# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d445a579-8b1b-5c31-b0b4-f915083bfe76
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.04.2013 R 2012 143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-143_2013-04-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 12 143

5. Kammer 

bestehend aus

Präsident Meisser als Vorsitzender, Verwaltungsrichter Audétat 

und Verwaltungsrichterin Moser, Aktuar Trümpler

URTEIL
vom 16. April 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführer

gegen 

Stadt Chur, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Baugesuch

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1. Am 6. April 2012 reichten die Grundeigentümer A._____ beim 

Hochbauamt der Stadt Chur ein Baugesuch betreffend 

Gartenraumgestaltung mit Bioschwimmteich und Holz-Grenzzaun sowie 

einer Solaranlage auf dem Ziegeldach südseits ihres Hauses an der 

Q._____strasse in Chur ein. Am 17. April 2012 forderte das Hochbauamt 

A._____ auf, das Baugesuch zu ergänzen und mitunter eine 

Stellungnahme der kantonalen Denkmalpflege einzureichen. Das Objekt 

befände sich im Erhaltungsbereich bzw. -gebiet „N._____“ mit besonderer 

Wohnqualität und sei im Inventar der Stadt Chur als schützenswert 

respektive als erhaltenswert eingetragen, weswegen es der 

Baukommission zur Beurteilung vorgelegt werden müsse.

2. Nach einem Augenschein am 3. Mai 2012 schrieb die Denkmalpflege 

Graubünden, dass es in Bezug auf die Dachkollektoren zwar einen 

Präzedenzfall im Quartier „N._____“ gebe und dass gemäss 

Planungshilfe der Bau solcher technischer Anlagen grundsätzlich möglich 

sei. Doch würde die unauffällige Platzierung und die farbliche Anpassung 

der Solaranlage verlangt, was vorliegend nicht gegeben sei.

3. Am 11. Juni 2012 informierte die Stadt A._____, dass die eingereichten 

Unterlagen vollständig seien und im ordentlichen Baubewilligungs-

verfahren entschieden werde. 

4. Am 18. Juli 2012 beschloss die Baukommission der Stadt Chur, dass dem 

Baugesuch bezüglich der Sonnenkollektoren auf der Dachfläche nicht 

zugestimmt werden könne. Das Hochbauamt informierte A._____ in der 

Folge am 31. Juli 2012 darüber, dass die  Denkmalpflege die 

vorgeschlagene Platzierung von Sonnenkollektoren gerügt und die 

architektonische Integration, die unauffällige Platzierung und die farbliche 

Angleichung an die Dacheindeckung in Frage gestellt habe. Bei der 

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vorgesehenen Solaranlage mit 6 Modulen und einer Gesamtfläche von 

ca. 15 m2 könne nicht von einer zurückhaltenden Einordnung gesprochen 

werden. Die verlangte unauffällige Platzierung sei auf der bestehenden 

steilen Dachfläche kaum realisierbar. Die ziegelgedeckten Dachflächen 

seien zudem quartiertypisch und für die hohe Qualität der Gestaltung 

mitentscheidend. Weiter sei gemäss Art. 76 Abs. 2 des kommunalen 

Baugesetzes auf die Bausubstanz sowie die wesentlichen Gliederungs- 

und Gestaltungsmerkmale Rücksicht zu nehmen. Ein anderer Standort 

der Solaranlage sei grundsätzlich denkbar, sofern die Gestaltungs-

grundsätze eingehalten werden könnten. Folglich sah der Stadtrat mit 

Baubescheid vom 15., mitgeteilt am 18. Oktober 2012, von einer 

Bewilligung der Sonnenkollektoren auf der Dachfläche ab.

5. Dagegen erhoben A._____ am 30. Oktober 2012 beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerde und 

beantragten die Aufhebung des Baubescheides vom 15. Oktober 2012 

bezüglich der Ablehnung der Erstellung von Sonnenkollektoren auf der 

Dachfläche. Die Anlage sei gut in die Dachfläche integriert und von den 

Nachbarn her praktisch nicht einsehbar, dies im Gegensatz zur 

Solaranlage auf dem Dach des Wohnhauses an der benachbarten 

P._____strasse. Ein anderer Standort sei problematischer. Der 

ablehnende Entscheid verstosse zudem gegen Art. 18a RPG und Art. 40 

Ziff. 16 KRVO. Der Stadtrat habe deshalb keinen Ermessensspielraum. 

Zudem seien gemäss Planungshilfe für das Gebiet „N._____“ 

Solaranlagen grundsätzlich möglich, wenn sie zurückhaltend eingesetzt 

würden. Dies sei bei einer dachintegrierten Montage zweifellos der Fall.

6. Am 19. November 2012 beantragte die Stadt die Abweisung der 

Beschwerde. Insbesondere führte sie dabei aus, dass das kommunale 

Recht bei den Gebieten mit besonderer Wohnqualität höhere 

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Anforderungen an die Ästhetik als Art. 73 Abs. 1 KRG stelle. Die 

Baubehörde habe dabei einen erheblichen und geschützten Beurteilungs- 

und Ermessensspielraum. Der Stadtrat habe diesen vorliegend nur 

ausgenutzt, nicht überschritten oder missbraucht. Gemäss Art. 79 Abs. 1 

des kommunalen Baugesetzes würden Gebiete mit besonderer 

Wohnqualität ausgeschieden, welche im Generellen Gestaltungsplan als 

Erhaltungsbereich aufgenommen und bezeichnet seien. Dort sei die 

gebietstypische Bau-, Garten- und Freiraumstruktur sowie die Qualität 

des öffentlichen Raumes zu erhalten und nach Möglichkeit zu verbessern. 

Zu beurteilen sei deshalb, ob das Bauvorhaben die vom Gemeinderat 

festgelegten Gestaltungsgrundsätze im Gebiet „N._____“ einhalte. Zudem 

sei die Planungshilfe des Hochbauamtes zu beachten. Bei der 

Solaranlage mit sechs Modulen von ca. 15 m² Fläche könne nicht von 

einer zurückhaltenden Einordnung gesprochen werden. Auf der 

bestehenden steilen Dachfläche und unmittelbar neben der Dachgaube 

sei dies kaum realisierbar. Die mit Ziegeln eingedeckten steilen 

Dachflächen seien quartiertypisch und prägend für die hohe Qualität der 

Gestaltung. Zudem gelte das Wohnhaus mit Umschwung, Gartenhaus 

und Einfriedung auf der Südseite als erhaltenswert. Die geplante 

Solaranlage verunstalte die Gliederungs- und Gestaltungsmerkmale des 

Daches und verletze die bestehende Schutzverfügung. Ferner sei die 

rechtliche Tragweite von Art. 18a RPG nicht restlos geklärt. Es stelle sich 

die Frage, wie der Begriff „sorgfältig“ im Verhältnis zu kommunalen 

Gestaltungsvorschriften auszulegen sei und ob einzig Kultur- und 

Naturdenkmäler von kantonaler und nationaler Bedeutung geschützt 

seien oder ob auch kommunale Schutzvorschriften unter Art. 18a RPG 

fielen. Die kommunalen Ästhetikvorschriften seien vorliegend zu 

beachten. Halte ein Baugesuch für eine Solaranlage wie hier die 

Bestimmungen von Art. 79 des kommunalen Baugesetzes nicht ein, 

könne dies auch nicht im Sinne von Art. 18a RPG als „sorgfältig“ in die 

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Bausubstanz integriert bezeichnet werden. Schliesslich sei das von den 

Beschwerdeführern zum Vergleich herangezogene Wohnhaus mit 

dachintegrierter Solaranlage nicht im Inventar erfasst und sei auch kein 

typisches Objekt für die Siedlung „N._____“. Die Kollektoren seien dort 

farblich angepasst und in die Dachfläche integriert. Ein direkter Vergleich 

mit dem hier interessierenden Baugesuch sei nicht möglich.

7. Am 3. Dezember 2012 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren 

Anträgen fest. Ebenso tat dies die Stadt am 20. Dezember 2012 in ihrer 

Duplik, wobei diese neu ausführte, dass das Wohngebiet „N._____“ ein 

Kultur- und Naturdenkmal von nationaler Bedeutung sei, da es im 

Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung 

in die strengste mögliche Kategorie aufgenommen sei. Ansonsten 

bekräftigten beide Parteien in ihren Eingaben nochmals ihre Argumente 

ohne im Wesentlichen Neues vorzubringen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtschriften sowie 

im angefochtenen Beschluss des Stadtrates wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Beim mit vorliegender Beschwerde angefochtenen Beschluss vom 

15. Oktober 2012 der Stadt Chur (im Folgenden auch: 

Beschwerdegegnerin) handelt es sich um einen Baubescheid, mit 

welchem der Stadtrat das Baugesuch von A._____ (im Folgenden: 

Beschwerdeführer) betreffend Abbruch einer Garage und Neubau eines 

Schwimmteichs (mit Terrasse und Sichtschutzwand) unter Bedingungen 

gutgeheissen hat. Hingegen wurde in selbigem Beschluss die 

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nachgesuchte Bewilligung für Sonnenkollektoren auf der Dachfläche des 

Hauses der Beschwerdeführer nicht erteilt. Gegen die Verweigerung der 

Baubewilligung betreffend die Solaranlage richtet sich denn auch die 

vorliegend form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde.

2. a) Was das auf den vorliegenden Fall anwendbare Recht betrifft, führen die 

Beschwerdeführer sinngemäss aus, dass seit Inkrafttreten von Art. 18a 

des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) im 

Zusammenhang mit der Bewilligung von Solaranlagen kein Raum mehr 

für kommunales Recht bestehe. Solaranlagen, welche sorgfältig in 

Dachflächen integriert seien, müssten bewilligt werden, jedenfalls sofern 

keine Kultur und Naturdenkmäler von kantonaler oder nationaler 

Bedeutung beeinträchtigt seien. Mit der Revision (recte: dem Erlass) von 

Art. 18a RPG im Jahr 2008 sei somit der Ermessensspielraum der 

kommunalen Baubehörde bei Solaranlagen eliminiert worden. Der 

Wortlaut von Art. 18a RPG sei klar und unmissverständlich, weshalb er 

auch von den kommunalen Baubewilligungsbehörden beachtet werden 

müsse. Dagegen stellt sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, 

dass die rechtliche Tragweite von Art. 18a RPG nicht restlos geklärt sei. 

Es stelle sich die Frage, wie der Begriff „sorgfältig“ im Verhältnis zu 

kommunalen Gestaltungsvorschriften auszulegen sei und ob einzig 

Kultur- und Naturdenkmäler von kantonaler und nationaler Bedeutung 

geschützt seien oder ob auch kommunale Schutzvorschriften unter Art. 

18a RPG fielen. Aus der Entstehungsgeschichte von Art. 18a RPG lasse 

sich dies nicht eruieren. Dazu bestehe auch keine höchstrichterliche 

Rechtsprechung. 

Besagter Artikel lautet:

Art. 18a Solaranlagen

In Bau- und Landwirtschaftszonen sind sorgfältig in Dach- und 

Fassadenflächen integrierte Solaranlagen zu bewilligen, sofern 

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keine Kultur- und Naturdenkmäler von kantonaler oder nationaler 

Bedeutung beeinträchtigt werden.

b) Seinem Wortlaut nach scheint die Bestimmung einen Anspruch auf die 

Errichtung von Solaranlagen zu vermitteln, wenn die im Gesetz 

genannten Voraussetzungen vorliegen (vgl. hierzu das Votum von 

Bundesrätin [BR] Doris Leuthard im Nationalrat in der Sommersession 

2007, Amtl. Bull. N 2007 893; ferner BENOÎT BOVAY, Unification ou 

harmonisation du droit de l'aménagement du territoire et des 

constructions?, in: ZSR 127 [2008] II 5 ff., 86 f.). Allerdings wird in der 

Literatur die Auffassung vertreten, dass sich Art. 18a RPG nicht auf die 

Grundsatzgesetzgebungskompetenz gemäss Art. 75 der Bundes-

verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) stützen 

kann. Bereits deshalb erscheine die Tragweite der Bestimmung unklar 

(vgl. ARNOLD MARTI, Bau- und Planungsrecht in der Schweiz: 

Vereinheitlichung, Harmonisierung oder Status quo?, in: ZSR 127 [2008] 

II 119 ff., 138; ALAIN GRIFFEL, Raumplanungs- und Baurecht in a nutshell, 

Zürich/St. Gallen 2012, S. 100). Art. 75 Abs. 1 BV lautet: „Der Bund legt 

Grundsätze der Raumplanung fest. Diese obliegt den Kantonen und dient 

der zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens und der 

geordneten Besiedlung des Landes.“ Ferner wird in der Literatur 

vertreten, dass sämtliche weiteren Bewilligungsvoraussetzungen des 

kantonalen und kommunalen (Bau-)Rechts gestützt auf Art. 22 

Abs. 3 RPG vorbehalten bleiben (vgl. CHRISTOPH JÄGER, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Kommentar zum Bundes-

gesetz über die Raumplanung, Zürich 2010, Art. 18a Rz. 19) bzw. die 

zuständigen Behörden weiterhin verpflichtet seien, eine Interessen-

abwägung vorzunehmen (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes 

Umweltrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 229). Das Verwaltungsgericht Zürich 

sprach sich in mehreren Urteilen dafür aus, dass der Gesetzgeber mit 

Art. 18a RPG ein Zeichen zugunsten erneuerbarer Energien setzen 

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wollte, ohne jedoch die gemäss Art. 75 Abs. 1 BV den Kantonen 

zustehende Kompetenz zur Raumplanung beschränken oder die 

Anwendbarkeit des Umweltschutzrechtes bei Solaranlagen ausser Kraft 

setzen zu wollen (vgl. die Urteile des Verwaltungsgerichts Zürich 

VB.2007.00307 vom 7. November 2007 E. 6 und VB.2008.00322 vom 

29. Oktober 2008 E. 3.3). Aufgrund der neuen Bestimmung müsse dem 

öffentlichen Interesse an der Nutzung erneuerbarer Energien vermehrt 

Gewicht beigemessen werden. Bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit 

von Eigentumsbeschränkungen, die sich aus der Anwendung von 

Gestaltungsvorschriften ergeben, habe dieser Aspekt in die 

Interessenabwägung einzufliessen. Das Bundesgericht hat soweit 

ersichtlich noch nicht zu dieser Problematik Stellung genommen (vgl. aber 

immerhin das Urteil des Bundesgerichts 1C_391/2010 vom 19. Januar 

2011 E. 3). 

c) Mit Blick auf die Materialien kann festgestellt werden, dass mit dem im 

Rahmen der Beratungen über die Agrarpolitik 2011 ins Raumplanungs-

gesetz eingefügten Art. 18a in erster Linie ein klares politisches Zeichen − 

insbesondere an die Gemeinden − gesendet werden sollte (Votum von 

BR Leuthard im Ständerat in der Sommersession 2007, Amtl. Bull. S 2007 

564). In Bezug auf Solaranlagen wollten die Eidgenössischen Räte einen 

Akzent setzen, ohne allerdings in die verfassungsmässigen Rechte der 

Kantone einzugreifen (Votum von BR Leuthard im Nationalrat in der 

Sommersession 2007, Amtl. Bull. N 2007 1056). Werden die 

Entstehungsgeschichte von Art. 18a RPG und die Intentionen des 

Gesetzgebers bei der Rechtsanwendung berücksichtigt, ergibt sich, dass 

nicht jede integrierte Solaranlage, solange sie nicht Kultur- oder 

Naturdenkmäler beeinträchtigt, automatisch von den Gemeinden bewilligt 

werden muss. Bei der Bewilligung von Solaranlagen ist mit anderen 

Worten nicht von einem das föderalistische Prinzip unterwandernden 

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Bewilligungsautomatismus, sondern vielmehr von einer neu 

ausgerichteten und vor allem akzentuierten Interessenabwägung mit 

Präferenz für die Nutzung erneuerbarer Energien auszugehen. Eine 

andere Auslegung respektive Interpretation von Art. 18a RPG wäre auch 

gar nicht von der Grundsatzgesetzgebungskompetenz des Bundes 

gemäss Art. 75 BV abgedeckt (vgl. MARTI, a.a.O., 138; GRIFFEL, a.a.O., 

S. 100).

d) Damit durfte die Beschwerdegegnerin in casu bei der nachgesuchten 

Bewilligung für eine Solaranlage mit sechs Modulen und von ca. 15 m² 

Fläche auf dem Dach der Beschwerdeführer kommunale und kantonale 

Bewilligungsvoraussetzungen berücksichtigen. Ob sie dabei korrekt 

vorgegangen ist und zu Recht die Bewilligung für die Anlage verweigert 

hat, gilt es im Folgenden zu prüfen.

3. a) Materiell geht es um die Zulässigkeit der von den Beschwerdeführern 

nachgesuchten Solaranlage, die gemäss dem bei den 

Baugesuchsunterlagen liegenden Fassadenplan die Dimension von 6 

Modulen (à 2380 mm x 1056 mm x 90 mm), d.h. eine Grösse von ca. 

15 m2, aufweist und südseitig auf dem Dach stehen kommen soll. Die 

Stadt begründete in diesem Zusammenhang ihren ablehnenden 

Entscheid damit, dass gemäss Art. 79 des Baugesetzes der Stadt Chur 

(BG) in Gebieten mit besonderer Wohnqualität − wie dem in der 

Wohnzone W2 gelegenen Wohnschutzgebiet „N._____“ − Solaranlagen 

zwar möglich und aus baurechtlicher Sicht nicht generell verboten sind, 

dass aber dort die gebietstypische Bau-, Garten- und Freiraumstruktur 

sowie die Qualität des öffentlichen Raumes zu erhalten und nach 

Möglichkeit zu verbessern ist. Mit Hinweis auf die im Anhang zum BG 

aufgeführten Gestaltungsgrundsätze und die Planungshilfe für 

Bauherrschaften und Planer des Hochbauamtes kam die 

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Beschwerdegegnerin sodann zum Schluss, dass Solaranlagen auf den 

Giebeldächern im „N._____“ zurückhaltend eingesetzt werden müssten 

und möglichst unauffällig platziert und farblich der Fassade oder der 

Dachfläche angepasst zu sein haben. Bei der nachgesuchten Anlage mit 

sechs Modulen von ca. 15 m² Fläche sei keine zurückhaltende 

Einordnung erfolgt. Auf der bestehenden steilen Dachfläche und 

unmittelbar neben der Dachgaube sei dies kaum realisierbar. Die mit 

Ziegeln eingedeckten steilen Dachflächen seien quartiertypisch und 

prägend für die hohe Qualität der Gestaltung. Die Sonnenkollektoren 

seien auffällig auf der bestehenden Dachfläche und unmittelbar neben der 

gestalterisch wertvollen Dachgaube platziert; dies im Gegensatz zur 

Liegenschaft an der P._____strasse. Zudem gelte das Wohnhaus an der 

Q._____strasse mit Umschwung, Gartenhaus und Einfriedung auf der 

Südseite als erhaltenswert. Dies sei gemäss Art. 101 BG auch unter 

geltendem Recht zu beachten. Gemäss Art. 76 Abs. 1 BG seien 

erhaltenswerte Bauten, Bauteile, Anlagen und Baugruppen nach 

Möglichkeit zu erhalten. Bei Umbauten sei gemäss Art. 76 Abs. 2 BG auf 

die Bausubstanz sowie die wesentlichen Gliederungs- und 

Gestaltungsmerkmale Rücksicht zu nehmen. Das Vorhaben verunstalte 

die Gliederungs- und Gestaltungsmerkmale des Daches und verletze die 

auf dem Haus lastende Schutzverfügung.

b) Dem entgegneten die Beschwerdeführer, dass für den Bau einer 

Solaranlage einige Quadratmeter Ziegel der sehr grossen Dachflächen 

geopfert werden müssten. Dies liege in der Natur der Sache, wenn 

Solaranlagen dachintegriert würden − was gemäss den 

Gestaltungsvorschriften ja auch explizit erwünscht sei. Es sei 

hinzunehmen, wie es auch an der nachbarschaftlichen Liegenschaft an 

der P._____strasse hingenommen worden sei. Zu diesem Objekt sei ein 

direkter Vergleich möglich. Es bestehe aus juristischer Sicht überhaupt 

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kein Unterschied, ob die Ziegel in einer bestimmten Zone zu einem 

„normalen“ oder zu einem „erhaltenswerten“ Haus gehörten.

c) Das Haus der Beschwerdeführer befindet sich in der Wohnzone W2 in 

einem Erhaltungsgebiet mit besonderer Wohnqualität gemäss Art. 79 BG. 

Die Liegenschaft wurde vom Stadtrat am 31. August 1992 als 

erhaltenswert qualifiziert, nämlich Haus, Umschwung, Gartenhaus und 

Einfriedung Südseite. Es wurde verfügt, dass die Unterschutzstellung im 

Grundbuch anzumerken sei und vor einem allfälligen Baubewilligungs-

gesuch für Veränderungen ein Gesuch um Erlass eines Vorentscheides 

einzureichen sei. Diese öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung 

wurde am 28. Oktober 1992 im Grundbuch angemerkt. Aus dieser 

Schutzverfügung kann allerdings nicht abgeleitet werden, dass auf 

besagtem Schutzobjekt nicht eine dachintegrierte Solaranlage errichtet 

werden darf. Die ziegelgedeckte Dachfläche findet in der Verfügung vom 

28. Oktober 1992 keine Erwähnung. Aus baurechtlicher Sicht sind sodann 

Solaranlagen im ganzen Gebiet „N._____“ − wie auch die 

Beschwerdegegnerin schreibt − „nicht generell verboten“, d.h. durchaus 

möglich. Die Verweigerung der Bewilligung mit Beschluss des Stadtrates 

vom 15. Oktober 2012 erfolgte ohne Begründung. Wie sich aber aus den 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin in vorliegendem Verfahren ergibt, 

führten einzig ästhetische Überlegungen zur Verweigerung der 

Bewilligung der Solaranlage.

d) Wie sich das Gericht am Augenschein vom 15. April 2013 und anhand 

von zahlreichen Fotografien in den Akten überzeugen konnte, sind die 

ästhetischen Bedenken der Beschwerdegegnerin betreffend einer 

dachintegrierten Solaranlage auf der Südseite des Hauses zwar nicht 

gänzlich unbegründet, jedoch auch nicht derart gewichtig, dass einer 

solchen Anlage auf keinen Fall zugestimmt werden könnte. Die 

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Argumentation der Baukommission und deren Hinweis auf die 

Planungshilfe für Bauherrschaften vom Oktober 2010 (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 4 und 5) geht insofern fehl, als in 

der Planungshilfe in Punkt P1.10 (Sonnenkollektoren etc.) nirgends die 

Rede von schützenswerten steilen, quartiertypischen, ziegelgedeckten 

Dachflächen ist. Vielmehr wird mit Bezug auf die Dachfläche in Punkt 

P1.10 von einer möglichst unauffälligen Platzierung und farblichen 

Anpassung der technischen Anlage gesprochen. Die Planungshilfe ist 

rechtlich allerdings nicht verbindlich, weshalb vorliegend insbesondere 

Art. 73 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

(KRG; BR 801.100) wie auch Art. 76 Abs. 2 BG einschlägig erscheinen. 

Danach sind Siedlungen, Bauten und Anlagen nach den Regeln der 

Baukunst so zu gestalten und einzuordnen, dass mit der Umgebung und 

der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entsteht (Art. 73 Abs. 1 KRG). 

Bei Renovationen und Umbauten ist auf die Bausubstanz sowie die 

wesentlichen Gliederungs- und Gestaltungsmerkmale Rücksicht zu 

nehmen (Art. 76 Abs. 2 BG). In diesem Zusammenhang ist der Stadt in 

Bezug auf die Dachgaube auf der Südseite des Daches und die Grösse 

und Platzierung der Sonnenkollektoren Recht zu geben. Die 

nachgesuchte Solaranlage wirkt mit einer Fläche von insgesamt 15 m² 

neben der Dachgaube massiv, da die Kollektoren sehr nahe neben dieser 

zu liegen kommen. Dies wird auch anhand der eingezeichneten Fläche 

auf dem Fassadenplan in den Baugesuchsunterlagen deutlich (vgl. Bg-

act. 1). Bei einer solchen Grösse der Anlage mit 6 Modulen direkt neben 

einem wesentlichen Gliederungs- bzw. Gestaltungsmerkmal, d.h. neben 

der Dachgaube, kann nicht mehr von der erforderlichen Rücksichtnahme 

im Sinne von Art. 76 Abs. 2 BG gesprochen werden. Eine kleinere Anlage 

würde hingegen kaum mehr störend auf die wesentlichen Gestaltungs-

merkmale wirken und wäre angesichts der Privilegierung von Solar-

anlagen bei der Interessenabwägung (Art. 18a RPG) auch zu bewilligen. 

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Diese Variante wurde von der Beschwerdegegnerin nicht geprüft. Sie hat 

mit ihrem Baubescheid vom 15. Oktober 2012 jegliche Bewilligung von 

Sonnenkollektoren − ohne Begründung − abgelehnt.

4. Nachdem bis hierhin Ausgeführten ist für das Gericht klar, dass eine 

Solaranlage südseitig auf dem Dach der Liegenschaft der 

Beschwerdeführer wohl mit den bestehenden bundesrechtlichen, 

kantonalen und kommunalen Vorschriften vereinbar ist, jedoch in der 

bestehenden Grösse und in unmittelbarerer Nähe zur Dachgaube 

allerdings so nicht realisiert werden kann. Zusammenfassend kann 

deshalb festgehalten werden, dass der angefochtene Baubescheid des 

Stadtrates vom 15. Oktober 2012 bezüglich der Ablehnung der Erstellung 

einer Solaranlage auf der Dachfläche einer materiellen Überprüfung nicht 

standhält und deshalb aufzuheben ist. Die Angelegenheit ist zur 

Weiterführung des Baubewilligungsverfahrens im Sinne des soeben 

Ausgeführten an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdegegnerin (Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Eine aussergerichtliche 

Entschädigung ist nicht zuzusprechen, da die Beschwerdeführer nicht 

anwaltlich vertreten waren und überdies auch keine Entschädigung 

geltend gemacht haben.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Baubescheid des 

Stadtrates vom 15.Oktober 2012 bezüglich der Ablehnung der Erstellung 

von Sonnenkollektoren auf der Dachfläche aufgehoben und die 

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Angelegenheit an die Stadt Chur zur Weiterführung des Baubewilligungs-

verfahrens im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 284.--

zusammen Fr. 1‘784.--

gehen zulasten der Stadt Chur und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]