# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d74de29b-aa6f-569f-9ed9-8cdbe2bb7720
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.09.2015 200 2015 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-3_2015-09-17.pdf

## Full Text

200 15 3 IV
FUR/SCC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. September 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. November 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/3, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1987 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ... (Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 24 S. 
4 ff.), arbeitete im Jahr 2008 für die D.________, wobei ihm diese Stelle 
aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt wurde (AB 10, 23 S. 2); danach 
hatte er temporäre Einsätze (AB 1 S. 1). Seit Mai 2009 wird er durch den 
Sozialdienst der Gemeinde E.________ unterstützt (AB 17).

Der Versicherte meldete sich erstmals im Mai 2009 zur Früherfassung bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an (AB 1); diese An-
meldung wurde jedoch vom Sozialdienst wieder zurückgezogen (AB 4). Im 
Februar 2011 meldete sich der Versicherte erneut an (AB 5). Vom 20. Juni 
bis 24. August 2011 erfolgte eine stationäre Behandlung im Spital 
F.________ (AB 20). Nach Einholung verschiedener Unterlagen gewährte 
die IVB ab dem 7. November 2011 ein Aufbautraining in der G.________, 
welches mehrmals verlängert wurde (AB 43, 50, 53, 61, 65). Vom 11. Ja-
nuar bis 21. Februar 2013 erfolgte ein weiterer stationärer Aufenthalt im 
Spital F.________ (AB 72) und vom 25. Februar bis 17. Mai 2013 eine Be-
handlung im Spital F.________ (AB 74). Am 23. September 2013 lehnte 
die IVB aufgrund der gesundheitlichen Gesamtsituation weitere berufliche 
Massnahmen ab (AB 82). Weiter veranlasste sie eine Begutachtung bei Dr. 
med. H.________, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie 
(psychiatrisches Gutachten vom 25. März 2014 [AB 88.1]). 

Mit Vorbescheid vom 12. Mai 2014 stellte die IVB eine vom 1. August 2011 
bis 31. August 2014 befristete ganze Rente in Aussicht (AB 90). Hiergegen 
erhob der Versicherte am 23. Mai 2014 Einwände (AB 93). Mit Verfügung 
vom 18. November 2014 sprach die IVB dem Versicherten ab 1. August 
2011 eine ganze Rente zu; dabei verrechnete sie die bezogenen Taggelder 
von November 2011 bis November 2012. Ab dem 1. Juni 2013 ging sie von 
einem Invaliditätsgrad von 20 % aus, weshalb sie die ganze Rente per 
31. August 2013 befristete (AB 100, 101).

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B.

Am 5. Januar 2015 erhob der Versicherte, vertreten durch den 
B.________, lic. iur. C.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern Beschwerde. Er lässt beantragen, die Verfügung vom 18. November 
2014 sei insofern aufzuheben, als die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch näher 
abzuklären und sodann dem Beschwerdeführer auch ab dem 1. September 
2013 eine Rente zuzusprechen sei. Das gleichentags eingereichte Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege zog er am 26. Januar 2015 wieder zurück, 
da über die Krankenkasse eine Rechtsschutzversicherung bestehe.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2015 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IVB vom 18. November 
2014, mit welcher dem Beschwerdeführer eine vom 1. August 2011 bis 
31. August 2013 befristete ganze Rente zugesprochen wurde (AB 100). 
Der Beschwerdeführer beantragt auch eine Rente ab dem 1. September 
2013. In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechts-
verhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-
Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der 
Leistung angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis 
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Ren-
tenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 Erw. 1a); somit ist nicht nur der Zeitraum 
ab 1. September 2013 zu beurteilen, sondern auch die zugesprochenen 
Leistungen vom 1. August 2011 bis 31. August 2013. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

2.1.1 Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied 
zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätig-
keitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleiben-
de Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 

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bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.1.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

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und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.1).

2.4.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 18. November 2014 stützt sich 
aus medizinischer Sicht vorab auf das psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. H.________ vom 25. März 2014 (AB 88.1). Darin diagnostiziert der 
Experte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlich-
keitsstörung mit ängstlich vermeidenden und abhängigen Anteilen (ICD-10 
F61.0) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte 

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Episode (ICD-10 F33.0; AB 88.1 S. 12). Der Gutachter führte aus, es be-
stehe eine verminderte psychische Belastbarkeit. Der Beschwerdeführer 
sei sehr darauf angewiesen, dass er in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld 
arbeiten könne und dass seine Leistungen geschätzt werden sowie dass er 
nicht unter zu hohem Arbeitsdruck stehe. Aufgrund der kombinierten Per-
sönlichkeitsstörung und der rezidivierenden depressiven Störung, die 
leichtgradig ausgeprägt sei, bestehe eine geringgradige Verminderung der 
Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer fühle sich minderwertig, traue sich 
wenig zu, sei dadurch psychisch vermindert belastbar. Er habe auch gros-
se Mühe, sich gegen Überforderung zu wehren, neige dazu, sich unterzu-
ordnen, was in der Folge zu Überlastungssituationen führe. Zurzeit könnten 
nur leichte depressive Verstimmungen festgestellt werden (AB 88.1 S. 14). 
Der Experte legte weiter dar, in der bisherigen und in jeder beruflichen 
Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 20 %. Von August 2010 bis Oktober 2011 habe eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 % bestanden. Von November 2011 bis November 2012 seien be-
rufliche Massnahmen durchgeführt worden. Anschliessend habe eine Hos-
pitalisation im Spital F.________ stattgefunden, welche im Mai 2013 been-
det worden sei. Von Dezember 2012 bis Mai 2013 habe eine Arbeitsun-
fähigkeit von 100% vorgelegen. Die Arbeitsunfähigkeit von 20 % könne ab 
Juni 2013 attestiert werden (AB 88.1 S. 15). Der Gutachter empfiehlt zu-
dem die Weiterführung der ambulanten Psychotherapie und der antide-
pressiven Therapie (AB 88.1 S. 16)

3.2 In der Stellungnahme vom 27. November 2014 (Beschwerdebeilage 
[BB] 3) diagnostiziert die behandelnde Psychologin lic. phil. I.________, 
Spital J.________, eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.3). Sie führt aus, die regelmässig wiederkehrenden Wutanfälle führten 
zu Konflikten mit seinem Umfeld. Der Beschwerdeführer fühle sich unge-
recht behandelt und gebe den Andern die Schuld; er zweifle auch an sich 
selbst und mache sich Vorwürfe. Zur Persönlichkeitsstörung gehöre auch, 
dass er manchmal Tatsachen verdrehe. Bezüglich der Essstörung liege 
eine falsche Einschätzung des Gutachters vor; die Gewichtsschwankungen 
seien extrem, der Beschwerdeführer leide seit Jahren unter Essattacken. 
Es lägen auch andere Zwangshandlungen (z.B. Putzzwang) vor. Mehrere 
Arbeitsversuche seien trotz hoher Motivation gescheitert; dies habe mit der 

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Unbeständigkeit, der Stressintoleranz, der geringen Belastbarkeit und den 
Stimmungsschwankungen zu tun. Die behandelnde Psychologin ging von 
einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % aus, wobei das wohlwollende 
Arbeitsklima, das er brauche, nur in einem geschützten Rahmen zu finden 
sei.

3.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. H.________ vom 25. 
März 2014 (AB 88.1) erfüllt hinsichtlich Diagnosestellung und der Einschät-
zung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen (E. 2.7 hiervor) und erbringt insoweit vollen Be-
weis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Der Experte hat überzeugend 
dargelegt, dass keine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegt. Nachvoll-
ziehbar ist auch, dass sich die Situation im Rahmen der beruflichen Mass-
nahmen zwar stabilisierte, jedoch im November 2012 eine erneute Krise 
eintrat, was zum Abbruch der beruflichen Massnahmen führte. Überzeu-
gend ist, dass der Beschwerdeführer seine depressive Krise nach dem 
Aufenthalt im Spital F.________ überwunden hat. Die Beurteilung, dass im 
Juni 2013 eine Verbesserung eingetreten ist, ist denn auch schlüssig. Die 
Einschätzung, der Beschwerdeführer könne die angestammte und eine 
andere berufliche Tätigkeit zu 80 % ausführen, überzeugt mit Blick darauf, 
dass keine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegt, dass nur noch eine 
leichte depressive Verstimmung festgestellt wurde und dass der Be-
schwerdeführer weiterhin Ressourcen (unternimmt Spaziergänge, führt den 
Haushalt, bewirtschaftet einen Schrebergarten etc.) hat (vgl. AB 88.1 S. 
16). 

3.4 Der Beschwerdeführer vermag mit seiner Kritik, welche auf der im 
Rahmen des vorliegenden Verfahrens eingereichten Stellungnahme der 
behandelnden Psychologin vom 27. November 2014 (BB 3) beruht, das 
Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen. Zunächst ist Frau lic. iur. I.________ 
Psychologin und keine Psychiaterin. Ihre Ausführungen vermögen die 
nachvollziehbaren Schlussfolgerungen des Gutachters nicht in Frage zu 
stellen, bringt sie doch nichts grundlegend Neues vor. Denn bereits im Ver-
laufsbericht vom 3. Februar 2014 (AB 86) hatte sie Beschwerden wie 
Stimmungsschwankungen, Wutanfälle, Stressanfälligkeit, Überforderung 
erwähnt und der Gutachter konnte sich damit auseinandersetzen. Er hatte 

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auch Kenntnis, dass der Arbeitsversuch zu einem Pensum von 50 % in 
einer … wegen Stress und Überforderung vom Beschwerdeführer abge-
brochen wurde (vgl. AB 86, 88.1 S. 16), wobei er überzeugend festhält, 
dass es sich nicht um eine ideale Arbeitsstelle handelte, da der Beschwer-
deführer die Arbeiten unter Zeitdruck zu erledigen hatte (AB 88.1 S. 16). Es 
ist davon auszugehen, dass auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt dem 
Leistungsprofil angepasste Stellen im Sinne eines wohlwollenden Umfel-
des, bei welcher die Arbeit des Beschwerdeführers geschätzt wird, vorhan-
den sind. Zumindest in seiner angestammten Tätigkeit als ... konnte er im 
Jahr 2008 eine solche Arbeit ausführen, wobei ihm diese Arbeitsstelle aus 
wirtschaftlichen und nicht gesundheitlichen Gründen gekündigt wurde. Laut 
Angaben des Gutachters fühlt sich der Beschwerdeführer subjektiv in der 
Lage, in einem 60 % bis 80 % Pensum, d.h. durchschnittlich 70 %, zu ar-
beiten (AB 88.1 S. 15); dies deckt sich auch mit der Präsenzzeit am Ende 
der beruflichen Massnahmen bei der G.________, als er an drei Tagen zu 
8 ¼ und an einem Tag zu 4 ½ Stunden (ca. 70 %) tätig war (vgl. AB 65 S. 
4). Selbst wenn von einer solchen Arbeitsfähigkeit ausgegangen würde, 
ändert sich nichts am Ergebnis (vgl. E. 4.6 hiernach). 

3.5 Gestützt auf die Einschätzung von Dr. med. H.________ ist somit 
ab Juni 2013 von einer Verbesserung der Gesundheitssituation auszuge-
hen. Der Beschwerdeführer ist ab diesem Zeitpunkt lediglich noch zu 20 % 
in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Für die Zeit vorher attestiert der 
Gutachter eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab August 2011.

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

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tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 
30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.3 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

4.4 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 
E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

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4.5 In der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2014 nahm die 
Beschwerdegegnerin einen Einkommensvergleich (vgl. E. 4.1 hiervor) für 
das Jahr 2011 vor, was mit Blick auf die Anmeldung im Februar 2011 
(AB 5) und die ab August 2010 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100 % 
(AB 9 S. 3) nicht zu beanstanden ist. 

Das Validen- und das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegeg-
nerin zu Recht gestützt auf die LSE 2010, Tabelle TA1, Ziff. 43 (sonstiges 
Ausbaugewerbe), Anforderungsniveau 3, Männer, denn es ist erstellt, dass 
der Beschwerdeführer weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit als ... 
tätig sein könnte, wobei er bisher keine solche Arbeitsstelle aufgenommen 
hat. Sind sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf der 
gleichen Basis zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Dies-
falls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter 
Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht] vom 
15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). 

Da ab August 2011 von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100 % 
auszugehen ist, besteht für das Jahr 2011 ein Invaliditätsgrad von 100 % 
(vgl. auch AB 100 S. 9). Damit hat die Beschwerdegegnerin zu Recht eine 
ganze Rente ab August 2011 (Ablauf der einjährigen Wartefrist und unter 
Berücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG) zugesprochen.

4.6 Ein weiterer Einkommensvergleich hat auf das Jahr 2013 zu erfol-
gen, da ab Juni 2013 von einer Verbesserung der gesundheitlichen Situati-
on auszugehen ist (AB 88.1 S. 15 Ziff. 8.3). Das Validen- und Invalidenein-
kommen ist auch hier auf der gleichen Basis zu ermitteln, weshalb der In-
validitätsgrad der ab Juni 2013 geltenden Arbeits- und Leistungsunfähigkeit 
von 20 % (vgl. E. 3.5 hiervor) entspricht. Selbst wenn von einer Arbeitsun-
fähigkeit von 30 % (vgl. E. 3.4 hiervor) ausgegangen würde, so resultiert 
maximal ein nicht rentenrelevanter Invaliditätsgrad von 30 %.

Einen Abzug vom Tabellenlohn (E. 4.4 hiervor) hat die Beschwerdegegne-
rin nicht vorgenommen. Es liegen denn auch keine Anhaltspunkte vor, dass 
aufgrund der persönlichen und beruflichen Umstände (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ein solcher ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/3, Seite 13

rechtfertigt ist; dies auch nicht für eine leidensbedingte Einschränkung, da 
diese bereits mit der Leistungseinschränkung von 20 % berücksichtigt wur-
de (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 
IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

Da ab Juni 2013 von einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 
20 % auszugehen ist, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die Rente per 
31. August 2013 (Art. 88a Abs. 1 IVV) eingestellt.

4.7 Damit erweist sich die angefochtene Verfügung der IVB vom 
18. November 2014 als rechtens und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/3, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.