# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be0e0580-c91e-5e44-ad97-969001b520ba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2021 100 2020 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-87_2021-03-23.pdf

## Full Text

100.2020.87U
STN/SPA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2021

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Spring 

1. A.________
2. B.________
vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

sowie

Einwohnergemeinde Bern
Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei, Predigergasse 5, 
Postfach, 3001 Bern

betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung bzw. Nichtverlängerung 
der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung infolge schwerwiegender 
Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Entscheid der 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 5. Februar 2020; 
2018.POM.658)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der aus Nordmazedonien stammende A.________ (Jg. 1983) reiste am 
2. Juli 1994 im Familiennachzug in die Schweiz ein und verfügt seither über 
eine Niederlassungsbewilligung. Am 8. November 2005 heiratete er in sei-
nem Heimatland die Landsfrau B.________ (Jg. 1982). Diese reiste am 
7. Februar 2007 in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung, die jährlich verlängert wurde, zuletzt bis zum 
7. Februar 2018. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen (Jg. 2014, 
2015 und 2017).

Wegen Schuldenwirtschaft und Straffälligkeiten widerrief die Einwohner-
gemeinde (EG) Bern, Einwohnerdienste, Migration und Fremdenpolizei 
(EMF), am 24. August 2018 die Niederlassungsbewilligung von A.________ 
und verweigerte die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von 
B.________. Weiter wies sie das Ehepaar aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________ und B.________ am 
26. September 2018 Beschwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des 
Kantons Bern (POM; heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Diese wies die 
Beschwerde mit Entscheid vom 5. Februar 2020 ab und setzte eine neue 
Ausreisefrist auf den 18. März 2020 an.

C.

Dagegen haben A.________ und B.________ am 9. März 2020 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen in der 
Hauptsache, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angele-
genheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Rechts-
begehren 1). Mit Eventualbegehren beantragen sie nebst der Aufhebung des 

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angefochtenen Entscheids entweder die Feststellung, dass der Beschwer-
deführer weiterhin niederlassungsberechtigt und die Aufenthaltsbewilligung 
der Beschwerdeführerin zu verlängern sei (Rechtsbegehren 2), oder dass 
die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin zu verlängern und dem 
Beschwerdeführer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen sei (Rechtsbegeh-
ren 3). Gleichzeitig haben sie um unentgeltliche Rechtspflege unter Bei-
ordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht. 

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 7. April 2020, die Beschwerde 
sei abzuweisen. Hinsichtlich des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 
enthält sie sich eines Antrags. Die EG Bern hat sich nicht vernehmen lassen. 

Am 11. Mai, 18. Juni, 30. Juli und 13. August 2020 haben A.________ und 
B.________ weitere Unterlagen eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über Form und Frist sind 
eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist 
unter Vorbehalt von E. 1.2 hiernach einzutreten.

1.2 Die Beschwerdeführenden beantragen eventualiter unter anderem, 
es sei nebst der Aufhebung des angefochtenen Entscheids festzustellen, 
dass der Beschwerdeführer weiterhin im Besitz der Niederlassungsbewilli-
gung sei und dass der Beschwerdeführerin die Aufenthaltsbewilligung zu 
verlängern sei (vorne Bst. C). Feststellungsbegehren bedürfen eines aus-
gewiesenen Feststellungsinteresses und sind gegenüber rechtsgestalten-
den Begehren subsidiär und damit nur zulässig, wenn das schutzwürdige 

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Interesse der das Feststellungsbegehren stellenden Partei mit einem 
Leistungs- oder Gestaltungsbegehren nicht gewahrt werden kann 
(BVR 2018 S. 310 E. 7.3 mit Hinweisen; Markus Müller, in Kommentar zum 
bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 72 ff.). – Bei reformatorischer 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids verbleibt der Beschwerdeführer 
im Besitz der Niederlassungsbewilligung; einer förmlichen Feststellung 
bedarf es hierfür nicht. Das Interesse der Beschwerdeführerin wiederum 
kann mit einem Gestaltungsbegehren, nämlich mit der Anweisung der EMF, 
die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, gewahrt werden. An einer geson-
derten förmlichen Feststellung besteht folglich kein Rechtsschutzinteresse, 
weshalb auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten ist. 

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführenden machen zunächst eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend. Sie bringen vor, die Vorinstanz habe sich «nicht 
konkret und ausführlich» mit dem Aspekt «Working Poor» (Erwerbsarmut) 
bzw. den fehlenden finanziellen Mitteln auseinandergesetzt (Beschwerde 
S. 3 f.). 

2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 21 ff. VRPG sowie 
Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der 
Verfassung des Kantons Bern (KV; BSG 101.1) garantiert namentlich das 
Recht, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechts-
stellung Betroffenen tatsächlich hört, prüft und bei der Entscheidfindung 
berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid 
zu begründen (vgl. auch Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG), wobei nicht erforder-
lich ist, dass sich diese mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 
kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken 
(BGE 142 I 135 E. 2.1, 140 II 262 E. 6.2; BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 
S. 402 E. 6.2). – Die Vorinstanz hat sich mit den entscheidrelevanten Dar-

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legungen der Beschwerdeführenden befasst und den Entscheid ausführlich 
begründet. Sie hat namentlich erwogen, die Situation des Beschwerde-
führers sei nicht mit derjenigen eines «klassischen» «Working Poor» (etwa 
im Anstellungsverhältnis oder als selbständig erwerbstätige Person ohne 
Beschäftigte) vergleichbar. Der Beschwerdeführer habe als Geschäftsführer 
ein Unternehmen mit mehreren fest angestellten Mitarbeitenden geführt und 
die Personalpolitik selbständig bestimmen und lenken können (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 5.3). Gestützt darauf war es den Beschwerde-
führenden ohne weiteres möglich, den Entscheid sachgerecht anzufechten.

3.

Auf den 1. Januar 2019 ist eine Teilrevision des Bundesgesetzes vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländer-
gesetz, AuG; SR 142.20) in Kraft getreten, die auch den Gesetzestitel und 
die offizielle Abkürzung ändert. Der Erlass heisst neu Bundesgesetz über die 
Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und 
Integrationsgesetz, AIG). Das vorliegende Verfahren wurde vor Inkrafttreten 
dieser Gesetzesänderung eingeleitet, weswegen das alte Recht (AuG und 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbs-
tätigkeit [VZAE; SR 142.201], je in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung 
[AS 2007 S. 5437 bzw. AS 2007 S. 5497]) anwendbar bleibt (Art. 126 Abs. 1 
AIG analog; vgl. BVR 2020 S. 231 E. 4 mit Hinweisen). Soweit die im vorlie-
genden Verfahren anwendbaren Bestimmungen inhaltlich unverändert 
geblieben sind, wird ausschliesslich auf das AIG verwiesen.

4.

Aufgrund der Akten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen:

4.1 Der Beschwerdeführer wurde am … 1983 im heutigen 
Nordmazedonien geboren (Akten EG Bern 3B pag. 3). Er reiste am 2. Juli 
1994 im Familiennachzug in die Schweiz ein und verfügt seither über eine 
Niederlassungsbewilligung (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 14). Am 8. Novem-

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ber 2005 heiratete er in seinem Heimatland die ebenfalls aus Nordmaze-
donien stammende Beschwerdeführerin (geb. 24.8.1982; Akten EG Bern 3B 
pag. 3; Akten EG Bern 3C pag. 21). Diese reiste am 7. Februar 2007 in die 
Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine Aufenthaltsbewilligung, 
welche jährlich verlängert wurde, zuletzt bis zum 7. Februar 2018 (Akten EG 
Bern 3C pag. 52 f., 193). Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen (Jg. 
2014, 2015 und 2017; Akten EG Bern 3B pag. 51; Akten EG Bern 3C 
pag. 188; Akten EG Bern 3D/4 pag. 1). Diese verfügen jeweils über eine 
Niederlassungsbewilligung. 

4.2 Die berufliche Situation der Beschwerdeführenden stellt sich wie folgt 
dar: Ab dem 18. Januar 2010 führte der Beschwerdeführer die C.________ 
GmbH als Gesellschafter und Geschäftsführer (vgl. Publikation im 
Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] Nr. … vom 22.1.2010, Publ. …, 
einsehbar unter: <www.shab.ch>). Über die C.________ GmbH wurde am 
6. März 2013 der Konkurs eröffnet (vgl. Publikation im SHAB Nr. … vom 
13.3.2013, Publ. …). Nach Abschluss des Konkursverfahrens wurde die 
Gesellschaft am 25. Februar 2014 aus dem Handelsregister gelöscht (vgl. 
Publikation im SHAB Nr. … vom 4.3.2014, Publ. …). Am 19. Februar 2014 
liessen die Beschwerdeführenden im Namen der Beschwerdeführerin – als 
Gesellschafterin und Geschäftsführerin – die D.________ GmbH eintragen 
(vgl. Publikation im SHAB Nr. … vom 24.2.2014, Publ. …). Der 
Beschwerdeführer war fortan als faktischer Geschäftsführer für diese 
Gesellschaft tätig (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 99, 104, 184). Über die 
D.________ GmbH wurde am 17. November 2015 der Konkurs eröffnet (vgl. 
Publikation im SHAB Nr. … vom 23.11.2015, Publ. …). Mangels Aktiven 
wurde das Konkursverfahren am 16. November 2016 eingestellt (vgl. 
Publikation im SHAB Nr. … vom 10.2.2017, Publ. …) und die Gesellschaft 
am 11. Mai 2017 aus dem Handelsregister gelöscht (vgl. Publikation im 
SHAB Nr. … vom 16.5.2017, Publ. …). Bereits am 8. Februar 2016 liess der 
Beschwerdeführer (als Gesellschafter und Geschäftsführer) mit der 
E.________ GmbH wiederum eine neue Gesellschaft im Handelsregister 
eintragen (vgl. Publikation im SHAB Nr. … vom 11.2.2016, Publ. …). Ab dem 
1. September 2018 war die Beschwerdeführerin bei der E.________ GmbH 
in einem 20 %-Pensum als «Aushilfe Sachbearbeiterin» zu einem 
Monatslohn von Fr. 1'050.-- angestellt (Akten EG Bern 3C pag. 284 ff.; 

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Eingabe vom 17.9.2019 vor der Vorinstanz, Beilage 13 [in act. 3A1]). Im 
August 2019 beschäftigte die E.________ GmbH drei weitere Angestellte 
(davon zwei Festangestellte; Eingabe vom 17.9.2019 vor der Vorinstanz, 
Beilage 11 [in act. 3A1]). Am 17. September 2019 wurde auch über diese 
Gesellschaft der Konkurs eröffnet (vgl. Publikation im SHAB Nr. … vom 
23.9.2019, Publ. …). Seit Januar 2020 ist der Beschwerdeführer in einer 
unselbständigen Anstellung als Gipser tätig. Er erzielt dort einen 
Nettomonatslohn von Fr. 5'059.20 (Beschwerdebeilage 12). Die 
Beschwerdeführerin ist seit Mai 2020 bei einem Liegenschaftsdienst in 
einem 40 %-Pensum als «Reinigungsmitarbeiterin» zu einem 
Nettomonatslohn von Fr. 1'603.75 angestellt (Eingabe vom 11.5.2020 
[act. 5], Beilage 12; Eingabe vom 30.7.2020 [act. 9], Beilage 16; Eingabe 
vom 13.8.2020 [act. 11], Beilage 18).

4.3 Zu den strafrechtlichen Verfehlungen bzw. zur Schuldensituation des 
Beschwerdeführers ergibt sich aus den Akten Folgendes:

4.3.1 Der Beschwerdeführer ist zwischen 1999 und 2018 wiederholt straf-
fällig geworden. Die EG Bern sprach wegen eines Strassenverkehrsdelikts 
(bedingte Freiheitsstrafe von zehn Tagen und Busse von Fr. 1'000.--) am 
14. September 2006 eine erste ausländerrechtliche Verwarnung aus (Akten 
EG Bern 3B pag. 13). Neben einer grossen Anzahl an Strassenverkehrs-
delikten im Bagatellbereich verübte der Beschwerdeführer unter anderem 
auch Gewalt- und Vermögensdelikte (versuchter Angriff, Drohung, Sach-
beschädigung und Diebstahl). Er liess sich dabei mehrmals nicht von laufen-
den Probezeiten beeindrucken (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 21, 26 ff., 40 ff., 
71 ff., 79 ff., 176 ff., 183 ff.; hierzu und zum Folgenden vgl. Strafregisteraus-
zug vom 4.3.2020 [Beschwerdebeilage 11]). Folgende von der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland sanktionierte Verfehlungen standen 
dabei im Zusammenhang mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit bzw. 
seiner persönlichen Schuldensituation:

– Wiederholte Vergehen gegen das Bundesgesetz vom 20. Dezember 
1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; 
SR 831.10; unter anderem begangen vom 1.1.2011-31.12.2012 bzw. in 
den Jahren 2014 und 2015; Akten EG Bern 3B pag. 73, 96 f., 179, 184);

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– Übertretung des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 gegen die 
Schwarzarbeit (BGSA; SR 822.41; begangen vom 11.8.2012-
31.10.2012; Akten EG Bern 3B pag. 73, 86 ff.);

– Widerhandlungen gegen das AuG durch (wiederholte) Beschäftigung 
von Ausländerinnen und Ausländern ohne Bewilligung (begangen am 
6.8.2014; Akten EG Bern 3B pag. 74, 99 f.);

– Widerhandlungen gegen das AuG durch Verschaffen einer Erwerbs-
tätigkeit an Ausländerinnen und Ausländer ohne die dazu erforderliche 
Bewilligung (begangen am 27.9.2014; Akten EG Bern 3B pag. 75 f.);

– Betrügerischer Konkurs und Pfändungsbetrug, Misswirtschaft, Unter-
lassung der Buchführung sowie Verfügung über mit Beschlag belegte 
Vermögenswerte (begangen vom 19.2.2014-11.2.2016; Akten EG 
Bern 3B pag. 179, 184 f.);

– Wiederholter Ungehorsam in einem Betreibungsverfahren (begangen 
am 19.1.2015, 23.10.2015, 25.8.2016, 5.12.2016 und 3.10.2017; Akten 
EG Bern 3B pag. 102 f., 188 f., 192 f., 197 f., 199 f.).

4.3.2 Im November 2006 waren im Betreibungsregister des Betreibungs-
amts Bern-Mittelland vier Betreibungen in der Höhe von Fr. 6'190.25 sowie 
zwölf Verlustscheine über Fr. 11'855.75 auf den Beschwerdeführer regis-
triert (Akten EG Bern 3C pag. 45). Bis im April 2015 wuchs die Verschuldung 
auf 23 Betreibungen in der Höhe von Fr. 28'572.60 sowie 65 Verlustscheine 
im Umfang von Fr. 102'620.15 an (Akten EG Bern 3B pag. 55 f.). Am 19. Ok-
tober 2015 gewährte die EG Bern dem Beschwerdeführer im Zusammen-
hang mit einer erneuten ausländerrechtlichen Verwarnung nach Art. 96 AuG 
das rechtliche Gehör (Akten EG Bern 3B pag. 123 ff.). Mit Schreiben vom 
30. November 2015 äusserte sich der Beschwerdeführer dahingehend, dass 
er bemüht sei, seine strafrechtlichen und finanziellen Probleme anzugehen 
(Akten EG Bern 3B pag. 127 f.); insbesondere unterstütze ihn die Berner 
Schuldenberatungsstelle (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 131 ff.). Im Januar 
2016 lagen 49 Betreibungen in der Höhe von Fr. 72'067.20 sowie 91 Verlust-
scheine über Fr. 136'682.05 vor (Akten EG Bern 3B pag. 138 ff.). Aufgrund 
dieser Verschuldung sowie der strafrechtlichen Verfehlungen sprach die EG 
Bern am 1. Februar 2016 die zweite ausländerrechtliche Verwarnung aus 
(Akten EG Bern 3B pag. 152 ff.). Die Verschuldung des Beschwerdeführers 
wuchs indes weiter an. Im März 2018 waren im Betreibungsregister des 

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Betreibungsamts Bern-Mittelland 49 Betreibungen in der Höhe von 
Fr. 71'798.45 sowie 101 Verlustscheine im Umfang von Fr. 174'418.60 ver-
zeichnet (Akten EG Bern 3B pag. 161 ff.) und im Februar 2020 wies der 
Betreibungsregisterauszug 71 Betreibungen in der Höhe von Fr. 72'538.10 
sowie 103 Verlustscheine über Fr. 194'502.30 aus (Beschwerdebeilagen 4, 
6 und 7).

4.4 Zu den strafrechtlichen Verfehlungen bzw. zur Schuldensituation der 
Beschwerdeführerin ergibt sich aus den Akten Folgendes:

4.4.1 Die Beschwerdeführerin ist zwischen 2014 und August 2016 wieder-
holt und innerhalb der Probezeit straffällig geworden (vgl. Strafregister-
auszug vom 28.5.2018 [Akten EG Bern 3C pag. 207 f.]; Akten EG Bern 3C 
pag. 210 ff.). Gleich dem Beschwerdeführer wurde die Beschwerdeführerin 
ebenfalls wegen betrügerischen Konkurses und Pfändungsbetrugs, Miss-
wirtschaft, Unterlassung der Buchführung, Verfügung über mit Beschlag 
belegte Vermögenswerte, Widerhandlungen gegen das AHVG durch Zweck-
entfremdung von Arbeitnehmerbeiträgen, wiederholten Widerhandlungen 
gegen das BGSA und wegen wiederholtem Ungehorsam in einem Betrei-
bungsverfahren verurteilt.

4.4.2 Im März 2010 waren im Betreibungsregister des Betreibungsamts 
Bern-Mittelland zwei Betreibungen in der Höhe von Fr. 1'154.75 sowie vier 
Verlustscheine über Fr. 2'918.25 registriert (Akten EG Bern 3C pag. 85 f.). 
Über die Jahre nahm diese Verschuldung stetig zu (Akten EG Bern 3C 
pag. 101 ff., 110, 124 f., 131 ff., 140 ff., 160 ff., 176 ff., 196 ff.; Eingabe vom 
17.9.2019 vor der Vorinstanz, Beilage 2 [in act. 3A1]). Im Februar 2020 wies 
das Betreibungsregister des Betreibungsamts Bern-Mittelland 28 Betrei-
bungen in der Höhe von Fr. 38'500.95 sowie 49 Verlustscheine im Umfang 
von Fr. 72'538.10 aus (Beschwerdebeilagen 2, 3 und 5).

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5.

Umstritten sind vorab der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des 
Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz.

5.1 Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedin-
gungen erteilt (Art. 34 Abs. 1 AIG). Sie kann widerrufen werden, wenn die 
Ausländerin oder der Ausländer in schwerwiegender Weise gegen die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat 
oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit gefährdet 
(Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG). Ein solcher Widerruf ist nach bisherigem Recht 
auch bei Ausländerinnen und Ausländern mit Niederlassungsbewilligung 
zulässig, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungs-
gemäss in der Schweiz aufgehalten haben (Art. 63 Abs. 2 AuG in der bis 
zum 31.12.2018 gültigen Fassung). Ein Verstoss gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung liegt gemäss aArt. 80 Abs. 1 Bst. b VZAE (in der bis 
zum 31.12.2018 gültigen Fassung; seit dem 1.1.2019: Art. 77a Abs. 1 Bst. b 
VZAE) unter anderem bei mutwilliger Nichterfüllung öffentlich-rechtlicher 
oder privatrechtlicher Verpflichtungen vor. Die «Schuldenwirtschaft» allein 
genügt für den Widerruf bzw. die Nichterneuerung eines Anwesenheitsrechts 
jedoch nicht. Die Verschuldung muss vielmehr selbst verursacht und der 
betroffenen Person qualifiziert vorwerfbar sein (BGE 137 II 297 E. 3.3). 
Erforderlich ist zumindest ein erheblicher Ordnungsverstoss; ein solcher 
kann bereits in einer qualifizierten Leichtfertigkeit liegen (BGer 2C_573/2019 
vom 14.4.2020 E. 2.2, 2C_789/2017 vom 7.3.2018 E. 3.3.1). Die so um-
schriebene Mutwilligkeit ist nicht leichthin anzunehmen (BGer 2C_354/2020 
vom 30.10.2020 E. 2.1 mit Hinweisen). Der Beweis dafür obliegt der Migra-
tionsbehörde (BGer 2C_724/2018 vom 24.6.2019 E. 3.1). Bei der Frage, ob 
Mutwilligkeit anzunehmen ist, sind die Anstrengungen zur Schuldensanie-
rung von entscheidender Bedeutung (vgl. BGer 2C_138/2018 vom 
16.1.2019 E. 2.2; zum Ganzen zuletzt VGE 2020/64 vom 17.12.2020 E. 6.1).

5.2 Der bisherige aArt. 80 VZAE (in der bis zum 31.12.2018 gültigen 
Fassung) bezieht sich gemäss seinem Randtitel sowohl auf Art. 62 Abs. 1 
Bst. c AIG als auch auf Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG. Nichtsdestotrotz müssen 
an den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung höhere Anforderungen 
gestellt werden als bei einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung, 

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verlangt doch das Gesetz einen schwerwiegenden Verstoss (Art. 63 Abs. 1 
Bst. b AIG) und nicht nur einen erheblichen oder wiederholten Verstoss 
gegen die öffentliche Ordnung (Art. 62 Abs. 1 Bst. c AIG). Der Unterschied 
zwischen einem schwerwiegenden und einem erheblichen Verstoss gegen 
die öffentliche Ordnung liegt beim Widerrufsgrund der übermässigen Ver-
schuldung nicht in der Mutwilligkeit, sondern im Umfang der Schulden. Es 
lässt sich keine klare Grenze ziehen, ab wann die Verschuldung nicht mehr 
nur als erhebliche, sondern als schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen 
Ordnung zu gelten hat. Der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich 
aber jedenfalls entnehmen, dass bei Gesamtschulden von Fr. 188'000.-- 
(Verlustscheine; vgl. BGer 2C_517/2017 vom 4.7.2018 E. 4.2), 
Fr. 303'732.95 (Verlustscheine; vgl. BGer 2C_164/2017 vom 12.9.2017 
E. 3.2.1) und Fr. 172'543.-- (Verlustscheine, zusätzlich offene Betreibungen 
im Umfang von Fr. 4'239.--; vgl. BGer 2C_997/2013 vom 21.7.2014 E. 2.4) 
eine schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Ordnung anzunehmen ist 
(BGer 2C_93/2018 vom 21.1.2019 E. 3.5).

5.3 Die Beschwerdeführenden bestreiten das Vorliegen des Widerrufs-
grunds nach Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG beim Beschwerdeführer (vgl. 
Beschwerde S. 4 ff.) zu Unrecht: Der Beschwerdeführer ist hoch verschuldet. 
Gemäss dem Auszug aus dem Betreibungsregister vom Februar 2020 hat er 
offene Betreibungen von Fr. 72'538.10 bzw. Verlustscheine von 
Fr. 194'502.30 (vgl. vorne E. 4.3.2). Mit einer Verschuldung von insgesamt 
rund Fr. 267'000.-- erfüllt er ohne weiteres die objektive Komponente von 
Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG (vgl. hiervor E. 5.2). 

5.4 Die Vorinstanz hat beim Beschwerdeführer zudem zu Recht auf Mut-
willigkeit der Verschuldung geschlossen:

5.4.1 Der Beschwerdeführer häuft mindestens seit 2006 Schulden an. Die 
Schulden sind dabei bis Februar 2020 stetig angewachsen (vgl. vorne 
E. 4.3.2). Zwar ist grundsätzlich positiv zu werten, dass er mehrmals die 
Schuldenberatung aufgesucht hat (vgl. vorne E. 4.3.2; vgl. Beschwerde-
beilage 9). Trotz dieser Beratungen hat sich indes am allgemeinen 
Geschäftsgebaren des Beschwerdeführers nichts geändert. Die kurzfristigen 
Versuche, eine Schuldensanierung anzugehen, sind vernachlässigbar 
(Akten EG Bern 3B pag. 241 ff.). Von «zahlreichen Abzahlungsverein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 12

barungen» bzw. ernsthaften Bemühungen um Schuldenabbau kann nicht die 
Rede sein (Beschwerde S. 6). Mit Lohnpfändungen von monatlich Fr. 200.-- 
(Juni 2019-Februar 2020; Eingabe vom 10.10.2019 vor der Vorinstanz, 
Beilage 28 [in act. 3A1]) bzw. Fr. 129.20 (ab März 2020; Eingabe vom 
11.5.2020 [act. 5], Beilage 14; Eingabe vom 18.6.2020 [act. 7], Beilage 15) 
ist er nicht in der Lage, seine Schulden merklich zu reduzieren.

5.4.2 Die selbständige Erwerbstätigkeit hat als Hauptgrund für die Schul-
denanhäufung zu gelten. Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde 
wird dem Beschwerdeführer dabei nicht seine «unternehmerische Tätigkeit» 
an sich zum Vorwurf gemacht, sondern die etlichen Verfehlungen, die ihm 
im Zusammenhang mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit vorzuwerfen 
sind (Beschwerde S. 5). Seine selbständige Erwerbstätigkeit hielt von 2010 
bis September 2019 an. In dieser Zeitspanne gründeten die Beschwerde-
führenden drei Gesellschaften, über die allesamt der Konkurs eröffnet wurde 
(vgl. vorne E. 4.2). Bei sämtlichen Gesellschaften kam es (wiederholt) zu 
strafrechtlichen Verurteilungen des Beschwerdeführers. Besonders schwer 
wiegen dabei die Schuldsprüche wegen betrügerischen Konkurses und 
Pfändungsbetrugs, Misswirtschaft, Unterlassung der Buchführung sowie 
Verfügung über mit Beschlag belegte Vermögenswerte, begangen über den 
Zeitraum von rund zwei Jahren. Daneben verübte der Beschwerdeführer 
weitere Vermögensdelikte (vgl. vorne E. 4.3.1). Nach dem Gesagten kann 
weder von einem einfachen «Scheitern als Geschäftsmann» die Rede sein, 
noch sind die vorinstanzlichen Ausführungen zur Unternehmenstätigkeit des 
Beschwerdeführers als willkürlich zu betrachten (Beschwerde S. 5). 

5.4.3 Bei den Beschwerdeführenden handelt es sich auch nicht um eine 
eigentliche «Working Poor»-Familie (Beschwerde S. 3 ff.). Statt sich eine 
unselbständige Tätigkeit zu suchen, hielt der Beschwerdeführer die selb-
ständige Erwerbstätigkeit über rund neun Jahre aufrecht. Er muss sich vor-
werfen lassen, sein Arbeitspotenzial über Jahre nicht ausgeschöpft zu 
haben. Dementsprechend kann seit seinem Antritt einer unselbständigen 
Erwerbstätigkeit – wenn auch in einem niedrigen Umfang – eine Lohn-
pfändung durchgeführt werden (vgl. vorne E. 5.4.1). Des Weiteren liess sich 
der Beschwerdeführer (wiederholt) nicht von ausländerrechtlichen Mass-
nahmen beeindrucken. Der MIDI sprach gegen den Beschwerdeführer am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 13

1. Februar 2016 – nachdem er ihn bereits am 14. September 2006 wegen 
strafrechtlicher Verfehlungen verwarnt hatte – eine zweite ausländerrecht-
liche Verwarnung aus. Trotzdem wuchsen die Schulden des Beschwerde-
führers von Februar 2016 bis Februar 2020 um rund weitere Fr. 25'000.-- an 
(vgl. vorne E. 4.3.2).

5.4.4 Unter diesen Umständen ist bei der entstandenen Verschuldung 
ohne weiteres von Mutwilligkeit auszugehen, womit auch die subjektive 
Komponente von Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG erfüllt ist (vgl. dazu auch Marco 
Weiss, Widerruf der Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung aufgrund 
von Schuldenwirtschaft, in AJP 2020 S. 356 ff., S. 358 f. mit Hinweisen auf 
die Rechtsprechung). Es liegt damit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz 
der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG vor (vgl. angefochtener 
Entscheid E. 5.3). Ob der Beschwerdeführer darüber hinaus allein aufgrund 
seiner strafrechtlichen Verurteilungen den Widerrufsgrund nach Art. 63 
Abs. 1 Bst. b AIG gesetzt hat, kann unter diesen Umständen offengelassen 
werden (vgl. angefochtener Entscheid E. 6.2). 

5.5 Die Beschwerdeführenden rügen weiter die Unverhältnismässigkeit 
dieser Entfernungsmassnahme (Beschwerde S. 3, 9 f.). – Der Widerruf einer 
Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung sind auch bei Vorliegen 
eines Widerrufsgrunds nur zulässig, wenn sie aufgrund der im Einzelfall 
vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig erscheinen 
(Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 AIG). Im Rahmen dieser Prüfung sind die 
öffentlichen Interessen an der Entfernungsmassnahme aus Gründen der 
öffentlichen Sicherheit und Ordnung und die privaten Interessen der betrof-
fenen Person am weiteren Verbleib in der Schweiz gegeneinander abzu-
wägen. Zu berücksichtigen ist die Gesamtheit der rechtswesentlichen 
Umstände im Einzelfall (vgl. BGE 139 I 16 E. 2.2.1, 139 I 31 E. 2.3.1; 
BVR 2013 S. 543 E. 4.1, je mit Hinweisen). Wird durch die Entfernungs-
massnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Art. 8 
Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) 
bzw. des inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt, bilden 
Grundlage dieser Interessenabwägung Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 36 BV 
(BGE 144 II 1 E. 6.1, 143 I 21 E. 5.1; BVR 2015 S. 391 E. 4.1). Hat die 
betroffene Person minderjährige Kinder, so sind in die Beurteilung zusätzlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 14

die Interessen im Zusammenhang mit dem Kindeswohl gemäss dem Über-
einkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinder-
rechtskonvention, KRK; SR 0.107) und Art. 11 BV einzubeziehen (BGE 
143 I 21 E. 5.5.1, 135 I 153 E. 2.2.2; BVR 2013 S. 543 E. 4.1).

6.

Zum öffentlichen Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und 
an der Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz ergibt sich 
Folgendes:

6.1 Die SID hat erwogen, der Beschwerdeführer habe sich weder von 
fremdenpolizeilichen Verwarnungen noch von Strafurteilen beeindrucken 
lassen. Wie sich während mehrerer Jahre gezeigt habe, sei er offenbar nicht 
fähig oder willens, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, 
seine Geschäftstätigkeiten ordnungsgemäss zu führen sowie sich an die 
hiesigen Vorschriften und die Rechtsordnung zu halten. Die ihm (mehrmals) 
eingeräumte Gelegenheit, seine finanzielle Situation in Griff zu bekommen 
und straffrei zu leben, habe er nicht zu nutzen gewusst. Anstrengungen, an 
seiner Schuldensituation etwas zu ändern, seien nur punktuell ab Juni 2018 
nachgewiesen. Sowohl hinsichtlich der «Schuldenmacherei» als auch der 
strafrechtlichen Verfehlungen bestehe die Gefahr, dass er zukünftig damit 
fortfahre bzw. rückfällig werde (vgl. angefochtener Entscheid E. 7.2).

6.2 Diesen zutreffenden Erwägungen halten die Beschwerdeführenden 
nichts Wesentliches entgegen. Sie bringen zwar vor, die finanzielle Lage 
habe sich in den letzten zwei Jahren weitgehend stabilisiert (Beschwerde 
S. 6). Angesichts dessen, dass die Schulden zwischen März 2018 und 
Februar 2020 nochmals um rund Fr. 20'000.-- angewachsen sind, kann von 
einer Stabilisierung indes nicht die Rede sein. Längerfristige und tief-
greifende Bemühungen um Verbesserung der Schuldensituation, insbeson-
dere ernsthafte Rückzahlungsbestrebungen, sind weder geltend gemacht 
noch ersichtlich. Angesichts der aktuellen Einkommensverhältnisse ist auch 
für die Zukunft keine massgebliche Schuldenreduktion zu erwarten (vgl. 
vorne E. 5.4.1). Zwar würde die Wegweisung des Beschwerdeführers aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 15

der Schweiz dazu führen, dass die Gläubigerinnen und Gläubiger faktisch 
keine Chance mehr hätten, für ihre Forderungen befriedigt zu werden, doch 
dürfte dies weitgehend auch der Fall sein, wenn er im Land verbliebe (vgl. 
für diese Würdigung etwa BGer 2C_789/2017 vom 7.3.2018 E. 5.2.2; 
VGE 2020/64 vom 17.12.2020 E. 6.5). Hinzu kommen zahlreiche strafrecht-
liche Verfehlungen (vgl. vorne E. 4.3.1). Insgesamt ist mit der Vorinstanz von 
einem hohen öffentlichen Interesse an der Wegweisung des Beschwerde-
führers auszugehen.

7.

Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Interessen am Verbleib des 
Beschwerdeführers in der Schweiz gegenüberzustellen, wobei die Dauer der 
Anwesenheit und die Integration in die hiesigen Verhältnisse sowie die dem 
Beschwerdeführer und seinen Angehörigen drohenden Nachteile zu berück-
sichtigen sind.

7.1 Der heute 38-jährige Beschwerdeführer reiste im Alter von elf Jahren 
in die Schweiz ein. Er hält sich folglich mit 27 Jahren vergleichsweise lang in 
der Schweiz auf. 

7.2 Angesichts der massiven Verschuldung des Beschwerdeführers 
kann nicht von einer gelungenen beruflich-wirtschaftlichen Integration 
gesprochen werden (vgl. BGer 2C_64/2019 vom 18.12.2019 E. 5.3.1, 
2C_14/2016 vom 6.6.2016 E. 2.3 mit zahlreichen Hinweisen; VGE 2020/64 
vom 17.12.2020 E. 7.1). Des Weiteren kann nicht auf eine starke Ver-
ankerung des Beschwerdeführers in der hiesigen Gesellschaft und Kultur 
geschlossen werden. Seine sozialen Kontakte scheinen sich auf seine 
Familie zu beschränken (Beschwerde S. 9 f.). Vertiefte Bindungen im aus-
serfamiliären Bereich, deren Abbruch ihn besonders hart treffen würde, 
werden nicht geltend gemacht. Hinzu kommt eine Vielzahl strafrechtlicher 
Verurteilungen (vgl. vorne E. 4.3.1). Die Respektierung der Rechtsordnung 
ist zentraler Aspekt jeglicher Integration (vgl. aArt. 77 Abs. 4 VZAE [in der 
bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung]; Art. 4 Bst. a der hier noch anwend-
baren Verordnung vom 24. Oktober 2007 über die Integration von Auslände-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 16

rinnen und Ausländern [VIntA; AS 2007 S. 5551]; heute Art. 58a Bst. a AIG). 
Insgesamt ist damit eine erfolgreiche Integration des Beschwerdeführers zu 
verneinen.

7.3 Hinsichtlich der Rückkehr des Beschwerdeführers nach Nordmaze-
donien ist die Vorinstanz zu Recht von intakten Rückkehr- und Integrations-
möglichkeiten ausgegangen (angefochtener Entscheid E. 7.3). Der 
Beschwerdeführer lebte dort bis zum elften Altersjahr und kehrte in der Folge 
mehrmals in sein Heimatland zurück (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 135; Akten 
EG Bern 3C pag. 41, 61). Seit 2005 ist er mit der ebenfalls aus Nordmaze-
donien stammenden Beschwerdeführerin verheiratet; die Ehe wurde in Nord-
mazedonien geschlossen (vgl. vorne E. 4.1). Es ist damit davon auszu-
gehen, dass die Bindung zu seiner Heimat weiterhin eng ist und er nicht nur 
mit der Sprache, sondern auch mit den kulturellen und gesellschaftlichen 
Gepflogenheiten nach wie vor vertraut ist. Der gesunde Beschwerdeführer 
ist in der Lage, in Nordmazedonien einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; 
seine hier gesammelten Erfahrungen dürften ihm die berufliche Reinte-
gration erleichtern. Dass sich die Beschwerdeführenden seit März 2020 in 
psychotherapeutischer Behandlung befinden, ändert nichts an der gene-
rellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (Beschwerde S. 9; 
Beschwerdebeilage 13). Konkrete gesundheitliche Leiden werden nicht vor-
gebracht. Hinsichtlich der familiären Nachteile ergibt sich, dass die Ausreise 
nach Nordmazedonien auch seiner Ehefrau und den Kindern zugemutet 
werden kann; damit würde es zu keiner Trennung der Familienmitglieder 
kommen (vgl. hinten E. 9).

8.

8.1 Die Abwägung der massgeblichen öffentlichen und privaten Inte-
ressen führt zu folgendem Ergebnis: Der Beschwerdeführer hat seine hohe 
und langjährige Verschuldung mutwillig verursacht. Des Weiteren ist er 
mehrmals – teilweise in Zusammenhang mit der selbständigen Erwerbstätig-
keit bzw. der privaten Schuldensituation – strafrechtlich in Erscheinung 
getreten. Dies begründet ein hohes öffentliches Interesse an seiner Fern-
haltung. Die Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 17

Schweiz sind vor diesem Hintergrund vergleichsweise von untergeordneter 
Bedeutung. Zwar hält er sich schon relativ lang in der Schweiz auf. Die 
beruflich-wirtschaftliche Integration ist ihm jedoch nicht gelungen, die 
schweizerische Rechtsordnung hat er nicht respektiert. In sozialer Hinsicht 
sind keine vertieften sozialen Kontakte dargetan, welche auf eine besondere 
Verbundenheit des Beschwerdeführers mit der Schweiz schliessen liessen. 
Seiner Rückkehr nach Nordmazedonien stehen keine wesentlichen Hinder-
nisse entgegen. Die Ausreise kann zudem auch seiner Ehefrau und seinen 
Kindern ohne weiteres zugemutet werden (vgl. hinten E. 9). Wird die Familie 
bei einer zumutbaren gemeinsamen Ausreise in das Heimatland nicht 
getrennt, so ist der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nicht berührt 
(BGE 135 I 143 E. 2.2; VGE 2020/89 vom 21.10.2020 [noch nicht rechts-
kräftig] E. 7). Insgesamt überwiegen die öffentlichen Interessen an der 
strittigen Entfernungsmassnahme. Der Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz 
erweisen sich demnach auch im Licht von Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 
BV sowie der KRK als verhältnismässig.

8.2 Ist – wie hier – der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 Bst. b AIG 
gegeben und erweist sich der Bewilligungswiderruf als verhältnismässig, 
kommt eine (erneute) Verwarnung oder die Erteilung einer Aufenthalts-
bewilligung als mildere Massnahme gegenüber dem Entzug der Nieder-
lassungsbewilligung nicht in Betracht (vgl. BGer 2C_538/2017 vom 9.1.2018 
E. 2.4; VGE 2019/375 vom 17.6.2020 E. 5.7 mit Hinweisen). 

9.

Weiter ist umstritten, ob die Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin 
zu Recht nicht verlängert wurde:  

9.1 Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 43 AIG eine vom 
Beschwerdeführer abgeleitete Aufenthaltsbewilligung erhalten, welche mit 
dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung ihres Ehemanns entfällt (vgl. 
vorne E. 4.1). Ein anderer Aufenthaltsanspruch ist nicht ersichtlich: Zwar 
hielt sich die Beschwerdeführerin vor dem Widerruf ihrer Aufenthalts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 18

bewilligung am 24. August 2018 über fünf Jahre in der Schweiz auf, womit 
ein selbständiger Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungsbewilligung zu 
prüfen ist (Art. 43 Abs. 2 AuG in der bis zum 31.12.2018 gültigen Fassung; 
vgl. VGE 2020/89 vom 21.10.2020 [noch nicht rechtskräftig] E. 8.1). Jedoch 
hat sie mit ihrem Verhalten den Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 Bst. c 
AuG (Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung) gesetzt, womit 
ein allfälliger Anspruch nach Art. 43 Abs. 2 AuG erloschen ist (Art. 51 Abs. 2 
Bst. b AuG). Die Beschwerdeführerin ist hoch verschuldet. Gemäss dem 
Auszug aus dem Betreibungsregister vom Februar 2020 hat sie offene 
Betreibungen von Fr. 38'500.95 bzw. Verlustscheine von Fr. 72'538.10 (vgl. 
vorne E. 4.4.2). Mit einer Verschuldung von insgesamt rund Fr. 111'000.-- 
erfüllt sie die objektive Komponente von Art. 62 Abs. 1 Bst. c AIG. Diese ist 
gemeinhin bei Schulden von über Fr. 100'000.-- als gegeben zu betrachten 
(vgl. dazu Marco Weiss, a.a.O., S. 357 ff. mit Hinweisen auf die Recht-
sprechung; VGE 2020/64 vom 17.12.2020 E. 6.2). Ihre Verschuldung hat als 
mutwillig verursacht zu gelten. Die Beschwerdeführerin häufte die Schulden 
seit mindestens 2010 an, wobei diese bis Februar 2020 stets zugenommen 
haben. Daran änderte auch die Ermahnung der EG Bern vom 26. März 2015 
nichts (Akten EG Bern 3C pag. 145). Tiefgreifende Bestrebungen, ihre 
Schuldenlast zu reduzieren, sind auch in ihrem Fall nicht ersichtlich (vgl. 
vorne E. 5.4.1). Die Beschwerdeführerin trat darüber hinaus mehrmals straf-
rechtlich in Erscheinung, wobei sie sich nicht von Probezeiten beeindrucken 
liess. Etliche Delikte standen dabei – wie beim Beschwerdeführer – in 
Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin der D.________ 
GmbH» bzw. ihrer persönlichen Schuldensituation (vgl. vorne E. 4.4.1 f.). 
Demzufolge besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse an der 
Wegweisung der Beschwerdeführerin. 

9.2 Ihr privates Interesse am Verbleib in der Schweiz ergibt sich in erster 
Linie aus der vergleichsweise langen Aufenthaltsdauer von rund 14 Jahren 
(vgl. vorne E. 4.1). Ihre beruflich-wirtschaftliche Integration hat indes allein 
aufgrund der hohen Verschuldung als gescheitert zu gelten (vgl. vorne 
E. 7.2). Einer von den in Konkurs geratenen Unternehmen unabhängigen 
Erwerbstätigkeit (Teilzeitpensum) geht sie erst seit Mai 2020 nach (vgl. vorne 
E. 4.2). Auch sozial ist sie nicht gut integriert. Vertiefte Bindungen im ausser-
familiären Bereich, deren Abbruch sie besonders hart treffen würde, macht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
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sie nicht geltend. Hinzu kommen diverse strafrechtliche Verurteilungen (vgl. 
vorne E. 4.4.1). Der Beschwerdeführerin kann die Rückkehr nach Nord-
mazedonien zusammen mit dem Beschwerdeführer zugemutet werden. Sie 
kam erst 2007 im Alter von 25 Jahren zwecks Zusammenlebens mit ihrem 
Ehemann in die Schweiz. Sie ist in Nordmazedonien aufgewachsen und ver-
brachte dort den grössten Teil ihres Lebens. Während ihres Aufenthalts in 
der Schweiz hielt sie den Kontakt zu ihren dort lebenden Familien-
angehörigen aufrecht und reiste regelmässig in ihr Heimatland (Akten EG 
Bern 3C pag. 61, 73, 76 f., 136, 166, 203 f.; Akten SID pag. 35, 38). 

9.3 Insgesamt vermögen die privaten Interessen der Beschwerdeführerin 
das öffentliche Interesse an der Aufenthaltsbeendigung nicht aufzuwiegen. 
Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung aus 
der Schweiz sind auch mit Blick auf Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV sowie 
die KRK verhältnismässig. 

9.4 Die drei-, fünf- und sechsjährigen Kinder verfügen über eine Nieder-
lassungsbewilligung (vgl. vorne E. 4.1). Minderjährige Kinder teilen jedoch 
schon aus familienrechtlichen Gründen regelmässig das ausländerrechtliche 
Schicksal der Eltern und haben das Land gegebenenfalls mit diesen zu 
verlassen (vgl. Art. 25 Abs. 1, Art. 301 Abs. 3 sowie Art. 301a des Schwei-
zerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]; BGE 143 I 21 E. 5.4 betreffend 
Kinder im Alter von drei und fünf Jahren; BGer 2C_488/2019 vom 4.2.2020 
E. 4.1.2, 2C_709/2019 vom 17.1.2020 E. 6.2.2; VGE 2020/89 vom 
21.10.2020 [noch nicht rechtskräftig] E. 8.3). Die Kinder befinden sich in 
einem anpassungsfähigen Alter. Sie scheinen mit der Sprache ihres Heimat-
lands bestens vertraut zu sein (vgl. Akten EG Bern 3B pag. 174). Die Aus-
reise mit den Eltern ist ihnen ohne weiteres möglich.

9.5 Die Vorinstanz hat schliesslich auch die ermessensweise Verlänge-
rung der Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden persön-
lichen Härtefalls verweigert (Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG). Wie sie in ihren 
Erwägungen überzeugend dargelegt hat (angefochtener Entscheid E. 8), 
sind die (strengen) Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt (vgl. dazu BVR 2019 
S. 314 E. 6.5 mit Hinweisen). Gegenteiliges wird auch nicht vorgebracht. Die 
öffentlichen Interessen an der Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
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überwiegen die privaten Interessen der Beschwerdeführerin an einem Ver-
bleib in der Schweiz deutlich.

9.6 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 
die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung der 
Beschwerdeführerin bestätigt hat. Eine (erneute) blosse Verwarnung würde 
den auf dem Spiel stehenden öffentlichen Interessen an der Wegweisung 
nicht gerecht.

10.

Der angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Bei 
diesem Ausgang besteht kein Anlass, die Sache unter Aufhebung des an-
gefochtenen Entscheids zur vollständigen und richtigen Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist 
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Da die von der Vorinstanz ange-
setzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue anzusetzen (vgl. BVR 2019 
S. 314 E. 7). Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungsgerichts in der 
Regel sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere Umstände zu 
berücksichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere 
Lage aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine längere Frist bis Ende Mai 
2021. Sollte die Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reise-
beschränkungen nicht möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, 
eine neue Frist anzusetzen.

11.

11.1 Bei diesem Verfahrensausgang werden die unterliegenden Be-
schwerdeführenden an sich kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie 
haben aber um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihres Rechts-
vertreters als amtlicher Anwalt ersucht.

11.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 21

verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). Ein Prozess ist nicht aus-
sichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, das heisst, 
wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die Waage 
halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos sind 
demgegenüber Prozessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinn-
aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb 
kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Massgebend ist dabei, ob 
eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Über-
legung zu einem Prozess entschliessen oder aber davon absehen würde; 
eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr 
nicht führen würde, nicht deshalb austragen können, weil er sie nichts kostet 
(BVR 2019 S. 128 E. 4.1; BGE 142 III 138 E. 5.1).

11.3 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss in der Sache als von vorn-
herein aussichtslos bezeichnet werden. Die Vorinstanz hat im angefoch-
tenen Entscheid die massgebliche Praxis zutreffend wiedergegeben und 
einlässlich begründet, weshalb die aufenthaltsbeendenden Massnahmen 
rechtmässig sind. Dies darf bei der Beurteilung der unentgeltlichen Rechts-
pflege im oberinstanzlichen Rechtsmittelverfahren berücksichtigt werden 
(vgl. BVR 2015 S. 487 E. 7.2 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden 
rügen im Wesentlichen die Unverhältnismässigkeit der Massnahme, insbe-
sondere aufgrund ihrer schlechten wirtschaftlichen Situation als angebliche 
«Working Poor». Die umfassende vorinstanzliche Würdigung, bei welcher 
dieser Aspekt berücksichtigt worden ist, wird mit den Darlegungen in der 
Beschwerde nicht ernsthaft in Frage gestellt. Bei dieser Sachlage kann nicht 
gesagt werden, dass sich die Gewinn- und Verlustaussichten im Zeitpunkt 
der Gesuchseinreichung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren ungefähr die 
Waage hielten bzw. jene nur geringfügig kleiner waren als diese. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass 
die Prozessarmut zu prüfen wäre. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 22

11.4 Da über das Gesuch erst im Endentscheid befunden wird und die 
Beschwerdeführenden deshalb keine Gelegenheit hatten, ihr Rechtsmittel 
nach Abweisung dieses Begehrens zurückzuziehen und damit Kosten zu 
sparen, sind diese praxisgemäss bloss im Rahmen der üblichen Abschrei-
bungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für das Gesuchs-
verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege sind keine Kosten zu 
erheben (Art. 112 Abs. 1 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine 
angefallen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Den 
Beschwerdeführenden wird eine neue Ausreisefrist gesetzt auf den 
31. Mai 2021.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine reduzierte Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwerde-
führenden auferlegt.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23.03.2021, Nr. 100.2020.87U, 
Seite 23

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern 
- Einwohnergemeinde Bern
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.