# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7f5ab9e8-cb06-504e-8b65-9796f0b2fba1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.02.2022 SR220001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SR220001_2022-02-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SR220001-O /U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, Oberrichterinnen 

lic. iur. R. Affolter und lic. iur. M. Knüsel sowie die 

Gerichtsschreiberin MLaw T. Künzle 

Beschluss vom 24. Februar 2022 

in Sachen 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
4. D._____,  
5. E._____,  
6. F._____,  
7. G._____,  
8. H._____,  
9. I._____,  
10. J._____,  
11. K._____,  
Gesuchsteller 

1 - 11 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Stadtrichteramt Zürich,  
Gesuchsgegner 

 

betreffend Widerhandlung gegen die Covid-19-Verordnung 2  
 
Revisionsgesuch gegen 11 Strafbefehle des Stadtrichteramtes Zürich vom 
2. November 2020 (2020-30-315 + 317/318/320/321/322/324/ 326/327/ 332/333) 

- 2 - 

 
 

- 3 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Mit Eingabe vom 24. Januar 2022 liessen die Gesuchsteller, allesamt vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur.  X._____, ein Revisionsgesuch gegen folgende 

Strafbefehle stellen: Nr. 2020-030-333 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-326 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-322 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-318 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-332 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-320 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-324 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-327 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-321 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020, Nr. 2020-030-315 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020 und Nr. 2020-030-317 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020 (Urk. 1 und Urk. 3/2/1-11).  

2. Die Revision oder Wiederaufnahme ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, 
welches zur Durchbrechung der Rechtskraft eines Entscheides führt und deshalb 

nur in engem Rahmen zulässig ist. Entsprechend streng sind die Voraussetzun-

gen einer Revision (BSK StPO-Marianne Heer, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 410 N 4 

und N 9; Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Zürich/St. Gal-

len 2018, Art. 410 N 1).  

3. Revisionsgesuche sind schriftlich und begründet beim Berufungsgericht ein-
zureichen. Im Gesuch sind die angerufenen Revisionsgründe zu bezeichnen und 

zu belegen (Art. 411 Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht nimmt in einem 

schriftlichen Verfahren eine vorläufige Prüfung des Revisionsgesuchs vor. Ist das 

Gesuch offensichtlich unzulässig oder unbegründet oder wurde es mit den 

gleichen Vorbringen schon früher gestellt und abgelehnt, so tritt das Gericht nicht 

darauf ein (Art. 412 Abs. 1 und 2 StPO). Bei dieser vorläufigen und summarischen 

Prüfung des Revisionsgesuchs im Sinne von Art. 412 StPO sind grundsätzlich die 

- 4 - 

formellen Voraussetzungen zu prüfen. Das Gericht kann jedoch auf ein Revisi-

onsgesuch auch nicht eintreten, wenn die geltend gemachten Revisionsgründe of-

fensichtlich unwahrscheinlich oder unbegründet sind (BGE 143 IV 122 E. 3.5. mit 

Hinweis auf den Entscheid des Bundesgerichts 6B_864/2014 vom 

16. Januar 2015 E. 1.3.2.). Führt die Vorprüfung nicht zu einem Nichteintreten, so 

lädt das Berufungsgericht die anderen Parteien und die Vorinstanz zur Stellung-

nahme ein (Art. 412 Abs. 3 StPO). 

4. Das vorliegende Revisionsgesuch ist formell mangelhaft. Es wird nur ein 
Revisionsgesuch gegen 11 separate Anfechtungsobjekte (Strafbefehle) gestellt. 

Wenn überhaupt, hätten je 11 separate Revisionsgesuche gestellt und darin eine 

Vereinigung aufgrund des geltend gemachten sachlichen Zusammenhangs nach 

Art. 30 StPO beantragt werden müssen. Es ist im Ermessen des Gerichts, ob es 

ein Strafverfahren vereinigt oder nicht. Bereits aus diesem Grund ist auf das 

Revisionsgesuch nicht einzutreten. Wie nachfolgend aufgezeigt, fällt auch die 

Vorprüfung des Revisionsgesuchs negativ aus. 

II. Revision - Vorprüfung 

1. Die Revisionsgründe sind in Art. 410 Abs. 1 und 2 StPO – unter Vorbehalt von 
Art. 60 Abs. 3 StPO und des Wiener Übereinkommens über konsularische 

Beziehungen – abschliessend genannt. Wer durch einen rechtskräftigen Straf-

befehl beschwert ist, kann gemäss Art. 410 Abs. 1 StPO Revision verlangen, 

wenn neue, vor dem Entscheid eingetretene Tatsachen oder neue Beweismittel 

vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch, eine wesentlich mildere oder 

wesentlich strengere Bestrafung der verurteilten Person oder eine Verurteilung 

der freigesprochenen Person herbeizuführen (lit a), wenn der Entscheid mit einem 

späteren Strafentscheid, der den gleichen Sachverhalt betrifft, in unverträglichem 

Widerspruch steht (lit. b), oder wenn sich in einem anderen Strafverfahren 

erweist, dass durch eine strafbare Handlung auf das Ergebnis des Verfahrens 

eingewirkt worden ist (lit. c). Darüber hinaus kann nach Art. 410 Abs. 2 StPO 

unter bestimmten Voraussetzungen Revision wegen Verletzung der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) verlangt werden 

- 5 - 

(BSK StPO-Marianne Heer, a.a.O., Art. 410 StPO N 14 und 34 ff.; 

Schmid/Jositsch, a.a.O., Art. 410 N 12 ff.). 

2. Im vorliegenden Revisionsgesuch wird geltend gemacht, dass die 
Gesuchsteller – soweit bekannt – anlässlich der nicht bewilligten Kundgebung 

"L._____" vom 18. April 2020 um 14.30 Uhr von Funktionären der Stadtpolizei 

Zürich kontrolliert worden und – soweit bekannt – beim Stadtrichteramt Zürich 

verzeigt worden seien. Soweit bekannt hätten die "Akten" des Stadtrichteramtes 

Zürich vor Erlass der jeweiligen Strafbefehle vom 2. November 2020 jeweils 

lediglich aus einem "Rapport" der Stadtpolizei Zürich betreffend das Ereignis vom 

18. April 2020 um 14.30 Uhr an der M._____-strasse in Zürich …, einem 

"Verzeigungsvorhalt" sowie allenfalls einer "CD" mit Videoaufnahmen von 

besagtem Ereignis bestanden. Soweit bekannt hätten keine Einvernahmen 

stattgefunden. Mit Strafbefehlen des Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 

2020 seien die Gesuchsteller jeweils wegen Widerhandlung gegen die COVID-19-

Verordnung 2 und der Widerhandlung gegen die allgemeine Polizeiverordnung 

der Stadt Zürich mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft worden. Ebenfalls mit 

Strafbefehl Nr. 2020-030-328 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020 sei Herr N._____ wegen Widerhandlung gegen die COVID-19-

Verordnung 2 und der Widerhandlung gegen die allgemeine Polizeiverordnung 

der Stadt Zürich mit einer Busse von Fr. 300.– bestraft worden, wobei (auch) 

diese Akten vor Erlass des Strafbefehls lediglich aus einem 2-seitigen "Rapport" 

der Stadtpolizei vom 19. Juni 2020 und einem "Verzeigungsvorhalt" vom 

4. Mai 2020 und vom 28. Mai 2020 betreffend das Ereignis vom 18. April 2020 um 

14.30 Uhr an der M._____-strasse in Zürich … sowie einer "CD" mit 

Videoaufnahmen von besagtem Ereignis bestanden hätten. Der "Sachverhalt", die 

"Auflistung" der rechtlichen Bestimmungen, die Strafe, die Kosten sowie das 

Dispositiv des Strafbefehls des Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 2020 

betreffend Herrn N._____ seien absolut identisch mit denjenigen Strafbefehlen, 

welche die Gesuchsteller betreffen würden.  

Herr N._____ habe im Gegensatz zu den Gesuchstellern Einsprache gegen den 

Strafbefehl erhoben und sei mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, 

- 6 - 

vom 23. November 2021 (GC210162) freigesprochen worden. Die Gesuchsteller 

hätten sich "– soweit bekannt –" genauso wie Herr N._____ am 18. April 2020 um 

cirka 14.30 Uhr an der M._____-strasse in Zürich … jeweils allein in einem 

Motorfahrzeug befunden. Vorliegend handle es sich demnach um 

widersprechende Strafentscheide im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO. 

Sowohl beim Strafbefehl Nr. 2020-030-328 des Stadtrichteramtes Zürich vom 

2. November 2020 betreffend Herrn N._____ wegen Widerhandlung gegen die 

COVID-19-Verordnung 2 und Widerhandlung gegen die allgemeine 

Polizeiverordnung der Stadt Zürich respektive dem Urteil GC210162 des 

Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 als auch bei den Strafbefehlen 

des Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 2020 betreffend die Gesuchsteller 

gehe es in sachlicher, zeitlicher und räumlicher Hinsicht um den jeweils gleichen 

identischen (Lebens-)Sachverhalt, nämlich die angebliche Teilnahme an einer 

nicht bewilligten Kundgebung "L._____" vom 18. April 2020 um 14.30 Uhr an der 

M._____-strasse in Zürich ... Gemäss dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

23. November 2021 Erw. 6 könne nicht erstellt werden, dass sich Herr N._____ 

wie auch die Gesuchsteller, wie ihnen im Strafbefehl vom 2. November 2020 

vorgeworfen werde, am 18. April 2020 in einer Gruppe von cirka 21 Personen 

aufgehalten hätten. Eine Teilnahme der Gesuchsteller an einer nicht bewilligten 

Kundgebung lasse sich anhand der Aktenlage nicht erstellen. Somit seien die 

Gesuchsteller mit Blick auf den Sachverhalt freizusprechen und die Strafbefehle 

aufzuheben (Urk. 1).  

3. Gemäss Art. 411 Abs. 2 StPO sind Revisionsgesuche, welche sich auf den 
Revisionsgrund von Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO stützen, innert 90 Tagen seit 

Kenntnisnahme des betreffenden Entscheides zu stellen. Die Gesuchsteller 

liessen das Revisionsgesuch am 24. Januar 2022 stellen (Urk. 1). Das Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 wurde Herrn N._____ und dessen 

Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, gleichentags mündlich eröffnet 

(Urk. 3/4). Wann genau die Gesuchsteller persönlich vom Urteil Kenntnis 

erlangten kann nicht eruiert werden. Da vom 23. November 2021 bis zum 

24. Januar 2022 jedoch keine 90 Tagen vergangen sind, ist das Revisionsgesuch 

in jedem Fall als fristgerecht entgegenzunehmen.  

- 7 - 

4. Der Revisionsgrund der widersprechenden Strafentscheide gemäss Art. 410 
Abs. 1 lit. b StPO bezieht sich auf eine unterschiedliche Würdigung des gleichen 

Lebenssachverhalts in zwei verschiedenen Entscheiden, was vor allem dann 

vorkommt, wenn verschiedene Mitbeteiligte einer Straftat getrennt verfolgt bzw. 

beurteilt werden. Nicht jeder Widerspruch zwischen zwei Strafentscheiden bildet 

einen unverträglichen Widerspruch. Der Revisionsgrund kommt nur zur Ver-

meidung absolut stossender Ergebnisse zum Tragen. Das Revisionsgericht hat 

dann einen unverträglichen Widerspruch festzustellen und das frühere Urteil 

aufzuheben (HEER, a.a.O, N 87 f. zu Art. 410). Kein Widerspruch liegt vor, wenn 

die beiden Urteile sich ausschliessende rechtliche Erwägungen enthalten, selbst 

wenn dabei identische Fragen zu beurteilen waren. Der Widerspruch ist erst dann 

unverträglich, wenn nach Denkgesetzen eines davon notwendigerweise falsch 

sein muss. Eine abweichende rechtliche Würdigung des Sachverhaltes entfällt 

nach einhelliger Lehre und Rechtsprechung sofort als möglicher Revisionsgrund 

(FINGERHUTH in: DONATSCH / HANSJAKOB / LIEBER, Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 410 N 63 f. m.w.H.; HEER, a.a.O, N 92 zu Art. 410).  

5. Vorliegend haben die Gesuchsteller die genannten Strafbefehle des 
Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 2020 akzeptiert bzw. keine 

Einsprache dagegen erhoben. Herr N._____ erhob dagegen offensichtlich 

Einsprache, weshalb das Stadtrichteramt nach abgeschlossener Untersuchung 

die Akten ans Bezirksgericht Zürich überwies. Das Bezirksgericht Zürich, 

10. Abteilung, kam mit Urteil vom 23. November 2021 dann zum Schluss, dass 

Herr N._____ vor Ort gewesen sei und sein Fahrzeug mit Fahnen und 

Transparten versehen habe. Dass er (N._____) bzw. sein Fahrzeug Teil eines 

Konvois gewesen sein soll, sei auf der Videoaufnahme nicht ersichtlich. Dass sich 

die Fahrzeuge gestaut hätten, wie am Ende der Videoaufnahme ersichtlich sei, 

sei auf die durch die Absperrungen der Polizei bedingte Einschränkung des 

Verkehrsflusses zurückzuführen (Urk. 3/4 S. 7 E. 6.2). Es lasse sich demzufolge 

nicht erstellen, dass sich der Einsprecher – wie im Strafbefehl vorgeworfen – am 

18. April 2020 in einer Gruppe von cirka 21 Personen aufgehalten habe. Vielmehr 

sei er allein in seinem Fahrzeug gesessen, welches nicht Teil eines Demonstrati-

onszuges gewesen sei (Urk. 3/4 S. 7 f. E. 6.3).  

- 8 - 

6. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 betrifft demnach 
einzig Herrn N._____. Es wird in keiner Art und Weise festgehalten, dass auch die 

Gesuchsteller nicht Teil des unbewilligten Demonstrationszugs gewesen seien. 

Die Gesuchsteller sind zudem keine Mitbeschuldigten derselben Tat. Sie waren 

einfach an derselben unbewilligten Demonstration und agierten selbständig. Ent-

sprechend wurden auch separate Strafverfahren geführt und je separate Strafbe-

fehle erlassen. Es wird im Revisionsgesuch auch nicht geltend gemacht, dass die 

Gesuchsteller bzw. jemand von ihnen mit Herrn N._____ im Fahrzeug gewesen 

sei. Vielmehr wird einfach behauptet bzw. vermutet, dass sich die Gesuchsteller 

auch allein in einem Motorfahrzeug befunden hätten und dies(e) ebenfalls nicht 
Teil eines Konvois gewesen sein sollen. Dabei handelt es sich um eine blosse 

Mutmassung. Es ist in keiner Art und Weise ein unverträglicher Widerspruch zwi-

schen dem Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 und den 

genannten Strafbefehlen gegen die Gesuchsteller zu erkennen.  

7. Im Weiteren scheinen die Gesuchsteller die Rechtsnatur eines Straf-
befehlsverfahrens zu verkennen. Erst nachdem Einsprache gegen einen 

Strafbefehl erhoben wurde, wird ein ordentliches Strafverfahren durchgeführt und 

die Sache ggf. ans Gericht überwiesen. Vorliegend bestehen Anhaltspunkte, dass 

das Revisionsgesuch dazu dient, den ordentlichen Rechtsweg zu umgehen. Die 

Gesuchsteller erhoben allesamt keine Einsprache gegen die Strafbefehle und 

machen nun geltend, die vorhandene Beweislage genüge – wie das Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 zeige – nicht für einen Schuld-

spruch. Die gewählte Vorgehensweise grenzt daher auch an Rechts-

missbräuchlichkeit.  

8. Nach dem Gesagten ist der von den Gesuchstellern angerufene Revisions-
grund im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO offensichtlich nicht erfüllt, weshalb 

auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist.  

- 9 - 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-

mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens, wobei als 

unterliegend auch die Partei gilt, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird. 

Auf das Revisionsgesuch der Gesuchsteller ist nicht einzutreten. Damit 

unterliegen sie vollumfänglich und werden entsprechend kostenpflichtig. Die 

Kosten des Revisionsverfahrens mit einer Gerichtsgebühr von Fr. 1'100.– sind 

den unterliegenden Gesuchstellern je zu 1/11 aufzuerlegen, unter solidarischer 

Haftung für den Gesamtbetrag (Art. 418 Abs. 2 StPO). Eine Entschädigung ist bei 

diesem Verfahrensausgang im Übrigen nicht geschuldet. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Auf das Revisionsgesuch der Gesuchsteller wird nicht eingetreten.  

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'100.– festgelegt und den Gesuchstellern je 

zu 1/11 auferlegt, unter solidarischer Haftung für den Gesamtbetrag.  

3. Schriftliche Mitteilung an 

− die Verteidigung 12-fach für sich und zuhanden der Gesuchsteller 
− das Stadtrichteramt Zürich unter Beilage einer Kopie von Urk. 1. 

4. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

 

- 10 - 

 Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 24. Februar 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw T. Künzle 
 

 
 
 
 

	Beschluss vom 24. Februar 2022
	I. Prozessgeschichte und Prozessuales
	1. Mit Eingabe vom 24. Januar 2022 liessen die Gesuchsteller, allesamt vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.  X._____, ein Revisionsgesuch gegen folgende Strafbefehle stellen: Nr. 2020-030-333 des Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 2020, Nr. 20...
	2. Die Revision oder Wiederaufnahme ist ein ausserordentliches Rechtsmittel, welches zur Durchbrechung der Rechtskraft eines Entscheides führt und deshalb nur in engem Rahmen zulässig ist. Entsprechend streng sind die Voraussetzungen einer Revision (B...
	3. Revisionsgesuche sind schriftlich und begründet beim Berufungsgericht einzureichen. Im Gesuch sind die angerufenen Revisionsgründe zu bezeichnen und zu belegen (Art. 411 Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht nimmt in einem schriftlichen Verfahren ein...
	4. Das vorliegende Revisionsgesuch ist formell mangelhaft. Es wird nur ein Revisionsgesuch gegen 11 separate Anfechtungsobjekte (Strafbefehle) gestellt. Wenn überhaupt, hätten je 11 separate Revisionsgesuche gestellt und darin eine Vereinigung aufgrun...

	II. Revision - Vorprüfung
	1. Die Revisionsgründe sind in Art. 410 Abs. 1 und 2 StPO – unter Vorbehalt von Art. 60 Abs. 3 StPO und des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen – abschliessend genannt. Wer durch einen rechtskräftigen Strafbefehl beschwert ist, kann ...
	2. Im vorliegenden Revisionsgesuch wird geltend gemacht, dass die Gesuchsteller – soweit bekannt – anlässlich der nicht bewilligten Kundgebung "L._____" vom 18. April 2020 um 14.30 Uhr von Funktionären der Stadtpolizei Zürich kontrolliert worden und –...
	Herr N._____ habe im Gegensatz zu den Gesuchstellern Einsprache gegen den Strafbefehl erhoben und sei mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 23. November 2021 (GC210162) freigesprochen worden. Die Gesuchsteller hätten sich "– soweit...
	3. Gemäss Art. 411 Abs. 2 StPO sind Revisionsgesuche, welche sich auf den Revisionsgrund von Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO stützen, innert 90 Tagen seit Kenntnisnahme des betreffenden Entscheides zu stellen. Die Gesuchsteller liessen das Revisionsgesuch...
	4. Der Revisionsgrund der widersprechenden Strafentscheide gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO bezieht sich auf eine unterschiedliche Würdigung des gleichen Lebenssachverhalts in zwei verschiedenen Entscheiden, was vor allem dann vorkommt, wenn verschi...
	5. Vorliegend haben die Gesuchsteller die genannten Strafbefehle des Stadtrichteramtes Zürich vom 2. November 2020 akzeptiert bzw. keine Einsprache dagegen erhoben. Herr N._____ erhob dagegen offensichtlich Einsprache, weshalb das Stadtrichteramt nach...
	6. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 23. November 2021 betrifft demnach einzig Herrn N._____. Es wird in keiner Art und Weise festgehalten, dass auch die Gesuchsteller nicht Teil des unbewilligten Demonstrationszugs gewesen seien. Die Gesuchst...
	7. Im Weiteren scheinen die Gesuchsteller die Rechtsnatur eines Strafbefehlsverfahrens zu verkennen. Erst nachdem Einsprache gegen einen Strafbefehl erhoben wurde, wird ein ordentliches Strafverfahren durchgeführt und die Sache ggf. ans Gericht überw...
	8. Nach dem Gesagten ist der von den Gesuchstellern angerufene Revisionsgrund im Sinne von Art. 410 Abs. 1 lit. b StPO offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist.

	III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Auf das Revisionsgesuch der Gesuchsteller wird nicht eingetreten.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'100.– festgelegt und den Gesuchstellern je zu 1/11 auferlegt, unter solidarischer Haftung für den Gesamtbetrag.
	3. Schriftliche Mitteilung an
	 die Verteidigung 12-fach für sich und zuhanden der Gesuchsteller
	 das Stadtrichteramt Zürich unter Beilage einer Kopie von Urk. 1.

	4. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.