# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84a12f04-ce68-592c-9019-2d25e059a965
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2011 C-4996/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4996-2011_2011-12-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung III
C­4996/2011

U r t e i l   v om   2 0 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Andreas Trommer, Richterin Marianne Teuscher, 
Gerichtsschreiberin Barbara Giemsa­Haake.

Parteien A._______, 
vertreten durch Fürsprecher Erich Eicher, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur kantonalen 
Aufenthaltsbewilligung (Abweichung von den 
Zulassungsvoraussetzungen).

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Sachverhalt:

A. 
Der aus dem Kosovo stammende A._______, geboren 1961, hielt sich in 
den Jahren 1985 bis 1987 als Saisonnier in der Schweiz auf. Seine erste 
Ehe mit der 1965 geborenen B._______ dauerte bis zum 14. März 1991. 
Aus dieser Ehe gingen die 1988 und 1989 geborenen Kinder D._______ 
und E._______ hervor. 1993 kam der gemeinsame Sohn F._______ zur 
Welt.

In seiner Heimat heiratete A._______ am 15. März 1991 die aus Serbien 
stammende  C._______,  geboren  1957,  die  im  Kanton  Bern  über  eine 
Niederlassungsbewilligung  verfügt.  Kurz  nach  der  Hochzeit  reiste  er  im 
Familiennachzug  in  die  Schweiz  ein  und  nahm  Wohnsitz  bei  seiner 
Ehefrau.  Im  Dezember  1997  verliess  er  die  Schweiz  Richtung  Kosovo, 
kehrte  aber  im  April  2001  zu  seiner  Ehefrau  zurück.  Aufgrund  des 
erneuten  Familiennachzugs  erhielt  er  eine  bis  zum  16.  April  2002 
befristete  Aufenthaltsbewilligung.  Diese  wurde  jährlich,  letztmals  mit 
Gültigkeit bis zum 16. April 2008, verlängert.

B. 
Nachdem  ein  kosovarisches  Gericht  im  Juni  2002  die  bisher  der 
Kindesmutter  obliegende  elterliche  Sorge  über  die  drei  gemeinsamen 
Kinder auf  A._______ übertragen hatte, stellte dieser für seine Kinder ein 
Familiennachzugsgesuch.  In  dessen  Folge  reisten  D._______, 
E.________  und  F._______  im  August  2003  in  die  Schweiz  ein  und 
nahmen Wohnsitz bei ihrem Vater. 

Am  15.  August  2006  wurde  die  Ehe  von  A._______  und  C._______ 
rechtskräftig  geschieden.  Der  Beschwerdeführer  verheiratete  sich  am 
6. April 2007 erneut mit B._______.

C. 
Im November 2007 unterbreitete der Migrationsdienst des Kantons Bern 
(MIDI)  die  für  A._______  anstehende  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  dem  BFM  zur  Zustimmung.  Letztere  wurde  mit 
Verfügung vom 12. Juni 2008 verweigert. Gleichzeitig ordnete das BFM 
die  Wegweisung  an.  Es  führte  zur  Begründung  im  Wesentlichen  aus, 
dass A._______ nach der Trennung  von  seiner  (zweiten) Ehefrau  2003 
keinen  Anspruch  mehr  auf  Erteilung  oder  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung  habe.  Für  ihn  bedeute  der  Verlust  des 
Aufenthaltsrechts  –  unter  Berücksichtigung  der  Aufenthaltsdauer,  der 

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Integration,  des Alters  sowie der Situation der  drei Kinder – auch  keine 
besondere Härte. Das BFM legte weiter dar, dass A._______ zu Klagen 
Anlass  gegeben  habe  (strafrechtliche  Verurteilung,  Betreibungen  u.a.), 
und  wies  in  diesem  Zusammenhang  auf  bestehende  Anhaltspunkte  für 
den  Missbrauch  des  Aufenthaltsrechts  hin.  Die  Vorinstanz  verneinte 
sodann auch das Vorliegen von Vollzugshindernissen.

Gegen diese Verfügung erhob A._______ am 15. Juli 2008 Beschwerde 
ans Bundesverwaltungsgericht. Dieses hat  in seinem Urteil C­4750/2008 
vom 17. März 2011 die Rechtmässigkeit der vorinstanzlichen Verfügung 
bestätigt  und  die  hiergegen  gerichtete Beschwerde  abgewiesen.  Soweit 
die Beschwerde den mittlerweile volljährig gewordenen Sohn F._______ 
betraf, wurde sie als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

D. 
Mit  Eingabe  vom  9.  Mai  2011  ersuchte  A._______  beim  MIDI  unter 
Hinweis  auf  seine  lange  Aufenthaltsdauer,  seine  neunjährige  Tätigkeit 
beim gleichen Arbeitgeber sowie die Tatsache, dass seine Kinder hier in 
der Schweiz lebten, darum, die Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 30 
Abs. 1 Bst. b des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 
142.20) zu verlängern bzw. neu zu erteilen und dem BFM einen Antrag 
auf Zustimmung zu unterbreiten.

In der Folge erklärte sich der MIDI bereit, eine Aufenthaltsbewilligung zu 
erteilen  und  unterbreitete  dem  BFM  am  30.  Mai  2011  einen 
entsprechenden Antrag auf Zustimmung.

Die Vorinstanz teilte A._______ am 15. Juni 2011 mit, es werde erwogen, 
die Zustimmung zu verweigern. Die Frage, ob ein Härtefall  vorliege,  sei 
bereits  Gegenstand  des  Verfahrens  betreffend  Aufenthaltsverlängerung 
gewesen und im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­4750/2008 vom 
17. März 2011 negativ beantwortet worden. Vorliegend seien keine neuen 
Gründe  ersichtlich,  welche  die  Feststellungen  des 
Bundesverwaltungsgerichtes  in  einem  wesentlich  anderen  Licht 
erscheinen liessen. Zur beabsichtigten Zustimmungsverweigerung wurde 
dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt.

E. 
Mit  Eingabe  vom  4.  August  2011  äusserte  sich  A._______  zu  der  in 
Aussicht gestellten Zustimmungsverweigerung und machte insbesondere 
geltend, entgegen der Auffassung der Vorinstanz liege keine abgeurteilte 

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Sache  bzw.  res  iudicata  vor.  Er  verwies  nochmals  auf  seine  lange 
Aufenthaltsdauer  in der Schweiz und stellte  schliesslich den Antrag,  ihn 
zu den für sein Gesuch relevanten Umständen zu befragen.

Die Vorinstanz wies mit Verfügung vom 10. August 2011 den Antrag auf 
Parteibefragung  ab  und  verweigerte  die  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  erforderliche  Zustimmung  zur  Abweichung  von 
den  Zulassungsvoraussetzungen.  Zur  Begründung  verwies  sie  auf  das 
bereits  erwähnte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  führte  im 
Wesentlichen  aus, weder  aus  dem Gesuch  vom  9. Mai  2011  noch  aus 
der  Stellungnahme  vom  4.  August  2011  gingen  wesentliche  Gründe 
hervor, welche heute eine andere Einschätzung gebieten würden. 

F. 
Mit Rechtsmitteleingabe  vom 9.  September  2011  stellt  A._______  beim 
Bundesverwaltungsgericht  die  Begehren,  es  sei  festzustellen,  dass  die 
gesetzlichen  Voraussetzungen  der  für  die  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  erforderlichen  Abweichung  von  den 
Zulassungsvoraussetzungen  gegeben  seien;  schliesslich  sei  die 
Bewilligung  zur  Erwerbstätigkeit  und  zum  Aufenthalt  zu  erteilen. 
Begründend führt er aus, gemäss der bundesgerichtlichen Praxis sei ein 
Ausländer, welcher mehr  als  10 Jahre  in  der Schweiz  gelebt  habe,  von 
den  Begrenzungsmassnahmen  ausgenommen,  wenn  sein  Verhalten 
tadellos  sei,  er  finanziell  auf  eigenen  Füssen  stehe  und  gut  in  der 
Schweiz  integriert  sei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sei  von  der 
falschen Tatsache ausgegangen, dass er die Behörden getäuscht habe. 
So  sei  der  Unterbruch  seines  Aufenthalts  in  der  Schweiz  von  1997  bis 
2001  willensunabhängig  gewesen,  denn  er  habe  nach  dem 
Kriegsausbruch  in  seiner  Heimat  nicht  mehr  in  die  Schweiz 
zurückkommen  können. Hierfür  könne er  durch Parteibefragung Beweis 
erbringen.  Schliesslich  sei  eine  Rückkehr  nach  Kosovo  für  ihn  nicht 
zumutbar  und würde  eine  besondere Härte  darstellen. Der Beschwerde 
wurde  eine  Bescheinigung  über  den  Nichtbesitz  einer  Immobilie 
beigelegt.

G. 
In ihrer Vernehmlassung vom 21. September 2011 hält die Vorinstanz an 
der  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragt  die 
Abweisung der Beschwerde.

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H. 
Der  Beschwerdeführer  verzichtete  im  Rahmen  des  ihm  gewährten 
Replikrechts auf eine Stellungnahme.

I. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer der in Art. 33 
VGG  aufgeführten  Behörden  erlassen  wurden.  Darunter  fallen  auch 
Verfügungen  des BFM,  bei  denen  es  um die  Zustimmung  zur Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung  im Rahmen von Art.  30 AuG – dieser  lässt 
Abweichungen  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  zu  –  geht.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (Art. 
83 Bst.  c  Ziff.  2  und  4  des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2.  Gemäss  Art.  37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Gesetz  nichts 
anderes bestimmt.

1.3.  Als  Adressat  der  Verfügung  ist  der  Beschwerdeführer  zu  deren 
Anfechtung  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und 
formgerechte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2. 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, was 
Gegenstand  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger 
Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER, 
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich  1998,  Rz.  404).  Im  vorliegenden  Fall  geht  es  –  auch  wenn  das 
Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  insoweit  missverständlich  ist – 
um  ein  Zustimmungsverfahren  nach  Art.  99  AuG  i.V.m.  Art.  85  Abs.  1 

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Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 
und Erwerbstätigkeit (VZAE, SR 142.021). Dieses Verfahren betrifft auch 
die  Frage  der  Abweichung  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  nach 
Art. 30 AuG und damit – so wie hier – die Zulassung  im Rahmen eines 
schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls  gemäss Art.  30 Abs.  1 Bst.  b 
AuG  und  Art.  31  VZAE  (vgl.  MARTIN  NYFFENEGGER  in: 
Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG], Art.  99 N 
18  sowie  Weisungen  des  BFM  im  Ausländerbereich,  Stand  30. 
September 2011, Ziff. 1.3.2).

3. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  –  soweit  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2011/1 E. 2; BVGE 2007/41 E. 2).

4. 
Das  Verfahren  C­4750/2008  vor  Bundesverwaltungsgericht  hatte  die 
Zustimmung  zur  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  sowie  die 
Wegweisung zum Gegenstand. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 2) bildet im 
vorliegenden  Fall  die  Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  ebenfalls  Verfahrensgegenstand.  Es  ist 
festzuhalten,  dass  es  sich  –  im  Gegensatz  zur  Auffassung  des 
Beschwerdeführers  –  um  identische  Fragestellungen  handelt.  Wird  die 
Zustimmung zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung (beispielsweise 
nach  Wegfall  eines  Privilegierungsgrundes)  verweigert,  beinhaltet  die 
entsprechende  Prüfung  sämtliche  Gesichtspunkte  einer  möglichen 
Zulassung  einschliesslich  der  Voraussetzungen  für  ein  Abweichen  von 
den Zulassungsvoraussetzungen (vgl. Art. 86 Abs. 2 Bst. c Ziff. 2 VZAE). 
Dies  hat  zur  Folge,  dass  nach  einer  rechtskräftigen  Verweigerung  der 
Zustimmung  kein  Raum  bleibt  für  eine  Fortsetzung  des 
Bewilligungsverfahrens  auf  kantonaler  Ebene  (vgl.  Urteile  des 

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Bundesverwaltungsgerichts C­6133/2008 vom 15. Juli 2011 E. 8.3 sowie 
C­1786/2007  vom  3.  Juni  2010 E.  3.2  in  fine),  es  sei  denn,  es würden 
Wiedererwägungsgründe  vorliegen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­6168/2008  vom  28.  September  2011  E. 
3.4, vgl. auch Urteil des Bundesgerichtes 2C_837/2011 vom 7. November 
2011  E.  2.1).  Vorliegend  wäre  die  Vorinstanz  demnach  gehalten 
gewesen,  das  Gesuch  vom  9.  Mai  2011  unter  dem  Aspekt  der 
Wiedererwägung  (einschliesslich  der  Frage  der 
Eintretensvoraussetzungen) zu prüfen. 

4.1.  Das  Wiedererwägungsgesuch  ist  der  formlose  Rechtsbehelf,  mit 
welchem eine betroffene Person die erstinstanzliche Verwaltungsbehörde 
darum  ersucht,  auf  eine  formell  rechtskräftige  Verfügung 
zurückzukommen  und  diese  abzuändern  oder  aufzuheben  (ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
6.  vollständig  überarbeitete  Auflage,  Zürich/St.  Gallen  2010,  Rz.  1828; 
PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  3. Auflage,  Bern  2009,  §  31  Rz.  46).  Im 
Verwaltungsverfahren  des  Bundes  ist  die  Wiedererwägung  formell 
rechtskräftiger  Verfügungen  nicht  ausdrücklich  geregelt.  Die 
Rechtsprechung  leitet  dieses  Institut  direkt  aus  Art.  29  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999  (BV, SR 101)  sowie  insbesondere  aus Art.  66 VwVG ab, welcher 
die  Möglichkeit  der  Revision  von  Beschwerdeentscheiden  vorsieht  (vgl. 
VPB 67.109 E. 3a mit Hinweisen).

4.2. Die  Verwaltungsbehörden  können  ihre  in  Rechtskraft  erwachsenen 
Verfügungen  unter  bestimmten  Voraussetzungen  in  Wiedererwägung 
ziehen.  Für  sie  besteht  die  Pflicht,  auf  ein  entsprechendes  Gesuch 
einzutreten,  wenn  sich  die  Verhältnisse  seit  dem  ersten  Entscheid 
erheblich  geändert  haben  oder  wenn  der  Gesuchsteller  erhebliche 
Tatsachen und Beweismittel anführt, die ihm im früheren Verfahren nicht 
bekannt waren oder die schon damals geltend zu machen für ihn rechtlich 
oder  tatsächlich  unmöglich  war  oder  keine  Veranlassung  dazu  bestand 
(Art.  66  Abs.  3  VwVG  analog;  vgl.  BGE  136  II  177  E.  2.1  S.  181  mit 
Hinweisen und Urteil des Bundesgerichts 1C_270/2011 vom 29. August 
2011 E. 6).

4.3.  Der  Möglichkeit  der  Wiedererwägung  sind  Grenzen  gesetzt.  Aus 
Gründen  der  Rechtssicherheit  ist  das Geltendmachen  neuer  Tatsachen 
oder  Beweismittel  an  die  gleich  strengen Voraussetzungen  zu  knüpfen, 

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wie  sie  in  der  Praxis  bei  der  Bejahung  eines  Revisionsgrundes  in  den 
gesetzlich geregelten Fällen gälten  (BGE 127  I 133 E. 6 S. 137  f.). Die 
Wiedererwägung  darf  namentlich  nicht  dazu  dienen,  rechtskräftige 
Verwaltungsentscheide  in  Frage  zu  stellen  oder  Rechtsmittelfristen  zu 
umgehen  (BGE  136  II  177  E.  2.1  S.  181  oder  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­6168/2008 vom 28. September 2011 E. 3.3 
mit Hinweis).

4.4.  Im  Grunde  macht  der  Beschwerdeführer  keine  nachträglich 
veränderte  Sachlage  geltend.  Er  übt  ganz  im Gegenteil  in  unzulässiger 
Weise  Kritik  an  einem  rechtskräftigen  Urteil.  Nur  soweit  die  Vorinstanz 
trotzdem auf sein Gesuch eingetreten ist und einen Sachentscheid gefällt 
hat, ist auf die beschwerdeweisen Vorbringen einzugehen.

5. 
5.1. Mit  dem  Inkrafttreten  des Ausländergesetzes wurde  das  ehemalige 
Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der 
Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  abgelöst  (vgl.  Art.  125  i.V.m.  Ziff.  I  des 
Anhangs 2 zum AuG) und damit auch gewisse Ausführungsverordnungen 
wie die Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl 
der Ausländer  (BVO, AS 1986 1791; vgl. Art. 91 VZAE). Auf Verfahren, 
die  vor  diesem Zeitpunkt  eingeleitet  wurden,  bleibt  das  bisherige Recht 
anwendbar  (vgl.  Art.  126  Abs.  1  AuG  sowie  BVGE  2008/1,  E.  2).  Das 
Gesuch,  mit  dem  sich  der  Beschwerdeführer  zwecks  Erteilung  einer 
humanitären Aufenthaltsbewilligung an den Kanton wandte, wurde nach 
dem  Inkrafttreten  des Ausländergesetzes  gestellt. Hierauf  sowie  auf  die 
VZAE ist bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde abzustellen.

5.2. Die Anwendung des neuen Rechts hat  jedoch nicht zur Folge, dass 
die  bisherige Praxis  des Bundesgerichts  im Zusammenhang mit Art.  13 
BVO unbeachtlich ist. Aus der Botschaft des Bundesrates zu Art. 30 AuG 
geht  nämlich  klar  hervor,  dass  die  Ausnahmen  von  den 
Zulassungsvorschriften bereits  in der BVO enthalten sind und  im neuen 
Recht übernommen und soweit notwendig ergänzt werden (vgl. Botschaft 
des  Bundesrates  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002, S. 3786). Der Härtefallbegriff von 
Art.  13  Bst.  f  BVO  deckt  sich  daher  mit  dem  heutigen  Begriff  des 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalles gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b 
AuG  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1486/2009  vom  9. 
Dezember 2010 E. 3).

6. 

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6.1.  Abweichungen  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  nach  Art.  30 
AuG  fallen,  wie  schon  die  Ausnahme  von  der  zahlenmässigen 
Begrenzung  gemäss  dem  altrechtlichen  Art.  13  Bst.  f  BVO,  in  die 
Zuständigkeit des BFM (Art. 40 Abs. 1 AuG). Dieses entscheidet gemäss 
Art. 99 AuG über seine Zustimmung, sofern sich die zuständige kantonale 
Behörde  in  diesem  Rahmen  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung 
bereit  erklärt  hat.  Die  Vorinstanz  und  mithin  auch  das 
Bundesverwaltungsgericht  sind  daher  nicht  an  die  Einschätzung  der 
kantonalen  Behörde  gebunden  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts C­1555/2008 vom 1. September 2009 E. 4.1 
und C­196/2006 vom 26. Oktober 2007 [BVGE 2007/45] E. 3).

6.2.  Gemäss  Art.  30  Abs.  1  Bst.  b  AuG  kann  von  den 
Zulassungsvoraussetzungen  abgewichen werden,  um  schwerwiegenden 
persönlichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung 
zu  tragen.  Nach  Art.  31  Abs.  1  VZAE  sind  bei  der  Beurteilung  eines 
schwerwiegenden  persönlichen Härtefalles  insbesondere  die  Integration 
der  gesuchstellenden  Person  (Bst.  a),  die  Respektierung  der 
Rechtsordnung (Bst. b), die Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen 
Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum 
Erwerb von Bildung (Bst. d), die Dauer der Anwesenheit  in der Schweiz 
(Bst.  e),  der  Gesundheitszustand  (Bst.  f)  und  die  Möglichkeit  für  eine 
Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g) zu berücksichtigen. Diese 
Kriterien  stellen  allerdings  weder  einen  abschliessenden  Katalog  dar 
noch müssen sie kumulativ erfüllt sein.

6.3.  Schon  aufgrund  der  Stellung  des  Art.  30  Abs.  1  Bst.  b  AuG  im 
Gesetz  (unter  dem  Abschnitt  Abweichungen  von  den 
Zulassungsvoraussetzungen),  seiner  Formulierung  und  den  vom 
Bundesgericht in der Rechtsprechung zum entsprechenden Art. 13 Bst. f 
BVO genannten und  jetzt  in Art. 31 Abs.  1 VZAE aufgeführten Kriterien 
ergibt  sich,  dass  dieser  Bestimmung  Ausnahmecharakter  zukommt  und 
dass die Voraussetzungen zur Anerkennung eines Härtefalls restriktiv zu 
handhaben sind. Die betroffene Person muss sich  in einer persönlichen 
Notlage  befinden.  Das  bedeutet,  dass  ihre  Lebens­  und 
Existenzbedingungen,  gemessen  am  durchschnittlichen  Schicksal  von 
ausländischen  Personen,  in  gesteigertem  Mass  in  Frage  gestellt  sind 
bzw. die Verweigerung einer Ausnahme von den Zulassungsbedingungen 
für sie schwere Nachteile zur Folge hätte. Indessen begründen eine lang 
dauernde  Anwesenheit  und  eine  fortgeschrittene  soziale  und  berufliche 
Integration  sowie  ein  klagloses  Verhalten  für  sich  allein  keinen 

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schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall.  Vielmehr  wird  vorausgesetzt, 
dass  die  ausländische  Person  so  enge  Beziehungen  zur  Schweiz 
unterhält,  dass  von  ihr  nicht  verlangt  werden  kann,  in  einem  anderen 
Land,  insbesondere  in  ihrem  Heimatland  zu  leben.  Berufliche, 
freundschaftliche  und  nachbarschaftliche  Beziehungen,  welche  die 
betroffene  Person  während  ihres  Aufenthaltes  in  der  Schweiz  knüpfen 
konnte,  genügen  normalerweise  nicht  für  eine  Abweichung  von  den 
Zulassungsvoraussetzungen  (vgl.  BGE  130  II  39  E.  3  S.  41  f.;  BVGE 
2007/16  E.  5.2  S.  195  f.  und  BVGE  2007/45  E.  4.2  S.  589  f.,  je  mit 
Hinweisen,  sowie  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6700/2008 
vom  30.  November  2011  E.  4  und  C­7115/2009  vom  31.  März  2011 
E. 4.3).

7. 
7.1.  Im  Urteil  C­4759/2008  vom  17.  März  2011  hat  das 
Bundesverwaltungsgericht  unter  Ermessensgesichtspunkten  bereits 
einmal  eine  allfällige  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  des 
Beschwerdeführers  überprüft.  Es  hat  dabei  betont,  dass  eine  solche 
Verlängerung nach Auflösung der Ehe  in erster Linie ein  Instrument zur 
Vermeidung  von  Härtefällen  darstelle  (E.  7.1),  und  in  den  weiteren 
Erwägungen  hierzu  ausgeführt,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  in 
sozialer und beruflicher Hinsicht um Integration bemüht habe und seinen 
Lebensunterhalt eigenständig bestreiten könne (E. 10.1). Ohne Weiteres 
kann  daraus  abgeleitet  werden,  dass  seine  Integration  seitdem  noch 
weiter  fortgeschritten  ist;  dies  allein  begründet  jedoch  keine  neue 
Sachlage.  Ferner  äusserte  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  im 
besagten  Entscheid  zum  Verhalten  des  Beschwerdeführers  im 
Zusammenhang mit  dem  Familiennachzug  (E.  9.3  und  9.3)  und  seinen 
Beziehungen zum Kosovo, wo seine heutige Ehefrau und Mutter  seiner 
Kinder  lebe  (E.  10.2).  Inwiefern  sich  an  dieser  Einschätzung  etwas 
geändert haben sollte, führt der Beschwerdeführer nicht ansatzweise aus. 
Unbehelflich  ist  in  diesem  Zusammenhang  auch  der  Hinweis  auf  den 
Umstand, dass A._______, mittlerweile 50 Jahre alt, seit 1991 mit einem 
vierjährigen  Unterbruch  in  der  Schweiz  lebt,  hat  er  doch  den  weitaus 
grössten  und  prägenden  Teil  seines  bisherigen  Lebens  in  der  Heimat 
verbracht.  Zudem  ist  auch nicht  ersichtlich,  dass aufgrund des weiteren 
Zeitablaufs für ihn eine Situation entstanden ist, die als neue Sachlage zu 
betrachten  wäre  und  die  nicht  bereits  im  vorgängigen  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts berücksichtigt worden ist.

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7.2.  Angesichts  dessen  trifft  der  vom  Beschwerdeführer  erhobene 
Vorwurf,  die  Vorinstanz  habe  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  mit 
den neu geltenden Aspekten nicht hinreichend auseinandergesetzt, nicht 
zu.  Aufgrund  des  bundesverwaltungsgerichtlichen  Entscheids  vom  17. 
März 2011 steht  fest, dass er über kein Aufenthaltsrecht  in der Schweiz 
mehr  verfügt.  Seitdem  wird  seine  Anwesenheit  lediglich  geduldet,  ein 
Umstand,  der  für  sich  allein  genommen  nicht  zugunsten  des 
Beschwerdeführers sprechen kann. Soweit der Beschwerdeführer geltend 
macht,  er  habe  sich  von  1997  bis  2001  nicht  freiwillig  in  seinem 
Heimatland aufgehalten sowie die Behörden nicht getäuscht, handelt es 
sich um Ausführungen, die  in dieser Art bereits  im vorherigen Verfahren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht gemacht wurden. 

7.3.  Der  Beschwerdeführer  bringt  weiter  vor,  eine  Rückkehr  in  sein 
Heimatland sei für ihn unzumutbar und würde deswegen eine besondere 
Härte  darstellen.  Diesbezüglich  kann  ebenfalls  auf  den  früheren 
Entscheid  verwiesen  werden.  Den  Umstand,  dass  er  wegen  seiner 
langen Abwesenheit über kein Beziehungsnetz verfüge, hat er bereits im 
vorhergehenden  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  geltend 
gemacht.  Dieses  gelangte  zur  Schlussfolgerung,  dass  die  von  ihm 
behaupteten Reintegrationsprobleme kein unzumutbares Mass erreichen 
würden.  Im  vorliegenden  Verfahren  hat  der  Beschwerdeführer 
diesbezüglich  keine  neuen  Aspekte  genannt;  inwiefern  die  von  ihm 
eingereichte  Bescheinigung  über  fehlende  Immobilien  im  Kosovo  die 
dargelegte  gerichtliche  Argumentation  umstossen  könnte,  ist  nicht 
ersichtlich. Für eine Härtefallregelung im Rahmen von Art. 30 Abs. 1 Bst. 
b AuG besteht somit auch aus diesem Grund keine Notwendigkeit.

8. 
In Gesamtwürdigung  der wesentlichen Umstände  ist  festzustellen,  dass 
die  Voraussetzungen  für  die  Annahme  eines  schwerwiegenden 
persönlichen  Härtefalles  im  Sinne  von  Art.  30  Abs.  1  Bst.  b  AuG  nicht 
erfüllt  sind  und  folglich  die  Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung zu  verweigern ist. Trotz langjährigem Aufenthalt in 
der Schweiz  ist  nicht  ersichtlich,  dass  der Beschwerdeführer  hier  derart 
enge  Beziehungen  unterhält,  welche  seine  Rückkehr  in  die  Heimat 
unzumutbar machen würden. Bei dieser Sachlage erübrigen sich weitere 
Beweismassnahmen,  namentlich  die  in  der  Rechtsmitteleingabe 
beantragte Parteibefragung.

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9. 
Die Möglichkeit, Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
hat  das Bundesverwaltungsgericht  im Urteil  vom  17. März  2011  bejaht. 
Die  Rechtsmitteleingabe  enthält  auch  diesbezüglich  keine 
Gesichtspunkte, die nicht bereits im früheren Urteil (E. 13) berücksichtigt 
worden wären. Hierauf kann verwiesen werden.

10. 
Aus  alledem ergibt  sich,  dass  die  angefochtene Verfügung  im Ergebnis 
rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

11. 
Entsprechend  dem Verfahrensausgang  sind  dem Beschwerdeführer  die 
Kosten aufzuerlegen  (Art.  63 Abs.  1 VwVG  i.V.m. Art.  1  und Art.  3  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'000.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– den Beschwerdeführer (Einschreiben)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. ZEMIS […]; Akten retour)
– den Migrationsdienst des Kantons Bern 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

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Ruth Beutler Barbara Giemsa­Haake

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