# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c40c07d-d143-5328-8f6b-0b7e511b0f43
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 13.09.2023 100 2022 31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2022-31_2023-09-13.pdf

## Full Text

100 22 31
Gemeinde: E.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 14.9.2023 JCU/CLE/cbi

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Sitzung vom 13. September 2023

Es wirken mit: die hauptamtliche Richterin Cuccarède, die Fachrichter Glatthard und Mauerho-
fer sowie Leumann als Gerichtsschreiber

In der Rekurssache 

des

A.________-Vereins

vertreten durch 

C.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend die Grundstückgewinnsteuer 2019

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hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:

A. Beim "A.________-Verein" (fortan: Rekurrent) handelt es sich um einen im Handelsregis-
ter eingetragenen Verein mit Sitz in B.________ ,Kanton D.________. Der Verein bezweckt 

hauptsächlich karitative, soziale und pastorale Zwecke. Mit Verfügung vom 31. Oktober 2019 

(Akten Steuerverwaltung, pag. 3-7) wurde der Rekurrent von der Steuerverwaltung des Kantons 

Bern, Abteilung Grundstückgewinnsteuer (fortan: Steuerverwaltung), für den Verkauf des 

Grundstücks E.________ Gbbl. Nr. 1.________ auf einen steuerbaren Grundstückgewinn von 

CHF 243'100.-- veranlagt. Der Steuerbetrag belief sich insgesamt auf CHF 81'263.95. Diese 

Veranlagung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B. Am 16. Juni 2021 stellte der Rekurrent, vertreten durch die Treuhandgesellschaft 
C.________ (fortan: Vertreterin), bei der Steuerverwaltung einen Antrag auf Revision der Ver-

anlagungsverfügung vom 31. Oktober 2019 (pag. 36-38). Die Vertreterin erklärte, dass der Re-

kurrent zu 85 % von der Gewinnsteuer befreit sei. Die nicht steuerbefreite Sparte sei für das 

Steuerjahr 2019 im Kanton D.________ mit Veranlagungsverfügung vom 17. Mai 2021 auf ei-

nen steuerbaren Gewinn von CHF Null veranlagt worden. Der Betriebsverlust habe im Ge-

schäftsjahr 2019 ca. CHF 4.1 Mio. und die verrechenbaren Vorjahresverluste hätten ca. 

CHF 73.9 Mio. betragen. Die Vertreterin machte geltend, dass gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung der Kanton Bern den hier erzielten Grundstückgewinn mit dem Betriebsverlust 

und den Vorjahresverlusten aus dem Kanton D.________ verrechnen müsse. Daher sei der 

steuerbare Grundstückgewinn auf CHF Null zu reduzieren.

C. Mit "Ergänzungsverfügung" vom 7. September 2021 (pag. 30-35) wies die Steuerverwal-
tung das Revisionsbegehren ab. Sie verwies darauf, dass das bernische Steuergesetz ein spe-

zifisches Ergänzungsverfahren für die nachträgliche Anrechnung von Betriebsverlusten an 

Grundstückgewinne kenne. Die Eingabe des Rekurrenten vom 16. Juni 2021 werde als ein sol-

ches Ergänzungsgesuch behandelt. Materiell erklärte die Steuerverwaltung, dass der Rekurrent 

im Kanton Bern vollumfänglich von der Gewinnsteuer befreit sei, dies gelte jedoch nicht für 

Grundstückgewinne. Aufgrund der vollumfänglichen Befreiung von der Gewinnsteuer sei die 

Anrechnung von ausserkantonalen Betriebsverlusten nicht möglich. Die dagegen erhobene 

Einsprache vom 8. Oktober 2021 (pag. 65-71) wies die Steuerverwaltung mit Einsprache-

entscheid vom 19. Januar 2022 ab (pag. 58-64).

D. Gegen den Einspracheentscheid hat die Vertreterin im Namen des Rekurrenten mit Ein-
gabe vom 18. Februar 2022 Rekurs an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (fortan: 

Steuerrekurskommission) erhoben. Beantragt wird, dass der Betriebsverlust und die Vorjahres-

verluste des Rekurrenten an den steuerbaren Grundstückgewinn angerechnet und letzterer 

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damit auf CHF Null festgesetzt werde. Begründet wird dieser Antrag im Wesentlichen damit, 

dass der Kanton Bern als Liegenschaftskanton gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

zur Übernahme von Betriebsverlusten am Hauptsteuerdomizil verpflichtet sei. Es erscheine ab-

sonderlich, wenn der Kanton Bern dem Rekurrenten eine vollumfängliche Steuerbefreiung ge-

währe, mit dem Ergebnis, dass dieser unter dem Strich höher besteuert werde als mit der bloss 

85-prozentigen Steuerbefreiung im Kanton D.________. Die bernische Grundstückgewinnsteu-

erveranlagung verstosse zudem gegen das Doppelbesteuerungs- und das daraus abgeleitete 

Schlechterstellungsverbot.

E. Die Steuerverwaltung hat sich am 8. April 2022 vernehmen lassen. Sie beantragt die Ab-
weisung des Rekurses unter Kostenfolge. Die Steuerverwaltung macht geltend, dass der Rekur-

rent im Kanton D.________ aufgrund einer Spartenrechnung nur teilweise von der Gewinnsteu-

er befreit sei. Die im Kanton Bern mit Gewinn veräusserte Liegenschaft gehöre aufgrund der 

vorhandenen Informationen nicht zur gewinnorientierten und damit steuerpflichtigen Sparte des 

Rekurrenten. Eine missbräuchliche spartenübergreifende Verlustanrechnung sei gemäss Bun-

desgericht unzulässig.

F. Mit Eingabe vom 20. Mai 2022 (irrtümlich datiert mit 20.5.2021) hat die Vertreterin im Na-
men des Rekurrenten zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung Stellung genommen und an 

ihrem Standpunkt festgehalten. Sie führt u.a. mit Verweis auf die vom Kanton Graubünden ver-

folgte Praxis aus, dass es bei einer teilweise steuerbefreiten juristischen Person, die insgesamt 

Verluste erziele, gar nicht zu einer missbräuchlichen spartenübergreifenden Verlustanrechnung 

kommen könne.

G. Auf ein entsprechendes Ersuchen der Steuerrekurskommission hin, hat sich die Steuer-
verwaltung mit Eingabe vom 18. Januar 2023 dazu geäussert, wie es zur Steuerbefreiung des 

Rekurrenten im Kanton Bern gekommen ist. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit für den Entscheid von Bedeutung, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Grundstückgewinnsteuer kön-
nen bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 

21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurskommission ist deshalb sachlich und örtlich 

zuständig. Der Rekurrent ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchge-

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drungen. Er ist daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 86 

und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 

BSG 155.21]). Auf den form- und fristgerecht eingereichten Rekurs ist deshalb einzutreten.

Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt, 

da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 

11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 

BSG 161.1]).

2. Wie unter Bst. B hiervor festgehalten, hat sich der Rekurrent am 16. Juni 2021 mit einem 
Gesuch um Revision der rechtskräftigen Veranlagungsverfügung vom 31. Oktober 2019 an die 

Steuerverwaltung gewandt und die Anrechnung von ausserkantonalen Betriebsverlusten bean-

tragt. Das bernische Steuergesetz enthält mit Art. 178 Abs. 3 Bst. b StG eine Bestimmung, wo-

nach eine Veranlagungsverfügung betreffend Grundstückgewinnsteuer ergänzt werden kann, 

wenn nachträglich ein Verlust gemäss Art. 143 StG anzurechnen ist, wozu u.a. Verluste in der 

Jahresrechnung und Vorjahresverluste gehören. Im vorliegenden Verfahren muss daher nicht 

überprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Revision im Sinn von Art. 202 ff. StG gege-

ben sind. Es gilt allerdings zu beachten, dass eine Ergänzungsverfügung die ursprüngliche 

Veranlagungsverfügung nicht ersetzt, sondern eben bloss ergänzt. Dies hat zur Folge, dass 

grundsätzlich nur der mittels Ergänzungsverfügung geänderte Inhalt der ursprünglichen Veran-

lagung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg angefochten werden kann (Markus Langenegger 

in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, Artikel 126 bis 293, 2011, N. 6 zu 

Art. 178 StG). Im hier zu beurteilenden Fall hat die Steuerverwaltung mit der Ergänzungsverfü-

gung vom 7. September 2021 die ursprüngliche Verfügung bestätigt und damit das Gesuch um 

nachträgliche Anrechnung eines Verlusts abgewiesen. Diese Abweisung ist Gegenstand des 

vorliegenden Verfahrens. Im Folgenden ist demnach nur zu prüfen, ob bei der Veranlagung des 

im Kanton Bern zu versteuernden Grundstückgewinns Betriebs- und Vorjahresverluste anzu-

rechnen sind, die im Sitzkanton D.________ angefallen sind.

Die (ohnehin unbestrittene) Berechnung des Grundstückgewinns von CHF 243'100.-- ist hinge-

gen nicht durch die Steuerrekurskommission zu beurteilen. Das Gleiche gilt für die Frage, ob 

der Rekurrent gestützt auf Art. 8 des Kirchensteuergesetzes vom 16. März 1994 (KStG; 

BSG 415.0) Anspruch auf Befreiung auf den auf die Kirchensteuer entfallenden Teil der Grund-

stückgewinnsteuer (ausmachend CHF 3'679.65) gehabt hätte.

3. Gemäss Art. 83 Abs. 1 Bst. i StG sind juristische Personen, die kantonal oder gesamts-
chweizerisch Kultuszwecke verfolgen, für den Gewinn und das Kapital, die ausschliesslich und 

unwiderruflich diesen Zwecken gewidmet sind, von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreit. Diese 

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Bestimmung stimmt überein mit Art. 23 Abs. 1 Bst. g des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 

1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (Steuerhar-

monisierungsgesetz, StHG; SR 642.14). Sofern eine juristische Person nebst dem Kultuszweck 

noch andere Zwecke verfolgt, kommt eine teilweise Steuerbefreiung in Frage (Greter/Greter in: 

Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden [StHG], 4. Aufl., 2022, N. 35 zu Art. 23 StHG). 

Bei der Grundstückgewinnsteuer gelten andere Regeln betreffend Ausnahmen von der subjek-

tiven Steuerpflicht (Art. 83 Abs. 3 StG). Gemäss Art. 127 StG sind nur der Bund, der Kanton 

Bern, die Gemeinden sowie die konzessionierten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen von 

der Grundstückgewinnsteuerpflicht ausgenommen. Für juristische Personen, die Kultuszwecke 

verfolgen, besteht demgegenüber keine Ausnahme von der Steuerpflicht. Die bernische Geset-

zeslage entspricht damit Art. 23 Abs. 4 StHG, wonach u.a. juristische Personen, die wegen der 

Verfolgung von Kultuszwecken von der Gewinn- und Kapitalsteuerpflicht befreit sind, in jedem 

Fall der Grundstückgewinnsteuer unterliegen.

4. Der Rekurrent ist an seinem Sitz im Kanton D.________ wegen Verfolgens von Kultus-
zwecken nur zu 85 % von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreit, weil er zusätzlich auch steuer-

bare Zwecke verfolgt (vgl. Bestätigung der Steuerverwaltung des Kantons D.________ vom 

6.11.2017 [Rekursbeilage 11]). Demgegenüber geht die Steuerverwaltung davon aus, dass der 

Rekurrent im Kanton Bern vollumfänglich von der Gewinn- und Kapitalsteuerpflicht befreit ist. 

Daraus leitet sie ab, dass eine Anrechnung von Betriebsverlusten (im vorliegenden Entscheid 

zu verstehen als Verluste, die nicht aus der Veräusserung von Grundstücken resultieren) aus-

geschlossen sei. Die Vertreterin vertritt demgegenüber die Auffassung, dass Betriebsverluste 

von juristischen Personen, die von der Gewinn- und Kapitalsteuerpflicht befreit sind, mit Grund-

stückgewinnen verrechnet werden könnten.

4.1 Gemäss bernischem Steuergesetz können Betriebsverluste nur dann vom steuerbaren 
Grundstückgewinn abgezogen werden, wenn der Gewinn auf einem zum Geschäftsvermögen 

gehörenden Grundstück erzielt worden ist und die Verrechnung von einer steuerpflichtigen und 

buchführenden Person geltend gemacht wird (Art. 143 Abs. 2 StG). Damit ist für juristische Per-

sonen, die nach Art. 83 Abs. 1 Bst. i StG von der Gewinn- und Kapitalsteuerpflicht befreit sind, 

eine Anrechnung von Betriebsverlusten nicht vorgesehen. Die Vertreterin bezeichnet diese ber-

nische Gesetzeslage als verfassungs- und bundesrechtswidrig, weil eine verfassungskonforme 

Auslegung von Art. 23 Abs. 4 i.V.m. Art. 10 Abs. 1 Bst. c StHG eine Verlustverrechnung für ge-

winnsteuerbefreite juristische Personen zwingend vorschreibe (Rekursschrift vom 18.2.2022, 

S. 5). 

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4.2 Art. 10 Abs. 1 StHG hält fest, dass "die eingetretenen und verbuchten Verluste auf dem 
Geschäftsvermögen" als geschäftsmässig begründete Kosten von den Einkünften aus selbst-

ständiger Erwerbstätigkeit abgezogen werden dürfen. Wie die Vertreterin zutreffend ausführt, 

interpretiert das Bundesgericht den in Art. 23 Abs. 4 StHG enthaltenen sinngemässen Verweis 

auf Art. 10 Abs. 1 Bst. c StHG dahingehend, dass die Kantone verpflichtet werden, "den Ver-

lustabzug bei der Grundstückgewinnsteuer der (ansonsten) steuerbefreiten juristischen Perso-

nen vorzusehen" (BGer 2C_1080/2014 vom 5.7.2016, E. 5.5). Jener Fall betraf allerdings eine 

Verrechnung von Grundstückgewinnen mit Grundstückverlusten aus dem gleichen Kanton. In 

einem weiteren Urteil vom 28. Januar 2020 entschied das Bundesgericht, dass die Steuerver-

waltung des Kantons Bern bei der Grundstückgewinnsteuerveranlagung einer gewinnsteuerbe-

freiten kollektiven Kapitalanlage auch Grundstückverluste aus anderen Kantonen in Abzug brin-

gen müsse (BGer 2C_216/2019 vom 28.1.2020, E. 9.1).

4.3 Im gleichen Urteil führte das Bundesgericht in Erwägung 8.1 aus, dass sich die gewinn-
steuerbefreite kollektive Kapitalanlage aus zwei Sparten zusammensetze, nämlich aus der 

steuerbefreiten Sparte, welche die Immobilienerträge umfasse und aus der steuerbaren Sparte, 

zu der einzig die der Grundstückgewinnsteuer unterliegenden Wertzuwachsgewinne gehörten. 

Weiter heisst es in der Erwägung 8.1 wörtlich: "Damit [...] es nicht zu missbräuchlichen sparten-

übergreifenden Gewinn- oder Verlustverschiebungen kommt, müssen diese beiden Sparten 

steuerlich getrennt behandelt werden. Es können demzufolge keine spartenübergreifenden Ver-

lustverrechnungen zugelassen werden. Somit sind Veräusserungsverluste nicht mit Liegen-

schaftserträgen [...] verrechenbar. Umgekehrt können steuerbare Wertzuwachsgewinne nicht 

mit Betriebsverlusten aus der steuerbefreiten Sparte verrechnet werden". Diesem Abschnitt 

lässt sich in aller Deutlichkeit entnehmen, dass das Bundesgericht jede Vermischung der bei-

den Sparten als missbräuchlich und daher unzulässig betrachtet, anders als von der Vertreterin 

auf Seite 5 der Rekursschrift geltend macht (vgl. Zweifel/Hunziker/Margraf/Oesterhelt, Schwei-

zerisches Grundstückgewinnsteuerrecht, 2021, N. 55 zu § 16). Nichts Anderes lässt sich dem 

von der Vertreterin ins Feld geführten Kreisschreiben Nr. 27 der Schweizerischen Steuerkonfe-

renz über die Vermeidung von Ausscheidungsverlusten entnehmen (abrufbar unter: <htt-

ps://www.steuerkonferenz.ch>, Menu "Dokumente > Kreisschreiben" [konsultiert am 8.6.2023]), 

das sich mit keinem Wort zu gewinnsteuerbefreiten juristischen Personen äussert. Zusätzlich 

verweist die Vertreterin auf eine Praxisfestlegung der Steuerverwaltung Graubünden zur 

Grundstückgewinnsteuer steuerbefreiter juristischer Personen (abrufbar unter: <htt-

ps://www.gr.ch>, Menu "Institutionen > Verwaltung > "Steuerverwaltung > Dokumentation > 

Praxis > Grundstückgewinnsteuer" [konsultiert am 8.6.2023]). Gemäss dieser bereits am 1. Ja-

nuar 2009 veröffentlichten Verwaltungsverordnung ist eine Verrechnung von Grundstückgewin-

nen mit Verlusten "aus dem steuerbefreiten Bereich" explizit zulässig. Ob diese, für die Steuer-

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rekurskommission ohnehin nicht verbindliche, Praxisfestlegung einer gerichtlichen Überprüfung 

standhalten würde, ist angesichts des hiervor zitierten Urteils BGer 2C_216/2019 vom 28. Ja-

nuar 2020 zu bezweifeln. Im Ergebnis ist erstellt, dass der Rekurrent, falls er zu 100 % von der 

Gewinnsteuerpflicht befreit wäre, keine Betriebsverluste vom Grundstückgewinn abziehen dürf-

te.

5. Wie bereits erwähnt, ist der Rekurrent im Sitzkanton D.________ jedoch nicht vollumfäng-
lich, sondern bloss zu 85 % von der Gewinnsteuerpflicht befreit. Gemäss der hiervor zitierten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung käme eine teilweise Verlustverrechnung in Frage, wenn 

der Rekurrent auch im Liegenschaftskanton Bern nur zu 85 % von der Gewinnsteuerpflicht be-

freit wäre und ein Teil des geltend gemachten Betriebsverlusts auf die nicht steuerbefreite Spar-

te entfiele. Die Vertreterin erachtet es als "grundsätzlich fraglich, inwiefern interkantonal unter-

schiedliche Steuerbefreiungsquoten existieren können" (Rekursschrift vom 18.2.2022, S. 4).

5.1 Vorab ist darauf zu verweisen, dass sich das Bundesgericht bereits im Jahr 2010 zur 
Steuerbefreiung einer juristischen Person mit Kultuszweck in einem interkantonalen Kontext 

geäussert hat. Es hat zugunsten des Beschwerdeführers (bei dem es sich mit grösster Wahr-

scheinlichkeit um den Rekurrenten gehandelt hat) festgehalten, dass die damalige bündneri-

sche Gesetzesbestimmung, wonach ausschliesslich unmittelbar dem Kultuszweck dienende 

Vermögenswerte und die Erträge daraus von der Gewinn- und Kapitalsteuer befreit seien, nicht 

mit dem Steuerharmonisierungsgesetz vereinbar sei (BGer 2C_442/2010 vom 24.11.2010, 

E. 2.4). Dabei hat das Gericht festgehalten, dass dem Rekurrenten "die Steuerfreiheit für die 

Steuerperiode 2006 zu gewähren" sei (E. 3.1), ohne mit einem Wort darauf einzugehen, dass 

dieser im Kanton D.________ nicht vollumfänglich, sondern (damals) nur zu 80 % von der Ge-

winn- und Kapitalsteuerpflicht befreit gewesen ist (Bst. A). Das Bundesgericht erachtet kantonal 

unterschiedliche Steuerbefreiungsquoten mithin nicht per se als unvereinbar mit dem Verbot der 

interkantonalen Doppelbesteuerung. 

5.2 Die bernische Steuerverwaltung behandelt nur Steuerbefreiungsgesuche juristischer Per-
sonen mit Sitz im Kanton Bern (vgl. <https://www.taxinfo.sv.fin.be.ch>, Menu "Gewinn- und Ka-

pitalsteuern > Artikel 83 StG > Steuerbefreiung beantragen" [konsultiert am 9.6.2023]). Die hier 

zu beurteilende vollumfängliche Steuerbefreiung ist denn auch nicht auf ein Gesuch des Rekur-

renten zurückzuführen. Vielmehr orientiert sich die Steuerverwaltung am Steuerbefreiungs-

entscheid des Kantons D.________, wonach der Rekurrent nebst seiner Kultustätigkeit eine 

gewinnorientierte Sparte führt (offenbar zwei Gastro- und Hotelleriebetriebe sowie ein Landwirt-

schaftsbetrieb, siehe Rekursschrift vom 18.2.2022, S. 3). Laut Website des Rekurrenten führt 

dieser im Kanton Bern keinen Betrieb (<https://www.A.________.ch>, Menu: Über uns > Betrie-

be > Standorte [konsultiert am 9.6.2023]). Unter diesen Umständen geht die Steuerverwaltung 

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zu Recht davon aus, dass der Rekurrent im Kanton Bern nur kultische Zwecke verfolgt, bzw. 

Vermögenswerte besitzt, die mittelbar kultischen Zwecken dienen (vgl. Eingabe der Steuerver-

waltung vom 18.1.2023). Im Übrigen handelt es sich bei der vom Rekurrenten im Jahr 2019 

verkauften Liegenschaft in E.________ um ein Mehrfamilienhaus, das er im Jahr 2018 durch 

Erbgang erworben hat. Es ist offensichtlich, dass das fragliche Grundstück zur gewinnsteuerbe-

freiten Sparte des Rekurrenten gehört.

5.3 Bei einer bloss teilweisen Steuerbefreiung müssen die Mittel, für welche die Steuerbefrei-
ung verlangt wird, rechnungsmässig klar vom übrigen Vermögen und Einkommen ausgeschie-

den sein und die Institution muss organisatorisch und rechnungsmässig eine eindeutige Tren-

nung zwischen ihren steuerbegünstigten und anderen Aktivitäten vornehmen (Greter/Greter, 

a.a.O., N. 35 i.V.m. N. 23 zu Art. 23 StHG; Ziff. II/5 des Kreisschreibens ESTV Nr. 12 vom 8. Ju-

li 1994, abrufbar unter: <https://www.estv.admin.ch>, Menu "Direkte Bundessteuer / Fachinfor-

mationen / Kreisschreiben / W95-012D", nachfolgend: KS 12 [abgerufen am 9.6.2023]). Es ist 

fraglich, ob der Rekurrent eine Spartenrechnung führt, die diesen Anforderungen gerecht wird. 

Obwohl von der Steuerverwaltung auf Seite 4 ihrer Vernehmlassung vom 8. April 2022 explizit 

erwähnt, hat die Vertreterin der Steuerrekurskommission keine Spartenrechnung zukommen 

lassen, aus der hervorginge, welcher Anteil an Gewinn bzw. Verlust und am Kapital auf die 

steuerbare Sparte (Gastronomie, Hotellerie, Landwirtschaft) entfällt. In dieses Bild passt, dass 

die Vertreterin keinen bezifferten Antrag auf Verrechnung des Grundstückgewinns mit Verlusten 

aus der nicht steuerbefreiten Sparte stellt. Vielmehr fordert sie, 15 % des gesamten Jahresver-

lustes und 15 % sämtlicher Verlustvorträge anzurechnen (Rekursschrift vom 18.2.2022, S. 1 f.). 

Eine rein quotale Ausscheidung des gesamten Ergebnisses einer teilweise steuerpflichtigen 

juristischen Person widerspricht dem Gebot der objektbezogenen Steuerbefreiung mit organisa-

torisch und rechnungsmässig klarer Trennung der beiden Sparten (vgl. Greter/Greter, a.a.O., 

N. 23 zu Art. 23 StHG). Damit misslingt dem Rekurrenten der Nachweis, dass überhaupt verre-

chenbare Betriebsverluste aus der nicht gewinnsteuerbefreiten Sparte vorhanden sind.

5.4 Aus vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass zum einen die Steuerverwaltung den im 
Kanton Bern erzielten Grundstückgewinn zu Recht vollumfänglich der steuerbefreiten Sparte 

des Rekurrenten zugewiesen hat, und dass zum anderen nicht ersichtlich ist, wie hoch der Ver-

lust aus der nicht gewinnsteuerbefreiten Sparte des Rekurrenten ausfällt. Beide Feststellungen 

bewirken bereits für sich alleine, dass keine Betriebsverluste angerechnet werden können.

6. Die Vertreterin macht zusätzlich geltend, dass die bernische Steuerverwaltung mit der 
Verweigerung der Verlustverrechnung gegen das aus Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung 

(BV; SR 101) abgeleitete Schlechterstellungsverbot verstosse. Ein Verstoss gegen das 

Schlechterstellungsverbot liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor, wenn ein 

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Kanton eine steuerpflichtige Person deshalb anders und stärker belastet, weil sie nicht in vollem 

Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern noch in einem andern Kanton steuerpflichtig ist 

(Peter Mäusli-Allenspach in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Interkantonales 

Steuerrecht, 2. Aufl., 2021, N. 37 zu § 3; Zweifel/Hunziker/Margraf/Oesterhelt, a.a.O., N. 12 zu 

§ 16). Die Vertreterin geht davon aus, dass "eine zu 85 % steuerbefreite Rekurrentin bei einem 

innerbernischen Sachverhalt [...] die Betriebsverluste selbstverständlich ohne Weiteres und 

vollumfänglich verrechnen [könnte]" (Stellungnahme vom 20.5.2021, S. 5). Diese Annahme 

widerspricht dem hiervor Ausgeführten. Auch eine im Kanton Bern domizilierte und teilweise 

steuerbefreite juristische Person kann einen Betriebsverlust nur dann von einem Grundstück-

gewinn abziehen, wenn sowohl der Betriebsverlust als auch das veräusserte Grundstück der 

gewinnsteuerpflichtigen Sparte zuzuordnen sind (vgl. Zweifel/Hunziker/Margraf/Oesterhelt, 

a.a.O., N. 55 zu § 16). Eine Schlechterstellung im Sinn des Verbots der interkantonalen Dop-

pelbesteuerung liegt somit nicht vor. 

7. Die Vertreterin verwendet den Begriff der Schlechterstellung noch in einem zweiten Zu-
sammenhang. Sie argumentiert, dass der teilweise von der Gewinnsteuerpflicht befreite Rekur-

rent gegenüber einer vollumfänglich steuerpflichtigen juristischen Person, die ebenfalls Verluste 

generiert, schlechter gestellt werde. Dies mag zwar zutreffen, ist jedoch die logische Konse-

quenz aus dem vom Bundesgericht bestätigten spartenübergreifenden Verlustverrechnungs-

verbot (E. 4.3 hiervor). Diese Benachteiligung in einer Verlustsituation ändert nichts daran, dass 

gewinnsteuerbefreite gegenüber ordentlich besteuerten juristischen Personen im Normalfall 

steuerlich privilegiert sind. Im Kanton Bern sind die betroffenen juristischen Personen zudem 

von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit (Art. 6 des Gesetzes vom 23. November 

1999 über die Erbschafts- und Schenkungssteuer [ESchG; BSG 662.1]). Dies ist auch dem Re-

kurrenten zugutegekommen, als ihm das Grundstück in E.________ im Jahr 2018 vererbt wor-

den ist. Nur schon aus diesem Grund wäre es stossend, nicht nur den Erwerb des Grundstücks, 

sondern auch noch den damit erzielten Wertzuwachsgewinn von einer Besteuerung auszuneh-

men.

8. Ergänzend ist auf die Besonderheiten des vorliegenden Sachverhalts einzugehen. Der 
Rekurrent weist in der Handelsbilanz 2019 (Rekursbeilage 7) Aktiven von CHF 180.7 Mio. aus, 

wovon CHF 72.5 Mio. auf immobile Sachanlagen entfallen. Langfristiges Fremdkapital ist nur in 

Form von Rückstellungen in der aussergewöhnlichen Höhe von CHF 93.3 Mio. vorhanden. Die 

handelsrechtliche Erfolgsrechnung 2019 weist einen Jahresgewinn von CHF 4.7 Mio. aus. Es 

handelt sich beim Rekurrenten offensichtlich um eine wirtschaftlich solide Organisation. Nur 

aufgrund von Besonderheiten bei der Besteuerung der Klöster im Kanton D.________ (vgl. Re-

kursbeilage 8) resultiert in der steuerlichen Jahresrechnung 2019 ein Jahresverlust von CHF 4.1 

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Mio. und sind verrechenbare Vorjahrsverluste von CHF 73.9 Mio. vorhanden (Rekursbeilage 9), 

wobei die Höhe der handelsrechtlichen Rückstellungen offenbar nicht in Frage gestellt worden 

ist. Die Vertreterin bezeichnet es als "etwas absonderlich", dass die Steuerverwaltung des Kan-

tons Bern dem Rekurrenten eine höhere Steuerbefreiungsquote gewährt als der Kanton 

D.________, wenn daraus im Ergebnis eine höhere Steuerbelastung resultiert. Umgekehrt ist 

nicht zu übersehen, dass die 15-prozentige Steuerpflicht im Kanton D.________, wenn man der 

Rechtsauffassung der Vertreterin betreffend Verlustverrechnung folgen wollte, letztlich einzig 

bewirken würde, dass der wirtschaftlich starke Rekurrent dauerhaft weder Gewinnsteuern (auf-

grund der ständigen Verluste in der steuerlichen Jahresrechnung) noch Grundstückgewinn-

steuern (aufgrund der Verlustverrechnung) bezahlen müsste. Der Rekurrent wäre damit, obwohl 

nur teilweise von der Gewinnsteuerpflicht befreit, bessergestellt als eine vergleichbare Instituti-

on mit vollumfänglicher Steuerbefreiung. Auch aus diesem Blickwinkel erweist sich die Besteue-

rung des im Kanton Bern erzielten Grundstückgewinns als gerechtfertigt. 

9. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass der aus dem Verkauf des Grundstücks E.________ 
Gbbl. Nr. 1.________ resultierende Grundstückgewinn weder mit dem im Kanton D.________ 

angefallenen Jahresverlust 2019 noch mit Verlusten aus früheren Steuerperioden verrechnet 

werden kann. Folglich ist der Rekurs abzuweisen.

10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Rekurrent kostenpflichtig. Er hat die gesam-
ten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1, 2, 53, 58 und 59 des Dekrets 

vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der Ge-

richtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Diese 

werden vorliegend auf eine Pauschalgebühr von CHF 2'000.-- bestimmt und mit dem geleiste-

ten Kostenvorschuss verrechnet. 

Da der Rekurrent im vorliegenden Fall unterliegt, werden keine Parteikosten gesprochen 

(Art. 200 Abs. 4 StG).

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Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs betreffend die Grundstückgewinnsteuer 2019 wird abgewiesen.

2. Die Kosten für das Verfahren vor der Steuerrekurskommission, bestimmt auf eine Pau-

schalgebühr von CHF 2'000.--, werden dem Rekurrenten zur Bezahlung auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Eröffnung beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, Beschwerde erhoben 
werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechtsschrift am letzten Tag der Frist einer 
schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Beschwerdeschrift ist in 3-facher Aus-
fertigung einzureichen. Sie muss von der beschwerdeführenden Person selbst oder von 
einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten ermächtigten Anwalt verfasst und un-

terzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechtsschrift hat insbesondere das Rechts-
begehren und die Begründung zu enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

5. Zu eröffnen an:

▪ C.________ zuhanden des A.________-Vereins
▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Gemeinde E.________

Zur Kenntnis an:

▪ Steuerverwaltung des Kantons D.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Der Gerichtsschreiber

Cuccarède Leumann