# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba5054a3-71d6-5ce3-a433-58071577b70d
**Source:** Schaffhausen (SH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-10
**Language:** de
**Title:** Schaffhausen Obergericht 10.02.2021 (publiziert) 61/2014/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SH_OG/SH_OG_001_61-2014-2_2021-02-10.pdf

## Full Text

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Pensionspreis eines Alters- und Pflegeheims; abstrakte Normenkontrolle – 

Art. 46 JG; Art. 52 Abs. 1 und Art. 54 Abs. 1 VRG; Art. 9 Abs. 2 AbPG; § 29 Abs. 1 

AbPV; Art. 2 Abs. 1 Taxordnung Alters- und Pflegeheim Stein am Rhein. 

Der in der Taxordnung eines Altersheims festgesetzte Pensionspreis kann im 

Verfahren der abstrakten Normenkontrolle überprüft werden. Der Umstand, dass 

die auf den Erlass gestützten Individualverfügungen mit den einschlägigen Rechts-

mitteln angefochten und dabei vorfrageweise auch die Rechtmässigkeit des Er-

lasses überprüft werden können, schliesst die abstrakte Normenkontrolle nicht aus 

(E. 1.1–1.4). 

Bei der abstrakten Normenkontrolle braucht es kein unmittelbares, aktuelles 

schutzwürdiges Interesse, sondern nur eine virtuelle Betroffenheit (was hier jeden-

falls auf einen Gesuchsteller zutrifft). Die blosse Wahrnehmung öffentlicher Inter-

essen begründet die Legitimation dagegen nicht (E. 2.2). 

Die abstrakte Normenkontrolle hat nur kassatorische Funktion. Verlangt werden 

kann nur die Aufhebung der angefochtenen Vorschrift, und zwar mit Wirkung ab 

Veröffentlichung des Aufhebungsentscheids, d.h. nicht rückwirkend (E. 2.3). 

In einem Alters- und Pflegeheim darf der Gesamtertrag der Taxpauschalen für Ho-

tellerie die Gesamtkosten der effektiven Hotellerieleistungen nicht übersteigen. Es 

ist rechtswidrig, wenn mit dem Pensionspreis im Ergebnis die Restkosten der Pfle-

ge finanziert werden (E. 3.3). Eine solche unzulässige Querfinanzierung lag hier 

bis zur angefochtenen Neuregelung vor (E. 3.4.1–3.4.3). 

Es ist zulässig, die für die bisherigen Kostenrechnungen verwendete Aufteilungs- 

und Umlagepraxis im Hinblick auf eine Überprüfung der Taxkalkulation neu zu 

beurteilen und anzupassen, auch wenn damit im Ergebnis eine Änderung der Auf-

teilung der Gesamtkosten auf die Pensionskosten und die Kosten der andern Kos-

tenträger (Pflege und Betreuung) verbunden ist (E. 3.5.2). 

Die für die Taxordnung 2015 vorgenommene Neukalkulation der Pensionskosten 

(mit angepasster Aufteilung der Personalkosten und Umlage verschiedener Hilfs-

kosten) liegt innerhalb des Ermessensspielraums der Behörde. Sie führt zu einer 

Vollkostenrechnung, die keine Querfinanzierung der Pflegekosten mehr bewirkt. 

Die Festsetzung des Pensionspreises für 2015 verstösst damit nicht gegen über-

geordnetes Recht (Mehrheitsmeinung; E. 3.5.4 und 3.6). 

OGE 61/2014/2 vom 11. November 2016 

Veröffentlichung im Amtsbericht 

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Sachverhalt  

Am 5. Dezember 2012 erliess der Stadtrat Stein am Rhein eine Taxordnung für 

das Alters- und Pflegeheim Clara Dietiker. Er setzte unter anderem den Pensions-

preis (Hotellerie) auf Fr. 120.– pro Tag fest. Am 10. September 2014 beschloss er 

die Taxen für das Jahr 2015. Dabei setzte er den Pensionspreis unverändert auf 

Fr. 120.– pro Tag fest. Dagegen erhoben mehrere Personen Beschwerde an den 

Regierungsrat. Dieser überwies die Beschwerde zuständigkeitshalber ans Ober-

gericht zur Behandlung als Gesuch um abstrakte Normenkontrolle. Die Gesuch-

steller beantragten, den Pensionspreis von Fr. 120.– pro Tag aufzuheben und den 

Stadtrat anzuweisen, den Pensionspreis neu festzusetzen; eventuell sei dieser auf 

Fr. 108.– pro Tag festzusetzen; eventuell sei er schon mit Wirkung für frühere Jahre 

aufzuheben. Das Obergericht wies das Gesuch ab, soweit darauf einzutreten war. 

Aus den Erwägungen 

1.1. Im Kanton Schaffhausen besteht für die Anfechtung von Anordnungen der 

Verwaltungsbehörden folgende, von der Regelung in anderen Kantonen teilweise 

abweichende Ordnung: Individuell-konkrete Verwaltungsakte (Verfügungen) kön-

nen nach Erschöpfung des verwaltungsinternen Instanzenzugs mit Verwaltungs-

gerichtsbeschwerde beim Obergericht angefochten werden (Art. 44 Abs. 1 lit. a des 

Justizgesetzes vom 9. November 2009 [JG, SHR 173.200] i.V.m. Art. 35 ff. des 

Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen vom 20. September 1971 

[Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG, SHR 172.200]). Generell-abstrakte An-

ordnungen von Verwaltungsbehörden sind – unter Ausschluss des verwaltungs-

internen Instanzenzugs und der Verwaltungsgerichtsbeschwerde – direkt mit 

einem Gesuch um abstrakte Normenkontrolle beim Obergericht anfechtbar (Art. 46 

JG i.V.m. Art. 51 ff. VRG).  

Die Zuständigkeiten des Obergerichts in der Verwaltungsrechtspflege (nicht aber 

die zugehörigen Verfahrensvorschriften) wurden mit dem Erlass des Justizgeset-

zes im Jahr 2009 vom Verwaltungsrechtspflegegesetz ins Justizgesetz transferiert. 

Damit war jedoch keine materielle Änderung beabsichtigt (Bericht und Antrag des 

Regierungsrates an den Kantonsrat betreffend das Justizgesetz [JG] vom 19. Mai 

2009 [Amtsdruckschrift 09-32], S. 14). Das Gesuch um abstrakte Normenkontrolle 

bildet daher weiterhin – auch wenn das im Wortlaut des Justizgesetzes nicht mehr 

ganz klar zum Ausdruck kommt (vgl. Hinweis im Bericht über das neue Schaff-

hauser Justizgesetz in SJZ 2010, S. 207) – einen selbständigen, von der Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde abzugrenzenden Rechtsbehelf. 

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Zweck des hauptfrageweisen, abstrakten Normenkontrollverfahrens ist weniger die 

Gewährung von individuellem Rechtsschutz als vielmehr die Durchsetzung des ob-

jektiven Rechts. Ist die Rechtmässigkeit von Normen unterhalb der Gesetzesstufe 

umstritten, sollen nachträgliche Einzelprozesse und womöglich widersprüchliche 

Urteile im Rahmen von Inzidenzprüfungen vermieden und rechtswidrige Normen 

aufgehoben werden. Dadurch werden der Rechtsschutz des Einzelnen verbessert 

und beschleunigt sowie die Gerichte von unnötigen Verfahren entlastet (Arnold 

Marti, Abstrakte Normenkontrolle, Klageverfahren und weitere besondere Ver-

fahren [im Folgenden: Marti, Abstrakte Normenkontrolle], in: Griffel/Jaag [Hrsg.], 

Reform der Zürcher Verwaltungsrechtspflege, Zürich/St. Gallen 2010, S. 107). Da-

her und wegen der unterschiedlichen Anfechtungsobjekte schliesst der Umstand, 

dass allfällige auf den fraglichen Erlass gestützte Individualverfügungen mit den 

einschlägigen Rechtsmitteln angefochten und dabei vorfrageweise auch die Recht-

mässigkeit des Erlasses überprüft werden können, die abstrakte Normenkontrolle 

nicht aus. Diese ist nicht subsidiär (vgl. Arnold Marti, Die Verwaltungsgerichts-

barkeit im Kanton Schaffhausen, Diss. Zürich 1986 [im Folgenden: Marti, Ver-

waltungsgerichtsbarkeit], S. 140; Michael Merker, Rechtsmittel, Klage und Nor-

menkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Verwaltungsrechts-

pflege [VRPG] vom 9. Juli 1968, Diss. Zürich 1998, § 68 Rz. 54 f., S. 712). 

1.2. Im Normenkontrollverfahren überprüft das Obergericht Vorschriften ver-

waltungsrechtlicher Natur in Erlassen des Kantons, mit Ausnahme der Gesetze, 

und in Erlassen der Gemeinden, öffentlichrechtlichen Körperschaften und An-

stalten auf ihre Verfassungs- und Gesetzmässigkeit (Art. 46 JG). Das Obergericht 

hebt die angefochtenen Bestimmungen, die verfassungs- oder gesetzwidrig sind, 

auf (Art. 54 Abs. 1 VRG).  

Aufgehoben werden können nur Erlasse bzw. einzelne Bestimmungen, die noch 

bestehen bzw. weiterhin bestehen sollen. Nur diese sind demnach taugliches An-

fechtungsobjekt eines Normenkontrollgesuchs. Bestimmungen, die nicht mehr in 

Kraft sind und keine Rechtswirkungen mehr entfalten, können dagegen nicht mit 

einem Gesuch um abstrakte Normenkontrolle nachträglich auf ihre Rechtswidrig-

keit überprüft werden (vgl. Merker, § 68 Rz. 46 f., S. 708 f.).  

1.3. Die Taxordnung für das Alters- und Pflegeheim Clara Dietiker (veröffentlicht 

im Rechtsbuch der Stadt Stein am Rhein als Nr. StR 813.503) ist in ihrer Gesamt-

heit ein generell-abstrakter kommunaler verwaltungsrechtlicher Erlass. Sie regelt 

nicht bzw. nicht nur konkrete, direkt und ohne Weiterungen vollstreckbare Einzel-

sachverhalte. Zwar gilt sie nur für Heimbewohnerinnen und -bewohner und inso-

weit für einen beschränkten Personenkreis. Doch steht der Adressatenkreis nicht 

ein für alle Mal fest; er wechselt vielmehr je nach den Ein- und Austritten ins bzw. 

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aus dem Heim. Daher ist letztlich eine unbestimmte Vielzahl von Personen be-

troffen.  

Taxordnungen für Altersheime können demnach grundsätzlich im Verfahren der 

abstrakten Normenkontrolle überprüft werden, wie das auch etwa im Kanton Zürich 

gehandhabt wird (vgl. Marti, Verwaltungsgerichtsbarkeit, S. 116; Bosshart/Bertschi 

in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 

Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, § 19 N. 75, S. 498, mit Hin-

weisen; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich AN.2014.00006 vom 

7. Mai 2015 E. 1.1).  

Die Festsetzung des hier strittigen Pensionspreises als einer zahlenmässig kon-

kretisierten Leistung hat zwar für sich allein gesehen Merkmale einer generell-kon-

kreten Allgemeinverfügung. Der Pensionspreis bildet aber – als Einzelbestimmung 

eines generell-abstrakten Erlasses – Teil der allgemeinen Taxregelung. Er wurde 

denn auch im Rahmen der Anpassung der Taxordnung per 1. Januar 2015 nicht 

isoliert geregelt. Vielmehr umfasste der Beschluss des Stadtrats vom 10. Septem-

ber 2014 auch die (ebenfalls unverändert gelassene) Betreuungstaxe und die Pfle-

getaxen. Es rechtfertigt sich daher nicht, die Regelung des Pensionspreises hin-

sichtlich der Anfechtungsmöglichkeit anders zu behandeln als den Erlass als sol-

chen (vgl. Marti, Verwaltungsgerichtsbarkeit, S. 116).  

1.4. Die mit dem Anpassungsbeschluss des Stadtrats vom 10. September 2014 

bestätigte Festsetzung des Pensionspreises für die Unterbringung im Alters- und 

Pflegeheim Clara Dietiker, Stein am Rhein, auf Fr. 120.– pro Tag ist demnach als 

verwaltungsrechtliche Vorschrift in einem generell-abstrakten kommunalen Erlass 

– nämlich in der Taxordnung für das Alters- und Pflegeheim – taugliches Anfech-

tungsobjekt eines Gesuchs um abstrakte Normenkontrolle.  

2. Das Gesuch um Überprüfung von Erlassen kann jederzeit gestellt werden 

(Art. 51 VRG). Antragsberechtigt sind natürliche oder juristische Personen, die 

durch die Anwendung dieser Vorschriften in absehbarer Zeit in ihren schutzwürdi-

gen Interessen verletzt werden könnten (Art. 52 Abs. 1 VRG). …  

2.2. Legitimiert sind Personen, die "in absehbarer Zeit" durch die Anwendung 

der fraglichen Vorschrift in ihren schutzwürdigen Interessen verletzt werden "könn-

ten". Verlangt wird somit nicht ein unmittelbares, aktuelles schutzwürdiges Inter-

esse, sondern nur eine sogenannte virtuelle Betroffenheit. Massgebend ist, ob die 

angefochtene Vorschrift mit einem Minimum an Wahrscheinlichkeit früher oder 

später einmal auf den Gesuchsteller angewandt werden könnte (OGE 61/2005/1 

vom 9. September 2005, E. 1b mit Hinweisen, Amtsbericht 2005, S. 152). Das gilt 

grundsätzlich auch bei einem allfälligen Weiterzug ans Bundesgericht (Art. 89 

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Abs. 1 lit. b und c des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

[Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]; BGE 137 I 77 E. 1.4 S. 81). Die blosse 

Wahrnehmung öffentlicher Interessen begründet die Antragsbefugnis dagegen 

grundsätzlich nicht (Merker, § 69 Rz. 11, S. 731; vgl. aber die nach der Recht-

sprechung des Obergerichts anerkannte Legitimation von Stimmberechtigten, 

wenn gerügt wird, der fragliche Erlass sei unter Verletzung politischer Rechte zu-

stande gekommen: OGE vom 20. Oktober 1992 i.S. M., E. 1b [Mehrheitsmeinung], 

Amtsbericht 1992, S. 162 ff.). 

Nach der Praxis genügt es bei verwaltungsrechtlichen Sammelrechtsmitteln, wenn 

zumindest einer oder einzelne von mehreren Rechtsmittelklägern rechtsmittel-

befugt sind. Steht dies fest, kann offenbleiben, ob auch die weiteren Rechtsmittel-

kläger legitimiert seien (vgl. etwa 61/2009/1 vom 5. August 2011, E. 2 [im Amts-

bericht 2011, S. 109 ff., nicht veröffentlicht]; OGE 60/2005/68 vom 16. Dezember 

2005, E. 2d/ff, Amtsbericht 2005, S. 120; unter Verweis darauf OGE 60/2008/28 

vom 28. August 2009, E. 1c [im Amtsbericht 2009, S. 106 ff., nicht veröffentlicht]). 

Der Gesuchsteller 1 ist 85-jährig und wohnt in Stein am Rhein. Damit ist die er-

forderliche hinreichende ("minimale") Wahrscheinlichkeit gegeben, dass er in ab-

sehbarer Zeit ins Alters- und Pflegeheim Clara Dietiker eintreten und deren Tax-

ordnung unterworfen sein könnte. Er ist daher ohne weiteres zur Gesuchstellung 

legitimiert.  

Der Gesuchsteller 2 ist inzwischen gestorben, so dass das Verfahren gegen-

standslos geworden ist, soweit es ihn persönlich betrifft. Angesichts der feststehen-

den Legitimation des Gesuchstellers 1 kann offenbleiben, ob nunmehr die Erben 

des Gesuchstellers 2, die den Nachlass nicht ausgeschlagen haben, ins Verfahren 

eingetreten seien (vgl. Art. 35 Abs. 1 lit. a am Ende und Art. 50 Abs. 1 VRG i.V.m. 

Art. 83 Abs. 4 ZPO und Art. 560 ZGB). Zumindest die Witwe des Gesuchstellers 2, 

die im Alters- und Pflegeheim Clara Dietiker wohnt, würde die Legitimationsvoraus-

setzungen jedenfalls erfüllen. 

Die Gesuchsteller 3–5 stehen nach Angaben der Gesuchsteller aufgrund ihres 

Alters nicht kurz vor einem Heimeintritt. Sie seien aber seit geraumer Zeit in die 

Diskussionen um die Altersheimtaxen involviert, teilweise aus beruflichen, teilweise 

aus politischen Gründen. Die Taxordnung sei in Stein am Rhein mittlerweile ein 

derartiges Politikum, dass ein öffentliches Interesse an einer gerichtlichen Klärung 

bestehe. Als direkt Involvierte hätten die Gesuchsteller 3–5 ein schutzwürdiges 

Interesse an dieser Klärung. Ob allein dieser Einbezug in die öffentliche Diskussion 

bzw. die Wahrnehmung des entsprechenden öffentlichen Interesses die erforder-

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liche virtuelle persönliche Betroffenheit zu begründen vermöge, ist fraglich. An-

gesichts der feststehenden Legitimation des Gesuchstellers 1 kann diese Frage 

aber offenbleiben.  

Ist somit jedenfalls der Gesuchsteller 1 (und gegebenenfalls die Witwe des Ge-

suchstellers 2 als dessen Rechtsnachfolgerin) zur Gesuchstellung legitimiert, so ist 

auf das Normenkontrollgesuch grundsätzlich einzutreten.  

2.3. Angefochtene Vorschrift ist der im Rahmen der Taxordnung festgesetzte 

Pensionspreis von Fr. 120.– pro Tag (Art. 2 Abs. 1 der Taxordnung vom 5. Dezem-

ber 2012; vom Stadtrat Stein am Rhein mit Beschluss vom 10. September 2014 

auch für die Zeit ab 1. Januar 2015 bestätigt). … 

Verlangt werden kann jedoch nur die Aufhebung der angefochtenen Vorschrift, und 

zwar grundsätzlich ex nunc, mit Wirkung ab Veröffentlichung des Aufhebungs-

entscheids. Dieser wirkt so, wie wenn der Normgeber selber die angefochtene Vor-

schrift aufgehoben hätte (vgl. Art. 54 Abs. 1 sowie Art. 55 Abs. 2 und Abs. 3 VRG; 

Marti, Abstrakte Normenkontrolle, S. 119 f.; Merker, § 71 Rz. 3, S. 743, § 72 

Rz. 12, S. 751 f.; Monika Fehlmann-Leutwyler, Die prinzipale Normenkontrolle 

nach aargauischem Recht, Diss. Zürich 1988, S. 209 ff.). Wegen der rein kassato-

rischen Funktion der abstrakten Normenkontrolle kann auf die darüber hinaus-

gehenden Anträge der Gesuchsteller, die Gesuchsgegnerin sei anzuweisen, den 

Pensionspreis in einem bestimmten Sinn neu festzusetzen ("im Sinne der Er-

wägungen"), oder das Obergericht habe ihn eventuell selber neu festzusetzen, 

nicht eingetreten werden. Er kann auch nicht entsprechend dem weiteren Even-

tualantrag rückwirkend … aufgehoben werden.  

3.1. Prüfungsgegenstand ist die "Verfassungs- und Gesetzmässigkeit" der an-

gefochtenen Norm (Art. 46 JG). Dazu können grundsätzlich sämtliche rechtlichen 

Mängel der Norm gerügt werden, nicht nur die Unvereinbarkeit mit einschlägigen 

Rechtsnormen höherer Stufe (OGE 61/2012/2 vom 7. Juni 2013, E. 1a/aa, Amts-

bericht 2013, S. 149). Prüfungsmassstab ist das gesamte funktionell übergeord-

nete Recht mit den daraus abgeleiteten Rechtsgrundsätzen (vgl. Marti, Abstrakte 

Normenkontrolle, S. 115; Merker, § 68 Rz. 60 f., S. 714 f.).  

Zur Begründung des Gesuchs können prinzipiell auch Vorgänge bzw. Umstände 

aus der Vergangenheit verwendet werden, soweit sie sich (noch) auf die Gültigkeit 

der Bestimmungen auswirken. 

Die angefochtene Norm ist aber nur aufzuheben, wenn sie nicht rechtskonform 

ausgelegt werden kann, nicht jedoch, wenn sie einer verfassungs- und gesetzes-

konformen Auslegung zugänglich ist und eine entsprechende rechtskonforme 

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Anwendung inskünftig als wahrscheinlich erscheint (Marti, Abstrakte Normen-

kontrolle, S. 120; Merker, § 68 Rz. 66, S. 717 f., mit Hinweis auf BGE 106 Ia 136 

E. 3a S. 137 f.). 

3.2.1. [Standpunkt der Gesuchsteller] 

3.2.2. [Standpunkt der Gesuchsgegnerin] 

3.3. Die kostenpflichtigen Leistungen in Alters- und Pflegeheimen werden un-

terteilt in Kosten für Pflege, Betreuung und Pension (auch Hotellerie genannt). Das 

Bundesrecht bestimmt nicht, wer für die nicht von der Krankenversicherung ge-

deckten Kosten der Hotellerie in einem Alters- und Pflegeheim aufzukommen hat. 

Die Kantone können diesbezüglich eine Regelung erlassen. Die Hotellerietarife 

können entweder in einem kantonalen oder kommunalen Erlass oder vertraglich 

zwischen dem Heim und dessen Bewohnerinnen und Bewohnern festgelegt wer-

den. Dabei dürfen nur die Kosten der effektiven Hotellerieleistungen berechnet 

werden. Die Tarife für Pflegeleistungen und für Hotellerieleistungen sind unabhän-

gig voneinander nach den jeweils anwendbaren Grundsätzen zu bestimmen. Es ist 

nicht zulässig, von einem Gesamtbetrag für beide Leistungsarten auszugehen und 

die Tarife so abzustimmen, dass der Gesamtbetrag im Ergebnis gedeckt wird 

(BVGE 2010/23 E. 2.5, 2.6.2 und 2.6.3 S. 307 ff. mit Hinweisen; vgl. schon den von 

der Gesuchsgegnerin erwähnten Entscheid des Bundesrats vom 23. März 2005, 

E. 2.5.3, 2.6.2 und 2.6.3, VPB 69.100). Entsprechende Querfinanzierungen sind 

demnach rechtswidrig. 

Nach Art. 9 Abs. 2 des Altersbetreuungs- und Pflegegesetzes vom 2. Juli 2007 

(AbPG, SHR 813.500) sind in den Heimen die verrechneten Kostenanteile ins-

besondere für folgende Leistungsbereiche separat auszuweisen: Hotellerie und 

allgemeine Grundleistungen (lit. a), Pflege im Sinn des KVG (lit. b), andere Be-

treuungsleistungen (lit. c) und weitere individuell beanspruchte Leistungen (lit. d). 

Die Hotelleriekosten sind im kantonalen Recht unbestrittenermassen nicht konkret 

oder gar ziffernmässig geregelt. Es wird lediglich bestimmt, dass in den Tax-

pauschalen der Heime für Hotellerie und allgemeine Grundleistungen die kalkulato-

rischen Vollkosten der Anlagenutzung sowie angemessene Anteile der Vorhalte-

leistungen des Heims mit einbezogen werden können (§ 29 Abs. 1 der Verordnung 

zum Altersbetreuungs- und Pflegegesetz vom 10. Februar 2009 [AbPV, 

SHR 813.501]). Für die Betreuungsleistungen können aufwandgerecht differen-

zierte Pauschalen von maximal Fr. 40.– pro Aufenthaltstag verrechnet werden 

(Art. 9 Abs. 3 und Abs. 4 AbPG i.V.m. § 29 Abs. 2 AbPV). Die Pflegeleistungen in 

Heimen sind aufgrund des Systems BESA zu erfassen. Der versicherten Person 

dürfen von den nicht von Sozialversicherungen gedeckten Pflegekosten höchstens 

Fr. 21.60 pro Pflegetag überwälzt werden (Art. 10a Abs. 1 und Art. 10b Abs. 4 

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AbPG i.V.m. § 29a Abs. 1 und Abs. 2 AbPV sowie Art. 25a Abs. 5 KVG und Art. 7a 

Abs. 3 der Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 1995 [KLV, 

SR 832.112.31]). Die Restkosten der Pflege finanzieren der Kanton und die Ge-

meinden (Art. 10 Abs. 1 AbPG). Bei Heimen, deren Pflegekosten mit den ein-

schlägigen Ansätzen – einschliesslich Kostenanteil der Versicherten – nicht finan-

ziert werden können, ist die Finanzierungslücke mit Zusatzbeiträgen der auftrag-

gebenden Gemeinden zu schliessen (§ 29a Abs. 3 AbPV). Damit schliesst auch 

das kantonale Recht aus, dass die Heimbewohnerinnen und -bewohner mit dem 

Pensionspreis im Ergebnis ganz oder teilweise die Restkosten der Pflege quer-

finanzieren.  

Im vorliegenden Fall geht es um ein öffentliches Heim. Dessen Pensionspreis ist – 

als Entgelt für eine Leistung des Gemeinwesens – eine Benutzungsgebühr. Bei 

seiner Bemessung ist grundsätzlich vom Wert der Leistung auszugehen. Dabei ist 

– weil die Höhe der Gebühr im kantonalen Recht nicht festgelegt ist – das für 

Kausalabgaben massgebende Kostendeckungsprinzip zu beachten. Der Gesamt-

ertrag der Gebühren darf somit die gesamten damit sachlich zusammenhängenden 

Kosten nicht oder nur geringfügig übersteigen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemei-

nes Verwaltungsrecht, 7. A., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 2777 ff., S. 634). Daher 

darf der Gesamtertrag der Taxpauschalen für die Hotellerie auch nach allgemei-

nem Rechtsgrundsatz die Gesamtkosten der effektiven Hotellerieleistungen nicht 

übersteigen.  

Der Pensionspreis ist demnach – entsprechend der Auffassung der Gesuchsteller 

– mit dem übergeordneten Recht nur vereinbar, soweit er die Kosten der Hotellerie 

deckt, und nur diese. Er ist jedoch rechtswidrig, wenn er zu einer nicht mehr nur 

geringfügigen Überdeckung der Hotelleriekosten als solchen führt. Wie es sich im 

vorliegenden Fall damit verhält, ist im Folgenden zu prüfen. 

3.4. Im Vorfeld der angefochtenen Regelung hat der Stadtrat zu den Kosten und 

der Kostenstruktur des Alters- und Pflegeheims gewisse Berichte eingeholt. Nach 

Auffassung der Gesuchsteller ist zur Beurteilung der Angelegenheit auf diese Ex-

pertisen abzustellen. 

3.4.1. Im Jahr 2013 erstattete die OptiSysteme GmbH, Qualitätsmanagement für 

Heime und Institutionen, Kaltenbach, für das Alters- und Pflegeheim einen Spe-

zialbericht zu den Fragestellungen "Taxordnung 2013 sowie Taxordnungsstruktur", 

"Altersheimrechnung 2012 (Eckdaten im Vergleich)", "Kostenstellenrechnung 

(Eckdaten im Vergleich)". Darin wurde einleitend darauf hingewiesen, dass die 

Qualitätsanalyse die Frage nach Prüfung von übermässigen Ausgaben, nicht aus-

geschöpftem Sparpotential sowie eventuell festgestellter Schnittstellenprobleme 

innerhalb des Betriebs berücksichtigen werde. Der Bericht werde Antworten zu den 

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folgenden Bereichen liefern: Personalkosten, Betriebsaufwand, Einnahmen sowie 

Preis- und Leistungsverhältnis. Gleichzeitig seien die Einhaltung der Qualität der 

erforderlichen Transparenz in der Rechnungslegung, der Einhaltung der gesetz-

lichen Vorgaben und die Professionalität der eingesetzten betriebswirtschaftlichen 

Instrumente in die Prüfung einbezogen worden, da eventuelle Mängel in diesen 

Bereichen die Ursache für Ineffizienz in der Betriebsführung darstellen könnten 

(Bericht vom 23. August 2013).  

Im ersten Punkt (Taxordnung und Taxordnungsstruktur) kam der Bericht zum 

Schluss, die Taxordnungen entsprächen den gesetzlichen nationalen und kanto-

nalen Vorgaben und seien vollständig. Sie basierten auf den Entscheiden der zu-

ständigen Behörde und seien ordentlich in Kraft gesetzt. Sie widersprächen keinen 

bestehenden und relevanten gesetzlichen Grundlagen. Insbesondere entspreche 

die der Taxordnung zugrundeliegende Rechnungslegung den gesetzlichen An-

forderungen und den Empfehlungen bzw. Weisungen des Branchenverbands 

(Kostenrechnung, Leistungsstatistik, Kontenrahmen und Anlagebuchhaltung).  

Im zweiten Punkt (Altersheimrechnung 2012) beurteilte der Bericht die Qualität in 

Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Einhaltung der gesetzlichen Vor-

gaben und der branchenrelevanten Arbeitsinstrumente in allen Bereichen als er-

füllt. 

Bei der Kostenstellenrechnung listete der Bericht den Betriebsaufwand wie folgt 

auf: Betriebskosten total Fr. 4'383'381.– (Fr. 259.69 pro Bewohnertag), davon 

KVG-Pflegekosten Fr. 2'179'254.– (Fr. 129.11 pro Bewohnertag), Pensionskosten 

Fr. 1'582'268.– (Fr. 93.74 pro Bewohnertag), Betreuungskosten Fr. 401'891.– 

(Fr. 23.81 pro Bewohnertag) sowie Investitionskosten (umlegen) Fr. 218'890.– (Fr. 

12.97 pro Bewohnertag).  

Beim Preis-/Leistungsverhältnis wurde im Bericht unter anderem ausgeführt, der 

Anteil der Pflegekosten sei mit Inkraftsetzung der neuen Pflegefinanzierung in allen 

Heimen in der ganzen Schweiz gleichartig geregelt und auf maximal Fr. 21.60 limi-

tiert. Die Kostenblöcke Pension und Betreuung würden heute im interkantonalen 

Vergleich sehr unterschiedlich in Rechnung gestellt. Der Preisüberwacher halte 

dazu vor allem fest, es müsse verhindert werden, dass über erhöhte Pensions- und 

Betreuungskosten Quersubventionierungen zugunsten der Pflegekosten einträten. 

Dieses Risiko bestehe in den Kantonen, welche die Restkostenfinanzierung der 

Pflegekosten zu tief ansetzten und/oder gesetzliche Höchsttaxen in den Bereichen 

Pension und/oder Betreuung erliessen, die eine Vollkostenfinanzierung verhinder-

ten.  

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Aus dem Bericht ergibt sich demnach, dass die in der Rechnung 2012 ausgewie-

senen Pensionskosten (Fr. 93.74 pro Bewohnertag) deutlich unter dem schon 

damals auf Fr. 120.– pro Tag festgesetzten Pensionspreis lagen, und zwar auch 

dann, wenn die Investitionskosten ganz oder teilweise ebenfalls der Hotellerie zu-

geordnet würden. An dieser objektiven Feststellung vermag auch der Umstand 

nichts zu ändern, dass die Taxordnung als solche und ihre Struktur den gesetz-

lichen Vorgaben entsprachen.  

Die Gesuchsteller weisen im Übrigen zutreffend darauf hin, dass gemäss Statistik 

des Branchenverbands Curaviva die Pensionskosten des Alters- und Pflegeheims 

Stein am Rhein auch im Jahr 2013 deutlich unter dem erhobenen Pensionspreis 

lagen (nämlich bei Fr. 98.70; Curaviva, Alters- und Pflegegeheime in den Gemein-

den des Kantons Schaffhausen, Statistische Zahlen 2013, Auswertung von Be-

triebsdaten und Kennzahlen, Kostenstellenrechnung, Ziff. 13,). 

3.4.2. Im Hinblick auf die künftige Taxkalkulation holte der Stadtrat einen Bericht 

der Redi AG Treuhand, Treuhandbüro für Heime, Frauenfeld, ein (Alters- und  

Pflegeheim Clara Dietiker Stein am Rhein, Auswertung der Kostenrechnung, Tax-

kalkulation, vom 21. April 2014).  

Im Bericht wurde einleitend festgehalten, die Kostenrechnung des Alters- und Pfle-

geheims solle als Basis für die zukünftige Taxkalkulation dienen. Zudem sollten die 

den Bewohnern verrechneten Taxen mittels Kostenrechnung nachgewiesen wer-

den. Zu diesem Zweck seien die Kostenrechnungen 2010–2012 auf Plausibilität 

überprüft worden. Aus den Überprüfungen habe sich herausgestellt, dass die Kos-

tenrechnungen in Form und Transparenz grundsätzlich den Empfehlungen von 

Curaviva entsprächen. In folgenden Punkten bestehe aber Klärungsbedarf: Be-

rücksichtigung von Vollkosten (kalkulatorische Abschreibungen und Zinsen), Be-

handlung des Beitrags der Jakob und Emma Windler-Stiftung, Verteilschlüssel für 

die Aufteilung der Personalkosten in KVG-pflichtige Pflege und nicht KVG-pflichtige 

Betreuung. In den Kostenrechnungen 2010–2012 seien die Abschreibungen ge-

mäss Rechnung der Stadt berücksichtigt worden, nicht die kalkulatorischen Ab-

schreibungen. Da die Abschreibungen zur "Ergebnissteuerung" verwendet würden 

und somit unterschiedlich hoch ausfallen könnten, bildeten die tatsächlich vorge-

nommenen Abschreibungen keine aussagekräftige Grundlage für die Berechnung 

der tatsächlichen Kosten. Die für die Analyse verwendeten Berechnungsgrundla-

gen wurden in Absprache mit dem städtischen Zentralverwalter festgelegt (kalku-

latorische Abschreibungen von jährlich Fr. 160'000.– auf den Nettoinvestitionen 

nach Abzug des Beitrags der Jakob und Emma Windler-Stiftung, kalkulatorischer 

Zins von 2,5% statt 1% gemäss Rechnung der Stadt, Berücksichtigung der Bei-

träge der Stiftung direkt für die Reduktion der Pensions- und Betreuungstaxen, 

2016 

 

11 

 

Aufteilung der Personalkosten mit dem Schlüssel 80% KVG-pflichtige Pflege und 

20% nicht KVG-pflichtige Betreuung). 

Mit diesen Berechnungsgrundlagen wurde aufgrund der Kostenrechnungen 2011 

bis 2013 und des Budgets 2014 bei der Pension eine jährliche Überdeckung zwi-

schen Fr. 331'955.– und Fr. 559'593.– festgestellt, bei der Pflege eine jährliche 

Unterdeckung zwischen Fr. 175'263.– und Fr. 431'658.–. Für die Pension ergab 

die Analyse für die Jahre 2011 bis 2014 Kosten zwischen Fr. 86.05 und Fr. 102.16 

pro Aufenthaltstag. Es wurde unter anderem ausgeführt, im Mehrjahresvergleich 

zeige sich deutlich, dass in der Pflege eine Unterdeckung ausgewiesen werde, die 

über höhere Pensionstaxen ausgeglichen werde. Eine Quersubventionierung, wie 

sie im Alters- und Pflegeheim Stein am Rhein stattfinde, sei gemäss Gesetz nicht 

zugelassen.  

Der Stadtrat beschloss in der Folge, ergänzend zu den Berechnungen sei noch 

eine Sicht zu Ist-Werten zu erstellen. Das ergab – wiederum aufgrund der Kosten-

rechnungen 2011 bis 2013 und des Budgets 2014 – bei der Pension eine jährliche 

Überdeckung zwischen Fr. 231'432.– (2011) und Fr. 573'579.– (2013), bei der 

Pflege eine jährliche Unterdeckung zwischen Fr. 189'893.– (2011) und 

Fr. 418'541.– (2013). Die Pensionskosten betrugen Fr. 104.32 (2011), Fr. 85.71 

(2012), Fr. 87.09 (2013) bzw. Fr. 93.92 (2014) pro Aufenthaltstag. Die Verfasserin 

des Berichts stellte dazu fest, auch zu Ist-Zahlen bestehe über alle Vergleichsjahre 

eine Unterdeckung in der Pflege, die über entsprechend höhere Pensions- und 

Betreuungstaxen ausgeglichen werden müsse. Der Beitrag der Stiftung sei je hälf-

tig zur Reduktion der Kosten Pension und Betreuung berücksichtigt worden. Die 

Kosten pro Pflegeminute seien zu Ist-Werten gleich hoch wie zu kalkulatorischen 

Werten. Die Kosten für Pension und Betreuung seien unterschiedlich je nachdem, 

ob die Berechnung zu kalkulatorischen oder zu Ist-Werten erfolge. Die Taxkalkula-

tion für die Zukunft sollte auf der Basis von kalkulatorischen Werten erfolgen. So 

seien zum Beispiel die effektiven Kosten im Jahr 2013 relativ tief; es seien jedoch 

zu wenig Abschreibungen getätigt worden, um den Betrieb langfristig zu sichern. 

Demgegenüber stünden relativ hohe Kosten im Jahr 2011; in diesem Jahr seien 

viel höhere Abschreibungen getätigt worden, als es betriebswirtschaftlich not-

wendig wäre.  

In der ersten Sitzung der vom Stadtrat eingesetzten Arbeitsgruppe waren unter 

anderem der "Bericht Redi Treuhand + Ergänzungspapier" traktandiert. Die Vor-

sitzende erklärte, als Grundlage diene der Bericht der Redi AG Treuhand, der auf-

gezeigt habe, dass es im Bereich Pflege eine Unterdeckung gebe und im Bereich 

Pension eine Überdeckung; eine Quersubventionierung, wie sie stattfinde, sei ge-

mäss Gesetz nicht zulässig.  

2016 

 

12 

 

Der Bericht der Redi AG Treuhand mag zwar als Grundlage für die weiteren 

Arbeitsschritte im Rahmen der beabsichtigten Überprüfung der Taxkalkulation bzw. 

der neuen Taxkalkulation für die Zukunft ein blosser "Zwischenbericht" bzw. ein 

Arbeitspapier gewesen sein. Er bot aber jedenfalls eine hinreichende Auslege-

ordnung für die damalige Situation.  

3.4.3. Aufgrund der erwähnten Berichte überstieg demnach der Ertrag aus der bis 

zur angefochtenen Regelung geltenden Pensionstaxe die in den damaligen Kos-

tenrechnungen – aufgrund der damaligen Berechnungsweise – ausgewiesenen 

effektiven Kosten der Hotellerie, und zwar nicht nur geringfügig; dies insbesondere 

bei einer sogenannten kalkulatorischen Betrachtungsweise, d.h. unabhängig von 

einer allenfalls ergebnisorientierten, schwankenden Abschreibungspraxis. Die 

Kostenrechnungen als solche erfüllten jedoch in ihrer Ausgestaltung und Trans-

parenz die branchenspezifischen Vorgaben.  

Angesichts der Überdeckung bei den Hotelleriekosten und der Unterdeckung bei 

den Pflegekosten lag – wie auch die zur Überprüfung der Taxkalkulation einge-

setzte Arbeitsgruppe festgestellt hat – im Ergebnis eine unzulässige Querfinanzie-

rung zulasten der Hotelleriekosten vor. Die Pensionstaxe von Fr. 120.– pro Tag 

war demnach aufgrund der damaligen, an sich korrekten Berechnungsgrundlagen 

mit dem übergeordneten Recht nicht vereinbar; sie war in rechtswidriger Weise zu 

hoch.  

3.5.1. Die Arbeitsgruppe und der Stadtrat haben in der Folge gewisse Leistungs-

parameter neu beurteilt und angepasst. Nach Angaben der Gesuchsgegnerin wur-

den sämtliche Betriebsaufwendungen detailliert aufgrund ihrer sachlichen Zugehö-

rigkeit oder definierten Umlageschlüssel auf die Leistungsbereiche Pension, Pflege 

und Betreuung verteilt. Im Ergebnis kam es dabei zu Verschiebungen bei der Zu-

ordnung der auf die Hotellerie entfallenden Leistungskategorien und Kosten. Auf 

der Grundlage des Betriebsaufwands gemäss Kostenrechnung 2013 wurden so 

Pensionskosten von Fr. 121.06 pro Bewohnertag ermittelt.  

Bei dieser angepassten Betrachtungs- und Berechnungsweise erscheint ein Pen-

sionspreis von Fr. 120.– pro Tag, wie er gemäss Beschluss des Stadtrats vom 

10. September 2014 weiterhin gelten sollte, nicht bzw. nicht mehr als übersetzt. Es 

fragt sich jedoch, ob diese Neubeurteilung und -berechnung rechtens sei. Ist sie 

das, so kann für die Regelung per 1. Januar 2015 nicht mehr nur auf die frühere 

Betrachtungs- und Berechnungsweise abgestellt werden.  

3.5.2. Der Tarif für die Hotellerieleistungen ist allein nach den dafür anwendbaren 

Grundsätzen zu bestimmen, unabhängig von den Grundsätzen für Pflege und 

2016 

 

13 

 

Betreuung. Daher ist hierfür die für die KVG-Pflicht relevante Frage nicht ent-

scheidend, nach welchem Schlüssel die Kosten zwischen den beiden andern Kos-

tenträgern Pflege und Betreuung aufgeteilt würden und wie diese Abgrenzung 

vorzunehmen sei (vgl. dazu etwa Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement, 

Preisüberwachung, Probleme bei neuer Pflegefinanzierung – Preisüberwacher 

ortet dringenden Handlungsbedarf, September 2011, S. 4 [wonach aus Sicht der 

Preisüberwachung bei den Nettokosten nach Umlagen ein Schlüssel von 75% Pfle-

ge und 25% Betreuung realistisch sei]; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Zürich AN.2014.00006 vom 7. Mai 2015 E. 4.1.3 [wonach eine Aufteilung der Per-

sonalkosten im Verhältnis 70/30 bzw. 80/20 auf die Kostenträger Pflege und Be-

treuung nicht zu beanstanden sei]; Eugen David, Der Kantonale Pflegebeitrag nach 

KVG, 2012, S. 4 [wonach für die Abgrenzung nicht auf statistische Durchschnitts-

werte abzustellen sei, sondern Pflege- und Betreuungsbedarf individuell ermittelt 

werden müssten]).  

Es gibt – jedenfalls soweit es nicht um die direkt an Heimbewohner erbrachten 

Leistungen geht – keine konkreten, allgemeingültigen und verbindlichen recht-

lichen Vorgaben für die Abgrenzung der einzelnen Leistungskategorien bzw. Kos-

tenfaktoren zwischen den einzelnen Kostenträgern und damit auch nicht für die 

Zuordnung dieser Faktoren zur Hotellerie. Insbesondere die Aufteilung der Perso-

nalkosten – vor allem im administrativen und organisatorischen Bereich – und die 

Umlage der Hilfskostenstellen wie Gebäude, Verwaltung und Hausdienst bieten 

einen grossen Spielraum. Dementsprechend wird die Aufteilung und Zuordnung 

dieser Faktoren sehr unterschiedlich gehandhabt (vgl. EVD, Probleme bei neuer 

Pflegefinanzierung, S. 2 f.; Rosenkranz/Meierhans, Defizite bei der Umsetzung der 

Pflegekostengrenze, Pflegerecht 02/2013, S. 81). In dieser Situation haben die 

Heime insoweit einen erheblichen Auslegungs- und Ermessensspielraum.  

Wird die für die bisherigen Kostenrechnungen verwendete Aufteilungs- und Um-

lagepraxis im Hinblick auf eine Überprüfung der Taxkalkulation neu beurteilt und 

allenfalls angepasst, so ist das im Grundsatz nicht zu beanstanden, auch wenn 

damit im Ergebnis eine Änderung der Aufteilung der Gesamtkosten auf die Pen-

sionskosten einerseits und die Kosten der beiden andern Kostenträger (Pflege und 

Betreuung) verbunden ist. Solange es keine allgemeingültigen Regeln gibt, ist eine 

diesbezügliche Praxisänderung, die sich innerhalb des Ermessensspielraums hält, 

nicht ausgeschlossen und auch nicht rechtswidrig.  

3.5.3. In der vom Stadtrat eingesetzten Arbeitsgruppe wies der Vertreter von 

Curaviva darauf hin, dass in einem Heim die Personalkosten die ausschlaggeben-

den Kosten seien und in gewissen Heimen die hauswirtschaftlichen Leistungen in 

die Grundtaxe, d.h. in die Hotelleriekosten eingerechnet würden; zum Grundtarif 

2016 

 

14 

 

könne z.B. auch ein Beitrag an die Nachtwache eingerechnet werden; es gebe 

einen "unendlichen" Spielraum bezüglich dessen, was in der Hoteltaxe enthalten 

sei. Im Kanton Schaffhausen komme durchschnittlich 52% Ertrag aus der Grund-

taxe, in Stein am Rhein seien es 43,6%; Stein am Rhein generiere zu wenig aus 

der Grundtaxe.  

In einer weiteren Sitzung meinte der städtische Zentralverwalter, die Umlagen bei 

Löhnen und Sachaufwand müssten näher angeschaut werden; auch stünden die 

Abschreibungen und der Einsatz der Beiträge der Windler-Stiftung im Raum. Ein 

externer Fachmann erklärte unter anderem, bei Abschreibungen, Zins und Amorti-

sation gehe es um politische Entscheide, die im Stadtrat getroffen werden müss-

ten; er verwies sodann auf die Möglichkeit der Einrechnung einer Marktmiete und 

hielt fest, in der Pflege sei eine Zeitanalyse Voraussetzung für die Erhärtung der 

Grundlage. Es wurde jedoch beschlossen, keine Zeitanalyse zu erheben.  

In der Diskussion der Ergebnisse der zwischenzeitlichen Abklärungen (unter an-

derem neue Auswertungen bzw. Berechnungen der Redi AG Treuhand) hielt der 

Fachexperte fest, bei der Festlegung der Taxe könne man nicht "auf dem Franken 

reiten", weil sich die Voraussetzungen ständig änderten; diesbezüglich gebe es 

verschiedene Philosophien. Die Vertreterin der Redi AG Treuhand erklärte, ein 

grosser Teil sei abhängig von den Personalkosten und den Abschreibungen. Der 

Heimleiter habe genau abgeklärt, wer wo wieviel gearbeitet habe, und es sei be-

rücksichtigt worden, dass das Personal Pensionsleistungen wie Bettwäsche wech-

seln, Hilfe beim Essen etc. erbringe. 10% der Pflegeleistungen könnten in die Pen-

sionsleistungen gerechnet werden; aufgrund dessen sei der Verteilschlüssel ange-

passt worden. 

Im angefochtenen Beschluss erklärte der Stadtrat, bei der umfassenden Prüfung 

der Kosten habe sich herausgestellt, dass die Anwendung der bisherigen Umlage-

schlüssel teilweise der heutigen Situation nicht mehr gerecht werde. Die Kosten-

rechnung sei keine exakte Wissenschaft. Die Kostenrechnungen hätten bisher 

ausschliesslich zur internen Beurteilung der Kostenentwicklung und für statistische 

Zwecke gedient. Die Verteilung der Kosten auf die Leistungsbereiche Pension, 

Betreuung und Pflege habe weitgehend auf groben Annahmen basiert. Trotzdem 

seien einzelne Ergebnisse ungeprüft für statistische Vergleiche übernommen wor-

den. Mit der Einführung der neuen Pflegefinanzierung hätten die Kostenrechnun-

gen ab 2011 eine neue Bedeutung erhalten, indem die Ergebnisse plötzlich auch 

für die Beurteilung der Tarife und insbesondere der Pflegekosten verwendet 

würden. Deshalb sei es notwendig gewesen, alle Leistungsparameter sorgfältig zu 

überprüfen und an die heutigen Verhältnisse und Bewohnerstrukturen anzupas-

2016 

 

15 

 

sen. Auf der Grundlage der Betriebskosten gemäss abgeschlossener Jahres-

rechnung 2013 sowie der notwendigen Abgrenzungen beim Zins- und Ab-

schreibungsaufwand seien die Kosten für die Bereiche Pension, Betreuung und 

Pflege wie folgt berechnet worden: Vollkosten anhand der Anlagebuchhaltung oh-

ne Investitionsbeiträge der Jakob und Emma Windler-Stiftung; Nettokosten mit Be-

rücksichtigung des durchschnittlichen Zins- und Abschreibungsaufwands gemäss 

Kreditvorlage für die bauliche Erweiterung und Verbesserung; Äufnung einer 

Schwankungsreserve zur Deckung der höheren Abschreibungen und Zinsen in 

den ersten Jahren sowie zum Ausgleich betrieblicher Schwankungen. Der Verteil-

schlüssel der Pflegelohnkosten (72% Pflege, 8% Pension/Hauswirtschaft, 20% 

Betreuung) bewege sich im Rahmen der innerkantonal angewendeten Vorgehens-

weisen anderer Heime. Er entspreche der heutigen Realität und liege im Bereich 

eines Positionspapiers vom September 2011, worin der Preisüberwacher es als 

realistisch bezeichne, für die Verteilung der Kosten zwischen Pflege (Leistungen 

nach KVG) und Betreuung (Aktivierung, hauswirtschaftliche Leistungen etc.) einen 

Schlüssel von 75% Pflege / 25% Betreuung zu hinterlegen. 

Die Diskussionen in der Arbeitsgruppe und die Ausführungen des Stadtrats zeigen, 

dass sich die Beteiligten grundsätzlich bemüht haben, die Neubeurteilung nach 

sachlichen Kriterien vorzunehmen, auch wenn es ihnen – allenfalls aus hier nicht 

zu beurteilenden politischen Gründen – letztlich darum gegangen sein mag, damit 

die bisherige Höhe der Pensionstaxe für die Zukunft rechtfertigen zu können (vgl. 

den Vorwurf der "rein ergebnisorientierten Kostenverschiebung"). 

3.5.4. Die Gesuchsteller machen geltend, die Pensionskosten, die sich nach den 

Feststellungen der Redi AG Treuhand im Jahr 2013 auf Fr. 1,573 Mio. belaufen 

hätten, seien künstlich auf Fr. 1,935 Mio. "aufgeblasen" worden. Das habe mit  

realen Gegebenheiten nichts zu tun und es fehle jede Begründung, wo und aus 

welchem Grund eine Umlagerung erfolgt sei. Die Gesuchsteller verweisen in die-

sem Zusammenhang auf einen ebenfalls von der Redi AG Treuhand erstellten Be-

triebsabrechnungs-Bogen für 2013 als Anhang zum Protokoll der Arbeitsgruppen-

sitzung vom 14. August 2014. 

In dieser Neuberechnung der Redi AG Treuhand finden sich die von den Gesuch-

stellern erwähnten Kosten von Fr. 1'935'000.– für die Pension im Abschnitt "Haupt-

kostenstellen" (Spalte 100) in der Zeile "Nettokosten nach Umlage". Der Betrag 

liegt nur Fr. 34'802.– unter den Pensionserträgen von Fr. 1'969'802.– (vgl. Zeilen 

800 und "Spalten-Total") und enthält im Übrigen keine Lohnkosten des Pflege-

personals (vgl. Zeilen 311–313). Im weiteren Abschnitt "Kosten-Träger" werden 5% 

der Lohnkosten des Pflegepersonals der Pension zugeordnet (vgl. Spalte 200 und 

Zeilen 311–313). Die "Nettokosten nach Umlage" für die Pension belaufen sich so 

2016 

 

16 

 

auf Fr. 2'049'104.– und übersteigen demnach die Pensionserträge. Letztere haben 

bei diesen Berechnungen somit keine, jedenfalls keine wesentliche Überdeckung 

der Pensionskosten zur Folge. Damit zeigt sich, dass eine angepasste Umlage 

verschiedener Hilfskosten – auf der Grundlage der Zahlen der ursprünglichen Kos-

tenrechnung – eine Vollkostenrechnung ermöglicht, die nicht mit einer unzulässi-

gen Querfinanzierung der Pflegekosten verbunden ist. 

Die Gesuchsteller setzen sich mit dieser von ihnen selber eingereichten Ab-

rechnung nicht konkret auseinander und rügen sie nicht substantiiert. Insbesonde-

re stellen sie die der Neuzuordnung zugrundeliegenden Zahlen der einzelnen Po-

sitionen als solche nicht in Frage, sondern beanstanden letztlich nur generell das 

Ausmass der Umlagerungen. Daher besteht für das Obergericht nach Auffassung 

der Gerichtsmehrheit kein Anlass, die Abrechnung von sich aus im Detail zu analy-

sieren. In der Übersicht ist sie aber für sich gesehen, d.h. unabhängig von der frü-

heren Betrachtungs- und Berechnungsweise prinzipiell nachvollziehbar, soweit es 

die hier massgebende Zuordnung der verschiedenen Kosten zur Hotellerie betrifft. 

Insbesondere leuchtet auch eine Umlagerung von 5% der Pflegelohnkosten auf die 

Pension insoweit ein, als nach unbestrittener Angabe der Gesuchsgegnerin zum 

Beispiel der Service für Frühstück-, Mittag- und Abendessen weitgehend durch 

Pflegepersonal erfolge, nicht wie in andern Heimen durch spezielles Serviceperso-

nal. Die für die Verpflegung erbrachten Tätigkeiten – allerdings wohl nicht die in 

der Arbeitsgruppe erwähnte, unter die Betreuung fallende "Hilfe beim Essen" – 

können wie diejenigen für Wäsche und Reinigung grundsätzlich der Pension/Hotel-

lerie zugeordnet werden (vgl. CURATime Tätigkeitsliste, Version 1. Januar 2015, 

Ziff. 17 und 20). Diese Positionen werden denn auch bei der Neuberechnung der 

Redi AG Treuhand wie der übrige bei den Hilfskostenstellen aufgeführte Aufwand 

(z.B. Liegenschaft [inkl. Fr. 160'000.– Abschreibungen] und Verwaltung) über-

wiegend auf die Pension umgelegt (vgl. Betriebsabrechnungs-Bogen für 2013, Ab-

schnitt "Umlagen"). Das ist im Grundsatz nicht zu beanstanden, auch soweit es die 

von der Redi AG Treuhand empfohlene Berücksichtigung der in der Arbeitsgruppe 

angesprochenen kalkulatorischen Abschreibungen von Fr. 160'000.– betrifft (vgl. 

zu diesem Betrag auch Curaviva, Alters- und Pflegegeheime in den Gemeinden 

des Kantons Schaffhausen, Statistische Zahlen 2013, Auswertung von Betriebs-

daten und Kennzahlen, Kostenstellenrechnung, Ziff. 12 Betriebsergebnis, Spalte 

"mit kalk. Abschreibung und Zinsen lt. KSTR"; vgl. auch § 29 Abs. 1 AbPV 

[Zulässigkeit des Einbezugs der kalkulatorischen Vollkosten der Anlagenutzung]). 

Auch die Gesuchsteller stellen es nicht in Frage; sie tun somit nicht dar, dass die 

Gesuchsgegnerin mit diesen Umlagen ihr diesbezügliches Ermessen überschritten 

habe.  

2016 

 

17 

 

Der Zuordnung der Lohnkosten des Pflegepersonals zu den verschiedenen Kos-

tenträgern lag zwar nicht eine umfassende individuelle Zeiterfassung aller Tätig-

keiten über einen längeren Zeitraum zugrunde, nach Angaben des Stadtrats aber 

doch eine aufgrund der anfallenden Angaben für jede Mitarbeiterin und jeden Mit-

arbeiter individuell festgelegte Aufteilung. Aufgrund dessen wurden schliesslich 8% 

dieser Lohnkosten der Pension/Hauswirtschaft zugeordnet (sowie 72% der Pflege 

und 20% der Betreuung). Angesichts der Diskussionen über die Probleme der 

neuen Pflegefinanzierung wäre eine permanente und bewohnergenaue Leistungs-

erfassung jedenfalls für den Pflegebereich zwar wünschenswert; sie ist aber im 

Heimalltag kaum umsetzbar. Die Zuordnung der Arbeitszeiten zu den Kosten-

trägern wird daher in der Praxis regelmässig aufgrund von Verteilschlüsseln vor-

genommen (Rosenkranz/Meierhans, S. 83). In dieser Situation kann die hier vor-

genommene heiminterne individuelle Aufteilung grundsätzlich nicht als unzurei-

chend bezeichnet werden. Auch wenn der Verteilschlüssel, soweit es die Auf-

teilung zwischen Pflege und Betreuung betrifft, hier letztlich nicht massgebend ist, 

zeigt sich zumindest, dass die der neuen Taxkalkulation zugrunde gelegte Auf-

teilung der Personalkosten – insbesondere der in den Diskussionen über die Pfle-

gefinanzierung im Vordergrund stehende Anteil der Pflege – in einem realistischen 

Rahmen liegt (vgl. EVD, Probleme bei neuer Pflegefinanzierung, S. 4 [wonach aus 

Sicht der Preisüberwachung bei den Nettokosten nach Umlagen ein Schlüssel von 

75% Pflege und 25% Betreuung realistisch sei]; Urteil des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Zürich AN.2014.00006 vom 7. Mai 2015 E. 4.1.3 [wonach eine Aufteilung 

der Personalkosten im Verhältnis 70/30 bzw. 80/20 auf die Kostenträger Pflege 

und Betreuung nicht zu beanstanden sei]). Angesichts dessen kann auch nicht ge-

sagt werden, mit einer Umlagerung von 8% der Pflegelohnkosten auf die Hotellerie 

– d.h. nicht nur 5%, wie in der zwischenzeitlichen Neuberechnung der Redi AG 

Treuhand angenommen – sei der Ermessensspielraum des Stadtrats eindeutig 

überschritten. 

Zu beachten ist im Übrigen, dass die Beiträge der Jakob und Emma Windler-

Stiftung von inskünftig Fr. 250'000.– im Jahr zum Ausgleich der ungedeckten Be-

treuungskosten und demnach nicht – wie noch in der ursprünglichen Berechnung 

der Redi AG Treuhand – auch für eine Reduktion der Pensionskosten verwendet 

werden sollten. Auch diese Verwendung ist nicht zu beanstanden und liegt – wenn 

der Verwendungszweck nicht gar von der Stiftung vorgegeben worden sein sollte 

– im Ermessen des Stadtrats.  

3.5.5. Die abschliessende, dem angefochtenen Beschluss zugrundeliegende Be-

rechnung befindet sich nicht an den Akten. Nach unwidersprochenen Angaben der 

Gesuchsgegnerin wurde mit der angepassten Kostenaufteilung schliesslich ein 

2016 

 

18 

 

Aufwand von Fr. 1'940'785.– für die Hotellerie ermittelt. Die Gesuchsgegnerin hat 

zusammenfassend aufgelistet, wie sich dieser bei der Neuberechnung festgestellte 

Aufwand zusammensetzt (sachbezogener Aufwand und Umlagen, je mit verschie-

denen Unterpositionen).  

Auch damit – d.h. mit den einzelnen Positionen als solchen und den darauf ent-

fallenden Beträgen (die sich in ihrem Gesamtbetrag im Bereich der von den 

Gesuchstellern angesprochenen zwischenzeitlichen Neukalkulation der Redi AG 

Treuhand bewegen) – setzen sich die Gesuchsteller nicht konkret auseinander. Sie 

beschränken sich auf den Hinweis, dass es sich um die Zahlen nach erfolgter "Ma-

nipulation" handle und jede plausible Begründung für die Kostenumverteilungen 

fehle. Es trifft zwar zu, dass es sich nicht um die Zahlen der abgeschlossenen Jah-

resrechnung 2013 als solcher, sondern um die Zahlen handelt, die – wenn auch 

auf der Grundlage der Zahlen der seinerzeitigen Rechnung – im Rahmen der Neu-

kalkulation mit den damit verbundenen Neuzuordnungen und Umverteilungen bzw. 

Umlagerungen ermittelt wurden. Diese Neukalkulation für die Zukunft war aber – 

wie erwähnt (oben, E. 3.5.2) – im Grundsatz zulässig und kann jedenfalls nicht 

unbesehen und ohne nähere Begründung als ungerechtfertigte Manipulation be-

zeichnet werden. Bei dieser Grundlagenberechnung für die Zukunft handelt es sich 

auch nicht um eine rückwirkende Änderung der buchhalterisch bereits abgeschlos-

senen Betriebsjahre.  

3.6. Zusammenfassend erscheint nach Auffassung der Gerichtsmehrheit die 

vom Stadtrat für die Taxordnung ab 1. Januar 2015 veranlasste bzw. vorgenom-

mene Neukalkulation als zulässig. Die auf die Zukunft gerichtete Regelung des 

Pensionspreises gemäss Beschluss vom 10. September 2014 kann daher nicht 

einfach mit dem Argument der aufgrund der seinerzeitigen Kostenrechnungen 

festgestellten früheren Überdeckung des Pensionsaufwands und der damit im Er-

gebnis verbundenen Querfinanzierung der Pflegekosten in Frage gestellt werden. 

Die abgeschlossenen Rechnungen der Vorjahre wirken sich angesichts der zu-

lässigen Neubeurteilung nicht auf die Gültigkeit der künftigen Regelung aus.  

Entscheidend ist, ob die zulässige Neubeurteilung der Pensionskosten zu einer 

Vollkostenrechnung führt, die keine unzulässige Querfinanzierung der Pflege-

kosten (mehr) bewirkt. Aufgrund der von den Gesuchstellern als Beleg für die an-

gebliche Manipulation eingereichten Neukalkulation der Redi Treuhand AG, die für 

die vorbereitende Arbeitsgruppe erstellt wurde, ist das nach Auffassung der Mehr-

heit des Gerichts hinreichend klar. Dass nicht auch die abschliessende, für den 

angefochtenen Beschluss massgebende Kalkulation eingereicht wurde, ist ins-

besondere auch deshalb nicht entscheidend, weil es beim Erlass der neuen Rege-

2016 

 

19 

 

lung letztlich nur um eine approximative Prognose gehen konnte, ob der Gesamt-

ertrag der Pensionsgebühren die Pensionskosten nicht oder nur geringfügig über-

steigt (vgl. oben, E. 3.3).  

Dass der Stadtrat mit der Neukalkulation den ihm obliegenden Ermessensspiel-

raum überschritten hätte, ist nach Auffassung der Gerichtsmehrheit nicht dargetan. 

Aufgrund dieser Neukalkulation wird dem Kostendeckungsprinzip Genüge getan; 

eine unzulässige Querfinanzierung der Pflegekosten liegt jedenfalls nicht mehr vor. 

In dieser Situation kann nicht bzw. jedenfalls nicht mehr gesagt werden, die Fest-

setzung des Pensionspreises für 2015 habe gegen übergeordnetes Recht ver-

stossen. Mehr ist hier nicht zu prüfen. Insbesondere ist nicht zu beurteilen, ob der 

Pensionspreis in jeder Hinsicht buchhalterisch korrekt und angemessen sei.  

Das Normenkontrollgesuch erweist sich damit nach Auffassung der Mehrheit des 

Gerichts als unbegründet; es ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. 

oben, E. 2.3). 

3.7. Eine Minderheit des Gerichts ist der Auffassung, allein aufgrund der vor-

handenen Unterlagen lasse sich nicht beurteilen, ob die Neukalkulation wirklich 

korrekt sei und die Anforderungen an eine transparente Rechnungsstellung erfülle 

(vgl. Art. 9 Abs. 1 AbPG). Angesichts dessen, dass seinerzeit eine Überdeckung 

der Pensionskosten festgestellt worden war (vgl. oben, E. 3.4.3), hätte der Stadtrat 

seine nachträglichen Anpassungen und Umlagen umso klarer und transparenter 

aufzeigen müssen. Insbesondere die Position der Pflegelohnkosten, die in der Ar-

beitsgruppe als wichtiger Kostentreiber bezeichnet wurde, wurde nicht bzw. nicht 

nachvollziehbar in den Aufwand einbezogen. 

Nach Auffassung der Gerichtsminderheit fehlen Abrechnungen, aus denen klar 

ersichtlich ist, auf welcher Grundlage sich ein angemessener Pensionspreis von 

Fr. 120.– pro Tag ergibt. Daher müssten aufgrund des hier geltenden Unter-

suchungsgrundsatzes für eine aussagekräftige Beurteilung weitere Berechnungs-

grundlagen (vollständige Kosten- bzw. Betriebsrechnungen) eingereicht und – als 

Fachbeurteilung – eventuell ein Bericht des kantonalen Gesundheitsamts eingeholt 

werden, inwiefern diese Berechnungen den einschlägigen Anforderungen ent-

sprächen. Weil in den Leistungsaufträgen und Verträgen der Heime auch die 

Gestaltung der Tarife zu regeln ist und diese Rechtsgrundlagen vom zuständigen 

Departement zu genehmigen sind (vgl. Art. 6 Abs. 2 lit. f i.V.m. Art. 6 Abs. 5 AbPG), 

müsste bezüglich der Tarifgestaltung eigentlich auch eine Beurteilung des De-

partements vorliegen. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen ist für die Gerichts-

minderheit nicht beurteilbar, ob der Ermessensspielraum des Stadtrats über-

schritten wurde. Den Gesuchstellern kann jedenfalls nicht mangelnde Substanti-

ierung vorgeworfen werden.  

2016 

 

20 

 

Im derzeitigen Verfahrensstadium, d.h. ohne Zusatzabklärungen, ist nach Auf-

fassung der Gerichtsminderheit nicht dargetan, dass ein Pensionspreis von 

Fr. 120.– pro Tag gerechtfertigt ist. Aufgrund der heutigen Aktenlage müsste das 

Normenkontrollgesuch daher gutgeheissen werden.