# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e08984f-7edb-5d40-8124-ab18e01efe4f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-03-23
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 23.03.1994 JAAC 59.87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-87--_1994-03-23.pdf

## Full Text

JAAC 59.87

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission EVD vom 23. März 1994 in Sachen
X AG gegen Bundesamt für Landwirtschaft; 94/6H-002

Importation et échange de viande à des fins de transformation; champ
d’application territorial et personnel de l’ordonnance sur le bétail de
boucherie; octroi de permis.

1. Art. 8 et 9 let. a OBB en relation avec art. 2 al. 4 LD et art. 4 du Traité
d’union douanière entre la Suisse et la Principauté du Liechtenstein:
champ d’application de l’ordonnance sur le bétail de boucherie.

Applicabilité de l’ordonnance sur le bétail de boucherie à une entreprise
dont le siège social se trouve dans la Principauté du Liechtenstein
(consid. 1).

2. Art. 73 al. 2, 74 et 78 OBB: octroi du permis d’échange à des fins de
transformation.

L’échange à des fins de transformation comprend l’importation, la
transformation des produits importés et l’exportation des produits
transformés; le permis doit être sollicité avant l’opération d’échange;
le fait d’avoir déjà exporté des marchandises auparavant ne constitue
pas une condition à l’octroi d’un permis d’importer (consid. 4).

3. Art. 79 OBB: octroi du permis d’importer.

- Le permis d’importer peut être délivré conjointement avec le permis
d’échange, ce dernier fixant les devoirs et obligations; le seul fait
d’avoir déjà exporté une marchandise ne donne pas encore le droit de
prétendre à un permis d’importer (consid. 4).

- L’octroi d’un permis d’importer dépend de l’observation des devoirs et
obligations imposés dans le permis d’échange; le dépôt de la demande
n’est pas soumis à un délai déterminé (consid. 5).

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Einfuhr und Austauschgeschäft zur Verarbeitung von
Fleisch(-waren); räumlicher und persönlicher Geltungsbereich der
Schlachtviehverordnung; Bewilligungserteilung.

1. Art. 8, 9 Bst. a SV in Verbindung mit Art. 2 Abs. 4 ZG und Art. 4 des
Zollanschlussvertrages der Schweiz mit dem Fürstentum Liechtenstein:
Geltungsbereich der Schlachtviehverordnung.

Anwendbarkeit der Schlachtviehverordnung auf eine Firma mit
Geschäftssitz im Fürstentum Liechtenstein (E. 1).

2. Art. 73 Abs. 2, 74 und 78 SV: Erteilung von Bewilligungen für
Austauschgeschäfte zur Verarbeitung.

Austauschgeschäfte zur Verarbeitung umfassen die Einfuhr,
die anschliessende Verarbeitung und die nachträgliche Ausfuhr
der verarbeiteten Produkte; um die Bewilligung muss vor dem
Austauschgeschäft nachgesucht werden; ein vorgängiger Export wird
nicht vorausgesetzt (E. 4).

3. Art. 79 SV: Erteilung der Einfuhrbewilligung.

- Die Einfuhrbewilligung kann mit der Bewilligung für das gesamte
Austauschgeschäft, welche die Auflagen und Pflichten festhält,
zusammenfallen; bereits exportierte Ware begründet für sich allein
noch kein Anrecht auf Erteilung einer Einfuhrbewilligung (E. 4).

- Die Einfuhrbewilligung hängt von der Einhaltung der mit der
Bewilligung für Austauschgeschäfte erteilten Auflagen und Pflichten ab;
die Einreichung des Gesuches ist nicht an eine bestimmte Frist gebunden
(E. 5).

Importazione e operazione di scambio ai fini della lavorazione di carne
e di preparati di carne; campo di applicazione territoriale e personale
dell’ordinanza sul bestiame da macello; rilascio del permesso.

1. Art. 8 e 9 lett. a OBM unitamente all’art. 2 cpv. 4 LD e all’art. 4
del Trattato di unione doganale tra la Confederazione Svizzera e il
Principato del Liechtenstein; campo di applicazione dell’ordinanza sul
bestiame da macello.

Applicabilità dell’ordinanza sul bestiame da macello ad una ditta la cui
sede sociale si trova nel Principato del Liechtenstein (consid. 1).

2. Art. 73 cpv. 2, 74 e 78 OBM: rilascio di autorizzazioni per operazioni di
scambio ai fini della lavorazione.

L’operazione di scambio ai fini della lavorazione comprende
l’importazione, la trasformazione dei prodotti importati e
l’esportazione dei prodotti trasformati; l’autorizzazione deve essere
richiesta prima dell’operazione di scambio; il fatto di avere già
esportato merci in precedenza non costituisce una condizione per il
rilascio di un permesso d’importazione (consid. 4).

3. Art. 79 OBM: rilascio del permesso d’importazione.

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- Il permesso d’importazione può essere rilasciato congiuntamente
con l’autorizzazione per l’intera operazione di scambio; quest’ultima
deve fissare le condizioni e gli obblighi; il solo fatto di aver già
esportato una merce non dà ancora il diritto di pretendere un permesso
d’importazione (consid. 4).

- Il rilascio di un permesso d’importazione dipende dall’osservanza
delle condizioni e degli obblighi imposti dall’autorizzazione per
l’operazione di scambio; l’inoltro della domanda non è vincolato ad un
determinato termine (consid. 5).

Aus dem Sachverhalt:

Am 28. Oktober 1992 unterbreitete die Firma X AG dem Bundesamt für
Landwirtschaft ein Gesuch um «Rindfleischkompensation für im Jahre 1992
exportierte fleischhaltige Produkte». (...) Mit Verfügung vom 3. Februar 1993
wies das Bundesamt das Gesuch ab. Zur Begründung verwies es auf die
Praxisänderung im Rundschreiben an die Ravioli-Exporteure vom 28. August
1991, wonach die Bestimmungen der Schlachtviehverordnung, insbesondere
die Bewilligungsvoraussetzungen, inskünftig, das heisst ab 1. Januar 1992,
strikte angewendet würden.

Gegen diese Verfügung reichte die Firma X AG am 1. März 1993
Verwaltungsbeschwerde beim EVD ein. Darin wird die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und im Rahmen eines Austauschgeschäftes
sinngemäss die Erteilung der Importbewilligung für ... kg Wurstfleisch
verlangt.

Die Rekurskommission EVD übernahm das Verfahren am 4. Februar 1994 als
zuständige Behörde.

Aus den Erwägungen:

1. (Allgemeines zur Zuständigkeit)

Die Beschwerdeführerin gehört zu den in Art. 8 der Verordnung vom
22. März 1989 über den Schlachtviehmarkt und die Fleischversorgung
(Schlachtviehverordnung [SV], SR 916.341) aufgezählten Wirtschaftsgruppen
und hat Sitz im Fürstentum Liechtenstein. Gestützt auf Art. 2 Abs. 4 des
Zollgesetzes (ZG, SR 631.0) in Verbindung mit dem «Vertrag zwischen
der Schweiz und Liechtenstein über den Anschluss des Fürstentums
Liechtenstein an das schweizerische Zollgebiet» (SR 0.631.112.514) erfüllt
sie die in Art. 9 Bst. a der Schlachtviehverordnung genannte Voraussetzung,
wonach als einfuhrberechtigt nur anerkannt wird, wer unter anderem im
schweizerischen Zollgebiet Wohn- oder Geschäftssitz hat. Gemäss Art. 4 des
zitierten Vertrages findet im Fürstentum Liechtenstein nebst der gesamten
schweizerischen Zollgesetzgebung auch die übrige Bundesgesetzgebung
Anwendung, soweit der Zollanschluss ihre Anwendung bedingt. Die in
Art. 1 der Schlachtviehverordnung genannten Ziele werden unter anderem

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mittels einer mengenmässigen Einfuhrbeschränkung für Schlachttiere
und Erzeugnisse nach Art. 2 Abs. 1 der Schlachtviehverordnung erreicht
(Art. 7 SV). Daraus erhellt, dass die Anwendung der Schlachtviehverordnung
im Fürstentum Liechtenstein durch den vertraglichen Zollanschluss
bedingt ist, mithin, dass die Beschwerdeführerin den Bestimmungen der
Schlachtviehverordnung unterworfen ist.

(Legitimation und Eintreten)

2. Laut Art. 23 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 3. Oktober 1951 über
die Förderung der Landwirtschaft und die Erhaltung des Bauernstandes
(Landwirtschaftsgesetz [LwG], SR 910.1) ist der Bundesrat befugt, sofern der
Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu Preisen, die nach den Grundsätzen
dieses Gesetzes angemessen sind, durch die Einfuhr gefährdet wird, die
Importe gleichartiger Erzeugnisse mengenmässig zu beschränken. Dabei
hat er auf die andern Wirtschaftszweige Rücksicht zu nehmen. Von der ihm
eingeräumten Befugnis hat der Bundesrat in der Schlachtviehverordnung
Gebrauch gemacht.

