# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fc6dab35-9734-58b4-aebe-bf24a5ba43fb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.02.2021 200 2020 882
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-882_2021-02-02.pdf

## Full Text

200 20 882 ALV publiziert in BVR 2021 S. 401
SCP/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Februar 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch MLaw B.________
Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse Unia
Monbijoustrasse 61, Postfach 3398, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2021, ALV/20/882, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1991 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) hat 
jeweils befristet vom 1. Juni bis 31. August 2018 sowie vom 1. Juni bis 
31. August 2019 als … bzw. … im … (entgeltlich) für die C.________ 
GmbH gearbeitet (Akten der Arbeitslosenkasse Unia [Unia bzw. Beschwer-
degegnerin], Antwortbeilage [AB] 136, 152, 155 f., 160 ff., 166, 189 - 191). 
Ab dem 4. Dezember 2018 figurierte der Versicherte als Gesellschafter und 
Geschäftsführer mit Einzelunterschrift für die C.________ GmbH (vgl. 
www.zefix.ch sowie Handelsregisterauszug vom 30. November 2020 [in 
den Gerichtsakten]). Nach absolviertem Zivildienst vom 1. Oktober bis 
29. November 2019 sowie vom 6. Januar bis 1. Februar 2020 (AB 157 - 
159, 172, 176) meldete sich der Versicherte am 9. März 2020 beim Regio-
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (153 f.) 
und stellte am 5. Mai 2020 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung. In der 
Folge hat die Unia diverse Abklärungen vorgenommen. Am 10. Juli 2020 
verfügte sie die Ablehnung der Anspruchsberechtigung ab dem 9. März 
2019 mit dem Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt 
der Einreichung des Antrages bei der C.________ GmbH eine arbeitgeber-
geberähnliche Stellung innegehabt habe (AB 108 - 111). Die dagegen er-
hobene Einsprache (AB 67 - 72) wies sie mit Entscheid vom 28. Oktober 
2020 ab (AB 35 - 41).

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch MLaw B.________, am 
27. November 2020 (Poststempel) Beschwerde. Er beantragt die Aufhe-
bung des angefochtenen Einspracheentscheides sowie die Gewährung von 
Arbeitslosentschädigung rückwirkend seit 9. März 2020.

Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2020 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

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Von der Möglichkeit Schlussbemerkungen einzureichen macht der Be-
schwerdeführer innert Frist keinen Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 
Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 28. Oktober 
2020 (AB 35 - 41). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerde-
führers auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 9. März 2020 und in diesem 
Zusammenhang die Frage des Vorliegens einer arbeitgeberähnlichen Stel-
lung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, wer ganz oder teil-
weise arbeitslos ist, einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat, in der 
Schweiz wohnt, die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das 
Rentenalter der AHV erreicht hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, 
die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist, 
vermittlungsfähig ist und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 8 Abs. 1 AVIG).

2.2 Nach Art. 31 Abs. 1 AVIG haben Arbeitnehmer, deren normale Ar-
beitszeit verkürzt oder deren Arbeit ganz eingestellt ist, Anspruch auf Kurz-
arbeitsentschädigung, wenn sie bestimmte, in lit. a bis d näher umschrie-
bene Voraussetzungen erfüllen. Keinen Anspruch auf Kurzarbeitsentschä-
digung haben gemäss Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG jene Personen, die in ihrer 
Eigenschaft als Gesellschafter, als finanziell am Betrieb Beteiligte oder als 
Mitglieder eines obersten betrieblichen Entscheidungsgremiums die Ent-
scheidungen des Arbeitgebers bestimmen oder massgeblich beeinflussen 
können, sowie ihre mitarbeitenden Ehegatten. Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG 
dient der Vermeidung von Missbräuchen (Selbstausstellung von für die 
Kurzarbeitsentschädigung notwendigen Bescheinigungen, Gefälligkeitsbe-
scheinigungen, Unkontrollierbarkeit des tatsächlichen Arbeitsausfalls, Mit-
bestimmung oder Mitverantwortung bei der Einführung von Kurzarbeit u.ä., 
vor allem bei Arbeitnehmern mit Gesellschafts- oder sonstiger Kapitalbetei-
ligung in Leitungsfunktion des Betriebes; BGE 123 V 234 E. 7b bb S. 238). 

Nach der Rechtsprechung muss bei Arbeitnehmern, bei denen sich auf-
grund ihrer Mitwirkung im Betrieb die Frage stellt, ob sie einem obersten 
betrieblichen Entscheidungsgremium angehören und ob sie in dieser Ei-
genschaft massgeblich Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen 

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nehmen können, jeweils geprüft werden, welche Entscheidungsbefugnisse 
ihnen aufgrund der internen betrieblichen Struktur zukommen. Es ist nicht 
zulässig, Angestellte in leitenden Funktionen allein deswegen generell vom 
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung auszuschliessen, weil sie für einen 
Betrieb zeichnungsberechtigt und im Handelsregister eingetragen sind. 
Amtet ein Arbeitnehmer dagegen als Verwaltungsrat oder als Gesellschaf-
ter einer GmbH, so ist eine massgebliche Entscheidungsbefugnis im Sinne 
von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG ex lege gegeben, so dass sich weitere Ab-
klärungen zu den konkreten Verantwortlichkeiten in der Unternehmung 
erübrigen (BGE 145 V 200 E. 4.2 S. 203, 123 V 234 E. 7a S. 237, 122 V 
270 E. 3 S. 272; ARV 2018 S. 102 E. 3.2 und S. 103 E. 5.1).

2.3 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG 
analog auf arbeitgeberähnliche Personen sowie ihre mitarbeitenden Ehe-
gatten anwendbar, welche Arbeitslosenentschädigung beanspruchen (BGE 
145 V 200 E. 4.1 S. 203, 133 V 133 E. 2.4.2 S. 135). Denn Kurzarbeit kann 
nicht allein in einer Reduktion der täglichen, wöchentlichen oder monatli-
chen Arbeitszeit, sondern auch darin bestehen, dass ein Betrieb (bei fort-
bestehendem Arbeitsverhältnis) für eine gewisse Zeit vollständig stillgelegt 
wird (100%ige Kurzarbeit). In einem solchen Fall ist ein Arbeitnehmer mit 
arbeitgeberähnlicher Stellung nicht anspruchsberechtigt. Wird das Arbeits-
verhältnis jedoch gekündigt, liegt Ganzarbeitslosigkeit vor, und es besteht 
unter den Voraussetzungen von Art. 8 ff. AVIG grundsätzlich Anspruch auf 
Entschädigung. Dabei kann nicht von einer Gesetzesumgehung gespro-
chen werden, wenn der Betrieb geschlossen wird, das Ausscheiden des 
betreffenden Arbeitnehmers mithin definitiv ist. Entsprechendes gilt für den 
Fall, dass das Unternehmen zwar weiterbesteht, der Arbeitnehmer aber mit 
der Kündigung endgültig auch jene Eigenschaft verliert, deretwegen er bei 
Kurzarbeit aufgrund von Art. 31 Abs. 3 lit. c AVIG vom Anspruch auf Kurza-
rbeitsentschädigung ausgenommen wäre. Eine grundsätzlich andere Situa-
tion liegt jedoch dann vor, wenn der Arbeitnehmer nach der Entlassung 
seine arbeitgeberähnliche Stellung im Betrieb beibehält und dadurch die 
Entscheidungen des Arbeitgebers weiterhin bestimmen oder massgeblich 
beeinflussen kann (BGE 123 V 234 E. 7b bb S. 238).

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3.

3.1 Gestützt auf die Akten ist erstellt und von den Parteien denn auch 
nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer seit dem 4. Dezember 2018 
Gesellschafter bzw. Geschäftsführer mit Einzelunterschrift der GmbH war 
und ihm damit aus formaler Sicht eine arbeitgeberähnliche Stellung zuge-
kommen ist (vgl. www.zefix.ch sowie Handelsregisterauszug vom 30. No-
vember 2020 [in den Gerichtsakten]). Umstritten ist allein, ob der Be-
schwerdeführer im Zeitpunkt der Anmeldung vom 9. März 2020 auch 
tatsächlich noch eine arbeitgeberähnliche Stellung innehatte bzw. zu wel-
chem Zeitpunkt er definitiv aus der GmbH ausgeschieden ist (vgl. E. 2.3 
hiervor).

3.2 In tatsächlicher Hinsicht ist aktenkundig, dass der Beschwerdefüh-
rer im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug als einzelzeich-
nungsberechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer der C.________ 
GmbH im Handelsregister eingetragen war. Die entsprechende Löschung 
erfolgte erst am 5. August 2020 (SHAB vom … August 2020 [AB 102 f.]; 
www.zefix.ch sowie Handelsregisterauszug vom 30. November 2020 [in 
den Gerichtsakten]). Hinsichtlich der Beendigung der Organstellung von 
Personen mit arbeitgeberähnlichen Eigenschaften ist jedoch nicht auf den 
Zeitpunkt der Löschung im Handelsregister abzustellen. Nach der Recht-
sprechung ist vielmehr in Angleichung an die Praxis nach Art. 52 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenen-
versicherung [AHVG; SR 831.10]) der tatsächliche Rücktritt, welcher unmit-
telbar wirksam wird, massgebend (BGE 126 V 134 E. 5b S. 137; ARV 2018 
S. 174 E. 6.3).

Demnach ist für die definitive Aufgabe der arbeitgeberähnlichen Stellung 
entscheidend, bis zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer faktisch 
noch die Möglichkeit hatte, die Entscheidungen und Aktivitäten der GmbH 
(vgl. E. 2.2 hiervor) massgeblich zu beeinflussen bzw. als Organ mitzuwir-
ken. Gestützt auf die Aktenlage ist festzuhalten, dass der Beschwerdefüh-
rer zwar anlässlich der Vorstandssitzung vom 18. November 2019 bekannt 
gab, dass er per Ende des Jahres 2019 als Geschäftsführer der 
C.________ GmbH zurücktrete und seine Stammanteile der C.________ 
GmbH (an wen sei noch unklar) verkaufe (AB 130 f.). Die C.________ 

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GmbH hielt denn auch mit Schreiben vom 16. Juli 2020 fest, dass der Be-
schwerdeführer seit dem Austrittsbeschluss vom November 2019 nicht 
mehr Teil der operativen Leitung der GmbH sei und seit dem 1. September 
2019 keinerlei Arbeiten mehr verrichtete und keine Geldleistungen mehr 
erhalten habe (AB 60; vgl. auch AB 118). Wie nachfolgend dargelegt wird, 
war es dem Beschwerdeführer – entgegen dessen Auffassung – jedoch 
trotz diesen Gegebenheiten weiterhin bzw. über den 9. März 2020 hinaus 
möglich, im Rahmen seiner finanziellen Beteiligung von 20% (vier Stam-
manteile) – und nicht wie die Beschwerdegegnerin vorbringt von 50% – als 
Organ faktisch Einfluss auf die GmbH zu nehmen bzw. bei Entscheidungen 
mitzuwirken (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[heute Bundesgericht] vom 22. März 2005, C 180/04, E. 2.3). Das definitive 
Ausscheiden bzw. der tatsächliche Rücktritt kann in zeitlicher Hinsicht 
(z.B.) anhand einer notariellen Urkunde (Übertragung der GmbH-
Stammanteile an eine Drittperson) nachgewiesen werden (vgl. Rz. B28 der 
vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO herausgegebenen AVIG-Praxis 
ALE [abrufbar: www.arbeit.swiss > Publikationen > Weisun-
gen/Kreisschreiben/ AVIG-Praxis]; zur Verbindlichkeit von Verwaltungswei-
sungen: BGE 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228, BGE 132 V 121 E. 4.4 S. 125). 
Die Abtretung der Stammanteile erfordert nach Art. 786 Abs. 1 des 
Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) die Zustimmung der 
Gesellschafterversammlung. In Ziff. 6.1 des Stammanteilkaufvertrages der 
C.________ GmbH wurde denn auch festgehalten, dass die Rechtswirk-
samkeit und der Vollzug des Vertrages unter dem Vorbehalt der Genehmi-
gung der Gesellschafterversammlung der Gesellschaft steht (unpaginiert 
eingefügt anstelle von AB 94).

Offenbar wurde erst im Mai bzw. Juni 2020 entschieden, an wen konkret 
– nämlich an die neu eintretende Gesellschafterin D.________ – der Be-
schwerdeführer seine Stammanteile verkaufen wird (vgl. AB 65, 124 ff.). 
Nachdem der Beschwerdeführer am 6. Juli 2020 per sofort seinen Rücktritt 
als Geschäftsführer der C.________ GmbH erklärte (unpaginiert eingefügt 
anstelle von AB 75), unterzeichnete er am 16. Juli 2020 den notariell aus-
gearbeiteten (vgl. AB 114, 124 ff.) Stammanteilkaufvertrag (vgl. unpaginiert 
eingefügt anstelle von AB 86, 95). Damit gab er nicht nur sein schriftliches 
Einverständnis zum Verkauf seiner vier Stammanteile an D.________, 

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sondern als Gesellschafter auch seine Zustimmung zum Verkauf der vier 
Stammanteile von E.________ an F.________ (drei Stammanteile) und 
D.________ (ein Stammanteil) i.S.v. Ziff. 6.1 des Stammanteilkaufvertra-
ges. E.________ stimmte seinerseits als Gesellschafter dem Verkauf des 
Beschwerdeführers an D.________ am 22. Juli 2020 zu (unpaginiert einge-
fügt anstelle von AB 84). Die beiden Käufer, F.________ und D.________, 
unterzeichneten den Stammanteilkaufvertrag jeweils zuletzt am 28. Juli 
2020 (unpaginiert eingefügt anstelle von AB 74, 81). Damit war der Be-
schwerdeführer gegenüber der Käuferin seiner Stammanteile verpflichtet, 
während der Hängigkeit des Kaufgeschäfts für den Bestand der Kaufsache 
zu sorgen bzw. deren Interessen zu wahren, womit es ihm verwehrt war, 
auf sein Einflussnahmerecht als Gesellschafter zu verzichten. Folglich war 
der Beschwerdeführer bis zur Übertragung seiner vier Stammanteile am 
28. Juli 2020 weiterhin nicht nur formal, sondern auch tatsächlich in einer 
arbeitgeberähnlichen Stellung für die GmbH tätig. Der Umstand, dass sich 
der Verkauf der Stammanteile bzw. die Unterzeichnung des Stammanteil-
kaufvertrages infolge interner Abklärungen und Angelegenheiten sowie 
durch die COVID-19-Krise verzögert hat (vgl. dazu auch AB 64 f.), ist für 
die hier massgebliche Frage betreffend den Zeitpunkt der endgültigen Auf-
gabe der arbeitgeberähnlichen Stellung unbeachtlich, da die Einflussmög-
lichkeiten des Beschwerdeführers auf die Gesellschaft massgebend sind, 
welche – wie dargelegt – während diesen Verzögerungen bestanden.

3.3 Nach dem Gesagten verneinte die Beschwerdegegnerin einen An-
spruch auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 9. März 2020 aufgrund der 
arbeitgeberähnlichen Stellung im Zeitpunkt der Anmeldung zu Recht. Die 
gegen den Einspracheentscheid vom 28. Oktober 2020 (AB 35 - 41) erho-
bene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

3.4 Da der Beschwerdeführer bis am 28. Juli 2020 als arbeitgeberähnli-
che Person gilt, wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen haben, ob der Be-
schwerdeführer ab dem 9. März 2020 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi-
gung im Rahmen der massgeblichen Bestimmungen der COVID-19-
Verordnungen hat und ob, sollte der Anspruch bislang nicht geltend ge-
macht worden sein, gegebenenfalls Wiedereinsetzungsgründe (vgl. Art. 41 
ATSG) vorliegen. Die Akten sind somit zur Vornahme der entsprechenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2021, ALV/20/882, Seite 9

Überprüfung und anschliessendem Entscheid an die Beschwerdegegnerin 
zu überweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG (in 
der bis 31. Dezember 2020 gültigen Fassung; vgl. Art. 83 ATSG) sind keine 
Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat der unterliegende Beschwerde-
führer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus 
Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG); der Beschwerdegegnerin 
steht praxisgemäss ebenfalls keine Parteientschädigung zu (Art. 104 
Abs. 4 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 lit. c VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Die Akten werden im Sinne von Erwägung 3.4 an die Arbeitslosenkas-
se Unia überwiesen.

4. Zu eröffnen (R):
- MLaw B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Arbeitslosenkasse Unia  
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2021, ALV/20/882, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.