# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa6bca89-0d54-5461-a154-a99a7f4ead00
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.10.2017 LE150017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE150017_2017-10-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 

 

Geschäfts-Nr.: LE150017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. M. Spahn und Oberrichterin Dr. S. Janssen sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. N. Gerber 

Beschluss und Urteil vom 9. Oktober 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 
B._____,  

Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. D._____,  

Verfahrensbeteiligte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

 

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betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Horgen vom 9. Dezember 2014 (EE130085-F) 

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Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerin (Urk. 1 S. 2, 22 S. 1 f., 49 S. 2 f., 77 S. 2 f. und 134 S. 2  
sowie Urk. 158 S. 2 ff.): 
 
1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 

23. Dezember 2013 getrennt leben.  

2. Das eheliche Haus an der E.______-Strasse …, F._____ sei samt Mo-
biliar und Hausrat der Gesuchstellerin und den Kindern zur aus-
schliesslichen Benutzung zuzuteilen.  

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Gesuchsgegner die eheli-
che Liegenschaft bereits verlassen hat und er sei zu verpflichten, der 
Gesuchstellerin sämtliche Schlüssel der Liegenschaft innert einer Wo-
che zu übergeben. 

 Eventualiter sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die eheliche Lie-
genschaft innert fünf Tagen zu verlassen und der Gesuchstellerin 
sämtliche Schlüssel der Liegenschaft zu übergeben.  

4.1. Die Obhut über die Tochter C._____, geboren tt.mm.2002, und den 
Sohn D._____, geboren tt.mm.2008, sei der Gesuchstellerin zu über-
tragen.  

4.2. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, die Kinder C._____ 
und D._____ jeden zweiten Samstag im Monat auf eigene Kosten von 
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen, 
wobei mit Bezug auf die Tochter C._____ das Besuchsrecht für min-
destens 6 Monate zu sistieren sei und die Wiederaufnahme des Be-
suchskontakts unter fachkundiger Anleitung zu erfolgen hat.  

4.3. Es sei eine Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB 
zu errichten bzw. fortzuführen und der Besuchsbeistand sei zu beauf-
tragen, die Modalitäten der begleiteten Wiederaufnahme des Besuchs-
kontaktes sowie die weiteren Modalitäten des Besuchsrechts unter Be-
rücksichtigung der Kinderinteressen festzulegen.  

5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Gesuchstellerin und die 
Kinder angemessene Unterhaltszahlungen zu bezahlen; insbesondere:  

 a) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die beiden Kinder 
C._____ und D._____ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von je 
Fr. 2'500.– zuzüglich allfälliger vertraglicher oder gesetzlicher 
Kinder- bzw. Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im 
Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals per 
1. Dezember 2013; 

 b) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
sich persönlich einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von 
Fr. 14'500.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, jeweils 
auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals per 1. Dezember 
2013. 

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6. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Be-
trag von Fr. 2'000.– monatlich unter dem Titel "Betrag zur freien Verfü-
gung" zu bezahlen, zahlbar rückwirkend seit dem 1. September 2012, 
und zwar zusätzlich zu den Fr. 3'000.– Haushaltsgeld, auch für die Zu-
kunft bis zur effektiven Trennung.  

7. Es sei die Gütertrennung per 15. August 2013 anzuordnen.  

8. Die Anträge des Gesuchsgegners seien abzuweisen, soweit sie sich 
nicht mit den Anträgen der Gesuchstellerin decken. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu 
Lasten des Gesuchsgegners. 
 

des Gesuchsgegners (Urk. 24 S. 1 f.; Urk. 58 S. 1 und Urk. 89 S. 2 sowie 
Urk. 158 S. 5 f.): 
 
1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen.  
2. Es seien die Kinder C._____, geboren tt.mm.2002, und D._____, gebo-

ren tt.mm.2008, unter die elterliche Obhut der Gesuchstellerin zu stel-
len.  

3. Es sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, die Kinder auf ei-
gene Kosten jedes zweite Wochenende eines jeden Monats (ungerade 
Wochenenden) von freitags 19.00 Uhr bis sonntags 19.00 Uhr zu sich 
oder mit sich auf Besuch zu nehmen.  

 Weiter sei der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, die Kinder in 
ungeraden Jahren über Ostern (Gründonnerstag 18.00 Uhr bis Oster-
montag 19.00 Uhr) sowie am 24. Dezember von 10.00 Uhr bis und mit 
25. Dezember 19:00 Uhr und in geraden Jahren über Pfingsten 
(Pfingstsamstag 10.00 Uhr bis Pfingstmontag 19.00 Uhr) und vom 
31. Dezember 10.00 Uhr bis 2. Januar 19.00 Uhr, auf seine Kosten zu 
sich oder mit sich auf Besuch zu  nehmen.  

 Zudem sei dem Gesuchsgegner ein dreiwöchiges Ferienbesuchsrecht 
pro Jahr in den Schulferien zu gewähren, und er sei zu verpflichten, 
dieses Ferienbesuchsrecht mindestens zwei Monate im Voraus schrift-
lich bekannt zu geben.  

4. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin an die 
Kosten des Unterhalts und der Betreuung für die beiden Kinder je ei-
nen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 900.– zuzüglich allfälliger 
gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen ab der Aufnahme der 
Trennung zu zahlen, zahlbar jeweils monatlich im Voraus auf den Ers-
ten eines jeden Monats.  

5. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen 
persönlichen Unterhaltsbeitrag in der Höhe von maximal Fr. 3'000.– ab 
der Aufnahme der Trennung zu zahlen, zahlbar jeweils monatlich im 
Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.  

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6. Es sei die eheliche Liegenschaft an der E.______-Strasse …, F._____, 
nebst Möbeln und Inventar während der Dauer des Getrenntlebens der 
Eheleute dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zuzuweisen.  

 Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, die eheliche Liegenschaft bis 
spätestens 15. Januar 2014 zu verlassen.  

7. Es sei die Gütertrennung per 15. August 2013 gerichtlich anzuordnen.  

8. Es seien die Anträge der Gesuchstellerin abzuweisen, soweit sie sich 
nicht mit den Anträgen des Gesuchsgegners decken. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzliche MwSt. 
zu Lasten der Gesuchstellerin. 

Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Horgen vom 9. Dezember 2014: 
(Urk. 155 = 158 S. 75 ff.) 

1. Es wird vorgemerkt, dass die Parteien bereits getrennt leben.  

2. Die Kinder  

C._____, geboren am tt.mm.2002, und  

D._____, geboren am tt.mm.2008,  

werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Gesuch-

stellerin gestellt.  

3. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, die Kinder auf eigene Kosten wie folgt 

(unbegleitet) zu betreuen: 

− bis und mit Februar 2015: an jedem Samstag der geraden Wochen von 

10.00 Uhr bis 19.00 Uhr, 

− ab März 2015: an jedem Wochenende der geraden Wochen von Sams-

tag, 10.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr,  

− jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr,  

− sowie in geraden Jahren über die ganzen Osterfeiertage, von Karfrei-

tag, 10.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, und in ungeraden Jahren 

über die ganzen Pfingstfeiertage, von Pfingstsamstag, 10.00 Uhr, bis 

Pfingstmontag, 18.00 Uhr.  

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Ausserdem ist der Gesuchsgegner berechtigt, die Kinder für die Dauer von 

zwei Wochen pro Jahr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien 

zu nehmen.  

Der Gesuchsgegner ist verpflichtet, die Ferienbetreuung mindestens drei 

Monate vor dem geplanten Ferienbeginn anzumelden und mit der Gesuch-

stellerin abzusprechen. Können sich die Parteien nicht einigen, so kommt 

dem Gesuchsgegner das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der 

Ferien in Jahren mit gerader Jahreszahl zu, in Jahren mit ungerader Jahres-

zahl der Gesuchstellerin.  

 Es wird festgestellt, dass zur Zeit keine Besuchskontakte der Tochter 

C._____ zum Gesuchsgegner stattfinden. Die schrittweise Wiederaufnahme 

der Kontakte hat unter Mitwirkung des Beistandes gemäss Ziffer 4 zu erfol-

gen.  

4. Die mit Urteil des Bezirksgerichts Horgen vom 27. Mai 2014 angeordnete 

Besuchsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB für die Kinder 

C._____ und D._____ wird weitergeführt.  

In Ergänzung der mit Urteil vom 27. Mai 2014 übertragenen Aufgaben wird 

dem Beistand zusätzlich die Aufgabe übertragen, die schrittweise Wieder-

aufnahme der Kontakte der Tochter C._____ zum Gesuchsgegner bzw. de-

ren Modalitäten zu begleiten mit dem mittelfristigen Ziel der Umsetzung der 

Regelung gemäss Ziff. 3. Der Beistand wird insbesondere ermächtigt, unter 

Wahrung des Kindesinteressen die konkrete Ausgestaltung der schrittwei-

sen Wiederaufnahme der Kontakte (Zeitpunkt der Wiederaufnahme, konkre-

te Modalitäten und Umfang) festzulegen und zu überwachen.  

5. Die eheliche Liegenschaft an der E.______-Str. … in F._____ wird der Ge-

suchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens samt Mobiliar und Hausrat 

zur alleinigen Benützung zugewiesen. Es wird davon Vormerk genommen, 

dass der Gesuchsgegner die eheliche Liegenschaft bereits verlassen hat.  

6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des 

Getrenntlebens für die Kinder C._____ und D._____ je monatliche Unter-

haltsbeiträge von Fr. 1'800.– zuzüglich allfälliger Kinder- oder Ausbildungs-

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zulagen zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten 

eines jeden Monats, rückwirkend ab 1. Dezember 2013. 

7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des 

Getrenntlebens für sich persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt 

zu bezahlen: 

− ab 1. Dezember 2013 bis 31. März 2014  Fr. 4'874.– 

− ab 1. April 2014 bis 30. April 2015    Fr. 4'679.– 

− ab 1. Mai 2015       Fr. 4'389.– 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-

ten eines jeden Monats.  

8. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, den Hypothekarzins sowie die Unter-

haltskosten (ausgenommen jener für den kleinen Unterhalt) für die eheliche 

Liegenschaft an der E.______-Strasse … in F._____ direkt zu bezahlen, 

rückwirkend per 1. Dezember 2013. 

9. Der Gesuchsgegner wird berechtigt, von den Unterhaltsbeiträgen bzw. Zah-

lungen gemäss Dispositivziffer 6, 7 und 8 für diese Zeiträume bereits er-

brachten Leistungen (einschliesslich allfällige Direktzahlungen) in Abzug zu 

bringen.  

10. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Verpflichtung des Gesuchsgegners zur 

Bezahlung eines Betrags von Fr. 2'000.– monatlich unter dem Titel "Betrag 

zur freien Verfügung" rückwirkend seit dem 1. September 2012 bis zur effek-

tiven Trennung, wird abgewiesen.  

11. Es wird die Gütertrennung mit Wirkung per 15. August 2013 angeordnet.  

12. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin einen Prozesskos-

tenbeitrag von Fr. 19'800.– zu bezahlen.  

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 7'200.– (Pauschalgebühr). Wird 

auf Begründung des Entscheides verzichtet, ermässigt sich die Entscheid-

gebühr auf zwei Drittel.  

14. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.  

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15. Die Parteientschädigungen werden wettgeschlagen.  

16. [Schriftliche Mitteilung.] 

17. [Rechtsmittel: Berufung, Frist: 30 Tage (recte: 10 Tage).] 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin und Gesuchstellerin (Urk. 157 S. 2 und Urk. 205 S. 2): 
 
1. Die Ziffern 3 (Besuchsrecht), 7 (Unterhaltsbeitrag für Gesuchstellerin 

und Berufungsklägerin) und 8 (Kosten der ehelichen Liegenschaft) des 
vorinstanzlichen Urteils vom 9. Dezember 2014 seien aufzuheben; 

2. Dem Gesuchsgegner und Berufungsbeklagten sei bis auf Weiteres 
kein Besuchsrecht gegenüber den Kindern C._____ und D._____ ein-
zuräumen; 

3. Der Gesuchsgegner und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der 
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin monatliche Unterhaltsbeiträge 
von Fr. 14'500.– zu bezahlen; 

4. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, die Kosten seines begleite-
ten Besuchsrechts gemäss Beschluss der Sozialbehörde F._____ vom 
29. September 2015 (Verfahren S2.06.02) im (vorläufigen) Betrag von 
Fr. 21'777.– allein zu bezahlen; 

 Eventuell: Die vorgenannten Kosten seien im Bedarf der Berufungsklä-
gerin mit Fr. 1'815.– pro Monat während der Dauer der Besuchsrechts-
begleitung zu berücksichtigen und es sei der neu festzusetzende Un-
terhaltsbeitrag für die Berufungsklägerin entsprechend zu erhöhen. 

5. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich Mehrwertsteuer, 
zulasten des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten. 

 
 
des Berufungsbeklagten und Gesuchsgegners (Urk. 169 S. 2): 
 
1. Es sei die Berufung vom 7. April 2015 vollumfänglich abzuweisen.  

2. Es sei ein familienpsychologisches interventionsorientiertes Gutachten 
in Auftrag zu geben, welches unter dem Gesichtspunkt des Kindes-
wohls überprüft, ob und inwieweit die Kindsmutter und Obhutsinhaberin 
fähig ist, die Erziehung der in ihrer Obhut stehenden Kinder zu gewähr-
leisten und ob es zum Wohle der Kinder aus Sachverständigensicht 
geboten ist, den Umgang mit dem Kindsvater, wie von der Kindsmutter 
beantragt, auf unbeschränkte Zeit zu sistieren oder zu reglementieren. 
Falls ja, aus welchen Gründen und in welchem Umfang. Das Gutach-

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ten habe zudem insbesondere zu folgenden Fragen Stellung zu neh-
men: 

 Worin liegen aus Sachverständigensicht die Ursachen und Gründe für 
die Schwierigkeiten im Umgang der Kinder mit dem Vater? 

 Akzeptiert und fördert die Kindsmutter die Bindungen der Kinder an 
den Kindsvater hinreichend? 

 Falls nein, worin liegen die Ursachen und Gründe? 
 Ist es möglich, dass die Umgangsablehnung des Kindes C._____ auf-

grund einer Fremdbestimmung durch die Kindsmutter (sog. PAS-
Syndrom) bestehen kann? 

 Über diesen Antrag sei auch als vorsorgliche Massnahme zu entschei-
den.  

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzliche 
MWSt. zu Lasten der Berufungsklägerin. 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind seit 2000, mithin seit rund 17 Jahren verheiratet. Sie sind 

Eltern der beiden gemeinsamen Kinder C._____, geboren am tt.mm.2002, und 

D._____, geboren am tt.mm.2008. Seit dem 23. Dezember 2013 leben sie ge-

trennt.  

2. Am 15. August 2013 reichte die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

(fortan: Gesuchstellerin) beim Einzelgericht am Bezirksgericht Horgen (fortan:  

Vorinstanz) das Eheschutzgesuch ein (Urk. 1). Betreffend den erstinstanzlichen 

Prozessverlauf wird auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 158 

S. 7 ff.). Am 9. Dezember 2014 erliess die Vorinstanz den eingangs zitierten Ehe-

schutzentscheid (Urk. 155 = Urk. 158). Dagegen erhob die Gesuchstellerin am 

7. April 2015 rechtzeitig Berufung (Urk. 156/1, 157) und stellte die eingangs ge-

nannten Anträge sowie ausserdem ein Gesuch um Anordnung vorsorglicher  

Massnahmen. Am 17. April 2015 wurde dem Gesuchsgegner und Berufungsbe-

klagten (fortan: Gesuchsgegner) Frist angesetzt, um einerseits die Berufung zu 

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beantworten und andererseits zum vorsorglichen Massnahmebegehren der Ge-

suchstellerin Stellung zu nehmen (Urk. 162).  

3. Mit Eingabe vom 24. April 2015 gelangte die Gesuchstellerin mit dem su-

perprovisorischen Gesuch an die erkennende Kammer, es sei das Besuchsrecht 

des Gesuchsgegners gegenüber den Kindern C._____ und D._____ ohne Anhö-

rung des Gesuchsgegners zu sistieren (Urk. 163). Mit Verfügung vom 24. April 

2015 wurde dem Begehren der Gesuchstellerin betreffend den Besuchstermin 

vom 2. Mai 2015 entsprochen und der Gesuchsgegner für den Zeitraum bis zum 

15. Mai 2015 für nicht berechtigt erklärt, D._____ auf Besuch zu nehmen, im Üb-

rigen wurde es abgewiesen. Ausserdem wurde dem Gesuchsgegner Frist ange-

setzt, innert nicht erstreckbarer Frist bis zum 4. Mai 2015 zum superproviso-

rischen Massnahmebegehren der Gesuchstellerin Stellung zu nehmen (Urk. 166).  

4. Mit Eingabe vom 4. Mai 2015 beantwortete der Gesuchsgegner die Beru-

fung und nahm sowohl zum Gesuch um Anordnung vorsorglicher Massnahmen 

vom 7. April 2015 als auch zum Gesuch um Anordnung superprovisorischer  

Massnahmen vom 24. April 2015 Stellung und stellte die eingangs zitierten Anträ-

ge (Urk. 169). Mit Beschluss vom 6. Mai 2015 wurde das Besuchsrecht für 

D._____ für den Besuchstermin des 16. Mai 2015 sistiert und der Gesuchstellerin 

eine nicht erstreckbare Frist bis zum 13. Mai 2015 angesetzt, um ihrerseits zum 

Gesuch des Gesuchsgegners um Anordnung vorsorglicher Massnahmen Stellung 

zu nehmen (Urk. 172). Die entsprechende Stellungnahme der Gesuchstellerin da-

tiert vom 13. Mai 2015 (Urk. 174).  

5. Am 22. Mai 2015 gelangte die den Kindern C._____ und D._____ im lau-

fenden Strafverfahren gegen den Gesuchsgegner betreffend sexuelle Handlun-

gen mit Kindern gemäss Art. 306 Abs. 2 ZGB ernannte Beiständin, Dr. G._____, 

an die erkennende Kammer und verlangte insbesondere die Sistierung des Be-

suchsrechts des Gesuchsgegners gegenüber D._____ und die Aufhebung seines 

Besuchsrechts gegenüber C._____ (Urk. 178). Mit Beschluss vom 27. Mai 2015 

wurde das Besuchsrecht für D._____ bis zu einem anderslautenden (Massnah-

me)-Entscheid sistiert. Ausserdem wurden die Parteien aufgefordert, zur vorge-

nannten Eingabe von Dr. G._____ Stellung zu nehmen (Urk. 180). Nach diversen 

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weiteren Eingaben und Stellungnahmen der Parteien (Urk. 181 ff.) entschied die 

beschliessende Kammer am 7. Juli 2015 hinsichtlich der Kinderbelange vorsorg-

lich wie folgt (Urk. 196 Dispositiv-Ziffern 1 bis 4): 

"1. Das Begehren der Gesuchstellerin, es sei das Besuchsrecht des 
Gesuchgegners gegenüber den Kindern C._____ und D._____ für 
die Dauer des Berufungsverfahren zu sistieren, wird abgewiesen.  

 2. Das Begehren des Gesuchsgegners, es sei im Massnahmenverfah-
ren ein familienpsychologisches interventionsorientiertes Gutachten 
in Auftrag zu geben, wird abgewiesen.  

 3. Der Gesuchsgegner ist berechtigt, das Kind D._____, geboren am 
tt.mm.2008, bis zur strafrechtlichen Klärung der Vorwürfe im Zu-
sammenhang mit der Kinderpornographie und den sexuellen Hand-
lungen mit Kindern bzw. bis zum Vorliegen des Berufungsentschei-
des an jedem Samstag der geraden Wochen von 10.00 bis 19.00 
Uhr im Rahmen eines begleiteten Besuchsrechts zu besuchen. Die 
Kosten des begleiteten Besuchsrechts sind von den Parteien je hälf-
tig zu tragen. 

4. Die für D._____ mit Entscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 
27. Mai 2014 angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 
Abs. 2 ZGB wird aufrechterhalten. Die KESB Horgen wird damit be-
auftragt sicherzustellen, dass das angeordnete Besuchsrecht für 
D._____ bis zur Klärung der Vorwürfe im Zusammenhang mit der 
Kinderpornographie und den sexuellen Handlungen mit Kindern be-
gleitet stattfindet. Die Organisation und der Vollzug des begleiteten 
Besuchsrechts wird der KESB Horgen übertragen. 

(…)" 

6. Am 10. Juli 2015 wurde für die beiden Kinder C._____ und D._____ eine 

Kindsvertretung für das weitere Berufungsverfahren angeordnet (Urk. 197) und 

mit Verfügung vom 11. August 2015 Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ zur Vertrete-

rin der Kinder gemäss Art. 299 Abs. 1 ZPO ernannt (Urk. 201). Mit Verfügung vom 

24. September 2015 wurde die Kindsvertreterin aufgefordert, zu den Anträgen der 

Parteien betreffend das Besuchsrecht des Gesuchsgegners Stellung zu nehmen. 

Gleichzeitig wurde die Gesuchstellerin – nachdem sie sich mit Eingabe vom 

13. Mai 2015 (Urk. 174) weitere Ausführungen zur Berufungsantwort vorbehalten 

hatte – aufgefordert, abschliessend zur Berufungsantwort Stellung zu nehmen 

(Urk. 202). Nach einmaliger Fristerstreckung reichte die Gesuchstellerin unterm 

19. Oktober 2015 die Stellungnahme zur Berufungsantwort ein (Urk. 205 ff.). Die 

Stellungnahme der Kindsvertreterin erfolgte ebenfalls nach einmaliger Fristerstre-

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ckung mit Eingabe vom 5. November 2015 und schloss mit den Anträgen 

(Urk. 211): 

"1. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, das Kind 
D._____, geboren am tt.mm.2008, jeden zweiten Samstag der ge-
raden Wochen im Rahmen eines begleiteten Besuchsrechts jeweils 
(von) 10:00 bis 19:00 Uhr mit sich oder zu sich auf Besuch zu neh-
men.  

 2. Es sei für die Kinder C._____ und D._____ eine umfassende Bei-
standschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB anzuord-
nen.  

 3. Der Vater sei zu verpflichten, das Obergericht des Kantons Zürich, 
I. Zivilkammer, über die Resultat(e) der staatsanwaltschaftlichen 
Bemühungen bezüglich der Erstellung von act. 160/2 spätesten(s) 
10 Tage nach seiner ei(ge)nen Kenntnisnahme in Kenntnis zu set-
zen." 

7. Mit Beschluss vom 12. November 2015 wurde die KESB Horgen damit be-

auftragt, umgehend Abklärungen betreffend die schulische und häusliche Situa-

tion der Kinder C._____ und D._____ und deren physische und psychische Ver-

fassung zu veranlassen. Die KESB Horgen wurde gebeten, die Kammer baldmög-

lichst darüber zu informieren, wann mit den Abklärungsergebnissen gerechnet 

werden könne und ob zwischenzeitlich vorsorgliche Kindesschutzmassnahmen zu 

treffen seien. Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zum Antrag der 

Kindsvertreterin auf Anordnung einer umfassenden Beistandschaft im Sinne von 

Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB sowie zu einem allfälligen Obhutsentzug Stellung zu 

nehmen, und es wurde dem Gesuchsgegner Frist angesetzt, um sich zur Eingabe 

der Gesuchstellerin vom 19. Oktober 2015 zu äussern. Ausserdem wurde die 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich ersucht, die Untersuchungsakten i.S. 

Staatsanwaltschaft IV gegen B._____ betreffend sexuelle Handlungen mit Kin-

dern der ersuchenden Kammer für einige Tage zur Einsicht zu überlassen 

(Urk. 213). Mit Eingabe vom 24. November 2015 beantragte die Gesuchstellerin 

unter anderem die unverzügliche Absetzung der Kindsvertreterin (Urk. 218). Mit 

Eingabe vom 2. Dezember 2015 beantragte der Gesuchsgegner, ihm sei die Ob-

hut über D._____ superprovisorisch mit sofortiger Wirkung zuzuteilen (Urk. 221). 

Am 3. Dezember 2015 reichte der Gesuchsgegner ausserdem die Stellungnahme 

zur Eingabe der Gesuchstellerin vom 19. Oktober 2015 ins Recht (Urk. 224). Mit 

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Verfügung vom 7. Dezember 2015 wurde das Begehren des Gesuchsgegners, 

ihm sei die Obhut über D._____ superprovisorisch zuzuteilen, abgewiesen und 

der Gesuchstellerin Frist angesetzt, um zur Eingabe des Gesuchstellers vom 

2. Dezember 2015 Stellung zu nehmen. Im Weiteren wurden die Eingaben der 

Parteien der jeweiligen Gegenpartei zur Stellungnahme bzw. Kenntnisnahme zu-

gestellt (Urk. 227).  

8. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 reichte die KESB Horgen den Ab-

klärungsbericht des kjz Horgen vom 8. Dezember 2015 ein. Empfohlen wurde die 

Errichtung einer umfassenden Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 

Abs. 2 ZGB für die beiden Kinder sowie die Einholung eines rechtspsychologi-

schen Fachberichts (Urk. 229 f.). Mit Eingabe vom 17. Dezember 2015 teilte der 

Gesuchsgegner sodann mit, dass D._____ seit dem 30. September 2015 nicht 

mehr zur Schule gehe, gleichwohl aber seit diesem Zeitpunkt nicht bei Dr. med. 

H._____, gemäss dem D._____ traumatisiert sei und unter einer Schulphobie lei-

de, in Behandlung stehe (Urk. 231). Mit Beschluss vom 23. Dezember 2015 wur-

de für die beiden Kinder C._____ und D._____ im Sinne einer vorsorglichen Mas-

snahme eine umfassende Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 

ZGB errichtet. Zudem wurde die KESB Horgen gebeten, der beschliessenden 

Kammer baldmöglichst einen Bericht über den bisherigen Verlauf des für D._____ 

angeordneten begleiteten Besuchsrechts zukommen zu lassen (Urk. 235). Nach 

weiteren Stellungnahmen der Parteien sowie der Kindsvertreterin (Urk. 237 ff.), 

insbesondere nach Eingang der Stellungnahme der Gesuchstellerin zur Eingabe 

des Gesuchsgegners vom 2. Dezember 2015 (Urk. 237), teilte die Gesuchstellerin 

am 18. Januar 2016 mit, D._____ sei in ein anderes Schulhaus umgeteilt worden 

und besuche seit dem 13. Januar 2016 mit Freude die zweite Klasse (Urk. 247).  

9. Mit Beschluss vom 11. Februar 2016 wurde das Gesuch des Gesuchsgeg-

ners auf Umteilung der Obhut über D._____ für die weitere Dauer des Verfahrens 

abgewiesen. Auch der Antrag der Gesuchstellerin auf Absetzung der Kindsvertre-

terin wurde abgewiesen. Des Weiteren wurde der Antrag auf Erstellung eines fa-

milienpsychologischen interventionsorientierten Gutachtens einstweilen abgelehnt 

mit der Begründung, solange das Strafverfahren nicht abgeschlossen sei, erweise 

- 14 - 

sich die Einholung eines Gutachtens nicht als zielführend. Zudem wurde damals 

noch davon ausgegangen, dass die Begleitung der Besuche durch eine Fachper-

son dazu beitragen würde, die Situation für D._____ zu entspannen und das Be-

suchsrecht wieder in Gang zu bringen (Urk. 254). 

10. Mit Email vom 4. März 2016 teilte der Beistand, I._____, mit, die Besuchs-

begleitung D._____s sei abgebrochen worden, da der Druck für D._____ zu hoch 

gewesen sei (Urk. 255). Mit Verfügung vom 9. März 2016 wurde die KESB Hor-

gen erneut aufgefordert, der Kammer bis zum 15. April 2016 einen Bericht betref-

fend den bisherigen Verlauf des begleiteten Besuchsrechts für D._____ zukom-

men zu lassen (Urk. 256). Dieser erfolgte unterm 14. April 2016. Der Beistand 

stellte darin folgende Anträge (Urk. 262): 

"1. Der Beistand beantragt, das Besuchsrecht von Herrn B._____ zu 
D._____ zu sistieren bis ein Gutachten über das Familiensystem er-
stellt ist und alle Vorwürfe in Bezug auf die Mutter und den Vater 
geklärt sind oder die mit dem Gutachten betraute Institution eine 
Wiederaufnahme des Besuchsrechts empfiehlt oder begleitet;  

 2. über die Situation von D._____ im Zusammenhang mit dessen Be-
treuung und Versorgung, der Aufenthaltssituation und dem Be-
suchsrecht und dessen Verlauf ein prozessorientiertes-
familienpsychologisches Gutachten bei einer unabhängigen Fach-
stelle erstellen zu lassen, (…)" 

Mit Verfügung vom 18. April 2016 wurde den Parteien sowie der Kindsvertreterin 

Frist angesetzt, um zum Bericht und zu den Anträgen des Beistands Stellung zu 

beziehen (Urk. 265). Die entsprechenden Stellungnahmen erfolgten am 25. April 

2016 bzw. 2. Mai 2016 (Urk. 266, 269 und 270).  

11. Am 11. Mai 2016 wurden der Kammer schliesslich die vollständigen Straf-

untersuchungsakten in Sachen Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich gegen 

B._____ betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern etc. zur Verfügung gestellt 

(Urk. 271 f.).  

12. Nach weiteren unaufgeforderten Parteieingaben (Urk. 273 ff.) wurde mit 

Beschluss vom 16. Juni 2016 die Einholung eines kinderpsychiatrischen bzw.  

-psychologischen Gutachtens zu den Besuchsrechtsfragen sowie zur Erziehungs-

- 15 - 

fähigkeit der Parteien angeordnet und es wurde den Parteien sowie der Kindsver-

treterin als Gutachterin lic. phil. J._____, Fachpsychologin für Psychotherapie und 

Rechtspsychologie, vorgeschlagen. J._____ war zu diesem Zeitpunkt beim Fo-

rensischen Institut Ostschweiz (fortan: FORIO) angestellt. Den Parteien sowie der 

Kindsvertreterin wurde Frist angesetzt, um begründete Einwendungen gegen die 

Vorgeschlagene zu erheben und sich zum Entwurf des Fragenkataloges zu äus-

sern sowie Änderungs- und Ergänzungsanträge zu stellen. Ausserdem wurde das 

Besuchsrecht des Gesuchsgegners gegenüber D._____ einstweilen sistiert und 

es wurde den Parteien sowie der Kindsvertreterin mitgeteilt, dass die Akten des 

gegen den Gesuchsgegner geführten Strafverfahrens auszugsweise in Kopie bei-

gezogen wurden (Urk. 279). Die jeweiligen Stellungnahmen der Parteien datieren 

vom 1. Juli 2016 (Urk. 286) und vom 4. Juli 2016 (Urk. 289), während die Kinds-

vertreterin sich nicht vernehmen liess.  

13. Mit Beschluss vom 8. Juli 2016 wurde lic. phil. J._____ als Gutachterin er-

nannt und es wurden ihr folgende Fragen zur Beantwortung unterbreitet (Urk. 290 

f.): 

"1. Wie beurteilen Sie die Situation der Kinder C._____ und D._____ 
bezüglich des körperlichen und psychischen Allgemeinzustandes, 
des sozialen und des intellektuellen/schulischen Entwicklungs-
standes? 

 2. Wie beurteilen Sie die Beziehung der Kinder C._____ und 
D._____  

 a) zu ihrer Mutter? 
 b) zu ihrem Vater? 
 c) untereinander (Beziehung zw. C._____ und D._____)? 

 3. Wie beurteilen Sie die erzieherischen Fähigkeiten der Eltern und 
wie wirken sich diese auf die beiden Kinder aus? 

 4. Ist es richtig, dass die beiden Kinder Kontakte zu ihrem Vater ab-
lehnen? Welches ist gegebenenfalls der Grund für diese Haltung? 
Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Mutter? Ist von 
einer Beeinflussung der Kinder durch die Mutter gegen den Vater 
auszugehen? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der 
Vater? 

 5.1. Welche Möglichkeiten sehen Sie, um die Kontakte zwischen dem 
Vater und den Kindern wieder in Gang zu bringen und die Verhält-
nisse dauerhaft zu normalisieren? Wie ist dabei gegebenenfalls 
konkret vorzugehen und welche Personen wären zur Vermittlung 
einzusetzen? Sind gegebenenfalls mit Bezug auf die beiden Kin-
der unterschiedliche Wege einzuschlagen? Wäre es insbesondere 

- 16 - 

sinnvoll, auf die Anordnung eines Besuchsrechts für C._____ zu 
verzichten? 

 5.2. Wie könnte die Mutter zu einer Verbesserung der Beziehung der 
Kinder zum Vater beitragen?  

 5.3. Wie kann der Beistand oder ein allfälliger Besuchsbegleiter zu ei-
ner Verbesserung der Beziehung zwischen den Kindern und dem 
Vater beitragen? 

 6. Ist aus kinderpsychologischer Sicht eine Anpassung der Kindes-
schutzmassnahmen notwendig oder sind weitere Kindesschutz-
massnahmen angezeigt? 

 7. Was sagen Sie zum sistierten Besuchsrecht? Ist das Besuchsrecht 
im Hinblick auf D._____ allenfalls vor Ende der Begutachtung wie-
der aufzunehmen. Falls ja, in welcher Form? Falls nein, wäre eine 
Sistierung des Besuchsrechts für D._____ über einen längeren 
Zeitraum sinnvoll, für welchen Zeitraum? 

 8. Gibt Ihnen die Untersuchung zu weiteren im Interesse der Kinder 
liegender Empfehlungen und/oder Bemerkungen Anlass?" 

14. Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 liess der Gesuchsgegner dem Gericht die 

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 28. Juni 

2016 zukommen, wonach das gegen ihn geführte Strafverfahren betreffend sexu-

elle Handlungen mit Kindern etc. eingestellt worden war (Urk. 292 ff.). Mit Schrei-

ben vom 2. September 2016 ergänzte er, dass die Einstellungsverfügung nun-

mehr in Rechtskraft erwachsen sei (Urk. 295).  

15. Nach telefonischer Vorankündigung erstattete die Gutachterin am 

3. Oktober 2016 einen Zwischenbericht zur Frage der Wiederaufnahme des Be-

suchsrechts des Gesuchsgegners gegenüber D._____ (Urk. 298 f.). Der Bericht 

wurde mit Verfügung vom 4. Oktober 2016 sowohl den Parteien als auch der 

Kindsvertreterin zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 300). Während sich die 

Kindsvertreterin nicht vernehmen liess, datieren die Stellungnahmen der Parteien 

vom 15. bzw. 19. Oktober 2016 (Urk. 301 f.; am 21. Oktober 2016 der jeweiligen 

Gegenpartei und der Kindsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt, Urk. 304). 

Mit Beschluss vom 1. November 2016 wurde betreffend das Besuchsrecht des 

Gesuchsgegners gegenüber D._____ wie folgt entschieden (Urk. 305): 

"1. Die Sistierung des Besuchsrechts des Gesuchsgegners gegen-
über D._____, geboren tt.mm.2008, wird aufgehoben.  

- 17 - 

 2. Der Gesuchsgegner ist bis zum Erlass eines anderslautenden 
Entscheids berechtigt, das Kind D._____, geboren tt.mm.2008, al-
le vierzehn Tage für maximal zwei Stunden zu besuchen.  

 Das begleitete Besuchsrecht ist die ersten vier Male im Forensi-
schen Institut Ostschweiz durchzuführen. Anschliessend hat das 
begleitete Besuchsrecht in einem vom Beistand zu bestimmenden, 
geeigneten Besuchstreff stattzufinden. 

 3. Die für D._____ mit Entscheid des Bezirksgerichts Horgen vom 
27. Mai 2014 angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 
Abs. 2 ZGB wird aufrechterhalten. Der Beistand wird beauftragt si-
cherzustellen, dass das angeordnete begleitete Besuchsrecht für 
D._____ (Dispositiv-Ziffer 2 hiervor) so rasch als möglich stattfin-
det, sowie dass sich die Kindseltern bei der Übergabe von 
D._____ nicht begegnen. 

 (…)" 

16. Nachdem die Umsetzung der vorgesehenen begleiteten vier Besuchster-

mine im FORIO gescheitert war (Urk. 310 ff.), erstattete die Gutachterin schliess-

lich am 16. Februar 2017 das Schlussgutachten. Weil das Gutachten nicht von 

der Gutachterin J._____ persönlich, sondern von der Leiterin des FORIO, lic. phil. 

K._____, "i.V." unterzeichnet war, wies die erkennende Kammer dieses mit Be-

schluss vom 1. März 2017 zur Verbesserung an die Gutachterin zurück 

(Urk. 347). Zwischenzeitlich war bekannt geworden, dass die Gutachterin J._____ 

nicht mehr beim FORIO, sondern neu beim Psychiatrisch-Psychologischen Dienst 

(PPD) Zürich angestellt war (Urk. 313 ff.).  

17. Am 23. März 2017 ging das von der Gutachterin eigenhändig unterzeichne-

te finale fachpsychologische Gutachten bei der erkennenden Kammer ein, worin 

die Gutachterin J._____ die Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter als einge-

schränkt beurteilte und eine Fremdplatzierung von D._____ empfahl (Urk. 348 f.). 

Mit Verfügung vom 24. März 2017 wurde sowohl den Parteien als auch der 

Kindsvertreterin Frist angesetzt, um zum Gutachten Stellung zu nehmen und all-

fällige Ergänzungen oder Erläuterungen zu beantragen. Ausserdem wurde es den 

Parteien freigestellt, sich innert der gleichen Frist auch zur Schlussrechnung des 

FORI.. vom 20. Februar 2017 zu äussern (Urk. 350). Die Stellungnahme der 

Kindsvertreterin zum Gutachten erging unterm 19. April 2017 (Urk. 356), die Stel-

lungnahmen der Parteien datieren nach je einmaliger Fristerstreckung vom 8. Mai 

- 18 - 

2017 (Urk. 354 f., Urk. 357 ff.; mit Verfügung vom 10. Mai 2017 zur Kenntnisnah-

me zugestellt, Urk. 364). 

18. Mit Schreiben vom 15. Mai 2017 bat die Kindsvertreterin um die Bevor-

schussung ihres bisher aufgelaufenen Honorars (Urk. 366 f.). Mit Beschluss vom 

22. Mai 2017 wurde ihr unter Vorbehalt der detaillierten Überprüfung im Rahmen 

der Schlussabrechnung eine Akontozahlung von Fr. 7'500.– aus der Gerichtskas-

se zugesprochen (Urk. 369). 

19. Am 23. Mai 2017 ersuchte der Gesuchsgegner um Erlass folgender Kin-

desschutzmassnahmen (Urk. 370 S. 2 f.): 

"1. Es sei der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin die Obhut über 
die Kinder C._____, geboren am  tt.mm.2002, und D._____, gebo-
ren am tt.mm.2008, zu entziehen.  

 2. Es sei dem Gesuchsgegner und Berufungsbeklagten die alleinige 
Obhut über die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2002, und 
D._____, geboren am tt.mm.2008, zuzuteilen. 

  Es sei der Gesuchgegner zu berechtigen, C._____ in einem Inter-
nat in der Schweiz anzumelden und es sei, sollte die Gesuchstelle-
rin ihre Zustimmung dazu verweigern, die fehlende Zustimmung 
durch eine gerichtliche Anordnung zu ersetzen. 

 3. Eventualiter sei C._____ bei einer Pflegefamilie fremd zu platzie-
ren.  

 4. Es sei der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin auf eigene Kos-
ten ein begleitetes Besuchsrecht für C._____ und D._____ einzu-
räumen." 

Der Gesuchsgegner verlangte, den Anträgen sei superprovisorisch, ohne Anhö-

rung der Gesuchstellerin stattzugeben (Urk. 370 S. 3). Mit Verfügung vom 26. Mai 

2017 wurde das Begehren des Gesuchsgegners um superprovisorische Umtei-

lung der Obhut über die beiden Kinder C._____ und D._____ abgewiesen und es 

wurde der Gesuchstellerin und der Kindsvertreterin Frist angesetzt, um zum Mas-

snahmebegehren des Gesuchsgegners Stellung zu nehmen. Nach einmaliger 

Fristerstreckung erstattete die Gesuchstellerin unterm 19. Juni 2017 ihre Stel-

lungnahme (Urk. 372 ff.). Die Kindsvertreterin verzichtete auf eine solche 

(Urk. 375). Nachdem die Stellungnahme der Gesuchstellerin vom 19. Juni 2017 

zur Kenntnisnahme zugestellt worden war (Urk. 377/1-2) und sich weder der Ge-

suchsgegner noch die Kindsvertreterin mehr dazu vernehmen liessen, zeigte die 

- 19 - 

erkennende Kammer den Parteien mit Verfügung vom 17. Juli 2017 an, dass sie 

das Verfahren als spruchreif erachte und dieses in die Phase der Urteilsberatung 

übergehe (Urk. 380).  

20. Soweit die Parteien darüber hinaus während des laufenden Berufungsver-

fahrens zahlreiche weitere zum Teil unaufgeforderte Stellungnahmen ins Recht 

reichten, welche in der vorstehenden Prozessgeschichte keine Erwähnung fan-

den, wird darauf nachfolgend im Rahmen der Urteilsbegründung einzugehen sein, 

soweit sie für die Entscheidfindung von Belang sind. 

II. 

1. Die Einlegung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft im Umfang 

der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Von der Gesuchstellerin angefochten wurden 

Dispositiv-Ziffer 3 (Besuchsrecht des Gesuchsgegners), Dispositiv-Ziffer 7 (Ehe-

gattenunterhaltsbeiträge) sowie Dispositiv-Ziffer 8 (Kosten der ehelichen Liegen-

schaft) des vorinstanzlichen Entscheids. Mit dem angefochtenen Besuchsrecht 

untrennbar verbunden ist die von der Vorinstanz angeordnete Besuchsbeistand-

schaft (Dispositiv-Ziffer 4). Die Berufungsinstanz ist damit für eine Obhutsumtei-

lung grundsätzlich nicht zuständig. Der Grundsatz, wonach es in der Disposition 

der Parteien steht, ob ein Rechtsmittel ergriffen werden soll und in welchem Um-

fang, gilt nach der Rechtsprechung auch im Geltungsbereich der Offizialmaxime. 

Auch wenn die erkennende Kammer über die Zuteilung der elterlichen Obhut oh-

ne Bindung an die Parteianträge entscheidet (Art. 296 Abs. 3 ZPO), kann sie 

hierbei nicht über den durch die Parteianträge festgelegten Streitgegenstand hin-

ausgehen (BGer 5A_90/2017 vom 24. August 2017, E. 11.2.). Somit sind die Dis-

positiv-Ziffern 1, 2, 5, 6 und 9 bis 15 des angefochtenen Entscheids in Rechtskraft 

erwachsen (Art. 315 Abs. 1 ZPO), was vorzumerken ist. Dennoch bleibt es den 

Parteien unbenommen, während des laufenden Berufungsverfahrens jederzeit 

Kindesschutzmassnahmen zu beantragen. Hat das Gericht, das für den Schutz 

der ehelichen Gemeinschaft zuständig ist, die Beziehungen der Eltern zu den 

Kindern zu gestalten, so trifft es auch die nötigen Kindesschutzmassnahmen und 

- 20 - 

betraut die Kindesschutzbehörde mit dem Vollzug (Art. 315a Abs. 1 ZGB). Mit 

Blick auf die Anträge des Gesuchsgegners vom 23. Mai 2017 (Urk. 370) ist daher 

im vorliegenden Verfahren auch die Umteilung der Obhut über die beiden Kinder 

an den Gesuchsgegner zu beurteilen.  

2.1. Mit ihrer Berufung verlangt die Gesuchstellerin die Aufhebung der obge-

nannten Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen Entscheids (Urk. 157 S. 2). Nicht 

beantragt hat sie die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 6 (Kinderunterhaltsbeiträge). 

Im Widerspruch dazu hält sie auf Seite 33 der Berufungsbegründung zusammen-

fassend fest, sie halte an den bereits vorinstanzlich beantragten Unterhaltsbeiträ-

gen von wenigstens Fr. 2'500.– pro Kind sowie Fr. 14'500.– für sich persönlich 

fest (Urk. 157 S. 33).  

2.2. Rechtsbegehren sind so bestimmt zu formulieren, dass sie bei Gutheis-

sung zum Urteil erhoben werden können. Die Gegenpartei muss wissen, gegen 

was sie sich zu verteidigen hat (Wahrung des rechtlichen Gehörs), und für das er-

kennende Gericht muss klar sein, was Streitgegenstand des Verfahrens bildet 

(BGer 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015, E. 4.3.1.). Unklare oder mangelhafte 

Rechtsbegehren sind im Lichte ihrer Begründung auszulegen (BGE 137 III 617 E. 

6.2.; BGer 4A_440/2014 vom 27. November 2014, E. 3.3.). Die Gesuchstellerin 

beanstandet gemäss den Anträgen in ihrer Berufungsschrift vom 7. April 2015, 

was die Unterhaltsbeiträge angeht, nur die Höhe der von der Vorinstanz festge-

setzten Ehegattenunterhaltsbeiträge. Insbesondere verlangt sie in Antrag Ziffer 1 

der Berufungsschrift, dass Dispositiv-Ziffer 7 (Unterhaltsbeitrag für Gesuchstelle-

rin und Berufungsklägerin) aufzuheben sei, und in Antrag Ziffer 3, dass der Ge-

suchsgegner zu verpflichten sei, ihr persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge von 

Fr. 14'500.– zu bezahlen (Urk. 157 S. 2). Auch in ihrer Stellungnahme zur Beru-

fungsantwort vom 19. Oktober 2015 stellt sie bezüglich der Anpassung der von 

der Vorinstanz festgesetzten Kinderunterhaltsbeiträge keine ergänzenden Anträ-

ge. Zusätzlich verlangt sie einzig die Kostentragung des begleiteten Besuchs-

rechts durch den Gesuchsgegner, andernfalls "der neu festzusetzende Unter-

haltsbeitrag für die Berufungsklägerin entsprechend zu erhöhen" sei (Urk. 205 

S. 2). Aufgrund der Berufungsanträge der Gesuchstellerin ist davon auszugehen, 

- 21 - 

dass sie nur die Ehegattenunterhaltsbeiträge korrigiert haben will. Hätte die an-

waltlich vertretene Gesuchstellerin auch die von der Vorinstanz festgesetzten 

Kinderunterhaltsbeiträge in Frage stellen wollen, so hätte sie dies nicht nur im 

Rahmen ihrer Rechtsbegehren zum Ausdruck bringen, sondern die verlangten 

Kinderunterhaltsbeiträge auch beziffern und begründen müssen. Dies muss umso 

mehr gelten, als die Gesuchstellerin trotz expliziten Hinweises des Gesuchsgeg-

ners in der Berufungsantwort vom 4. Mai 2015 (Urk. 169 S. 5) in der Stellung-

nahme zur Berufungsantwort vom 19. Oktober 2015 nicht weiter auf die Kinderun-

terhaltsbeiträge einging bzw. erneut lediglich die Erhöhung der Ehegattenunter-

haltsbeiträge verlangte (Urk. 205 S. 2). 

3. Thema des Berufungsverfahrens bilden damit die Umteilung der Obhut 

über die beiden gemeinsamen Kinder, das Besuchsrecht, Bestand und Umfang 

der Beistandschaft sowie die Höhe der vom Gesuchsgegner an die Gesuchstelle-

rin zu leistenden Ehegattenunterhaltsbeiträge. 

4. Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren der Unter-

suchungsgrundsatz. Das bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes 

wegen feststellt. Betreffend die Belange der Ehegatten untereinander gilt jedoch 

die Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Im Berufungsverfahren gilt zudem 

die Begründungsobliegenheit, was bedeutet, dass die Berufung führende Partei 

sich im Einzelnen sachbezogen mit den Entscheidgründen der Vorinstanz ausei-

nanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was am angefochtenen Urteil oder 

am Verfahren der Vorinstanz falsch war. Dieser Anforderung genügt eine Beru-

fungspartei nicht, wenn sie lediglich auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vor-

bringen verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt 

oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Die Parteien 

haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochtenen Entscheids so-

wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen 

(BGE 138 III 374 E. 4.3.1.; BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2. [nicht 

publiziert in BGE 142 III 271]). Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungs-

anforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmit-

telinstanz nicht überprüft zu werden.  

- 22 - 

5.1. Neue Tatsachen können gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungsverfah-

ren nur noch berücksichtigt werden, wenn diese ohne Verzug vorgebracht werden 

und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht 

werden konnten. Die in Art. 317 Abs. 1 lit. a und b ZPO genannten Voraussetzun-

gen müssen kumulativ erfüllt sein. Das Berufungsverfahren dient nicht dazu, dass 

die Parteien Versäumtes nachbessern können (Volkart, DIKE-Komm-ZPO, 

1. Auflage, Art. 317 N 3). In diesem Zusammenhang sei auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz in ihrem Entscheid vom 9. Dezember 2014 hingewiesen 

(Urk. 158 S. 14): Die Vorbringen der Parteien und die ins Recht gelegten Doku-

mente sowie nunmehr auch die im Berufungsverfahren zahlreich neu eingereich-

ten Unterlagen zeigen deutlich, dass die Parteien offensichtlich sehr zerstritten 

sind. So behaupten beide Parteien in ihren oft sehr umfangreichen Parteivorträ-

gen, Stellungnahmen und (teilweise unaufgeforderten) Eingaben vielfach genau 

das Gegenteil und erheben gegenseitig schwere Vorwürfe. Es ist nicht Sinn und 

Zweck des summarischen Eheschutzverfahrens, den Wahrheitsgehalt der Partei-

vorbringen bis ins letzte Detail zu ermitteln. Auf die Parteivorbringen und neu ein-

gereichten Unterlagen ist nur insoweit einzugehen, als diese rechtzeitig beige-

bracht wurden und für die Beurteilung des vorliegenden Falls notwendig erschei-

nen. 

5.2. Demgegenüber muss es den Parteien gänzlich verwehrt sein, sowohl echte 

wie unechte Noven vorzubringen, wenn der Berufungsprozess aufgrund der 

Spruchreife der Berufungssache in die Phase der Urteilsberatung übergegangen 

ist. Denn in der Phase der Urteilsberatung muss der Prozessstoff abschliessend 

so fixiert sein, dass das Gericht die Berufungssache gestützt darauf sorgfältig be-

raten und zügig ein Urteil fällen kann. In dieser Phase soll es den Parteien nicht 

möglich sein, mit weiteren Noveneingaben eine Wiederaufnahme des Beweisver-

fahrens und damit den Unterbruch der Urteilsberatung zu erzwingen (BGE 142 III 

413 E. 2.2.5.). Nachdem vorliegend mit Verfügung vom 17. Juli 2017 das Beru-

fungsverfahren in die Phase der Urteilsberatung übergegangen ist, sind die No-

veneingaben des Gesuchsgegners vom 22. September 2017 (Urk. 384 f.) und 

vom 26. September 2017 (Urk. 387 f.) sowie die Noveneingabe des Beistands 

I._____ vom 26. September 2017 (Urk. 389/1-2) für die Beurteilung unbeachtlich. 

- 23 - 

Die entsprechenden Eingaben sind den Parteien bzw. der Gegenpartei sowie der 

Kindsvertreterin mit dem heutigen Endentscheid zur Kenntnisnahme zuzustellen. 

6. Mit Eingabe vom 23. Mai 2017 ersuchte der Gesuchsgegner auch um Er-

lass vorsorglicher Kindesschutzmassnahmen. Er beantragte die sofortige Umtei-

lung der Obhut über die beiden gemeinsamen Kinder C._____ und D._____ an 

sich sowie die Erlaubnis, C._____ in einem Internat anzumelden (Urk. 370 S. 2). 

Mit Eingabe vom 19. Juni 2017 nahm die Gesuchstellerin zu den beantragten vor-

sorglichen Massnahmen Stellung und verlangte deren Abweisung (Urk. 373). An-

gesichts des heutigen Endentscheids erweist sich der Antrag auf Anordnung vor-

sorglicher Massnahmen als gegenstandslos und ist entsprechend abzuschreiben.  

III. 

A. Verwertbarkeit des Gutachtens von lic. phil. J._____ vom 16. Februar 2017 

1. In den meisten Fällen lassen Elternpaare in Trennung oder Scheidung das 

Gericht über die Zuteilung von Obhut und elterlicher Sorge entscheiden und 

kommen mit den entsprechenden Regelungen zurecht. Jedoch gelingt es Eltern in 

hochkonflikthaften Trennungssituationen nicht immer, zwischen dem eigenen Er-

leben und der Verarbeitung der gescheiterten Liebesbeziehung auf der einen Sei-

te und dem Empfinden des Kindes, seinen Wünschen und Sorgen auf der ande-

ren Seite zu unterscheiden. Es kommt zu Übertragungseffekten eigener Befind-

lichkeiten auf das Kind und es besteht die Gefahr der Instrumentalisierung (Fam-

Komm Scheidung/Schreiner, Anh. Psych N 239). Trägt ein Elternpaar, wie vorlie-

gend die Parteien, einen regelrechten "Beziehungskrieg" aus, ist es weder selb-

ständig noch mit Hilfe des Gerichtes in der Lage, eine einvernehmliche Lösung zu 

finden, die dem Wohlergehen der Kinder gerecht werden könnte, weil es in erbit-

terten und unlösbaren Machtkämpfen verstrickt ist. In diesem Fall vergibt das Ge-

richt Gutachtensaufträge an Psychologen und Psychiater, die im Bereich Kinder- 

und Jugendpsychologie als Experten gelten. In der Regel beinhaltet ein entspre-

chender Gutachtensauftrag die Fragen, welche Zuteilung der Obhut und Rege-

lung des Besuchsrechts während der Trennung der Eltern dem Kindeswohl am 

- 24 - 

ehesten gerecht wird, und richtet den Fokus auf die mit der Frage des Kindes-

wohls eng verknüpften Kriterien der Qualität der Eltern-Kind-Beziehung, der Er-

ziehungseignung, der Betreuungsmöglichkeiten und Lebensverhältnisse der El-

tern, der Kontinuität der Lebensbedingungen und den Willen des Kindes (Kling, 

Gutachten im Familienrecht: Sind Standards notwendig? in: FamPra 3/2009 

S. 613; Seifert/Krexa/Kühnel/Bareiss, Leitfaden zur Erstellung psychologisch-

psychiatrischer Gutachten bei Fragen zum Kindeswohl, in: FamPra 1/2015 

S. 123). Obwohl im Eheschutzverfahren Gutachten nur mit gebührender Zurück-

haltung angeordnet werden (BGer 5A_160/2009 vom 13. Mai 2009, E. 3.2.), kam 

die erkennende Kammer nicht umhin, mit Beschluss vom 16. Juni 2016 zu den 

zwischen den Parteien hoch strittigen Kinderbelangen die Einholung eines kin-

derpsychiatrischen bzw. -psychologischen Gutachtens anzuordnen (Urk. 279). 

Am 8. Juli 2016 wurde lic. phil. J._____, Fachpsychologin für Psychotherapie und 

Rechtspsychologie, als Gutachterin ernannt und mit der Ausarbeitung des Gut-

achtens beauftragt (Urk. 290). Das Gutachten datiert vom 16. Februar 2017 

(Urk. 349; vgl. vorstehend E. I.12. bis 17.).  

2. In der Stellungnahme vom 8. Mai 2017 erhob die Gesuchstellerin zahlrei-

che formelle Einwände gegen das Gutachten vom 16. Februar 2017 und verlang-

te, es sei dieses zufolge Unverwertbarkeit zurückzuweisen (Urk. 360 S. 2). Ent-

sprechend ist vorab die Verwertbarkeit des Gutachtens vom 16. Februar 2017 zu 

prüfen und auf die vorgebrachten formellen Mängel im Einzelnen einzugehen. 

3.1.1. Die Gesuchstellerin beanstandet, das Gutachten vom 16. Februar 2017 sei 

von fünf Personen unterzeichnet worden. Dabei werde nicht offengelegt, welche 

Fachpersonen gestützt auf welche Quellen welche Erkenntnisse gewonnen hätten 

(Urk. 360 S. 5). Indem vorab nur die Gutachterstelle bzw. der Name der Gutachte-

rin bekannt gegeben worden sei ohne Angabe der weiteren an der Begutachtung 

mitwirkenden Fachpersonen, habe die Gesuchstellerin nicht erkennen können, ob 

eine unbefangene Beurteilung gewahrt sein werde. Namen und Qualifikationen al-

ler Gutachter zu kennen, sei für die betroffene Person unabdingbar, um die Ein-

haltung der Ausstandsvorschriften überprüfen zu können (Urk. 360 S. 25).  

- 25 - 

3.1.2. Allgemein gilt für Gutachten, dass als Sachverständige in der Regel nur na-

türliche Personen in Betracht kommen (ZK ZPO - Weibel, Art. 183 N 30; Müller, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 183 N 10). Nicht ausgeschlossen ist dabei, dass eine 

sachverständige Person zur Ausarbeitung eines Gutachtens Mitarbeiter oder 

Hilfspersonen beizieht. Allerdings muss sie darüber im Gutachten vollständig 

Auskunft geben, damit Gericht und Parteien diesem Umstand, etwa im Hinblick 

auf die Unbefangenheit oder auch die fachliche Eignung der beigezogenen Per-

sonen, Rechnung tragen und dazu gegebenenfalls Stellung nehmen können (ZK 

ZPO - Weibel, Art. 183 N 33; BSK ZPO - Dolge, Art. 185 N 4).  

3.1.3. Aus Seite 10 des Gutachtens vom 16. Februar 2017 ergibt sich, welche 

Personen vorliegend an der Ausarbeitung des Gutachtens beteiligt waren und wer 

dabei mit der Kindsmutter, dem Kindsvater, den beiden Kindern und Drittpersonen 

in Kontakt stand. Ferner ist auf Seite 86 f. des Gutachtens eine Liste der verwen-

deten Literatur aufgeführt (Urk. 349). Daraus lässt sich für die Parteien ableiten, 

welche Fachpersonen gestützt auf welche Quellen welche Erkenntnisse gewon-

nen haben. Dies muss umso mehr gelten, als die Offenlegung der mitwirkenden 

Hilfspersonen in erster Linie der Beurteilung der Unbefangenheit aller am Begut-

achtungsprozess beteiligten Personen dient. Dass diese nicht gewährleistet ge-

wesen wäre, macht die Gesuchstellerin jedenfalls nicht geltend, führt sie doch 

weder gegen die Gutachterin noch gegen die beteiligten Hilfspersonen konkrete 

Ausstandsgründe ins Feld. Ausserdem war J._____ als Gutachterin zum Beizug 

von Hilfspersonen gemäss Gutachtensauftrag vom 8. Juli 2016 ermächtigt 

(Urk. 291 S. 9) und musste somit der Gesuchstellerin von Beginn an klar sein, 

dass die Gutachterin weitere Mitarbeiter des FORIO zur Ausarbeitung des Gut-

achtens beiziehen würde. Im Übrigen wurden die Ergebnisse aus der Mitarbeit 

anderer Fachpersonen als Hilfspersonen durch die Gutachterin übernommen, in-

dem sie für alle Beteiligten verantwortlich das Gutachten unterzeichnete. Selbst 

wenn jedoch entgegen dem vorstehend Ausgeführten eine nicht korrekt oder ge-

nügend transparent durchgeführte Delegation an Hilfspersonen vorläge, hätte 

dies nicht ohne Weiteres die Unverwertbarkeit des Gutachtens zur Folge. Viel-

mehr wäre dies nur dann der Fall, wenn sich aus dem Beizug der Hilfspersonen 

gegen die Gutachterin als sachverständige Person Ausstands- oder Ablehnungs-

- 26 - 

gründe ableiten liessen oder sich eine Voreingenommenheit der Gutachterin aus 

dem Gutachten ergäbe (ZK ZPO - Weibel, Art. 183 N 33; BGer 8C_596/2013 vom 

24. Januar 2014, E. 6.1.2.2). Entsprechendes wird von der Gesuchstellerin jedoch 

nicht behauptet. Hinzu kommt, dass in kindesrechtlichen Verfahren in der Regel 

das Kindeswohl der eigentliche Untersuchungsgegenstand einer Begutachtung 

bildet. Betrachtet man die Komplexität dieses Untersuchungsgegenstandes, so 

reichen monodisziplinäre Betrachtungen für die Beurteilung einer Gefährdungsla-

ge und ihrer Behebungsmöglichkeiten oftmals nicht aus. Es bedarf psychologi-

scher, rechtlicher, soziologischer sowie auch medizinischer Kenntnisse, die für die 

Beurteilung des Einzelfalls miteinander verknüpft werden müssen. Zudem zeigt 

der Untersuchungsgegenstand auch, dass die Exploration vorab mittels Interakti-

onsprozessen erfolgt. Will man die genannten Aspekte beurteilen, so sind Ge-

spräche, Besuche, Eindrücke und Wahrnehmungen von grosser Bedeutung 

(Rosch, Bedeutung und Standards von sozialarbeiterischen Gutachten bzw. gut-

achtlichen Stellungnahmen in kindes(schutz)rechtlichen Verfahren, in: AJP 2/2012 

S. 180). Um die Fragen in einem familienrechtlichen Gutachten fundiert beantwor-

ten zu können, bedarf es daher häufig einer interdisziplinären Zusammenarbeit, 

wobei es von Vorteil erscheint, wenn Gutachter in einem Team eingebunden sind, 

weil sie nur so dem Anspruch der Intersubjektivität gerecht werden können (Sei-

fert/Krexa/Kühnel/Bareiss, a.a.O., S. 120). Aus den genannten Gründen ist der 

Beizug von Hilfspersonen durch die Gutachterin J._____ nicht zu beanstanden.  

3.2. Die Gesuchstellerin macht weiter geltend, die Beurteilung von schwierigen 

Familiensituationen in Trennungs- und Scheidungskonflikten gehöre gemäss ei-

genem Porträt des FORIO nicht zu dessen Kerngeschäft (Urk. 360 S. 6). Ob dies 

zutrifft oder nicht, ist vorliegend unerheblich, war doch nicht das FORIO Auftrag-

nehmerin, sondern wurde der Gutachtensauftrag an lic. phil. J._____, einer zertifi-

zierten Gutachterin der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtspsychologie 

(SGRP), vergeben. Damit war die Gutachterin zur Beantwortung des Fragenkata-

logs gemäss Gutachtensauftrag (Urk. 291) ohne Weiteres genügend qualifiziert 

(Seifert/Krexa/Kühnel/Bareiss, a.a.O., S. 120). Ferner wurde die Anstellung der 

Gutachterin beim FORIO von Seiten der Gesuchstellerin vor der Erteilung des 

Auftrags auch nicht kritisiert bzw. wurden von ihr keine diesbezüglichen Bedenken 

- 27 - 

geäussert oder Ausstandsgründe vorgebracht, obwohl den Parteien zur Person 

der Gutachterin im Sinne von Art. 183 Abs. 1 ZPO das rechtliche Gehör gewährt 

worden war (Urk. 279, 289).  

3.3. Sodann bringt die Gesuchstellerin vor, die im Gutachten vom 16. Februar 

2017 erwähnte K._____ arbeite als Geschäftsführerin des FORIO. Sie habe an 

der Begutachtung offensichtlich nicht mitgewirkt (Urk. 360 S. 6). Ob K._____ an 

der vorliegenden Begutachtung mitgewirkt hat oder nicht, kann nicht beurteilt 

werden. Jedenfalls stand sie gemäss den im Gutachten ausgewiesenen Untersu-

chungsterminen zu den Kindseltern, den Kindern oder Drittpersonen in keinem 

Kontakt (Urk. 349 S. 10). Was die Gesuchstellerin aus ihrer Argumentation zu ih-

ren Gunsten ableiten will, erhellt indessen nicht. So erscheint es zumindest nicht 

aussergewöhnlich, dass K._____ als Geschäftsführerin des an der Begutachtung 

mitwirkenden Instituts FORIO das Schlussgutachten mitunterzeichnete.  

3.4. Die Gesuchstellerin rügt sodann, die Gutachterin J._____ arbeite seit spä-

testens Anfang November 2016 nicht mehr beim FORIO, sondern sei mittlerweile 

beim Psychiatrisch-Psychologischen Dienst des Kantons Zürich angestellt. Nach 

dem Weggang beim FORIO habe sie für die Begutachtung noch ganze fünf Minu-

ten für ein Telefonat mit dem Arzt Dr. L._____ aufgewendet (Urk. 360 S. 6). Dies 

leitet die Gesuchstellerin offenbar aus der Terminaufstellung auf Seite 10 im Gut-

achten ab (Urk. 349). Die Liste der durchgeführten Termine ist jedoch mit Bezug 

auf den von der Gutachterin getätigten Aufwand nicht aussagekräftig. Aus der 

Rechnung vom 20. Februar 2017 ergibt sich in Übereinstimmung mit der vorge-

nannten Terminaufstellung, dass der letzte Telefonkontakt am 21. Dezember 

2016 stattfand (Urk. 346 S. 2). Jedoch sind in der Rechnung unter den Titeln "Dia-

gnostik und Analyse" sowie "Verfassen" auch für Januar und Februar 2017 Auf-

wendungen ausgewiesen (Urk. 346 S. 2 f.). Woraus die Gesuchstellerin ableiten 

will, dass J._____ daran nicht mehr massgeblich beteiligt war, ist nicht nachvoll-

ziehbar.  

3.5.1. Die Gesuchstellerin kritisiert, bei den im Gutachten genannten Personen 

M._____ und N._____ handle es sich um Praktikantinnen ohne nennenswerte Er-

fahrung. O._____ habe zwar im vergangenen Jahr ihr Masterstudium abge-

- 28 - 

schlossen, aber auch ihr würden nennenswerte Berufserfahrung und Zusatzquali-

fikationen fehlen. Trotzdem habe sie offenbar die Hauptarbeit der Begutachtung 

übernommen. Es sei unerhört, dass ein Gutachterteam mit den genannten fachli-

chen Qualifikationen im vorliegenden Fall die Erziehungsfähigkeit der Kindseltern 

beurteilt habe (Urk. 360 S. 6 f.). 

3.5.2. Die Gutachterin J._____ wurde mit Gutachtensauftrag vom 8. Juli 2016 

ermächtigt, Mitarbeiter beizuziehen (vgl. Urk. 291 S. 9). Ohnehin ist der Beizug 

von Hilfspersonen im Rahmen einer Begutachtung dann unbedenklich, wenn sol-

che für blosse Sekretariatsarbeiten wie beispielsweise Schreib- oder Kopierarbei-

ten beigezogen werden oder wenn es um Abklärungen geht, welche die sachver-

ständige Person kraft ihres Sachverstandes beherrscht und überblickt (Müller, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 185 N 9; BSK ZPO - Dolge, Art. 185 N 4). Dafür, dass die 

beiden Praktikantinnen M._____ und N._____ massgeblich an der Ausarbeitung 

des Gutachtens beteiligt gewesen wären, liegen keine Anhaltspunkte vor. Viel-

mehr ist davon auszugehen, dass sie für die Einholung gewisser telefonischer 

Auskünfte zuständig und im Rahmen der Untersuchungskontakte zu Ausbil-

dungszwecken anwesend bzw. im Falle von N._____ für die Verlaufsdokumenta-

tion der Gespräche verantwortlich waren (Urk. 349 S. 10 und S. 49). Bei der Ver-

laufsdokumentation im Sinne einer Art Protokollführung handelt es sich um eine 

mit Schreib- und Kopierarbeiten vergleichbare, untergeordnete Hilfstätigkeit. 

O._____ verfügt über einen Masterabschluss in angewandter Psychologie. Sie 

war offenbar für die Durchführung der Untersuchungskontakte mit dem Gesuchs-

gegner verantwortlich (Urk. 349 S. 10). Woraus die Gesuchstellerin ableitet, dass 

O._____ die Hauptarbeit der Begutachtung übernommen hätte, legt sie nicht wei-

ter dar. Jedenfalls handelt es sich bei den durch O._____ geführten Gesprächen 

und psychologischen Tests mit dem Gesuchsgegner um Abklärungen, welche die 

Gutachterin J._____ kraft ihres Sachverstandes jederzeit überblicken und beurtei-

len konnte und für deren Ergebnisse J._____ mit der Unterzeichnung des Gutach-

tens die Verantwortung übernahm.  

3.6.1. Weiter moniert die Gesuchstellerin, die vom FORIO empfohlenen Kinder-

heime "P._____" und "Q._____" kämen für D._____ beide nicht in Betracht, da 

- 29 - 

das P._____ nur kleine Kinder bis maximal sieben Jahre aufnehme und das 

Q._____ nur langfristige Platzierungen anstrebe. Offensichtlich habe sich das 

FORIO die von ihm angegebenen Webseiten der beiden Kinderheime nie ange-

schaut, was keinen professionellen Eindruck erwecke (Urk. 360 S. 9 f.). 

3.6.2. Die Stiftung P._____ ist tatsächlich nur für Kinder bis zu sieben Jahren ge-

dacht (www.P._____.ch). Das Q._____ ist zumindest "grundsätzlich" an langfristi-

gen Platzierungen interessiert, was kürzere Aufenthalte nicht per se ausschliesst. 

Die Dauer des Aufenthalts richtet sich gemäss Homepage nach der Situation und 

dem Befinden des Kindes (www.Q._____.ch/ Ueber-uns/Angebot/…). Letztlich 

kann die Auswahl der im Gutachten empfohlenen Institutionen für die Frage der 

Verwertbarkeit des Gutachtens jedoch keine Rolle spielen. Dies muss umso mehr 

gelten, als – wie noch zu zeigen sein wird (vgl. nachfolgend E. III.B. 8.3. und 8.4.) 

– von einer Fremdplatzierung der Kinder ohnehin abzusehen ist.  

3.7. Die Gesuchstellerin macht geltend, die strafrechtlichen Beurteilungen des 

FORIO seien schlichtweg falsch. Das FORIO unterstelle, dass sowohl die Straf-

anzeige der Gesuchstellerin wegen Tätlichkeiten als auch das Strafverfahren we-

gen sexuellen Handlungen mit Kindern gegen den Gesuchsgegner vollkommen 

zu Unrecht erfolgt seien. Es bringe damit eine Voreingenommenheit gegenüber 

der Gesuchstellerin zum Ausdruck (Urk. 360 S. 10 f.). Die Gesuchstellerin stützt 

ihre Kritik auf zwei Zitate aus dem Gutachten (Urk. 360 S. 11). Was das erste Zi-

tat anbelangt ("Mit den Strafanzeigen der Kindsmutter gegen den Kindsvater […] 

erfuhr der Konflikt eine weitere Akzentuierung", Urk. 349 S. 64), schreibt die Gut-

achterin nachvollziehbar, dass sich die Eheleute zunehmend voneinander distan-

ziert hätten und sich im Verlauf eine destruktive Dynamik mit eskalativen Momen-

ten zwischen den Kindseltern entwickelt hätte. Nach der Trennung habe sich das 

Verhältnis weiter verschlechtert und zunehmend auch zu Uneinigkeiten bezüglich 

der Kontaktregelung betreffend die Kinder geführt (Urk. 349 S. 64). Dass vor die-

sem Hintergrund eine Strafanzeige wegen sexueller Handlungen mit Kindern nicht 

zur Beruhigung des Konflikts beiträgt, sondern diesem zusätzliches Gewicht ver-

leiht, liegt auf der Hand. Weiter zeige sich die falsche strafrechtliche Beurteilung 

und Voreingenommenheit des FORIO gemäss der Gesuchstellerin in folgender 

- 30 - 

Passage des Gutachtens: "Bei Konflikten tendiert die Kindsmutter dazu, andere 

zu beschuldigen und fehlerhaftes Verhalten zu unterstellen" (Urk. 349 S. 67). 

Auch hier reisst die Gesuchstellerin eine kurze Textpassage aus dem Gesamtzu-

sammenhang. So stellte die Gutachterin diagnostisch fest, dass aufgrund der ge-

samten Befundlage – und nicht etwa aufgrund der von der Gesuchstellerin einge-

reichten Strafanzeigen – bei der Gesuchstellerin der Verdacht auf das Vorliegen 

einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzisstischen, dissozialen und histroni-

schen Zügen bestehe. Die Gutachterin gelangte zum Schluss, dass die Gesuch-

stellerin eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Kritik und Zurückweisung 

aufweise, mit Entrüstung reagiere, wenn sie sich angegriffen oder gar gedemütigt 

fühle, und dann die Konfrontation und teilweise vermutlich auch die Eskalation 

suche. In diesem Kontext platzierte sie die von der Gesuchstellerin angeführte 

Passage (Urk. 349 S. 67). Eine Voreingenommenheit des FORIO bzw. eine sol-

che der Gutachterin lässt sich aufgrund der zwei gänzlich aus dem Gesamtzu-

sammenhang gerissenen Zitate nicht herleiten.  

3.8. Die Gesuchstellerin ist der Ansicht, im Gutachten würden unklare, unwis-

senschaftliche und herabwürdigende Begriffe verwendet, die unsubstantiiert ge-

blieben seien (Urk. 360 S. 11 f.). Dem muss entgegengehalten werden, dass 

selbst wenn im Gutachten teilweise Begriffe untechnisch verwendet worden sein 

mögen, dies die Verwertbarkeit des Gutachtens nicht in Frage stellt, solange so-

wohl das Gericht als auch die Parteien im Gesamtzusammenhang verstehen, zu 

welchen Schlüssen die Gutachterin gelangte und weshalb. Dass dem vorliegend 

nicht so wäre, behauptet die Gesuchstellerin nicht. Vielmehr hält sie sich in ihrer 

Eingabe vom 8. Mai 2017 mit einzelnen spezifischen Begriffen auf (Urk. 360 S. 11 

f.), die im Gesamtzusammenhang und insbesondere bei der abschliessenden Be-

urteilung der Fragen keine Rolle spielen.  

3.9.1. Die Gesuchstellerin kritisiert die Interpretation der gutachterlichen Befunde 

und verweist dabei auf zwei von ihr ins Recht gereichte Stellungnahmen zum 

Gutachten, eine der Fachärztin und Forensischen Psychiaterin Dr. med. R._____ 

(Urk. 362/1) und eine der Fachpsychologin lic. phil. S._____ (Urk. 362/4). 

Dr. R._____ gelange zum Schluss, das Gutachten des FORIO sei inhaltlich 

- 31 - 

falsch, grob fehlerhaft und willkürlich (Urk. 360 S. 3, S. 12 ff.), S._____ beurteile 

das Gutachten als mangelhaft, fehlerhaft, tendenziös und in seinen Empfehlungen 

unverhältnismässig (Urk. 360 S. 23 f.). 

3.9.2. Es gilt festzuhalten, dass die beiden von der Gesuchstellerin ins Recht ge-

reichten Stellungnahmen als Parteigutachten zu qualifizieren und somit als blosse 

Bestandteile der Parteivorbringen zu werten sind. Die Versuche eines Teils der 

Lehre, das Privatgutachten entgegen der klaren Intention des Gesetzgebers 

durch die Hintertüre als Beweismittel einzuführen und es als Beweisurkunde im 

Sinne von Art. 177 ZPO gelten zu lassen, wurden vom Bundesgericht zurückge-

wiesen (Müller, DIKE-Komm-ZPO, Art. 183 N 28 m.H.). Auf die inhaltliche Kritik 

der Gesuchstellerin am Gutachten vom 16. Februar 2017 wird ferner im Rahmen 

der materiellen Prüfung von Obhutszuteilung und Besuchsrecht einzugehen sein, 

soweit es sich für die Beurteilung des Falls als notwendig erweist. Indem – wie 

noch zu zeigen sein wird (vgl. nachfolgend E. III.B. 8.3 und 8.4.) – den Empfeh-

lungen der Gutachterin in einem wesentlichen Teil nicht zu folgen sein wird, ver-

liert die inhaltliche Kritik der Gesuchstellerin aber von vornherein an Bedeutung.  

3.10. Sodann beanstandet die Gesuchstellerin, die Gutachterin J._____ habe 

sich mit Verfügung vom 8. Juli 2016 zur Gutachterin ernennen lassen, obwohl sie 

zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst habe, dass sie das FORIO im Herbst 2016 

verlassen würde. Sie habe damit den Auftrag wider besseres Wissen angenom-

men (Urk. 360 S. 25). Es handelt sich um eine Behauptung, die weder untermau-

ert wird, noch für die sich in den Akten Anhaltspunkte finden liessen. Im Übrigen 

ist die Behauptung auch nicht zielführend, wurde doch der Auftrag von der Gut-

achterin J._____ zu Ende geführt und blieb sie zur Fertigstellung des Gutachtens 

im Sinne eines Einzelmandats für das FORIO tätig (Urk. 314). Im Übrigen kann es 

für die Verwertbarkeit des Gutachtens keine Rolle spielen, wo J._____ formell an-

gestellt war. Der Gutachtensauftrag erging an sie persönlich, nicht an das FORIO 

(Urk. 290 f.). 

3.11. Die Gesuchstellerin bringt vor, J._____ als beauftragte Gutachterin habe 

mit dem Gesuchsgegner als Kindsvater nie gesprochen (Urk. 360 S. 25). Dies 

dürfte zutreffen (Urk. 349 S. 10). Allerdings war die Gutachterin dazu auch nicht 

- 32 - 

verpflichtet. Gemäss Gutachtensauftrag vom 8. Juli 2016 wurde ihr die Bewilli-

gung erteilt, eigene Abklärungen im Sinne von Art. 186 ZPO vorzunehmen, insbe-

sondere mit allen beteiligten Personen Gespräche zu führen. Ferner war sie, wie 

bereits dargelegt wurde, berechtigt, Mitarbeiter beizuziehen. Eine Verpflichtung, 

persönlich mit dem Kindsvater zu sprechen, bestand somit nicht. Wenn sie davon 

absah und damit O._____ beauftragte, so tat sie dies offensichtlich bewusst und 

aus fachlichem Grund. Es lag an der Gutachterin, aufgrund ihres Sachverstands 

zu entscheiden, welche Abklärungen und Gespräche sie persönlich führen wollte 

und welche nicht. Die Untersuchungskontakte mit den Parteien fanden alle in der 

Zeitspanne von August bis Oktober 2016 statt, weshalb sich ausschliessen lässt, 

dass die Gutachterin die Gespräche mit dem Gesuchsgegner nicht selbst wahr-

nahm, weil sie nicht mehr für das FORIO tätig war. Im Übrigen tut die Gesuchstel-

lerin einmal mehr nicht dar, was sie aus dem Einwand ableiten will.  

3.12.1. Die Gesuchstellerin erachtet das Gutachten als mangelhaft, weil die Gut-

achterin sich nicht an die Vorgaben des Obergerichts im Beschluss vom 

1. November 2016 gehalten habe, indem die angeordneten Besuchskontakte und 

die Begutachtung vermischt worden seien. An den Besuchskontakten hätten re-

gelmässig Personen mitgewirkt, die auch an der Begutachtung beteiligt gewesen 

seien. Nicht nur die Vermischung von Besuchskontakten und Gutachtensauftrag, 

sondern auch die Missachtung der Vorgaben des Obergerichts als Auftraggeber 

sei völlig unprofessionell (Urk. 360 S. 26).  

3.12.2. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass an der (versuchten) Durchführung 

des ersten Besuchskontakts vom 7. Dezember 2016 lic. phil. T._____ sowie 

N._____ und O._____ beteiligt waren. Am zweiten (versuchten) Besuchskontakt 

vom 12. Dezember 2016 wirkte neben T._____ wiederum N._____ mit und am 

dritten (versuchten) Besuchskontakt vom 19. Dezember 2016 neben T._____ 

auch O._____ (Urk. 349). Wie bereits dargelegt, handelte es sich bei N._____ um 

eine Praktikantin, die an der Ausarbeitung des Gutachtens nicht wesentlich betei-

ligt war (vgl. vorstehend E. III.A.3.5.2.) und bei den Besuchskontakten wohl in ers-

ter Linie zu Ausbildungszwecken zugegen sein durfte bzw. für die Verlaufsdoku-

mentation verantwortlich war (Urk. 349 S. 49). Weiter ergibt sich aus den Akten, 

- 33 - 

dass bei der Durchführung der geplanten Besuchskontakte T._____ federführend 

war, die ihrerseits wiederum nicht in den Begutachtungsprozess involviert war. 

O._____, die an der Ausarbeitung des Gutachtens beteiligt war, schien vor allem 

für die Organisation und das Zustandekommen der Besuchstreffen, nicht jedoch 

für die Durchführung derselben zuständig (Urk. 349 S. 49, Urk. 317, Urk. 327, 

Urk. 331). Ausserdem blieb die verantwortliche Gutachterin J._____ an der 

Durchführung der Besuchskontakte unbeteiligt (Urk. 349 S. 10). Damit ist einzig 

mit Bezug auf O._____ eine allenfalls nennenswerte Vermischung des Begutach-

tungsprozesses mit der Durchführung der Besuchskontakte ersichtlich. Die Ge-

suchstellerin vermag diesbezüglich jedoch weder konkrete Ausstandsgründe noch 

eine unzulässige Vorbefassung substantiiert darzutun. Darüber hinaus war 

J._____ als verantwortliche Gutachterin an der Durchführung der Besuchskontak-

te nicht beteiligt, so dass die gutachterliche Unabhängigkeit gewahrt wurde.  

3.13. Schliesslich führt die Gesuchstellerin ins Feld, die Gutachterin hätte nicht 

genügend fremd-anamnestische Auskünfte eingeholt bzw. sie habe sich nicht 

persönlich um die Einholung solcher Auskünfte gekümmert (Urk. 360 S. 26 f.). Die 

Gesuchstellerin unterlässt es einmal mehr, substantiiert darzulegen, bei wem die 

Gutachterin zusätzlich welche Auskünfte hätte einholen müssen, und begnügt 

sich mit allgemein gehaltener Kritik. Wie bereits ausgeführt, war die Gutachterin 

ermächtigt, jedoch nicht verpflichtet, eigene Abklärungen im Sinne von Art. 186 

ZPO vorzunehmen. Im Gutachten vom 16. Februar 2017 werden sämtliche exter-

nen Befunde und Explorationen im Umfeld der Parteien ausgewiesen (Urk. 349 

S. 52 ff.). Daraus ergibt sich, dass entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin zahl-

reiche fremd-anamnestische Auskünfte eingeholt wurden. Der Vorhalt, dass die 

Gutachterin diese nicht persönlich eingeholt habe, verfängt nicht, durfte doch die 

Gutachterin – namentlich auch für derartige Tätigkeiten – Hilfspersonen beiziehen 

(vorstehend E. III.A.3.1.3.). Mit der Unterzeichnung des Gutachtens durch die 

Gutachterin J._____ wurden sämtliche Erkenntnisse aus fremd-anamnestischen 

Auskünften durch sie übernommen. Soweit die Gesuchstellerin ausserdem mo-

niert, insbesondere vom Kindsvater seien keine fremd-anamnestischen Auskünfte 

eingeholt worden (Urk. 360 S. 27), unterlässt sie es darzutun, bei wem (Umfeld, 

allfälligen Therapeuten und behandelnden Ärzten, Fachleuten) entsprechende 

- 34 - 

Auskünfte bezüglich welcher offenen, massgeblichen Sachverhaltselemente zu-

sätzlich hätten eingeholt werden sollen. Damit genügt sie den Begründungsanfor-

derungen an eine Berufung nicht (vgl. vorstehend E. II.4.).  

4. Zusammenfassend ergibt sich aufgrund der vorstehenden Erwägungen, 

dass die rechtlich-formellen Einwände der Gesuchstellerin die Verwertbarkeit des 

Gutachtens vom 16. Februar 2017 nicht in Frage zu stellen vermögen. Auf die in-

haltliche Kritik am Gutachten wird wie ausgeführt im Rahmen der nachfolgenden 

materiellen Erwägungen zur Zuteilung der Obhut und zum Besuchsrecht einzuge-

hen sein, soweit sich dies als für die Beurteilung der Kinderbelange notwendig 

erweist. 

B. Zuteilung der Obhut 

1. Die Vorinstanz stellte die beiden gemeinsamen Kinder C._____, geboren 

am tt.mm.2002, und D._____, geboren am tt.mm.2008, unter die alleinige Obhut 

der Gesuchstellerin. Diese habe sich bereits während der gelebten Ehe mehrheit-

lich der Kinderbetreuung angenommen, während der Gesuchsgegner einer voll-

zeitlichen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Es entspreche dem Kindeswohl, 

insbesondere mit Blick auf das Kriterium der Stabilität der Verhältnisse sowie 

auch der bisher gelebten Rollenverteilung der Parteien, dass die Kinder weiterhin 

bei der Gesuchstellerin leben würden. Obwohl letztlich auch der Gesuchsgegner 

die Zuteilung der elterlichen Obhut an die Gesuchstellerin beantrage, habe er ge-

wisse Vorbehalte bezüglich deren Erziehungsfähigkeit angebracht. So behaupte 

er beispielsweise, die Gesuchstellerin benutze die Kinder für die Durchsetzung ih-

rer finanziellen Eigeninteressen und setze alles daran, sie dem Gesuchsgegner 

zu entfremden und das Verhältnis zu ihm zu torpedieren. Es ergäben sich hieraus 

jedoch keine genügend konkreten Anhaltspunkte, welche gegen die Erziehungs-

fähigkeit der Gesuchstellerin sprechen würden. Dass sich Eltern – nicht zuletzt im 

Kontext eines strittig geführten Eheschutzverfahrens – über Erziehungsziele und -

methoden nicht immer einig seien, erscheine nicht unüblich. Sodann sei bei der 

Obhutszuteilung dem Wunsch des Kindes Rechnung zu tragen. Aus der Kinder-

anhörung vom 27. August 2014 ergebe sich, dass C._____ sich grundsätzlich 

- 35 - 

wohl fühle unter der Obhut der Gesuchstellerin. Es entspreche damit zumindest 

betreffend C._____ auch dem Wunsch des Kindes, die Obhut der Gesuchstellerin 

zuzuteilen (Urk. 158 S. 15 ff.). 

2. Obwohl die Zuteilung der Obhut über die beiden Kinder C._____ und 

D._____ an die Kindsmutter durch die Vorinstanz weder von der Gesuchstellerin 

noch vom Gesuchsgegner mit der Berufung in Frage gestellt wurde, sah sich die 

erkennende Kammer vor dem Hintergrund der von den Parteien im Laufe des Be-

rufungsverfahrens neu erhobenen, gegenseitigen Vorwürfe und Vorbringen zur 

Einholung eines kinderpsychiatrischen bzw. -psychologischen Gutachtens zu den 

zwischen den Parteien höchst strittigen Kinderbelangen veranlasst (vgl. vorste-

hend E. III.A.1.). Entsprechend ist im zweitinstanzlichen Verfahren die Umteilung 

der Obhut im Rahmen der vom Gesuchsgegner beantragten Kindesschutzmass-

nahmen zu beurteilen (BGer 5A_807/2012 vom 6. Februar 2013, E. 4.2.3.).  

3.1. Der Gesuchsgegner stellte die Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin be-

reits im vorinstanzlichen Verfahren in Frage. So führte er vor Vorinstanz aus, die 

Gesuchstellerin benutze die Kinder dem Kindeswohl diametral zuwiderlaufend für 

ihre Zwecke, wozu insbesondere ein hoher Unterhaltsbeitrag und das Verbleiben 

in der ehelichen Liegenschaft gehören würden (Urk. 58 S. 2 ff.; Urk. 81 S. 7). 

Auch in der Berufungsantwort hält der Gesuchsgegner fest, die Gesuchstellerin 

würde die Kinder ständig und massiv instrumentalisieren und sie fortwährend ins 

Eheschutzverfahren einbeziehen (Urk. 169 S. 11 f.). Die Gesuchstellerin bringe 

insbesondere seiner Ansicht nach C._____ in einer dem Kindeswohl abträglichen 

Art bei, dass ihre Erkrankung gewisse Vorteile mit sich bringe und C._____ dies-

bezüglich die Trumpfkarte ausspielen könne (Urk. 169 S. 10). Ausserdem sei es 

die Gesuchstellerin, die den völligen Kontaktabbruch von C._____ zum Vater seit 

Frühjahr 2014 und von D._____ zum Vater seit Ende Februar 2015 zu verantwor-

ten habe. Dieses Verhalten lasse sehr grosse Zweifel an der Erziehungsfähigkeit 

der Gesuchstellerin aufkommen (Urk. 169 S. 20). Dennoch beanspruchte er we-

der vor Vorinstanz die elterliche Obhut für sich, noch appellierte er gegen den vo-

rinstanzlichen Entscheid, womit die elterliche Obhut der Gesuchstellerin zugeteilt 

wurde. Vielmehr verzichtete er einstweilen auf die Umsetzung seines Besuchs-

- 36 - 

rechts gegenüber C._____, wobei er erklärte, dies zu tun, um seine Tochter zu 

entlasten (Urk. 169 S. 11, 20 und 32). Mit Eingabe vom 2. Dezember 2015 ver-

langte er erstmals superprovisorisch die Umteilung der elterlichen Obhut über 

D._____ an sich. Er argumentierte, dass die Gesuchstellerin die Kinder massiv 

gegen ihn beeinflusse, einen wahren Krieg gegen ihn angezettelt habe und beide 

Kinder aktiv in die diversen Verfahren miteinbeziehe. Sie vernachlässige ausser-

dem den Haushalt derart, dass eine Gefährdungsmeldung notwendig geworden 

sei. Die Gesuchstellerin biete den Kindern keine feste Tagesstruktur, halte 

D._____ seit Wochen der Schule fern und lasse unzählige Absenzen von 

C._____ zu. Es liege eine Instrumentalisierung vor, welche die Persönlichkeits-

entwicklung der Kinder massivst gefährde (Urk. 221 S. 10).  

In der Eingabe vom 25. April 2016 führte der Gesuchsgegner sodann aus, dass er 

seine Tochter C._____ seit April 2014 und den Sohn D._____ seit Februar 2015 

nicht mehr regelmässig und unbegleitet gesehen habe. Zudem habe C._____ in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. März 2016 die gegen ihn er-

hobenen Vorwürfe der sexuellen Handlungen mit Kindern nicht bestätigt, weshalb 

die Notwendigkeit eines begleiteten Besuchsrechts gegenüber D._____ entfalle, 

sobald das Ergebnis des Strafverfahrens vorliege. Es sei definitiv die Gesuchstel-

lerin, welche die Kinder instrumentalisiere und manipuliere und deren Erziehungs-

fähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Er habe mehrfach darauf hingewiesen, dass 

die Kinder durch die Gesuchstellerin instrumentalisiert würden. Ausserdem liege 

eine Gefährdungsmeldung der Kantonspolizei bei den Akten (Urk. 212/1), wonach 

diese die KESB Horgen um Einleitung geeigneter Kindes- und Erwachsenen-

schutzmassnahmen ersucht habe. Beide Kinder würden aufgrund des Wollens 

der Gesuchstellerin unzählige Fachpersonen wie Ärzte, Psychiater, Psychologen 

und Therapeuten besuchen, und die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder, insbe-

sondere die mehrmonatige Schulverweigerung bei D._____ und die überdurch-

schnittlich häufigen Absenzen bei C._____, seien aktenkundig (Urk. 266 S. 7 f.). 

Aktenkundig sei ausserdem, dass die Gesuchstellerin die Kinder massiv in den 

ehelichen Konflikt miteinbeziehe und dadurch einen starken Loyalitätskonflikt bei 

diesen auslöse. Auffällig sei auch, dass die Gesuchstellerin gegen Personen, die 

ihre Ansichten nicht teilen würden, unsachliche und schwere Geschütze auffahren 

- 37 - 

würde und diese Personen als unqualifiziert betitle. Es sei ihr durch ihr unverant-

wortliches Tun gelungen, die ehemals gute und enge Vater-Tochter-Beziehung 

auf unbestimmte Zeit zu zerstören. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass ihr 

dies auch mit Bezug auf D._____ gelinge (Urk. 266 S. 9). Der Schaden, den das 

das Kindeswohl negierende Verhalten der Kindsmutter bei den Kindern verur-

sacht habe und noch verursache, sei erheblich. Das Verhalten der Gesuchstelle-

rin müsse endlich gestoppt werden und es sei zumindest D._____ zu ermögli-

chen, die Beziehung zum Vater wieder aufzunehmen und zu leben (Urk. 266 

S. 10). 

3.2. Die Gesuchstellerin wehrt sich gegen die vom Gesuchsgegner ins Feld ge-

führten Zweifel an ihrer Erziehungsfähigkeit. So hielt sie in der Eingabe vom 

5. Januar 2016 fest, dass der Gesuchsgegner bisher stets die Obhutszuteilung 

über die beiden gemeinsamen Kinder C._____ und D._____ an die Mutter bean-

tragt habe. Es sei völlig unerfindlich, weshalb sie nach zweieinhalbjährigem Ehe-

schutzverfahren plötzlich nicht mehr in der Lage sein solle, die beiden Kinder zu 

betreuen (Urk. 237 S. 3 f.). Sie habe monatelang miterleben müssen, wie 

D._____ in der Schule geplagt und drangsaliert worden sei, weshalb sie dem 

Schulleiter ein Umteilungsgesuch gestellt habe (Urk. 237 S. 10). Ein Obhutsent-

zug komme nicht in Frage, die diesbezüglichen Überlegungen des Gesuchsgeg-

ners seien unbehelflich und unsubstantiiert und würden vollumfänglich bestritten 

(Urk. 237 S. 12 f.). Bestritten werde ferner eine Instrumentalisierung der Kinder 

durch die Mutter (Urk. 237 S. 13). Wenn es dem Gesuchsgegner damit ernst sei, 

dass C._____ und D._____ in einer unbelasteten Umgebung aufwachsen und ih-

re Kindheit geniessen könnten, solle er aufhören, an ihr keinen guten Faden zu 

lassen. Der Gesuchsgegner habe sich während des Zusammenlebens kaum um 

die beiden Kinder gekümmert und er könne sich angesichts seiner Berufstätigkeit 

auch aktuell nicht um die Kinder kümmern. Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb 

die von den Parteien selber gewählte Rollenteilung nach all den Jahren plötzlich 

auf den Kopf gestellt werden sollte (Urk. 237 S. 13 f.). Mit Eingabe vom 

18. Januar 2016 teilte die Gesuchstellerin dem Gericht ausserdem mit, ein halbes 

Jahr nach Einreichung des Umteilungsgesuches sei die Schulpflege F._____ nun 

zur Vernunft gekommen und habe D._____ mit sofortiger Wirkung ins Schulhaus 

- 38 - 

…. umgeteilt. Seit 13. Januar 2016 besuche D._____ mit Freude die 2. Klasse. Er 

sei wie ausgewechselt, voller Freude und positiver Feedbacks. Damit stehe fest, 

dass sie mit ihrem Umteilungsgesuch im Kindeswohlinteresse von D._____ ge-

handelt habe. Während der Schulabsenz habe sie D._____ persönlich zuhause 

unterrichtet. Auch habe er während dieser Zeit regelmässig den reformierten Re-

ligionsunterricht, den Klavierunterricht sowie das Fussball- und Kung-Fu-Training 

besucht. Von einer Isolation könne keine Rede sein (Urk. 247 S. 4 f.). 

4. Mit Verfügung vom 10. Juli 2015 ordnete das hiesige Gericht eine Kinds-

vertretung gemäss Art. 299 ZPO an (Urk. 197) und bestellte mit Verfügung vom 

11. August 2015 Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ als Kindsvertreterin (Urk. 201). 

Mit Eingabe vom 5. November 2015 hielt die Kindsvertreterin unter anderem fest, 

dass die Kindseltern, welche beide im Rahmen der Trennung verletzt worden sei-

en, heute ihren Paarkonflikt unter anderem auch auf der Ebene ihrer Elternschaft 

weiter austragen würden und nicht in der Lage seien, sich gemeinsam für ihre 

Kinder zusammenzuraufen und eine Lösung zu erarbeiten. Vielmehr gingen aus 

den Akten unzählige Vorwürfe und Anschuldigungen hervor (Urk. 211 S. 2 f.). 

Weiter kommt die Kindsvertreterin zum Schluss, dass sich die Namen der durch 

die Mutter genannten unzähligen Ärzte, Therapeuten und in die Angelegenheit 

A._____B._____ involvierten Personen wie ein Telefonbuch lesen würden, was 

an das sogenannte Münchhausen-Syndrom erinnere, in dessen Rahmen Kinder 

kränker oder krank gemacht würden, nur damit eine Mutter überall und immer 

wieder Aufmerksamkeit bekomme. Die Akten hinterliessen bei ihr den Eindruck, 

als würde die Mutter auf allen Ebenen Solidaritätspartner suchen (Urk. 211 S. 4). 

Ausserdem sei es offensichtlich, dass die Gesuchstellerin ihre Gefühle dem Ge-

suchsgegner gegenüber immer wieder vor den Kindern thematisiere. Dabei wür-

den sich Kinder im Alter von C._____ und D._____ in derartigen Situationen 

zwangsläufig in erster Linie an den Elternteil binden, bei dem sie wohnten. 

C._____ habe sich als Schutzmechanismus mit der Mutter total solidarisiert und 

bespreche mit dieser den ganzen Prozess, der sie mit jeder Sicherheit weit über-

fordere. D._____ hingegen versuche, sich aus der Sache herauszuhalten und 

sich zu verweigern. C._____ und D._____ würden von ihrem sozialen Umfeld be-

züglich ihres Vaters und dessen Familie auf eine Art und Weise instrumentalisiert, 

- 39 - 

welche ihre Persönlichkeitsentwicklung aufs massivste gefährde (Urk. 211 S. 10). 

Für eine abschliessende Beurteilung von zentraler Bedeutung werde der Ausgang 

des gegen den Gesuchsgegner eingeleiteten Strafverfahrens sein. Ihres Erach-

tens sei es jedoch dringend notwendig, dass D._____ umgehend wieder Kontakt 

zu seinem Vater haben könne und Freiräume bekomme. Die Mutter scheine die 

Kinder in einem ungesunden Mass an sich zu binden. Sodann könne C._____ 

nicht für die Mutter Verantwortung übernehmen und sollte sie Freiräume erhalten. 

Ihre Epilepsie könne auch einen psychosomatischen Grund haben, da sie ihr im 

mütterlichen Haushalt stark eingeschränkt vorkomme und ihres Erachtens unter 

grossem Druck stehe. C._____ habe ihren Vater derzeit negativ idealisiert. Ein 

13-jähriges Mädchen in ihrer Situation solle nicht gezwungen werden, gegen ihren 

Willen Kontakt mit ihrem Vater zu haben. Käme es vorliegend zu einer Fremdplat-

zierung bzw. zu einem Obhutsentzug, werde sich der Kontakt zum Vater nach ei-

ner gewissen Zeit wieder einstellen (Urk. 211 S. 18 f.).  

5. Auf Empfehlung des kjz Horgen im Bericht vom 8. Dezember 2015 

(Urk. 230) wurde mit Beschluss vom 23. Dezember 2015 im Sinne einer vorsorgli-

chen Massnahme für die beiden Kinder C._____ und D._____ eine umfassende 

Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB angeordnet. Aus-

serdem wurde die KESB Horgen um baldmöglichsten Bericht über den bisherigen 

Verlauf des für D._____ mit Beschluss vom 7. Juli 2015 (Urk. 196) angeordneten 

begleiteten Besuchsrechts ersucht (Urk. 235). Im Abklärungsbericht vom 14. April 

2016 hielt der zuständige Beistand I._____ fest, dass schon der erste Besuchstag 

am 14. November 2015 gescheitert sei. Gemäss dem beauftragten Besuchsbe-

gleiter vom Zentrum … Zürich sei D._____ nie alleine mit dem Vater gewesen. 

Der Besuchsbegleiter U._____ sehe den Abbruch für die Besuchsbegleitung im 

Zusammenhang mit der Anwesenheit der Gesuchstellerin. Dies habe dazu ge-

führt, dass D._____ der Zugang zum Vater verwehrt gewesen sei (Urk. 262 S. 3). 

Die nächsten zwei Besuchstermine hätten zufolge Ferienabwesenheit und Krank-

heitsfall in der Familie des Besuchsbegleiters U._____ abgesagt werden müssen. 

Der Besuchstermin vom 26. Dezember 2015 habe nicht stattgefunden, weil die 

Gesuchstellerin mitgeteilt habe, dass sie in den Ferien sei (Urk. 262 S. 4). Für den 

Besuchstermin vom 9. Januar 2016 liegen unterschiedliche Angaben vor. Zum ei-

- 40 - 

nen, D._____ habe sich nicht zu einem Treffen mit dem Vater motivieren lassen, 

habe sich zum bevorstehenden Besuch abwehrend geäussert und eingenässt. 

Zum anderen, das Besuchsrecht sei vom Besuchsbegleiter krankheitsbedingt ab-

gesagt worden (Urk. 262 S. 4). Am 30. Januar 2016 habe D._____ von Anfang an 

angespannt gewirkt und sich nicht für ein Treffen mit dem Vater motivieren las-

sen; der Besuchstag habe erneut abgesagt werden müssen (Urk. 262 S. 4). Am 

13. Februar 2016 habe sich D._____ nach langen Verhandlungen dazu bewegen 

lassen, in Begleitung der Gesuchstellerin und eines Freundes der Familie zur 

Bushaltestelle zu gehen, wo der Gesuchsteller wohnt, um bei diesem sein neues 

Spielzeugauto abzuholen. In der Wohnung des Gesuchsgegners habe D._____ 

seinen Vater kaum angesehen und sich diesem gegenüber sehr distanziert ver-

halten. Nachdem er das Auto erhalten habe, habe er sich vom Vater verabschie-

det. Der darauffolgende Besuchstermin vom 27. Februar 2016 habe wiederum 

abgesagt werden müssen, weil D._____ sich geweigert habe, mit dem Besuchs-

begleiter mitzugehen. Einen Grund dafür habe er auch auf mehrmaliges Nachfra-

gen der Gesuchstellerin hin nicht nennen wollen. In der Folge habe das Zentrum 

… dem Beistand mitgeteilt, dass es aufgrund der hohen Belastung für D._____ 

nicht möglich sei, die Besuchsbegleitung weiterzuführen. Die Zusammenarbeit 

und das Vertrauen gegenüber den Fachleuten der Institution … sei von der Ge-

suchstellerin immer wieder in Frage gestellt worden. Die Gesuchstellerin habe 

deshalb die Arbeit und die dazugehörigen Berichte des Zentrums … berichtigen 

wollen, wohl um sich gegenüber dem Gesuchsgegner zu rechtfertigen (Urk. 262 

S. 5). Der Beistand sei zum Schluss gekommen, dass Handlungsbedarf im Fami-

liensystem bestehe. Die Parteien seien in ein hochstrittiges Trennungs- und Be-

suchsrechtsverfahren involviert und das Strafverfahren gegen den Vater sei hän-

gig. Der Beistand gehe davon aus, dass auch die Kinder über den Konflikt infor-

miert seien. Er schätze die Gefährdung von D._____ als hoch ein, sehe dringen-

den Handlungsbedarf und empfehle eine Begutachtung, welche das Augenmerk 

auf das gesamte Familiensystem lege und die vorhandenen Vorwürfe und offenen 

Fragen kläre. Bis dahin sei das Besuchsrecht gegenüber D._____ einstweilen zu 

sistieren (Urk. 262 S. 6 f.).  

- 41 - 

6.1. Die Beurteilung der Frage, welche Konsequenzen bei einer Beeinflussung 

der Kinder durch einen Elternteil oder der totalen Ablehnung von Besuchskontak-

ten gegenüber einem Elternteil im Einzelfall zu ziehen sind, hängt von ver-

schiedensten Faktoren ab. In sehr komplexen Fällen – und zu einem solchen hat 

sich der vorliegende Fall entwickelt– kann ein Gericht nicht ohne gründliche fach-

psychiatrische bzw. -psychologische Begutachtung entscheiden, wobei alle Betei-

ligten in die Begutachtung einzubeziehen sind. Es wurde daher von der erken-

nenden Kammer am 16. Juni 2016 die Einholung eines entsprechenden kinder-

psychiatrischen bzw. -psychologischen Gutachtens beschlossen (Urk. 279). 

6.2. Das gerichtlich angeordnete Gutachten wurde am 16. Februar 2017 erstat-

tet. Die Gutachterin gelangt darin zu folgenden Schlussfolgerungen (Urk. 349 

S. 79 ff.): 

6.2.1. Aus gutachterlicher Sicht müsse von einer parentifizierten Bindung zwi-

schen C._____ und der Gesuchstellerin ausgegangen werden. Aufgrund der 

hochstrittigen Elternsituation würden C._____ und D._____ in der Beziehung zur 

Kindsmutter immer wieder in einen kognitiven und emotionalen Konflikt geraten. 

Dieser werde bewältigt, indem die beiden Kinder mit der Kindsmutter eine Allianz 

bildeten, die Lebenswelt des Kindsvaters in Gegenwart der Kindsmutter kognitiv 

und emotional abspalteten und die abwertende Haltung der Kindsmutter gegen-

über dem Kindsvater übernähmen. Es handle sich um eine pathologische Konflikt-

lösung, weshalb die Entwicklungsprognosen für C._____ und D._____ entspre-

chend ungünstig seien und insbesondere auch im Hinblick auf die Adoleszenz ein 

Entwicklungsrisiko bestehe. Die Loyalität der Kinder zur Kindsmutter sei ausge-

sprochen hoch und so würden sie jeden Besuchskontakt zum Kindsvater verwei-

gern. Ein Teil möge aus Enttäuschung durch den Kindsvater, welcher aus Kinder-

sicht die Familie verlassen habe, entstanden sein. Überwiegen dürfte jedoch, 

dass es für die Kindsmutter kaum tolerierbar sei, wenn die Kinder sich gegen 

aussen orientierten und andere bedeutsame Bezugspersonen hätten. Die Allianz-

bildung der Kinder mit der Kindsmutter erschwere es dem Kindsvater, den Kon-

takt zu den Kindern wieder aufzunehmen resp. verunmögliche dies im Zeitpunkt 

der Begutachtung. Die Beziehungsbasis zum Kindsvater sei aufgrund des Ver-

- 42 - 

laufs der zugrundeliegenden familiären Dynamik und des längeren Beziehungs-

abbruchs derzeit bei beiden Kindern problematisch. Aus gutachterlicher Sicht sei 

allerdings von einer grundsätzlich geeigneten Basis mit Anknüpfungspunkten 

auszugehen (Urk. 349 S. 80 f.).  

6.2.2. Die Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter beurteilt die Gutachterin als ein-

geschränkt. Diagnostisch bestehe bei der Kindsmutter aufgrund der Befundlage 

der Verdacht auf das Vorliegen einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzissti-

schen, dissozialen und histrionischen Zügen. Es habe sich im Rahmen der Be-

gutachtung im Sinne differentialdiagnostischer Überlegungen zudem der Verdacht 

auf das Vorliegen eines Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms ergeben. Sollte 

sich dieser Verdacht bestätigen, würde dies die Erziehungsfähigkeit der Kinds-

mutter zusätzlich und massiv einschränken bzw. wäre diese nicht gegeben. Die 

Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters beurteilt die Gutachterin als grundsätzlich 

gegeben (Urk. 349 S. 66 und S. 81).  

6.2.3. Die Gutachterin hält weiter fest, dass für eine Normalisierung der familiären 

Verhältnisse die Kindseltern gefordert seien, die massiven Konflikte auf Paarebe-

ne zugunsten einer einvernehmlichen Lösung aufzugeben, den anderen Elternteil 

in Gegenwart von C._____ und D._____ zu erhalten und den Kindern damit eine 

Chance auf eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Aufgrund der Ausgangs-

lage müsse davon ausgegangen werden, dass dies ein langwieriger und aufrei-

bender Prozess für die Parteien darstelle, zumal er nur bei Kooperation beider El-

ternteile gelingen könne. Die Kindsmutter schaffe es aus gutachterlicher Sicht 

nicht, den Kindsvater als Elternteil zu erhalten und erscheine in dieser Hinsicht 

dementsprechend eingeschränkt geeignet, die Kinder den Bedürfnissen entspre-

chend zu betreuen und versorgen. Der Kindsvater seinerseits erscheine geeignet 

und kompetent, die Kinder zu versorgen. Die Beziehungsbasis sei aufgrund des 

Verlaufs, der zugrundeliegenden familiären Dynamik und des längeren Bezie-

hungsabbruchs derzeit jedoch für beide Kinder problematisch. Aufgrund des un-

terschiedlichen Alters würden sich aus fachpsychologischer Sicht bei C._____ 

und D._____ andere Fragestellungen und Überlegungsansätze betreffend eine 

Anpassung der aktuellen Situation stellen (Urk. 349 S. 82): 

- 43 - 

- Hinsichtlich C._____ sei von einer Fremdunterbringung zum gegenwärtigen 

Zeitpunkt abzusehen. Als 14-jährige Jugendliche sei ihr alltäglicher Betreu-

ungsbedarf dergestalt, dass sie vermehrt auf ein qualitativ stringentes Moni-

toring angewiesen sei. Viele ihrer Aufgaben könne C._____ kompetent und 

selbständig ausüben. Vor dem Hintergrund ihrer dysfunktionalen Bindung an 

die Kindsmutter erscheine eine Fremdunterbringung für C._____ wohl ent-

wicklungsproblematischer als ein Verbleib bei der Kindsmutter mit entspre-

chenden flankierenden Massnahmen. Beispielsweise könne mit dem Erhalt 

der Beistandschaft, dem Erhalt der psychotherapeutischen Behandlung und 

regelmässigen Standortsitzungen in der Schule zur Sicherung der schuli-

schen Karriere eine ausreichende familienergänzende Betreuung sicherge-

stellt werden, um C._____ in der mütterlichen Obhut zu belassen (Urk. 349 

S. 82).  

- Bei D._____ sei aus gutachterlicher Sicht eine vorerst auf eine beschränkte 

Dauer angesetzte Fremdplatzierung zu empfehlen. D._____ könne so sei-

nen Lebensmittelpunkt an einen neutralen, nicht konflikthaft kontaminierten 

Ort verlegen und von dort aus die Beziehung zu den Kindseltern pflegen. 

Auf diese Weise könne das System aufgelöst und könnten dysfunktionale 

Dynamiken wie die maligne Loyalität zur Kindsmutter, welche den Kontakt 

zum Kindsvater verunmögliche, reduziert werden. Die Kindseltern müssten 

sich während der Dauer der Fremdplatzierung bereit erklären, den weiteren 

Verlauf begleiten und überprüfen zu lassen. Dies bedinge, dass sie dem 

Beiziehen von Fachpersonen und einem engen Austausch in einem erwei-

terten System unwiderruflich zustimmen würden. Sie müssten klaren Ziel-

vereinbarungen zustimmen und über die Konsequenzen bei allfälligem 

Scheitern oder Nichteinhalten der Auflagen in Kenntnis gesetzt werden (bei-

spielsweise Beibehaltung der Fremdplatzierung, Obhutsumteilung oder Ob-

huts- und Sorgerechtsentzug; Urk. 349 S. 83). 

7.1. Die Gesuchstellerin wehrt sich in ihrer Eingabe vom 8. Mai 2017 nicht nur 

in formeller Hinsicht gegen das Gutachten, sondern bezeichnet dieses auch in in-

haltlicher Hinsicht als fehlerhaft. Unter Bezugnahme auf zwei Privatgutachten, ei-

- 44 - 

nes der Forensischen Psychiaterin Dr. R._____ vom 12. April 2017 (Urk. 362/1) 

und eines von lic. phil. S._____ vom 28. April 2017 (Urk. 362/4), weist sie auf un-

zulässige Interpretationen des FORIO hin. So sei sie als Mutter in der Lage ge-

wesen, auch im Kontext des Ehestreites für die Bedürfnisse ihrer Kinder einzu-

stehen und trotz massiven Eheschwierigkeiten eine Entwicklung zu unterstützen, 

welche die Kinder nicht beeinträchtigt habe. Dass sie sich als Mutter angesichts 

der Borreliose und der darauffolgenden Epilepsien ihres Kindes besorgt zeige, sei 

nicht nur normal, sondern wichtig. Dass es ihr ausserdem gelungen sei, in dieser 

schwierigen Situation der Tochter so viel Beistand zu leisten, dass diese den Mut 

habe entwickeln und aufrechterhalten können, um ins Gymnasium überzutreten, 

dürfe als Beleg für die Stabilität und Resilienz der Gesuchstellerin interpretiert 

werden, gerade in der schwierigen Ehesituation zugunsten der Kinder zu handeln. 

Desgleichen verhalte es sich mit D._____, dessen psychische Befindlichkeit sich 

nach Schulhauswechsel verbessert bzw. stabilisiert habe. Dies könnte als Beleg 

dafür gelten, dass der unermüdliche Einsatz der Gesuchstellerin für die Umteilung 

ihres Sohnes in eine andere Klasse eine objektivierbare Berechtigung gehabt ha-

be (Urk. 360 S. 13 ff.). Gemäss Meinung von Dr. R._____ handle es sich im Kon-

text der Interpretationen betreffend die Kindsmutter um ein rein gedankliches 

Konstrukt, welches sich im Gutachten nicht substantiieren lasse (Urk. 360 S. 16). 

Wie die Autoren des Gutachtens bei der Gesuchstellerin auf eine akzentuierte 

Persönlichkeit mit dissozialen, histrionischen und narzisstischen Zügen kämen, 

eine Bezeichnung, die sie nicht etwa mit einer Quelle belegen würden, die eine 

Akzentuierung beschreibe, sondern mit einer Quelle, die eine Persönlichkeitsstö-

rung beschreibe, sei nicht nachvollziehbar, und die Attribuierung widerspreche 

jeglicher fachlicher Grundlage (Urk. 360 S. 19 f.). Im Übrigen bezeichne 

Dr. R._____ auch den Verdacht auf das Vorliegen eines Münchhausen-

Stellvertreter-Syndroms als reine Fantasiebeurteilung. Den Nachweis, worauf sich 

diese abenteuerliche Behauptung stütze, würden die Autoren des Gutachtens 

schuldig bleiben (Urk. 360 S. 20 f.). Dr. R._____ schreibe, die Schlussfolgerungen 

der Gutachterin seien im Hinblick auf das Kindeswohl und die Betreuung der Kin-

der nicht von Substanz getragen. Die Grundlage der Beurteilung sei in sich feh-

lerhaft, zuweilen gar willkürlich (Urk. 360 S. 21). Aus den ihr zur Verfügung ste-

- 45 - 

henden Informationen und Unterlagen leite Dr. R._____ ab, dass die Gesuchstel-

lerin bis dato der Garant dafür gewesen sei, dass die Kinder trotz objektivierbaren 

Schwierigkeiten unter Einbezug verschiedener Fachpersonen und des familiären 

Umfelds einen guten Entwicklungsstand aufweisen würden, welcher ohne die Art 

und Weise der Einwirkung ihrer Mutter so mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit 

nicht geglückt wäre (Urk. 360 S. 22). S._____ beurteile das Gutachten als man-

gelhaft, fehlerhaft, tendenziös und in seinen Empfehlungen unverhältnismässig. 

Insbesondere sei der Vorschlag, D._____ vorübergehend in einem Heim zu plat-

zieren, unverhältnismässig und werde dem Kindeswohl nicht gerecht. Wenn auch