# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9dab3fd8-84e6-5d28-9277-fbc1c799b3c1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.02.2023 S 2022 70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-70_2023-02-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 70

2. Kammer als Versicherungsgericht

Einzelrichterin von Salis

Aktuarin ad hoc Casanova

URTEIL

vom 15. Februar 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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I. Sachverhalt:

1. A._____, war zuletzt als Betriebs- und Produktionsingenieur für die 

B._____ AG in C._____ tätig. Sein Arbeitgeber kündigte das 

Arbeitsverhältnis am 9. März 2022 mit zweimonatiger Kündigungsfrist per 

9. Mai 2022. A._____ meldete deshalb am 2. Mai 2022 einen Anspruch 

auf Arbeitslosenversicherungstaggeld ab dem 10. Mai 2022 im Umfang 

von 100 % an. 

2. Nachdem A._____ vor Beginn seiner Arbeitslosigkeit nur bis zum 

29. März 2022 und lediglich drei Arbeitsbemühungen vorgenommen hatte, 

wurde er am 8. Juni 2022 durch das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit 

Graubünden (KIGA) zur Stellungnahme aufgefordert.

3. A._____ zeigte sich in seiner Stellungnahme vom 19. Juni 2022 

verwundert und führte aus, er hätte sich kurz nach Kenntnis der Kündigung 

beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum in D._____ (RAV) gemeldet 

und einen Termin für das Erstgespräch am 9. Mai 2022 erhalten. Er sei 

zuvor noch nie beim RAV angemeldet gewesen und habe erst am 

Gespräch von seinem Personalberater alle Informationen erhalten und 

diese korrekt umgesetzt. Er habe Anspruch auf Versicherungstaggelder 

ab dem 10. Mai 2022 gestellt, da seine Lohnzahlung bis zum 9. Mai 2022 

fortgesetzt wurde, weshalb er nicht verstehe, dass von einer 

Anspruchsberechtigung ab dem 10. März 2022 ausgegangen werde. 

Nach der erfolgten Kündigung habe er persönliche Gespräche mit 

potentiellen Arbeitgebern geführt. Zum damaligen Zeitpunkt sei ihm nicht 

bewusst gewesen, dass er diese Bemühungen auch schriftlich liefern 

müsse. 

4. Darauf wurde A._____ mit Schreiben vom 27. Juni 2022 durch das KIGA 

aufgefordert, die in seiner Stellungnahme erwähnten Arbeitsbemühungen 

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des Monats März 2022 nachzuweisen. Ihm wurde mitgeteilt, welche 

Unterlagen er einzureichen habe, damit seine vorgenommenen 

Bemühungen als nachgewiesen gewertet werden könnten. 

5. Folgend reichte A._____ mit E-Mail vom 7. Juli 2022 dem KIGA 

Bestätigungen von drei Arbeitgebern ein, bei denen er im März 2022 

persönlich um Arbeit gefragt hatte. Zusätzlich reichte er eine weitere 

Bestätigung ein, nach der er bereits im Monat Januar 2022 bei einem 

Arbeitgeber um Arbeit gefragt hatte.  

6. Weil er für die Zeit vor Beginn der Arbeitslosigkeit lediglich sechs 

Arbeitsbemühungen vorweisen könne, was nach wie vor quantitativ 

ungenügend sei, stellte ihn das KIGA mit Verfügung vom 12. Juli 2022 für 

sieben Tage in der Anspruchsberechtigung ein.

7. A._____ erhob gegen diese Verfügung am 14. Juli 2022 fristgerecht 

Einsprache und beantragte die volle Auszahlung der Taggelder ohne 

Kürzung. Er hätte am 29. Juni 2022 mit einem Sachbearbeiter des KIGA 

das weitere Vorgehen telefonisch besprochen. Ihm sei mitgeteilt worden, 

damit alles erfüllt sei, solle er drei weitere Bemühungen bestätigen lassen. 

Daraufhin hätte er vier Bestätigungen von Arbeitsbemühungen für den 

massgeblichen Zeitraum eingereicht und damit alle Voraussetzungen für 

eine volle Auszahlung der Taggelder erfüllt. 

8. Mit Entscheid vom 21. Juli 2022 hiess das KIGA die Einsprache des 

Versicherten teilweise gut und reduzierte die Anzahl Einstelltage von 

sieben auf sechs Tage. Die Bemühung aus dem Monat Januar könne, da 

sie vor der Kündigung geleistet worden sei, nicht gewertet werden. Für 

den Monat März seien mit sechs Arbeitsbemühungen genügend 

nachgewiesen worden. Allerdings seien keine Bemühungen für den Monat 

April vorhanden. Zu Unrecht jedoch seien die am 3. Mai 2022 und 

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4. Mai 2022 getätigten Arbeitsbemühungen nicht für den Zeitraum vor 

Beginn der Arbeitslosigkeit berücksichtigt worden. Somit habe der 

Versicherte in der Beobachtungsperiode vom 9. März 2022 bis zum 

9. Mai 2022 immerhin neun wertbare Arbeitsbemühungen getätigt. Aus 

der falschen Auskunft des KIGA, wonach A._____ nach Einreichung dreier 

weiterer Bemühungen alles erfüllt hätte, geniesse er keinen 

Vertrauensschutz, zumal er gestützt auf diese Aussage keine 

Dispositionen getätigt oder notwendige Handlungen unterlassen habe und 

er die fehlenden Arbeitsbemühungen für den Monat April 2022 zum 

Zeitpunkt der Auskunft (am 29. Juni 2022) bereits nicht mehr hätte 

nachholen können.

9. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 25. Juli 2022 (Datum Poststempel) Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte 

sinngemäss, der Einspracheentscheid des KIGA und damit die Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung von sieben Tagen seien aufzuheben und 

ihm sei die volle Auszahlung der Taggelder zu gewähren. Seine 

Beschwerde begründete er im Wesentlichen damit, dass im Job-Raum 

des RAV die nötigen Bemühungen für den Monat April 2022 ersichtlich 

seien und ihm telefonisch durch das KIGA versichert worden sei, er hätte 

noch drei zusätzliche Arbeitsbemühungen für den Monat März 2022 zu 

erbringen. Er habe diese drei Arbeitsbemühungen aus dem Monat März 

2022 sowie eine Zusätzliche schriftlich bestätigen lassen. Er müsse sich 

selbstverständlich auf eine amtliche Auskunft verlassen können. Der 

Beschwerdeführer beantragte, das Verwaltungsgericht solle die 

Telefonnotiz des Telefongesprächs zwischen ihm und dem Rechtsdienst 

des KIGA einsehen. Wenn dieser ihm sagte, zusätzliche drei Bemühungen 

vor Anspruchsberechtigung würden genügen, müsse dies auch für den 

Monat April 2022 gelten. Der Beschwerdeführer berief sich in diesem 

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Zusammenhang auf das Prinzip von Treu und Glauben. Er verstehe 

ausserdem nicht, was die Arbeitsbemühungen des Monats Mai 2022 mit 

jenen vom März 2022 zu tun hätten, so sei ihm doch von seinem 

Personalberater gesagt worden, er müsse für den Monat Mai 2022 acht 

Bemühungen erbringen; das habe er gemacht.

10. In seiner Stellungnahme vom 11. August 2022 wiederholte das KIGA 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) die bisher vertretenen Standpunkte 

und führte bezüglich des Vertrauensschutzes aus, dass der 

Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der falschen Auskunft (am 

29. Juni 2022) nur noch die Möglichkeit gehabt hätte, bereits getätigte 

zusätzliche Bemühungen nachzureichen bzw. zu beweisen. Die neun 

erbrachten und wertbaren Arbeitsbemühungen in der 

Beobachtungsperiode vom 9. März 2022 bis zum 9. Mai 2022 würden den 

hohen Anforderungen nicht genügen, weshalb beantragt werde, die 

Beschwerde abzuweisen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; 

SR 837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung 

Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. 

Gemäss Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über 

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die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung 

(AVIV; SR 837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen 

Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das 

Versicherungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Der 

angefochtene Einspracheentscheid wurde vom KIGA als kantonale 

Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen, sodass die örtliche 

Zuständigkeit des angerufenen Gerichts gegeben ist. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als Adressat des 

angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf, 

weshalb er zur Beschwerdeerhebung legitimiert ist (vgl. Art. 59 ATSG). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht am 25. Juli 2022 (Datum 

Poststempel) eingereichte Beschwerde (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist 

demnach einzutreten.

2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in einzelrichterlicher Kompetenz, 

wenn der Streitwert CHF 5'000.-- nicht überschreitet (Art. 43 Abs. 3 

lit. a VRG) und keine Fünferbesetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) 

vorgeschrieben ist. Ausgangspunkt für die Bemessung des Streitwerts ist 

vorliegend der versicherte Verdienst (Art. 23 AVIG) des 

Beschwerdeführers von CHF 12'350.-- (vgl. Akten des 

Beschwerdegegners [Bg-act.] 1). Dieser Verdienst wird zum Taggeldsatz 

von 80 % (Art. 22 Abs. 1 und 2 AVIG) entschädigt (Bg-act. 1). Der 

Beschwerdeführer hat demzufolge Anspruch auf ein Taggeld von 

CHF 455.30 (ermittelt aus: CHF 12'350.-- x 0.8 : 21.7 Tage 

[Art. 40a AVIV]). Aus der vom Beschwerdegegner verfügten, hier 

angefochtenen Einstellungsdauer von sechs Tagen in der 

Anspruchsberechtigung ergibt sich ein Streitwert von insgesamt 

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CHF 2'731.80 (6 x CHF 455.30). Da der Streitwert somit unter CHF 5'000.-

- liegt und die Streitsache nicht in Fünferbesetzung entschieden werden 

muss, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin gegeben.

3. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners 

vom 21. Juli 2022 (Bg-act. 14), womit er die Einsprache des 

Beschwerdeführers (Bg-act. 12) gegen die Verfügung vom 12. Juli 2022 

(Bg-act. 11) teilweise abwies und die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung zwar von sieben auf sechs Tage reduzierte, nicht 

aber wie vom Beschwerdeführer beantragt gänzlich aufhob.

4. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner den 

Beschwerdeführer zu Recht in der Anspruchsberechtigung auf 

Arbeitslosenentschädigung für sechs Tage wegen ungenügender 

persönlicher Arbeitsbemühungen gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG 

eingestellt hat. 

5.1. Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG hat der Versicherte, der 

Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit der Unterstützung des 

zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare zu unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Satz 1). Insbesondere 

ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines 

bisherigen Berufes (Satz 2). Er muss seine Bemühungen nachweisen 

können (Satz 3). 

5.2. Nach Art. 26 Abs. 1 AVIV muss sich der Versicherte gezielt um Arbeit 

bemühen, in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung. Dabei 

muss er nach Abs. 2 den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede 

Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am 

ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die 

Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn er die Frist 

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verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht. Dabei 

überprüft die zuständige Amtsstelle die Arbeitsbemühungen monatlich 

(Abs. 3). 

5.3. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) in seiner Praxis über die 

Arbeitslosenversicherung (AVIG-Praxis ALE) festhält, ist jede versicherte 

Person grundsätzlich bereits vor Anspruchstellung zur Stellensuche 

verpflichtet. Diese Pflicht ist insbesondere schon während der 

Kündigungsfrist und bei einem befristeten Arbeitsverhältnis mindestens 

während den drei letzten Monaten zu erfüllen. Ausschlaggebend für den 

Zeitraum, den es für die Prüfung der Arbeitsbemühungen zu 

berücksichtigen gilt, ist der Zeitpunkt, ab dem der Versicherte Kenntnis 

davon hat, dass er objektiv von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Liegt dieser 

Zeitpunkt mehr als drei Monate vor der Anmeldung bei der 

Arbeitslosenversicherung, werden nur die drei letzten Monate vor der 

Anmeldung darauf überprüft, ob sich der Versicherte um eine Stelle 

bemüht hat (vgl. AVIG-Praxis ALE, Rz. B314).  In diesem Zusammenhang 

hat das Bundesgericht in BGE 139 V 524 ausgeführt, die Pflicht der 

Versicherungsleistung beanspruchenden Person, sich regelmässig um 

Stellen zu bewerben, für die Zeit vor der Anmeldung bei der 

Arbeitslosenversicherung ergebe sich nicht aus Art. 26 AVIV, sondern ist 

eine Folge aus der in Art. 17 Abs. 1 AVIG verankerten allgemeinen 

Schadenminderungspflicht (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

8C_522/2018 vom 25. Juni 2019 E.4.3.2). 

5.4. Wie in den übrigen Zweigen der Sozialversicherung hat der Versicherte 

auch bei der Arbeitslosenversicherung sein Möglichstes zur 

Schadenminderung von sich aus, d.h. ohne besondere Aufforderung 

durch eine Amtsstelle oder Abgabe eines Merkblattes, vorzukehren. Er hat 

sich bereits während der Kündigungsfrist und vor seiner Anmeldung bei 

der Arbeitslosenversicherung unaufgefordert um Stellen zu bemühen (vgl. 

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Urteile des Bundesgerichts 8C_750/2021 vom 20. Mai 2022 E.3.1 und 

8C_21/2015 vom 3. März 2015 E.3.5 je m.w.H). Der Versicherte kann sich 

insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu haben, dass er 
schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug zur ernsthaften 

Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht 

worden sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2014 vom 

23. Februar 2015 E.2.2.2 m.w.H.). Bei der Anmeldung hat die arbeitslos 

gewordene Person den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit 

vorzulegen (Art. 20a AVIV). Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie 

sämtliche während der Kündigungsfrist getätigten Stellenbewerbungen 

einzureichen haben (Art. 20a Abs. 3 AVIV; vgl. BGE 139 V 524 E.2.1.2).

5.5. Lehre und Rechtsprechung haben sowohl quantitative wie auch qualitative 

Kriterien entwickelt, die im Einzelfall die Beurteilung erleichtern, ob jemand 

genügend persönliche Arbeitsbemühungen nachweisen kann. So schützte 

das Bundesgericht die Praxis, wonach in der Regel durchschnittlich zehn 

bis zwölf Bewerbungen im Monat als genügend erachtet werden (vgl. dazu 

Urteil des Bundesgerichts 9C_376/2021 vom 19. Januar 2022 E.4.3.3; 

BGE 141 V 365 E.4.1 mit Hinweis auf BGE 139 V 524 E.2.1.4; KUPFER 

BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX (Hrsg.), Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2019, Ziff. 2.3 

S. 221 f.). Das Bundesgericht betonte aber auch, dass eine allgemein 

gültige Aussage über die erforderliche Mindestzahl an Bewerbungen nicht 

möglich sei. Die Anzahl der erforderlichen Stellenbewerbungen richte sich 

nach den konkreten Umständen. Es handle sich um Richtwerte für den 

Regelfall, die aber stets unter Berücksichtigung der jeweiligen konkreten 

(objektiven wie subjektiven) Umstände und Möglichkeiten, worunter etwa 

das Alter, die Bildung, allfällige Sprachhindernisse, die geographische 

Mobilität sowie auch die Arbeitsmarktlage fallen, zu beurteilen sind 

(vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_708/2019 vom 

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10. Januar 2020 E.3.2 m.w.H.; vgl. auch KUPFER BUCHER, a.a.O., Ziff. 2.3 

S. 221 f.; AVIG-Praxis ALE, Rz. B316). 

5.6. Mit dem schriftlichen Nachweis der getätigten Arbeitsbemühungen soll die 

Verwaltung in die Lage versetzt werden, Quantität und Qualität der 

Anstrengungen zur Überwindung der Arbeitslosigkeit umfassend 

abzuklären und zu würdigen (vgl. BGE 120 V 74 E.3c). Die 

nachgewiesenen Arbeitsbemühungen müssen überprüfbar sein (vgl. 

AVIG-Praxis ALE Rz. B321). Sämtliche Bewerbungen sollten daher 

dokumentiert sein (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] S 22 3 vom 24. März 2022 E.3.2 und S 16 48 vom 

17. Mai 2016 E.3e).

5.7. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist der Versicherte in der 

Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er sich persönlich nicht 

genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Grundsätzlich sanktioniert Art. 30 

Abs. 1 lit. c AVIG eine Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten 

Schadenminderungspflicht, insbesondere der Pflicht, sich genügend um 

Arbeit zu bemühen. Diese Verknüpfung soll Arbeitslose zur Stellensuche 

anspornen und eine missbräuchliche Beanspruchung der 

Arbeitslosenversicherung verhindern. Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemessene Mitbeteiligung des 

Versicherten an jenem Schaden, den er durch sein pflichtwidriges 

Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal 

verursacht hat. Kern der Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um 

Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, sind die persönlichen 

Arbeitsbemühungen des Versicherten selbst, die in der Regel streng 

beurteilt werden (vgl. BGE 133 V 89 E.6.1.1 m.w.H.). Als 

Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-, 

Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein 

Selbstverschulden des Versicherten liegt vor, wenn und soweit der Eintritt 

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oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren 

zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen 

und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung 

die Haftung nicht übernimmt (VGU S 21 56 vom 4. Oktober 2022 E.3.2 

und S 19 135 vom 18. Mai 2020 E.3.3; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVGE] C 115/01 vom 13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). 

Die Versicherung soll ihre Leistungen nur dann (voll) erbringen, wenn sich 

die versicherte Person so verhält, wie wenn es keine 

Arbeitslosenversicherung gäbe (vgl. AVIG-Praxis ALE Rz. B311).

5.8. Vorliegend hat der Beschwerdeführer am 9. März 2022 von seiner 

Kündigung per 9. Mai 2022 erfahren. Wie vorstehend (vgl. E.5.3) 

ausgeführt, sind Versicherte verpflichtet, ab dem Zeitpunkt der Kenntnis, 

dass objektiv Arbeitslosigkeit droht (max. drei Monate), 

Arbeitsbemühungen nachzuweisen. Die Kündigungsfrist des 

Beschwerdeführers betrug zwei Monate bis am 9. Mai 2022, weshalb er 

verpflichtet war, sich direkt nach der Kenntnisnahme seiner Kündigung am 

9. März 2022 um neue Arbeit zu bemühen und alles Zumutbare zu 

unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Der Beschwerdeführer 

hatte bereits im Januar 2022 eine Bewerbung getätigt. Diese Bemühung 

liegt ausserhalb des Überprüfungszeitraumes und kann deshalb nicht 

berücksichtigt werden. Im Monat März 2022 hat er drei schriftliche 

Bewerbungen getätigt, die er mit dem Formular "Nachweis der 

persönlichen Arbeitsbemühungen" beim RAV eingereicht hat (Zeitpunkt 

der Bewerbungen: 16. März 2022, 21. März 2022 und 29. März 2022 [Bg-

act. 7]). Zudem akzeptierte das RAV drei durch den Beschwerdeführer am 

7. Juli 2022 per E-Mail eingereichte Bestätigungen von potentiellen 

Arbeitgebern mit denen er im März 2022 bezüglich möglichen zukünftigen 

Arbeitsstellen persönlich Kontakt gehabt hatte (Bg-act. 10 und 11). Den 

dem Gericht vorliegenden Akten kann nicht entnommen werden, dass sich 

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der Beschwerdeführer im Monat April 2022 um Arbeitsstellen beworben 

hätte. Der Beschwerdeführer weist in seiner Beschwerde zwar daraufhin, 

er habe vier schriftliche Arbeitsbemühungen für den Monat April im Job-

Raum hinterlegt. Dabei verkennt er, dass davon keine Bewerbung im 

Monat April 2022 getätigt worden ist. Wie soeben erläutert, können die 

Bewerbung vom Januar 2022 nicht und die drei Bewerbungen vom März 

2022 nur für den Monat März 2022 berücksichtigt werden (Bg-act. 7). Er 

hat damit innert Frist keine Arbeitsbemühungen für den Monat April 2022 

nachgewiesen. Für den Monat Mai 2022 hingegen ist dem Formular 

"Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen" des Monats Mai zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer jeweils eine Bewerbung am 

3. Mai 2022, zwei Bewerbungen am 4. Mai 2022 sowie fünf (hier nicht 

relevante) Bewerbungen nach dem 9. Mai 2022 getätigt hat (Bg-act. 13). 

5.9. Der Beschwerdeführer rügt die Feststellung des Beschwerdegegners, er 

habe sich nicht genügend um Arbeit bemüht. Nachfolgend sind deshalb 

die durch den Beschwerdeführer eingereichten Arbeitsbemühungen in der 

Zeit vor der Arbeitslosigkeit (9. März 2022 bis 9. Mai 2022) auf das 

quantitative Erfordernis genügender Arbeitsbemühungen zu prüfen. 

5.10. Der Beschwerdegegner hat sechs durch den Beschwerdeführer für den 

Monat März 2022 eingereichte Arbeitsbemühungen (vgl. E.5.9) als 

ausreichend befunden. Nachdem das Bundesgericht und die Lehre 

monatlich durchschnittlich zehn bis zwölf Arbeitsbemühungen als 

angemessen ansehen (vgl. vorstehend Erwägung 5.6) und vorliegend nur 

Bemühungen im Zeitraum vom 9. März bis zum 31. März 2022 - also für 

rund zwei Drittel des Monats - nachzuweisen waren und keine 

aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich sind oder geltend gemacht 

werden, ist nicht zu beanstanden, dass die für den März 2022 

ausgewiesenen sechs Arbeitsbemühungen als ausreichend qualifiziert 

wurden. Wie bereits vorstehend in Erwägung 5.8 ausgeführt, hat der 

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Beschwerdeführer im Monat April 2022 keine Arbeitsbemühungen 

nachgewiesen bzw. nachweisen können. Für den Monat Mai 2022 bzw. 

bis zum 9. Mai 2022, d.h. während der drohenden Arbeitslosigkeit, hat der 

Beschwerdeführer drei Arbeitsbemühungen eingereicht. Mit der 

Vorinstanz kann diese Anzahl zu Recht als angemessen erachtet werden. 

Die Lücke im Monat April 2022 kann der Beschwerdeführer mit seinen 

nachgewiesenen Arbeitsbemühungen aus den Monaten März und Mai 

nicht kompensieren, zumal die eingereichten Bemühungen ohnehin am 

unteren Rande der benötigten Anzahl lägen. Vielmehr durfte er seine 

persönlichen Bemühungen, regelmässig und intensiv eine Arbeitsstelle zu 

suchen, nicht während mehr als einem Monat, vom 30. März 2022 bis zum 

2. Mai 2022, und damit während rund der Hälfte der zweimonatigen 

Kündigungszeit unterbrechen (vgl. dazu auch BGE 139 V 524 E.4.2). Wie 

vorstehend in Erwägung 5.4 erläutert, obliegt dem Beschwerdeführer die 

Pflicht zur Arbeitssuche ohne entsprechende Aufforderung durch ein Amt; 

und Unwissen schützt ihn nicht. 

5.11. Zusammenfassend ergibt sich, dass für den massgebenden Zeitraum vom 

9. März 2022 bis zum 9. Mai 2022 insgesamt neun anrechenbare 

Bewerbungen seitens des Beschwerdeführers eingereicht wurden (sechs 

im Monat März 2022 und drei im Mai 2022 [vor Eintritt der 

Arbeitslosigkeit]). Somit steht fest, dass die durchschnittlich benötigte 

Mindestanzahl von monatlich zehn Arbeitsbemühungen klar verfehlt 

wurde. Damit ist der quantitative Nachweis, sich zur Verhinderung der 

drohenden Arbeitslosigkeit ab dem 10. Mai 2022 persönlich genügend um 

eine neue zumutbare Arbeitsstelle bemüht zu haben, misslungen. Der 

Beschwerdeführer hat damit gegen seine Schadenminderungspflicht im 

Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG verstossen.

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5.12. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 17 

Abs. 1 AVIG und insbesondere Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist damit zu Recht 

erfolgt.

6. Zu prüfen bleibt, ob die Dauer der verfügten Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung rechtmässig war. Vorliegend hat die Vorinstanz 

den Beschwerdeführer sechs Tage in seinem Anspruch auf Taggeld 

eingestellt.

6.1. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung nach 

dem Grad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund 1 bis 

15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 

Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Mit der vorliegend 

verfügten Einstellungsdauer von sechs Tagen, qualifizierte die Vorinstanz 

das Verschulden des Beschwerdegegners offensichtlich als leicht. 

6.2. Da es sich bei der Einstellungsdauer typischerweise um einen 

Ermessensentscheid handelt, bei dem den Verfügungsinstanzen ein 

grosser Ermessensspielraum zusteht, ist für das Verwaltungsgericht bei 

der Beurteilung der Einstellungsdauer Zurückhaltung geboten. Es darf 

sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der 

Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf 

Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende 

Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (vgl. BGE 137 

V 71 E.5.2, 126 V 75 E.6, 126 V 353 E.5d; Urteile des Bundesgerichts 

8C_712/2020 vom 21. Juli 2021 E.4.4, 8C_332/2019 vom 

18. September 2019 E.3.3 und 8C_302/2019 vom 22. August 2019 

E.3.3.2; vgl. VGU S 22 21 vom 30. August 2022 E.3.1, S 22 20 vom 

4. Juli 2022 E.8.1 f.).

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6.3. Der Beschwerdeführer hat sich gemäss den vorliegenden Akten erstmalig 

nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Das Einstellraster gemäss 

AVIG-Praxis ALE, Rz. D79/1.A2 sieht für ungenügende 

Arbeitsbemühungen bei zweimonatiger Kündigungsfrist bei leichtem 

Verschulden sechs bis acht Einstelltage vor. Die von dem 

Beschwerdegegner verfügten sechs Tage entsprechen der unteren 

Grenze dieses Rahmens. Damit gibt es an der Ausübung des Ermessens 

des Beschwerdegegners nichts zu beanstanden. Die Dauer der 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung für sechs Tage ist rechtens.

7.1. Der Beschwerdeführer macht geltend, er hätte auf eine falsche amtliche 

Auskunft vertraut und sei durch sein Recht auf Treu und Glauben in seiner 

Position zu schützen. 

7.2. Nach dem in Art. 9 Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) verankerten Grundsatz von Treu und 

Glauben kann eine unrichtige Auskunft, welche eine Behörde dem Bürger 

erteilt, unter gewissen Umständen Rechtswirkungen entfalten. 

Voraussetzung dafür ist, dass: a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft 

der Behörden handelt; b) die Auskunft sich auf eine konkrete, den Bürger 

berührende Angelegenheit bezieht; c) die Amtsstelle, welche die Auskunft 

gegeben hat, dafür zuständig war oder der Bürger sie aus zureichenden 

Gründen als zuständig betrachten durfte; d) der Bürger die Unrichtigkeit 

der Auskunft nicht ohne Weiteres hat erkennen können; e) der Bürger im 

Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu machende 

Dispositionen getroffen hat; f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung 

noch die gleiche ist wie im Zeitpunkt der Auskunftserteilung; g) das 

Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts dasjenige 

am Vertrauensschutz nicht überwiegt (vgl. BGE 143 V 95 E.3.6.2; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_458/2021 vom 25. Januar 2022 E.3.2 je m.w.H.).

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7.3. Gemäss Aussage des Beschwerdeführers wurde ihm am 29. Juni 2022 

eine falsche Auskunft zum quantitativen Kriterium, das er zur 

Beanspruchung von Versicherungsleistungen innert Frist bis zum 

8. Juli 2022 zu erfüllen gehabt hätte, erteilt. Wie der Beschwerdegegner 

zu Recht vorbringt, konnte der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt 

keine fehlenden Arbeitsbemühungen mehr nachholen. Einzig hätte er 

bereits im Monat April 2022 getätigte zusätzliche Bemühungen 

nachreichen beziehungsweise beweisen können.

7.4. Gemäss Stellungnahme des Beschwerdeführers betreffend 

Vorbemühungen, hat er, sobald er von seiner Kündigung erfuhr, 

persönliche Gespräche mit potentiellen Arbeitgebern geführt (Bg-act. 8). 

Weshalb der Beschwerdegegner in seinem Schreiben vom 27. Juni 2022 

(Bg-act. 9), ihn nur aufforderte "innert Frist die erwähnten 

Arbeitsbemühungen vom Monat März 2022 nachzuweisen" ist nicht 

ersichtlich. Mit E-Mail vom 7. Juli 2022 reichte der Beschwerdeführer 

sodann unter Hinweis auf das Schreiben vom 27. Juni 2022 und die 

(falsche) telefonische Auskunft vom 29. Juni 2022 drei 

Arbeitsbemühungen für den Monat März 2022 beim Beschwerdegegner 

ein. Es kann somit nicht ausgeschlossen werden, dass er möglicherweise 

durch eine falsche amtliche Auskunft zur Überzeugung gelangte, 

genügend Arbeitsbemühungen nachgewiesen zu haben. An dieser Stelle 

sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass der Beschwerdeführer sich 

nicht damit exkulpieren kann, nicht gewusst zu haben, dass er schon vor 
der Anmeldung zum Leistungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche 

verpflichtet war und er nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei. 

Deshalb kann vorliegend nur relevant sein, ob der Beschwerdeführer im 

Monat April 2022 bereits Arbeitsbemühungen getätigt hatte, die er im 

Vertrauen auf eine falsche amtliche Auskunft nicht einreichte. Auch 

diesfalls könnte der Beschwerdeführer mit seiner Rüge nicht 

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durchdringen, denn spätestens als er mit Verfügung vom 12. Juli 2022 in 

seiner Anspruchsberechtigung eingestellt wurde und allerspätestens nach 

der Abweisung seiner Einsprache vom 21. Juli 2022 hätte ihm klar sein 

müssen, dass er quantitativ ungenügende Arbeitsbemühungen, 

insbesondere für den Monat April 2022, nachgewiesen hatte. Er machte 

jedoch zu keinem Zeitpunkt geltend noch legte er entsprechende Akten 

ins Recht, wonach er weitere Bewerbungen im Monat April 2022 getätigt 

hätte. Unter diesen Umständen muss nicht näher geprüft werden, ob ihm 

tatsächlich eine falsche Auskunft erteilt wurde oder nicht. Die 

Voraussetzung des aus dem Grundsatz von Treu und Glauben nach Art. 

9 BV fliessenden Vertrauensschutzes, wonach der Beschwerdeführer 

gestützt auf eine falsche Auskunft nicht ohne Nachteil rückgängig zu 

machende Dispositionen getroffen oder notwendige Handlungen 

unterlassen hätte, ist vorliegend nicht erfüllt.

8. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. Juli 2022 ist demnach zu 

schützen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

9. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen 

kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht 

das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitigkeiten vor, so 

kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, 

Gerichtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht statuiert und 

Mutwilligkeit oder Leichtsinn nicht vorliegen, sind dem Beschwerdeführer 

keine Kosten aufzuerlegen. 

10. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

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III. Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]