# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2bbb582f-7fac-5e8c-89e2-4144f9353d19
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 05.02.2025 VBE.2024.354
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-354_2025-02-05.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.354 / dr / lf / bs 
Art. 11 

 

Urteil vom 5. Februar 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident 

Oberrichterin Gössi 

Oberrichterin Peterhans 

Gerichtsschreiberin Reisinger 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 24. Mai 2024) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1996 geborene Beschwerdeführerin ist gelernte Malerin und war zuletzt 

als Praktikantin in der Betreuung tätig. Am 3. April 2019 meldete sie sich 

erstmals bei der Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf eine Agoraphobie 

und Panikattacken seit Mai 2018 zum Bezug von Leistungen (Berufliche 

Integration / Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. 

Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin Abklärungen in erwerblicher und 

medizinischer Hinsicht, zog dabei die Akten der Krankentaggeldversiche-

rung bei, nahm Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 

und liess die Beschwerdeführerin an Eingliederungsmassnahmen teilneh-

men. Per Ende Juli 2020 schloss die Beschwerdegegnerin die berufliche 

Integration ab, da die Beschwerdeführerin ab dem 1. August 2020 renten-

ausschliessend eingegliedert gewesen sei. 

 

1.2. 

Am 21. Oktober 2021 meldete sich die Beschwerdeführerin unter Hinweis 

auf Depressionen und Panikattacken seit Mai 2018 erneut bei der Be-

schwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Berufliche Eingliede-

rung / Rente) der IV an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin wiede-

rum Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht, zog dabei die 

Akten der Krankentaggeldversicherung bei, nahm Rücksprache mit dem 

RAD und liess die Beschwerdeführerin an Eingliederungsmassnahmen teil-

nehmen. Nachdem das Eingliederungsverfahren aus gesundheitlichen 

Gründen per Ende März 2023 abgebrochen worden war, liess die Be-

schwerdegegnerin die Beschwerdeführerin psychiatrisch begutachten 

(Gutachten vom 9. Januar 2024). Nach durchgeführtem Vorbescheidver-

fahren wies die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin mit Verfügung vom 24. Mai 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Am 24. Juni 2024 erhob die Beschwerdeführerin fristgerecht Beschwerde 

gegen die Verfügung vom 24. Mai 2024 und stellte folgende Rechtsbegeh-

ren: 

 

"1. Die angefochtene Verfügung vom 24.05.2024 sei aufzuheben und der 
Beschwerdeführerin sei eine Rente der Invalidenversicherung zuzu-
sprechen. 

 
2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ordnungsge-

mässen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zurückzuwei-
sen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten." 

 

 - 3 - 

 

 

Zudem stellte sie den folgenden Antrag: 

 

"1. Es wird beantragt, der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechts-
pflege zu bewilligen und den Unterzeichneten zu ihrem unentgeltlichen 
Rechtsvertreter zu ernennen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 4. September 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 17. September 2024 wurde der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt, und zu ihrem 

unentgeltlichen Vertreter lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

5401 Baden, ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegeh-

ren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 24. Mai 2024 (VB 236) zu 

Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 traten die Änderungen des revidierten IVG in Kraft (Wei-

terentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, 

BBI 2017 2535), dies mitsamt entsprechendem Verordnungsrecht. Ent-

sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen ist bei 

einem dauerhaften Sachverhalt, der teilweise vor und teilweise nach dem 

Inkrafttreten der neuen Gesetzgebung eingetreten ist, der Anspruch auf 

eine Invalidenrente für die Zeit bis Ende 2021 nach den altrechtlichen 

Bestimmungen und ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen 

(BGE 150 V 323 E. 4 S. 327 ff.). Ist vor Inkrafttreten der Änderung am  

1. Januar 2022 noch kein Rentenanspruch entstanden, ist ein allfälliger 

Rentenanspruch ab Januar 2022 nach den neuen Normen zu prüfen. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 24. Mai 2024 

(VB 236) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische 

Gutachten von Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, vom 9. Januar 2024. Der Gutachter stellte darin folgende psychiatri-

sche Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 227.1 S. 60): 

 

"F40.01 Agoraphobie mit Panikstörung 
F33.10 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige de-
pressive Episode ohne somatisches Syndrom" 

 - 4 - 

 

 

 

Aus rein psychiatrischer Sicht könne die Beschwerdeführerin mit überwie-

gender Wahrscheinlichkeit fünf Stunden in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 

anwesend sein. Es bestehe dabei keine Einschränkung der Leistungsfä-

higkeit und somit eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Vor dem Hintergrund der 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegenden Aggravation von Be-

schwerden sei auch rückblickend seit dem 17. Mai 2018 im Querschnitt 

nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % aus-

zugehen. Eine optimal angepasste Tätigkeit mit kurzem oder gar keinem 

Arbeitsweg (z. B. Homeoffice) oder An- und Abreise zur Arbeitsstelle in Be-

gleitung (z. B. im Firmenbus eines Malerbetriebs) dürften die Beschwerden 

durch die Agoraphobie bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel über-

schaubar sein. Zur Minimierung der depressiven Symptomatik wäre ein 

wohlwollendes Arbeitsklima mit Möglichkeiten für regelmässige Pausen 

und wenig Notwendigkeit, sich gegenüber Kunden oder Mitarbeitenden 

durchzusetzen, wichtig. Hier scheine die Erstausbildung der Beschwerde-

führerin zur Malerin geradezu ideal, insbesondere, wenn die Möglichkeit 

bestünde, dass sie von ihr vertrauten Arbeitskollegen im Firmenauto von 

zuhause zu den Arbeitsorten begleitet würde. In einer solchen Tätigkeit sei 

eine maximale Präsenz von sechs Stunden pro Tag möglich. Es bestehe 

dabei keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin 

sei in einer solchen Tätigkeit 70 % arbeitsfähig. Auch rückblickend sei vor 

dem Hintergrund der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegenden 

Aggravation von Beschwerden seit dem 17. Mai 2018 im Querschnitt nicht 

von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20 % in der op-

timal angepassten Arbeitstätigkeit auszugehen (VB 227.1 S. 69 ff.). Insge-

samt sollte eine vollständige Remission der Beschwerden unter einer leitli-

niengerechten Behandlung innerhalb von sechs bis neun Monaten erreich-

bar sein (VB 227.1 S. 68 und S. 74). 

 

4. 

4.1. 

Mit Beschwerde vom 24. Juni 2024 reichte die Beschwerdeführerin unter 

anderem eine Stellungnahme der Psychologin C._____ vom 19. Juni 2024 

und einen Bericht von Dr. med. D._____, Fachärztin für Allgemeine Innere 

Medizin sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 12. Juni 

2024 ein. Die Psychologin führte im erwähnten Bericht aus, dass die Be-

schwerdeführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfä-

hig sei. Die Tätigkeit als Malerin sei zudem keine optimal angepasste Tä-

tigkeit, da diese mit ständigen Arbeitsortwechseln oder mit dem Kontakt mit 

wechselnden Mitarbeitern oder Kunden die Beschwerdeführerin noch über-

fordern würde (Beschwerdebeilage [BB] 3). Dr. med. D._____ führte in ih-

rem Bericht vom 12. Juni 2024 sodann aus, dass die Beschwerdeführerin 

ihre ursprünglich erlernte Tätigkeit als Malerin nicht mehr ausüben könne, 

da sie licht- und lärmempfindlich sei, an chronischen Migränebeschwerden 

leide, Panik und Angst davor habe, in verschiedenen Transportmitteln zu 

 - 5 - 

 

 

reisen und chronische Gelenks- und Rückenschmerzen habe, die eine kör-

perlich schwere Tätigkeit mit hohen Anforderungen an die körperliche Be-

lastbarkeit verunmöglichten (BB 4). 

 

4.2. 

Diese Berichte legte die Beschwerdegegnerin den RAD-Ärzten Dres. med. 

E._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und F._____, Fach-

arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-

rates, vor. In der Aktennotiz vom 26. August 2024 führte Dr. med. E._____ 

aus, dass das Gutachten vom 9. Januar 2024 die Kriterien für ein versiche-

rungspsychiatrisches Gutachten erfülle. Er teile jedoch die Ausführungen 

der Psychologin, die die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer 

Tätigkeit als Malerin als nicht gegeben einschätze. In einer anderen Tätig-

keit, ohne raues Arbeitsklima, ohne direkten oder zumindest mit nur gerin-

gem Kundenkontakt, ohne Wechselschichttätigkeit, ohne Benutzen von be-

lebten öffentlichen Plätzen, ohne hohe kognitive Anforderungen und mit 

geregelten Arbeitszeiten, in einem relativ kleinen Team, ohne hohe Ge-

räuschpegel und ohne Hektik sollte die Beschwerdeführerin eine Arbeitsfä-

higkeit von 50 % erbringen können (VB 242). Dr. med. F._____ führte in 

seiner Aktennotiz vom 30. August 2024 im Wesentlichen aus, dass 

Dr. med. D._____ in ihrem Schreiben vom 12. Juni 2024 erneut auf die 

Übermittlung von klinischen Befunden verzichte. Die von der Beschwerde-

führerin angegebenen chronischen Gelenks- und Rückenschmerzen habe 

die Behandlerin erstmals am 12. Juni 2024 auf Nachfrage der Rechtsver-

tretung veröffentlicht und diese seien nicht durch eigene Untersuchungen 

oder Befunde gestützt. Körperliche Funktionsbeeinträchtigungen, die mit 

einem fachbezogenen objektivierbaren pathologischen Befund verknüpft 

werden könnten, seien von der Beschwerdeführerin weder angemeldet 

noch von den Behandelnden dokumentiert worden, weshalb keine somati-

sche Erkrankung vorliege (VB 243). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte darf Beweiswert zuerkannt werden, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 

 - 6 - 

 

 

E. 5.1.4 mit Verweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Den Gutachten 

kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversicherung 

überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 5. Aufl. 2024, 

N. 17 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105). 

 

5.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des Gutachtens vom  

9. Januar 2024 fachärztlich umfassend untersucht. Der Gutachter beur-

teilte die medizinischen Zusammenhänge sowie die medizinische Situation 

in Kenntnis der Vorakten (VB 227.1 S. 4 ff.) und unter Berücksichtigung der 

geklagten Beschwerden einleuchtend und gelangte zu einer nachvollzieh-

bar begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten kommt damit grund-

sätzlich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu. 

 

6. 

Die Beschwerdeführerin bringt zusammengefasst vor, die Einschätzung 

des Gutachters Dr. med. B._____, wonach ihre frühere Tätigkeit als Malerin 

eine optimal angepasste Tätigkeit sei, vermöge nicht zu überzeugen (Be-

schwerde S. 12 ff.). Zudem sei der Einkommensvergleich nicht korrekt 

durchgeführt worden. Sie habe Anspruch auf eine halbe Invalidenrente (Be-

schwerde S. 5 und S. 14 f.). 

 

7. 

7.1. 

Vorab ist auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen, wonach 

gemäss Dr. med. D._____ eine neuropsychologische Untersuchung durch-

zuführen sei. So würden manchmal Defizite festgestellt, die allenfalls eine 

funktionelle Einschränkung verursachen könnten (Beschwerde S. 9). Dies-

bezüglich ist einerseits zu erwähnen, dass es dem RAD zu beurteilen ob-

liegt, welche Fachdisziplinen an einer Begutachtung zu beteiligen sind (Ur-

teil des Bundesgerichts 8C_431/2021 vom 26. Januar 2022 E. 4.1). Ande-

rerseits sind die Ausführungen von Dr. med. D._____ sehr allgemein ge-

halten ("Manchmal", "allenfalls", "könnten") und genügen somit nicht dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Urteil des Bundesge-

richts 8C_787/2021 vom 23. März 2022 E. 11.2.3). Schliesslich sind den 

Akten weder Berichte von Dr. med. D._____ noch von anderen Medizinern 

zu entnehmen, welche Hinweise auf ein neuropsychologisches Geschehen 

geben und eine neuropsychologische Abklärung erforderlich machen wür-

den. Im Gutachten vom 9. Januar 2024 wird erwähnt, dass die Beschwer-

deführerin im Verlauf des Jahres 2023 eine neurologische Abklärung im 

Kantonsspital G._____ wegen ihrer wiederkehrenden Kopfschmerzen 

wahrgenommen habe. Sie habe dabei jedoch nie eine Bildgebung vom 

Kopf durchführen lassen. Zudem habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, 

dass sie ihre Kopfscherzen als psychosomatische Reaktion in Phasen von 

depressiver Verstimmung verstehe (VB 227.1 S. 42 f.). Der psychiatrische 

 - 7 - 

 

 

Gutachter Dr. med. B._____ sah sodann auch keine Notwendigkeit für die 

Einholung eines neuropsychologischen Gutachtens (VB 227.1 S. 53 ff.). 

Anhaltspunkte dafür, dass eine neuropsychologische Untersuchung der 

Beschwerdeführerin erforderlich gewesen wäre, bestehen somit nicht. 

 

7.2. 

Was sodann das Vorbringen der Beschwerdeführerin betrifft, es würden 

somatische Gelenks- und Rückenschmerzen vorliegen, welche eine kör-

perlich schwere Tätigkeit mit hohen Anforderungen an die Belastbarkeit, 

wie den Malerberuf, verunmöglichen würden (Beschwerde S. 13; vgl. auch 

den Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. Juni 2024 in E. 4.1.), ist darauf 

hinzuweisen, dass von den behandelnden Ärzten, wie auch von Dr. med. 

F._____ erwähnt (E. 4.2.), mehrfach ausgeführt wurde, dass keine bekann-

ten körperlichen Funktionseinschränkungen vorliegen würden (vgl. die Be-

richte der Rehaklinik H._____ vom 10. Februar 2023 in VB 175 S. 6 und 

vom 31. März 2023 in VB 188 S. 6; vgl. auch die Berichte der Praxis I._____ 

vom 19. November 2021 in VB 118 S. 3 und vom 20. April 2023 in VB 196 

S. 6, wonach somatische Abklärungen unauffällig gewesen seien bzw. or-

ganische Ursachen hätten ausgeschlossen werden können; vgl. weiter den 

Bericht der Klinik J._____ vom 28. Januar 2022 in VB 125; vgl. sodann den 

Bericht der Klinik K._____ vom 6. März 2019 in VB 107 S. 5, wonach Mus-

kelschmerzen am Rücken, eine unregelmässige Verdauung und ein Infekt 

der oberen Atemwege beklagt wurden, der internistische Untersuchungs-

befund jedoch unauffällig war). Auch die Beschwerdeführerin selbst ver-

neinte in der Begutachtung das Vorliegen körperlicher Erkrankungen 

(VB 227.1 S. 43; vgl. auch die Beurteilung des RAD-Arztes 

Dr. med. F._____ vom 30. August 2024 in VB 243). Die Beurteilung von 

RAD-Arzt Dr. med. F._____ in seiner Aktennotiz vom 30. August 2024, wo-

nach körperliche Funktionsbeeinträchtigungen, die mit objektivierbaren pa-

thologischen Befunden verknüpft werden könnten, nicht angemeldet oder 

dokumentiert seien, weshalb keine somatische Erkrankung vorliege 

(E. 4.2.), ist somit nachvollziehbar. 

 

7.3. 

7.3.1. 

Dr. med. B._____ führte in seinem psychiatrischen Gutachten vom  

9. Januar 2024 aus, dass die Erstausbildung der Beschwerdeführerin zur 

Malerin im Hinblick auf eine Verweistätigkeit als "geradezu ideal" erscheine 

(VB 227.1 S. 71). Nachvollzogen werden können seine Ausführungen da-

hingehend, als die An- und Abreise zur Arbeitsstelle in Begleitung (z. B. im 

Firmenbus eines Malerbetriebs) die Einschränkungen durch die Agorapho-

bie bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel überschaubar werden las-

sen (VB 227.1 S. 71). Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin 

jedoch nicht nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, sondern bei 

verschiedenen Transportmitteln beeinträchtigt sei (vgl. den Bericht von 

Dr. med. D._____ vom 12. Juni 2024 in E. 4.1.; vgl. auch den Bericht der 

 - 8 - 

 

 

Klinik K._____ vom 6. März 2019 in VB 107 S. 3, wonach sie somatische 

Symptome habe, wenn sie im Zug/Bus/Auto unterwegs sei), vermögen 

diese Ausführungen jedoch nicht vollständig zu überzeugen. Weiter be-

schreibt er für das Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdeführerin eine Tätig-

keit mit einem kurzen oder gar keinem Arbeitsweg (z. B. Homeoffice; 

VB 227.1 S. 71). Da bei der Tätigkeit als Malerin die Arbeitsorte wechseln, 

kann die Dauer der Anfahrt an den Arbeitsort unter Umständen lang sein 

und zudem ständig variieren. Das Arbeiten im Homeoffice ist dabei sodann 

offensichtlich nicht möglich. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern die 

gelernte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Malerin dem von Dr. med. 

B._____ beschriebenen Zumutbarkeitsprofil entspricht oder diesbezüglich 

gar "geradezu ideal" sein sollte. 

 

7.3.2. 

Darüber hinaus führte RAD-Ärztin Dr. med. L._____, Fachärztin für Psychi-

atrie und Psychotherapie, bereits in ihrer Aktennotiz vom 27. September 

2019 unter anderem aus, dass die Anpassungsfähigkeit der Beschwerde-

führerin an veränderte Umstände sowie ihre Kontaktfähigkeit leicht beein-

trächtigt seien (VB 41; vgl. auch den Bericht zur Integrationsmassnahme 

der Rehaklinik H._____ vom 10. Februar 2023 in VB 175 S. 5, wonach 

neue Umgebungen und neue Menschen die Beschwerdeführerin gemäss 

ihrer Aussage herausfordern würden). In ihrer Aktennotiz vom 2. Mai 2022 

machte Dr. med. L._____ ähnliche Ausführungen (unter anderem zusätz-

lich das Erfordernis überschaubarer, eher ruhiger Arbeitslokalitäten; 

VB 130; vgl. diesbezüglich auch den Bericht der Klinik J._____ vom 28. Ja-

nuar 2022 in VB 125 S. 5 f., wonach die Beschwerdeführerin in der Kita zu 

vielen Reizen ausgesetzt gewesen sei, sie den Lärm der Kinder nur schwer 

ausgehalten habe und die Arbeit mit einem Lärmpegel aktuell nicht geeig-

net sei; vgl. zudem den Bericht von Dr. med. D._____ vom 12. Juni 2024 

in E. 4.1., wonach die Beschwerdeführerin licht- und lärmempfindlich sei). 

Dr. med. L._____ führte in ihrer Aktennotiz vom 2. Mai 2022 weiter explizit 

aus, dass weiterhin von einem Wiedereinstieg in die Tätigkeit als Malerin 

und Fachfrau Betreuung abgeraten werde (VB 130), was sie in ihrer Akten-

notiz vom 13. Juli 2023 bestätigte (VB 198). Auch gemäss der behandeln-

den Ärztin Dr. med. D._____ könne die Beschwerdeführerin ihre ursprüng-

lich erlernte Tätigkeit als Malerin nicht mehr ausüben (Bericht vom 12. Juni 

2024 in E. 4.1.). RAD-Arzt Dr. med. E._____ führte diesbezüglich aus, dass 

eine Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Malerin nicht gegeben sei (Akten-

notiz vom 26. August 2024 in VB 242). 

 

Sowohl die behandelnde Ärztin Dr. med. D._____ als auch die RAD-Ärzte 

Dres. med. L._____ und E._____ führten somit entgegen den Ausführun-

gen von Dr. med. B._____ aus, dass die früher ausgeübte Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin als Malerin keine ideal angepasste Tätigkeit sei bzw. 

dass eine Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Malerin nicht gegeben sei. Da 

bei der Tätigkeit als Malerin sowohl die Arbeitsorte als auch die Kunden 

 - 9 - 

 

 

ständig wechseln (vgl. das telefonische Erstgespräch vom 26. Oktober 

2021 in VB 112, wonach die Beschwerdeführerin während der Ausbildung 

zur Malerin auf verschiedenen Baustellen habe arbeiten und immer wieder 

mit anderen Leuten zusammenarbeiten müssen) und Baustellen laut sein 

können, kann nachvollzogen werden, dass die Tätigkeit als Malerin keine 

ideal angepasste Tätigkeit ist. Die Ausführungen des Gutachters Dr. med. 

B._____ betreffend die Vereinbarkeit der früher ausgeübten Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin als Malerin mit dem Zumutbarkeitsprofil in einer ideal 

angepassten Tätigkeit sind daher nicht schlüssig und es liegen mit den Be-

urteilungen der Dres. med. L._____ und E._____ fachärztliche abwei-

chende Beurteilungen vor (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_458/2021 

vom 15. November 2021 E. 3.3; 8C_450/2018 vom 16. Oktober 2018 

E. 5.1), weshalb diesbezüglich (vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3 S. 53 f.; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_787/2021 vom 23. März 2022 E. 14.1 und 

8C_483/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 2, wonach das Gutachten seinen 

Beweiswert nicht verliert, wenn einer medizinischen Einschätzung der Ar-

beitsunfähigkeit die rechtliche Massgeblichkeit abgesprochen wird) nicht 

darauf abgestellt werden kann. 

 

7.4. 

Zusammenfassend ist die ursprünglich erlernte Tätigkeit der Beschwerde-

führerin als Malerin keine optimal angepasste Tätigkeit. Andere Aspekte 

des Gutachtens vom 9. Januar 2024 wurden von der anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführerin zu Recht nicht gerügt (BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f.). 

Gestützt auf das Gutachten ist die Beschwerdeführerin somit in einer opti-

mal angepassten Tätigkeit seit dem 17. Mai 2018 70 % arbeitsfähig.  

 

8. 

8.1. 

8.1.1. 

Die Beschwerdegegnerin stellte sowohl für das Validen- als auch das Inva-

lideneinkommen auf den erlernten Beruf der Beschwerdeführerin als Male-

rin ab und ermittelte für das Jahr 2023 gestützt auf die Tabelle TA1, Posi-

tion 43, Kompetenzniveau 2, Frauen, der Schweizerischen Lohnstrukturer-

hebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik (BfS) des Jahres 2020 unter 

Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit sowie der 

bis 2022 eingetretenen Lohnentwicklung ein Valideneinkommen von 

Fr. 72'444.00. Bei der Festlegung des Invalideneinkommens des Jah-

res 2023 stützte sich die Beschwerdegegnerin auf denselben Tabellenwert 

und setze dabei das Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von 

70 % auf Fr. 50'711.00 fest. Bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 21'733.00 

resultierte somit ein (rentenausschliessender) Invaliditätsgrad von 30 % 

(Verfügung vom 24. Mai 2024 in VB 236). 

 

 - 10 - 

 

 

8.1.2. 

Betreffend die Festsetzung des Invalideneinkommens bringt die Beschwer-

deführerin vor, es sei die LSE-Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, 

Frauen, des Jahres 2020 heranzuziehen. Zudem sei ein Abzug vom Tabel-

lenlohn von mindestens 10 % vorzunehmen. Bei einem Valideneinkommen 

von Fr. 72'444.00 und einem Invalideneinkommen von Fr. 34'252.00 resul-

tiere ein Invaliditätsgrad von 53 %, weshalb sie Anspruch auf eine halbe 

Invalidenrente habe (Beschwerde S. 5 und S. 14 f.).  

 

Die Ermittlung des Valideneinkommens wird von der anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführerin hingegen nicht gerügt (vgl. BGE 119 V 347 E. 1a 

S. 349 f.) und ist ausweislich der Akten im Ergebnis nicht zu beanstanden, 

so dass sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen. 

 

8.2. 

8.2.1. 

Da die ursprünglich erlernte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Malerin 

keine optimal angepasste Tätigkeit ist (vgl. E. 7.4.), kann, anders als von 

der Beschwerdegegnerin vorgenommen (Verfügung vom 24. Mai 2024 in 

VB 236; E. 8.1.1.), nicht derselbe Tabellenlohn wie beim Valideneinkom-

men herangezogen werden (vgl. die Urteile des Bundesgerichts 

8C_489/2022 vom 9. März 2023 E. 6.5.4 und 6.6; 9C_675/2016 vom 

9. März 2023 E. 3.2.1). In einer optimal angepassten Tätigkeit ist die Be-

schwerdeführerin seit dem 17. Mai 2018 70 % arbeitsfähig (E. 3. und 

E. 7.4.). Anhand des Zumutbarkeitsprofils (vgl. diesbezüglich E. 3.) handelt 

es sich dabei um eine einfache Tätigkeit, weshalb, wie auch von der Be-

schwerdeführerin vorgebracht (E. 8.1.2.), die LSE-Tabelle TA1 Kompe-

tenzniveau 1, Total, Frauen, heranzuziehen ist (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.2 

S. 181 f. mit Hinweisen, wonach in der Regel auf den Totalwert abgestellt 

wird; und das Urteil des Bundesgerichts 8C_534/2019 vom 18. Dezember 

2019 E. 5.3.1, wonach das Kompetenzniveau 1 die Einkommen aus einfa-

chen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art spiegelt). 

 

8.2.2. 

8.2.2.1. 

Bei frühestmöglichem Rentenbeginn im April 2023 (Art. 29 Abs. 1 IVG; 

MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversi-

cherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 

4. Aufl. 2022, N. 31 zu Art. 28 IVG, mit Hinweisen unter anderem auf 

BGE 126 V 241 E. 5 S. 243 und 121 V 190; vgl. den Abschlussbericht In-

tegration vom 13. Juli 2023 in VB 201, wonach die Massnahme per Ende 

März 2023 abgebrochen wurde) ist die Frage nach der Gewährung eines 

Abzugs vom Tabellenlohn nachfolgend unter der für die Zeit vom 1. Januar 

2022 bis am 31. Dezember 2023 geltenden und vorliegend für den Einkom-

mensvergleich per April 2023 massgebenden Rechtslage zu prüfen (vgl. 

E. 2. hiervor): 

 - 11 - 

 

 

 

Gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV werden vom statistisch bestimmten Wert zehn 

Prozent für Teilzeitarbeit abgezogen, wenn die versicherte Person auf-

grund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 

(Art. 49 Abs. 1bis IVV) von 50 % oder weniger tätig sein kann. Rechtspre-

chungsgemäss ist zudem, soweit aufgrund der gegebenen Fallumstände 

Anlass dazu besteht, ergänzend auf die bisherigen Rechtsprechungs-

grundsätze zurückzugreifen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_823/2023 

vom 8. Juli 2024 [zur Publikation vorgesehen] E. 10.6). Diesen zufolge gilt, 

dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen 

sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-

ten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienst-

jahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein Abzug 

soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines 

oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Ar-

beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnitt-

lichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Ab-

zuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invali-

deneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu be-

grenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 129 

V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]). 

 

8.2.2.2. 

Da die Beschwerdeführerin noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 

(Art. 49 Abs. 1bis IVV) von 70 % (vgl. E. 3.) und damit mehr als 50 % tätig 

sein kann, hat die Beschwerdegegnerin korrekterweise keinen Abzug vom 

Tabellenlohn gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV vorgenommen. 

 

Gestützt auf das gemäss vorangehenden Ausführungen beweiskräftige 

Gutachten von Dr. med. B._____ vom 9. Januar 2024 ist davon auszuge-

hen, dass die Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit 

mit kurzem oder gar keinem Arbeitsweg (z. B. Homeoffice) oder An- und 

Abreise zur Arbeitsstelle in Begleitung (z. B. im Firmenbus eines Malerbe-

triebs), einem wohlwollenden Arbeitsklima mit Möglichkeiten für regelmäs-

sige Pausen und wenig Notwendigkeit, sich gegenüber Kunden oder Mitar-

beitenden durchzusetzen, zu 70 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 3. und 7.4. hier-

vor). Den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin 

wurde damit bei der Arbeitsfähigkeitseinschätzung, im Rahmen des Zumut-

barkeitsprofils sowie der Einteilung in das Kompetenzniveau 1 (vgl. 

E. 8.2.1. hiervor) Rechnung getragen, weshalb diese nicht zu einem zu-

sätzlichen leidensbedingten Abzug führen können. Rechtsprechungsge-

mäss ist zwar ein Abzug vom Invalideneinkommen zu gewähren, wenn eine 

versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätig-

 - 12 - 

 

 

keit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 

S. 182 mit Hinweisen). Die der Beschwerdeführerin noch zumutbaren Tä-

tigkeiten sind indes nicht auf nur noch leichte Hilfsarbeitertätigkeiten be-

schränkt. Eine psychisch bedingte verminderte Flexibilität oder die Erfor-

derlichkeit einer verstärkten Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Ar-

beitskollegen werden sodann in der Regel nicht als eigenständige Abzugs-

gründe anerkannt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2023 vom 

16. September 2024 E. 8.2.1 mit Hinweisen). 

 

Es besteht auch kein Anlass, aufgrund des Alters der 1996 geborenen Be-

schwerdeführerin einen Abzug vorzunehmen, denn Hilfsarbeiten werden 

grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_823/2023 vom 8. Juli 2024 [zur Publikation vorgesehen] E. 9.5.3.4). 

Des Weiteren nimmt die Bedeutung der Dienstjahre im privaten Sektor ab, 

je niedriger das Anforderungsprofil ist (vgl. BGE 146 V 16 E. 6.2.3 S. 25; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E. 5.3.1), 

weshalb mit Blick auf das der Invaliditätsgradberechnung zugrunde lie-

gende Kompetenzniveau 1 (vgl. E. 8.2.1. hiervor) der langen Betriebszuge-

hörigkeit keine relevante Bedeutung zukommt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_439/2018 vom 31. Januar 2019 E. 4.3.2 mit Hinweisen). Hinsicht-

lich des Merkmals der Nationalität/Aufenthaltskategorie ist schliesslich fest-

zuhalten, dass die Beschwerdeführerin Schweizerin ist (VB 2), womit sich 

auch diesbezüglich kein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_621/2023 vom 7. August 2023 E. 5.2.3). 

 

Weitere Gründe für einen Abzug sind sodann keine ersichtlich und werden 

von der Beschwerdeführerin auch nicht geltend gemacht. In einer Gesamt-

betrachtung erweist es sich folglich als korrekt, dass die Beschwerdegeg-

nerin für den Einkommensvergleich per April 2023 keinen Abzug vom Ta-

bellenlohn vorgenommen hat. 

 

8.2.2.3. 

Gestützt auf die LSE 2020, Total, Frauen, Kompetenzniveau 1 (vgl. 

E. 8.2.1. hiervor), unter Berücksichtigung der Lohnentwicklung bis 2023 

(vgl. Tabelle T1.2.10, "Nominallohnindex, Frauen 2011-2023" des BfS, To-

tal, 2020 und 2023), der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit für das 

Jahr 2023 (vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 "Betriebsübliche Arbeitszeit 

nach Wirtschaftsabteilungen" des BFS, Total, 2023) und der der Beschwer-

deführerin noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 70 % (vgl. E. 3. hiervor) 

ergibt sich per April 2023 ein Invalideneinkommen von Fr. 38'624.85 

(Fr. 4'276.00 x 12 x 41.7/40 x 
111.3/107.9 x 0.7). 

 

Bei Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 73'832.85 

(Fr. 5'811.00 [VB 236 S. 2: vgl. LSE 2020, Ziff. 41-43 "Baugewerbe", 

Frauen, Kompetenzniveau 2] x 12 x 41.1/40 [vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01 

"Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen" des BFS, Ziff. 43 

 - 13 - 

 

 

"Sonstiges Ausbaugewerbe", 2023] x 111.6/108.3 [vgl. Tabelle T1.2.10, "Nomi-

nallohnindex, Frauen 2011-2023" des BfS, Sektor 2 Produktion, 2020 und 

2023]) und des Invalideneinkommens von Fr. 38'624.85 resultiert zum Zeit-

punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im April 2023 ein Invaliditäts-

grad von 48 % ([Fr. 73'832.85 - Fr. 38'624.85] / Fr. 73'832.85 x 100 = 47.68; 

gerundet gemäss BGE 130 V 121 = 48 %).  

 

8.2.3. 

Zu prüfen ist sodann der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin ab 

dem 1. Januar 2024 (vgl. die Übergangsbestimmung der IVV zur Änderung 

vom 18. Oktober 2023). Betreffend das Invalideneinkommen und einen all-

fälligen Abzug vom Tabellenlohn ist zu erwähnen, dass der per 1. Januar 

2024 in Kraft getretene Art. 26bis Abs. 3 IVV betreffend Bestimmung des 

Invalideneinkommens einen 10%igen Pauschalabzug vom ermittelten Ta-

bellenlohn sowie einen weiteren Abzug von 10 % bei einer funktionellen 

Leistungsfähigkeit von 50 % oder weniger vorsieht. Weitere Abzüge sind 

nicht mehr zulässig. 

 

Da die Beschwerdeführerin mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 

(Art. 49 Abs. 1bis IVV [2024]) von 70 % in einer angepassten Tätigkeit und 

damit mehr als 50 % tätig sein kann (vgl. E. 3.), kann kein solcher Abzug 

von 10 % vorgenommen werden. Der 10%ige Pauschalabzug ist jedoch zu 

gewähren (Art. 26bis Abs. 3 IVV [2024]). 

 

Bei der Vornahme eines 10%igen Pauschalabzugs resultiert ein Invaliden-

einkommen von Fr. 34'762.35 (vgl. E. 8.2.2.3. hiervor: Fr. 4'276.00 x 12 

x 41.7/40 x 
111.3/107.9 [mangels Vorliegens von Angaben des BfS für das Jahr 

2024 zum Zeitpunkt der Verfügung 24. Mai 2024 [VB 236] ist auf die statis-

tischen Zahlen für das Jahr 2023 abzustellen; vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.2] x 0.7 x 0.9). 

 

Bei Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 73'832.85 (vgl. 

E. 8.2.2.3. hiervor) und des Invalideneinkommens von Fr. 34'762.35 resul-

tiert ab dem 1. Januar 2024 ein Invaliditätsgrad von 53 % ([Fr. 73'832.85 - 

Fr. 34'762.35] / Fr. 73'832.85 x 100 = 52.91; gerundet gemäss BGE 130 

V 121 = 53 %), weshalb die Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2024 

Anspruch auf eine entsprechende Invalidenrente hat (Art. 28b Abs. 2 IVG). 

 

9.  

Es bleibt festzustellen, dass Dr. med. B._____ in seinem psychiatrischen 

Gutachten vom 9. Januar 2024 festgehalten hat, insgesamt sollte eine voll-

ständige Remission der Beschwerden unter einer leitliniengerechten Be-

handlung innerhalb von sechs bis neun Monaten erreichbar sein (VB 227.1 

S. 68 und S. 74). Eine solche, lediglich prognostizierte Besserung durch 

weitere therapeutische Massnahmen kann keine Grundlage für eine Ren-

tenbefristung sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2017 vom 

 - 14 - 

 

 

12. Dezember 2017 E. 5.1). Da eine Auflage für eine therapeutische Mas-

snahme zudem keine rechtlich erzwingbare Pflicht, sondern eine sozialver-

sicherungsrechtliche Last darstellt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_548/2014 vom 19. Februar 2015 E. 3.2; 8C_510/2011 vom 17. Okto-

ber 2012 E. 3), kann die Beschwerdegegnerin auch nicht verpflichtet wer-

den, der Beschwerdeführerin eine Behandlungsauflage zu erteilen. Es ist 

jedoch darauf hinzuweisen, dass der psychiatrische Gutachter Dr. med. 

B._____ zur Schlussfolgerung gelangte, dass eine leitliniengerechte Be-

handlung zu empfehlen sei und damit eine vollständige Remission der Be-

schwerden erreichbar sein sollte (VB 227.1 S. 68 und S. 72 ff.). Daher 

könnte die Anordnung einer Auflage für eine entsprechende Behandlungs-

massnahme unter Einhaltung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens an-

gezeigt sein. 

 

10. 

10.1. 

Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 24. Mai 2024 dahingehend abzuändern, dass der Beschwerdeführerin 

mit Wirkung ab dem 1. April 2023 eine befristete Invalidenrente basierend 

auf einem Invaliditätsgrad von 48 % und ab dem 1. Januar 2024 eine Inva-

lidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 53 % zuzusprechen ist. 

 

10.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  

 

10.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Diese sind 

dem unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bezahlen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 24. Mai 2024 da-

hingehend abgeändert, dass der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 

1. April 2023 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

48 % und ab dem 1. Januar 2024 eine Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von 53 % zugesprochen wird. 

 

 - 15 - 

 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt.  

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver-

treter der Beschwerdeführerin die Parteikosten in richterlich festgesetzter 

Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen.  

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift der Beschwerdeführerin oder ihres 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 5. Februar 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Kathriner     Reisinger