# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6265c261-a8fb-53cc-834d-b81f433acd6d
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-15
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 15.03.2025 SSG 2024/E/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-4_2025-03-15.pdf

## Full Text

1 

 
 

SSG 2024/E/4 - SSI v. A._____ 
 
 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 
 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 
 

in folgender Besetzung: 
 

Vorsitzender Richter:  Roy Levy, Rechtsanwalt, Winterthur 
Richterin:   Sarah Umbricht, M.A. HSG, Solothurn 
Richterin:   Anita Züllig, Rechtsanwältin, Zug 
 
 

 
In der Sache zwischen 

 
 
 
 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 
vertreten durch Hanjo Schnydrig, Verantwortlicher Rechtsdienst und Rechtsanwältin Yvonne Stad-
ler, Krneta Advokatur Notariat, Bern 

- Antragstellerin, SSI - 
und 

 
A._____, Technischer Leiter Nachwuchs des FC X._____ 
vertreten durch Rechtsanwalt Fabian Brunner, BrunnerAebiPartner, Solothurn  

- Angeschuldigte Person - 
und 

 
Schweizerischer Fussballverband, Worbstrasse 48, 3074 Muri,  
vertreten durch Dominique Schaub, Leiter Rechtsdienst 

- SFV - 
und 

 
M._____ und N._____  

- Melderin, Melder, meldende Personen - 
und  

 
O._____ 

- Mutmassliches Opfer, Spieler - 

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach schwei-
zerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als Nati-
onale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) als 
auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer Sport 
(Art. 72f SpoFöV) zuständig. 
 

2. A._____ ("angeschuldigte Person") ist der sportliche Leiter des Nachwuchses des Fussball-
clubs X._____ ("der Club"). 

 
3. Der Schweizerische Fussballverband ("SFV") ist die betroffene nationale Sportorganisation 

im Sinne des Ethikstatuts. Der SFV ist Mitglied von Swiss Olympic. 
 
4. M._____ und N._____ ("Melderin", "Melder", "meldende Personen") sind die Eltern und damit 

im relevanten Zeitpunkt die gesetzlichen Vertreter des mutmasslichen Opfers. Sie haben im 
vorliegenden Verfahren zugleich Parteistellung als meldende Personen. 

 
5. O._____ ("Mutmassliches Opfer" oder "Spieler") (geb. 2006) war zum relevanten Zeitpunkt 

Spieler in der Nachwuchsmannschaft (U16) des Clubs. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

6. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Verstoss gegen das Swiss Olympic 
Ethik-Statut des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 ("Ethik-Statut"). 
 

7. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts basie-
rend auf den eingereichten Akten sowie den Schilderungen der Parteien in ihren schriftlichen 
Eingaben und anlässlich der mündlichen Verhandlung vor dem Schweizer Sportgericht vom 
25. Februar 2025 ("Hauptverhandlung") wiedergegeben. Für weiterführende Details wird auf 
die Eingaben der Parteien, die Verfahrensakten und die Inhalte der Hauptverhandlung verwie-
sen. Im vorliegenden Entscheid wird nur dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung 
der betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

1. Meldung und Triage 

8. Am 22. März 2022 ging - im Nachgang zu einer vorgängigen telefonischen Kontaktaufnahme - 
bei SSI eine Meldung der Melderin ein, mit welcher sie SSI zwei E-Mails datierend vom 21. 
März 2022 und einen Printscreen von einem Nachrichten-Verlauf, ebenfalls datierend vom 
21. März 2022 zukommen liess. Gemäss der Meldung und den Beilagen geht es um den Aus-
schluss des mutmasslichen Opfers, Sohn der Melderin, durch die angeschuldigte Person. Sie 
habe "in der Mobbingmeldung (Dokument) kurz die Vorgeschichte geschildert", damit sich SSI 
ein Bild machen könne. Sie reichte verschiedene Unterlagen ein, welchen unter anderem zu 
entnehmen ist, dass sie die angeschuldigte Person um eine für sie "nachvollziehbare Erklä-
rung" betreffend den "Rauswurf" ihres Sohnes bat. In der Folge führte SSI am 28. März 2022 
mit der Melderin ein Telefonat, anlässlich welchem diese den Inhalt der Meldung bestätigte 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 (Sportförde-

rungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 (Sportförde-

rungsverordnung, SpoFöV). 

 

 3 

und unter anderem ausführte, es habe Mobbing-Vorfälle gegeben und die Kinder hätten Angst 
vor einem Ausschluss, falls sie etwas sagen würden. 
 

9. Am 30. März 2022 führte SSI mit der angeschuldigten Person und am 5. April 2022 mit dem 
Präsidenten des Clubs Telefongespräche und tätigte weitere schriftliche und telefonische Ab-
klärungen bei der Melderin und weiteren Personen. Die angeschuldigte Person teilte im Rah-
men des Telefonats mit SSI vom 30. März 2022 mit, dass sie es leid seien, mit den Eltern zu 
diskutieren. Es kämen immer wieder Nachfragen von den Eltern, die wissen wollten, wieso 
das Kind so wenig spiele oder wieso es nicht spiele usw. Gespräche mit den Eltern hätten 
stattgefunden, aber leistungsbezogen, was jedoch nicht das Problem mit dem Spieler sei. Das 
Problem seien die Eltern und das Verhalten, wenn er nicht aufgeboten werde oder ihrer Mei-
nung nach zu wenig spiele. Dieses Verhalten gehe nicht im Leistungssport, hier zähle alleine 
die Leistung, denn nur die Besten spielen. Es herrsche ein grosser Konkurrenzkampf. Es gebe 
Spieler, die noch keine Minute hätten spielen können und deren Eltern nicht reklamierten. Das 
Reklamieren werde nicht toleriert, denn so funktioniere der Leistungssport nicht, sonst funk-
tioniere der Betrieb nicht. Den Eltern sei das zu Beginn des Jahres gesagt worden, und sie hät-
ten dies auch im Verhaltenskodex unterschrieben. Weiter führte die angeschuldigte Person 
zum Vorfall, welcher zum Rauswurf geführt hatte, aus, dass der Trainer Covid gehabt habe 
und im Bett gelegen sei. Die Eltern des Spielers hätten ihn mit Nachrichten bombardiert, 
wieso ihr Sohn nicht spiele. Der Spieler habe nach Hause gewollt und den Vater gebeten, ihn 
vom Spielort abzuholen. Er hätte die Mannschaft also einfach im Stich gelassen. Dieses Ver-
halten werde nicht toleriert. Zudem gebe es folgende Vorgeschichte: Der Spieler habe schon 
als Kind beim FC X._____ gespielt, als der Vater Trainer war. Dieser habe seinen Sohn bevor-
zugt, was dazu geführt habe, dass andere Kinder aufgehört hätten, beim Club Fussball zu 
spielen.  

 
10. Unter anderem stellte die angeschuldigte Person SSI den von der Melderin, ihrem Ehemann 

und vom mutmasslichen Opfer unterzeichneten Verhaltenskodex des Clubs zu, in welchem 
neben verschiedenen anderen Regeln festgehalten war, dass sie als Eltern still die Entscheide 
der Trainer (Aufstellung/Spielzeit) und des Schiedsrichters akzeptierten.  

 
11. Am 4. April 2022 nahm SSI mit P._____, Leiter Fussballverband Region X._____, telefonisch 

Kontakt auf. Dieser teilte mit, der Regionalverband mische sich bei Mitgliederausschlüssen 
nicht ein. Er führte weiter aus, der Club sei der einzige Fussballklub in der Region, der Nach-
wuchsförderung anbiete. Die angeschuldigte Person kenne er schon lange und dieser sei nie-
mand, der andere in die Pfanne haue. Er mache seine Arbeit korrekt. Es habe immer wieder 
Meldungen von Eltern beim Regionalverband gegeben bezüglich Entscheidungen der ange-
schuldigten Person, die mit Ausschlüssen oder Selektionsentscheidungen nicht einverstan-
den gewesen seien. Es sei aber immer das gleiche Muster von verbissenen Eltern, welche 
übermotiviert seien und Entscheide nicht akzeptieren würden. 
 

12. Am 5. April 2022 teilte der Präsident des Clubs SSI unter anderem mit, die "Freistellung" be-
ziehe sich auf den Verhaltenskodex, welcher der Spieler mehrmals gebrochen habe. Zudem 
teilte er mit E-Mail vom 6. April 2022 auf Nachfrage von SSI mit, es gebe kein Protokoll zum 
Rauswurf des Spielers, und stellte SSI die Statuten des Clubs zu. Die angeschuldigte Person 
habe die Prokura, einen Spieler nach mehrmaligem Fehlverhalten gemäss Verhaltenskodex 
aus dem Club auszuschliessen. Weiter wies der Präsident des Clubs auf Diskussionen mit 
dem Spieler und dessen Eltern in der Vergangenheit hin.  

 
13. Am 7. April 2022 telefonierte SSI mit der Melderin. Diese gab zu Protokoll, der Spieler leide 

sehr. Sie als Eltern hätten schlaflose Nächte, weil sie keine Erklärung finden könnten. Sie teilte 
mit, dass bis zu den beiden WhatsApp Nachrichten (siehe unter Randziffer 14) weder sie, ihr 

 

 4 

Mann noch der Spieler über Aufgebot und Spielzeit nachgefragt hätten. Es sei immer alles in 
Ordnung gewesen bis Anfang 2022, als das Gespräch betreffend Einverständniserklärung für 
ein Probetraining beim FC Y._____ stattgefunden habe. Ab da sei es komisch geworden. Bis zu 
diesem Zeitpunkt sei alles normal gewesen, und die angeschuldigte Person habe den Spieler 
oft gelobt und gemeint, dieser sei ein anständiger Junge, der gut integriert sei. Allerdings sei er 
auf dem Platz zu lieb, er müsse aggressiver den Ball holen und zeigen, wer er sei. Es habe 
jedoch keine Rückmeldung betreffend negatives Verhalten gegeben. Es habe Situationen ge-
geben, in denen der Trainer und der Assistenztrainer mit ihnen über das Spiel gesprochen hät-
ten. Aber die Eltern und der Spieler hätten sich bei solchen Gelegenheiten stets zurückgehal-
ten, hätten respektiert, dass nicht gewünscht werde, dass Eltern auf die Trainer zugingen und 
sich einmischten.  

 
14. Mit E-Mail vom 8. April 2022 stellte die Melderin SSI den Chatverlauf zwischen dem Spieler 

und seinem Trainer sowie zwischen dem Ehemann der Melderin und dem Trainer des Spielers 
zu, welcher zum Rauswurf des Spielers geführt hatte. Sie teilte mit, dass vor dem Rauswurf 
des Spielers keine "Verwarnungsgespräche wie auch keine Reklamationsgespräche" zwi-
schen ihnen als Eltern oder dem Spieler mit Trainer oder mit der angeschuldigten Person, 
stattgefunden hätten. Alles sei nach der Nachfrage beim Trainer passiert, warum der Spieler 
nicht spielen konnte. Folgende WhatsApp-Nachrichten stellte die Melderin SSI zu:  

 
Nachricht vom Vater des Spielers an den Trainer vom 19. März 2022, 13:26 Uhr: "Hallo 
Q._____. Ich hoffe Dir geht's besser. Ich habe ein Anliegen und frage mich langsam, was 
mit [dem Spieler] beim [Club] läuft. Er spielt praktisch immer nur 45 Minuten (obwohl 
er gut spielt) oder wie letzte Woche wo er gar nicht mitgenommen wurde trotz das er 
gesund war, also kein Corona hatte. Nun heute spielt er wieder nicht von Anfang. [Der 
Spieler] hat durch diese Situation sehr wenig Selbstvertrauen wird auch nicht gerade 
gross unterstützt. Nun ist er auch noch enttäuscht und total demotiviert. Bringt es et-
was das [der Spieler] noch kommt? Ich wünsche viel Glück und ein gutes Spiel. LG [der 
Melder]".  
 
Der Trainer antwortete gleichentags um 13.37 Uhr: "Hoi [der Melder]. Danke mir geht 
es langsam besser. Ich bin positiv getestet und muss in Quarantäne. Wir können bei 
nächster Gelegenheit darüber reden. LG"  
 
Darauf antwortete der Vater des Spielers umgehend: "Jo shit, nicht gut. Ja können wir 
gerne, macht aber glaube keinen Sinn mehr, denn er wird wahrscheinlich nicht mehr 
kommen und möchte auch jetzt das ich ihn abholen gehe (was ich natürlich nicht ma-
chen werde, das macht man nicht trotz grosser Enttäuschung!). Mal abwarten, bis er 
sich etwas beruhigt hat. Aber [der Spieler] (ist) im Moment schon sehr down und nie-
dergeschlagen. Gueti Besserig und trotz mim belästige es schöns Weekend. LG [der 
Melder]".  
 
Am Abend des gleichen Tages schrieb die angeschuldigte Person dem Melder folgende 
Nachricht (19. März 2022, 19:02 Uhr): "Ha mi gwautig tüscht bi euch. Charakter ände-
ret sich leider nid. Schade, aber ist mir eine Lehre. [Der Spieler] bruucht nüm z cho. 
Guety Zyt."   

 
15. Mit E-Mail vom 11. April 2022 ersuchte SSI den Präsidenten des Clubs um Stellungnahme zu 

diversen Fragen in Bezug auf den Ausschlussentscheid. Dieser meldete sich am 12. April 
2022 telefonisch bei SSI und erklärte sinngemäss, er werde nach Rücksprache mit seinem 
Anwalt die Fragen nicht beantworten, der Aufwand sei unverhältnismässig und SSI könne sich 
künftig an seinen Anwalt wenden. Nachdem SSI ihm im Rahmen des Telefonates erklärte, 

 

 5 

man benötige seine Stellungnahme zur Klärung, ob eine Untersuchung eröffnet werde, 
schrieb der Präsident des Clubs am selben Tag per E-Mail an SSI, dass die Stellungnahme 
zum Fall der Familie des Spielers abgeschlossen sei, sie hätten nach dem Verhaltenskodex 
gehandelt und reagiert. 
 

16. Am 26. April 2022 meldete sich die Melderin telefonisch bei SSI und teilte mit, sie habe her-
ausgefunden, dass der Club den Spieler weiterhin als Aktivmitglied gemeldet habe. Er werde 
für die Trainings einfach abgehakt und gelte normal als Mitglied. Dies, obwohl er vom Club 
hinausgeworfen worden sei. Zudem habe sie erfahren, dass hinter seinem Rücken schlecht 
über den Spieler gesprochen werde. Ihm gehe es gar nicht gut. Er gehe nun zu Gesprächen zu 
einem ausgebildeten Coach und Mediator, welcher ihm helfen solle, einen Umgang mit der 
Situation zu finden. 

2. Untersuchungsverfahren 

17. Aufgrund der Abklärungsergebnisse erhärtete sich für SSI der Verdacht gegen die angeschul-
digte Person und sie entschied, formell ein Untersuchungsverfahren zu eröffnen und Vorab-
klärungen betreffend die Verletzung der psychischen Integrität des Spielers (Art. 2.1.2 Ethik-
Statut), unsportliches Verhalten (Art. 2.3 Ethik-Statut) sowie Missstände beim Club (Art. 3 
Ethik-Statut) zu treffen. Die Eröffnung des Untersuchungsverfahrens wurde der Melderin zu-
handen des Spielers am 11. Mai 2022 mitgeteilt. Zu jenem Zeitpunkt wurden die weiteren Ver-
fahrensbeteiligten und der SFV noch nicht informiert, damit der Gang der Abklärungen nicht 
gefährdet werde. Der angeschuldigten Person sowie dem SFV wurde die Eröffnung eines Un-
tersuchungsverfahrens am 5. Juli 2022 mitgeteilt.  
 

18. Aufgrund eines telefonischen Hinweises der Melderin am 2. Mai 2022, dass andere Spieler 
die Missstände beim Club bestätigen könnten, kontaktierte SSI diese Spieler am 11. Mai 2022 
telefonisch. Da diese aus Angst vor Repressalien nicht namentlich erwähnt werden wollten 
und auch sonst keine Rückschlüsse auf ihre Person wünschten, wurden die entsprechenden 
Passagen von SSI geschwärzt und die Namen anonymisiert.  

 
19. Der Spieler B [recte A] gab an, die angeschuldigte Person sei überall auf allen Altersstufen in 

den U-Mannschaften drin und treffe alle Entscheidungen allein. Er allein entscheide, wer in 
die Sportschule gehe, wer spiele und wer nicht. Das gehe schon ewig so. Es würden immer 
die gleichen 11 Spieler aufs Feld geschickt.  

 
20. In einem weiteren Telefonat von SSI am 11. Mai 2022 führte Spieler B aus, alle hätten Angst, 

etwas zu sagen. Die angeschuldigte Person überwache alles und gebe Instruktionen. Als sein 
Vater ihn einmal betreffend das Aufgebot etwas gefragt habe, habe die angeschuldigte Person 
geantwortet: "Wer bist du, dass du mich so etwas fragst?". Weiter führte der Spieler B aus, die 
Kinder gingen psychisch kaputt, wenn sie nur auf dem Abstellgleis stehen würden, obwohl sie 
ihr Bestes geben würden. Er leide psychisch unter dieser Situation.  

 
21. Der Spieler B berichtete von einem Spieler, der gemeint habe: "Siehst du Papa, wenn man 

etwas sagt, fliegt man raus. Alle Kinder haben Angst". Die Kinder könnten mit niemandem im 
Club sprechen, wenn sie Schwierigkeiten mit dem Trainer, in der Mannschaft oder mit dem 
Aufgebot hätten. Am Anfang habe es geheissen, dass abgewechselt werde und jeder mal 
spielen könne, faktisch sei es aber so, dass immer die gleichen 11 spielten. Wenn man nach-
frage, werde man sofort gesperrt.  

 
22. Am 22. Mai 2022 teilte die Melderin per E-Mail SSI mit, der Spieler sei von der angeschuldigten 

Person auf den Sportplatz gerufen worden, als er im Stadion gewesen sei. Er sei vor allen 

 

 6 

Leuten gefragt worden, ob seine Mutter betreffend den Rauswurf noch lange Theater machen 
wolle. Es sei sowieso alles unnötig und seine Eltern hätten völlig überreagiert betreffend die 
Frage, warum er nicht spiele. Deshalb habe er entschieden, ihn hinauszuwerfen.  

 
23. Am 24. Mai 2022 wurde der Spieler formell befragt. Im Rahmen der Befragung machte er Aus-

führungen zu verschiedenen Situationen und Verhaltensweisen seines Trainers und zu den 
Vorgängen und Gesprächen in Bezug auf den Ausschluss aus dem Club, unter anderem sagte 
er aus, sein Trainer habe ihm mitgeteilt, dass die angeschuldigte Person über den Ausschluss 
entschieden habe und er im Moment nicht mehr Fussball spielen möge nach den Vorkomm-
nissen. Er habe beim Club von der U9 bis zur U11 gespielt, am Tag seines Geburtstages sei 
ihm mitgeteilt worden, dass er nicht in die U12 komme, worauf er gewechselt und ins D Regio 
selektioniert worden sei. Dies sei eine Provokation seitens des Vereins gewesen, weil sein Va-
ter nicht mehr im Club habe trainieren wollen, um nicht den Anschein zu erwecken, dass er 
bevorzugt würde. Danach habe er massive Probleme mit Schlucken und mit Essstörungen 
gehabt, worauf er ein Jahr bei einem anderen Fussballclub trainiert habe und wieder Spass 
und Freude am Fussballspielen bekommen habe. Er sei danach wiederum zu einem anderen 
Club gewechselt, wobei er auch zu Z._____ hätte gehen können, was dann jedoch nicht ge-
klappt habe, weil die angeschuldigte Person zu Z._____ gesagt habe, der Spieler müsse zuerst 
zurück zum Club. Daraufhin sei er im August 2021 wieder zum Club gewechselt, da auch 
seine Kollegen dort gespielt hätten, der Weg wesentlich weiter sei und weil der Club bekannt 
sei für "das Physische/Konditionelle", wo seine Schwäche lag. Die angeschuldigte Person 
habe ihm nie mit dem Rauswurf gedroht, es hätte aber zwei direkte Gespräche mit ihm gege-
ben, wobei es um die Leistung bzw. das Ausschöpfen des Potenzials gegangen sei. Er habe 
bei seinem Trainer zweimal nachgefragt, warum er nicht durchspiele und immer nach 60-70 
Minuten ausgewechselt werde. Der Trainer habe geantwortet, dass auch andere spielen soll-
ten, was der Spieler akzeptiert habe - "nicht 100%, aber einigermassen". Die zweite Nach-
frage sei am 19.3. per WhatsApp gewesen. Die für Probetrainings benötigte Unterschrift der 
angeschuldigten Person habe diese verweigert, wobei im Zusammenhang mit dem einen Pro-
betraining vorgängig ein Gespräch zwischen seinem Vater und der angeschuldigten Person 
stattgefunden habe. Zum Vorfall vom 19.3. führte der Spieler aus, er habe am 19.3. im Bus auf 
dem Weg zu einem Meisterschaftsspiel die Startaufstellung per WhatsApp vom damals ab-
wesenden Trainer erhalten und da er dort nicht aufgestellt gewesen sei, hätte er persönlich 
beim Trainer nachgefragt, warum er nicht spiele. Der Trainer habe ihm mitgeteilt, dass sie das 
persönlich besprechen könnten. Weil die angeschuldigte Person ca. zwei Wochen davor sei-
nem Vater gesagt habe, dass er von den Matches profitieren könne, habe er dem Trainer ge-
schrieben, dass er so nicht profitieren könne. Die Gründe für den Ausschluss seien "wohl die 
Einladung des FCY._____ und meine WhatsApp vom 19.3.". Der Spieler wisse nicht, weshalb 
er ausgeschlossen worden sei, er finde den Ausschluss nicht korrekt und es sei ihm klar, dass 
die angeschuldigte Person den Entscheid getroffen habe. Nach dem Ausschluss habe er 
Mühe mit Essen gehabt. Er sei nicht einmal mehr mit Kollegen rausgegangen. 

 
24. Weiter berichtete er auch, er habe gehört, wie die angeschuldigte Person einem Vater gesagt 

habe: "Wenn es dir nicht passt, kannst du einen anderen Verein suchen." Alle Kinder, die beim 
Club spielen, würden unter dem Verhalten der angeschuldigten Person und des Trainers lei-
den und alle, ausser den Lieblingen hätten Angst, dass sie in die regionalen Kader abgescho-
ben würden.  
 

25. In der Folge führte SSI Telefongespräche mit mehreren Eltern von aktuellen Spielern des 
Clubs. Am 7. Juni 2022 sprach SSI mit Herrn F, dessen Sohn G Spieler sei. Er wolle anonym 
bleiben. Er führte aus, sein Sohn habe psychische Probleme beim Club bekommen. Die Kin-
der seien bei allem, auch beim Essen und beim Schlafen, einem enormen Druck ausgesetzt 
und würden direkt sanktioniert. Wenn sie zum Beispiel eine Minute zu spät ins Training kämen 

 

 7 

oder einmal im McDonalds essen gehen würden, würden sie eine Woche aus dem Kader aus-
geschlossen. Sein Sohn habe die angeschuldigte Person gefragt, was er besser machen 
könne, um zu spielen und aufgeboten zu werden. Er habe eine mündliche Verwarnung bekom-
men, das nächste Mal sei er draussen. Die Kinder und Eltern getrauten sich nichts zu sagen. 
Alle hätten Angst, hinausgeschmissen zu werden. Die angeschuldigte Person, Herr R._____ 
und Herr S._____ würden alles allein im Club entscheiden.  

 
26. Gleichentags nahm SSI Kontakt mit Herrn H, dem Vater von I auf, der U15-Spieler beim Club 

war. H führte aus, die angeschuldigte Person habe entschieden, dass sein Sohn zu wenig 
schnell sei und zu wenig Biss habe. Deshalb habe der Vater ihn rausgenommen. Er würde sei-
nen Sohn nicht mehr zum Club schicken. Die Kinder würden dort nicht gemäss ihrer Leistung, 
ihrem Können, ihrem Talent und ihren Fähigkeiten selektioniert, sondern aufgrund persönli-
cher Beziehungen der Eltern und der angeschuldigten Person. Die Stellung und der Beruf der 
Eltern sei ebenfalls entscheidend.  

 
27. Am 20. Juni 2022 nahm SSI mit dem ehemaligen Spieler J Kontakt auf, der früher beim Club 

gespielt hatte. Er habe vom mutmasslichen Opfer zum ersten Mal davon gehört, dass ein 
Spieler aus dem Club rausgeschmissen worden sei, weil er betreffend Spielzeit und Aufgebot 
nachgefragt habe. Sonst sei ein Rauswurf nur passiert wegen "struben Fehlverhaltens". Das 
mutmassliche Opfer habe sich immer anständig verhalten. Zur Aussage des mutmasslichen 
Opfers, die angeschuldigte Person habe einmal zu J's Vater gesagt, wenn es ihm nicht passe, 
könne er sich einen anderen Verein suchen, konnte J nichts sagen. 

 
28. Am 4. Juli 2022 informierte die Melderin SSI telefonisch, dass der seelische Schaden, den die 

angeschuldigte Person beim mutmasslichen Opfer angerichtet habe, extrem sei und sie die-
sen unterschätzt habe. Er habe sogar ein Angebot des FC Y._____ abgesagt, weil er sich auf-
grund seiner Verfassung dazu nicht in der Lage gesehen habe.  

 
29. Mit Schreiben vom 5. Juli 2022 informierte SSI die angeschuldigte Person über die eingegan-

gene Meldung betreffend eines möglichen Ethikverstosses gegen sie als technischen Leiter 
des Clubs und dass ein Untersuchungsverfahren eröffnet werde. Die angeschuldigte Person 
wurde aufgefordert, Fragen zum Sachverhalt zu beantworten. Ebenfalls am 5. Juli 2022 wur-
den der Präsident des Clubs über die Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens gegen den 
Club und der SFV über die Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens gegen die angeschul-
digte Person informiert. 
 

30. Am 11. August 2022 fand eine telefonische Besprechung zwischen SSI und K, der Mutter von 
L statt. K wollte anonym bleiben und berichtete, dass L von 2020 bis 2022 beim Club gespielt 
habe. Ihnen als Eltern sei es verboten gewesen, mit dem Trainer die Sache zu besprechen. 
Wenn die Kinder sich gewehrt hätten, seien sie direkt mit einer Sperre (Training und Match) 
bestraft worden. K vermutete, die angeschuldigte Person fälle im Hintergrund die Entschei-
dung darüber, wer in welcher Mannschaft spiele und wer an den Matches teilnehme. Das 
wisse sie aber nicht mit Sicherheit. SSI wurde im Rahmen des Telefonats von einem konkreten 
Fall berichtet, bei welchem ein Spieler sich gewehrt habe, wieder an einem Match zu spielen 
und weiter darauf bestanden habe, dass er am Wochenende am Match des Clubs spielen 
könne. Daraufhin sei er vom Training und für die Matches gesperrt worden. Die Trainer seien 
nicht fair gewesen. Auch wenn man die ganze Woche gut trainiert und vom Trainer nur Lob 
erhalten habe, sei man für den Match trotzdem nicht aufgeboten worden. Die Trainer hätten 
keine Gespräche mit ihnen geführt und keine Telefonanrufe entgegengenommen. Widerspre-
chen sei nicht geduldet worden. Aus diesem Grund hätten einige Kinder entschieden, den 
Club zu verlassen. Beim Club sei es so, dass die eine Mannschaft aus Spielern bestanden 
habe, die praktisch immer an die Matches aufgeboten worden seien, auch wenn sie die ganze 

 

 8 

Woche im Schullager und vom Training abwesend gewesen seien, und die andere Gruppe 
habe nur aus Reservespielern bestanden. Diese Spieler hätten kaum bis nie die Chance er-
halten, an den Matches zu spielen, sondern hätten immer in der tieferen Klasse C aushelfen 
müssen. Ihnen sei aber versprochen worden, dass die Kinder spielen könnten. Die Beiträge 
seien auch so bezahlt worden. Das Ganze sei mit hohen Kosten verbunden, und die Kinder 
seien mit dem Versprechen aus anderen Vereinen vor Ort geholt worden, im FE spielen zu 
können. 
 

31. Am 26. September 2022 reichte der Präsident des Clubs eine schriftliche Stellungnahme ein, 
worin er auch die Fragen des Schreibens von SSI vom 5. Juli 2022 beantwortete. Unter ande-
rem verwies er auf den Verhaltenskodex und darauf, dass der Spieler und seine Eltern wieder-
holt gegen diesen verstossen hätten, was zum Ausschluss geführt habe. Weiter machte er 
Angaben zum Vorfall vom 19. März 2022, in dessen Zusammenhang ein Austausch über 
Nachrichtenchats einerseits zwischen dem Spieler und seinem Trainer und andererseits zwi-
schen dem Vater des Spielers und der angeschuldigten Person stattfand. Aus Sicht des Clubs 
handle es sich nicht um einen Rauswurf, sondern man habe dem Wunsch des Spielers bezie-
hungsweise dessen Vaters entsprochen. Aufgrund des gesamten Verhaltens des Spielers und 
seiner Eltern, das heisse wiederholte Verstösse gegen den Verhaltenskodex, habe der Club 
den Entscheid des Spielers akzeptiert, nicht mehr Teil des Clubs sein zu wollen. In verschie-
denen Einzelgesprächen werde stets darauf hingewiesen, dass kein Spieler eine Einsatzga-
rantie habe. Aufgrund des expliziten Wunsches des Spielers habe der Club keine Veranlas-
sung gesehen, eine weitere Besprechung durchzuführen. Die Geschäftsleitung sei intern in-
formiert worden und habe sich mit dem Vorgehen einverstanden erklärt. Der Club habe zwar 
nicht statutenkonform gehandelt, habe aber im Sinne einer unbürokratischen Lösung dem 
Willen des Spielers entsprochen. 
 

32. Am 11. Oktober 2022 kontaktierte SSI einen ehemaligen Spieler des Clubs. Dieser führte un-
ter anderem aus, es habe ihm beim Club sehr gut gefallen, genervt hätte ihn nur, dass die Trai-
ner mehr Wert auf Kondition als auf Talent gesetzt hätten. Er habe problemlos direkt mit dem 
Trainer sprechen können, wenn er mit etwas nicht einverstanden oder zufrieden gewesen sei. 

3. Untersuchungsverfahren 

33. Mit Schreiben vom 1. November 2022 informierte SSI die angeschuldigte Person sowie den 
Trainer und den Präsidenten des Clubs, dass gegen sie eine Untersuchung eröffne.  Am selben 
Tag wurden der SFV und die Melderin respektive der Spieler über die Untersuchungseröffnung 
informiert. 
 

34. Am 15. November 2022 teilte der Trainer SSI telefonisch mit, es sei "total daneben" von dieser 
Familie. Er habe sich als Trainer immer korrekt verhalten. Der Spieler habe nur wegen ihm zum 
Club zurückkehren können. Die angeschuldigte Person habe ihn schon vorab vor den Eltern 
gewarnt und sich deshalb gegen eine Wiederaufnahme des Spielers ausgesprochen. Es hätte 
Probleme in der Mannschaft gegeben und die Eltern seien schwierig. Er (Q._____) wollte es 
aber versuchen. Weiter teilte der Trainer mit, dass er die Vorwürfe gegen ihn nicht verstehe. Er 
sei an der Entscheidung des Rauswurfs des Spielers nicht beteiligt gewesen. Er habe die 
Nachricht des Spielers nur der angeschuldigten Person weitergeleitet und diese habe dann in 
Eigenregie den Eltern des Spielers mitgeteilt, dass dieser nicht mehr zu kommen brauche. Die 
Entscheidung habe die angeschuldigte Person allein getroffen und kommuniziert. 

 
35. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2022 stellte Rechtsanwalt Fabian Brunner als Rechtsvertre-

ter der angeschuldigten Person ("der Rechtsvertreter") in dessen Namen SSI eine Stellung-
nahme zu. Darin führte er unter anderem aus, der angeschuldigten Person sei nicht klar, was 

 

 9 

ihr vorgeworfen werde und SSI würde elementar gegen die Verfahrensrechte seines Mandan-
ten verletzen, sei offensichtlich voreingenommen und der Stab sei bereits über seinen Klien-
ten gebrochen. Der Spieler sei auf die Saison 21/22 hin zurück zum Club gekommen und habe 
in der Hinrunde viel Spielzeit erhalten. In der Rückrunde dagegen habe er leistungsbedingt 
weniger Spielzeit erhalten. Sämtliche Spieler des Clubs und deren Erziehungsberechtigte 
würden einen Kodex unterschreiben, wonach unter anderem gegen die Aufstellung nicht zu 
opponieren sei. Gegen diesen Kodex habe der Spieler und dessen Eltern wiederholt verstos-
sen. Zum Vorfall vom 19.3. teilte der Rechtsvertreter mit, es sei aufgrund der WhatsApp-Kor-
respondenz des Vaters des Spielers erstellt, dass die angeschuldigte Person mit der Nach-
richt, dass der Spieler nicht mehr kommen müsse, nur dem Wunsch des Spielers bzw. dessen 
Vaters entsprochen habe. Dieser Entscheid sei abends gefallen, nachdem die Angelegenheit 
intern besprochen worden sei. Abschliessend beantragte der Rechtsvertreter unter anderem 
eine persönliche Einvernahme seines Mandanten nach Gewährung des Akteneinsichts-
rechts. 

 
36. Mit E-Mail vom 13. Dezember 2022 sandte die Melderin eine Bestätigung von E an SSI, worin 

E bestätigte, den Spieler im Zeitraum von März 2021 bis Oktober 2021 und von März 2022 bis 
Juli 2022 mittels Coachings unterstützt zu haben. Mit E-Mail vom 19. Dezember 2022 er-
suchte SSI E um die Zustellung einer ausführlichen Bestätigung, dass das Mentalcoaching für 
den Spieler aufgrund der schwierigen Situation beim Club nötig war. Am 20. Dezember 2022 
teilte E per E-Mail unter anderem mit, er bestreite, eine Aussage gemacht zu haben, gemäss 
welcher das Mentalcoaching wegen einer schwierigen Situation beim Club nötig gewesen sei, 
er nehme zudem keine Wertung der Situation vor und die Situation beim Club sei "eines von 
verschiedenen Themen" im Coaching gewesen.  

 
37. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2022 antwortete SSI dem Rechtsvertreter unter anderem, 

dass die angeschuldigte Person in Übereinstimmung mit Art. 5.4 des Ethik-Statuts nach der 
ersten Befragung Anspruch auf Akteneinsicht hat und verwies diesbezüglich und in Bezug auf 
die Vorwürfe zu den vorgängigen Schreiben von SSI an die angeschuldigte Person. Weiter be-
stätigte SSI unter anderem, sie würden ihrer Pflicht, den Sachverhalt objektiv und sachlich zu 
ermitteln, auch in diesem Fall nachkommen, die Ausführungen des Rechtsvertreters würden 
von SSI bei der Beurteilung des Sachverhaltes berücksichtigt werden und SSI werde sich 
zwecks Terminvereinbarung für ein persönliches Gespräch mit der angeschuldigten Person zu 
gegebener Zeit mit dem Rechtsvertreter in Verbindung setzen. Schliesslich wies SSI den 
Rechtsvertreter auf einen möglichen Interessenskonflikt hin zufolge seiner Funktion als Ge-
schäftsleitungsmitglied des Clubs. 

 
38. Die Melderin teilte SSI am 3. Januar 2023 mit, dass der intensive Kontakt zwischen E und dem 

Spieler zwischen dem 19. März 2022 und Juni 2022 stattgefunden habe, weil es dem Spieler 
zu diesem Zeitpunkt besonders schlecht gegangen sei.  

 
39. Am 16. Januar 2023 wurden der Trainer des Spielers und am 18. Januar 2023 die angeschul-

digte Person formell von SSI befragt. Der Trainer bestätigte im Wesentlichen die bisherigen 
Erkenntnisse. Anlässlich der Befragung der angeschuldigten Person führte diese unter ande-
rem aus, sie sei für alle Nachwuchs-Mannschaften von FE12 bis zu den 20-Jährigen wie auch 
für die Frauenabteilung zuständig. Ihr Vorgesetzter sei R._____, Vize-Präsident des Clubs. Sie 
selber sei zwecks Beobachtung regelmässig bei den Teams und stehe im Austausch mit den 
Trainern der Mannschaften. Sie sehe auch das eine oder andere Spiel. Mit den Spielern der 
Sportklasse habe sie mehr Kontakt, da sie auch Ansprechperson für die Sportschulen betref-
fend Standortgespräche etc. sei. Es würden eigentlich keine Spieler ausgeschlossen, ausser 
bei Nichteinhaltung der Regeln bzw. bei groben Verfehlungen. Weiter machte die angeschul-
digte Person Angaben zum Ausschlussprozedere, den bisherigen drei bis vier Ausschlüssen 

 

 10 

in 20 Jahren sowie in Bezug auf die Probetrainings, die Anforderungen an den jeweiligen Spie-
ler und zu ihrer Zuständigkeit für den Entscheid, ob ein Spieler ein Probetraining absolvieren 
dürfe. In Bezug auf den Ausschluss des mutmasslichen Opfers führte er aus, die Eltern hätten 
gegen den Kodex verstossen, indem sie sich gegen die Spielzeit gewehrt hätten. Im Verhal-
tenskodex stehe "Wir akzeptieren still die Entscheide der Trainer (Aufstellung/Spielzeit) und 
des Schiedsrichters", die Regel sei eine Tatsache und er halte sie für notwendig, um mehr 
Ruhe im Trainingsbetrieb zu gewährleisten. Die Eltern des Spielers hätten den Ausschluss 
entschieden, indem der Vater in einer Nachricht an den Trainer auf das Angebot des Trainers, 
die Spielzeit bei nächster Gelegenheit zu besprechen, antwortete "können wir gerne, macht 
aber glaube ich keinen Sinn mehr, denn er [der Spieler] wird wahrscheinlich nicht mehr kom-
men […]". Sie [die angeschuldigte Person] habe dies dann dem Vater bestätigt. Sie habe dies 
zusammen mit dem Trainer entschieden. Schliesslich sagte die angeschuldigte Person aus, 
sie habe niemanden über den Ausschluss informiert. Vielleicht sei ihr direkter Vorgesetzter 
informiert worden. Im Vorstand sei der Ausschluss ansonsten nicht "gross diskutiert" worden. 
Bei grösseren Entscheidungen würden alle involviert, Trainer, technischer Leiter, Vizepräsi-
dent und Präsident. Bei kleineren Entscheidungen seien die angeschuldigte Person und der 
Trainer involviert. Halbjährlich fänden Gespräche mit den Eltern statt. Vor dem Rauswurf 
seien mit den Eltern des Spielers aber keine Gespräche geführt worden, da die Sache klar ge-
wesen sei, da der Spieler selber angeboten habe, zu gehen. Die angeschuldigte Person weiter 
aus, sie habe den Spieler am 22. Mai bilateral gefragt, ob seine Mutter "noch lange Theater 
machen möchte", er habe ihn dies aber unten im Gelände und nicht vor allen Leuten gefragt. 
 

40. Mit Schreiben vom 7. März 2023 stellte SSI dem Rechtsvertreter die Verfahrensakten unter 
Vorbehalt der gemäss zugesicherten Anonymität der Verfahrensbeteiligten zu und setzte der 
angeschuldigten Person Frist bis 21. März 2023, um sich zur Untersuchungsangelegenheit zu 
äussern und um begründete Anträge zu stellen. Auf Ersuchen des Rechtsvertreters wurde die 
Frist bis 27 April 2023 verlängert. 

 
41. Mit Eingabe vom 27. April 2023 reichte Rechtsanwalt Brunner im Namen der angeschuldigten 

Person eine Stellungnahme ein und führte aus, die meldende Person störe sich insbesondere 
am Ausschluss ihres Sohnes. Es handle sich dabei um eine zivilrechtliche Streitigkeit, die 
nicht in die Kompetenz der SSI falle. Zudem monierte er, dass SSI keine objektive Untersu-
chung führe und entlastenden Beweisen nicht mit gleichem Einsatz nachgehe wie belasten-
den Beweisen. Zudem müsse jeder beschuldigten Person das Recht zukommen, Belastungs-
zeugen Fragen zu stellen, ansonsten diese Aussagen nicht verwertbar seien. Die Praxis der 
SSI, wonach jeweils nach Inputs der Eltern des mutmasslichen Opfers Telefonprotokolle er-
stellt würden, verstosse gegen die elementaren Grundsätze eines fairen Verfahrens und sei 
gesetzes- und verfassungswidrig. Der Rechtsvertreter beantragte Einstellung des Verfahrens 
gegen seinen Mandanten. 

 
42. Mit Schreiben vom 25. Mai 2023 wies die Rechtsvertreterin von SSI den Rechtsvertreter der 

angeschuldigten Person darauf hin, dass die mit Schreiben vom 7. März 2023 zugestellten 
Akten zufolge unvollständiger Aufbereitung per sofort aus den Akten verwiesen worden seien 
und die vollständige aufbereiteten Akten seien der angeschuldigten Person unter Ansetzung 
einer 14-tägigen Frist zur Stellungnahme zugestellt worden. 

 
43. Mit Schreiben vom 30. Mai 2023 kam SSI dem Akteneinsichtsgesuch der Melderin nach und 

stellte dieser die Akten, unter Vorbehalt der zugesicherten Anonymität der Verfahrensbetei-
ligten, zu. 

 

 

 11 

44. Mit Schreiben vom 30. Juni 2023 hielt der Rechtsvertreter der angeschuldigten Person an den 
bisherigen Vorbringen unverändert fest und führte sinngemäss aus, die eröffneten Akten seien 
nicht aus den Akten zu weisen oder deren Verwertung in irgendeiner Form zu untersagen. 

B. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

45. Am. 5. Juni 2024 ging bei der Disziplinarkammer des Schweizer Sports ("DK") der Untersu-
chungsbericht vom 4. April 2024 in Sachen SSI gegen die angeschuldigte Person betreffend 
Ethikverstoss mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

 
"1. Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports in Feststellung ihrer 

Zuständigkeit ein Verfahren gegen A._____ zu eröffnen. 

 2. Das in Übereinstimmung mit Ziff. 1 eröffnete Verfahren sei in deutscher Sprache 
zu führen. 

 3.  Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports ein durch A._____ be-
gangener Verstoss gegen Art. 2.1.2 Ethik-Statut des Schweizer Sports von Swiss 
Olympic festzustellen. 

Eventualiter: Es sei durch die Disziplinarkammer des Schweizer Sports ein durch 
A._____ begangener Verstoss gegen Art. 2.3 Ethik-Statut des Schweizer Sports 
von Swiss Olympic festzustellen. 

 4.  A._____ sei zu verurteilen, auf eigene Kosten ein Verhaltenscoaching im Umfang 
von mindestens 25 Coaching-Stunden zum angemessenen Umgang mit (minder-
jährigen) Spielern des FC X._____s zu absolvieren. 

 
 5. A._____ sei zu verpflichten, vorliegenden Untersuchungsbericht sowie den Ent-

scheid der Disziplinarkammer des Schweizer Sports der/dem betreffenden 
Therapeuten/in bzw. Coach vorzulegen. 

 
 6. A._____ sei zu verurteilen, im Sinne der Erwägungen den Nachweis des erfolg-

reich absolvierten Verhaltenscoachings gemäss Ziff. 5 gegenüber der Stiftung 
Swiss Sport Integrity zu erbringen. 

 
 7. Gegen A._____ sei im Sinne der Erwägungen eine Sperre von zwei Jahren auszu-

sprechen. Die Sperre wird aufgehoben, sobald A._____ den Nachweis gemäss 
Ziff. 6 erbracht hat. 

 
 8.  Der Entscheid der Disziplinarkammer des Schweizer Sports sei im Sinne von 

Art. 6.3 Abs. 2 Ethik-Statut des Schweizer Sports von Swiss Olympic zu veröf-
fentlichen, unter namentlicher Nennung von A._____. 

 9.  Ein Teil der Kosten des Untersuchungsverfahrens vor der Stiftung Swiss Sport In-
tegrity im Betrag von CHF 1'000.00 sei A._____ zu überbürden. 

 10.  Die Verfahrenskosten vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports seien 
A._____ aufzuerlegen. 

Eventualiter: Der Stiftung Swiss Sport Integrity seien keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen. 

 11.  Unter Vorbehalt anderslautender Rechtsbegehren bis zum Ende der Hauptver-
handlung sei zugunsten der Stiftung Swiss Sport Integrity durch A._____ zu be-
gleichender Ersatz der Parteikosten in der Höhe von mindestens CHF 1'500.00 
zu sprechen. 

Eventualiter: Es seien keine Parteikosten zu Lasten der Stiftung Swiss Sport In-
tegrity zu sprechen." 

 

 12 

46. SSI verband ihre Rechtsbegehren zudem mit der dringenden Empfehlung an die angeschul-
digte Person, sich beim mutmasslichen Opfer für ihr Verhalten im Zusammenhang mit dem 
Ausschluss aus dem Club zu entschuldigen. 
 

47. Am 1. Juli 2024 wurde der Untersuchungsbericht an das Sekretariat des Schweizer Sportge-
richts geschickt. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

48. Die DK hat ihre Tätigkeit gemäss Beschluss des Sportparlaments von Swiss Olympic vom 24. 
November 2023 am 30. Juni 2024 eingestellt. Gemäss diesem Beschluss gehen sämtliche 
Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht über.  
 

49. Mit Eröffnungsschreiben vom 15. Juli 2024 benachrichtigte der Direktor der Stiftung Schwei-
zer Sportgericht die Parteien über die Einreichung des Untersuchungsberichts und informierte 
sie unter anderem darüber, dass die Disziplinarkammer des Schweizer Sports ihre Tätigkeit 
am 30. Juni 2024 eingestellt habe und sämtliche Kompetenzen an die Stiftung Schweizer 
Sportgericht übergegangen seien. Mit gleichem Schreiben vom 15. Juli 2024 wurde den Par-
teien ausserdem die Bestellung des Gerichts, die zuständige Kammer sowie die Sprache des 
vorliegenden Verfahrens mitgeteilt. Darüber hinaus wurden die Parteien über die Kommuni-
kationsmittel mit dem Schweizer Sportgericht sowie die Möglichkeit eines Beistands und die-
jenige der unentgeltlichen Rechtspflege informiert. Des weiteren wurde dem SFV als nationa-
lem Sportverband eine Frist von 10 Arbeitstagen gesetzt, um die Parteistellung im vorliegen-
den Verfahren beantragen zu können. Schliesslich wurden die Parteien darüber informiert, 
dass sie bis zum 2. August 2024 das Recht hätten, in schriftlicher oder mündlicher Form Stel-
lung zu nehmen sowie Anträge zu stellen, wobei darauf hingewiesen wurde, dass diese Frist 
auch für den SFV gelte, falls er Parteistellung beantragen würde. 
 

50. Mit E-Mail vom 15. Juli 2024 konstituierte sich der SFV als Partei. 
 

51. Mit Eingabe vom 24. Juli 2024 teilte Rechtsanwältin Yvonne Stadler mit, dass sie SSI in die-
sem Verfahren vertrete und zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Stellungnahme verzichte.  

 
52. Die angeschuldigte Person liess sich nicht vernehmen. 

 
53. Mit Schreiben vom 4. September 2024 wies das Schweizer Sportgericht SSI an, den melden-

den Personen sowie dem mutmasslichen Opfer die Möglichkeit einzuräumen, sich am Ver-
fahren zu beteiligen. Der inzwischen volljährige Spieler sowie seine Eltern (die meldenden 
Personen) konstituierten sich in der Folge mit E-Mail vom 9. September 2024 als Parteien im 
vorliegenden Verfahren.  

 
54. Mit Schreiben vom 19. September 2024 setzte das Schweizer Sportgericht den meldenden 

Personen und dem Spieler Frist zu Stellungnahme, welche diese ungenutzt verstreichen lies-
sen.  
 

55. Am 28. Oktober 2024 erliess der Direktor des Schweizer Sportgerichts im Namen des Ge-
richts eine Verfahrensverfügung unter anderem in Bezug auf die Gerichtsbarkeit und Zustän-
digkeit des Schweizer Sportgerichts, wobei die Parteien gebeten wurden, die Verfügung bis 
zum 11. November 2024 zu unterzeichnen. Mit gleicher Verfügung wurden die Parteien darauf 
hingewiesen, dass das Gericht die Untersuchung als vollständig erachte, und es wurde ihnen 
eine Frist von 10 Arbeitstagen zur Stellung von kurz begründeten Ergänzungsbegehren ge-
setzt. Weiter wurde den Parteien Frist angesetzt, um ihr Einverständnis zum Verzicht auf eine 

 

 13 

mündliche Verhandlung zu erteilen. Sodann wurden die Parteien darüber informiert, dass das 
Urteil nach Massgabe des VerfRegl3 unter Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte der Be-
troffenen auf der Website des Schweizer Sportgerichts publiziert werde.  

 
56. Mit Eingabe vom 7. November 2024 verzichtete SSI auf das Stellen von Ergänzungsbegehren 

und beantragte eine mündliche Verhandlung. Die meldenden Personen und der Spieler lies-
sen sich nicht vernehmen.  

 
57. Mit Eingabe vom 11. November 2024 teilte der Rechtsvertreter dem Schweizer Sportgericht 

mit, dass er nach wie vor die Interessen der angeschuldigten Person vertrete und stellte fol-
gende Anträge: 

 
"1. Dem Angeschuldigten sei das umfassende Einsichtsrecht in die ungeschwärz-

ten Verfahrensakten zu gewähren. 
 
°2. Dem Angeschuldigten sei eine angemessene Frist zur Einreichung einer Stel-

lungnahme zu den Akten und zum Untersuchungsbericht der Stiftung Swiss 
Sport Integrity vom 4. April 2024 zu setzen. 

 
 Eventualiter: 

Die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zu den Akten und zum Untersu-
chungsbericht der Stiftung Swiss Sport Integrity vom 4. April 2024 sei wieder-
herzustellen. 

 
°3. Es sei ein mündliches Verfahren vor dem Sportgericht durchzuführen. 
 
°4. Anlässlich der mündlichen Verhandlung seien die Belastungszeugen O._____ 

und M._____ unter Gewährung des Teilnahme- und Konfrontationsrechts zu be-
fragen. 

 
°5. Die Identitäten der anonymisierten Spieler des FC X._____ sowie der weiteren 

Auskunftspersonen seien offenzulegen und sie seien unter Gewährung des Teil-
nahme- und Konfrontationsrechts zu befragen. 

 
°6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

 
58. In der Begründung der Anträge führte der Rechtsvertreter aus, die angeschuldigte Person habe 

die Verfügung vom 15. Juli 2024 nicht erhalten und erst in der Verfügung vom 28. Oktober 2024 
Kenntnis über die vermeintliche Fristansetzung zur Stellungnahme erlangt. Es gehe nicht an, 
dass die Verfügungen des Schweizer Sportgerichts direkt der angeschuldigten Person und 
nicht dessen Rechtsvertreter zugestellt würden, obschon dieser bereits im Untersuchungs-
verfahren mandatiert worden sei. Die angeschuldigte Person habe konsequenterweise bis an-
hin nicht Stellung nehmen können, womit sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wor-
den sei. Daher sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer solchen Stellungnahme 
zu setzen beziehungsweise eventualiter sei die Frist wiederherzustellen. 
 

59. Für den Fall, dass das Gericht keine Frist zur Stellungnahme setzen sollte, würden die folgen-
den Anmerkungen vorsorglich angebracht: Der angeschuldigten Person sei nach wie vor nicht 
klar, was ihr konkret vorgeworfen werde. Die angeschuldigte Person bestreite die Vorhalte. 
Von klaren Verhältnissen könne deshalb keine Rede sein. Aus diesem Grund könne kein 

 
3  Reglement betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht vom 1. Juli 2024 (VerfRegl). 

 

 14 

Zirkularentscheid erfolgen. Das Untersuchungsverfahren von SSI habe viele formelle Fehler 
aufgewiesen. So sei mehrfach das Teilnahme- und Konfrontationsrecht gemäss Art. 6 Ziff. 3 
lit. d EMRK und Art. 29 Abs. 2 BV verletzt worden, da die angeschuldigte Person keine Gele-
genheit gehabt habe, an der Befragung des Spielers vom 24. Mai 2022 teilzunehmen. Zudem 
sei die meldende Person nicht förmlich befragt worden, sondern SSI habe sich vorbehaltlos 
auf die mit ihr geführten Telefonate gestützt. Überdies seien weitere Befragungen von Perso-
nen durchgeführt worden, deren Namen anonymisiert worden seien. Dadurch werde eine 
wirksame Verteidigung gänzlich verunmöglicht.  

 
60. Mit E-Mail vom 13. November 2024 wies das Schweizer Sportgericht den Rechtsvertreter da-

rauf hin, dass die in den Akten liegende Vollmacht vom 4. November 2022 ihn nur für das Un-
tersuchungsverfahren vor SSI legitimiere und nicht auch für das Gerichtsverfahren und for-
derte ihn auf, eine angepasste Vollmacht einzureichen, was dieser am 14. November 2024 
tat.  
 

61. Mit Verfügung vom 4. Dezember 2024 wies das Schweizer Sportgericht den Antrag Ziff. 1 der 
Stellungnahme der angeschuldigten Person betreffend umfassende Einsicht in die unge-
schwärzten Verfahrensakten ab. Der Antrag auf eine angemessene Frist zur Einreichung einer 
Stellungnahme wurde gutgeheissen und der angeschuldigten Person die Frist bis am 18. De-
zember 2024 verlängert. Der Antrag auf Durchführung einer Hauptverhandlung wurde als ge-
genstandslos erklärt, da das Gericht bereits entschieden hatte, eine solche durchzuführen.  

 
62. Die angeschuldigte Person liess sich bis am 18. Dezember 2024 nicht mit einer Stellung-

nahme vernehmen. 
 

63. Mit Verfügung vom 22. Januar 2025 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung am 25. Feb-
ruar 2025 um 08.00 Uhr im Hotel Astoria in Olten vorgeladen. Weiter entschied das Gericht, 
dass Ziff. 4 der Anträge der Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 11. November 
2024 betreffend Befragung des Spielers und der meldenden Person unter Gewährung des 
Teilnahme- und Konfrontationsrechts gutzuheissen. Gleichzeitig setzte es SSI Frist bis zum 
31. Januar 2025, um zum Antrag Ziff. 5 der Stellungnahme der angeschuldigten Person betref-
fend Offenlegung der Identitäten der anonymisierten Spieler Stellung zu nehmen. Ausserdem 
wurden die Parteien über den Ablauf der Verhandlung informiert. Gleichzeitig wurde die Frist 
für das Verfahren bis 15. März 2025 verlängert. 

 
64. Mit Stellungnahme vom 29. Januar 2025 beantragte SSI, dass Fragen an den Spieler auf 

schriftlichem Weg oder in Abwesenheit der angeschuldigten Person geschehen, um eine di-
rekte Konfrontation zu vermeiden. Betreffend Offenlegung der Anonymität der Spieler bean-
tragte SSI die Abweisung des Antrags Ziff. 5 der Stellungnahme der angeschuldigten Person 
mit der Begründung, es sei zulässig, eine Meldung oder Aussage zu einem Vorfall anonym zu 
machen. Diese Anonymität müsse diesen Personen zugesichert und geschützt werden. Ge-
mäss Art. 72f Abs. 1 lit. a Ziff. 3 SpoFöV sorge SSI dafür, dass auf Wunsch die Identität einer 
Person gegenüber Dritten nicht offengelegt werde. Allen Personen, die anonym ausgesagt hät-
ten, sei die Anonymität zugesichert worden, und sie seien nur deshalb bereit gewesen, ihre 
Aussagen zu machen.  

 
65. Mit Verfügung vom 7. Februar 2025 wies das Schweizer Sportgericht den Antrag Ziff. 5 der 

Stellungnahme der angeschuldigten Person vom 11. November 2024 ab. Betreffend Begrün-
dung wird auf diese Verfügung verwiesen, wobei insbesondere berücksichtigt wurde, dass so-
wohl Art. 5.10.1 Abs. 1 Ethik-Statut wie auch Art. 72f Abs. 1 lit. a Ziff. 3 SpoFöV gewährleisten, 
dass auf Wunsch die Identität von meldenden oder durch einen potenziellen Ethikverstoss 
betroffenen Person nicht gegenüber Dritten und gegenüber der belasteten Person offengelegt 

 

 15 

wird. Sodann setzte das Gericht den Parteien Frist bis am 14. Februar 2025, um zum Antrag 
von SSI Stellung zu nehmen, wonach eine direkte Konfrontation des Spielers mit der ange-
schuldigten Person im Rahmen einer Befragung zu vermeiden sei. Diese Frist wurde auf An-
trag von SSI bis am 18. Februar 2025 erstreckt.  

 
66. Mit Eingabe vom 12. Februar 2025 führte SSI aus, der Spieler sei minderjährig und deshalb sei 

eine unnötige Belastung und Traumatisierung zu vermeiden. Die Einvernahme könne zum Bei-
spiel per Videoübertragung erfolgen, so dass der Spieler in einem separaten Raum befragt 
werden könne. Auch eine Befragung und Teilnahme mittels Teams sei möglich. Fragen der an-
geschuldigten Person an den Spieler sollten nicht direkt gestellt, sondern über den vorsitzen-
den Richter an ihn weitergeleitet werden. Zudem solle der Spieler das Recht haben, von einer 
Vertrauensperson, beispielsweise einem Familienmitglied begleitet zu werden. 

 
67. Die meldenden Personen und der Spieler liessen sich innert Frist nicht vernehmen.  

 
68. Mit Verfügung vom 20. Februar 2025 entschied das Gericht, dass der Spieler unter Anwesen-

heit der angeschuldigten Person befragt werden könne, dass Fragen, die an ihn gerichtet wür-
den, aber über den vorsitzenden Richter an ihn weitergeleitet und gestellt werden müssten. 
Zudem dürfe der Spieler sich von einer Vertrauensperson begleiten lassen. Das Gericht be-
rücksichtigte dabei insbesondere, dass der Spieler seit 2024 volljährig ist und dass weder er 
noch die meldenden Personen geltend machten, eine direkte Konfrontation sei zu vermeiden. 
Durch die Möglichkeit der Weiterleitung der Fragen der angeschuldigten Person an den Spie-
ler, wurde einerseits der angeschuldigten Person das rechtliche Gehör gewährt und anderer-
seits ein gewisser Schutz zugunsten des mutmasslichen Opfers sichergestellt. 
 

69. Mit Verfügung vom 24. Februar 2025 wurde das am 21. Februar 2025 vom SFV gestellte Dis-
pensationsbegehren gutgeheissen. Zudem wurde den Parteien der Ablauf der Verhandlung 
erläutert. 

 
70. Am 25. Februar 2025 fand die Hauptverhandlung im Hotel Astoria in Olten statt. Das Gericht 

wurde während der gesamten Verhandlung von Miro Vuille, Case Manager am Sekretariat der 
Stiftung Schweizer Sportgericht, unterstützt. Ausserdem nahmen an der Verhandlung die an-
geschuldigte Person, begleitet und vertreten durch den Rechtsvertreter, SSI, vertreten durch 
die Rechtsvertreterin sowie die meldenden Personen und das mutmassliche Opfer teil. 
 

71. Die Parteien erhielten Gelegenheit, ihre Ausführungen und Argumente vorzutragen, die Fragen 
des Gerichts zu beantworten sowie Ergänzungsfragen zu stellen. SSI verwies im Grundsatz 
auf den Untersuchungsbericht vom 4. April 2024. Die meldenden Personen und der Spieler 
führten aus, dieser habe den Club nie verlassen wollen. Die angeschuldigte Person verwies 
grundsätzlich vollumfänglich auf die Ausführungen in der Stellungnahme vom 11. November 
2024 und die darin gestellten Rechtsbegehren. Die Parteien erhielten Gelegenheit zur Replik 
und Duplik. Nach der Befragung der angeschuldigten Person, SSI sowie der meldenden Per-
sonen und des Spielers hielten die Parteien ihre Schlussvorträge.  

IV. Positionen der Parteien 

72. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Behauptungen 
der Parteien, sondern soll eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argumente der 
Parteien bieten. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Parteien in diesem 
Entscheid hat das Gericht alle von den Parteien vorgebrachten Argumente und Beweise be-
rücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen und Argumente, die in 

 

 16 

diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörterung der Ansprüche nicht 
erwähnt werden. 

A. Die Position von SSI 

73. Die Vorbringen von SSI basierend auf ihren schriftlichen Eingaben und mündlichen Ausfüh-
rungen anlässlich der Hauptverhandlung vom 25. Februar 2025 können wie folgt zusammen-
fasst werden: 
 

74. Die angeschuldigte Person habe eine Machtkonzentration und eine Angstkultur beim Club ge-
schaffen. Er habe sehr viele Freiheiten und treffe alle wichtigen Entscheide der Nachwuchs-
förderung allein. An ihr führe kein Weg vorbei und sie nütze diese Machtposition aus. Es hätten 
sich viele Spieler des Clubs bei SSI gemeldet, die Angst hätten, gegen die angeschuldigte Per-
son auszusagen, und deshalb anonym bleiben wollten. Viele Kinder hätten deswegen psychi-
sche Probleme. Der Verhaltenskodex des Clubs besage, dass Spieler und deren Eltern Ent-
scheide des Trainers still zu akzeptieren hätten, sonst drohten Sanktionen. Das mutmassliche 
Opfer sei unrechtmässig aus dem Club, der die Rechtsform eines Vereins hat, ausgeschlos-
sen worden. Die beschriebenen Handlungen stellten eine Verletzung von Art. 2.1.2 Ethik-Sta-
tut (Verletzung der psychischen Integrität) und eventualiter Art. 2.3 Ethik-Statut (Unsportli-
ches Verhalten) dar. 
 

75. In Bezug auf die Zumessung der Disziplinarmassnahme wertete SSI verschärfend, dass die 
angeschuldigte Person über einen langen Zeitraum gegen die geltenden Ethik-Bestimmungen 
verstossen habe. Auch nachdem sie mit dem Verstoss konfrontiert worden sei, habe sie keine 
Einsicht oder Reue gezeigt. Sie habe sich darauf beschränkt, die erhobenen Vorwürfe zu be-
streiten. Ebenfalls zu einer Verschärfung der Sanktion führe, dass die betroffenen Spieler 
noch minderjährig gewesen seien. Zwischen der angeschuldigten Person und den betroffenen 
Spielern habe zweifellos ein Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis bestanden, wie es in je-
dem Spieler-Betreuer-Verhältnis bestehe. Es bestünden aber keine Anhaltspunkte dafür, dass 
die angeschuldigte Person dieses benutzt habe, um Vorteile für sich zu gewinnen, weshalb 
ein Ausnützen eines Vertrauens- oder Abhängigkeitsverhältnisses im Sinne von Art. 5.2 Abs. 
3 Ethik-Statut nicht ersichtlich sei. 

 
76. Sanktionsmildernd sei vorliegend zu berücksichtigen, dass die angeschuldigte Person im Ver-

fahren mitgewirkt und der Untersuchung insgesamt offen gegenübergestanden habe.  

B. Die Position der angeschuldigten Person 

77. Die angeschuldigte Person erklärte im Wesentlichen, dass das Untersuchungsverfahren we-
sentliche formelle Fehler enthalte. So habe SSI nur belastende Aussagen verwertet. Die ent-
lastenden Aussagen seien geschwärzt worden. Die anonymisierten Aussagen seien unver-
wertbar, da die angeschuldigte Person keine Möglichkeit gehabt habe, diesen Befragungen 
beizuwohnen und dazu angemessen Stellung zu nehmen. Es stimme nicht, dass eine Angst-
kultur herrsche. Auf den anlässlich der Verhandlung eingereichten Fotos sei zu sehen, dass 
die Kinder eine gute Stimmung im Team hätten und nach einem guten Match bei McDonalds 
zusammen mit dem Trainer essen gingen. Es sei aus den Akten erstellt, dass der Spieler nicht 
aufgrund des Vorfalls vom 19. März 2022 ein Mental Coaching erhalten habe, sondern dass 
dieses unabhängig vom Ausschluss erfolgt sei. Weiter führte er aus, dass beim Entscheid, ob 
ein Kind in die Sportschule komme, mit dem schulischen und dem sportlichen Teil zwei un-
terschiedliche Themen analysiert würden. Die angeschuldigte Person sei nur für den sportli-
chen Teil zuständig. Wenn es ein Kind nicht in die Sportschule schaffe, sei es möglich, dass 
das aufgrund der schulischen Leistungen der Fall und nicht aufgrund der sportlichen Leistun-
gen sei. Bei den Entscheidfindungen innerhalb des Clubs würden alle notwendigen Personen 

 

 17 

miteinbezogen, zusammen werde diskutiert und entschieden, aber am Ende müsse jemand 
hinstehen und den Entscheid vertreten, und das sei die angeschuldigte Person. Sie übe ihre 
Funktion im Club hauptberuflich aus und eine Sperre käme einem Berufsverbot gleich.  
 

78. Auf Nachfrage erklärte die angeschuldigte Person, dass es im Club acht Nachwuchsteams 
mit 200 Spielern und 25 Mitarbeitenden gebe. Bei dieser Menge könne sie nicht alle Ent-
scheide allein fällen. Sie sei seit 40 Jahren beim Club tätig, zuerst als Spieler und seit dem 
Jahr 2000 als Nachwuchsverantwortlicher und Vorstandsmitglied. Sie sei für den Nachwuchs 
der Männer zuständig und Herr S._____ für den Nachwuchs der Frauen. Ihr Vorgesetzter im 
Club sei Herr R._____, der auch Vizepräsident des Clubs sei. Sie selber mache ihren Job voll-
beruflich und müsse vom SFV aus regelmässig Weiterbildungen im Fussball und in der Arbeit 
mit Kindern und Jugendlichen absolvieren. Die angeschuldigte Person stehe selber 7-9 Mal 
pro Woche auf dem Platz und habe einen engen Kontakt zu den Trainern, gebe aber selber 
keine Trainings. Die Trainer seien allein für die Aufstellung und das Aufgebot zuständig. Bei 
Problemen sei die angeschuldigte Person die erste Ansprechperson der Trainer. Der Ent-
scheid, ob ein Kind bei den Junioren mitspielen dürfe, hänge von vielen Kriterien ab. Es gebe 
ein Scouting, Footeco sei involviert und am Ende gebe es eine Sichtung mit sechs Trainern. 
Danach werde alles analysiert und zusammen entschieden. Der Entscheid, ob ein Junior zu 
einem anderen Club wechseln könne, werde vom neuen Verein gefällt. 
 

79. In Bezug auf den Ausschluss Spielers halte die angeschuldigte Person daran fest, dass dessen 
Vater selber den Austritt kommuniziert und sie diesen nur noch bestätigt habe. Er habe das 
vorher mit niemandem besprochen, sondern selber entschieden, dass der Spieler gehen 
könne, wenn er das wolle. Wenn ein Spieler aus dem Club ausgeschlossen werden müsse, 
habe es vorher eine grobe Verfehlung von Seiten des Spielers gegeben, danach werde dieser 
verwarnt und es gebe eine schriftliche Orientierung. Im vorliegenden Fall sei das Problem ge-
wesen, dass sich der Spieler und die Eltern nicht an den Verhaltenskodex gehalten hätten. 
Dieser sei zwar etwas hart formuliert und werde jetzt überarbeitet, namentlich die Klausel, in 
der stehe, dass man die Entscheide des Trainers zu akzeptieren habe. Aber im Grundsatz gehe 
es darum, dass es nicht gehe, dass Kinder und Eltern dem Trainer reinreden würden. So könne 
man keinen Fussballverein führen. Der Trainer entscheide, wer aufgeboten werde und wer wie 
lange spiele. Jeder Spieler wolle immer spielen, aber das gehe nicht.  

C. Die Position der meldenden Personen und des Spielers 

80. Die meldenden Personen und der Spieler erklärten im Wesentlichen, der Spieler habe sehr 
unter der Situation gelitten. Die angeschuldigte Person habe ihn im Alleingang und willkürlich 
aus dem Verein ausgeschlossen. Anschliessend sei es dem Spieler sehr schlecht gegangen 
und er habe bis im Juli 2022, also rund vier Monate keinen neuen Verein gefunden. Der Spieler 
habe ein Mental Coaching besuchen müssen. Auf Nachfrage erklärte der Spieler, dieses 
Coaching habe nichts mit dem Rauswurf zu tun gehabt. Er habe dieses zwecks allgemeiner 
mentaler Stärkung schon vorher angefangen. Der Coach sei ein Bekannter der Familie, der 
ihnen einen Gefallen gemacht habe. 
 

81. Der Vater des Spielers sagte aus, er habe die WhatsApp-Nachricht, in der er geschrieben 
hatte, dass der Spieler eventuell gar nicht mehr komme, nicht so gemeint. Es sei eine emoti-
onale Situation gewesen, weil der Spieler am Auswärtsspiel am 19. März 2022 nicht in der 
Aufstellung gestanden sei. Die Nachricht sei aus diesen Emotionen heraus entstanden. Es sei 
aber nie die Absicht gewesen, dass der Spieler aus dem Verein austrete.  

 

 18 

V. Zuständigkeit 

82. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 gegründet 
wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei Streitigkeiten im 
Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige Disziplinarstelle im 
Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a SpoFöV ist das Schweizer Sportgericht zuständig für die Beur-
teilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle von mutmasslichem Fehlverhalten 
oder mutmasslichen Missständen.  
 

83. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 
Zuständigkeit. Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 in Kraft getreten und ersetzt das Reglement 
betreffend das Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports vom 1. Juli 2022. 
Das VerfRegl vom 1. Juli 2024 findet auf sämtliche Verfahren Anwendung, für die Swiss Olym-
pic und die nationalen Sportverbände auf die Zuständigkeit der bisherigen "Disziplinarkam-
mer des Schweizer Sports" oder des Schweizer Sportgerichts verweisen (Art. 29 Abs. 1 Ver-
fRegl). Gemäss Art. 1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. November 2023 (mit 
Inkrafttreten per 1. Juli 2024) ist die "Sanktionierung von potenziellen Verstössen gegen das 
Dopingstatut und das Ethik-Statut […] Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht". Weiter 
sieht Art. 1.2 Abs. 10 vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht "für die Beurteilung von 
Fällen [zuständig ist], die ihr durch die Stiftung Swiss Sport Integrity bezüglich potenzieller 
Verstösse gegen das Ethik-Statut des Schweizer Sports angetragen werden". Schliesslich ist 
das Schweizer Sportgericht für sämtliche Verfahren zuständig, die gemäss den Vorschriften 
des VerfRegl eröffnet werden oder eröffnet worden sind (Art. 30 Abs. 2 VerfRegl). 
  

84. In casu geht es um potenzielle Verstösse vor allem aus dem Jahr 2022 gegen das Ethik-Statut, 
welches am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, mithin um die Beurteilung und Sanktionierung 
von potenziellen Ethikverstössen im Sinne von Art. 1.2 Abs. 10 der Statuten von Swiss Olym-
pic (Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024). Basierend darauf sowie auf den obigen Ausfüh-
rungen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur rechtlichen Beurteilung und 
möglichen Sanktionierung der vorliegend in Frage stehenden Vorfälle zu bejahen.  

 
85. Die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Beurteilung des vorliegenden Falles ergibt 

sich ausserdem auch aus dem Beschluss vom 24. November 2023 des Sportparlaments von 
Swiss Olympic und dem Ethik-Statut, welches in Art. 5.6 auf die "Beurteilung durch die Dis-
ziplinarkammer" verweist. Wie dort unter Traktandum 9 festgehalten, sind gemäss dem Be-
schluss vom 24. November 2023 die Änderungen der Statuten gutgeheissen worden und da-
mit sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht übergegangen. 
Entsprechend ist seit dem 1. Juli 2024 das Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, 
für welche bis zum 30. Juni 2024 die DK zuständig gewesen ist (vgl. dazu auch Art. 10 Abs. 2 
der Statuten von Swiss Olympic, Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024 vom 1. Juli 2024). 

 
86. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung des vorliegenden Falles zuständig ist. Im Übrigen haben die Parteien die Zustän-
digkeit des Schweizer Sportgerichts nicht bestritten und sogar unterschriftlich anerkannt. 

VI. Anwendbares Recht 

87. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von Ethik-
verstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut 2022. Dieses trat per 
1. Januar 2022 in Kraft (vgl. Art. 8.3 Abs. 1 Ethik-Statut). Die Genehmigung des Ethik-Statuts 
erfolgte anlässlich der 25. Versammlung des Sportparlaments am 26. November 2021, an 

 

 19 

welcher das Sportparlament die entsprechenden Änderungen der Statuten von Swiss Olym-
pic per 1. Januar 2022 beschlossen hat.  
 

88. Wie in Art. 9 Ethik-Statut festgehalten, wurden seit dem Erlass des Ethik-Statuts vom Sport-
parlament am 25. November 2022 (mit Inkrafttreten per 26. November 2022) und vom Exe-
kutivrat am 21. September 2022 in Anwendung von Art. 8.6 Ethik-Statut (mit Inkrafttreten per 
26. November 2022) Anpassungen genehmigt. Im Folgenden ist daher, soweit nicht anders 
vermerkt, jeweils vom Ethik-Statut in seiner Version 2022 vom 26. November 2022 die Rede.  

 
89. Mit Genehmigung des Ethik-Statuts und den entsprechenden Änderungen der Statuten von 

Swiss Olympic per 1. Januar 2022 haben die nationalen Sportverbände die Kompetenz und 
Zuständigkeit im Bereich Ethik zur Untersuchung, rechtlichen Beurteilung sowie Sanktionie-
rung auf SSI und die DK übertragen. In organisatorischer Hinsicht wurden die Meldestelle und 
die Stelle zur Untersuchung von gemeldeten Tatbeständen SSI und die rechtliche Beurteilung 
auf die DK übertragen. Wie unter Rz.  48 ff. ausgeführt, ist seit dem 1. Juli 2024 das Schweizer 
Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 2024 die DK zuständig ge-
wesen ist. In casu geht es (in zeitlicher Hinsicht unbestritten) um die Beurteilung von Vorfällen 
aus dem Jahr 2022 (somit nach Inkrafttreten des Ethik-Statuts, aber vor Inkrafttreten der 
neuen Version des Ethik-Statuts 2025), weshalb der zeitliche Geltungsbereich des Ethik-Sta-
tuts in seiner Version 2022 vom 1. Januar 2022 in vorliegendem Verfahren vor dem Schweizer 
Sportgericht gegeben ist.  

 
90. Ist der zeitliche Anwendungsbereich des Ethik-Statuts gegeben, ist in einem weiteren Schritt 

der Geltungsbereich des Ethik-Statuts in persönlicher Hinsicht zu prüfen. Das Schweizer 
Sportgericht beurteilt unter anderem diejenigen Verstösse gegen das Ethik-Statut, die von Per-
sonen begangen worden sind, für die das Ethik-Statut gilt (Art. 1.1 Abs. 1 Ethik-Statut). 

 
91. Club ist ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB und Mitglied des Schweizerischen Fussball-

verbands SFV (Art. 1.3 Statuten FCS). Der SFV ist eine Organisation im Sinne von Art. 1.1 Abs. 
2 lit. b Ethik-Statut und der FC X._____ eine solche im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 lit. c Ethik-
Statut. Gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. b Ethik-Statut gilt dieses unter anderem auch für Personen, 
die eine Funktion in einem Organ einer Sportorganisation ausüben.  

 
92. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Verstösse gegen das Ethik-

Statut unbestrittenermassen Nachwuchsverantwortlicher und Vorstandsmitglied des Clubs. 
Damit ist er vom persönlichen Geltungsbereich gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. b Ethik-Statut er-
fasst.  

 
93. In Bezug auf den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich ist das Ethik-Statut gemäss 

dessen Art. 1.2 Abs. 1 "auf jegliches Verhalten der in Artikel 1.1 genannten Organisationen 
und Personen im In- oder Ausland anwendbar, soweit deren Verhalten im Zusammenhang mit 
dem Sportbetrieb steht oder sich auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit aus-
wirken kann". Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der angeschuldigten Person stand 
mit dem Sportbetrieb in Zusammenhang und fällt damit unter den sachlichen und räumlichen 
Anwendungsbereich des Ethik-Statuts nach dessen Art. 1.2 Abs. 1. Ausserdem ist von einer 
Auswirkung auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit im Sinne von Art. 1.2 Abs. 
1 Ethik-Statut auszugehen. Damit ist das Ethik-Statut in casu zweifelsohne und von den Par-
teien unbestritten anwendbar. 

 
94. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024) im VerfRegl. Ge-
mäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet dies auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt 

 

 20 

seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende Verfah-
ren vor dem Schweizer Sportgericht am 15. Juli 2024 eröffnet wurde, gilt damit die Fassung 
des VerfRegl vom 1. Juli 2024 (vgl. Art. 30 Abs. 2 VerfRegl i.V.m Art. 50 der Schiedsordnung 
des Schweizer Sportgerichts, gültig seit 1. März 2025). 

VII. Materielles 

A. Verstösse gegen das Ethik-Statut 

95. Das Ethik-Statut überschreibt seinen Art. 2 mit "Ethikverstösse", um sodann unter Art. 2.1 bis 
Art. 2.4 verschiedene Tatbestände und Handlungen aufzulisten, die gemäss Art. 2 Ethik-Sta-
tut "Verstösse gegen dieses Ethik-Statut dar[stellen], die zu Sanktionen führen können". Ge-
mäss SSI steht im vorliegenden Fall die Verletzung von Art. 2.1.2 Ethik-Statut (Verletzung der 
psychischen Integrität), eventualiter von Art. 2.3 (unsportliches Verhalten) zur Beurteilung.  
 

96. Swiss Olympic hat gegen den Club ein Verfahren wegen Missständen gemäss Art. 3 und 5.7 
Ethik-Statut eingeleitet. Dieses Verfahren ist derzeit noch hängig, betrifft das vorliegende Ver-
fahren jedoch nicht. 
 

97. Für eine allfällige Verletzung von weiteren Tatbeständen liegen weder Hinweise vor noch 
wurde dies von SSI vorgebracht. Entsprechend ist im Folgenden der vorgeworfene Vorfall un-
ter den Tatbeständen von Art. 2.1.2 und Art. 2.3 Ethik-Statut zu prüfen. 

1. Beweismass 

98. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen über den Beweismassstab zur Feststellung ei-
nes ethischen Verstosses. Es ist daher Sache des Gerichts, dies zu bestimmen (vgl. ANTONIO 
RIGOZZI/BRIANNA QUINN, Evidentiary issues before CAS, in: International sports law and juris-
prudence of the CAS : 4th CAS and SAV- FSA Conference, Lausanne 2012, p. 25 et 29). Die 
Rechtsprechung des Court of Arbitration for Sport (CAS) lässt eine Anwendung des Comfor-
table-Satisfication-Standards zu, wenn das anwendbare Regelwerk nichts anderes vorsieht 
(vgl. CAS 2009/A/1920, FK Pobeda, Aleksandar Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA, Ent-
scheid vom 15. April 2010, Ziff. 85, ähnlich auch CAS 2021/A/8344 Aris Football Club & The-
odoros Karypidis v. HFF, Entscheid vom 14. Juni 2022, Ziff. 107 ff.) oder unklar ist (CAS 
2011/A/2426, Amos Damau v. FIFA, Ziff. 87, 88).  

 
99. Zudem konkretisiert das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut diesen Beweismass-

stab (vgl. Art. 7.2 Ethik-Statut, Version mit Inkrafttreten am 1. Januar 2025, wonach der von 
SSI zu führende überzeugende Nachweis zur Feststellung eines Ethikverstosses höher sein 
muss als die leicht überwiegende Wahrscheinlichkeit, jedoch geringer als ein Beweis, der je-
den vernünftigen Zweifel ausschliesst). Für den von der angeschuldigten Person zu führenden 
entlastenden Gegenbeweis gilt der Beweismass der leicht überwiegenden Wahrscheinlich-
keit (Art. 7.2 Abs. 2 Ethik-Statut, Version mit Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Diese Präzisie-
rung ist im vorliegenden Verfahren sinngemäss anzuwenden (Vgl. BGer 5A_21/2011 vom 10. 
Februar 2012, E. 5.4.3.). 

 
100. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob die Parteien das Gericht im Sinne des jeweils für sie gel-

tenden Beweismassstabes überzeugen konnten. 
 

 

 21 

2. Ethikverstösse im Einzelnen 

2.1 Verletzung der psychischen Integrität gemäss Art. 2.1.2 Ethik-Statut 

101. Unter den Tatbestand von Art. 2.1.2 Ethik-Statut fallen Belästigungen durch systematische 
Äusserungen und Mobbing sowie Handlungen, mit denen eine andere Person ausgegrenzt 
oder in ihrer Würde verletzt wird, oder das Stalking, d.h. das Nachstellen gegen deren Willen 
(Abs. 1). Eine psychische Beeinträchtigung liegt insbesondere dann vor, wenn eine Person un-
ter Ausnützung ihrer Machtposition oder eines Abhängigkeitsverhältnisses gegenüber einer 
anderen Person durch absichtliches, anhaltendes oder wiederholendes kontaktloses Verhal-
ten eine krankheitswertige Veränderung bei der betroffenen Person hervorruft (Abs. 2). Als 
Verletzung der psychischen Integrität gilt auch die Verletzung der Ehre einer anderen Person 
durch herabwürdigende, schikanierende, verhöhnende oder verleumderische Äusserungen 
oder Handlungen (Abs. 3). 

 
102. Damit der Tatbestand von Art. 2.1.2 Ethik-Statut erfüllt ist, braucht es ein über längere Zeit 

anhaltendes, systematisches Verhalten einer Person, welches dazu führt, dass eine andere 
Person ausgegrenzt oder in ihrer Würde verletzt wird. Falls die Person ihre Machtposition oder 
ein Abhängigkeitsverhältnis ausnützt, ist von Gesetzes wegen erforderlich, dass dies eine 
"krankheitswertige Veränderung" bei der betroffenen Person hervorruft.  

 
103. Im vorliegenden Fall wird der angeschuldigten Person vorgeworfen, sie habe eine grosse 

Machtkonzentration beim Nachwuchs gehabt und diese Machtposition ausgenützt, indem er 
ein Klima der Angst geschaffen habe, dass umgehend Sanktionen drohten, wenn ein Spieler 
ihm oder dem Trainer widerspreche. Zudem habe er das mutmassliche Opfer unrechtmässig 
aus dem Club ausgeschlossen, ohne mit ihm oder den Eltern vorher zu sprechen und ohne 
den offiziellen statutenkonformen Weg des Ausschlusses über den Vereinsvorstand zu ge-
hen.  

 
104. Nach eingehender Prüfung der Argumente und Beweismittel, die im Recht liegen, kommt das 

Gericht zum Schluss, dass vorliegend keine Verletzung der psychischen Integrität gemäss 
Ethik-Statut vorliegt. Es ist zwar möglich, dass aufgrund der Struktur des Clubs die angeschul-
digte Person in viele Entscheidungen, welche den Nachwuchs betreffen, involviert ist. Auch 
kann es nach aussen den Anschein erwecken, dass sie allein die Entscheidungen trifft. Die 
angeschuldigte Person konnte jedoch glaubhaft darlegen, dass mehrere Personen in die Ent-
scheidfindungen eingebunden sind, wie z.B. Trainer, Spieler, Eltern, Scouts und die angeschul-
digte Person als Verantwortlicher Nachwuchs die Entscheide schliesslich nach aussen kom-
muniziert. Diese Organisation, dass eine einzige Ansprechperson nach aussen auftritt, macht 
durchaus Sinn, da so entsprechendes Knowhow im Umgang mit Eltern, Schulverantwortli-
chen, etc. aufgebaut werden kann. Dass diese durch die angeschuldigte Person wahrgenom-
mene Aufgabe, den Anschein erwecken kann, dass eine Machtkonzentration stattfinde und 
die angeschuldigte Person allein entscheide, kann wohl sein. Diese Diskrepanz zwischen in-
nerer Organisation und äusserer Wahrnehmung ist jedoch nicht der angeschuldigten Person 
anzulasten und vermag noch keinen Ethikverstoss zu begründen. In einem verhältnismässig 
grossen Verein wie dem vorliegend betroffenen Club sind hierarchische Strukturen unabding-
bar für einen funktionierenden Trainingsablauf und geordnete Prozesse, welche wiederum 
eine Gleichbehandlung der Spieler und Spielerinnen gewährleisten sollen. Gewisse Ungleich-
behandlungen basierend auf objektiven Kriterien wie Leistungsdaten sind dem Leistungssport 
inhärent (z.B. Selektionen). Ebenso ist einleuchtend, dass insbesondere bei Matches nicht 
immer alle Kinder einer "Trainingsgruppe" (gleich lange) spielen können. 
 

 

 22 

105. Selbst für den Fall, dass anzunehmen wäre, dass bei der angeschuldigten Person eine Macht-
konzentration vorliegt, würde das alleine nicht zu einer Verletzung von Art. 2.1.2 Ethik-Statut 
führen. Die angeschuldigte Person müsste die Machtposition zulasten des mutmasslichen 
Opfers ausgenützt haben, was vorliegend durch SSI nicht hinreichend überzeugend (im Sinne 
des erforderlichen Beweismasses der "comfortable satisfaction") bewiesen werden konnte. 
Es ist aus Sicht des Gerichts zwar erstellt, dass der Ausschluss des Spielers nicht statuten-
konform erfolgt ist, denn dazu braucht es einen 2/3-Beschluss des Vorstands (Ziff. 2.9 der 
Statuten des Clubs). Ein solcher ist unbestrittenermassen nicht erfolgt. Der nicht statuten-
konforme Ausschluss ist aber eine Frage des Vereinsrechts und hätte gemäss Art. 75 ZGB 
angefochten werden müssen. Er ist hingegen nicht Gegenstand dieses Ethik-Verfahrens. 

 
106. Auch die Struktur des Clubs, die möglicherweise eine gewisse Machtkonzentration bei der 

angeschuldigten Person begünstigt, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Zuständig für die 
Behebung von Missständen betreffend die Struktur und Organisation eines Vereins ist Swiss 
Olympic. Swiss Olympic hat über allfällige Missstände zu entscheiden und eine Umsetzungs-
vereinbarung mit der betroffenen Sportorganisation zu schliessen (vgl. Art. 3 und Art. 5.7 
Ethik-Statut). Ein entsprechendes Verfahren ist wie erwähnt (vgl. Rz.96) vorliegend eröffnet 
worden, wie von den beteiligten Parteien anlässlich der Hauptverhandlung bestätigt wurde. 
Das Schweizer Sportgericht kann nur mögliche Verletzungen des Ethik-Statuts gemäss des-
sen Art. 2 beurteilen.  
 

107. Basierend auf diesen Ausführungen fehlt es jedoch vorliegend an mehreren Tatbestandsele-
menten, die für eine Verletzung von Art. 2.1.2 Ethik-Statut nötig wären. Ein tatbestandsmäs-
siges Handeln müsste über längere Zeit erfolgt sein und sich in einem systematischen, wie-
derholenden und degradierenden Verhalten manifestieren. Ein solches Verhalten konnte SSI 
in casu nicht (hinreichend im Sinne einer comfortable satisfaction, vgl. Rz. 98) beweisen. Viel-
mehr macht es den Eindruck, dass sich die meldende Person vor allem am Ausschluss des 
Spielers störte. Obschon dies aus Sicht des Spielers und dessen Eltern nachvollziehbar und 
verständlich ist, handelt es sich dabei um ein Einzelfallereignis und nicht um ein über längere 
Zeit anhaltendes, herabsetzendes oder gar systematisches Verhalten im Sinne von Art. 2.1.2 
Ethik-Statut. Daran kann auch die Nichtzusage der angeschuldigten Person für ein Probetrai-
ning des mutmasslichen Opfers beim FC Y._____ nichts ändern. Die angeschuldigte Person 
konnte sachliche Gründe für diese Verweigerung vorbringen, die primär auf den - aktenkundi-
gen - Leistungsdaten des Spielers basierten und daher kein "systematisches, wiederholendes 
und degradierendes Verhalten im Sinne von Art. 2.1.2 Ethik-Statut darstellen. Wie erwähnt, 
braucht es gerade im Leistungssport Entscheidungen basierend auf Leistungen und es bedarf 
ebenso Personen, welche diese - leistungsbasierten - Entscheide kommunizieren. Die ange-
schuldigte Person vermochte vorliegend das Gericht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
zu überzeugen, dass die Verweigerung der Zustimmung auf objektiven Leistungskriterien ba-
sierte. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die angeschuldigte Person im Zusammenhang 
mit dieser Verweigerung mit dem Vater des Spielers dessen Leistungen besprochen hat und 
auch der Spieler sinngemäss ein solches Gespräch bestätigte. 

 
108. Der WhatsApp-Verlauf vom 19. März 2022 zwischen dem Vater des Spielers, dem Trainer und 

der angeschuldigten Person zeigt, dass vermutlich eine nicht aufgearbeitete Vergangenheit 
zwischen dem Vater und der angeschuldigten Person, hochgehende Emotionen am Ereignis-
tag selber, Enttäuschungen, Erwartungen und letztlich (Fehl-)Interpretationen und Missver-
ständnisse dazu führten, dass der Spieler schliesslich aus dem Club ausgeschlossen wurde. 
Die Art der Kommunikation und der Fakt, dass keine der involvierten Parteien das persönliche 
Gespräch suchte, führte zur Verhärtung der Positionen der Involvierten. 

 

 

 23 

109. Der Leidtragende dieses emotionalen Austauschs zwischen seinem Vater und der angeschul-
digten Person und der Dynamik, die sich daraus ergab – und nicht etwa des alleinigen Verhal-
tens der angeschuldigten Person (oder des Spielers selbst) - war letztlich der Spieler. Er war 
auf einmal ohne Verein, konnte nicht mehr trainieren und nicht mehr spielen. Dass ihm diese 
Situation den Boden unter den Füssen wegzog, er enttäuscht und wütend war und unter die-
ser Situation litt, ist nachvollziehbar. Es ist jedoch nicht erstellt, dass dies eine "krankheits-
wertige Veränderung" beim Spieler hervorgerufen hat, wie das Ethik-Statut verlangt. Der Spie-
ler hatte zwar Kontakt zu einem Mental Coach, der ihm half, mit der Situation fertig zu werden. 
Dieses Mentalcoaching wurde jedoch ausdrücklich nicht aufgrund des Rauswurfs aus dem 
Club in Anspruch genommen. Dies wurde sowohl vom Coach als auch vom Spieler selber 
bestätigt. Der Spieler musste weder eine Psychotherapie oder ähnliches besuchen noch 
wurde ein Arztzeugnis vorgelegt, welches eine "krankheitswertige Veränderung" beim Spieler 
belegen würde.  
 

110. Es ist gerichtsnotorisch, dass im Fussball grundsätzlich die Trainer das Aufgebot, die Aufstel-
lung und die Dauer, die jeder Spieler auf dem Platz verbringt, eigenständig entscheiden kön-
nen und auch entscheiden können müssen, um einen geordneten und sicheren Ablauf ge-
währleisten zu können und um während Matches die nötigen Entscheide zur Optimierung der 
Teamleistung in der gebotenen kurzen Zeit treffen zu können. Ebenso kann als gerichtsnoto-
risch betrachtet werden, dass weder die Spieler noch die Eltern ein Mitentscheidungsrecht 
haben, zumindest während eines Matchs oder Trainings. Dies hält der Verhaltenskodex des 
Clubs in einer möglicherweise etwas zu vehementen Sprache fest. Es ist auch bekannt, dass 
es manchmal (über-)ambitionierte Eltern gibt, die sich einmischen wollen, wobei keineswegs 
erstellt ist, dass dies im vorliegenden Fall zutrifft. Vielmehr macht die Tatsache, dass es ge-
nerell solche Eltern gibt, einen Verhaltenskodex wie jenen des Clubs notwendig. Die ange-
schuldigte Person hat im Rahmen der Verhandlung vom 25. Februar 2025 ausdrücklich er-
wähnt, dass der Club den Verhaltenskodex derzeit in gewissen Formulierungen anpasse. Die 
ist aus Sicht des Gerichts ebenfalls zu berücksichtigen.  
 

111. Auf der anderen Seite ist das Gericht auch der Meinung, dass es ein gutes Zeichen ist, wenn 
Spieler mehr Spielzeit haben wollen, denn damit zeigen sie ihre Ambitionen und ihre Motiva-
tion, ihre Leistungen zugunsten des Teams zu erbringen. Es ist auch nachvollziehbar, dass ein 
Spieler enttäuscht und frustriert sein kann, wenn er weniger Spielzeit erhält, als er erwartet 
hatte, und dass er dies gegenüber dem Trainer kommuniziert. Es ist dann am Trainer, dem 
Spieler zu erklären, warum dieser im jeweiligen Match nicht oder nicht die ganze Zeit spielen 
konnte und was er möglicherweise noch verbessern kann, damit er das nächste Mal mehr 
Spielzeit bekommt. Gewisse Mitsprachrechte werden in der Regel insbesondere den Spielern 
in regelmässigen Besprechungen gewährt (etwa in Nachbesprechungen von Matches oder 
Teamsitzungen), verbunden mit einem Feedback zu ihrer Leistung und konstruktiven Hinwei-
sen, wie sie sich verbessern können. Eltern werden üblicherweise im Rahmen von Elternge-
sprächen über gewisse Punkte orientiert. In casu gibt es konkrete Hinweise (so sagte der Spie-
ler im Rahmen der Befragung aus, die angeschuldigte Person habe mit seinem Vater ein Ge-
spräch geführt - wenn auch erst auf dessen Anfrage hin, vgl. Rz. 23; auch die Melderin berich-
tete von einem Gespräch Anfang 2022, vgl. Rz.13), dass der Club, namentlich der Trainer wie 
auch die angeschuldigte Person, sowohl mit dem Spieler selbst als auch mit dem Vater ge-
sprochen haben und deren Anliegen ernst genommen haben. 
 

112. Insgesamt und basierend auf diesen Ausführungen ist das Gericht der Ansicht, dass im vor-
liegenden Fall eine Aneinanderreihung von verschiedenen mehrdeutigen, missverständlichen 
und nicht angemessenen Verhaltensweisen von allen Beteiligten vorliegt: der Melder und der 
Sohn, welche trotz Kenntnis des Verhaltenskodex die Aufstellung unmittelbar vor dem Spiel 
in Frage stellten und sehr emotional reagierten, sowie die angeschuldigte Person, welche in 

 

 24 

unangemessener Weise einen freiwilligen Austritt in eine simple - offensichtlich in einer emo-
tional aufgewühlten Situation verfassten - WhatsApp interpretierte bzw. diese als hinreichen-
den Ausschlussgrund betrachtete. Diese Aneinanderreihung von sich überschlagenden Ereig-
nissen und weil die Beteiligten offensichtlich nicht in der Lage waren, die Situation später, 
nachdem die ersten Emotionen abgeklungen waren, sachlich und objektiv miteinander zu 
sprechen, war schliesslich der Spieler tragischerweise der Leidtragende dieser Verkettung.  
Es handelt sich jedoch um einen Einzelfall, wenn auch einen für den Spieler sehr harten Aus-
gang. Dementsprechend ist aus Sicht des Gerichts der Tatbestand der Verletzung der psychi-
schen Integrität im Sinne von Art. 2.1.2 Ethik-Statut nicht erfüllt.  

 
113. Zu prüfen ist deshalb weiter, ob das Verhalten der angeschuldigten Person ein unsportliches 

Verhalten im Sinne von Art. 2.3 Ethik-Statut darstellt.  

2.3 Unsportliches Verhalten gemäss Art. 2.3 Ethik-Statut 

114. SSI ruft vorliegend Art. 2.3 Ethik-Statut (unsportliches Verhalten) als Auffangtatbestand an. 
Diese Bestimmung lautet wie folgt: "Als unsportliches Verhalten gemäss diesem Ethik-Statut 
gelten grobe Verletzungen von fundamentalen Grundwerten des Sports, soweit diese nicht 
bereits durch Spiel- und Wettkampfreglemente oder andere Bestimmungen dieses Ethik-Sta-
tuts erfasst werden. Zu diesen Grundwerten gehören das Fair Play und der Verzicht auf unlau-
tere Vorteile und Mittel im Wettkampf, sowie der Respekt und Achtung gegenüber sich selber, 
den Gegnerinnen und Gegnern, den Spielregeln, den Entscheidungen der Schiedsrichterinnen 
und Schiedsrichter, der Zuschauerinnen und Zuschauer, von Tieren und der Umwelt." 
 

115. Art. 2.3 Ethik-Statut will nicht jedes unsportliche oder unfaire Verhalten sanktionieren, son-
dern nur "grobe Verletzungen von fundamentalen Grundwerten des Sports". Es braucht somit 
eine gewisse "Flughöhe" oder Schwelle, eben eine grobe Verletzung, damit dieser Tatbestand 
erfüllt ist. Es ist vorliegend jedoch nicht ersichtlich, mit welchem Verhalten die angeschul-
digte Person eine solche grobe Verletzung eines fundamentalen Grundwertes des Sports be-
gangen haben soll. 
 

116. Entgegen der Begründung von SSI wurde aus Sicht des Gerichts gerade nicht hinreichend 
überzeugend erstellt, dass die angeschuldigte Person ihre Position und Entscheidungsmacht 
ausgenützt, eine willkürliche Entscheidung getroffen und somit gegen die grundlegenden 
Werte des Schweizer Sports, des Fairplays und des Respekts, verstossen hat. Wie bereits 
oben ausgeführt, handelt es sich beim Austausch zwischen dem Vater und der angeschuldig-
ten Person um den Anfang einer letztlich für das mutmassliche Opfer unglücklich endenden 
Aneinanderreihung von Ereignissen und missverständlichen Nachrichten, bei welcher jedoch 
nicht die angeschuldigte Person alleine die Verantwortung zu tragen hat. Zwar ist das Verhal-
ten der angeschuldigten Person, in einen einzelnen Auszug eines Chatverlaufs direkt einen 
Austrittswunsch des Spielers hinein zu interpretieren, in der Tat im sportlichen Kontext mit 
Kindern und Jugendlichen als nicht angemessen zu betrachten. Insbesondere musste auch 
der angeschuldigten Person, nach eigener Aussage selbst früher aktiver Fussballspieler, klar 
gewesen sein, dass in einer Situation wie sie sich für den Spieler und seinen Vater im Moment 
der in Frage stehenden WhatsApp Nachricht präsentierte, der Spieler und dessen Vater in ei-
ner emotional aufwühlenden Situation befunden haben müssen und dass eine einzelne 
WhatsApp Nachricht unter diesen Umständen nicht als ernst gemeinte Austrittsbekundung 
betrachtet werden kann. Ebenso müsste der angeschuldigten Person bewusst gewesen sein, 
dass es auch bei Verstössen gegen den Verhaltenskodex grundsätzlich erstmal einer Verwar-
nung bedarf. Insofern kann durchaus ein gewisses Fehlverhalten seitens der angeschuldigten 
Person festgestellt werden. Allerdings ist aus Sicht des Gerichts durch einen Einzelfall die 
Schwelle eines Ethikverstosses im Sinne von Art. 2.3 Ethik-Statut noch nicht erreicht. Dieses 

 

 25 

Verhalten als grobe Verletzung der grundlegenden Werte des Schweizer Sports zu qualifizie-
ren, geht zu weit. Das Verhalten mag zwar als nicht angemessen und unfair erscheinen, aber 
es ist nicht ersichtlich und nicht erstellt, welche grundlegenden Werte des Schweizer Sports 
damit in hinreichend intensivem Ausmass - eben "grob" - verletzt sein sollen. 

 
117. Dies kann auch im Lichte der von SSI geltend gemachten weiteren Aussagen von anonym aus-

sagenden Personen gegen die angeschuldigte Person nicht anders beurteilt werden. In den 
Akten sind zwar Aussagen zu finden, die der angeschuldigten Person vorwerfen, dass sie eine 
Kultur der Angst vor Repressalien betreibe, einige Spieler bevorzuge und jeder, der ihr wider-
spreche, Angst haben müsse, nicht mehr aufgeboten zu werden. Grosse Teile der Aussagen 
dieser anonymen Personen wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geschwärzt. 
Es ist deshalb für das Gericht nicht möglich, diese Aussagen zu werten. Zum einen ist auf-
grund der extensiven Schwärzungen der Zusammenhang der Aussage oft nicht mehr nach-
vollziehbar, da Sätze nur bruchstückhaft lesbar sind. Zum anderen ist es aufgrund der Anony-
misierung nicht möglich, die Glaubhaftigkeit der Aussagen und die Hintergründe, die zu den 
Aussagen führten, wirklich zu erfassen. Beispielsweise ist bei vielen der anonym getätigten 
Aussagen ebenso plausibel, dass diese von enttäuschten Spielern stammen, die vom Trainer 
weniger Spielzeit erhielten, als sie erhofft hatten und dass die Aussagen daher ein Ausdruck 
aufgestauter Emotionen darstellen könnten. Das Gericht ist basierend auf der Aktenlage je-
denfalls nicht hinreichend überzeugt (comfortable satisfaction), dass sich die Aussagen und 
deren Zusammenhänge tatsächlich so präsentieren, wie dies von SSI behauptet wird. Eine 
vernünftige Einordnung und Bewertung der Aussagen ist aufgrund der umfangreichen Schwär-
zungen und Anonymisierungen nicht möglich. Aus diesen Gründen können diese Aussagen 
bei der Entscheidfindung nicht berücksichtigt werden. Demgegenüber liegen übereinstim-
mende Aussagen der Melderin und des Spielers (bestätigt durch den Vater im Rahmen der 
Hauptverhandlung vom 25. Februar 2025) vor, dass durchaus Gespräche mit der angeschul-
digten Person stattfanden. Vor diesem Hintergrund wäre die Schwelle für ein unsportliches 
Verhalten im Sinne des Ethik-Statuts selbst dann nicht erreicht, wenn man die anonymen 
Aussagen berücksichtigen würde. Nicht jedes aus Sicht eines Spielers unfaire Verhalten be-
deutet per se eine Verletzung des Ethik-Statuts (zumal diese Wertungen als subjektiv und als 
Folge einer Enttäuschung zu beurteilen sind), eine solche Ausdehnung wäre unverhältnis-
mässig und würde funktionierende Abläufe im Sport erheblich gefährden. 

3. Fazit 

118. Nach Würdigung sämtlicher relevanter Umstände des vorliegenden Falles und der Positionen 
der Parteien gelangt das Schweizer Sportgericht deshalb zum Ergebnis, dass die von SSI gel-
tend gemachten Ethikverstösse nicht erstellt werden konnten und somit weder eine Verlet-
zung von Art. 2.1.2 noch eine solche von Art. 2.3 Ethik-Statut durch die angeschuldigte Person 
vorliegt. Die angeschuldigte Person ist deshalb von allen Vorwürfen freizusprechen. 

B. Konsequenzen und Massnahmen 

1. Kosten des Untersuchungsverfahrens vor SSI 

119. Gemäss Art. 15 Abs. 2 VerfRegl SSI4 kann SSI vor der DK respektive dem Schweizer Sportge-
richt Anträge zur Überbürdung der Kosten des Untersuchungsverfahrens an andere Parteien 
stellen, wobei das Schweizer Sportgericht gemäss Art. 15 Abs. 3 VerfRegl SSI sein Verfah-
rensreglement anwendet. Das VerfRegl enthält keine Bestimmungen dazu. 
 

 
4  Verfahrensreglement der Stiftung Swiss Sport Integrity betreffend Ethikverstösse und Missstände, Ver-

sion mit Inkrafttreten per 15. Februar 2023 (VerfRegl SSI). 

 

 26 

120. SSI beantragte, der angeschuldigten Person einen Teil der Kosten des Untersuchungsverfah-
rens in der Höhe von CHF 1'000.00 aufzuerlegen. 

 
121. Im Gegensatz zu dem seit dem 1. Januar 2025 geltenden Ethik-Statut (vgl. Art. 7.1 Abs. 1 lit. g 

Ethik-Statut in Kraft seit 1. Januar 2025) stellt das Schweizer Sportgericht fest, dass das zum 
Zeitpunkt der Tat geltende Ethik-Statut es nicht zulässt, die angeschuldigte Person zur Erstat-
tung der Untersuchungskosten oder eines Teils davon zu verurteilen. 
 

122. Da das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut den Zuschuss zu den Kosten der Unter-
suchung als Disziplinarmassnahme betrachtet, ist das Schweizer Sportgericht der Ansicht, 
dass Art. 15 Abs. 2 VerfRegl SSI keine geeignete Regelungsgrundlage darstellt. Überdies wird 
für die Anordnung einer Disziplinarmassnahme ein Verstoss gegen das Ethik-Statut vorausge-
setzt, was vorliegend nicht gegeben ist. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, 
dass das Schweizer Sportgericht als Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g SpoFöV nur die 
Massnahmen ergreifen oder Sanktionen aussprechen kann (vgl. Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff 2 
SpoFöV i.V.m "die Änderungen der Sportförderungsverordnung: Erläuterungen des Bundes-
amtes für Sport BASPO" vom Januar 2023, S. 18), die in den Reglementen der Dachorganisa-
tion vorgesehen sind.  
 

123. Das Schweizer Sportgericht weist den Antrag von SSI daher ab, soweit überhaupt darauf ein-
zutreten ist. 

2. Öffentlichkeit und Eröffnung 

124. SSI beantragt, der Entscheid des Schweizer Sportgerichts sei von Swiss Olympic zu veröf-
fentlichen, unter namentlicher Nennung der angeschuldigten Person. 

 
125. Im Gegensatz zu dem seit dem 1. Januar 2025 geltenden Ethik-Statut (vgl. Art. 7.1 Abs. 1 lit. h 

und Art. 8.2 Ethik-Statut, in Kraft seit 1. Januar 2025) stellt das Schweizer Sportgericht fest, 
dass das zum Zeitpunkt des relevanten Sachverhalts geltende Ethik-Statut die Veröffentli-
chung des Schuldspruchs und der Konsequenzen, d.h. die Veröffentlichung des Entscheids 
mit dem Namen der Person, nicht zulässt. Darüber hinaus und in Anbetracht der Unabhän-
gigkeit der Disziplinarstelle (d.h. des Schweizer Sportgerichts) von der nationalen Meldestelle 
(d.h. SSI) (und umgekehrt) und ihrer jeweiligen Rolle im Hinblick auf die SpoFöV ist es nicht 
Aufgabe des Schweizer Sportgerichts, SSI Anweisungen für seine externe Kommunikation zu 
erteilen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass auch das zur Beurteilung des vorliegenden 
Sachverhaltes massgebliche Ethik-Statut vorschreibt, dass die Persönlichkeitsrechte der be-
troffenen Personen zu berücksichtigen sind und im vorliegenden Verfahren gerade kein 
Verstoss gegen das Ethik-Statut festgestellt werden konnte. 
 

126. Gemäss Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 und 2 SpoFöV erlässt das Schweizer Sportgericht die zur 
Aufgabenwahrnehmung erforderlichen Organisations- und Verfahrensbestimmungen und in-
formiert das Bundesamt für Sport (BASPO) über seine Entscheide. Art. 23 Abs. 2 lit. b Ziff. 3 
und Abs. 3 VerfRegl sehen zudem vor, dass das Schweizer Sportgericht auch Swiss Olympic 
über seine Entscheide informiert.  
 

127. Vor diesem Hintergrund weist das Schweizer Sportgericht die entsprechenden Anträge von 
SSI ab, soweit auf sie eingetreten werden kann. 

 

 27 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Kosten des Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht 

1. Höhe der Verfahrenskosten 

128. Nach Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch 
über die Kosten des Verfahrens. 

 
129. Der vorliegende Sachverhalt war überschaubar und wies in rechtlicher Hinsicht vergleichs-

weise wenig Komplexität auf. Die Hauptverhandlung fand allerdings physisch in Olten statt, 
und es mussten Zeugen einvernommen werden. Vor diesem Hintergrund sind die Kosten des 
Verfahrens vor dem Schweizer Sportgericht auf CHF 1'000.00 festzulegen. Dabei ist festzu-
halten, dass dieser Betrag bei Weitem nicht kostendeckend ist. 

2. Verteilung der Verfahrenskosten 

130. Im Falle einer Verurteilung werden die Kosten gemäss Art. 25 Abs. 2 VerfRegl in der Regel der 
angeschuldigten Person auferlegt. Kommt es zu einem Freispruch, so werden die Kosten dem 
betreffenden Sportverband oder SSI auferlegt. Das Schweizer Sportgericht kann auch von den 
Verteilungsgrundsätzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen, wenn die Um-
stände es rechtfertigen. Die Art. 107 und 108 der ZPO5 gelten sinngemäss 
(Art. 25°Abs.°2°VerfRegl). 
 

131. Die angeschuldigte Person wurde vollumfänglich freigesprochen, und SSI unterliegt entspre-
chend umfassend mit ihren Anträgen. Entsprechend sind die Verfahrenskosten in Höhe von 
CHF 1'000.00 vollumfänglich SSI aufzuerlegen. 

B. Parteikostenersatz 

132. Gemäss Art. 25 Abs. 4 VerfRegl steht der beteiligten, nationalen Sportorganisation, Sportor-
ganisationen im Sinne von Art. 1.1 Abs. 2 Ethik-Statut, und natürlichen Personen im Sinne von 
Art. 1.1 Abs. 3 Ethik-Statut kein Anspruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Parteikosten 
zu. Dies gilt nach Art. 25 Abs. 4 VerfRegl nicht für SSI.  
 

133. Da SSI mit ihren Anträgen vollumfänglich unterlag, hat sie keinen Anspruch auf Ersatz der gel-
tend gemachten Parteikosten. 

 
134. Gemäss Art. 25 Abs. 5 VerfRegl hat die angeschuldigte Person im Falle eines Freispruchs An-

spruch auf ganzen oder teilweisen Ersatz der Parteikosten, sofern sie nicht in rechtlich vor-
werfbarer Weise das Verfahren veranlasst oder sonst dessen Durchführung erschwert hat. 
Aufgrund des vollumfänglichen Freispruchs der angeschuldigten Person ist SSI zu verpflich-
ten, eine Parteientschädigung in der Höhe seines berechtigten Aufwands zu bezahlen. Da ei-
ner zu Unrecht angeschuldigten und freigesprochenen Person sämtliche für ihre Verteidigung 
erforderlichen Kosten zu ersetzen sind, muss SSI die Kosten für die notwendige Verteidigung 
im Untersuchungsverfahren und im Gerichtsverfahren ersetzen. Gemäss der vom Rechtsver-
treter eingereichten Kostennote wird für das Untersuchungsverfahren ein Honorar von CHF 
5'084.99 und für das Gerichtsverfahren (ohne Verhandlung) von CHF 4'387.50 geltend ge-
macht (Stundenansatz CHF 270). Dieser Aufwand scheint unter den gegebenen Umständen 
nicht übermässig zu sein. Unter Berücksichtigung von zusätzlich vier Stunden für die Haupt-
verhandlung (4x270=1'080) sowie Spesen und Mehrwertsteuer (welche zur Zeit des 

 
5  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 29. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 28 

Untersuchungsverfahrens 7.7% und während des Verfahrens vor dem SSG 8.1% betrug) 
ergibt dies ein Total von CHF 11'865.08 (inkl. MwSt.). 
 

 

 

 29 

Aus diesen Gründen 
 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 
 
 
1. A._____ wird vom Vorwurf des Verstosses gegen Art. 2.1.2 und Art. 2.3 Ethik-Statut freigespro-

chen.  
 
2. Die Verfahrenskosten vor dem Schweizer Sportgericht werden auf CHF 1'000.00 festgesetzt 

und vollumfänglich Swiss Sport Integrity auferlegt. 
 
3.  Swiss Sport Integrity wird verpflichtet, A._____ eine Parteientschädigung in der Höhe von 

CHF 11'865.08 (inkl. MwSt.) zu bezahlen. 
 
4. Die weiteren Rechtsbegehren werden abgewiesen, soweit auf diese einzutreten ist.  
 
 
Bern, Schweiz 
15. März 2025 
 
 
 

 
 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 
 
 

 
 

 

    
Roy Levy 

Vorsitzender Richter 

  

 
Sarah Umbricht 

Richterin 

  
Anita Züllig 

Richterin