# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a87a0fb-c26b-58b4-bf76-0066b50468ea
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.08.2020 E-3815/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3815-2020_2020-08-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3815/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  A u g u s t  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichter David R. Wenger, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiber Michal Koebel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und ihre Kinder  

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

E._______, geboren am (…), 

alle Syrien,   

vertreten durch MLaw Regina Derrer, Rechtsanwältin,  

Caritas Schweiz,  

(…),  

Beschwerdeführer 1–5,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 23. Juni 2020 / N (…). 

 

 

E-3815/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführer suchten am 18. Januar 2017 in der Schweiz um Asyl 

nach. Am 27. Januar 2017 fanden die Befragungen zur Person und am 

27. Juni 2018 die Anhörungen der Beschwerdeführerinnen 1 und 2 statt. 

Die anderen Beschwerdeführer wurden aufgrund ihres jungen Alters nicht 

befragt. 

Hierbei machten sie geltend, sie seien syrische Staatsangehörige kurdi-

scher Ethnie aus F._______. Die Beschwerdeführerin 1 habe (…) an der 

Universität unterrichtet. Im (…) sei ihr Bruder G._______ – ein hochrangi-

ger (…) – desertiert. Ihr Ehemann habe im (…) das Haus verlassen und 

sei danach nicht mehr aufgetaucht. Zudem sei ihr Haus eines Tages von 

einer Rakete getroffen und der Balkon dabei beschädigt worden, weshalb 

sie weggezogen seien. Am neuen Wohnort hätten jedoch ebenfalls Kämpfe 

begonnen, weshalb sie in ihr altes Haus zurückgezogen seien. Einige Ar-

beitskollegen hätten ihr geraten das Land zu verlassen, da sie aufgrund 

des Verschwindens ihres Bruders Probleme bekommen könne, woraufhin 

sie mit ihren Kindern Syrien legal verlassen habe und am 16. Januar 2017 

in die Schweiz eingereist sei. In der Anhörung fügte sie hinzu, ihre Freundin 

H._______ – (…) – habe ihr mitgeteilt, dass sie ab (…) ständig vom Sicher-

heitsdienst gesucht worden sei. Mit ihrem Ehemann, der sich wieder in 

F._______ aufhalte, habe sie inzwischen fast täglich Kontakt. Über sein 

Erlebtes wisse sie jedoch nichts, da er nicht darüber sprechen wolle. Die 

Beschwerdeführerin 2 machte geltend, die Beschwerdeführer hätten Sy-

rien insbesondere aufgrund der allgemeinen Lage und des Gesundheits-

zustands ihres Bruders verlassen. Zudem sei ihr Vater zum Zeitpunkt ihrer 

Ausreise verschollen gewesen. 

B.  

Mit Verfügung vom 20. Oktober 2017 gewährte das SEM der Schwester 

der Beschwerdeführerin – I._______ – und deren Kinder, die gemeinsam 

am 24. Mai 2016 in der Schweiz um Asyl nachgesucht hatten, Asyl und 

anerkannte sie als Flüchtlinge. 

C.  

Mit Verfügung vom 2. Februar 2018 stellte das SEM fest, die Schwester 

der Beschwerdeführerin – J._______ – erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch vom 10. Januar 2017 ab, verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnete aufgrund der Unzumutbarkeit des Weg-

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Seite 3 

weisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme an. Eine hiergegen beim Bun-

desverwaltungsgericht eingereichte Beschwerde wurde mit Urteil vom 

4. Juli 2019 abgewiesen.  

D.   

Mit Verfügung vom 23. Juni 2020 (zugestellt am 29. Juni 2020) stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte die Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete aufgrund der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vor-

läufige Aufnahme an. 

E.  

Mit Eingabe vom 28. Juli 2020 reichten die Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragten, es seien die Dis-

positivziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2020 auf-

zuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und die Vorinstanz 

anzuweisen Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenüg-

lichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entscheidung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei die unentgeltliche 

Prozessführung zu bewilligen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten und die Unterzeichnende als unentgeltliche Rechtsbeistän-

din zu bestellen.  

F.  

Mit Schreiben vom 6. August 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende 

Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmun-

gen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

2.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

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Seite 4 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). Die Beschwerde-

führer sind als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

3.  

3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.2 Der Wegweisungsvollzug (Dispositivziffern 4 bis 6) wurde zugunsten 

einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben und bildet deshalb nicht Gegen-

stand des Beschwerdeverfahrens. 

3.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten 

Richterin oder eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weite-

rungen und mit summarischer Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 

und 2 AsylG). 

4.  

Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht insbesondere, die  

Vorinstanz versuche einer Auseinandersetzung mit der Desertion des Bru-

ders, den Warnungen der Freunde, den Vorbringen der Schwester 

I._______ und der Überwachung des Sicherheitsdienstes sowie einer 

rechtlichen Beurteilung der Reflexverfolgung auszuweichen. Indem die Be-

schwerdeführerin mit der angeblich nachgeschobenen Suche in der Anhö-

rung nicht konfrontiert worden sei, sei das rechtliche Gehör verletzt wor-

den. Indem die Vorinstanz nicht auf alle Zusammenhänge mit den Schwes-

tern und dem Bruder der Beschwerdeführerin eingegangen sei und ledig-

lich pauschal begründet habe, die Beschwerdeführerin könne einzig aus 

dem Umstand, dass ihrer Schwester I._______ Asyl gewährt worden sei, 

nichts zu ihren Gunsten ableiten, habe sie nicht nur ihre Begründungs-

pflicht und damit das rechtliche Gehör, sondern auch den Untersuchungs-

grundsatz verletzt. Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie zu 

einer Kassation der angefochtenen Verfügung führen können.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-

seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass 

eines Entscheides dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. 

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Seite 5 

Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass ei-

nes solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei-

zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträ-

gen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entwe-

der mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, 

wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch 

auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, 

die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren 

Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1, 

BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.).  

Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin-

gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung 

angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form- und fristgerechten 

Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit-

frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab-

gefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge-

recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen-

nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren 

Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest (Untersuchungsgrundsatz) und bedient sich nötigenfalls der ge-

setzlichen Beweismittel (Urkunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder 

Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein und Gutachten von Sachverstän-

digen). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein 

falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise 

falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegen-

über unvollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

Rz. 630). Der Amtsgrundsatz zur Feststellung des Sachverhalts findet 

seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Partei (Art. 8 AsylG).  

6.  

6.1 Die Rüge, die Vorinstanz versuche einer Auseinandersetzung mit der 

Desertion des Bruders, den Warnungen der Freunde, den Vorbringen der 

Schwester I._______ und der Überwachung des Sicherheitsdienstes sowie 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Seite 6 

einer rechtlichen Beurteilung der Reflexverfolgung auszuweichen, ist un-

begründet. So wurde all dies sowohl im Sachverhalt als auch in den Erwä-

gungen der angefochtenen Verfügung ausreichend gewürdigt. Wie zu zei-

gen sein wird, war die Vorinstanz vor dem Hintergrund, dass die Beschwer-

deführerin 1 in Syrien aufgrund ihres Bruders oder ihrer Schwester keine 

persönlichen Nachteile gewärtigen musste, ausschliesslich durch Dritte 

von angeblichen Suchaktionen erfahren haben will und legal das Land ver-

lassen konnte, nicht gehalten, zusätzliche Abklärungen zu hypothetischen 

Nachteilen zu treffen. Der Untersuchungsgrundsatz wurde nicht verletzt, 

der Sachverhalt ist ausreichend abgeklärt. Die Verfügung der Vorinstanz 

ist zudem ausreichend begründet, da sie sich nicht mit jedem einzelnen 

Vorbringen auseinandersetzen muss. Dass eine sachgerechte Anfechtung 

möglich war, zeigt die Beschwerde selbst. Der Begründungspflicht ist mit-

hin ebenfalls Genüge getan.  

6.2 Soweit die Beschwerdeführerin 1 geltend macht, sie sei mit den angeb-

lich nachgeschobenen Suchaktionen an der Universität in der Anhörung 

nicht konfrontiert worden, womit das rechtliche Gehör verletzt worden sei, 

ist darauf hinzuweisen, dass eine asylsuchende Person zwar nach Mög-

lichkeit mit Widersprüchen in den eigenen Angaben konfrontiert werden 

soll, um so die Gelegenheit zur Erklärung und allfälligen Auflösung dersel-

ben zu erhalten. Dieser Grundsatz gründet in der – nach dem Gesagten 

vorliegend hinreichend beachteten – Pflicht zur vollständigen und richtigen 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts, stellt jedoch keinen eigent-

lichen verfahrensrechtlichen Anspruch im Sinne des rechtlichen Gehörs 

dar (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre-

kurskommission [EMARK] 1994 Nr. 13 E. 3b).  

6.3 Insgesamt ist festzustellen, dass die Vorinstanz weder das rechtliche 

Gehör verletzt, den Sachverhalt mangelhaft ermittelt noch im Zusammen-

hang mit der geltend gemachten Reflexverfolgung die Begründungspflicht 

verletzt hat. Somit ist der Eventualantrag – die Sache sei zur rechtsgenüg-

lichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Entscheidung an die  

Vorinstanz zurückzuweisen – abzuweisen. Wie im Folgenden zu zeigen 

sein wird, sind auch die Beweiswürdigung und die Rechtsanwendung der 

Vorinstanz nicht zu beanstanden. 

7.  

7.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Gründen ist Rechnung 

zu tragen (vgl. Art. 3 AsylG).  

7.2 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht 

ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind ins-

besondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet 

oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder 

massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-

den (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die An-

forderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten 

Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier ver-

wiesen werden (BVGE 2015/3 E. 6.5.1, m.w.H.). 

8.  

8.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Vorbringen der Beschwerdeführer 

weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft noch an das 

Glaubhaftmachen standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutref-

fenden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen ist, die insbesondere 

zum Schluss kam, die Vorbringen seien einerseits nicht asylrelevant und 

andererseits unglaubhaft, weil sie zum zentralen Element nachgeschoben 

sowie widersprüchlich ausgefallen seien. Die vorinstanzlichen Erwägun-

gen sind weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstan-

den.  

Es trifft zu, dass im Rahmen von Krieg oder Situationen allgemeiner Gewalt 

erlittene Nachteile keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes darstellen 

und somit die diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführer (Krieg, 

instabile politische Lage, unregelmässiger Schulbesuch, Beschädigungen 

am Haus aufgrund eines Raketenangriffs) keine Asylrelevanz zu entfalten 

vermögen. Sodann stellt die Unkenntnis über den Aufenthaltsort des Ehe-

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mannes ebenfalls kein Asylgrund dar. Im Übrigen ist dieser inzwischen wie-

der aufgetaucht und haben die Beschwerdeführer Kontakt zu ihm (z. B. 

SEM-Akten A19 F87 ff.). 

Die in der Anhörung vorgebrachten Suchaktionen nach der Beschwerde-

führerin 1 basieren ausschliesslich auf Informationen Dritter. Vorbringen, 

die sich lediglich auf Informationen Dritter stützen, sind jedoch nicht nur 

stereotyp, mithin unglaubhaft, sondern genügen auch nicht den Anforde-

rungen an eine Verfolgung im asylrechtlichen Sinne (vgl. Urteile des BVGer 

E-801/2015 vom 6. Oktober 2017 E. 3.7, E-4329/2006 vom 17. Oktober 

2011 E. 4.4, «Le Tribunal rappelle également que, de pratique constante, 

il considère que le fait d'avoir appris un événement par des tiers ne suffit 

pas pour établir l'existence d'une crainte fondée de future persécution», 

vgl. auch D-6056/2016 vom 19. Januar 2018 E. 5.2). Zudem trifft zu, dass 

die Beschwerdeführerin 1 diese Suchaktionen in der Befragung zur Person 

nicht erwähnte. Asylrelevante Aussagen, die in der Erstbefragung von den 

späteren Aussagen abweichen oder bestimmte Ereignisse oder Befürch-

tungen, die nicht ansatzweise erwähnt werden, sind Widersprüche, die im 

Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen sind (so auch der in der 

Beschwerde zitierte Entscheid EMARK 1993 Nr. 3 E. 3). Die hierzu getä-

tigten Erklärungsversuche auf Beschwerdeebene – namentlich auch zur 

kurzen Dauer oder zum summarischen Charakter einer Befragung zur Per-

son – gehen ins Leere, dauerte die Befragung zur Person doch 110 Minu-

ten, wurde die Beschwerdeführerin bereits anlässlich dieser Befragung 

ausführlich zu ihren Gesuchsgründen befragt und bestätigte sie sowohl die 

Wahrheit als auch die Vollständigkeit ihrer dabei gemachten Aussagen. Es 

liegen mithin keine ersichtlichen Gründe vor, weshalb sich die Vorinstanz 

nicht auch auf die Angaben aus der Befragung zur Person hätte stützen 

können. Dass die Beschwerdeführerin 1 in der Befragung zur Person mit 

den pauschalen Warnungen von Arbeitskollegen die Informationen über 

die ständigen Suchen nach ihr gemeint haben soll, ist ein in der Be-

schwerde weit hergeholter Erklärungsversuch, müsste eine «ständige» Su-

che doch im Zentrum der Fluchtgründe stehen und erwähnt werden. Zu-

dem ist – trotz der Erklärungsversuche auf Beschwerdeebene (insb. Be-

schwerde S. 10) – nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführe-

rin 1 erst ab (…) «ständig» gesucht und nicht gefunden worden sein soll. 

Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 1 legal ausreisen konnte, un-

termauert schliesslich die Schlussfolgerung, dass sie und ihre Kinder von 

den Behörden nicht gesucht werden, was sie im Übrigen bereits in der Be-

fragung zur Person bestätigte («Ich hatte wirklich keine Probleme. Ich bin 

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Seite 9 

sogar legal ausgereist. Falls sich die Situation verbessert, möchte ich zu-

rückkehren.», SEM-Akten A5 Ziff. 7.01). Die antragsgemäss beigezogenen 

Akten der Schwestern der Beschwerdeführerin 1 (N […] und N […]) lassen 

keinen anderen Schluss zu. Den Akten ist vielmehr zu entnehmen, dass 

auch J._______ alleine aus dem Umstand, dass ihrer Schwester in der 

Schweiz Asyl gewährt worden war, ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ab-

leiten konnte (vgl. auch Urteil BVGer D-1326/2018 und  

D-1327/2018 vom 4. Juli 2019 E. 6.3). 

8.2 Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere 

Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da diese nicht geeignet 

sind, zu einer anderen rechtlichen Würdigung der Aktenlage zu führen. Es 

ist festzustellen, dass es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, einen 

flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachverhalt darzulegen. Die Feststellung 

der Vorinstanz, die Beschwerdeführer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. Die Vorinstanz hat die Asylgesu-

che zu Recht abgelehnt. 

9.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das Staatssekretariat in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf 

nicht eintritt. Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht 

angeordnet. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu-

weisen. 

11.  

11.1 Die Beschwerdeführer beantragen die Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehen-

den Erwägungen ergibt sich indessen, dass ihre Begehren als aussichtslos 

zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzun-

gen nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Aus dem-

selben Grund kann auch dem Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung nicht stattgegeben werden (aArt. 110a Abs. 1 AsylG). 

E-3815/2020 

Seite 10 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) 

den Beschwerdeführern aufzuerlegen. Mit vorliegendem Urteil ist der An-

trag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos 

geworden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführern aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

David R. Wenger Michal Koebel 

 

 

Versand: