# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bb488c6-9a73-5e70-8833-cb7c1d4a0f13
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.10.2014 UV 2013/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2013-47_2014-10-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2013/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 15.10.2014

Entscheiddatum: 15.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2014
Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Bei Vorliegen eines Vorzustandes im Bereich der 
Augen ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten das Erreichen des 
Status quo sine/ante nach einer Bindehautinjektion mit einer Chlorpulver-
Substanz mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 15. Oktober 2014, UV 2013/47).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Ralph Jöhl; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Entscheid vom 15. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Widmer, MLaw, Haus Washington,

Rosenbergstrasse 22, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.      

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Fachmann Betriebsunterhalt EFZ bei der 

Politischen Gemeinde B.___ tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als ihm gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 12. August 2010 

(Suva-act. 1) sowie Arztbericht des erstbehandelnden Arztes Dr. med. C.___, Augenarzt 

FMH, vom 15. September 2010 (Suva-act. 3) am 23. Juli 2010 (vgl. auch Suva-act. 4) 

Chemikalientropfen in beide Augen gerieten. Dr. C.___ bestätigte eine Erstbehandlung 

am 31. Juli 2010 und diagnostizierte eine Verätzung I° beidseits (Suva-act. 3). Auf 

Zuweisung von Dr. C.___ wurde der Versicherte vom 26. Oktober 2010 bis 2. März 

2011 in der Augenklinik des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) betreut, wo 

die Diagnosen einer chronischen Blepharitis, einer Konjunktivitis Sicca sowie eines 

Status nach leichter Bindehautverletzung mit aktuell leichter Hornhauthypoxie gestellt 

wurden (Suva-act. 12). Am 11. Juli und

10. August 2011 konsultierte der Versicherte wieder Dr. C.___ (act. G 3.3.10). Die Suva 

übernahm die Heilkosten dieser Konsultationen und der zuvor durchgeführten 

Heilbehandlungen. Am 9. November 2011 folgte eine weitere Konsultation beim 

Praxiskollegen von Dr. C.___, Dr. med. D.___, Augenarzt FMH (act. G 3.3.10).

A.b  Am 27. Januar 2012 erfolgte durch die Arbeitgeberin des Versicherten eine als 

Rückfall (Datum: 9. November 2011) zum Unfall vom 23. Juli 2010 bezeichnete 

Schadenmeldung wegen Augenentzündung (Suva-act. 4). Zur Ergänzung der 

Rückfallmeldung holte die Suva am 31. Januar 2012 bei Dr. C.___ ein Arztzeugnis UVG 

ein (Suva-act. 8), welches dieser am 8. Februar 2012 einreichte (Suva-act. 13). Am 12. 

März 2012 liess die Suva die Frage der Rückfallkausalität vertrauensärztlich beurteilen. 

Dr. med. E.___, Facharzt FMH für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, 

Vertrauensarzt Suva + SGV, verneinte einen Zusammenhang der aktuellen 

ophthalmologischen Beschwerden mit dem Unfall vom 6. August 2010 (richtig: 23. Juli 

2010; Suva-act. 16).

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A.c  Gestützt auf diese Beurteilung eröffnete die Suva dem Versicherten mit Verfügung 

vom 19. März 2012, dass zwischen der als Rückfall vom 9. November 2011 

gemeldeten Augenentzündung und dem Unfall vom 23. Juli 2010 kein mindestens 

wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei demzufolge nicht 

leistungspflichtig (Suva-act. 18).

B.    

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 27. März 2012 Einsprache (Suva-

act. 19). Am 30. Mai 2012 fand wieder eine Konsultation bei Dr. D.___ statt (act.

G 3.3.10). Die Suva wies die Einsprache nach Einholung eines Arztberichts von

Dr. D.___ (Suva-act. 31) und einer weiteren vertrauensärztlichen Beurteilung von

Dr. E.___ (Suva-act. 36) mit Einspracheentscheid vom 2. August 2013 ab (Suva-act. 

37).

C.      

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt 

MLaw Th. Widmer, St. Gallen, mit Eingabe vom 22. August 2013 Beschwerde erheben 

(act. G 1). Darin wird beantragt, im Sinne von Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sei dem 

Beschwerdeführer vorab eine Frist von 30 Tagen für eine ergänzende Begründung 

einzuräumen. Der Einspracheentscheid der Suva vom 2. August 2013 sei aufzuheben. 

Es sei festzustellen, dass die Suva für sämtliche Heilungskosten, die aufgrund des 

Schadenfalls des Beschwerdeführers vom 23. Oktober 2010 (richtig: 23. Juli 2010) 

eingetreten seien, haftbar sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Am 26. 

September 2013 reichte der Beschwerdeführer die Beschwerdeergänzung ein (act. G 

3, G 3.1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c  Mit Replik vom 5. Dezember 2013 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Anträge auf Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids, Haftbarkeit der Beschwerdegegnerin für sämtliche 

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Heilungskosten im Zusammenhang mit dem Schadenfall des Beschwerdeführers vom 

23. Oktober 2010 (richtig: 23. Juli 2010) sowie Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 

G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik.

C.d  Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.       

1.1   Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die auch 

bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung 

[UVV; SR 832.202]) geltende rechtliche Voraussetzung des für eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erforderlichen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen einem Unfall und in dessen Folge eingetretener Gesundheitsschädigungen 

(Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 

129 V 181 E. 3.1) zutreffend dar (Suva-act. 37, Ziff. 1). Darauf ist zu verweisen. Im 

Weiteren ist festzuhalten, dass bei einmal gegebener Unfallkausalität die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht (mehr) die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

letzterer nur noch auf unfallfremden Tatsachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

E. 3b mit Hinweisen).

1.2   Die Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der 

Feststellungen bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder 

der Ärztin. Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 

82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz gegenüber dem 

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natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 

291 f. E. 3a). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). 

Beweiswert kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte oder 

Ärztinnen zukommen, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Der Umstand allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis 

zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und damit 

Befangenheit schliessen. Es müssen vielmehr besondere Umstände vorliegen, welche 

das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 

erscheinen lassen. Allerdings ist an die Unparteilichkeit des Gutachters im Hinblick auf 

die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht 

zukommt, ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee). Erachtet das 

Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen 

bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne 

Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. 

Ergänzende Abklärungen sind vorzunehmen, sobald auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen 

bestehen (BGE 135 V 468 E. 3, 469 E. 4.4; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 f. E. 1a). Art. 6 

Ziff. 1 EMRK gibt keinen formellen Anspruch auf eine versicherungsexterne 

Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind.

1.3   Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den 

Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen; 

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vgl. BGE 130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im 

Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess 

tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Beim Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen 

Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens handelt es sich 

um eine leistungsaufhebende Tatfrage. Die entsprechende Beweislast liegt hier - 

anders als bei der Frage, ob im Grundfall oder auch bei Rückfällen oder Spätfolgen ein 

(erneuter) leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 

46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen; A. Rumo-Jungo/

A.P. Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 4, 79).

1.4   Der Versicherte hat im Rahmen von Art. 10 UVG Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen, insbesondere auf die ambulante Behandlung durch den 

Arzt (Art. 10 Abs. 1 lit. a UVG) und auf die vom Arzt verordneten Arzneimittel und 

Analysen (Art. 10 Abs. 1 lit. b UVG). In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 

(act. G 5) begründet die Beschwerdegegnerin ihre Leistungsablehnung hauptsächlich 

mit der Nichterfüllung der Anspruchsvoraussetzungen auf Heilbehandlung und legt die 

Voraussetzungen für den Anspruch bzw. das Ende des Anspruchs auf Heilbehandlung 

dar. Eine Prüfung derselben sowie die Beantwortung der Rechtsfrage, ob die Akten 

überhaupt eine genügende Beweisgrundlage dafür bilden, hat jedoch erst bzw. nur 

dann zu erfolgen, wenn zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden sowohl 

die natürliche als auch die adäquate Kausalität zu bejahen sind. Andernfalls entfällt 

zum Vornherein ein Anspruch auf Heilbehandlung. Davon ging vorliegend die 

Beschwerdegegnerin aus, nachdem sie die Honorarrechnung von Dr. D.___ betreffend 

die Konsultationen vom 9. November 2011 und 30. Mai 2012 nicht mehr übernahm. 

Dies offensichtlich in der Annahme, die durch Dr. D.___ behandelten 

Augenbeschwerden stünden nicht mehr in einem natürlich kausalen Zusammenhang 

zum Unfallereignis vom 23. Juli 2010 (vgl. dazu Suva-act. 4, 16, 18, 36, 37).

2.       

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2.1   Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen die Leistungspflicht für das 

Unfallereignis vom 23. Juli 2010 anerkannt und ist für die Erstbehandlung bei Dr. C.___, 

für die nachfolgende Behandlung in der Augenklinik des KSSG sowie für die 

Konsultationen bei Dr. C.___ vom 11. Juli und 10. August 2011 aufgekommen. 

Ebenfalls übernommen hat sie die Kosten der jeweils von den Ärzten verordneten 

Arzneimittel. Am 9. November 2011 sowie am 30. Mai 2012 kam es sodann zu den 

Konsultationen und Behandlungen bei Dr. D.___ (vgl. act. G 3.3.10), für welche sich die 

Beschwerdegegnerin nicht mehr als leistungspflichtig betrachtete. Im Bericht der 

Augenklinik des KSSG vom 14. März 2011 über die dortige Betreuung vom 26. Oktober 

2010 bis 2. März 2011 wird sodann von einer Abschlusskontrolle gesprochen und 

festgehalten, dass keine weiteren Kontrollen geplant seien (Suva-act. 12).

2.2   Wenn die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 

(act. G 5, Ziff. 5.2) anführt, sie habe nach dem Unfall vom 23. Juli 2010 

"fälschlicherweise vorübergehend Leistungen in Form von Heilbehandlung erbracht", 

meint sie damit offensichtlich nicht, ihre Leistungspflicht sei von Grund auf zu 

verneinen. Denn sie hält auch fest, dass der Unfall eine vorübergehende 

Verschlimmerung einer vorbestandenen Augenerkrankung bewirkt habe, bezüglich 

welcher der Status quo sine/ante wieder erreicht sei. Auch im angefochtenen 

Einspracheentscheid (Suva-act. 37) bestreitet sie die Leistungspflicht nicht 

grundsätzlich. Entsprechend hält sie in der Beschwerdeantwort nochmals fest, sie 

habe ihre Leistungen im November 2011 ex nunc et pro futuro eingestellt.

2.3   Die Beschwerdegegnerin geht im angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-

act. 37) offensichtlich von einem Abschluss des Grundfalls per 10. August 2011 (letzte 

Konsultation bei Dr. C.___) bzw. spätestens ab 9. November 2011 (1. Konsultation bei 

Dr. D.___) aus und betrachtet die Konsultationen und Behandlungen bei Dr. D.___ vom 

9. November 2011 und 30. Mai 2012 (vgl. act. G 3.3.10) als Rückfall. Demgegenüber 

wird vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Beschwerdeergänzung (act. G 

3.1) geltend gemacht, der Bericht der Augenklinik des KSSG könne nicht dahingehend 

interpretiert werden, dass ein abgeschlossener Grundfall vorgelegen habe. Der 

Beschwerdeführer sei seit dem Unfall regelmässig in ärztlicher Behandlung und zu 

keinem Zeitpunkt geheilt gewesen. Ausserdem sei er durchgehend auf eine 

medikamentöse Behandlung angewiesen gewesen. Wie es sich letztlich mit der 

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Beweislastverteilung bzw. der Frage, ob im vorliegenden Fall von einem Rückfall oder 

einem fortdauernden Grundfall auszugehen ist, verhält, kann jedoch im Hinblick auf die 

nachfolgenden Erwägungen offen bleiben. Denn die Frage, wer die Folgen einer 

allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt sich erst, wenn es sich als tatsächlich 

unmöglich erweist, in Ausübung des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; 

RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b; A. Rumo-Jungo/A.P. Holzer, a.a.O., S. 4 f.), was 

vorliegend - wie nachfolgend zu zeigen ist - nicht zutrifft.

3.       

3.1   Dr. E.___ hält in seiner Beurteilung vom 23. Juli 2013 (Suva-act. 36) fest, dem 

Beschwerdeführer sei vor drei Jahren eine Chlorpulver-Substanz in die Augen geraten. 

Vier Tage später habe er einen Augenarzt aufgesucht, der eine leichte 

Bindehautinjektion beidseits festgestellt habe. Von der Augenklinik des KSSG sei 

damals eine chronische Blepharitis (Lidrandentzündung) sowie eine Sicca bedingte 

Konjunktivitis festgestellt worden. Eine folgenschwere Verätzung führe immer zu einer 

sofortigen ärztlichen Kontrolle. Diese sei hier nicht der Fall. Es könne sich somit 

höchstens um eine leichte Verätzung gehandelt haben. Eine solche heile jeweils 

problemlos ab. Der Grund für die aktuellen Beschwerden des Beschwerdeführers seien 

krankhafte Veränderungen vor allem der Lider, die zu den trockenen Augen führten. Der 

Umstand, dass Dr. E.___ seine Beurteilung ausschliesslich aufgrund der Akten 

abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht hat, steht dem 

Beweiswert seiner Beurteilung nicht entgegen (vgl. dazu PVG 1996, 267 E. 3b; RKUV 

1988 Nr. U 56 S. 371 E. 5b; Urteile des Bundesgerichts vom 1. Februar 2010, 

8C_792/2009, E. 5, und 26. Januar 2010, 8C_833/2009, E. 5.1). Der Vertrauensarzt legt 

sodann die Anamnese ("Aus den Akten") bzw. die Ergebnisse der im konkreten Fall 

durchgeführten persönlichen ärztlichen Untersuchungen lückenlos dar.

3.2   Entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (vgl. act.

G 7, S. 3) liegt mit der Blepharitis sowie der Konjunktivitis Sicca ein Vorzustand vor. 

Dies ist auch dem Bericht der Augenklinik des KSSG vom 14. März 2011 (Suva-act. 12) 

zu entnehmen, worin ausdrücklich von einer "vorbestehenden" Blepharitis und 

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Konjunktivitis Sicca die Rede ist. Die Bezeichnung der Blepharitis als chronisch lässt 

ebenfalls auf einen Vorzustand schliessen. Im Übrigen treten die fraglichen 

Gesundheitsstörungen im Regelfall krankheitsbedingt auf (vgl. Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 286). Entgegen der Argumentation des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers erlitt dieser laut Bericht von Dr. C.___ vom 15. 

September 2010 beim Unfall vom 23. Juli 2010 "nur" eine leichte Injektion. 

Entsprechend ist dem Bericht die Unfalldiagnose "Verätzung I° bds" zu entnehmen. Die 

Schlussfolgerung von Dr. E.___, eine folgenschwere Verätzung hätte zu einer sofortigen 

ärztlichen Kontrolle (nicht erst vier Tage nach dem Unfall) geführt, überzeugt ebenfalls 

(Suva-act. 36). Zwar mag darin keine eigentliche medizinische Aussage gesehen 

werden (vgl. act. G 7, S. 4), doch ist das subjektive Empfinden betreffend den 

Entscheid, wann nach einem Unfall ein Arzt aufgesucht wird, durchaus ein gewichtiges 

Beurteilungskriterium bezüglich der Schwere von Unfallfolgen. Laut Aussage von Dr. 

E.___ heilt eine leichte Verätzung jeweils problemlos ab (Suva-act. 36). Auch diese 

Schlussfolgerung erscheint nachvollziehbar. In Entsprechung zum Vorzustand des 

Beschwerdeführers sowie der Unfalldiagnose ist dem Bericht der Augenklinik des 

KSSG die Aussage zu entnehmen, die traumatische Episode mit chlorhaltiger Substanz 

in beiden Augen könnte sicherlich die vorbestehende Blepharitis und Konjunktivitis 

Sicca verschlechtern. Die Formulierung "könnte" entspricht zwar nur einer Möglichkeit, 

zusammen mit der Formulierung "sicherlich" kann jedoch nicht ausgeschlossen 

werden, dass die Augenklinik des KSSG von einer vorübergehenden Verschlimmerung 

des Vorzustandes ausgegangen ist, womit sich die Frage nach dem Status quo sine/

ante stellt.

3.3   Dr. C.___ hielt bereits in seinem Bericht vom 15. September 2010 fest, aus seiner 

Sicht könne der Zustand der Augen (Kratzen der Augen und trockene Augen) nicht 

mehr allein mit der Verätzung vom 23. Juli 2010 erklärt werden (Suva-act. 3). Die

Augenklinik des KSSG diagnostizierte im Bericht vom 14. März 2011 nur noch die 

chronischen Vorzustände und hielt fest, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers 

durch die chronische Blepharitis und infolge dessen einer Konjunktivitis Sicca 

verursacht seien. Die Unfalldiagnose kommt nur noch als Status-Diagnose vor. Eine 

solche sagt lediglich aus, welcher Umstand dem heutigen Zustand vorausgegangen ist. 

Über die Unfallrestfolgen wird damit jedoch nichts Konkretes ausgesagt. Die 

Augenklinik des KSSG entliess den Beschwerdeführer bei der Abschlussuntersuchung 

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vom 2. März 2011 praktisch beschwerdefrei nur mit Cellufluid AT (2 - 3 x täglich; Suva-

act. 12). Der Umstand allein, dass diese Augentropfen auch von Dr. C.___ anlässlich 

der Erstbehandlung verschrieben wurden und der Beschwerdeführer diese 

offensichtlich immer noch benötigt, lässt nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auf fortdauernde Unfallfolgen schliessen. Die fraglichen 

Augentropfen dienen insbesondere auch der Behandlung der Vorzustände des 

Beschwerdeführers; Blepharitis und Konjunktivitis Sicca (vgl. Arzneimittel-Kompendium 

der Schweiz, 29. Aufl.  Basel 2008, S. 654 f.). Die Tatsache, dass eine versicherte 

Person nach einem Unfallereignis fortdauernde Beschwerden beklagt, begründet nicht 

auch eine andauernde Leistungspflicht des Unfallversicherers. Gerade bei Vorliegen 

einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustands endet die Leistungspflicht, 

wie bereits erwähnt, bei Erreichen des Status quo sine bzw. ante. Auch den 

nachfolgenden Berichten sind keine Hinweise zu entnehmen, wonach der Vorzustand 

im Zeitpunkt der Konsultation von Dr. D.___ vom 9. November 2011 (vgl. act. G 3.3.10) 

durch die traumatische Verätzung noch verschlimmert gewesen wäre bzw. die Folgen 

der Bindehautinjektion durch eine Chlorpulver-Substanz noch fortgedauert hätten. So 

hielt Dr. C.___ im Arztzeugnis UVG vom 8. Februar 2012 fest, er sei erstaunt gewesen, 

als ihm im November 2011 telefonisch von der Suva mitgeteilt worden sei, dass diese 

weiterhin für den Fall hafte (Suva-act. 13). Die von ihm und Dr. D.___ anlässlich der 

Konsultationen vom 11. Juli und 10. August bzw. vom 9. November 2011 und 30. Mai 

2012 durchgeführten Untersuchungen (vgl. act. G 3.3.10) betrafen entweder die 

Sehfähigkeit/Sehstärke des Beschwerdeführers oder standen mit den Beschwerden 

des Vorzustandes (Tränenproduktionsmenge) im Zusammenhang, woraus sich keine 

Beziehung zur traumatischen Verätzung herstellen lässt. Dr. D.___ nannte in seinem 

Bericht vom 1. Juli 2013 UV-act. 31) die im Rahmen seiner durchgeführten 

Untersuchungen erhobenen Befunde und wies auf einen unveränderten Zustand hin. 

Die Tränenproduktionsverminderung links mehr als rechts ist als Befund im 

Zusammenhang mit dem Vorzustand zu betrachten. Zumindest bestehen keinerlei 

Hinweise darauf, dass die Verätzung immer noch ursächlich für die vorbestandene 

Augenproblematik des Beschwerdeführers wäre. Auch die weiteren in der Apotheke 

bezogenen Medikamente dienen an sich der Behandlung des Vorzustandes (vgl. act. G 

3.3.11).

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3.4   Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts des Gesagten und wie von

Dr. E.___ entsprechend angenommen und schlüssig begründet mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen ist, dass spätestens im Zeitpunkt der ersten 

Konsultation von Dr. D.___ vom 9. November 2011 (vgl. act. G 3.3.10) der Status quo

sine/ante wieder erreicht war und somit keine Unfallfolgen mehr gegeben waren. Die 

weiteren geklagten Beschwerden bzw. ärztlichen Konsultationen und Behandlungen 

sind überwiegend wahrscheinlich auf die krankheitsbedingte Augenproblematik des 

Beschwerdeführers zurückzuführen. Die Verneinung der Leistungspflicht bezüglich der 

Konsultationen und Behandlungen von Dr. D.___ vom 9. November 2011 und 30. Mai 

2011 (vgl. act. G 3.3.10) lässt sich daher nicht beanstanden.

3.5   Obwohl die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 

2013 (act. G 5) neu festhält, der Status quo sine/ante sei spätestens per 2. März 2012 

bzw. im Zeitpunkt der Abschlusskontrolle in der Augenklinik des KSSG (Suva-act. 12) 

eingetreten, ist die weitere Übernahme von Heilbehandlungskosten bis 10. August 

2011 (letzte Konsultation bei Dr. C.___; act. G 3.3.10) aufgrund des fliessenden 

Charakters der Heilung nicht zu beanstanden.

4.     

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 2. August 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2014
	Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Bei Vorliegen eines Vorzustandes im Bereich der Augen ist aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten das Erreichen des Status quo sine/ante nach einer Bindehautinjektion mit einer Chlorpulver-Substanz mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Oktober 2014, UV 2013/47).

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		2025-07-19T09:36:08+0200
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