# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7fb886da-7407-5813-8461-6fe74656b4c9
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-03
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 03.10.2025 501 2024 82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2024-82_2025-10-03.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2024 82

Urteil vom 3. Oktober 2025

Strafappellationshof

Besetzung Vizepräsident: Markus Ducret
Richterin: Catherine Overney
Ersatzrichter: Patrick Schurtenberger
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Strafkläger, Berufungsführer und 
Anschlussberufungsgegner, vertreten durch Fürsprecher Beat 
Marfurt

gegen

B.________, Beschuldigter, Berufungsgegner und 
Anschlussberufungsführer

Gegenstand Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB) – Entschädigung (Art. 433 
StPO)

Berufung vom 19. Juni 2024 und Anschlussberufung 
vom 24. August 2024 gegen das Urteil der C.________ 
vom 4. April 2024

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Sachverhalt

A. Dem vorliegenden Verfahren liegt eine nachbarrechtliche Auseinandersetzung zwischen 
B.________ und A.________ zugrunde. Am 3. Februar 2023 trafen sich B.________ und 
A.________ an der D.________ in E.________, um, wie anlässlich der erfolglos durchgeführten 
Schlichtungsverhandlung vom 16. Januar 2023 vereinbart, ihre nachbarrechtliche Streitigkeit im 
Rahmen eines privaten Gesprächs beizulegen. Dieses Gespräch entwickelte sich zu einer verbalen 
Auseinandersetzung, in der A.________ von B.________ unbestrittenermassen als «Nuttensohn» 
beschimpft wurde (act. 1; act. 2003). Mit Schreiben vom 2. Mai 2023 liess A.________ durch seinen 
Rechtsanwalt bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg eine Strafanzeige wegen «übler 
Nachrede (Art. 173 StGB), und/oder evtl. Beschimpfung (Art. 177 StGB)» einreichen (act. 2013 f.).

B. Die Staatsanwaltschaft verurteilte den geständigen B.________ mit Strafbefehl vom 
20. Oktober 2023 wegen Beschimpfung gemäss Art. 177 StGB zu einer Geldstrafe von 
10 Tagessätzen zu CHF 90.- in Verbindung mit einer Busse von CHF 300.-, wobei sie den bedingten 
Strafvollzug mit einer Probezeit von zwei Jahren gewährte (act. 1). Dagegen erhob B.________ am 
1. November 2023 fristgerecht Einsprache (act. 10006) und begründete diese ausführlich mit 
Schreiben vom 23. November 2023, wobei er sich auf den Strafbefreiungsgrund der Provokation 
gemäss Art. 177 Abs. 2 StGB berief (act. 10009 ff.). 

C. Im Verfahren vor der C.________ verzichtete A.________ ausdrücklich darauf, zivilrechtliche 
Forderungen geltend zu machen (act. 7). Die Polizeirichterin führte am 4. April 2024 eine Sitzung 
durch und befragte sowohl B.________ als auch A.________. Mit Urteil vom selben Tag verurteilte 
sie B.________ wegen Beschimpfung zu einer bedingten Geldstrafe von acht Tagessätzen zu 
CHF 90.- sowie zu einer Busse von CHF 300.-, wobei sie die Probezeit auf zwei Jahre festsetzte 
(Dispositiv-Ziffer 1 und 2). Die Kosten des Verfahrens von CHF 600.- auferlegte sie B.________ 
(Dispositiv-Ziffer 5). Parteientschädigungen sprach sie weder B.________ (Dispositiv-Ziffer 6) noch 
A.________ (Dispositiv-Ziffer 7) zu. 

D. Mit Schreiben vom 26. April 2024 meldete der Rechtsvertreter von A.________ die Berufung 
gegen das Urteil der Polizeirichterin vom 4. April 2024 an. Nach Zustellung des begründeten Urteils 
am 30. Mai 2024 reichte er am 19. Juni 2024 die Berufungserklärung ein. Er beantragt, Dispositiv-
Ziffer 7 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und der Beschuldigte sei zu verurteilen, ihm eine 
Entschädigung für die ihm im Verfahren vor der Vorinstanz entstandenen Anwaltskosten in der Höhe 
der bei dieser eingereichten Kostennote zu bezahlen. Die Verfahrenskosten seien dem Staat 
aufzuerlegen und der Beschuldigte sei zu verurteilen, ihm eine angemessene Entschädigung für die 
ihm entstandenen Anwaltskosten im Berufungsverfahren zu bezahlen. 

Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 6. August 2024 mit, dass sie weder Nichteintreten 
beantrage noch Anschlussberufung erkläre und schloss in der Sache auf Abweisung der Berufung. 

B.________ erklärte mit Schreiben vom 24. August 2024 die Anschlussberufung und reichte eine 
Fotodokumentation als zusätzliches Beweismittel ein. Er beantragt sinngemäss, das angefochtene 
Urteil sei aufzuheben und er sei in Anwendung von Art. 177 Abs. 2 StGB vom Vorwurf der 
Beschimpfung freizusprechen. Die Verfahrenskosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien dem 
Kläger oder dem Staat aufzuerlegen und der Kläger sei zu verurteilen, ihm gemäss seinem 
Schreiben vom 4. April 2024 eine Entschädigung für die entstandenen Aufwände und Auslagen zu 

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bezahlen, wobei nach dem 4. April noch dazugekommene Aufwände bei der Berechnung der 
Entschädigung zu berücksichtigen seien. 

Mit Schreiben vom 2. September 2024 verzichtete die Staatsanwaltschaft auf die Einreichung einer 
Stellungnahme zur Anschlussberufung. 

E. Am 17. Dezember 2024 führte die Verfahrensleitung einen erfolglosen Schlichtungsversuch 
durch. Die Parteien erklärten sich anlässlich dieser Schlichtungsverhandlung einverstanden, dass 
die Berufung und Anschlussberufung im schriftlichen Verfahren behandelt werden.

F. Unter Einhaltung der ihm angesetzten und mehrfach erstreckten Frist reichte der 
Rechtsvertreter von A.________ (nachfolgend: der Strafkläger oder der Berufungsführer) am 
24. März 2025 die schriftliche Begründung seiner Berufung sowie eine Stellungnahme zur 
Anschlussberufung ein. Die Polizeirichterin verzichtete auf eine Stellungnahme. Mit zwei Schreiben 
vom 19. April 2025 reichte B.________ (nachfolgend: der Beschuldigte oder der 
Anschlussberufungsführer) eine Stellungnahme zur schriftlichen Begründung der Berufung sowie 
einen Antrag betreffend «Übernahme von Aufwand und Auslagen» im Umfang von CHF 3'509.80 
ein. Diese Eingaben wurden dem Rechtsvertreter von A.________ mit Schreiben vom 22. April 2025 
zur Kenntnisnahme zugestellt, woraufhin Letzterer sich nicht mehr vernehmen liess. 

Erwägungen

1.

1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 
Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Als Strafkläger 
besitzt der Berufungsführer zudem ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder 
Änderung des Entscheids im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO und ist somit zur Berufung legitimiert 
(Art. 104 Abs. 1 Bst. b und Art. 382 Abs. 1 und 2 StPO). Auf die form- und fristgerecht eingereichte 
Berufung, die sich auf die Anfechtung der Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens 
beschränkt (Dispositiv-Ziffer 7 des angefochtenen Entscheids), ist einzutreten.

1.2. Als beschuldigte und erstinstanzlich auch verurteilte Person besitzt der 
Anschlussberufungsführer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 
Entscheids im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO. Er ist somit zur Anschlussberufung legitimiert und 
hierbei nicht auf den Umfang der Hauptberufung beschränkt (Art. 401 Abs. 2 StPO; siehe 
BGE 140 IV 92 E. 2). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Anschlussberufung ist somit 
ebenfalls einzutreten.

1.3. Im Rahmen einer Berufung überprüft der Strafappellationshof den vorinstanzlichen Entscheid 
frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Er ist in 
seinem Entscheid weder an die Begründung der Parteien noch an deren Anträge gebunden, ausser 
wenn er Zivilklagen beurteilt. Er darf Entscheide nicht zum Nachteil der verurteilten Person 
abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 Abs. 1 und 2 
StPO). Der Strafappellationshof verfügt somit grundsätzlich über eine umfassende 
Überprüfungsbefugnis. Er überprüft das erstinstanzliche Urteil allerdings nur in den angefochtenen 

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Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheide zu verhindern (Art. 404 StPO).

1.4. Das Verfahren wird grundsätzlich mündlich geführt (Art. 405 StPO) und beruht auf den 
Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind 
(Art. 389 Abs. 1 StPO). Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts werden gemäss Art. 389 
Abs. 2 StPO nur wiederholt, wenn a) Beweisvorschriften verletzt worden sind, b) die 
Beweiserhebungen unvollständig waren oder c) die Akten über die Beweiserhebungen 
unzuverlässig erscheinen. Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer 
Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO), wobei die Parteien hier keine 
zusätzlichen Beweisanträge gestellt haben. Es ist festzustellen, dass für das vorliegende Verfahren 
weder die Abnahme weiterer Beweise noch die Anwesenheit der beschuldigten Person erforderlich 
ist (Art. 406 Abs. 2 Bst. a StPO). Da ein Urteil eines Einzelgerichts Gegenstand des 
Berufungsverfahrens ist (Art. 406 Abs. 2 Bst. b StPO) und die Parteien ihre Zustimmung erteilt 
haben (Art. 406 Abs. 2 StPO), ist ein schriftliches Verfahren durchzuführen. 

2.

Der Anschlussberufungsführer beantragt gestützt auf Art. 177 Abs. 2 StGB einen Freispruch 
hinsichtlich des Vorwurfs der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB. Er habe auf «die 
Provokation der Gegenseite» hin zwar «leider kurz die Fassung verloren, dies jedoch im Affekt» und 
sich «sogleich dafür entschuldigt». 

2.1. Nach Art. 177 Abs. 2 StGB kann das Gericht den Täter von der Strafe befreien, wenn der 
Beschimpfte durch sein ungebührliches Verhalten zu der Beschimpfung unmittelbar Anlass gegeben 
hat. Soweit der Anschlussberufungsführer gestützt auf diese Bestimmung einen Freispruch 
beantragt, verkennt er, dass es sich hierbei nicht um einen Rechtfertigungs-, sondern um einen 
fakultativen Strafbefreiungsgrund handelt (BGE 109 IV 39 E. 4b). Sind die Voraussetzungen dieser 
Bestimmung erfüllt hat demnach ein Schuldspruch unter Verzicht auf Ausfällung einer Strafe zu 
erfolgen, nicht aber ein Freispruch (vgl. Urteil BGer 6B_1056/2020 und 6B_1057/2020 vom 
25. August 2021 E. 4.3.5). Der Anschlussberufungsführer ist geständig, den Berufungsführer als 
«Nuttensohn» bezeichnet und damit eine Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 
begangen zu haben. Der von ihm beantragte Freispruch fällt damit ausser Betracht und der 
Anschlussberufungsführer ist der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen (Urteil BGer 6B_1052/2023 vom 4. April 2024 E. 1.3.2), wobei diesbezüglich auf die 
zutreffenden Erwägungen der Polizeirichterin verwiesen werden kann (angefochtenes Urteil S. 5, 
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Anschlussberufung erweist sich insoweit als unbegründet. 

2.2. Zu prüfen ist demgegenüber, ob in Anwendung von Art. 177 Abs. 2 StGB keine Strafe 
auszusprechen ist.

2.2.1. Bei der fakultativen Strafbefreiung gemäss Art. 177 Abs. 2 StGB handelt es sich um eine 
Ermessensentscheidung des erkennenden Strafgerichts, nicht um eine Pflicht. Das Strafgericht 
kann den Täter von jeder Strafe befreien, sich aber auch darauf beschränken, die Strafe zu mildern 
– wie dies die Polizeirichterin getan hat. In dieser Hinsicht kommt dem erkennenden Strafgericht ein 
weites Ermessen zu (Urteil BGer 6B_1052/2023 vom 4. April 2024 E. 1.3.4; Urteil BGer 
6B_640/2008 vom 12. Februar 2009 E. 2.1). Ungeachtet dieses weiten Ermessens der 
Polizeirichterin ist im vorliegenden Verfahren aufgrund der vollen Kognition des 
Strafappellationshofs eine erneute, eigene Abwägung vorzunehmen (vgl. Urteil BGer 6B_356/2012 
vom 1. Oktober 2012 E. 3.4 f.).

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2.2.2. Voraussetzung der Strafbefreiung ist, dass die Beschimpfung durch ein verwerfliches 
Verhalten des Beschimpften hervorgerufen wurde und dass sie unmittelbar auf die Provokation 
erfolgt ist, wobei das Merkmal der Unmittelbarkeit zeitlich zu verstehen ist (BGE 117 IV 270 E. 2c; 
Urteil BGer 6B_375/2023 vom 2. Oktober 2023 E. 3.2). 

Der Anschlussberufungsführer brachte diesbezüglich bei seiner Einvernahme durch die Polizei vor, 
anlässlich der streitigen Auseinandersetzung habe der Berufungsführer mehrere provozierende 
Aussagen getätigt und ihn insbesondere drei Mal grundlos mit «haut t’Schnurra» angeschrien. 
Daraufhin habe er kurz die Fassung verloren und es sei ihm die Beleidigung «Nuttensohn» 
herausgerutscht, wobei er sich hiernach aber sofort beim Berufungsführer entschuldigt und diese 
Entschuldigung später auch wiederholt habe (act. 2003 f.). Diese Darstellung des Sachverhalts hat 
der Anschlussberufungsführer sowohl vor der Polizeirichterin (act. 10) als auch vor dem 
Instruktionsrichter des Strafappellationshof wiederholt.

Demgegenüber erwähnte der Berufungsführer anlässlich seiner Einvernahme durch die Polizei kein 
eigenes Fehlverhalten und sagte stattdessen aus, der Anschlussberufungsführer sei immer 
aggressiver und lauter geworden und habe am Ende die Beleidigung «verdammter Hurensohn» 
geäussert (act. 2007 f.). Anlässlich der Sitzung vom 4. April 2024 vor der Polizeirichterin gab er 
indessen lediglich zu Protokoll, ob es zu solchen Kraftausdrücken («haut t’Schnurra») seinerseits 
gekommen sei, könne er «weder bestätigen noch verneinen». Hinsichtlich der weiteren Vorwürfe 
des Anschlussberufungsführer tätigte er sodann die Aussage, er «müsse das nicht kommentieren», 
dies sei «üblicherweise nicht der Stil [seiner] Wortwahl» (act. 10). 

Die zum Tatzeitpunkt ebenfalls anwesende und von der Polizei als Zeugin befragte Lebenspartnerin 
des Berufungsführers gab ihrerseits insbesondere zu Protokoll, der Berufungsführer hätte seinen 
Ton zwar erhöhen müssen, da auch der Anschlussberufungsführer sehr laut gewesen sei, Letzteren 
aber nicht angebrüllt (act. 2010 f.). 

2.2.3. Angesichts dieser teils widersprüchlichen Aussagen lässt sich der genaue Ablauf der 
streitigen Auseinandersetzung nicht mit Sicherheit feststellen. Mit Blick auf die ausführlichen und 
grundsätzlich glaubhaft wirkenden Aussagen des geständigen Anschlussberufungsführers kann 
aber zumindest als erstellt gelten, dass er die Beleidigung im Rahmen einer angespannten und teils 
lauten Auseinandersetzung im Affekt tätigte. Darüber hinaus kann indessen dahingestellt bleiben, in 
welchem Umfang die von ihm gegenüber dem Berufungsführer erhobenen Vorwürfe zutreffen und 
auch Letzterer ungebührliches Verhalten an den Tag legte. Selbst wenn diese Vorwürfe 
vollumfänglich zutreffen sollten, so vermag das beanstandete Verhalten des Berufungsführers keine 
Strafbefreiung im Sinne von Art. 177 Abs. 2 StGB zu begründen. Ausdrücke wie «haut t’Schnurra» 
sowie die angeblich erfolgten abwertenden Bemerkungen über seine Ausbildung, seinen Anwalt 
oder seine Familie wären zwar durchaus als provozierendes Verhalten zu beurteilen. Zugleich ist 
festzuhalten, dass das behauptete Verhalten nicht als derart verwerflich zu beurteilen wäre, dass es 
geradezu als unbillig erschiene, (einzig) den Anschlussberufungsführer zu bestrafen (vgl. Urteil 
BGer 6B_375/2023 vom 2. Oktober 2023 E. 3.2). Das Verhalten des Berufungsführers sowie dessen 
Lebenspartnerin im Anschluss an die Tat und insbesondere während des Strafverfahrens ist sodann 
von vornherein nicht geeignet, eine der Tat unmittelbar vorausgehende Provokation im Sinne von 
Art. 177 Abs. 2 StGB darzustellen und damit eine Strafbefreiung zu begründen (vgl. BGE 117 IV 270 
E. 2c). Auf die diesbezüglichen Ausführungen des Anschlussberufungsführers ist daher nicht näher 
einzugehen; die angeblich in diesem Zusammenhang erfolgten Delikte (insb. Rechtspflegedelikte) 
sind nicht Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens. Die Anschlussberufung erweist sich 
somit auch in diesem Punkt als unbegründet.

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2.3. Der Anschlussberufungsführer ficht die Strafzumessung nicht selbständig an, sondern nur 
als Folge des beantragten Freispruchs respektive der beantragten Strafbefreiung. Ob aufgrund des 
engen Sachzusammenhangs zwischen dem Schuld- und dem Strafpunkt die Strafe dennoch als 
mitangefochten zu gelten hat, kann dahingestellt bleiben (vgl. Urteil BGer 6B_518/2022 
vom 16. Juni 2023 E. 1.4.2). Die von der Polizeirichterin ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 
acht Tagessätzen zu CHF 90.- in Verbindung mit einer Busse von CHF 300.- verstösst gegen Art. 42 
Abs. 4 StGB (siehe BGE 149 IV 321 E. 1.3 und 1.4), weshalb die Strafzumessung ohnehin in 
Anwendung von Art. 404 Abs. 2 StPO zu korrigieren respektive neu vorzunehmen ist.

Das Verschulden des nicht vorbestraften Anschlussberufungsführers ist ungeachtet der massiven 
Verbalinjurie als leicht zu beurteilen: Er sprach die Beschimpfung im Affekt aus und entschuldigte 
sich sogleich dafür. Im Strafverfahren war er sodann jederzeit geständig und zeigte aufrichtige Reue. 
Eine Strafe von zehn Tagessätzen zu CHF 90.- erweist sich als insgesamt schuldangemessen, 
wobei hinsichtlich der Höhe der Tagessätze und des bedingten Vollzugs der Strafe auf die 
zutreffenden Erwägungen der Polizeirichterin verwiesen werden kann (angefochtenes Urteil S. 5, 
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die bedingt auszusprechende Geldstrafe ist mit einer Busse im Sinne von 
Art. 42 Abs. 4 StGB zu verbinden, die höchstens 20 % der in der Summe schuldangemessenen 
Sanktion – bestehend aus der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe kombiniert mit der 
Verbindungsbusse – betragen darf (BGE 149 IV 321). Entsprechend ist der 
Anschlussberufungsführer zu einer bedingten Geldstrafe von acht Tagessätzen zu CHF 90.- und 
einer Verbindungsbusse von CHF 180.- zu verurteilen.

3.

Der Anschlussberufungsführer ersucht zwar darum, das angefochtene Urteil sei (auch) im 
Kostenpunkt aufzuheben. Er beantragt diesbezüglich, die Verfahrenskosten seien vom Kläger oder 
dem Staat zu tragen. Zudem sei der Kläger zu verurteilen, ihm eine Entschädigung für die 
entstandenen Aufwände und Auslagen zu bezahlen. Diese Anfechtung erfolgt indessen nicht 
selbständig, sondern nur als Folge des beantragten Freispruchs. Angesichts der auch im 
Berufungsverfahren ausgesprochenen Verurteilung des Anschlussberufungsführers (vgl. Art. 426 
Abs. 1 und Art. 429 Abs. 1 StPO) kann hinsichtlich des Kostenpunkts vollumfänglich auf die 
zutreffenden Ausführungen der Polizeirichterin verwiesen werden (angefochtenes Urteil S. 7 f., 
Art. 82 Abs. 4 StPO) und rechtfertigt es sich nicht, die Kostenregelung des erstinstanzlichen 
Verfahrens zu ändern (Art. 428 Abs. 3 StPO e contrario). 

4.

Der Berufungsführer rügt einzig, die Polizeirichterin habe ihm zu Unrecht keine Entschädigung 
zugesprochen. Der Anschlussberufungsführer sei zu verurteilen, ihm eine Entschädigung für die ihm 
im vorinstanzlichen Verfahren entstandenen Anwaltskosten in der Höhe der dort eingereichten 
Kostennote zu bezahlen. 

4.1. Obsiegt die Privatklägerschaft, so hat sie nach Art. 433 Abs. 1 StPO Anspruch auf 
angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. Die Aufwendungen im 
Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO betreffen in erster Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die 
Beteiligung am Strafverfahren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der 
Privatklägerschaft notwendig waren (BGE 139 IV 102 E. 4.1). Nach der neueren Rechtsprechung 
des Bundesgerichts ist die Notwendigkeit der privaten anwaltlichen Vertretung als solcher 
grundsätzlich als gegeben zu betrachten, sofern die Privatklägerschaft adhäsionsweise 
Zivilforderungen geltend macht. Die "Notwendigkeit" im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO bezieht sich 

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diesfalls im Einzelnen auf die von der anwaltlichen Vertretung betriebenen Aufwendungen und nicht 
auf deren Beizug an sich (Urteil BGer 7B_269/2022 vom 11. Juni 2024 E. 8 mit Hinweisen). Beteiligt 
sich die Privatklägerschaft dagegen wie vorliegend nur als Strafklägerin am Verfahren, ohne 
Zivilansprüche geltend zu machen (act. 7), so hat sie sich gewisse Einschränkungen gefallen zu 
lassen. Die Notwendigkeit des Beizugs einer anwaltlichen Vertretung im Sinne von Art. 433 Abs. 1 
StPO unterliegt diesfalls strengeren Voraussetzungen und ist insbesondere dann gegeben, wenn 
die Privatklägerschaft wesentlich zur Abklärung einer Strafsache und Verurteilung des Täters 
beigetragen hat; bei komplexen, nicht leicht überschaubaren Straffällen, an deren gründlichen 
Untersuchung und gerichtlichen Beurteilung die Privatklägerschaft ein erhebliches Interesse hatte; 
oder wenn der Beizug eines Anwalts im Hinblick auf die sich stellenden, nicht einfachen rechtlichen 
Fragen gerechtfertigt erschient (ausführlich Urteil BGer 7B_269/2022 vom 11. Juni 2024 E. 8.4 und 
8.7; siehe auch Urteil BGer 6B_226/2017 vom 10. Juli 2017 E. 4.3).

4.2. Die Polizeirichterin hält diesbezüglich fest, es handle sich vorliegend um einen einfachen 
Lebenssachverhalt, bei dem sich auch keine komplexen rechtlichen Fragen stellten. Eine 
Strafanzeige könne einfach bei der Polizei, bei der Staatsanwaltschaft oder im Kanton Freiburg auch 
online eingereicht werden und rechtfertige per se keinen Beizug eines Rechtsanwalts. Der 
Beschuldigte habe die Verbalinjurie bereits anlässlich seiner ersten Einvernahme durch die 
Kantonspolizei zugegeben, weshalb der Sachverhalt relativ schnell erstellt gewesen sei. Deshalb 
seien die vom Berufungsführer geltend gemachten Kosten für seinen Anwalt nicht als notwendige 
Aufwendungen im Verfahren zu betrachten und sei ihm keine Entschädigung zuzusprechen 
(angefochtenes Urteil S. 7 f.).

4.3. Der Berufungsführer bringt in erster Linie vor, die Parteien seien bereits seit längerem in 
einen Zivilprozess verwickelt. Dort sei der Anschlussberufungsführer anwaltlich vertreten und 
ebendieser Anwalt sei auch zu Beginn der Sitzung vom 4. April 2024 vor der Polizeirichterin 
anwesend gewesen. Angesichts der Tatsache, dass der Anschlussberufungsführer anwaltlich 
vertreten gewesen sei, rechtfertige es sich für ihn eindeutig, sich seinerseits von einem Anwalt 
beraten und vertreten zu lassen.

Diese Ausführungen erwecken den Eindruck, der Anschlussberufungsführer habe sich im 
Vorverfahren sowie im Hauptverfahren vor der Polizeirichterin vollumfänglich anwaltlich vertreten 
lassen. Dies trifft jedoch gerade nicht zu: Der Anwalt des Anschlussberufungsführer war zwar an 
dessen polizeilicher Einvernahme (act. 2000) sowie – was unbestritten ist – anscheinend auch zu 
Beginn der Verhandlung vor der Polizeirichterin anwesend. Indessen verfasste der 
Anschlussberufungsführer sowohl seine Einsprache gegen den Strafbefehl vom 20. Oktober 2023 
(act. 10009 ff.) als auch seine Eingaben an die Polizeirichterin (act. 5) und an den 
Strafappellationshof selbst. 

Doch selbst wenn der Anschlussberufungsführer im vorinstanzlichen Verfahren als anwaltlich 
vertreten zu betrachten wäre, vermöchte dieser Umstand für den Berufungsführer noch keine 
"Notwendigkeit" im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO hinsichtlich des Beizugs einer (eigenen) privaten 
anwaltlichen Vertretung zu begründen. Der Beizug eines Anwalts durch den Berufungsführer 
erfolgte bereits vor respektive gerade mit Blick auf die Einreichung der Strafanzeige (act. 2013 ff.) 
und damit zu einem Zeitpunkt, in welchem noch völlig ungewiss war, ob der 
Anschlussberufungsführer sich im (erst noch gegen ihn zu eröffnenden) Strafverfahren (ebenfalls) 
anwaltlich vertreten lassen würde. Eine allfällige anwaltliche Vertretung des 
Anschlussberufungsführers fällt daher zur Begründung der «Notwendigkeit» der eigenen 
anwaltlichen Vertretung des Berufungsführers von vornherein ausser Betracht (vgl. Urteil BGer 

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6B_226/2017 vom 10. Juli 2017 E. 4.3.3), sondern wäre vielmehr als Reaktion auf den Beizug eines 
Rechtsanwalts durch Letzteren zu betrachten. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der 
Strafanspruch grundsätzlich vom (durch die juristisch fachkundige Staatsanwaltschaft vertretenen) 
Staat wahrzunehmen ist (BGE 148 IV 124 E. 2.6.4).

4.4. Mit Blick auf das Gesagte ist der Polizeirichterin daher beizupflichten, dass die vom 
Berufungsführer vor ihr geltend gemachten Kosten für den Beizug seines Anwalts nicht als 
«notwendig» im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO zu betrachten sind. Der Berufungsführer hat weder 
wesentlich zur Abklärung der Strafsache und Verurteilung des Täters beigetragen, noch handelt es 
sich vorliegend um einen komplexen, nicht leicht zu überschaubaren Straffall oder waren komplexe 
rechtliche Fragen zu beantworten (vgl. Urteile BGer 7B_269/2022 vom 11.Juni 2024 E. 8.4 und 8.7; 
6B_226/2017 vom 10. Juli 2017 E. 4.3). Vielmehr war vorliegend ein Bagatellstraffall mit einem 
jederzeit geständigen Täter zu behandeln, in welchem einzig die (im weiten Ermessen des 
erkennenden Strafgerichts liegende) Frage nach einer allfälligen Strafbefreiung respektive der 
angemessenen Sanktion streitig war. In einer solchen Konstellation kann auch von einem nicht 
rechtskundigen, durchschnittlichen Bürger erwartet werden, dass er seine Rechte als Strafkläger 
ohne Beizug eines privaten Rechtsbeistandes wahrnimmt. Die Berufung erweist sich als 
unbegründet. 

5.

Die Parteien haben die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Verfahrenskosten umfassen die 
Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 33 ff. des 
Justizreglements vom 30. November 2010 [JR, SGF 130.11]). Gestützt darauf werden die 
Gerichtskosten auf CHF 2'000.- festgesetzt (Gebühr: CHF 1’900.-; Auslagen: CHF 100.-). Der 
Berufungsführer ist mit seiner Berufung vollständig unterlegen. Der Anschlussberufungsführer ist mit 
seiner Anschlussberufung zwar teilweise durchgedrungen, allerdings nur in einem untergeordneten 
Nebenpunkt (vgl. Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Es rechtfertigt sich daher vorliegend, den Parteien die 
Gerichtskosten je zur Hälfte aufzuerlegen. 

Entschädigungen im Sinne von Art. 436 StPO für das Rechtsmittelverfahren sind in dieser 
Konstellation keine zuzusprechen. Der Berufungsführer unterliegt mit seiner Berufung. Hinsichtlich 
der Anschlussberufung ist er zwar als mehrheitlich obsiegend zu betrachten, die Zusprechung einer 
Entschädigung rechtfertigt sich aber auch diesbezüglich nicht (Art. 436 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO; 
siehe dazu ausführlich E. 4 hiervor), zumal er sich nicht näher zur Anschlussberufung geäussert hat. 
Der Anschlussberufungsführer dringt mit seiner Anschlussberufung zwar in (untergeordneten) 
Nebenpunkten durch (Art. 436 Abs. 2 StPO) und ist hinsichtlich der Berufung als obsiegend zu 
betrachten. Doch ist er im Berufungsverfahren nicht anwaltlich vertreten, womit eine Entschädigung 
für Anwaltskosten ausser Betracht fällt (vgl. Urteil 1B_767/2012 vom 23. Januar 2023 E. 6.3). 
Allfällige Entschädigungen für den persönlichen Arbeitsaufwand und die Umtriebe der Parteien sind 
sodann wettzuschlagen.

(Dispositiv auf nachfolgender Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird abgewiesen.

Die Anschlussberufung wird teilweise gutgeheissen.

Das Urteil der C.________ vom 4. April 20024 wird in Ziff. 2, 3 und 4 abgeändert und im 
Übrigen bestätigt. Es lautet neu wie folgt:

1. B.________ wird verurteilt wegen Beschimpfung (Art. 177 Abs. 1 StGB), begangen am 
3. Februar 2023 in E.________.

2. Die Strafe wird festgesetzt auf eine bedingte Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu CHF 90.00 
sowie eine Busse von CHF 180.00. Die Probezeit wird auf 2 Jahre festgesetzt (Art. 34, 42, 
44 und 47 StGB).

3. Wird die Busse nicht fristgerecht bezahlt und ist sie auf dem Betreibungsweg 
uneinbringlich, tritt an ihrer Stelle eine Freiheitsstrafe von 2 Tagen (Art. 106 Abs. 2 und 4 
StGB).

4. Auf schriftliche Anfrage innerhalb von 30 Tagen an die Polizeirichterin kann B.________ 
beantragen, den Vollzug der Busse in Form von gemeinnütziger Arbeit zu leisten 
(ausmachend total 8 Stunden). Die Verfahrenskosten können nicht durch das Leisten von 
gemeinnütziger Arbeit bezahlt werden. Die Vollzugsmodalitäten werden zu einem späteren 
Zeitpunkt vom Amt für Justizvollzug und Bewährungshilfe festgelegt (Art. 79a StGB).

5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 600.00 (Gerichtsgebühren: CHF 500.00; Auslagen: 
CHF 100.00, inkl. Auslagen der Staatsanwaltschaft) werden B.________ auferlegt 
(Art. 426 StPO).

6. B.________ wird keine Entschädigung im Sinne von Art. 429 StPO zugesprochen.

7. A.________ wird keine Parteientschädigung im Sinne von Art. 433 StPO zugesprochen.

II. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 2'000.- (Gebühr: CHF 1’900.-, Auslagen: 
CHF 100.-) werden A.________ und B.________ je hälftig auferlegt. 

Der Anteil von A.________ wird von dessen Kostenvorschuss von CHF 1'000.- bezogen. 

III. Für das Berufungsverfahren werden keine Entschädigungen zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

Kantonsgericht KG
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Freiburg, 3. Oktober 2025/psc

Der Vizepräsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin