# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91b5614f-c4ca-5060-8f8f-3f841d0656b9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.02.2025 F-824/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-824-2025_2025-02-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-824/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  F e b r u a r  2 0 2 5   

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 31. Januar 2025. 

 

 

 

F-824/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 13. Januar 2025 in der Schweiz um 

Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1/2). Ein Abgleich mit der europäi-

schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass 

er bereits am 2. Dezember 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte 

(SEM-act. 8/1). 

B.  

Dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz stimmten die kroatischen Be-

hörden am 29. Januar 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) zu (SEM-act. 17/2). 

C.  

Nach dem persönlichen Gespräch gemäss Art. 5 Dublin-III-VO (SEM-

act. 14/2) trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 31. Januar 2025 – eröffnet 

am 3. Februar 2025 – auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in An-

wendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht ein, ordnete 

seine Wegweisung nach Kroatien an, forderte ihn auf, die Schweiz spätes-

tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und wies auf 

die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschiebende Wirkung hin 

(SEM-act. 23/15). 

D.  

Am 4. Februar 2025 teilte die dem Beschwerdeführer zugewiesene 

Rechtsvertretung der Vorinstanz schriftlich mit, dass das Mandatsverhält-

nis beendet sei (SEM-act. 26/1). 

E.  

Mit Beschwerde vom 6. Februar 2025 gelangte der Beschwerdeführer an 

das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Verfügung der Vo-

rinstanz vom 31. Januar 2025 sei aufzuheben; seine Flüchtlingseigen-

schaft sei anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Darüber hinaus 

sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumut-

bar und unmöglich sei, und seine vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um eventuelle Wiederherstel-

lung (gemeint: Gewährung) der aufschiebenden Wirkung. Zudem sei ihm 

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Seite 3 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sei zu verzichten und ein amtlicher Rechtsbeistand sei 

einzusetzen. Im Rahmen der Beschwerdebegründung beantragte er zu-

dem sinngemäss die Gewährung einer Nachfrist zur Beschwerdeergän-

zung (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

F.  

Zusammen mit der Beschwerde vom 6. Februar 2025 übersandte der Be-

schwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht ein an die Vorinstanz 

adressiertes Akteneinsichtsgesuch vom gleichfalls 6. Februar 2025. Darin 

bat er die Vorinstanz, ihm bezüglich der Verfügung vom 31. Januar 2025 

sämtliche Akten inklusive Kopien der von ihm eingereichten Beweismittel 

zuzustellen. 

G.  

Am 10. Februar 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

H.  

Mit Schreiben vom 13. Februar 2025 überwies das Bundesverwaltungs-

gericht das Akteneinsichtsgesuch vom 6. Februar 2025 in Anwendung  

von Art. 8 Abs. 1 VwVG zur weiteren Behandlung an die Vorinstanz 

(BVGer-act. 4). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

AsylG oder das VGG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.2  Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde – unter Vorbehalt nachfolgender Erwägung – einzutreten ist 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Das Gericht entscheidet über diese endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Die angefochtene Verfügung ist auf Deutsch, die Beschwerde hinge-

gen – abgesehen vom verwendeten deutschen Formulartext – auf 

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Seite 4 

Französisch verfasst. In Anwendung von Art. 33a Abs. 2 VwVG wird das 

Beschwerdeverfahren auf Deutsch geführt.  

1.4 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). Die Fragen der Flüchtlingseigenschaft 

und der Asylgewährung sowie die allfällige Feststellung der Unzulässigkeit, 

Unzumutbarkeit und/oder Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzuges unter 

Art. 83 Abs. 2-4 AIG und damit verknüpft die allfällige Anordnung einer vor-

läufigen Aufnahme waren demgegenüber im vorinstanzlichen Verfahren 

nicht zu prüfen. Sie können folglich nicht zum Gegenstand des Beschwer-

deverfahrens gemacht werden, weshalb auf die entsprechenden Anträge 

des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist. 

