# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd81c674-10ec-5055-b3bd-17d76228cf64
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-04
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung; Schmerzgeschehen nicht invalidisierend; somatische Beschwerden führen nicht zu rentenbegründendem Invaliditätsgrad; breites Spektrum an zumutbaren Einsatzmöglichkeiten, daher keine Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten erforderlich.
**Docket/Reference:** IV.2014.00025
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00025.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00025
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Buchter
Urteil
vom
4. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
MLaw
Y.___
Badenerstrasse
141, Postfach 1372, 8026 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X.___
, verheiratet und Mutter
dreier
Kinder (Jahrgang 1992, 1995
und
1996),
arbeitete zuletzt
ab 1. Juni 2003
mit einem kurzen Unterbruch
in
einem
80 %-Pensum
als Maschinen
- und
Anlage
führerin bei der
Z.___
AG
und ging
jedenfalls bis Juni 2011 zeitweise
eine
r
Neben
be
schäftigung
nach (Urk. 12/3 S. 4 Ziff. 5.4, Urk. 12/10).
Nachdem sie zwischen Februar und Mai 2012 längere Zeit am Arbeitsplatz gefehlt, danach während rund fünf Monaten voll gearbeitet und
schliess
lich ihre Arbeit per Ende Sep
tember 2012 niedergelegt hatte (Urk. 12/7), meldete sie sich a
m 17. Januar 2013 (Urk. 12/3
;
unter Auflage von Arztberichten,
Urk. 12/1)
wegen
Schmerzen am ganzen Körper
, insbesondere
am
Rücken,
bei der Invalidenversicherung
zum Leistung
sbezug
an
.
Per 31. Juli 2013 löste die
Z.___
AG das Arbeitsverhältnis auf (Urk. 12/15).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte
Auskünfte
der Arbeitgeberin
(Urk. 12/6-7,
Urk.
12/15-16) und
einen
Arzt
bericht
(Urk. 12/14) ein. Überdies
nahm
sie einen
Auszug aus dem individuellen Konto (IK; Urk. 12/10)
und zwei vom Krankentaggeldversicherer in Auftrag gegebene
medizinische
Gutachten
(Urk. 12/12
/2-22
)
zu den Akten
.
Nach
Durch
führ
ung des
Vorbescheidverfahren
s
(Urk.
12/24), in dessen Verlauf weitere
ärzt
liche B
erichte
(
Urk. 12/33) ergingen, verneinte die IV-Stelle m
it Verfügung vom 21. November 2013 (Urk. 2) einen Rentenanspruch
der Versicherten
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 11 %.
2.
Hier
gegen erhob
die Versicherte
am
7. Januar 2014 Beschwerde
(Urk. 1)
und beantragte
(S. 2 und S. 5)
, die
angefochtene Verfügung vom 21.
November 2013 sei aufzuheben und
ihr seien, allenfalls nach Durchführung ergänzender
medi
zinische
r Abklärungen, die ihr
zustehenden gesetz
lichen Leistungen auszurich
ten.
Am
4.
Februar 2014 (
Urk.
7) legte sie einen ergänzenden Bericht (
Urk.
8) auf.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2014 (Urk. 11) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 19. Februar 2014 (Urk. 13) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, worauf
die Beschwer
deführerin mit Replik vom 7. April 2014 (Urk. 16) an ihrem Antrag festhielt und die IV-Stelle am 22. Mai 2014 (Urk. 19) auf das Einreichen einer Duplik ver
zichtete. Dies wurde der Beschwerdeführerin
am
23. Mai 2014
(Urk.
20) zur Kenntnis gebracht
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf den Standpunkt,
dass die Beschwerdeführerin zwar seit Oktober 2012 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
Jedoch könne sie
eine angepasste, kör
perlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeit
im Umfang von
100 %
ausüben und damit
ein Erwerbseinkommen erzielen, welches 11 % unter dem
Validenlohn
liege und
folglich
einen Rentenanspruch ausschliesse
.
In ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 11) hielt sie ergänzend fest, dass ein
patho
genetisch-ätiologisch
unklares
syndromales
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage vorliege,
bezüglich dessen die mit BGE 130 V 352 be
grün
dete
Schmerzr
echtsprechung
zur Anwendung gelange. Da weder eine psy
chische
Komorbidität bestehe noch die Foe
rster-Kriterien erfüllt seien, liege ein überwindbarer Gesundheitsschaden vor.
2.2
Dagegen wandte
die
Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerdeschrift (Urk. 1) ein
,
der
medizinische
Sachverhalt
sei
ungenügend abgeklärt
worden
.
Es lägen
ver
schiedene
Arztberichte vor, welche die von der Beschwerdegegnerin
herangezo
genen
gutachterliche
n
Einschätzung
en
anzweifelten
respektive
hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit von einer erheblich eingeschränkten Arbeitsfähig
keit ausgingen. Falls
ihr
Leistungs
anspruch
nicht
bereits gestützt auf diese
Berichte
bejaht
werden könne, habe die Beschwerdegegnerin im
Rahmen ihrer
Ab
klärungspflicht
weitere medizinische Abklärungen
vorzunehmen
.
Replicando
(
Urk. 16)
führte die Beschwerdeführerin aus, aufgrund der
Arztbe
richte
könne nicht leichthin ein unklares
syndromales
Beschwerdebild ange
nommen werden. Zudem sei unklar, gestützt worauf die Beschwerdegegnerin eine psychische Komorbidität ausschliesse.
Schliesslich habe sie es auch unter
lassen, das Zumutbarkeitsprofil bezüglich einer Verweisungstätigkeit genauer zu umschreiben.
3.
3.1
D
ie
Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A.___
, welche die Be
schwerdeführerin
während
der
Hospitalisation
vom 20. bis 29. März 2012
kon
servativ s
chmerztherapeutisch behandelten,
stellten
im Bericht vom 26. März 2012 (Urk. 12/1/1-3)
nebst einer
Adipositas (BMI 39
kg/m2),
einer g
estörte
n
Glucosetoleranz
(HbA1c 6.1 % März 2012)
, einer
Cephalgie
, einem
Nikotin
kon
sum
(zirka 14
py
)
und
einem
seit Februar 2012 substituiert
en
Vitamin D-Mangel (17
nmol
/l
)
die
folgende
n
Diagnosen:
-
Chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom bei
Hypermobilität (
Beig
thon
-Score 7/9)
-
Arthralgien periphere Gelenke
-
Fibromyalgie-
Triggerpunkte
negativ
-
Rezidivierendes
lumbovertebrales
Syndrom
-
Flachrücken
-
Körperlich belastende Arbeit
-
MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) und
Iliosakralgelenke
(ISG) vom 24. Februar 2012:
Breitbasige
Diskushernie L4/5 mit
rezessaler
Kom
pression von L5 links,
intraforaminale
Diskushernie L3 rechts ohne Wurzelkompression, fragliche
leichtgradige
ISG-Arthritis rechts
-
Szintigraphie März 2012: kein Hinweis auf akutes entzündliches Ge
schehen
-
HLA B27 negativ
-
Differenzialdiagnose (DD)
somatoforme
Schmerzstörung
-
Verdacht auf eine larvierte Depression mit Somatisierung und Erschöp
fungszustand
Die Ärzte führten aus, dass b
ei Eintritt die
Beschwerdeführerin über
erstmals im Jahr 2002 aufgetrete
ne, unbehandelt gebliebene
links
betonte lumbale Rücken
schmerzen,
eine
Kraft
losigkeit am gesamten Körper
sowie
Arthralgien an allen peripheren Gelenken, symmetrisch, verbunden mit Müdigkeit
geklagt
habe
.
K
li
nisch
habe
sich
ein
lum
bo
vertebrales
Schmerzsyndrom
gezeigt, wobei
kein
Hinweis
auf eine
radikuläre
Symptomatik oder auf
Synovitiden
im
Bereich der peripheren Gelenke
vorgele
gen habe und eine allgemeine muskuläre
Dekonditi
onierung
aufgefallen sei.
Be
züglich der im MRI beschriebenen fraglichen ISG-Arthritis verbunden mit
Spon
dylophyten
werde
von degenerat
iven Veränderun
gen ausgegangen.
D
ie
szinti
grafische
Untersuchung
habe
keinen Hinweis auf ein akut entzün
dliches Ge
schehen ergeben
.
Z
wischen dem Schmerzerleben und den objektivierbaren Be
funden bestehe eine Diskrepanz. Das
sich präsentierende Beschwerdebild sei multifaktoriell bedingt im Rahmen
d
es
lumbovertebralen
Schmerzsyndroms, de
r allgemeinen
Dekonditionierung
, der
Adipositas sowie der
Verdachtsd
iagnose einer larvierten Depression mit Somatisierung und Erschöp
fungszustand.
Im Verlauf
habe sich
die Beschwerdeführerin zunehmend freud
voller
und aufge
stellter gezeigt
;
die Beschwerden seien
regredient
gewesen.
Die Ärzte
bescheinigten
der Beschwerdeführerin
eine
volle
Arbeitsunfähigkeit vom 20. März bis 11. April 2013
und empfahlen nebst einer schrittweisen Erhö
hung der Arbeitsfähigkeit insbesondere
eine psychiatrische und
psychopharma
kologische
Behandlung, eine gute Schlafhygiene, tägliche Spaziergänge sowie die Aufnahme von sportlichen Aktivitäten und
die
Einplanung von Regenera
tion respektive ausgleichenden Tätigkeiten.
3.2
Der vom Krankentaggeldversicherer bestellte Gutachter
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizi
n,
hielt in seiner Expertise vom 28. Februar 2013
fest
(Urk. 12/12/12-22
S. 4)
, die Beschwerdeführerin
habe
angegeben, dass sie überall, insbesondere
aber
im
Bereich des Rückens
(
lum
bosakraler
Übergang rechts)
,
Schmerzen empfinde und
ihr
die
Knochen
wehtä
ten
. Sie habe Depressionen
und leide an Energielosigkeit. Die Schmerzen bestünden schon seit mehreren Jahren und seien
im letzten Jahr unerträglich ge
worden, wobei
sie selber
dafür keinen Grund anzugeben vermöge. Die Kopf
schmerzen seien nicht täglich vorhanden, teilweise aber sehr intensiv und über drei Tage stark anhaltend. Verschiedene Behandlungen hätten keine Verbesse
rung gebracht. Sie könne weder lange sitzen (maximal 20 bis 30 Minuten) noch gehen respektive liegen (maximal 30 Minuten).
N
ebst einem anamnestischen Vitamin D-Mangel
diagnostizierte Dr.
B.___
ein c
hronische
s
Lumbovertebralsyndrom
mit
ten
d
o
myotischer
Generalisierung, Symptomausweitung und Selbstlimitierung
mit/bei
thorakale
m
Flachrücken,
lumbosakrale
r
Hyperlordose
,
minimale
r
Diskopathie
L4/
5
und
Adipositas
(S. 8).
Er be
richte
te
(S. 8
f.),
in der klinischen Untersuchung der Wirbelsäule und der Gelenke zeige sich ein weitgehend unauffälliger Befund. Die Beweglichkeit der LWS sei bei deutlichem Gegenhalten der Beschwerdeführerin nicht konk
l
usiv be
richtete
, jedoch sei bei Ablenkung im Sitzen zumindest eine freie
Seitnei
gung
zu beobachten. Klinische Hauptbefunde seien die ausgedehnten und be
reits frü
her beschriebenen
tendomyotischen
Druckdolenzen
, allerdings ohne wesentliche Verkürzungen oder muskulären Hypertonus. Radiologisch finde sich im MRI der LWS vom 24. Februar 2012
(vgl. dazu auch
Gutachten
S. 7 unten)
lediglich eine sehr minimal beginnende
Diskopathie
L4/5
;
die
breitbasige
Pro
trusion
L4/5 und auch die geringe
intraforaminale
Prot
rusion
L3/4 tangier
ten keine
neurogene
n
Strukturen und seien als klinisch unbedeutend einzustu
fen.
Auch im Bereich der
ISG
finde sich lediglich eine äusserst diskrete
Kontrast
mittelanreicherung
im Bereich des ventralen
Os
ileum
rechts bei sonst ab
solut
blandem
Befund der ISG. Eine ISG-Arthritis könne zusammen mit der Kli
nik und der Anamnese weitgehend ausgeschlossen werden.
Aus
rheumatologischer Sicht könne das Schmerzbild auch nicht ansatzweise mit objektiven somatischen Befunden erklärt werden. Die Fehlstatik mit thorakalem Flachrücken und tieflumbaler Hyperlordose bei gleichzeitig deutlicher Adiposi
tas könne statische, belastungsabhängige Rückenschmerzen wohl teilweise be
gründen, nicht
aber
das massive Schmerzbild mit subjektiv empfundener prak
tisch vollständiger Leistungseinschränkung.
Es handle sich um ein vorwiegend nicht-organisches, therapieresistentes chronisches und generalisiertes
Schmerz
bild
, bezüglich dessen aus rheumatologischer Sicht keine sinnvollen
Behand
lungsmassnahmen
ergriffen werden könnten.
Aufgrund
der
chronischen gene
ralisierten Schmerzen sei die Beschwerdeführerin in ihre
m
angestammten
Beruf
bei der
Z.___
AG
nicht mehr arbeitsfähig, da das von ihr beschriebene
Arbeits
platzprofil
auf eine vorwiegend mittelschwere bis teilweise auch sch
were
T
ätig
keit hinweise
.
Hingegen bestehe aufgrund der objektivierbaren klinischen und radiologischen Befunde medizinisch-theoretisch kein Grund, welcher auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit (
Zumutbarkeitsprofil:
Heben und Tragen von Lasten
auf
Tischhöhe bis
maximal 15 kg
[Ei
nzellasten]
respektive
7.5 kg
[repetit
iv] sowie
auf
Brusthöhe bis
maximal
7.5 kg
[
Einzellasten] bezie
hungsweise 5 kg
[repetitiv], kein konti
nuierliches Stehen an Ort insbesonder
e vornübergebeugt länger als 30
Minuten sowie kein konti
nuierliches Sitzen län
ger als 1 Stunde; S.
10 unten) schliessen lasse.
3.
3
Dem
ebenfalls
im Auftrag des Krankentaggeldversicherers erstellten Gutachten von
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für
Psychiatrie
und Psychotherapie
,
vom 19. März 2013
(Urk.
12/12/2-11
S. 5 Ziff. 2.2 f.
)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin anlässlich der am 12. März 2013 im Beisein einer Dolmetscherin erfolgten Untersuchung über Rücken- und insbesondere Kreuzschmerzen,
Kno
chen und Muskelschmerzen sowie Schmerzen
der Hand- und Fussgelenke
klagte, derentwegen sie deprimiert sei. Sie
sei nicht mehr so wie früher,
werde
schnell nervös und bekomme rasch Stress, dann würde sie zittern und die Gedanken seien nicht gut wegen der Arbeit
und der vielen Termine (S. 5).
Hin
sichtlich ihres Tagesablaufs (S. 6 Ziff. 2.5) erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie zwischen 9 und 10 Uhr aufstehe, nach der Morgentoilette frühstücke und dann verschiedene Termine wahrnehme. Im weiteren Verlauf des Tages gehe sie manchmal spazieren, danach ruhe sie sich zuhause aus, liege ab und sehe fern, manchmal hole sie sich Informationen über ihre Krankheiten am PC. Der Haus
halt werde von einer Tochter und dem Ehemann erledigt, wer Hunger habe, solle kochen. Zwischen 23 und 1 Uhr gehe sie ins Bett.
Dr.
C.___
legte dar
(S. 7 f.),
von
psychiatrischer
Seite
bestünden bei der Be
schwer
deführerin, welche keine Psychopharmaka einnehme,
keine Hinweise auf eine klinisch relevante, mithin die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Sympto
matik.
Es könne keine psychiatrische Diagnose gestellt werden, insbesondere lägen auch keine Hinweise auf eine
somatoforme
Schmerzstörung, larvierte Depression oder
Somatisierungsstörung
vor. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer beruflichen Tätigkeit als Maschinen- und Anlageführerin mit dem bisher ausge
übten 80 %-Pensum voll arbeits- und leistungsfähig.
3.
4
Dr.
med.
D.___
,
Facharzt
für Allgemei
ne Medizin,
wiederholte in seinem Bericht vo
m 25.
Juli 2013 (
Urk.
3/6)
an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin
im Wesentlichen die von den Ärzten de
r Klinik für Rheumatologie des
Spitals A.___
(E. 3.1)
gestellten Diagnosen und erklärte, die Frage der Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit sei von den behandelnden Spezialärzten zu beantworten. Bei den vereinzelten Kontrollen in den vergangenen Monaten habe er
allerdings
den Eindruck erhalten, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres körperlichen und psychischen Zustandes nicht arbeitsfähig sei.
3.5
D
ie seit Mitte Juni 2013
behandelnde Dr. phil.
E.___
, Fachpsychologin FSP,
führte am
19.
September 2013 (
Urk.
12/33/2-3)
auf Anfrage der
Rechts
ver
tre
terin
der Beschwerdeführerin
aus
, letztere berichte von verschiedenen psy
chi
schen, verhaltensbezogenen und körperlichen Symptomen, welche die fol
gen
den Diagnosen erfüllten:
-
D
epressive Störung mit psychotischen Symptomen, gegenwärtig schwere Episode (
ICD-10
F32.3)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (
ICD-10
F40.01)
-
P
sychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifi
zierten Krankheiten (
ICD-10
F54)
-
differentialdiagnostisch
Verdacht auf sonstige andere andauernde
Persön
lichkeitsveränderung
aufgrund von somatisc
her und psychischer Krankheit (
ICD-10
F62.88)
Aufgrund der daraus folgenden Symptomatik, des sehr hohen Leidensdrucks und der daraus folgenden Konsequenzen in Form von starken Einschränkungen in verschiedenen Lebensbereichen könne von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgegangen werden.
Da das Besch
werdebild seit längerem ähnlich
schwergradig
gewesen zu sein scheine und von einer hohen
Chronifizierung
bezüglich der Schmerzen ausgegangen werden müsse, sei die Prognose eher nega
tiv. Mit dem Hausarzt sei
aktuell
die Möglichkeit eines stationären Aufent
halts in einer spezialisierten psychosomatischen Klinik diskutiert worden,
wel
cher ihrerseits
als dringend indiziert
eingeschätzt werde
.
3.6
Nach am 13. September 2013 erfolgter Untersuchung
befand
Dr. med.
F.___
, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation, in ihre
m Bericht vom 24. September 2013 (Urk. 3
/8) an den zuweisenden Hausarzt
, es handle sich um
chronifizierte
Rückenschmerzen mit vorwiegend
spondylogenen
Ausstrahlungen von lumbal her in beide Beine, allerdings könne anamnestisch ein gewisses
ra
dikuläres
Reizsyndrom L5 beidseits nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Zurzeit stünden wiederum die
spondylogenen
Symptome im Vordergrund, wel
che eindeutig auf die degenerativen Veränderu
ngen der LWS mit
Protrusion
L3/4 und Diskushernie L4/
5 beidseits zurückgeführt werden könnten. Daneben bestehe mit Sicherheit ein generalisiertes Schmerzsyndrom im Rahmen eines Fibromyalgie
-S
yndroms. Jedoch scheine die schwere depressive Entwicklung derzeit die Hauptursache der Arbeitsunfähigkeit
zu sein, wobei eine ambulante Schmerztherapie oder stationäre Rehabilitation in der Klinik
G.___
sicherlich von Nutzen wäre.
Auf (nicht aktenkundige) Anfrage der Rechtsvertreterin d
er Beschwerdeführerin hielt Dr.
F.___
am 7.
Oktober 2013 (
Urk.
3/9) ergänzend fest, in Anbetracht der gesamten Situation könne der Beschwerdeführerin keine Arbeit zugemutet werden. Eine leidensangepasste Tätigkeit ohne Belastung des Rückens sei ihr
im Umfang von
50
% zumutbar.
3.7
M
ed.
pract
.
H.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte
im vom
Hausarzt
initiierten
Konsiliarbe
richt vom 14.
November 2013 (
Urk.
3/10)
nebst einer
Adipositas
permagna
(40.7 kg/m2)
und einer
Nikotinabhängigkeit (15
py
; ICD-10 F17)
die folgenden Diagnosen
:
-
Anamnestisch schwere depressive Störung mit psychotischen Sympto
men (
auf Nachfrage: zumindest
Schattensehen)
-
A
ktuell seit April 2012
bestehende, das heisst rezidivierende mittelgra
dige bis schwere Störung ohne Suizidalität (
ICD-10
F33.1)
-
Agoraphobie mit Panikstörung (
ICD-10
F40.01)
-
Anamnestisch
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei ande
renorts klassifizierten Krankheiten (
ICD-10
F54
)
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (
ICD-10
F45.4)
-
Chronisches
lumbospondylogenes
und rezidivierendes
lumboradikuläres
Reizsyndrom bei bilateraler Diskushernie L4/5 sowie
Protrusion
L3/4
-
Chronisches
cervicocephales
und
C
ervicovertebrals
yndrom
bei
Kyphosie
rung
C4-6
Aktuell bestünden keine Hinweise auf eine Psychose oder Suizidalität. Die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar, im formalen Gedankengang kohärent und im Antrieb unauffällig. Sie zeige sich affektiv depressiv und mit leidendem Gesichtsausdruck, habe überall (Gelenke, Hand, Fuss, Rücken, Schultern, Kopf) Schmerzen und verzeichne auch einen Berührungsschmerz im Sinne
fibromyal
gischer
Beschwer
den. Auffällig seien zudem zwei
zirka 50 Rappen grosse derb-lederne, kreisrunde Erhebungen über den dorsalen
Fingergrundge
lenken
links
Dig
. 3 und rechts
Dig
. 1-2, welche abgeklärt werden sollten. D
ie
grundsätzlich nur eingeschränkt gruppenfähige
Bes
chwerdeführerin, welche langes Reden nicht aushalte und nur über knapp ausreichende
Deutschkennt
nisse
verfüge,
sei körperlich und physisch deutlich reduziert. Die ambulanten psychotherapeuti
schen und allgemeinmedizinischen Interventionen seien aus
geschöpft. Es drohe eine
Chronifizierung
der psychischen und somatischen Symptomatik. Eine eigentliche psychiatrische
Hospitalisation
sei jedoch vor dem Hintergrund der multiplen körperlichen Beschwerden, welche als Mitauslöser der depressiven Symptomatik fungierten, nicht indiziert. Er empfehle einen Aufenthalt in der psychosomatischen Abteilung oder im
J.___
(
K.___
Interdis
ziplinäres Schmerzprogramm) der
I.___
zur
Rekonditio
nierung
, wel
che durch Diät- und Raucherberatung, Atem- und Physiotherapie, Evaluation der Schmerzmedikation sowie sprachlich einfach strukturierte psy
chotherapeu
tische Einzelgespräche erzielt werden könne.
3.
8
Die
vom 4. bis 24. Dezember 2013
mit der Beschwerdeführerin befassten
Ärzte
der
I.___
stellten im Austrittsbe
richt vom 18.
Januar 2014 (Urk
.
8)
nebst einer Adipositas (42 kg/m2 am 4. Dezember 2013) und einem
aktiven
Nikotinkonsum (1
Pkt
/Tag, 15
py
; ICD-10 F17)
die folgenden Dia
gnosen:
-
Chronische Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren (
ICD
10
F45.4) mit/bei
-
chronische
m
lumbospondylogene
m
und rezidivierende
m
lumboradi
ku
läre
m
Reizsyndrom b
ei bilateraler Diskushernie L4/
5 und
Protru
sion
L3/4
-
chronische
m
cercicocephale
m
und
Cervicovertrebrals
yndrom
bei
Kyphosierung
C4-6
-
A
ktuell seit April 2012 bestehende, das heisst rezidivierende mittelgra
dige bis schwere depressive Störung ohne Suizidalität
(
ICD-10
F33.1
)
-
Agoraphobie
mit Panikstörung
(
ICD-10
F40.01
)
Die Beschwerdeführerin sei extrem schmerzfixiert gewesen
, habe sich
meistens angespannt
und
leidend gezeigt
sowie
von einem sozialen Rückzug
und
einer Wertlosigkei
t des Lebens berichtet, wobei sie sich glaubhaft von suizidalen Ge
danken distanziert habe. Zur Verbesserung des Schlafs sei
Cipralex
erhöht wor
den.
Die Beschwerdeführerin habe
an drei psychologischen Einzelgesprächen
teilgenommen und i
n der Ergotherapie gezeigt, dass
sie
in der Handlung weni
ger auf die Schmerzen fixiert sei; sie habe sich von diesen ablenken können und bis zu einer Stunde an einer Arbeit bleiben können.
Insgesamt habe die Beschwerdeführerin aber kaum von den Therapien profitieren können.
Empfoh
len
würden
eine tagesklinische psychotherapeutische Behandlung sowie die Fortführung der ambulanten Physiotherapie und Medizinischen
Trainingsthera
pie
.
Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit
von 100 %
seit
dem
2. Januar 2014.
4.
4.1
Hinsichtlich der objektivierbaren körperlichen Beeinträchtigungen erachtete die Beschwerdegegnerin nach Rücksprache mit
dem
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 30. April 2013, Urk. 12/22) d
as rheumatologische Gutachten von Dr.
B.___
vom 28. Februar 2013 (E.
3.2) als massgebend (vgl. auch
Beschwerdeantwort,
Urk. 11 S.
1 und S.
2 unten
). Dieses
erfüllt
die
praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entschei
dungsgrundlage
(E. 1.
4
).
Es
ist für die Beurteilung des somatischen Gesund
heitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
der Be
schwer
deführerin
umfassend,
beruht auf
eingehenden klinischen und
bildge
ben
den
Untersuchungen,
berücksichtigt die
Vorakten
w
ie
auch
die geklagten Beschwer
den und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Verhältnisse
und
in der Begründung
der
Schlussfolgerung
en
im Wesentlichen
ein.
Dass
der Sach
ver
ständige
entscheid
relevante
Tatsachen nicht
berücksichtigt hätte oder nicht lege
artis
vorgegangen wäre
, ergibt sich nicht aus den Akten und
wurde
auch von der Beschwerdeführerin, welche sich nicht näher mit
der
Einschätzung
des Rheumatologen
auseinandersetzt
e
und insbesondere keine substanziellen
Ein
wendungen
gegen
diese
anzugeben
vermochte
,
nicht geltend gemacht.
Demzu
folge
ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin
gestützt auf
das
Gutachten
von Dr.
B.___
in somatischer Hinsicht von einer uneinge
schränk
ten
Ar
beits
- und Leistungsfähigkeit
für rückenadaptierte, körperlich leich
te bis
mittel
schwere Tätigkeiten entsprechend dem
gutachterlich
formu
lierten
Zumutbar
keits
profil
ausging
.
Eine quantitative Einschränkung des beruflichen Leistungsvermögens infolge eines körperlichen Leidens ist
mit Blick darauf, dass – wie auch aus dem Bericht der Ärzte der Klinik für Rheumatologie des
Spitals A.___
(E. 3.1) hervor
geht – nur wenig ausgeprägte objektivierbare
Befunde
vorliegen, nicht erstellt. Hieran vermögen die
beschwerdeweise (Ur
k. 1 S. 4)
angerufenen
Berichte
der behandelnden Ärzte nichts
zu ändern
. Dies gilt insbesondere für den
Bericht von Dr.
F.___
vom 7. Oktober 2013 (E. 3.6), da die Angabe der Rheumatolo
gin, wonach für Verweisungstätigkeiten ohne Belastung des Rückens eine lediglich hälftige Arbeitsfähigkeit bestehen soll, jegliche
Begründung
und Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
und insbesondere mit der abweichenden Beurteilung der Gutachter
vermissen lässt und folglich die unterschiedliche Arbeitsfähigkeitseinschätzung nicht nachvollziehbar ist. Immerhin aber hielt auch Dr.
F.___
dafür, dass die Ar
beitsunfähigkeit
hauptsächlich auf die psychi
sche
Komponente
zurückzuführen
ist.
Sodann sah sich d
er Hausarzt Dr.
D.___
(E. 3.4) nicht im Stande, eine zu
verlässige Einschätzung der Arbeits
fähigkeit abzugeben, und überliess dies
aus
drücklich
den behandelnden Fach
ärzten.
4.2
4.2.1
Soweit die Beschwerdeführerin über
ausgeprägte
Schmerzen klagt
e
, welche
die Ärzte somatischer Fachrichtung weder klinisch noch radiologisch hin
reichend zu erklären vermochten, ist – mit der Beschwerdegegnerin
(Urk. 11 S. 2
) – von einem
pat
hogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebild
ohne organische Grundlage
(BGE 132 V 393 E.
3.2)
auszugehen.
Dem steht nicht ent
gegen, dass
nach dem
Ausgeführten
(E. 4.1)
teilweise auch eine organische Ursache
für die geklagten Beschwerden vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_942/2011 vom
6.
Juli 2012 E. 5.2).
4.2.2
Nach der Rechtsprechung vermögen
somatoforme
Schmerzstörungen und
andere
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
s
yndromale
Leidenszustände ohne
nachweis
bare organische Grundlage in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidi
tät im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE
136 V 279 E.
3; 130 V 352 E.
2.2.2 und 2.2.3; 132 V 65; 131 V 49; 130 V 396). Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbar
keit eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt das Vorliegen einer mit
wirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Inten
sität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifi
zierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus wie chronische körperliche Begleiterkrankungen mit mehrjährigem
Krankheitsver
lauf
bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Re
mission, ein
ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheits
gew
inn) oder schliesslich unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konse
qu
ent durchgeführter Behand
lungsbemühungen (auch mit unter
schiedli
chem thera
peutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengu
ng der versicherten Person (BGE
130
V 352 E. 2.2.3). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengun
g zu verneinen (BGE
137 V 64 E.
4.1; 131 V 49
E.
1.2 mit Hinweisen).
4.2.3
Eine
psyc
hische
Komorbidität
–
verstanden als selbstständiges, vom
Schmerz
s
yndrom
losge
löstes depressives Leiden (BGE 130 V 358 E
. 3.3.1)
–
von erhebli
cher
Schwere,
Intensität,
Ausprägung und Dauer
ist
nach Lage
der
Akten
nicht ausgewiesen. Bei der diagnostizierten depressiven Symptomatik handelt es sich
um eine
Begleiterscheinung
des
psychogenen
Schmerzgeschehens und nicht um eine von diesem klar abgrenzbare, mithin eigenständige psychische Erkrankung
.
Dies geht auch aus den
Ausführungen
von Dr. phil.
E.___
(E. 3.5) und med.
pract
.
H.___
(E. 3.7) hervor,
w
elche ebenso
wie Dr.
F.___
(E. 3.6)
eine psychosomatische Therapie
respektive
eine Schmerztherapie empfahlen. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf deren Verlautbarungen beruft
(Urk. 1 S. 5, Urk. 16 S. 3 oben)
,
übersieht sie
, dass
es
diese
n
– wie auch dem Bericht der Ärzte der
I.___
(E. 3.8) – an
eine
r
auf einer detaillierten Befundbeschreibung
beruhenden
nach
vollziehbare
n
Einschätzung des psychi
schen Gesundheitszustandes und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
fehlt
.
Insbesondere die
Ausführungen
der Fachpsychologin
erschöpfen sich im Wesentlichen in einer
knappe
n
Darstellung de
s
psychischen Leiden
s
aufgrund der
Schilderungen
der Beschwerdeführerin
, welche weitgehend unbesehen über
nommen wurden.
Insofern
ist
der postulierte Schweregrad
des depressiven Ge
schehens
nicht
plausibel. Nichts anderes gilt für die diagnostizierte Agoraphobie mit Panikstörung, zumal die Beschwerdeführerin
eigenen Angaben zufolge (vgl. S. 6 des Gutachtens von Dr.
C.___
und S. 5 des Gutachtens von Dr.
B.___
, Urk. 12/12/7+16) selbständig Termine wahrnimmt, spazieren geht und zuwei
len auch das Hallenbad besucht
.
Nicht zuletzt
ist bei
der Beurteilung der Einschät
zung
der genannten Fachpersonen
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte und Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
ti
enten aussagen (
BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc
).
Ebenso wenig
sind –
wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort (Urk. 11 S. 2 f.)
zutreffend
aufzeigte –
die
von der Praxis alternativ umschrie
be
nen praxisgemässen Morbiditätsk
riterien in genügender
Intensität und Konstanz
erfüllt
,
um
die
Schmerzbewältigung
und die Wiederaufnahme der
Arbeitstätig
keit
objektiv betrachtet
ausnahmsweise als unzumutbar erscheinen
zu lassen.
Dies wurde von der Beschwerdeführerin
replicando
(Urk. 16) denn auch nicht in Frage gestellt.
Damit besteht kein hinreichender
Grund
, dem Schmerzleiden ausnahmsweise invalidisierende Wirkung beizumessen und eine rechtlich relevante Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit anzunehmen.
4.3
D
a d
ie medizinische
n Akten
eine verlässliche Beurteilung des
Leistungsanspru
ches
der Beschwerdeführerin
erlauben und
ergänzende medizinische Abklärun
gen
keine
neuen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse
versprechen
,
ist
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2 und S. 5, Urk. 16 S. 3 f.)
darauf zu verzichten (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE
124 V 90
E.
4b; 122 V 162 E.
1d).
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die aus somatischer Sicht bestehende Arbeitsunfähig
keit (E. 4.1) in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte anhand der allgemeinen Methode des
Ein
kommensvergleichs
(E. 1.3) für das Jahr
2013
einen Invaliditätsgrad von 11 %
. Dabei
ging sie
unter Berücksichtigung des
von der Beschwerdeführerin erzielten Durch
schnittsverdienst
es
(Haupt- und Nebenerwerb) der Jahre 2007 bis 2011 gemäss IK-Auszug
(Urk. 12/10)
von einem
Validenlohn
von Fr. 54‘650.-- aus und stellte diesem ein Invalideneinkommen von Fr. 48‘892.-- gegenüber,
das
sie gestützt auf den statistischen Lohn für Frauen in einfachen und repetitiven Tätigkeiten
(Fr. 4‘225.-- gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [
LSE
]
2010, Tabelle TA1, Total Ziff. 2-96, Anforderungsniveau 4) und unter
Gewäh
rung
eines leidensbedingten Abzuges von 10 % festgelegt hatte (vgl.
Einkom
mensvergleich
vom
15. April 2012
,
Urk.
12/21).
5.
3
Die Beschwerdeführerin hatte gegen die einzelnen Faktoren der
Invaliditätsbe
messung
– zu Recht –
nichts einzuwenden
und brachte lediglich vor (Urk.
16 S. 3), die Beschwerdegegnerin habe die konkret in Frage kommenden berufli
chen Tätigkeiten nicht umschrieben. Dem ist entgegenzuhalten, dass an
die
Kon
kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten
rechtspre
chungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen zu stellen
sind
. Die
Sachver
haltsermittlung
hat nur
so weit
zu gehen, dass im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleistet ist
(Urteil des Bundesgerichts 8C_92
7/2009 vom 17. Dezember 2009 E.
3.4 mit Hinweisen).
Vorliegend fällt entscheidend ins Gewicht, dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der einzig
an
zu
rechnenden
somatischen
Einschränkungen (E. 4)
ein breites Spektrum an zumutbaren
Einsatzmöglichkeiten verbleibt.
Ist diese
Vorausset
zung
– wie vorliegend –
erfüllt, darf bei Versicherten, welche nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue Beschäftigung an
genommen haben (BGE
126 V 76 E
.
3b/
bb
), ohne nähere Kon
kretisierung für die Festsetzung des Invalideneinkommens auf die statistischen Lohnverhältnisse im gesamten privaten Sektor gemäss LSE abgestellt werden (Urteil
des Bundesgerichts
I
636/06
vom
22.
September 2006
E. 3.2
).
Insofern erweist sich der Einwand der Beschwerdeführerin als
unbehelflich
.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.
6
.
Die Gerichtskosten
im Sinne von
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 700.--
festzusetzen und
entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der
unter
liegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
ge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBuchter