# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50817492-f8b8-59a6-8b8d-1975044e2ea6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.03.2012 SB110096
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110096_2012-03-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB110096-O/U/gs 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Vorsitzender, und lic. iur. et phil. Glur, 

Oberrichterin Dr. Janssen sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Lau-

fer 

 

Urteil vom 26. März 2012 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
Angeklagte und Appellanten 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. AX._____ 

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. BX._____ 

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. CX._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Appellatin 

 

sowie 

 

D._____,  
Geschädigte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. DX._____ 

 

-   2   - 

und 

 

weitere Geschädigte gemäss Anklageschrift  
 

betreffend mehrfache gemeinsam begangene Vergewaltigung etc. und Wi-
derruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
21. Juni 2010 (DG100160) 

 

-   3   - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. März 

2010 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 44). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Angeklagte A._____ ist schuldig 

− der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 

Satz 2 SVG 

− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB. 

2. Der Angeklagte B._____ ist schuldig 

− der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− des Diebstahls und des Versuchs hiezu im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

-   4   - 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB. 

3. Der Angeklagte C._____ ist schuldig 

− der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB 

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

− des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 BetmG 

− der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von 

Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG 

− des Fahrens ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 

SVG 

− der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz im 

Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

4. Der Angeklagte A._____ wird bestraft mit 6 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 62 
Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

5. Es wird beim Angeklagten A._____ eine stationäre therapeutische Mass-
nahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) 

angeordnet. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird zu diesem Zweck 

aufgeschoben.  

6. Der Angeklagte B._____ wird bestraft mit 5 ¼ Jahren Freiheitsstrafe, wovon 
112 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind. 

7. Der Angeklagte C._____ wird bestraft mit 4 Jahren Freiheitsstrafe sowie ei-
ner Busse von Fr. 500.– (für die Übertretungen), wovon 60 Tage durch Un-

tersuchungshaft bereits erstanden sind. 

-   5   - 

8. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Angeklagte die Busse schuldhaft 

nicht, tritt an die Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

9. Die Probezeit der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 18. 

Oktober 2006 beim Angeklagten C._____ ausgefällten, bedingten Strafe von 
14 Tagen Gefängnis wird - beginnend ab heute - um 1 Jahr verlängert. 

10. Die Geschädigte E._____ AG wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

11. Es wird vorgemerkt, dass der Angeklagte A._____ gegenüber dem Geschä-
digten F._____ die von ihm geltend gemachte Genugtuung von Fr. 1'000.– 

anerkannt hat.  

12. Es wird festgestellt, dass der Angeklagte A._____ aus dem eingeklagten Er-
eignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Geschädigte 

auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

13. Die Angeklagten 1-3 werden solidarisch verpflichtet, der Geschädigten 

D._____ Fr. 20'000.– zuzüglich 5 % Zins ab tt. Mai 2007 als Genugtuung zu 

bezahlen. 

14. Es wird festgestellt, dass die Angeklagten A._____, B._____ und C._____ 

gegenüber der Geschädigten D._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem 

Grundsatze nach solidarisch schadenersatzpflichtig sind. Für die Beurteilung 

ihrer Schadenersatzforderung bezüglich der weiteren Haftungsvorausset-

zungen (Schaden, adäquater Kausalzusammenhang, Haftungsquote, Scha-

denshöhe) wird die Geschädigte auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

15. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

-   6   - 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr.     Kanzleikosten Untersuchung  

Fr. 12'089.80   Auslagen Untersuchung  

Fr. 17'596.90   amtliche Verteidigung Angeklagter 1 (A._____) 

Fr. 15'480.80   amtliche Verteidigung Angeklagter 2 (B._____) 

Fr. 23'886.10   amtliche Verteidigung Angeklagter 3 (C._____) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung, wer-

den den Angeklagten zu 6/15 (A._____) resp. 5/15 (B._____) resp. 4/15 

(C._____) auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf 

die Gerichtskasse genommen. 

Beschluss der Vorinstanz: 

1. Die unter Aktennummer … sichergestellten Drogen (20.3 Gramm Kokain) 

werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

2. Der beim Angeklagten B._____ am 27. Januar 2009 sichergestellte Bar-

geldbetrag wird, soweit noch vorhanden, zur Kostendeckung herangezogen. 

Berufungsanträge: 

a) des Verteidigers des Angeklagten A._____: 

(Urk. HD 120 S. 2) 

1. Der Angeklagte A._____ sei von den Vorwürfen der mehrfach gemein-

sam begangenen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 200 StGB und vom Vorwurf der Freiheitsberaubung 

im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen.  

-   7   - 

2. Er sei - unter Anrechnung der erstandenen Haft - mit einer Freiheits-

strafe von 12 Monaten zu bestrafen.  

3. Auf das Genugtuungs- und Schadenersatzbegehren der Geschädigten 

D._____ sei nicht einzutreten.  

4. Die Kosten der Untersuchung, des erstinstanzlichen Verfahrens und 

des Berufungsverfahren, inklusive jene der amtlichen Verteidigung, 

seien vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen, eventualiter so-

fort und definitiv abzuschreiben.  

b) des Verteidigers des Angeklagten B._____: 

(Urk. HD 121 S. 1 ff.) 

1. Der Angeklagte B._____ sei bezüglich dem Vorwurf der Vergewalti-

gung und der Freiheitsberaubung von Schuld und Strafe freizuspre-

chen. Im Übrigen sei er wegen Diebstahls, des mehrfachen Hausfrie-

densbruchs und der mehrfachen Sachbeschädigung zu verurteilen.  

2. Der Angeklagte B._____ sei mit einer Geldstrafe zu höchstens 90 Ta-

gessätzen zu Fr. 10.– zu bestrafen.  

3. Dem Angeklagten B._____ sei der bedingte Strafvollzug zu gewähren.  

4. Die Kosten der beiden Verfahren seien zu einem erheblichen Teil auf 

die Gerichtskasse zu nehmen.  

5. Dem Angeklagten sei für die erlittene U-Haft vom 26.9. bis 26.11.2007 

eine Genugtuung von mindestens Fr. 13'400.– zuzusprechen.  

Prozessuale Anträge:  

1. Einholung eines Expertengutachtens, welches sich über die Glaubwür-

digkeit der Aussagen der Geschädigten auf dem Hintergrund der be-

sonderen persönlichen Umstände der Geschädigten ausspricht.  

-   8   - 

2. Beizug sämtlicher Strafakten der Geschädigten.  

c) des Verteidigers des Angeklagten C._____: 

(Urk. HD 122 S. 1 ff.) 

 Hauptanträge: 

1. Der Angeklagte C._____ sei vom Vorwurf der mehrfachen gemeinsam 

begangenen Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 200 StGB sowie der Freiheitsberaubung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen.  

2. Der Angeklagte sei ebenfalls vom Vorwurf des mehrfachen Vergehens 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von dessen Art. 19 Ziff. 1 

Abs. 4 BetmG sowie vom Vorwurf der mehrfachen Übertretung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG frei-

zusprechen.  

3. Der Angeklagte sei damit lediglich wegen Entwendung eines Motor-

fahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG so-

wie des Fahrens ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 Ziff. 1 

Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.  

4. Er sei für diese SVG-Delikte angemessen mit einer bedingten Geldstra-

fe von 30 Tagessätzen zu bestrafen.  

5. Für die erlittene Untersuchungshaft im Kontext der Vergewaltigungs-

vorwürfe von 60 Tagen sei ihm eine Genugtuung von Fr. 6'000.– zuzu-

sprechen.  

6. Dem Angeklagten sei eine Umtriebsentschädigung im Betrag von 

Fr. 500.– sowie eine symbolische Genugtuung für das erlittene Verfah-

ren wegen mehrfacher Vergewaltigung und Freiheitsberaubung von 

Fr. 1'000.– zuzusprechen.  

-   9   - 

7. Die Kosten der Untersuchung, des bezirksgerichtlichen Verfahrens so-

wie des obergerichtlichen Verfahrens seien in einem Fr. 1'500.– über-

steigenden Betrag auf die Gerichtskasse zu nehmen, ebenso sämtliche 

Kosten der amtlichen Verteidigung.  

8. Die Kosten der erbetenen Verteidigung seien im vorliegenden Verfah-

ren ebenfalls auf die Gerichtkasse zu nehmen und dem Verteidiger die 

entsprechende Prozessentschädigung auszubezahlen.  

9. Auf das Schadenersatzbegehren der Klägerin sei nicht einzutreten.  

Eventualantrag: 

Das Urteil sei aufzuheben und das Verfahren im Sinne der nachstehenden 

Erwägungen an die Vorinstanz resp. an die Staatsanwaltschaft zur Ergän-

zung der Untersuchung zurückzuweisen, mit der Anweisung, die Klägerin 

noch einmal einzuvernehmen und den Angeklagten resp. ihren Verteidigern 

die Möglichkeit und das Recht, Ergänzungsfragen zu stellen, einzuräumen.  

Prozessuale Anträge:  

1. Es sei ein Glaubwürdigkeitsgutachten hinsichtlich der Person der Klä-

gerin D._____ und ihrer Aussagen einzuholen, bestehend u.a. in einer 

anamnestischen und testpsychologischen Abklärung.  

2. Es seien folgende die Klägerin betreffenden Strafakten, medizinischen 

Akten sowie allenfalls bestehenden vormundschaftlichen Akten beizu-

ziehen, wobei den Verteidigern Einsicht in diese Beizugsakten zu ge-

ben sei.  

3. Die Klägerin D._____ sei als Zeugin vorzuladen und durch das Gericht 

persönlich zu befragen, ausserdem sei den Verteidigern die Möglich-

keit einzuräumen, der Klägerin Zusatzfragen stellen zu können.  

-   10   - 

4. Es sei der Wirt und Besitzer des Lokals "…", Z1._____, als Zeuge zu 

befragen, zur Verfassung resp. den Verhaltensweisen der Klägerin bei 

Alkohol und Drogenexzessen.  

5. Es sei hinsichtlich des Angeklagten A._____ ein medizinisches psychi-

atrisches Gutachten bezüglich der hier aufgetretenen Potenzproblema-

tik einzuholen.  

d) des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(keine Anträge) 

e) der Vertreterin der Geschädigten D._____: 

(Urk. HD 119) 

Bestätigung der Dispositivziffern 13. und 14. des erstinstanzlichen Entschei-

des. 

-   11   - 

Das Gericht erwägt: 

I. Prozessgeschichte 

1.1. Das Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, sprach den Angeklagten A._____ mit 

Urteil vom 21. Juni 2010 der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewaltigung 

im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB, der Frei-

heitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Angriffs im Sinne 

von Art. 134 StGB, der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 

123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Fahrens in angetrunkenem Zustand im Sinne von 

Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG sowie der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von 

Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig und bestrafte ihn mit 6 Jahren Freiheitsstrafe 

unter Anrechnung von 62 Tagen Untersuchungshaft. Zugleich ordnete die Vo-

rinstanz eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) an und schob den Vollzug der Frei-

heitsstrafe zu diesem Zweck auf (Urk. HD 103 S. 104 f.). 

1.2. Den Angeklagten B._____ sprach das Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, mit 

gleichem Urteil der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewaltigung im Sinne 

von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB, der Freiheitsberau-

bung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des Diebstahls und des Versuchs 

hiezu im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 

1 StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB sowie 

der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB schuldig 

und bestrafte ihn mit 5 ¼ Jahren Freiheitsstrafe unter Anrechnung von 112 Tagen 

Untersuchungshaft (Urk. HD 103 S. 104 f.). 

1.3. Der Angeklagte C._____ wurde vom Bezirksgericht Zürich, 3. Abteilung, 

ebenfalls mit gleichem Urteil, der mehrfach gemeinsam begangenen Vergewalti-

gung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB, der 

Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, des mehrfachen 

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Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 

BetmG, der Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von 

Art. 94 Ziff. 1 Abs. 1 SVG, des Fahrens ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 

Ziff. 1 Abs. 1 SVG sowie der mehrfachen Übertretung gegen das Betäubungsmit-

telgesetz im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gesprochen und mit 4 Jah-

ren Freiheitsstrafe sowie mit einer Busse von Fr. 500.– (für die Übertretungen) 

bestraft unter Anrechnung von 60 Tagen Untersuchungshaft (Urk. HD 103 

S. 105). 

2.1. Das Urteil wurden den drei Angeklagten am 21. Juni 2010 mündlich eröffnet 

und schriftlich im Dispositiv mitgeteilt (Urk. HD 103 S. 107). Mit Eingaben vom 

22. Juni 2010 liessen die Angeklagten A._____ und C._____ Berufung erklären 

(Urk. HD 78 und 79). Mit Eingabe vom 25. Juni 2010 meldete auch der Rechtsver-

treter des Angeklagten B._____ Berufung an (Urk. HD 80). Das begründete Urteil 

wurde vom Rechtsvertreter des Angeklagten C._____ am 10. November 2010 

(Urk. HD 82/3), vom Rechtsvertreter des Angeklagten B._____ ebenfalls am 10. 

November 2010 (Urk. HD 82/2) und vom Rechtsvertreter des Angeklagten 

A._____ am 11. November 2010 (Urk. HD 82/1) entgegen genommen. Innert Frist 

liessen der Angeklagte C._____ mit Eingabe vom 18. November 2010 (Urk. HD 

83), der Angeklagte A._____ mit Eingabe vom 27. November 2010 (Urk. HD 84) 

und der Angeklagte B._____ mit Eingabe vom 29. November 2010 (Urk. HD 85) 

ihre Beanstandungen nennen. Von Seiten der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich sowie von Seiten der Geschädigten wurde kein Rechtsmittel ergriffen. 

2.2. Die Angeklagten A._____ (Urk. HD 78 und 84) und B._____ (Urk. HD 85) be-

schränkten die Berufung auf die Verurteilung wegen mehrfach gemeinsam be-

gangener Vergewaltigung und Freiheitsberaubung, das Strafmass, die Verpflich-

tung zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung sowie die Kostenauflage, 

der Angeklagte C._____ (Urk. HD 83) auf die Verurteilung wegen mehrfach ge-

meinsam begangener Vergewaltigung und Freiheitsberaubung, mehrfachen Ver-

gehens gegen das Betäubungsmittelgesetz und mehrfacher Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes, das Strafmass, die Verlängerung der mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 18. Oktober 2010 angesetzten Probezeit, die 

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Verpflichtung zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung sowie die Kosten- 

und Entschädigungsregelung. 

3. Die Berufungsverhandlung fand am 1. November 2011 statt (Prot. II S. 4 ff.). 

Gleichentags wurden mit Beschluss die Strafakten der Geschädigten beigezogen 

(Urk. HD 123). Mit Präsidialverfügung vom 11. November 2011 wurde den Partei-

en Frist zur Stellungnahme zu den Strafakten der Geschädigten angesetzt (Urk. 

HD 126). In der Folge gingen von Seiten des Verteidigers des Angeklagten 

A._____ mit Eingabe vom 1. Dezember 2011 (Urk. HD 128), von Seiten des Ver-

teidigers des Angeklagten C._____ mit Eingabe vom 5. Dezember 2011 (Urk. HD 

129) sowie von Seiten des Verteidigers des Angeklagten B._____ mit Eingabe 

vom 19. Dezember 2011 (Urk. HD 132) Stellungnahmen ein. Die Anklagebehörde 

sowie die Geschädigtenvertreterin liessen sich nicht vernehmen. 

 

II. Prozessuales 

1. Da der angefochtene Entscheid vor dem Inkrafttreten der eidgenössischen 

Strafprozessordnung am 1. Januar 2011 gefällt wurde, ist diese Berufung gemäss 

den übergangsrechtlichen Bestimmungen nach bisherigem Prozessrecht zu beur-

teilen (Art. 453 Abs. 1 StPO).  

2.1. Gemäss § 413 Abs. 3 StPO/ZH wird die Rechtskraft des angefochtenen Ur-

teils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Berufung kann von Anfang an 

(§ 413 Abs. 1 StPO/ZH) oder erst im Laufe des Verfahrens bis zum Abschluss der 

Berufungsverhandlung eingeschränkt werden (§ 413 Abs. 2 StPO/ZH), namentlich 

auch bei der Nennung der konkreten Beanstandungen im Sinne von § 414 Abs. 4 

StPO/ZH. Die Beschränkung kann sich auf einzelne Schuldsprüche, die Strafzu-

messung, die Anordnung von Massnahmen, den Entscheid über Zivilforderungen 

sowie die besonderen Anordnungen beziehen. Soweit ein Urteil nicht angefochten 

ist, erwächst es in Rechtskraft (§ 413 Abs. 3 StPO/ZH e contrario).  

-   14   - 

2.2. Es ist somit vorab mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil des Bezirksge-

richtes Zürich, 3. Abteilung, vom 21. Juni 2010 hinsichtlich Dispositivziffer 1 teil-

weise (Schuldspruch wegen Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB, mehrfacher ein-

facher Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, Fahrens in an-

getrunkenem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 1 Satz 2 SVG sowie Irreführung 

der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB betreffend den Ange-

klagten A._____), Dispositivziffer 2 teilweise (Schuldspruch wegen Diebstahls und 

des Versuchs hiezu im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB, teilweise in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB, mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 

StGB sowie mehrfacher Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB 

betreffend den Angeklagten B._____), Dispositivziffer 3 teilweise (Schuldspruch 

wegen Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 

Ziff. 1 Abs. 1 SVG und Fahrens ohne Führerausweis im Sinne von Art. 95 Ziff. 1 

Abs. 1 SVG betreffend den Angeklagten C._____), Dispositivziffer 5 teilweise 

(Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme im Sinne von Art. 59 

StGB betreffend den Angeklagten A._____), Dispositivziffern 10, 11 und 12 (Zi-

vilansprüche), Dispositivziffer 15 (Höhe der Gerichtsgebühr) sowie der gleichen-

tags ergangene Beschluss betreffend Einziehung von Drogen sowie Heranzie-

hung des beim Angeklagten B._____ sichergestellten Bargeldbetrages zur Kos-

tendeckung in Rechtskraft erwachsen sind. Nicht in Rechtskraft erwachsen ist der 

von der Vorinstanz angeordnete Aufschub der gegen den Angeklagten A._____ 

verhängten Freiheitsstrafe (Dispositivziffer 5), da ein Aufschub gemäss Art. 57 

StGB nur bei einer Freiheitsstrafe, nicht aber etwa bei einer Geldstrafe angeord-

net werden kann und aufgrund der Berufung des Angeklagten A._____ die Straf-

zumessung neu vorzunehmen ist. Zu ergänzen ist, dass Dispositivziffer 12 des 

vorinstanzlichen Urteils sich auf Schadenersatzansprüche des Geschädigten 

F._____ beziehen dürfte (vgl. Urk. ND 4/9/7). 

3.1. Der Verteidiger des Angeklagten A._____ stellte mit Eingabe vom 28. März 

2011 fristgerecht den Beweisantrag auf Beizug sämtlicher polizeilicher, staatsan-

waltschaftlicher und strafgerichtlicher Vorakten der Geschädigten D._____ (Urk. 

HD 110) und verwies auch anlässlich der Berufungsverhandlung darauf (Prot. II 

S. 58). Der Verteidiger des Angeklagten B._____ verlangte mit Eingabe vom 

-   15   - 

28. März 2011 im Sinne von Beweisanträgen fristgerecht den Beizug sämtlicher 

Strafakten der Geschädigten sowie die Erstellung eines Glaubwürdigkeitsgutach-

tens über diese (Urk. HD 111); diese Beweisanträge wiederholte er anlässlich der 

Berufungsverhandlung (Urk. HD 121 S. 2). Der Verteidiger des Angeklagten 

C._____ schliesslich beantragte mit Eingabe vom 28. März 2011 fristgerecht die 

Einvernahme der Geschädigten durch das Gericht, den Beizug sämtlicher Straf-

akten der Geschädigten, die Befragung des Geschäftsführers der "…"-Bar, 

Z1._____, sowie die Erstellung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens über die Ge-

schädigte (Urk. HD 112). Auch er wiederholte diese Anträge anlässlich der Beru-

fungsverhandlung und beantragte zudem, es seien die medizinischen sowie allen-

falls bestehende vormundschaftliche Akten über die Geschädigte beizuziehen und 

es sei hinsichtlich des Angeklagten A._____ ein medizinisch-psychologisches 

Gutachten bezüglich Potenzproblematik zu erstellen (Urk. HD 122 S. 6 f.; Prot. II 

S. 64). Mit Eingabe vom 1. Dezember 2011 beantragte der Verteidiger des Ange-

klagten A._____ neu den Beizug der Akten des Prozesses Nr. DG020184 (Urk. 

HD 128 S. 2). Der Verteidiger des Angeklagten C._____ beantragte mit Eingabe 

vom 5. Dezember 2011 – teilweise neu oder frühere Beweisanträge modifizierend 

– den Beizug der Strafvollzugsakten sowie der Vormundschaftsakten der Ge-

schädigten, den Beizug der Sozial- resp. Fürsorgeakten, die Befragung der ent-

sprechenden Fallverantwortlichen sowie die Einholung eines Gutachtens über die 

Potenzproblematik des Angeklagten A._____, welches zudem über den Zustand 

sowie die Funktionsfähigkeit seines Penis Auskunft gebe (Urk. HD 129 S. 1 f.). 

3.2. Grundsätzlich ist es Aufgabe des Gerichts, Zeugenaussagen zu würdigen 

und dabei die Prüfung der Glaubwürdigkeit eines Zeugen sowie der Glaubhaf-

tigkeit seiner Aussagen vorzunehmen. Der Beizug einer medizinisch oder psycho-

logisch gebildeten Fachperson kann jedoch gestützt auf § 147 StPO/ZH aus-

nahmsweise zulässig sein, und zwar insbesondere dann, wenn sich das Gericht 

zufolge aussergewöhnlicher Verhältnisse nicht in der Lage befindet, die Glaub-

würdigkeit einer Person oder die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu beurteilen 

(Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Zürich, 

§ 147 N 1). Da indes bei der Beweiswürdigung nicht die Glaubwürdigkeit des 

-   16   - 

Zeugen, sondern die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen im Vordergrund steht, ist 

bei der Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens Zurückhaltung angezeigt. 

3.3. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, weshalb es dem Gericht nicht mög-

lich sein sollte, die Prüfung der Glaubwürdigkeit der als Zeugin einvernommenen 

Geschädigten sowie der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen selber vorzunehmen. Aus 

den Akten ist bekannt, dass die Geschädigte im Zeitpunkt, in dem sie gemäss 

Anklage Opfer eines Sexualverbrechens geworden sei, unter erheblichem Alko-

hol- und Kokaineinfluss stand und zudem Antidepressiva konsumiert hatte (Urk. 

14/1 S. 5 N 15, Urk. HD 14/3 S. 17, Urk. HD 19/2, Urk. HD 19/9). Sodann ergibt 

sich aus den Akten, dass die Geschädigte seit vielen Jahren mit Alkohol-, Drogen- 

und psychischen Problemen zu kämpfen hatte und dass sie etliche Male straf-

rechtlich in Erscheinung getreten ist. Ihre Aussagen werden daher, wie dies auch 

schon von der Vorinstanz festgehalten wurde (Urk. HD 103 S. 62), mit spezieller 

Vorsicht und unter Einbezug der angeführten Umstände zu würdigen sein. Somit 

ist kein Glaubwürdigkeitsgutachten einzuholen. 

3.4. Hingegen wurde dem Antrag der Verteidiger der Angeklagten auf Beizug der 

Strafakten der Geschädigten mit Beschluss vom 1. November 2011 stattgegeben 

(Urk. HD 123).  

3.5. Die Abnahme der übrigen von den Verteidigern der Angeklagten beantragten 

Beweismittel kann unterbleiben, da die Angeklagten, wie nachfolgend aufzuzei-

gen sein wird, von den Vorwürfen der mehrfach gemeinsam begangenen Verge-

waltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB und 

Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen sind 

und die Abnahme am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermöchte. 

4.1. Der Verteidiger des Angeklagten C._____ rügt eine Verletzung des Anklage-

prinzips und des Anspruchs auf rechtliches Gehör mit Bezug auf Nebendossier 7. 

In der Anklageschrift werde im Sachverhalt zwar ein Betäubungsmittelkonsum 

umschrieben. Der dadurch erfüllte Straftatbestand (mehrfache Übertretung des 

BetmG im Sinne von Art. 19a BetmG) werde jedoch entgegen § 162 Ziff. 3 

StPO/ZH in der Anklageschrift nicht genannt. Anlässlich der Hauptverhandlung 

-   17   - 

habe die Vorinstanz dem Angeklagten C._____ auch nicht mitgeteilt, dass sie be-

absichtige, ihn der mehrfachen Übertretung des BetmG im Sinne von Art. 19a 

BetmG schuldig zu sprechen, und sie habe ihm ferner nicht die Möglichkeit zur 

Stellungnahme dazu gegeben. Dies wäre zur Wahrung des rechtlichen Gehörs 

notwendig gewesen. Der Angeklagte sei daher in diesem Punkt freizusprechen 

(Urk. HD 83 S. 6; Urk. HD 122 S. 76 f.). 

4.2. Gemäss § 162 Abs. 1 Ziff. 3 StPO/ZH hat die Anklageschrift die Gesetzesbe-

stimmungen, durch welche der eingeklagte Tatbestand mit Strafe bedroht ist, zu 

nennen. § 185 Abs. 1 StPO/ZH bestimmt, dass das Gericht an die rechtliche Be-

urteilung des Tatbestandes, welche der Anklage zugrunde liegt, nicht gebunden 

ist. Nach § 185 Abs. 2 StPO/ZH sind dem Angeklagten und seinem Verteidiger 

aber ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung der Verteidigung sowie 

zur Äusserung einzuräumen, wenn der Angeklagte auf Grund von anderen als in 

der Anklage angerufenen Strafbestimmungen beurteilt werden soll. 

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 

Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-

schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die An-

klage hat die dem Angeklagten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so 

präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe genügend konkretisiert sind. Das An-

klageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte des Ange-

klagten und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). 

Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, 

nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde. Unter dem 

Gesichtspunkt der Informationsfunktion des Anklageprinzips ist massgebend, 

dass die angeklagte Person genau weiss, was ihr angelastet wird, damit sie ihre 

Verteidigungsrechte angemessen ausüben kann (Urteil des Bundesgerichts vom 

24. September 2010, 6B_431/2010 E. 3.2. f., unter Hinweis auf BGE 133 IV 235 

E. 6.3 S. 245).  

4.3. Der dem Angeklagten C._____ zur Last gelegte Kokainkonsum wurde in der 

Anklageschrift in dem Anklageprinzip genügender Art umschrieben. Der Verteidi-

ger des Angeklagten C._____ moniert jedoch zu Recht, dass in der Anklageschrift 

-   18   - 

die Gesetzesbestimmung, durch welche der umschriebene Tatbestand mit Strafe 

bedroht ist, nicht genannt ist. Ferner wurde dem Angeklagten C._____ resp. sei-

ner Verteidigung Art. 19a Ziff. 1 aBetmG anlässlich der Hauptverhandlung vom 

21. Juni 2010 nicht vorgehalten (Prot. I S. 7 ff.) und hat der Verteidiger des Ange-

klagten C._____ dazu vor der Vorinstanz auch nicht von sich aus Stellung ge-

nommen (Urk. HD 66 S. 1 ff.).  

4.4. § 162 Abs. 1 Ziff. 3 StPO/ZH hat nicht Gültigkeitscharakter (Do-

natsch/Schmid, a.a.O., § 162 N 13). Dies ergibt sich daraus, dass das Gericht an 

die von der Anklagebehörde vorgenommene Qualifikation – vorliegend mehrfache 

Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 und 5 aBetmG, nicht aber gegen 

Art. 19a Ziff. 1 aBetmG – nicht gebunden ist. Dem Angeklagten C._____ resp. 

seiner Verteidigung hätte aber vor der Vorinstanz gestützt auf § 185 Abs. 2 

StPO/ZH ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung der Verteidigung 

sowie zur Äusserung mit Bezug auf Art. 19a Ziff. 1 aBetmG eingeräumt werden 

müssen. Indem die Vorinstanz dies nicht tat, verletzte sie den Anspruch des An-

geklagten C._____ auf rechtliches Gehör. Dieser Mangel wurde indes vor der hie-

sigen Instanz geheilt, indem der Angeklagte C._____ und sein Verteidiger, die 

durch das vorinstanzliche Urteil Kenntnis davon erhalten hatten, dass die Vo-

rinstanz durch das in der Anklageschrift umschriebene Verhalten (auch) den Tat-

bestand von Art. 19a Ziff. 1 aBetmG erfüllt sah, zu dieser Bestimmung Stellung 

nehmen konnten. Aus dem Versäumnis der Vorinstanz lässt sich demnach nichts 

zu Gunsten des Angeklagten C._____ ableiten. 

 

III. Sachverhalt 

1. Allgemeines 

1.1. Bestreitet ein Angeklagter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 8 

-   19   - 

und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des 

Bundesgerichts 1P_587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2., und 1P_437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.2.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 

127 I 40, 120 Ia 31. E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass 

sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen 

Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_795/2008 vom 27. November 2008, E. 2.4., und 6B_438/2007 vom 26. 

Februar 2008, E. 2.1.). Die Überzeugung des Richters muss auf einem verstan-

desgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Be-

obachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Wenn erhebliche oder nicht 

zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, 

wie er eingeklagt ist, ist der Angeklagte nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" 

freizusprechen (Bernard Corboz, "in dubio pro reo", in ZBJV 1993, N 419 f.). So-

weit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der Tat mit Indizien zu 

führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien, deren "Mosaik" zu würdigen 

ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 256, Ziff. 1.4.; Pra 2002 Nr. 180 S. 962 f., 

Ziff. 3.4.). 

1.2. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in ob-

jektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem 

bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen 

Richtigkeit zu überwinden vermag (§ 284 StPO/ZH; ZR 72 Nr. 80; Max Guldener, 

Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 256 Ziff. 1.4.; BGE 

124 IV 88, 120 1A 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass mit menschli-

chen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht 

werden kann; daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über jeden ver-

nünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 

2003, Nr. 2002/387S, E. 2.2.1. mit Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische 

Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind 

-   20   - 

(Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 12, Urteile des Bundesgerichtes 

6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4., und 1 P_587/2003 vom 29. Januar 

2004, E. 7.2.). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausge-

schlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahr-

scheinlichkeit beruhen. 

1.3. Wie bereits angesprochen können auch indirekte, mittelbare Beweise, soge-

nannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen 

Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, 

unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird somit vermu-

tet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfol-

gerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung auf-

drängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Hauser/Schweri/ 

Hartmann, a.a.O., § 59 N 14). Da ein Indiz immer nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln betrach-

tet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel (Hans 

Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; Derselbe, 

Die Beweisführung in Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 

1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen 

Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrschein-

lichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern 

Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter 

zu schliessen (Entscheide des Bundesgerichtes 6B_365/2009 vom 12. November 

2009, E. 1.4., 6B_332/2009 vom 4. August 2009, E. 2.3. mit Hinweisen, und 

6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4.; Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., 

§ 59 N 15). 

1.4. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und 

den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeu-

gend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgten. Bei der Würdigung 

von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaub-

-   21   - 

würdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die 

Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer 

kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von soge-

nannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (vgl. Rolf Bender, Die 

häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, in SJZ 81 [1985] S. 

53 ff.; Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen vor Gericht, Glaubwürdig-

keits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 3. Auflage, München 2007, N 310 ff. 

und N 350 ff.). Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die "innere Geschlos-

senheit" und "Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufs", "kon-

krete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses" sowie die "Schilderung des 

Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten 

ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", "Kenntlichmachung der psychischen Si-

tuation von Täter und Zeuge bzw. unter Mittätern", "Selbstbelastung oder unvor-

teilhafte Darstellung der eigenen Rolle", "Entlastungsbemerkungen zugunsten des 

Beschuldigten" und "Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wo-

bei sich aber sowohl Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände 

verändern können" (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit 

Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316). Andererseits sind 

auch allfällige Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aus-

sagen gelten "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussa-

gen", "Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen An-

schuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von 

mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende Antwor-

ten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als gene-

relle Phantasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-Malerei", 

die "Verarmung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und die "be-

hauptete Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", wobei wei-

ter festgehalten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein leichter, 

von eigenen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten und Reak-

tionen der Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere Phantasiesignal 

auftritt, braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist dann aber eine 

ausreichende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. Bei häufigem 

-   22   - 

Auftreten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der Realitätskri-

terien strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als zuverlässig 

eingestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 429 ff.). 

1.5. Damit kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Aussagenden nach neue-

ren Erkenntnissen kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahr-

heitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussagen.  

1.6. Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der 

verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbe-

standselemente nachzuweisen (vgl. dazu Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. 

Auflage, Zürich 2004, N 599) und nicht der Angeklagte seine Unschuld (BGE 127 

I 40 und Urteile des Bundesgerichtes 1P_437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 

4.3., sowie 6S_154/2004 vom 30. November 2005, E. 4.). 

1.7. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Angeklagte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne dass 

er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich insoweit 

eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehaup-

tung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis widerlegt wer-

den muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn gewisse Anhalts-

punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit 

der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen las-

sen, oder wenn der Angeklagte sie sonstwie glaubhaft macht (vgl. Kassationsge-

richtsentscheid vom 2. November 2004, Nr. AC040082, E. 3.5, Stefan Trechsel, 

SJZ 1981 S. 320). 

 

2. Sachverhaltserstellung Hauptdossier (Vergewaltigung und Freiheitsberaubung) 

2.1. Die Anklagebehörde wirft den drei Angeklagten zusammengefasst vor, die 

Geschädigte in der Nacht des tt. Mai 2007 in der Wohnung Nr. .. an der …-

Strasse .. in H._____ in Mittäterschaft mehrfach vergewaltigt zu haben. Zudem 

-   23   - 

hätten die Angeklagten die Geschädigte in Mittäterschaft der Freiheit beraubt, da 

sie die Tür zur genannten Wohnung, in der sie sich mit der Geschädigten befun-

den hätten, abgeschlossen und den Schlüssel entfernt hätten und die Geschädig-

te die Wohnung entgegen ihrem Willen nicht habe verlassen können. 

Dass sich die drei Angeklagten in der Nacht des tt. Mai 2007 mit der Geschädig-

ten in der Wohnung Nr. .. an der …-Strasse .., in H._____ aufhielten und es dabei 

zumindest zwischen einem von ihnen und der Geschädigten zu Geschlechtsver-

kehr und bei den beiden anderen Angeklagten zu sonstigen sexuellen Handlun-

gen mit der Geschädigten kam, wird von den Angeklagten nicht bestritten. Nicht 

richtig ist somit, dass alle drei Angeklagten eingeständen hätten, mit der Geschä-

digten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, wie dies die Vorinstanz einleitend 

festhielt (Urk. HD 103 S. 9). Alle drei Angeklagten machen indes geltend, die von 

ihnen eingestandenen sexuellen Handlungen seien im Einvernehmen mit der Ge-

schädigten erfolgt. Ferner bestreiten sie, dass die Tür der Wohnung verschlossen 

und der Schlüssel entfernt gewesen sei und dass die Geschädigte die Wohnung 

nicht habe verlassen können. 

Es ist demnach anhand der vorhandenen Beweismittel zu prüfen, ob sich der ein-

geklagte Sachverhalt dahingehend erstellen lässt, dass die Geschädigte von den 

drei Angeklagten aufgrund gemeinsamer Planung und durch gleich massgebli-

ches, arbeitsteiliges Zusammenwirken mehrfach zum Geschlechtsverkehr genö-

tigt wurde und dass die Tür zur Wohnung Nr. .. an der …-Strasse .., in H._____ 

verschlossen war und die Geschädigte gegen ihren Willen in der Wohnung fest-

gehalten wurde. 

2.2. Die Vorinstanz hat grundsätzlich zutreffende Ausführungen zu den vorhande-

nen Beweismitteln gemacht (Urk. HD 103 S. 8 und 10 f.), weshalb in Anwendung 

von § 161 GVG darauf verwiesen werden kann. Zudem können als Beweismittel 

insbesondere das Aktengutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich (Urk. HD 19/9), der bei den Akten liegenden Einsatzplan des Altersheims 

I._____ (Urk. HD 15/7, Anhang) sowie die Verlaufsblätter zur Psychotherapie der 

Geschädigten (Urk. HD 16/2-7) herangezogen werden. Was die Verwertbarkeit 

der Beweismittel angeht, ist darauf hinzuweisen, dass die Geschädigte ihre letzte 

-   24   - 

Zeugeneinvernahme vom 2. März 2009 von sich aus abbrach (Urk. HD 14/4 S. 

10), weshalb die Angeklagten sowie deren Verteidiger keine Ergänzungsfragen 

stellen konnten. Die Vorinstanz ist zu Recht davon ausgegangen, dass diese Ein-

vernahme daher nur zu Gunsten der Angeklagten verwertbar ist (Urk. HD 103 S. 

8). Das Gleiche gilt für das Ergebnis der telefonischen Befragung von Z2._____ 

(Urk. HD 9 S. 13 f.), denn dieser wurde nicht als Zeuge einvernommen und die 

Angeklagten sowie deren Verteidiger konnten ihm keine Ergänzungsfragen stel-

len. Die Zeugen Z3._____, Z4._____, Z5._____ und Z6._____ berichteten in ihren 

Einvernahmen teilweise über indirekte Wahrnehmungen, indem sie wiedergaben, 

was die Geschädigte ihnen gesagt haben soll. Dies steht aber der Verwertbarkeit 

ihrer diesbezüglichen Aussagen nicht entgegen, zumal diese zusätzlich zu denje-

nigen der Geschädigten vorliegen (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Zürich 

2004, N 631). 

2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Geschädigten (Urk. HD 103 S. 12 ff.), 

der Angeklagten (Urk. HD 103 S. 25 ff.), von J._____ (Urk. HD 103 S. 46 ff.), der 

Zeugen Z3._____ (Urk. HD 103 S. 54 f.), Z4._____ (Urk. HD 103 S. 55 ff.), 

Z5._____ (Urk. HD 103 S. 57 f.) und Z6._____ (Urk. HD 103 S. 58 f.) sowie die 

übrigen von ihr berücksichtigten Untersuchungsergebnisse (Urk. HD 103 S. 60 f.) 

in den wesentlichen Punkten korrekt wiedergegeben, weshalb sie nicht zu wie-

derholen sind (§ 161 GVG). Soweit Korrekturen oder Ergänzungen notwendig 

sind, sind diese im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdigung vorzunehmen. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 1. November 2011 blieben die Ange-

klagten im Wesentlichen bei ihren Aussagen vor der Vorinstanz (Prot. II S. 26 ff.). 

2.4. Was die Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Geschädigten angeht, kann 

zwar grundsätzlich auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 

HD 103 S. 62). Es sind jedoch einige wesentliche Ergänzungen anzubringen.  

Die Geschädigte erwirkte im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Verurteilun-

gen (Urk. HD 125; Beizugsakten). Hatten die von ihr begangenen Delikte, soweit 

sie nicht Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz betrafen, offensichtlich in 

erster Linie einen beschaffungskriminellen Hintergrund, stechen mehrere aus den 

-   25   - 

beigezogenen Akten ersichtliche Begebenheiten auch im Zusammenhang mit 

dem vorliegenden Verfahren ins Auge. 

Bei den beigezogenen Akten des Prozesses Nr. DG040303 liegt der Zirkularbe-

schluss des Bezirksgerichts Zürich, 2. Abteilung, vom 1. November 2007 samt 

angehängter Verfügung des Justizvollzugs des Kantons Zürich vom 12. Juli 2007 

(Urk. 27). Gemäss den Erwägungen des Gerichtes verfügte der Justizvollzug des 

Kantons Zürich, Bewährungsdienst Zürcher Unterland, am 4. April 2007 rückwir-

kend per 5. Oktober 2006 die Einweisung der Geschädigten in die Wohngruppe 

der stationären Therapie K._____. Nachdem die Geschädigte wegen mehrmali-

gen Alkohol- und Kokainkonsums am 11. April 2007 vorübergehend in die Ent-

zugsstation K._____ verlegt worden sei – was mit den Angaben der Geschädigten 

anlässlich einer Einvernahme vom 4. September 2007 (Beizugsakten 2007/1738 

Urk. 5 S. 2; dazu auch nachfolgend) betreffend Rückfall im April 2007 überein-

stimmt – sei sie am 18. April 2007 wieder in die Wohngruppe K._____ zurückge-

kehrt. Schliesslich sei sie am tt. Mai 2007 unter anderem wegen wiederholten Al-
koholkonsums und der Missachtung aller wichtigen Hausregeln definitiv aus der 

Wohngruppe K._____ ausgeschlossen worden. In der Folge sei die stationäre 

Behandlung der Geschädigten vom Justizvollzug des Kantons Zürich mit Verfü-

gung vom 12. Juli 2007 wegen Aussichtslosigkeit aufgehoben worden und habe 

diese dem Gericht die Anordnung einer ambulanten Massnahme unter weiterem 

Aufschub der diversen Freiheitsstrafen beantragt, wie auch aus dem erwähnten 

angehängten Antrag des Justizvollzugs des Kantons Zürich ersichtlich ist. Diesem 

ist darüber hinaus zu entnehmen, dass am 6. Juni 2007 ein Gespräch zwischen 

der Geschädigten und dem Fallverantwortlichen der Bewährungs- und Vollzugs-

dienste stattgefunden hatte. Es habe festgestellt werden können, dass die Ge-

schädigte bereits leicht alkoholisiert gewesen sei, was diese auch bestätigt habe. 

Zu diesem Zeitpunkt habe die Geschädigte an schnell wechselnden Wohnorten 

gewohnt und sich um einen Termin bei ihrem Hausarzt bemüht, um die weitere 

Medikation mit einem Antidepressivum zu gewährleisten. Sie werde weiterhin die 

ambulante Nachsorgestelle der Suchtbehandlung K._____ in Anspruch nehmen 

und sich umgehend bei den Sozialen Diensten der Stadt Zürich melden. Sie sei 

darüber informiert worden, dass die Bewährungs- und Vollzugsdienste die statio-

-   26   - 

näre Massnahme als gescheitert erachteten und diese aufheben würden. Die Ge-

schädigte habe ihr Einverständnis damit bekundet und der Hoffnung Ausdruck 

gegeben, dass eine ambulante Massnahme angeordnet werde (S. 2 f.).  

Aus dem genannten Zirkularbeschluss ergibt sich somit, dass die Geschädigte am 

Tag vor der fraglichen Nacht des tt. Mai 2007 definitiv aus der Wohngruppe 

K._____ ausgeschlossen wurde, was sich im Übrigen in etwa mit den Angaben 

der Zeugin Z4._____, der Psychotherapeutin der Geschädigten deckt, die in ihrer 

Einvernahme vom 11. Januar 2008 angab, die Geschädigte sei am tt. Mai 2007 

ausgetreten und seither in ambulanter Behandlung gewesen, wobei es sich beim 

tt. Mai 2007 um das administrative Austrittsdatum handle (Urk. HD 15/3 S. 2). 

Ferner fällt auf, dass im Bericht des Justizvollzuges über das Gespräch vom 6. 

Juni 2007 keine Rede von den von der Geschädigten geschilderten sexuellen 

Übergriffen und von der von ihr geltend gemachten Freiheitsberaubung ist, ob-

wohl diese, hätte sich der Sachverhalt wie eingeklagt zugetragen, im Zeitpunkt 

dieses Gesprächs nur rund … Wochen zurückgelegen hätten und obwohl die Ge-

schädigte sich gemäss den Aussagen der Zeugin Z6._____ nur zwei Tage später 

an eine Opferhilfeberatungsstelle wandte (Urk. HD 15/12 S. 2). 

Sodann gab die Geschädigte im Zusammenhang mit einem von ihr nur zögerlich 

eingestandenen Diebstahl eines Portemonnaies, den sie am 24. Januar 2007 im 

Warenhaus L._____ in Zürich begangen hatte, anlässlich einer polizeilichen Ein-

vernahme vom 1. März 2007 zu Protokoll, sie sei seit 2 ½ Jahren in einer statio-

nären Therapie resp. in einer Massnahme in der Therapiestation K._____ und 

habe einige Rückfälle gehabt. Sie habe Angst gehabt, weil sie an diesem Tag 

Drogen und Alkohol konsumiert habe. Wenn das in dieser Massnahme passiere, 

sei das ganz schlecht. Auf die Frage, was sie genau konsumiert gehabt habe, 

antwortete sie, in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2007 Base und Marihua-

na geraucht sowie Alkohol getrunken zu haben. Sie sei zu dieser Zeit "auf der 

Kurve" gewesen. Am 24. Januar 2007 habe sie zurück in die Therapie gewollt und 

sich in der Therapiestation K._____ melden wollen. Bevor sie in das Warenhaus 

L._____ gegangen sei, habe sie noch begonnen, Bier zu trinken, und sie habe 

nicht den Mut gehabt, sich in der Therapie zu melden. Sie habe noch nicht genug 

-   27   - 

Kokain gehabt und deswegen Geld gebraucht. Nach dem Diebstahl habe sie das 

Bargeld aus dem Portemonnaie genommen, das Portemonnaie mit dem restli-

chen Inhalt in einen Container geworfen und sei dann an die …-Strasse gegan-

gen, wo sie eine Portion Kokain gekauft und diese sogleich geschnupft habe. Am 

Morgen des 25. Januar 2007 sei sie in die Therapie zurückgekehrt und habe seit-

her keine Drogen mehr konsumiert. Die Massnahme sei bis Oktober 2006 gelau-

fen; der Antrag auf Massnahmeverlängerung sei noch hängig. Was für einen Ein-

fluss der Diebstahl auf diesen Entscheid habe, wisse sie nicht (Beizugsakten 

2007/1738 Urk. 4 S. 1 ff.). Anlässlich der bereits angesprochenen staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme vom 4. September 2007 bestätigte die Geschädigte 

diese Aussagen und führte ferner aus, sie habe zudem im April, Ende Mai und an-

fangs Juni 2007 Rückfälle gehabt und Kokain konsumiert (Beizugsakten 

2007/1738 Urk. 5 S. 2). Anlässlich der Befragung zur Person gab sie an, sie habe 

bis Ende Mai 2007 als Praktikantin in einem Altersheim gearbeitet. Sie sei dann 

aber vergewaltigt worden. Es seien drei Männer gewesen; diese habe sie ange-

zeigt. Es sei ihr da sehr schlecht gegangen. Die Massnahme sei gescheitert und 

abgebrochen worden. Am Tag nach der Vergewaltigung habe sie nicht mehr ar-

beiten können (Beizugsakten 2007/1738 Urk. 5 S. 3). Aus diesen Aussagen erge-

ben sich mögliche Motive für allfällige Falschaussagen im vorliegenden Verfah-

ren. Zum einen ist denkbar, dass die Geschädigte versucht gewesen sein könnte, 

den (weiteren) "Absturz" in der Nacht des tt. Mai 2007 mit einer ungerechtfertigten 

Belastung der drei Angeklagten, diese hätten sie vergewaltigt und der Freiheit be-

raubt, zu rechtfertigen und so den definitiven Abbruch der Massnahme abzuwen-

den. Zum andern muss auch an die Möglichkeit gedacht werden, dass die Ge-

schädigte versucht haben könnte, im Zusammenhang mit dem damals gegen sie 

laufenden Strafverfahren Vorteile zu erwirken.  

Im Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall von besonderer Bedeutung ist, 

dass die Geschädigte gemäss einem Schreiben der Fallverantwortlichen des Jus-

tizvollzugs des Kantons Zürich vom 15. Dezember 2009 im Zusammenhang mit 

von ihr zu leistender gemeinnütziger Arbeit der Fallverantwortlichen am 27. Mai 

2008 telefonisch mitgeteilt habe, sie sei von einem Mitarbeiter des Einsatzortes 

sexuell belästigt worden. Der Einsatz sei umgehend abgebrochen worden. Der 

-   28   - 

Arbeitgeber habe diesen Vorwurf von sich gewiesen. Anlässlich eines Gesprächs 

vom 23. Juni 2008 habe die Geschädigte mitgeteilt, dass sie am Einsatzort über-

fordert gewesen sei. Damit der Vollzug nicht eingestellt werde, habe sie auf Anra-

ten des Vaters ihres Kindes angegeben, sexuell belästigt worden zu sein, was 

nicht der Wahrheit entsprochen habe (Beizugsakten 2008/6401, Akten Nachver-

fahren Urk. 2 S. 1 f.). Daraus ergibt sich allerdings nicht zwangsläufig, dass es 

sich im vorliegenden Fall gleich verhielt. Denkbar wäre auch, dass der eingeklag-

te Sachverhalt sich tatsächlich ereignet hat und die Geschädigte sowie allenfalls 

den Vater ihres Kindes ein Jahr später, als die Geschädigte beruflich unter Druck 

stand, auf die Idee der dargelegten Falschaussage brachte.  

Unter den gegebenen Umständen sind die Aussagen der Geschädigten mit aller-

grösster Vorsicht zu würdigen. 

Was die Glaubwürdigkeit des Zeugen Z5._____, des ehemaligen Lebenspartners 

der Geschädigten und Vaters ihres zweiten Kindes angeht, hielt die Vorinstanz 

gestützt auf dessen Aussagen fest, dieser habe nur noch sporadischen Kontakt 

mit der Geschädigten; es sei bei ihm kein seine Glaubwürdigkeit beeinträchtigen-

des Interesse am Verfahrensausgang ersichtlich (Urk. HD 103 S. 63). Sollte indes 

der Inhalt einer bei den beigezogenen Strafakten der Geschädigten liegenden Ak-

tennotiz vom 13. Februar 2008 zutreffen, wonach diese gemäss Informationen der 

Personenfahndung der Stadtpolizei Zürich seit längerer Zeit, obwohl noch dort 

angemeldet, nicht mehr an der …-Gasse .. in H._____, sondern c/o Z5._____,  

…-Strasse .. in H._____ wohne (Beizugsakten 2007/6858 Urk. 11), müsste davon 

ausgegangen werden, dass die Geschädigte und der Zeuge Z5._____ im Zeit-

punkt der Zeugeneinvernahme von Z5._____, die am 31. Januar 2008 stattfand 

(Urk. HD 15/4 S. 1), wieder zusammenlebten. In diesem Fall wäre einerseits auf-

grund der engen Beziehung zwischen dem Zeugen Z5._____ und der Geschädig-

ten ein die Glaubwürdigkeit des Zeugen Z5._____ tangierendes Interesse am 

Verfahrensausgang gegeben und würde sich andererseits auch die Frage eines 

indirekten finanziellen Interesses des Zeugen Z5._____ stellen, nachdem die Ge-

schädigte im vorliegenden Verfahren Zivilansprüche geltend macht. Dann wäre 

überdies klar, dass jedenfalls die Aussage von Z5._____ anlässlich seiner Zeu-

-   29   - 

geneinvernahme vom 31. Januar 2008, er und die Geschädigte hätten heute kol-

legialen Kontakt, sie würden ab und zu telefonieren, getroffen habe er sie nachher 

(gemeint: nach der inkriminierten Tat) nicht sehr oft (Urk. HD 15/4 S. 2 und S. 5), 

nicht der Wahrheit entsprochen hätte. Unabhängig davon muss davon ausgegan-

gen werden, dass die Geschädigte wohl den Zeugen Z5._____ meinte, als sie er-

klärte, sie habe im Mai 2008 auf Anraten des Vaters ihres Kindes angegeben, se-

xuell belästigt worden zu sein (dazu oben). Dieser Belastung des Zeugen 

Z5._____ durch die Geschädigte wurde nicht näher nachgegangen. Sollte sie den 

Tatsachen entsprechen, wäre damit zudem, wie bereits im Rahmen der Erwä-

gungen zur Glaubwürdigkeit der Geschädigten aufgezeigt, nicht zwangsläufig 

auch erstellt, dass es sich im vorliegenden Fall gleich verhielt. Insgesamt gesehen 

erscheint es aber angezeigt, auch die Aussagen von Z5._____ mit allergrösster 

Vorsicht zu würdigen. 

Was die Glaubwürdigkeit des Angeklagten A._____ angeht, ist ergänzend zu den 

Ausführungen der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass er, wie dargelegt, von 

dieser rechtskräftig der Irreführung der Rechtspflege schuldig gesprochen wurde, 

weshalb seine Aussagen mit um so höherer Sorgfalt zu prüfen sind. 

Im Übrigen kann den Ausführungen der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit der An-

geklagten, von J._____ und der verschiedenen Zeugen gefolgt werden, weshalb 

darauf verwiesen werden kann (§ 161 GVG). 

 

2.5. Analyse der Aussagen der Geschädigten 

2.5.1. Die Aussagen der Geschädigten zum Ablauf der Nacht des tt. Mai 2007 

sind vor dem Hintergrund zu würdigen, dass es sich bei einer Vergewaltigung um 

ein dynamisches Geschehen handelt und ein Opfer unter Umständen nicht ohne 

weiteres in der Lage ist, den Ablauf bis ins kleinste Detail logisch nachvollziehbar 

zu schildern, zumal dann, wenn die Aussagen nicht sofort nach der Tat erfolgen. 

2.5.2. Die Geschädigte machte in den drei vollumfänglich verwertbaren Einver-

nahmen zu einem wesentlichen Teil übereinstimmende Angaben, die, wie die An-

-   30   - 

klagebehörde und die Vorinstanz zu Recht dargelegt haben (Urk. HD 62 S. 5 f.; 

Urk. HD 103 S. 65 f.), einen recht hohen Detaillierungsgrad aufweisen. Es darf 

aber nicht übersehen werden, dass feststeht, dass es in der Wohnung an der …-

Strasse .. in H._____ zwischen den Angeklagten und der Geschädigten zu sexu-

ellen Handlungen kam und sich somit vieles so ereignet haben kann, wie es von 

der Geschädigten geschildert wurde, ohne dass dabei von den Angeklagten Nöti-

gungshandlungen eingesetzt worden wären und ohne dass die Geschädigte ge-

gen ihren Willen in der fraglichen Wohnung festgehalten worden wäre. So könnte 

beispielsweise der von der Geschädigten anlässlich der polizeilichen Befragung 

vom 5. Juli 2007 geschilderte Umstand, dass einer derjenigen Männer, mit denen 

sie Geschlechtsverkehr gehabt habe, ein Kondom benützt und dieses aus dem 

Nachttisch hervorgenommen habe (Urk. HD 14/1 S. 9), oder ihre Schilderung, 

dass einer sie während des Geschlechtsaktes versucht habe umzudrehen, um 

auch den Analverkehr zu vollziehen (Urk. HD 14/1 S. 7 f.; Urk. HD 14/3 S. 15), 

sich auch im Rahmen einvernehmlicher Sexualkontakte ereignet haben.  

2.5.3. Für die Richtigkeit der Aussagen der Geschädigten spricht, dass diese 

durchgehend aussagte, sie habe nach der ersten Vergewaltigung ihre Kleider 

wieder anziehen wollen resp. dies getan in der Meinung, sie könne nun die Woh-

nung verlassen, worauf ihr dann eine weitere Linie Kokain gegeben und erklärt 

worden sei, sie könne danach gehen (Urk. HD 14/1 S. 7 ff.; Urk. HD 14/3 S. 3 und 

S. 11). Die Schilderung derartiger Gegebenheiten wäre bei einer Falschbelastung 

nicht zu erwarten gewesen. Gegen die These, die Geschädigte habe nicht die 

Wahrheit gesagt, spricht ferner, dass sie den vierten in der Wohnung Anwesen-

den, J._____, nicht der Vergewaltigung beschuldigte. Vielmehr gab sie an, dieser 

habe zwar nach den drei eingeklagten Vergewaltigungen sein erigiertes Glied 

entblösst, damit geprahlt und sie gefragt, ob sie mit ihm auch noch ins Bett wolle, 

sie aber nicht vergewaltigt und den Angeklagten auch nicht geholfen, als diese sie 

vergewaltigt hätten (Urk. HD 14/2 S. 3; Urk. HD 14/3 S. 13). Hätte sie die Ange-

klagten zu Unrecht belasten wollen, hätte sie diese Begebenheiten weit dramati-

scher schildern können. Das Gleiche gilt beispielsweise auch bezüglich ihrer ur-

sprünglichen Angabe, dass bei den ersten zwei Vergewaltigungen der Täter, der 

sie festgehalten habe, während der andere in sie eingedrungen sei, sich an-

-   31   - 

schliessend entfernt habe (Urk. HD 14/1 S. 8 f.; vgl. auch Urk. HD 14/3 S. 11). 

Sodann enthalten die Aussagen der Geschädigten Gefühlsbeschreibungen, die 

mit dem gemäss ihren Aussagen Erlebten in Korrelation stehen, und gab die Ge-

schädigte Erinnerungslücken an (z.B. Urk. HD 14/2 S. 2 und HD 14/3 S. 3, S. 6 

und S. 15 f.).  

2.5.4. Darüber hinaus wirkt die von der Geschädigten geschilderte Begegnung 

zwischen ihr und zwei der Angeklagten ca. zwei Wochen später in der "…"-Bar 

realitätsnah. Dass sie dabei drangsaliert worden sei, passt ins Bild ihrer Schilde-

rung der Geschehnisse in der Nacht vom tt. Mai 2007 und wirkt ebenso wenig er-

funden wie ihre Beschreibung, wie es auf der Strasse zu einer weiteren Begeg-

nung mit diesen beiden Angeklagten gekommen sei und einer ihr gegenüber eine 

Bewegung gemacht habe, wie wenn er auf sie habe losgehen wollen (Urk. HD 

14/1 S. 4 und S. 12 f.). Es stellt sich die Frage, wie die Geschädigte auf die Idee 

kommen sollte, derartige Begebenheiten zu schildern, wenn sie sich nicht tatsäch-

lich so ereignet hätten, zumal die Angeklagten B._____ (Urk. HD 13/1 S. 14 f.) 

und C._____ (Urk. HD 12/1 S. 9; Urk. HD 12/2 S. 3; Urk. HD 12/4 S. 7) spätere 

Begegnungen als solche bestätigten, der Angeklagte C._____ sogar – überein-

stimmend mit der Geschädigten – eine in der "…"-Bar (Urk. HD 12/1 S. 9; Urk. HD 

12/4 S. 7), und seine Aussagen anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 

26. November 2007 durchaus so aufgefasst werden können, dass die Geschädig-

te bei einer späteren Begegnung tatsächlich herumgeschubst wurde (Urk. HD 

10/4 S. 20). Es kann allerdings nicht gesagt werden, dass es keinen Grund gege-

ben hätte, die Geschädigte einzuschüchtern oder zu drangsalieren, wenn es kei-

ne sexuellen Übergriffe gegeben hätte. Sollten sich die Ereignisse so abgespielt 

haben, wie sie von den Angeklagten geschildert wurden, ist durchaus denkbar, 

dass diese der Geschädigten bei zufälligen späteren Treffen mit einer gewissen 

Überheblichkeit oder gar Verachtung begegneten, zumal sie anlässlich dieser 

späteren Begegnungen noch nicht wussten, dass die Geschädigte Strafanzeige 

gegen sie erstattet hatte. 

2.5.5. Die Geschädigte beschönigte ferner insbesondere ihren vorherigen Alko-

holkonsum nicht, indem sie unverblümt angab, insgesamt sicher sieben Biere und 

-   32   - 

zwei Wodka Cola konsumiert zu haben und ferner erklärte, nach ihrem Aufenthalt 

in der Bar schon gemerkt zu haben, dass sie zuviel getrunken gehabt habe (Urk. 

HD 14/1 S. 5). Ebenso wenig verschwieg sie, dass sie ein Antidepressivum na-

mens Tritico eingenommen hatte, das nicht gleichzeitig mit Alkohol genommen 

werden dürfe, gab aber an, dass sie keine Nebenwirkungen bemerkt habe (Urk. 

HD 14/3 S. 17). Sodann erklärte sie, in der Wohnung mehrere Linien Kokain kon-

sumiert zu haben (Urk. HD 14/1 S. 6 und S. 10; Urk. HD 14/3 S. 4 und S. 12), 

womit sie sich, nebenbei bemerkt, selber belastete.  

2.5.6. Der Umstand, dass die Geschädigte erst Wochen nach den fraglichen Ge-

schehnissen Anzeige erstattete, erscheint unter dem Gesichtspunkt, dass sie da-

von ausgehen musste, dass vier (!) andere Personen das Gegenteil behaupten 

würden (vgl. dazu die Aussage der Geschädigten in Urk. HD 14/3 S. 8), nachvoll-

ziehbar. Wenn die Geschädigte, wie von der Zeugin Z6._____ anlässlich ihrer 

Einvernahme vom 11. Mai 2009 geschildert, davon ausging, dass man ihr als 

Drogenkonsumentin sowieso nicht glauben werde (Urk. HD 15/12 S. 2), erscheint 

es – unter der Voraussetzung, dass sich der Sachverhalt wie eingeklagt zugetra-

gen hat – plausibel, dass bei ihr zunächst eine gewisse Resignation eintrat und 

sie sich erst zu einer Anzeige durchringen konnte, nachdem ihr bewusst gewor-

den war, dass die Sache sie sehr viel stärker belastete als erwartet (vgl. Urk. HD 

14/3 S. 20).  

2.5.7. Ferner besteht kein Anlass zur Annahme, die Geschädigte habe aufgrund 

ihres Alkohol-, Medikamenten- und Kokainkonsums in der fraglichen Nacht gar 

keine verlässlichen Aussagen zu Protokoll geben können. Zum einen stimmen 

diese ja teilweise – wenn auch naturgemäss nicht in den umstrittenen Punkten – 

mit denjenigen der Angeklagten überein. Ferner lässt sich daran, dass die Ge-

schädigte das Wohnungsinnere rund sechs Wochen nach den fraglichen Ereig-

nissen noch recht detailliert beschreiben konnte (Urk. HD 14/1 S. 2 ff.), obwohl sie 

offensichtlich nur in jener Nacht dort gewesen war, erkennen, dass ihre Wahr-

nehmung nicht derart getrübt war, dass sie nichts mehr mitbekommen hätte. Die-

se Einschätzung wird durch die Ausführungen im Aktengutachten des Instituts für 

Rechtsmedizin vom 3. Juli 2008 zur Frage der Auswirkungen des Alkohol-, Be-

-   33   - 

täubungsmittel- und Medikamentenkonsums der Geschädigten (Urk. HD 19/9) 

nicht widerlegt. Zudem wird sie durch die Aussagen des Angeklagten A._____ an-

lässlich der Konfrontationseinvernahme vom 26. November 2007 bestätigt, der 

auf die Frage, ob die Geschädigte betrunken war, aussagte: "Sie hat schon Alko-

hol getrunken. Ob sie betrunken war, weiss ich nicht. Sie wusste, was sie tat" 

(Urk. 10/4 S. 6 f.). 

2.5.8. Dass die Geschädigte gemäss ihren eigenen Aussagen einige Tage später 

bei der besagten Wohnung vorbeiging, lässt entgegen der Ansicht der Verteidiger 

(Urk. HD 64 S. 11; Urk. HD 65 S. 13; Urk. HD 120 S. 14 f.; ) nicht ohne weiteres 

darauf schliessen, dass sie somit keine Angst vor den Angeklagten gehabt habe 

und ihre Anschuldigungen mithin nicht stimmen könnten. Vielmehr liesse sich 

dies, wie von der Anklagebehörde geltend gemacht (Urk. HD 62 S. 15), durchaus 

auch mit der von der Geschädigten angegebenen (Urk. HD 14/1 S. 4) Wut auf die 

Angeklagten erklären. Hätte die Geschädigte am folgenden Morgen Geld von den 

Angeklagten verlangt, wie dies von den Angeklagten B._____ (Urk. HD 13/1 S. 

12: Fr. 200.–; Urk. HD 10/4 S. 20: Fr. 200.– oder Fr. 300.–) und C._____ (Urk. HD 

12/1 S. 2 f. und S. 8: Fr. 300.–; Urk. HD 12/4 S. 6: Fr. 300.–; Urk. HD 10/4 S. 20: 

Fr. 300.–; Urk. HD 10/5 S. 6: Fr. 200.– oder Fr. 300.–) behauptet, von der Ge-

schädigten (Urk. HD 14/2 S. 7) aber in Abrede gestellt wurde, spricht auch dies 

nicht gegen ihre Schilderungen. Wurden die eingeklagten Delikte begangen, ist 

denkbar, dass die Geschädigte damit eine gewisse Kompensation erreichen woll-

te. Dabei wäre es naheliegend gewesen, diese in Form von Geld zu verlangen, 

zumal es der Geschädigten, wie sich aus den Zeugenaussagen der Zeuginnen 

Z7._____ (Urk. HD 15/7 S. 4) und Z8._____ (Urk. HD 15/10 S. 2) ergibt, daran im 

fraglichen Zeitraum offensichtlich mangelte. Da die Geschädigte mit dem Ge-

schäft der Prostitution vertraut war, würde es aber, wie von der Anklagebehörde 

aufgezeigt (Urk. HD 62 S. 15), erstaunen, wenn sie einen im Voraus vereinbarten 

Liebeslohn nicht vorweg einkassiert hätte. Sollten die Sexualkontakte entgegen 

der Anklage freiwillig erfolgt sein, ohne dass vorher über eine Entschädigung ge-

sprochen worden wäre, wäre allerdings auch denkbar, dass die Geschädigte da-

für nachträglich Geld verlangte. 

-   34   - 

2.5.9. Die Aussagen der Geschädigten sind aber keineswegs frei von Widersprü-

chen und Unstimmigkeiten.  

2.5.10. Wenig aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang, dass die Geschädig-

te bezüglich der Reihenfolge der Täter widersprüchliche Angaben machte. Die 

Erklärung dafür könnte darin liegen, dass sie während der sexuellen Handlungen 

aufgrund ihres vorherigen Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsums in ihren 

kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt war und sich deshalb nachher nicht mehr 

richtig an die Reihenfolge erinnern konnte – auch die übrigen Beteiligten, die 

ebenfalls Alkohol und Kokain konsumiert hatten, machten dazu, wie nachfolgend 

aufzuzeigen sein wird, teilweise widersprüchliche Angaben. In diesem Zusam-

menhang ist entscheidend, dass die Angeklagten gar nicht bestreiten, sexuelle 

Kontakte bis hin zum Geschlechtsverkehr mit der Geschädigten gehabt zu haben, 

und zwar in der eingeklagten Reihenfolge; die Anklageschrift baut, was die Rei-

henfolge angeht, gerade auch auf die letzten Aussagen der Angeklagten auf.  

2.5.11. Ähnlich verhält es mit den widersprüchlichen Angaben der Geschädigten 

zur Frage, ob und wenn ja welcher der Täter ein Kondom benützte: Anlässlich der 

polizeilichen Befragung vom 5. Juli 2007 sagte die Geschädigte aus, der zweite 

Vergewaltiger habe ein Kondom benützt, während sie anlässlich ihrer Zeugen-

aussage vor der Staatsanwaltschaft vom 26. November 2007 angab, der zweite 

und dritte Verkehr seien ungeschützt passiert (Urk. HD 14/1 S. 9 und HD 14/3 

S. 9), demnach der erste nicht. Aufgrund der Aussagen des Angeklagten 

B._____, der angab, als erster mit der Geschädigten Sexualkontakt gehabt und 

dabei ein Kondom benützt zu haben, und aufgrund der Angaben der beiden ande-

ren Angeklagten, wonach sie kein Kondom benützt hätten (der Angeklagte 

B._____: Urk. HD 10/4 S. 15; Urk. HD 10/6 S. 4 f.) oder dies nicht mehr wüssten 

(der Angeklagte A._____: Urk. HD 10/1 S. 6; Urk. HD 10/3 S. 5 f.), ist davon aus-

zugehen, dass die entsprechende Aussage der Geschädigten anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2007 korrekt war. Dies 

erscheint auch deshalb naheliegend, weil es sich bei der Wohnung, in der sich die 

Beteiligten befanden, um diejenige des Angeklagten B._____ handelte und er 

somit am besten gewusst haben dürfte, ob resp. wo Kondome vorrätig waren. Da-

-   35   - 

raus, dass die Geschädigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 5. Juli 

2007 zur Frage, welcher der Angeklagten ein Kondom benützte, eine falsche An-

gabe machte, kann unter diesen Umständen nichts zu Gunsten der Angeklagten 

abgeleitet werden. Es muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um 

einen simplen Irrtum der Geschädigten handelte, zumal kein Grund ersichtlich ist, 

weshalb sie zu diesem Thema bewusst eine falsche Aussage hätte machen sol-

len.  

2.5.12. Ferner erklärte die Geschädigte anlässlich der polizeilichen Befragung 

vom 5. Juli 2007, der erste Vergewaltiger sei nach dem Geschlechtsverkehr du-

schen gegangen (Urk. HD 14/1 S. 9). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 26. November 2007 gab sie demgegenüber an, der erste Verge-

waltiger habe sich nach dem Samenerguss sogleich wieder angezogen und sie 

wisse nicht, ob einer der Vergewaltiger geduscht habe (Urk. HD 14/3 S. 7 und 

10). Dieser Widerspruch stellt in Tat und Wahrheit sogar ein Indiz dafür dar, dass 

die Geschädigte jedenfalls bezüglich des Duschens die Wahrheit sagte und Erin-

nerungslücken deklarierte. Aufgrund der Aussagen der Angeklagten B._____ und 

A._____ ist nämlich erstellt, dass der Angeklagte B._____, der als erster mit der 

Geschädigten Sexualkontakt hatte, danach duschte (Urk. HD 10/3 S. 5; Urk. HD 

10/4 S. 9; Urk. HD 13/1 S. 13). Offensichtlich verhält es sich so, dass die Ge-

schädigte sich daran rund sechs Wochen nach der fraglichen Nacht noch erinnern 

konnte, rund ein halbes Jahr später aber nicht mehr, denn Gründe, die die Ge-

schädigte diesbezüglich zu einer Falschaussage hätten verleiten können, sind 

nicht erkennbar.  

2.5.13. Dass die Geschädigte sodann erklärte, der Angeklagte B._____ habe sich 

relativ bald nach dem Geschlechtsverkehr aus der Wohnung entfernt (Urk. HD 

14/1 S. 5; Urk. HD 14/2 S. 4), obwohl dieser angab, nach dem Geschlechtsver-

kehr im Nebenzimmer geschlafen zu haben und erst erwacht zu sein, als die Ge-

schädigte die Wohnung schon verlassen hatte (Urk. HD 13/3 S. 3), kann ohne 

weiteres damit begründet sein, dass die Geschädigte den Angeklagten B._____ in 

der Wohnung nicht mehr wahrnahm, obwohl dieser sich in Tat und Wahrheit noch 

darin aufhielt, sich indes im anderen Zimmer auf dem Bett hinter dem Vorhang – 

-   36   - 

für die Geschädigte nicht erkennbar – schlafen gelegt hatte. Sie bestätigte anläss-

lich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2007 denn 

auch selber, dass dies der Fall gewesen sein könne (Urk. HD 14/3 S. 13). 

2.5.14. Hellhörig macht aber, dass die Geschädigte anlässlich der Einvernahme 

vom 26. November 2007 aussagte, bei der dritten Vergewaltigung sei sie von ei-

nem der anderen Anwesenden aufs Bett gedrückt worden (Urk. HD 14/3 S. 11), 

während sie anlässlich der polizeilichen Befragung vom 5. Juli 2007 zu Protokoll 

gegeben hatte, dass zwar bei den ersten beiden Vergewaltigungen jeweils ein 

zweiter Täter sie anfänglich festgehalten habe, dass aber der dritte Täter ohne 

Hilfe anderer den Geschlechtsverkehr vollzogen habe (Urk. HD 14/1 S. 9). Die 

Geschädigte stellte somit die dritte von ihr behauptete Vergewaltigung in einer 

späteren Einvernahme deutlich gravierender dar als anlässlich ihrer ersten Aus-

sage. Zwar lässt dies nicht ohne weiteres den Schluss zu, dass die Geschädigte 

die Angeklagten zu Unrecht belastete. Vielmehr könnte dies auch damit erklärt 

werden, dass anlässlich der Einvernahme vom 26. November 2007 rund ein hal-

bes Jahr verstrichen war und die Erinnerungen der Geschädigten inzwischen ver-

blasst waren resp. dass anlässlich der Einvernahme vom 26. November 2007 

diesbezüglich eine Verwechslung stattgefunden haben könnte. Zusätzlich irritiert 

indes, dass die Geschädigte schliesslich anlässlich der abgebrochenen Einver-

nahme vom 2. März 2009 neu schilderte, während der ersten Vergewaltigung hät-

ten sie zwei Männer auf das Bett geworfen und der Dritte habe sie dann verge-

waltigt (Urk. HD 14/4 S. 3 und S. 5), womit insofern eine völlig neue Variante zu 

Protokoll gegeben wurde, als nunmehr der erste Täter nicht nur einen sondern 

zwei Helfer gehabt haben soll. Später in dieser Einvernahme erklärte sie sogar, 

dass bei allen drei Vergewaltigungen jeweils zwei Helfer mitgewirkt hätten 

(Urk. HD 14/4 S. 8 f.). Sie schilderte somit in der letzten Einvernahme nochmals 

gravierendere Vorgänge als in den vorangegangenen Befragungen. Es ist zwar 

zu beachten, dass im Zeitpunkt dieser Einvernahme seit den fraglichen Ereignis-

sen 1 ¾ Jahre verstrichen waren. Dass sich nach einem derartigen zeitlichen Ab-

stand die Erinnerungen weiter verblasst hatten, ist nicht aussergewöhnlich, zumal 

nachvollziehbar ist, dass die Geschädigte, wenn sie von den Angeklagten tat-

sächlich in eingeklagter Weise sexuell missbraucht und der Freiheit beraubt wur-

-   37   - 

de, in der Folge die Ereignisse der Nacht vom tt. Mai 2007 so gut wie möglich zu 

vergessen resp. verdrängen versuchte. Dennoch ist nicht recht nachvollziehbar, 

dass die Geschädigte für einen derart zentralen Punkt des Geschehens plötzlich 

eine völlig neue Version mit jeweils zwei Helfern zu Protokoll gab und könnte dies 

auch daran liegen, dass sie frühere Falschaussagen nicht mehr in Erinnerung hat-

te. An diese Möglichkeit muss umso mehr gedacht werden, als die Geschädigte 

kurz darauf diese Einvernahme kurzerhand abbrach und dies nicht nur damit er-

klärt werden kann, dass sie die erneute Konfrontation mit einem traumatischen 

sexuellen Missbrauch nicht mehr ertrug, sondern auch damit, dass ihre Aussagen 

in wesentlichen Teilen nicht der Wahrheit entsprochen hatten, sie als Folge ihrer 

Widersprüche in die Enge getrieben wurde und sich nicht mehr anders zu helfen 

wusste als sich durch Flucht weiteren Widersprüche aufdeckenden Fragen zu 

entziehen. Jedenfalls erfolgte der Abbruch der Einvernahme genau nach der Kon-

frontation mit den widersprüchlichen Angaben dazu, wie viele der Männer bei 

welcher der drei Vergewaltigungen beteiligt waren (Urk. HD 14/4 S. 10). 

2.5.15. Die Geschädigte verneinte sodann anlässlich der Einvernahme vom 

26. September 2007 auf entsprechenden Vorhalt, dass ihr Handy im Laufe des 

Morgens wie ein Wecker geläutet habe und erklärte auf entsprechende Nachfra-

ge, nicht zu wissen, ob dieses Handy einen speziellen Weckruf gehabt habe 

(Urk. HD 14/3 S. 14). Auf die Ergänzungsfrage des Verteidigers des Angeklagten 

A._____, ob sie auf ihrem Mobile einen Wecker gehabt habe, der mit einem 

Weckspruch gekoppelt gewesen sei, erklärte sie, dass dies nicht der Fall gewe-

sen sei. Es sei ein Klingelton gewesen, aber sie wisse nicht mehr, welcher (Urk. 

HD 14/3 S. 17 f.). Merkwürdig ist, dass der Angeklagte C._____ und J._____ un-

abhängig voneinander aussagten, am nächsten Morgen sei der Wecker der Ge-

schädigten ertönt; eine Stimme habe "bitte aufstehen" oder ähnlich gesagt (Urk. 

HD 11/3 S. 5; Urk. HD 12/1 S. 8; Urk. HD 12/4 S. 6; Urk. HD 12/5 S. 6 ff.; Urk. HD 

12/6 S. 5). Die ersten diesbezüglichen Aussagen des Angeklagten C._____ sowie 

von J._____ wurden in einem Verfahrensstadium deponiert, in dem beide inhaf-

tiert waren und keine Gelegenheit bestand, die Angaben aufeinander abzustim-

men. Davon, dass sie sich zu diesem Thema vor der Verhaftung abgesprochen 

hätten, kann nicht ausgegangen werden. Ein für den nächsten Morgen gestellter 

-   38   - 

Wecker würde nicht in das Bild der von der Geschädigten geschilderten Massen-

vergewaltigung mit Freiheitsberaubung passen. Zwar ist einzuräumen, dass die 

Weckfunktion eines Handys in der Regel auch für eine Reihe von Tagen pro-

grammiert werden kann, so dass die Funktion nicht zwangsläufig am Vorabend 

resp. in der Nacht aktiviert worden sein müsste. Da die Geschädigte angab, den 

Wecker immer erst zu stellen, bevor sie ins Bett gehe (Urk. HD 14/3 S. 14), 

scheidet diese Möglichkeit allerdings vorliegend aus. Genauer geklärt werden 

konnte die Angelegenheit mit dem Weckton allerdings nicht, da die Geschädigte 

angab, das Handy, das sie damals gehabt habe, sei ihr inzwischen gestohlen 

worden (Urk. HD 14/3 S. 14). 

2.5.16. Ferner stellte die Geschädigte in Abrede, in der Wohnung geduscht zu 

haben (Urk. HD 14/2 S. 4; Urk. HD 14/3 S. 10 und S. 13). Von J._____ war an-

lässlich der Einvernahme vom 1. November 2007 geschildert worden, dass die 

Geschädigte in der Wohnung geduscht und sich mit einem Leintuch, nicht mit ei-

nem Frottiertuch, abgetrocknet habe (Urk. HD 11/3 S. 5), wobei allerdings auffällt, 

dass dieser anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 26. November 2007 

aussagte, die Geschädigte sei zwar ins Badezimmer gekommen, aber ob sie ge-

duscht habe, wisse er nicht (Urk. HD 10/4 S. 10). Auch der Angeklagte B._____ 

gab an, die Geschädigte habe in seiner Wohnung geduscht (Urk. HD 13/1 S. 11 

und S. 13; Urk. HD 13/3 S. 5; Urk. 10/4 S. 9; Urk. HD 13/4 S. 8), wobei er aber 

angab, dass die Geschädigte ein Badetuch benützt habe, und zwar das gleiche 

wie er (Urk. HD 13/4 S. 8). Dass die Geschädigte in der Wohnung geduscht habe, 

wurde auch vom Angeklagten A._____ ausgesagt, von diesem allerdings erst-

mals, nachdem er anlässlich der Konfrontationseinvernahme die entsprechende 

Aussage des Mitangeklagten B._____ gehört hatte, weshalb nicht ausgeschlos-

sen werden kann, dass er diese Aussage ohne realen Hintergrund übernahm (vgl. 

Urk. HD 10/4 S. 10). Die ersten diesbezüglichen Aussagen des Angeklagten 

B._____ sowie von C._____ erfolgten in einem Verfahrensstadium, in dem beide 

inhaftiert waren, weshalb sie keine Gelegenheit hatten, die Angaben aufeinander 

abzustimmen. Dafür, dass sie sich zu diesem Thema vor der Verhaftung abge-

sprochen hätten, kann nicht ausgegangen werden. Die Benützung der Dusche 

durch die Geschädigte wäre mit den Anklagevorwürfen schlecht vereinbar. 

-   39   - 

2.5.17. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die Geschädigte angab, in 

der Wohnung ihre Jacke ausgezogen zu haben (Urk. HD 14/1 S. 6), womit der 

Eindruck einer eher bedeutungslosen Handlung entstand, wird doch normaler-

weise unter einer Jacke weitere (körperbedeckende) Oberbekleidung getragen. 

Aufgrund der Aussagen der übrigen Anwesenden muss aber davon ausgegangen 

werden, dass die Geschädigte sich im Vorfeld der sexuellen Handlungen am 

Oberkörper teilweise selber entkleidete. Dem von der Geschädigten erweckten 

Eindruck steht zwar die Schilderung von J._____, sie habe angefangen, sich aus-

zuziehen (Urk. HD 11/1 S. 5), nicht zwingend entgegen, denn auch diese Aussa-

ge kann sich "lediglich" auf eine Jacke beziehen. Die Schilderung von J._____ 

steht aber auch den Angaben des Angeklagten C._____ nicht entgegen, der an-

lässlich der Einvernahme vom 28. September 2007 erklärte, die Geschädigte ha-

be sich die Bluse ausgezogen (Urk. HD 12/1 S. 8). Die Aussage des Angeklagten 

A._____, der angab, die Geschädigte habe sich im Vorfeld der sexuellen Hand-

lungen am Oberkörper bis auf den BH selber ausgezogen (Urk. HD 10/3 S. 5), 

steht wiederum mit derjenigen des Angeklagten C._____ in Einklang. Der Ange-

klagte B._____ hingegen machte diesbezüglich widersprüchliche Angaben. Auch 

zu diesem Fragenkomplex ist anzumerken, dass die ersten diesbezüglichen Aus-

sagen der Angeklagten in einem Zeitpunkt erfolgten, in dem diese inhaftiert waren 

und sich somit nicht absprechen konnten. Ferner liegen auch bezüglich dieses 

Themas keine Anhaltspunkte dafür vor, dass vor den Inhaftierungen entspre-

chende Absprachen getroffen worden sein könnten. Unter den gegebenen Um-

ständen muss davon ausgegangen werden, dass sich die Geschädigte im Vorfeld 

der sexuellen Handlungen in einem Ausmass entkleidete, wie es bei einem Tref-

fen unter höchstens flüchtig Bekannten aussergewöhnlich erscheint. Dies steht 

zwar den Angaben der Geschädigten, sie sei vergewaltigt worden, nicht entge-

gen. Dass davon ausgegangen werden muss, dass die Geschädigte bezüglich 

des Umfangs, in dem sie sich selber entkleidete, unvollständige Angaben machte, 

kann aber andererseits auch ein Zeichen dafür darstellen, dass ihre Schilderun-

gen nicht der Wahrheit entsprechen. 

2.5.18. Ein weitere unter Umständen bedeutungsvolle Unstimmigkeit lässt sich bei 

einem Vergleich der Aussagen der Geschädigten mit denjenigen der Zeugen 

-   40   - 

Z3._____ und Z5._____ zu den Hämatomen feststellen. Beide Zeugen schilderten 

weit auffälligere Hämatome, als dies die Geschädigte tat, die anlässlich der Ein-

vernahme vom 5. Juli 2007 angab, sie habe an den Oberarmen und bei den Rip-

pen blaue Flecken vom Festhalten gehabt (Urk. HD 14/1 S. 10). Sie fügte im Pro-

tokoll dieser Einvernahme handschriftlich an, ein Kollege habe diese Hämatome 

gesehen und könnte dies bestätigen (Urk. HD 14/1 S. 10). Der von ihr gemeinte 

Zeuge Z3._____ sprach anlässlich seiner polizeilichen Befragung am 19. Oktober 

2007 aber davon, dass der ganze Körper der Geschädigten mit Ausnahme des 

Kopfes ein Bluterguss gewesen sei und sie wirklich fürchterlich ausgesehen habe 

(Urk. HD 15/1 S. 3; siehe auch Urk. HD 15/2 S. 3), und auch der Zeuge Z5._____ 

gab an, blaue Flecken bemerkt zu haben, wobei er mit beiden Händen auf den 

Hals zeigte und erläuterte, diese hätten sich an der Hals- und Kopfpartie befun-

den, auf Nachfrage aber erklärte, er wisse nicht mehr im Detail, wo sich diese 

Flecken befunden hätten. Ferner gab er an, die Geschädigte habe ziemlich mit-

genommen ausgesehen (Urk. HD 15/4 S. 4 f.). Da die Aussagen der Zeugen 

Z3._____ und Z5._____, bei denen nicht davon ausgegangen werden kann, dass 

sie abgesprochen wurden, aufgrund ihrer weitgehenden Übereinstimmung als 

glaubhaft erscheinen, muss davon ausgegangen werden, dass die Geschädigte 

irgendwann im Zeitraum Ende Mai / Anfangs Juni 2007 massivste Hämatome 

aufwies. Diese können aufgrund der Aussagen der Geschädigten selber nicht von 

den fraglichen Ereignissen stammen. Es muss daher an die Möglichkeit gedacht 

werden, dass die Geschädigte sich diese Hämatome erst im Zeitraum nach der 

Nacht des tt. Mai 2007 zuzog, beispielsweise, weil sie in jenem Zeitraum keine 

Bleibe hatte (dazu auch nachfolgend unter 2.5.19. und 2.5.20.) resp. im Zusam-

menhang mit weiteren "Abstürzen", sie dies aber gegenüber den Untersuchungs-

behörden anders darstellte, um ihren Aussagen zur mehrfachen Vergewaltigung 

mehr Gewicht zu verleihen. 

2.5.19. Sollten sich die Ereignisse in der Nacht vom tt. Mai 2007 so abgespielt 

haben, wie von der Geschädigten geschildert, und sollte sie aus diesem Grund 

traumatisiert gewesen sein, wie sie selber angab und auch die Zeuginnen 

Z4._____ und Z6._____ aussagten (dazu nachfolgend unter Ziffer III.2.9.2.), mu-

tet es sodann seltsam an, dass sie gemäss den Aussagen des Zeugen Z3._____ 

-   41   - 

nur ein bis zwei Wochen nach der Tatnacht und etwa zwei Stunden, nachdem sie 

diesen kennengelernt hatte, Geschlechtsverkehr mit ihm gehabt haben soll (Urk. 

HD 15/1 S. 2 f.). Dies wird von der Geschädigten zwar in Abrede gestellt. Sie 

macht geltend, den Zeugen Z3._____ anfangs Juni 2007 kennengelernt und ca. 

eine Woche, nachdem sie sich kennengelernt hätten und sie bei ihm eingezogen 

sei, erstmals Geschlechtsverkehr mit ihm gehabt zu haben (Urk. HD 14/3 S. 5). 

Die Aussagen der Geschädigten erscheinen aber wenig glaubhaft, zumal sie an-

gesichts der obigen Argumentation ein Motiv gehabt hätte, diesbezüglich die Un-

wahrheit zu sagen, während beim Zeugen Z3._____ kein Motiv erkennbar ist, be-

züglich des Zeitpunkts des ersten Geschlechtsverkehrs mit der Geschädigten zu 

lügen. Auffällig ist zudem, dass die Geschädigte andeutete, mit dem Zeugen 

Z3._____ Geschlechtsverkehr zu haben, weil er ihr geholfen (Urk. HD 14/3 S. 6), 

sprich, weil er ihr eine Bleibe geboten hatte. Dass die Geschädigte im Zeitpunkt, 

in dem sie Z3._____ kennenlernte, kein Obdach hatte, ergibt sich aus dessen 

Ausführungen (Urk. HD 15/1 S. 2), die damit, dass davon ausgegangen werden 

muss, dass die Geschädigte am tt. Mai 2007 aus der Wohngruppe K._____ aus-

geschlossen worden war (Beizugsakten DG040303, Urk. 27; dazu vorne unter Zif-

fer III.2.4.), in Einklang stehen. Auf die sexuelle Beziehung zwischen der Geschä-

digten und Z3._____ angesprochen gab die Psychotherapeutin der Geschädigten, 

die Zeugin Z4._____, anlässlich ihrer Einvernahme vom 11. Januar 2008 zu Pro-

tokoll: "So wie ich mir das vorstelle, könnte es sein, dass sie für eine Wohngele-

genheit wieder zu einem Mann gezogen ist. Sie hatte ja damals keine Wohnung. 

Möglicherweise wurde ihr damals Unterschlupf gegen sexuelle Handlungen an-

geboten. Wenn sie konsumiert, ist sie ja nicht mehr so belastet, das ist wie eine 

Selbstmedikation. Und dann hat sie es vielleicht als das kleinere Übel betrachtet, 

Sex zu haben, als über keinen Unterschlupf zu verfügen. Vielleicht kam es dann 

wie einfach nicht mehr darauf an" (Urk. HD 15/3 S. 8 f.). 

2.5.20. Der Ausschluss aus der Wohngruppe K._____ könnte ferner einerseits er-

klären, weshalb die Geschädigte am Nachmittag und Abend des tt. Mai 2007 er-

hebliche Mengen Alkohol konsumierte, mitten in der Nacht – das Zusammentref-

fen mit den Angeklagten sowie J._____ fand nach 4.00 Uhr morgens statt – noch 

"im Ausgang" war, und zudem sofort auf das Angebot, gemeinsam Kokain zu 

-   42   - 

konsumieren, einstieg, obwohl sie seit zweieinhalb Jahren eine abstinenzorientier-

te Massnahme absolviert hatte und am nächsten Tag arbeiten musste (Urk. HD 

15/7, Anhang). Es spricht aber unter den gegebenen Umständen andererseits 

auch Einiges dafür, dass die Geschädigte für die Nacht vom tt. auf den tt. Mai 

2007 schlechterdings keine Unterkunft hatte. Wenn dem so gewesen wäre, ver-

suchte die Geschädigte aber offensichtlich, dies in ihren Einvernahmen zu ver-

schleiern. Anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme vom 5. Juli 2007 schil-

derte sie nämlich, dass sie sich nach dem Besuch der "…"-Bar auf den Heimweg 

habe machen wollen, als sie die Angeklagten draussen gesehen habe (Urk. HD 

14/1 S. 2). Geht man davon aus, dass die Geschädigte am tt. Mai 2007 definitiv 

aus der Wohngruppe K._____ ausgeschlossen worden war und für die fragliche 

Nacht keine Bleibe hatte, konnte sie sich aber gar nicht auf den Heimweg bege-

ben. Wäre dies den ermittelnden Behörden bekannt gewesen, wäre wahrschein-

lich die Frage aufgekommen, ob die Geschädigte freiwillig in der Wohnung 

B._____ übernachtet haben könnte resp. wären ihre Schilderungen hinterfragt 

worden. Dann müsste ferner sogar die Frage aufgeworfen werden, ob die Ge-

schädigte die von ihr geschilderten Vergewaltigungen anlässlich der Einvernahme 

vom 5. Juli 2007 gar nicht versehentlich, sondern absichtlich zunächst auf die 

Nacht vom 15. auf den 16. Mai 2007 datierte (Urk. HD 14/1 S. 1). Am 15. resp. 

16. Mai 2007 wohnte die Geschädigte nämlich noch in der Wohngruppe, weshalb 

die dargelegten Schilderungen anlässlich der Einvernahme vom 5. Juli 2007 zu 

keinen weiteren Fragen Anlass gaben. Dass die Geschädigte anlässlich dieser 

Befragung andeutete, sie sei wegen der fraglichen Ereignisse aus der Wohngrup-

pe ausgeschlossen worden (Urk. HD 14/1 S. 3 f.), obwohl jedenfalls gemäss den 

Beizugsakten (DG040303 Urk. 27 S. 2 f.) der Ausschluss am Vortag der inkrimi-

nierten Ereignisse, am tt. Mai 2007, stattgefunden hatte, konnte so ebenfalls nicht 

hinterfragt werden. Nach der ersten Befragung der Geschädigten stellte sich dann 

heraus, dass das von ihr angegebene Datum nicht stimmen konnte, da der ge-

mäss ihren Angaben in der fraglichen Nacht ebenfalls in der Wohnung anwesen-

de J._____ am von der Geschädigten zunächst als Tattag angegebenen 16. Mai 

2007 morgens um 9.00 Uhr aus dem Strafvollzug entlassen wurde und demnach 

während der vorangegangenen Nacht nicht in dieser Wohnung hatte sein können 

-   43   - 

(Urk. HD 4; Urk. HD 9 S. 5 f.). Dass die Geschädigte am tt. resp. tt. Mai 2007 

beim Zeugen Z3._____ in M._____ wohnte, wie sie in der Folge anlässlich der 

Einvernahme vom 8. Oktober 2007 neu aussagte (Urk. HD 14/2 S. 6), kann ohne-

hin nicht stimmen. Diese Angabe widerspricht einerseits den glaubhaften Aussa-

gen des Zeugen Z3._____, aus denen sich ableiten lässt, dass er die Geschädig-

te erst nach dem tt. Mai 2007 kennenlernte (Urk. HD 15/1 S. 2; Urk. HD 15/2 S. 

2), weshalb diese seinen Aussagen zufolge zur Tatzeit nicht bei ihm gewohnt ha-

ben kann. Weshalb der Zeuge Z3._____ diesbezüglich nicht die Wahrheit sagen 

sollte, ist nicht ersichtlich. Andererseits erklärte die Geschädigte selber anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 26. November 2007, sie habe den 

Zeugen Z3._____ anfangs Juni 2007 kennengelernt; er habe ihr die Möglichkeit 

gegeben, in seiner alten Wohnung zu wohnen (Urk. HD 14/3 S. 5). Damit setzte 

sie sich auch selber in einen unauflösbaren Widerspruch zu ihren Aussagen an-

lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. Oktober 2007 (Urk. HD 14/2 S. 6). 

Unter den gegebenen Umständen, insbesondere auch in Anbetracht der bereits 

wiedergegebenen Aussage der Psychotherapeutin der Geschädigten zur sexuel-

len Beziehung zwischen der Geschädigten und dem Zeugen Z3._____, kommt 

man nicht umhin, an die Möglichkeit zu denken, dass die Geschädigte sich unter 

Inkaufnahme von sexuellen Kontakten entschieden haben könnte, die Nacht mit 

den Angeklagten sowie J._____ in der fraglichen Wohnung zu verbringen, sei es, 

um für die Nacht eine Unterkunft zu haben, sei es, weil ihr Kokain in Aussicht ge-

stellt worden war. Wenn die Geschädigte ursprünglich keine sexuellen Kontakte 

mit den Angeklagten in Kauf nahm, muss darüber hinaus auch in Erwägung ge-

zogen werden, dass sie die sexuellen Handlungen, um nicht mitten in der Nacht 

ohne Übernachtungsmöglichkeit dazustehen, ohne Widerstand irgendwelcher Art 

geduldet haben könnte. 

2.5.21. Zwar lassen die Umstände der Anzeige eine planmässige Falschbelas-

tung der Angeklagten durch die Geschädigte auf den ersten Blick wenig wahr-

scheinlich erscheinen: Es war nicht etwa so, dass die Geschädigte nach der frag-

lichen Nacht zur Polizei gegangen wäre, um Anzeige zu erstatten. Vielmehr 

wandte sie sich einige Zeit später an eine Opferhilfeberatungsstelle, um dort Hilfe 

zu suchen. Erst nachdem die Geschädigte mit ihrer dortigen Betreuerin Z6._____ 

-   44   - 

mehrere Gespräche gehabt und sich dabei bezüglich einer Anzeige noch unent-

schlossen gezeigt hatte, meldete diese schliesslich die Sache im Einvernehmen 

mit der Geschädigten der Kantonspolizei Zürich (Urk. HD 1 S. 4 f.; Urk. HD 14/1 

S. 1; Urk. HD 15/12 S. 1 ff.). In diesem Zusammenhang darf aber nicht ausser 

Acht gelassen werden, dass die Geschädigte rund ein Jahr nach der inkriminier-

ten Tat einen Mitarbeiter eines Einsatzortes für gemeinnützige Arbeit – gemäss 

späterer Zugabe – zu Unrecht beschuldigte, er habe sie sexuell belästigt (Beizu-

gsakten 2008/6401, Akten Nachverfahren Urk. 2 S. 1 f.), um damit zu bewirken, 

dass die gemeinnützige Arbeit nicht eingestellt wurde. Unter diesen Umständen 

kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Geschädigte diese Strategie – allen-

falls mit der Unterstützung des Zeugen Z5._____ – schon ein Jahr früher ange-

wendet hatte. Dass die Geschädigte sich vor der Einstellung ihrer Massnahme 

fürchtete, lässt sich ihren bereits wiedergegebenen Aussagen im Zusammenhang 

mit dem Ladendiebstahl im Warenhaus L._____ am 24. Januar 2007 entnehmen. 

Es liegt auf der Hand, dass der Geschädigten nach ihrem Ausschluss aus der 

Wohngruppe K._____ die Aufhebung der Massnahme sowie der Vollzug der auf-

geschobenen Freiheitsstrafen drohte. Unter den aufgezeigten Umständen ist 

denkbar, dass die Geschädigte eine Falschaussage in Kauf genommen haben 

könnte, um selber Hilfe zu erhalten, weil sie aufgrund der verlorenen gegangenen 

Wohn- und Arbeitsgelegenheit und des Rückfalls in die Alkohol- resp. Drogenab-

hängigkeit nicht mehr ein und aus wusste, dass sie mithin ab Juni 2007 zu Un-

recht in eine Opferrolle geschlüpft sein könnte, um so beispielsweise die Gunst ih-

rer Psychotherapeutin sowie der Bewährungs- und Vollzugsdienste zu gewinnen 

und die Einstellung der Massnahme abzuwenden und/oder den Vollzug der diver-

sen Freiheitsstrafen zu verhindern. Es ist ferner denkbar, dass sie dabei unter ei-

nen Druck geriet, ihren Anschuldigungen mehr Glaubhaftigkeit zu verleihen, und 

dass dies schliesslich zur Anzeige führte. 

 
 
 
 

2.6. Analyse der Aussagen des Angeklagten A._____ 

-   45   - 

2.6.1. Der in den wesentlichen Punkten ungeständige Angeklagte A._____ ver-

strickte sich bei seinen Aussagen in unzählige Widersprüche. So stellte er die Er-

eignisse der fraglichen Nacht anlässlich der polizeilichen Einvernahme sowie der 

Hafteinvernahme vom 26. September 2007 im Sinne eines "One-Night-Stands" 

zwischen ihm und der Geschädigten in der Wohnung eines Kollegen dar, in des-

sen Vorfeld die Geschädigte ihn, nachdem sie sich in der "…"-Bar näher gekom-

men seien, gefragt habe, ob er eine Wohnung habe oder sie in ein Hotel gehen 

sollten (Urk. HD 10/1 S. 5 ff.; Urk. HD 10/2 S. 2), während er anlässlich der Ein-

vernahme vom 2. November 2007 einen gemeinsamen Kokainkonsum der drei 

Angeklagten, J.____s sowie der Geschädigten an den Anfang der Geschehnisse 

in der Wohnung rückte (Urk. HD 10/3 S. 5). War anlässlich der beiden Einver-

nahmen vom 26. September 2007 Sex der Grund, weshalb er überhaupt mit der 

Geschädigten in die Wohnung des Mitangeklagten B._____ gegangen sei (Urk. 

HD 10/1 S. 5 ff.; Urk. HD 10/2 S. 2), war dies gemäss seinen Aussagen anlässlich 

der Einvernahme vom 8. Dezember 2008 kein Thema gewesen (Urk. HD 10/5 S. 

3 f. und S. 13).  

2.6.2. Auch hinsichtlich der Anwesenheit und Handlungen anderer Personen wa-

ren die Aussagen des Angeklagten A._____ widersprüchlich. Anlässlich der poli-

zeilichen Befragung vom 26. September 2007 gab er an, dass an jenem Abend 

der Mitangeklagte B._____ sowie J._____ in der gleichen Wohnung gewesen sei-

en, während er die Anwesenheit des Mitangeklagten C._____ nicht erwähnte 

(Urk. HD 10/1 S. 6). Ferner gab er an, nicht zu wissen, ob die anderen Anwesen-

den auch Sex mit der Geschädigten gehabt hätten (Urk. HD 10/1 S. 6). Anlässlich 

der gleichentags erfolgten Hafteinvernahme erklärte er auf Vorhalt, gemäss Aus-

sagen der Geschädigten seien insgesamt vier Männer in der Wohnung gewesen, 

er könne nicht sagen, ob wirklich vier Männer in der Wohnung gewesen seien und 

beim besten Willen keinen Namen nennen. Es sei möglich, dass noch eine weite-

re Person in die Wohnung gekommen sei, als er geschlafen habe (Urk. HD 10/2 

S. 3). Erst auf die Frage, ob er noch etwas beizufügen habe, gab er an, dass es 

möglich sei, dass es sich beim vierten Mann um C._____ gehandelt habe (Urk. 

HD 10/2 S. 5). Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 2. November 2007 er-

klärte er dann, dass in der fraglichen Nacht die Mitangeklagten B._____ und 

-   46   - 

C._____ sowie dessen Cousin J._____ zugegen gewesen seien (Urk. HD 10/3 S. 

2), wobei vor ihm der Mitangeklagte B._____ mit der Geschädigten allein im Zim-

mer gewesen sei und er annehme, dass dieser mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt 

habe (Urk. HD 10/3 S. 5). Anlässlich der Einvernahme vom 8. Dezember 2008 

wiederum führte er aus, dass es, nachdem er zusammen mit J._____ in den 

Raum nebenan gegangen sei, zwischen der Geschädigten und dem Angeklagten 

C._____ oder dem Angeklagten B._____ zum Sex gekommen sei (Urk. HD 10/5 

S. 5 und S. 10).  

2.6.3. Sodann widersprechen seine Aussagen teilweise auch denjenigen der Mit-

angeklagten. Anlässlich der polizeilichen Befragung vom 2. November 2007 sagte 

er aus, die Geschädigte habe im Vorfeld der sexuellen Handlungen vor den vier 

anwesenden Männern ihre Oberbekleidung bis auf den BH ausgezogen, worauf 

er ihr diesen dann langsam abgezogen habe. Danach hätten sie beide aufgehört 

und (gemeint: gemeinsam mit den anderen Anwesenden) Karten gespielt, ge-

raucht und gekokst (Urk. HD 10/3 S. 5). Die Darstellung, dass er der Geschädig-

ten vor den anderen Anwesenden den BH ausgezogen habe, wurde von keinem 

seiner Kollegen bestätigt. Ferner spricht beispielsweise gegen die Behauptung 

des Angeklagten A._____, die Geschädigte und er hätten sich schon im "…" resp. 

auf der Strasse auf den Mund geküsst (Urk. HD 10/2 S. 2; Urk. HD 10/3 S. 3; Urk. 

HD 10/5 S. 3 und S. 12), wobei er anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 

26. November 2007 präzisierte, es habe sich um Zungenküsse gehandelt (Urk. 

HD 10/4 S. 6), die Aussage von J._____, der Angeklagte A._____ und die Ge-

schädigte hätten sich bei ihrem Treffen auf der Strasse auf die Wangen geküsst 

(Urk. HD 11/3 S. 2). Diese Aussage bestätigte J._____ anlässlich der genannten 

Konfrontationseinvernahme e contrario, indem er auf entsprechenden Vorhalt an-

gab, Zungenküsse hätten die Geschädigte und der Angeklagte A._____ erst in 

der Wohnung ausgetauscht (Urk. HD 10/4 S. 7). 

2.6.4. Insbesondere aufhorchen lassen aber die Widersprüche im Zusammen-

hang mit der Frage, ob der Angeklagte A._____ mit der Geschädigten Ge-

schlechtsverkehr hatte oder nicht. Er gab sowohl anlässlich der beiden Einver-

nahmen vom 26. September 2007 als auch anlässlich derjenigen vom 2. Novem-

-   47   - 

ber 2007 an, mit der Geschädigten den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben 

(Urk. HD 10/1 S. 6; Urk. HD 10/2 S. 2; Urk. HD 10/3 S. 5), wobei er anlässlich der 

polizeilichen Einvernahme vom 26. September 2007 präzisierte, der Akt habe et-

wa fünf Minuten gedauert, er habe einen Orgasmus bekommen, er wisse jedoch 

nicht mehr, "ob in der Frau oder nicht" (die Vorinstanz hat diese Aussage unge-

nau wiedergegeben: Urk. HD 103 S. 26), er glaube, er habe seinen Penis nur in 

ihre Vagina eingeführt gehabt und diesen vor dem Erguss herausgezogen; anal 

oder oral sei nichts gelaufen (Urk. HD 10/1 S. 6). Anlässlich der Einvernahme 

vom 2. November 2007 auf etwaige Erektionsstörungen angesprochen erklärte er 

ausdrücklich, dass es unter Kokaineinfluss dazu kommen könne, dass er keine 

Erektion bekomme, dies aber an jenem Abend, so glaube er, nicht der Fall gewe-

sen sei (Urk. HD 10/3 S. 6). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 26. 

November 2007 sowie anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 

8. Dezember 2008 bestritt er dann aber in Widerspruch zu seinen früheren Aus-

sagen, mit der Geschädigten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben; er habe sie 

nur geküsst, was die Geschädigte ebenfalls gewollt habe, und ihre Brüste geleckt 

(Urk. HD 10/4 S. 8 und S. 12 f.; Urk. HD 10/5 S. 2). Daran, dass er keinen Ge-

schlechtsverkehr mit der Geschädigten gehabt habe, hielt er auch im Verlauf des 

weiteren Verfahrens fest (Urk. HD 10/7 S. 4 f.; Urk. HD 61 S. 20; Prot. II S. 28 f.). 

Die von ihm anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vorgebrachte Be-

gründung, weshalb er zunächst fälschlicherweise angegeben habe, dass er mit 

der Geschädigten Geschlechtsverkehr gehabt habe, nämlich dass er sich dafür 

geschämt habe, unter Kokaineinfluss keine Erektion zu bekommen (Urk. HD 61 S. 

20), überzeugt nicht. Er war im Zeitpunkt sämtlicher Einvernahmen, in denen er 

erklärte, dass er Geschlechtsverkehr mit der Geschädigten gehabt habe, inhaf-

tiert, wurde er doch erst im Anschluss an die Konfrontationseinvernahme vom 26. 

November 2007 aus der Untersuchungshaft entlassen (Urk. HD 26/11). Dass er, 

während er sich in Untersuchungshaft befand und nachdem ihm bekannt war, 

dass gegen ihn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ermittelt wurde, aus 

mangelndem Selbstwertgefühl nicht sofort erklärt habe, keine Erektion und aus 

diesem Grund keinen Geschlechtsverkehr mit der Geschädigten gehabt zu ha-

ben, wenn es sich in Tat und Wahrheit so verhalten hätte (so die Verteidigung: 

-   48   - 

Urk. HD 84 S. 5), ist auch unter Berücksichtigung der von seinem Verteidiger an-

geführten, im psychiatrischen Gutachten konstatierten schweren Persönlichk