# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 805eb0bb-b03d-5964-bb54-b0cf29766133
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 18.04.2005 ZF 2004 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-58_2005-04-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 18. April 2005/ Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 58 04. Juli 2005

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Sutter-Ambühl und Vital 
Aktuar Engler

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In der zivilrechtlichen Berufung

der Z., Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Erich Vogel, Schulstrasse 1, 7302 Landquart

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtes P l e s s u r  vom 30. Oktober 2003, mitgeteilt am 
16. August 2004, in Sachen des Y., Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Silvio C. Bianchi, Martinsplatz 8, Postfach 42, 7002 
Chur, gegen die Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. Y. ist Malermeister und seit dem Jahre 1981 Inhaber einer gleichna-
migen Einzelfirma mit Sitz in X.. Am 11. November 1998 schloss er mit Z., für 
welche er seit August 1998 bereits verschiedene Malerarbeiten ausgeführt hatte, 
einen Rahmenvertrag ab, worin er sich verpflichtete, von ihr zwei Eigentumswoh-
nungen (samt Garagen und Autoabstellplätzen) in der Liegenschaft W. in V. zum 
Preis von insgesamt Fr. 520'000.00 käuflich zu erwerben (Art. 1). Im Gegenzug 
verpflichtete sich die Verkäuferin, Y. in den folgenden zwei bis drei Jahren mit der 
Ausführung von Malerarbeiten im Gesamtbetrag von ca. Fr. 475'000.00 +/- 3% zu 
betrauen (Art. 4), wobei die bereits erteilten Aufträge für Malerarbeiten in den Lie-
genschaften U. in T., W. in V. und S. in X. ausdrücklich zum Vertragsbestandteil 
erklärt wurden (Art. 5). Im Weiteren trafen die Parteien verschiedene Absprachen 
über die Tilgung des für den Erwerb der Eigentumswohnungen zu entrichtenden 
Kaufpreises (Art. 2 und 15) sowie darüber, wie der dem Unternehmer geschuldete 
Werklohn zu ermitteln sei (Art. 6 bis 10).

In der Folge führte Y. bis im Februar 2001 auf Anweisung des durch Z. 
eingesetzten Bauleiters R. an den im Rahmenvertrag genannten Objekten sowie 
an weiteren Z. gehörenden Liegenschaften, unter anderem an der Q. sowie der P. 
in X., verschiedenste Arbeiten aus, wofür er teils laufend Rechnung stellte und 
teils Akonto- beziehungsweise Abschlagszahlungen im Betrage von rund Fr. 
400’00.00 verlangte. Bis zum 2. Februar 2001 erhielt er auf diesem Weg von Z. 
beziehungsweise der in O. domizilierten N., der er von März 1999 bis Dezember 
2000 fast alle Rechnungen hatte zugehen lassen, Zahlungen in der Höhe von über 
Fr. 720'000.00, obwohl sich die Summe der bis zu jenem Zeitpunkt in Rechnung 
gestellten Beträge auf lediglich etwa Fr. 465'000.00 belief. Als Y. mit Schreiben 
vom 17. Februar 2001 um eine weitere Akontozahlung von Fr. 50'000.00 ersuchte, 
machte Z. die Erbringung zusätzlicher finanzieller Leistungen davon abhängig, 
dass vorerst detaillierte Rechnungen vorgelegt würden. In den folgenden Wochen 
erstellte Y. deshalb für sämtliche bis dahin ausgeführten Arbeiten objektbezogene 
Schlussabrechnungen, womit sich der insgesamt in Rechnung gestellte Betrag bis 
Ende Juni 2001 um rund Fr. 730'000.00 auf ungefähr Fr. 1'200'000.00 erhöhte. 
Trotz verschiedener Mahnungen, so mit Schreiben vom 25. April 2001 über einen 
Betrag von Fr. 117'262.45, mit Schreiben vom 23. Mai 2001 über einen Betrag von 
Fr. 102'605.80 und mit Schreiben vom 18. Juni 2001 über einen Betrag von Fr. 
332'019.95, von denen die erste am 3. Mai 2001 durch Einleitung der Betreibung 
bekräftigt worden war, erbrachte Z. keine weiteren Zahlungen mehr. Dies führte 
zum Prozess.

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B. Am 12. Juli 2001 machte Y. beim Kreispräsidenten X. als Vermittler 
eine Forderungsklage anhängig. Laut dem Leitschein vom 1. Oktober 2001 hatte 
er an der Sühneverhandlung vom 5. September 2001 das folgende Rechtsbegeh-
ren gestellt:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 435'896.95 nebst 5% 
Zins auf Fr. 86'614.70 seit dem 25. April 2001, auf Fr. 102'605.80 seit 
dem 23. Mai 2001, auf Fr. 141'478.20 seit dem 18. Juni 2001 und auf 
Fr. 105'198.25 seit dem 5. September 2001 zu bezahlen.

 2. Gleichzeitig sei in der Betreibung Nr. 01/2790 des Betreibungsamtes 
X. die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“

C. Mit Prozesseingabe vom 24. Oktober 2001 unterbreitete Y. die Streit-
sache dem Bezirksgericht Plessur, wobei er an seinen Rechtsbegehren gemäss 
Leitschein festhielt.

In ihrer Prozessantwort vom 17. Dezember 2001 liess Z. demgegenüber 
beantragen:

„1. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

 2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge (zuzüglich 7.6% MwSt.) zu Lasten des Klägers.“

Im weiteren Schriftenwechsel beharrten sowohl der Kläger wie die Beklagte 
auf ihren ursprünglichen Begehren.

D. Mit Urteil vom 30. Oktober 2003, mitgeteilt am 16. August 2004, er-
kannte das Bezirksgericht Plessur:

„1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 425'978.50 zuzüglich 
5% Zins
- auf Fr. 86'614.70 seit dem 25.04.2001,
- auf Fr. 102'605.80 seit dem 23.05.2001,
- auf Fr. 141'478.20 seit dem 18.06.2001,
- auf Fr. 65'300.40 seit dem 05.09.2001 und
- auf Fr. 29'979.40 seit dem 28.03.2002
zu bezahlen.

 2. Der Rechtsvorschlag der Beklagten in der Betreibung Nr. 01/2790 des 
Betreibungsamtes X. wird im Umfang von Fr. 70'189.05 zuzüglich 5 % 
Zins auf Fr. 51'174.35 ab 25.04.2001 und auf Fr. 19'014.70 ab 
26.04.2001 beseitigt.

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 3. Die Kosten des Kreisamtes X. von Fr. 245.00 sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtes Plessur von Fr. 46'813.25 (Gerichtsgebühren Fr. 
17'000.00, Barauslagen Fr. 21'813.25 [inkl. Expertise und Teilnahme 
Experte an der Hauptverhandlung], Streitwertzuschlag Fr. 8000.00) 
gehen zu Lasten der Beklagten. Der Anteil an den Gerichtskosten im 
Umfang von Fr. 33'200.00 kann mit dem geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet werden, der Restanteil von Fr. 13'613.25 ist innert 30 Ta-
gen auf das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu 
überweisen.

Die Beklagte hat den Kläger ausseramtlich mit Fr. 47'213.50 inklusive 
Mehrwertsteuer zu entschädigen.

 4. Dem Parteivertreter des Klägers wird eine Frist von 10 Tagen ab Mit-
teilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte Honorar-
note betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) einzurei-
chen und seine diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei Nichtein-
haltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den Auf-
wand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

 5. Mitteilung an: …“

E. Hiergegen liess Z. am 6. September 2004 Berufung an die Zivilkam-
mer des Kantonsgerichtes erklären mit dem Begehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 30. Oktober 2003, mitge-
teilt am 17. August 2004, sei aufzuheben.

 2. Die Klage sei vollumfänglich abzuweisen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6 % MwSt.) zu-
lasten des Berufungsbeklagten für beide Instanzen.“

F. Am 24. September 2004 setzte das Kantonsgerichtspräsidium Z. 
Frist bis zum 18. Oktober 2004, um die Berufungsanträge schriftlich zu begründen 
und einen Kostenvorschuss von Fr. 20'000.00 zu überweisen. Ergänzend enthielt 
die Verfügung den Vermerk, dass die Frist für die Einreichung der Rechtsschrift 
nur auf begründetes, rechtzeitig gestelltes Gesuch und in der Regel nur einmal 
erstreckt werde. Ausserdem wurde darin festgehalten, dass eine Wiederherstel-
lung versäumter Fristen nur stattfinde, wenn die säumige Partei nachweise, dass 
deren Einhaltung ihr oder ihrem Rechtsvertreter infolge eines unverschuldeten 
Hindernisses nicht möglich gewesen sei.

