# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e3bbe20-abb4-5d56-9ac3-aff3f492c38f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2025 D-6662/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6662-2023_2025-09-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6662/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richter Manuel Borla,    

Gerichtsschreiberin Michèle Fierz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Rechtsanwalt Emil Robert Meier,  

Advokaturbüro Meier & Mayerhoffer,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. Oktober 2023. 

 

 

 

D-6662/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 5. Juni 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach.  

B.  

Am 9. Juni 2023 fand die Personalienaufnahme statt und am 3. August 

2023 sowie am 30. August 2023 wurde der Beschwerdeführer zu seinen 

Asylgründen befragt. 

Er brachte dabei vor, er sei Tamile hinduistischen Glaubens und stamme 

aus dem Dorf B._______, wo er mit seinen Eltern und vier Geschwistern 

aufgewachsen sei. Er habe die Matura abgeschlossen, sei gelegentlich als 

Maler tätig gewesen und habe bis kurz vor seiner Ausreise in der (…) -

Firma seines Vaters ausgeholfen. Sein Vater sei bis im Jahr 2021 Vorsit-

zender des Tempels von B._______ sowie Mitglied der Tamilischen Natio-

nalallianz (TNA) gewesen und habe insbesondere an Parteiversammlun-

gen teilgenommen und sich bei Wahlkampagnen engagiert. 

Aus seiner Schulzeit habe er einen guten Kollegen C._______, welcher 

einen Onkel namens D._______ habe. Im November 2019 habe er (Be-

schwerdeführer) mit D._______ an einem Märtyrertag im Vanni-Gebiet teil-

genommen. Auf dem Rückweg seien sie vom sri-lankischen Criminal In-

vestigation Department (CID) kontrolliert worden, wobei es zu einer Ausei-

nandersetzung gekommen sei. D._______ habe ihm daraufhin von dessen 

Pflicht zur Unterschriftenleistung sowie vom Bürgerkrieg erzählt. Aus Em-

pörung über diese Ungerechtigkeiten hätten er (Beschwerdeführer) und 

C._______ in der Folge eine Whatsapp-Gruppe gegründet, um Spenden-

gelder für hilfsbedürftige Tamilen zu sammeln. Wegen der Corona-Pande-

mie habe er diese Tätigkeit nicht länger ausführen können. Er habe aber 

weiterhin zusammen mit der TNA Menschen durch die Verteilung von Hilfs-

gütern unterstützt.  

Seit 2021 habe er an einer respektive mehreren Demonstrationen und Ge-

denktagen der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) teilgenommen. Er 

habe auch andere zur Teilnahme mobilisiert, Poster der TNA aufgehängt 

und Hilfsgelder an Opfer des tamilischen Bürgerkriegs verteilt. Bei der Teil-

nahme an einem Gedenktag im November 2022 sei es zu Spannungen mit 

den sri-lankischen Behörden gekommen, die versucht hätten, die von der 

Regierung genehmigte Veranstaltung zu unterbinden. Insbesondere 

D._______ habe sich dabei mit den Behörden angelegt. Zwei Tage später 

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sei K. bei dessen Unterschriftenleistung im Militärlager tätlich angegriffen 

worden. Daraufhin habe er (Beschwerdeführer) D._______ zu einem Ver-

steck bei einem Kollegen verholfen. Nachdem der CID und das Militär 

D._______ nicht mehr hätten finden können, hätten diese C._______ ver-

haftet und geschlagen. Aufgrund der Schläge habe C._______ dem Militär 

erzählt, dass er (Beschwerdeführer) D._______ zu einem Versteck verhol-

fen habe. Anfangs Dezember 2022 sei er (Beschwerdeführer) vom CID 

verhaftet und erst nach Intervention seines Vaters, der Friedensrichter und 

des Dorfvorstehers unter diversen Auflagen, darunter wöchentliche Unter-

schriftenleistung, wieder freigelassen worden. Bis Anfang Februar 2023 

habe er sich an die Auflagen gehalten. Nachdem aber D._______ und 

C._______ spurlos verschwunden seien, habe er Angst bekommen und 

sich bei einem Freund seines Vaters in E._______ versteckt. Da er nicht 

mehr zur Unterschriftenleistung erschienen sei, sei er vom CID und dem 

Militär gesucht und schliesslich am (…) 2023 aufgefunden, verhaftet und 

während sieben Tagen in einer alten Fabrik gefoltert worden. Der CID habe 

ihm vorgeworfen, D._______ versteckt gehalten, an Demonstrationen teil-

genommen und unter der tamilischen Bevölkerung Geld verteilt zu haben. 

Dank der Hilfe eines muslimischen Singhalesen, der den Inhaftierten Es-

sen gebracht habe, sei ihm die Flucht nach F._______ gelungen, wo er 

sich während rund eines Monats bis zu seiner illegalen Ausreise Mitte Mai 

2023 bei einer Familie versteckt gehalten habe. Nach seiner Ausreise hät-

ten Sicherheitsbeamte bei seinen Eltern nach ihm gefragt und mit Gewalt 

durch das Militär gedroht, sollten sie ihn finden.  

C.  

Mit Zuteilungsentscheid vom 7. September 2023 wurde der Beschwerde-

führer dem erweiterten Verfahren zugeteilt. 

D.  

Mit Verfügung vom 31. Oktober 2023 – eröffnet am 1. November 2023 – 

verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Wegweisungsvollzug an. 

E.  

Mit Eingabe vom 1. Dezember 2023 erhob der Beschwerdeführer gegen 

diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling 

anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei ihm die 

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vorläufige Aufnahme zu gewähren. Subeventualiter beantragte er die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu eingehenderer Prüfung. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung. Eventualiter sei von der Erhebung eines Kostenvorschus-

ses abzusehen. 

Der Beschwerde waren u.a. Printscreen-Fotos angeblich von einer Vor-

sprache der Polizei bei den Eltern im August 2023 und von der Verhaftung 

des Bruders G._______. durch CID-Beamte am 23. November 2023 sowie 

ein Bestätigungsschreiben vom 27. November 2023 beigelegt.  

F.  

Die Instruktionsrichterin stellte mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 

2023 fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in 

der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Gleichzeitig lud sie die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.  

G.  

Am 16. Januar 2024 liess sich das SEM innert erstreckter Frist vernehmen, 

wobei es vollumfänglich an der angefochtenen Verfügung festhielt.  

H.  

Der Beschwerdeführer verzichtete auf das ihm mit Zwischenverfügung 

vom 19. Januar 2024 eingeräumte Replikrecht trotz gewährter Fristerstre-

ckung.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

in der Regel – so auch hier – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–

33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

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Seite 5 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 so-

wie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe 

seine Vorbringen nicht auf deren Asylrelevanz gemäss Art. 3 AsylG geprüft, 

obwohl hierfür Bedarf bestanden habe. Die Sache sei daher an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Diese Rüge ist vorab zu beurteilen, da sie gege-

benenfalls geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu 

bewirken.  

3.2 Aus der angefochtenen Verfügung ergibt sich, dass die Vorinstanz ge-

wisse Vorbringen des Beschwerdeführers als unglaubhaft einstufte und 

deshalb auf die Prüfung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz verzichtete. 

Die übrigen Vorbringen prüfte sie sehr wohl auf deren Asylrelevanz. Dieses 

Vorgehen der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden und eine Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz scheint nicht angezeigt. Das entsprechende 

Begehren ist abzuweisen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM begründete die ablehnende Verfügung damit, dass die Aus-

sagen des Beschwerdeführers zu den Verfolgungsmassnahmen durch die 

sri-lankischen Behörden den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht 

genügten. Zwar würden die Schilderungen einige Realkennzeichen enthal-

ten, aber diese würden nicht die Qualität aufweisen, welche man von Per-

sonen mit seinem Bildungsstand, Geschlecht und Alter erwarten könne. 

Die Ausführungen seien grösstenteils unsubstantiiert, äusserst schemen-

haft und stereotyp gewesen. Die Schilderungen seien zwar wortreich ge-

wesen und würden auch einen gewissen Detailreichtum aufweisen, jedoch 

fehle es an innerem Gehalt, also an persönlich gefärbten Elementen und 

Detailbeschreibungen, welche nachvollziehbar seien und auf ein persönli-

ches Erleben deuten würden. Auch auf spezifische Rückfragen habe er 

keine konkreten Detailangaben mache können. Seine Ausführungen zu 

den geltend gemachten Folterungen seien hauptsächlich aus einer Vogel-

perspektive und in schemenhafter Weise erzählte Aufzählung von Miss-

handlungen. Die Vogelperspektive zeige sich auch in seinen Erzählungen 

zu den angeblichen Befragungen durch CID-Beamte. Diesen Erzählungen 

sei kein persönlicher Erlebnisbezug zu entnehmen. Einzig in Bezug auf das 

Essen seien Realkennzeichen in seinen Schilderungen erkennbar gewe-

sen. Seine Angaben zu den Foltermethoden seien ohne Realkennzeichen 

und liessen zudem inhaltliche Besonderheiten, innere Gedankengänge 

und Gefühle wie auch Reaktionsmuster der Täter vermissen. Auf Fragen 

zu inneren Gedankengängen während dieser Zeit habe er nur oberflächli-

che Aussagen gemacht und auf Nachfragen habe er nur oberflächlich und 

in verallgemeinernder Form und ohne Erlebnisbezug geantwortet.  

Ebenso oberflächlich und stereotyp seien die Schilderungen zu den CID-

Beamten, die ihn in der Fabrik festgehalten hätten. Es wäre zu erwarten 

gewesen, dass er detailliert und ausführlich über die Personen, die ihn 

während sieben Tagen festgehalten hätten, hätte berichten können oder 

zumindest Beobachtungen, Gedanken und Überlegungen zu diesen Per-

sonen hätte teilen können. Seine Schilderungen seien qualitativ unter dem 

Niveau, das bei solcher Art von Erlebnissen zu erwarten sei. Dies gelte 

auch für seine Ausführungen zu seiner angeblichen Flucht und seinem an-

schliessenden Aufenthalt in F._______. Würde sein Vorbringen der Wahr-

heit entsprechen, hätte er sich in einer höchst lebensbedrohlichen Situation 

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befunden. In einer solchen Ausnahmesituation sei davon auszugehen, 

dass sich die betreffende Person mit unterschiedlichen Fluchtoptionen und 

damit verbundenen Risiken auseinandersetzen und diese gegeneinander 

abwiegen würde. Dies sei aus den Ausführungen des Beschwerdeführers 

nicht erkennbar. Auch zu der Zeit in F._______ habe er nur ausgesagt, sein 

Vater habe während dieser Zeit seine Ausreise organisiert.  

Auch die Aussagen zu seinem Bekannten D._______ hätten jegliche Kon-

kretheit und Anschaulichkeit vermissen lassen. Angesichts der Bedeutung 

von D._______ für seine angebliche Verfolgung wären detailliertere Aus-

führungen zu erwarten gewesen. Wenn das von D._______ Erlebte den 

Beschwerdeführer tatsächlich so aufgewühlt habe, dass dieser sich in der 

Folge dafür entschieden habe, sich für diese Sache zu engagieren und der 

tamilischen Bevölkerung zu helfen, hätte erwartet werden können, dass er 

auch ein Interesse an D._______ und seiner ideologischen Einstellung ge-

habt hätte und er darüber hätte berichten können. Auch seien die Ausfüh-

rungen zu der Whatsapp-Gruppe unsubstantiiert und ohne Realkennzei-

chen ausgefallen.  

Insgesamt sei festzustellen, dass es den Ausführungen an einem persön-

lichen Erlebnisbezug mangle und die Aussagen nicht die Qualität aufwei-

sen würden, welche von einer Person, welche die geltend gemachten Er-

eignisse tatsächlich erlebt habe, erwartet werden könne.  

Zudem seien die Aussagen des Beschwerdeführers in wesentlichen Punk-

ten widersprüchlich. So habe er anlässlich der ersten Befragung ausge-

sagt, er habe an einer Demonstration teilgenommen. An der zweiten Be-

fragung habe er angegeben, an verschiedenen Demonstrationen und Akti-

vitäten teilgenommen zu haben. Auf diesen Widerspruch angesprochen, 

habe er erklärt, er selbst habe nur an einer Demonstration teilgenommen, 

habe aber andere Personen zu weiteren Teilnahmen mobilisiert, weshalb 

er an der zweiten Anhörung von mehreren Demonstrationsteilnahmen ge-

sprochen habe. Die persönliche Teilnahme und die Mobilisierung von Per-

sonen sei mitnichten vergleichbar, weshalb der Beschwerdeführer den Wi-

derspruch nicht nachvollziehbar habe aufklären können. Seine nachträgli-

che Behauptung, an mehreren Demonstrationen teilgenommen zu haben, 

wirke nachgeschoben. Zudem habe er erst an der zweiten Befragung an-

gegeben, dass er vom sri-lankischen Geheimdienst auch aufgrund seiner 

Teilnahme an Demonstrationen verhaftet worden sei. Dies wecke den An-

schein, er habe seinem politischen Profil durch diese nachgeschobene 

Äusserung mehr Gewicht verleihen wollen. Ein weiterer Widerspruch sei 

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darin zu erkennen, dass er die Nationalitäten der beiden Personen, welche 

ihn um Zusammenarbeit bei der Verteilung von finanziellen Mitteln gebeten 

hätten, vertauscht habe.  

Insgesamt hielten die Vorbringen zu seinem Bekannten D._______ und der 

geltend gemachten Verfolgung aufgrund seines angeblichen Engagements 

für die tamilische Bevölkerung den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

nicht stand.  

Im Weiteren sei nicht von einer drohenden Reflexverfolgung aufgrund der 

Aktivitäten des Vaters des Beschwerdeführers auszugehen. Dieser sei 

nicht in einer exponierten beziehungsweise profilierten Funktion für die 

TNA tätig gewesen und es lägen keine Hinweise auf Verbindungen zur 

LTTE vor. Zudem hätten die sri-lankischen Behörden weder vor noch nach 

seiner Ausreise wegen dem TNA-Engagement seines Vaters Verfolgungs-

massnahmen gegenüber dem Beschwerdeführer veranlasst und auch die 

weitere Familie halte sich nach wie vor im Heimatdorf auf, was gegen eine 

Reflexverfolgung spreche. Das beigezogene Dossier des Bruders liefere 

ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine drohende Reflexverfolgung.  

Schliesslich lasse auch eine Prüfung anhand der durch die Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts definierten Risikofaktoren nicht auf 

eine begründete Furcht des Beschwerdeführers vor asylrelevanten Verfol-

gungsmassnahmen im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka schliessen. Er 

habe nicht glaubhaft machen können, vor seiner Ausreise asylrelevanten 

Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Weiter sei er bis im 

Mai 2023 in Sri Lanka wohnhaft gewesen und habe damit nach Kriegsende 

rund vierzehn Jahre in seinem Heimatstaat gelebt. Allfällige, im Zeitpunkt 

seiner Ausreise bestehenden Risikofaktoren hätten kein Verfolgungsinte-

resse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es sei 

nicht ersichtlich, weshalb er nunmehr bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in 

den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt wer-

den sollte. Den Akten seien keine Hinweise auf eine Verschärfung seines 

Profils seit seiner Ausreise zu entnehmen. Selbst bei Wahrunterstellung 

seines niederschwelligen Engagements für die TNA, der Teilnahme an Ver-

anstaltungen und dem Sammeln von Geld sei in seinem Fall nicht davon 

auszugehen, die Behörden würden ihm bei Rückkehr eine Verbindung zu 

den LTTE unterstellen. Auch die Teilnahme an LTTE-Gedenktagen, womit 

er seiner regierungskritischen Gesinnung öffentlich kundgetan habe, rei-

che für sich alleine nicht aus, um von einer Verfolgungsgefahr auszugehen. 

Die aktuelle politische Situation führe nicht zu einer anderen Einschätzung.  

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5.2 In der Beschwerde wurde entgegnet, die Ausführungen des Beschwer-

deführers würden den Anforderungen an die Glaubhaftmachung sehr wohl 

genügen. Der Beschwerdeführer habe seine Erlebnisse, wie etwa seine 

siebentägige Festnahme, frei und erlebnisorientiert geschildert. Zudem 

würden seine Antworten in Bezug auf die erlebten Misshandlungen durch-

aus Realkennzeichen aufweisen. Dass die Schilderungen zu den erlebten 

Folterungen, insbesondere seiner sexuellen Misshandlung, etwas distan-

ziert ausgefallen seien, sei auf Selbstschutz zurückzuführen und spreche 

nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Es sei auch nicht mit der 

Vorinstanz einig zu gehen, dass der Beschwerdeführer seinen Aufenthalt 

in F._______ nicht genügend substantiiert dargelegt habe. Es sei nachvoll-

ziehbar, dass er sich während dieser Zeit versteckt gehalten habe, um sich 

keiner erhöhten Gefahr auszusetzen. Zudem seien die Aussagen zu 

D._______ und C._______ sowie zur Gründung der Whatsapp-Gruppe, 

den politischen Aktivitäten und den erbrachten Hilfeleistungen an Bedürf-

tige nachvollziehbar und glaubhaft.  

