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**Case Identifier:** fbc81b86-7f6d-5a54-a90c-0ec9510e0e2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 12.05.2020 IV 2018/160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-160_2020-05-12.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/160

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 31.08.2020

Entscheiddatum: 12.05.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des 
polydisziplinären Gutachtens bejaht. Einkommensvergleich. Rentenanspruch 
verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/160).

Entscheid vom 12. Mai 2020

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

IV 2018/160

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin Jasmina Husidic, MLaw, GN Rechtsanwälte, 

St. Leonhard-Strasse 20, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 19. September 2013 erstmals zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Die behandelnden Ärzte der Klinik B.___, wo 

sich die Versicherte vom 22. Mai bis 18. Juni 2013 stationär befunden hatte, hatten in 

ihrem Bericht vom 18. Juni 2013 als Diagnosen ein allergisches Asthma bronchiale, 

eine Hausstaubmilbenallergie, eine Rhinoconjunctivitis allergica mit pollenassoziierter 

Nahrungsmittelallergie, Multinahrungsmittelallergien, eine Analgetikaintoleranz, eine 

Zöliakie und eine Laktoseintoleranz aufgelistet. Die Tätigkeit als Pflegefachkraft auf 

einer Psychiatriestation könne unverändert in Vollzeit ausgeübt werden (IV-act. 3-3 ff., 

vgl. auch Bericht über den stationären Aufenthalt vom 29. August bis 22. September 

2012; IV-act. 3-17 ff.). Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und 

Hausarzt der Versicherten, hatte am 12. August 2013 festgehalten, diese sei vom 3. 

April bis 1. Juli 2013 zu 100% arbeitsunfähig gewesen, ab 17. Juli 2013 bestehe eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 3-1 f.).

A.a. 

Vom 29. September bis 4. Oktober 2013 wurde die Versicherte stationär im 

Kantonsspital Frauenfeld behandelt. Die zuständigen Ärzte berichteten am 1. Oktober 

2013 über eine vesicovaginale, postoperative Fistel mit totaler Urininkontinenz bei 

Status nach laparoskopischer Salpingohysterektomie und Umbilikalhernienversorgung 

sowie Adhäsiolyse am 15. August 2013 sowie Status nach fraktionierter Curettage und 

bipolarer Endometriumkoagulation im April 2013 und einen Harnwegsinfekt. Daneben 

lägen eine Urticaria und ein Asthma bei multiplen Allergien und 

Lebensmittelunverträglichkeiten vor. Am 30. September 2013 sei ein laparoskopischer 

Fistelverschluss mit Peritoneal-Interponat durchgeführt worden (IV-act. 14). Dr. C.___ 

hielt am 22. Oktober 2013 fest, seit der Operation vom 15. August 2013 bestehe eine 

A.b. 

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Arbeitsunfähigkeit von 100%. Der weitere Verlauf bleibe abzuwarten, er hoffe auf eine 

Arbeitsfähigkeit von sicher 50% (IV-act. 16-3 f.).

Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 33) wurde die Versicherte im Zeitraum vom 9. 

Juli bis 22. Dezember 2014 (fünf ambulante Untersuchungen) durch Dr. med. D.___, 

Dermatologische Klinik des Universitätsspitals Zürich, abgeklärt. In seinem Gutachten 

vom 9. März 2015 listete dieser als Diagnosen im Fachgebiet der Allergologie/

Dermatologie eine Rhinoconjunctivitis allergica saisonalis, eine Rhinitis allergica 

perennialis, ein Asthma bronchiale, chronische Abdominalbeschwerden, eine Zöliakie 

(anamnestisch), eine atopische Dermatitis seit Kleinkindalter und 

Medikamentenunverträglichkeiten auf. Keine dieser Diagnosen habe eine Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 41). RAD-Arzt Dr. med. E.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, befand am  2. April 2015 gestützt auf die Akten, auch aus 

psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (IV-act. 42).

A.c. 

Mit Vorbescheid vom 2. Juni 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen in 

Aussicht (IV-act. 46).

A.d. 

Dagegen erhob die Versicherte am 29. Juli 2015 Einwand (IV-act. 55). Sie reichte 

einen Bericht von Dr. C.___ vom 1. Juli 2015 ein. Dieser hatte gestützt auf die ihm 

vorliegenden Einträge in die Krankengeschichte durch Dr. med. F.___, Ärztin für 

Psychiatrie (die in derselben Praxisgemeinschaft tätig war und die Versicherte seit Juli 

2014 behandelte) festgehalten, es liege ein schwerer Erschöpfungszustand bei 

vielfachen Allergien und ein Verdacht auf eine Anpassungsstörung vor. Seit Dezember 

2014 bestehe ein Verdacht auf eine somatoforme Überlagerung der Symptomatik. 

Seine Befundaufnahme habe eine schwere Depression ergeben. Er erachte die 

Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau in der Psychiatrie als zu 

100% arbeitsunfähig (IV-act. 56). Am 5. August 2015 reichte die Versicherte zudem 

eine persönliche Stellungnahme zum Gutachten ein (IV-act. 57 und 58). RAD-Arzt Dr. 

E.___ befand darauf, am Entscheid der IV-Stelle könne nicht festgehalten werden (IV-

act. 61).

A.e. 

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Die damalige Arbeitgeberin der Versicherte, die G.___, kündigte das 

Arbeitsverhältnis nach Einstellung der Krankentaggeldleistungen per 31. Oktober 2015 

(IV-act. 66). Ab 5. November 2015 war die Versicherte in einem Pensum von rund 20% 

als Betreuerin eines beeinträchtigten Kindes tätig (IV-act. 76, 79-5, 130-8 f.).

A.f. 

Dr. F.___ berichtete am 25. Januar 2016 über eine sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkende somatische Belastungsstörung, bestehend seit mindestens Sommer 

2013. Die ausgeübte Tätigkeit als private Betreuerin eines schwerbehinderten Kindes 

sei adaptiert. Mittelfristig rechne sie mit einer Steigerung der Belastbarkeit auf ca. 30 

bis 40% (IV-act. 80).

A.g. 

Ab 1. August 2016 war die Versicherte zusätzlich in einem Pensum von 30% als 

Nachtwache im Wohnheim H.___ tätig (IV-act. 130-3 f.).

A.h. 

Im Auftrag der IV-Stelle (vgl. IV-act. 92) wurde die Versicherte im Januar und 

Februar 2017 durch Ärzte der ABI Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH 

(nachfolgend: ABI) polydisziplinär (internistisch, dermatologisch/venerologisch, 

urologisch, psychiatrisch) abgeklärt. Diese listeten in ihrem Gutachten vom 21. März 

2017 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Somatisierungsstörung 

(ICD-10: F45.0) und eine Histaminintoleranz (ICD-10: T78.1) auf. In der angestammten 

Tätigkeit auf der Psychotherapiestation bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. In 

einer adaptierten Tätigkeit liege eine Arbeitsfähigkeit von 90% vor (IV-act. 98).

A.i. 

Dr. C.___ hatte der Versicherten vom 1. Januar bis 28. Februar 2017 eine 

Arbeitsunfähigkeit von 60% attestiert (IV-act. 98-27). Nachdem die Anstellung zur 

Betreuung des beeinträchtigten Kindes im Sommer 2017 geendet hatte (vgl. IV-act. 

126-1), arbeitete die Versicherte vom 1. Juni bis 31. Dezember 2017 rund zehn 

Stunden pro Woche als Kinderbetreuerin bei einer anderen Familie (IV-act. 130-5 ff.). 

Ab 1. Juni 2017 war die Versicherte zudem in einem Pensum von 30% als Leiterin 

Nachtdienst im Wohnheim H.___ tätig (IV-act. 130-1 f.). Ab 1. Januar 2018 erhöhte sie 

dieses Pensum auf 55% (IV-act. 136-11 f.).

A.j. 

Am 7. September 2017 hatte die IV-Stelle der Versicherten mitgeteilt, das 

Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen (IV-act. 118, vgl. 

A.k. 

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B.  

auch IV-act. 88). Mit Vorbescheid vom 12. Januar 2018 stellte die IV-Stelle der 

Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 134).

Gegen den Vorbescheid vom 12. Januar 2018 erhob die Versicherte am 13. 

Februar 2018 Einwand (IV-act. 136). Sie reichte unter anderem einen Bericht von Dr. 

F.___ vom 6. Februar 2018 ein (IV-act. 136-6 ff.).

A.l. 

Am 23. März 2018 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 

141).

A.m. 

Gegen die Verfügung vom 23. März 2018 erhob die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) die vorliegende Beschwerde vom 4. Mai 2018. Sie beantragte 

darin, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr ab Februar 2014 mindestens eine 

halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische 

Abklärungen, insbesondere ein neues medizinisches Gutachten, anzuordnen; alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, das ABI-Gutachten sei 

nicht beweistauglich. Zudem sei der Invaliditätsgrad nicht korrekt ermittelt worden (act. 

G1). Sie reichte unter anderem einen Bericht von Dr. F.___ vom 23. April 2018 ein (act. 

G1.9)

B.a. 

Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin), beantragte am 27. Juni 2018 die Abweisung der Beschwerde. 

Sie brachte vor, es sei auf das ABI-Gutachten abzustellen. Der durchgeführte 

Einkommensvergleich sei nicht zu beanstanden (act. G4).

B.b. 

Mit Replik vom 23. August 2018 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest und reichte einen Bericht der Klinik B.___ vom 21. Mai 2014 ein (act. G7, G7.1).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin hielt am 25. September 2018 an ihrem Antrag fest (act. 

G9).

B.d. 

Am 11. Oktober 2018 liess die Beschwerdeführerin die Honorarnote einreichen 

(act. G11, betreffend Wechsel der Rechtsvertretung vgl. act. G15). Die 

Beschwerdegegnerin nahm am 29. Oktober 2018 dazu Stellung (act. G13).

B.e. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin. Gemäss Art. 29 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) entsteht der 

Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 

19. September 2013 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet 

hat (vgl. IV-act. 1), fällt ein Rentenanspruch vorliegend frühestens ab 1. März 2014 in 

Betracht.

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.1. 

Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

1.2. 

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2.

Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Die angefochtene Verfügung 

stützt sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das ABI-Gutachten vom 21. 

März 2017 (IV-act. 98). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab und 

hält ihm Einschätzungen von behandelnden Ärzten entgegen (act. G1, G7).

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).

Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

1.3. 

Die ABI-Gutachter hielten als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0) und eine Histaminintoleranz (ICD-10: T78.1) 

fest. Sie beurteilten, von April bis Oktober 2013 habe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

für jegliche Tätigkeiten bestanden. Seit November 2013 liege eine 50%-ige 

Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Pflegefachfrau auf einer 

Psychiatriestation vor. Für eine angepasste Tätigkeit habe von November 2013 bis zur 

Begutachtung im Januar 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 80% und seit der 

Begutachtung eine solche von 90% bestanden (IV-act. 98-21 ff.). RAD-Arzt Dr. E.___ 

schloss sich der Beurteilung an (IV-act. 99, 139).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, den Gutachtern hätten nicht 

alle relevanten medizinischen Vorakten zur Verfügung gestanden (act. G1). Wie die 

2.2. 

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Beschwerdegegnerin vorbringt, habe sie den ABI-Gutachtern wie üblich sämtliche bei 

ihr vorhandenen Akten zur Verfügung gestellt. Sie habe entgegen der Kritik der 

Beschwerdeführerin keine Selektion vorgenommen (vgl. act. G4, IV-act. 147). Es ist 

also davon auszugehen, dass den ABI-Gutachtern sämtliche der Beschwerdegegnerin 

bekannten Akten, neben den medizinischen Berichten unter anderem entgegen der 

Kritik der Beschwerdeführerin (vgl. act. G1, S. 14, act. G7) auch ihre Stellungnahme 

zum Gutachten von Dr. D.___ (vgl. IV-act. 58), zur Verfügung standen. Weiter führte die 

Beschwerdegegnerin aus, der Umstand, dass Dr. D.___ im Vergleich zu den ABI-

Gutachtern zusätzliche medizinische Berichte vorgelegen hätten (vgl. IV-act. 41-2 f.), 

sei damit zu erklären, dass dieser die entsprechenden Akten entweder selbst 

beigezogen oder direkt von der Beschwerdeführerin erhalten habe (act. G4). Die ABI-

Gutachter listeten die ihnen vorliegenden medizinischen Akten in chronologischer 

Reihenfolge auf und gaben die ihrer Ansicht nach wichtigsten Vordokumente 

auszugsweise wieder (vgl. IV-act. 98-4 ff.). Dies ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, 

zumal die Beurteilung der Relevanz der vorliegenden Vorakten im Ermessen der 

Gutachter liegt. Wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, waren die von der 

Beschwerdeführerin erwähnten weiteren medizinischen Berichte (vgl. act. G1), welche 

die Beschwerdegegnerin nicht beigezogen und damit auch den ABI-Gutachtern nicht 

zur Verfügung gestellt hatte, nicht von entscheidender Bedeutung. Es ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Kenntnis derselben zu 

keiner anderen Einschätzung der ABI-Gutachter geführt hätte. Die ABI-Gutachter 

waren damit nicht gehalten, die fehlenden Akten beizuziehen. Die Beschwerdegegnerin 

ist der ihr gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG obliegenden Untersuchungspflicht 

nachgekommen. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin (act. G1, S. 14) hat 

die Beschwerdegegnerin ihr rechtliches Gehör (Art. 42 ATSG, Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung [BV; SR 101]) nicht verletzt, indem sie ihr keine Einsicht in die - gar 

nicht beigezogenen - Akten gewährt hatte.

Aus somatischer Sicht hielten die ABI-Gutachter bezüglich der Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit einzig die Histaminintoleranz und die damit verbundene 

Medikamenteneinnahme für relevant (vgl. IV-act. 98-21). Dies stimmt insofern mit den 

Vorakten überein, als auch Dr. D.___ in seinem allergologischen/dermatologischen 

Gutachten zum Schluss gekommen war, es liege in seinem Fachgebiet keine Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 41). Im Gegensatz zu den ABI-

Gutachtern hatte dieser jedoch die Histaminintoleranz - welche offenbar erst nach der 

Begutachtung durch Dr. D.___ festgestellt wurde (vgl. IV-act. 98-21) - nicht 

thematisiert. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, war den ABI-

Gutachtern der Bericht der Klinik B.___ vom 21. Mai 2014 über den stationären 

2.3. 

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Aufenthalt vom 16. April bis 13. Mai 2014 nicht bekannt (act. G1, vgl. IV-act. 98-4 ff.). 

Aus dem genannten Bericht ergeben sich jedoch keine neuen Erkenntnisse. Die darin 

erwähnte Diagnose einer Mastozytose (ICD-10: Q82.2) findet in den weiteren Akten 

keine Bestätigung bzw. wurde von Dr. D.___ mit grosser Wahrscheinlichkeit 

ausgeschlossen (vgl. act. G7.1, IV-act. 24-3, 41-2, 41-23). Die im Bericht weiter 

erwähnte Neurodermitis wurde bereits am 18. Februar 2014 von Dr. C.___ aufgeführt 

(vgl. IV-act. 24-1). Zudem äusserten sich die behandelnden Ärzte der Klinik B.___ wie 

bereits in ihren früheren Berichten nicht zu einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit (act. G7.1, 

vgl. IV-act. 3-3 ff., 3-17 ff.). Die Behandlung in der Klinik B.___ im Jahr 2014 war dem 

psychiatrischen ABI-Teilgutachter Dr. med. I.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 

insofern bekannt, als er einen dreimaligen stationären Aufenthalt aufgrund der Allergien 

erwähnte (IV-act. 98-15).

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, den Gutachtern habe der Bericht von Dr. 

C.___ vom 29. Oktober 2013 nicht vorgelegen (act. G1, S. 13). Bei diesem Bericht 

dürfte es sich jedoch um denjenigen vom 22. Oktober 2013 handeln, welcher erst am 

29. Oktober 2013 bei der Beschwerdegegnerin eintraf (vgl. IV-act. 16-3 f.) und den ABI-

Gutachtern bekannt war (vgl. IV-act. 98-5). Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, 

der von ihr im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von Dr. C.___ vom 2. Juli 

2014 (act. G1.3) und der gastroenterologische Bericht vom 12. Dezember 2013 sei den 

Gutachtern nicht bekannt gewesen (act. G1, S. 13), ist deren Relevanz für das 

vorliegende Verfahren nicht ersichtlich. Dr. D.___, welcher Kenntnis vom 

gastroenteorologischen Bericht hatte (vgl. IV-act. 41-2), hielt als Diagnose zwar 

chronische Abdominalbeschwerden fest, die Koloskopie vom Dezember 2013 sei 

jedoch unauffällig gewesen und die Beschwerden wirkten sich nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit aus (IV-act. 41-25 f.). Weiter macht die Beschwerdeführerin zu Recht 

geltend, die Operationsberichte des Kantonsspitals Frauenfeld befänden sich nicht in 

den Akten der Beschwerdegegnerin (act. G1, S. 13). Die im April, August und 

September 2013 im Kantonsspital Frauenfeld durchgeführten Eingriffe (fraktionierte 

Curettage, Endometriumkoagulation, Salpingohysterektomie, 

Umbilikalhernienversorgung, Fistelverschluss) sowie die damit verbundenen 

stationären Aufenthalte und die Komplikationen ergeben sich jedoch aus den 

aktenkundigen Austrittsberichten des Kantonsspitals Frauenfeld (vgl. IV-act. 14, 98-30 

f.). Mit der Beschwerdegegnerin (act. G4) ist damit davon auszugehen, dass den ABI-

Gutachtern die wesentlichen Akten bezüglich der operativen Eingriffe vorlagen.

2.4. 

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In psychiatrischer Hinsicht sind die Diagnose und die Arbeitsfähigkeit umstritten.2.5. 

Der psychiatrische ABI-Teilgutachter Dr. I.___ diagnostizierte eine 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0). Er beurteilte, in der angestammten Tätigkeit 

liege seit April 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% vor. In einer adaptierten Tätigkeit 

habe von Juni 2013 bis zur Begutachtung eine Arbeitsfähigkeit von 80%, seither eine 

solche von 100% bestanden. Er begründete, er habe bei seiner Untersuchung keine 

psychopathologischen Symptome feststellen können. Die Beschwerdeführerin habe 

keinerlei depressive Symptomatik gezeigt. Die geklagten multiplen somatischen 

Beschwerden könnten durch eine somatische Störung nicht erklärt werden, weshalb es 

sich um eine Somatisierungsstörung handle (IV-act. 98-16 f.). Die erstbehandelnde 

Psychiaterin hatte eine Erschöpfungsdepression diagnostiziert (vgl. IV-act. 98-17). 

Auch die von Dr. C.___ gemäss Bericht vom 1. Juli 2015 durchgeführte 

Befundaufnahme hatte eine schwere Depression ergeben (IV-act. 56). Es ist jedoch 

darauf hinzuweisen, dass Dr. C.___ als Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin 

nicht kompetent ist zur Beurteilung von psychiatrischen Beschwerdebildern. Weder Dr. 

F.___ noch Dr. I.___ bestätigten in der Folge eine depressive Symptomatik (IV-act. 80, 

98-17, 136-6). Dem - den Gutachtern nicht vorliegenden - Bericht der Klinik B.___ vom 

21. Mai 2014 lässt sich zwar entnehmen, dass die Beschwerdeführerin während des 

Klinikaufenthaltes vier psychologische Einzelgespräche in Anspruch genommen hat 

(act. G7.1). Dies lässt jedoch keine Rückschlüsse auf eine anhaltende depressive 

Symptomatik oder andere psychische Probleme zu, sondern dürfte als Teil des 

interdisziplinären Behandlungskonzepte der Klinik zu werten sein.

2.5.1. 

Mit ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin unter anderem einen zuvor 

nicht aktenkundigen Bericht von Dr. F.___ vom 7. Juli 2014 ein. Daraus ergibt sich die 

Diagnose eines schweren Erschöpfungszustandes bei vielfachen Allergien und ein 

Verdacht auf eine Anpassungsstörung (act. G1.4). Dies ist jedoch insofern nicht 

relevant, als Dr. F.___ später selbst von dieser Diagnose abwich und sie sich bei ihrer 

ursprünglichen Diagnose stark auf die - von ihr nicht kompetent beurteilbaren - 

somatischen Beschwerden stützte. Dr. F.___ berichtete am 25. Januar 2016 sodann 

über eine seit mindestens Sommer 2013 bestehende somatische Belastungsstörung. 

Sie führte aus, die Beschwerdeführerin sei einer teilweisen psychosomatischen Genese 

ihrer Beschwerden gegenüber durchaus aufgeschlossen, weswegen die 

Diagnosegruppe der somatoformen Störungen aus dem ICD nicht passen würden. Dr. 

F.___ hielt fest, die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin habe sich im Sinne von einer 

etwa 20%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit stabilisiert. Mittelfristig 

rechne sie allenfalls mit einer Steigerung der Belastbarkeit auf vielleicht 30-40%. Sie 

2.5.2. 

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begründete jedoch nicht, weshalb die Arbeitsfähigkeit in diesem Umfang eingeschränkt 

sein sollte und äusserte sich nicht zu allfälligen Adaptionskriterien, abgesehen von 

einer nicht zu starken psychischen Belastung bzw. Druck. Dem Bericht ist nur zu 

entnehmen, dass sowohl psychisch als auch physisch (Erschöpfung) eine beschränkte 

Belastbarkeit bestehe (IV-act. 80).

Am 6. Februar 2018 führte Dr. F.___ in Kenntnis des ABI-Gutachtens aus, die 

Beschwerdeführerin berichte weiterhin über eine abnorme Ermüdbarkeit und eine 

Belastbarkeitsminderung. Im Gegensatz zum Beginn der Behandlung bei ihr seien 

somatische Beschwerden nur noch selten ein Thema. Dr. F.___ befand, diagnostisch 

handle es sich am ehesten um eine somatische Belastungsstörung, bei welcher 

ausgehend vom klinischen Bild belastende körperliche Symptome und psychische 

Folgen berücksichtigt würden. Im Falle der Beschwerdeführerin müsse auch die 

extreme Ermüdbarkeit und Erschöpfung als somatisches Symptom gesehen werden 

(IV-act. 136-6 ff.). Wie sie zu Recht ausführte, liegt bei der Beschwerdeführerin eine 

somatische Störung in Form der Allergien bzw. der Histaminunverträglichkeit vor. 

Inwiefern diese an sich zu einer somatischen Belastungsstörung führen sollten, erklärte 

Dr. F.___ jedoch nicht und das ist auch nicht ohne Weiteres einsichtig. Im Gegensatz 

zu Dr. F.___ befanden die ABI-Gutachter, es bestehe keine ausreichende somatische 

Erklärung für die geklagten somatischen Beschwerden. Vor diesem Hintergrund ist 

nachvollziehbar, dass Dr. I.___ entgegen Dr. F.___ zum Schluss kam, es liege keine 

somatische Belastungsstörung, sondern eine Somatisierungsstörung vor (vgl. IV-act. 

98-16 f.). Entgegen der von Dr. F.___ auch in ihrer undatierten Stellungnahme zum ABI-

Gutachten geäusserten Kritik (vgl. act. G1.8) hielten die ABI-Gutachter die von der 

Beschwerdeführerin geklagte Müdigkeit in ihrem Gutachten mehrfach fest (vgl. IV-act. 

98-9, 98-12, 98-14 f.) und berücksichtigten diese bei ihrer Beurteilung. Sie gestanden 

der Beschwerdeführerin aufgrund der hohen Dosen der eingenommenen Medikamente 

und der damit verbundenen Müdigkeit (vgl. IV-act. 139) auch eine Leistungsminderung 

von 20% bzw. ab dem Begutachtungszeitpunkt 10% zu (IV-act. 98-24). Selbst wenn 

entgegen der Beurteilung von Dr. I.___ keine Somatisierungsstörung, sondern eine 

somatische Belastungsstörung vorliegen sollte, ist aber jedenfalls nicht 

nachvollziehbar, inwiefern die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in einem 

grösseren Umfang als von Dr. I.___ geschätzt eingeschränkt sein sollte. Dr. F.___ 

befand am 6. Februar 2018, die Tätigkeit als Gruppenleiterin im Nachtwacheteam sei 

ideal angepasst, die Beschwerdeführerin sei mit dem ausgeübten Pensum von 55% 

jedoch bereits leicht überfordert (IV-act. 136-7 f.). Sie begründete dies vorwiegend mit 

der - von den ABI-Gutachtern wie erwähnt ebenfalls berücksichtigten - Ermüdbarkeit. 

2.5.3. 

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Weshalb sie von der Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter abwich und auch 

eine ideal adaptierte Tätigkeit nicht in einem höheren Pensum als zumutbar erachtete, 

ist nicht nachvollziehbar. Ferner ist nicht erklärt und ebenfalls nicht ohne Weiteres 

nachvollziehbar, weshalb die primär aus Nachtarbeit bestehende Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin vor dem Hintergrund ihrer Müdigkeits- und 

Erschöpfungsproblematik ideal adaptiert sein soll. Die Berichte von Dr. F.___ sind 

insgesamt nicht geeignet, die Schlussfolgerungen von Dr. I.___ in Zweifel zu ziehen. 

Soweit Dr. F.___ bemängelte, die Arbeitsfähigkeitsschätzung der ABI-Gutachter sei rein 

theoretisch, ist darauf hinzuweisen, dass zur Festlegung des Invalideneinkommens 

nicht die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit, sondern die Arbeitsfähigkeit auf dem 

hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt entscheidend ist (vgl. act. G1.8).

Am 23. April 2018, mithin nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 

23. März 2018, berichtete Dr. F.___ über eine deutlich verschlechterte Verfassung (act. 

G1.9). Dies ist insofern unbeachtlich, als rechtsprechungsgemäss das Datum der 

streitigen Verfügung die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet 

(vgl. BGE 129 V 169 E. 1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 

2015, N 99 zu Art. 61).

2.5.4. 

Zusammengefasst sind das ABI-Gutachten und insbesondere die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung im Verlauf nachvollziehbar. Soweit Dr. C.___ die 

Arbeitsfähigkeit davon abweichend beurteilte, ist darauf hinzuweisen, dass er sich 

dabei primär auf die jeweils konkret ausgeführte Tätigkeit bezog (vgl. act. G1.3, IV-act. 

3-1 f., 3-15 f., 16-3 f., 24-1, 56) und sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer optimal 

adaptierten Tätigkeit äusserte. Am 6. Oktober 2015 befand er, nach einer Umschulung 

sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% mittelfristig realistisch, nahm jedoch keine Stellung 

zu den Adaptionskriterien (IV-act. 65-2 f.). Aus den von Dr. C.___ erstellten 

Arbeitsunfähigkeitsattesten ist zudem nicht ersichtlich, auf welche Tätigkeit sich diese 

beziehen (IV-act. 2-3, 71, 98-27).

2.6. 

Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das 

ABI-Gutachten vom 21. März 2017 (IV-act. 98) auf umfassender Aktenkenntnis sowie 

polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte Leidensbild der 

Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse 

nachvollziehbar sind. Aus den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten 

medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, 

welche im genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich 

wurden auch zwischen dem Gutachten vom 21. März 2017 und der umstrittenen 

Verfügung vom 23. März 2018 (IV-act. 141) eingetretene massgebliche Veränderungen 

2.7. 

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3.

Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 80% vom 1. März 

2014 (frühestmöglicher Rentenbeginn) bis 31. Dezember 2016 und von 90% ab 1. 

Januar 2017 (der erste Begutachtungstermin war am 9. Januar 2017; IV-act. 98) ist 

nachfolgend der Invaliditätsgrad zu bestimmen. Zwischen den Parteien nicht mehr 

umstritten und aufgrund der Akten ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin als 

Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist (vgl. IV-act. 141).

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht geltend gemacht und solche ergeben 

sich auch nicht aus den Akten. Weitere medizinische Abklärungen, wie auch die von 

der Beschwerdeführerin beantragten Zeugen- bzw. Parteibefragungen (vgl. act. G7, S. 

4), erübrigen sich damit.

Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird 

grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 

E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die 

Beschwerdeführerin war bis Ende Oktober 2015 als Pflegefachfrau bei der G.___ AG 

mit einem Pensum von 80% angestellt, aber seit mindestens 2013 aufgrund ihrer 

gesundheitlichen Beschwerden nur eingeschränkt arbeitstätig (IV-act. 12, 66). Während 

die Beschwerdegegnerin ihre Berechnungen auf den IK-Auszug bzw. die Angaben der 

Arbeitgeberin zum Einkommen im Jahr 2013 stützt (vgl. IV-act. 9, 12, 134, 141), hält die 

Beschwerdeführerin den Lohnausweis des Jahres 2012 für massgebend (act. G1, IV-

act. 128-41 f.). Grundsätzlich kann auf den IK-Auszug abgestellt werden. Wie die 

Beschwerdeführerin jedoch zu Recht geltend macht, enthalten die Jahre 2010 und 

2011 im Gegensatz zum Jahr 2012 jeweils zwei Einträge der G.___ AG (vgl. IV-act. 9). 

Sie erklärt dies damit, dass die zusätzlich zum Fixlohn erhaltenen Schicht- und 

Inkonvenienzzulagen jeweils erst später im IK-Auszug nachgetragen worden seien (act. 

G1, S. 18). Der Lohnausweis des Jahres 2012 weist ein Bruttoeinkommen von Fr. 

88'438.-- auf, mithin rund Fr. 10'000.-- mehr als noch im Jahr 2011 (vgl. IV-act. 128-41 

ff.). Diese Lohnsteigerung wird von der Beschwerdeführerin nicht erklärt und es lässt 

sich nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sagen, ob diese Lohnentwicklung sich 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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so fortgesetzt hätte oder ob es sich beim Jahr 2012 um eine Ausnahme mit einem 

besonders hohen Einkommen handelte. Dies, zumal der von der Arbeitgeberin 

angegebene mutmassliche Lohn für das Jahr 2013 lediglich Fr. 76'960.-- betrug (vgl. 

IV-act. 12). Selbst wenn entsprechend den Ausführungen der Beschwerdeführerin die 

Angaben auf dem Lohnausweis des Jahres 2012 als ausschlaggebend erachtet 

werden, ergibt sich jedoch, wie nachfolgend auszuführen ist, kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad. Wird - gemäss der für die Beschwerdeführerin günstigsten 

Berechnungsvariante - das Bruttoeinkommen von Fr. 88'438.-- (IV-act. 128-41) auf ein 

Pensum von 100% aufgerechnet und an die Lohnentwicklung bis zum 

frühestmöglichen Rentenbeginn im Jahr 2014 (Index 2012: 2'630, 2014: 2'673) 

angepasst, resultiert ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 112'355.--.

Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von 

Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Nur unter besonderen 

Voraussetzungen lässt es die Rechtsprechung zu, dass das Invalideneinkommen dem 

nach Eintritt der gesundheitlichen Einbussen noch erzielten Einkommen gleichgesetzt 

wird. Dabei wird - kumulativ - vorausgesetzt, dass ein besonders stabiles 

Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt erübrigt, dass die 

verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll ausgeschöpft wird und dass nicht ein 

Soziallohn ausgerichtet wird (Ueli Kieser, a.a.O., Art. 16 N 46 ff., mit Hinweisen). 

Vorliegend ist entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin (vgl. act. G1) nicht 

auf ihr tatsächlich erzieltes Einkommen abzustellen, da sie mit diesem die ihr 

zumutbare Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft. Sie steigerte ihr Pensum im Verlauf 

zwar von im November 2015 anfänglich rund 20% auf im Januar 2018 55% (vgl. IV-act. 

76, 79-5, 130-1 ff., 136-11 f.), erreichte aber nicht das ihr in einer adaptierten Tätigkeit 

zumutbare Pensum von 80% bzw. ab Januar 2017 90% (vgl. IV-act. 98). Da der 

gelernten Pflegefachfrau (vgl. IV-act. 11-7) weiterhin geeignete Tätigkeiten im 

Gesundheitswesen zumutbar sind (vgl. IV-act. 98-24, 99 f.), rechtfertigt es sich, das 

Einkommen gestützt auf die LSE 2014, Tabelle TA1, Gesundheits- und Sozialwesen, 

Anforderungsniveau 4, Frauen, festzulegen. Der entsprechende Lohn belief sich auf 

monatlich Fr. 7'137.--, bzw. jährlich Fr. 85'644.-- (12 x Fr. 7'137.--). Angepasst an die 

betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein massgeblicher Jahreslohn 

von Fr. 89'284.--. Bei einem Pensum von 80% ist das Invalideneinkommen auf Fr. 

71'427.--, bei einem solchen von 90% auf Fr. 80'356.-- festzulegen. Vorliegend 

rechtfertigt sich ein Tabellenlohnabzug nicht. Ein solcher wird von den Parteien auch 

nicht geltend gemacht.

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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4.  

5.  

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39  Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss wird der Beschwerdeführerin im Betrag von Fr. 600.-- 

angerechnet.

Für den Zeitraum vom 1. März 2014 bis 31. Dezember 2016 ergibt sich ausgehend 

von einer Arbeitsfähigkeit von 80% in einer adaptierten Tätigkeit bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 112'355.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 71'427.-- 

ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36%. Ab 1. Januar 2017 resultiert 

bei einer Arbeitsfähigkeit von 90% in einer adaptierten Tätigkeit, gleichbleibendem 

Valideneinkommen und einem Invalideneinkommen von Fr. 80'356.-- ein ebenfalls nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 28%.

3.3. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 23. März 2018 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Ausgangsgemäss 

hat die Beschwerdeführerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin anzurechnen.

4.2. 

bis

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

4.3. 

ter

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.05.2020
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung medizinischer Berichte. Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens bejaht. Einkommensvergleich. Rentenanspruch verneint. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Mai 2020, IV 2018/160).

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