# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b821b115-ca49-5be4-9c86-15dbf8b1771a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-23
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2011 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2011
**Docket/Reference:** DB.2015.154
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_154_ta.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.154 
1 ST.2015.194 

Entscheid 

23. Oktober 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter Mi-
chael Ochsner und Gerichtsschreiberin Barbara Collet 

A   A G ,    
Steuergemeinde B,   

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 1.1. - 31.12.2011 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Die in der Liegenschaftenverwaltung tätige A AG (nachfolgend die Pflichti-

ge)  belastete  ihrer  Erfolgsrechnung  2011  über  das  Konto  "4009 Diverser  Aufwand" 

einen  runden  Betrag  von  Fr.  200'000.-.  Im  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsverfah-

ren der entsprechenden Steuerperiode 1.1. - 31.12.2011 verlangte die Steuerkommis-

särin  mit  Auflage  vom  18.  Juni  2014  den  diesbezüglichen  detaillierten  Kontoauszug 

sowie  den  Nachweis  der  geschäftsmässigen  Begründetheit  aller  über  dieses  Konto 

verbuchten Aufwendungen. Die Pflichtige liess daraufhin am 7. Juli 2014 den verlang-

ten  Kontoauszug,  einen  Auszug  des  Gegenkontos  "1077  Darlehen  D"  sowie  einen 

Schuldenerlassvertrag  einreichen.  Den  beiden  Kontoblättern  liess  sich  entnehmen, 

dass der verbuchte Aufwand  von Fr. 200'000.- auf der Abschreibung eines Darlehens 

("Darlehen  D")  beruhte. Aus  dem  eingereichten Schuldenerlassvertrag  ergab  sich  so-

dann,  dass  sich  die  Pflichtige  und  deren  Aktionär  E  per  28.  Februar  2012  gegenüber 

der D AG verpflichtet hatten, auf Forderungen im Gesamtbetrag von Fr. 721'070.40 zu 

verzichten.  Bei  der  D  AG  handelte  es  sich  dabei  um  eine  in  Zahlungsschwierigkeiten 

geratene  Mieterin  der  Pflichtigen.  Die  Steuerkommissärin  stellte  sich  in  der  Folge  im 

Rahmen  von  Einschätzungsvorschlägen  und  diversen  Schriftenwechseln  auf  den 

Standpunkt, dass die per 2011 verbuchte Darlehensabschreibung einem Drittvergleich 

nicht  standhalte  bzw.  geschäftsmässig  nicht  begründet  sei,  weil  die  Sanierung  der  D 

AG nicht Aufgabe der Pflichtigen, sondern von E gewesen wäre, der zur fraglichen Zeit 

beide Gesellschaften beherrscht habe. Nachdem die Pflichtige unter Nachreichung von 

zusätzlichen  Unterlagen  jeweils  den  gegenteiligen  Standpunkt  hatte  vertreten  lassen, 

blieb die Steuerkommissärin mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid 

vom  18.  Februar  2015  bei  ihrer  Auffassung  und  rechnete  die  Darlehensabschreibung 

gewinn- und kapitalseitig vollumfänglich auf, sodass folgende Steuerfaktoren resultier-

ten: 

Steuerperiode 1.1.-31.12.2012 

Direkte Bundessteuer 

Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbarer Reingewinn 

Gewinnsteuersatz 

Eigenkapital per 31.12.2012 

Steuerbares Eigenkapital 

Kapitalsteuersatz 

              Fr. 

471'400.- 

8.5% 

8'403'558.- 

       Fr. 

471'400.- 

8% 

8'403'000.- 

     0.75‰  

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B. Die hiergegen erhobenen Einsprachen, mit welchen die Pflichtige weiterhin 

die  geschäftsmässige  Begründetheit  der  Darlehensabschreibung  hatte  vertreten  las-

sen,  wurden  vom  kantonalen  Steueramt  mit  Entscheiden  vom  30.  Juni  2015  lediglich 

insoweit teilweise gutgeheissen, als den Aufrechnungen von Fr. 200'000.- noch Steuer-

rückstellungen von Fr. 42'000.- gegenübergestellt wurden; in letzterem Umfang wurden 

die Steuerfaktoren gewinn- und kapitalseitig entsprechend reduziert.  

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  28.  Juli  2015  lässt  die  Pflichtige  an  der 

verbuchten  Abschreibung  festhalten  und  beantragen,  Veranlagung  und  Einschätzung 

deklarationsgemäss vorzunehmen; zudem sei ihr eine Parteientschädigung zuzuspre-

chen.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung  vom 24. August 2015 

auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (EStV)  liess 

sich nicht vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 20 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 20 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes vom 

8. Juni 1997 (StG) sind u.a. Einkünfte aus beweglichem Vermögen steuerbar, wie Divi-

denden, Gewinnanteile, Liquidationsüberschüsse, Kapitalrückzahlungen für Gratisakti-

en  und geldwerte  Vorteile  aus  Beteiligungen  aller  Art. Zu  den  letztgenannten  Leistun-

gen  gehören  namentlich  auch  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  sowie 

Zuwendungen von Aktiengesellschaften an die Anteilsinhaber oder ihnen nahestehen-

de  Dritte,  die  einem  Aussenstehenden  nicht  oder  zumindest  nicht  in  gleichem  Masse 

gewährt  würden.  Geldwerte  Leistungen  in  letzterem  Sinn  sind  nach  der  Rechtspre-

chung immer dann anzunehmen, wenn (a) die Gesellschaft keine oder keine gleichwer-

tige Gegenleistung erhält, (b) der Aktionär bzw. Anteilsinhaber direkt oder indirekt (z.B. 

über eine ihm nahestehende Person oder Unternehmung) einen Vorteil erhält, der ei-

nem  Dritten  unter  gleichen  Bedingungen  nicht  zugebilligt  worden  wäre,  die  Leistung 

also  insofern  ungewöhnlich  ist,  und  (c)  der  Charakter  dieser  Leistung  für  die  Gesell-

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schaftsorgane  erkennbar  war  (vgl.  BGE  119  Ib  116  E.  2  S. 119  f.;  115  Ib  274  E.  9b 

S. 279; ASA 69 202 E. 2; 68 596 E. 2; 68 246 E. 3a; je mit weiteren Hinweisen). 

Der  Grund  solcher  Vorteilszuwendungen  liegt  nicht  in  der  Geschäftstätigkeit 

der Gesellschaft, sondern im Beteiligungsverhältnis. Mit der Ausrichtung von geldwer-

ten  Vorteilen  kommt  die  Gesellschaft  nicht  geschäftlichen  Verpflichtungen  nach,  son-

dern verwendet Gewinn im Interesse ihrer Aktionäre (Art. 660 OR; Markus Reich, Ver-

deckte Vorteilszuwendungen zwischen verbundenen Unternehmen, in: ASA 54, 621 f.). 

Ob eine Leistung der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten gerade we-

gen  dieser  Eigenschaft  erfolgt  ist  und  einem  Dritten  nicht  erbracht  worden  wäre,  so-

dass sie als eine für jenen steuerbare Zuwendung gelten muss, bestimmt sich danach, 

ob die Leistung ungewöhnlich ist und sich mit einem sachgemässen Geschäftsgebaren 

nicht vereinbaren lässt, also als geschäftsmässig nicht begründet erscheint (BGE 113 

Ib 23 E. 2c). Anzustellen ist dazu ein Drittvergleich. Beim Drittvergleich sind in jedem 

Einzelfall alle konkreten Umstände des zwischen der Gesellschaft und dem Anteilseig-

ner  abgeschlossenen  Geschäfts  zu  berücksichtigen  und  es  muss  davon  ausgehend 

bestimmt werden, ob das Geschäft in gleicher Weise mit einem der Gesellschaft nicht 

Verbundenen auch abgeschlossen worden wäre (BGr, 10. November 2000 = StE 2001 

B 24.4 Nr. 58 und ASA 66, 554 und 559).  

b) Die verdeckte Gewinnausschüttung kann nicht nur in einem Wertzufluss an 

den Aktionär oder eine ihm nahestehende Person liegen, sondern auch in der Verhin-

derung  eines  entsprechenden  Wertabflusses.  Eine  derartige  Vorteilszuwendung  wird 

insbesondere  auch  angenommen,  wenn  eine  Gesellschaft  den  genannten  Personen 

ohne betrieblichen Grund ein Darlehen gewährt im Bewusstsein, auf eine Rückzahlung 

allenfalls verzichten zu müssen (StE 1990 B 24.4 Nr. 25 mit Hinweisen, auch zum Fol-

genden). Unter solchen Umständen erscheint das hingegebene Darlehen als simulier-

tes, ungültiges Rechtsgeschäft (Art. 18 Abs. 1 OR).  

c)  Die  Rechtsprechung  hat  verschiedene  Indizien  entwickelt,  welche  auf  die 

Simulation  eines  zwischen  Aktiengesellschaft  und  Aktionär  abgeschlossenen  Darle-

hensgeschäfts schliessen lassen (ASA 53, 54 ff.; StE 1989 B 24.4 Nr. 17; André Rouil-

ler, Geldwerte Leistungen in Form von Aktionärsdarlehen, ASA 55, 3 ff.; alle auch zum 

Folgenden). Derartige Anhaltspunkte bilden beispielsweise folgende Tatsachen: 

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–  fehlender schriftlicher Darlehensvertrag über Höhe und Rückzahlung des Dar-

lehens sowie über dessen Verzinsung; 

–  fehlende Bonität des Schuldners;  

–  Kumulierung von Darlehen und Novation der Zinsen in eine zusätzliche Darle-

hensschuld; 

–  fehlende effektive Rückzahlungen; 

–  aussergewöhnliche Höhe des Darlehens;  

–  laufende Erhöhung der Schuldsumme;  

–  fehlende Dividendenzahlungen; 

–  fehlender  Zusammenhang  des  hohen  Darlehens  mit  dem  statutarischen 

Zweck der Gesellschaft. 

All  diese  Elemente  stellen  freilich  bloss  Teile  der  erforderlichen  Gesamtbe-

trachtung  des  Einzelfalls  dar.  Diese  hat  grundsätzlich  aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  des 

Vertragsabschlusses  bzw.  der  Hingabe  des  Darlehensbetrags  zu  erfolgen;  spätere 

Entwicklungen können nur insoweit berücksichtigt werden, als sie zu diesem Zeitpunkt 

bereits bekannt oder zumindest absehbar waren (BGr, 3. Februar 1995 = ASA 64, 641 

und 646). Bei der in diesem Sinn anzustellenden Gesamtbetrachtung steht im Vorder-

grund, ob die Gesellschaft einem unbeteiligten Dritten unter den nämlichen Bedingun-

gen  das  zur  Diskussion  stehende  Darlehen  ebenfalls  gewährt  hätte  (vgl.  VGr, 

22. November  2000  =  StE 2001  B 24.4  Nr. 60).  Ist  dies  auszuschliessen,  ist  davon 

auszugehen, die Darlehensgewährung bzw. -erhöhung entspreche nicht einem betrieb-

lichen Vorgang, sondern sei im Beteiligungsverhältnis zwischen Gesellschaft und Akti-

onär begründet.  

d)  Finden  geschäftsmässig  nicht  begründete  Vorteilszuwendungen  zwischen 

Schwestergesellschaften statt, erweisen sie sich als verdeckte Gewinnausschüttungen 

der leistenden Gesellschaft an die gemeinsamen Aktionäre einerseits und als verdeck-

te  Kapitaleinlagen  bei  der  begünstigten  Gesellschaft  andrerseits  (Dreieckstheorie; 

StE 1991 B 24.4 Nr. 27).  

e)  Liegt  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  vor,  ist  die  steuerliche  Gewinn-

korrektur bei der leistenden Gesellschaft in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in welchem 

sich der Vorgang in ihren Büchern auf den Erfolg der Gesellschaft auswirkt (RB 1976 

Nr. 47; Reimann/Zuppinger/Schärrer, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. Band, 

1969, § 45 N 86 mit Hinweisen). Das gilt auch dann, wenn sich ein Darlehenskontrakt 

im  Ergebnis  von  Anfang  an  als  simuliert  erweist,  weil  etwa  mit  der  Rückzahlung  der 

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Darlehenssumme  aufgrund  der  gegebenen  besonderen  Verhältnisse  nicht  ernsthaft 

gerechnet werden kann. Diesfalls hat die gebotene ertragssteuerliche Aufrechnung bei 

der leistenden Gesellschaft somit erst im Moment der Verbuchung einer Wertberichti-

gung  auf  dem  Guthaben  zu  erfolgen  (StE 1989  B 24.4  Nr. 17  mit  Hinweisen;  StRK  I, 

7. November 1991, I 28/1991). Beim Gesellschafter wird demgegenüber die verdeckte 

Gewinnausschüttung grundsätzlich im Zeitpunkt erfasst, in welchem er mit der Abliefe-

rung des Erhaltenen nicht mehr rechnen muss (RB 1981 Nr. 50). 

f)  Macht  die  Steuerbehörde  geltend,  ein  Darlehen  sei  simuliert,  hat  sie  auf-

grund  ihrer  Untersuchungen  den  steuerbegründenden Tatbestand  der  Simulation  auf-

zuzeigen,  mithin  darzutun,  dass  eine  Leistung  der  Gesellschaft  ganz  oder  teilweise 

nicht  geschäftsmässig  begründet  sein  kann  (vgl.  StE 1990  B 24.4. Nr. 25;  Reimann/ 

Zuppinger/Schärrer, § 45 N 82). Dabei dürfen die Anforderungen an den Nachweis der 

Steuerbehörde  naturgemäss  nicht  allzu  hoch  angesetzt  werden.  Es  genügt  vielmehr, 

dass sie den behaupteten Sachverhalt glaubhaft macht bzw. dass sich dieser in sach-

gemässer  Würdigung  der  Verhältnisse  als  sehr  wahrscheinlich  erweist  (vgl.  StRK  I, 

16. Dezember  1991,  R 148/90).  Diesfalls  obliegt  es  alsdann  der steuerpflichtigen Ge-

sellschaft  bzw.  dem  begünstigten  Aktionär,  die  begründete  Vermutung  zu  entkräften 

und den Gegenbeweis für die geschäftsmässige Begründetheit der streitigen Leistung 

zu  erbringen  (vgl.  Reimann/Zuppinger/Schärrer,  § 45  N 83  f.).  Die  Begünstigungsab-

sicht  des  Leistungserbringers  darf  bei  alledem  in  der  Regel  ohne  besonderen  Nach-

weis  der  Steuerbehörden  vorausgesetzt  werden  (vgl.  VGr,  24. November  1977  =  

ZBl 1978, 265 = ZR 1978 Nr. 59; Reimann/Zuppinger/Schärrer, § 45 N 84). 

2.  a)  Umstritten  ist  hier  die  geschäftsmässige  Begründetheit  einer  per  Ende 

2011  verbuchten  Teilabschreibung  eines  Darlehens,  welches  die  Pflichtige  der  D  AG 

(ab 2012 F AG) grösstenteils erst kurz zuvor (ab Februar 2011) gewährt hatte. Bei der 

D  AG  handelte  es  sich  zu  dieser  Zeit  um  eine  Schwestergesellschaft  der  Pflichtigen, 

war  doch  E  gemäss  unbestrittener  Darstellung  der  Vorinstanz  anfangs  2011  einzel-

zeichnungsberechtigter Aktionär der D AG, ehe er die Gesellschaft offenbar auf seine 

Tochter übertrug. Entsprechend ist die Frage nach der geschäftsmässigen Begründet-

heit  dieser  Abschreibung  vorab  unter  dem  Aspekt  des  Nahestehendenverhältnisses 

bzw. des gebotenen Drittvergleichs zu prüfen.  

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b) Die steuerbehördliche Sachverhaltsermittlung hat ergeben, dass es sich bei 

der D AG um eine Mieterin der in der Immobilienverwaltung tätigen Pflichtigen handelt. 

Offenbar geriet die D AG bereits ab dem Jahr 2002 in finanzielle Schwierigkeiten und 

türmten sich in den Folgejahren diverse Schulden auf; Ende 2011 schlug sich dies in 

einem  negativen  Bilanzgewinn  von  Fr.  851'290.-  nieder.  Aktenkundig  ist  dabei,  dass 

per 2008 auch die Pflichtige die D AG für Forderungen in der Höhe von Fr. 108'370.95 

betrieben hatte, wogen seinerzeit allerdings Rechtsvorschlag erhoben. 

Zur Entstehung des hier im Streit liegenden Darlehens ist sodann Folgendes 

bekannt: Ein schriftlicher Darlehensvertrag ist nicht aktenkundig und die Existenz eines 

solchen  wurde  auch  nie  geltend  gemacht.  Aufschluss  gibt  damit  primär  das  Buchhal-

tungskonto "1077 Darlehen D". Der diesbezügliche Kontoauszug 2011 zeigt auf, dass 

per Jahresanfang ein Darlehen aus früheren Jahren von lediglich Fr. 20'000.- bestan-

den hat. Zwischen dem 4. Februar und dem 31. Oktober 2011 wurden danach in ver-

schiedenen  Tranchen  zusätzliche  Darlehen  von  insgesamt  Fr.  270'000.-  verbucht. 

Ebenfalls als Darlehen verbucht wurde dabei ein Betrag von Fr. 86.80, welcher gemäss 

Buchungstext  eine  Rückvergütung  des  G  betroffen  hat.  Per  Jahresende  wurde  das 

Darlehen sodann mit dem Betreff "Abschreibung MZ" um weitere Fr. 170'501.30 aufge-

stockt.  Konkret  wurden  mit  dieser  Buchung  ausstehende  Mietzinsen  in  Darlehen  um-

gewandelt.  Das  dergestalt  im  Geschäftsjahr  2011  von  Fr. 20'000.-  auf  Fr. 460'588.- 

angewachsene Darlehen wurde schliesslich per Jahresende um den hier im Streit lie-

genden Betrag von Fr. 200'000.- auf Fr. 260'588.10 abgeschrieben.  

c)  Die  Steuerkommissärin  wies  in  ihren  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungs-

vorschlägen vom 5. Januar 2015 darauf hin, dass die Abschreibung von Fr. 200'000.- 

nicht  geschäftsmässig  begründet  sei,  weil  die  ab  Februar  2011  gewährten  Darlehen 

einem Drittvergleich nicht standhielten. Zu diesem Zeitpunkt sei nämlich die D AG be-

reits  massiv  überschuldet gewesen.  Die  zusätzlichen  Darlehen  von  total  Fr. 270'000.- 

wären  folglich  von  E  zu  gewähren  gewesen,  denn  es  sei  Aktionärsaufgabe,  bei 

schlechter finanzieller Situation das Eigenkapital zu sanieren und Gelder einzuschies-

sen. Als echtes Darlehen anerkannt werde indes ein Betrag von Fr. 190'588.- und hier-

auf könnten auch Abschreibungen vorgenommen werden.  

d)  Dem  liess  die  Pflichtige  mit  Schreiben  vom  6.  Februar  2015  entgegnen, 

dass  die 

fragliche  Abschreibung  nicht  bezahlte  Mieten  2011 

im  Betrag  von 

Fr. 170'501.30  enthalte  und  insoweit  deshalb  ohne  weiteres  zum  Abzug  zuzulassen 

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sei. Sodann habe E als Privater bei der Sanierung der D AG mehr als die Hälfte über-

nommen,  obwohl  schlussendlich  die  Pflichtige  am  meisten  profitiert  habe,  indem  da-

nach das Mietverhältnis habe fortgeführt werden können. Bei einem Konkurs der D AG 

wäre der Schaden für die Pflichtige erheblich grösser gewesen.  

Nachdem die Steuerkommissärin im Veranlagungs- bzw. Einspracheentscheid 

an  der  fehlenden  geschäftsmässigen  Begründetheit  der  Darlehensabschreibung  von 

Fr.  200'000.- festgehalten  hatte,  liess  die  Pflichtige  in  der  Einsprache  nochmals  beto-

nen, dass sie an der Erhaltung der D AG ein eminentes eigenes Interesse gehabt ha-

be.  Die  von  der  Letzteren  gemieteten  Räumlichkeiten  der  Liegenschaft  …weg  9  in  B 

seien aufgrund von Ausbau und Beschaffenheit kurz- und mittelfristig nämlich gar nicht 

anderweitig  vermietbar  gewesen.  Nach  der  Sanierung  der  D  AG  seien  per  2012  und 

2013 bereits wieder Mieteinahmen erzielt worden.  

e)  Die  Vorinstanz  blieb  in  der  Folge  im  Rahmen  der  Einspracheentscheide 

ohne Erweiterung der Begründung bei ihrer Sichtweise der fehlenden geschäftsmässi-

gen Begründetheit der Darlehensabschreibung von Fr. 200'000.-. 

3. a) Beschwerde- und rekursweise lässt die Pflichtige nun erneut vorbringen, 

dass  die  in  Frage  stehende  Abschreibung  von  Fr.  200'000.-  im  Umfang  von 

Fr. 170'501.30 als Ertrag verbuchte Mietzinse enthalte; letztlich sei ein als Ertrag ver-

buchter  Mietzinsertrag  storniert  worden,  da  eine  entsprechende  Einnahme  nie  erfolgt 

sei. Als echte Abschreibung sei damit nur die verbleibende Differenz von Fr. 29'498.70 

zu betrachten. 

b) Dem hält die Vorinstanz in der Beschwerde- und Rekursantwort entgegen, 

dass gemäss Angaben der Pflichtigen das ab Februar 2011 gewährte Zusatzdarlehen 

von Fr. 270'000.- im Sinn einer Sanierung dazu gedient habe, die betrieblichen Aktivi-

täten der D AG aufrecht zu erhalten. Dieses Bestreben betreffe indes das Geschäfts-

feld  der  Letzteren  und  nicht  dasjenige  der  Pflichtigen  als  Vermieterin.  Dabei  sei  auch 

zu beachten, dass die Sanierungsbeiträge dem Aktionär E zuzuordnen seien, während 

die Mietzinsausstände als Drittforderungen qualifizierten. Ein unabhängiger Dritter wä-

re erst nach einem allfälligen Verzicht des Aktionärs bereit gewesen, auf seine Forde-

rungen zu verzichten. Daher sei davon auszugehen, dass die Abschreibung des Darle-

hens über Fr. 200'000.- nicht primär die Mietzinsausstände betroffen habe, sondern die 

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zusätzlichen Zuschüsse bzw. Darlehen, welche also der Aktionär hätte leisten müssen. 

Sowohl die Mietzinsausstände als auch die restlichen Zuschüsse bzw. Darlehen seien 

im Übrigen im Folgejahr weitestgehend abgeschrieben worden.  

c)  Die  Argumentation  der  Vorinstanz  ist  nicht  nachvollziehbar.  Noch  im  Ein-

spracheentscheid  wies  sie  selber  darauf  hin,  dass  die  ausstehenden  Mietzinszahlun-

gen,  welche  auf  das  Darlehenskonto  umgebucht  worden  seien,  als  echtes  Darlehen 

qualifizierten. Gleiches stellte sie sodann in Bezug auf die per 1. Januar 2011 bereits 

bestehende  Darlehensforderung  von  Fr.  20'000.-  (und  die  kaum  ins  Gewicht  fallende 

Rückvergütung  G  von  Fr.  86.80)  fest.  Insgesamt  qualifizierte  sie  Fr. 190'588.-  explizit 

als  echtes  Darlehen,  auf  dem  auch  Abschreibungen  vorgenommen  werden  könnten. 

Wenn nun die Pflichtige ihre Darlehensforderungen gegenüber der D AG per 2011 im 

Umfang von Fr. 200'000.- abgeschrieben hat, ist folglich nicht einzusehen, wieso dies 

im Umfang der besagten Fr. 190'588.- nicht geschäftsmässig begründet sein soll. War 

die D AG per 2011 wie gesehen derart massiv überschuldet, musste die Pflichtige von 

der fehlenden Werthaltigkeit ihrer bestehenden Forderungen gegenüber der D AG aus 

Vorjahren (Fr. 20'000.-) sowie aus dem Mietverhältnis (Fr. 170'501.30)  ausgehen. Sind 

diese  Forderungen  sodann  Bestandteil  der  im  Konto  1077  insgesamt  erfassten  Aktiv-

darlehen  gegenüber  der  D  AG,  so  lässt  sich  nicht  argumentieren,  die  Abschreibung 

betreffe  "nicht  primär"  die  Mietzinsausstände,  sondern  die  ab  Februar  gewährten  Zu-

satzdarlehen,  welche  die  Vorinstanz  sinngemäss  für  simuliert  hält.  Die  Begründung 

hierzu, wonach ein unabhängiger Dritter erst nach einem allfälligen Verzicht des Aktio-

närs bereitgewesen wäre, auf seine Forderung zu verzichten, ist zudem rein spekulati-

ver Natur und durch nichts belegt. Bis zum von der Vorinstanz selbst ermittelten Betrag 

von  Fr. 190'588.-  erweist  sich  damit  die  Darlehensabschreibung  als  geschäftsmässig 

begründet.  

d) Fraglich kann demzufolge allein noch sein, ob der Abschreibung im verblei-

benden Differenzbetrag von Fr. 9'412.- die geschäftsmässige Begründetheit abzuspre-

chen ist. 

Es  ist  mit  der  Vorinstanz  nicht  nachvollziehbar,  dass  die  Pflichtige  einer  ihr 

nicht  nahestehenden  Gesellschaft,  welche  Mietzinsausstände  im  sechsstelligen  Fran-

kenbereich  hat  und  derart  massiv  überschuldet  ist,  noch  Darlehen  von  über  

1/4-Million Fr. gewähren sollte. Wohl geht es im vorliegenden Fall auch um eine Kun-

denbeziehung,  indem  die  Darlehensnehmerin  auch  Mieterin  ist  und  demzufolge  die 

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Fortführung  des  Mietverhältnisses  mit  Blick  auf  die  spezielle  Nutzung  der  vermieten 

Räumlichkeiten im Interesse der Vermieterin sein kann. Bei den hier vorliegenden Ver-

hältnissen  (Mietzinsausfall  von  über  Fr.  170'000.-;  nicht  mehr  einbringbare  Forderung 

aus  Vorjahren  von  Fr.  20'000.-,  Überschuldung  der  Mieterin  von  über  Fr. 800'000.-) 

hätte ein unabhängiger Dritter gleichwohl die Reissleine gezogen oder allenfalls einen 

Schuldenerlass  unter  Einbezug  aller  anderen  Gläubiger  angestrebt;  keinesfalls  aber 

hätte  er  einer  derart  notleidenden  Mieterin  noch  Darlehen  in  solcher  Höhe  zur  Verfü-

gung gestellt und dies ohne Vertrag, ohne jegliche Vereinbarung betreffend Sicherung, 

Rückzahlung und Verzinsung sowie im Wissen darum, das "Darlehen" umgehend ab-

schreiben zu müssen. Insoweit kann folglich von einem Darlehen keine Rede sein. Die 

ab Februar 2011 als Darlehen verbuchten Geldhingaben an die D AG in der Höhe von 

Fr. 270'000.-  qualifizieren  als  à-fonds-perdu-Zuschüsse  bzw.  als  Sanierungsbeiträge, 

welche selbstredend allein vom Aktionär der D AG (E) zu leisten gewesen wären. In-

soweit  liegt  hier  folglich  ein  simuliertes  Darlehen  vor  bzw.  hat  die  Pflichtige  mit  den 

Geldhingaben an die D AG letztlich ihrem Aktionär E verdeckt Gewinn ausgeschüttet, 

welchen  dieser  für  verdeckte  Kapitaleinlagen  bei  der  D  AG  verwendet  hat  (Dreiecks-

theorie). Auf Stufe der Darlehensgeberin ist dies im Moment der Abschreibung zu kor-

rigieren. Im hier betroffenen Geschäftsjahr 2011 erweist sich somit die per Jahresende 

verbuchte  Darlehensabschreibung  im  Umfang  von  Fr.  9'412.-  als  geschäftsmässig 

nicht begründet.  

e)  Die  steuerbehördlichen  Aufrechnungen  sind  damit    von  Fr.  200'000.-  auf 

Fr. 9'412.-  zu  korrigieren.  In  Anbetracht  des  verbleibenden  geringfügigen  gewinnseiti-

gen Aufrechnungsbetrags ist auf die Bildung einer entsprechenden Steuerrückstellung 

zu verzichten. Die Steuerfaktoren sind damit – ausgehend vom ursprünglich angefoch-

tenen  Veranlagungs-  bzw.  Einschätzungsentscheid  (vgl.  vorstehend  Ziff.  A)  –  um 

Fr. 190'588.- tiefer wie folgt festzusetzen: 

Steuerperiode 1.1.-31.12.2012 

Direkte Bundessteuer 

Staats- und Gemeindesteuern 

Steuerbarer Reingewinn 

Gewinnsteuersatz 

Eigenkapital per 31.12.2012 

Steuerbares Eigenkapital 

Kapitalsteuersatz 

              Fr. 

280'800.- 

8.5% 

8'212'970.- 

       Fr. 

280'800.- 

8% 

8'212'000.- 

     0.75‰  

1 DB.2015.154 
1 ST.2015.194 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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4.  a)  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  die  Beschwerde  und  der  Rekurs 

teilweise gutzuheissen.  

b)  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien  anteils-

mässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist der Pflichti-

gen  eine  wegen  des  nur  teilweisen  Obsiegens  leicht  reduzierte    Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über 

das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde  wird teilweise gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin wird für die 

Steuerperiode  1.1.  -  31.12.2011  mit  einem  steuerbaren  Gewinn  von  Fr.  280'800.- 

(Steuersatz  8,5%)  veranlagt.  Das  steuerlich  massgebende  Eigenkapital  per 

31.12.2011 beträgt Fr.  8'212'970.- (Art. 131 Abs. 1 Satz 2 DBG). 

2.  Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für die Steuerperiode 

1.1. - 31.12.2011 mit einem steuerbaren Gewinn von Fr. 280'800.- (Gewinnsteuer-

satz  8%)  und  einem  steuerbaren  Eigenkapital  von  Fr.  8'212'000.-  (Kapitalsteuer-

satz 0,75‰) eingeschätzt. 

[…] 

1 DB.2015.154 
1 ST.2015.194