# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 219868a1-99e5-5369-ab76-b12f1cd10937
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.05.2021 200 2020 576
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-576_2021-05-20.pdf

## Full Text

200 20 576 UV
WIS/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Mai 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG 
Litigation Hauptbranchen, Postfach, 8085 Zürich 
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 21. Juli 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2021, UV/20/576, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1971 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ... und nach diversen Tätigkeiten im ..., in der ... sowie als ... zu-
letzt als ... (von Februar 2002 bis Sommer 2014 mit entsprechender Aus-
bildung) tätig, begann im August 2014 eine Ausbildung zum ... (Akten der 
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG [Zürich bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 24/28; vgl. auch AB 24/1). Im Rahmen dieses Studien-
gangs absolvierte er in den Monaten Mai und Juni 2016 eine Praxisausbil-
dung im D.________ im … in … (AB 11; vgl. auch AB 8, 12) und war in 
dieser Eigenschaft bei der Zürich obligatorisch gegen die Folgen von Be-
rufs-, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten versichert, als er am 
17. Mai 2016 beim …spielen (AB 3, 24/4, z1) eine Dissektion der Arteria 
carotis interna links und infolgedessen eine Infarzierung im Mediaversor-
gungsgebiet links mit residueller sensomotorischer Hemiparese rechts (mit 
Apraxiezeichen) sowie mit seither bestehenden mittelgradigen bis schwe-
ren neuropsychologischen Störungen erlitt (AB 24/6 f. Ziff. 3, 24/8 
Ziff. 4.5.1). Die Zürich übernahm die Kosten der Heilbehandlung und er-
brachte Taggeldleistungen (AB z60). 

Die IV-Stelle Bern (IVB) sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 
18. Mai 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 88 % eine ganze Rente ab 
1. Mai 2017 zu (AB z149). Nachdem die Zürich den Versicherten polydiszi-
plinär begutachten liess (Expertise des E.________ vom 15. Januar 2019 
[AB 24]), teilte sie mit Schreiben vom 10. September 2019 mit, dass sie 
beabsichtige, die Leistungen für Heilbehandlungen (unter Verzicht auf 
Rückforderungsansprüche für allfällig später erbrachte Heilbehandlungen) 
sowie die Taggeldleistungen per 30. Juni 2017 einzustellen, eine monatli-
che Komplementärrente im Betrag von Fr. 966.-- ab 1. Juni 2017 aufgrund 
eines Invaliditätsgrades von 88 % und eines massgeblichen versicherten 
Jahresverdienstes von Fr. 38'197.25 (unter Verrechnung des Renten-
spruchs von Juli 2017 bis Oktober 2019 mit den für diese Zeit bereits ge-
leisteten Taggeldern) auszurichten und eine Integritätsentschädigung (ba-
sierend auf einer Integritätseinbusse von 100 %; AB 55; vgl. auch AB 51) 

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zuzusprechen. Da der Versicherte, nunmehr vertreten durch den 
B.________, lic. iur. C.________, mit dem zugrunde gelegten versicherten 
Verdienst von Fr. 38'197.25 und dem ermittelten Invaliditätsgrad von 88 % 
nicht einverstanden war (AB 82; vgl. auch AB 57), verfügte die Zürich am 
28. November 2019 – wiederum gestützt auf einen versicherten Verdienst 
von Fr. 38'197.25, nunmehr aber unter Berücksichtigung eines Invaliditäts-
grades von 100 % (dies indessen ohne Auswirkung auf die Rentenhöhe) – 
entsprechend (AB 85). Gegen diese Verfügung liess der Versicherte Ein-
sprache erheben und beantragen, der Berechnung der Invalidenrente sei 
ein versicherter Jahresverdienst von mindestens Fr. 67'563.-- zugrunde zu 
legen (AB 92). Mit Einspracheentscheid vom 21. Juli 2020 wies die Zürich 
die Einsprache ab (AB 119).

B.

Hiergegen liess der Versicherte, weiterhin vertreten durch den B.________, 
lic. iur. C.________, mit Eingabe vom 4. August 2020 Beschwerde erheben 
und beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid (AB 119) sei in 
Bezug auf den versicherten Verdienst aufzuheben und dieser sei von dem 
Zeitpunkt an, da er die Ausbildung abgeschlossen hätte, nach dem Lohn 
festzusetzen, den er im Jahr vor dem Unfall als voll Leistungsfähiger erzielt 
hätte, unter Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. September 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die für den Beschwerdeführer 
bestehende Vertretungsbeistandschaft ohne Einschränkung der Hand-
lungsfähigkeit gemäss Art. 394 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches (ZGB; SR 210) war bereits per 11. Dezember 2019 aufgehoben wor-
den (AB 121; vgl. auch AB z71 und AB 83). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 21. Juli 2020 
(AB 119). Streitig und zu prüfen ist einzig die Höhe der Invalidenrente und 
in diesem Zusammenhang der für die Rentenberechnung massgebende 
versicherte Verdienst.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In Bezug auf die Streitgegenstand bildende Invalidenrente der Un-
fallversicherung (vgl. E. 1.3 hiervor) sind die Anspruchsberechtigung, der 
Leistungsbeginn (1. Juni 2017) und nunmehr auch der Invaliditätsgrad von 
100 % (vgl. dazu AB 85/4 f.) zu Recht unbestritten. Das beweiskräftige (vgl. 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352) E.________-Gutachten vom 15. Januar 2019 geht denn auch von 
einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit sowohl in den bisherigen wie auch in 
angepassten Tätigkeiten aus (AB 24/10 f. Ziff. 4.8). Entsprechend besteht 
kein Anlass zu einer näheren Prüfung von Amtes wegen (BGE 125 V 413 
E. 2c S. 417).

Umstritten ist hingegen, welches Einkommen als versicherter Verdienst 
– und damit als Grundlage für die Bemessung der Invalidenrente der Un-
fallversicherung – heranzuziehen ist. Nach Ansicht des Beschwerdeführers 
ist hierzu von dem Zeitpunkt an, da er die Ausbildung zum ... abgeschlos-
sen hätte, der Lohn heranzuziehen, den er im Jahr vor dem Unfall mit einer 
Tätigkeit als ... als voll Leistungsfähiger erzielt hätte (Beschwerde S. 3), 
wogegen die Beschwerdegegnerin den innerhalb eines Jahres vor dem 
Unfall bezogenen bzw. (infolge unterjährigem Arbeitsverhältnis) auf ein 
volles Jahr umgerechneten effektiven Lohn als massgeblich erachtet 
(AB 85/3, 119/4 sowie Beschwerdeantwort S. 3).

2.2

2.2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich – wie vorlie-
gend – vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt 
ausgebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

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2.2.2 Nach Art. 15 Abs. 1 UVG werden Taggelder und Renten nach dem 
versicherten Verdienst bemessen. Als Grundlage für die Bemessung der 
Renten gilt der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder meh-
reren Arbeitgebern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter 
Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Dauerte das Ar-
beitsverhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit bezogene 
Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet. Bei einer zum voraus befristeten 
Beschäftigung bleibt die Umrechnung auf die vorgesehene Dauer be-
schränkt (Art. 15 Abs. 2 UVG i.V.m. aArt. 22 Abs. 4 UVV [in der bis am 
31. Dezember 2016 in Kraft gestandenen Fassung]).

2.2.3 Art. 15 Abs. 3 UVG ermächtigt den Bundesrat, über den versicher-
ten Verdienst in Sonderfällen weitere Bestimmungen zu erlassen, so etwa 
bei Versicherten, die nicht oder noch nicht den berufsüblichen Lohn erhal-
ten (lit. c). Gestützt darauf hat er in Art. 24 UVV unter dem Titel "Massge-
bender Lohn für Renten in Sonderfällen" ergänzende Vorschriften erlassen. 
Abs. 3 dieser Bestimmung lautet wie folgt: Bezog der Versicherte wegen 
beruflicher Ausbildung am Tage des Unfalles nicht den Lohn eines Versi-
cherten mit voller Leistungsfähigkeit derselben Berufsart, so wird der versi-
cherte Verdienst von dem Zeitpunkt an, da er die Ausbildung abgeschlos-
sen hätte, nach dem Lohn festgesetzt, den er im Jahr vor dem Unfall als 
voll Leistungsfähiger erzielt hätte.

Nach ständiger Rechtsprechung galt nach Art. 78 Abs. 4 des Bundesgeset-
zes vom 13. Juni 1911 über die Kranken- und Unfallversicherung (KUVG 
[aufgehoben per 31. Dezember 1983]), dem Art. 24 Abs. 3 UVV inhaltlich 
und redaktionell weitgehend entspricht (Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG, heute Bundesgericht {BGer}] vom 4. April 
2002, U 333/01, E. 2b), als "voll leistungsfähig" bereits jener Versicherte, 
der sein primäres Ausbildungsziel erreicht hat und seinen Beruf normal 
ausüben kann. Art. 78 Abs. 4 KUVG bezweckte als Ausnahmebestimmung 
einzig, den Versicherten von dem Moment an, da er sein volles Leistungs-
vermögen erreicht hätte, in gleicher Weise zu behandeln, wie wenn die 
berufliche Ausbildung im Zeitpunkt des Unfalles beendet gewesen wäre 
(BGE 108 V 268 E. 2a S. 266). Diese altrechtliche Rechtsprechung gilt 
auch unter der Herrschaft von Art. 24 Abs. 3 UVV (vgl. Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2021, UV/20/576, Seite 7

vom 1. Dezember 2009, 8C_530/2009 bzw. 8C_533/2009, E. 5.3). Mit der 
Sonderregel soll verhindert werden, dass ein Versicherter, der vor Beendi-
gung der beruflichen Grundausbildung einen viel kleineren Lohn als die 
ausgebildeten Berufskollegen bezieht, Zeit seines Lebens eine wesentlich 
geringere Rente als diese bekäme. In diesem Fall müssen der versicherte 
Verdienst und damit auch die Rente so angehoben werden, wie wenn der 
Versicherte die berufliche Grundausbildung abgeschlossen hätte und ein 
"voll Leistungsfähiger" wäre. Ist das primäre Ausbildungsziel jedoch er-
reicht und kann die versicherte Person ihren Beruf normal ausüben, muss 
der versicherte Verdienst nach der Grundregel von Art. 15 Abs. 2 UVG be-
rechnet werden. Die Grundregel gilt auch, wenn die versicherte Person sich 
später spezialisieren und eine höhere Ausbildungsstufe erreichen will. Die 
berufliche Weiterbildung kann nicht mehr mit der Berufslehre junger Leute 
verglichen werden (BGer, 8C_530/2009 bzw. 8C_533/2009, E. 5.3). Auf-
grund dieses Verständnisses der Bestimmung findet sie bei Personen, wel-
che eine Erstausbildung abgeschlossen haben und eine Fort- oder Weiter-
bildung absolvieren, keine Anwendung (VOLLENWEIDER/BRUNNER, in: 
FRÉSARD/FELLAY/LEUZINGER/PÄRLI [Hrsg.], Basler Kommentar zum Unfall-
versicherungsgesetz, 2019, Art. 15 N 106).

2.3

2.3.1 Der Beschwerdeführer ist gelernter ... (Abschluss der Ausbildung 
1995; AB 24/28). Auch wenn er nie auf diesem Beruf gearbeitet hat, han-
delt es sich dabei um eine Grundausbildung bzw. um sein primäres Ausbil-
dungsziel im Sinne von Art. 24 Abs. 3 UVV, hätte er doch in der Folge die-
sen Beruf normal ausüben können und galt demnach als voll leistungs-
fähig. Nach dem in E. 2.2.3 hiervor Ausgeführten hätte Art. 24 Abs. 3 UVV 
nur im Rahmen dieser Erstausbildung zur Anwendung kommen können, 
nicht mehr aber im Rahmen einer Fort- oder Weiterbildung. Nach der Aus-
bildung zum ... war der Beschwerdeführer denn auch während Jahrzehnten 
berufstätig, nach diversen Tätigkeiten im ... (1995 bis 1997), in der ... (1997 
bis 2000) sowie als ... (2000 bis 2002) insbesondere während zwölf Jahren 
als ... (2002 bis 2014; AB 24/28). Erst im August 2014 hat er mit der Aus-
bildung zum ... begonnen. Auch wenn diese Ausbildung in der Regel (nebst 
anderem) eine abgeschlossene mindestens dreijährige berufliche Grund-

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ausbildung oder einen als gleichwertig anerkannten Abschluss, einen 
Fachmittelschul-Ausweis oder eine Berufs-, Fach- oder gymnasiale Matu-
rität voraussetzt (www.berufsberatung.ch, Berufe, Berufe suchen, ...; letzt-
mals besucht am 20. Mai 2021), ändert dies nichts am Umstand, dass ... 
primäres Ausbildungsziel des Beschwerdeführers war, hat er die Ausbil-
dung zum ... doch erst rund 20 Jahre später in Angriff genommen. Insofern 
kann nicht gefolgert werden, dass die erst im August 2014 begonnene 
Ausbildung zum ... im Rahmen der beruflichen Grundausbildung zu werten 
wäre. Damit bleibt für eine Anwendung von Art. 15 Abs. 3 lit. c UVG i.V.m. 
Art. 24 Abs. 3 UVV zwecks Bestimmung des versicherten Verdienstes kein 
Raum. Vielmehr hat der Beschwerdeführer zu Gunsten dieser Ausbildung 
zum ... aus freien Stücken auf ein (höheres) Einkommen als ... bzw. ... ver-
zichtet.

2.3.2 Zwar wird in der Lehre etwa die Auffassung vertreten, es sei 
überholt, den Lehrabschluss als primäres Berufsziel anzunehmen, weshalb 
der Bemessung des versicherten Verdienstes der Lohn des endgültigen 
Berufsziels zugrunde zu legen sei; wesentlich sei, dass die versicherte 
Person wegen einer Ausbildung im Zeitpunkt des Unfalls einen reduzierten 
Lohn bezogen habe (vgl. VOLLENWEIDER/BRUNNER, a.a.O., Art. 15 N 106). 
Soweit die Autoren sodann unter Hinweis auf eine andere Autorin festhal-
ten, der Gesetzgeber sei "gefordert", so ist darauf hinzuweisen, dass weder 
der versicherte Verdienst bei Renten im Allgemeinen noch Art. 24 Abs. 3 
UVV im Besonderen Gegenstand der am 1. Januar 2017 in Kraft getrete-
nen Revision des UVG bildete, womit sich Gesetz- und Verordnungsgeber 
offensichtlich nicht veranlasst sahen, den Anwendungsbereich von Art. 24 
Abs. 3 UVV weiter zu fassen (vgl. Zusatzbotschaft des Bundesrates vom 
19. September 2014 zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung [BBl 2014 7911 ff.]).

2.3.3 Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin den versicherten Verdienst nach Art. 15 Abs. 2 UVG festgesetzt 
hat. Dabei hat sie das zuletzt erzielte Einkommen korrekterweise auf ein 
Jahr hochgerechnet (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Ausgehend von diesem (auf ein 
Jahr hochgerechneten) versicherten Verdienst von Fr. 38'197.25 resultiert 
infolge Vollinvalidität eine Normalrente von Fr. 30'557.80 pro Jahr bzw. 

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Fr. 2'546.50 pro Monat (80 % des versicherten Verdienstes gemäss Art. 20 
Abs. 1 UVG; in der Verfügung vom 28. November 2019 wird zwar im Be-
gleittext ebenfalls von einer Vollinvalidität ["IV-Grad 100 %"] ausgegangen, 
die Berechnung dann aber fälschlicherweise noch immer aufgrund eines 
IV-Grades von 88 % vorgenommen mit folglich entsprechend tieferer 
Grundrente von Fr. 2'240.90 [bzw. gerundet Fr. 2'241.--; AB 85/5 oben; vgl. 
auch AB 55/4 oben]). Diese fehlerhafte Berechnung ist hier jedoch zufolge 
zutreffender selbstständiger Berechnung der Komplementärrente nicht we-
sentlich. Die Komplementärrente nach Art. 20 Abs. 2 UVG entspricht der 
Differenz zwischen 90 % des versicherten Verdienstes (Fr. 34'377.55) und 
der Rente der IV (Fr. 22'788.-- [12 x Fr. 1'899.--; vgl. AB z149]) und beläuft 
sich damit auf jährlich Fr. 11'589.55 bzw. monatlich Fr. 965.80 (gerundet: 
Fr. 966.--; im Resultat übereinstimmend die Berechnung der Beschwerde-
gegnerin [AB 85/5 und 55/4 je oben, wobei die ebenfalls ausgewiesene 
"monatliche Grundrente ab 01.07.2017" im Betrag von Fr. 1'644.-- nicht 
nachvollziehbar ist]). Mit Blick auf die ab 1. Mai 2017 ausgerichtete Invali-
denrente der IV von Fr. 1'899.-- (AB z149) kommt vorliegend die Komple-
mentärrente nach Art. 20 Abs. 2 UVG im Betrag von Fr. 966.-- zur Auszah-
lung.

2.4 Die von der Beschwerdegegnerin zugesprochene (Komplementär-) 
Rente ist demnach nicht zu beanstanden. Entsprechend ist der angefoch-
tene Einspracheentscheid vom 21. Juli 2020 (AB 119) ebenfalls nicht zu 
beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist unbegründet und 
abzuweisen.

3.

3.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

3.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2021, UV/20/576, Seite 10

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________, lic. iur. C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Litigation Hauptbranchen 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.