# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb53b8c9-570d-5727-9766-434e3edc12c3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-05
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 05.10.2020 UV 2019/84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-84_2020-10-05.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/84

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2021

Entscheiddatum: 05.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2020
Art. 4 ATSG, Art. 6 Abs. 1 UVG: Initial aufgetretene Kniebeschwerden bei der 
Ausübung von Kniebeugen, sog. Squats. Nach einer Latenzzeit von über 
einem Monat erstmalig aktenkundige Handgelenksbeschwerden mit 
Diagnose struktureller Gesundheitsschäden im Bereich des Handgelenks. 
Verneinung eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG. Selbst bei Bejahung 
eines Unfalls wäre ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem 
Ereignis und den Handgelenksbeschwerden zu verneinen. Art. 6 Abs. 2 UVG: 
SL-Bandläsion. Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss 
lit. g. Mit der Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem Ereignis und der SL-Bandläsion ist aber gleichzeitig erstellt, dass die 
Listendiagnose vorwiegend, d.h. zu mehr als 50%, auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen ist. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss 
Art. 6 Abs. 2 UVG ist demnach umgestossen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2020, UV 
2019/84).

Entscheid vom 5. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2019/84

Parteien

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A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

AXA Versicherungen AG, General-Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war als Coiffeuse bei der B.___ SA angestellt und 

dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 11. Januar 2019 liess die 

Versicherte durch ihre Arbeitgeberin melden, es habe ihr am 7. Juni 2018 im Fitness 

beim Gewicht auf die Schulter Heben einen Druck auf das Knie gegeben, so dass sie 

sich eine Knieverletzung rechts zugezogen habe (act. G 5.1/A1). Eine Erstbehandlung 

hatte am 11. Juni 2018 bei Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, 

stattgefunden, der in der Krankengeschichte als "Problem" eine Knie-/Patelladistorsion 

rechts am 7. Juni 2018 notiert hatte. Am 14. Juni 2018 hatte die Versicherte sodann mit 

Dr. C.___ telefoniert und am 23. Juli 2018 war eine weitere hausärztliche Konsultation 

gefolgt, anlässlich welcher die Behandlung bezüglich des rechten Knies abgeschlossen 

worden war (act. G 5.2/M1, M9, M11). In einem "Formular zum Ereignis" der AXA 

machte die Versicherte nähere Angaben zum Hergang des Ereignisses vom 7. Juni 

2018 (Frage 1). Es habe bei der Kniebeugeübung mit Gewicht, als sie in die Hocke 

gehen und wieder aufrecht aufstehen wollte, das rechte Knie geknackst. Dabei habe 

sie das rechte Knie verrenkt. Die Schmerzen seien erstmals nach dieser falschen 

Bewegung aufgetreten und hätten immer mehr zugenommen. Die Frage, ob sich etwas 

A.a. 

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Ungewöhnliches oder Programmwidriges, das zum Ereignis beigetragen habe, z. B. ein 

Ausgleiten oder ein Sturz, ereignet habe, verneinte sie; insbesondere verneinte sie 

einen Sturz (act. G 5.1/A2). Mit Schreiben vom 31. Januar 2019 teilte die AXA der 

Versicherten mit, dass mangels Vorliegens eines Unfalls im Sinne des Gesetzes kein 

Anspruch auf Versicherungsleistungen der obligatorischen Unfallversicherung bestehe 

(act. G 5.1/A3). Nachdem der Lebenspartner der Versicherten die AXA mit E-Mail vom 

14. Februar 2019 um eine Neubeurteilung des Schadenfalls ersucht hatte (act. G 5.1/

A4), hob diese mit Schreiben vom 27. Februar 2019 ihre Ablehnung vom 31. Januar 

2019 auf und erklärte sich bereit, für die bereits abgeschlossene Arztbehandlung (vgl. 

dazu act. G 5.2/M1, M12) die Versicherungsleistungen zu erbringen, hielt jedoch fest, 

dass es sich um eine Leistung ohne Präjudiz handle. Falls die ärztliche Behandlung 

wieder aufgenommen werden müsse, behalte sie sich vor, den Fall neu zu beurteilen 

(act. G5.1/A5).

Parallel zum Behandlungsabschluss bezüglich der Knieproblematik rechts hatte 

Dr. C.___ bei der Versicherten gemäss Eintrag in der Krankengeschichte am 23. Juli 

2018 eine Tendinitis Handgelenk rechts erhoben. Im Zusammenhang mit einer 

Handgelenkproblematik rechts folgten weitere Konsultationen beim Hausarzt (act. G 

5.1/M11), Untersuchungen durch Dr. med. D.___, FMH Handchirurgie, FMH Plastische, 

Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, und Dr. med. E.___, FMH Handchirurgie, 

FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, St. Gallen 

(act. G 5.2/M3, M7, M10), eine MRI-Untersuchung des rechten Handgelenks durch Dr. 

med. F.___, Facharzt FMH für medizinische Radiologie (act. G 5.2/M6) sowie eine 

klinisch-neurologische sowie elektrophysiologische Untersuchung zur Beurteilung 

eines rechtsseitigen Karpaltunnelsyndroms bei beklagter lageabhängiger 

Nervenreizsymptomatik durch Dr. med. G.___, FMH Neurologie (act. G 5.2/M4). Dr. 

D.___ hatte nach der MRI-Untersuchung eine posttraumatische scapholunäre 

Dissoziation Handgelenk rechts nach Distorsion vom 7. Juni 2018, eine TFCC-Läsion 

Handgelenk rechts mit reaktiver Synovialitis, eine unfallunabhängig angedeutete 

Madelung-Veränderung Handgelenk rechts und klinisch ein Karpaltunnelsyndrom 

rechts diagnostiziert (act. G 5.2/M3), doch ergaben die Untersuchungen durch Dr. 

G.___ keine Hinweise auf ein peripheres Nervenengpass-Syndrom (act. G 5.2/M8). Am 

25. Juni 2019 reichte Dr. C.___ der AXA eine ärztliche Stellungnahme ein, worin er 

A.b. 

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B.

Die gegen diese Verfügung mit E-Mail vom 8. Juli 2019 erhobene Einsprache (act. G 

5.1/A13) wurde von der AXA nach Einholung eines Auszugs aus der von Dr. C.___ ab 1. 

Januar 2018 bis 31. Mai 2019 geführten Krankengeschichte der Versicherten (act. G 

5.1/A24) und einer Beurteilung ihres Vertrauensarztes Dr. med. H.___, Facharzt FMH 

Chirurgie, Beratender Arzt/SGV, vom 22. Oktober 2017 (act. G 5.2/M12) mit 

Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2019 (act. G 5.1/A29) abgewiesen. Dr. H.___ 

hatte zu den Fragen Stellung genommen, ob es sich bei den Handbeschwerden links 

(richtig: rechts) um eine unfallähnliche Körperschädigung handle und falls ja, ob diese 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei (act. G 5.2/M12). Am 

21. November 2019 führte Dr. E.___ am rechten Handgelenk der Versicherten eine 

diagnostische Arthroskopie, eine offene SL-Kapsulodese und ein TFCC-Debridement 

durch (act. G 5.2/M13).

C.  

festhielt, dass es durch das Ereignis vom 7. Juni 2018 auch zu einer Schädigung im 

Bereich des rechten Handgelenks gekommen sei und diese Schädigung kausal 

ausschliesslich durch das Unfallereignis aufgetreten sei (act. G 5.2/M9).

Inzwischen hatte die AXA der Versicherten mit Schreiben vom 18. Juni 2019 

mitgeteilt, dass mangels belegter Brückensymptome keine Beteiligung des rechten 

Handgelenks am Ereignis vom 7. Juni 2018 nachgewiesen sei und damit keine 

Versicherungsleistungen für das rechte Handgelenk erbracht würden (act. G 5.1/A6). 

Obwohl die Versicherte am 19. Juni 2019 telefonisch mitteilen liess, Dr. C.___ 

bestätige, dass das Handgelenk der Versicherten bereits im Juni 2018 untersucht 

worden sei, dieses jedoch in der Hergangsschilderung unerwähnt geblieben sei, weil 

das Hauptproblem das Knie gewesen sei (act. G 5.1/A9), hielt die AXA mit Verfügung 

vom 5. Juli 2019 an ihrer Leistungsablehnung betreffend das rechte Handgelenk 

mangels eines natürlichen Kausalzusammenhangs zum Ereignis vom 7. Juni 2018 fest 

(act. G 5.1/A10).

A.c. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2019 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 26. November 2019 Beschwerde. 

Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das von der 

Beschwerdeführerin bzw. ihrer Arbeitgeberin am 11. Januar 2019 gemeldete Ereignis 

vom 7. Juni 2018 und die bei der Beschwerdeführerin in der Folge ärztlich, am 21. 

November 2019 insbesondere auch operativ behandelten Gesundheitsstörungen im 

Bereich des rechten Handgelenks, leistungspflichtig ist. Die nach dem Ereignis vom 7. 

Juni 2018 ab 11. Juni 2018 von Dr. C.___ begonnene Behandlung von 

Kniebeschwerden rechts ist unbestrittenermassen abgeschlossen. Die 

Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 27. Februar 2019 

zugesichert, die Kosten dieser Heilbehandlung zu übernehmen. Dieser Aspekt bildet 

deshalb unstreitig nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Mit 

dem vorgenannten Schreiben (act. G 5.1/A5) hat zwar die Beschwerdegegnerin 

offensichtlich das Ereignis vom 7. Juni 2018 nicht als Unfall im Sinne des Gesetzes 

anerkannt (vgl. act. G 5, Ziff. 1.4) und die Zusicherung von Versicherungsleistungen im 

Zusammenhang mit der Knieproblematik rechts erfolgte "ohne Präjudiz" (nur) zur 

Vermeidung unnötiger Diskussionen und aufgrund der Tatsache, dass die fragliche 

Heilbehandlung im damaligen Zeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen war. Im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren muss jedoch nicht geprüft werden, ob 

Kulanzleistungen in der Sozialversicherung mit dem Legalitätsprinzip zu vereinbaren 

sind. Dem angefochtenen Einspracheentscheid liegt nämlich als Sachverhalt nicht die 

Knieproblematik rechts, sondern die Handgelenksproblematik rechts zugrunde, 

bezüglich welcher eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin streitig ist, und für 

welche die gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen (auch diejenige des Vorliegens 

eines Unfalls im Sinne des Gesetzes; vgl. nachfolgende Erwägung 3) gesamthaft erfüllt 

sein müssen und damit neu zu überprüfen sind.

2.  

sowie die Zusprechung der gesetzlichen Versicherungsleistungen für die beim Ereignis 

vom 7. Juni 2018 verletzte rechte Hand (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 beantragte die AXA (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.b. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7).C.c. 

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Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung in der seit 1. 

Januar 2017 geltenden Fassung (UVG; SR 832.20) werden Versicherungsleistungen bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt nach Art. 4 des Bundesgesetztes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Dabei bezieht sich das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, 

sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist 

somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach 

sich gezogen hat. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im 

jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht 

fallen (André Nabold, N 42 zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 32 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 31; RKUV 2000 Nr. U 

368 S. 99 E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). 

Das für den Unfallbegriff wesentliche Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors 

kann nach Lehre und Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung 

bestehen. Bei unkoordinierten Bewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer 

Körperbewegung gleichsam „programmwidrig“ beeinflusst hat, was beispielsweise 

dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen 

Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige 

Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht. Dass es tatsächlich zu einem 

Sturz kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das 

Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von 

Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb 

eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte 

Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung indessen unter besonders 

sinnfälligen Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich 

in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen 

2.1. 

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eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 

134 V 80 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 

8C_693/2010, E. 5; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 

RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-

Hofer, N 38 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 f.; Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.).

Bei einer Sportverletzung ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der 

Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 

E. 2.2 mit Hinweis). Hingegen ist bei sportlichen Tätigkeiten ein Unfall im Rechtssinn 

dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 

1992 Nr. U 156 S. 258). Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko 

einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist 

auch dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der 

Ausführung sich aber in der Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 

185 E. 4.4).

2.2. 

Gestützt auf Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer sodann bei Vorliegen 

eines Unfalls für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als 

dieser in einem natürlichen sowie adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten 

Ereignis steht (BGE 129 V 181 E. 3.1 ff. mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 48 ff. zu 

Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 63 ff. zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. Februar 2007, U 37/06, E. 5.2). Für die Beantwortung der 

Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der 

Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen 

angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber 

eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis entwickelten 

Regeln zu beurteilen ist (vgl. KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 

66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 

sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 28. 

Oktober 2009, je mit Hinweisen). Die Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2).

2.3. 

Gemäss neuem Art. 6 Abs. 2 UVG (in Kraft seit 1. Januar 2017) erbringt die 

Versicherung ihre Leistungen auch bei den folgenden, abschliessend aufgelisteten 

Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, 

b. Verrenkungen von Gelenken; c. Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; 

2.4. 

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f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h 

UVG wird die gesetzliche (Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer 

bei erfüllter Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner 

Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (Botschaft vom 30. Mai 

2008, BBl 2008 S. 5411, und Zusatzbotschaft vom 19. September 2014, BBl 2014 

S. 7922; SZS 2017 S. 33). Auf das Kriterium des äusseren Faktors wird explizit 

verzichtet (BBl 2014 S. 7922). Der Gegenbeweis der vorwiegend abnützungs- oder 

krankheitsbedingten Verursachung beschlägt den natürlichen Kausalzusammenhang. 

Nur der Nachweis eines rechtsgenügenden, d.h. vorwiegend degenerativ oder 

krankhaft verursachten Schadens, kann zu einer Verneinung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs bzw. der Leistungspflicht des Unfallversicherers führen 

(Evalotta Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, Das 

Beispiel des Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358). Der (Gegen-)Beweis der vorwiegend 

krankhaften oder degenerativen Pathogenese der Listendiagnose ist erbracht, wenn für 

die Richtigkeit einer degenerativ oder krankhaft begründeten Listenverletzung mehr 

Indikatoren vorliegen als für die traumatische Pathogenese, wenn also die 

Listendiagnose zu mehr als 50% auf Abnützung oder Erkrankung beruht (Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.2.2.1 mit Hinweisen; 

Samuelsson, a.a.O., S. 355 f., Markus Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste 

Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in SZS 2017 S. 34). Zur 

Feststellung der medizinischen Verhältnisse, konkret zur Beurteilung der Tatfrage, ob 

eine Schädigung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, ist 

die rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärzten und 

Ärztinnen zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen 

Hinweisen; vgl. dazu KOSS UVG-Nabold, N 53 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 

6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55; Samuelsson, a.a.O., S. 357 f.).

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Thomas Locher/Thomas 

Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 2 ff., N 20; 

BGE 122 V 158 E. 1a, 121 V 210 E. 6c). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine 

Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 

tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte 

2.5. 

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3.

Im Folgenden ist zunächst zu prüfen, ob das Ereignis vom 7. Juni 2018 als Unfall zu 

qualifizieren ist, und dabei insbesondere, ob im Sinne der Legaldefinition des Unfalls 

gemäss Art. 4 ATSG von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor gesprochen werden 

kann.

ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 138 V 221 f. E. 6). Die Verwaltung 

respektive das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 

sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Die Frage, ob sich ein Unfallereignis im 

Rechtssinn ereignet hat (vgl. Erwägung 2.1), und falls ja, die weitere Frage, ob 

zwischen dem Unfallereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist (vgl. Erwägung 2.2), und ebenso die Frage, ob eine 

Schädigung vorwiegend durch Abnützung oder Krankheit verursacht ist (vgl. Erwägung 

2.3), beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Sachverhalts genügt 

für die Begründung eines Leistungsanspruchs oder für die Verneinung einer 

Leistungspflicht nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. Locher/Gächter, 

a.a.O., § 70 N 58 f.). Die obgenannte Beweislastregel kommt also erst zur Anwendung, 

wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes hinsichtlich der vorgenannten Fragen 

kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 138 V 221 

f. E. 6, BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen, 114 V 298 E. 5b). Wird auf dem Weg der 

Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit dem 

Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, so hat dieses als 

unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der versicherten Person auswirkt (BGE 116 

V 136 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang 

eines Gesundheitsschadens zu einem Unfallereignis gegeben ist, ist ebenfalls die 

versicherte Person beweisbelastet (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des 

Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; BGE 117 V 264 E. 3b; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Die Beweislast in Bezug auf den Nachweis einer 

vorwiegend krankhaften oder degenerativen Verursachung der Listendiagnose trägt 

demgegenüber der Unfallversicherer (Samuelsson, a.a.O., S. 363).

 3.1. 

Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 7. Juni 2018 einen Unfall im 

Rechtssinn darstellt, ist zunächst festzulegen, von welchem Geschehensablauf 

auszugehen ist. Die leistungsansprechende Person muss die einzelnen Umstände des 

3.1.1. 

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Unfallgeschehens glaubhaft machen. Zur Glaubhaftmachung genügt es nicht, einen 

Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein Unfallereignis 

zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen wahre, genaue 

und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht werden, aufgrund 

derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Umstände des Ereignisses 

ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären. Im Streitfall obliegt es 

dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 

sind (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; KOSS-Nabold, N 9 

zu Art. 6). Das Gericht stellt auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würdigt (vgl. dazu Locher/

Gächter, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten 

Person über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt 

werden, wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der 

Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst 

oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder 

anderer Art beeinflusst sein können (RKUV 1988 Nr. U 23 S. 363 E. 3b/aa; BGE 

115 V 143 E. 8c und 121 V 47 E. 2a). Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im 

Lauf der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht 

hat, in der Regel grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer 

Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 29 f.). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im 

Nachhinein dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten und berücksichtigt werden 

kann, wenn spätere Aussagen auf früheren Aussagen aufbauen bzw. sich die späteren 

einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die verschiedenen 

Aussagen müssen kongruent miteinander vereinbar sein, damit nicht von 

widersprüchlichen Aussagen gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem 

späteren Zeitpunkt ein neuer, mit der bisherigen Schilderung nicht zu vereinbarender 

Sachverhalt hinzugefügt, ist er überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft und damit 

lediglich als möglich zu betrachten.

Sofern der Unfallversicherer die tatsächlichen Verhältnisse mittels Fragebogens 

detailliert erhoben hat, ist er seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts grundsätzlich rechtsgenüglich 

nachgekommen (Untersuchungsgrundsatz; vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a) 

und es überzeugt in der Regel nicht, wenn die versicherte Person einen bestimmten 

bedeutsamen Sachverhalt bzw. Umstand als Schadensursache erst nach einem 

abschlägigen Schreiben erwähnt, im Fragebogen jedoch unerwähnt lässt. Der 

3.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/19

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Unfallversicherer ist nicht gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu 

umfassenden Erhebungen zur weiteren Substantiierung des gemeldeten Geschehens 

aufzufordern (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 26. 

Februar 2004, U 64/2002, E. 2.2.3, und 27. Juni 2002, U 148, E. 2b).

Die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin schilderte in der Bagatellunfallmeldung 

UVG vom 11. Januar 2019, es habe der Beschwerdeführerin im Fitness beim Gewicht 

auf die Schulter Heben einen Druck auf das Knie gegeben (act. G 5.1/A1). Im 

Fragebogen der Beschwerdegegnerin beschrieb die Beschwerdeführerin, ihr habe bei 

der Kniebeugeübung mit Gewicht, als sie habe in die Hocke gehen und wieder 

aufstehen wollen, das rechte Knie geknackst. Dieses habe sie sich dabei verrenkt. Die 

Frage, ob sich etwas Ungewöhnliches oder Programmwidriges ereignet habe, das zum 

Ereignis beigetragen habe, z.B. ein Ausgleiten oder ein Sturz, verneinte die 

Beschwerdeführerin (act. G 5.1/A2). Mit E-Mail vom 14. Februar 2019 ergänzte der 

Lebenspartner der Beschwerdeführerin, diese habe die beschriebene Fitnessübung 

wegen eines plötzlich aufgetretenen Geräuschs im Fitnessstudio - "Beispiel 

überraschend laut fallende Gewichte anderer" - schreckhaft unsauber ausgeführt, 

weshalb es zur Verrenkung des Kniegelenks gekommen sei (act. G 5.1/A4). Anlässlich 

der neurologischen Konsultation vom 23. April 2019 bei Dr. G.___ berichtete die 

Beschwerdeführerin, sich nicht mehr an den genauen Unfallhergang im Fitnessstudio 

mit herabfallenden Gewichten erinnern zu können. Am ehesten habe sie mit ihrer 

rechten Hand eine Dorsalextensions- und gleichzeitige Drehbewegung im Handgelenk 

ausgeführt (act. G 5.2/M4). In der Beschwerde vom 26. November 2019 trug die 

Beschwerdeführerin allerdings wieder vor, sie habe wegen einer plötzlichen äusseren 

Ablenkung im Fitnessstudio, bei welcher Dritten Gewichte runtergefallen seien, die 

Knieübung mit Langhantel-Gewichten unsauber ausgeführt. Durch den Schreck habe 

sie sich während der Kniebeuge das rechte Knie verrenkt, was wiederum zu einer 

Instabilität der rechten Hand und der dort gelagerten Gewichte geführt habe. Dies habe 

dazu geführt, dass sie sich das rechte Knie und die rechte Hand verletzt habe (act. G 

1).

3.2. 

 3.3. 

Das Sachverhaltselement des plötzlichen lauten Geräuschs bzw. der laut 

fallenden Gewichte anderer ist grundsätzlich etwas Ungewöhnliches, das sich in der 

Aussenwelt zugetragen hat. Es hat zwar nicht unmittelbar auf den Körper der 

Beschwerdeführerin gewirkt, doch hat es angeblich eine unsauber ausgeführte 

Knieübung mit Knieverrenkung und eine Instabilität der rechten Hand bewirkt, was 

3.3.1. 

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wiederum unkoordinierte, programmwidrige Bewegungen impliziert. Ob diese 

tatsächlich die physiologische Bewegungsgrenze eines Knies und eines Handgelenks 

überschreiten und somit das Ereignis zu einem unphysiologischen werden lassen, kann 

offengelassen werden, weil - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen - der fragliche 

Sachverhalt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen ist.

Der besondere Moment des von Dritten verursachten plötzlichen lauten 

Geräuschs durch fallende Gewichte zeichnet sich nicht bloss durch einen höheren 

Detaillierungsgrad aus. Vielmehr ist von einem neuen, eigenständigen 

Sachverhaltselement zu sprechen, welches von der Beschwerdeführerin und ihrem 

Lebenspartner vor allem erst in Kenntnisnahme der Leistungsablehnung der 

Beschwerdegegnerin vorgebracht wurde (act. G 5.1/A10, A12). Insofern kann nicht 

ausgeschlossen werden, dass die neue Darstellung des Ereignisses von 

versicherungsrechtlichen Überlegungen beeinflusst war, was sie als wenig glaubwürdig 

erscheinen lässt. Die erst nach der Leistungsablehnung vorgebrachte 

Sachverhaltsschilderung wurde ausserdem zuerst lediglich als "Beispiel" aufgeführt 

(act. G 5.1/A4), woraus abzuleiten ist, dass vom genauen Sachverhalt keine Kenntnis 

bestand. Dass sich die Beschwerdeführerin nicht mehr genau an den Ereignishergang 

und insbesondere an herabfallende Gewichte erinnern konnte, bestätigte sie denn auch 

gegenüber Dr. G.___. Mit dem Fragebogen wurde die Beschwerdeführerin sodann 

explizit aufgefordert, den Hergang des Ereignisses vom 7. Juni 2018 detailliert zu 

schildern, sowie klar und verständlich nachgefragt, ob sich etwas Ungewöhnliches 

oder Programmwidriges wie namentlich ein Ausgleiten oder ein Sturz ereignet habe. 

Sofern also nach einem ungewöhnlichen oder programmwidrigen Ereignis gefragt wird, 

ist es nicht nachvollziehbar, wenn eine versicherte Person diese konkrete Frage 

verneint und das zu einer als falsch bezeichneten Bewegung führende, wesentliche 

Element unerwähnt lässt. Vor diesem Hintergrund erscheint dieses wenig glaubwürdig 

und bleibt demzufolge beweislos.

3.3.2. 

Angesichts der vorangehenden Darlegungen ist im Folgenden mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einem Sachverhalt auszugehen, wie ihn die 

Beschwerdeführerin im "Formular zum Ereignis" der Beschwerdegegnerin 

niedergeschrieben hat (vgl. Erwägung 3.2).

3.4. 

 3.5. 

Mit diesem Sachverhalt ist jedoch das Unfallbegriffsmerkmal des 

ungewöhnlichen Faktors nicht erfüllt. Kniebeugen, sogenannte Squats, sind eine 

3.5.1. 

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bekannte Sportübung, bei der mit oder ohne Gewichte mit einem geraden Rücken in 

die Hocke gegangen und aus der Hocke wieder aufgestanden wird. Dabei kommt es 

zur Beanspruchung von verschiedenen Muskeln und Gelenken, vornehmlich der 

Kniegelenke und - bei Kniebeugen mit Gewichten - auch der Handgelenke. Die dabei 

anfallende Krafteinwirkung auf den Körper gehört zur ausgeführten Übung und ist 

damit nicht aussergewöhnlich. Damit eine körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 

ATSG erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie 

zusätzlich aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung im Sinne von Erwägung 

2.1 hervorgegangen sein. Eine solche unfallversicherungsrechtlich relevante 

Programmwidrigkeit oder eine unter besonders sinnfälligen Umständen gesetzte 

unkoordinierte Bewegung, vergleichbar mit einem Ausgleiten oder Sturz, liegt im 

konkreten Fall indessen aufgrund der Beschreibung des Übungsablaufs nicht vor.

Das in Bezug auf das rechte Knie genannte Knacksen und die Knieschmerzen 

stellen keinen äusseren Faktor im Sinne der Rechtsprechung dar, sondern höchstens 

die Wirkung des äusseren Faktors, weshalb dessen Ungewöhnlichkeit nicht bewiesen 

ist, wenn die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten solcher 

Beschwerdesymptome in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag (BGE 129 V 469 E. 

4.2.1). Das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit bezieht sich, wie gesagt, nicht auf 

die Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Die Formulierungen 

"verrenkt" und "falsche Bewegung" implizieren zwar ein traumatisches Ereignis. Die 

Angaben im "Formular zum Ereignis", insbesondere die Ereignisbeschreibung, 

enthalten jedoch keine Weiterungen, aufgrund derer man sich ein genaues Bild über 

die "falsche Bewegung" und die Verrenkung, den konkreten Schweregrad der 

Krafteinwirkung oder das Ausmass der Bewegung machen könnte. Gerade 

Verrenkungen zeichnen sich durch verschiedenste Schweregrade aus und können 

auch ein geringfügiges Trauma darstellen. Eine Verrenkung muss nicht in jedem Fall 

einem Unfall mit unphysiologischer, programmwidriger Beanspruchung eines 

Körperteils im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entsprechen. Eine 

"falsche Bewegung" ist sodann nicht klar definierbar. Die subjektive Betrachtungsweise 

der betroffenen Person bestimmt entscheidend mit, was als falsch wahrgenommen 

wird und was nicht. Insofern kann allein aus den obigen Formulierungen keine 

Ungewöhnlichkeit abgeleitet werden.

3.5.2. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass das Ereignis vom 7. Juni 2018 den 

Unfallbegriff von Art. 4 ATSG nicht erfüllt.

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/19

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4.  

Selbst bei Annahme eines Unfallereignisses im Zusammenhang mit dem rechten 

Kniegelenk wäre dieses jedoch unbeachtlich, weil es - wie die nachfolgenden 

Erwägungen zeigen und von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 29. 

Oktober 2019 (act. G 5.1/A29) sowie in der Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 

(act. G 5) überzeugend und in Übereinstimmung mit den Akten dargelegt wurde - als 

äusserer Faktor mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zumindest 

nicht schädigend auf das rechte Handgelenk eingewirkt hätte. So fällt insbesondere 

auch auf, dass die Beschwerdeführerin in der Ereignisschilderung im "Formular zum 

Ereignis" das rechte Handgelenk in keiner Weise erwähnte. Ebenso, wie der 

Unfalltatbestand gemäss Art. 4 ATSG nur erfüllt ist, wenn das Ereignis eine Schädigung 

der Gesundheit zur Folge hat, muss konkret dasjenige Sachverhaltselement, welches 

den Unfalltatbestand von Art. 4 ATSG erfüllt und damit einen ungewöhnlichen äusseren 

Faktor darstellt, für die Gesundheitsschädigung verantwortlich sein. Nur in diesem Fall 

kommt überhaupt das Vorliegen einer natürlich kausalen Unfallfolge in Betracht (vgl. 

Art. 6 Abs. 1 UVG und Erwägung 2.3).

4.1. 

Einen bedeutsamen Umstand im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung stellt der 

zeitliche Ablauf dar. Können traumatische Verletzungen radiologisch sichtbar gemacht 

werden, geschieht das am besten unmittelbar nachdem sie sich ereignet haben. Denn 

danach schliesst der Heilungsprozess an, was in der Regel zu einer stetigen Abnahme 

der Erkennbarkeit von Verletzungen führt. Auch klinisch zeigen sich massgebende 

Verletzungen in der Regel unmittelbar nach einem verursachenden Ereignis am 

auffälligsten, d.h. präsentieren sich in Form von Schmerzen und 

Funktionseinschränkungen und ihr Vorliegen kann - zumindest klinisch - vermutet 

werden. Grundsätzlich weist also ein zeitliches Zusammentreffen einer 

Körperschädigung mit einer geeigneten Krafteinwirkungssituation eher auf eine 

traumatische Genese hin (vgl. SZS 2018 S. 352). Insofern ist dem Grundsatz Rechnung 

zu tragen, dass die Anforderungen an den Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit strenger sind, 

je grösser der zeitliche Abstand zwischen einem berichteten Ereignis und der 

Objektivierung einer Schädigung ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 

2008, 8C_102/2008, E. 2.2; RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c). Dieser Grundsatz ist 

insbesondere in denjenigen Fällen zu beachten, in welchen nach einer längeren 

Latenzzeit radiologisch nur Befunde erhoben werden konnten, welche verschiedene 

Ursachen (traumatische, degenerative oder krankhafte) haben können. Sowohl die 

Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 (act. G 5) als 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/19

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auch ihr Vertrauensarzt Dr. H.___ in seiner Beurteilung vom 22. Oktober 2019 nehmen 

die obigen Darlegungen auf und sehen im zeitlichen Ablauf des konkreten Sachverhalts 

mit den echtzeitlich erhobenen Diagnosen und Befunden sowie subjektiv geklagten 

Beschwerden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine 

Verletzung des rechten Handgelenks der Beschwerdeführerin am 7. Juni 2018.

Die Beschwerdegegnerin legt chronologisch dar, dass eine Schädigung des 

rechten Handgelenks echtzeitlich (bezogen auf den 7. Juni 2018) nicht belegt werden 

könne. Gemäss der von Dr. C.___ dokumentierten Krankengeschichte erfolgten die 

zum Ereignis vom 7. Juni 2018 zeitnahe Erstkonsultation vom 11. Juni 2018, das 

Telefongespräch vom 14. Juni 2018 sowie die nachgefolgte Konsultation vom 10. Juli 

2018 wegen der Knieproblematik rechts und werden Handgelenksbeschwerden rechts 

erst rund sechs Wochen danach im Rahmen der hausärztlichen Konsultation vom 23. 

Juli 2018, aktenkundig. Weitere Konsultationen bei Dr. C.___ wegen der 

Handgelenksproblematik folgten am 10. September 2018 sowie am 15. Januar, 13. 

März und 5. April 2019 (act. G 5.2/M11). Dr. C.___ ging von einer Tendinitis des rechten 

Handgelenks aus und erwähnte diesbezüglich - anders als bei den Konsultationen im 

Zusammenhang mit der Knieproblematik rechts und derjenigen vom 23. Juli 2018 - das 

Ereignis vom 7. Juni 2018 nicht. Zwar notierte er unter der Rubrik "Objektiv" der 

Konsultationen vom 15. Januar und 13. März 2019 "Rechnung Nr. 2 storniert, da Unfall 

noch nicht angemeldet wurde. Jetzt alles neu eingetragen und erneut übermittelt." bzw. 

"Unfallfolgen Handgelenk rechts". In diesen Einträgen kann jedoch keine zuverlässige 

oder überhaupt begründende Beurteilung der Kausalitätsfrage gesehen werden. Die 

Umschreibung auf Unfall bestätigt - wie von Dr. H.___ in seiner Beurteilung plausibel 

bemerkt - vielmehr, dass die Handgelenksbeschwerden zuerst behandelt wurden, ohne 

dass von beiden Seiten von einem Unfall ausgegangen wurde. Die erklärte 

Notwendigkeit einer fachärztlichen Abklärung weist sodann darauf hin, dass die 

medizinische Sachlage für Dr. C.___ nicht eindeutig war. Bei einer Tendinitis handelt es 

sich im Regelfall um einen chronischen Befund einer Überbeanspruchung und nicht um 

ein akutes Geschehen (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 

1782; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 1807 f.). Eine durch Dr. F.___ am 29. 

März 2019 durchgeführte MRI-Untersuchung (act. G 5.2/M6) brachte sodann eine SL-

Bandverletzung sowie eine TFCC-Läsion mit klinischem Karpaltunnelsyndrom rechts 

mehr als links hervor (act. G 5.2/M10). Wie der medizinischen Literatur zu entnehmen 

ist, können eine SL-Bandverletzung sowie eine TFCC-Läsion an sich Folge eines 

Traumas sein (vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. 

2005, S. 747; Pschyrembel, a.a.O., S. 1831). Dr. H.___ geht jedoch in seiner 

Beurteilung vom 22. Oktober 2019 (act. G 5.2/M12) von degenerativ bedingten 

4.3. 

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Gesundheitsschäden am Handgelenk aus. In Bezug auf die SL-Läsion hält er 

überzeugend und schlüssig fest, dass es für eine akute Läsion insofern keinerlei Anhalt 

gebe, als sich hierfür weder klinisch noch im MRI adäquate Begleitverletzungen wie 

eine Ergussbildung und/oder Schwellung im Bereich der umgebenden Weichteile 

gezeigt hätten, hingegen eine Überbeweglichkeit beider Handgelenke vorliege (vgl. act. 

G 5.2/M7 f., M10: scapholunäre Dissoziation). Ausserdem betreibe die 

Beschwerdeführerin Kraftsport, was eine chronische Überlastung der Handgelenke 

darstelle (https://www.handchirurgie-ravensburg.de/de/ pdf/sldlt-engelhard.pdf., 

abgerufen am 14. September 2020). Dr. H.___ hält weiter fest, es sei nicht vorstellbar, 

dass die Beschwerdeführerin erst über einen Monat nach dem angeschuldigten 

Trauma plötzlich ihre Handgelenksbeschwerden bei ihrem Hausarzt geltend mache. 

Zur Aussage von Dr. C.___ in dessen Stellungnahme vom 25. Juni 2019 - es komme 

bei posttraumatischen Schädigungen wie einer Distorsion im Handgelenk relativ häufig 

vor, dass die Pathologien erst viel später im weiteren Verlauf zum chronischen Problem 

würden, und gerade bei Berufen mit Beanspruchung der Hände würden sie durch die 

Betroffenen vielfach als Überlastung fehlinterpretiert - stellt Dr. H.___ zutreffend fest, 

dass es sich dabei um eine nicht belegte Behauptung handle und eine 

Übereinstimmung der hausärztlichen Auffassung mit Dr. D.___ in dessen 

aktenkundigen Berichten nicht erkennbar sei. Der von Dr. D.___ im Zusammenhang mit 

der Diagnose der scapholunären Dissoziation verwendete Begriff 

"posttraumatisch" (act. G 5.2/M2 f., M7) vermag jedenfalls juristisch gesehen nichts 

über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen, zumal Ursache und Wirkung nicht 

diskutiert werden, sondern drückt nur aus, dass gewisse Beschwerden nach einem 

Unfall aufgetreten sind bzw. eine bestimmte Gesundheitsschädigung nach einem 

solchen erhoben worden ist (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche Formel "post 

hoc ergo propter hoc" z.B. in: Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 340). Im Sinne 

der Darlegungen in Erwägung 4.2 beschreibt Dr. H.___ nachvollziehbar, dass bei einer 

Verletzung im Regelfall ein Decrescendo der Beschwerden und kein Crescendo 

auftrete. Er hält es zwar für möglich, dass nach einer Abheilungszeit die Beschwerden 

stark rückläufig seien oder gar verschwinden und dann aufgrund einer chronischen 

Instabilität nach längerer Zeit wieder evident werden können, postuliert hierfür aber 

ganz andere Zeiträume als wenige Wochen. Im Übrigen wird mit der Entwicklung einer 

chronischen Instabilität die Folge einer initial erlittenen strukturellen Verletzung 

beschrieben, welche im vorliegenden Fall gerade nicht nachgewiesen ist. In diesem 

Zusammenhang ist anzufügen, dass der medizinischen Literatur als 

Auslösemechanismus einer traumatischen SL-Bandruptur sowie TFCC-Läsion in der 

Regel ein Sturz auf die Hand zu entnehmen ist (Pschyrembel, a.a.O., S. 1831; https://

www.handchirurgie-ravensburg.de/de/pdf/sldlt-engelhard.pdf, abgerufen am 14. 

https://www.handchirurgie-ravensburg.de/de/

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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September 2020) und ein solcher im konkreten Fall ohnehin nicht ausgewiesen ist (vgl. 

Erwägung 3.2).

Angesichts des Gesagten ist gesamthaft betrachtet eine Sachlage gegeben, 

welche mit Blick auf die Darlegungen in Erwägung 4.2 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine degenerative bzw. krankheitsbedingte 

Verursachung der radiologisch erhobenen strukturellen Gesundheitsschädigungen im 

Bereich des rechten Handgelenks der Beschwerdeführerin spricht. Von den von Dr. 

H.___ und der Beschwerdegegnerin angesprochenen Beurteilungskriterien deutet 

keines stichhaltig auf eine traumatische Genese hin.

4.4. 

An dieser Beurteilung vermögen schliesslich auch die Aussagen von Dr. C.___ in 

der ärztlichen Stellungnahme vom 25. Juni 2019 (act. G 5.2/M9) - die 

Beschwerdeführerin sei initial vor allem durch den Funktionsverlust des Knies 

beeinträchtigt gewesen bzw. die Knieproblematik habe die Beeinträchtigung des 

Handgelenks primär überlagert und im weiteren Verlauf habe eine analgetische 

Medikation zu einer deutlichen Besserung der Knieproblematik und einer stabilen 

Situation geführt - nichts zu ändern. Die Beschwerdegegnerin hält diese Argumentation 

in der Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 zu Recht nicht als nachvollziehbar. 

Auch sie vermag eine rund sechswöchige Latenzzeit bis zum Auftreten von 

Handgelenksbeschwerden und deren Dokumentation nicht zu begründen. Die 

Unfallverletzung am rechten Knie - eine Distorsion ohne strukturelle Schädigung - war 

nicht derart schwerwiegend, dass sie das Bemerken der Beschwerdesymptomatik am 

rechten Handgelenk verhindert hätte. Bereits einen zweiten Konsultationstermin 

betreffend die Knieproblematik bei Dr. C.___ zur Besprechung eines Zwischenberichts 

für die Taggeldversicherung wollte die Beschwerdeführerin offenbar nicht wahrnehmen, 

worauf man telefonisch kommunizierte (vgl. act. G 5.2/M1: Telefongespräch vom 14. 

Juni 2018). Ohne weitere Konsultation erfolgte schliesslich am 23. Juli 2018 bezüglich 

des rechten Knies bereits der Behandlungsabschluss bei Dr. C.___. Die 

Beschwerdegegnerin hält ausserdem zutreffend fest, dass es sich um komplett 

unterschiedliche Schmerzlokalisationen handelte und die vorliegende 

Handgelenksproblematik - wäre sie beim Ereignis vom 7. Juni 2018 entstanden - 

angesichts des täglichen Gebrauchs der Hände, insbesondere in dem von der 

Beschwerdeführerin ausgeübten Coiffeurberuf, bestimmt nicht unbemerkt geblieben 

wäre.

4.5. 

Die Beschwerdeführerin kann sich nicht erklären, warum es in den ursprünglichen 

Aktenzusammenfassungen ab 11. Juni 2018 keinen Eintrag über die Hand gegeben 

habe (act. G 1). Sollte sie damit geltend machen wollen, Dr. C.___ habe in der 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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5.  

Krankengeschichte Angaben der Beschwerdeführerin oder Untersuchungsergebnisse 

nicht festgehalten oder aus medizinischer Sicht erforderliche Untersuchungen und 

Behandlungen nicht durchgeführt, bestehen dafür keine Hinweise. Grundsätzlich ist 

von der Richtigkeit des in der Krankengeschichte Notierten auszugehen.

Zusammenfassend steht aufgrund der überzeugenden Darlegungen von Dr. H.___ 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass - unabhängig 

davon, ob die Beschwerdeführerin am 7. Juni 2018 einen Unfall im Sinne des Gesetzes 

erlitten hat oder nicht - die strukturellen Gesundheitsschäden im Bereich ihres rechten 

Handgelenks nicht traumatischer Natur sind.

4.7. 

Nachdem ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG mit einer natürlich kausalen 

schädigenden Einwirkung auf das rechte Handgelenk der Beschwerdeführerin zu 

verneinen ist, bleibt eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 6 Abs. 2 UVG (unfallähnliche 

Körperschädigungen, vgl. Erwägung 2.3) zu prüfen.

5.1. 

Es ist unbestritten, dass es sich bei der bei der Beschwerdeführerin nach dem 

Ereignis vom 7. Juni 2018 am 29. März 2019 radiologisch nachgewiesenen Läsion des 

SL-Bandes um eine Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 lit. g UVG handelt. Die 

TFCC-Läsion ist hingegen von Art. 6 Abs. 2 UVG nicht mitumfasst. Der Discus 

triangulis ist lediglich Teil des ulnocarpalen Komplexes TFCC, jedoch selbst kein 

Bänderkomplex, weshalb dessen Einriss nicht unter eine Bandläsion nach Art. 6 Abs. 2 

lit. g UVG fällt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2020, 8C_671/2019, E. 5.2).

5.2. 

Im Urteil vom 24. September 2019 (8C_22/2019) prüfte das Bundesgericht, ob es 

als Notbehelf für denselben Gesundheitsschaden eine subsidiäre Haftung nach Art. 6 

Abs. 2 UVG gebe, wenn Unfallfolgen verneint würden. Unabhängig davon, ob in Bezug 

auf das Ereignis vom 7. Juni 2018 die Merkmale des Unfalls gemäss Art. 4 ATSG als 

erfüllt zu betrachten sind, ist im vorliegenden Fall - wie in Erwägung 4 dargelegt - 

jedenfalls nicht der Beweis erbracht, dass das Ereignis die SL-Bandläsion verursacht 

hat. Damit ist aber gleichzeitig auch erstellt, dass die SL-Bandläsion vorwiegend, d.h. 

zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankungen zurückzuführen ist. Die Vermutung 

der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden 

Fassung ist demnach umgestossen und die Beschwerdegegnerin von ihrer 

Leistungspflicht befreit. Im dem Sinne erübrigt sich - wie im obgenannten 

Bundesgerichtsurteil festgestellt - bei einem fehlenden natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen einem Unfallereignis nach Art. 4 ATSG und einer 

Listenverletzung eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 UVG.

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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6.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 29. Oktober 2019 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 05.10.2020
	Art. 4 ATSG, Art. 6 Abs. 1 UVG: Initial aufgetretene Kniebeschwerden bei der Ausübung von Kniebeugen, sog. Squats. Nach einer Latenzzeit von über einem Monat erstmalig aktenkundige Handgelenksbeschwerden mit Diagnose struktureller Gesundheitsschäden im Bereich des Handgelenks. Verneinung eines Unfalls im Sinne von Art. 4 ATSG. Selbst bei Bejahung eines Unfalls wäre ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis und den Handgelenksbeschwerden zu verneinen. Art. 6 Abs. 2 UVG: SL-Bandläsion. Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss lit. g. Mit der Verneinung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Ereignis und der SL-Bandläsion ist aber gleichzeitig erstellt, dass die Listendiagnose vorwiegend, d.h. zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ist demnach umgestossen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 5. Oktober 2020, UV 2019/84).

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		2025-07-19T03:26:55+0200
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