenkundig möglich, gegen die angefochtene Verfügung sachge-

recht Beschwerde zu erheben. In ihrer Beschwerde finden sich denn auch 

ausführliche Vorbringen zum Wegweisungsvollzug nach C._______ und 

das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz kann sowohl den 

Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen. Eine allfällige leichte Ver-

letzung der Begründungspflicht hat somit ausnahmsweise als geheilt zu 

gelten. Ob die materiell-rechtliche Würdigung der Vorinstanz zutreffend ist, 

wird im Nachfolgenden zu prüfen sein (vgl. E. 6 ff.). 

3.5 Eine Aufhebung der Verfügung aus formellen Gründen fällt demnach 

ausser Betracht. Der Subeventualantrag, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und die Sache zur neuen Sachverhaltsfeststellung an die Vor-

instanz zurückzuweisen, wird infolgedessen abgewiesen. 

4.  

4.1 Somit bleibt zu prüfen, ob das SEM zu Recht die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin als unglaubhaft qualifiziert, ihre Flüchtlingseigenschaft 

verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt hat. 

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4.2 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.4 Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen ei-

ner asylsuchenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die 

Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung der gesuchstellenden Person spre-

chen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektive Sichtweise abzu-

stellen und es kommt auf die Gesamtbeurteilung aller Elemente an (Über-

einstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit 

und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.) die für 

oder gegen die gesuchstellende Person sprechen. Glaubhaft ist eine Sach-

verhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen, wobei es 

nicht ausreicht, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich, aber in Wür-

digung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände 

gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. dazu 

BVGE 2015/3 E. 6.5.1 sowie das Referenzurteil des BVGer D-5779/2013 

vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1, beide m.w.H.).  

5.  

5.1 Das SEM begründet seinen ablehnenden Asylentscheid im Wesentli-

chen damit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderun-

gen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhielten. Sie wi-

dersprächen in wesentlichen Punkten der allgemeinen Erfahrung und 

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Logik des Handelns. Auch fehlten individuelle Detailerlebnisse und Einzel-

heiten, so dass nicht von einer erlebnisgeprägten Erzählung ausgegangen 

werden könne. Eine Gesamtwürdigung führe daher zum Schluss, dass sich 

die Beschwerdeführerin auf konstruierte Asylgründe abstütze.  

So mache sie geltend, dass plötzlich Männer in Zivil und in Polizeiuniform 

begonnen hätten, ihren Vater zu suchen. Dabei sei es regelmässig zu 

Hausbesuchen gekommen. Warum diese Männer ihren Vater nicht bei sei-

nem Arbeitsplatz, sondern an seiner Wohnadresse gesucht haben sollten, 

könne die Beschwerdeführerin nicht erklären. Auch könne nicht nachvoll-

zogen werden, warum ihr Vater aufgrund der erfolgten Hausbesuche für 

zwei Wochen seiner Arbeit an einem anderen Ort nachgegangen sei. Of-

fenbar sei ihr Vater zu Hause und nicht auf der Arbeit gesucht worden, 

weswegen ein Arbeitsplatzwechsel unlogisch erscheine. Ebenfalls auffällig 

sei, dass zwischen dem ersten Besuch am 9. September 2021 und bis zu 

seinem Verschwinden am 4. Mai 2022 nichts Ernsthaftes vorgefallen sein 

solle und sich die Behelligung während diesen acht Monaten in einfachen 

Hausbesuchen und Nachfragen nach seinem Aufenthalt erschöpft hätten. 

Auch die Schilderungen im Zusammenhang mit der Entführung der Be-

schwerdeführerin erschienen äusserst zweifelhaft, zum Beispiel, dass sie 

mehrmals von den Tätern in Bewusstlosigkeit versetzt worden sei und an 

einem komplett neuen Ort ihr Bewusstsein zurückerlangt haben solle, oder, 

dass sie nach ihrer vermeintlichen Rettung weiterhin etwa 14 Tage bei ei-

nem fremden Mann geblieben sei, der versucht haben solle, mit ihr zu 

schlafen. Auch dass ihr schliesslich nach 14 Tagen gelungen sein solle, 

eine Bekannte zu kontaktieren und diese ihre Ausreise sowohl organisiert 

als auch finanziert haben solle, sei schwer nachvollziehbar und unglaub-

haft.   

Ferner könne die Beschwerdeführerin den Einbruch in ihrem Zuhause und 

ihre Entführung nur oberflächlich schildern. Sie könne nicht plausibel erklä-

ren, weshalb und unter welchen Umständen ausgerechnet sie dermassen 

verfolgt worden sei. Die Beschwerdeführerin mache diverse dramatische 

und aufeinanderfolgende Ereignisse geltend, scheine aber keinerlei Vor-

sichtsmassnahmen getroffen zu haben. Es fehle an aktiven Bestrebungen, 

dieser Unsicherheit vorzubeugen oder sich geeignete Hilfe zu holen oder 

zumindest bemüht darum gewesen zu sein, sich auf eine angebrachte Art 

und Weise zu schützen. Sie habe allem Anschein nach wie gewohnt wei-

tergelebt und ihre jüngeren Schwestern hätten nach ihrer Ausreise wie ge-

wohnt das Leben fortgesetzt. Betreffend die Mitteilung der Beschwerde-

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Seite 10 

führerin, dass ihre drei Schwestern mittlerweile ebenfalls verschwunden 

seien, führt das SEM aus, dass dies selbstverständlich ein tragisches Er-

eignis sei, gleichwohl lägen keine konkreten Hinweise dafür vor, aus wel-

chen Gründen diese verschwunden sein könnten.  

5.2 Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde im Wesentlichen 

aus, ihre Aussagen seien widerspruchsfrei, detailliert und nachvollziehbar 

ausgefallen, weshalb sie als glaubhaft zu qualifizieren seien. 

Die Tätigkeiten ihres Vaters für die Menschenrechtsorganisation habe ihrer 

Mutter grosse Sorgen bereitet, da solche Tätigkeiten von der Regierung in 

Burundi nicht toleriert würden. Dies und die Tatsache, dass der Vater unter 

anderem von uniformierten Personen respektive staatlichen Beamten ge-

sucht worden sei, mache es verständlich, weshalb sie und ihre Mutter nach 

dem Verschwinden des Vaters nicht die Polizei hätten kontaktieren können. 

Es sei bekannt, dass von den staatlichen Akteuren in Burundi Gewalt an-

gewendet werde, um Regierungsgegner einzuschüchtern, und dass solche 

Gegner verschwinden, gefoltert oder getötet würden. Nach dem Ver-

schwinden ihrer Mutter habe sie ihre Tante kontaktiert, welche aber nichts 

von ihren Problemen habe wissen wollen, aus Angst ebenfalls in Schwie-

rigkeiten zu geraten. Als sie realisiert habe, dass die Männer aufgrund der 

Tätigkeit ihres Vaters auch sie selbst gesucht hätten, habe sie eine Be-

kannte ihrer Mutter kontaktiert, welche sie beruhigt und gesagt habe, sie 

müsse sich deshalb keine Sorgen machen, die Männer würden ihr nichts 

antun. Da sie keine andere Möglichkeit gesehen habe, habe sie ihr Leben 

wie gewohnt weitergelebt und gehofft, dass ihre Eltern wieder auftauchen 

würden.  

Ihre Schwestern seien seit Anfang Mai 2023 ebenfalls verschwunden. Sie 

habe sich am 4. Mai 2023, als sie vom Verschwinden ihrer Schwestern er-

fahren habe, umgehend bei der Rechtsvertretung gemeldet und dringend 

um einen Termin gefragt, ohne zu wissen, dass der Entscheidentwurf be-

reits vorgelegen habe. Sie und ihre drei Schwestern hätten – abgesehen 

von der Tante, welche keinen Kontakt mehr mit ihnen haben möchte – kei-

ne weiteren Verwandten in Burundi und zudem mittlerweile auch keine wei-

teren finanziellen Ressourcen. Somit sei nicht davon auszugehen, dass 

ihre Schwestern ihr Haus einfach so verlassen würden. Sie seien deshalb 

entweder durch die Männer, die bereits sie selbst entführt hätten, bedroht 

worden und sie hätten deshalb aus Angst das Haus fluchtartig verlassen, 

oder sie seien sogar von diesen Männern ebenfalls entführt worden.  

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Seite 11 

In Anbetracht dessen, dass sich ihre eigene Entführung um fünf Uhr mor-

gens, als sie zur Toilette habe gehen wollen, innert Sekunden abgespielt 

habe, wobei sie von einem Fremden mit einer Maske im Haus überrascht 

worden sei, dieser sie mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen und 

ihr ins Gesicht gefasst habe und sie anschliessend ohnmächtig geworden 

sei, sei nicht ersichtlich, inwiefern diese Angaben noch detaillierter hätten 

ausfallen sollen. Auch sei dies ein traumatisches Erlebnis; an ihre Erzäh-

lungen könnten deshalb keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden.  

Auch sei durchaus glaubhaft, dass sie mehrmals von den Tätern in Be-

wusstlosigkeit versetzt worden sei und an einem anderen Ort ihr Bewusst-

sein zurückerlangt habe. Dass jemand sein Bewusstsein verliere, wenn 

ihm mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen werde, sei durchaus 

glaubhaft. Für die Entführer sei es am einfachsten und naheliegendsten 

gewesen, sie in Bewusstlosigkeit zu versetzen, um sie an einen anderen 

Ort zu transportieren und dort zu befragen. Dass die beim Schlag auf den 

Nacken erneut bewusstlos geworden sei, sei durchaus möglich.  

Auch ihr Aufenthalt von ungefähr 14 Tagen bei einem fremden Mann habe 

sie glaubhaft dargelegt. Sie habe erklärt, dass sie sich die ersten sieben 

Tage in einem komatösen Zustand befunden habe und nichts habe machen 

können. Sie sei sehr schwach gewesen. Da es sich bei der Person, die sie 

gepflegt habe, um einen Mann gehandelt habe, sei es ihr nicht so einfach 

gewesen zu fliehen. Sie vermute sogar, dass es sich bei diesem Mann um 

einen ihrer Entführer gehandelt habe. 

Zudem habe sie widerspruchfrei und detailliert erzählt, und die freie Rede 

umfasse fast drei A4-Seiten. In ihren Schilderungen fänden sich zahlreiche 

Realkennzeichen. Beispielsweise habe sie an ihrem Arm Brandnarben, 

welche sie anlässlich ihrer Anhörung zeigt habe und welche mit ihren Schil-

derungen der Folterung übereinstimmten, wonach sie mit heissem Wasser 

sowie einem ihr unbekannten heissen Gegenstand verbrannt worden sei. 

Zudem habe sie die genauen Daten der verschiedenen Vorkommnisse ge-

nannt. Auch habe sie zahlreiche Details und Nebensächlichkeiten erwähnt. 

Sie habe in ihrer freien Rede beispielsweise erwähnt, dass ihr Vater Arzt 

und ihre Mutter Lehrerin gewesen seien. Ebenso habe sie mehrfach die 

direkte Rede verwendet, um Gesprochenes wiederzugeben. Die Situation, 

in welcher die Entführer sich darüber unterhalten hätten, ob sie sie töten 

sollen, habe sie zwei Mal in unterschiedlichen Worten erzählt, was als wei-

teres Realkennzeichen zu werten sei.  

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Seite 12 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu-

recht als unglaubhaft qualifiziert hat. Die Entgegnungen in der Beschwer-

deschrift vermögen zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen. Es ist 

zwar richtig, dass die Beschwerdeführerin zu Beginn ihrer Anhörung über 

mehrere Seiten hinweg ihre Vorbringen in freier Rede in chronologischer 

Reihenfolge wiedergab. Dabei erwähnte sie auch Nebensächlichkeiten, 

welche jedoch nicht als zahlreiche Realkennzeichen, sondern als in ihren 

Vorbringen notwendige Details zu werten sind. So blieben die Schilderun-

gen in wesentlichen Punkten dennoch knapp und oberflächlich und die Be-

schwerdeführerin konnte diese auch auf Nachfrage nicht vertiefen. Es ist 

der Vorinstanz zudem beizupflichten, dass mehrere Kernvorbringen der 

Beschwerdeführerin der allgemeinen Erfahrung und Logik widersprechen 

und konstruiert wirken. Insbesondere erscheint äusserst fraglich, warum 

die Beschwerdeführerin und ihre Geschwister nicht mindestens nach der 

angeblichen Entführung ihrer Mutter Vorsichtsmassnahmen getroffen und 

sich entsprechend verhalten haben sollten. Zur Vermeidung von Wieder-

holungen kann diesbezüglich auf die entsprechenden Erwägungen in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden.  

6.2  Ergänzend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 

freien Rede berichtete, ihr Vater sei ab dem 9. September 2021 über meh-

rere Monate hinweg von verschiedenen Personen, teils in Zivil und andere 

in Polizeiuniform, bei ihnen zuhause gesucht worden. Am 4. Mai 2022 sei 

ihr Vater dann wie gewohnt zur Arbeit gegangen, seither hätten sie nichts 

mehr von ihm gehört. Ihre Mutter habe daraufhin bei seiner Arbeit nachge-

fragt, jedoch ohne Erfolg. Sie habe ihnen [der Beschwerdeführerin und ih-

ren Schwestern] dann gesagt, dass sie warten würden, bis er vielleicht wie-

der zurückkommen werde (zum Ganzen SEM act. 24/17, A76). Darauf an-

gesprochen, ob sie die Leute, welche nach ihrem Vater gefragt hätten, be-

schreiben könne, wiederholte die Beschwerdeführerin mehrmals, dass es 

verschiedene Leute gewesen seien, ohne zu spezifizieren, ob es sich da-

bei um Polizisten, Militärangehörige oder Personen in Zivil gehandelt habe 

(SEM act. 24/17, A81 f.). Und dies, obwohl sie in der freien Rede erwähnte, 

dass sowohl Personen in Zivil als auch in Polizeiuniform nach ihrem Vater 

gesucht hätten (SEM act. 24/17, A76). Auch bringt die Beschwerdeführerin 

vor, dass sie den Grund der Suche nach ihrem Vater erst erfahren habe, 

als dieser ihrer Mutter davon erzählt habe (SEM act. 24/17, A83). Warum 

ihr Vater nicht bei der Arbeit aufgesucht worden sei, wisse sie nicht (SEM 

act. 24/17, A84). Es mag zwar sein, dass die Beschwerdeführerin in dieser 

D-3249/2023 

Seite 13 

Zeit nicht über die gleiche Informationslage wie ihre Mutter verfügte, dass 

jedoch sowohl die Mutter als auch die Beschwerdeführerin es während all 

diesen Monaten unterlassen haben sollten, bei den sie zuhause aufsu-

chenden Personen nach dem Grund der Suche nach ihrem Vater bezie-

hungsweise Ehemann nachzufragen, erschliesst sich dem Gericht nicht. 

Ebenso wenig ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin und ihre 

Familie danach wie gewohnt weitergelebt und gewartet hätten, bis ihr Vater 

beziehungsweise Ehemann wieder zurückkommen werde. Es ist zwar ver-

ständlich, dass die Beschwerdeführerin und ihre Familie nicht die Polizei 

involvierten, jedoch erscheint äusserst fraglich, dass sie in dieser Situation 

nicht zumindest Bekannte, Verwandte oder sonstige Personen kontaktier-

ten oder auf anderen Wegen den Aufenthaltsort ihres Vaters beziehungs-

weise Ehemannes ausfindig zu machen versuchten. 

6.3 Die Beschwerdeführerin berichtete in ihrer freien Rede weiter, dass am 

21. Juni 2022 ihre Mutter zur Arbeit gegangen und nie wieder zurückge-

kommen sei. Seither habe sie ihre Mutter nicht wieder gesehen. Sie und 

ihre Schwestern hätten weitergelebt, ohne zu wissen, wo sich ihre Eltern 

befinden würden. Sie habe diese Sache ihrer Tante erzählt, diese habe ihr 

aber nur geantwortet, sie möchte von den Problemen ihrer Eltern nichts 

wissen (SEM act. 24/17, A76). Von weiteren Suchaktionen berichtete sie 

auf Nachfrage nicht (SEM act. 24/17, A89), präzisierte aber, dass sie keine 

Behörden oder andere Instanzen über das Verschwinden ihrer Mutter in-

formiert habe (SEM act. 24/17, A90). Darauf angesprochen, warum sie nie-

manden über das Verschwinden ihrer Mutter informiert habe, erwiderte sie, 

bei den Leuten, welche nach ihrem Vater gesucht hätten, hätten sich auch 

Polizisten befunden, und sie habe gedacht, dass ihre Eltern irgendwann 

mal wiederkommen würden. Sie habe gedacht, man habe ihre Mutter viel-

leicht an eine Befragung wegen der Tätigkeiten ihres Vaters mitgenommen 

und sie würde irgendwann wiederkommen (SEM act. 24/17, A91). Auch 

diese Vorbringen erscheinen äusserst fraglich und wirken insgesamt kon-

struiert. Auch auf Nachfrage vermochte die Beschwerdeführerin keine wei-

tere Tiefe herzustellen. Es überzeugt nicht, dass die Schwester ihrer Mutter 

(Tante der Beschwerdeführerin) keinerlei Interesse daran gehabt haben 

soll, was mit ihrer Schwester passiert war. Ebenfalls widerspricht es der 

allgemeinen Erfahrung und Logik, dass die Beschwerdeführerin zusam-

men mit ihren Schwestern auch dieses Mal keine Suchaktionen und Tele-

fonate – abgesehen von der Kontaktaufnahme mit der Tante – unternom-

men haben sollen, um ihre Mutter zu suchen, war die Mutter nach dem 

Verschwinden ihres Vaters doch die einzige Bezugsperson und waren sie 

D-3249/2023 

Seite 14 

zumindest finanziell vom Geld ihrer Eltern abhängig (SEM act. 24/17, 

A46 ff.).  

6.4 Weiter erklärte die Beschwerdeführerin, sie sei eines Abends nach 

Hause gekommen und ihre Schwester habe ihr erzählt, dass Leute nach 

ihr gesucht hätten. Sie habe diese Leute aber nicht gekannt. Sie habe nicht 

darauf geachtet, sie habe gedacht, dass es nicht die Leute sein könnten, 

die nach ihrem Vater suchten (SEM act. 24/17, A76). Jedoch seien diese 

Leute ein zweites Mal gekommen, und dann habe sie Angst bekommen 

und einer Bekannten ihrer Mutter von dieser Situation erzählt. Diese habe 

ihr gesagt, sie solle sich beruhigen, man würde ihr nichts antun (zum Gan-

zen SEM act. 24/17, A76 und A95). Sie habe aber nicht darauf geachtet, 

wann die Besuche genau stattgefunden hätten (SEM act. 24/17, A95). Auf 

Nachfrage präzisierte sie dann, dass sie nach dem Verschwinden ihrer 

Mutter ungefähr einen Monat in Frieden gelebt hätten (SEM act. 24/17, 

A96). Um was für Leute es sich gehandelt haben soll, führt die Beschwer-

deführerin wiederum nicht aus. Nachdem gemäss ihren Angaben bereits 

beide Eltern verschwunden waren, erscheint es äusserst zweifelhaft, dass 

die Beschwerdeführerin nicht daran interessiert war, welche Personen sie 

gesucht haben. Auch erscheint es realitätsfern, dass sie nicht bereits nach 

der ersten Suche durch diese Männer um ihre Sicherheit gefürchtet und 

Vorsichtsmassnahmen getroffen hatte.  

6.5 Auch die Vorbringen betreffend ihre Entführung und Befragung im Wald 

lassen eine gewisse Tiefe und Detailreichtum vermissen, um von tatsäch-

lich Erlebtem ausgehen zu können. Die Beschwerdeführerin erzählte zwar 

ohne Widersprüche und an zwei unterschiedlichen Stellen im Protokoll mit 

unterschiedlichen Worten, wie sie eines Morgens aufgewacht und dann 

von einem Mann mit Maske entführt worden sein soll (SEM act. 24/17, A65 

und A76). Jedoch finden sich – abgesehen von dort, wo es um den Verbleib 

ihrer Schwestern geht (vgl. SEM act. 24/17 A46 und A64 f.) – keine emoti-

onalen Regungen im Protokoll, obwohl dieses Erlebnis sehr traumatisch 

gewesen sein müsste, habe sie sich doch danach gemäss eigenen Anga-

ben mindestens für eine Woche in einem komatösen Zustand befunden 

(zum Ganzen SEM act. 24/17, A65, A76, A99, A103). Ebenso erscheint 

nicht logisch, warum die vier Entführer sie nach der angeblichen Befragung 

hätten töten wollen, obwohl die Beschwerdeführerin ihnen eben gerade 

keine Auskunft über die Arbeitsakten und Vermögensdokumente ihres Va-

ters gegeben haben soll (vgl. SEM act. 24/17 A76). 

D-3249/2023 

Seite 15 

6.6 Sodann verstrickte sich die Beschwerdeführerin in einen Widerspruch, 

als sie auf Nachfrage ausführte, diese Leute würden wissen, dass sie die-

jenige sei, die Informationen über alle Dokumente ihres Vaters habe, wes-

halb nur sie verfolgt worden und ihrer nur 11 Monate jüngeren Schwester 

nichts passiert sei (SEM act. 24/17, F&A103). An einer anderen Stelle im 

Protokoll berichtete sie auf Nachfrage, sie habe keine Informationen über 

diese Dokumente gehabt, und wisse lediglich, dass diese existiert hätten 

(SEM act. 24/17, A114). Ebenso erscheinen ihre Vorbringen nicht logisch, 

sie habe auf die Fragen ihrer Entführer nicht geantwortet, damit diese 

Leute ihre Schwestern nicht töten würden (SEM act. 24/17, A76). Vielmehr 

hätte sie auf die Fragen antworten sollen, um weitere Nachteile zu verhin-

dern. 

6.7 Zu ihren Vorbringen, dass ihre drei Schwestern seit dem 4. Mai 2023 

(SEM act. 29/4) ebenfalls verschwunden seien, ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben am 3. Oktober 2022 aus Bu-

rundi ausgereist ist und am 7. November 2022 in der Schweiz um Asyl er-

sucht hat. Während ihrer Asylanhörung vom 24. April 2023 (SEM 

act.  24/17) ist nach ihren eigenen Angaben in Burundi nichts Besonderes 

und Erwähnenswertes passiert (s. dort A60 ff.), auch nicht bezüglich ihrer 

Schwestern. Es erscheint daher konstruiert, dass genau ein Tag vor der 

Besprechung des Entwurfs der SEM-Verfügung – und nicht bereits früher, 

seien ihre Entführer doch sehr an den Dokumenten ihres Vaters interessiert 

gewesen – etwas mit ihren Schwestern passiert sein soll. Es ist ferner nicht 

klar, warum ihre Freundin ihre Geschwister zuhause nicht vorfinden konn-

te. Die Beschwerdeführerin lässt zwar über ihre Rechtsvertretung im Rah-

men der Stellungnahme zum Entwurf der SEM-Verfügung ausrichten, dass 

ihrer Freundin F._______ von einem Nachbarn erzählt worden sei, dass 

ihre Geschwister seit einigen Tagen als vermisst gelten würden (SEM 

act. 29/4). Warum und wie die Geschwister von zuhause weggegangen sei 

sollen, bleibt offen, und die Informationen dieses Nachbarn belegen nicht, 

dass ihren Geschwistern etwas zugestossen ist. Es könnte ebenso gut 

sein, dass ihre Geschwister freiwillig und aus anderen Gründen ihr Zu-

hause verlassen haben.  

6.8 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle schliesslich festzuhalten, 

dass die blosse Zugehörigkeit zur Ethnie der Tutsi gemäss bundesverwal-

tungsgerichtlicher Rechtsprechung nicht ausreicht, um von einer mit be-

achtlichen Wahrscheinlichkeit drohenden asylrechtlichen Verfolgung aus-

zugehen (vgl. u.a. Urteile des BVGer E-529/2024 vom 22. Mai 2025 E. 6.4; 

E-6943/2023 vom 26. Februar 2024 E. 3.2.4; E-3021/2023 vom 29. No-

D-3249/2023 

Seite 16 

vember 2023 E. 4.1.1 m.w.H.; E-3021/2023 vom 29. November 2023 

E. 4.1.1 m.w.H.; vgl. auch «Burundi: information sur la situation des Tutsis, 

y compris les Tutsis provenant de l'élite; le traitement qui leur est réservé 

par les autorités et par la société; et la protection qui leur est offerte (dé-

cembre 2015-février 2017)» < https://www.refworld.org/do-

cid/58cfba804.html > [abgerufen am 30. Oktober 2025]).  

6.9 Zusammenfassend ergibt sich im Rahmen einer Gesamtwürdigung, 

dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt ihrer 

Ausreise aus Burundi bestehende oder auch aus heutiger Sicht drohende 

asylrechtlich relevante Verfolgung nachzuweisen oder zumindest glaubhaft 

zu machen. Eine Prüfung der Schutzfähigkeit und -willigkeit des burundi-

schen Staates erübrigt sich hiermit. Die Vorinstanz hat zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch ab-

gelehnt.   

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

D-3249/2023 

Seite 17 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde-

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschus-

ses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr («real risk») 

nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung 

Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Ihre diesbezüglichen Ausführungen erweisen sich als 

äusserst vage und unglaubhaft. Sie konnte nicht näher darlegen, von wem 

die angebliche Verfolgung, welche sie befürchte, ausgehe und es bleibt 

daher unklar, weshalb sie annimmt, im Falle einer Rückkehr getötet zu wer-

den (vgl. SEM act. 24/17 A93 ff. und 109 ff.). Schliesslich ist die Menschen-

rechtssituation in Burundi zwar als problematisch zu bezeichnen, sie lässt 

D-3249/2023 

Seite 18 

den Wegweisungsvollzug aber im heutigen Zeitpunkt nicht grundsätzlich 

als unzulässig erscheinen (vgl. statt Vieler Urteil des BVGer D-39/2025 

vom 12. Februar 2025 E. 7.2.3). Die in der Beschwerdeschrift zitierten Be-

richte vermögen diese Einschätzung nicht umzustossen. 

8.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht in sei-

ner Praxis nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in einigen Pro-

vinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht 

heikel ist (vgl. dazu Urteil des BVGer D-39/2025 vom 12. Februar 2025 

E. 7.3.2; E-529/2024 vom 22. Mai 2025 E. 9.3.2; E-2633/2025 vom 

10. Juni 2025 S. 10; E-1766/2023 vom 24. Mai 2023 E. 7.4.2 m.H.). 

8.3.2 Im Hinblick auf die persönliche Situation der Beschwerdeführerin ist 

festzuhalten, dass sie gemäss eigenen Angaben bis zu ihrer Ausreise in 

C._______ gelebt und ein gutes Leben gehabt habe (vgl. SEM act. 24/17, 

A49) Auch habe sie das Gymnasium abschliessen können (SEM 

act. 24/17, A14 ff.). Sie gibt zwar an, noch über keine Arbeitserfahrungen 

zu verfügen, jedoch wird sie mit ihrer Schulbildung voraussichtlich in der 

Lage sein, mindestens ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften und 

allenfalls ihre akademische Laufbahn weiterzuführen. Aufgrund ihrer un-

glaubhaften Vorbringen lässt sich nicht genau eruieren, wo sich ihre Kern-

familie aufhält, jedoch gibt die Beschwerdeführerin an, eine Tante mütterli-

cherseits lebe in H._______ und eine weitere Tante mütterlicherseits in Ka-

nada. Ebenso habe eine Bekannte ihrer Mutter ihr finanziell und organisa-

torisch zur Flucht verholfen. Ferner habe sie eine Freundin in Burundi, mit 

welcher sie über eine längere Zeit nach ihrer Ausreise noch in Kontakt ge-

standen sei. Es darf ihr zugemutet werden, von diesen Personen zumin-

dest in der Anfangszeit Unterstützung in Anspruch zu nehmen und den 

Kontakt zu ihnen wieder aufzubauen. Aufgrund der Akten und den zur Ver-

D-3249/2023 

Seite 19 

fügung stehenden Informationen darf davon ausgegangen werden, dass 

es ihr gelingen wird, nach nur dreijähriger Abwesenheit in der Heimat 

(wenn auch mit gewissen Anstrengungen verbunden) wieder Fuss zu fas-

sen.  

8.3.3 Die Beschwerdeführerin führte anlässlich ihrer Asylanhörung vom 

24. April 2023 aus, physisch und psychisch gehe es ihr gut (SEM act. 24/17 

A3 ff.). In ihrer Beschwerde machte sie psychische Beschwerden geltend. 

Sie sei aufgrund des Erlebten traumatisiert und leide noch immer unter 

Schlaflosigkeit und Albträumen. Sie müsse ständig an das Geschehene 

denken. Sie sei nach dem Verschwinden ihrer Schwestern zusätzlich be-

lastet und auf psychologische Hilfe angewiesen. Sie habe aber aufgrund 

der langen Wartefrist in der Schweiz noch keinen Termin bei einer psychi-

atrischen Fachperson wahrnehmen können. Bis heute traf kein Arztbericht 

beim Gericht ein und es sind keine medizinischen Probleme aktenkundig. 

Es ist somit von keiner aktuellen medizinischen Notlage gemäss Art. 83 

abs. 4 AIG auszugehen. Mit Verweis auf die diesbezüglichen Erwägungen 

in der angefochtenen Verfügung und auf die Möglichkeit einer medizini-

schen Rückkehrhilfe erübrigen sich daher weitere Ausführungen dazu (vgl. 

Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG und Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 

1999 [AsylV 2, SR 142.312]).  

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

D-3249/2023 

Seite 20 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da der Instruktionsrichter mit 

Zwischenverfügung vom 22. Juni 2023 die unentgeltliche Prozessführung 

bewilligte, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3249/2023 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Das Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz und die kanto-

nale Migrationsbehörde.  

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Lea Fritsche 

 

 

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