# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c014b925-f181-5323-b1b9-98be75f99abb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 05.11.2018 110 2018 123
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-123_2018-11-05.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/123 Bern, 5. November 2018

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Fürsprecher B.________

und

Herrn C.________
Beschwerdegegner 1

Frau D.________
Beschwerdegegnerin 2

beide vertreten durch Herrn Fürsprecher E.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung,
Spillstattstrasse 2, Postfach 104, 3818 Grindelwald

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald vom 
3. August 2018 (Bau Nr. 3179 / 2017; Umbau Wohnung UG, Einbau Fenstertüren)

RA Nr. 110/2018/123 2

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerschaft reichte am 14. Dezember 2017 bei der Gemeinde 

Grindelwald ein Baugesuch datiert vom 31. Oktober 2017 ein für den Umbau und die 

Sanierung ihrer Ferienwohnung (Stockwerkeigentum) im Untergeschoss des 

Mehrfamilienhauses am F.________weg Nr. 176 auf Parzelle Grindelwald Grundbuchblatt 

Nr. G.________. Unter anderem sollen in der Ost- und Südfassade neue Fenstertüren 

eingebaut werden. Die Parzelle liegt in der Wohnzone W2 und befindet sich in einem 

Gefahrengebiet mit mittlerer Gefährdung (blaues Gefahrengebiet) für Rutschungen. Gegen 

das Bauvorhaben erhob unter anderen der Beschwerdeführer, Stockwerkeigentümer einer 

Wohnung im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses, Einsprache und Rechtsverwahrung. 

Mit Entscheid vom 3. August 2018 erteilte die Gemeinde Grindelwald die Baubewilligung.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 3. September 2018 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die 

Aufhebung des Entscheids vom 3. August 2018 und die Erteilung des Bauabschlages, 

eventuell die Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Er macht insbesondere 

geltend, der aktueller Statik- bzw. Stabilitätsnachweis sei ungenügend. Zudem fehle die 

Zustimmung der Stockwerkeigentümerschaft zum Bauvorhaben der 

Beschwerdegegnerschaft. 

3. In ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerschaft die Abweisung der Beschwerde. Das geplante Umbauprojekt 

habe keinen Einfluss auf die Statik des Mehrfamilienhauses. Die schriftliche Zustimmung 

der Mehrheit der Stockwerkeigentümer, die auch die Mehrheit aller Anteile vertrete, liege 

vor.

In ihrer Stellungnahme vom 28. September 2018 beantragt die Gemeinde die Abweisung 

der Beschwerde. 

RA Nr. 110/2018/123 3

4. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, gab den Beteiligten 

Gelegenheit, allfällige Schlussbemerkungen einzureichen. Auf die Rechtsschriften und 

Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 

Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung 

der Beschwerde zuständig. 

b) Der Beschwerdeführer hat sich zulässigerweise als Einsprecher am 

Baubewilligungsverfahren beteiligt (Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG). Er ist deshalb zur 

Beschwerde befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG).

c) Die Beschwerde ist innert der Rechtsmittelfrist eingereicht worden (Art. 40 Abs. 1 

BauG). Sie enthält einen Antrag und eine Begründung (Art. 32 Abs. 2 VRPG3). Die BVE tritt 

daher auf die Beschwerde ein.

2. Zustimmung der Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, es fehle eine rechtlich gültige Zustimmung der 

Stockwerkeigentümer zum Bauvorhaben der Beschwerdegegnerschaft. Die geplanten bau-

lichen Massnahmen (neue Fenstertüren mit Eingriffen in der Fassade, Entfernen von tra-

genden Wänden, neues Tragsystem) würden nicht nur die im Sonderrecht stehende Ei-

gentumswohnung, sondern auch gemeinschaftliche Teile des Gebäudes betreffen. Letztere 

dürften nicht ohne Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft geändert werden. 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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Die Stockwerkeigentümer hätten den verschiedenen Eingriffen in die gemeinschaftlichen 

Teile nicht in rechtlich gültiger Form zugestimmt. Es gebe keinen Beschluss der Stock-

werkeigentümergemeinschaft, der mit dem erforderlichen Quorum getroffen worden sei. 

