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**Case Identifier:** 74232c64-6a30-55c5-a4f5-fb574f1a2f3b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.12.2011 IV 2009/373
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2009-373_2011-12-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2009/373

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 29.10.2019

Entscheiddatum: 20.12.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2011
Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG: Würdigung eines Gutachtens. 
Gutachten beweiskräftig, Rentenbemessung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember 2011, IV 
2009/373).

Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2011

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und 

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Sibylle Betschart

Entscheid vom 20. Dezember 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

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A.     

A.a   A.___ meldete sich am 23. Mai 2006 unter Hinweis auf eine Stoffwechselkrankheit, 

Erschöpfungsdepressionen bzw. Burnout bei der Invalidenversicherung zum 

Leistungsbezug an und beantragte die Zusprache einer Rente (IV-act. 2-1 ff.).

A.b   Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. B.___, Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, am 8. Juni 2006 einen Arztbericht. Sie diagnostizierte Ermattung, 

Gewichtsschwankungen, Schlafstörungen und depressive Einbrüche, immer wieder 

vorhandene Angst vor völligem Zusammenbruch, grosse Traurigkeit, Gefühle von 

sozialer Isolation und Einsamkeit. In den letzten Monaten habe die Versicherte eine 

zunehmende depressive Symptomatik und eine schwere Depression gezeigt. Dr. B.___ 

attestierte eine aus psychiatrischer Sicht seit 2005 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 

mindestens 50 % in der Tätigkeit als Kindergärtnerin und Musiklehrerin. Die Prognose 

sei zur Zeit in Bezug auf eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit ungünstig (IV-act. 10-1 

ff.).

A.c   Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Innere Medizin mit Spezialisierung auf Rheumaerkrankungen, am 10. Juli 2006 einen 

Arztbericht. Er diagnostizierte eine Depression bei psychosozialer Überlastung sowie 

eine chronische Hypokaliämie bei Verdacht auf Fehlernährung und attestierte im 

Hinblick auf den Beruf als Kindergärtnerin für die Zeit vom 26. April 2005 bis 3. Mai 

2005 eine 50 %ige, vom 4. bis 8. Mai 2005 eine 100 %ige und ab dem 9. Mai 2005 bis 

auf Weiteres eine 60 %ige Arbeitsunfähigkeit. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit als 

Musiklehrerin betrage 40 %, realisierbar teilzeitig mit voller Leistung (IV-act. 14-5 ff.).

A.d   Bei der Beurteilung der eingegangenen medizinischen Unterlagen stellte der 

Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (RAD) Ostschweiz am 8. August 

2006 fest, dass ab 26. April 2005 in der angestammten und adaptierten Tätigkeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorliege, wobei als adaptierte Tätigkeit nur noch die Arbeit 

als Musiklehrerin in Frage komme (IV-act. 17-1 f.).

A.e   Am 14. Mai 2007 erfolgte der IV-Abklärungsbericht Haushalt (IV-act. 32-1 ff.), in 

welchem die Versicherte als Vollerwerbstätige eingestuft und somit die Ermittlung von 

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Einschränkungen im Haushalt hinfällig wurde. Gemäss Angaben der Versicherten habe 

sie bis Januar 2003 in einem 100 %-Pensum als Kindergärtnerin und Musiklehrerin 

gearbeitet. Ab August 2003 sei sie im Umfang von 93 % arbeitstätig gewesen. Ab 9. 

Mai 2005 habe sie aus gesundheitlichen Gründen ihre Tätigkeit als Kindergärtnerin im 

Umfang von 60 % aufgeben müssen; die Tätigkeit als Musiklehrerin im Umfang von 33 

% - ab 1. August 2006 im Umfang von 32 % - übe sie weiterhin aus (IV-act. 32-10).

A.f    Mit Vorbescheid vom 7. Juni 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, nach 

den Akten bestehe für die angestammte und leidensangepasste Tätigkeit ab dem 9. 

Mai 2005 eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit. Somit stehe ihr ab 1. Mai 2006 eine halbe IV-

Rente zu (IV-act. 38-1 ff.).

A.g   Die Procap St. Gallen-Appenzell erhob in Vertretung der Versicherten am 9. Juli 

2007 Einwand und bat um Fristverlängerung bis Mitte August 2007 zwecks 

Einwandergänzung (IV-act. 42-1). Mit Schreiben vom 23. Juli 2007 begründete die 

Versicherte den Einwand vom 9. Juli 2007 und führte im Wesentlichen aus, die 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen ihrer behandelnden Ärzte Dr. B.___ und Dr. C.___ 

würden nur minim divergieren. Dr. B.___ habe im Juni 2006 eine Arbeitsunfähigkeit 

wechselhaft von 50 %, Dr. C.___ eine solche von 60 % ab Mai 2005 attestiert. Da sich 

ihr Gesundheitszustand seit 2005 weder habe stabilisieren noch verbessern können, 

sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 60 % auszugehen. Die Versicherte beantragte, 

ihren Invaliditätsgrad nochmals zu überprüfen und ihr mindestens eine Dreiviertelrente 

zu gewähren (IV-act. 45-1). Dr. B.___ attestierte im beiliegenden Arztbericht eine 

deutliche Verschlechterung der gesundheitlichen Situation der Versicherten: Diese 

könne sich zeitweise kaum noch erholen, erfahre immer wieder depressive Einbrüche, 

totale Erschöpfung und sei deshalb äusserst wechselhaft belastbar und arbeitsfähig. 

Es stelle sich die Frage, ob die Restarbeitsfähigkeit von 30-40 % erhalten werden 

könne. Die Versicherte erachtete daher eine Neubeurteilung der Arbeitsfähigkeit als 

nötig (IV-act. 46-1).

A.h   Mit Schreiben vom 10. September 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass eine medizinische Abklärung durch das Medizinische Gutachtenzentrum St. 

Gallen (MGSG) durchgeführt werde (IV-act. 49-1 f.).

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A.i     Im Auftrag der IV-Stelle diagnostizierte Dr. med. D.___, Facharzt für 

orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, des MGSG im 

orthopädischen Teilgutachten vom 18. Januar 2008 Untergewichtigkeit und attestierte 

aus orthopädischer Sicht eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten (IV-

act. 51-1 ff.). Ebenfalls im Auftrag der IV-Stelle diagnostizierte Dr. med. E.___, Arzt für 

Neurologie und Psychiatrie, der MGSG im psychiatrischen Teilgutachten und der 

interdisziplinären Beurteilung des orthopädischen und des psychiatrischen 

Teilgutachtens vom 11. März 2008 eine rezidivierende depressive Störung mit derzeit 

mittelgradiger Ausprägung, eine gemischte Persönlichkeitsstörung, eine Essstörung 

sowie eine neurasthenische Leistungsminderung und attestierte eine 60 %ige Arbeits­

fähigkeit im angestammten Tätigkeitsfeld als Musik- und Deutschlehrerin sowie eine 

70 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit mit einfacher Aufgabenstellung, 

nachgeordneter Tätigkeit, der Möglichkeit zu vermehrten Pausen, im körperlichen 

Schweregrad leicht, keiner Teameinordnung sowie keinem vermehrten Kundenkontakt 

(IV-act. 52-7 ff.).

A.j     Mit Vorbescheid vom 22. Oktober 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass bei einem Invaliditätsgrad von 40 % die Zusprache einer Viertelsrente vorgesehen 

sei (IV-act. 59-1 ff.).

A.k   Die Procap St. Gallen-Appenzell erhob in Vertretung der Versicherten am 

21. November 2008 Einwand. Sie brachte vor, die Versicherte werde seit Frühling 2007 

durch die Psychiaterin Dr. F.___ärztlich betreut. Der Gutachter Dr. E.___ stütze sich nur 

auf die Stellungnahmen von Dr. B.___ und Dr. C.___, jedoch nicht auf die ärztliche 

Einschätzung von Dr. F.___(IV-act. 65-1 f.). In der Einwandergänzung vom 29. 

Dezember 2008 brachte die Rechtsvertreterin im Wesentlichen vor, im Gegensatz zur 

effektiv erbrachten Arbeitsleistung sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in 

der angestammten Tätigkeit umstritten. Den Verlaufsbericht von Dr. F.___habe 

Dr. E.___ in seinem Gutachten nicht berücksichtigt. Unter Berücksichtigung, dass die 

Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu 40 % durch 

begleitende therapeutische Unterstützung verwerten könne, sei in Übereinstimmung 

mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B.___ von einer medizinisch theoretischen 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 50 % auszugehen. Eine adaptierte 

Tätigkeit könne die Versicherte nachvollziehbar in einem höheren Pensum als in der 

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angestammten Tätigkeit erbringen. Dabei würde sie jedoch eine grössere 

Erwerbseinbusse erzielen. Die Versicherte habe aufgrund ihrer 50 %igen 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten, äusserst anspruchsvollen Tätigkeit weiterhin 

Anspruch auf die ursprünglich zugesprochene halbe Invalidenrente (IV-act. 68-1 f.). Dr. 

med. F.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, hielt im beiliegenden 

Arztbericht vom 7. Dezember 2008 im Wesentlichen fest, die Versicherte leide bereits 

seit Jahren an rezidivierenden depressiven Störungen, einer gemischten 

Persönlichkeitsstörung sowie einer neurasthenischer Leistungsminderung. Angesichts 

des langjährigen Krankheitsverlaufes sowie der psychiatrischen Komorbidität müsse 

von einem sich chronifizierenden Krankheitsbild mit psychischer Instabilität und 

rascher Überforderung ausgegangen werden. Die Versicherte sei gestützt auf ihre 

Beobachtungen während der Behandlung seit mindestens 2, eher 3 Jahren max. 

40-50 % arbeitsfähig, auch in angepassten Arbeitsverhältnissen. Dies werde sich ihres 

Erachtens auch nicht mehr wesentlich verbessern lassen (IV-act. 68-3 f.).

A.l     Nach Prüfung des Einwandes verfügte die IV-Stelle am 21. September 2009 ab 

1. Mai 2006 die Ausrichtung einer Viertelsrente. Der RAD habe die neuen medizinischen 

Unterlagen in seiner abschliessenden Stellungnahme mitberücksichtigt. In den neu ein­

gereichten medizinischen Unterlagen seien keine neuen Diagnosen erwähnt. Eine 

durchgehende und anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes könne 

den Unterlagen ebenfalls nicht entnommen werden, lediglich eine andere Bewertung 

der gleichen medizinischen Sachlagen. Es könne deshalb weiterhin auf das Gutachten 

abgestellt werden. Daher werde am vorgesehenen Entscheid festgehalten; die 

Versicherte habe ab 1. Mai 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente (IV-act. 79-1 f., 72-1 

ff.).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung richtet sich die am 20. Oktober 2009 erhobene 

Beschwerde, in der die Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und es sei ihr eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung 

wird im Wesentlichen ausgeführt, es sei nicht nachvollziehbar, wieso Dr. E.___ auf eine 

60 %ige Arbeitsfähigkeit komme, obwohl ihr drei behandelnde Ärzte eine effektive 

Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert hätten. Dank langjähriger Inanspruchnahme 

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professioneller Hilfe sei es ihr überhaupt möglich, eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % 

zu erreichen. Durch häufigen Schulhauswechsel und das Einstellen auf immer wieder 

neue Schüler sei sie enorm beansprucht und ihre psychische Belastbarkeit sei mit 50 

% Unterricht an der Grenze. Ebenfalls komme sie bei gesundheitlichen Ausfällen selbst 

für eine Vertretung auf. Eine weitere Aufstockung des Pensums werde jedoch sicherlich 

die Stabilisierung ihres Gesundheitszustandes gefährden. Bei einer leichten Hilfsarbeit 

von 70 % würde sie kein höheres Erwerbseinkommen erwirtschaften als im 

momentanen 50 %-Pensum als Musiklehrerin (act. G 1).

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2009 beantragt die Beschwerde­

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten des MGSG erfülle die An­

forderungen der Rechtsprechung. Die Einschätzung von Dr. F.___ wecke keinen 

Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im Gutachten. Dr. F.___ gehe wie die Gutachter 

von einer rezidivierenden depressiven Störung aus. Ihre Einschätzung stelle lediglich 

eine andere Bewertung der gleichen medizinischen Sachlage dar. Eine vorübergehende 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wie Dr. F.___ dies in ihrem Bericht vom 

7. Dezember 2008 beschreibe, könne nicht als Grundlage für eine dauerhafte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dienen, auch wenn die Person mehrere Wochen 

lang arbeitsunfähig sei (act. G 4).

B.c   Mit Replik vom 29. Dezember 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

und Ausführungen fest. Sie sei jedoch aktuell nicht zu 40 %, sondern unter Einbezug 

von therapeutischen Massnahmen wie Psychotherapie und Akupunktur zu 50 % als 

Musiklehrerin tätig (act. G 6).

B.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 28. Januar 2010 auf eine 

Duplik (act. G 8).

Erwägungen:

1.      

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin zu Recht auf eine Viertelsrente festgesetzt hat.

2.      

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2.1    Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 

V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

19. April 2010 (IV-act. 12-1 ff.) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der 

vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen begonnen hat. Daher und aufgrund 

dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechts­

kräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen 

Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen 

und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 

4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, 

I 428/04, E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich dadurch keine substanzielle 

Änderung. Neu normiert wurde hingegen der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern 

die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG), 

gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens sechs Monate nach Geltendmachung des 

Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Es fragt sich, ob und unter 

welchen Voraussetzungen bei Verfügungen unter neuem Recht für den 

Anspruchsbeginn dennoch die bisherigen Bestimmungen anzuwenden sind. Der 

Gesetzgeber hat keine diesbezügliche Übergangsbestimmung erlassen. Das 

Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 

2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls 

abzustellen, aber auch für Sachverhalte mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes 

Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das 

Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem 

1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet (etwa Urteile des 

Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März 

2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es sich 

vorliegend, angesichts der Anmeldung zum Rentenbezug im Jahr 2006 und des 

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Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2005 betreffend des allfälligen Rentenbeginns 

die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.

2.2    Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der 

durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver­

ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus­

geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3    Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität 

bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten 

die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hin­

sichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

3.      

Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die Beschwerde­

gegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung sowohl auf das orthopädische 

Teilgutachten von Dr. D.___ vom 10. Februar 2008 (IV-act. 52-1 ff.) als auch - und vor 

allem - auf das psychiatrische Teilgutachten und die interdisziplinäre Beurteilung des 

orthopädischen und des psychiatrischen Teilgutachtens von Dr. E.___ vom 11. März 

2008 (IV-act. 52-7 ff.).

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3.1    Die Einschätzung von Dr. B.___ einer in ihrem Arztbericht vom 8. Juni 2006 

bescheinigten aus psychiatrischer Sicht bestehenden verminderten Leistungsfähigkeit 

von mindestens 50 % ist nicht näher begründet und scheint einzig auf den 

Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin zu basieren (IV-act. 10-1 ff.). Der 

ärztliche Bericht von Dr. C.___ stützt sich teilweise auf fremde Befunde. Als 

Allgemeinmediziner mit Spezialisierung auf Rheumaerkrankungen erscheint er zudem 

nicht geeignet, eine lang andauernde, hauptsächlich psychisch begründete 

Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Weiter ist festzustellen, dass seine Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit als Musiklehrerin zu 40 % nicht näher 

begründet, seine Befunderhebung sehr knapp und nicht sonderlich auffällig ist. Es sind 

auch keine Kriterien für die Diagnosestellung ersichtlich. Zum Arztbericht von Dr. 

F.___vom 7. Dezember 2008 (IV-act. 68-3 f.) ist folgendes festzustellen: Es ist 

aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin bei Dr. F.___ erst seit Sommer 2007 in 

regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung steht (IV-act. 68-3). Ihre 

Attestierung "einer seit mindestens zwei, eher drei Jahren bestehenden maximalen 

Arbeitsfähigkeit von 40-50 % auch in angepassten Arbeitsverhältnissen" ist somit 

angesichts der Ende 2008 höchstens 1.5 Jahre dauernden regelmässigen ambulanten 

Behandlung nicht verlässlich. Im Übrigen ist deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

von "maximal 40-50 % auch in angepassten Arbeitsverhältnissen" nicht näher 

begründet und scheint einzig auf den Beschwerde- bzw. Schmerzschilderungen der 

Beschwerdeführerin zu basieren. Behandelnde Ärzte schätzen zudem 

erfahrungsgemäss die Arbeitsfähigkeit ihrer Patienten pessimistischer ein als 

unabhängige medizinische Sachverständige. Dies beruht unter anderem auf dem 

Therapieverhältnis, das den Arzt dazu neigen lässt, die Beschwerdeschilderungen ihrer 

Patienten hoch zu gewichten und deren subjektive Selbsteinschätzung zu übernehmen 

(vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2009/106 vom 

7. Oktober 2010 E. 5.3). Mit Blick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und 

Begutachtungsauftrag kann daher im Streitfall häufig nicht auf die Sicht des 

behandelnden (Fach-)Arztes abgestellt werden (vgl. statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts I 701/05 vom 5. Januar 2007, E. 2 mit zahlreichen Hinweisen).

3.2    Gemäss orthopädischem Teilgutachten von Dr. D.___ vom 18. Januar 2008 ist die 

Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht für sämtliche Tätigkeiten voll arbeits­

fähig. Seit 2005 bestünden keine orthopädischen Beschwerden (IV-act. 52-5). Dem 

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psychiatrischen Teilgutachten und der interdisziplinären Beurteilung vom 11. März 

2008 (IV-act. 52-7 ff.) lässt sich bezüglich subjektiver Angaben der Beschwerdeführerin 

folgendes entnehmen: Zum Untersuchungszeitpunkt am 7. März 2008 habe die 

Beschwerdeführerin angegeben, am Morgen oft mit so einem Tief zu erwachen, dass 

sie sich kaum aufraffen könne, den Tag zu beginnen. Sie versuche dann immer, sich 

mit der Aussicht auf Freizeit und Belohnungen am Nachmittag zu helfen. Das 

Morgentief könne manchmal 3 bis 4 Tage hintereinander kommen. Dann gebe es 

wieder 2 bis 3 Tage, an denen sie froh und zuversichtlich sei und das Gefühl habe, 

dass sie "es geschafft" habe. So sei es etwa auch am vergangenen Wochenende 

gewesen (IV-act. 52-8). Dr. E.___ stellte fest, dass aus der durch ihn gestellten 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung derzeit mittelgradiger Ausprägung 

wiederkehrend eine funktionell relevante Beeinträchtigung der Stimmung, des Antriebs, 

des inhaltlichen Denkens, der Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie der inneren 

Einstellung resultiere. Beeinträchtigt seien in den mindestens mittelgradig 

ausgeprägten depressiven Phasen auch die Kognition und die Ausdauer. Die ebenfalls 

durch ihn diagnostizierte Essstörung habe sich vorübergehend auf die 

psychophysische Leistungsfähigkeit ausgewirkt. Diesbezüglich resultiere aktuell keine 

funktionelle Leistungsminderung im beruflichen und ausserberuflichen Alltag. Mit der 

Diagnose der neurasthenischen Leistungsminderung sei die über die Folge der 

eigentlichen depressiven Verstimmungen hinausgehende Überzeugung der 

Beschwerdeführerin erfasst, erheblich vermindert leistungsfähig und vermehrt 

ruhebedürftig zu sein. Die besondere Art des Beschwerdevortrags und der parallel 

dazu erhobene psychische Befund führten immer wieder zu Hinweisen, dass hier 

vergleichsweise bewusstseinsnahe Anteile mit der Möglichkeit einer zumindest 

partiellen Überwindbarkeit durch zumutbare Willensanspannung vorlägen. 

Beeinträchtigt werde die diesbezügliche Selbstreflexionsfähigkeit durch die den 

übrigen Diagnosen ätiologisch zu Grunde liegende Persönlichkeitsstörung (IV-act. 

52-15). Die Beschwerdeführerin gab gegenüber dem Gutachter an, dass sie immer 

wieder abends zusammen mit dem Bruder koche und esse (IV-act. 52-11). Wenn sie 

"im Tief" sei, versuche sie sich durch Bewegung in der Natur Erleichterung zu 

verschaffen ("Adrenalin"). Seit etwa vier Jahren bringe sie die Energie für Jogging von 

knapp einer Stunde nicht mehr auf und gehe nur noch "stramm" spazieren. Aktuell 

unternehme sie mehrmals wöchentlich einen etwa zweistündigen Spaziergang. 

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Montags und dienstags komme sie nicht dazu, da habe sie fast den ganzen Tag Schule 

(IV-act. 52-8). Nach der Arbeit lese sie und bereite etwas den Unterricht vor. Als Hobby 

erwähnte sie das Schwimmen: An Tagen, an denen sie ins Schwimmbad gehe, 

schwimme sie vier bis fünf Kilometer mit Unterbrechung. Zudem führte sie aus, 

Freundschaftskontakte seien vorhanden. Sie sei im Kollegium sehr gut integriert. 

Ebenfalls habe sie zuletzt Im Herbst 2007 eine frühere Kollegin in Ägypten besucht; für 

das Frühjahr 2008 sei eine erneute diesbezügliche Reise geplant (IV-act. 52-11). 

Gestützt auf die Aktenlage ist durchaus davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin insgesamt weniger leistungsfähig ist als früher, und dies sowohl 

auf ihr berufliches wie ihr privates Leben Auswirkungen hat. Bei der 

unbestrittenermassen gestützt auf den Einkommensvergleich zu bemessenden 

Invalidität ist invalidenversicherungsrechtlich nur relevant, in welchem Ausmass die 

Beschwerdeführerin in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist. Im Rahmen der ihr 

obliegenden Schadenminderungspflicht muss sie die ihr verbleibende Energie mehr­

heitlich für den Erwerbsbereich einsetzen. Dass sie sich dadurch insbesondere in ihrer 

Freizeitgestaltung überdurchschnittlich beeinträchtigt fühlen könnte, ist zwar plausibel, 

aus Sicht der IV jedoch nicht relevant. Hinzuweisen zudem darauf, dass der Referenz­

punkt für die Verwertung ihrer von Dr. E.___ attestierten verbleibenden Arbeitsfähigkeit 

in der angestammten Tätigkeit im Umfang von 60 % (vgl. IV-act. 52-19) der 

hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt ist (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der 

Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, 

der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein 

bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach 

Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen 

Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür 

verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des 

körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, 

und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 

110 V 276 Erw. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. Erw. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

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sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 

1998 S. 291). Für die Beschwerdeführerin stehen - trotz ihrer gesundheitlichen 

Einschränkungen - auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einige 

angestammte Tätigkeiten auch ohne längere Wartezeiten zwischen den einzelnen 

Lektionen und ohne kräftezehrender Wechsel von einem Arbeitsort zum anderen - 

beispielsweise etwa durch die Erteilung von Musik- oder Privatunterricht zu Hause - 

offen, sodass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinn unmöglichen oder 

unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Denn die zumutbare Tätigkeit 

ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form möglich, dass sie der allgemeine 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnte 

(ZAK 1989 S. 322 Erw. 4a). Hinzuweisen ist zudem auf Folgendes: Die 

Beschwerdeführerin führte in ihrem Schreiben vom 5. Mai 2007 aus, neben ihrer Tätig­

keit als bezahlte Musiklehrerin aus eigener Initiative unentgeltlich ein kleines Block­

flötenensemble jeweils samstagvormittags zu leiten (IV-act. 32-10). Auch dies ein 

weiteres Indiz dafür, dass es für die Beschwerdeführerin durchaus möglich und zu­

mutbar ist, in einem höheren Arbeitspensum als zu 50 % tätig zu sein. Dr. E.___ hielt in 

seinem Teilgutachten im Übrigen fest, dass die Beschwerdeführerin ihr Pensum von 

50 % zwischen Montag und Donnerstagmittag erbringe. Auch unter Berücksichtigung 

des Beschwerdebildes ist nicht wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin die 

zweite Wochenhälfte regelmässig vollständig zur Erholung benötigt. Im Übrigen hat 

auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 30. Mai 2008 die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung beider Teilgutachten als umfassend, konsistent, 

nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei bezeichnet (IV-act. 54-1). Vor diesem 

Hintergrund erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 60 % in der angestammten 

Tätigkeit als Musik- und Deutschlehrerin gemäss psychiatrischem Teilgutachten und 

interdisziplinärer Beurteilung des orthopädischen und psychiatrischen Teilgutachtens 

substantiiert, schlüssig und gut nachvollziehbar. Das Teilgutachten von Dr. E.___ bildet 

somit eine verlässliche Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrades.

4.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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Gemäss psychiatrischem Teilgutachten und interdisziplinärer Beurteilung besteht in der 

angestammten Tätigkeit eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit. Es rechtfertigt sich daher die 

Annahme, dass das Invalideneinkommen ungefähr bei 60 % des Valideneinkommens 

liegt. In Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe 

Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich vor­

genommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeits­

unfähigkeit, was ein Invaliditätsgrad von 40 % (100 % - 60 %) ergibt. Damit besteht ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung.

5.      

Der Eintritt des Versicherungsfalles setzt (in der Regel) kumulativ eine Wartezeit und 

danach einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad voraus. Der Rentenanspruch ent­

steht - gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Fassung) - frühestens in dem Zeitpunkt (abgesehen von der hier nicht rele­

vanten lit. a), in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war. Ein 

wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an 

mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Ent­

scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). 

Nach dem Ablauf dieses Wartejahres muss ein Invaliditätsgrad in der für die 

betreffende Rentenabstufung erforderlichen Mindesthöhe erreicht werden. Die Rente 

wird gemäss aArt. 29 Abs. 2 IVG vom Beginn des Monats an ausgerichtet, in dem der 

Anspruch entsteht. Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 

angestammten Tätigkeit seit dem 26. April 2005 zu mindestens 40 % arbeitsunfähig 

war, auf dieses Datum hin schrieb Dr. C.___ die Versicherte erstmals arbeitsunfähig (IV-

act. 14-5, 17-2). Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin entstand damit nach 

Ablauf des Wartejahres gemäss dem oben Ausgeführten bereits per 1. April 2006. Dass 

Dr. E.___ vom Beginn der Einschränkung bereits im März 2005 ausging (IV-act. 52-16), 

stellt offensichtlich ein Versehen dar, zumal ihm gemäss seiner Aktenauflistung keine 

dem Bericht von Dr. C.___ vom 10. Juli 2006 widersprechenden Angaben vorlagen. 

Bezüglich des Rentenbeginns ist die angefochtene Verfügung somit zu korrigieren, 

ansonsten ist sie jedoch nicht zu beanstanden.

6.      

ter

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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6.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Verfügung vom 21. September 

2009 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Beschwerdeführerin 

hat ab 1. April 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Sache ist zur Festsetzung und 

Ausrichtung der geschuldeten Leistung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver­

fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Die Beschwerdeführerin unterliegt in der Hauptsache. Zu 

korrigieren ist jedoch der Rentenbeginn. Aufgrund des geringfügigen Obsiegens der 

Beschwerdeführerin rechtfertigt sich jedoch keine proportionale Aufteilung der 

Gerichtskosten. Daher hat die Beschwerdeführerin unter Anrechnung des von ihr 

geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 600.-- diese Gerichtsgebühr allein zu tragen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

21. September 2009 betreffend Rentenbeginn aufgehoben. Die Beschwerdeführerin hat 

ab 1. April 2006 Anspruch auf eine Viertelsrente. Im Übrigen wird die Beschwerde 

abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin hat unter Anrechnung des von ihr geleisteten Kosten­

vorschusses von Fr. 600.-- die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu tragen.

 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2011
	Art. 8 ATSG, Art. 16 ATSG, Art. 28 IVG: Würdigung eines Gutachtens. Gutachten beweiskräftig, Rentenbemessung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember 2011, IV 2009/373).

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