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**Case Identifier:** f90119ce-fc97-5191-bc4e-65313153c45b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.02.2025 AVI 2024/24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2024-24_2025-02-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2024/24

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 28.03.2025

Entscheiddatum: 18.02.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 18.02.2025
Art. 8 und 15 AVIG, Art. 27 Abs. 1 AVIV, Art. 27 ATSG. Hat die versicherte 
Person bereits vor der Unterzeichnung eines neuen Arbeitsvertrags 
unbezahlte Ferien beim RAV gemeldet, kann sie sich nicht darauf berufen, 
sie müsse bis zum baldigen Antritt einer neuen Stelle nicht vermittlungsfähig 
sein, sodass sie auch Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung habe, wenn 
sie in den Ferien weile (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 18. Februar 2025, AVI 2024/24).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/8 

 

 
 
Versicherungsgericht 

Abteilung I 

 

 

 

 

 

 

 Entscheid vom 18. Februar 2025 

Besetzung  Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-
Studerus und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin  
Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   AVI 2024/24 

   

Parteien 

 

 A.___,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

  gegen 

  K a n t o n a l e  A r b e i t s l o s e n k a s s e ,   

Geltenwilenstrasse 16/18, 9001 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  

 

 

 
  

Gegenstand  Arbeitslosenentschädigung 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AVI 2024/24 
 

 

2/8 

Sachverhalt 

A.  

A.a A.___ meldete sich am 23. Februar 2024 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur 

Arbeitsvermittlung an (vgl. act. G3.1/34) und stellte am 6. März 2024 bei der Arbeitslosenkasse des 

Kantons St. Gallen (nachfolgend: Kasse) einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab 27. Februar 

2024 (act. G3.1/27). In der Folge eröffnete die Kasse eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 

27. Februar 2024 bis 26. Februar 2026 (vgl. hierzu beispielhaft die Abrechnung Februar 2024, 

act. G3.1/14).  

A.b Mit Meldeformular vom 6. März 2024 teilte die Versicherte dem RAV mit, dass sie vom 8. bis 

19. April 2024 Ferien beziehe (act. G3.1/26). Auf dem Formular «Angaben der versicherten Person» 

für den Monat März 2024 (Eingang bei der Kasse am 29. März 2024) vermerkte die Versicherte ihren 

Stellenantritt per 22. April 2024 (act. G3.1/13). 

A.c Am 3. April 2024 bestätigte das RAV der Versicherten, dass es sie am 21. April 2024 von der 

Arbeitsvermittlung abmelde, da sie per 22. April 2024 eine neue Stelle gefunden habe (act. G3.1/11).  

A.d Mit E-Mail vom 28. April 2024 an die Kasse brachte die Versicherte bezugnehmend auf die 

Taggeldabrechnung vom 25. April 2024 für die Kontrollperiode April 2024 (act. G3.1/9) vor, ihr seien 

zehn Tage zu Unrecht nicht bezahlt worden. Gemäss der Weisung AVIG ALE (nachfolgend: AVIG-

Praxis ALE) werde eine versicherte Person im letzten Monat vor Stellenantritt, welcher zur Abmeldung 

führe, von der Vermittlungsfähigkeit befreit. Aus diesem Grund sei sie der Meinung, dass sie sich auch 

ausserhalb der Schweiz aufhalten könne und die Tage bezahlt seien. Sie bitte deshalb darum, die 

Taggelder auszuzahlen oder ihr eine beschwerdefähige Verfügung zuzustellen (act. G3.1/7).  

A.e Mit Verfügung vom 30. April 2024 teilte die Kasse der Versicherten mit, in der Kontrollperiode 

April 2024 würden ihr fünf Taggelder ausgerichtet, da für die bezogenen Ferien vom 8. bis 19. April 

2024 kein Anspruch auf kontrollfreie Tage bestanden habe. Die Befreiung vom Nachweis von 

Arbeitsbemühungen durch das RAV im letzten Monat vor Antritt einer Stelle habe auf die grundsätzliche 

Vermittlungsfähigkeit keinen Einfluss. Die Bereitschaft zur Annahme einer zugewiesenen zumutbaren 

Arbeit müsse gegeben sein (act. G3.1/8).  

A.f Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 23. Mai 2024 Einsprache. Ihre RAV-Beraterin 

habe sie gemäss AVIG-Praxis ALE für den April 2024 von den Arbeitsbemühungen befreit. Auch habe 

sie keine Pflicht mehr gehabt, an arbeitsmarktlichen Massnahmen teilzunehmen. Die 

Wahrscheinlichkeit, in den letzten zwei Wochen vor ihrem Stellenantritt eine Stellenzuweisung zu 

erhalten, sei derart gering und theoretisch, dass ihr dies nicht entgegengehalten werden könne. Sie 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AVI 2024/24 
 

 

3/8 

verweise auf den Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG) vom 9. März 2004, 

C25/03, dessen Sachverhalt sich mit dem vorliegenden decke. Gemäss diesem Entscheid brauche sie 

sich die rein theoretische Möglichkeit, ihr hätte ab 8. April 2024 eine andere Beschäftigung vermittelt 

werden können, nicht entgegenhalten zu lassen, ebenso wenig den Umstand, dass sie zufolge ihrer 

Ferienabwesenheit nicht in der Lage gewesen sei, einer derartigen Zuweisung zu folgen. In Wirklichkeit 

sei es nicht mehr möglich und auch nicht realistisch gewesen, dass sie noch hätte vermittelt werden 

können. Sie habe sich deshalb auch nicht mehr dafür bereithalten müssen. Denn wer nicht mehr 

vermittelt werden könne, weil er unmittelbar vor dem Antritt einer neuen Stelle stehe, müsse sich 

gemäss Rechtsprechung dafür auch nicht mehr bereithalten. Deshalb seien die Tage des Ferienbezugs 

zu bezahlen, auch wenn noch kein Anspruch auf kontrollfreie Tage bestanden habe. Ihr sei bekannt, 

dass ihre frühere Arbeitgeberin, die Arbeitslosenkasse des Kantons Z.___, Taggelder in solchen 

Situationen gestützt auf die kantonale und bundesgerichtliche Rechtsprechung ausrichte (act. G3.1/6). 

A.g Mit Entscheid vom 6. Juni 2024 wies die Kasse die Einsprache der Versicherten ab. Die 

Versicherte habe vom 8. bis 19. April 2024 unstreitig Ferien bezogen. Zu diesem Zeitpunkt habe sie 

keinen Anspruch auf kontrollfreie Tage gehabt. Mangels Anspruchs auf kontrollfreie Tage handle es 

sich beim Ferienbezug deshalb um unbezahlte Ferien. Um eine einheitliche Rechtsanwendung 

sicherzustellen und eine Ungleichbehandlung von versicherten Personen zu vermeiden, sei die AVIG-

Praxis ALE erlassen worden, welche für alle Durchführungsstellen verbindlich sei. In dieser sei geregelt, 

dass beim Bezug von unbezahlten Ferien kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestehe. Da 

während des Ferienbezugs kein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung bestehe, könnten der 

Versicherten für die Kontrollperiode April 2024 nur fünf Taggelder ausgerichtet werden. Dass die 

Versicherte vom Nachweis von Arbeitsbemühungen befreit worden sei, vermöge am Sachverhalt nichts 

zu ändern. In der AVIG-Praxis sei geregelt, dass in den Fällen, in denen die Pflicht zum Nachweis von 

Arbeitsbemühungen entfalle, die Bereitschaft zur Annahme einer zugewiesenen zumutbaren Arbeit 

weiterhin gegeben sein müsse. Aufgrund der Ferienabwesenheit, welche als nicht zu vergütende 

unbezahlte Ferien und nicht als kontrollfreie Tage zu verbuchen sei, sei diese Bereitschaft und damit 

die Vermittlungsfähigkeit nicht mehr gegeben gewesen. Da die AVIG-Praxis für die Kasse verbindlich 

sei, könne die von der Versicherten geltend gemachte abweichende Praxis anderer Vollzugsstellen 

nicht angewendet werden (act. G3.1/3). 

B.  

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 14. Juni 2024. Die 

Beschwerdeführerin beantragt, der Einspracheentscheid vom 6. Juni 2024 sei aufzuheben und für den 

April 2024 seien ihr 15 Taggelder auszurichten. Zur Begründung führt sie aus, sie habe am 2. April 2024 

einen Arbeitsvertrag per 22. April 2024 unterzeichnen können. Ein früherer Stellenantritt sei durch ihren 

Ferienbezug nicht vereitelt worden, sondern sei nicht möglich gewesen, da ihre Chefin noch abwesend 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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4/8 

gewesen sei. Vom 8. bis 19. April 2024 habe die Beschwerdeführerin Ferien bezogen. Dass die 

Beschwerdegegnerin nicht auf den von ihr zitierten Entscheid des EVG vom 9. März 2004, C25/03, 

eingegangen sei, komme einer Rechtsverweigerung nahe. Die von der Beschwerdegegnerin 

angeführte AVIG-Praxis habe keinen rechtsetzenden Charakter. Massgeblich sei die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung. Sie sei ihrer Schadenminderungspflicht nachgekommen, da sie 

innerhalb von 20 Tagen eine unbefristete Stelle angetreten habe. Ihre RAV-Beraterin habe sie von den 

Arbeitsbemühungen befreit. Sie habe auch keine Pflicht mehr gehabt, an arbeitsmarktlichen 

Massnahmen teilzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit, in den letzten zwei Wochen vor ihrem Stellenantritt 

eine Stellenzuweisung zu erhalten, sei derart gering und theoretisch, dass ihr dies nicht 

entgegengehalten werden könne. Mit der Stellenzusage per 22. April 2024 sei die Erfüllung der 

Kontrollvorschriften insoweit sinn- und zwecklos geworden, als es darum gehe, die Überprüfbarkeit der 

Vermittlungsfähigkeit im Sinne des Gesetzes sicherzustellen. Das Erfordernis der objektiven 

Vermittlungsfähigkeit sei mit der Stellenzusage per 22. April 2024 weggefallen. Aufgrund dessen falle 

auch das Erfordernis der Vermittlungsbereitschaft bzw. der subjektiven Vermittlungsfähigkeit dahin. Die 

Beschwerdeführerin sei am 8. April 2024 unmittelbar vor dem Antritt einer unbefristeten Anstellung 

gestanden. Es sei daher nicht mehr möglich und auch nicht realistisch gewesen, vermittelt werden zu 

können. Sie habe sich deshalb auch nicht mehr dafür bereithalten müssen. Denn wer realiter nicht mehr 

vermittelt werden könne, müsse sich dafür gemäss der Rechtsprechung auch nicht mehr bereithalten 

(act. G1). 

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2024 beantragt die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf 

den Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G3). 

B.c Mit Schreiben vom 1. Juli 2024 gibt das Gericht der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur 

Akteneinsicht und allfälligen schriftlichen Stellungnahme bis 22. August 2024 (act. G4). Innert Frist 

gehen keine weiteren Eingaben ein. 

Erwägungen 

1.   

1.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn sie ganz oder 

teilweise arbeitslos ist, einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat, in der Schweiz wohnt, die 

obligatorische Schulzeit zurückgelegt und das Referenzalter nach Art. 21 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) noch nicht erreicht hat, die 

Beitragszeit erfüllt hat oder von deren Erfüllung befreit ist, vermittlungsfähig ist und die 

Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/8 

1.2 Gemäss Art. 27 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 

Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) hat die versicherte Person nach je 60 Tagen kontrollierter 

Arbeitslosigkeit innerhalb der Rahmenfrist Anspruch auf fünf aufeinander folgende kontrollfreie Tage, 

die sie frei wählen kann. Während der kontrollfreien Tage muss sie nicht vermittlungsfähig sein, jedoch 

die übrigen Anspruchsvoraussetzungen (Art 8 AVIG) erfüllen. 

2.  

2.1 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ferien vom 8. bis 19. April 2024 

das Erfordernis von 60 Tagen kontrollierter Arbeitslosigkeit nicht erfüllte und dementsprechend keinen 

Anspruch auf kontrollfreie Tage im Sinne von Art. 27 Abs. 1 AVIV hatte. Ebenfalls unstreitig ist, dass 

sie in diesem Zeitraum dennoch in den Ferien weilte und der Arbeitsvermittlung demnach nicht zur 

Verfügung stand bzw. nicht vermittlungsfähig war. 

2.2 Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den Entscheid des EVG vom 9. März 2004, C25/03. In 

jenem Fall war zu prüfen, ob die versicherte Person sich im Hinblick auf die bald anzutretende neue 

Arbeitsstelle für eine Woche in die Ferien begeben durfte, ohne damit für die fragliche Zeit den Anspruch 

auf Arbeitslosenentschädigung zu verlieren. Das EVG hielt in diesem Zusammenhang fest, ein 

Vorbezug von kontrollfreien Tagen sei nach dem Wortlaut von Art. 27 Abs. 1 AVIV nicht möglich. Da 

nicht voraussehbar sei, wie lange eine versicherte Person arbeitslos sein werde, erscheine es 

folgerichtig, die Möglichkeit des Bezugs von kontrollfreien Tagen zu verneinen, solange der Anspruch 

noch nicht effektiv erworben sei. Zwar habe im zu prüfenden Fall der Zeitpunkt des Wegfalls der 

Arbeitslosigkeit festgestanden, als die versicherte Person sich in die Ferien begeben habe. Auch für 

diesen Fall sei jedoch an der gesetzlichen Ordnung festzuhalten, sodass ein pro-rata-Vorbezug von 

kontrollfreien Tagen nicht in Frage komme (Entscheid des EVG vom 9. März 2004, C25/03, E. 3). Das 

EVG führte weiter aus, nach der Rechtsprechung gelte eine versicherte Person, die auf einen 

bestimmten Termin hin anderweitig disponiert habe und deshalb für eine neue Beschäftigung nur noch 

während relativ kurzer Zeit zur Verfügung stehe, in der Regel als nicht vermittlungsfähig. Dies dürfe 

aber nicht dazu führen, jene arbeitslosen Versicherten zu bestrafen, die eine geeignete, aber nicht 

unmittelbar freie Stelle finden und annehmen würden. Sinn und Zweck der Rechtsprechung sei, einer 

versicherten Person im Hinblick auf einen – theoretisch zwar möglichen, praktisch jedoch wenig 

wahrscheinlichen – früheren Stellenantritt nicht zuzumuten, mit dem Abschluss des neuen 

Arbeitsvertrags zuzuwarten und dadurch das Risiko einer allenfalls noch längeren Arbeitslosigkeit auf 

sich zu nehmen. Habe die versicherte Person in Erfüllung der Schadenminderungspflicht alle Vorkehren 

getroffen, die man vernünftigerweise erwarten dürfe, damit sie so rasch wie möglich eine neue Stelle 

antreten könne, brauche sie sich die – rein theoretische – Möglichkeit, ihr hätte für die verbleibende 

kurze Zeit eine Beschäftigung vermittelt werden können und sie sei zufolge einer Ferienabwesenheit 

nicht in der Lage gewesen, einer derartigen Zuweisung zu folgen, nicht entgegenhalten lassen. In einer 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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6/8 

solchen Konstellation könnten die Kontrollvorschriften insoweit sinn- und zwecklos geworden sein, als 

es darum gehe, die Überprüfbarkeit der Vermittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 1 AVIG 

sicherzustellen. Wer realiter nicht mehr vermittelt werden könne, weil er unmittelbar vor dem Antritt 

einer neuen Stelle stehe, müsse sich auch nicht mehr dafür bereithalten (Entscheid des EVG vom 

9. März 2004, C25/03, E. 4). In seinem Urteil vom 13. September 2019, 8C_337/2019, relativierte das 

Bundesgericht diese Rechtsprechung, indem es unter anderem festhielt, dieser Entscheid sei ein 

Anwendungsfall, bei dem die Vermittlungsfähigkeit der versicherten Person im Einzelfall bejaht worden 

sei. Mit Blick auf das Rechtsgleichheitsgebot sei zumindest fraglich, ob der ausnahmsweise Verzicht 

auf die Vermittlungsbereitschaft überhaupt gerechtfertigt sei. Wenngleich die Rechtsprechung fordere, 

dass keine Bestrafung jener arbeitslosen Versicherten erfolgen dürfe, die eine geeignete, aber nicht 

unmittelbar freie Stelle finden würden, sei zu präzisieren, dass diese in Bezug auf die übrigen 

Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 Abs. 1 AVIG im Vergleich zu anderen arbeitslosen 

Versicherten nicht zu privilegieren seien. Für den Bezug von Arbeitslosenentschädigung müssten somit 

grundsätzlich alle Anspruchsvoraussetzungen bis zum letzten Bezugstag erfüllt sein, selbst wenn die 

Wahrscheinlichkeit, dass innert nützlicher Frist eine zumutbare Arbeit zugewiesen werde, sehr gering 

sei. Daran ändere auch nichts, wenn die versicherte Person von ihrer RAV-Beratung von der Pflicht zur 

Arbeitssuche befreit worden sei (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. September 2019, 

8C_337/2019, E. 4.3). 

2.3 Vorab ist anzumerken, dass das Vorliegen einer Falschauskunft und/oder einer fehlenden 

Aufklärung und Beratung (vgl. hierzu bzw. zum Vertrauensschutz Art. 27 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], BGE 143 V 95 E. 3.6.2 und Urteil 

des EVG vom 1. Dezember 2005, C 144/05, E. 2.3) von der Beschwerdeführerin weder behauptet wird 

noch sich aus den Akten Hinweise darauf ergeben. Vielmehr ist aus dem Verlaufsprotokoll ersichtlich, 

dass im Rahmen des Erstgesprächs vom 4. März 2024 mit der Personalberatung besprochen wurde, 

die Beschwerdeführerin habe mehrere Jahre bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Z.___ gearbeitet 

und kenne die Pflichten, Rechte und Prozesse (act. G3.1/31). Daraus ist zu schliessen, dass die 

Personalberatung die Beschwerdeführerin soweit gewünscht und erforderlich über ihre Rechte und 

Pflichten informiert hat bzw. von weitergehenden Informationen absehen durfte, weil die 

Beschwerdeführerin zu verstehen gab, dass sie ihre Rechte und Pflichten kennt.  

2.4 Am gleichen Ort hat die Personalberatung auch vermerkt, die Beschwerdeführerin beziehe vom 

8. bis 19. April 2024 unbezahlte Ferien. Sie müsse dennoch Bewerbungen vornehmen (vgl. 

act. G3.1/31). Dass die Beschwerdeführerin bereits entschieden hatte, Ferien zu nehmen, bevor sie am 

2. April 2024 ihren neuen Arbeitsvertrag unterzeichnete, ergibt sich auch aus dem Meldeformular vom 

6. März 2024, mit dem sie dem RAV Ferien vom 8. bis 19. April 2024 anzeigte (act. G3.1/26). Auf 

diesem Meldeformular ist vermerkt, dass Ferien (kontrollfreie Bezugstage) nur bezahlt seien, soweit die 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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versicherte Person Anspruch auf kontrollfreie Bezugstage habe (vgl. act. G3.1/26). Die 

Beschwerdeführerin, die aufgrund ihrer früheren beruflichen Tätigkeit mit den Rechten und Pflichten 

von arbeitslosen Personen vertraut ist, wusste also bereits im März 2024 aufgrund des Erstgesprächs 

mit der Personalberatung und als sie das Meldeformular an das RAV ausfüllte, dass es sich bei ihren 

Ferien vom 8. bis 19. April 2024 nicht um kontrollfreie Tage, sondern unbezahlte Ferien handeln würde. 

Es ist deshalb davon auszugehen, dass sie sich bewusst entschied, in diesem Zeitraum der 

Arbeitslosenversicherung nicht zur Verfügung zu stehen. Dass sie ab 22. April 2024 eine neue 

Anstellung haben würde, konnte sie damals noch nicht voraussetzen, zumal sie den entsprechenden 

Arbeitsvertrag erst im April 2024 unterzeichnete.  

2.5 Der Grund für ihre Ferien im April 2024 war demnach nicht, dass die Beschwerdeführerin eine 

neue Anstellung gefunden hatte und für die wenigen davor verbleibenden Tage vor Beginn dieser 

Anstellung nicht mehr vermittlungsfähig gewesen wäre. Vielmehr hatte sie die Ferien zuerst geplant 

und eingegeben, bevor sie den Arbeitsvertrag unterschrieb. Insofern unterscheidet sich der vorliegende 

Sachverhalt von jenem gemäss dem von der Beschwerdeführerin angegebenen Entscheid des EVG. 

Namentlich führte dieses Vorgehen dazu, dass das RAV die Abwesenheit der Beschwerdeführerin vom 

8. bis 19. April 2024 bereits Anfang März 2024 als gegeben hinnahm und dementsprechend nicht 

einmal mehr die Möglichkeit in Betracht zog, der Beschwerdeführerin für diesen Zeitraum eine Arbeit 

zuzuweisen, obschon diese Option damals noch bestanden hätte. Anders als in den von der 

Beschwerdeführerin angeführten Entscheiden des EVG und des Bundesgerichts (vgl. namentlich BGE 

123 V 214 E. 5a) führte vorliegend also nicht der baldige Stellenantritt und damit verbunden die bis 

dahin eintretende Vermittlungsunfähigkeit zu einer «Bestrafung» durch den Wegfall des Anspruchs auf 

Arbeitslosentaggelder. Vielmehr entschied die Beschwerdeführerin sich bereits im März 2024 für 

unbezahlte Tage, indem sie Ferien ankündigte, obschon sie noch keine kontrollfreien Tage zur 

Verfügung hatte. 

2.6 Die Beschwerdeführerin fragte nach der Unterzeichnung ihres neuen Arbeitsvertrages nicht beim 

RAV oder der Beschwerdegegnerin nach, ob die ursprünglich als unbezahlte Ferien erfasste 

Abwesenheit nun anders gewertet würde. Sie kann deshalb nicht überzeugend behaupten, sie hätte 

nach Unterschrift des neuen Arbeitsvertrags und der Zusage, dass sie sich nicht mehr weiter bewerben 

müsse, darauf vertrauen können, sie könne trotz fehlender kontrollfreier Tage bezahlte Ferien machen. 

Die Beschwerdeführerin kann sich deshalb auch unter diesem Gesichtspunkt nicht auf den 

Vertrauensschutz (vgl. dazu E. 2.3 vorstehend) berufen.  

2.7 Gemäss der AVIG-Praxis ALE muss die Bereitschaft zur Annahme einer zugewiesenen 

zumutbaren Arbeit auch in einem Fall, wenn die Arbeitsbemühungen nicht mehr zur Schadenminderung 

beitragen können, z.B. wenn eine versicherte Person eine zumutbare Arbeit findet, gegeben sein 

(AVIG-Praxis ALE B320). Auch wenn der AVIG-Praxis ALE, wie die Beschwerdeführerin zu Recht 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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vorbringt, kein rechtsetzender Charakter zukommt, hat die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin nach dem Gesagten zu Recht keine Arbeitslosentaggelder für die Ferientage vom 

8. bis 19. April 2024 ausbezahlt.  

2.8 Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. fbis 

ATSG). 

Entscheid 

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

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		2026-01-28T04:42:48+0100
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