# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c024b174-ee5e-5a8b-a2da-69efa80afd51
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 01.06.2010 R 2009 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-104_2010-06-01.pdf

## Full Text

R 09 104

5. Kammer 

URTEIL
vom 1. Juni 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Teilrevision Ortsplanung

1. … ist Eigentümerin der überbauten, ca. 1109 m2 haltenden Parzelle Nr. 925, 

im Ortsteil … von …, im Bereich … (hinterstes Haus an der privaten 

Stichstrasse, welche im Bereich … von der Gemeindestrasse abbiegt). Ihr 

gehören ebenfalls die westlich angrenzenden, unüberbauten Parzellen Nr. 

923 und 1259. Im Zonenplan und GGP der damaligen Gemeinde …, von der 

Regierung genehmigt am 22.6.1990, wurde der östliche Teil der Parzelle Nr. 

925 im Umfang von ca. 350 m2 der Wohnzone R3 und der von einer 

Gefahrenzone 1 überlagerte westliche Teil der Landwirtschaftszone (LW) 

zugewiesen. Von der ca. 880 m2 grossen, südlich angrenzenden Parzelle Nr. 

1257 wurden ca. 762 m2 der Wohnzone R3 und die beiden von einer 

Gefahrenzone 1 überlagerten nordwestlichen Bereiche im Umfang von ca. 

116 m2 der LW zugewiesen. Die noch südlicher gelegene Parzelle Nr. 1035 

im Halte von ca. 3363 m2 wurde vollständig der Wohnzone R3 zugeteilt. Im 

Januar 2003 beschlossen die Stimmberechtigten der damaligen Gemeinde … 

eine Gesamtrevision der Ortsplanung, wobei das Gebiet … gestützt auf die 

Beurteilung der Gefahrenkommission III im Zonenplan unverändert 

übernommen wurde. Im Zuge der Behandlung der Beschwerde der 

Eigentümerin der Parzelle Nr. 936 im Gebiet … liess das kantonale DIV die 

Gefahrensituation in den Gebieten … und … di … von der 

Gefahrenkommission III neu beurteilen, welche gestützt auf einen 

Expertenbericht zum Schluss kam, dass die Gefahrenzonen teilweise anders 

festgelegt werden müssten. Gestützt darauf wies die Regierung in ihrem 

Genehmigungsbeschluss vom 15.6.2004 die Gemeinde an, die 

entsprechenden Anpassungen vorzunehmen und sistierte das 

Genehmigungsverfahren für die gemäss Gefahrenzonenplan … vom 

8.1.2003 in einer Gefahrenzone 1 gelegene Wohnzone in den westlichen 

Bereichen der Parzellen Nr. 1257 und 1035.

Am 20.11.2007 beschlossen die Stimmberechtigten der Gemeinde … eine 

Teilrevision der Ortsplanung. Im Zonenplan 1:1000 … Nord wurden für das 

Gebiet … die Gefahrenzonen (GZ) 1 und 2 ausgeschieden, wobei auf der 

Parzelle Nr. 925 die GZ 1 bestätigt und neu der überbaute Bereich der GF 2 

zugewiesen wurde. Auf den südlich gelegenen Parzellen Nr. 1257 und 1035 

wurden, entgegen dem Plan 2003, keine GZ 1 ausgeschieden; die 

entsprechenden westlichen Parzellenteile wurden als „Hinweis“ als 

Wohnzone R2 gelb koloriert. Die durch … dagegen erhobene 

Planungsbeschwerde wurde durch die Regierung mit Entscheid vom 

6.10./3.11.2009 unter gleichzeitiger Genehmigung der entsprechenden 

Ortsplanungsrevision abgewiesen.

2. Dagegen erhob … am 4.12.2009 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit 

dem Antrag auf Aufhebung und Nichtgenehmigung der Zuweisung der 

westlichen Restflächen der Parzellen Nr. 1035 und 1257 zur Bauzone R2 (lit. 

a), der Festlegung der GZ 2 (blau) auf Parzelle Nr. 925 (lit. b) und der mit dem 

Beschluss zusammenhängenden Änderungen der GZ in den Gebieten …, … 

di … und ... Evtl. sei die Sache zur Neubeurteilung an die Regierung bzw. 

Gemeinde zurückzuweisen. Insbesondere sei eine Oberexpertise beim 

Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zur 

Gefahrensituation in den erwähnten Gebieten einzuholen. Die Regierung 

habe die Anforderung von Art. 33 Abs. 3 lit. b KRG nicht erfüllt, da sie die 

Gefahrenzonenausscheidung vom 20.11.2007 ungenügend überprüft habe. 

Weder das 2. Gutachten Teufen vom 27.10.2004 noch der Beschluss der 

Gefahrenkommission vom 30.11.2004 würden auf Grund ihrer Widersprüche 

sich als genügende fachliche Grundlage für die Beurteilung der 

Gefahrensituation eignen, was gegen Art. 38 RPG, 9 und 29 Abs. 2 BV sowie 

33 Abs. 3 lit. b KRG verstosse. Die Einteilung der westlichen Teilflächen der 

Parzellen Nr. 1257 und 1035 (gelbes Dreieck) könne sie rügen, obwohl dabei 

lediglich die frühere Zonenzuteilung bestätigt worden sei, da sie der 

Gefahrensituation, dem schwer bebaubaren Gelände, dem Orts- und 

Landschaftsbild sowie dem Inventarblatt betreffend BLN – Objekt 1908 

widersprechen würde.

3. In seiner Vernehmlassung beantragte das DVS die Abweisung der 

Beschwerde. Die Regierung habe sich eingehend mit den Rügen der 

Beschwerdeführerin und den massgebend Aspekten der angefochtenen 

Ortsplanung auseinandergesetzt. Bei allfälliger Gutheissung seien auch die 

betroffenen Eigentümer der Parzellen Nr. 1257, 1035 und 936 am Verfahren 

zu beteiligen. Auch die beantragte aufschiebende Wirkung würde sich auf 

keinen Fall rechtfertigen.

4. Die damalige Gemeinde … (heute: …) beantragte in ihrer Vernehmlassung 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Es 

erscheine als fraglich, ob die Beschwerdeführerin legitimiert sei, die 

Gefahrenzonenzuteilung des ganzen Gebietes anzufechten, da sie dort nicht 

direkt betroffen sei. Beim Zugangssträsschen müsste sie als Mitbeteiligte 

sogar selber daran interessiert sein, dass ihre Zufahrt zur GF 2 und nicht zur 

GF 1 zugeteilt werde, da sie ansonsten über keine Zufahrt mehr verfüge. Auf 

jeden Fall sei die Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichtes 

praxisgemäss eingeschränkt. Den Gefahrenzonenkommissionen komme 

grosse Erfahrung und Sachkenntnis zu, weshalb ihre Beurteilungen 

massgebend seien und hier auch ein Obergutachten des SFL im Detailbereich 

nicht mehr viel bringen könne. Tatsächlich gebe es auch keine konkreten 

Anhaltspunkte, welche die Beurteilung der Gefahrenkommission III als falsch 

erscheinen liessen. Daran würden die Gefahrenkarten von Bernardo Teufen 

vom 13.11.2003 und 27.10.2004 nichts ändern, da dieser die massgebenden 

Parameter wie die Rauhigkeit des Geländes nicht in allen Teilen richtig 

festgelegt habe. Überdies steige der untere Teil der Parzelle Nr. 1257 leicht 

an, was die Gefährdung erheblich reduziere. Bezüglich des ganzen Gebiets 

habe die Gefahrenkommission eine plausible Erklärung vorgebracht, nämlich 

dass in diesem Auslaufgebiet etwas geringere Drücke als bisher 

angenommen bestünden. Wie beim überbauten Teil der Parzelle der 

Beschwerdeführerin sei bei den Parzellen Nr. 1257 und 1036 vergleichsweise 

nur eine geringe Lawinengefahr gegeben (seitliches Abfliessen) und nicht 

zerstörerische Grosslawinen mit direkter Gefahr für Leib und Leben. Die 

früheren Zonenzuteilungen aus den Jahren 1990/91 und später würden auf 

jeden Fall den Anforderungen des RPG entsprechen. Die Regierung habe 

2004 die Dimensionierung der Wohnbaureserven in der Gemeinde … mit 7.5 

ha als eher zu gross bezeichnet, was jedoch in … auf Grund der 

Fraktionierung und der grossen Bautätigkeit in den letzten Jahren durchaus 

akzeptiert worden sei. Nachdem sich seit 1990 die Verhältnisse mit Bezug auf 

alle gerügten Aspekte nicht verändert hätten, würde ein Ausschluss einer 

Auszonung gleichkommen. Insgesamt gehe es hier um eine geringfügige 

Fläche, nämlich um 84 m2 bei Parzelle Nr. 1035 und 288 m2 bei Parzelle Nr. 

1257. Die Grenze des BLN-Inventars würde gemäss Detailplänen des ANU 

oberhalb des Siedlungsgebietes verlaufen. Schliesslich sei weder Bebauung 

noch Erschliessung dieser Parzellen mit einem unverhältnismässigen 

Aufwand verbunden, wie die bestehenden Bauten zeigen würden.

5. In ihrer Replik führte die Beschwerdeführerin aus, die Gefahrenkommission III 

habe für das strittige Dreieck zwischen 2002 und 2004 drei verschiedene 

Meinungen abgegeben, nämlich 2002 keine GZ, 2003 GZ 1 und 2004 GZ 2. 

Auch die Widersprüche der Karte der Gefahrenkommission III zur Karte 

Teufen würden sich nicht einfach mit der Hangneigung erklären lassen. Beide 

Gutachten Teufen würden sich in diesem Punkt völlig decken. Eine 

gutachterliche Abklärung der überdimensionierten Bauzonen habe die 

Gemeinde ebenfalls nicht vorgenommen. Schliesslich würden die Detailpläne 

des Bundes zeigen, dass das Gebiet noch klar innerhalb des BLN-Gebietes 

liegen würde.

6. In ihrer Stellungnahme erklärte sich … als Eigentümerin der Parzelle Nr. 1035 

mit dem Antrag der Beschwerdeführerin, die Zuweisung der westlichen 

Restfläche zur Bauzone nicht zu genehmigen, einverstanden, da sie die 

vorgeschlagene Korrektur der Gemeinde … bereits 2002 akzeptiert habe.

7. Die Erben …, Eigentümer der Parzelle Nr. 936, beantragten in ihrer 

Stellungnahme die Abweisung der Beschwerde.

8. Die Erben …, Eigentümer der Parzelle Nr. 1257, beantragten in ihrer 

Stellungnahme die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt 

eingetreten werden könne. Die beigelegte Korrespondenz zeige klar, dass die 

Beschwerdeführerin vor allem einen Bau auf den Nachbarparzellen 

verhindern möchte.

9. Das DIV verwies in seiner Duplik darauf, dass gemäss BAFU – Plan 1:10000 

wie von der Beschwerdeführerin heruntergeladen wohl die gestrichelte Linie 

(welche zwar nicht unbedingt die Grenzlinie darstellen müsse) des BLN-

Gebietes unterhalb der oberen Häuser verlaufe. Massgebend sei aber einzig 

und allein der Plan aus dem offiziellen grünen BLN – Ordner. Wegen der 

Strichdicke sei aber die Lokalisierung ungenau. Die entsprechende Abbildung 

in den beiden Plänen 1:10000 und 1:2000 des kantonalen Natur- und 

Landschaftsinventars zeige die BLN-Grenze klar oberhalb der ersten Häuser 

von …, was im übrigen auch logisch sei, sonst würde sogar das Haus der 

Beschwerdeführerin innerhalb des Inventars liegen.

Die Gemeinde … hielt in ihrer Duplik an ihren bisherigen Anträgen und 

Begründungen fest.

10. Am 6. Mai 2010 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort und 

Stelle durch, an welchem die Beschwerdeführerin mit ihrem Partner, der Jurist 

für Raumplanung, die Gemeindepräsidentin mit dem Rechtsvertreter der 

Gemeinde, ein Beamter des Amtes für Natur und Umwelt, die Nachbarin …, 

Vertreter der Erben … mit ihrem Anwalt, Vertreter der Erben … sowie zwei 

Mitglieder der Gefahrenzonenkommission teilnahmen. Allen Anwesenden 

wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch 

mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. 

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Art. 33 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) bestimmt, 

dass das kantonale Recht wenigstens ein Rechtsmittel vorsieht gegen 

Nutzungspläne und verlangt überdies die volle Überprüfung durch wenigstens 

eine Beschwerdebehörde. Das Verfahren regeln die Kantone weitgehend 

selber (vgl. Bernhard Waldmann/Peter Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern, 

2006, S. 769 ff.). Davon hat der Kanton Graubünden in Art. 101 und 102 des 

kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG) in bundesrechtskonformer Weise 

Gebrauch gemacht, wie im Folgenden zu zeigen ist.

2. a) Gemäss Art. 101 Abs. 1 KRG können Beschlüsse der Gemeinden über den 

Erlass der Grundordnung mit Planungsbeschwerde bei der Regierung 

angefochten werden. Die Regierung hat gemäss Art. 101 Abs. 3 KRG die volle 

Überprüfungsbefugnis. Art. 102 Abs. 1 KRG bestimmt sodann, dass 

Entscheide der Regierung über die Genehmigung von kommunalen 

Grundordnungen sowie über Planungsbeschwerden mit Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht weitergezogen werden können. 

Schon aus dem Wortlaut von Art. 101 Abs. 1 und 102 Abs. 1 KRG geht hervor, 

dass die Erhebung der Planungsbeschwerde grundsätzlich Voraussetzung für 

den Weiterzug an das Verwaltungsgericht ist. Einen "Beschluss einer 

Gemeinde über den Erlass der Grundordnung mit Planungsbeschwerde 

anfechten" und einen "Entscheid über eine Planungsbeschwerde 

weiterziehen" kann nur bedeuten, dass gegen einen Gemeindebeschluss 

zunächst bei der Regierung Beschwerde einzulegen ist und gegen diesen 

Beschwerdeentscheid dann beim Gericht Beschwerde erhoben werden muss. 

Ansonsten wäre in diesen Bestimmungen vorgesehen, dass Beschlüsse der 

Gemeinden über den Erlass der Grundordnung mit Beschwerde direkt beim 

Verwaltungsgericht angefochten werden können.

Die vorgängige Erhebung der Planungsbeschwerde ist auch aus einem 

anderen Grund notwendige Voraussetzung für die Beschwerdeerhebung 

beim Verwaltungsgericht. Die Regierung ist nämlich auch 

Genehmigungsinstanz für Beschlüsse der Gemeinden über den Erlass der 

Grundordnung. Die allfällige Gutheissung einer gegen den 

Gemeindebeschluss erhobenen Planungsbeschwerde kann dazu führen, 

dass der Genehmigungsbeschluss anders (günstiger für den 

Beschwerdeführer, möglicherweise ungünstiger für andere Betroffene) 

ausfällt, als er ohne Planungsbeschwerde ausgefallen wäre. Letztere müssen 

in einem solchen Fall Gelegenheit haben, sich dazu vor der Regierung zu 

äussern, ansonsten ihnen eine Instanz verloren geht.

Schliesslich beurteilt das Verwaltungsgericht gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) Beschwerden gegen 

Entscheide von u.a. Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem 

Recht endgültig sind. Mit dieser Bestimmung wird materiell am Erfordernis des 

Durchlaufens des Instanzenzuges, wie es schon in Art. 51 VGG verlangt war, 

festgehalten.

b) Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, sie könne die Zuweisung der 

Parzellen 1257 und 1035 zur Wohnzone R2 im vorliegenden Verfahren 

unabhängig davon, ob sie mit ihren Anträgen hinsichtlich der 

Gefahrenzonenzuteilung Erfolg hat, selbständig anfechten. Dabei übersieht 

sie, dass sie es unterlassen hat, anlässlich der Ortsplanungsrevision 

2003/2004 gegen die Zuweisung dieser Liegenschaften zur Bauzone 

Planungsbeschwerde zu erheben. Sie hat daher diesbezüglich den 

Instanzenzug im Sinne des oben Gesagten nicht eingehalten, weshalb auf die 

Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. Daran ändert sich auch dadurch 

nichts, dass die Regierung in ihrem Beschluss von 2004 die Bauzonen noch 

nicht genehmigt hatte, sondern die Genehmigung bis zur Bereinigung des 

Gefahrenzonenplanes sistierte. Anspruch auf Überprüfung der 

Bundesrechtskonformität dieser Bauzonenzuweisung im jetzigen Verfahren, 

mit welchem das Genehmigungsverfahren 2004 bezüglich der 

Bauzonenzuweisung lediglich fort- bzw. zu Ende geführt wurde, hätte die 

Beschwerdeführerin nur dann gehabt, wenn sie damals Planungsbeschwerde 

erhoben hätte. Ihre Rügen betreffend Überdimensionierung der Bauzonen 

und Verstoss gegen das BNL-Inventar sind dementsprechend nicht zu 

behandeln. Anders verhielte es sich nur dann, wenn die Beschwerdeführerin 

mit ihren Anträgen auf Zuweisung der Baugrundstücke zur GZ I durchdränge. 

Als Folge davon wären dann diese Grundstücke wegen des durch die GZ I 

bewirkten Bauverbotes einer Nichtbauzone zuzuweisen.

3. a) Zur Anfechtung einer Verfügung ist nach Art. 50 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG) befugt, wer durch sie berührt ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. 

Erforderlich ist dabei ein besonderes Interesse, das sich aus einer nahen und 

beachtenswerten Beziehung des Beschwerdeführers zum Streitgegenstand 

ergibt. Der Beschwerdeführer muss durch die unrichtige Rechtsanwendung 

somit in höherem Masse betroffen sein als jedermann. Eine Beeinträchtigung 

der subjektiven Rechtsstellung ist nicht vorausgesetzt. Jedes eigene, aktuelle 
Rechtsschutzinteresse vermag die Legitimation zu begründen. Das 

Rechtsschutzinteresse besteht danach im praktischen Nutzen, den die 

erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdeführer eintragen würde, oder, 

anders gesagt, in der Abwendung eines wirtschaftlichen, ideellen, materiellen 

oder anders gearteten Nachteiles, den die angefochtene Anordnung für den 

Beschwerdeführer zur Folge hätte. Das Interesse des Beschwerdeführers 

kann also auch bloss tatsächlicher Natur sein, doch muss es auf jeden Fall 

schutzwürdig sein, d.h. im Beschwerdeverfahren berücksichtigt zu werden 

verdienen. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn die rechtliche oder 

tatsächliche Stellung des Beschwerdeführers durch den Ausgang des 

Beschwerdeverfahrens unmittelbar beeinflusst werden kann. Mit diesen 
Anforderungen soll die "Popularbeschwerde" ausgeschlossen werden. Ihnen 

kommt dann eine besondere Bedeutung zu, wenn nicht der 

Verfügungsadressat, sondern eben Dritte den Entscheid anfechten. Ist auch 

in einem solchen Fall ein unmittelbares Berührtsein, eine spezifische 
Beziehungsnähe gegeben, so haben diese ein ausreichendes 

Rechtsschutzinteresse daran, dass der angefochtene Entscheid aufgehoben 

oder geändert wird (vgl. dazu BGE 121 II 177f., 120 Ib 487, 119 Ib 183f., 118 

Ib 358, 113 Ib 228, PVG 1997 Nr. 56 sowie Hänni, Planungs-, Bau- und 

besonderes Umweltschutzrecht, 5. A., S. 534). Massgebend ist demnach in 

Planungssachen, ob von der Planung Beeinträchtigungen ausgehen, die sich 

auf das Grundstück des Nachbarn spürbar in einer Weise negativ auswirken, 

dass er mehr als die Allgemeinheit betroffen ist. Ein schützenswertes 

Interesse setzt sodann voraus, dass die Auswirkungen der beanstandeten 

Planung auf die Liegenschaft nach Art der Intensität so beschaffen sind, dass 

sie auch bei objektiver Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden 

(PVG 1997 Nr. 56). Trifft dies zu, so kann die opponierende Partei 

grundsätzlich auch alle Rügen anbringen, die für ihre Position Vorteile 

erwarten lassen und die den Streitgegenstand betreffen (PVG 2003 Nr. 34).

b) Im Lichte dieser Ausführungen erscheint es als höchst fraglich, ob der 

Beschwerdeführerin überhaupt für eines der gestellten Begehren die 

Legitimation zukommt, soweit es nicht die Zuweisung ihrer eigenen Parzelle 

zur GZ II betrifft. Streitgegenstand kann nach dem oben Gesagten allein die 

Gefahrenzonenzuweisung bilden. Es ist nun kaum nachzuvollziehen, welchen 

Nachteil die angefochtene Gefahrenzonenzuweisung für die 

Beschwerdeführerin haben könnte. Ihr eigenes Grundstück und ihr 

Miteigentumsanteil an der Zufahrtsstrasse wird nicht im mindesten dadurch 

tangiert, dass andere Grundstücke der GZ I oder II oder aber gar keiner GZ 

zugewiesen sind. Dies trifft insbesondere auf die Parzelle Nr. 936 im östlichen 

Teil des Gebietes zu. Hier ist auch nicht im Ansatz erkennbar, welchen 

schützenswerten, objektiven Nachteil die Zuweisung dieses Grundstückes zur 

GZ I für die Beschwerdeführerin bringen könnte. Diesbezüglich ist auf die 

Beschwerde klar nicht einzutreten. Kaum anders verhält es sich bei den 

benachbarten Parzellen Nr. 1035 und 1257. Einen unmittelbaren Vorteil 

bezogen auf den Streitgegenstand erführen die Parzellen der 

Beschwerdeführerin durch den Einbezug der Parzellen Nr. 1035 und 1257 in 

die GZ I kaum. Allerdings kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass dies 

einen Einfluss auf die Zuweisung der beschwerdeführerischen Parzelle Nr. 

925 in eine Gefahrenzone haben könnte. Insoweit kann - wenn auch mit 

Bedenken - auf die Beschwerde eingetreten werden. Zu bemerken ist in 

diesem Zusammenhang noch, dass das Interesse der Beschwerdeführerin, 

via Gefahrenzone ein Bauverbot in einer Wohnzone zu erwirken, weder 

schützenswert noch unmittelbar ist.

4. a) Entscheide der Regierung über den Erlass von kantonalen Nutzungsplänen 

und Ersatzordnungen, über die Genehmigung von kommunalen 

Grundordnungen sowie über Planungsbeschwerden können mit Beschwerde 

- wie schon erwähnt - gemäss Art. 102 Abs. 1 KRG an das Verwaltungsgericht 

weitergezogen werden. 

b) Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG erstreckt sich die Überprüfungsbefugnis des 

Verwaltungsgerichtes im Beschwerdeverfahren auf Rechtsverletzungen 

einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie 

unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes. Das 

Verwaltungsgericht überprüft somit den Sachverhalt und die Rechtsfragen 

frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der angefochtene Entscheid zweckmässig 

oder angemessen sei. Amtete die Regierung nicht nur als Genehmigungs-, 

sondern - wie vorliegend - auch als erste Beschwerdeinstanz und ist das 

Verwaltungsgericht somit zweite kantonale Rechtsmittelbehörde, gilt auch in 

Ortsplanungssachen die Kognition nach Art. 51 Abs. 1 VRG (vgl. VGU R 09 

9; zu den identischen altrechtlichen Bestimmungen: PVG 1996 Nr. 42, 1999 

Nr. 44).

5. Grundsätzlich kann zunächst auf den einleuchtend und nachvollziehbar 

begründeten Entscheid der Regierung verwiesen werden. Die 

Beschwerdeführerin bringt gegen die Argumentation der Regierung denn 

auch nur eine appellatorische Kritik vor, die lediglich eine andere Sicht und 

Wertung der Dinge beinhaltet, aber nicht dazu führen kann, den 

angefochtenen Entscheid als qualifiziert unangemessen oder unzweckmässig 

zu beurteilen. Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die vorhandenen 

Abweichungen und Widersprüche im Detailbereich liegen und schliesslich 

durch die zuständige Gefahrenkommission III, welcher ein weiter 

Beurteilungsspielraum zusteht, definitiv festgelegt worden sind. Es geht 

vorliegend um kleine Flächen und Detailfestlegungen. Hinsichtlich des 

umstrittenen Dreiecks der Parzellen Nr. 1257 und 1035 steht insgesamt eine 

Fläche von 372 m2 zur Diskussion. Bei der Frage, ob eine solche winzige 

Teilfläche der GZ I oder der GZ II zugewiesen werden soll, handelt es sich um 

eine reine Ermessensentscheidung der Gefahrenzonenkommission, die über 

eine reiche Erfahrung verfügt. Wenn sich die Regierung darauf abstützte, 

kann ihr kein Ermessensmissbrauch vorgeworfen werden. Selbst wenn die 

von der Beschwerdeführerin beantragte Oberexpertise zum Schluss käme, 

dass diese Kleinfläche eher der GZ I zuzuteilen wäre, läge in der 

anderslautenden Entscheidung der Regierung noch keine qualifizierte 

Unangemessenheit oder Unzweckmässigkeit, weshalb sich auch die 

Einholung eines Obergutachtens erübrigt. Am Augenschein hat sich dem 

Gericht zudem gezeigt, dass die vorgenommene Zuweisung jedenfalls mit 

guten Gründen vertretbar ist, liegt die Teilfläche doch erhöht auf einem Hügel, 

wodurch sie wegen des Abbremseffektes weniger lawinengefährdet ist als 

etwa das Haus der Beschwerdeführerin, das ganz am Hangfuss liegt. Es ist 

deshalb auch sachlich haltbar, die Parzelle 925 der GZ II zuzuteilen. Die 

Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 

kann.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführerin. 

Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel 

verpflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Die Beschwerdeführerin hat daher die 

anwaltlich vertretene private Gegenpartei aussergerichtlich zu entschädigen. 

Die mit der eingereichten Honorarnote geltend gemachte 

Parteientschädigung erscheint mit Fr. 2'055.60 ausgewiesen.

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine 

Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen, besteht vorliegend kein 

Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 448.--

zusammen Fr. 5'448.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. … entrichtet den … eine Parteientschädigung von Fr. 2'055.60 (inkl. MWST). 

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 11. Februar 2011 

abgewiesen (1C_372/2010).