# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2485d1a4-d74e-5d2f-953f-dbb99df14009
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.09.2016 SK1 2015 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2015-33_2016-09-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 19. September 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 15 33 15. November 2016

Berichtigt am: 
17. November 2016
Berichtigte Fassung mit-
geteilt am:
18. November 2016

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Brunner und Michael Dürst
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Beschuldigter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
M.A. HSG in Law Stephan Jau, Degersheimerstrasse 6, Postfach 136, 9230 Fla-
wil, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 15. September 2015, mitgeteilt am 
20. Oktober 2015, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , 
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen den 
Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend grobe Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ wurde am _____ 1990 in O.1_____ geboren. Er besuchte die Pri-
marschule in O.2_____ bzw. die Kleinklasse in O.3_____. Aufgrund der Schei-
dung seiner Eltern zog er anschliessend nach O.4_____, wo er den Sekundar-
schulabschluss machte. In der Folge absolvierte er eine Maurerlehre, arbeitete 
dann aber im Verkauf und bildete sich parallel in den Bereichen Sicherheitsdienst 
und Versicherungen weiter. Erst kürzlich baute er eine Immobilienfirma auf. Sein 
derzeitiges monatliches Einkommen beläuft sich eigenen Angaben zufolge auf Fr. 
5'000.00 bis Fr. 7'000.00.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ mit einem Eintrag verzeichnet. 
Am 26. November 2012 verurteilte ihn die Staatsanwaltschaft _____ wegen grober 
Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 
80.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren, und einer Busse 
von Fr. 500.00. Im SVG-Massnahmenregister ist X._____ mit einem Führeraus-
weisentzug und einer Verwarnung aufgeführt.

B. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 20. Januar 2014, 
mitgeteilt am 27. Januar 2014, wurde X._____ der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit 
Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und mit einer Gelstrafe von 60 Tagessät-
zen zu je Fr. 90.00 bestraft. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft _____ vom 26. November 2012 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe 
von 30 Tagessätzen zu je Fr. 80.00 wurde verzichtet. Hingegen wurde die Probe-
zeit von zwei Jahren um ein Jahr verlängert. Die Kosten des Verfahrens von ins-
gesamt Fr. 570.00 wurden ebenfalls X._____ auferlegt.

C. Gegen diesen Strafbefehl liess X._____ am 5. Februar 2014 rechtzeitig 
Einsprache erheben, woraufhin die Staatsanwaltschaft Graubünden am 11. Fe-
bruar 2014 die Strafuntersuchung gegen ihn eröffnete.

D. Im Rahmen der Einvernahme vom 15. April 2014 teilte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden X._____ mit, dass sie die Strafuntersuchung als abgeschlos-
sen erachte. Gleichzeitig wurde ihm die Anklageerhebung beim Bezirksgericht 
Hinterrhein gemäss Art. 324 ff. StPO in Aussicht gestellt und eine Frist von zehn 
Tagen eingeräumt, um allfällige Beweisanträge zu stellen.

E. Mit Eingabe vom 28. April 2014 liess X._____ beantragen, es sei A._____, 
O.5_____, als Auskunftsperson zu befragen.

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Mit Verfügung vom 3. Juni 2014 lehnte die Staatsanwaltschaft Graubünden den 
Beweisantrag ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, aufgrund eines Vergleichs 
zwischen Radarfoto und den aktenkundigen Bildern des Beschuldigten sowie auf-
grund des bei der Einvernahme vom 15. April 2014 gewonnenen Eindrucks erach-
te es die Staatsanwaltschaft als rechtsgenüglich dargetan, dass X._____ zum kri-
tischen Augenblick das Fahrzeug durch den _____-Tunnel gelenkt habe. Die 
Merkmale des Beschuldigten zum Radarbild wie Mundpartie, Augenbrauen, Au-
gen, Ohr und die verhältnismässig lange und schmale Nase sprächen dafür. Eine 
zusätzliche Befragung von A._____ mit Wohnsitz in O.5_____ als Auskunftsper-
son sei unter diesen Umständen nicht erforderlich. Ausserdem habe es der Be-
schuldigte bisher unterlassen, ein Foto von A._____ zu den Akten zu geben, ob-
wohl er in der Lage wäre, ein solches zu besorgen. Es werde in diesem Zusam-
menhang auf die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Mitwirkungs-
pflicht des Beschuldigten verwiesen. Abgesehen davon sei der Beweisantrag ver-
spätet eingereicht und überdies mit keinem Wort begründet worden.

F. Am 3. Juni 2014, mitgeteilt am 5. Juni 2014, stellte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden dem Bezirksgericht Hinterrhein die Anklageschrift zu, welcher der 
folgende Sachverhalt zugrunde liegt:

"Grobe Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 
32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG

Am 05. September 2013, um 15:18 Uhr, lenkte X._____ den Personenwa-
gen Audi A6, Kontrollschild _____, auf der Autostrasse _____, im _____-
Tunnel, Gemeindegebiet O.6_____, in Fahrtrichtung O.7_____. Dabei 
missachtete er pflichtwidrig die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 
km/h und fuhr mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug 
der Toleranz von 6 km/h mit 121 km/h und damit 41 km/h schneller als er-
laubt. Dies tat er, weil er aus Unaufmerksamkeit die Geschwindigkeit nicht 
im Auge behielt, wobei der Beschuldigte die geltende Höchstgeschwindig-
keit kannte oder aufgrund der Signalisation hätte kennen müssen."

Der Anklageschrift war der Schlussbericht der Staatsanwaltschaft Graubünden im 
Sinne von Art. 326 Abs. 2 StPO angefügt.

G.1. Mit prozessleitender Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Hinterrhein 
vom 10. Juni 2014 erfolgte die Vorladung zur Hauptverhandlung am 26. August 
2014. Den Parteien wurde gleichzeitig eine Frist von zehn Tagen angesetzt, um 
Beweisanträge zu stellen und zu begründen.

2. Mit Eingabe vom 23. Juni 2014 beantragte Rechtsanwalt Stephan Jau dem 
Bezirksgericht Hinterrhein, es sei A._____, O.5_____, als Auskunftsperson zu be-
fragen.

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3. Unter Verweis auf die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 26. Juni 2014 lehnte der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein diesen Bewei-
santrag mit Entscheid vom 9. Juli 2014 ab. Insbesondere hielt er fest, das Gericht 
werde den Beschuldigten an der Hauptverhandlung vom 26. August 2014 sehen 
und sein Aussehen mit demjenigen gemäss Messbild vom 5. September 2013 
vergleichen können. Das Gericht werde sodann über die Notwendigkeit weiterer 
Beweiserhebungen entscheiden können.

H.1. Infolge der vom Verteidiger am 25. August 2014 telefonisch dargelegten 
Krankheit seines Mandanten wurde die Hauptverhandlung vom 26. August 2014 
auf den 18. November 2014 verschoben. Den Parteien wurde wiederum eine Frist 
von zehn Tagen zur Einreichung allfälliger Beweisanträge gesetzt.

2. Mit Eingabe vom 8. September 2014 stellte Rechtsanwalt Stephan Jau 
abermals den Beweisantrag, A._____ sei als Auskunftsperson zu befragen, allen-
falls sei der Beschuldigte von der persönlichen Teilnahme an der Hauptverhand-
lung zu befreien. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde sodann der Antrag ge-
stellt, der Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein sowie weitere Richter, die bereits 
Akteneinsicht genommen hätten, hätten in den Ausstand zu treten und das Foto-
blatt sowie die Kopie der ID des Beschuldigten seien aus den Untersuchungsakten 
respektive aus den Beilagen zur Anklageschrift zu entfernen.

3. In Anwendung von Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO leitete das Bezirksgericht Hin-
terrhein das Ausstandsbegehren am 9. September 2014 zuständigkeitshalber an 
das Kantonsgericht von Graubünden weiter.

4. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 wies das Kantonsgericht von 
Graubünden das Ausstandsbegehren ab, soweit es darauf eintrat (SK2 14 48). In 
den Erwägungen hielt das Kantonsgericht im Übrigen fest, dass auch kein Anlass 
bestehe, das Fotoblatt sowie die Kopie der Identitätskarte des Beschuldigten aus 
den Untersuchungsakten zu entfernen, da diese keinen Anschein der Voreinge-
nommenheit bzw. Befangenheit zu begründen vermöchten.

5. Aufgrund der im Zusammenhang mit der Verfügung des Kantonsgerichts 
von Graubünden laufenden Rechtsmittelfrist sagte der Bezirksgerichtspräsident 
Hinterrhein die Hauptverhandlung vom 18. November 2014 mit prozessleitender 
Verfügung vom 5. November 2014 ab.

I. Mit Schreiben vom 24. November 2014 wurden die Parteien darüber in 
Kenntnis gesetzt, dass B._____ dem Bezirksgericht Hinterrhein mitgeteilt habe, er 

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könnte als Zeuge in Sachen X._____ aussagen. Dieser werde somit als Zeuge zur 
Hauptverhandlung vorgeladen, deren Termin noch festzulegen sei.

J. Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Dezember 2014 lud der Bezirksge-
richtspräsident Hinterrhein unter Bekanntgabe der Zusammensetzung des Ge-
richts zur Hauptverhandlung vom 3. März 2015 vor. Den Parteien wurde gleichzei-
tig eine Frist von zehn Tagen angesetzt, um Beweisanträge zu stellen und zu be-
gründen.

In Bezug auf den mit Eingabe des Verteidigers vom 8. September 2014 gestellten 
Beweisantrag, wonach A._____ als Auskunftsperson zu befragen und allenfalls 
der Beschuldigte von der persönlichen Teilnahme zu dispensieren sei, fällte der 
Bezirksgerichtspräsident Hinterrhein in Anwendung von Art. 331 StPO und unter 
Verweis auf die eingeholte Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 26. Juni 2014 sowie auf die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden 
vom 28. Oktober 2014 folgenden Entscheid:

"1. Der Antrag wird abgewiesen.

Das Gericht wird den Beschuldigten an der Hauptverhandlung vom 3. 
März 2015 sehen und sein Aussehen mit demjenigen gemäss Mess-
bild vom 5. September 2013 vergleichen können. Das Gericht wird so-
dann über die Notwendigkeit weiterer Beweiserhebungen entscheiden 
können.

2. Gemäss Art. 331 Abs. 3 StPO ist die Ablehnung von Beweisanträgen 
nicht anfechtbar, doch können abgelehnte Beweisanträge an der 
Hauptverhandlung erneut gestellt werden."

Zudem erging mit der Vorladung die Beweisverfügung, dass an der Hauptverhand-
lung B._____, O.6_____, als Zeuge einvernommen wird.

K. X._____ blieb der Hauptverhandlung vom 3. März 2015 fern. Im Einver-
ständnis mit seinem Verteidiger wurde B._____ anlässlich des Verhandlungster-
mins als Zeuge einvernommen und in der Folge entschieden, in das Beweisver-
fahren zurückzukehren, um weitere Beweisabnahmen durchzuführen. Danach 
werde die Parteiverhandlung wieder aufgenommen respektive infolge des Nichter-
scheinens des Beschuldigten zur Hauptverhandlung ein neuer Verhandlungster-
min angesetzt.

Am 27. April 2015 erfolgte die rechtshilfeweise Einvernahme von C._____ als 
Zeuge durch das Untersuchungsrichteramt Gossau.

L. Nachdem mit prozessleitender Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten 
vom 5. Mai 2015 unter Bekanntgabe der Zusammensetzung des Gerichts zur 

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Hauptverhandlung vom 15. September 2015 vorgeladen worden war, stellte 
Rechtsanwalt Stephan Jau abermals die Beweisanträge auf Befragung von 
A._____ als Zeuge und allenfalls auf Dispensation seines Mandanten von der per-
sönlichen Teilnahme an der Hauptverhandlung. Der Bezirksgerichtspräsident Hin-
terrhein wies die Anträge mit Verfügung vom 19. Mai 2015 mit derselben Begrün-
dung wie in der Verfügung vom 16. Dezember 2014 erneut ab.

M. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 15. September 2015 erschienen 
X._____ mit seinem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Stephan 
Jau, sowie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Graubünden. Vorweg stellte der 
Verteidiger abermals den Antrag, es sei A._____, O.5_____ als Auskunftsperson 
zu befragen, allenfalls sei sein Mandant von der persönlichen Teilnahme zu dis-
pensieren. Überdies sei die Befragung von C._____ aus dem Recht zu weisen, da 
die Verteidigung an dessen Einvernahme nicht habe teilnehmen können. In der 
Sache stellten die Parteien folgende Anträge:

"Anträge der Staatsanwaltschaft:

1. X._____ sei der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 27 
Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 
je CHF 90.00, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren, 
zu bestrafen. Zudem sei er mit einer Busse von CHF 1'100.00 zu be-
strafen, im Falle der Nichtbezahlung mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 
11 Tagen.

3. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft _____ 
vom 26. November 2012 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 30 
Tagessätzen zu je CHF 80.00 sei zu verzichten. Stattdessen sei die 
Probezeit von 2 Jahren um 1 Jahr zu verlängern.

4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten zu überbinden."

Anträge des Beschuldigten:

1. Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."

M. Gegen das am 15. September 2015 gefällte, dem Beschuldigten gleichen-
tags mündlich eröffnete und den Parteien ebenfalls am gleichen Tag ohne schrift-
liche Begründung mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein meldete 
X._____ am 24. September 2015 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Hin-
terrhein den Parteien das begründete Urteil am 20. Oktober 2015 mitteilte. Darin 
erkannte es wie folgt:

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"1. Die anlässlich der Hauptverhandlung gestellten Beweisanträge werden 
abgelehnt.

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln 
gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit 
Art. 90 Abs. 2 SVG.

3. a) Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 
CHF 90.00 bestraft.

b) Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von 3 Jahren aufgeschoben.

4. a) Zudem wird X._____ mit einer Busse von CHF 1'100.00 bestraft.

b) Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 11 Tage. Sie tritt an 
die Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird.

5. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft _____ vom 26. November 
2012 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 
CHF 80.00 wird nicht widerrufen. Hingegen wird die Probezeit von zwei 
Jahren um ein Jahr verlängert,

6. a) Die Kosten des Verfahrens von CHF 8'195.00 (Untersuchungsge-
bühren und Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
1'195.00, Gerichtsgebühren CHF 7'000.00) gehen zu Lasten von 
X._____.

b) X._____ hat dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich zu überwei-
sen:

Busse CHF 1'100.00

Verfahrenskosten CHF 8'195.00

Total CHF 9'295.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind in-
nert 30 Tagen auf das Konto CK 038.267.100, IBAN CH16 0077 
4110 0382 6710 0, des Bezirksgerichtes Hinterrhein bei der 
Graubündner Kantonalbank zu bezahlen.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung)."

Das Bezirksgericht Hinterrhein hielt fest, aufgrund des Beweisergebnisses spre-
che im vorliegenden Fall alles dafür und nichts dagegen, dass X._____ das Fahr-
zeug im Zeitpunkt der Geschwindigkeitsüberschreitung selbst gelenkt habe. Wie 
aufgezeigt, lasse sich dieser Schluss bereits aufgrund des Vergleichs mit dem 
Radarfoto, darüber hinaus aber auch aus dem Aussageverhalten des Beschuldig-
ten sowie dessen fehlender Mitwirkung und schliesslich auch aus den Aussagen 
von B._____ ziehen. Die Sachdarstellung des Beschuldigten entlarve sich ohne 
weiteres als reine Schutzbehauptung. Für das Gericht bestünden nach dem Ge-
sagten keine Zweifel, dass X._____ zum fraglichen Zeitpunkt selbst den besagten 

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Personenwagen gelenkt habe. Weitere Nachweise für die Lenkereigenschaft des 
Beschuldigten seien demzufolge nicht notwendig.

N. Mit Berufungserklärung vom 9. November 2015 stellte X._____folgende 
Anträge:

"Anträge

1. Der Entscheid des Bezirksgerichts Hinterrhein sei aufzuheben und der 
Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Beweisanträge

1. Es sei A._____, O.5_____, als Auskunftsperson zu befragen."

Gestützt auf Art. 400 Abs. 2 StPO wurde die Berufungserklärung am 27. Novem-
ber 2015 der Staatsanwaltschaft Graubünden übermittelt.

O.1. Da Rechtsanwalt Stephan Jau zwecks Terminvereinbarung für die mündli-
che Hauptverhandlung telefonisch nicht erreicht werden konnte und auch auf E- 
Mail-Nachrichten nicht reagierte, wurden X._____ und sein Verteidiger mit Verfü-
gung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 26. Januar 2016 gestützt auf Art. 
405 Abs. 1 und 2 StPO in Verbindung mit Art. 336 Abs. 1 und 2 StPO zur Beru-
fungsverhandlung vom 16. März 2016 vorgeladen.

2. Unter Beilage einer E- Mail-Nachricht von X._____ vom 15. März 2016, wo-
nach er krankheitsbedingt im Bett liege und für morgen leider absagen müsse, 
stellte Rechtsanwalt Stephan Jau mit Schreiben vom 15. März 2016 erneut den 
Antrag, seinen Mandanten aufgrund dieses Umstands von der persönlichen Teil-
nahme zu dispensieren. Eventualiter werde beantragt, die Verhandlung zu ver-
schieben und entsprechend auch A._____, O.5_____, als Auskunftsperson vorzu-
laden.

3. Mit Schreiben vom 16. März 2016 setzte der Vorsitzende der I. Strafkam-
mer Rechtsanwalt Stephan Jau davon in Kenntnis, dass die heutige Verhandlung 
aufgrund der kurzfristig mitgeteilten Erkrankung von X._____ verschoben und der 
neue Termin mitgeteilt werde. Das Gesuch um Dispensation von X._____ von der 
Hauptverhandlung wurde abgewiesen. Über den Antrag, A._____ als Auskunfts-
person vorzuladen, werde die I. Strafkammer anlässlich der Berufungsverhand-
lung befinden. In diesem Zusammenhang liess der Vorsitzende der I. Strafkammer 
dem Verteidiger eine Internetrecherche zukommen, gemäss welcher in O.5_____ 
keine Stadt oder Ortschaft mit dem Namen "O.7_____" existiere. Zudem wurde er 
darüber orientiert, dass das eingelegte "Arbeitsunfähigkeitszeugnis" vom 15. März 

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2016 den für ein Verschiebungsgesuch notwendigen Anforderungen grundsätzlich 
nicht genüge, da eine blosse Arbeitsunfähigkeit nicht mit der fehlenden Verhand-
lungsfähigkeit im Sinne von Art. 114 StPO gleichzusetzen sei. Diese liege nur 
dann vor, wenn die beschuldigte Person körperlich und geistig nicht in der Lage 
sei, der Verhandlung zu folgen. Inskünftig werde das Gericht die Verhandlungs-
fähigkeit seines Mandanten für den Fall des behaupteten krankheitsbedingten 
Nichterscheinens gestützt auf Art. 251 Abs. 2 lit. b StPO gutachterlich abklären 
lassen.

4. Mit Verfügung des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 4. April 2016 wur-
den die Parteien zur neu auf den 11. Mai 2016 angesetzten Berufungsverhand-
lung vorgeladen.

5. Mit per IncaMail übermitteltem Schreiben vom 10. Mai 2016 ersuchte 
Rechtsanwalt Stephan Jau den Vorsitzenden um Verschiebung der Hauptver-
handlung vom kommenden Tag und führte zur Begründung aus, er leide seit Mon-
tag an Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und starken Kopfschmerzen. Diese 
Symptome hätten sich bis dato nicht gebessert. Auf Aufforderung des Vorsitzen-
den liess Rechtsanwalt Stephan Jau dem Kantonsgericht von Graubünden innert 
erstreckter Frist am 2. Juni 2016 das entsprechende Arztzeugnis zukommen. 

P. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 19. September 2016, zu welcher mit 
prozessleitender Verfügung vom 19. Juli 2016 vorgeladen wurde, waren X._____ 
in Begleitung seines privaten Verteidigers, Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Ste-
phan Jau, anwesend. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete auf eine 
Teilnahme. Der Vorsitzende eröffnete die Hauptverhandlung um 09.00 Uhr. Ein-
wände gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden 
nicht erhoben, woraufhin der Vorsitzende das Gericht für legitimiert erklärte. Im 
Rahmen der Bereinigung der Vorfragen erläuterte der Verteidiger, dass A._____ 
nicht in O.7_____, sondern in O.8_____ wohnhaft sei, und es sich dannzumal um 
einen Rechtschreibefehler gehandelt habe. Zum Beleg hierfür reichte er entspre-
chende Wikipedia-Einträge ein. Zudem legte er eine Fotografie ins Recht, welche 
seinen Mandanten zusammen mit A._____ zeigen soll. Die Anträge auf Einver-
nahme von A._____ sowie um Dispensation des Berufungsklägers von der münd-
lichen Berufungsverhandlung, an welchen festgehalten wurde, wurden nach einer 
kurzen Beratung abgewiesen. Anschliessend folgte die Einvernahme von X._____ 
als beschuldigte Person. In der Folge nahm der Verteidiger in seinem Parteivor-
trag zu der Berufung Stellung, wobei er an den Anträgen gemäss Berufungser-
klärung festhielt. Nachdem X._____ das letzte Wort erteilt worden war, wurde die 

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mündliche Berufungsverhandlung geschlossen. Die Parteien verzichteten auf eine 
mündliche Urteilsverkündung, weshalb ihnen das Urteilsdispositiv Tags darauf 
zugesendet wurde (Art. 84 Abs. 2 StPO).

Q. Auf die Ergebnisse der persönlichen Befragung des Berufungsklägers 
durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, 
auf die weitere Begründung der Anträge anlässlich der mündlichen Berufungsver-
handlung sowie auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und den Fall 
vor der ersten Instanz damit abschliessen (vgl. Luzius Eugster, in: Niggli/Heer/Wi-
prächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. 
Aufl., Basel 2014, N 2 zu Art. 398 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Be-
rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils 
schriftlich oder mündlich zu Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche 
Gericht die Anmeldung nach Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit 
den Akten dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 
2 StPO; Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessord-
nung [EGzStPO; BR 350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die 
Berufung angemeldet hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung 
des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzu-
geben hat, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Be-
weisanträge sie stellt (lit. c).

b. Gegen das am 15. September 2015 mündlich eröffnete und gleichentags im 
Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein meldete der Beru-
fungskläger am 24. September 2015 die Berufung an (act. A.1). Nach Mitteilung 
des begründeten Urteils am 20. Oktober 2015 reichte der Berufungskläger als-
dann fristgerecht am 9. November 2015 seine Berufungserklärung ein (act. A.2). 

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Da auch alle anderen Zulässigkeitsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf die Be-
rufung einzutreten.

2. Als Berufungsinstanz kann das Kantonsgericht von Graubünden das erstin-
stanzliche Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 
398 Abs. 2 StPO). Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit wel-
chem erstinstanzliche Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hin-
sicht mit freier Kognition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweize-
rische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N 
1 zu Art. 398 StPO; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hansjakob/ 
Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 2. 
Aufl., Zürich 2014, N 14 zu Art. 398 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Be-
rufung ein, so fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. 
Art. 408 StPO). Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Be-
rufungsverfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das 
angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Haupt-
verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. Art. 409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann indessen das Beru-
fungsgericht – wie sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein 
Urteil fällen, infolgedessen eine Rückweisung nicht erforderlich ist.

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.2 S. 236; BGE 124 I 241 E. 2 S. 242, je mit Hinweisen). Daraus folgt die Ver-
pflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforder-
lich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und 
jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 138 IV 81 E. 2.2 S. 84 
= Pra 2012 Nr. 105). Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentli-
chen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der 
Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in vol-
ler Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 
E. 5.2 S. 236; BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Im Rechtsmittelverfahren 
kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die tatsächliche und die rechtli-
che Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz 
verweisen.

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4. In seiner Berufungserklärung vom 9. November 2015 stellte der Berufungs-
kläger einen Beweisantrag, an welchem er auch anlässlich der mündlichen Beru-
fungsverhandlung festhielt. Ferner erneuerte er sein im Vorfeld schon einmal ge-
stelltes Begehren um Dispensation seines Mandanten von der mündlichen Haupt-
verhandlung. Angesichts dessen, dass die Anklageschrift lediglich ein Vergehen 
(Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG) 
enthält und der angeklagte Sachverhalt massgebend ist, entfällt die Anwendbar-
keit von Art. 398 Abs. 4 StPO und die Frage neuer Beweise stellt sich grundsätz-
lich nicht (Eugster, a.a.O, N 3 zu Art. 398 StPO, N 5 zu Art. 399 StPO; Markus 
Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 21 f. zu Art. 398 StPO). Zu-
dem wurden die beiden Anträge auf Einvernahme von A._____ sowie um Dispen-
sation des Berufungsklägers von der mündlichen Verhandlung bereits vor der Vor-
instanz gestellt, weshalb diese ungeachtet der vorangegangenen Ausführungen 
zulässig sind (vgl. Hug, a.a.O., N 23 zu Art. 398 StPO). Damit ist vorab über diese 
Anträge zu befinden.

a. Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 131 I 153 E. 3 S. 157; Thomas Hofer, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N 67 ff. zu Art. 10 StPO). Das Gericht hat nur 
solchen Beweisanträgen zu folgen, die nach seiner Würdigung rechts- und ent-
scheiderheblich sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_655/2012 vom 15. Febru-
ar 2013 E. 2.2).

b. Bezug nehmend auf die vom Kantonsgericht durchgeführte Internet-Re-
cherche (act. D.11), welche ergeben hat, dass in O.5_____ keine Stadt mit Namen 
O.7_____ existiert, führte der Verteidiger aus, dass es sich dabei um einen Recht-
schreibefehler gehandelt habe. Anstelle von O.7_____ müsse es O.8_____ heis-
sen. Zum Beleg hierfür reichte er entsprechende Wikipedia-Einträge ein (act. 
D.24.1/1.1-1.4). Auch wenn eine Ortschaft namens O.8_____ mit Blick auf die 
eingereichten Unterlagen tatsächlich existiert, mutet es dennoch seltsam an, dass 
die Verteidigung den von ihr angeführten Rechtschreibefehler offenbar während 
der gesamten Dauer des Strafverfahrens nicht bemerkt haben will und sich auch 

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im Nachgang zum Schreiben des Vorsitzenden der I. Strafkammer vom 16. März 
2016 betreffend Internet-Recherche (act. D.12) hierzu nicht vernehmen liess. Dies 
wäre ohne weiteres zu erwarten gewesen. Stattdessen äusserte sich der Verteidi-
ger erst rund ein halbes Jahr später anlässlich der mündlichen Berufungsverhand-
lung im Rahmen seines Parteivortrags zum ersten Mal überhaupt zu diesem 
Punkt. Aus welchem Grund eine entsprechende Richtigstellung nicht bereits früher 
möglich gewesen sein soll, wird von ihm hingegen nicht dargetan und ist auch 
nicht ersichtlich. Letztlich kommt diesem Umstand im vorliegenden Fall aber oh-
nehin keine entscheidrelevante Bedeutung zu. Der Beweisantrag auf Einvernahme 
von A._____ als Auskunftsperson wurde nach Anhörung des Verteidigers bereits 
anlässlich der Berufungsverhandlung abgewiesen. Unbesehen der neuen Vorbrin-
gen des Verteidigers, wonach es sich bei O.7_____ um einen Rechtschreibefehler 
handeln und A._____ stattdessen richtigerweise in O.8_____ wohnhaft sein soll, 
ist das Kantonsgericht von Graubünden der festen Überzeugung, dass es sich bei 
A._____ mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine vom Berufungskläger 
vorgeschobene Person handelt. Hierfür sprechen zum einen das in grossen Teilen 
widersprüchliche Aussageverhalten des Berufungsklägers (dazu nachfolgend E. 
7.d) und zum anderen der Umstand, dass die tatsächliche Identität von A._____ 
mit keinem einzigen Dokument nachgewiesen ist. Selbst für den unwahrscheinli-
chen Fall, dass sich diese Einschätzung als falsch erweisen sollte, dürfte seine 
Aussage – so sie denn überhaupt erhältlich gemacht werden könnte – dem Beru-
fungskläger nicht wunschgemäss weiterhelfen. Wie Letzterer anlässlich seiner 
Befragung im vorinstanzlichen Verfahren nämlich zu Protokoll gab, soll er A._____ 
trotz mehrfacher Versuche nur einmal telefonisch erreicht haben können. Das Ge-
spräch soll sich gemäss Aussagen des Berufungsklägers folgendermassen abge-
spielt haben (vgl. act. 2/2 S. 3):

"Ich habe ihm gesagt, ich bräuchte seine Hilfe, er sei geblitzt worden. 
A._____ sagte, dies sei mein Problem und legte auf."

Angesichts dieser Aussage ist nicht davon auszugehen, dass A._____ – immer 
vorausgesetzt, er sollte tatsächlich existieren – im Rahmen einer Einvernahme 
durch das Gericht anderslautende, für den Berufungskläger hilfreichere Aussagen 
machen bzw. gar eingestehen würde, im fraglichen Zeitpunkt das betreffende 
Fahrzeug gelenkt zu haben. Aus den genannten Gründen ist der betreffende Be-
weisantrag abzuweisen. Wie die nachfolgenden Erwägungen noch zeigen werden, 
sind für die vorliegend zu beurteilende Frage, ob es der Berufungskläger war, der 
am 5. September 2013 die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hat und 
infolgedessen geblitzt wurde, ohnehin andere Umstände bzw. Beweismittel rele-
vant. Angesichts dessen verzichtete das Kantonsgericht in antizipierter Beweis-

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würdigung von einer Einvernahme von A._____ und lehnte den Beweisantrag des 
Berufungsklägers ab.

c. Der Verteidiger hielt sodann auch am Antrag um Dispensation seines Man-
danten von der mündlichen Berufungsverhandlung fest, welcher ebenfalls abge-
wiesen wurde. Zum einen erscheint dem Gericht nicht nachvollziehbar, aus wel-
chem Grund der Berufungskläger dispensiert werden sollte, zumal er schon per-
sönlich erschienen war. Zum anderen teilte der Vorsitzende der I. Strafkammer 
dem Verteidiger bereits mit Schreiben vom 16. März 2016 (act. D.12) mit, dass die 
persönliche Anwesenheit seines Mandanten anlässlich der Berufungsverhandlung 
notwendig sei, um ihm einerseits Gelegenheit zu geben, dem Gericht seinen 
Standpunkt persönlich darzulegen, und andererseits zur Klärung der Täter-
identität. Das Gesetz gestatte in diesem Punkt für den konkreten Fall keinen Spiel-
raum. Gemäss Art. 336 Abs. 2 lit. b StPO, der auch für das Berufungsverfahren 
gelte (Art. 405 Abs. 1 StPO), habe der Angeklagte bei Verbrechen und Vergehen 
persönlich an der Hauptverhandlung teilzunehmen. Eine Dispensation durch die 
Verfahrensleitung sei nach Art. 336 Abs. 3 StPO nur möglich, wenn die beschul-
digte Person wichtige Gründe geltend mache und überdies ihre Anwesenheit nicht 
erforderlich sei. Beide Voraussetzungen seien vorliegend nicht gegeben. Daran 
hat sich auch zwischenzeitlich nichts geändert, sodass an den entsprechenden 
Ausführungen festzuhalten ist.

Soweit der Berufungskläger in diesem Zusammenhang rügt, seine Nicht-Dispen-
sation habe bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der nicht mehr ein-
fach zu ändern sei, ist seine Argumentation nicht nachvollziehbar. Bestreitet ein 
Beschuldigter, dass es sich bei einer auf einem Foto abgebildeten Person um ihn 
selbst handelt, so liegt nichts näher als den Beschuldigten zwecks Täteridentifika-
tion persönlich vortreten zu lassen. In der Regel lässt sich auf diese Weise die 
strittige Frage ohne grossen Aufwand klären. So war es auch im vorliegenden Fall. 
Das Kantonsgericht konnte anlässlich der Hauptverhandlung das Radarfoto mit 
dem anwesenden Berufungskläger vergleichen und gelangte aufgrund dessen zur 
Überzeugung, dass es sich beim Personenwagenlenker auf dem Radarfoto und 
damit beim verantwortlichen Fahrzeuglenker zum Tatzeitpunkt um den Berufungs-
kläger handeln muss (vgl. nachfolgend E. 7.b ff.). Aus welchen Gründen der Beru-
fungskläger von der Teilnahme an der Hauptverhandlung hätte dispensiert werden 
müssen, um diesem ein faires Verfahren zu garantieren, erschliesst sich dem Ge-
richt unter den konkreten Umständen daher nicht und wird auch vom Berufungs-
kläger selbst nicht substantiiert dargelegt. Folgerichtig wurde der betreffende An-
trag abgewiesen.

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5. Der Berufungskläger wurde von der Vorinstanz der groben Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung 
mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen und hierfür mit einer Geldstrafe von 
60 Tagessätzen zu je Fr. 90.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei 
Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 1'100.00, bei schuldhafter Nichtbezahlung 
derselben mit einer Ersatzfreiheitsstrafe von 11 Tagen, bestraft. Mit der vorliegen-
den Berufung verlangt der Berufungskläger, das angefochtene Urteil sei aufzuhe-
ben und er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden hat auf eine Berufungsantwort und dementsprechend auf eine An-
tragstellung verzichtet.

6. Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Jede Person gilt bis 
zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig (vgl. Art. 10 Abs. 1 StPO). Be-
stehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweislastregel folgt aus 
der derart statuierten Unschuldsvermutung, dass es nicht Sache der beschuldig-
ten Person ist, ihre Unschuld zu beweisen, sondern dass die Strafbehörden ver-
pflichtet sind, den Nachweis der Schuld zu führen (vgl. Wolfgang Wohlers, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 6 zu Art. 10 StPO). An diesen Nachweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 
32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 10 Abs. 3 StPO fliessenden Beweis-
würdigungsregel "in dubio pro reo" darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der 
Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen 
für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (vgl. BGE 124 IV 86 E. 2.a S. 88). 
Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. 
Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel han-
deln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtslage aufdrängen 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2.c S. 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an 
Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeu-
gung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Ange-
klagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünf-

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tige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 
12, Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, Eine Einführung auf der Grundlage des 
Strafprozessrechts des Kantons Zürich und des Bundes, 4. Aufl., Zürich 2004, N 
294 f.). Diese allgemeine Rechtsregel kommt nicht schon dann zur Anwendung, 
wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus 
den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung der Anklage 
den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in 
der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem 
Grundsatz "in dubio pro reo" der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt an-
genommen werden. In diesem Fall hat ein Freispruch zu erfolgen. 

Beim Vorliegen verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung eine Rangordnung (vgl. Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 5 
zu Art. 10 StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermitt-
lung der materiellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Par-
teien aus (vgl. ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, 
Auskunftspersonen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Be-
weiseignung. Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt 
seine Aussage gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richter-
lich auf ihre materielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist 
nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der 
Bekundung sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall entschei-
dend (vgl. Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Straf-
prozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 54 N 5), wobei nicht in erster Linie die 
Glaubwürdigkeit des Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner 
konkreten Aussage im Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer 
Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Dar-
stellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des 
Erlebten zu werten (vgl. im Detail: Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psy-
chologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., 
München 1993).

7. Gemäss Art. 27 Abs. 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie Weisun-
gen der Polizei zu befolgen. Die Geschwindigkeit ist sodann stets den Umständen 
anzupassen, namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung sowie 
den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen (Art. 32 Abs. 1 SVG). Dem Beru-
fungskläger wird gemäss Anklageschrift vom 3. Juni 2014 vorgeworfen, am 5. 
September 2013, um 15.18 Uhr, mit dem Personenwagen Audi A6, Kontrollschild 
_____, auf der Autostrasse _____ im _____-Tunnel pflichtwidrig die signalisierte 

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Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h missachtet zu haben und mit stark überhöhter 
Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 121 km/h und 
damit 41 km/h schneller als erlaubt, gefahren zu sein (vgl. StA act. 44). Wie schon 
im vorinstanzlichen Verfahren bestreitet der Berufungskläger auch im Berufungs-
verfahren, den Audi A6 zum fraglichen Zeitpunkt gelenkt zu haben. Seiner Version 
zufolge habe er das Fahrzeug von C._____ ausgeliehen und es dann ein oder 
zwei Tage an A._____ weiterverliehen. Bei der Person auf dem sich bei den Akten 
befindlichen Radarfoto handle es sich denn auch um eben jenen A._____, welcher 
ihm sehr ähnlich sehe.

a. Für das Bezirksgericht Hinterrhein bestanden indes keine Zweifel, dass 
X._____ zum fraglichen Zeitpunkt selbst den besagten Personenwagen gelenkt 
hat. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass als direkter Beweis 
für die Identifikation des fehlbaren Lenkers ein vom Radargerät aufgenommenes 
Frontfoto und eine entsprechende Vergrösserung vorlägen. Die Radaraufnahme 
sei von guter Qualität und ausreichend scharf, um den Lenker zu identifizieren. 
Das Gericht habe anlässlich der Hauptverhandlung das Radarfoto mit dem anwe-
senden Beschuldigten vergleichen können, der je gerade zu diesem Zweck ver-
pflichtet worden sei, persönlich an der Hauptverhandlung teilzunehmen. Aufgrund 
dieses Vergleichs etwa von Lippen, Mund, Nase, Stellung der Augen, des Blicks, 
der langen Backen und des linken Ohres sei das Gericht vollends zur Überzeu-
gung gelangt, dass es sich beim Personenwagenlenker auf dem Radarfoto und 
damit beim verantwortlichen Fahrzeuglenker zum Tatzeitpunkt um den Beschul-
digten handeln müsse. Für das Gericht stehe denn auch ausser Zweifel, dass 
X._____ die auf dem Radarfoto abgelichtete Person sei. Schliesslich erhärteten 
auch das gesamte Aussageverhalten von X._____ beziehungsweise dessen 
Handlungsweisen im Strafverfahren sowie die Bezeugungen von B._____ die be-
sagte Feststellung. Die Aussagen des Beschuldigten seien offensichtlich nicht 
beständig. Für das Gericht bestehe keinerlei Grund zur Annahme, die Darstellung 
des Beschuldigten entspreche den Tatsachen. X._____ könne nicht ernstlich an-
nehmen, das Gericht glaube seine Geschichte, wonach er das von ihm ausgelie-
hene Fahrzeug an eine Person namens A._____ weitergegeben habe, ihm der 
diesbezügliche Übergabeort und -zeitpunkt indes nicht mehr geläufig sei, er auch 
nicht mehr wisse, wo er sich im fraglichen Zeitpunkt aufgehalten respektive was er 
getan habe, A._____ ihm zufälligerweise auch noch sehr ähnlich sehe, er zwar 
dessen russische Anschrift, nicht aber diejenige in der Schweiz genau habe be-
nennen können, der Kontakt zwischen den beiden offenbar just seit der Ge-
schwindigkeitsüberschreitung abgebrochen sei, A._____ in O.5_____ wohnen soll, 

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was eine rechtshilfeweise Einvernahme wohl utopisch machen würde, er nur des-
halb kein Foto von A._____ eingereicht habe, weil der Staatsanwalt das entspre-
chende Angebot nicht angenommen habe, und der Zeuge B._____ überdies fal-
sches Zeugnis abgelegt haben soll, was der Fall sein müsste, wenn die Darstel-
lung des Beschuldigten stimmen würde. Letztlich spreche im vorliegenden Fall 
alles dafür und nichts dagegen, dass X._____ das Fahrzeug im Zeitpunkt der Ge-
schwindigkeitsüberschreitung selbst gelenkt habe. Wie aufgezeigt, lasse sich die-
ser Schluss bereits aufgrund des Vergleichs mit dem Radarfoto, darüber hinaus 
aber auch aus dem Aussageverhalten des Beschuldigten sowie dessen fehlender 
Mitwirkung und schliesslich auch aus den Aussagen von B._____ ziehen. Die 
Sachdarstellung des Beschuldigten erweise sich ohne weiteres als reine Schutz-
behauptung.

b. Das Kantonsgericht erachtet es bereits aufgrund des im Recht liegenden 
Radarfotos (StA act. 3) sowie der eigenen Wahrnehmungen anlässlich der münd-
lichen Berufungsverhandlung als hinreichend erstellt, dass es sich beim auf dem 
Radarfoto abgelichteten Fahrzeuglenker um den Berufungskläger handelt. Auf-
grund des persönlichen Erscheinens des Berufungsklägers war es dem Gericht 
möglich, ihn direkt mit der Person auf dem Radarfoto zu vergleichen und ohne 
weiteres als den fraglichen Fahrzeuglenker zu identifizieren. Die Radaraufnahme 
ist für eine Identifizierung von guter Qualität und ausreichend scharf. Das Gericht 
hat deshalb nicht den geringsten Zweifel daran, dass sich der Sachverhalt genau 
so zugetragen hat wie ihn die Staatsanwaltschaft Graubünden in ihrer Anklage-
schrift wiedergegeben hat. Bei objektiver Betrachtung verbleiben bei der vorlie-
genden Aktenlage keine vernünftigen Zweifel an der Täterschaft des Berufungs-
klägers.

c. Daran vermag auch die vom Berufungskläger anlässlich der Berufungsver-
handlung eingereichte Fotografie, welche eigenen Angaben zufolge ihn selbst zu-
sammen mit dem ihm ähnlich sehenden A._____ zeigen soll (act. D.24.1/2.1), 
nichts zu ändern. Der Berufungskläger hat seine Behauptung nämlich mit keinen 
weiteren Dokumenten untermauert. Namentlich hat er es unterlassen, dem Gericht 
mit dem Foto eine Kopie der Identitätskarte von A._____ beizulegen und auf diese 
Weise die Existenz der betreffenden Person zu belegen. Mit anderen Worten 
könnte es sich bei dem zusammen mit dem Berufungskläger abgelichteten Mann 
um eine x-beliebige Person handeln, die dem Berufungskläger ein wenig ähnlich 
sieht. Es liegt mithin keinerlei Beweis dafür vor, dass es sich bei dem sich neben 
dem Berufungskläger auf dem Foto befindlichen Mann um A._____ handelt, so-
dass dieses neu eingereichte Aktenstück dem Berufungskläger ebenfalls nicht 

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weiterhilft. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Berufungskläger 
anlässlich der richterlichen Einvernahme die Frage des Vorsitzenden, ob er 
A._____ seit dem fraglichen Ereignis jemals wiedergesehen habe, verneint hat 
(act. F.3 S. 4). In Widerspruch dazu führte der Verteidiger in seinem anschlies-
senden Parteivortrag aus, das eingereichte Foto sei im März oder April 2016 (im 
schriftlich abgegebenen Plädoyer ist vom März 2016 die Rede, während der Ver-
teidiger in seinen mündlichen Ausführungen den April 2016 genannt hat) aufge-
nommen worden. Dieser offensichtliche Widerspruch zwischen der Aussage des 
Berufungsklägers und den Ausführungen seines Rechtsvertreters ist als weiteres 
Indiz für die unglaubwürdige Darstellung seitens der Verteidigung zu werten. Zu 
diesem Zeitpunkt hatte der Berufungskläger nämlich bereits Kenntnis vom erstin-
stanzlichen Urteil und dem darin enthaltenen Schuldspruch. Angesichts der Trag-
weite des Urteils für den Berufungskläger insbesondere in beruflicher Hinsicht er-
staunt es dann doch, dass er nach einem weiteren Zusammentreffen mit A._____ 
nicht auf die Idee gekommen sein soll zu versuchen, der Untersuchungsbehörde 
auf irgendeine Art zu beweisen, dass er tatsächlich existiert und er zum fraglichen 
Zeitpunkt auch das Fahrzeug gelenkt hat. Zumindest hätte er ein Bestätigungs-
schreiben von A._____ einreichen können, zumal dieser – wie vom Berufungsklä-
ger zu Protokoll gegeben wurde – Deutsch sprechen kann (vgl. act. F.3 S. 3). Er 
hätte A._____ wie bereits erwähnt sodann auch um eine Kopie seiner Identitäts-
karte bitten können, sodass zumindest verifizierbar wäre, dass es sich bei der 
Person auf dem Foto tatsächlich um ihn handelt. Indessen hat er nichts von alle-
dem gemacht und sich stattdessen damit begnügt, dem Gericht eine Fotokopie 
der betreffenden Fotografie zu den Akten zu reichen. Dieses Vorgehen ist nicht 
nachvollziehbar und reicht nicht aus, um die aus der Beweiswürdigung gewonne-
ne Überzeugung des Kantonsgerichts zu erschüttern bzw. zu einem anderen Er-
gebnis zu gelangen. Doch selbst wenn der Berufungskläger im eben erwähnten 
Sinne gehandelt und den Beleg dafür vorgebracht hätte, dass es sich bei der frag-
lichen Person tatsächlich um A._____ handelt, würde dies am Ergebnis der Be-
weiswürdigung nichts ändern. Aufgrund eines direkten Vergleichs der jeweiligen 
Fotografien ist nämlich ausgeschlossen, dass es sich beim auf dem Radarfoto 
abgelichteten Fahrzeuglenker um den angeblichen A._____ handelt. Stattdessen 
lässt sich darauf ohne Zweifel der Berufungskläger als fehlbarer Lenker identifizie-
ren.

d. Die Einschätzung, dass es sich beim Fahrzeuglenker auf dem Radarfoto 
um den Berufungskläger handelt, wird zudem durch weitere Faktoren erhärtet. So 
räumt der Berufungskläger ausdrücklich ein, dass er im fraglichen Zeitpunkt das 

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Fahrzeug von D._____ ausgeliehen hat (vgl. StA act. 11 S. 2 und act. 41 S. 3; act. 
F.3 S. 3). Wie beim Halter spricht die natürliche Vermutung dafür, dass derjenige, 
welcher ein Fahrzeug zur Benützung erhalten hat, dieses auch selber lenkt. Für 
diese Personen gelten daher die gleichen belastenden Grundsätze wie sie das 
Bundesgericht in Bezug auf das Halterindiz entwickelt hat (Jürg Boll, Identifikation 
von Fahrzeuglenkern, in: Strassenverkehr 4/2012, S. 8). Soweit der Berufungsklä-
ger hiergegen einwendet, aufgrund dessen gelte wiederum die natürliche Vermu-
tung, dass A._____ das Fahrzeug gelenkt habe, weil er es diesem zur Benützung 
überlassen habe, hat er sich nebst den vorangegangenen Feststellungen, dass es 
sich bei der entsprechenden Darstellung um eine reine Schutzbehauptung han-
delt, zudem sein wenig glaubwürdiges Aussageverhalten entgegenhalten zu las-
sen. Mit dem Berufungskläger ist zwar festzuhalten, dass sich dieser nicht selbst 
belasten muss und nicht zur Mitwirkung bei seiner Überführung verpflichtet ist. 
Gleichwohl ist sein Aussageverhalten im Rahmen der Beweiswürdigung mit zu 
berücksichtigen, da aufgrund dessen, dass er unbestrittenermassen das Fahrzeug 
von C._____ ausgeliehen hat, eine Situation vorliegt, die einer Erklärung bedarf 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_812/2011 vom 19. April 2012 E. 1.5). Bei der 
Würdigung des Aussageverhaltens des Berufungsklägers ist die erste Einvernah-
me bei der Kantonspolizei O.9_____ vom 9. Oktober 2013 von zentraler Bedeu-
tung (StA act. 11). Diese fand etwas über einen Monat nach dem Vorfall vom 5. 
September 2013 statt, d.h. zu einer Zeit, als das Erinnerungsvermögen des Beru-
fungsklägers an sich noch hätte frisch sein sollen. Auf die Frage, wer am 5. Sep-
tember 2013 mit dem besagten Audi A6 im _____-Tunnel in Richtung O.7_____ 
unterwegs gewesen sei, gab er zu Protokoll, dass er das Radarfoto sehen möchte, 
bevor er diese Frage beantworte; er wolle das Foto sehen, um seinen Kollegen 
A._____ zu identifizieren. Er habe das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt respektive in 
diesem Zeitrahmen seinem Kollegen A._____ gegeben, welcher an der 
_____strasse in O.7_____, O.5_____, wohnhaft sei. Er kenne A._____ vom Aus-
gang in O.10_____. Er habe ihm das Auto "irgendwo in O.10_____" übergeben; 
mehr könne er dazu nicht sagen. A._____ habe es plus/minus einen Tag gehabt. 
Warum A._____ in der Schweiz sei, wisse er nicht; er kenne ihn nur vom Aus-
gang. Er kenne A._____ schon relativ lange und habe ihm schon mehrmals ein 
Auto überlassen. Er nehme an, A._____ sei geschäftlich in der Schweiz, er wisse 
es aber nicht. Er wisse auch nicht, wo A._____ in der Schweiz lebe, wenn er hier 
sei. Wo A._____ jetzt sei, wisse er nicht, er nehme an, in O.5_____ (S. 2 f.). Ähn-
lich vage äusserte er sich auch anlässlich der Einvernahme durch die Staatsan-
waltschaft Graubünden vom 15. April 2014 (StA act. 41). Auf die Frage wie gut er 
A._____ kenne, gab er zur Antwort, ihn vor dem 5. September 2013 einige Male in 

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O.10_____ im Ausgang getroffen zu haben. A._____ sei ca. eineinhalb Tage im 
Besitz des in Frage stehenden Fahrzeugs gewesen. Gefragt, wo er persönlich am 
5. September 2013 gewesen sei, antwortete er, dass er an diesem Tag wahr-
scheinlich gearbeitet habe. Er habe jedoch ein neues Handy und in diesem sei die 
Agenda vom September 2013 nicht mehr vorhanden. Mit A._____ habe er seit 
September 2013 keinen Kontakt mehr (S. 3 f.). Auch im Rahmen der richterlichen 
Befragung während der Berufungsverhandlung blieb er im Wesentlichen bei seiner 
Version und bestritt, an besagtem Tag das fragliche Fahrzeug gelenkt zu haben. 
Das Auto habe er A._____ in O.10_____ übergeben und auch in O.10_____ wie-
der zurückgenommen. Er sei sich nicht mehr sicher, er habe aber gemeint, das sei 
in O.10_____ gewesen. Auf Nachfrage hin, wo in O.10_____ das gewesen sei, 
antwortete er, es sei am Hauptbahnhof gewesen (act. F.3 S. 4).

Die Aussagen des Berufungsklägers sind nicht glaubwürdig. Dass er nicht mit Si-
cherheit weiss, wann und wo er A._____ das Fahrzeug übergeben hat, ist nach 
der kurzen Zeitspanne zwischen Vorfall und polizeilicher Einvernahme – dazwi-
schen lag etwas mehr als ein Monat – schlicht nicht nachvollziehbar. Dass er sei-
ne diesbezügliche Antwort anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung 
schliesslich dahingehend präzisierte, er habe gemeint, Übergabe- und Rücknah-
meort seien in O.10_____ am Hauptbahnhof gewesen, wirkt im gesamten Kontext 
auch nicht sehr überzeugend. Des Weiteren ist nicht einzusehen, warum er nicht 
weiss, weshalb sich A._____ in der Schweiz aufhält und wo er hier jeweils wohnt, 
wenn er ihn eigenen Aussagen zufolge im Ausgang so gut kennengelernt hat, 
dass er nicht nur bereit ist, ihm sein eigenes Fahrzeug, sondern sogar dasjenige 
eines Freundes auszuleihen. Gleich verhält es sich in Bezug auf seine Aussagen 
hinsichtlich der beruflichen Tätigkeit bzw. der Ausbildung von A._____. Einerseits 
will der Berufungskläger nicht genau wissen, was A._____ beruflich macht bzw. 
gemacht hat ("Bankensektor", "Bank etwas", "er wolle noch andere Sachen ma-
chen, sei es mit Immobiliensachen, sei es aber auch mit Rohstoffen"; act. F.3 S. 3 
und 5), andererseits will er aufgrund seines Kontakts zu A._____ aber bereits mit 
einer beruflichen Expansion nach O.5_____ geliebäugelt und eine Reise nach 
O.5_____ aus geschäftlichen Gründen ins Auge gefasst haben (act. F.3 S. 4). Aus 
diesen Antworten erhellt, dass der Berufungskläger sowohl in privater als auch in 
beruflicher Hinsicht so gut wie nichts – zumindest nichts Konkretes und nichts mit 
Bestimmtheit – über seinen angeblichen Kollegen zu wissen scheint. In augen-
scheinlichem Kontrast dazu steht, dass der Berufungskläger scheinbar auswendig 
die genaue Anschrift von A._____ in O.5_____ (_____strasse, O.7_____ bzw. 
O.8_____) anzugeben vermochte. Für das Kantonsgericht ist schlicht nicht glaub-

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würdig, dass der Berufungskläger auf der einen Seite so gut wie nichts über sei-
nen angeblichen Kollegen zu wissen scheint (berufliche und private Situation, 
Grund für Anwesenheit in der Schweiz, Wohnsituation während seines Aufenthalts 
in der Schweiz), auf der anderen Seite aber seine Adresse inklusive Hausnummer 
in O.5_____ auswendig kennen will. Bezüglich der Anschrift fällt auf, dass ihm 
diese lediglich in deutscher Sprache bekannt sein soll und sie auf diese Weise in 
O.5_____ wohl kaum eruierbar sein dürfte. Wie bereits erwähnt widerspricht sich 
der Berufungskläger noch in einem weiteren Punkt. So verneinte er bei seiner rich-
terlichen Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung, A._____ seit dem Vor-
fall vom 5. September 2013 noch einmal gesehen zu haben (vgl. act. F. 3 S. 4), 
während sein Verteidiger gleichzeitig eine Fotografie zu den Akten reichte (act. 
D.24.1/2.1), welche seinen Mandanten zusammen mit A._____ zeigen und im 
März bzw. April 2016 aufgenommen worden sein soll. Auch diese offensichtliche 
Ungereimtheit reiht sich nahtlos in das insgesamt widersprüchliche und unglaub-
würdige Aussageverhalten des Berufungsklägers ein. Das Gericht ist wie erwähnt 
der festen Überzeugung, dass es sich bei den entsprechenden Erklärungsversu-
chen um reine Ausflüchte handelt. Aufgrund des Beweisergebnisses hat mithin als 
erstellt zu gelten, dass der Berufungskläger – wie in der Anklageschrift ausgeführt 
– am 5. September 2013 das fragliche Fahrzeug gelenkt und dabei die zulässige 
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h nach Abzug der Toleranz um 41 km/h über-
schritten hat. Soweit er seine Täterschaft diesbezüglich nach wie vor abstreitet, 
erweist sich seine Berufung nach dem Gesagten als unbegründet.

e. Der Berufungskläger rügt in Bezug auf die staatsanwaltschaftliche Einver-
nahme vom 15. April 2014, dass Frage 1 in Verletzung der Gültigkeitsvorschriften 
gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO erhoben worden sei, weil er zu diesem Zeitpunkt 
noch nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten gewesen sei. Somit sei diese vor 
Eintreffen seines Rechtsanwalts erhobene Aussage nicht verwertbar, was auch 
bereits vor der Vorinstanz vorgebracht worden sei. Diese habe die Frage 1 bzw. 
deren Antwort jedoch direkt in die Begründung einfliessen lassen, ohne sich mit 
der Verwertbarkeit von rechtswidrig erlangten Beweisen auseinanderzusetzen. 
Dies sei rechtswidrig und der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben. Dem kann 
nicht gefolgt werden. Bei der konkreten Frage wurde der Berufungskläger vom 
verfahrensleitenden Staatsanwalt aufgefordert, sich zur ihm zur Last gelegten Ge-
schwindigkeitsüberschreitung zu äussern, woraufhin der Berufungskläger zu Pro-
tokoll gab, dass es ihm vor allem um den Führerausweisentzug gehe und er bereit 
sei, einen grösseren Betrag zu bezahlen, als ihm im Strafbefehl auferlegt worden 
sei. Er sei selbständig erwerbend und beruflich auf den Führerausweis angewie-

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sen. Ein Führerausweisentzug hätte für ihn gravierende Folgen (StA act. 41 S. 2). 
Die Frage, ob die betreffende Aussage verwertbar ist oder nicht, kann an dieser 
Stelle offen gelassen werden. Das Kantonsgericht erachtet sie im vorliegenden 
Fall für nicht entscheidrelevant und stellt demzufolge im Rahmen der Beweiswür-
digung auch nicht darauf ab. Die fragliche Aussage hat mit anderen Worten kei-
nerlei Einfluss auf die vorliegende Entscheidung. Damit erweist sich auch diese 
Rüge als unbehelflich.

f. Schliesslich kritisiert der Berufungskläger, dass die Vorinstanz die Aussa-
gen von E._____ in die Beweiswürdigung miteinfliessen liess. Zur Begründung 
wird vorgetragen, dass die Strafandrohung von Art. 307 StGB ein stumpfes 
Schwert sei, wenn es um Aussage gegen Aussage gehe. Aufgrund dessen, dass 
B._____ versucht habe, ihn (den Berufungskläger) mit einer – wahrscheinlich ge-
fälschten – Uhr übers Ohr zu hauen und er dies herausgefunden habe, habe 
B._____ ein persönliches Interesse daran, ihn zu belasten. Der Berufungskläger 
habe weder gegenüber B._____ noch gegenüber Dritten mit einer Geschwindig-
keitsübertretung geprahlt. Er habe Freunden und Bekannten lediglich mitgeteilt, 
dass er in ein Strafverfahren verwickelt sei, weil er und A._____ sich ähnlich 
sähen. Der Zeuge E._____ wurde vom Bezirksgericht Hinterrhein anlässlich der 
ersten Hauptverhandlung vom 3. März 2015 in Abwesenheit des Berufungsklägers 
– dieser soll zuerst in O.11_____ und anschliessend in O.12_____ seinen jeweili-
gen Flug verpasst haben –, aber im Einverständnis von dessen Rechtsvertreter 
einvernommen (vgl. Protokoll der Hauptverhandlung, VI act. 3/1), nachdem sich 
E._____ selbst beim Bezirksgericht Hinterrhein gemeldet hatte (VI act. 4/19). Dem 
Protokoll der Zeugeneinvernahme (VI act. 3/2) ist zu entnehmen, dass E._____ 
und der Berufungskläger einst Freunde waren, mittlerweile jedoch keinen Kontakt 
mehr haben. Die Aussagen von E._____ betreffen nicht direkt den Vorfall vom 5. 
September 2013, sondern das angebliche spätere Verhalten des Berufungsklä-
gers. Auf Vorhalt des Radarfotos (StA act. 3) gab er zu Protokoll, dieses Foto 
schon einmal gesehen zu haben. Der Berufungskläger habe es ihm gezeigt und 
es noch "lustig" gefunden, dass er auf diesem Foto sei. Er sei sich sicher, dass es 
sich beim Fahrer um den Berufungskläger handle. Der Berufungskläger habe ihm 
gesagt, er werde das Gericht für dumm verkaufen und das Verfahren allenfalls bis 
vor das Bundesgericht weiterziehen. Zudem habe er ihm gegenüber zugegeben, 
die Geschwindigkeitsüberschreitung begangen zu haben, und damit geblufft. Auf 
die Ergänzungsfrage des Verteidigers, wann sein Mandant ihm das Radarfoto ge-
zeigt habe, gab er sodann zur Antwort, es sei im 2014 gewesen. Er könne jedoch 
nicht mehr sagen, in welchem Monat (S. 4). Anschliessend stellte er ihm noch ei-

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nige Fragen im Zusammenhang mit dem Verkauf oder der Leihe einer angeblich 
gefälschten Uhr. Die darauf folgenden Antworten von E._____ fielen zu einem 
grossen Teil einsilbig aus und waren zu einem anderen Teil nur schwer verständ-
lich bzw. zusammenhanglos (vgl. S. 4 ff.). Insgesamt hinterlässt die betreffende 
Einvernahme einen etwas zwiespältigen Eindruck hinsichtlich der Seriosität des 
Zeugen und aufgrund seiner Aussagen ist in der Tat nicht auszuschliessen, dass 
seiner Motivation, gegen den Berufungskläger auszusagen, auch persönliche Be-
weggründe zugrunde liegen. Insofern sind die Aussagen von E._____ – soweit sie 
für die Beurteilung der vorliegenden Frage überhaupt wesentlich sind – mit Vor-
sicht zu würdigen und es kommt ihnen bestenfalls redundante Bedeutung zu. Ent-
sprechend stellt das Kantonsgericht im Rahmen der Beweiswürdigung auch nicht 
darauf ab. Fest steht aufgrund dieser Aussagen aber immerhin, dass der Beru-
fungskläger offenbar das Radarbild und die Tatsache, dass er in ein Strafverfah-
ren verwickelt ist, herumgeboten hat, was vom Berufungskläger anlässlich seiner 
Einvernahme bestätigt wurde (vgl. act. F.3 S. 5). Grundsätzlich ist denn auch nicht 
anzunehmen, dass E._____ trotz der Androhung von Art. 307 StGB alles frei er-
funden hat. Seine Aussage bildet deshalb ein weiteres, wenn auch für sich allein 
nicht entscheidrelevantes Indiz dafür, dass die vom Berufungskläger dargelegte 
Version nicht den Tatsachen entsprechen dürfte. Im Hinblick auf den Tatnachweis 
ist sie indessen nicht von Relevanz.

g. Nach dem Gesagten steht fest, dass es sich beim auf dem Radarbild abge-
lichteten Fahrzeuglenker um den Berufungskläger handelt und es folglich er war, 
der die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 41 km/h überschritten 
hat. Folglich ist der Berufungskläger wegen Verletzung von Art. 27 Abs. 1 SVG 
und Art. 32 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen.

h. Zutreffend und nicht zu beanstanden sind des Weiteren die Ausführungen 
der Vorinstanz betreffend Qualifikation des Verstosses als grobe Verkehrsregel-
verletzung (Art. 90 Abs. 2 SVG), weshalb in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 
darauf verwiesen werden kann (vgl. angefochtenes Urteil E. 4.1 f. S. 19 f.). Zu-
stimmung verdient insbesondere die Feststellung, dass es sich bei den Vorschrif-
ten betreffend Geschwindigkeit um grundlegende Verkehrsregeln handelt, deren 
Einhaltung für die Gewährung der Sicherheit des Strassenverkehrs von wesentli-
cher Bedeutung ist. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung begeht eine 
grobe Verkehrsregelverletzung, wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einer 
richtungsgetrennten Autobahn um 35 km/h oder mehr, auf einer nicht richtungs-
trennten Strasse ausserorts – wie dies vorliegend der Fall war – um mehr als 30 
km/h oder innerorts um mehr als 25 km/h überschreitet (Gerhard Fiolka, in: Niggli/ 

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Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, Basel 
2014, N 68 zu Art. 90 SVG mit Hinweisen; Hans Giger, SVG-Kommentar, 8. Aufl., 
Zürich 2014, N 27 zu Art. 32 SVG). Im vorliegenden Fall wurde der Berufungsklä-
ger bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit einer Geschwin-
digkeit von 127 km/h vom Radargerät erfasst. Nach Abzug der Toleranz von 6 
km/h beträgt die gefahrene Geschwindigkeit noch 121 km/h, was eine Überschrei-
tung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 41 km/h zur Folge hat. Im Lichte 
der erwähnten Rechtsprechung des Bundesgerichts machte sich der Berufungs-
kläger somit klar der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 27 Abs. 1 
SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig.

8. Mit Blick darauf, dass seitens der Verteidigung ein vollumfänglicher Frei-
spruch beantragt wurde, ist auch nicht zu beanstanden, dass sie von Ausführun-
gen zur Strafzumessung abgesehen hat. Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts ist nämlich grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn sich die 
Verteidigung, die ihren Hauptantrag auf Freispruch nicht mit Ausführungen über 
das Strafmass schwächen will (sog. Verteidigerdilemma), auf Ausführungen zum 
Schuldpunkt beschränkt und darauf verzichtet, in einem Eventualstandpunkt zur 
Strafzumessung Stellung zu nehmen. Dies gilt jedenfalls dann, wenn der Verzicht 
auf Ausführungen zum Strafpunkt für alle Verfahrensbeteiligten erkennbar auf ei-
ner durchdachten und klar umrissenen Verteidigungsstrategie beruht (vgl. hierzu 
Urteile des Bundesgerichts 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 2.5.2; 6B_172/2011 
vom 23. Dezember 2011 E. 1.3.2; 6B_100/2010 vom 22. April 2010 E. 3.1). Der 
Verteidiger wies in seinem mündlichen Plädoyer ausdrücklich darauf hin, dass in 
Absprache mit seinem Mandanten darauf verzichtet werde, Eventualanträge für 
den Fall eines allfälligen Schuldspruchs zu stellen (act. D.24 S. 10). Damit ist den 
Anforderungen des Bundesgerichts Genüge getan.

a. Das Bezirksgericht Hinterrhein bestrafte den Berufungskläger mit einer 
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 90.00. Eine Geldstrafe darf gemäss Art. 
34 Abs. 1 StGB höchstens 360 Tagessätze betragen. Die Höhe der Tagessätze 
wiederum beträgt maximal Fr. 3'000.-- (Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Bemessung der 
Geldstrafe erfolgt in zwei selbständigen Schritten, die strikte auseinander zu hal-
ten sind. Zunächst hat das Gericht die Anzahl der Tagessätze nach dem Ver-
schulden des Täters zu bestimmen (Art. 34 Abs. 1 StGB). Unter dem Begriff des 
Verschuldens ist das Mass an Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs zu verstehen; der 
Begriff bezieht sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der Straftat 
(BGE 134 IV 1 E. 5.3.3 S. 11) und ist damit das wesentliche Strafzumessungskri-
terium (BGE 127 IV 101 E. 2.a S. 103). Die Bewertung des Verschuldens wird in 

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Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der 
Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit 
des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt 
wird, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage 
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Neben dem Verschulden hat 
der Richter jedoch auch das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die 
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 
StGB). Im Anschluss daran hat er die Höhe des einzelnen Tagessatzes nach den 
persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters festzusetzen (Art. 34 
Abs. 2 StGB). Der Gesamtbetrag der Geldstrafe, die dem Verurteilten auferlegt 
wird, ergibt sich erst aus der Multiplikation von Zahl und Höhe der Tagessätze. 
Beide Faktoren sind im Urteil getrennt festzuhalten (Art. 34 Abs. 4 StGB). Das 
Verschulden des Berufungsklägers wiegt im Rahmen der begangenen Verkehrs-
regelverletzung mittelschwer, hat er doch durch seine massive Geschwindigkeits-
überschreitung die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer infolge seiner Unauf-
merksamkeit bzw. Rücksichtslosigkeit auf nicht unerhebliche Weise (abstrakt) ge-
fährdet. Zudem wirkt sich die ebenfalls wegen grober Verletzung der Verkehrsre-
geln im Jahr 2012 ausgesprochene Vorstrafe straferhöhend aus. Weitere Straf-
schärfungs-, Strafmilderungs- und Strafminderungsgründe sind nicht ersichtlich. 
Der Umstand, dass der Berufungskläger nicht geständig ist, ist nicht straferhöhend 
zu berücksichtigen, denn als Angeklagter ist er weder zur Wahrheit verpflichtet, 
noch muss er sich selbst belasten. Jedoch kann er unter diesen Umständen im 
Rahmen der Strafzumessung auch nicht mit besonderer Milde rechnen. Ange-
sichts dessen erscheint eine Anzahl von 60 Tagessätzen dem Verschulden des 
Berufungsklägers angemessen.

b. Bezüglich der Bemessung der Tagessatzhöhe hat das Bundesgericht in 
zwei Urteilen das korrekte Vorgehen aufgezeigt (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6 S. 68 ff.; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_476/2007 vom 29. März 2008 E. 3.4). Ausgangs-
punkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich 
an einem Tag zufliesst, und zwar unabhängig davon, aus welcher Quelle die Ein-
künfte stammen; massgeblich ist die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähig-
keit. Nach dem Nettoeinkommensprinzip ist indes bei den ermittelten Einkünften 
nur der Überschuss der Einnahmen über die damit verbundenen Aufwendungen 
zu berücksichtigen. Vom Einkommen ist daher abzuziehen, was gesetzlich ge-
schuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden 
Steuern, die Beiträge an die Sozialversicherungen und an die obligatorische Kran-
ken- und Unfallversicherung sowie die notwendigen Berufsauslagen beziehungs-

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weise bei Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten. 
Vom Nettoeinkommen abzuziehen sind sodann allfällige Familien- und Unterstüt-
zungspflichten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Für deren Be-
rechnung kann sich das Gericht weitgehend an den Grundsätzen des Familien-
rechts orientieren. Anderweitige finanzielle Lasten können nur im Rahmen der 
persönlichen Verhältnisse berücksichtigt werden. Dabei fallen grössere Zahlungs-
verpflichtungen des Täters, die schon unabhängig von der Tat bestanden haben 
(zum Beispiel Ratenzahlungen für Konsumgüter, Wohnkosten), grundsätzlich 
ebenso ausser Betracht wie Schuldverbindlichkeiten, die mittelbare oder unmittel-
bare Folge der Tat sind (Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen, Gerichts-
kosten usw.). Auch Hypothekarzinsen können, wie an sich Wohnkosten über-
haupt, in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. Aussergewöhnliche finanziel-
le Belastungen dagegen können reduzierend berücksichtigt werden, wenn sie ei-
nen situations- oder schicksalsbedingt höheren Finanzbedarf darstellen. Weiter 
nennt Art. 34 Abs. 2 StGB das Vermögen als Bemessungskriterium. Gemeint ist 
die Substanz des Vermögens, da dessen Ertrag bereits Einkommen darstellt. Das 
Vermögen ist bei der Bemessung des Tagessatzes von Bedeutung, wenn der 
Täter ohnehin von der Substanz des Vermögens lebt, und es bildet Bemessungs-
grundlage in dem Ausmass, in dem er es selbst für seinen Alltag anzehrt. 
Schliesslich ist bei der Bemessung des Tagessatzes das Existenzminimum zu 
berücksichtigen (Art. 34 Abs. 2 StGB; vgl. zum Ganzen BGE 134 IV 60 E. 5 f. S. 
65 ff. sowie das Urteil des Bundesgerichts 6B_476/2007 vom 29. März 2008 E. 3). 
Gestützt auf die anlässlich der von der Kantonspolizei Graubünden am 9. Oktober 
2013 durchgeführten Befragung zu den persönlichen Verhältnissen gemachten 
Aussagen des Berufungsklägers legte die Staatsanwaltschaft Graubünden ihrer 
Berechnung der Tagessatzhöhe monatliche bzw. jährliche Einkünfte des Beru-
fungsklägers in Höhe von Fr. 4'000.00 bzw. Fr. 48'000.00 zugrunde (StA act. 17 
und 24). Hiervon nahm sie zugunsten des unverheirateten Berufungsklägers 
zulässigerweise einen Pauschalabzug für Krankenkasse und Steuern von 25% vor 
(vgl. Annette Dolge, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 
3. Aufl., Basel 2013, N 60 zu Art. 34 StGB; vgl. auch Jürg Sollberger, Die neuen 
Strafen des Strafgesetzbuches in der Übersicht, in: Bänziger/Hubschmid/Sollber-
ger [Hrsg.], Zur Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts 
und zum neuen materiellen Jugendstrafrecht, 2. Aufl., Bern 2006, S. 43). Ausge-
hend von einem nunmehr massgeblichen Jahreseinkommen von Fr. 36'000.00 
ermittelte sie einen Tagessatz in Höhe von abgerundet Fr. 90.00, welcher von der 
Vorinstanz in der Folge übernommen wurde (vgl. angefochtenes Urteil E. 5.3.c S. 
24). Im Rahmen der Berufungsverhandlung gab der Berufungskläger zu Protokoll, 

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dass sich sein monatliches Einkommen auf etwa Fr. 5'000.00 bis Fr. 7'000.00 be-
laufe (vgl. act. F.3 S. 2), infolgedessen sein derzeitiges Jahreseinkommen in Tat 
und Wahrheit etwas höher ausfallen dürfte. Aufgrund des Verbots der reformatio in 
peius ist eine Erhöhung der für die Bestimmung der Tagessatzhöhe massgebli-
chen Leistungsfähigkeit im vom Berufungskläger initiierten Berufungsverfahren 
jedoch ausgeschlossen, sodass es mit dieser Feststellung sein Bewenden hat und 
die von der Vorinstanz ermittelte Tagessatzhöhe von Fr. 90.00 unverändert beste-
hen bleibt.

c. Als korrekt erweisen sich des Weiteren auch die vorinstanzlichen Aus-
führungen bezüglich der Gewährung des bedingten Strafvollzugs sowie der Be-
messung der Probezeit (angefochtener Entscheid E. 6.1 und 6.2). Darauf kann 
vollumfänglich verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).

d. Die Vorinstanz hat den Berufungskläger nebst der bedingten Geldstrafe für 
die von ihm begangenen Vergehen überdies mit einer Geldstrafe von Fr. 1'100.00 
bestraft. Eine bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB ver-
bunden werden (Verbindungsstrafe, Art. 42 Abs. 4 StGB). Die Bestimmung dient 
in erster Linie dazu, die sog. Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für 
Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Auf 
Massendelikte (namentlich im Bereich des SVG), die im untersten Bereich bloss 
mit Bussen geahndet werden, soll zusätzlich mit einer unbedingten Sanktion be-
gegnet werden können, wenn sie die Schwelle zum Vergehen überschreiten. Da-
durch soll die Möglichkeit geschaffen werden, eine spürbare Sanktion zu verhän-
gen. Insoweit verhilft Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer rechtsgleichen Sanktionierung 
und übernimmt auch Aufgaben der Generalprävention. Darüber hinaus erhöht die 
Strafenkombination ganz allgemein die Flexibilität des Gerichts bei der Auswahl 
der Strafart. Diese kommt in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Voll-
zug der Strafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der 
Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder Busse einen spürbaren Denk-
zettel verpassen will. Eine spezifische Legalprognose für die Verbindungsstrafe an 
sich ist aber nicht erforderlich (Roland M. Schneider/Roy Garré, in: 
Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013, N 
102 f. zu Art. 42 StGB; Urteil des Bundesgerichts 6B_412/2010 vom 19. August 
2010 E. 2.2). Aus der systematischen Einordnung von Art. 42 Abs. 4 StGB ergibt 
sich, dass das Hauptgewicht auf der bedingten Strafe liegt und die unbedingte 
Verbindungsstrafe nur untergeordnete Bedeutung hat (Schneider/Garré, a.a.O., N 
106 zu Art. 42 StGB). Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe 
gerecht zu werden, hat das Bundesgericht entschieden, die Obergrenze 

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grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20% festzulegen (BGE 135 IV 
188 E. 3.4.4 S. 191). Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung hält 
das Kantonsgericht eine Verbindungsbusse in Höhe von Fr. 1'100.00 für ange-
messen. Zudem reicht eine Verbindungsbusse in dieser Höhe aus, um dem Beru-
fungskläger die Ernsthaftigkeit der bedingten Geldstrafe vor Augen zu führen. Für 
den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der unbedingten Busse hat das Gericht 
gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB eine Ersatzfreiheitsstrafe auszusprechen, wobei 
dem Gericht ein weiter Ermessensspielraum zusteht. Da das Gericht bei einer 
Verbindungsbusse − wie im vorliegenden Fall − die wirtschaftliche Leistungsfähig-
keit des Täters bereits ermittelt hat, kann es die Tagessatzhöhe als Umrech-
nungsschlüssel verwenden (vgl. BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77). Dementsprechend 
wird die Ersatzfreiheitsstrafe auf elf Tage festgesetzt.

9. Nach den vorangegangenen Ausführungen erweist sich die Berufung in 
allen Punkten als unbegründet, was deren Abweisung zur Folge hat.

10. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Vorliegend 
ist der Berufungskläger mit seinem Antrag auf Freispruch von Schuld und Strafe 
nicht durchgedrungen und die Berufung wird vollumfänglich abgewiesen. Dem-
nach gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten des Berufungsklägers. 
Für Entscheide im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 
bis Fr. 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Kosten des vorliegenden Berufungsver-
fahrens werden auf Fr. 4'000.00 festgelegt.

Seite  30 — 31

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 
27 Abs. 1 SVG und Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 
SVG.

3. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 
90.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie mit ei-
ner Busse von Fr. 1'100.00, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 11 
Tagen bei schuldhafter Nichtbezahlung, bestraft.

4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft _____ vom 26. November 2012 
bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 80.00 
wird nicht widerrufen. Hingegen wird die Probezeit von zwei Jahren um ein 
Jahr verlängert.

5.a) Die Kosten des Verfahrens von Fr. 8'195.00 (Untersuchungsgebühren und 
Auslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden Fr. 1'195.00, Gerichtsge-
bühren Fr. 7'000.00) gehen zu Lasten von X._____.

   b) X._____ hat dem Bezirksgericht Hinterrhein folglich zu überweisen:

Busse CHF 1'100.00
Verfahrenskosten CHF 8'195.00
Total CHF 9'250.00

In Rechtskraft erwachsene Bussen und Verfahrenskosten sind innert 30 
Tagen auf das Konto CK 038.267.100, IBAN CH16 0077 4110 0382 6710 0, 
des Bezirksgerichts Hinterrhein bei der Graubündner Kantonalbank zu be-
zahlen.

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'000.00 gehen zu Lasten von 
X._____.

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 

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der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

8. Mitteilung an: