# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d220410-207f-5fac-be58-757904094a09
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 1988 2003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-1988-2003_nodate.pdf

## Full Text

B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2003

2003

Gewinnungskosten. Die Kosten für ein privates Arbeitszimmer stellen 
nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen steuerlich abzugsfähige 
Gewinnungskosten i.S. von Art. 25 StG dar.

Gemäss Art. 25 StG können von Einkünften aus unselbständiger Erwerbs­
tätigkeit die zu deren Erzielung notwendigen allgemeinen und beson­
deren Aufwendungen abgezogen werden. Aus dem Wortlaut des Geset­
zes ergibt sich, dass nicht alle Gewinnungskosten, sondern nur die not­
wendigen steuerrechtlich in Abzug gebracht werden können. Die kanto­
nale Steuerverwaltung sieht nach ständiger Praxis die Auslagen für ein 
privates Arbeitszimmer eines Lehrers nur dann für berufsnotwendig an, 
wenn der Steuerpflichtige regelmässig einen wesentlichen Teil seiner 
Berufsarbeit ausserhalb des Arbeitsplatzes erledigen muss und das betref­
fende Arbeitszimmer ausschliesslich oder vorwiegend der Erledigung von 
Berufsarbeiten dient. Diese kumulativ zu erfüllenden Kriterien sind sach­
gerecht und decken sich mit den Anforderungen, die in anderen Kantonen 
und auch vom Bundesgericht gestellt werden. So hat das Bundesgericht 
festgehalten, dass die Aufwendungen für die Arbeitsräume eines Unselb­
ständigerwerbenden dann notwendige Berufsausgaben bilden, wenn sie 
ihm vom Arbeitgeber nicht zur Verfügung gestellt werden (ASA 21,350; 
21,392). Die Rekurskommission Basel-Land anerkennt den Arbeitszim­
merabzug nur, wenn ein wesentlicher Teil der Erwerbstätigkeit ausserhalb 
des Arbeitsortes erledigt wird, der Steuerpflichtige auf einen spezifisch 
eingerichteten Arbeitsplatz angewiesen ist und dieser Arbeitsplatz den 
Charakter eines Arbeitszimmers hat (Entscheid vom 28. März 1973).

Wendet man diese Entscheidungskriterien auf den vorliegenden Fall 
an, muss der Rekurs abgewiesen werden. Dem Rekurrenten steht als 
Arbeitsraum ein eigenes Klassenzimmer zur Verfügung, das er, von vier 
Wochenstunden abgesehen, jederzeit benützen kann. Die zusätzliche 
Benützung eines privaten Arbeitszimmers ist angesichts dieser gering­
fügigen Beschränkung steuerrechtlich nicht norwendig. Dazu kommt, 
dass es dem Rekurrenten durchaus zuzumuten ist, das Klassenzimmer als 
Arbeitsraum zu benützen. Die Fachliteratur, die der Rekurrent zur täg­
lichen Lehrstoffvorbereitung benötigt, kann der Rekurrent bei entspre­
chender Vorausplanung jeweils in sein Klassenzimmer bringen, um sich 
dort auf den nächsten Schultag vorbereiten zu können. Ausserdem

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B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2003, 2004

besteht kein Grund zur Annahme, dass die private Schreibmaschine nicht 
im Klassenzimmer untergebracht werden könnte. Es erscheint zwar für 
den Rekurrenten arbeitsökonomischer und daher mit grösseren Annehm­
lichkeiten verbunden, wenn er seine Vorbereitungsarbeiten dort verrich­
ten kann, wo er alle Fachliteratur stehen hat. Gründe der Bequemlich­
keit führen aber nach anerkannter Auffassung nicht zum Kostenabzug 
für private Arbeitsräume (vgl. Känzig Ernst, Wehrsteuer (Direkte Bun­
dessteuer), 2 .Auflage, I.Teil, Basel 1982, Seiten 694f.; ebenso StRK 
25.9.1985, Nr.414).

StRK 23.4.1982 (Nr. 303)

2004

Gewinnungskosten. Die für die Erzielung des Erwerbseinkommens not­
wendigen Kosten, die sog. Weiterbildungskosten, sind abzugsfähige 
Gewinnungskosten i.S. von A rt.25 Abs.1 StG. Abgrenzung zu den Aus­
bildungskosten. 1

1. Das ausserrhodische Steuerrecht unterscheidet zwischen den «Aus­
lagen für die berufliche Weiterbildung» (Art. 25 Abs. 3 StG, im folgenden 
«Weiterbildungskosten» genannt) und den «Ausbildungskosten» (Art. 29 
Abs.1 Ziff. 5 StG). Die Weiterbildungskosten gehören gesetzessystema­
tisch zu den Abzügen von den Einkünften aus unselbständiger Erwerbs­
tätigkeit, während die Ausbildungskosten unter den allgemeinen Abzü­
gen figurieren. Daraus erhellt, dass zwischen den steuerbaren Einkünften 
einerseits und den Weiterbildungskosten andererseits ein enger Zusam­
menhang bestehen muss. Die Weiterbildungskosten müssen für die Er­
zielung der steuerbaren Einkünfte «notwendig» sein (Formulierung in 
Art. 25 Abs.1 StG). Sie müssen somit den Charakter von Gewinnungs­
kosten haben. Die Abgrenzung zwischen den Weiterbildungskosten und 
den Ausbildungskosten gemäss ausserrhodischem Steuerrecht entspricht 
derjenigen im Recht der direkten Bundessteuern. Das hatZehnder(Die Be­
handlung der Kosten für Ausbildung und berufliche Weiterbildung im 
schweizerischen Steuerrecht, Diss. Zürich 1985, S.120) für den Kanton 
Appenzell A.Rh. ausdrücklich festgestellt.

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