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**Case Identifier:** 9371f9db-b18a-531d-9201-2fb7203e8e48
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-12
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 12.04.2021 I 2021 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-13_2021-04-12.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 13

Entscheid vom 12. April 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Urs Gössi, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Tanja Marty, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Schreibweise gemäss amtlichen Unterlagen, siehe IV-act. 2; 
gemäss Beschwerde: B.________; geb. 19__, verheiratet, Mutter von 3 erwach-
senen Kindern) liess sich am 4. Februar 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an-
melden. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden mit chronischen Rü-
ckenschmerzen, Diskopathie cervical und einer depressiven Entwicklung um-
schrieben (IV-act. 1-6/8). Nach Abklärungen, welche u.a. ein medizinisches Erst-
gespräch mit der RAD-Ärztin Dr.med. C.________ vom 13. März 2008 (IV-act. 
11) und eine Haushaltabklärung (mit Bericht vom 10.10.2008 = IV-act. 21) um-
fassten, verfügte die IV-Stelle am 16. Februar 2009, dass das Leistungsbegehren 
abgewiesen werde. In der Begründung wurde die gemischte Methode mit einem 
Erwerbsanteil im Gesundheitsfall von 50% angewendet sowie ein gesamthafter 
IV-Grad von 14% ermittelt (IV-act. 27).

B. Am 20. September 2018 ging bei der IV-Stelle erneut eine IV-Anmeldung 
ein. Hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurde auf einen Au-
tounfall im November 2016 verwiesen (IV-act. 28-6/8 unten). Im weiteren Verlauf 
wurden diverse medizinischen Berichte eingeholt. Nach einer Beurteilung der 
medizinischen Akten am 19.11.2020 durch den RAD-Psychiater Dr.med. 
D.________ (IV-act. 64) und am 26.11.2020 durch den RAD-Arzt Dr.med. 
E.________ (IV-act. 65) teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 1. Dezember 
2020 mit, es sei vorgesehen, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 67). 
Nachdem sich A.________ nicht vernehmen liess, verfügte die IV-Stelle am 27. 
Januar 2021, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 68).

C. Gegen diese Verfügung reichte A.________ rechtzeitig am 19. Februar 
2021 (= Datum der Postaufgabe) beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz 
Beschwerde ein. Mit Schreiben vom 22. März 2021 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei abzuweisen. Dieses Rechtsbegehren wurde mit dem Verweis 
auf die Akten und die Ausführungen in der angefochtenen Verfügung begründet. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch ei-
nen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussicht-
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig-
keit. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 

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Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.
Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 
- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 

invalid ist. 

1.2 Um den Invaliditätsgrad im Einzelfall festzulegen, werden in der Invaliden-
versicherung unterschiedliche Bemessungsmethoden verwendet.

1.2.1  Die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs kommt grundsätzlich 
bei allen Vollerwerbstätigen zur Anwendung sowie bei Teilerwerbstätigen, welche 
daneben nicht auch noch in einem Aufgabenbereich tätig sind. Der Invaliditäts-
grad wird hier durch die Gegenüberstellung der zumutbaren Erwerbseinkommen 
ohne und mit Gesundheitsschaden ermittelt (Ralph Leuenberger/ Gisella Mauro, 
Invalidenversicherung, Änderungen bei der gemischten Methode, in: Soziale Si-
cherheit/ CHSS 1/2018, S. 40f.). Hier bestimmt sich der Invaliditätsgrad gemäss 
Art. 28a Abs.1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG, wonach zur Ermittlung des Invaliditäts-
grades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches Invalideneinkom-
men), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das sie erzielen könn-
te, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches Valideneinkom-
men). Es ist für diese Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob die versi-
cherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von der ver-
bliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist hier die Invalidität auf 
der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die versicher-
te Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ Reichmuth, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

Die Invalidität bemisst sich hier nicht nach medizinischen, sondern nach wirt-
schaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

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1.2.2  Die gemischte Methode betrifft Personen, die einem Teilerwerb nachge-
hen, d.h. nicht auf die im betreffenden Beruf übliche Arbeitszeit kommen, und zu-
sätzlich noch in einem Aufgabenbereich beschäftigt sind. Der Invaliditätsgrad 
wird für die Erwerbstätigkeit (wie bereits erwähnt) nach der allgemeinen Methode 
des Einkommensvergleichs ermittelt, der Invaliditätsgrad für die Tätigkeit im Auf-
gabenbereich nach der spezifischen Methode des Betätigungsvergleichs (vgl. 
Art. 28a Abs. 3 IVG). Die spezifische Methode des Betätigungsvergleichs betrifft 
nach Art. 28a Abs. 2 IVG Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben und sich 
in einem Aufgabenbereich wie dem Haushalt betätigen. Der Invaliditätsgrad wird 
bei einer Abklärung vor Ort durch die Gegenüberstellung der ohne und mit Ge-
sundheitsschaden ausgeübten bzw. möglichen Tätigkeiten im Aufgabenbereich 
festgelegt (vgl. Leuenberger/Mauro, a.a.O., S. 41). 

1.2.3  Für die Bemessung des Invaliditätsgrads werden bei der gemischten 
Methode der Erwerbsteil und der Aufgabenbereich zunächst separat betrachtet. 
Für den Erwerbsteil wird die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
angewendet (vgl. Erw. 1.2.1). Dabei wird zunächst die Einkommenseinbusse be-
rechnet, d.h. es wird das Einkommen, welches die versicherte Person zumutba-
rerweise mit dem Gesundheitsschaden noch erzielen kann (Invalideneinkom-
men), vom Einkommen, welches die versicherte Person ohne Gesundheitsscha-
den erzielen konnte (Valideneinkommen), abgezogen. Danach wird die Einbusse 
als Anteil des Valideneinkommens in Prozenten ausgewiesen. Der so erhaltene 
Invaliditätsgrad aus dem Erwerbsteil wird mit dem Anteil der Erwerbstätigkeit 
(Pensum, welche von der Versicherten ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
ausgeübt würde) multipliziert, um den gewichteten Invaliditätsgrad zu erhalten.

Im erwerblichen Bereich wurde bei Anwendung der gemischten Methode als 
Valideneinkommen früher praxisgemäss berücksichtigt, was die versicherte 
Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde (vgl. u.a. 
BGE 125 V 146 Erw. 2b S. 150; Ueli Kieser, Gemischte Methode - ein Blick auf 
die bisherige Rechtsprechung, HAVE 4/2016 S. 471 ff., S. 474). Seit dem 1. 
Januar 2018 bestimmt Art. 27bis Abs. 3 lit. a der Verordnung über die 
Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201), dass sich die Berechnung des 
Invaliditätsgrades in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teilerwerbstätigen, die 
sich zusätzlich im Aufgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 
16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (vgl. Bundesgerichtsurteil 
9C_690/2019 vom 20.1.2020 Erw. 2.2). 

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Die Invalidität in Bezug auf den Aufgabenbereich wird durch einen Betätigungs-
vergleich bestimmt. Die ermittelte Invalidität wird sodann mit dem Anteil der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich (also dem verbleibenden Pensum, wenn der Anteil 
der Erwerbstätigkeit von 100 abgezogen wird) multipliziert. Daraus ergibt sich der 
gewichtete Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich.

Der gesamte Invaliditätsgrad ergibt sich letztlich durch Addition der in beiden Be-
reichen berechneten und gewichteten Teilinvaliditäten (vgl. Leuenberger/Mauro, 
a.a.O., S. 41f.; Art. 27bis Abs. 2 lit. a und b IVV). 

1.3 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

1.4.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

1.4.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle 
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und 
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c). Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach-
ten von externen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmäs-
sig volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die 
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis).

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1.4.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, 
ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.4.4  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Bundesgerichtsurteil 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 
105 V 156 Erw. 1 S. 158 f. begründete und in zahllosen Urteilen bestätigte 
Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.5 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 
(antizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwal-
tungsrechtspflege des Bundes, 3. A. Rz. 153; Bundesgerichtsurteil 8C_424/2010 
vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3 mit Verweis auf BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

1.6 Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die Beschwerdeführerin be-
reits im Februar 2008 eine Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen unter-

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zeichnet und eingereicht hatte. Damals begründete sie ihren Leistungsanspruch 
mit chronischen Rückenschmerzen, einer cervikalen Diskopathie sowie einer de-
pressiven Entwicklung (IV-act. 1-6/8 oben). Nach Abklärungen und einer Würdi-
gung der Arztberichte gelangte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 7. Januar 2009 
und alsdann mit Verfügung vom 16. Februar 2009 zum Ergebnis, dass kein ren-
tenbegründender IV-Grad bestehe, weshalb das Leistungsbegehren abgewiesen 
werde. Falls Interesse an einer Arbeitsvermittlung bestehe, könne sich die Versi-
cherte melden (IV-act. 27). 

1.7 Am 20. September 2018 ging bei der IV-Stelle erneut eine Anmeldung für 
IV-Leistungen ein. In einer solchen Konstellation hängt die Beantwortung der 
Fragestellung, ob und inwiefern ungeachtet des bereits einmal geprüften und ab-
gelehnten Leistungsanspruchs zwischenzeitlich ein Anspruch auf eine IV-Rente 
entstanden sei, grundsätzlich davon ab, ob eine anspruchsbegründende Verän-
derung stattgefunden hat (sei es hinsichtlich des Gesundheitszustands, sei es 
hinsichtlich der erwerblichen Auswirkungen), wobei die Grundsätze zur Renten-
revision analog Anwendung finden (vgl. VGE I 2020 73 vom 19.2.2021 Erw. 1.1 
mit Verweis auf BGE 133 V 108 v.a. Erw. 5.2.). 

1.8 Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers erheblich, so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). 
Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 Erw. 3.5). 

1.9 Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 
eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung bzw. Entscheidung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. 
Bundesgerichtsurteil 9C_382/2018 vom 21.1.2019 Erw. 2 mit Verweis auf BGE 
133 V 108). 

1.10  Hier bildet die bereits erwähnte Verfügung vom 16. Februar 2009 mit der 
darin enthaltenen Ablehnung eines Rentenanspruchs grundsätzlich 
Ausgangspunkt für die Fragestellung, ob zwischenzeitlich eine 
anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist (oder nicht).

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2.1 Im Rahmen der erstmaligen Leistungsprüfung ging bei der Vorinstanz ein 
Bericht des behandelnden Arztes Dr.med. F.________ (Allgem. Medizin FMH, 
G.________) vom 21. Februar 2008 ein, wonach die Versicherte an einem sub-
akuten, rezidivierenden cervico-thorako-spondylogenen Syndrom, an Adipositas 
und an einer depressiven Entwicklung leide, wobei dieser Arzt eine vollständige 
Arbeitsunfähigkeit ab 23. April 2007 und ab 21. Februar 2008 eine Arbeitsfähig-
keit von 50% attestierte, mit "später sicher Steigerungsmöglichkeit" (IV-act. 7).

2.2 Beim medizinischen Erstgespräch vom 13. März 2008 notierte die anwe-
sende RAD-Ärztin Dr.med. C.________ (Allgemeinmedizin FMH) unter anderem, 
dass die Versicherte aktuell an belastungsabhängigen pulsierenden Nacken-
schmerzen mit Ausstrahlung zum Hinterkopf, Hinterkopfschmerzen mit Aus-
strahlung in beide Hände und BWS-/LWS-Schmerzen leide, wobei die Kopf- und 
Nackenschmerzen stärker seien als die BWS-/LWS-Schmerzen (seit 2003). Da-
durch sei die Versicherte bei den Haushaltarbeiten und in der Berufstätigkeit 
(Reinigungsarbeiten/ Schieben von Reinigungsmaschinen) eingeschränkt (IV-act. 
11-1/3 oben). In der diagnostischen Einschätzung führte diese RAD-Ärztin u.a. 
aus, es handle sich um eine Schmerzstörung bzw. Schmerzen der Wirbelsäule 
mit allenfalls geringem organischen Korrelat; es würden psychosoziale Probleme 
dominieren, namentlich Migration, geringe Sprachkenntnisse, mangelnde berufli-
che Qualifikation, Ehemann sei IV-Rentenbezüger, Überlastung mit 5-Personen-
Haushalt (vgl. IV-act. 11-2/3 unten). Ausserdem fielen der RAD-Ärztin eine gerin-
ge Motivation für eine berufliche Reintegration, eine zu tiefe Selbsteinschätzung 
sowie ein problematisches Krankheitskonzept und ein passives Problemlösever-
halten auf (IV-act. 11-3/3 oben).

2.3 Dr.med. H.________ (Innere Medizin FMH, I.________) diagnostizierte am 
31. März 2008 ein chronisches Panvertebralsyndrom und führte in seinem Be-
richt an die IV-Stelle aus, dass die Versicherte in wechselndem Ausmass über 
Schmerzen im Bereich der ganzen Wirbelsäule sowie in den Beinen klage (IV-
act. 14-1f./9). Zudem verwies er auf Berichte von früher involvierten Ärzten (IV-
act. 14-4ff./9). 

2.4 Dr.med. J.________ (FMH Rheumatologie, K.________) stellte im Bericht 
vom 20. Mai 2008 die Diagnose eines chronischen Panvertebralsyndroms zervi-
kal und lumbal betont, ohne eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen (IV-act. 15). 
In einem früheren Bericht vom 12. Juni 2007 hatte dieser Arzt von einer bislang 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit gesprochen, welche sukzessive gesteigert wer-
den könne; aktuell [Juni 2007] bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50% für eine 
leichte Tätigkeit ohne Heben von Gewichten (IV-act. 15-3f./8).

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2.5 In einer Würdigung der medizinischen Akten vom 30. Juni 2008 fasste die 
RAD-Ärztin Dr.med. C.________ ihre Einschätzung der medizinischen Aktenlage 
wie folgt ein (IV-act. 19-2/2):

Bei der Versicherten liegt ein chronisches Panvertebralsyndrom mit radiologisch 
diskreten Befunden und klinisch fehlenden wesentlichen Funktionsausfällen und 
fehlenden neurologischen Defiziten vor (gestützt auf Dr. J.________ 13.11.06). Es 
gab zudem Hinweise auf Symptomausweitung u. Beschwerdeüberlagerung (positi-
ve Waddell-Zeichen). Aufgrund dessen ist der Versicherten eine leidensangepass-
te Tätigkeit zu 100% zumutbar.

2.6 Im Bericht vom 10. Dezember 2008 (zur vorgängig durchgeführten Haus-
haltabklärung) notierte die Abklärungsperson, dass die Versicherte im Gesund-
heitsfall zu 50% einer auswärtigen Erwerbsarbeit nachgehen würde und dass die 
Versicherte die Anstellung wegen fehlender Arbeit verloren habe. Bei der Arbeits-
losenversicherung sei die Versicherte zu 50% als Erwerbstätige gemeldet (IV-act. 
21-3/9). 

2.7 In der Verfügung vom 16. Februar 2009 ermittelte die Vorinstanz nach der 
gemischten Methode für den erwerblichen Teil (50%) einen Teilinvaliditätsgrad 
von 5% sowie für den Haushaltbereich (50%) einen Teilinvaliditätsgrad von 8.5% 
bzw. gesamthaft von 14% (IV-act. 27).

3.1.1  Noch vor der neuen IV-Anmeldung vom 20. September 2018 wurde die 
Versicherte am 21. August 2018 im Spital L.________ in M.________ unter-
sucht. Dr.med. N.________ (Oberärztin) und Dr.med. O.________ (Chefarzt) 
stellten im Bericht vom 23. August 2018 an Dr.med. P.________ folgende Dia-
gnosen (IV-act. 34-6f./18):

1. Symptomatische medial betonte Gonarthrose links mit
- degenerativer Innenmeniskusläsion (Hinterhorn/ Pars intermedia)
- minime Aussenmeniskusläsion (Pars intermedia)

2. Chronische Schmerzerkrankung im Sinne einer zentralen Schmerzdysregulation
- St.n. zwei Autounfälllen 11/2016 und 06/2017
- Sturzereignis 02/2018

3. Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom
- ohne wesentlichen degenerativen Veränderungen und Neurokompression 

bei multiplen Diskusprotrusionen (MRI 20.04.2015)

Hinsichtlich des weiteren Procedere wurde u.a. festgehalten, dass die Versicher-
te sehr gut auf die Kortikosteroidinfiltration angesprochen habe und bezüglich der 
Kniebeschwerden zufrieden sei (IV-act. 34-7/18). In diesem Bericht wurde keine 
Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.

3.1.2  Ebenfalls noch vor der IV-Anmeldung (vom 20.9.2018) suchte die Versi-
cherte am 30. August 2018 (Donnerstag) die Notfallstation des Spitals 

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Q.________ auf, wo muskuloskelettale Schmerzen am Bewegungsapparat (Na-
cken, Arm, Bein, sternal) diagnostiziert wurden. In der klinischen Untersuchung 
zeigten sich ein unauffälliger kardiopulmonaler Status sowie Druckdolenzen im 
Bereiche der Nackenmuskulatur, der rechten Brust, sternal sowie am rechten 
Bein. Elektrokardiographisch zeigte sich kein Hinweis auf ein ischämisches Er-
eignis, die Laboranalyse ergab keine Auffälligkeiten (IV-act. 34-3f./18).

3.2 Nach der neuen IV-Anmeldung vom 20. September 2018 attestierte 
Dr.med. P.________, welcher die Versicherte seit 12. Dezember 2017 behandel-
te (und in diesen 9 Monaten 8x gesehen hatte) im Bericht vom 20. November 
2018 an die IV-Stelle eine Arbeitsunfähigkeit von 80% seit 28. Mai 2018. Sie lei-
de unter Schmerzen hinsichtlich der gesamten Wirbelsäule, "jeder Abschnitt tut 
ihr weh"; ferner bestehe eine Ausstrahlung in den rechten Arm und in das rechte 
Bein. Wenn sie gearbeitet habe, müsse sie bis zu 4 Tage ins Bett. Sie arbeite "in 
der verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu 20% als Reinigungskraft". Zudem sei sie in 
eine psychiatrische Betreuung bei Dr. R.________ in S.________ eingebunden 
(IV-act. 34-1/18).

3.3 Eine weitere Untersuchung folgte am 3. Dezember 2018 im Spital 
L.________. Dr.med. T.________ (Oberarzt) diagnostizierte in seinem gleichen-
tags erstellten Bericht an Dr.med. P.________ posttraumatische Wirbelsäulen-
schmerzen (Mitte thorakal und lumbosakral mit Ischialgie bis zur rechten Ferse) 
und eine Gonarthrose links (Status nach Kortikosteroidinfiltration am 3.7.2018 mit 
anhaltend gutem Infiltrationseffekt, vgl. IV-act. 37-1/2). Am Schluss des Berichts 
wies dieser Arzt u.a. darauf hin, dass in der Bildgebung anfangs 2018 kein patho-
anatomisches Korrelat zu den angegebenen HWS- und BWS-Schmerzen fest-
stellbar gewesen sei. Der Behandlungsfokus sollte klar auf der Behandlung der 
depressiven Veränderung und der chronischen Schmerzeinstellung bestehen. 
Eine erweiterte konservative Therapie sei derzeit nicht indiziert (IV-act. 37-2/2).

3.4 Eine Rückfrage der Vorinstanz bei Dr.med. P.________ ergab am 11. Juli 
2019, dass die Versicherte ihn im April, Mai und Juni 2019 konsultiert habe (IV-
act. 44). Für eine kardiologische Standortbestimmung hatte der Hausarzt die 
Versicherte dem Spital Q.________ zugewiesen, wo am 24. Mai 2019 eine Er-
gometrie (Belastungs-EKG) durchgeführt wurde. Dr.med. U.________ (Oberarzt) 
und Dr.sc.hum. V.________ (Assistenzärztin) stellten im Bericht an den Hausarzt 
die Diagnosen eines metabolischen Syndroms (arterielle Hypertonie, Hypercho-
lesterinämie, Adipositas BMI 30.6 kg/m2), einer Arteriosklerose sowie einer Go-
narthrose beidseits. In der Beurteilung wurde festgehalten, bei unzureichender 
Belastung auf der Fahrradergometrie bestehe nur eine eingeschränkte Aussage-

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kraft; kein Hinweis einer Belastungskoronarinsuffizienz bei Belastung bis 114 
Watt (IV-act. 36-32f./44). 

3.5 Am 16. August 2019 konsultierte die Versicherte die Notfallstation des Spi-
tals Q.________. Im Bericht vom gleichen Tag stellten med.pract. W.________ 
(Assistenzärztin) sowie Dr.med. X.________ (Oberärztin) folgende Diagnosen 
(IV-act. 46-9/44):

1. Aktive Gastritis
- H. pylori positiv
- St.n. frustraner Eradikationsbehandlung (06/2019, Spital L.________)

2. Arterielle Hypertonie
- cvRF: Adipositas, Hypercholesterinmäie

3. Arteriosklerose
4. Depression
5. Gonarthrose bds.

Zur Arbeitsfähigkeit wurde in diesem Bericht nicht Stellung genommen.

3.6 Seit dem 13. März 2019 war die Versicherte in ambulanter Behandlung 
beim Psychiatrie-Zentrum Y.________ (M.________). Dr.med. Z.________ 
(Oberärztin) und Dr.med. AA.________ (Assistenzärztin) stellten im Bericht an 
die IV-Stelle vom 19. August 2019 die Diagnose einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung (ICD-10: F43.1). Unter Ziffer 1.3 dieses Berichts wurde festgehal-
ten, dass dieses Psychiatrie-Zentrum keine Arbeitsunfähigkeit attestiert habe; 
nach eigenen Angaben arbeite die Versicherte einen Tag in der Woche. Unter 
Ziffer 2.7 dieses Berichts gingen die Berichtverfasserinnen "aktuell von einer re-
duzierten Leistungsfähigkeit" aus (IV-act. 45).

3.7 Am 26. September 2019 berichtete Dr.med. P.________ der IV-Stelle, dass 
der Gesundheitszustand der Versicherten stationär sei; die Diagnosen hätten 
sich nicht geändert. Neu hinzugekommen sei die Mitbehandlung durch die Fach-
stelle für Sozialpsychiatrie in M.________. Die Versicherte leide nach wie vor 
sehr an ihren Schmerzen vornehmlich im Rücken (IV-act. 46-1/44).

3.8 Im Verlaufsbericht vom 29. Januar 2020 berichteten die Fachpersonen des 
Psychiatrie-Zentrums Y.________ von einem leicht verbesserten Gesundheits-
zustand. Es bestünden eine reduzierte Belastbarkeit, Konzentrationsschwierig-
keiten, eine starke Reizbarkeit, schwankende Stimmungslagen sowie somatische 
Beschwerden. Es sei keine Arbeitsunfähigkeit durch das Zentrum attestiert wor-
den; die Versicherte arbeite aktuell zu 20% und brauche kein Arbeitsunfähig-
keitszeugnis. Zum aktuellen Zeitpunkt sei von einer reduzierten Leistungsfähig-
keit auszugehen (IV-act. 48-1f./2).

12

3.9 Am 10. März 2020 suchte die Versicherte die Notfallstation des Spitals 
Q.________ auf. Im gleichentags erstellten Bericht an Dr.med. P.________ hiel-
ten AB.________ (Assistenzärztin) und med.pract. AC.________ (Oberärztin) 
folgende Diagnosen fest (IV-act. 58-48f./70):

1. Rezidivierende thorakale Schmerzen mit zusätzlicher Belastungsdyspnoe ES 
09.03.2020

- DD muskuloskelettal DD kardial
- St.n. thorakalen Schmerzen im 12/2019
- Troponin negativ, NT-pro-BNP bei 154 ng/L
- EKG unauffällig
- Röntgen Thorax ohne Befunde

2. Chronische Autoimmunthyreoiditis Hashimoto
- Thyreoglobulin-Antikörper positiv
- Subklinische Hypothyreose
- Sonographie Schilddrüse 17.012020: unauffälliges Schilddrüsenvolumen, 

hypoechogenes Parenchym, unauffällige Durchblutung, keine veränderten 
zervikalen Lymphknoten

- Aktuell: regelmässige TSH-Kontrolle, Substitutionstherapie bei TSH > 10 
mU/l indiziert

3. Möglicherweise rezidivierend Stürze wegen kurzzeitiger Bewusstlosigkeit, Ur-
sache unklar, EM möglicherweise bereits vor Jahren

- Erneutes MRT Schädel angemeldet (03/2020)
- EEG mit leichten Verlangsamungsherden temporal bds.
- Möglicherweise Migräne ohne Aura

4. Depression
5. Arterielle Hypertonie
6. Chronische Kopfschmerzen, Ursache unklar, EM vor Jahren (…)

In der Beurteilung führten diese Ärztinnen u.a. aus, in der körperlichen Untersu-
chung habe sich die Versicherte kardio-pulmonal unauffällig gezeigt. Im Labor 
hätten sich keine pathologischen Befunde gezeigt. Das EKG habe einen normo-
karden Sinusrhythmus ohne Erregungsrückbildungsstörungen gezeigt. Die Versi-
cherte sei in subjektiv gutem Wohlbefinden entlassen worden (IV-act. 58-49/70).

3.10 Eine weitere Untersuchung vom 23. März 2020 im Spital Q.________ wur-
de im entsprechenden Bericht von Dr.med. AD.________ (Oberärztin) und 
AE.________ (Assistenzarzt) u.a. wie folgt zusammengefasst (IV-act. 58-18/70):

CT Herz nativ + i.v. KM vom 23.03.2020
Klinische Angaben
Unklare, teilweise belastungsabhängige Thoraxschmerzen, Vd. a. chronisches 
Schmerzsyndrom
Fragestellung
Relevante Koronarstenose?
(…)
CT-Koronarangiographie:

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Herzfrequenz während der Untersuchung von 63 und 71/min, mittlere Herzfre-
quenz 67/min. Diagnostische Bildqualität in allen Koronarsegmenten.
Rechtsdominanter Koronarversorgungstyp bei normaler Koronaranatomie. Nor-
malkalibrige Koronararterien. Kein Nachweis signifikanter Koronarstenosen.
Herzmorphologie und Herzklappen:
Normale Morphologie der Aorten- und Mitralklappe. Keine kardialen Thromben.
Lunge und Mediastinum: (…)
Beurteilung: 
Keine Koronarsklerose und keine Koronarstenosen.
Verglichen mit dem CT Thorax vom 13.11.2014 gering progrediente Bronchiekta-
sen mit Bronchialwandverdickung und Mucusobliteration wie beschrieben sowie 
neu Tree in Infiltrate und Airtrapping, DD chronisch Bronchitisch, DD zystische Fi-
brose oder allergische bronchopulmonale Aspergillose weniger wahrscheinlich. 
Grunderkrankung bekannt. Pneumologische Abklärung empfohlen.

3.11 Im Bericht vom 26. März 2020 an den Hausarzt Dr.med. P.________ führte 
Dr.med. AF.________ (Oberärztin Kardiologie, Spital Q.________) u.a. aus, auf-
grund rezidivierender, unbeobachteter Stürze (DD Synkopen) sei eine ergänzen-
de kardiologische Untersuchung erfolgt mit Kipptisch und CT Herz, welche einen 
unauffälligen Befund ergaben, ohne Hinweis für eine kardiale/ rhythmogene Ur-
sache der Beschwerden (IV-act. 58-31/70 unten). 

3.12 Der RAD-Psychiater Dr.med. D.________ nahm aus psychiatrischer Sicht 
am 7. Mai 2020 folgende Beurteilung der medizinischen Aktenlage vor (IV-act. 
52): 

Die Versicherte ist seit 03/2019 in ambulanter psychiatrischer Behandlung. Von 
psychiatrischer Seite wurde keine AUF Atteste ausgestellt. Der Hausarzt geht von 
einer 80% AUF aus. Es werden 2 Autounfälle 11/2016 und 06/2017 erwähnt. Die 
von psychiatrischer Seite gestellte Diagnose einer PTBS (Posttraumatische Belas-
tungsstörung) stützt sich gemäss den Berichten vorwiegend auf die subjektiven 
Angaben der Versicherten. Diese hat erst 03/2019 also lange nach den Unfaller-
eignissen eine psychiatrische Behandlung aufgenommen. Im Verlaufsbericht 
01/2020 werden Stimmungsschwankungen reaktiv auf körperliche Beschwerden 
und finanzielle Sorgen erwähnt. Insgesamt ist die Diagnose einer PTBS nicht gesi-
chert. Die Kriterien gemäss ICD 10 sind überwiegend wahrscheinlich nicht erfüllt 
(Traum vom katastrophalem Ausmass/ sonst hätte die Versicherte unmittelbar 
nach Unfall therapeutische Unterstützung aufgesucht/ anzumerken ist, dass die 
Polizeiakten bzgl. der Unfälle im Dossier aber nicht vorliegen). Die Versicherte ist 
gemäss den Akten weiterhin mit einem 20% Pensum als Reinigungskraft berufs-
tätig.

Fazit: Aus psychiatrischer Sicht ist für eine den körperlichen Beeinträchtigungen 
angepasste Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht von einer zusätz-
lichen Einschränkung der AF auszugehen. (…)

14

3.13 Dr.med. E.________ (Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates/ RAD Arzt Zentralschweiz) nahm am 15. Mai 
2020 folgende Beurteilung vor (IV-act. 53):

Aus somatischer Sicht sind folgende Diagnosen ausgewiesen:
- Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom (posttraumatische Wirbelsäu-

lenschmerzen thorakal bis lumbosakral bis rechte Ferse), ohne wesentliche 
degenerative Veränderungen und Neurokompression bei multiplen Diskuspro-
trusionen,

- Symptomatische initiale medial betonte Gonarthrose links mit deg. Innenme-
niskusläsion (MRI vom 26.06.2018) mit gutem Ansprechen auf Infiltration, - 
chronische Schmerzerkrankung im Sinne einer zentralen Schmerzdysregulati-
on (nach zwei Autounfällen 11/2016 und 06/2017)

- Gastro- und Koloskopie vom 19.08.2019 unauffällig, leichte Gastritis bei Heli-
cobacter pylori

Fachärztliche orthopädische Behandlungen sind ab 2018 nicht ausgewiesen. Es 
wurde aus orthopädischer Sicht eine Arthroskopie vorgeschlagen bei Innenmenis-
kusläsion links, wobei die Indikation sich erübrigte nach deutlicher Besserung 
durch eine Infiltration.

Die Wirbelsäulenbeschwerden sind ohne organisches Substrat, der V. eines neur-
opathischen Schmerzsyndroms mit Ausstrahlung ins rechte Bein wurde geäussert, 
eine Schmerztherapie wurde lediglich medikamentös in die Wege geleitet. Der 
Schwerpunkt wurde auf die Schmerzchronifizierung gelegt, eine psychiatrische 
Behandlung in die Wege geleitet und keine weiteren orthopädischen Behandlun-
gen vorgeschlagen.

Aus orthopädischer Sicht sind keine dauerhaften austherapierten Gesundheits-
schäden ausgewiesen. Die Knie- und Wirbelsäulenbeschwerden sind bei Bedarf 
einer ambulanten konservativen Behandlung zugängig, eine regelmässige Physio-
therapie wird bisher nicht durchgeführt.

Aktuell werden psychiatrische Diagnosen mit Einfluss auf die AF in den Vorder-
grund gestellt.

Aus orthopädischer/ somatischer Sicht bestand und besteht keine anhaltende Ein-
schränkung der AF in der angestammten Tätigkeit.

3.14 Eine Rückfrage der IV-Stelle vom 3. September 2020 bei Dr.med. 
P.________ ergab, dass der Hausarzt die Versicherte letztmals im März 2020 
gesehen habe (IV-act. 60).

3.15 Am 7. Oktober 2020 berichtete die Oberärztin Dr.med. AA.________ vom 
Psychiatrie-Zentrum Y.________, dass sich die Diagnose nicht geändert habe. 
Der psychische Zustand der Versicherten habe sich seit dem letzten Bericht vom 
29. Januar 2020 leicht gebessert. Am 5. Oktober 2020 habe nach fast 8 Monaten 
Unterbruch aufgrund der Corona-Situation wieder ein Termin stattgefunden. Die 
Versicherte wirke viel weniger durch die Schmerzen beeinträchtigt zu sein, kon-
zentrierter und entspannter. Sie berichte über ständige Müdigkeit, Antriebslosig-
keit und Schlafstörungen. Aktuell arbeite sich weiterhin zu 20% in der Reini-

15

gungsfirma und zusätzlich einen Tag temporär als Aushilfe bei einem Grossver-
teiler (IV-act. 61). 

3.16 Am 19. November 2020 nahm der RAD-Psychiater Dr.med. D.________ 
folgende Beurteilung aus psychiatrischer Sicht vor (IV-act. 64).

Es ist keine psychische Erkrankung ausgewiesen, die die Arbeitsfähigkeit beein-
trächtigt. Die im Bericht des Psychiatrie-Zentrums Y.________ vom 19.08.2019 
beschriebene Diagnose PTBS ist nicht valide (Traumakriterium gemäss ICD 10 
nicht erfüllt/ vgl. auch Stellungnahme vom 07.05.2020). 10/2020 hat die Versicher-
te [die Behandlung] nach längerem Unterbruch von fast 8 Monaten gemäss Bericht 
vom 07.10.2020 wieder aufgenommen. Das Zustandsbild wird leicht gebessert be-
schrieben. Keine Änderung der Diagnose. Es sei keine AUF attestiert worden. Du-
loxetin wurde abgesetzt. Es erfolgt eine minimale Behandlung mit Relaxane 2-3 
Drg pro Tag.

3.17 Dr.med. E.________ fasste seine Beurteilung am 26. November 2020 wie 
folgt zusammen (IV-act. 65):

Bei der Versicherten sind weiterhin aus somatischer Sicht keine Gesundheitsschä-
den mit dauerhafter Auswirkung auf die AF in der angestammten Tätigkeit ausge-
wiesen. Die orthopädischen Diagnosen sind bei Bedarf einer ambulanten Behand-
lung zugängig (Physiotherapie für die WS, ev. arthroskopische Sanierung der In-
nenmeniskusläsion).

Diagnosen mit Auswirkung auf die AF wurden nach gastroenterologischer und kar-
diologischer Abklärung nicht ausgewiesen.

Es wird auch keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die AF attestiert. 
Eine befristete AUF ist allenfalls im Rahmen der Rehabilitation nach dem Unfall 
2016 nachvollziehbar für die Dauer von 4 Monaten. Weitere AUFs sind weder aus 
somatischer noch aus psychiatrischer Sicht begründbar.

3.18 Aus all diesen medizinischen Angaben gelangte die Vorinstanz in der ange-
fochtenen Verfügung vom 27. Januar 2021 zum Ergebnis, dass weder aus 
psychiatrischer noch aus somatischer Sicht ein Gesundheitsschaden mit dauer-
hafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (bzw. Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit) ausgewiesen sei. Die orthopädischen Diagnosen seien bei Bedarf einer am-
bulanten Behandlung zugänglich (IV-act. 68).

4.1 In der vorliegenden Beschwerde wird dagegen ausschliesslich eingewen-
det, dass die Untersuchungen "im Bereich des Kopfes und der Halswirbelsäule/ 
Nerven" noch nicht abgeschlossen seien. Es wurde die Einreichung von weiteren 
Unterlagen (von Prof. Dr. AG.________, Spital Q.________, sowie vom Hausarzt 
Dr.med. P.________) in Aussicht gestellt. 

4.2 Aus diesen Vorbringen der Beschwerdeführerin ist nicht zu entnehmen, 
dass sich hinsichtlich der Anwendung der gemischten Methode und des Anteils 

16

der Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall seit der letzten Leistungsprüfung (Erw. 
2.1 bis 2.6) etwas geändert habe. Namentlich bringt die Beschwerdeführerin 
auch nicht ansatzweise vor, dass sie im Vergleich zur früheren Leistungsprüfung 
im Haushaltbereich anders bzw. stärker beeinträchtigt sei. Auch zum Anteil der 
Erwerbstätigkeit (aktuell und im Gesundheitsfall) wird nichts geltend gemacht. Es 
ist denn auch nach der Aktenlage nicht ersichtlich, von welcher Änderung auszu-
gehen wäre.

Damit beschränkt sich in der Folge die gerichtliche Prüfung auf die Fragestellung, 
ob (im Vergleich zur ersten Leistungsprüfung) von einer relevanten Veränderung 
bzw. Verschlechterung des Gesundheitszustandes auszugehen ist, welche sich 
auf den zumutbaren Arbeitsfähigkeitsgrad auswirkt.

4.3 Auch nach der Zustellung des Antrages der Vorinstanz vom 22. März 2021 
(wonach die Beschwerde abzuweisen sei) hat die Beschwerdeführerin nicht rea-
giert und keine weiteren medizinischen Berichte eingereicht (obwohl in der Be-
schwerde die Nachreichung von medizinischen Unterlagen thematisiert wurde). 
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, "für weitere Auskünfte kontaktieren Sie" 
zwei namentlich erwähnte Ärzte, welche offenbar die Versicherte aktuell behan-
deln, drängen sich folgende Bemerkungen auf. Was den Hausarzt Dr.med. 
P.________ anbelangt, hat die Vorinstanz am 3. September 2020 bei diesem 
Arzt hinsichtlich des weiteren Verlaufs nachgefragt mit dem Ergebnis, wonach 
letzterer die Versicherte seit 5 Monaten nicht mehr gesehen hatte (IV-act. 60), 
mithin in dieser Zeitspanne keine Konsultationen bzw. Behandlungen bei diesem 
Arzt stattfanden. Es wäre nun Sache der Versicherten gewesen darzulegen, dass 
zwischenzeitlich eine Veränderung stattgefunden habe bzw. eine Behandlung 
(mit neuen Aspekten) erneut aufgenommen wurde. Es ist (entgegen der sinn-
gemässen Auffassung der Beschwerdeführerin) nicht Sache des Gerichts dar-
nach zu forschen, inwiefern zusätzlich zur von der Vorinstanz abgeklärten Akten-
lage noch eine relevante Veränderung eingetroffen sein könnte. Analoges gilt 
auch für den in der Beschwerde erwähnten Prof. Dr. AG.________, zumal von 
der Beschwerdeführerin dazu nichts angeführt wurde, namentlich auch nicht, 
wann dieser Professor erstmals konsultiert wurde und welche Abklärungen sowie 
Behandlungen dieser Arzt vorgenommen hat (etc.). Soweit es um medizinische 
Handlungen geht, welche erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung 
vom 27. Januar 2021 aufgenommen wurden, wäre eine in diesem Zusammen-
hang stehende Verschlechterung ohnehin nicht im vorliegenden Gerichtsverfah-
ren, sondern im Rahmen einer Neuanmeldung bei der Vorinstanz zu behandeln. 

4.4 Bei dieser konkreten Sachlage sieht sich das Gericht weder veranlasst, die 
von der Vorinstanz getroffenen medizinischen Abklärungen zu beanstanden, 

17

noch diesbezüglich die dazu vorgenommenen Beurteilungen der beiden RAD-
Ärzte Dres. D.________ und E.________ (siehe vorstehend, Erw. 3.15 und 3.17) 
hier in Frage zu stellen. Denn bereits bei der ersten Leistungsprüfung standen 
hinsichtlich der Schmerzen (im HWS-/Rückenbereich) mit geringem organischen 
Korrelat insbesondere psychosoziale Probleme im Vordergrund (vgl. Erw. 2.2), 
was sich im weiteren Verlauf nicht grundlegend verändert hat. Hinsichtlich der or-
thopädischen Diagnosen (namentlich der Gonarthrose) wurde vom RAD-Arzt 
Dr.med. E.________ überzeugend darauf hingewiesen, dass diesbezüglich (zu-
mutbare) ambulante Behandlungen möglich sind (Physiotherapie, gegebenen-
falls eine arthroskopische Sanierung der Meniskusläsion), welche letztlich der 
Annahme einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit entgegenstehen (IV-act. 65). 

Sodann leuchtet die nach Massgabe der vorliegenden Akten vorgenommene 
Schlussfolgerung des RAD-Psychiaters ein, wonach die angesprochene PTBS-
Diagnose nicht gegeben ist. Denn eine solche Störung sollte nur dann diagnosti-
ziert werden, wenn sie innerhalb von 6 Monaten nach einem traumatisierenden 
Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere aufgetreten ist (vgl. Horst Dilling/ 
Werner Mombour/ Martin H. Schmidt, Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, IC-10 Kapitel V (F), 10. Überarbeitete Auflage, Diagnostische Leitlini-
en zu F43.1 posttraumatische Belastungsstörung, S. 208). Ein solches traumati-
sierendes Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere ist den vorliegenden Akten 
nicht zu entnehmen, zumal die angesprochenen Verkehrsunfälle (7.11.2016 und 
15.6.2017) von der Versicherten nicht näher erläutert wurden. Was den ersten 
Verkehrsunfall anbelangt, ist aktenkundig, dass die AH.________ Versiche-
rungsgesellschaft den betreffenden Fall am 26. April 2017 und mithin in weniger 
als einem halben Jahr abschliessen konnte (vgl. Fremdakten 3-1/7; siehe auch 
Fremdakten 4-1/19, wonach im MRI vom 12.1.2017 bezüglich der HWS Distorsi-
on nur "leichte degenerative Veränderungen" beschrieben wurden, welche inner-
halb von 1 bis 3 Monaten folgenlos abheilen; siehe auch den Ablauf der Auffahr-
kollision in Fremd-akten 5-1/4 i.V.m. der geringen kollisionsbedingten Geschwin-
digkeitsänderung beim Heckanstoss von maximal 6 km/h nach Massgabe der 
Unfallanalyse in Fremdakten 6). 

Beim zweiten Verkehrsunfall vom 15. Juni 2017 wurde das Fahrzeug, in welchem 
die Versicherte auf der Rückbank sass, auf der Autobahn bei Bern seitlich tou-
chiert (bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h). Die anschliessend im 
AI.________ vorgenommenen Abklärungen mit Bildgebung/ CT ergaben 
Schmerzen thorakal sowie am Rücken; direkte Traumafolgen konnten radiolo-
gisch ausgeschlossen werden; die Versicherte wurde am gleichen Tag nach den 
erwähnten Untersuchungen nach Hause entlassen (Fremdakten 8-15ff./35). Bei 
der Nachuntersuchung vom 19. Juni 2017 erwähnte Dr.med. AJ.________ 

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(AK.________), dass nach dem Unfall vom 16. Juni 2017 in Bern ein "Komplett-
check ohne pathol. Befund" vorgenommen worden sei; dieser Arzt diagnostizierte 
eine "HSW/LWS Prellung mit multiplen Hämatomen" (Fremdakten 8-12/35 unten 
und 8-13/35 oben). Aus diesen Angaben zum zweiten Unfallhergang kann kein 
traumatisches Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere abgeleitet werden.

Abgesehen davon ist nach der Aktenlage unbestritten, dass die Aufnahme einer 
ambulanten psychiatrischen Behandlung erst am 13. März 2019 und mithin rund 
21 Monate nach dem zweiten Verkehrsunfall (vom 15.6.2017) erfolgte, womit der 
in den erwähnten diagnostischen Leitlinien (ICD-10 F43.1) enthaltene Zeitraum 
von 6 Monaten klar überschritten worden ist. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass 
das Psychiatrie-Zentrum, welches die Versicherte ambulant behandelt, im Bericht 
vom 7. Oktober 2020 (und mithin 3 ½ Monate vor Erlass der angefochtenen Ver-
fügung vom 27.1.2021) einen verbesserten Zustand der Versicherten trotz eines 
Corona-bedingten Behandlungsunterbruchs von rund 8 Monaten erwähnte (vgl. 
IV-act. 61). 

5. Aus all diesen Gründen erweist sich die Beschwerde als unbegründet, 
weshalb sie abgewiesen wird. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Ver-
fahrenskosten der Beschwerdeführerin auferlegt. 

Der Ehemann der Beschwerdeführerin hatte am 22. Februar 2021 telefonisch um 
unentgeltliche Rechtspflege ersucht, weshalb gleichentags der Beschwerdefüh-
rerin das Formular "Auskünfte zur Erlangung der unentgeltlichen Rechtspflege" 
zugestellt wurde. Im eingeschrieben versandten Begleitschreiben wurde darauf 
hingewiesen, dass dieses Gesuch mit den erforderlichen Beilagen dem Gericht 
bis zum 18. März 2021 einzureichen sei und dass im Säumnisfall auf das Begeh-
ren um unentgeltliche Rechtspflege nicht eingetreten werde. Innert der angesetz-
ten Frist reichte die Beschwerdeführerin keine Angaben zur finanziellen Lage ein, 
weshalb androhungsgemäss keine unentgeltliche Rechtspflege gewährt werden 
kann.

19

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen.

2. Auf das Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird 
nicht eingetreten.

3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 500.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten 
und Auslagen) festgelegt und der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie hat ei-
nen Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezahlt, so dass die Rechnung aus-
geglichen ist.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG).

5. Zustellung an:
- die Beschwerdeführerin (R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 12. April 2021

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die a.o. Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 22. April 2021