# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59b93085-05a6-53e0-8cd1-c6f66cef6531
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 11.11.2014 B 2014/138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-138_2014-11-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/138

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 11.11.2014

Entscheiddatum: 11.11.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 11.11.2014
Rayonverbot, Art. 4 Abs. 1 des Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt 
anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 451.51). Der Beschwerdeführer ist 
Fussballfan und hielt nach einer Pyro-Aktion im Stadion eine Fahne hoch, 
worunter sich ein Pyro-Zünder seiner Vermummung entledigte und 
anschliessend in der Menge untertauchte. Das aufgrund dieses Verhaltens 
ausgesprochene einjährige Rayonverbot um drei Fussballstadien in der 
Stadt St. Gallen herum ist gesetz- und verhältnismässig. Der 
Beschwerdeführer beteiligte sich an "Gewalttätigkeiten" im Sinne des 
Konkordats. Dass die ihm strafrechtlich zur Last gelegte Begünstigung nicht 
im Katalog der Anlasstaten gemäss Art. 2 des Konkordats aufgeführt ist, 
ändert hieran nichts. Die Aufzählung ist nicht abschliessend, und die 
Begünstigung schützt das gleiche Rechtsgut wie andere Taten, die explizit 
erfasst sind (Verwaltungsgericht, B 2014/138).

Entscheid vom 11. November 2014

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; 

Gerichtsschreiber Wehrle

Verfahrensbeteiligte

X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

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gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Rayonverbot

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.          

a. Am Heimspiel des FC St. Gallen gegen den FC Luzern vom 1. September 2013 in 

der AFG-Arena zündeten vermummte Fans im Heimsektor bengalische Fackeln (sog. 

«Pyros»). Zur Ver- und Entmummung zogen sich die Pyro-Zünder unter eine 4 x 3 m 

grosse Fahne mit «Joker»-Logo zurück, welche von einigen Fans zu diesem Zweck 

horizontal über die Köpfe einer Fangruppe gespannt worden war. X.Y. hielt nach der 

Pyro-Aktion eine ca. 1m  grosse weisse Fahne vor die grosse «Joker»-Fahne und 

verdeckte so die Sicht von vorn auf das Geschehen darunter. Unter diesem zeltartigen 

Sichtschutz konnte sich einer der Pyro-Zünder demaskieren, um anschliessend 

unerkannt in der Menge zu verschwinden. Die ganze Aktion wurde von mehreren 

Überwachungskameras festgehalten, und es gelang den Strafverfolgungsbehörden, 

u.a. X.Y. zu identifizieren (vgl. vi-act. 14, S. 3 ff.).

b. Mit Strafbefehl vom 11. September 2013 verurteilte das Untersuchungsamt 

St. Gallen X.Y. wegen Gehilfenschaft zum Vergehen gegen das Bundesgesetz über 

explosionsgefährliche Stoffe zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 

Fr. 20.-- unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren (vi-act. 5, Beilage 1).

c. X.Y. erhob Einsprache gegen den Strafbefehl. Die Einzelrichterin des Kreisgerichts 

St. Gallen erkannte in ihrem Entscheid vom 12. Dezember 2013 auf Begünstigung und 

reduzierte die bedingte Geldstrafe auf 6 Tagessätze à Fr. 20.--. Zur Begründung führte 

2

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sie an, das Sprengstoffdelikt sei bereits beendet gewesen, als X.Y. in das Geschehen 

eingegriffen habe. Das nachfolgende Entmummen des Täters sei von diesem Delikt 

nicht erfasst, weshalb X.Y. keine Gehilfenschaft mehr habe leisten können. Durch das 

bewusste Hochhalten der Fahne habe er dem Pyro-Zünder indes ermöglicht, sich zu 

entmummen und unerkannt in der Menge zu verschwinden. Er habe verhindert, dass 

gegen diesen ein Strafverfahren eröffnet werde und sich daher der Begünstigung 

schuldig gemacht (zum Ganzen vgl. vi-act. 14). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

B.           Bereits am 28. Oktober 2013 hatte die Stadtpolizei St. Gallen gegen X.Y. ein 

Rayonverbot mit Geltung vom 5. November 2013 bis und mit 3. November 2014 

verhängt. Dabei wurde ihm der Aufenthalt anlässlich von Sportveranstaltungen in der 

AFG-Arena St. Gallen, von Fussballspielen der ersten Mannschaft des SC Brühl 

St. Gallen im Paul-Grüninger-Stadion, St. Gallen, sowie von Fussballspielen des FC 

St. Gallen U21 im Stadion Espenmoos, St. Gallen, in den gemäss Planbeilagen A, B 

und C bezeichneten Gebieten während des Zeitraums von vier Stunden vor bis vier 

Stunden nach einer Veranstaltung verboten. Zur Begründung verwies die Stadtpolizei 

auf das Verhalten von X.Y. am 1. September 2013. Er habe sich nachweislich an 

Gewalttätigkeiten anlässlich von Sportveranstaltungen beteiligt, weshalb der Erlass 

eines einjährigen Rayonverbots angezeigt sei (vi-act. 3, Beilage 2).

C.           Dagegen erhob X.Y. mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 12. November 

2013 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement. Er liess beantragen, das 

Rayonverbot sei aufzuheben und dem Rechtsmittel sei aufschiebende Wirkung zu 

erteilen (vi-act. 1). Mit Zwischenentscheid vom 13. Januar 2014 wies die Rekursinstanz 

das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab (vi-act. 9). Nachdem die 

Rechtsvertreterin den Rekurs am 14. Februar 2014 materiell begründet hatte (vi-act. 

14), wies das Sicherheits- und Justizdepartement das Rechtsmittel auch in der 

Hauptsache ab (Entscheid vom 16. Juni 2014; act. 2).

D.           Mit Eingabe vom 1. Juli 2014 (act. 1) und deren Ergänzung vom 1. September 

2014 (act. 7) liess X.Y. (Beschwerdeführer) gegen den Rekursentscheid Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht erheben mit den Anträgen, der angefochtene Entscheid sei 

kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben und auf die Anordnung eines 

Rayonverbots sei zu verzichten

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Das Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz) beantragte am 16. September 

2014 Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies es auf die Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid (act. 9)

Auf die Darlegungen des Beschwerdeführers und auf den angefochtenen Entscheid 

wird - soweit wesentlich - in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 i.V.m. Art. 45 

Abs. 1 VRP). Zwar ist sein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids bzw. der erstinstanzlichen Verfügung dahingefallen, weil das 

umstrittene Rayonverbot am 3. November 2014 abgelaufen ist und der allenfalls zu 

Unrecht erlittene Nachteil nicht mehr beseitigt werden kann. Vom Erfordernis des 

aktuellen schutzwürdigen Interesses ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

ausnahmsweise abzusehen, wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen 

grundsätzlichen Fragen unter ähnlichen Umständen wieder stellen können, ohne dass 

im Einzelfall rechtzeitig eine richterliche Prüfung möglich wäre, und deren 

Beantwortung im öffentlichen Interesse liegt (BGE 138 II 42 E. 1.3 und 137 I 23 E. 1.3.1 

mit Hinweisen). Dies ist hier der Fall. Nach dem Grundsatz «Einheit des Verfahrens» 

dürfen die kantonalen Instanzen die Rechtsmittellegitimation nicht strenger handhaben 

als das Bundesgericht (vgl. Art. 111 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes, SR 173.110; 

BGG), weshalb diese Rechtsprechung auch für das verwaltungsgerichtliche Verfahren 

massgebend ist.

Die Beschwerde vom 1. Juli 2014 und deren Ergänzung vom 1. September 2014 

entsprechen in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 i.V.m. Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.

2.           

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2.1.        Die gesetzliche Grundlage des Rayonverbots findet sich im Konkordat über 

Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen (sGS 451.51; 

Konkordat). Art. 4 Abs. 1 Konkordat lautet wie folgt

«Einer Person, die sich anlässlich von Sportveranstaltungen nachweislich an 

Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen beteiligt hat, kann der Aufenthalt in 

einem genau umschriebenen Gebiet im Umfeld von Sportveranstaltungen (Rayon) zu 

bestimmten Zeiten verboten werden. Die zuständige kantonale Behörde bestimmt, für 

welche Rayons das Verbot gilt.»

Art. 2 Abs. 1 Konkordat enthält einen nicht abschliessenden Katalog von Delikten, die 

als «Gewalttätigkeiten» bzw. «gewalttätiges Verhalten» im Sinne des Konkordats gelten 

(BGE 140 I 2 E. 8; VerwGE B 2012/224 vom 11. Dezember 2012 E. 3.2, 

www.gerichte.sg.ch). Neben diesen Katalogtaten gilt auch «die Gefährdung der 

öffentlichen Sicherheit durch das Mitführen oder Verwenden von Waffen, 

Sprengmitteln, Schiesspulver oder pyrotechnischen Gegenständen an Sportstätten, in 

deren Umgebung sowie auf dem An- und Rückreiseweg» als Gewalttätigkeit bzw. 

gewalttätiges Verhalten (Art. 2 Abs. 2 Konkordat). Zwischen den Gewalttätigkeiten und 

der Sportveranstaltung wird ein zeitlicher Zusammenhang vorausgesetzt. Dieser ist 

gegeben, wenn die Vorkommnisse vor, während oder im Nachgang zu einer 

Sportveranstaltung stattfanden (Art. 2 Abs. 1 Konkordat). Als Nachweis für 

gewalttätiges Verhalten gelten u.a. entsprechende Gerichtsurteile oder polizeiliche 

Anzeigen (Art. 3 Abs. 1 lit. a Konkordat). Die beiden letzten Voraussetzungen sind im 

vorliegenden Fall offensichtlich erfüllt und werden vom Beschwerdeführer nicht 

bestritten.

2.2.        Demgegenüber bestreitet der Beschwerdeführer, dass es sich beim ihm zur 

Last gelegten Verhalten um «Gewalttätigkeiten» bzw. «gewalttätiges Verhalten» 

gehandelt habe. Deshalb sei das Rayonverbot nicht gesetzmässig. Er bringt vor, als 

gewalttätiges Verhalten bzw. Gewalttätigkeit im Sinne des Konkordats gelte nur die 

Begehung oder die Anstiftung zu einer der Katalogtaten von Art. 2 Konkordat. Art. 4 

Konkordat setze für die Anordnung eines Rayonverbots die nachweisliche 

«Beteiligung» an Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen im obgenannten Sinn, 

d.h. als Begehung oder Anstiftung voraus, worunter die ihm anfänglich zur Last gelegte 

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Gehilfenschaft (zu einem Sprengstoffdelikt) nicht falle. Hinsichtlich pyrotechnischer 

Gegenstände sei ohnehin nur das Mitführen oder der Gebrauch derselben erfasst, 

allenfalls noch die Anstiftung hierzu. Noch klarer präsentiere sich die Rechtslage, wenn 

sich der Fussballfan - wie im vorliegenden Fall - der Begünstigung strafbar gemacht 

habe. Dieses Delikt sei nicht im Katalog enthalten und falle gar nicht unter das 

Konkordat.

2.2.1.    Als besonderes Polizeirecht ist das Konkordat auf die spezifische Erscheinung 

der Gewalt an Sportveranstaltungen ausgerichtet. Durch spezielle Massnahmen wie 

Rayonverbote, Meldeauflagen und Polizeigewahrsam sollen solche Gewalttaten zu 

Gunsten einer friedlichen Durchführung von Sportgrossanlässen verhindert werden 

(BGE 140 I 2 E. 5.1). Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen soll frühzeitig erkannt 

und bekämpft werden. Die präventiven Massnahmen sind auf Gefährdungen der 

öffentlichen Sicherheit durch Gewalttaten unterschiedlichster Art ausgerichtet. Zwar 

wird für die Definition des «gewalttätigen Verhaltens», das Massnahmen nach dem 

Konkordat nach sich ziehen kann, an Straftatbestände angeknüpft und für den 

Nachweis der Gefahr von Gewalttaten u.a. auf entsprechende Gerichtsurteile und 

Anzeigen abgestellt (Art. 2 und 3 des Konkordats). Das führt indessen nicht dazu, dass 

die Massnahmen des Konkordats insgesamt dem Strafrecht zuzuordnen wären. Sie 

weisen grundsätzlich keinen pönalen Charakter auf, werden nicht als Bestrafung wegen 

der Erfüllung von Straftatbeständen ausgesprochen und bezwecken nicht die 

Besserung der betroffenen Person (BGE 137 I 31 E. 4.3 f.). An dieser Auffassung hat 

das Bundesgericht trotz verbreiteter Kritik festgehalten (vgl. BGE 140 I 2 E. 6 mit 

Hinweisen). Gegen diesen jüngsten Entscheid ist im Schrifttum erneut opponiert 

worden (vgl. z.B. B. Meier, Hooligankonkordat: präventive Verpackung, repressive 

Wirkung, in: AJP 2014, S. 668 ff.), was jedoch an der überzeugenden 

bundesgerichtlichen Beurteilung nichts ändert.

2.2.2.    An Intensität und Folgen des «gewalttätigen Verhaltens» hat der Gesetzgeber 

keine hohen Anforderungen gestellt (VerwGE B 2012/224 vom 11. Dezember 2012 

E. 3.2, www.gerichte.sg.ch). «Gewalttätig» verhält sich nach Art. 2 Abs. 1 Konkordat 

beispielsweise, wer Behörden oder Beamte an einer Amtshandlung hindert (lit. j), 

Tätlichkeiten begeht (vgl. lit. a), sich der Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte schuldig macht (lit. i) oder zu diesen Delikten anstiftet. Die Aufzählung der 

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Delikte ist - wie bereits in Erw. 2.1 ausgeführt - nicht abschliessend. Der Einwand des 

Beschwerdeführers, wonach die von ihm begangene Begünstigung per se keine 

Anlasstat für eine Massnahme nach dem Konkordat sein könne, ist deshalb nicht 

stichhaltig. Dies gilt umso mehr, als die vom Konkordat ausdrücklich erfasste 

Hinderung einer Amtshandlung (lit. j) und die Begünstigung in nur leicht 

unterschiedlicher Ausprägung das gleiche Rechtsgut schützen, nämlich das 

Funktionieren staatlicher Organe (Delnon/Rüdy, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 

Kommentar Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 38 zu Art. 305 StGB). Das Konkordat 

will u.a. verhindern, dass in den Fansektoren rechtsfreie Räume entstehen. Deshalb ist 

dem Schutz dieses Rechtsgutes besonderes Gewicht zu verleihen.

2.2.3.    Strafrechtlich relevantes Verhalten dient zwar als Anknüpfungspunkt für die 

Definition des gewalttätigen Verhaltens und die Ergreifung von Massnahmen nach dem 

Konkordat. Indessen ist das Konkordat einzig auf Vorbeugung gegen Gewalt 

ausgerichtet. Die konkreten Massnahmen sind nicht als Bestrafung für erfolgtes 

gewalttätiges Verhalten ausgestaltet, sondern als notwendige Massnahmen zur 

Verhinderung künftiger Gewalttaten (BGE 140 I 2 E. 6.3). Wie die Vorinstanz zu Recht 

ausgeführt hat, ist letztlich nicht die Erfüllung eines bestimmten Straftatbestandes 

gesetzliche Voraussetzung für die Anordnung einer Massnahme nach dem Konkordat, 

sondern ein (deliktisches) Verhalten, das nach seiner Art geeignet ist, die Sicherheit 

künftiger Sportveranstaltungen als gefährdet erscheinen zu lassen (vgl. Erw. 2.b.aa. 

des angefochtenen Entscheids). Der Grund für eine Massnahme nach dem Konkordat 

kann selbst durch eine blosse Übertretung gesetzt werden (vgl. Erw. 2.2.2. hiervor).

2.2.4.    Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers erreicht sein Vergehen die 

für eine Massnahme nach dem Konkordat vorausgesetzte Schwere. Die Zündung von 

pyrotechnischen Gegenständen stellt eine deutliche Gefahr für die Zuschauer dar 

(BGer 1C_370/2013 vom 14. Oktober 2013 E. 4.2, in: ZBl 115/2014, S. 385 ff.). Mit 

seinem Tun hielt der Beschwerdeführer diese Gefahr für künftige Veranstaltungen 

aufrecht. Entgegen seiner Darlegung (act. 7, S. 7) kannte er die Bedeutung seines 

Handelns im Gesamtrahmen der Pyro-Aktion genau. Nach der überzeugenden 

Beweiswürdigung der Strafrichterin hat er die kleine Fahne während der Pyro-Aktion 

bewusst von einem anderen Fan übernommen, nachdem er seinen Fokus schon zuvor 

auf das Geschehen unter der grossen Fahne gerichtet hatte. Aus der Tatsache, dass 

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nur wenige Meter neben ihm ein Pyro abgebrannt worden war und der 

Beschwerdeführer - wie er in der Strafuntersuchung eingeräumt hat - wusste, dass die 

Pyro-Zünder seit geraumer Zeit den Sichtschutz von Fahnen zur Ver- und 

Entmummung missbrauchen würden, kann ohne weiteres geschlossen werden, dass er 

wusste, was sich nach Abbrennen des Pyros unter der grossen Fahne abspielen 

würde. Nach den Feststellungen der Strafrichterin hat der Beschwerdeführer die kleine 

Fahne bewusst hochgehalten, um die Sicht auf den vorher maskierten Pyro-Zünder zu 

verdecken. Dem Beschwerdeführer war zudem die Überwachung des Heimsektors und 

das konsequente Vorgehen der Strafbehörden gegen Pyro-Zünder bekannt (vgl. dazu 

vi-act. 17, S. 8). Durch sein Vorgehen hat er die strafrechtliche Verfolgung des Pyro-

Zünders vorsätzlich und erfolgreich verhindert und somit die Gefährdung der Sicherheit 

künftiger Sportveranstaltungen mit aufrecht erhalten. Das Rayonverbot erweist sich als 

gesetzmässig.

2.3.        Das umstrittene Rayonverbot schränkt die Bewegungsfreiheit des 

Beschwerdeführers ein (vgl. Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101; BV). 

Grundrechtseingriffe müssen auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen (vgl. Erw. 2.2. 

hiervor) und die Voraussetzungen des öffentlichen Interesses und des 

Verhältnismässigkeitsprinzips erfüllen (Art. 36 Abs. 1-3 BV). Im Polizeirecht kommt der 

Verhältnismässigkeit besonderes Gewicht zu. Dieses Gebot verlangt, dass eine 

Massnahme für das Erreichen des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet 

und erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der 

Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist. Dies bedingt eine vernünftige Zweck-

Mittel-Relation. Unverhältnismässig ist eine Massnahme, wenn das angestrebte Ziel mit 

einem weniger schweren Grundrechtseingriff zu erreichen ist (BGer 1C_370/2013 vom 

14. Oktober 2013 E. 5.1, in: ZBl 115/2014, S. 385 ff., mit Hinweis auf BGE 137 I 31 

E. 7.5.3; 136 I 87 E. 3.2 und 133 I 77 E. 4.1).

2.3.1.    Rayonverbote sind geeignet, Personen, von denen Gewalttätigkeiten ausgehen 

könnten, sowohl vom Umkreis der Stadien als auch von den Bahnhöfen und 

Örtlichkeiten, welche zur Hin- bzw. Rückfahrt benutzt werden, fernzuhalten. Damit wird 

in effizienter Weise verhindert, dass die betroffenen Personen in jene Gebiete gelangen, 

wo es erfahrungsgemäss besonders häufig zu Gewalttätigkeiten kommt (BGE 137 I 31 

E. 6.5). Dieses Ziel bildet zweifellos ein gewichtiges öffentliches Interesse.

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2.3.2.    Der Beschwerdeführer bringt vor, er sei sich seines strafrechtlich relevanten 

Verhaltens nicht bewusst gewesen und werde sich in Zukunft von solchen 

Fahnenaktionen fernhalten. Das Rayonverbot sei angesichts dessen nicht notwendig, 

da von ihm keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mehr ausgehe. Ferner sei sein 

Verhalten nicht ausschlaggebend für die Pyro-Aktion gewesen. Deshalb sei das 

Rayonverbot eine unverhältnismässige Massnahme.

2.3.3.    Dass der Beschwerdeführer behauptet, er habe nicht um die Strafbarkeit 

seines Verhaltens gewusst und sich nur in untergeordnetem Umfang an der Pyro-

Aktion beteiligt, ist nicht von Belang. Die Ergebnisse des Strafverfahrens veranlassen 

ohne Weiteres zur Annahme, dass er sich weiter in ähnlicher Weise an 

Gewalttätigkeiten beteiligt hätte. Dass er am 1. September 2013 erst ins Geschehen 

eingegriffen hat, nachdem der Pyro bereits abgebrannt war und sich deshalb lediglich 

der Begünstigung, nicht aber der Gehilfenschaft zu einem Sprengstoffdelikt schuldig 

gemacht hat, erscheint rein zufällig und ist für die Beurteilung seines künftigen 

Verhaltens an Fussballveranstaltungen nicht entscheidend. Zu Ungunsten des 

Beschwerdeführers fällt zudem ins Gewicht, dass bei ihm zu Hause bengalische 

Fackeln und Sturmhauben gefunden worden sind und diese Gegenstände mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zur Verwendung im Fussballstadion gedacht waren. 

Ein Rayonverbot ist zweifellos geeignet, ihn vor weiterer Beteiligung an 

Gewalttätigkeiten abzuhalten. Im Vergleich zum privaten Interesse des 

Beschwerdeführers, den Heimspielen in St. Gallen beizuwohnen, überwiegt das 

gewichtige öffentliche Interesse an der Verhinderung von Gewalttätigkeiten anlässlich 

dieser Sportveranstaltungen. Das einjährige Rayonverbot ist zeitlich und räumlich 

begrenzt. Es liegt im unteren Rahmen der bis zu dreijährigen Dauer, weshalb es auch in 

zeitlicher Hinsicht dem Gefährdungspotenzial des Beschwerdeführers angemessen 

und ihm zuzumuten ist. Eine geeignete mildere Massnahme ist nicht ersichtlich.

2.4.        (…).

3.            (…).

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.            Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- bezahlt der 

Beschwerdeführer unter Verrechnung des Kostenvorschusses von gleicher Höhe.

3.            Das Begehren des Beschwerdeführers um Ersatz der ausseramtlichen Kosten 

wird abgewiesen.

Der Präsident                            Der Gerichtsschreiber

Eugster                                      Wehrle

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		2025-07-19T09:31:20+0200
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