Es bestehe kein Widerspruch in Bezug auf seine Demonstrationsteilnah-

men und seine diesbezüglichen Aussagen seien glaubhaft. Er habe von 

einer Demonstrationsteilnahme an der ersten Anhörung erzählt, welche 

ihm sehr wichtig gewesen sei. Bei weiteren Demonstrationen habe er durch 

seine Mobilisierung massgebliche Unterstützung geleistet. Er habe wahr-

heitsgemäss ausgesagt und nicht versucht, etwas vorzugaukeln. Dem 

SEM sei zwar insofern beizupflichten, dass der Beschwerdeführer an den 

Anhörungen die Nationalitäten der Personen, die er kennengelernt habe, 

vertauscht habe. Dies spreche aber nicht gegen die Glaubhaftigkeit, son-

dern rühre daher, dass es sich bei den Personen ebenfalls um Tamilen ge-

handelt habe und sie sich auf Tamilisch verständigt hätten. Es sei nicht die 

Nationalität der Personen im Fokus gewesen, sondern die Organisation 

der Unterstützungsgelder. Bei den vom SEM genannten Widersprüchen 

handle es sich lediglich um «Scheinwidersprüche», die nicht geeignet sei-

en, die Glaubhaftigkeit der Vorbringen in Abrede zu stellen.  

Zur Asylrelevanz der Vorbringen wurde ausgeführt, dass allein schon die 

siebentägige Festnahme und das dabei Erlebte die Schwelle gemäss Art. 3 

AsylG überschreite. Zudem sei der Bruder des Beschwerdeführers wegen 

ihm festgenommen worden und befinde sich seit dem 23. Juni 2023 (res-

pektive dem 23. 22. 2023 respektive dem 23. November 2023) in Gewahr-

sam der Sicherheitskräfte. Es liege daher nahe, dass der Beschwerdefüh-

rer bei einer Rückkehr verhaftet würde. Zudem seien die politischen Aktivi-

täten seines Vaters, wie auch der Umstand, dass einer seiner Brüder in der 

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Schweiz wohne, risikoverschärfend. Der Beschwerdeführer weise insge-

samt ein erhöhtes Risikoprofil auf, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei.  

5.3 In der Vernehmlassung führte die Vorinstanz zu den auf Beschwerde-

ebene eingereichten Beweismitteln aus, diese seien auch nicht geeignet, 

die geltend gemachte Verfolgung in einem glaubhafteren Lichte erscheinen 

zu lassen. Die eingereichten Fotos liessen keinen Rückschluss auf den 

Kontext zu und es sei nicht ersichtlich, ob es sich bei den abgebildeten 

Personen um Polizisten oder um Angehörige des CID handle. Auch dass 

sich diese tatsächlich nach dem Beschwerdeführer erkundigen würden, 

gehe nicht zweifelsfrei hervor. In Bezug auf die Festnahme des Bruders 

seien sodann auf Beschwerdeebene widersprüchliche und teils ungültige 

Daten angegeben, was als weiteres Indiz für die Unglaubhaftigkeit gewer-

tet werde. Zudem sei nicht plausibel, dass der Beschwerdeführer diese 

Festnahme an den beiden Anhörungen Anfangs und Ende August 2023 

nicht erwähnt habe, zumal die angebliche Verhaftung gemäss den Ausfüh-

rungen in der Beschwerdeschrift bereits Ende Juni stattgefunden habe. An-

lässlich der Anhörung vom 30. August 2023 habe er lediglich ausgeführt, 

die Polizei sei bei seinen Eltern vorbeigekommen, aber seine Familie habe 

ihm mitgeteilt, es gehe ihr gut. Zudem habe er damals zugesichert, er 

werde dem SEM ein Video zum Polizeibesuch bis Ende Woche zukommen 

lassen, weshalb nicht nachvollziehbar sei, dass er erst auf Beschwerde-

ebene Printscreens davon eingereicht habe.  

Auch das neu eingereichte, schwer leserliche Bestätigungsschreiben eines 

Parlamentsmitglieds halte die Gefährdungssituation des Beschwerdefüh-

rers in äusserst allgemeiner Form fest und enthalte keine massgebenden 

neuen Erkenntnisse oder aufschlussreichen Details zu allfälligen zwi-

schenzeitlich zugetragenen Vorkommnissen. Gemäss dem Schreiben 

habe der Beschwerdeführer sich in den Jahren 2013, 2015 und 2020 aktiv 

für die Wahlkampagne jenes Parlamentsmitglieds eingesetzt, was aber ei-

nerseits aufgrund des noch jungen Alters des Beschwerdeführers in den 

Jahren 2013 und 2015 und andererseits, da der Beschwerdeführer dieses 

Parlamentsmitglied und ein allfälliges Engagement für dessen Wahlkam-

pagne nie erwähnt habe, als unwahrscheinlich erscheine. Das Schreiben 

sei daher als blosses Gefälligkeitsschreiben zu werten. Die neuen Beweis-

mittel seien nicht geeignet, eine flüchtlingsrechtlich relevante Vorverfol-

gung darzutun.  

Den Ausführungen des Beschwerdeführers fehle es an innerer Substanz, 

welche unter Berücksichtigung dessen Hintergrunds zu erwarten gewesen 

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Seite 11 

wäre, hätte er die Verfolgungssituationen tatsächlich selbst erlebt. Die pau-

schale Anmerkung in der Beschwerde, dass die Ausführungen bestens 

nachvollziehbar und daher glaubhaft seien, vermöge an dieser Einschätz-

ung nichts zu ändern. Auch die Argumentation, dass die Ausführungen aus 

Gründen des Selbstschutzes distanziert ausgefallen seien, überzeuge 

nicht. Der Beschwerdeführer sei an beiden Anhörungen ausdrücklich damit 

einverstanden gewesen, von einem geschlechtsgemischten Anhö-

rungsteam befragt zu werden. Zudem habe er erklärt, es gehe ihm gut, er 

fühle sich wohl, habe das Anhörungsklima als respektvoll und menschlich 

beschrieben und erklärt, er sei in der Lage gewesen, seine Vorbringen 

«sehr ruhig und gemütlich» zu schildern. Es hätte ihm daher möglich sein 

sollen, über die erlebten Misshandlungen in erlebnisorientierter Art und 

Weise zu berichten.  

Es könne dem Beschwerdeführer auch nicht darin gefolgt werden, dass es 

sich bei seinen Aussagen zu den Demonstrationsteilnahmen lediglich um 

einen Scheinwiderspruch handle. Er habe an der zweiten Anhörung von 

sich aus und spontan erklärt, er habe an verschiedenen Demonstrationen 

teilgenommen und sei deshalb von den sri-lankischen Behörden verfolgt 

worden. Erst auf den Widerspruch angesprochen habe er erklärt, lediglich 

an einer Demonstration teilgenommen zu haben. Diese widersprüchliche 

Angabe zu einem für das Vorbringen des Beschwerdeführers wesentlichen 

Element spreche gegen die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen.  

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Durchsicht der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers zu Recht verneint und dessen Asylgesuch mit zutreffender Begrün-

dung abgelehnt hat. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene führen zu 

keinem anderen Ergebnis. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann 

grundsätzlich auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen 

Verfügung sowie in der Vernehmlassung verwiesen werden.  

6.2 Der Vorinstanz ist darin zuzustimmen, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers in Bezug auf seine politischen Aktivitäten und Hilfeleistun-

gen an Bedürftige, wie auch seine geltend gemachte Festnahme und an-

schliessende Folterung als unglaubhaft einzustufen sind. Seine Aussagen 

lassen insbesondere in zentralen Punkten innere Vorgänge und Gedan-

kengänge vermissen, wie sie bei einer Person, die solche Ereignisse tat-

sächlich erlebt hat, zu erwarten gewesen wären. Der Beschwerdeführer 

vermochte nicht glaubhaft darzulegen, wie er mit der behaupteten Folter 

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umgegangen ist, was für Fluchtgedanken er sich gemacht hat und wie er 

deren Konsequenzen eingeschätzt hat. Auch seine Schilderungen zu den 

Personen, die ihn angeblich festgenommen und gefoltert hätten, blieben 

äusserst oberflächlich. Er war lediglich in der Lage, diese Personen als 

stereotypische CID-Beamte zu beschreiben, ohne Unterschiede oder indi-

viduelle Merkmale zu benennen. In Bezug auf die oberflächlichen Ausfüh-

rungen zu den Misshandlungen ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass 

aufgrund der mehrfachen Versicherung des Beschwerdeführers, er fühle 

sich in der Anhörung wohl und er verzichte darauf, von einem reinen Män-

nerteam angehört zu werden, davon ausgegangen werden konnte, er habe 

seine Vorbringen nicht aus Selbstschutz unsubstantiiert gehalten. Auch die 

Schilderungen über den Zeitraum nach seiner Flucht bleiben auffallend un-

konkret. Zwar ist es – wie auf Beschwerdeebene eingewendet – nicht ab-

wegig, dass er nach einer Flucht seine Unterkunft nicht verlassen habe. 

Aber es wäre zu erwarten, dass er seinen Aufenthalt bei der Familie, die 

ihn angeblich aufgenommen hat, detaillierter hätte beschreiben können. 

Darüber hinaus fehlen auch hier innere gedankliche und emotionale Pro-

zesse, wie sie nach einer kürzlich erlebten Foltererfahrung und Flucht zu 

erwarten wären. Auch die nicht weiter substantiierte Auffassung des Be-

schwerdeführers, wonach seine Ausführungen zur Whatsapp-Gruppe und 

zu C._______ und D._______ «bestens nachvollziehbar und deshalb 

glaubhaft und glaubwürdig» seien, vermögen die zutreffenden Beobach-

tungen der Vorinstanz und deren Schlussfolgerung nicht umzustossen. 

Schliesslich bleibt auch der Widerspruch hinsichtlich seiner Demonstrati-

onsteilnahmen bestehen, zumal die auf Beschwerdeebene gelieferte Er-

klärung nicht überzeugt.  

An der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers vermö-

gen auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel nichts zu 

ändern. Das Schreiben des Parlamentsmitglieds ist aus den von der Vo-

rinstanz genannten Überlegungen (vgl. E. 5.3) als blosses Gefälligkeits-

schreiben einzustufen, welches als solches nicht geeignet ist, politische 

Aktivitäten des Beschwerdeführers zu belegen. Auch die eingereichten Fo-

tos lassen keinen klaren Rückschluss auf das tatsächliche Geschehen zu 

und sind somit weder geeignet, den behaupteten Sachverhalt zu belegen, 

noch die angebliche Verhaftung des Bruders glaubhaft zu machen.  

6.3  

6.3.1 Schliesslich bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zum heutigen 

Zeitpunkt bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund möglicher 

D-6662/2023 

Seite 13 

Risikofaktoren mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit dennoch ernsthafte 

Nachteile gemäss Art. 3 AsylG zu befürchten hat. 

6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E-1886/2015 

vom 15.Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei 

einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge-

fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind. Vielmehr hat das Gericht 

im Einzelfall abzuwägen, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofakto-

ren eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person 

ergeben. Bestimmte Risikofaktoren (Eintrag in die «Stopp-List», Verbin-

dungen zu den LTTE, frühere Verhaftungen und exilpolitische Aktivitäten) 

sind als stark risikobegründend zu qualifizieren. Demgegenüber stellen das 

Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, gut sichtbare Narben und eine 

gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegrün-

dende Faktoren dar. Von den Rückkehrenden, die diese weitreichenden 

Risikofaktoren erfüllen, hat jedoch nur jene kleine Gruppe tatsächlich mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 

AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri-lankischen Behörden be-

strebt ist, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen (vgl. 

E-1886/2015 E. 8.5.1; Urteil BVGer D-1227/2022 vom 13. November 2024 

E. 8.3.2). 

6.3.3 Es ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer bei ei-

ner Rückkehr eine enge Verbindung zu den LTTE im Sinne obiger Recht-

sprechung unterstellt werden würde. So ist nicht anzunehmen, dass er auf 

der sogenannten «Stop-List» vermerkt ist und bei einer Rückkehr befürch-

ten müsste, unmittelbar bei der Einreise verhaftet zu werden. Zwar ist der 

Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge illegal aus Sri Lanka ausge-

reist (vgl. A12/17 F50) und hält sich seit längerem in der Schweiz auf. Diese 

Umstände sind aber als lediglich schwach risikobegründende Faktoren an-

zusehen, welche nicht geeignet sind, dazu zu führen, dass er von den sri-

lankischen Behörden als Unterstützer der LTTE respektive als Person 

wahrgenommen wird, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wie-

deraufleben zu lassen. An dieser Einschätzung ändert auch der mehrjäh-

rige Aufenthalt seines Bruders in der Schweiz – der gemäss ZEMIS (Zent-

rales Migrationsinformationssystem) bereits im Jahr (…) in der Schweiz ein 

Asylgesuch gestellt hat, welches im Jahr (…) abgelehnt worden ist –  und 

der Umstand, dass der Vater des Beschwerdeführers für die TNA politisiert 

habe und Vorsitzender (…) war, nichts. Insgesamt weist der Beschwerde-

führer kein Profil auf, welches darauf schliessen lassen müsste, dass er bei 

einer Rückkehr die Aufmerksamkeit der heimatlichen Sicherheitsbehörden 

D-6662/2023 

Seite 14 

auf sich ziehen würde. Unter Würdigung aller Umstände des vorliegenden 

Falles ist daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 

den Augen des sri-lankischen Regimes als Gefahr für den Einheitsstaat Sri 

Lanka angesehen würde und ihm deswegen ernsthafte Nachteile im Sinne 

von Art. 3 AsylG drohen würden. 

6.4 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz 

zu Recht und mit zutreffender Begründung eine drohende Reflexverfolgung 

aufgrund der Aktivitäten des Vaters des Beschwerdeführers verneint hat. 

Die pauschale Behauptung in der Beschwerde, wonach die politischen Ak-

tivitäten des Vaters ein Verfolgungsrisiko für ihn darstellen würden, vermag 

das Gericht nicht vom Gegenteil zu überzeugen.  

6.5 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, einen 

glaubhaften beziehungsweise flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Sachver-

halt darzulegen, weshalb die Vorinstanz seine Flüchtlingseigenschaft zu 

Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig abgelehnt hat. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

D-6662/2023 

Seite 15 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

8.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

8.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, 

dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr in den Heimatstaat die Auf-

merksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich 

D-6662/2023 

Seite 16 

relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen keine Anhaltspunkte da-

für, ihm würde aus anderen Gründen in Sri Lanka eine menschenrechts-

widrige Behandlung drohen. Es ist auch nicht davon auszugehen, aus dem 

Ausland zurückkehrenden Tamilinnen und Tamilen drohe in Sri Lanka ge-

nerell eine unmenschliche Behandlung (vgl. u.a. Referenzurteil des BVGer 

E-737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.1.2.3, Urteil des BVGer 

D-5113/2020 vom 21. April 2023 E. 10.2.4, je m.w.H.). 

8.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Die allgemeine Lage im Land – auch in der Nordprovinz – lässt den 

Wegweisungsvollzug grundsätzlich zu. Das Bundesverwaltungsgericht hat 

in ständiger Praxis festgestellt, dass eine Rückkehr zumutbar ist, wenn ein 

tragfähiges familiäres oder soziales Netzwerk besteht oder eine eigenstän-

dige Reintegration zu erwarten ist (vgl. Urteil des BVGer D-1178/2023 vom 

2. Mai 2025 E. 8.4).  

8.3.3 In Übereinstimmung mit dem SEM ist festzustellen, dass auch keine 

individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug sprechen. Der Be-

schwerdeführer war bis einen Monat vor seiner Ausreise in der Nordprovinz 

wohnhaft, wo seine Eltern und drei Geschwister weiterhin leben. Mit seinen 

Eltern steht er in Kontakt. Es ist daher von einem intakten Beziehungsnetz 

in Sri Lanka auszugehen, welches ihn bei seiner Reintegration bei Bedarf 

unterstützen kann. Der Beschwerdeführer ist jung, abgesehen von teil-

weise auftretenden Schlafstörungen gesund und verfügt bereits über Be-

rufserfahrung. Es ist davon auszugehen, dass er in Sri Lanka für seinen 

Lebensunterhalt eigenständig wird aufkommen können. Dass das SEM bei 

der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs von einer «ge-

schönten Ländereinschätzung» ausgegangen sei, ist nicht ersichtlich.  

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

D-6662/2023 

Seite 17 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem jedoch das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Zwischenverfü-

gung vom 21. Dezember 2023 gutgeheissen worden ist, werden keine Ver-

fahrenskosten erhoben.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-6662/2023 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Michèle Fierz 

 

 

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