Der Kostenvorschuss wurde rechtzeitig bezahlt. Eine schriftliche Beru-
fungsbegründung ging hingegen nicht ein. Ebenso wenig sah sich Z. veranlasst, 
um Erstreckung oder Wiederherstellung der hierfür angesetzten Frist zu ersuchen.

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Mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 6. Dezember 2004, mit-
geteilt am 8. Dezember 2004, wurde Z. deshalb von der weiteren Beteiligung am 
Berufungsverfahren ausgeschlossen. Gegen diese Anordnung legte sie kein 
Rechtsmittel ein.

G. In seiner Berufungsantwort vom 14. Januar 2005 liess Y. beantra-
gen:

„1. Die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Plessur vom 30. 
Oktober 2003, mitgeteilt am 17. August 2004, sei, soweit überhaupt 
darauf eingetreten werden kann, vollumfänglich abzuweisen und das 
vorinstanzliche Urteil sei zu bestätigen.

 2. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge, einschliesslich einer 
Entschädigung im Zusammenhang mit der Kontumazierung zu Lasten 
der Berufungsklägerin.“

H. Zu einem entsprechenden Begehren des Y. vom 12. Januar 2005 
erliess das Kantonsgerichtspräsidium schliesslich am 3. Februar 2005 die fol-
gende Verfügung, welche am 4. Februar 2005 schriftlich mitgeteilt wurde:

„1. Das Gesuch wird gutgeheissen und Y. die Bewilligung der unentgelt-
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 45 Abs.1/Art. 46 ZPO im Ver-
fahren PZ 05 7 vor Kantonsgericht ab Datum der Gesuchseinreichung 
erteilt.

2. Die Gerichtskosten und die Kosten der Rechtsvertretung werden unter 
Vorbehalt der nachstehenden Bestimmungen den Sozialen Diensten 
der Stadt Chur in Rechnung gestellt.

3. Zum Rechtsvertreter wird Rechtsanwalt Dr. iur. Silvio C. Bianchi, Mar-
tinsplatz 8, Postfach 42, 7002 Chur, ernannt. Fallen die Voraussetzun-
gen für die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 42 Abs. 1 ZPO 
weg, ist das Kantonsgerichtspräsidium ohne Verzug darüber zu be-
nachrichtigen (Art. 43 Abs. 5 ZPO).

4. Rechtsanwalt Dr. iur. Silvio C. Bianchi hat nach Abschluss des Haupt-
verfahrens eine detaillierte und tarifgemässe Honorarnote einzurei-
chen. Dabei dürfen 75 % des empfohlenen Normalansatzes gemäss 
geltender Honorarordnung des Bündnerischen Anwaltsverbandes 
nicht überschritten werden. Streitwertzuschläge fallen ausser Betracht.

5. Wird dem Gesuchsteller im Hauptverfahren eine ausseramtliche Ent-
schädigung zugesprochen, so hat das kostenbelastete Gemeinwesen 
die Kosten der Rechtsvertretung nur insoweit zu tragen, als diese 
durch die zugesprochene Entschädigung uneinbringlich ist. Die Unein-
bringlichkeit ist in der Regel durch Verlustschein auszuweisen.

6. Die Rückforderung der geleisteten Kostenhilfe durch das kostenbelas-
tete Gemeinwesen im Sinne von Art. 45 Abs. 2 ZPO bleibt vorbehalten.

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7. Mitteilung an: …“

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Die Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden bietet keine 
Handhabe, um in Fällen wie dem vorliegenden, in denen die schriftliche Beru-
fungsbegründung ausbleibt, das Rechtsmittel einfach abzuschreiben. Vielmehr 
wird in analoger Anwendung der auf die Durchführung einer mündlichen Verhand-
lung zugeschnittenen Bestimmung des Art. 228 Abs. 1 ZPO das Kontumazverfah-
ren angeordnet, mit der Folge, dass sich fortan nur noch die nicht säumige Partei 
(schriftlich) äussern darf, während von Seiten der Gegenpartei einzig ihre Rechts-
begehren samt allfälligen ergänzenden Ausführungen gemäss Berufungser-
klärung für die Entscheidfindung herangezogen werden (vgl. PKG 1994-3-13 f.). 
Gestützt auf diese Praxis wurde Z. mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums 
vom 06. Dezember 2004 von der weiteren Beteiligung am Berufungsverfahren 
ausgeschlossen. Sie liess die richterliche Anordnung unangefochten und unterzog 
sich ihr denn auch insoweit, als sie gar nicht erst versuchte, nachträglich doch 
noch eine Rechtsschrift einzureichen, um so ihre Anträge begründen zu können. 
Darauf braucht also nicht weiter eingegangen zu werden. Es ergeht vielmehr ge-
gen Z. ein Kontumazurteil.

Dies hat gemäss Art. 128 ZPO zur Folge, dass Z. eine Purgationsfrist (Wie-
derherstellungsfrist) von einem Monat bis sechs Monaten ab Mitteilung des vorlie-
genden Urteils anzusetzen ist, innert der sie, falls die gesetzlichen Voraussetzun-
gen erfüllt sind, die Wiederaufnahme des Verfahrens verlangen kann. Da sich die 
Berufungsklägerin seit langem auf die Kontumazierung einstellen konnte, er-
scheint es angezeigt, sich bei der Bemessung dieser Frist mit der gesetzlichen 
Mindestdauer von einem Monat zu begnügen.

2. Wird gegen ein bezirksgerichtliches Urteil frist- und formgerecht Be-
rufung eingelegt (Art. 219 Abs. 1 ZPO), vermag der Umstand, dass die richterliche 
Anordnung zur Einreichung einer schriftlichen Begründung nicht befolgt wurde, die 
Gültigkeit des Rechtsmittels nicht zu beeinflussen. Nach dem Gesagten führt dies 
auf Seiten der Berufungsklägerin einzig dazu, dass sie sich wegen ihrer Säumnis 
nicht mehr zur Sache vernehmen lassen kann, während das Gericht gestützt auf 

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die sinngemäss geltenden Bestimmungen der Art. 228 Abs. 1 und 127 ZPO ver-
pflichtet bleibt, das angefochtene Urteil im Rahmen der Anträge anhand der Akten 
und der Stellungnahme der Gegenpartei zu überprüfen. Diese Kontrolle hat (be-
schränkt auf den Anfechtungsbereich) grundsätzlich umfassend zu geschehen, 
sowohl in tatsächlicher wie in rechtlicher Hinsicht, handelt es sich doch bei der 
Berufung um ein vollkommenes Rechtsmittel (vgl. MAX GULDENER, Schweizeri-
sches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979, S. 507 f., insbesondere N. 7 b). 
Soweit sie sich nicht offenkundig als mangelhaft erweisen, wird die Weiterzugsin-
stanz dabei freilich in aller Regel die Tatsachenfeststellungen und das Ergebnis 
der Beweiswürdigung, wie sie sich aus dem erstinstanzlichen Urteil ergeben, über-
nehmen können, unter Berücksichtigung allfälliger in der Berufungserklärung 
hierzu vorgebrachter Rügen und Anträge. Bei der Rechtsanwendung schliesslich, 
die ohnehin von Amtes wegen zu erfolgen hat, wird die Prüfung jener Fragen im 
Vordergrund stehen, die im bisherigen Verfahren – insbesondere von Seiten der 
nunmehr säumigen Berufungsklägerin – konkret aufgeworfen wurden. Darüber 
hinaus wird sich die Berufungsinstanz vielfach mit einer eher summarischen Be-
gründung ihres Erkenntnisses begnügen dürfen oder sich gar darauf beschränken 
können, auf zutreffende Erwägungen im angefochtenen Urteil zu verweisen (vgl. 
zum Ganzen auch ALFRED BÜHLER / ANDREAS EDELMANN / ALBERT KILLER, Kom-
mentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, Zivilrechtspflegegesetz [Zivilpro-
zessordnung, ZPO] vom 18. Dezember 1984, 2. Aufl., Aarau, Frankfurt am Main, 
Salzburg 1998, § 323 N. 9).

3. Einleitend legte das Bezirksgericht Plessur in seinem Urteil vom 30. 
Oktober 2003 dar, dass durch Y. für Malerarbeiten, welche er an verschiedenen 
im Eigentum von Z. stehenden Liegenschaften ausgeführt habe, in der Höhe von 
Fr. 1'196'617.25 Rechnung gestellt worden sei. Da der Kläger hieran Zahlungen 
von insgesamt Fr. 720'638.75 erhalten habe und er sich überdies noch den Rest-
kaufpreis von Fr. 50'000.00 für den Erwerb von zwei Wohnungen in V. anrechnen 
lassen müsse, verbleibe im Vergleich zu den eingeklagten Fr. 435'896.95 ein 
Streitbetrag von Fr. 425'978.50. In der Folge verwarf die Vorinstanz einen Haupt-
einwand von Z., wonach Y. einen auf die Liegenschaften Q. und P. entfallenden 
Ausstand – die näheren Berechnungen ergaben eine Summe von Fr. 303'189.35 
– nicht ihr gegenüber, sondern gegenüber der liechtensteinischen Anstalt N. hätte 
geltend machen müssen, mit der sie seinerzeit für die beiden Projekte je einen 
Generalunternehmervertrag abgeschlossen habe. Das Gericht war nämlich zur 

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Auffassung gelangt, dass der Kläger die genannte Firma lediglich als Zahlstelle 
und nicht als Vertragspartnerin habe ansehen dürfen. Er habe in guten Treuen 
davon ausgehen können, dass der im Rahmenvertrag als Bauleiter eingesetzte, 
ihm gegenüber auch bei den anderen Bauvorhaben stets im Namen von Z. auftre-
tende R. ausschliesslich die Beklagte verpflichtet habe. Die Frage des Durchgriffs 
auf die eine Gesellschaft beherrschende Privatperson stellte sich damit nicht mehr 
und es erübrigte sich somit, auf die Ausführungen des Rechtsvertreters der Be-
klagten hierzu näher einzugehen. Anschliessend untersuchte das Bezirksgericht 
Plessur, in welchem Umfang die von Y. auf den verschiedenen Baustellen er-
brachten Leistungen gemäss den vertraglichen Abreden der Parteien nach Pau-
schalpreisen abzurechnen seien, inwieweit Festpreise abgemacht worden seien 
und in welchen Bereichen sich die Vergütung nach Aufwand zu richten habe. Da-
bei setzte es sich auch kritisch mit dem Kurzgutachten auseinander, welches dipl. 
arch. ETH BSA/SIA M. von der Honorarkommission des SIA ausgearbeitet hatte. 
Die Prüfung der einzelnen Positionen ergab dann, dass die oben genannte For-
derung von Fr. 425'978.50 ausgewiesen und dass der ganze Betrag zur Zahlung 
fällig sei. Zum Schluss zeigte die Vorinstanz noch auf, auf welchen Teilbeträgen 
und ab welchen Daten Verzugszins von 5 % geschuldet sei, desgleichen, in wel-
chem Umfang in der gegen Z. eingeleiteten Betreibung der Rechtsvorschlag be-
seitigt werden könne.

Das Bezirksgericht Plessur setzte sich in seinem umfangreichen, fünfund-
siebzig Seiten umfassenden Urteil mit allen wesentlichen Gesichtspunkten dieses 
vielschichtigen Abrechnungsprozesses, wie sie im vorliegenden Absatz in groben 
Zügen noch einmal aufgelistet wurden, einlässlich auseinander. Dabei ist das Er-
gebnis der sorgfältig vorgenommenen Beweiswürdigung ebenso wenig zu bean-
standen wie die Beantwortung der sich stellenden Rechtsfragen und die Art und 
Weise, wie die von Z. in den Rechtsschriften und anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung gegen die Werklohnforderung des Klägers erhobenen Einwen-
dungen behandelt wurden. Das Bezirksgericht Plessur legte vielmehr überzeu-
gend dar, dass die massgeblichen Umstände zur weitgehenden Gutheissung der 
Klage führen müssten. Vermag sich die Zivilkammer bei dieser Sachlage aber 
dem angefochtenen Erkenntnis nicht nur im Ergebnis, sondern auch in Bezug auf 
die hierfür gegebene Begründung anzuschliessen, kann im Sinne von Art. 229 
Abs. 3 ZPO darauf verwiesen werden. Die betreffenden Ausführungen bedürfen 
keiner weiteren Ergänzung.

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4. Vor erster Instanz ist Y. mit seinen Begehren gegen den Widerstand 
der Beklagten praktisch vollständig durchgedrungen, weshalb sämtliche Verfah-
renskosten (jene des Kreisamtes X. von Fr. 245.00 sowie jene des Bezirksgerich-
tes Plessur von Fr. 46'813.25) Z. als unterliegender Partei überbunden wurden. 
Dies ist nach dem Ergebnis des Berufungsverfahrens so wenig zu beanstanden 
wie die weitere Anordnung im angefochtenen Urteil, dass die Beklagte dem Kläger 
eine Umtriebsentschädigung von Fr. 47'213.50 zu entrichten habe. Angesichts der 
Bedeutung und der Komplexität der Streitsache erscheint insbesondere die Höhe 
der Y. im erstinstanzlichen Verfahren zugesprochenen Parteientschädigung als 
noch vertretbar.

Da Z. mit ihrem Rechtsmittel keinen Erfolg zu erzielen vermochte, gehen 
die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer aus den eben genann-
ten Gründen auf Fr. 12'000.00 festzusetzenden Gerichtsgebühr, einem Streitwert-
zuschlag von Fr. 2000.00 (insoweit wird die vorläufige Dispositivmitteilung berich-
tigt) sowie einer Schreibgebühr von Fr. 165.00, ebenfalls zu ihren Lasten, womit 
auch der Aufwand in Zusammenhang mit der Verfügung des Kantonsgerichtsprä-
sidiums vom 06. Dezember 2004 abgegolten ist. Überdies hat die Berufungsklä-
gerin Y. für dessen Umtriebe im Verfahren vor der Zivilkammer eine angemessene 
aussergerichtliche Entschädigung zu bezahlen. Sie ist dem mutmasslichen not-
wendigen Aufwand entsprechend auf Fr. 4000.00 festzulegen.

5. Am 3. Februar 2005 gewährte das Kantonsgerichtspräsidium Y. für 
das Berufungsverfahren (mit Wirkung ab 12. Januar 2005) die unentgeltliche 
Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten, Bestellung von Rechtsanwalt Dr. iur. 
Silvio C. Bianchi als Rechtsvertreter, beides zu Lasten der Stadt Chur als zustän-
digem Gemeinwesen).

Angesichts der eben erfolgten Regelung der Kosten- und Entschädigungs-
frage im Sachurteil der Berufungsinstanz (Abs. 2 von E. 5) erweisen sich die prä-
sidialen Anordnungen zur unentgeltlichen Rechtspflege vorab einmal insoweit als 
gegenstandslos, als die gerichtlichen Kosten des Weiterzugsverfahrens vollum-
fänglich Z. überbunden wurden, Y. hierfür also von vornherein nicht einzustehen 
hat.

Was schliesslich den aus der Bestellung eines rechtskundigen Vertreters 
erwachsenden Aufwand betrifft, wurde Y. zu Lasten von Z. eine ungeschmälerte 

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Umtriebsentschädigung zugesprochen. Die unentgeltliche Rechtspflege kann da-
mit in diesem Bereich erst zum Tragen kommen, wenn sich herausstellen sollte, 
dass der Y. zustehende Betrag von Fr. 4000.00 uneinbringlich ist, er also auch mit 
den Mitteln der Zwangsvollstreckung bei der Beklagten nicht eingetrieben werden 
kann.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 14'165.00 (Gerichtsgebühr Fr. 
12'000.00, Streitwertzuschlag Fr. 2000.00, Schreibgebühr Fr. 165.00) ge-
hen zu Lasten von Z., welche überdies verpflichtet wird, Y. für dessen Um-
triebe im Verfahren vor der Zivilkammer einschliesslich Mehrwertsteuer 
eine aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 4000.00 zu bezahlen.

3. Z. wird eine Purgationsfrist (Wiederherstellungsfrist) von einem Monat ab 
Mitteilung des vorliegenden Urteils angesetzt.

4. Mitteilung an:

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Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar