# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7d10402-0bad-57f5-8c75-127632523c91
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-05-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 08.05.2003 SB 2003 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-5_2003-05-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: C., 07./08. Mai 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 5 (nicht mündlich eröffnet) 

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Burtscher, Aktuar Conrad.

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des N., Angeklagter und Berufungskläger, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Théo Chr. Portmann, Alexanderstrasse 1, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Plessur vom 7. März 2002, mitgeteilt am 15. Januar 
2003, in Sachen der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 
7001 Chur, Anklägerin, und Af., Adhäsionskläger, gegen den Angeklagten und Be-
rufungskläger, 

betreffend Betrug, mehrfachen vollendeten Betrugsversuch, mehrfache Urkunden-
fälschung, Misswirtschaft und Unterlassung der Buchführung,

hat sich ergeben:

A.1. N. wurde am 16. Juli 1953 in C. geboren und wuchs dort zusammen 
mit einem Bruder (geb. 1950) und einer Schwester (geb. 1952) in wohl geordneten 

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Familienverhältnissen auf. Nach dem Besuch der Volksschule (6 Jahre Primar-, 3 
Jahre Sekundarschule) absolvierte er von 1969-1972 mit Erfolg eine dreijährige 
kaufmännische Lehre bei der Textilagentur Ro., C.. Von 1972 bis 1974 war er bei 
der Rhätischen Bahn als Verwaltungsangestellter für die Buchhaltung zuständig. 
Anschliessend arbeitete er zwei Jahre als Sachbearbeiter in der Visabuchhaltung 
bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in C. und von Ende 1976 bis Mitte 1980 
im Architekturbüro TD., C., als Buchhalter und Liegenschaftenverwalter. Ab Mitte 
1980 bis Februar 1985 arbeitete N. als Buchhalter beziehungsweise Leiter Finanzen 
für die Bauunternehmung Gebr. GB. Hoch- und Tiefbau AG in B., wo er später in 
die Geschäftsleitung aufstieg. Von März 1985 bis Ende 1986 war er für die Firma 
SY. AG in Triesen/FL als Leiter Finanzen und Controller tätig. In dieser Zeit schloss 
er weitere Ausbildungen zum eidg. dipl. Buchhalter (1985) und Betriebsökonom dipl. 
oek. (1987) mit Erfolg ab. Anfangs 1987 kehrte er zur Bauunternehmung Gebr. GB. 
Hoch- und Tiefbau AG zurück und blieb dort bis im November 1991, wobei er auch 
für deren Tochtergesellschaft GGS. AG tätig und dort für Finanzen, Verwaltung und 
Akquisitionen zuständig war. Sein dortiger Monatslohn betrug Fr. 14'000.–. Von 
1992 bis 1995 war er bei der HA. AG, Lebensmittel, S., als Leiter des Controlling 
angestellt, ehe er im November 1995 zur RG. Garage AG in C. wechselte. Von Ende 
1996 bis Juni 1998 arbeitete N. als Controller für die Firma RSD. AG in B.. 

Anschliessend war N. beim Justiz-, Polizei- und Sanitätsdepartement des 
Kantons Graubünden als Controller tätig. Diese Anstellung kündigte er unter dem 
Druck der gegen ihn am 17. Februar 1999 eröffneten Strafuntersuchung vorzeitig 
auf Ende Februar 1999. Danach blieb er bis zum 1. November 1999 arbeitslos, ehe 
er als Controller bei der HDW. eine neue Anstellung fand. Ab Oktober 2001 arbeitete 
N. für ein monatliches Nettoeinkommen von rund Fr. 9'000.– als Anlageberater bei 
der G. Versicherungen. Seine Tätigkeit bei der HDW. führte er bis Ende April 2002 
als Teilpensum (jeweils samstags und sonntags) weiter. Im Zug des Einbruchs von 
Markt und Börse kündigte die G. Versicherungen den Arbeitsvertrag auf Ende 2002.

2. N. war oder ist an folgenden Firmen, die er teilweise mitbegründet hat, 
wirtschaftlich beteiligt und/oder in der Geschäftsleitung tätig:

─ EFS. EFS, Einzelfirma von N., gescheitert

─ N. AG, Treuhand und Immobilien, 1986 gegründet, 2000 liquidiert 

─ I. Immobilientreuhand B. AG, 1988 gegründet, 1993 Konkurs

─ I. Immobilientreuhand O. AG, 1989 gegründet, 1995/96 Mantel ver-
kauft

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─ AN. AG, Grabs, 1989 gegründet, 1994 gelöscht infolge Konkurs

─ IR., einfache Gesellschaft, 1992 gegründet, nunmehr IR. AG, in der 
N. neu Mitglied des Verwaltungsrats mit Einzelunterschrift ist

─ RE. GmbH, W., 1995 gegründet, 1998 gelöscht infolge Konkurs 
(mangels Aktiven eingestellt)

─ Reinhard RS. GmbH, Berlin, Geschäftsführer

─ X. AG, seit 1995 Mitglied des VR, 2000 Konkurs (mangels Aktiven 
eingestellt)

─ RSD. AG, Zweigniederlassung B., 1996 gegründet, 1998 gelöscht

─ CM. Trading AG, V., Vertrieb von Textilien, nach Verlustübernahme 
durch Miteignerin ausgeschieden

─ BFY. GmbH, Widnau, 1997 gegründet, 2002 liquidiert

─ CL. AG, C., Mitglied des VR, seit 6.2.2003 ohne Zeichnungsberech-
tigung

─ CT. GmbH, St. Moritz, gegründet 2001

─ N., Unternehmensberatungen, Treuhand, in C., Einzelfirma, 2002 
eingetragen

Ferner hatte sich N. in seiner zweiten Anstellungszeit von 1987-1991 bei der 
Bauunternehmung Gebr. GB. Hoch- und Tiefbau AG zusammen mit dem wirtschaft-
lichen Eigentümer seiner Arbeitgeberfirma, A. G., finanziell oder zumindest mit 
Ideen an rund 20 - 30 weiteren Baugesellschaften beteiligt, an deren Namen er sich 
eigenen Angaben zufolge nicht mehr erinnern kann. Da sich im Zuge der Immobili-
enkrise die Liegenschaften dieser Gesellschaften nicht mehr verkaufen liessen, 
wurde im Februar 1993 über N. der Privatkonkurs eröffnet und im September 1996 
geschlossen. Die ungedeckten Forderungen beliefen sich auf über 12 Mio. Franken 
und rührten mehrheitlich aus Solidarverpflichtungen, die er in seiner Zeit bei der 
Bauunternehmung Gebr. GB. Hoch- und Tiefbau AG eingegangen war.

Im Jahre 1988 hatte sich N. in W. ein eigenes 9-Zimmer-Haus für 1 ½ Mio. 
Franken gebaut und dafür eine Hypothek von Fr. 950'000.– aufgenommen. Das 
Haus musste in der Folge für lediglich Fr. 700'000.– verkauft werden.

3. Zu Beginn der Strafuntersuchung hatte N. Steuer- und Privatschulden 
in der Höhe von rund Fr. 27'000.–. Den überwiegenden Teil dieser Schulden konnte 

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N. mit seinem Anteil (Fr. 60'000.– bis 80'000.–) am Erlös aus dem Verkauf der ihm 
und seinen Geschwistern hinterlassenen elterlichen Liegenschaft noch während der 
Strafuntersuchung begleichen. Eine im Zusammenhang mit der vorliegenden Straf-
sache erhobene Zivilforderung von DM 10'000.– nebst Zinsen seit 17. Februar 1999 
hat N. rund zur Hälfte getilgt. 

Zumindest der geschäftliche Ruf von N. muss als angeschlagen bezeichnet 
werden.

4. Am 31. Mai 1977 verheiratete sich N. mit G. NI.. Aus dieser Ehe gingen 
die Kinder M. (Jahrgang 1980), L. (Jahrgang 1984) und S. (Jahrgang 1989) hervor. 
G. N. geht einer Halbtagesbeschäftigung in der Cafeteria der PKW., C., nach; dabei 
erzielt sie ein monatliches Einkommen von Fr. 1'550.– netto. Aus der Zwangsver-
steigerung der ehemaligen ehelichen Liegenschaft in W., welche ihr N. vor seinem 
Konkurs überschrieben hatte, verblieb ihr eine Bankschuld in Höhe von Fr. 
150'000.–, welche in der Zwischenzeit überwiegend abgetragen ist.

5. Im schweizerischen Zentralstrafregister ist N. nicht verzeichnet. 

6. N. befand sich vom 15. Februar 1999 bis zum 19. März 1999 in Do-
mat/Ems und C. in Untersuchungshaft.

B. Nach einer am 17. Februar 1999 eröffneten Strafuntersuchung erhob 
die Staatsanwaltschaft Graubünden mit Verfügung vom 28. Mai 2001 Anklage ge-
gen N. und überwies die Sache zur Beurteilung dem Bezirksgericht Plessur. Die 
Anklage stützt sich gemäss Anklageschrift auf folgende Sachverhalte:

" A) bezüglich des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB:

Am 26. September 1995 erwarben N. und Helmut Lt. den Aktienmantel der X. 
AG, bestehend aus 50 Inhaberaktien im Nominalwert von je Fr. 1'000.-- zum 
Preis von Fr. 5'000.-- zuzüglich Fr. 2'000.-- Abwicklungsspesen. Am 07. Juli 
1998 wurde der Sitz von Basel nach C. verlegt. Das Bezirksgericht Plessur 
eröffnete am 15. Dezember 1999 den Konkurs über die X. AG und stellte diesen 
mangels Aktiven am 14. Januar 2000 wieder ein. N. war in der Zeit vom 03. 
Oktober 1995 bis zur Löschung im Handelsregister am 08. Mai 2000 alleiniges 
eingetragenes Mitglied des Verwaltungsrates der X. AG. Am 29. Dezember 
1998 wurde Helmut Lt. als Direktor eingetragen. Jener war schon seit dem 30. 
Oktober 1995 als Generalbevollmächtigter für die X. AG tätig.

Am 28. Dezember 1998 schlossen N. und Helmut Lt. mit der M + M GmbH 
einen Kreditvertrag ab, worin sie sich verpflichteten, jener Firma am 15. Februar 
1999 einen Kredit in der Höhe von DM 5 Mio. für den Ankauf und Umbau eines 
Grundstücks in Deutschland zu gewähren, obwohl sie hierfür gar nicht in der 

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Lage waren. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit des Objektes sollte der Kredit-
nehmer 1%  der Kreditsumme zugunsten der X. AG einzahlen. Mit Zusatzver-
einbarung vom 28. Dezember 1998 akzeptierten N. und Helmut Lt. eine Anzah-
lung von DM 30'000.-- bzw. eine Barauszahlung von DM 10'000.--. Am 03. Ja-
nuar 1999 nahm der Angeklagte N. in Savognin vom Vertreter der M + M GmbH, 
Af., den Betrag von DM 10'000.-- in bar entgegen. Davon übergab er etwa Fr. 
4'000.-- an Helmut Lt. als Spesenersatz. Mit dem Rest bezahlte er Rechnungen 
der X. AG wie z.B. die Leasingrate des BMW oder Telefonrechnungen. In der 
zweiten Zusatzvereinbarung vom 03. Januar 1999 verpflichteten sich N. und 
Helmut Lt., bei Nichtzustandekommen des Kredits, den Betrag von DM 10'000.-
- am 16. Februar 1999 zurückzuerstatten. Mit Schreiben vom 11. Mai 1999 si-
cherte N. die Vertragserfüllung in den nächsten 20 Tagen, bis spätestens dem 
31. Mai 1999 zu. In der Folge kam es dann weder zur Gewährung des Kredits 
noch zur Rückerstattung der Anzahlung.

Af. reichte am 12. März 2001 eine Adhäsionsklage in der Höhe von DM 14'044.– 
ein. "

B) bezüglich des mehrfachen vollendeten Betrugsversuchs gemäss Art. 146 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Ur-
kundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB:

1. Mit Schreiben vom 23. Juni 1997 trat die Unitron SA das Guthaben auf 
dem Sparheft der Cassa di Mutualità di Andria, No. 756/986, lautend auf Fran-
cesco Durante, im Betrag von ITL. 34'305'000'000.-- an die X. AG ab. Am 24. 
Juni 1997 nahm N. das Original des Sparhefts entgegen. Am 03. Oktober 1997 
bevollmächtigte er Helmut Lt., das Sparheft zur Beschaffung eines Kredits zu 
verpfänden. Am 07. November 1997 leitete Helmut Lt. das fragliche Libretto an 
Rechtsanwalt Johannes Gr. in Un. zur Belehnung weiter. Am 21. November 
1997 bestätigte der Angeklagte, dass die erste Gewinn- und Provisionsauszah-
lung aus dem verpfändeten Sparbuch am 28. November 1997 in der Höhe von 
US $ 520'000.-- erfolgen werde, was dann jedoch nicht der Fall war. Am 29. 
Juni 1998 bestätigte der Angeklagte Edward Hg., dass jener rechtmässiger Be-
sitzer des Sparbuchs. sei und dies zur Absicherung eines Kredits verwenden 
könne. Vorliegend kam es zu keiner Belehnung des Sparbuchs und zu keiner 
Auszahlung eines Kredits.

Die in Italien rechtshilfeweise durchgeführten Ermittlungen ergaben, dass die 
Cassa di Mutualità di Andria nicht existiert, und dass das Sparheft gefälscht ist.

2. Am 14. November 1997 unterzeichnete der Angeklagte zusammen mit 
Helmut Lt. und Jakob Fo. eine Provisionsvereinbarung. Gegenstand dieses Ver-
trages war die Vermittlung eines Kredits und Investments durch die X. AG auf-
grund des Librettos di Deposito a Risparmio No. 54913, Banca Cattolica. Bis 
zum 15. Dezember 1997 sollten US $ 6 Mio. in bar, sowie von Februar 1998 bis 
Februar 1999 monatlich je US $ 2 Mio. ausbezahlt werden. Mit Quittung vom 
04. Dezember 1997 bestätigten N. und Helmut Lt. den Empfang des Sparbuchs. 
No. 26 21 02176-78 (Dokument-Nr. 54913) der Banca Cattolica, lautend auf 
Abazia Maria Francesca, mit einem Saldo von ITL. 150'621'318'000.--. Helmut 
Lt. präsentierte dieses Sparheft am 15. Januar 1998 bei der Bank Credito Ita-
liano in London, um es dort für 14 Monate zu hinterlegen und einen Kredit auf-
zunehmen. Dabei wurde er von der Polizei verhaftet und das Sparbuch be-
schlagnahmt. Die Ermittlungen ergaben, dass das Sparheft am 03. November 
1997 von Frau Abazia eröffnet und gleichentags wegen Verlust gesperrt worden 
war. Der aktuelle Saldo beträgt bloss ITL. 480'000.--. Vorliegend kam es nicht 
zur Auszahlung eines Kredits.

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3. Am 25. März 1998 übergab Helmut Lt. an Johannes Gr. ein neues Spar-
heft der Banca Cattolica mit der Nummer 26 21 02176-78 (Dokument-Nr. 
95813), lautend auf X. AG, mit einem nachgeführten Saldo von ITL. 
157'211'000'387.--. Am 29. Juni 1998 bestätigte der Angeklagte Edward Haft-
weg, EW. Banking Corp., dass er rechtmässiger Besitzer dieses Sparbuchs sei 
und es für die Absicherung eines Kredits verwenden könne. Die Abklärungen in 
Italien ergaben, dass die Banca Cattolica ein solches Sparheft nicht herausge-
geben hatte. Vorliegend kam es nicht zur Auszahlung eines Kredits.

4. Im März 1998 erhielten N. und Helmut Lt. ein Sparbuch der Banca di 
Roma Nr. 2130236-04, lautend auf Daniele Mario Ruffo, mit einem Saldo von 
ITL. 88'672'614'090.--. Dieses Sparheft leiteten der Angeklagte und Helmut Lt. 
am 18. April 1998 an Johannes Gr. weiter. Dieser wiederum gab es an Edward 
Hg.. Am 29. Juni 1998 bestätigte der Angeklagte Edward Hg., dass er recht-
mässiger Besitzer dieses Sparbuchs sei und es für die Absicherung eines Kre-
dits verwenden könne. Hg. präsentierte es in der Folge am 08. Juli 1998 bei der 
Bank für Tirol und Vorarlberg in Wien, um gestützt darauf einen Kredit von DM 
50 Mio. aufzunehmen. Die Bundespolizeidirektion in Wien stellte das fragliche 
Sparheft sicher. Die Ermittlungen in Italien ergaben, dass es am 20. März 1998 
eröffnet wurde, der Saldo jedoch nur ITL. 100'000.-- betrug. Daniele Ruffo hatte 
am 30. März 1998 den Verlust des Sparhefts bei der italienischen Polizei ge-
meldet.

5. Im Schreiben vom 04. Januar 1999 bestätigten N. und Helmut Lt., dass 
sie der PiH., Pierre-John Zg., 12 Certificates of Deposit der Cassa di Mutualità 
di Andria, Nr. DGLMN 30798-1/12, im Wert von je US $ 10 Mio. zur Verpfändung 
und vertraglich vereinbarten Verwendung übertragen. Der Angeklagte erstellte 
in der Folge Kopien dieser CDs und liess sie durch Helmut Lt. Pierre-John Zg. 
faxen. Im Schreiben vom 08. Januar 1999 bestätigte Zg., dass die 12 CDs für 
ein Tradingprogramm bei der Barclays Bank angenommen und die CDs bis zu 
84 % belehnt würden. Die Nettporendite für die X. AG würde sich während 40 
Wochen auf 40 % belaufen. Die ersten US $ 5 Mio. würden innerhalb einer 
Woche ausbezahlt. Mit Schreiben vom 10. Januar 1999 wurde die X. AG von 
Tom Sb., der in dieser Sache ebenfalls für Zg. tätig wurde, angewiesen, die CDs 
bei der Banca di Roma ins Depot zu geben. Noch gleichentags bestätigten N. 
und Helmut Lt., dass die fraglichen CDs per Kurier zur Banca di Roma in Mai-
land gebracht und dann ein sogenanntes Safekeeping Receipt von der Banca 
di Roma zur Barclays Bank in London geschickt werde. Am 14. Januar 1999 
faxte N. einen Depotschein an Pierre-John Zg. und der Bank in Andorra. Dieser 
Depotschein trägt den Namen der Banca di Roma, Filiale 3 in Milano und das 
Datum vom 18. Dezember 1998. Darin wird der X. AG bestätigt, dass sie 12 
CDs der Nummern DGMNL 30798-1 bis 12 im Wert von je US $ 10 Mio. ins 
Depot gelegt habe. Mit Schreiben vom 10. Januar 1999 beanstandete Tom Sb., 
dass der gefaxte Depotauszug nicht vom Januar 1999 datiert und nicht in der 
Form eines von zwei Bankangestellten unterschriebenen "Safekeeping Re-
ceipt" ausgestellt sei. In der Folge veranlasste N. über Hs. Müller in Zürich die 
Erstellung eines Safekeeping Receipt der Banca di Roma. Darin wird bestätigt, 
dass die Banca di Roma zugunsten der X. AG die fraglichen 12 CDs im Wert 
von total US $ 120 Mio. halte, darauf keine Drittansprüche bestehen würden 
und das Geld nicht von krimineller Herkunft sei. Dieses Safekeeping Receipt 
faxte N. am 18. Januar 1999 an Jean-Claude Bt., Banker der Barclays Bank in 
London. Mit Schreiben vom 27. Januar 1999 traten N. und Helmut Lt. vom Ver-
trag mit Pierre-John Zg. zurück.

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Die Ermittlungen ergaben, dass es sich vorliegend um gefälschte, auf einem 
Personalcomputer erstellte CDs handelte, da weder die ausstellende Bank, die 
Cassa di Mutualità di Andria, noch ein Anspruch der X. AG auf US $ 120 Mio. 
existieren. Aus diesen Gründen handelte es sich sowohl beim Depotschein der 
Banca di Roma vom 18. Dezember 1998 als auch beim Safekeeping Receipt 
vom 18. Januar 1999 um Fälschungen. Vorliegend kam es zu keiner Auszah-
lung von Geldern.

6. Der Angeklagte führte in der Bilanz per 31. Dezember 1995 wahrheitswid-
rig auf, dass die X. AG bei der Cassa di Mutualità di Andria Wertschriften im 
Betrag von Fr. 251'236'875.--, bei der Banca Cattolica von Fr. 121'590'358.65 
sowie bei der Banca di Roma von Fr. 481'569'547.25 hält. Ausserdem führte er 
wahrheitswidrig an, dass die X. AG über gesetzliche Reserven von Fr. 3,5 Mio. 
und über freie Reserven von Fr. 25 Mio. verfügen würde. In der konsolidierten 
Erfolgsrechnung wies er zudem einen Finanzertrag von Fr. 72'637'222.18 sowie 
einen Gewinn von über Fr. 14 Mio. aus. Für das Jahr 1996 erstellte der Ange-
klagte zwei verschiedene wahrheitswidrige Bilanzen. In der einen führte er als 
Wertschriften einen Betrag von über Fr. 199 Mio. auf, in der anderen von über 
Fr. 838 Mio. Auch im Jahre 1997 erstellte er wiederum zwei wahrheitswidrige 
Jahresrechnungen. Die eine mit Wertschriften von über Fr. 196 Mio., die andere 
mit Wertschriften von über Fr. 818 Mio. In dem per 30. November 1998 erstell-
ten Status führte der Angeklagte Wertschriften im Totalbetrag von Fr. 1,4 Mia. 
und Eigenkapital von Fr. 2'393'538.20 auf. Diese Bilanz faxte der Angeklagte 
am 08. Dezember 1996 (recte: 1998) an Irene von Khreninger-Guggenberger. 
Per 31. Dezember 1998 erstellte der Angeklagte wiederum zwei Bilanzen. Die 
eine mit Wertschriften von über Fr. 846 Mio. und Eigenkapital von über Fr. 44 
Mio., die andere mit Wertschriften von total Fr. 788 Mio. und Eigenkapital eben-
falls von über Fr. 44 Mio. Die letztgenannte Bilanz faxte der Angeklagte am 12. 
Januar 1999 an Andreas Jg. nach Düsseldorf."

C) bezüglich der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB sowie der Un-
terlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB:

Am 26. September 1995 erwarben N. und Helmut Lt. den wertlosen Aktienman-
tel der X. AG. Am 01. September 1998 mietete der Angeklagte in der S-Gasse 
11 Büroräumlichkeiten für monatlich Fr. 700.--. Am 02. September 1998 leaste 
er zudem einen BMW 523i im Wert von Fr. 49'000.-- zu einer monatlichen Lea-
singrate von Fr. 1'161.--. Aus legaler Geschäftstätigkeit flossen der X. AG keine 
Mittel zu. Die ungedeckten Forderungen im Konkurs belaufen sich mindestens 
auf Fr. 36'000.--.

Für das Geschäftsjahr 1998 erstellte der Angeklagte lediglich die Eröffnungsbi-
lanz. Die anfallenden Belege wurden gesammelt, nicht jedoch verbucht."

Gegen einen Teil der Mitbeteiligten wurden im In- und Ausland separate Ver-
fahren geführt. Namentlich wurde die Strafuntersuchung im Fall des deutschen 
Staatsangehörigen Helmut Lt. nach Deutschland abgetreten, nachdem dort bereits 
ein Strafverfahren hängig war und bestimmte Straftaten mangels Zuständigkeit 
(Auslandstat eines Ausländers) hier nicht verfolgt werden konnten.

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C.1. Mit schriftlicher Ergänzung der Anklageschrift im Sinne von Art. 100 
Abs. 3 StPO vom 28. Mai 2001 stellte und begründete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden die folgende Strafanträge:

 "1. N. Martin sei des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB, des mehrfa-
chen vollendeten Betrugsversuchs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung 
gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB, der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 
StGB sowie der Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB 
schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 16 Monaten Gefängnis zu bestrafen, unter Anrechnung 
der erstandenen Untersuchungshaft von 33 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von drei Jahren.

4. Kostenfolge sei die gesetzliche." 

2. Nach teilweise ergänzter Strafuntersuchung und nach durchgeführ-
ter öffentlicher Verhandlung vom 7. März 2002 fällte das Bezirksgericht Plessur 
folgendes Urteil:

"1. N. ist schuldig des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB, des mehrfachen 
vollendeten Betrugsversuchs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 22 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung gemäss Art. 
251 Ziff. 1 StGB, der Misswirtschaft gemäss Art. 165 Ziff. 1 StGB sowie der 
Unterlassung der Buchführung gemäss Art. 166 StGB.

2.  Dafür wird er mit 16 Monaten Gefängnis bestraft, unter Anrechnung der 
erstandenen Untersuchungshaft von 33 Tagen.

3.  Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 
drei Jahren aufgeschoben.

4.  Der Angeklagte wird verpflichtet, dem Adhäsionskläger Af. den Betrag 
von EUR 2'219.83 zuzüglich Zins von 5 % ab 6.5.2001 sowie den Betrag von 
EUR 476.13 als Verzugszins für die Zeit vom 17.2.1999 bis 5.5.2001 zu be-
zahlen.

5.  Die Kosten des Verfahrens von Fr. 35'143.30 (Untersuchungskosten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 10'781.10, Gerichtsgebühr von Fr. 
2'200.-- plus Barauslagen von Fr. 1'500.-- und Honorar der amtlichen Vertei-
digung von Fr. 20'662.20) gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der 
Untersuchungshaft und des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

6.  .....(Rechtsmittelbelehrung).

7.  .....(Mitteilung)."

D.1. Gegen das am 15. Januar 2003 mitgeteilte Urteil liess N. durch seinen 
amtlichen Verteidiger innert Frist mit Eingabe vom 5. Februar 2003 Berufung an den 
Kantonsgerichtsausschuss einlegen, mit den folgenden Anträgen:

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"1. Die Ziffer 1 des angefochtenen Urteils-Dispositivs sei aufzuheben 
und N. sei bezüglich der Anklagen

• des Betruges (Art. 146 Abs. 1 StGB),

• des mehrfachen vollendeten Betrugsversuches (Art. 146 Abs. 1        
StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB),

• der mehrfachen Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) und

• der Unterlassung der Buchführung (Art. 166 StGB)

von Schuld und Strafe freizusprechen, hingegen

• wegen Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB) 

schuldig zu sprechen und milde zu bestrafen. 

Eventuell sei N. bezüglich der Anklagen

• des Betruges,

• des mehrfach vollendeten Betrugsversuches und

• der mehrfachen Urkundenfälschung

von Schuld und Strafe freizusprechen, hingegen

• wegen Misswirtschaft und

• wegen Unterlassung der Buchführung

schuldig zu sprechen und milde zu bestrafen.

2. Ferner sei die Ziffer 2 des angefochtenen Urteils-Dispositivs aufzu-
heben und - wie immer Ihr Schuldspruch ausfällt - möge die gegen 
N. zu verhängende Strafe 6 Monate Gefängnis nicht übersteigen.

3. Des weitern sei - je nach dem Ausgang des Berufungsverfahrens - 
die Ziffer 5 des angefochtenen Urteils bezüglich des Kostenspruches 
aufzuheben, und es seien die Kosten der ersten Instanz neu zu re-
geln, unter Festlegung der Kosten- und Entschädigungsfolge für das 
Berufungsverfahren.

4. Im weiteren seien

4.1 eine öffentliche mündliche Berufungsverhandlung durchzuführen;

4.2 N. für das Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung zuzugeste-
hen;

4.3 die beiliegende persönliche Stellungnahme von N. zum angefochte-
nen Urteil als Bestandteil der Berufungsschrift zu anerkennen."

2. Das Bezirksgericht Plessur verzichtete auf eine Vernehmlassung.

3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden schliesst auf Abweisung der Be-
rufung unter Hinweis auf die Akten und das erstinstanzliche Urteil.

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4. An der mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgerichts-
ausschuss vom 7. Mai 2003 war der Berufungskläger persönlich mit seinem amtli-
cher Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Théo Portmann, anwesend. Die Staatsanwalt-
schaft Graubünden verzichtete gestützt auf Art. 145 Abs. 4 StPO auf eine Teil-
nahme. Einwendungen gegen die Zuständigkeit und Zusammensetzung des Ge-
richts wurden nicht erhoben.

Seit der Hauptverhandlung vor erster Instanz haben sich die persönlichen 
Verhältnisse des Berufungsklägers wie folgt entwickelt:

Am 21. November 2002 liess sich N. neu mit der Einzelfirma "N., Unterneh-
mensberatungen, Treuhand" in C. (Zweck Unternehmensberatungen, Treuhand-
büro, insbesondere Finanzierungen, Buchhaltungsarbeiten, Steuerberatungen, 
Energiekonzepte, Vermittlung von Liegenschaften, Finanz- und Vermögensplanun-
gen) im Handelsregister eintragen. Sein steuerbares Jahreseinkommen von rund 
Fr. 70'000.– erzielt er heute mit folgenden Tätigkeiten:

• CL. AG, C., Produktion von Sonnenkollektoren, Arbeits- und Provi-
sionsvertrag, Fixgehalt Fr. 3'750.– brutto, zuzüglich Fr. 1'000.– Spe-
sen sowie  1,5 % Provision bei (derzeit nicht erreichten) Gesam-
tumsätzen über 3,5 Mio. Fr.;

• AVÖ. AG, V., AVÖ.-Factoring, Anwerben von Mitgliedern der Na-
turärzte-Vereinigung der Schweiz als Kunden auf Provisionsbasis; 
monatliche Einnahmen geschätzt Fr. 350.–;

• HDW., Controlling; monatliche Einnahmen Fr. 1'400.–;

• Vermittlervertrag mit G. Versicherungen, keine Einnahmen;

• Führen von 6-7 Buchhaltungen; Einnahmen rund Fr. 600.– bis 
700.– pro Buchhaltung.

Heute steht N. eigenen Angaben zufolge ohne Betreibungen und, abgese-
hen von Verlustscheinen aus dem Konkurs von 1996, ohne Schulden da. Der Lohn 
von G. N., die nach wie vor in der Cafeteria der PKW. arbeitet, beläuft sich heute 
auf Fr. 1'700.– zuzüglich die Hälfte der Kinderzulagen. Die Tochter M. studiert heute 
im 3. Semester Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, L. besucht das 
Gymnasium und S. die 1. Sekundarklasse in C..

11

5. Der amtliche Verteidiger stellte und begründete die unveränderten Be-
rufungsanträge gemäss Berufungserklärung vom 5. Februar 2003.

6. In seinem Schlusswort bekräftigte N., dass ihm die ganze Sache aus-
serordentlich leid tue und er bestrebt sei, den Restschaden gegenüber Af. so schnell 
wie möglich zu begleichen. Er habe nie jemandem schaden wollen. Bei den ge-
fälschten Bilanzen habe es sich um eine Dummheit, ein Spiel, begangen an einem 
Sonntagnachmittag gehandelt, und es sei nie die Idee gewesen, dass sie verwendet 
würden. 

7. Auf entsprechenden Vorschlag des Vorsitzenden und mit Zustimmung 
des Verteidigers und Berufungsklägers beschloss das Gericht zu fortgeschrittener 
Stunde, die Beratung am Folgetag durchzuführen und auf eine mündliche Urteils-
eröffnung zu verzichten (Art. 127 Abs. 1 StPO).

8. Auf die Begründung der Berufungsanträge, das angefochtene Urteil, 
die Akten und das weitere Resultat der persönlichen Befragung des Berufungsklä-
gers an der mündlichen Hauptverhandlung wird, soweit notwendig und sachdienlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Strafurteile der Bezirksgerichte kann der Verurteilte beim Kan-
tonsgerichtsausschuss  Berufung führen (Art. 141 Abs. 1 StPO). Diese ist innert 20 
Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des Erkenntnisses beim Kantonsgerichtsaus-
schuss in dreifacher Ausfertigung, unter Beilage des angefochtenen Urteils einzu-
reichen. Die Berufung ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erst-
instanzlichen Erkenntnisses gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich 
Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen formellen Anforde-
rungen genügt die erhobene Berufung im wesentlichen (zum Vorbehalt vgl. nach-
stehende Erwägung Ziff. 1c). Weiter wurde sie gegen das vom Verteidiger am 16. 
Januar 2003 schriftlich empfangene Urteil am 5. Februar 2003 und somit innert Frist 
eingelegt. Auf sie ist daher einzutreten.

b. Die für das Strafuntersuchungsverfahren und das erstinstanzliche Ge-
richtsverfahren angeordnete amtliche Verteidigung des Angeklagten durch Rechts-
anwalt Dr. Théo Portmann ist antragsgemäss auf das Berufungsverfahren auszu-
dehnen. Art. 102 StPO gilt auch für die Bestellung eines amtlichen Verteidigers im 

12

Berufungsverfahren. Es sind Punkte von einiger Komplexität, namentlich im Sach-
verhalt, aber auch von rechtlicher Schwierigkeit angefochten, die realistischerweise  
-quantitativ und qualitativ-  kaum von einem Laien allein gehörig vertreten werden 
können. Auch angesichts der Bedeutung des Verfahrens für den Berufungskläger 
erscheint die Fortsetzung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren als 
notwendig im Sinne von Art. 102 Abs. 1 lit. c StPO.

c.aa. Zu der vom amtlichen Verteidiger verfassten Berufungsschrift vom 5. 
Februar 2003 wurde als Beilage gleichzeitig ein Schriftsatz "Meine Stellungnahme 
zum Urteil des Bezirksgerichts" eingereicht, der von N. persönlich stammt. Der amt-
liche Verteidiger beantragt, die von N. verfasste 49-seitige Stellungnahme als Be-
standteil seiner eigenen 11-seitigen Berufungsschrift anzuerkennen; er verweist in 
der Berufungsschrift in weiten Teilen auf die separate Stellungnahme seines Man-
danten. Nach ständiger Rechtsprechung des Kantonsgerichtsausschusses ist es 
grundsätzlich unzulässig, anstelle eigener Begründung in der Berufungsschrift auf 
andere schriftliche Einlagen zu verweisen (PKG 1999 Nr. 27; Willy Padrutt, Kom-
mentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. A. C. 1996, S. 368 N 
1). Dem Gericht ist es nicht zuzumuten, die Argumentationen eines Berufungsklä-
gers in verschiedenen Schriftstücken zusammenzusuchen und an seiner Stelle zu-
sammenzutragen. Einem Strafverteidiger ist ferner keine Nachfrist anzusetzen zur 
Behebung eines Mangels seiner Eingabe gemäss Art. 142 Abs. 2 StPO (PKG 1980 
Nr. 31). 

bb. Wohl ist auch dem durch eine andere Person verteidigten/vertretenen 
Angeklagten grundsätzlich unbenommen, seine Rechte neben dem Verteidiger 
selbst auszuüben. Soweit es sich um Willenserklärungen eines fraglos urteilsfähi-
gen Berufungsklägers handelt, wie zum Beispiel Rechtsmittelerklärungen (bei nicht 
rechtzeitigem Handeln des Verteidigers, vgl. BGE 102 Ia 23) oder Rückzugser-
klärungen (PKG 1987 Nr. 15), können ihnen auch unmittelbar, das heisst ohne Mit-
wirkung des Verteidigers, Rechtswirkungen zukommen. Hingegen geht es vorlie-
gend nicht um derartige Willenserklärungen an sich, sondern um die Begründung 
eines bereits erklärten und überwiegend eindeutigen Willens (Berufungsanträge). 
Voraussetzung, dass sich das Gericht in geordneter und effektiver Weise mit sol-
chen Motivationserklärungen beschäftigen kann, ist eine einheitliche und klare Dar-
legung. Nach Sinn und Zweck von Art. 142 Abs. 1 StPO soll die Berufungsschrift 
ein (einziger) in sich geschlossener Schriftsatz sein. Selbstredend steht dabei die 
Möglichkeit der Verweisung auf das in Form von Dokumenten vorliegende Ergebnis 
der Strafuntersuchung offen; die Argumentationsketten hingegen müssen aus dem 

13

Schriftsatz selbst ersichtlich sein. Diese Sichtweise steht, jedenfalls bei angeordne-
ter amtlicher Verteidigung, auch im Einklang mit der vorstehend getroffenen Fest-
stellung, dass der Angeklagte darauf angewiesen ist, dass seine Anliegen von einer 
fachkundigen Person vorgetragen werden. Dazu im Widerspruch stünde, wenn man 
in wesentlichen Teilen auf Begründungen abstellen wollte, welche ein zu eigener 
Verteidigung unfähiger Angeklagter gleichzeitig neben seinem Verteidiger liefert. 
Welche Verteidigungsstrategie verfolgt wird, entscheidet darum gerade der Vertei-
diger und nicht der Angeklagte (Mark E. Villiger, Handbuch der Europäischen Men-
schenrechtskonvention, Zürich 1993, N 514). Der durch einen Offizialverteidiger 
verteidigte Angeklagte hat nicht das Recht, die Art und Weise der Verteidigung zu 
bestimmen (BGE 105 Ia 296 E. 1f = Pra 1980 Nr. 85). An dieser Aufgabenteilung 
zum Zweck eines geordneten Verfahrensgangs, letztlich somit auch im Sinne des 
Verteidigten, festzuhalten, fällt um so leichter, als der gesetzliche Anspruch auf das 
letzte Wort (Art. 119 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 144 Abs. 2 StPO) dem Angeklag-
ten mit diesem Mittel durchaus die Möglichkeit eröffnet, alles vorzubringen, was 
nach seiner Auffassung erforderlich ist, um die schriftliche Berufungsbegründung 
und das Plädoyer des Verteidigers durch Darlegung seines eigenen Standpunktes 
zu ergänzen (BGE 95 I 356 E. 2c). Zumindest bei mündlicher Verhandlung einer 
Berufung dürfen folglich die Verteidigungsrechte in allen wesentlichen Punkten 
auch dann als gewahrt angesehen werden, wenn eine neben der Berufungsschrift 
des Offizialverteidigers eingelegte persönliche Berufungsbegründung des Ange-
klagten unbeachtet bleibt. Der Kantonsgerichtsausschuss ist daher grundsätzlich 
nicht gehalten, die persönliche schriftliche Stellungnahme des Berufungsklägers zu 
behandeln; es genügt, auf die Eingabe seines Verteidigers zu reagieren (Padrutt, 
a.a.O., S. 126, N 2.2.; BGE 102 Ia 23 e contrario, Pra 1994 Nr. 184). In welcher 
Strenge an diesem Grundsatz im einzelnen festzuhalten ist, kann offen bleiben. Wie 
zu zeigen sein wird, gibt es vorliegend Gründe, gleichwohl auf die schriftliche Stel-
lungnahme des Berufungsklägers  -soweit notwendig-  einzugehen (vgl. nachste-
hende Erwägung 4. S. 44 ff.).

cc. Als weiteres Argument gegen die Zulassung paralleler Berufungsbe-
gründungen von Verteidiger und Mandant lässt sich die Gefahr von Widersprüchen 
zwischen denselben ins Feld führen. Dieses Problem ist vorliegend denn auch 
mehrfach aktuell. So hat der Verteidiger weder im Rechtsbegehren noch in der Be-
gründung der Berufungsschrift die Verurteilung wegen Misswirtschaft gemäss Art. 
165 StGB in Frage stellt, sondern diesen Vorwurf ausdrücklich anerkannt. Der Be-
rufungskläger hingegen hat in seiner eigenen Stellungnahme die vorinstanzlichen 
Erwägungen dazu teilweise kritisiert (act. 01.1, S. 41-44), dies allerdings ohne dass 

14

sich daraus ein eindeutiger Anfechtungswille ableiten liesse. Ein weiterer Wider-
spruch offenbart sich schliesslich darin, dass der Berufungskläger die 3-jährige Pro-
bezeit ausdrücklich und vorbehaltlos, auch im Falle eines teilweisen Freispruchs, 
akzeptiert, wohingegen der Verteidiger an der Hauptverhandlung   -allerdings ohne 
nähere Ausführungen-  auf eine Probezeit von 2 Jahren plädiert hat (vgl. nachste-
hende Erwägung 8.b).

d. Soweit der Berufungskläger die im Sachverhalt des angefochtenen Ur-
teils wörtlich zitierte Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Satz für Satz kritisiert, ist 
darauf nicht gesondert einzugehen. Wesentlich sind jene Tatsachen, auf welche 
das Bezirksgericht in seinem Urteil entscheidend abgestellt hat.

e. Durch die rechtzeitig eingereichte Berufung wird die Rechtskraft der 
angefochtenen Entscheidung gehemmt (Art. 142 Abs. 3 StPO); umgekehrt erwach-
sen nicht angefochtene Punkte, soweit sie nicht in zwingender Abhängigkeit zu den 
angefochtenen stehen, in Rechtskraft. Nicht Gegenstand der Berufung bildet vorlie-
gend somit die teilweise gutgeheissene Adhäsionsklage von Af. (Ziff. 4 angefochte-
nes Urteilsdispositiv). Unter der Voraussetzung, dass es bei der Verurteilung wegen 
vollendeten Betrugs im Falle von Af. und der M + M GmbH bleibt, ist daher der 
Zivilpunkt rechtskräftig. 

Rechtskräftig, weil ebenso unangefochten geblieben, muss sodann der vor-
instanzliche Schuldspruch in Bezug auf den Tatbestand der Misswirtschaft gemäss 
Art. 165 Ziff. 1 StGB angesehen werden (Ziff. 1, 4. Halbsatz angefochtenes Urteils-
dispositiv). Wie gezeigt, besteht zwar ein gewisser Widerspruch zwischen den Be-
rufungsanträgen des Verteidigers und der schriftlichen Stellungnahme von N.. 
Nachdem der Berufungskläger weder in seiner persönlichen Befragung noch in sei-
nem Schlusswort einen hinreichenden Anfechtungswillen in diesem Punkt erkennen 
liess, ist darauf nicht zurückzukommen.

2.a. Im Falle der Anklage des vollendeten Betrugs zum Nachteil von Af. 
und der M + M GmbH ist folgender, von der Staatsanwaltschaft behauptete Sach-
verhalt vollständig unbestritten geblieben: 

Am 28. Dezember 1998 schloss die X. AG, C., handelnd durch den einzigen 
Verwaltungsrat N. und deren Direktor Helmut Lt., mit der M + M GmbH, Dresden, 
einen Kreditvertrag ab, worin sie sich verpflichtete, jener Firma am 15. Februar 1999 
einen Kredit in der Höhe von DM 5 Mio. für den Ankauf und Umbau eines Grunds-
tücks in Deutschland zu gewähren. Zur Überprüfung der Werthaltigkeit des Objektes 

15

sollte der Kreditnehmer 1% der Kreditsumme zugunsten der X. AG einzahlen. Mit 
Zusatzvereinbarung vom 28. Dezember 1998 akzeptierten N. und Lt. im Sinne eines 
Entgegenkommens "wegen langjähriger Geschäftsbeziehungen" eine reduzierte 
Anzahlung von DM 30'000.–. Die restlichen DM 20'000.– sollten dann vom Kredit 
abgezogen werden. Am 3. Januar 1999 nahm der Berufungskläger in Savognin von 
Af. als Vertreter der M + M GmbH, einen Betrag von DM 10'000.– als Anzahlung in 
bar entgegen. Davon übergab er etwa Fr. 4'000.– an Lt. als Spesenersatz. Mit dem 
Rest bezahlte er Rechnungen der X. AG wie die Leasingrate für den Firmenwagen 
BMW und Telefonrechnungen. In einer gleichentags unterzeichneten 2. Zusatzver-
einbarung und Quittung an Af. für den Erhalt der DM 10'000.– verpflichteten sich N. 
und Lt. solidarisch, bei Nichtzustandekommen des Kredits, den aus privaten Mitteln 
von Af. aufgebrachten Betrag von DM 10'000.– am 16. Februar 1999 unaufgefordert 
zurückzuerstatten. Mit Schreiben vom 11. Mai 1999 sicherte N. die Vertragserfül-
lung in den nächsten 20 Tagen, bis spätestens am 31. Mai 1999 zu. In der Folge 
kam es weder zur Gewährung des Kredits noch zur Rückerstattung der Anzahlung.

b. Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren 
oder mit Gefängnis bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmäs-
sig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsa-
chen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden 
zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am 
Vermögen schädigt. Der Tatbestand des Betrugs ist also objektiv erfüllt, wenn der 
Täter eine Täuschungshandlung vorgenommen hat, diese arglistig ist, der Täter 
durch die Täuschung einen Irrtum bei der verfügungsberechtigten Person hervor-
gerufen hat, aufgrund dieses Irrtums die getäuschte Person eine Vermögensverfü-
gung vorgenommen hat und dadurch das Vermögen, über welches sie verfügt, ge-
schädigt wurde. Objektiv nicht erforderlich ist eine Bereicherung des Täters, die je-
doch subjektiv in Form der Bereicherungsabsicht gegeben sein muss (vgl. Schu-
barth/Albrecht, Kommentar zum schweizerischen Strafrecht, Schweizerisches 
Strafgesetzbuch Besonderer Teil, 2. Bd., Bern 1990, N. 6/9 zu Art. 148 sowie BGE 
118 IV 37). Die 6 Bausteine des Betrugs sind demnach: Täuschung, Arglist, Irrtum, 
Vermögensverfügung, Vermögensschaden und die Bereicherung, wobei letztere 
auf die subjektive Seite der Absicht beschränkt ist.

Es ist nicht bestritten, dass Af., als Folge des Verhaltens von N., eine Ver-
mögensverfügung vorgenommen und dadurch einen Vermögensschaden erlitten 
hat, hingegen ist bestritten, dass der Berufungskläger eine Täuschungshandlung 
vorgenommen habe (c), die arglistig gewesen sei (d) und bei Af. einen Irrtum her-

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vorgerufen habe (e). In subjektiver Hinsicht bestreitet der Berufungskläger sowohl 
die Vorsätzlichkeit hinsichtlich der absichtlichen Täuschung als Tathandlung als 
auch eine Absicht sich zu bereichern (f).

c. Obwohl die Zukunft nie Tatsache sein kann, kann die Zukunftserwar-
tung als gegenwärtige innere Tatsache täuschungsrelevevant sein. Prognosen über 
künftig eintretende Tatsachen (hier die Auszahlung des Kredits von 5 Mio. DM) und 
die (Rück)Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit (hier die Bereitschaft im Falle der 
Nichtausschüttung des Kredits die an die Prüfgebühr erfolgte Anzahlung von 
10'000.– DM am 16. Februar 1999 zu erstatten) sind daher innere Tatsachen über 
die betrugsrelevant getäuscht werden kann (vgl. Arzt, Basler Kommentar, N 33 f. zu 
Art. 146 StGB). Im Sinne eines Vorgriffs auf nachstehende Erwägung d. kann be-
reits an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass sie, wegen ihrer Innerlichkeit 
und der daraus abzuleitenden mangelnden Überprüfbarkeit für das Opfer, oft den 
Kern der Arglist bereits in sich zu tragen. 

aa. Liest man den Kreditvertrag, der nirgends davon spricht, dass die X. 
AG bloss einen Kredit durch einen Dritten vermittle, und hält man sich vor Augen, 
dass das einzig nennenswerte Bankkonto der X. AG dannzumal einen Negativsaldo 
von rund 36'000 Franken aufwies, ist das vorbehaltlose Versprechen, sechs Wo-
chen später einen Kredit in besagter Grössenordnung zu gewähren, eine Täu-
schung. Der Berufungskläger wendet ein, das Kreditversprechen sei einzig und im 
Wissen Af.s im Hinblick auf eine erwartete Auszahlung der Provisionen an die X. 
AG  aus einem Kreditgeschäft mit so genannten CDs (certificates of deposit) in US 
$ erfolgt; Lt. habe ihm unter Vorweisung einiger englischer Schreiben gesagt, dass 
dort eine Zusage über 60 bis 70 Mio. US $ zugunsten der X. AG bestehe. Wie die 
Vorinstanz zutreffend darlegt, geht aus den Unterlagen über das CD-Geschäft (act. 
G/2.1) hervor, dass sich entsprechende Aktivitäten zur Zeit des Vertragsabschlus-
ses mit Af. gleichentags erst angebahnt hatten; von einer Zusage konnte im dama-
ligen Zeitpunkt nicht im Entferntesten die Rede sein. Unbehelflich ist der Einwand 
des Angeklagten, es sei ihm der Provisionsfluss von Pierre-John Zg. (Präsident & 
CEO der PiH. Company als Vermittler an die Barclays Bank, London) am 8. Januar 
1999 nicht nur einfach angekündigt, sondern schriftlich bestätigt worden (act. 
G/2.13). Auch eine bestätigte Ankündigung bleibt eine Ankündigung. Zudem wird 
übersehen, dass dieser Umstand die 11 Tage zuvor gegenüber Af. gesetzte Täu-
schungslage nicht beeinflussen kann.

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bb.  Dass die primär rückzahlungspflichtige X. AG bereits am 28. Dezem-
ber 1998 und erst recht am 16. Februar 1999 zahlungsunfähig war, ist unbestritten. 
Die Behauptung des Berufungsklägers, er wäre indes privat willens und in der Lage 
gewesen, Af. jederzeit 10'000 DM zurückzuzahlen, ist zumindest in Bezug auf die 
Ersatzfähigkeit freie Erfindung. Dass er es ohne Umschweife aus eigener Tasche 
konnte, behauptete er selbst nicht (act. B/6.1 S. 2). Die Qualifikation, sein im Ge-
samteigentum an einem Grundstück bestehender Erbanteil sei "flüssig" gewesen, 
ist für einen eidgenössisch diplomierten Buchhalter/Controller und Betriebsökonom 
dipl. oek. einigermassen erstaunlich. Die Einschätzung, er habe "in der Verkaufs-
Phase seines Elternhauses gestanden und hätte jederzeit einen Vorbezug von 
10'000 DM aus dem Nachlass erhalten können", ist symptomatisch für N.. Noch am 
11. Mai 1999 musste er Af. mit der Ausrede hinhaltend vertrösten, es sei zuerst ein 
Rückzahlungsvertrag von seinem Anwalt auszuarbeiten (act. A/1.22). Tatsache ist, 
dass er erst im November 1999 begann, die Schuld mit Teilzahlungen in der Grös-
senordnung von 200 bis 300 Franken abzustottern (act. 04.1.11.1) und noch heute 
daran arbeitet. Von jederzeitiger Ersatzbereitschaft und Erfüllungswillen im Sinne 
von jederzeit zahlen wollen und können, kann nicht ansatzweise die Rede sein. Eine 
vorübergehende Schädigung genügt; der spätere tatsächliche Ersatz schliesst das 
Vorliegen eines Betruges nicht aus. Seine Zusage, die 10'000 DM am 16. Februar 
1999 zurückzuzahlen, war objektiv eine Täuschung.

d.aa. Das Merkmal der Arglist will Fälle qualifizierter Täuschung von Verhal-
tensweisen abgrenzen, bei welchen der Täter jemanden lediglich durch eine einfa-
che, leicht durchschaubare Lüge irreführt. Bedient sich der Täter dagegen beson-
derer Machenschaften und Tricks, so handelt er arglistig und ist nach Art. 146 StGB 
strafbar. Nach der Rechtsprechung ist die Täuschung arglistig, wenn der Täter ein 
Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe (ma-
noeuvres frauduleuses; mise en scène) bedient. Ein ganzes Lügengebäude liegt 
vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von be-
sonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich auch ein kritisches Opfer täuschen 
lässt. Ist dies nicht der Fall, scheidet Arglist jedenfalls dann aus, wenn sowohl das 
vom Täter gezeichnete Bild insgesamt wie auch die falschen Angaben für sich allein 
in zumutbarer Weise überprüfbar gewesen wären und schon die Aufdeckung einer 
einzigen Lüge zur Aufdeckung des ganzen Schwindels geführt hätte. Als besondere 
Machenschaften (machinations) gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Aus-
nützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt durch Lügen oder Kniffe geeig-
net sind, das Opfer irrezuführen. Machenschaften sind eigentliche Inszenierungen; 
sie bestehen aus einem ganzen System von Lügen und setzen damit gegenüber 

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einer blossen Summierung von Lügen höhere Anforderungen an die Vorbereitung, 
Durchführung und Wirkung der Täuschungshandlung voraus. Sie sind gekennzeich-
net durch intensive, planmässige und systematische Vorkehren, nicht aber notwen-
digerweise durch eine besondere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität. Mit 
dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz zudem dem Gesichts-
punkt der Opferselbst- beziehungsweise -mitverantwortung eine gewisse Bedeu-
tung. Danach ist bei der Prüfung der Arglist nicht aufgrund einer rein objektiven Be-
trachtungsweise darauf abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsichtiger und erfah-
rener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Vielmehr ist die jeweilige Lage und 
Schutzbedürftigkeit des konkret Betroffenen im Einzelfall zu berücksichtigen, soweit 
der Täter diese kennt und ausnützt. Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermit-
verantwortung ist für die Erfüllung des Tatbestands entgegen der Ansicht des Beru-
fungsklägers keineswegs erforderlich, dass das Opfer die grösstmögliche Sorgfalt 
walten lässt und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft. Entscheidend ist nicht, 
ob der Betroffene alles nur Erdenkliche vorgekehrt hat, um den Irrtum zu vermeiden. 
Arglist scheidet lediglich dann aus, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichts-
massnahmen nicht beachtet hat. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz 
nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, sondern nur bei eigentlicher Leichtfertig-
keit. Wer sich mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit selbst hätte schützen 
beziehungsweise den Irrtum durch ein Minimum an zumutbarer Vorsicht hätte ver-
meiden können, wird strafrechtlich, unter dem Gesichtspunkt des Betrugs, nicht ge-
schütz (Pra 2002 Nr. 60; BGE 126 IV 165 E. 2a, 122 IV 197 E. 3d und 119 IV 28 E. 
3, je mit Hinweisen). Arglist ist auch dann gegeben, wenn der Täter den Getäusch-
ten von der Überprüfung der falschen Angaben abhält oder wenn er voraussieht, 
dass der andere die Überprüfung unterlassen wird, sofern sich diese Voraussicht 
aus einem besonderen Vertrauensverhältnis ergibt, auf klaren Regelungen oder Zu-
sicherungen beruht und nicht nur eine aus gewissen Beobachtungen stammende 
Erwartung dA.tellt (BGE 107 IV 169, 106 IV 360 E. 1, 101 IV 613, 100 IV 274 und 
99 IV 77 mit Hinweisen). Andererseits erscheint ein Täter, der nicht die mangelnden 
Geisteskräfte, sondern bloss den offensichtlichen Leichtsinn des Opfers zur Irre-
führung missbraucht, nicht strafwürdiger als derjenige, der durch eine einfache Lüge 
zum Ziel gelangt (vgl. zum Ganzen BGE 99 IV 77 f.).

bb. Gemäss Kreditvertrag waren die 10'000 DM vollständig  -nicht teil-
weise wie der Berufungskläger heute behauptet-  für die Überprüfung der Werthal-
tigkeit des Objekts vorgesehen. Dies muss schon deshalb angenommen werden, 
weil der Angeklagte ursprünglich einen Vorschuss an die Prüfungsauslagen der X. 
AG von 50'000 DM verlangt hat. Der Berufungskläger widerspricht sich sodann, 

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wenn er einerseits behauptet, die 10'000 DM seien für die Überarbeitung einer be-
reits vorhandenen Begutachtung des Reitstallprojekts durch Lt. gewesen (was 
gemäss Kreditvertrag falsch ist), und die X. AG habe andererseits den Betrag für 
Dinge verwenden dürfen, die er und Lt. frei bestimmten. Auch die Meinung, er habe 
"das Geld nach seinem Gutdünken verwenden dürfen", ist irrig. Das ist das, was er 
sich im Stillen von Anfang an vorgenommen hat, aber nicht das, was er Af. verspro-
chen hat. N. hat Af. angelogen und damit getäuscht. Die 10'000 DM waren in Tat 
und Wahrheit von ihm von Anfang an dafür bestimmt gewesen, allgemeine Verwal-
tungskosten der krass notleidenden X. AG zu decken, und sie wurden auch vollstän-
dig so verwendet (act. B/6.1 S. 2). Die ganze Situation lässt gar keinen anderen 
Schluss zu. Element des Lügengebildes ist der Umstand, dass die 1 % der Kredit-
summe vom Angeklagten nicht als Anzahlung an das Entgelt der X. AG (Zins, Pro-
vision oder dergleichen), sondern fälschlich als ein Vorschuss auf (externe) Kosten 
und Auslagen im Sinne von Art. 413/402 OR deklariert wurde. Mit dieser unwahren 
DA.tellung wird einerseits zu verstehen gegeben, dass der Angeklagte beziehungs-
weise die X. AG davon ja gar nichts haben würden, womit einem allfälligen Miss-
trauen Af.s begegnet werden sollte. Gleichzeitig wurde dem Opfer damit stillschwei-
gend klar gemacht, dass es nur schon zur Wahrung seiner Chancen auf den Kredit 
unabdingbar war, diesen Auslagenvorschuss zu leisten. Wie die Strafuntersu-
chungsakten zeigen, hatte diese Masche Lt.s, Bearbeitungs- oder Prüfungsge-
bühren auf Vorkasse zu verlangen, die dem Angeklagten nicht entgangen sein 
konnte und der er durch die X. AG und sein eigenes Zutun Seriosität verlieh, durch-
aus Methode (act. E/1, KPS. GmbH; E/2, PS. GmbH; E/3, KUT. GmbH; E/4, UT. 
GmbH; E/6 AC.; E/8 HE. GmbH & Co.; E/9-10 und B/6.2, Joachim Wiechert;  B/7.2, 
GC. GmbH und RS. GmbH/Michael Bn.). N. wusste auch zuvor, dass gegen Lt. in 
Deutschland ein Verfahren lief, bei dem es um die Nichtweiterleitung von solchen 
Geldern ging (act. B/2.3 S. 2f.).

Der sinngemässe Einwand des Berufungsklägers, mit dem vergleichsweise 
bescheidenen Betrag von 10'000 DM hätte die Firma X. AG nicht saniert werden 
können, geht an der Sache vorbei. Denn auch der Betrüger, der zu wenig ertrogen 
hat, ist strafbar. Seine Lügen waren eher perfid denn plump, denn er hat Af. vorge-
gaukelt, die Anzahlung wäre projektspezifisch für die Überprüfung der Werthaltigkeit 
von dessen Vorhaben durch einen externen Gutachter (Prüfungsgebühr). Eine sol-
che Werthaltigkeitsprüfung macht jeder Kreditgeber, bevor er sich bindet. Es schien 
daher im Einklang mit der Vertragssituation zu stehen, und von da her war es auch 
für einen Geschäftsmann wie Af. eine scheinbar plausible Erklärung. Arglistig täu-
schend wird das Verhalten spätestens dann, wenn man bedenkt, dass Af. jede Mög-

20

lichkeit genommen war, vorgängig zu prüfen, ob dies durchgeführt werden wird. Der 
Einwand, nachdem die Vorauszahlung von ursprünglich 50'000 DM auf 10'000 DM 
reduziert worden sei, dürfte dies auch den Zweck der Vorauszahlung reduziert ha-
ben, ist hilflos. Die Reduktion (quantitativ) änderte den Verwendungszweck der 
"Prüfungsgebühr" (qualitativ) nicht im Geringsten. Ebenso schief liegt die Meinung 
N.s, Af. habe nicht annehmen dürfen, die 10'000 DM würden für eine allfällige Rück-
zahlung unangetastet zur Seite gelegt. So klar wie Müller dies nicht annehmen 
durfte, durfte er annehmen, dass die X. und ihre beiden Akteure aus anderer Quelle 
flüssig waren. Der Einwand des Berufungsklägers erhärtet vielmehr den Eindruck, 
dass er sich um den Verwendungszweck und die Rückzahlungsfähigkeit aller drei 
Verpflichteten foutiert hat.

cc. Das Hauptgewicht seiner Berufung gegen die Verurteilung wegen Be-
trugs legt N. auf die Opferselbstverantwortung beziehungsweise die Opfermitver-
antwortung von Af.. Art. 146 StGB schütze nur denjenigen, der im Geschäftsverkehr 
Sorgfalt walten lasse, namentlich darauf achte, mit wem er sich einlasse. Af. habe 
sich an ihn und Lt. gewendet, obwohl er gewusst habe, dass sie dilettierende Kre-
ditvermittler gewesen seien und auch so ausgesehen hätten.

Das Gesetz will vielleicht die Leichtfertigen und Faulen vom Schutz aussch-
liessen, aber nicht die Dummen und Schwachen (Arzt, Basler Kommentar, N 51 zu 
Art. 146). Zu berücksichtigen ist, dass beim Geschäftsmann Af. eine gegenüber 
dem Durchschnittsbürger erhöhte Vorsicht vorausgesetzt werden kann. Der Erfül-
lungswille als vollkommen innere Tatsache war indessen auch für ihn nicht nach-
prüfbar. Die Vortäuschung des Erfüllungswillens ist immer dann arglistig, wenn die 
Überprüfung der Erfüllungsfähigkeit unzumutbar oder unmöglich ist und daher auch 
keine Schlüsse auf den Erfüllungswillen des Täters gezogen werden können (vgl. 
statt vieler BGE 125 IV 127 f. E. 3a mit weiteren Hinweisen). Ebenso ist Arglist zu 
bejahen, wenn jemand unter Verschweigen des fehlenden Leistungswillens und der 
fehlenden Zahlungsfähigkeit Zahlung innert einer bestimmten oder nach den 
Grundsätzen des Geschäftsverkehrs üblichen Frist verspricht. Wenn ein Kreditneh-
mer Rückzahlung verspricht, obwohl er auf Grund seiner prekären finanziellen Lage 
weiss, dass er die Zahlung nicht oder höchstwahrscheinlich nicht erfüllen kann, so 
täuscht er seinem Partner einen in Wirklichkeit gar nicht vorhandenen Zahlungswil-
len vor. Die Arglist der Täuschung liegt immer dann vor, wenn der Kreditgeber nach 
Treu und Glauben das Zahlungsversprechen als ernst gemeint verstehen kann und 
auf Grund der Umstände keinen Anlass hat, nach der wirklichen Vermögenslage zu 
forschen und so die Ernsthaftigkeit des Zahlungsversprechens zu überprüfen. 

21

Der Berufungskläger stellt die Arglist in erster Linie damit in Abrede, dass er 
Af. von Beginn weg offen darüber informiert habe, dass die Kreditgewährung schei-
tern könnte. Die Frage Af.s, ob die X. AG schon derartige Kredite vermittelt habe, 
habe er klar verneint und darauf hingewiesen, dass die Verträge hierzu erst in Aus-
sicht stünden. Auch Lt. hat bei seiner Einvernahme durch den Bezirksgerichtspräsi-
denten Plessur (act. 04.1.19, S. 2) geltend gemacht, dass Af. selber im fraglichen 
Geschäftsbereich tätig sei und deshalb mit den Umständen und Risiken solcher Ge-
schäfte vertraut sei. N. beruft sich damit sinngemäss auf eine Opferselbstverant-
wortung von Af.. Wohl ist nicht ganz auszuschliessen, dass Af. über die Unsicherheit 
der Kreditgewährung orientiert gewesen sein mag; immerhin müssen ihm N. und Lt. 
die Erfolgschancen des laufenden CD-Geschäfts der X. AG aber derart blumig dar-
gestellt haben, dass er an die Wahrscheinlichkeit eines Zustandekommens des Kre-
dites überwiegend geglaubt hat, hätte er ansonsten keinesfalls eine Vorauszahlung 
im Hinblick auf diesen Kredit geleistet. N. wusste, dass Af. von Lt. eine (unbedingte) 
Kreditzusage erhalten hatte; eigenen Aussagen zufolge bekräftige N.  -ohne eige-
nes gesichertes Wissen-  diese Zusicherung vom Hörensagen (act. B/5.1 S. 2). Es 
ist somit nachvollziehbar, dass die Aussicht auf einen Kredit in dieser Höhe bei Af. 
die Vorsicht hinsichtlich der Rückzahlungsfähigkeit der Gegenseite merklich 
schwinden liess. Als Täuschungselement Erwähnung finden muss auch, dass der 
Angeklagte sich selbst 4 Monate nachdem ihm die Standeskanzlei Graubünden be-
schied, die Verwendung des Bündner Wappens im Briefkopf der X. AG sei unzuläs-
sig, nicht scheute, sich dieses offiziösen Anscheins gegenüber Af. zu bedienen (act. 
H/3.39-43). Dass dies durchaus ein tauglicher Mosaikstein für die Vertrauenserwe-
ckung ist, kann bei den Aussagen von BI. nachgelesen werden, der davon ausging, 
N. arbeite beim Justizdepartement (act. A/9.8 S. 6). Der Angeklagte macht geltend, 
Af. habe gewusst, dass sie (N. und Lt.) keine wohlhabenden Geschäftsleute gewe-
sen seinen und ihre Firma X. AG kein Finanzinstitut. Selbst wenn dies zutrifft, wird 
sich Af. nicht ohne Grund gesagt haben, wer mir einen Kredit von 5 Mio. DM ver-
mitteln will, beziehungsweise sogar daran denkt, ihn mir aus eigenen finanziellen 
Mitteln zu geben, wird doch wohl jederzeit in der Lage sein, mir die im Vergleich 
dazu bescheidene Summe von 10'000 DM zurückzuzahlen. 

Gemäss Bundesgericht darf man es sich bei der Frage der Arglist mit dem 
Umstand, dass der Erfüllungswille ein vollkommen innerer Vorgang ist, nicht zu 
leicht machen. Es ist daran zu denken, dass jener, der zahlungsunfähig ist, keinen 
ernsthaften Erfüllungswillen haben kann. Durch die Überprüfung der Zahlungsfähig-
keit als Indiz liessen sich also unter Umständen indirekt Rückschlüsse auf den Zah-
lungswillen ziehen (BGE 127 IV 68 E. 3.b.aa). Nachdem das Opfer Af. mit der 2. 

22

Zusatzvereinbarung 3 Solidarschuldner für 10'000 DM hatte, und es im Hauptge-
schäft immerhin um die Vermittlung beziehungsweise direkte Gewährung eines Kre-
dits in Höhe von 5 Mio. DM ging, wäre es indessen kaum opportun gewesen, von 
allen dreien Betreibungsregisterauszüge einzuholen oder Bonitätserklärungen Drit-
ter oder Bankauszüge zu verlangen.

Insofern wiederholt geltend gemacht wird, der Berufungskläger habe Af. in 
Bezug auf die Erhältlichkeit des 5-Millionen-Kredits gar nichts vorgemacht, kann 
dies schon deshalb nicht entscheidend sein, weil es allenfalls nur Teil der Machen-
schaft war, die Af. zur Anzahlung an die "Prüfgebühr" veranlasst hat. Täuschend 
und kausal für die schädigende Vermögensdisposition des Opfers war vielmehr das 
unbedingte Rückzahlungsversprechen. Diesbezüglich wird  -zu Recht-  nicht sub-
stantiiert geltend gemach, Af. sei quasi selber schuld, weil er N. leichtfertig geglaubt 
habe. Insoweit sich die Behauptung, der Angeklagte habe Af. "klaren Wein" einge-
schenkt, auf die Tatsache der Rückzahlungsfähigkeit von ihm und der X. AG be-
zieht, ist dies zurückzuweisen. Wie prekär nicht nur die finanzielle Situation der X. 
AG, sondern auch ihre persönliche war, haben sie Af. offensichtlich verschwiegen, 
wobei sie aufgrund der früheren Geschäftsbeziehungen -Af. hatte Lt. im Jahre 1995 
im Hinblick auf den Verkauf der HF. Wohnbau GmbH eine Bearbeitungsgebühr von 
15'000 DM bezahlt und nach dem Scheitern des Geschäfts zurückerhalten (act. 
E/5.5. sowie B/6.1. S. 2 und C/13. S. 7)- damit rechnen konnten, dass Af. keine 
weiteren Nachforschungen tätigen würde. Sie haben damit ganz bewusst auch ein 
vorbestandenes Vertrauen Af.s ausgenutzt, so dass von einer Mit- oder gar einer 
ausschliesslichen Selbstverantwortung des Opfers nicht gesprochen werden kann.

e. Irrtum ist (lediglich) das in der Person des Opfers erzeugte Spiegelbild 
der Täuschung. Af. hat sich vielleicht nicht über die Erhältlichkeit des Kredits von 5 
Mio. DM geirrt. Der entsprechende Einwand des Berufungsklägers ist indessen ir-
relevant. Das Tatbestandsmerkmal des Irrtums beim Verfügenden besteht hier nicht 
darin, dass Af. unbedingt und fälschlicherweise an die Auszahlung des Kredits ge-
glaubt hat. Er hätte die Vermögensdisposition auch dann getroffen, wenn nur eine 
gewisse Wahrscheinlichkeit für die Auszahlung des Kredits gesprochen hätte. Hin-
gegen hat er mit Sicherheit an die Rückzahlung der 10'000  DM Anzahlung an die 
"Prüfungsgebühr" geglaubt. Er ging fest und nach vertraglicher Abmachung begrün-
det davon aus, diesen Betrag am 16. Februar 1999 zurückzuerhalten, falls er den 
Kredit bis dann nicht erhält. Er hat ein mögliches Scheitern des Kredits nicht ausge-
schlossen, deshalb hat er sich mit der von ihm verlangten 2. Zusatzvereinbarung 
abgesichert. Womit er nie gerechnet hat, ist, dass er sich der Anzahlung von 10'000 

23

DM à fond perdu entledigen würde. Darin hat er sich geirrt, und dieser Irrtum ist auf 
das Gebaren des Angeklagten zurückzuführen. Im übrigen ist festzustellen, dass für 
die Erfüllung des nachhaltig abgegebenen Versprechens, den Kredit am 15. Fe-
bruar 1999 zu leisten, am 28. Dezember 1998/3. Januar 1999 nur vage Aussicht 
bestand, womit es durchaus ein Baustein der Täuschung und somit spiegelbildlich 
des Irrtums ist, denn sie diente dazu, allfällige Bedenken, das heisst Überlegungen 
des Opfers, die allenfalls zur Auflösung des Irrtums hätten führen können, zu zer-
streuen. Der Kreditvertrag spricht nirgends von Vermittlung eines Kredits durch ei-
nen Dritten. Seine Auszahlung per 15. Februar 1999 wird als feststehende Tatsache 
hingestellt. Insoweit hat die Aussicht auf den Kredit, auch wenn sie in der Folge 
mündlich abgeschwächt worden sein sollte, den die Vermögensdisposition beein-
flussenden Irrtum Af.s unterstützt.

f. Zum subjektiven Tatbestand des Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 
1 StGB gehören Vorsatz in Bezug auf die Verwirklichung aller objektiven Tatbe-
standsmerkmale und die Absicht unrechtmässiger Bereicherung, wobei in Bezug 
auf alle diese Elemente Eventualvorsatz genügt. In der Berufungsschrift des Vertei-
digers werden Vorsatz in Bezug auf die Tatbestandsmerkmale Täuschung, Arglist, 
Irrtum, Vermögensverfügung und die Absicht sich ungerechtfertigt zu bereichern, 
lediglich pauschal bestritten. Eine substantiierte Auseinandersetzung mit den ein-
lässlichen Erwägungen der Vorinstanz findet nicht statt. Insofern fehlen die erfor-
derliche Begründung und Darlegung im Sinne von Art. 142 Abs. 1 StPO.

Wenn es für die Kreditevaluation angeblich nötig war, Kosten von 50'000 DM 
aufzuwenden, ist schwer nachvollziehbar, dass sich der Berufungskläger auf 10'000 
DM "herunterhandeln" liess. Der ganze Handlungsablauf legt nahe, dass die angeb-
lichen externen Abklärungen über die Werthaltigkeit des Bauprojektes von Af. ganz 
bewusst als gut begründeter Vorwand dienten, um ihn endlich zur Leistung einer 
"Gebühr" zu bewegen. Was auch immer sich ereignen und Af. vorstellen mochte, 
Lt. und N. wollten von ihm auf jeden Fall Geld sehen.

In seiner persönlichen Stellungnahme mach N. geltend, es sei nicht wahr, 
dass er nie den Willen gehabt habe, an Af. zurückzuzahlen. Denn er sei ja ohnehin 
der Überzeugung gewesen, die X. AG könne Af. den Kredit entweder vermitteln 
oder gar selber geben, so dass sich die persönliche Rückzahlung der DM 10'000.– 
jedenfalls erübrigen würde. Die Rückzahlung war am 16. Februar 1999 im Sinne 
eines Fixtermins fällig; am Vortag wurde N. in U-Haft genommen. Vorbereitungen 
für die Rückzahlung hatte er in diesem Zeitpunkt eingestandenermassen keine ge-

24

troffen. Er war an diesem Tag aus eigener Kraft nicht einmal in der Lage, den Betrag 
von Fr. 490.– für die Löschung der N. AG im Handelsregister aufzubringen (act. 
B/2.1 S. 3). Zwischen dem 28. Dezember 1998/3. Januar 1999 und dem 16. Februar 
1999 haben sich die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Berufungsklä-
gers nicht erheblich zu seinem Nachteil verändert. War er eigenen Angaben zufolge 
am 16. Februar 1999 buchstäblich zahlungsunfähig, konnte er also am 28. Dezem-
ber 1998/3. Januar 1999 keinen ernsthaften Zahlungswillen haben (BGE 127 IV 68 
E. 3.a.bb). Wollte man ihm dessen ungeachtet das Bestehen eines Rückzahlungs-
willens am 3. Januar 1999 abkaufen, wusste er mit Sicherheit bereits damals, dass 
die X. AG im Falle eines ausbleibenden Erfolgs mit den CDs, nicht zur Rückzahlung 
in der Lage sein würde. Was seine eigene Zahlungsfähigkeit angeht, musste er we-
nigstens damit rechen, nicht fristgerecht zurückzahlen zu können. Die Einstellung 
des Angeklagten   -die persönliche Rückzahlung erübrige sich-  beweist vielmehr 
seinen Eventualvorsatz in optima forma. Dass er sich nämlich gedanklich mit der 
Bedeutung der 2. Zusatzvereinbarung vom 3. Januar 1999 gar nicht auseinander-
gesetzt hat, wird nicht behauptet und wäre angesichts der Beharrlichkeit von Af. und 
dem Umstand, dass der Angeklagte deswegen 3 Vereinbarungen vorzubereiten be-
ziehungsweise zu unterzeichnen hatte, auch unglaubhaft. Insofern ist auch seine 
Aussage, er sei der Überzeugung gewesen, die X. AG könne Af. den Kredit vermit-
teln oder gar selber geben, zu relativieren. Er hoffte dies zwar schwer, sagte sich 
aber, ich handle auf jeden Fall. Was auch immer mit dem Kredit geschehen mochte, 
es interessierte ihn nicht, ob die X. AG oder er oder Lt. am 16. Februar 1999 10'000 
DM flüssig hatten. Damit hat er wenigstens die Schädigung billigend in Kauf genom-
men.

Zumindest Eventualvorsatz ist auch für die Absicht unrechtmässiger Berei-
cherung gegeben, kann doch kein Zweifel daran bestehen, dass der Angeklagte auf 
diesem Wege zwar nicht sich selber, wohl aber der X. AG wenigstens für eine ge-
wisse Zeit dringend benötigte liquide Mittel verschaffen wollte. Da die Bereicherung 
ebensowenig wie die Schädigung dauernd sein muss, ist damit auch der subjektive 
Tatbestand erfüllt. Abwegig ist der dagegen erhobene Einwand, der X. AG hätten 
schon jahrelang die liquiden Mittel gefehlt und mit 10'000 DM seien die Finanzen 
der Firma nicht einmal im Ansatz zu sanieren gewesen. Bewusst schädigend ist der 
angestrebte Vorteil auch dann, wenn er  -stets aus der Sicht des Täters-  von vor-
neherein zu klein erscheint oder sich nur ein Teilerfolg einstellt. Der Dieb kann sich 
auch nicht darauf hinausreden, er habe sich nur ein kleines Brot angeeignet, und 
da er noch immer Hunger habe, fehle die Absicht unrechtmässiger Bereicherung.

25

Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass N. zudem bewusst war, dass 
auch sein Partner Lt., genauso wenig wie er selbst, in der Lage sein würde, Af. die 
10'000 DM zurückzuerstatten. Seine heutige Aussagen, Lt. habe ein einziges Mal 
Spesenersatz von der X. AG erhalten und während all diesen Jahren auf eigenen 
Füssen gestanden, weshalb er sich keineswegs bewusst gewesen sei, dass Lt. sei-
nen hälftigen Anteil der "Prüfgebühr" nicht werde zurückzahlen können, sind neue 
Schutzbehauptungen. Am 16. Februar 1999 sagte er aus, Lt. habe über keine finan-
ziellen Mittel verfügt; er sei immer knapp an Geld gewesen, und sein (N.s) Bruder 
habe ihn mit 3-4 Flugreisen nach London unterstützt und ihm glaublich schon mal 
Bargeld gegeben. Es sei auch möglich, dass Lt.  -jener Mann also, der wenigstens 
100 Mio. USD für ein "high yield investment" zusammenbringen wollte-  von der 
Rente seiner Lebenspartnerin Mk. gelebt habe (act. B/2.1 S. 7f.). Wahr ist demnach, 
dass ihm die permanenten Geldprobleme Lt.s zwar bewusst waren, sie ihn jedoch 
nicht interessierten (act. (B/2.3 S. 3). N. wusste ferner, dass Lt. Ende August 1998 
im Namen der X. AG von einem gewissen Joachim Wiechert ebenfalls im Hinblick 
auf eine mögliche Kreditgewährung eine "Prüfungsgebühr" von 65'000 DM entge-
gengenommen hatte, von denen wenigstens ein Teil für die X. AG verwendet wor-
den war (vgl. act. B/3.1 S. 3, B/6.1. S. 6 f., B/7.1. S. 3, E/10.25/28), denn er ging 
davon aus, dass die X. AG Wiechert eben diese 65'000 DM schuldete (act. B/5.1 S. 
6); davon musste er spätestens am 13. November 1998, mithin 7 Wochen vor dem 
Rückzahlungsversprechen an Af. (E/10.20), Kenntnis erlangt haben. Ebenso 
wusste er, dass Lt. den Herren BI. und Pe. Beträge in der Grössenordnung von 
jeweils mehreren zehntausend DM schuldete. Unverfroren behauptet er heute, ein 
Geschäft von Lt. mit diesen sei ihm unbekannt, und die X. AG habe mit diesen Her-
ren nichts zu tun gehabt, nachdem er in der Strafuntersuchung noch mehrmals zu-
gegeben hatte, sie persönlich getroffen, mit ihnen Verträge geschlossen und in ei-
nem Fall (Pe.) sogar eine Bankvollmacht für ein Konto lautend auf die X. AG aus-
gestellt zu haben (act. B/2.3 S. 1, B/3.1. S. 5 f., B/6.1. S. 5 f., B/6.2, B/7.1 S. 3 f.). 
Bekannt war dem Angeklagten schliesslich auch, dass Lt. bereits 1995, als Vertreter 
der vom Angeklagten 1987 gegründeten Immobilienfirma N. AG (act. B/2.1. S. 3), 
von der PS. GmbH beziehungsweise der UT. GmbH Kreditkommissionen in Höhe 
von 100'000 DM beziehungsweise 200'000 DM erhalten hatte, welche nach dem 
Scheitern der betreffenden Kreditgeschäfte nie zurückbezahlt worden waren (act. 
B/8.1. S. 2 f. und B/11 S. 8 f.). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Verhalten von N. im Falle von 
Af./ M + M GmbH in jeder Hinsicht tatbestandsmässig im Sinne von Art. 146 Abs. 1 
StGB ist, und die Berufung daher in diesem Punkt abzuweisen ist.

26

3. Wer in der Absicht, jemanden am Vermögen oder an anderen Rechten 
zu schädigen oder sich oder einem andern einen unrechtmässigen Vorteil zu ver-
schaffen, eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte 
Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder 
eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt, so-
wie wer eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht, wird gemäss Art. 251 
Ziff. 1 StGB mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder mit Gefängnis bestraft.

In den Jahren 1996-1998 wies die X. AG jeweils ein tatsächliches Geschäfts-
volumen von rund Fr. 75'000.– bei der Bilanz (Aktivkonten: Kantonalbank, Darlehen 
(1) Darlehen (2); Passivkonten: AK, gesetzliche Reserven, freie Reserven, Gewinn-
vortrag, Gewinn) und von Fr. 2'500.– bis 6'000.– bei der Erfolgsrechnung (bei Ge-
winnen zwischen Fr. 0.– und 300.–) auf. Bis ungefähr August 1998 war die Firma 
inaktiv. Ab September 1998 bestand die buchhalterisch wirksame Tätigkeit der 
Firma im wesentlichen darin, Verwaltungsaufwand für Büro, Fahrzeug und insbe-
sondere für Spesen von Lt. zu betreiben. Im 4. Quartal 1998 war sie mit rund Fr. 
40'000.– überschuldet. Zu dieser Zeit und in diesem Bewusstsein erstellte N. eigen-
händig die folgenden Dokumente (act. E/5 und 10, H/1):

─ Bilanz und konsolidierte Erfolgsrechnung Holding per 31.12.1995, 
mit einer Bilanzsumme von Fr. 854 Mio.; Wertschriften bei der KK 
Cassa di Mutualità di Andria, Banca Cattolica, Banca di Roma von 
Fr. 854 Mio.; Eigenkapital (EK) Fr. 28 Mio.; Gewinn Fr. 14 Mio.

─ Bilanz und Erfolgsrechnung per 31.12.1996, mit einer Bilanzsumme 
von Fr. 200 Mio., Wertschriften bei der Banca Cattolica, Banca di 
Roma von Fr. 200 Mio.; EK Fr. 200 Mio.; Gewinn Fr. 1,5 Mio.

─ Bilanz per 31.12.1996, mit einer Bilanzsumme von Fr. 839 Mio., 
Wertschriften bei der KK Cassa di Mutualità di Andria, Banca Cat-
tolica, Banca di Roma von Fr. 839 Mio.; EK Fr. 34 Mio.; Gewinn Fr. 
18 Mio.

─ konsolidierte Erfolgsrechnung Holding per 31.12.1996, mit einem 
Ertrag von Fr. 70 Mio. und einem Gewinn von Fr. 18 Mio.

─ Bilanz und Erfolgsrechnung per 31.12.1997, mit einer Bilanzsumme 
von Fr. 197 Mio., Wertschriften bei der Banca Cattolica, Banca di 
Roma von Fr. 197 Mio.; EK Fr. 197 Mio.; Gewinn Fr. 1,5 Mio.

─ Bilanz per 31.12.1997, mit einer Bilanzsumme von Fr. 818 Mio., 
Wertschriften bei der KK Cassa di Mutualità di Andria, Banca Cat-

27

tolica, Banca di Roma von Fr. 818 Mio.; EK Fr. 40 Mio.; Gewinn Fr. 
28 Mio.

─ konsolidierte Erfolgsrechnung Holding per 31.12.1997, mit einem 
Ertrag von Fr. 68 Mio. und einem Gewinn von Fr. 28 Mio.

─ Status (Zwischenbilanz) per 30. 11. 1998, mit einer Bilanzsumme 
von Fr. 1'400 Mio., Wertschriften bei der Banca di Roma von 1'400 
Mio. Fr.; EK Fr. 2,3 Mio.; aufgelaufener Gewinn 1998 Fr. 233 Mio.

─ Bilanz/Status per 31.12.1998, mit einer Bilanzsumme von Fr. 788 
Mio.; Wertschriften bei der KK Cassa di Mutualità di Andria, ver-
schiedene Banken, Banca di Roma von Fr. 788 Mio.; EK Fr. 45 Mio.; 
aufgelaufener Gewinn 1998 Fr. 61 Mio.

─ Bilanz/Status per 31.12.1998, mit einer Bilanzsumme von Fr. 847 
Mio.; Wertschriften bei der KK Cassa di Mutualità di Andria, Banca 
di Roma Milano, Banca Popolare von Fr. 847 Mio.; EK Fr. 45 Mio.; 
Gewinn 1998 Fr. 13,5 Mio.

─ konsolidierte Erfolgsrechnung Holding per 31.12.1998, mit einem 
Ertrag von Fr. 73 Mio. und einem Gewinn von Fr. 13,5 Mio.

─ X. AG Vermögensverwaltungen, Aufstellung Wertschriften 1995-
1998 mit Bilanzwerten in CHF und Bankauszügen in LIT vom 30. 
Januar 1999: 

─ 1995: KK Cassa di Mutualità di Andria Fr. 251 Mio., Banca 
Cattolica Fr. 121 Mio., Banca di Roma Fr. 481 Mio.

─ 1996: KK Cassa di Mutualità di Andria Fr. 245 Mio., Banca 
Cattolica Fr. 124 Mio., Banca di Roma Fr. 468 Mio.

─ 1997: KK Cassa di Mutualità di Andria Fr. 223 Mio., Banca 
Cattolica Fr. 153 Mio., Banca di Roma Fr. 440 Mio.

─ 1998: KK Cassa di Mutualità di Andria Fr. 335 Mio., Banca di 
Roma Milano Fr. 460 Mio., Banca Popolare Fr. 51 Mio.

a. Wann genau diese Dokumente hergestellt wurden, ist im einzelnen 
nicht nachweisbar, da davon auszugehen ist, dass die auf ihnen angebrachten Da-
tumsvermerke zum Zweck der Inhaltsübereinstimmung ebenfalls gefälscht sind. Es 
kann indessen frühestens ab Juni 1998 gewesen sein, da praktisch alle Dokumente 
im Briefkopf der X. AG das Wappen des Kantons Graubünden tragen, und der An-
geklagte erst mit seiner Anstellung beim Kanton ab Juni 1998 Zugang zur elektro-
nischen Form des Hoheitszeichens erhalten haben dürfte. Naheliegend ist, dass die 

28

Fälschungen im Zeitraum September 1998 bis Januar 1999 stattfanden, da die X. 
AG dort ihre meisten Aktivitäten entfaltete. 

Unbestritten ist, dass der Angeklagte  -einziger Verwaltungsrat, tatsächlicher 
Geschäftsführer und Buchhalter in Person- die aufgeführten Dokumente selbst ver-
fasst hat, und dass dieselben inhaltlich weitestgehend falsch, unwahr sind. In bezug 
auf letzteres macht der Berufungskläger allerdings neu geltend, insoweit die fragli-
chen Bilanzen, Stati und Erfolgsrechnungen die Wertschriften der italienischen Ban-
ken sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite enthielten, könne nicht von 
einem falschen Dokument gesprochen werden. Der Berufungskläger irrt. Vorhan-
dene/geführte Konti müssen -allenfalls als Bestandteil von Sammelkonti-  aufgeführt 
werden und nicht vorhandene/geführte Konti dürfen nicht aufgeführt werden. Eine 
durch nichtexistente Positionen (Konti) aufgeblasene Bilanz ist eine inhaltlich fal-
sche Darlegung von Tatsachen, und dies auch dann, wenn der Bilanzsaldo der 
Wahrheit entspricht. Letzteres lässt sich nach dem Prinzip der Doppik ohnehin nur 
erreichen, wenn eine Manipulation (nicht buchungsfähiger Vorgang) auf der ande-
ren Seite der Bilanz durch eine zweite gegenmanipulert wird, was dem Angeklagten  
-beim Verbuchen nichtexistenter Tochtergesellschaften und von langfristigem 
Fremdkapital auf der Passivseite-  bewusst und zugleich "Schnuppe" war (act. 
B/10.1 S. 5). Die Buchung eines nicht buchungsfähigen Vorgangs bei den aktiven 
Bestandeskonten (Aktiven) wird nicht dadurch behoben, dass man sie durch Bu-
chen eines nicht buchungsfähigen Vorgangs bei den negativen Bestandeskonten 
(Passiven) ausgleicht, und sie auf diese Weise so zu sagen per Saldo neutralisiert 
werden. Wie überall ist es auch bei der Führung der Geschäftsbücher so, dass die 
erste Lüge nicht durch die zweite behoben wird. Schliesslich ist auch die in diesem 
Zusammenhang erhobene Behauptung N.s, einzig in der Bilanz per 31. Dezember 
1998 habe er ein (viel zu hohes) Eigenkapital der X. AG eingefügt, falsch und zeugt 
von Uneinsichtigkeit. Das Eigenkapital der X. AG betrug in Tat und Wahrheit nie 
mehr als 73'000 Franken, wohingegen es in sämtlichen 7 unwahren Bilanzen in der 
Grössenordnung zwischen 2,3 Mio. Fr. bis 200 Mio. Fr. angegeben ist. Bei seiner 
Behauptung scheint der Berufungskläger schliesslich auch grundlegend zu überse-
hen, dass bloss treuhänderisch verwaltete Werte Dritter (so nach seinen und Lt.s 
Aussagen die Sparbücher und die CDs, act. B/4.1 S. 4, B/5.1 S. 7, C/6.1. S. 2) in 
der eigenen Bilanz von vorneherein nichts zu suchen haben. Falls der Treuhänder 
über das Treugut Buch führt, dann ausserhalb und völlig getrennt von seiner eige-
nen Geschäftsbuchführung (Bossard, Zürcher Kommentar, N 291 zu Art. 958 OR). 
Im Fälschungszeitpunkt war dem Angeklagten dies jedenfalls noch bewusst (act. 
B/5.1 S. 7).

29

Hinsichtlich der Wertschriftenaufstellung vom 30. Januar 1999 stellt sich der 
Angeklagte neu auf den Standpunkt, er habe eine Aufstellung der Wertschriften, 
welche der X. AG zwecks Investition in hochrentable Fonds zugegangen seien, im 
Sinne eines InventA. geradezu erstellen müssen. Die X. AG habe wissen müssen, 
was sie bei den Banken zwecks Erlangung der Certificates of deposit und des Sa-
fekeeping Receipt deponiert gehabt habe. Der Erklärung, es habe sich um ein In-
ventar treuhänderisch gehaltener Werte gehandelt, widerspricht, dass darin neben 
dem Saldo in LIT der "Wert in CHF in den Bilanzen" aufgeführt wurde, womit der 
Anschein erweckt wurde, dass es sich um Vermögen der X. AG handelte. Wahr ist, 
dass diese immensen Werte gar nie der X. AG auf ihre Gefahr und Rechnung zu-
gingen, und sie selbst diese nirgends deponiert hatte. Nach seiner andernorts 
geäusserten   -mit der von Lt. für einmal übereinstimmenden-  Meinung sollte die X. 
AG nämlich nur Mittlerin sein zwischen den Anlegern (Sparheftbesitzern) und den 
Fonds/Investmentbanken. Der Vertrag war nach den Vorstellungen des Angeklag-
ten zwischen dem Investor, einem Fonds/Investmentbank oder allenfalls einer Tra-
dingbank oder Tochtergesellschaft derselben abzuschliessen (act. B/2.2, 11). 
Selbst wenn man davon ausgehen wollte, die X. AG hätte diese Werte in eigenem 
Namen und auf eigene Rechnung und Gefahr gehalten, war dies im Zeitpunkt der 
Erstellung der Wertschriftenaufstellung (30. Januar 1999) in Bezug auf das Libretto 
di deposito No. 54913 der Banca Cattolica sicher nicht mehr der Fall, denn diese 
Wertschrift war seit der Verhaftung Lt.s am 15. Januar 1998, also seit über einem 
Jahr, in London beschlagnahmt. Entsprechendes ist zu sagen hinsichtlich des Spa-
rbuchs der Banca di Roma 21-30246-04, wurde dieses doch bereits im Juli 1998 
von der Bundespolizeidirektion in Wien sichergestellt. Vor 1997 kam die X. AG mit 
keinem der erwähnten italienischen Sparbüchern in Kontakt. Objektiv war die Wert-
schriftenaufstellung daher für jedes der aufgeführten Geschäftsjahre 1995-1998 
falsch.

Der Einwand der Verteidigung, im übrigen würden die von der eidgenössi-
schen Steuerverwaltung edierten Bilanzen beweisen, dass der Angeklagte wahr-
heitsgemäss und beanstandungslos gebucht habe, tut im vorliegenden Zusammen-
hang nichts zur Sache. Tatsache ist, dass eigentliche Schattenbilanzen und Erfolgs-
rechnungen über mehrere Geschäftsjahre erstellt wurden.

b. Die Einwände, was (nur) im PC sei, beziehungsweise dort sogar von 
ihm  -durch Verschieben in den (Computer)Papierkorb-  gelöscht worden und von 
den Strafverfolgungsbehörden daraus wieder "hervorgezaubert" worden sei, sei pri-
vat und strafrechtlich vollkommen irrelevant, sind nicht zu hören. Unzutreffend ist 

30

die Tatsachenbehauptung, soweit er überhaupt Ausdrucke gemacht habe, habe er 
diese weggeworfen. Denn gemäss Aktenlage hat der Berufungskläger wenigstens 
10 dieser Dokumente ausgedruckt und unterzeichnet beziehungsweise paraphiert 
(act. H/1.6/7/10/11/14/15/16/ 17/20/22), in welchem Zustand sie von der Strafunter-
suchungsbehörde aus dem PC-Papierkorb nicht wiederhergestellt werden konnten.

c. Der Berufungskläger räumt zwar ein, dass ein Vermögensstatus, wel-
cher nicht auf einen bestimmten Bilanzstichtag erstellt wird (Zwischenbilanz), keiner 
Prüfung der Revisionsstelle bedarf, hingegen macht er geltend, die ordentliche Bi-
lanz könne ohne Revisionsbericht im Sinne von Art. 728 ff. OR gar keine Urkunde 
darstellen. Keine Bank akzeptiere eine Bilanz ohne Revisionsbericht, und eine Bank 
möge wohl einen Überbrückungskredit jedoch keinen ordentlichen Kredit bloss auf 
einen Zwischenstatus hin geben. Beweiseignung beziehungsweise Beweisbestim-
mung will der Berufungskläger den von ihm hergestellten 12 inhaltlich falschen Do-
kumenten sinngemäss auch deshalb absprechen, weil eine einfache telefonische 
Rückfrage beim Handelsregisteramt das wahre Kaliber der X. AG als unbekannte 
Klein-AG in der Provinz (C.) offenbart haben würde, und die gefälschten Dokumente 
schon wegen ihrer sprachlichen und formal-ästhetischen Aufmachung nicht von ei-
nem Unternehmen mit einem Eigenvermögen von 1,4 Milliarden Franken stammen 
könnten.

Die Vorinstanz hat einlässlich und zutreffend dargelegt, dass die Tat-
bestände des Urkundenstrafrechts das Vertrauen schätzen, welches im Rechtsver-
kehr einer Urkunde als einem Beweismittel entgegengebracht wird. Mittel zum Be-
weis kann nur sein, was generell geeignet ist, Beweis zu erbringen. Gemäss ge-
setzlicher Definition von Art. 110 Ziff. 5 Abs. 1 StGB gelten deshalb nur solche 
Schriften als Urkunden, die bestimmt und geeignet sind, eine Tatsache von rechtli-
cher Bedeutung zu beweisen. Der Urkundencharakter eines Schriftstückes ist rela-
tiv. Es kann mit Bezug auf bestimmte Aspekte Urkundencharakter haben, mit Bezug 
auf andere nicht. Die Beweisbestimmung eines Schriftstücks kann sich einerseits 
unmittelbar aus dem Gesetz ergeben und andererseits aus dessen Sinn oder Natur 
abgeleitet werden. Ebenfalls nach Gesetz oder aber nach der Verkehrsübung be-
stimmt sich, ob und inwieweit einer Schrift Beweiseignung zukommt. Im Unterschied 
zur Urkundenfälschung im eigentlichen Sinn, welche das Herstellen einer unechten 
Urkunde erfasst, deren wirklicher Aussteller mit dem aus ihr ersichtlichen Autor nicht 
identisch ist, betrifft die nach schweizerischem Recht ebenfalls strafbare Tatbe-
standsvariante der Falschbeurkundung die Errichtung einer echten, aber inhaltlich 
unwahren Urkunde. Wirklicher und beurkundeter Sachverhalt stimmen bei ihr nicht 

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überein. Dabei stellt nach allgemeiner Ansicht die einfache schriftliche Lüge keine 
Falschbeurkundung dar. Das Vertrauen darauf, dass über die Person des Ausstel-
lers nicht getäuscht wird, ist und darf grösser sein als das Vertrauen, dass jemand 
nicht in schriftlicher Form lügt. Aus diesem Grund werden an die Beweisbestimmung 
und Beweiseignung einer Urkunde bei der Falschbeurkundung höhere Anforderun-
gen gestellt. Eine qualifizierte schriftliche Lüge im Sinne einer Falschbeurkundung 
ist nach neuerer Rechtsprechung nur anzunehmen, wenn der Urkunde eine erhöhte 
Glaubwürdigkeit zukommt und der Adressat ihr ein besonderes Vertrauen entge-
genbringt. Dies ist der Fall, wenn allgemeingültige objektive Garantien die Wahrheit 
der Erklärung gegenüber Dritten gewährleisten, wie sie unter anderem in der Prü-
fungspflicht der Urkundsperson oder in gesetzlichen Vorschriften liegen, die, wie 
etwa die Bilanzvorschriften der Art. 662 ff., 958 ff. OR, gerade den Inhalt bestimmter 
Schriftstücke näher festlegen. Blosse Erfahrungsregeln hinsichtlich der Glaubwür-
digkeit irgendwelcher schriftlicher Äusserungen genügen dagegen nicht, mögen sie 
auch zur Folge haben, dass sich der Geschäftsverkehr erfahrungsgemäss in gewis-
sem Umfang auf entsprechende Angaben verlässt (vgl. BGE 125 IV 22 f. E. 2 mit 
zahlreichen weiteren Hinweisen sowie Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, 
Besonderer Teil II: Straftaten gegen Gemeininteressen, Bern 2000, § 36 N. 36 ff.). 
Die erstellten Client profiles über die X. AG sowie weitere Schreiben und Dokumen-
tationen (act. H/1.28, 30-33), in welchen der Angeklagte ebenfalls gelogen hat, wur-
den aus eben diesem Grunde als blosse schriftliche Lügen nicht zur Anklage ge-
bracht. Indessen ist daran festzuhalten, dass einer kaufmännischen Buchführung 
und ihren Bestandteilen (Belegen, Bücher, Buchhaltungsauszügen über Einzel-
konti, Bilanzen und Erfolgsrechnungen) Urkundencharakter zukommt, und zwar un-
abhängig davon, ob die Buchführung aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung (Art. 
957 OR) oder  -wie etwa im Falle einer einfachen Gesellschaft-  freiwillig erfolgt (vgl. 
BGE 125 IV 26 E. 2b). Mit der Bilanz und der Erfolgsrechnung wird gewissermassen 
eine Wahrheitsgarantie abgegeben (Boog, Basler Kommentar, N 55, 57 zu Art. 251 
StGB). Der Glaube des Berufungsklägers, jedermann hätte die besagten Bilanzen 
durch einen Anruf beim Handelsregister leicht als Fälschung entlarven können, ist 
irrig. Solches ist dort weder telefonisch, noch durch einen Auszug, noch durch Ein-
sichtnahme zu erfahren (Art. 927 ff. OR, Art. 78 ff. HRegV) und wird erfahrungs-
gemäss auch von jenem, der das nicht weiss, wegen dem diesen Urkunden inne-
wohnenden Vertrauensschein gar nicht erst in Betracht gezogen. Entgegen seiner 
Meinung ist ferner für die Urkundenqualität nicht erforderlich, dass eine Bilanz oder 
eine Erfolgsrechnung bereits durch die Revisionsstelle geprüft und durch die Gene-
ralversammlung abgenommen wurde. Zwar hat das Bundesgericht in einem frühe-
ren Entscheid (vgl. BGE 103 IV 23) die Beweiseignung und damit die Urkundenqua-

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lität einer ungeprüften Bilanz tatsächlich vom Nachweis abhängig gemacht, dass es 
in schweizerischen Geschäftskreisen, namentlich bei Banken, herrschender Übung 
entspreche, bei der Behandlung von Kreditbegehren auf derartige Bilanzen abzu-
stellen. Wie aus einem neueren Entscheid (BGE 114 IV 33) hervorgeht, konnte eine 
solche Verkehrsübung in der Folge aber bejaht werden. Daran hat sich bis heute 
nichts geändert. Allenfalls hat sich die Bedeutung der zur Rechnungslegung 
gehörenden Dokumente einer AG gemäss Art. 662 ff. OR seit der Aktienrechtsrevi-
sion noch erhöht. Auch heute dürfen Dritte aufgrund der für Aktiengesellschaften 
bestehenden Buchführungspflicht ohne weiteres darauf vertrauen, dass von deren 
Verwaltung aufgestellte Bilanzen oder anderweitige Vermögensausweise der Wahr-
heit entsprechen, so dass ihnen schon vor der Prüfung durch die Revisionsstelle 
Beweiseignung zukommt. Dies gilt  -wie der Berufungskläger mittlerweile selbst ein-
zusehen scheint- erst recht für Unterlagen über die aktuelle Geschäftslage eines 
Unternehmens, welche schon vom zeitlichen Ablauf her noch nicht durch die Revi-
sionsstelle geprüft sein können. 

Gemäss BGE 117 IV 166 E. 2b ist zwar eine zu Handen einer Anlegerin aus-
gestellte unrichtige Bestätigung, wonach der Aussteller einen von der Anlegerin ei-
nem Dritten übergebenen Betrag auf treuhänderischer Basis verwalte und einen 
bestimmten Jahreszins entrichten werde, lediglich als schriftliche Lüge zu qualifizie-
ren. Dieser Fall liegt hier schon deshalb nicht vor, weil die X. AG mit der Bilanzierung 
behauptet hat, sie selbst verfüge über ein Milliardenvermögen. Soweit es die un-
richtige Aufführung von Konten bei italienischen Banken und Sparkassen unter den 
Aktiven geht, ist klarzustellen, dass es sich bei den besagten Dokumenten mehr-
heitlich um Bilanzen und Erfolgsrechnungen handelt, die sich naturgemäss an einen 
weiteren Empfängerkreis richten, und nicht etwa um blosse schriftliche Bestätigun-
gen von untergeordneter Bedeutung, die auf spezielle Anfrage hin abgegeben wer-
den. Die Beweiseignung der vom Angeklagten verfassten Bilanzen, Erfolgsrechnun-
gen, und Zwischenstati ist daher eindeutig zu bejahen. 

d. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, muss neben der Beweis-
eignung -soll ein Schriftstück als Urkunde gelten- auch die Beweisbestimmung ge-
geben sein. Unter letzterem ist der Wille des Ausstellers oder einer anderen Person 
zu verstehen, mit dem betreffenden Schriftstück ein Beweismittel zu schaffen oder 
es als solches zu benützen. Die Beweisbestimmung ist demnach ein im Ausgangs-
punkt subjektives Erfordernis. Objektiviert wird es insofern, als sich der Wille nicht 
auf beliebige, sondern nur auf solche Möglichkeiten des Beweises beziehen kann, 
die ihre Anlage bereits im Inhalt der Urkunde, das heisst in ihrer Beweiseignung, 

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haben. Wie die Beweiseignung kann sich auch die Beweisbestimmung einerseits 
unmittelbar aus dem Gesetz ergeben und andererseits aus Sinn oder Natur des 
Dokuments abgeleitet werden. Auch in diesen Fällen muss sich der Urheber aber 
zumindest bewusst sein, ein Beweismittel zu schaffen, also beispielsweise Konten-
blätter nicht nur zu Übungszwecken anzufertigen. Nur unter dieser Voraussetzung 
gilt, dass es für die Beweisbestimmung nicht darauf ankommt, welchen Zweck der 
Urheber mit dem Schriftstück im einzelnen verfolgt (vgl. Stratenwerth, BT II, § 35 N. 
16).

N. macht geltend, die von ihm an einem Sonntag rein spasseshalber -analog 
einem Monopoly-Spiel-  erstellten Spielbilanzen seien nicht einmal eine schriftliche 
Lüge, sondern eben nur ein Spiel gewesen. Die darauf gesetzten Originalunter-
schriften, die Paraphen und die Verwendung verschiedener Schriftbilder bei der Er-
stellung der Bilanzen und konsolidierten Erfolgsrechnungen der Jahre 1995-1998 
hätten eben zum Spiel gehört. Keines der besagten Dokumente sei jemals von ihm 
dazu ausersehen gewesen, es Dritten zugänglich zu machen. Damit stellt er die 
Beweisbestimmung in Frage. Den Kantonsgerichtsausschuss vermag er damit in-
dessen nicht zu überzeugen. 

Dass die besagten Bilanzen, Erfolgsrechnungen und Wertpapieraufstellun-
gen weitgehend "reine Phantasiezahlen" (act. B/10.1 S. 2f., B/11 S. 1-2) enthalten, 
ist klar; dass der Berufungskläger sie als "Spielerei" -so zu sagen als das Resultat 
eines Sonntagnachmittags, an dem er nichts besseres zu tun hatte-  ausgeben 
könnte, ist ihm allerdings erst 2 ½ Jahre nach der ersten untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme zum Thema der Bilanzfälschungen eingefallen (act. B/5.1 S. 6-8, 
B/10.1 S. 1-6; A/1.31 S. 5). Aus der vermeintlichen Tatsache, dass die gefälschten 
Bilanzen, Zwischenstati und Erfolgsrechnungen mit dem Standardtabellenkalkulati-
onsprogramm "Excel", anstatt mit dem von der X. AG für die Buchhaltung verwen-
deten Spezialapplikation "Simultan" erstellt wurden, kann nichts für die Version vom 
blossen Spiel abgeleitet werden. Es spräche weder objektiv noch subjektiv gegen 
die Beweisbestimmung und Beweiseignung. Subjektiv kann dies ebensogut als 
Massnahme zur Vermeidung von Spuren beziehungsweise der konsequenten Tren-
nung der wahren Geschäftsbücher von ihrer Schattenversion  -täuschen wollte man 
vorliegend ja nur die Vermittler und Fonds nicht aber versehentlich die Steuerbehör-
den-  gewertet werden. Objektiv ist dem potentiellen Empfängerkreis die Verwen-
dung unterschiedlicher Computerprogramme auf den Ausdrucken nicht ersichtlich. 
In Bezug auf die von ihm und Lt. original unterzeichnete Zwischenbilanz vom 
30.11.1998, hat der Berufungskläger in der Untersuchung unumwunden ein-

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geräumt, dass er sie auf Veranlassung Lt.s eigens dazu erstellt habe und sie dazu 
bestimmt war, einem Fonds zukommen zu lassen (act. B/5.1 S. 6, B/11 S. 1).  Wenn 
heute geltend gemacht wird, Lt. hätte diesen Status vernichten sollen, so ist dies 
ein unauflöslicher Widerspruch. Wenn N. sein anfängliches Eingeständnis heute zu-
dem als eine von ihm in der Strafuntersuchung geäusserte "unlogische und zu kor-
rigierende Vermutung" abtut, mit dem Hinweis, ein Fonds kümmere sich nicht um 
die Bilanzen oder Zwischenbilanzen eines Anlegers und schon gar nicht um die 
eines Vermittlers, sondern wolle die Sicherheit realiter, klingt das wenig überzeu-
gend. Auch wenn er es heute als in seinen Augen unfruchtbar unterlassen würde - 
seine Bewusstseinslage im Tatzeitpunkt hinsichtlich der Fälschung und der Vorteils-
absicht ändert sich nicht durch die inzwischen eingetretene bessere Einsicht. Zu-
mindest soweit es sich um mit Unterschrift oder Paraphe versehene Originale oder 
Kopien handelt (12 von 21), ist auch der Einwand, er habe sie vernichtet und die 
Strafverfolgungsbehörden hätten sie "aus dem PC hervorgezaubert", einwandfrei 
widerlegt. 

Die Aussage, er habe die Dokumente alle am selben Sonntagnachmittag nur 
so zum Spass, als spielmässigen Zeitvertreib erstellt, ist unglaubwürdig. Abgesehen 
davon, dass der Reiz eines solchen Tuns im stillen Kämmerlein  -Monopoly spielt 
man immerhin mindestens zu zweit- ein Geheimnis des Angeklagten bleibt, kann 
schon angesichts der Unterzeichnung und Paraphierung dieser Dokumente an de-
ren Beweisbestimmung kaum ernsthafter Zweifel bestehen. Dass der Angeklagte 
selber zwei dieser Bilanzen per Fax an Irene von Khreninger-Guggenberger bezie-
hungsweise Dr. Andreas Jg. weitergeleitet haben soll, ist zwar nicht hinreichend 
erwiesen. Solches ist aber auch nicht erforderlich. Eigengebrauch durch den Fäl-
scher wäre bloss mitbestrafte Nachtat. Es genügt, wenn dem Berufungskläger zu-
mindest bewusst war, dass sein Partner Lt. oder ein anderer die Falsifikate gegenü-
ber Dritten verwenden könnte und jener diese auch verwenden würde. N. hat dar-
gelegt (act. B/11. S. 1), dass der Zwischenstatus vom 30. November 1998 mit fünf 
Konten bei der Banca di Roma über 1 Milliarde US $, welche im fraglichen Zeitraum 
Gegenstand von Verhandlungen über ein Investmentprogramm bildeten (vgl. B/7.1. 
S. 5 f.), für einen Fonds notwendig gewesen sei. Dieser hätte diese Bilanz verlangt 
und deshalb habe er sie erstellt. Dass diese Zwischenbilanz in seinen Augen das 
Haus nicht hätte verlassen sollen, redet sich der Angeklagte heute also ein. Das-
selbe gilt für den Status per 31.12.1998, von welchem der Angeklagte nicht gewusst 
haben will, dass er an Jg. gefaxt worden sei (act. B/1.1 S. 2). Dass Jg. nicht ein 
Dritter, sondern, wie N. an der Berufungsverhandlung geltend machte, ein "Ange-
stellter" der X. AG gewesen sei, ist haltlos. In Bezug auf diesen Status hatte der 

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Angeklagte ausgeführt, dass derselbe für eine geplante Sitzeröffnung der X. AG in 
Andorra erstellt worden sei. Mit dem Eingeständnis, er habe sich bei den aufgeführ-
ten Aktiven einfach auf die Angaben seines Partners Lt. verlassen, entlarvt er seine 
Schutzbehauptung, es sei alles nur ein Spiel gewesen. Er habe zwar selber nicht 
geglaubt, dass das Geld vorhanden sei und bloss gedacht, dass diese Bilanz von 
einem Fonds verwendet würde, weshalb es ihm "Schnuppe" gewesen sei, und er   -
wenn man es denn von ihm verlangt hätte-  auch 800 Mio. Fr. in die Bilanz geschrie-
ben hätte (act. B/10.1 S. 5). Jg. sei im Besitz dieser Bilanz gewesen, weil er der 
Vermittler gewesen sei und als Dolmetscher gedient habe (act. B/10.1. S. 5). Diese 
Aussagen machen deutlich, dass der Angeklagte mit einer Verwendung des ge-
fälschten Status' zu Beweiszwecken nicht nur gerechnet, sondern ihn bewusst zu 
diesem Zweck hergestellt hat. Wie gross die zweckdienliche Lüge auch sein 
mochte, er würde sie machen. Von der Verwendung gegenüber einem Fonds ging 
der Angeklagte auch bei den Jahresberichten per 31.12.1996 und 31.12.1997 aus, 
in welchen unter dem Titel Wertschriften genau die in den Sparheften der Banca 
Cattolica und der Banca di Roma aufscheinenden Guthaben aufgeführt waren (act. 
B/5.1. S. 7). Diese Jahresberichte tragen im übrigen auf ihrem Deckblatt wie alle 
anderen Bilanzen das Wappen des Kantons Graubünden, welches der Angeklagte 
frühestens ab Ende August 1998 im Briefkopf der X. AG verwendet hat (vgl. H/3.42), 
was darauf schliessen lässt, dass auch diese Unterlagen erst in der zweiten Hälfte 
des Jahres 1998 und wohl mit derselben Zweckbestimmung wie die anderen Doku-
mente erstellt wurden. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass auch diese Jahres-
berichte  -auf welchem Wege auch immer-  aus den Büroräumlichkeiten der X. AG 
gelangt sind. In einem Schreiben des in die Geschäfte mit den erwähnten Sparhef-
ten involvierten Rechtsanwalts Gr. vom 29.7.1999 (act. F/5.6.), mit welchem sich 
letzterer gegenüber dem Amtsgericht München zu den gegen ihn erhobenen Vor-
würfen äussert, verweist derselbe nämlich ausdrücklich auf die fraglichen, vom An-
geklagten als Verwaltungsratspräsidenten unterzeichneten Bilanzen für die Jahre 
1996 und 1997, in welchen die betreffenden Bankguthaben sowohl in italienischer 
als auch in Schweizer Währung ausgewiesen sind. Nachdem sich in den echten 
Jahresrechnungen der X. AG, welche von der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
ediert wurden (act. 04.1.20), keine Angaben zu italienischen Bankguthaben finden, 
kann sich dieser Hinweis Gr.s nur auf die beiden gefälschten Bilanzen beziehen. 
Bei diesen wie auch bei den vorher erwähnten Schriftstücken kann somit von einer 
blossen Spielerei des Angeklagten mit Sicherheit keine Rede sein.

Hinreichende Überzeugung über die einschlägige Bewusstseinslage des An-
geklagten ergibt sich auch bei der teilweise rückwirkend erstellten Serie von Bilan-

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zen und konsolidierten Erfolgsrechnungen für die Jahre 1995 bis 1998 (act. H/1.3-
5, H/1.8/9, H/1.12/13 und H/1.24/27). Die Vorinstanz hat zwar erwogen, aus den 
Akten gehe nicht eindeutig hervor, ob diese in der vorliegenden Papierform oder  -
wie der Angeklagte geltend mache-  nur in seinem PC sichergestellt worden seien. 
Dabei hat sie übersehen, dass der Angeklagte  -wie soeben dargelegt-  wenigstens 
für die Jahre 1996 und 1997 je zwei verschiedene Falsifikate, mit unterschiedlichen 
Zahlen erstellt hat. Jene, bei denen sich die Jahresbilanz und die Erfolgsrechnung 
im gleichen Dokument (auf der gleichen Seite) befinden, und auf die augenschein-
lich Gr. Bezug nahm, sind paraphiert und konnten so von den Untersuchungsbehör-
den nicht aus dem Papierkorb des PC wiederhergestellt werden (act. H/1.6/7 und 
10/11). Hinweise, dass der mit EDV kaum vertraute Angeklagte  -im Papierkorb des 
PC ist für ihn gelöscht-  ein modernes Dokumentenablagesystem im Sinne eines 
papierlosen Büros mit eingescannten Dokumenten betrieb, fehlen. Nachdem die 
Dokumente für das Jahr 1998 (Status per 30.11.1998; Bilanz per 31.12.1998) im 
Original unterzeichnet vorliegen, muss die für die in durchwegs gleicher Aufma-
chung (Logo, Schrift, Formatierung) vorliegenden Bilanzen und Erfolgsrechnungen 
der Jahre 1995-1997 aufgestellte Behauptung, er habe diese nur zu Spielzwecken 
erstellt und "als Schwachsinn" im PC wieder gelöscht, als unglaubwürdig taxiert 
werden. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sie teilweise Grundlage für die beson-
dere, jahresübergreifende Wertschriftenaufstellung bildeten. In bezug auf letztere 
hat der Angeklagte Lt. den Zugriff auf den Ausdruck ermöglicht, wobei nach unbe-
strittener Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz im betreffenden Mäppchen auch 
die ausgedruckten Bilanzen und Erfolgsrechnungen der entsprechenden Jahre ge-
legen haben sollen.

Aus den Tatsachen, dass die Aufstellung der Wertschriften 1995-1998 (act. 
H/1.2) bei Lt. hatte sichergestellt werden können und dem Eingeständnis des An-
geklagten, dass er diese Aufstellung zusammen mit den Bilanzen und Erfolgsrech-
nungen in ein rotes Mäppchen im Büro gelegt habe, welches Lt. immer in seine 
Wohnung an der S-Gasse genommen habe, weil das Büro der X. AG damals auch 
von Mitarbeitern des Restaurants Flamme benützt worden sei (act. B/10.1. S. 3), 
hat die Vorinstanz mit Fug die Beweisbestimmung abgeleitet. Des weiteren gab der 
Angeklagte zu Protokoll, dass die Aufstellung der Wertschriften erstellt worden sei, 
weil ein Fonds eine Entwicklungsstufe für die Jahre 1995-1998 verlangt habe; die 
Namen der Cassa di Mutualità di Andria, der Banca Cattolica und der Banca di 
Roma hätten in dieser Entwicklungsaufzeichnung erscheinen müssen, namentlich 
jener der Cassa di Mutualità di Andria, weil sie die USD-CDs herausgegeben habe 
(act. B/10.1 S. 3). Diese Aussagen lassen zwanglos darauf schliessen, dass die 

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Wertschriftenaufstellung 1995-1998 und gleichzeitig die Bilanzen und Erfolgsrech-
nungen derselben Jahre, welchen ja dieselben Zahlen zugrunde lagen und im glei-
chen Mäppchen abgelegt waren, im Zusammenhang mit dem USD-CD-Geschäft 
Verwendung finden sollten. Dass sie ohne vorher ausgedruckt worden zu sein, vom 
Angeklagten im PC gelöscht wurden, kann unter diesen Umständen ausgeschlos-
sen werden. Zu demselben Schluss führt ein undatiertes Faxschreiben der X. AG 
an den im CD-Geschäft als Mittelsmann fungierenden Hs. Müller in Zürich, mit wel-
chem eine ganze Dokumentation für die Jahre 1995-1998, bestehend aus Konto-
auszügen und Revisionsberichten gemäss den beigelegten Vorlagen, angefordert 
wurde (act. H/1.34). Dieses Faxschreiben soll nach den Aussagen des Angeklagten 
(act. B/10.1 S. 4) zwar nie weggeschickt worden sein. Allein schon die Tatsache, 
dass ein derartiges Schreiben verfasst wurde, schafft hinreichende Überzeugung, 
dass der Angeklagte bei der Erstellung einer derartigen Dokumentation mitwirkte 
und mit der falschen Wertschriftenaufstellung und den dazugehörigen Bilanzen die 
notwendigen Grundlagen schuf. Dabei nahm er sich die Mühe, bei den Jahresbilan-
zen für jedes Jahr ein anderes Schriftbild zu verwenden, um den Anschein zu erwe-
cken, dass diese Dokumente in verschiedenen Jahren erstellt worden seien. Dazu 
kommt, dass der Angeklagte anerkanntermassen eine Anzahl weiterer Dokumente 
verfasst hat, welche in ihrer Gesamtheit den Eindruck entstehen lassen, dass es 
sich bei der X. AG um ein seriöses und äusserst wohlhabendes Unternehmen mit 
internationalen Geschäftsverbindungen ha