# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f213b8e7-459c-5fb9-8aa5-4eb91cbcd5f8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.08.2018 IV 2016/206
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-206_2018-08-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/206

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 20.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2018
Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. 
Berechnung des Valideneinkommens. Der Versicherte hat zuletzt ein weit 
unterdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt. Da er früher ein 
überdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt und geltend gemacht 
hat, bereits früher an einer Depression gelitten zu haben, ist zu prüfen, ob 
der Einkommensrückgang gesundheitlich bedingt gewesen ist. Teilweise 
Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die IV-Stelle 
zur weiteren Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 20. August 2018, IV 2016/206).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2016/206

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 18. Februar 2014 wegen einer seit August 2013 

bestehenden Depression bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-

Leistungen an (IV-act. 1). Er gab an, die Primaroberstufe in B.___ besucht zu haben. 

Einen Beruf habe er nicht erlernt.

A.b  Dr. med. C.___ vom Psychiatrie-Zentrum D.___ berichtete der IV-Stelle am 28. 

Februar 2014 (IV-act. 6), dass der Versicherte an einer rezidivierenden depressiven 

Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F33.2), 

anamnestisch seit 2003, leide. Der Versicherte sei seit dem 1. Februar 2014 voll 

arbeitsunfähig. Er leide an einer verminderten Konzentration und Aufmerksamkeit, an 

einer erhöhten Ermüdbarkeit und Kraftlosigkeit, an einer Antriebslosigkeit und an einer 

reduzierten Belastbarkeit. Hinzu kämen somatische Beschwerden (Rücken- und 

Schulterschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen). Derzeit finde eine multimodale 

Behandlung in der Tagesklinik E.___ statt. Bei einem weiteren positiven Verlauf sollte 

der Versicherte für eine leichte körperliche Arbeit bspw. im Rahmen eines 

Arbeitsprogramms ca. anfangs Mai 2014 wieder eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit 

erreichen. Am 7. Mai 2014 berichtete dieselbe Ärztin der Krankentaggeldversicherung 

(IV-act. 13-4), dass der Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Sie gehe 

davon aus, dass der Versicherte in ca. 2-3 Monaten für adaptierte Tätigkeiten ungefähr 

eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit erlangen werde. In Frage kämen körperlich wenig 

belastende Tätigkeiten an einem ruhigen Arbeitsplatz mit regelmässigen Pausen ohne 

Schicht- oder Nachtarbeit.

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A.c  Am 25. Juli 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 18).

A.d  Die F.___ berichtete der IV-Stelle am 29. Juli 2014 (IV-act. 22), dass sie den 

Versicherten vom 1. Januar 2012 bis 31. Januar 2014 zu 100 % als Betriebsmitarbeiter 

in der Verpackerei beschäftigt habe. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 12. August 

2013 gewesen. Die Kündigung sei erfolgt, weil eine Wiederintegration nicht absehbar 

gewesen sei. Gemäss dem beigelegten Lohnjournal hatte der Monatslohn des 

Versicherten ab dem Jahr 2012 Fr. 3'500.-- betragen (zzgl. 13. Monatslohn). Gemäss 

dem IK-Auszug hatte der Versicherte im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 45'100.-- 

und im Jahr 2013 ein Einkommen von Fr. 31'007.-- erzielt (IV-act. 21). Von 1990 bis 

2003 war der Versicherte für die G.___ AG tätig gewesen. Im Jahr 2001 hatte sich der 

Lohn auf Fr. 70'560.-- und im Jahr 2002 auf Fr. 69'590.-- belaufen.

A.e  Dr. med. H.___, Ärztin Klinik I.___, berichtete der IV-Stelle am 3. September 2014 

(IV-act. 31), dass der Versicherte an einer schweren depressiven Episode ohne 

psychotische Symptome leide. Vom 17. Juni bis 16. August 2014 habe eine stationäre 

Behandlung in der Klinik I.___ stattgefunden. Der Austritt sei in deutlich verbessertem 

Gesundheitszustand erfolgt. Seit dem 1. September 2014 befinde sich der Versicherte 

in tagesklinischer Behandlung. Beim Eintritt sei der Gesundheitszustand wieder etwas 

verschlechtert gewesen. Mittel- und längerfristig sei von einer gewissen Stabilisierung 

des psychischen Gesundheitszustandes auszugehen; eine vollumfängliche Remission 

sei jedoch unwahrscheinlich. Als Schichtmitarbeiter in einer Lebensmittelfirma sei der 

Versicherte bleibend zu 100 % arbeitsunfähig. Die geistigen Einschränkungen 

äusserten sich hauptsächlich in einer verminderten Konzentrationsfähigkeit, die 

psychischen Einschränkungen in einer Antriebsarmut, einer psychomotorischen 

Verlangsamung, einer raschen Erschöpfung und einer verminderten 

Anpassungsfähigkeit. Es bestünden quantitative Leistungseinbussen (mehr Pausen, 

vermindertes Arbeitstempo, verminderte Konzentrationsfähigkeit) und qualitative 

Leistungseinbussen im feinmotorischen Bereich, bezüglich der Umstellungs- und 

Anpassungsfähigkeit und der Stresstoleranz (äussere Unruhe, Lärm, Zeitdruck, 

Konflikte). Zudem sollte der Versicherte nicht mehr im Schichtbetrieb eingesetzt 

werden. Aktuell sei er auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit noch nicht 

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arbeitsfähig. Ab Januar 2015 sollte anfänglich ein ca. 50 %-Pensum bei zusätzlich 

eingeschränkter Leistungsfähigkeit möglich sein. Das Krankheitsbild sei chronisch und 

immer wieder auftretende Phasen mit einer ausgeprägteren depressiven Symptomatik 

seien nicht ausgeschlossen. Dieselbe Ärztin berichtete der Taggeldversicherung am 24. 

Oktober 2014 (IV-act. 36), dass der Versicherte an einer schweren depressiven Episode 

und an chronischen Schmerzen leide. Die subjektiv beklagten Beschwerden im 

Rahmen der Depression könnten objektiviert werden. Psychosoziale Faktoren spielten 

eine Rolle, seien jedoch nicht als einziger Auslöser der depressiven Episode zu sehen. 

Aktuell sei der Versicherte auf dem freien Arbeitsmarkt nicht arbeitsfähig.

A.f  RAD-Arzt Dr. med. J.___ notierte am 21. November 2014 (IV-act. 39-5 f.), dass der 

beschriebene psychopathologische Status aus versicherungsmedizinischer Sicht am 

ehesten einer mittelgradigen depressiven Störung entspreche. Aktuell sei gestützt auf 

die Angaben der Behandler von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Am 8. 

Dezember 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund seines 

Gesundheitszustandes keine beruflichen Massnahmen möglich seien (IV-act. 43).

A.g  Dr. H.___ berichtete der IV-Stelle am 19. März 2015 über einen stationären 

Gesundheitszustand (IV-act. 45). Die depressive Symptomatik sei unterdessen 

mittelgradig ausgeprägt (F33.1). Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen. In 

somatischer Hinsicht leide der Versicherte an Kniebeschwerden.

A.h  RAD-Arzt Dr. J.___ empfahl am 7. April 2015 eine bidisziplinäre psychiatrisch-

orthopädische Begutachtung (IV-act. 46). Diese fand am 17. Juli 2015 durch Dr. med. 

K.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. L.___, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, statt 

(Gutachten vom 15. August 2015, IV-act. 59). Die Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit lauteten:

•  Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F33.0)

•  beginnende rechtsbetonte Gonarthrose mit Meniscusläsion rechts medial

•  lumbospondylogenes Syndrom.

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter an:

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•  Chronische Nierenerkrankung Stadium 3 NFK/DOKI, am ehesten vaskulär bedingt 

mit milder Proteinurie von ca. 0.3 g/Tag bei sonographisch unauffälligen Nieren

•  Verdacht auf Spannungskopfschmerzen

•  Adipositas

•  essentielle arterielle Hypertonie

•  Hyperlipidämie

•  Hyperurikämie mit anamnestischer Podagra beidseits

•  verkalkter Rundherd im rechten Lungenoberlappen

•  linksseitiger Tinnitus.

Dr. L.___ hielt fest, dass sich klinisch eine schmerzbedingte Einschränkung der 

Beweglichkeit der Wirbelsäule und Hinweise auf eine Läsion des medialen Meniskus 

am rechten Kniegelenk hätten finden lassen. Die neurologischen Verhältnisse seien 

unauffällig gewesen. Radiologisch habe sich eine ausgedehnte Rissbildung am 

medialen Meniskus, vom Corpus bis zum Hinterhorn reichend mit einem begleitenden 

Knochenmarksödem im medialen Tibiaplateau, gezeigt. Der laterale Meniskus habe 

Degenerationen im Corpusbereich aufgewiesen. Retropatellär sei der Knorpel 

stellenweise vollständig aufgebraucht gewesen; auch hier habe ein deutliches 

Knochenmarksödem im Sinne einer aktivierten Femoropatellar-Arthrose bestanden. 

Femorotibial seien Veränderungen im Sinne einer leichten Gonarthrose zu verzeichnen 

gewesen. Eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 

10 kg, ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule und der Kniegelenke, ohne längere 

Gehstrecken und ohne Überwindung von Höhendifferenzen sei dem Versicherten aus 

somatischer Sicht ganztägig zumutbar. Allerdings sollten dem Versicherten auch in 

einer angepassten Tätigkeit vermehrte Pausen von insgesamt einer Stunde (pro Tag) 

zum Abliegen und Entspannen zugestanden werden. Dies entspreche einer 

Verminderung der Leistungsfähigkeit von gut 10 %. Dr. K.___ führte aus, dass der 

Versicherte seit 2003 an einer rezidivierenden depressiven Störung vor dem 

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Hintergrund eines Paarkonfliktes leide. Bis August 2013 sei die Arbeitsfähigkeit 

weitgehend vollumfänglich vorhanden gewesen. Nach dem Tod der Ex-Frau im 

Frühling 20__ habe sich der Versicherte zunehmend belastet und depressiv gefühlt. 

Klinisch habe er in der gutachterlichen Untersuchung leicht depressiv (depressive 

Stimmung, Freud- und Interessenlosigkeit, Insuffizienzgefühle, Schlafstörungen, 

Motivationslosigkeit) mit einer hohen subjektiven Krankheitsüberzeugung, welche sich 

auch in der neuropsychologischen Untersuchung widerspiegelt habe, imponiert. Die 

neuropsychologische Testung habe sich wegen der abwehrenden oder gar 

verweigernden Haltung und der demonstrativen Gleichgültigkeit gegenüber der 

Untersuchung sehr schwierig gestaltet. Die neuropsychologische Testbatterie sei daher 

nicht durchführbar gewesen. Die Merkfähigkeit habe im weit unterdurchschnittlichen 

Bereich gelegen, was für massive Beeinträchtigungen des Gedächtnisses sprechen 

würde. Das Ausmass der gezeigten Einschränkungen lasse aber mit hoher 

Wahrscheinlichkeit auf Simulations- respektive Aggravationsbemühungen schliessen. 

Auch die Ergebnisse der Symptomvalidierung stützten die Hypothese, dass die 

gezeigten Leistungsdefizite primär auf eine motivationale Grundlage zurückzuführen 

seien. Die motivationalen Auffälligkeiten könnten einerseits ein Symptom der 

depressiven Störung sein, andererseits hätten sich auch deutliche Anhaltspunkte für 

Simulations- und Aggravationsbemühungen erkennen lassen. Die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit als Schichtarbeiter sei dem Versicherten wegen der Schlafstörungen seit 

August 2013 nicht mehr zumutbar. In einer zeitlich flexiblen, einfachen Tätigkeit in einer 

wohlwollenden Arbeitsatmosphäre und ohne Schichtdienst bestehe aus 

psychiatrischer Sicht eine verminderte Leistungsfähigkeit von 20 %. In interdisziplinärer 

Hinsicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit im Sinne einer schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren 

Belastbarkeit und eines verlangsamten Arbeitstempos bestehe. Der Versicherte sei also 

in beiden Fachgebieten auf vermehrte Pausen angewiesen, die sich jedoch nicht 

additiv auswirkten. Seit August 2013 seien dem Versicherten von den involvierten 

Fachärzten Arbeitsunfähigkeiten zwischen 100 und 50 % bescheinigt worden. Da der 

Versicherte über die Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer leidensangepassten Tätigkeit 

bis anhin nicht informiert worden sei, erscheine es gerechtfertigt, frühestens ab dem 

Datum der gutachterlichen Untersuchung von dieser Einschätzung auszugehen. RAD-

Arzt Dr. M.___ notierte am 6. Januar 2016 (IV-act. 61), dass das bidisziplinäre 

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Gutachten auch den versicherungsmedizinischen Kriterien nach der neuen 

Rechtsprechung (BGE 141 V 281) genüge.

A.i Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2016 (IV-act. 65) kündigte die IV-Stelle dem 

Versicherten bei einem IV-Grad von 6 % die Abweisung des Rentengesuchs an. Zur 

Begründung hielt sie fest, dass einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

leichte Episode, gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine 

invalidisierende Wirkung zuzuerkennen sei. In der Zeit vor der Begutachtung sei die 

depressive Störung noch nicht chronifiziert und die Behandlungsmöglichkeiten seien 

nicht ausgeschöpft gewesen. Daher sei, selbst wenn die Symptome der depressiven 

Störung früher schwerer gewogen hätten, auch für die Zeit vor der Begutachtung nicht 

von einer rechtlich relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Aus 

invalidenversicherungsrechtlicher Sicht sei somit nur die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit im somatischen Bereich relevant. Für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades sei folglich von einer 90 %igen Arbeitsfähigkeit in angepassten 

Tätigkeiten auszugehen. Ohne Gesundheitsschaden könnte der Versicherte in der 

angestammten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter ein jährliches Einkommen von Fr. 

45'500.-- erzielen. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei es ihm bei einer 

Arbeitsfähigkeit von 90 % zumutbar, ein Jahreseinkommen von Fr. 42'998.-- zu 

erwirtschaften (Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik, LSE). Dagegen 

wendete der Versicherte am 31. März 2016 ein (IV-act. 66), dass der Bericht der Klinik 

I.___ vom 21. Mai 2015 nicht berücksichtigt worden sei. Ausserdem habe die IV-Stelle 

seit März 2015 keinen psychiatrischen Verlaufsbericht mehr eingeholt.

A.j Mit Verfügung vom 27. Mai 2016 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt bei einem IV-Grad von 6 % ab (IV-act. 67). Zum Einwand hielt sie fest, 

dass die Gutachter sämtliche Berichte, auch denjenigen der Klinik I.___ vom 21. Mai 

2015 (S. 9 des Gutachtens), umfassend und ganzheitlich gewürdigt hätten.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

am 24. Juni 2016 Beschwerde (act. G 1). Er machte geltend, dass seine affektiven 

Störungen in der Verfügung nicht gewürdigt worden seien. Im Gegensatz zur IV-Stelle 

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(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) habe Dr. N.___ die Depression "bis als schwer" 

eingestuft. Dr. N.___ hatte am 23. Juni 2016 zuhanden des Versicherungsgerichts 

berichtet (act. G 1.2), dass die Symptome einer affektiven Störung chronisch geworden 

seien. Ein vor ein paar Wochen durchgeführter, gescheiterter Arbeitsversuch weise 

darauf hin, dass der Beschwerdeführer in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt 

sei. Die BDI-Testung habe das Vorliegen einer schwergradigen Depression gezeigt. 

Auch wenn die im Gutachten erwähnte Aggravationstendenz berücksichtigt werde, 

könne die Depression als mässig bis schwer eingestuft werden. Der Beschwerdeführer 

sei aktuell zu ca. 80 % arbeitsunfähig.

B.b  Am 12. Juli 2016 stellte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung (act. G 4). Zudem ersuchte 

er um eine Nachfrist zur Ergänzung der Beschwerde.

B.c  Am 14. September 2016 beantragte der Rechtsvertreter die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer angemessenen IV-Rente (act. G 7). 

Er machte geltend, dass in der angefochtenen Verfügung wesentliche Aspekte der 

gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht berücksichtigt worden seien. Zudem 

könnten die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Behandler ab dem Anmeldezeitpunkt 

nicht damit abgetan werden, dass die depressive Störung damals noch nicht 

chronifiziert und die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft gewesen seien. 

Des Weiteren habe sich die psychiatrische Gutachterin nicht mit den Berichten der 

behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Die miserablen Ergebnisse der 

neuropsychologischen Testung seien vorschnell mit Simulations- resp. 

Aggravationsbemühungen begründet worden, obwohl selbst im Gutachten ausgeführt 

worden sei, dass die motivationalen Auffälligkeiten durchaus ein Symptom der 

depressiven Störung sein könnten. Die Diagnose einer gegenwärtig leichten 

depressiven Episode widerspreche sämtlichen übrigen medizinischen Einschätzungen. 

Bezüglich des Valideneinkommens hielt der Rechtsvertreter fest, dass der 

Beschwerdeführer nicht freiwillig lediglich ein Erwerbseinkommen von monatlich Fr. 

3'775.-- erzielt habe. Dass ihm mit Gesundheitsschaden die Erzielung eines höheren 

Einkommens zumutbar sein sollte, sei weltfremd. Die Einkommen seien zu 

parallelisieren und es sei ein Leidensabzug von 20 % vorzunehmen. Am 29. September 

2016 beantragte der Rechtsvertreter eventualiter die Einholung eines aktuellen 

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bidisziplinären Gutachtens (act. G 9). Zur Begründung machte er ergänzend geltend, 

dass der Beschwerdeführer seit dem 13. August 2013 vollumfänglich arbeitsunfähig 

sei. Aktuell habe Dr. N.___ die Arbeitsunfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten auf 80 % 

geschätzt. Der Beschwerdeführer habe somit Anspruch auf eine ganze IV-Rente.

B.d  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 14. November 2016 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 11). Zur Begründung hielt sie fest, es seien keine Anhaltspunkte 

dafür ersichtlich, dass Dr. K.___ bei der Begutachtung nicht nach den Regeln der Kunst 

vorgegangen wäre. Die Ergebnisse der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten 

Testverfahren seien wegen der deutlichen Simulations- und Aggravationsbemühungen 

nicht aussagekräftig. Bezüglich des Berichts von Dr. N.___ vom 23. Juni 2016 verwies 

die Beschwerdegegnerin auf die RAD-Stellungnahme vom 20. Oktober 2016. RAD-Arzt 

Dr. M.___ hatte am 20. Oktober 2016 notiert (act. G 11.1), dem Bericht von Dr. N.___ 

vom 23. Juni 2016 sei explizit, aber auch implizit zu entnehmen, dass sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers ("auf niedrigem Niveau") stabilisiert habe; 

eine relevante Änderung im Verlauf nach der Begutachtung sei nicht abzuleiten. Bei der 

abweichenden Einschätzung von Dr. N.___ handle es sich demnach um eine andere 

Beurteilung eines gegebenen medizinischen Sachverhalts. Dr. N.___ habe sich in seiner 

Begründung wesentlich auf die Angaben des Beschwerdeführers gestützt. Ein 

psychopathologischer Befund und dessen Graduierung nach dem Schweregrad 

fehlten. Auch das aufgeführte Ergebnis einer BDI-Testung ergebe keine neuen 

Hinweise. In der BDI-Testung gehe es um eine subjektive Selbstbewertung des 

Patienten. Diese sei auch in der Begutachtung als ein Baustein einbezogen und 

entsprechend eingeordnet worden. Grundsätzlich sei der diagnostische Aussagewert 

von Selbstbewertungsinstrumenten ohne Korrelation mit dem psychopathologischen 

Befund jedoch von nachrangiger Bedeutung. Zum Untersuchungszeitpunkt hätten sich 

sowohl im psychopathologischen Befund als auch in den konsistenten Teilen der 

neuropsychologischen Ergebnisse nur Hinweise für eine leichtgradige depressive 

Problematik ergeben. Die auffälligen neuropsychologischen Befunde seien daher 

allenfalls teilweise durch störungsbedingte motivationale Aspekte erklärbar. Denn ein 

Testergebnis, welches nur durch schwere Demenzerkrankungen oder ähnlich 

schwerstgradige (neuro-)psychiatrisch fassbare Störungen verständlich wäre, sei bei 

vorgeblicher Mitarbeit kaum hinreichend durch leichte, depressiv bedingte 

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Veränderungen von Antrieb und Motivation erklärbar. Weitere Abklärungen seien nicht 

angezeigt.

B.e  Am 15. November 2016 bewilligte das Gericht das Gesuch des 

Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung, act. G 12).

B.f  In seiner Replik vom 7. Februar 2017 machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ergänzend geltend (act. G 18), Berichte der behandelnden Ärzte 

könnten nicht mit dem pauschalen Hinweis auf deren auftragsrechtliche Stellung in 

Zweifel gezogen werden. Es müsse der Einschätzung von Dr. N.___ gefolgt werden. 

Dieser hatte dem Rechtsvertreter am 18. Oktober 2016 berichtet (act. G 18.1.2), dass 

die bedeutende Intensität der depressiven Symptome und das Vorliegen von 

Suizidgedanken gegen eine leichte Depression sprächen. Chronisch depressive 

Patienten erlebten neuropsychologische Testungen subjektiv oft als eine psychische 

Belastung, die Nervosität, Unruhe, Misstrauen oder eine abwehrende Haltung auslösen 

könnten. Beim Beschwerdeführer habe mehrmals beobachtet werden können, dass er 

die depressive Symptomatik intensiver spüre und wahrnehme, als diese "theoretisch" 

sei. Dieses Phänomen könne auch im Rahmen einer affektiven Störung interpretiert 

werden und müsse nicht unbedingt als Aggravation oder Simulationstendenz 

betrachtet werden. Deswegen sei es schwer, die Testresultate der psychologischen 

Untersuchung mit der vorliegenden depressiven Symptomatik zu vergleichen und diese 

genau zu interpretieren.

B.g  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 20).

Erwägungen

1. 

1.1  Mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2016 hat die Beschwerdegegnerin 

einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers verneint. Zu prüfen ist somit, ob der 

Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

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1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, SR 831.20, IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad 

grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

2. 

2.1  Um das Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

feststehen. Der Beschwerdeführer hat geltend gemacht, seit August 2013 voll 

arbeitsunfähig zu sein.

2.2  In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte des Psychiatrie-

Zentrums D.___ vom 28. Februar 2014, vom 7. Mai 2014, vom 23. Juni 2016 und vom 

18. Oktober 2016, die Berichte der Klinik I.___ vom 3. September 2014, 24. Oktober 

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2014 und 19. März 2015 sowie das orthopädisch-psychiatrische Gutachten vom 15. 

August 2015 im Recht.

2.3  Somatischerseits ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unbestritten. Es 

liegt nur eine Arbeitsfähigkeitsschätzung, nämlich jene des orthopädischen Gutachters 

Dr. L.___, im Recht. Dieser hat dem Beschwerdeführer wegen einer beginnenden 

rechtsbetonten Gonarthrose und einem lumbospondylogenen Syndrom in einer 

adaptierten, wechselbelastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 % attestiert. 

Der etwas erhöhte Pausenbedarf ist aufgrund der nachgewiesenen degenerativen 

Veränderungen nachvollziehbar. Demnach ist der Beschwerdeführer aus somatischer 

Sicht in einer optimal adaptierten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 90 

% arbeitsfähig.

2.4  Überzeugend ist auch die unter den Fachärzten übereinstimmende Einschätzung, 

dass der Beschwerdeführer wegen der rezidivierenden depressiven Störung und den 

damit verbundenen Schlafstörungen keine Schichtarbeit mehr ausüben sollte. Da es 

sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter in einer 

Lebensmittelfirma um eine Schichtarbeit gehandelt hat, ist diese dem 

Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Für die angestammte Tätigkeit besteht folglich 

aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit.

2.5  Umstritten sind demgegenüber der Schweregrad der depressiven Störung sowie 

deren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Der 

Beschwerdeführer ist vom 21. bis 30. August 2013 im Spital O.___ hospitalisiert 

gewesen (s. Bericht von Dr. med. P.___ vom 24. September 2013, KV-act. 1-30 f.). Ab 

dem 6. September 2013 hat er im Psychiatrie-Zentrum D.___ in psychiatrisch-

psychotherapeutischer Behandlung gestanden. Die behandelnden Ärzte haben ihm 

wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode, ab 

diesem Zeitpunkt eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Vom 17. Juni bis 16. August 

2014 ist eine Hospitalisation in der Klinik I.___ erfolgt. Auch die Ärzte der Klinik I.___ 

haben die depressive Episode als schwer eingestuft und dem Beschwerdeführer auch 

für adaptierte Tätigkeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Die anschliessende 

tagesklinische Behandlung hat bis Ende März 2015 gedauert (IV-act. 59-26). Im März 

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2015 hat die zuständige Ärztin Dr. H.___ über eine Teilremission der depressiven 

Symptomatik auf ein mittelgradiges Niveau berichtet, die Ausübung jeglicher 

beruflicher Tätigkeit jedoch weiterhin als unzumutbar erachtet. Dr. N.___ vom 

Psychiatrie-Zentrum D.___ hat die depressive Symptomatik in seinen Berichten vom 

Juni und Oktober 2016 weiterhin als schwer beurteilt und die aktuelle 

Arbeitsunfähigkeit auf 80 % geschätzt. Diametral zu den früheren Einschätzungen der 

behandelnden Ärzte hat die psychiatrische Gutachterin Dr. K.___ die depressive 

Störung im Juli 2015 als gegenwärtig lediglich leichtgradig eingestuft und dem 

Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt. 

Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorgebracht hat, ist Dr. K.___ im Besitz des 

definitiven Austrittsberichts der Klinik I.___ vom 21. Mai 2015 gewesen (siehe 

Aktenauszug des Gutachtens, IV-act. 59-9). Daher ist davon auszugehen, dass sich Dr. 

K.___ auch mit diesem Bericht auseinandergesetzt hat. Entgegen der Behauptung des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers hat sich Dr. K.___ ausreichend mit den 

Einschätzungen der behandelnden Ärzte befasst. Retrospektiv, d.h. für die Zeit vor der 

Begutachtung, hat sie weder die diagnostischen Beurteilungen noch die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte in Zweifel gezogen. Sie hat 

jedoch auf die hohe subjektive Krankheitsüberzeugung und die Simulations- und 

Aggravationsbemühungen hingewiesen. Diese vermögen die unterschiedlichen 

medizinischen Beurteilungen im Begutachtungszeitpunkt (Juli 2015) zumindest 

teilweise zu erklären. RAD-Arzt Dr. M.___ hat in seiner Stellungnahme vom 20. Oktober 

2016 in nachvollziehbarer Weise aufgezeigt, dass der diagnostische Aussagewert der 

Ergebnisse der BDI-Testung ohne Korrelation mit dem psychopathologischen Befund 

gering ist, da es sich hierbei um eine subjektive Selbstbewertung des Patienten 

handelt. Er hat auch überzeugend dargelegt, weshalb Dr. K.___ die 

neuropsychologischen Testergebnisse als nicht verwertbar eingestuft hat bzw. weshalb 

sie das abwehrende bis verweigernde Verhalten und die demonstrative Gleichgültigkeit 

des Beschwerdeführers während der Testung höchstens teilweise als Symptom der 

depressiven Störung interpretiert hat. Die gezeigten motivationalen Auffälligkeiten 

wären nämlich nur dann verständlich gewesen, wenn auch klinisch eine schwerste 

psychiatrische Störung hätte erhoben werden können. Dr. K.___ hat klinisch jedoch nur 

eine gegenwärtig leichte depressive Episode feststellen können. Der Grund für die vom 

psychiatrischen Teilgutachten abweichende Beurteilung von Dr. N.___ hinsichtlich der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

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Schwere der Depression wie auch dem Arbeitsunfähigkeitsgrad für adaptierte 

Tätigkeiten ist vor allem darin zu erblicken, dass Dr. N.___ hauptsächlich auf die 

Angaben des Beschwerdeführers abgestellt hat. Auf diese Problematik hat auch RAD-

Arzt Dr. M.___ hingewiesen. Dass Dr. N.___ hauptsächlich auf die subjektiven 

Beschwerdeangaben abgestellt hat, zeigt sich beispielsweise darin, dass er in einem 

gescheiterten Arbeitsversuch einen Hinweis für eine bedeutende Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit gesehen hat (Bericht vom 23. Juni 2016). Einerseits beruhen die 

Angaben zum Arbeitsversuch offenbar einzig auf den Angaben des Beschwerdeführers. 

Andererseits sagt die Performance einer versicherten Person anlässlich eines 

Arbeitsversuchs in der Regel wenig über ihre medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit 

aus. Dass Dr. N.___ als behandelnder Arzt weitgehend auf die subjektiven Angaben 

des Beschwerdeführers abgestellt hat, ist vor dem Hintergrund seines 

Behandlungsauftrages zwar nachvollziehbar. Gerade in Fällen wie dem vorliegenden, 

wo eine hohe subjektive Krankheitsüberzeugung sowie Simulations- und 

Aggravationsbemühungen ausgemacht worden sind, ist der Beweiswert der 

Beurteilungen der behandelnden Ärzte deswegen aber gering. Die Einschätzung von 

Dr. N.___ vermag daher keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu wecken. Im 

Untersuchungszeitpunkt hat demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich 

eine leichte depressive Symptomatik vorgelegen. Hinweise dafür, dass sich der 

Gesundheitszustand zwischen der Begutachtung (Juli 2015) und dem Verfügungserlass 

(Mai 2016) wesentlich verändert hätte, bestehen nicht. Dr. K.___ hat als die 

Arbeitsfähigkeit einschränkende Symptome eine leichte Beeinträchtigung der Fähigkeit 

zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, eine leicht eingeschränkte Flexibilität 

und Umstellungsfähigkeit, eine leichte Beeinträchtigung der Entscheidungs- und 

Urteilsfähigkeit, eine leichte Beeinträchtigung des Durchhaltevermögens und eine 

Beeinträchtigung der Selbstbehauptungsfähigkeit erhoben (IV-act. 59-32). Wegen einer 

schnelleren Ermüdbarkeit, einer geringeren Belastbarkeit und eines verlangsamten 

Arbeitstempos hat sie dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine 20 %ige 

Arbeitsunfähigkeit im Sinne eines vermehrten Pausenbedarfs attestiert (IV-act. 59-40). 

Angesichts der erwähnten Symptomatik leuchtet es ein, dass der Beschwerdeführer 

nicht in der Lage ist, die von Dr. K.___ attestierte leichte Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit von 20 % Tag für Tag willentlich zu überwinden. Bezüglich der 

Therapiefähigkeit ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer spätestens seit 

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September 2013 in psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung steht. Nichts 

deutet darauf hin, dass die Therapie nicht adäquat gewesen wäre oder dass der 

Beschwerdeführer nicht in einem zumutbaren Ausmass mitgemacht hätte. Da nach 

einer mehrjährigen Therapie eine stationäre Situation in der Form einer leichten 

Depression zurückgeblieben ist und sich diese chronifiziert hat, ist zumindest kurzfristig 

keine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes zu erwarten. Demnach steht 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der 

Beschwerdeführer spätestens ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung, 

d.h. ab Juli 2015, aus psychiatrischer Sicht wieder zu 80 % arbeitsfähig gewesen ist.

2.6  Für die Zeit vor der Begutachtung hat Dr. K.___ auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte verwiesen. Sie hat dies damit 

begründet, dass der Beschwerdeführer bis anhin nicht über ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung informiert worden sei. Diese Argumentation überzeugt 

nicht, da für den Zeitpunkt des Eintritts einer Veränderung der Arbeitsfähigkeit einzig 

die tatsächlichen Verhältnisse relevant sind; der Zeitpunkt, in dem die versicherte 

Person über die ärztliche Einschätzung in Kenntnis gesetzt wird, spielt für den 

Arbeitsfähigkeitsgrad selbst keine Rolle. Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine 

Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren 

Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In Übereinstimmung damit sieht Art. 28 

Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare − medizinische oder berufliche − Eingliederungsmassnahmen 

wiederhergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG). 

Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange keine Invalidität zu begründen, als die 

andauernde medizinische Behandlung noch eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach 

Abschluss der therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten ist (vgl. Entscheide des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 27. 

November 2017, IV 2015/257 E. 4.7 und vom 12. Dezember 2017, IV 2015/349 E. 2.3). 

Die gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist im August 2013 eingetreten. Der 

Beschwerdeführer hat sich danach in ambulante, stationäre und tagesklinische 

Behandlung begeben. Die anfänglich schwere depressive Episode mit voller 

Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten hat sich im Verlauf der Behandlung 

auf eine mittelschwere depressive Episode (Bericht von Dr. H.___ vom 19. März 2015) 

und später auf eine leichte depressive Episode mit noch 20 %iger Arbeitsunfähigkeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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für adaptierte Tätigkeiten zurückgebildet (Gutachten vom 15. August 2015). Mit dem 

Genesungsverlauf in Einklang steht die Aussage von Dr. H.___ im Bericht vom 19. März 

2015, dass die Behandlung noch nicht abgeschlossen sei. Von der medizinischen 

Behandlung hat folglich erst im Begutachtungszeitpunkt im Juli 2015 keine 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden können. Eine während der 

Behandlungszeit von August 2013 bis höchstens Juni 2015 bestandene allfällige 

höhergradige Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Tätigkeiten (> 20 %) ist nach dem 

Gesagten nicht geeignet, eine Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu 

begründen.

3. 

3.1  Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Beschwerdegegnerin hat als 

Valideneinkommen das zuletzt erzielte Erwerbseinkommen als Betriebsmitarbeiter in 

einer Lebensmittelfirma im Fürstentum Liechtenstein herangezogen. Dieses 

Erwerbseinkommen ist mit einem Jahreslohn von Fr. 45'500.-- (13 x Fr. 3'500.--, ab 

2012) sehr tief gewesen. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Erwerbseinkommen 

eines Hilfsarbeiters in der Schweiz hat im Jahr 2012, aufgerechnet auf die 

betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 65'177.-- betragen 

(Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Hinzu 

kommt, dass es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um eine Schichtarbeit 

gehandelt hat, die in der Regel besser entlöhnt werden als Tätigkeiten mit "normalen" 

Arbeitszeiten. Beim Blick in den IK-Auszug fällt zudem auf, dass der Beschwerdeführer 

in früheren Jahren, nämlich von 1990 bis 2003, als er für die G.___ AG tätig gewesen 

ist, ein überdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt hat. Im Jahr 2001 hat sich 

der Lohn auf Fr. 70'560.-- und im Jahr 2002 auf Fr. 69'590.-- belaufen. Ein Hilfsarbeiter 

hat in denselben Jahren, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 

Stunden, durchschnittlich Fr. 56'883.-- (2001) respektive Fr. 57'008.-- (2002) verdient 

(Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2006). Gleichzeitig 

hat der Beschwerdeführer berichtet, dass er bereits seit dem Jahr 2003, d.h. seit der 

definitiven Trennung von seiner Ex-Frau mit Kontaktabbruch (vgl. IV-act. 6-1, IV-act. 

59-30 f.), an einer rezidivierenden depressiven Störung leide und in der Folge etwa drei 

Jahre lang bei Dr. med. Q.___ in R.___ behandelt worden sei (IV-act. 59-31). Daher 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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stellt sich einerseits die Frage, ob das langjährige Arbeitsverhältnis mit der G.___ AG im 

Jahr 2003 aus gesundheitlichen Gründen beendet worden ist bzw. ob bereits damals 

eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit eingetreten ist. 

Andererseits sind die Gründe für das damalige überdurchschnittliche 

Hilfsarbeitereinkommen unklar. So ist für die Bemessung des Valideneinkommens 

beispielsweise relevant, ob der Beschwerdeführer ein überdurchschnittliches 

Hilfsarbeitereinkommen erzielt hat, weil er viele Überstunden geleistet hat, oder ob der 

damalige hohe Lohn darauf zurückzuführen ist, dass es sich um eine anspruchsvolle 

Tätigkeit gehandelt oder dass der Beschwerdeführer eine überdurchschnittliche 

Arbeitsleistung erbracht hat. Da diese Fragen ungeklärt sind, kann das 

Valideneinkommen nicht festgelegt werden. Die Sache ist folglich zu weiteren 

Abklärungen bezüglich der Höhe des Valideneinkommens an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

3.2  Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 27. Mai 2016 in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde wegen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG) aufzuheben und die Sache ist zur Durchführung weiterer 

Abklärungen bezüglich des Valideneinkommens und zur anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der vorstehenden Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

4. 

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E. 

6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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4.2  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 27. Mai 2016 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden 

Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.08.2018
	Art. 43 Abs. 1 ATSG. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Berechnung des Valideneinkommens. Der Versicherte hat zuletzt ein weit unterdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt. Da er früher ein überdurchschnittliches Hilfsarbeitereinkommen erzielt und geltend gemacht hat, bereits früher an einer Depression gelitten zu haben, ist zu prüfen, ob der Einkommensrückgang gesundheitlich bedingt gewesen ist. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. August 2018, IV 2016/206).

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