# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** badd71e3-0f5f-53fc-a14a-338db3e46699
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.09.2009 D-5075/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5075-2009_2009-09-25.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5075/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Martin Zoller (Vorsitz), 
Richter Jean-Pierre Monnet, 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas; 
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 9. Juni 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5075/2009

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer - ein srilankischer Staatsangehöriger tami-
lischer  Ethnie  aus  B._______  -  ersuchte  mit  an  die  Schweizer  Bot-
schaft  in  Colombo  gerichtetem,  englischsprachigem  Schreiben  vom 
27. November  2008  sinngemäss  um Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz und um Asylgewährung.

A.b Der  Beschwerdeführer  machte  im  Wesentlichen  geltend,  die 
Situation  im (...)  Sri  Lankas sei  besorgniserregend. Am (Datum)  sei 
eine bewaffnete Gruppe in einen Tempel in B._______ eingedrungen. 
Er  habe  sich  zum  fraglichen  Zeitpunkt  bereits  auf  dem  Heimweg 
befunden.  Später  habe  er  erfahren,  dass  seine  Kollegen  bei  dem 
Anschlag, welcher auch ihm gegolten habe, getötet respektive verletzt 
worden  seien.  In  der  Folge  habe  er  sich  versteckt.  Von  Seiten  der 
Behörden sei keine Hilfe zu erwarten, wie die fruchtlosen Anzeigen bei 
den  Sicherheitsbehörden  zeigten.  Dank  eines  zweijährigen  Arbeits-
vertrages  für  eine  Tätigkeit  in  C._______  sei  es  ihm gelungen,  das 
Land  zu  verlassen.  Nach  Ablauf  des  Vertrages  sei  er  zu  seinen 
(Verwandten)  nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt.  Als  (...)  Sohn  wäre  es 
seine  Pflicht,  sich  um  die  Familie  zu  kümmern,  zumal  sein  Vater 
behindert sei. Da er jedoch immer noch gesucht werde, sei sein Leben 
in Gefahr. 

B.
Mit Schreiben vom 22. Dezember 2008 bestätigte die Schweizer Bot-
schaft  dem Beschwerdeführer den Eingang seines Gesuchs und for-
derte ihn gleichzeitig  auf,  seine Vorbringen bis  zum 2. Februar  2009 
näher  zu  begründen  und  allfällige  Beweismittel  sowie  Kopien seiner 
Identitätspapiere einzureichen. 

C.
C.a Mit englischsprachigem Schreiben vom 26. Januar 2009 ergänzte 
der Beschwerdeführer sein Gesuch und reichte Kopien seines Passes 
und  Geburtsscheines  sowie  diverse  Dokumente  als  Beweismittel  zu 
den Akten. Auf deren Inhalt wird - soweit entscheidwesentlich - in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

C.b Der Beschwerdeführer bekräftigte in seiner Eingabe den Wunsch, 
Sri Lanka zu verlassen. Hinsichtlich des im Ersuchen vom 27. Novem-

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ber 2008 angesprochenen Vorfalls konkretisierte er, er habe im besag-
ten Tempel (...-)arbeiten ausgeführt,  als eine bewaffnete Gruppe der 
Tamil Makkal Viduthalai Pulikal (TMVP) das Feuer auf die Arbeiter er-
öffnet habe. Glücklicherweise habe er unverletzt entkommen können. 
Er sei von den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) zur Teilnahme 
an  deren  Aktivitäten  gezwungen  worden.  Nach  der  Abspaltung  der 
TMVP habe diese ihn zum Beitritt bewegen wollen. Er habe jedoch we-
der  mit  der  einen  noch mit  der  anderen  Gruppierung  sympathisiert. 
Nach dem Vorfall von (Datum) seien bewaffnete Anhänger der TMVP 
zu  seinem Haus gekommen und  hätten  nach ihm gesucht. Er  habe 
dies bei der Polizei, der (...) und (...) gemeldet. Die Polizei habe ihm 
jedoch keinen persönlichen Schutz gewährt. Um einer Festnahme zu 
entgehen,  hätten  ihn  seine  Eltern  nach  C._______  geschickt.  Die 
dortige Arbeitsstelle habe ihm jedoch nicht entsprochen. Schliesslich 
sei er ohne Geld nach Sri Lanka zurückgeschickt worden. Durch eine 
Niederlassung in einem anderen Landesteil könne er den Problemen 
nicht entgehen, da der Geheimdienst der TMVP im ganzen Land tätig 
sei. 

D.
D.a Am  27. März  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  durch  die 
Schweizer Botschaft in Colombo zu seinen Asylgründen angehört. 

D.b Der Beschwerdeführer führte im Wesentlichen aus, er habe dem 
Geheimdienst der LTTE in den Jahren (...) bis (...) Informationen über 
Armeebewegungen geliefert und für die LTTE Einkäufe erledigt. Nach 
dem Waffenstillstandsabkommen habe er sich oft im Büro der LTTE in 
B._______ aufgehalten und die Gruppenführer auf Fahrten zur Einheit 
in  D._______  begleitet.  Zum  Selbstschutz  habe  er  Handgranaten 
erhalten,  da es auch nach dem Waffenstillstandsabkommen noch zu 
Feuergefechten zwischen der Armee und der LTTE gekommen sei. Er 
habe regelmässig mit  30 bis 40 Personen an zwei Tagen pro Woche 
das  Training  für  Unterstützer  der  LTTE  in  D._______  besucht.  Sie 
seien  im  Umgang mit  Waffen  und  dem Sammeln  von  Informationen 
ausgebildet  worden.  Als  Mitglied  einer  damals  15-köpfigen 
paramilitärischen Gruppe sei  es seine Aufgabe gewesen, Informatio-
nen  über  Armeebewegungen  zu  beschaffen.  Ein  Kadermitglied  der 
LTTE habe er nicht werden wollen, da er als Mitglied der paramilitäri-
schen Einheit zu Hause habe leben können. Seine Eltern hätten erst 
nach dem Vorfall  von (Datum) von seiner  Rolle  erfahren,  worauf  sie 
ihm ein Visum für C._______ besorgt hätten. Er sei nach E._______ 

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geflogen, ohne die LTTE darüber zu informieren. Die LTTE habe somit 
nicht gewusst, dass er das Land verlassen habe beziehungsweise sie 
habe zwar gewusst,  dass er in C._______ sei,  habe ihn dort  jedoch 
nur  begrüsst;  weiteren  Kontakt  habe  er  nicht  gehabt  und  er  sei  in 
keinerlei Aktivitäten der LTTE in E._______ involviert gewesen. Er sei 
nach  Sri  Lanka  zurückgekehrt,  da  ihn  die  Eltern  aufgrund  der 
Krankheit seines Vaters darum gebeten hätten; beziehungsweise weil 
ihm  aufgrund  einer  Auseinandersetzung  zwischen  Anhängern  der 
Karuna  (TMVP)  und  der  LTTE  in  seinem  Zimmer  -  wobei  es  sich 
konkret um einen Streit  zwischen ihm und drei  jungen Männern aus 
F._______ gehandelt habe, die ihn fälschlicherweise der Unterstützung 
der Karuna beschuldigt  hätten  -  das Visum für  C._______ entzogen 
worden sei. Im Übrigen habe er nach dem besagten Streit keinen Lohn 
mehr  erhalten,  da  er  während zweier  Monate  nicht  mehr  zur  Arbeit 
erschienen  sei,  so  dass  der  Arbeitgeber  ihn  nach  Hause  geschickt 
habe  beziehungsweise  er  selbst  beschlossen  habe,  nach  Sri  Lanka 
zurückzukehren, da ihm seine (Verwandte) mitgeteilt habe, dass es im 
(...-)teil  Sri  Lankas  zurzeit  Arbeitsmöglichkeiten  gebe.  Nach  der 
Rückkehr habe er erneut im Haus seiner (Verwandten) in B._______ 
gewohnt.  Mit  der  LTTE  habe  er  fortan  keine  Probleme  gehabt. 
Hingegen seien fünf Tage nach seiner Rückkehr Kadermitglieder der 
TMVP zu ihm gekommen und hätten wiederum verlangt, dass er sich 
der  Gruppierung  anschliesse.  Seine  (Verwandte)  sei  zudem 
aufgefordert worden, ihm mitzuteilen, er müsse sich stellen, ansonsten 
ihm  nicht  erlaubt  werde,  im  Land  zu  bleiben  beziehungsweise  er 
getötet und sein (Verwandter) mitgenommen werde. Seine (Verwandte) 
habe  diesbezüglich  bei  der  Polizei,  der  (...)  und  beim  (...)  Klage 
eingereicht. 

E.
Mit Schreiben vom 30. März 2009 überwies die Schweizer Botschaft in 
Colombo die Akten dem BFM. 

F.
F.a Mit Verfügung vom 9. Juni 2009 - eröffnet am 22. Juni 2009 - ver-
weigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz 
und lehnte dessen Asylgesuch ab.

F.b Zur  Begründung  führte  das  BFM im  Wesentlichen  aus,  der  Be-
schwerdeführer habe im Verlaufe des Verfahrens nur zögerlich unsub-
stanziierte Angaben zu seinen Asylgründen gemacht, die teils wider-

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sprüchlich seien, teils einer inneren Logik entbehrten und wesentliche 
Fragen nicht  beantworteten. Dies  lege die Vermutung nahe,  dass er 
versuche,  den  wahren  Sachverhalt  zu  verschleiern.  So  habe  er  im 
Rahmen  der  schriftlichen  Asylbegründung  das  Engagement  für  die 
LTTE  mit  keinem  Wort  erwähnt,  während  er  in  der  ergänzenden 
Eingabe  von  erzwungener  Tätigkeit  gesprochen  und  im  Verlauf  der 
Botschaftsanhörung  angegeben  habe,  freiwillig  den  Geheimdienst 
unterstützt zu haben und als Paramilitär der LTTE ausgebildet worden 
zu  sein.  Hinsichtlich  des  Anschlags  vom (Datum)  habe  er  zunächst 
angegeben,  den  Tempel  im  fraglichen  Zeitpunkt  verlassen  und  erst 
später  davon  erfahren  zu  haben,  während  aus  dem  eingereichten 
Polizeidokument hervorgehe, dass er durch das Attentat selbst verletzt 
worden sei. Weiter habe er zunächst angegeben, die LTTE habe nicht 
gewusst,  dass  er  Sri  Lanka  verlassen  habe. Erst  auf  Rückfrage  hin 
habe er  eingeräumt,  die Bewegung sei  orientiert  gewesen. Auch die 
Gründe  für  die  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  vermöchten  nicht  zu 
überzeugen.  So  habe  er  zunächst  die  Erkrankung  des  Vaters  als 
Grund  genannt,  danach  jedoch  geltend  gemacht,  es  sei  in  seinem 
Zimmer zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der LTTE und 
der Karunafraktion gekommen, weshalb sein Visum gestrichen worden 
sei. Schliesslich habe er vorgebracht, das Salär sei unzureichend und 
die  Arbeitsbedingungen  schlecht  gewesen.  Auch  die  Angaben  zur 
Frage,  wer  die  Polizei  vom  Erscheinen  bewaffneter  Männer  am 
(Datum)  unterrichtet  habe,  seien  widersprüchlich.  Berechtigterweise 
dürfe jedoch erwartet werden, dass die Schilderungen anlässlich der 
Botschaftsanhörung  in  sich  stimmig  und  mit  den  Darlegungen  im 
schriftlichen Asylgesuch sowie den Beweismitteln in den wesentlichen 
Zügen  übereinstimmten. Zudem könne ihm das Engagement  für  die 
LTTE  in  der  dargelegten  Form  nicht  geglaubt  werden,  da 
erfahrungsgemäss davon auszugehen sei, dass die LTTE Deserteure 
und Personen, die eine über das herkömmliche Mass hinausgehende 
Ausbildung  genossen  und  Insiderkenntnisse  erlangt  hätten,  nicht 
ungestraft  ziehen lasse. Angesichts  der  geltend  gemachten Rolle  in 
der LTTE vermöge auch die Aussage, wonach er in C._______ keine 
Kontakte  zur  LTTE  gehabt  habe,  nicht  zu  überzeugen.  Schliesslich 
lasse die Rückkehr nach Sri Lanka Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 
geltend  gemachten  politischen  Profils  aufkommen,  zumal  der 
Beschwerdeführer  bei  der  Rückkehr  nicht  nur  Übergriffe  ehemaliger 
Gegner,  sondern  angesichts  der  Desertion  auch  Sanktionen  seitens 
der  LTTE zu  befürchten  hätte. Auch  die  Rückkehr  in  das  Haus  der 
(Verwandten)  in  der  Nähe  eines  Armeecamps  spreche  gegen  die 

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Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen.  Die  Asylbehörden  seien  nicht 
verpflichtet,  bei  fehlenden  glaubhaften  Hinweisen  seitens  des 
Gesuchstellers  Anhaltspunkte  für  eine  dennoch  allfällig  vorliegende 
Gefährdung  zu  suchen.  Daran  vermöchten  vorliegend  auch  die 
eingereichten Dokumente nichts zu ändern. Der Beschwerdeführer sei 
nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes,  weshalb  sein 
Asylgesuch abzulehnen und ihm die Einreise in die Schweiz nicht zu 
bewilligen sei. 

G.
G.a Mit am 20. Juli 2009 bei der Schweizer Botschaft in Colombo ein-
getroffener  und  von  dieser  am 29. Juli  2009  an  das  Bundesverwal-
tungsgericht  weitergeleiteter,  englischsprachiger  Beschwerde  vom 
14. Juli 2009 beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhe-
bung der vorinstanzlichen Verfügung,  die Bewilligung der Einreise in 
die Schweiz und die Gewährung des Asyls. 

G.b Zur  Begründung brachte  der  Beschwerdeführer  vor,  sein  Leben 
sei in Gefahr. Seine Familie sei arm und sein Vater sei krank. Aufgrund 
seiner Situation könne er - der Beschwerdeführer - sich nicht wie an-
dere frei bewegen, weshalb er seiner Pflicht, für die Familie zu sorgen, 
nicht nachkommen könne.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine Aus-
nahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht worden. Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwer-
de legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 VwVG). Auf 
die Beschwerde ist demnach einzutreten. Das Bundesverwaltungsge-
richt hat dabei - praxisgemäss -  aus prozessökonomischen Gründen 
auf eine Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde zur Über-
setzung in eine Amtssprache verzichtet, da diese verständlich ist. Der 
vorliegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher  Sprache  (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 

2.
2.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. 
Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG 
bewilligt das Bundesamt einem Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhalts,  wenn ihm nicht  zugemutet  werden  kann,  im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössi-
sche Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretun-
gen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaub-
haft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder 
für  die  Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3  Abs. 1 AsylG bestehe. 

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Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im 
Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asyl-
suchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art. 10 
Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Per-
son  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10 
Abs. 2 AsylV 1; vgl. hierzu auch Entscheide des Schweizerischen Bun-
desverwaltungsgerichts  [BVGE] 2007/30).  Vorliegend  führte  die 
Schweizer Botschaft  in Colombo am 27. März 2009 eine persönliche 
Befragung  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art. 10  Abs. 1  AsylV 1 
durch. 

2.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vor-
aussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt. Neben der  erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglich-
keit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungs-
nähe zu anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutbarkeit 
zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliede-
rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.-g. S. 131 ff., welcher angesichts 
bloss redaktioneller Änderungen bei der letzten Totalrevision des Asyl-
gesetzes nach wie vor Gültigkeit hat). 

3.
3.1 Das BFM erachtete die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Asylgründe aufgrund zahlreicher Widersprüche, Ungereimtheiten und 
mangelnder Realkennzeichen als nicht glaubhaft. Dieser Einschätzung 
ist beizupflichten. Eine Überprüfung der Akten ergibt, dass die Schilde-
rung der angeblichen Verfolgung in sich nicht stimmig ist. 

Das BFM hat aus zutreffenden Gründen die Vorbringen des Beschwer-
deführers  als  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  genü-
gend qualifiziert. Die Ausführungen in der Rechtsmittelschrift sind nicht 
geeignet, die vom BFM aufgezeigten Ungereimtheiten und Widersprü-
che zu entkräften, die mangelnden Realkennzeichen zu substanziieren 
und die Vorbringen in einem glaubhafteren Licht erscheinen zu lassen. 
Die Ausführungen des Beschwerdeführers bleiben widersprüchlich und 
unsubstanziiert. So vermochte er insbesondere sein Engagement für 
die LTTE, auf dem die angebliche Verfolgung basiere, nicht glaubhaft 

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darzulegen. Er erwähnte seine Tätigkeit bei der LTTE im schriftlichen 
Asylgesuch mit keinem Wort, sondern brachte diese erst in der ergän-
zenden Eingabe vor, wobei er zunächst geltend machte, er habe we-
der für die LTTE noch - nach deren Abspaltung - für die TMVP sympa-
thisiert, sondern sei zur Mitwirkung bei der LTTE gezwungen worden. 
Anlässlich der Botschaftsanhörung negierte er dies wiederum und gab 
an, er habe freiwillig als Zulieferer für den Geheimdienst der LTTE und 
als  Mitglied  einer  paramilitärischen Gruppe mitgewirkt. Derart  wider-
sprüchliche Angaben in einem zentralen Punkt der Vorbringen vermö-
gen nicht zu überzeugen. Hätte sich der Beschwerdeführer tatsächlich 
im zuletzt umschriebenen Umfang für die LTTE engagiert, wäre über-
dies nicht glaubhaft, dass er trotz seines Insiderwissens nach der De-
sertion  mit  der  LTTE  keinerlei  Probleme  gehabt  habe,  weder  in 
C._______  noch  nach  seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka.  Auch  die 
widersprüchlichen  Angaben  zu  dem  Anschlag  einer  bewaffneten 
Gruppe vom (Datum) auf den Tempel, in welchem der Beschwerdefüh-
rer  gearbeitet  habe,  vermögen  nicht  zu  überzeugen. Bei  einem An-
schlag und einer allfällig daraus resultierenden Verletzung handelt es 
sich  um einschneidende Ereignisse,  welche sich im Gedächtnis  ein-
prägen dürften, weshalb diesbezüglich eine in sich stimmige Schilde-
rung  zu  erwarten  gewesen  wäre.  Hätte  der  Anschlag  vom  (Datum) 
tatsächlich dem Beschwerdeführer persönlich gegolten, wäre überdies 
nicht  verständlich,  weshalb  er  trotz  der  Angst  vor  diesbezüglicher 
weiterer Verfolgung wiederum an den gleichen Wohnort - in das Haus 
seiner (Verwandten) in der Nähe eines Armeecamps - zurückgekehrt 
sein  und  damit  nicht  nur  sich  selbst,  sondern  auch  die  Familien-
angehörigen einer erhöhten Gefahr ausgesetzt haben sollte. Im Übri-
gen sind auch die vom Beschwerdeführer genannten Gründe für  die 
Rückkehr  aus  C._______  in  höchstem  Masse  widersprüchlich;  sie 
reichen  von  der  Krankheit  des  Vaters  über  einen  Visumsentzug 
aufgrund  von  Streitigkeiten  in  seinem  Zimmer  und  die  Entlassung 
durch den Arbeitgeber wegen Nichterfüllens der Arbeitspflicht bis zur 
Abreise aufgrund schlechter Bezahlung respektive wegen in Aussicht 
gestellter Arbeitsmöglichkeiten im Heimatland. Schliesslich vermögen 
auch  die  widersprüchlichen  Angaben  zur  Anzeigeerstattung  bei  der 
Polizei  nicht  zu  überzeugen.  Laut  der  Gesuchsergänzung  vom 
26. Januar  2009  und  dem damit  eingereichten  Polizeidokument  vom 
(Datum) war der Beschwerdeführer selbst bei der Polizei, wohingegen 
er  anlässlich  der  Botschaftsanhörung  seine  (Verwandte)  als 
Anzeigeerstatterin nannte. Im Übrigen wurde die betreffende Anzeige 
erst  nach  Stellung  des  Asylgesuchs  vom  27. November  2008 

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eingereicht (vgl. Polizeidokument vom [Datum]: Anzeigeerstattung am 
[Datum]).  Mithin  kann  nicht  von  vornherein  von  einem  fehlenden 
Schutzwillen der örtlichen Polizei gesprochen werden. Auch die bei der 
srilankischen  Menschenrechtskommission  erhobene  Klage  datiert 
gemäss dem entsprechenden Dokument erst vom (Datum). 

3.2 Insgesamt  vermitteln  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
seinen Asylgründen kein in sich stimmiges Bild und vermögen den An-
forderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genü-
gen. Es ist  ihm nicht  gelungen,  eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die 
Schutzbedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 20 i.V.m. 
Art. 3 AsylG ist mithin als nicht gegeben zu qualifizieren und es liegen 
auch keine anderen Gründe vor, welche die Erteilung einer Einreisebe-
willigung indizieren würden.

4.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist deshalb abzuweisen.

5.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in  Anwendung von Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG  und  Art. 2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo [...], verbunden mit der Bitte um Eröffnung des 
Urteils  an  den  Beschwerdeführer  sowie  um  Zustellung  der 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- das BFM, mit den Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

Versand:

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