# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eef271cb-b3d1-59d4-b1df-40060addf5aa
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 29.01.2018 SK2 2017 12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2017-12_2018-01-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 29. Januar 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 17 12 29. Januar 2018

Beschluss
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Richter Hubert und Brunner
Aktuar Pers

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Kol-
ler, Landstrasse 4, 9606 Bütschwil, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. April 2017, 
mitgeteilt am 18. April 2017, in Sachen des Dr. med. vet. Y._____, Beschwerde-
gegner, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cavegn, Bahnhofstrasse 7, 
7001 Chur, gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung im Amt und Tierquälerei,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X._____ reichte am 23. Juli 2009 Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs, 
Nötigung, Sachentziehung und Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz gegen 
Dr. med. vet. Y._____ ein. Dabei wirft X._____ Dr. med. vet. Y._____ vor, dieser 
solle seine Amtsgewalt missbraucht haben, indem er am 14./15. Juli 2009 auf der 
Alp A._____ in O.1_____ zwei Alphirten sowie einer Freundin eines Alphirten un-
ter Androhung rechtlicher Konsequenzen die Mobiltelefone abgenommen und die 
drei Erwähnten unrechtmässig dazu veranlasst habe, 120 Schafe von X._____ 
einzufangen und zu separieren. Anschliessend soll er die 120 Schafe unrecht-
mässig gegen die Blauzungenkrankheit geimpft und an einen geheimen Ort ver-
bracht haben.

B. Mit Verfügung vom 1. September 2009 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden nach Prüfung der Akten und in Anwendung von Art. 309 StPO gegen 
Dr. med. vet. Y._____ eine Strafuntersuchung wegen Sachentziehung gemäss 
Art. 141 StGB.

C. Am 14. Juni 2010 wurde Dr. med. vet. Y._____ als Beschuldigter untersu-
chungsrichterlich einvernommen. Am 18. August 2010 wurden Dr. med. vet. FVH 
B._____ (Amtstierarzt) und C._____ (Landwirt und Alpchef) als Zeugen untersu-
chungsrichterlich einvernommen.

D. Neben der Strafanzeige reichte X._____ gegen die Verfügungen des Amtes 
für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) vom 2. Juni 2009 betreffend 
einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit) und 
vom 15. Juli 2009 betreffend Ersatzmassnahme (Separierung der Herde) und Imp-
fung gegen die Blauzungenkrankheit Beschwerde beim Departement für Volks-
wirtschaft und Soziales Graubünden (DVSG) ein. Mit den Departementsverfügun-
gen vom 11. August 2010 wurden die Beschwerden abgewiesen, soweit darauf 
eingetreten wurde. Dagegen reichte X._____ am 13. September 2010 Beschwer-
den beim Verwaltungsgericht Graubünden ein. Mit Urteil U 10 108 vom 22. Febru-
ar 2011 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung betref-
fend einfache Sperre 1. Grades (Impfobligatorium gegen die Blauzungenkrankheit) 
ab, soweit es darauf eintrat. Mit Urteil U 10 109 vom 22. Februar 2011 hiess das 
Verwaltungsgericht die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend Ersatzmass-
nahme (Separierung der Herde) und Impfung gegen die Blauzungenkrankheit teil-
weise gut und hob die angefochtene Verfügung bezüglich der Kosten für die 

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Zwangsimpfung zu Lasten von X._____ auf, wobei die Beschwerde im Übrigen 
abgewiesen wurde.

E. Am 1. November 2011 verfügte die Staatsanwaltschaft, dass die zwischen-
zeitlich gemäss Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO sistierte Strafuntersuchung nach Art. 
315 StPO wieder an die Hand genommen werde.

F. Mit Parteimitteilung vom 23. November 2011 wurden die Parteien über den 
Abschluss der Strafuntersuchung orientiert. Aufgrund der tatsächlichen und recht-
lichen Verhältnisse stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden den Erlass einer 
Einstellungsverfügung gemäss Art. 319 ff. StPO in Aussicht. Gleichzeitig wurde 
den Parteien Gelegenheit gegeben, innert 10 Tagen Beweisanträge zu stellen.

G. Am 5. Dezember 2011 beantragte X._____, es sei von einer Einstellung 
des Strafverfahrens abzusehen und die Strafuntersuchung bezüglich der Straftat-
bestände des Amtsmissbrauchs, der Nötigung, der Tierquälerei und der Wider-
handlungen gegen das Tierschutzgesetz sei fortzuführen und Dr. med. vet. 
Y._____ hierfür schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen. Dabei stellte 
er im Vergleich zu seiner Strafanzeige keine neuen Beweisanträge. Mit den 
Schreiben vom 23. Januar 2011 und 24. Februar 2011 wirft X._____ Dr. med. vet. 
Y._____ zudem vor, die Überführungs- bzw. Rückführungsliste im Zusammen-
hang mit der Separierung seiner Schafe gefälscht zu haben, weshalb dieser der 
Urkundenfälschung schuldig zu sprechen sei. Ausserdem seien die separierten 
Schafe nicht tiergerecht gehalten worden, weshalb Dr. med. vet. Y._____ auch 
deshalb der Tierquälerei und Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz 
schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen sei. Zur Unterlegung seiner 
Ausführungen reichte er weitere Beweismittel ein und beantragte die Befragung 
von weiteren Zeugen. Zu diesen Schreiben nahm Dr. med. vet. Y._____ unter Bei-
lage verschiedener Beweismittel am 30. September 2012 Stellung, worauf sich 
X._____ dazu mit Schreiben vom 31. Dezember 2012 und 21. Januar 2013 (inkl. 
diversen Beilagen) erneut äusserte und Dr. med. vet. Y._____ zu diesen Schrei-
ben am 25. April 2013 seine Stellungnahme einreichte. 

H. In der Folge erliess die Staatsanwaltschaft Graubünden am 28. Juni 2013, 
mitgeteilt am 1. Juli 2013, eine Einstellungsverfügung und verfügte was folgt:

1. Das Strafverfahren gegen die beschuldigte Person wegen Sachentzie-
hung etc. wird eingestellt.

2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

3. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton. Eine Entschädigung wird nicht 
zugesprochen.

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I. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X._____ am 12. Juli 2013 Be-
schwerde beim Kantonsgericht von Graubünden und begehrte was folgt:

1. Die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 
2013 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, 
gegen den Beschuldigten die Anklage beim zuständigen Gericht we-
gen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben 
oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amts-
missbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu 
sprechen und angemessen zu bestrafen.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, sämtliche Strafuntersu-
chungsakten zu edieren.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

J. Mit Verfügung vom 15. Juli 2013 wurde der Staatsanwaltschaft die Möglich-
keit gegeben, eine Stellungnahme einzureichen. Mit Eingabe vom 23. Juli 2013 
verzichtete diese darauf.

K. Mit Stellungnahme vom 15. August 2013 beantragte Dr. med. vet. Y._____, 
die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Dies unter vollum-
fänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% zu 
Lasten des Beschwerdeführers.

L. Mit Urteil vom 27. November 2013, mitgeteilt am 2. Dezember 2013 (SK 2 
13 36), entschied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Las-
ten des Beschwerdeführers und werden mit der Sicherheitsleistung 
verrechnet.

3. Der Beschwerdeführer entschädigt den Beschwerdegegner ausser-
amtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. MwSt.).

4. (Rechtmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).

M. Gegen dieses Urteil erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Ja-
nuar 2014 Beschwerde in Strafsachen beim Schweizerischen Bundesgericht und 
stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Das Urteil des Kantonsgerichts Graubünden vom 2. Dezember 2013 
sowie die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Ju-
ni 2013 seien aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuwei-
sen, gegen den Beschuldigten Anklage beim zuständigen Gericht we-
gen Amtsmissbrauch, Urkundenfälschung und Tierquälerei zu erheben 
oder eventuell den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amts-
missbrauchs, der Urkundenfälschung und der Tierquälerei schuldig zu 
sprechen und angemessen zu bestrafen.

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2. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen und diese ebenfalls anzuweisen, die beantragten Be-
weise abzunehmen.

3. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz seien zu verpflichten, 
sämtliche Strafuntersuchungsakten und Vorakten zu edieren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

N. Mit Eingabe vom 15. Juli 2014 beantragte der Vorsitzende der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden, die Beschwerde sei abzu-
weisen, soweit auf sie einzutreten sei.

O. Mit Urteil vom 27. November 2014 (6B_72/2014) entschied das Schweizeri-
sche Bundesgericht was folgt:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Das Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 27. November 2013 wird aufgehoben und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 1'000.-- dem Be-
schwerdegegner 2 auferlegt.

3. Der Beschwerdegegner 2 und der Kanton Graubünden haben dem 
Beschwerdeführer eine Entschädigung von je Fr. 1'500.-- auszurich-
ten.

4. (Mitteilung).

Zur Begründung führte das Bundesgericht einleitend aus, dem Beschwerdeführer 
fehle die Beschwerdelegitimation in der Sache selbst. Dennoch könne der Be-
schwerdeführer im Verfahren vor Bundesgericht die Verletzung von ihm zustehen-
den Verfahrensrechten (nämlich die Verletzung seines rechtlichen Gehörs) gel-
tend machen, deren Missachtung eine formelle Rechtsverweigerung darstelle bzw. 
darauf hinauslaufe. Hinsichtlich des Tatbestandes des Amtsmissbrauchs kam das 
Bundesgericht zum Schluss, das Kantonsgericht von Graubünden habe sich nicht 
genügend mit den Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinanderge-
setzt. Es habe die Ausführungen des Beschwerdeführers zu den Fragen, ob der 
Beschwerdegegner im Tatzeitpunkt von der Korrektheit seines Handelns über-
zeugt gewesen sei oder ob er im Gegenteil gewusst oder in Kauf genommen ha-
be, dass er seine Kompetenzen überschritten habe, und ob allenfalls eine Schädi-
gungsabsicht vorgelegen habe, ohne weitergehende Prüfung als unzutreffend 
verworfen und die Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Entscheidfindung 
in keiner Weise einbezogen. In Bezug auf den Tatbestand der Tierquälerei führte 
das Bundesgericht aus, das Kantonsgericht von Graubünden verkenne, dass es 
Rechtsmittelbehörde mit umfassender Kognition sei. Indem das Kantonsgericht 
von Graubünden mit der Begründung, rein appellatorische Kritik an der angefoch-

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tenen Verfügung sei für die rechtsgenügliche Substantiierung der Beschwerde 
nicht ausreichend, auf die entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten sei, habe dieses in unzulässiger Weise seine Kognition be-
schränkt und somit dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör verweigert. Fer-
ner habe sich das Kantonsgericht von Graubünden mit der Behauptung des Be-
schwerdeführers, die Impfung sei nicht lege artis durchgeführt worden, auseinan-
derzusetzen und die diesbezüglichen, entscheidrelevanten Ausführungen zu 
berücksichtigen. Zum Tatbestand der Urkundenfälschung bemerkte das Bundes-
gericht, auch hier habe das Kantonsgericht von Graubünden seine Kognition in 
unzulässiger Weise beschränkt und das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers 
verletzt, als es mit Hinweis auf die ungenügende Substantiierungsanforderungen 
der Beschwerde auf die Rügen des Beschwerdeführers nicht eingetreten sei. Das 
Kantonsgericht habe sich demgegenüber auch in diesem Zusammenhang mit den 
Parteistandpunkten des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen und insbeson-
dere auf die Argumentation des Beschwerdeführers, weshalb es sich bei der Über-
führungs- und Rückführungsliste seiner Ansicht nach um eine Urkunde im rechtli-
chen Sinne handle und weshalb der Beschwerdegegner vorsätzlich gehandelt ha-
ben könnte, einzugehen. Zusammenfassend hielt das Bundesgericht fest, das 
Kantonsgericht habe sich nicht oder nur unzulänglich mit den Vorbringen des Be-
schwerdeführers befasst und damit dessen Anspruch auf rechtliches Gehör ver-
letzt. Die Beschwerde sei somit gutzuheissen, das angefochtene Urteil aufzuhe-
ben und die Sache zu neuer Entscheidung an das Kantonsgericht zurückzuwei-
sen. Dieses habe sich mit den Argumenten des Beschwerdeführers auseinander-
zusetzen und unter Berücksichtigung seiner Ausführungen neu zu entscheiden. 
Dabei habe das Kantonsgericht zu prüfen, ob sich die Einwände des Beschwerde-
führers anhand der aktuellen Beweislage beurteilen liessen oder ob allenfalls wei-
tere Beweise zu erheben seien. Auf die weiteren Vorbringen des Beschwerdefüh-
rers sei indessen infolge fehlender Legitimation in der Sache nicht einzugehen.

P. Mit Schreiben vom 6. Januar 2015 teilte der Vorsitzende der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien mit, dass das 
Kantonsgericht über die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 2013 noch einmal neu zu befinden habe 
und gab den Parteien Gelegenheit, zum bundesgerichtlichen Urteil (6B_72/2014) 
Stellung zu nehmen.

Q. Am 26. Januar 2015 reichte der Beschwerdegegner seine Stellungnahme 
zum bundesgerichtlichen Urteil ein. Dabei hielt er an seinem Rechtsbegehren – 
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei – und an seinen Aus-

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führungen in seiner Stellungnahme vom 15. August 2013 vollumfänglich fest, wo-
bei er letztere teilweise ergänzte.

R. Mit Eingabe vom 27. Januar 2015 nahm der Beschwerdeführer zum bun-
desgerichtlichen Urteil Stellung und verwies für die Darstellung des Sachverhalts 
und die Begründung auf seine Eingaben bei der Staatsanwaltschaft und seine Be-
schwerdebegründung vom 12. Juli 2013. Der Beschwerdeführer machte geltend, 
das Kantonsgericht habe sich mit all seinen Parteistandpunkten auseinanderzu-
setzen und sämtliche gestellten Beweisanträge abzunehmen oder die Beweisab-
nahme an die Staatsanwaltschaft zu delegieren. Hinsichtlich der Kostenverteilung 
führte er aus, die Staatsanwaltschaft habe ebenso wie das Kantonsgericht sein 
rechtliches Gehör verletzt, weshalb die Einstellungsverfügung vom 28. Juni 2013 
bereits aus diesem Grund aufzuheben sei. Dementsprechend sei ihm eine Partei-
entschädigung für das Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht zuzuspre-
chen.

S. Mit Beschluss vom 4. Juni 2015, mitgeteilt am 2. Juli 2015 (SK2 14 61), 
entschied das Kantonsgericht von Graubünden was folgt:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die angefochtene Ein-
stellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Juni 
2013 wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 
Fortsetzung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft Graubünden 
zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'000.00 gehen zu 
Lasten des Kantons Graubünden. Die vom Beschwerdeführer entrich-
tete Sicherheitsleistung in Höhe von CHF 1'500.00 wird diesem durch 
das Kantonsgericht erstattet.

3. Der Kanton Graubünden hat den Beschwerdeführer für das Be-
schwerdeverfahren mit CHF 3'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) aus-
seramtlich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).

In Bezug auf die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB, der Ur-
kundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB sowie der Tierquälerei 
gemäss aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG (Misshandlung von Tieren und Eingriff in die 
Tierwürde) wurde die Staatsanwaltschaft zu weiteren Ermittlungstätigkeiten ange-
halten. Nicht Gegenstand des Beschwerdeverfahrens bildeten die Straftatbestän-
de der Sachentziehung (Art. 141 StGB) und der Nötigung (Art. 181 StGB). Infolge 
Verjährung wurde die Einstellung hinsichtlich der fahrlässigen Tierquälerei gemäss 
aArt. 26 Abs. 2 TSchG und übriger Handlungen gemäss aArt. 28 TSchG nicht be-

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anstandet. Auch hinsichtlich der Tatbestände der Überanstrengung gemäss 
aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG und der Tierquälerei gemäss aArt. 26 Abs. 1 lit. a 
TSchG (Vernachlässigung) wurde die Einstellung geschützt. 

T. Am 24. Juni 2015 wurde das Verfahren gegen Dr. med. vet. Y._____ von 
der Staatsanwaltschaft Graubünden wieder an die Hand genommen. Im Zuge 
dessen wurde das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 
(BLV) von der Staatsanwaltschaft um Beantwortung diverser Fragen im Zusam-
menhang mit den Lämmern und der Blauzungenkrankheit ersucht; auf Verlangen 
der Staatsanwaltschaft reichte auch X._____ seine Antworten ein. Ferner wurden 
der Polizist D._____ als Zeuge, Dr. med. vet. E._____ als Auskunftsperson und 
Dr. med. vet. Y._____ als Beschuldigter staatsanwaltschaftlich einvernommen. Im 
Nachgang zu den Einvernahmen reichte X._____ weitere Unterlagen ein, die zu 
den Akten genommen wurden.

U. Mit Verfügung vom 18. April 2017, mitgeteilt gleichentags, stellte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden das Strafverfahren gegen Dr. med. vet. Y._____ 
wegen Amtsmissbrauchs gemäss Art. 312 StGB, Urkundenfälschung im Amt 
gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB und Tierquälerei gemäss aArt. 26 Abs. 1 lit. a TSchG 
ein weiteres Mal ein (Ziffer 1). Die Verfahrenskosten wurden dem Kanton aufer-
legt; eine Entschädigung wurde nicht zugesprochen (Ziffer 2).

V. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob X._____ mit Eingabe vom 1. Mai 
2017 erneut Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden mit folgenden An-
trägen:

1. Die Einstellungsverfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. April 
2017 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, 
gegen den Beschuldigten Anklage beim zuständigen Gericht wegen 
Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung zu erheben oder eventuell 
den Beschuldigten mit einem Strafbefehl des Amtsmissbrauchs und 
der Urkundenfälschung schuldig zu sprechen und angemessen zu be-
strafen.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, sämtliche Strafuntersu-
chungsakten zu edieren.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

In der Begründung vertritt der Beschwerdeführer im Wesentlichen die Auffassung, 
dass die erneute Einstellungsverfügung gestützt auf die Untersuchungsergebnisse 
zu Unrecht erfolgt sei. Die Staatsanwaltschaft hätte aufgrund des erstellten Sach-
verhalts bzw. der vom Beschuldigten ausgeführten Handlungen entweder Anklage 
beim zuständigen Gericht erheben oder allenfalls einen Strafbefehl erlassen müs-

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sen. Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft seien die Tatbestands-
merkmale des Amtsmissbrauchs und der Urkundenfälschung vom Beschuldigten 
erfüllt worden. Mindestens bestehe aber der dringende Verdacht, dass er die Tat-
bestandsmerkmale dieser Delikte erfüllt habe, sodass eine Anklage beim zustän-
digen Gericht zu erheben sei.

W. Mit Vernehmlassung vom 5. Mai 2017 beantragte die Staatsanwaltschaft 
Graubünden unter Hinweis auf die angefochtene Verfügung und die Akten die kos-
tenfällige Abweisung der Beschwerde.

X. Mit Stellungnahme vom 12. Juni 2017 beantragte auch Dr. med. vet. 
Y._____ die Abweisung der Beschwerde; unter vollumfänglicher Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer von 8% zu Lasten des Beschwerde-
führers.

Y. Auf die weitergehenden Ausführungen in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung, in den Rechtsschriften sowie im Beschluss des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 4. Juni 2015 und im Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 
vom 27. November 2014 wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO in Verbindung mit 
Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
(EGzStPO; BR 350.100) kann gegen Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde geführt werden. Die 
Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 322 
Abs. 2 und Art. 396 Abs. 1 StPO). Zur Beschwerdeführung legitimiert ist jede Par-
tei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des 
angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 322 Abs. 2 
StPO können Einstellungsverfügungen der Staatsanwaltschaft von „den Parteien“ 
angefochten werden. Im Gegensatz zum engen Wortlaut von Art. 322 Abs. 2 StPO 
sind mit den „Parteien“ nicht nur die Parteien gemäss Art. 104 StPO gemeint, son-
dern auch die anderen Verfahrensbeteiligten nach Art. 105 Abs. 1 StPO, sofern 
sie ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines 
Entscheides haben, d.h. soweit sie durch die Einstellungsverfügung beschwert 
sind. Der Beschwerdeführer, der zumindest je nach Beurteilung der Sach- und 

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Rechtslage möglicherweise als geschädigte Person in Frage kommt und aus-
drücklich erklärt hat, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu beteiligen 
(vgl. Akten StA, act. 4.17), gilt nach Art. 118 Abs. 1 StPO als Privatkläger und ist 
somit als Partei gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO legitimiert, die Einstellungsver-
fügung der Staatsanwaltschaft vom 18. April 2017 anzufechten. 

1.2. Die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubün-
den vom 18. April 2017 wurde den Parteien gleichentags mitgeteilt. Mit Eingabe 
vom 1. Mai 2017 erfolgte die Beschwerde in jedem Fall fristgerecht, sodass darauf 
einzutreten ist.

2.1. Gemäss Art. 319 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder 
teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine 
Anklage rechtfertigt (lit. a); wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b); wenn Recht-
fertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c); wenn Pro-
zessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshindernis-
se aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfol-
gung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Eine Einstellung erfolgt dann, 
wenn nach der gesamten Aktenlage nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorlie-
gen einer strafbaren Handlung gegeben sind und somit ein Freispruch zu erwarten 
ist. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein genügender 
Tatverdacht besteht, Zurückhaltung aufzuerlegen. Im Zweifelsfalle ist in Beach-
tung des Grundsatzes „in dubio pro duriore“ von einer Einstellung abzusehen. 
Dieser Grundsatz bedeutet, dass eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit beziehungsweise offensichtlich fehlen-
den Prozessvoraussetzungen angeordnet werden darf. Hingegen ist – sofern die 
Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt – Anklage zu erheben, 
wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Falls sich 
die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs und einer Verurteilung in etwa die Waa-
ge halten, drängt sich nach dem genannten Grundsatz in der Regel, insbesondere 
bei schweren Delikten, ebenfalls eine Anklageerhebung auf (vgl. BGE 143 IV 241 
E. 2.2.1 S. 243, 138 IV 186 E. 4.1 S. 190, 137 IV 219 E. 7 S. 226 ff.; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_677/2012 vom 18. Februar 2013 E. 3.1.1, 1B_687/2011 vom 
27. März 2012 E. 4 und 1B_78/2012 vom 3. Juli 2012 E. 4). Erscheint dagegen die 
Möglichkeit einer Verurteilung bei Würdigung sämtlicher Umstände im Sinne die-
ser Rechtsprechung als unwahrscheinlich oder jedenfalls deutlich geringer als ein 
Freispruch, so ist das Verfahren einzustellen. Daraus ergibt sich aber auch, dass 
die Staatsanwaltschaft nicht jedes Mal, wenn nach dem durchgeführten Beweis-
verfahren irgendwelche Zweifel über den sich abgespielten Sachverhalt offen blei-

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ben, Anklage zu erheben hat. Vielmehr hat sie dies nur dann zu tun, wenn im 
Zweifel steht, ob aufgrund der Beweislage eine Verurteilung durch ein Gericht er-
folgen kann beziehungsweise als möglich erscheint. Es kann sich aber so darstel-
len, dass durch berechtigte Zweifel am abgeklärten Sachverhalt eine Verurteilung 
unzweifelhaft als äusserst unwahrscheinlich erscheint. Wenn die Staatsanwalt-
schaft einen solchen Fall durch Ausübung pflichtgemässen Ermessens erkannt 
hat, kann sie das Verfahren einstellen. Dies ergibt sich auch aus Art. 324 Abs. 1 
StPO, wonach dann Anklage zu erheben ist, wenn die Staatsanwaltschaft auf-
grund der Untersuchung die Verdachtsgründe als hierfür hinreichend erachtet (vgl. 
Beschlüsse des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 7 vom 21. Juli 2014 
E. 4.b, SK2 13 60 vom 26. Mai 2014 E. 3.a).

2.2. Die Strafbehörden haben den Sachverhalt gemäss Art. 6 Abs. 1 StPO von 
Amtes wegen umfassend zu ermitteln; das heisst es müssen im Beweisverfahren 
grundsätzlich alle entscheidungserheblichen Tatsachen zur Überzeugung des Ge-
richts festgestellt werden (vgl. Sabine Gless, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, 
N 31 zu Art. 139 StPO). Den Verfahrensbeteiligten steht es als Ausfluss des recht-
lichen Gehörs frei, Beweisanträge zu stellen. Es besteht jedoch kein uneinge-
schränktes Recht auf Beweisabnahme und unter Umständen ist eine antizipierte 
Beweiswürdigung zulässig.

2.3. Die Staatsanwaltschaft Graubünden hielt in ihrer Einstellungsverfügung 
vom 18. April 2017 in Würdigung sämtlicher Umstände die Möglichkeit einer Ver-
urteilung für unwahrscheinlich oder jedenfalls für deutlich geringer als für einen 
Freispruch, weshalb sie das Verfahren eingestellt hat.

2.4. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass die er-
neute Einstellungsverfügung gestützt auf die Untersuchungsergebnisse, insbe-
sondere aber auch nach den vom Kantonsgericht mit Beschluss vom 4. Juni 2015 
angeordneten zusätzlichen Ermittlungen zu Unrecht erfolgt sei. Die Staatsanwalt-
schaft habe nicht eine abschliessende Beurteilung darüber vorzunehmen, ob sich 
die beschuldigte Person einer ihr zur Last gelegten Tat strafbar gemacht habe, 
sondern nur, ob genügend Anhaltspunkte vorhanden seien, die es rechtfertigten, 
das Verfahren weiter zu führen. Beim Entscheid über Anklageerhebung oder Ein-
stellung gelte nicht der Grundsatz "in dubio pro reo", sondern "in dubio pro durio-
re". Anklage sei normalerweise zu erheben, wenn lediglich die Frage zu beantwor-
ten sei, ob dem Täter ein strafrechtlich relevantes Verschulden zur Last gelegt 
werden könne. Die Erhebung einer Anklage sei immer dann angezeigt, wenn der 

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Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweiswürdigung abhänge. Vor-
liegend hätten die Abklärungen des Sachverhalts und die Beweismittel ergeben, 
dass eine Verurteilungswahrscheinlichkeit gegeben sei, da eine blosse Wahr-
scheinlichkeit einer strafrechtlichen Reaktion reiche. Schliesslich ergebe die kor-
rekte Beweiswürdigung, dass der Beschuldigte entgegen der Ansicht der Staats-
anwaltschaft tatsächlich Tatbestandsmerkmale des Amtsmissbrauchs und der Ur-
kundenfälschung begangen habe. Mindestens aber habe die Untersuchung erge-
ben, dass keine hinreichenden tatsächlichen oder rechtlichen Gründe materieller 
oder formeller Art bestünden, die für eine strafrechtliche Sanktion in Bezug auf die 
beiden Tatbestände des Amtsmissbrauchs und der Urkundenfälschung zu wenig 
aussichtsreich seien. Folglich sei zumindest die Anklageerhebung beim Gericht 
die logische Folge, wenn nicht ein Strafbefehl ergehen sollte. Es sei nicht die Auf-
gabe der Staatsanwaltschaft, den Richter zu spielen, und es sei unzulässig, dass 
die Staatsanwaltschaft eine freie Beweiswürdigung vornehme und sich damit die 
ausschliessliche Befugnis des Richters aneigne. 

2.5. Der Beschwerdegegner hält in seiner Stellungnahme fest, dass, selbst 
wenn die abschliessende strafrechtliche Qualifikation an sich von einem Strafge-
richt vorzunehmen sei, die Strafuntersuchungsbehörde den ermittelten Sachver-
halt dahingehend zu prüfen habe, ob die Voraussetzungen einer Einstellung erfüllt 
seien. Dies habe die Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 319 StPO mittels 
Verfügung gemacht, und zwar zu Recht. Auch bezüglich der Beschwerde vom 1. 
Mai 2017 sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die Rechtsschrift 
offensichtlich aus der Sicht eines erklärten Impfgegners verfasst habe und sich 
dementsprechend seine Ausführungen mit einer appellatorischen Kritik an der von 
ihm schon im Grundsatz abgelehnten Impfung vermische.

2.6. Nachfolgend ist anhand der einzelnen Tatbestände zu untersuchen, ob im 
vorliegenden Fall die Kriterien für eine Einstellung des Verfahrens erfüllt sind und 
die Staatsanwaltschaft die Einstellung zu Recht verfügt hat. 

3. Das Kantonsgericht von Graubünden erwog in seinem Beschluss vom 4. 
Juni 2015 (SK2 14 61) in Bezug auf den Vorwurf des Amtsmissbrauchs, es ergebe 
sich nicht klar aus den Akten, weshalb und mit welcher Ernsthaftigkeit der Be-
schwerdegegner trotz Polizeibegleitung und verladenen Schafen mit einer Blocka-
de habe oder hätte rechnen müssen. Hinzu komme, dass der Sinn der Impfung als 
solcher nicht einsichtig sei, da der Impfschutz erst nach 60 Tagen wirksam gewor-
den sei (weshalb man die Tiere auch in Quarantäne gebracht habe), so dass die 
im Falle einer Blockade auf die Alp zurückgeführten Tiere trotz Impfung anste-

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ckend und ansteckbar gewesen wären. Gestützt auf die zur Verfügung stehenden 
Abklärungen der Staatsanwaltschaft könne im jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt 
werden, ob ein Freispruch des Beschwerdegegners wahrscheinlicher sei als eine 
Verurteilung. Im Zusammenhang mit der Erfüllung des subjektiven Tatbestandes 
des Amtsmissbrauchs hätte die Staatsanwaltschaft klären müssen, (1.) was die 
Kantonspolizei Graubünden dem Beschwerdegegner erzählt habe, dass dieser 
gemäss seiner eigenen Aussage fest von einer erneuten, wirksamen Blockade der 
Lastwagen – trotz Polizeischutz und entgegenstehender Versicherung des Be-
schwerdeführers gegenüber dem Polizisten D._____ – ausgegangen sei, (2.) wel-
che Informationen der Polizist D._____ in diesem Zusammenhang weitergegeben 
habe, (3.) warum im verwaltungsrechtlichen Verfahren von Seiten des Amtes für 
Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) eine andere Begründung für die 
sofort vollzogene Impfung vorgebracht worden sei, (4.) warum der Beschwerde-
gegner die Zwangsimpfung für den Fall, dass der Abtransport blockiert würde, 
vorgesehen habe, obwohl die Impfung bei einer Rückführung der Schafe am glei-
chen Abend noch keinen Schutz geboten hätte und (5.) warum der Beschwerde-
gegner nicht im Vorfeld eine entsprechende Verfügung erlassen habe, wenn der 
Fall der Zwangsimpfung im Sinne eines vorbehaltenen Entschlusses (vor-)geplant 
gewesen sei (vgl. E. 4.g S. 22).

Hinsichtlich des Vorwurfs der Urkundenfälschung im Amt sei zentral, ob die am 
14./15. Juli 2009 vorgenommenen Impfungen undifferenziert an allen Tieren vor-
genommen oder ob Lämmer unter drei Monaten und kranke Tiere von der Impfung 
ausgenommen worden seien. Dementsprechend hätte von Seiten der Staatsan-
waltschaft ermittelt werden müssen, wie die Impfung durch Dr. med. vet. E._____ 
genau vonstatten gegangen sei, wie diese vorbesprochen und vorbereitet worden 
sei und ob dieser ausnahmslos alle Schafe geimpft habe. Angesichts der Tatsa-
che, dass offenbar – falls die Blutproben nicht manipuliert gewesen seien, was 
vorliegend nicht ersichtlich sei und allenfalls von der Staatsanwaltschaft zu klären 
wäre – einige der als nicht geimpft bezeichneten Lämmer über Abwehrkörper ver-
fügt hätten, die, wie Dr. med. vet. F._____ plausibel festhalte, mit sehr überwie-
gender Wahrscheinlichkeit auf die Impfung und nicht eine natürliche Ansteckung 
zurückgingen, bestehe doch immerhin ein hinreichender Verdacht, dass auch Tie-
re widerrechtlich geimpft worden seien und dies urkundenmässig unrichtig dekla-
riert worden sei (vgl. E. 5.e.bb S. 35 und E. 6.c.cc S. 49).

In der Folge wurde das Verfahren gegen Dr. med. vet. Y._____ von der Staatsan-
waltschaft Graubünden am 24. Juni 2015 wieder an die Hand genommen und das 
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) um Beantwor-

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tung diverser Fragen im Zusammenhang mit den Lämmern und der Blauzungen-
krankheit ersucht. Ferner wurden der Polizist D._____ als Zeuge, Dr. med. vet. 
E._____ als Auskunftsperson und Dr. med. vet. Y._____ als Beschuldigter staats-
anwaltschaftlich einvernommen. Im Nachgang zu den Einvernahmen reichte 
X._____ weitere Unterlagen ein, die zu den Akten genommen wurden.

4.1. Nach Art. 312 StGB machen sich Mitglieder einer Behörde oder Beamte 
strafbar, die ihre Amtsgewalt missbrauchen, um sich oder einem andern einen 
unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen Nachteil zuzufü-
gen. Amtsmissbrauch ist der zweckentfremdete Einsatz staatlicher Macht. Art. 312 
StGB schützt einerseits das Interesse des Staates an zuverlässigen Beamten, 
welche mit der ihnen anvertrauten Machtposition pflichtbewusst umgehen, und 
andererseits das Interesse der Bürger, nicht unkontrollierter und willkürlicher staat-
licher Machtentfaltung ausgesetzt zu werden. Der hinsichtlich der Tathandlung 
sehr allgemein umschriebene Straftatbestand ist nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung einschränkend so auszulegen, dass nur derjenige die Amtsge-
walt missbraucht, der die Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht, unrecht-
mässig anwendet, d.h. kraft seines Amtes verfügt oder Zwang ausübt, wo es nicht 
geschehen dürfte. Art. 312 StGB umfasst demnach nicht sämtliche pflichtwidrigen 
Handlungen, die ein mit Zwangsgewalt ausgestatteter Beamter bei Gelegenheit 
der Erfüllung seiner Pflichten ausführt; ihm sind vielmehr nur solche unzulässigen 
Verfügungen und Massnahmen unterstellt, die der Täter kraft seines Amtes, in 
Ausübung seiner hoheitlichen Gewalt trifft (Urteil des Bundesgerichts 
6B_934/2015 vom 5. April 2016 E. 4.3; BGE 127 IV 209 E. 1.a/aa und E. 1b; 
114 IV 41 E. 2; 113 IV 29 E. 1).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz ausreicht. 
Beim Täter muss zunächst das Bewusstsein über seine Sondereigenschaft vorlie-
gen. Weiter muss er wissen, dass er möglicherweise seine Amtsgewalt miss-
braucht und dies zumindest in Kauf nehmen. Beim Täter bedarf es der Kenntnis, 
dass die Amtsgewalt missbräuchlich eingesetzt wird. Daran fehlt es etwa, wenn 
der Amtsträger im Glauben handelt, er übe seine Machtbefugnisse pflichtgemäss 
aus. Der Amtsträger muss ferner in der Absicht handeln, sich oder einem Dritten 
einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem anderen einen Nachteil 
zuzufügen, der auch unrechtmässig sein muss. Sowohl Vor- als auch Nachteile 
können materieller oder immaterieller Natur sein. Die Absicht beim Betroffenen 
einen massiven Ärger auszulösen, reicht als Nachteilsabsicht aus. Der Nachteil 
kann auch in der Zwangshandlung selbst liegen, da ansonsten physische Miss-
bräuche, die keine weiteren negativen Folgen zeitigen, nicht strafbar wären. Er-

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fasst ist auch die Vornahme einer Zwangsmassnahme, um dem Betroffenen einen 
«Denkzettel» zu verpassen (Stefan Heimgartner, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 22 f. zu Art. 312 StGB).

4.2. Die Staatsanwaltschaft Graubünden gelangte in der angefochtenen Einstel-
lungsverfügung nach Würdigung der Aussagen des Beschuldigten, des Be-
schwerdeführers, des Polizeibeamten D._____ und von Dr. med. vet. E._____ 
(vgl. Akten StA, act. 1.8, 6.1, 6.3 und 6.5) betreffend Amtsmissbrauch zum 
Schluss, es sei nicht in anklagegenügender Weise dargetan, dass der Beschuldig-
te durch die Vornahme der Impfung amtsmissbräuchlich gehandelt habe. Das 
Kantonsgericht habe in seinem Beschluss vom 4. Juni 2015 zutreffend darauf hin-
gewiesen, dass zum damaligen Zeitpunkt nach der Verordnung des Bundesamtes 
für Veterinärwesen (BVET) vom 14. Januar 2014 eine schweizweite Impfpflicht 
gegen die Blauzungenkrankheit bestanden und der Beschuldigte seine Amtsge-
walt nicht zu sachfremden Zwecken eingesetzt habe, sondern ein legitimes Ziel 
verfolgt habe, nämlich die Verhinderung der Fremdansteckung der Tiere Dritter 
durch die ungeimpften Tiere des Beschwerdegegners. Zudem sei damit zu rech-
nen gewesen, dass die ins Auge gefasste blosse Separation der Tiere scheitern 
könnte, womit es bereits am objektiven Tatbestand fehlen dürfte. Ferner könne 
dem Beschuldigten in subjektiver Hinsicht nicht nachgewiesen werden, er sei da-
von ausgegangen, pflichtwidrig zu handeln. Seine Schilderung, er habe aufgrund 
der Erfahrung anlässlich der versuchten Impfung vom 25. Juni 2009 während der 
Durchführung der Separation vom 14./15. Juli 2009 plötzlich damit rechnen müs-
sen, einer erneuten Blockade gegenüber zu stehen, sei nachvollziehbar, jedenfalls 
lasse sie sich nicht widerlegen. Die Aussage von Dr. med. vet. E._____, wonach 
die Impfung vorbesprochen worden sei, ändere daran nichts, zumal er sich nicht 
mehr an die Details habe erinnern können und der Beschuldigte diese Aussage 
bestreite. Gemäss D._____ habe er dem Beschuldigten nicht mitgeteilt, dass le-
diglich eine harmlose Kundgebung geplant sei. Somit könne dem Beschuldigten 
nicht vorgeworfen werden, dass er von der angeblich harmlosen Kundgebung 
Kenntnis gehabt und die Impfung dennoch angeordnet habe. Insbesondere spiele 
auch keine Rolle, dass bei einer allfälligen Blockade der Impfschutz noch nicht 
gewährleistet gewesen wäre. Der Beschuldigte sei ja davon ausgegangen, dass 
es wegen der von ihm angenommenen drohenden Blockade wieder zu keiner Se-
paration der Schafe und somit zu keiner Impfung gekommen wäre, weshalb diese 
noch auf der Alp vorgenommen worden sei. Er habe keine dritte Aktion durch-
führen wollen, er habe aber auch nicht nichts machen wollen. Es seien keine Be-
weiserhebungen ersichtlich, die an diesem Resultat etwas ändern würden. Unter 

Seite  16 — 28

diesen Umständen sei das Verfahren in Bezug auf den Amtsmissbrauch einzustel-
len.

4.3.1. Soweit der Beschwerdeführer zunächst unter Hinweis auf das Urteil des 
Verwaltungsgerichts Graubünden U 10 109 vom 22. Februar 2011 (Akten StA, act. 
1.21) dafür hält, dass die Unverhältnismässigkeit der Zwangsimpfung auch für das 
Kantonsgericht verbindlich festgestellt worden sei und dieses das verwaltungsge-
richtliche Urteil in seinem Beschluss vom 4. Juni 2015 ohne weiteres anerkannt 
habe, ist ihm entgegenzuhalten, dass – wie auch vom Beschwerdegegner zutref-
fend ausgeführt (vgl. act. A.3 Rz. 26 S. 9) – von einer unter verwaltungsrechtlichen 
Aspekten festgestellten Unverhältnismässigkeit nicht ohne weiteres auf einen 
strafrechtlich relevanten Missbrauch der Amtsgewalt geschlossen werden kann. 
Das Kantonsgericht hielt in seinem Beschluss vom 4. Juni 2015 denn auch ledig-
lich fest, dass kein Grund bestehe, von der Beurteilung, wonach die Zwangsimp-
fung unter dem Gesichtspunkt einer verwaltungsrechtlichen Beurteilung als unver-
hältnismässig zu betrachten sei, abzuweichen. Die Frage, ob dadurch zugleich der 
objektive Tatbestand des strafrechtlich relevanten Amtsmissbrauchs erfüllt sei, 
wurde dagegen ausdrücklich offen gelassen. Immerhin wurde aber noch festge-
stellt, dass zum damaligen Zeitpunkt nach der Verordnung des BVET vom 14. Ja-
nuar 2009 eine schweizweite Impfpflicht gegen die Blauzungenkrankheit bestan-
den und der Beschwerdegegner seine Amtsgewalt nicht zu sachfremden Zwecken 
eingesetzt habe, sondern ein legitimes Ziel, nämlich die Verhinderung der Frem-
dansteckung der Tiere Dritter durch die ungeimpften Tiere des Beschwerdefüh-
rers, verfolgt habe. Ob darin ein eigentlicher Ermessensmissbrauch liege und ob 
das Mittel der Zwangsimpfung in wesentlicher Weise nicht mehr in Relation zum 
Zweck der Verhinderung der Fremdansteckung stehe, wurde demgegenüber offen 
gelassen (Beschluss der II. Strafkammer SK2 14 61 vom 4. Juni 2015 E. 4.e 
S. 17 f.). Im Übrigen war im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Graubünden 
nicht der Beschwerdegegner, sondern das Departement für Volkswirtschaft und 
Soziales Graubünden Partei, so dass sich hinsichtlich der Frage des Amtsmiss-
brauchs durch den Beschwerdegegner bereits aus diesem Grund nichts aus dem 
fraglichen Urteil ableiten lässt.

4.3.2. Die Staatsanwaltschaft prüfte die objektiven Tatbestandselemente des 
Amtsmissbrauchs im Wesentlichen anhand der im Rahmen der Beweisergänzung 
durchgeführten Einvernahmen und der entsprechenden Aussagen sowie der sich 
daraus ergebenden Chronologie der Abläufe zum fraglichen Zeitpunkt. Mit der 
damals offen gelassenen Frage, ob die durchgeführte Zwangsimpfung im konkre-
ten Fall und unter den gegebenen Umständen allenfalls nicht mehr in Relation 

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zum angestrebten Zweck gestanden haben könnte, setzte sie sich in der ange-
fochtenen Einstellungsverfügung dagegen nicht auseinander, was jedoch insofern 
von Belang ist, als gemäss Lehre und Rechtsprechung auch der Einsatz unver-
hältnismässiger Mittel zu an sich legitimen Zwecken tatbestandsmässig ist (Heim-
gartner, a.a.O., N 11 zu Art. 312 StGB). Die Staatsanwaltschaft hat es in diesem 
Zusammenhang insbesondere unterlassen aufzuzeigen, inwiefern die durchge-
führte Impfung angesichts der vom Beschwerdegegner angenommenen Situation, 
dass eine Separation bzw. ein Abtransport der Schafe verunmöglicht werde, keine 
Ermessensüberschreitung und damit nicht unverhältnismässig gewesen sein soll. 
Dies namentlich vor dem Hintergrund, dass die Impfung gegen die Blauzungen-
krankheit eine Zeitspanne von 60 Tagen benötigt, um den anvisierten Impfschutz 
aufzubauen, und eine Impfung ohne Separation folglich gar keinen Sinn macht, da 
der Schutz der Tiere Dritter, welche mit den geimpften Schafen des Beschwerde-
führers auf derselben Alp sömmern und über Monate hinweg zusammen weiden, 
diesfalls ohnehin nicht gewährleistet wäre.

4.3.3. Bezüglich der Frage, was die Kantonspolizei Graubünden dem Beschwer-
degegner erzählt hat, dass dieser gemäss seiner eigenen Aussage fest von einer 
erneuten Blockade der Lastwagen ausging, vermochten auch die erneuten Ein-
vernahmen im Rahmen der vom Kantonsgericht angeordneten Beweisergänzung 
nicht in hinreichender Weise für Klarheit zu sorgen. Der Beschwerdegegner konn-
te sich eigener Aussage zufolge nicht mehr wörtlich erinnern, was der Kantonspo-
lizist D._____ ihm gesagt habe. Im Nachhinein sei es aber gemäss seiner Erinne-
rung so gewesen, dass alles auf eine zweite Sperrung der Strasse hinausgelaufen 
sei (Akten StA, act. 6.5 S. 2 f.). Demgegenüber gab der Polizeibeamte D._____ zu 
Protokoll, mit dem Beschwerdegegner oben auf der Alp keinen Kontakt gehabt zu 
haben (Akten StA, act. 6.1 S. 4). Ebenso wenig konnte anhand der neuerlichen 
Befragungen erhärtet werden, dass der Beschwerdegegner von der Übereinkunft 
zwischen D._____ und dem Beschwerdeführer, wonach der Abtransport nicht blo-
ckiert, sondern lediglich eine harmlose Kundgebung durchgeführt werden würde, 
in Kenntnis gesetzt wurde. D._____ konnte sich eigener Aussage zufolge nicht 
mehr erinnern, mit dem Beschwerdegegner über diese Abmachung gesprochen 
zu haben. Er habe sicher Herrn G._____ informiert, wisse aber nicht, ob dieser 
dies anschliessend dem Beschwerdegegner mitgeteilt habe (Akten StA, act. 6.1 
S. 4). Gestützt auf diese Aussage hält der Beschwerdeführer in seiner Eingabe 
dafür, es könne davon ausgegangen werden, dass Herr G._____ die Information 
an den Beschwerdegegner weitergeleitet habe, woraus sich wiederum ergebe, 
dass sich für den Beschwerdegegner keinerlei Hinweise auf eine erneute Behinde-

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rung hätten ergeben können und eine Zwangsimpfung deshalb nicht angezeigt 
gewesen wäre (vgl. act. A.1 S. 12). Eine solche Schlussfolgerung ist zwar durch-
aus denkbar, findet in den vorliegenden Akten jedoch keine Stütze, zumal besag-
ter Herr G._____ von der Staatsanwaltschaft nicht einvernommen wurde. Die Fra-
ge, ob der Beschwerdegegner wusste, dass keine Blockierung des Abtransportes 
der Schafe, sondern lediglich eine harmlose Kundgebung geplant war, ist für die 
Beurteilung des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs durchaus von einer gewissen Re-
levanz. Angesichts dessen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Staatsanwalt-
schaft im Nachgang zur Einvernahme von D._____ nicht auch besagten Herrn 
G._____ zu den Geschehnissen am fraglichen Abend einvernommen und in Er-
fahrung zu bringen versucht hat, ob Herr G._____ die Informationen von D._____ 
an den Beschwerdegegner weitergeleitet hat. Die Befragung von Herrn G._____ 
wird von der Staatsanwaltschaft nachzuholen sein. 

4.3.4. Was sodann die Aussagen des Beschwerdegegners im Zusammenhang mit 
der durchgeführten Zwangsimpfung bzw. der Frage, warum er nicht bereits im 
Vorfeld eine entsprechende Verfügung erlassen habe, anbelangt, so sind diese 
nicht in jeder Hinsicht nachvollziehbar bzw. frei von Widersprüchen. Einerseits soll 
laut seiner Aussage zuvor nichts darauf hingedeutet haben, dass eine zweite Blo-
ckade stattfinden würde, weshalb von einer vorgängigen Verfügung in Bezug auf 
die Impfung abgesehen wurde. Andererseits gab er aber an, dass es sich bei der 
Impfung um eine Notmassnahme gehandelt habe, welche aufgrund der Erfahrun-
gen aus dem ersten Mal erfolgt sei, damit die Tiere nicht wieder unverrichteter 
Dinge in die Herde hätten zurückgehen und eine dritte Separation hätte erfolgen 
müssen (Akten StA, act. 6.5 S. 3 f.). Daraus folgt nun aber, dass sich der vorbe-
haltene Entschluss zur Durchführung einer Zwangsimpfung in erster Linie auf die 
Erfahrungen beim ersten erfolglosen Separationsversuch abstützte und gerade 
nicht auf konkrete Indizien, dass es zu einer erneuten Blockade seitens des Be-
schwerdeführers und seiner Anhänger kommen könnte. Gemäss dem Beschwer-
degegner sollen denn auch erst im Laufe des Abends "alle Indizien" dafür gespro-
chen haben, dass eine zweite Blockade stattfinden würde (Akten StA, act. 6.5 
S. 4), wobei unklar bleibt, welche Indizien damit konkret gemeint sein sollen. Ging 
man aber offensichtlich bereits aufgrund der Erfahrungen beim ersten Mal davon 
aus, dass einer Separation infolge einer neuerlichen Blockade kein Erfolg be-
schieden sein könnte, ist nicht nachvollziehbar, weshalb nicht gestützt hierauf vor-
gängig eine anfechtbare Verfügung bezüglich Zwangsimpfung erlassen wurde. 
Das Argument der fehlenden Hinweise auf eine erneute Blockade vermag unter 
diesen Gesichtspunkten nicht restlos zu überzeugen, um den Verzicht auf eine 

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entsprechende Verfügung plausibel zu machen. Vielmehr drängt sich die Frage 
auf, ob unter den gegebenen Umständen nicht der vorgängige Erlass einer Verfü-
gung mit dem Vorbehalt einer zwangsweisen Durchführung der Impfung für den 
Fall einer erneuten Blockade angezeigt gewesen wäre. Mit dieser Frage setzt sich 
die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfügung nicht ausein-
ander. Sie begnügt sich stattdessen mit der Feststellung, dass die Schilderung 
des Beschwerdegegners, wonach er aufgrund der Erfahrung anlässlich der ver-
suchten Impfung vom 25. Juni 2009 plötzlich damit habe rechnen müssen, einer 
erneuten Blockade gegenüberzustehen, nachvollziehbar sei und sich jedenfalls 
nicht widerlegen lasse (act. B.1 S. 6), ohne in der Folge darauf einzugehen, ob 
sich nicht allenfalls gerade deswegen eine vorgängige Verfügung betreffend 
Zwangsimpfung aufgedrängt hätte. Es erscheint gesamthaft betrachtet nicht sehr 
stringent, das Ausbleiben eines diesbezüglichen Verfügungserlasses mit fehlen-
den Hinweisen auf eine Blockade zu begründen und gleichzeitig für den vorbehal-
tenen Entschluss der Zwangsimpfung die schlechten Erfahrungen des ersten Se-
parationsversuchs ins Feld zu führen. Mit anderen Worten: Wenn nach eigener 
Aussage des Beschwerdegegners im Vorfeld nichts auf eine erneute Blockade 
hingedeutet hat, bestand auch kein Anlass, im Sinne eines vorbehaltenen Ent-
schlusses die für eine Impfung benötigten Utensilien für den Fall, dass es dennoch 
zu einer Störung der Separation kommen sollte, mitzunehmen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Aussage von Dr. med. vet. E._____, wel-
cher die Impfung auf Anweisung des Beschwerdegegners durchführte, beach-
tenswert. Die Frage, ob die Impfung mit dem Beschwerdegegner vorbesprochen 
worden sei, wurde von E._____ bejaht. Es sei so gewesen, dass sie sich auf der 
Alp getroffen und das Vorgehen miteinander besprochen hätten. An die Details 
könne er sich nicht mehr erinnern. Der Plan sei gewesen, die Schafe zu sortieren. 
Sobald alle Schafe verladen gewesen seien, hätten sie geimpft werden sollen. 
Auch die Frage, ob von Beginn weg besprochen worden sei, dass die Schafe ge-
impft würden, wurde von E._____ vorbehaltlos bejaht (Akten StA, act.  6.3. S. 3). 
Die Staatsanwaltschaft hielt in der angefochtenen Einstellungsverfügung dafür, 
diese Aussage ändere nichts daran, dass dem Beschwerdegegner nicht nachge-
wiesen werden könne, er sei davon ausgegangen, pflichtwidrig zu handeln. Zur 
Begründung wurde ausgeführt, dass sich E._____ nicht mehr an die Details habe 
erinnern können und der Beschwerdegegner diese Aussage bestreite. In Überein-
stimmung mit dem Beschwerdeführer ist diese Schlussfolgerung mit Blick auf die 
vorbehaltlose Antwort von E._____, dass die Impfung von Beginn weg vorbespro-
chen worden sei, unverständlich. Aus seinen Aussagen geht denn auch nur her-

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vor, dass er sich an die Details der Besprechung nicht mehr erinnern konnte, in-
dessen ohne Umschweife angab, dass die Impfung von Beginn weg vorbespro-
chen gewesen sei. Inwiefern diese Aussage für den vorliegenden Fall ohne jegli-
che Relevanz bzw. weniger glaubhaft als die Aussage des Beschwerdegegners 
sein soll, erschliesst sich dem Gericht nicht. Mit Sicherheit nicht massgeblich hier-
für kann der Umstand sein, dass der Beschwerdegegner als beschuldigte Person 
diese Aussage bestreitet. Auch mit Blick auf diese beiden entgegengesetzten 
Aussagen bezüglich der Frage der Vorbesprechung der durchgeführten Impfung 
und der diesbezüglichen Begründung vermag die Verfahrenseinstellung nicht zu 
überzeugen.

4.3.5. Namentlich auch vor dem Hintergrund, dass die Impfung gegen die Blau-
zungenkrankheit eine Zeitspanne von 60 Tagen benötigt, um den anvisierten 
Impfschutz aufzubauen, und eine Impfung ohne Separation – deren Durchführung 
laut Aussage des Beschwerdegegners ja in Frage gestellt wurde – folglich gar kei-
nen Sinn macht, weil der Schutz der übrigen, sich auf der Alp befindlichen Tiere 
ohnehin nicht gewährleistet ist, kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass 
dem Beschwerdeführer im konkreten Fall aufgrund der vormaligen Blockade ein 
Denkzettel verpasst und zugleich die hoheitliche Gewalt des ALT unter Beweis 
gestellt werden sollte. Eine solche Vorgehensweise fiele unter den subjektiven 
Tatbestand von Art. 312 StGB (Heimgartner, a.a.O., N 23 zu Art. 312 StGB mit 
Hinweisen). Zumindest erscheint aufgrund der Aussage des Beschwerdegegners, 
wonach sie im Wissen darum, dass der Impfschutz Tage bzw. Wochen braucht bis 
er aufgebaut ist, einerseits keine dritte Aktion hätten durchführen wollen, anderer-
seits aber auch nicht nichts hätten machen wollen (Akten StA, act. 6.5 S.3), eine 
dahingehende Interpretation nicht von vornherein für ausgeschlossen. Eigener 
Aussage zufolge befürchtete der Beschwerdegegner im Falle einer erneuten Blo-
ckade, dass das Amt dadurch der Lächerlichkeit preisgegeben worden wäre und 
ihre Glaubwürdigkeit, vor allem gegenüber den anderen Landwirten, nicht mehr 
gegeben gewesen wäre (Akten StA, act. 1.12. S. 4. f). Ein solches Szenario galt 
es allem Anschein nach unter jeglichen Umständen zu verhindern. Zusammenge-
fasst lässt sich somit nicht sagen, dass es von vornherein unwahrscheinlich ist, 
dass der Beschwerdegegner wegen der Anordnung der Zwangsimpfung vor dem 
Hintergrund einer befürchteten Blockierung des Abtransports und damit der Sepa-
rierung der Schafe, im Wissen darum, dass der Impfstoff eine Aufbauphase von 
60 Tagen hat, um wirksam zu werden, nach Art. 312 StGB bestraft wird. Jeden-
falls kann nicht von einer klaren Straflosigkeit gesprochen werden. Die Möglichkeit 
einer Verurteilung erscheint aufgrund der Aktenlage nicht unzweifelhaft als äus-

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serst unwahrscheinlich oder jedenfalls deutlich geringer als ein Freispruch, so 
dass sich eine Einstellung rechtfertigen liesse. Vielmehr ist die Sache in diesem 
Punkt zur Weiterführung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft zurückzuwei-
sen (Art. 397 Abs. 3 StPO). Im Zuge dessen wird die Staatsanwaltschaft 
Graubünden angewiesen, den von D._____ anlässlich seiner Einvernahme vom 
14. Januar 2016 (Akten StA, act. 6.1) erwähnten Herrn G._____ zur Frage, ob er 
die Informationen von D._____, wonach von Seiten des Beschwerdeführers keine 
Blockierung des Abtransportes der Schafe, sondern lediglich eine harmlose Kund-
gebung geplant sei, an den Beschwerdegegner weitergeleitet hat, einzuverneh-
men. Entsprechend ist die Beschwerde hinsichtlich des Amtsmissbrauchs gutzu-
heissen und die angefochtene Einstellungsverfügung diesbezüglich aufzuheben. 
Es wird alsdann Sache der Staatsanwaltschaft sein, zu entscheiden, ob das Ver-
fahren betreffend Amtsmissbrauch erneut eingestellt oder ob Anklage zu erheben 
sein wird.

5.1. Gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB werden Beamte oder Personen des öffentli-
chen Glaubens, die vorsätzlich eine Urkunde fälschen oder verfälschen oder die 
echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines anderen zur Herstellung ei-
ner unechten Urkunde benützen (Abs. 1), oder die vorsätzlich eine rechtlich erheb-
liche Tatsache unrichtig beurkunden, namentlich eine falsche Unterschrift oder ein 
falsches Handzeichen oder eine unrichtige Abschrift beglaubigen (Abs. 2), wegen 
Urkundenfälschung im Amt mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 
bestraft. Die Tathandlungen gemäss Art. 317 Ziff. 1 StGB entsprechen der Urkun-
denfälschung im engeren Sinne (Abs. 1) und der Falschbeurkundung (Abs. 2) 
gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB. Nach ständiger Rechtsprechung schützen die Tat-
bestände des Urkundenstrafrechts das Vertrauen, das im Rechtsverkehr einer 
Urkunde als einem Beweismittel entgegengebracht wird (BGE 131 IV 125 E. 4.1 
S. 127). Der Tatbestand richtet sich gegen Beamte sowie Personen öffentlichen 
Glaubens. Tatobjekt ist eine Urkunde im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB; eine öf-
fentliche Urkunde wird nicht vorausgesetzt (Markus Boog, in: Niggli/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Strafrecht II, 3. Aufl., Basel 2013, N 2 f. zu Art. 317 
StGB). Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz 
genügt. Eine Vorteils- oder Schädigungsabsicht ist nicht erforderlich (Boog, a.a.O., 
N 18 f. zu Art. 317 StGB). 

Die fahrlässige Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Ziff. 2 StGB wird mit 
Busse bestraft und stellt somit eine Übertretung dar. Die Strafverfolgung von Über-
tretungen verjährt gemäss Art. 109 StGB nach drei Jahren. Da die Überführungs- 
und Rückführungsliste, auf welche sich die mutmassliche Urkundenfälschung laut 

Seite  22 — 28

den Ausführungen des Beschwerdeführers beziehen soll, im Juli bzw. September 
2009 erstellt wurden, ist die fahrlässige Tatbegehung vorliegend auf jeden Fall 
verjährt.

5.2. Nachdem die Staatsanwaltschaft Graubünden in ihrer ersten Einstellungs-
verfügung vom 28. Juni 2013 die Auffassung vertreten hatte, dass die sich bei den 
Akten befindlichen Listen blosse Formulare und nicht öffentliche Urkunden im Sin-
ne von Art. 110 Abs. 5 StGB darstellten (Akten StA, act. 1.27 S. 9), hielt das Kan-
tonsgericht in seinem Beschluss vom 4. Juni 2015 (SK2 14 61) verbindlich fest, 
dass es sich sowohl bei der Überführungs- als auch bei der Rückführungsliste um 
Urkunden im Sinne von Art. 110 Abs. 4 StGB handle (E. 6.c.bb S. 47 f.). Wie ge-
sehen ist eine öffentliche Urkunde als Tatobjekt entgegen der vormaligen Auffas-
sung der Staatsanwaltschaft gerade nicht vorausgesetzt (E. 5.1). Über die Urkun-
denqualität der fraglichen Listen braucht vorliegend somit nicht mehr befunden zu 
werden. 

5.3. Die Staatsanwaltschaft erwog in der angefochtenen Einstellungsverfügung, 
dass die Widersprüche auf den beiden Listen auch nach den nachträglich durch-
geführten Einvernahmen nicht hätten geklärt werden können. Es stehe nicht fest, 
wer die Überführungsliste erstellt habe und wann diese erstellt worden sei. Der 
Beschuldigte habe angegeben, dass beide Listen von seinen Mitarbeitern erstellt 
worden seien; die Rückführungsliste sei von Dr. med. vet. H._____ erstellt wor-
den. Er sei lediglich bei der Rückführung der Tiere beteiligt und bei der Separation 
und der Impfung nicht vor Ort gewesen. Zur Frage, wer die Überführungsliste er-
stellt habe und ob er bei der Erstellung der Rückführungsliste im Besitz der Über-
führungsliste gewesen sei, habe Dr. med. vet. H._____ keine Angaben machen 
können. Der Beschwerdeführer behaupte, dass die Überführungsliste erst nach 
der Rückführungsliste erstellt worden sei, weil er die Überführungsliste erst nach 
der Rückführungsliste erhalten habe. Für diese Behauptung spreche, dass die 
Überführungsliste, bis auf ein paar wenige Bemerkungen, nicht von Hand, sondern 
von Computer geschrieben worden sei. Tatsächlich erstaune es, dass angesichts 
der damaligen Umstände auf der Alp mit der nächtlichen Separation und Impfung 
der bereits verladenen Tiere eine Überführungsliste grösstenteils elektronisch er-
stellt worden sein soll, zumal Dr. med. vet. H._____ die Rückführungsliste mehr-
heitlich von Hand ausgefüllt habe. Ausgeschlossen werden könne dies aber nicht. 
Zudem gelte es zu bedenken, dass es wohl keine Widersprüche auf den beiden 
Listen gäbe, wenn die Überführungsliste erst nach der Rückführungsliste erstellt 
worden wäre. Beweise für die Behauptung des Beschwerdeführers gebe es auf 
jeden Fall nicht. Es stehe auch nicht fest, wer die Überführungsliste erstellt habe 

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und wann diese erstellt worden sei. Es seien keine Ermittlungshandlungen ersicht-
lich, welche diese Fragen beantworten könnten. Letztlich könne somit nicht gesagt 
werden, welche die richtige Liste bzw. welche Urkunde inhaltlich falsch sei. Damit 
könne dem Beschuldigten auch keine vorsätzliche Urkundenfälschung in Bezug 
auf eine der beiden Listen rechtsgenüglich nachgewiesen werden.

Die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Ansteckung der 6 Lämmer, welche 
gemäss Rückführungsliste als nicht geimpft aufgeführt seien, obwohl sie gemäss 
den vom Beschwerdeführer eingereichten Untersuchungsergebnissen Antikörper 
des Blauzungenvirus aufgewiesen hätten, erachte das BLV als verschwindend 
gering. In diesem Zusammenhang sei jedoch erneut festzuhalten, dass die vom 
Beschwerdeführer eingereichten Untersuchungsergebnisse bzw. die diesen zu-
grundeliegenden Blutproben nicht mit Sicherheit den genannten 6 Lämmern zuge-
ordnet werden könnten. Da die Schafe zwischenzeitlich geschlachtet worden sei-
en, könnten keine Untersuchungshandlungen mehr angeordnet werden. Um dem 
Beschuldigten eine Urkundenfälschung rechtsgenüglich vorwerfen zu können, 
müsste dieser Nachweis jedoch erbracht werden, zumal sowohl der Beschuldigte 
als auch der impfende Tierarzt Dr. med. vet. E._____ ausgesagt hätten, dass jun-
ge und kranke Tiere nicht geimpft worden seien. Auch in Bezug auf die 6 Lämmer 
könne dem Beschuldigten eine Falschbeurkundung somit nicht rechtsgenüglich 
nachgewiesen werden.

5.4. Zunächst ist mit dem Beschwerdeführer festzustellen, dass das Kantonsge-
richt bereits in seinem Beschluss vom 4. Juni 2015 festhielt, dass die beiden Lis-
ten aus den Umständen ihrer Entstehung und Verwendung dem ALT bzw. dem 
Beschwerdegegner als Ersteller in seiner Funktion als Amtstierarzt zugeordnet 
werden können (vgl. E. 6.c.bb S. 48). Daran ist unverändert festzuhalten, zumal 
sich auf der letzten Seite der Rückführungsliste unter Angabe des Datums 
15.9.2009 unbestrittenermassen die Unterschrift des Beschwerdegegners findet 
und die Überführungsliste dem Beschwerdeführer vom Beschwerdegegner bzw. 
dem ALT mit Schreiben vom 6. Oktober 2009 zugestellt wurde (Akten StA, 
act. 5.11 und 5.12). Die anderslautende Darstellung der Staatsanwaltschaft in der 
angefochtenen Einstellungsverfügung, welche weder Bezug nimmt auf die kan-
tonsgerichtlichen Erwägungen noch sich mit diesen auseinandersetzt, ist somit 
nicht stichhaltig.

5.5. Die übrigen Vorbringen des Beschwerdeführers erweisen sich demgegenü-
ber als unbegründet. Die von ihm aufgezeigten Ungereimtheiten bezüglich der 
beiden Listen wurden bereits im kantonsgerichtlichen Beschluss vom 4. Juni 2015 

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(SK2 14 61) ausführlich dargelegt. Auch die Staatsanwaltschaft gelangte zur Er-
kenntnis, dass die Überführungs- und die Rückführungsliste gewisse Wider-
sprüche enthalten. Wer hierfür die Verantwortung trage, lasse sich indessen nicht 
mehr eruieren. Augenscheinlich ist, dass dem Beschwerdeführer die Über-
führungsliste erst nach der Rückführungsliste zugestellt wurde. Ferner kann der 
Umstand, dass die Ansteckung der besagten sechs Lämmer nicht auf natürlichem 
Weg erfolgt ist, aufgrund des eingeholten Berichts des Bundesamtes für Lebens-
mittelsicherheit und Veterinärwesen BLV vom 4. März 2016 (Akten StA, act. 1.59) 
als faktisch gegeben angesehen werden. Nichtsdestotrotz ist der Staatsanwalt-
schaft beizupflichten, dass anhand der eingereichten Proben nicht verifiziert wer-
den kann, ob diese den sechs mittlerweile geschlachteten Lämmern zugeordnet 
werden können. Die gegenteilige Behauptung des Beschwerdeführers wird durch 
keinerlei Belege gestützt. Dass die beiden Listen inhaltliche Differenzen aufwei-
sen, ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen. Wie diese entstanden sind, lässt 
sich in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft jedoch nicht mehr rekonstru-
ieren. In diesem Zusammenhang muss man sich auch die tatsächlichen Gege-
benheiten zur fraglichen Zeit vor Augen führen, insbesondere die nächtliche Sepa-
ration, die Impfung der bereits verladenen Schafe unter Ausnahme der Jungtiere, 
den anschliessenden Abtransport und die verbale Auseinandersetzung mit dem 
Beschwerdeführer. Alles in allem stellte die gesamte Aktion für die involvierten 
Tiermediziner, die anwesenden Hilfspersonen sowie auch für den Beschwerde-
gegner eine ausserordentliche und anspruchsvolle Belastung dar. Dass den invol-
vierten Personen dabei auch der eine oder andere Fehler unterlaufen sein kann – 
sei dies bezogen auf die tatsächlich erfolgten Impfungen, sei dies bezüglich der 
Erfassung derselben –, ist unter den gegebenen Umständen durchaus nachvoll-
ziehbar, wenngleich deren Vermeidung selbstredend wünschenswert gewesen 
wäre. Gleiches gilt mit Bezug auf die Erfassung der Schafe bei deren Rück-
führung. Auch hier ist nicht auszuschliessen, dass Fehler begangen wurden. So 
bezeichnete denn auch Dr. med. vet. H._____, welcher die Rückführungsliste er-
stellte, das diesbezügliche Prozedere als hektisch, weil ein grosses Publikum vor 
Ort gewesen sei und die Tiere aus dem Stall geführt, von Herrn I._____ untersucht 
und ihm allfällige Verletzungen, beispielsweise dass ein Zahn gefehlt habe, mitge-
teilt worden seien. Er könne nicht mehr sagen, ob er die Ohrmarkennummern sel-
ber abgelesen oder ob ihm diese jemand diktiert habe (vgl. Akten StA, act. 6.7. 
S. 3). Der Beschwerdegegner, welcher als Verantwortlicher die jeweiligen Listen 
unterzeichnet (Rückführungsliste) respektive zugestellt (Überführungsliste) hat, 
hat sich dabei inhaltlich auf die Angaben seiner Mitarbeiter und Hilfspersonen ver-
lassen und auch verlassen dürfen. In Würdigung der Gesamtumstände kann ihm 

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in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft eine vorsätzliche Falschbeurkun-
dung nicht rechtsgenüglich nachgewiesen werden. Es ist auch nicht ersichtlich, 
welche weiteren Beweise die Staatsanwaltschaft diesbezüglich noch hätte erhe-
ben sollen bzw. noch erheben könnte. Unter den gegebenen Umständen erscheint 
ein Freispruch des Beschwerdegegners weitaus wahrscheinlicher als eine Verur-
teilung. Entsprechend ist das Strafverfahren gegen ihn in diesem Punkt zu Recht 
eingestellt worden, was hinsichtlich des Vorwurfs der Urkundenfälschung im Amt 
zur Abweisung der Beschwerde führt.

5.6. Daran ändert auch die Kritik des Beschwerdeführers nichts, welcher zufolge 
seine Schafe mehr oder weniger undifferenziert geimpft worden seien, was eben-
falls als klares Indiz zu werten sei, dass die Überfügungs- und die Rückführungs-
liste nicht den Tatsachen entsprächen und unrichtig seien. Daraus kann der Be-
schwerdeführer aus zweierlei Gründen nichts zu seinen Gunsten herleiten. Ers-
tens wurde bereits dargelegt, dass die beiden Listen nachweislich Ungereimthei-
ten aufweisen und den bei deren Erstellung involvierten Personen wohl auch Feh-
ler unterlaufen sind. Zusätzlicher Indizien bedarf es hierfür somit nicht mehr. Zwei-
tens stützt sich der Beschwerdeführer dabei einzig auf die Aussage von 
Dr. med. vet. E._____ vom 14. Juni 2016, der anlässlich seiner Einvernahme aus-
gesagt haben soll, dass ausnahmslos alle Schafe geimpft worden seien. In dieser 
Absolutheit trifft dies jedoch nicht zu. Dr. med. vet. E._____ gab zwar zunächst zu 
Protokoll, dass – soweit er sich heute erinnern könne – ausnahmslos alle Schafe 
geimpft worden seien, gab aber bei der übernächsten Frage zur Antwort, dass es 
sicher eine Alterslimite gegeben habe, er sich aber nicht mehr genau daran erin-
nern könne (Akten StA, act. 6.3 S. 3). Diese Aussage stimmt insoweit mit derjeni-
gen des Beschwerdegegners überein, als auch dieser ausführte, dass die Anwei-
sung darin bestanden habe, drei Monate alte Tiere und ältere zu impfen (Akten 
StA, act. 6.5 S. 8). Es verhält sich demnach nicht so, dass ausnahmslos alle Scha-
fe, und zwar unabhängig von deren Alter, einer Impfung unterzogen wurden. Ent-
sprechend kann dieser Umstand entgegen den Ausführungen des Beschwerde-
führers auch nicht als weiteres Indiz für eine Urkundenfälschung betrachtet wer-
den.

6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die ange-
fochtene Einstellungsverfügung hinsichtlich des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs 
aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an die Staatsanwalt-
schaft Graubünden zurückzuweisen. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wird 
angewiesen, den von D._____ erwähnten Herrn G._____ zur Frage, ob er die In-
formationen von D._____, wonach von Seiten des Beschwerdeführers keine Blo-

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ckierung des Abtransportes der Schafe, sondern lediglich eine harmlose Kundge-
bung geplant sei, an den Beschwerdegegner weitergeleitet hat, einzuvernehmen. 
In Bezug auf den Vorwurf der Urkundenfälschung im Amt ist die Beschwerde da-
gegen abzuweisen. Als unnötig erweist sich alsdann der Antrag des Beschwerde-
führers, wonach die Staatsanwaltschaft Graubünden zu verpflichten sei, sämtliche 
Strafuntersuchungsakten zu edieren (Ziff. 2 des Rechtsbegehrens). Bei diesem 
Antrag handelt es sich um ein Begehren um Beizug der Akten der Vorinstanz, was 
ohnehin in jedem Verfahren von Amtes wegen und ohne entsprechenden Antrag 
zu erfolgen hat und vorliegend auch geschehen ist. Darauf braucht mithin nicht 
weiter eingegangen zu werden.

7.1. Die Staatsanwaltschaft verfügte in der Einstellungsverfügung die Kosten-
tragung ihrer Aufwendungen durch den Staat. Insofern erübrigt es sich, im Be-
schwerdeverfahren darüber neu zu befinden.

7.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer nach  
Massgabe seines Unterliegens kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Be-
schwerdeführer ist mit seinem Antrag, die Einstellung des Verfahrens in Bezug auf 
den Vorwurf der Urkundenfälschung im Amt aufzuheben, unterlegen, vermochte 
dagegen mit seinem Antrag auf Aufhebung der Einstellungsverfügung hinsichtlich 
des Vorwurfs des Amtsmissbrauchs zu obsiegen. Demzufolge rechtfertigt es sich, 
die Kosten des Beschwerdeverfahrens, welche auf CHF 2'000.00 festgesetzt wer-
den (Art. 8 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; 
BR 350.210]), je zur Hälfte dem Beschwerdeführer und dem Kanton Graubünden 
aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 und 4 StPO).

7.3. Im Weiteren hat der Kanton Graubünden den Beschwerdeführer gestützt 
auf Art. 436 Abs. 3 StPO, welcher trotz Verweis auf das Berufungsverfahren auch 
im Beschwerdeverfahren Anwendung findet (vgl. Stefan Wehrenberg/Friedrich 
Frank [Hrsg.], in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 
2. Aufl., Basel 2014, N 14 und N 16 zu Art. 436 StPO; Yvona Griesser, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung [StPO], 2. Aufl. Zürich 2014, N 4 zu Art. 436 StPO), im Umfang seines 
Obsiegens aussergerichtlich zu entschädigen. Mangels Einreichung einer Hono-
rarnote wird die Entschädigung des teilweise obsiegenden Beschwerdeführers 
nach richterlichem Ermessen festgelegt (vgl. Wehrenberg/Frank, a.a.O., N 16 zu 
Art. 436 StPO). Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie in 
Anbetracht des Umfangs der abgefassten Rechtsschrift erscheint eine reduzierte 

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ausseramtliche Entschädigung in Höhe von CHF 1'500.00 (inkl. Spesen und 
MwSt.) als angemessen.

7.4. Der beschuldigte Beschwerdegegner hat seinerseits gegenüber dem Be-
schwerdeführer einen Anspruch auf eine aussergerichtliche Entschädigung im 
Umfang der Abweisung der Beschwerde, somit im Umfang von 50% (analoge An-
wendung von Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 432 Abs. 1 StPO; vgl. dazu Be-
schluss des Kantonsgerichts von Graubünden SK2 14 39 vom 11. Februar 2015 
E. 7.b m.w.H.). Da der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners keine Honorarno-
te eingereicht hat, ist seine Entschädigung ebenfalls nach Ermessen festzusetzen. 
Dabei erweist sich unter Berücksichtigung der eingereichten Stellungnahme und 
der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen ein Gesamtaufwand von CHF 
3'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) als angemessen, woraus sich eine reduzierte 
aussergerichtliche Entschädigung in Höhe CHF 1'500.00 ergibt (inkl. Spesen und 
MwSt.). Diese geht zu Lasten des Beschwerdeführers.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die angefochtene Einstel-
lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 18. April 2017 in 
Bezug auf den Vorwurf des Amtsmissbrauchs aufgehoben und die Sache 
zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Staats-
anwaltschaft Graubünden zurückgewiesen.

2. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 2'000.00 gehen je zur 
Hälfte, somit zu je CHF 1'000.00, zu Lasten von X._____ und des Kantons 
Graubünden.

4. Der Kanton Graubünden hat X._____ für das Beschwerdeverfahren mit 
CHF 1'500.00 (inkl. Spesen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen. In-
folge Verrechnung mit dem Prozesskostenanteil gemäss vorstehender Zif-
fer beträgt die ausseramtliche Entschädigung zu Gunsten von X._____ für 
das Beschwerdeverfahren CHF 500.00 (inkl. Spesen und MwSt.).

5. X._____ hat Dr. med. vet. Y._____ für das Beschwerdeverfahren ausser-
amtlich mit CHF 1'500.00 (inkl. Spesen MWSt.) zu entschädigen.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

7. Mitteilung an: