# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc85f90c-7413-584b-8544-70ed6dfefef4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Adäquanz psychischer Unfallfolgen nach tätlicher Auseinandersetzung verneint
**Docket/Reference:** UV.2013.00093
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00093.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00093
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Möckli
Urteil
vom
28. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Anna Schuler-Scheurer
Bürgi
Nägeli
Rechtsanwälte
Grossmünsterplatz 9, 8001 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Stefan
Mattmann
Egli
Mattmann
Hehli
, Rechtsanwälte Notare
Murbacherstrasse
3, 6003 Luzern
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1979, war seit dem 2
0.
Januar 2009 bei der
Firma Y.___
als Arbeiter angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversi
cherungsanstalt
(SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 2
8.
Oktober
2011 wegen eines familiären Konflikts vor seinem Haus durch zwei ihm bekannte Männer zusammengeschlagen wurde (vgl. Schadenmeldung UVG
vom
4.
bzw.
7.
November 2011, Urk. 11/1). Die SUVA trat auf den Schaden ein und
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Tag
gelder). Mit Verfügung vom 2
9.
November 2012 stellte sie die Versicherungs
leis
tungen per
1.
Dezember 2012 ein mit der Begründung, dass die noch ge
klagten Beschwerden organisch nicht mehr hinreichend nachweisbar seien und bezüg
lich der psychischen Beschwerden der adäquate Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis zu verneinen sei (Urk. 11/96). Die vom Versicherten dagegen er
ho
ben
e Einsprache vom 2
0.
Dezember 2012 (Urk. 11/103) wies die SUVA mit Ent
scheid vom
5.
März 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 1
8.
April 2013 Beschwerde mit dem Antrag, es sei die SUVA unter Aufhebung ihres
Einspracheentscheids
zu verpflichten, ab
1.
Dezember 2012 weiterhin „bis zur erwiesenen Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers“ Versicherungsleistungen, insbesondere Unfalltaggelder, auszurichten (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom
3.
Juli 2013 schloss die
Beschwerdegeg
nerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer am
8.
August 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden -
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind
, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper,
die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E.
3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weite
ren voraus, dass zwi
schen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt er
scheint (BGE 129 V 177 E. 3.2,
405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
1.4.1
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu
gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles
zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungs
mässi
ger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reag
ieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlan
gen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbs
unfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht
fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E. 3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen)
. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzu
knüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung
vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einer
seits, schwer
e
Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mitt
lere Bereich (BG
E 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.4.2
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S.
237,
1995 Nr. U 215 S. 91).
1.4.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr. U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). An
derseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen
Hei
lungsverlaufes
. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise aus
schlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien heran
gezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rücksich
ti
genden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adä
quanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicher
weise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten
(BGE 115 V 133 E.
6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442
S.
544 ff., Nr. U 449 S.
53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S.
215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E.
2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin machte zusammengefasst geltend, ein MRI des Gehirns vom 1
5.
August 2012 habe keine traumatische Pathologie ergeben, die Fraktur des rechten Handgelenks sei vollständig konsolidiert. Es bestünden keine orga
nischen Unfallfolgen mehr, weshalb der Beschwerdeführer aus somatischer Sich
t voll arbeitsfähig sei. Bei der Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs zwi
schen Unfall und psychischen Folgeschäden bedürfe es keiner genauen psy
chia
trischen Diagnose, es komme einzig darauf an, ob die von der Rechtspre
chung
entwickelten objektiven Kriterien (allenfalls in gehäufter oder auffallen
der Form)
erfüllt seien. Das Unfallereignis sei als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzuordnen und es sei kein Kriterium erfüllt (Urk. 1).
2.2
Dem hielt der Beschwerdeführer im Wesentlichen entgegen, er sei von den
Tätern ohne Vorwarnung mit den Fäusten und einer Schlagrute mehrmals auf den
Kopf geschlagen worden und habe dadurch mehrfache Ver
letzungen
erlitten. Dadurch, dass das Strafgericht die Strafe auf 11 Monate Freiheitsstrafe festlegte, zeige sich, dass es sich nicht um einen banalen Vorfall, sondern um mindestens ein mittleres wenn nicht sogar um ein schweres
Unfall
ereignis
handle. Abgesehen davon, dass keine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Un
fall
folgen erheblich verschlimmert hätte, vorliege, seien sämtliche
Adä
quanz
kriterien
erfüllt. Im Übrigen seien von der Beschwerdegegnerin die psy
chischen
Beschwerden nie abgeklärt worden, obwohl das Bundesgericht festgehalten habe,
dass es die Aufgabe des Unfallmediziners und allenfalls des Psychiaters sei, sämtliche Auswirkungen eines Unfalles auf den Gesundheitszu
stand, namentlich auch die psychischen Unfallfolgen sowie allfällige Wechsel
wirkungen zwischen physischen und psychischen Gesundheitsstörungen zu be
urteilen (
Urk.
1).
3.
3.1
Gemäss Einvernahme des Beschwerdeführers durch die Polizei vom 2
8.
Oktober 2011 (Urk. 11/14 S. 11 ff.), durch die Staatsanwaltschaft vom 2
9.
Februar 2012 (Urk. 11/103 S. 15 ff.) und gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom
1
7.
Oktober 2012 (Urk. 11/92) wurde der Beschwerdeführer am 2
8.
Oktober 201
1 um ca. 16.40 Uhr von zwei Brüdern des verstorbenen ersten Ehemannes seiner Ehefrau zuhause besucht. Er trat mit ihnen vor das Gebäude und wurde von beiden unvermittelt mit je einer Stahlrute am Kopf attackiert. Er setzte sich mit seinen Fäusten zur Wehr und versuchte, so gut es g
ing
, seinen Kopf vor wei
teren Schlägen zu schützen. Dabei wurde ihm mit einem weiteren Schlag der Unterarm gebrochen. Gemäss Auskunft des Beschwerdeführer
s
vor der Staats
an
waltschaft habe dann eine Person das Fenster geöffnet und geschrien: “Lasst
ihn, ihr bringt ihn ja um!“ Darauf seien die beiden weggerannt, wobei einer noch
gesagt habe, dass es damit nicht zu Ende sei, sie würden sich wiedersehen.
Seine Frau sei hinuntergekommen und habe schliesslich, nachdem er sie etwa
fünf
Minuten lang beruhigt hab
e, der Polizei telefoniert. Er habe schon im Ko
sovo von der Familie des verstorbenen ersten Ehemanns seiner Ehefrau Dro
hungen erhalten, weil er seine Frau geheiratet und deren Tochter aus erster Ehe trotz entsprechender Aufforderung nicht dieser Familie überlassen hatte (Urk. 11/103 S. 21-23).
In der Folge wurden mit Strafurteil des Bezirksgerichts Zürich vom
5.
Dezember 2012 die Täter wegen einfacher Körperverletzung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz zu einer Freiheitsstrafe von je 11 Monaten und einer Busse
von Fr. 1‘000.-- bzw. Fr. 200.-- verurteilt sowie unter solidarischer Haftung ver
pflichtet, dem Beschwerdeführer eine Genugtuung von
Fr.
2‘500.-- zu be
zah
len (U
rk.
11/108).
3.2
Das erstbehandelnde
Spital Z.___
diagnostizierte eine distale intraartiku
läre Radiusfraktur rechts vom 2
8.
Oktober 2011 sowie je eine Rissquetschwunde frontal und
occipital
. Ein Röntgen
Dens
, HWS sowie ein CT Schädel h
ätt
e
n
einen
blanden
Befund ergeben, eine Bewusstseinsstörung sei nicht festgestellt worden (GCS 15). Der Vorderarm sei mit einem Vorderarmgips für insgesamt 6 Wochen ruhiggestellt worden. In der Abschlussuntersuchung vom 1
2.
Dezember 2011 h
ätt
e
n
sich noch eine Schwellung und Schmerzen im rechten Handgelenk mit
Druckdolenz
ulnar
über
dem
Processus
styloideus
und i
m Bereich der
Tabatière
gezeigt. Flexion und Extension seien aktiv als auch passiv ein
ge
schränkt. Kon
ventionell-radiologisch habe sich eine konsolidierte Fraktur gezeigt
.
Sie würden einen
Voltarensalbenverband
und Ergotherapie empfehlen. Von ihrer
Seite seien keine weiteren Kontrollen mehr geplant (Bericht vom 1
2.
Dezember 2011, Urk. 3/8). Das
Spital Z.___
bestätigte bis zum 1
2.
Dezember
2011
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Unfallschein UVG, Urk. 11/41).
3.3
Am
4.
Januar 2012 teilte die Ehefrau des Beschwerdeführers der
Beschwerde
gegnerin
auf deren telefonische Nachfrage hin mit, dass es dem Beschwerde
führer noch nicht besser gehe. Er habe immer noch Mühe mit der Hand und dort immer Schmerzen. Er leide auch unter Kopfschmerzen. In der Nacht habe er Probleme mit schlafen, er habe auch Träume vom Unfall, aber einen Psychi
a
ter besuche er nicht. Er nehme 3 Tabletten am Tag (
Dafalgan
, Tramadol) und gehe
wegen der Hand in die Ergotherapie. Ein Arbeitsversuch mit einem Pen
sum von
50 % sei gescheitert. Es sei zu anstrengend gewesen, vor allem auch für die Hand
(Urk. 11/26).
3.4
Am 2
4.
Januar 2012
begab sich
der Beschwerdeführer bei med.
pract
.
A.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung (
Bestäti
gung
vom 1
3.
Februar 2012,
Urk. 3/9).
3.5
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Allg. Innere Medizin, berichtete am
6.
Februar 2012, unter konsequenter Ergotherapie habe sich die Beweglichkeit des rechten Arms verbessert, hingegen seien die belastungsabhängigen Schmer
zen beinahe unbeeinflusst. Heben von über 10 kg sei nicht möglich, einfache Haushaltsarbeiten müssten jeweils nach einigen Minuten abgebrochen werden, respektive könnten nur sehr langsam ausgeführt werden. Erschwerend für den Heilungsverlauf seien die Gedanken an den Überfall und die Albträume mit ve
getativen Symptomen. Zwei Arbeitsversuche am
3.
und 3
0.
Januar 2012 hätten wegen Schmerzen abgebrochen werden müssen. Unfallfremde Faktoren würden im Heilungsverlauf nicht mitspielen. Gegenwärtig würde der Beschwerdeführer mit Analgetika behandelt und habe eine Psychotherapie zur Verarbeitung des
psychischen Traumas begonnen. Die Beratungen würden wöchentlich stattfin
den
und die Behandlung würde voraussichtlich weitere 2 bis 3 Monate dauern. Ein erstes Telefon beim Arbeitgeber mit der Bitte, einfache, nicht belastende Ar
beit zuzuteilen, sei gescheitert, weil keine solche Arbeit vorhanden sei (Urk. 11/36).
3.6
Am 1
0.
Mai 2012 erhielt die Beschwerdegegnerin von der Ehefrau des Be
schwer
deführers telefonisch
zur Auskunft, dass es dem Beschwerdeführer im
mer noch nicht besser gehe. Er sei weiterhin in psychi
atri
scher Behandlung und leide auch unter Schwindel und habe sehr viele Kopfschmerzen. Mit der Hand gehe es ihm besser, die Behandlung sei abgeschlossen. Am
1.
April habe er den
Arbeits
ver
such
wieder abbrechen müssen. Die Psychotherapeutin sei der An
sicht, es sei besser, wenn der Beschwerdeführer noch nicht arbeiten gehe (Urk. 11/54).
3.7
Dr.
med.
C.___
, Kreisarzt der SUVA, untersuchte den Beschwerdeführer am
7.
August 201
2.
Er erhob beim rechten Handgelenk eine erhaltene Kontur, ein unauffälliges Muskel- und Sehnenrelief und weder eine Schwellung noch einen Erguss. Der Bewegungsumfang sei frei möglich. Es bestünden eine mini
male Einschränkung im Vergleich zur Gegenseite, in Dorsalextensionsrichtung und endständig Schmerzauslösung über das ganze Handgelenk. Er notierte eine
Druckdolenz
über dem
Processus
styloideus
radii
und
ulnae
bei ansonsten un
auf
fälligen Verhältnissen. Er bemerkte, dass trotz bereits längerem Verlauf bei
(vollständiger) Arbeitsunfähigkeit die adäquaten Untersuchungen MR Handge
lenk
rechts und MR Schädel und eine neurologische Untersuchung nicht durch
ge
führt worden seien, was nachzuholen sei. Der Beschwerdeführer nehme re
gel
mässig Schmerzmittel wegen Kopfschmerzen und sei in ärztlich-psychiatri
scher
Behandlung wegen der psychischen Entwicklung (wegen Angriff gegen Leib und
Leben,
wie er es empfinde). Bis anhin
werde eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bestätigt. Grundsätzlich sei diese aus somatischer Sicht nicht gerecht
fertigt. Das
Handgelenk weise wenig Folgen auf, für sehr schwere Tätigkeiten bestünde wahr
scheinlich eine gewisse Belastungsintoleranz. Aufgrund des langwierigen Ver
laufs seien die oben vorgegebenen Untersuchungen abzuwar
ten und dann defini
tiv zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen. Die psychiat
rischen Einschrän
kung
en und Behandlungen seien d
urch den Fachpsychiater bezüglic
h Zu
sam
men
hang
s
zum Unfallereignis zu beurteilen. Es sei ein Bericht des behandelnden Arztes notwendig (Bericht vom
7.
August 2012, Urk. 11/70).
3.8
Das durch die Neuroradiologie
der Klinik D.___
, am 1
5.
August 2012 durchgeführte MR Handgelenk rechts ergab als Befund eine durchgebaute
Radi
usfraktur
. Es bestehe keine nennenswerte Konturunregelmässigkeit oder Stufen
bildung und kein Handgelenkserguss. Feststellbar sei ein minimaler Erguss im distalen
Radioulnargelenk
. Der Diskus
articularis
sei intakt, die
Carpalia
normal konfiguriert. Der Verlauf der Flexor- und
Extensorsehnen
sei ohne Befund. Die
distale Radiusfraktur wurde als konsolidiert beurteilt, wobei keine Hinweise auf
signifikante degenerative posttraumatische Veränderungen bestünden (Urk. 11/74).
Das von derselben Klinik
gleichentags
durchgeführte MR des Gehirns wurde durch Prof. med.
E.___
, Facharzt für Neuroradiologie, dahingehend interpretiert, dass insgesamt kein sicherer Hinweis auf posttra
umatische
Hirnlä
sionen
bestehe
, ebenso bestehe kein subdurales Hämatom. Allerdings habe sich eine kleinstfleckige Signalanhebung rechts am
anterokaudalen
Thalamus als altersungemässer Befund ergeben, der jedoch mutmasslich in keinem Zusam
men
hang mit dem Trauma stehe. Da die Loka
lisation mit einer sogenannten ‘unspezifischen‘
Gliose
nicht vereinbar sei, werde ein neurologisches
Konsil
empfohlen (Urk. 11/73).
3.9
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Neurologie, dem der Beschwerdeführer von
Dr.
B.___
zugewiesen worden war, diagnostizierte anlässlich seiner Untersu
chung
v
om
2.
Oktober 2012 posttraumatische Kopfschmerzen mit
somatoformer
Kom
po
nente im Rahmen der posttraumatischen Anpassungsstörung sowie - ohne Zu
sammenhang mit den Kopfschmerzen - punktförmige Läsionen
thala
misch
rechts. Beim Beschwerdeführer bestünden posttraumatische Kopfschmer
zen nach
einem (rein physisch gesehen) Bagatelltrauma. Psychisch sei es jedoch zu einer erheblichen Traumatisierung gekommen. Die Kopfschmerzen seien vom Chara
k
ter her vom Spannungstyp. Es liessen sich durchaus zwei Komponenten erken
nen. Einerseits sei die Belastungsabhängigkeit relativ typisch für post
trauma
tische
Kopfschmerzen, wozu auch die benennbare Lokalisation sowie die cres
cendo-artigen Exazerbationen mit pulsierenden Kopfschmerzen gut passen würden. An
dererseits entsprächen die Dauerkopfschmerzen, welche sich auch sehr stark durch die psychische Situation des Beschwerdeführers (Hadern mit dem Schick
sal, schlechte Träume etc.) modulierten, einer
somatoformen
Kom
ponente. Keine Hinweise fänden sich jedoch auf eine posttraumatische Migräne oder auf andere symptomatische Kopfschmerzen. Darüber, dass die Kopfschmer
zen medizinisch gesehen kausal mit dem Unfall zusammenhingen, bestehe kein Zweifel (Bericht vom
3.
Oktober 2012, Urk. 11/81).
3.10
Im Rahmen seiner Aktenbeurteilung vom 1
5.
Oktober 2012 hielt Kreisarzt
Dr.
C.___
fest, die ergänzenden Untersuchungen zur kreisärztlichen Untersu
chung vom
7.
August 2012, MR Handgelenk rechts, MR Schädel sowie neurolo
gische Untersuchung, hätten keine Anhaltspunkte ergeben, welche eine Arbeits
unfähigkeit aus somatischer Sicht begründen würden. Somit sei mit Abschluss der Untersuchungen vom
3.
Oktober 2012 aus somatischer Sicht eine volle Ar
beitsfähigkeit festzulegen. Ob aus psychiatrischen Gründen eine Arbeitsunfä
hig
keit bestehe, müsse fachpsychiatrisch beurteilt werden (Urk. 11/84).
3.11
Am 1
9.
November 2012 berichtete
Dr.
B.___
zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die Wunden
am Kopf
seien schnell und komplikationslos ab
geheilt. Der Heilungsverlauf am Vorderarm sei verlangsamt gewesen, unter
dessen sei der Bruch auch ausgeheilt. Die rechte Hand könne ganz normal be
nützt und belastet werden.
Psychisch leide der Beschwerdeführer weiterhin an den Folgen des Überfalls. Er habe typische Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Alb
träu
men, Flashbacks, Panikattacken und sei deshalb weiterhin in regelmässiger psychiatrischer Behandlung. So seien es vor allem die psychischen Schäden, welche den Beschwerdeführer auch an der Wiederaufnahme einer Erwerbstätig
keit hinderten. Die Therapie sei sehr aufwendig und benötige einen sogenannten
multimodalen Ansatz (medikamentös, verhaltenstherapeutisch, Erlernen von Entspannungstechniken etc.). Die spezialisierte Therapie erfolge einerseits bei
Dr.
A.___
und andererseits bei
Dr.
F.___
. Erschwerend bei der ganzen Behand
lung sei
, dass ein Dolmetscher benötigt
werde, der auch separat finanziert wer
den müsse. Die Behandlung werde noch einige Monate dauern. Die Prognose sei längerfristig günstig, da der B
e
schwerdeführer motiviert sei und die vorgeschla
genen Therapien auch befolge (
Urk.
3/18).
Mit Nachtrag vom
6.
Dezember 2012 bestätigte
Dr.
B.___
, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis mindestens 3
1.
Dezember 2012 bestehe, der
Wiederein
stieg
ins Erwerbsleben nur langsam möglich sein werde und frühestens ab Ja
nuar
2013 zu erwarten sei (
Urk.
3/19).
3.12
Dr.
A.___
berichtete der Beschwerdegegnerin am 1
0.
April 2013 über den wei
te
ren Verlauf und hielt zunächst fest, dass der Beschwerdeführer beim Arbeitge
ber stets einem extremen Zeitdruck unterworfen gewesen sei, mithin die Arbeit ein
zusätzlicher Stressfaktor darstelle. Wie sie
dem
Beschwerdeführer bereits ziemlich früh erläutert habe,
habe sie, da die Symptomatik sehr hartnäckig war, eine
Retraumatisierung
vermutet. Sie sei mit dem Beschwerdeführer die
Kriegs
geschichte
und seine Kindheitserfahrungen durchgegangen. In beiden fänden sich multiple demütigende, körperlich und psychisch schädigende Ohnmachts- und Gewalterfahrungen. In der Kindheit sei der Beschwerdeführer hilflos vor
allem seinem Vater – und der bitteren Armut der Familie
–
ausgeliefert gewe
sen,
im
Krieg habe er teilweise noch einen psychischen Schutz durch die
sinn
stif
tende
Aufgabe, die kosovarische Zivilbevölkerung zu schützen, gehabt. Den
noch
sei er mehrfach mit dem Tod bedroht gewesen und
habe
den Tod enger Kame
raden, auch eines Cousins, mitansehen
müssen
, wodur
c
h eine sogenannte
Über
le
bensschuld
entstanden sei. Letztes Jahr seien sie die Erfahrungen narrativ, c
hronologisch durchgegan
gen, um sie zu integrieren und F
lashbacks aufzulö
sen
, indem sein Unterbewusstes realisiere, dass er jetzt in Sicherheit sei, trotz aus
lösender Trigger. Erst jetzt, in der quasi zweiten Runde, kämen einzelne Sze
nen hoch, aus dem Krieg, die ihn
massivst
hernähmen und seine Kopfschmerzen fast
unaushaltbar
machen würden. Der Auslöser der Arbeitsunfähigkeit und schwe
ren posttraumatischen Symptomatik bleibe aber der Überfall. Auch sub
jektiv be
stehe dort der Ansatzpunkt. Vermutlich wären die früheren Traumati
sierung
en auch ohne Psychotherapie gar nicht mehr hochgekommen, doch wäre dann die
Symptomatik
auch nicht definitiv behandelbar gewesen. Denn bis da
hin sei der Beschwerdeführer ja trotz seiner sequentiellen Traumatisierungen gut ar
beitsfähig gewesen. Es wäre medizinisch unkorrekt, wenn die jetzige Sympto
ma
tik auf die früheren traumatisierenden Erfahrungen zurückgeführt würden. Es sei eine häufige Konstellation, dass es noch ein weiteres Ereignis zur Dekom
pensation brauche, und dann eine längere Aufarbeitung nötig werde.
Dr.
A.___
diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung nach tätli
chem Angriff mit körperlicher Gewalt sowie früherer sequentieller Traumatisie
rung in Kind
heit und durch Krieg (
Urk.
3/21).
4.
Der Beschwerdeführer beantragt in erster Linie die Weiterausrichtung von
Un
falltaggeldern
.
4.1
Ein weiterer Anspruch auf die vorübergehenden UV-Leistungen Heilbehandlung
(
Art.
10 UVG) und Taggeld (
Art.
16 f. UVG) setzt nach Gesetz und Praxis vo
raus,
dass von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besse
rung des - unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitszustandes erwartet werden kann oder dass noch Eingliederungsmassnahmen der IV laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der Versicherer den Fall unter Einstellung der vo
rübergehenden Leistungen abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invali
denrente und auf eine Integritätsentschädigung zu prüfen (BGE 137 V 199 E. 2.1).
Bei psychischen Unfallfolgen ist dieser Fallabschluss
-
und daran anschliessend die
Prüfung der Adäquanz eines Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfall und dessen Folgen zwecks Beurteilung eines Rentenanspruchs und einer
Integ
ritätsentschädigung
-
in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der Fortset
zung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann (
Urteil
des Bundesgerichts
8C_137/2014 vom 5.
Juni
2014 E. 4.1
, mit Hinweisen).
4.
2
Aufgrund der Akten steht - wie der Beschwerdeführer selber einräumt (
Urk.
1
Ziff.
2.12) - fest, dass keine somatischen Folgen des Unfalls mehr bestehen. Die Verletzungen am Kopf
heilten
schnel
l und komplikationslos ab
. Der Bruch an der rechten Hand ist inzwischen ebenfalls ausgeheilt und die Hand kann wieder ganz normal benützt und belastet werden (E.
3.11). Neurologisch fanden sich keine symptomatischen Kopfschmerzen (E.
3.9).
Da ausweislich der Akten auch keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung laufen, hat die
Be
schwerdegegnerin
den Fall zu Recht abgeschlossen.
5.
Damit bleibt zu prüfen, ob ein
adäquater Kausalzusammenhang zwischen Unfall und den psychischen Unfallfolgen besteht.
5.
1
Wie die Beschwerdegegnerin richtig vorbrachte, bedarf es zur Überprüfung der Adäquanz keiner genauen Diagnose bezüglich des Gesundheitsschadens.
Ist nämlich ein solcher Schaden ausgewiesen und der natürliche Kausalzusammen
hang mit dem Unfallereignis erstellt
(
was
vorliegend unbestrittenermassen der Fall ist)
, kommt es für die Adäquanzbeurteilung für Unfälle aus dem mittleren
Be
reich einzig darauf an, ob die von der Rechtsprechung entwickelten objekti
ven
Kriterien (allenfalls in gehäufter oder auffallender Form) erfüllt sind. Die Wür
digung des Unfalls zusammen mit diesen Kriterien führt alsdann zur Bejahu
ng oder Verneinung der Adäquanz
(Entscheid d
es damaligen
Eidg
.
Versicherungs
gerichts
U 400/99 vom
8.
Februar 2001 E. 3b).
5.2
5.2.1
Die Schwere des Un
falles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Gesche
hens
ablauf
und nicht nach den Kr
iterien, welche bei der Beurteilung der Adä
quanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden. Zu prüfen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittel
schwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren
Bereich gegebenenfalls eine wei
tere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleit
umstände,
die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen, dem
eigentlichen Unfallgeschehen nicht zu
zuordnenden Faktoren ist gegebe
nen
falls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zu
zieht, aber auch für - unter dem Ge
sichtspunkt der besonders drama
tischen Be
gleitumstände oder besonderen Eind
rücklichkeit des Unfalls zu prü
fende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder
Ver
letzungs
- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für an
dere Personen nach sich
zieht (Urteil des Bundesgerichts 8C_519/2008 vom 2
8.
Januar 2009, E.
5.2, mit Hinweisen).
5.2.2
In der Rechtsprechung wurde in einem Fall
, in welchem eine Frau beim Spa
zie
ren auf der Strasse von einem Unbekannten angefallen, geschlagen, zu Boden geworfen und mit Tötungsabsicht gewürgt wurde, bevor der Angreifer durch Passanten überwältigt werden konnte,
ein mittelschwerer Vorfall ange
nommen (Urteil [des
Eidg
. Versicherungsgerichts] U 215/94 vom 2
1.
Juni 2006 E.
6, in: RKUV 1996 Nr. U 256 S.
215). Im Urteil U 9/00 vom 2
8.
August 2001 (in: RKUV 2001 Nr. U 440 S.
350) stufte das
Eidg
. Versicherungsgericht einen Angriff, bei welchem die mit einem Mann und dessen Sohn zusammenlebende Versicherte ohne ersichtlichen Anlass und ohne Vorwarnung vom Sohn gepackt, auf den Boden geworfen, mehrmals mit dem Kopf auf den Boden geschlagen, mit
Knie
stössen
traktiert und mit dem Tod bedroht worden war und sich erst durch an
ihren Partner gerichtete Hilferufe zu retten vermochte, als mitt
el
schweres Ereig
nis an der oberen Grenze
ein. Den entscheidenden graduel
len Unterschied zum zu
vor zitierten Urteil erblickte das Gericht darin (E. 6c), dass die Drohun
gen des Angreifers geeignet waren, die Versicherte in Bezug auf dessen Ab
sichten ernst
haft zu beunruhigen,
dieser ausserdem zu ihrem Fami
lienkreis ge
hörte und ein Ungleichgewicht der Kräfte (Alter, Geschlecht) vorlag (Urteil des Bundesgerichts 8C_1062/2009 vom 3
1.
August 2010, E. 4.2.1). In einem weite
ren Fall stufte das
Bundesgericht einen Unfall, bei welchem ein Mann von zwei Männern mit Fäus
ten und einem Baseballschläger aufs Übelste verprügelt wurde, als mittel
schwe
ren Unfall (im mittleren Bereich) ein (Urteil des Bundes
gerichts 8C_681/2010 vom
3.
November 2010, E. 6.2 und E. 6.3).
5.2.3
Gestützt auf diese bundesgerichtliche Kasuistik ist das zu beurteilende Ereignis maximal als mittelschwerer Unfall im mittleren Bereich einzustufen. Ein Un
gleichgewicht der Kräfte
wie im vorgenannten Urteil U 9/00
lag nicht vor und
der Beschwerdeführer war in der Lage, sich selber zu
schützen und zu wehren.
Damit müssen
zur Bejahung der Adäquanz mindestens drei Kriterien nachge
wie
sen sein, sofern nicht ein Kriterium in besonders ausgeprägter oder auffal
len
der Weise vorliegt (Entscheid des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 2
9.
Januar 2010 E. 4.5).
5.3
5.3.1
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, wird weder geltend gemacht, noch ergeben sich aus den Akten entspre
chende Anhaltspunkte.
Ein
schwieriger Heilungsverlauf un
d erhebliche Kompli
kationen
oder eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung liegen bezüglich der hier in Frage stehenden somatischen Unfallfolgen
ebenfalls
nicht
vor. Die Verletzungen am Kopf heilten schnell und komplikationslos ab (E. 3.11).
Der Heilungsverlauf an der Hand verzögerte sich zwar, doch waren keine
Kom
plikationen oder
Rückschläge zu verzeichnen
und verblieben keiner
lei
Restbe
schwerden
. Die ärztliche Behandlung wurde
bereits nach rund einem halben
Jahr
im Mai 2012 abgeschlossen
(E. 3.6)
. Körperliche Dauerschmerzen, welche auf
organisch nachweisbare, unfallkausale
Befunde zurückgingen
(Ent
scheid des
Bundesgerichts 8C_949/2008 vom
4.
Mai 2009 E.
4.2.4), sind eben
falls zu vernei
nen.
Eine physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestand maximal rund ein Jahr (E. 3.11).
5.3.2
Allenfalls könnte das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder
der
besonderer Eindrücklichkeit
des Unfalls
bejaht werden, nachdem
ge
mäss
der
Schilderung
des Beschwerdeführers ein Nachbar
offenbar
um sein Le
ben fürch
tete
(E. 3.1). Indessen ist zu verneinen, dass dieses Kriterium in beson
ders aus
ge
präg
ter Weise vorliegt
bzw. vorliegen könnte
. Das Geschehen spielte sich am hell
lich
ten Tag in bewohntem Gebiet ab und der Beschwerdeführer hielt den Attack
en stand und war anschliessend noch voll handlungsfähig, indem er zuer
st seine Frau beruhigte und danach
die Polizei alarmierte.
5.3.3
Aufgrund der
vermuteten
m
ultiplen, demütigenden
, körperlich
und psychisch schädigende
n
Ohnmachts- und Gewalterfahrungen
in der Kindheit und im Krieg
und einer daraus allenfalls resultierenden erhöhten Vulnerabilität bezüglich
Ge
waltkon
flikte
(
vgl.
E. 3.12)
ist nicht in Abrede zu stellen, dass
die
erneute
Ge
walterfahrung
geeignet gewesen sein könnte,
im Sinne einer
Retraumatisierung
psychische Fehlentwicklungen auszulösen.
Aller
dings
ist auch hier zu vernei
nen,
dass
dieses Kriterium in besonders ausgepräg
ter Weise vorliegt bzw. vorliegen
könnte. Der Beschwerdeführer
war den beiden Schlägern nicht wehrlos ausge
lie
fert und
trat
auch
erst drei Monate nach dem Vorfall in psychiatrische Behand
lung
(E. 3.4).
5.3.4
Damit sind höchstens zwei Adäquanzkriterien - und davon keines in ausgepräg
ter Weise - erfüllt, was zur Verneinung eines adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und den psychischen Unfallfolgen führt.
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht den Fall abgeschlossen und weitere Leistungen verneint, weshalb die Beschwerde vollumfänglich ab
zu
weisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Anna Schuler-Scheurer
-
Rechtsanwalt
Dr.
Stefan
Mattmann
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstMöckli