# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4b3ac1b-c582-58ae-bf84-23c5148ead21
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-08
**Language:** de
**Title:** Umweltschutz. Lärmschutz. Nutzungsintensivierung einer Schulhaus-Spielwiese.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0033/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_IV_0033_2018_986.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0033/2018 vom 8. März 2018 in BEZ 2018 Nr. 15 

Zu  beurteilen  war  die  geplante  Erstellung  eines  5 m  hohen  und  96 m 
langen Ballfangzaunes entlang der Spielwiese eines Schulhauses. Dieser sollte 
errichtet  werden,  damit  auf  der  Wiese  inskünftig  zwei  Fussballfelder  in 
Querspielrichtung  (bisher  ein  Längs-Fussballfeld)  betrieben  und  so  die 
bisherige Nutzung intensiviert werden könnte. Das Baugrundstück war der Zone 
für  öffentliche  Bauten  zugewiesen,  wobei  sowohl  für  das  Baugrundstück  als 
auch  für  die  umliegenden  Grundstücke  in  der  Wohnzone  W2/2,0  respektive 
W2/2,0  S  die  Lärmempfindlichkeitsstufe  (ES)  II  galt.  Das  Bauvorhaben  wurde 
gestützt  auf  ein  Lärmgutachten  bewilligt.  Gegen  diesen  Entscheid  erhoben 
Anwohner Rekurs beim Baurekursgericht. 

Aus den Erwägungen: 

5.1  Die  Rekurrierenden  machen  sodann  geltend,  aufgrund  der  geplanten 
intensivierten  Nutzung  der  Spielwiese  sei  davon  auszugehen,  dass  die 
Lärmimmissionen für die umliegenden Anwohner stark zunehmen würden. Das 
im  Recht  liegende  Lärmgutachten  stütze  sich  auf  falsche  Grundlagen  und 
erweise  sich  in  mehrfacher  Hinsicht  als  unvollständig.  Namentlich  sei  im 
Gutachten  plötzlich  von  der  «Sportanlage  X»  die  Rede,  nicht  mehr  von  einer 
Spielwiese.  Weiter  seien  die  Lärmimmissionen  nur  am  Computer  simuliert 
worden;  Echtraummessungen  hätten  nicht  stattgefunden.  Es  seien  auch  nur 
Einzelreflexionen  berücksichtigt  worden;  die  Echowirkung  aufgrund  der 
umliegenden  Häuserreihen  sei  demgegenüber  ausser  Acht  gelassen  worden. 
Gleiches gelte für den Mehrverkehr, die Windrichtung und Inversionslagen, die 
Pausennutzung der Spielwiese durch die Schüler sowie die Tatsache, dass die 
Fussballtore  in  unmittelbarer  Nähe  der  Wohngebäude  und  direkt  vor  dem 
Ballfangzaun geplant seien. Ferner sei unklar, ob am Wochenende nur die freie 
Nutzung erlaubt sei, ob es sich um ein Basketballfeld oder um ein Streetballfeld 
handle und ob dieses im Gutachten überhaupt berücksichtigt worden sei. Auch 
was unter einer «lärmarmen Ausführung» des Ballfangzauns zu verstehen sei, 
erweise sich als unklar. Schliesslich gehe das Gutachten fälschlicherweise von 
sechs zusätzlichen Trainings à 80 Minuten aus; dem Baugesuch sei jedoch zu 
entnehmen,  dass  langfristig  mit  acht  zusätzlichen  Einheiten  à  90  Minuten 
geplant  werde.  Da  die  Lärmschutzwerte  ohne  geeignete  Massnahmen  bereits 
gestützt  auf  die  reduzierten  Annahmen  überschritten  seien,  sei  dies  bei  acht 
zusätzlichen Einheiten erst recht der Fall. 

5.2  Der  rekurrentischen  Kritik  kann  nicht  gefolgt  werden.  Wie  der 
Bauausschuss  zu  Recht  vorbringt,  erweist  sich  das  Lärmgutachten  als  korrekt 
und nachvollziehbar.  

Die  Bezeichnung  der  Spielwiese  X  als  «Sportanlage»  stützt  sich  auf  die 
Vollzugshilfe  zur  Beurteilung  von  Sportanlagen  des  Bundesamts  für  Umwelt 
(BAFU)  und  ist  nicht  zu  beanstanden  (Ermittlung  und  Beurteilung  von 
Sportlärm,  Vollzugshilfe  zur  Beurteilung  von  Sportanlagen,  2017,  S.  8).  Das 
Gutachten  hat  die  zukünftige  Lärmsituation  der  (nutzungsintensivierten) 
Sportanlage  ermittelt,  welche  naturgemäss  nicht  messtechnisch  erfasst, 
sondern  ausschliesslich  mittels  Computerprogramm  modelliert  werden  kann. 

 
 
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Echtraummessungen  können  erst  nach  Ausführung  des  Bauvorhabens 
vorgenommen werden. Davon abgesehen lässt der Gesetzgeber zur Ermittlung 
von  Lärmimmissionen  sowohl  Berechnungen  wie  auch  Messungen  als 
gleichwertige  Methoden  zu  (Art. 38  Abs. 1  der  Lärmschutzverordnung  [LSV]). 
Zwar  trifft  es  zu,  dass  im  Lärmgutachten  nur  Einfachreflexionen  berücksichtigt 
wurden.  Daran  ist  jedoch  nichts  auszusetzen,  zumal  die  Echowirkung  keinen 
Einfluss  auf  den  Mittelungspegel  (Durchschnittswert)  hat  und  die  energetische 
Zunahme  durch  Reflexionen  –  auf  denen  die  Echowirkung  beruht  –  durchaus 
miteinbezogen  wurde.  Im  Lärmgutachten  wurde  versucht,  eine  repräsentative, 
intensiv  genutzte  Woche  nachzubilden,  die  auf  durchschnittlichen  Wetter-
verhältnissen  beruht.  Es  wurden  weder  besonders  lärmförderliche  Umstände 
(Mitwind und/oder Inversionslage) noch besonders lärmhindernde Bedingungen 
(Gegenwind und/oder labile Luftschichtung) berücksichtigt. Dies ist jedoch ohne 
Weiteres zulässig, da die meteorologischen Einflüsse auf die Lärmausbreitung 
im 
vorliegend  nur  von  geringer  Bedeutung  sind 
Ausbreitungsbereich  und  kleiner  Abstand  zum  Empfänger  bzw.  zu  den 
rekurrentischen  Liegenschaften).  Im  Weiteren  wurden  die  Emissionen,  welche 
durch  den  Ballfangzaun  entstehen  (Scheppern),  zwar  nicht  als  Quelle 
jedoch  mit  einer 
modelliert,  die  Störwirkung  des  Ballaufpralls  wurde 
immissionsseitigen  Korrektur  bei  der  Impulshaltigkeit  (KI)  berücksichtigt.  Die 
«lärmarme» Materialisierung des Ballfangzauns bleibt im Übrigen der Bauherr-
schaft  vorbehalten.  Im  Baugesuch  ist  eine  feuerverzinkte  Doppelstabmatte 
vorgesehen. Spätestens einen Monat vor Baubeginn hat die Bauherrschaft die 
Unterlagen  zur  Materialisierung  des  Ballfangzauns  und  der  Torvorrichtungen 
dem Baupolizeiamt zur Bewilligung einzureichen (Dispositiv-Ziffer I.B.1 lit. a des 
angefochtenen  Beschlusses).  Diese  Bewilligung  wird  den  Rekurrierenden 
dannzumal  zuzustellen  sein  (§ 316  Abs. 2  PBG),  weshalb  sie  keinerlei  Rechte 
verlustig gehen.  

(keine  Hindernisse 

Entgegen  der  Darstellung  der  Rekurrierenden  wurde  im  Gutachten  der 
Nutzung der Spielwiese durch die Schüler in den Pausen und den Emissionen 
des Streetballfelds (zwei Körbe, Spielweise drei gegen drei Personen) durchaus 
Rechnung  getragen.  Auch  wurde  klar  dokumentiert,  dass  die  beiden 
Fussballfelder  am  Wochenende  (ausserhalb  der  Ruhezeiten  über  Mittag  und 
am  Sonntagabend)  ausschliesslich  der  Öffentlichkeit  zur  freien  Nutzung  zur 
Verfügung  stehen  und  kein  Schulsport  bzw.  keine  Vereinstrainings  stattfinden 
werden.  Diese  Aufteilung  basiert  auf  dem  Nutzungsreglement  des 
Anlagebetreibers  und  ist  –  vorbehältlich  einer  Anpassung  des  Nutzungs-
reglements  sowie  allfälliger  baupolizeilicher  bzw.  polizeilicher  Massnahmen  im 
Falle  begründeter  Klagen  (vgl.  Dispositiv-Ziffer  I.B.1.a  des  angefochtenen 
Beschlusses)  –  verbindlich.  Auch  die  Annahme,  dass  langfristig  mit  ca.  sechs 
zusätzlichen  Vereinstrainings  à 80  Minuten zu  rechnen  sei,  stützt sich  auf  das 
Nutzungsreglement  und  entspricht  dem  dort  angenommenen  Mittelwert.  Von 
falschen  Grundlagen  kann  keine  Rede  sein.  Gemäss  Lärmgutachten  sind  die 
Immissionsgrenzwerte tagsüber und am Sonntag überall eingehalten. Lediglich 
während  der  Ruhezeit  am  Abend  werden  die  Richtwerte  im  2.  Obergeschoss 
der Liegenschaften A und B knapp um 1 dBA überschritten; bei allen anderen 
Liegenschaften  sind  die  Richtwerte  demgegenüber  eingehalten.  Wird  darüber 
hinaus die Wirkung des «lärmarmen» Ballfangzauns berücksichtigt, können die 

 
 
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Richtwerte  auch  während  der  abendlichen  Ruhezeit  überall  eingehalten 
werden.  

führen,  dass  die 

Nicht  zu  beanstanden  ist  schliesslich,  dass  im  Lärmgutachten  der  durch 
die  Nutzungsintensivierung  generierte  Mehrverkehr  respektive  der  Parkierlärm 
nicht  berücksichtigt  wurde.  Sportlärm  unterscheidet  sich  entscheidend  von 
Verkehrs-  und  Parkierlärm,  weshalb  die  Störwirkungen  der  verschiedenen 
Lärmquellen  einer  Sportanlage  nicht  mit  derselben  Methode  ermittelt  und 
beurteilt  werden  (Vollzugshilfe  des  BAFU,  S.  9).  Die  Mehrbeanspruchung  von 
Verkehrswegen  darf  nicht  dazu 
Immissionsgrenzwerte 
überschritten  werden  oder  –  falls  sie  bereits  überschritten  sind  –  dass 
wahrnehmbar  stärkere  Lärmimmissionen  erzeugt  werden  (Art. 9  LSV).  In 
Anbetracht der ca. sechs bis acht zusätzlichen Trainingseinheiten wird sich der 
zu erwartende Mehrverkehr (…) in engen Grenzen halten und in lärmrechtlicher 
Hinsicht  unproblematisch  auswirken.  Eine  Überschreitung  der  Richtwerte  oder 
wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen sind unter diesen Umständen nicht zu 
erwarten.  Letztlich  unterliegen  Immissionsprognosen für Sportlärm  aber immer 
grossen  Unsicherheiten.  Sollte  sich  nach 
Inbetriebnahme  der  neuen 
Fussballfelder herausstellen, dass die Nachbarschaft durch Lärm (oder andere 
Immissionen)  übermässig  beeinträchtigt  wird,  bleibt  die  Anordnung  bau-
polizeilicher oder polizeilicher Massnahmen (z.B. Reduktion der Betriebszeiten) 
ausdrücklich  vorbehalten  (vgl.  Dispositiv-Ziffer  I.B.1.a  des  angefochtenen 
Beschlusses).