# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 982ee02d-6399-5e05-9f14-9cdfcc390088
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2011 D-6473/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6473-2008_2011-11-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6473/2008

U r t e i l   v om   7 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima,
Richter Yanick Felley;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Syrien,
vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 11. September 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  seine  Heimat  eigenen  Angaben  zufolge 
am 5. Oktober 2007 und gelangte am 13. Dezember 2007 via die Türkei 
und  weitere  ihm  unbekannte  Länder  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
selben Tag um Asyl nachsuchte. Am 19. Dezember 2007 erhob das BFM 
im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  seine 
Personalien und befragte ihn zu seinem Reiseweg sowie – summarisch – 
zu  seinen Ausreisegründen. Am 4. Februar  2008  befragte  ihn  das BFM 
einlässlich  zu  seinen  Asylgründen.  Im  Wesentlichen  machte  der 
Beschwerdeführer  dabei  geltend,  er  sei  im  Dorf  C._______,  Gemeinde 
D._______,  Provinz  E._______  geboren.  Als  staatenloser  Kurde 
("Ajanib")  besitze  er  in  Syrien  wenig  Rechte  und  habe  keine  guten 
Zukunftsperspektiven. Seit etwa 1996 habe er immer wieder an Newroz­
Festen  teilgenommen.  Aus  diesem  Grunde  sei  er  wiederholt  auf  den 
Posten  des  politischen  Sicherheitsdienstes  zitiert,  beschimpft,  beleidigt 
und  anschliessend  wieder  entlassen  worden.  Im  Jahre  2001  sei  seine 
Familie nach Damaskus gezogen. Anfangs des Jahres 2003 habe er sich 
in  die  Türkei  begeben,  um  sich  den  Repressalien  durch  die  syrischen 
Behörden  zu  entziehen.  In  der  Türkei  sei  er  jedoch  festgenommen und 
den  syrischen Behörden übergeben worden. Diese  hätten  ihn  zwischen 
Januar  und  Juli  2003  in  F._______  nahe  der  Stadt  G._______  wegen 
illegaler Ausreise inhaftiert. Während der Haft sei er misshandelt worden. 
Seit  dem  20. September  2003  sei  er  Sympathisant  der  im  selben  Jahr 
gegründeten  "Partei  der  demokratischen  Union"  ("Partiya  Yekitîya 
Demokrat",  PYD)  gewesen.  In  dieser  Eigenschaft  habe  er während  der 
Newrozfeierlichkeiten in einer Folkloregruppe mitgewirkt, die sich auch an 
Theateraufführungen  beteiligt  habe.  Darüber  hinaus  habe  er  an 
Kundgebungen  und  Sitzungen  der  PYD  teilgenommen.  Am  13. März 
2004  sei  er  am  Rande  der  Kundgebung  in  Damaskus,  welche  als 
Reaktion  auf  die  Unruhen  von  Qamishli  durchgeführt  worden  sei, 
verhaftet worden. Mitte Mai 2004 sei er wieder freigelassen worden. Nach 
seiner  Freilassung  habe  er  weiterhin  an  Parteisitzungen  und 
Kundgebungen  der  PYD  teilgenommen.  Wie  er  durch  einen  Freund 
erfahren habe, sei Ende September 2007 ein Mitglied der PYD, das zwei 
Tage  zuvor  eine  Parteisitzung  geleitet  habe,  an  der  auch  er  selber 
teilgenommen  habe,  von  den  syrischen  Behörden  festgenommen 
worden.  Der  Festgenommene  habe  den  heimatlichen  Behörden 
offensichtlich  die  Namen  anderer  Parteiangehöriger  verraten,  da  diese 
ihn  wenige  Tage  später  in  seinem  Elternhaus  gesucht  hätten.  Er  habe 

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sich im Zeitpunkt der behördlichen Vorsprachen jedoch bei einem Freund 
in  Damaskus  aufgehalten,  worauf  die  syrischen  Behörden  an  seiner 
Stelle  seinen  Vater  mitgenommen  und  verhört  hätten.  Wenige  Tage 
später  habe  er  Syrien  aus  Furcht  vor  einer  langen  Inhaftierung  illegal 
verlassen.

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer vier 
Fotos  von  Newroz­Feierlichkeiten  ein,  auf  denen  er  teilweise  als 
Teilnehmer einer Tanz­ beziehungsweise Theatergruppe zu erkennen ist 
(vgl. act. A2/1 i.V.m. act. A16/18 S. 3 unten).

B. 
Am 7. Juli 2008 ersuchte das BFM die Schweizer Botschaft in Damaskus 
um  Abklärung  der  Fragen,  ob  der  Beschwerdeführer,  welcher  sich  als 
Ausländer (Ajnabi) bezeichne, allenfalls die syrische Staatsangehörigkeit 
und  einen  syrischen  Reisepass  besitze,  ob  er  legal  ausgereist  sei, 
beziehungsweise ob er behördlich gesucht werde.

C. 
Mit  Schreiben  vom  31. Juli  2008  teilte  die  Schweizer  Botschaft  in 
Damaskus  dem  BFM  mit,  dass  der  Beschwerdeführer  tatsächlich 
syrischer  Ausländer  sei  und  die  der  Botschaftsanfrage  beigefügten 
Dokumente  (Personenauszug  Nr.  (…)  vom  22.  August  2004  und 
Familienregisterauszug Nr. (…) vom 1. Juli 2001) echt seien, dass er die 
Möglichkeit  gehabt  hätte,  ein  syrisches  Reisedokument  für  Ausländer 
erhältlich zu machen, dass er Syrien indessen illegal verlassen habe und 
seitens der  syrischen Behörden gesucht werde, weil  er Syrien  im Jahre 
2004 illegal zu verlassen versucht habe.

D. 
Mit  Schreiben  vom  22. August  2008  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer  die Abklärungsergebnisse  der Botschaftsantwort  vom 
31. Juli 2008 mit und räumte ihm die Gelegenheit ein, sich hierzu bis zum 
2. September 2008 zu äussern.

E. 
Mit Eingabe vom 4. September 2008  reichte der Beschwerdeführer eine 
entsprechende  Stellungnahme  ein.  Darin  hielt  er  fest,  entgegen  den 
Ausführungen  im  Botschaftsbericht  sei  es  für  Ausländer  in  Syrien  nicht 
möglich, ein syrisches Reisedokument für Ajnabi zu beantragen.

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F. 
Mit  Verfügung  vom  11. September  2008  –  eröffnet  am  12. September 
2008  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Zur 
Begründung führte das BFM namentlich aus, seine Vorbringen genügten 
den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Es treffe zwar zu, 
dass  der  syrische  Staat  staatenlosen  Kurden  staatsbürgerliche  Rechte, 
die  Möglichkeit  des  Landerwerbs  sowie  die  Ausübung  selbständiger 
Gewerbe  untersage.  Auch  hätten  diese  Personengruppen  unter 
Schikanen und wirtschaftlichen Nachteilen zu leiden. Eine asylerhebliche 
Verfolgung  der  staatenlosen  Kurden  im  Sinne  von  Art.  3  des 
Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  finde  in  Syrien 
jedoch  nicht  statt.  Den  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  könnten 
zudem  keine  Nachteile  von  asylerheblicher  Intensität  entnommen 
werden,  welche  über  die  allgemeine  schwierige  Lage  der  kurdischen 
Bevölkerungsminderheit  hinausgehen  würden.  Die  Inhaftierung  des 
Beschwerdeführers  im  Jahre  2003  wegen  illegaler  Ausreise  sowie  die 
behördliche  Suche  nach  ihm  wegen  versuchter  illegaler  Ausreise  im 
Jahre  2004  seien  in  Syrien  als  staatlich  legitime  Massnahmen 
einzustufen und daher nicht asylbeachtlich. Auch die Befürchtungen des 
Beschwerdeführers, wegen seiner Teilnahme an Newroz­Festen von den 
syrischen  Behörden  belangt  zu  werden,  erwiesen  sich  als  nicht 
asylbeachtlich,  da  die  syrischen  Behörden  längst  mit  energischen 
Massnahmen  gegen  ihn  vorgegangen  wären,  wenn  sie  seine 
diesbezüglichen  Aktivitäten  als  regimekritisch  eingestuft  hätten.  Auch 
seine  Aktivitäten  in  Syrien  zugunsten  der  PYD  hätten  längst  das 
Augenmerk der syrischen Geheimdienste erregt und zu entsprechenden 
Sanktionsmassnahmen geführt, falls er sich tatsächlich als Sympathisant 
dieser  Partei  exponiert  hätte.  Darüber  hinaus  hätten  die 
Botschaftsabklärungen  gerade ergeben,  dass  er  nicht wegen politischer 
Aktivitäten  gesucht  werde.  Gleichzeitig  verfügte  das  BFM  die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den 
Vollzug  der  Wegweisung  an.  Im  Übrigen  erscheine  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als zulässig, zumutbar und möglich.

G. 
Mit  Eingabe  vom  13. Oktober  2008  liess  der  Beschwerdeführer  mittels 
seines  Rechtsvertreters  gegen  den  Entscheid  des  BFM  vom 
11. September  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 
erheben und beantragen, die Verfügung der Vorinstanz sei vollumfänglich 
aufzuheben.  Es  sei  seine  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihm 

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Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die 
Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die 
vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Subeventualiter  sei  seine 
Staatenlosigkeit  festzustellen  und  der  angefochtene  Entscheid  im 
Wegweisungspunkt  aufzuheben.  Subsubeventualiter  sei  die  Sache  zur 
Prüfung  seiner  Staatenlosigkeit  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  und 
diese  anzuweisen,  den  Vollzug  der  Wegweisung  für  die  Dauer  des 
Verfahrens  auszusetzen.  Es  seien  im  Sinne  einer  vorsorglichen 
Massnahme  die  Vorinstanz  und  das Migrationsamt  des  Kantons  Zürich 
anzuweisen, auf Kontaktnahmen mit der heimatlichen Vertretung zwecks 
Reisepapierbeschaffung  zu  verzichten  und  dem  Gericht  unverzüglich 
mitzuteilen,  falls  solche  Kontaktnahmen  bereits  geschehen  sein  sollten. 
Im Weiteren sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Der 
Rechtsvertreter  fügte  seiner  Rechtsmitteleingabe  eine 
Unterstützungsbestätigung  der  Asyl­Organisation  H._______  vom 
25. September 2008 bei.

Zur  Begründung  seiner  Beschwerde  führte  der  Rechtsvertreter 
namentlich  aus,  soweit  die  Vorinstanz  den  Standpunkt  vertrete,  eine 
sechsmonatige  Gefängnisstrafe  wegen  illegaler  Ausreise  stelle  eine 
staatlich legitime Sanktion dar, lasse sich ein derartiger Eingriff zum einen 
nicht  mit  einem  legitimen,  das  heisst  in  grundsätzlich  allen  Staaten 
anerkannten  öffentlichen  Interesse  begründen,  zum  anderen  sei  der 
Eingriff  auch  unverhältnismässig.  Darüber  hinaus  lasse  die  Vorinstanz 
ausser  Acht,  dass  der  Beschwerdeführer  während  seiner  Haft  auch 
gefoltert  worden  sei.  Ferner  müsse  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  die 
Befürchtungen  des  Beschwerdeführers,  von  den  syrischen  Behörden 
wegen seiner Tätigkeit für die PYD verfolgt zu werden, eintreten könnten, 
als  hoch  bezeichnet  werden,  da  in  Syrien  nahezu  jeder  oppositionell 
gesinnte  Kurde  von  den  Sicherheitsbehörden  observiert  werde.  Das 
Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland habe in seinen auf dem 
Internet  aufgeschalteten  Sicherheitshinweisen  festgehalten,  dass  bei 
einer  Rückkehr  nach  Syrien  auch  länger  zurückliegende 
Gesetzesverletzungen  im  Heimatland  geahndet  werden  könnten.  Die 
zweimaligen  früheren  Festnahmen  des  Beschwerdeführers  seien  als 
weiterer  Beleg  für  ein  erhebliches  Verfolgungsrisiko  im  Falle  einer 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Syrien zu erachten. In Anbetracht 
der Tatsache, dass der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise aus Syrien 
bereits wiederholt  inhaftiert  und misshandelt worden  sei, mute  auch die 
Argumentation  der  Vorinstanz  befremdlich  an,  dass  dieser  mit 

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Bestimmtheit vom allgegenwärtigen Geheimdienst belangt worden wäre, 
wenn er sich in entsprechender Weise als Yekiti­Sympathisant exponiert 
hätte.  Darüber  hinaus  stehe  aufgrund  der  Akten  fest,  dass  der 
Beschwerdeführer  offensichtlich  zur Verhaftung  ausgeschrieben  sei  und 
erneut wegen illegaler Ausreise gesucht werde, wobei dieser Tatbestand 
nur  vorgeschoben  werde,  um  seiner  Person  habhaft  zu  werden. 
Zusätzlich  wies  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  darauf  hin, 
dass  sein  Mandant  in  der  Schweiz  schon  verschiedentlich  an 
regimefeindlichen  politischen  Kundgebungen  teilgenommen  habe  und 
reichte  in  diesem  Zusammenhang  mehrere  –  teils  im  Internet 
aufgeschaltete  –  Fotos  ein,  auf  denen  der  Beschwerdeführer  einerseits 
als  Teilnehmer  einer  Kundgebung  vom  (…)  auf  der  I._______  in 
J._______,  andererseits  als  Demonstrationsteilnehmer  vor  der  (…) 
Vertretung  in H._______  am  (…)  zu  erkennen  ist.  Schliesslich  hielt  der 
Rechtsvertreter fest, aus den Akten gehe klar hervor, dass sein Mandant 
staatenlos sei, was von der Vorinstanz in ihrem Entscheid nicht in Abrede 
gestellt werde. Mit  Blick  auf  den Grundsatz  von Treu  und Glauben  und 
das Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen hätte die Vorinstanz 
daher  die  Staatenlosigkeit  des  Beschwerdeführers  feststellen  und  von 
seiner  Wegweisung  Umgang  nehmen  müssen,  zumal  letzterer  gestützt 
auf Art. 31. Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  einen  Anspruch  auf 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gehabt hätte (vgl. auch Art. 17 Abs. 
2 AuG  i.V.m. Art.  6 Abs.  1 der Verordnung vom 24. Oktober  2007 über 
Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  [VZAE,  SR  142.201]).  Falls 
das Bundesverwaltungsgericht nicht in der Lage sein sollte, aufgrund der 
Akten über die Staatenlosigkeit des Beschwerdeführers zu befinden, sei 
die Sache zur Prüfung der Staatenlosigkeit an das BFM zurückzuweisen 
und  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  die  Dauer  des  betreffenden 
Verfahrens auszusetzen.

H. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  17. Oktober  2008  hielt  das 
Bundesverwaltungsgericht  fest,  der  Beschwerdeführer  dürfe  den 
Ausgang  seines  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Im  Weiteren 
verwies es das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  auf  einen 
späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Schliesslich  lehnte  das  Bundesverwaltungsgericht 
das  Gesuch  des  Beschwerdeführers,  die  Vollzugsbehörden  seien 

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anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dessen  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat sowie  jede Weitergabe von Daten an denselben bis zum 
Endentscheid über die Beschwerde zu unterlassen, unter Hinweis auf die 
Bestimmung  von Art.  97 Abs.  2 AsylG  ab, wies  das BFM  indessen  an, 
dem Beschwerdeführer  im Rahmen von Art. 26  ff. VwVG eine eventuell 
bereits erfolgte Weitergabe von Personendaten im Sinne von Art. 97 Abs. 
3 Bst. a­c AsylG an die zuständige ausländische Behörde offen zu legen. 
Schliesslich  lud  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zur 
Vernehmlassung ein.

I. 
Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  21. Oktober  2008 
die  Abweisung  der  Beschwerde.  Ergänzend  hielt  das  BFM  fest, 
hinsichtlich der neu geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe sei 
festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  anhand  der  eingereichten 
Gruppenfotos, welche auch im Internet abrufbar seien, kaum zu erkennen 
sei. Es erscheine daher unwahrscheinlich, dass die syrischen Behörden 
seinem schlecht erkennbaren Gesicht einen konkreten Namen zuordnen 
könnten. Ausserdem dürfte auch den syrischen Behörden bekannt sein, 
dass  viele  syrische  Staatsangehörige  versuchen  würden,  sich  in  der 
Schweiz  ein  dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie 
regimekritischen  Aktivitäten  nachgehen  würden.  Vorliegend  bestünden 
keine  Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  dass  sich  der  Beschwerdeführer 
mit  seinen  Aktivitäten  besonders  exponiert  und  so  die  Aufmerksamkeit 
der  syrischen  Behörden  auf  sich  gezogen  hätte,  weshalb  er  die 
Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfülle.

J. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  stellte  dem  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers die Vernehmlassung des BFM vom 21. Oktober 2008 
am 23. Oktober 2008 mit der Möglichkeit zur Stellungnahme zu.

K. 
Mit  Eingabe  vom  5. November  2008  nahm  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers zur Vernehmlassung des BFM vom 21. Oktober 2008 
Stellung.  Dabei  hielt  er  namentlich  fest,  entgegen  der  Ansicht  der 
Vorinstanz  sei  die  politische  Motivation  ihres  Mandanten  sehr  wohl 
aufrichtig,  da dieser bereits  vor der Flucht aus Syrien Sympathisant der 
Yekiti­  Partei  gewesen  sei  und  sich  regimekritisch  eingesetzt  habe. Die 
Vorinstanz  verkenne  überdies,  dass  eine  politische  Exilaktivität 

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unabhängig  von  der  Motivation  immer  eine  Schädigung  des  Ansehens 
der  syrischen  Regierung  im  Ausland  und  –  bei  Bekanntwerden  der 
exilpolitischen Aktivitäten in Syrien – auch dortselbst zur Folge habe, was 
den syrischen Repressionsapparat gewiss nicht dazu verhalte, zwischen 
echten  und  falschen  Exilaktivisten  zu  unterscheiden.  Ganz  abgesehen 
davon habe die  vormalige Schweizerische Asylrekurskommission  (ARK) 
in  einem  publizierten  Entscheid  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr. 7)  klar 
zum  Ausdruck  gebracht,  dass  die  Motivation  exilpolitischer  Aktivität  für 
die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  letztlich  irrelevant  sei.  Im 
Weiteren  müsse  aufgrund  der  früheren  politischen  Aktivitäten  des 
Beschwerdeführers  in  Syrien  sowie  der  Tatsache,  dass  dieser  bereits 
durch  seine  halbjährige  Inhaftierung  wegen  illegaler  Ausreise  und  eine 
spätere zweimonatige Haft nach dessen Teilnahme an einer Kundgebung 
in  Damaskus  die  Aufmerksamkeit  der  syrischen  Behörden  auf  sich 
gezogen  habe,  angenommen  werden,  dass  auch  dessen  exilpolitische 
Aktivitäten  in  der  Schweiz  zur  Kenntnis  der  heimatlichen  Behörden 
gelangt  seien.  Da  die  syrischen  Behörden  den  Beschwerdeführer 
aufgrund  der  vorinstanzlich  unbestritten  gebliebenen  Inhaftierungen  in 
Syrien  erkennungsdienstlich  erfasst  hätten,  sei  es  diesen  ein  Leichtes, 
ihn  auch  als  Teilnehmer  an  politischen  Anlässen  in  der  Schweiz  zu 
identifizieren,  zumal  sich unter die Aktivisten und Parteimitglieder  in der 
Schweiz auch Spione der syrischen Regierung beziehungsweise Spitzel 
eingeschlichen haben dürften.

L. 
Mit Begleitschreiben vom 20. November 2008 reichte der Rechtsvertreter 
ein  offizielles  Schreiben  der  europäischen  Sektion  der  PYD  vom 
17. Oktober 2008 zu den Akten, worin dessen Mitgliedschaft in der Partei 
und deren aktive Unterstützung bestätigt werden.

M. 
Mit Begleitschreiben vom 17. Juni 2009 reichte der Rechtsvertreter unter 
anderem drei Fotos von einer Kundgebung in H._______ am (…) ein, auf 
denen sein Mandant mit  einer Fahne der PYD marschierend abgebildet 
sei,  wobei  davon  auszugehen  sei,  dass  seine  Teilnahme  auch 
staatstreuen Beobachtern aufgefallen sei. An besagter Kundgebung habe 
der Beschwerdeführer auch zwei verschiedene Flugblätter verteilt, welche 
der vorliegenden Eingabe ebenfalls beigefügt worden seien.

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N. 
Am  25. Mai  2011  erhielt  der  Beschwerdeführer  vom Kanton  K._______ 
nach seiner Heirat mit einer  im Besitze einer Niederlassungsbewilligung 
befindlichen  ausländischen  Staatsangehörigen  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung B.

O. 
Am  15. Juni  2001  fragte  das  Bundesverwaltungsgericht  den 
Beschwerdeführer  mittels  seines  Rechtsvertreters  an,  ob  er  an  seiner 
Beschwerde,  soweit  durch  die  Erteilung  einer  fremdenpolizeilichen 
Aufenthaltsbewilligung  nicht  gegenstandslos  geworden,  festhalten  oder 
diese  allenfalls  zurückziehen  wolle,  wobei  ihm  im  Falle  eines 
Beschwerderückzugs die Abschreibung des Verfahrens ohne Kostenfolge 
in Aussicht gestellt wurde.

P. 
Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 hielt der Rechtsvertreter vollumfänglich an 
seiner Beschwerde fest. Darin brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, 
dass  die  rasche  Anerkennung  seines  Mandanten  als  Flüchtling  gerade 
auch  vor  dem  Hintergrund  der  jüngsten  dramatischen  Entwicklung  in 
Syrien möglich werde. Im Weiteren hielt er daran fest, dass sein Mandant 
als  Staatenloser  anzuerkennen  sei,  falls  ihm  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht  zuerkannt  werden  könne.  Zwar  diene  die  Anerkennung  des 
Beschwerdeführers als Staatenloser nun nicht mehr der Ableitung eines 
Aufenthaltsrechts  in  der  Schweiz,  da  er  mit  der  Aufenthaltsbewilligung 
bereits  über  ein  solches  verfüge.  Es  gehe  bei  seiner  Anerkennung  als 
Staatenloser  einzig  um  eine  Statusfrage,  welche  aber  im  Sinne  des 
Abkommens zwingend zu entscheiden sei, was umso dringlicher sei, als 
seine Frau und er ein gemeinsames Kind erwarten würden, das jedenfalls 
die syrische Staatsbürgerschaft nicht erhalten könne, da er – wie gesagt 
– ein Ajnabi sei.

Q. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  3. August  2011  lud  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zu  einem  weiteren 
Schriftenwechsel ein.

R. 
Das  BFM  beantragte  in  seiner  zweiten  Vernehmlassung  vom  8. August 
2011 abermals die Abweisung der Beschwerde, woran auch die aktuelle 
Situation in Syrien nichts ändere. Hinsichtlich des Subeventualbegehrens 

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des  Beschwerdeführers,  es  sei  seine  Staatenlosigkeit  festzustellen, 
verwies das BFM auf die Praxis der Asylbehörden, wonach die Prüfung 
der Staatenlosigkeit in der Regel erst nach rechtskräftigem Abschluss des 
Asylverfahrens  vorgenommen  werde.  Aus  diesem  Grunde  werde  das 
Bundesverwaltungsgericht  ersucht,  dem  BFM  das  Dossier  zur 
Behandlung  des  Gesuches  um  Feststellung  der  Staatenlosigkeit 
zuzustellen,  sobald  im  vorliegenden  Verfahren  ein  Urteil  gefällt  worden 
sei.

S. 
Am  12. August  2011  stellte  das  Bundesverwaltungsgericht  dem 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die zweite Vernehmlassung des 
BFM vom 8. August 2011 zur Stellungnahme zu.

T. 
In  seiner  Stellungnahme  vom  29. August  2011  hielt  der Rechtsvertreter 
fest,  die  aktuelle  Lage  in  Syrien  lasse  seines  Erachtens  nur  die 
Anerkennung seines Mandanten als Flüchtling zu. Der Hinweis des BFM, 
Entscheide  bezüglich  der  Frage  der  Staatenlosigkeit  praxisgemäss  erst 
nach  rechtskräftigem  Asylentscheid  zu  fällen,  sei  im  vorliegenden  Fall 
insofern irrelevant, als diese Praxis damit begründet werde, dass sich aus 
der Staatenlosigkeit kein Anspruch auf Regelung des Aufenthalts ableiten 
lasse und sich  somit  die Frage des Status und der übrigen Rechte aus 
den  betreffenden  Abkommen  erst  bei  Feststehen  des  Aufenthaltsrechts 
stelle. Vorliegend sei dieser Aufenthalt jedoch, wie die Vorinstanz in ihrer 
Vernehmlassung  vom  8. August  2011  selber  festgestellt  habe,  bereits 
geregelt,  weshalb  die  Frage,  ob  ein  Staatenlosigkeitsstatus  bestehe,  in 
casu  entscheidreif  sei.  Es  wäre  ein  Leerlauf  sondergleichen,  hier  erst 
nach  Abschluss  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  "ein  neues 
Verfahren  vom  Stapel  zu  lassen,  womöglich  noch  mit  einer  neuen 
Beschwerde,  falls  das BFM die Staatenlosigkeit  hier  nicht  festzustellen" 
gedenke.

Der  Rechtsvertreter  fügte  seiner  Stellungnahme  vom  29. August  2011 
gleichzeitig  eine  Kostennote  für  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren 
bei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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Seite 11

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  dem  BFM 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  
105 AsylG  i.V.m. Art.  37 VGG und Art.  48 Abs.  1 VwVG). Auf  die  frist­ 
und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art.  108  Abs.  2  AsylG,  Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG)  ist  mithin 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land, wo  sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 
bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat, 
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie 
Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken 
(Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 

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gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft  ist nicht nur der Zeitpunkt 
der  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat,  sondern  auch  die  Situation  zum 
Zeitpunkt  des  Asylentscheids  massgebend  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4 
S. 38;  EMARK  2005  Nr. 18).  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein 
Verhalten nach der Ausreise eine Gefährdungssituation geschafft worden 
sei,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Sind  diese 
nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft  gemacht,  begründen  sie  zwar 
die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG,  führen  jedoch 
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob 
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden (vgl. BVGE 
2009/28 E. 7.1 S. 352).

4. 
4.1. Der  Rechtsvertreter  vertritt  in  seiner  Beschwerde  den  Standpunkt, 
die  Einschätzung  der  Vorinstanz,  wonach  der  Beschwerdeführer  weder 
wegen  seiner  Inhaftierung  im  März  2004  im  Gefolge  der  Unruhen  von 
Qamishli  noch  zufolge  seiner  Tätigkeiten  als  Sympathisant  der  Yekiti­
Partei in Syrien eine asylbeachtliche staatliche Verfolgung zu gewärtigen 
gehabt  habe,  sei  unzutreffend.  Die  zweimalige  Verhaftung  des 
Beschwerdeführers  in  den  Jahren  2003  und  2004  zeuge  von  einem 
erheblichen  Verfolgungsrisiko,  zumal  einmal  aus  der  Haft  entlassene 
Aktivisten von den Sicherheitsdiensten weiterhin überwacht und belästigt 
würden.  Darüber  hinaus  stellten  die  beiden  mehrmonatigen 
Inhaftierungen  des  Beschwerdeführers  eine  Verfolgungsintensität  dar, 
welche  jegliche Person  in  vergleichbarer  Lage  ebenfalls  dazu  verhalten 
hätte,  ihr Heimatland zu verlassen. Die Behauptung der Vorinstanz, der 
Beschwerdeführer  sei  zwischen  2004  und  2007  unbehelligt  geblieben, 
was gegen eine begründete Verfolgungsfurcht  im Zeitpunkt der Ausreise 
spreche,  verkenne  die  Tatsache,  dass  sein  Mandant  letztlich  deshalb 
ausgereist  sei,  weil  ein  verhaftetes  Mitglied  der  PYD  den  heimatlichen 
Behörden Ende September 2007 seinen Namen verraten habe.

4.2. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach einlässlicher Durchsicht 
der  Akten  zum Schluss,  dass  die Aussage  des Beschwerdeführers,  ein 

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verhaftetes  Mitglied  der  PYD  hätte  den  syrischen  Sicherheitsbehörden 
Ende  September/  Anfang  Oktober  2007  seinen  Namen  preisgegeben, 
eine  reine  Parteibehauptung  darstellt:  Hätte  sich  der  Beschwerdeführer 
bis  zu  seiner  Ausreise  aus  Syrien  im  Oktober  2007  tatsächlich  in 
ernstzunehmender  Weise  für  die  Belange  der  Yekiti­Partei  engagiert, 
wäre  er  in  Anbetracht  der  engmaschigen  Überwachung  der  syrischen 
Bevölkerung  durch  die  verschiedenen  syrischen  Geheimdienste  mit 
grösster  Wahrscheinlichkeit  bereits  zu  einem  wesentlich  früheren 
Zeitpunkt  nachhaltig  für  sein  politisches  Engagement  zur  Rechenschaft 
gezogen worden. Darüber hinaus weisen auch die Abklärungsergebnisse 
der Schweizer Botschaft in Damaskus vom 31. Juli 2008 darauf hin, dass 
er  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  aus  seiner  Heimat  wegen  seines 
angeblichen Engagements  für  die PYD nicht  behördlich  gesucht wurde, 
enthalten diese doch  lediglich den Hinweis,  dass der Beschwerdeführer 
seit  dem  Jahre  2004  wegen  des  Versuchs  einer  illegalen  Ausreise 
gesucht  wird.  Schliesslich  fällt  auf,  dass  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  im  Zusammenhang  mit  dem  angeblich 
fluchtauslösenden Geschehnis, der behördlichen Festnahme eines PYD­
Mitglieds  Ende  September/  Anfang  Oktober  2007,  diverse 
Ungereimtheiten enthalten. So erklärte  der Beschwerdeführer  anlässlich 
seiner Anhörung am 4. Februar 2008 unter anderem, er habe sich bereits 
am 28. September  2007,  also  am Tag,  an  dem die  letzte  in Syrien  von 
ihm  besuchte  PYD­Sitzung  stattgefunden  habe,  versteckt,  wiewohl  das 
diese  Sitzung  leitende  PYD­Mitglied  erst  zwei  Tage  später  verhaftet 
worden sein soll (vgl. act. A16/18 S. 12 unten/ Seite 13 oben). Es leuchtet 
nun aber keineswegs ein, weshalb der Beschwerdeführer sich bereits  in 
einem Zeitpunkt versteckt haben sollte, bevor er irgendwelchen konkreten 
Anlass  zur  Befürchtung  haben  musste,  als  Folge  seiner  Teilnahme  an 
jener Sitzung  behördlich  festgenommen  zu werden. Ansonsten wäre  es 
unter Sicherheitsaspekten  folgerichtiger gewesen,  jene Sitzung gar nicht 
erst  zu  besuchen.  Zum  anderen  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  seiner  Erstanhörung  vom  19. Dezember  2007  ausdrücklich 
festgehalten  hat,  dass  die  syrischen  Behörden  damals  seinen  Vater 
mitgenommen  und  verhört  hätten,  nachdem  sie  seiner  nicht  habhaft 
geworden  seien  (vgl.  act.  A1/13  S.  7),  diesen  Umstand  indessen 
anlässlich  seiner  Anhörung  am  4. Februar  2008 mit  keinem Wort  mehr 
erwähnte und die hierauf anspielende Nachfrage  ("Wenn  ich Sie  jedoch 
richtig verstehe, hat man ihre Familie, obschon man Sie nicht vorfand, in 
Ruhe  gelassen?")  dahingehend  beantwortete,  die  syrischen  Behörden 
hätten seine Familie damals in Ruhe gelassen, da ja er selber und nicht 
seine Familie "Verursacher des Problems" gewesen sei (vgl. act. A16/18 

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S.  13).  Angesichts  der  Tatsache,  dass  er  bei  der  Erstbefragung  die 
damalige  Festnahme  seines  Vaters  nicht  auf  eine  exakt  hierauf  Bezug 
nehmende  Frage  hin  erwähnte,  muss  auch  die  von  ihm  am  4. Februar 
2008  auf  Vorhalt  hin  abgegebene  Erklärung,  er  hätte  diesen  Umstand 
erwähnt,  wenn  ihm  diesbezüglich  eine  explizite  Frage  gestellt  worden 
wäre (vgl. act. A16/18 S. 16), als Schutzbehauptung gewertet werden.

4.3.  Im  Sinne  eines  Zwischenergebnisses  ist  somit  festzuhalten,  dass 
dem  Beschwerdeführer  nicht  geglaubt  werden  kann,  dass  er  Syrien 
anfangs Oktober  2007  verlassen  hat,  weil  ein  verhaftetes  PYD­Mitglied 
den  syrischen  Behörden  seinen  Namen  als  PYD­Sympathisant 
preisgegeben habe und diese ihn deswegen gesucht hätten.

4.4. Soweit  der Beschwerdeführer  auf  seine beiden Festnahmen  in den 
Jahren  2003  und  2004  sowie  die  bereits  früher  erfolgten  behördlichen 
Belästigungen  wegen  seiner  Teilnahmen  an  Newroz­Festen  hinweist, 
bleibt  festzuhalten,  dass  all  diese  Geschehnisse  im  Zeitpunkt  seiner 
Ausreise aus Syrien bereits Jahre zurückgelegen haben, weshalb  ihnen 
bereits  mangels  hinlänglicher  zeitlicher  Kausalität  zur  Ausreise  keine 
asylrechtlich  relevante  Bedeutung  mehr  zukommt  (vgl.  WALTER  KÄLIN, 
Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt  a. M.  1990,  S. 128, 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.17 S. 531, BVGE 2007/31 E. 
5.2 S. 379).

4.5.  Im  Weiteren  stellt  sich  die  Frage,  ob  dem  Beschwerdeführer 
aufgrund  seiner  Zugehörigkeit  zur  Minderheit  der  staatenlosen  Kurden 
eine asylrelevante Gefährdung droht.

4.5.1. Die Kurden stellen die grösste nicht arabische Minderheit in Syrien 
dar,  deren  Gesamtzahl  auf  1,75  bis  2  Millionen  oder  etwa  10  %  der 
syrischen  Gesamtbevölkerung  geschätzt  wird.  Diese  Volksgruppe  ist 
generell  einer Diskriminierung ausgesetzt,  als es Kurden  in Syrien nicht 
gestattet  ist,  eigene  Schulen  zu  eröffnen,  ihre  Sprache  zu  unterrichten 
und kulturelle Vereine zur Wahrung ihrer Identität zu gründen. Im Übrigen 
verbietet die Regierung auch die Publikation von Büchern und Artikeln auf 
Kurdisch.

4.5.2. Noch schwieriger gestaltet  sich die Situation  für etwa 120'000 bis 
200'000 Kurden, welche  im Zuge einer  von der  syrischen Regierung  im 
Jahre  1962  angeordneten  ausserordentlichen  Volkszählung  in  der 

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Provinz  al­Hasaka  faktisch  ausgebürgert  und  damit  staatenlos  wurden. 
Sie gelten seither  für die syrischen Behörden als  "Ausländer"  ("Ajanib"), 
haben  aber  insofern  einen  besonderen  Rechtsstatus,  als  sie  im 
Personenstandsregister  ihres  Heimatortes  eingetragen  sind  und  über 
einen orangeroten Ausländerausweis verfügen, der aber kein Reisepapier 
darstellt  und  denn  auch  nicht  zur  Ausreise  aus  Syrien  berechtigt.  Die 
Zugehörigkeit zur Gruppe der Ajanib bringt aber auch in vielerlei anderer 
Hinsicht Nachteile im Alltagsleben mit sich, dies zudem in viel stärkerem 
Mass  als  die  Zugehörigkeit  zur  Gruppe  der  Kurden  mit  syrischem 
Bürgerrecht  oder  aber  zu  einer  anderen  Minderheit.  Zu  diesen 
Restriktionen  gehören  beispielsweise  kein  Zugang  zu  Stellen  im 
öffentlichen  Bereich,  die  Nichtzulassung  zu  gewissen  Berufen  (z.B. 
demjenigen  eines  Rechtsanwalts),  limitierter  Zugang  zu  medizinischer 
Versorgung,  der  Ausschluss  vom  Erwerb  von  Grundeigentum  und  von 
der Teilnahme an Wahlen.

4.5.3.  Noch  prekärer  ist  die  Lage  der  sogenannten  "Maktumin" 
("Verborgene",  "Versteckte"),  eine  weitere,  etwa  75'000  bis  100'000 
Personen  umfassende  Kategorie  staatenloser  Kurden.  Diese  werden 
behördlich nicht erfasst und erhalten keinerlei staatliche Dokumente. Sie 
erhalten lediglich Bescheinigungen des für sie zuständigen Muhtars ihres 
Wohnsitzortes,  die  sogenannten  "Erkennungszeugnisse".  Sie  können 
zwar  in  der  Regel  die  Grundschule  besuchen,  erhalten  aber  keine 
Abschlusszeugnisse.  Sie  dürfen  keine  weiterführenden  Schulen  oder 
Universitäten  besuchen,  keine  Berufsausbildung  absolvieren,  keinen 
Führerschein  erwerben  oder  Eheschliessungen  beziehungsweise 
Geburten  registrieren  lassen  (vgl.  zum  Ganzen  KurdWatch  Bericht  5: 
Staatenlose  Kurden  in  Syrien.  Illegale  Eindringlinge  oder  Opfer 
nationalistischer  Politik?  März  2010;  SFH,  Syrien:  Reisedokumente  für 
staatenlose Kurden, 12. Oktober 2009; BFM, Focus Syrien: Aktuelle Lage 
der  Kurden,  18.  März  2009;  SFH,  Syrien:  Update,  Aktuelle 
Entwicklungen, 20. August 2008).

4.5.4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  aber  in  Fortführung  der 
Rechtsprechung  der  ARK  (vgl.  EMARK  2002  Nr.  23  E. 4d  S. 185  f.) 
davon  aus,  dass  die  vorerwähnten  Diskriminierungen  für  sich  allein  zu 
wenig  intensiv  sind,  als  dass  sie  Massnahmen  gleichkämen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken,  und  damit  ernsthafte 
Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG darstellen könnten.

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4.6.  Zusammenfassend  folgt,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht 
gelungen ist, für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien eine staatliche 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen.

5. 
5.1. Es bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Ausreise aus 
dem Heimatstaat – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei einer 
Rückkehr befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 
AsylG ausgesetzt zu werden.

5.2.  Als  subjektive  Nachfluchtgründe  gelten  insbesondere  illegales 
Verlassen  des  Heimatlandes  (sogenannte  Republikflucht),  Einreichung 
eines  Asylgesuchs  im  Ausland  oder  eine  aus  der  Sicht  der 
heimatstaatlichen  Behörden  unerwünschte  exilpolitische  Betätigung, 
wenn  diese  Komponenten  die  Gefahr  einer  zukünftigen  Verfolgung 
begründen. Durch Republikflucht zum Flüchtling wird, wer sich aufgrund 
der unerlaubten Ausreise mit Sanktionen konfrontiert sieht, die bezüglich 
ihrer  Intensität  und  der  politischen  Motivation  des  Staates  ernsthafte 
Nachteile  gemäss  Art. 3  AsylG  darstellen.  Die  vom  Gesetzgeber 
bezweckte  Bestimmung  subjektiver  Nachfluchtgründe  als 
Asylausschlussgrund  verbietet  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen vor der Ausreise, die für sich allein nicht zur Anerkennung 
der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 
Stattdessen  werden  Personen,  die  subjektive  Nachfluchtgründe 
nachweisen  oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig 
aufgenommen (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a).

5.3.  Wie  der  Botschaftsantwort  der  schweizerischen  Vertretung  in 
Damaskus  vom  31. Juli  2008  zu  entnehmen  ist,  wird  der 
Beschwerdeführer  wegen  eines  illegalen  Ausreiseversuchs  im  Jahre 
2004  behördlich  gesucht. Des Weiteren  hält  die Schweizer Botschaft  in 
ihrem  Bericht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  Syrien  illegal  verlassen 
hat. Darüber hinaus kann aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers 
vor  den  schweizerischen  Asylbehörden  nicht  ausgeschlossen  werden, 
dass  er  im  Jahre  2003  tatsächlich  wegen  eines  weiteren  illegalen 
Ausreiseversuchs in die Türkei Anfang 2003 sechs Monate lang inhaftiert 
gewesen  ist. Es  ist  deshalb anzunehmen, dass die  syrischen Behörden 
den  Beschwerdeführer  bei  einer  allfälligen  Rückkehr  a  priori  einer 
einlässlichen  Kontrolle  unterziehen  würden,  da  er  nicht  bloss  einmalig, 
sondern wiederholt  den  Tatbestand  der  illegalen  Einreise  erfüllt  hat.  Im 
vorliegenden  Fall  tritt  erschwerend  hinzu,  dass  der  Beschwerdeführer 

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zusätzlich  geltend  gemacht  hat,  am  13. März  2004  im  Rahmen  der 
Unruhen  von  Qamishli  in  Damaskus  festgenommen  worden  und 
anschliessend  zwei  Monate  lang  inhaftiert  gewesen  zu  sein.  Seine 
diesbezüglichen  Angaben  vermitteln  im  historischen  Kontext  den 
Anschein von Authentizität, was die Vorinstanz denn auch dazu verhalten 
haben dürfte, die Glaubhaftigkeit seiner diesbezüglichen Ausführungen in 
ihrer  Verfügung  vom  11. September  2008  nicht  anzuzweifeln.  Es  kann 
somit  auch  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  einer  der  zahlreichen 
Geheimdienste  in  Syrien  damals  eine  Akte  über  den Beschwerdeführer 
angelegt  hat. Diesfalls  bestünde  indessen die erhöhte Gefahr,  dass der 
Beschwerdeführer  seitens  der  Einwanderungsbehörden  in  das 
Anhaltezentrum des Sicherheitsdienstes überstellt würde (vgl. Bericht des 
Austrian  Centre  for  Country  of  Origin  &  Asylum  Research  and 
Documentation  (ACCORD)  und  des  Danish  Immigration  Service 
["Menschenrechtliche Fragestellungen zu KurdInnen  in Syrien"] vom Mai 
2010,  S.  63  f.).  Dabei  muss  auch  die  Gefahr,  flüchtlingsrelevanten 
Nachteilen,  namentlich Misshandlung  und  Folter  ausgesetzt  zu werden, 
als beachtlich eingestuft werden.

5.4.  Im  vorliegenden  Fall  ist  somit  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Syrien einer erhöhten Gefahr 
ausgesetzt  wäre,  im  Rahmen  der  bei  der  Einreise  zu  erwartenden 
Befragungen  Opfer  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Behelligungen  zu 
werden.  Die  Furcht  des  Beschwerdeführers  davor  ist  entsprechend  als 
begründet  im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  1  AsylG  zu  erachten.  Der 
Beschwerdeführer  erfüllt  somit  die  Flüchtlingseigenschaft  –  dies  freilich 
erst  aufgrund  subjektiver  Nachfluchtgründe,  was  gemäss  Art.  54  AsylG 
eine Asylgewährung ausschliesst. Die Ablehnung des Asylgesuchs durch 
die Vorinstanz ist folglich im Ergebnis zu bestätigen.

6. 
6.1.  Im  Sinne  eines  Zwischenergebnisses  ist  daher  festzuhalten,  dass 
dem Beschwerdeführer  zufolge Bestehens  subjektiver Nachfluchtgründe 
die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen ist. Durch die Anerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  –  und  gleichzeitiger 
Abweisung des Asylgesuchs wegen eines Asylausschlussgrundes – wird 
im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  gleichzeitig  ein  völkerrechtlich 
begründetes  Wegweisungshindernis  festgestellt.  Ein 
Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers als Flüchtling würde Art. 5 
AsylG  sowie  Art.  3  EMRK  verletzen  und  wäre  demnach  unzulässig  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 3 AuG (vgl. indes nachstehend E. 6. 3).

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6.2. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 
Abs. 1 AsylG). Gemäss Art. 32 Bst. a Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) wird die Wegweisung 
aus der Schweiz nicht verfügt, wenn die Asyl suchende Person im Besitz 
einer gültigen Aufenthalts­ oder Niederlassungsbewilligung ist.

6.3. Nach der Heirat mit einer im Besitze einer Niederlassungsbewilligung 
befindlichen  ausländischen  Staatsangehörigen  erhielt  der 
Beschwerdeführer  vom  Kanton  K._______  am  25. Mai  2011  eine 
Aufenthaltsbewilligung  im Sinne von Art. 33 AuG. Die Anordnungen des 
Bundesamtes betreffend Wegweisung und Vollzug derselben (Ziffern 3 ­ 
5  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom  11. September  2008)  sind  unter 
diesen Umständen als dahin gefallen zu betrachten, da diese gegenüber 
dem  neu  erteilten  Aufenthaltstitel  keinen  Bestand  haben  können  (vgl. 
EMARK  2001  Nr.  21  E.  11c  S.  178;  2000  Nr.  30  E.  4  S.  251).  Die 
Beschwerde  ist  somit  zufolge  Wegfalls  des  Streitgegenstandes  als 
gegenstandslos  geworden  abzuschreiben,  soweit  beantragt wird,  es  sei 
die  Unzulässigkeit  oder  zumindest  die  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen.

7. 
Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerdeführer 
bezüglich  der  Frage  der  Gewährung  von  Asyl  nicht  gelungen  ist, 
darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  feststellt 
und  unangemessen  ist  (vgl.  Dispositiv  Ziff.  2).  Soweit  der 
Beschwerdeführer  mithin  die  Asylgewährung  beantragt,  ist  die 
Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerde ist demgegenüber hinsichtlich 
des Begehrens um Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gutzuheissen 
und  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben,  soweit  sie  die 
Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  (vgl.  Dispositiv 
Ziff.  1).  Hinsichtlich  der  Anordnung  der  Wegweisung  und  damit  auch 
hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  ist  die  angefochtene  Verfügung 
gegenstandslos geworden.

8. 
8.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorliegenden  Verfahren  unterlegen, 
soweit er beantragt, die Verfügung des Bundesamtes vom 11. September 
2008  sei  aufzuheben  und  ihm  Asyl  zu  gewähren,  weshalb  er 

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grundsätzlich  in  reduziertem  Umfang  kostenpflichtig  würde  (vgl.  Art.  63 
Abs.  1  VwVG).  Der  Beschwerdeführer  hat  indessen  im  Rahmen  seiner 
Beschwerde  ein  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  gestellt,  das  vom 
Instruktionsrichter  mit  Verfügung  vom  17. Oktober  2008  auf  einen 
späteren  Zeitpunkt  verwiesen  worden  ist.  Da  sich  die  Beschwerde  als 
nicht  zum  Vornherein  aussichtslos  erweist  und  der  Beschwerdeführer 
aufgrund der Akten nach wie vor keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – soweit nicht 
durch  die  teilweise  Gutheissung  der  Beschwerde  gegenstandslos 
geworden – gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 
verzichten.

8.2. Dem vertretenen Beschwerdeführer  ist angesichts seines  teilweisen 
Obsiegens  in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG  i.V.m. Art. 7 Abs. 1 
und  2  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2)  eine  praxisgemäss  um  einen  Drittel  zu  reduzierende 
Entschädigung  für  die  ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten 
zuzusprechen.  Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  hat 
zusammen  mit  seiner  Stellungnahme  vom  29. August  2011  eine 
Honorarnote  im Gesamtbetrag von Fr. 2'718.05  (Zeitaufwand von 12.30 
Stunden  zu  einem  Stundenansatz  von  Fr.  200.–  plus  Spesen  und 
Mehrwertsteuer  von 7.6% beziehungsweise 8%) eingereicht, welche als 
angemessen  erscheint.  Gestützt  auf  die  in  Betracht  zu  ziehenden 
Bemessungsfaktoren  (Art.  8­13  VGKE)  ist  dem  Beschwerdeführer 
deshalb  zu  Lasten  der  Vorinstanz  eine  reduzierte  Parteientschädigung 
von Fr. 1'812.– (inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen) zuzusprechen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft  betrifft.  Im  Übrigen  wird  sie  –  soweit  nicht 
gegenstandslos geworden – abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  –  soweit  es  nicht  durch  die  teilweise 
Gutheissung der Beschwerde hinfällig geworden ist – gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Kosten auferlegt.

4. 
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 
dem Bundesverwaltungsgericht eine  reduzierte Parteientschädigung von 
Fr. 1'812.– (inkl. Mehrwertsteuer und Auslagen) auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Philipp Reimann

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