1.5 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

1.6 Nach Ablauf der Beschwerdefrist am 10. Februar 2025 hat der Be-

schwerdeführer vorliegend keinen Anspruch darauf, seine Beschwerdebe-

gründung durch eine weitere Stellungnahme zu ergänzen. Daran ändert 

auch sein zeitgleich mit der Beschwerdeeinreichung an die Vorinstanz ge-

richtetes Akteneinsichtsgesuch vom 6. Februar 2025 nichts. Der nicht kon-

krete begründete Antrag auf Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdeer-

gänzung (« […] car je dispose de très peu de temps pour faire appel.») ist 

demnach abzuweisen. 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht eine Verletzung seines 

Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die Vorinstanz. Er begründet dies 

damit, dass ihm vor Erlass der angefochtenen Verfügung keine angemes-

sene Gelegenheit gegeben worden sei, seine Situation vollständig darzu-

legen. Das persönliche Gespräch mit ihm sei von der Vorinstanz so hastig 

geführt worden, dass er keine Möglichkeit gehabt habe, alle Details seines 

Falls zu schildern. Diese formelle Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie 

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Seite 5 

gegebenenfalls geeignet ist, eine Kassation der angefochtenen Verfügung 

zu bewirken. 

2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG haben die Parteien An-

spruch auf rechtliches Gehör. Dieses umfasst insbesondere das Recht des 

Betroffenen, sich vor Erlass eines Entscheids zur Sache zu äussern, er-

hebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit er-

heblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesent-

licher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweiser-

gebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflus-

sen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht so-

mit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem 

Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 

135 II 286 E. 5.1 und 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). 

2.3 Am 22. Januar 2025 führte die Vorinstanz mit dem Beschwerdeführer 

in Anwesenheit seiner damaligen Rechtsvertretung das persönliche Ge-

spräch gemäss Art. 5 Dublin-III-VO. Das Gespräch wurde auf Paschtu ge-

führt und dauerte inklusive Rückübersetzung durch einen Dolmetscher von 

14:43 Uhr bis 15:24 Uhr. Im Rahmen des Gesprächs gab die Vorinstanz 

dem Beschwerdeführer die Gelegenheit zur möglichen Zuständigkeit Kro-

atiens für das Asyl- und Wegweisungsverfahren, zu einem Nichteintreten-

sentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zu sei-

nem Gesundheitszustand Stellung zu nehmen. Zum Abschluss bestätigte 

die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit ihrer Unterschrift, keine 

weiteren Fragen zu haben (SEM-act. 14/2).  

2.4 Damit ist dem Beschwerdeführer im Rahmen des persönlichen Ge-

sprächs gemäss Art. 5 Dublin-III-VO am 22. Januar 2025 sowohl inhaltlich 

als auch zeitlich ausreichend Gelegenheit gegeben worden, sich umfäng-

lich zur Sache zu äussern und seinen Standpunkt wirksam zur Geltung zu 

bringen. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt nicht 

vor. Die formelle Rüge des Beschwerdeführers erweist sich somit als un-

begründet. Es besteht keine Veranlassung, die Verfügung aus formellen 

Gründen aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3.  

3.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung korrekt erwogen, 

dass gemäss den Bestimmungen der Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien 

für die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers zuständig ist, 

dass das kroatische Asylsystem rechtsprechungsgemäss keine 

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Seite 6 

systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und dass vorliegend 

keine völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die 

Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflich-

ten würden. Dabei hat sie namentlich die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers in Hinblick auf die geltend gemachte schlechte Behandlung in Kroatien 

(stundenlanges Festhalten und Einschüchterungen) berücksichtigt und 

rechtsprechungskonform gewürdigt. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in 

rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) zukommenden Ermessens von einem freiwilligen Selbstein-

tritt der Schweiz abgesehen. In diesem Zusammenhang hat sie zutreffend 

erwogen, dass eine volljährige Tochter nicht als Familienangehörige im 

Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt und sich weder aus den Akten 

noch den Angaben des Beschwerdeführers im persönlichen Gespräch ge-

mäss Art. 5 Dublin-III-VO ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 

Abs. 1 Dublin-III-VO zwischen ihm und seiner in der Schweiz lebenden voll-

jährigen Tochter ergibt. Die Vorinstanz hat auch berücksichtigt, dass dem 

Beschwerdeführer in Kroatien der Zugang zu einer allenfalls erforderlichen 

medizinischen Behandlung seiner geltend gemachten und diagnostizierten 

gesundheitlichen Beschwerden (Anpassungsstörungen DD PTBS und Ver-

dacht auf benigne essentielle Hypertonie) offensteht. Sie ist demnach zu 

Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat in Anwendung von 

Art. 44 AsylG seine Wegweisung mach Kroatien angeordnet. Zur näheren 

Begründung wird auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwie-

sen. 

3.2 Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

daran nichts zu ändern. Er macht im Wesentlichen geltend, dass zwischen 

ihm und seiner in der Schweiz lebenden volljährigen Tochter ein Abhängig-

keitsverhältnis bestehe, da sie auf seine Unterstützung angewiesen sei. 