Die Zustimmungserklärungen einiger Stockwerkeigentümer könnten einen formellen 

Beschluss nicht ersetzen. Im heutigen Zeitpunkt sei die Beschwerdegegnerschaft nicht 

berechtigt, das Bauvorhaben auszuführen, soweit es gemeinschaftliche Teile betreffe. Das 

Bauvorhaben sehe zudem verschiedene Eingriffe in der Garage vor. Diese stehe im je 

hälftigen Miteigentum des Beschwerdeführers und des Beschwerdegegners 1. Mangels 

Zustimmung des Beschwerdeführers könne dieses Bauvorhaben nicht realisiert werden. 

Deshalb sei auf das Baugesuch nicht einzutreten.

b) Gemäss Art. 10 Abs. 2 BewD4 ist das Baugesuch bei Bauten auf fremdem Boden 

auch von der Grundeigentümerin oder vom Grundeigentümer zu unterzeichnen. Diese 

Vorschrift will vermeiden, dass sich die Baubewilligungsbehörden mit Baugesuchen 

befassen müssen, die aus zivilrechtlichen Gründen nie verwirklicht werden können, weil 

ihnen der Grundeigentümer oder die Grundeigentümerin nicht zustimmt. Sie zielt darauf 

ab, unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, bezweckt aber nicht, umstrittene private 

Rechte, die dem Bauvorhaben entgegenstehen könnten, im Baubewilligungsverfahren statt 

im dafür vorgesehenen Zivilprozess zu überprüfen. Auf die Mitunterzeichnung durch den 

Grundeigentümer oder die Grundeigentümerin kann verzichtet werden, wenn die 

gesuchstellende Person ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Beurteilung des 

Baugesuchs hat. Kein schutzwürdiges Interesse an der Durchführung des Verfahrens liegt 

vor, wenn dessen Ergebnis von vornherein ohne Belang ist, weil ein fremdrechtliches 

Hindernis das Bauvorhaben offensichtlich verhindert oder die Realisierung des 

Bauvorhabens mangels Zustimmung der Grundeigentümerin bzw. des Grundeigentümers 

völlig ungewiss ist. Anders verhält es sich, wenn bloss unklar ist, dass bzw. ob einem 

Vorhaben ein fremdrechtliches Hindernis entgegensteht. In diesem Fall ginge es nicht an, 

der Gesuchstellerin oder dem Gesuchsteller allein wegen der fehlenden Parteierklärung 

das Rechtsschutzinteresse abzusprechen.5 Die Baubewilligungsbehörden haben deshalb 

das schutzwürdige Interesse an der Durchführung des Baubewilligungsverfahrens nur in 

eindeutigen Fällen zu verneinen. Ist dagegen lediglich unklar, ob einem Bauvorhaben ein 

4 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
5 BVR 2005 S. 130 E. 3.1 mit Hinweisen; VGE 2017/215 vom 12. April 2018 E. 3.3; Zaugg/Ludwig, Kommentar 
zum bernischen BauG, Band I, 4. Aufl. 2013, Art. 34 N. 10; Monika Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im 
Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2014 S. 61 ff., 72 ff.

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zivilrechtliches Hindernis entgegensteht, ginge es nach verwaltungsgerichtlicher Praxis 

nicht an, der Bauherrschaft allein wegen der fehlenden Zustimmung nach 

Art. 10 Abs. 2 BewD das Rechtsschutzinteresse abzusprechen.6 

c) Da ein Stockwerkeigentümer gegen das Vorhaben opponiert, ist zu prüfen, ob die 

zivilrechtliche Zulässigkeit des Bauvorhabens nicht bloss unklar, sondern mit grösserer 

Wahrscheinlichkeit als nicht gegeben erscheint.7 Stockwerkeigentum ist eine besondere 

Form des Miteigentums. Die einzelnen Miteigentümerinnen und -eigentümer haben dabei 

das Sonderrecht, bestimmte Teile des Gebäudes ausschliesslich zu benutzen und innen 

auszubauen (vgl. Art 712a Abs. 1 ZGB8). Gegenstand des Sonderrechts können einzelne 

Stockwerke oder Teile von Stockwerken sein, die als Wohnungen oder als Einheiten von 

Räumen zu geschäftlichen oder anderen Zwecken mit eigenem Zugang in sich 

abgeschlossen sein müssen, aber getrennte Nebenräume umfassen können (Art. 712b 

Abs. 1 ZGB). Will eine Bauherrschaft ein Bauvorhaben ausführen, das nur ihr Sonderrecht 

betrifft, benötigt sie deshalb keine unterschriftliche Zustimmung der übrigen 

Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer bzw. der Stockwerkeigentümergemeinschaft 

auf dem Baugesuchsformular.9 Betrifft das Bauvorhaben jedoch Bauteile, die nicht zu 

Sonderrecht zugeschieden werden können, wie beispielsweise Bauteile, die für den 

Bestand, die konstruktive Gliederung und Festigkeit des Gebäudes oder der Räume 

anderer Stockwerkeigentümer von Bedeutung sind oder die äussere Gestalt und das 

Aussehen des Gebäudes bestimmen (vgl. Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 ZGB), sind die 

Bestimmungen über das Miteigentum zu beachten (vgl. Art. 712g Abs. 1 ZGB). Danach 

können notwendige bauliche Massnahmen mit Zustimmung der Mehrheit aller 

Miteigentümerinnen und Miteigentümer ausgeführt werden, soweit sie nicht als 

gewöhnliche Verwaltungshandlungen von jedem einzelnen vorgenommen werden dürfen 

(vgl. Art. 647c ZGB). Nützliche bauliche Massnahmen bedürfen der Zustimmung der 

Mehrheit aller Miteigentümerinnen und -eigentümer, die zugleich den grössten Teil der 

Sache vertritt (vgl. Art. 647d ZGB). Bauarbeiten, die lediglich der Verschönerung, der 

Ansehnlichkeit der Sache oder der Bequemlichkeit im Gebrauch dienen, dürfen nur mit 

6 Siehe zum Ganzen BVR 2005 S. 130 E. 3.1; VGE 2017/215 vom 12. April 2018 E. 3.5; VGE 2012/262 vom 
8.11.2013 E. 1.2.1; VGE 2014/176 vom 10.2.2015 E. 3.1; Monika Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im 
Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2/2014, S. 71 ff.; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 N. 10
7 BVR 2005 S. 130 E. 3.2
8 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210)
9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 34 
N. 10, mit Hinweis auf BVR 2005 S. 130 E. 3.1)

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Zustimmung aller Miteigentümer ausgeführt werden (Art. 647e Abs. 1 ZGB). Werden 

solche Arbeiten mit Zustimmung der Mehrheit aller Miteigentümer, die zugleich den 

grösseren Teil der Sache vertritt, angeordnet, so können sie auch gegen den Willen eines 

nicht zustimmenden Miteigentümers ausgeführt werden, sofern dieser durch sie in seinem 

Nutzungs- und Gebrauchsrecht nicht dauernd beeinträchtigt wird, und die übrigen 

Miteigentümer ihm für eine bloss vorübergehende Beeinträchtigung Ersatz leisten und 

seinen Kostenanteil übernehmen (Art. 647e Abs. 2 ZGB). Diese gesetzliche 

Zuständigkeitsordnung kann durch das Stockwerkeigentümerreglement geändert werden.

d) Es ist unbestritten, dass das Bauvorhaben nicht nur das Sonderrecht der 

Beschwerdegegnerschaft betrifft, da es auch Auswirkungen auf tragende Wände und die 

Fassadengestaltung hat. Da die geplanten baulichen Massnahmen im ausschliesslichen 

Individualinteresse der Beschwerdegegnerschaft stehen, sind sie aus der Optik der 

Gemeinschaft als luxuriös im Sinn von Art. 647 ZGB anzusehen.10 Es ist deshalb unter 

Beizug des Reglements für die Gemeinschaft der Stockwerkeigentümer des 

Mehrfamilienhauses "H.________" (nachfolgend Reglement) zu prüfen, ob die 

zivilrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens völlig ungewiss oder lediglich unklar ist. Gemäss 

Reglement ist das Baugrundstück in neun Stockwerkeinheiten aufgeteilt. Der 

Beschwerdeführer ist Eigentümer einer Einheit mit einer Wertquote von 137/1000 

(Grundstück G.________-3) und der Beschwerdegegner 1 ist Eigentümer einer Einheit mit 

einer Wertquote von 173/1000 (Grundstück G.________-1). Eine Einheit umfasst die 

Doppelgarage im Erdgeschoss mit einer Wertquote von 20/1000 (Grundstück G.________-

9); diese ist dem Beschwerdeführer und dem Beschwerdegegner 1 bzw. deren 

Stockwerkeinheiten je zur Hälfte zugeteilt. Die Beschwerdegegnerschaft sowie die 

Stockwerkeigentümerinnen und -eigentümer, die dem Bauvorhaben im Rahmen des 

vorinstanzlichen Verfahrens ausdrücklich zugestimmt haben, haben insgesamt fünf 

Stimmen und vertreten eine Wertquote von 651/1000. Anlässlich der ausserordentlichen 

Stockwerkeigentümerversammlung vom 11. Oktober 2018 wurde zudem ein förmlicher 

Beschluss der Stockwerkeigentümergemeinschaft zum Bauvorhaben mit dem gleichen 

Resultat gefasst. Es liegt somit ein qualifiziertes Mehr vor. Da sich die 

Beschwerdegegnerschaft bereit erklärt hat, die übrigen Stockwerkeigentümerinnen und -

eigentümer für allfällige Beeinträchtigungen während der Bauzeit zu entschädigen und 

sämtliche Kosten für das Bauvorhaben zu übernehmen, dürften wohl die Voraussetzungen 

10 Vgl. dazu BGE 141 III 357 E. 3.3, mit Hinweisen

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von Art. 647e Abs. 2 ZGB bzw. gemäss § 26 Ziff. 2 des Reglements erfüllt sein. Daraus 

folgt, dass die zivilrechtliche Zulässigkeit nicht völlig ungewiss ist. Die fremdrechtlichen 

Verhältnisse sind somit – wenn überhaupt – höchstens unklar. Es ist daher nicht zu 

beanstanden, dass die Vorinstanz nach einer vorfrageweisen Prüfung zum Schluss kam, 

dem Vorhaben stünden keine zivilrechtlichen Hindernisse entgegen, und auf das 

Baugesuch eintrat.

3. Statik

a) Der Beschwerdeführer macht geltend, es seien erhebliche Eingriffe in die Strukturen 

und somit in die Statik des Gebäudes nötig. Das Chalet "H.________" befinde sich in 

einem blauen Gefahrengebiet für Rutschungen. Der Bericht der I.________ AG vom 

17. März 2017 und der Fachbericht der Abteilung Naturgefahren vom 22. März 2018, auf 

die sich die Vorinstanz stütze, würden den neusten Entwicklungen und Erkenntnissen zur 

Verkippung nicht Rechnung tragen. Beide würden die seit der ersten Messung im Jahr 

2015 weiter fortgeschrittene Verkippung und auch die künftigen Setzbewegungen nicht 

berücksichtigen und könnten daher keinen aktuellen Nachweis für die Stabilität und die 

Statik des Gebäudes erbringen. Die J.________ AG empfehle in ihrer Aktennotiz vom 30. 

August 2018, die Statik des Gebäudes und allfällige Sanierungsmassnahmen prüfen zu 

lassen. Dies zeige, dass mehr als nur berechtigte Zweifel an der Sicherheit des Gebäudes 

bestehen würden und daher Eingriffe in die Statik und Substanz ohne aktuellen 

Statiknachweis nicht zulässig seien, da die Sicherheit des Gebäudes und somit von 

Mensch und Umwelt in Frage stehen würden. Aus diesen Gründen rechtfertige es sich, den 

Bauabschlag zu erteilen bzw. die Sache zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.

Die Beschwerdegegnerschaft bringt demgegenüber vor, beim Bauvorhaben handle es sich 

um ein kleinräumiges Umbauprojekt, zumal die umzubauende Wohnung im östlichen Teil 

des Gebäudes vom grösseren westlichen Teil baulich abgegrenzt sei. Anlässlich der 

ausserordentlichen Stockwerkeigentümerversammlung vom 18. Januar 2016 habe die 

Firma J.________ das Ergebnis ihrer geotechnischen Analyse vorgestellt. Die zuständige 

Geologin habe dabei klar festgestellt, dass das geplante Umbauprojekt keinen Einfluss auf 

die Statik der Liegenschaft habe. Auch gemäss statischem Bericht der I.________ AG vom 

17. März 2017 habe das Projekt keinen Einfluss auf die Gesamtstabilität des 

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Hauptgebäudes. Es treffe nicht zu, dass der neue Bericht der J.________ AG neue 

Tatsachen zur Rutschung und Verkippung des Gebäudes festhalte, die im Zeitpunkt des 

Berichts und der statischen Berechnung durch die I.________ AG nicht bekannt gewesen 

und entsprechend beim Bauentscheid nicht berücksichtigt worden seien. Es sei allgemein 

bekannt und werde auch im Bauentscheid entsprechend festgehalten, dass sich das 

Baugrundstück in einem blauen Gefahrengebiet für Rutschungen befinde. Der Bericht der 

I.________ AG halte fest, dass sich das Gebäude "H.________" in den letzten 50 Jahren 

als Gesamtes um circa 10 cm gegen Süden verkippt habe. Obwohl das Untergeschoss des 

Gebäudes nicht als steifer Kasten konstruiert sei, könnten die Bewegungen in den eng 

angebrachten Fundationsriegeln relativ gut durch die Gebäudestruktur aufgenommen 

werden. Die Rutschbewegungen würden keine unmittelbare Gefährdung des 

Mehrfamilienhauses darstellen. Im aktuellen Bericht der Firma J.________ werde von einer 

Verkippungsrate des Gebäudes in Richtung Südosten von insgesamt 5 mm/Jahr 

ausgegangen. Die Garage weise eine Verkippungsrate von rund 2 mm in Richtung Osten 

aus. Diese Messungen würden den Erwartungen der Geologen in ihren ersten Berichten 

entsprechen. An der ursprünglichen Ausgangslage, die der I.________ AG für ihre 

statischen Berechnungen gedient habe, habe sich somit nichts verändert.

b) Es ist unbestritten, dass das Baugrundstück sich in einem blauen Gefahrengebiet für 

Rutschungen befindet. Nach Art. 6 Abs. 2 BauG dürfen Bauten und Anlagen in Gefahren-

gebieten mit mittlerer Gefährdung (blaue Gefahrengebiete) nur bewilligt werden, wenn mit 

Massnahmen zur Gefahrenbehebung sichergestellt ist, dass Menschen, Tiere und erhebli-

che Sachwerte nicht gefährdet sind. Anders als bei den roten Gefahrengebieten (Art. 6 

Abs. 1 BauG) enthält die Bestimmung zu den blauen Gefahrengebieten keine speziellen 

Bestimmungen über Umbauten und Zweckänderungen. Für das Mehrfamilienhaus gilt des-

halb die Besitzstandsgarantie gemäss Art. 3 BauG. Es darf unterhalten, zeitgemäss erneu-

ert und soweit dadurch seine Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird, auch umgebaut oder 

erweitert werden (Art. 3 Abs. 2 BauG). Bauliche Veränderungen, die darüber hinausgehen 

sind nur zulässig, wenn gleichzeitig die notwendigen Objektschutzmassnahmen getroffen 

werden. Der Grundeigentümerschaft bleibt der Nachweis offen, dass die Gefährdung des 

Baugrundstücks und des Zugangs durch sichernde Massnahmen behoben ist (Art. 6 Abs. 6 

BauG). Das BauG bestimmt somit ausdrücklich, dass die nötigen Abklärungen über Natur-

gefahren vor Erteilung der Baubewilligung vorliegen müssen. Deshalb sind Baugesuche in 

blauen Gefahrengebieten der zuständigen Fachstelle zu unterbreiten (Art. 22 Abs. 1 Bst. f 

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BewD11). Diese beurteilt, ob Naturgefahren bei Baugesuchen sachgerecht berücksichtigt 

worden sind. 

Gemäss Art. 62 Abs. 1 GBR12 sind in den Rutsch-, Lawinen- und 

Überschwemmungsgebieten, die in der geomorphologischen Gefahrenkarte von 

Grindelwald der Gefahrenstufe 3 oder 2 zugeordnet sind, bei Neu- und Umbauten und bei 

den Erschliessungsanlagen die notwendigen sichernden Massnahmen in allseits 

genügendem Umfang zu treffen. In Rutschgebieten müssen alle Baueingaben ein 

geologisches Gutachten enthalten. Die Baupolizeibehörde ist befugt, zusätzliche 

Abklärungen anzuordnen (Art. 62 Abs. 2 GBR). 

c) Die Beschwerdegegnerschaft hat zusammen mit ihrem Baugesuch einen Bericht der 

I.________ AG (heue: K.________ AG) eingereicht. Dieser enthält statische 

Berechnungen und äussert sich zur Machbarkeit des Umbauprojekts bezüglich 

Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und im Hinblick auf eine spätere Stabilisierung oder 

Hebung des gesamten Gebäudes. Der Bericht stützt sich unter anderem auf geologische 

Berichte der Firma J.________ AG aus dem Jahr 2015 und berücksichtigt das darin 

skizzierte Gefährdungsbild. Bei der Aktennotiz der Firma J.________ AG vom 30. August 

2018 bzw. 10. September 2018 handelt es sich um die anlässlich der ausserordentlichen 

Stockwerkeigentümerversammlung vom 18. Januar 2015 beschlossene Nachmessung. 

Diese dient der Überwachung der Verkippung sowie der Erhebung der Verkippungsrate. 

Die Messresultate deuten auf eine weitere Verkippung des Gebäudes hin. Die Geologen 

empfehlen der Stockwerkeigentümergemeinschaft deshalb, das Gebäude von einem 

Statiker beurteilen zu lassen und allfällige Sanierungsmassnahmen (Gebäudestabilisierung 

und Gebäudeanhebung) zu prüfen. Aus der fraglichen Aktennotiz ergibt sich jedoch kein 

neues Gefährdungsbild, das die bisherigen Erkenntnisse und den Bericht der I.________ 

AG in Frage stellen würde. 

Die Abteilung Naturgefahren des Amts für Wald des Kantons Bern hat das Bauvorhaben in 

ihrem Fachbericht vom 28. März 2018 geprüft und beantragt, dieses sei ohne Auflagen zu 

bewilligen. Sie führte aus, der Standort liege in ein einem blauen Gefahrengebiet (mittlere 

Gefährdung) durch eine mittelgründige permanente Rutschung mit Reaktivierungspotential. 

An der Gebäudestruktur würden keine Veränderungen stattfinden. Deshalb werde aus 

11 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
12 Baureglement der Einwohnergemeinde Grindelwald vom 6. Juni 1997 (GBR)

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Verhältnismässigkeitsgründen auf Auflagen verzichtet. Die BVE hat keinen Anlass, von der 

fachkundigen Beurteilung der Abteilung Naturgefahren abzuweichen. Der angefochtene 

Entscheid ist bezüglich der Beurteilung im Bereich Naturgefahren nicht zu beanstanden.

d) Laut Art. 21 BauG sind Bauten und Anlagen so zu erstellen, zu betreiben und zu 

unterhalten, dass weder Personen noch Sachen gefährdet werden. Die 

Ausführungsbestimmung von Art. 57 BauV13 verweist auf die einschlägigen Normen der 

Fachverbände. Die Bauherren sind nach Art. 57 Abs. 1 BauV verpflichtet, bei der 

Erstellung von Bauten und Anlagen die anerkannten Regeln der Baukunde einzuhalten. 

Das öffentliche Baurecht beschränkt sich somit grundsätzlich darauf, die Bauherrschaft auf 

die bereits gestützt auf das Privatrecht und das Strafrecht geltenden Regeln der Baukunde 

zu verweisen. Darunter sind die Massnahmen zu verstehen, die nach wissenschaftlicher 

Erkenntnis und nach den Erfahrungen der Praxis geeignet sind, einen gefahrlosen 

Bauvorgang zu gewährleisten und dem Bauwerk jene Festigkeit und Sicherheit zu 

verleihen, deren es nach seiner Zweckbestimmung bedarf. Das Befolgen dieser Regeln 

kann im Allgemeinen nicht schon im Voraus im Baubewilligungsverfahren geprüft werden.14 

Die Beschwerdegegnerschaft hat die nach den Umständen erforderlichen 

Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu gehören auch die nötigen Vorkehrungen zur 

Sicherstellung der Gebäudestatik. Die Nichtbeachtung der Regeln der Baukunde kann ein 

strafrechtliches Verfahren nach sich ziehen (Art. 229 StGB15). Im Übrigen kommen bei 

Schäden am Gebäude die privatrechtlichen Bestimmungen zum Schadenersatz zum 

Tragen. Solche Ansprüche wären auf dem zivilrechtlichen Klageweg geltend zu machen.

Der Beschwerdeführer macht weder geltend noch ist aufgrund der konkreten Umstände 

davon auszugehen, dass im vorliegenden Fall die Verpflichtung auf die Einhaltung der 

Regeln der Baukunde nicht ausreicht. Gemäss Bericht der I.________ AG hat der 

kleinräumige Umbau im südöstlichen Teil des Untergeschosses keinen Einfluss auf die 

Gesamtstabilität des Hauptgebäudes. Im Falle einer späteren Gebäudestabilisierung seien 

im Bereich des Umbaus keine weiteren Massnahmen nötig. Im Falle einer späteren 

Gebäudeanhebung seien allenfalls gewisse stabilisierende Zusatzmassnahmen 

erforderlich, deren Kosten die Beschwerdegegnerschaft zu tragen hätte. Inwiefern die 

13 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
14 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 21 
N. 7
15 Schweizerisches Strafgesetzbuch vom 21. Dezember 1937 (StGB; SR 311.0)

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fachlich abgestützten Ausführungen der I.________ AG unzutreffend sein sollen, ist nicht 

ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht näher begründet. Es sind somit 

keine Anhaltspunkte vorhanden, dass bei einer Einhaltung der Regeln der Baukunde die 

Stabilität des Mehrfamilienhauses gefährdet wäre. Weitere Abklärungen oder eine 

Rückweisung zur Neubeurteilung durch die Vorinstanz sind deshalb nicht erforderlich. 

Allfällige durch die Bautätigkeit verursachte Schäden an der Stockwerkeinheit des 

Beschwerdeführers wären auf zivilrechtlichem Weg geltend zu machen. Die Vorinstanz hat 

den entsprechenden Befürchtungen des Beschwerdeführers im Bauentscheid hinreichend 

Rechnung getragen. Zum einen hat sie angeordnet, dass vor Baubeginn Rissaufnahmen 

zu erstellen sowie vor und nach dem Umbau eine Gängigkeitsprüfung der Fenster und 

Türen durchzuführen seien, zum anderen hat sie die Rechtsverwahrung des 

Beschwerdeführers im Bauentscheid ausdrücklich angemerkt. Die Beschwerde ist deshalb 

vollumfänglich abzuweisen.

4. Kosten

a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt der Beschwerdeführer. Er hat deshalb 

die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 1'200.00 (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV16).

b) Der Beschwerdeführer hat zudem der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten zu 

ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Rechtsvertreters der 

Beschwerdegegnerschaft gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Der Beschwerdeführer hat 

somit der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten von Fr. 2'747.10 zu ersetzen.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Grindelwald vom 

3. August 2018 wird bestätigt.

16 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.00 werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt. 

Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerschaft die Parteikosten im Betrag 

von Fr. 2'747.10 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher B.________, eingeschrieben

- Herrn Fürsprecher E.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Grindelwald, Bauverwaltung, eingeschrieben

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident