# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2544134-996e-567a-a7bc-511fa13543dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.05.2016 200 2014 975
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-975_2016-05-24.pdf

## Full Text

200 14 975 UV
SCI/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG 
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winter-
thur
vertreten durch lic. iur. C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 12. September 2014 (1.471.999/2230)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1953 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der «Winterthur» Schweizerische Versiche-
rungs-Gesellschaft (heute:AXA Versicherungen AG ; fortan AXA bzw. Be-
schwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als sie gemäss Unfall-
meldung (Akten der AXA [act. IIC] 1) am 2. (richtig: 3.) November 1999 
beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Auto angefahren 
wurde. Im Zusammenhang mit diesem Ereignis bezieht die Versicherte von 
der AXA bei einem Invaliditätsgrad von 100 % seit dem 1. Oktober 2005 
eine Komplementärrente zur ganzen Rente der Invalidenversicherung 
(act. IIC 183; Akten der IV-Stelle Bern [IVB; act. III] 65, 69, 76, 117). Zudem 
gewährte die AXA ihr unter anderem eine Integritätsentschädigung sowie 
bis Ende Februar 2010 Heilbehandlung (act. IIC 185; Akten der AXA 
[act. IIB], 214, 263-265).

B.

Nachdem die IVB am 24. Mai 2013 einen Anspruch auf eine Hilflosenent-
schädigung (erneut [act. III 79]) verneint hatte (act. III 120), beschied die 
AXA ein am 10. Juli 2013 gestelltes Gesuch um Gewährung einer Hilflo-
senentschädigung (act. IIB 268) mit Verfügung vom 6. Januar 2014 (un-
paginiertes Aktenstück [nach act. IIB 281]; act. III 142.2) ebenfalls abschlä-
gig. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. IIB 282) mit Entscheid vom 
12. September 2014 (act. IIB 290) fest.

C.

Mit Eingabe vom 16. Oktober 2014 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, ihr sei eine Hilflo-
senentschädigung entsprechend einer Hilflosigkeit leichten Grades zuzu-
sprechen. Ein gleichzeitig gestelltes Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle-

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ge zog sie am 17. Dezember 2014 vorbehaltlos zurück. Am 19. Januar 
2015 orientierte sie das Gericht – unter Beilage des betreffenden Ab-
klärungsberichts und Vorbescheids (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 
13 f.) – dass die IVB einen auf einer leichtgradigen Hilflosigkeit basieren-
den Anspruch auf Hilflosenentschädigung bejaht habe.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. Januar 2015 schloss die Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch lic. iur. C.________, auf Abweisung der Be-
schwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Am 10. Februar 2015 gelangten die gerichtlich eingeforderten Akten der 
IVB (act. III 1-122; act. IIIA 123-161) ein.

Replicando bestätigte die Beschwerdeführerin am 8. Mai 2015 ihr Rechts-
begehren, während die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 7. September 
2015 am gestellten Antrag auf Beschwerdeabweisung festhielt.

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Oktober 2015 wies der Instrukti-
onsrichter einen Beweisantrag der Beschwerdegegnerin auf Edition der die 
Liquidation des Direktschadens betreffenden Akten des Haftpflichtversiche-
rers ab, forderte die Beschwerdegegnerin um Vervollständigung der amtli-
chen Akten auf und edierte beim Hausarzt Dr. med. D.________, Prakti-
scher Arzt, die Krankenakten der Beschwerdeführerin.

Am 28. Oktober 2015 gelangten zusätzliche Akten der Beschwerdegegne-
rin (act. IIC 1-199) bzw. am 19. November 2015 die Krankenakten der Be-
schwerdeführerin (Akten von Dr. med. D.________ bzw. des Vorgängers 
Dr. med. E.________, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin [act. IIIB], 
unpaginiert) ein. Aufforderungsgemäss reichten zudem die Beschwerde-
gegnerin am 2. Dezember 2015 Dokumente über eine durchgeführte Be-
weissicherung vor Ort (BvO; Akten der Beschwerdegegnerin [act. IID] 1 f. 
[inkl. Datenträger]) bzw. die Beschwerdeführerin am 8. Februar 2016 medi-
zinische Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. IC] 1-5) samt 
Röntgendossier (Akten der Beschwerdeführerin [act. IB]) nach. Die Letztere 
bestätigte überdies in einem Schreiben vom 26. Februar 2016 (in den Ge-
richtsakten), dass die eingereichten Dokumente «abschliessend» seien.

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In ihren Schlussbemerkungen vom 22. März und 20. April 2016 hielten die 
Parteien an ihren Positionen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 2 ATSG) und auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) sind eingehalten. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie – 
entgegen der seitens der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort 
(S. 3 Ziff. III lit. a N. 9-12) noch vertretenen Auffassung – zur Beschwerde 
befugt ist (Art. 59 ATSG). Allein der Umstand, dass die IVB eine Hilflosen-
entschädigung in Aussicht gestellt hat (act. IIIA 159), ändert nichts an der 
Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin. Einerseits ist im Rahmen 
der intersystemischen Leistungskoordination gemäss der Prioritätenord-
nung von Art. 66 Abs. 3 ATSG (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. 
Aufl. 2015, Art. 66 N. 33 f.; Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], 
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, Rz. 9024 f.) die Unfallversicherung 
grundsätzlich gegenüber der Invalidenversicherung vorrangig leistungszu-
ständig (und nicht umgekehrt [Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. III lit. a N. 10]), 

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worauf die Beschwerdeführerin zutreffend hingewiesen hat (Replik S. 3 
Ziff. III Art. 19). Andererseits divergiert sowohl der Ansatz der Hilflosenent-
schädigung (vgl. Art. 27 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die 
Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; Art. 42ter des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]) als auch 
deren Leistungsdauer (vgl. Art. 37 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202; BGE 133 V 42] und 
Art. 27 UVG mit Hinweis auf Art. 22 UVG bzw. Art. 42 Abs. 4 IVG) in den 
beiden Versicherungszweigen, womit die versicherte Person sehr wohl ein 
Interesse daran haben kann, die Leistungen aus der einen statt der ande-
ren Sozialversicherung zu beziehen. Die Beschwerdegegnerin scheint dies 
mittlerweile denn auch anzuerkennen, hat sie am ursprünglich gestellten 
Antrag auf Nichteintreten (Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. I) in der Duplik 
doch offenbar nicht mehr festgehalten (Duplik S. 2). Auf die Beschwerde ist 
somit einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 12. Sep-
tember 2014 (act. IIB 290). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung der Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 3. November 1999.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

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Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Es ist unbestritten, dass das gemeldete und während der Versiche-
rungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin stattgehabte Ereignis vom 
3. November 1999 (act. IIC 1; act. III 1/13-23) den Unfallbegriff im Sinne 
der vorgenannten Legaldefinition erfüllte. Die Beschwerdegegnerin hat ihre 
grundsätzliche Leistungspflicht denn auch anerkannt und richtet Dauerleis-
tungen in Form einer Invalidenrente aus (act. IIC 183).

3.

3.1 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

3.1.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(«conditio sine qua non»; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1). Für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für eine bestimm-
te gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 134 V 109 
E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 S. 12 E. 8.3).

Zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG massgebenden Ursachen gehören 
sodann Umstände, ohne die die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur 
gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine schadensauslösende traumatische 

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Einwirkung ist also selbst dann leistungsbegründend, wenn der betreffende 
Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später wohl einge-
treten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadens-
eintritts «conditio sine qua non» war. Anders verhält es sich, wenn der Un-
fall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein gegenwärtiges 
Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, mani-
fest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und 
Wirkung eigenständige Bedeutung anzunehmen (SVR 2012 UV Nr. 8 S. 29 
E. 4.2.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.1.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358).

3.1.3 Die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder 
und Hilflosenentschädigungen werden nicht gekürzt, wenn die Gesund-
heitsschädigung nur teilweise Folgen eines Unfalles ist (Art. 36 Abs. 1 
UVG). Der sachliche Anwendungsbereich von Art. 36 Abs. 1 UVG ist je-
doch dort nicht betroffen, wo der Unfall und die unfallfremden Faktoren je 
eine verschiedene Gesundheitsschädigung verursachen. In solchen Fällen 
sind die Einbussen, die aus diesen verschiedenen Gesundheitsschädigun-

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gen resultieren, isoliert zu schätzen und zu entschädigen. Ist die Hilflosig-
keit also auf einen unfallfremden (gesonderten) Gesundheitsschaden 
zurückzuführen, so ist sie unfallversicherungsrechtlich unbeachtlich (vgl. 
ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 1. Aufl. 1985, 
S. 470 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversiche-
rung, 4. Aufl. 2012, S. 191).

3.2 Nach Art. 26 Abs. 1 UVG hat der Versicherte bei Hilflosigkeit An-
spruch auf Hilflosentschädigung. Als hilflos gilt eine Person, die wegen der 
Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dau-
ernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 
ATSG).

3.3 Die Hilflosenentschädigung wird nach dem Grad der Hilflosigkeit 
bemessen (Art. 27 erster Satz UVG). Art. 38 UVV unterscheidet zwischen 
Hilflosigkeit schweren, mittleren und leichten Grades. Für die Bemessung 
sind dieselben Kriterien massgebend wie in der Invalidenversicherung (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 20. Juni 2011, 8C_994/2010, 
E. 2; Art. 37 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201] und Art. 38 UVV).

3.3.1 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn der Versicherte vollständig 
hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn er in allen alltäglichen Lebensverrichtun-
gen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist 
und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung 
bedarf (Art. 38 Abs. 2 UVV).

3.3.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn der Versicherte trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln 

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist; oder

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmäs-
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und 
überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf 
(Art. 38 Abs. 3 UVV).

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen 
vorausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

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3.3.3 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmäs-
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist; oder

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder

c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders 
aufwändigen Pflege bedarf; oder

d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren 
körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erhebli-
cher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen 
kann (Art. 38 Abs. 4 UVV).

3.4 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

 Ankleiden, Auskleiden;
 Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
 Essen;
 Körperpflege;
 Verrichtung der Notdurft;
 Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91).

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin scheint davon auszugehen, dass für den 
Anspruch auf Hilflosenentschädigung in der Unfallversicherung andere 
Voraussetzungen gelten, als in der Invalidenversicherung (Beschwerde-
antwort S. 3 Ziff. III lit. a N. 10). Dies ist, was die (hier nicht zur Diskussion 
stehende) lebenspraktische Begleitung (Art. 42 Abs. 3 IVG) anbelangt, kor-
rekt. Unzutreffend ist diese Annahme hingegen bezüglich der alltäglichen 
Lebensverrichtungen (vgl. E. 3.4 hiervor; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., 
S. 172 f.). Die Aussage, die IVB habe (im hier vorliegenden Fall) den Be-
darf an lebenspraktischer Begleitung bejaht (Beschwerdeantwort S. 3 

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Ziff. III lit. a N. 11), trifft nicht zu. Die IVB hat vielmehr (allein) die auch im 
Zweig der obligatorischen Unfallversicherung massgeblichen Kriterien der 
Körperpflege und der Fortbewegung/Kontaktaufnahme (vgl. E. 3.3 Lemma 
4 und 6) bejaht (act. IIIA 158/6 Ziff. 6.4 und 6.6; Duplik S. 4 f. Ziff. III 
Art. 21).

Die Beschwerdeführerin macht unter Verweis auf Art. 36 Abs. 1 UVG eine 
ungekürzte Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für sämtliche Ein-
schränkungen geltend, selbst wenn das Unfallereignis lediglich eine Teilur-
sache gesetzt haben sollte (Replik S. 3 f. Ziff. III Art. 20 und S. 8 Ziff. III 
Art. 26). Weil hier insbesondere Beeinträchtigungen an verschiedenen Ex-
tremitäten geltend gemacht werden, und hauptsächlich ein Zusammenhang 
zwischen dem Unfallereignis und den Schulterbeschwerden umstritten ist, 
hat das Gericht vorab die Kausalität der Gesundheitsschäden und sodann 
deren Bedeutung für eine allfällige Hilflosigkeit zu prüfen.

4.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

4.2.1 Im polydisziplinären Gutachten der Klinik G.________ vom 16. Fe-
bruar 2004 (Akten der Beschwerdegegnerin [act. IIA] 71) wurden haupt-
sächlich die nachstehenden Diagnosen vermerkt (act. IIA 71/31 f.):

Status nach Verkehrsunfall am 3. November 1999 mit 
 Status nach proximaler Unterschenkelfraktur rechts, Platten-

osteosynthese der Tibia und Faszien-Spaltung der Tibialis-
anterior-Loge am 3. November 1999

 Status nach Rippenserienfraktur Th5-8 links
 Kontusion des linken Schulterblattes
 Kontusion des rechten oberen Sprunggelenks (OSG)
 Kontusion der linken Tuber ischiadicum
 Tiefe Riss-Quetsch-Wunde (RQW) am linken Ellenbogen mit El-

lenbogenkontusion links
 depressive Entwicklung im Sinne einer Anpassungsstörung ab 

vier bis sechs Monate nach dem Unfall; unter ambulanter Ge-
sprächspsychotherapie deutliche Verbesserung des psychi-
schen Wohlbefindens bis Ende Mai 2000, im Verlauf zur Stabili-
sierung weitere Sitzungen nötig

 Neudiagnose vom 19. November 2003 einer kleinen Rotatoren-
manschetten-Ruptur (RM-Ruptur) rechts der Supraspinatusseh-
ne

 Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen und Störung 
anderer Gefühle, verschiedener Tiefe, je nach Ausprägung und 

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Symptomatik (gemäss neuropsychologischem Teilgutachten 
[act. IIA 62])

 Status nach gedecktem milden Schädel-Hirn-Trauma

Die Gutachter erklärten unter anderem, aktuell im Vordergrund seien die 
Schulterschmerzen sowie eine verminderte Belastung der Schulter rechts 
geklagt worden, bei der sich neu die Diagnose einer kleinen RM-Ruptur 
rechts der Supraspinatussehne ergeben habe (act. IIA 71/38). Die objekti-
ven Befunde stünden mit Ausnahme des Zufallsbefundes an der HWS 
(asymptomatische degenerative Veränderungen [act. IIA 71/36]) sicher in 
natürlichem Kausalzusammenhang zum Unfall (act. IIA 71/40 Ziff. 6.1). 

4.2.2 Nachdem die Beschwerdegegnerin im Jahr 2006 mittels Observati-
on sowie Videoaufzeichnung eine BvO veranlasst hatte (act. IIB 207; 
act. IID 1 f.), liess sie die Beschwerdeführerin erneut in der Klinik 
G.________ begutachten. In der entsprechenden Verlaufsexpertise vom 
4. Februar 2009 (act. IIA 91) wurde in diagnostischer Hinsicht im Vergleich 
zum Vorgutachten insbesondere auf eine im März 2004 durchgeführte RM-
Revision rechts mit nachfolgend unveränderter Schmerzsituation, stärkerer 
Bewegungseinschränkung als präoperativ und «frozen shoulder» hinge-
wiesen (act. IIA 91/51). Zudem wurde eine im Juni 2005 diagnostizierte 
RM-Ruptur links und eine im April 2008 operierte stenosierende Tenovagi-
nitis am Daumen der rechten Hand erwähnt (act. IIA 91/52). Die Experten 
gaben an, eine Änderung zum Besseren und somit eine zumutbare Funkti-
onsfähigkeit auf körperlicher Ebene, welche wesentlich höher sei als im 
Vorgutachten postuliert, müsse anhand des Videomaterials thematisiert 
werden. Die Zeitspanne, welche mit den Videoaufzeichnungen dokumen-
tiert worden sei, lasse jedoch keine Schlüsse zu, wie sich die tatsächliche 
gesundheitliche Situation über einen breiten Zeitraum präsentiert habe (act. 
IIA 91/62).

4.2.3  Weil der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin das Verlaufsgut-
achten vom 4. Februar 2009 (act. IIA 91) als – insbesondere auch die Kau-
salitätsfrage betreffend – widersprüchlich bzw. nicht schlüssig beurteilt hat-
te (act. IIA 94), und die Beschwerdeführerin sich keiner weiteren Explorati-
on unterziehen wollte (act. IIB 211, 220), beauftragte erstere die 
I.________ AG mit einer Aktenbeurteilung (act. IIB 221), wobei sie vorgän-
gig eine erneute BvO durchführte (act. IIB 233). In den betreffenden Akten-

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gutachten vom 2. September 2010 (Orthopädie; act. IIA 95) bzw. vom 28. 
September 2010 (Neurologie und Psychiatrie; act. IIA 96) werden die fol-
genden Diagnosen gestellt (act. IIA 95/29 f. Ziff. 3.1; 96/12 Ziff. 3.1 und 17 
Ziff. 3.1):

Orthopädisch:
1. Status nach proximaler Unterschenkelschaftfraktur rechts, 

osteosynthetische Versorgung und Faszien-Spaltung der Tibia-
lis-anterior-Loge am 3. November 1999, Status nach Tibia-
Pseudarthrose und Re-Osteosynthese am 11. August 2000 (Me-
tallentfernung am 30. Juli 2001)

2. Status nach posttraumatischer Lipodystrophie nach Kontusion 
der rechten Hüfte mit Liposuktion über dem Trochanter rechts 
und gluteal sowie Exzision einer Hautspindel am 10. Oktober 
2000

3. Status nach Rippenserienfraktur Th5-8 rechts
4. Kontusion des linken Schulterblattes
5. Kontusion OSG rechts
6. Kontusion linker Tuber ischiadicum mit am 2. Dezember 1999 

klinisch-differentialdiagnostisch festgestelltem retroperionealem 
Psoas-Hämatom und gleichzeitiger Affektion der unteren Plexu-
santeile bzw. Psoas-Hämatom und lokale Ischiadicusläsion

7. Tiefe RQW am linken Ellenbogen mit Ellenbogenkontusion links, 
Sulcus-ulnaris-Syndrom links inkl. intermittierend starker, aller-
dings partieller Ulnarisparese mit Sensibilitätsstörung im Ulnaris-
ausbreitungsgebiet

8. Status nach Fraktur im Übergang unterer Schambeinast/Os 
ischium

Psychiatrisch:
1. Passagere, mittlerweile abgeklungene Anpassungsstörung mit 

depressiven Symptomen und Störungen anderer Gefühle (ICD-
10:F 43.2)

2. Akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10: Z73)
3. Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen Gründen 

(ICD-10: F68.0), Differentialdiagnose: Verdacht auf dissoziative 
Bewegungsstörung (ICD-10: F44.4)

Neurologisch:
1. Status nach Polytrauma

Der orthopädische Gutachter gelangte zum Schluss, dass ein natürlicher 
Kausalzusammenhang der Befunde und Diagnosen nur teilweise anzu-
nehmen sei (act. IIA 95/31 Ziff. 5.1). Er schloss eine Pathologie der rechten 
und linken Schulter im Hinblick auf das Unfallereignis mit weit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit aus (act. IIA 95/34 Ziff. 5.2), während er die Unfall-
kausalität im Übrigen bejahte (act. IIA 95/31 Ziff. 5.1.1). Aus psychiatrischer 
Sicht wurde erklärt, dem Unfall komme nicht mehr das Ausmass einer ent-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 13

scheidenden Teilursache zu (act. IIA 96/14 Ziff. 5.1.1) und der Neurologe 
bejahte einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfaller-
eignis und der partiellen sensomotorischen Ulnarisparese links sowie der 
Folgen der unteren Plexus-lumbalis-Schädigung bei Psoas-Hämatom, wo-
bei letztere weitgehen rückläufig seien; dagegen führte er die von der Be-
schwerdeführerin dargestellte Gangstörung, das linke Bein betreffend, nicht 
auf den Unfall zurück (act. IIA 96/18 Ziff. 5.1.2).

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4

4.4.1 Es ist unbestritten und aufgrund der dargelegten Aktenlage erstellt, 
dass das Ereignis vom 3. November 1999 zumindest eine Teilursache der 
Beschwerden an den unteren Extremitäten darstellt und somit diesbezüg-
lich eine natürliche Unfallkausalität vorliegt (vgl. E. 3.1.1 hiervor). Soweit 
seitens der Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang Inkonsisten-
zen behauptet werden (Beschwerdeantwort S. 4 f. Ziff. III lit. a N. 15-18; 
Duplik S. 5 ff. Ziff. III N. 13-15 und S. 10 Ziff. III N. 23), ist dies nicht ohne 
weiteres unbeachtlich. Tatsächlich sind in den Akten zahlreiche Hinweise 
auf erhebliche Inkonsistenzen dokumentiert. Beispielsweise irritierte bereits 
in der ersten Begutachtung (Gutachten vom 16. Februar 2004) die immer 
wieder nachdrückliche (Beschwerde-)Demonstration (act. IIA 71/39 
Ziff. 3.1). Sodann wurde unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der 
ersten BvO (act. IIA 91/17 f.; act. IIB 1 f.) im Verlaufsgutachten vom 4. Fe-
bruar 2009 (act. IIA 91) unter anderem eine nicht auszuschliessende be-
wusstseinsnahe Symptomverdeutlichung erwähnt (act. IIA 91/53) und an-

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gegeben, die vehement demonstrierte Gangstörung mit wiederholtem Bei-
nahe-Hinfallen und sich immer wieder Auffangen passe zu einer gezielt 
demonstrierten Störung (act. IIA 91/57). Die Gutachter erklärten, zumindest 
in den Phasen, welche mit dem Videomaterial dokumentiert worden seien, 
bestehe keine relevante bzw. gar keine Einschränkung im Sinne der sub-
jektiv geklagten Beschwerden (act. IIA 91/57); es bestünden wesentliche 
Inkonsistenzen (act. IIA 91/61 Ziff. 4.2) und es tauche der Eindruck auf, 
dass sich das Verhalten der Explorandin in einem medizinischen Setting 
von jenem ausserhalb eines solchen unterscheide (act. IIA 91/62 Ziff. 4.4). 
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführe-
rin (jedenfalls früher) aggraviert bzw. simuliert hat (vgl. auch act. IIA 96/13 
Ziff. 4.1). Die Kausalität zwischen den (objektivierten) Beschwerden der 
unteren Extremitäten sowie dem Unfall ist jedoch erstellt und unbestritten.

4.4.2 Beim Unfall vom 3. November 1999 kam es gemäss den echtzeitli-
chen Arztberichten (act. IIA 3/1, 5/1) zudem zu einer Kontusion des linken 
Schulterblattes. Erst im Juni 2005 wurde jedoch an der linken Schulter eine 
RM-Ruptur entdeckt, die gemäss den Gutachtern im Zeitpunkt der ersten 
Begutachtung im November 2003 nachweislich noch nicht bestanden hatte 
(act. IIA 91/56) und die der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin nach-
vollziehbar und überzeugend als eindeutig unfallfremd beurteilte (act. IIA 
94/7). Es steht damit fest, dass dieser Gesundheitsschaden nicht überwie-
gend wahrscheinlich auf das versicherte Ereignis zurückzuführen ist.

4.4.3 Beschwerden an der rechten Schulter wurden im unmittelbaren 
Nachgang zum Unfallereignis nicht erwähnt, sondern erst Jahre später ge-
genüber der Beschwerdegegnerin geltend gemacht. Im Gutachten vom 
16. Februar 2004 (act. IIA 71) wurde die Symptomatik einer RM-Ruptur 
zugeschrieben und als unfallkausal bezeichnet (act. IIA 71/38). Die Be-
schwerdeführerin unterzog sich kurz nach der Begutachtung am 17. März 
2004 der RM-Revision, wobei die Kosten des Eingriffs sowie die diesbe-
züglichen Nachbehandlungen – abgesehen von ergänzenden Leistungen 
der …-Zusatzversicherung (act. IIB 252/2) – offenbar von der Beschwerde-
gegnerin getragen wurden (act. IIA 79; act. IIC 156). Durch die Leistungs-
erbringung anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht und 
das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen (vgl. Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 15

vom 1. Februar 2011, 8C_895/2010, E. 5.1), mithin auch die leistungsbe-
gründende Unfallkausalität. Sie setzte sich später jedoch weder in der Ren-
tenverfügung vom 19. Oktober 2005 (act. IIC 183) noch in jener vom 
13. Dezember 2005 (act. IIC 185) betreffend die Integritätsentschädigung 
mit der Kausalitätsfrage der einzelnen Gesundheitsschäden auseinander. 
Erstmals in der Stellungnahme vom 14. April 2011 (act. IIA 99) erachtete 
der beratende Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Physikalische Medi-
zin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, die Schulterproblematik 
rechts als nicht unfallkausal. Mit Verfügung vom 3. März 2010 (act. IIB 214) 
stellte die Beschwerdegegnerin die Heilbehandlung per 28. Februar 2010 
ein, was (unter Vorbehalt der Ausnahmen von Art. 21 UVG) eigentlich be-
reits im Zeitpunkt der Berentung hätte erfolgen müssen (vgl. Art. 19 Abs. 1 
UVG). In den Erwägungen dieser Verfügung wurde deklaratorisch eine 
fehlende Unfallkausalität der Schulterbeschwerden festgehalten, im Dispo-
sitiv (Entscheidformel) fand diese Feststellung aber keinen Niederschlag, 
weshalb sie für sich allein auch nicht anfechtbar war (vgl. BGE 115 V 416 
E. 3b aa S. 417; SVR 2009 BVG Nr. 27 S. 98 E. 2.2). Die gegen die (Ent-
scheidformel der) Verfügung erhobene Einsprache (act. IIB 219) wurde im 
Rahmen der Vergleichsverfügung vom 25. Juni 2012 (act. IIB 265) erledigt. 
Im Vergleich (act. IIB 264) bzw. in der diesen bestätigenden Verfügung 
(act. IIB 265) wurden die spezifischen Gesundheitsschäden, die der getrof-
fenen Vereinbarung zugrunde lagen, weder erwähnt noch die von der Be-
schwerdegegnerin für klärungsbedürftig gehaltene Frage der Unfallkausa-
lität der Schulterbeschwerden (vgl. dazu act. IIB 213) klar beantwortet. Art. 
50 ATSG entbindet den hoheitlich handelnden Sozialversicherungsträger 
nicht vom Legalitätsprinzip (KIESER, a.a.O., Art. 50 N. 23). Mit Blick auf Art. 
36 Abs. 4 UVV erscheint zumindest problematisch, dass die Integritätsent-
schädigung ohne nachvollziehbare Begründung sowie «unpräjudiziell und 
ohne Anerkennung einer Rechtspflicht» (act. IIB 264/2 Ziff. 3) erhöht wur-
de. Weil das Gericht den medizinischen Sachverhalt und die daraus sich 
insbesondere für die Kausalitätsbeurteilung ergebenden Folgen im vorlie-
gendem Fall vollumfänglich frei zu prüfen hat (vgl. E. 1.4 hiervor), braucht 
diese Frage hier jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden.

Die Beschwerdegegnerin hatte nach dem Gesagten die anspruchsbegrün-
dende Unfallkausalität der rechtsseitigen Schulterbeschwerden anerkannt. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 16

Die objektive Beweislast des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung der 
unfallbedingten Ursachen dieses Gesundheitsschadens liegt daher bei ihr 
(vgl. SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 3.2). Wohl hat Dr. med. H.________ im 
April 2011 und Dezember 2013 unter Bezugnahme auf das Gutachten vom 
16. Februar 2004 (act. IIA 71) festgehalten, unmittelbar nach dem Unfall 
seien keine Schulterbeschwerden rechts vermerkt worden, er hat es aber 
als möglich erachtet, dass diese durch die Beanspruchung zufolge des 
Gehens an Stöcken entstanden sein könnten (act. IIA 99/2, 105/2); damit 
zog er letztlich eine Kausalität im Sinne einer Spätfolge (vgl. BGE 118 V 
293 E. 2c S. 296; RKUV 2003 U 487 S. 341 E. 2) in Betracht. Weder das 
Gutachten aus dem Jahr 2004 noch die Berichte des beratenden Arztes 
(act. IIA 99, 105) sind folglich für sich allein geeignet, das Dahinfallen der 
anerkannten Kausalität zu beweisen.

Das Verlaufsgutachten vom 4. Februar 2009 (act. IIA 91) ist mit Bezug auf 
die höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 4.3 hiervor) prinzipiell 
nicht zu beanstanden. Wie schon das Vorgutachten (act. IIA 71), basiert die 
Beurteilung auf eingehenden Explorationen und einer einlässlichen und 
sorgfältigen Diskussion. In Kenntnis der ersten BvO (act. IIA 91/17 f.; 
act. IIB 1 f.) und auch der eigenen früheren wie neuen Feststellungen wie-
sen die Gutachter nachvollziehbar auf Inkonsistenzen hin (vgl. E. 4.4.1 
hiervor), wobei dieses Verhalten zeitweise als funktionelle Äusserung im 
Rahmen einer psychischen Störung betrachtet wurde (act. IIA 91/55). Die 
Annahme der Beschwerdeführerin, die Experten seien beeinflusst worden 
(act. IIB 220), beruht offensichtlich auf einem Missverständnis, denn die 
«wiederholten gemeinsamen Erörterungen» (act. IIA 91/2 Lemma 8) bezie-
hen sich nicht auf Besprechungen mit der Auftraggeberin/Beschwerde-
gegnerin, sondern auf (Konsens-)Gespräche zwischen den Gutachtern. 
Wie die Gutachter in ihrer zweiten Expertise korrekt festhielten (act. IIA 
91/57, 91/61 Ziff. 4.2 f.), hatten sie bereits im ersten Gutachten auf gewisse 
Inkonsistenzen hingewiesen (act. IIA 71/39 Ziff. 3.1).

Wie sich im gerichtlichen Beweisverfahren gezeigt hat – und den Gutach-
tern wohl nur teilweise bekannt war (act. IIA 91/15 f.) – hatte die Beschwer-
deführerin jedoch bereits Jahre vor dem Unfallereignis regelmässig über 
Schulterbeschwerden geklagt und Physiotherapiebehandlungen in An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 17

spruch genommen (act. IIIB, unpaginiert [z.B.: 4. November 1986 {Um-
schlag}: Akute Schmerzen zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt; 1. Juli 
1998 {Blatt 11}: Seit drei Tagen Schmerzen an der linken Schulter; 7. Juli 
1998 {Blatt 11}: Schulter mit Tramal besser; 24. September 1998 {Blatt 12}: 
Kann Schultern nach hoch ziehen, nur «ruckweise» senken]). Dies 
bestätigt die durch die I.________ gleichermassen in Unkenntnis der um-
fangreichen Patientenakten des behandelnden Arztes – erfolgte Aktenbeur-
teilung vom September 2010 (act. IIA 95/32 ff. Ziff. 5.2). Wohl handelt es 
sich rechtstechnisch nicht um ein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG. 
Dass die Beschwerdegegnerin als Trägerin der obligatorischen Unfallversi-
cherung – nachdem die Beschwerdeführerin dezidiert erklärt hatte, an kei-
ner weiteren Begutachtung teilnehmen zu wollen (act. IIB 211, 220) – eine 
medizinische Aktenbeurteilung in Auftrag gab, war angesichts des offen-
sichtlichen Abklärungsbedarfs legitim und führt auch nicht zur Unverwert-
barkeit der Beurteilung. Die Beurteilung der I.________ ist auch inhaltlich 
überzeugend. Dass die Experten die Beschwerdeführerin nicht persönlich 
explorierten, vermag dabei den Beweiswert ihrer Schlussfolgerungen nicht 
zu schmälern, denn einerseits konnten sie sich aufgrund der vorhandenen 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen (vgl. RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b) und andererseits war die hier 
notwendige (retrospektive) Einschätzung der Kausalitätsfrage durch eine 
Aktenbeurteilung ohne weiteres möglich. Dass eine konsolidierte Diskussi-
on aus allen beteiligten Fachdisziplinen fehlt, ist für die hier relevante Frage 
der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden nicht von Bedeutung. Dr. 
med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, verneinte einen Kausalzusammenhang zwi-
schen dem Unfallereignis und den (beidseitigen) Schulterbeschwerden 
aufgrund einer nachvollziehbaren medizinischen Diskussion (act. IIA 95/32 
ff. Ziff. 5.2 f.). Er berücksichtigte dabei die Unfallanamnese und stellte diese 
den biomechanischen Abläufen gegenüber, die nach empirischen medizin-
wissenschaftlichen Erkenntnissen geeignet wären, die befundeten Schul-
terverletzungen zu erklären. Er führte dabei aus, dass eine direkte 
Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) oder eine fortge-
leitete Krafteinwirkung bei seitlicher oder vorwärtsgeführter Armhaltung 
(Stauchung) ungeeignete Unfallhergänge seien um eine Supra-
spinatussehnenruptur zu bewirken. Hierfür geeignet seien hingegen ein 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 18

Sturz auf einen nach hinten und innen gehaltenen Arm, ein massives, 
plötzliches Rückwärtsreissen oder Heranführen des Arms sowie eine starke 
Zugbelastung bei gewaltsamer Rotation des Arms (act. IIA 95/32 Ziff. 5.2). 
Diese Einschätzung leuchtet ein und wird denn auch durch die erst im vor-
liegenden Verfahren anhand der gerichtlichen Beweismassnahme bekannt 
gewordenen vollständigen Krankengeschichte bestätigt. Daraus ergibt sich, 
dass die Beschwerdeführerin bereits mehr als zehn Jahre vor dem hier zu 
beurteilenden Ereignis in hausärztlicher Dauerbehandlung stand. Dies zum 
einen wegen einer Vielzahl von Unpässlichkeiten, zum anderen aber – und 
dies ist hier von zentraler Bedeutung – auch wegen seit mindestens 1985 
massiv geklagten Schulter- und Rückenproblemen (act. IIIB, unpaginiert). 
Diese wurden damals mit regelmässiger Physiotherapie behandelt. Auch 
bzw. gerade weil diese Schulterprobleme unmittelbar nach dem Unfaller-
eignis nicht mehr genannt wurden, ist naheliegend, dass sie gar nie unfall-
kausal bestanden bzw. jedenfalls heute nicht mehr bestehen. 

Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der nun letzten gerichtlichen Be-
weismassnahme einzig einen bildgebenden Befundbericht (act. IC 1), je-
doch keine (Röntgen-)Bilder eingereicht, welche den Zustand vor dem Un-
fall dokumentieren. Der besagte Bericht (act. IC 1) lässt ohne weiteres dar-
auf schliessen, dass die seit Jahren geklagten Rückenbeschwerden bzw. 
das Zervikalsyndrom unfallfremd sind. Weitere Bilder bzw. entsprechende 
Berichte wurden – auch auf gerichtliche Aufforderung hin – nicht eingelie-
fert, wobei die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 8. Februar 2016 
angab, über solche nicht mehr zu verfügen bzw. nicht zu wissen, wo sie 
erhoben werden könnten (vgl. auch Schreiben der Beschwerdeführerin 
vom 26. Februar 2016 [in den Gerichtsakten]). Das bedeutet, dass auch 
weitere gerichtliche Beweismassnahmen – namentlich die von der Be-
schwerdegegnerin beantragte Edition von Akten der F.________ über ein 
mutmasslich im Jahre 1986 bzw. 1987 stattgehabtes Geschehen (Schluss-
bemerkungen Beschwerdegegnerin S. 3 Ziff. II N. 5) – nicht zielführend 
wären (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Es 
bedeutet hingegen nicht, dass deswegen nun unbesehen der Kausalitäts-
beurteilung der Beschwerdeführerin zu folgen wäre. Diese verwies in ihrer 
Stellungnahme vom 8. Februar 2016 lediglich auf eine einzelne, kurz vor 
dem Unfall durchgeführte Serie Physiotherapie – machte mithin geltend, es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 19

sei nur eine Banalität behandelt worden – und erklärte, sie sei danach be-
schwerdefrei gewesen. Dabei blendete sie aus, dass – wie bereits darge-
legt – in den Jahren zuvor eine grosse Anzahl derartiger Therapien durch-
geführt worden waren und sie im gesamten zeitlichen Verlauf keineswegs 
je als dauernd beschwerdefrei zu betrachten gewesen wäre. Auch gestützt 
auf die neu erhobenen Unterlagen (act. IIIB, unpaginiert) bildet das or-
thopädische «Gutachten» der I.________ (act. IIA 95) eine überzeugende 
Grundlage für die weitere Beurteilung des Anspruchs auf eine Hilflosenent-
schädigung.

4.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die etwas oberflächli-
che und (ebenfalls) in Unkenntnis der gesamten Sachlage erfolgte erste 
Kausalitätsbeurteilung im Gutachten vom 16. Februar 2004 (act. IIA 71) 
widerlegt bzw. eine allenfalls initial bestehende Unfallkausalität der Schul-
terbeschwerden (vgl. E. 4.4.3 hiervor) nachträglich weggefallen ist. Was die 
Beinproblematik anbelangt, bestehen aufgrund der Erkenntnisse aus der 
ersten BvO aus dem Jahre 2006 (act. IID 1 f.) sowie des nun erstellten 
Vorzustandes mit Diskushernien, zwar berechtigte Zweifel an der seitens 
der Beschwerdeführerin (damals) dargestellten Intensität der Symptomatik. 
Dies ist im vorliegenden Kontext der im Jahr 2013 beantragten Hilflosen-
entschädigung (act. IIB 268) jedoch nicht weiter von Bedeutung, wenn so 
oder anders kein Leistungsanspruch besteht. 

5.

5.1 Als unfallkausal können im Rahmen der fraglichen Hilflosigkeit 
höchstens die durch die Beinbeschwerden bewirkten, somatisch erklärba-
ren Einschränkungen Berücksichtigung finden. Ausgehend von diesem 
unfallkausalen Gesundheitsschaden hatte die IVB mit Abklärungsbericht 
vom 27. Mai 2010 (act. III 75) das Fehlen der Voraussetzungen für eine 
Hilflosenentschädigung festgehalten (act. III 75/5 Ziff. 7) und am 18. August 
2010 entsprechend verfügt (act. III 79), wobei für keine einzige alltägliche 
Lebensverrichtung ein regelmässiger und erheblicher Hilfebedarf bejaht 
worden war. Dieser von einer qualifizierten Fachperson in Kenntnis der 
örtlichen und räumlichen Verhältnisse verfasste Bericht ist schlüssig sowie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 20

bezüglich der einzelnen Einschränkungen angemessen detailliert begrün-
det (vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63). Inzwi-
schen ist eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten. 
Dies bezieht sich zum einen auf einen Misstritt vom 21. Juni 2012 mit Luxa-
tionsfraktur am OSG rechts (act. III 97/8) und zum anderen auf eine Ex-
azerbation der linksseitigen RM-Ruptur (act. III 97/5). Diese beiden Ge-
sundheitsschäden sind zweifellos nicht kausal zum hier massgebenden 
Unfallereignis aus dem Jahre 1999. Bezüglich der im Juni 2005 befundeten 
und konservativ behandelten RM-Ruptur links (act. IIA 91/56) wurde bereits 
auf die fehlende Unfallkausalität hingewiesen (vgl. E. 4.4.2 und 4.5 hiervor), 
was folglich auch für eine nachträgliche Befundverschlechterung zu gelten 
hat. Für die im Nachgang zum Misstritt festgestellte OSG-Verletzung 
rechts, welche allenfalls eine unfallähnlichen Körperschädigung im Sinne 
von Art. 6 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 lit. a UVV darstellt, bestand auf-
grund der Taggeldterminierung per 30. September 2005 (act. IIC 183/2 
Ziff. 2) keine Versicherungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin mehr 
(vgl. Art. 3 Abs. 2 UVG). Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführerin 
im Zeitpunkt des Misstritts in massiv alkoholisiertem Zustand (BAK bei Spi-
taleinlieferung: 1.56 – bei offensichtlich bestehendem Alkoholproblem 
[act. III 97/8 Ziff. 6]) befand (act. III 97/9 f.), womit der Beweis, dass der 
Misstritt kausal zum früheren Unfall sein könnte, nicht als mindestens mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit geführt gelten kann. 

5.2 Weil der unfallkausale Gesundheitsschaden keinesfalls gravier-
ender ist als er im Zweig der final konzipierten Invalidenversicherung (vgl. 
BGE 124 V 174 E. 3b S. 178) vom Abklärungsdienst der IVB im Mai 2010 
(act. III 75) seiner nachvollziehbaren und überzeugenden Beurteilung zu-
grunde gelegt worden war, besteht damit aus unfallversicherungsrechtli-
cher Sicht kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Dies entspricht 
letztlich auch den medizinischen Schlussfolgerungen in den Aktenbeurtei-
lungen der I.________ (act. IIA 95/37 f. Ziff. 8, 96/20 f. Ziff. 8). 

Die (erst nach dem angefochtenen Einspracheentscheid [act. IIB 290] er-
folgte) Erhebung der IVB vom 16. Dezember 2014 (act. IIIA 158) berück-
sichtigte offensichtlich hier auszuklammernde unfallfremde Gesundheits-
verschlechterungen (act. IIIA 158/6 f. Ziff. 6.4 und 6.6), weshalb die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2016, UV/14/975, Seite 21

schwerdeführerin daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag. Mit 
anderen Worten bleibt für den Zweig der Unfallversicherung nach wie vor 
die im Mai 2010 erhobene Situation (act. III 75) massgebend. Der Einspra-
cheentscheid vom 12. September 2014 (act. IIB 290) ist demgemäss nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Zufolge Rückzugs des Gesuchs um unent-
geltliche Rechtspflege am 17. Dezember 2014 ist das betreffende Verfah-
ren als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abzuschrei-
ben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- lic. iur. C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin

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- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.