# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30fc71fa-67c9-5ff3-a273-bbf833953399
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 26.08.2009 ZF 2008 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-1_2009-08-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. August 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZF 08 1

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 19. Februar 2010 abgewiesen worden).

Urteil 
I. Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin Duff Walser

In der zivilrechtlichen Berufung

der A., Beschwerdeführerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
Iic. iur. Patrick Barandun, c/o lic. iur. Wilfried Caviezel, Masanserstrasse 35, 7001 
Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 16. Oktober 2007, 
mitgeteilt am 13. Dezember 2007, in Sachen der Beschwerdeführerin und 
Berufungsklägerin gegen Y., Beschwerdegegner und Berufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, Quaderstrasse 5, 7001 Chur,

betreffend elterliche Sorge

hat sich ergeben:

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A.1. Aus der 1974 geschlossenen Ehe von Y., geb. 1942, und der 
kanadischen Staatsangehörigen A., geb. 1953, ging am 4. März 1979 der Sohn X., 
hervor, welcher am Down-Syndrom (Trisomie 21) leidet. Nachdem die Familie 
zunächst an verschiedenen Orten in der Schweiz gelebt hatte, wanderte sie 1991 
nach Kanada aus, weil X. dort ab diesem Zeitpunkt trotz seiner Behinderung in die 
öffentliche Volksschule integriert werden konnte. Im Juli 1995 trennte sich A. von 
ihrem Ehemann und kehrte in der Folge in die Schweiz zurück, um in F. eine 
Stelle beim Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband anzutreten. In Bezug 
auf ihren Sohn X. einigten sich die Eheleute auf das gemeinsame Sorgerecht, 
wobei X. gemäss Trennungsvereinbarung bei seinem Vater in British 
Columbia/Kanada blieb. X. und seine Mutter sahen sich in der Folge jeweils in 
deren Ferien, welche A. gemeinsam mit ihrem Sohn in Kanada verbrachte.

2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Imboden vom 19. August 1998 wurde 
die Ehe von Y. und A. geschieden. Auf eine Regelung der elterlichen Sorge und 
des Kindesunterhaltes wurde dabei verzichtet, da X. zum damaligen Zeitpunkt 
sowohl nach schweizerischem als auch nach kanadischem Recht bereits mündig 
war. Überdies hatte Y. in Aussicht gestellt, die Fragen betreffend Sorge und 
Unterhalt für seinen Sohn X. von den zuständigen Behörden an dessen 
Aufenthaltsort in Kanada prüfen zu lassen.

B.1. Da das vereinbarte gemeinsame Sorgerecht nicht funktionierte, 
reichte A. im Jahre 2000 in Kanada Klage ein, um das alleinige Sorgerecht für 
ihren Sohn X. zu erhalten. Mit Urteil vom 22. November 2000 stellte die 
Einzelrichterin am Supreme Court of British Columbia daraufhin fest, dass X. ein 
Kind der Ehe der Parteien (a child of the marriage) sei und übertrug die alleinige 
Obhut und die alleinige Sorge (sole custody und sole guardianship) über den 
jungen Mann dem Beklagten Y.. Ein Begehren des Vaters um Zusprechung von 
Unterhaltsbeiträgen für den Sohn zulasten der Mutter wurde abgewiesen. Der 
klagenden Mutter wurde ein Besuchs- und Ferienrecht (access) für jedes zweite 
Jahr vom 20. Dezember bis 10. Januar und jedes Jahr für den ganzen Monat Juli 
eingeräumt, wobei ihr erlaubt wurde, den Sohn auf eigene Kosten in die Schweiz 
zu holen. Eine dagegen erhobene Berufung liess A. am 25. Januar 2001 
zurückziehen.

2. In Ausübung des vorerwähnten Besuchs- und Ferienrechts reiste X. 
am 20. Dezember 2002 zu seiner Mutter nach F.. Aufgrund eigener 
gesundheitlicher Probleme ersuchte Y. seine Ex-Ehefrau am 23. und 29. 

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Dezember 2002 die Ferien von X. in der Schweiz über den 10. Januar 2003 
hinaus zu verlängern.

 Einerseits aus finanziellen und organisatorischen Gründen und 
andererseits, weil sie nicht gegen die in Kanada angeordnete richterliche 
Sorgerechts- und Obhutsregelung verstossen wollte, lehnte A. dies zunächst ab. 
Soweit es ihm - dem Vater - aber aus gesundheitlichen Gründen tatsächlich nicht 
möglich sei, X. in Kanada vom Flughafen abzuholen und dort für ihn zu sorgen, sei 
sie selbstverständlich bereit, ihren Sohn weiterhin bei sich in der Schweiz zu 
behalten. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass dies dauernd (indefinitely) sei 
und die Parteien eine entsprechende schriftliche Übereinkunft träfen, welche zur 
Abänderung der richterlichen Anordnung in British Columbia führe. Y. bestätigte in 
der Folge, dass er im Moment nicht in der Lage sei, seinen Sohn zu betreuen. 
Einen Tag später teilte er mit, dass er ins Spital eingeliefert werde. 

3. In der Folge blieb X. bei seiner Mutter in F., womit seine dortige 
soziale und berufliche Integration begann. Er wurde bei der Einwohnerkontrolle in 
F. angemeldet, bezieht mittlerweile eine Invalidenrente und arbeitet jeweils 
Montags auf dem Bauernhof C. in D. sowie vier Tage in der Woche bei der ARGO 
Stiftung, Bündnerische Werkstätten für Behinderte, in F.. Darüber hinaus geht er 
regelmässig einer auf ihn abgestimmten Freizeitbeschäftigung nach. So betätigt er 
sich in seiner Freizeit im MiMe-Theaterverein und im Freizeitclub Insieme. Zudem 
besucht X. einmal in der Woche den Schwimmclub und nimmt zusätzlich 
Trommelunterricht. Überdies nimmt er regelmässig an organisierten Ferienwochen 
für Behinderte teil.

4. Am 25. Juli 2003 teilte Y. seiner Ex-Ehefrau mit, dass X. am 8. 
August 2003 in Begleitung seiner Tante zurück nach Kanada fliegen solle. Sein 
Arzt habe ihm bestätigt, dass er nunmehr wieder in der Lage sei, sich um seinen 
Sohn zu kümmern. Am 6. August 2003 antwortete ihm A., sie und X. seien erst 
zwei Tage zuvor aus den Ferien zurückgekehrt. Die verbleibenden vier Tage 
würden nicht ausreichen, um X. auf seine Rückkehr nach Kanada vorzubereiten. 
Er benötige mehr Zeit, um sich von seinen neugewonnenen Freunden zu 
verabschieden und aus seinem beruflichen Engagement entlassen zu werden. 

In der Folge verlangte Y. wiederholt die sofortige Rückkehr seines Sohnes 
nach Kanada.

C.1. Am 8. August 2003 liess A. gestützt auf Art. 311 ZGB/Art. 42 Abs. 1 
EGZGB beim Bezirksgerichtsausschuss Plessur als I. Aufsichtsbehörde in 

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Vormundschaftssachen beantragen, es sei ihr in Abänderung des kanadischen 
Urteils vom 22. November 2000 die alleinige elterliche Sorge und Obhut über den 
gemeinsamen Sohn X., geb. 4. März 1979, zu übertragen. Demgegenüber schloss 
Y. in seiner Stellungnahme vom 15. Dezember 2003 auf Abweisung des Gesuchs 
und beantragte sinngemäss, das vorgenannte kanadische Urteil für vollstreckbar 
zu erklären.

2. Mit Urteil vom 5. März 2004, mitgeteilt am 18. März 2004, erkannte 
der Bezirksgerichtsausschuss Plessur als I. Aufsichtsbehörde in 
Vormundschaftssachen zur Hauptsache wie folgt:

"1. Die örtliche Zuständigkeit der Behörden und Gerichte am 
Aufenthaltsort von X. in F. ist gegeben.

2. Die anhängigen Gesuche werden nach Eintritt der Rechtskraft des 
vorliegenden Urteils an die erstinstanzlich zuständige 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur und an das 
Bezirksgerichtspräsidium Plessur überwiesen.

3. Kosten…“

3. Eine von Y. am 29. März 2004 dagegen erhobene Beschwerde hiess 
der Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden mit Urteil vom 7. Juni 2004 
teilweise gut und hob die Dispositivziffern 1 und 2 auf. Auf die Gesuche von A. und 
von Y. an den Bezirksgerichtsausschuss Plessur wurde nicht eingetreten. Der 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur wurde angewiesen, das Gesuch von A. 
betreffend Abänderung des Urteils des Supreme Court of British Columbia vom 
22. November 2000 an die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur und das 
Gesuch von Y. betreffend die Vollstreckbarerklärung des Urteils des Supreme 
Court of British Columbia vom 22. November 2000 an den 
Bezirksgerichtspräsidenten Plessur zu überweisen. 

4. Mit Verfügung vom 21. Dezember 2004 erklärte das 
Bezirksgerichtspräsidium Plessur das Urteil des Supreme Court of British 
Columbia vom 22. November 2000 für vollstreckbar. Eine von A. am 11. Januar 
2005 dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgerichtspräsidium mit 
Urteil vom 20. April 2005 ab.

5. Mit Beschluss vom 8. Februar 2005 lehnte die 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur das Gesuch der Mutter um 
Übertragung der erstreckten elterlichen Sorge über X. ab. Eine von A. am 7. März 
2005 hiergegen erhobene Beschwerde hiess der Bezirksgerichtsausschuss 
Plessur mit Urteil vom 5. Juli 2005 im Sinne der Erwägungen gut und wies die 

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Sache zur Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung an die 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur zurück. Diese errichtete am 18. Juli 
2006 eine Beistandschaft im Sinne von Art. 392 Ziff. 2 ZGB für X.. Als Beistand 
wurde Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge eingesetzt.

6. Nach Ergänzung des Beweisverfahrens beschloss die 
Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur am 20. Februar 2007:

„1. Das Gesuch von A. um Übertragung des erstreckten elterlichen 
Sorgerechts über X. in Abänderung des Urteils des Supreme Court of 
British Columbia vom 22.11.2000 wird abgelehnt.

2. Die Kosten des Abklärungsberichtes vom 28.09.2006 in Höhe von Fr. 
1'200.00 sowie die Aufwendungen des Kinder- und 
Jugendpsychiatrischen Dienstes Graubünden in Höhe von Fr. 128.00 
(insgesamt Fr. 1'328.00) gehen zulasten von A. und sind innert 30 
Tagen nach Zustellung an die Vormundschaftsbehörde des Kreises 
Chur, PC 70-147-2, zu überweisen.

3. Die behördlichen Aufwendungen in Zusammenhang mit vorliegendem 
Beschluss in Höhe von Fr. 1’000.00 sowie diejenigen der Beschlüsse 
vom 05.04.2005 und 18.07.2006 in Höhe von je Fr. 200.00 (insgesamt 
Fr. 1'400.00) gehen zulasten von A. und sind innert 30 Tagen nach 
Zustellung an die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur, PC 70-
147-2, zu überweisen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

7. Hiergegen liess A. am 13. Juni 2007 Beschwerde beim 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur als I. Aufsichtsbehörde in 
Vormundschaftssachen erheben und beantragen, der angefochtene Beschluss sei 
aufzuheben, Y. sei des Amtes zu entheben und es sei ihr die erstreckte elterliche 
Sorge und Obhut im Sinne von Art. 385 Abs. 3 ZGB über X. zu übertragen 
respektive sei sie als dessen Vormündin einzusetzen. 

 D. Mit Urteil vom 16. Oktober 2007, mitgeteilt am 13. Dezember 2007, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur als I. Aufsichtsbehörde in 
Vormundschaftssachen:

„.1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 3'500.00 gehen zu Lasten der 
Beschwerdeführerin und sind innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-
3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überweisen. 
Parteientschädigungen werden keine zugesprochen,

3. Den Parteivertretern von X. und von Y. wird eine Frist von 10 Tagen ab 
Mitteilung des vorliegenden Urteils gesetzt, um eine detaillierte 
Honorarnote betreffend Anwaltsaufwand (samt Einzahlungsschein) 
einzureichen und ihre diesbezüglichen Ansprüche zu beziffern. Bei 

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Nicht-Einhaltung dieser Frist wird der Bezirksgerichtsvizepräsident den 
Aufwand nach pflichtgemässem Ermessen festsetzen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

E.1. Dagegen liess A. mit Eingabe vom 3. Januar 2008 Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erheben mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil der I. Aufsichtsbehörde in 
Vormundschaftssachen des Bezirkes Plessur vom 16. Oktober 2007 
sei vollumfänglich aufzuheben.

2. In Abänderung des kanadischen Urteils vom 22. November 2000 sei 
der Berufungsbeklagte des Amtes zu entheben und der 
Berufungsklägerin sei über X., geb. am 4. März 1979, die erstreckte 
elterliche Sorge und Obhut im Sinne von Art. 385 Abs. 3 ZGB zu 
übertragen respektive sie sei als neue Vormündin von X. einzusetzen.

3. Dem Berufungsbeklagten sei ein angemessenes Besuchs- und 
Ferienrecht im Verhältnis zu X. einzuräumen.

4. a )Dem Berufungsbeklagten sei superprovisorisch und ohne vorgängige 
Anhörung für die Dauer des Verfahrens das 
Aufenthaltsbestimmungsrecht über X. zu entziehen und auf die 
Berufungsklägerin zu übertragen.

b) Eventuell sei der Berufung aufschiebende Wirkung zu erteilen.

5. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge sowohl für das Verfahren vor der 
Vormundschaftsbehörde als auch für das Beschwerde- und 
Berufungsverfahren zulasten des Berufungsbeklagten.“

2. Mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums vom 4. Januar 2008 
wurde der Erlass einer superprovisorischen Verfügung abgelehnt. Gleichzeitig 
ordnete das Kantonsgerichtspräsidium jedoch an, dass der jetzige Aufenthalt von 
X. (F.) ohne ausdrückliche Zustimmung des Kantonsgerichtspräsidiums nicht 
verändert werden dürfe. 

3. In seiner Berufungsantwort vom 8. März 2008 liess Y. beantragen:

„1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen.

2. Der vorinstanzliche Entscheid sei zu bestätigen.

3. Eventualiter, für den Fall der Gutheissung der Berufung, sei dem 
Berufungsbeklagten und seinem Sohn X. ein ausgedehntes 
gegenseitiges Besuchs- und Ferienrecht von jährlich sechs Monaten, 
davon während mindestens drei aufeinander folgenden Monaten 
einzuräumen und es sei die Berufungsklägerin zu verpflichten, X. in 
dieser Zeit auf ihre eigenen Kosten nach Kanada zum Vater zu 
bringen.

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4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Berufungsklägerin.“

4. Der Beistand von X. liess sich am 10. März 2008 vernehmen. Er 
schloss sich sowohl den Rechtsbegehren und Beweisanträgen wie auch der 
Berufungsbegründung der Berufungsklägerin an und beantragte die Aufhebung 
des vorinstanzlichen Urteils. 

F.1. Am 30. April 2008, am 20. August 2008 und am 28. Oktober 2008 
fanden vor dem Kantongerichtspräsidium von Graubünden Einigungs- und 
Instruktionsverhandlungen statt. Da die Vergleichsbemühungen zwischen den 
Parteien scheiterten, beauftragte das Kantonsgerichtspräsidium am 13. November 
2008 - wie anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 20. August 2008 im 
Einverständnis mit allen Parteien besprochen - Dr. phil. I Andreas Müller von der 
Praxis für Kind, Organisation und Entwicklung mit der Erstellung eines Gutachtens 
über X. zu folgenden Themenbereichen:

„1. Privates und berufliches Umfeld von X.. Beziehung zur Mutter.

2. Befinden von X. hier in der Schweiz (objektiv und subjektiv, 
Präferenzen, Vorlieben, Wünsche etc.).

3. Beziehung zum Vater. Empfinden der Besuche des Vaters.

4. Befinden von X., als er in Kanada war (objektiv, subjektiv, Präferenzen, 
Vorlieben und Wünsche, etc.). Rückkehr nach Kanada.

5. Eventuell: Weitere Bemerkungen des Gutachters.“

Die in der Folge gestützt auf den Auftrag des Kantonsgerichtspräsidiums 
von Dr. phil. I Andreas Müller ausgearbeitete Expertise datiert vom 1. Mai 2009. 
Auf deren Inhalt wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen zurückzukommen 
sein. 

Den Parteien wurde in der Folge Gelegenheit gegeben, sich zum 
eingeholten Gutachten zu äussern.

2. In seiner Stellungnahme vom 11. Juni 2009 liess der Beistand von X. 
beantragen, dass Y. seines Amtes zu entheben und die Berufung von A. 
gutzuheissen sei. 

3. Demgegenüber liess Y. mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2009 die 
vollumfängliche Abweisung der Berufung unter Kostenfolge zulasten der 
Berufungsklägerin beantragen.

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4. Ebenfalls am 16. Juni 2009 liess sich A. zum Gutachten vernehmen 
und beantragen:

„1. Gestützt auf die Ausführungen des Gutachters sei in Abänderung des 
kanadischen Urteils vom 22.11.2000 der Berufungsbeklagte des 
Amtes zu entheben.

2. Es sei der Berufungsklägerin über X. die erstreckte elterliche Sorge und 
Obhut im Sinne von Art. 385 Abs. 3 ZGB zu übertragen respektive es 
sei die zuständige Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur 
anzuweisen, die Berufungsklägerin als neue Vormündin von X. 
einzusetzen.

3. Eventualiter sei die zuständige Vormundschaftsbehörde des Kreises 
Chur anzuweisen, über X. eine Vormundschaft zu errichten und eine 
geeignete Amtsvormündin oder einen geeigneten Amtsvormund zu 
benennen.  

4. Im Falle der Einsetzung einer Amtsvormündin oder eines 
Amtsvormundes sei die Vormundschaftsbehörde des Kreises Chur 
anzuweisen, an der aktuellen Lebenssituation von X. ohne zwingende 
Notwendigkeit keine Veränderungen vorzunehmen.

5. Dem Berufungsbeklagten sei ein angemessenes Besuchs- und 
Ferienrecht nach gutachterlicher Empfehlung im Verhältnis zu X. 
einzuräumen.

6. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge sowohl für das Verfahren vor der 
Vormundschaftsbehörde als auch für das Beschwerde- und 
Berufungsverfahren zu Lasten des Berufungsbeklagten.“

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil und die Schlussfolgerungen 
im eingeholten Gutachten sowie auf die Begründung der Anträge in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, im Folgenden eingegangen.

Die I. Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. Gegen Entscheide des Bezirksgerichtsausschusses in 
Vormundschaftssachen kann gemäss Art. 64 Abs. 1 EGzZGB die Berufung an das 
Kantonsgericht erhoben werden. Sie ist schriftlich und unter Beilage des 
angefochtenen Entscheides innert 20 Tagen beim Kantonsgericht einzureichen. In 
der Berufungsschrift ist mit kurzer Begründung anzugeben, welche Punkte 
angefochten und welche Änderungen beantragt werden. 

Die Berufung von A. vom  3. Januar 2008 gegen das Urteil des 
Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 16. Oktober 2007, mitgeteilt am 13. 
Dezember 2007, wurde frist- und formgerecht eingereicht, so dass darauf 
einzutreten ist.

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2.a) Als Berufungsinstanz in Vormundschaftssachen überprüft das 
Kantonsgericht das vorinstanzliche Urteil in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 
frei (Art. 64 Abs. 4 EGzZGB in Verbindung mit Art. 229 Abs. 1 ZPO). Der 
entscheidrelevante Sachverhalt wird von Amtes wegen ermittelt und die Beweise 
werden frei gewürdigt (Art. 64 Abs. 4 EGzZGB in Verbindung mit Art. 226 Abs. 3 
ZPO und Art. 447 Abs. 1 ZGB sowie Martin Good, Das Ende des Amtes des 
Vormundes, Diss., Fribourg  1992, § 5  S. 114 f. N 164, 167 mit Hinweisen). In 
beweisrechtlicher Hinsicht gilt es zudem festzuhalten, dass neue Tatsachen und 
Beweismittel im Berufungsverfahren in Vormundschaftssachen gemäss Art. 64 
Abs. 2 EGzZGB zulässig sind. 

b) Die Berufungsklägerin wie auch der Beistand von X. stellen im 
vorliegenden Rechtsmittelverfahren verschiedene Beweisanträge. So beantragen 
sie den Beizug von Akten sowie die Befragung diverser Zeugen und die 
Anordnung eines Gutachtens über X.. 

Die zur Edition beantragten Verfahrensakten der Vorinstanz (Prozess-Nr. 
120-2007-25) liegen vor. Die Akten des Kreisamtes Chur aus dem Jahre 2005 
(Prozess-Nr. ZS 29/05) sind indessen wegen fehlender Sachdienlichkeit im 
vorliegenden Verfahren nicht beizuziehen und der entsprechende Antrag ist 
abzuweisen, wobei das Gericht diesbezüglich gestützt auf Art. 229 Abs. 3 ZPO 
anstelle weiterer eigener Begründung auf die zu bestätigenden Erwägungen der 
Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil; act. 01/1, E. 1. c. S. 7) Bezug nehmen 
kann. Dem Antrag auf Begutachtung von X. wurde demgegenüber - auch im 
Einverständnis des Vaters - stattgegeben. Demgemäss hat das 
Kantonsgerichtspräsidium dem Kinder- und Jugendpsychologen Dr. phil I Andreas 
Müller am 13. November 2008 den Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens über 
X. erteilt (vgl. act. 35). Das vom 1. Mai 2009 datierende Gutachten (act. 38 
einschliesslich Beilagen) ist am 5. Mai 2009 beim Kantonsgericht eingegangen. 

Auf die weiter beantragten Zeugenbefragungen und die übrigen 
Beweisanträge der Mutter und des Beistandes wird sodann in den nachfolgenden 
Erwägungen einzugehen sein.

3. Die Berufungsklägerin beantragt im vorliegenden 
Berufungsverfahren, das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses 
Plessur vom 16. Oktober 2007 sei aufzuheben, der Berufungsbeklagte sei des 
Amtes zu entheben und es sei ihr über X. die erstreckte elterliche Sorge und 
Obhut im Sinne von Art. 385 Abs. 3 ZGB zu übertragen respektive sei sie als neue 

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Vormündin ihres Sohnes einzusetzen. Gegenstand des vorliegenden 
Berufungsverfahrens bildet mithin im Wesentlichen die Frage, ob im konkreten Fall 
die Voraussetzungen gegeben sind, um dem Berufungsbeklagten die erstreckte 
elterliche Sorge über den Sohn X. zu entziehen und diese auf die Mutter A. zu 
übertragen. 

Die Vorinstanz hat sich anlässlich der Prüfung dieser Frage zunächst 
einlässlich mit der Frage befasst, ob sich der Entzug der erstreckten elterlichen 
Sorge und Obhut nach dem Vormundschaftsrecht richtet oder diesbezüglich von 
der Anwendung des Kindesrechts auszugehen ist. In diesem Zusammenhang hat 
sie sich eingehend mit den kontroversen Lehrmeinungen zu dieser Problematik 
auseinandergesetzt und ist schliesslich in Übereinstimmung mit der herrschenden 
Lehre zum Ergebnis gelangt, dass die Bestimmungen des Vormundschaftsrechts 
anzuwenden sind. In einem weiteren Schritt hat sie sodann gefolgert, dass von 
den im Vormundschaftsrecht existierenden vier Entlassungstatbeständen (Art. 442 
ZGB; Ablauf der Amtsdauer, Art. 443 Abs. 1 ZGB; Eintritt eines 
Ausschliessungsgrundes, Art. 443 Abs. 2 ZGB; Eintritt eines Ablehnungsgrundes 
und Art. 445 ZGB; Amtsenthebung) mit Blick auf den Umstand, dass der Inhaber 
der erstreckten elterlichen Sorge im Gegensatz zum Vormund nicht für eine 
bestimmte Amtszeit eingesetzt wird und der Berufungsbeklagte keine 
Amtsentlassung beantragt hat, einzig jener von Art. 445 ZGB in Betracht falle. 
Dieser von der Vorinstanz vertretenen Rechtsauffassung ist vollumfänglich 
zuzustimmen. Sie wird im Übrigen -wie die Berufungsklägerin in ihrer 
Rechtsmitteleingabe ausdrücklich bestätigen lässt (vgl. act. 01, S. 10 Ziff. 2) und 
sich sinngemäss auch aus den Ausführungen des Vaters in der Berufungsantwort 
(vgl. act. 14, S. 7) und des Beistandes in seiner Stellungnahme vom 10. März 
2008 (vgl. act. 15) ergibt - auch von den Parteien geteilt beziehungsweise nicht 
bestritten. Diesbezüglich kann sich die I. Zivilkammer des Kantonsgerichts mithin 
darauf beschränken, gestützt auf Art. 229 Abs. 3  ZPO auf die zutreffenden 
Ausführungen im angefochtenen Urteil  (vgl. act. 01/1,  E. 2.a., b. und c. S. 8 ff.) 
hinzuweisen, welche nicht weiter in Frage zu stellen sind. Ebenso wenig zu 
beanstanden sind sodann auch die theoretischen Ausführungen der Vorinstanz zu 
Art. 445 ZGB, wonach der Vormund seines Amtes zu entheben ist, wenn er sich 
einer groben Nachlässigkeit oder eines Missbrauchs seiner amtlichen Befugnisse 
schuldig macht, eine Handlung begeht, die ihn seiner Vertrauensstellung als 
unwürdig erscheinen lässt, oder zahlungsunfähig wird. Genügt er seinen 
vormundschaftlichen Pflichten nicht, kann er überdies, auch wenn ihn kein 

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Verschulden trifft, aus dem Amt entlassen werden, sobald die Interessen des 
Bevormundeten gefährdet sind (Art. 445 Abs. 2 ZGB).  

Soweit indes die Vorinstanz bei der nachfolgenden Prüfung von Art. 445 
ZGB zum Schluss gelangt, dass im konkreten Fall keiner der in dieser 
Bestimmung geregelten Amtsenthebungsgründe erfüllt ist und den Entzug der 
erstreckten elterlichen Sorge ablehnt, kann ihr, wie nachfolgend zu zeigen sein 
wird, nicht beigepflichtet werden.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

a) Dem Berufungsbeklagten kann zwar - wie von der Vorinstanz richtig 
erwogen - kein schuldhafter Missbrauch seiner amtlichen Befugnisse im Sinne von 
Art. 445 Abs.1 ZGB zur Last gelegt werden. Insbesondere lässt sich dem 
Berufungsbeklagten in diesem Zusammenhang nicht vorwerfen, dass er von der 
Invalidenrente seines Sohnes gelebt habe, wobei auch diesbezüglich anstelle 
eigener Begründung auf die zu bestätigenden Ausführungen im angefochtenen 
Urteil (vgl. act. 01/1, E. 3.i. S. 18) Bezug genommen werden kann (Art. 229 Abs. 3 
ZPO). Im Übrigen wird dieser Punkt denn auch von der Berufungsklägerin im 
vorliegenden Rechtsmittelverfahren nicht mehr beanstandet, weshalb darauf nicht 
weiter einzugehen ist.

 Überdies bleibt - ebenfalls unter Hinweis auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz (vgl. E. 3.j. S. 18 f. [Art. 229 Abs. 3 ZPO]) - 
festzustellen, dass es vorliegend auch an den Voraussetzungen für einen 
Sorgerechtsentzug zufolge unwürdigen Verhaltens von Y. fehlt. Dem 
Berufungsbeklagten können weder Überschreitungen seiner amtlichen Befugnisse 
als Sorgeberechtigter noch grobe Verletzungen der ihm in dieser Funktion 
obliegenden Geheimhaltungspflicht zur Last gelegt werden (vgl. dazu Thomas 
Geiser, in Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1-456 ZGB, 3. Aufl., Basel 
2006, N 8 zu Art. 445 ZGB).  Entsprechend wird in der Berufungsschrift denn auch 
nichts Substantiiertes zu diesem Punkt und den diesbezüglichen Erwägungen der 
Vorinstanz vorgebracht, weshalb sich weitere Ausführungen dazu ebenfalls 
erübrigen. Immerhin sei aber der Klarheit halber ergänzend festgehalten, dass 
insbesondere auch das aktenmässig erstellte (vgl. Sozialbericht; kB 18 S. 2, 4)  
und in der Berufungsschrift in anderem Zusammenhang mehrfach erwähnte 
ablehnende Verhalten des Berufungsbeklagten gegenüber den Behörden nicht 
geeignet erscheint, das Wohl von X. zu beeinträchtigen und das dem Vater als 
Sorgeberechtigter entgegengebrachte Vertrauen nachhaltig zu erschüttern (vgl. 
dazu Thomas Geiser, a.a.O., N 7 zu Art. 445 ZGB). Allein der Umstand, dass Y. 
wohl eine eher negative Haltung gegenüber öffentlichen Institutionen einnimmt, 

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vermag, wie auch von der Vorinstanz richtig erkannt, den Berufungsbeklagten in 
seiner Stellung als Sorgeberechtigter über seinen Sohn X. nicht unwürdig 
erscheinen zu lassen.  

Unter Hinweis auf die zu bestätigenden Ausführungen der Vorinstanz (Art. 
229 Abs. 3 ZPO) ist daher zusammenfassend festzuhalten, dass sowohl eine  
Amtsenthebung wegen Amtsmissbrauchs als auch eine solche unter dem Aspekt 
eines unwürdigen Verhaltens vorliegend ausscheidet. 

b) Entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin kann Y. das 
erstreckte Sorgerecht über seinen Sohn sodann auch nicht unter dem Titel der 
Zahlungsunfähigkeit entzogen werden. 

Wohl muten die dem Berufungsbeklagten monatlich zur Verfügung 
stehenden finanziellen Mittel gerade aus schweizerischer Sicht relativ bescheiden 
an. So bestreitet Y. seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen aus dem im Jahre 
2005 von seinem Vater erhaltenen Erbvorbezug in Höhe von Fr. 150’000.-- 
respektive aus den nach Abzug des sofort ausbezahlten Betrags von Fr. 20'000.-- 
verbliebenen Fr. 130'000.--, wovon ihm seither gemäss letztwilliger Verfügung  
und Schreiben seines Vaters vom 13. Juli 2005 vierteljährliche Raten von Fr. 
6'000.--, das heisst monatlich Fr. 2'000.-- (vgl. Akten Vormundschaftsbehörde; act. 
III Mappe 2/2), beziehungsweise gemäss eigenen Angaben rund Fr. 1'000.-- im 
Monat (vgl. Sozialbericht kB 18 S. 2; act. 14 S. 14 Ziff. 15) überwiesen werden. 
Andere nennenswerte Einkünfte vermag der Berufungsbeklagte nicht darzulegen. 
In diesem Zusammenhang bleibt allerdings zu berücksichtigen, dass die 
Lebenshaltungskosten in Kanada verglichen mit jenen in der Schweiz um rund 20 
% tiefer liegen und Y. für seine von der Regierung subventionierte 
Dreizimmerwohnung lediglich einen monatlichen Mietzins von CAD 295.-- plus 
Nebenkosten bezahlt (vgl. Sozialbericht kB 18 S. 2). Der Einwand der 
Berufungsklägerin, die bescheidenen Mittel des Vaters würden nicht mehr 
ausreichen, wenn letzterer nicht mehr auf eine Sozialwohnung zurückgreifen, 
sondern eine marktübliche Miete bezahlen müsste, erweist sich dabei als 
unbehelflich. Wie von der Vorinstanz richtig erwogen, geben nämlich die Angaben 
im Sozialbericht bezüglich der Wohnsituation des Berufungsbeklagten keinen 
Anlass zur Annahme, dass Y. nicht weiterhin in der von ihm bewohnten 
Sozialwohnung verbleiben und von der tiefen vergünstigten Wohnungsmiete 
profitieren könnte. Zwar gab der Berufungsbeklagte gemäss Sozialbericht an, 
dass sein Mietvertrag bald revidiert werde. Es könne daher sein, dass die 
Wohnungsbehörde von Whistler in diesem Zusammenhang von ihm verlange, die 

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gegenwärtig leeren Zimmer seiner Dreizimmerwohnung zu besetzen 
(Sozialbericht kB 18 S. 2). Konkrete Hinweise darauf, dass Y. in absehbarer 
Zukunft mit einer Kündigung des Mietverhältnisses respektive mit einer 
erheblichen Anhebung des Mietzinses rechnen muss, ergeben sich aus dem 
Sozialbericht jedoch keine. Demgemäss bleibt denn auch festzustellen, dass der 
Sozialbericht und die entsprechenden Angaben zu den Wohnverhältnissen aus 
dem Jahre 2006 datieren, wobei die Wohnsituation von Y. gemäss seinen 
Angaben in der Berufungsantwort offenbar bis heute immer noch unverändert 
geblieben ist (vgl. act. 14 Ziff. 15 S. 14). In   Übereinstimmung mit der Vorinstanz 
muss folglich davon ausgegangen werden, dass der Berufungsbeklagte 
gegenwärtig  wie auch in absehbarer Zukunft in der Lage sein wird, seinen 
Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Berücksichtigt man zudem, dass X. im 
Falle einer Rückkehr zu seinem Vater nach Kanada wiederum eine staatliche 
Unterstützung in Höhe von monatlich CAD 800.-- (= ca. Fr. 900.--) erhalten würde 
(vgl. kB 18. S. 2), dürften die dem sorgeberechtigten Vater zur Verfügung 
stehenden finanziellen Mittel - wenn auch in bescheidenen Verhältnissen - 
ebenfalls ausreichen, um jetzt und in Zukunft zusätzlich für seinen Sohn X. zu 
sorgen. Dies im Übrigen umso mehr, als der Berufungsbeklagte bereits anlässlich 
seiner Befragung durch die Vormundschaftsbehörde vom 23. Februar 2007 die 
Beantragung einer AHV-Rente in Kanada in Aussicht gestellt hat (vgl. bB 4 S. 2) 
und gemäss Berufungsantwort nunmehr eine AHV-Rente (OAS) von monatlich Fr. 
1'000.-- bezieht. Auch wenn die Summe aus dem Erbvorbezug bei einem 
Verbrauch von Fr. 12'000.-- pro Jahr voraussichtlich etwa im Jahre 2015 
aufgezehrt sein wird, erweist sich daher der Einwand der Berufungsklägerin, 
wonach eine Zukunft von X. in Kanada unter anderem auch in finanzieller Hinsicht 
völlig unsicher sei, als unbegründet.

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass die finanziellen 
Verhältnisse für X. in der Schweiz - er erhält hier eine IV-Rente in Höhe von Fr. 
3'400.-- - zweifellos vorteilhafter sind als in Kanada. Dieser Umstand ist nämlich 
für die Frage nach den Voraussetzungen für einen Entzug des erstreckten 
Sorgerechts wegen Zahlungsunfähigkeit des Berufungsbeklagten im Sinne von 
Art. 445 Abs. 1 ZGB nicht ausschlaggebend. Vielmehr ist hierfür einzig 
entscheidend, ob Y. auf unbestimmte Zeit nicht über genügend Mittel verfügt, um 
seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und dadurch die Interessen 
seines Sohnes gefährdet werden (vgl. dazu Thomas Geiser, a.a.O., N 11 und 12 
zu Art. 445 Abs. 1 ZGB mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). Davon 
kann jedoch nach dem Gesagten nicht ausgegangen werden, womit ein Entzug 

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des erstreckten elterlichen Sorgerechts wegen Zahlungsunfähigkeit im Sinne von 
Art. 445 Abs. 1 ZGB ebenfalls ausser Betracht fällt.

c) Schliesslich lässt sich dem Berufungsbeklagten entgegen der 
Auffassung der Berufungsklägerin auch keine grobe Nachlässigkeit im Sinne von 
Art. 445 Abs. 1 ZGB vorwerfen. 

aa) Es ist nicht abzustreiten, dass der Berufungsbeklagte, wie auch von 
der Vorinstanz festgehalten, wohl eher negativ gegenüber öffentlichen Behörden 
eingestellt ist. Allein dieser Umstand bietet indes noch keinen Anlass, auf grobe 
Nachlässigkeit des Berufungsbeklagten in der Ausübung seines Amtes als 
Sorgeberechtigter zu schliessen. Der mehrmalige Hinweis der Berufungsklägerin 
auf die schwierige Persönlichkeit von Y. erweist sich folglich auch in diesem 
Zusammenhang als unbehelflich. Überdies ergeben sich, wie von der Vorinstanz 
zutreffend erwogen, auch aus dem Sozialbericht vom 28. September 2006 (kB 
18), welcher sich auf die ausgehändigten Unterlagen und die Angaben der zu X. 
befragten Personen abstützt, keinerlei Hinweise, dass der Berufungsbeklagte in 
der Ausübung seines Amtes - sei es hinsichtlich der Vermögensverwaltung oder 
der persönlichen Fürsorge gegenüber seinem Sohn - grob nachlässig war. 
Vielmehr zeichnet der Sozialbericht (vgl. kB 18 S. 3 ff.) in Bezug auf die Situation 
von X. unter der Obhut und Sorge seines Vaters das Bild eines glücklichen und 
lustigen Menschen, der oft zusammen mit seinem Vater bei der Ausübung 
verschiedener Aktivitäten in der Stadt unterwegs gewesen sei. Die beiden hätten 
gemeinsam Sport getrieben und Musik gemacht. Der Vater habe unzählige 
Stunden damit verbracht, sich X. zu widmen und mit ihm am Gesellschaftsleben in 
Whistler teilzunehmen. Laut Sozialbericht sei X. unter der Obhut seines Vaters 
regelrecht aufgeblüht und es sei offensichtlich gewesen, dass letzterer seinen 
Sohn sehr liebe. Darüber hinaus hat der langjährige Familienarzt, Dr. M., gemäss 
Sozialbericht bestätigt, dass X. von seinem Vater immer eine gute Pflege erhalten 
habe und unter dessen Sorge stets in ausgezeichneter Verfassung gewesen sei. 
Der junge Mann sei immer ordentlich, sauber und glücklich gewesen. 
Entsprechend sei er auch bei guter körperlicher Gesundheit gewesen, zumal der 
Vater allfällige Leiden immer sofort gepflegt habe. Zusammenfassend wird 
schliesslich im Sozialbericht festgehalten, dass weder der Familienarzt noch eine 
andere der befragten Fachpersonen betreffend die Sorge und Pflege von Y. für 
seinen Sohn besorgt gewesen sei. Dabei sind entgegen dem Einwand der 
Berufungsklägerin keine Gründe ersichtlich, welche Anlass geben, die Angaben 
der Personen, auf die sich der Sozialbericht abstützt, hinsichtlich ihrer 
Aussagekraft zu hinterfragen. Diesbezüglich kann an Stelle eigener Begründung 

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zunächst im Wesentlichen auf die zu bestätigenden Erwägungen der Vorinstanz 
Bezug genommen werden (vgl. vorinstanzliches Urteil; act. 01.1, E. 3.e. S. 13 f. 
[Art. 229 Abs. 3 ZPO]). Ergänzend bleibt ausserdem festzuhalten, dass es sich bei 
Dr. M. - auch wenn er X. nur jeweils anlässlich der Arztbesuche gesehen hat - 
doch um eine Fachperson und überdies um den langjährigen Hausarzt der Familie 
handelt. Es darf folglich angenommen werden, dass letzterer anhand der 
langjährigen Bekanntschaft und der bei den regelmässigen Arztbesuchen 
gemachten Feststellungen betreffend Erscheinungsbild, Verhalten und Gesundheit 
des jungen Mannes in der Lage war, zuverlässige Rückschlüsse auf dessen 
Gemütszustand und die körperliche Verfassung und damit auch auf die 
Fürsorgequalitäten des Vaters zu ziehen. Hätte sich Y. tatsächlich eine grob 
nachlässige Betreuung seines Sohnes zu Schulden kommen lassen, so wäre  Dr. 
M. in seiner Eigenschaft als Mediziner und langjähriger Familienarzt ohne 
Weiteres dazu befähigt gewesen, erste Anzeichen dafür anlässlich der 
Konsultationen von X. und seinem Vater zu erkennen. Was sodann den Rektor 
der High School, G., betrifft, geht aus dem Sozialbericht klar hervor, dass dieser 
nicht nur während der Schulzeit, sondern auch nach dem Schulabschluss immer 
noch Kontakt zu X. und seinem Vater hatte. Obwohl er nicht mit dem behinderten 
Mann zusammengearbeitet hat, dürften folglich die von ihm geschilderten 
Eindrücke, wonach X. glücklich, vom Vater sehr geliebt und unter dessen Obhut 
aufzublühen schien, entgegen der Behauptung der Berufungsklägerin, durchaus 
als verlässlich bezeichnet werden. Dies umso mehr, als kaum in Abrede gestellt 
werden kann, dass solche Feststellungen keiner intensiven Zusammenarbeit 
bedürfen, sondern ohne weiteres auch anlässlich lose wiederkehrender 
Begegnungen und Kontakte möglich sind. 

Soweit die Berufungsklägerin überdies einwendet, dass es im rund 54 km 
entfernten Squamish mehr Gelegenheiten für X. zur Teilnahme an strukturierten 
Gruppenprogrammen gegeben hätte, bleibt ihr zwar unter Hinweis auf die 
entsprechende Angaben im Sozialbericht (vgl. kB 18 S. 3) zuzustimmen. Dass der 
Berufungsbeklagte mit seinem Sohn trotzdem nicht nach Squamish gezogen ist, 
kann ihm indes entgegen der Auffassung der Mutter ebenfalls nicht als grobe 
Nachlässigkeit zum Vorwurf gemacht werden. Von einer groben Nachlässigkeit im 
Sinne von Art. 445 Abs. 1 ZGB ist nämlich nur dann auszugehen, wenn es der 
Vormund - hier der Inhaber der erstreckten elterlichen Sorge - in krasser Weise an 
der nötigen Sorgfalt fehlen lässt (vgl. Thomas Geiser, a.a.O., N 5 zu Art. 445 ZGB 
mit Hinweis auf Martin Good, a.a.O., S. 83 § 5 N 24). Nachdem der 
Berufungsbeklagte seinen Sohn in der ihm vertrauten Umgebung belassen und 

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sich - wie im Sozialbericht ausführlich bestätigt - im Rahmen der dortigen 
Möglichkeiten um Fürsorge, Betreuung und Beschäftigung von X. gekümmert hat, 
kann jedoch von einer solchen gravierenden Pflichtverletzung auch unter diesem 
Gesichtspunkt betrachtet nicht die Rede sein. 

bb) An diesem Beweisergebnis würde sodann - wie die Vorinstanz 
ebenfalls richtig festgehalten hat - auch eine Befragung der von der 
Berufungsklägerin beantragten vier Zeugen aus Kanada nichts ändern. Denn 
selbst wenn letztere die Verhältnisse in Kanada respektive die Situation von X. 
unter der Obhut seines Vaters weniger positiv darstellen würden, vermöchte dies 
angesichts der gemäss Sozialbericht einhellig positiven Aussagen aller übrigen 
befragten Personen nicht auszureichen, um die aufgrund dessen gewonnene 
Überzeugung umzustossen und auf grobe Nachlässigkeit des Vaters im Sinne des 
Gesetzes zu schliessen. Dies erst recht, nachdem - wie oben dargelegt - entgegen 
der Kritik der Berufungsklägerin auch kein Anlass besteht, die Glaubhaftigkeit der 
dem Sozialbericht zu Grunde liegenden Aussagen in Frage zu stellen. Es wurde 
daher zu Recht auf die Befragung dieser Zeugen verzichtet und die 
entsprechenden Beweisanträge der Berufungsklägerin sind aus den dargelegten 
Gründen in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen. 

Dasselbe gilt für die weiteren seitens der Mutter und des Beistands 
beantragten Zeugen. Zwar bleibt einzuräumen, dass die mit Stellungnahme des 
Beistands vom 10. März 2008 (act. 15) eingereichten Schreiben verschiedener 
Personen (act. 15.4-15.11) im Hinblick auf die Verfassung und das Verhalten von 
X. unter der Sorge seines Vaters respektive bei der Rückkehr in die Schweiz im 
Jahre 2002 teilweise allenfalls ein etwas anderes Bild zeichnen als der 
Sozialbericht. Allein die Einschätzung einzelner Personen, wonach X. scheu, 
traurig und in sich gekehrt wirkte sowie eine gebeugte Körperhaltung gezeigt 
habe, reicht jedoch nicht aus, um auf eine grobe Vernachlässigung der 
Fürsorgepflicht seitens des Vaters zu schliessen. Die Bejahung einer solchen setzt 
nämlich voraus, dass elementare Verhaltenspflichten schuldhaft missachtet 
werden, was mit Bezug auf die persönliche Fürsorge etwa dann der Fall wäre, 
wenn der Vater nicht für die erforderliche medizinische Behandlung von X. gesorgt 
hätte (vgl. Thomas Geiser, a.a.O., N 5 zu Art. 445 ZGB sowie Martin Good, a.a.O., 
S. 83 f. insb. N 25 und N 29.). Davon kann jedoch vorliegend gerade nicht 
ausgegangen werden. Denn aus dem Sozialbericht (kB 18), welcher sich 
diesbezüglich auf den langjährigen Familienarzt Dr. M. und damit auf das 
zuverlässige Urteil einer medizinischen Fachperson abstützt, geht klar hervor, 
dass Y. seinem Sohn stets die notwendige medizinische und körperliche Pflege 

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angedeihen liess. Der im Schreiben von Q. (vgl. act. 15.6) geäusserte Vorwurf 
fragwürdiger Hygiene und einseitiger Ernährung steht sodann allein, zumal weder 
im Sozialbericht noch in den übrigen vom Beistand eingelegten Schreiben 
diesbezügliche Kritik geäussert wird. Überdies erweist er sich allein schon mit 
Blick auf die fachkompetente Beurteilung des langjährigen Hausarztes, welcher X. 
eine ausgezeichnete Verfassung und gute körperliche Gesundheit sowie ein 
ordentliches und sauberes Erscheinungsbild bescheinigt (vgl. kB 18 S. 4), als 
entkräftet. Soweit zudem in den genannten Schreiben der Charakter und die 
Lebenseinstellung von Y. kritisiert werden, bleibt zwar nochmals einzuräumen, 
dass dessen Persönlichkeit und der Umgang mit ihm offenbar von verschiedenen 
Seiten eher als „schwierig“ empfunden wurden. Wie ebenfalls bereits mehrfach 
ausgeführt, sagt dieser Umstand jedoch rein gar nichts über die Qualität der 
seinem Sohn angediehenen persönlichen Fürsorge aus. Entsprechend kann auch 
daraus, dass die genannten Schreiben durchwegs über eine positive Entwicklung 
von X. seit seiner Ankunft in der Schweiz berichten, nicht abgeleitet werden, dass 
es der Vater in Kanada hinsichtlich der persönlichen Fürsorge gegenüber seinem 
Sohn an der nötigen Sorgfalt fehlen liess. Selbst wenn die Darstellungen in den zu 
den Akten gegeben Schreiben von den seitens des Beistands oder der Mutter 
beantragten Zeugen bestätigt würden, liessen diese folglich mit Blick auf das 
einheitlich positive Bild, welches der auf Fach- und Bezugspersonen abgestützte 
Sozialbericht über die körperliche Verfassung und das seelische Befinden von X. 
unter der Sorge seines Vaters zeichnet, nicht den Schluss grob nachlässiger 
Fürsorge des Berufungsbeklagten gegenüber seinem Sohn zu. Soweit die 
Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung die Befragung weiterer Zeugen 
abgelehnt hat, kann daher von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs entgegen 
der Auffassung der Berufungsklägerin nicht die Rede sein. Auf die Befragung 
weiterer Zeugen kann folglich in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auch unter 
diesem Gesichtspunkt betrachtet verzichtet werden, womit die entsprechenden 
Beweisanträge der Berufungsklägerin und des Beistandes abzuweisen sind.  

cc) Die Berufungsklägerin wendet zutreffend ein, dass man den 
Sozialbericht erstellt habe, ohne dass sie oder ihr Sohn beziehungsweise dessen 
Beistand befragt oder anderswie einbezogen worden wären. Soweit A. mit Hinweis 
darauf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügt, ist jedoch festzuhalten, dass 
das Kantonsgerichtspräsidium dem im Berufungsverfahren gestellten 
Beweisantrag um Begutachtung stattgegeben und Dr. phil. I Andreas Müller mit 
der Erstellung eines Gutachtens über X. beauftragt hat. In der Folge wurde 
letzterer einer einlässlichen und fundierten Begutachtung durch den Experten 

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unterzogen. Dazu hat der Gutachter den jungen Mann mehrfach getroffen, mit ihm 
gesprochen, ihn in verschiedenen Situationen beobachtet und mit ihm gearbeitet 
(vgl. Gutachten act. 38 S. 7). Überdies wurden nebst dem Vater sowohl die Mutter 
wie auch die wichtigsten Bezugspersonen von X. befragt (vgl. act. 38 S. 7 ff.), 
wobei Thema des Gutachtens unter anderem auch das Befinden des behinderten 
Mannes während seines Aufenthalts in Kanada unter der Sorge und Obhut seines 
Vaters bildete (vgl. act. 33 S. 1 Ziff. 4 sowie act. 38 S. 1), wie es im Übrigen auch 
Gegenstand des Sozialberichtes ist. Die vom Experten befragte Berufungsklägerin 
hatte folglich Gelegenheit sich diesbezüglich umfassend zu äussern und hat von 
dieser Möglichkeit mit Schreiben vom 20. März 2009 (act. 38, Beilage 3 S. 4 f.) 
denn auch Gebrauch gemacht. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass dem 
Kantonsgericht im Berufungsverfahren volle Kognition zukommt (Art. 64 Abs. 4 
EGzZGB in Verbindung mit Art. 229 Abs. 1 ZPO). Da die Berufungsklägerin ihren 
Standpunkt bezüglich der gemäss Sozialbericht abzuklärenden Fragen somit 
umfassend darlegen konnte, anlässlich der Begutachtung sodann auch X. 
miteinbezogen wurde und der Berufungsinstanz hinsichtlich des angefochtenen 
Urteils eine umfassende Überprüfungsbefugnis zukommt, ist mithin eine allfällige 
Gehörsverletzung anlässlich der Erstellung des Sozialberichts als geheilt zu 
betrachten. 

dd) Schliesslich bleibt in diesem Zusammenhang zu bemerken, dass laut 
Gutachter, Dr. phil. I Andreas Müller, in Kanada nur geringe institutionelle 
Unterstützungsmöglichkeiten für Personen mit Behinderungen bestehen (vgl. act. 
38 S. 27). So führt letzterer in seinem Bericht aus, dass Arbeitsplätze für 
behinderte Menschen in Kanada lediglich in der freien Wirtschaft angeboten 
würden und in der Regel nicht behindertenspezifisch seien. Im Freizeitbereich 
seien behindertenspezifische Unterstützungsmöglichkeiten sodann gar nicht 
vorhanden. Überdies seien die Unterstützungsmöglichkeiten in Bezug auf 
persönliche Notwendigkeiten durch lange Wege geprägt und nur spärlich 
gegeben. Schliesslich gäbe es auch keine institutionellen 
Unterstützungsmöglichkeiten wie sie in der Schweiz durch die 
Invalidenversicherung gegeben seien (vgl. act. 38 S. 28 Ziff. 1-4). Menschen mit 
Behinderung seien demnach in Kanada mangels genügender institutioneller 
Strukturen sowohl hinsichtlich ihrer angemessenen Betreuung und Förderung wie 
auch der entsprechenden Freizeit- und Arbeitsangebote weitgehend auf die 
Unterstützung ihres sozialen und familiären Umfelds beziehungsweise auf den 
„Goodwill“ der Gemeinde angewiesen (vgl. act. 38 S. 27 f.). Dabei ist gerade auch 
mit Blick auf die Angaben im Sozialbericht davon auszugehen, dass die 

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diesbezügliche Situation vor 6 ½ Jahren, als sich X. noch unter der Obhut und 
Sorge seines Vaters in Kanada aufhielt, dieselbe war. So hält auch J. im 
Sozialbericht zusammenfassend fest, sie gehe davon aus, dass die Situation für 
X. im Falle einer Rückkehr zu seinem Vater nach Kanada die gleiche sein würde, 
wie vor seiner Abwesenheit, wobei sie diesbezüglich auch auf die lediglich 
eingeschränkten Möglichkeiten für X. hinweist, im 1:1 Verhältnis direkt mit einem 
Selbsthilfe-Animator zu arbeiten respektive an Gruppenprogrammen teilzunehmen 
(vgl. Sozialbericht kB 18, S. 2 f. und 5). Allein der Umstand, dass in Kanada 
offenbar kaum staatliche Strukturen für eine angemessene Betreuung behinderter 
Menschen bestehen und diese somit mehrheitlich allein vom Einsatz des Vaters 
abhängt, kann jedoch dem Berufungsbeklagten nicht als grobe Vernachlässigung 
der persönlichen Fürsorge gegenüber seinem Sohn angelastet werden. Auf das 
eher rudimentäre staatliche Betreuungssystem und die Voraussetzungen in 
Kanada wird allerdings weiter unten mit Bezug auf die Generalklausel von Art. 445 
Abs. 2 ZGB nochmals näher einzugehen sein. Soweit die Mutter dem 
Berufungsbeklagten Planlosigkeit vorwirft, bleibt im Übrigen zu wiederholen, dass 
es zur Annahme der groben Nachlässigkeit im Sinne des Gesetzes der krassen 
Verletzung elementarer Verhaltenspflichten bedarf. Eine solche lässt sich aber 
dem Berufungsbeklagten mit Blick auf die oben dargelegten Aussagen im 
Sozialbericht betreffend das Befinden von X. sowie die Pflege und Sorge, die Y. 
seinem Kind entgegengebracht hat, selbst bei Bejahung einer planlosen 
Lebensgestaltung, nicht zur Last legen.  

Ein Entzug des erstreckten Sorgerechts unter dem Titel der groben 
Nachlässigkeit im Sinne von Art. 445 Abs. 1 ZGB ist folglich ebenfalls abzulehnen. 

d) Zu prüfen bleibt somit, ob die erstreckte elterliche Sorge Y. gestützt 
auf die Generalklausel von Art. 445 Abs. 2 ZGB zu entziehen ist. Danach kann die 
Vormundschaftsbehörde den Amtsträger entlassen, wenn er seinen 
vormundschaftlichen Pflichten nicht genügt. Wann dies zutrifft, bestimmt sich nach 
den Mündelinteressen im Einzelfall. Der Vormundschaftsbehörde kommt insoweit 
ein grosses Ermessen zu. Sie hat aber den Amtsträger immer zu entlassen, wenn 
es die optimale Wahrung der Interessen des Mündels gebietet. Insoweit kommt es 
immer auch auf die möglichen Alternativen an. Mit anderen Worten kann sich ein 
Amtsträger im Sinne des Gesetzes als seinen Aufgaben nicht gewachsen 
erweisen, weil ein geeigneterer Vormund zur Verfügung steht (vgl. Thomas 
Geiser, a.a.O., N. 13 zu Art. 445 ZGB sowie Martin Good, a.a.O., S. 104 § 5 N 
114). Wenn in Art. 445 Abs. 2 ZGB das Wort „kann“ verwendet wird, bedeutet dies 
mithin nicht, dass es im freien Ermessen der Behörde läge, ob sie den 

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Mandatsträger entlassen will oder nicht. Vielmehr muss der Vormund seines 
Amtes enthoben werden, wenn die Interessen des Mündels gefährdet sind (vgl. 
Thomas Geiser, a.a.O., N 16 zu Art. 445 ZGB). Das vormundschaftliche Amt hat 
nämlich in jedem Fall dem Mündel zu dienen. Entsprechend entscheiden 
ausschliesslich die Mündelinteressen, ob ein Amtsträger geeignet ist oder nicht. 
Die Behörde hat folglich einzugreifen, sobald dies zum Schutze der 
Mündelinteressen notwendig ist. Entscheidendes Kriterium bildet die Wahrung der 
Mündelinteressen (vgl. Thomas Geiser, a.a.O., N 2 und 16 zu Art. 445 ZGB).  

Für die Beurteilung der Frage, ob Y. die erstreckte elterliche Sorge gestützt 
auf Art. 445 Abs. 2 ZGB zu entziehen ist, sind mithin nach dem Gesagten die 
Interessen und das Wohl seines Sohnes X. massgebend. Diese sprechen aber, 
wie im Folgenden zu zeigen sein wird, entgegen der Auffassung der Vorinstanz, 
klar für einen Verbleib des jungen Mannes bei seiner Mutter in F.. 

aa) X. lebt seit 2002 mit seiner Mutter und deren Lebenspartner, dem 
Sozialpädagogen O., in F.. Letzterer hat selbst ebenfalls eine Pflegetochter mit 
Down-Syndrom, welche die Familie alle zwei Wochen jeweils am Wochenende 
besucht. Zur Familie gehört überdies der Labrador-Hund Alex, den der junge 
Mann über alles liebt und mit dem er viel Zeit verbringt (vgl. Gutachten act. 38 S. 
7: act. 38.3 S. 4). Wie aus dem eingeholten Gutachten von Dr. phil. I Andreas 
Müller hervorgeht, sorgt sich in diesem Umfeld besonders die Mutter um das 
Leben von X. und unterstützt ihn. Aber auch zu O. habe X. ein ausgesprochen 
gutes Verhältnis (vgl. act. 38 S. 29). Entsprechend gelangt der Experte zur 
Überzeugung, dass A. in dem beschriebenen Umfeld einen sinnvollen und gut 
funktionierenden Alltag für ihren Sohn geschaffen habe, in welchem letzterer sich 
gut zurechtfinde (vgl. act. 38 S. 23). Konkret wird dieser Alltag massgeblich durch 
die Arbeit in der ARGO-Werkstatt gestaltet, wo X. seit 2003 jeweils von dienstags 
bis freitags einer angepassten Tätigkeit nachgeht und im Arbeitsprozess den 
ganzen Tag  über begleitet wird (vgl. act. 38 S. 29 Ziff. 5, S. 22, 24). Wie aus den 
Aussagen der Bezugspersonen von X. hervorgeht und auch der Gutachter 
bestätigt, bedeutet diese Arbeit dem jungen Mann viel (vgl. act. 38 S. 9, 10,16, 22, 
24). Zusätzlich wird X., wie Dr. Müller weiter darlegt, von einem breiten, gut 
organisierten und stimulierenden sozialen Netz getragen, welches den jungen 
Mann in seinem Leben und „Sosein“ optimal fördert (vgl. act. 38 S. 29, 30). Dazu 
gehört zunächst seine Arbeit auf dem Hof C. in D. bei der Familie W., welche der 
junge Mann jeweils am Montag besucht. Wichtig für X. sind dabei laut 
Beobachtungen des Gutachters insbesondere die vielen Besuche, welche Frau W. 
mit dem behinderten Mann in D. macht sowie die Einhaltung eines strikten 

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Tagesablaufs (vgl. act. 38 S. 8, 29). Zirka 14-täglich besucht X. zudem Frau H. in 
B., welche im Entlastungsdienst für Familien mit Behinderten tätig war und heute 
zusammen mit ihrem Lebenspartner Jugendliche mit sozialen Schwierigkeiten 
betreut. X. übernachtet dort und beteiligt sich jeweils an den Aktivitäten, welche 
auch hier ganz auf ihn ausgerichtet sind (vgl. act. 38 S. 10 f., S. 29). In seiner 
Freizeit besucht der junge Mann überdies täglich eine ihm angepasste Förderung 
im Rahmen der Unterstützungsangebote (vgl. act. 38 S. 29). So spielt er als 
Drummer in der MiMe-Theatergruppe für Menschen mit geistiger Behinderung mit 
(vgl. act. 38 S. 8 f., S. 21) und geht zudem wöchentlich in den Schwimmclub, wo 
er sich ebenfalls an den Aktivitäten beteiligt (vgl. act. 38 S. 21, 29). Ausserdem 
besucht X. den Insieme Freizeitclub für Behinderte, wo er unter anderem gerne 
bastelt (vgl. act. 38 S. 21, S. 24,S. 29; act. 38.3 S. 5), und er nimmt darüber 
hinaus einmal in der Woche in der Musikschule F. Trommelunterricht (act. 38 S. 
12 f., S. 23, S. 29). Jeweils am Freitag geht er ferner in die Logopädie (vgl. act. 38 
S. 12 sowie act. 38.3 S. 1). Zusätzlich zu diesen Aktivitäten besucht X. jeweils im 
Sommer ein Ferienlager von Insieme/Pro Infirmis (vgl. act. 38 S. 29; act. 38.3 S. 
5). X. ist mithin hier in F. familiär, sozial und beruflich gut integriert. Gemäss 
zusammenfassender Feststellung des Gutachters lebt er hier in einem wohl 
strukturierten Lebensfeld, in welchem die Aktivitäten, die er besucht, auf ihn 
zugeschnitten sind und seine Betreuungs- und Bezugspersonen ihn gerne haben 
(vgl. act. 38 S. 30). Entsprechend hat denn auch die Vormundschaftsbehörde 
bereits in ihrem Beschluss vom 8. Februar 2005 festgestellt, dass X. hier die 
bestmögliche Fürsorge zuteil wird (vgl. kB 13)

Dr. Müller bestreitet zwar nicht, dass auch Y. - wenn auch unter 
erschwerten Bedingungen - in Kanada einen gut funktionierenden Alltag für seinen 
Sohn X. entwickeln könnte (vgl. act. 38 S. 23). Gleichzeitig stellt der Gutachter in 
seinem Bericht jedoch ausdrücklich klar, dass eine vertraute räumliche Umwelt 
und die Orientierung zu seinen nächsten Bezugspersonen für die Erhaltung der 
Identität von X. zentral sei (vgl. act. 38 S. 4, S. 15). Dementsprechend bilden die 
aktuellen Bezugspersonen laut Gutachter ein stabiles Netz der Orientierung und 
Verknüpfung für den behinderten jungen Mann. So stellt der Experte fest, dass 
das Bewusststein von X. in hohem Masse von diesen Personen abhängig ist, was 
im Übrigen auch dadurch bestätigt wird, dass er während der Untersuchung oft 
von seiner Mutter, deren Lebenspartner, den Arbeitskollegen und von seinem 
Trommellehrer sowie von der Logopädin L. und von B. W. vom Hof C. berichtete 
(vgl. act. 38 S. 15). Nach Auffassung von Dr. Müller ist es daher zentral, dass die  
Umwelt von X. in sich stabil bleibt (vgl. act. 38 S. 22). Letzterer habe ein Recht auf 

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Sicherheit, Klarheit, Eindeutigkeit und Geborgenheit in seinen ihm nunmehr lieb 
gewordenen und gewohnten Strukturen (vgl. act. 38 S. 30). Der Gutachter 
konkretisiert mithin in seinem Bericht nicht nur die enorme Bedeutung, welche das 
Umfeld und das langjährig gewachsene soziale Netzwerk für das Leben und Sein 
von X. haben, sondern hält zudem ausdrücklich fest, dass die Stabilität dieser 
Faktoren für die Entwicklung und die Erhaltung der Identität des jungen Mannes 
zentral ist. Entsprechend erklärt Dr. Müller, dass X.s Orientierung an seinen 
Bezugspersonen sein eigentliches Leben ausmache (vgl. act. 38 S. 15). Dieses 
Netz von Bezugspersonen gebe ihm Halt und Bewusstsein überhaupt (vgl. act. 38 
S. 15). Mit anderen Worten gibt es - so der Gutachter - ohne diese Personen für X. 
kein Selbst. Wenn diese äussere Struktur an Beständigkeit und Harmonie verliere, 
komme dies folglich einer Gefährdung des Wohles und Schutzes der 
Persönlichkeit von X. gleich (vgl. act. 38 S. 17). Dies wird im Übrigen nicht zuletzt 
auch durch die vom Gutachter beschriebene überdurchschnittlich hohe Sensibilität 
von X. (vgl. act. 38 S. 7, 16, 29) und dessen Reaktion auf die Frage bekräftigt, ob 
er lieber in Kanada oder in der Schweiz leben wolle. Wie Dr. Müller in seinem 
Bericht ausführt, reagierte er darauf nämlich mit Angst und Verwirrung. Dies heisst 
zwar laut Gutachter nicht, dass die Vorstellung als solche, in Kanada oder der 
Schweiz zu leben, dem behinderten Mann Angst macht. Denn X. könne eine 
solche Vorstellung gar nicht erst entwickeln. In seinen weiteren Ausführungen legt 
der Experte jedoch dar, dass die von X. gezeigte Angst aus der diffusen 
Vorstellung resultiere, er müsste seine derzeitige Situation verlassen (vgl. act. 38 
S. 29). Mit Blick auf die von X. diesbezüglich geäusserte Angst und Verwirrtheit 
wird demnach mehr als deutlich, dass ein Entreissen aus den hier in der Schweiz 
geschaffenen stabilen und vertrauten Strukturen den geistig behinderten Mann in 
schwere seelische Bedrängnis stürzen und seinem Wohle folglich klar 
entgegenstehen würde. 

Aus dem eingeholten Gutachten geht mithin klar hervor, dass X. hier in der 
Schweiz in gewachsenen, festen Strukturen lebt und eine Veränderung dieser 
Situation das Wohl und die Interessen des jungen, äusserst sensiblen Mannes 
ernsthaft gefährden würde. X. ist hier in F. optimal integriert, was gemäss 
Gutachten für Menschen mit Down Syndrom ausserordentlich wichtig ist. Sollte X. 
aber nunmehr nach Kanada zu seinem derzeit sorgeberechtigten Vater verbracht 
werden, würde er aus dem hier seit mehr als 6 Jahren gewachsenen Gefüge und 
dem ihm lieb gewonnenen Umfeld herausgerissen, welches ihm die zur Erhaltung 
seiner Identität unbedingt benötigte Beständigkeit und Geborgenheit gibt. Gestützt 
auf die Feststellungen des Experten wird daher deutlich, dass X. zur Wahrung 

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seiner Interessen - und allein diese sind vorliegend massgeblich - in den hier in 
der Schweiz aufgebauten Strukturen verbleiben sollte, da ein Herausreissen aus 
diesem Umfeld und der damit gewährleisteten Stabilität ihm nicht gut tun würde. 
Entsprechend hatte auch die Einzelrichterin am Supreme Court of British 
Columbia im Urteil vom 22. November 2000 auf die Interessen von X. abgestellt 
und festgehalten, dass X. - auch wenn die Betreuung in der Schweiz 
möglicherweise besser sei - nicht aus der ihm vertrauten Umgebung gerissen 
werden sollte (vgl. kB 14.5 Ziff. 13, 16, 23, 24). Zwar lässt sich nicht ausräumen, 
dass X. im Jahre 2003 entgegen diesem Urteil von seiner Mutter unberechtigt hier 
in der Schweiz zurückgehalten worden ist. Dieser Umstand ist jedoch vorliegend 
nicht mehr von Belang. Denn die Interessen von X., zu deren Wahrung es laut 
Gutachter eines möglichst beständigen, strukturierten und vertrauten Umfeldes 
bedarf, gehen vor und sprechen nach dem Gesagten klar dafür, den behinderten 
Mann hier in der Schweiz in den langjährig gewachsenen Strukturen und dem von 
ihm gewohnten und geliebten Umfeld zu belassen. 

bb) Darüber hinaus erscheint ein Verbleib von X. hier in der Schweiz 
auch objektiv betrachtet als gerechtfertigt, zumal die für geistig behinderte 
Menschen angebotenen Strukturen - wie im Folgenden zu zeigen sein wird - hier 
in F. mit Sicherheit um einiges besser sind als in Kanada respektive in Whistler. 

aaa) Dr. phil. I Andreas Müller hält in seinem Gutachten 
zusammenfassend fest, dass es sich bei X. um einen Menschen mit einer 
schweren geistigen Behinderung handelt. Gemäss ICD 10 müsse bei ihm von 
einer schweren Intelligenzminderung vergleichbar mit einem Entwicklungsalter 
zwischen 3 bis höchstens 6 Jahren ausgegangen werden. Die eingehende 
Analyse nach ICF zeige, dass X. in den meisten Bereichen ausserordentlich stark 
eingeschränkt sei und in keiner Art und Weise ohne fachgerechte Unterstützung 
auskommen könne. Demgemäss stellt der Gutachter klar, dass X. bei jeder 
Aktivität auf andere angewiesen ist, welche ihn in der täglichen Orientierung 
unterstützen. Der junge Mann wisse zwar, welche Aktivitäten an welchem Tage 
anstünden. Letztendlich bedürfe aber jede Handlung der Einleitung und meist 
auch der Unterstützung durch andere Personen (vgl. act. 38 S. 29). Die 
Behinderung von X. verlange mithin dauernde Stimulation von aussen (vgl. act. 38 
S. 16 f.), wobei die Lebensfähigkeit des jungen Mannes gemäss Schlussfolgerung 
des Gutachers in extremem Ausmass durch die Qualität dieser äusseren 
Stimulation gekennzeichnet ist (vgl. act. 38, S. 17). Aufgrund der Tatsache, dass 
X. mit Blick auf die allgemeine Lebenserwartung von Menschen mit Down 
Syndrom noch etwa 20 bis 25 Jahre zu leben habe sowie angesichts der 

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allgemeinen Wirkweise seiner Behinderung, durch die er mit Sicherheit schneller 
abbauen werde als ein nichtbehinderter Mensch, müsse für X. somit bezüglich 
aller für ihn notwendigen Entscheide in jedem Fall ein Leben organisiert werden, 
welches auf Sicherheit, Klarheit und Eindeutigkeit der Tagesabläufe und des 
Lebensrhythmusses ausgerichtet sei (vgl. act. 38, S. 30 Ziff. 8). Fehle es dabei an 
der nötigen fachgerechten Einwirkung von aussen, werde X. teilnahmslos und 
versinke in seine innere Welt (vgl. act. 38 S. 17). Die Betreuung von X. brauche 
daher ein hohes Mass an pädagogischem Geschick (act. 38 S. 7). Dabei ist 
gemäss Dr. phil. I Müller insbesondere auch die täglich gleichbleibende Arbeit von 
entscheidender Bedeutung. Denn sie beinhalte die Dauerstimulation, welche für 
den jungen Mann dringend notwendig sei. Wie der Gutachter ausdrücklich festhält, 
muss diese Arbeit den Möglichkeiten des geistig behinderten X. angepasst und 
von Fachpersonen unterstützt werden, wobei er diesbezüglich auf die sehr gut 
organisierte Arbeit in der ARGO verweist. Aufgaben, welche nur stundenweise 
durchgeführt und nicht bis ins kleinste Detail mit dem behinderten Mann eingeübt 
und dauerbegleitet werden, fallen dabei laut Gutachter ausser Betracht, zumal sie 
X., der die Arbeit zufolge seiner Behinderung nicht selbst strukturieren könne, 
schnell überfordern würden (vgl. act. 38 S. 22). 

In Zusammenhang mit der dargelegten Unterstützungsbedürftigkeit von X. 
weist der Experte sodann auch auf die für letzteren lebensnotwendige und 
lebenserhaltende Bedeutung des sozialen Netzes hin (vgl. act. 38 S. 19). Wie Dr. 
Müller deutlich macht, ist X. auf ein gutes Funktionieren seiner Umwelt dringend 
angewiesen. Nur durch eine Umwelt, welche sich der Schwierigkeiten des geistig 
behinderten Mannes bewusst und auf das Erfüllen des ihm Aufgetragenen 
ausgerichtet sei, könne X. sein Dasein in entsprechenden Bahnen leben, welche 
für ihn gewinnbringend sind. Dabei stellt Dr. Müller klar, dass die diesbezügliche 
Betreuungsarbeit nicht auf den Schultern einer Person liegen kann. Vielmehr sollte 
diese Arbeit gemäss gutachterlicher Empfehlung von einem sozialen Netz in 
Verbindung mit institutioneller Hilfe übernommen werden (vgl. act. 38 S. 22). 
Hierbei erachtet es der Experte als unerlässlich, dass die beziehungsmässige 
Organisation dieser Struktur auch in sich funktioniert, was bedinge, dass jemand 
die Leitung und Führung der Sozialstruktur innehabe. Diese Person muss laut 
Gutachter eine sozial integrierende Funktion ausüben und jederzeit die 
Kommunikation zu den einzelnen Gliedern des sozialen Netzes herstellen können 
(vgl. act. 38 S. 22). Demgemäss hält Dr. Müller in seinem Bericht wiederholt fest, 
dass bei Menschen mit Trisomie 21 die ausserfamiliäre Unterstützung besonders 
bedeutsam sei (vgl. act. 38 S. 4, 5, 26). Dazu betont er nochmals ausdrücklich, 

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dass insbesondere im Falle von X. eine solche Stimulation von aussen dauernd 
notwendig sei, und stellt klar, dass der junge Mann andernfalls schnell 
verkümmern würde (vgl. act. 38 S. 26). 

X. ist also laut gutachterlicher Schlussfolgerung auf das Vorliegen 
entsprechender ausserfamiliärer und institutioneller Betreuungs- und 
Unterstützungsangebote für behinderte Menschen, welche auch die als notwendig 
erachtete Begleitung und Unterstützung durch Fachpersonen einschliessen, 
dringend angewiesen.

bbb) In der Schweiz beziehungsweise in F. besteht, wie der Experte 
weiter darlegt, diesbezüglich sowohl im Bereiche der Arbeitswelt und der Freizeit 
als auch der persönlichen Notwendigkeiten und der persönlichen Förderung  ein 
umfassendes Angebot für behinderte Menschen. 

So weist der Gutachter im Arbeitsbereich zunächst auf die ARGO-Werkstatt 
hin, welche eine Ganztagesbeschäftigung für geistig behinderte Menschen 
anbietet und wo auch X. von dienstags bis freitags einer angepassten Arbeit 
nachgeht. Dabei wird der behinderte Mann im Arbeitsprozess den ganzen Tag 
über begleitet (vgl. act. 38 S. 29). Entsprechend wird in dieser Institution geistig 
behinderten Menschen mit leichten bis starken Intelligenzminderungen eine 
fachgerechte Unterstützung und Arbeitstätigkeit angeboten. Die Arbeitstätigkeit ist 
betreut und findet in Gruppen von vier bis zehn Personen statt. Bei der Auswahl 
der Arbeit wird zudem darauf geachtet, dass eine den behinderten Menschen 
angepasste Arbeit angebote