# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80d7e0ee-2530-5115-a92a-973c811712eb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.02.2024 D-738/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-738-2024_2024-02-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-738/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Grégory Sauder, 

Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

alias B._______, geboren am (…), 

alias C._______, geboren am (…), 

alias D._______, geboren am (…), 

alias E._______, geboren am (…), 

alias F._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

vertreten durch Kerstin Krüger, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS) und Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegwei-

sung (Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 25. Januar 2024 / N (…). 

D-738/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 14. Oktober 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. Er gab an, er sei am (…) geboren, mithin minderjährig. 

B.  

Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-

Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab am 19. Oktober 2023, dass er 

am 5. Oktober 2023 in Kroatien aufgegriffen worden war und dort gleichen-

tags ein Asylgesuch gestellt hatte. In Kroatien wurde das Geburtsdatum 

vom (…) registriert. 

C.  

Das SEM ersuchte die kroatischen Behörden am 18. Dezember 2023 um 

Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO). 

Es informierte gleichzeitig darüber, dass der Beschwerdeführer behaupte, 

minderjährig zu sein, und teilte das geltend gemachte Geburtsdatum mit. 

Die kroatischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeersuchen am 

30. Dezember 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

D.  

Am 4. Januar 2024 fand die Erstbefragung für unbegleitete minderjährige 

Asylsuchende (EB UMA) statt, wobei dem Beschwerdeführer auch Fragen 

zur Altersabklärung gestellt wurden. Er gab diesbezüglich an, im afghani-

schen Kalender entspreche sein Geburtsdatum dem Jahr (…), (…) Monat, 

(…) Tag. Den Namen des (…) Monats kenne er nicht, denn er sei nie in der 

Schule gewesen und habe dies nicht gelernt. Auf die Frage, woher er denn 

wisse, dass er im (…) Monat geboren sei, erklärte er, auf seiner Tazkira sei 

es so geschrieben und sein verstorbener Vater habe dies auch so gesagt. 

Die Angaben auf der Tazkira könne er nur wenig lesen, weil er nicht in der 

Schule gewesen sei und keine Bildung habe. Damals, als sie über das Le-

ben geredet hätten, habe ihm sein Vater gesagt, dass er dann geboren 

worden sei. Es sei schon lange her, er sei noch klein gewesen. Weiter gab 

er an, in Afghanistan habe er sein Alter nicht angeben müssen. Er sei nie 

bei den Behörden gewesen und nirgendwo nach dem Alter gefragt worden. 

Als der Beschwerdeführer aufgefordert wurde, den Ablauf der Registrie-

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rung in Kroatien zu schildern, erklärte er, er und etwa 15 weitere Personen 

seien bei einer Bushaltestelle von der Polizei aufgegriffen und auf einen 

Polizeiposten gebracht worden, wo ihnen die Fingerabdrücke abgenom-

men sowie die Telefone und Dokumente weggenommen worden seien. 

Dann sei ihnen irgendein Papier gegeben und gesagt worden, dass sie 

jetzt gehen dürften. Er habe in Kroatien kein Geburtsdatum genannt, son-

dern nur seinen Vor- und Nachnamen angegeben. 

Fragen im Zusammenhang mit den eingereichten Beweismitteln (Tazkira 

und Impfkarte) beantwortete der Beschwerdeführer dahingehend, dass 

sein Vater ihm die Tazkira habe ausstellen lassen. Er erinnere sich nicht 

wirklich daran, wie alt er damals gewesen sei. Er verstehe auch nicht, wes-

halb das Geburtsdatum auf der Impfkarte nicht mit demjenigen auf der 

Tazkira übereinstimme. Er habe die Impfkarte von zuhause bekommen als 

er in (…) gewesen sei. Das Ausstellungsdatum der Impfkarte kenne er 

nicht. Sie sei ungefähr vor zwei oder drei Jahren ausgestellt worden. Seine 

Mutter habe diese Karte im Spital, wo er geboren worden sei, erhalten. 

Das SEM erklärte dem Beschwerdeführer, dass es ihm insgesamt nicht 

gelungen sei, sein geltend gemachtes Alter und eine vorliegende Minder-

jährigkeit glaubhaft zu machen. Kroatien habe hingegen seiner Rücküber-

nahme zugestimmt, weil er dort als Volljähriger registriert worden sei. Auf-

grund dessen werde das SEM ihn nach der Anhörung unter Berücksichti-

gung aller Elemente als volljährig registrieren und ihn im ZEMIS mit dem 

Geburtsdatum (…) erfassen. Der Eintrag werde dabei mit einem Bestrei-

tungsvermerk versehen. Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, sich 

zur beabsichtigten Anpassung der Daten im ZEMIS zu äussern. Er gab 

diesbezüglich an, dass er das, was da in Kroatien als sein Geburtsdatum 

aufgeschrieben worden sei, nicht akzeptiere. Er habe dort weder sein Alter 

noch sein Geburtsdatum angegeben. Er sei auch nicht danach gefragt wor-

den. Er habe einzig seine Fingerabdrücke abgeben und seinen Vor- und 

Nachnamen nennen müssen. Ausser seiner Tazkira habe er keine weiteren 

Dokumente. 

Bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs zur allfälligen Zuständigkeit 

Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens be-

ziehungsweise zur Wegweisung dorthin wendete die bei der EB UMA an-

wesende Rechtsvertretung ein, der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner 

Minderjährigkeit lediglich auf die Erstbefragung und die Anhörung UMA 

vorbereitet worden, die Vorbereitung auf ein Dublin-Gespräch habe noch 

nicht stattgefunden. Sollte das SEM an der Volljährigkeit festhalten, werde 

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beantragt, dass ein Dublin-Gespräch stattfinde oder zumindest die Mög-

lichkeit gewährt werde, das rechtliche Gehör auf dem Schriftweg nachzu-

reichen. Der Beschwerdeführer sei minderjährig. Für das in Kroatien er-

fasste Geburtsdatum gebe es keine Belege. Es werde beantragt, dass der 

Beschwerdeführer weiterhin als UMA behandelt werde und insbesondere 

in der bisherigen Unterkunft bleiben könne. Ausserdem werde um Erlass 

einer anfechtbaren Verfügung ersucht. Der Befrager nahm diese Anträge 

zur Kenntnis und verwies die Rechtsvertretung auf den Beschwerdeweg. 

Nachdem der Beschwerdeführer während einer kurzen Pause auf die ent-

sprechende Frage vorbereitet wurde, äusserte er sich zu einer Wegwei-

sung nach Kroatien dahingehend, dass er dort nichts zu tun habe. In der 

Schweiz habe er wenigstens seine Verwandten und es bestünden bessere 

Möglichkeiten, einen Zugang zu Bildung zu erhalten und danach arbeiten 

zu können. Er wolle nicht nach Kroatien. 

E.  

Nach der EB UMA registrierte das SEM den Beschwerdeführer als volljäh-

rig, setzte sein Geburtsdatum im ZEMIS vom (…) auf den (…) und versah 

den Eintrag gestützt auf Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Da-

tenschutz vom 25. September 2020 (Datenschutzgesetz, DSG, SR 235.1) 

mit einem Bestreitungsvermerk. 

F.  

Mit einer als «Rechtliches Gehör zu Kroatien» bezeichneten Eingabe vom 

12. Januar 2024 an das SEM wies die Rechtsvertretung darauf hin, dass 

der Beschwerdeführer schockiert darüber sei, dass das SEM ihn volljährig 

mache. Die momentane Unterbringung in der Unterkunft für Erwachsene 

sei äusserst belastend. Der Beschwerdeführer habe in Kroatien lediglich 

die Fingerabdrücke auf einem leeren Blatt abgegeben. Namen und Ge-

burtsdatum habe er nicht genannt. Die kroatischen Behörden hätten dies 

selbst und zwar falsch erfasst. Dementsprechend sei auch der Vor- und 

Nachname nicht richtig erfasst worden. Die Polizei habe den Beschwerde-

führer am Nachmittag an einer Tramhaltestelle aufgegriffen. Sie habe sein 

Eigentum ohne Grund beschlagnahmt und nicht zurückgegeben. Ausser-

dem habe sie ihn geschlagen. Auf dem Polizeiposten sei er bis Mitternacht 

festgehalten worden, bevor er am nächsten Tag in eine Unterkunft gebracht 

worden sei. Nach der Misshandlung habe er weder medizinische Hilfe er-

halten, noch sei ihm eine Rechtsvertretung oder eine dolmetschende Per-

son zur Verfügung gestellt worden. Er habe in der Folge das Land verlas-

sen. Aufgrund des Erlebten in Kroatien und der weiterhin geltend gemach-

ten Minderjährigkeit sei es ihm nicht zumutbar, dorthin zurückgeschickt zu 

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werden. Es sei deshalb vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Dublin-III-VO 

Gebrauch zu machen und die Zuständigkeit der Schweiz für das Asylge-

such festzustellen. 

G.  

Am 23. Januar 2024 beantragte die Rechtsvertretung den Erlass einer an-

fechtbaren Verfügung. 

H.  

Mit Verfügung vom 25. Januar 2024 – eröffnet am 26. Januar 2024 – trat 

das SEM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die Wegweisung 

aus der Schweiz nach Kroatien, forderte ihn – unter Androhung von 

Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen und beauftragte den zuständigen Kanton 

mit dem Vollzug der Wegweisung (Dispositivziffern 1, 3, 4 und 5). Sodann 

stellte es fest, im ZEMIS sei der (…) mit Bestreitungsvermerk als Geburts-

datum des Beschwerdeführers registriert worden (Dispositivziffer 2), hän-

digte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus (Dis-

positivziffer 6) und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine auf-

schiebende Wirkung zu (Dispositivziffer 7). 

I.  

Mit Eingabe vom 2. Februar 2024 erhob der Beschwerdeführer Beschwer-

de an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, es seien die Ziffern 1, 

3 bis 5 und 7 der Verfügung der Vorinstanz vom 25. Januar 2024 aufzuhe-

ben und diese anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten und in der 

Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen. Es sei Ziffer 2 der 

Verfügung der Vorinstanz vom 25. Januar 2024 aufzuheben und das im 

ZEMIS geführte Geburtsdatum auf den (…) anzupassen. Eventualiter 

seien die Ziffern 1, 3 bis 5 und 7 der Verfügung der Vorinstanz vom 25. 

Januar 2024 aufzuheben und die Sache zur rechtsgenüglichen Sachver-

haltsabklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei der vorliegenden Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörde 

vorsorglich und superprovisorisch anzuweisen, von einer Überstellung 

nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Er-

teilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Es sei die Vo-

rinstanz anzuweisen, ihn bis zum Ausgang des Beschwerdeverfahrens in 

einer UMA-Struktur unterzubringen. Es sei ihm die unentgeltliche Prozess-

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Seite 6 

führung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu 

verzichten. 

J.  

Die Instruktionsrichterin setzte am 5. Februar 2024 den Vollzug der Über-

stellung per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. Auf dem Ge-

biet des Asyls entscheidet es in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die vorliegende Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichtein-

tretensentscheid des SEM betreffend das Asylgesuch (Dublin-Verfahren) 

als auch gegen die Änderung des ZEMIS-Eintrags (betreffend das Ge-

burtsdatum respektive Alter des Beschwerdeführers). 

2.  

Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde legiti-

miert (Art. 105 AsylG sowie Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Be-

schwerde ist sowohl hinsichtlich des Nichteintretensentscheids (Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

als auch des beanstandeten ZEMIS-Eintrags in Ziffer 2 des Dispositivs der 

angefochtenen Verfügung (Art. 37 VGG sowie Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 

Abs. 1 VwVG) frist- und formgerecht eingereicht. Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

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Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. Hinsichtlich der 

ZEMIS-Berichtigung entscheidet das Bundesverwaltungsgericht grund-

sätzlich mit uneingeschränkter Kognition (Art. 49 VwVG). 

3.2 Gestützt auf Art. 57 Abs. 1 (e contrario) VwVG wird auf einen Schriften-

wechsel verzichtet, da sich die Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt, 

als von vornherein unbegründet erweist. 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden zunächst Verfahrensfehler gerügt. So habe 

die Vorinstanz mit Verweis auf Art. 5 Abs. 2 Bst. b Dublin-III-VO auf die 

Durchführung eines ordentlichen Dublin-Verfahrens mit persönlichem Ge-

spräch verzichtet. Der Beschwerdeführer habe sich auf eine EB UMA vor-

bereitet, das Dublin-Verfahren habe er nicht durchdrungen. Er habe somit 

in der EB UMA keine Aussagen zu seiner Wegweisung nach Kroatien tref-

fen können. Eine 10-minütige Vorbereitung sei nicht ausreichend gewesen. 

Auch seien etwaige sachdienliche Angaben zu den systemischen und hu-

manitären Zuständen und Erlebnissen des Beschwerdeführers in Kroatien 

ausgeblieben. Die Vorinstanz habe damit den Sachverhalt unvollständig 

festgestellt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers (inkl. Begrün-

dungspflicht) verletzt. Weiter habe sich die Vorinstanz weder mit den Merk-

malen und Eigenschaften der eindeutig kopierten Tazkira auseinanderge-

setzt, noch habe sie deren konkreter Beweiswert gewürdigt. Es liege inso-

fern ein Ermessensausfall vor, was auch für die Würdigung des Impfpasses 

gelte. Zudem werde Einsicht in die SEM-Akten Nr. (…)-5/1, (…)-6/1, (…)-

9/2 und (…)-17/3 beantragt, welche auf interne Erwägungen und Prozesse 

der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Identitätsabklärung hinweisen 

würden. Die Vorinstanz scheine sich ohne Begründung auf diese Akten zu 

beziehen, obwohl sie weder der Rechtsvertretung noch dem Beweis zu-

gänglich seien. Ebenso unterlasse es die Vorinstanz auszuführen, weshalb 

die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Alter unglaubhaft seien. 

Er habe die Fragen nachvollziehbar und widerspruchsfrei beantwortet. Da 

die Vorinstanz trotz eigener Zweifel an der Minderjährigkeit kein Altersgut-

achten veranlasst habe, habe sie auch ihr Ermessen unterschritten. 

Schliesslich sei der rechtserhebliche Sachverhalt hinsichtlich der Zumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs unter dem Blickwinkel des Kindeswohls 

nicht vollständig und richtig abgeklärt worden. 

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Seite 8 

4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Die unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bildet einen Beschwer-

degrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfest-

stellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt 

zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvoll-

ständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sa-

chumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, 

N 1043). Das Recht auf Akteneinsicht bildet einen Teilgehalt des verfas-

sungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) und 

ist für das Verwaltungsverfahren in den Art. 26 - 28 VwVG geregelt. Es soll 

den Parteien ermöglichen, sich über alle für das Verfahren wesentlichen 

Unterlagen zu orientieren. Nur in Kenntnis aller entscheidrelevanten Akten-

stücke ist es den Parteien möglich, ihre Interessen wirksam wahrzuneh-

men (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O. N 493 m.H.). Das Einsichtsrecht 

erstreckt sich somit innerhalb der jeweiligen Sache allgemein auf sämtliche 

verfahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des (späteren) 

Entscheids zu bilden, d.h. entscheidrelevant sind oder sein könnten (vgl. 

WALDMANN/OESCHGER, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommen-

tar VwVG, 3. Aufl. 2023, N 60 zu Art. 26 VwVG). 

4.3 Das Vorgehen, wonach die Vorinstanz dem Beschwerdeführer – nach 

erfolgter Information über die Altersanpassung und dem rechtlichen Gehör 

zur Volljährigkeit – auch das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Zustän-

digkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens gewährt hat, ist nicht zu beanstanden. Es wäre vielmehr in der Ver-

antwortung der Rechtsvertretung gestanden, den Beschwerdeführer vor 

der EB UMA auf die Möglichkeit einer direkten Altersanpassung anlässlich 

der Befragung hinzuweisen beziehungsweise ihn entsprechend zu instru-

ieren. Vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer sich bei der Be-

fragung nach einer kurzen Vorbereitung durch seine Rechtsvertretung zu 

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Seite 9 

einer Wegweisung nach Kroatien äussern konnte und die Rechtsvertretung 

in Ergänzung dazu mit Eingabe vom 12. Januar 2024 eingehend darlegte, 

aus welchen Gründen vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Dublin-III-VO 

Gebrauch zu machen sei, kann von einer Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs keine Rede sein. Weiter läuft der Einwand, wonach sich die Vorinstanz 

ausschliesslich auf das in Kroatien registrierte Geburtsdatum ([…]) be-

ziehe, ins Leere. Wie die angefochtene Verfügung zeigt, hat das SEM 

nebst diesem Geburtsdatum durchaus auch weitere Elemente in ihre Be-

urteilung einbezogen. So führte es namentlich aus, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen sei darzulegen, weshalb er in Kroatien als 

Volljähriger registriert worden sei. Auch seine Angaben zur Ausstellung sei-

nes Impfausweises und seiner Tazkira sowie den Hintergründen dazu 

seien nicht überzeugend gewesen. Er habe stets wiederholt, dass er nichts 

darüber wisse. Insgesamt habe er sein geltend gemachtes Alter und eine 

Minderjährigkeit nicht glaubhaft zu machen vermocht. Kroatien habe hin-

gegen am 30. Dezember 2023 seiner Wiederaufnahme zugestimmt, weil 

er dort als Volljähriger registriert worden sei (vgl. a.a.O., S. 3). Ausserdem 

wurde festgehalten, dass die Tazkira und der Impfausweises einer materi-

ellen Prüfung nicht zugänglich, erfahrungsgemäss nicht fälschungssicher 

und im Nachhinein mit den erbetenen Angaben leicht käuflich erwerbbar 

seien (vgl. a.a.O., S. 4). Angesichts dessen sah sich das SEM zu Recht 

nicht veranlasst, diese Dokumente einer eingehenderen Würdigung zu un-

terziehen. Entgegen anderslautender Einschätzung in der Beschwerde 

geht aus der angefochtenen Verfügung zudem hervor, weshalb die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers zu seinem Alter als unglaubhaft beurteilt wur-

den. Das SEM hielt dazu fest, es habe eine Gesamtwürdigung aller Um-

stände vorgenommen und dabei festgestellt, dass der Beschwerdeführer 

seine angegebene Minderjährigkeit nicht widerspruchsfrei und überein-

stimmend glaubhaft machen könne (vgl. a.a.O., S. 4). Ihm war es denn 

auch möglich, die Verfügung sachgerecht anzufechten, wie seine Be-

schwerde zeigt. Dass die Vorinstanz kein Altersgutachten im Sinne von 

Art. 17 Abs. 3bis AsylG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 der Asylverordnung 1 

über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) veran-

lasst hat, ist nicht zu bemängeln, zumal ein solches Gutachten nicht zwin-

gend ist, sondern nach Ermessen veranlasst werden kann. Das SEM legt 

zwar nicht explizit dar, weshalb es auf die Durchführung einer solchen In-

struktionsmassnahme verzichtet hat. Es ist jedoch davon auszugehen, 

dass eine entsprechende Altersabklärung aufgrund der Aktenlage als nicht 

erforderlich erachtet wurde. Eine Ermessensunterschreitung ist damit zu 

verneinen. Vor dem Hintergrund, dass die Vorinstanz den Beschwerdefüh-

rer als volljährig erachtete, war sie im Übrigen auch nicht gehalten abzu-

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Seite 10 

klären, ob seine Überstellung nach Kroatien mit dem Kindeswohl vereinbar 

ist. 

4.4 Was den Antrag auf Akteneinsicht anbelangt, so ist festzustellen, dass 

die entsprechenden Akten von der Vorinstanz zu Recht als interne Akten 

qualifiziert wurden. Das Aktenstück Nr. (…)-5/1 betrifft eine Rückmeldung 

DiAu. Hierbei handelt es sich um eine Personenerfassung, mithin um einen 

verwaltungsinternen Prozessablauf, welcher für die angefochtene Verfü-

gung nicht unmittelbar entscheidrelevant war. Bei der Akte Nr. (…)-6/1 han-

delt es sich um eine interne Korrespondenz des SEM mit dem zuständigen 

Sozialpädagogen betreffend Einquartierung des Beschwerdeführers in den 

Strukturen für Minderjährige. Auch dieses Dokument war nicht entscheid-

relevant, da es sich um eine bloss grobe Einschätzung gestützt auf das 

angegebene Alter handelte. Die Unterbringung in den Strukturen für Min-

derjährige betrifft im Übrigen einen Umstand, der dem Beschwerdeführer 

bekannt war. Beim Aktenstück Nr. (…)-9/2 handelt es sich um den Bericht 

Identitätsabklärung, der unter anderem eine Übersicht zur Abfrage der Da-

tenbanken enthält, so namentlich der europäischen Fingerabdruck-Daten-

bank (Zentraleinheit Eurodac). Auch dieses Aktenstück ist aufgrund eines 

verwaltungsinternen Prozessablaufs nicht entscheidrelevant. Es gilt jedoch 

zu erwähnen, dass dem Beschwerdeführer in das Dokument, welches den 

Eurodac-Hit enthält (Nr. […]-8/1), Einsicht gewährt wurde. Die Akte Nr. (…)-

17/3 betrifft sodann ein Mutationsformular für Personendaten im ZEMIS. 

Gestützt auf das in Kroatien registrierte Geburtsdatum vom (…) wurde eine 

neue Nebenidentität erfasst. Hierbei handelt es sich ebenso um einen ver-

waltungsinternen Prozessablauf, weshalb das Aktenstück als nicht unmit-

telbar entscheidrelevant zu bezeichnen ist. Die Vorinstanz hat insgesamt 

das Recht des Beschwerdeführers auf Akteneinsicht nicht verletzt, indem 

sie ihm die Einsicht in die erwähnten Aktenstücke verweigert hat. Er konnte 

seine Rechte dennoch wirksam wahrnehmen. Der Antrag auf Akteneinsicht 

ist abzuweisen. 

4.5 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün-

det, weshalb der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz abzuweisen ist. 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, das der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und 

dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über 

das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

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Seite 11 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS-Verord-

nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord-

nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach den Bestimmungen des DSG und des VwVG. 

5.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 6 Abs. 5 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 41 Abs. 2 Bst. DSG). Auf 

die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneinge-

schränkter Anspruch (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.2). Die ZEMIS-Verordnung 

sieht zudem in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von 

Amtes wegen zu berichtigen sind. 

5.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen. Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt 

eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkennt-

nisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; un-

umstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Be-

richtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersu-

chungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzu-

klären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss 

Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwir-

ken (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3 m.w.H.). 

5.4 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden. Dies ist jedoch nicht immer 

möglich, müssen doch bestimmte Personendaten zur Erfüllung wichtiger 

öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet werden. Dies gilt na-

mentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Geburtsdaten. In solchen 

Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicher-

weise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter die-

sen Umständen sieht Art. 41 Abs. 4 DSG die Anbringung eines Bestrei-

tungsvermerks vor. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, 

D-738/2024 

Seite 12 

sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten 

anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Verhält es sich 

umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten 

als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind 

diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über 

dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu 

entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum 

Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.4 m.w.H.; Urteil des BVGer E-3182/2021 

vom 6. Oktober 2022 E. 4.4). 

6.  

6.1 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwerde-

führer könne das angegebene Geburtsdatum ([…]) nicht mit rechtsgenüg-

lichen Identitätspapieren belegen. Er sei am 5. Oktober 2023 in Kroatien 

mit dem Geburtsdatum vom (…) erkennungsdienstlich erfasst worden, mit-

hin dort als Volljähriger registriert. Gemäss seinem Impfausweis sei er am 

(…) geboren worden, also nochmals an einem anderen Datum. Er habe 

nicht überzeugend darzulegen vermocht, weshalb er in Kroatien als Voll-

jähriger registriert worden sei. Auch seine Angaben zur Ausstellung seines 

Impfausweises und seiner Tazkira sowie zu den Hintergründen dazu seien 

nicht überzeugend gewesen. Er habe stets wiederholt, nichts darüber zu 

wissen. Insgesamt habe er sein geltend gemachtes Alter und eine Minder-

jährigkeit nicht glaubhaft zu machen vermocht. Kroatien habe hingegen am 

30. Dezember 2023 seiner Wiederaufnahme zugestimmt, weil er dort als 

Volljähriger registriert worden sei. Seine Ausführungen vermöchten keine 

Änderung der vorinstanzlichen Einschätzung zu rechtfertigen. Die angebli-

che Tazkira und der angebliche Impfausweis seien einer materiellen Prü-

fung nicht zugänglich, erfahrungsgemäss nicht fälschungssicher und im 

Nachhinein mit den erbetenen Angaben leicht käuflich erwerbbar. Die be-

hauptete Minderjährigkeit müsse nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden, wofür der Beschwerdeführer materiell die Beweislast 

trage. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Umstände sei festzustel-

len, dass der Beschwerdeführer seine angegebene Minderjährigkeit nicht 

widerspruchsfrei und übereinstimmend glaubhaft machen könne. Daher 

sei sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) angepasst und der Eintrag 

mit einem Bestreitungsvermerk versehen worden. 

6.2 Dem hält der Beschwerdeführer in der Beschwerde entgegen, die Vor-

instanz beziehe sich bei der Altersbeurteilung ausschliesslich auf das in 

Kroatien dokumentierte Geburtsdatum ([…]). Die Daten der kroatischen 

Behörden sowie seine Angaben stünden aber im Widerspruch und stellten 

D-738/2024 

Seite 13 

daher eine ungesicherte Identität dar. Weshalb das Geburtsdatum so fest-

gesetzt worden sei, gehe aus den zur Verfügung stehenden Verfahrensak-

ten nicht hervor. Der Vorinstanz würden keine Informationen über das Ver-

fahren in Kroatien vorliegen. In der von ihm eindrücklich geschilderten Si-

tuation sei sein Geburtsdatum mangels Übersetzer und anderer Hilfsmittel 

nicht erfragt worden. Er habe den Behörden auch keinerlei Beweismittel zu 

seiner Identität einreichen können. Im Lichte des phonetisch falsch ver-

standenen Namens müsse auch von einer falschen beziehungsweise 

missverständlichen Kommunikation des Geburtsdatums gegenüber den 

kroatischen Behörden ausgegangen werden. Das in Kroatien registrierte 

Geburtsdatum hätte nicht ohne weitere Nachweise übernommen werden 

dürfen. Die Fragen der Vorinstanz habe er nachvollziehbar und wider-

spruchsfrei beantwortet. 

7.  

7.1 Es obliegt grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass das von ihr 

im ZEMIS unter der Rubrik der Hauptidentität eingetragene Geburtsdatum 

des Beschwerdeführers ([…]) korrekt respektive zumindest wahrscheinli-

cher ist, als der vom Beschwerdeführer verlangte Eintrag. Der Beschwer-

deführer wiederum hat nachzuweisen, dass die von ihm verlangte Ände-

rung (auf den […]) richtig beziehungsweise zumindest wahrscheinlicher ist, 

als die derzeit im ZEMIS erfasste Angabe, dieser mithin eine höhere Glaub-

würdigkeit zukommt als dem aktuellen Eintrag. Gelingt keiner Partei der 

sichere Nachweis, ist dasjenige Datum im ZEMIS zu belassen oder einzu-

tragen, dessen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.5 

m.w.H und E. 4.2.3). 

7.2 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbesondere übereinstimmende Anga-

ben zum Alter, zu Identitätspapieren beziehungsweise zu den Gründen für 

deren Nichteinreichung, zu den familiären Umständen, zum Schulbesuch, 

zu Berufsbildung/Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie 

nachvollziehbare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunfts-

gebiet). 

7.3  

7.3.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine Identität 

und das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum nicht durch Vorlage 

D-738/2024 

Seite 14 

eines rechtsgenüglichen Beweismittels belegen kann. Ein solches wäre 

insbesondere ein gültiges Reise- oder Identitätspapier (Pass oder Identi-

tätskarte). Die eingereichten Beweismittel (Tazkira, Impfkarte) liegen ledig-

lich in Kopie vor, weshalb ihr Beweiswert von vornherein äusserst gering 

ist. Ohnehin kommt einer Tazkira hinsichtlich der Identität des Inhabers pra-

xisgemäss nur ein reduzierter Beweiswert zu, da die Geburtsdaten je nach 

Ausstellungsort unterschiedlich eingetragen werden und die Angabe oft auf 

einer Einschätzung des Alters aufgrund des Aussehens der Person im Zeit-

punkt der Ausstellung basiert (vgl. Urteil des BVGer D-2559/2022 vom 

17. Januar 2023 E. 7.1 mit Hinweis auf BVGE 2019 I/6 E. 6.2). Weiter ist 

darauf hinzuweisen, dass eine Impfkarte kein rechtsgenügliches Identitäts-

papier darstellt (vgl. Urteil des BVGer D-514/2023 vom 3. Februar 2023 

E. 5.5 m.H.). 

7.3.2 Was die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Geburtsdatum 

bei der EB UMA (vgl. oben Sachverhalt, Bst. D) anbelangt, ist festzustellen, 

dass diese nur vage und unplausibel ausgefallen sind. So war er insbeson-

dere nicht in der Lage nachvollziehbar zu erklären, wie er sein Geburtsda-

tum erfahren habe. Darüber hinaus rechtfertigte er sein Unwissen auf ver-

schiedene Fragen damit, dass er keine Bildung habe beziehungsweise 

nicht in der Schule gewesen sei, was als unbehelfliche Schutzbehauptung 

zu werten ist. Weiter gab er als Grund für die Registrierung in Kroatien mit 

dem Geburtsdatum (…) wenig überzeugend an, er habe dort kein Geburts-

datum genannt und er sei auch nicht danach gefragt worden. Diesbezüg-

lich ist auf die Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-

gung zu verweisen, wonach es überaus unwahrscheinlich ist, dass die kro-

atischen Behörden den Beschwerdeführer ohne jegliche Fragen zum Alter 

oder Geburtsdatum mit einem willkürlichen Geburtsdatum erfasst hätten. 

Die Behörden stützten sich – wie auch das SEM – bei der Registrierung 

auf die Angaben der betreffenden asylsuchenden Person. Es sei ausser-

dem nicht nachvollziehbar, weshalb der Name des Beschwerdeführers in 

Kroatien mehr oder weniger korrekt registriert worden sei, das festgehal-

tene Geburtsdatum aber jeglicher Grundlage entbehren würde (vgl. a.a.O., 

S. 8). Die Erklärung auf Beschwerdeebene, es müsse von Kommunikati-

onsschwierigkeiten bei der Registrierung des Geburtsdatums ausgegan-

gen werden, erscheint nicht überzeugend und ist als Schutzbehauptung zu 

bewerten. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass die kroatischen Behör-

den den Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuchs nicht mit 

exaktem Geburtsdatum und ohne Altersabklärungen als volljährigen Mann 

registriert hätten, wenn er damals tatsächlich minderjährig gewesen wäre. 

Es ist somit nicht zu beanstanden, dass das SEM das in Kroatien registrier-

D-738/2024 

Seite 15 

te Geburtsdatum ohne weitere Nachweise übernommen hat. Zudem hatten 

die kroatischen Behörden aufgrund der Registrierung des Beschwerdefüh-

rers in Kroatien als Volljähriger offenbar keine Zweifel an seinem Alter, zu-

mal sie der Rückübernahme vorbehaltlos zugestimmt haben. 

7.4 Zusammenfassend ist weder die Richtigkeit des im ZEMIS eingetrage-

nen noch des vom Beschwerdeführer angegebenen Geburtsdatums be-

wiesen. In Gesamtwürdigung der für und gegen die Minderjährigkeit be-

ziehungsweise Volljährigkeit des Beschwerdeführers sprechenden Fak-

toren erscheint jedoch das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum ([…]) 

wahrscheinlicher als das behauptete ([…]). Der bestehende ZEMIS-Eintrag 

mit dem Geburtsdatum (…) ist (mit einem Bestreitungsvermerk versehen) 

unverändert zu belassen. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darin be-

antragt wird, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS sei auf 

den (…) anzupassen. 

8.  

8.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen 

Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. 

Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die 

Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-

fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt 

hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 

8.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Im Fall eines sogenannten Wiederauf-

nahmeverfahrens (engl.: take back), wie das vorliegende eines ist, findet 

grundsätzlich keine erneute Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt 

(vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

8.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist zu 

D-738/2024 

Seite 16 

prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig 

bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig be-

stimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zu-

ständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

8.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte 

Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 kon-

kretisiert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch 

«aus humanitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss 

Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völker-

rechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. 

BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

8.5 Im Falle eines unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre Anknüp-

fungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jener seinen (aktuellen) An-

trag auf internationalen Schutz gestellt hat. Als minderjährig gilt ein Dritt-

staatsangehöriger unter 18 Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d 

AsylV 1). Unbegleitete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren 

ausgenommen (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin-III-

Verordnung, Das europäische Asylzuständigkeitssystem, 2014, K15 f. zu 

Art. 8 Dublin-III-VO, m.w.H.). 

9.  

9.1 Zur Begründung seines Nichteintretensentscheids führt das SEM im 

Wesentlichen aus, die kroatischen Behörden hätten das Ersuchen um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-

VO gutgeheissen, womit gemäss dem Dublin-Assoziierungsabkommen die 

Zuständigkeit bei Kroatien liege, das weitere Verfahren durchzuführen. Es 

gebe keine wesentlichen Gründe für die Annahme, dass das Asylverfahren 

und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien Schwachstel-

len aufwiesen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 

EMRK mit sich bringen würden. Kroatien habe die Richtlinien 2013/32/EU 

(Verfahrensrichtlinie), 2011/95/EU (Qualifikationsrichtlinie) und 

2013/33/EU (Aufnahmerichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der 

Europäischen Kommission umgesetzt. Nach aktuellen Erkenntnissen des 

D-738/2024 

Seite 17 

SEM könne die Problematik im kroatischen Grenzgebiet nicht mit Rückfüh-

rungen nach Kroatien gestützt auf die Dublin-III-VO in Verbindung gebracht 

werden. Die Schweizerische Botschaft habe in Kroatien mehrfach abge-

klärt (zuletzt im Januar 2023), ob und inwiefern Personen, welche gestützt 

auf die Dublin-III-VO nach Kroatien zurückgeführt würden (sog. Dublin-

Rückkehrende) von der Problematik im Grenzgebiet betroffen seien. Nebst 

der Konsultation von öffentlich zugänglichen Quellen seien persönliche Ge-

spräche mit Vertretern des kroatischen Innenministeriums, des Indepen-

dent Monitoring Mechanism (IMM), mit internationalen Organisationen 

(UNHCR, IOM), mit lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) und an-

deren diplomatischen Vertretungen vor Ort sowie mit der Ombudsstelle der 

Republik Kroatien geführt worden. Im Rahmen der mehrmalig durchgeführ-

ten und umfangreichen Abklärungen hätten bis heute keine Hinweise auf 

generelle systemische Schwachstellen im kroatischen Asyl- und Aufnah-

mesystem festgestellt werden können. Dublin-Rückkehrende würden re-

gelkonform und im Einklang mit dem Völkerrecht behandelt sowie bei ihrer 

Ankunft über ihre Rechte informiert, einschliesslich des Rechts, einen Asyl-

antrag zu stellen. Die umfangreichen Abklärungen hätten bis heute keine 

konkreten Hinweise hervorgebracht, dass den Dublin-Rückkehrenden eine 

Rückschiebung nach Bosnien und Herzegowina (Kettenabschiebung) oder 

systematisch Gewalt seitens der kroatischen Polizeibehörde drohe. Der 

Zugang zu wirksamen Rechtsmitteln sei gewährleistet. Trotz der besorg-

niserregenden Berichte aus dem kroatischen Grenzgebiet bestehe kein 

Grund zur Annahme, die kroatischen Behörden, welche der Rücküber-

nahme gemäss Dublin-III-VO zugestimmt hätten, würden dem Beschwer-

deführer den Zugang zum Asyl- beziehungsweise einem allfälligen Be-

schwerde- oder Wiederaufnahmeverfahren unter Einhaltung der Regeln 

der Verfahrensrichtlinie verweigern respektive den Grundsatz des Non-Re-

foulement missachten. Es würden keine konkreten Anhaltspunkte vorlie-

gen, dass sich Kroatien nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen 

halten und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen 

würde. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei 

einer Überstellung nach Kroatien gravierenden Menschenrechtsverletzun-

gen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt, 

in eine existenzielle Notlage geraten oder ohne Prüfung seines Asylge-

suchs und unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Hei-

mat- oder Herkunftsstaat überstellt würde. Es lägen auch keine Gründe 

gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO vor, die die Schweiz verpflichten wür-

den, das Asylgesuch zu prüfen. Aus dem Umstand, dass der Beschwerde-

führer über einen Cousin in der Schweiz verfüge, könne er nichts zu seinen 

Gunsten ableiten, da dieser Cousin nicht als Familienangehöriger im Sinne 

D-738/2024 

Seite 18 

von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelte. Ausserdem bestünden keine Hinweise 

auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis. Abklärungen durch die 

Schweizerische Botschaft in Kroatien hätten ergeben, dass Dublin-Rück-

kehrende grundsätzlich eine angemessene Unterkunft, sozialstaatliche 

Unterstützung sowie eine Arbeitserlaubnis erhielten. Der Beschwerdefüh-

rer habe keine konkreten Hinweise für die Annahme dargetan, Kroatien 

würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden mi-

nimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Bei einer allfälligen vorüberge-

henden Einschränkung sei er gehalten, sich an die kroatischen Behörden 

zu wenden, um die ihm zustehenden Ansprüche auf dem Rechtsweg ein-

zufordern. Bezüglich der geltend gemachten schlechten Behandlung in 

Kroatien sei anzumerken, dass sich aus dem Fehlverhalten einzelner Mit-

arbeitenden der kroatischen Sicherheitskräfte keine systematische Anwen-

dung von Gewalt gegen Migrantinnen und Migranten ableiten liesse. Be-

troffene könnten mit Hilfe einer NGO oder direkt bei der Polizei eine An-

zeige erstatten. Eine weitere Möglichkeit, welche sämtlichen Betroffenen 

kostenfrei zur Verfügung stehe, sei die Kontaktaufnahme mit der kroati-

schen Ombudsfrau. Im Weiteren sei von einem genügenden medizinischen 

inklusive psychologischen Behandlungsangebot in Kroatien auszugehen. 

Der Zugang zur medizinischen Versorgung sei grundsätzlich gewährleistet. 

Es lägen keine Hinweise vor, wonach Kroatien seinen Verpflichtungen im 

Rahmen der Dublin-III-VO in medizinischer Hinsicht nicht nachkommen 

würde und dem Beschwerdeführer eine medizinische Behandlung verwei-

gert hätte oder zukünftig verweigern würde. Es ergäben sich somit keine 

Gründe, welche die Anwendung der Souveränitätsklausel im Sinne von Art. 

29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzeigen 

würden. 

9.2 In der Rechtsmitteleingabe entgegnet der Beschwerdeführer im We-

sentlichen, es sei eine Zuständigkeit der Schweiz gestützt auf Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO gegeben. Sollte das Gericht jedoch von seiner Volljährigkeit 

ausgehen, sei zu beachten, dass das Asylsystem in Kroatien diverse sys-

temische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf-

weise, welche die Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Be-

handlung mit sich bringen würden. Der Rechtsweg für Asylsuchende in 

Kroatien sei stark beschränkt. Tatsächliche Barrieren bestünden insbeson-

dere in der Sprache sowie den rechtlichen Kenntnissen und Gepflogenhei-

ten vor Ort. NGOs seien nicht berechtigt, rechtliche Hilfeleistung ohne An-

walt zu erbringen. Die Konsultation eines Anwalts sei kostenpflichtig und 

damit für bedürftige Personen kaum erreichbar. Selbst wenn unmenschli-

che Behandlungen, wie die geltend gemachten, zur Anzeige kämen, wür-

D-738/2024 

Seite 19 

den sie nicht geahndet. Als unbegleiteter Minderjähriger sei er vulnerabel 

und überfordert, Erklärungen zu Sachverhalten darzulegen, welche er auf-

grund seines jugendlichen Alters und seiner Unerfahrenheit nicht verstehe. 

Bereits die Zweifel an seiner Volljährigkeit würden einen Selbsteintritt ge-

mäss Art. 17 Dublin-III-VO gebieten. 

10.  

10.1 Die Voraussetzungen für die Annahme einer Zuständigkeit der 

Schweiz für das Asylverfahren gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO sind 

hier nicht gegeben. Aufgrund der Erwägungen unter E. 7 vorstehend er-

achtet das Gericht die behauptete Minderjährigkeit des Beschwerdeführers 

als unglaubhaft. Das SEM ist demnach mit einem ordnungsgemässen Wie-

deraufnahmeersuchen an die kroatischen Behörden gelangt. 

10.2 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers ergab, dass 

er am 5. Oktober 2023 in Kroatien aufgegriffen und daktyloskopisch erfasst 

wurde. Gleichentags stellte er gemäss Auszug aus der «Eurodac»-Daten-

bank ein Asylgesuch. Die kroatischen Behörden stimmten dem Wiederauf-

nahmeersuchen der Vorinstanz am 30. Dezember 2023 gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO zu. Somit sind sowohl die Antragstellung in Kroatien 

als auch der Umstand, dass das kroatische Verfahren zur Bestimmung des 

für das Asylgesuch des Beschwerdeführers zuständigen Mitgliedstaats ge-

mäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO noch nicht abgeschlossen wurde und 

nach einer Rücküberstellung des Beschwerdeführers fortgesetzt wird, als 

erstellt zu betrachten. Die Zuständigkeit Kroatiens für die Durchführung des 

weiteren Verfahrens ist grundsätzlich gegeben. 

11.  

11.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht derzeit nicht davon aus, das 

Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien wiesen systemi-

sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-

VO auf. Im Koordinationsurteil vom 22. März 2023 wurde unter anderem 

festgehalten, der Zugang zum Asylverfahren in Kroatien sei gewährleistet; 

dies unabhängig davon, ob die gesuchstellende Person im Rahmen eines 

Aufnahme- oder eines Wiederaufnahmeverfahrens nach Kroatien über-

stellt werde. Zudem bestehe nach der Überstellung keine beachtliche 

Wahrscheinlichkeit einer Verletzung der aus dem Refoulement-Verbot flies-

senden Rechte (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 

2023 E. 9 sowie insbesondere E. 9.4.2 mit Hinweis auf die Rechtsprechung 

anderer Dublin-Staaten). Der Verdacht eines Gefährdungszusammen-

hangs zwischen sogenannten Push-backs an den kroatischen Schengen-

D-738/2024 

Seite 20 

Aussengrenzen einerseits und der Rückkehr im Rahmen eines Dublin-Ver-

fahrens andererseits lasse sich anhand der verfügbaren Informationen 

nicht erhärten. Zum heutigen Zeitpunkt bestünden keine genügenden An-

zeichen, die befürchten liessen, Dublin-Rückkehrende würden ohne Eröff-

nung und Durchführung eines Asylverfahrens rechtswidrig aus Kroatien 

ausgeschafft (vgl. Referenzurteil E-1488/2020 E. 9.4.4). 

11.2 Für eine Änderung der Rechtsprechung besteht auch unter Berück-

sichtigung der vom Beschwerdeführer zitierten, kritischen Berichte der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 13. September 2022 und von Soli-

darité sans frontières vom 28. Juni 2023 keine Veranlassung (vgl. Urteil 

des BVGer F-6644/2023 vom 13. Dezember 2023 E. 4.2 m.H.). Auch die 

geschilderten Erlebnisse sind nicht geeignet, die grundsätzlich geltende 

Annahme zu widerlegen, wonach Kroatien seinen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen im Rahmen eines Asylverfahrens nachkommt (vgl. Referenz-

urteil E-1488/2020 E. 8 und E. 9.5). Bei Fehlverhalten einzelner Beamter 

oder Privatpersonen kann sich ein Betroffener mit Hilfe der vor Ort tätigen 

karitativen Organisationen an die zuständigen kroatischen Stellen wenden. 

Allein der Umstand, dass solche Schritte in Kroatien allenfalls mit grösse-

ren Schwierigkeiten als in der Schweiz verbunden sind, vermag noch keine 

systemischen Schwachstellen im kroatischen Asyl- und Aufnahmeverfah-

ren zu begründen. Die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO 

ist unter diesen Umständen nicht angezeigt. 

12.  

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz vom Selbsteintrittsrecht nach 

Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu 

Recht keinen Gebrauch gemacht hat. 

12.1 Der Beschwerdeführer vermag nicht darzutun, dass die ihn bei einer 

Rückführung nach Kroatien zu erwartenden Bedingungen derart schlecht 

sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen könnten. Es 

bestehen keine Gründe für die Annahme, Kroatien werde den Grundsatz 

des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwin-

gen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Bei einer allfälli-

gen vorübergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebe-

dingungen könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die kroatischen Be-

hörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (Art. 26 

der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/33/EU 

D-738/2024 

Seite 21 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-

sonen, die internationalen Schutz beantragen [Aufnahmerichtlinie]). Da-

rüber hinaus steht ihm die Möglichkeit offen, die vor Ort tätigen karitativen 

Organisationen zu kontaktieren. 

12.2 Auch der medizinische Sachverhalt steht einer Überstellung nicht ent-

gegen. Bei der EB UMA erklärte der Beschwerdeführer, es gehe ihm ge-

sundheitlich gut (vgl. SEM-Akte Nr. […]-21/13, S. 2 Bst. h). Auf Beschwer-

deebene gibt er an, er habe vermehrt gesundheitliche Probleme, da er nun 

auch in der Schweiz als Volljähriger behandelt werde. Er habe Angst in 

seiner Unterkunft, weil er einzig mit Erwachsenen untergebracht sei. Aus-

serdem habe er grosse Probleme beim Einschlafen. Diese geltend ge-

machten Beschwerden stellen kein völkerrechtliches Vollzugshindernis im 

Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches zwingend zu einem Selbsteintritt füh-

ren müsste. Sollte der Beschwerdeführer nach der Rückkehr nach Kroatien 

eine medizinische Behandlung benötigen, ist darauf hinzuweisen, dass 

Kroatien über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt (vgl. 

statt vieler Urteil des BVGer D-2714/2021 vom 21. November 2023 E. 8.4.3 

m.H.). Ausserdem ist das Land verpflichtet, den Antragstellenden die erfor-

derliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und 

die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren 

psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Auf-

nahmerichtlinie). Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen ist die er-

forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich psychologi-

scher Betreuung) zu gewähren (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es lie-

gen keine Hinweise vor, wonach Kroatien dem Beschwerdeführer eine 

adäquate medizinische Behandlung verweigern würde. Bei seinem Vor-

bringen, er habe in Kroatien keine medizinische Hilfe erhalten, handelt es 

sich um eine blosse Behauptung. Für das weitere Dublin-Verfahren ist ein-

zig die Reisefähigkeit ausschlaggebend, welche erst kurz vor der Überstel-

lung definitiv beurteilt wird. 

12.3 Der Beschwerdeführer erwähnte bei der Vorinstanz als Bezugsperson 

in der Schweiz seinen Cousin mütterlicherseits (vgl. SEM-Akte […]-21/13, 

S. 7 Ziff. 3.02). Daraus kann er nichts für sich ableiten, zumal dieser Cousin 

nicht als Familienangehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt. 

Im Übrigen wurde ein Abhängigkeitsverhältnis weder dargelegt noch ist ein 

solches ersichtlich. 

12.4 Die Vorinstanz hat somit das Selbsteintrittsrecht von Art. 17 Dublin-III-

VO sowie Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu Recht nicht ausgeübt. Weder ist die 

D-738/2024 

Seite 22 

Schweiz völkerrechtlich verpflichtet, auf das Asylgesuch einzutreten, noch 

liegen humanitäre Gründe vor, welche einen Selbsteintritt nahelegen wür-

den. Im Übrigen bleibt darauf hinzuweisen, dass die Dublin-III-VO den 

Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat 

selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3). An dieser Einschät-

zung vermag der Wunsch des Beschwerdeführers nach einem Verbleib in 

der Schweiz nichts zu ändern. 

13.  

Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Überstellung nach Kro-

atien verfügt (Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

14.  

Mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache sind die Anträge auf Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung und Unterbringung in einer UMA-Struk-

tur sowie das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses gegenstandslos geworden. Der am 5. Februar 2024 angeordnete Voll-

zugsstopp fällt mit vorliegendem Urteil dahin. 

15.  

15.1 Die Beschwerde ist – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen, weshalb das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG un-

besehen der geltend gemachten Bedürftigkeit abzuweisen ist. 

15.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-738/2024 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde hinsichtlich des Nichteintretens auf das Asylgesuch und 

der Überstellung in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat (Dispositivziffern 

1, 3, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung) wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde hinsichtlich der Datenänderung im Zentralen Migrationsin-

formationssystem (Dispositivziffer 2 der angefochtenen Verfügung) wird 

abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vor-

liegenden Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zustel-

lung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, die zuständige kan-

tonale Migrationsbehörde und das Generalsekretariat des Eidgenössi-

schen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD). 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Karin Schnidrig 

 

(Rechtsmittelbelehrung nächste Seite)  

 

D-738/2024 

Seite 24 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen die Ziffer 2 des Dispositivs kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 

beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist 

beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist 

in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begrün-

dung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).