Gemäss Art. 1 Abs. 2 der Schlachtviehverordnung ist beim Vollzug
dieser Verordnung auf die Interessen anderer Wirtschaftszweige und
der Konsumenten Rücksicht zu nehmen und darauf zu achten, dass
der Wettbewerb im Schlachtvieh- und Fleischmarkt im Rahmen der
Einfuhrbeschränkung erhalten bleibt.

Bei Erzeugnissen, deren Einfuhr mengenmässig beschränkt ist, wird
die Einfuhrbewilligung im Rahmen eines Einzelkontingentes, eines
Austauschgeschäftes oder einer religiös motivierten Bewilligung erteilt (Art. 22
Abs. 3 SV).

Die Austauschgeschäfte sind in den Art. 73 bis 88 der Schlachtviehverordnung
speziell geregelt. Gemäss Art. 73 Abs. 1 der Schlachtviehverordnung
kann das Bundesamt für Landwirtschaft (hiernach: Bundesamt) die
Einfuhr von Fleisch nach Ziff. 2 Bst. a des Anhanges bewilligen, wenn
Schlachttiere der betreffenden Schlachtviehgattung, gleichartiges Fleisch
oder daraus hergestellte Zubereitungen ausgeführt werden. Art. 78
der Schlachtviehverordnung konkretisiert die Voraussetzungen des
Austauschgeschäftes zur Verarbeitung:

«Austauschgeschäfte zur Verarbeitung können bewilligt werden, wenn:

a. die einzuführende Ware zusammen mit inländischem Fleisch und/oder
Fleischwaren verarbeitet werden soll und

b. sich der verarbeitende Betrieb verpflichtet, einen vom Bundesamt festgesetzten
Prozentsatz der hergestellten Produkte auszuführen.»

Einfuhrberechtigt ist unter anderem, wer für die eingeführte Ware über
Räume und Einrichtungen verfügt, die dem Umgang und der Art des
Geschäftes, der Art der Ware und den lebensmittelrechtlichen Vorschriften
entsprechen (Art. 9 Bst. b SV). Der verarbeitende Betrieb hat der Kontrollstelle
(der Schweizerischen Genossenschaft für Schlachtvieh- und Fleischversorgung;
Art. 77 SV) jederzeit alle Unterlagen bereitzuhalten, die Auskunft geben
über die Verwendung der eingeführten Waren, die bei der Verarbeitung

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verwendeten inländischen Fleischstücke, die Menge und Art der durch die
Verarbeitung gewonnenen Produkte sowie über deren Vermarktung (Art. 80
SV).

3. Zusammengefasst vertritt die Vorinstanz den Standpunkt, dass im Sinne
von Art. 1 in Verbindung mit Art. 73 Abs. 2 der Schlachtviehverordnung zu
vermeidende Wettbewerbsverzerrungen auftreten, wenn mit dem Export
von Ravioli mit minderwertigem Fleisch Importanrechte für erstklassiges
Fleisch erwirkt werden könnten, welches hernach, statt mit inländischem
Fleisch in verarbeiteter Form exportiert, auf den inländischen Markt gelangt.
Da der Import von Ravioli mengenmässig nicht beschränkt sei, könne der
Export folglich auch keine Importanrechte auslösen. In der angefochtenen
Verfügung wird die Abweisung des Importgesuches der X AG mit Hinweis
auf die am 28. August 1991 angekündigte Praxisänderung, wonach die
Bewilligungsvoraussetzungen für Austauschgeschäfte zur Verarbeitung
(Art. 78 SV) inskünftig strikte angewendet würden, begründet. Konkret
wird der Beschwerdeführerin vorgeworfen, dass sie das importierte Fleisch
bisher, statt mit inländischem Fleisch verarbeitet und exportiert, auf dem
inländischen Markt angeboten habe. Die Beschwerdeführerin ihrerseits
behauptet, alle materiellen und formellen Bewilligungsvoraussetzungen
zu erfüllen. Die Verweigerung der Bewilligung stehe somit imWiderspruch
zur am 28. August 1991 mitgeteilten Praxisänderung.

Streitig ist im vorliegenden Fall, ob die Vorinstanz das aufgrund vorgängiger
Exporte basierende Einfuhrgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht
verweigert hat und ob diese Verweigerung mit der am 28. August 1991
mitgeteilten Praxisänderung zu vereinbaren ist.

3.1. Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Bewilligung von
Austauschgeschäften im Zusammenhang mit dem Export von Ravioli,
Cannelloni usw. in ihrer Vernehmlassung vom 14. April 1993 zu Recht nicht
generell in Frage stellt. Dies stünde in bezug auf den vorliegenden Fall im
Widerspruch zur angekündigten Praxisänderung, welche gemäss ihrem
Wortlaut, wie auch die angefochtene Verfügung, objektiv erwarten lässt, dass
derartige Austauschgeschäfte bewilligt werden, sofern der Gesuchsteller
die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Es ist zwar denkbar, dass zur
Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen im Sinne von Art. 1 Abs. 2 der
Schlachtviehverordnung gewisse Austauschgeschäfte zur Verarbeitung,
wenigstens vorübergehend, generell nicht mehr bewilligt würden, obwohl
die Voraussetzungen nach Art. 73 und 78 der Schlachtviehverordnung
erfüllt wären. Dafür sprechen die Gesetzestexte von Art. 73 und 78 der
Schlachtviehverordnung, welche die Bewilligungserteilung jeweils in ihrem
Ingress mittels einer «Kann-Vorschrift» ins Rechtsfolgeermessen der Behörden
stellen. Von dieser Befugnis hat die Vorinstanz im vorliegenden Fall jedoch
weder Gebrauch gemacht noch macht sie geltend, weshalb darauf nicht näher
eingegangen wird.

3.2. Die Frage, ob einem Importeur bereits dadurch Wettbewerbsvorteile
erwachsen, weil er aufgrund von Ausfuhren zuvor frei eingeführter Produkte
wie Ravioli Importanrechte für erstklassiges Wurstfleisch erwirken könnte
oder ob diese, wie die Beschwerdeführerin behauptet, durch die Gewichtszölle
auf eingeführten Ravioli kompensiert werden, muss hier nicht beantwortet
werden. Das Austauschgeschäft zur Verarbeitung geht von der Konzeption

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aus, dass das nach erfolgter Bewilligung eingeführte Fleisch mit inländischem
Fleisch verarbeitet und hernach im Umfang bis zu 100% wieder ausgeführt
wird. Hält sich der Importeur an diese Regeln, ist nicht ersichtlich, inwiefern
er beispielsweise gegenüber einzelkontingentsberechtigten Importeuren
einen Wettbewerbsvorteil erlangen soll. Die Vorinstanz verbindet die Frage
des Wettbewerbsvorteils denn auch durchwegs mit dem Vorwurf an die
Beschwerdeführerin, dass sie das im Rahmen von Austauschgeschäften
eingeführte Fleisch «anderweitig vermarkte» oder auf den «inländischen
Markt» geworfen habe, statt es in verarbeiteter Form wieder auszuführen.
Die Vorinstanz macht mit anderen Worten geltend, die Beschwerdeführerin
erfülle die materiellen Bewilligungsvoraussetzungen gemäss Art. 78 der
Schlachtviehverordnung nicht.

3.3. Weshalb und inwieweit die Beschwerdeführerin die materiellen
Bewilligungsvoraussetzungen nicht erfüllt beziehungsweise nicht garantieren
kann, geht weder aus den Akten im hängigen Beschwerdeverfahren noch aus
dem vorgängigen Briefwechsel zwischen der Beschwerdeführerin und der
Schweizerischen Genossenschaft für Schlachtvieh- und Fleischversorgung
einerseits sowie dem Bundesamt anderseits, hervor. Die Beschwerdeführerin
behauptet zwar, bisher - und wohl auch im Hinblick auf das hier streitige
Importgesuch - sämtliche materiellen Bewilligungsvoraussetzungen zu
erfüllen, bringt ihrerseits jedoch ebenfalls keine Unterlagen bei, welche
die Überprüfung des Gesuchs und die Erteilung der verlangten Bewilligung
durch die angerufene Rekurskommission EVD erlauben würden. Die in
der Beschwerdeschrift in Aussicht gestellten näheren Angaben über die im
Jahre 1992 exportierten Fleischmengen sind bei der Rekurskommission EVD
bis heute nicht eingetroffen. Es ist der Rekurskommission EVD somit nicht
möglich, in diesem Punkt einen Sachentscheid zu fällen.

4. Obwohl nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung, bringt die
Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 14. April 1993 implizit den Einwand
der verspäteten Gesuchseinreichung vor. In gewisser Weise setzt sie sich
damit in Widerspruch zu dem von ihr vertretenen Standpunkt, wonach
die Exporte im Rahmen eines vorgängigen Austauschgeschäftes keine
Importanrechte für ein nachfolgendes Austauschgeschäft bewirken können.
Immerhin kann mit der Vorinstanz davon ausgegangen werden, dass um
die Bewilligung, entsprechend Sinn und Wortlaut der Art. 73 Abs. 2, 74 und
78 der Schlachtviehverordnung, vor dem Austauschgeschäft nachgesucht
werden muss. Begrifflich beinhalten Austauschgeschäfte zur Verarbeitung wie
erwähnt die Einfuhr, die anschliessende Verarbeitung und die nachträgliche
Ausfuhr der verarbeiteten Fleischprodukte. Ein vorgängiger Export wird
entgegen den beschwerdeführerischen Ausführungen nicht vorausgesetzt.
Bereits exportierte Ware begründet für sich allein, wie die Vorinstanz
richtig bemerkt, noch kein Anrecht auf eine Importbewilligung im Rahmen
eines Austauschgeschäftes. Demzufolge darf sich die Beschwerdeführerin
nicht darauf verlassen, aufgrund vorgängiger Exporte in jedem Fall wieder
eine entsprechende Einfuhrbewilligung zu erhalten. Das heisst jedoch
nicht, dass vorgängige Exporte nicht als Bemessungsgrundlage für eine zu
erteilende Einfuhrbewilligung herangezogen werden dürften. Der Inhalt eines
Austauschgeschäftes zur Verarbeitung geht wie erwähnt vom vorgängigen
Import des zu verarbeitenden und zu exportierenden Fleisches aus. Dieser
Umstand bringt es mit sich, dass die Einfuhrbewilligung (Art. 79 SV) mit der

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Bewilligung für das gesamte Austauschgeschäft, welche die Auflagen und
Pflichten festhält, zusammenfallen kann. Nichts anderes gilt in bezug auf die
zu stellenden Bewilligungsgesuche.

5. Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass die Einfuhrbewilligung
nicht von den vorgängigen Ausfuhren der verarbeiteten Fleischprodukte,
sondern von der Einhaltung der mit der Bewilligung erteilten Auflagen
und Pflichten im Sinne der zitierten gesetzlichen Bestimmungen abhängt.
Damit steht zugleich fest, dass die Einreichung des Gesuches nicht an eine
bestimmte Frist gebunden ist. Eine solche kann auch den gesetzlichen
Bestimmungen nicht entnommen werden. Das Gesuch kann somit nicht
als verspätet betrachtet werden. Soweit den Gesuchszeitpunkt betreffend,
erweist sich auch die von der Beschwerdeführerin erhobene Rüge der
Verletzung des Grundsatzes von Treu und Glauben als hinfällig. Soweit die
Beschwerdeführerin mit dieser Rüge die Erteilung der Einfuhrbewilligung
aufgrund der bisherigen Exporte zu erreichen sucht, wird festgehalten,
dass das Rundschreiben der Vorinstanz vom 28. August 1991 klar zum
Ausdruck brachte, dass die für Austauschgeschäfte massgebende Regelung
der Schlachtviehverordnung ab Januar 1992 strikte und gegenüber allen
Ravioli-Exporteuren angewendet werde. Die gesetzliche Ordnung setzt die
zu bewilligenden Einfuhren, wie gesehen, nicht in Abhängigkeit zu den
vorgängigen Ausfuhren.

(Die Rekurskommission EVD heisst die Beschwerde gut, hebt die angefochtene
Verfügung auf und weist die Sache zur Neubeurteilung an das Bundesamt
zurück)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 59.87 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 23.

März 1994 in Sachen X AG gegen Bundesamt für Landwirtschaft; 94/6H-002

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
Année

Anno

Band 59
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	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 23. März 1994 in Sachen X AG gegen Bundesamt für Landwirtschaft; 94/6H-002
	Aus dem Sachverhalt:
	Aus den Erwägungen: