# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 218798a9-97e1-59af-a9bd-658f4885958b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 12.12.2022 120 2022 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_120-2022-45_2022-12-12.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

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3013 Bern
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 120/2022/45

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 12. Dezember 2022

Das Verwaltungsgericht hat eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde abgewie-
sen (VGE 2023/9 vom 19.10.2023)

in der Beschwerdesache zwischen

C.________
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt A.________ und Herrn Rechtsanwalt B.________

und

Herrn E.________
Beschwerdegegner 1

Frau F.________
Beschwerdegegnerin 2

sowie

Baupolizeibehörde der Gemeinde D.________

betreffend die Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde D.________ vom 24. Juni 2022 
(Referenz 2020-0127; Wiederauffüllung Kiesgrube)

I. Sachverhalt

1. In der Gemeinde D.________ wird seit mehreren Jahrzehnten in der Abbau- und Ablage-
rungszone von der Beschwerdeführerin eine Kiesgrube betrieben. Mit Baugesuch vom 
31. März 2017 beantragte die Beschwerdeführerin den Restabbau von Kies und die Wiederauffül-
lung mit unverschmutztem Aushub im Gebiet G.________ gemäss Gewässerschutzbewilligung 
vom 4. November 2002. Weiter beantragte sie die Rekultivierung der Landwirtschaftsflächen mit 
Terrainanpassung im östlichen Bereich der Parzelle D.________ Grundbuchblatt Nr. H.________. 
Dem Baugesuch waren unter anderem ein Erläuterungsbericht und ein Etappierungsplan zur Re-
kultivierung beigelegt. Gemäss diesen sollte der Abbau des Restvolumens Kies bis Frühling 2017 
abgeschlossen werden. Die Auffüllung und Rekultivierung sollte in verschiedenen Etappen bis 
2023 abgeschlossen werden.

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Mit Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mit-
telland der Beschwerdeführerin die Baubewilligung für den Restabbau des damals noch vorhan-
denen Kiesvorkommens sowie für die Wiederauffüllung der gesamten Kiesgrube auf den Parzellen 
D.________ Gbbl. Nrn. I.________ (vormals L.________), M.________, N.________, 
O.________ und H.________. Die Baubewilligung umfasste zudem auch die Rekultivierung von 
Landwirtschaftsflächen mit Terrainanpassung und die Erstellung der Gemeindestrasse 
«J.________». Die Baubewilligung wurde mit gewissen Auflagen erteilt. Aus dem Amtsbericht des 
Amts für Wasser und Abfall (AWA) vom 15. August 2017 wurden unter anderen folgende Auflagen 
in den Entscheid aufgenommen:

«- Die Rekultivierungsarbeiten sind durch eine ausgewiesene Fachperson des FSKB oder eine Boden-
kundliche Baubegleitung (BBB) zu betreuen.

- (…)
- Die relevanten Erdarbeiten müssen durch die ausgewiesene Fachperson protokolliert werden. Das 

AWA wird regelmässig über den Stand der Erdarbeiten und allfällige Probleme informiert.
- (…)
- Die Rekultivierungsarbeiten sind gemäss der Rekultivierungsrichtlinie des Fachverbandes der Schwei-

zerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) 2011 durchzuführen. Das AWA ist zu den Etappenabnah-
men einzuladen. Eine weitere Abnahme des AWA ist nach Beendigung der Folgebewirtschaftung 
durchzuführen.

- (…)»

2. Die Beschwerdegegnerschaft rügte mit baupolizeilicher Anzeige vom 14. März 2018 sowie 
Stellungnahmen vom 12. April 2018 und 6. Juli 2018, der Kiesabbau hätte bis spätestens Ende 
Februar 2018 durchgeführt werden sollen, die Beschwerdeführerin müsse eine neue Bewilligung 
für den restlichen Abbau beantragen. Zudem müsse die Wiederauffüllung und Rekultivierung von 
hinten (K.________weg) nach vorne (Richtung Dorfzentrum D.________) und von unten nach 
oben erfolgen und das Material dürfe nicht vom Grubenrand in die Tiefe gekippt werden. Dies sei 
jedoch aktuell der Fall. Aufgrund dieser baupolizeilichen Anzeige holte die Vorinstanz einen Fach-
bericht ein und erliess am 4. April 2019 eine Verfügung, in welcher sie feststellte, der Restabbau 
sowie ein Teil der Rekultivierungsarbeiten seien zwischenzeitlich erfolgt, weshalb ein schützens-
wertes Interesse an baupolizeilichen Massnahmen fehle. Sie verfügte unter anderem Folgendes:

«(…)
3. Die Baupolizeibehörde kann im heutigen Zeitpunkt nach eingehender Prüfung keine Verletzung der 

Auflagen und Bedingungen gemäss Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittel-
land vom 14.12.2017 feststellen.

4. Die C.________ wird im Sinne einer baupolizeilichen Massnahme angehalten, die Grubensohle 
P.________/G.________ möglichst rasch für den Auffüllbetrieb tragfähig und fahrbar zu gestalten, da-
mit eine Auffüllung von unten nach oben im Sinne der diesbezüglichen Auflage gemäss Amtsbericht 
der Baupolizeibehörde D.________ vom 29.06.2017 möglich ist bzw. wird.
Die C.________ hat die Baupolizeibehörde D.________ alle drei Monate, erstmals innert Monatsfrist 
ab Rechtskraft der vorliegenden Verfügung über den Stand und Fortschritt der diesbezüglichen Arbei-
ten zu informieren.

5. Die C.________ hat die Baupolizeibehörde D.________ alle drei Monate, erstmals innert Monatsfrist 
ab Rechtskraft der vorliegenden Verfügung über den Fortschritt der Wiederauffüllung und Rekultivie-
rung der Parzellen D.________/M.________, N.________ und L.________ (neu: I.________) zu infor-
mieren, unter Beilage eines entsprechenden Situationsplans.
Über erkennbar auftretende ausserordentliche Schwierigkeiten sowie deren Auswirkungen auf die Wie-
derauffüllung und Rekultivierung der Parzellen D.________/M.________, N.________ und L.________ 
(neu: I.________) hat die C.________ die Baupolizeibehörde D.________ unverzüglich zu informieren.

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6. Die C.________ hat der Baupolizeibehörde D.________ im Jahresrhythmus, erstmals per Ende 2019 
Rapport über die Einhaltung und Planung der Wiederauffüllungs- und Rekultivierungsetappen zu er-
statten, unter Beilage eines entsprechenden Situationsplans.

(…)»

3. Mit Schreiben vom 15. November 2021 brachte die Beschwerdegegnerschaft vor, der Stand 
der Wiederauffüllung entspreche nicht den Etappierungsplänen und der Abschluss der Arbeiten 
würde sich um mindestens ein Jahr nach hinten verschieben. Zudem habe die Beschwerdeführe-
rin ihre Rapportierungspflicht verletzt, indem sie lediglich Tagesrapporte vorgelegt habe und keine 
Dreimonats- und Jahresrapporte.

Die Vorinstanz nahm dazu in ihrem Schreiben vom 20. Dezember 2022 Stellung und hielt fest, die 
Berichte und Rapporte seien von der Beschwerdeführerin regelmässig eingereicht worden. 
Gleichzeitig holte die Vorinstanz bezüglich des Zeitplans eine Stellungnahme des AWA ein.

Mit Schreiben vom 4. Januar 2022 teilte das AWA mit, es sei nicht zuständig und empfehle die 
Einleitung eines baupolizeilichen Verfahrens.

Die Vorinstanz eröffnete mit Schreiben vom 17. Januar 2022 ein baupolizeiliches Verfahren.

Die Beschwerdeführerin entgegnete mit Schreiben vom 9. Februar 2022, sie habe die Abbau-/ 
Wiederauffüllung- und Rekultivierungsarbeiten sowie die Rapportierung in Übereinstimmung mit 
den behördlichen Aufgaben erledigt. Zwar komme es witterungsbedingt zu einer Verzögerung der 
letzten Arbeiten für den Oberboden. Der Amtsbericht des AWA vom 15. August 2017, welcher 
Bestandteil des Gesamtbauentscheids vom 14. Dezember 2017 sei, stelle jedoch klar, dass die 
saubere und fachmännische Ausführung der anstehenden Arbeiten wichtiger sei als das exakte 
Einhalten des Terminplans zur Rekultivierung.

Mit Aktennotiz vom 2. Mai 2022 nahm die Fachstelle Boden der Wirtschafts-, Energie- und Um-
weltdirektion (WEU), Amt für Landschaft und Natur, im baupolizeilichen Verfahren wie folgt Stel-
lung:

«1. Die Fachstelle Boden wurde von der Gemeinde D.________ informiert, dass eine Beschwerde bezüg-
lich Abschlusszeitpunkt der Rekultivierungsarbeiten auf der Kiesgrube der Firma C.________ vorliegt. 
Aus diesem Grund möchte die Gemeinde D.________ vor Ort abklären, ob die bisher getätigten Re-
kultivierungsarbeiten sachgerecht durchgeführt wurde und ob die zukünftigen Rekultivierungen im glei-
chen Stil weitergeführt werden können.

2. Die Fachstelle Boden ist in diesem Verfahren jene Behörde, welche die Qualität der bereits durchge-
führten Rekultivierungen beurteilt und im Falle einer unsachgemässen Rekultivierung eine Verbesse-
rung veranlassen kann. Über rechtliche Fragestellungen bezüglich nicht Einhalten von Terminen, kann 
und will sich die Fachstelle nicht äussern, da es nicht in ihrer Kompetenz liegt.

3. Für die Überprüfung der Rekultivierungsarbeiten fand am 28.03.2022 eine Begehung vor Ort statt. Da-
bei wurde festgestellt, dass die Bodenarbeiten korrekt und nach dem Stand der Technik durchgeführt 
wurden/werden und das geforderte Rekultivierungsziel bisher erreicht wurde.

4. Die Fachstelle Boden begrüsst es somit, dass die noch ausstehenden Rekultivierungsarbeiten mit der 
gleichen Methode und Sorgfalt durchgeführt werden.
Damit eine Rekultivierung gut gelingt, ist vor allem auch die Bodenfeuchtigkeit von entscheidender 
Bedeutung. Daher sind die Erdarbeiten bei ungenügender Bodenabtrocknung weiterhin zu unterlassen. 
Falls die Wetterbedingungen keine Rekultivierungsarbeiten zulassen, ist dies von der bodenkundlichen 
Baubegleitung zur Beweissicherung sachgerecht zu dokumentieren.

5. Die Fachstelle Boden gewichtet daher aus Sicht Bodenschutz eine Rekultivierung von einer guten Qua-
lität höher ein als die Erfüllung des angegebenen Zeitplans.

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6. Um die weiteren Arbeiten zu überprüfen ist die Fachstelle Boden periodisch über den Stand der Rekul-
tivierung zu informieren und die Fachstelle Boden ist für die Schlussabnahme der Rekultivierung 
Flächen zeitlich einzuladen.»

4. Mit Verfügung vom 24. Juni 2022 schloss die Vorinstanz das baupolizeiliche Verfahren ab 
und erlies folgendes Dispositiv:

«1. Auf allfällige Wiederherstellungsmassnahmen zur Beschleunigung der Rekultivierung wird vorläufig 
verzichtet.

2. Die C.________ wird verpflichtet, von der bodenkundlichen Baubegleitung sachgerecht dokumentieren 
zulassen, falls die Wetterbedingungen keine Rekultivierungsarbeiten zulassen.

3. Die C.________ wird verpflichtet, die Fachstelle Boden periodisch über den Stand der Rekultivierung 
zu informieren.

4. Die C.________ wird verpflichtet, die Fachstelle Boden rechtzeitig für die Schlussabnahme einzuladen.
5. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1083.50 werden der C.________ zur Bezahlung auferlegt. 

Die Rechnung erfolgt mit separater Post.»

5. Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 26. Juli 2022 Beschwerde bei 
der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie stellt folgende Rechtsbegehren:

«1. Die Dispositivziffern 2 bis und mit 5 der Verfügung der Einwohnergemeinde D.________ vom 
24. Juni 2022 seien vollständig aufzuheben.

2. Die vorinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1083.50 seien vollumfänglich und unter 
solidarischer Haftung der Beschwerdegegnerin 1 und dem Beschwerdegegner 2 aufzuerlegen. Even-
tualiter sei vom Erheben von vorinstanzlichen Verfahrenskosten abzusehen, subeventualiter seien 
diese dem Gemeinwesen aufzuerlegen.»

6. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, holte bei der Vorinstanz 
die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Weiter holte das Rechtsamt beim Regie-
rungsstatthalteramt die Akten zum Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 und bei der Vor-
instanz die verfahrensabschliessende Verfügung vom 4. April 2019 ein. Die Beschwerdegegner-
schaft beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. August 2022 die Bestätigung der Ziffern 2 
bis und mit 5 der Verfügung der Baupolizeibehörde der Gemeinde D.________ vom 24. Juni 2022. 
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 22. August 2022 die Abweisung der Be-
schwerde.

7. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen und Streitgegenstand

a) Gemäss Art. 49 Abs. 1 BauG2 können baupolizeiliche Verfügungen nach Art. 45 bis 48 
BauG innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Beschwerde bei der BVD angefochten werden. Die Be-
schwerdeführerin ist als Adressatin durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur 
Beschwerde legitimiert. Auf ihre form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

b) Anfechtungsobjekt ist die Verfügung der Vorinstanz. Der Streitgegenstand braucht sich nicht 
mit dem Anfechtungsobjekt zu decken, kann aber auch nicht über dieses hinausgehen. Innerhalb 
dieses Rahmens bestimmen die Parteien den Streitgegenstand. Sowohl für das Einleiten eines 
Beschwerdeverfahrens als auch für dessen Umfang und eine allfällige vorzeitige Beendigung gilt 
somit die Verfügungs- oder Dispositionsmaxime sowie das Rügeprinzip. Die Parteien können den 
Streitgegenstand im Verlauf des Verfahrens nicht erweitern, sondern nur einschränken.3 Die Be-
schwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Ziffern 2 bis 5 der Verfügung vom 24. Juni 2022. 
Dementsprechend beschränkt sich der Streitgegenstand auf die Frage der Rechtmässigkeit der 
Ziffern 2 bis 5. Im Übrigen ist die Verfügung der Vorinstanz in Rechtskraft erwachsen. Soweit die 
Etappierung und den Zeitplan betreffend, wird auf die entsprechenden Ausführungen in den Ein-
gaben der Verfahrensbeteiligten nicht eingegangen.

2. Wiederherstellungsmassnahmen und Auflagen

a) Wird ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 
ausgeführt oder werden bei der Ausführung eines bewilligten Vorhabens Vorschriften missachtet, 
so setzt die Baupolizeibehörde eine angemessene Frist zur Wiederherstellung des rechtmässigen 
Zustands unter Androhung der Ersatzvornahme (Art. 46 Abs. 1 und 2 BauG). Die Nichterfüllung 
einer Auflage berührt die Geltung der Baubewilligung nicht, kann aber baupolizeiliche Massnah-
men – insbesondere die Ersatzvornahme – und Bestrafung nach sich ziehen.4 Die Wiederherstel-
lungsverfügung muss im öffentlichen Interesse liegen, verhältnismässig sein und darf den Ver-
trauensgrundsatz nicht verletzen. Eine Wiederherstellungsmassnahme ist verhältnismässig, wenn 
sie erforderlich und geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, nicht weiter geht, als zur Her-
stellung des rechtmässigen Zustands nötig ist und die Belastung für die pflichtige Person in einem 
vernünftigen Verhältnis zum verfolgten Ziel steht.5

b) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vorinstanz habe in Ziffer 1 des Dispositivs der 
angefochtenen Verfügung auf den Erlass von Wiederherstellungsmassnahmen verzichtet und sei 
in der Begründung zum Schluss gekommen, die Beschwerdeführerin sei ihren Verpflichtungen 
entgegen den falschen Behauptungen der Beschwerdegegnerschaft stets uneingeschränkt nach-
gekommen. Dennoch habe die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in derselben Verfügung wei-
tere Verpflichtungen und Kosten auferlegt. Die Beschwerdeführerin halte sich an alle Verpflich-
tungen bezüglich Abbau-, Wiederaufbau- und Rekultivierungsarbeiten sowie bezüglich Meldungs- 
und Dokumentationspflichten. Die Rekultivierung und Wiederauffüllung werde zudem unter ande-
ren von der Begleitgruppe Kiesabbau mit Vertretern der betroffenen Gemeinwesen und Behörden 
überwacht, welche mit der Qualität und dem Fortschritt der Arbeiten jeweils zufrieden gewesen 
seien und keine Beschleunigungsmassnahmen als nötig erachtet hätten. Auch die Rapportie-

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12 bis 14
4 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 29 N. 1
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 9; 
BVR 2013 S. 85 E. 5.1

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rungspflichten seien nicht verletzt worden, was von den involvierten Ämtern und Behörden 
bestätigt werde. Es gebe diesbezüglich keine Veranlassung für staatliche Interventionen. Dennoch 
habe die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in Ziffern 2 bis und mit 4 des Dispositivs der ange-
fochtenen Verfügung neue Verpflichtungen auferlegt, für welche keine Rechtfertigung bestehe. 
Die zusätzlichen Verpflichtungen würden zu Widersprüchen und unnötigem Mehraufwand führen.

Die Angaben zu den Wetterbedingungen seien in den detaillierten Tagesrapporten vorhanden, 
weiter sei die Bodenfeuchtigkeit in D.________ auf der Webseite www.bodenmessnetz.ch öffent-
lich einsehbar. Eine Fachperson der bodenkundlichen Baubegleitung jeden Tag vor Ort kommen 
zu lassen, wäre völlig unverhältnismässig.

Auch die Auflagen nach Ziffern 3 und 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung seien nicht 
erforderlich resp. seien bereits mit dem Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 verbindlich 
verfügt worden.

c) Die Vorinstanz argumentiert in ihrer Verfügung vom 24. Juni 2022 bezüglich der zeitlichen 
Etappierung der Rekultivierung, dass die voraussichtliche Rekultivierungsdauer um etwa ein hal-
bes Jahr vom Zeitplan gemäss Gesamtbauentscheid abweichen werde. Es liege somit eine Ab-
weichung von den Auflagen des Gesamtbauentscheids vor. Die Abweichung sei jedoch im Ver-
gleich zur Gesamtdauer der Rekultivierungsarbeiten von 84 Monaten nur geringfügig, was gegen 
allfällige Wiederherstellungsmassnahmen spreche. Weiter wären Wiederherstellungsmassnah-
men auch nicht im öffentlichen Interesse, da die Verzögerungen auf Niederschläge und die Bo-
denfeuchtigkeit zurückzuführen seien und eine Beschleunigung der Rekultivierungsmassnahmen 
zu schlechterer Qualität der Fruchtfolgefläche führen würde. Laut Fachstelle sei das exakte Ein-
halten des Terminplans weniger wichtig als das saubere und fachmännische Ausführen der Re-
kultivierung. Es werde daher auf den Erlass von Wiederherstellungsmassnahmen verzichtet.

Gemäss Fachstelle Boden sollte jedoch von der bodenkundlichen Baubegleitung sachgerecht do-
kumentiert werden, falls die Wetterbedingungen keine Rekultivierungsarbeiten zulassen würden. 
Das werde als Auflage in die Verfügung aufgenommen, ebenso wie die periodische Information 
über den Stand der Rekultivierung der Fachstelle Boden durch die Beschwerdeführerin. Die Fach-
stelle Boden sei zudem auch rechtzeitig zur Schlussabnahme einzuladen.

Zu den Rapportierungspflichten der Beschwerdeführerin äusserte sich die Vorinstanz dahinge-
hend, dass ihr die geforderten Rapporte vorliegen würden. Weiter sei in Bezug auf den Kiesabbau 
sowie auf die Auffüllung und Rekultivierung eine Begleitgruppe eingesetzt worden. Einsicht in die 
Protokolle dieser Begleitgruppe könne der Beschwerdegegnerschaft jederzeit gewährt werden.

d) In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. August 2022 führen der Beschwerdegegner 1 und die 
Beschwerdegegnerin 2 aus, sie hätten zwar gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 
24. Juni 2022 nicht selbständig Beschwerde geführt. Dies aber nicht, weil sie inhaltlich mit der 
Verfügung einverstanden gewesen wären, sondern nur aus prozessökonomischen Gründen. Be-
züglich der neuen Verpflichtungen zu Lasten der Beschwerdeführerin führen der Beschwerdegeg-
ner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 aus, der aktuelle Stand der Wiederauffüllarbeiten und der 
Rekultivierung lasse erkennen, dass die Vorinstanz nicht über die notwendige Expertise verfüge, 
um Verzögerungen zu erkennen und abzuschätzen. Es sei aber die Pflicht der Beschwerdeführe-
rin, der Vorinstanz die notwendigen Informationen zu liefern. Der Einbezug der Fachstelle Boden 
gemäss Ziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügung sei von der Beschwerdegegnerschaft nicht 
beantragt worden, welchen Zweck mit diesen Auflagen verfolgt werde, entziehe sich ihrer Kennt-
nis. Diese Fachstelle kontrolliere jedoch nicht den Zeitplan.

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e) Die Vorinstanz verpflichtet die Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 24. Juni 2022, von 
der bodenkundlichen Baubegleitung sachgerecht dokumentieren zu lassen, falls die Wetterbedin-
gungen keine Rekultivierungsarbeiten zulassen.

Wie die Beschwerdeführerin korrekt ausführt, können unter www.bodenmessnetz.ch, der Internet-
seite des Bodenmessnetzes Nordwestschweiz, für verschiedene Standorte in den Kantonen So-
lothurn, Aargau, Baselland, Zug, Fribourg, Waadt, Genf, Bern und Graubünden die Saugspannung 
des Ober- und Unterbodens, die Temperatur der Luft und des Bodens sowie die Niederschlags-
menge und die Luftfeuchtigkeit abgerufen werden.6 Die Auftraggeber dieser Webseite sind die 
zuständigen Stellen der verschiedenen Kantone. Im Impressum der Webseite ist das Amt für 
Landwirtschaft und Natur, Fachstelle Bodenschutz, aufgeführt, welches das Messnetz im Kanton 
Bern betreibt.7 An verschiedenen Standorten werden Daten zur Bodenfeuchte und zum Nieder-
schlag erhoben. D.________ ist einer dieser Messstandorte. Die erhobenen Messwerte werden 
in einer Grafik dargestellt, welche den Niederschlag und die Saugspannung des Bodens in ver-
schiedenen Tiefen aufzeigt. Die Saugspannung wird in verschiedene Zustände des Bodens auf-
geteilt: trocken, feucht, sehr feucht, nass. Nasse und sehr feuchte Böden sollten gemäss Angaben 
auf der Webseite nicht verschoben oder befahren werden.8

Die von der Vorinstanz in Ziffer 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung aufgenommene 
Auflage würde die Beschwerdeführerin dazu verpflichten, die bodenkundliche Baubegleitung bei 
nasser Witterung jeweils aufzubieten, um zu bestätigen, dass die Wetterbedingungen und somit 
der Zustand des Bodens keine Rekultivierungsarbeiten zulassen. Diese Informationen lassen sich 
jederzeit und auch rückwirkend aus den Erhebungen auf www.bodenmessnetz.ch entnehmen. Die 
genannte Verpflichtung ist somit nicht erforderlich und damit nicht verhältnismässig. Zudem würde 
die Dokumentation der bodenkundlichen Baubegleitung lediglich dazu dienen, dass die Beschwer-
deführerin eine allfällig auftretende Verzögerung im vorgegebenen Zeitplan rechtfertigen kann. 
Die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit würde die Beschwerdeführerin tragen (Art. 8 ZGB9). 

Da die genannte Verpflichtung in Ziffer 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung nicht er-
forderlich und damit nicht verhältnismässig ist, ist sie aufzuheben.

f) In den Ziffern 3 und 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung verpflichtet die 
Vorinstanz die Beschwerdeführerin dazu, die Fachstelle Boden periodisch über den Stand der 
Rekultivierung zu informieren und diese rechtzeitig für die Schlussabnahme einzuladen.

Mit Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 wurden der Beschwerdeführerin die im Amts-
bericht Wasser und Abfall des AWA vom 15. August 2017 empfohlenen Auflagen auferlegt. Die 
Beschwerdeführerin ist demnach verpflichtet, das AWA regelmässig über den Stand der Erdarbei-
ten und allfällige Probleme zu informieren und das AWA zu den Etappenabnahmen und zur Ab-
nahme nach Beendigung der Folgebewirtschaftung einzuladen. Gemeint ist damit, dass die Fach-
stelle Boden, welche im Zeitpunkt der Verfassung des Amtsberichts beim AWA angesiedelt war 
und für dieses Themengebiet zuständig ist, regelmässig zu informieren und zu Etappenabnahmen 
und zur Schlussabnahme einzuladen ist. Der Fachbereich «Bodenschutz» wurde im Zusammen-
hang mit der Umsetzung der Direktionsreform per 1. Januar 2020 vom AWA ins Amt für Landwirt-
schaft und Natur (LANAT) der WEU verschoben. Es handelt sich aber nach wie vor um dieselbe 
Fachstelle, die nach der Direktionsreform lediglich in einer anderen Direktion und an einer anderen 
Adresse angesiedelt ist.

6 Vgl. www.bodenmessnetz.ch
7 Vgl. www.bodenmessnetz.ch/impressum, www.bodenmessnetz.ch/hintergrund/allgemein
8 Vgl. www.bodenmessnetz.ch/beurteilung/grundlagen
9 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 201)

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Die Fachstelle Boden ist die in der Sache zuständige Fachstelle. Insofern ist ihre Information und 
Teilnahme an der Abnahme erforderlich und geeignet zur Sicherstellung der fachgerechten Re-
kultivierung und für die Beschwerdeführerin auch zumutbar. Jedoch besteht diese Verpflichtung 
bereits gestützt auf den Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017. Es war daher nicht erfor-
derlich, dass die Vorinstanz nochmals verfügte, dass die Fachstelle Bodenperiodisch zu informie-
ren und zur Schlussabnahme einzuladen ist. Durch den Wechsel der Fachstelle in eine andere 
Direktion hat sich an der Auflage im Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 inhaltlich 
nichts geändert. Es hätte ein Hinweis auf den Direktionswechsel und die Änderung der Anschrift 
in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung, in einem informellen Schreiben oder im Rah-
men der regelmässigen Sitzungen der Begleitgruppe Kiesabbau D.________ genügt. Eine Anord-
nung im Dispositiv einer baupolizeilichen Verfügung war nicht erforderlich und ist daher unverhält-
nismässig. Die Ziffern 3 und 4 der angefochtenen Verfügung sind daher aufzuheben. 

g) Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Antrag, die 
Ziffern 2, 3 und 4 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung aufzuheben, durchdringt. Der 
Beschwerdegegner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 unterliegen mit ihrem Antrag, die entspre-
chenden Ziffern der angefochtenen Verfügung zu bestätigen.

3. Kosten erstinstanzliches Verfahren

a) Die Vorinstanz auferlegte der Beschwerdeführerin in Ziffer 5 des Dispositivs der Verfügung 
vom 24. Juni 2022 die vorinstanzlichen Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1083.50.

b) Die Beschwerdeführerin rügt, die baupolizeiliche Anzeige der Beschwerdegegnerschaft sei 
offensichtlich unbegründet. Es sei bereits im Amtsbericht des AWA vom 15. August 2017 klar fest-
gehalten geworden, dass die saubere und fachmännische Ausführung der Auffüllarbeiten wichti-
ger sei als das exakte Einhalten eines Zeitplans. Die Beschwerdegegnerschaft habe sogar selbst 
in ihrem Schreiben vom 15. November 2021 festgehalten, dass gemäss der letzten Sitzung der 
Begleitgruppe Kiesabbau der Fortschritt der Wiederauffüllung kontrolliert worden und der Zeitplan 
grundsätzlich eingehalten sei und höchstens eine geringfügige Anpassung des Fertigstellungster-
mins aufgrund der nassen Witterungsverhältnisse nötig werde. Die Beschwerdegegnerschaft 
habe wider besseres Wissen und entgegen Treu und Glauben ein baupolizeiliches Verfahren an-
gestrengt. Der dadurch unnötig verursachte Aufwand sei nicht von der Beschwerdeführerin zu 
tragen. Die Beschwerdeführerin bringt vor, eventualiter sei auf das Erheben von vorinstanzlichen 
Verfahrenskosten abzusehen oder diese seien dem Gemeinwesen aufzuerlegen. Die Beschwer-
deführerin habe schliesslich im Hauptpunkt von der Vorinstanz korrekterweise Recht erhalten und 
die zusätzlich auferlegten Auflagen seien verfügt worden, ohne zu beachten, dass das Regie-
rungsstatthalteramt Bern-Mittelland resp. das AGR bereits entsprechende Verpflichtungen verfügt 
hätten. Eine Kostenauferlegung an die Beschwerdeführerin würde sich in beiden Fällen nicht 
rechtfertigen.

c) Die Beschwerdegegnerschaft bringt in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. August 2022 vor, 
bei ordentlicher Erfüllung der Rapportpflicht durch die Beschwerdeführerin wäre die Vorinstanz 
besser in der Lage gewesen, den Stand der Wiederauffüllung und Rekultivierung zu erfassen, sie 
hätte nicht über die notwendigen Daten verfügt, um die Anfrage der Beschwerdeführenden zu 
beantworten. Das Tätigwerden der Vorinstanz sei demnach notwendig und gerechtfertigt gewe-
sen, womit die Auferlegung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten an die Beschwerdeführerin 
sachgerecht sei.

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d) Anders als für das Beschwerdeverfahren enthält das VRPG für das Verwaltungsverfahren 
keine allgemeine Regel über die Kostenverlegung (vgl. Art. 107 Abs. 1 VRPG10). Wer diese Kos-
ten zu tragen hat, bestimmt sich nach den verschiedenen Sacherlassen und, falls diese keine 
Regelung enthalten nach dem Verursacherprinzip.11 Die Gemeinde kann für ihre Tätigkeit im Bau-
bewilligungs- und Baupolizeiverfahren gestützt auf ihren Gebührentarif Verfahrenskosten erheben 
(Art. 69 Abs. 4 Bst. a BauG). Die Verfahrenskosten (amtliche Kosten) bestehen aus den Gebühren 
und den Auslagen, welche die Gemeinde für ihre Tätigkeit im Baubewilligungsverfahren und für 
ihre baupolizeilichen Verrichtungen erheben kann (Art. 51 Abs. 1 BewD12). Sie erlässt gemäss 
Art. 51 Abs. 3 BewD einen Gebührentarif. Mit dem Gebührenreglement13 und der Gebührenver-
ordnung14 verfügt die Gemeinde über eine ausreichende gesetzliche Grundlage für die Erhebung 
von Gebühren. Gemäss Art. 1 Abs. 1 Bst. b des Gebührenreglements erhebt die Einwohnerge-
meinde D.________ Gebühren für Verrichtungen und erbrachte Dienstleistungen durch das Per-
sonal der Gemeinde. Massgeblich ist somit das Verursacherprinzip. Demnach soll, wer Aufwand 
verursacht, diesen bezahlen bzw. sich angemessen an den Kosten beteiligen müssen. Verursa-
chende Person ist freilich nicht zwingend die gesuchstellende bzw. verfahrensauslösende 
Person.15 Die Beschwerdeführenden haben zwar das Verfahren mit ihrer Anzeige in Gang gesetzt. 
Das heisst jedoch nicht, dass sie als verursachende Personen im Sinne des Gebührenrechts gel-
ten.

e) Die Gemeinden üben im Rahmen ihrer baupolizeilichen Zuständigkeit die Aufsicht über die 
Einhaltung der Bauvorschriften aus (vgl. Art. 45 Abs. 2 Bst. a BauG). Sie sind verpflichtet, im Rah-
men dieser Zuständigkeit alle Massnahmen zu treffen, die zur Durchsetzung der Bauvorschriften 
erforderlich sind.16 Die zuständige Baupolizeibehörde hat von Amtes wegen ein Wiederherstel-
lungsverfahren einzuleiten, sobald sie Kenntnis von wesentlichen baurechtswidrigen Zuständen 
erhält. Sie hat dementsprechend einer Anzeige nachzugehen, mit der sie auf solche Verhältnisse 
hingewiesen wird. Sie hat mindestens zu prüfen, ob ein unrechtmässiger Zustand besteht und ob 
die Wiederherstellung zu verfügen ist.17 Die Pflicht zur Abklärung des massgeblichen Sachver-
halts ergibt sich dabei nicht aus der baupolizeilichen Anzeige, sondern aus Art. 45 f. BauG. Falls 
ein rechtswidriger Zustand vorliegt, hat die Baupolizeibehörde somit unabhängig vom Vorliegen 
einer privaten Anzeige ein Verfahren einzuleiten. Wer für einen baurechtswidrigen Zustand ver-
antwortlich ist, gilt als Verursacherin oder Verursacher eines baupolizeilichen Verfahrens und hat 
deshalb die Verfahrenskosten zu tragen. Die anzeigende Person kann nur dann kostenpflichtig 
werden, wenn sie mutwillig, mithin ohne berechtigten Verdacht ein entsprechendes Verfahren an-
stösst.18

f) In Ziffer 3.2 des Gesamtbauentscheids vom 14. Dezember 2017 erachtete das Regierungs-
statthalteramt Bern-Mittelland die im Baugesuch von der Bauherrschaft angegebenen 84 Monate 
zur Realisierung des Bauvorhabens (Restabbau Kies, Wiederauffüllung, Rekultivierung) als sinn-
voll und vernünftig und nahm diese verbindlich in den Gesamtbauentscheid auf – beginnend ab 
dessen Rechtskraft. Werden die 84 Monate ab der frühsten Möglichkeit des Inkrafttretens des 
Gesamtbauentscheids gerechnet, muss die Beschwerdeführerin die bewilligten Arbeiten bis Mitte 
Januar 2025 abschliessen. Gemäss Stellungnahme vom 9. Februar 2022 im Baupolizeiverfahren 
vor der Vorinstanz geht die Beschwerdeführerin aktuell davon aus, dass die abschliessenden Ar-

10 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
11 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 107 N. 9
12 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
13 Gebührenreglement der Einwohnergemeinde D._______ vom 29. November 2020 (Stand 01.01.2021)
14 Gebührenverordnung der Einwohnergemeinde D.________vom 8. Dezember 2020 (Stand 01.01.2021)
15 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 107 N. 2 und 9
16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 45 N. 2
17 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 46 N. 2
18 BDE 120/2018/24 E. 4b; 120/2015/31 E. 4c; 120/1999/17 E. 5c

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beiten am Oberboden im Frühling oder Sommer 2025 erfolgen können. Es kommt somit tatsäch-
lich zu einer Verzögerung gegenüber dem im Gesamtbauentscheid vom 14. Dezember 2017 vor-
gesehenen Zeitplan. Auch wenn diese Verzögerung nicht zum Erlass von Wiederherstellungs-
massnahmen führte, hat die Baupolizeibehörde korrekterweise auf Anzeige hin ein Wiederherstel-
lungsverfahren eingeleitet. Es war nicht von vornherein offensichtlich, ob überhaupt eine Verzö-
gerung entstanden ist und ob diese zu rechtfertigen ist oder nicht. Aus diesem Umstand lässt sich 
auch ableiten, dass die Beschwerdegegnerschaft das Baupolizeiverfahren nicht mutwillig, also 
ohne berechtigten Verdacht, initiiert hat. Es ist nicht im prozessrechtlichen Sinn mutwillig, wenn 
die Beschwerdegegnerschaft die baupolizeiliche Überprüfung der Einhaltung der Auflagen ver-
langte. Auch wenn die eingetretene Verzögerung und somit grundsätzlich der Verstoss gegen die 
Auflagen zu keinen baupolizeilichen Massnahmen führt, so ist die Beschwerdeführerin als Bau-
herrin verantwortlich für die Erfüllung der Auflagen und gilt hier im rechtlichen Sinne als Verursa-
cherin des baupolizeilichen Verfahren. 

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens wurden von der Vorinstanz zu Recht der Beschwer-
deführerin auferlegt. Die entsprechende Rüge erweist sich als unbegründet.

4. Kosten Beschwerdeverfahren

a) Die Beschwerdeführerin dringt mit ihrem Antrag zur Aufhebung der Ziffern 2, 3 und 4 des 
Dispositivs der angefochtenen Verfügung durch. Sie unterliegt mit ihrem Antrag, die Kosten des 
erstinstanzlichen Verfahrens der Beschwerdegegnerschaft resp. dem Gemeinwesen aufzuerle-
gen. Die Beschwerdegegnerschaft beantragte im Beschwerdeverfahren die Bestätigung der Ver-
fügung der Vorinstanz vom 24. Juni 2022 und damit sinngemäss die Abweisung der Beschwerde. 
Sie unterliegt mit diesen Anträgen teilweise. Bei diesem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es 
sich, die Verfahrenskosten zu einem Drittel der Beschwerdeführerin und zu zwei Drittel der Be-
schwerdegegnerschaft aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die Verfahrenskosten werden be-
stimmt auf eine Pauschalgebühr von CHF 1500.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 
GebV19), davon werden der Beschwerdeführerin CHF 500.– und der Beschwerdegegnerschaft 
CHF 1000.– auferlegt.

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht de-
ren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder Wettschla-
gung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt erscheint 
(Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung 
anfallenden Aufwand (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Nach Art. 11 Abs. 1 PKV20 beträgt das Honorar in 
verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren CHF 400.– bis CHF 11 800.– pro Instanz. Innerhalb 
des Rahmentarifs bemisst sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitauf-
wand sowie der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 
KAG21). Die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin macht Parteikosten im Umfang von 
CHF 4963.40 (Honorar CHF 4437.50, Auslagen CHF 171.00, Mehrwertsteuer CHF 354.90) gel-
tend. Der gebotene Zeitaufwand sowie die Schwierigkeit des Prozesses und die Bedeutung der 
Sache werden als eher unterdurchschnittlich eingestuft. Das geltend gemachte Honorar entspricht 
einer Ausschöpfung des Gebührenrahmens von rund einem Drittel und erscheint vorliegend als 
angemessen. Die Beschwerdeführerin ist allerdings mehrwertsteuerpflichtig22 und kann somit die 

19 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
20 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811)
21 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)
22 Siehe Unternehmens-Identifikationsnummer-Register, einsehbar unter: https://www.uid.admin.ch

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von ihrer Rechtsvertretung auf sie überwälzte Mehrwertsteuer in ihrer eigenen Mehrwertsteuerab-
rechnung als Vorsteuer abziehen. Ihr fällt daher betreffend Mehrwertsteuer kein Aufwand an und 
eine Abgeltung der Mehrwertsteuer käme einer mit Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG 
unvereinbaren Überentschädigung gleich. Die in der Kostennote der Rechtsvertretung der Be-
schwerdeführerin aufgeführte Mehrwertsteuer ist daher bei der Bestimmung des Parteikostener-
satzes nicht zu berücksichtigen.23 Die Parteikosten betragen somit CHF 4608.50.

d) Der Beschwerdegegner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 haben der Beschwerdeführerin 
analog zur Verlegung der Verfahrenskosten zwei Drittel der Parteikosten, ausmachend 
CHF 3072.35, zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Ziffern 2, 3 und 4 des Dispositivs der Ver-
fügung der Gemeinde D.________ vom 24. Juni 2022 werden aufgehoben. Im Übrigen wird 
die Verfügung der Gemeinde D.________ vom 24. Juni 2022 bestätigt.

2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten im Umfang von CHF 500.00 zur Bezah-
lung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechts-
kraft erwachsen ist.

3. Dem Beschwerdegegner 1 und der Beschwerdegegnerin 2 werden Verfahrenskosten im 
Umfang von CHF 1000.00 zur Bezahlung auferlegt. Der Beschwerdegegner 1 und die Be-
schwerdegegnerin 2 haften solidarisch für den gesamten Betrag. Eine separate Zahlungs-
einladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft erwachsen ist.

4. Der Beschwerdegegner 1 und die Beschwerdegegnerin 2 haben der Beschwerdeführerin 
Parteikosten im Betrag von CHF 3072.35 zu ersetzen. Der Beschwerdegegner 1 und die 
Beschwerdegegnerin 2 haften solidarisch für den gesamten Betrag.

23 BVR 2015 S. 541 E. 8.2, 2014 S. 484 E. 6

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt A.________ und Herrn Rechtsanwalt B.________, eingeschrieben
- Frau F.________ und Herrn E.________, eingeschrieben
- Baupolizeibehörde der Gemeinde D.________, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine allfällige Ver-
waltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in vier Exemplaren einzureichen ist, muss einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift ent-
halten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.