# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2571a772-66ae-5a90-a885-334bd69b7571
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-02-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.02.2023 D-851/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-851-2023_2023-02-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-851/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  F e b r u a r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Chiara Piras, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 7. Februar 2023 / N (…). 

 

 

D-851/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 16. November 2022 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass ein am 21. November 2022 durchgeführter Abgleich mit der europäi-

schen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am (…) 2022 in 

Österreich ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass am 22. November 2022 die Personalienaufnahme (PA) stattfand, 

dass der Beschwerdeführer am 6. Dezember 2022 die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung im Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ 

mandatierte, 

dass am 18. Januar 2023 das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rats 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) statt-

fand, wobei der Beschwerdeführer angab, er habe Österreich nach Abgabe 

der Fingerabdrücke direkt verlassen, 

dass er im Hinblick auf eine mögliche Zuständigkeit Österreichs für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise 

zur Wegweisung dorthin vorbrachte, die österreichischen Behörden hätten 

ihn wie ein Tier behandelt, da er, obwohl er angegeben habe krank zu sein, 

nicht einmal Medikamente erhalten habe, 

dass er zu seinem Gesundheitszustand ausführte, es gehe ihm gut, er 

schlafe gut und fühle sich wohl, 

dass das SEM die österreichischen Behörden am 20. Januar 2023 um Wie-

deraufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-

III-VO ersuchte, 

dass die österreichischen Behörden mit einem vom 7. November 2022 da-

tierten standardisierten Rundschreiben antworteten, wonach sie aufgrund 

der ausserordentlichen Arbeitsbelastungen keine ausdrücklichen Zustim-

mungen mehr verschicken, sondern die Zustimmung im Falle ihrer Zustän-

digkeit gemäss der Dublin-III-VO stillschweigend erteilen würden, 

D-851/2023 

Seite 3 

dass das SEM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 7. Februar 2023 

in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 

1998 (AsylG; SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 

eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Österreich verfügte, ihn un-

ter Androhung von Zwangsmitteln aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und den Kanton 

C._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung mit Schreiben vom 7. Februar 

2023 über die Beendigung des Mandates informierte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Februar 2023 (Datum des 

Poststempels) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und da-

bei beantragte, die Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuwei-

sen, ihre Pflicht und ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für 

das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu erklären, eventualiter sei 

der Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Sachver-

haltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklu-

sive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Gericht am 14. Februar 2023 in elek-

tronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. De-

zember 1986 [VwVG; SR 172.021]) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG 

i.V.m. Art. 31‒33 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht 

vom 17. Juni 2005 [VGG; SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-

setzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]), 

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Seite 4 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vor-

instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 

VI/5 E. 3.1, 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass sich die Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich 

unbegründet erweist, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), 

dass in der Beschwerde gerügt wurde, die Vorinstanz habe den medizini-

schen Sachverhalt unvollständig festgestellt, 

dass der Untersuchungsgrundsatz zu den allgemeinen Grundsätzen des 

Verwaltungs- beziehungsweise Asylverfahrens gehört (Art. 12 VwVG 

i.V.m. Art. 6 AsylG) und die Behörde demnach von Amtes wegen für die 

richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, 

die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss dar-

über Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H), 

dass die Sachverhaltsfeststellung namentlich unvollständig ist, wenn die 

Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes 

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Seite 5 

wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entscheidung wesentlichen Sa-

chumstände berücksichtigt hat (vgl. dazu etwa CHRISTOPH AUER/ANJA 

MARTINA BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2019, N 16 

zu Art. 12 VwVG), 

dass der Beschwerdeführer anlässlich des ihm während des Dublin-Ge-

sprächs gewährten rechtlichen Gehörs zum medizinischen Sachverhalt 

keine gesundheitlichen Beschwerden geltend machte (vgl. SEM-Akte […]-

13/2 [nachfolgend: SEM-Akte 13/2]) und im vorinstanzlichen Verfahren 

auch keine medizinischen Unterlagen einreichte, die darauf schliessen las-

sen würden, dass der medizinische Sachverhalt unvollständig abgeklärt 

worden wäre, 

dass der Beschwerdeführer weiter monierte, das Dublin-Gespräch sei in 

Abwesenheit seiner Rechtsvertretung durchgeführt worden, 

dass Asylsuchenden gemäss Art. 102h Abs. 1 AsylG ab Beginn der Vor-

bereitungsphase und für das weitere Asylverfahren eine Rechtsvertretung 

zugeteilt wird, sie indessen sowohl für einzelne Verfahrenshandlungen als 

auch für das gesamte Asylverfahren auf diese Mandatierung verzichten 

können (vgl. hierzu Urteile des BVGer D-5650/2022 vom 15. Dezember 

2022 E. 4.2 m.w.H.), 

dass aufgrund ihrer schwächeren Verfahrensposition ein Verzicht auf 

Rechtsvertretung jedoch erst dann rechtswirksam angenommen werden 

kann, wenn sie vorgängig über die Konsequenzen eines Verzichts infor-

miert wurden und ihnen allfällige Alternativen bekannt sind; sie sich mithin 

der Tragweite eines Verzichts bewusst sind (vgl. hierzu u.a. Urteile des 

BVGer D-5625/2022 vom 14. Dezember 2022 E. 4.5.3 und E-4638/2022 

vom 21. Oktober 2022 E. 4.2, je m.H.a. E-2805/2020 vom 29. Juli 2020 

E. 3.5), 

dass das Dublin-Gespräch mit dem Beschwerdeführer vorliegend zwar in 

Abwesenheit der ihm zugewiesenen Rechtsvertretung durchgeführt wurde, 

er aber zu Beginn des Gesprächs darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass 

die Rechtsvertretung aus Kapazitätsgründen am Gespräch nicht teilneh-

men könne, ihr allerdings das erstellte Protokoll im Anschluss an das Ge-

spräch zugestellt werde, 

dass er sich ausdrücklich einverstanden erklärte, das Gespräch ohne 

Rechtsvertretung durchzuführen (vgl. SEM-Akte 13/2), 

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Seite 6 

dass angesichts seiner expliziten Zustimmung und der Tatsache, dass er 

bereits seit dem 6. Dezember 2022 vertreten war (vgl. SEM-Akte […]-11/1), 

davon ausgegangen werden kann, dass er über seine Rechte und Pflichten 

im Asylverfahren sowie die einzelnen Verfahrensschritte in Kenntnis ge-

setzt worden war und ihm die Konsequenzen durch seinen ausdrücklichen 

Verzicht auf die Anwesenheit der Rechtsvertretung bewusst gewesen sein 

musste und sein Verzicht auf die Anwesenheit seiner Rechtsvertretung an 

der Anhörung folglich Rechtswirkung entfaltet, 

dass der Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass die Rechtsvertretung 

im weiteren Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens weder die Durchfüh-

rung einer weiteren Anhörung noch inhaltliche oder sonstige Kritik am Pro-

tokoll des Dublin-Gesprächs anbrachte, 

dass die formellen Rügen unbegründet sind, weshalb eine Rückweisung 

an die Vorinstanz ausser Betracht fällt und das entsprechende Eventual-

begehren abzuweisen ist, 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung 

kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit Euro-

dac-Datenbank ergab, dass dieser am (…) 2022 in Österreich ein Asylan-

trag gestellt hatte (vgl. SEM-Akte […]-7/1), was von ihm nicht bestritten 

wurde, 

dass die österreichischen Behörden das gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO gestellte Wiederaufnahmeersuchen des SEM vom 20. Ja-

nuar 2023 (vgl. SEM-Akte […]-15/5) innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-

VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit 

Österreichs implizit anerkannten (Art. 25 Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens somit gegeben ist, 

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Seite 7 

dass soweit der Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gesprächs er-

wähnte, zwei seiner Cousins würden in der Schweiz leben, er daraus nichts 

zu seinen Gunsten ableiten kann, da der Begriff der Familienangehörigen 

gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO keine Cousins oder weiter entfernte Ver-

wandte umfasst, und ausserdem mangels anderslautender Hinweise von 

keinem besonderen Abhängigkeitsverhältnis im Sinn von Art. 16 Abs. 1 

Dublin-III-VO auszugehen ist, 

dass Österreich Signatarstaat der der Konvention zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; 

SR 0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK; SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzpro-

tokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbe-

züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1; SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

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Seite 8 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die österreichischen Behörden würden sich weigern, ihn wieder-

aufzunehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhal-

tung der Regeln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement 

missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, 

Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet 

ist oder in dem er Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land 

gezwungen zu werden, 

dass Österreich ferner ein Rechtsstaat mit funktionierendem Justizsystem 

und Polizeibehörden ist, weshalb sich der Beschwerdeführer mit einer Be-

schwerde an die zuständigen Stellen wenden oder eine Anzeige einreichen 

könnte, sollte er von Drittpersonen, wie beispielsweise den Mitgliedern ei-

nes befeindeten afghanischen Clans, bedroht werden, 

dass schliesslich auch sein Gesundheitszustand einer Überstellung nach 

Österreich nicht entgegensteht, 

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss Praxis des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vorliegen kann, wenn eine 

schwer kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener 

medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfron-

tiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechte-

rung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem 

Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 

2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer am (…) 2023 nach einem (…) im Notfallzent-

rum des (…) behandelt (vgl. SEM-Akte […]-22/3) und am (…) 2023 in die 

(…) eingewiesen wurde (vgl. SEM-Akte […]-23/1), 

dass er in seiner Rechtsmitteleingabe unsubstantiiert ausführte, er leide an 

erheblichen gesundheitlichen Problemen ([…] und […]), weshalb er bereits 

zwei Mal in Krankenhaus gebracht worden sei und aktuell stationär in der 

(…) aufgenommen worden sei, 

dass er trotz der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG 

keine medizinischen Unterlagen ins Recht legte, 

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Seite 9 

dass nicht davon auszugehen ist, dass die geltend gemachten gesundheit-

lichen Probleme eine Unzulässigkeit im Sinne der zitierten restriktiven 

Rechtsprechung zu rechtfertigen vermögen, ein schweres medizinisches 

Leid darstellen, welches nach der Ankunft in Österreich auf eine sofortige 

und lückenlose medizinische Versorgung im Sinne der Rechtsprechung er-

fordern würde, und zudem von einer derartigen Schwere sind, dass aus 

humanitären Gründen von einer Überstellung abgesehen werden müsste, 

insbesondere da es ihm offenbar möglich war, die vorliegende Beschwerde 

zu verfassen, 

dass angesichts der Gesamtumstände des vorliegenden Falles sowie der 

nachfolgenden Erwägungen in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere 

Abklärungen zum Gesundheitszustand verzichtet werden kann, 

dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Österreich über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur verfügt und der Zugang zum dortigen 

Gesundheitssystem für asylsuchende Personen gewährleistet ist, zumal 

die Mitgliedstaaten den Antragsstellenden die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche 

medizinische oder sonstige Hilfe, einschliesslich psychologischer Betreu-

ung, zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), 

dass keine Hinweise vorliegen, wonach Österreich dem Beschwerdeführer 

im Bedarfsfall eine allenfalls erforderliche medizinische Behandlung ver-

weigern würde, und es ihm obliegt, sich diesbezüglich gegebenenfalls an 

die zuständigen Behörden vor Ort zu wenden, 

dass für das weitere Dublin-Verfahren einzig die Reisefähigkeit ausschlag-

gebend ist, welche erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt wird, 

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdefüh-

rer Rechnung zu tragen und die österreichischen Behörden vorgängig in 

geeigneter Weise über die spezifischen Umstände zu informieren haben 

(vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

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Seite 10 

gesetzeswidrige Ermessensausübung oder ein Über- oder Unterschreiten 

des Ermessens (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch die Vorinstanz zu 

entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass nach dem Gesagten kein Grund für die Ausübung des Selbsteintritts-

rechts gemäss Art. 17 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 be-

steht und Österreich somit der für die Behandlung des Asylgesuchs des 

Beschwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO bleibt, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil dieser nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlas-

sungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung 

nach Österreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung so-

wie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-

standslos erweisen, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Chiara Piras Kathrin Rohrer