# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4b586dc-352f-565d-a168-d1a994dedade
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.07.2019 IV 2017/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-138_2019-07-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/138

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.02.2020

Entscheiddatum: 16.07.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 16.07.2019
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Der Beschwerdeführer leidet an einer 
Rest-bzw. Rezidivhernie nach mikrochirurgischer Operation L5/S1. Gemäss 
MEDAS-Gutachten sind die angegebenen starken, gehbehindernden 
Ausstrahlungen ins linke Bein mit dem bildgebenden Befund nicht erklärbar 
und klinisch nicht objektivierbar und können keiner Diagnose zugeordnet 
werden. Daher sind invalidenversicherungsrechtlich lediglich die 
orthopädisch objektivierten Kreuzschmerzen zu berücksichtigen. Gemäss 
beweiskräftigem Gutachten begründen sie eine Arbeitsfähigkeit in 
rückenadaptierten Tätigkeiten von 80%. Rückblickend sind indes die 
radikulären bzw. neuropathischen Beschwerden gemäss Gutachten zu 
beachten und begründen gemäss dem behandelnden Orthopäden eine 
Arbeitsfähigkeit von 50%. Dies führt zu einem befristeten Anspruch auf eine 
Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 16. Juli 2019, IV 2017/138).

Entscheid vom 16. Juli 2019

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Christiane Gallati 

Schneider und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2017/138

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Samuel Teindel, schadenanwaelte.ch AG, 

Industriestrasse 13c, Postfach, 6302 Zug,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im August 2014 bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 1). Der Versicherte arbeitete seit 14. April 2008 als 

Anlagenführer zu 100% bei der B.___ AG im prozessualen Ablauf der chemischen 

Produktion (vgl. Angaben der Arbeitgeberin vom 15. September 2014, IV-act. 10-1 ff.; 

Funktionsbeschreibung, IV-act. 10-6 f.; Arbeitszeugnis, IV-act. 93-64). Ab dem 16. April 

2014 war er zu 50%, ab dem 22. April 2014 zu 100%, vom 12.-19. Mai 2014 zu 50% 

und anschliessend wieder zu 100% krank geschrieben (Arztzeugnisse Zentrum C.___, 

IV-act. 10-8 ff.).

A.a. 

Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, spez. 

Wirbelsäulenchirurgie, hatte eine S1-Radikulopathie links bei breitbasiger Diskushernie 

L5/S1 links diagnostiziert (Bericht vom 15. Juni 2014, IV-act. 12-3) und am 23. Juni 

2014 eine mikrochirurgische Dekompression L5/S1 links, Diskus-Dekompression mit 

Rezessotomie vorgenommen (Operationsbericht Dr. D.___, IV-act. 12-7; 

Austrittsbericht Spital E.___ vom 20. [richtig wohl: 30.] Juni 2014, IV-act. 18-9).

A.b. 

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Im Bericht vom 1. September 2014 hielt Dr. D.___ fest, beim Versicherten bestehe 

eine klare L5-Radikulopathie, auch im Sinne von neuropathischen Beschwerden (IV-

act. 12-6). Dr. med. F.___, Assistenzarzt Klinik für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates Kantonsspital St. Gallen (KSSG), führte im 

Bericht vom 21. Januar 2015 aus, der Versicherte beklage eine Ischialgie an der 

Oberschenkelrückseite bzw. am lateralen Fussrand links sowie zeitweise vorhandene 

Kreuzschmerzen. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht handle es sich am ehesten um 

eine Wurzelreizung S1 links. Im MRI zeige sich eine Restdiskushernie mit 

möglicherweise Nervenwurzeltangierung S1 links (IV-act. 54). Dr. med. G.___, Innere 

Medizin FMH, empfahl im Arztbericht vom 5. Februar 2015 eine relativ rasche 

Reintegration in den Arbeitsprozess. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Produktionsmitarbeiter sei der Versicherte seit 24. Juni 2014 zu 100% arbeitsunfähig 

(IV-act. 18-2 ff.).

A.c. 

RAD-Arzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie, nahm am 16. März 2015 Stellung, 

aufgrund der Angaben von Dr. G.___ sei davon auszugehen, dass ab 21. Januar 2015 

in einer optimal rückenadaptierten Tätigkeit (Wechselbelastung, vorwiegend sitzende 

Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Zwangshaltungen) eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe (IV-act. 23). Im Assessment vom 7. April 2015 

führte der Versicherte aus, die Beschwerden seien nach der Operation schlimmer 

geworden. Er sei verzweifelt und aggressiv, könne kaum mehr aus dem Haus, fahre 

nicht mehr selbst Auto und verbringe die meiste Zeit liegend und schräg sitzend in 

seinem Zimmer. Da er oft aggressiv sei, ziehe er sich auch von seiner Familie zurück 

(IV-act. 35-1). Auf Ende Juni sei ihm die Stelle gekündigt worden (IV-act. 35-2; vgl. 

auch Arbeitszeugnis, IV-act. 93-64). Die Eingliederungsverantwortliche hielt fest, der 

Versicherte wirke verzweifelt, überfordert und dadurch gereizt und aggressiv. Der 

Leidensdruck sei enorm (Assessmentprotokoll vom 20. April 2015, IV-act. 35-3).

A.d. 

Ein MRI (L)WS vom 30. April 2015 zeigte eine Rezidiv-/Resthernie LWK 5/SWK 1 

links, postoperatives Narbengewebe mit Kompression bzw. Affektion von S1 links 

rezessal sowie eine aktivierte Osteochondrose LWK 5/SWK 1 (IV-act. 37).

A.e. 

Am 5. Mai 2015 fand ein von der Krankentaggeldversicherung Visana initiiertes 

Assessment im Rahmen des Medbase Schmerzprogramms statt (IV-act. 41). Im 

A.f. 

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entsprechenden Bericht wurde ausgeführt, die funktionelle Leistungsfähigkeit werde als 

sehr niedrig eingestuft. Der Versicherte zeige einen hohen Behinderungsgrad auf Basis 

seines chronischen Rückenleidens (Rücken/LWS-Behinderungsgrad 68%, IV-

act. 41-12). Er habe sehr geringe Belastungstoleranzen bezüglich Stehen, Gehen und 

Sitzen. Das linke Bein werde wegen hoher Schmerzen nur gering belastet. Der 

Versicherte sei aufgrund seiner andauernden Schmerzsituation stark dekonditioniert. 

Belastungstests für Kraft und Ausdauer hätten wegen seiner intensiven Schmerzen 

nicht durchgeführt werden können. Es bestehe ein hohes Chronifizierungsrisiko. 

Medizinische und therapeutische Interventionen hätten bisher nicht geholfen (IV-

act. 41-5). Der Versicherte leide unter sehr auffälligen Angst- und 

Depressionsstörungen aufgrund seiner biopsychosozialen Situation (IV-act. 41-6). Es 

wurden eine stationäre oder intensive ambulante Reha und ein engmaschiges 

Jobcoaching (Arbeitstraining zweiter Arbeitsmarkt oder ev. beim ehemaligen 

Arbeitgeber) empfohlen (IV-act. 41-7). Gemäss Bericht vom 27. Mai 2015 rieten die 

Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates KSSG zu einer weiteren Operation (Re-Dekompression bzw. Re-

Sequesterektomie L5/S1 links oder TLIF-Versorgung L5/S1; IV-act. 55).

Die Eingliederungsverantwortliche schloss ihren Fall am 8. Juli 2015 ab, da sich 

der Versicherte für jede vorstellbare Tätigkeit subjektiv arbeitsunfähig fühle (IV-act. 42, 

43; Mitteilung vom 13. Juli 2015, IV-act. 44).

A.g. 

Der Versicherte trat am 29. Februar 2016 in die Rehaklinik I.___ ein. Er brach das 

Programm am 9. März 2016 ab. Im Austrittsbericht vom 15. März 2016 wurde 

festgehalten, im Verlauf sei es zu einer subjektiven Verstärkung der 

Schmerzproblematik gekommen. Dies habe ein aktives Training verunmöglicht. Der 

Versicherte habe sich ausser Stande gefühlt, die aktiven Strategien anzuwenden und 

sei sich dabei hilflos und überfordert vorgekommen. Seine hohen Erwartungen hätten 

gemäss seiner Aussage nicht erfüllt werden können (IV-act. 79).

A.h. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die Swiss Medical 

Assessment- and Business-Center (SMAB) AG, Bern, begutachtet (Gutachten vom 21. 

September 2016; Dr. med. J.___, Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. K.___, 

Neurologie, Dr. med. L.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

A.i. 

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Bewegungsapparates, Dr. med. M.___, Psychiatrie und Psychotherapie; 

Untersuchungen 3., 17. und 29. August 2016; IV-act. 93). Der orthopädische Gutachter 

diagnostizierte ein chronisch lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit mittelgradiger 

Funktionseinschränkung im Status nach mikrochirurgischer Dekompression L5/S1 am 

23. Juni 2014 mit fortbestehender, kleiner Rest-/Rezidiv-Bandscheibenhernie LWK 5/

SWK 1 mit residueller Wurzelirritation S1 links. Er führte aus, die Angaben zur 

Schmerzintensität seien klinisch orthopädisch nicht nachvollziehbar. Der Versicherte 

sei in der Lage, körperlich leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 

10 kg in Wechselbelastung, im Sitzen, Stehen und Gehen auszuführen. Tätigkeiten in 

Zwangshaltung (ständigem Vorbeugen) sowie unter extremen 

Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte, Nässe und Zug sollten vermieden werden. 

Aus orthopädischer Sicht erkläre die Bildgebung wiederkehrende Rückenschmerzen, 

welche die Arbeitsfähigkeit aufgrund von reduziertem Arbeitstempo und Produktivität in 

einem Ausmass von 20% minderten, so dass die Arbeitsfähigkeit in zuletzt ausgeübter 

und leidensadaptierter Tätigkeit 80% betrage (IV-act. 93-10 ff., 28). Der neurologische 

Gutachter diagnostizierte ebenfalls eine residuelle Wurzelirritation S1 links. Als einziger 

Befund finde sich ein links wohl als Folge der Operation abgeschwächter 

Achillessehnenreflex. Weder mit den beklagten Beschwerden noch mit der 

Arbeitsfähigkeit bestehe hier ein Zusammenhang. Die Arbeitsfähigkeit sei aus 

neurologischer Sicht nicht zusätzlich beeinträchtigt (IV-act. 93-11, 46). Auf 

psychiatrischem Fachgebiet konnte keine Erkrankung festgestellt werden, die für die 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten Relevanz besitzt (IV-act. 93-12). Mit der 

Begutachtung könne ein Radikulärsyndrom ausgeschlossen werden, so dass aus 

orthopädischer Sicht ab dem Begutachtungszeitpunkt eine andere Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit erfolge, sie betrage aktuell 80%. Psychiatrisch sei eine durchgehende 

Arbeitsunfähigkeit nicht zu begründen. Neurologisch und internistisch seien 

retrospektiv keine Gründe für eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit zu erkennen (IV-

act. 93-13).

RAD-Arzt Dr. H.___ nahm am 29. September 2016 Stellung, das Gutachten erfülle 

die versicherungsmedizinischen Anforderungen, aus versicherungsärztlicher Sicht 

könne die administrative Entscheidung darauf abgestützt werden (IV-act. 94). Mit 

Vorbescheid vom 30. September 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das 

A.j. 

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rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 97). Mit 

Einwand vom 11. Oktober 2016 / 16. November 2016 liess dieser im Wesentlichen 

geltend machen, das Gutachten habe sich mit den Beurteilungen von Dr. F.___ und der 

Medbase nicht (ausreichend) auseinandergesetzt (IV-act. 98, 101). Die IV-Stelle tätigte 

diesbezüglich eine Rückfrage an die Gutachterstelle (22. November 2016, IV-act. 103). 

Die Gutachter nahmen am 30. November 2016 im Wesentlichen Stellung, somatisch 

kämen die Gutachter Orthopädie und Neurologie zum übereinstimmenden 

Untersuchungs- und Begutachtungsergebnis, dass das Ausmass der geklagten 

Schmerzen strukturell-anatomisch nicht zu begründen sei. Unabhängig davon, welche 

Massnahmen auch durchgeführt worden seien (periradikuläre Therapie, 

mikrochirurgische Dekompression vom 23. Juni 2014, ambulante Physiotherapie), habe 

sich im ganzen Krankheitsverlauf eine totale Unbeeinflussbarkeit der Beschwerden 

gezeigt. An den Ausführungen und Beurteilungen des polydisziplinären Gutachtens 

vom 21. September 2016 werde festgehalten (IV-act. 105).

Mit Eingabe (Ergänzung des Einwands) vom 8. März 2017 (IV-act. 110-1 ff.) reichte 

der Versicherte Berichte der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 8. Februar 2017 

(IV-act. 110-4 f.), 23. Dezember 2016 (IV-act. 110-6), 6. Dezember 2016 (IV-

act. 110-7 f.) und vom 6. Juni 2016 (IV-act. 110-9) zu den Akten. RAD-Arzt Dr. med. 

N.___, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, nahm am 9. März 2017 

zusammengefasst Stellung, die Berichte vom 6. und 23. Dezember 2016 und vom 

8. Februar 2017 bestätigten die von den Gutachtern erhobenen Befunde (Rest-/

Rezidivhernie, Schmerzsymptomatik, Persistenz der Irritation S1 links ohne 

sensomotorischen Ausfälle). Weitere medizinische Abklärungen seien nicht erforderlich 

(IV-act. 111).

A.k. 

Mit Verfügung vom 9. März 2017 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. Nach 

erfolgter Operation und der nötigen Rehabilitationszeit habe sich der 

Gesundheitszustand soweit wieder verbessert, dass aus versicherungsmedizinischer 

Sicht in der angestammten wie auch in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 80% vorliege. Aus versicherungsmedizinischer Sicht würden im Einwandverfahren 

keine wesentlichen Änderungen von Befunden oder Symptomen mitgeteilt, die nicht 

schon im Zeitpunkt des Vorbescheids vorhanden gewesen seien. Aus dem 

Einkommensvergleich resultiere in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit eine 

A.l. 

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B.  

invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 20%. Der Versicherte habe deshalb keinen 

Rentenanspruch, unabhängig davon, ob er die angestammte Tätigkeit bei ganztägiger 

Anwesenheit mit einer attestierten Leistungsfähigkeit von 80% ausüben könne (IV-

act. 112).

Gegen die Verfügung vom 9. März 2017 lässt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. S. Teindel, am 11. April 2017 Beschwerde erheben. Er beantragt, die 

angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und 

die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen, namentlich 

eine Invalidenrente, zu gewähren. Es sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten 

einzuholen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm eine befristete Invalidenrente zu gewähren. 

Weiter sei ihm (im nicht von der Rechtsschutzversicherung gedeckten Umfang) die 

unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu 

bewilligen. Auf das SMAB-Gutachten sei infolge zahlreicher Mängel nicht abzustellen. 

Der psychiatrische Gutachter prüfe den Psychostatus nicht lege artis nach AMDP-

System. Gemäss Assessmentbericht der Medbase seien mittels entsprechender Tests 

starke bis sehr starke ängstliche und depressive Symptome festgestellt worden. Nach 

den aktuellen Qualitätsleitlinien der SGPP für versicherungspsychiatrische Gutachten 

hätte die Beurteilung bzw. Einordnung der Beschwerden und Befunde sowie die 

versicherungsmedizinische Würdigung in Bezug auf frühere, auch anderslautende 

Beurteilungen und unter kritischer Würdigung früherer fachlicher Einschätzungen 

erfolgen müssen. Gemäss psychologischer Abklärung vom 7. Februar 2017 leide er an 

einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (Bericht Klinik 

für Psychosomatik KSSG vom 21. Februar 2017, act. G 1.3). Überdies habe die 

psychiatrische Untersuchung maximal 10 bis 15 Minuten gedauert und nicht, wie vom 

Gutachter festgehalten, 60 Minuten. Dass der Gutachter keine konkreten psychischen 

Symptome habe feststellen können, lasse sich neben der mangelhaften 

Befundaufnahme ohne Weiteres mit einer ungebührlich kurzen Untersuchungsdauer 

erklären. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der orthopädische Gutachter das 

Vorhandensein des Lasègue-Zeichens verneine, während dieses sowohl vor als auch 

nach der Begutachtung durch verschiedene Fachärzte bejaht worden sei. Dies lasse 

B.a. 

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auf eine oberflächliche und mangelhafte Untersuchung schliessen. Die Untersuchung 

habe nicht, wie vom Gutachter behauptet, 120, sondern maximal 60 bis 90 Minuten 

gedauert. Hätte der Gutachter den Befund korrekt erhoben, wäre die orthopädische 

Nachvollziehbarkeit der Schmerzproblematik ohne Weiteres zu bejahen gewesen. Dass 

er in seiner angestammten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei, sei aktenwidrig. Er könne 

lediglich noch leichte Tätigkeiten mit einer Hebe-/Traglast von maximal 10 kg 

ausführen. Er habe in seiner angestammten Tätigkeit regelmässig 25 kg schwere 

Lasten heben und tragen müssen. Bei Zugrundelegung einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit 

und eines in Anbetracht sämtlicher Umstände zu gewährenden Tabellenlohnabzugs 

von 25% resultiere ein Invaliditätsgrad von 68%. Selbst unter Zugrundelegung einer (zu 

hohen) Arbeitsfähigkeit von 80% ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 49%. Selbst 

wenn das SMAB-Gutachten beweiskräftig wäre, hätte er einen befristeten 

Rentenanspruch. Gemäss Gutachten sei von der seit April 2014 attestierten 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit nicht abzuweichen. Erst ab dem Begutachtungszeitpunkt sei aus 

orthopädischer und polydisziplinärer Sicht eine andere Einschätzung erfolgt, wonach in 

leidensangepasster Tätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Er habe somit vom 

1. Februar 2015 bis 31. Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Rente. Die 

Beschwerdegegnerin sei von einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ausgegangen, 

habe aber einen Rentenanspruch nicht geprüft (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Das SMAB-Gutachten sei ausführlich abgefasst und 

dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung seien in 

jeder Hinsicht nachvollziehbar. Es sei nicht notwendig, dass sich der psychiatrische 

Befund auf das AMDP-System stütze. Die Behauptung des Beschwerdeführers, dass 

er während höchstens 15 Minuten exploriert worden sei, werde aufgrund der 

ausführlichen Angaben über die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Einschränkungen, die persönliche Anamnese und Befunde bestritten. Im Übrigen sei 

nicht die Dauer der Untersuchung massgebend, sondern ob das Gutachten inhaltlich 

vollständig und das Ergebnis schlüssig sei. Der Gutachter habe sich auch auf die 

umfassend erhobene Anamnese und die Vorakten abstützen können. Zudem sei er 

ausführlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers eingegangen. Auch 

die Schilderung der Befundlage und die abschliessende Beurteilung nehme im 

B.b. 

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psychiatrischen Konsilium einen breiten Raum ein. Demnach sei davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer vom psychiatrischen Gutachter ausführlich genug 

untersucht worden sei. Auf die im Assessmentbericht der Medbase enthaltene 

testpsychologische Beurteilung könne nicht abgestellt werden, da diese 

ausschliesslich auf Selbstangaben des Beschwerdeführers beruhe und nicht durch eine 

Arztperson vorgenommen worden sei. Gegen einen psychischen Leidensdruck spreche 

auch, dass der Beschwerdeführer keine psychiatrische Therapie in Anspruch nehme. 

Es ergäben sich keine Hinweise, dass der Beschwerdeführer nicht gründlich 

orthopädisch untersucht worden sei. Der erwähnte Zeitaufwand von 120 Minuten sei 

angesichts der Ausführlichkeit des orthopädischen Konsiliums nachvollziehbar. Der 

orthopädische Gutachter gehe nachvollziehbar lediglich von einer mangelnden 

Dehnungsfähigkeit der ischiokruralen Muskulatur bei pseudoradikulärem Schmerzbild 

bei nicht positivem Lasègue aus. Mit ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung habe die SMAB 

AG die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers ausreichend 

berücksichtigt. Weil nicht ersichtlich sei, dass sich der Gesundheitszustand seit März 

2015 bis zur Begutachtung wesentlich verändert habe, gelte die gutachterliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzung auch rückwirkend. Für den Beschwerdeführer geeignete 

Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie 

Verpackungsarbeiten, leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, 

eine Beschäftigung an einem Empfang oder als Telefonist sowie Kurier- und leichtere 

Lieferdienste. Weil die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers mit 

der attestierten Arbeitsfähigkeit von nur noch 80% in einer adaptierten Tätigkeit bereits 

berücksichtigt worden seien, sei ein so genannter Leidensabzug nicht gerechtfertigt. 

Bei einem resultierenden Invaliditätsgrad von 32% habe der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 5).

Die Abteilungspräsidentin des Versicherungsgerichts bewilligt dem 

Beschwerdeführer am 10. Mai 2017 die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten und unentgeltliche Rechtsverbeiständung), soweit die Kosten nicht 

gemäss Schreiben vom 7. April 2017 (act. G 1.5) durch die Rechtsschutzversicherung 

gedeckt sind (act. G 6).

B.c. 

Mit Replik vom 8. Juni 2017 bestreitet der Beschwerdeführer die Ausführungen in 

der Beschwerdeantwort, wonach das Gutachten nachvollziehbar sei. Das AMDP-

B.d. 

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Erwägungen

1.  

System entspreche einem gutachterlichen Vorgehen nach dem derzeitig 

wissenschaftlich anerkannten Standard. Selbstbeurteilungen, die im AMDP-System 

zahlreich vorhanden seien, seien für eine vollständige Befunderhebung unabdingbar, 

wenn auch anerkanntermassen nicht einzig darauf abgestellt werden könne. Dass die 

psychiatrische Exploration so lange gedauert habe wie im Konsilium festgehalten und 

dass der psychiatrische Gutachter ihn ausreichend untersucht habe, sei spekulativ. Die 

Stellungnahme der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 19. Mai 2017 (act. G 8.1) 

begründe ebenfalls konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Beurteilung der SMAB-Gutachter. Der Bericht nenne konkrete, objektiv fassbare 

Aspekte, die den SMAB-Gutachtern entgangen zu sein schienen oder mit denen sie 

sich zumindest nicht befasst hätten. Die erwähnte neuropathische Komponente und 

die aktivierte Osteochondrose sowie die Nebenwirkungen der starken Medikation seien 

von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden. Die Gutachter und auch der RAD-Arzt 

hielten klar fest, dass die seit April 2014 bestehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

bejaht werde. Das Valideneinkommen sei auf Fr. 77'467.-- festzusetzen (act. G 8).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik.B.e. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.1. 

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

1.2. 

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8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und 

vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch 

unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte 

Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der 

Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 

141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und 

erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50%, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40% invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/25

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2.

Umstritten ist die Beweistauglichkeit des Gutachtens der SMAB AG Bern vom 21. 

September 2016 (IV-act. 93), welches medizinische Grundlage der angefochtenen 

Verfügung bildet.

3.  

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

1.5. 

Der Beschwerdeführer schilderte anlässlich der Begutachtung ständige, 

linksseitige Rücken-/Beinschmerzen lumbal und muskuläre Verspannungen in der 

Brust- und Lendenwirbelsäule, die er zeitweilig auch bis in den Halswirbelsäulenbereich 

verspüre. Der ins linke Bein ausstrahlende Schmerz habe einen brennenden und 

drückenden Charakter. Stehen führe zu einem Stechen im Rücken. Beim Gehen ziehe 

es über das linke Gesäss in die Kniekehle und von dort in die Ferse. Zur 

Schmerzentlastung bringe er sein komplettes Gewicht auf das rechte Gesäss und 

stütze sich mit der anderen Hand auf der Sitzfläche ab. Nebst dem Schmerz bestehe 

auch ein permanentes Taubheitsgefühl und ein "Ameisenlaufen". In der Kniekehle 

spüre er häufig ein Brennen. Die Beschwerden seien wetterabhängig (IV-act. 93-22, 32, 

43). Der Beschwerdeführer erhob sich bei der orthopädischen Begutachtung mit 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/25

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Abstützen vom Stuhl, zeigte ein hinkendes Gangbild und entlastete im Stand das linke 

Bein (IV-act. 93-24). Der neurologische Gutachter notierte, beim spontanen Gang 

werde bei grosser Schrittlänge das linke Bein etwas nachgezogen (IV-act. 93-45).

Der orthopädische Gutachter führte aus, die Rumpfmuskulatur erscheine 

dysbalanciert, das Aufrichten aus der Rückenlage in den Langsitz erfolge mit 

Abstützung. Die Rückenstrecker seien hyperton, insbesondere bestehe eine 

Druckschmerzhaftigkeit in den Segmenten L4/5 und L5/S1 beidseits. Die 

Dehnungsfähigkeit der ischiokruralen Muskulatur sei diskret eingeschränkt, die 

Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei endgradig schmerzhaft eingeschränkt, 

insbesondere bestehe eine deutliche Einschränkung der Inklinationsfähigkeit. Die 

Einnahme des Langsitzes auf der Untersuchungsliege gelinge schmerzbedingt nicht 

(IV-act. 93-25). Lasègue und Bragard seien beidseits negativ. Es stelle sich ein Pseudo-

Lasègue links bei 50° und rechts bei 60° positiv dar (IV-act. 93-26). Bis auf eine 

Reflexabschwächung links (ASR) lasse sich keine Defizit-Symptomatik nachweisen. Es 

handle sich vielmehr bei mangelnder Dehnungsfähigkeit der ischiokruralen Muskulatur 

um ein pseudoradikuläres Schmerzbild. Es werde fortbestehend eine Rest/

Rezidivbandscheibe mit narbiger, rezessiver Ummauerung der Nervenwurzel S1 links 

und potentieller rezessaler Kompression beschrieben (vgl. auch MRI-Befund vom 

6. Mai 2016, IV-act. 93-67). Das angegebene eingeschränkte Gehleistungsvermögen 

lasse sich bei freier Funktion der unteren Extremitätengelenke, regelrechter 

Kraftentwicklung der Beinmuskulatur bei seitengleichen Beinumfängen nicht erklären. 

Aus orthopädischer Sicht erkläre die Bildgebung wiederkehrende Rückenschmerzen 

(IV-act. 93-27 f.). Der neurologische Gutachter legte dar, der Beschwerdeführer 

beklage keine akut oder subakut einschiessenden Parästhesien in das linke Bein, wie 

es für eine Radikulopathie typisch sei. Bei der Prüfung des Lasègue-Zeichens werde 

sowohl im Liegen als auch im Sitzen ein Ziehen im unteren Beckenrand links 

angegeben. Der Lasègue sei auf beiden Seiten jedoch als negativ zu beurteilen (IV-

act. 93-45). Auffällig am ganzen Krankheitsverlauf sei die totale Unbeeinflussbarkeit der 

Beschwerden durch die verschiedenen Therapiemassnahmen. Neurologisch finde man 

als einzigen Befund eine Differenz beim Achillessehnenreflex, welcher rechts normal 

und links wohl als Folge der Operation abgeschwächt sei und weder mit den geklagten 

Beschwerden noch mit der Arbeitsfähigkeit zusammenhänge. Die detailliert geprüfte 

Motorik sei überall normal, das gezeigte Hinken gehöre zu einer nicht organischen 

Pathologie. Die Symptomatik entspreche einem pseudoradikulären Bild. Die im MRI 

vom 6. Mai 2016 abgebildeten Befunde seien für das Beschwerdebild nicht 

verantwortlich (IV-act. 93-46).

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/25

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Dr. med. O.___, Arzt der Klinik für Neurochirurgie des KSSG, hielt im Bericht vom 

8. Februar 2017 fest, die Diagnose eines chronischen Schmerzsyndroms mit gemischt 

nozizeptiv-neuropathischen Schmerzen sei bestätigt worden. In einer MRI der LWS 

vom 29. November 2016 habe sich neben den narbigen Veränderungen um die Wurzel 

S1 links eine kleinvolumige Rest- oder Rezidivhernie gezeigt. Sollten die konservativen 

interdisziplinären Massnahmen mittel- oder längerfristig keine Wirkung zeigen, stünde 

entweder die Revisionsoperation der kleinen Rezidivhernie oder die Implantation eines 

Rückenmarkstimulators zur Linderung der S1-neuropathischen Symptomatik zur 

Diskussion. Aufgrund der persistierenden gemischten nozizeptiv-neuropathischen 

Schmerzen im Bein bzw. aufgrund des aktuellen klinischen Zustandes und des 

radiologischen Befundes sei der Beschwerdeführer in einer rückenschonenden 

Tätigkeit 50% arbeitsfähig (50%-ige zeitliche Beschäftigung; IV-act. 110-4 f.). Die 

Stellungnahme der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 19. Mai 2019 (act. G 8.1) 

bestätigt die gutachterliche Diagnose hinsichtlich des Vorliegens einer Rest/

Rezidivbandscheibenhernie LWK 5/SWK 1 mit residueller Wurzelirritation S1 und 

ergänzt sie bezüglich des Vorliegens einer neuropathischen Komponente und einer 

aktivierten Osteochondrose L5/S1. Der behandelnde Neurologe führt aus, das 

Wurzelreizsyndrom S1 sei auch im Verlauf der ganzen Krankengeschichte konsistent: 

keiner von den intervidierenden Ärzten habe die Beinschmerzen anders als eine 

Reizsymptomatik S1 je beschrieben. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund der neuropathischen Beschwerdekomponente die 

Medikamente Neurontin (Wirkstoff: Gabapentin, u.a. gegen neuropathische Schmerzen, 

vgl. www.compendium.ch) und Trittico erhalte (Stand Februar 2017), deren 

(Neben-)wirkung die Arbeitsfähigkeit zusätzlich reduzieren könne. Die von den 

Gutachtern attestierte Arbeitsfähigkeit von 80% erscheine extrem optimistisch 

(act. G 8.1).

3.3. 

Erstmals hatte Dr. D.___ im Bericht vom 1. September 2014 festgehalten, der 

Beschwerdeführer "habe eine klare L5-Radikulopathie, auch im Sinne von 

neuropathischen Beschwerden" (IV-act. 12-6). Im Assessmentbericht des Medbase 

Schmerzprogramms vom 5. Mai 2015 war eine Medikation mit Gabapentin 2 bis 3 x 

300 mg vermerkt worden (IV-act. 41-9), was ebenfalls darauf schliessen lässt, dass 

schon zum damaligen Zeitpunkt vom Vorhandensein einer neuropathischen 

Schmerzkomponente ausgegangen wurde. Die Ärzte der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG hatten im Bericht 

vom 27. Mai 2015 ausgeführt, von einer erneuten Operation (Re-Dekompression bzw. 

Re-Sequesterektomie L5/S1 links) sei im besten Falle eine Beschwerdeverbesserung 

der S1ner-Klinik links zu erwarten. Wäre für den Beschwerdeführer auch der 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/25

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Kreuzschmerz problematisch, müsste man über eine TLIF-Versorgung L5/S1 von links 

nachdenken (IV-act. 55). Dem orthopädischen und dem neurologischen Gutachter war 

folglich bekannt, dass die behandelnden Ärzte des KSSG (bezüglich der 

Schmerzausstrahlungen ins linke Bein) von einer neuropathischen 

Schmerzkomponente ausgingen und zu einer erneuten Operation rieten. Die nach der 

Begutachtung verfassten Berichte von Dr. O.___ vom 8. Februar 2017 (IV-act. 110-4 f.) 

und vom 19. Mai 2017 (act. G 8.1) beantworten im Wesentlichen die Frage, ob die im 

MRI vom 30. April 2015 (IV-act. 37) und vom 6. Mai 2016 (IV-act. 93-65) sichtbare 

Kompression bzw. Affektion der Nervenwurzel S1 die vom Beschwerdeführer 

geschilderten ins linke Bein ausstrahlenden Schmerzen zu erklären vermag, 

abweichend von den Gutachtern.

Dr. O.___ verweist zur Objektivierung auf die Konsistenz der Beurteilung im Verlauf 

der Krankengeschichte (act. G 8.1). In diesem Zusammenhang ist auch auf den 

(undatierten) Verlaufsbericht der Physiotherapeutin hinzuweisen, wonach der 

Beschwerdeführer die Schmerzen dermatombezogen und sehr präzise beschreibe (IV-

act. 93-61). Demgegenüber kam der orthopädische Gutachter gestützt auf die klinische 

Untersuchung zusammengefasst zum Schluss, es bestehe ausschliesslich ein 

abgeschwächter ASR-Reflex links, welcher nicht zu objektivieren vermöge, dass die im 

MRI sichtbare Irritation der Nervenwurzel S1 die vom Beschwerdeführer geklagten 

Beschwerden verursache. Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die 

Untersuchung durch den orthopädischen Gutachter sei nicht lege artis erfolgt. Er 

verweist dazu auf die in vorgängigen und nachträglichen Untersuchungen 

abweichenden Ergebnisse des Lasègue-Tests sowie darauf, dass die Untersuchung 

nicht wie im Gutachten angeführt 120, sondern lediglich 60 bis 90 Minuten gedauert 

habe. Ein positives Lasègue-Zeichen liegt vor, wenn die Anhebung des gestreckten 

Beines einen blitzartig einschiessenden Schmerz in Gesäss und Bein verursacht und 

weist vor allem auf einen Bandscheibenvorfall hin (Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl., Berlin 2017, S. 1020). Der Test war am 20. Januar 2015 positiv 

ausgefallen (Bericht Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, KSSG, vom 21. Januar 2015, IV-act. 54). Auch im Medbase-

Assessment wurde ein beidseits positives Ergebnis erhoben mit Angabe von Brennen 

im Gesäss links beim Heben des linken Beines (SLR [Straight leg raise], IV-act. 41-9). 

Der orthopädische Gutachter notierte einen beidseits negativen Lasègue und einen 

Pseudo-Lasègue bei 50° links und bei 60° rechts (IV-act. 93-26). Der neurologische 

Gutachter protokollierte, bei der Prüfung des Lasègue-Zeichens werde sowohl im 

Liegen als auch im Sitzen ein Ziehen am hinteren Beckenrand angegeben. Der Lasègue 

sei auf beiden Seiten jedoch als negativ zu beurteilen (IV-act. 93-45). Am 6. Dezember 

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/25

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4.  

2016 vermerkte die Klinik für Neurochirurgie einen "Lasègue endgradig nur mit 

Kreuzschmerzen positiv". Die Testergebnisse sind offenbar nicht eindeutig. Die 

Darstellung der orthopädischen Anamnese und Befunde entspricht dem für MEDAS-

Gutachten üblichen Umfang und Detailliertheitsgrad und lässt nicht darauf schliessen, 

dass die Untersuchung nicht lege artis erfolgt sein soll. Sodann kam auch der 

neurologische Gutachter zum Schluss, dass keine radikuläre Beschwerdekomponente 

vorliege und begründete dies nicht nur mit dem negativ ausgefallenen Lasègue-Test, 

sondern auch mit dem Charakter der beschriebenen Beschwerden (keine akut oder 

subakut "einschiessenden" Parästhesien). Somit ist zwar durch die MRI-

Untersuchungen eine Reizung der Nervenwurzel S1 durch die Rest-/ Rezidivhernie 

bzw. das durch die Operation entstandene Narbengewebe bildgebend objektiviert, und 

die gestellte Indikation für eine erneute Operation zeigt, dass der behandelnde 

Dr. O.___ davon ausgeht, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen 

Ausstrahlungen ins linke Bein und die dadurch verursachten Schwierigkeiten beim 

Gehen und Stehen durch die besagte Wurzelirritation verursacht werden. Klinisch 

liessen sich diese Beschwerden indes nicht objektivieren. Sie schränken daher die 

invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsfähigkeit nicht ein, denn massgebend 

hierfür sind die klinischen Auswirkungen eines bildgebenden oder apparativen 

Befundes. Was die von Dr. O.___ weiter angeführte Osteochondrose L5/S1 anbelangt 

(act. G 8.1), ist diese bereits im MRI-Befund vom 30. April 2015 dokumentiert (IV-

act. 37) und wurde vom orthopädischen Gutachter berücksichtigt, wenn auch nicht 

kommentiert (vgl. IV-act. 93-21). Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass es 

sich bei den Berichten der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates bzw. der Klinik für Neurochirurgie des KSSG um von den 

Gutachtern abweichende diagnostische Beurteilungen handelt, nicht aber um 

objektivierte medizinische Aspekte, die von den Gutachtern nicht (ausreichend) 

berücksichtigt wurden und schliesslich eine andere (tiefere) Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würden. Zudem stimmen die vom neurologischen und 

orthopädischen Experten anlässlich der Begutachtung erhobenen Befunde überein, 

was die Beweistauglichkeit noch verstärkt.

Der psychiatrische Gutachter erhob anamnestisch, der Versicherte verneine 

jegliche psychische Mitverursachung seiner Beschwerden und mehrfach Auswirkungen 

seiner Beschwerden auf seine Psyche. Die von der Medbase im Mai 2015 

angenommene Angst und Depression seien für ihn überhaupt nicht nachvollziehbar. 

Sein Verhalten gegenüber seinem sozialen Umfeld habe sich nicht verändert, er sei vor 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/25

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allem nicht gereizt oder aggressiv. Nur wenn er Schmerzen habe, wolle er seine Ruhe 

haben (IV-act. 93-35).

Der Beschwerdeführer rügt eine unzureichende Befunderhebung. Gemäss den 

Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen 

Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP hat die Untersuchung im 

Rahmen des Gutachtens ausführlich und für die geklagten Beschwerden sowie für die 

Fragestellung umfassend zu sein. Ein ausführlicher klinisch-psychiatrischer Befund ist 

obligatorisch, einschliesslich einer Beschreibung vorhandener psychopathologischer 

Befunde unter Verwendung des AMDP-Systems. Erläuternd wird weiter ausgeführt, 

das klassische AMDP-System (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation 

in der Psychiatrie 2016) werde zur allgemeinen (orientierenden) Befunderhebung 

empfohlen (G. Ebner, E. Colomb, R. Mager, R. Marelli, F. Rota, Qualitätsleitlinien für 

versicherungspsychiatrische Gutachten - Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie 

und Psychotherapie SGPP, SZS 05/201, S. 454). Die genannten Qualitätsrichtlinien 

haben nicht verbindlich-behördlichen Charakter, sondern formulieren den fachlich 

anerkannten Standard für eine sachgerechte, rechtsgleiche psychiatrische 

Begutachtungspraxis in der Schweiz (Urteil des Bundesgerichts vom 12. September 

2017, 8C_433/2017, E. 3.4.1). Der psychiatrische Befund umfasst die Bereiche 

Erscheinen, Äusseres, Kontaktverhalten, Aufmerksamkeit und Konzentration, 

Orientierung, Denken, Sprache, Sprechen und Wahrnehmung, Gedächtnis, Ich-

Bewusstsein, Intelligenz, Wille und Antrieb, Psychomotorik, Affektivität, Zwänge und 

Phobien, Persönlichkeit, Realitätsorientierung, Motivation und Grundbedürfnisse (IV-

act. 93-35 ff.) und hat einen Umfang von zwei Seiten. Die Befundwiedergabe entspricht 

auch hier dem für MEDAS-Gutachten Üblichen und ist nicht zu beanstanden und lässt 

überdies zusammen mit der dokumentierten Anamnese eine lediglich zehn- bis 

fünfzehnminütige Dauer des Untersuchungsgesprächs nicht plausibel erscheinen. 

Entgegen der Annahme des Beschwerdeführers wird sodann im Gutachten nicht eine 

Untersuchungsdauer von 60 Minuten festgehalten, sondern einzig der für das 

Gutachten verwendete Zeitaufwand (vgl. IV-act. 93-35). Im Übrigen unterliegt die Dauer 

der Untersuchung grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum des 

Experten; massgebend ist in erster Linie, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im 

Ergebnis schlüssig ist (Urteile des Bundesgerichts vom 12. September 2017, 

8C_433/2017, E. 3.4.1, vom 11. Mai 2010, 9C_246/2010, E. 2.2.2 und vom 

6. November 2009, 9C_664/2009, E. 3).

4.2. 

Der psychiatrische Gutachter führte aus, konkrete psychische Symptome mit 

Krankheitswert fänden sich in den vorliegenden Unterlagen nicht und seien beim 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/25

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Beschwerdeführer auch nicht zu erfragen. Zwar falle sein erheblicher Widerstand 

gegen eine mögliche psychiatrische bzw. psychische Mitverursachung für die 

Wahrnehmung der Intensität seiner Beschwerden und die Möglichkeit von psychischen 

Folgen der zweijährigen Krankheitsgeschichte bei ihm auf. Dennoch seien seine 

Angaben schlüssig und konsistent und somit glaubhaft. Auch der psychopathologische 

Querschnitt im Rahmen der Exploration lasse keinerlei Auffälligkeiten mit 

Krankheitswert erkennen (IV-act. 93-37 f.). Der psychiatrische Experte äussert sich 

allerdings nicht dazu, weshalb keine andauernde somatoforme Schmerzstörung 

vorliege. Bei der somatoformen Schmerzstörung ist die vorherrschende Beschwerde 

ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen 

Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Er tritt in 

Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, die 

schwer genug sein sollten, um als entsprechender ursächlicher Faktor gelten zu 

können (H. Dilling/H.J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation 

psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 195). Hinweise für eine Konflikt- oder 

Belastungssituation, welche die Schmerzen ausgelöst haben könnte, lassen sich den 

Akten nicht entnehmen. Insofern erscheint nachvollziehbar, dass die Diagnose nicht 

gestellt wurde.

Zum funktionellen Schweregrad führt der Gutachter aus, psychiatrisch relevante 

Befunde könnten nicht genannt werden. Ein Ansatz für eine psychiatrische Behandlung 

sei nicht feststellbar und werde vom Beschwerdeführer abgelehnt. Er nehme 

regelmässig physiotherapeutische Behandlung in Anspruch und habe auch 

Therapieansätze auf eigene Kosten durchgeführt. Solange es nicht zu einer subjektiv 

wesentlichen Besserung der Schmerzsymptomatik bzw. Schmerzwahrnehmung beim 

Versicherten komme, dürften Eingliederungsversuche nicht erfolgreich sein (IV-

act. 93-38). Der Beschwerdeführer empfindet seine Schmerzen als invalidisierend. Er 

benutzt nach eigener Aussage Gehstöcke (IV-act. 93-22, 23, 43) und sei nicht in der 

Lage, die dreijährige Tochter zu betreuen (IV-act. 93-34). Die Schmerzintensität sei sehr 

hoch (IV-act. 93-22). Trotz Infiltrationen und einem Sakralblock habe keine Linderung 

erzielt werden können (IV-act. 93-23, 33; vgl. auch IV-act. 93-46, wo der neurologische 

Gutachter die Unbeeinflussbarkeit der Beschwerden durch verschiedene 

Therapiemassnahmen als auffällig bezeichnete). Subjektiv ist somit von einem hohen 

funktionellen Schweregrad auszugehen. Invalidenversicherungsrechtlich sind jedoch 

rein subjektive Beschwerden nicht ausreichend, vielmehr sind auch Beschwerden ohne 

objektivierendes organisches Korrelat nur insoweit massgebend, als sie einer 

fachärztlich gestellten Diagnose zugeordnet werden können (vgl. BGE 131 V 50, E. 1.2; 

BGE 130 V 399 E. 5.3.2 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

4.4. 

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8C_1/2016, E. 4.3). Daran fehlt es vorliegend (noch) weitgehend. Insbesondere wurde 

keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder eine Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. Folglich können die geklagten 

Beschwerden für die Beurteilung des funktionellen Schweregrads lediglich 

berücksichtigt werden, soweit sie gemäss orthopädischem Gutachten objektiviert sind. 

Dies betrifft die Rückenschmerzen, nicht aber die Beschwerden im linken Bein (IV-

act. 93-28; vgl. auch Stellungnahme der Gutachter vom 30. Dezember 2016, IV-

act. 105-1). Die Persönlichkeit des Beschwerdeführers wird vom psychiatrischen 

Gutachter als unauffällig beschrieben (IV-act. 93-37), was nachvollziehbar erscheint, da 

sich in den medizinischen Akten keine dagegen sprechenden Anhaltspunkte finden. 

Weitere somatische (und auch psychische) Komorbiditäten liegen nicht vor (IV-

act. 93-39). Daran ändern auch die Angaben der Psychologin im zuhanden der 

Krankentaggeldversicherung erstellten Assessment bei der Medbase nichts. Zumal das 

Assessment keine Qualität eines versicherungsmedizinischen Gutachtens hat und die 

Einschätzung auch nicht von einer Arztperson vorgenommen wurde. Zu den 

Ressourcen lässt sich dem psychiatrischen Gutachten Folgendes entnehmen: Die 

Integration in seine Wahlheimat Schweiz sei dem Beschwerdeführer gelungen. Er 

verfüge über gute Ressourcen in den komplexen Realitätsprüfungen, der 

Urteilsbildung, der Beziehungsfähigkeit, der Kontaktgestaltung und der 

Interaktionskompetenz. Eine Beeinträchtigung der Affektstörung (richtig wohl: des 

Affekts) liege nicht vor. Selbstwertregulation, Intentionalität, Antrieb und 

Regressionsfähigkeit seien ausreichend erhalten. Der Beschwerdeführer sei durchaus 

in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren. In Anlehnung an die Mini-ICF sei er aus 

psychiatrischer Optik in der Lage, jegliche seinem Ausbildungs- und Kenntnisstand 

angemessene Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verrichten. Das soziale 

Umfeld sei intakt und werde von ihm gepflegt (IV-act. 93-39). Der geschilderte soziale 

Rückzug bzw. das gegenüber früher reduzierte Aktivitätsniveau erklärt sich mit der 

subjektiven Beschwerdesymptomatik (IV-act. 93-39). Der Beschwerdeführer 

beantwortete die vom psychiatrischen Gutachter gestellten Fragen offen und ohne 

erkennbare Vorbehalte mit unauffälliger Antwortlatenz. Es hätten sich keine Hinweise 

auf Aggravation oder Simulation ergeben (IV-act. 93-35). Der Leidensdruck sei spürbar, 

der Beschwerdeführer fordere medizinische Therapievorschläge ein; lediglich eine 

erneute Operation lehne er ab (IV-act. 93-39). Die stationäre Reha in der Rehaklink 

I.___hat er jedoch aus nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen bzw. wegen einer rein 

subjektiv empfundenen Verstärkung der Schmerzproblematik abgebrochen (IV-act. 79). 

Diskrepanzen zwischen den vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden 

einerseits und seinen geschilderten Aktivitäten andererseits sowie zwischen einzelnen 

Aktivitätsbereichen sind im ganzen Aktenverlauf nicht erkennbar. Die Konsistenz der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/25

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5.

Nach dem Gesagten beruht das Gutachten auf ausreichenden Abklärungen und 

berücksichtigt die geklagten Beschwerden und vorhandenen Akten in genügender 

Weise. Es orientiert sich am strukturierten Beweisverfahren bzw. an den dafür 

massgebenden Standardindikatoren. Dass die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von 80% 

attestieren, wogegen der behandelnde Dr. O.___ diese auf lediglich 50% schätzt, 

erscheint nachvollziehbar, da Letzterer auch die lediglich subjektiven Beschwerden 

berücksichtigt, die von den Gutachtern diagnostisch nicht objektiviert werden konnten 

(namentlich die ausstrahlenden Schmerzen im linken Bein). Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer diverse Behandlungsmöglichkeiten nach wie vor nicht ausschöpft. 

Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin bei der Würdigung der Einschätzungen 

behandelnder und begutachtender Ärzte der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 

wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte nicht nur in der Funktion als Hausärzte 

sondern auch als spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen im Hinblick auf ihre 

auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 

8C_295/2017, E. 6.4.2, mit weiteren Verweisen). Sie stehen in auftragsrechtlichem 

Verhältnis zur versicherten Person. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer 

den abschliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden 

objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes (BGE 135 V 470, E. 4.5). Das 

Gutachten der SMAB AG Bern vom 21. September 2016 ist somit beweistauglich. 

Damit ist in einer körperlich leichten Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 

10 kg in Wechselbelastung (Sitzen, Gehen, Stehen) von einer Arbeitsfähigkeit von 80% 

auszugehen (IV-act. 93-12, 28).

6.  

geltend gemachten Schmerzen wird auch vom behandelnden Dr. O.___ hervorgehoben 

(act. G 8.1). Erst recht ist im Umfang, in dem sie klinisch objektivierbar sind, von 

gegebener Konsistenz bzw. von einer gleichmässigen Einschränkung des 

Aktivitätsniveaus in allen Lebensbereichen auszugehen (vgl. für den psychiatrischen 

Bereich IV-act. 93-39).

Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG begann vorliegend im April 2014 (IV-

act. 10-8 ff.; IV-act. 9) und war entsprechend (frühestens) im April 2015 vollendet. Der 

Beschwerdeführer meldete sich im August 2014 zum Leistungsbezug an, so dass die 

6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/25

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sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG zu jenem Zeitpunkt bereits erfüllt 

war. Ein allfälliger Rentenanspruch besteht somit ab 1. April 2015.

Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit führte 

der orthopädische Gutachter aus, der Beschwerdeführer sei seit April 2014 fortlaufend 

zu 100% arbeitsunfähig. Mit der aktuellen Begutachtung könne ein Radikulärsyndrom 

ausgeschlossen werden, so dass ab dem Begutachtungszeitpunkt eine andere 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erfolge. Für den retrospektiven Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit gelte das zuvor Gesagte (IV-

act. 93-13, 28 f.). Damit besagt der Gutachter im Wesentlichen, dass im Zeitpunkt der 

Begutachtung in Abweichung zu früheren Beurteilungen keine die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigende radikuläre Symptomatik bestand. Er beantwortet damit aber die 

Frage nicht, wie es sich damit bis zur Begutachtung verhielt. Von einer weiteren 

Abklärung der retrospektiven Arbeitsfähigkeit sind keine schlüssigen Ergebnisse mehr 

zu erwarten, so dass bezüglich der retrospektiven Arbeitsfähigkeit auf die 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte abzustellen ist. Dr. G.___ attestierte dem 

Beschwerdeführer für die bisher ausgeübte Tätigkeit am 9. November 2015 eine seit 

23. April 2014 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 57-4). RAD-Arzt 

Dr. H.___ führte in seiner Stellungnahme vom 17. Mai 2016 aus, aufgrund der 

vorliegenden Unterlagen könnten der Gesundheitszustand, der Erkrankungsverlauf und 

die Arbeitsfähigkeit nicht konklusiv beurteilt werden (IV-act. 84). Zur Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit äusserte sich einzig Dr. O.___ im Bericht vom 8. Februar 

2017 und schätzte diese auf 50% (IV-act. 110-4 f.). Er begründete dies (unter anderem) 

mit den persistierenden gemischten nozizeptiv-neuropathischen Schmerzen im Bein. 

Diese hat der orthopädische Gutachter bei seiner Einschätzung mangels klinischer 

Objektivierbarkeit nicht berücksichtigt (vgl. auch die entsprechenden Ausführungen 

dazu in E. 3.5, letztes Drittel). Zwar ist eine Änderung des Gesundheitszustandes 

zwischen dem 1. April 2015 und der Begutachtung im August 2016 aus den Akten nicht 

ersichtlich. Dennoch ist aufgrund dessen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter ausdrücklich erst ab dem Begutachtungszeitpunkt gilt, rückwirkend mit 

Dr. O.___ davon auszugehen, dass die radikuläre Schmerzsymptomatik zunächst 

objektivierbar war und die Arbeitsfähigkeit auf 50% beschränkte. Eine höhere 

Arbeitsfähigkeit in rückenadaptierten Tätigkeiten bleibt indes beweislos. 

Zusammenfassend ist daher vom 1. April 2015 bis zum Zeitpunkt der Begutachtung im 

August 2016 von einer 50%-igen und ab dem Zeitpunkt von einer 80%-igen 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auszugehen.

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/25

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7.  

Auf die rückwirkende Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten 

Invalidenrente sind die für die Rentenrevision geltenden Normen (Art. 17 ATSG i.V.m. 

Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis, BGE 109 V 

125 E. 4a). Wird rückwirkend eine derartige Rente zugesprochen, sind daher einerseits 

der Moment des Rentenbeginns und andererseits der in Anwendung der 

Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende Zeitpunkt der 

Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden zeitlichen Vergleichsgrössen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2010, 8C_468/2010, E. 2, sowie 

vom 25. Mai 2010, 8C_834/2009, E. 2 mit Hinweis). Ist, wie vorliegend, auf Grund eines 

Gutachtens überwiegend wahrscheinlich, dass sich der Gesundheitszustand 

verbessert hat, nicht aber ersichtlich, in welchem Zeitpunkt diese Besserung 

stattgefunden hat, so kann es sich jedoch rechtfertigen, die Rente bereits auf den 

Zeitpunkt der Begutachtung hin herabzusetzen oder aufzuheben (Urteile des 

Bundesgerichts vom 16. Mai 2019, 9C_687/2018, E. 2, und vom 10. Februar 2012, 

8C_670/2011, E. 5.1 mit Hinweisen).

6.3. 

Das Einkommen des Beschwerdeführers betrug ab 1. Januar 2014 Fr. 77'467.-- 

(13 x Fr. 5'959.--, Lohnjournal, IV-act. 10-25). Da unbestritten anzunehmen ist, dass er 

im Gesundheitsfall weiterhin an seinem damaligen Arbeitsplatz geblieben wäre, 

entspricht dies dem Valideneinkommen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 

2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren Verweisen).

7.1. 

 7.2. 

Für die Berechnung des Invalideneinkommens ist vom Durchschnittseinkommen, 

Kompetenzniveau 1, Männer gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes 

für Statistik (BFS) auszugehen. Es beträgt für das Jahr 2014 Fr. 66'453.-- 

(Informationsstelle AHV/IV, IV 2019, Bern 2019, Anhang 2).

7.2.1. 

Vom 1. April 2015 bis 30. August 2016 beträgt das Invalideneinkommen bei 

50%-iger Arbeitsfähigkeit Fr. 33'227.--. Aufgrund teilzeitlicher Tätigkeit ist ein 

Tabellenlohnabzug von 6% (1 - [Fr. 5'714.-- : Fr. 6'069.--]) zu gewähren (vgl. BFS, 

Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, 

2014, Männer ohne Kaderfunktion, Pensum 50% - 74%). Ein weiterer 

Tabellenlohnabzug lässt sich nicht begründen, da die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen vollumfänglich in die Arbeitsfähigkeitsschätzung eingeflossen sind 

und auch keine invaliditätsfremden Faktoren wie fortgeschrittenes Alter, fehlende 

7.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/25

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8.  

Integration etc. vorliegen, welche sich lohnsenkend auswirken. Somit beträgt das 

Invalideneinkommen für diesen Zeitabschnitt Fr. 31'233.-- (0,94 x Fr. 33'227.--). Bei 

einem Valideneinkommen von Fr. 77'467.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 59,7% 

([Fr. 77'467.-- - Fr. 31'233.--] : Fr. 77'467.--). Der Beschwerdeführer hat vom 1. April 

2015 bis 31. August 2016 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (zur Rundung: BGE 130 V 

123 f., E. 3.2 f.).

Ab 1. September 2016 beläuft sich das Invalideneinkommen bei 80%-iger 

Arbeitsfähigkeit auf Fr. 53'162.-- (0,8 x Fr. 66'453.--). Ein Teilzeitabzug ist nicht 

geschuldet, da gemäss orthopädischem Gutachten nicht die zumutbare Arbeitszeit, 

sondern das Rendement vermindert ist (IV-act. 93-28; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. April 2018, 9C_833/2017, E. 5.3). Der Invaliditätsgrad beträgt somit 31 % 

([Fr. 77'467.- - Fr. 53'162.-] : Fr. 77'467.--). Ab 1. September 2016 besteht daher kein 

Rentenanspruch mehr.

7.2.3. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in teilweiser Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer befristet vom 1. April 2015 bis 

31. August 2016 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung 

und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

8.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Da die 

Beschwerde lediglich teilweise betreffend einen rückwirkenden befristeten 

Rentenanspruch gutgeheissen wird und die verbleibende Erwerbsdauer noch lange ist, 

ist von einem Obsiegen zu einem Viertel auszugehen. Dem teilweisen Obsiegen 

entsprechend bezahlt die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von 

Fr. 150.-- und der Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 450.--. Zufolge unentgeltlicher 

Rechtspflege ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung seines Anteils an der 

Gerichtsgebühr zu befreien.

8.2. 

bis

Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf 

eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen 

8.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/25

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer befristet vom 1. April 2015 bis 31. August 

2016 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.

Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bezahlen die Beschwerdegegnerin im Umfang von 

Fr. 150.-- und der Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 450.--. Der Beschwerdeführer 

wird von der Bezahlung seines Anteils an der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 450.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 875.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von einem Viertel von Fr. 3'500.--, also 

Fr. 875.--, als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 

somit eine Parteientschädigung von Fr. 875.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die restlichen 

Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers, soweit diese nicht durch die 

Rechtsschutzversicherung gedeckt sind (vgl. act. G 1.5 und act. G 6). Die bei 

vollständigem Obsiegen zu gewährende zusätzliche Parteientschädigung von 

Fr. 2'625.-- wird zu 30%, d.h. im Betrag von Fr. 787.50 von der 

Rechtsschutzversicherung übernommen (act. G 1.5). Der verbleibende Anteil des 

Honorars von Fr. 1'837.50 ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des 

Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 1‘470.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

8.4. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

8.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/25

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4.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 1'470.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.07.2019
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Der Beschwerdeführer leidet an einer Rest-bzw. Rezidivhernie nach mikrochirurgischer Operation L5/S1. Gemäss MEDAS-Gutachten sind die angegebenen starken, gehbehindernden Ausstrahlungen ins linke Bein mit dem bildgebenden Befund nicht erklärbar und klinisch nicht objektivierbar und können keiner Diagnose zugeordnet werden. Daher sind invalidenversicherungsrechtlich lediglich die orthopädisch objektivierten Kreuzschmerzen zu berücksichtigen. Gemäss beweiskräftigem Gutachten begründen sie eine Arbeitsfähigkeit in rückenadaptierten Tätigkeiten von 80%. Rückblickend sind indes die radikulären bzw. neuropathischen Beschwerden gemäss Gutachten zu beachten und begründen gemäss dem behandelnden Orthopäden eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Dies führt zu einem befristeten Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Juli 2019, IV 2017/138).

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