# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff80d772-1b93-508f-aa49-48665b655293
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.10.2014 200 2014 345
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-345_2014-10-07.pdf

## Full Text

200 14 345 IV 
LOU/ABE/WOL/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 7. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. März 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer), meldete sich am 5. Juni 2012 bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin tätigte die IVB medizinische und erwerb-
liche Abklärungen (AB 6 ff.); daraus ergab sich u.a., dass der Versicherte 
unter einer Erschöpfungsdepression leidet (AB 12). Mit Schreiben vom 
14. November 2012 (AB 11) teilte die IVB dem Versicherten mit, dass kein 
Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe, ein Rentenanspruch werde 
geprüft. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 
14/2) liess die IVB den Versicherten durch eine MEDAS begutachten (Ex-
pertise vom 17. Januar 2014 [AB 22.1]).

Mit Vorbescheid vom 23. Januar 2014 stellte die IVB die Abweisung des 
Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 23). Dagegen erhob die Gemeinde … 
Einwand, wobei sie geltend machte, nach der Begutachtung sei wieder 
eine Verschlechterung eingetreten (AB 25). Am 12. März 2014 verfügte die 
IVB wie angekündigt und lehnte das Leistungsbegehren ab (AB 27).

B.

Mit an die IVB adressierter Eingabe vom 4. April 2014 erhob der Versicher-
te dagegen Beschwerde. Diese leitete die Eingabe am 11. April 2014 zu-
ständigkeitshalber an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozial-
versicherungsrechtliche Abteilung, weiter. Der Beschwerdeführer beantragt 
sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Vor-
nahme weiterer Abklärungen durch die Beschwerdegegnerin. Zur Begrün-
dung macht er geltend, die Begutachtung habe zu einem Zeitpunkt stattge-
funden, als er keine Symptome gehabt habe. Mittlerweile gehe es ihm aber 
wieder so schlecht wie vor der Begutachtung. Zudem verweist er auf einen 
Bericht seines Hausarztes vom 1. April 2014 (Beschwerdebeilage [BB] 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 3

Am 5. Mai 2014 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege, welches er aufforderungsgemäss am 21. Mai 2014 verbes-
serte.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 
2014 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des Be-
schwerdeführers. Der Bericht des Hausarztes vom 1. April 2014 vermöge 
das MEDAS-Gutachten nicht in Frage zu stellen und gebe keinen Anlass 
zu weiteren Abklärungen. Der rechtserhebliche Sachverhalt sei genügend 
dokumentiert.

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 14. Juli 2014 wurde das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 4

vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. März 2014 (AB 27). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV 
Nr. 47 S. 154 E. 2.4).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

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2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Aufgabe des begutachtenden Arztes im 
Rahmen der Invaliditätsbemessung bei Vorliegen einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung ist, sich dazu zu äussern, ob eine 
psychische Komorbidität oder weitere Umstände gegeben sind, welche die 
Schmerzbewältigung im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit behindern. 
Gestützt darauf haben die rechtsanwendenden Behörden zu entscheiden, 
ob der Gesundheitsschaden invalidisierend ist, d.h. zu prüfen, ob eine 
festgestellte psychische Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob 
einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender 
Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine im 
Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer 
Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung zu erlauben. Die 
Prüfung schliesst die Beurteilung der Frage ein, inwiefern die ärztliche 
Einschätzung der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde 
Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle 
Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt (SVR 2012 IV Nr. 1 S. 2 E. 3.4.1).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
nannte im Bericht vom 22. Februar 2013 (AB 12/2) als Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Erschöpfungsdepression sowie einen 
Verdacht auf Neuroborreliose, bestehend seit Oktober 2010. Als Diagnose 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er einen seit Jahren beste-
henden Nikotinabusus an. Seit einem „Zusammenbruch“ im Oktober 2010 
leide der Patient unter Erschöpfung. Aktuell seien die Erschöpfungszustän-
de seltener, aber insgesamt immer noch vorhanden. Der Versicherte habe 
gemäss eigenen Angaben noch Schlafstörungen, „möge aber insgesamt 
besser“. Der IgM-Befund sei positiv (Borrelien), allerdings mit einem Wert 

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von 8 nur schwach. Seit dem 4. Juli 2011 bestehe bis auf Weiteres eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Bezüglich der bisherigen Tätigkeit bestehe 
eine verminderte Leistungsfähigkeit wegen rascher Erschöpfung, Energie-
losigkeit sowie Konzentrationsstörungen. Der Versicherte habe Mühe, 
überhaupt den Alltag bewältigen zu können. In schlechten Zeiten ziehe er 
sich stark zurück. Momentan könne nicht mit einer Wiederaufnahme der 
beruflichen Tätigkeit gerechnet werden.

3.1.2 Im MEDAS-Gutachten vom 17. Januar 2014 (AB 22.1) wurde das 
Vorliegen von Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verneint. Als 
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden genannt:

1. Neurasthenie (ICD-10 F48.0)

2. Anamnestisch Verdacht auf eine Bipolar-II-Störung, gegebenenfalls der-
zeit remittiert (ICD-10 F81.80)

3. Migräne ohne Aura (ICD-10 G43.0), ES 1991
- Attacken etwa 2x/Jahr

4.      Pos. Borrelienserologie
- St. n. Kontakt mit Borrelien
- Kein Hinweis auf durchgemachte Neuroborreliose

Die aktuellen Laborresultate zeigten eine IgG-Positivität für Borrelia burg-
dorferi mit einem Wert von 25 U/ml (0-20). Die übrigen Laborwerte seien, 
abgesehen von unspezifischen geringfügigen Abweichungen der Norm 
einzelner Werte, durchwegs normal und ohne Krankheitswert. Aus internis-
tischer Sicht könne keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit plausibilisiert 
werden (S. 12).

Im psychiatrischen Teilgutachten (AB 22.2) wurde dargelegt, der Explorand 
fühle sich nach keiner oder nur geringer körperlicher Anstrengung energie-
los und ausgelaugt. Daneben beständen Einschlafstörungen und in der 
Vergangenheit hätten auch verschiedenste körperliche Symptome bestan-
den. Er sei nicht in der Lage, sich durch Entspannung oder Ablenkung von 
dieser Erschöpfung zu erholen. Die Symptomatik daure mittlerweile länger 
als drei Monate, so dass die Diagnosekriterien für eine Neurasthenie nach 
ICD-10 erfüllt seien. Anamnestisch beschreibe der Explorand für die frühe-
ren Jahre depressive Episoden mit einer depressiven Stimmung, einem 
Interessens- und Freudverlust sowie auch einem verminderten Antrieb. 
Zusätzlich hätten in diesen Phasen immer wieder Suizidgedanken, Selbst-

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vorwürfe, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen bestanden. In den 
früheren Jahren sei die depressive Symptomatik immer in eine hypomane 
Phase umgeschlagen, in denen der Explorand kaum geschlafen, eine 
grosse Kreativität entwickelt und angefangen habe, berufliche Pläne umzu-
setzen (S. 9). Diese Symptomatik aus der Anamnese lasse sich am ehes-
ten einer Bipolar-II-Störung zuordnen, welche momentan aber remittiert sei. 
Die jetzt bestehende Symptomatik bilde sich am besten in der Diagnose 
einer Neurasthenie ab. Inwieweit diese Symptomatik im Zusammenhang 
mit einer Borrelien-Infektion zu sehen sei, könne psychiatrisch nicht geklärt 
werden. Der Explorand sei durch die Neurasthenie in seiner Arbeitsfähig-
keit zurzeit nicht signifikant eingeschränkt. Es bestehe zurzeit keine psych-
iatrische Komorbidität von erheblicher Schwere. Trotz des mehrjährigen 
chronifizierten Krankheitsverlaufs sei bisher keine konsequente ambulante 
oder stationäre Behandlung durchgeführt worden. In der Exploration habe 
sich der Eindruck nicht gewinnen lassen, dass ein verfestigter oder thera-
peutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf vorliege 
(S. 10). Der vom Exploranden beschriebene, teilweise soziale Rückzug 
werde von ihm gewollt und sei nicht als Krankheitssymptom zu bewerten. 
Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Explorand derzeit in einer den körper-
lichen Beschwerden angepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig (S. 11).

Im neurologischen Teilgutachten (AB 22.3) wurde festgehalten, aufgrund 
der Aktenlage, der Eigenanamnese und der klinischen Untersuchung liege 
eine Migräne ohne Aura vor, welche erstmals 1991 aufgetreten sei und 
aktuell in sehr geringer Frequenz auftrete (S. 6). Der Explorand berichte, 
seit 1991, mit deutlicher Zunahme ab 1995 und nochmaliger Steigerung ab 
Dezember 2012, unter Erschöpfung zu leiden. Er vermute, dass eine Neu-
roborreliose hierfür verantwortlich sein könnte, verneine aber, einen Ze-
ckenbiss oder ein Erythema chronicum migrans bemerkt zu haben. Ebenso 
seien keine sensiblen Störungen, Paresen oder lanzierende, nächtliche 
Schmerzen aufgetreten. In der klinisch-neurologischen Untersuchung hät-
ten sich keine motorischen oder sensiblen Ausfälle gezeigt, der Hirnner-
venstatus sei regelrecht. Letztlich sei anhand der vorliegenden Serologien 
von einer stattgehabten systemischen Borrelieninfektion auszugehen. We-
der aus der Anamnese noch aus dem klinisch-neurologischen Status erge-
be sich ein Hinweis auf eine aktive oder durchgemachte Neuroborreliose. 

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Bezüglich der geklagten Rückenschmerzen habe die neurologische Unter-
suchung auch keine sensiblen oder motorischen Ausfälle der unteren Ex-
tremitäten, hinweisend auf ein radikuläres Syndrom, ergeben. Aus rein neu-
rologischer Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit eine Arbeitsfähig-
keit von 100%. Dies gelte ebenso für schwere, mittelschwere und leichte 
Verweistätigkeiten (S. 7).

Gesamtmedizinisch betrachtet bestehe weder im angestammten Beruf 
noch in Verweistätigkeiten in zeitlicher, qualitativer oder leistungsmässiger 
Hinsicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (AB 22.1/13). Der Haus-
arztbericht vom 22. Februar 2013 (AB 12) sei nicht nachvollziehbar, weder 
diagnostisch noch in Bezug auf die daraus abgeleitete Arbeitsunfähigkeit. 
Zu empfehlen sei eine ambulante, regelmässige, leitliniengerechte, psych-
iatrisch-psychotherapeutische Behandlung. Insbesondere bei einer erneu-
ten depressiven Symptomatik bzw. einer hypomanen Symptomatik sei eine 
pharmakologische Therapie zu erwägen (S. 13).

3.1.3 Im Kurzbericht vom 18. Februar 2014 (AB 25/2) wies Dr. med. 
B.________ darauf hin, dass der Versicherte möglicherweise unter einer 
Neuroborreliose leide. Im vergangenen Herbst sei es ihm nach einer kom-
plementärmedizinischen Behandlung so gut gegangen, dass er die Krank-
heit überwunden geglaubt habe. Anfangs Dezember 2013 hätten sich die 
Symptome aber wieder eingestellt. Eine Liquoruntersuchung sei bisher 
noch nicht veranlasst worden. Die geklagten Beschwerden seien mit einer 
Neuroborreliose vereinbar.

3.1.4 Im an die Beschwerdegegnerin adressierten Schreiben vom 1. April 
2014 (BB 1) empfahl Dr. med. B.________ zur weiteren Abklärung eine 
Liquoruntersuchung bezüglich der Neuroborreliose und vor allem eine neu-
ropsychologische Untersuchung. Eine solche sei entscheidend, um die 
neuropsychologische Leistungsfähigkeit des Versicherten einschätzen zu 
können. Nebst einer Borreliose könnten auch neurotrope Viren wie das 
EBV zu chronischen Müdigkeitssyndromen führen. Letztlich bestehe ein 
chronischer Müdigkeits- und Erschöpfungszustand unklarer Ätiologie, eine 
neuropsychologische Untersuchung könnte den Folgezustand – welcher 
Kausalität auch immer – objektivieren helfen. So lange sich keine andau-
ernde Normalisierung seiner Lebenssituation einstelle, sei der Versicherte 

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nicht in der Lage, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, weshalb er aus 
medizinisch-somatischen Gründen als zu 100% arbeitsunfähig betrachtet 
werden müsse.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 12. März 2014 (AB 27) massgeblich auf das MEDAS-Gutachten vom 
17. Januar 2014 (AB 22.1) abgestützt.

3.3.1 Das MEDAS-Gutachten vom 17. Januar 2014 (AB 22.1) ist umfas-
send, beruht auf eigens durchgeführten Untersuchungen in internistischer, 
neurologischer sowie psychiatrischer Hinsicht, berücksichtigt die geklagten 
Beschwerden und wurde in Kenntnis und unter Würdigung der Vorakten 
erstellt. Die Gutachter verfügen über die für die vorgenommenen Untersu-
chungen notwendigen, (fach-)ärztlichen Qualifikationen, das von ihnen er-
stellte Gutachten ist im Hinblick auf die streitigen Belange umfassend und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 10

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend. Das Gutachten erfüllt damit 
die von der Rechtsprechung an den Beweiswert von Expertisen gestellten 
Anforderungen (E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b bb S. 353).

3.3.2 Daran vermögen die Berichte vom 22. Februar 2013 (AB 12/2), 
18. Februar 2014 (AB 25/2) und 1. April 2014 (BB 1) von Dr. med. 
B.________ nichts zu ändern. Indem der Hausarzt angab, es bestehe ein 
Verdacht auf Neuroborreliose (AB 12/2) bzw. die geklagten Beschwerden 
seien mit einer Neuroborreliose vereinbar (AB 25/2), erachtet er eine sol-
che lediglich als möglich. Die begutachtenden Ärzte legen aber überzeu-
gend dar, dass zwar von einer stattgehabten systemischen Borrelieninfek-
tion auszugehen sei, sich jedoch weder aus der Anamnese noch aus dem 
klinisch-neurologischen Status ein Hinweis auf eine aktive oder durchge-
machte Neuroborreliose ergebe (AB 22.1/10). Zwar ist davon auszugehen, 
dass zum sicheren Ausschluss einer Neuroborreliose eine Liquoruntersu-
chung erforderlich wäre. Zufolge Fehlens entsprechender Hinweise auf 
eine aktive oder durchgemachte Neuroborreliose (AB 22.3/7) ist jedoch 
nicht zu beanstanden, dass im Rahmen der MEDAS-Begutachtung auf eine 
Analyse des Liquors verzichtet wurde, zumal auch der Hausarzt bis anhin 
keine solche durchführte oder veranlasste (vgl. BB 1). Im Ergebnis ist da-
her auf die Einschätzung der Gutachter abzustellen, wonach der positiven 
Borrelienserologie kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zukommt und der 
Beschwerdeführer uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Soweit Dr. med. 
B.________ im Kurzbericht vom 1. April 2014 (BB 1) in Abweichung davon 
eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte, gilt es vorab zu beachten, 
dass das Gericht in Bezug auf Atteste von Hausärzten der Erfahrungstat-
sache Rechnung tragen soll und darf, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S.353). Ferner 
lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amt-
lich bestellten fachmedizinischen Experten andererseits nicht zu, ein medi-
zinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 11

Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Weil Dr. med. 
B.________ keine (wichtigen) Aspekte benennt hat, welche im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind, vermag dessen 
anderslautende Einschätzung keine Zweifel an der Expertise zu begründen 
(SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Zudem fehlt Dr. med. B.________ – 
als Internist – die entsprechende Fachkompetenz zur abschliessenden Be-
urteilung der neurologischen und psychiatrischen Aspekte, zumal die 
fachärztlichen Aussagen der MEDAS-Gutachter zur Arbeitsfähigkeit ohne-
hin nur durch eine ebenfalls fachärztliche abweichende Beurteilung entkräf-
tet werden könnten (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
16. März 2009, 9C_942/2008, E. 5.3). 

Weitere Abklärungen – wie etwa die von Dr. med. B.________ vorgeschla-
gene Liquoruntersuchung – sind nach dem Dargelegten nicht angezeigt. 
Der Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt, auf weitere Beweiserhebungen 
ist in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. BGE 122 V 157 E. 
1d S. 162). 

3.4 Grundsätzlich sind auf die Neurasthenie die zu den somatoformen 
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze analog anwendbar (BGE 137 
V 64 E. 4.2 S. 68). Vorliegend wurde der entsprechenden Diagnose jedoch 
bereits aus medizinischer Sicht eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
abgesprochen (AB 22.1/11). Doch selbst wenn der Neurasthenie von den 
Gutachtern ein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben worden wä-
re, müsste ein invalidisierender Charakter aus rechtlicher Sicht verneint 
werden. Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprä-
gung und Dauer liegt nicht vor. So beurteilten die Gutachter die vom Be-
schwerdeführer beschriebenen depressiven Episoden, welche sich am 
ehesten einer Bipolar-II-Störung zuordnen lassen würden, als derzeit remit-
tiert (AB 22.1/8); offenbar hat bislang auch nie eine psychiatrische Behand-
lung stattgefunden. Auch die weiteren relevanten Kriterien wären nicht bzw. 
nicht in ausreichendem Mass erfüllt. So fehlt es namentlich an einem 
primären Krankheitsgewinn, einem sozialen Rückzug in allen Belangen des 
Lebens, d. h. an einem schwerwiegenden, nahezu umfassenden Rückzug 
mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung (BGE 130 V 
352 E. 3.3.2 S. 359) und einem Scheitern einer konsequent durchgeführten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 12

Behandlung. Der teilweise soziale Rückzug ist vom Beschwerdeführer ge-
wollt (AB 22.1/9, 22.2/5). Trotz des mehrjährigen chronifizierten Krank-
heitsverlaufs wurde bisher keine konsequente ambulante oder stationäre 
Therapie durchgeführt (AB 22.1/9), weshalb noch nicht alle Therapiemög-
lichkeiten ausgeschöpft sind und die Behandlung deshalb nicht als geschei-
tert bezeichnet werden kann. Ebensowenig liegt eine chronische körperli-
che Begleiterkrankung vor. Insgesamt ist davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer über hinreichende Ressourcen verfügt, um einer Erwerbs-
tätigkeit nachzugehen.

Wenn Dr. med. B.________ im Kurzbericht vom 1. April 2014 (BB 1) noch 
ausführt, dass neben einer Borreliose auch neurotrope Viren wie das EBV 
zu einem chronischen Müdigkeitssyndrom führen könnten, ist schliesslich 
darauf hinzuweisen, dass bezüglich dem Chronic Fatigue Syndrome (CFS; 
chronisches Müdigkeitssyndrom) die für die somatoformen Schmerzstörun-
gen entwickelten Grundsätze ebenfalls analog anwendbar sind (BGE 137 V 
64 E. 4.2 S. 68, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282). Weitere Untersuchungen wür-
den daher aus rechtlicher Sicht nicht zu einem anderen Ergebnis führen. 
Abgesehen davon, dass in der (finalen) Invalidenversicherung nicht die 
Ursache einer Krankheit, sondern vielmehr deren Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit massgebend ist, müsste die invalidisierende Wirkung des CFS mit 
gleicher Begründung verneint werden.

3.5 Die angefochtene Verfügung vom 12. März 2014 (AB 27) ist somit 
nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als 
unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Bei diesem Ausgang des 
Verfahrens hat der Beschwerdeführer grundsätzlich die Verfahrenskosten 
zu bezahlen, die auf Fr. 700.-- festgesetzt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 13

Mit Verfügung vom 14. Juli 2014 wurde das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege bezüglich der Verfahrenskosten gutgeheissen. Der Be-
schwerdeführer wird damit – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. wenn er innerhalb 
von zehn Jahren, von der Rechtskraft des Urteils an gerechnet, zu hinrei-
chendem Vermögen oder Einkommen gelangt – von der Zahlungspflicht 
betreffend die Verfahrenskosten befreit.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 7. Okt. 2014, IV/14/345, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.