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**Case Identifier:** 3e27b19b-562d-5529-8445-05df6f4e85e5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2017 A-3480/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-3480-2016_2017-06-08.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 28.03.2019 (1C_417/2017) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-3480/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  J u n i  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Jürg Steiger, Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiber Ivo Hartmann. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,  

3. C._______,  

alle vertreten durch Caspar Baader, Advokat,  

Baader Rechtsanwälte,  

Ochsengasse 19/21, 4460 Gelterkinden,  

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 
 

Swissgrid AG,  

Werkstrasse 12, 5080 Laufenburg,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Pascal Leumann,  

LEXPARTNERS.MCS,  

Kirchplatz 16, Postfach 916, 4132 Muttenz,  

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidg. Schätzungskommission Kreis 7,   

c/o Herr Dr. Manfred Bayerdörfer, Präsident,   

Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal,   

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Erneuerung der befristeten Durchleitungsrechte für die 

220/380 kV-Leitung Lachmatt-Gösgen; Bewilligung abge-

kürztes Verfahren. 

 

 

 

A-3480/2016 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Plangenehmigung vom 22. Juli 1965 des Eidgenössischen Starkstrom-

inspektorats (ESTI) wurde der Aare-Tessin AG für Elektrizität (nachfolgend: 

ATEL) der Umbau der bisherigen 150 kV-Hochspannungsfreileitung Gös-

gen-Bottmingen zu einer 220/380 kV-Hochspannungsfreileitung auf der 

Teilstrecke Wissbrunnen-Froloo bewilligt (nachfolgend: Hochspannungs-

leitung). 

Die Hochspannungsleitung führt in Ost-West-Richtung über das ehemalige 

Grundstück Nr. (… [nachfolgend: I), Grundbuch (…). Der untere, östliche 

Bereich der Parzelle war bereits im Zeitpunkt der Erstellung der Hochspan-

nungsleitung bewaldet und ist es auch heute noch. 

B.  

Am 14. Juli 1967 bewilligte der Präsident der Eidgenössischen Schät-

zungskommission (damals Kreis IV; nachfolgend: ESchK) der ATEL die 

vorzeitige Besitzeinweisung. Daraufhin wurde das Grundstück Nr. I, Grund-

buch (…), am 5. Februar 1968 für den Seilzug in Anspruch genommen.  

C.  

Mit Teilzonenplan vom 2. Januar 1968 wurde die Parzelle Nr. I – mit Aus-

nahme des bewaldeten Bereichs und des östlich davon befindlichen Land-

streifens – in die Wohnzone W2 eingezont.  

D.  

Mit Urteil vom 30. Juli 1971 ermächtigte die ESchK die ATEL gemäss dem 

Enteignungsplan über das Grundstück Nr. I für die Dauer von 50 Jahren 

eine Hochspannungsleitung zu führen. Zugleich wurde entlang des Lei-

tungstrasses inkl. eines Sicherheitsabstands, jedoch unter Ausschluss des 

Wald- und Waldschutzzonenareals (vgl. oben Bst. A), zugunsten der ATEL 

und zulasten des Grundstücks Nr. I ein Bauverbotsservitut errichtet und im 

Grundbuch eingetragen.  

E.  

Zwischenzeitlich wurde das Grundstück Nr. I durch die Erstellung der (…)-

Strasse sowie durch Abparzellierung der beiden östlich von dieser Strasse 

befindlichen Grundstücke Nrn. (… [nachfolgend: II]) und (… [nachfolgend: 

III]) verkleinert. Die Hochspannungsleitung führt über sämtliche dieser 

Grundstücke. In der Folge wurde das auf dem Grundstück Nr. I lastende 

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Bauverbotsservitut auf die Parzelle Nr. III übertragen. Dort, wo die Hoch-

spannungsleitung hingegen das Grundstück Nr. II überspannt, ist dieses 

beinahe vollständig bewaldet und deshalb nicht mit einem Bauverbotsser-

vitut belegt worden (vgl. oben Bst. D.). 

F.  

Mit Plangenehmigungsverfügung vom 5. September 1994 wurde der ATEL 

die Anpassung eines 220 kV-Stranges der Hochspannungsleitung zur Er-

höhung der Spannung auf 380 kV sowie der Ersatz des Erdseils durch ein 

Nachrichtenseil mit eingebauten Lichtwellenleitern bewilligt. 

G.  

Zu Beginn des Jahres 2013 wurde die Hochspannungsleitung auf die 

Swissgrid AG übertragen. Sie bildet infolgedessen Teil des nationalen 

Übertragungsnetzes.  

H.  

Um den Weiterbestand der Hochspannungsleitung zu sichern, versuchte 

die Swissgrid AG, die auf 50 Jahre befristeten Dienstbarkeitsrechte zu er-

neuern und unterbreitete den drei Eigentümerinnen der Grundstücke Nr. I, 

II und III, A._______, B._______ und C._______, eine Vertragsofferte für 

einen Dienstbarkeitsvertrag (vgl. bf-act. 14 und 15). Dieses Angebot sah 

vor, dass der Swissgrid AG per 1. August 2014 und für die Dauer von 

25 Jahren das Recht für den Betrieb und Weiterbestand einer bestehenden 

elektrischen Freileitung (Hochspannungsleitung) eingeräumt wird. Zudem 

sollten die Grundeigentümerinnen der Swissgrid AG unter anderem das 

Recht gewähren, die Freileitung auch für die Durchleitung von Daten Dritter 

zu nutzen. Im Vertrag wurde angegeben, dass die Hochspannungsleitung 

hierfür bereits seit Dezember 1997 vermietet werde. 

I.  

Nachdem ein freihändiger Erwerb der Rechte scheiterte, gelangte die 

Swissgrid AG am 9. März 2016 an den Präsidenten der Eidgenössischen 

Schätzungskommission Kreis 7 (nachfolgend ebenfalls: ESchK) und er-

suchte um Bewilligung des abgekürzten Enteignungsverfahrens zur Erneu-

erung der bestehenden, befristeten Leitungsdienstbarkeiten. 

J.  

Mit Verfügung vom 29. April 2016 bewilligte der Präsident der ESchK das 

abgekürzte Enteignungsverfahren (Dispositiv-Ziff. 1) und erlaubte der 

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Swissgrid AG die öffentliche Planauflage durch eine persönliche Anzeige 

an die Betroffenen zu ersetzen. 

K.  

Am 3. Mai 2016 schickte die Swissgrid AG den drei Eigentümerinnen der 

Grundstücke Nrn. I, II und III die persönliche Anzeige. Sie führte aus, dass 

sie das Recht für den Betrieb und Weiterbestand der bestehenden elektri-

schen Hochspannungsleitung benötige, da die Überleitungs- rechte im Ur-

teil der ESchK vom 30. Juli 1971 auf 50 Jahre befristet worden seien. Im 

Einzelnen forderte sie die Einräumung der folgenden Rechte:  

"Der jeweilige Grundeigentümer der belasteten Grundstücke räumt für 

sich und seine Rechtsnachfolger der Netzgesellschaft und deren Rechts-

nachfolgern oder Mitbeteiligten das Recht ein, die über die belasteten 

Grundstücke führende, der Übertragung elektrischer Energie dienende 

Freileitung samt Zusatzeinrichtungen und Nebenanlagen wie Leitungs-

masten, Fundamente und dergleichen weiter zu führen und zu betreiben. 

Die Netzgesellschaft ist berechtigt, die bestehende bzw. die zu erstellende 

Freileitung zu erweitern, umzubauen oder auf der gleichen Trasse durch 

eine neue Leitung zu ersetzen.  

(…) 

Der Grundeigentümer erteilt die vorstehend umschriebenen Rechte der 

Netzgesellschaft auf die Dauer des Bestandes der Freileitung bzw. eines 

allfälligen Ersatzes derselben. Diese Dienstbarkeit ist übertragbar." 

L.  

Gegen die Verfügung des Präsidenten der ESchK vom 29. April 2016 er-

heben A._______, B._______ und C._______ (nachfolgend: Beschwerde-

führerinnen) am 30. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Sie verlangen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung (Ziff. 1) 

und sinngemäss die Überweisung des Gesuchs der Swissgrid AG an das 

Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) zur Durchführung eines 

Plangenehmigungsverfahrens (Ziff. 2). Eventuell sei anstelle des Plange-

nehmigungsverfahrens das ordentliche Enteignungsverfahren durchzufüh-

ren (Ziff. 3). Schliesslich sei festzustellen, dass der Beschwerde aufschie-

bende Wirkung zukomme (Ziff. 4). Sie machen im Wesentlichen geltend, 

dass die Hochspannungsleitung seit Dezember 1997 für die Durchleitung 

von Daten Dritter mitbenutzt werde und sich dadurch deren Zweck geän-

dert habe. Zudem seien die bestehenden Überleitungsrechte abgelaufen 

und die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich seit dem Bau und Betrieb 

der Hochspannungsleitung verändert. Aus diesen Gründen sei nicht das 

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abgekürzte Enteignungsverfahren, sondern ein Plangenehmigungsverfah-

ren durchzuführen.  

M.  

Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2016 beantragt die Swissgrid AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin), auf die Beschwerde sei nicht einzu-

treten; eventuell sei sie abzuweisen. In materieller Hinsicht bestreitet sie 

insbesondere das Vorliegen einer Zweckänderung, da sie nur die Überlei-

tungsrechte für die Durchleitung elektrischer Energie enteigne, nicht je-

doch Datendurchleitungsrechte für Dritte. Zudem hätten sich weder die pla-

nungsrechtlichen Gegebenheiten verändert noch seien die Dienstbarkeiten 

abgelaufen. 

N.  

Am 7. Juli 2016 reicht die ESchK (nachfolgend: Vorinstanz) ihre Vernehm-

lassung ein.  

O.  

Am 9. September 2016 legt das ESTI einen Fachbericht ins Recht.  

P.  

Mit Replik vom 25. Oktober 2016 halten die Beschwerdeführerinnen an ih-

ren Begehren fest. 

Q.  

Am 4. November 2016 verlangt die Beschwerdegegnerin, die Replik sei 

aus dem Recht zu weisen, eventuell sei ihr eine Frist für die Duplik anzu-

setzen. Nachdem die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 8. November 

2016 den prozessualen Antrag abgewiesen hat, reicht die Beschwerdegeg-

nerin am 18. November 2016 eine Duplik ein. An den Begehren in der Be-

schwerdeantwort hält sie fest.  

R.  

Die Beschwerdeführerinnen reichen am 4. Dezember 2016 eine weitere 

Stellungnahme ein. 

S.  

Am 10. Februar 2017 holt das Bundesverwaltungsgericht einen Fachbe-

richt beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) betreffend die Immissionen eines 

im Erdseil integrierten Lichtwellenleiters ein. 

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T.  

Das BAFU reicht seinen Fachbericht am 13. März 2017 ein. 

U.  

Am 3. und 4. April 2017 reichen die Beschwerdegegnerin und die Be-

schwerdeführerinnen je eine Stellungnahmen ein. 

V.  

Auf die weiteren Vorbringen und die sich in den Akten befindlichen Schrift-

stücke wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.   

1.1 Gemäss Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über 

die Enteignung (EntG, SR 711) unterliegen Entscheide der Eidgenössi-

schen Schätzungskommissionen der Beschwerde ans Bundesverwal-

tungsgericht. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdegegnerin fallen da-

runter auch die Entscheide des Präsidenten der Eidgenössischen Schät-

zungskommissionen über Gesuche um Durchführung des abgekürzten 

Verfahrens gemäss Art. 33 EntG (vgl. noch zum alten Recht, welches das 

Bundesgericht als unmittelbare Beschwerdeinstanz der Eidgenössischen 

Schätzungskommissionen bezeichnete: Urteil des BGer 1E.2/2004 vom 

21. April 2004 E. 1.1; vgl. bereits BGE 124 II 215 E. 2 und BGE 112 Ib 417 

E. 2b). Ebenso gründet die Auffassung der Vorinstanz, der Entscheid sei 

lediglich mit Aufsichtsbeschwerde im Sinn von Art. 63 EntG anfechtbar auf 

einer überholten Rechtsauffassung, da die Entscheide der ESchK nach 

konstanter Rechtsprechung schon seit Längerem der Verwaltungsgerichts-

barkeit unterstellt sind und damit der Verwaltungsbeschwerde unterliegen 

(vgl. bereits BGE 112 Ib 417 2b; Urteile 1E.2/2004 E. 1.1 sowie 1E.6/2004 

vom 23. April 2004 E. 1). Damit ist das Bundesverwaltungsgericht zur Be-

urteilung der Beschwerde sachlich zuständig. Das Beschwerdeverfahren 

richtet sich nach dem Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, 

SR 173.32), soweit das Enteignungsgesetz nichts anderes bestimmt (vgl. 

Art. 77 Abs. 2 EntG). Das VGG seinerseits verweist in Art. 37 ergänzend 

auf die Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De-

zember 1968 (VwVG, SR 172.021). 

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Seite 8 

1.2   

1.2.1 Gegenstand eines Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht 

können End-, Teil- und Zwischenverfügungen sein (vgl. Art. 44–46 VwVG). 

End- und Teilverfügungen schliessen das Verfahren ganz oder teilweise 

prozessual ab, sei es für einzelne, von anderen unabhängige Rechtsbe-

gehren, sei es für einen Teil der Beteiligten. Demgegenüber stellen Zwi-

schenverfügungen einen Zwischenschritt auf dem Weg zur Verfahrenser-

ledigung dar (vgl. Urteil des BVGer A-1254/2016 vom 4. August 2016 

E. 1.2; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie-

ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.41). Im vorlie-

genden Fall liegt mit dem Entscheid des Präsidenten der ESchK eine Zwi-

schenverfügung und keine verfahrensabschliessende Verfügung vor, da 

sie sich erst zum massgeblichen Enteignungsverfahren äussert, das an-

schliessend noch durchlaufen werden muss (vgl. bereits auch BGE 112 Ib 

417 E. 2c). 

1.2.2   

1.2.2.1 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass die verfahrensleitende 

Verfügung über die anzuwendende Verfahrensart nicht selbständig an-

fechtbar sei. So sei weder ein nicht wieder gutzumachender Nachteil auf-

grund der Bewilligung des abgekürzten Verfahrens ersichtlich, noch wür-

den die Beschwerdeführerinnen ihrer Begründungspflicht nachkommen 

und einen entsprechenden Nachteil belegen. Im Übrigen handle es sich 

auch nicht um eine selbständig eröffnete Zwischenverfügung betreffend die 

Zuständigkeit. Entsprechend sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

1.2.2.2 Dies wird seitens der Beschwerdeführerinnen unter Verweis auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung bestritten. Vorliegend bestehe ein 

nicht wieder gutzumachender Nachteil, da strittig sei, welches das korrekte, 

nach dem Gesetz einzuschlagende Verfahren sei. Damit sei ihr schutzwür-

diges Interesse ausgewiesen. Überdies sei die Anfechtung des Entschei-

des des Präsidenten der ESchK aus zwei weiteren Gründen zulässig: ei-

nerseits handle es sich dabei um eine selbständig eröffneten Zwischenver-

fügung betreffend dessen Zuständigkeit und andererseits würde die Gut-

heissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und da-

mit einen bedeutenden Aufwand einsparen.  

1.2.3 Zwischenverfügungen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen 

anfechtbar. Dies ist gemäss Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG unter anderem der 

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Fall, wenn sie für den Beschwerdeführer einen nicht wieder gutzumachen-

den Nachteil bewirken könnten. Diese Voraussetzung wird als erfüllt be-

trachtet, wenn ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen Aufhebung 

oder Änderung der angefochtenen Zwischenverfügung besteht. Das 

Rechtsschutzinteresse liegt im Schaden, der entstünde, wenn der Nachteil 

auch durch einen an sich günstigen Endentscheid nicht oder nur teilweise 

behoben werden könnte (vgl. BGE 140 V 321 E. 3.6; Urteile des BVGer 

A-2589/2015 vom 4. November 2015 E. 1.2.1, A-941/2014 vom 21. Januar 

2015 E. 1.4.2 und A-5468/2014 vom 27. November 2014 E. 1.2; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 910). Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung kann ein schutzwürdiges Interesse ohne Weiteres ange-

nommen werden, wenn umstritten ist, welches das nach dem Gesetz ein-

zuschlagende Verfahren ist, das ordentliche oder das abgekürzte Enteig-

nungsverfahren (BGE 112 Ib 417 E. 2c und BGE 124 II 215 E. 2; vgl. auch 

MARTIN KAYSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 46 Rz. 12, 

wonach grundlegende prozessleitende Anordnungen über die Wahl eines 

bestimmten Verfahrens, einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil be-

wirken können). Mithin bewirkt die Zwischenverfügung betreffend die Be-

willigung des abgekürzten Verfahrens den Beschwerdeführerinnen einen 

nicht wieder gutzumachenden Nachteil. Dies gilt erst Recht für den vorlie-

genden Fall, in welchem die Durchführung eines Enteignungsverfahrens 

überhaupt in Frage gestellt wird und nach den Darlegungen der Beschwer-

deführerinnen ein kombiniertes Plangenehmigungs- und Enteignungsver-

fahren durchlaufen werden müsste. Folglich liegt der nicht wieder gutzu-

machende Nachteil auf der Hand, weshalb die Ausführungen der Be-

schwerdegegnerin an der Sache vorbeigehen. Die Zwischenverfügung ist 

anfechtbar. 

Infolgedessen kann offenbleiben, ob die Beschwerde auch aus anderen 

Gründen gemäss Art. 45 Abs. 1 und Art. 46 Abs. 1 Bst. b VwVG unmittelbar 

angefochten werden kann.  

1.2.4 Zusammengefasst liegt damit ein taugliches Anfechtungsobjekt vor, 

das der Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht unterliegt. 

1.3   

1.3.1 Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. 

Dieser Bestimmung zufolge sind in jedem Fall die Hauptparteien, d.h. die 

Inhaber der enteigneten Rechte zur Beschwerdeführung befugt. Im Übri-

gen gelten die allgemeinen Voraussetzungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

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wonach zur Beschwerde berechtigt ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren 

teilgenommen hat (Bst. a), durch den angefochtenen Entscheid besonders 

berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

oder Änderung hat (Bst. c; vgl. Urteil des BVGer A-3465/2015 vom 15. Sep-

tember 2016 E. 1.2 mit Hinweis). 

1.3.2 Die Beschwerdeführerinnen sind Eigentümerinnen der Grundstücke 

Nrn. I, II und III, welche auf dem Wege des abgekürzten Enteignungsver-

fahrens (zwangsweise) mit einer Personaldienstbarkeit belastet werden 

sollen. Sie sind damit als Hauptpartei im Sinn von Art. 78 Abs. 1 EntG zu 

qualifizieren. Sodann sind sie Adressatinnen des angefochtenen Ent-

scheids, welcher für sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil be-

deutet (vgl. oben E. 1.2.3). Folglich sind sie formell wie materiell beschwert 

und damit – entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin – ohne 

Weiteres zur Beschwerde legitimiert.  

1.4 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 30. Mai 

2016 ist demnach einzutreten (Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid 

auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der 

Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 

VwVG). 

3.   

3.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, dass die Vorinstanz ihren An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt habe. Einerseits liege ein Eröffnungs- 

bzw. Formfehler vor, da die Verfügung nicht mit einer Rechtsmittelbeleh-

rung versehen worden sei. Zudem habe es weder eine vorgängige Anhö-

rung gegeben noch sei die angefochtene Verfügung rechtsgenüglich be-

gründet worden. 

Die Beschwerdegegnerin führt aus, dass der Zwischenentscheid mit Ver-

weis auf Art. 33 EntG sowie die Gerichtspraxis begründet worden sei. Mit-

hin genüge die Begründung den rechtlichen Anforderungen. Sodann regle 

das Enteignungsgesetz das Verfahren zur Bewilligung des abgekürzten 

Verfahrens abschliessend und sehe gerade keine vorgängige Anhörung al-

ler mit persönlicher Anzeige zu informierenden Grundeigentümer vor. Ent-

sprechend seien vorliegend keine Verfahrensvorschriften verletzt worden.  

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Seite 11 

3.2   

3.2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 3 VwVG sind nur die Bestimmungen zu den Fris-

ten (Art. 20–24 VwVG) auf das Verfahren der Schätzungskommissionen 

für die Enteignung anwendbar. Darüber hinaus erklärt aber die Verordnung 

über das Verfahren vor den eidgenössischen Schätzungskommissionen 

(SR 711.1) die Vorschriften des zweiten Abschnitts des VwVG (Art. 7–43 

VwVG) für das Verfahren vor dem Präsidenten der Kommission für mass-

gebend. Damit sind die Bestimmungen des VwVG über das rechtliche Ge-

hör grundsätzlich auch im vorliegenden Fall zu beachten.  

3.2.2 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ergibt sich jedoch 

aus dem Zweck von Art. 33 EntG, dass auf eine vorgängige Anhörung ver-

zichtet werden kann. Denn dieser liege, so das Bundesgericht, gerade da-

rin, dem Enteigner die öffentliche Bekanntmachung des Verfahrens unter 

bestimmten Umständen zu ersparen und würde durch die an sämtliche In-

teressierten gerichtete Aufforderung zur Stellungnahme völlig vereitelt. 

Zwar finde Art. 30 VwVG im Enteignungsverfahren vor der Schätzungs-

kommission wohl grundsätzlich Anwendung, doch gehe ihm Art. 33 EntG 

als spezielle, wenn auch ältere Norm vor und befreie den Präsidenten beim 

Entscheid über das durchzuführende Planauflageverfahren von der Anhö-

rungspflicht (vgl. BGE 112 Ib 417 E. 2a). Mithin brauchte die Vorinstanz die 

Beschwerdeführerinnen vor dem strittigen Zwischenentscheid nicht anzu-

hören. 

3.2.3 Was sodann die Rüge der Verletzung der Begründungspflicht betrifft, 

kann den Beschwerdeführerinnen ebenfalls nicht gefolgt werden. Der Prä-

sident der ESchK setzte sich in seinem Zwischenentscheid sowohl mit den 

Bewilligungsvoraussetzungen des abgekürzten Verfahrens als auch mit 

seiner Zuständigkeit auseinander und verwies dabei auf die Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts. Insgesamt erlaubte die Begrün-

dung den Beschwerdeführerinnen die Zwischenverfügung sachgerecht an-

zufechten, auch wenn sich der Präsident der ESchK nicht mit sämtlichen 

für das vorliegende Verfahren relevanten Voraussetzungen auseinander-

setzte (vgl. zu den Anforderungen an die Begründungsdichte: Urteil des 

BVGer A-3080/2016 vom 26. Januar 2017 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). 

Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt somit nicht vor. 

3.2.4 Schliesslich trifft es zu, dass die Verfügung zu Unrecht keine Rechts-

mittelbelehrung aufwies (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Den Beschwerdefüh-

rerinnen ist jedoch aus diesem Mangel kein Nachteil erwachsen, war ihnen 

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Seite 12 

doch trotzdem eine form- und fristgerechte Anfechtung der Verfügung mög-

lich (Art. 38 VwVG). Mithin besteht kein Grund, die angefochtene Verfü-

gung aus formellen Gründen aufzuheben. 

4.  

4.1 Art. 33 EntG gibt die Voraussetzungen wieder, unter denen der Präsi-

dent der ESchK das abgekürzte Verfahren bewilligen kann. Bevor im Fol-

genden diese Voraussetzungen zu prüfen sind, ist vorab zu klären, ob der 

Präsident der ESchK im konkreten Fall sachlich zuständig war. Denn nur 

in diesem Fall war er überhaupt zum Entscheid befugt. Die Frage der Zu-

ständigkeit hängt wiederum davon ab, ob vorliegend ein (schlichtes) Ent-

eignungsverfahren zu durchlaufen oder ein kombiniertes Plangenehmi-

gungs- und Enteignungsverfahren einzuleiten ist. Während für Ersteres die 

ESchK kompetent ist, ist für Letzteres die Plangenehmigungsbehörde zu-

ständig; bei Starkstromanlagen – wie vorliegend – ist dies grundsätzlich 

das ESTI oder, unter anderem bei nicht erledigten Einsprachen, das Bun-

desamt für Energie (BFE; vgl. Art. 16 Abs. 2 Bst. a und b des Elektrizitäts-

gesetzes vom 24. Juni 1902 [EleG, SR 734.0]). Die Plangenehmigungsbe-

hörde entscheidet mit der Plangenehmigung nämlich gleichzeitig auch 

über die enteignungsrechtlichen Einsprachen (vgl. Art. 16h Abs. 1 EleG). 

4.2 Das Bundesgericht hat erwogen, dass sich das Enteignungsverfahren 

für den Bau oder Betrieb von elektrischen Starkstromanlagen grundsätzlich 

nach den Vorschriften von Art. 16 ff. und Art. 43 ff. EleG sowie subsidiär 

nach dem Bundesgesetz über die Enteignung richtet (vgl. Art. 16a EleG). 

Sind deshalb für eine bestehende, rechtskräftig genehmigte Anlage im 

Nachhinein noch weitere Rechte zu erwerben, ohne dass die Anlage ge-

ändert würde und ein Plangenehmigungsverfahren erforderlich wäre, be-

stimmt sich das Verfahren mangels Sonderregelung ausschliesslich nach 

dem Enteignungsgesetz. Über Einsprachen gegen die nachträgliche Ent-

eignung hat diesfalls demnach nicht die Plangenehmigungsbehörde, son-

dern das in der Sache zuständige Departement zu befinden (vgl. Art. 55 

EntG). Dies gilt auch, wenn beim Ablauf der für den Bau und Betrieb einer 

Leitung eingeräumten befristeten Dienstbarkeiten bloss der Weiterbestand 

des Werkes auf dem Enteignungsweg gewährleistet werden soll (zur Sub-

sidiarität des Enteignungsverfahrens gegenüber dem Plangenehmigungs-

verfahren: vgl. Urteile des BGer 1E.12/2004 vom 22. Dezember 2004 

E. 1.2, 1E.6/2004 vom 23. April 2004 E. 2 und 1C_333/2012 vom 18. März 

2013 E. 2.3). 

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Seite 13 

4.3 Aus dem Umkehrschluss ergibt sich somit, dass im vorliegenden Fall 

der Präsident der ESchK nur dann zum Entscheid betreffend die Bewilli-

gung des abgekürzten Enteignungsverfahrens befugt war, wenn nicht ein 

Plangenehmigungsverfahren durchlaufen werden musste, dessen Durch-

führung ausschliesslich der Plangenehmigungsbehörde obläge und in wel-

chem zugleich über die Enteignung zu befinden wäre. Im Folgenden sind 

deshalb die Gründe bzw. Voraussetzungen, unter denen ein Plangenehmi-

gungsverfahren durchzuführen ist (E. 5–8), zu prüfen. 

5.  

Gemäss Art. 16 Abs. 1 EleG benötigt eine Plangenehmigung, wer eine 

Starkstromanlage erstellen oder ändern will.  

6.  

Im vorliegenden Fall wurde der Ersatz des bisherigen Erdseils durch ein 

solches mit integriertem Lichtwellenleiter mittels Plangenehmigung bewil-

ligt. So folgt aus der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Plange-

nehmigungsverfügung vom 5. September 1994, dass die Vorlage L-(…) 

betreffend die Hochspannungsleitung "Gösgen – Froloo" genehmigt 

wurde. Diese Vorlage hatte unter anderem den Ersatz des Erdseils durch 

ein Nachrichtenseil mit eingebauten Lichtwellenleitern zum Gegenstand. 

Zusammen mit der Plangenehmigungsverfügung vom 22. Juli 1965 liegt 

somit eine bestehende, rechtskräftig genehmigte Starkstromanlage vor. In-

soweit besteht keine Veranlassung abermals ein Plangenehmigungsver-

fahren durchzuführen und in diesem über die zu enteignenden Überlei-

tungsrechte zu befinden. 

7.  

Es stellt sich die Frage, ob ein Plangenehmigungsverfahren aus anderen 

Gründen nötig erscheint. 

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich bislang in zwei Fällen mit 

der vorliegenden Konstellation, in welcher die Dienstbarkeiten (Überlei-

tungs- und Mastbaurechte) für eine Hochspannungsleitung erneuert wer-

den sollten und strittig war, ob dies in einem Enteignungsverfahren oder in 

einem kombinierten Plangenehmigungs- und Enteignungsverfahren zu er-

folgen hatte.  

7.1.1 Im Beschwerdeverfahren A-459/2011 beantragten die Betreiberinnen 

der Hochspannungsleitung neben der Enteignung eines Durchleitungs-

A-3480/2016 

Seite 14 

rechts für elektrische Energie auch die Einräumung eines Leitungsbau-

rechts für eine Telekommunikationsleitung, um einzelne Fasern des bereits 

im Erdseil enthaltenen Lichtwellenleiters an Fernmeldeanbieter übertragen 

zu können. Das Bundesverwaltungsgericht erwog, dass eine genehmi-

gungspflichtige Änderung einer Starkstromanlage gemäss Art. 16 Abs. 1 

EleG auch dann vorliegen könne, wenn keine baulichen Anpassungen an 

der Leitung zu verzeichnen seien und damit eine reine Zweckänderung 

vorliege. In der Folge erachtete es ein Plangenehmigungsverfahren als er-

forderlich, wenn einerseits der Zweck einer Anlage zufolge der Nutzung 

des Lichtwellenleiters für Fernmeldedienste erweitert werde, wobei zusätz-

lich ein Dienstbarkeitsrecht für den Betrieb einer Telekommunikationslei-

tung zu erwerben sei und entsprechend eine Änderung einer Starkstrom-

anlage im Sinn von Art. 16 Abs. 1 EleG vorliege. Andererseits stehe das 

Enteignungsverfahren nicht offen, wenn der befristete Dienstbarkeitsver-

trag für die Durchleitung abgelaufen sei, ohne dass sich die Elektrizitäts-

werke frühzeitig um den Erwerb der dafür benötigten Rechte gekümmert 

hätten und es demzufolge nicht um den Weiterbestand eines dienstbar-

keitsvertraglich berechtigten Werks, sondern um den Erwerb einer neuen 

Dienstbarkeit zur nachträglichen Rechtfertigung einer rechtswidrig betrie-

benen Starkstromanlage gehe (E. 3.2.1.2). Weiter hätten sich die Verhält-

nisse seit Errichtung der Dienstbarkeit vor 50 Jahren verändert, da der 

Grundstücksteil, über den die Leitung verlaufe, in die Bauzone umgezont 

worden sei und sich die betroffenen Grundeigentümer gegen die Erneue-

rung der Dienstbarkeit wehren bzw. gestützt auf Art. 693 des Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210) die Ver-

legung der Leitung auf einen anderen Grundstücksteil verlangen können 

(E. 3.2.1.3). 

7.1.2 Im Urteil A-2922/2011 vom 29. Mai 2012 stellte das Bundesverwal-

tungsgericht für die Beurteilung der Plangenehmigungspflicht darauf ab, ob 

zufolge einer geplanten zusätzlichen Nutzung der Übertragungsleitung für 

Telekommunikationsdienste der Zweck der Anlage erweitert werde und ob 

sich die raumplanerischen Gegebenheiten seit dem Abschluss des abge-

laufenen Dienstbarkeitsvertrages verändert hätten. Da weder das Eine 

noch das Andere der Fall war, verneinte das Bundesverwaltungsgericht 

das Vorliegen einer genehmigungspflichtigen Änderung oder Erweiterung 

einer Starkstromanlage im Sinn von Art. 16 Abs. 1 EleG (E. 3.2). Die Tat-

sache, dass im konkreten Fall die Dienstbarkeitsrechte seit längerer Zeit 

ausgelaufen waren, prüfte es schliesslich nur unter dem Blickwinkel des 

Rechtsmissbrauchsverbots (E. 6.4). 

A-3480/2016 

Seite 15 

7.1.3 Die beiden Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts wurden beim 

Bundesgericht angefochten. Das Bundesgericht wies die dagegen erhobe-

nen Beschwerden mit den Urteilen 1C_424/2011 vom 24. Februar 2012 

sowie 1C_333/2012 vom 18. März 2013 ab und bestätigte dabei vollum-

fänglich die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Im letztge-

nannten Entscheid prüfte das Bundesgericht zudem, ob Gründe für einen 

Widerruf der Plangenehmigungsverfügung bestehen. Da dies jedoch nicht 

der Fall war und sich insbesondere seit Erteilung der Plangenehmigung 

weder die Rechtslage noch die tatsächlichen Gegebenheiten massgebend 

verändert hatten, schloss es den Widerruf der Verfügung und die Durch-

führung eines neuerlichen Genehmigungsverfahrens aus (vgl. Urteil 

1C_333/2012 E. 2.2). 

7.1.4 Nach dem Gesagten erweist sich die Durchführungen eines Plange-

nehmigungsverfahrens somit nach der bisherigen Rechtsprechung in fol-

genden Fällen als notwendig:   

- bei einem Aufleben eines Verlegungsanspruchs gemäss Art. 693 Abs. 1 

ZGB zufolge Veränderung der planungsrechtlichen Verhältnisse, 

- bei einem Ablauf der Dienstbarkeiten (Überleitungs- und Mastbau-

rechte), 

- bei einem Widerruf der Plangenehmigungsverfügung und/oder 

- bei einer Zweckänderung bzw. –erweiterung der Starkstromanlage auf-

grund der zusätzlichen Nutzung des Lichtwellenleiters für Telekommu-

nikationsdienste. 

7.1.5 Es gilt, den vorliegenden Fall im Lichte dieser Rechtsprechung zu 

beurteilen (E. 7.2–7.5). 

7.2 Zunächst ist zu prüfen, ob eine Plangenehmigungspflicht zufolge eines 

allfälligen Verlegungsanspruchs der Hochspannungsleitung besteht. 

7.2.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, dass sich die planerischen 

Gegebenheiten seit Begründung der Dienstbarkeiten für den Bau und Be-

trieb der Hochspannungsleitung stark verändert haben. So befänden sich 

die Grundstücke Nrn. I und III heute in der Wohnzone W2 und seien durch 

die zwischenzeitlich erstellte (…)strasse erschlossen worden. 

A-3480/2016 

Seite 16 

7.2.2 Dies wird von der Beschwerdegegnerin bestritten. Sie macht geltend, 

dass die vorliegend strittigen Parzellen Teil der ehemaligen Parzelle Nr. I 

gewesen seien. Die Parzelle Nr. I habe sich bereits im Zeitpunkt der Schät-

zungsverhandlung am 13. November 1970 in der Wohnzone W2 befunden. 

Auch nach dem Urteil der ESchK vom 30. Juli 1971 seien die Parzellen Nr. 

I (in der heutigen Form) und Nr. III nicht mehr umgezont worden. Was 

schliesslich das Grundstück Nr. II anbelange, habe sich dessen Zonierung 

über die Zeit hinweg ebenfalls nicht geändert.  

7.2.3   

7.2.3.1 Im vorliegenden Fall wurde die ursprüngliche Parzelle Nr. I nach 

dem Ergehen der Plangenehmigungsverfügung vom 22. Juli 1965 mit Teil-

zonenplan vom 2. Januar 1968 – mit Ausnahme des bewaldeten Hanges – 

in die Wohnzone W2 eingezont. Auch im heutigen Zeitpunkt weisen das 

Grundstück Nrn. I in seiner gegenwärtigen Form und das davon abparzel-

lierte Grundstück Nr. III nach wie vor dieselbe Zonierung auf. Mithin haben 

sich die planungsrechtlichen Verhältnisse bezüglich dieser Grundstücke 

geändert. Demgegenüber führt die Hochspannungsleitung über den bewal-

deten Hang der heutigen Parzelle Nr. II, welcher nicht Gegenstand der Ein-

zonung vom 2. Januar 1968 war. Dieser Grundstücksbereich wird auch im 

heutigen Zonenplan noch als Wald bzw. als Landwirtschaftszone ausge-

wiesen, weshalb insoweit keine Veränderungen erfolgt sind.  

7.2.3.2 Dennoch können die Beschwerdeführerinnen aus der erfolgten Ein-

zonung für das vorliegende Verfahren nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Denn sowohl das Bundesgericht als auch das Bundesverwaltungsgericht 

machen die Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens unter an-

derem davon abhängig, ob dem betroffenen Grundeigentümer wegen ver-

änderter Verhältnisse ein Verlegungsanspruch gemäss Art. 693 Abs. 1 

ZGB zusteht (vgl. Urteile 1C_424/2011 E. 2.5 f. sowie 1C_333/2012 E. 2.1; 

A-459/2011 E. 3.2.1.3 sowie A-2922/2011 E. 2.1). Ein solcher Anspruch 

entsteht nach der gesetzlichen Konzeption, wenn die Hochspannungslei-

tung rechtlich ausschliesslich mit einer Überleitungsdienstbarkeit gesichert 

ist und der belastete Grundeigentümer nach erfolgter Einzonung im Be-

reich der Leitung beispielsweise eine Baute erstellen möchte (vgl. dazu 

BGE 99 Ib 87 E. 2 [in fine]; Urteil des BVGer A-3273/2016 et al. vom 7. Feb-

ruar 2017 E. 8.3.7; vgl. zum Ganzen: HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das 

Enteignungsrecht des Bundes, Band II, 1986 [nachfolgend: HESS/WEIBEL, 

Band II], Rz. 70 und 125 ff. zum Elektrizitätsgesetz). Ist nun aber eine zu-

folge veränderter Verhältnisse geplante Überbauung oder anderweitige 

bessere Nutzung entscheidend für einen Verlegungsanspruch, kann die 

A-3480/2016 

Seite 17 

Betreiberin der Hochspannungsleitung den Anspruch – sollte er denn über-

haupt von einem Zivilrichter anerkannt werden – beispielsweise mit der Er-

richtung eines Bau- und/oder Pflanzenverbotsservitut unterdrücken (BGE 

99 Ib 87 E. 2 [in fine]; HESS/WEIBEL, Band II, Rz. 70, 125 und 127 zum 

Elektrizitätsgesetz; vgl. auch Urteil des BVGer A-5014/2013 vom 2. Sep-

tember 2014 E. 5.4.3, welches die Enteignung bzw. den Ausschluss des 

Verlegungsanspruchs an sich erwähnt). Mithin genügt die zusätzliche 

rechtliche Sicherung der Hochspannungsleitung mit einer Dienstbarkeit, 

um deren Verlegung und letztlich ein dadurch bedingtes Plangenehmi-

gungsverfahren zu vermeiden. 

7.2.3.3 Im vorliegenden Fall wurden mit dem Entscheid der ESchK vom 

30. Juli 1971 zu Gunsten der Enteignerin nicht nur die nötigen Überlei-

tungsrechte begründet, sondern auf dem Grundstück Nr. I auch eine Bau-

verbotsdienstbarkeit im Bereich des Leitungstrasses inkl. eines Sicher-

heitsabstandes – unter Ausschluss des Wald- und Waldschutzzonenareals 

– mit einer Gesamtfläche von 1'120 m2 errichtet. Diese Dienstbarkeit 

wurde am 15. März 1972 im Grundbuch eingetragen. Mithin wurde die 

Hochspannungsleitung zusätzlich mit einer Baubeschränkungsdienstbar-

keit gesichert. Als in der Folge das Grundstück Nr. III abparzelliert wurde, 

wurde die Bauverbotsdienstbarkeit auch im Grundbuchauszug dieser Par-

zelle vermerkt. Das ebenfalls abparzellierte Grundstück Nr. II war hingegen 

zu keinem Zeitpunkt mit einem Bauverbot belegt, da die Hochspannungs-

leitung in dessen Bereich ausschliesslich über Wald und Landwirtschafts-

land führt und somit weder damals noch heute eine Bautätigkeit zuliess. 

Nach dem Gesagten sind auf den strittigen Grundstücken entlang des Lei-

tungstrasses keine Bauten zulässig, weshalb trotz der zwischenzeitlich er-

folgten Einzonung kein Verlegungsanspruch gemäss Art. 693 Abs. 1 ZGB 

aufleben konnte. Darüber hinaus machen weder die Beschwerdeführerin-

nen geltend, dass ein derartiger Verlegungsanspruch von einem Zivilge-

richt anerkannt worden wäre noch ist solches aus den Akten ersichtlich. 

Folglich drängte sich die Durchführung eines Plangenehmigungsverfah-

rens – trotz der (in formeller Hinsicht) veränderten planungsrechtlichen Ver-

hältnisse – weder damals noch heute auf. 

7.3 Weiter ist zu prüfen, ob eine Plangenehmigungspflicht zufolge des all-

fälligen Ablaufs der Überleitungsdienstbarkeiten besteht. 

7.3.1  

7.3.1.1 Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, dass die Dienstbar-

keit vor der Einreichung des Gesuchs vom 9. März 2016 um Bewilligung 

A-3480/2016 

Seite 18 

des abgekürzten Verfahrens abgelaufen sei. Einerseits habe die damalige 

Enteignerin um die Einräumung der Überleitungsrechte für die Dauer von 

50 Jahren ab dem 1. Januar 1966 ersucht und andererseits habe die ATEL 

im Schreiben vom 14. Dezember 1993 mitgeteilt, dass die Dienstbarkeiten 

bis ins Jahr 2014 geregelt worden seien. Des Weiteren habe die Beschwer-

degegnerin im Entwurf für einen neuen Dienstbarkeitsvertrag als Vertrags-

beginn den 1. August 2014 vorgesehen. Daraus folge, dass die auf 

50 Jahre eingeräumte Dienstbarkeit am 31. Juli 2014 abgelaufen sei. Folg-

lich gehe es – entgegen den Ausführungen der Vorinstanz – nicht um die 

Verlängerung eines dienstbarkeitsvertraglich berechtigten Werks, sondern 

zufolge des Datentransfers für Dritte um den Erwerb einer neuen Dienst-

barkeit mit einem geänderten und erweiterten Zweck zur nachträglichen 

Rechtfertigung einer rechtswidrig betriebenen Starkstromanlage. Deshalb 

sei ein erneutes Plangenehmigungsverfahren erforderlich.   

7.3.1.2 Dies wird von der Beschwerdegegnerin bestritten. Sie verweist auf 

den Entscheid der ESchK vom 30. Juli 1971, auf welchem das Grundbuch-

amt (…) bestätigt habe, dass das Bauverbot am 15. März 1972 im Grund-

buch eingetragen wurde. Gleichzeitig seien auch die Durchleitungsdienst-

barkeiten eingetragen worden, nachdem die Enteignungsentschädigung 

per Valutadatum 8. März 1972 bezahlt worden sei. Ohnehin habe der 

Grundbucheintrag im Falle des Erwerbs einer Dienstbarkeit auf dem Ent-

eignungsweg keine konstitutive Wirkung. Für die Rechtsänderung sei ge-

mäss Art. 91 EntG allein die Bezahlung der Enteignungsentschädigung 

massgebend. Folglich würden die Dienstbarkeiten 50 Jahre nach dem 

8. März 1972, d.h. erst am 8. März 2022 enden. Entsprechend sei die 

Hochspannungsleitung zu keinem Zeitpunkt rechtswidrig betrieben wor-

den. Was sodann das Schreiben der ATEL anbelange, könnten die Be-

schwerdeführerinnen daraus nicht auf ein vorzeitiges Ablaufen der Dienst-

barkeiten schliessen. Dabei habe es sich um einen Massenversand gehan-

delt, welcher ohne auf die einzelnen Grundstücke einzugehen, das Auslau-

fen der mit Dienstbarkeitsverträgen im Jahr 1964 begründeten Dienstbar-

keiten für das Jahr 2014 vorsieht. Im vorliegenden Fall sei es jedoch bereits 

damals nicht zu einem freihändigen Erwerb der Dienstbarkeit gekommen. 

Vielmehr sei der Eintrag der Dienstbarkeiten im Grundbuch erst gestützt 

auf den Entscheid der ESchK vom 30. Juli 1971 und damit rund 8 Jahre 

später erfolgt. Diese Umstände seien den Empfängern des damaligen 

Schreibens bekannt gewesen, weshalb das Schreiben keine Vertrauens-

grundlage für eine Verkürzung der Dienstbarkeitsdauer darstelle. 

A-3480/2016 

Seite 19 

7.3.1.3 Die Vorinstanz erachtet die Auffassung der Beschwerdeführerinnen 

ebenfalls als unzutreffend. So sei der Rechtserwerb im vorliegenden Fall 

erst durch das Urteil der ESchK vom 30. Juli 1971 bzw. durch die Bezah-

lung der Enteignungsentschädigung per 8. März 1972 erfolgt. Darüber hin-

aus seien die Dienstbarkeiten selbst dann nicht abgelaufen, wenn für den 

Beginn der Laufzeit auf das Datum der vorzeitigen Besitzeinweisung per 

14. Juli 1967 abzustellen wäre. 

7.3.1.4 Schliesslich bringen die Beschwerdeführerinnen vor, dass die Be-

schwerdegegnerin bzw. die ATEL die Dienstbarkeit bereits im Zeitpunkt der 

vorzeitigen Besitzeinweisung am 5. Februar 1968 erworben habe, weshalb 

diese spätestens am 5. Februar 2018 ablaufe. Jedoch sei auch dieses Da-

tum unerheblich, da die Leitung aufgrund der Datendurchleitung für Dritte 

eine Zweckänderung erfahren habe, die nie bewilligt worden sei. Im Übri-

gen sei die Überleitungs- oder Durchleitungsdienstbarkeit auch nie im 

Grundbuch eingetragen worden.  

7.3.2   

7.3.2.1 Gemäss Art. 91 Abs. 1 EntG erwirbt der Enteigner durch die Bezah-

lung der Entschädigungen das auf dem Enteignungsweg eingeräumte 

Recht an einem Grundstück. Ein Grundbucheintrag ist für die Entstehung 

des Rechts nicht notwendig, weshalb die Beschwerdeführerinnen aus dem 

fehlenden Eintrag der Überleitungsdienstbarkeit von vornherein nicht zu ih-

ren Gunsten ableiten können (so bereits BGE 106 Ib 241 E. 3 und BGE 

116 Ib 241 E. 4a; vgl. auch Urteile des BVGer A-4998/2015 vom 17. No-

vember 2016 E. 3.2.4 und A-8333/2010, A-8340/2010 vom 29. April 2013 

E. 4.1; HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, 

Bd. I, 1986 [nachfolgend: HESS/WEIBEL, Bd. I], Art. 91 Rz. 10 und 15).  

Die Bezahlung der Enteignungsentschädigung erfolgte am 8. März 1972, 

womit in diesem Zeitpunkt die Dienstbarkeitsrechte begründet wurden. Mit-

hin laufen die befristeten Durchleitungs- und Mastbaurechte – wie die Be-

schwerdegegnerin zu Recht darlegt – grundsätzlich noch bis zum 8. März 

2022. Vorliegend bewilligte die ESchK jedoch eine vorzeitige Besitzeinwei-

sung. Gemäss Art. 76 Abs. 1 EntG wird dadurch der Enteigner schon vor 

der Bezahlung der Enteignungsentschädigung zur Besitzergreifung oder 

zur Ausübung des zu enteignenden Rechts ermächtigt (vgl. auch PETER 

HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltrecht, 6. Aufl. 2016, 

S. 604; FRANZ KESSLER COENDET, Formelle Enteignung, in: Fachhandbuch 

Verwaltungsrecht, 2015, Rz. 26.172). Deshalb konnte die Enteignerin das 

Grundstück der Beschwerdeführerinnen für die Anbringung der Leiterseile 

A-3480/2016 

Seite 20 

am 5. Februar 1968 in Anspruch nehmen. Es stellt sich deshalb die Frage, 

ob für den Beginn des Fristenlaufs auf den Zeitpunkt der vorzeitigen Inan-

spruchnahme des Grundstücks bzw. des zu enteignenden Rechts abzu-

stellen ist, da die Belastung für die Enteigneten bereits in diesem Zeitpunkt 

eintritt und der Enteigner das Verfügungsrecht erhält (vgl. zur Wirkung der 

vorzeitigen Besitzeinweisung: HESS/WEIBEL, Bd. I, Art. 76 N 2). Dies legt 

im Übrigen auch Art. 676 Abs. 3 ZGB nahe – wonach die Dienstbarkeit im 

Zeitpunkt der Erstellung einer äusserlich wahrnehmbaren Leitung entsteht 

– dessen Anwendung als lex generalis jedoch hinter die Anwendung von 

Art. 91 EntG zurückzutreten hat (vgl. HESS/WEIBEL, Bd. II, Rz. 72 zum 

Elektrizitätsgesetz). Wie es sich damit verhält, kann vorliegenden jedoch 

offenbleiben. Denn selbst wenn auf den frühest möglichen Zeitpunkt für 

den Beginn des Fristenlaufs abgestellt würde, d.h. die erste Inanspruch-

nahme der betroffenen Grundstücke im Rahmen der vorzeitigen Besitzein-

weisung, würde die 50-jährige Frist erst am 5. Februar 2018 enden. Mithin 

wären selbst in diesem Fall die Dienstbarkeiten bei Einreichung des Ge-

suchs um Bewilligung des abgekürzten Enteignungsverfahrens noch nicht 

abgelaufen gewesen.  

7.3.2.2 Soweit die Beschwerdeführerinnen weiter geltend machen, dass 

sie aus dem Schreiben der ATEL vom 14. Dezember 1993 auf ein Auslau-

fen der Dienstbarkeiten bereits im Jahr 2014 hätten schliessen dürfen, 

kann ihnen ebenfalls nicht gefolgt werden. So nahm das Schreiben aus-

schliesslich Bezug auf die im Jahr 1964 abgeschlossenen Dienstbarkeits-

verträge und stellte deren Auslaufen und damit jenes der Dienstbarkeiten 

für das Jahr 2014 in Aussicht. Folglich konnten die Beschwerdeführerin-

nen, denen bereits damals die davon abweichenden Umstände des Recht-

serwerbs des konkreten Falls bekannt waren, nicht davon ausgehen, dass 

die Dienstbarkeiten ohne Weiteres (vorzeitig) im Jahr 2014 auslaufen wür-

den. Daran vermag im Übrigen auch nichts zu ändern, dass die Beschwer-

degegnerin im Entwurf für einen neuen Dienstbarkeitsvertrag den Vertrags-

beginn auf den 1. August 2014 legte, ist es ihr bei einem freihändigen Er-

werb der Dienstbarkeitsrechte doch unbenommen, den Beginn beliebig 

festzusetzen.  

7.3.3 Selbst wenn den Beschwerdeführerinnen zu folgen wäre und die 

Dienstbarkeiten vorzeitig im Jahr 2014 ausgelaufen wären, könnten sie da-

raus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn die Rechtsprechung sieht ge-

rade für den Fall des Auslaufens einer Dienstbarkeit vor, dass der Erwerb 

der Rechte zur Sicherstellung des Weiterbestandes eines Werks – sofern 

dieses nicht geändert wird – auf dem Enteignungsweg geschehen soll. 

A-3480/2016 

Seite 21 

Deshalb kann dem Kriterium der abgelaufenen Dienstbarkeiten selbst 

keine entscheidende Bedeutung zukommen. Entsprechend hat denn auch 

das Bundesgericht in seinem jüngsten Urteil die Tatsache des seit rund 

2.5 Jahren abgelaufenen Dienstbarkeitsvertrags und die Erneuerung der 

Dienstbarkeiten einzig unter dem Blickwinkel des Rechtsmissbrauchsver-

botes geprüft (Urteil 1C_333/2012 E. 5.3; vgl. auch A-2922/2011 E. 6). Es 

erwog, dass weder der Weiterbetrieb der Leitung ohne die erforderlichen 

Dienstbarkeiten noch die verspätete Einreichung eines Enteignungsbegeh-

rens missbräuchlich sei, zumal mit der Einleitung des Enteignungsverfah-

rens gerade die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes im hier-

für vorgesehenen Verfahren ermöglicht werde (vgl. zum Ganzen: Urteil des 

BVGer A-8067/2015 vom 8. Juni 2017 E. 7.3.4 f.).  

Auch im vorliegenden Fall erschiene das nun angehobene Enteignungs-

verfahren, selbst dann, wenn die Dienstbarkeiten bereits abgelaufen wä-

ren, allein aus diesem Grund nicht als missbräuchlich. Es wäre vielmehr 

zum Erwerb der benötigten (neuen) dinglichen Rechte für den Weiterbe-

stand und den Betrieb der Hochspannungsleitung geboten und ermöglichte 

die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes. Folglich zöge allein 

die Tatsache des ausgelaufenen Dienstbarkeitsvertrages nicht die Durch-

führung eines Plangenehmigungsverfahrens nach sich, sofern nicht wei-

tere Umstände, wie eine Änderung der Anlage hinzutreten (siehe sogleich 

zur Frage der Änderung der Anlage: E. 7.5).  

7.3.4 Zusammengefasst sind die Dienstbarkeiten im vorliegenden Fall 

nicht abgelaufen. Eine Plangenehmigungspflicht besteht insoweit von 

vornherein nicht. Dies gälte selbst für den Fall, dass von einem vorzeitigen 

Auslaufen der Dienstbarkeiten im Jahr 2014 ausgegangen würde.  

7.4 Sodann ist zu untersuchen, ob Gründe für einen Widderruf der ur-

sprünglichen Plangenehmigungsverfügung und die Durchführung eines 

neuen Genehmigungsverfahrens vorliegen. 

7.4.1 Die Beschwerdeführerinnen wenden ein, dass sich die tatsächlichen 

Verhältnisse seit dem Entscheid der ESchK vom 30. Juli 1971 stark verän-

dert haben. Dies betreffe nicht nur das seinerzeitige Grundstück Nr. I, son-

dern das gesamte Gebiet. Die Gemeinde (…) habe das Gebiet mit der 

(…)strasse erschlossen, was zu einer weiteren Parzellierung geführt und 

eine rege Bautätigkeit ausgelöst habe. Allerdings seien die Grundstücke 

unter und unmittelbar neben der Hochspannungsleitung kaum verkäuflich, 

weshalb die Beschwerdeführerinnen ein berechtigtes Interesse an deren 

A-3480/2016 

Seite 22 

Verlegung hätten. Der aktuelle Standort der Hochspannungsleitung mitten 

im überbauten Gebiet stehe als Ganzes in Frage, was die Durchführung 

eines neuen Plangenehmigungsverfahrens bedinge.  

Die Beschwerdegegnerin bestreitet, dass sich vorliegend die planerischen 

Grundlagen wesentlich geändert hätten. So habe sich seit dem Entscheid 

der ESchK vom 30. Juli 1971 weder etwas an der Zonierung des Grund-

stücks Nr. I geändert noch vermöge die zwischenzeitlich erstellte 

(…)strasse daran etwas zu ändern. Aus dem Entscheid der ESchK folge, 

dass die (…)strasse im strittigen Gebiet bis 25 m vor die Hochspannungs-

leitung geführt worden sei, weshalb bereits damals im vorderen Bereich 

auf der erschlossenen Parzelle Nr. I einige Wohnhäuser erstellt worden 

sind. Ohnehin stelle die Plangenehmigungsverfügung kein Dauerrechts-

verhältnis dar, weshalb die Plangenehmigungsverfügung nach Abschluss 

der Arbeiten nicht aus Gründen widerrufen werden könne, die sich aus der 

späteren Entwicklung ergeben. Sei ein Widerruf nicht zulässig, könne auch 

kein neues Plangenehmigungsverfahren gefordert werden. 

7.4.2 Die Lehre zählt die Plangenehmigungsverfügung – analog zur Bau-

bewilligung – zur Kategorie der grundsätzlich nicht widerrufbaren Verfü-

gungen. Dies gilt zumindest für Tatsachen, die nach Fertigstellung der An-

lage eingetreten sind, denn mit dem Abschluss der Arbeiten ist der Vorgang 

beendet, auf den sich die Bewilligung bezieht (KATHRIN DIETRICH, in: Kratz 

et al. [Hrsg.], Kommentar zum Energierecht, Bd. I, 2016, N 14 zu Art. 16 

EleG; RICARDO JAGMETTI, Energierecht, in: Schweizerisches Bundesver-

waltungsrecht, Bd. VII, 2005, Rz. 6282; vgl. betreffend die Baubewilligung: 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2016, 

Rz. 1252). Ein Widerruf der Plangenehmigungsverfügung käme bloss 

dann in Betracht, wenn das Interesse an der richtigen Rechtsanwendung 

jene am Vertrauensschutz und an der Rechtssicherheit überwiegen würde. 

Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Baubewilligung räumt dem 

Vertrauensschutz jedoch regelmässig den Vorrang ein, wenn von der Be-

willigung bereits Gebrauch gemacht wurde, sofern dies erhebliche Investi-

tionen erforderte und einen Zustand geschaffen hat, der nur unter Vernich-

tung gutgläubig geschaffener Werte wieder beseitigt werden könnte (Urteil 

des BGer 1C_14/2008 E. 5.2; vgl. bereits BGE 109 Ib 246 E. 4b; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1253). 

Vorliegend ist sowohl die eine als auch die andere Voraussetzung erfüllt 

und damit dem Vertrauensschutz der Vorrang einzuräumen. Mithin besteht 

keine Veranlassung, die Plangenehmigungsverfügung zu widerrufen. 

A-3480/2016 

Seite 23 

7.4.3 Selbst wenn die Plangenehmigungsverfügung – analog zu den Erwä-

gungen des Bundesgerichts im Entscheid 1C_333/2012 – als Dauerrechts-

verhältnis qualifiziert würde, würde dies zu keinem anderen Ergebnis füh-

ren (E. 2.2). Zwar können formell rechtskräftige Verfügungen über Dauer-

rechtsverhältnisse – bei gegebenen Voraussetzungen – insbesondere we-

gen nachträglicher Änderung der Sach- oder Rechtslage angepasst wer-

den (vgl. BGE 139 II 185 E. 10.2.3, BGE 135 V 201 E. 6.2 und BGE 127 II 

306 E. 7a). Vorliegend ist jedoch nicht ersichtlich, dass sich seit Erteilung 

der Plangenehmigung im Jahre 1965 die Rechtsgrundlagen oder die tat-

sächlichen Verhältnisse massgebend verändert hätten. Insbesondere hat 

sich trotz der mittlerweile erfolgten Einzonung des Grundstücks Nr. I bzw. 

der davon abparzellierten Grundstücke Nr. II und III nichts an der Sachlage 

verändert, da entlang des Trasses der Hochspannungsleitung – soweit 

diese nicht über Wald oder Landwirtschaftsland führt – zugleich ein Bau-

verbotsservitut begründet und damit die rechtlichen Wirkungen der Einzo-

nung im relevanten Bereich indirekt zurückgedrängt wurden (vgl. oben 

E. 7.2.3.3). Daran vermag auch die zwischenzeitliche Erschliessung der 

Parzelle Nr. I mit der (…)strasse nichts zu ändern, ist doch ausserhalb des 

vom Bauverbot belasteten Grundstücksbereichs eine Überbauung ohne 

Weiteres möglich, wie die von den Beschwerdeführerinnen selbst ange-

führte Bautätigkeit belegt. Demnach bestehen keine Gründe für einen Wi-

derruf der Plangenehmigungsverfügung. 

7.4.4 Sodann sind weder Revisionsgründe erkennbar noch werden solche 

von den Beschwerdeführerinnen vorgebracht. Zusammengefasst besteht 

für das Bundesverwaltungsgericht somit keine Veranlassung, die Plange-

nehmigungsverfügung vom 22. Juli 1965 zu widerrufen und das vorlie-

gende Verfahren in ein kombiniertes Plangenehmigungs- und Enteig-

nungsverfahren zu verweisen. 

7.5 Schliesslich ist zu prüfen, ob die Durchführung eines Plangenehmi-

gungsverfahrens aufgrund einer allfälligen Zweckänderung bzw. Zwecker-

weiterung der Starkstromanlage erforderlich ist.  

7.5.1   

7.5.1.1 Die Beschwerdeführerinnen bringen vor, dass die Hochspannungs-

leitung seit Dezember 1997 heimlich und ohne ihre Zustimmung zur Durch-

leitung von Daten Dritter verwendet und damit einer zweckfremden Nut-

zung zugeführt wurde. Da die bisherige Durchleitungsdienstbarkeit nur das 

Recht zur Führung einer Hochspannungsleitung gewähre, sei diese zu-

sätzliche Nutzung von der Dienstbarkeit nicht mehr gedeckt. Die Errichtung 

A-3480/2016 

Seite 24 

und der Betrieb einer Fernmeldeanlage sei etwas anderes als der Bau und 

Betrieb einer Hochspannungsleitung. Mithin liege eine Änderung einer 

elektrischen Anlage vor, für welche ein Plangenehmigungsverfahren durch-

geführt werden müsse. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass den 

Beschwerdeführerinnen mit Schreiben vom 14. Dezember 1993 der Aus-

tausch des Erdseils durch ein solches mit integriertem Lichtwellenleiter an-

gezeigt wurde. Denn auch im damaligen Plangenehmigungsverfahren sei 

der Beschwerdegegnerin bzw. ihrer Rechtsvorgängerin zu keinem Zeit-

punkt die Bewilligung zur Durchleitung von Daten Dritter erteilt worden. 

7.5.1.2 Die Beschwerdegegnerin hält dagegen, dass sie vorliegend gerade 

keine neue Datendurchleitungsdienstbarkeit beantrage. Misslinge ihr ein 

freihändiger Erwerb der benötigten Datendurchleitungsrechte, beschränke 

sie sich auf die Erneuerung der bestehenden Dienstbarkeiten zur Fortlei-

tung und Verteilung elektrischer Energie, da sie weder Anbieterin von Fern-

meldedienstleistungen sei und deshalb nicht über das Enteignungsrecht 

nach dem Fernmeldegesetz verfüge noch mit ihrem gesetzlichen Enteig-

nungsrecht nach dem Elektrizitätsgesetz die benötigten Rechte für Fern-

meldeanlagen erwerben könne. Aus diesen Gründen bilde die Enteignung 

von Datendurchleitungsrechten Dritter nicht Gegenstand des abgekürzten 

Enteignungsverfahrens und damit auch nicht Gegenstand des vorliegen-

den Beschwerdeverfahrens. Werde jedoch keine Nutzungserweiterung für 

Fernmeldedienste beantragt, komme es auch nicht zu einer Zweckerwei-

terung der Anlage. Folglich sei ein Plangenehmigungsverfahren nicht er-

forderlich. Zudem habe die zusätzliche Übertragung von Telekommunikati-

onsdaten auf einer Starkstromanlage mittels Lichtwellenleiter keine Aus-

wirkungen auf Mensch und Umwelt, weshalb ein derartiges Verfahren ab-

zulehnen sei. Im Übrigen sei der erfolgte Ersatz des Erdseils durch ein sol-

ches mit integriertem Lichtwellenleiter mittels Plangenehmigung bewilligt 

worden. 

7.5.1.3 Nach Ansicht des ESTI ist für die Beantwortung der Frage, ob eine 

Zweckänderung der Hochspannungsleitung vorliegt, ebenfalls aus-

schliesslich auf das Gesuch um Bewilligung des abgekürzten Verfahrens 

abzustellen. Da Durchleitungsrechte für Daten Dritter nicht Gegenstand 

des Gesuchs und der persönlichen Anzeige bilden würden, komme es vor-

liegend nicht zu einer Zweckänderung.  

7.5.1.4 Für die Beschwerdeführerinnen ist jedoch nicht entscheidend, ob 

die Datendurchleitungsrechte Bestandteil des Gesuchs sind oder nicht. 

A-3480/2016 

Seite 25 

Massgeblich sei, dass die Beschwerdegegnerin den Lichtwellenleiter fak-

tisch seit Jahren zu Telekommunikationszwecken verwende, ohne dass 

diese Zweckänderung je bewilligt worden sei. Mithin sei die Zweckände-

rung bereits erfolgt und die Anlage werde auch heute noch zur Datendurch-

leitung Dritter verwendet. Entsprechend sei ein Plangenehmigungsverfah-

ren durchzuführen, wobei die Beschwerdegegnerin spätestens mit der be-

antragten Verlängerung der Überleitungsdienstbarkeiten auch Daten-

durchleitungsrechte im Gesuch hätte einschliessen müssen. Die Überprü-

fung in einem Plangenehmigungsverfahren sei überdies aufgrund der zu-

sätzlichen Strahlung zufolge der Datendurchleitung Dritter geboten. 

Schliesslich handle es sich bei der strittigen Freileitung um eine gemischte 

Baute bzw. Anlage, bei welcher jeweils ein einziges Bewilligungsverfahren 

durchzuführen sei. Da die Anlage überwiegend der Elektrizitätsdurchlei-

tung diene, richte sich das Bewilligungsverfahren betreffend der Daten-

durchleitung Dritter ausschliesslich nach dem Elektrizitätsgesetz und nicht 

nach dem Fernmeldegesetz.  

7.5.2 Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts führt eine geplante zusätzliche Nutzung einer Hochspannungsleitung 

für Telekommunikationsdienste zu einer Zweckerweiterung der Anlage, 

welche die Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens nach sich 

zieht (A-459/2011 E. 3.2 und A-2922/2011 E. 3.1 f.; vgl. sodann Urteile 

1C_424/2011 E. 2.4 sowie 1C_333/2012 E. 2.1). 

7.5.3 Sowohl die Beschwerdegegnerin als auch die Vorinstanz beurteilen 

das Vorliegen einer Zweckänderung oder -erweiterung ausschliesslich auf-

grund des Verfahrensgegenstands. Darauf ist an erster Stelle einzugehen. 

7.5.3.1 Der Gegenstand des Enteignungsverfahrens bestimmt sich anhand 

des Gesuchs der Enteignerin bzw. nach den darin beantragten Rechten. 

7.5.3.2 Aus dem Gesuch und der persönlichen Anzeige der Enteignerin 

folgt, dass sie eine Verlängerung der bisherigen befristeten Durchleitungs-

dienstbarkeit anstrebt. Entsprechend verlangt sie die Einräumung einer 

Personaldienstbarkeit, die ihr insbesondere das Recht gewährt, die über 

die belasteten Grundstücke führende, der Übertragung elektrischer Ener-

gie dienende Freileitung samt Zusatzeinrichtungen und Nebenanlagen wie 

Leitungsmasten, Fundamente und dergleichen weiter zu führen und zu be-

treiben (vgl. Gesuch vom 9. März 2016 Rz. 4–7; persönliche Anzeige vom 

3. Mai 2016 Bst. c). Die Enteignung von Datendurchleitungsrechten für 

A-3480/2016 

Seite 26 

Dritte (Betrieb einer Telekommunikationsanlage) bildet hingegen nicht Ge-

genstand des Enteignungsgesuchs. 

7.5.3.3 Sodann kann eine Enteignerin auch nicht zur Einleitung eines Ent-

eignungsverfahrens für weitere Rechte gezwungen werden, da der Ent-

scheid hierzu allein der Enteignerin obliegt und nicht der ESchK bzw. einem 

Privaten, der an die ESchK gelangt (vgl. BGE 116 Ib 249 E. 1a mit Hinweis 

auf BGE 115 Ib 411 E. 2a; HESS/WEIBEL, Bd. II, Rz. 130 zum Elektrizitäts-

gesetz und KESSLER, in Fachhandbuch, Rz. 26.85, beide auch je mit Hin-

weis auf Ausnahmen). Aus diesem Grund besteht im vorliegenden Verfah-

ren keine Grundlage, die Beschwerdegegnerin zur Enteignung allfälliger 

Datendurchleitungsrechte für Dritte zu veranlassen. Soweit die Beschwer-

deführerinnen eine Durchleitung von Daten Dritter geltend machen, sind 

sie deshalb auf die zivilrechtlichen Rechtsbehelfe (Eigentumsfreiheits-

klage) zu verweisen, mit welchen sie jederzeit eine allfällige widerrechtliche 

Nutzung verbieten und so die Werkeigentümerin zur Einleitung eines Ent-

eignungsverfahrens für die betreffenden Rechte bewegen können. 

7.5.3.4 Zusammengefasst bilden allfällige Datendurchleitungsrechte für 

Dritte nicht Gegenstand des vorliegenden Enteignungsverfahrens.  

7.5.4 Einzig aus dieser Tatsache bzw. aufgrund des Verfahrensgegenstan-

des des Enteignungsverfahrens kann jedoch – entgegen den Vorbringen 

der Beschwerdegegnerin und des ESTI – nicht geschlossen werden, dass 

keine Zweckänderung bzw. –erweiterung vorliegt und demzufolge kein 

Plangenehmigungsverfahren durchgeführt werden muss. Ob ein solches 

notwendig ist, bestimmt sich allein nach Massgabe von Art. 16 EleG. 

7.5.4.1 Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu Art. 16 EleG 

kann selbst im Falle von schlichten Zweckänderungen oder -erweiterungen 

eine Plangenehmigung erforderlich sein, ohne dass bauliche Anpassungen 

vorgenommen werden (Urteile 1C_333/2012 E. 2.1 sowie 1C_424/2011 

E. 2.4). Entsprechend kann sich eine Bewilligungspflicht auch aufgrund 

von blossen Änderungen in der tatsächlichen Nutzung der Anlage ergeben 

(vgl. Urteile des BGer 1C_24/2015 vom 24. April 2015 E. 3.2 und 

1A.216/2003 vom 16. März 2004 E. 3.2 wonach sich eine Baubewilligungs-

pflicht auch ohne bauliche Anpassungen bei reiner Änderung eines Be-

triebskonzepts, d.h. bei einer veränderten tatsächlichen Nutzung, ergeben 

kann, wenn diese direkte oder indirekte Immissionen bewirkt; vgl. auch 

BERNHARD WALDMANN/PETER HÄNNI, Raumplanungsgesetz, 2006, Art. 22 

N 17). Ebenso hat das Bundesgericht das Vorliegen einer Zweckänderung 

A-3480/2016 

Seite 27 

der Hochspannungsleitung danach beurteilt, ob eine zusätzliche Nutzung 

für Telekommunikationsdienste geplant ist (vgl. Urteil 1C_333/2012 E. 2.1). 

Gleichermassen wurde in einem späteren Urteil nicht die Existenz eines 

Lichtwellenleiters im Erdseil als entscheidend erachtet, sondern dessen 

Nutzung (Urteil 1C_128/2015 E. 3: "[…] il ne ressort pas de la jurispru-

dence que le fait que le nouveau câble prévu serait de la fibre optique soit 

décisif. Seul l'est l'usage que les intimées [= Services industriels de Lau-

sanne, Service d'électricité] pourront en faire."). 

Nach dem Gesagten kann sich eine Plangenehmigungspflicht – unabhän-

gig von den zu enteignenden Dienstbarkeitsrechten – aufgrund des tat-

sächlichen Betriebs der Hochspannungsleitung als Telekommunikations-

anlage ergeben. Demnach ist im Folgenden die tatsächliche Nutzung der 

Starkstromanlage bzw. des im Erdseil integrierten Lichtwellenleiters zu prü-

fen. 

7.5.4.2 Im konkreten Fall wurde die strittige Hochspannungsleitung in der 

Vergangenheit auch zur Durchleitung von Daten Dritter verwendet. Dies 

ergibt sich aus dem Entwurf eines neuen Dienstbarkeitsvertrags, der fest-

hält, dass die Anlage seit Dezember 1997 vermietet wird (vgl. bf-act. 4). 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt jedoch ausschliesslich auf den Sach-

verhalt im Entscheidzeitpunkt ab (vgl. Urteil des BVGer A-7248/2014 vom 

27. Juni 2016 E. 6.2.4 mit weiteren Hinweisen), weshalb allein aus einer 

früheren Nutzung nichts für den vorliegenden Entscheid abgeleitet werden 

kann.  

7.5.4.3 Bezüglich der aktuellen Situation ergibt sich folgendes Bild:  

Während die Beschwerdeführerinnen eine aktuelle Durchleitung von Daten 

Dritter behaupten, bestreitet die Beschwerdegegnerin, dass sie derartige 

Daten übermittle. Sie weist darauf hin, dass sie an der Kommerzialisierung 

einzelner Fasern des Lichtwellenleiters kein Interesse habe. Vielmehr hät-

ten ihre Rechtsvorgängerinnen entsprechende Verträge mit Fernmelde-

dienstleistern abgeschlossen. Diese Verträge habe sie jedoch nicht über-

nommen, weshalb allein ihre Rechtsvorgängerinnen für die Abwicklung 

und Auflösung dieser Nutzungsverträge verantwortlich seien.  

Die Beschwerdegegnerin übersieht, dass für die Beurteilung der Zweck-

setzung der Anlage nicht allein auf ihre Nutzung abzustellen ist. Als Eigen-

tümerin der Hochspannungsleitung ist sie letztlich auch für deren Inan-

A-3480/2016 

Seite 28 

spruchnahme und Mitbenutzung durch ihre Rechtsvorgängerinnen verant-

wortlich. Entsprechend muss sie sich auch eine allfällige Nutzung Dritter 

zu Telekommunikationszwecken anrechnen lassen. Im konkreten Fall steht 

nun aber nicht fest, ob einzelne Fasern des Lichtwellenleiters von einer 

Rechtsvorgängerin der Beschwerdegegnerin auch noch im heutigen Zeit-

punkt für die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen verwen-

det oder weitervermietet werden; diesbezüglich ist der Sachverhalt nicht 

erstellt. Wie es sich damit verhält, kann aufgrund der folgenden Ausführun-

gen jedoch offen bleiben. 

7.5.5 Zwar steht und fällt die Plangenehmigungspflicht gemäss der Recht-

sprechung mit dem Zweck der übermittelten Daten. Während die Daten-

übertragung zur Steuerung und Überwachung der Starkstromanlagen der 

Beschwerdegegnerin ohne Weiteres zulässig ist, sind Datenübermittlun-

gen zu Telekommunikationszwecken genehmigungspflichtig. Im konkreten 

Fall bestehen jedoch mehrere Gründe, die bei einer allfälligen zusätzlichen 

Übertragung von Daten Dritter gegen das Vorliegen einer Zweckänderung 

und damit gegen die Plangenehmigungspflicht sprechen würden 

(E. 7.5.5.1–7.5.5.6):  

7.5.5.1 Zunächst handelt es sich bei der strittigen Hochspannungsleitung 

um ein rechtskräftig genehmigtes Werk. Mit Plangenehmigungsverfügung 

vom 5. September 1994 wurde die Vorlage L-(…) bewilligt, welche explizit 

den Ersatz des Erdseils durch ein Nachrichtenseil mit eingebautem Licht-

wellenleiter zum Gegenstand hatte. Diese Plangenehmigungsverfügung ist 

ebenfalls in Rechtskraft erwachsen und nach wie vor gültig. Folglich wurde 

bereits im damaligen Zeitpunkt der Einsatz eines Nachrichtenseils und so-

mit der Betrieb eines Lichtwellenleiters zur Datenübertragung bewilligt. 

Entsprechend musste auch den Beschwerdeführerinnen bewusst gewesen 

sein, dass neben elektrischer Energie inskünftig auch Daten über die Stark-

stromanlage übermittelt werden. Zudem wurden im damaligen Genehmi-

gungsverfahren bereits sämtliche allfällige Immissionen auf Mensch und 

Umwelt geprüft (vgl. auch Vorlage L-[…], wonach im Genehmigungsver-

fahren "lediglich noch die Punkte 'Elektromagnetische Felder' und 

'Lärmeinwirkungen' zur Diskussion" stehen). Mithin liegt eine bewilligte Da-

tenleitung vor. 

7.5.5.2 Sodann sind für eine zusätzliche Durchleitung von Daten Dritter 

keine weiteren baulichen Anpassungen mehr nötig und es macht technisch 

gesehen keinen Unterschied, ob lediglich Daten der Beschwerdegegnerin 

zur Steuerung des Stromnetzes oder auch Daten Dritter über ungenutzte 

A-3480/2016 

Seite 29 

Fasern des Lichtwellenleiters übermittelt werden. Demnach kann hierfür 

auf die bereits vollständig genehmigte Anlage zurückgegriffen werden; es 

handelt sich somit um eine schlichte Nutzungsänderung. 

7.5.5.3 Ferner sind vorliegend mit einer Datenübertragung keine zusätzli-

chen Immissionen verbunden. So bestätigt das BAFU in seinem Fachbe-

richt vom 13. März 2017, dass ein im Erdseil einer Hochspannungsleitung 

integrierter Lichtwellenleiter keinen Einfluss auf die Emissionen und Immis-

sionen von nichtionisierender Strahlung sowohl im nieder- als auch im 

hochfrequenten Bereich hat. Mithin kommt es weder zufolge des Austau-

sches eines Erdseils durch ein solches mit integriertem Lichtwellenleiter 

und dem Betrieb einer Datenleitung zu zusätzlichen Immissionen noch ist 

von Belang, ob die Betreiberin der Hochspannungsfreileitung lediglich ei-

gene, stromnetzbezogene Daten über den Lichtwellenleiter versendet oder 

auch Daten Dritter (zu Telekommunikationszwecken) übertragen werden. 

Insgesamt erachtet das BAFU eine Datenübertragung über den im Erdseil 

integrierten Lichtwellenleiter deshalb unabhängig des Zwecks der Daten-

übertragung umweltrechtlich als irrelevant. Diese Ansicht wird vom Bun-

desverwaltungsgericht geteilt. Die von den Beschwerdeführerinnen dage-

gen vorgebrachten Einwände vermögen nicht zu überzeugen, weshalb 

keine Veranlassung besteht, an der fachlichen Einschätzung des BAFU zu 

zweifeln.  

7.5.5.4 Ausserdem können – wie die Beschwerdeführerinnen zu Recht 

ausführen – die zu den gemischten Bauten und Anlagen entwickelten Prin-

zipien für die Beurteilung des Lichtwellenleiters und dessen Nutzungsfor-

men herangezogen werden. 

Charakteristisch für gemischte Anlagen ist, dass diese aus betriebsbezo-

genen und betriebsfremden Anlageteilen bestehen, d.h. im Falle von Stark-

stromanlagen stromnetzbezogene und andere Anlageteile aufweisen (vgl. 

BGE 127 II 227 E. 4 bezüglich Kreuzungen zwischen Bahn und Strasse, 

welche regelmässig als gemischte Anlagen qualifiziert werden). Das Bun-

desgericht hat für solche Anlagen nicht ausgeschlossen, dass für verschie-

dene Teile gesonderte Verfahren angehoben werden. Es lehnt eine geson-

derte Prüfung der Zweckbestimmung einzelner Bauteile und die Aufteilung 

des Bewilligungsverfahrens jedoch ab, wenn sie nicht nur baulich, sondern 

auch funktionell und betrieblich zusammenhängen und eine Einheit bilden 

(vgl. BGE 133 II 49 E. 6.4 und BGE 127 II 227 E. 4). Rechtfertigt sich eine 

einheitliche Betrachtung, ist die gemischte Anlage in demjenigen Verfahren 

A-3480/2016 

Seite 30 

zu bewilligen, welchem auch der Betrieb unterworfen ist, dem sie überwie-

gend dient (vgl. BGE 127 II 227 E. 4c; CHRISTOPH BANDLI, Neue Verfahren 

im Koordinationsgesetz: Ausgleich von Schutz und Nutzen mittels Interes-

senabwägung, Umweltrecht in der Praxis [URP], 2001, S. 511ff. S. 523).  

Diese Voraussetzungen sind im konkreten Fall nicht gegeben. Zwar bilden 

das Erdseil und der Lichtwellenleiter baulich eine Einheit. Beim Lichtwel-

lenleiter handelt es sich jedoch nicht um ein einzelnes Datenkabel, sondern 

um unzählige, voneinander getrennte Glasfasern, die zu einem Leiter ge-

bündelt werden (vgl. hierzu: A-8067/2015 E. 7.5.6.4 betreffend eines Frei-

leitungserdseils ESLI 400 mit 60 separaten Lichtwellenleiter-Fasern). Sol-

che Fasern können – sofern sie von der Betreiberin der Hochspannungs-

leitung nicht für die stromnetzbezogene Datenübermittlung benötigt wer-

den – einzeln an Dritte zur Übertragung von Telekommunikationsdaten wei-

tervergeben werden. Da deren Datenübertragung jedoch funktionell und 

aufgrund separater Fasern auch betrieblich losgelöst von der Hochspan-

nungsleitung erfolgt, erscheinen sie nicht als Einheit. Entgegen der Ansicht 

der Beschwerdeführerinnen rechtfertigt es sich im vorliegenden Fall damit 

nicht, die für die Genehmigung der Starkstromanlage geltenden Regeln auf 

allfällige für die Durchleitung von Daten Dritter verwendete Fasern bzw. die 

dadurch bewirkte Nutzungsänderung auszudehnen. Mithin sprechen diese 

Prinzipien gegen die Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens 

bei einer allfälligen Nutzung des Lichtwellenleiters zu Telekommunikations-

zwecken. 

7.5.5.5 Schliesslich ist an dieser Stelle der Sinn und Zweck eines Plange-

nehmigungsverfahrens in Erinnerung zu rufen: Dieses dient dazu, in einem 

konzentrierten Verfahren ein Bauvorhaben bezüglich sämtlichen relevan-

ten Vorschriften zu prüfen und in einem Gesamtentscheid zu bewilligen 

(vgl. Art. 16 Abs. 3 f. EleG). Mithin ist dabei nicht nur die bauliche bzw. 

technische Ausgestaltung der Anlage, sondern insbesondere auch deren 

Zulässigkeit aus Sicht der Raumplanung, des Umweltrechts, des Natur- 

und Heimatschutzes, des Gewässerschutzes und der Waldgesetzgebung 

zu prüfen (Art. 4 und Art. 7 Abs. 1 der Starkstromverordnung vom 30. März 

1994 [SR 734.2]; Urteile des BVGer A-6798/2013 vom 5. November 2014 

E. 3.4 und A-4930/2011 vom 26. Januar 2012 E. 4; JAGMETTI, a.a.O., 

Rz. 6218 und 6275; DIETRICH, a.a.O., N 18 ff. zu Art. 16; HÄNNI, a.a.O., 

S. 492 und 513 f.). Ist nun aber eine Anlage bereits bewilligt worden (vgl. 

oben E. 7.5.5.1) und haben sich seither weder die planungsrechtlichen Ver-

hältnisse verändert noch hat sich eine Änderung der Immissionslage zu-

A-3480/2016 

Seite 31 

folge einer allfälligen Nutzung des Lichtwellenleiters zu Telekommunikati-

onszwecken ergeben (vgl. oben E. 7.5.5.3), ist nicht ersichtlich, welchen 

zusätzlichen Nutzen eine erneute Überprüfung des Werks in einem Plan-

genehmigungsverfahren böte. Vielmehr stellte dies einen Leerlauf dar.  

7.5.5.6 Aus den genannten Gründen würde allein aufgrund der zusätzli-

chen Datendurchleitung Dritter keine Änderung der Starkstromanlage im 

Sinn von Art. 16 Abs. 1 EleG erfolgen.  

Diese Schlussfolgerung deckt sich im Übrigen auch mit der Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zur Baubewilligungspflicht. Danach sind ohne 

bauliche Anpassungen erfolgende Zweckänderungen insbesondere dann 

nicht der Baubewilligungspflicht unterstellt, wenn sich ihre Auswirkungen 

auf Umwelt und Planung als ausgesprochen geringfügig erweisen (Urteil 

des BGer 1C_347/2014 vom 16. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen; WALD-

MANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 22 Rz. 17).  

Mithin ist bei blossen Zweckänderungen die Immissionsträchtigkeit des ge-

planten Betriebs entscheidend für die Bewilligungspflicht (vgl. oben 

E. 7.5.4.1, wonach auf die direkten und indirekten Immissionen abzustellen 

ist [Urteil 1C_24/2015 E. 3.2]). Werden diese Kriterien analog auf den vor-

liegenden Fall übertragen, ist nicht ersichtlich, weshalb eine allfällige Nut-

zung der Starkstromanlage zu Telekommunikationszwecken einer Plange-

nehmigungspflicht unterstellt werden sollte, da sie weder Immissionen her-

vorruft noch baulichen Anpassungen bedarf. Mit anderen Worten wird die 

Schwelle zur Bewilligungspflicht nicht überschritten, weshalb allein zufolge 

einer allfälligen zusätzlichen Nutzung zu Telekommunikationszwecken kein 

Interesse an der erneuten Beurteilung des rechtskräftig genehmigten Erd-

seils mitsamt der bewilligten Datenleitung (Lichtwellenleiter) besteht. 

7.5.5.7 Nach dem Gesagten ist die bestehende Praxis des Bundesverwal-

tungsgerichts zu präzisieren. Ein Plangenehmigungsverfahren ist allein zu-

folge einer beabsichtigten Nutzung eines im Erdseil integrierten Lichtwel-

lenleiters zu Telekommunikationszwecken, die mit keinen baulichen An-

passungen einhergeht, solange nicht erforderlich, als dadurch keine zu-

sätzlichen Immissionen bewirkt werden (vgl. A-8067/2015 E. 7.5.6.7). 

7.5.6 Diese Vorgaben werden vorliegend eingehalten, weshalb – selbst im 

Falle einer allfälligen Datendurchleitung Dritter – keine Plangenehmigungs-

pflicht ausgelöst würde.  

A-3480/2016 

Seite 32 

8.  

Die vorstehende Prüfung ergibt, dass keine Gründe bestehen, die die 

Durchführung eines Plangenehmigungsverfahrens verlangen (vgl. oben 

E. 5–7). Damit richtet sich im konkreten Fall der Erwerb der erforderlichen 

Dienstbarkeiten ausschliesslich nach dem Enteignungsgesetz. Der Präsi-

dent der ESchK war für die Bewilligung des abgekürzten Verfahrens mithin 

zuständig (Art. 33 EntG).  

9.  

Im Folgenden sind die Voraussetzungen des abgekürzten Verfahrens zu 

prüfen.  

9.1 Im Eventualstandpunkt machen die Beschwerdeführerinnen geltend, 

dass die Voraussetzungen des abgekürzten Verfahrens nicht erfüllt seien. 

Die Enteignung betreffe nämlich eine grosse Anzahl von Grundeigentü-

mern entlang der Strecke von Gösgen–Froloo. Entsprechend sei das or-

dentlichen Enteignungsverfahren gemäss Art. 27 ff. EntG durchzuführen.   

Dies wird seitens der Beschwerdegegnerin bestritten. So seien lediglich 

7 Grundstücke von der Enteignung und damit verhältnismässig wenige 

Enteignete betroffen. Das abgekürzte Verfahren sei somit zu Recht bewil-

ligt worden.  

9.2 Gemäss Art. 33 Bst. a EntG kann der Präsident der ESchK das abge-

kürzte Verfahren unter anderem bewilligen, wenn die von der Enteignung 

Betroffenen genau bestimmt werden können und die Enteignung verhält-

nismässig wenige Enteignete betrifft.  

9.2.1 Im vorliegenden Fall sind die Enteigneten genau bestimmbar. Die 

Grundstücke, die mit den Dienstbarkeitsrechten belastet werden sollen, er-

geben sich aufgrund der Trassenführung der Hochspannungsleitung. Kon-

kret betroffen sind sämtliche Grundeigentümer dieser Grundstücke, mit de-

nen sich die Beschwerdegegnerin nicht auf einen freihändigen Erwerb der 

benötigten Dienstbarkeiten einigen konnte. Deren Identität ergibt sich zwei-

felsfrei aus den Grundbuchauszügen der betroffenen Grundstücke. 

9.2.2 Sodann ist zu prüfen, ob verhältnismässig wenige Enteignete betrof-

fen sind. Entlang des Leitungstrasses konnte sich die Beschwerdegegnerin 

mit 280 Grundeigentümern bzw. bei 450 Parzellen auf einen freihändigen 

Erwerb der benötigten Dienstbarkeiten verständigen. Lediglich bei 

7 Grundstücken konnte keine Einigung erzielt werden, weshalb sie die er-

forderlichen Rechte nun auf dem Enteignungsweg geltend machen muss. 

A-3480/2016 

Seite 33 

Das abgekürzte Verfahren soll bewilligt werden, wenn nach menschlichem 

Ermessen sichergestellt ist, dass durch die persönliche Anzeige sämtliche 

von der Enteignung Betroffenen erfasst werden (vgl. HESS/WEIBEL, Bd. I, 

Art. 33 N 6). Dies trifft vorliegend angesichts der überschaubaren Anzahl 

an betroffenen Grundeigentümer ohne Weiteres zu, auch wenn in den pa-

rallelen Beschwerdeverfahren (A-3425/2016 und A-3539/2016) mehrere 

Erbengemeinschaften involviert sind. 

9.3 Insgesamt sind die Voraussetzung gemäss Art. 33 Bst. a EntG erfüllt, 

weshalb der Präsident der ESchK das abgekürzte Enteignungsverfahren 

zu Recht bewilligt hat.  

10.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.  

11.  

Es bleibt über die Kosten und Entschädigungen des Beschwerdeverfah-

rens vor dem Bundesverwaltungsgericht zu befinden.  

11.1 Die Kosten des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht ein-

schliesslich einer Parteientschädigung an den Enteigneten trägt der Ent-

eigner. Werden die Begehren des Enteigneten ganz oder zum grösseren 

Teil abgewiesen, so können die Kosten auch anders verteilt werden. Un-

nötige Kosten trägt in jedem Fall, wer sie verursacht hat (Art. 116 Abs. 1 

EntG). Jedenfalls dann, wenn die Begehren des Enteigneten in guten 

Treuen vertretbar waren, dürfte ein Abweichen von der in Art. 116 Abs. 1 

EntG für den Regelfall vorgesehenen Kosten- und Entschädigungsrege-

lung nicht ohne Weiteres in Frage kommen (Urteil des BVGer A-4751/2011 

vom 21. Juni 2012 E. 16). 

11.2 Die Gerichtsgebühr bemisst sich nach Umfang und Schwierigkeit der 

Streitsache, der Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Par-

teien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG sowie Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In enteignungsrechtlichen Ver-

fahren ist es zudem üblich, die Kosten eher niedrig zu halten (vgl. Urteil 

des BVGer A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 26). In Anbetracht des Um-

fangs und der Schwierigkeit der vorliegenden Sache sowie des Umstan-

des, dass vorliegend mehrere ähnlich gelagerte Verfahren gleichzeitig zu 

beurteilen waren (vgl. Urteile des BVGer A-3425/2016 und A-3539/2016 je 

vom 8. Juni 2017), erscheint ein Betrag von Fr. 2'000.– als angemessen.  

A-3480/2016 

Seite 34 

Die Beschwerdeführerinnen haben ihre Beschwerde in guten Treuen erho-

ben. Aus diesem Grund sind die Verfahrenskosten gemäss Art. 116 Abs. 1 

Satz 1 EntG in der Höhe von Fr. 2'000.– vollumfänglich der Enteignerin 

aufzuerlegen.  

11.3 Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie all-

fällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Das 

Bundesverwaltungsgericht legt die Parteientschädigung aufgrund einer de-

tailliert einzureichenden Kostennote oder, wenn keine (hinreichend detail-

lierte) Kostennote eingereicht wird, aufgrund der Akten fest (Art. 14 VGKE; 

vgl. Urteil des BVGer A-3841/2014 vom 1. Juli 2015 E. 2.2 mit Hinweis). 

Den anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerinnen steht vorliegend eine 

Parteientschädigung zu. Mangels Kostennote ist deren Höhe aufgrund der 

Akten von Amtes wegen festzusetzen. In Anbetracht des mutmasslichen 

Zeitaufwandes für das Verfahren ist eine Entschädigung von Fr. 11'000.– 

angemessen. Diese ist den Beschwerdeführerinnen von der Beschwerde-

gegnerin zu entrichten.  

Hingegen steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin von vornherein 

keine Parteientschädigung zu (Art. 116 Abs. 1 EntG e contrario).  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 2'000.– festgesetzt und der Be-

schwerdegegnerin auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt 

der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu 

überweisen. Die Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater 

Post. 

3.  

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den Beschwerdeführerinnen 

eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 11'000.– zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

A-3480/2016 

Seite 35 

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das ESTI (B-Post) 

– das BAFU (B-Post) 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Kathrin Dietrich Ivo Hartmann 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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