# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56b099fe-4b8c-5db1-8570-f06ba304c752
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.10.2010 D-6365/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6365-2010_2010-10-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6365/2010
law/mah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

A.__________, geboren (...),
Irak,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6365/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der  Beschwerdeführer,  eigenen Angaben zufolge  ein irakischer 
Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie  aus  B.___________  (Sulei-
maniya), am 29. April 2009 in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass das BFM am 5. Mai 2009 im Empfangs- und Verfahrenszentrum 
(EVZ) Kreuzlingen die Personalien des Beschwerdeführers erhob und 
ihn summarisch  zum Reiseweg sowie  zu  den  Gründen  für  das  Ver-
lassen des Heimatlandes befragte und ihn am 11. Mai 2009 – mit Fort-
setzung am 26. Mai 2009 – einlässlich zu den Asylgründen anhörte,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, er habe sexuelle Kontakte mit Männern 
gehabt und werde nun von der Polizei gesucht, weil von Dritten einem 
Kommissar  eine Videokassette,  welche ihn und zwei  seiner  Freunde 
beim  gleichgeschlechtlichen  Verkehr  zeige,  in  die  Hände  gespielt 
worden sei, 

dass der Kommissar seinem Bruder, der Arzt sei, eine Vorladung für 
ihn (den Beschwerdeführer) in die Praxis geschickt habe, 

dass  dadurch  sein  Bruder  den  Grund  für  die  Vorladung  vom  Kom-
missar  erfahren habe, worauf  ihn sein Bruder  zu Hause beschimpft, 
bespukt und beleidigt habe, 

dass er der Vorladung keine Folge geleistet habe, eines Tages jedoch 
ein Polizeiauto vor dem Haus vorgefahren sei, weshalb er sich für un-
gefähr drei Monate nach Erbil begeben habe, um seine Ausreise vor-
zubereiten,

dass  nach  seiner  Ausreise  der  Kommissar  gegen  eine  Geldzahlung 
das Verfahren eingestellt  und seinem Bruder die Videokassette über -
reicht habe,

dass der Kommissar zwischenzeitlich unter dem Verdacht,  die Ange-
legenheit vor den Behörden verheimlicht, Bestechungsgeld entgegen-
genommen und allenfalls die Ermordung der Person, welche über die 
Videokassette verfügte, veranlasst zu haben, verhaftet worden sei,

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dass das BFM mit  Verfügung vom 12. Juni  2009 in  Anwendung von 
Art. 32  Abs. 2  Bst. a des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 29. April 
2009 nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den 
Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unter-
lassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  am  Tag  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft zu verlassen,

dass  die  gegen  diese  Verfügung  eingereichte  Beschwerde  vom 
19. Juni  2009 vom Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D-3977/2009 
vom 12. April  2010 gutgeheissen, die angefochtene Verfügung aufge-
hoben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen 
wurde,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  5. August  2010  –  eröffnet  am 
12. August 2010 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht-
lingseigenschaft  nicht,  sein Asylgesuch vom 29. April  2009 ablehnte, 
dessen Wegweisung aus der Schweiz anordnete und ihn – unter An-
drohung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfall – aufforderte, 
die Schweiz bis zum 30. September 2010 zu verlassen,

dass das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen anführte,  dass  der 
Beschwerdeführer,  vor  dem  Hintergrund  der  muslimisch  geprägten 
Gesellschaft des Nordiraks es mit Bestimmtheit niemals gewagt hätte, 
im Elternhaus, wo er gewohnt habe, die von ihm geschilderten homo-
sexuellen  Kontakte  und  Praktiken  zu  pflegen,  da  das  Risiko  enorm 
hoch  gewesen  wäre,  dabei  eines  Tages  von  einem Familienmitglied 
überrascht zu werden,

dass vor dem gleichen Hintergrund mit Recht davon auszugehen sei, 
der Beschwerdeführer hätte einen allenfalls bestehenden Videofilm mit 
dem von ihm geltend gemachten Inhalt niemals an Dritte, die er ledig-
lich vom Sehen her gekannt habe, abgegeben, 

dass er es jedoch dennoch getan habe, habe er mit dem Umstand be-
gründet, er habe damals befürchtet, jene hätten ihre Drohungen wahr-
machen  können  und  ihn  bei  der  Asaish  bzw.  der  Polizei  anzeigen 
können,

dass diese Begründung nicht nachvollziehbar sei, da der Beschwerde-
führer  den  kompromittierenden  Film  hätte  vernichten  können,  womit 
keine Beweise mehr vorhanden gewesen wären, bezeichnenderweise 

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sei der Beschwerdeführer denn auch nicht in der Lage, auf einen be -
treffenden Vorhalt seitens des BFM hin eine plausible Erklärung darü-
ber abzugeben,

dass  das  BFM  weiter  erklärte,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  in 
seinen Aussagen beim BFM in Widersprüche verstrickt, indem er an-
lässlich der Fortsetzung der Anhörung am 26. Mai 2009 explizit  aus-
gesagt  habe,  er  habe  den  brisanten  Videofilm  in  einem  Raum  im 
Elternhaus  einem  der  Erpresser  übergeben,  demgegenüber  er  im 
früheren Verlauf  des  Asylverfahrens  zu Protokoll  gegeben  habe,  die 
Übergabe des Films sei vor dem Haus erfolgt,

dass  er  vorerst  angegeben habe, nicht  von C.__________,  sondern 
von  seinem  Kameraden  einen  Faustschlag  verpasst  erhalten  zu 
haben, bei der Fortsetzung der Anhörung hingegen ausgesagt habe, 
er wisse nicht, von welcher Person er den Faustschlag erhalten habe,

dass  überdies  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers,  wenn  er  vom 
BFM nach  Daten hinsichtlich  der  geltend gemachten  Ereignisse  ge-
fragt worden sei, auffällig ausweichend, unpräzise und widersprüchlich 
seien, so habe er vorgebracht,  das Ganze habe sich zwischen Sep-
tember und Oktober oder zwischen Oktober bis November 2008 zuge-
tragen, an anderer Stelle er jedoch angab, den gemeinsamen Sex mit  
D.___________  und  E.___________  erstmals  im  Winter  2007/08 
gefilmt zu haben,

dass  im  Lichte  obiger  Erwägungen  festzustellen  sei,  dass  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  sei,  seine  Verfolgungsvorbringen 
glaubhaft  darzutun,  weshalb  die  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden 
müsse  und  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
erfülle und das Asylgesuch abzulehnen sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 7. September 2010 (Da-
tum Poststempel)  gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  es  sei  die  angefochtene 
Verfügung aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und es sei 
ihm  Asyl  zu  gewähren;  subsidiär  sei  ihm  die  vorläufige  Aufnahme 
wegen  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs zu gewähren, 

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dass er zudem in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, es sei ihm 
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses zu verzichten,

dass in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht wird, dass 
zwar im Irak die Homosexualität vom Gesetz her nicht bestraft werde, 
Milizen,  welche  homosexuelle  Personen  foltern  und  töten,  jedoch 
Straffreiheit  geniessen würden, und die Polizei  auch mache, was sie 
wolle, weshalb er, sobald er festgenommen würde, riskiere gefoltert zu 
werden,

dass  homosexuelle  Beziehungen  nirgendwo  in  Sicherheit  ausgelebt 
werden könnten und es im Elternhaus noch am sichersten sei, 

dass er den Film herausgerückt habe, weil C.__________ ihm gedroht 
habe, er  werde ihn sonst  in der Öffentlichkeit  denunzieren,  wovor er  
sich  gefürchtet  habe,  da  er  den  Ruf  der  Familie  nicht  habe  be-
schmutzen wollen,

dass  die  vom  BFM  festgestellten  Widersprüche  wahrscheinlich  auf 
einem Übersetzungsfehler beruhen und insoweit es ihm vorwerfe zwei 
Versionen  betreffend  Datum  der  Videoaufnahmen  geschildert  zu 
haben, er in der Tat zwei Videoaufnahmen produziert habe: die erste 
im Winter 2007/2008 und eine zweite im Herbst 2008, 

dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  mit  Ver-
fügung  vom  20. September  2010  feststellte,  der  Beschwerdeführer 
könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, die Ge-
suche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abwies und den Be-
schwerdeführer  aufforderte,  bis  zum 5. Oktober  2010  einen  Kosten-
vorschuss von Fr. 600.-- zu überweisen,

dass der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss am 1. Oktober 2010 
einzahlte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgül-
tig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes 

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vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM entscheidet  (Art. 105  AsylG i.V.m.  Art. 31-34 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde  legitimiert  ist  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  der  Beschwerdeführer  den  erhobenen  Kostenvorschuss  am 
1. Oktober 2010 innert angesetzter Frist leistete,

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs. 1  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 52 
Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass der Einwand in der Beschwerde, die widersprüchlichen Aussagen 
seien auf Übersetzungsfehler zurückzuführen, nicht überzeugt,

dass nämlich die Befragungsprotokolle dem Beschwerdeführer jeweils 
rückübersetzt wurden, er jeweils erklärte, er habe die dolmetschende 
Person "gut" verstanden (vgl. act. A1/10 S. 2 und 13, A8/28 S. 2 F3, 
S. 25  F187),  er  mit  seiner  Unterschrift  die  Richtigkeit  sowie  Voll-
ständigkeit  der  Protokolle  bestätigte und auch die  bei  der  Anhörung 

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anwesende  Hilfswerkvertretung  offenbar  keine  Verständigungs-
schwierigkeiten beobachtete, da sie keine entsprechenden Einwände 
zum Protokoll anbrachte,

dass  demnach  davon  auszugehen  ist,  dass  die  Anhörung  ohne 
sprachlich  bedingte  Verständigungsprobleme  durchgeführt  werden 
konnte und die Aussagen des Beschwerdeführers in den Anhörungs-
protokollen korrekt wiedergegeben sind,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art.  2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art.  3  Abs. 1 
AsylG),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  dargelegt  hat,  aus 
welchen Gründen es  die  Verfolgungsvorbringen des Beschwerdefüh-
rers als nicht glaubhaft beurteilt,

dass die diesbezüglichen Ausführungen bei Sichtung der Akten durch-
wegs überzeugen,

dass zudem hinlänglich  ausgeschlossen  ist,  dass  dem Beschwerde-
führer  im  Nordirak  allein  aufgrund  seiner  –  so  sie  denn  tatsächlich 
bestehen sollte – homosexuellen Orientierung mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit asylrechtlich relevante Nachteile drohen,

dass im Nordirak Homosexualität zwar tabuisiert und als Widerspruch 
zu den religiösen und sozialen Normen angesehen wird, ein Ausleben 
einer  offener  homosexueller  Beziehung  nicht  möglich  ist  und  homo-
sexuelle  Personen  ihre  Orientierung  verstecken  müssten  (Eligibility 
Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Iraqi 
Asylum-Seekers  des  Amtes  des  Hohen  Flüchtlingskommissars  der 
Vereinten Nationen (UNHCR) vom April 2009, S. 194),

dass  jedoch  abgesehen  vom  sozialen  Druck  und  der  Gefahr  von 
Ehrenmorden durch die Familie homosexuelle Personen im Nordirak, 
nicht  wie  im  Zentral-  und  Südirak,  der  erhöhten  Gefahr  ausgesetzt 

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sind, Opfer von Folter und Tötung durch staatliche oder nichtstaatliche 
Akteure zu werden,

dass der Beschwerdeführer erklärte,  seine Familie  werfe ihm vor, er 
habe Schande über die Familie gebracht, gleichzeitig gab er aber zu 
Protokoll,  sie  habe  ihm  die  Ausreise  empfohlen  und  ihm  die  Reise 
finanziert (vgl. act. A8/28 S. 12 F83, S. 22 F160),

dass unter diesen Umständen nicht  davon auszugehen ist,  dass der 
Beschwerdeführer  Opfer  eines  Ehrenmordes  durch  seine  Familie 
werden könnte, 

dass selbst  wenn man davon ausginge,  der  Beschwerdeführer  habe 
tatsächlich aufgrund seiner  sexuellen Ausrichtung in  B.___________ 
Probleme gehabt, festzuhalten ist, dass er sich vor seiner Ausreise un-
gefähr drei Monate in Erbil aufgehalten hat (vgl. act.  A8/28 S. 4), ohne 
dass  ihm  dort  asylrelevante  Nachteile  widerfahren  wären,  weshalb 
davon auszugehen ist, er könnte sich dort seinen allfälligen Problemen 
in B.___________ entziehen,

dass deshalb dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in den Nord-
irak  aufgrund  seiner  angeblichen  sexuellen  Orientierung  keine  asyl-
relevanten Nachteile drohen, 

dass das  BFM folglich das Asylgesuch des Beschwerdeführers man-
gels Bestehens der Flüchtlingseigenschaft zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der 
Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001 Nr. 21),  weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den 
gesetzlichen  Bestimmungen steht  und  demnach  vom Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli -
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
ersichtlich sind, die ihm im Irak droht,

dass  im  Übrigen  auch  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtslage im kurdischen Nordirak den Wegweisungsvollzug zum heu-
tigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen  lässt  (vgl.  BVGE 
2008/4 E. 6.2 - 6.6 S. 42 ff.), 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die Rückführung in den kurdischen Nordirak nicht generell unzu-
mutbar ist, da dort aktuell keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht 
(vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5 und insbesondere 7.5.8 S. 65 ff.), 

dass im Weiteren in der Regel die Anordnung des Wegweisungsvoll-
zugs für alleinstehende, gesunde und junge kurdische Männer, die ur-
sprünglich  aus  der  KRG-Region  ("Kurdistan  Regional  Government" 

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[KRG]) stammen und dort  nach wie vor über ein soziales Netz oder 
Parteibeziehungen verfügen, zumutbar ist,

dass mithin nicht ersichtlich ist,  weshalb der 30-jährige und – soweit 
bekannt – gesunde Beschwerdeführer, mit  mehrjähriger Schulbildung 
und  als  Schneider  mit  einem grossen  Beziehungsnetz  im  Falle  des 
Wegweisungsvollzugs  in  den  Nordirak  aus  individuellen  Gründen 
wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenz-
bedrohende Situation geraten soll,

dass der Vollzug der Wegweisung in den Nordirak unter diesen Um-
ständen – übereinstimmend mit dem BFM – nicht als unzumutbar zu 
bezeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten in der Höhe von 
Fr. 600.--  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG 
i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  und  mit  dem  am  1. Oktober  2010  geleisteten 
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.-- 
verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  (Einschreiben;  Beilage:  angefochtene  Ver-
fügung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

Versand: 

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