# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a4821c5-6dd3-51d1-aa84-4a3424ab798f
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-08
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 08.04.2022 BB.2021.217
**Docket/Reference:** BB.2021.217
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2021-217_2022-04-08

## Full Text

Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO); Unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Beschwerdeverfahren (Art. 136 Abs. 1 StPO);;Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO); Unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Beschwerdeverfahren (Art. 136 Abs. 1 StPO);;Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO); Unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Beschwerdeverfahren (Art. 136 Abs. 1 StPO);;Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO); Unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft im Beschwerdeverfahren (Art. 136 Abs. 1 StPO)

Beschluss vom 8. April 2022 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Daniel Kipfer Fasciati und Patrick Robert-Nicoud,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

1. A.,  

2. B. AG,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Rechtsverweigerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO);  

Unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft 

im Beschwerdeverfahren (Art. 136 Abs. 1 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2021.217-218 

Nebenverfahren: BP.2021.80-81  

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. und die B. AG, deren Verwaltungsratspräsident A. ist, im Zusammenhang 

mit dem gegen Ersteren geführten Strafverfahren mit Eingabe vom 29. Ja-

nuar 2021 (und Nachtrag vom 1. sowie 8. Februar 2021) bei der Bundesan-

waltschaft eine Strafanzeige gegen Bundesstrafrichterin C. wegen «vorsätz-

lichen Verstosses und Unterlaufens die/der eidgenössischen und kantonalen 

COVID-19-Verordnung ….Irreführung der Rechtspflege, Amtsmissbrauch, 

Urkundenfaelschung» einreichten (SV.21.0187, Reiter 1 bis 3);  

 

-  mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 15. Februar 2021 die Bundesanwalt-

schaft die Strafanzeige vom 29. Januar 2021 nicht anhand nahm 

(SV.21.0187, Reiter 4);   

 

- dagegen A. und die B. AG mit Eingabe vom 27. Februar 2021 Beschwerde 

bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhoben und die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung beantragten (Beschwerdeverfahren 

BB.2021.59-60);  

 

- mit Beschluss BB.2021.59-60 vom 18. März 2021 die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts die Beschwerde von A. und der B. AG gegen die 

Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft vom 15. Feb-

ruar 2021 abwies (SV.21.0187, Reiter 8); 

 

- mit Urteil 6B_378/2021 vom 31. März 2021 das Bundesgericht auf die Be-

schwerde von A. und der B. AG gegen den vorgenannten Beschluss nicht 

eintrat (SV.21.0187, Reiter 11);  

 

- A. und die B. AG mit Eingabe vom 23. April 2021 an die Bundesanwaltschaft 

gelangten und als Gegenstand die «Ausstellung einer zeitlichen Anhand-

nahme- oder Nichtanhandnahmeverfügung» in der Sache A. und B. AG ge-

gen Bundesstrafrichterin C. angaben (SV.21.0187, Reiter 12);   

 

- mit Antwortschreiben vom 20. Mai 2021 die Bundesanwaltschaft A. erklärte, 

dass dessen Strafanzeige vom 29. Januar 2021 bereits mit Nichtanhandnah-

meverfügung vom 15. Februar 2021 nicht anhand genommen worden und 

dass dieser Entscheid rechtskräftig sei; die Bundesanwaltschaft festhielt, 

dass sie auf Anträge oder Gesuche im Zusammenhang mit bzw. Wiederho-

lungen einer zuvor rechtskräftig mit Nichtanhandnahmeverfügung erledigten 

Strafanzeige nicht eintreten könne (SV.21.0187, Reiter 15); 

 

- 3 - 

 

 

-  unter Beilage dieses Antwortschreibens vom 20. Mai 2021 A. und die B. AG 

mit Eingabe vom 30. Mai 2021 an die Beschwerdekammer des Bundesstraf-

gerichts gelangten; sie damit Beschwerde gegen «beiliegende willkuerliche 

Nichtanhandnahmeverfuegung» vom 20. Mai 2021 erhoben (Beschwerde-

verfahren BB.2021.151-152); 

 

- die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Beschwerde mit Be-

schluss BB.2021.151-152 vom 9. Juni 2021 abwies, soweit sie darauf eintrat; 

sie insbesondere festhielt, dass die Bundesanwaltschaft zu Recht keine 

Strafuntersuchung eröffnet hat, soweit A. und die B. AG ihre Eingaben vom 

23. April und 14. Mai 2021 allenfalls als neue Strafanzeige verstanden wis-

sen wollten, da es sich um eine bereits abgeurteilte Sache und damit um ein 

Prozesshindernis handelt (SV.21.0187, Reiter 19); 

 

- mit Urteil 6B_704/2021 vom 15. Juli 2021 das Bundesgericht auf die Be-

schwerde von A. und der B. AG gegen den vorgenannten Beschluss nicht 

eintrat (SV.21.0187, Reiter 23); 

 

- mit Schreiben vom 13. Juli 2021 und weiteren Schreiben vom 22. und 

25. Juli 2021 A. und die B. AG an die Bundesanwaltschaft gelangten und 

zum einen wiederum Strafanzeige gegen Bundesstrafrichterin C. erhoben 

und zum anderen gleichzeitig neu auch die fallführende Staatsanwältin des 

Bundes D. anzeigten (SV.21.0187, Reiter 22, 24, 25, 26);  

 

- mit Bezug auf die Strafanzeige gegen die Bundesstrafrichterin die Bundes-

anwaltschaft mit Antwortschreiben vom 2. August 2021 A. und die B. AG auf 

ihr früheres Schreiben vom 20. Mai 2021 hinwies, wonach es sich hierbei um 

eine bereits abgeurteilte Sache handelt, welche nicht wieder neu aufgenom-

men werden könne, weil dies mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 15. Feb-

ruar 2021 endgültig erledigt worden sei (SV.21.0187, Reiter 27, S. 1);   

 

- die Bundesanwaltschaft dabei auf die Beschlüsse der Beschwerdekammer 

hinwies und ausführte, dass auch die neuen Eingaben von A. und der B. AG 

abermals auf den bereits vor der Beschwerdeinstanz rechtskräftig behandel-

ten Sachverhalt verweisen und dabei keine neuen Sachverhaltselemente 

enthalten würden (SV.21.0187, Reiter 27, S. 1); sie festhielt, dass es ihr we-

der möglich sei, erneut Ermittlungen aufzunehmen, noch nachträgliche und 

rückwirkende Anträge betreffend das abgeschlossene Verfahren zu beurtei-

len (SV.21.0187, Reiter 27, S. 1 f.); 

 

- mit Blick auf die mit Schreiben vom 22. Juli 2021 hervorgebrachten Vorwürfe 

gegen die Staatsanwältin des Bundes D. die Bundesanwaltschaft in ihrem 

- 4 - 

 

 

Antwortschreiben mitteilte, dass die Prüfung und Einsetzung eines Staats-

anwalts der Bundesanwaltschaft oder eines ausserordentlichen Staatsan-

walts in die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft 

AB-BA falle (SV.21.0187, Reiter 27, S. 2); 

 

- die Bundesanwaltschaft in ihrem Antwortschreiben abschliessend erklärte, 

dass sie sich vorbehalte, allfällige weitere Eingaben in gleichen oder ähnli-

chen Sachzusammenhängen bzw. mit rein pauschalen Äusserungen ohne 

Hinweise auf spezifische strafbare Verhaltensweisen ohne Antwort zu den 

Akten zu legen bzw. zu vernichten (SV.21.0187, Reiter 27, S. 2); 

 

- in Zusammenhang mit ihren Strafanzeigen A. und/oder die B. AG in der 

Folge der Bundesanwaltschaft mehrere Eingaben (datierend vom 4., 6., 16. 

und 31. August sowie vom 10. und 20. September 2021) zukommen liessen 

(SV.21.0187, Reiter 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34); 

 

- A. und die B. AG mit Eingabe vom 23. September 2021 – unter Beilage ihres 

Erinnerungsschreibens vom 20. September 2021 an die Bundesanwaltschaft 

(act. 1.1) – an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangen 

(act. 1); sie damit Beschwerde wegen Rechtsverweigerung durch die Bun-

desanwaltschaft in Zusammenhang mit ihren Strafanzeigen (zwei vom 

22. Juli 2021 und eine vom 25. Juli 2021) gegen die Bundesstrafrichterin und 

die Staatsanwältin des Bundes erheben (act. 1); 

 

- auf entsprechende Aufforderung hin die Bundesanwaltschaft mit Schreiben 

vom 22. Oktober 2021 der Beschwerdekammer ihre Beschwerdeantwort und 

Verfahrensakten einreichte (act. 4); sie die Abweisung der Beschwerde be-

antragt, soweit darauf einzutreten sei (act. 4 S. 4); diese Eingabe samt Ak-

tenverzeichnis den Beschwerdeführern zur Kenntnis zugestellt wurde 

(act. 5); 

 

- die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 31. Oktober 2021 der Beschwer-

dekammer ihre Beschwerdereplik einreichten (act. 6); 

 

- die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 11. November 2021 die Ein-

gabe der Beschwerdeführer vom 5. November 2021 (act. 7.1) an die Be-

schwerdekammer weiterleitete; sie darin ausführte, dass sich die Anzeige 

wiederum auf denselben, bereits behandelten Lebenssachverhalt stütze, 

welcher Streitgegenstand der Beschwerde bilde (act. 7);  

 

- 5 - 

 

 

- die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 29. Dezember 2021 die Ein-

gabe der Beschwerdeführer vom 24. Dezember 2021 (act. 8.1) an die Be-

schwerdekammer weiterleitete; sie darin ausführte, dass sich die Anzeige 

wiederum auf denselben, bereits behandelten Lebenssachverhalt stütze, 

welcher Streitgegenstand der Beschwerde bilde (act. 8);  

 

- die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 7. Januar 2022 ihre Eingabe an 

die Bundesanwaltschaft vom 5. November 2021 (act. 9.1; vgl. act. 7.1) der 

Beschwerdekammer einreichten (act. 9); 

 

- mit Schreiben vom 23. März 2022 der Beschwerdeführer (A.) eine zweite 

Beschwerde wegen Rechtsverzögerung durch die Bundesanwaltschaft ein-

leitete, nun im Zusammenhang mit seiner Strafanzeige vom 6. August 2021 

und 2. September 2021 gegen Mitarbeiter/-innen der Bundesanwaltschaft in 

Bern und Lausanne sowie gegen Bundesstrafrichterin B. (Beschwerdever-

fahren BB.2022.35);  

 

- der Beschwerdeführer der zweiten Beschwerde sein an die Beschwerdegeg-

nerin adressiertes Erinnerungsschreiben vom 9. März 2022 (als «Wiederho-

lung vom 6.8.21/2.9.21») und das Schreiben der Beschwerdegegnerin an die 

AB-BA vom 18. März 2022 beilegte, welches dem Beschwerdeführer in Ko-

pie zugestellt worden war (BB.2022.35, act. 1.2 und 1.1); die Beschwerde-

gegnerin darin festhält, dass sie sich bezugnehmend auf ihr Schreiben vom 

10. September 2021 erlaubt, das Schreiben des Beschwerdeführers vom 

9. März 2022 weiterzuleiten (BB.2022.35, act. 1.1); 

 

- der Beschwerdeführer seine Beschwerde vom 23. März 2022 der Beschwer-

dekammer mit dem handschriftlichen Vermerk «Erinnerung 1.4.22» wieder 

einreichte (BB.2022.35, act. 2). 

   

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

-  gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-

den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 20 Abs. 1 lit. b StPO und Art. 37 

Abs. 1 StBOG);  

 

-  die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert 

zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO); 

- 6 - 

 

 

Beschwerden wegen Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung an 

keine Frist gebunden sind (Art. 396 Abs. 2 StPO);  

 

-  im Bereich der Rechtsverweigerung Beschwerden nur dann an keine Frist 

gebunden sind, wenn eine formelle Rechtsverweigerung im engeren Sinne 

vorliegt, die Strafbehörde also untätig bleibt, obschon sie zum Tätigwerden 

verpflichtet wäre, und diese Weigerung nicht ausdrücklich schriftlich oder 

mündlich mitgeteilt wurde; das auch dann gilt, wenn die Strafbehörde nicht 

im geforderten Mass tätig geworden ist (GUIDON, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

2014, Art. 396 StPO N. 18; KELLER, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, 

Art. 396 StPO N. 9; STRÄULI, Commentaire romand, 2. Aufl. 2019, Art. 396 

StPO N. 14);  

 

- vorliegend die Beschwerdegegnerin auf die Strafanzeigen der Beschwerde-

führer mit Schreiben vom 4. August 2021 tätig wurde (s.o.; SV.21.0187, Rei-

ter 27);  

 

-  damit keine formelle Rechtsverweigerung im engeren Sinne vorliegt;  

 

-  daran die wiederholenden (Erinnerungs-)Schreiben, Strafanzeigen etc. der 

Beschwerdeführer nichts zu ändern vermögen;  

 

- angesichts des klaren Informationsschreibens der Beschwerdegegnerin vom 

4. August 2021 kein Anlass bestand, auf die späteren Eingaben, welche al-

lesamt den gleichen Inhalt aufwiesen, zu antworten;  

 

- nach dem Gesagten die Rechtsverweigerungsbeschwerde abzuweisen ist, 

soweit sich diese auf die Beschwerdegegnerin bezieht; 

 

- auf die Rechtsverweigerungsbeschwerde mangels Zuständigkeit der Be-

schwerdekammer nicht einzutreten ist, soweit jene die Tätigkeit der AB-BA 

betrifft; 

 

-  die Beschwerde vom 23. September 2021 sodann nicht fristgerecht einge-

reicht wurde, soweit sie sich auf den Inhalt des Schreibens der Beschwerde-

gegnerin vom 4. August 2021 bezieht;  

 

- dieser Umstand nicht auf dem Umweg einer Rechtsverweigerungsbe-

schwerde korrigiert werden kann;  

 

- sich die Beschwerde damit als offensichtlich unbegründet erweist und abzu-

weisen ist, soweit überhaupt darauf einzutreten ist; 

- 7 - 

 

 

 

-  die Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege ersuchen 

(BP.2021.80-81, act. 1);  

 

- dieses Gesuch abzuweisen ist, da die vorliegende Beschwerde – wie darge-

legt – als aussichtslos zu bezeichnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

1B_705/2011 vom 9. Mai 2012 E. 2.3.2);  

 

-  bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten den unterliegenden 

Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung aufzuerlegen sind (vgl. 

Art. 428 Abs. 1 StPO);  

 

-  die Gerichtsgebühr auf Fr. 2‘000.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. 

Art. 5 und 8 Abs. 1 BStKR). 

 

 

- 8 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 2’000.-- wird beiden Beschwerdeführern unter so-

lidarischer Haftung auferlegt. 

 

 

Bellinzona, 11. April 2022 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- B. AG 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.