# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4a40306-be52-55e8-b1ce-356a0469ba60
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-29
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 29.08.2018 810 18 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-18-41_2018-08-29.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 29. August 2018 (810 18 41) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Raumplanung, Bauwesen 

 

 

Baugesuch für Einfamilienhaus mit Autounterstand / Grenzabstand zwischen Autounter-

stand und Nachbarparzelle 

 
 
Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Markus  

Clausen, Daniel Ivanov, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl,  
Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Stefan Wirz, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstras-
se 29, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin 
 
A.B.____ und B.B.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Livio 
Marelli, Advokat  
 

 Einwohnergemeinde C.____, Beigeladene 
 

  
 

Betreff Baugesuch für Einfamilienhaus mit Autounterstand  
(Entscheid der Baurekurskommission vom 23. Januar 2018) 

 
 
A. A.B.____ und B.B.____ reichten am 19. Mai 2017 beim Bauinspektorat des Kantons 
Basel-Landschaft (Bauinspektorat) das Baugesuch Nr. 0891/2017 für ein Einfamilienhaus mit 

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Autounterstand auf der Parzelle Nr. 1725, Grundbuch (GB) C.____, ein. Beim Autounterstand 
handelt es sich um einen an der Südfassade des Einfamilienhauses angebauten auf drei Seiten 
offenen Dachvorsprung (Carport), welcher um 3.4 m über die Südfassade hinausragt. Die Dis-
tanz zwischen der Südfassade und der benachbarten Parzelle Nr. 1293, GB C.____, beträgt 
4.4 m, der Abstand zwischen dem Dachvorsprung und der benachbarten Parzelle Nr. 1293 
1.0 m. Gegen das genannte Baugesuch erhob A.____, Eigentümerin der Parzelle Nr. 1293, am 
3. Juni 2017 beim Bauinspektorat Einsprache und monierte neben anderen hier nicht mehr inte-
ressierenden geltend gemachten Gesetzesverletzungen die Nichteinhaltung des gesetzlichen 
Grenzabstandes zu ihrem Grundstück durch das Vordach des geplanten Autounterstandes.  
 
B. Nachdem die Bauherrschaft bereinigte Pläne eingereicht hatte, wies das Bauinspekto-
rat die Einsprache von A.____ mit Entscheid vom 16. August 2017 ab, soweit es darauf eintrat. 
Es wurde festgehalten, dass Haupt- und Vordächer gemäss § 53 Abs. 1 der Verordnung zum 
Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 die Fassade um bis zu 1 m über-
ragen dürften, wenn der minimale Grenzabstand gegenüber Nachbarparzellen eingehalten 
werde. Das “an der Fassade angehängte und nicht abgestützte Dach des Carports“ rage insge-
samt 3.4 m über die Fassade hinaus. Nach Abzug des zulässigen Meters werde die für den 
Grenzabstand massgebende Fassade bei 2.4 m gemessen. Bei einer Fassadenlänge von 
6.0 m und einer Fassadenhöhe von 3.0 m (Carportdach) werde der minimale Grenzabstand von 
2.0 m zur Parzelle der Einsprecher exakt eingehalten.  
 
C. Mit Eingabe vom 25. August 2017 erhob A.____, nachfolgend immer vertreten durch 
Stefan Wirz, Advokat, gegen den Entscheid des Bauinspektorats bei der Baurekurskommission 
des Kantons Basel-Landschaft (Baurekurskommission) Beschwerde. Beantragt wurde die Ab-
weisung des Entscheids und die Aufhebung der Baubewilligung bzw. eventualiter die Rückwei-
sung der Sache zur neuen Feststellung des Sachverhalts und Neuentscheidung. Es wurde eine 
Verletzung des zulässigen Grenzabstands und des Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend 
gemacht.  
 
D. Nach Durchführung eines Augenscheins wies die Baurekurskommission die Be-
schwerde mit Entscheid Nr. 17-023 vom 23. Januar 2018 ab. Sie kam zum Schluss, dass weder 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch der Grenzabstandsvorschriften vorliege. Sie führ-
te unter anderem aus, von der Breite des Dachs des Carports von 3.4 m werde gestützt auf 
§ 53 Abs. 1 lit. a RBV 1.0 m abgezogen und beim Punkt 2.4 m des Carports und somit bei 
2.4 m von der Fassade der Hauptbaute eine Fassade (des Carports) fingiert. Diese fingierte 
Fassade habe gemäss § 90 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 
2.0 m Grenzabstand einzuhalten, was vorliegend erfüllt sei.  
 
E. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 7. Februar 2018 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie bean-
tragte, es seien der Entscheid der Baurekurskommission vom 23. Januar 2018 sowie der Ent-
scheid des Bauinspektorats vom 16. August 2017 aufzuheben und das Baugesuch 
Nr. 891/2017 abzuweisen. Eventualiter sei der Entscheid der Baurekurskommission aufzuheben 
und die Sache zur neuen Feststellung des Sachverhalts und Neuentscheidung an die Vor-

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instanz zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge. In ihrer ergänzenden Beschwerdebegrün-
dung vom 12. März 2018 machte sie die Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie der Grenz-
abstandsvorschriften durch den Carport geltend. Im Zusammenhang mit der Legitimation der 
Beschwerdeführerin wurde der Antrag auf Einholung einer amtlichen Auskunft bei der Einwoh-
nerkontrolle C.____ gestellt. Des Weiteren wurden ein Augenschein und eine Parteibefragung 
beantragt. 
 
In seiner Vernehmlassung an das Kantonsgericht vom 18. April 2017 beantragte das Bauin-
spektorat die Abweisung der Beschwerde.  
 
F. Mit präsidialer Verfügung vom 24. April 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei-
lung überwiesen. Die Beweisanträge der Beschwerdeführerin auf Einholung einer amtlichen 
Auskunft bei der Einwohnerkontrolle C.____, Anordnung eines Augenscheins sowie Parteibe-
fragung wurden abgewiesen.  
 
G. Auf entsprechendes Gesuch der Bauherrschaft und nach Einreichung bereinigter Pläne 
erteilte das Bauinspektorat mit Verfügung vom 5. Juni 2018 der Bauherrschaft eine Teilbaube-
willigung für das Einfamilienhaus ohne Carport. Mit Schreiben vom 10. Juli 2018 teilte das Bau-
inspektorat A.____ mit, dass nur der Carport, nicht jedoch das Einfamilienhaus Gegenstand des 
hängigen Beschwerdeverfahrens vor Kantonsgericht sei. Der Carport sei demzufolge von der 
erteilten Teilbaubewilligung nicht berührt.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Das Kantonsgericht prüft nach § 16 Abs. 2 VPO insbesondere die Eintretensvoraus-
setzungen von Amtes wegen. Gemäss § 134 Abs. 5 RBG in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 können Entscheide der Baurekurskommission beim Kantonsgericht angefochten werden. 
Demnach ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und 
sachlich zuständig. Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin des Grundstücks, welches unmit-
telbar an das Grundstück der Bauherrschaft angrenzt. Streitpunkt ist der zulässige Grenzab-
stand des geplanten Autounterstands zur gemeinsamen Grundstücksgrenze der Beschwerde-
führerin und der Baugesuchsteller. Die Beschwerdeführerin ist damit vom angefochtenen Ent-
scheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Da auch die übri-
gen formellen Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die verwaltungsgerichtliche Beschwerde 
einzutreten. Anzumerken ist, dass die Legitimation der Beschwerdeführerin unbestritten ist, so 
dass die entsprechenden Anträge der Beschwerdeführerin auf Einholung einer amtlichen Aus-
kunft bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde C.____ und auf Parteibefragung abzuweisen 
sind.  
 
2. In der Beurteilung der vorliegenden gegen den Entscheid der Baurekurskommission 
gerichteten verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss 
§ 45 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger 

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Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ein allfälliges 
Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit 
des angefochtenen Entscheides der Baurekurskommission dagegen ist dem Kantonsgericht 
verwehrt (§ 45 lit. c VPO e contrario). 
 
3.1. Die Beschwerdeführerin moniert vorerst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtli-
ches Gehör in mehrfacher Hinsicht. 
 
3.2. Der in Art. 29 Abs. 2 BV verankerte Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör ge-
währleistet dem Einzelnen allgemein eine effektive Mitwirkung im Verfahren zum Erlass von 
Entscheidungen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen (GEROLD STEINMANN, in: 
Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizerischen Bundesverfassung, 
3. Aufl., Zürich 2014, Art. 29 BV, Rz. 42 ff.). Die Behörde hat den Parteien nicht nur Gelegenheit 
zur Äusserung zu geben, sondern deren Argumente, Verfahrens- und Beweisanträge auch ent-
gegenzunehmen, ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung angemessen zu berücksichti-
gen. Die Begründungspflicht stellt dabei sicher, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffe-
nen tatsächlich prüft und allenfalls berücksichtigt (JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grund-
rechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 868; MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige 
Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, 
S. 360 f.). Dies gilt für alle form- und fristgerecht angebrachten Äusserungen, Eingaben und 
Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Erhebt 
die betroffene Person in diesem Sinne entscheidwesentliche Einwände, so muss sich die Be-
hörde ausdrücklich mit diesen auseinandersetzen, oder aber zumindest die Gründe angeben, 
weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigt (Urteil des BGer 2C_839/2016 vom 
12. April 2017 E. 3.1.1; BGE 124 V 180 E. 2b; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas-
sungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 27. Juli 2016 [810 15 267] E. 7.1). Die Begrün-
dung muss so abgefasst sein, dass sowohl die betroffene Person wie auch die Rechtsmitte-
linstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. Die Begründung 
braucht nicht ausführlich zu sein; sie muss aber zumindest kurz die Überlegungen nennen, von 
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Dabei ist es nicht 
erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes 
einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (BGE 143 III 65 E. 5.2; 140 II 262 E. 6.2; 133 I 270 
E. 3.1; KGE VV vom 20. Dezember 2017 [810 17 93] E. 5.1). 
 
3.3.1. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerdebegründung an das Kantonsgericht 
einleitend aus, bereits im Verfahren vor der Baurekurskommission gerügt zu haben, dass die 
Begründung im Einspracheentscheid des Bauinspektorats nicht hinreichend gewesen sei. Nach 
Eingang der Stellungnahme des Bauinspektorats an die Baurekurskommission habe die Be-
schwerdeführerin anlässlich der Augenscheinverhandlung eingehend darauf hingewiesen, dass 
sie eine kumulative Anwendung von § 53 Abs. 1 lit. a RBV und den Grenzabstandsvorschriften 
für unzulässig halte. Entweder der Carport werde von § 53 Abs. 1 lit. a RBV erfasst und bleibe 
daher bezüglich der Ermittlung des Grenzabstands unberücksichtigt oder er werde von dieser 
Bestimmung nicht erfasst und habe einen minimalen Grenzabstand von 2.0 m einzuhalten.  

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3.3.2. Die Beschwerdeführerin rügt in der Beschwerde an das Kantonsgericht hinsichtlich der 
Verletzung des rechtlichen Gehörs, die Vorinstanz habe ihren Entscheid ungenügend begrün-
det. Sie habe in den Erwägungen 2.3 und 2.4 nicht erwähnt, auf welcher Grundlage welcher 
konkreten Bestimmung sie den Grenzabstand von 2.0 m berechne. Des Weiteren habe die Vor-
instanz die Rügen der Beschwerdeführerin betreffend den unterschrittenen Grenzabstand nicht 
vollständig und insbesondere nicht richtig erfasst. Die Baurekurskommission habe zwar die in 
Ziffer 17 der Beschwerde vom 15. September 2017 erhobenen Rügen erfasst. Sie gehe jedoch 
auf die in Ziffer 18 der Beschwerde vom 15. September 2017 erhobene und an der Augen-
scheinverhandlung wiederholte Rüge nicht ein, dass zusätzlich zur Anwendung der Bestim-
mung von § 53 Abs. 1 lit. a RBV auf den Carport auch ein Grenzabstand für den Carport be-
rechnet werde. Sie unterlasse jegliche Aussage über die Unmöglichkeit einer kumulativen An-
wendung von § 90 RBG und § 53 RBV sowie über das Verhältnis der Bestimmungen zueinan-
der.  
 
3.4.1. Die Baurekurskommission führt in ihrem Entscheid aus, der Grenzabstand des geplan-
ten Carports sei umstritten. Sie hält fest, die Beschwerdeführerin rüge, dass die Berechnung 
des Grenzabstands durch das Bauinspektorat unklar sei. Die Beschwerdeführerin selbst gehe 
gestützt auf den mit Hilfe aller Grenzabstände gebildeten Polygon von einem erforderlichen 
Grenzabstand von 4.0 m aus, was bedeute, dass das Vordach in casu lediglich bis 3.0 m an die 
gemeinsame Parzellengrenze heranragen dürfe. Diese Aussagen finden sich in Ziffer 17 der 
Beschwerdeschrift vom 15. September 2017 an die Baurekurskommission.  
 
Die Baurekurskommission nennt in ihrem Entscheid die massgebenden gesetzlichen Be-
stimmungen, nämlich § 90 RBG und §§ 52 ff. RBV. In der Erwägung 2.2 erörtert die Baurekurs-
kommission, dass den Abstandsvorschriften eine nachbarschützende Funktion zukomme. In 
der Erwägung 2.3 führt sie aus, wie der Grenzabstand für die Hauptbaute berechnet werde. Aus 
der Erwägung 2.4 geht hervor, dass für den Autounterstand als Nebenbaute der Grenzabstand 
separat zu berechnen sei und dass dieser aufgrund seiner Masse 2.0 m betrage. Unter Hinweis 
auf die langjährige Praxis des Bauinspektorats erklärt die Baurekurskommission, dass nach 
§ 53 Abs. 1 lit. a RBV 1.0 m vom Vordach über den Grenzabstand von 2.0 m ragen dürfe. Auf 
den Augenschein Bezug nehmend wird erklärt, dass 2.40 m ab der Hauptbaute und damit 2.0 m 
von der Grenze entfernt, eine Fassade fingiert und von dort ein zusätzlicher Meter Vordachlän-
ge erlaubt werde. Die Baurekurskommission begründet diese Berechnungsart damit, dass bis 
zur fingierten Fassade auch die Fassade eines Anbaus reichen könne, wobei dann ab dieser 
Fassade gemäss § 53 Abs. 1 lit. a RBV ein bis zu 1.0 m hinausragendes Vordach zulässig wä-
re. Sie führt in dieser Erwägung auch aus, dass vor dem Hintergrund der baupolizeilichen Funk-
tion der Grenzabstände festzustellen sei, dass eine derartige Baute mit Fassade (statt nur fin-
gierter Fassade) bis 2.0 m an die Parzellengrenze für die Beschwerdeführerin weitaus tiefgrei-
fendere Auswirkungen bezüglich Wohnhygiene hätte als das geplante Carportdach, das eine 
deutlich geringere Beeinträchtigung darstelle. Aus diesem Grund sei nicht ersichtlich, weshalb 
die Bestimmung von § 53 Abs. 1 lit. a RBV für das Carportdach nicht zur Anwendung gelangen 
solle.  
 

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3.4.2. Zum einen hat die Baurekurskommission in den Erwägung 2.2 bis 2.4 Schritt für Schritt 
aufgezeigt, wie der Abstand für den Carport berechnet wird. Zum anderen hat sie somit implizit 
ausgesagt, dass eine Kumulation der zwei fraglichen Bestimmungen stattfindet. Als Begrün-
dung für diese Berechnungsweise und damit für die Kumulation wird – zusätzlich zu den an-
wendbaren Bestimmungen – einerseits auf die langjährige Praxis des Bauinspektorats verwie-
sen und andererseits erklärt, dass diese Berechnungsweise den Sinn und Zweck des § 90 RBG 
und des § 53 RBV berücksichtige, weil die nachbarschützende Funktion dieser Bestimmungen 
eingehalten werde. Der Beschwerdeführerin ist insoweit Recht zu geben, als die Baurekurs-
kommission nicht explizit die Auslegungsart der fraglichen Bestimmungen durch die Beschwer-
deführerin widerlegt. Durch das Aufzeigen der durch das Bauinspektorat vorgenommenen Be-
rechnungsart erklärt sie aber implizit, weshalb sie eine Kumulation für richtig erachtet. Damit ist 
die Baurekurskommission z.T. explizit und z.T. implizit auf die in Ziffer 18 der Beschwerde an 
die Baurekurskommission vorgebrachten und am Augenschein wiederholten Einwände der Be-
schwerdeführerin eingegangen: erstens, weshalb nicht das ganze Dach ein fassadenüberra-
gender Gebäudeteil nach § 90 Abs. 1 2. Satz RBG in Verbindung mit § 53 RBV darstelle, zwei-
tens “zusätzlich zu § 53 Abs. 1 lit. a RBV ein Grenzabstand berechnet“ werde, drittens der 
Grenzabstand von 2.0 m eingehalten sei und viertens das 3.4 m tiefe Vordach nicht selbst wie-
derum ein Vordach aufweise. Zudem ermöglicht – wie aus der Beschwerde an das Kantonsge-
richt ersichtlich ist – die Urteilsbegründung der Baurekurskommission sowohl der Beschwerde-
führerin wie auch der Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild zu 
machen. Die Begründung nennt die Überlegungen, von denen sich die Baurekurskommission 
hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Zudem ist nochmals festzuhalten, dass es 
nicht erforderlich ist, dass sich die Rechtsmittelinstanz mit allen Parteistandpunkten einlässlich 
auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Damit ist festzustellen, 
dass sowohl der Vorwurf der Beschwerdeführerin, es habe keine Auseinandersetzung mit dem 
Verhältnis der fraglichen Bestimmungen zueinander stattgefunden, als auch die Rüge, dass 
zusätzlich zur Anwendung der Bestimmung von § 53 Abs. 1 lit. a RBV auf den Carport fälschli-
cherweise auch ein Grenzabstand für den Carport berechnet werde, nicht berechtigt sind. Die 
Urteilsbegründung der Baurekurskommission ist somit rechtsgenüglich.  
 
3.5.1. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, das rechtliche Gehör sei verletzt, weil 
die Vorinstanz am Augenschein kein Protokoll geführt und auch nicht sämtliche entscheidrele-
vanten Äusserungen der Beschwerdeführerin am Augenschein im Urteil thematisiert habe. Die 
Baurekurskommission erfasse zwar in ihrem Entscheid die in Ziffer 17 der Beschwerde vom 
15. September 2017 erhobenen Rügen. Sie gehe jedoch nicht auf die in Ziffer 18 ihrer Be-
schwerde vom 15. September 2017 erhobene und an der Augenscheinverhandlung wiederholte 
Rüge ein, dass zusätzlich zur Anwendung von 53 Abs. 1 lit. a RBV auch ein Grenzabstand für 
den Carport berechnet werde.  
 
3.5.2. Es entspricht einem aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör abgeleiteten allgemeinen 
Verfahrensgrundsatz, dass entscheidrelevante Tatsachen und Ergebnisse schriftlich festzuhal-
ten sind. Die wesentlichen Ergebnisse des Augenscheins sind in einem Protokoll, Aktenvermerk 
oder gemäss Rechtsprechung zumindest im Entscheid klar zum Ausdruck zu bringen (BGE 130 
II 473 E. 4.24). Da vorliegendenfalls kein Augenscheinprotokoll geführt wurde, beurteilt sich die 

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Rüge der Beschwerdeführerin danach, ob die wesentlichen Ergebnisse des Augenscheins im 
Entscheid klar zum Ausdruck gebracht werden. Augenschein, Verhandlung und Urteilsfällung 
fanden am gleichen Tag statt. Die Parteien waren anwesend und hatten daher Gelegenheit, 
sich zu den Beweiserhebungen der Baurekurskommission zu äussern. Da sogleich das Urteil 
gefällt wurde, käme dem Augenscheinprotokoll gegenüber einer vollständigen Urteilsbegrün-
dung keine selbständige Bedeutung zu. Gibt die Urteilsbegründung bei diesen Umständen die 
wesentlichen Ergebnisse des Augenscheins klar wieder, ist das rechtliche Gehör gewahrt (vgl. 
zum Ganzen Urteil 1C_134/2007 vom 24. Januar 2008 E. 3.2 f.). Vorliegendenfalls ist folglich 
zu prüfen, ob die Urteilsbegründung der Baurekurskommission die wesentlichen Ergebnisse 
des Augenscheins klar wiedergibt.  
 
3.5.3. Wie in der Erwägung 3.4.2 hiervor ausgeführt, hat die Baurekurskommission auch die 
in Ziffer 18 der Beschwerde an die Baurekurskommission und am Augenschein wiederholten 
Rügen in ihr Urteil einfliessen lassen und behandelt. Die Urteilsbegründung gibt damit die we-
sentlichen Ergebnisse des Augenscheins wieder, womit auch keine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs wegen Fehlens eines Augenscheinprotokolls vorliegt. 
 

4.1.1. Damit ist als nächstes zu prüfen, ob der Autounterstand die Grenzabstandsvorschriften 
zur Parzellengrenze der Beschwerdeführerin einhält. In Bezug auf den einzuhaltenden Abstand 
kommen die Beschwerdegegner und die Beschwerdeführerin zu unterschiedlichen Ergebnis-
sen, weil die involvierten Parteien die für diesen Fall relevanten Bestimmungen unterschiedlich 
auslegen. Diese Bestimmungen lauten wie folgt: 
 
“§ 90 RBG; Grenzabstände  
 
1  Der Grenzabstand ist die Entfernung zwischen der projizierten Fassadenlinie und der Parzellengren-

ze. Fassadenüberragende Gebäudeteile nach § 53 RBV gelten als für die Ermittlung der projizierten 

Fassadenlinie unbedeutend vorspringende Gebäudeteile. 
 
 
§ 52 RBV; Hauptbauten 
 
1  Der Grenzabstand wird bestimmt durch das mit Hilfe aller Grenzabstände gebildete Polygon.  
4  Ist der Baukörper  

a. in der Höhe gestaffelt und/oder in der Tiefe abgesetzt, oder   

b. … 

 sind für jeden derart begrenzten Teil des Baukörpers die Grenzabstände gesondert zu berechnen. Die 

Messweise ergibt sich aus den Anhängen.  
 
 
§ 53 RBV; Bauteile, welche die Fassade überragen  
 
1  Über Fassaden, die den minimalen Grenzabstand gegenüber Nachbarparzellen einhalten, dürfen 

folgende Bauteile ragen:  

a. Haupt- und Vordächer bis 1 m“ 
 
 

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4.1.2. Ergänzend ist noch festzuhalten, dass in § 90 Abs. 2 RBG und in § 52 Abs. 2 RBV auf-
grund der Kriterien Fassadenlänge und Geschosszahl der einzuhaltende Grenzabstand zum 
Nachbargrundstück festgelegt wird. Zudem erteilt § 90 Abs. 4 RBG dem Regierungsrat die 
Kompetenz, in der Verordnung unter anderem die Einzelheiten über die Berechnung der 
Grenzabstände vorzunehmen. Des Weiteren verweist § 52 Abs. 4 lit. a RBV auf Seite 4 des 
Anhangs 1 zur RBV, wo zwei Skizzen mit abgesetzten und/oder gestaffelten Baukörpern und 
den entsprechenden einzuhaltenden Grenzabständen abgebildet sind.  
 
4.1.3. Bezüglich § 52 (vgl. Titel zu § 52 “Hauptbauten #“) ist festzuhalten, dass § 52 RBV 
gemäss § 1a RBV ausschliesslich für die Gemeinden gilt, welche die Interkantonale Vereinba-
rung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) noch nicht übernommen haben. Für die-
jenige Gemeinden, die ihre Zonenvorschriften noch nicht an die IVHB angepasst haben, gilt 
weiterhin das bisherige Recht (§ 139a RBG). Die durch die IVHB definierte Baubegriffe und 
Messweisen sind nicht direkt anwendbar, d.h. sie müssen erst ins kantonale Recht überführt 
werden (vgl. Vorlage an den Landrat des Kantons Basel-Landschaft Nr. 2008-229 zum Beitritt 
zur IVHB vom 23. September 2008, S. 2). Nach dem Beitritt des Kantons Basel-Landschaft zur 
IVBH hat der Regierungsrat die erforderlichen Anpassungen des RBG und der zugehörigen 
Verordnungen vorgenommen und per 1. Januar 2015 in Kraft gesetzt. Die Gemeinden erhalten 
eine auf Gesuch hin erstreckbare Umsetzungsfrist von 15 Jahren seit Inkrafttreten, innert wel-
cher sie ihre kommunalen Vorschriften an die mit der Übernahme der IVHB verbundenen Ände-
rungen anpassen müssen. In Anbetracht, dass das Zonenreglement der Gemeinde C.____ 
letztmals an der Einwohnergemeindeversammlung vom 26. September 2014 Mutationen erfah-
ren hat (genehmigt durch den Regierungsrat mit Beschluss vom 21. Januar 2014), ist davon 
auszugehen, dass die Gemeinde die IVHB noch nicht übernommen hat, womit § 52 RBV vorlie-
gendenfalls anwendbar ist.  
 
4.2.1. Das Bauinspektorat berechnet aufgrund von § 52 Abs. 4 lit. a RBV die Grenzabstände 
für die Hauptbaute und den Carport je einzeln (siehe S. 4 des Anhangs 1 zum RBV). Gemäss 
Bauinspektorat ergibt sich für die Hauptbaute aufgrund von § 52 Abs. 2 RBV ein Abstand von 
der Nachbarsparzelle von 4.0 m und für den Carport von 2.0 m. An dieser Stelle fingiert das 
Bauinspektorat eine zur Hauptbaute parallel verlaufende Fassade (an dieser Stelle dürfte auch 
eine Fassade stehen) und lässt von der fingierten Fassade gemessen gemäss § 53 Abs. 1 lit. a 
RBV einen Meter darüber hinausragende Carportdachtiefe zu, da Haupt- und Vordächer bis zu 
1.0 m als für die Ermittlung der projizierten Fassadenlinie als unbedeutend vorspringende Ge-
bäudeteile gelten.  
 
Das Bauinspektorat hat für die Berechnung von Grenzabständen bei Dachvorsprüngen und 
Vordächern eine langjährige Praxis. Gemäss dieser “sind Dachvorsprünge und Vordächer bis 
zu 1 m frei“. Überschreiten sie dieses Mass von 1.0 m, so ist das Übermass der Fassade hinzu-
zurechnen. In seiner Vernehmlassung an das Kantonsgericht vom 18. April 2017 führt das Bau-
inspektorat als Beispiel ein zweigeschossiges Gebäude an, welches einen minimalen Grenzab-
stand von 5.0 m zur Nachbarsparzelle einzuhalten hat. Hat dieses Gebäude einen Dachvor-
sprung von z.B. 1.5 m, so wird für die Berechnung des Grenzabstandes die Fassade, an wel-
chem sich das Vordach befindet, um den den zulässigen Meter überschiessenden Teil, hier um 

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0.5 m (1.5 m - 1.0 m), in Richtung Parzellengrenze fingiert. Diese fingierte Fassade hat den 
Grenzabstand von 5.0 m einzuhalten. Damit befindet sich die effektive Fassade mit einem Vor-
dach von 1.5 m in einem Abstand von 5.5 m von der Parzellengrenze. Das Vordach von 1.5 m 
Tiefe hält einen Abstand von 4.0 m ein. Vorliegendenfalls wurde von der Tiefe des Dachs des 
Carports von 3.4 m gestützt auf § 53 Abs. 1 lit. a RBV 1.0 m abgezogen und beim Punkt 2.4 m 
des Carports und somit bei 2.4 m Distanz von der Fassade der Hauptbaute eine Fassade (des 
Carports) fingiert. Diese fingierte Fassade hält den Grenzabstand gemäss § 90 RBG von 2.0 m 
ein. Anders ausgedrückt macht das Bauinspektorat für die Anwendung der Bestimmung § 90 
Abs. 1 RBG i.V.m. § 53 Abs. 1 lit. a RBV keinen Unterschied, ob das Vordach genau 1.0 m tief 
oder tiefer ist. In beiden Fällen wird immer der letzte Meter, d.h. entweder genau das Vordach in 
der Tiefe von 1.0 m oder der letzte Meter des tieferen Vordachs und damit nur ein Vordachan-
teil in der Tiefe von 1.0 m, als zulässigen überragenden Gebäudeteil betrachtet.  
 
4.2.2. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Vorinstanz § 90 RBG 
(i.V.m. § 52 RBV) und § 53 Abs. 1 lit. a RBV unzulässigerweise kumulativ anwende. Sie macht 
geltend, dass es zwei mögliche Auslegungsarten gebe. Die erste Auslegungsart sei, dass ge-
mäss explizitem Wortlaut in § 90 Abs. 1 RBG fassadenüberragende Gebäudeteile zur Ermitt-
lung der Grenzabstände nach § 53 RBV unberücksichtigt blieben. Demzufolge seien von § 53 
RBV nicht erfasste Gebäudeteile bei der Berechnung zu berücksichtigen. Stelle der Carport ein 
Vordach nach § 53 RBV dar, so bleibe er demzufolge bezüglich der Ermittlung unberücksichtigt. 
Er dürfe damit den Grenzabstand für das Gebäude von 4.0 m nicht überragen. Der Carport 
überrage die Fassade aber um 3.4 m. Damit sei § 53 Abs. 1 lit. a RBV verletzt. Bei der zweiten 
Auslegungsart sei der Carport hingegen zur Ermittlung des Grenzabstandes zu berücksichtigen. 
Er habe demzufolge den gesetzlichen Grenzabstand von 2.0 Metern einzuhalten. § 53 Abs. 1 
RBV sei in diesem Fall nicht anwendbar. Der Carport reiche in casu bis 1.0 m an die gemein-
same Grundstücksgrenze heran. § 90 RBG und § 52 Abs. 2 RBV, welche die Grenzabstände 
anhand der Fassadenlängen und Geschosszahlen bzw. Fassadenhöhen festlegen würden, sei-
en verletzt. Folglich sei richtigerweise entweder der Carport als Bauteil gemäss § 53 Abs. 1 lit. a 
RBV zu qualifizieren, womit er für die Ermittlung des Grenzabstands unberücksichtigt bleibe 
und nur 1.0 m über den ohne diesen Bauteil berechneten Grenzabstand hinausragen dürfe, 
oder der Carport stelle kein solcher Bauteil dar und habe gesamthaft den minimalen Grenzab-
stand von 2.0 m gemäss § 90 Abs. 2 RBG i.V.m. § 52 Abs. 2 RBV einzuhalten. 
 
4.2.3. Wenn nun das Bauinspektorat für die Hauptbaute den Grenzabstand nach § 90 Abs. 1 
und 2 RBG i.V.m. § 52 Abs. 2 RBV berechnet und den Carport als Baukörper im Sinne von § 52 
Abs. 4 RBV behandelt, für den ein separater Grenzabstand nach § 90 Abs. 2 RBG i.V.m. § 52 
Abs. 1, 2 und 4 RBV zu berechnen ist, so ist das nicht zu beanstanden. Diese Vorgehensweise 
widerspricht in keiner Weise dem Wortlaut und dem Sinn und Zweck der Bestimmungen. Viel-
mehr entspricht es auch den Darstellungen auf Seite 4 des Anhangs 1 zur RBV. Daraus resul-
tiert ein Grenzabstand für die Südfassade der Hauptbaute von 4.0 m und für den Carport von 
2.0 m. Wie der obigen Erwägung zu entnehmen ist, wird diese Betrachtungsweise von der Be-
schwerdeführerin nicht bestritten und ist auch nicht zu beanstanden.  
 

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4.2.4. Des Weiteren qualifiziert das Bauinspektorat nun in Anwendung von § 90 Abs. 1 RBG 
i.V.m. § 53 Abs. 1 lit. a RBV den letzten Meter des Carportdachs als fassadenüberragenden 
Gebäudeteil (siehe Formulierung in § 90 RBG) bzw. als über die Fassade ragenden Bauteil i.S. 
von Haupt- bzw. Vordach bis 1.0 m (siehe Formulierung in § 53 Abs. 1 RBV), welcher über den 
minimalen Grenzabstand gegenüber der Nachbarsparzelle hinausragen darf. Bestritten ist die 
kumulative Anwendung dieser zwei genannten Bestimmungen. Das Bauinspektorat behandelt 
den Carport weiter so, als ob in 2.0 m Distanz von der Parzellengrenze eine Fassade stehen 
und über diese Fassade ein Vordach von 1.0 m ragen würde. Es ist der Beschwerdeführerin 
beizupflichten, dass die Auslegung des Bauinspektorats nicht zwingend ist, da de facto keine 
Fassade steht, sondern eine fingiert wird. Die gesetzlichen Bestimmungen lassen aber – entge-
gen der Auffassung der Beschwerdeführerin – keinen Zweifel daran, dass, sofern diese fingierte 
Fassade – oder die fingierte Fassade zuzüglich einer Rück- und Vorwand und damit ein ge-
schlossener Raum – gebaut würde, diese Fassade bzw. diese Anbaute in Anwendung von § 90 
Abs. 1 und 2 i.V.m. § 52 Abs. 1 und 4 RBV einen Abstand von 2.0 m einhalten müsste und die-
se Fassade von einem Vordach von 1.0 m gemäss § 90 Abs. 1 RBG i.V. § 53 Abs. 1 lit. a RBV 
überragt werden dürfte. Fraglich bleibt somit letztlich nur, ob die Auslegung des Bauinspekto-
rats mit dem Fingieren einer Fassade bzw. dem Abzug des letzten Meters bei einem Vordach 
“als freier Meter“ gesetzeskonform ist.  
 
4.3.1. Die Gesetzesauslegung hat zum Ziel, den rechtsverbindlichen Sinn eines Rechtssat-
zes, über dessen Tragweite Unklarheiten bestehen, zu ermitteln. Auslegung ist notwendig, wo 
der Gesetzeswortlaut nicht klar ist oder wo Zweifel bestehen, ob ein scheinbar klarer Wortlaut 
den wahren Sinn der Norm wiedergibt (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allge-
meines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 177 ff.). Ausgangspunkt jeder 
Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschie-
dene Auslegungen möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Be-
rücksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Text 
zugrunde liegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zu-
kommt. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverständlichen Wortlaut darf nur ausnahms-
weise abgewichen werden, wenn triftige Gründe dafür vorliegen, dass der Wortlaut nicht den 
wahren Sinn der Regelung wiedergibt. Solche Gründe können sich aus der Entstehungsge-
schichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern 
Gesetzesbestimmungen ergeben. Dabei kommt es namentlich auf den Zweck der Regelung, 
die dem Text zugrundeliegenden Wertungen sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die 
Norm steht. Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar entscheidend, dienen aber als 
Hilfsmittel, den Sinn der Norm zu erkennen. Sind verschiedene Auslegungen möglich, so muss 
nach der  wahren Tragweite der Norm gesucht werden unter Berücksichtigung aller Ausle-
gungselemente, namentlich von Sinn und Zweck sowie der dem Text zugrunde liegenden Wer-
tung (zur Gesetzesauslegung statt vieler: BGE 140 II 289 E. 3.2 m.w.H.; KGE VV vom 1. No-
vember 2017 [810 17 125] E. 7.2; vgl. auch zur Auslegung von Abstandsprivilegien von vor-
springenden Gebäudeteilen Urteil des BGer 1P.588/2006 vom 6. März 2007 mit Bemerkungen, 
in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2008, S. 205 ff.). 
 

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4.3.2. Die Vorschriften über die Abstände sollen die zwischen einer Baute und weiteren Um-
weltelementen wie anderen Bauten, Verkehrsanlagen oder Waldflächen frei zu erhaltenden 
Räume bestimmen. Wie sämtliche baupolizeilichen Bestimmungen erfüllen die Abstandsrege-
lungen primär feuer- und ordnungspolizeiliche sowie wohnhygienische Aufgaben. Insofern 
kommt ihnen eine nachbarschützende Funktion zu. Die Grenzabstandvorschriften liegen grund-
sätzlich nicht nur in einem allgemeinen öffentlichen Interesse, sondern umschreiben auch die 
rechtlich geschützte Sphäre der Nachbarn (vgl. BGE 113 Ia 468 E. 1b; 112 Ia 88 E. 1b). Sie 
sollen insbesondere jegliche Einflüsse von Bauten und ihrer Benutzung auf Nachbargrundstü-
cke mindern, namentlich die Beeinträchtigung von Belichtung, Besonnung, Belüftung und Aus-
sicht. Ferner sollen sie vor Schattenwurf und Einsicht schützen. Hinzu sind in neuster Zeit ge-
stalterische, ästhetische, siedlungsstrukturierende oder soziale Funktionen gekommen (Urteil 
des BGer 1P.134/2005 vom 19. Mai 2005 E. 1.4; DANIELA IVANOV, Die Harmonisierung des 
Baupolizeirechts unter Einbezug der übrigen Baugesetzgebung, Zürich 2006, S. 58).  
 
4.3.3. Die Praxis des Bauinspektorats führt dazu, dass eine Fassade, welche einen minima-
len Grenzabstand von z.B. 6.0 m einzuhalten hat, ein Vordach von 1.5 m statt nur von 1.0 m 
haben darf, sofern sie 6.5 m von der Parzellengrenze entfernt steht. Oder, wie vorliegenden-
falls, ein Carport zulässig ist, welcher 3.4 tief ist, wenn auch eine Anbaute bis zu 2.4 m Tiefe mit 
einem zusätzlichen Vordach von 1.0 m zulässig wäre. Das Bauinspektorat stellt durch seine 
Auslegung sicher, dass ein Vordach bzw. der von der Fassade entfernteste Teil davon nicht 
mehr als 1.0 m in den minimalen Grenzabstand gemäss § 90 Abs. 2 RBG hineinragt. Diese 
Auslegung entspricht dem Sinn und Zweck des § 90 Abs. 1 RBG i.V.m. mit § 53 Abs. 1 lit. a 
RBV und erlaubt eine geringere Beeinträchtigung der nachbarrechtlichen Sphäre, sofern die 
grössere Beeinträchtigung auch zulässig wäre. Durch eine Fassade, welche wie im ersten Bei-
spiel eine um 0.5 m grössere Distanz von der Nachbarsgrenze aufweist und an der dafür ein 
Vordach von 1.5 m statt 1.0 m gebaut wird, wird weder dem Sinn der feuer- noch der ordnungs-
polizeilichen noch der wohnhygienischen Aufgaben weniger Rechnung getragen. Ebenso wenig 
findet eine grössere Beeinträchtigung des Nachbarn bezüglich Belichtung, Besonnung, Belüf-
tung und Aussicht statt. Dasselbe gilt für den geplanten Carport. Ein minimer Nachteil könnte 
für die Beschwerdeführerin darin liegen, dass eine geschlossene Garage allenfalls besser vor 
Abgasen schützen würde. Je nach Wind, genauer Lage der Garage, Standort des Garagentors 
und der Fenster des Gebäudes der Beschwerdeführerin etc. könnte jedoch eine geschlossene 
Garage sogar dazu führen, dass die Beschwerdeführerin mehr durch diese Abgase beeinträch-
tigt wäre. Auch ist nicht davon auszugehen, dass von einem offenen Carport eines Einfamilien-
hauses mehr Lärm zu erwarten ist als von einer geschlossenen Anbaute. Demzufolge stellt ein 
offener Carport nicht eine Schlechterstellung der Beschwerdeführerin dar. Die langjährige Pra-
xis des Bauinspektorats widerspricht somit keinesfalls dem Sinn und Zweck der Bestimmungen. 
Vielmehr wird dadurch eine allfällige Schlechterstellung korrigiert, welche sich bei der im Sinne 
der Beschwerdeführerin vorgenommenen Auslegung ergeben würde, oder es wird zumindest 
eine Gleichbehandlung von gleichgelagerten Fällen vorgenommen.  
 
4.4.1. Im Übrigen ist auch anzufügen, dass die aufgrund des Beitritts zur IVHB bedingte Neu-
fassung des § 90 Abs. 1 RGB per 1. Januar 2015 keinen Anlass zur Änderung dieser Praxis 
gibt. Bis zum 31. Dezember 2014 lautete § 90 Abs. 1 RBG dahingehend, dass der Grenzab-

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stand die kürzeste Entfernung zwischen Fassadenaussenfläche und Grundstücksgrenze sei. 
§ 53 Abs. 1 RBV erfuhr hingegen per 1. Januar 2015 keine Veränderung. Damit enthielt die bis 
Ende 2014 geltende Fassung des RBG in § 90 Abs. 1 keine Erwähnung der Privilegierung der 
den minimalen Grenzabstand überragenden Bauteile und kein Verweis auf § 53 Abs. 1 RBV.  
 
4.4.2. In den Materialien (Vorlage an den Landrat des Kanton Basel-Landschaft Nr. 2013-139 
vom 30. April 2013 betreffend Anpassung des RBG an die IVHB, S. 12) wird festgehalten, dass 
die Definition des Grenzabstands der IVHB (nämlich: “Der Grenzabstand ist die Entfernung zwi-
schen der projizierten Fassadenlinie und der Parzellengrenze“) übernommen werde und den 
bisherigen § 90 Abs. 1 RBG ersetzen solle. Weiter wird Folgendes festgehalten:  
 
“Weil die projizierte Fassadenlinie als Messpunkt bzw. -linie per Definition nicht immer identisch ist mit 

der bis heute zugrunde gelegten Fassadenflucht, würden durch eine blosse Übernahme der neuen 

Grenzabstandsdefinition zahlreiche Gebäude und Anlagen mit Inkrafttreten des neuen § 90 Abs.1 RBG 

rechtswidrig werden; für neu zu bewilligende Gebäude mit Vorsprüngen (Balkon, Windfang etc.) würden 

plötzlich geringere Abstände gelten als bisher. Um dies zu vermeiden und den Gemeinden ein in sich 

stimmiges System bei ihrer Zonenplanung zu ermöglichen, wird unter Verweis auf den § 53 RBV zusätz-

lich bestimmt, dass die dort genannten fassadenüberragenden Gebäudeteile als für die Berechnung der 

projizierten Fassadenlinie unbedeutend vorspringende Gebäudeteile gelten, d.h. dass solche Gebäude-

teile nicht relevant sind für die Bestimmung der projizierten Fassadenlinie. Zur Illustration wird auf die 

Skizzen in Beilage 2 zu dieser Vorlage verwiesen.“  
 
Die in der Vorlage genannten Skizzen in Beilage 2 entsprechen den Skizzen auf Seite 8 des 
Anhangs 2 zur RBV. Dort wird die projizierte Fassadenlinie bei ebenem und geneigtem Gelände 
aufgezeigt.  
 
4.4.3. In der Vorlage wird damit erstens klar festgehalten, dass diese vorspringenden Gebäu-
deteile nicht relevant sind für die Bestimmung der projizierten Fassadenlinien und damit für den 
Grenzabstand und zweitens eine Anpassung vorgenommen wurde, damit nicht für neu zu be-
willigende Gebäude mit Vorsprüngen (Balkon, Windfang etc.) plötzlich geringere Abstände gel-
ten würden als bisher. Daraus ist ersichtlich, dass auch die Anpassung des § 90 Abs. 1 RBG an 
die IVHB bezüglich fassadenübergreifende Gebäudeteile keine strengeren Abstandsvorschrif-
ten statuieren wollte. Des Weiteren ist die Abstandsprivilegierung von vorspringenden Gebäu-
deteilen trotz der IVHB zulässig (vgl. Bemerkungen zum BGer 1P.588/2006 vom 6. März 2007, 
in: ZBl 2008, S. 208).  
 
5. Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerdebegründung die Durchführung 
einer Parteiverhandlung mit Parteibefragung und Augenschein. In Bezug auf die geltend ge-
machte Verletzung des rechtlichen Gehörs kommt das Kantonsgericht wie in den Erwägun-
gen 3.1 ff. dargelegt zum Schluss, dass keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 
vorliegt. Eine Parteibefragung hätte somit keine neuen entscheidrelevanten Erkenntnisse ge-
bracht. In Bezug auf die Grenzabstandsvorschriften stellte sich die Frage der Auslegung von 
gesetzlichen Bestimmungen. Die Parteien haben ihre Standpunkte klar in den verschiedenen 
schriftlichen Eingaben vorgebracht. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern ein Augenschein oder eine 
Parteibefragung sachdienlich hätten sein sollen. Sachverhaltsfragen, welche am Augenschein 

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bzw. anlässlich einer Parteibefragung hätten geklärt werden müssen, waren auch keine offen. 
Damit ist der Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung mit Augenschein abzulehnen.  
 
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör noch der gesetzlichen Grenzabstandsvorschriften vorliegt, womit die Be-
schwerde abzuweisen ist.  
 
7.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. Gemäss § 20 
Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Vorliegend sind die Verfah-
renskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- der unterliegenden Beschwerdeführerin auf-
zuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘200.-- zu verrech-
nen, womit der Beschwerdeführerin Fr. 800.-- zurückzuerstatten sind.  
 
7.2. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den 
Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 
Gegenpartei zugesprochen werden. Der Rechtsvertreter der privaten Beschwerdegegner reich-
te am 23. Mai 2018 für seine Aufwendungen eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 2‘125.-- zu-
züglich Auslagen von 50.-- und 7.7 % MwSt. (Total Fr. 2‘342.45) ein, was nicht zu beanstanden 
ist. Die Beschwerdeführerin hat den privaten Beschwerdegegnern damit eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 2‘342.45 zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettge-
schlagen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be-

schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in 
der Höhe von Fr. 2‘200.-- verrechnet. Der zu viel bezahlte Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker-
stattet. 

   
 3. Die Beschwerdeführerin hat B.A.____ und B.B.____ eine Parteientschä-

digung in der Höhe von Fr. 2‘342.45 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehr-
wertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettge-
schlagen.  

 
 
 
 
Präsidentin 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin