# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b473f2da-edd7-513e-81fb-b0e9340d5c5d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 17.06.2020 IV 2018/200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-200_2020-06-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/200

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.11.2020

Entscheiddatum: 17.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2020
Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Eine retrospektive gutachterliche 
Arbeitsfähigkeitsschätzung fehlt. Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist 
jedoch für den Zeitraum von Mitte November 2012 bis Oktober 2015 von 
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Wann und wie genau, die - 
vermutlich stufenweise – Verbesserung des psychischen Zustandes 
zwischen November 2015 und August 2016 eingetreten ist, dürfte sich 
retrospektiv nicht mehr genau eruieren lassen. Eine höhere wie die 
gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % ist in diesem Zeitraum 
also nicht ausgewiesen. Da der Beschwerdeführer die Folgen der 
Beweislosigkeit zu tragen hat, ist bereits ab November 2015 von einer 
40%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. 
Zusprache einer befristeten ganzen Rente und einer unbefristeten 
Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 17. Juni 2020, IV 2018/200).

Entscheid vom 17. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2018/200

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 15. März 2013 bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen an (IV-act. 1). Er gab an, an einer durch seine Arbeitslosigkeit wieder 

hervorgerufenen posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden und seit dem 14. 

November 2012 zu 100 % arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 1 S. 4 ff.). Er war im Zeitpunkt 

der IV-Anmeldung allerdings noch als Betriebsmitarbeiter bei der B.___ AG angestellt 

gewesen (vgl. IV-act. 16). Im Jahr ___ war der Versicherte zusammen mit seiner 

Ehefrau und seinem Kind als Flüchtling aus C.___ in die Schweiz eingereist (vgl. dazu 

IV-act. 140 und act. G 19.1). Zwischen November 2004 und Oktober 2005 hatte er sich 

im Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer des Z.___ in Behandlung befunden, zu 

deren Beginn die behandelnden Ärzte die Diagnosen einer posttraumatischen 

Belastungsstörung und einer Anpassungsstörung (vorwiegend Depression) sowie den 

Verdacht auf eine Somatisierungsstörung gestellt hatten (IV-act. 58 ff.). In einem 

Verlaufsbericht vom Oktober 2005 hatte die behandelnde Ärztin des Ambulatoriums 

festgehalten, dass der Versicherte zum letzten Mal in die Therapie gekommen sei. Ihm 

gehe es besser. Er habe gesagt, dass er innerlich ruhiger geworden sei und ihm 

bewusster geworden sei, was er in schwierigen Situationen tun könne (IV-act. 59). Seit 

A.a. 

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seiner Einreise in die Schweiz war der Versicherte auch wegen diverser weiterer 

Beschwerden (z.B. arterielle Hypertonie, lumbale und thorakale Schmerzen, 

Kopfschmerzen und Prostataprobleme) sowie eines beidseitigen 

Karpaltunnelsyndroms, welches im Jahr 2008 operiert worden war (IV-act. 65 f.), in 

Behandlung gewesen (vgl. IV-act. 52 S. 52 ff.; vgl. insbesondere IV-act. 52 S. 68 f.). Am 

8. Juli 2012 war beim Versicherten bei der Diagnose Tendovaginitis stenosans de 

Quervain rechts eine Spaltung des ersten Strecksehnenfaches vorgenommen worden 

(IV-act. 52 S. 47 ff.). Aufgrund einer therapieresistenten Hypertonie war am 15. Oktober 

2012 eine MRT der Nieren durchgeführt worden, wobei die intrarenalen arteriellen Äste 

eine fast perlschnurartige Veränderung bzw. einen fast perlschnurartigen Aspekt 

gezeigt hatten, sodass multiple kleine intrarenale Stenosierungen 

kernspintomographisch nicht mit Sicherheit hatten ausgeschlossen werden können. 

Als Nebenbefund hatte sich eine kleine kortikale Nierenzyste gezeigt. Im Bereich des 

Nierenunterpols linksseitig war eine scharf begrenzte grosse Strukturalteration zur 

Darstellung gekommen, bei welcher es sich nach Einschätzung des untersuchenden 

Radiologen um eine eingeblutete Zyste gehandelt hatte, weshalb er diesbezüglich eine 

urologische Weiterabklärung empfohlen hatte (IV-act. 52 S. 46). Am 6. November 2012 

hatte sich der Versicherte beim Ambulatorium für Folter- und Kriegsopfer, bei welchem 

er bereits früher behandelt worden war, telefonisch gemeldet und mitgeteilt, dass er 

seit rund einem halben Jahr unter verstärkten Symptomen der posttraumatischen 

Belastungsstörung (insbesondere an Schlafstörungen, Stress, Traurigkeit und 

Intrusionen) leide. Vorausgegangen seien die Ermordung von Freunden, die Verhaftung 

eines Geschwisters sowie ein Y.___ in C.___, was viele seiner traumatischen 

Erinnerungen aktualisiert habe. Er würde gerne wieder in Behandlung kommen. 

Aufgrund von Kapazitätsengpässen hatte das Ambulatorium ihn an das Zentrum für 

Psychotraumatologie D.___ verwiesen (IV-act. 60). Ab dem 14. November 2012 war der 

Versicherte von seinem Hausarzt Dr. med. E.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin FMH, F.___ GmbH, zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden (IV-act. 2). 

Ab Januar 2013 hatte er im D.___ eine Behandlung aufgenommen (vgl. IV-act. 24). Das 

Arbeitsverhältnis zwischen dem Versicherten und der Arbeitgeberin wurde per ___ 2013 

in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst (IV-act. 16).

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In einer am 19. April 2013 durchgeführten Untersuchung des Thorax zeigte sich 

ein grenzwertig grosses Herz ohne Zeichen einer kardiopulmonalen Dekompensation, 

ansonsten ein alters- und habitusentsprechend normaler Herz-Lungen-Befund (IV-

act. 52 S. 43). Am 3. Mai 2013 nannte Dr. E.___ als Diagnosen eine Depression, eine 

posttraumatische Belastungsstörung, Rückenschmerzen sowie eine Hypertonie. Weiter 

gab er an, dass sich der Versicherte seit dem 17. April 2012 in seiner Behandlung 

befinde. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Es 

bestünden erhebliche Einschränkungen, die sich durch medizinische Massnahmen 

nicht vermindern liessen. Mit einer Wiederaufnahme der Tätigkeit könne nicht 

gerechnet werden (IV-act. 17). In einer urologischen Abklärung vom 15. August 2013 

ergab sich als Diagnose eine psychosomatische Verspannungsprostatitis im Rahmen 

eines postdistress-Syndroms bei Folterung im Gefängnis (IV-act. 52 S. 40; zur 

Empfehlung einer urologischen Abklärung vgl. IV-act. 52 S. 46; zu einer späteren 

urologischen Untersuchung vgl. IV-act. 52 S. 2). In einer MRT-Untersuchung vom 26. 

November 2013 zeigte sich im Wesentlichen eine breitbasige, leicht rechts bevorzugte 

Hernierung der Bandscheibe C 6/7 median mit rechts rezessaler Einengung, aber auch 

leichter foraminaler Einengung rechtsseitig sowie eine leichte Diskusprotrusion Th 9/10 

ohne wesentliche Einengung des Spinalkanals (IV-act. 52 S. 37). Am __. Januar 2014 

stellte sich der Versicherte wegen Kopfschmerzen in der Notfall-Sprechstunde der 

Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vor. Im 

Untersuchungsbericht vom __. Januar 2014 hielten die behandelnden Ärzte fest, dass 

gemäss den anamnestischen Angaben und klinischen Befunden am ehesten von einem 

chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp auszugehen sei mit Exazerbation bei 

einer Belastungssituation durch die Trennung von der langjährigen Ehefrau. 

Computertomographisch habe keine Ursache für die Kopfschmerzen gefunden werden 

können. Aufgrund eines erheblichen Leidensdrucks und des Wunsches des 

Versicherten, stationär aufgenommen zu werden, sei eine stationäre Aufnahme 

vorbereitet worden. Der Versicherte habe aber die Notaufnahme frühzeitig in gereiztem 

Zustand verlassen, da ihm die Wartezeit zu lang erschienen sei (IV-act. 52 S. 30 ff.). In 

einem Bericht an die IV-Stelle vom 14. Januar 2014 nannte Dr. med. G.___, Facharzt für 

X.___, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, D.___, als Diagnosen eine 

posttraumatische Belastungsstörung sowie eine depressive Symptomatik bei Verdacht 

auf eine rezidivierende Störung. Der Versicherte sei nach politischen Aktivitäten in ein 

A.b. 

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Gefängnis gekommen und während der Untersuchungshaft massiv gefoltert worden. Er 

habe an Hungerstreiks teilgenommen und teilweise im Untergrund weitergelebt. Er 

erlebe zeitweise häufig Albträume, sei gereizt, niedergeschlagen und freudlos. Zurzeit 

bestünden depressive Symptome, da er nach der Trennung von seiner Frau alleine 

lebe. Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet 

werden (IV-act. 24).

Mit Mitteilung vom 12. März 2014 informierte die IV-Stelle den Versicherten 

darüber, dass zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Der 

Anspruch auf eine Rentenleistung werde mit der Einleitung von weiteren Abklärungen 

geprüft (IV-act. 27).

A.c. 

Am 1. April und 16. Mai 2014 erfolgten wegen einer Gynäkomastie beidseits 

Sprechstunden bei Prof. Dr. med. H.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, spez. 

Endokrinologie und Diabetologie, I.___ AG (IV-act. 52 S. 25 ff.). Im Rahmen der 

Untersuchungen war auch ein Schlafapnoe-Screening durchgeführt worden, wobei 

sich der Verdacht auf ein moderates Schlafapnoe-Syndrom ergeben hatte. Da sich der 

Versicherte jedoch nicht vorstellen konnte, mit einer Maske zu schlafen, wurde auf eine 

weitere Diagnostik mit Polysomnografie verzichtet (IV-act. 52 S. 26, oben). In einem 

Verlaufsbericht vom 26. Juni 2014 beschrieb Dr. G.___ den Gesundheitszustand des 

Versicherten als stationär und verneinte eine Veränderung der Diagnosen. Die 

Trennung von der Ehefrau und der Umzug hätten die depressive Symptomatik 

verstärkt, wobei zeitweise auch suizidale Gedanken aufträten. Der Versicherte habe 

von der tagesklinischen Behandlung nicht mehr profitieren können, sodass er in die 

ambulante Behandlung übernommen worden sei. Aufgrund der Depression sei keine 

Möglichkeit für eine Arbeitstätigkeit ersichtlich (IV-act. 34). In einem Verlaufsbericht 

vom 23. Juli 2014 gab Dr. G.___ eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes an. 

Wiederum wies er darauf hin, dass die Trennung von der Frau und der Umzug die 

depressive Symptomatik verstärkt hätten zweitweise einhergehend mit suizidalen 

Gedanken. Der Versicherte habe diesbezüglich allerdings stabilisiert werden können. 

Die depressive Symptomatik sei weiterhin wechselnd. Der Versicherte komme einmal 

pro Monat in die Therapie (IV-act. 35). Anlässlich einer Kontrolle in der Orthopädie 

J.___ vom 20. Oktober 2014 wegen belastungsabhängiger Beschwerden am rechten 

A.d. 

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Daumen zeigte sich eine beginnende Ringbandstenose und eine beginnende 

Rhizarthrose rechts (IV-act. 52 S. 23).

Am 29. Januar 2015 berichtete Dr. med. K.___, Facharzt für Neurologie, dass der 

Versicherte sich ab dem 25. März 2014 zu ihm in neuro-psychiatrische Behandlung in 

C.___ischer Sprache begeben habe. Der Versicherte leide an einer chronischen, 

posttraumatischen Belastungsstörung mit diversen Symptomen und Beschwerden. 

Ausserdem habe er chronifizierte Kopfschmerzen vorwiegend vom Spannungstyp und 

häufige Migräneanfälle sowie ein Zervikovertebralsyndrom mit Schmerzen im 

Nackenbereich und Schmerzausstrahlung in den rechten Arm bei einer Diskushernie C 

6/7 mediabasal mit Rechtsbetonung (IV-act. 39 S. 11). Auch klage er seit Jahren über 

eine Kraftverminderung und Parästhesien an den Händen. Eine fassbare 

Kraftverminderung bzw. muskuläre Atrophie habe sich allerdings nicht gezeigt. Die 

beschriebenen Gefühlsstörungen beträfen den Nervus medianus und den Nervus 

ulnaris, die elektrophysiologisch untersucht worden seien. Die teils abnormen 

Untersuchungswerte wiesen auf ein rechtsseitig leichtgradiges, linksseitig mindestens 

mittelgradiges sensomotorisches Karpaltunnelsyndrom hin. Linksseitig bestehe auch 

eine deutliche sensomotorische axonale Störung. Angesichts der abnormen Werte 

bestehe eine Operationsindikation. Der Versicherte wolle mit einem chirurgischen 

Eingriff jedoch vorläufig zuwarten (IV-act. 39 S. 12). In einer CT-Untersuchung des 

Thorax vom 15. Mai 2015 zeigte sich eine grenzwertige Vergrösserung vor allem rechts 

kardial (IV-act. 52 S. 15). Am __ Mai 2015 erfolgte eine Selbstvorstellung des 

Versicherten in der Notfallsprechstunde des KSSG wegen starker Kopfschmerzen. 

Klinisch-neurologisch präsentierte sich der Versicherte komplett unauffällig. Für eine 

sekundäre Kopfschmerzursache ergaben sich keine Anhaltspunkte. Die behandelnden 

Ärzte nannten den Verdacht auf eine Migräne ohne Aura (IV-act. 52 S. 12 f.). In einem 

Verlaufsbericht an Dr. E.___ vom 6. Juni 2015 hielt Dr. K.___ fest, dass der Versicherte 

sehr häufig über Atembeschwerden, rasche Ermüdbarkeit, Schwindel, Ödeme im 

Fussbereich und sehr hohen Blutdruck klage (IV-act. 39 S. 9). Bekanntlich seien 

perlschnurartige Veränderungen der intrarenalen arteriellen Äste gefunden worden 

(vgl. dazu IV-act. 52 S. 46). Seines Erachtens sei der Versicherte kardiologisch 

gründlich zu untersuchen (IV-act. 39 S. 9). Am 18. Juni 2015 berichtete Dr. K.___ 

gegenüber der IV-Stelle, dass die Beweglichkeit der Halswirbelsäule bei der Rotation 

A.e. 

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nach rechts schmerzhaft sei und der Versicherte subjektiv ständige Schmerzen im 

Nackenbereich mit einer Schmerzausstrahlung in den rechten Arm angebe. Auch habe 

er Kribbelparästhesien an den Fingern bei Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms. Die 

muskuläre Kraft im Medianusbereich rechts sei etwas schwach. Ansonsten bestehe ein 

unauffälliger Neurostatus (IV-act. 39 S. 2 ff., insbesondere S. 6 ff.). Aufgrund von 

Schmerzen im Schultergürtel fand am 5. August 2015 eine Untersuchung bei Dr. med. 

L.___, Orthopädie M.___, statt. Dieser stellte die Diagnose einer chronischen 

Zervikobrachialgie rechtsbetont bei mässigen degenerativen Veränderungen im Bereich 

der Halswirbelsäule (insbesondere C 6/7 und weniger C 5/6). Er erachtete nicht die 

Schulter als Ursache der Beschwerden. Es bestünden keine Anhaltpunkte für eine 

Rotatorenmanschettenschädigung oder ein Impingement. Die Schmerzproblematik sei 

vielmehr einerseits muskulär und andererseits zervikal bedingt (IV-act. 52 S. 7 f.; 

vgl. dazu auch IV-act. 52 S. 1). Aus diesem Grund erfolgte eine Zuweisung zu Prof. Dr. 

med. N.___, Zentrum O.___, welcher den Versicherten am 6. August 2015 untersuchte 

und als Diagnose eine Radikulopathie C 7 rechts mit diskreter Trizepsschwäche rechts 

bei Diskushernie C 6/7 rechts stellte. Er teilte die Auffassung, dass es sich nicht um ein 

Schulter-, sondern um ein Halswirbelsäulenproblem handle, wobei vermutungsweise 

noch eine psychische Komponente hinzukomme (IV-act. 52 S. 5 f.). Da durch eine 

Epiduralblockade nur eine kurzfristige Schmerzlinderung erzielt worden war, zog Prof. 

N.___ am 21. August 2015 ein operatives Vorgehen mit einer Diskektomie C 6/7 in 

Erwägung (IV-act. 52 S. 4). In einem Bericht vom 1. Oktober 2015 nannte Dr. G.___ als 

Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom. Mit 

einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit könne nicht gerechnet werden (IV-

act. 44). Im Januar und Februar 2016 fanden sodann Untersuchungen in der 

Neurologie und Wirbelsäulenchirurgie der Klinik P.___ statt, wobei die behandelnden 

Ärzte ein zervikoradikuläres Reiz- und diskretes sensibles Ausfallsyndrom C 6 bei 

Diskushernie mit rezessaler Einengung C 6/7 diagnostizierten (IV-act. 69 ff.).

Am 7., 12. und 13. September 2016 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle 

von der medexperts AG polydisziplinär (internistisch, neuropsychologisch, 

neurologisch, psychiatrisch und orthopädisch) untersucht (IV-act. 82 S. 1 ff.). Im 

polydisziplinären Konsens ihres Gutachtens vom 17. Oktober 2016 hielten die 

A.f. 

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Sachverständigen als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 

posttraumatische Belastungsstörung fest. Als Nebendiagnosen ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten sie eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig leichte Episode, eine cervikale Diskushernie C 6/7 rechts mit Schmerz und 

diskretem, residuellem motorischem Ausfallsyndrom, eine arterielle Hypertonie, eine 

Adipositas Grad I, eine psychosomatische Verspannungsprostatitis im Rahmen eines 

postdistress-Syndroms sowie ein Schlafapnoesyndrom moderat (IV-act. 82 S. 49). 

Sodann kamen die Gutachter zum Schluss, dass sich aus somatischer Sicht keine 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit feststellen liessen (IV-act. 82 S. 53, unten). Aus 

allgemein-internistsicher Sicht bestehe zwar ein Schlafapnoesyndrom, welches jedoch 

aufgrund fehlender Compliance des Versicherten (er wolle keine Maske tragen) nicht 

lege artis therapiert werden könne. Weiter sei eine chronische Prostatitis vorhanden, 

welche symptomatisch therapiert werde. Sodann bestehe eine Hypertonie, deren 

Ursache genauer eruiert werden sollte, falls dies nicht bereits geschehen sei. Durch die 

chronischen Erkrankungen sei die Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt (IV-act. 82 

S. 52). Auch aus orthopädischer und neurologischer Sicht sei eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 % gegeben. Aus psychiatrischer 

Sicht bestehe aufgrund der durch eine posttraumatische Belastungsstörung bedingten 

Defizite eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Pensum von 100 % (IV-act. 82 

S. 53). In der polydisziplinären Beurteilung sei somit die psychiatrische Erkrankung 

führend. Es bestehe aus polydisziplinärer Sicht eine 60%ige Arbeitsfähigkeit bezogen 

auf ein Pensum von 100 %. Die Einschätzung gelte seit dem Zeitpunkt der 

Begutachtung vom 7. September 2016 (IV-act. 82 S. 54).

In einer Stellungnahme vom 18. Oktober 2016 empfahl der regionale ärztliche 

Dienst (RAD) für die Leistungsentscheidung auf das polydisziplinäre Gutachten 

abzustellen. Gleichzeitig merkte er an, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb die 

Gutachter auf die Bestimmung der Medikamentenspiegel verzichtet hätten, da eine 

solche durchaus Rückschlüsse auf die Compliance ermöglichen könne (IV-act. 85 S. 3). 

Auf eine entsprechende Nachfrage seitens der IV-Stelle (IV-act. 84) erklärte der 

psychiatrische Gutachter am 14. Februar 2017, dass die Medikamentenspiegel 

nachgefordert worden seien. Anhand der Resultate zeigten sich für alle getesteten 

Medikamente niedrige, also unter der therapeutischen Zieldosis liegende bis kaum 

A.g. 

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nachweisbare Spiegel. Der gemessene Spiegel von Agomelatin könne jedoch durchaus 

mit einer regelkonformen Einnahme einhergehen. Ergänzend zu seinen Ausführungen 

im Gutachten hielt der psychiatrische Sachverständige fest, dass bei leichten und 

mittelgradigen depressiven Störungen die Therapie der Wahl Psychotherapie oder 

Psychopharmakotherapie sei. Erst ab einer schweren depressiven Episode sei die 

Therapie der Wahl eine Kombination von Psychotherapie und 

Psychopharmakotherapie. Da beim Versicherten keine schwere depressive Episode 

nachgewiesen sei und angesichts des Anpassungsstörungscharakters der depressiven 

Symptomatik sollte das Hauptaugenmerk auf psychotherapeutischen 

Behandlungsansätzen beruhen (IV-act. 87). Am 15. März 2017 nahm der RAD 

dahingehend Stellung, dass sich aufgrund der getesteten Medikamentenspiegel keine 

Änderungen hinsichtlich der medizinischen Beurteilung und somit auch der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ergeben würden (IV-act. 88).

Mit Vorbescheid vom 24. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, es liege in der angestammten und auch in jeder anderen leichten bis 

mittelschweren, angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % vor. Als 

Valideneinkommen sei der Verdienst heranzuziehen, den der Versicherte vor der 

Arbeitslosigkeit erzielt hätte, wenn er die Stelle nicht aufgegeben hätte. Damit liege im 

Vergleich mit statistischen Durchschnittswerten ein Minderverdienst vor, sodass das 

Invalideneinkommen um den 5 % übersteigenden Prozentsatz der 

Unterdurchschnittlichkeit des Validenlohns, mithin um 51.95 %, herabzusetzen sei. Bei 

diesem Einkommensvergleich resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 

von 37 % (IV-act. 95).

A.h. 

Gegen diesen Vorbescheid wandte der Versicherte durch seinen damaligen 

Rechtsvertreter am 13. Februar 2018 ein, dass das Gutachten bereits ca. eineinhalb 

Jahre alt und somit nicht mehr aktuell sei. Auch sei das Gutachten nicht valide, wie 

eine Stellungnahme von Dr. G.___ vom 9. Februar 2018 aufzeige. Die Gutachterstelle 

sei fachlich gar nicht befähigt gewesen, in einem solch speziellen Fall wie dem 

vorliegenden ein Gutachten zu erstellen. Im Übrigen habe die IV-Stelle beim 

Einkommensvergleich zu Unrecht keinen Teilzeitabzug vorgenommen (IV-act. 109 S. 1 

f.). Den Bericht von Dr. G.___ legte der Versicherte seinem Einwand bei (IV-act. 109 

A.i. 

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B.  

S. 3 ff.). Am 16. März 2018 nahm der RAD zu den Einwänden des Versicherten und den 

Ausführungen von Dr. G.___ ausführlich Stellung. Gleichzeitig empfahl er die Vorlage 

der Einwände an die Gutachterstelle (IV-act. 110). Am 27. März 2018 nahm der 

psychiatrische Sachverständige gemeinsam mit einem weiteren psychiatrischen 

Facharzt der medexperts AG zu den Ausführungen von Dr. G.___ vom 9. Februar 2018 

Stellung. Die Ärzte kamen zum Schluss, dass sich aufgrund der Ausführungen von Dr. 

G.___ aus gutachterlicher Sicht keine Änderungen hinsichtlich der im Gutachten 

vorgenommenen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergäben (IV-act. 113). Am 5. April 

2018 hielt der RAD fest, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht an der 

gutachterlichen Beurteilung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit festgehalten werden könne. 

Weitere Abklärungen seien nicht notwendig (IV-act. 114). Im Rahmen einer zweiten 

Anhörung hielt der Versicherte in einem Schreiben vom 27. April 2018 an seinem 

Standpunkt fest, wonach das Gutachten der medexperts AG bereits veraltet und nicht 

valide sei (IV-act. 118 S. 1 f.). Zudem reichte er ein Schreiben von Dr. G.___ vom 24. 

April 2018 ein (IV-act. 118 S. 3 f.). In einer Stellungnahme vom 2. Mai 2018 ging der 

RAD auf die Ausführungen von Dr. G.___ vom 24. April 2018 ein und kam zum Schluss, 

dass an der Einschätzung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in 

adaptierten Tätigkeiten festgehalten werden könne. Weitere Abklärungen seien nicht 

notwendig (IV-act. 119).

Mit Verfügung vom 8. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 120).

A.j. 

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer), 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Fäh, St. Gallen, am 11. Juni 2018 Beschwerde. 

Er beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 8. 

Mai 2018 sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zur Abklärung des 

Invaliditätsgrades zurückzuweisen. Eventualiter sei eine ganze Rente zuzusprechen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter beantragte er eine Nachfrist zur 

einlässlichen Begründung der Beschwerde (act. G 1). Die angesetzten Nachfristen liess 

der Beschwerdeführer ungenutzt verstreichen (act. G 8; vgl. ferner act.  G 4 ff.).

B.a. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente.

2.

Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die versicherungsmässigen 

Voraussetzungen für die Zusprache einer ordentlichen Invalidenrente erfüllt (zu den 

Voraussetzungen vgl. Art. 6 und 36 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Beschwerdeführer hatte nämlich im 

Zeitpunkt seiner IV-Anmeldung bzw. im Zeitpunkt des darin geltend gemachten Eintritts 

der Arbeitsunfähigkeit (vgl. IV-act. 1 S. 4; zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit vgl. ferner 

E. 4.5.3) die verlangte Beitragszeit von drei Jahren gemäss dem in den Akten liegenden 

Auszug aus seinem individuellen Konto der schweizerischen Sozialversicherungsanstalt 

(SVA) offensichtlich erreicht (vgl. IV-act. 13).

3.  

In ihrer Beschwerdeantwort vom 5. November 2018 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 11).

B.b. 

In seiner Replik vom 20. Februar 2019 hielt der Beschwerdeführer, abgesehen 

vom Antrag um Ansetzung einer Nachfrist zur Beschwerdebegründung, sinngemäss an 

seinen in der Beschwerde gestellten Anträgen fest (act. G 19).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 20 f.).B.d. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben versicherte Personen, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der 

3.1. 

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durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichen Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

3.2. 

In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (BGE 125 V 

352 E. 3a). Der im Sozialversicherungsrecht geltende Untersuchungsgrundsatz 

schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

3.3. 

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4.  

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen und 138 V 221 f. E. 6 

mit Hinweisen). Die Verwaltung resp. das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als 

bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen).

Die vorliegend zu beurteilende IV-Anmeldung hat der Beschwerdeführer am 15. 

März 2013 bei der IV-Stelle eingereicht (IV-act. 1). Der früheste Beginn eines allfälligen 

Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG ist somit der 1. September 

2013. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG dürfte zu diesem Zeitpunkt 

allerdings noch nicht verstrichen gewesen sein, da sich der Beschwerdeführer unter 

Hinweis auf eine am 14. November 2012 eingetretene Arbeitsunfähigkeit zum 

Leistungsbezug angemeldet hat (IV-act. 1 S. 4) und Dr. E.___ ihm ab diesem Zeitpunkt 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat (IV-act. 2). Unter Berücksichtigung 

des Wartejahres fällt der frühestmögliche Rentenbeginn somit auf den 1. November 

2013 (Art. 28 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 29 Abs. 3 IVG).

4.1. 

Zunächst zu prüfen ist demnach, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen 

Aktenlage der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers ab November 2012 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 

6; Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2). Während sich 

die Beschwerdegegnerin für die Ablehnung des Rentenanspruchs in erster Linie auf 

das Gutachten der medexperts AG gestützt hat (vgl. IV-act. 120; act. G 11), bestreitet 

der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die Stellungnahmen von Dr. G.___ vom 9. 

Februar (IV-act. 109 S. 3 ff.) und 24. April 2018 (IV-act. 118 S. 3 f.) die Beweiskraft des 

Gutachtens (act. G 1 und 19).

4.2. 

 4.3. 

Dr. G.___ hat einerseits die fachliche Eignung des psychiatrischen Gutachters im 

vorliegenden Fall angezweifelt. Er hat ausgeführt, dass die Beurteilung der Folgen einer 

Inhaftierung mit Folter spezielles Fachwissen erfordere, das sich sowohl aus 

Erfahrungswerten im Umgang mit Patienten als auch aus umfangreichen Kenntnissen 

der Fachliteratur zu diesem speziellen Krankheitsbild zusammensetze. Die alleinige 

Facharztqualifikation als Psychiater sei nicht ausreichend. Das Anforderungsprofil eines 

4.3.1. 

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psychiatrischen Gutachters müsse an die besonderen Verhältnisse bei der 

Begutachtung von Folteropfern angepasst werden. In der Schweiz seien nur wenige 

Psychiater mit ausreichender Therapieerfahrung und Weiterbildung verfügbar (IV-act. 

109 S. 4).

Hinweise auf eine fehlende Facheignung des von der Beschwerdegegnerin 

beauftragten psychiatrischen Gutachters können der Aktenlage nicht entnommen 

werden. Wie der RAD nachvollziehbar ausgeführt hat, hat der psychiatrische Gutachter 

der medexperts AG einen FMH-Titel in Psychiatrie, weshalb seine Eignung, 

psychiatrische Störungsbilder beurteilen zu können, grundsätzlich anzunehmen ist, 

solange keine konkreten Indizien dagegen sprechen (vgl. IV-act. 110 S. 2). Weiter ist zu 

erwarten, dass der psychiatrische Gutachter den Auftrag nicht angenommen hätte, 

wenn er sich dazu fachlich nicht fähig gefühlt hätte. Auch umschreibt Dr. G.___ nicht 

konkret, welche Qualifikationen denn seines Erachtens ausreichend wären. Da gemäss 

Dr. G.___ in der Schweiz nur wenige Psychiater über eine ausreichende Weiterbildung 

und Therapieerfahrung mit Folteropfern verfügen, ist überdies fraglich, ob überhaupt 

ein in den Augen von Dr. G.___ fachlich ausreichend qualifizierter Gutachter gefunden 

werden könnte, der neben den spezialärztlichen auch über die erforderlichen 

gutachterlichen Qualifikationen verfügen würde und sich auch tatsächlich für eine 

Begutachtung zur Verfügung stellen würde. Sodann leuchtet die Stellungnahme des 

RAD, wonach es bei der psychiatrischen Begutachtung in erster Linie um die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit anhand der Funktionseinschränkungen gehe, sodass 

eine Therapieausbildung in Psychotraumatologie nicht im Vordergrund stehe, ein (IV-

act. 110 S. 3). Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

anzunehmen, dass der psychiatrische Gutachter, der seine Beurteilung überdies im 

Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung mit Fachärzten weiterer Disziplinen 

abgegeben hat (vgl. IV-act. 82), fachlich ausreichend qualifiziert gewesen ist, zumal 

auch der RAD ihn als fachlich qualifiziert erachtet (vgl. IV-act. 110).

4.3.2. 

Weiter hat Dr. G.___ die vom psychiatrischen Gutachter abgegebenen 

Therapieempfehlungen und damit einhergehend dessen Prognose kritisiert (vgl. IV-

act. 109 S. 7, oben), wozu letzterer am 27. März 2018 Stellung genommen hat (vgl. IV-

act. 113). Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch 

nicht gestützt auf eine fehlende Inanspruchnahme von Therapien abgelehnt und dem 

Beschwerdeführer solche vorläufig auch nicht als Schadenminderungspflicht auferlegt 

hat, braucht auf die Thematik der Therapieoptionen vorliegend nicht näher 

eingegangen werden (vgl. IV-act. 120 S. 1 f.).

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/21

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 4.5. 

Weiter hat Dr. G.___ bemängelt, dass wesentliche wissenschaftliche 

Erkenntnisse zur Behandlung von Folteropfern im Gutachten nicht berücksichtigt 

worden seien (IV-act. 109 S. 8). Der psychiatrische Sachverständige habe die 

diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung im Gutachten zwar im 

Zusammenhang mit der Foltererfahrung aufgeführt, jedoch die besondere Ausprägung 

dieser speziellen Traumafolgestörung nicht ausreichend berücksichtigt (IV-act. 109 

S. 5) und die Foltererfahrungen hinsichtlich ihrer speziellen Symptomatik nicht 

ausreichend gewürdigt (IV-act. 109 S. 4). So sollte ein Interviewer gemäss dem 

Handbuch zum Istanbul Protokoll die Umstände der Folter, die Wahrnehmung und die 

Deutung der Folter durch das Opfer, den sozialen Kontext vor, während und nach der 

Folter, die sozialen Ressourcen sowie Werte und Einstellungen gegenüber 

traumatischen Erlebnissen, politische und kulturelle Faktoren, die Schwere und Dauer 

der traumatischen Ereignisse, genetische und biologische Anfälligkeiten, das 

Entwicklungsstadium und Alter des Opfers, frühere Traumata sowie die vorbestehende 

Persönlichkeit beachten (IV-act. 109 S. 6). Affektive, kognitive und 

Verhaltenssymptome sollten im Detail beschrieben und die Häufigkeit von Albträumen, 

Halluzinationen und Schreckreaktionen sollten festgestellt werden (IV-act. 109 S. 4). 

Die gutachterliche psychiatrische Untersuchung habe die Häufigkeit von Albträumen 

oder Flashbacks im Alltag nicht erfasst. Ebenso seien die Zeitdauer und das Ausmass 

der Schlafstörung nicht ausreichend erfasst oder mittels verfügbaren Messgeräten zur 

Schlafmessung plausibel nachvollzogen worden. Das Auftreten von Flashbacks 

während einer Arbeitstätigkeit werde für einen Arbeitgeber bei allen Tätigkeiten zum 

Risiko, das im Arbeitsalltag auch für Mitarbeitende nicht zumutbar sei. Nur eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit könne diesem Umstand gerecht werden (IV-act. 109 S. 7). 

Die Festlegung der Arbeitsfähigkeit mit 60 % sei nicht nachvollziehbar und könne nur 

auf einer subjektiven Einschätzung basieren (IV-act. 109 S. 7). Die Einschätzung einer 

60%igen Arbeitsfähigkeit sei vom psychiatrischen Gutachter auch nicht begründet 

worden und sei somit nicht annehmbar (IV-act. 109 S. 8). Schliesslich habe dieser 

unberücksichtigt gelassen, dass eine besondere Ausprägung einer Traumafolgestörung 

auf der Basis einer Foltererfahrung und einer erhöhten Vulnerabilität durch 

Gewalterfahrungen in der Kindheit ausserhalb der gängigen ICD-Nomenklatur liege. Die 

in der ICD-11-Skala im Jahr 2018 geplante Änderung bezüglich der Unterscheidung 

einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung müsse im Zusammenhang mit 

der Evaluierung von Folgeschäden bei Folteropfern berücksichtigt werden (IV-act. 109 

S. 6, unten).

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

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Die Kritik von Dr. G.___ hinsichtlich des Abstellens auf die ICD-10-Skala ist nicht 

nachvollziehbar. Wie der psychiatrische Gutachter in seiner Stellungnahme vom 27. 

März 2018 einleuchtend erklärt (vgl. IV-act. 113) und Dr. G.___ sinngemäss selber 

eingeräumt hat (vgl. IV-act. 109 S. 6), ist die ICD-10-Skala das aktuell gängige 

Klassifikationssystem in der Schweiz (vgl. IV-act. 113 S. 1). Sodann hat der RAD in 

seiner Stellungnahme vom 16. März 2018 verständlich dargelegt, dass die 

Einschränkungen und Auswirkungen auf das Funktionsniveau sich sowohl bei einer 

klassischen posttraumatischen Belastungsstörung als auch bei einer sogenannten 

komplexen traumatischen Belastungsstörung, wie sie Dr. G.___ annehme, qualitativ 

und quantitativ individuell innerhalb des Diagnosespektrums unterscheiden könnten. 

Entscheidend sei somit nicht alleine die Diagnosestellung, sondern insbesondere das 

psychophysische Funktionsniveau (IV-act. 110 S. 3). Weiter ist dem RAD darin 

zuzustimmen, dass der psychiatrische Gutachter die Herleitung der Diagnose der 

posttraumatischen Belastungsstörung nach ICD-10 in seinem Teilgutachten ausführlich 

dargelegt und nachvollziehbar begründet hat (IV-act. 110 S. 2). Er hat die Diagnose 

auch von anderen Diagnosen abgegrenzt (vgl. IV-act. 82 S. 34 f.). Inwiefern dem 

Handbuch zum Istanbul Protokoll bei einer versicherungsmedizinischen Beurteilung 

Bedeutung zukommt, ist vom RAD sodann in Frage gestellt worden (vgl. IV-act. 110 

S. 3 unten). Sicherlich kann Dr. G.___ darin zugestimmt werden, dass die Einschätzung 

der Auswirkungen von traumatischen Erlebnissen unter Berücksichtigung sämtlicher 

Lebensumstände erfolgen sollte. Wie dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen 

ist, hat der psychiatrische Gutachter allerdings eine ausführliche Anamneseerhebung 

durchgeführt. Der Beschwerdeführer ist zu seinem Tagesablauf, zu seinen aktuellen 

Leiden, zu seinem schulischen und beruflichen Werdegang und zu seiner familiären 

und sozialen Situation befragt worden (vgl. IV-act. 82 S. 28 ff.). In diesem 

Zusammenhang hat der Beschwerdeführer auch von seinen Gewalterlebnissen und 

den im Alltag auflebenden Erinnerungen berichtet (vgl. z.B. IV-act. 82 S. 29). So hat er 

beispielsweise beschrieben, dass er oft plötzlich Szenen wie im Film von damals vor 

Augen habe und auch im Schlaf die Albträume meistens von dieser Zeit handeln 

würden. Er schrecke im Schlaf teilweise schreiend auf und sei schweissgebadet (IV-

act. 82 S. 29). Albträume und Flashbacks sind in der Exploration zur Sprache 

gekommen, wie es der RAD in seiner Stellungnahme vom 16. März 2018 ebenfalls 

aufgezeigt hat (vgl. IV-act. 110 S. 4). Schlafuntersuchungen sind beim 

Beschwerdeführer bereits durch die behandelnden Ärzte in die Wege geleitet worden, 

wobei in erster Linie ein moderates Schlafapnoesyndrom festgestellt worden ist, 

während auf weitergehende Untersuchungen verzichtet worden ist, weil der 

Beschwerdeführer sich das Tragen einer Schlafmaske von vornherein nicht hat 

4.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

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vorstellen können (vgl. IV-act. 52 S. 26). Zur gleichen Einschätzung sind auch die 

Gutachter gekommen (vgl. IV-act. 82 S. 52). Inwiefern von weiteren 

Schlafuntersuchungen bessere Erkenntnisse hinsichtlich des Gesundheitszustandes zu 

erwarten wären, ist somit nicht ersichtlich. Die kognitiven Defizite sind sodann, worauf 

der RAD zu Recht hingewiesen hat, bereits durch den neuropsychologischen Gutachter 

abgeklärt worden (vgl. IV-act. 83 i.V.m. 110 S. 3, oben). Die psychiatrische 

gutachterliche Untersuchung scheint nach dem Gesagten jedenfalls lege artis 

durchgeführt worden zu sein. Auch leuchten die gutachterlich gestellten 

psychiatrischen Diagnosen sowie die von dem psychiatrischen Gutachter ab dem 

Begutachtungszeitpunkt attestierte 40%ige Arbeitsunfähigkeit ein (vgl. IV-act. 82 

S. 38). Zur Begründung seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung hat der psychiatrische 

Sachverständige nämlich angeführt, dass die Limitation von 40 % primär durch die 

Defizite der posttraumatischen Belastungsstörung bedingt sei (vgl. IV-act. 82 S. 37). 

Beim Beschwerdeführer bestehe eine leicht bis mässig ausgeprägte Beeinträchtigung 

hinsichtlich der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit, der Fähigkeit zu engen 

dyadischen Beziehungen sowie hinsichtlich der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, 

der Selbstbehauptungsfähigkeit, Konversationen, der Kontaktfähigkeit zu Dritten, der 

Gruppenfähigkeit sowie der Aktivität und der Spontanität (IV-act. 82 S. 37, unten). Auch 

im polydisziplinären Konsens ist die 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt worden 

(vgl. IV-act. 82 S. 53 f.). Nach dem Gesagten ist somit mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus psychiatrischer 

Sicht ab dem Begutachtungszeitpunkt sowohl in seiner angestammten als auch in 

einer adaptierten Tätigkeit zu 40 % arbeitsunfähig ist.

Der psychiatrische Gutachter hat sich allerdings nicht zum Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit ausgesprochen. Sowohl im psychiatrischen Teilgutachten als auch im 

polydisziplinären Konsens des Gesamtgutachtens ist lediglich angegeben worden, 

dass die Arbeitsunfähigkeit mindestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung gelte 

(vgl. IV-act. 82 S. 38 und S. 54), wobei im polydisziplinären Konsens noch präzisiert 

worden ist, dass die Einschätzung seit dem 7. September 2016 Geltung habe (vgl. IV-

act. 82 S. 54). Da der frühestmögliche Beginn des potentiellen Rentenanspruchs im 

vorliegenden Fall auf den 1. November 2013 fällt (vgl. E. 4.1 f.), fehlt für die Zeit 

zwischen dem 1. November 2013 und dem 7. September 2016 eine gutachterliche 

psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung. Folglich ist zu prüfen, ob sich die 

Arbeitsfähigkeit anhand der übrigen medizinischen Aktenlage feststellen lässt. Der 

Beschwerdeführer hat sich im November 2012 wegen verstärkter Symptome der 

posttraumatischen Belastungsstörung erneut beim Ambulatorium für Folter- und 

Kriegsopfer, bei welchem er bereits früher in Behandlung gewesen war, gemeldet. Er 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

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hat davon berichtet, dass seiner Zustandsverschlechterung die Ermordung und 

Verhaftung von Freunden und Geschwistern vorausgegangen seien (vgl. IV-act. 60). 

Von Dr. E.___ ist er dann ab Mitte November 2012 zu 100 % arbeitsunfähig 

geschrieben worden (IV-act. 2). Aufgrund der retraumatisierenden Erlebnisse ist eine 

anfängliche 100%ige Arbeitsunfähigkeit nachvollziehbar, zumal sich neben einer 

posttraumatischen Belastungsstörung auch eine depressive Symptomatik gezeigt hat 

(Bericht von Dr. E.___ vom 3. Mai 2013; IV-act. 17). Auch im Jahr 2014 scheint sich die 

Symptomatik entsprechend den vorliegenden Berichten nicht verbessert, sondern eher 

noch verschlechtert zu haben, wobei teilweise auch suizidale Gedanken aufgetreten 

sind (IV-act. 24, 34, 35 und 52 S. 30 ff.). Ab Juli 2014 hat sich der Beschwerdeführer 

laut Dr. G.___ immerhin von suizidalen Gedanken distanzieren können bei aber 

weiterhin wechselnder depressiver Symptomatik (IV-act. 35). Im Oktober 2015 ist Dr. 

G.___ dann von einer gegenwärtig mittelgradigen depressiven Episode ausgegangen 

(IV-act. 44). Demnach ist anzunehmen, dass sich die depressive Symptomatik im 

Verlauf des Jahres 2015 etwas verbessert haben dürfte, was aufgrund der Therapie 

und der möglicherweise erfolgten Aufarbeitung der Trennung von der Ehefrau auch 

einleuchtet. Gleichwohl ist Dr. G.___ im Oktober 2015 noch von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen (vgl. IV-act. 44). In der Annahme, dass sich eine 

psychische Verbesserung auch stabilisieren können muss, ist diese Einschätzung noch 

immer nachvollziehbar. Im September 2016 haben die Gutachter dann neben einer 

posttraumatischen Belastungsstörung nur noch eine leichte depressive Symptomatik 

feststellen können (vgl. IV-act. 82 S. 36, 38 und 49). Folglich ist anzunehmen, dass sich 

zwischen Ende 2015 und September 2016 nochmals eine Verbesserung der 

psychischen Situation eingestellt hat. Die Arbeitsunfähigkeit wird sich zwischen 

November 2015 und August 2016 also zwischen 100 und 40 % bewegt haben. Wann 

und wie genau, die - vermutlich kontinuierliche - Verbesserung zwischen November 

2015 und August 2016 eingetreten ist, dürfte sich retrospektiv nicht mehr genau 

eruieren lassen, haben doch auch die Gutachter keine retrospektive Einschätzung 

vorgenommen (vgl. IV-act. 82). Eine höhere als die gutachterlich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 40 % ist in diesem Zeitraum also nicht ausgewiesen. Da der 

Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat (vgl. E. 3.3), ist bereits 

ab November 2015 von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen 

auszugehen. Zwischen Mitte November 2012 und Oktober 2015 ist gestützt auf die 

Aktenlage eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen.

Die von den somatischen Gutachtern gestellten Diagnosen und vorgenommenen 

Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit sind unter Berücksichtigung der gesamten 

Aktenlage und der von ihnen empfohlenen Weiterabklärungen (vgl. dazu IV-act. 82 S. 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

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5.  

52, oben) nachvollziehbar begründet und schlüssig. Auch der Beschwerdeführer hat 

keine konkreten Einwände gegen die somatischen Beurteilungen erhoben. Zwar haben 

sich die somatischen Gutachter nicht zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit geäussert 

(vgl. IV-act. 82). Da sie jedoch ohnehin keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

festgestellt haben (vgl. IV-act. 82 S. 49) und aus der Aktenlage nicht hervorgeht, dass 

sich der somatische Gesundheitszustand seit der Anmeldung des Beschwerdeführers 

bei der IV-Stelle verbessert hat, ist in somatischer Hinsicht seit dem Zeitpunkt der IV-

Anmeldung von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. 

Selbstverständlich steht es dem Beschwerdeführer offen, sich erneut bei der IV-Stelle 

zu melden, sollten die von den Gutachtern empfohlenen kardiologischen Abklärungen 

bzw. Behandlungen bisher unbekannte relevante Einschränkungen zum Vorschein 

bringen.

Zusammenfassend ist für den Zeitraum von Mitte November 2012 bis 31. Oktober 

2015 eine 100%ige und ab November 2015 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit 

anzunehmen.

4.8. 

Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die 

erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der 

Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 3.1).

5.1. 

Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung bezieht sich sowohl auf 

angestammte als auch auf adaptierte Tätigkeiten (vgl. IV-act. 82 S. 53 f.). Auch die im 

Zeitraum vor der Begutachtung anzunehmende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bezieht 

sich auf sämtliche Tätigkeitsbereiche. Demnach ist vorliegend sowohl hinsichtlich des 

hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens von 

derselben Lohnbasis auszugehen. Folglich kann der Einkommensvergleich anhand 

eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung 

eines Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75).

5.2. 

Für den Zeitraum von November 2012 bis Oktober 2015, in welchem von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, besteht demnach bei einem 

Invaliditätsgrad von 100 % ein Anspruch auf eine ganze Rente, wobei der 

Rentenanspruch allerdings erst am 1. November 2013 entstanden ist (vgl. E. 4.1). Bei 

einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 %, wie er ab November 2015 anzunehmen ist, 

resultiert ohne Tabellenlohnabzug ein Invaliditätsgrad von 40 % und damit ein 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Frage, ob ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist, 

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

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6.  

kann vorliegend offengelassen werden, da selbst ein Tabellenlohnabzug von 10 % 

nicht zu einem höheren Rentenanspruch führt (100 % - 90 % x 60 %) und keine 

Gründe ersichtlich sind, die einen 10 % übersteigenden Tabellenlohnabzug 

rechtfertigen könnten. Demnach besteht ab November 2015 noch ein Anspruch auf 

eine Viertelsrente, wobei die ganze Rente unter Berücksichtigung der Übergangsfrist 

von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) 

während dreier Monate weiterhin auszurichten ist. Folglich besteht für den Zeitraum 

vom 1. November 2013 bis 31. Januar 2016 ein Anspruch auf eine ganze Rente und ab 

dem 1. Februar 2016 auf eine Viertelsrente.

Mit Blick auf die in der angefochtenen Verfügung enthaltenen Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin zur Schadenminderungspflicht ist noch anzumerken, dass ein 

mögliches Verbesserungspotential in der medizinischen Behandlung die Entstehung 

eines Rentenanspruchs nach Ablauf des Wartejahres nicht ausschliesst (vgl. BGE 143 

V 416 E. 4.5.2; Urteil des Bundesgerichts vom 2. September 2014, 9C_395/2014, E. 

4.5; vgl. ferner E. 2.1). Da der Beschwerdeführer bisher nicht zu einer 

Therapieänderung angehalten worden ist, kann ihm keine Verletzung der 

Schadenminderungspflicht vorgeworfen werden. Wenn die Beschwerdegegnerin eine 

Therapieänderung als notwendig erachtet, kann sie für die Zukunft eine entsprechende 

Verfügung erlassen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).

5.4. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. 

November 2013 bis 31. Januar 2016 eine ganze Invalidenrente sowie ab dem 1. 

Februar 2016 eine Viertelsrente auszurichten ist. Zur Festsetzung des Rentenbetrages 

ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer 

zurückzuerstatten.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

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Entscheid

1.

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer rückwirkend für die Zeit vom 1. November 

2013 bis 31. Januar 2016 eine ganze Rente sowie ab dem 1. Februar 2016 eine 

Viertelsrente zugesprochen wird; zur Festsetzung des Rentenbetrages wird die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3'500.-- zu bezahlen.

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (vgl. 

Art. 61 lit. g ATSG). Im hier zu beurteilenden, durchschnittlich aufwändigen Fall 

erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer deshalb mit Fr. 3'500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2020
	Art. 28 IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Eine retrospektive gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung fehlt. Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist jedoch für den Zeitraum von Mitte November 2012 bis Oktober 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Wann und wie genau, die - vermutlich stufenweise – Verbesserung des psychischen Zustandes zwischen November 2015 und August 2016 eingetreten ist, dürfte sich retrospektiv nicht mehr genau eruieren lassen. Eine höhere wie die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % ist in diesem Zeitraum also nicht ausgewiesen. Da der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, ist bereits ab November 2015 von einer 40%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen auszugehen. Zusprache einer befristeten ganzen Rente und einer unbefristeten Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Juni 2020, IV 2018/200).

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