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**Case Identifier:** c577d310-0b45-556e-a038-ac7aa3c5017c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.04.2015 200 2014 772
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-772_2015-04-16.pdf

## Full Text

200 14 772 IV
LOU/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. April 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Juni 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 6. September 2010 (Eingang) unter Hinweis auf psy-
chische Probleme bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Die-
se erteilte Kostengutsprache für ein Arbeitstraining (AB 19, 30 f., 35) und 
gewährte für eine anschliessend aufgenommene temporäre Teilzeitarbeit 
(AB 39) Integrationsmassnahmen in Form eines persönlichen Supports am 
Arbeitsplatz (AB 44, 55). Nachdem sie zunächst eine mono- (AB 59.1) und 
später eine bidisziplinäre (AB 94.1) medizinische Begutachtung veranlasst 
hatte, ermittelte die IVB einen Invaliditätsgrad von 14 % und stellte dem 
Versicherten mit Vorbescheid vom 31. Januar 2014 (AB 100) die Abwei-
sung des Leistungsgesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in Aussicht. 
Nach erfolgtem Einwand (AB 103, 106, 109) und Rückfragen beim Regio-
nalen Ärztlichen Dienst (RAD; AB 108, 111) verneinte sie mit Verfügung 
vom 20. Juni 2014 (AB 116) entsprechend dem Vorbescheid einen Ren-
tenanspruch.

B.

Mit Eingabe vom 22. August 2014 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Fürsprecher B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und die Sache zur weiteren Ab-
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. September 2014 schloss die Be-
schwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Nachdem Fürsprecher B.________ am 30. September 2014 aufforde-
rungsgemäss seine Kostennote eingereicht hatte, notifizierte er dem Ge-
richt am 12. März 2015 die Auflösung seines Mandats.

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Am 18. und 30. März 2015 überbrachte der Beschwerdeführer dem Gericht 
handschriftliche Eingaben und legte weitere Unterlagen ins Recht (Akten 
des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilagen [BB] 3-20).

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Juni 2014 
(AB 116). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Die behandelnde Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, führte im undatierten (am 7. Dezember 2010 bei 
der Beschwerdegegnerin eingelangten) Bericht (AB 16) als seit Jahren be-
stehende Diagnosen eine schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 
F60.1), eine depressive Verstimmung (ICD-10: F33.1) sowie ein ADS 
(Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) auf. Sie attestierte Arbeitsunfähigkeits-
grade von 40 % ab 13. Januar 2010, 100 % ab 14. März 2010 und 30 % ab 
1. Juli 2010 bis auf weiteres (vgl. auch AB 9, 27).

Im Verlaufsbericht vom 14. Oktober 2011 (AB 41) ging Dr. med. 
C.________ diagnostisch neu von einer atypischen Psychose (ICD-10: 
F28) aus, beschrieb einen seit einigen Monaten verschlechterten Gesund-
heitszustand und bescheinigte ab 1. Mai 2011 und bis auf weiteres eine 
50%ige Arbeitsunfähigkeit. 

3.1.2 Auf Empfehlung des RAD (AB 46) wurde der Beschwerdeführer 
durch Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH sowie Allgemeine Innere Medizin FMH, exploriert. Im Gutachten vom 
4. Juli 2012 (AB 59.1 [vgl. auch AB 60]) vermerkte er als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine schizoide Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10: F60.1), eine gegenwärtig leichte Episode einer rezidivierenden 

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depressiven Störung (ICD-10: F33.0) sowie als Differentialdiagnose eine 
atypische Psychose mit Verdacht auf eine Negativsymptomatik (ICD-10: 
F28). Die Differentialdiagnose begründete er mit der schleichenden Zu-
nahme des Rückzugs und der allgemeinen Gleichgültigkeit, nach Rück-
sprache mit Dr. med. C.________ zeige und bestätige sich die atypische 
Psychose im Verlauf der Therapie immer mehr. Er attestierte sowohl für die 
angestammte als auch für eine Verweisungstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 
von 50 % mit einer zusätzlichen (schwankenden) Leistungseinschränkung 
zwischen 50 % und 100 %. Er erachtete eine psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung als sinnvoll und stellte eine eher verhal-
tende Prognose.

3.1.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Infektiologie FMH sowie Allge-
meine Innere Medizin FMH, berichtete am 13. September 2012, der Be-
schwerdeführer habe ihn erstmals am 19. März 2012 konsultiert und dabei 
über eine im Vordergrund stehende Ermüdbarkeit und eine generalisierte 
Erschöpfung seit einem Zeckenstich im Jahr 1999 geklagt. Als Diagnosen 
hielt der Arzt einen Verdacht auf eine Neuroborreliose nach Erythema 
chronicum migrans im Jahr 1999, eine Anpassungsstörung (Differentialdia-
gnose Schizophrenie mit Minus-Symptomatik) sowie rezidivierende Go-
nitiden fest. Er gab an, bezüglich der Neuroborreliose sei eine intravenöse 
Rocephin-Therapie (Breitbandantibiotikum) durchgeführt worden, nachdem 
im Liquor Antikörper festgestellt worden seien. Aufgrund mangelnder Kon-
zentrationsfähigkeit, generalisierter Müdigkeit und rascher Erschöpfbarkeit 
könnten komplexe intellektuelle Arbeiten nicht mehr durchgeführt werden, 
die Arbeitsdauer sei deutlich limitiert. Seit zirka zweieinhalb Jahren bestehe 
im angestammten Beruf eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit mit einer um 50 % 
bis 75 % verminderten Leistungsfähigkeit (AB 68).

Gegenüber der SUVA, die gestützt auf eine Unfallmeldung des Beschwer-
deführers vom 4. November 2012 (BB 4) bezüglich des geltend gemachten 
Zeckenstichs Abklärungen traf, vertrat Dr. med. E.________ am 21. März 
2013 (BB 6) die Meinung, dass weder eine Neuroborreliose noch ein Post-
Lyme-Syndrom vorliege.

3.1.4 Nachdem gestützt auf seine Empfehlung (AB 74) ein nephrologi-
scher Bericht des Spitals F.________ vom 21. November 2012 (AB 76) 

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eingeholt worden war, erachtete der RAD-Arzt Dr. med. G.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in seiner Stellungnahme 
vom 21. März 2013 (AB 77) zur Beurteilung der Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit sowie zur Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils eine psychiatri-
sche bzw. neuropsychologische Begutachtung für angezeigt.

3.1.5 In der Folge komplettierte die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf 
die bidisziplinäre Begutachtung die Akten mit Laborberichten über Untersu-
chungen vom Januar, Mai und Juni 2013, die im Auftrag von Dr. med. 
H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, erstellt wurden 
und einen positiven serologischen Befund bezüglich Borrelien-Antikörper 
(Immunglobulin G), jedoch keinen Hinweis auf eine Neuroborreliose im 
Liquor zeigten (AB 88).

3.1.6 Im Bericht der Abteilung Arbeitsmedizin der SUVA vom 15. Mai 
2013 (BB 11) diagnostizierte Dr. med. I.________, Facharzt für Arbeitsme-
dizin, einen Status nach Borreliose Stadium 1 im Jahr 2001 sowie ein da-
von unabhängiges Adynamie-Syndrom. Er erklärte, die Infektion habe zwar 
zu einer Borreliose des Stadiums 1, nicht aber zu einer Neuroborreliose 
geführt. Die nunmehr geklagten psychodynamischen Beschwerden sowie 
die Leistungsminderung könnten nicht auf eine Infektion mit Borrelien 
zurückgeführt werden.

3.1.7 Am 14. Oktober 2013 wurde der Beschwerdeführer durch Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sowie 
lic. phil. K.________, Neuropsychologe, exploriert. In der entsprechenden 
Expertise der MEDAS L.________ (fortan MEDAS L.________) vom 
21. November 2013 (AB 94.1) wurde auf unauffällige neuropsychologische 
Testresultate hingewiesen, als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.1) auf-
geführt und eine seit März 2010 für die angestammte oder eine Verwei-
sungstätigkeit bestehende uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit mit 20%iger 
Leistungsminderung attestiert. 

3.1.8 Dr. med. C.________ äusserte sich im Auftrag der damaligen 
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 28. Februar 2014 zum ME-
DAS-Gutachten, hielt an den von ihr bisher gestellten Diagnosen bzw. be-

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scheinigten Arbeitsunfähigkeitsgraden fest und ging von einer im letzten 
Jahr eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus 
(AB 106).

3.1.9 Am 5. März 2014 äusserte sich Dr. med. H.________ dahingehend, 
dass die im Jahr 2000 durchgemachte Lyme-Borreliose damals spontan 
ausgeheilt sei, eine Neuroborreliose nicht diagnostiziert werden könne und 
das Vorliegen eines Post-Lyme-Syndroms zwar möglich, nicht aber über-
wiegend wahrscheinlich sei (BB 18).

3.1.10 Dr. med. G.________ vertrat am 30. April 2014 die Auffassung, 
dass auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne (AB 108). Daran 
hielt er in seiner Stellungnahme vom 26. Mai 2014 (AB 111) fest, nachdem 
Dr. med. D.________ am 4. Mai 2014 gegenüber der damaligen Rechts-
vertretung des Beschwerdeführers seine frühere Beurteilung bestätigt bzw. 
diagnostisch eine Schizophrenia simplex (ICD-10: F20.6) in Betracht gezo-
gen hatte (AB 109).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

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3.2.2 Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Sache des 
(begutachtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 
beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung 
unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu 
erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte 
nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. 
Vielmehr nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt 
eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 
begründet. Schliesslich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige 
Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche 
Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können. Nötigenfalls 
sind, in Ergänzung der medizinischen Unterlagen, für die Ermittlung des 
erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens die Fachpersonen der 
beruflichen Integration und Berufsberatung einzuschalten (BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195).

3.3 Was den somatischen Gesundheitszustand anbelangt, ergeben sich 
aus der medizinischen Aktenlage für den hier massgebenden Zeitraum 
sechs Monate vor der Anmeldung vom September 2010 (AB 2; Art. 28 
Abs. 1 lit. b bzw. Art. 29 IVG) bis zur angefochtenen Verfügung vom 
20. Juni 2014 (AB 116; BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140) keine Anhaltspunkte 
für eine relevante Einschränkung der medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit. Vorab zeigten die nephrologischen Abklärungen im Spital 
F.________ keine pathologischen Befunde (AB 76). Des Weiteren wurden 
weder im Zusammenhang mit dem intermittierenden Lumbovertebral-
Syndrom mit linksseitigen Hüftschmerzen (AB 76/2), noch mit den 
rezidivierenden Gonitiden (AB 68/2 Ziff. 1.1) ärztlicherseits funktionelle 

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Beeinträchtigungen postuliert. Ohnehin ist dokumentiert, dass die 
beidseitigen Kniebeschwerden anamnestisch bereits im Jahr 2004 
auftraten (BB 7, 17) und den Beschwerdeführer damals an der weiteren 
Ausübung seiner Arbeitstätigkeit nicht hinderten. Schliesslich sind die Dres. 
med. E.________, H.________ und I.________ mit nachvollziehbaren Ar-
gumenten einhellig der Auffassung, dass die geklagten Beschwerden nicht 
überwiegend wahrscheinlich auf eine Neuroborreliose (oder ein Post-Lyme-
Syndrom) zurückzuführen sind (BB 6, 11, 18). Dass der Beschwerdeführer 
die aktuelle Symptomatik auf die unbestritten früher durchgemachte Borre-
liose zurückführt und einen neurologischen Abklärungsbedarf sieht (vgl. 
Eingabe des Beschwerdeführers vom 30. März 2015; BB 3, 5), vermag 
daran nichts zu ändern. Ein organisches Korrelat für die geklagten Be-
schwerden ist medizinisch nicht ausgewiesen. Mit dem RAD-Arzt Dr. med. 
G.________ (AB 77/3 Ziff. 2) ist folglich davon auszugehen, dass sich wei-
tere Sachverhaltserhebungen in Bezug auf die somatische Situation erübri-
gen (sog. antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]).

3.4 In psychiatrischer/neuropsychologischer Hinsicht stützte sich die 
Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 20. Juni 2014 (AB 116) auf das 
bidisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 21. November 2013 (AB 94.1). Diese 
Expertise erfüllt die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen 
(vgl. E. 3.2 hievor) und erbringt damit vollen Beweis. Zwar wurden im 
Beschwerdeverfahren zusätzliche medizinische Berichte ins Recht gelegt, 
die den Gutachtern offenbar nicht vorlagen (BB 6-8, 11-18), diese betreffen 
jedoch den hier nicht relevanten (vgl. E. 3.3 hievor) somatischen 
Gesundheitszustand. Der von lic. phil. K.________ in der Anamnese 
zitierte (AB 94.1/13 Ziff. 4.1) sowie auch von Dr. med. I.________ erwähnte 
(BB 11/1) Bericht über die neuropsychologische Untersuchung im Spital 
F.________ vom 9. Oktober 2012 befindet sich – soweit ersichtlich – nicht 
in den Akten der Beschwerdegegnerin, dessen Inhalt war dem 
neuropsychologischen Gutachter indes bekannt. Jedenfalls konnten sich 
die MEDAS-Experten aufgrund der Unterlagen sowie den klinischen 
Explorationsgesprächen und testpsychologischen Untersuchungen ein 
insgesamt lückenloses Bild verschaffen, womit sich auch die Edition der 
vollständigen SUVA-Akten erübrigt. Anhaltspunkte für die 
beschwerdeweise vorgebrachte Rüge, die MEDAS-Gutachter hätten sich 

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nicht eingehend mit der Anamnese auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen beruhten auf einer unvollständigen Datenlage (vgl. 
Beschwerde S. 4 Ziff. III Ziff. 3 Lemma 1), bestehen nicht.

3.4.1 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. J.________ diagnostizierte 
(einzig) eine schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.1), was mit den 
initialen Feststellungen der behandelnden Psychiaterin (AB 16/2 Ziff. 1.1) 
bzw. mit der Beurteilung von Dr. med. D.________ (AB 59.1/17 Ziff. 3.1) 
korreliert. Hingegen konnte er weder ein depressives Geschehen noch die 
Diagnose einer atypischen Psychose bestätigen. Er setzte sich dabei 
eingehend und überzeugend mit den divergierenden Einschätzungen des 
Vorgutachters Dr. med. D.________ sowie von Dr. med. C.________ 
auseinander (AB 94.1/11 f. Ziff. 3.4, 94.1/13 Ziff. 3.8). Bezüglich der von 
der Letzteren postulierten (AB 41) und vom Ersteren als 
Differentialdiagnose in Betracht gezogenen (AB 59.1/17 lit. A Ziff. 3.1, 
59.1/20 lit. B) atypischen Psychose fand Dr. med. J.________ keinen 
Hinweis für ein eigentliches psychotisches Geschehen (AB 94.1/12 Ziff. 3.4 
und 3.8). Vielmehr befragte er den Exploranden explizit nach 
Halluzinationen, Wahnvorstellungen sowie Beeinträchtigungsideen und 
stellte fest, dass dieser einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu 
seiner Person habe (AB 94.1/11 f. Ziff. 3.2 und 3.4). Auch Dr. med. 
D.________ stellte keine akuten psychotischen Symptome fest, sondern 
verwies lediglich auf eine anamnestisch von Dr. med. C.________ einmalig 
vermerkte wahnhafte Reaktion; er begründete die Differentialdiagnose 
bloss mit einer schleichenden Zunahme des (sozialen) Rückzugs und der 
allgemeinen Gleichgültigkeit (AB 59.1/20 lit. B). 

3.4.2 Das von Dr. med. J.________ festgestellte Fehlen von Hinweisen 
für eine eigentliche depressive Störung ist mit Blick auf den erhobenen 
Psychostatus ebenfalls nachvollziehbar. Es ist im Übrigen augenfällig, dass 
Dr. med. C.________ diesbezüglich vage blieb, ging sie doch bloss von 
einer depressiven Verstimmung aus, verwendete im Widerspruch dazu 
aber den Diagnose-Code (ICD-10: F33.1) für eine gegenwärtig mittelgrade 
Episode einer rezidivierenden depressiven Störung (AB 16/2 Ziff. 1.1; vgl. 
auch AB 41/1 Ziff. 2). Dr. med. D.________ fand anhand der Hamilton-
Skala (HAMD; vgl. ROLF-DIETER STIEGLITZ, Diagnostik und Klassifikation in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 12

der Psychiatrie, 2008, S. 72 f.) – entsprechend der Selbstbeurteilung des 
Exploranden im Beck-Depressions-Inventar (BDI; DIETER STIEGLITZ, a.a.O.) 
– Hinweise für eine lediglich leicht ausgeprägte depressive Symptomatik 
(AB 59.1/16 Ziff. 2.2). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, 
dass selbst mittelgradig ausgeprägte Episoden praxisgemäss regelmässig 
nicht invalidisierend wirken (vgl. Entscheid des BGer vom 26. Juni 2014, 
8C_104/2014, E. 3.3.4). So hat die Frage, ob eine rezidivierende 
depressive Störung anzunehmen ist, für den Beschwerdeführer nach 
eigener Darstellung denn auch eine untergeordnete Bedeutung (vgl. 
Beschwerde S. 6 Ziff. III Ziff. 3 Lemma 4). 

3.4.3 Dr. med. J.________ interpretierte die geklagte Müdigkeit im 
Rahmen der Persönlichkeitsstörung und berücksichtigte bei der Beurteilung 
der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit richtigerweise auch die 
aktive Gestaltung des Alltags, während die Dres. med. D.________ und 
C.________ sich hauptsächlich an den subjektiven Angaben des 
Beschwerdeführers und dem von ihm während des Arbeitstrainings in der 
Abklärungsstelle M.________ (AB 30), faktisch präsentierten 
Leistungsvermögen zu orientieren schienen. So gab die behandelnde 
Psychiaterin beispielsweise an, die Abklärung in der Abklärungsstelle 
M.________ habe ergeben, dass der Beschwerdeführer zu 50 % auf 
seinem angestammten Beruf «erwerbsfähig» (richtig wohl: arbeitsfähig) sei 
(AB 41/4 ad Ziff. 2; vgl. auch AB 406/6 ad Ziff. 5) und Dr. med. D.________ 
wies auf den Umstand hin, dass der Beschwerdeführer unpünktlich wurde, 
sobald während des Arbeitstrainings das Arbeitspensum (über 50 %) 
gesteigert werden sollte (AB 59.1/22 lit. C Ziff. 2), woraus er offenbar auf 
eine entsprechende Limitierung schloss. Zwar darf den Ergebnissen leis-
tungsorientierter beruflicher Abklärungen nicht jegliche Aussagekraft für die 
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden, es obliegt aber 
in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin, den Gesundheitsschaden zu 
beurteilen und zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit Stellung zu 
nehmen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 2008, 
9C_833/2007, E. 3.3.2). Dies haben hier weder Dr. med. D.________ noch 
Dr. med. C.________ getan.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 13

3.4.4 Die seitens der Dres. med. D.________ und C.________ am 
MEDAS-Gutachten erhobene Kritik verfängt nicht. Inwiefern das 
Vorherrschen von Negativsymptomen bei nur sehr diskreten 
Positivsymptomen am ehesten mit der Diagnose einer atypischen 
Psychose vereinbar sein soll (AB 106/5), erläuterte Dr. med. C.________ 
nicht näher und ist auch nicht einleuchtend, da unter diese 
Residualkategorie Fälle subsumiert werden, in denen psychotische 
Symptome – mithin Positivsymptome – bestehen, wobei aber die 
diagnostischen Kriterien für andere psychische Störungen nicht erfüllt 
werden (vgl. MICHAEL DIETRICH, Handbuch Psychologie & Seelsorge, 6. 
Aufl. 2000, S. 354; vgl. zum Begriff der Positiv- bzw. Plus-Symptome: 
JOSEF BÄUML, Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, 2005, 
S. 14; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, S. 1716). 
Auch die diagnostischen Leitlinien stützen die Argumentation der 
Psychiaterin nicht, zumal sie die unspezifische Klassifikation F28 der ICD-
10 (sonstige nichtorganische psychotische Störungen; vgl. DILLING/MOM-
BOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen: 
ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 155) 
verwendete (AB 41/1 Ziff. 2). Ohnehin ist die genaue diagnostische 
Zuordnung bzw. Pathoätiologie für die Ermittlung des Invaliditätsgrades 
nicht entscheidend, sondern primär der Grad der Arbeits(un)fähigkeit (vgl. 
Entscheid des BGer vom 12. Juni 2013, 9C_166/2013, E. 4.2.2), welche 
Dr. med. C.________ auf 50 % ab Mai 2011 festsetzte (AB 41/1 Ziff. 5, 
106/6 ad Ziff. 5). Sie vermochte diesbezüglich aber nicht überzeugend 
darzutun, weshalb die im MEDAS-Gutachten attestierte 20%ige 
Einschränkung nicht zutreffend sein soll und benannte auch keine 
wesentlichen Aspekte, die im Rahmen der bidisziplinären 
Administrativbegutachtung unerkannt oder unberücksichtigt geblieben 
wären (vgl. SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Allein aus dem Umstand, 
dass Dr. med. J.________ – anders als Dr. med. C.________ (AB 106/5 ad 
Ziff. 2) – nicht explizit von einer Exazerbation bzw. einem «Knick in der 
Lebenskurve» ausging, lässt sich nicht darauf schliessen, er sei von einer 
unzutreffenden Anamnese ausgegangen bzw. habe den dokumentierten 
Gesundheitsverlauf zu wenig gewürdigt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 14

Auch die abweichende Auffassung des Vorgutachters Dr. med. 
D.________ ist nicht geeignet, den Beweiswert der MEDAS-Expertise vom 
21. November 2013 (AB 94.1) zu erschüttern. Einerseits setzte sich Dr. 
med. J.________ mit dessen Einschätzungen aus dem Jahr 2012 
(AB 59.1) auseinander (AB 94.1/11 f. Ziff. 3.4, 94.1/13 Ziff. 3.8), 
andererseits kann auf die Stellungnahme von Dr. med. D.________ vom 4. 
Mai 2014 (AB 109) nicht abgestellt werden, was auch Dr. med. 
G.________ am 26. Mai 2014 aufzeigte (AB 111). Dr. med. D.________ 
diagnostizierte – ohne neuerliche klinische Exploration und zwei Jahre 
nach der Begutachtung – neu eine Schizophrenia simplex (ICD-10: F20.6), 
eine Diagnosestellung, von der die diagnostischen Leitlinien explizit 
abraten (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], a.a.O., S. 138). Die übri-
gen allein gestützt auf die Akten vorgebrachten Einwände basieren teilwei-
se auf blossen Vermutungen (angebliche Unterstellung eines sekundären 
Krankheitsgewinns [AB 109/3 Ziff. 1 lit. b]) und sind nicht stichhaltig. Soweit 
der Beschwerdeführer aus den Ausführungen von Dr. med. D.________ 
ableitet, die MEDAS-Gutachter suggerierten ein willentliches «Täuschen-
Wollen» (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. III Ziff. 4 Lemma 2), kann ihm schon 
deshalb nicht gefolgt werden, weil diese – auch anlässlich der testpsycho-
logischen Untersuchung – keine Aggravation feststellten. Zwar könnte vor-
derhand tatsächlich nicht restlos klar sein, wie die im MEDAS-Gutachten 
bescheinigte 20%ige Einschränkung zu verstehen ist (AB 109/4 f. Ziff. 5), 
da die Müdigkeit sich sowohl im Sinne einer Unpünktlichkeit auf die Prä-
senzzeit als auch allgemein auf die Leistungsfähigkeit auswirken könnte. 
Aus den Ausführungen von Dr. med. J.________ ergibt sich jedoch, dass 
es dem Exploranden – wie früher – weiterhin zumutbar ist, ganztags zu 
arbeiten und sich die Einschränkung auf die Leistungsfähigkeit bezieht 
(AB 94.1/12 Ziff. 3.5, 94.1/17 Ziff. 6). Selbst wenn die durch eine mitunter 
unpünktliche Arbeitsaufnahme fehlende Präsenzzeit nicht (arbeitsorganisa-
torisch oder durch eine sog. Zeitautonomie des Arbeitnehmers) durch einen 
späteren Feierabend kompensiert werden könnte, hätte dies keinen Ein-
fluss auf die Invaliditätsbemessung, da das Rendement gesamthaft unbe-
sehen davon, ob die Reduktion die Arbeitszeit oder die Leistungsfähigkeit 
beschlägt, um 20 % reduziert ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 15

4.

4.1 Nach dem vorstehend Dargelegten ist gestützt auf die 
beweiskräftige MEDAS-Expertise vom 21. November 2013 (AB 94.1) in 
tatsächlicher Hinsicht eine seit März 2010 bestehende medizinisch-
theoretisch uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit mit 20%iger 
Leistungsminderung sowohl für die angestammte als auch eine 
Verweisungstätigkeit erstellt. 

4.2 Bei dieser Ausgangslage resultiert aus dem von der 
Beschwerdegegnerin durchgeführten Einkommensvergleich (vgl. BGE 128 
V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136) ein rentenausschliessender (vgl. 
E. 2.3 hievor) Invaliditätsgrad von 14 % (AB 116/2). Die Invaliditätsbemes-
sung wurde beschwerdeweise nicht gerügt und die erwerblichen Faktoren 
geben auch zu keinen Beanstandungen Anlass. Insbesondere stützte sich 
die Verwaltung für das Valideneinkommen richtigerweise auf den im Jahr 
2010 tatsächlich erzielten Bruttolohn (AB 12/2 Ziff. 12 und 20; vgl. BGE 139 
V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325) und zog für das Invalidenein-
kommen zulässigerweise die branchenspezifischen statistischen Werte der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung heran (BGE 139 V 592 E. 2.3 
S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1), wobei sich kein zusätzlicher 
leidensbedingter Abzug (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1) rechtfertigte (vgl. SVR 2011 IV 
Nr. 31 S. 90 E. 4.3.2). 

Die Beschwerdegegnerin verneinte in der Verfügung vom 20. Juni 2010 
(AB 116) einen Rentenanspruch folglich zu Recht, womit sich die dagegen 
am 22. August 2014 erhobene Beschwerde als unbegründet erweist und 
abzuweisen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 16

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Eine Kopie der Eingabe vom 30. März 2015 samt Beilagen (BB 3-20) 
geht an die Beschwerdegegnerin.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. April 2015, IV/14/772, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.