# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0ad45aab-31b6-59e1-8ad8-41feb4d64a21
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2009 E-4531/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4531-2009_2009-07-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4531/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Carmen Fried.

A._______, Nigeria,
vertreten durch Stefan Hery, Rechtsberatungsstelle
 für Asyl Suchende (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 6. Juli 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4531/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am (...) auf dem 
Landweg aus Sierra Leone ausreiste und über Guinea und Italien am 
4. September 2008 illegal in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags 
um Asyl nachsuchte,

dass  er  am  18. September 2008  im  B._______  summarisch  befragt 
und  am  6. Oktober 2008  in  C._______  gemäss  Art. 29 Abs. 1  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu seinen Asyl-
gründen angehört wurde,

dass der Hilfswerkvertreter im Anschluss an die Anhörung auf seinem 
Beiblatt  zum Protokoll  ausführte,  er  rege  trotz  Papierlosigkeit  einen 
materiellen Entscheid an,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuches gel-
tend machte, er sei homosexuell und habe seit (...) mit verschiedenen 
Männern sexuelle Kontakte gehabt,

dass er im (...) erstmals mit seinem Freund D._______ geschlafen und 
dieser sich am übernächsten Tag über Beschwerden beklagt habe,

dass er D._______ ins Spital gebracht und den Arzt gebeten habe, ge-
genüber den Eltern seines Freundes nichts von ihren homosexuellen 
Handlungen zu erzählen,

dass der Arzt sein Versprechen jedoch nicht gehalten und die Eltern 
von  D._______  über  die  homosexuelle  Beziehung  ins  Bild  gesetzt 
habe,

dass er sich deshalb nicht mehr ins Spital getraut und seinen Freund 
E._______ beauftragt habe, sich nach dem Zustand von D._______ zu 
erkundigen,

dass dieser ihm daraufhin mitgeteilt  habe,  D._______ sei  verstorben 
und er werde von der Polizei gesucht, weil dessen Eltern Anzeige ge-
gen ihn erstattet hätten,

dass er sich aus Furcht, von den Moslems zu Tode gesteinigt zu wer-
den, zur Flucht ins Ausland entschlossen habe,

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dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten zu verweisen 
ist,

dass  der  Beschwerdeführer  im  erstinstanzlichen  Verfahren  trotz  ent-
sprechender  Aufforderungen  keine  Reise-  oder  Identitätspapiere  zu 
den Akten reichte,

dass ein vom BFM beauftragter Experte zwecks Erstellung eines Her-
kunftsgutachtens am (...) mit dem Beschwerdeführer ein Telefoninter-
view durchführte und ihm mit Schreiben vom 12. Juni 2009 das rechtli-
che Gehör zum Ergebnis der Abklärung gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  am  23. Juni  2009  eine  entsprechende 
Stellungnahme beim Bundesamt einreichte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6. Juli 2009  -  eröffnet  am  7. Juli 
2009 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylge-
such  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den 
Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt zur Begründung ausführte, der Beschwerdefüh-
rer habe den Asylbehörden innerhalb der ihm eingeräumten Frist von 
48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, 

dass es sich bei den vom Beschwerdeführer eingereichten Kopien sei-
nes  Schülerausweises  und  seines  Geburtsscheins  nicht  um  Reise- 
oder Identitätspapiere im Sinne von Art. 1 Bst. b und c der Asylverord-
nung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR 142.311)  handle, da nur amtliche Dokumente mit  Fotografie,  aus 
denen die Identität  seines Inhabers (Name, Vorname, Staatsangehö-
rigkeit, Ethnie, Geburtsdatum, Geburtsort und Geschlecht) hervorgehe 
oder Reisepapiere, die zur Einreise in den Heimatstaat oder in andere 
Staaten berechtigten, darunter fallen würden,

dass  somit  zu  prüfen sei,  ob  für  das  Nichteinreichen von Identitäts- 
oder Reisepapieren entschuldbare Gründe vorliegen würden,

dass dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden könne, er habe die 
Reise von seinem Heimatland bis in die Schweiz ohne jegliche Aus-
weispapiere sowie ohne Visum unternommen und er sei bei der einzi-
gen Grenzkontrolle in Italien nicht registriert worden und habe einfach 
weitergehen können,

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dass diese Aussagen vielmehr den stereotypen Vorbringen derjenigen 
Beschwerdeführer entsprechen würden, welche nicht bereit seien, ihre 
Identität mit Ausweispapieren zu belegen, 

dass  somit  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen  würden,  die  es 
dem Beschwerdeführer verunmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere 
einzureichen,

dass bei Papierlosigkeit zu prüfen sei, ob auf Grund der Anhörung so-
wie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festge-
stellt werden könne oder ob zusätzliche Abklärungen zur Feststellung 
der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernis-
ses nötig seien,

dass die vom Bundesamt in Auftrag gegebene Sprach- und Herkunfts-
analyse ergeben habe, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen 
Angaben nicht in Sierra Leone, sondern in Nigeria sozialisiert worden 
sei,

dass bereits deswegen an den vorgebrachten Fluchtgründen gezwei-
felt werden müsse, der Beschwerdeführer sich jedoch zusätzlich noch 
in Widersprüche verwickelt habe,

dass er beispielsweise bei der Erstbefragung angegeben habe, ein ka-
tholischer Priester habe ihn über die gegen ihn laufende Anzeige infor-
miert, bei der Anhörung jedoch einen Bekannten aus F._______ als In-
formanten genannt habe,

dass er  weiter  unterschiedliche Angaben zum Zeitpunkt  und zu den 
Gründen  der  Flucht  gemacht  habe,  indem er  bei  der  Anhörung  zu-
nächst zu Protokoll gegeben habe, er sei geflohen, als sein Freund ge-
storben sei, später jedoch geltend gemacht habe, er sei geflohen, als 
der Arzt den Eltern seines Freundes die homosexuellen Handlungen 
mitgeteilt habe,

dass schliesslich auch seine Angaben zu den Fluchtorten von einan-
der abgewichen seien, da er einmal direkt von F._______ in die katho-
lische Kirche in  G._______ geflohen sein wolle,  ein anderes Mal  je-
doch ausgesagt habe, sich zuvor noch zwei Tage bei einem Mann in 
G._______ aufgehalten zu haben,

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dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Anforderungen  an  die  Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und zusätzli-
che Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  oder ei-
nes Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Akten nicht erfor-
derlich seien,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug nach Nigeria  zulässig,  zumut-
bar und möglich sei,

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Rechts-
mitteleingabe vom 14. Juli 2009 (Poststempel)  in  materieller  Hinsicht 
– unter Kosten- und Entschädigungsfolge – die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorins-
tanz zur materiellen Prüfung und zur Vornahme zusätzlicher Abklärun-
gen bezüglich der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvoll-
zugshindernisses beantragt,

dass er in prozessualer Hinsicht den Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses  und  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege beantragt,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit dar-
auf beschränkt ist, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefoch-
tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an 
die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. die diesbezüglich weiterhin 
massgeblichen Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  bei  Nichteintretensentscheiden,  die  gestützt  auf 
Art. 32 Abs. 2 lit. a AsylG getroffen werden, das BFM im Rahmen einer 
summarischen Prüfung das offenkundige Nichterfüllen der Flüchtlings-
eigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG und das offenkundige Fehlen 
von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  hat  (vgl.  Ent-
scheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 
2007/8 E. 2.1),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs 
materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbe-
züglich volle Kognition zukommt,

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird  (Art. 111  Abs. 1  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

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dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Grün-
den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der An-
hörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  es  sich  gemäss  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
BVGE 2007/7  beim Begriff  "Reise-  und  Identitätspapiere"  um Doku-
mente handelt, die "sowohl die einwandfreie Feststellung der Identität 
als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rückschaffung  ermöglichen" 
sollen (vgl. E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (vgl. a.a.O. E. 5.3. in fine),

dass vorliegend keine rechtsgenüglichen Reise- oder Identitätspapiere 
eingereicht wurden und das BFM in der angefochtenen Verfügung in 
rechtsgenüglicher Weise dargelegt hat, weshalb es sich bei den vom 
Beschwerdeführer eingereichten Kopien des Geburtsscheins und des 
Schülerausweises nicht um Identitätspapiere handelt,

dass  mit  der  Vorinstanz  einig  zu  gehen  ist,  dass  für  das  Nichtein-
reichen  von  Reise-  oder  Identitätspapieren  keine  entschuldbaren 
Gründe vorliegen,

dass aufgrund der realitätsfremden Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers, er habe für seine Ausreise keinerlei Ausweispapiere benutzt, sei 
einzig in Italien kontrolliert worden und habe dort ohne Registrierung 
einfach weggehen können, davon auszugehen ist,  er  habe für  seine 
Reise authentische Reise- und Identitätspapiere verwendet, welche er 
jedoch in Verletzung seiner gesetzlichen Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 
Abs. 1 Bst. b AsylG) den schweizerischen Asylbehörden vorenthält,

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dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise- oder Identitätspapieren nichts ändern würde,  weil  es 
bei der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht 
um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,

dass somit die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht zwei-
felsfrei feststeht und dadurch auch seine persönliche Glaubwürdigkeit 
in Frage gestellt ist,

dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und 
den Akten in Beachtung der im Urteil BVGE 2007/8 festgelegten Richt-
linien (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass zur 
Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlings-
eigenschaft  oder  eines  Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten 
Feststellung der  Flüchtlingseigenschaft  (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b  und c 
AsylG),

dass die vom BFM in Auftrag gegebene Sprach- und Herkunftsanalyse 
ergeben hat,  dass der Beschwerdeführer nicht  in Sierra Leone, son-
dern mit Sicherheit in Nigeria sozialisiert wurde, und dadurch erhebli-
che Zweifel  an den Vorbringen des Beschwerdeführers geweckt wer-
den, will sich der von ihm geschilderte Sachverhalt doch in Sierra Leo-
ne abgespielt haben,

dass entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung kein An-
lass besteht, an der Fachkompetenz des vom BFM beigezogenen Ex-
perten zu zweifeln,

dass den Angaben zum Gutachter (vgl. Akten BFM A 31/1) zu entneh-
men ist, dass dieser als Spezialist für die englische Sprache in ihren 
verschiedenen Formen, insbesondere ihrer Zweitsprachenvarianten in 
Afrika und englischbasierten Pidgins und Creoles,  über die analyse-
relevanten Sprachkenntnisse verfügt,

dass  des  Weiteren  auch  soziolinguistische  beziehungsweise  landes-
kundliche Punkte gegen eine Herkunft aus Sierra Leone sprechen, da 
der Beschwerdeführer als (...)  nicht einmal einfache Grussformeln in 
dieser Sprache und auch die Bedeutung einfachster Wörter aus dem 
Krio, welches praktisch von jedem Einwohner Sierra Leones gespro-
chen wird, nicht kennt,

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dass durch die  in  den Befragungen aufgetretenen Widersprüche die 
Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers noch verstärkt 
werden,

dass zwar dem Beschwerdeführer zugestimmt werden muss, er habe 
entgegen  der  Argumentation  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung  nie 
ausgesagt, er sei von einem Priester über die gegen ihn angestrengte 
Anzeige informiert worden,

dass auch bezüglich des Zeitpunktes der Flucht kein gravierender Wi-
derspruch ausgemacht werden kann,  da dem Anhörungsprotokoll  zu 
entnehmen  ist,  dass  zwischen  der  Information  der  Eltern  von 
D._______ durch den Arzt und dem Todeszeitpunkt seines Freundes 
keine längere Zeitspanne gewesen sein konnte (vgl. A 13/12 S. 6),

dass der Beschwerdeführer jedoch – wie in der Beschwerde zugestan-
den  –  den  Ablauf  der  Flucht  anlässlich  der  Anhörung  unvollständig 
schilderte,  indem  er  es  bei  der  freien  Erzählung  unterliess,  den 
Fluchtort bei einem Kollegen in G._______ zu erwähnen,

dass er zudem unterschiedliche Angaben dazu machte, wie lange sein 
Freund im Spital war, bis er starb, und dies einem direkt Betroffenen 
wohl in Erinnerung bleiben dürfte,

dass  er  nämlich  bei  der  Erstbefragung  angab,  sein  Freund  sei  (...) 
Tage nach seiner Hospitalisierung gestorben, aufgrund der Aussagen 
bei der Anhörung jedoch auf (...) Tage geschlossen werden muss (vgl. 
A1/10 S. 5 und A13/12 S. 8 F 64-68),

dass auch die Aussage des Beschwerdeführers, der Arzt habe als To-
desursache Analverkehr angegeben, realitätsfremd ist,  und auch un-
verständlich ist, wie sein Freund E._______ als Unbeteiligter zu all den 
Informationen, beispielsweise die Aufklärung der Eltern von D._______ 
durch einen Arzt, hätte kommen sollen,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt  und der Beschwerde-

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führer  zudem  keinen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  hat 
(vgl. EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  vom 
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in 
den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da keine Anhaltspunkte für  eine menschenrechtswidrige Behand-
lung im Sinne von Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte  und  Grundfreiheiten  vom  4.  November  1950  (EMRK, 
SR, 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in seinem Hei-
mat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizi-
nischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Beschwerdeführer seine angebliche Herkunft aus Sierra Leo-
ne nicht glaubhaft  machen konnte, weshalb im Rahmen der Prüfung 
der Zumutbarkeit  eines Wegweisungsvollzugs eine Prüfung allfälliger 
Wegweisungshindernisse in Bezug auf diesen Staat entfällt,

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dass sich der Beschwerdeführer nicht um die Offenlegung seiner tat-
sächlichen Herkunft  und die Beibringung echter Identitätspapiere be-
mühte und somit eine Verletzung der Mitwirkungspflicht vorliegt,

dass  es  unter  diesen  Umständen  nicht  Sache  der  schweizerischen 
Asylbehörden  ist,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  for-
schen,  und den Akten entnommen werden kann,  dass es sich beim 
Beschwerdeführer  um  einen  alleinstehenden,  jungen  und  gesunden 
Mann handelt,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung des Beschwerdeführers  in  seinen 
wahren Heimatstaat  schliesslich möglich ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG),  da 
keine Vollzugshindernisse bestehen,  und es ihm obliegt,  bei  der Be-
schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass  aufgrund  des  Entscheides  in  der  Hauptsache  das  Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos 
geworden ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist und bei 
diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.-  (Art. 16 
Abs. 1  Bst. a  VGG  i.V.m.  Art. 1-3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem  Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Fried

Versand: 

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