# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0d3da88-5ac5-5ad2-ab26-c7a984bbc32e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.05.2016 KV-Z 2015/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-Z-2015-1_2016-05-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV-Z 2015/1

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 15.12.2020

Entscheiddatum: 04.05.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 04.05.2016
Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Auslegung von 
Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Festsetzung der 
Leistungsobergrenze bei einer Bestimmung, die es der Versicherung erlaubt, 
ihre Leistungen aufgrund von IV-Leistungen „bis zur Höhe des im Vertrag 
versicherten Taggelds“ zu kürzen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 4. Mai 2016, KV-Z 2015/1).

Entscheid vom 4. Mai 2016

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane

Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Daniel Furrer

Geschäftsnr.

KV-Z 2015/1

Parteien

A.___,

Kläger,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller,

Engelgasse 214, 9053 Teufen,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

CSS Versicherung AG, Recht & Compliance,

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,

Beklagte,

Gegenstand

Forderung (aus Verrechnung mit Leistungen Dritter)

Sachverhalt

A.       

A.a      A.___ bezog in den Jahren 2008 und 2009 von der CSS Versicherungen AG, 

Luzern, aus einer Krankentaggeldversicherung nach VVG Taggelder von insgesamt 

Fr. 82‘973.70 (act. G 1.2).

A.b     Am 14. Januar 2013 sprach ihm die Invalidenversicherung (IV) u.a. für die Zeit 

vom 1. Mai 2009 bis 28. Februar 2010 eine Dreiviertelsrente von Fr. 1‘710.- monatlich 

zu (act. G 1.1). Von der Nachzahlung von insgesamt Fr. 17‘100.- überwies die 

zuständige Ausgleichskasse der Krankentaggeldversicherung Fr. 11‘970.- (act. G 1.1 

S. 3).

B.         

B.a      Am 14. Januar 2015 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 

Daniel Ehrenzeller, Klage gegen die Taggeldversicherung erheben mit dem Antrag, die 

Beklagte sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihm Fr. 8‘921.60 

nebst Zins zu 5% ab 1. Februar 2013 zu bezahlen. Die versicherte Lohnsumme des 

Klägers betrage Fr. 77‘400.-. Das versicherte Taggeld sei von der Beklagten mit 

Fr. 212.10 bestimmt worden, die Deckungshöhe von 80% mit Fr. 169.68 pro Tag. Die 

Beklagte ergänze gemäss ihren AVB die Leistungen Dritter bis zur Höhe des im Vertrag 

versicherten Taggelds. Dieses liege beim Kläger bei Fr. 212.10 und nicht bei Fr. 169.68. 

Die von der Beklagten behauptete Einschränkung auf die Deckungshöhe sei nirgends 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ersichtlich. Für die Überentschädigungsberechnung sei das versicherte Taggeld 

massgebend (act. G 1).

B.b     Die Beklagte beantragt mit Stellungnahme vom 2. Februar 2015 die Abweisung 

der Klage. Das versicherte Taggeld habe zwar Fr. 212.10 betragen, indes habe dem 

Kläger basierend auf Versicherungsvertrag bzw. Police lediglich eine Leistungshöhe 

von 80% des versicherten Taggelds zugestanden. Entsprechend habe mit den von der 

Beklagten getätigten Auszahlungen kein Manko bestanden. Die Differenz von 20% zum 

versicherten Taggeld wäre - wenn überhaupt - arbeitsrechtlich beim Arbeitgeber 

geltend zu machen (act. G 3).

B.c      Der Kläger lässt mit Replik vom 14. April 2015 an seinem Klagebegehren 

festhalten. Neben weiteren Ausführungen insbesondere zu den Begriffen des 

versicherten Taggelds und der Deckungshöhe beruft er sich auf die 

Ungewöhnlichkeitsregel (act. G 6).

B.d     Die Beklagte hält mit Duplik vom 27. April 2015 ebenfalls an ihrem Antrag fest. 

Sie reichte ein Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 

30. Oktober 2013 (KV-Z 2013/2) ein und führte aus, dieses diene lediglich der 

Verdeutlichung der Üblichkeit einer Taggeldauszahlung im Betrag von 80% des 

versicherten Taggelds (act. G 7).

