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**Case Identifier:** 03c9b1ce-008d-5e7f-a2b5-7c25f80c634e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2009 A-1768/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1768-2006_2009-10-21.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1768/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  O k t o b e r  2 0 0 9

Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Michael Beusch, 
Richter Pascal Mollard, Richter Daniel Riedo.
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführer,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Abteilung Strafsachen, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer auf der Einfuhr.
Zollmelde- und Zollzahlungspflicht; Begriff des Auftrag-
gebers gemäss Art. 9 Abs. 1 aZG; Nachleistungspflicht 
nach Art. 12 Abs. 2 VStrR.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1768/2006

Sachverhalt:

A.
Mit  Verfügung  vom 16.  Juni  2005  verpflichtete  die  Zollkreisdirektion 
Schaffhausen  X.  zur  Leistung  von  Einfuhrabgaben  (Mehrwertsteuer 
auf der Einfuhr) im Umfang von Fr. 4'256.--. Er sei gestützt auf Art. 12 
Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  22. März  1974  über  das 
Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0)  i.V.m. Art. 13  des Zollgeset-
zes vom 1. Oktober 1925 (aZG, AS 42 287 und BS 6 465) sowie Art. 
72 f. und 75 ff.  des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 1999 
(MWSTG,  SR 641.20)  persönlich  leistungspflichtig.  Im  Schlusspro-
tokoll  vom gleichen Tag wurde festgehalten,  X.,  Geschäftsführer  der 
Firma Y. AG (...), habe im Frühjahr 2001 einen Sportwagen der Marke 
Ferrari in seinem Auftrag in die Schweiz einführen lassen. Ein Beauf-
tragter  der  Firma  Y. AG  habe  den  Ferrari  am  16.  März  2001  in 
Deutschland übernommen und mit dem firmeneigenen Autotransporter 
in  die  Schweiz  überführt.  Diese  Einfuhr  sei  ohne  Zollanmeldung  er-
folgt. Die Firma Y. AG befinde sich sei März/April 2004 in Konkurs. 

B.
Gegen die Verfügung vom 16. Juni  2005 erhob X. am 18. Juli  2005 
Beschwerde  an  die  Oberzolldirektion  (OZD).  Er  sei  nicht  in  den 
Genuss  eines  unrechtmässigen  Vorteils  im  Sinn  von  Art.  12  Abs.  2 
VStrR  gelangt,  da  die  Y. AG  Käuferin,  Eigentümerin  und  auch 
allfälliges Steuersubjekt  bezüglich des Fahrzeugs gewesen sei. Eine 
allfällige  Steuerersparnis  wäre  ebenfalls  der  Firma  zu  Gute  gekom-
men. Er sei betreffend die Einfuhr auch nicht Auftraggeber im Sinn von 
Art. 9  Abs. 1  aZG gewesen,  sondern  der  Ferrari  sei  im Auftrag  der 
Y. AG mit dem firmeneigenen Autotransporter durch einen Beauftrag-
ten über die Grenze gebracht worden. Er sei deswegen nicht zollzah-
lungspflichtig  nach Art. 13  Abs. 1  aZG,  was auch  für  die  Mehrwert-
steuer gelte. Er sei sodann davon ausgegangen, es handle sich um ein 
schweizerisches  Fahrzeug,  denn  die  Y. AG habe  bei  Abschluss  des 
Kaufvertrags  einen  schweizerischen  Fahrzeugausweis  eines  schwei-
zerischen  Halters  erhalten.  Er  habe  deswegen  annehmen  können, 
dass  sämtliche  Abgaben  für  das  Fahrzeug  bereits  erbracht  worden 
seien. Es könne damit auch nicht davon ausgegangen werden, er habe 
eine allfällige Widerhandlung vorsätzlich begangen und eine Haftung 
nach Art. 12 Abs. 3 VStrR komme ebenfalls nicht in Frage. 

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C.
Mit Entscheid vom 24. Oktober 2006 wies die OZD die Beschwerde ab. 
Sie hielt dafür, Auftraggeber im Sinn von Art. 9 Abs. 1 aZG sei nicht 
nur derjenige, der als Vertragspartei einen Transport über die Grenze 
in Auftrag gebe, sondern auch derjenige, der den Warentransport tat-
sächlich  veranlasse. X.  habe  die  Geschäfte  der  Y. AG im fraglichen 
Zeitraum alleine geführt. Er habe den Auftrag gegeben, den Wagen in 
Deutschland mit einem Autotransporter der Y. AG abzuholen und in die 
Schweiz zu bringen. Er sei deswegen im Sinn von Art. 9 Abs. 1 aZG 
als Auftraggeber anzusehen. Dass er im Namen der heute nicht mehr 
existierenden  (am  28. September  2004  aus  dem  Handelsregister 
gelöschten) Y. AG gehandelt habe, ändere an seiner Qualifikation als 
Auftraggeber  nichts.  Ebenfalls  sei  unerheblich,  dass  der  Import  auf 
Rechnung der Y. AG erfolgt sei und auch diese steuerpflichtig war. X. 
sei damit gestützt auf Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 9 Abs. 1 aZG sowie Art. 
12 Abs. 1 und 2 VStrR leistungspflichtig.

D.
Dagegen  lässt  X.  (Beschwerdeführer)  am  23.  November  2006 
Beschwerde  an  die  Eidgenössische  Zollrekurskommission  (ZRK) 
erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und es sei 
festzustellen, dass er nicht persönlich leistungspflichtig sei; alles unter 
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Begründung entspricht jener in 
der Beschwerde an die OZD. 

E.
Mit Eingabe vom 18. April 2007 verzichtet die OZD auf eine Vernehm-
lassung.

Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird – 
soweit entscheidrelevant – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügun-
gen  oder  Beschwerdeentscheide  der  OZD der  Beschwerde  an  die 
ZRK. Das Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern es zuständig 
ist, die Ende 2006 bei der ZRK hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung 
erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgeset-

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zes  vom 17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  [Verwal-
tungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). Soweit das VGG nichts ande-
res  bestimmt,  richtet  sich  gemäss  Art. 37  VGG das  Verfahren  nach 
dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver-
fahren  (VwVG,  SR  172.021). Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zur 
Behandlung  der  Beschwerde  sachlich  wie  funktionell  zuständig 
(Art. 31 und Art. 33 Bst. d VGG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Am 1. Mai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. März 2005 (ZG, 
SR 631.0) in Kraft getreten. Nach Art. 132 Abs. 1 ZG findet auf Zollver-
anlagungsverfahren, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes hängig sind, 
das bisherige Recht Anwendung. Das vorliegende Verfahren untersteht 
deshalb dem alten Zollgesetz (aZG). 

2.

2.1 Der Zollmeldepflicht  unterliegt  nach Art. 9  Abs. 1 aZG,  wer  eine 
Ware über  die  Grenze bringt  (Warenführer)  sowie  der  Auftraggeber. 
Dabei  ist  der  Dienstherr  für  die  Handlungen  seiner  Angestellten, 
Arbeiter usw. verantwortlich (Art. 9 Abs. 2 aZG). Die Zollzahlungspflicht 
obliegt  laut  Art. 13  Abs. 1  aZG  dem  Zollmeldepflichtigen  und  den 
übrigen  in  Art. 9  aZG  genannten  Personen  sowie  demjenigen,  für 
dessen Rechnung die Waren ein- oder ausgeführt worden sind. Diese 
Personen haften solidarisch für die geschuldeten Abgaben. Der Rück-
griff  unter ihnen richtet sich nach den Bestimmungen des Zivilrechts 
(Art. 13 Abs. 1 aZG). 

Nach  ständiger  Rechtsprechung  ist  neben  dem Begriff  des  Zollzah-
lungspflichtigen auch jener des Auftraggebers nach Art. 9 Abs. 1 aZG 
weit zu fassen. Als solcher gilt nicht nur derjenige, der mit dem Trans-
porteur oder Importeur einen Frachtvertrag bzw. Auftrag oder sonst ein 
zivilrechtlich gültiges Rechtsverhältnis  eingeht,  sondern jede Person, 
welche die  Wareneinfuhr  tatsächlich  veranlasst  (BGE 89 I  542 E. 4; 
107 Ib 198 E. 6b; Urteile des Bundesgerichts 2A.82/2005 vom 23. Au-
gust  2005  E. 2.1;  2A.233/1999  vom  2. Dezember  1999  E. 4; 
2A.580/2003 vom 10. Mai 2004 E. 3.3.2; 2A.458/2004 vom 3. Dezem-
ber 2004 E. 3.1; 2A.417/1999 vom 27. Oktober 1999 E. 3a, je mit Hin-
weisen). Mit dieser Rechtsprechung, wonach die "tatsächliche Veran-
lassung" genügt, stellte das Bundesgericht klar, dass ein zivilrechtlich 
gültiges Rechtsgeschäft (etwa ein Auftrag) zwischen dem Auftraggeber 
und demjenigen, der die Ware einführt, nicht erforderlich ist. Auftrag-
geber ist jeder, der – auch ohne zivilrechtlichen Auftrag – einen Dritten 

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dazu bringt, ihm eine Ware zu liefern, von der er weiss oder annehmen 
muss, dass sie eingeführt werden muss (BGE 89 I 542 E. 4; Urteil des 
Bundesgerichts 2A.458/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 3.1; zum Gan-
zen  ausführlich:  Entscheid  der  ZRK  vom  8.  Oktober  1998,  Verwal-
tungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 63.73  E.  6a/aa;  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer]  A-1763/2006  vom 27. Juni  2007 
E. 6).

2.2 Gemäss  Art. 12  Abs. 1  VStrR  sind  Abgaben,  die  infolge  einer 
Widerhandlung  gegen  die  Verwaltungsgesetzgebung  des  Bundes 
(dazu  gehören  auch  das  aZG  und  das  MWSTG)  zu  Unrecht  nicht 
erhoben worden sind, ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer Person 
nachzuentrichten. Art. 12 Abs. 2 VStrR ergänzt, dass zur Nachleistung 
verpflichtet  ist,  wer  in  den  Genuss  des  unrechtmässigen  Vorteils 
gelangt  ist,  insbesondere  der  zur  Zahlung  der  Abgabe  Verpflichtete 
oder der Empfänger der Vergütung oder des Beitrags.

2.2.1 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichti-
gen gehören insbesondere jene Personen, welche dem Kreis der Zoll-
zahlungspflichtigen  nach  Art. 13  und  9  aZG  entsprechen  (vgl.  oben 
E. 2.1). Diese haften selbst dann, wenn sie nichts von der falschen De-
klaration wussten (BGE 107 Ib 198 E. 6c/d), denn sie gelten ipso facto 
als  durch die  Nichtbezahlung  der  Abgabe bevorteilt.  Sie  sind  selbst 
dann leistungspflichtig, wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen 
persönlichen  Nutzen  gezogen  haben  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.82/2005 vom 23. August 2005 E. 3.1; 2A.199/2004 vom 15. Novem-
ber  2004 E. 2.2.1; 2A.603/2003 und 2A.580/2003  vom 10. Mai  2004 
E. 3.3.1  mit  Hinweis;  Urteile  des  BVGer  A-1741/2006  vom  4.  März 
2008 E. 2.2.1; A-1726/2006 vom 28. Januar 2008 E. 3.1; A-1728/2006 
vom  17. Dezember  2007  E. 2.2.1;  A-1690/2006  vom  13. April  2007 
E. 3.1; A-3589/2008 vom 4. Juni 2009 E. 3, je mit weiteren Hinweisen).

2.2.2 Darüber hinaus sind nach Art. 12 Abs. 2 VStrR weitere Personen 
leistungspflichtig,  wenn sie  durch die  Widerhandlung in  den Genuss 
des unrechtmässigen Vorteils gelangen. Art. 12 Abs. 2 VStrR erweitert 
damit den von Art. 13 aZG gezogenen Kreis der Zahlungspflichtigen. 
In  diesem weiteren  Sinn  leistungspflichtig  ist  derjenige,  der  aus  der 
Nichtleistung der  Abgabe (durch den nach Art. 9  bzw. 13 aZG Leis-
tungspflichtigen) seinerseits einen wirtschaftlichen Vorteil gezogen hat 
(BGE 110 Ib 306 E. 2b; Urteil  des Bundesgerichts 2A.233/1999 vom 
2. Dezember 1999 E. 3b, je mit  Hinweisen). Der Vorteil  muss im Zu-

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sammenhang stehen mit der Nichtbezahlung von geschuldeten Abga-
ben  durch  den  –  mit  dem Bevorteilten  nicht  identischen  –  Abgabe-
pflichtigen. Der Vermögensvorteil  kann in einer Vermehrung von Akti-
ven, aber auch in einer Verminderung von Passiven bestehen. Ein Ver-
mögensvorteil wird auch bejaht, wenn die unverzollt eingeführte Ware 
zu einem Preis erworben wird, der günstiger ist als der auf dem lega-
len Markt übliche (Urteile des Bundesgerichts 2A.458/2004 vom 3. De-
zember  2004  E. 4.1;  2A.233/1999  vom  2.  Dezember  1999  E.  3b; 
2A.586/1998 vom 7. Juli 1999 E. 4d; zum Ganzen: Urteile des BVGer 
A-1741/2006 vom 4. März 2008 E. 2.2.2; A-1690/2006 vom 13. April 
2007 E. 3.2 mit Hinweisen; Entscheide der ZRK 8. Oktober 1998, VPB 
63.73 E. 6c/aa; vom 12. November 2003 [ZRK 2003-009] E. 2a).

2.2.3 Voraussetzung für die Anwendbarkeit  von Art. 12 Abs. 2 VStrR 
ist eine objektive Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung 
des Bundes. Die Leistungspflicht hängt jedoch weder von einer straf-
rechtlichen  Verantwortlichkeit  noch  von einem Verschulden  oder  gar 
der  Einleitung  eines  Strafverfahrens  ab  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.242/2006 vom 2. Februar 2007 E. 2.1 mit Hinweisen; BGE 106 Ib 
221 E. 2c). Vielmehr genügt es, dass in der Nichtleistung der Abgabe 
eine Widerhandlung im objektiven Sinn liegt (BGE 129 II 167, 115 Ib 
360 E. 3a; vgl. Urteile des BVGer A-1716/2006 vom 7. Februar 2008 
E. 2.4; A-1728/2006 vom 17. Dezember 2007 mit weiteren Hinweisen). 
Eine solche begeht namentlich, "wer zollpflichtige Waren beim Grenz-
übertritt  ganz  oder  teilweise  zur  Zollbehandlung  anzumelden  unter-
lässt"  (Art. 74  Ziff. 3  aZG)  (zum  Ganzen:  Urteil  des  BVGer  A-
1741/2006 vom 4. März 2008 E. 2.2.3).

2.2.4 Nach Art. 12 Abs. 3 VStrR haftet schliesslich solidarisch mit dem 
Zahlungspflichtigen, wer vorsätzlich die Widerhandlung begangen oder 
an ihr teilgenommen hat (vgl. hierzu Entscheid der ZRK vom 19. April 
1999, VPB 62.42 E. 2c).

2.3 Der  Einfuhrsteuer  nach  Art.  72  bis  84  MWSTG  unterliegt  die 
Einfuhr  von Gegenständen  ins  Inland  (Art.  73  Abs. 1  MWSTG). Die 
Einfuhrsteuer wird im Rahmen der Zollabfertigung zusammen mit dem 
Zoll und den übrigen Abgaben von der Zollverwaltung erhoben (Art. 82 
Abs. 1 MWSTG). Steuerpflichtig ist bei der Einfuhrsteuer der Zollzah-
lungspflichtige  (Art.  75  Abs.  1  MWSTG).  Erfasst  sind  damit  die  in 
Art. 13 aZG genannten Personen (vgl. oben E. 2.1). Die Zollzahlungs-
pflichtigen  sind  steuerpflichtig  für  alle  Einfuhren  von  Gegenständen 

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ohne Rücksicht darauf, ob sie Lieferant oder Abnehmer eines Gegen-
standes, Eigentümer, Händler oder Konsument sind; entscheidend ist 
nur, ob sie die Voraussetzungen von Art. 13 aZG erfüllen oder nicht. 
Nicht  von  Bedeutung  ist  überdies,  ob  der  Zollzahlungspflichtige  als 
Mehrwertsteuerpflichtiger im Inland registriert ist (Urteil des BVGer A-
4351/2008 vom 13. Januar 2009 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Eine Erweite-
rung des Kreises der zur Entrichtung der Einfuhrsteuer verpflichteten 
Personen (über die in Art. 13 aZG genannten Personen hinaus) kann 
sich  wiederum aus Art.  12  Abs. 2 VStrR ergeben (vorn  E. 2.2). Die 
Nachleistungspflicht nach Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR gilt auch für die 
Mehrwertsteuer  auf  der  Einfuhr (so etwa für  die Warenumsatzsteuer 
auf  der  Einfuhr:  Entscheid  der  ZRK  vom 25.  April  2006,  Archiv  für 
Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 503 E. 3b mit Hinweisen). 

3.

3.1 Zum Sachverhalt kann Folgendes festgestellt  werden: In der Ein-
vernahme durch die Zollverwaltung vom 14. Juni 2005 (act. 25 Unter-
suchungsakten) gab der Beschwerdeführer  an,  in der fraglichen Zeit 
bei der Firma Y. AG gearbeitet zu haben und deren Mitinhaber und Mit-
begründer gewesen zu sein. Im fraglichen Zeitpunkt (die Einfuhr fand 
am 16. März 2001 statt) habe er die Geschäfte allein geführt. Er be-
stätigte,  dass  die  Firma  Y. AG  im  Frühjahr  2001  den  in  Frage  ste-
henden Ferrari von einem in Deutschland wohnhaften Verkäufer erwor-
ben habe. Die Übernahme des Fahrzeugs sei am 16. März 2001 er-
folgt. Dieses sei  durch einen Beauftragten der  Firma Y. AG mit  dem 
firmeneigenen  Autotransporter  beim Verkäufer  in  Deutschland  abge-
holt worden (so auch Beschwerde S. 3 und Angaben des Verkäufers 
im Fragebogen in act. 21 Untersuchungsakten). Der Beschwerdeführer 
gab weiter zu Protokoll, er habe selbst den Auftrag gegeben, das Auto 
abzuholen und in die Schweiz zu überbringen. Er habe es unterlassen, 
dem  mit  dem  Transport  Beauftragten  Instruktionen  betreffend  die 
Grenzabfertigung zu erteilen. Er habe angenommen, dass dies nicht 
nötig sei. Heute sei ihm aber klar, dass das Fahrzeug hätte zur Einfuhr 
angemeldet  werden müssen. Für die Einfuhr habe er  die Verantwor-
tung  zu  übernehmen,  weil  er  für  die  Geschäftsführung  der  Y. AG 
verantwortlich  gewesen  sei  und  den  Auftrag  für  den  Transport  des 
Fahrzeugs erteilt habe. 

3.2 Der Beschwerdeführer  räumt  demnach ein,  auf  seine Anweisun-
gen hin habe ein "Beauftragter" der Y. AG das Fahrzeug in die Schweiz 

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eingeführt und dieses dabei nicht zur Einfuhr angemeldet. Dass dabei 
eine  steuerpflichtige  Einfuhr  im  Sinn  von  Art. 73  MWSTG  stattfand, 
mithin  das  Bestehen  eines  Steuerobjekts,  wird  nicht  bestritten. 
Streitgegenstand  ist  vorliegend  die  subjektive  Steuerpflicht  bzw. die 
Zollzahlungspflicht  des  Beschwerdeführers  nach Art.  9  i.V.m. Art. 13 
aZG und Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR für die aufgrund der Einfuhr des 
Ferraris entstandene Mehrwertsteuerschuld. Ist die Zollzahlungspflicht 
des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  eine  dieser  Bestimmungen  zu 
bejahen,  ist  er  auch  für  die  Mehrwertsteuer  auf  der  Einfuhr 
zahlungspflichtig (E. 2.3). 

3.3 Die OZD ist der Ansicht, der Beschwerdeführer sei als Auftragge-
ber nach Art. 9 Abs. 1 aZG zu betrachten. Dies wird von ihm bestritten; 
der Ferrari sei im Auftrag der Y. AG über die Grenze gebracht worden. 
Diese sei allfälliges Steuersubjekt bezüglich des Fahrzeugs gewesen. 
Er selbst sei nicht persönlich zollzahlungspflichtig.

Vorliegend ist aufgrund des Gesagten (E. 3.1 f.) zwar erstellt, dass der 
Beschwerdeführer die Einfuhr mit seinen Handlungen "tatsächlich ver-
anlasst"  hat,  wie  dies  für  die  Auftraggebereigenschaft  als  entschei-
dend angesehen wird (E. 2.1). Dabei hat er jedoch nach seinen eige-
nen Angaben in seiner Funktion als Geschäftsführer der Y. AG und in 
deren Namen gehandelt. Aufgrund der Akten kann dies nicht in Zweifel 
gezogen  werden und die  OZD stellt  dies  nicht  in  Abrede  (vgl. etwa 
Beschwerdeentscheid S. 3 unten). Es bestehen keine Hinweise darauf 
und auch die OZD unterstellt nicht, dass er in eigenem Namen und als 
von  der  Gesellschaft  unabhängiger  Auftraggeber  aufgetreten  sein 
sollte. 

3.3.1 Nach Art. 55 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 
10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) verpflichten Organe die juristische 
Person  durch  Rechtsgeschäfte  und  auch  durch  sonstiges,  ausser-
rechtsgeschäftliches Verhalten wie etwa durch unerlaubte Handlungen 
(vgl. Art. 55 Abs. 2 ZGB; CLAIRE HUGUENIN,  in: Basler Kommentar, Zivil-
gesetzbuch I, 3. Aufl.,  Basel 2006,  N. 6 ff. zu Art. 55). Als Geschäfts-
führer  und Verwaltungsrat  mit  Einzelunterschrift  ist  der  Beschwerde-
führer  ohne  Zweifel  Vertreter  und  Organ  der  Aktiengesellschaft  und 
sein Handeln im Namen der Y. AG und in seiner Funktion als deren 
Organ  ist  zivilrechtlich  direkt  der  Gesellschaft  zuzurechnen  (Art.  55 
Abs. 1 und 2 ZGB).  Unter zivilrechtlichen Gesichtspunkten (zu deren 
Bedeutung für das Abgaberecht sogleich) war demnach nicht der Be-

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schwerdeführer, sondern die Gesellschaft, für welche er gehandelt hat, 
Auftraggeberin der Einfuhr. In Bezug auf die Zurechenbarkeit des Han-
delns zur juristischen Person gelten im Übrigen weitgehend die selben 
Grundsätze, wenn Angestellte einer juristischen Person für diese han-
deln. Auch dann wird  zivilrechtlich  die  juristische Person verpflichtet 
(vgl. Art. 55 und Art. 101  des Obligationenrechts vom 30. März 1911 
[OR, SR 220]). 

3.3.2 Dass das Handeln von Organen der juristischen Person zuzu-
rechnen ist, steht auch im Abgabe- und Steuerrecht grundsätzlich aus-
ser Zweifel. Wie zivilrechtlich wird die eigene Rechtspersönlichkeit der 
juristischen  Person  im  Abgaberecht  generell  anerkannt.  Juristische 
Personen werden unabhängig von allfälligen Abhängigkeitsverhältnis-
sen und den dahinter stehenden natürlichen Personen – selbst bei all-
fälliger  wirtschaftlicher  Identität  zwischen Gesellschaft  und Anteilsin-
haber – grundsätzlich als selbständige Steuersubjekte qualifiziert (vgl. 
statt vieler BGE 126 I 122 E. 5b; BGE 110 Ib 220 E. 3b; zum Zivilrecht: 
BGE 128 II 329 E. 2.4). Abgewichen wird von diesem Grundsatz nur 
ausnahmsweise. Zivilrechtlich  kann  es  gestützt  auf  Art.  2  ZGB zum 
Durchgriff  kommen,  wenn  die  juristische  Selbständigkeit  rechtsmiss-
bräuchlich,  entgegen  Treu  und  Glauben  geltend  gemacht  wird  (vgl. 
etwa BGE 128 II 329 E. 2.4) und im Steuerrecht bleibt die Annahme 
einer Steuerumgehung vorbehalten (hierzu statt vieler: BGE 131 II 627 
E.  5.2;  93  I  722  E. 1;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_632/2007  vom 
7. April 2008 mit Hinweisen). 

3.3.3 Vom Grundsatz, dass die juristische Person durch das Handeln 
ihrer  Organe verpflichtet  wird,  ist  aus nachstehenden Gründen auch 
im Bereich des Zollrechts bzw. bei der Anwendung von Art. 9 Abs. 1 
aZG nicht abzuweichen. 

3.3.3.1 Art. 9 aZG lässt sich nicht entnehmen, dass Auftraggeber nur 
eine natürliche Person sein könnte und statt  der  juristischen Person 
allein  das für  sie handelnde Organ als Auftraggeber und damit  Zoll-
pflichtiger zu betrachten wäre (vgl. hierzu auch unten E. 3.3.4). Wort-
laut wie Sinn und Zweck von Art. 9 Abs. 1 aZG ergeben auch nicht, 
dass neben einer juristischen Person, die – nach den zivilrechtlichen 
Regeln – als  Auftraggeberin qualifiziert  würde,  zusätzlich auch noch 
eine für diese handelnde natürliche Person als Auftraggeberin heran-
gezogen werden könnte. Art. 9  Abs. 1  aZG lässt  keine dieser  Inter-
pretationen zu. 

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Vielmehr ist Art. 9 aZG so auszulegen, dass nur die juristische Person 
als  Auftraggeberin  gilt,  wenn  in  deren  Namen  gehandelt  wurde.  Es 
sind nicht etwa (allein oder zusätzlich) die in ihrem Namen handelnden 
Organe als Auftraggeber zu qualifizieren.

Dasselbe gilt  im Übrigen,  wenn  ein  Angestellter  eine  Einfuhr  veran-
lasst.  Dann  ist  ebenfalls  die  juristische  Person  Auftraggeberin  nach 
Art. 9 Abs. 1 aZG und nicht die natürliche Person, die im Rahmen ihrer 
Anstellung für den Arbeitgeber handelt. Dies ergibt sich aus den zivil-
rechtlichen Prinzipien (E. 3.3.1) sowie Art. 9 Abs. 2 aZG.

3.3.3.2 Dem Legalitätsprinzip kommt im Abgaberecht  besondere Be-
deutung zu und es gilt als verfassungsmässiges Recht (BGE 128 I 317 
E. 2.2; 126 I 180 E. 2a mit Hinweisen). Öffentliche Abgaben müssen 
nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  sowie  nach  Art.  164 
Abs. 1 Bst. d und Art. 127 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) in ihren 
Grundzügen und wesentlichen Elementen durch ein Gesetz im formel-
len  Sinn  festgelegt  werden.  Zu  den  in  den  Grundzügen  im  Gesetz 
selbst  zu regelnden Elementen gehören der Kreis  der Steuerpflichti-
gen, der Gegenstand der Steuer und deren Bemessung. Insofern ist 
eine Delegation von Rechtssetzungsbefugnissen nicht  möglich (BGE 
130 I 113 E. 2.2; 128 I 317 E. 2.2; 126 I 180 E. 2a; 122 I 305 E. 5a; 
ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des schweizerischen Steuer-
rechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 14 mit Hinweisen). 

Aufgrund  des  Gesagten  (E.  3.3.3.1)  bietet  Art.  9  Abs. 1  aZG keine 
Basis für die Erfassung eines Organs als Auftraggeber, wenn dieses in 
seiner Funktion als  Organ für  eine juristische Person gehandelt  hat. 
Eine solche Inanspruchnahme eines Organs als Auftraggeber, mithin 
als Leistungspflichtiger bzw. Steuersubjekt, entbehrt der erforderlichen 
gesetzlichen  Grundlage  und  stellt  eine  Verletzung  des  Legalitäts-
prinzips dar.

3.3.3.3 Die Rechtsprechung sodann, wonach der Begriff des Auftrag-
gebers  weit  zu  interpretieren sei  und wonach davon auch derjenige 
erfasst sei, der die Einfuhr "tatsächlich veranlasse" (E. 2.1), kann nicht 
herangezogen werden, um das Prinzip der Zurechnung des Handelns 
von  Organen  (oder  auch  von  Angestellten)  zur  juristischen  Person 
auszuhebeln. 

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Erstens darf eine "weite" Auslegung von Art. 9 Abs. 1 aZG keinesfalls 
zur Erfassung eines im Gesetz nicht genannten Abgabe- bzw. Steuer-
subjekts führen; solches wäre mit dem Legalitätsprinzip nicht vereinbar 
(E. 3.3.3.2).

Was zweitens die Rechtsprechung betreffend die "tatsächliche Veran-
lassung" anbelangt,  so fasst sie den Begriff  des Auftraggebers nach 
Art. 9 Abs. 1 aZG nur insofern weiter als im Zivilrecht, als auch als Auf-
traggeber angesehen wird, wer ohne zivilrechtlichen Vertrag eine Ein-
fuhr bewirkt (eben "tatsächlich veranlasst"). Die massgeblichen Urteile 
(v.a. BGE 89 I 542 E. 4) bezogen sich aber keineswegs auf die Zoll-
zahlungspflicht  von  Organen,  sondern  es  ging  um  die  Klarstellung, 
dass  ein  zivilrechtlich  gültiges  Rechtsgeschäft  nicht  erforderlich  ist 
(vorn  E. 2.1).  Wenn  nun  ein  Organ  eine  Einfuhr  "tatsächlich  veran-
lasst", begründet dies demnach eine Zollzahlungspflicht. Die in E. 2.1 
zitierte Rechtsprechung ändert aber nichts am vorstehenden Ergebnis, 
wonach die Zollzahlungspflicht die juristische Person trifft, sofern das 
Organ in deren Namen gehandelt hat; die "tatsächliche Veranlassung" 
bleibt der juristischen Person zuzurechnen. 

3.3.3.4 Dass das Handeln von Organen – auch abgaberechtlich – den 
juristischen  Personen  zugerechnet  wird,  schliesst  sodann  nicht  aus, 
dass die Organe für eine Abgabe oder Steuer (solidarisch) mithaftbar 
sein  können. Eine  solche  Mithaftung  erfordert  aber  eine  gesetzliche 
Grundlage  (BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O.,  S. 79  f.). So  bestehen in  ver-
schiedenen  Steuergesetzen  solidarische  Haftbarkeiten  von  Organen 
juristischer  Personen (wobei  eine Mithaftung häufig  erst  nach Auflö-
sung der Gesellschaft zum Zug kommt und sich dann auf die Liquida-
toren bezieht; vgl. die Hinweise bei  BLUMENSTEIN/LOCHER, a.a.O., S. 80), 
im  (alten)  Zollgesetz  ist  dies  aber  nicht  der  Fall.  Hingegen  ist  im 
Zollrecht die Haftbarkeit eines Organs gestützt auf Art. 12 Abs. 2 (oder 
Abs.  3)  VStrR  denkbar  (oben  E.  2.2  und  unten  E. 3.4).  Abgesehen 
davon lässt  sich die Zollzahlungspflicht  oder solidarische Haftbarkeit 
des für eine juristischen Person handelnden Organs jedoch auf keine 
gesetzliche Grundlage abstützen.

3.3.3.5 Anzufügen bleibt, dass der Grundsatz der Beachtung der eige-
nen  Rechtspersönlichkeit  der  juristischen  Person  zwar  zivilrechtlich 
wie  steuerrechtlich  Ausnahmen erfahren  kann  (siehe  vorn  E. 3.3.2). 
Bei den entsprechenden Instituten des Durchgriffs und der Steuerum-
gehung handelt es sich jedoch um "Notventile", die an den vorstehen-

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den Grundsätzen nichts zu ändern vermögen. Eine juristische Person 
kann nicht anders handeln als durch natürliche Personen, sei es durch 
Angestellte  oder  durch  Organe;  darin  allein  liegt  offensichtlich  noch 
kein Missbrauch.

3.3.4 Dieses  Ergebnis,  wonach  ein  für  eine  juristische  Person  han-
delndes Organ nicht  Auftraggeber nach Art. 9  Abs. 1 aZG ist,  bleibt 
jedoch unter einem weiteren Aspekt zu überprüfen.

3.3.4.1 Das  Bundesgericht  hat  –  abweichend  vom  vorstehenden 
Schluss – in mehreren (nicht publizierten) Urteilen erkannt, dass auch 
eine natürliche Person,  welche als Organ für eine juristische Person 
handelt und dadurch eine entsprechende Einfuhr veranlasst, als Auf-
traggeber  im Sinne von Art. 9 Abs. 1 aZG qualifiziert  werden könne 
(Urteile des Bundesgerichts 2A.585/1998 und 2A.586/1998 vom 7. Juli 
1999  E.  6c  bzw.  7d;  2A.417/1999  vom  27.  Oktober  1999  E.  3a; 
2A.458/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 3.2). Dem hat sich die ZRK in 
der Folge – unter Hinweis auf die Urteile des Bundesgerichts – ange-
schlossen (Entscheide vom 17. Juni 2004 [ZRK 2003-097] Ziff. 21; vom 
6. Dezember 1999 [ZRK 1998-015] E. 3a; vom 9. Februar 2001 [ZRK 
2000-002]  E. 3a). Ferner  hat  auch das Bundesverwaltungsgericht  in 
einigen Urteilen die von der OZD vorgenommene Qualifikation eines 
Organs bzw. Geschäftsführers einer juristischen Person als Auftragge-
ber nach Art. 9 Abs. 1 aZG geschützt, allerdings ohne nähere Ausein-
andersetzung  mit  der  –  teilweise  gar  nicht  strittigen  –  Problematik 
(Urteile  A-1741/2006  vom  4.  März  2008  E.  3.2;  A-1719/2006  vom 
14. Januar 2009 E. 2.2; A-1751/2006 vom 25. März 2009 E. 6.1). 

In  den  zitierten  Urteilen  (2A.585/1998  und  2A.586/1998  vom 7. Juli 
1999 E. 6c bzw. 7d; 2A.417/1999 vom 27. Oktober 1999 E. 3a) verwarf 
das Bundesgericht die Ansicht der ZRK, die jeweilige natürliche Per-
son habe nur in ihrer Funktion als Organ der juristischen Person und in 
deren Namen gehandelt,  womit ihr Handeln als Handeln der Gesell-
schaft zu betrachten sei und demnach nur Letztere als Auftraggeberin 
nach Art. 9 Abs. 1 aZG und Zollzahlungspflichtige qualifiziere (aufge-
hobene  Entscheide  vom 28. Oktober  1998  [ZRK 1997-007/008]  und 
vom 29. Juni 1999 [ZRK 1998-013]). Dem hielt das Bundesgericht ent-
gegen, Auftraggeber nach Art. 9 Abs. 1 aZG könne nur eine natürliche 
Person sein, womit diese Bestimmung auf die fraglichen Organe an-
wendbar  sei,  unabhängig  davon,  ob sie  im Namen der  Gesellschaft 
gehandelt hätten. 

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Zur  soeben  wiedergegebenen  Begründung  des  Bundesgerichts,  wo-
nach eine juristische Person nicht Auftraggeberin nach Art. 9 Abs. 1 
aZG sein könne, ist jedoch anzumerken, dass sie nicht (mehr) als auf 
allgemeiner  Auffassung  und  Rechtsprechung  beruhend  angesehen 
werden kann. Das Bundesgericht hat diese Auffassung etwa selbst re-
lativiert, indem es (nur) noch feststellte, "der Warenführer" könne keine 
juristische Person sein und im konkreten Fall annahm, die beschwer-
deführende Aktiengesellschaft  sei  als Frachtführerin  bzw. "Auftragge-
berin des Frachtführers und dessen Arbeitgeberin" (nach Art. 9 aZG) 
zollmeldepflichtig  (Urteil  2A.82/2005  vom  23.  August  2005  E. 2.1.2, 
3.1). Auch die ZRK und das Bundesverwaltungsgericht sowie die Leh-
re  zweifeln  nicht  an,  dass  juristische  Personen  Auftraggeber  nach 
Art. 9 Abs. 1 aZG sein können (statt vieler: Urteile A-1763/2006 vom 
27. Juni  2007  E. 8;  A-1741/2006  vom  4.  März  2008  E.  3.2;  A-
1719/2006 vom 14. Januar  2009 E. 2.2; A-1751/2006 vom 25. März 
2009  E.  6.1;  A-1738/2006  vom  20.  Januar  2009  E.  5.2.2,  5.4;  Ent-
scheid der ZRK vom 7. Januar 2005 [ZRK 2003-126]  E. 4b/aa; vom 
6. Dezember 1999 [ZRK 1998-015]  E. 3a; Entscheid der Eidgenössi-
schen  Alkoholrekurskommission  vom  18.  Januar  1999,  VPB  65.54 
E. 3c;  BARBARA HENZEN,  in  Kocher/Clavadetscher  [Hrsg.],  Zollgesetz 
[ZG], Bern 2009, N. 6 f. zu Art. 21; REMO ARPAGAUS, Das schweizerische 
Zollrecht, in: Koller/Müller/Tanquerel/Zimmerli [Hrsg.], Schweizerisches 
Bundesverwaltungsrecht, 2. Aufl., Basel 2007, N. 415; sowie Botschaft 
über ein neues Zollgesetz vom 15. Dezember 2003 BBl 2004 607 f.). 
Trifft  es nicht  zu,  dass Auftraggeber nur eine natürliche Person sein 
kann,  ist der  eingangs  dargestellten  Rechtsprechung  die  Begrün-
dungsbasis  entzogen.  Den  zitierten  Urteilen  des  Bundesgerichts 
(2A.585/1998  und  2A.586/1998  vom  7. Juli  1999  E.  6c  bzw.  7d; 
2A.417/1999 vom 27. Oktober 1999 E. 3a) liegen mittlerweile verwor-
fene Überlegungen zugrunde, und sie sind – wie auch die sich darauf 
abstützenden  nachfolgenden  Entscheide  –  zu  relativieren.  Entspre-
chend ist auch nicht abschätzbar, ob das Bundesgericht diese Recht-
sprechung heute weiterführen würde. 

3.3.4.2 Schliesslich ist auch zu erwähnen, dass in der Botschaft zum 
neuen Zollgesetz (a.a.O., S. 608) das Urteil des Bundesgerichts vom 
27. Oktober  1999 (a.a.O.)  zitiert  und daraus geschlossen wurde,  es 
könne sein,  dass eine natürliche Person,  die als  Organ einer juristi-
schen Person handelt,  diese und zugleich sich selbst  im Sinn eines 
Auftraggebers nach Art. 9 Abs. 1 (a)ZG verpflichte. Diese Aussage in 
der Botschaft zum neuen Zollgesetz (die in den eidgenössischen Rä-

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ten im Übrigen nicht diskutiert  wurde) vermag jedoch die wie festge-
stellt (vorn E. 3.3.3.2) im alten Zollgesetz fehlende gesetzliche Grund-
lage für eine solche Auffassung nicht zu ersetzen. Über die Rechtslage 
im neuen Zollgesetz ist vorliegend nicht zu befinden. 

3.3.5 Unter  diesen  Umständen  ist  trotz  der  genannten  Urteile  des 
Bundesgerichts am vorstehenden Ergebnis (E. 3.3.1-3.3.3) festzuhal-
ten: Ein Organ, welches in der Funktion als solches und im Namen der 
juristischen  Person  handelt,  ist  nicht  als  Auftraggeber  nach  Art.  9 
Abs. 1 aZG zu qualifizieren. In  einem solchen Fall  ist  die  juristische 
Person selbst Auftraggeberin nach Art. 9 Abs. 1 aZG und zollmelde- 
und zollzahlungspflichtig nach Art. 9 und Art. 13 aZG. 

Davon abzugrenzen ist die solidarische Haftung von Organen (zusam-
men  mit  der  juristischen  Person),  welche  nur  –  aber  immerhin  – 
gestützt auf Art. 12 VStrR begründbar ist (vorn E. 3.3.3.4). 

3.3.6 Im vorliegenden Fall kann folglich der Auffassung der OZD, dass 
der  Beschwerdeführer  Auftraggeber  nach  Art.  9  Abs.  1  aZG  sei, 
obwohl er im Namen und auf Rechnung der Y. AG gehandelt hat, nicht 
beigepflichtet  werden. Er  war  nicht  Auftraggeber  nach  Art.  9  Abs. 1 
aZG und damit auch nicht Zollzahlungspflichtiger nach Art. 13 Abs. 1 
aZG. Daran  ändert  im Übrigen auch nichts,  dass  die  Y. AG, die  als 
Auftraggeberin zu qualifizieren ist, mittlerweile aufgelöst ist. Zum Zeit-
punkt der strittigen Einfuhr im Jahr 2001 war dies noch nicht der Fall. 
Auch die spätere Auflösung im Jahr 2003 führt  nicht dazu, dass der 
Beschwerdeführer  statt  der  Y.  AG  zum  Auftraggeber  würde.  Auch 
diesfalls  kann  auf  ihn  nur  bei  Vorliegen  der  Voraussetzungen  von 
Art. 12 Abs. 2 VStrR gegriffen werden. 

Ein  missbräuchliches  Vorschieben  der  juristischen Person  oder  eine 
Steuerumgehung (vorn E. 3.3.2, 3.3.3.5) stehen vorliegend im Übrigen 
offensichtlich  nicht  zur  Debatte.  Weder  hat  die  OZD  sich  auf  eine 
solche Konstellation berufen, noch ist anzunehmen, dass die Aktienge-
sellschaft  nur  zu  abgaberechtlichen  Zwecken  oder  sonst  auf  miss-
bräuchliche Weise vorgeschoben worden sein sollte.

3.4 Als Nächstes ist zu prüfen, ob die Zollzahlungspflicht gestützt auf 
Art. 12 Abs. 2 VStrR bejaht werden kann:

Der Ferrari wurde eingeführt, ohne zur Einfuhr angemeldet zu werden. 
Damit ist es in objektiver Hinsicht zu einer Widerhandlung im Sinn von 

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Art.  12  Abs.  1  VStrR  gekommen  (vorn  E.  2.2.3).  Dies  wird  vom 
Beschwerdeführer an sich selbst eingeräumt (E. 3.1 f.). 

Ist der Beschwerdeführer nach dem Gesagten nicht nach Art. 9 Abs. 1 
und 13 aZG zollzahlungspflichtig,  kommt nur noch die Zollzahlungs-
pflicht  nach  Art.  12  Abs.  2  VStrR  im  erweiterten  Sinn  in  Betracht. 
Anders als bei den nach Art. 13 aZG Pflichtigen muss dabei ein durch 
die Widerhandlung gezogener Vermögensvorteil bewiesen werden (vgl. 
E.  2.2.2).  Es  ist  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der 
Tatsache,  dass die Y. AG die Abgabe – zu Unrecht  – nicht  geleistet 
hat, seinerseits wirtschaftlich bevorteilt wurde. 

Die OZD hat zwar im Beschwerdeentscheid auf Art. 12 Abs. 2 VStrR 
Bezug genommen. Sie ist  aber von einer gestützt  auf  Art. 9  und 13 
aZG bestehenden  Zollzahlungspflicht  ausgegangen und  hat  (deswe-
gen)  nicht  geprüft  bzw. jedenfalls  nicht  erläutert,  worin  ein  vom Be-
schwerdeführer  bezogener  Vermögensvorteil  im  Sinn  von  Art.  12 
Abs. 2 VStrR (in der in E. 2.2.2 erläuterten erweiterten Variante) liegen 
könnte. 

Auch aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte auf das Vorlie-
gen eines solchen Vermögensvorteils. Der  Beschwerdeführer  gab im 
Einvernahmeprotokoll an, "Inhaber und Gründer" (S. 2 oben) bzw. "Mi-
tinhaber  und  Mitbegründer"  (S. 2  Mitte)  der  Y. AG gewesen  zu sein 
(vorn  E. 3.1). Laut  Handelsregisterauszug war  er  zur  fraglichen Zeit 
Mitglied  des  Verwaltungsrats  (mit  Einzelunterschrift);  Präsident  des 
Verwaltungsrats  (mit  Einzelunterschrift)  war  eine  andere  Person.  Im 
Rahmen der späteren Liquidation war er zudem zusammen mit einer 
anderen Person Liquidator. Über die Ausgestaltung des Aktionariats ist 
nichts bekannt. Es kann zwar vermutet werden, dass der Beschwerde-
führer  eine  massgebliche  Beteiligung  inne  hatte,  erwähnte  er  doch 
"Inhaber" bzw. "Mitinhaber" der Firma gewesen zu sein. Selbst wenn 
dies bewiesen wäre, wäre noch nicht rechtsgenüglich erstellt, dass er 
aus den nicht bezahlten Mehrwertsteuern persönlich einen wirtschaftli-
chen  Vorteil  gezogen  hat.  Zwar  hat  das  Bundesgericht  den  Genuss 
eines  Vermögensvorteils  in  zwei  Urteilen  bejaht,  in  welchen  es  um 
einen Aktionär (ob er zur Mehrheit beteiligt war, ist nicht bekannt) und 
einzigen  Verwaltungsrat  (Urteile  2A.586/1998  und  2A.600/1998  vom 
7. Juli  1999  E.  7)  bzw.  um  einen  Alleinaktionär  und  Verwaltungsrat 
(2A.458/2004 vom 3. Dezember 2004 E. 4.1) ging. Die Bejahung eines 
Vermögensvorteils  mag allenfalls  bei  einem Alleinaktionär  berechtigt 

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sein, da angenommen werden kann, dass er den wirtschaftlichen Vor-
teil, den die Aktiengesellschaft erzielt hat, früher oder später (bei Ge-
winnausschüttung oder Liquidation) vollumfänglich selbst geniesst. Die 
Konstellation  des  Alleinaktionärs  ist  aber  vorliegend  nicht  erwiesen. 
Hinzu kommt,  dass  gemäss Handelsregisterauszug das  Konkursver-
fahren mangels Aktiven eingestellt  worden ist,  womit erst recht nicht 
bekannt ist, ob im Rahmen des Liquidationsverfahrens ein Vermögens-
vorteil des Beschwerdeführers resultierte. Zur Bejahung eines Vermö-
gensvorteils  ist  zwar  die  Verminderung  von  Passiven  hinreichend 
(E. 2.2.2). Für  die Zollzahlungspflicht  des Beschwerdeführers genügt 
aber nicht, dass die Passiven der Y. AG sich vermindert  haben, son-
dern dies müsste wiederum einen Vermögensvorteil bei ihm persönlich 
verursacht haben. 

Der wirtschaftliche Vorteil im Sinn von Art. 12 Abs. 2 VStrR ist damit 
vorliegend nicht erstellt und der Sachverhalt erweist sich als ungenü-
gend abgeklärt. Da die OZD – wie festgestellt zu Unrecht – von einer 
Anknüpfung an Art. 9 Abs. 1 aZG und damit von anderen zu beweisen-
den  Tatsachen  ausgegangen  ist,  ist  die  Sache  zur  Abklärung  des 
Sachverhalts  im  Hinblick  auf  die  Anwendbarkeit  von  Art.  12  Abs. 2 
VStrR (in der in E. 2.2.2 umschriebenen Tatbestandsvariante "unrecht-
mässiger  Vermögensvorteil")  und  anschliessend  neuem  Entscheid 
diesbezüglich (und unter Beachtung der vorstehenden Präzisierungen) 
an sie zurückzuweisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG).  Gegebenenfalls  hätte 
die OZD auch die Anwendbarkeit von Art. 12 Abs. 3 VStrR zu prüfen. 
Unter diesen Umständen erübrigt es sich, auf die Ausführungen in der 
Beschwerde betreffend die Haftung nach Art. 12 Abs. 3 VStrR einzu-
gehen.

4.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer nach 
Art. 63 Abs. 1 VwVG keine Verfahrenskosten zu tragen. Der geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.--  wird  ihm  zurückerstattet. Die Vorin-
stanz  hat  dem obsiegenden Beschwerdeführer  eine  Parteientschädi-
gung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG; Art. 7 ff. des Regle-
ments  vom 21. Februar  2008 über  die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In Anwen-
dung von Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE wird die Parteientschädigung 
aufgrund der Akten festgesetzt und auf Fr. 1'500.-- festgelegt.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

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1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Sache zur Neubeurteilung 
im Sinn der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 1'000.-- wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegen-
den Urteils zurückerstattet.

3.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 1'500.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. OZD ...; Gerichtsurkunde)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Salome Zimmermann Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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