# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 828827fa-db19-5158-b1d9-cd9173a54ab7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 27.08.2009 R 2009 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-11_2009-08-27.pdf

## Full Text

R 09 11
5. Kammer 

URTEIL
vom 27. August 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Neuzuteilung bei Güterzusammenlegung

1. a) Die Meliorationsgemeinschaft „…“ wurde am 30.04.2002 mit dem Zweck 

gegründet, eine Güterzusammenlegung mit Wegbauten und 

Nebenmeliorationen (Gesamtmelioration) durchzuführen und die erstellten 

Werke zu unterhalten. … war vor der Inangriffnahme der Melioration der 

Eigentümer von Parzelle 1167 mit einer Fläche von 1'354 m2. Diese wies 

nach der Bonitierung und nach der Vornahme eines allgemeinen Abzugs von 

3% einen Wert von 16'653 Bonitierungspunkten auf (Durchschnitt 12.2 pro 

m2). Nachdem der erwähnte Eigentümer am 30.09.2003 geschrieben hatte, 

dass „das als Alternative gedachte Grundstück“ nicht seinen Vorstellungen 

entspreche, schlug ihm die Meliorationsgenossenschaft am 23.12.2003 die 

Zuteilung von 2'943 m2 einer neuer Fläche mit einem Bonitierungswert von 

23'432 Punkten vor, wobei die von ihm auszugleichende Differenz auf ca. Fr. 

1'030.-- geschätzt wurde. Mit Schreiben vom 06.01.2004 erklärte sich der 

besagte Eigentümer mit einer Einschränkung damit einverstanden. Ein Teil 

müsse ebenes Land sein (ca. 500 m2). Er habe die gewünschte Ergänzung 

auf einem Plan festgehalten. So wäre es ihm auch möglich, eben ins 

Waldstück zu kommen und den jetzigen Landbesitzern würde nicht 

unzumutbar viel Land abgezweigt. Er treffe zudem die Annahmen, dass das 

Land von der … her erschlossen sei und der jetzige Fahrweg mitten durch 

das Land Variante 1 nicht mehr - sei es als Fahr- oder als Gehweg - bestehen 

bleibe. Falls die Forderungen erfolgt seien, sehe er keine Probleme mehr.

Laut des von der Genossenschaft zugestellten Güterzettels „neuer Bestand“ 

vom 20.10.2004 wurden ihm 3'580 m2 Neuland als Parzelle 4725 zugeteilt, 

im Wert von 33'570 Bonuspunkten (Durchschnitt 9.4 pro m2). Im Güterzettel 

figuriert die Bemerkung „Last: Wasserbezugsrecht zu Gunsten 3238/3240, L: 

Wasserdurchleistungsrecht z.G. 3238/3240“. In den Erläuterungen der 

Genossenschaft zum Güterzettel wurde erwähnt, dass sämtliche alten Rechte 

mit der Neuzuteilung aufgehoben würden, sofern sie nicht im Güterzettel neu 

aufgeführt seien. Die neuen Servitute (Dienstbarkeiten) seien ebenfalls im 

Güterzettel aufgeführt. Soweit die nachweisbare Notwendigkeit bestehe, alte 

Rechte zu erhalten oder neue zu errichten, sei ein entsprechendes Begehren 

während der Einsprachefrist der Genossenschaft einzureichen. Die 

Neuzuteilung wurde vom 05.-26.11.2004 öffentlich aufgelegt, worauf im 

Schreiben (Zustellung Güterzettel) der Genossenschaft vom 27.10.2004 

aufmerksam gemacht wurde. … erhob dagegen keine Einsprache.

b) Im August 2005 wurde u.a. das Gebiet beim Zusammenfluss von …bach und 

… von Unwettern stark betroffen. Es wurden Landwirtschaftsflächen 

weggerissen und grosse Flächen an Landwirtschaftsland übersart. Das 

betroffene Gebiet deckt sich weitgehend mit dem Perimeter der Aue A-1712 

von regionaler Bedeutung. Etwa die Hälfte der ursprünglichen neuen Parzelle 

4725 mit einer Fläche von 3'575 m2 (inkl. 630 m2, die für die Gemeinde 

abgetrennt wurden) bzw. 1/3 der jetzt zugeteilten Parzelle 4725 mit einer 

Fläche von 2'945 m2 befindet sich nach Angaben des Amtes für Natur- und 

Umweltschutz (ANU) in der Aue von regionaler Bedeutung A-1712. Diese Aue 

(…aue zwischen … und …) wurde nach den Angaben des ANU vor ca. 20 

Jahren in das von ihr geführte Natur- und Landschaftsschutzinventar 

aufgenommen. Naturschutzzonen zum Schutz der Auengebiete sind in der 

kommunalen Planung bisher nicht ausgeschieden. Jene Flächen, die laut 

Natur- und Landschaftsschutzinventar in einer Aue liegen und nicht bewaldet 

sind, befinden sich nach geltendem Zonenplan in der Landwirtschaftszone. 

Im Regierungsbeschluss (RB Nr. 1701) vom 04.07.1995, mit dem die neue 

Ortsplanung von … genehmigt wurde, wurde die Gemeinde nach Angaben 

des ANU ersucht, im Rahmen der nächsten Ortsplanungsrevision den 

bisherigen Verzicht auf Naturschutzzonen zu prüfen und die Planung 

gegebenenfalls entsprechend zu vervollständigen. Der vom ANU akzeptierte 

neue Perimeter der Aue A-1712 ist im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) 

zum Projekt Hochwasserschutz … dargestellt. Im Bereich der Parzelle 4725 

hat sich keine Änderung des Auenperimeters gegenüber dem ursprünglichen 

Perimeter laut Natur- und Landschaftsschutzinventar ergeben. Hiernach 

wurde das „Folgeprojekt Hochwasser August 2005 …“ und „Hochwasser 

August 2005 Nebenbäche“ erstellt und überarbeitet. Ebenso wurde eine 

Teilrevision der Ortsplanung „Unwetter 2005“ vorbereitet, welche geänderte 

Zonenpläne mit Gestaltungselementen umfasste. Dabei geht es in erster Linie 

um die Ausscheidung von Gefahren- und Naturschutzzonen zum Schutz der 

Auen. Die neu dargestellten Naturschutzzonen basieren dabei auf den 

Angaben in der Abstimmungsbotschaft (S. 24) und den Angaben des ANU. 

Die Teilrevision der Ortsplanung mit dem UVB samt Folgeprojekt Hochwasser 

August 2005 … und Nebenbäche wurden am 08.12.2008 bis 08.01.2009 

öffentlich aufgelegt (Mitwirkungsauflage). Die Vorlage wurde mit 807:155 

Stimmen am 21.06.2009 angenommen.

c) Bereits am 17.07.2007 fand eine Besprechung zwischen … und dem 

Ingenieur der Meliorationskommission statt. Dem undatierten Protokoll dazu 

ist zu entnehmen, dass sich durch das Unwetter Parzelle 4725 um 1'415 m2 

oder um 2'881 Bonitätspunkte reduziert habe, teils infolge neuer 

Linienführung der …, teils durch Überführung in das Auengebiet. Die heutige 

Parzelle (recte) 4725 weise nur noch einen Bonitätswert von 30'689 Punkten 

und eine Fläche von 2'160 m2 auf und verfüge über keine ebene Weidefläche 

mehr. Der besagte Eigentümer wünsche deshalb eine Ausweitung der 

Parzelle gegen Südosten, alternativ die Zuteilung der ehemaligen Parzelle 

1167 und subeventuell die Zuteilung einer Landwirtschaftsparzelle, die als 

Austausch mit einer Weideparzelle von … genutzt werden könnte.

d) Am 04.03.2008 teilte die Meliorationsgenossenschaft … mit, seine Anliegen 

könnten nicht berücksichtigt werden. Man könne das durch das Unwetter 

zerstörte Landwirtschaftsland im Meliorationsperimeter (generell) nicht durch 

Realersatz ausgleichen. Umso mehr könne man jemanden, der auch nach 

Berücksichtigung des Landverlustes eine beachtliche Mehrzuteilung 

aufweise, keinen Realersatz geben. Eine Entschädigung für die ca. 1'000 m2, 

welche in den Auenperimeter einbezogen würden, sei nicht möglich, weil 

dieser noch nicht rechtskräftig festgelegt sei und er bereits im alten Bestand 

über Boden verfügt habe, der neu in den Auenperimeter einbezogen werden 

solle. Die Zuteilung (Rückübertragung) von Parzelle 1167 (alter Bestand) liefe 

dem Meliorationsgedanken zuwider. Die Parzelle sei mit den umliegenden 

Parzellen zusammengelegt worden. Die Zuteilung würde einen zusätzlichen 

Güterweg erfordern, die vorderliegende Parzelle zweiteilen und zusätzliche 

Schwierigkeiten mit der bestehenden Zufahrt ausserhalb des Perimeters 

auslösen. Es gebe keine Landwirtschaftsparzelle, welche gegen die 

Weideparzelle von … genutzt werden könnte. Sie halte deshalb an ihrer 

Neuzuteilung von Parzelle 4725 – abgesehen von der Grenzänderung mit der 

Gemeinde im südlichen Teil – fest. Zur Zeit der beschlussfassenden 

Versammlung im April 2002 habe sie keine Kenntnis über die Absichten des 

Kantons gehabt, entlang des …bachs ein Auengebiet auszuscheiden. Am 

19.11.2002 habe die Regierung den kantonalen Richtplan (KRIP) genehmigt, 

in welchem Teile des Meliorationsgebiets als Auengebiete bezeichnet seien. 

Der KRIP sei am 19.09.2003 vom Bundesrat genehmigt worden. Eine 

Aufnahme der Auengebiete in die kommunale Zonenplanung sei noch nicht 

erfolgt. Die Abgrenzungen des Auenperimeters seien jetzt lediglich 

behördenverbindlich. Zwar sei die Neuzuteilung im November 2004 öffentlich 

aufgelegt worden, der Eigentumsübergang habe infolge hängiger 

Einsprachen aber noch nicht vollzogen werden können. Im August 2005 sei 

die Genossenschaft interimistisch Eigentümerin des Meliorationsgebiets 

gewesen. Damals seien 12'500 m2 Land im Meliorationsperimeter durch die 

Unwetter verwüstet worden und das ANU habe den Auenperimeter entlang 

des …bachs teilweise neu festgelegt. Die Hoffnung, das verlorene Land durch 

den allgemeinen Abzug im Rahmen der Gesamtmelioration … ausgleichen zu 

können, habe sich nicht erfüllt, weil die Abstimmung darüber negativ 

ausgegangen sei. Nach dem kantonalen Raumplanungsgesetz (KRG) und 

dem Bundesgesetz über Natur- und Heimatschutz (NHG) dürften zerstörte 

landwirtschaftliche Flächen in den Auengebieten nicht wiederhergestellt 

werden und es seien dort keine Massnahmen zum Schutz von 

Landwirtschaftsland vor Hochwasser zulässig. Die bestehenden Nutzflächen 

in den Naturschutzzonen dürften nicht gedüngt, lediglich extensiv beweidet 

werden. … habe im alten und im neuen Bestand über Boden im Auengebiet 

verfügt. Parzelle 4725 werde nach der Grenzkorrektur (Abtrennung von 630 

m2 Boden an die Gemeinde), immer noch 2'950 m2 aufweisen. Daraus 

ergebe sich immer noch eine Mehrzuteilung von 1'550 m2 und 15'234 

Bonitätspunkten. Die Genossenschaft habe Parzelle 4719 im Halte von 1'350 

m2 kaufen können, womit ein Teil des Landverlustes durch die Folgen des 

Unwetters durch Realersatz ausgeglichen werden könne.

e) Dagegen erhob … am 12.03.2008 Einsprache bei der Genossenschaft. Den 

Auflagen im Schreiben vom 06.01.2004 sei entsprochen worden, worauf er 

Parzelle 1167 zur Neuzuteilung freigegeben und seine Einwände 

zurückgezogen habe. Das bedeute umgekehrt, dass er die Einwände gegen 

die Neuzuteilung nie zurückgezogen und die Melioration nicht hätte 

abgeschlossen werden können. Er sei durch Täuschung seines Rechtsmittels 

beraubt worden, durch eindeutig nicht rechtlich gesicherte Versprechen ihm 

gegenüber. Ausserdem habe man ihm gegenüber nie von einem Auengebiet 

in der neuen Parzelle gesprochen. Vom Erwerb der Parzelle 4719 profitiere 

er nicht. Dies widerspreche dem Solidaritätsgedanken. Parzelle 4725 sei 

inklusive Quelle beurteilt worden. Diese Quelle sei wegen 

Terrainüberspülungen versiegt und umgeleitet worden und die 

Punktebewertung stimme deshalb nicht mehr. Die Quelle werde durch die 

Eintragungen im Güterzettel (Wasserdurchleitungs- und Bezugsrechte) 

dokumentiert. Die Neufassung der Quelle und die Räumung von Parzelle 

4725 seien nicht erfolgt. Sonst habe man überall mehr gemacht. Die 

neuerstellte Brücke zu Parzelle 4724 belaste wohl ebenfalls das Auengebiet. 

Er beantrage, dass Parzelle 1167 ihm wieder zugeteilt werde oder die neu 

zugeteilte Parzelle 4725 wieder auf das ursprüngliche Mass vergrössert 

werde. Auch sei die Quelle wieder herzustellen und das Gebäude von Baum- 

und Schuttchaos zu reinigen. Von der Parzellierung im Süden und der 

Zuteilung an die Gemeinde sei abzusehen.

f) Am 14.05.2008 fand ein Augenschein mit einem Vertreter des ANU, dem 

Einsprecher, … und dem Ingenieur der Meliorationsgenossenschaft statt 

(Protokoll vom 11.07.2008). Dabei wurde gegenüber dem Einsprecher 

ausgeführt, dass ihm nicht garantiert werden könne, dass seitens der 

Gemeinde oder Meliorationsgenossenschaft noch Verbesserungen möglich 

seien. Weil im Gebiet dunkle Au der grösste Teil des übersarten Gebietes der 

Auenzone zugeführt werden solle, sei eine Wiederinstandstellung bis heute 

nicht möglich gewesen. Diesbezüglich würden seitens des ANU weitere 

Abklärungen erfolgen. Am 14.07.2008 machte der Einsprecher noch 

verschiedene Korrekturen zum Augenscheinprotokoll.

g) Am 26.01.2009 entschied die Schätzungskommission, dass dem Antrag, den 

alten Bestand wiederzuerhalten, nicht entsprochen werden könne. Die durch 

das Unwetter zerstörte Quelle werde nicht mehr instandgesetzt. Der 

Einsprecher habe auch nach dem Unwetter eine Mehrzuteilung an Flächen 

und Punkten gegenüber dem alten Bestand. Das ANU habe am Augenschein 

bestätigt, der Einsprecher dürfe das durch das Unwetter verursachte 

Baumchaos im besagten Geländeabschnitt nach Absprache mit dem Förster 

aufräumen. Es seien keinerlei Wasserbezugsrechte im Grundbuch 

eingetragen. Es sei nicht bewiesen, dass die Quelle bestanden habe.   

h) Im Januar 2009 bestätigten … und …, dass ihre Parzellen 3236-3240 das 

Wasser für die Viehställe ausschliesslich von (recte) Parzelle 4725 bezögen. 

Dies sei für sie wichtig, da sie zwei Ställe und je einen Landwirtschaftsbetrieb 

zu versorgen hätten. 

2. Am 09.02.2009 erhob … gegen den Entscheid der Schätzungskommission 

der Meliorationsgenossenschaft vom 26.01.2009 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Anträgen, die 

Meliorationsgenossenschaft sei zu verpflichten, die Minderzuteilung 

rückgängig zu machen, die Räumung samt Wiederherstellung des 

ursprünglichen Zustands von Parzelle 4725 auf ihre Kosten zu 

bewerkstelligen, die versiegte Quelle wieder zu erschliessen und die ganze 

Parzelle in den früheren Zustand (vor Unwetter August 2005) zu bringen. Die 

Existenz einer Quelle sei gemäss aufgelegtem Güterzettel bestätigt. Es sei zu 

Beginn des Meliorationsprojektes nie von einer Umzonung ins Auenland 

gesprochen worden. Parzelle 4725 sei bis heute noch nicht sein Eigentum. 

Die Meliorationsgenossenschaft müsse es räumen und Instand setzen. 

Andere Parzellen seien erschlossen worden. Er habe der Melioration nur 

unter Bedingungen zugestimmt. Sonst hätte er Parzelle 4725 im Zustand vor 

dem Unwetter und vor der Umzonung nicht akzeptiert. Der …bach fliesse 

heute im falschen Flussbett zu nördlich und zu nahe am Hang. Er trete immer 

wieder über die Ufer und tendiere zu seinem alten Verlauf vor dem August 

2005 zurück. Wenn der Bachverlauf wieder an seinen ursprünglichen Ort 

komme, müsse ihm nicht weiter Land weggenommen werden. Es sei Land 

abgetauscht worden, das damals Landwirtschaftsland gewesen sei, heute 

aber ins Auengebiet gehöre und verwüstet sei. Sie hätten früher ca. 1'400 m2 

ebenes Land gehabt, heute nur 200 – 300 m2 und der Baumbestand sei heute 

praktisch unbrauchbar. Die Quelle sei bei den Unwettern überschüttet 

worden. Sie existiere und sei bei der Punktebewertung berücksichtigt worden. 

Entgegen der Meinung der Schätzungskommission bestünden einige 

Bedürfnisse zum Wasserbezug von dieser Parzelle. Das Gesprächsprotokoll 

vom Mai 2008 weise Mängel auf, die er beanstandet habe; trotzdem sei es 

nicht ergänzt worden. Die Genossenschaft behandle nicht alle Parteien gleich. 

Er werde schlechter behandelt als die anderen 

Genossenschafter/Eigentümer.

3. Mit ihrer Vernehmlassung vom 27.02.2009 beantragten die 

Schätzungskommission und die Meliorationsgenossenschaft gemeinsam die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Zutreffend sei, dass 630 m2 Boden 

der Parzelle 4725 verwüstet worden sei und ins Gemeindeeigentum überführt 

werden sollte. 998 m2 der verbleibenden Parzelle sollten ins Auengebiet 

übertragen werden. Unzutreffend sei, dass vor dem Rückzug der Einsprache 

vom 30.09.2003 allfällige Zusicherungen gemacht worden seien. Da man 

ursprünglich geglaubt habe, dass man diese Dienstbarkeiten mit je einem 

Wasserbezugs- und einem Wasserdurchleitungsrecht zulasten von Parzelle 

4725 und zugunsten von Parzellen 3238 und 3240 im Zuge des 

Meliorationsverfahrens ins Grundbuch aufnehmen könne, seien diese auf 

dem Güterzettel aufgeführt worden. Das Grundbuchamt habe sie dann 

anlässlich des Auflageverfahrens darauf aufmerksam gemacht, dies sei nicht 

rechtens. Die Parzellen 3238 und 3240 lägen nicht im Meliorationsperimeter. 

Deshalb seien die Lasten wieder gestrichen worden und es sei beschlossen 

worden, dies bei der nächsten öffentlichen Auflage richtigzustellen. Eine 

solche habe aber in der Zwischenzeit nicht stattgefunden. Die Beteiligten 

könnten jedoch eine private Lösung suchen und diese ins Grundbuch 

eintragen lassen. Die sogenannte Quelle sei heute nicht mehr sichtbar und 

könnte nicht ohne weiteres aufgefunden werden, sofern sie noch existiere. 

Das ANU habe keine Lösung für das Problem gefunden, weiteres 

Landwirtschaftsland zuzuteilen. Die Brücke zu Parzelle 4724 sei nicht von der 

Genossenschaft erstellt worden. Zudem würden damit weitere Parzellen 

erschlossen. Erstmals sei im KRIP 2000 von einem Auenperimeter entlang 

des …bachs die Rede. Die Parzelle 1167 sei mindestens grösstenteils im 

Auenperimeter. In der Naturschutzzone dürften zerstörte landwirtschaftliche 

Flächen nicht wiederhergestellt werden und es dürften keine Massnahmen 

zum Schutz von Landwirtschaftsland in der Naturschutzzone getroffen 

werden. Die Genossenschaft habe also die Parzelle 4725 nicht aufräumen 

können. Es sei ihnen nicht bekannt, dass der Beschwerdeführer je Vorbehalte 

zur Durchführung der Melioration vorgebracht habe. Die Arbeiten am …bach 

seien nicht durch die Meliorationsgenossenschaft durchgeführt worden. Der 

Landverlust durch das Unwetter von 630 m2 werde dem Beschwerdeführer 

nicht belastet. Es handle sich um die Folgen eines Naturereignisses. Die 

Parzelle 1167 habe nur rund 350 m2 ebenes Land aufgewiesen. Die Parzelle 

4725 weise gut 400 m2 ebenes Wiesland auf. Der Beschwerdeführer habe 

das Recht, Ergänzungen zum Protokoll zu versenden. Mitglieder der 

Genossenschaft würden nicht willkürlich oder ungleich behandelt.

4. Am 17.03.2009 verzichtete die Gemeinde auf eine Stellungnahme.

5. Am 03.04.2009 schrieb das ANU, es sei noch offen, wann die Auen innerhalb 

des neuen Perimeters durch eine Naturschutzzone geschützt würden. Es sei 

noch unsicher, welcher Teil von Parzelle 4725 in die Naturschutzzone zu 

liegen komme. Es sei jedoch sicher, dass es sich zur Hauptsache um 

Waldflächen handle. Es spiele für den Eigentümer der Parzelle 4725 keine 

Rolle, ob sich eine grössere oder kleinere Fläche seines Waldes in der 

Naturschutzzone befinde. Für die Bewirtschaftung von Wald in 

Naturschutzzonen gebe es keine besonderen Einschränkungen. Die Quelle 

habe sich im Perimeter der Aue A-1712 und im Gewässerschutzbereich Ao 

befunden. Deshalb sei es nicht zweckmässig, die Quelle wieder zu fassen, 

auch wenn dies möglich wäre. Das ANU teile die Auffassung des 

Beschwerdeführers, dass die erfolgte Beeinträchtigung der Auen behoben 

werden sollte, was aber nicht in der Zuständigkeit der Genossenschaft liege. 

Zum Aufräumen einer Aue oder im Gewässerraum bestehe keine 

Notwendigkeit und damit auch keine Verpflichtung für die 

Meliorationsgenossenschaft. Zwar seien noch keine Naturschutzzonen 

ausgeschieden, soweit sich landwirtschaftliche Flächen aber in der Aue von 

regionaler Bedeutung oder im Gewässerschutzbereich Ao befänden, seien 

Massnahmen zu deren Wiederherstellung oder 

Hochwasserschutzmassnahmen zu deren Schutz nicht zulässig. Die 

bisherige Parzelle 1167 des Beschwerdeführers habe sich vollständig in der 

Aue A-1712 gemäss altem Auenperimeter befunden. Im neuen sei sie nicht 

mehr enthalten. Sie befinde sich aber im Gewässerschutzbereich Ao laut 

geltender Gewässerschutzkarte.

6. Am 27.04.2009 replizierte der Beschwerdeführer. Er beantragte, die 

Kommissionen seien zu verpflichten, ihm eine annehmbare Alternative zu 

Parzelle 4725 zu unterbreiten oder die ursprüngliche Parzelle 1167 wieder 

zuzuteilen. Betreffend Wasserdurchleitungs- und Wasserbezugsrechte sei 

der Güterzettel vom 20.10.2004 verbindlich. Er sei nicht revidiert worden. Die 

Fassung der Quelle sei von Bedeutung. Es handle sich zudem nicht um 

Flusswasser. Unklar sei, ab wann für Parzelle 4725 der Auenperimeter gelte. 

Der Auenperimeter müsste für alle Parzellen entlang des …baches gelten. 

Die anderen Parzellen seien aber alle aufgeräumt worden. Die Notwendigkeit 

zum Aufräumen bestehe. Das Land sei verwüstet und die Schlüsselstelle sei 

sehr gefährdet. Der …bach und die … könnten dort wieder über die Ufer treten 

und weiteren Schaden anrichten. Dies sei seit August 2005 drei Mal der Fall 

gewesen. Die Bäume verfügten über kein stabiles Wurzelwerk mehr und 

könnten umstürzen. Es führe dennoch ein breiter Fussgängerweg der 

Gemeinde mitten durch die Gefahrenzone direkt durch das Waldstück. Er 

lehne jede Verantwortung ab. Die gemäss Schreiben vom 30.09.2003 und 

vom 06.01.2004 gemachten Bedingungen gälten heute noch. Weil diese nicht 

erfüllt seien, habe er sehr wohl Einsprache erhoben. Nur weil ein Unwetter die 

Bedingungen verändert habe, könne man ihm daraus keinen Nachteil 

zumuten. Für seine Zwecke - Weideland für Pferde - sei das gesamte Land 

der ehemaligen Parzelle 1167 nutzbar und für diese Gegend als relativ eben 

zu bezeichnen. Zudem solle es aus der Auenzone herausgenommen werden. 

Es werde dadurch effektiv aufgewertet. Die sogenannte Mehrzuteilung mit 

Parzelle 4725 werde durch die heute viel geringere Nutzbarkeit egalisiert. 

Zudem würden weitere 630 m2 für den Fischerweg zugunsten der Gemeinde 

abgetrennt. Auf der Parzelle 4725 verblieben 300 m2 nutzbares Weideland. 

Es stimme nicht, dass auf der Parzelle 1167 bloss 350 m2 ebenes Land 

nutzbar gewesen sei. Er werde schlechter behandelt als die anderen 

Genossenschaftsmitglieder.

7. In ihrer Duplik vom 14.05.2009 beantragten die Beschwerdegegnerinnen die 

Abweisung der Beschwerde. Die Genossenschaft sei am 30.09.2002 

gegründet worden und es interessiere nicht, ob der Beschwerdeführer heute 

seine Zustimmung zur Durchführung gebe oder nicht. Im Grundbuch sei auf 

dem Gebiet der heutigen Parzelle 4725 kein Wasserbezugs-, Durchleitungs- 

oder Quellrecht eingetragen. Das ANU beurteile die Wiederherstellung als 

nicht zweckmässig. Ihr sei die Wiederherstellung von Parzelle 4725 untersagt 

worden. Der Beschwerdeführer habe keine Einsprache gegen die 

Neuzuteilung von Parzelle 4725 eingereicht. Auch nach der Reduzierung um 

ca. 630 m2 durch Überführung des heutigen Bachbetts sowie des Bodens für 

den Uferweg ins Eigentum der Gemeinde habe die Parzelle 4725 immer noch 

eine Mehrfläche und einen grösseren Wert als die Parzelle 1167 des alten 

Bestands. Zwar seien durch das Unwetter vom August 2005 an 

verschiedensten Parzellen im Meliorationsperimeter grössere Schäden 

entstanden. Dies sei ein Naturereignis, welches nicht von der Genossenschaft 

verantwortet werden müsse.

8. Am 18.05.2009 verzichtete die Gemeinde auf eine Stellungnahme. 

9. Am 10.06.2009 schrieb das ANU, dass wenn die Quelle noch vorhanden 

wäre, geprüft werden müsste, ob sie erneut gefasst werden könnte. Das ANU 

verstehe unter Aufräumen das Entfernen von Schutz- sowie Murgangmaterial 

auf landwirtschaftlichen Flächen, das Entfernen abgebrochener Äste oder das 

Fällen teilweise beschädigter Bäume. Diese Arbeiten seien zulässig, auch in 

einer Aue. Die Wiederherstellung zerstörter und weggeschwemmter 

landwirtschaftlicher oder anderer Flächen im Auengebiet gelte aber nicht als 

Aufräumen. Daher habe man der Gemeinde mitgeteilt, zerstörte bzw. 

weggeschwemmte landwirtschaftliche Flächen im Auengebiet und damit 

möglicherweise innerhalb einer zukünftigen Naturschutzzone bzw. im 

Gewässerraum von Fliessgewässern dürften nicht wiederhergestellt werden. 

Bei der Parzelle 4725 seien jene Flächen weggeschwemmt worden, welche 

sich wenig erhöht über der … zwischen dem Fluss und dem Hangfuss 

befunden hätten. Dies seien zur Hauptsache Waldflächen mit einem Weg 

entlang der … gewesen. Diese Flächen befänden sich im Auenperimeter und 

dürften nicht wiederhergestellt werden. Grobe Aufräumarbeiten, z.B. aus 

Sicherheitsgründen, seien aber zulässig. Allerdings sei das ANU der 

Auffassung, im Auengebiet bzw. im Gewässerraum bestehe grundsätzlich 

keine Notwendigkeit zum Aufräumen. Gemäss verschiedenen Luftbildern 

nach dem Unwetter sei die Parzelle 4725 noch bestockt. In der Replik (S. 3) 

erwähne der Beschwerdeführer zudem das Vorhandensein von Bäumen auf 

der Parzelle 4725 und auch auf den Bildern seien Bäume zu sehen. Ein Rest 

des Waldes sei somit noch vorhanden.

10. Am 21.08.2009 führte das Verwaltungsgericht (5. Kammer) einen 

Augenschein an Ort und Stelle durch, wobei allen Anwesenden die 

Gelegenheit geboten wurde, sich nochmals zur Sache zu äussern. Der 

Beschwerdeführer war dabei persönlich präsent, während die 

Schätzungskommission durch ihren Obmann und die Meliorationskommission 

durch ihren Präsidenten und ein weiteres Vorstandsmitglied vertreten waren. 

Überdies waren der Ingenieur der Meliorationsgenossenschaft, ein Vertreter 

der Gemeinde … und eine Vertreterin des ANU anwesend. Die Begehung vor 

Ort fand zuerst auf der neu zugeteilten Parzelle 4725 und danach auch noch 

auf der alten Parzelle 1167 des Beschwerdeführers statt. Unter den Parteien 

ist dabei bis zuletzt strittig geblieben, ob die genannten Grundstücke einander 

„wert- und flächenmässig“ ebenbürtig seien. Seitens des Obmannes der 

Schätzungskommission wurde auf Parzelle 4725 noch vermerkt, dass die 

früher vor Ort existierende Quelle (die durch Unwetter verschwunden ist) 

damals bei der Bewertung (Bonitierung) jenes Grundstücks unberücksichtigt 

geblieben sei, weshalb ihr Verschwinden nichts am Gesamtwerk der 

Neuzuteilungen geändert habe.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 23 Abs. 1 des Meliorationsgesetzes des Kantons Graubünden 

(MelG; BR 915.100) erfolgt die Bewertung der Grundstücke – im Rahmen 

einer Gesamtmelioration bzw. einer umfassenden Güterzusammenlegung – 

nach Massgabe der im alten Bestand gegebenen Nutzungsmöglichkeiten. Zu 

berücksichtigen sind insbesondere die Ertragsfähigkeit, die Lage und die 

Beschaffenheit der Grundstücke. Zu den Neuzuteilungsgrundsätzen wird in 

Art. 28 Abs. 1 MelG festgehalten: Die Neuzuteilung hat, abgesehen vom 

Abzug für gemeinsame Anlagen, in quantitativer und qualitativer Hinsicht dem 

alten Bestand zu entsprechen, soweit sich dies unter Berücksichtigung der 

betriebswirtschaftlichen und technischen Erfordernisse bewerkstelligen lässt. 

Mit der Neuzuteilung sind grösstmögliche Betriebsverbesserungen 

anzustreben. Zum Grundprinzip des Realersatzes wird in Art. 29 MelG 

bestimmt: Lässt sich ein voller Realersatz nicht bewerkstelligen und muss der 

betroffene Eigentümer eine Minderzuteilung in Kauf nehmen, so ist diese nach 

dem Verkehrswert zu bemessen (Abs. 1); analog ist bei Mehrzuteilungen zu 

verfahren (Abs. 2). Eine Abgeltung mittels Bezahlung eines Geldbetrags 

zwecks Wertausgleich ist demnach möglich; zumal den fachkundigen 

Meliorationsbehörden bei der Neuzuteilung von Boden im Zuge einer 

Gesamtmelioration naturgemäss ein weites Ermessen zukommt und dem 

Grundsatz der rechtsgleichen Behandlung aller betroffenen Grundeigentümer 

auf „wert- oder flächenmässigen Realersatz“ meistens nur in abgeschwächter 

Form nachgelebt werden kann.

2. a) Im konkreten Fall gilt es zuerst auf die wesentliche Änderung der Verhältnisse 

im Verlaufe der Abwicklung des betroffenen Meliorationsverfahrens 

hinzuweisen. Einerseits haben die Unwetter vom August 2005 an 

verschiedensten Parzellen im Meliorationsperimeter grössere Schäden 

angerichtet, was teilweise zu markanten Veränderungen bei den Alt- und 

Neuzuteilungen geführt hat. Anderseits wurde die Zonenplanung im 

Perimetergebiet - ausgelöst durch jenes Naturereignis – teilweise geändert.

b) Zu den Anträgen des Beschwerdeführers gilt es festzuhalten, dass er in der 

Beschwerde beantragte, die Genossenschaft sei zu verpflichten, die 

vorgenommene Minderzuteilung an ihn sei wieder rückgängig (Landverlust 

von 630 m2 an Gemeinde) zu machen und der ursprüngliche Zustand auf 

Parzelle 4725 sei wiederherzustellen (Räumung samt Neufassung der 

Quelle). Er beanstandete damals jedoch nicht die Neuzuteilung der Parzelle 

4725 als solche. Die erst später in der Replik gemachten Anträge, wonach 

ihm eine annehmbare Alternative zu Parzelle 4725 zu unterbreiten sei oder 

ihm sonst die alte Parzelle 1167 wiederzuzuteilen sei, erweisen sich damit 

aber gemäss Art. 52 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) eindeutig als verspätet.   

c) Was die Rüge der Minderzuteilung betrifft, so kann damit einzig der 

Landverlust von 630 m2 an die Gemeinde im Vergleich zum Bestand gemäss 

Güterzettel vom 20.10.2004 gemeint sein, worin die Zuteilung der Parzelle 

4725 im Halte von 3'580 m2 vorgesehen war. Mit einer solchen Neuzuteilung 

wäre der Beschwerdeführer nämlich einverstanden gewesen. Die 

Neuzuteilung wurde im November 2004 öffentlich aufgelegt und er erhob 

damals dagegen keine Einsprache. Es ist daher davon auszugehen, dass 

diese Zuteilung seinen im Schreiben vom 06.01.2004 geäusserten Wünschen 

entsprochen hat. Diese Sichtweise wird auch durch die Beschwerdeschrift 

selbst (S. 5) noch bestätigt, indem dort vom Beschwerdeführer ausgeführt 

wurde: “Ansonsten wäre ich niemals bereit gewesen, die Parzelle 4725 wie 

gesehen (vor dem Unwetter im Aug. 2005 und ohne Kenntnis der Umzonung) 

gegen mein altes Grundstück 1167 einzutauschen. Da diese Parzelle heute 

in keinster Weise meinen Bedingungen entspricht, fechte ich hiermit den 

Entscheid der Schätzungskommission der Melioration … vom 26.01.2009 an“. 

Die Abtrennung des bezifferten Landstreifens (630 m2) zugunsten der 

Gemeinde ist nach der Neuzuteilung von der Genossenschaft beschlossen 

(Mitteilung vom 04.03.2008) worden. Dies ist mit Art. 36 MelG durchaus 

vereinbar, wonach der Eigentumserwerb erst nach rechtskräftiger 

Neuzuteilung erfolgt und vorher über die neuzugeteilten Grundstücke 

überhaupt nicht verfügt werden darf. Die Abtrennung stellt somit eine 

„Neuzuteilung nach der Neuzuteilung“ dar, betrifft aber lediglich die Gemeinde 

…, die offenbar mit der Grenzänderung einverstanden ist, und den 

Beschwerdeführer. Es durfte daher von einer erneuten öffentlichen Auflage 

dieser lokal sehr begrenzten Neuzuteilung abgesehen werden. Die 

Neuzuteilung wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt und er konnte sich 

dagegen sachgerecht mittels Einsprache bei der Schätzungskommission 

wehren. Diese hat sein Begehren um Verzicht auf diese Abtrennung – in 

Kenntnis des Protokolls der Begehung vom 14.05.2008 und der Bemerkungen 

des Beschwerdeführers dazu – mit der knappen, aber doch genügenden 

Begründung abgewiesen, er erhalte immer noch mehr Realersatz als sein 

alter Bestand wert gewesen sei. Er konnte also den angefochtenen Entscheid 

sachgerecht anfechten. Sein rechtliches Gehör wurde somit nicht verletzt. 

d) Was den Antrag auf Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands der 

Parzelle 4725 vor dem Unwetter vom August 2005 betrifft, so gibt es dafür 

keine gesetzliche Grundlage. Abgesehen davon, wäre eine vollständige 

Restitution schon wegen des Verbots der Wiederherstellung des 

weggeschwemmten Landwirtschaftslandes gar nicht möglich. Auch kann die 

Meliorationsgenossenschaft mangels entsprechender Rechtsgrundlage nicht 

verpflichtet werden, die vom Unwetter verursachten Schäden zu reparieren. 

Eine andere, ausserhalb des Meliorationsrechts liegende Verpflichtung zu 

einem solchen Handeln existiert ebenfalls nicht; zumal die 

Meliorationsgenossenschaft für die durch das Unwetter angerichteten 

Schäden in keiner Weise verantwortlich ist. Diesbezüglich erweist sich die 

Beschwerde somit als unbegründet und sachlich ungerechtfertigt. 

e) Hinsichtlich einer Neubewertung der zwei involvierten Grundstücke 1167 und 

4725 sträuben sich sowohl die Meliorationsgenossenschaft als auch die 

Schätzungskommission aber zu Unrecht gegen eine Berücksichtigung der 

durch das Unwetter und die Zonenplanrevision entstandenen Veränderungen. 

Wie bereits einleitend unter Hinweis auf Art. 23 MelG erwähnt, erfolgt die 

Bewertung der Grundstücke nach Massgabe der im alten Bestand gegebenen 

Nutzungsmöglichkeiten. Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere die 

Ertragsfähigkeit, die Lage und die Beschaffenheit der Grundstücke. Gebäude, 

Bäume, Quellen, Rebkulturen und dergleichen sind separat zu bewerten. 

Diese Bewertung wird durch die Schätzungskommission vorgenommen. Nach 

Ablauf der Einsprachefrist wird sie dann für die Beteiligten grundsätzlich 

verbindlich und kann bei der Neuzuteilung nach Art. 24 MelG nicht mehr 

angefochten werden. Auf die rechtskräftige Bonitierung kann im 

Neuzuteilungsverfahren infolgedessen nur noch ausnahmsweise 

zurückgekommen werden, z.B. wenn sie zeitlich weit zurückliegt und die 

Bewertung an zwischenzeitlich veränderte Verhältnisse angepasst werden 

muss (VGE 113/98; BGE 105 Ia 324 E. 3b). Zudem ist im 

Neuzuteilungsverfahren laut Art. 28 MelG zu prüfen, ob das neu zugeteilte 

Grundstück in quantitativer und qualitativer Hinsicht dem alten Bestand 

entspricht. Bereits aus der Eigentumsgarantie Art. 26 der Bundesverfassung 

(BV; SR 101) ergibt sich ein Anspruch auf vollen Realersatz. Der hiernach 

erforderliche Vergleich zwischen Alt- und Neubestand erschöpft sich aber 

nicht in einer Gegenüberstellung der Bonitierungswerte; vielmehr muss die 

Schätzungskommission – wenn auch unter Zugrundelegung der Bonitierung 

– die Äquivalenz der Zuteilung nach Lage, Natur und Güte der Parzellen aus 

der Perspektive des Grundeigentümers prüfen. Im konkreten Fall hat sich die 

Situation des Beschwerdeführers gegenüber dem Stand vor dem Unwetter im 

August 2005 beträchtlich verändert, was zweifelsfrei eine Neubewertung des 

alten und des neuen Grundstücks nach sich ziehen muss. Bei der 

ursprünglichen Parzelle 1167 ging die Schätzungskommission bei der 

Bonitierung offenbar davon aus, dass sie nicht im Auengebiet gemäss 

Inventar des ANU liegt. Nach der jetzt neu beschlossenen Zonenplanung liegt 

sie unbestritten auch nicht im Auengebiet. Die Genossenschaft hat in ihrem 

Entscheid vom 04.03.2008 aber dem Umstand, dass der Beschwerdeführer 

bereits im alten Bestand über Boden verfügt, der neu in den Auenperimeter 

einbezogen werden solle, Bedeutung beigemessen. Da nicht schlüssig eruiert 

werden kann, welcher Einteilung der Bonitierungsentscheid der 

Schätzungskommission von 2004 nun wirklich zugrunde lag, rechtfertigt sich 

überdies eine Neueinschätzung der alten Parzelle 1167 anhand der jetzt 

feststehenden Zoneneinteilung; zumal diese nach Art. 48 Abs. 6 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

auch grundeigentümerverbindlich ist. Bei der neuen Parzelle 4725 ist von der 

Genossenschaft schon eine Abtrennung der 630 m2 zugunsten der 

politischen Ortsgemeinde berücksichtigt worden (vgl. oben Ziff. 2c). Allerdings 

wurde die Parzelle 4725 nach der derzeit noch gültigen Zoneneinteilung 

(Landwirtschaftsland/Wald) bewertet. Neu soll sie partiell (zu 998 m2) in eine 

Naturschutzzone zu liegen kommen, was ihren Wert bezüglich des 

Nichtwaldes negativ beeinflusst. Da die frühere Schätzung laut Angaben der 

Meliorationsgenossenschaft ohne die Berücksichtigung des vor rund 20 

Jahren vom ANU errichteten Natur- und Landschaftsinventars vorgenommen 

wurde, ist hier ebenfalls eine Neuschätzung geboten. Auch ist von der 

Genossenschaft und der Schätzungskommission - bis zum gerichtlichen 

Augenschein vom 21.08.2009 - niemals bestritten worden, dass die 

Bonitierung der neuen Parzelle 4725 ursprünglich inklusive Quelle erfolgt ist. 

Erst am Augenschein wurde vom Präsidenten der Schätzungskommission 

das Gegenteil behauptet. Die Existenz dieser Quelle wurde von der 

Genossenschaft in ihrer Duplik vom 14.05.2009 (S. 1 unten) noch nicht 

bestritten. Weitere Ausführungen zu den Wasserbezugs- und 

Durchleitungsrechten erübrigen sich, da diese vom Beschwerdeführer ja nur 

als Beweis für das Vorhandensein der Quelle angeführt wurden. Die Quelle 

wurde anlässlich des Unwetters im August 2005 verschüttet und kann 

möglicherweise nicht mehr wiederhergestellt werden, was den Wert der 

neuen Parzelle 4725 nachteilig beeinflusst. Auch deshalb ist eine 

Neueinschätzung notwendig, sollte sich nicht erweisen, dass die Quelle wie 

am Augenschein vom Präsidenten der Schätzungskommission ausgeführt, 

bereits früher bei der Bonitierung nicht berücksichtigt wurde. Die neue 

Parzelle 4725 wurde auf dem Gebiet von rund 1'000 m2 (exakt 998 m2, die in 

die Naturschutzzone zu liegen kommen) vom Unwetter von August 2005 

teilweise verwüstet. Es sind dort Landflächen weggeschwemmt worden, 

welche sich leicht erhöht über der … zwischen dem Fluss und dem Hangfuss 

befanden. Dies war zur Hauptsache Wald mit einem Weg entlang der … Hier 

ist eine Wiederherstellung verboten und nur grobe Aufräumarbeiten sind 

erlaubt. Der Wald, der laut Auskunft des ANU nach wie vor (abhängig von der 

Einteilung in eine Naturschutzzone) nutzbar ist, ist aber – wie der gerichtliche 

Augenschein ebenfalls zeigte - teilweise stark zerstört worden. Die Parzelle 

4725 wurde damit zusätzlich in ihrem Wert gemindert, was bei der 

Neueinschätzung ebenso noch zu berücksichtigen ist. Bäume sind nach Art. 

23 Abs. 3 MelG zu bewerten. All diesen Werteinbussen infolge Naturereignis 

(Wegschwemmung Landwirtschaftsland, Dezimierung Baumbestand, 

allenfalls Verlust Wasserquelle) muss gegenüber dem Wertbestand bei der 

Neuzuteilung 2005 durch eine Neueinschätzung noch gebührend Rechnung 

getragen werden.

f) Soweit das Realersatzprinzip gemäss Art. 28 MelG vom Beschwerdeführer 

als verletzt gerügt wurde, kann sich das Gericht dieser Behauptung – 

aufgrund der selbst gemachten Erkenntnisse anlässlich des gerichtlichen 

Augenscheins vom 21.08.2009 samt Begehung auf den beiden Parzellen 

4725 (Neubestand) und 1167 (Altbestand) – nicht anschliessen. Namentlich 

trifft es nicht zu, dass die alte Parzelle 1167 tatsächlich über wesentlich mehr 

„ebene Weideflächen“ als die neue Parzelle 4725 verfügt. Während die 

Parzelle 1167 fast überall leicht abschüssig ist, zeichnet sich die nahe der … 

gelegene Parzelle 4725 (auch unter Abzug der der Gemeinde … zugeteilten 

630 m2 Land) im hinteren Grundstücksnordteil gerade dadurch aus, dass sie 

in einer ansehnlichen Breite zwischen dem Hangfuss im Norden sowie dem 

Wald-/Baumwurzelanteil im Süden eine weitgehend ebene und deshalb gut 

geeignete Weidefläche aufweist. Zudem ist die Parzelle 4725 (auch unter 

Abzug der der Gemeinde … zugeteilten 630 m2 Land) gut erschlossen und 

allgemein leicht erreichbar. Abgesehen davon kommt den 

Meliorationsbehörden in solchen Fragen ein grosses Ermessen zu, welches 

hier angesichts der bezüglich Bodenbeschaffenheit, Form, Lage usw. 

durchaus miteinander vergleichbaren Parzellen 1167 und 4725 (auch unter 

Abzug der der Gemeinde … zugeteilten 630 m2 Land) nicht überschritten 

wurde. Von einer Missachtung bzw. willkürlichen Anwendung des gesetzlich 

verankerten Realersatzprinzips kann folglich nicht die Rede sein, weshalb die 

Beschwerde insofern unbegründet ist.

g) Auch mit dem Einwand der Verletzung des Gleichbehandlungsgebots 

(gestützt auf Art. 8/9 BV und Art. 28 MelG) dringt der Beschwerdeführer nicht 

durch. Eine Ungleichbehandlung zwischen dem Beschwerdeführer und 

anderen Genossenschaftern ist für das Gericht nicht erkennbar und wurde 

vom Beschwerdeführer auch durch keine substanziellen Argumente plausibel 

dargetan. Dass eine Gesamtmelioration für einige der betroffenen 

Grundeigentümer allenfalls noch grössere Vorteile als für andere Eigentümer 

im Perimetergebiet mit sich bringen kann, liegt wesensgemäss in der Natur 

einer Güterzusammenlegung und darf deswegen (sekundär) durch 

angemessene Geldbeträge ausgeglichen und abgegolten werden. Das 

Prinzip der Gleichbehandlung kann bei Meliorationen – gleich wie allgemein 

in der Raumplanung – nur sehr rudimentär beachtet werden.

3. a) Der angefochtene Entscheid erweist sich demzufolge in mehreren Teilen als 

begründet (korrekt bezüglich Respektierung des Realersatzprinzips sowie 

Gleichbehandlungsgebots, keine gesetzliche Verpflichtung für 

Wiederherstellungs- und Aufräumarbeiten) und die Beschwerde ist in diesen 

Punkten abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann (Antrag 1a des 

Beschwerdeführers in der Replik). Bezüglich Verzichts auf die Neubewertung 

[Bonitierung] von Parzelle 1167 und 4725 aufgrund wesentlicher veränderter 

Verhältnisse seit dem Unwetter 2005 ist der Entscheid aber rechtswidrig, 

weshalb die Beschwerde im Sinne der Erwägungen diesbezüglich 

gutzuheissen, der strittige Entscheid insoweit aufzuheben ist und die Sache 

an die Vorinstanz zur nochmaligen Behandlung im Sinne der Erwägungen 

(Neubewertung [Bonitierung] des alten und neuen Bestandes des 

Beschwerdeführers [Parzellen 1167 und  4725 (unter Abzug der der 

Gemeinde … zugeteilten 630 m2 Land)] mit allfälliger 

Wertausgleichsverpflichtung in Geld) zurückzuweisen ist.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 VRG je zur Hälfte dem Beschwerdeführer und der 

Meliorationsgenossenschaft … auferlegt. Parteientschädigungen sind den 

nicht anwaltlich vertretenen Parteien praxisgemäss nicht zuzusprechen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen, der 

angefochtene Entscheid der Schätzungskommission der 

Meliorationsgenossenschaft … bezüglich der Bewertung von Parzellen 1167 

und 4725 aufgehoben und die Sache zur Neubewertung (Bonitierung) von 

Parzellen 1167 und 4725 (unter Abzug der der Gemeinde … zugeteilten 630 

m2 Land) an die Vorinstanz zurückgewiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 2'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 584.--

zusammen Fr. 2'584.--

gehen je zur Hälfte zulasten der Meliorationsgenossenschaft … und des 

Beschwerdeführers und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.