# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84d1de80-cb80-59ac-b351-770d52fd8b5c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2010 C-4337/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4337-2010_2010-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4337/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richterin Franziska Schneider, Richter Vito Valenti, 
Gerichtsschreiber Daniel Golta.

A._______, (wohnhaft in der Republik Serbien)
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
Antonela Agatonovic,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Invalidenrente (Rentenrevision); Verfügung der IVSTA 
vom 3. Mai 2010.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4337/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (im  Folgenden: IVSTA 
oder  Vorinstanz)  mit  Verfügung  vom 3.  Mai  2010  revisionsweise  die 
Ausrichtung der bisher an A._______ (nachfolgend Beschwerdeführer) 
bezahlten ganzen Invalidenrente auf den 30. Juni 2010 aufhob,

dass der Beschwerdeführer diese Verfügung mit Beschwerde vom 15. 
Juni  2010 anfechten und beantragen liess,  die Verfügung sei  aufzu-
heben  und  ihm  sei  weiterhin  eine  ganze  Rente  der  Invalidenver-
sicherung, eventualiter eine Dreiviertelsrente, auszurichten,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  um  Ge-
währung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  und  2 
VwVG) ersuchte,

dass  er  mit  ergänzender  Stellungnahme  vom  16.  Juli  2010  eine 
persönliche  Begutachtung  in  der  Schweiz  als  Beweiserhebung  an-
erbot,

dass  die  IVSTA  mit  Vernehmlassung  in  der  Hauptsache  vom  24. 
August  2010 unter  Bezugnahme auf  den Bericht  von Dr. B._______ 
des  Regionalen  Ärztlichen  Dienstes  (RAD)  Rhone  vom  19.  August 
2010 beantragte, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene 
Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  im  Sinne  der  erwähnten 
Stellungnahme an die Verwaltung zurückzuweisen,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32)  in Verbindung 
mit  Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IVSTA  zuständig  ist,  und  vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes 
vom  6.  Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,

dass die Beschwerde formgerecht eingereicht wurde (Art. 52 des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG, SR 172.021]),

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C-4337/2010

dass aufgrund der Aktenlage von der Rechtzeitigkeit der Beschwerde-
führung auszugehen und somit auf die Beschwerde einzutreten ist,

dass Dr. B._______ vom RAD Rhone in seiner Stellungnahme vom 19. 
August 2010 darauf hinwies, dass zwar die meisten Rügen hinsichtlich 
der  ärztlichen  Beurteilung  der  Krebserkrankung  aufgrund  der  Akten 
nicht  zutreffen würden und keine Wiedererkrankung an einem Tumor 
objektiv belegt worden sei, hingegen mit Arztbericht vom 2. Juni 2010 
erstmals  psychische  Probleme  (mittelgradig  depressive  Episode  [F 
32.1]  sowie  Suizidgedanken)  diagnostiziert  würden,  die  im  Rahmen 
einer psychiatrischen Begutachtung weiter abgeklärt werden müssten,

dass sich die IVSTA in ihrer Stellungnahme vom 24. August 2010 der 
Beurteilung  des  RAD  anschloss  und  damit  sinngemäss  feststellte, 
dass die Verfügung vom 3. Mai 2010 auf einem mangelhaft eruierten 
medizinischen Sachverhalt beruhte und sich die Durchführung weiterer 
medizinischer Abklärungen als notwendig erweist, 

dass der Beschwerdeführer seinerseits in der ergänzenden Stellung-
nahme vom 16. Juli  2010  sinngemäss rügte,  dass  der  medizinische 
Sachverhalt  ungenügend abgeklärt  worden sei und deshalb den Be-
weis einer persönlichen Begutachtung in der Schweiz anerbot,

dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht kei -
ne Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb dem Antrag der IVSTA auf 
Rückweisung zur weiteren Abklärung nicht entsprochen werden sollte,

dass  jedoch  über  die  vom RAD-Arzt  empfohlene  psychiatrische  Be-
gutachtung  hinaus  festzustellen  ist,  dass  der  Sachverhalt  auch  in 
somatischer  Hinsicht  nicht  abschliessend  geklärt  scheint,  zumal  Dr. 
B._______  in  seiner  Stellungnahme  darauf  hinweist,  dass  die 
diagnostizierten Geschwüre auf der Mundschleimhaut noch abgeklärt 
werden  müssten  und  bezüglich  weiterer  somatischer  Beschwerden 
(Einschränkung  der  Atemvolumina,  Tumore  in  den  unteren  Extremi-
täten)  die  Ärzte  ihre  Befunde  nicht  objektiviert  hätten  und  ent-
sprechende Untersuchungen fehlten,

dass im Weiteren Dr. B._______ als Allgemeinmediziner vermerkt ist 
(vgl. doctorfmh.ch; zuletzt besucht am 27. August 2010), sich aufgrund 
der  vorliegend  diagnostizierten  Befunde  jedoch  eine  zusätzliche 
Beurteilung  durch  einen  Onkologen  als  notwendig  erweist  (vgl.  zur 

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beweisrechtlichen  Qualifikationen  von  RAD-Berichten  das  Urteil  des 
Bundesgerichts 9C_341/2007 vom 16. November 2007, E. 4.1 m.w.H.), 

dass die Akten deshalb auch zur ergänzenden Klärung des Sachver-
halts in somatischer Hinsicht an die Vorinstanz zurückzuweisen sind,

dass Art 49 Bst. b VwVG die unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Beschwerdegrund nennt, 

dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,

dass  die  Beschwerde  deshalb  gutzuheissen,  die  angefochtene  Ver-
fügung vom 3. Mai 2010 aufzuheben und die Sache zur Feststel lung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  in  psychiatrischer  sowie 
somatischer  Hinsicht  und zum Erlass  einer  neuen Verfügung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist,

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde 
führenden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2  VwVG), womit  sich der ge-
stellte  Antrag  auf  unentgeltliche  Prozessführung  als  gegenstandslos 
erweist,

dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz 
oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Be-
gehren eine Entschädigung für  ihr  erwachsene notwendige und ver-
hältnismässig hohe Kosten zusprechen kann,

dass dem vertretenen Beschwerdeführer – unter Berücksichtigung der 
erst mit Ablauf der Rekursfrist gewährten Akteneinsicht und des not-
wendigen Aufwandes (Beschwerde vom 15. Juni 2010 und ergänzende 
Stellungnahme vom 16. Juli  2010 inkl. Einreichung des Gesuchs um 
unentgeltliche  Rechtspflege  [Beschwerdeakten  act.  6.2])  –  eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'500.- auszurichten ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 
VGKE), womit sich der gestellte Antrag auf Gewährung der unentgelt -
lichen Rechtsverbeiständung ebenfalls als gegenstandslos erweist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Verfügung vom 3. 
Mai  2010  aufgehoben  und  die  Sache  an  die  Vorinstanz  zurück-
gewiesen wird, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Er-
wägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'500.- zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilagen im Doppel: Ver-
nehmlassung vom 24. August 2010, Stellungnahme des RAD vom 
19. August 2010)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Beat Weber Daniel Golta

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Be-
weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen 
hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

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