# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33f043e3-dd44-56ae-a3cd-126872b2c5e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 10.12.2025 BRGE III Nrn. 0164-0165/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nrn--0164-0_2025-12-10.pdf

## Full Text

Baurekursgericht
des Kantons Zürich
3. Abteilung

G.-Nrn. R3.2025.00051 und R3.2025.00052
BRGE III Nr. 0164/2025 und 0165/2025

Entscheid vom 10. Dezember 2025

Mitwirkende Abteilungspräsidentin Gabriele Kisker, Baurichter Martin Farner, Baurichte-
rin Sabine Ziegler, Gerichtsschreiber Mario Gasser

in Sachen Rekurrierende
R3.2025.00051
A AG
vertreten durch […]

R3.2025.00052
1. B
2. C
3. D
4. E
5. F
alle vertreten durch […]

gegen Rekursgegnerschaft
1. Gemeinderat X
2. Baudirektion Kanton Zürich
3. G AG

vertreten durch […]

Mitbeteiligte
R3.2025.00051
4. Gebäudeversicherung Kanton Zürich

betreffend Beschluss des Gemeinderats vom 11. März 2025 und Gesamtverfügung der
Baudirektion Kanton Zürich Nr. BVV 24-3347 vom 6. Januar 2025; Baube-
willigung für Umbau Recyclingsammelstelle, […]
______________________________________________________

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 2

hat sich ergeben:

A.
Der Gemeinderat X erteilte der G AG mit Beschluss vom 11. März 2025 die
baurechtliche Bewilligung für den Umbau der bestehenden Halle zu einer
Recyclingsammelstelle auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der H-Strasse 13
in X. Mit dem kommunalen Entscheid wurde die im koordinierten Verfahren
ergangene Gesamtverfügung vom 6. Januar 2025 eröffnet, mit welcher die
Baudirektion Kanton Zürich das Bauvorhaben in lärmschutz- und gewässer-
schutzrechtlicher Hinsicht bewilligte.

B.
Hiergegen wandte sich die A AG mit Rekursschrift vom 16. April 2025 an das
Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung der
Baubewilligung inkl. kantonaler Gesamtverfügung, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zu Lasten der Rekursgegnerschaft.

Mit gemeinsamer Eingabe vom 16. April 2025 erhoben sodann B, C, D, E
sowie F Rekurs gegen die beiden erwähnten Entscheide und stellten fol-
gende Anträge:

"1. Der angefochtene Beschluss und die angefochtene Verfügung seien
aufzuheben. Die nachgesuchte Baubewilligung sei zu verweigern.

 2. Eventuell sei die Bewilligung um die folgenden Auflagen zu ergänzen:
 - die Lärmschutzwände im Aussenbereich seien bis zu den Grund-

stücksgrenzen zu verlängern und auf 5 m zu erhöhen.
 - Die Lärmschutzwände im Aussenbereich seien mit Paneelen der

höchsten Schallabsorptionsklasse (Absorptionsgrad 1) zu erstellen.
 - auch die Hallenwände, insbesondere die südliche Hallenwand, seien

lärmdämmend auszukleiden, mit mindestens demselben lärmdäm-
menden Material wie die seitlichen Lärmschutzwände.

 - die kritischen Lärmquellen (Pressmulden, Glassammelmulde u.a.)
seien mit schalldämmendem Material einzuhausen und zudem von
den kritischen Toröffnungen weg weiter nach Norden zu verlegen.

 - die Tore seien so einzurichten, dass sie sich nur zweitweise, bei Be-
darf, öffnen. Ausserdem seien im Bereich der Toröffnungen Schall-
schutzvorhänge zu installieren.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 3

 - Der Betrieb sei mit einem Rotlichtsystem an der I-Strasse oder an
sonst einem geeigneten Ort zu versehen, sodass bei übermässigem
Andrang verhindert wird, dass sich der Nutzverkehr aus dem Be-
triebsareal hinaus in die H-Strasse zurückstaut.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekursgegner."

C.
Mit Verfügungen vom 22. bzw. 23. April 2025 wurden die Rekurseingänge
unter den Geschäfts-Nrn. R3.2025.00051 (A AG, nachfolgend Rekurrentin 1)
und R3.2025.00052 (B etc., nachfolgend Rekurrierende 2) vorgemerkt und
die Vernehmlassungsverfahren eröffnet.

D.
Im Verfahren G.-Nr. R3.2025.00051 beantragte die Baudirektion mit Ver-
nehmlassung vom 14. Mai 2025 die Abweisung des Rekurses und verwies
zur Begründung auf den Mitbericht des Amtes für Wirtschaft vom 5. Mai
2025. Mit Vernehmlassung vom 23. Mai 2025 beantragte der Gemeinderat
die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei, unter Kostenfol-
gen zu Lasten der Rekurrentschaft. Am 26. Mai 2025 beantragte die G AG,
der Rekurs sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Rekurrentin. Am 11. Juni 2025 nahm
sodann die Gebäudeviersicherung Kanton Zürich (GVZ) Stellung zur Rekurs-
schrift, wobei sie sich der Stellungnahme des Gemeinderats vollumfänglich
anschloss.

In ihrer Replik vom 8. Juli 2025 hielt die Rekurrentin 1 an ihren gestellten
Anträgen fest. Auch die private Rekursgegnerin hielt mit Duplik vom 29. Juli
2025 an ihren Anträgen fest. Die GVZ verzichtete am 16. Juni 2025 [recte:
Juli] explizit auf die Einreichung einer Duplik. Die übrige Rekursgegnerschaft
liess sich nicht mehr vernehmen.

E.
Im Verfahren G.-Nr. R3.2025.00052 stellte die Baudirektion mit Rekursant-
wort vom 8. Mai 2025 wiederum den Antrag, der Rekurs sei abzuweisen und
verwies zur Begründung auf den Mitbericht des Amtes für Wirtschaft vom
5. Mai 2025. Der Gemeinderat beantragte in seiner Vernehmlassung vom

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 4

23. Mai 2025 ebenfalls die Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutre-
ten sei, unter Kostenfolgen zu Lasten der Rekurrentschaft. Die private Re-
kursgegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2025 die Abwei-
sung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei; unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zu Lasten der Rekurrierenden.

Mit Replik vom 17. Juni 2025 hielten die Rekurrierenden sinngemäss an ih-
ren Anträgen fest. Auch die Baudirektion blieb in ihrer Duplik vom 3. Juli 2025
unter Verweis auf den Mitbericht des Amtes für Wirtschaft vom 23. Juni 2025
bei ihrem Antrag. Die private Rekursgegnerin hielt mit Duplik vom 11. Juli
2025 ebenfalls an ihren Anträgen fest. Am 23. Juli 2025 reichten die Rekur-
rierenden eine weitere Stellungnahme ein.

F.
Am 17. September 2025 führte eine Delegation der 3. Abteilung des Baure-
kursgerichts im Beisein der Parteien aus beiden Rekursverfahren einen Au-
genschein auf dem Lokal durch.

Im Anschluss an den Augenschein wurden die beiden Rekursverfahren sis-
tiert. Auf Ersuchen der privaten Rekursgegnerin wurden die Verfahren
schliesslich je mit Verfügung vom 9. Oktober 2025 fortgesetzt.

G.
Auf die Vorbringen der Parteien und die anlässlich des Lokaltermins ge-
machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 5

Es kommt in Betracht:

1.
Die Rekurse beziehen sich auf dasselbe Bauprojekt und dieselben Ent-
scheide. Die Verfahren sind daher aus prozessökonomischen Gründen zu
vereinigen.

2.
Gemäss § 338a des Planungs- und Baugesetzes (PBG) ist zum Rekurs be-
rechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berührt ist und ein schutz-
würdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Änderung hat. Ein Nachbar ei-
nes Bauvorhabens ist dann zum Rekurs berechtigt, wenn er über eine hin-
reichend nahe räumliche Beziehung zum Baugrundstück verfügt und wenn
er darüber hinaus durch die Erteilung der Baubewilligung mehr als die Allge-
meinheit in eigenen Interessen berührt ist (BGE 103 Ib 144, E. 4; 104 Ib 245,
E. 7 d).

Bei allen Rekurrierenden handelt es sich um Eigentümer und Eigentümerin-
nen von Grundstücken, die in der unmittelbaren Nachbarschaft des Bau-
grundstücks liegen. Aufgrund der engen räumlichen Beziehung und der –
noch darzulegenden – vorgebrachten Rügen sind die Rekurrierenden zur
Rekurserhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
erfüllt sind, ist auf ihren Rekurs einzutreten.

3.
Das Baugrundstück liegt in der Industriezone I gemäss Bau- und Zonenord-
nung der Gemeinde X (BZO). Es ist derzeit mit einer Lagerhalle / Bootswerft
überstellt, welche zu einem neuen Recyclinghof umgenutzt werden soll. Ge-
mäss Nutzungskonzept vom 21. November 2024 soll dieser Recyclinghof im
Auftrag der Gemeinde X von der privaten Rekursgegnerin betrieben werden
und der Bevölkerung von X für die Entsorgung von allerlei Abfällen und Wert-
stoffen dienen.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 6

4.1.
Die Rekurrentin 1 und die Rekurrierenden 2 machen in erster Linie geltend,
die Erschliessung sei in verkehrlicher Hinsicht ungenügend. Zusammenge-
fasst wird vorgebracht, die dem Verkehrskonzept zugrunde liegende Schät-
zung von unter der Woche 150 Hin- und Wegfahrten und am Wochenende
300 Hin- und Wegfahrten sei zu tief. Bei anderen Sammelstellen sei die Fre-
quenz weit höher. Zudem sei unverständlich, warum man sich auf Schätzun-
gen berufe, wenn sich mittels Zählungen bei bestehenden Anlagen und ei-
nem Vergleich der Ergebnisse mit den jeweiligen Einzugsgebieten eine ge-
naue Prognose erstellen liesse. Ferner sei der für die übrigen an die H-
Strasse angebundenen Betriebe eingesetzte Durchschnittswert von 2,5 täg-
lichen Fahrten pro Parkplatz zu tief. Auch seien die potenziellen Nutzungen
auf den noch unüberbauten Flächen, die Anhebung der Baumassenziffer in
der Industriezone I um mehr als 20 % und der Schwerverkehrsanteil zu be-
rücksichtigen. Die Rekurrierenden 2 halten dafür, dass in der H-Strasse
deutlich über 1’000 Fahrten pro Tag zu veranschlagen seien. Gemäss der
Verkehrserschliessungsverordnung sei damit ein Ausbaugrad einer Er-
schliessungsstrasse gefordert, welchen Anforderungen die H-Strasse nicht
genüge. Da die H-Strasse auch als Fussweg benützt werde, sei die Ver-
kehrssicherheit beeinträchtigt. Zudem würden regelmässige Rückstausitua-
tionen in der H-Strasse drohen wegen fehlenden Kapazitäten für wartende
Fahrzeuge auf dem Baugrundstück, was die Zufahrt zum Grundstück der
Rekurrentin 1 tangiere. Schliesslich liege ein Betrieb vor, der unverhältnis-
mässigen Verkehr auslöse, was gemäss Art. 28 Abs. 2 BZO unzulässig sei.
Die Rekurrierenden 2 reichen zudem ein Fachgutachten ins Recht, gemäss
welchem die Abbieger von der I-Strasse in die H-Strasse und von der H-
Strasse Ost in die H-Strasse West für Lastwagen nur erschwert benützt wer-
den könnten. Die Lastwagen würden im östlichen Teil im Begegnungsfall auf
das Trottoir ausweichen. Dabei sei zu bemerken, dass dieser Teil der H-
Strasse auch als Zubringer zum südlich gelegenen Wohnquartier diene und
das Trottoir entsprechend von Fussgängern ohne Bezug zum Industriegebiet
benützt werde. Überdies seien die Zustände gemäss Gutachter bereits aktu-
ell relativ chaotisch. Auf jeden Fall ergäben sich an den Samstagen und spä-
ten Nachmittagen Spitzen, die die vorgesehenen Parkplätze in der Halle
nicht aufnehmen könnten und die deshalb zu ausgedehnten Rückstaus füh-
ren würden.

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4.2.
Der Gemeinderat entgegnet in diesem Zusammenhang, das Fachgutachten
der K AG sei plausibel und schlüssig, weshalb darauf verwiesen werden
könne. Die Verkehrssicherheit sei auf der kurzen, übersichtlichen und breiten
Strasse auch ohne Trottoir gewährleistet. Die geschätzten 300 Fahrten pro
Arbeitstag würden plausibel und nachvollziehbar erscheinen. Effektive Mes-
sungen der erzeugten Fahrten seien für eine geplante Anlage nicht möglich.
Der Vergleich mit der nahegelegenen Sammelstelle L sei sachgerecht, denn
das kommunale Einzugsgebiet erscheine vergleichbar. Das erhöhte Fahr-
tenaufkommen an Samstagen erfolge antizyklisch zur übrigen Nutzung in der
Industriezone, sodass sich die Nutzungen mit Bezug auf den Verkehr optimal
ergänzten. Bei einer durchschnittlichen Abladezeit von 5 Minuten von gleich-
zeitig acht Fahrzeugen könnten in der geplanten Sammelstelle 96 Fahr-
zeuge pro Stunde abladen. Die erwarteten Fahrzeuge könnten damit ohne
weiteres aufgenommen werden.

4.3.
Die private Rekursgegnerin verweist ebenfalls auf das eingeholte Verkehrs-
gutachten. Ergänzend bringt sie vor, wenn dem Nutzungskonzept und dem
Verkehrsgutachten die Erfahrungswerte der Sammelstelle L zugrunde gelegt
würden, sei damit eine erhebliche Reserve berücksichtigt, zumal diese ei-
nem massiv grösseren Nutzerkreis offen stehe, als die vorliegend geplante
Sammelstelle. Die bestehende Sammelstelle L stehe insgesamt rund 42'000
Einwohnern zur Verfügung, wohingegen die streitbetroffene neue Sammel-
stelle einzig der Bevölkerung von X diene.

4.4.
Die Rekurrierenden 2 bringen in der Replik ergänzend vor, das Einzugsge-
biet der geplanten Sammelstelle beschränke sich nicht auf die Gemeinde X.
Die umliegenden Gemeinden hätten alle entweder keine oder nur einge-
schränkt betriebene Sammelstellen. M oder N hätten am Samstag geschlos-
sen, sodass von dort am Tag mit der höchsten Nutzungsfrequenz einige
kommen würden.

4.5.1.
Bei der genügenden Erschliessung einer Parzelle handelt es sich um eine
Grundanforderung, welcher alle Bauvorhaben zu genügen haben (vgl.
§§ 233 ff. PBG). Erschlossen ist ein Grundstück unter anderem, wenn es

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selbst und die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genügend zugäng-
lich sind. Die genügende Zugänglichkeit bedingt in tatsächlicher Hinsicht
eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten oder Anlagen entspre-
chende Zufahrt für die Fahrzeuge der öffentlichen Dienste und der Benützer
(§ 237 Abs. 1 Satz 1 PBG). Zufahrten sollen für jedermann verkehrssicher
sein (§ 237 Abs. 2 Satz 1 PBG).

Die technischen Anforderungen an Zufahrten werden in der Verkehrser-
schliessungsverordnung (VErV) geregelt. Als Zufahrten gelten Strassen der
Feinerschliessung als Verbindung ab der Grundstücksgrenze mit dem Stras-
sennetz der Groberschliessung (§ 3 lit. b VErV). Zufahrten sind so zu gestal-
ten, dass sie ihren Zweck erfüllen und der vollständigen Nutzung der Grund-
stücke genügen und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen
und Verkehrsteilnehmer jederzeit gewährleistet ist (§ 4 lit. a und b VErV). Der
Einsatz der öffentlichen Dienste, insbesondere für Notfalleinsätze, muss je-
derzeit gewährleistet sein (§ 4 lit. c VErV). Die technischen Anforderungen
an Zufahrten finden sich in den Anhängen 1–6 der Verkehrserschliessungs-
verordnung (§ 5 Abs. 1 VErV).

Unter den Voraussetzungen von § 6 Abs. 1 und 2 VErV können in Einzelfäl-
len in Abweichung von § 5 VErV geringere Anforderungen an eine Zufahrt
oder Ausfahrt gestellt werden. Vorbehalten bleiben in jedem Fall die Notzu-
fahrt und die Verkehrssicherheit (§ 6 Abs. 3 VErV).

4.5.2.
Bei der Beurteilung der hinreichenden strassenmässigen Erschliessung und
insbesondere der Gewährung von Erleichterungen von den technischen An-
forderungen der Verkehrserschliessungsverordnung kommt den Gemeinden
ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu. Geprüft
wird daher nur, ob der angefochtene Entscheid auf einer richtigen und voll-
ständigen Feststellung des massgeblichen Sachverhalts beruht und ob die
bewilligte Erschliessungslösung verkehrssicher und unter dem Gesichtswin-
kel der Zweckmässigkeit vertretbar erscheint (VB.2019.00058 vom 18. Sep-
tember 2019, E. 3.3.1 mit weiteren Hinweisen).

4.5.3.
Zum Baugrundstück gelangen Fahrzeuge über den ersten Abschnitt der H-
Strasse. Dieser ist im östlichen Teil knapp 150 m lang und verläuft völlig

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gerade. Die Fahrbahn ist 6 m breit und weist am westlichen Rand ein Bankett
und am östlichen Rand ein 2 m breites Trottoir auf. Abgesehen davon, dass
die Fahrbahn gemäss amtlicher Vermessung 6 m und nicht 6,10 m misst,
entspricht die östliche H-Strasse einer Erschliessungsstrasse im Typ 4 ge-
mäss Anhang 1 VErV. Ferner muss rechts abgebogen werden, in den west-
lichen Teil der H-Strasse. Dieser Teil weist eine 6 m breite Fahrbahn ohne
seitliches Bankett oder Trottoir auf und entspricht damit einer Zufahrts-
strasse 2 des Typs 2 gemäss Anhang 1 VErV, wobei auch hier 10 cm Breite
fehlen. Der Strassenabschnitt verläuft ebenfalls gerade, bis nach 100 m auf
der linken Seite das Baugrundstück erreicht wird. Gemäss dem Plan "Erdge-
schoss" sind entlang der Ostfassade der Halle zwei Wartezonen geplant,
welche die PKWs zum Eingang in die Sammelstelle an der südöstlichen Hal-
lenecke führen. Die Wartezone bietet Platz für ca. 15 wartende Fahrzeuge.
In der Halle selbst sind acht Ausladeplätze vorgesehen. In der nordwestli-
chen Ecke der Halle gelangen PKWs wieder aus der Halle heraus auf den
westlichen Teil der H-Strasse. Die Fahrzeuge werden somit im Uhrzeigersinn
durch die Sammelstelle geführt und müssen nirgends wenden.

4.5.4.
In den Baugesuchsunterlagen findet sich ein Fachgutachten von der K AG
vom 17. Februar 2025. Dieses geht aufgrund des Anwendungsbereichs einer
Erschliessungsstrasse für bis zu 600 Wohneinheiten von einer Belastbarkeit
von bis zu 1'800 täglichen Fahrten aus bei einer wie vorliegend gewerblichen
Nutzung. Für die Zufahrtsstrasse 2 wird von einer Belastbarkeit von bis zu
900 Fahrten pro Tag ausgegangen. Eine Messung der K AG in der östlichen
H-Strasse ergab einen durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von 812
Fahrzeugen. An Samstagen wurde ein DTV von 166 Fahrzeugen gemessen.
Für die H-Strasse West nahm die Gutachterin aufgrund der ca. 105 Parkfel-
der in diesem Strassenabschnitt ein Verkehrsaufkommen von ca. 260 Fahr-
ten pro Tag an (2,5 Fahrten pro Parkfeld).

Weiter wird im Gutachten ausgeführt, das nach Erstellung der Sammelstelle
erwartete Verkehrsaufkommen sei gemäss den Erfahrungen mit der beste-
henden Sammelstelle L abgeschätzt worden. Unter der Woche werde mit
rund 300 zusätzlichen Autofahrten (150 Hin- und Wegfahrten) pro Tag ge-
rechnet, was durchschnittlich 25 Fahrten pro Stunde entspreche. Am Sams-
tag seien es mit 600 zusätzlichen Autofahrten (300 Hin- und Wegfahrten)
etwa doppelt so viele Fahrten, dies entspreche durchschnittlich 85 Fahrten

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 10

pro Stunde. Zusätzlich zu den Autofahrten seien maximal 3 Lastwagenfahr-
ten pro Tag zu erwarten für den Austausch der Mulden und Behälter. Durch
die Öffnungszeiten der Sammelstelle (Mo. bis Fr. von 09:00 bis 12:00 Uhr
und von 14:00 bis 17:00 Uhr und Sa. von 09:00 bis 16:00 Uhr) werde der
zusätzliche Verkehr die Spitzenstunden des Verkehrs nicht belasten. Ge-
samthaft ist die Gutachterin daher der Auffassung, dass das zusätzliche Ver-
kehrsaufkommen von der bestehenden Strasseninfrastruktur aufgenommen
werden könne.

4.5.5.
Diesen plausiblen und schlüssigen Erhebungen und Schlussfolgerungen
vermögen die Rekurrierenden nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. In Be-
zug auf das bestehende Verkehrsaufkommen ist festzuhalten, dass die ge-
schätzten 2,5 Fahrbewegungen pro Parkfeld bzw. ca. 260 Fahrten pro Tag
in der H-Strasse West angesichts des gemessenen DTV von 812 Fahrten in
der H-Strasse Ost realistisch sein dürfte, zumal nur ein Teil der über die H-
Strasse Ost erschlossenen Grundstücke auch noch über die H-Strasse West
erschlossen werden.

Hinsichtlich der baulichen Reserven entlang der H-Strasse ist zu erwähnen,
dass diejenigen brachliegenden Grundstücke, die als Parkplätze gebraucht
werden, zu Recht in die Beurteilung miteingeflossen sind. In Bezug auf das
grosse, noch unbebaute Grundstück Kat.-Nr. 2 ganz im Westen ist höchst
fraglich, ob dieses dereinst über die H-Strasse erschlossen wird, zumal die-
ses heute über die I-Strasse erschlossen wird und deren Eigentümerschaft
nicht an der privaten Strassenparzelle H-Strasse West beteiligt ist. Zu Recht
blieb dieses bei der Kapazitätsermittlung unberücksichtigt.

Hinsichtlich des erwarteten Verkehrsaufkommens der Sammelstelle wurden
ebenfalls plausible Annahmen getroffen. Bei einem Einzugsgebiet von X mit
15'100 Einwohnenden sind 150 Besuche an einem Werktag und 300 Besu-
che an einem Samstag, mithin 1’050 Besuche pro Woche, sehr grosszügig
bemessene Zahlen. Dies würde bedeuten, dass jede in X wohnhafte Person
(inkl. Kinder, Betagte usw.) die Sammelstelle im Durchschnitt alle drei bis
vier Monate anfahren würde, was nach der allgemeinen Lebenserfahrung
unrealistisch ist. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass in X nebst
Hauskehricht, Papier und Karton wöchentlich auch zu entsorgendes Sperr-
gut am Strassenrand abgeholt wird (gegen Gebührenmarken, vgl.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 11

Abfallkalender der Gemeinde X, […]). Gemäss Auskunft der Gemeinde wird
dieses System auch nach Eröffnung der Sammelstelle beibehalten (Prot.
S. 7). Die rekurrentischen Befürchtungen, dass die Sammelstelle auch von
Personen aus anderen Gemeinden aufgesucht wird, erscheinen sodann un-
begründet. Selbstredend kann dieses Phänomen nicht gänzlich ausge-
schlossen werden. Allerdings betreiben alle umliegenden Gemeinden eine
eigene Sammelstelle, welche entgegen den rekurrentischen Vorbringen
auch samstags geöffnet haben: […].

Wie die Rekursgegnerschaft zutreffend erklärt, erfolgt das erhöhte Fahrten-
aufkommen an Samstagen antizyklisch zur übrigen Nutzung in der Industrie-
zone. An den übrigen Werktagen führen die beschränkten Öffnungszeiten
(09:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr) dazu, dass die bestehenden
verkehrlichen Spitzenauslastungen nicht zusätzlich belastet werden. Sollte
sich der Verkehr wider Erwarten tatsächlich aus dem Baugrundstück heraus
auf die H-Strasse stauen, dürfte sich dies auf wenige jährliche Spitzentage
beschränken, an welchen im Übrigen wenig Verkehr im Industriegebiet
herrscht (vgl. der am Samstag erheblich niedrige DTV). Angesichts der prog-
nostizierten Fahrten, der zahlreichen Park- und Wartefeldern auf dem Bau-
grundstück sowie der speditiven Abwicklung der abzuladenden Fahrzeuge
ohne Wendemanöver, ist mit der Rekursgegnerschaft nicht anzunehmen,
dass sich der Verkehr aus dem Baugrundstück heraus stauen wird.

Gesamthaft ist mit der Rekursgegnerschaft davon auszugehen, dass der er-
wartete zusätzliche Verkehr auf dem vorhandenen Strassennetz problemlos
aufgenommen werden kann. Es ist folglich nicht zu beanstanden, wenn der
Gemeinderat den Ausbaugrad der H-Strasse als genügend qualifiziert. Der
Umstand, dass die Fahrbahn 6 m und nicht 6,10 m beträgt, wie im Anhang 1
VErV gefordert wird, ändert daran nichts, zumal in Einzelfällen von Richtli-
nien und Normalien abgewichen werden kann und der Bewilligungsbehörde
in solchen Fragen ein Ermessensspielraum zusteht, solange die Notzufahrt
und die Verkehrssicherheit gewährleistet sind (vgl. § 360 Abs. 3 PBG und
VB.2024.00227 vom 16. Mai 2025, E. 4.6.6 mit weiteren Hinweisen).

4.5.6.
Wie am Augenschein erkannt werden konnte, ist die H-Strasse sehr über-
sichtlich. In den vergangenen fünf Jahren hat sich in der H-Strasse ausser
einem Parkierunfall mit Sachschaden kein einziger polizeilich registrierter

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Verkehrsunfall ereignet (vgl. Karte "Polizeilich registrierte Verkehrsunfälle"
im Geoportal des Kantons Zürich [www.geo.ktzh.ch]). Obwohl in der westli-
chen H-Strasse kein Trottoir vorhanden ist, bestehen für Fussgänger im sel-
tenen Bedarfsfall überall Ausweichmöglichkeiten im seitlichen Strassen-
raum. Auch das von den Rekurrierenden 2 eingereichte Privatgutachten vom
14. Januar 2025 vermag keine ins Gewicht fallende Sicherheitsmängel auf-
zuzeigen. Der Begegnungsfall LKW/LKW kann bei einer Fahrbahn von 6 m
noch immer ohne Beanspruchung des Trottoirs erfolgen, wie auch der Pri-
vatgutachter einräumt. Zusammenfassend ist mit dem Gemeinderat davon
auszugehen, dass die Verkehrssicherheit auch bei zusätzlichem Verkehrs-
aufkommen, ausgehend von der geplanten Sammelstelle, gewährleistet ist.

Im Ergebnis ist die geplante Sammelstelle in tatsächlicher Hinsicht ausrei-
chend erschlossen. Die rekurrentischen Vorwürfe erweisen sich als unbe-
gründet.

4.5.7.
Art. 28 Abs. 2 BZO besagt, dass Betriebe, die unverhältnismässigen Verkehr
auslösen, nicht zulässig sind. Wie der Gemeinderat in dieser Hinsicht zutref-
fend ausführt und wie vorstehend aufgezeigt wurde, löst das Bauvorhaben
keinen übermässigen Verkehr aus, sondern ist vergleichbar mit anderen In-
dustrie- oder Gewerbebetrieben. Es ist unter Berücksichtigung des dem Ge-
meinderat bei der Anwendung von kommunalem Recht zustehenden Ermes-
sensspielraums nicht zu beanstanden, wenn er Art. 28 Abs. 2 BZO nicht als
verletzt erachtete.

5.1.
Die Rekurrentin 1 und die Rekurrierenden 2 stellen auch die rechtliche Er-
schliessung in Frage, da die Zustimmung der übrigen Miteigentümer der Pri-
vatstrasse (H-Strasse West) zur Erschliessung der Sammelstelle über diese
Strassenparzelle nicht vorliege. Eine übermässig intensive Nutzung des ge-
meinschaftlichen Eigentums durch einen Miteigentümer bedürfe aber der Zu-
stimmung durch alle übrigen Eigentümer. Die durchschnittlich erwarteten
300 bis 600 Fahrten seien bei einer angeblichen Kapazität von 900 Fahrten
weit überanteilig. Die Rekurrentin 1 als Miteigentümerin der Strassenparzelle
verweigere hierzu ihre Zustimmung. Auch verweigere sie ihre Zustimmung
zur Dienstbarkeit zugunsten der Öffentlichkeit, mit welcher der

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Wendehammer gesichert werden solle. Der Wendehammer funktioniere nur
in Kombination mit der Strasse, die als Manövrierfläche dienen müsse, was
eine Zweckänderung darstelle, welcher sie nicht zustimme. Da es sich bei
der Sammelstelle zudem um eine öffentliche Anlage handle, benötige die
Öffentlichkeit auch eine Berechtigung zum Befahren der Privatstrasse. Einer
solchen Dienstbarkeit würde die Rekurrentin 1 ihre Zustimmung aber eben-
falls nicht erteilen.

5.2.
Der Gemeinderat erklärt in seiner Vernehmlassung, das Baugrundstück sei
an der H-Strasse dinglich mitberechtigt. Für die vertiefte Auslegung der ding-
lichen Berechtigung habe es im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens
keine Veranlassung gegeben, zumal eine unzumutbare Belastung der Stras-
senparzelle durch das Bauvorhaben nicht erkennbar gewesen sei.

5.3.
Zufahrten müssen für den bestimmungsgemässen Gebrauch rechtlich gesi-
chert sein. Diese rechtliche Sicherung umfasst den Nachweis, dass der Bau-
herr über dauernde und für die vorgesehene Bewerbung einer Baute ausrei-
chende Benützungsrechte an einer Zufahrt verfügt oder dass ihm für den
Ausbau die nötigen dinglichen Rechte zustehen. Der Nachweis kann durch
Eigentum, Dienstbarkeit oder aber durch einfache schriftliche Zustimmung
des berechtigten Eigentümers geleistet werden. Mit einem Revers muss so-
dann noch gewährleistet sein, dass die Erschliessung dem fraglichen Bau-
vorhaben dauernd zur Verfügung steht (für die Zufahrt ausdrücklich § 237
Abs. 4 PBG).

Dem Bauherrn steht in diesem Zusammenhang auch der Nachweis offen,
dass die ihm dienende Zufahrt im fraglichen Bereich dem öffentlichen Ge-
brauch offensteht, das heisst, dem Gemeingebrauch gewidmet ist. Damit
dies der Fall ist, bedarf es im Kanton Zürich einer (in der Regel formlosen)
Widmung zum Gemeingebrauch. Diese setzt voraus, dass dem Gemeinwe-
sen die Verfügungsmacht über das betreffende Strassengebiet zukommt.
Das ist regelmässig dann der Fall, wenn das Gemeinwesen das Strassenge-
biet zu Eigentum erworben hat, sei es freihändig oder durch Expropriation.
Die Verfügungsmacht kann aber auch auf einer privatrechtlichen Dienstbar-
keit zugunsten der Öffentlichkeit oder einer öffentlich-rechtlichen Eigentums-
beschränkung beruhen. Ferner lassen Lehre und Rechtsprechung für die

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 14

Begründung der Verfügungsmacht auch die blosse Zustimmung des Eigen-
tümers zur Widmung genügen. Eine besondere Form dieser Zustimmung ist
in keinem Fall erforderlich. So kann ein jahrelanger, widerspruchsloser Ge-
brauch durch die Öffentlichkeit eine entsprechende Widmung bewirken (zum
Ganzen: VB.2020.00612 vom 18. März 2021, E. 4.1 mit zahlreichen weiteren
Hinweisen).

5.4.
Die Strassenparzelle Kat.-Nr. 3 (H-Strasse West) steht im subjektiv-dingli-
chen Eigentum der jeweiligen Eigentümer zahlreicher anstossender Grund-
stücke. Der Eigentümer des Baugrundstücks ist zu 18/100 an der Strassen-
parzelle beteiligt. Die dauernde und jederzeitige bestimmungsgemässe Be-
nützung der Zufahrt ist damit rechtlich gesichert (vgl. VB.2020.00574 vom
19. Mai 2021, E. 5., wo dies gerade nicht der Fall war). Zu Recht hat der
Gemeinderat diese Voraussetzung vorfrageweise geprüft und bejaht. Ohne-
hin ist der an sich private, westliche Teil der H-Strasse als öffentlich zu qua-
lifizieren. Dieser erschliesst zahlreiche Grundstücke und ist vor Ort nicht als
privat zu erkennen oder gar gekennzeichnet (vgl. Prot. S. 10, Foto Nr. 5). Es
ist folglich davon auszugehen, dass dieser Strassenabschnitt konkludent der
Öffentlichkeit gewidmet ist. Eine Dienstbarkeit zugunsten der Öffentlichkeit
ist nicht von Nöten.

Da die Erschliessung rechtlich und tatsächlich sichergestellt ist, ist die Re-
kurrentin 1 im Übrigen an das Zivilgericht zu verweisen, sofern sie den
Standpunkt vertritt, das Bauvorhaben beanspruche die Strassenparzelle
übermässig und darin eine Verletzung von Art. 648 Abs. 1 des Zivilgesetz-
buches (ZGB) sieht (§ 1 VRG).

Was den geplanten Wendehammer am Ende der H-Strasse anbelangt, ist
festzuhalten, dass in Dispositiv-Ziffer 4.4 des angefochtenen Beschlusses
die Eintragung der Dienstbarkeit für die öffentliche Wendemöglichkeit auf
dem Baugrundstück gefordert wurde. Für die Strassenparzelle wurde dies
nicht gefordert, weshalb die Rekurrentin 1 von dieser Auflage nicht tangiert
wird. Da einzelne Wendemanöver von Fahrzeugen in einer Stichstrasse üb-
lich sind, liegt keine Zweckänderung der Strassenparzelle vor, welche die
Zustimmung der Miteigentümerschaft erforderte.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 15

Die Einwände der Rekurrierenden in Bezug auf die rechtliche Erschliessung
erweisen sich gesamthaft als unberechtigt.

6.1.
In beiden Rekursen wird sodann bemängelt, dass für das streitgegenständ-
liche Vorhaben kein Richtplaneintrag vorliege. Die Abfallplanung sei aber als
raumwirksam zu qualifizieren, da ein Koordinationsbedarf bestehe. Das aus-
gewählte Baugrundstück könne sich weder auf eine Koordination noch auf
eine Planung abstützen. Die Abfallverordnung (VVEA) sehe vor, dass raum-
wirksame Ergebnisse der Abfallplanung in der Richtplanung berücksichtigt
werden müssten. § 25 Abs. 1 lit. e PBG verlange ebenfalls einen Richt-
planeintrag, genauso wie § 24 Abs. 1 AbfG ZH. Als Abfallanlage sei die ge-
plante Sammelstelle zumindest auf regionaler Ebene richtplanungsbedürftig.
Derartige Anlagen hätten nicht nur jede für sich erhebliche Raumwirksam-
keit, sondern die verschiedenen Anlagen seien auch gesamthaft aufeinander
abzustimmen.

6.2.
Nach Art. 8 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG) bedürfen Vorhaben
mit gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Umwelt einer Grundlage im
Richtplan. Gewichtige Auswirkungen auf Raum und Umwelt liegen vor, so-
bald angesichts der weitreichenden Auswirkungen des Vorhabens eine vor-
gängige umfassende Interessenabwägung notwendig erscheint, die nur
durch den Prozess der Richtplanung garantiert werden kann. Die Schwelle
zum Richtplanvorbehalt überschreiten insbesondere Vorhaben, welche: aus-
gedehnte Flächen beanspruchen; bedeutenden Einfluss auf die Nutzungs-
und Versorgungsstrukturen des Kantons zeitigen; erhebliche Verkehrs-
ströme erzeugen; grosse Kulturlandverluste oder hohe Umwelt-, Natur- und
Landschaftsbelastungen verursachen oder sich erheblich auf den Unter-
grund auswirken (vgl. BGE 147 II 164, E. 3.1)

6.3.
Der Versorgungsplan als Teilrichtplan des kantonalen Richtplans enthält die
bestehenden und vorgesehenen Anlagen und Flächen von kantonaler Be-
deutung u.a. für die Beseitigung, Aufbereitung und Wiederverwertung von
Abfällen und Schadstoffen (§ 20 Abs. 1 PBG und § 25 Abs. 1 lit. e PBG).

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 16

Gemäss Ziffer 5.7.2 des kantonalen Richtplans werden in der Richtplankarte
bestehende Kehrichtverbrennungsanlagen sowie bestehende und geplante
Deponien festgelegt. Damit sollen genügend Verbrennungskapazitäten so-
wie geeignete Standorte mit ausreichendem Deponievolumen gesichert wer-
den. Andere Anlagen für die Behandlung und das Rezyklieren von Sied-
lungs-, Betriebs- und Bauabfällen (Kompostier-, Vergärungs- und Bauabfall-
anlagen, Recyclingbetriebe und Abfallsammelstellen) sind grundsätzlich in-
nerhalb des Siedlungsgebiets zu realisieren. Damit wird dem von den Rekur-
rierenden erwähnten Art. 5 der Abfallverordnung (VVEA) Rechnung getra-
gen, welcher u.a. bestimmt, dass die Kantone die raumwirksamen Ergeb-
nisse der Abfallplanung in ihrer Richtplanung berücksichtigen.

Der regionale Richtplan erfasst Gebiete, die nach ihrer Lage, nach den wirt-
schaftlichen und sozialen Verhältnissen, nach der Erschliessung, Versor-
gung und Ausstattung sowie nach ihrer mutmasslichen Entwicklung einer ab-
gestimmten Raumordnung bedürfen und zugänglich sind. Er umfasst die
gleichen Bestandteile und ordnet sinngemäss die nämlichen Sachbereiche
wie der kantonale Richtplan; er kann jedoch die räumlichen und sachlichen
Ziele enger umschreiben oder bei Bedarf weiter gehende Angaben enthalten
(§ 30 Abs. 1 und 2 PBG).

6.4.
Die streitgegenständliche Sammelstelle wird innerhalb des Siedlungsgebiets
erstellt und stellt typischerweise keine Anlage von regionaler oder gar kanto-
naler Bedeutung dar, zumal sie sich lediglich an die Bevölkerung von X rich-
tet. Wie bereits aufgezeigt, bestehen auch in den umliegenden Gemeinden
derartige Sammelstellen. Ein Koordinationsbedarf auf regionaler oder gar
kantonaler Ebene ist daher nicht erkennbar. Es wird vorliegend auch kein
Abfall verarbeitet, verbrannt oder deponiert, sondern lediglich gemeindeweit
gesammelt bzw. entgegengenommen und sortiert. Der Flächenverbrauch
der Anlage ist mit rund 1'000 m2 keineswegs ausgedehnt und sie wird auch
keine erheblichen Verkehrsströme erzeugen (vgl. E. 4.5 vorstehend sowie
Ziff. 4.5.1. lit. a. des kantonalen Richtplans, wonach als verkehrsintensive
Einrichtungen im Grundsatz Einzelobjekte und Anlagen gelten, die an min-
destens 100 Tagen pro Jahr mehr als 3000 Fahrten von Personenwagen
erzeugen). Es liegen auch sonst keine gewichtigen Auswirkungen auf Raum
und Umwelt vor, aufgrund welcher ein Eintrag im Richtplan zu fordern wäre.
§ 24 Abs. 1 des Abfallgesetzes (AbfG), der vorsieht, dass der Standort von

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 17

Deponien und Abfallanlagen, soweit erforderlich, in den Richtplänen festge-
legt wird, wird ebenfalls nicht verletzt: Einerseits ist fraglich, ob es sich bei
einer Sammelstelle überhaupt und eine Abfallanlage im Sinne des Gesetzes
handelt. Jedenfalls aber ist die richtplanerische Festlegung nach dem Ge-
sagten nicht erforderlich.

Zusammengefasst hat das umstrittene Vorhaben nicht derart weitreichende
Auswirkungen, dass es eine vorgängige umfassende planerische Interes-
senabwägung auf kantonaler oder regionaler Ebene erfordert. Entgegen den
rekurrentischen Ausführungen kann die Richtplanpflicht verneint werden.

7.1.
Die Rekurrierenden rügen weiter, das Bauvorhaben sei nicht zonenkonform.
Bei der Sammlung von Siedlungsabfällen handle es sich um eine öffentliche
Aufgabe, welche in eine Zone für öffentliche Bauten gehöre. Der Staat dürfe
Grundstücke der Industrie und Gewerbezone nicht für sich beanspruchen.

Die Rekurrierenden 2 machen ergänzend geltend, im Zusammenhang mit
den südlich angrenzenden Wohngebieten stehe die funktionale Zonenkon-
formität in Frage. Der geplante Betrieb erweise sich im Verhältnis zu diesen
Gebieten als "stark störend", wobei gemäss Art. 28 Abs. 2 BZO noch nicht
einmal "mässig störende" Betriebe zulässig seien. Wenn ein Industriegrund-
stück an die Wohnzone angrenze, sei auch auf die Wohnzone Rücksicht zu
nehmen.

7.2.
Gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG müssen Bauten und Anlagen dem Zweck
der Nutzungszone entsprechen. Das kantonale Recht regelt die Industrie-
und Gewerbezonen in den §§ 56 f. PBG. Danach sind Industrie- und Gewer-
bezonen in erster Linie für die Ansiedlung industrieller und gewerblicher Be-
triebe der Produktion, der Gütergrossverteilung, der Lagerhaltung und des
Transportes bestimmt (§ 56 Abs. 1 PBG). In Abs. 2 wird die Zulässigkeit wei-
terer, hier nicht interessierender Nutzungen (etwa Wohlfahrtseinrichtungen
oder kleinere Läden für den täglichen Bedarf der Beschäftigten) geregelt.
Nach Abs. 3 kann die Bau- und Zonenordnung auch Handels- und Dienst-
leistungsgewerbe zulassen; aus planerischen oder infrastrukturellen Grün-
den kann sie bestimmte Betriebsarten ausschliessen. Die Gemeinde X

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 18

machte von dieser Möglichkeit Gebrauch und lässt gemäss Art. 28 Abs. 2
BZO mässig störende Betriebe (Gewerbe-, Handels-, Produktions- und
Dienstleistungsbetriebe) zu. Ausgeschlossen werden wie bereits erwähnt
Betriebe, die unverhältnismässigen Verkehr auslösen.

7.3.
Wie der Gemeinderat in seiner Vernehmlassung zutreffend vorbringt, passt
das Bauvorhaben seinem Wesen nach klar in die Industriezone, weist die
Recycling-Sammelstelle doch Aspekte der Lagerhaltung und des Transports
auf. Sie ist mit einem herkömmlichen Gewerbebetrieb vergleichbar und wirkt
sich nur während der üblichen Arbeitszeiten auf ihre Umgebung aus. Indust-
rie- und Gewerbezonen sind typischerweise die am wenigsten immissions-
empfindlichen kommunalen Bauzonen und somit für Anlagen wie die Vorlie-
gende geeignet.

Der Sinn der Zone für öffentliche Bauten besteht darin, mit grosszügigeren
Bauvorschriften (§ 60 Abs. 3 PBG) die Erfüllung öffentlicher Aufgaben zu
ermöglichen, die nach den Bestimmungen der umgebenden Zonen nicht
oder nur erschwert zulässig wären (Michael Steiner/Thomas Wipf, in: Zür-
cher Planungs- und Baurecht, 7. Auflage 2024, Hrsg. Christoph Fritz-
sche/Peter Bösch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, Bd. 1, S. 180 mit Hinweis auf
§ 60 Abs. 3 PBG). Folglich muss eine Baute, mit welcher öffentliche Aufga-
ben erfüllt werden, nicht zwingend in der Zone für öffentliche Bauten realisiert
werden – kann es aber, wenn Bedarf besteht. Ob die vorliegend geplante
Anlage (auch) in der Zone für öffentliche Bauten zonenkonform wäre, kann
letztlich mangels Relevanz dahingestellt bleiben.

Nach der Rechtsprechung ist einzig von Belang, ob das Bauvorhaben dem
Zweck der entsprechenden Zone und der in dieser erlaubten Nutzweise ent-
spricht. Die Zoneneinteilung des PBG bezweckt eine in Bezug auf Städte-
bau, Erschliessung und Emissionen geordnete Ansiedlung von Bauten und
Anlagen. Eine allfällige Gewinnorientierung ist aus raumplanerischer Sicht
nicht von Belang. Für die Beurteilung der Zonenkonformität einer Nutzung ist
von einem weiten Betriebsbegriff auszugehen. Dieser umfasst auch öffent-
lich-rechtliche Anstalten (VB.2012.00136 vom 7. November 2012, E. 4.2).

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 19

Vor diesem Hintergrund ist zur Beurteilung der Frage, ob das Bauvorhaben
in der Industriezone zonenkonform ist, nicht relevant, ob mit dem Betrieb ei-
ner öffentlichen Aufgabe nachgekommen wird.

7.4.
Das Baugrundstück grenzt im Süden an die Wohnzone, wie die Rekurrieren-
den 2 richtig erwähnen. Hinsichtlich der von ihnen im Wohngebiet befürchte-
ten Immissionen gilt was folgt:

Ein Bauvorhaben kann nicht wegen mangelnder Zonenkonformität verwei-
gert werden, (allein), weil es etwa Lärm, Staub, Gestank oder Strahlung ver-
ursacht. Diesbezüglich ist das Bundesumweltrecht massgeblich. Unter dem
Titel Zonenkonformität ist daher nicht zu prüfen, ob bzw. welche Emissionen
von der Anlage ausgehen. Diese Aspekte sind bei der umweltrechtlichen
Prüfung zu thematisieren (dazu E. 9). Hingegen ist die Zonenkonformität zu
verneinen, wenn bei einem Bauvorhaben die funktionale Übereinstimmung
mit dem Zonenzweck fehlt (zum Ganzen: VB.2012.00136 vom 7. November
2012, E. 4.1). Die Frage der funktionalen Vereinbarkeit ist allein mit Bezug
auf diejenige Nutzungszone relevant, in welchem eine Baute bzw. Anlage
belegen ist. Die Zonierung umliegender Nutzungszonen ist bei der Beurtei-
lung der funktionalen Zonenkonformität nicht relevant (BRGE I
Nr. 0011/2019 vom 8. Februar 2019, E. 4.6; vgl. auch VB.2012.00860 vom
29. Mai 2013, E. 4.2).

Nachdem vorstehend aufgezeigt wurde, dass die Recycling-Sammelstelle
funktional mit dem Zweck der Industriezone übereinstimmt, kann offen blei-
ben, ob dies auch in Bezug auf die Wohnzone der Fall ist. Im Hinblick auf die
rekurrentische Argumentation bleibt zu bemerken, dass auch eine Zone für
öffentliche Bauten direkt an eine Wohnzone angrenzen könnte (vgl.
VB.2012.00136 vom 7. November 2012, E. 4.2.5).

7.5.
Zusammengefasst ist nicht zu beanstanden, dass der Gemeinderat das Bau-
vorhaben als zonenkonform qualifiziert hat.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 20

8.1.
Die Rekurrentin 1 moniert sodann einen ungenügenden Brandschutz. Es sei
unzulässig, dass die Baubewilligung dieses Thema in ein nachgelagertes
Verfahren verschiebe. Es würden auch Fragen des technischen, abwehren-
den und organisatorischen Brandschutzes offen bleiben. Es sei nicht festge-
legt, ob es eine Sprinkleranlage geben müsse und werde. Offen sei auch, wo
und in welchen Behältnissen die Akkus und brennbare Materialien gelagert
würden. Aus dem Brandschutzplan gehe sodann nicht hervor, wo die Feuer-
wehrstellfläche liegen solle und wie die Zugänglichkeit des rekurrentischen
Grundstücks im Brandfall aussehen würde. Unklar sei weiter, wie die Über-
wachung in der Nacht aussehen würde. Es genüge nicht, wenn im Zusam-
menhang mit Pneus und Batterien in den Erwägungen auf Richtlinien oder
Merkblätter verwiesen werde.

8.2.
Der Gemeinderat führt in diesem Zusammenhang aus, es sei regelmässig
der Fall, dass Feuerwehrstellflächen auf Verkehrsflächen vorgesehen seien.
Dass der Verkehr im tatsächlichen Brandfall zeitweilig und lokal einge-
schränkt werde, sei hinzunehmen und beim betroffenen Abzweiger der H-
Strasse als kurze Stichstrasse ohnehin nicht problematisch. Sodann sei mit
dem Bauvorhaben bereits ein korrekter Brandschutzplan eingereicht und im
Baubewilligungsverfahren geprüft worden. Das Projekt sei mit den Brand-
schutzvorschriften konform. Zudem halte Dispositiv-Ziffer 6.1 fest, dass das
Projekt der Brandschutznorm und den Brandschutzrichtlinien zu entsprechen
habe.

8.3.
Die GVZ schloss sich in ihrer Vernehmlassung im Rahmen der feuerpolizei-
lichen Beurteilung der Stellungnahme des Gemeinderates vollumfänglich an.

8.4.
Die private Rekursgegnerin ergänzt, sie habe diesbezüglich geschultes Per-
sonal. Akkus würden in Fässern gelagert, die mit feuerhemmendem Material
ausgekleidet seien und abends mit einem feuerfesten Deckel fest verschlos-
sen würden.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 21

8.5.
In der Replik führt die Rekurrentin 1 aus, von der Abfallanlage gehe ein er-
höhtes Brandrisiko im Sinne von § 3 lit. b VVB aus. Der Gemeinderat müsse
daher das Baugesuch der kantonalen Feuerpolizei übermitteln, was nicht er-
folgt sei. Zudem werde eine Expertise beantragt im Zusammenhang mit
Brandfällen bei bedienten Sammelstellen mit Personal.

8.6.1.
Im angefochtenen Entscheid wurde festgehalten, dass mit der Baueingabe
ein Brandschutzkonzept mit Brandschutzplänen sowie ein Nutzungskonzept
eingereicht wurde. Sodann wurde u.a. verfügt, dass das Projekt brand-
schutztechnisch der Brandschutznorm und den Brandschutzrichtlinien der
Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) zu entsprechen habe
(Dispositiv-Ziff. 6.1). Es sei eine Qualitätssicherung der QSS 2 gemäss VKF-
Brandschutzrichtlinie zu erbringen (Dispositiv-Ziff. 6.2). Vor Baufreigabe sei
ein Betriebskonzept mit Standort / Lagerplatz der Sonderabfälle einzureichen
(Dispositiv-Ziff. 6.4). Vor Bezug sei die vom QS-Verantwortlichen Brand-
schutz unterzeichnete Übereinstimmungserklärung Brandschutz der Feuer-
polizei einzureichen (Dispositiv-Ziff. 6.5).

8.6.2.
Aufgrund der Zuordnung des Bauvorhabens in die Qualitätssicherungs-
stufe 2 handelt es sich vorliegend um eine Baute oder Anlage mit erhöhtem
Brandrisiko, wie die Rekurrentin 1 zu Recht erwähnt (§ 4 lit. b der Verord-
nung über den vorbeugenden Brandschutz [VVB]). Soll für eine Baute oder
Anlage mit erhöhtem Brandrisiko gemäss § 3 eine Baubewilligung erteilt wer-
den, so prüft die Gemeindefeuerpolizei das Baugesuch und legt dar, welche
feuerpolizeilichen Bedingungen und Auflagen sie für angezeigt hält. Sie
übermittelt das Baugesuch zusammen mit den von ihr vorgesehenen Anord-
nungen der Kantonalen Feuerpolizei.

Ob das Baugesuch vorliegend der Kantonalen Feuerpolizei übermittelt wor-
den ist, wird aus den Stellungnahmen des Gemeinderates und der GVZ nicht
klar. Es ergibt sich aber daraus, dass sowohl der Brandschutzplan sowie das
Formular Brandschutznachweis einen Stempel "Prüfung Feuerpolizei" trägt.
Demgemäss hat die GVZ am 18. Februar 2025 beide Dokumente bewilligt
(das Formular Brandschutznachweis nur unter Auflagen).

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 22

8.6.3.
Vorliegend wurde wie gesagt ein Brandschutzplan eingereicht und bewilligt.
Dennoch sind noch mehrere Brandschutzaspekte offen (vgl. Dispositiv-Zif-
fer 6. des angefochtenen Entscheids). Die Genehmigung von feuerpolizeili-
chen Nachweisen in einem späteren Zeitpunkt als im baurechtlichen Haupt-
verfahren ist jedoch üblich (vgl. VB.2022.00539 vom 31. August 2023, E. 3.3)
und auch vorliegend nicht zu beanstanden. Mit Dispositiv-Ziffer 6.1 wird fest-
gehalten, dass das Projekt der Brandschutznorm und den Brandschutzricht-
linien zu entsprechen hat. Da zudem der Feuerpolizei die von dem QS-
Verantwortlichen Brandschutz unterzeichnete Übereinstimmungserklärung
Brandschutz einzureichen ist, wird die Einhaltung dieser Anforderungen si-
chergestellt: Mit dieser Erklärung wird vor Bezug einer Baute bzw. Inbetrieb-
nahme einer Anlage der Eigentümerschaft sowie der Brandschutzbehörde
die ordnungsgemässe Umsetzung aller ihr durch die Brandschutzvorschrif-
ten auferlegten Qualitätssicherungsmassnahmen bescheinigt (vgl. VKF-
Brandschutzrichtlinie 11-15 "Qualitätssicherung im Brandschutz", Ziff. 4.1.3,
lit. e).

8.6.4.
Damit ist die Übereinstimmung des Projektes mit der Brandschutznorm und
den Brandschutzrichtlinien sichergestellt. Welchen Normen das Bauvorha-
ben nicht entsprechen sollte, legt die Rekurrentin 1 im Übrigen nicht substan-
tiiert dar. Sie unterlässt es gänzlich, sich mit den einschlägigen Regelwerken
und Richtlinien auseinanderzusetzen:

Hinsichtlich der Sprinkleranlage ist festzuhalten, dass gemäss Brandschutz-
nachweis keine vorgesehen ist. Die Rekurrentin 1 erklärt nicht, weshalb vor-
liegend die Notwendigkeit einer solchen vorliegen würde (vgl. dazu Ziff. 2.2.1
der VKF-Brandschutzrichtlinie 19-15 "Sprinkleranlagen").

Bezüglich der Lagerung von Batterien hat der Gemeinderat im angefochte-
nen Entscheid konkret erwähnt, dass das VKF-Brandschutzmerkblatt 2005-
15 "Lithium-Ionen-Batterien" massgebend ist. Weshalb das Bauvorhaben
diesen Anforderungen nicht gerecht werden sollte, wird von der Rekurren-
tin 1 nicht dargelegt.

Inwiefern die nötigen Feuerwehrstellflächen nicht vorliegen sollten, zeigt die
Rekurrentin 1 ebenfalls nicht auf. Dies ist auch nicht ersichtlich, zumal die H-

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 23

Strasse um das fragliche Gebäude führt und die nötigen Dimensionen auf-
weist (insbesondere die Breite von 6 m, vgl. Richtlinie der Feuerwehr Koor-
dination Schweiz [FKS] für Feuerwehrzufahrten, Bewegungs- und Stellflä-
chen vom 14. November 2024, S. 13). Es ist auch nicht zu beanstanden,
dass die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr im Bereich der öffentlichen
Strasse aufgestellt werden müssen und der Einsatz von dort aus erfolgt (vgl.
VB.2024.00038 vom 16. April 2025, E. 5.5).

Bezüglich der gerügten Zugänglichkeit des rekurrentischen Grundstücks im
Brandfall ist festzuhalten, dass die Platzverhältnisse in der betroffenen H-
Strasse sehr grosszügig sind (vgl. Prot. S. 10, Foto Nr. 6). Zudem ist das
rekurrentische Grundstück primär über die I-Strasse und über den vor dem
Baugrundstück liegenden Abschnitt der H-Strasse erschlossen. Sollte es in-
folge eines Feuerwehreinsatzes dennoch zu unausweichlichen Verkehrsbe-
hinderungen in der H-Strasse kommen, ist dies selbstredend hinzunehmen.

8.6.5.
Gesamthaft erweisen sich die Rügen der Rekurrentin 1 zur Brandschutzthe-
matik als unbegründet.

Die von der Rekurrentin 1 in der Replik zusätzlich verlangte Expertise erüb-
rigt sich bei diesem Ergebnis. Ohnehin wurde bereits sowohl im Baubewilli-
gungs- als auch im Rekursverfahren mit der GVZ eine Fachstelle in Brand-
schutzfragen beigezogen und diese hält das Bauvorhaben in feuerpolizeili-
cher Hinsicht als rechtmässig.

9.1.
Die Rekurrierenden 2 beanstanden in lärmrechtlicher Hinsicht das einge-
holte Lärmgutachten. Es sei in Anbetracht von stehenden Kolonnen, die
ganztägig mit laufendem Motor vor den rekurrentischen Grundstücken stün-
den, kaum vorstellbar, dass die Grenzwerte der Empfindlichkeitsstufe II ein-
gehalten seien. Das angenommene Verkehrsaufkommen von 300 Fahrten
pro Tag sei zu tief. Die Fahrten würden sich ausserdem auf die 6-stündige
Betriebszeit konzentrieren, was bei der Pegelkorrektur zu gewichten wäre.
lm Gutachten würden als Lärmquelle Pressmulden erwähnt, nicht aber z.B.
die sehr lärmintensive Altglasentsorgung. Überhaupt sei unklar, inwiefern die
zahlreichen Entsorgungsvarianten gemäss dem Nutzungskonzept im

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 24

Lärmgutachten berücksichtigt worden seien. Es sei davon auszugehen, dass
sich nach der Korrektur des Gutachtens eine Grenzwertüberschreitung er-
gebe. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, seien im Rahmen des Vor-
sorgeprinzips längst nicht alle technisch möglichen und wirtschaftlich zumut-
baren Massnahmen ergriffen worden.

Auch die Rekurrentin 1 macht geltend, lärmreduzierende Massnahmen ge-
stützt auf das Vorsorgeprinzip seien nicht in Erwägung gezogen worden,
weshalb die Baubewilligung Bundesrecht verletze. Auch in Bezug auf mögli-
che Erschütterungen seien keinerlei Abklärungen getätigt oder Massnahmen
in Erwägung gezogen worden. In Anbetracht dessen, dass Pressmulden ein-
gesetzt werden sollten und dass pro Tag drei LKW die Abfallbehälter abholen
würden, könne dieser Annahme nicht gefolgt werden. Erschütterungen könn-
ten bei den benachbarten Labors und Büros erhebliche Beeinträchtigungen
und Schäden verursachen, da dort hörtechnische Geräte hergestellt würden.

9.2.
Der Gemeinderat entgegnet, die Sammelstelle werde – anders als diverse
andere Sammelstellen – in einer geschlossenen Halle situiert, was einer wir-
kungsvollen Schallschutzmassnahme entspreche. Es seien zudem keine re-
levanten Erschütterungen zu erwarten. Wenn überhaupt, sei von einem um-
weltrechtlichen Bagatellfall auszugehen.

9.3.
Die Baudirektion führt aus, das Lärmgutachten sei verständlich und nachvoll-
ziehbar. Die Wahl der Empfangspunkte sei korrekt und die angewandten Be-
rechnungsmethoden und die getroffenen Annahmen seien plausibel. Die
Lärmauswirkungen seien korrekt ermittelt und dargestellt worden.

9.4.
Die private Rekursgegnerin reicht ein revidiertes Lärmgutachten vom 20. Mai
2025 ins Recht und führt aus, die vom Altglascontainer herrührenden Immis-
sionen seien nun explizit mitberücksichtigt worden. Selbst bei einer unwahr-
scheinlich hohen Annahme von täglich 1'500 Flascheneinwürfen würden die
Planungswerte in der Umgebung noch immer eingehalten.

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 25

9.5.
Die Rekurrierenden 2 machen in der Replik ergänzend geltend, es fehlten im
Lärmgutachten wichtige Details, wie zum Beispiel der Schalldämpfungskoef-
fizient der Aussenwand, der für die angepriesene Effektivität der Halle zur
Minderung der Immissionen massgeblich sei. Die 3D-Modellierungen der
Umgebung zu den offenen Teilen der Halle hin seien nicht klar im Screenshot
zu erkennen.

9.6.
Die Baudirektion bringt in ihrer Duplik vor, es sei nicht erforderlich, auf den
Schalldämpfungskoeffizienten einzugehen, da im Lärmgutachten erwähnt
werde, dass die Wände mindestens der Schallabsorptionsklasse B zu ent-
sprechen hätten. Zu berücksichtigen sei schliesslich, dass in der angefoch-
tenen Gesamtverfügung festgehalten werde, dass ergänzende oder ver-
schärfte Lärmbegrenzungen vorbehalten seien, sollte zu einem späteren
Zeitpunkt feststehen, dass übermässige Lärmeinwirkungen verursacht wür-
den.

9.7.
Die private Rekursgegnerin reicht in diesem Zusammenhang ein Ergän-
zungsschreiben der Lärmgutachterin vom 2. Juli 2025 ins Recht und erklärt,
das Lärmgutachten sei in jeder Hinsicht verständlich und nachvollziehbar.

9.8.
Die Rekurrierenden 2 führen in der Triplik aus, sie würden bemängeln, dass
die Gebäudeaussenwand nicht schalldämmend verkleidet werde. Der Ver-
weis der Baudirektion beziehe sich indessen auf die Schallschutzwände links
und rechts des Gebäudes. Im Ergänzungsschreiben vom 2. Juli 2025 halte
der Gutachter nun explizit fest, dass die Wand aus typischen Materialien be-
stehe, also nicht schallabsorbierend ausgestaltet sei. Diese sei aber fachge-
recht und damit möglichst schalldämmend (vgl. dazu die SIA 181) auszufüh-
ren.

9.9.1.
Das Bauvorhaben stellt eine Aussenlärm erzeugende neue ortsfeste Anla-
gen im Sinn von Art. 2 Abs. 1 und Art. 7 der Lärmschutz-Verordnung (LSV)
dar. Als solche hat sie einerseits die Planungswerte einzuhalten (Art. 7
Abs. 1 lit. b und Anhang 6 Ziffer 2 LSV) und anderseits darf nach dem in den

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 26

Art. 11 Abs. 2 des Umweltschutzgesetzes (USG) und Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV
statuierten Vorsorgeprinzip verlangt werden, dass die Emissionen so weit
begrenzt werden, als dies technisch machbar und betrieblich möglich sowie
wirtschaftlich tragbar ist.

9.9.2.
Aus dem Lärmgutachten der O AG vom 23. September 2024 ergibt sich,
dass die Planungswerte der massgebenden Empfindlichkeitsstufe III in der
Industriezone bzw. II in der Wohnzone bei allen berechneten Empfangspunk-
ten eingehalten werden. Dies ist auch dann noch der Fall, wenn zusätzlich
noch Altglaseinwürfe berücksichtigt werden, wie aus dem revidierten Gut-
achten vom 20. Mai 2025 herausgelesen werden kann. Für eine Korrektur
der der Berechnung zugrunde liegenden Anzahl Fahrten, welche die Anlage
erzeugt, besteht zudem kein Anlass (vgl. E. 4. vorstehend). Weshalb wegen
der Fahrten der Kunden eine Pegelkorrektur angezeigt wäre, erklären die
Rekurrierenden 2 nicht. Für Lärm des Verkehrs auf dem Betriebsareal von
Industrie- und Gewerbeanlagen sieht die LSV eine Pegelkorrektur K1 von 0
vor, was im Lärmgutachten so angesetzt wurde (Anhang 6 Ziff. 33 Abs. 1
lit. b LSV in Verbindung mit Anhang 6 Ziff. 1 Abs. 1 lit. c LSV). Weiter gibt es
auch keine Anzeichen dafür, dass die Tonhaltigkeit der im Lärmgutachten
aufgeführten Lärmereignisse falsch berücksichtigt worden, oder sonst eine
Pegelkorrektur K2 oder K3 nötig wäre (vgl. Anhang 6 Ziff. 33 Abs. 2 und 3
LSV; vgl. auch die vom Bundesamt für Umwelt [BAFU] herausgegebene Voll-
zugshilfe Ermittlung und Beurteilung von Industrie- und Gewerbelärm [Bern
2024], S. 18 f.).

Im Übrigen konnte die Gutachterin die rekurrentische Kritik in ihrem Ergän-
zungsschreiben vom 2. Juli 2025 entkräften. In der Lärmberechnung wurde
die effektive Beschaffenheit der bestehenden Hallenwände berücksichtigt.
Auch wurden die offenen Tore in der Modellierung der Halle miteinbezogen.

Für den Strassenverkehrslärm auf den Zufahrtsstrassen gilt Art. 9 LSV. Dem-
nach darf der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfester Anlagen
nicht dazu führen, dass a) durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrsan-
lage die Immissionsgrenzwerte überschritten werden oder b) durch die Mehr-
beanspruchung einer sanierungsbedürftigen Verkehrsanlage wahrnehmbar
stärkere Lärmimmissionen erzeugt werden. Dies ist vorliegend offensichtlich
nicht der Fall.

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Gesamthaft bestehen keine Zweifel, dass die geplante Anlage die Planungs-
werte an den umliegenden Empfangspunkten einhält.

9.9.3.
Auch wenn ein Projekt die Planungswerte einhält, bedeutet dies nicht ohne
Weiteres, dass alle erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzungen
getroffen worden sind. Vielmehr ist anhand der in Art. 11 Abs. 2 USG und
Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV genannten Kriterien zu prüfen, ob das Vorsorgeprinzip
weitergehende Beschränkungen erfordert (BGr 1C_389/2019 vom 27. Ja-
nuar 2021, E. 2.2; BGE 141 II 476, E. 3.2). Solche weitergehenden Mass-
nahmen müssen jedoch verhältnismässig sein; dies setzt in der Regel vo-
raus, dass mit relativ geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche Re-
duktion der Emissionen erreicht werden kann (BGE 141 II 476, E. 3.2; 127 II
306, E. 8). Die Baubewilligungsbehörde hat sich für jene Massnahme zu ent-
scheiden, welche im Rahmen des Vorsorgeprinzips und des Verhältnismäs-
sigkeitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV]) den besten Lärm-
schutz gewährleistet (zum Ganzen: VB.2021.00741 vom 8. September 2022,
E. 4.4).

9.9.4.
Wie der Gemeinderat zutreffend ausführt, wird dem Vorsorgeprinzip entge-
gen den rekurrentischen Ausführungen bereits mit der Situierung der Anlage
in einer geschlossenen Halle, mit der Errichtung einer neuen Lärmschutz-
wand sowie mit den stark eingeschränkten Öffnungszeiten Rechnung getra-
gen. Die vorinstanzliche Auffassung, wonach keine weiteren Massnahmen
angezeigt sind, ist nicht zu beanstanden, zumal sehr zweifelhaft ist, ob und
auf welche Weise mit geringem Aufwand eine wesentliche zusätzliche Re-
duktion der Emissionen erreicht werden kann.

9.9.5.
Das Vorsorgeprinzip gilt auch für Erschütterungen (vgl. Art. 11 Abs. 1 und 2
USG). Da Belastungsgrenzwerte fehlen, sind im Rahmen der Einzelfallbeur-
teilung der Charakter der Einwirkung, Zeitpunkt und Häufigkeit ihres Auftre-
tens sowie die Empfindlichkeit bzw. Vorbelastung zu berücksichtigen. Dabei
ist nicht auf das subjektive Empfinden einzelner Personen abzustellen, son-
dern eine objektivierte Betrachtung unter Berücksichtigung von Personen mit
erhöhter Empfindlichkeit (Art. 13 Abs. 2 USG) vorzunehmen (vgl. BGE 126
II 366, E. 2c.). Wie erwähnt liegen das Baugrundstück und das

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 28

Nachbargrundstück der Rekurrentin 1 in der Industriezone, welche naturge-
mäss eine verminderte Empfindlichkeit gegen Einwirkungen aufweist und wo
mässig störende Einwirkungen zulässig sind. Nur weil die Rekurrentin 1 ei-
nen Betrieb führt, der sensibel auf Erschütterungen reagiert, können keine
zusätzliche Massnahmen zur Emissionsreduktion verlangt werden. Die ge-
planten drei täglichen LKW-Fahrten sowie die vorgesehene Pressmulde im
Innern des Gebäudes liegen objektiv betrachtet bei weitem innerhalb des
üblichen und zumutbaren Rahmens einer Industriezone, soweit dabei über-
haupt merkliche Erschütterungen verursacht werden. Gestützt auf das Vor-
sorgeprinzip sind jedenfalls keine Massnahmen angezeigt.

9.9.6.
Zusammenfassend erweisen sich auch die rekurrentischen Einwände zur
Thematik der Immissionen als unbegründet.

10.1.
Die Rekurrierenden 2 machen weiter geltend, mit der Einrichtung eines Wen-
deplatzes auf dem Baugrundstück werde in ein bestehendes Quartierplan-
konzept eingegriffen bzw. einem noch durchzuführenden Quartierplanver-
fahren vorgegriffen. Der gemäss Anhang 1 VErV bei Stichstrassen gefor-
derte Wendeplatz fehle bei der H-Strasse West. Mutmasslich sei die Wen-
deplatzposition bei der Quartierplanung offengelassen worden, da eine Fort-
setzung der Strasse in die Parzelle Kat.-Nr. 2 vorgesehen sei. Es sei ein
Quartierplanverfahren durchzuführen, da nur damit die Mitwirkungsrechte
der übrigen Grundeigentümer gewahrt würden.

lm Übrigen liege kein hinreichend dimensionierter Wendeplatz im Sinne der
Norm SN 640 052 vor, weshalb ein Erschliessungsmangel bestehe.

10.2.
Den Unterlagen aus dem amtlichen Quartierplanverfahren "P", der vom Re-
gierungsrat am 24. Juni 1992 genehmigt wurde, lassen sich keine Anhalts-
punkte entnehmen, welche für den Standpunkt der Rekurrierenden 2 sprä-
chen. Es handelt sich seitens der Rekurrierenden 2 nur um Mutmassungen,
wie die damalige Festsetzung zu interpretieren sei. Wie sich allerdings aus
einem Luftbild aus dem Jahr 1991 (abrufbar im kantonalen Geoportal unter
der Karte "historische Luftbilder" [www.geo.ktzh.ch]) ergibt, bestand der

R3.2025.00051 und R2.2025.00052 Seite 29

fragliche westliche Teil der H-Strasse bereits vor der Quartierplanfestsetzung
in seiner heutigen Form. Das Quartierplanverfahren wurde damals wegen
Erschliessungsdefiziten in der J-Strasse eingeleitet (vgl. S. 1 f. des Berichts
zum Quartierplan [act. 6.21 in G.-Nr. R3.2025.00052]). Jedenfalls ist das
Baugrundstück hinreichend erschlossen und es sind keine Abweichungen
vom damaligen Quartierplan zu erkennen, weshalb kein Quartierplanverfah-
ren und auch kein Revisionsverfahren nötig ist.

10.3.
Gemäss Anhang 1 VErV ist bei Stichstrassen ein Wendeplatz oder eine
Wendemöglichkeit notwendig. Die VSS-Norm/SN 640 052 "Wendeanlagen"
ist weiter lediglich eine Richtlinie, deren Anwendung im Einzelfall vor den
allgemeinen Rechtsgrundsätzen, insbesondere vor dem Grundsatz der Ver-
hältnismässigkeit, standhalten muss. Sie darf daher nicht unbesehen der
konkreten Verhältnisse der Entscheidung zugrunde gelegt werden
(VB.2021.00375 vom 10. Februar 2022, E. 6.2 mit Hinweisen).

Im vorliegenden Fall ist im südwestlichen Teil des Baugrundstücks ein Wen-
dehammer vorgesehen. Wie dem nachgereichten vermassten Schema der
K AG vom 20. Mai 2025 entnommen werden kann, entsprechen die Dimen-
sionen des Wendeplatzes exakt jenen von Abbildung 5 der genannten VSS-
Norm (19 m x 22,40 m) und genügen daher für einen 10-m-Lastwagen. Die
Rekurrierenden 2 gehen von grösseren Dimensionen aus, welche für einen
Sattelschlepper nötig wären. Es ist fraglich, ob im vorliegenden Fall eine so
grosse Wendemöglichkeit nötig ist. Die Anlieferung der Sammelstelle erfolgt
mit Lastwagen, welche auf der Nordseite der Halle rückwärts reinfahren und
an gleicher Stelle vorwärts wieder rausfahren. Hierfür ist genügend Rangier-
fläche vorhanden (vgl. Verkehrsgutachten der K AG vom 17. Februar 2025,
S. 3 und 4). Der geplante Wendehammer im Südwesten wird für die tägliche
Anlieferung gar nicht benötigt. Auch die übrigen Grundstücke besitzen auf
ihren eigenen Grundstücken viel Platz für Wendemanöver (vgl. Prot. S. 13 f.,
Fotos Nrn. 11 und 13). Die Platzverhältnisse erweisen sich vorliegend als
genügend, damit in der Stichstrasse verkehrssicher gewendet werden kann.
Die Rekurrierenden 2 zeigen nicht auf, inwiefern dies nicht der Fall sein soll.
Für die Forderung nach einer noch grösseren Wendemöglichkeit besteht so-
mit kein Anlass.

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11.1.
Letztlich wird von der Rekurrentin 1 eine mangelhafte Einordnung und Ge-
staltung gerügt. § 238 Abs. 1 PBG gelte auch in der Industriezone. Sie selbst
habe ihren Geschäftssitz in direkter Nachbarschaft, womit der baulichen Um-
gebung ein repräsentativer Charakter zukomme. Sie stelle technologisch
hochwertige Hörgeräte her. Die Abfallsammelstelle, die Lebenszyklusenden
von Gegenständen nach aussen in den Vordergrund stelle, verunkläre je-
doch diese Situation und setze die Repräsentativität der rekurrentischen Lie-
genschaft herab.

11.2.
Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich
und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-
bung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine
befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für
Materialien und Farben.

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-
schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich
als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. So
kann namentlich die Gleichförmigkeit wesentliches Gestaltungsmerkmal ei-
ner bestehenden Überbauung sein. Die genügende Einordnung fehlt aller-
dings nicht bereits bei der Einführung einer neuen Formensprache in ein ein-
heitliches Bild einer älteren Überbauung; vielmehr ist ein Einordnungsman-
gel erst gegeben, wenn die entsprechende Baute oder Anlage gegenüber
der Ausgestaltung von Gebäuden, Häusergruppen oder Strassenzügen in
störenden Widerspruch tritt oder sonst einen stossenden Gegensatz zu den
die Umgebung prägenden Merkmalen oder zum Quartiercharakter bildet.
Eine Einordnung gemäss § 238 Abs. 1 PBG muss nicht ideal bzw. "gut",
sondern lediglich "genügend" sein. Dies ist auch dann erfüllt, wenn eine an-
dersartige Gestaltung als besser bzw. als wünschenswert qualifiziert würde.
Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt
auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses Empfinden
rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum (vgl. VB.2018.00395 vom 7. Feb-
ruar 2019, E. 4.2. ff.).

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11.3.
Die von der Rekurrentin 1 befürchtete negative Wirkung des Bauvorhabens
ist eher ideeller als ästhetischer Natur. An der bereits bestehenden Gewer-
behalle wird denn auch baulich nichts verändert, was optisch einen massge-
benden Einfluss auf die bauliche und landschaftliche Umgebung haben
könnte. Ideelle Immissionen sind aber grundsätzlich keine baupolizeilich re-
levanten Einwirkungen und das Baupolizeirecht bietet davor keinen Schutz
(VB.2004.00480 vom 9. März 2005, E. 3.2). Weshalb dies vorliegend anders
sein sollte, legt die Rekurrentin 1 nicht dar und ist nicht ersichtlich. Ohnehin
liegt der Haupteingang zu ihrem Geschäftssitz rund 150 m Luftlinie entfernt
und vom Baugrundstück abgewandt an der I-Strasse 28, weshalb kein enger
ortsbaulicher Zusammenhang zur Sammelstelle besteht. Zudem ist die Sam-
melstelle zonenkonform, wie bereits aufgezeigt wurde. Der Einwand erweist
sich als haltlos.

12.
Die rekurrentischen Rügen sind allesamt nicht stichhaltig. Die Rekurse sind
daher abzuweisen.

13.
Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten den beiden Rekurrentschaften
je zur Hälfte aufzuerlegen (§ 13 VRG). Die fünf im Verfahren G.-
Nr. R3.2025.00052 rekurrierenden Parteien haften für ihren Kostenanteil so-
lidarisch.

Nach § 338 Abs. 1 PBG bzw. § 2 der Gebührenverordnung des Verwaltungs-
gerichts (GebV VGr) legt das Baurekursgericht die Gerichtsgebühr nach sei-
nem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem bestimm-
baren Streitwert oder dem tatsächlichen Streitinteresse fest. Liegt wie hier
ein Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert vor, beträgt die Gerichtsgebühr
in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 2 GebV
VGr). Bei der Bemessung der Gebührenhöhe steht der Rekursinstanz ein
grosser Ermessensspielraum zu (Kaspar Plüss, in: Kommentar VRG,
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.).

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Im Lichte des vorliegend gegebenen tatsächlichen Streitinteresses, des ge-
tätigten Verfahrensaufwandes (mehrere Schriftenwechsel, Durchführung ei-
nes Referentenaugenscheins), des Umfangs des vorliegenden Urteils und
der Vereinigung zweier Rekursverfahren ist die Gerichtsgebühr auf
Fr. 7’000.-- festzusetzen.

14.1.
Die privaten Parteien beantragen allesamt die Zusprechung einer Umtriebs-
entschädigung.

Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren
vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-
ner angemessenen Entschädigung für die Umtriebe der Gegenpartei ver-
pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-
verhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder
den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der Um-
triebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr.

14.2.
Der Beizug eines Rechtsbeistandes ist in aller Regel als Grund für die Zu-
sprechung einer Umtriebsentschädigung einzustufen (VB.2003.00093 vom
16. Oktober 2003, E. 3.1). Demnach ist vorliegend der anwaltlich vertretenen
privaten Rekursgegnerin zulasten der beiden Rekurrentschaften eine Um-
triebsentschädigung zuzusprechen. Angemessen erscheint ein zu bezahlen-
der Betrag von gesamthaft Fr. 3’000.-- (Fr. 1’500.-- je Rekurrentschaft). Da
die Umtriebsentschädigung pauschal festgelegt wird, entfällt die Zuspre-
chung eines Mehrwertsteuerzusatzes von vornherein (BRKE II Nrn. 0247
und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56).

14.3.
Den unterliegenden Rekurrierenden steht keine Umtriebsentschädigung zu
(§ 17 Abs. 2 VRG).

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Das Baurekursgericht erkennt:

I.
Die Rekursverfahren G.-Nrn. R3.2025.00051 und R3.2025.00052 werden
vereinigt.

II.
Die Rekurse werden abgewiesen.

III.
Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus
Fr. 7'000.-- Gerichtsgebühr
Fr. 460.-- Zustellkosten
Fr.  7‘460.-- Total
=========
werden zur Hälfte der A AG und zu je 1/10 den fünf für die Hälfte der Verfah-
renskosten solidarisch haftenden Rekurrentschaften im Verfahren G.-Nr.
R3.2025.00052 auferlegt. Rechnungen und Einzahlungsscheine werden den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides zugestellt.
Die Kosten sind innert 30 Tagen ab Zustellung der Rechnung zu bezahlen.

IV.
Die beiden Rekurrentschaften werden verpflichtet, der G AG eine Umtriebs-
entschädigung von je Fr. 1'500.-- (insgesamt Fr. 3'000.--) zu bezahlen.