Darüber hinaus benötige auch er die Unterstützung seiner volljährigen 

Tochter hierzulande zur Bewältigung des Alltags.  

3.2.1 Ist ein Antragsteller unter anderem wegen schwerer Krankheit, ernst-

hafter Behinderung oder hohen Alters auf die Unterstützung seines Kindes, 

eines seiner Geschwister oder eines Elternteils, das/der sich rechtmässig 

in einem Mitgliedstaat aufhält, angewiesen oder ist sein Kind, eines seiner 

Geschwister oder ein Elternteil, das/der sich rechtmässig in einem Mitglied-

staat aufhält, auf die Unterstützung des Antragstellers angewiesen, so 

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entscheiden die Mitgliedstaaten in der Regel, die Beteiligten nicht zu tren-

nen beziehungsweise sie zusammenzuführen, sofern die familiäre Bindung 

bereits im Herkunftsland bestanden hat, der nahe Angehörige in der Lage 

ist, die abhängige Person zu unterstützen und die Betroffenen diesen 

Wunsch vorgängig schriftlich kundgetan haben (vgl. Art. 16 Abs. 1 Dublin-

III-VO).  

3.2.2 Zur Beurteilung, ob ein rechtlich relevantes Abhängigkeitsverhältnis 

besteht, ist auf eine Gesamtwürdigung des konkreten Einzelfalls unter Ein-

bezug der individuellen und soziokulturellen Lebenssituation der betroffe-

nen Personen abzustellen (vgl. statt vieler Urteil des BVGer D-5051/2023 

vom 28. September 2023 E. 7.2 m.H.). Gemäss Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts begründet das Bedürfnis nach affektiver oder psychischer 

Unterstützung durch die Angehörigen für sich allein grundsätzlich noch 

kein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO (vgl. 

BVGE 2017 VI/5 E. 8.3.5; Urteile des BVGer D-5051/2023 vom 28. Sep-

tember 2023 E. 7.2; E-317/2022 vom 10. Februar 2023 E. 7.2.1; F-

1568/2022 vom 12. April 2022 E. 7.6.2). In den Anwendungsbereich fallen 

können hingegen Situationen schwerer psychischer Störungen nach Trau-

mata, in denen sich die Anwesenheit eines nahen Angehörigen als uner-

lässlich erweist, um eine gewisse psychische Stabilität zu gewährleisten 

und eine schwere Dekompensation auf Dauer zu vermeiden (vgl. Urteile 

des BVGer F-5666/2023 vom 29. November 2023 E. 6.2; D-989/2023 vom 

3. März 2023 E. 6.2.4; F-260/2021 vom 22. Juli 2021 E. 8.4 je m.w.H.). Das 

die Zuständigkeit begründende Abhängigkeitsverhältnis bleibt dabei auf Si-

tuationen besonderer Hilfsbedürftigkeit beschränkt (vgl. Urteil des BVGer 

E-3660/2019 vom 29. August 2019 E. 6.2.2 m.H.; zum Ganzen Urteil des 

BVGer F-3226/2024 vom 30. Januar 2025 E. 4.3).  

3.2.3 In der Beschwerdeschrift bringt der Beschwerdeführer vor, seine An-

wesenheit hierzulande sei für das geistige und emotionale Wohlbefinden 

seiner volljährigen Tochter essentiell. Als Vater biete er ihr eine emotionale 

Unterstützung, die niemand ersetzen könne. Ihn von ihr zu trennen hätte 

schwerwiegende Folgen für die Gesundheit und mentale Stabilität seiner 

Tochter. Seit sie unter Depressionen leide, habe sie wiederholt geäussert, 

dass sie ohne ihn nicht zurechtkomme. Sie habe sogar erwähnt, dass sie 

nicht weiterleben könne, wenn er nicht an ihrer Seite sei. Mit der Beschwer-

deschrift legt der Beschwerdeführer ein Attest des Universitätsspitals 

B._______ vom 6. Februar 2025 sowie einen psychiatrischen Notfallbe-

richt des Universitätsspitals B._______ ebenfalls vom 6. Februar 2025 be-

treffend Frau C._______, geboren am (…), vor. Ausweislich des 

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Seite 8 

vorgelegten Attests wird Frau C._______ seit dem 21. Januar 2024 wegen 

einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome ge-

sprächstherapeutisch und medikamentös behandelt. Dem vorgelegten 

psychiatrischen Notfallbericht lässt sich entnehmen, dass Frau C._______ 

in der Nacht vom 6. Februar 2025 in die Notaufnahme des Universitätsspi-

tals B._______ gebracht wurde, nachdem sie sich zu Hause mit einem Ra-

sierer selbst verletzt hatte. In der Notaufnahme wurde eine oberflächliche 

Wunde am linken Unterarm festgestellt, die jedoch weder genäht noch ver-

bunden werden musste. Als Begründung für ihre Selbstverletzung gab 

Frau C._______ an, dass ihr Vater derzeit in einem Asylbewerberheim in 

D._______ lebe und sie immer nur für zwei Tage in E._______ besuchen 

könne. Heute habe sie es nur schwer ertragen können, dass er wieder zu-

rück nach D._______ fahren musste. Nach seiner Abfahrt habe sie Selbst-

mordgedanken entwickelt und sich selbst verletzt. Sie wolle mit ihrem Vater 

in D._______ zusammenleben. Sollte dies nicht möglich sein, wisse sie 

nicht, was sie machen werde. Da sie sich jedoch glaubhaft von weiteren 

Selbstmordversuchen distanzierte und eine stationäre Aufnahme ablehnte, 

wurde sie noch am 6. Februar 2025 wieder aus dem Spital entlassen.  

3.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht hält zunächst fest, dass es keine 

Zweifel daran hat, dass es sich bei Frau C._______, geboren am (…), um 

die Tochter des Beschwerdeführers handelt, die am 31. Mai 2023 im Rah-

men eines Familiennachzugs zu ihrem Ehemann in die Schweiz einreiste 

und eine gültige Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz besitzt (SEM-

act. 22/1). Ein relevantes Abhängigkeitsverhältnis im Sinne der vorgenann-

ten Rechtsprechung (vgl. E. 3.2.2) der volljährigen Tochter zum Beschwer-

deführer lässt sich vorliegend jedoch nicht erkennen. Dabei verkennt das 

Gericht nicht, dass die volljährige Tochter des Beschwerdeführers in psy-

chischer Hinsicht unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet und der 

unmittelbare Kontakt zu dem Beschwerdeführer offenbar zu einer Verbes-

serung ihres Krankheitsbildes führt. Bei gesamthafter Würdigung der vor-

liegenden Umstände ist indes nicht davon auszugehen, dass sie im Sinne 

der dargelegten Rechtsprechung in einem relevanten Abhängigkeitsver-

hältnis zu dem Beschwerdeführer steht. Zwar ist ihr zuletzt mit ärztlicher 

Bescheinigung vom 6. Februar 2025 attestiert worden, an einer schweren 

depressiven Episode zu leiden, was grundsätzlich eine gewisse Hilfsbe-

dürftigkeit indiziert. Es ist jedoch – auch unter Berücksichtigung des vorge-

nannten psychiatrischen Notfallberichts – weder rechtsgenügend dargetan 

noch aus den Akten ersichtlich, dass die 27-jährige, verheiratete Tochter 

zur Wahrung ihrer psychischen Stabilität beziehungsweise Vermeidung ei-

ner schwerwiegenden psychischen Dekompensation effektiv auf die 

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Seite 9 

Unterstützung ihres nunmehr in die Schweiz eingereisten Vaters angewie-

sen wäre. 

3.2.5 Sodann besteht auch kein relevantes Abhängigkeitsverhältnis im 

Sinne der vorgenannten Rechtsprechung (vgl. E. 3.2.2) des Beschwerde-

führers zu seiner volljährigen Tochter. Die in der Beschwerdebegründung 

vorgebrachte Begleitung zu Arztterminen und allgemeine Sorge stellen je-

denfalls keine Betreuungs- oder Pflegebedürfnisse dar, die geeignet wä-

ren, ein relevantes Abhängigkeitsverhältnis zu begründen. 

3.2.6 Das Bundesverwaltungsgericht kommt mithin zum Schluss, dass in 

casu weder eine zuständigkeitsrechtlich relevante Abhängigkeit der voll-

jährigen Tochter vom Beschwerdeführer noch eine solche des Beschwer-

deführers von seiner volljährigen Tochter besteht. Die Voraussetzungen 

von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO sind nicht erfüllt. 

4.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 31. Januar 2025 

nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

5.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Gewährung der aufschieben-

den Wirkung gegenstandslos und der am 10. Februar 2025 angeordnete 

Vollzugsstopp fällt dahin. 

6.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 

– als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchszeitpunkt 

waren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird  

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die  

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

Versand: