# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b72de6ec-2ac6-57d3-bd87-5fcf49bc2486
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.04.2013 SU120065
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU120065_2013-04-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SU120065-O/U/cs 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic.iur. Ruggli und lic.iur. 

Burger sowie der Gerichtsschreiber lic.iur. Hafner 

 

Urteil vom 4. April 2013 

 

in Sachen 

 

Stadt Kloten, Stadtrichteramt 
Untersuchungsbehörde und Berufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 

 

verteidigt durch B._____ 

 

betreffend Übertretung der Polizeiverordnung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirkes Bülach vom 
1. Oktober 2012 (GC120036) 

 

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Strafverfügung: 

Der Strafbefehl Nr. 1020-2/2012 des Stadtrichteramts Kloten vom 7. Juni 2012, 

korrigiert am 27. August 2012 (Urk. 2/12, Urk. 4), ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

3. Der Beschuldigten wird eine persönliche Umtriebsentschädigung von 

Fr. 100.– aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Berufungsanträge: 

a) Des Stadtrichteramts Zürich: 

(Schriftlich, Urk. 18) 

Bestätigung des Strafbefehls Nr. 1020. 

b) Der Beschuldigten: 

(Schriftlich, Urk. 29) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

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Erwägungen: 

I. 

1. Das Stadtrichteramt Kloten erliess am 21. November 2011 einen Strafbefehl, in 

dem die Beschuldigte wegen Aufstellens eines Taxifahrzeuges ohne Fahrgastauf-

trag und Anwerbens resp. Ansprechens von Fahrgästen mit einer Busse von 

Fr. 370.-- bestraft wurde (Urk. 2/2). Nach Einsprache der Beschuldigten wurde 

das Verfahren mit Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 3. April 2012 an 

das Stadtrichteramt zurückgewiesen (Urk. 2/11). Am 7. Juni 2012 erliess das 

Stadtrichteramt einen korrigierten Strafbefehl, mit dem die Beschuldigte wegen 

Führens eines Taxibetriebes in Kloten ohne Betriebsbewilligung der Stadt Kloten, 

Aufstellens eines Taxifahrzeuges ohne Fahrgastauftrag in Sichtweite eines mit 

Taxi besetzten Standplatzes und Anwerbens resp. Ansprechens von Fahrgästen 

(Art. 31 und 71, Art. 77 lit. d und Art. 77 lit. e der Polizeiverordnung der Stadt Klo-

ten) mit einer Busse von Fr. 500.-- bestraft wurde. Der Strafbefehl wurde ferner 

mit Schreiben vom 27. August 2012 dahingehend korrigiert, als auf einen Fehler 

(Seite 1, 3. Satz im 2. Abschnitt) hingewiesen wurde (Urk. 4). Im Rahmen der ge-

richtlichen Beurteilung des Strafbefehls wurde die Beschuldigte mit Urteil des Be-

zirksgerichtes Bülach vom 1. Oktober 2012 von den Vorwürfen freigesprochen 

(Urk. 16).  

2. Gegen diesen Entscheid meldete das Stadtrichteramt Kloten fristgemäss Beru-

fung an (Urk. 10 und 18). Die Beschuldigte verzichtete auf Anschlussberufung 

(Urk. 20 und 22). Mit Beschluss vom 27. November 2012 ordnete das Berufungs-

gericht das schriftliche Verfahren an (Urk. 23). Das Stadtrichteramt verwies zur 

Begründung der Berufung auf seine Berufungserklärung vom 5. November 2012 

(Urk. 28 und Urk. 18). Die Beschuldigte verzichtete in der Folge auf eine Ver-

nehmlassung und beantragte die Abweisung der Berufung (Urk. 29).  

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II. 

1. Gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO prüft das Berufungsgericht Urteile, die eine 

Übertretung betreffen, nur dahingehend, ob das Urteil rechtsfehlerhaft ist oder ob 

die Feststellung des Sachverhaltes offensichtlich unrichtig oder auf einer Rechts-

verletzung beruht. Die Überprüfungsbefugnis des Obergerichtes ist somit be-

schränkt. 

2. Vorliegend rügt das Stadtrichteramt, die Vorinstanz habe den Sachverhalt un-

richtig festgestellt und die Rechtsbestimmungen fehlerhaft interpretiert (Urk. 18 

S. 1). 

3. Der Beschuldigten wird im Strafbefehl vom 7. Juni 2012 vorgeworfen, am 

tt.mm.2011 ihr Taxi in unmittelbarer Nähe der Taxistandplätze in der äusseren 

Vorfahrt des Flughafens Kloten abgestellt und verbal sowie mit der leuchtenden 

Taxikennlampe Fahrgäste angeworben zu haben, ohne dass sie über eine Taxi-

betriebsbewilligung der Stadt Kloten verfügt habe (Urk. 2/12).  

Die Beschuldigte bestreitet nicht, ihr Taxifahrzeug am erwähnten Ort abgestellt zu 

haben. Sie macht allerdings geltend, sie habe keine Fahrgäste angeworben, son-

dern auf einen Fahrgast gewartet, der das Taxi vorgängig bestellt gehabt habe 

(Urk. 7 S. 6).  

4. Als Beweismittel liegen die Aussagen der Polizistin C._____ und der Beschul-

digten selbst vor. C._____ wurde am 8. März 2012 durch das Stadtrichteramt Klo-

ten als Zeugin einvernommen. Sie bestätigte, dass die Beschuldigte mit Passan-

ten sprach, wusste aber nicht, ob die Beschuldigte tatsächlich verbal Fahrgäste 

anzuwerben versucht hatte. Sie führte ferner aus, dass sich kein Kunde der Be-

schuldigten gemeldet habe, während sie vor Ort gewesen sei. Sie wurde nicht ge-

fragt, ob die Taxikennlampe der Beschuldigten gebrannt habe (Urk. 2/9 S. 2 f.).  

Die Beschuldigte wurde am 22. Dezember 2011 durch das Stadtrichteramt Kloten 

befragt. Sie führte aus, sie habe am tt.mm.2011 einen Fahrgastauftrag ihrer Zent-

rale gehabt und auf ihren Kunden, dessen Namen oder Telefonnummer sie aber 

nicht bekannt geben wolle, gewartet. Zu ihrer Taxikennlampe führte sie nur allge-

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mein aus, dass die Lampe automatisch erlösche, wenn sie den Taxameter ein-

schalte. Den zusätzlichen Schalter betätige sie im Normalfall nicht. Ob die Lampe 

damals gebrannt habe, sagte sie nicht (Urk. 2/6). 

Vor Vorinstanz erklärte die Beschuldigte am 1. Oktober 2012, sie habe ihren Kun-

den nicht gesehen, da sie weggewiesen worden sei, sie könne sich nicht erinnern, 

mit Passanten gesprochen zu haben, und die Taxikennlampe brenne eigentlich 

immer, wenn die Uhr nicht aktiviert respektive kein Fahrgast im Taxi sei. Sie führ-

te zudem aus, sie habe das Taxi mit einem "Reserviert"-Schild als besetzt be-

zeichnet (Urk. 7). Im Übrigen zog sie ihre Aussagen in der Untersuchung zurück. 

Unter Verweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 16 S. 11) 

sind diese Aussagen allerdings dennoch zu verwerten. 

Weder im Polizeirapport vom 23. Oktober 2011 (Urk. 2/1) noch in den Aussagen 

der Zeugin C._____ (Urk. 2/9) wird ausdrücklich behauptet, dass die Taxikenn-

lampe der Beschuldigten zum fraglichen Zeitpunkt gebrannt hätte. Wie bereits die 

Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 16 S. 11), sagte die Beschuldigte selber we-

der in der Untersuchung noch vor Vorinstanz ausdrücklich aus, ihre Taxikennlam-

pe habe damals gebrannt, sondern machte nur allgemeine Aussagen zum Betrieb 

der Lampe. Was das der Beschuldigten vorgeworfene verbale Anwerben von 

Passanten angeht, so wurde dies zwar im Polizeirapport behauptet, durch die Po-

lizistin C._____ aber in ihrer Zeugeneinvernahme nicht bestätigt. Worüber sich die 

Beschuldigte mit Passanten unterhalten hat, bleibt daher reine Spekulation und 

kann nicht gegen sie verwendet werden.  

Die Ausführungen des Stadtrichteramts Kloten in seiner Berufungsbegründung, 

wonach die Firma "D._____" des Lebenspartners der Beschuldigten mit den 

Standorten Kloten und Flughafen werbe, ohne über eine Betriebsbewilligung der 

Stadt Kloten zu verfügen (Urk. 18 S. 3), sind nicht geeignet, ein Anwerben von 

Kunden durch die Beschuldigte am 18. Oktober 2011 mittels Taxikennlampe oder 

persönlichen Gesprächen nachzuweisen. Die Bemerkungen des Stadtrichteram-

tes über andere Verfahren gegen die Beschuldigte oder deren Lebenspartner 

(Urk. 18 S. 1 f.) sind mit Bezug auf die Sachverhaltserstellung im vorliegenden 

Fall nicht relevant. Selbst wenn die Aussagen der Beschuldigten als unglaubhaft 

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zu qualifizieren wären, gebricht es an Zeugenaussagen oder anderen Beweismit-

teln, welche die Beschuldigte direkt belasten würden. Die vorhandenen Indizien 

alleine reichen hierfür nicht aus. 

5. Zusammenfassend betrachtet verbleiben erhebliche und unüberwindliche Zwei-

fel daran, dass die Beschuldigte tatsächlich am tt.mm.2011 am Flughafen Kloten 

Kunden angeworben hätte. Der dem Strafbefehl vom 7. Juni 2012 zugrunde lie-

gende Sachverhalt lässt sich demnach nicht rechtsgenügend erstellen.  

Die Beschuldigte ist folglich vom Vorwurf des Führens eines Taxibetriebes in Klo-

ten ohne Betriebsbewilligung der Stadt Kloten, des Aufstellens eines Taxifahrzeu-

ges ohne Fahrgastauftrag in Sichtweite eines mit Taxi besetzten Standplatzes 

sowie des Anwerbens resp. Ansprechens von Fahrgästen freizusprechen. 

6. Unter diesen Umständen muss nicht weiter geprüft werden, ob die Beschuldig-

te am fraglichen Abend tatsächlich einen Fahrauftrag hatte oder ob sie ein "Re-

serviert"-Schild an der Windschutzscheibe montiert hatte. Ob die Vorinstanz die 

Taxi-Vorschriften der Polizeiverordnung der Stadt Kloten falsch interpretiert hat, 

wie dies das Stadtrichteramt Kloten behauptet, kann ebenfalls offengelassen wer-

den. Ausführungen zur Verteidigung der Beschuldigten durch ihren Lebenspartner 

erübrigen sich. 

III. 

Ausgangsgemäss fällt die Gerichtsgebühr ausser Ansatz. Die Kosten der Unter-

suchung und des gerichtlichen Verfahrens vor beiden Instanzen sind auf die Ge-

richtskasse zu nehmen (Art. 426 und 428 StPO). Da die Beschuldigte im Beru-

fungsverfahren keine Umtriebe hatte, ist die ihr von der Vorinstanz zugesproche-

ne persönliche Umtriebsentschädigung von Fr. 100.-- nicht zu erhöhen. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen. 

-   7   - 

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. 

3. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider In-

stanzen werden auf die Gerichtskasse genommen. 

4. Der Beschuldigten wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 100.-- zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Beschuldigte respektive ihren Verteidiger 
− das Stadtrichteramt Kloten 
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmit-

tel an 

− die Vorinstanz. 

6. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

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Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 4. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. Hafner 
 

 

	Urteil vom 4. April 2013
	Strafverfügung:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	3. Der Beschuldigten wird eine persönliche Umtriebsentschädigung von Fr. 100.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	Ausgangsgemäss fällt die Gerichtsgebühr ausser Ansatz. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens vor beiden Instanzen sind auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 und 428 StPO). Da die Beschuldigte im Berufungsverfahren keine Umtr...

	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.
	3. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider Instanzen werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Der Beschuldigten wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 100.-- zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Beschuldigte respektive ihren Verteidiger
	 das Stadtrichteramt Kloten
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz.

	6. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.