# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb4b6e77-15b5-5101-bef6-1090efebf90b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.10.2010 D-6985/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6985-2010_2010-10-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6985/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
dessen Ehefrau B._______,
geboren (...),
und deren Kinder C._______,
geboren (...),
D._______, geboren (...),
Serbien,
alle vertreten durch Annelise Gerber,
(...),
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuch;
Zwischenverfügung des BFM vom 13. August 2010 
und Verfügung des BFM vom 10. September 2010 /
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6985/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliessen  die  Beschwerdeführenden 
– serbische  Staatsangehörige  aus  Kosovo  –  zusammen  mit  ihrer 
Tochter C._______ am 22. November 2008 ihren Heimatstaat und ge-
langten am 23. November 2008 in die Schweiz, wo sie gleichentags im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum E._______ um Asyl ersuchten. Mit 
Verfügung vom 15. April 2009 wies das BFM die Asylgesuche ab und 
ordnete die Wegweisung der Beschwerdeführenden aus der Schweiz 
sowie  den  Vollzug  an.  Die  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Be-
schwerde  vom  20. Mai  2009  (Poststempel)  wies  das  Bundesver-
waltungsgericht mit Urteil vom 28. Juni 2010 rechtskräftig ab.

B.
B.a Mit  Eingabe  vom  2.  August  2010  liessen  die  Beschwerde-
führenden  beim  BFM  um  Wiedererwägung  der  Verfügung  vom 
15. April 2009  ersuchen.  Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen 
geltend gemacht, mit Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in 
Den Haag vom 22. Juli  2010 habe sich  die  Situation  vollumfänglich  
verändert. Serbien werde dieses Urteil nie akzeptieren. Die serbische 
Regierung habe sofort verkündet, sie wolle weiterhin um die Rückkehr 
Kosovos  in  seinen  Staatenverbund  kämpfen.  Aufgrund  der  an-
gespannten  Situation  sei  es  unzumutbar,  eine  Wegweisung  der  Be-
schwerdeführenden  nach  Serbien  anzuordnen.  Dies  dürfte  darüber 
hinaus praktisch unmöglich sein. Die Rechtsvertreterin sei diesbezüg-
lich  informiert  worden,  dass  das serbische  Konsulat  in  der  Schweiz 
Personen,  die  sich  über  eine Möglichkeit  der  Einreise  nach Serbien 
erkundigt hätten, klar die Auskunft erteilt habe, kosovarischen Serben 
würden keine Reisedokumente ausgestellt. Nach dem Gesagten seien 
die Beschwerdeführenden in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

B.b Mit Zwischenverfügung vom 13. August 2010 stellte das BFM fest, 
das Wiedererwägungsgesuch vom 2. August 2010 erweise sich als von 
vornherein  aussichtslos,  weshalb  es  die  Beschwerdeführenden  in 
Anwendung von Art. 17b Abs. 3  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR 142.31)  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolge aufforderte, 
innert  Frist  einen Gebührenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-  ein-
zuzahlen.  Zur  Begründung  hielt  das  BFM  fest, das  Bundesver-
waltungsgericht  habe sich im Urteil  D-3270/2009 vom 28. Juni  2010 
eingehend  mit  der  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs  aus-

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einandergesetzt und die vorinstanzliche Verfügung vom 15. April 2010 
(recte:  2009)  bestätigt.  Die  Lage  habe  sich  seither  für  ethnische 
Serben aus dem Kosovo – auch nach dem Urteil des IGH – nicht ge-
ändert,  weshalb  auf  eine  Neubeurteilung  nicht  einzutreten  sei.  Zur 
geltend gemachten Unmöglichkeit des Vollzugs sei festzuhalten, dass 
die  Beschaffung neuer  Reisepapiere  für  Personen aus Kosovo zwar 
lange dauere, nicht aber unmöglich sei.

Die  Beschwerdeführenden  leisteten  der  Aufforderung  zur  Bezahlung 
eines Gebührenvorschusses keine Folge.

B.c Mit  Verfügung  vom  10.  September  2010  –  eröffnet  am 
14. September 2010 – trat das BFM auf das Wiedererwägungsgesuch 
vom 2. August 2010 wegen Nichtbezahlens des Gebührenvorschusses 
androhungsgemäss  nicht  ein,  erklärte  den  negativen  Asylentscheid 
vom 15. April  2009  für  rechtskräftig  und vollstreckbar  und stellte  im 
Weiteren  fest,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  auf-
schiebende Wirkung zu.

C.
Mit  Faxeingabe  vom  27.  September  2010  liessen  die  Beschwerde-
führenden beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügungen des 
BFM vom 13. August 2010 und 10. September 2010 Beschwerde er-
heben  und  sinngemäss  beantragen,  es  sei  auf  das  Wieder-
erwägungsgesuch vom 2. August 2010 einzutreten und die Verfügung 
vom 15. April 2009 in Wiedererwägung zu ziehen. Im Einzelnen wurde 
um  Feststellung  der  Unmöglichkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs  nach  Serbien  und  um  Anordnung  der  vorläufigen 
Aufnahme in der Schweiz ersucht. In prozessualer Hinsicht liessen die 
Beschwerdeführenden  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege beantragen.

D.
Am  29.  September  2010  ging  die  Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht im Original ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem 
Gebiet des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Nachdem  nach  Lehre  und  Praxis  Wiedererwägungsentscheide 
grundsätzlich  wie  die  ursprüngliche  Verfügung  auf  dem ordentlichen 
Rechtsmittelweg  weitergezogen  werden  können,  ist  das 
Bundsverwaltungsgericht  auch zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden Wiedererwägungsbeschwerde gegen die Endverfügung vom 
10. September 2010. Da Zwischenverfügungen gemäss Art. 107 Abs. 1 
AsylG nur mit der Endverfügung anfechtbar sind, ist  das Bundesver-
waltungsgericht  in  casu  ausserdem  für  die  Beurteilung  der  vor-
liegenden Beschwerde gegen die Zwischenverfügung vom 13. August 
2010 zuständig.

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  Abs.  1  VwVG).  Die  Be-
schwerdeführenden  sind durch  die  angefochtenen  Verfügungen  be-
sonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie sind daher zur Einreichung 
der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 
VwVG). Auf die Beschwerde ist – im Rahmen der nachfolgenden Er-
wägungen – einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-

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licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt 
es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende 
Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender 
Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus 
Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraus-
setzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung 
abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach 
ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem ursprünglichen  Entscheid  be-
ziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen 
Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die 
ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene 
Veränderungen der Sachlage anzupassen ist.

5.
Nachdem das BFM in seiner Verfügung vom 10. September 2010 auf 
das  Wiedererwägungsgesuch  vom 2.  August  2010  nicht  eingetreten 
ist,  beschränkt  sich  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  auf  die 
Frage, ob das BFM zu Recht einen Nichteintretensentscheid getroffen 
hat. Die vorliegend zu behandelnde Beschwerde vom 27. September 
2010  richtet  sich  einerseits  gegen  die  Zwischenverfügung  vom 
13. August 2010, in welcher das BFM einen Gebührenvorschuss ge-
stützt auf Art. 17b Abs. 3 AsylG erhoben hat, und andererseits gegen 
den Nichteintretensentscheid des BFM vom 10. September 2010 we-
gen Nichtbezahlens dieses Gebührenvorschusses. 

Gemäss Art. 17b Abs. 3 Bst. a i.V.m. Abs. 2 AsylG wird auf einen Ge-
bührenvorschuss  verzichtet,  wenn  die  gesuchstellende  Person  be-
dürftig  ist  und  ihre  Begehren  nicht  von  vornherein  aussichtslos  er -
scheinen. Im vorliegenden Verfahren ist  somit  zu  beurteilen,  ob das 
BFM mit der Zwischenverfügung vom 13. August 2010 eine zutreffende 

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Einschätzung der Prozessaussichten der Rechtsbegehren im Wieder-
erwägungsgesuch vom 2. August 2010 vorgenommen und in der Folge 
gestützt  auf  diese Einschätzung zu Recht einen Gebührenvorschuss 
erhoben hat, was dann – mangels Leistung des Kostenvorschusses – 
zum formellen Nichteintretensentscheid vom 10. September 2010 ge-
führt hat.

6.
6.1 In  der  Rechtsmitteleingabe  vom 27.  September  2010  wurde  im 
Wesentlichen  ausgeführt,  das  BFM  habe  in  der  Zwischenverfügung 
vom 13. August 2010 festgestellt, das Bundesverwaltungsgericht habe 
sich im Urteil D-3270/2009 vom 28. Juni 2010 eingehend mit der Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auseinandergesetzt. Im Weiteren 
sei festgehalten worden, die Beschaffung der für die Weiterreise nach 
Serbien  notwendigen  Papiere  könne  zwar  eine  Zeitlang  dauern,  sei 
jedoch nicht unmöglich. Daraufhin habe die Rechtsvertreterin geltend 
gemacht,  das serbische Generalkonsulat  in Zürich habe ihr  die Aus-
kunft  erteilt,  Serben  aus  dem Kosovo  erhielten  von  der  serbischen 
Vertretung in der Schweiz keine Reise- oder Identitätspapiere. Es gebe 
einen Vertrag zwischen der Schweiz und Serbien, wonach das BFM für 
den  Fall,  dass  Serben  aus  dem  Kosovo  freiwillig  nach  Serbien  zu 
gehen wünschten, ein entsprechendes Gesuch direkt in Belgrad ein-
reichen  müsste  und  dieses  direkt  dort  entschieden  werde  (vgl.  
Schreiben der  Rechtsvertreterin  vom 22. August  2010 an das BFM; 
Akten BFM B5).

Das  BFM habe  zu  diesen  Ausführungen  keine  Stellung  genommen 
und stattdessen an der  Bezahlung eines Gebührenvorschusses fest-
gehalten. In  der Verfügung vom 13. August  2010 sei  nicht  näher er-
läutert  worden,  ob  und  unter  welchen  Bedingungen  abgewiesene 
serbische  Asylsuchende  aus  dem  Kosovo  bei  der  serbischen  Ver-
tretung  in  der  Schweiz  Reisepapiere  bekommen  könnten.  Das  BFM 
habe sich auch nicht zur Möglichkeit geäussert, mit einem Gesuch an 
die  serbischen  Behörden  Reisepapiere  anzufordern.  Es  sei  davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführenden keine serbischen Reise- 
und Identitätspapiere  erhielten. Daher  seien sie  in  der  Schweiz  vor-
läufig aufzunehmen.

6.2 Zunächst ist zu erwähnen, dass das am 23. November 2008 ein-
geleitete ordentliche Asylverfahren der Beschwerdeführenden seit dem 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3270/2009 vom 28. Juni 2010 

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rechtskräftig abgeschlossen ist.

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz gilt es zu beachten, dass sich 
das  Gericht  in  jenem  Urteil  eingehend  zur  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  geäussert  hat.  So  wurde  insbesondere  aus-
geführt, in Serbien bestehe keine Situation generalisierter Gewalt, die 
sich  über  das  ganze  Staatsgebiet  oder  weite  Teile  desselben  er-
strecken würde. Der  Vollzug der  Wegweisung ethnischer  Serben mit 
letztem Wohnsitz  in  Kosovo nach Serbien  sei  deshalb  grundsätzlich 
zumutbar. Es  bestünden auch keine individuellen  Gründe wirtschaft-
licher, sozialer oder gesundheitlicher Natur, die darauf hinwiesen, dass 
die  Beschwerdeführenden  in  Serbien  in  eine  existenzbedrohende 
Situation geraten könnten (vgl. a.a.O., E. 6.4.2).

Im Weiteren wurde festgehalten, die Beschwerdeführenden hätten sich 
selbst  als  serbische  Staatsangehörige  bezeichnet  (vgl.  Befragungs-
protokolle vom 9. Dezember 2008; A1 S. 1 und A2 S. 1) und je eine 
serbische  Identitätskarte,  ausgestellt  am  6.  Dezember  2006  be-
ziehungsweise am 23. November 2006 (vgl. A1 S. 3 und A2 S. 3), zu 
den Akten gereicht. Serbien anerkenne die Republik Kosovo nicht als 
Staat  und  betrachte  damit  die  Staatsangehörigen  Kosovos  grund-
sätzlich  als  serbische  Staatsangehörige.  Die  Beschwerdeführenden 
könnten  sich  demnach  nach  Serbien  begeben,  wo sie  aufgrund  der 
Niederlassungsfreiheit Wohnsitz nehmen könnten und ihnen allenfalls 
auch neue serbische Identitätspapiere ausgestellt würden (vgl. a.a.O., 
E. 4.5  mit  Hinweis  auf  das  zur  Publikation  vorgesehene  Grundsatz-
urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-7561/2008  vom  15.  April 
2010).

6.3 Wie den folgenden Erwägungen zu entnehmen ist, gibt es für das 
Bundesverwaltungsgericht  keine  Veranlassung,  im  vorliegenden 
Wiedererwägungsverfahren von seiner im ordentlichen Verfahren ver-
tretenen Rechtsauffassung abzuweichen.

6.3.1 Dem  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  im  Wieder-
erwägungsgesuch vom 2. August 2010, wonach sich die Situation in 
Serbien mit dem Urteil des IGH vom 22. Juli 2010 vollumfänglich ver -
ändert  habe,  weshalb  eine  Wegweisung  dorthin  unzumutbar  sei,  ist 
entgegenzuhalten,  dass  jenes  Urteil  nicht  geeignet  ist,  den  vor-
liegenden rechtserheblichen Sachverhalt  in  einer  solch  wesentlichen 
Weise zu  verändern,  dass  eine  Wiedererwägung der  rechtskräftigen 

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Verfügung vom 15. April  2009 gerechtfertigt  wäre. Der IGH stellte  in 
besagtem  Urteil  fest,  Kosovo  habe  durch  die  Ausrufung  seiner  Un-
abhängigkeit am 17. Februar 2008 das internationale Recht nicht ver-
letzt. Öffentlich zugänglichen Quellen ist diesbezüglich zu entnehmen, 
dass  Serbien die  Republik  Kosovo nach wie  vor  nicht  als  Staat  an-
erkennen  will.  Dies  ist  jedoch  nicht  erst  seit  dem  Urteil  des  IGH 
bekannt, sondern war bereits im Zeitpunkt des Beschwerdeentscheids 
vom 28. Juni 2010 gerichtsnotorisch (vgl. a.a.O., E. 4.5 mit Hinweis auf 
das  zur  Publikation  vorgesehene  Grundsatzurteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts D-7561/2008 vom 15. April 2010).

6.3.2 Darüber hinaus vermögen die Beschwerdeführenden auch aus 
dem Vorbringen, ein Wegweisungsvollzug nach Serbien sei unmöglich, 
da kosovarischen Serben keine Reisedokumente ausgestellt  würden, 
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. Angesichts des Umstands, wonach 
ihre  Rechtsvertreterin  diesbezüglich  zwar  geltend  machte,  das 
serbische  Generalkonsulat  in  Zürich  habe  ihr  eine  entsprechende 
Auskunft  erteilt,  sie  jedoch  keinerlei  diese  Auskunft  bestätigenden 
Beweismittel  einreichte, handelt  es sich bei dem Vorbringen um eine 
unbehelfliche  Schutzbehauptung.  Dies  trifft  umso  mehr  zu,  als  der 
Internetseite  des  serbischen  Generalkonsulats  in  Zürich 
(www.konzulat.ch/izdavanje_pasosaD.php)  keinerlei  Hinweise  zu  ent-
nehmen sind, dass Serben aus Kosovo generell keinen Anspruch auf 
Ausstellung  eines  Reisepasses  hätten.  Diese  Gruppe  ist  jedenfalls 
nicht  in der Liste derjenigen Personen aufgeführt,  die keinen Antrag 
auf  den  biometrischen  Pass  stellen  können.  Gemäss  den  weiteren 
Ausführungen in der erwähnten Internetseite dauert das Verfahren für 
die  Bearbeitung der  Anträge  und  Ausstellung  von Reisedokumenten 
zwar bis zu 60 Tage, da die Pässe in der Republik Serbien produziert 
werden. Eine Papierbeschaffung ist jedoch trotz dieser relativ langen 
Verfahrensdauer nicht unmöglich. Schliesslich ist vor dem Hintergrund, 
wonach Staatsangehörige Kosovos von Serbien als serbische Staats-
angehörige anerkannt werden, nicht ersichtlich, weshalb dieser Staat 
den  Beschwerdeführenden,  welche  sich  als  ethnische  Serben  be-
trachten,  die  Ausstellung  entsprechender  Dokumente  verweigern 
sollte.

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7.
7.1 Zusammenfassend  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum 
Schluss, dass  es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist,  eine 
wiedererwägungsweise relevante, veränderte Sachlage  darzutun. Die 
Vorinstanz war  somit  berechtigt,  aufgrund  der  Aussichtslosigkeit  der 
Begehren  einen  Gebührenvorschuss  zu  erheben  und  wegen 
Nichtbezahlens  desselben  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  vom 
2. August  2010 nicht  einzutreten. Infolgedessen erübrigt  es sich,  auf 
die weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da dies zu 
keiner anderen Einschätzung führen kann.

7.2 Den Beschwerdeführenden ist  es  nach dem Gesagten nicht  ge-
lungen, darzutun, inwiefern die angefochtene Zwischenverfügung vom 
13.  August  2010  beziehungsweise  der  darauf  basierende  Nichtein-
tretensentscheid vom 10. September 2010 Bundesrecht verletzen, den 
rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellen 
würden  oder  unangemessen  wären  (Art. 106  AsylG).  Somit  ist  die 
rechtskräftige Verfügung des BFM vom 5. April 2009 zu bestätigen. Die 
Beschwerde ist abzuweisen.

8.
8.1 Da  sich  die  Beschwerde  als  aussichtslos  erwiesen  hat,  ist  das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  VwVG unbesehen  der  aufgrund  der  Akten  fest-
stehenden Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden abzuweisen. 

8.2 Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wären  die  Kosten 
grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 
und  5  VwVG).  Vorliegend  wird  jedoch  auf  die  Erhebung  von  Ver-
fahrenskosten  verzichtet  (Art.  6  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

Seite 10