# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5dcccd3a-31cd-595b-b20b-98d28203d581
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 15.11.2011 U 2011 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2011-75_2011-11-15.pdf

## Full Text

U 11 75

1. Kammer 

URTEIL
vom 15. November 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Gemeindeversammlungsbeschluss

1. a) Am 25. August 2011 fand in der Gemeinde … eine Gemeindeversammlung 

statt. Grund dieser Versammlung war dabei folgende Vorgeschichte: Auf dem 

ehemaligen Parkplatz zwischen dem … und dem … war vor einiger Zeit eine 

neue Postautohaltestelle mit Kehrplatz erstellt worden, wodurch dem 

Verkaufsladen und dem Ferienzentrum jeweils vier Parkplätze verloren 

gingen. Die Gemeinde … wollte nun offenbar diese Parkplätze wieder 

ersetzen und sie erwarb deshalb auf der gegenüberliegenden Strassenseite 

ein Grundstück, um dort ein Parkhaus und auf diesem Parkhaus ca. sechs 

Alterswohnungen zu erstellen. Die …-Stiftung, welche auch die Alters- und 

Pflegeheime im … sowie das Spital … betreibt, sollte für den Betrieb dieser 

Alterswohnungen verantwortlich sein. Im Auftrag der Gemeinde … erstellten 

Bauingenieur … und Architekt … eine Vorprojektstudie für die Erstellung 

öffentlicher Parkplätze und den Neubau von Alterswohnungen (begleitetes 

Wohnen) auf Parzelle Nr. 1607.

b) Auf der Grundlage dieser Vorprojektstudie listete der Gemeindevorstand 

zuhanden der Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 unter 

Traktandum 6 folgendes Geschäft auf: „Projektierungskredit zur Erstellung 

öffentlicher Parkplätze/Neubau von Alterswohnungen (Begleitetes Wohnen) 

auf Parzelle Nr. 1607“. In der Botschaft vom 12. August 2011 führte der 

Gemeindevorstand zu diesem Geschäft aus, dass der 

Gemeindeversammlung vom 20. Mai 2011 das Vorprojekt vorgestellt worden 

sei. Der Direktor der …-Stiftung habe die Versammlung über den Bedarf an 

Alterswohnungen sowie die Möglichkeit für deren späteren Betrieb orientiert. 

In der Zwischenzeit habe sich ergeben, dass die …-Stiftung bereit sei, mit der 

Gemeinde einen langfristigen Managementvertrag abzuschliessen. Die …-

Stiftung übernähme somit die gesamte Vermietung der Alterswohnungen, den 

Unterhalt der Räumlichkeiten sowie die Organisation der Betreuung der 

Wohnungsmieter. Über die Finanzierungsmöglichkeiten werde anlässlich der 

Gemeindeversammlung orientiert. Damit die Gemeindeversammlung Ende 

Jahr den Baubeschluss fassen und den Managementvertrag verabschieden 

könne, müsse zuerst ein Detailprojekt ausgearbeitet werden. Hierfür seien 

Aufwendungen von Fr. 198'000.-- zu erwarten. Der Gemeindevorstand 

beantrage daher, dass zur Erstellung öffentlicher Parkplätze/Neubau von 

Alterswohnungen (Begleitetes Wohnen) auf Parzelle Nr. 1607 ein 

Projektierungskredit von Fr. 198'000.-- zu bewilligen sei.

c) Aus dem Protokoll der Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 ergibt 

sich, dass Bauingenieur … und Architekt … das Projekt 

Parkplätze/Alterswohnungen vorstellten, worauf sich im Anschluss daran eine 

rege Diskussion entwickelte. Der Versammlungsteilnehmer … erkundigte sich 

danach, ob es in irgendeiner Form einen Wettbewerb gegeben habe und 

welche Vergabekriterien der Gemeindevorstand angewendet habe. Der 

Vorsitzende soll darauf geantwortet haben, es sei kein Wettbewerb 

durchgeführt worden. Der ebenfalls Anwesende … führte in der Folge aus, 

dass er in seiner Firma zur Lösung schwieriger Aufgaben stets professionelle 

Hilfe beiziehe. Zudem sei das kantonale Submissionsgesetz zu beachten, 

welches für Dienstleistungsaufträge unter Fr. 100'000.-- eine freie Vergabe, 

für Aufträge ab Fr. 100'000.-- bis Fr. 250'000.-- das Einladungsverfahren und 

ab Fr. 250'000.-- das offene oder das selektive Verfahren vorsehe. Für Fr. 

150'000.-- könne ein professioneller Projektwettbewerb durchgeführt werden. 

Die Gemeinde könnte so die Arbeiten von fünf bis sechs Preisträgern 

vergleichen. Zur Realisierung des optimalsten Projektes beantragte … die 

Durchführung eines Architekturwettbewerbs sowie die Genehmigung eines 

hierfür erforderlichen Kredites von Fr. 150'000.--. Die Idee des 

Projektwettbewerbes wurde in der Folge kontrovers weiterdiskutiert. Nach 

gewalteter Diskussion formulierte der Vorsitzende den Antrag des 

Gemeindevorstandes. Auf entsprechende Frage aus der Versammlung 

erklärte der Vorsitzende, dass über den Antrag von … zur Durchführung eines 

Projektwettbewerbes und zur Genehmigung eines hierfür erforderlichen 

Kredites von Fr. 150'000.-- nicht abgestimmt werden könne, weil dieser nicht 

traktandiert worden sei. Die Stimmbürger hätten jedoch die Möglichkeit, den 

beantragten Projektierungskredit abzulehnen. Danach habe der 

Gemeindevorstand über das weitere Vorgehen zu befinden. Die Stimmbürger 

könnten sich ferner auch noch unter dem Traktandum 9 (Mitteilungen und 

Umfrage) zu Wort melden. Über das Traktandum 6 (Projektierungskredit Fr. 

198'000.--) wurde dann wie folgt abgestimmt: Der Antrag des 

Gemeindevorstandes wird mit 28 zu 14 Stimmen angenommen. 

2. Am 5. September 2011 erhoben die zwei Versammlungsteilnehmer … und … 

gemeinsam Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 

betreffend Traktandum 6 (Projektierungskredit zur Erstellung öffentlicher 

Parkplätze/Neubau von Alterswohnungen [Begleitetes Wohnen] auf Parzelle 

Nr. 1607), mit dem Antrag um Aufhebung desselben. Gemäss Art. 21 Abs. 1 

der Gemeindeverfassung (GV) hätten die Stimmberechtigten das Recht, an 

der Gemeindeversammlung Anträge zu stellen, die einen nicht auf der 

Traktandenliste aufgeführten Gegenstand beträfen. Werde ein solcher Antrag 

von der Gemeindeversammlung für erheblich erklärt, habe der 

Gemeindevorstand den Antrag innerhalb von sechs Monaten der 

Gemeindeversammlung zu unterbreiten. Der Gemeindevorstand hätte daher 

den Antrag von … (Durchführung eines Architekturwettbewerbes und 

Krediterteilung über Fr. 150'000.-- dafür) als Motion im Sinne von Art. 21 Abs. 

1 GV entgegen nehmen und die Versammlung darüber abstimmen lassen 

müssen, ob diese Motion nicht für erheblich erklärt werde. Das sei aber nicht 

geschehen. Nur wenn die Motion nicht für erheblich erklärt worden wäre, hätte 

die Versammlung über das Traktandum 6 gemäss Antrag des 

Gemeindevorstandes abstimmen können. Ohne Behandlung der Motion … 

sei die Abstimmung über das Traktandum 6 rechtswidrig gewesen. Zudem sei 

der Grundsatz der Einheit der Materie verletzt worden; denn Gegenstand des 

Traktandums 6 hätten eigentlich zwei Sachfragen gebildet, nämlich einmal die 

Erstellung eines teilweise oberirdischen Parkhauses mit zwei seitlich offenen 

Parkflächen im Ortskern von … und anderseits die Erstellung von sechs bis 

acht Alterswohnungen. Es sei nun durchaus möglich, dass ein Stimmbürger 

der Meinung gewesen sei, es brauche wohl die Parkplätze, aber nicht die 

Alterswohnungen oder umgekehrt. Durch das Zusammenziehen in einer 

einzigen Sachvorlage habe der Stimmbürger aber gar nicht seinen 

eigentlichen Willen zum Ausdruck bringen können. Entweder habe er beides 

ablehnen oder beides befürworten müssen. Der angefochtene Beschluss der 

Gemeindeversammlung weise auch sonst einen inhaltlichen Mangel auf. Das 

Gesamtprojekt werde Fr. 3.8 Mio. kosten, die Vergabe der Arbeiten 

unterstehe daher dem Submissionsgesetz und zwar hätte vorliegend für den 

Projektierungsauftrag das offene Verfahren durchgeführt werden müssen. Die 

freihändige Vergabe dieses Auftrages sei daher auf jeden Fall nicht 

rechtmässig. 

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf überhaupt eingetreten werde. Es 

treffe nicht zu, dass die Gemeinde bereits Aufträge zur Ausarbeitung des 

Detailprojektes erteilt habe. Jeder Versammlungsteilnehmer könne jederzeit 

Antrag stellen, dass ein traktandiertes Geschäft gar nicht behandelt werde 

(nicht eintreten) oder dass dieses zur Überprüfung oder Ergänzung 

zurückgewiesen werde. Ein Nichteintretens- oder Rückweisungsantrag sei 

aber an der Gemeindeversammlung bezüglich des Geschäftes unter 

Traktandum 6 nicht gestellt worden. Über den Antrag … zur Durchführung 

eines Architekturwettbewerbes sowie zur Genehmigung des hierfür 

erforderlichen Kredites von Fr. 150'000.-- habe nicht abgestimmt werden 

können, da dieses Geschäft nicht traktandiert gewesen sei. Gemäss Art. 21 

Abs. 1 GV bestehe zwar das Motionsrecht. Wenn man nun den Antrag … 

nachträglich als Motion qualifizieren würde, hätte sich bei Annahme des 

Projektierungskredites und gleichzeitiger Erheblicherklärung der Motion eine 

völlig schizophrene Situation ergeben, die nicht mit dem Allgemeininteresse 

an einer möglichst effizienten Verwaltungstätigkeit und dem Prinzip der 

Verfahrensökonomie vereinbar gewesen wäre. Die Behauptung, dass über 

das Traktandum 6 nur hätte abgestimmt werden dürfen, wenn die Motion nicht 

für erheblich erklärt worden wäre, treffe keinesfalls zu. Der Grundsatz der 

Einheit der Materie sei vorliegend nicht verletzt. Gegenstand des Projektes 

bildeten zwei Parkebenen sowie ein Hochbau mit zwei Vollgeschossen und 

einem Dachgeschoss. Es bestehe zwischen den beiden Teilen somit ein 

logischer Sachzusammenhang. Abgesehen davon habe jeder Stimmbürger 

das Recht gehabt, Anträge zu verschiedenen Teilfragen zu stellen und auch 

eine Abstimmung über einzelne Teilfragen zu erzwingen. Zur Überbauung der 

Gemeindeparzelle Nr. 1607 hätten die Stimmbürger zudem an verschiedenen 

Gemeindeversammlungen ihre Wünsche und Anträge vorbringen können, 

nämlich an der Versammlung vom 27. Juni 2008 (Kredit von Fr. 33'000.-- für 

Erstellung von öffentlichen Parkplätzen), Versammlung vom 18. Juni 2009 

(Motion … betreffend Erstellung Gemeindehaus), Versammlung vom 26. 

November 2009 (Variantenentscheid), Versammlung vom 30. September 

2010 (Projekt zur Schaffung von 29 öffentlichen Parkplätzen sowie einer 

öffentlichen Toilettenanlage) und Versammlung vom 20. Mai 2011 

(Orientierung über das Projekt „Begleitetes Wohnen“). Eine Verletzung des 

Submissionsrechtes liege bereits deshalb nicht vor, weil ja noch gar kein 

Projektierungsauftrag erteilt worden sei. Die Stimmbürger hätten lediglich 

über den Projektierungskredit befunden. 

4. Der zweite Schriftenwechsel brachte keine wesentlichen neuen 

Gesichtspunkte hervor. 

 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist die Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 bzw. 

das anlässlich dieser Versammlung (mit 28 zu 14 Stimmen) genehmigte 

Traktandum 6 betreffend „Projektierungskredit (über Fr. 198'000.--)“ zur 

Erstellung öffentlicher Parkplätze samt Neubau von Alterswohnungen auf 

Parzelle Nr. 1607. Es gilt dabei die Rechtmässigkeit und Verbindlichkeit 

dieses Gemeindeversammlungsbeschlusses zu überprüfen.

2. a) Gemäss Art. 57 Abs. 1 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) 

beurteilt das Verwaltungsgericht als Verfassungsgericht auch Beschwerden 

gegen Eingriffe in das Stimmrecht sowie Wahlen und Abstimmungen. Nach 

Art. 59 lit. a VRG können mit der Beschwerde namentlich Verletzungen von 

verfassungsmässigen und politischen Rechten sowie des Grundsatzes des 

Vorrangs von übergeordnetem Recht geltend gemacht werden. Das sowohl 

vom Verfassungsrecht des Bundes (Art. 34 BV) als auch des Kantons (Art. 9 

f. KV) gewährleistete politische Stimmrecht gibt dem Bürger einen Anspruch 

darauf, dass kein Abstimmungsergebnis anerkannt wird, das nicht den freien 

Willen der Stimmbürger zuverlässig und unverfälscht zum Ausdruck bringt 

(BGE 136 I 355 E. 2; 135 I 21 E. 2.1; 134 I 7 E. 3.3.2; 133 I 127 E. 3.1; 132 I 

108 E. 3.1; 131 I 447 E. 3.1). Gerügt werden kann dabei neben 

Unregelmässigkeiten bei der Vorbereitung einer Abstimmung oder Wahl auch 

deren Durchführung. Stellt das Verwaltungsgericht somit nach erfolgter 

Abstimmung Verfahrensmängel fest, so hebt es die Abstimmung auf, wenn 

die gerügten Unregelmässigkeiten erheblich sind und eine Beeinflussung des 

Ergebnisses als möglich erscheint (VGU V 05 6; V 05 9; V 06 1; PVG 2009 

Nr. 1 und 36, 2006 Nr. 1).  

b) Nach Art. 12 Abs. 1 des Gemeindegesetzes für den Kanton Graubünden (GG) 

richtet sich das Abstimmungsverfahren in Gemeindeangelegenheiten nach 

dem Recht der Gemeinde. Subsidiär gelten die Vorschriften des kantonalen 

Gesetzes über die politischen Rechte. Nach Art. 12 Abs. 2 GG darf nur über 

Verhandlungsgegenstände Beschluss gefasst werden, welche auf der 

mindestens fünf Tage vor der Gemeindeversammlung bekanntgegebenen 

Traktandenliste verzeichnet sind. Laut Verfassung vom 15. November 2007 

der hier interessierenden Gemeinde wird zum Institut der „Motion“ in Art. 21 

Abs. 1 was folgt bestimmt: Stimmberechtigte haben das Recht, an der 

Gemeindeversammlung Anträge zu stellen, die einen nicht auf der 

Traktandenliste aufgeführten Gegenstand betreffen. Wird ein solcher Antrag 

von der Gemeindeversammlung als erheblich erklärt, hat der 

Gemeindevorstand den Antrag innerhalb von sechs Monaten der 

Gemeindeversammlung zu unterbreiten.

3. a) Im konkreten Fall gilt es zunächst klar festzuhalten, dass es beim umstrittenen 

Traktandum 6 nicht um die Genehmigung eines Bauprojektes ging, sondern 

allein ein Projektierungskredit über Fr. 198'000.-- für die allenfalls spätere 

Erstellung öffentlicher Parkplätze mit Neubau von Alterswohnungen 

(Begleitetes Wohnen) auf Parzelle Nr. 1607 zur Debatte und zur Abstimmung 

stand. Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer war Inhalt der 

Sachabstimmung über das Traktandum 6 also nicht die Vergabe eines 

eigentlichen Projektauftrages, sondern lediglich der Kreditbeschluss über die 

Ausarbeitung entsprechender Entscheidungsgrundlagen. Mit der Rüge, die 

Vorinstanz habe durch ihr Abstimmungs- und Genehmigungsvorgehen unter 

Traktandum 6 eindeutig gegen kantonales Submissionsrecht verstossen, 

können die Beschwerdeführer somit aber zum vornherein nicht gehört 

werden, weil die Vergabe des Bauprojektes als solches – unter 

Berücksichtigung der im massgebenden Submissionsgesetz je nach 

Auftragsvolumen (sog. Schwellenwerte) zu beachtenden Vergabeformen - 

anlässlich der Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 überhaupt kein 

Thema war, über das damals ordnungsgemäss und verbindlich hätte 

abgestimmt werden können. Die Arbeitsvergabe des noch folgenden 

Projektauftrages ist und war nicht unmittelbar mit dem korrekt traktandierten 

Kreditbeschluss in der Höhe von Fr. 198'000.-- verbunden, weshalb zwischen 

diesen beiden unterschiedlichen Planungsschritten auch kein direkter Bezug 

zur Einhaltung formeller Vergabekriterien im Zusammenhang mit der späteren 

Projekterarbeitung konstruiert werden kann. Der Vorwurf der Nichtbeachtung 

des einschlägigen Submissionsrechts geht somit fehl, weshalb sich die 

Beschwerde insofern als unbegründet erweist.

b) Zum Einwand der Verletzung des Grundsatzes der Einheit der Materie gilt es 

ebenfalls klarzustellen, dass Gegenstand des Abstimmungsgeschäftes unter 

Traktandum 6 ausschliesslich nur ein Kreditbeschluss über ein künftiges 

Bauvorhaben und nicht bereits ein konkretes und abstimmungsreifes 

Bauprojekt war. Die Beschwerdeführer als teilnahmeberechtige Stimmbürger 

der fraglichen Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 hatten folglich zu 

entscheiden, ob sie dem Kreditantrag des Gemeindevorstandes für die 

Projektierung des besagten Bauvorhabens zustimmen wollten. Wenn sie der 

Meinung waren, dass dieses Bauvorhaben – aus welchen Gründen auch 

immer – nicht realisiert werden sollte, so hätten sie ihren freien und 

unverfälschten Willen mit einer Ablehnung des Kreditantrages klar und 

unmissverständlich zum Ausdruck bringen können. Der Grund für die 

Ablehnung hätte dabei wegen der Parkplätze, wegen der Alterswohnungen 

oder wegen beidem erfolgen können. Die Einheit der Materie war damit 

indessen sicherlich nicht verletzt, da die Ablehnung bzw. Genehmigung durch 

die Stimmbürger unter Traktandum 6 lediglich den Kreditantrag von Fr. 

198'000.-- als Ganzes betreffen konnte. Im Übrigen genügen verschiedene 

Elemente in einem Bauprojekt noch nicht, um bezüglich ihrer gesamthaften 

Finanzierung auf eine Verletzung des Gebots der Einheit der Materie zu 

schliessen. Die Beschwerdeführer dringen deshalb auch mit dieser Rüge nicht 

durch.

c) Damit bleibt noch der Einwand betreffend (nicht vorgängig traktandierten) 

Antrag … (Durchführung eines Architekturwettbewerbs und Kreditgewährung 

von Fr. 150'000.-- für diesen Wettbewerb) im Zuge der 

Gemeindeversammlung zu prüfen. Der Genannte hatte vor Ort unter 

Traktandum 6 (im Sinne eines Gegen-/Alternativvorschlags zum 

traktandierten Kreditantrag des Gemeindevorstands von Fr. 198'000.--) einen 

entsprechenden Antrag gestellt. So wie dieser Antrag gemäss Protokoll der 

Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 formuliert wurde, handelte es 

sich dabei aber nicht um eine Motion im Sinne von Art. 21 Abs. 1 der 

Verfassung der Gemeinde betreffs Ausübung der politischen Rechte, also 

einen Auftrag an den Gemeindevorstand, innerhalb eines halben Jahres eine 

entsprechende Vorlage vorzubereiten und dann an einer nächsten 

Gemeindeversammlung zur Abstimmung zu bringen. Vielmehr ging das 

Ansinnen des Antragsstellers klarerweise dahin, dass schon an der 

Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 selbst – ohne zeitlichen 

Aufschub – über den Antrag zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs 

und zur Kreditgewährung für diesen Wettbewerb (Fr. 150'000.--) abgestimmt 

werde. Das war aber, wie der Vorsitzende der Gemeindeversammlung schon 

damals zu Recht ausführte, nicht zulässig; denn gemäss Art. 12 Abs. 2 GG 

darf an der Gemeindeversammlung grundsätzlich nur über ordnungsgemäss 

traktandierte Geschäfte Beschluss gefasst werden. Selbst wenn aber der 

betreffende Antrag … als „Motion“ hätte verstanden werden können, hätte die 

Tatsache, dass an der damaligen Gemeindeversammlung gerade 

aktenkundig nicht über die „Erheblicherklärung der Motion“ abgestimmt 

wurde, nicht automatisch die Ungültigkeit des korrekt traktandierten 

Kreditbeschlusses für die geplante Projektierung – die anlässlich der früheren 

Gemeindeversammlungen vom 27. Juni 2008, vom 18. Juni 2009, vom 26. 

November 2010 und vom 20. Mai 2011 schon mehrfach in irgendeiner Form 

sachbezogen Gegenstand von Debatten und Abstimmungen war – zur Folge 

gehabt. Der angefochtene Kreditbeschluss durfte nämlich unabhängig davon 

gefällt werden, ob gegebenenfalls noch ein Architekturwettbewerb 

dazwischengeschoben wird. Fakt ist jedoch zweifelsfrei, dass gegen die 

Behandlung und Abstimmung über das Traktandum 6 (Projektierungskredit 

Fr. 198'000.--) von Seiten der Beschwerdeführer weder ein 

Nichteintretensantrag noch ein Rückweisungsantrag an den 

Gemeindevorstand gestellt wurde, sondern darüber – ohne weitere 

Behandlung des Gegen-/Alternativvorschlags über einen tieferen Kredit von 

Fr. 150'000.-- samt Architekturwettbewerb des anwesenden 

Versammlungsteilnehmers … – korrekt abgestimmt wurde und das 

Traktandum 6 dabei deutlich mit 28 zu 14 Stimmen vom Souverän 

angenommen wurde. Die freie und unverfälschte Willenskundgebung der 

Versammlungsteilnehmer konnte damit aber klar und unmissverständlich an 

der Gemeindeversammlung vom 25. August 2011 zum Ausdruck gebracht 

werden. Der angefochtene Genehmigungsbeschluss (Traktandum 6) gibt 

deshalb aus Sicht des Gerichts zu keinen Korrekturen oder Beanstandungen 

Anlass, was zu dessen Bestätigung und rechtlicher Verbindlichkeit für alle 

Beteiligten führt.

4. a) Die Beschwerde vom 5. September 2011 ist somit in allen gerügten Punkten 

unbegründet, was zur Konsequenz hat, dass sie abzuweisen ist und der 

Gemeindeversammlungsbeschluss vom 25. August 2011 speziell bezüglich 

Traktandum 6 (Projektierungskredit Fr. 198'000.--) rechtmässig ist.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte (unter solidarischer Haftung auf das Ganze) den 

beiden Beschwerdeführern aufzuerlegen. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung steht der Beschwerdegegnerin (Gemeinde/Vorinstanz) jedoch 

laut Art. 78 Abs. 2 VRG nicht zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen 

Wirkungskreis obsiegte.  

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 266.--

zusammen Fr. 1'266.--

gehen unter solidarischer Haftung je hälftig zulasten von … und … und sind 

innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung 

des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.