# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cadb93c2-7c2b-5dc2-a80a-ed372911ce9e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 18.11.2016 SK1 2016 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2016-10_2016-11-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 18. November 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 16 10                      [nicht mündlich eröffnet] 22. November 2016

(Mit Urteil 6B_1419/2016 vom 05. Mai 2017 hat das Bundesgericht die gegen die-
ses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Lenz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, 
Poststrasse 43, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 28. Januar 2016, mitgeteilt am 
22. Februar 2016, in Sachen S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Senn-
hofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsbeklagte, gegen den Berufungskläger,

betreffend Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____ 1972 als Sohn des A._____ und der B._____ in 
O.1_____ geboren und wuchs in O.1_____ auf. Nach der obligatorischen Schul-
zeit absolvierte er eine Lehre als Sportartikelverkäufer und anschliessend als Bo-
denleger. Seit 1997 ist er selbständiger Bodenleger mit einem eigenen Geschäft 
(Akten der StA act. 25). X._____ ist mit 
C._____ verheiratet und Vater eines gemeinsamen im Jahre 2013 geborenen Kin-
des (Akten der StA act. 3 und 5).

Im schweizerischen Zentralstrafregister (Akten der StA act. 33) ist X._____ 
wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz über den Wald gemäss Art. 42 Abs. 1 
lit. a WaG (SR 921.0) verzeichnet und wurde dafür mit einer Geldstrafe von 70 
Tagessätzen zu je CHF 230.00 bedingt, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 
Jahren, sowie einer Busse von CHF 2'000.00 bestraft (Strafmandat vom 4. April 
2014).

B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend Staats-
anwaltschaft) vom 10. April 2015, mitgeteilt am 17. April 2015, wurde X._____ 
schuldig erklärt der Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz gemäss 
Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG (BR 740) und Art. 20a Abs. 1 lit. a der Regierungsrätli-
chen Jagdverordnung (RJV; BR 740.020) in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG. 
Dafür wurde er bestraft mit einer Busse von CHF 600.00, bei schuldhafter Nicht-
bezahlung ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 6 Tagen, sowie Entzug des 
Jagdpatents für die Dauer von einem Jahr, aufgeschoben bei einer Probezeit von 
zwei Jahren, alles unter Kostenfolge zu Lasten von X._____. Die Staatsanwalt-
schaft legte ihrem Strafbefehl den folgenden Sachverhalt zu Grunde (Akten der 
StA act. 16):

"Am 18. September 2014, um ca. 18:48 Uhr, beschoss X._____ 
im _____tal bei der Örtlichkeit _____boden in Richtung O.2_____ 
auf Gebiet der Gemeinde O.1_____ einen Hirschstier unweid-
männisch aus einer Distanz von rund 217 Metern. Das Tier lag 
nicht im Feuer. Nach einer kurzen Flucht blieb der Hirsch wieder 
stehen, worauf der Beschuldigte einen zweiten Schuss abgab, 
wobei die Schussdistanz ca. 219 Meter betrug. Beide Schüsse tra-
fen das Tier weidwund. Der Hirschstier legte sich daraufhin im Be-
reich einer Arve nieder, worauf X._____ einen weiteren Schuss 
abgab, das Ziel jedoch verfehlte. Der Hirsch setzte daraufhin seine 

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Flucht fort und wurde dabei durch einen weiteren Jäger 
beschossen. Schliesslich konnte der Hirschstier durch D._____, 
welcher mit zwei Jagdkameraden eine Treibjagd durchführte und 
als Treiber fungierte, erlöst werden. X._____ hat mithin vor-
schriftswidrig die unter optimalen Bedingungen maximal zulässige 
Schussdistanz von 200 Metern überschritten."

C. Gegen diesen Strafbefehl liess X._____ durch seinen Rechtsvertreter, lic. 
iur. Luzi Bardill, am 21. April 2015 Einsprache erheben (Akten der StA act. 17). 
Die Staatsanwaltschaft ergänzte in der Folge die Strafuntersuchung.

D. Mit Parteimitteilung (Art. 318 Abs. 1 StPO) vom 12. August 2015 teilte die 
Staatsanwaltschaft X._____ mit, dass die Strafuntersuchung abgeschlossen sei. 
X._____ wurde eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um allfällige Beweisanträge zu 
stellen (Akten der StA act. 32).

E. Mit Verfügung vom 3. November 2015, mitgeteilt am 5. November 2015, 
überwies die Staatsanwaltschaft gestützt auf Art. 355 Abs. 3 lit. a und Art. 356 
Abs. 1 StPO den Strafbefehl an das Bezirksgericht Prättigau/Davos (Akten der StA 
act. 35). Am 3. November 2015 erging auch der Schlussbericht der Staatsanwalt-
schaft im Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO (Akten der StA act. 36).

F. An der Hauptverhandlung vom 28. Januar 2016 vor dem Bezirksgericht 
Prättigau/Davos stellten die Parteien ihre Schlussanträge (Art. 81 Abs. 2 lit. d 
StPO). Die Staatsanwaltschaft hielt an ihren Anträgen gemäss Strafbefehl fest 
(vgl. oben B.), während der Rechtsvertreter von X._____ dessen Freispruch unter 
voller Schadloshaltung beantragte (act. E.1 S. 3 f.).

G. Am 28. Januar 2016 erging das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, 
welches gleichentags mündlich eröffnet und am 1. Februar 2016 ohne schriftliche 
Begründung mitgeteilt wurde (vgl. vorinstanzliche Akten act. 12). Am 28. Januar 
2016 verlangte X._____ die schriftliche Begründung des Urteils (vorinstanzliche 
Akten act. 13) und am 5. Februar 2016 meldete er Berufung an (act. A.1). 

H. Am 22. Februar 2016 teilte das Bezirksgericht Prättigau/Davos den Parteien 
das begründete Urteil mit, welches wie folgt lautet (vgl. act. E.1):

"1. X._____ ist schuldig der Widerhandlung gegen das kantona-
le Jagdgesetz gemäss Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und Art. 20a 
Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

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2. Dafür wird X._____ bestraft mit einer Busse von 
CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 
2 Tage. Sie tritt an die Stelle der Busse, soweit dieselbe 
schuldhaft nicht bezahlt wird.

3. Die Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsan-
waltschaft Graubünden in Höhe von CHF 2'353.00 gehen zu 
zwei Dritteln (=CHF 1'568.65) zu Lasten des Kantons 
Graubünden und zu einem Drittel (=CHF 784.35) zu Lasten 
von X._____.

4. Die Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 2'000 geht zu zwei 
Dritteln (=CHF 1'333.35) zu Lasten der Bezirksgerichtskasse 
Prättigau/Davos und zu einem Drittel (=CHF 666.65) zu Las-
ten von X._____.

5. X._____ wird gestützt auf Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO mit 
CHF 4'906.50 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) aus der 
Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos entschädigt.

6. X._____ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos folg-
lich: 

Busse    CHF 200.00

1/3 Gebühren/Auslagen StA    CHF 784.35

1/3 Gerichtsgebühr    CHF 666.65

Total    CHF 1'651.00

[…]

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung)."

I. Nach Zustellung des begründeten Urteils am 22. Februar 2016 liess 
X._____ (nachfolgend Berufungskläger) fristgerecht am 25. Februar 2016 beim 
Kantonsgericht von Graubünden seine Berufungserklärung einreichen mit den Be-
gehren (act. A.2): 

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"1. Das Urteil des Bezirksgericht Prättigau/Davos vom 28.  Ja-
nuar/22. Februar 2016 sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Der Berufungskläger sei mit Bezug auf den Vorwurf einer 
Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz gemäss 
Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV in 
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG freizusprechen.

3. Dem Berufungskläger sei für das Verfahren vor dem Be-
zirksgericht Prättigau/Davos eine ausseramtliche Entschädi-
gung gemäss der dort eingereichten Honorarnote im Umfang 
von CHF 7'359.75 zuzusprechen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Gesetz."

J. Mit Beschluss vom 31. März 2016 ordnete das Kantonsgericht von 
Graubünden gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. c StPO die Durchführung des schriftli-
chen Verfahrens an und setzte dem Berufungskläger eine Frist zur schriftlichen 
Berufungsbegründung bis zum 21. April 2016 (act. D.3), die auf Verlangen des 
Rechtsvertreters des Berufungsklägers zweimalig bis zum 23. Mai 2016 erstreckt 
wurde (act. D.4 bis D.7).

K. Mit der am 23. Mai 2016 eingereichten Berufungsbegründung liess der Be-
rufungskläger die folgenden Rechtsbegehren stellen (act. A.3):

"1. Das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 28.  Ja-
nuar 2016, ohne schriftliche Begründung am 1. Februar 2016 
und schriftlich am 22. Februar 2016 mitgeteilt, sei gesamthaft 
aufzuheben.

2. X._____ sei vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das kan-
tonale Jagdgesetz vollumfänglich freizusprechen.

3. Unter der gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolge für 
beide Instanzen."

L. Mit Schreiben vom 30. Mai 2016 bzw. 6. Juni 2016 verzichteten die Vor-
instanz und die Staatsanwaltschaft auf eine Stellungnahme zur Begründung 
(act. A.4 und act. A.5). 

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M. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (Art. 398 Abs. 1 
StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über Straf- und 
Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in erster Linie 
auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor der ersten 
Instanz damit abgeschlossen wird (Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 196-
457 StPO, 2. Auflage, Basel 2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 
StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröff-
nung des Urteils schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das 
erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils 
zusammen mit den Akten dem Kantonsgericht von Graubünden als Berufungsge-
richt übermittelt (Art. 399 Abs. 2 StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 
Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht 
von Graubünden innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das Urteil 
vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des erstin-
stanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. c).

b) Gegen das am 28. Januar 2016 mündlich eröffnete und am 1. Februar 2016 
ohne schriftliche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts 
Prättigau/Davos meldete X._____ am 5. Februar 2016 die Berufung an (act. A.1). 
Nach Mitteilung des begründeten Urteils am 22. Februar 2016 reichte er fristge-
recht am 25. Februar 2016 seine Berufungserklärung und innert der erstreckten 
Frist auch die Berufungsbegründung ein. Da auch die anderen gesetzlich statuier-
ten Voraussetzungen gegeben sind, ist auf die Berufung einzutreten.

c) Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (Art. 398 
Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem 
erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht 

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mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich 2013, N 1 zu Art. 398 
StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Auflage, 
Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Bildeten aber ausschliesslich Übertretungen 
Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens, so kann mit der Berufung nur 
geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die Feststellung des 
Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf einer Rechtsverletzung. 
Neue Behauptungen und Beweise können nicht vorgebracht werden (Art. 398 
Abs. 4 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so fällt es ein neues 
Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (Art. 408 StPO). 

2. Art. 15 KJG lautet hinsichtlich der hier interessierenden Ausführungen wie 
folgt: 

"1. Bei der Ausübung der Jagd hat sich der Jäger weidgerecht 
zu verhalten. 

2. Insbesondere hat er sich bei der Schussabgabe zu verge-
wissern, dass das Wild jagdbar, die Schussdistanz und die 
Stellung des Tieres weidgerecht und eine Gefährdung von 
Menschen und Dritteigentum ausgeschlossen sind. Liegt das 
Wild nicht im Feuer, ist eine gründliche Nachsuche durchzu-
führen. 

[…]."

Art. 20a RJV trägt die Marginalie "Schussdistanzen, Bleischrot" und be-
stimmt Folgendes: 

"1. Die Schussdistanzen betragen unter optimalen Bedingun-
gen:

a) Kugelschuss höchstens 200 m;

[…]"

Die Strafbestimmung von Art. 47 KJG weist folgenden Wortlaut auf: 

"1. Wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen dieses Gesetz oder 
darauf beruhende Erlasse und Verfügungen verstösst, wird 

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mit Busse bis zu 20 000 Franken bestraft, sofern die Übertre-
tung nicht bereits nach Bundesrecht geahndet wird. […]"

3. Bezüglich der ersten beiden Schüsse ging die Vorinstanz zu Gunsten des 
Berufungsklägers von seiner Sachverhaltsdarstellung aus, die auf einer Schuss-
abgabe von unter 200 Meter beruht. Es stufte die ersten beiden Schüsse deshalb 
als weidgerecht ein und sprach den Berufungskläger diesbezüglich vom Vorwurf 
der Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz frei. Hinsichtlich des dritten  
Schusses wurde der Berufungskläger von der Vorinstanz der Widerhandlung ge-
gen Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit 
Art. 47 Abs. 1 KJG für schuldig befunden. Da ausschliesslich der Beschuldigte 
Berufung erhoben hat, bildet nur noch dieser Punkt Gegenstand des Berufungs-
verfahrens. 

4.a)  Gemäss Feststellungen der Vorinstanz hat die Schussdistanz bei der 
dritten Schussabgabe 219 Meter betragen, was die in Art.  20a Abs. 1 lit. a RJV 
fixierte Maximaldistanz von 200 Meter klar überschreitet. Das Bezirksgericht hat 
deshalb  das Verhalten des Berufungsklägers als unweidmännisch im Sinne von 
Art. 15 KJG eingestuft. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes ging die 
Vorinstanz von Eventualvorsatz aus, da sich der Beschuldigte der grossen Distanz 
und weiterer ungünstiger Faktoren bewusst gewesen sei, sich aber trotzdem zur 
Schussabgabe entschieden und damit das Risiko in Kauf genommen habe, das 
Tier ungünstig zu treffen und zu verletzen. Der subjektive Tatbestand von Art. 15 
Abs. 1 und 2 KJG in Verbindung mit Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV sei damit erfüllt 
(act. E. 1 E. 4.6).

b) Der Berufungskläger anerkennt in seiner Berufungsbegründung, dass der 
dritte Schuss aus einer Distanz von rund 219 Metern erfolgte (act. A.3 S. 8), und 
dass er sich hinsichtlich der Distanz im Klaren war. Unrichtig sei deshalb die Fest-
stellung der Vorinstanz, dass er keine Ahnung von der exakten Schussdistanz so-
wie von den Eigenschaften seiner Munition und dem Verhalten des Projektils bei 
einem Bergschuss gehabt habe. Aus seinen Aussagen im Vorverfahren (vgl. Ak-
ten der StA act. 3 Frage 16) folge klar, dass er gewusst habe, wo sich die mass-
gebende 200 Meter-Linie befunden habe. 

Unklar ist in diesem Zusammenhang, was der Berufungskläger daraus ab-
leiten will, dass er die Schussdistanz von 219 Meter genau kannte, während die 
Vorinstanz zu seinen Gunsten bloss angenommen hatte, er habe damit rechnen 
müssen, dass die Schussdistanz über 200 Meter betragen würde. So oder anders 

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ist damit erwiesen, dass er wissentlich und willentlich auf ein rund 219 Meter ent-
ferntes und nur teilweise erkennbares Ziel schoss.

c) An sich berechtigt ist dagegen der zweite Einwand des Berufungsklägers. 
Allein aus dem Umstand, dass X._____ anlässlich seiner Einvernahme im Vorver-
fahren die Bedeutung der Abkürzung GEE (Günstigste Einschuss-Entfernung) 
nicht gekannt hat, kann nicht darauf geschlossen werden, dass ihm die Eigen-
schaften der verwendeten Waffe und Munition nicht bekannt gewesen wäre. Der 
Beschuldigte hat glaubhaft versichert, dass er sein Gewehr auf 100 Meter mit ei-
ner hohen 9 eingeschossen hat, was einem Treffer auf 150 Meter "Fleck" ent-
spricht. Die Annahme der Vorinstanz, er habe ohne genaue Kenntnis der ballisti-
schen Grundlagen seiner Waffe geschossen, ist nicht nachgewiesen. Dieser Fest-
stellung kommt indessen im Rahmen der strafrechtlichen Beurteilung des Verhal-
tens des Berufungsklägers keine Relevanz zu, weil der Schuss über eine Distanz 
von rund 220 Meter auf ein teilweise verdecktes Ziel in jedem Fall - auch bei opti-
malen Bedingungen - als unzulässig im Sinne von Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV einzu-
stufen ist. 

d) Damit erübrigen sich weitere Erörterungen zum Sachverhalt. Auszugehen 
ist im Folgenden von der im Strafbefehl erwähnten Schussdistanz von rund 219 
Meter. Schüsse über 200 Meter können nach der Legaldefinition von Art. 20a 
Abs. 1 lit. a RJV auch unter optimalen Bedingungen nicht mehr als weidmännisch 
qualifiziert werden (vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SB 08 2 
vom 23. April 2008 E. 2.b). Der objektive Tatbestand von Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG 
ist damit erfüllt. Die Schussabgabe erfolgte willentlich und im klaren Wissen um 
die zu weite Schussdistanz von rund 219 Meter; der Beschuldigte handelte damit 
vorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Dabei dürfte – im Gegensatz zur 
Annahme der Vorinstanz – hinsichtlich der an sich verbotenen Schussabgabe di-
rekter Vorsatz und nicht Eventualvorsatz vorliegen. Diesem Umstand könnte im 
Rahmen der Strafzumessung eine gewisse, wenn auch untergeordnete, Bedeu-
tung zukommen. Das Berufungsgericht stellt aber zu Gunsten des Angeschuldig-
ten auf die Einschätzung der Vorinstanz ab. 

5.a) Der Berufungskläger macht indessen geltend, dass es sich bei dem dritten 
Schuss um einen sogenannten Fangschuss gehandelt habe. Es stelle sich die 
Rechtsfrage, ob bei einem Fangschuss die Schussdistanz von 200 Meter zwin-
gend einzuhalten sei. Der von ihm abgegebene Fangschuss sei in der vorliegen-
den Situation das einzig Richtige gewesen und der Argumentation der Vorinstanz, 
dass eine solche Sichtweise Tür und Tor für unkontrollierte und gefährliche 

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Schussabgaben öffnen würde, könne nicht gefolgt werden. Unter Hinweis auf das 
Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 9. Januar 1991 (PKG 1991 Nr. 40) 
kommt der Berufungskläger zum Schluss, dass sein dritter Schuss nicht nur weid-
gerecht gewesen sei, es sogar die Pflicht eines jeden Jägers sei, ein solch krank-
geschossenes Tier von seinen Qualen zu erlösen, selbst wenn dabei die maximal 
zulässige Distanz von 200 Meter überschritten werde. 

Dass ihm ein Treffer nicht gelungen sei, bedeute im Weiteren nicht, dass 
dafür nicht eine grosse Chance bestanden habe. Das Kantonsgericht Appenzell 
Innerhoden führe in seinem Urteil vom 8. April 1997 (K 1/97) denn auch aus, dass 
für den Jäger - welcher einen Fangschuss auf 296.6 Meter abgegeben habe - 
"doch noch eine gewisse Möglichkeit bestand, durch seinen Schuss den verletzten 
Hirsch kränker zu machen und dementsprechend ist dieser Schuss im Grenzbe-
reich noch vertretbar". Für den vorliegenden Fall bedeute dies, dass die Voraus-
setzungen für einen erfolgreichen Fangschuss noch besser gewesen seien und 
dass mehr als nur eine gewisse Möglichkeit für einen Treffer bestanden habe 
(act. A.3 S. 13 f.).

b) Gegenstand des Berufungsverfahrens ist damit nicht primär die Feststel-
lung des Sachverhalts oder die subjektive und objektive Tatbestandsmässigkeit 
der Schussabgabe im Sinne von Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit 
Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG, sondern die Frage, ob für den dritten Schuss, der ein-
gestandenermassen über die widerrechtliche Distanz abgegeben worden war, ein 
Rechtfertigungsgrund bestand. Der Berufungskläger ist der Auffassung, dass bei 
einem "Fangschuss" die im Kanton Graubünden gesetzlich definierte maximale 
Schussdistanz, nota bene bei optimalen Bedingungen, nicht gelte. Eine gesetzli-
che Regelung des "Fangschusses" fehlt. Der Beschuldigte beruft sich darauf, dass 
er das verwundete Tier von seinen Leiden habe erlösen wollen (act. A.3 S. 8). 

c) Positivrechtlich kann als möglicher Rechtfertigungsgrund der allgemeine 
Grundsatz von Art. 4 Abs. 2 des Eidgenössischen Tierschutzgesetzes (TSchG; SR 
455) herangezogen werden, wo festgehalten wird, dass niemand ungerechtfertigt 
einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, es in Angst versetzen oder 
in anderer Weise seine Würde missachten darf; das Misshandeln, Vernachlässi-
gen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten. Die Tötung des ange-
schossenen Wildes ist e contrario immer dann zulässig und allenfalls geboten, 
wenn dadurch das Leiden des Tieres mit Sicherheit oder doch zumindest mit ho-
her Wahrscheinlichkeit beendet wird und durch das gewählte Vorgehen die 
Schmerzen oder auch der Stress des Tieres nicht oder doch nur in unbedeuten-

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dem Ausmass erhöht werden. Zu beachten ist ferner die in Art. 15 Abs. 2 KJG 
vorgesehene Regelung, dass bei einem Tier, das nicht unmittelbar nach dem An-
schuss liegenbleibt, eine Suche einzuleiten ist. Falls das Tier unmittelbar nach 
dem Anschuss liegenbleibt, hat sich der Jäger diesem so weit zu nähern, dass er 
einen sicheren Fangschuss abgeben kann. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, 
dass die Gefahr für neues Leiden oder Angstzustände des Tieres nicht erhöht 
wird. Der Fangschuss darf deshalb nicht bloss auf eine weitere Verletzung ausge-
richtet sein, sondern es muss eine hohe Wahrscheinlichkeit bestehen, dass le-
benswichtige Organe unmittelbar verletzt werden. So sollte ein Schuss in den Kopf 
das Gehirn und nicht den Kiefer treffen, und bei einem Schuss in den Hals sollte 
ebenfalls wenn immer möglich das zentrale Nervensystem tödlich getroffen wer-
den. Diese Voraussetzungen sind in aller Regel nur bei einem Schuss aus der 
Nähe gegeben, dessen Auswirkungen auf das Tier auch unmittelbar überprüft 
werden können. 

6.a) Für das Kantonsgericht von Graubünden steht vorliegend ausser Frage, 
dass auf eine Distanz von über 200 Meter kein Fangschuss im dargelegten Sinne 
abgegeben werden kann. Die gesetzlich festgelegten Schussdistanzen betragen 
bei optimalen Verhältnissen maximal 200 Meter für Kugelschüsse (vgl. Art. 20a 
Abs. 1 lit. a RJV). Unter weniger günstigen Bedingungen (schlechte Sicht, Regen, 
Wind, Tier in Bewegung usw.) gelten aus weidmännischer Sicht deutlich kürzere 
Schussdistanzen. Ist bereits der Schuss auf das vollständig erkennbare Wildtier 
aus einer Distanz von mehr als 200 Meter nicht mehr weidmässig (vgl. Urteil des 
Kantonsgerichts von Graubünden SB 08 2 vom 23. April 2008 E. 2.b), so gilt dies 
umso mehr für den Fall, in welchem wie vorliegend nur noch Kopf und Hals des 
Tieres sichtbar waren und der Schuss abends um 18:48 Uhr abgegeben wurde. 
Unter solchen Bedingungen und auf eine Distanz von 219 Metern besteht nur eine 
sehr geringe Möglichkeit für einen unmittelbar tödlich wirkenden Treffer. Bezeich-
nenderweise hat der Berufungskläger das relativ kleine Ziel denn auch nicht ge-
troffen. Weidgerechtes Verhalten hätte bedeutet, dass sich der Berufungskläger 
dem verletzten Tier so weit genähert hätte, dass er einen sicheren Fangschuss 
hätte abgeben können, oder dass er im Sinne von Art. 15 Abs. 2 KJG eine Suche 
nach dem Tier eingeleitet hätte. Die Schussabgabe aus rund 219 Meter war unter 
diesen Umständen im Hinblick auf die Verkürzung des Tierleidens wenig erfolg-
versprechend, erhöhte aber andererseits die Wahrscheinlichkeit weiterer nicht le-
taler Leiden durch Verletzungen und Stress. 

b) Daran ändert auch das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Innerhoden 
vom 8. April 1997 (K1/97) nichts. Denn einerseits ist die rechtliche Definition des 

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weidgerechten Verhaltens in beiden Kantonen nicht dieselbe, und auch die 
waffenrechtlichen Voraussetzungen (Waffe, Kaliber, Munition) unterscheiden sich. 
Hinzu kommt, dass die im erwähnten Urteil vertretene Auffassung, dass ein an 
sich nicht weidgerechter Schuss über 296.6 Meter "im Grenzbereich" dann ge-
rechtfertigt sei, wenn "eine gewisse Möglichkeit" bestehe, dass dadurch der ver-
letzte Hirschstier "kränker" werde, vom Kantonsgericht Graubünden nicht geteilt 
wird. Wie bereits dargelegt muss der Fangschuss mit hoher Wahrscheinlichkeit 
zum Tod des angeschossenen Wildes führen; die blosse Möglichkeit, dass das 
Tier "kränker" wird, erlaubt kein Abweichen vom normativ korrekten Jagdverhal-
ten. Dass ein Fangschuss nicht aus einer Distanz abgegeben werden darf, die 
normalerweise auch bei besten Bedingungen nicht zulässig wäre, ergibt sich nicht 
nur aus Gründen des Tierschutzes und der Gefahrenerhöhung, die mit einer zu 
langen Schussdistanz regelmässig einhergeht, sondern auch aus präjudiziellen 
Überlegungen. Könnte ein (vermeintlich oder wirklich) angeschossenes Tier unter 
Missachtung aller Distanzvorschriften unbeschränkt unter Feuer genommen wer-
den, so wäre die Durchsetzung der Jagdgesetzgebung in zentralen Punkten kaum 
mehr gewährleistet. 

c) Ebenfalls unbehelflich ist der Hinweis des Berufungsklägers auf das Urteil 
des Kantonsgerichts von Graubünden vom 9. Januar 1991 (PKG 1991 Nr. 40), da 
diesem Urteil nicht entnommen werden kann, unter welchen Umständen (Distanz, 
Sichtbarkeit etc.) der Abschuss des Tieres erfolgte. Nicht der tatsächliche Hinter-
grund des Fangschusses bildete Gegenstand des erwähnten Entscheides, son-
dern die Rechtsfrage, ob ein Dritter, der nicht Wildhüter war, ein offensichtlich ver-
letztes und an sich nicht jagdbares Tier abschiessen dürfte. Die vorstehend darge-
legten grundlegenden Ausführungen zum Fangschuss betreffen eine andere Pro-
blematik. 

d) Da kein Rechtsfertigungsgrund vorliegt, ist die Schuldigsprechung des Be-
rufungsklägers wegen Verletzung von Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und Art. 20a 
Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG zu Recht erfolgt. 

7.a) Gemäss Art. 47 Abs. 1 KJG wird, wer vorsätzlich oder fahrlässig gegen die-
ses Gesetz oder darauf beruhende Erlasse und Verfügungen verstösst, mit Busse 
bis zu CHF 20'000 bestraft, sofern die Übertretung nicht bereits nach Bundesrecht 
geahndet wird. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Busse von CHF  600.00. 
Nach Ansicht der Vorinstanz war der Berufungskläger für die ersten beiden 
Schüsse freizusprechen und nur wegen des dritten Schusses zu verurteilen. Ent-
sprechend sei er auch nur mit einem Drittel der beantragten Busse, d.h 

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CHF 200.00, zu bestrafen (act. E. 1 E. 5). Der Berufungskläger selbst äussert sich 
nicht zur Strafzumessung. 

b) Die Annahme der Vorinstanz, dass für drei Schüsse eine Busse von 
CHF 600.00 und damit für einen Schuss noch eine solche von CHF 200.00 ange-
messen sei, beruht auf einer unzulässigen umgekehrten Anwendung des 
Additionsprinzips. Die Vorinstanz hätte die Busse unabhängig vom eingeklagten 
Sachverhalt aufgrund der von ihr als erwiesen erachteten (Einzel)Tat selbständig 
festsetzen müssen. Da es sich um kantonales Strafrecht handelt, sind die in 
Art. 47 ff. StGB aufgeführten Gesichtspunkte analog beizuziehen, wobei an dieser 
Stelle offenbleiben kann, wie weit die Begründungsdichte bei der Beurteilung von 
Übertretungen wie der vorliegenden geht. 

c) Das Verschulden des Berufungsklägers ist als leicht bis mittel einzustufen. 
Er hat im Wissen um die zu lange Schussdistanz die Tat, die er ohne weiteres hät-
te vermeiden können, vorsätzlich begangen. Andererseits erscheint glaubhaft, 
dass er das Tier von seinen Leiden erlösen wollte; sein Motiv war insofern nicht 
eigennützig, was zu einer Milderung in Analogie von Art. 48 lit. a Ziff. 1 StGB (ach-
tenswerter Beweggrund) führt. Zu seinen Gunsten spricht ferner, dass er den hier 
zu beurteilenden Sachverhalt gegenüber den Jagdorganen unverzüglich zugege-
ben hat. Leicht straferhöhend wirkt sich die Vorstrafe aus (Strafmandat vom 
4. April 2014: Bedingte Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je CHF 230.00 sowie 
Busse von CHF 2'000.00 wegen Verstosses gegen Art. 42 Abs. 1 lit. a WaG). Wei-
tere Gründe, die einen relevanten Einfluss auf die Strafzumessung haben, sind 
nicht erkennbar. 

d) Die Busse in Höhe von CHF 200.00 entspricht einem Hundertstel der in 
Art. 47 in Abs. 1 KJG fixierten Maximalstrafe und erscheint damit angesichts des 
leichten bis mittleren Verschuldens des Berufungsklägers als ausgesprochen mil-
de. Zu berücksichtigen ist ferner, dass der Strafrahmen von (theoretisch) CHF 1- 
20'000 auch die gegenüber der vorsätzlichen Tatbegehung mildere Schuldform 
der Fahrlässigkeit abdeckt. Unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsgründe 
erscheint eine Busse von CHF 500.00 als angemessen. Aufgrund des Verbots der 
reformatio in peius (vgl. Art. 47 Abs. 2 KJG in Verbindung mit Art. 391 Abs. 2 
StPO) ist es dem Kantonsgericht von Graubünden indessen verwehrt, eine ge-
genüber dem vorinstanzlichen Urteil höhere Strafe auszufällen. Damit bleibt es bei 
der Busse von CHF 200.00. 

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8.a) Bei diesem Verfahrensausgang ist die vorinstanzliche Kostenregelung zu 
bestätigen (Dispositivziffern 3 und 4, Art. 426 Abs. 1 StPO). In diesem 
Zusammenhang ist indessen anzumerken, dass der Umstand, dass der Beru-
fungskläger nur für einen von drei abgegebenen Schüssen verurteilt wurde, keinen 
zwingenden Grund für die Übernahme von 2/3 der Untersuchungs- und Gerichts-
kosten durch den Staat und die Gewährung einer entsprechenden Entschädigung 
gesetzt hätte (Art. 47 Abs. 2 KJG in Verbindung mit Art. 426, 429 und 430 StPO). 
Eine selbständige Abänderung des vorinstanzlichen Kostenentscheides zu Lasten 
des Berufungsklägers ist im Berufungsverfahren aber nicht möglich. 

b) Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Beru-
fungskläger unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen vollumfänglich. 
Daher sind ihm auch die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Für Berufungsentscheide wird eine Gerichtsgebühr von 
CHF 1'500.00 bis CHF 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die 
Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des Beru-
fungsverfahrens werden vorliegend auf CHF 3'000.00 festgesetzt.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. X._____ ist der Widerhandlung gegen das kantonale Jagdgesetz gemäss 
Art. 15 Abs. 1 und 2 KJG und Art. 20a Abs. 1 lit. a RJV in Verbindung mit 
Art. 47 Abs. 1 KJG schuldig.

3. Dafür wird X._____ mit einer Busse von CHF 200.00 bestraft. Die Ersatz-
freiheitsstrafe für die Busse beträgt zwei Tage. Sie tritt an die Stelle der 
Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

4. Die Untersuchungsgebühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft 
Graubünden in Höhe von CHF 2'353.00 gehen zu zwei Dritteln 
(=CHF 1'568.65) zu Lasten des Kantons Graubünden und zu einem Drittel 
(=CHF 784.35) zu Lasten von X._____.

5. Die Gerichtsgebühr des Bezirksgerichts Prättigau/Davos in der Höhe von 
CHF 2'000 geht zu zwei Dritteln (=CHF 1'333.35) zu Lasten der Bezirksge-
richtskasse Prättigau/Davos und zu einem Drittel (=CHF 666.65) zu Lasten 
von X._____.

6. X._____ wird für das vorinstanzliche Verfahren gestützt auf Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO mit CHF 4'906.50 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer) aus der 
Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos entschädigt.

7. X._____ schuldet dem Bezirksgericht Prättigau/Davos für das vor-
instanzliche Verfahren: 

Busse    CHF 200.00

1/3 Gebühren/Auslagen StA    CHF 784.35

1/3 Gerichtsgebühr    CHF 666.65

Total CHF 1'651.00

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 3‘000.00 gehen zu Lasten 
von X._____.

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9. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Diese ist dem Bundes-
gericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. und insbesondere 95 BGG.

10. Mitteilung an: