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**Case Identifier:** a7c50dc0-27f7-5650-93f5-f70d5c47f5ff
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.07.2023 OH 2023/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_OH-2023-2_2023-07-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: OH 2023/2

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: OH - Opferhilfe

Publikationsdatum: 29.08.2023

Entscheiddatum: 26.07.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 26.07.2023
Art. 4, 22 f., 27 und 29 OHG. Bemessung der Höhe der Genugtuung 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 26. Juli 
2023, OH 2023/2).

Entscheid vom 26. Juli 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Karin Huber-Studerus 

und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

OH 2023/2

Parteien

A.___,

Rekurrent,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Kathrin Abegglen, rechtsanwälte.og42, 

Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

Gegenstand

Genugtuung

Sachverhalt

A.  

B.  

Am 22. Dezember 2021 stellte A.___, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Zogg 

bzw. Rechtsanwältin Kathrin Schläpfer von rechtsanwälte.og42, beim Sicherheits- und 

Justizdepartement des Kantons St. Gallen (SJD) ein Gesuch um Genugtuung nach 

Opferhilfegesetz (OHG) in der Höhe von Fr. 20'000.--, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, er sei am __ 

Februar 2020 Opfer eines Angriffs geworden, anlässlich welchem er schwerwiegende 

Verletzungen erlitten habe. Zum Tatort, dem genauen Tathergang und zur Täterschaft 

habe er insbesondere deshalb keine genauen Angaben machen können, weil er nach 

wie vor grosse Angst vor der Täterschaft habe. Die Straftat habe diverse medizinische 

Behandlungen zur Folge gehabt und belaste ihn auch psychisch sehr (act. G3.1.1).

A.a. 

Am 17. Juni 2022 teilte der Gesuchsteller dem SJD mit, er habe von seiner 

Unfallversicherung eine Integritätsentschädigung in Höhe von Fr. 5'000.-- erhalten 

(act. G3.1.4; siehe Entschädigungsvereinbarung vom 9. Juni 2022, act. G3.1.4/1).

A.b. 

Am 27. Dezember 2022 verfügte das SJD, dem Gesuchsteller werde eine nicht zu 

verzinsende Genugtuung von Fr. 1'000.-- ausgerichtet. Dabei erachtete es eine 

Genugtuung in der Höhe von Fr. 6'000.-- als angemessen und zog den Betrag von 

Fr. 5'000.--, den der Gesuchsteller als Integritätsentschädigung von seinem 

Unfallversicherer erhalten hatte, ab. Im Übrigen wies es das Gesuch ab, soweit es 

darauf eintrat (act. G1.1.2).

A.c. 

Gegen diese Verfügung richtet sich der Rekurs vom 16. Januar 2023. Der 

Rekurrent, nun vertreten durch Rechtsanwältin Kathrin Abegglen von 

B.a. 

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rechtsanwälte.og42, beantragt, die Verfügung vom 27. Dezember 2022 sei aufzuheben 

und ihm sei eine Genugtuung in Höhe von Fr. 15'000.-- (Fr. 20'000.-- abzüglich 

Fr. 5'000.-- Integritätsentschädigung) zuzusprechen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zzgl. MwSt von 7.7 %. Zur Begründung führt er aus, im 

vorinstanzlichen Entscheid seien wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden, 

was die gesprochene Genugtuung im Ergebnis als unangemessen tief erscheinen 

lasse. Der Rekurrent sei nicht bloss angegriffen, sondern von der Täterschaft 

verschleppt und mutmasslich von Sonntagabend, __ Februar 2020, bis zu seinem 

Eintritt in die Notfallstation am __ Februar 2020 festgehalten worden. In dieser Zeit 

seien ihm erhebliche Verletzungen (tiefe Schnitte, heftige Schläge und Tritte ins 

Gesicht) zugefügt worden, wobei das Institut für Rechtsmedizin (IRM) aufgrund der 

Gewalteinwirkung eine unmittelbare Lebensgefahr als gegeben erachtet habe. Die 

Täterschaft habe versucht, Informationen aus dem Rekurrenten herauszupressen, über 

welche er aber nicht verfügt habe. Seine Verletzungen seien also nicht im Rahmen 

eines überfallartigen Gerangels von kurzer Dauer entstanden. Sie seien ihm über 

längere Zeit mit voller Absicht und Grausamkeit zugefügt worden, während er gefesselt 

und der Täterschaft schutzlos ausgeliefert gewesen sei. In dieser Situation habe er 

Todesängste und massive Ohnmachtsgefühle erlebt, zumal davon gesprochen worden 

sei, ihn im Wald zu verbuddeln. Bei der Einlieferung ins Spital habe er noch unter 

Schock gestanden, sich aufgrund von Bewusstseinsstörungen nur bruchstückhaft an 

das Geschehene erinnern können und inkonsistente Aussagen gemacht. Die Angst vor 

einem nochmaligen Übergriff auf ihn oder seine Liebsten sei derart gross gewesen, 

dass er sich zunächst entschieden habe, die Verletzungen mit einer angeblich 

ausgearteten Schlägerei zu erklären. Später habe er den Mut gefasst, zu beschreiben, 

was tatsächlich vorgefallen sei. Allerdings sei er vage geblieben, weil er sich immer 

noch vor der Täterschaft fürchte. Die Vorinstanz habe die schwere Beeinträchtigung 

der psychischen Integrität gänzlich unerwähnt gelassen. Die Zufügung der 

vorliegenden Verletzungen im Rahmen einer mehrtägigen Freiheitsberaubung, die als 

Folter bezeichnet werden müsse, stelle ein aussergewöhnlich eindrückliches 

Gewalterlebnis dar. Es handle sich um eine besonders grausame Tatbegehung unter 

Einsatz von gefährlichen Gegenständen durch mehrere Täter, die sich nicht darum 

geschert hätten, ob der Rekurrent überlebe. Gleichzeitig sei massiv Druck auf den 

Rekurrenten ausgeübt worden, die Tat bzw. Täterschaft geheim zu halten. Die 

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physischen Verletzungen seien von Drohungen begleitet worden, die bis heute 

nachhallen würden und es dem Rekurrenten verunmöglichten, Gerechtigkeit für das 

begangene Unrecht einzufordern. Vorliegend würden also schwere Beeinträchtigungen 

der physischen und psychischen Integrität zusammentreffen. Zwar hätten sich die 

ursprünglich von den Ärzten geäusserten Befürchtungen einer dauerhaften Sehstörung, 

Beeinträchtigung des Gehörs und Funktionseinschränkung des Oberarms 

glücklicherweise nicht bewahrheitet. Dennoch würden diverse Narben verbleiben. Auch 

bestehe in Bezug auf das Auge eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie ein Druckgefühl. 

Nebst der Dauer des Spitalaufenthalts, der Behandlung und mehrerer Operationen 

insbesondere im Gesicht (diverse Frakturen im Mittelgesicht/Auge) hätte die Vorinstanz 

auch berücksichtigen müssen, dass eine Lebensgefahr während des Vorfalls selbst 

und danach im Spital bestanden habe. Der Rekurrent habe sich bemüht, rasch wieder 

in einen Alltag zurückzufinden. Er habe daher auf eine rasche Entlassung aus dem 

Spital hingewirkt, auch um das […] wahrnehmen zu können. Physio- und 

Psychotherapie habe er u.a. wegen der Erschwernisse durch die Corona-Pandemie 

zurückhaltend in Anspruch genommen. Seit dem Unfall bis heute gehe er aber 

regelmässig alle zwei Wochen zwecks Regeneration von Muskeln und Haut in einen 

Salzwassertank (Floating) und habe immer wieder Massagen in Anspruch genommen. 

Er sei nachhaltig in seinem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Er habe versucht, alles zu 

verdrängen anstatt den Vorfall zu verarbeiten. Wegen massiver mehrmonatiger 

Schlafstörungen nach der Tat und weil er sich nicht fit genug gefühlt habe, habe er 

keine […]-stellvertretungen mehr ausüben können. Ebenfalls sei es ihm dadurch nicht 

mehr möglich gewesen, die […]-Ausbildung abzuschliessen. Er sei durch die Folgen 

der Tat gezwungen gewesen, sich ein neues Arbeitsfeld zu suchen. Dieses habe er in 

der […] gefunden. Bis Juni 2020 sei es ihm wegen der Unfallfolgen nicht möglich 

gewesen, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. In Anbetracht der unter 

traumatischen Umständen erlittenen physischen Beeinträchtigungen, der zahlreichen 

grausam zugefügten Verletzungen, erlittenen Hirnblutungen, konkreten Lebensgefahr, 

des Beinaheverlusts der Sehkraft und des Gehörs, mehrerer Narben u.a. im Gesicht, 

der bleibenden Beeinträchtigung am Auge, der Notwendigkeit der beruflichen 

Umorientierung und der erlittenen körperlichen Schmerzen sei die Einordnung im 

mittleren Bereich der Bandbreite 3 des OHG-Leitfadens gerechtfertigt. Unter 

Berücksichtigung der zusätzlichen psychischen Beeinträchtigungen, die teilweise direkt 

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mit den Körperverletzungen einhergegangen seien, aber auch durch eigenständige 

Straftatbestände ausgelöst worden seien (Freiheitsberaubung, Drohung) und das 

Leben des Rekurrenten bis heute beeinträchtigten, erscheine eine Genugtuung von 

Fr. 20'000.-- als angemessen. Zum selben Ergebnis würde auch die 

Präjudizienmethode führen. Das Versicherungsgericht habe in seinem Entscheid 

OH 2020/2 auch eine Genugtuung von Fr. 20'000.-- als angemessen angesehen. In 

einer Gesamtbetrachtung erscheine der vorliegende Fall jedenfalls nicht weniger 

gravierend. Von der Genugtuung von Fr. 20'000.-- sei aufgrund des 

Subsidiaritätsprinzips die von der Unfallversicherung geleistete Entschädigung von 

Fr. 5'000.-- in Abzug zu bringen. Dem Rekurrenten sei daher noch eine Genugtuung 

von Fr. 15'000.-- auszurichten (act. G1).

Mit Rekursantwort vom 24. Januar 2023 beantragt die Vorinstanz unter Verweis 

auf die Verfügung vom 27. Dezember 2022 die Abweisung des Rekurses. Sie fügt 

hinzu, die vorgebrachte und nunmehr mit neuen Details angereicherte 

Sachverhaltsdarstellung finde, insbesondere bezüglich Verschleppung, keine 

rechtsgenügliche Stütze in den Akten. Angesichts der Auswertung der Randdaten 

scheine die Annahme einer zweitägigen Freiheitsberaubung samt Folter abwegig. 

Folglich könnten die behaupteten psychischen Auswirkungen der angeblichen 

Entführung bei der Bemessung der Genugtuung nicht berücksichtigt werden (act. G3).

B.b. 

Mit Replik vom 24. Februar 2023 macht der Rekurrent geltend, die Behauptung 

der Vorinstanz, seine Sachverhaltsdarstellung finde in den Akten keine 

rechtsgenügliche Stütze, sei nicht nachvollziehbar. Die Annahme der Vorinstanz, es 

habe sich um einen Angriff/Raufhandel gehandelt, könne klar widerlegt werden. Bei 

einem Angriff/Raufhandel im Februar wäre zu erwarten gewesen, dass seine Kleidung 

beschädigt worden sei, die von ihm beim Eintritt ins Spital getragene Kleidung habe 

jedoch keine Schäden aufgewiesen. Das Verletzungsbild passe nicht zu einem 

dynamischen Ereignis. Bei einem Angriff hätten Abwehrspuren vorhanden sein müssen. 

Bei ihm hätten sich Schürfungen an den Handgelenken gefunden. Solche Verletzungen 

würden bei einem Angriff nicht entstehen. Hingegen decke sich das Verletzungsbild mit 

der von ihm geltend gemachten mehrtägigen Freiheitsberaubung mit Fesselung, 

anlässlich welcher ihm Verletzungen zugefügt worden seien, um von ihm Informationen 

im Zusammenhang mit einer Drogensache zu erhalten. Dass ein Angriff, bei dem 

B.c. 

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Erwägungen

1.  

jemand so schwer verletzt werde, von niemandem bemerkt werde, sei 

unwahrscheinlich. Die Randdaten hätten gezeigt, dass der Rekurrent sich mehrere 

Tage und Nächte in der Stadt B.___ aufgehalten habe. Er sei also nicht, was zu 

erwarten wäre, nachts jeweils an seinen Wohnort zurückgekehrt. Auch dies spreche 

klar für die von ihm geltend gemachte mehrtägige Freiheitsberaubung (act. G5).

Die Vorinstanz verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G6 f.).B.d. 

Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten 

(OHG; SR 312.5) hat jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, 

psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist (Opfer) 

Anspruch auf Unterstützung nach diesem Gesetz. Der Anspruch besteht unabhängig 

davon, ob der Täter ermittelt worden ist (Art. 1 Abs. 3 lit. a OHG). Opferhilferechtliche 

Leistungen setzen voraus, dass ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen dem opferhilferechtlich relevanten Delikt und der geltend gemachten 

Beeinträchtigung besteht. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt 

eine Tatfrage dar. Bei der Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs handelt es 

sich hingegen um eine Rechtsfrage. Bei der Beurteilung der Adäquanz von 

psychischen Beeinträchtigungen wird auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur 

Adäquanz von psychischen Unfallfolgen abgestellt (Empfehlungen der Schweizerischen 

Verbindungsstellenkonferenz zur Anwendung des Opferhilfegesetzes [SVK-OHG] vom 

21. Januar 2010 [nachfolgend: Empfehlungen], Ziff. 4.4.3). Psychogene Störungen wie 

etwa posttraumatische Belastungsstörungen dauern nach der Rechtsprechung in der 

Regel nicht lebenslang an, sondern verlaufen degressiv. Manifeste psychische 

Störungen müssen so früh wie möglich behandelt werden. Sind nicht sämtliche 

Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, so kann nicht von einer Dauerhaftigkeit der 

psychischen Beschwerden gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 

23. April 2020, 1C_320/2019, E. 4.4).

1.1. 

Das Opfer hat Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der 

Beeinträchtigung es rechtfertigt. Artikel 47 und 49 des Obligationenrechts 

(Bundegesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 

Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220) und damit die von den Zivilgerichten 

entwickelten Grundsätze zur Bemessung der Genugtuung sind sinngemäss anwendbar 

1.2. 

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(Art. 22 Abs. 1 OHG; Peter Gomm, SHK-Opferhilferecht, 4. Aufl., Art. 22 OHG N 6). Die 

Genugtuung für das Opfer beträgt höchstens Fr. 70'000.--. Genugtuungsleistungen 

Dritter werden abgezogen (Art. 23 OHG). Für die Genugtuung werden keine Zinsen 

geschuldet (Art. 28 OHG).

Die opferhilferechtliche Genugtuung stellt eine staatliche, von der öffentlichen 

Hand finanzierte Unterstützung an das Opfer einer Straftat dar. Eine umfassende und 

bedingungslose Wiedergutmachung des erlittenen Schadens wird durch sie nicht 

gewährt. Genugtuungen gestützt auf das OHG sollen zwar wie zivilrechtliche 

Genugtuungen primär immaterielle Unbill abgelten. Sie sind jedoch generell tiefer als 

die gestützt auf das Privatrecht zugesprochenen Beträge. Namentlich täterbezogene 

Faktoren wie etwa das Verschulden des Täters oder eine besonders skrupellose 

Vorgehensweise sind bei der Bemessung der Genugtuung nach OHG nicht zu 

berücksichtigen (vgl. Gomm, a.a.O., Art. 22 OHG N 6 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 

23. September 2021, 1C_184/2021, 1C_185/2021, 1C_189/2021, E. 3.2 mit Verweis auf 

insbesondere BGE 129 II 312 E. 2.3; Empfehlungen, Ziff. 4.7.2).

1.3. 

Nicht jede physische oder psychische Verletzung oder Beeinträchtigung führt zu 

einem Genugtuungsanspruch nach OHG. Voraussetzung ist eine gewisse Schwere der 

Beeinträchtigung, wie beispielsweise Invalidität oder dauernde Beeinträchtigung eines 

wichtigen Organs. Ist die Schädigung nicht dauernd, so ist ein Anspruch auf 

Genugtuung nur gegeben, wenn besondere Umstände vorliegen, wie etwa eine lange 

Leidenszeit, lange Arbeitsunfähigkeit oder ein längerer Spitalaufenthalt. Bei 

Arbeitsunfähigkeit von wenigen Wochen wird in der Regel ein Genugtuungsanspruch 

verneint. Beträchtliche psychische Beeinträchtigungen wie etwa posttraumatische 

Störungen mit Persönlichkeitsveränderungen müssen bei der Bemessung der 

Genugtuung berücksichtigt werden. Wirken sich psychische Folgen einer Straftat auf 

die alltäglichen Verrichtungen bzw. auf die persönliche Verfassung des Opfers oder auf 

seine Beziehungen zu ihm nahestehenden Personen einigermassen gewichtig aus, so 

ist ihm ein Anspruch auf Genugtuung zuzuerkennen (Gomm, a.a.O., Art. 22 OHG N 8 f.; 

Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2020, 1C_320/2019, E. 4.3).

1.4. 

Die Höhe der Summe, die als Abgeltung immaterieller Unbill in Frage kommt, lässt 

sich naturgemäss nicht errechnen, sondern nur schätzen. Bei der Bemessung der 

Genugtuung hat die Behörde in erster Linie die Schwere der Beeinträchtigung zu 

gewichten. Unter Beeinträchtigung ist dabei, wie im Zivilrecht, die Verletzung der 

persönlichen Verhältnisse bzw. das konkrete Ausmass des Eingriffs in die 

Persönlichkeitsrechte zu verstehen. Abgestellt wird auf die objektive Schwere und die 

subjektiven Auswirkungen des Eingriffs in das verletzte Rechtsgut. Dabei werden die 

1.5. 

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Umstände des konkreten Ereignisses und des Einzelfalls berücksichtigt (Gomm, a.a.O., 

Art. 23 OHG N 6). Den kantonalen Behörden steht bei der Festsetzung der Genugtuung 

ein weiter Ermessensspielraum offen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2020, 

1C_320/2019, E. 4.3).

Ein Hilfsmittel für die kantonalen Behörden ist der "Leitfaden zur Bemessung der 

Genugtuung nach Opferhilfegesetz" des Bundesamtes für Justiz (im Oktober 2008 

erstellt und per Oktober 2019 aktualisiert; abrufbar unter www.bj.admin.ch, 

nachfolgend: Leitfaden). Der Leitfaden sieht Bandbreiten für Verletzungen der 

physischen, der sexuellen und der psychischen Integrität vor. Bei den Bandbreiten und 

Bemessungskriterien gemäss Leitfaden handelt es sich um Anhaltspunkte, die der 

zuständigen Behörde helfen sollen, den Betrag der Genugtuung unter 

Berücksichtigung des Gleichheitsgebots festzulegen. Ist das Opfer in mehreren 

Integritäten betroffen, so ist die Genugtuung anhand der Bandbreite für die schwerste 

Beeinträchtigung zu bemessen und angemessen zu erhöhen, um den 

Gesamtumständen Rechnung zu tragen. Geht die schwere Beeinträchtigung der 

psychischen Integrität einher mit einer Beeinträchtigung der körperlichen Integrität, ist 

sie also eine Folge oder ein erschwerender Umstand einer Körperverletzung, richtet 

sich die Bemessung der Genugtuung nach der Bandbreite für physische 

Beeinträchtigungen (vgl. Leitfaden, S. 10 und S. 16).

1.6. 

Für nicht unerhebliche, verheilende körperliche Beeinträchtigungen bzw. 

geringfügige Beeinträchtigungen bei erschwerenden Umständen (z.B. Knochenbrüche, 

Gehirnerschütterungen) sieht der Leitfaden eine Genugtuung bis Fr. 5'000.-- vor. Für 

körperliche Beeinträchtigungen mit längerem, komplexem Heilungsverlauf und 

möglichen Spätfolgen (Operationen, lange Rehabilitation, Verminderung der Sehkraft, 

Darmlähmungen, erhöhte Infektanfälligkeit) liegt die Bandbreite bei Fr. 5'000.-- bis 

Fr. 10'000.--. Bei körperlichen Beeinträchtigungen mit dauerhaften Folgen (Verlust der 

Milz, eines Fingers, des Geruchs- oder Geschmackssinnes) kann eine Genugtuung von 

Fr. 10'000.-- bis Fr. 20'000.-- gesprochen werden. Bei schweren körperlichen 

Beeinträchtigungen mit lebenslangen Folgen und schwerem psychischem Trauma 

nach aussergewöhnlich eindrücklichen Gewaltereignissen (entstellende Narben, 

schweres Schädel-Hirn-Trauma, Verlust eines Auges, eines Armes oder eines Beines, 

sehr starke und schmerzhafte Verletzungen der Wirbelsäule, Verlust des Gehörs) ist 

eine Bandbreite von Fr. 20'000.-- bis Fr. 50'000.-- vorgesehen. Nur bei schwersten 

körperlichen Beeinträchtigungen mit lebenslanger Arbeitsunfähigkeit (Tetraplegie, 

schwerste Hirnschädigung, Verlust beider Augen) kann eine Genugtuung von bis zu 

Fr. 70'000.-- in Betracht gezogen werden (Leitfaden, S. 12, auch wiedergegeben in 

1.7. 

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Gomm, a.a.O., Art. 23 OHG N 12). Kriterien für die Bemessung der Genugtuung sind 

namentlich Intensität, Ausmass und Dauer der physischen und psychischen Folgen 

(Schmerzen, Operationen, Narben), der Behandlung, der Arbeitsunfähigkeit und der 

Auswirkungen auf das Privat- und Berufsleben, Lebensgefahr oder Art der 

Tatbegehung (Grausamkeit, Verwendung von Waffen oder anderen gefährlichen 

Gegenständen, gemeinsame Tatbegehung, etc.; Leitfaden, S. 13; siehe zur Kasuistik 

Gomm, a.a.O., Art. 23 OHG N 35).

Leistungen der Opferhilfe werden nur endgültig gewährt, wenn die Täterschaft 

oder eine andere verpflichtete Person oder Institution keine oder keine genügenden 

Leistungen erbringt (Art. 4 Abs. 1 OHG). Wer eine Genugtuung beansprucht, muss 

glaubhaft machen, dass die Voraussetzungen nach Abs. 1 erfüllt sind, es sei denn, es 

sei ihm oder ihr angesichts der besonderen Umstände nicht zumutbar, sich um 

Leistungen Dritter zu bemühen (vgl. Art. 4 Abs. 2 OHG). Die versicherungsrechtliche 

Integritätsentschädigung (nach dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung und der 

entsprechenden Verordnung; UVG und UVV; SR 832.20 und SR 832.202) ist für die 

opferhilferechtliche Genugtuung nicht bindend, weil für diese teilweise andere Kriterien 

massgebend sind. Sie kann jedoch bei der Bemessung der Genugtuung einen 

sachlichen Anhaltspunkt zur Beurteilung der objektiven Schwere der Beeinträchtigung 

bilden und im Sinne eines Richtwerts berücksichtigt werden, der im Verhältnis zu 

anderen Bemessungskriterien unterschiedlich gewichtet werden kann. Die Ausrichtung 

einer zusätzlichen opferhilferechtlichen Genugtuung bei reinen Körperschäden ohne 

nachhaltige Beeinträchtigung der persönlichen Verhältnisse des Opfers ist nur in 

wenigen Fällen noch in Erwägung zu ziehen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 

2020, 1C_320/2019, E. 4.3; Gomm, a.a.O., Art. 23 OHG, N 3).

1.8. 

Das Versicherungsgericht hat in opferhilferechtlichen Verfahren freie 

Überprüfungsbefugnis (vgl. Art. 29 Abs. 3 OHG i.V.m. Art. 32 des Einführungsgesetzes 

zur Schweizerischen Straf- und Jugendstrafprozessordnung [EG-StPO; sGS 962.1]). Es 

überprüft deshalb Sachverhalts- und Rechtsfragen in freier Kognition. In 

Ermessensfragen kann es sein eigenes Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz 

setzen. Diese freie Überprüfungsbefugnis hindert das Versicherungsgericht jedoch 

nicht, in Ermessensfragen einen Entscheidungsspielraum der Vorinstanz zu 

respektieren. Es kann sich betreffend Genugtuungsentscheide damit begnügen, die 

Angemessenheit der von der Verwaltungsbehörde zugesprochenen Summe zu 

kontrollieren und, soweit diese der Billigkeit entspricht, von einer Änderung des 

angefochtenen Entscheides absehen, auch wenn es selbst, hätte es als 

1.9. 

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2.  

erstinstanzliche Behörde entschieden, möglicherweise nicht die gleiche Summe 

bestimmt hätte (vgl. Peter Gomm, a.a.O., Art. 29 OHG N 21).

Der Rekurrent ist unstreitig Opfer einer Straftat geworden, sodass die 

Bestimmungen des OHG vorliegend zur Anwendung gelangen (vgl. E. 1.1 vorstehend). 

Ebenfalls unstreitig ist, dass die Schwere der Beeinträchtigung durch die Straftat eine 

Genugtuung rechtfertigt, die Genugtuung nicht zu verzinsen ist, von der Täterschaft 

derzeit keine Leistungen einbringlich sind und die vom Unfallversicherer geleistete 

Integritätsentschädigung von der opferhilferechtlichen Genugtuung in Abzug zu bringen 

ist (vgl. hierzu E. 1.2 und E. 1.8 vorstehend). Streitig und nachfolgend zu prüfen ist die 

Höhe der Genugtuung. Damit die Angemessenheit der Genugtuung überprüft werden 

kann, ist vorab festzuhalten, von welchem Sachverhalt auszugehen ist.

2.1. 

Anhand der beigezogenen Strafakten zeigt sich, dass trotz zweckmässig 

durchgeführten Untersuchungen ungewiss geblieben ist, wo die Straftat begangen 

wurde und um welche Deliktsarten es sich dabei letztlich handelt. Eine Rückweisung zu 

ergänzenden Sachverhaltsermittlungen erweist sich daher nicht als zielführend, zumal 

die Verwertbarkeit von Aussagen mit fortschreitendem Zeitablauf erfahrungsgemäss 

abnimmt. Vielmehr sind die divergierenden Sachverhaltsdarstellungen mit Blick auf die 

Wahrscheinlichkeit ihrer Verwirklichung zu würdigen. Während die Vorinstanz von 

einem Angriff/Raufhandel ausgeht, macht der Rekurrent im Wesentlichen eine 

Freiheitsberaubung/Entführung mit Nötigung, Drohung und schwerer Körperverletzung 

geltend. Der Rekurrent hat gegenüber den Strafverfolgungsbehörden mehrfach 

unwahre, widersprüchliche und vage Angaben gemacht (vgl. zum Ganzen die 

Strafakten, act. G3.1.11). Er selbst anerkennt dies und begründet es mit den Folgen 

seiner Verletzungen (Blutungen im Schädelinneren) sowie massiver Angst vor der 

Täterschaft (vgl. insbesondere act. G1 und G3.1.11/9). Namentlich behauptete der 

Rekurrent anfangs, mit einem Kollegen in C.___ gewesen zu sein. Nachdem dies 

zweifelsfrei widerlegt werden konnte, gab er an, er sei mit einem anderen Kollegen 

unterwegs gewesen. Erst nachdem wiederum nachgewiesen werden konnte, dass dies 

nicht zutraf, behauptete er, er habe vom Tatzeitraum nur einzelne "Bilder" in Erinnerung 

(vgl. insbesondere act. G3.1.11/8, S. 3 und G3.1.11/9). Auch behauptete der Rekurrent 

anfangs, er sei in der Nacht vom Sonntag, __ Februar 2020, verprügelt worden, dann 

mit dem Taxi nach Hause zurückgekehrt bzw. in einer späteren Version, er sei von der 

Täterschaft in einem Auto zurückgebracht worden. Weil der Rekurrent erst später 

gemerkt habe, wie schlimm seine Verletzungen gewesen seien, sei er erst am Dienstag, 

__ Februar 2020, ins Spital eingetreten (vgl. Einvernahmen vom __ und __ Februar 

2.2. 

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2020, act. G3.1.11/6-8). Erst Monate später, anlässlich der Einvernahme vom 8. Juli 

2020, gab der Rekurrent an, er sei von Sonntagnacht bis Dienstagmorgen, __ bis 

__ Februar 2020, festgehalten worden (act. G3.1.11/9, S. 15 f.). Auffällig ist, dass der 

Rekurrent seine Aussagen immer erst anpasste, wenn ihm entgegengehalten werden 

konnte, dass sie zweifelsfrei unrichtig waren, bis seine Angaben bzw. weitere Details 

schliesslich nicht mehr überprüfbar waren.

Weiter fällt auf, dass die Verletzungen bei der Untersuchung im Spital am 

__ Februar 2020 frisch imponierten, sodass das IRM davon ausging, dass zwischen der 

ärztlichen Vorstellung und dem Ereignis eine Latenz von (lediglich) mehreren Stunden 

liege oder allenfalls eine mehrzeitige Entstehung möglich sei (act. G1.4, S. 9). Selbst 

wenn von der vom IRM für möglich gehaltenen mehrzeitigen Entstehung ausgegangen 

würde, liesse dies jedoch ein Dauerdelikt (wie es die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte systematische Folter über den Zeitraum von mehreren Tagen darstellen 

würde) nicht wahrscheinlicher erscheinen als einen anderen Sachverhalt (z.B. mehrere 

Angriffe). Sodann ist darauf hinzuweisen, dass das IRM anmerkt, die spezielle 

Morphologie bzw. unregelmässige Wundränder mit zwei annähernd parallel gestellten 

kratzerartigen Ausläufern am hinteren Wundwinkel (Verletzungen am Oberarm und 

Oberschenkel) würden charakteristische Befunde bei Verletzungen durch Glas 

darstellen (act. G1.4, S. 9). Die letzte Tatversion des Rekurrenten, wonach er an den 

Extremitäten mit einem Cutter und einer Schere verletzt worden sei, findet damit im 

IRM-Gutachten keine Stütze.

2.3. 

Soweit der Rekurrent geltend macht, das Verletzungsbild passe nicht zu einem 

Angriff/Raufhandel, ist festzuhalten, dass im IRM-Gutachten ein solcher Sachverhalt 

eben gerade als möglich bezeichnet wurde. Insbesondere wurden im IRM-Gutachten 

einige Verletzungen als mögliche Abwehrverletzungen gewertet und nur betreffend 

zirkulär verlaufender Hautabschürfung am Handgelenk rechts die Vereinbarkeit mit 

einer Fesselung diskutiert (act. G1.4, S. 10). Dass die Kleidung des Rekurrenten keine 

mit den Wunden korrespondierenden Schäden aufwies und er gemäss den 

vorliegenden Randdaten der Handy-Auswertung (siehe dazu act. G3.1.11/2, S. 9) ab 

Sonntagmittag, __ Februar 2020, bis zum Spitaleintritt am __ Februar 2020 nicht mehr 

nach Hause zurückgekehrt ist, kann ebenfalls nicht als Nachweis für die letzte 

Tatversion des Rekurrenten dienen. Er selbst gab gegenüber den 

Strafverfolgungsbehörden an, er habe am Sonntag einen Rucksack und einen 

Rollkoffer mit Kleidung zum Wechseln bei sich gehabt (act. G3.1.11/8, S. 3 und S. 8). 

Folglich ist vorstellbar, dass er geplant hatte, auswärts zu übernachten. Mit Blick auf 

seine ersten beiden Tatversionen (er habe sich nach der Straftat umgezogen) erscheint 

2.4. 

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die letzte Tatversion (die Täterschaft habe ihn gezwungen, frische Kleidung anzuziehen 

und seine alte Kleidung als potentielles Beweismittel vernichtet; vgl. hierzu 

act. G3.1.11/7, S. 2 und G3.1.11/8, S. 8) zwar denkbar, aber nicht überwiegend 

wahrscheinlich.

Der Sachverhalt, wie der Rekurrent ihn im Rahmen des vorliegenden Verfahrens 

geltend macht (Freiheitsberaubung/Entführung), könnte allenfalls als glaubhaft gemacht 

angesehen werden. Denn glaubhaft gemacht ist eine Tatsache schon dann, wenn für 

deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit 

der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte (BGE 140 III 610 

E. 4.1 mit Hinweisen). Ein blosses Glaubhaftmachen genügt jedoch vorliegend nicht, 

weil bei der Ausrichtung einer Genugtuung in Anlehnung an das 

Sozialversicherungsrecht vom Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

auszugehen ist (Empfehlungen, Ziff. 2.8.1). Nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ist ein bestimmter Sachverhalt nicht bereits dann bewiesen, wenn 

er bloss möglich ist; vielmehr darf das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt ist. Es hat deshalb jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei aus, welche aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift im Rahmen von Verfahren, für welche 

der Untersuchungsgrundsatz gilt, erst dann, wenn es sich als unmöglich erweist, einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2020, 

8C_282/2020, E. 6.1).

2.5. 

Die zuletzt gemachten Angaben des Rekurrenten zum Tatablauf sind so vage, dass 

sie nicht überprüfbar sind. Auf sie kann nicht unbesehen abgestellt werden, da sich aus 

den Strafakten, wie erwähnt, zahlreiche Auffälligkeiten und Ungereimtheiten ergeben 

und zumindest klar ist, dass die ersten beiden vom Rekurrenten präsentierten und mit 

Details versehenen Tatversionen unwahr waren. Selbst wenn sich dies mit einer 

Einschüchterung seitens der Täterschaft plausibel erklären lässt, ist der zuletzt 

geschilderte Tatablauf somit nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Nachdem der 

Rekurrent keine weiteren oder genaueren Angaben hatte machen können oder wollen 

und die Strafverfolgungsbehörde das Verfahren sistiert hat, sind von weiteren 

Abklärungen keine wesentlichen besseren Erkenntnisse zu erwarten bzw. ist nicht 

einmal ersichtlich, welcher Art diese denn sein könnten, nachdem solche selbst im 

Rahmen der Strafuntersuchung mangels Vorliegens von weiteren Anhaltspunkten 

2.6. 

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3.  

unterblieben. Die Vorbringen des Rekurrenten zum Sachverhalt bleiben demnach 

beweislos. Die Folgen der Beweislosigkeit trägt der Rekurrent, weil er daraus einen 

Anspruch auf höhere Genugtuung ableiten möchte. Die Höhe des 

Genugtuungsanspruchs ist folglich anhand der objektiv nachweisbaren Auswirkungen 

auf die Gesundheit des Rekurrenten zu bestimmen.

Dass nicht auf die letzte Sachverhaltsschilderung des Rekurrenten abgestellt wird, 

wirkt sich im Übrigen auch zu dessen Gunsten aus. Würde nämlich davon 

ausgegangen, dass er im Zusammenhang mit Drogengeschäften Opfer einer Straftat 

geworden ist, müsste eine Herabsetzung der Genugtuung (Beitrag zur Entstehung oder 

Verschlimmerung der Beeinträchtigung, vgl. Art. 27 OHG) geprüft werden. Ein 

bewusster regelmässiger Aufenthalt in einem gefährlichen Milieu, insbesondere im 

Umfeld der Drogenkriminalität, kommt als Reduktionsgrund in Frage, wobei das 

Bundesgericht in diesem Zusammenhang schon eine Herabsetzung um 50 % als 

zulässig erachtet hat (vgl. Gomm, a.a.O., Art. 27 OHG N 9 und BGE 121 II 369 E. 4a). 

Den Akten ist immerhin zu entnehmen, dass der Rekurrent kurz vor der Tat bzw. 

während des angegebenen Tatzeitraums nebst Alkohol verschiedene Betäubungsmittel 

konsumiert hatte (act. G1.1.4, S. 2 und S. 4 sowie G3.1.11/2, S. 10), Kontakte zur 

Drogenszene hatte (act. G3.1.11/8, S. 10; siehe hierzu auch act. G3.1.11/9, S. 11 f., 

wonach eine gute Kollegin von ihm, welcher er geraten habe, kein Kokain zu 

schmuggeln, sich offenbar in D.___ in Untersuchungshaft befand, nachdem sie am 

Flughafen "hängen geblieben" sei) und er nach eigenen Angaben verschleppt wurde, 

um Auskunft über eine Drogenorganisation bzw. deren Kurierdienst zu geben (vgl. 

act. G3.1.11/8, S. 10 und G3.1.11/9, S. 18).

2.7. 

Die somatischen Gesundheitsschäden des Rekurrenten sind aufgrund der im 

Recht liegenden medizinischen Akten ausgewiesen. Es handelt sich dabei um 

Verletzungen infolge stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf, den Hals und den 

Körper sowie Verletzungen infolge scharfer Gewalteinwirkung gegen den rechten 

Oberarm und den linken Oberschenkel (vgl. zu den Verletzungen im Detail das IRM-

Gutachten vom 26. März 2020, act. G1.1.4, S. 8 f.). Diese Verletzungen machten eine 

stationäre Behandlung mit mehreren operativen Eingriffen sowie einer medikamentösen 

Therapie (Antibiotikum) und Gabe einer Blutkonserve erforderlich. Der Rekurrent 

befand sich deshalb vom __ bis __ Februar 2020, mithin zehn Tage lang, im Spital. Die 

Blutungen im Schädelinneren (Subdural- und Subarachnoidalblutung; wahrscheinlich 

als Folge der stumpfen Gewalteinwirkung gegen den Kopf) begründeten gemäss IRM-

Gutachten eine unmittelbare Lebensgefahr (act. G1.1.4, S. 10). Die scharfe 

3.1. 

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Gewalteinwirkung gegen den Körper des Rekurrenten (Schnittverletzungen) führten 

zwar zu einem Blutverlust, welcher die Behandler zur Gabe einer Blutkonserve 

veranlasste, jedoch nicht zu einer unmittelbaren Lebensgefahr (vgl. act. G1.1.4, S. 10). 

Der Heilungsverlauf war gemäss IRM-Gutachten nicht aussergewöhnlich bzw. 

kompliziert (vgl. ebenfalls act. G1.1.4, S. 10). Eine bleibende Sehstörung, 

Einschränkung des Gehörs oder Funktionseinschränkung der Muskulatur im Oberarm 

ist gemäss den Angaben des Rekurrenten (act. G1) nicht eingetreten. Gewisse 

kosmetische Schäden im Sinne einer Narbenbildung am Körper und im 

Gesichtsbereich sowie eines Zahnabbruchs wurden vom IRM als bleibende Schäden 

antizipiert (act. G1.1.4, S. 11).

Neuere medizinische Berichte (nach Spitalaustritt und IRM-Gutachten) liegen nicht 

im Recht und wurden insbesondere auch im aktuellen Rekursverfahren nicht 

eingereicht. Hinsichtlich des linken Auges und des linken Ohres waren Nachkontrollen 

geplant (act. G1.1.4, S. 10), wobei aus den Akten nicht hervorgeht, ob der Rekurrent 

die Kontrolltermine wahrgenommen hat. Der Rekurrent macht geltend, er habe das 

Geschehene verdrängen und in den Alltag zurückfinden wollen und auch wegen der 

Corona-Pandemie nur zurückhaltend medizinische Behandlung in Anspruch 

genommen (vgl. act. G1). Demnach ist davon auszugehen, dass nach dem 

Spitalaustritt keine medizinischen Behandlungen in nennenswertem Umfang mehr 

stattfanden. Wie oft und wie lange der Rekurrent die Anfang März 2020 begonnene und 

gemäss eigenen Angaben nur zurückhaltend in Anspruch genommene Physiotherapie 

wahrnahm, geht aus den Akten nicht hervor (vgl. act. G3.1.11/8, S. 1 und act. G1). Eine 

einmalige Physiotherapieverordnung, Floating und gelegentliche Massagen (vgl. 

act. G1) führen jedenfalls nicht dazu, dass ein protrahierter oder besonders komplexer 

oder besonders schmerzhafter Heilungsverlauf angenommen werden müsste. Die 

Abheilung der somatischen Verletzungen erfolgte somit weitgehend komplikationslos. 

Die – nicht weiter nachgewiesene – Aussage des Rekurrenten, als Folge der Straftat 

bestehe beim damals verletzten Auge eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie ein 

fortdauerndes Druckgefühl stellt vorliegend keinen Grund für eine wesentliche 

Erhöhung des Genugtuungsanspruchs dar, fliesst aber ohne Weiteres in die 

Gesamtbeurteilung ein. Das Ausmass der Narbenbildung ist in den Akten ebenfalls 

nicht dokumentiert. Dem IRM-Gutachten samt Fotodokumentation sowie den 

Ausführungen des Rekurrenten kann entnommen werden, dass es sich jedenfalls nicht 

um entstellende Narben handelt.

3.2. 

Zahlreiche der vom Rekurrenten geltend gemachten Umstände und damit 

verbundener Gefühle wie etwa die Fesselung und die damit verbundene Wehrlosigkeit 

3.3. 

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4.  

während der Tat, die besondere Grausamkeit der Tatbegehung, der länger andauernde 

Zeitraum der Straftat, die Todesängste und Ohnmachtsgefühle, die Drohungen der 

Täterschaft und als Folge davon andauernde Angst vor der Täterschaft bzw. das 

mangelnde Sicherheitsgefühl oder die geltend gemachten Schlafstörungen nach der 

Tat sind nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen. Mangels dieses 

Nachweises können sie bei der Festsetzung der Höhe der Genugtuung nicht 

berücksichtigt werden. Dasselbe gilt für die Behauptung des Rekurrenten, er habe 

wegen der Straftat keine […]-Vertretungen mehr machen können, die […]-Ausbildung 

abgebrochen und sich ein neues Berufsfeld suchen müssen. Es ist nicht 

nachvollziehbar, weshalb der Rekurrent im Nachgang zur Tat nicht mehr als […]-

vertretung hätte arbeiten können oder eine Ausbildung hätte abbrechen müssen. 

Soweit der Rekurrent eine besondere Skrupellosigkeit der Täterschaft geltend macht 

(act. G1), ist sodann zu beachten, dass auch eine solche nicht rechtsgenüglich 

feststeht und ohnehin bei der opferhilferechtlichen Genugtuung täterbezogene 

Faktoren nicht zu berücksichtigen sind (vgl. E. 1.3 vorstehend).

Zur Arbeitsfähigkeit des Rekurrenten finden sich ebenfalls nur wenige 

Anhaltspunkte in den Akten. Für die stationäre Behandlung im Spital ist eine volle 

Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Ende Februar 2020 antwortete der Rekurrent den 

Strafverfolgungsbehörden auf die Frage, ob er irgendwo arbeite, mit: "Nein zur Zeit 

nicht" (act. G3.1.11/8, S. 1). Es ist daher davon auszugehen, dass er zum damaligen 

Zeitpunkt keine Stelle innehatte. Im Rekurs (act. G1) erwähnt er, er habe unter anderem 

deshalb auf eine rasche Entlassung aus der stationären Behandlung hingewirkt, um 

das […] wahrnehmen zu können. Weiter führt er aus, es sei ihm bis Juni 2020 nicht 

möglich gewesen, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Zu den Möglichkeiten 

einer Teilzeitbeschäftigung äussert er sich hingegen nicht. Anlässlich der Einvernahme 

von Anfang Juli 2020 gab der Rekurrent zu Protokoll, er arbeite in einem […] 

(act. G3.1.11/9, S. 2). Eine volle Arbeitsunfähigkeit bestand demnach nur für kurze Zeit, 

eine allfällige teilweise Arbeitsunfähigkeit ebenfalls höchstens für wenige Monate.

3.4. 

Wie erwähnt (E. 1.1 vorstehend), wird die Adäquanz von psychischen 

Beeinträchtigungen im Opferhilferecht analog jener im Unfallrecht beurteilt. Demnach 

ist das Unfallereignis (bzw. die Straftat) als leicht, mittel oder schwer einzustufen. Der 

adäquate Kausalzusammenhang zur psychischen Gesundheitsstörung kann in der 

Regel bei leichten Unfällen verneint, bei schweren Unfällen bejaht werden. Bei Unfällen 

aus dem mittleren Bereich sind objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit 

dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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erscheinen, in die Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als Kriterien sind zu nennen: 

besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzungen, 

insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche 

Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmern; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und 

Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (Empfehlungen, Ziff. 4.4.3)

Vorliegend bleibt ungewiss, was sich tatsächlich zugetragen hat. Der vom 

Rekurrenten geschilderte Sachverhalt, mithin die tatsächliche Ursache der somatischen 

Verletzungen, ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen (vgl. E. 2 

und E. 3.3 vorstehend). Damit bleibt unklar, ob die erlittene Straftat in Analogie zum 

Unfallversicherungsrecht als mittel schweres oder schweres Ereignis einzustufen ist 

(angesichts der somatischen Verletzungen kann ein leichtes Ereignis ausgeschlossen 

werden). Infolgedessen ist fraglich, ob allfällige psychische Gesundheitsschäden als 

Folge des Gewaltereignisses überhaupt festgestellt werden können und in einem 

adäquaten Kausalzusammenhang (siehe dazu E. 4.1 vorstehend) zur Straftat stehen. 

Ohnehin werden solche lediglich wie in E. 1.6 vorstehend dargetan berücksichtigt. Die 

Frage kann jedoch offengelassen werden, wie sich aus der nachfolgenden Erwägung 

ergibt.

4.2. 

Aus den Akten geht nicht hervor, in welchem Umfang und in welcher Form der 

Rekurrent die geltend gemachten psychischen Gesundheitseinschränkungen hat 

behandeln lassen. Einem Einvernahmeprotokoll ist zwar zu entnehmen, dass er eine 

Therapie aufgenommen habe (wobei er nicht benennen konnte, ob er von einer 

Psychiaterin oder einer Psychologin betreut werde), jedoch nicht einwilligte, seine 

Therapeutin für die Strafuntersuchung von der Schweigepflicht zu entbinden 

(act. G3.1.11/9, S. 4 f.). Aus dem Rekurs (act. G1) geht weiter hervor, dass er unter 

anderem wegen der Corona-Pandemie keine regelmässige Psychotherapie in 

Anspruch genommen habe. Die Angaben zur Behandlung sind unbelegt, namentlich 

fehlt ein Bericht der behandelnden Fachperson mit Äusserungen zu den gestellten 

fachmedizinischen Diagnosen und Auswirkungen dieser Diagnosen auf das Befinden 

und die Einschränkungen des Rekurrenten im Beruf und Alltag.

4.3. 

Auch wenn der Rekurrent, wie er geltend macht, eine psychologische oder 

psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen hat, scheint er sich nach dem 

Gesagten jedenfalls keiner angemessenen Behandlung unterzogen zu haben. Daraus 

kann geschlossen werden, dass nicht von einer Dauerhaftigkeit der psychischen 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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5.  

Beschwerden ausgegangen werden kann (vgl. E. 1.1 vorstehend). Auch diese Frage 

kann jedoch offengelassen werden, zumal psychogene Störungen in der Regel 

degressiv verlaufen (vgl. ebenfalls E. 1.1 vorstehend) und vorliegend im Ergebnis auch 

bei stattgefundener, offenbar unregelmässiger Therapie eine wesentliche psychische 

Gesundheitseinschränkung – welche sich etwa auf die Alltagsgestaltung und 

Arbeitstätigkeit des Rekurrenten auswirken würde – nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist.

Die körperlichen Beeinträchtigungen des Rekurrenten waren nach dem Gesagten 

nicht unerheblich, zumal die Tat mit gefährlichen Gegenständen (unabhängig davon, ob 

es sich dabei nun um eine Schere, einen Cutter, Glas oder etwas anderes handelte) 

begangen wurde, ein Spitalaufenthalt von zehn Tagen mit mehreren operativen 

Eingriffen stattfand und das IRM eine unmittelbare Lebensgefahr aufgrund der 

Subdural- und Subarachnoidalblutung bejaht hat. Ein längerer, komplexer 

Heilungsverlauf oder langandauernde massive Schmerzen sind jedoch nicht 

aktenkundig. Die geltend gemachten Spätfolgen (Druckgefühl und Infektanfälligkeit, 

Angst vor der Täterschaft und Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls) sind nicht 

ausgewiesen sowie ohnehin von untergeordneter Bedeutung. Erhebliche dauerhafte 

Folgen oder entstellende Narben sind nicht eingetreten. Ein Verlust oder eine 

wesentliche Beeinträchtigung eines Organs, einer Gliedmasse oder eines Sinnes liegen 

ebenfalls nicht vor. Die Arbeitsunfähigkeit und Einschränkungen im sonstigen Alltag 

waren nur von verhältnismässig kurzer Dauer.

5.1. 

Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Bandbreite 2 (Fr. 5'000.-- bis Fr. 10'000.--) 

gemäss Leitfaden zur Anwendung gebracht (vgl. zu den Bandbreiten E. 1.7 

vorstehend). Ihr steht bei der Festsetzung der Genugtuung innerhalb dieser Bandbreite 

ein Ermessensspielraum zu (vgl. E. 1.9 vorstehend) und es bestehen gemäss 

vorstehenden Erwägungen keine Gründe, in diesen einzugreifen.

5.2. 

Der Rekurrent hat sich mit seinem Unfallversicherer auf eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 5'000.-- per Saldo aller Ansprüche geeinigt (vgl. hierzu 

act. G3.1.4/1 und act. G1.1.2 sowie die Ausführungen der Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers, act. G1, Rz 19). Zwar ist die Integritätsentschädigung für die 

opferhilferechtliche Genugtuung nicht bindend. Sie bildet jedoch einen sachlichen 

Anhaltspunkt zur Beurteilung der objektiven Schwere der Beeinträchtigung des 

Rekurrenten (E. 1.8 vorstehend). Würde es sich um eine haftpflichtrechtliche 

Saldovereinbarung handeln, müsste ein darüber hinausgehender Anspruch auf 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Der Rekurs wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Das Gesuch des Rekurrenten um eine Parteientschädigung wird abgewiesen.

opferhilferechtliche Genugtuung gar verneint werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 9. April 2020, 1C_582/2019, E. 2.5). Auch mit Blick auf die Höhe der 

sozialversicherungsrechtlich vereinbarten Integritätsentschädigung erscheint daher die 

von der Vorinstanz zugesprochene opferhilferechtliche Genugtuung als angemessen.

Daran vermögen auch die vom Rekurrenten genannten Präjudizien nichts zu 

ändern. Namentlich der Sachverhalt aus dem von ihm im Rekurs genannten Entscheid 

des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 27. September 2021, OH 2020/2, ist nicht 

mit der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit vergleichbar, zumal in jenem Fall 

unter anderem der Straftatbestand einer versuchten Tötung erfüllt und die Verletzungen 

derart schwer waren, dass das Opfer mehr als drei Wochen lang hospitalisiert war und 

dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen davongetragen hat.

5.4. 

Nach dem Gesagten ist unter Berücksichtigung des Ermessensspielraums der 

Vorinstanz nicht zu beanstanden, dass diese die Genugtuung auf Fr. 6'000.-- 

festgesetzt und die Integritätsentschädigung von Fr. 5'000.-- davon in Abzug gebracht 

hat. Der Rekurs ist folglich abzuweisen.

5.5. 

Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 98  des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; 

sGS 951.1]). Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 30 Abs. 1 OHG).

5.6. 
bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.07.2023
	Art. 4, 22 f., 27 und 29 OHG. Bemessung der Höhe der Genugtuung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 26. Juli 2023, OH 2023/2).

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		2025-07-19T00:52:18+0200
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