# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4570960b-56c7-5ce7-abf6-c7ab4828b092
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 16.12.2014 S 2014 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-1_2014-12-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 1

3. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichter Stecher als Vorsitzender, 

Verwaltungsrichterin Moser und Verwaltungsrichter Audétat, 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL
vom 16. Dezember 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch MLaw Davide Loss, 

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ AG, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach KVG

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1. Der 1990 geborene A._____ war als Jugendlicher bei einer Körpergrösse 

von 177 cm und einem Gewicht von bis zu 118 kg stark übergewichtig. 

Auf ärztliches Anraten hin reduzierte er sein Gewicht seit Ende 2009 um 

rund 28 kg. Durch diese Gewichtsabnahme trat die mutmasslich seit län-

gerem bestehende Brustvergrösserung beidseits (sog. Gynäkomastie) 

deutlich in Erscheinung. 

2. Deshalb überwies Dr. med. C._____, Allgemeine Medizin Facharzt 

(FMH), A._____ an Dr. med. D._____, Leitende Ärztin am Kantonsspital 

Graubünden. Nach der Untersuchung ersuchte diese die damalige obliga-

torische Krankenpflegeversicherung um Übernahme der Kosten für eine 

operative Entfernung des überschüssigen Brustgewebes (sog. subkutane 

Mastektomie). Dieses Gesuch wurde nach Einholung zusätzlicher Unter-

lagen abgelehnt. Daraufhin löste A._____ den Versicherungsvertrag mit 

seiner damaligen obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf und 

schloss bei der B._____ AG eine obligatorische Krankenpflegeversiche-

rung ab. Am 22. Juli 2013 wandte sich Dr. med. C._____ daraufhin an die 

B._____ AG mit dem Antrag, die Kosten für eine subkutane Mastektomie 

beidseits zu übernehmen. Die B._____ AG lehnte die begehrte Kosten-

gutsprache nach Rücksprache mit ihrem Vertrauensarzt, 

Dr. med. E._____, in der Folge ab, da der geplante medizinische Eingriff 

nicht der Behandlung von physischen oder psychischen Beschwerden mit 

Krankheitswert diene. Mit Verfügung vom 22. August 2013 bestätigte die 

B._____ AG diese Auffassung und wies die dagegen erhobene Einspra-

che mit Entscheid vom 13. November 2013 ab.

3. Gegen diesen abschlägigen Einspracheentscheid gelangte A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Beschwerde vom 6. Januar 2014 an 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, 

es sei der Einspracheentscheid der B._____ AG vom 13. November 2013 

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aufzuheben und die B._____ AG sei zu verpflichten, die Kosten für eine 

subkutane Mastektomie beidseits zu übernehmen. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Neubeurteilung an die B._____ AG zurückzuweisen. In 

verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer zum ei-

nen die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung, zum anderen die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Vertretung durch MLaw 

Davide Loss.

4. Die B._____ AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in der Be-

schwerdeantwort vom 23. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde. 

5. Der Beschwerdeführer nahm dazu in der Eingabe vom 3. Februar 2014 

unter Erneuerung der gestellten Anträge Stellung. Mit Schreiben vom 

6. Februar 2014 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 

einer Duplik.

6. Mit prozessleitender Verfügung vom 6. November 2014 lud der zuständi-

ge Instruktionsrichter die Verfahrensparteien unter Bekanntgabe der Zu-

sammensetzung des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden für 

Mittwoch, 10. Dezember 2014, zu einer mündlichen Verhandlung ein. An 

dieser Verhandlung nahm der Beschwerdeführer in Begleitung seines 

Rechtsvertreters, MLaw Davide Loss, teil, während die Beschwerdegeg-

nerin vorgängig telefonisch auf eine Teilnahme an der Verhandlung ver-

zichtet hatte. Der Beschwerdeführer erneuerte in seinem vorab einge-

reichten Parteivortrag seine bisherigen Anträge und vertiefte seine dies-

bezügliche Argumentation. Anschliessend befragte der Vorsitzende den 

Beschwerdeführer formlos zu seiner aktuellen gesundheitlichen Verfas-

sung und der von ihm gewünschten Operation. Anschliessend reichte der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers seine Honorarnote, den mittler-

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weile vom Beschwerdeführer mit der F._____ AG abgeschlossenen Ar-

beitsvertrag und weitere Unterlagen zu seinen Lebenskosten ein. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Be-

weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 13. November 2013. Derartige sozialversi-

cherungsrechtliche Entscheide können mit Beschwerde beim Versiche-

rungsgericht desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versi-

cherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat 

(Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; 

SR 832.10] i.V.m. Art. 56 Abs. 1 sowie Art. 58 Abs. 1 des Bundesgeset-

zes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]). Der Beschwerdeführer wohnte zum Zeitpunkt der Beschwerdeer-

hebung im Kanton Graubünden, womit das angerufene Gericht für die 

Beurteilung der vorliegenden Streitigkeit örtlich zuständig ist. Dessen 

sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG 

i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Einspracheentscheide und Verfügungen in Sozialversicherungssachen 

beurteilt, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Damit 

fällt die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des 

angerufenen Gerichts. Als Adressat des angefochtenen Einspracheent-

scheids, in welchem die Beschwerdegegnerin das Gesuch des Be-

schwerdeführers um Übernahme der Kosten für eine subkutane Mastek-

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tomie beidseits abgelehnt hat, ist der Beschwerdeführer von dieser Ent-

scheidung ausserdem berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren gerichtlicher Überprüfung (Art. 59 ATSG). Auf seine zudem frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 60 

und Art. 61 lit. b ATSG).

2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in ihrer Eigenschaft 

als obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die vom Be-

schwerdeführer begehrte, subkutane Mastektomie beidseits zu überneh-

men hat. 

a) Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, seine beidseits vergrös-

serten Brüste würden für ihn zunehmend zu einer psychischen Belastung 

werden und hätten bereits zu erheblichen psychischen Problemen ge-

führt, indem er eine Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2) sowie eine spe-

zifische Phobie (ICD-10: F 40.1) entwickelt habe und unter einem Verlust 

seines Selbstwertgefühls leide (ICD-10: Z 61.3). Deshalb habe er sich 

nach intensiver Überlegung und nach Rücksprache mit den behandeln-

den Ärzten sowie den konsultierten Spezialisten entschieden, das über-

schüssige Brustgewebe operativ entfernen zu lassen. Die Beschwerde-

gegnerin habe dieses Gesuch im angefochtenen Einspracheentscheid im 

Wesentlichen mit der Begründung abgelehnt, der Beschwerdeführer leide 

an einer Gynäkomastie. Dieses "ästhetische Problem" beeinträchtige den 

Beschwerdeführer in seinem Wohlbefinden, was jedoch nicht ausreiche, 

um von einer Krankheit im Rechtssinne auszugehen. Hiermit habe die 

Beschwerdegegnerin den massgeblichen Sachverhalt unrichtig bzw. un-

vollständig festgestellt. Die vorgenommenen Sachverhaltserhebungen 

seien deshalb durch die Einholung eines Gutachtens zu ergänzen. Sollte 

das Gericht den Sachverhalt als ausreichend ermittelt ansehen, sei zu 

beachten, dass die deutlich vergrösserten Brüste des Beschwerdeführers 

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für sich allein genommen schon pathologischen Wert aufwiesen, da sie 

das Mass deutlich überschreiten würden, welches als "normal" bezeichnet 

werden könne. In dieser Hinsicht sei der vorliegende Fall anders gelagert 

als die von der Beschwerdegegnerin angeführten Entscheide des Bun-

desgerichts zu Frauen mit vergrösserten Brüsten oder den sog. Fett-

schürzen-Fällen. In diesen Urteilen habe das Bundesgericht jeweils aus-

drücklich festgehalten, dass der Krankenpflegeversicherer kostenpflichtig 

sei, wenn eine Beeinträchtigung das als "normal" zu bezeichnende Mass 

überschreite. Der Beschwerdeführer sei heterosexuell und wolle keine 

weiblichen, sekundären Geschlechtsmerkmale. Die beidseits vergrösser-

ten Brüste des Beschwerdeführers stellten somit eine schwere Beein-

trächtigung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und damit 

eine Krankheit im Rechtssinne dar. Im Übrigen sei nicht einzusehen, 

weshalb die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die 

Operation transsexueller Männer übernehme, wohingegen sie die Kosten 

für eine subkutane Mastektomie bei Vorliegen einer Gynäkomastie nicht 

zu tragen habe. Dass sich die Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall 

weigere, die Kosten für die begehrte Operation zu übernehmen, sei umso 

unverständlicher, als der Beschwerdeführer als Folge der beidseitigen 

Gynäkomastie in Form einer Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2), einer 

spezifischen Phobie (ICD-10: F 40.1) sowie einem Verlust seines Selbst-

wertgefühls psychische Krankheiten im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG 

entwickelt habe, die sich seit der Ablehnung der begehrten Kostengut-

sprache zu einer Depression oder Dysmorphophobie verstärkt hätten. 

Diese psychischen Beschwerden stellten ohne Zweifel Krankheiten im 

Rechtsinne dar, die mittels des gewünschten operativen Eingriffs in wirk-

samer, zweckmässiger und wirtschaftlicher Weise behandelt werden 

könnten. Aus den genannten Gründen habe die Beschwerdegegnerin die 

Kosten für die begehrte subkutane Mastektomie zu übernehmen.

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b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin entgegen, sie könne 

nachvollziehen, dass der Beschwerdeführer durch seine beidseits hervor-

tretenden Brüste in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt sei. Eine solche 

Beeinträchtigung reiche für sich allein jedoch nicht aus, um von einer 

Krankheit im juristischen Sinne auszugehen. Erst wenn ein ästhetisches 

Problem die Voraussetzungen von Art. 3 Abs. 1 ATSG erfülle, liege eine 

Krankheit im Rechtssinne vor. Die hierfür zu erfüllenden Voraussetzungen 

lägen im vorliegenden Fall nicht vor. Die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachten psychischen Belastungen seien nicht derart schwer und daue-

rhaft, um im Zusammenhang mit der in Frage stehenden kosmetischen 

Behandlung Krankheitswert zu begründen. Denn der Beschwerdeführer 

leide entgegen seinen anderslautenden Ausführungen in der Beschwer-

deschrift lediglich an einer leichten Anpassungsstörung sowie an einer 

leichtgradigen und nicht alltagsrelevanten Form der Phobie. Diese psy-

chischen Störungen könnten laut der vom Beschwerdeführer konsultierten 

Psychiaterin durch eine Psychotherapie angegangen werden. Bevor der 

Beschwerdeführer diese Behandlungsoption ausgeschöpft habe, würden 

andere Behandlungsmethoden, wie die begehrte Operation, deshalb im 

Widerspruch zum Grundsatz der Zweckmässigkeit stehen, weshalb die 

Beschwerdegegnerin als leistungspflichtige Krankenversicherung die 

Übernahme der durch die begehrte Operation verursachten Kosten von 

vornherein verweigern müsse.

3. a) Nach Art. 25 Abs. 1 KVG übernimmt die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Leistungen, die der 

Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. 

Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen, welche von der 

obligatorischen Krankensicherung zu finanzieren sind. Darin sind als 

Pflichtleistungen unter anderem aufgeführt die von einem Arzt oder einer 

Ärztin ambulant, bei Hausbesuchen, stationär, teilstationär oder in einem 

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Pflegeheim durchgeführten Untersuchungen, Behandlungen und 

Pflegemassnahmen (lit. a) sowie der Aufenthalt in der allgemeinen 

Abteilung eines Spitals (lit. e). Diese Regelung wird in Art. 33 Abs. 1 KVG 

in Bezug auf die ärztlichen Leistungen dahingehend konkretisiert, als die 

obligatorische Krankenversicherung grundsätzlich alle ärztlichen 

Leistungen zu vergüten hat, die nicht im Anhang 1 der Verordnung über 

die Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV; 

SR 832.112.31) ausgeschlossen sind (vgl. BGE 129 V 167 E.3; EUGSTER, 

in: MURER/STAUFFER [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Krankenversicherung, 

Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 33 N. 3 und 8). Dies gilt freilich nur, wenn die 

in Frage stehenden Leistungen im Einzelfall wirksam, zweckmässig und 

wirtschaftlich sind (Art. 32 KVG).

b) Der Beschwerdeführer möchte sich nach Rücksprache mit seinem 

behandelnden Hausarzt und den von ihm konsultierten Fachärzten das 

überschüssige Brustgewebe im Rahmen einer subkutanen Mastektomie 

entfernen lassen. Diese ärztliche Leistung wird im Anhang 1 der KLV 

nicht aufgeführt, weshalb zu vermuten ist, dass es sich hierbei um eine 

Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung handelt. 

Die aus einer solchen Operation und dem hiermit verbundenen 

Spitalaufenthalt resultierenden Kosten hat die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung demzufolge zu übernehmen, wenn die 

fraglichen Leistungen der Behandlung einer Krankheit im Rechtsinne 

dienen und sie sich unter den gegebenen Umständen als wirksam, 

zweckmässig und wirtschaftlich erweisen.

4. a) Nach der gesetzlichen Definition gilt als Krankheit jede Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge 

eines Unfalls ist und die eine medizinische Untersuchung oder 

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Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 1 

Abs. 2 lit. a KVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 ATSG). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist darunter eine Funktionsstörung 

aufgrund pathologischer Prozesse zu verstehen, die zu einem von der 

Regel oder Norm abweichenden Körper- oder Geisteszustand führt. Eine 

solche gesundheitliche Verfassung stellt jedoch nur dann eine Krankheit 

im Sinne von Art. 3 Abs. 1 ATSG dar, wenn die Arbeitsfähigkeit des 

Betroffenen dadurch beeinträchtigt oder eine Behandlungsbedürftigkeit 

begründet wird (vgl. BGE 134 V 83 E.3.1, 129 V 38 E.4.2.1; EUGSTER, 

a.a.O., Art. 1a N. 6; WILHELM, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], 

Recht der Sozialen Sicherheit, Handbücher für die Anwaltspraxis, Band 

XI, Basel 2014, RZ. 14.4; KIESER, ATSG Kommentar, 2. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 3 N. 23; MAURER, Das neue 

Krankenversicherungsrecht, Basel 1996, S. 28). Dabei muss sowohl Un-

tersuchungs- sowie Behandlungsnotwendigkeit als auch das Vorliegen 

einer Arbeitsunfähigkeit objektiv durch einen Arzt festgestellt werden. Das 

Sozialversicherungsrecht verlangt somit eine durch Medizinalpersonen 

objektivierbare und festgestellte Beeinträchtigung der Gesundheit, damit 

eine Versicherungsleistung beansprucht werden kann (MAURER, a.a.O., 

S. 30; EUGSTER, Die obligatorische Krankenversicherung, in: Schweizeri-

sches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV [nachfolgend: Krankenversi-

cherung], Basel/Genf/München 2007, Rz 242 ff.). Dies ändert jedoch 

nichts daran, dass der medizinische Krankheitsbegriff weiter gefasst ist 

als der rechtliche, weshalb nicht jede Krankheit im medizinischen Sinne 

eine Krankheit im Rechtssinne ist (BGE 130 V 284 E.3, 124 V 121 E.3b).

b) Werden diese Grundsätze auf von Versicherten als störend empfundene 

ästhetische Mängel übertragen, so sind solche äusserlich erkennbaren 

Abweichungen vom Ideal- oder Normalbild als Krankheit im Sinne von 

Art. 3 Abs. 1 ATSG einzustufen, wenn sie auf einen pathologischen 

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Prozess, wie etwa einen Tumor oder eine hormonelle Überproduktion, 

zurückzuführen sind (BGE 121 V 119; 111 V 229; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_126/2008 vom 30. Oktober 2008 E.4.1). Hingegen 

handelt es sich bei rein ästhetische Mängeln, die im Rahmen der 

natürlichen Entwicklung entstehen können, wie z.B. abstehenden Ohren, 

Schlupflidern, unschönen Nasen sowie gutartigen Muttermalen, nicht um 

Krankheiten im Rechtssinne (EUGSTER, a.a.O., Art. 1a N. 8; KIESER, 

a.a.O., Art. 3 N. 23). Doch kann solchen ästhetischen Mängeln, vor allem 

an sichtbaren und in ästhetischer Beziehung besonders empfindlichen 

Körperteilen, Krankheitswert zukommen, wenn sie in einem erheblichen 

Masse von der Ideal- oder Normalvorstellung abweichen und 

infolgedessen als entstellend empfunden werden (RKUV 2005 KV 345 ff 

E.5.1; 2000 KV 113 ff.). Mit Blick auf das Gebot der Gleichbehandlung der 

Versicherten (Art. 13 Abs. 2 lit. a KVG und Art. 8 Abs. 1 der Bundesver-

fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) ist nach 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung diesbezüglich von einem engen 

Begriffsverständnis von "entstellend" auszugehen. Ob ein rein ästheti-

scher Mangel als derart schwerwiegend zu qualifizieren ist, beurteilt sich 

aufgrund objektiver Kriterien unter Einschluss der gesellschaftlichen An-

schauung und einer allfälligen sich hieraus ergebenden Beeinträchtigung 

der Erwerbsfähigkeit. Subjektive Faktoren, insbesondere die persönliche 

Anschauung, haben ausser Acht zu bleiben (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts K 15/04 vom 26. August 2004 E.3.2.2). Die Leis-

tungspflicht für kosmetische Operationen hat sich in den allgemein übli-

chen Grenzen und im Rahmen der Wirtschaftlichkeit zu bewegen (Urteil 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts K 15/04 vom 26. August 

2004 K 15/04 Erw. 2.2). 

c) Verursacht ein rein ästhetischer Mangel dagegen Beschwerden mit 

Krankheitswert im Rechtssinne, so kann die medizinische Behandlung 

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dieser krankhaften Folgeerscheinungen durch operative Behebung des 

ästhetischen Mangels als der eigentlichen Krankheitsursache ebenfalls 

eine Pflichtleistung der Krankenkasse sein. Voraussetzung ist, dass die 

Beschwerden erheblich sind und andere, vor allem ästhetische Motive 

genügend zurückdrängen. In solchen Fällen stellt die (operative) Beseiti-

gung des ästhetischen Mangels eine Pflichtleistung dar, wenn das Ziel 

dieser Behandlung nicht primär die Beseitigung des ästhetischen Man-

gels, sondern der hierdurch verursachten erheblichen körperlichen oder 

psychischen Beschwerden ist (vgl. BGE 121 V 213 E.4). Dabei genügt es, 

wenn die Beschwerden wie auch deren Kausalzusammenhang mit dem 

ästhetischen Mangel nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sind (BGE 121 

V 208 E.6b, 119 V 9 E.3c/aa). Ein Zusammenhang im streng wissen-

schaftlichen Sinn ist demnach nicht erforderlich, wohingegen die blosse 

Möglichkeit eines solchen Zusammenhangs nicht genügt (BGE 121 V 208 

E.4; RKUV 1992 S. 231 f. E.3b; Urteil des Verwaltungsgerichts U 12 27 

vom 14. März 2013 E.4a). Bejaht wurde das Vorliegen dieser Vorausset-

zungen in der Rechtsprechung bisher etwa für Narben, die namhafte 

Schmerzen bewirken (BGE 129 V 167 E.2) oder die Beweglichkeit erheb-

lich einschränken (RKUV 1991 S. 249 E.3b; SCHWARZ-TÜRLER, Kranken-

versicherung, Beobachter, Zürich 1998, S. 50), oder im Falle asymmetri-

scher Brüste, die zu erheblichen psychischen Problemen geführt haben 

(Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden U 12 27 vom 

14. März 2013 E.5c).

5. a) Im vorliegenden Fall ist in tatsächlicher Hinsicht erstellt, dass der Be-

schwerdeführer an einer Gynäkomastie beidseits leidet (Beilage der Be-

schwerdegegnerin [Bg-act.] 4, 5). Bei der Gynäkomastie handelt es sich 

um eine Vergrösserung der männlichen Brustdrüsen, wobei in der Medi-

zin gemeinhin zwischen der sog. echten und der unechten Gynäkomastie 

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unterschieden wird. Erstere wird durch eine pathologisch bedingte Ver-

mehrung des Drüsengewebes verursacht, während letzterer verschiedene 

Ursachen zugrunde liegen können, wie zum Beispiel Lipideinlagerungen 

bei Adipositas (sog. Lipomastie) oder regionale Tumore (vgl. Roche Lexi-

kon, Medizin, 5. Aufl., München 2003, S.747, Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 266. Aufl., Berlin/Boston 2014, S. 842). Diese in der Medizin 

gebräuchliche Unterscheidung ist für die Frage, ob die Gynäkomastie, an 

welcher der Beschwerdeführer leidet, eine Krankheit im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 ATSG darstellt, insofern von Bedeutung, als die echte Gynäko-

mastie stets als Krankheit im Rechtssinne anzusehen ist, während bei 

Formen der unechten Gynäkomastie im Einzelfall zu prüfen ist, ob sie das 

Ergebnis eines pathologischen Prozesses sind oder als rein ästhetischer 

Mangel im Rahmen einer natürlichen Entwicklung entstanden sind. 

b) Um die Ursache der beim Beschwerdeführer festgestellten Gynäkomastie 

festzustellen, veranlasste dessen Hausarzt, Dr. med. C._____, zunächst 

eine endokrinologische Untersuchung, die ohne Befund blieb (vgl. Bg-

act. 5 und 3). In der Folge überwies er den Beschwerdeführer an Dr. med. 

D._____, Leitende Ärztin am Kantonsspital Graubünden. Diese hielt in ih-

rem Arztbericht vom 15. August 2012 fest, beim Beschwerdeführer beste-

he eine deutliche Gynäkomastie beidseits mit einem palpablen, vergrös-

serten, zum Teil schmerzhaften Drüsenkörper. Das aktuelle Körperge-

wicht des Beschwerdeführers betrage 90 kg bei einer Körpergrösse von 

177 cm. Der Beschwerdeführer bereite sich für die Aufnahmeprüfung bei 

der Polizei vor. Aufgrund der Gynäkomastie bestehe eine deutliche psy-

chische Belastungsproblematik, da sich der Beschwerdeführer trotz er-

folgreicher Gewichtsabnahme sehr stark geniere. Geplant wäre nun die 

subkutane Mastektomie beidseits. Der Eingriff könnte in einem kurzstatio-

nären Aufenthalt von zwei bis drei Tagen durchgeführt werden (Bg-act. 5). 

Auf Ersuchen seiner vormaligen Krankenpflegeversicherung unterzog 

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sich der Beschwerdeführer im Weiteren einer sonographischen Untersu-

chung, um die Ausmasse des Drüsenkörpers und dessen Verhältnis zum 

Fettgewebe zu bestimmen (Bg-act. 6). Diese Untersuchung wurde am 

2. November 2012 durch Dr. med. G._____, Facharzt für Radiologie, 

durchgeführt und ausgewertet. Danach sind beim Beschwerdeführer so-

nographisch keine Drüsenkörper nachweisbar. Folglich sei im vorliegen-

den Fall primär von einer Pseudogynäkomastie bzw. einer Lipomastie 

auszugehen (Bg-act. 7). Damit ist erstellt, dass beim Beschwerdeführer 

keine krankhafte Vergrösserung der Brustdrüsen vorliegt; er mithin an ei-

ner unechten Gynäkomastie beidseits leidet, die mutmasslich auf Lipid-

einlagerungen bei Adipositas zurückzuführen und damit im Rahmen einer 

natürlichen Entwicklung entstanden ist. 

6. Diese Form der unechten Gynäkomastie als rein ästhetischer Mangel 

stellt nach dem vorangehend Ausgeführten eine Krankheit im Sinne von 

Art. 3 Abs. 1 ATSG dar, wenn die vergrösserte Brust des 

Beschwerdeführers aus objektiver Sicht in derart erheblichem Masse von 

der Ideal- oder Normalvorstellung abweicht, dass sie als entstellend 

empfunden wird. Trifft dies nicht zu, so liegt gleichwohl eine Krankheit im 

Rechtssinne vor, wenn die unechte Gynäkomastie beim Beschwerdefüh-

rer zu Beschwerden mit Krankheitswert im Rechtssinne geführt hat, die 

durch die operative Behebung des ästhetischen Mangels als Ursache der 

Folgeerkrankung zu behandeln sind. Nachfolgend ist zu prüfen, ob sich 

beim Beschwerdeführer eine dieser beiden Fallkonstellationen findet.

a) Der Beschwerdeführer hat mit seiner Beschwerdeschrift fünf ausgedruck-

te Fotografien eingereicht, die seinen nackten Oberkörper von der rechten 

sowie linken Seite und mehrfach von vorne zeigen (Beilage des Be-

schwerdeführers 3). Aus dieser Dokumentation geht hervor, dass sowohl 

die linke als auch die rechte Brust des Beschwerdeführers als Wölbung 

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sichtbar hervortritt und schlaff nach unten hängt. Anlässlich der öffentli-

chen Verhandlung vom 10. Dezember 2014 war ausserdem erkennbar, 

dass sich die Brüste des Beschwerdeführers unter einem leichten Baum-

wollshirt abzeichnen. 

aa) Dem Beschwerdeführer ist darin beizupflichten, dass eine solche Brust-

form nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Allerdings ist zu be-

achten, dass die Gynäkomastie relativ weit verbreitet ist. In einer Studie 

an 114 klinischen Patienten im Alter zwischen 27 bis 92 Jahren wurde bei 

65 % der untersuchten Männer eine Gynäkomastie festgestellt. Am 

höchsten war der Prozentsatz bei den 50- bis 60-jährigen Männern, wobei 

die Gynäkomastie in diesen Fällen regelmässig in Verbindung mit einer 

Adipositas auftritt. Im Alter von 14 Jahren, also etwa in der Mitte der Pu-

bertät, fand sich die Gynäkomastie bei etwa 40 % der männlichen Ju-

gendlichen (http://www.neuro24.de/show_glossar. php?id=682, besucht 

am 17. März 2015). Angesichts dieser Verbreitung der Gynäkomastie ist 

es fraglich, ob bei adipösen Männern im Falle einer Gynäkomastie von 

einem vom durchschnittlichen Erscheinungsbild abweichenden Brustbild 

gesprochen werden kann. Jedenfalls dürfte ein stark ausgeprägtes Über-

gewicht regelmässig mit einer Gynäkomastie einhergehen. 

bb) Insofern ist es durchaus nicht aussergewöhnlich, dass der Beschwerde-

führer, der vor seiner Gewichtsabnahme einen Body-Mass-Index von 37.4 

kg/m2 aufwies (117 kg [Gewicht] / 1.77 m [Grösse]2, vgl. Arztbericht vom 

6. Oktober 2009 [Bg-act. 3]) und derzeit nach der für junge Erwachsene 

geltenden WHO-Klassifikation bei einem Gewicht von 90 kg und einer 

Körpergrösse von 1.77 m immer noch als übergewichtig einzustufen ist 

(Body-Mass-Index von 28.7), von einer Gynäkomastie betroffen ist (vgl. 

zur Berechnungsweise: Pschyrembel, a.a.O., S. 305). Ob das Vorliegen 

einer Gynäkomastie unter diesen Umständen gleichwohl als eine von der 

http://www.neuro24.de/show_glossar.%20php?id=682

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Normalvorstellung abweichende Brustform anzusehen ist, kann bezweifelt 

werden. Beim Beschwerdeführer dürfte die Gynäkomastie jedoch ausge-

prägter sein als bei Männern seiner derzeitigen Gewichtsklasse, da sich 

diese entwickelt hat, als der Beschwerdeführer 117 kg wog (vgl. dazu: 

Arztbericht von Dr. med. H._____, Leitender Arzt, vom 8. Juli 2011 [Bg-

act. 4]) und sich im Zuge der nachmaligen Gewichtsabnahme nach der 

durchaus glaubhaften Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der 

mündlichen Verhandlung nur unzureichend zurückgebildet hat. Dennoch 

ist die Gynäkomastie beim Beschwerdeführer nicht derart markant, dass 

sie dem unbefangenen Betrachter sofort ins Auge springt und von diesem 

als Fehlbildung empfunden wird, welche das äussere Erscheinungsbild 

des Beschwerdeführers prägt. Das Brustbild des Beschwerdeführers 

weicht damit nicht in erheblichem Masse vom Idealbild der männlichen 

Brust ab und dürfte sich nur in untergeordnetem Ausmass von der dies-

bezüglichen Normalvorstellung unterscheiden. Demzufolge kommt der zu 

beurteilenden Gynäkomastie beidseits, selbst wenn die männliche Brust, 

wie jene der Frau, als in ästhetischer Beziehung besonders empfindlicher 

Körperteil anzusehen wäre, kein Krankheitswert zu.

b) Soweit die unechte Gynäkomastie beim Beschwerdeführer indessen Be-

schwerden mit Krankheitswert im Rechtssinne verursacht hat, kann die 

medizinische Behandlung dieser krankhaften Folgeerscheinungen durch 

die operative Behebung des ästhetischen Mangels als der eigentlichen 

Krankheitsursache rechtsprechungsgemäss eine Pflichtleistung der obli-

gatorischen Krankenpflegeversicherung darstellen (E.4c hiervor). 

aa) Diesbezüglich steht vorliegend fest, dass die unechte Gynäkomastie beim 

Beschwerdeführer zu keinen körperlichen Beschwerden geführt hat, den 

Beschwerdeführer indes in seinem psychischen Wohlbefinden beeinträch-

tigt. Zur Bestimmung von Art und Umfang der entsprechenden Beein-

- 16 -

trächtigung und des zu deren Behandlung zu wählenden Vorgehens liess 

sich der Beschwerdeführer am 26. März 2013 durch Dr. med. I._____, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchen und füllte bei 

dieser Gelegenheit die ihm vorgelegten Testbögen "Frankfurter Selbst-

konzept- und Körperkonzeptskalen (FSKN, FKKS, Deusinger)" aus. Auf 

der Grundlage der dadurch gewonnenen Erkenntnisse diagnostizierte 

Dr. med. I._____ in ihrem Bericht vom 29. März 2013 beim Beschwerde-

führer aus psychiatrischer Sicht eine leichte Anpassungsstörung nach 

massivem Gewichtsverlust und prominenter Lipogynäkomastie (ICD-10: 

F 43.2), eine spezifische Phobie, leichtgradig und nicht alltagsrelevant 

(ICD-10: F 40.2), und einen Verlust von Selbstwertgefühl in der Kindheit 

(ICD-10: Z 61.3). Der Beschwerdeführer nehme keine Medikamente und 

sei bis anhin weder in einer psychiatrischen Klinik gewesen noch habe er 

sich einer psychiatrischen Therapie unterzogen. Grundsätzlich könne eine 

ausgeprägte psychische Störung, wie eine Depression oder Dysmorpho-

phobie, ausgeschlossen werden. Die vom Patienten empfundene Diskre-

panz von Selbst- und Idealbild verbunden mit der starken Ausrichtung des 

Selbstwertgefühls an Äusserlichkeiten führe zu einem erhöhten Leidens-

druck. Ein solches Erleben könne psychotherapeutisch angegangen wer-

den. Einer solchen Therapie stehe der Patient jedoch ablehnend gegenü-

ber. Zur Erreichung psychotherapeutischer Ziele sei die Motivation und 

aktive Mitarbeit des Patienten aber unabdingbar. In einigen Studien äs-

thetischer Chirurgen würde über eine Selbstwertsteigerung durch operati-

ve Korrekturen berichtet. Es sei anzunehmen, dass sich das Kontaktver-

halten der Betroffenen durch die positive Eigenwahrnehmung verändere 

und ebenfalls neue sowie positiv erlebte Reaktionen anderer erzeuge. Es 

müsse aber darauf hingewiesen werden, dass Langzeitstudien bisher 

fehlten. Abzuraten wäre von operativen Eingriffen bei Vorliegen schwerer 

psychischer Erkrankung und bei unrealistischen Erwartungen an die Ope-

ration. Die Untersuchung des Patienten habe keine diesbezüglichen Hin-

- 17 -

weise ergeben. In jedem Fall seien Aufwand, Nutzen und Risiken der ge-

nannten Vorgehensweisen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (Bg-

act. 8).

bb) Der vorangehend auszugsweise wiedergegebene Arztbericht beruht auf 

einer eingehenden persönlichen und testpsychologischen Untersuchung 

des Beschwerdeführers und berücksichtigt die vom Beschwerdeführer 

beklagten Leiden. Zudem sind die entsprechenden Ausführungen für die 

fachärztlich zu klärende Frage nach der psychischen Verfassung des Be-

schwerdeführers umfassend und leuchten in der Darlegung der medizini-

schen Zusammenhänge, in der Beurteilung der medizinischen Situation 

und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen ein. Dem Arztbericht von 

Dr. med. I._____ vom 29. März 2013 ist daher voller Beweiswert zuzuer-

kennen (vgl. dazu: BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Zu diesem 

Schluss ist denn auch der von der Beschwerdegegnerin herangezogene 

Vertrauensarzt, Dr. med. E._____, in den Beurteilungen vom 30. Juli 2013 

sowie 20. August 2013 gelangt (Bg-act. 10, 14).

cc) Die vom Beschwerdeführer gegen diese Betrachtungsweise erhobenen 

Einwände vermögen nicht zu überzeugen. Dem Vorbringen des Be-

schwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe Art und Umfang der 

durch die Gynäkomastie verursachten psychischen Beschwerden unzu-

reichend abgeklärt, ist entgegenzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

Dr. med. I._____ selber als Gutachterin ausgewählt und den von ihr er-

stellten Arztbericht der Beschwerdegegnerin zugestellt hat, damit diese 

auf dessen Grundlage seinen Anspruch auf Übernahme der mit der be-

gehrten subkutanen Mastektomie verbundenen Kosten prüft. Wenn er de-

ren Ausführungen nunmehr als unzureichend rügt, setzt er sich in Wider-

spruch zu diesem Verhalten und der darin zum Ausdruck kommenden 

Überzeugung, seine psychische Verfassung werde im Bericht vom 

- 18 -

29. März 2013 zutreffend wiedergegeben. Ausserdem hat er im vorin-

stanzlichen Verfahren wie auch im Beschwerdeverfahren unter Bezug-

nahme auf die von Dr. med. I._____ erhobenen Befunden für die Ertei-

lung der begehrten Kostengutsprache argumentiert.

dd) Soweit der Beschwerdeführer den Beweiswert des Berichts von Dr. med. 

I._____ vom 29. März 2013 im Übrigen mit der Begründung in Abrede 

stellt, seit der Ablehnung der begehrten Kostengutsprache eine Depressi-

on oder Dysmorphophobie entwickelt zu haben, geht aus den entspre-

chenden Ausführungen des Beschwerdeführers nicht hervor, ob diese 

Verschlechterung während des vorinstanzlichen Verfahrens oder im Laufe 

des Beschwerdeverfahrens eingetreten sein soll (vgl. Beschwerdeschrift 

III. Rechtliches Ziff. 8 und IV. Rechtliches Ziff. 1.6; Plädoyer, S. 9). Sollte 

Ersteres der Fall sein, so wäre zu erwarten gewesen, dass der Be-

schwerdeführer die Beschwerdegegnerin hiervon während des Einspra-

cheverfahrens in Kenntnis gesetzt und sie ersucht hätte, seine aktuelle 

psychische Verfassung vertrauensärztlich oder gutachterlich abklären zu 

lassen oder ihm Gelegenheit zu bieten, bei Dr. med. I._____ einen Ver-

laufsbericht einzuholen. Solches wäre vom Beschwerdeführer umso mehr 

zu erwarten gewesen, als die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdefüh-

rer mit prozessleitender Verfügung vom 7. Oktober 2013 einerseits die 

Akten zugestellt, ihn andererseits aufgefordert hat, seine Einsprache, wie 

angekündigt, innert 30 Tagen zu ergänzen (Bg-act. 19). Schliesslich hat 

der Beschwerdeführer auch während des laufenden Beschwerdeverfah-

rens keinen Arztbericht eingereicht, aus dem sich ergibt, dass er sich 

während des vorinstanzlichen Verfahrens wegen einer Depression oder 

Dysmorphophie in ärztliche Behandlung begeben musste. Unter diesen 

Umständen kann ausgeschlossen werden, dass die behauptete Ver-

schlechterung der psychischen Verfassung des Beschwerdeführers 

während des vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten ist.

- 19 -

ee) Sollte der Beschwerdeführer während des Beschwerdeverfahrens als 

Folge der Gynäkomastie beidseits an einer Depression oder Dysmorpho-

phie erkrankt sein, so ist vorab darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens an sich nur derjenige Sachverhalt 

beurteilt werden darf, der sich bis zum Abschluss des vorinstanzlichen 

Verfahrens mit dem Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids am 

13. November 2013 verwirklicht hat. Über danach eingetretene Sachver-

haltsänderungen hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspra-

cheentscheid nicht entschieden, weshalb diese im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren grundsätzlich nicht beurteilt werden dürfen (KIESER, 

ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 61 N. 61). Aus prozessöko-

nomischen Gründen ist es dem Verwaltungsgericht indes ausnahmsweise 

gestattet, von diesem Grundsatz abzuweichen und auch über Verhältnis-

se zu befinden, die sich nach dem Erlass des angefochtenen Einspra-

cheentscheids verwirklicht haben. Dies setzt allerdings voraus, dass diese 

Sachverhaltsänderungen in engem Zusammenhang zum Verfahrensge-

genstand stehen und hinreichend abgeklärt sind (BGE 130 V 138 E.2.1; 

ANDREAS TRAUB, in: STIEGER-SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der So-

zialen Sicherheit, Handbuch für die Anwaltspraxis, Band XI, Basel 2014, 

N. 5.132). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall nicht erfüllt, 

hat doch der Beschwerdeführer zum Beleg der von ihm behaupteten Ver-

schlechterung seiner psychischen Verfassung nicht einmal einen Arztbe-

richt eingereicht. Demzufolge kann eine solche Verschlechterung, die 

nach dem Abschluss des vorinstanzlichen Verfahrens eingetreten sein 

soll, im vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Berücksichtigung fin-

den.

ff) Aus den vorgenannten Gründen vermögen die Vorbringen des Be-

schwerdeführers nicht die geringsten Zweifel an der Richtigkeit und 

- 20 -

Schlüssigkeit des Berichts von Dr. med. I._____ vom 29. März 2013 zu 

wecken. Dass die vom Beschwerdeführer beantragte Begutachtung an 

dieser Überzeugung etwas zu ändern vermöchte, kann ausgeschlossen 

werden, weshalb der entsprechende Beweisantrag des Beschwerdefüh-

rers in antizipierter Beweiswürdigung abzulehnen (vgl. dazu statt vieler: 

Urteil des Bundesgerichts 8C_126/2013 vom 19. Juni 2013 E.4, 

9C_309/2007 vom 5. September 2007 E.2.2.1; FLÜCKIGER, in: STEIGER-

SACKMANN / MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, a.a.O., 

N. 4.175) und auf eine Rückweisung zum Zwecke der weiteren Sachver-

haltserhebung zu verzichten ist.

gg) Bei diesem Ergebnis der Beweiswürdigung gilt als erstellt, dass der Be-

schwerdeführer an einer leichten Anpassungsstörung nach massivem 

Gewichtsverlust und prominenter Lipogynäkomastie (ICD-10: F 43.2), ei-

ner spezifischen Phobie, leichtgradig und nicht alltagsrelevant (ICD-10: 

F 40.2), und einem Verlust von Selbstwertgefühl in der Kindheit leidet 

(ICD-10: Z 61.3). Der letztgenannte Befund steht offenkundig nicht im Zu-

sammenhang mit der Gynäkomastie, welche beim Beschwerdeführer, 

soweit aktenkundig, erstmals mit 21 Jahren diagnostiziert wurde und vom 

Beschwerdeführer erst seit seiner erheblichen Gewichtsabnahme im Jahr 

2012 als problematisch empfunden wird (Bg-act. 4). Sie ist daher im vor-

liegenden Zusammenhang ohne Bedeutung. Dasselbe gilt für die im Wei-

teren festgestellte spezifische Phobie (ICD-10: F 40.2), mit der Dr. med. 

I._____ auf die Höhenangst Bezug nimmt, an welcher der Beschwerde-

führer laut dem erhobenen psychopathologischen Befund leidet (Bg-act. 8 

S. 2). Hingegen wurde die leichte Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2) 

nach fachärztlicher Auffassung durch den massiven Gewichtsverlust und 

die dabei zum Vorschein gekommene Gynäkomastie verursacht.

- 21 -

hh) Laut der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10 

Kapitel V) handelt es sich hierbei um Zustände subjektiven Leidens und 

emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen be-

hindern und während des Anpassungsprozesses nach einer einschnei-

denden Lebensveränderung, nach einem belastenden Lebensereignis 

oder bei Vorhandensein oder der drohenden Möglichkeit einer schweren 

körperlichen Krankheit auftreten. Die Störung beginnt im Allgemeinen in-

nerhalb eines Monats nach dem belastendenden Ereignis oder der Le-

bensveränderung. Die Symptome halten meist nicht länger als sechs Mo-

nate an, ausser bei längeren depressiven Reaktionen. Dauern die Sym-

ptome an, sollte die Diagnose in Übereinstimmung mit dem gegenwärti-

gen klinischen Bild geändert und die andauernde Belastung unter Ver-

wendung der Z-Kodierung, Kapitel XXXI der ICD-10, gekennzeichnet 

werden. Die Anpassungsstörung kann in Verbindung mit einer depressi-

ven Reaktion, Angst, vorwiegenden Störung von anderen Gefühlen oder 

des Sozialverhaltens auftreten, die das klinische Bild der Krankheit prä-

gen (ICD-Klassifikation, abrufbar unter: http://www.icd-code.de/ > Anpas-

sungsstörung [F 43.2], letztmals besucht am 27. Mai 2015).

ii) Eine solche Kombination der Anpassungsstörung mit einer anderen psy-

chischen Krankheit liegt beim Beschwerdeführer nicht vor. Dr. med. 

I._____ schliesst das Vorliegen einer Depression oder Dysmorphophobie 

vielmehr ausdrücklich aus und stellt fest, der Beschwerdeführer leide 

ausschliesslich an einer leichten Anpassungsstörung. Dieser war denn 

auch in der Vergangenheit nie in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt 

und vermochte seinen Alltag ohne Schwierigkeiten zu bewältigen. Dass er 

sich nicht in psychische Behandlung begeben hat, spricht ebenfalls gegen 

einen erheblichen Leidensdruck. Dieser Eindruck findet sich darin 

bestätigt, dass es dem Beschwerdeführer während des Beschwerdever-

fahrens gelungen ist, sich beruflich neu zu orientieren und eine Stelle als 

http://www.icd-code.de/

- 22 -

Matrose bei der F._____ AG zu finden. Um diese Tätigkeit ausüben zu 

können, ist er bei seinen Eltern ausgezogen und hat in X._____ seine ers-

te eigene Wohnung bezogen. Dass sich der Beschwerdeführer eine sol-

che Änderung seines gesamten beruflichen und sozialen Umfelds zuge-

traut hat, stimmt mit der Auffassung von Dr. med. I._____ überein, wo-

nach der Beschwerdeführer lediglich an einer leichtgradigen Anpas-

sungsstörung leidet.

jj) In dieser Beziehung unterscheidet sich der zu beurteilende Fall massge-

blich von dem vom Verwaltungsgericht im Urteil S 12 27 vom 14. März 

2013 entschiedenen. In diesem Fall litt die Beschwerdeführerin zwar 

ebenfalls an einer Anpassungsstörung, die indes mit einer depressiven 

Reaktion verbunden war (ICD-10 F 43.21). Diese psychische Krankheit 

hinderte die Beschwerdeführerin zudem bei wichtigen 

Entwicklungsschritten in der Adoleszenz (VGU S 12 27 vom 14. März 

2013 E.5a). Bei der Einordnung dieser Krankheit wies das 

Verwaltungsgericht zunächst die von der Beschwerdegegnerin unter 

Berufung auf Eugster (GEBHARD EUGSTER Krankenversicherung in: 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht SBVR, Soziale Sicherheit, 2. 

Aufl., Basel 2007, N 260 f.) vertretene Auffassung zurück, wonach bei 

psychischen oder psychosomatischen Störungen zur Annahme eines 

Krankheitswertes ein schweres psychisches Versagen voraussichtlich 

dauernder Natur zu verlangen sei (VGU S 12 27 vom 14. März 2013 

E.5a). Alsdann erkannte es der schwerwiegenden und voraussichtlich 

dauerhaften psychischen Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin unter 

Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung Krankheitswert 

zu (VGU S 12 27 vom 14. März 2013 E.5a E.6). Im Vergleich zu dieser 

psychischen Krankheit ist die leichte Anpassungsstörung, an welcher der 

Beschwerdeführer leidet, indes weniger schwerwiegend, was sich 

einerseits in der gestellten Diagnose, andererseits in den hierdurch 

- 23 -

verursachten Beschwerden widerspiegelt, welche den Beschwerdeführer 

nicht an einer altersgerechten Entwicklung hindern, wie die mit dem 

Wegzug nach X._____ erfolgte Ablösung vom Elternhaus zeigt. Ihr ist 

daher im Hinblick auf die begehrte Mastektomie beidseits kein 

Krankheitswert im Rechtssinne zuzumessen.

kk) Daran ändert die Tatsache nichts, dass die behandelnden Ärzte des Be-

schwerdeführers, insbesondere die von ihm konsultierte plastische Chir-

urgin, Dr. med. D._____, die subkutane Mastektomie beidseits als medi-

zinisch indiziert ansehen (Bg-act. 5, 9, vgl. ausserdem E.5b hiervor). 

Denn diese setzen sich nicht mit den für die Beurteilung der strittigen Kos-

tengutsprache massgeblichen Kriterien auseinander. Im Übrigen verfügt 

keiner von ihnen über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Beurteilung 

von Art und Umfang der vom Beschwerdeführer beklagten psychischen 

Beschwerden (vgl. dazu: URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der 

Invalidenversicherung, Bern 2010, N. 1658). Unter diesen Umständen 

vermögen die fraglichen Stellungnahmen keine Zweifel daran zu begrün-

den, dass die unechte Gynäkomastie beim Beschwerdeführer nicht zu 

schwerwiegenden und voraussichtlich dauerhaften psychischen Be-

schwerden geführt hat, denen im Zusammenhang mit dem in Frage ste-

henden plastisch-chirurgischen Eingriff Krankheitswert im Rechtssinne 

zuzubilligen wäre.

c) Soweit der Beschwerdeführer dagegen einwendet, ein solches Ergebnis 

stehe im Widerspruch zur Praxis des Bundesgerichts bei echtem Trans-

sexualismus, kann ihm nicht gefolgt werden. Freilich sind die operative 

Geschlechtsumwandlung seit 1988 und plastisch-chirurgische Massnah-

men zur Anpassung der sekundären Geschlechtsmerkmale seit 1994 als 

Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung aner-

kannt, wenn die psychiatrische Diagnose des echten Transsexualismus 

- 24 -

gestellt wurde und die versicherte Person im Sinne eines Richtwerts 

während einer zweijährigen Beobachtungsphase in der angestrebten ge-

schlechtlichen Identität gelebt hat (BGE 137 I 86 E.9.2, 120 V 643 E.6; 

EUGSTER, Krankenversicherung, N. 263; EUGSTER, a.a.O., Art. 1a S. 17). 

Die Situation des Beschwerdeführers unterscheidet sich jedoch grundle-

gend von dieser Ausgangslage. Transsexualismus wird umschrieben als 

Drang, durch eine – meist chirurgische – Geschlechtsumwandlung dem 

anderen Geschlecht anzugehören. Diese Grundveranlagung kann sekun-

där zu neurotischen Fehlentwicklungen oder schweren, den gesamten 

Charakter prägenden Anomalien führen (BGE 105 V 180 E.1b), die mit-

tels der operativen Geschlechtsumwandung behandelt werden. Würde 

der Beschwerdeführer infolge der Gynäkomastie beidseits an derart 

schwerwiegenden und voraussichtlich dauerhaften psychischen Beein-

trächtigungen leiden, so wäre die Beschwerdegegnerin selbstverständlich 

verpflichtet, die Kosten für die begehrte Mastektomie beidseits zu über-

nehmen (vgl. E.4c hiervor). Dies trifft indes, wie vorangehend dargelegt 

(vgl. E.6 ii-kk hiervor), nicht zu, weshalb der Beschwerdeführer aus der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum echten Transsexualismus 

nichts zu seinen Gunsten ableiten kann.

Wenn vorliegend, wie vom Beschwerdeführer vorgebracht, eine Analogie 

zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezüglich anderer plastisch-

chirurgischer Eingriffe gezogen werden sollte, so böte sich wohl eine An-

lehnung an die bundesgerichtliche Praxis zur Bauchdeckenstraffung (sog. 

Abdominoplastik) an, als häufigster Korrekturoperation nach gewollter, 

massiver Gewichtsabnahme. Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung hat die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für 

einen solchen Eingriff nur bei somatischer, nicht aber bei psychischer In-

dikation zu übernehmen (vgl. statt vieler: Urteil des Eidgenössischen Ver-

sicherungsgerichts K 135/04 K 135/04 vom 17. Januar 2006 E.2 und 3, 

- 25 -

K 50/05 vom 22. Juni 2005 E.2.3 und 3; vgl. RKUV 1985 Nr. K 638 

S. 197; EUGSTER, a.a.O., S. 12). Würde sich das Verwaltungsgericht bei 

der Beurteilung der strittigen Kostengutsprache an dieser Praxis orientie-

ren, so wäre der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers von vornher-

ein zu verneinen, leidet dieser doch infolge der Gynäkomastie unstrittig an 

keinen körperlichen Sekundärerkrankungen (vgl. E.6b/aa hiervor). Der 

Beschwerdeführer kann aus der von ihm angeregten Analogie zur in Be-

zug auf andere plastisch-chirurgische Eingriffe bestehenden Rechtspre-

chung folglich nichts zu seinen Gunsten ableiten. Ebenfalls nicht zu über-

zeugen vermögen die übrigen Argumente des Beschwerdeführers, die auf 

einer anderen Einschätzung des Schweregrads der vorliegenden unech-

ten Gynäkomastie und der hierdurch verursachten psychischen Be-

schwerden beruhen. Die Beschwerdegegnerin hat das Vorliegen einer 

rechtserheblichen Sekundärerkrankung im angefochtenen Einspra-

cheentscheid somit zu Recht verneint.

7. Daraus ergibt sich, dass es sich bei der beim Beschwerdeführer vorlie-

genden Form der unechten Gynäkomastie um einen rein ästhetischen 

Mangel handelt, der aus objektiver Sicht nicht als eine derart schwerwie-

gende Abweichung von der Ideal- oder Normalvorstellung der männlichen 

Brust erscheint, als dass er einem unbefangenen Betrachter sofort ins 

Auge springen und von diesem als entstellend empfunden würde. Aus-

serdem hat die unechte Gynäkomastie beim Beschwerdeführer zu keiner 

schwerwiegenden und voraussichtlich dauerhaften psychischen Folgeer-

krankung geführt hat, der im Zusammenhang mit der gewünschten Mas-

tektomie beidseits Krankheitswert im Rechtsinne zukäme. Der vom Be-

schwerdeführer gewünschte plastisch-chirurgische Eingriff dient somit der 

Behandlung eines rein ästhetischen Mangels ohne relevanten Krank-

heitswert, weshalb die Beschwerdegegnerin die Übernahme der mit die-

ser Operation verbundenen Kosten zu Recht abgelehnt hat. Dass die vom 

- 26 -

Beschwerdeführer beantragte Begutachtung an dieser Überzeugung et-

was zu ändern vermöchte, kann ausgeschlossen werden, weshalb die 

Beschwerdegegnerin zu Recht von weiteren Sachverhaltsabklärungen 

abgesehen hat. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich so-

mit als rechtens, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der dage-

gen erhobenen Beschwerde im Haupt- sowie im Eventualantrag führt. 

8. Das Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungssachen ist gemäss 

Art. 61 lit. a ATSG, abgesehen von vorliegend ausser Betracht fallenden 

Ausnahmen, kostenlos. Folglich sind für das vorliegende Verfahren keine 

Kosten zu erheben. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als zustän-

dige Sozialversicherungsträgerin keinen Anspruch auf Ersatz der Partei-

kosten (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). 

9. a) Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer die begehrte unentgeltli-

che Rechtspflege mit Vertretung durch MLaw Davide Loss zu gewähren 

ist. Zur Begründung dieses Antrags führte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen aus, er verfüge nicht über ausreichende Finanzmittel, um die 

Kosten für seinen Rechtsvertreter zu übernehmen. Zudem seien im vor-

liegenden Verfahren komplexe Fragen rund um die Kostenübernahme für 

die begehrte subkutane Mastektomie beidseits zu beurteilen. Dem 

rechtsunkundigen Beschwerdeführer könne es deshalb nicht zugemutet 

werden, dieses Verfahren selbständig zu führen. In dieser Situation habe 

sich dieser entschieden, sich durch MLaw Davide Loss vertreten zu las-

sen. Dessen Bestellung als unentgeltlicher Rechtsvertreter könne unter 

diesen Umständen nicht einfach mit der Begründung abgelehnt werden, 

bei MLaw Davide Loss handle es sich nicht um einen registrierten Anwalt. 

Angesichts des fehlenden Anwaltsmonopols im kantonalen Verwaltungs-

prozess sei – anders als im Verfahren vor dem Bundesgericht – die un-

entgeltliche Rechtsvertretung durch eine hinreichend rechtskundige Per-

- 27 -

son ohne Anwaltspatent zulässig, sofern diese eine effektive Interessen-

wahrnehmung zu gewährleisten vermöge. Ob dies der Fall sei, müsse in 

erster Linie anhand der Qualität der Eingabe geprüft werden. Derart quali-

fizierte Rechtsvertreter würden im Kanton X._____ als unentgeltliche 

Rechtsvertreter eingesetzt. Es sei nicht einzusehen, weshalb diese Praxis 

im Kanton Graubünden nicht gelten sollte, zumal auch der Wortlaut von 

Art. 37 Abs. 4 ATSG für die Zulässigkeit einer unentgeltlichen Rechtsver-

beiständung durch eine nicht als Rechtsanwalt zugelassene Person spre-

che. Demzufolge sei das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltli-

che Rechtspflege mit Vertretung durch MLaw Davide Loss gutzuheissen.

b) Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) hat das Gericht einer Partei, die nicht über 

die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag die unentgeltliche Rechtspfle-

ge zu gewähren, sofern ihr Rechtsstreit nicht offensichtlich mutwillig oder 

von vornherein aussichtslos ist. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte not-

wendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. Diese Regelung wird für das sozialversicherungsrechtli-

che Verfahren in Art. 61 lit. f ATSG konkretisiert. Danach ist dem Be-

schwerdeführer ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen, wo die 

Verhältnisse es rechtfertigen. Wer für eine unentgeltliche Vertretung zu-

gelassen ist, beurteilt sich nach kantonalem Recht (KIESER, a.a.O., Art. 61 

N. 110). 

c) Gemäss Art. 76 Abs. 3 VRG bestellt die Behörde auf ihre Kosten eine 

Anwältin oder einen Anwalt als unentgeltlichen Rechtsvertreter. Dass auf-

grund dieser Bestimmung ein Rechtsberater, der nicht über ein An-

waltspatent verfügt, zum unentgeltlichen Rechtsbeistand bestellt werden 

kann, hat das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden im Urteil S 12 

108 vom 13. August 2013 E.6b nach eingehender Prüfung verneint. Zur 

- 28 -

Begründung dieser Auffassung führte es im Wesentlichen aus, der Wort-

laut von Art. 76 Abs. 3 VRG verpflichte die Behörde (bei Vorliegen ent-

sprechender Verhältnisse), eine Anwältin oder einen Anwalt als unentgelt-

lichen Rechtsvertreter zu bestellen. Im Übrigen sei ein im Register eines 

Kantons eingetragener Anwalt gemäss Art. 12 lit. g des Bundesgesetzes 

über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR  935.61) 

verpflichtet, innerhalb des Registerkantons unentgeltliche Rechtsvertre-

tungen zu übernehmen. Diese Pflicht gelte als Korrelat zur Befugnis des 

eingetragenen Anwalts, in der ganzen Schweiz den Anwaltsberuf aus-

zuüben. Zwar würde dies nicht zwingend ausschliessen, ausserhalb des 

Monopolbereichs auch nicht eingetragenen Anwälten die unentgeltliche 

Verbeiständung zu erlauben, doch entstünde dadurch ein Unterschied 

zwischen unentgeltlichen Rechtsbeiständen, die zur Übernahme eines 

Mandats verpflichtet seien, und solchen, die diese Aufgabe freiwillig 

übernähmen. Eine solche Lösung sei insbesondere dann problematisch, 

wenn ein Anwalt sein Mandat niederlegen möchte, was ein staatlich ein-

gesetzter unentgeltlicher Beistand nicht einseitig tun könne. Schliesslich 

unterstehe der eingetragene Anwalt der besonderen anwaltsrechtlichen 

Aufsicht gemäss Art. 2 und  14 ff. BGFA, mit welcher unter anderem si-

chergestellt werde, dass die ihm obliegenden Berufs- und Standespflich-

ten − auch und gerade bei Erfüllung eines Mandates in unentgeltlicher 

Verbeiständung − eingehalten würden. Die Auffassung des Bundesge-

richts, wonach die unentgeltliche Rechtsverbeiständung auch ausserhalb 

des Monopolbereichs nur Anwältinnen und Anwälten vorbehalten sei, 

werde in der Lehre bestätigt. Es sei deshalb davon auszugehen, dass im 

Kanton Graubünden nur Anwälte als unentgeltliche Rechtsvertreter ein-

gesetzt werden könnten. 

d) Was der Beschwerdeführer gegen diese Auffassung vorbringt, ist nicht 

geeignet, das Verwaltungsgericht zu veranlassen, auf seine Praxis 

- 29 -

zurückzukommen. Freilich trifft es zu, dass die unentgeltliche Rechtsver-

tretung im Kanton X._____ im Verwaltungsgerichtsverfahren nur auf pa-

tentierte Rechtsanwälte beschränkt ist, wenn das Gericht den unentgeltli-

chen Rechtsvertreter auswählt. Mandatiert hingegen die vertretene Per-

son ihren Rechtsbeistand selber, so darf dessen Bestellung als unentgelt-

licher Rechtsvertreter nicht einzig deshalb verweigert werden, weil es sich 

nicht um einen registrierten Anwalt handelt. Vielmehr ist der von der be-

schwerdeführenden Partei gewählte Rechtsvertreter als unentgeltlicher 

Rechtsbeistand einzusetzen, wenn er als hinreichend rechtskundige Per-

son eine effektive Interessenwahrung zu gewährleisten vermag (vgl. Ur-

teile des Bundesgerichts 2C_1132/2012 vom 13. Mai 2013 E.5.3, 

2C_769/2012 vom 22. Oktober 2012 E.4.3; KASPAR PLÜSS, in: GRIFFEL 

[Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 16 N. 105). 

Diese Praxis haben die zuständigen Gerichte in Auslegung von § 16 

Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich (VRG; 

LS 175.2) entwickelt. Laut der fraglichen Regelung haben die privaten 

Verfahrensparteien Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen 

Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfah-

ren selber zu wahren. Diese Bestimmung ist hinsichtlich der als unentgelt-

lichen Rechtsvertreter einzusetzenden Personen weitaus allgemeiner ge-

halten als Art. 76 Abs. 3 VRG, der diese Aufgabe ausdrücklich den An-

wältinnen und Anwälten vorbehält. Aus der zu § 16 Abs. 2 VRG ZH er-

gangenen Rechtsprechung kann daher in Bezug auf die Personen, wel-

che im Kanton Graubünden im verwaltungsgerichtlichen Verfahren als 

unentgeltliche Rechtsvertreter eingesetzt werden können, nichts abgleitet 

werden. Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Gründe vermögen das 

Verwaltungsgericht deshalb nicht zu veranlassen, auf seine vor kurzem 

erst eingehend überprüfte Praxis zurückzukommen, wonach in sozialver-

sicherungsrechtlichen Verfahren nur Anwälte als unentgeltliche Rechts-

vertreter eingesetzt werden können. 

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e) Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass MLaw Davide Loss, der 

zwar über ein abgeschlossenes Rechtsstudium und ausgewiesene 

Rechtskenntnisse im Sozialversicherungsrecht verfügt, jedoch kein An-

waltspatent hat, nicht als unentgeltlicher Rechtsvertreter eingesetzt wer-

den kann. Dementsprechend ist das Gesuch des Beschwerdeführers um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung mit Vertretung 

durch MLaw Davide Loss abzulehnen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Das Gesuch von A._____ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtverbei-

ständung mit Vertretung durch MLaw Davide Loss wird abgewiesen.

 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Weiterzug an Bundesgericht ist noch hängig.