B.e      Nach Abschluss des Schriftenwechsels (act. G 9) reichte der Rechtsvertreter 

des Klägers am 15. Juni 2015 seine Honorarnote ein (act. G 10).

Erwägungen

1.        

1.1      Vorliegend sind Ansprüche des Klägers gegenüber der Beklagten aus einer 

Krankentaggeldversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag 

(VVG; SR 221.229.1) umstritten.

1.2      Ob und in welchem Umfang eine Versicherung eine Rückerstattungsforderung 

gegenüber einem Versicherten hat, ist im Streitfall im Verfahren zwischen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherung und der versicherten Person zu entscheiden. Die Verfügung einer IV-

Stelle über ein Gesuch um direkte Auszahlung an die Versicherung betrifft lediglich den 

Auszahlungsmodus, weshalb ihr hinsichtlich des Bestands und des Umfangs des 

Rückerstattungsanspruchs der Versicherung keine Rechtskraftwirkung zukommt 

(m.w.H. Bundesgerichtsentscheid 4A_24/2012 vom 30. Mai 2012 E. 4.3; Urteil I 296/03 

des Eidg. Versicherungsgerichts vom 21. Oktober 2004 E. 4.2). Im Kanton St. Gallen 

entscheidet das Versicherungsgericht gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über 

Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem 

Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10). Bei der 

Taggeldversicherung der Beklagten, deren Rückforderung streitig ist, handelt es sich 

um eine solche Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Vorliegend ist 

somit die Voraussetzung der sachlichen Zuständigkeit erfüllt.

1.3      Gemäss Art. 23 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Beklagten für 

die Krankentaggeldversicherung für Unternehmen (nachfolgend AVB; act. G 3.2) steht 

der versicherten Person als Gerichtsstand wahlweise das Gericht am Sitz der 

Beklagten, am schweizerischen Wohnsitz oder in Luzern zur Verfügung. Der Kläger hat 

das Gericht an seinem Wohnsitz angerufen, dessen örtliche Zuständigkeit folglich 

gegeben ist.

1.4      Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht muss kein 

Schlichtungsverfahren gemäss Art. 197 ff. ZPO durchgeführt werden (vgl. BGE 138 III 

558).

1.5      Die rechtskundig vertretenen Parteien haben zugunsten eines zweiten 

Schriftenwechsels auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung verzichtet (vgl. 

act. G 4 f.).

2.          

2.1      Im vorliegenden Verfahren ist die Höhe des Taggeldanspruchs des Klägers im 

Zeitraum 1. Mai bis 30. November 2009 umstritten. Die (grundsätzliche) 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rechtmässigkeit der von der IV-Stelle verfügten Drittauszahlung bzw. die Berechtigung 

der Beklagten, bei der IV einen Drittauszahlungsanspruch geltend zu machen, wird 

vom Kläger anerkannt. Nicht einverstanden ist er lediglich mit der Höhe der 

Drittauszahlung.

2.2      Gemäss Art. 17.1 AVB ist Grundlage für die Bemessung der lohnabhängigen 

Taggeldleistungen der letzte vor Krankheitsbeginn bezogene AHV-Lohn, einschliesslich 

noch nicht bezahlter Lohnbestandteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht und die 

versichert sind. Dieser Lohn wird auf ein ganzes Jahr umgerechnet und durch 365 

geteilt. Gemäss der Police Nr. XXXXXX, die zwischen der Beklagten und der 

Arbeitgeberin des Klägers in den Jahren 2008 bis 2010 Geltung hatte, wurde die AHV-

Lohnsumme als versicherte Lohnsumme bezeichnet (Jahresmaximum von 

Fr. 250‘000.- pro Person). Die Leistungshöhe wurde auf 80% festgelegt (act. G 3.1 

S. 3).

2.3      Erhält die versicherte Person u.a. Leistungen aus einer schweizerischen 

Sozialversicherung, ergänzt die Beklagte gemäss Art. 20.1 AVB nach Ablauf der 

Wartefrist die Leistungen bis zur Höhe des im Vertrag versicherten Taggeldes. Die 

Beklagte kann die erbrachten Leistungen direkt beim zuständigen Sozialversicherer 

geltend machen (Art. 20.7 AVB).

2.4      Die Beklagte hatte für den Kläger basierend auf einem ausbezahlten 

Tagesansatz von Fr. 169.68 für 1. Mai bis 31. Oktober 2009 und von Fr. 84.84 für 

November 2009 in diesem Zeitraum insgesamt Fr. 33‘766.40 entrichtet (act. G 1.2). Die 

Ausgleichskasse vergütete ihr verrechnungsweise den Betrag von Fr. 11‘970.- 

(act. G 1.1 S. 3), was der IV-Dreiviertelsrente für die Monate Mai bis November 2009 

entspricht (7 x Fr. 1‘710.-). Die Auszahlung der Ausgleichskasse betrifft unstreitig 

zeitlich, personell, sachlich und ereignisbezogen kongruente Leistungen.

3.        

3.1      Zu entscheiden ist, was unter dem Begriff des „im Vertrag versicherten 

Taggeldes“ gemäss Art. 20.1 AVB zu verstehen ist. Der Kläger versteht darunter den 

versicherten Verdienst (Tageslohn), also die AHV-Lohnsumme von vorliegend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unbestrittenermassen Fr. 77‘400.- (vgl. act. G 1 S. 3 Ziff. 3) geteilt durch 365, was 

Fr. 212.10 ergibt (nachfolgend als Variante 1 bezeichnet). Die Beklagte versteht 

darunter sinngemäss das effektiv ausbezahlte Taggeld von Fr. 169.68, also 80% des 

versicherten Verdienstes (nachfolgend als Variante 2 bezeichnet).

3.2      Klauseln in allgemeinen Geschäfts- oder Versicherungsbedingungen sind, wenn 

sie in Verträge übernommen werden, grundsätzlich nach denselben Prinzipien 

auszulegen wie andere vertragliche Bestimmungen. Ziel der Vertragsauslegung ist es, 

in erster Linie den übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festzustellen (vgl. 

Art. 18 Abs. 1 OR). Wenn dieser unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des 

mutmasslichen Parteiwillens die Erklärungen der Parteien aufgrund des 

Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang 

sowie den gesamten Umständen verstanden werden durften und mussten. Versagen 

bei mehrdeutigen Vertragsklauseln die übrigen Auslegungsmittel, so sind solche 

Klauseln gemäss der Unklarheitsregel gegen den Verfasser bzw. gegen jene Partei 

auszulegen, die als branchenkundiger als die andere zu betrachten ist und die 

Verwendung der vorformulierten Bestimmungen veranlasst hat (m.w.H. 

Bundesgerichtsurteil 4A_521/2015 vom 7. Januar 2016 E. 2.1; BGE 133 III 61 

E. 2.2.2.3).

3.3      Im Privatversicherungsrecht fehlt für zentrale Begrifflichkeiten weitgehend eine 

gesetzliche Definition. Dennoch hat sich eine gewisse Terminologie insbesondere in 

den AVB von Krankentaggeldversicherungen durchgesetzt und wird weitverbreitet 

verwendet. Im vorliegenden Zusammenhang interessierend werden anlehnend an die 

Praxis in der Lehre folgende Begriffe verwendet: Der versicherte Verdienst ist das 

Erwerbseinkommen, das die Bemessungsbasis darstellt für Prämien sowie i.d.R. im 

Leistungsfall für die Krankentaggelder. Die versicherte Leistung umschreibt 

demgegenüber die Summe, die die versicherte Person im Leistungsfall tatsächlich 

erhält. Üblich sind bei Krankentaggeldversicherungen Quoten wie bspw. ein Taggeld in 

Höhe von 80% des versicherten Verdienstes (Christoph Häberli / David Husmann, 

Krankentaggeld, versicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte, 2015, S. 87 Rz. 276 f.). 

Im Bereich der VVG-Schadenversicherungen wird üblicherweise eine variable 

Lohnsumme, meistens der AHV-pflichtige Jahresbruttolohn (versicherter Verdienst), 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

versichert. Das Taggeld für eine volle Arbeitsunfähigkeit ist im VVG-Bereich meistens 

auf 80% des versicherten Lohnes festgesetzt (Häberli/Husmann, a.a.O., S. 87 Rz. 279).

3.4      Der übereinstimmende wirkliche Wille der Vertragsparteien ist vorliegend nicht 

klar ermittelbar, sodass die Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu erfolgen hat. 

Art. 20.1 AVB nennt für die Leistungspflicht bei Anrechnung von Leistungen Dritter als 

Obergrenze den Begriff „versichertes Taggeld“. Offenkundig ist, dass nicht das 

Taggeld selbst versichert ist, sodass der Begriff eine gewisse Widersprüchlichkeit 

aufweist. Der Wortlaut ist nicht eindeutig. Immerhin ist festzuhalten, dass das Wort 

„Taggeld“ mit der konkreten Entschädigung bzw. Leistung assoziiert ist, also auf der 

Leistungsseite mit dem Betrag, der aufgrund eines auf der Schadenseite eingetretenen 

Schadens ausgerichtet wird. Dies legt es nahe, den Begriff „versichertes Taggeld“ mit 

jenem der versicherten Leistung gemäss der Umschreibung in E. 3.3 gleichzusetzen.

3.5      Die Interpretation hat jedoch aufgrund des nicht eindeutigen Wortlauts im 

Zusammenhang bzw. in Berücksichtigung der gesamten Umstände zu erfolgen. Dem 

Begriff „versichertes Taggeld“ kann grundsätzlich entweder (Variante 1) die Bedeutung 

des versicherten Verdienstes, also des massgebenden Tageslohnes (vorliegend: AHV-

Lohn-summe/365) zukommen, der als Bemessungsgrundlage für das konkrete Taggeld 

dient (vgl. 17.1 Strich 1 AVB). In diesem Sinn wurde der Begriff in der vom Kläger 

eingereichten Taggeld-Abrechnung für Mai 2009 verwendet („Versichertes Taggeld 

CHF 212.10“; act. G 1.4). Oder es kann damit die Leistung, das konkrete Taggeld, 

vorliegend also 80% des massgebenden Tageslohnes, gemeint sein (Variante 2). In 

Art. 20.1 AVB wird auf das „im Vertrag“ versicherte Taggeld verwiesen. Die Police 

nennt sowohl den versicherten Verdienst (AHV-Lohnsumme) als auch in Prozenten 

davon die Leistungs-, sprich Taggeldhöhe. Die Bemessungsgrundlage des versicherten 

Verdienstes zur Festsetzung des Taggelds ist zudem in Art. 17 AVB geregelt. Zur 

Bestimmung der Bemessungsgrundlage müsste Art. 20.1 AVB folglich nicht explizit auf 

die Police verweisen. Hingegen ist die Quote (der Prozentsatz), zu dem der versicherte 

Verdienst entschädigt wird, ausschliesslich der Police zu entnehmen und wird - anders 

als i.d.R. der versicherte Verdienst - zwischen den Vertragsparteien individuell und 

prämienwirksam verhandelt. Damit ist es im Zusammenhang - wie auch nach dem 

Wortlaut - wahrscheinlicher, dass in Art. 20.1 AVB das effektive Taggeld, also die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

versicherte Leistung (Variante 2) und nicht lediglich dessen Bemessungsgrundlage 

(Tageslohn) gemeint ist.

3.6      Dieses Ergebnis stimmt überein mit der von den Krankentaggeldversicherungen 

verbreitet verwendeten Terminologie, die den Begriff „versichertes Taggeld“ im Sinn 

von Variante 2 versteht. Der so verstandene Begriff hat auch in die Lehre Eingang 

gefunden und wird etwa von Häberli/Husmann verwendet (a.a.O., S. 219 Rz. 708 f.; im 

selben Sinn Gebhard Eugster, Vergleich der Krankentaggeldversicherung [KTGV] nach 

KVG und nach VVG, in: von Kaenel [Hrsg.], Krankentaggeldversicherung: Arbeits- und 

versicherungsrechtliche Aspekte, 2007, S. 92). Ohne eingehende Überprüfung wurde er 

auch im von der Beklagten referenzierten Entscheid KV-Z 2013/2 des hiesigen Gerichts 

vom 30. Oktober 2013 in diesem Sinn verstanden (insbes. E. 3.1.1).

3.7      Für Variante 1 spricht in der Gesamtschau einzig, dass die Beklagte in ihrer 

eigenen Taggeld-Abrechnung für Mai 2009 als „versichertes Taggeld“ den Betrag von 

Fr. 212.10 nennt. Diesen bezeichnet sie auch in der Klageantwort missverständlich als 

versichertes Taggeld. Der Betrag der einzelnen Taggeld-Leistung wurde in der 

Abrechnung für Mai 2009 dennoch - mit dem Hinweis „Deckungshöhe 80%“ - auf 

Fr. 169.68 festgesetzt (act. G 1.4). Daraus wird ersichtlich, dass in der Abrechnung 

anstatt des verwendeten Begriffs „versichertes Taggeld“ eigentlich der versicherte 

Verdienst im Sinn der obigen E. 3.3, also die Bemessungsgrundlage gemäss Police 

bzw. Art. 17 AVB, gemeint war und nicht etwa die versicherte Leistung, also das 

effektive Taggeld. Die Formulierung in der Taggeld-Abrechnung ist einerseits 

offenkundig unzutreffend bzw. nicht mit der versicherten Leistung gleichzusetzen. 

Andererseits ist die Abrechnung zeitlich nach Vertragsabschluss erfolgt. Bereits 

deshalb kann ihr bei der Auslegung des Vertragsinhalts (Police und AVB) keine 

entscheidende Bedeutung zukommen, ist doch der wirkliche Wille der Vertragsparteien 

bei Vertragsabschluss zu ermitteln. Die Abrechnung reicht ferner mit Blick auf das 

ansonsten klare Interpretationsergebnis auch nicht aus, die Koordinationsbestimmung 

in den AVB der Beklagten als dermassen unklar erscheinen zu lassen, dass sie in 

Anwendung der Unklarheitsregel gegen die Beklagte bzw. im Sinn des Klägers 

auszulegen wäre.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.8      Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beklagte die Kürzungsgrenze zu Recht 

auf den Betrag der versicherten Leistung, also des effektiven Taggelds, festgesetzt hat. 

Dieses beläuft sich unstrittig auf Fr. 169.68. Der darauf basierende 

Drittauszahlungsantrag bei der IV basiert folglich auf den vertraglichen Grundlagen. 

Dass der Kläger das Ergebnis, dass sein effektiver Lohnausfall trotz einer Mehrzahl von 

Versicherungen nicht vollständig gedeckt ist, als unbefriedigend empfindet (vgl. auch 

die diesbezügliche Kritik von Eugster, a.a.O., S. 92), ist zwar nachvollziehbar, 

rechtfertigt aber kein anderes Ergebnis.

4.          

4.1      Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen.

4.2      Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).

4.3      Ausgangsgemäss hat der Kläger keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

Die Beklagte hat unter Hinweis auf Art. 105 Abs. 2 ZPO die Zusprache einer 

Parteientschädigung beantragt (act. G 3 S. 2 und 3). Dieses Verfahren wurde von 

Angestellten ihres Rechtsdiensts geführt, die nicht als berufsmässige Vertreter im Sinn 

von Art. 95 Abs. 3 lit. b gelten (vgl. BSK ZPO [2. Aufl.] - Viktor Rüegg, Art. 95 N 18 und 

Benedikt A. Suter/Cristina von Holzen in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 

[Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Aufl. 2013, Art. 95 N 38 und N 42, je mit Hinweisen). Daher 

besteht unter diesem Titel kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Ferner liegt 

auch kein begründeter Fall gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO vor, wonach der Beklagten 

eine angemessene Umtriebsentschädigung zuzusprechen wäre. Ersatz für notwendige 

Auslagen gemäss Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO wird ebenfalls nicht geltend gemacht. Die 

Beklagte hat daher keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 14 der sankt-gallischen Verordnung über die 

Organisation und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts (OrgV; sGS 941.114)

1.     

Die Klage wird abgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/10

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.     

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.     

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.05.2016
	Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung. Auslegung von Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Festsetzung der Leistungsobergrenze bei einer Bestimmung, die es der Versicherung erlaubt, ihre Leistungen aufgrund von IV-Leistungen „bis zur Höhe des im Vertrag versicherten Taggelds“ zu kürzen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Mai 2016, KV-Z 2015/1).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:14:40+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen