# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3095fbaf-ee26-5076-b235-fdd0954e51e3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.08.2011 E-3847/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3847-2010_2011-08-12.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­3847/2010

U r t e i l   v om   1 2 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz),
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Richterin Muriel Beck Kadima,   
Gerichtsschreiberin Gabriela Oeler.

Parteien A.______, geboren am (…),
Tochter B.______, geboren am (…),
beide Sri Lanka,  
vertreten durch lic. iur. Claudia Zumtaugwald, 
Rechtsanwältin, (…), 
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 27. April 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Die  Beschwerdeführerin  ersuchte  mit  in  Tamilisch  verfasster,  an  die 
schweizerische Vertretung  in Colombo gerichteter Eingabe  vom 21.  Juli 
2009  um  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  und  Gewährung  von 
Asyl.  Nachdem  ihr  das  Gesuch  zwecks  Übersetzung  ins  Englische 
zurückgesandt worden war, sandte sie der Botschaft am 8. August 2009 
eine englische Übersetzung  zu.  Ihr Gesuch um Einreise  in  die Schweiz 
und  Asylgewährung  begründete  sie  wie  folgt:  Sie  sei  eine  verheiratete 
Frau von (…) Jahren und lebe zusammen mit ihrer (…)jährigen Tochter in 
C.______  (Ostprovinz).  Ihr  Ehemann  sei  im  Mai  2004,  sechs  Monate 
nach der Heirat  im Jahre 2003,  ins Vanni­Gebiet aufgebrochen. Er habe 
ihr  gesagt,  er  hätte  dort  eine  dringende  Arbeit  zu  verrichten,  er  werde 
jedoch  innert  einer  Woche  wieder  zurückkehren.  Zu  ihrer  grossen 
Enttäuschung  sei  er  jedoch  nicht  mehr  zurückgekehrt.  Sie  sei 
zwischenzeitlich durch die Hölle gegangen. Sie habe nun erfahren, dass 
ihr Mann Beziehungen zu Terroristen gehabt habe. Am 8. März 2009 sei 
sie  zu Hause  von  drei  bewaffneten Männern  aufgesucht worden. Diese 
hätten das Haus durchsucht, den Hausrat zerstört und sie beschimpft. Sie 
hätten  nach  ihrem Mann  gefragt  und  gesagt,  dass  sie  wieder  kommen 
würden. Die Beschwerdeführerin habe an verschiedenen Orten Zuflucht 
gesucht  und  sich  schliesslich  für  einen  Monat  nach  Indien  begeben. 
Während des Monats Mai  2009 habe sie  keine Schwierigkeiten gehabt. 
Ab  dem  1.  Juni  2009  sei  sie  wieder  bedroht  worden.  Am  6.  Juli  2009 
seien abends fünf Personen gewaltsam in ihr Haus eingedrungen. Diese 
hätten  nach  ihrem  Mann  gefragt  und  behauptet,  dieser  würde  sich 
gegenwärtig zu Hause aufhalten. Sie und ihre Tochter hätten geweint und 
gesagt, dass sie melden würden, falls der Ehemann/Vater auftauche. Die 
Eindringlinge  hätten  ihr  gedroht,  sie  umzubringen,  falls  sie  sie  nicht 
informiere.  In  der  Folge  habe  die  Beschwerdeführerin  versteckt  gelebt. 
Sie  wisse  nun  nicht,  was  sie  tun  solle.  Sie  habe  ausser  der 
Schweizerischen Botschaft  niemanden,  an  den  sie  sich wenden  könne. 
Ihr Bruder D.______, geboren am (…), habe in der Schweiz ebenfalls um 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ersucht und sei zwischenzeitlich 
Schweizer Bürger geworden. Es sei ihr und ihrer Tochter zu ermöglichen, 
beim Bruder in der Schweiz leben zu können.

B. 
Mit  –  ebenfalls  in  englischer Sprache gehaltenem – Schreiben  vom 24. 
August  2009  bestätigte  die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  der 

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Beschwerdeführerin  den Eingang  ihres Asyl­  und Einreisegesuches und 
forderte  sie  gleichzeitig  auf,  ihre  Vorbringen  bis  zum  9.  Oktober  2009 
anhand  eines  Fragenkatalogs  (bspw.  betreffend  unternommene 
Anstrengungen, von den heimatlichen Behörden Schutz zu erhalten, oder 
betreffend  die  Möglichkeit,  den  Problemen  durch  Wegzug  in  einen 
anderen  Landesteil  zu  entgehen)  zu  konkretisieren  und  zur 
Untermauerung  derselben  entsprechende,  durch  einen  anerkannten 
Übersetzer  in  die  englische  Sprache  übersetzte  Beweismittel  sowie 
Kopien von Identitätspapieren einzureichen. 

C. 
Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 28. September 2009 zum 
Schreiben der Botschaft Stellung. Sie führte aus, es sei zu Angriffen auf 
ihr Leben und dasjenige ihrer Tochter gekommen. Sie lebten in ständiger 
Angst, von unbekannten bewaffneten Banden getötet zu werden. Um ihr 
Leben  zu  schützen,  müssten  sie  ausreisen.  Grund  der  Angriffe  sei  der 
Umstand,  dass  ihr  Ehemann  eine  höhere  Position  innerhalb  der  LTTE 
(Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam)  habe  und  in  die  Kämpfe  im  Vanni­
Gebiet  involviert  sei.  Die  unbekannten,  bewaffneten  Leute  seien  der 
Meinung,  ihr  Ehemann  sei  in  die  Ostprovinz  geflohen  und  besuche  sie 
von dort aus oft heimlich. Dies sei der Hauptgrund, weshalb sie gesucht 
werde und die bewaffnete Gruppe sie  töten wolle. Sie habe  ihren Mann 
im  Alter  von  (…)  Jahren  geheiratet,  ohne  viel  über  seine  Familie  zu 
wissen.  Er  habe  ihr  versprochen,  sie  innerhalb  eines  Jahres  mit  nach 
Jaffna zu nehmen. Bis dann solle sie ihm keine Fragen stellen. Sie habe 
während sechs Monaten ein glückliches Eheleben geführt. Dann, am 5. 
Mai  2004,  sei  ihr  Mann  ins  Vanni­Gebiet  gegangen  und  nicht  wieder 
zurückgekehrt,  obwohl  er  dies  versprochen  habe.  Auch  habe  er  weder 
telefoniert noch geschrieben. Den Leuten habe sie erzählt, dass er in ein 
fremdes Land gegangen sei. Seit seinem Fortgang bis ins Jahr 2008 sei 
sie immer wieder Belästigungen durch Jugendliche ausgesetzt gewesen, 
welche nach ihrem Ehemann gefragt hätten. Am 8. März 2009 sei sie von 
unbekannten  bewaffneten  Männern  um  22.30  Uhr  abends  aufgesucht 
worden.  Die  Männer  hätten  das  Haus  durchsucht,  sie  gewürgt  und 
beschimpft.  Sie  hätten  gedroht,  sie  und  das  Kind  umzubringen.  Am  9. 
März 2009 seien sie deshalb heimlich nach Colombo gegangen und am 
13.  März  2009  seien  sie  weiter  nach  Indien  gereist.  Auch  dort  sei  sie 
jedoch von Jugendlichen, welche sich als Angehörige der Geheimpolizei 
ausgegeben hätten, eingeschüchtert und bedroht worden. Aus Angst sei 
sie am 30. März 2009 wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt, wo sie und 
ihr Kind in den beiden Folgemonaten versteckt gelebt hätten. Am 1. Juni 

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2009 sei sie dann von Unbekannten am Telefon bedroht worden. Diese 
hätten  nach  ihrem  Ehemann  gefragt.  Bis  am  6.  Juli  2009  habe  sie  in 
Batticaloa  im Haus von Bekannten gewohnt. Als sie an  jenem Tag nach 
Hause  zurückgekehrt  sei,  seien  Unbekannte  in  ihr  Haus  eingedrungen, 
hätten  sie  an  den  Haaren  gepackt  und  ihr  eine  Waffe  an  den  Kopf 
gehalten.  Sie  hätten  behauptet,  ihr  Mann  habe  sie  zuvor  besucht.  Sie 
habe  ihnen versichert, dass dies nicht der Fall gewesen sei und sie sie 
informieren  werde,  sobald  sie  über  den  Aufenthalt  ihres  Mannes 
Bescheid wisse. Von da an hätten sie und ihre Tochter versteckt gelebt. 
Da  sie  in  dieser  Situation  weder  von  ihren  Verwandten  noch  von  der 
Polizei  Hilfe  erwarten  könne  und  sich  ständig  fürchten müsse,  dass  ihr 
Aufenthalt bekannt werde, und da sie an keinem anderen Ort in Sri Lanka 
leben  könne,  sei  sie  auf  die  Schutzgewährung  durch  die  Schweiz 
angewiesen. 

D. 
Am  23.  November  2009  wurde  die  Beschwerdeführerin  von  der 
Schweizerischen Botschaft  in Colombo  einlässlich  zu  ihrem Asylgesuch 
angehört. Dabei gab sie ergänzend zu Protokoll, sie habe im August 2009 
von  bewaffneten  LTTE­Kaderleuten  erfahren,  dass  ihr  Mann  in  einer 
Schlacht  ums  Leben  gekommen  sei.  Nach  der  Funktion  ihres  Mannes 
innerhalb  der  LTTE  gefragt,  gab  die  Beschwerdeführerin  an,  sie  habe 
erstmals  von  den  bewaffneten  Männern  erfahren,  dass  dieser  eine 
ranghohe  Position  inne  gehabt  habe. Welche,  wisse  sie  nicht,  eben  so 
wenig kenne sie den Namen, welchen dieser innerhalb der LTTE gehabt 
habe. Weiter  gab  die  Beschwerdeführerin  zu  Protokoll,  sie  werde  auch 
von Regierungskräften bedroht, weil ihr Mann bei den LTTE gewesen sei. 
Auf Nachfrage hin gab sie an, sie befürchte bloss, sie könnte künftig auch 
noch von Regierungskräften bedroht werden. Die letzte Bedrohung durch 
die LTTE habe übrigens im Juli 2009 stattgefunden. Zuvor habe sie sich 
von Juni bis Juli 2009 bei einer Bekannten in Batticaloa aufgehalten. Auf 
Frage  hin  gab  sie  an,  sie  habe  bisher  weder  die  Polizei  noch 
internationale Organisationen  um Hilfe  ersucht.  Sie  lebe  gegenwärtig  in 
C.______  zusammen  mit  ihrer  Mutter.  Im  Ort  lebten  sodann  (…) 
Schwestern  mit  ihren  Familien.  Nach  Colombo  sei  sie  mit  Hilfe  des 
Parlamentariers  E.______  gelangt,  bei  welchem  sie  nun  während  des 
dortigen Aufenthaltes auch wohnen könne. Sie habe auf der Reise nach 
Colombo vier Checkpoints passiert. Auf die Frage nach dem Verbleib der 
Heiratsurkunde  antwortete  die  Beschwerdeführerin  schliesslich,  diese 
habe ihr Mann mitgenommen.

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E. 
Am  24.  November  2009  überwies  die  schweizerische  Vertretung  in 
Colombo die Akten der Beschwerdeführerin zuständigkeitshalber an das 
BFM. 

F. 
Mit  Verfügung  vom  27.  April  2010  verweigerte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  deren 
Asylgesuch  ab.  Auf  die  Begründung  wird  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen. 

G. 
Die  Beschwerdeführerin  erklärte  mit  ans  BFM  gerichteter, 
zuständigkeitshalber  ans  Bundesverwaltungsgericht  überwiesener 
Eingabe  vom  15.  Mai  2009  (Eingang  beim  BFM  am  27.  Mai  2010, 
Eingang beim Gericht am 28. Mai 2009), gegen die Verfügung des BFM 
Beschwerde erheben zu wollen. Da sie im Heimatland niemanden kenne, 
der  eine  Beschwerde  in  deutscher  Sprache  verfassen  könne, 
demgegenüber  über  einen  Bruder  in  der  Schweiz  verfüge,  welcher  ihr 
behilflich  sein  könne,  seien  diesem  die  Akten  zu  edieren  und  es  sei 
diesem eine zweimonatige Frist zur Beschwerdeerhebung einzuräumen. 

H. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  8.  Juni  2010  teilte  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  des  Bundesverwaltungsgerichts  dem  Bruder  der 
Beschwerdeführerin  mit,  vom  Vertretungsverhältnis  werde  Kenntnis 
genommen und die Eingabe der Schwester vom 15. Mai 2010 werde als 
fristwahrende,  jedoch  verbesserungsbedürftige  Beschwerde 
entgegengenommen.  Dem  Bruder  wurden  die  editionspflichtigen  Akten 
samt  Aktenverzeichnis  sowie  die  Eingabe  der  Schwester  vom  15.  Mai 
2010 zugestellt. Der von der Beschwerdeführerin als Vertreter bestimmte 
Bruder wurde aufgefordert,  innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung 
eine  in  einer  Amtssprache  verfasste  Beschwerdebegründung 
einzureichen.

I. 
Mit Instruktionsverfügung vom 6. Juli 2010 stellte die Instruktionsrichterin 
fest, dass sich der von der Beschwerdeführerin als Vertreter bezeichnete 
Bruder  innert  der  ihm  angesetzten  Frist  nicht  vernehmen  liess.  Es  sei 
davon  auszugehen,  dass  dieser  die Mandatierung  durch  die  Schwester 
nicht  akzeptiere,  weshalb  die  Folgekorrespondenz  wieder  direkt  der 

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Beschwerdeführerin  zugestellt  werde.  Der  Beschwerdeführerin  wurde 
erneut eine Frist von sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung gesetzt, um 
eine Begründung ihrer Beschwerde vom 15. Mai 2010 nachzureichen. 

J. 
Mit  Eingabe  vom  21.  Juli  2010  teilte  die  heutige  Rechtsvertreterin  der 
Beschwerdeführerin  mit,  der  Bruder  der  Beschwerdeführerin  habe  sie 
zwischenzeitlich  mit  der  Rechtsvertretung  mandatiert.  Eine 
entsprechende  Vollmacht  liege  bei.  Sie  sei  bestrebt,  auch  noch  die 
Vollmacht der Beschwerdeführerin selbst einzuholen und nachzureichen. 
Die  Rechtsvertreterin  teilte  mit,  die  fristauslösende,  letzte 
Instruktionsverfügung  an  die  Beschwerdeführerin  vom  6.  Juli  2010  sei 
dieser am 20. Juli 2010 zugegangen. Es sei ihr nicht möglich, sich innert 
der  siebentägigen  Verbesserungsfrist  in  die  Akten  einzulesen  und  eine 
Verbesserung einzureichen. Sie ersuche daher um eine Fristerstreckung 
bis am 11. August 2010. 

K. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  23.  Juli  2010  gab  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  dem  Fristerstreckungsgesuch  aufgrund  der 
besonderen  Umstände  des  Falles  statt  und  erstreckte  die  Frist 
antragsgemäss  bis  zum  11.  August  2010.  Gleichzeitig  forderte  sie  die 
Rechtsvertreterin  auf,  eine  Vollmacht  über  das  neue 
Vertretungsverhältnis einzureichen.

L. 
Mit Eingabe vom 28. Juli 2009 reichte die Rechtsvertreterin die Vollmacht 
der Beschwerdeführerin (in Kopie) zu den Akten. 

M. 
Am  11.  August  2010  reichte  die  Rechtsvertreterin  eine  komplette 
Beschwerdeeingabe  ein.  Darin  beantragte  sie  für  ihre  Mandantin  und 
deren  Tochter  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die 
Gewährung  von  Asyl.  Allenfalls  seien  die  Beschwerdeführerin  und  ihre 
Tochter  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres  Bruders  bzw.  Onkels 
miteinzubeziehen.  Der  Eingabe  lagen  die  Vollmacht  im  Original  sowie 
diverse Internetauszüge beziehungsweise Zeitungsartikel die Situation in 
Sri Lanka betreffend bei.

N. 
Mit  Instruktionsverfügung  vom  20.  August  2010  teilte  die 

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Instruktionsrichterin  der  Rechtsvertreterin  mit,  die  Beschwerde  genüge 
nun  den  Formerfordernissen. Gleichzeitig  wies  sie  darauf  hin,  dass  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses zwar verzichtet werde, dass der 
Beschwerdeführerin bei Unterliegen  jedoch die Kosten auferlegt werden 
können.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1.    Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört  zu  den Behörden  nach Art. 33 VGG und  ist 
daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG  liegt nicht 
vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich 
des  Asylrechts  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  ;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

2. 
Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin  und  ihre  Tochter  haben  am  Verfahren  vor  der 
Vorinstanz  teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren 
Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung 
einer Beschwerde legitimiert (Art. 108 sowie Art. 105 AsylG i.V.m 37 VGG 
Art. 48  Abs. 1  und  Art.  52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  ­  unter 
nachfolgendem  Vorbehalt  ­  einzutreten.

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Die Rechtsvertreterin  ersucht  in  ihrer Beschwerde um Zuerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft  gegenüber  der  Beschwerdeführerin  und  deren 
Tochter. Die frühere ARK hat in EMARK 1997/15 E. 2c festgestellt, dass 
bei  Asylgesuchen  aus  dem  Ausland  nicht  über  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft befunden werden kann, wenn sich die betreffende 
Person noch  im Heimatland befindet. Flüchtling könne nämlich nur sein, 
wer  den  Staat,  in  welchem  er  Verfolgung  befürchtet,  bereits  verlassen 
habe. Demnach kann auf das Begehren, es sei die Flüchtlingseigenschaft 
der sich  in Sri Lanka aufhaltenden Beschwerdeführerinnen festzustellen, 
nicht eingetreten werden.

3. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4. 
Gestützt  auf  Art.  111a Abs.  1 AsylG wurde  auf  die Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichtet.

5. 
Ein  Asylgesuch  kann  gemäss  Art.  19  AsylG  im  Ausland  bei  einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 
das  Bundesamt  überweist  (Art.  20  Abs.  1  AsylG).  Hinsichtlich  des 
Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung  im Ausland sieht Art. 10 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person  in 
der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs.  1  AsylV  1).  Ist  dies 
nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre 
Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1).  Vorliegend 
erhielt  die  Beschwerdeführerin  sowohl  Gelegenheit  zur  schriftlichen  als 
auch  zur  mündlichen  Stellungnahme  im  Rahmen  einer  Anhörung.  Das 
BFM  hat  den  verfahrensrechtlichen  Anforderungen  damit  ausreichend 
Genüge getan.  

6. 
Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder 
ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 
7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das 
BFM einem Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhalt, 

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wenn  ihm  nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder 
Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen).

7. 
Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive 
Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit 
der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 
zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15,  E.  2.2.­g.  S.  131  ff.; 
angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision 
des  Asylgesetzes  hat  diese  Praxis  nach  wie  vor  Gültigkeit). 
Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die 
Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 
2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne 
von  Art.  3  AsylG  glaubhaft  gemacht  wird  und  ob  der  Verbleib  am 
Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet 
werden  kann. Eine Verfolgungssituation muss überdies aktuell  sein,  um 
gemäss Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. 

8. 

8.1.    Die  Vorinstanz  hielt  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest, 
Befürchtungen,  künftig  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt 
zu sein, seien nur dann einreisebeachtlich, wenn begründeter Anlass zur 
Annahme  bestehe,  dass  sich  die  Verfolgung  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen  werde. 
Einleitend  stellte  die  Vorinstanz  die  von  der  Beschwerdeführerin 
geschilderten  Probleme  in  Frage.  Konkret  führte  sie  zur Glaubhaftigkeit 
aus,  es  bestünden  erhebliche  Zweifel  am  Wahrheitsgehalt  der 
Vorbringen. So sei realitätsfremd, dass die Beschwerdeführerin während 
rund fünf Jahren ohne weitere Konsequenzen von den LTTE mit dem Tod 
bedroht  worden  sei  und  sie  ­  bis  auf  wenige  kurze  Abwesenheiten  ­ 
immer  am  selben  Ort  wohnhaft  geblieben  sei.  Die  Schilderungen 
anlässlich  der  Anhörung  seien  insgesamt  äusserst  unsubstanziiert 
ausgefallen.  Mangels  Asylrelevanz  könne  jedoch  verzichtet  werden, 
vertieft auf die einzelnen Unglaubhaftigkeitselemente einzugehen. Weiter 

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begründete  das  BFM  seinen  Entscheid  damit,  dass  gemäss  ständiger 
Praxis  der  schweizerischen  Asylbehörden  eine  Einreisebewilligung  nur 
dann erteilt werde, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 
akuten Gefährdung der gesuchstellenden Person bei einem Verbleib  im 
Heimatland  ausgegangen  werden  müsse.  Dies  sei  vorliegend  nicht 
gegeben. Der Krieg zwischen der srilankischen Armee und den LTTE sei 
im  Mai  2009  mit  der  Niederlage  der  LTTE  zu  Ende  gegangen.  Damit 
befinde  sich  das  gesamte  Land  erstmals  seit  1983  wieder  unter 
Regierungskontrolle. Die Sicherheits­  und Menschenrechtslage  sei  zwar 
noch nicht befriedigend und präsentiere sich regional unterschiedlich. Die 
Lage  in  der  Wohnregion  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Tochter  im 
Osten  des  Landes  habe  sich  jedoch  stark  beruhigt.  Die  Anzahl  von 
Gewaltereignissen,  darunter  auch  Entführungen,  sei  erheblich 
zurückgegangen,  und  die  LTTE  seien  weitgehend  zerschlagen  worden. 
Angesichts  dessen  erscheine  es  wenig  wahrscheinlich,  dass  die 
Beschwerdeführerin zukünftig von Problemen seitens der LTTE betroffen 
sein  werde.  Es  gebe  sodann  keine  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der 
Beschwerdeführerin  –  selbst  wenn  ihr  Ehemann  tatsächlich  ein 
ranghohes Mitglied der LTTE gewesen wäre –  seitens der heimatlichen 
Behörden  irgendwelche  Nachteile  drohten.  So  habe  sie  bisher  keine 
Nachteile seitens der heimatlichen Sicherheitskräfte geltend gemacht. Die 
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin unbehelligt habe nach Indien und 
zurück  reisen  können,  sei  ein  klares  Indiz  dafür,  dass  seitens  der 
heimatlichen  Behörden  kein  Verfolgungsinteresse  an  ihrer  Person 
vorhanden sei. Angesichts dessen sei nicht zu erwarten, dass seitens der 
heimatlichen  Behörden  ein  Verfolgungsinteresse  vorhanden  sei, 
beziehungsweise, dass die Beschwerdeführerin bei einem Verbleib in Sri 
Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von 
einreisebeachtlicher  Verfolgung  betroffen  wäre.  Folglich  sei  das 
Asylgesuch abzulehnen und die Einreise in die Schweiz zu verweigern.

8.2.    Die  Rechtsvertreterin  macht  auf  Beschwerdeebene  Folgendes 
geltend:  An  der  Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführerin  verheiratet  sei 
und im Jahre (…) ein Kind geboren habe, habe das BFM nicht gezweifelt. 
Die Beschwerdeführerin wohne  im Haus  ihres  im Jahre  (…) geflohenen 
Bruders, welcher als Sekretär für F.______ gearbeitet habe, und welcher 
in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden sei. Der Bruder habe der 
Beschwerdeführerin  nun  geraten,  zu  ihm  in  die  Schweiz  zu  kommen. 
Ansonsten käme eine Unterkunft nur zusammen mit der Mutter in Frage, 
da  sie  von  den  Geschwistern  wegen  der  LTTE­Zugehörigkeit  ihres 
Mannes  nicht  aufgenommen  würde.  Der  Bruder  wolle  seine  Schwester 

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bei sich haben, da er befürchte, ihr könnte etwas zustossen. Er vermute, 
dass sein Schwager tot sei, da dieser nie von der Tätigkeit bei den LTTE 
zurückgekommen  sei.  Die  staatliche  Gruppe  –  damit  sei  die  Armee 
gemeint  ­  glaube  hingegen  immer  noch,  dass  der  Mann  der 
Beschwerdeführerin  am  Leben  sei  und  behellige  diese  deswegen; 
gemäss  Aussagen  des  Bruders  werde  die  Beschwerdeführerin  gar  mit 
Waffen  bedroht.  Diese  Darstellung  des  Bruders  dürfe  nicht  als 
nachgeschoben  bezeichnet  werden,  habe  die  Beschwerdeführerin  doch 
offensichtlich  bei  der  Anhörung  auf  der  Botschaft  Mühe  bekundet, 
auszusagen,  und/oder  nicht  verstanden,  worauf  die  Fragen  abzielten. 
Auch  wenn  die  Beschwerdeführererin  weiter  nicht  zu  hundert  Prozent 
über  die  Tätigkeit  ihres  Mannes  und  dessen  Rang  innerhalb  der  LTTE 
habe Auskunft geben können, so sei dennoch davon auszugehen, dass 
ihre Aussagen zuträfen. Ein Indiz dafür sei, dass die Beschwerdeführerin 
bei ihrer Mutter lebe. Sodann sei es eine Tatsache, dass Tamilen gegen 
Ende  des  Krieges  von  singhalesischen  Armeeangehörigen  behelligt 
worden  seien.  LTTE­Deserteure  hätten  mit  Verfolgung  bis  hin  zu 
extralegaler  Tötung  rechnen  müssen.  Im  Positionspapier  der 
Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  8.  Dezember  2009  werde 
empfohlen, allen Personen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen, die 
im  Verdacht  stünden,  mit  den  LTTE  sympathisiert  zu  haben, 
beziehungsweise  allen  Asyl  zu  gewähren,  die  einer  besonders 
empfindlichen Gruppe zugeordnet werden könnten. Durch den Umstand, 
dass der Mann der Beschwerdeführerin verschwunden sei, sei sie einem 
besonderen  Gefahrenpotenzial  auch  heute  noch  ausgesetzt.  So  könne 
sie  beispielsweise  heute  noch  von  Anhängern  Karunas,  welcher  nach 
seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  wieder  einen  Ministerposten  besetze, 
behelligt  werden.  In  Sri  Lanka  herrsche,  wie  den  eingereichten 
Internetberichten zu entnehmen sei  (Beilagen 6­8), ein Staat der Recht­ 
und Straflosigkeit. Dies habe zur Folge, dass die Beschwerdeführerin auf 
ausserstaatlichen Schutz angewiesen und ihr die Einreise in die Schweiz 
zu  bewilligen  sei.  Für  den  nicht  auszuschliessenden  Fall,  dass  die 
Behelligungen  doch  noch  konkreter  würden,  würde  es  der 
Beschwerdeführerin  sehr  schlecht  gehen.  Sie  würde  Gefahr  laufen,  in 
einem Gefängnis  inhaftiert zu werden, wo die Situation gemäss den der 
Beschwerde  beiliegenden  Internetberichten  (Beilagen  3  bis  5)  sehr 
schlecht  sei. Die Rechtsvertreterin  verweist weiter  darauf,  dass  von der 
Diaspora im Ausland ein Beitrag zum Aufbau des Rechtsstaates erwartet 
werde.  Ein  Teil  dieser  Aktion  sei  sicherlich  auch,  wenn  potenziell 
gefährdete  Personen  Schutz  bei  anderen  Familienangehörigen  finden 
können.  Abschliessend  beantragt  die  Rechtsvertreterin,  die 

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Beschwerdeführerin  und  ihre  Tochter  seien  allenfalls  –  unter 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz – gestützt auf Art. 51 Abs. 2 
AsylG in die Flüchtlingseigenschaft ihres Bruders/Onkels einzubeziehen. 

8.3. Das Bundesverwaltungsgericht  teilt  sowohl die Zweifel des BFM an 
den  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  als  auch  die  Argumentation, 
dass  heute  nicht  mehr  von  einer  von  den  LTTE  ausgehenden 
Verfolgungsgefahr  gesprochen  werden  kann.  Zur  Letzteren  ist  zu 
bemerken,  dass  das  BFM  im  angefochtenen  Entscheid  zutreffend 
festgestellt  hat,  dass  die  LTTE  im Mai  2009  völlig  zerschlagen  worden 
seien.  Ihr Gründer  und Führer,  Vellupillai  Prabhakaran, wurde  öffentlich 
zugänglichen  Informationen  zufolge  am  18.  Mai  2009  von 
Regierungstruppen erschossen. Sein Tod wurde wenige Tage später von 
den  LTTE  bestätigt.  Die  LTTE  sind  seit  der  Zerschlagung  nicht  mehr 
handlungsfähig.  Für  die  Gerüchte,  im  Dschungel  im  Osten  Sri  Lankas 
könnten  sich noch einzelne aktive Kader  versteckt  halten,  gibt  es  keine 
Belege  (vgl.  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH]:  Sri  Lanka:  Aktuelle 
Situation, Update vom 1. Dezember 2010, S. 6 ff.).

Insoweit die Beschwerdeführerin geltend macht, auch noch  im Juli 2009 
von  einer  Gruppe  von  LTTE­Leuten  bedroht  worden  zu  sein,  kommen 
erste Zweifel an dieser Darstellung bereits aufgrund der oben erwähnten 
vorgängigen Zerschlagung dieser Organisation auf. Ohnehin vermag die 
Beschwerdeführerin  nicht  plausibel  zu  machen,  dass  sie  nach  dem 
Weggang  ihres  Mannes  im  Jahre  2004  über  Jahre  von  den  LTTE 
behelligt worden sei, dabei ihren Wohnort aber insgesamt nicht länger als 
während  zwei  Monaten  verlassen  haben  will.  Trotz  der  angeblichen 
Morddrohungen ­ auch ihrem Kind gegenüber ­ im Juli 2009 war sie laut 
Anhörung  im  November  2009  weiterhin  an  gleicher  Adresse  wohnhaft 
und  ihre  Tochter  ging  weiterhin  in  den  Kindergarten  (vgl.  A5/13,  S.  9). 
Nicht  nachvollziehbar  ist  weiter,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  trotz 
ihrer andauernden Schwierigkeiten weder  jemals an die Polizei noch an 
eine  Hilfsorganisation  gewandt  hat.  Weiter  fällt  auf,  dass  die 
Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung auf einmal geltend machte, 
wegen  der  LTTE­Zugehörigkeit  ihres  Mannes  auch  von 
Regierungskräften  bedroht  worden  zu  sein,  um  diese  Aussage  gleich 
wieder  zu  widerrufen  (vgl.  A5/13,  S.  7).  Dass  die  Beschwerdeführerin 
nicht  in der Lage war anzugeben, welchen militärischen Rang  ihr Mann 
innerhalb  der  LTTE  gehabt  habe  und  welches  sein  Kämpfername 
gewesen  sei  (vgl.  A5/13,  S.  6),  lässt  weitere  Zweifel  an  der 
Sachverhaltsdarstellung aufkommen, ebenso, dass sie zuerst angab,  ihr 

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Mann sei bereits im Zeitpunkt der Heirat ein LTTE­Mitglied gewesen, und 
später ausführte, sie wisse nicht, ob er zu diesem Zeitpunkt schon dabei 
gewesen  sei  (A5/13,  S.  6  und  7).  Als  ungewöhnlich  ist  weiter  zu 
bezeichnen,  dass  ihr  Ehemann  die  Heiratsurkunde  mit  in  den  Kampf 
genommen  haben  soll  (vgl.  A5/13,  S.  10).  Schliesslich  gilt  es  zu 
bemerken,  dass  ein  allfällig  früher  bestandenes  Interesse  der  LTTE  an 
der Auslieferung des Beschwerdeführers durch seine Ehefrau spätestens 
durch  den  Umstand  dahingefallen  wäre,  dass  ihr Mann  seit  der  letzten 
Schlacht nicht mehr am Leben sei und das Kader der LTTE, welches die 
Beschwerdeführerin darüber im August 2009 informiert habe, von dessen 
Tod somit Kenntnis habe (vgl. A5/13, S. 7).

Eine  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  wird  demnach  nicht 
aufgezeigt.  Insbesondere hat das BFM auch eine Gefahr der Verfolgung 
von staatlicher Seite zu Recht und mit zutreffender Begründung verneint. 
Zusammenfassend  stellt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  weder  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  noch  denjenigen  an  die  Asylrelevanz  genügen.  Die 
Einwände  in  der  Beschwerdeschrift  vermögen  an  dieser 
Betrachtungsweise nichts zu ändern. Die angeblichen Befürchtungen des 
Bruders  der  Beschwerdeführerin,  dass  dieser  etwas  zustossen  könnte, 
basieren offenbar auf keinem asylrelevanten Hintergrund. Der Umstand, 
dass  die  Beschwerdeführerin  als  alleinerziehende Mutter  die Hilfe  ihres 
im  Ausland  lebenden  Bruders  gut  gebrauchen  könnte,  ist  für  das 
vorliegende  Verfahren  nicht  von  Relevanz.  Insoweit  auf 
Beschwerdeebene  Nachteile  seitens  der  Regierungskräfte  geltend 
gemacht  werden,  ist  festzustellen,  dass  dieses  Vorbringen  –  wie  vorne 
erwähnt ­ der Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung 
vom 23. November  2009 widerspricht. Das Gericht  vermag  auch  in  der 
übrigen  Beschwerdebegründung  sowie  in  den  eingereichten 
Internetberichten, welche schwergewichtig die Menschenrechtslage in Sri 
Lanka und die Vergangenheitsbewältigung des Landes zum Inhalt haben, 
keine Argumente zu entdecken, welche die vorinstanzliche Verfügung  in 
Frage  stellen  würden.  Weiter  ist  zu  bemerken,  dass  die  in  der 
Beschwerdeschrift  vorgebrachten  Befürchtungen  ­  beispielsweise  der 
Inhaftnahme der Beschwerdeführerin ­ rein spekulativ sind.

Hinsichtlich des Begehrens der Beschwerdeführerin um Einbezug  in die 
Flüchtlingseigenschaft  ihres  Bruders  gemäss  Art  51  Abs.  2  AsylG  ist 
sodann  festzuhalten,  dass  der  Bruder  die  Flüchtlingseigenschaft  zu 
keiner Zeit besessen hat, sondern diese mit letztinstanzlichem Entscheid 

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der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  vom  18.  April  1996 
negiert  und  das  Asyl  verweigert  worden  war.  Die  Gewährung  von 
Familienasyl  scheitert  somit  bereits  an  dieser  Voraussetzung,  weshalb 
auf eine Überweisung an die Vorinstanz zur erstmaligen Prüfung dieses 
Vorbringens verzichtet werden kann.  

Nach  dem  Gesagten  ist  festzustellen,  dass  es  der  Beschwerdeführerin 
nicht gelungen ist, eine aktuelle Gefährdung aus asylrechtlich relevanten 
Motiven  aufzuzeigen,  die  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz 
rechtfertigen  würde.  Die  Schutzbedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  im 
Sinne  von  Art.  20  i.V.m.  Art.  3  AsylG  ist  als  nicht  gegeben  zu 
qualifizieren.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  der 
Beschwerde und die eingereichten Internetberichte einzugehen, da diese 
am  Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen.  Das  BFM  hat  der 
Beschwerdeführerin zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und 
das Asylgesuch abgelehnt.

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  im 
Ergebnis  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106 
Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

10. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird..

2. 
Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

3. 
Dieses Urteil  geht  an  die Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerinnen, 
das BFM und die Schweizerische Botschaft in Colombo. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Christa Luterbacher Gabriela Oeler

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