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**Case Identifier:** dca5f281-35e6-52e8-9680-07a0cef8963a
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-20
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung 20.05.2015 OG O3V-14-25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_OG-O3V-14-25_2015-05-20.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA B___ 
 
 

 
Vorinstanz SUVA Schweizerische Unfallversicherungsanstalt,  

Postfach 4358, 6002 Luzern 
 
vertreten durch: RA C___ 
 

 
 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 20. Mai 2015  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter Dr. med. S. Graf, Ch. Wild, S. Plachel, E. Graf 
Obergerichtsschreiberin A. Mauerhofer 
 
 
 

Verfahren Nr. O3V 14 25 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Gegenstand Leistungen nach UVG 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 4. September 2014 sowie die 

zu Grunde liegenden Verfügungen vom 21. März 2014 und 12. Juni 2014 sind 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere Heilbehandlung und 

Taggelder entsprechend der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit.  

 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für die beiden vorinstanzlichen 

Einspracheverfahren und für das vorliegende Beschwerdeverfahren.  

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde vom 6. Oktober 2014 sei abzuweisen.  

 

 

Sachverhalt 

 
A. A___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) war als Arbeitsloser gegen die Folgen von Unfällen 

obligatorisch bei der SUVA (nachfolgend: Vorinstanz) versichert, als er am 23. Juni 2013 zu 

Hause auf seiner Terrasse ausrutschte und auf sein linkes Knie stürzte. In der Folge kam 

die Vorinstanz im Zusammenhang mit diesem Nichtberufsunfall für diverse 

Behandlungskosten auf und richtete Taggelder aus. 

 

B. Nach dem Einholen diverser Arztberichte bot die Vorinstanz den Beschwerdeführer 

schliesslich zu einer kreisärztlichen Untersuchung auf, welche am 18. Oktober 2013 

durchgeführt wurde. Kreisarzt Dr. D___ kam zum Schluss, dass die derzeit beklagten 

Kniebeschwerden links weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang 

mit dem Unfallereignis vom 23. Juni 2013 stehen und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

ausgewiesen sei (VI-act. 39). Am 6. Januar 2014 fand eine zweite kreisärztliche 

Untersuchung durch Dr. D___ statt. Er empfahl, die Behandlungskosten noch für weitere 

drei Monate zu übernehmen, da die Kniebeschwerden noch im zeitlichen Zusammenhang 

zum Sturz stünden. Unter Berücksichtigung für das linke Kniegelenk erachtete er bereits 

jetzt eine 50%ige Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in überwiegend 

sitzender Tätigkeit als zumutbar. Im Verlauf der nächsten vier Wochen sollte eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit möglich sein (VI-act. 63). Am 18. März 2014 gab Dr. D___ eine weitere 

ärztliche Einschätzung ab und hielt an seiner Beurteilung vom Januar ausdrücklich fest, 

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wobei er präzisierte, dass die zuletzt vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit bei der 

E___ AG dem Zumutbarkeitsprofil auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt entspreche (VI-act. 

76).  

 

C. Mit Verfügung vom 21. März 2014 stellte die Vorinstanz daraufhin ihre Taggeldleistungen 

gegenüber dem Beschwerdeführer per Ende März 2014 ein, mit der Begründung, es 

bestehe keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr (VI-act. 77). Dagegen erhob der 

Beschwerdeführer Einsprache. 

 

D. Im Bericht vom 4. Juni 2014 kam Kreisärztin Dr. F___ zum Schluss, dass an der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Vorinstanz vom 21. März 2014 vollumfänglich festzuhalten 

sei. Die aktuellen Kniegelenkbeschwerden des Beschwerdeführers seien zudem mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf das Trauma vom 23. Juni 2013 

zurückzuführen, sondern stünden mit der Entwicklung der degenerativen Veränderungen 

der Gonarthrose im Zusammenhang. Es sei daher zu empfehlen, auch die Heilungskosten 

nicht weiterhin zu Lasten des Traumas vom 23. Juni 2013 zu übernehmen (VI-act. 106). 

 

E. Die Vorinstanz verfügte hierauf die Einstellung sämtlicher bisher noch ausgerichteten 

Versicherungsleistungen (Heilungskosten) per 23. Juni 2014 (VI-act. 108). Auch gegen 

diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer Einsprache. 

 

F. Mit Einspracheentscheid vom 4. September 2014 wies die Vorinstanz sowohl die 

Einsprache gegen die Verfügung vom 21. März 2014 (Taggeldeinstellung per 31. März 

2014) als auch die Einsprache gegen die Verfügung vom 12. Juni 2014 (genereller 

Fallabschluss per 23. Juni 2014) ab (VI-act. 125).  

 

G. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Beschwerdeführer am 6. Oktober 

2014 erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 3. 

Dezember 2014 (act. 8) verlangte die Vorinstanz deren Abweisung. Mit Replik vom 13. 

Januar 2015 hielt der Beschwerdeführer an seiner Beschwerde fest. Gleichzeitig stellte er 

den Antrag, Oberrichter H.P. Fischer habe wegen Befangenheit in Ausstand zu treten (act. 

11). Diesem Antrag wurde formlos stattgegeben und den Parteien die neue 

voraussichtliche Gerichtsbesetzung mit Oberrichter E. Graf anstelle von H.P. Fischer 

mitgeteilt (act. 15), wogegen der Beschwerdeführer keine Einwände erhob. Die Vorinstanz 

verzichtete mit Schreiben vom 4. Februar 2015 unter Festhaltung am Antrag auf Abweisung 

der Beschwerde auf eine ausführliche Duplik (act. 14). Am 20. Mai 2015 wurde die Sache 

in der dritten Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien abschliessend 

beraten und darüber entschieden.  

Seite 4 

H. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie die 

Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 

Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. 

Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes 

(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Die 

örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20] i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und Art. 61 lit. b 

ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRPG, bGS 143.1). 

 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

2. Materielles 

 

2.1 Vorbemerkung 

 

Angefochten ist ein Einspracheentscheid, der Bezug nimmt auf zwei verschiedene 

Verfügungen der Vorinstanz: Einerseits die Einstellung der Taggeldleistungen per Ende 

März 2014 (Verfügung vom 21. März 2014, VI-act. 77) und andererseits der generelle 

Fallabschluss und die sofortige Einstellung sämtlicher Leistungen durch die Vorinstanz im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. Juni 2013 (Verfügung vom 12. Juni 2014, VI-act. 

108).  

 

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Die Begründung der beiden Verfügungen ist nicht identisch: Während die 

Taggeldeinstellung mit der Begründung erfolgte, der Beschwerdeführer sei in seiner zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Vertreter wieder zu 100% arbeitsfähig, wurde der generelle 

Fallabschluss mit dem fehlenden Kausalzusammenhang zwischen den noch vorhandenen 

Kniebeschwerden und dem Unfallereignis vom 23. Juni 2013 begründet.  

 

Im Folgenden werden die dem Einspracheentscheid zugrunde liegenden Verfügungen 

separat geprüft. Dabei ist zu beachten, dass das Obergericht bei der Überprüfung des 

angefochtenen Entscheides frei und an die Begehren der Parteien nicht gebunden ist (Art. 

61 lit. c und d ATSG). 

 

 

2.2 Verfügung vom 12. Juni 2014 (genereller Fallabs chluss) 

 

2.2.1.  

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene 

Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung 

des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 

versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 

zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem 

im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 177, E. 3.1, m.w.H.). 

 

2.2.2.  

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Die Vorinstanz hat mit Verfügung vom 12. Juni 2014 das Vorliegen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den Kniebeschwerden des 

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Beschwerdeführers und dem Unfallereignis vom 23. Juni 2013 verneint und daher den Fall 

abgeschlossen. Fehlt bereits der natürliche Kausalzusammenhang, erübrigt sich eine 

zusätzliche Prüfung der Adäquanz. 

 

2.2.3.  

Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer schon vor seinem Sturz aufs linke Knie im 

Juni 2013 wegen Beschwerden an diesem Knie in Behandlung gewesen war. Insoweit der 

Beschwerdeführer geltend macht, er sei vor dem Unfall im Juni 2013 am Knie überhaupt 

nicht mehr eingeschränkt gewesen (vgl. Beschwerde, Ziff. III/18), überzeugt dies nicht. Dr. 

F___ geht in ihrem Bericht ausführlich auf die ärztlichen Berichte betreffend den 

Vorzustand am linken Knie ein (VI-act. 106, S. 4 ff.), worauf verwiesen werden kann. Aus 

diesen Unterlagen geht hervor, dass der Beschwerdeführer auch nach der 

Kniearthroskopie im November 2011 weiterhin unter Beschwerden litt. Für den Zeitpunkt 

unmittelbar vor dem Sturz im Juni 2013 existieren keine ärztlichen Berichte, die sich zum 

Ausmass der Kniebeschwerden äussern würden. Dennoch kann der Argumentation des 

Beschwerdeführers, wonach er damals keinerlei Beschwerden mehr gehabt habe, nicht 

gefolgt werden:  

 

- Schon im Operationsbericht vom 9. November 2011 wird auf eine Chondropathie 

hingewiesen (VI-act. 36), ebenfalls im MRI vom 5. Dezember 2012 (VI-act. 18: schwere 

retropatelläre Chondropathie medial [Grad III-IV] sowie mittelgradig bis beginnend 

höhergradig auch am femurseitigen Gleitlager medial [Grad II-III]). Dieser Vorzustand 

zeigte sich unverändert auch bei den MRI-Untersuchungen, die nach dem Sturz 

erfolgten, vgl. MRI vom 19. Juli 2013 (VI-act. 14: Unveränderte deutliche Chondropathia 

patellae medial) sowie MRI vom 13. November 2013 (VI-act. 49: unveränderte 

höhergradige Chondropathie). Dass im linken Knie ein Vorzustand vorhanden ist, kann 

damit nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden, und zwar selbst dann, wenn sich dieser 

Vorzustand unmittelbar vor dem Sturz im Juni 2013 aktuell nicht in namhaften 

Beschwerden ausgewirkt haben sollte. 

 

- Eine vollständige Beschwerdefreiheit vor dem Sturz im Juni 2013, wie sie der 

Beschwerdeführer geltend macht, wird jedoch in keinem Arztbericht erwähnt. So war der 

Beschwerdeführer gemäss Bericht von Dr. G___ vom 3. September 2013 (VI-act. 16) 

nach dem Eingriff im November 2011 lediglich „relativ beschwerdearm“ und sei mit der 

Situation gut zurechtgekommen.  

 

- Auch Dr. H___ erwähnt in seinem Bericht vom 23. September 2013 (VI-act. 26, S. 1) 

das vorgeschädigte linke Knie und führt an, das Problem sei „äusserst komplex und 

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vielschichtig“, weshalb er möglich rasch versucht habe, „die neu hinzugekommene 

Problematik“ korrekt abzuklären. Ein Vorzustand sei bekannt, neu festgestellt sei eine 

Fraktur.  

- Dr. F___ weist in ihrem Bericht vom 4. Juni 2013 unter konkreten Hinweisen auf frühere 

Arztberichte (VI-act. 106, S. 6) zudem zu Recht darauf hin, dass die im November 2013 

von Dr. G___ festgehaltene ausgeprägte muskuläre Hypotrophie des linken 

Oberschenkels mit höchster Wahrscheinlichkeit auf ein länger dauerndes 

Schonverhalten aufgrund des Vorzustandes zurückzuführen sei (vgl. auch Bericht Dr. 

H___ vom 25. April 2014, VI-act. 90).  

 

Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass mit dem Sturz vom 23. Juni 2013 

aufs vorgeschädigte Knie eine neue Problematik zum bereits bestehenden Vorzustand 

hinzukam. Dr. H___ stellte nach dem Unfall eine neu aufgetretene vertikal verlaufende 

Fissur in der Patella lateral randständig und deutliche bone bruise-Zone im medialen 

Tibiaplateau dorsal fest (vgl. Arztzeugnis UVG, VI-act. 14). Vor diesem Hintergrund stellt 

sich die Frage, welche Kniebeschwerden auf den Unfall vom 23. Juni 2013 und welche 

Kniebeschwerden - unabhängig vom Unfallereignis - auf den Vorzustand zurückzuführen 

sind. 

 

2.2.4.  

Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 

manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer 

nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 

bestanden hat (status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesgerichts 

8C_423/2012 vom 26. Februar 2013, E. 3.2, m.w.H; Urteil des Bundesgerichts 

8C_484/2014 vom 1. April 2015, E. 2.1). Wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss auch der Wegfall eines ursächlichen Zusammenhangs 

zwischen dem Unfallereignis und den bestehenden Beschwerden mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Weil es sich dabei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob 

ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht beim 

Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Dabei hat der Unfallversicherer nicht den 

Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor 

geklagtes Leiden hat, ist an sich unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten 

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Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahingefallen sind. Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen Beweis 

erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person 

nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bundesgerichts 8C_570/2014 vom 9. März 2015, 

E. 6.2, m.w.H.).  

Seite 9 

2.2.5.  

Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher 

medizinischer Entscheidgrundlagen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 

8C_160/2012 vom 13. Juni 2012, E. 3.1.1, m.w.H.). Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen. Zur Frage der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen 

wurde der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum 

Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit 

schliessen lässt. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 

zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, m.w.H.). 

 

2.2.6.  

Die Vorinstanz stützt ihre Auffassung, wonach die im Verfügungszeitpunkt bestehenden 

Kniebeschwerden des Beschwerdeführers nicht mehr unfallbedingt, sondern 

ausschliesslich krankhafter Natur seien, im Wesentlichen auf die kreisärztliche 

Einschätzung von Dr. F___ vom 4. Juni 2014 (VI-act. 106). Dr. F___ ist in ihrem Bericht 

zum Schluss gelangt, die aktuellen Kniebeschwerden seien mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall vom 23. Juni 2013 zurückzuführen, sondern 

stünden mit der schicksalhaften Entwicklung der degenerativen Veränderungen der 

Gonarthrose im Zusammenhang. Dabei hat Dr. F___ insbesondere berücksichtigt, dass die 

direkten Unfallfolgen, welche bei der MRI-Untersuchung im Juli 2013 festgestellt wurden 

(Fissur, bone bruise-Zone) im November 2013 wieder ausgeheilt waren: 

 

-  Nach dem Unfall am 23. Juni 2013 wurde am 19. Juli 2013 von Dr. I___ eine 

kernspintomographische Untersuchung des linken Knies durchgeführt mit folgendem 

Befund (VI-act. 14): „Vergleichend zur kernspintomographischen Voruntersuchung vom 

05.12.2012 nun neu aufgetretene vertikal verlaufende Fissur in der Patella lateral 

randständig mit über 3cm grosser perifokaler Ödemzone und deutliche bone bruise-

Zone im medialen Tibiaplateau dorsal von über 5.5cm mit auch diskreter fissuraler 

Seite 10 

Komponente.“ Die übrigen Befunde waren schon im letzten MRI vor dem Unfall 

(05.12.2012) erkennbar gewesen, nämlich die „geringgradige Sklerosierung“ sowie 

„unverändert deutliche Knorpelverschmälerung loco-regionär sowie mässiggradig auch 

im übrigen medialen Gelenksabschnitt. Unveränderte deutliche Chondropathia patellae 

medial. Vorbestehende mässige Tendinose der Patellarsehne mit Volumenvermehrung 

und deutliche narbige Veränderungen im Hoffa-Fettkörper.“ 

 

-  Verlaufs-MRI vom 13. November 2013 (VI-act. 49): „Nur noch residuelle Veränderungen 

im Bereich der Patella lateral bei vormaliger Fissur und vollständig abgeheilte bone 

bruise Zone im medialen Tibiaplateau. Formkonstante Darstellung des refixierten 

Dissekates am medialen Femurkondylus im zentralen notch-nahen Abschnitt mit fokal 

höhergradiger Chondropathie sowie unveränderte höhergradige Chondropathie 

retropatellar medial. Vorbestehende mässiggradige Tendinose der Patellarsehne mit 

Volumenvermehrung und deutlich narbigen Veränderungen im Hoffa-Fettkörper.“  

 

- Dr. D___ hat bei seinem Untersuch im Januar 2014 festgestellt, dass sich die 

Beweglichkeit des linken Knies gebessert habe. Dies erscheint angesichts des MRI-

Befunds vom 13. November 2013 durchaus erklärbar, waren doch die im MRI zunächst 

direkt sichtbaren Unfallfolgen (Fissur, Bone bruise) inzwischen abgeheilt. Die beklagten 

Kniebeschwerden waren nach seiner Einschätzung aber „noch im zeitlichen 

Zusammenhang“ zum Unfallereignis vom 23. Juni 2013 zu sehen. Die unfallbedingte 

Übernahme von Behandlungskosten empfahl er allerdings lediglich für einen Zeitraum 

von weiteren drei Monaten (vgl. VI-act. 63, S. 5). In seinem späteren Bericht vom 

18.  März 2014 (VI-act. 76) verwies er auf dieses vorgeschlagene Vorgehen, notabene 

ohne eine Anpassung seiner Einschätzung vorzunehmen.  

 

Gestützt auf diese und die weiteren vorliegenden Arztberichte verneint Dr. F___ mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Kausalzusammenhang zwischen den 

Kniebeschwerden und dem Sturz vom 23. Juni 2013.  

 

2.2.7.  

Dass keine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers durch Dr. F___ erfolgte, ist 

entgegen der Kritik des Beschwerdeführers (Beschwerde, Ziff. III/13) angesichts der 

umfangreichen und umfassenden Vorakten nicht zu beanstanden. Dr. F___ hat die 

vorhandenen Arztberichte und Vorakten eingehend gewürdigt und dabei die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt. Sie hat insbesondere auch jene Akten in ihre Beurteilung 

miteinbezogen, die den Vorzustand der Kniebeschwerden betreffen (vgl. VI-act. 106, S. 4 

ff.). Auch unter Berücksichtigung der aktuellen und früheren Behandlungsmassnahmen 

Seite 11 

kommt Dr. F___ zum klaren Schluss, dass es durch den Sturz aufs Knie am 23. Juni 2013 

zu einer zeitlich limitierten Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands gekommen 

ist. Die noch vorhandenen Kniebeschwerden im Juni 2014 waren nach ihrer Auffassung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Sturz zurückzuführen. Diese 

medizinischen Schlussfolgerungen von Dr. F___ sind nachvollziehbar begründet und 

überzeugend.  

 

Der Beschwerdeführer macht geltend, die Ausführungen von Dr. F___ seien nicht geeignet, 

die unabhängigen Beurteilungen der orthopädischen Fachärzte der Hirslanden Gruppe und 

des Kantonsspitals St. Gallens zu widerlegen (Replik, Ziff. III/9). Es liegen jedoch von 

diesen Ärzten keine Einschätzungen vor, welche eine Unfallkausalität der Beschwerden 

nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses durch die Vorinstanz bestätigen würden. Dr. G___ 

nahm in seinem Bericht vom 4. April 2014 gar nicht Bezug auf die Frage der 

Unfallkausalität der weiterbestehenden Kniebeschwerden (VI-act. 86). Der vom 

Beschwerdeführer zusätzlich eingeholte Arztbericht vom 30. April 2014 von Dr. G___ ist 

nicht dazu geeignet, die ausführlich und nachvollziehbar begründeten Schlussfolgerungen 

von Dr. F___ in Frage zu stellen. Die sehr vage Aussage von Dr. G___ (vgl. VI-act. 94, S. 

5: „Die exakte Ursache der bestehenden Beschwerden ist schwierig zu evaluieren. 

Vermutlich handelt es sich um eine Kombination der kernspintomographisch 

nachweisbaren Veränderungen, andererseits der Patellafraktur sowie auch des Zustandes 

nach Refixation des osteofemoralen Dissekates kombiniert mit einer vegetativen 

Komponente“), der den Beschwerdeführer erstmals am 3. September 2013 untersuchte (VI-

act. 16) und anders als Dr. F___ über keine umfassenden Fallunterlagen für seine 

Beurteilung verfügte, ändert daher nichts am überzeugenden Schluss von Dr. F___, die 

Kniebeschwerden seien überwiegend wahrscheinlich nicht mehr auf das Unfallereignis vom 

23. Juni 2013 zurückzuführen.  

 

Auch der vom Beschwerdeführer eingereichte Bericht der Ärzte der Klinik für orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats am KSSG vom 4. September 2014 

(Beschwerdebeilage act. 2/2) ist nicht dazu geeignet, Zweifel an diesem Schluss 

hervorzurufen. Insoweit in jenem Bericht eine partielle Osteonekrose für möglich gehalten 

wird, ist nicht ersichtlich, dass eine solche auf das Unfallereignis vom 23. Juni 2013 

zurückzuführen wäre. Die früheren MRI-Befunde lagen den Ärzten des KSSG nicht vor. 

Aus den MRI-Befunden ist jedoch ersichtlich, dass nebst der Fissur und der Bone bruise 

keine weiteren Unfallfolgen festgestellt wurden. Sowohl im MRI vom 19. Juli 2013 (VI-act. 

14) als auch vom 13. November 2013 ist hingegen bereits eine vorbestehende deutliche 

Knorpelverschmälerung erwähnt; im Rahmen des vorliegenden Unfallsachverhalts ist es 

aber nicht Sache der Vorinstanz, den degenerativen Vorzustand im Knie näher abzuklären. 

Seite 12 

Die im MRI festgestellten Unfallfolgen waren aufgrund des letzten MRI-Befunds ausgeheilt. 

Daher besteht entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch kein Anlass für weitere 

medizinische Abklärungen. 

 

2.2.8.  

Es ist dabei zu betonen, dass im vorliegenden Verfahren lediglich zu beurteilen ist, ob der 

Beschwerdeführer mit Bezug auf die Folgen des Unfalls vom 23. Juni 2013 unter 

Einschränkungen am linken Knie leidet. Dass der Beschwerdeführer auch im Zeitpunkt des 

Fallabschlusses durch die Vorinstanz noch gesundheitliche Einschränkungen am linken 

Knie aufweist, ist offensichtlich. Für die Frage der Leistungsfähigkeit der Vorinstanz aus 

dem Unfallereignis vom 23. Juni 2013 spielt dies aber nur insoweit eine Rolle, als die 

Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf diesen Unfall zurückzuführen sind. 

Dies ist gestützt auf die überzeugende Schlussfolgerung von Dr. F___ zu verneinen.  

 

2.2.9.  

Da überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen ist, dass im Zeitpunkt der Einschätzung 

von Dr. F___ der Gesundheitszustand erreicht war, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine, vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_84/2015 vom 

19. Mai 2015, E. 2.1, m.w.H.), hat die Vorinstanz eine weitere Leistungspflicht zu Recht 

verneint. Die Verfügung vom 12. Juni 2014, wonach sämtliche Versicherungsleistungen per 

23. Juni 2014 einzustellen sind, ist zu bestätigen. 

 

 

2.3 Verfügung vom 21. März 2014 (Einstellung Taggel dleistungen per Ende März 2014) 

 

2.3.1. 

Aus E. 2.2 vorstehend folgt, dass dem Beschwerdeführer jedenfalls ab dem Zeitpunkt des 

generellen Fallabschlusses per 23. Juni 2014 auch keine Taggelder mehr auszurichten 

sind. Die Vorinstanz hat die Taggelder allerdings mit der Verfügung vom 21. März 2014 

bereits per Ende März 2014 eingestellt und daran im angefochtenen Einspracheentscheid 

festgehalten. Diese Taggeldeinstellung wird von der Vorinstanz zu Recht nicht mit 

mangelnder Kausalität zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfallereignis begründet:  

 

Es bestehen keine Anhaltspunkte, die einen Wegfall der Kausalität schon ab Ende März 

2014 belegen würden. Im Gegenteil ist gestützt auf die Beurteilungen von Dr. D___ vom 

Januar und März 2014 (VI-act. 63 und 76) davon auszugehen, dass die Unfallkausalität 

jedenfalls mindestens bis in die erste Hälfte April 2014 hinein mit überwiegender 

Seite 13 

Wahrscheinlichkeit zu bejahen war, nachdem Dr. D___ mit Bericht vom 9. Januar 2014 

empfahl, die weiteren Behandlungskosten seien für weitere drei Monate zu übernehmen. 

Im Bericht vom 18. März 2014 wies Dr. D___ darauf hin, dass die Behandlung noch nicht 

abgeschlossen sei und der erneute Infiltrationserfolg abgewartet werden sollte. Er äusserte 

sich nicht dahingehend, bereits in jenem Zeitpunkt die Behandlungsmassnahmen nicht 

mehr zu übernehmen, was dafür spricht, dass er die Beschwerden in jenem Zeitpunkt 

zumindest noch als mögliche Folgen des Sturzes betrachtete.  

 

Die erneute Fallbeurteilung nach der Infiltration erfolgte dann nicht mehr durch Dr. D___, 

sondern durch Dr. F___. Inzwischen lag der Bericht von Dr. G___ vom 16. Mai 2014 (VI-

act. 103) vor, woraus ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer nach der Infiltration 

Anfangs April 2014 für eine Woche deutlich beschwerdereduziert war; anschliessend seien 

die üblichen Beschwerden wieder zurückgekehrt. Nachdem damit das Ergebnis der 

Infiltration ebenfalls vorlag, prüfte Dr. F___ die Frage der Unfallkausalität vertieft. Dabei ist 

eine auf den Tag genaue Festlegung, ab welchem Zeitpunkt nicht mehr mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von einer Kausalität zwischen den Beschwerden und dem Sturz 

auszugehen ist, schlichtweg nicht möglich. Der Zeitpunkt dürfte irgendwo zwischen April 

und Juni 2014 liegen, jedenfalls nicht bereits Ende März 2014, als die Taggelder eingestellt 

wurden. Dr. F___ hat die aktuellen Kniebeschwerden mit überzeugender und 

nachvollziehbarer Begründung „knapp ein Jahr nach Trauma“ nicht mehr als unfallkausal 

beurteilt. Die Vorinstanz hat gestützt auf diese Einschätzung von Dr. F___ den 

Fallabschluss per 23. Juni 2014, also ein Jahr nach dem Sturz, vorgenommen, was 

angesichts der nicht exakt auf den Tag genau möglichen Festlegung des Zeitpunktes, in 

dem nicht mehr von einer überwiegend wahrscheinlichen Kausalität ausgegangen werden 

kann, angemessen erscheint. Unter diesen Umständen scheint es angebracht und 

konsistent, auch die Taggeldeinstellung erst ab diesem Zeitpunkt mit dem Wegfall der 

Kausalität zu begründen.  

 

Soll die Taggeldeinstellung bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgen, so müssten 

hierfür andere Gründe vorliegen. Ob solche gegeben sind, ist nachfolgend zu prüfen. 

 

2.3.2. 

Die Vorinstanz verneinte einen nach Ende März 2014 weiter andauernden 

Taggeldanspruch des Beschwerdeführers, weil gemäss Beurteilung des kreisärztlichen 

Dienstes zwischenzeitlich von einer 100% Arbeitsfähigkeit in der vor der Arbeitslosigkeit 

des Beschwerdeführers zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Vertreter bei der E___ AG 

auszugehen sei. Dabei stützte sich die Vorinstanz insbesondere auf die Arztberichte von 

Dr. D___ vom 9. Januar 2014 (VI-act. 63) und 18. März 2014 (VI-act. 76). 

Seite 14 

 

  

Seite 15 

2.3.3. 

Im Bereich der Unfallversicherung bedeutet Arbeitsunfähigkeit insbesondere auch in seiner 

Funktion als leistungsbegründendes Element des Taggeldanspruchs nach Art. 16 f. UVG 

die Unfähigkeit, am bisherigen Arbeitsplatz zumutbare Arbeit zu leisten, soweit diese 

Einschränkung auf eine unfallbedingte Beeinträchtigung der Gesundheit zurückgeht. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder 

Aufgabenbereich berücksichtigt (vgl. auch Art. 6 ATSG). Der Grad der Arbeitsunfähigkeit 

wird solange unter Berücksichtigung der bisherigen Tätigkeit festgesetzt, als vom 

Versicherten vernünftigerweise nicht verlangt werden kann, dass er seine restliche 

Arbeitsfähigkeit anderweitig einsetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 108/05 vom 

28. August 2006, E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_1003/2009 vom 3. März 2010, E. 

5.1). 

 

2.3.4. 

Es stellt sich zunächst die Frage, ob die Anknüpfung der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung an die 

vom Beschwerdeführer bei der E___ AG ausgeübte Tätigkeit als Vertreter richtig ist. Im 

Unfallzeitpunkt am 23. Juni 2013 war der Beschwerdeführer arbeitslos. Vor Eintritt der 

Arbeitslosigkeit war er als Handelsreisender/Vertreter bei der E___ AG angestellt gewesen 

(vgl. Schadenmeldung UVG für arbeitslose Personen, VI-act. 1). Dass er im August 2013 - 

also nach dem Unfall - eine Schulung als Immobilienmakler in Angriff nahm, die er dann 

allerdings kurz darauf wieder abbrach, spielt für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung keine 

Rolle. Der Beschwerdeführer war vor dem Unfall nicht als Immobilienmakler tätig gewesen, 

sondern bei der Arbeitslosenversicherung gemeldet. Die blosse Absicht, sich zum 

Immobilienmakler umzuschulen, ändert daran nichts, ebensowenig allfällige Investitionen in 

einen Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit als Immobilienmakler (vgl. Beschwerde, 

Ziff. III/10 und Einsprache, VI-act. 93, Ziff. III/12 f.). Im vorliegenden Fall ist somit 

grundsätzlich die Tätigkeit als Vertreter bei der E___ AG für die Beurteilung der 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers relevant.  

 

2.3.5. 

In der angefochtenen Verfügung vom 21. März 2014 wird davon ausgegangen, der 

Beschwerdeführer sei in seiner Tätigkeit als Vertreter der E___ AG zwischenzeitlich wieder 

zu 100% arbeitsfähig. Diese Annahme stützt sich auf die Aussage von Dr. D___, wonach 

das von der E___ AG vorliegende Tätigkeitsprofil dem Zumutbarkeitsprofil auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt entspreche (vgl. VI-act. 76, Ziff. 3; das Zumutbarkeitsprofil auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt definierte Dr. D___ im Bericht vom 9. Januar 2014 [VI-act. 

63] wie folgt: „…in überwiegend sitzender Tätigkeit zumutbar… Kein längeres Stehen und 

Seite 16 

Gehen, kein Steigen auf Leitern und Gerüste, kein Gehen in unebenem Gelände, kein 

häufiges Treppensteigen, kein Einnehmen der Kniehocke, keine knienden Tätigkeiten“).  

 

Die Aussage von Dr. D___, das von der E___ AG vorliegende Tätigkeitsprofil entspreche 

dem von ihm definierten Tätigkeitsprofil auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, ist jedoch aus 

folgenden Gründen nicht nachvollziehbar:  

 

- Die E___ AG beschrieb die Tätigkeit des Beschwerdeführers im Fragebogen für 

Arbeitgebende wie folgt (VI-act. 73): Oft: Kunden besuchen, Sitzen, leichtes heben oder 

tragen. Manchmal: Autofahren, Gehen, Stehen, mittelschwer heben oder tragen. Selten: 

Messen, schweres heben oder tragen.  

 

-  Für die Kundenbesuche ist es notwendig, dass für den Beschwerdeführer sowohl 

Treppensteigen als auch Gehen in unebenem Gelände sowie generell auch längeres 

Stehen und Gehen kein Problem darstellt.  

 

- Der Beschwerdeführer hat gegenüber Dr. D___ angegeben, dass längere 

Autofahrstrecken für ihn nicht möglich seien. Als Vertreter der E___ AG absolvierte der 

Beschwerdeführer ganz klar einen beträchtlichen Anteil seiner Arbeitszeit längere 

Autofahrten. Auf diesen Punkt geht Dr. D___ in seiner ärztlichen Einschätzung gar nicht 

näher ein. Dr. G___, der sich in seinem Bericht vom 28. Februar 2014 (vgl. VI-act. 72) 

dazu geäussert hat, ob der Beschwerdeführer als Immobilienmakler tätig sein könnte, 

hat dies aufgrund der spezifischen Anforderungen jener Tätigkeit, die - jedenfalls was 

die Kundenbesuche und damit verbundenes Gehen, Treppensteigen und Autofahren 

betrifft - durchaus vergleichbar sind mit denjenigen Anforderungen, die an einen 

Vertreter bei der E___ AG gestellt werden, klar verneint, was nachvollziehbar ist. 

 

-  Der Beschwerdeführer führte als Vertreter der E___ AG seinen Kunden Matratzen und 

Betteinlagen vor. Dazu gehörten auch das Heben und Tragen von leichten bis 

mittelschweren (d.h. bis 25 kg) Gewichten, selten auch das Heben und Tragen von 

schwereren Gegenständen (vgl. Beschreibung der individuellen Tätigkeit, VI-act. 73). Es 

bestehen Zweifel, ob der Beschwerdeführer diese Tätigkeit trotz der bestehenden 

Kniebeschwerden uneingeschränkt ausführen könnte. Dr. D___ äussert sich dazu nicht 

explizit. 

 

Aufgrund dieser genaueren Betrachtung kann die Tätigkeit bei der E___ AG nicht als 

adaptierte Tätigkeit für den Beschwerdeführer gelten. Dasselbe würde im Übrigen auch für 

eine Tätigkeit als Immobilienmakler gelten, die der Beschwerdeführer für seine 

Seite 17 

Argumentation verwendet. Im Resultat stellt weder die Vertretertätigkeit bei der E___ AG 

noch die Tätigkeit als Immobilienmakler eine angepasste, dem Beschwerdeführer 

zumutbare Arbeitstätigkeit dar. Die diesbezügliche Kritik des Beschwerdeführers an den 

kreisärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit (vgl. Beschwerde, Ziff. III/16) ist 

berechtigt. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Ende März 2014 

in seiner Tätigkeit als Vertreter der E___ AG wieder arbeitsfähig war. 

 

2.3.6. 

Der Beschwerdeführer war gemäss Einschätzung von Dr. D___ in einer adaptierten 

Tätigkeit ab Januar 2014 zu 50% und ab ca. Mitte Februar 2014 zu 100% arbeitsfähig (vgl. 

VI-act. 63, S. 5 unten). Frühestens ab dieser Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit wäre es theoretisch möglich, dass er seine Arbeitsfähigkeit 

anderweitig als im bisherigen Tätigkeitsbereich bei der E___ AG verwertet.  

 

2.3.7. 

Steht fest, dass die versicherte Person unter dem Blickwinkel der 

Schadenminderungspflicht einen Berufswechsel vorzunehmen hat, so hat der 

Versicherungsträger sie grundsätzlich dazu aufzufordern und ihr zur Anpassung an die 

veränderten Verhältnisse sowie zur Stellensuche eine angemessene Übergangsfrist 

einzuräumen, während welcher das bisherige Taggeld geschuldet bleibt. Diese 

Übergangsfrist bemisst sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalles und ist in der 

Regel auf drei bis fünf Monate festzulegen (Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 

23. Februar 2015, E. 3.2, m.w.H.).  

 

Im vorliegenden Fall war der Beschwerdeführer arbeitslos, so dass eine besondere 

Aufforderung der Vorinstanz, sich eine neue Stelle zu suchen, entbehrlich war (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_838/2012 vom 19. April 2013, E. 4.2.2). Dennoch ist aber dem 

Beschwerdeführer ab der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit, welche gemäss Dr. D___ (und bestätigt von Dr. F___) erst in der ersten 

Februarhälfte 2014 anzunehmen ist, eine angemessene Übergangsfrist zu gewähren, um 

einen erforderlichen Berufswechsel vorzunehmen. Vom Beschwerdeführer konnte 

frühestens ab ca. Mitte Mai bis Mitte Juli erwartet werden, seine in einer angepassten 

Tätigkeit wiedererlangte Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Angesichts dessen, dass per 23. 

Juni 2014 ohnehin der generelle Fallabschluss vorzunehmen war, scheint es im 

vorliegenden Fall nicht angebracht, den Taggeldanspruch des Beschwerdeführers bereits 

früher einzustellen. Dem Beschwerdeführer sind daher die Taggelder bis zum 

Fallabschluss am 23. Juni 2014 im vollen Umfang weiterauszurichten. 

 

Seite 18 

2.3.8. 

Welcher Berufswechsel dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit ermöglichen 

würde, braucht im vorliegenden Verfahren nicht näher abgeklärt zu werden. Wie bereits 

aufgezeigt (vgl. E. 2.2 vorstehend), hat die Vorinstanz die Kausalität der verbleibenden 

Beschwerden zum Unfallereignis vom 23. Juni 2013 ab dem 23. Juni 2014 zu Recht 

verneint. Ab diesem Zeitpunkt sind dem Beschwerdeführer unabhängig von der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auch keine Taggelder mehr auszurichten.  

 
 

 

3. Kosten und Entschädigung 

 

3.1.  

Für das vorliegende Verfahren werden keine Kosten erhoben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 

61 lit. a ATSG). 

 

3.2.  

Im Beschwerdeverfahren hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 1 

Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Üblicherweise wird gemäss Praxis der dritten 

Abteilung des Obergerichts in Sozialversicherungsrechtssachen eine Parteientschädigung 

von bis zu Fr. 2‘500 zugesprochen. Da es sich vorliegend nicht um einen besonders 

komplexen oder aufwändigen Fall handelt, besteht kein Grund, davon abzuweichen. Da der 

Beschwerdeführer nur teilweise mit seinen Anträgen obsiegt hat, erscheint im vorliegenden 

Fall eine diesem Verfahrensausgang entsprechend reduzierte Entschädigung von Fr. 1‘250 

als angemessen.  

 

3.3.  

Der Beschwerdeführer verlangt ausserdem die Zusprechung einer Parteientschädigung für 

das vorinstanzliche Einspracheverfahren. Gemäss Art. 52 Abs. 3 ATSG ist das 

Einspracheverfahren kostenlos; Parteientschädigungen werden in der Regel nicht 

ausgerichtet.  

 

Insoweit der Beschwerdeführer unterlegen ist (was beim Einspracheverfahren betreffend 

die Verfügung vom 12. Juni 2014 der Fall ist), entfällt ein Entschädigungsanspruch zum 

Vornherein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_792/2009 vom 1. Februar 2010, E. 8).  

 

Seite 19 

Da der Beschwerdeführer mit Bezug auf die angefochtene Verfügung vom 21. März 2014 

nur teilweise unterlegen ist, stellt sich die Frage, ob er bei diesem Verfahrensausgang auch 

für das betreffende vorinstanzliche Einspracheverfahren, insoweit er nun im 

Beschwerdeverfahren obsiegt hat, eine teilweise Entschädigung verlangen kann.  

 

Im Sozialversicherungsrecht sind die formellen Anforderungen an die Einsprache, 

insbesondere deren Begründung, minimal (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

8C_413/2008 vom 5. Januar 2009, E. 3.4, m.w.H.). Abgesehen vom Fall, in dem dem 

Einsprecher ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt wurde und ihm aus diesem Grund 

bei einer Gutheissung der Einsprache eine Entschädigung zuzusprechen ist (vgl. KIESER, 

ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, N 43 zu Art. 52; BGE 130 V 570, E. 

2), rechtfertigt sich im Übrigen die Zusprechung einer Parteientschädigung für das 

Einspracheverfahren wenn überhaupt (vgl. BGE 130 V 570, E. 2.3.2) nur in 

Ausnahmefällen. Solche können gemäss Lehre und Rechtsprechung einerseits in 

sachlichen Gründen (wie besondere Aufwendungen oder Schwierigkeiten des Falls) oder 

andererseits in persönlichen Gründen beim Beschwerdeführer (wie sprachliche 

Schwierigkeiten oder persönliche Überforderung mit der Komplexität der Angelegenheit) 

liegen. Im vorliegenden Fall sind weder sachliche noch persönliche Umstände ersichtlich, 

die es erforderlich machten, dass der Beschwerdeführer sich im Einspracheverfahren durch 

seinen Rechtsvertreter gegenüber der Vorinstanz vertreten liess. Der Fall bot weder in 

tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht derart besondere Schwierigkeiten, die bereits im 

Einspracheverfahren den Beizug eines Rechtsvertreters notwendig machten.  

 

Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung für das Einspracheverfahren ist 

somit abzuweisen.  

Seite 20 

Demnach erkennt das Obergericht: 

 
1. Die Beschwerde von A___ gegen den Einspracheentscheid vom 4. September 2014 wird 

teilweise gutgeheissen.  
 
 Die Verfügung vom 12. Juni 2014 (genereller Fallabschluss per 23. Juni 2014) wird insoweit 

bestätigt, als per 23. Juni 2014 sämtliche Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit 
dem Unfall vom 23. Juni 2013 einzustellen sind.  

 
 Die Verfügung vom 21. März 2014 (Einstellung Taggeldleistungen per Ende März 2014) 

wird aufgehoben und die Vorinstanz angewiesen, dem Beschwerdeführer ab 1. April 2014 
bis zum generellen Fallabschluss per 23. Juni 2014 ein Taggeld basierend auf einer 100% 
Arbeitsunfähigkeit auszurichten. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben.  
 
 
3. Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 1‘250.-- (inklusiv Barauslagen und Mehrwertsteuer) 
für das vorliegende Beschwerdeverfahren zugesprochen. Für die vorinstanzlichen 
Einspracheverfahren werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

 
 
4. Rechtsmittel:  Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit dessen Zustellung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) geführt 
werden. Die Beschwerdeschrift ist zu unterzeichnen und dreifach einzureichen. Der 
angefochtene Entscheid mitsamt Zustellcouvert ist beizulegen. Die Beschwerdeschrift hat 
die Begehren und deren Begründung zu enthalten. Die Beweismittel sind zu bezeichnen 
und, soweit der Beschwerdeführer diese in Händen hat, beizulegen. 

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die Vorinstanz und das 

Bundesamt für Gesundheit. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Annika Mauerhofer 

 
 
 
 
 
versandt am: 29.07.15