# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4accae6-6a80-5e92-a3ee-6ee9cb688e43
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.01.2018 200 2016 966
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-966_2018-01-31.pdf

## Full Text

200 16 966 UV
KNB/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Januar 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 14. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) war über ihre Arbeitgeberin obligatorisch bei der Schweizeri-
schen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva bzw. 
Beschwerdegegnerin) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufs-
krankheiten versichert, als sie am 18. Juli 2014 bei der Arbeit beim Weg-
stellen eines ... einen falschen Knopf drückte, sich der ... in der Folge in 
ihre Richtung bewegte, das rechte Innenbein touchierte und das Bein zwi-
schen dem ... und den gegenüberliegenden ... eingeklemmt wurde (Akten 
der Suva, Antwortbeilage [act. II] 1, 18). Die Suva erbrachte in der Folge 
die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Am 9. Januar 2015 unterzog 
sich die Versicherte einer Operation am rechten Knie (act. II 47 bzw. 54) 
und am 11. Februar 2016 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt (act. 
II 105). In der Folge absolvierte die Versicherte vom 1. März bis 5. April 
2016 einen Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik C.________ (act. II 
113 f.).

Nachdem am 27. April 2016 (act. II 118) eine kreisärztliche Beurteilung 
stattgefunden hatte, verfügte die Suva am 27. Mai 2016 (act. II 124) die 
Leistungseinstellung per 31. Mai 2016 und verneinte den Anspruch auf eine 
Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung, wobei sie angab, die 
heute noch geklagten Beschwerden seien organisch nicht hinreichend 
nachweisbar und die psychische Störung stehe im Vordergrund, das Er-
gebnis der entsprechenden Adäquanzprüfung führe zur erwähnten Leis-
tungseinstellung. 

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 28. Juni 2016 (act. II 133) Einsprache, woraufhin am 6. 
Juli 2016 (act. II 137) eine weitere kreisärztliche Beurteilung erfolgte. An-
schliessend wies die Suva die Einsprache mit Entscheid vom 14. Septem-
ber 2016 (act. II 145) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 3

B.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 11. Oktober 2016 Beschwerde. Sie beantragt, unter Auf-
hebung des angefochtenen Einspracheentscheides seien der Beschwerde-
gegnerin (richtig: Beschwerdeführerin) auch nach dem 31. Mai 2016 
Versicherungsleistungen zu erbringen, basierend auf einer Arbeitsunfähig-
keit von 100 %, eventualiter einer Arbeitsunfähigkeit von 50 - 100 %, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge. Gleichzeitig stellt sie ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Anwältin.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des ange-
fochtenen Entscheides. 

Mit Stellungnahme zur Beschwerdeantwort vom 4. Januar 2017 bestätigte 
die Beschwerdeführerin die gestellten Rechtsbegehren sowie die Aus-
führungen in der Beschwerde und machte zusätzliche Erläuterungen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 14. September 2016 
(act. II 145). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Zu-
sammenhang mit dem Unfall vom 18. Juli 2014 die Versicherungsleistun-
gen zur Recht per 31. Mai 2016 eingestellt und sowohl den Anspruch auf 
eine Invalidenrente als auch denjenigen auf eine Integritätsentschädigung 
verneint hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2017 UV Nr. 8 S. 28 E. 3.3, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

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2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 
337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV Nr. 
30 S. 122 E. 5.2).

2.5 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 S. 
138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8 E. 5.2) – eine Katalogisierung 
der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere 
Unfälle vorzunehmen ist (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183). Die erlittenen Ver-
letzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall 
entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2). Abhängig 
von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung 

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einzubeziehen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte ge-
prüft (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359).

Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes 
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge-
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel 
(vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres verneint werden, 
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug 
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass 
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsscha-
den zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a S. 
139).

Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel 
zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende 
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 
183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verletzun-
gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh-
lentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;

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- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-
mert;

- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um einen mittelschweren 
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung 
der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 E. 
4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien 
führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 E. 6b 
S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 S. 174 E. 
4b).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

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ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen, wobei sich die vorgenommenen bildgebenden Abklärungen 
und Eingriffe aus der Diagnoseliste des Austrittsberichtes der Rehaklinik 
C.________ vom 5. April 2016 (act. II 114/1 - 8) ergeben (vgl. E. 3.4.1 hier-
nach). 

3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 3. Juni 
2015 (act. II 67) die folgenden Diagnosen auf:

 Status nach Weichteiltraumatisierung mit Hämatom, Serom subkutan rechts 
bei Quetschtrauma mit ... vom 18. Juli 2014

 Verdacht auf neuropathische Schmerzen bei Läsion des Nervus saphenus

Dr. med. D.________ gab im Zusammenhang mit einem am 27. Mai 2015 
durchgeführten MRI des rechten Knies (act. II 64) an, es bestehe ein un-
auffälliger intraartikulärer Status; medial subkutan bestehe noch eine zirka 
1.5mm (richtig: cm) grosse Flüssigkeitsansammlung (Serom?), diese sei 
deutlich grössenreduziert im Vergleich zum Vorbefund. Das umgebende 
Weichteilgewebe sei deutlich weniger inflammatorisch verändert. Aus rein 

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othopädisch-mechanischer Sicht könne keine adäquate Therapie geboten 
werden. Nach der Weichteilrevision erscheine im MRI auch die inflammato-
rische Situation am medialen Knie abzuklingen. Es bestehe noch ein klei-
nes Serom, von 1.5cm, welches jedoch eher nicht therapiebedürftig sei. 
Objektivierbar müsse jedoch auch festgehalten werden, dass auf der In-
nenseite des Kniegelenkes die Weichteile immer noch verhärtet seien. Es 
bestehe eine Desensibilität distal davon. Als weiteren therapeutischen Ver-
such werde probatorisch Lyrica zur Schmerzbehandlung mit der Annahme 
eines neuropathischen Schmerzes durch das Quetschtrauma ausgelöst 
empfohlen. Im Rahmen des Traumas könnte es zu einer Läsion des Ner-
vus saphenus gekommen sein, der einen Teil des sensiblen Innervations-
gebietes nun verloren habe. 

3.2 Im Bericht vom 2. Februar 2016 (act. II 104) hielt Dr. med. 
D.________ fest, aus orthopädischer Sicht sei kein Eingriff indiziert. Die 
Binnenstrukturen des Kniegelenkes seien unauffällig. Klinisch lasse sich 
jedoch erneut eine Schwellung medial abgrenzen, mit einem tastbaren 
kleinen Serom. Dort gebe die Beschwerdeführerin reproduziert Schmerzen 
an, wie auch an den anderen Terminen schon. Aufgrund der unauffälligen 
neurologischen Abklärung (act. II 94) bitte er um die schnellstmögliche Vor-
stellung im Rahmen der Suva-Beurteilung. Gegebenenfalls hier nochmalige 
Abklärung von einem chirurgischen Kollegen bezüglich eines Weichteilein-
griffes bei persistentem Serom. Dr. med. E.________, Facharzt für Chirur-
gie, sehe hier keinen erneuten chirurgischen Interventionsbedarf. 

3.3 Im Zusammenhang mit der kreisärztlichen Untersuchung vom 
11. Februar 2016 führte der Kreisarzt Dr. med. F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im 
entsprechenden Bericht vom 11. bzw. 16. Februar 2016 (act. II 105) die 
folgenden Diagnosen auf:

Status nach Quetschtrauma rechtes Knie und proximaler Unterschenkel am 18. Ju-
li 2014 mit ausgeprägter Hämatombildung bei 
 Zustand nach Exstirpation eines subcutan-Hämatoms am 9. Januar 2015
 Anhaltende Schmerzen und Bewegungseinschränkung im rechten Kniegelenk

Der Kreisarzt führte aus, die Beschwerdeführerin gebe eine weitgehende 
Funktionseinschränkung mit erheblichen Schmerzen sowie Parästhesien 

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an. Auffällig sei, dass sie bei dem Gespräch wie auch bei der Untersu-
chung sehr stark auf das rechte Bein fokussiert sei, es werde ständig mit 
den Händen gestützt, massiert und bewegt. Auch bei Beugung im Hüft- und 
Kniegelenk werde die rechte Hand jeweils unterstützend zu Hilfe genom-
men. Weiterhin auffällig sei die erhebliche Berührungsempfindlichkeit, so 
dass eine lokale Überprüfung des Operationsgebietes bzw. des Bereiches, 
in dem das Hämatom vorgelegen habe, nicht möglich sei. Auch beim Ge-
hen mit rechtshinkendem, kleinschrittigem Gangbild werde die Funktions-
einschränkung gezeigt. Demgegenüber bestünden keine Atrophien der 
Muskulatur im rechten Bein, obwohl weder physiotherapeutische Mass-
nahmen noch suffizientes Selbsttraining durchgeführt würden. Man sei ge-
neigt, einen weitgehend normalen Gebrauch des rechten Beines in 
unbeobachteter Situation zu vermuten. Auch nicht übliche Untersuchungs-
schritte würden schmerzfrei toleriert wie das Aufsetzen mit der Beugung 
der Hüfte von 90° und vollgestrecktem Kniegelenk rechts sowie die Prüfung 
der Fussheber und -senker. Klinisch und radiologisch sollten Residuen des 
Hämatoms an der rechten Knieinnenseite keine nennenswerten Beschwer-
den mehr verursachen. Eine Dystrophie im Sinne eines CRPS I könne am 
rechten Bein nicht nachvollzogen werden, die Budapest-Kriterien seien 
nicht erfüllt. Insgesamt müsse von einem chronifizierten Schmerz im Sinne 
eines Myofaszial-Syndroms ausgegangen werden. Inwieweit hier ein se-
kundärer Krankheitsgewinn die psychosoziale Situation der Beschwerde-
führerin stütze, sei nicht eindeutig zu evaluieren. Kreisärztlicherseits könne 
die Behandlung noch nicht als abgeschlossen gelten. Ein weiterer Behand-
lungsversuch sollte in Form eines Rehabilitationsaufenthaltes in der Reha-
klinik C.________ durchgeführt werden. Die Beschwerdeführerin könne 
theoretisch leichteste körperliche Tätigkeiten im Wechselrhythmus zwi-
schen Stehen, Sitzen und Gehen mit überwiegendem Sitzen, wie zum Bei-
spiel Montagearbeiten oder Verpackungsarbeiten durchführen. Längeres 
Gehen und Stehen sei zu vermeiden. Weiterhin sei zu vermeiden das häu-
fige Treppensteigen wie auch das Besteigen von Leitern und Gerüsten so-
wie das Heben und Tragen von Lasten über 5kg. Sollte durch die 
Rehabilitation damit eine Reduktion des chronifizierten Schmerzes möglich 
sein, wäre die Rückkehr in die angestammte Tätigkeit durchaus als möglich 
zu erachten.

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3.4

3.4.1 Im Austrittsbericht der Rehaklinik C.________ vom 5. April 2016 
(act. II 114/1 - 8) im Zusammenhang mit dem Aufenthalt der Beschwerde-
führerin vom 1. März bis 5. April 2016 führten die Ärzte die folgenden Dia-
gnosen auf:

A. 18. Juli 2014. Beim ...abstellen auf den falschen Knopf gedrückt. Der ... ist ihr 
dann ins Bein gefahren.
A1 Kontusion rechter Unterschenkel mit grossem Hämatom am Tibiakopf me-

dial 
 14. August 2014 Röntgen rechter Unterschenkel in 2 Ebenen (act. II 

22): Verdacht auf langstreckiges subperiostales Hämatom
 16. September 2014 Sonographie rechtes Kniegelenk (act. II 65): Ver-

dacht auf Meniskusganglion medial rechtes Knie, Ausschluss einer 
Thrombose und eines Hämatoms

 23. September 2014 MRI Knie rechts (act. II 57): Abgekapseltes Hä-
matom in der Subcutis, rechtes Knie medial, keine Meniskusschäden 
(act. II 57) 

 31. Oktober 2014 Sonographische Punktion Kniegelenk rechts (act. II 
63): Gewinnung von 2 ml serösem Erguss

 9. Januar 2015 OP-Bericht (act. II 47 bzw. 54): Exzision eines abge-
kapselten Hämatoms Knie rechts medialseits.

 27. Mai 2015 MRI rechtes Knie (act. II 64): Grenzwertig vermehrte 
Flüssigkeit intraartikulär. Reizlose abgekapselte Flüssigkeitsansamm-
lung in der Subkutis medialseitig auf PateIlahöhe (14 x 10 x 17 mm), 
begleitet von kutanen narbigen Veränderungen

 5. Juni 2015 Therapie mit Lyrica eingeleitet
 22. Januar 2016 Neurologie, Thun (act. II 94): Keine neurologische Ur-

sache der Beschwerden
 3. März 2016 MRI Knie rechts: Stationär kleine Flüssigkeitskollektion 

subkutan medial des medialen Femurkondylus, Hypoplasie der Patella 
mit Lateralisation und Reizung bei Impingement des Hoffa Fettkörpers, 
geringgradiger Gelenkserguss.

B. Längerdauernder depressiver Reaktion in Verbindung mit einer maladaptiven 
Schmerzverarbeitung (ICD-10: F43.21) (03/2016 Psychiatrisches Konsil Reha-
klinik C.________)

Die Ärzte der Rehaklinik C.________ gaben an (act. II 114/2), zur Ergän-
zung und Aktualisierung der Diagnostik seien während des stationären 
Aufenthaltes folgende Untersuchungen durchgeführt worden:

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 3. März 2016 Röntgen Knie rechts: Gute Achsenstellung. Keine Fraktur. Keine 
grösseren Degenerationen. Grosser Gelenkserguss.

 3. März 2016 MRI Knie rechts: Stationär kleine Flüssigkeitskollektion subkutan 
medial des medialen Femurkondylus, Hypoplasie der Patella mit Lateralisation 
und Reizung bei Impingement des Hoffa Fettkörpers, geringgradiger Gelenk-
serguss.

Sie hielten weiter fest, aus medizinisch-rehabilitativer, somatischer Sicht 
lasse sich das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen 
mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersu-
chung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nicht erklären. 
Sodann führten die Ärzte der Rehaklinik C.________ aus (act. II 114/3), im 
Behandlungsprogramm sei die Beschreibung der Schmerzen undifferen-
ziert gewesen, das Schmerzverhalten nicht adäquat. Das Leistungsverhal-
ten werde als schlecht beurteilt. Die Konsistenz sei schlecht gewesen (es 
hätten sich mehrerer Diskrepanzen und Widersprüchlichkeiten gefunden). 
Das Verhalten bezüglich Rehabilitation werde als negativ gewertet. Die 
Beschwerdeführerin habe kein Interesse gezeigt an Informationen und An-
regungen über einen verbesserten Umgang mit Schmerzen. Sie habe 
kaum einen aktiven Umgang mit Schmerzen gezeigt und habe vorwiegend 
Schmerzmittel genommen. Zusammenfassend habe keine Verbesserung 
der Schmerzproblematik erreicht werden können bei gleichzeitiger Stagna-
tion der körperlichen Belastbarkeit auf tiefem Niveau. Bezüglich der Beweg-
lichkeit des Kniegelenks habe insgesamt keine Verbesserung erreicht 
werden können. Die medizinische Situation sei stabil. Von weiteren Thera-
piemassnahmen sei keine Verbesserung des somatisch-organischen Be-
fundes zu erwarten. 

3.4.2 In dem während des Rehabilitationsaufenthaltes in der Rehaklinik 
C.________ durchgeführten psychiatrischen Konsilium (act. II 114/20 - 24) 
wurde zusammenfassend die folgende Diagnose gestellt (act. II 114/21):

 Anpassungsstörung mit längerdauernder depressiver Reaktion in Verbindung 
mit einer maladaptiven Schmerzverarbeitung, auf dem Boden von diversen, 
auch früheren Belastungen bei einer einfach strukturierten, wenig gebildeten 
Frau (ICD-10: F43.21)

Weiter wurde festgehalten, aus psychiatrischer Sicht könne in Anbetracht 
des guten Funktionsniveaus zu Hause und der nur geringen objektiv zu 

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erhebenden Psychopathologie keine dauerhafte Behinderung der arbeits-
bezogenen Leistungsfähigkeit angenommen werden; dennoch sei die Pro-
gnose zurückhaltend zu stellen. Sie selbst gebe sich keine gute Prognose, 
sei auf die Schmerzen fixiert, habe bildungsmässig geringe Ressourcen 
und zunehmend einen hohen sekundären Krankheitsgewinn. 

3.4.3 Im Bericht der Rehaklinik C.________ bereits vom 22. März 2016 
bezüglich der Beurteilung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit (BAL 
[act. II 114/9 - 24]) wurde zusammenfassend ausgeführt (act. II 114/10), 
aus psychiatrischer Sicht bestehe keine dauerhafte Behinderung der ar-
beitsbezogenen Leistungsfähigkeit. Es sei eine erhebliche Symptomaus-
weitung beobachtet worden. Diese sei teilweise auf eine psychische 
Störung zurückzuführen. Die Resultate der physischen Leistungstests sei-
en deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen Belastbarkeit 
nicht verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschrän-
kungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der 
klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagno-
sen nicht erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich primär auf 
medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beob-
achtungen bei den Leistungstests. Die Beurteilung der Zumutbarkeit erfolge 
aus unfallkausaler Sicht. Es wurde angegeben, die berufliche Tätigkeit als 
... in einer ...firma sei ganztags zumutbar, wobei die Arbeitsunfähigkeit ab 
11. April 2016 50 %, ab 2. Mai 2016 25 % und ab 23. Mai 2016 0 % betra-
ge. Als andere berufliche Tätigkeiten seien mittelschwere Arbeiten ganz-
tags zumutbar. 

3.5 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 27. bzw. 28. April 2016 (act. II 
118) gab der Kreisarzt Dr. med. F.________ an, für den allgemeinen Ar-
beitsmarkt ergebe sich folgendes definitives Zumutbarkeitsprofil: Mittel-
schwere körperliche Tätigkeiten im Wechselrhythmus zwischen Stehen, 
Sitzen und Gehen mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 25kg. 
Einseitige Körperhaltungen, insbesondere längeres Stehen sollten vermie-
den werden. Unter den genannten Voraussetzungen sei ein ganztägiger 
Einsatz möglich. Das endgültige Zumutbarkeitsprofil sei aufgrund der Dis-
krepanzen zwischen den beklagten Beschwerden und den bei der 
kreisärztlichen Untersuchung erhobenen Befunden ergänzt durch den Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 14

druck einer erheblichen Symptomausweitung nach fünfwöchigem Aufent-
halt in der Rehaklinik C.________ beurteilt worden. Die Beschwerdeführe-
rin habe offensichtlich nicht die Möglichkeit einer weitgehenden Reintegra-
tion in den Arbeitsmarkt erkannt. Dies begründe sich möglicherweise durch 
unfallfremde Faktoren, die für diese Beurteilung allerdings nicht relevant 
gewesen seien. Die Integritätseinbusse erreiche die Erheblichkeitsgrenze 
nicht, daher sei keine Integritätsentschädigung geschuldet. 

3.6 Im Zusammenhang mit einer weiteren kreisärztlichen Beurteilung 
vom 6. Juli 2016 gab der Kreisarzt Dr. med. F.________ am 7. bzw. 20. Juli 
2016 zusammenfassend an (act. II 137), die Beschwerdeführerin gebe 
permanente starke Schmerzen an. Diese Angaben seien inkonsistent zu 
den Untersuchungsergebnissen. Auch in der Rehaklinik C.________ seien 
daraus Schlüsse gezogen worden. Eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit (wie 
sie Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Gastroenterologie, festgehalten habe), müsse nicht auf Unfallfolgen beru-
hen, da noch eine psychische Erkrankung parallel behandelt werde. 

3.7 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
führte im Bericht vom 26. August 2016 (act. II 140) aus, bei der Beschwer-
deführerin bestünden seit ihrem Unfall vor zwei Jahren starke Beinschmer-
zen mit Einschränkung der Funktion, sie hinke stark, gehe langsam und am 
Stock. Psychisch sei sie seither depressiv, wobei die Depression heute als 
mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1) beurteilt werden könne 
(die Diagnose einer Anpassungsstörung, welche in der Rehaklinik 
C.________ gestellt worden sei, könne heute nicht mehr eingesetzt wer-
den, da der Zustand bereits über zwei Jahre dauere und die Schwere der 
Störung diejenige einer depressiven Reaktion übertreffe). Schon in der Re-
haklinik C.________ sei im April 2016 festgehalten worden, dass falls sich 
der Heilungsverlauf oder die Eingliederung weiter verzögern sollten, eine 
Begutachtung empfohlen werde. Da sich der Zustand in den vergangenen 
Monaten eher verschlechtert habe und der Eingliederungsversuch in der 
Firma I.________ gescheitert sei, erachte er eine polydisziplinäre Begut-
achtung als unumgänglich. Die Beschwerdeführerin sei seit dem Austritt 
aus der Rehaklinik C.________ nicht in psychiatrischer Behandlung gewe-
sen und sie habe bisher nie Antidepressiva erhalten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 15

4.

4.1 In somatischer Hinsicht geht die Beschwerdegegnerin davon aus, 
dass keine sich auswirkenden unfallbedingten Folgen objektivierbar seien 
(act. II 145/6; Beschwerdeantwort, S. 3 ff. Ziff. 5.2). Demgegenüber macht 
die Beschwerdeführerin geltend (Beschwerde, S. 5), der Sachverhalt sei 
ungenügend abgeklärt worden, es lägen nach wie vor physische Unfallfol-
gen vor, die Raumforderung am rechten Knie habe auch bei den Abklärun-
gen in der Rehaklinik C.________ weiterhin festgestellt werden können. 
Das rechte Bein weise nach wie vor nicht den Normalzustand auf. 

4.2 Wie sich aus den Akten ergibt, wurden im vorliegenden Fall umfas-
sende Abklärungen, insbesondere spezialärztlicher und bildgebender Art, 
vorgenommen und die Beschwerdeführerin absolvierte einen mehrwöchi-
gen Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik C.________ (vgl. E. 3.1 - 
3.6 hiervor). Es trifft zu, dass während des Rehabilitationsaufenthaltes nach 
wie vor ein Serom bzw. stationär eine kleine Flüssigkeitskollektion am rech-
ten Knie festgestellt werden konnte (MRI Knie rechts am 3. März 2016 [act. 
II 114/2]). Die Ärzte der Rehaklinik C.________ hielten jedoch am 5. April 
2016 fest, dass die medizinische Situation stabil und von weiteren Thera-
piemassnahmen keine Verbesserung des somatisch-organischen Befundes 
mehr zu erwarten sei (act. II 114/3). Folglich stuften sie – gleich wie Dr. 
med. D.________ (act. II 67) und Dr. med. E.________ (vgl. act. II 104 am 
Schluss) – das Serom als nicht mehr behandlungs- bzw. operationsbedürf-
tig ein. Der Kreisarzt Dr. med. F.________ führte diesbezüglich zudem aus 
(act. II 137/4), bei bildgebenden Untersuchungen (zu Behandlungsbeginn) 
sei kein raumforderndes Hämatom im Bereich der Tibia festgestellt worden, 
einzig eine kleine Raumforderung im Unterhautfettgewebe oberhalb des 
Kniegelenkspaltes. Dies sei zunächst abpunktiert worden, wobei sich kein 
Blut, sondern lediglich eine seröse, also wässrige Flüssigkeit entleert habe. 
Die Raumforderung sei dann chirurgisch entfernt worden. Nach vier Mona-
ten sei erneut eine allerdings kleinere Raumforderung mit Flüssigkeitsan-
sammlung festgestellt worden. Es sei davon auszugehen, dass die im 
Unterhautfettgewebe gelegene Flüssigkeitsansammlung für die Kniege-
lenkmechanik und den Bewegungsablauf keine nennenswerte Rolle spiele, 
wie auch Dr. med. D.________ beurteilt habe, zumal bei weiteren Nachun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 16

tersuchungen der Befund rückläufig gewesen sei. Laut Dr. med. 
F.________ ist von einem Endzustand auszugehen (act. II 118/3) und die 
Ärzte der Rehaklinik C.________ stuften die Beschwerdeführerin ab dem 
23. Mai 2016 wieder zu 100 % arbeitsfähig ein (act. II 114/10). Folglich ist 
der Fallabschluss (vgl. dazu Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 140 V 130 E. 2.2 S. 
132, 137 V 199 E. 2.1 S. 201) per 31. Mai 2016 nicht zu beanstanden. So-
weit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang auf die im IV-
Verfahren noch ausstehende Entscheidung über allfällige 
Einliederungsmassnahmen hinweist (Stellungnahme vom 4. Januar 2017, 
S. 2 [im Gerichtsdossier]), steht dies einem Fallabschluss nicht entgegen, 
zumal noch gar keine Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversiche-
rung laufen.

Die Ärzte der Rehaklinik C.________ gaben im Austrittsbericht vom 5. April 
2016 (act. II 114) sodann an, das Ausmass der demonstrierten physischen 
Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Be-
funden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie 
den Diagnosen nicht erklären und es sei eine erhebliche Symptomauswei-
tung festgestellt worden (act. II 114/2 und 10). Bereits bei der kreisärztli-
chen Untersuchung vom 11. Februar 2016 fiel die Beschwerdeführerin 
durch eine demonstrative Zurschaustellung der Beschwerden auf, gleich-
zeitig waren aber keine Atrophien der Muskulatur des rechten Beines aus-
zumachen (act. II 105/5). Auch in den kreisärztlichen Beurteilungen vom 
27. bzw. 28. April 2016 (act. II 118) und vom 6. Juli 2016 (act. II 137) wies 
Dr. med. F.________ auf die Diskrepanzen bzw. die Inkonsistenz zwischen 
den beklagten Beschwerden und den erhobenen Befunden hin. Soweit die 
Beschwerdeführerin geltend macht (Beschwerde, S. 5), der Kreisarzt habe 
allein gestützt auf die Akten – ohne Untersuchung – ein CRPS I ausge-
schlossen und es liege daher eine ungenügende Sachverhaltsabklärung 
vor, übersieht sie, dass der Kreisarzt diesen Schluss nachvollziehbar und 
überzeugend bereits gestützt auf die kreisärztliche Untersuchung vom 
11. Februar 2016 (act. II 105/5) gezogen hat und diesbezüglich in der ärzt-
lichen Beurteilung vom 6. Juli 2016 (act. II 137; ohne Untersuchung) ledig-
lich nochmals den bereits gezogenen Schluss erläutert hat. Folglich liegt 
hinsichtlich dieser Frage keine ungenügende Sachverhaltsabklärung vor. 
Es ist festzuhalten, dass der Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 17

11. Februar 2016 (act. II 105), die Berichte der Rehaklinik C.________ (act. 
II 114) sowie die kreisärztlichen Beurteilungen vom 27. April 2016 (act. II 
118) und 6. Juli 2016 (act. II 137) die Anforderungen an den Beweiswert 
medizinischer Berichte erfüllen (vgl. E. 2.7 hiervor), womit sie voll beweis-
kräftig sind. 

Somit ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten (Beschwerdeantwort, 
S. 7 Ziff. 5.2.8), dass abgesehen von dem erwähnten, nicht therapiebedürf-
tigen Serom keine organischen Unfallfolgen im Sinne von strukturellen 
Veränderungen vorhanden sind. Die von der Beschwerdeführerin trotzdem 
noch beklagten Beschwerden sind mit einer Anpassungsstörung mit län-
gerdauerender depressiver Reaktion in Verbindung mit einer maladaptiven 
Schmerzverarbeitung (ICD-10: F43.21 [act. II 114/1 und 21]) bzw. einem 
chronifizierten Schmerz im Sinne eines Myofaszial-Syndroms (act. II 105/5) 
zu erklären. Ob dabei das Myofaszial-Syndrom organischer Natur ist oder 
nicht (vgl. Beschwerde, S. 5 f.), kann offen bleiben, da die Ärzte der Reha-
klinik C.________ so oder anders von der weiteren Zumutbarkeit der bishe-
rigen Tätigkeit als ... in einer ...firma bzw. einer ganztägigen 
Arbeitsfähigkeit in einer mittelschweren Tätigkeit ausgingen (act. II 114/10), 
was überzeugend und schlüssig ist. Da mittelschwere Tätigkeiten das He-
ben und Tragen von Lasten zwischen 15 - 25kg beinhalten (vgl. act. II 
114/10 ganz unten), deckt sich die Einschätzung der Rehaklinik 
C.________ mit derjenigen des Kreisarztes Dr. med. F.________, wonach 
mittelschwere körperliche Tätigkeiten im Wechselrhythmus zwischen Ste-
hen, Sitzen und Gehen mit Heben und Tragen von Lasten bis maximal 
25kg ganztägig zumutbar seien, wobei einseitige Körperhaltungen, insbe-
sondere längeres Stehen, vermieden werden sollten (act. II 118). Soweit 
die Beschwerdeführerin auf das (bzw. die) Jobprofil(e) der I.________ AG 
(act. II 19, 89) Bezug nimmt (Stellungnahme vom 4. Januar 2017, S. 2 [im 
Gerichtsdossier]), ist zu berücksichtigen, dass die beiden Jobprofile nur 
beschränkte Aussagekraft haben, da sie nicht in allen Bereichen de-
ckungsgleiche Angaben zu der von der Beschwerdeführerin vor dem Unfall 
vom 18. Juli 2014 ausgeübten Tätigkeit enthalten. 

4.3 Nach dem Dargelegten ergibt sich, dass die Arbeitsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin aus somatisch-organischer Sicht unfallbedingt nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 18

eingeschränkt ist. Gestützt auf die verschiedenen spezialärztlichen Berichte 
lässt sich dieser Schluss aus somatischer Sicht nicht beanstanden. Es be-
steht kein Anlass, weitere somatische Abklärungen vorzunehmen (antizi-
pierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). Auch der 
Hinweis auf die von Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, im Bericht vom 28. Januar 2016 (act. II 99) attestierte vollständige 
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Stellungnahme der Be-
schwerdeführerin vom 4. Januar 2017, S. 1 [im Gerichtsdossier]), hilft ihr 
nicht weiter, da Dr. med. J.________ kein Spezialarzt für Orthopädie ist. 
Ebenso wenig kann sie aus dem Umstand, dass Dr. med. G.________ die 
Beschwerdeführerin auch nach dem 23. Mai 2016 (dem Zeitpunkt, ab dem 
die Ärzte der Rehaklinik C.________ die Beschwerdeführerin als voll ar-
beitsfähig einstufen [act. II 114/10]) weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig 
schreibt (vgl. act. II 136), etwas zu ihren Gunsten ableiten, da diese Ar-
beitsunfähigkeit, wie der Kreisarzt Dr. med. F.________ zutreffend festhält 
(act. II 137/6), nicht zwingend auf Unfallfolgen beruhen müsse, da parallel 
auch noch eine psychische Erkrankung behandelt werde.

4.4 Dass die Integritätseinbusse bezüglich des rechten Knies die Erheb-
lichkeitsgrenze nicht erreicht, hat der Kreisarzt am 27. bzw. 28. April 2016 
(act. II 118) schlüssig und überzeugend festgehalten. Folglich ist diesbe-
züglich keine Integritätsentschädigung (vgl. Art. 24 f. UVG, Art. 36 der Ver-
ordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; 
SR 832.202]) geschuldet.

5.

5.1 Es bleibt zu prüfen, wie es sich mit der Kausalität zwischen dem 
Unfall vom 18. Juli 2014 und den organisch nicht hinreichend nachweisba-
ren bzw. den psychischen Beschwerden verhält.

5.2 Bezüglich Unfallschwere im Zusammenhang mit der adäquaten 
Kausalität (vgl. E. 2.5 hiervor) geht die Beschwerdegegnerin bezüglich des 
Unfalles vom 18. Juli 2014 allerhöchstens von einem mittelschweren Ereig-
nis an der Grenze zu einem leichten Unfall aus (act. II 145/10; Beschwer-
deantwort, S. 9 f. Ziff. 5.3.2). Die Beschwerdeführerin macht demgegen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 19

über geltend (Beschwerde, S. 8), es handle sich hier keineswegs um einen 
Unfall an der Grenze zu einem leichten Unfall.

5.2.1 Gemäss der Unfallschilderung der Beschwerdeführerin (act. II 18/1), 
habe sie einen ..., welcher grösser sei als ein kleiner ... und welchen man 
mit Knöpfen bediene, wegstellen wollen. Irrtümlicherweise habe sie den 
falschen Knopf bedient, worauf sich der ... in ihre Richtung bewegt habe, 
das rechte Innenbein touchiert und das Bein zwischen dem ... und den ge-
genüberliegenden ... eingeklemmt habe. 

5.2.2 Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort, S. 9 f. Ziff. 
5.3.2, korrekt unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
(Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 11. November 2011, 
8C_721/2011, Sachverhalt lit. A und E. 4.2; und 15. Januar 2010, 
8C_806/2009, E. 4.1.2; Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG, heute BGer] vom 13. November 1989, 
U 38/89, E. 8a) festgehalten, dass sich mit Blick auf den hier zu beurteilen-
den Geschehensablauf und die sich dabei entwickelnden Kräfte eine Ein-
stufung des Ereignisses vom 18. Juli 2014 als mittelschweren Unfall im 
eigentlichen mittleren Bereich nicht rechtfertigt, insbesondere auch deshalb 
nicht, weil sich die Beschwerdeführerin allein eine Weichteiltraumatisierung 
mit Hämatom und einem Serom subkutan am rechten Knie zugezogen (act. 
II 67) und vor allem keine ossären Frakturen erlitten hat. Es kann auf die 
eingehenden und zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin 
verwiesen werden. Folglich ist hier von einem mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen. 

5.3 In einem solchen Fall ist die adäquate Kausalität nur zu bejahen, 
wenn ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist 
oder aber diese in gehäufter oder auffallender Weise bzw. wenn vier Krite-
rien gegeben sind (vgl. E. 2.5 hiervor). 

5.3.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht 
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten 
Person. Jedem mindestens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Ein-
drücklichkeit eigen, welche somit noch nicht für die Bejahung des Kriteri-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 20

ums ausreichen kann (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 S. 366, 134 V 109 E. 10.2.1 
S. 127; SVR 2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2).

Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor (Beschwerde, S. 8 f.), sie 
sei angewiesen worden, Kisten mit dem ... zu verschieben, obwohl sie die 
entsprechende Ausbildung nicht gehabt habe, zudem habe die Arbeit unter 
Zeitdruck erfolgen müssen. Aus Angst vor einem Stellenverlust habe sie 
nicht gewagt, dem Arbeitgeber zu widersprechen. Soweit diese Gegeben-
heiten zutreffen, scheint der Arbeitsablauf nicht den ordentlichen Gang ge-
nommen zu haben. Dies vermag jedoch noch keine besonders 
dramatischen Begleitumstände zu begründen oder eine besondere Ein-
drücklichkeit des Unfalles zu bejahen. Auch der übrige Ablauf (vgl. E. 5.2.1 
hiervor) führt nicht zur Bejahung des fraglichen Kriteriums, wurde doch im 
Fall einer versicherten Person, welche zwischen einem beladenen 
gekippten ... und einen ... eingequetscht wurde das betreffende Kriterium 
verneint (BGer 8C_806/2009, E. 4.1.2 und 4.1.3). 

5.3.2 Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen (so-
matischen) Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 
psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist vorliegend nicht erfüllt, da 
die Beschwerdeführerin allein eine Weichteiltraumatisierung mit Hämatom 
und einem Serom subkutan am rechten Knie erlitten hat (act. II 67).

5.3.3 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Be-
handlung setzt eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete 
Behandlung somatisch begründbarer Beschwerden voraus (BGE 140 V 
356 E. 5.6.2 S. 366). Bereits am 3. Juni 2015 stufte Dr. med. D.________ 
das Serom am rechten Knie, welches im Vergleich zum Vorbefund deutlich 
grössenreduziert war, als nicht mehr therapiebedürftig ein und berichtete 
vom Abklingen der inflammatorischen Situation am medialen Knie (act. II 
67). Jedenfalls spätestens mit Abschluss des Rehabilitationsaufenthaltes in 
der Rehaklinik C.________ am 5. April 2016 liessen sich die geltend ge-
machten Beschwerden nicht mehr auf ein unfallbedingtes somatisches Kor-
relat zurückführen, denn dort wurde festgestellt, dass sich das Ausmass 
der demonstrierten physischen Einschränkungen mit den objektivierbaren 
pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bildgebenden 
Abklärungen sowie den Diagnosen nicht erklären lasse (act. II 114/2). Folg-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 21

lich kann im Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Juli 2014 nicht von 
einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung (somatisch 
begründbarer Beschwerden) gesprochen werden.

5.3.4 Das eben zur ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behand-
lung Ausgeführte (vgl. E. 5.3.3 hiervor) hat auch Gültigkeit für das Kriterium 
der körperlichen Dauerschmerzen, weshalb auch dieses Kriterium zu ver-
neinen ist.

5.3.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 
verschlimmert hat, liegt ebenfalls nicht vor.

5.3.6 Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsver-
laufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt 
sein (SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5.5). Aus der blossen Dauer der ärztli-
chen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf nicht schon auf 
einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen ge-
schlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Umstände, welche die Hei-
lung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 
10.2.6 S. 129; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Nicht darunter fallen etwa 
die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener 
Therapien wie auch die Tatsache, dass trotz regelmässiger Therapien we-
der eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollständige) Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 
42 E. 4.3). Mit Blick auf diese Vorgaben der Rechtsprechung ist vorliegend 
kein schwieriger Heilungsverlauf und sind auch keine erheblichen Kompli-
kationen gegeben, vor allem liegen keine besonderen Umstände vor, wel-
che die Heilung beeinträchtigt haben. Folglich ist auch dieses Kriterium zu 
verneinen.

5.3.7 Schliesslich ist ebenso wenig das Kriterium Grad und Dauer der 
physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit gegeben, dies mit Blick darauf, dass 
die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 18. Juli 2014 von den Ärzten 
der Rehaklinik C.________ ab dem 11. April 2016 als zu 50 %, ab dem 2. 
Mai 2016 als zu 75 % und ab dem 23. Mai 2016 als zu 100 % arbeitsfähig 
eingestuft wurde (act. II 114/10). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 22

5.4 Nach dem Dargelegten ist keines der relevanten Kriterien erfüllt und 
somit die adäquate Kausalität zwischen den organisch nicht hinreichend 
nachweisbaren bzw. den psychischen Beschwerden und dem Unfall vom 
18. Juli 2014 zu verneinen. 

5.5 Da aufgrund der vorstehenden Adäquanzprüfung feststeht, dass ein 
allfällig bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat und 
damit nicht rechtsgenüglich ist, braucht die Frage, ob der natürliche Kausa-
lzusammenhang tatsächlich besteht, nicht geprüft zu werden (BGE 135 V 
465 E. 5.1 S. 472; Entscheid des BGer vom 14. Juni 2017, 8C_833/2016, 
E. 5.2).

5.6 Es bleibt darauf hinzuweisen, dass wenn der seit Ende Juli 2016 
neu behandelnde Psychiater Dr. med. H.________ am 26. August 2016 
(act. II 140) eine Begutachtung (S. 2 unten) bzw. sogar eine polydisziplinä-
re Begutachtung (S. 3 oben) als unumgänglich hält, dies mit Blick auf die 
finale Invalidenversicherung allenfalls zutreffen mag. Nebst dem, dass es 
nicht am behandelnden Psychiater ist, dies zu entscheiden, wurde bereits 
festgehalten (vgl. E. 4. 3 hiervor), dass in Bezug auf die organischen Unfall-
folgen kein Abklärungsbedarf mehr besteht, da gestützt auf die vorhande-
nen Arztberichte anlässlich der UV-Leistungseinstellung per Ende Mai 2016 
(d.h. rund eindreiviertel Jahre nach dem Unfall) längst keine sich auswir-
kenden organischen Restfolgen mehr bestanden. Auch in psychiatrischer 
Hinsicht bedarf es betreffend die Unfallversicherung keiner weiteren medi-
zinische Abklärung, ist doch – wie erwähnt (vgl. E. 5.4 hiervor) – der 
adäquate Kausalzusammenhang mit Blick auf das höchstens mittelschwere 
Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen klar nicht erfüllt.

Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin der Hinweis auf 
das Arbeitszeugnis (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 4) ihrer letzten 
Arbeitgeberin nicht weiter hilft (vgl. Stellungnahme vom 4. Januar 2017, 
S. 2 [im Gerichtsdossier]), denn der Stellenverlust erfolgte nicht aufgrund 
unfallbedingter objektiv nachweisbarer organischer Beschwerden. Auch 
wenn die Beschwerdeführerin den Stellenverlust subjektiv als unfallbedingt 
erachtet, genügte dies bei Verneinung der adäquaten Kausalität betreffend 
der psychischen Beschwerden vorliegend nicht, um eine Leistungspflicht 
der Unfallversicherung über den 31. Mai 2016 hinaus zu begründen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 23

5.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin mangels Be-
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit bzw. mangels Kausalzusammenhang 
zwischen den organisch nicht hinreichend nachweisbaren bzw. den psychi-
schen Beschwerden und dem Unfall vom 18. Juli 2014 zu Recht die Leis-
tungen per Ende Mai 2016 eingestellt und sowohl den Anspruch auf eine 
Rente als auch denjenigen auf eine Intergritätsentschädigung verneint. Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG sind 
keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

6.3.2 Da die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der Akten 
ausgewiesen ist (Akten der Beschwerdeführerin [act. Ia] 1 - 8), dieser Pro-
zess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien und die anwaltliche 
Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die Erteilung des 
Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entsprechende Gesuch 
der Beschwerdeführerin ist somit gutzuheissen und es ist ihr Rechtsanwäl-
tin B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen. Festzusetzen bleibt 
deren amtliches Honorar.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 24

6.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 4. Januar 2017 macht Rechtsanwältin B.________ ein 
nicht zu beanstandendes Honorar von Fr. 2‘500.-- (10 Stunden à Fr. 250.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 104.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 208.35 
(8 % von Fr. 2‘604.60) geltend, womit ein tarifmässiger Parteikostenersatz 
von Fr. 2‘812.95 resultiert. Davon ist Rechtsanwältin B.________ nach Ein-
tritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Ho-
norar von Fr. 2‘000.-- (10 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 104.60 
und Mehrwertsteuer von Fr. 168.35 (8 % von Fr. 2‘104.60), total somit eine 
Entschädigung von Fr. 2‘272.95, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen Zi-
vilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. Jan. 2018, UV/16/966, Seite 25

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘812.95 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘272.95 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva (samt Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 4. Januar 

2017)
- Bundesamt für Gesundheit 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.