# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee4e95dd-d36d-5360-8a74-8f426043da8e
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 22.08.2023 605 2022 141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2022-141_2023-08-22.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Rue des Augustins 3, case postale 630, 1701 Fribourg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2022 141

Urteil vom 22. August 2023

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Vanessa Thalmann, Marc Sugnaux 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel 
Zbinden

gegen

SUVA, Vorinstanz    

Gegenstand Unfallversicherung – Hilflosenentschädigung

Beschwerde vom 31. August 2022 gegen den Einspracheentscheid vom 
30. Juni 2022

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1970, verheiratet, wohnhaft in B.________, arbeitete als Schlosser bei 
der C.________ AG, mit Sitz in D.________. Er war im Rahmen dieser Anstellung bei der Suva 
gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert.

Am 9. November 2000 verunfallte er mit dem Motorrad bei übersetzter Geschwindigkeit und unter 
Alkoholeinfluss und zog sich ein Polytrauma zu. Die Suva übernahm die gesetzlichen Leistungen 
und sprach ihm mit rechtskräftiger Verfügung vom 20. September 2005 ab dem 1. September 2005 
eine (gekürzte) Invalidenrente auf der Basis einer vollen Erwerbsunfähigkeit sowie eine (gekürzte) 
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 60% zu.

B. Am 1. April 2007 sowie am 31. Januar 2013 stellte A.________ einen Antrag auf Hilflosenent-
schädigung, der von der Suva mit rechtskräftigen Einspracheentscheid vom 9. Februar 2009 und 
mit rechtskräftiger Verfügung vom 1. Mai 2013 abgewiesen wurde.

C. Am 20. Juli 2021 beantragte A.________ erneut eine Hilflosenentschädigung und machte 
bei vier alltäglichen Lebensverrichtungen eine Einschränkung geltend.

Mit Verfügung vom 17. Februar 2022, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 30. Juni 2022, lehn-
te die Suva den Antrag wiederum ab. Es bestehe auch weiterhin keine Hilflosigkeit leichten Grades.

D. Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A.________, vertreten durch Rechtsanwalt 
Daniel Zbinden, am 31. August 2022 Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg und stellt den 
Antrag, der Einspracheentscheid vom 30. Juni 2022 sei aufzuheben und ihm sei rückwirkend ab 
dem 1. August 2020 eine Hilflosenentschädigung leichten, eventuell mittleren Grades zuzuspre-
chen. Zur Begründung bringt er vor, entgegen der Ansicht der Suva sei im Vergleich zur Situation 
anlässlich des Einspracheentscheids von 2009 von einer verschlechterten Gesundheitssituation 
auszugehen, die zu einer höheren Hilflosigkeit führe.

Die Suva verzichtet am 4. Oktober 2022 auf die Einreichung von ausführlichen Bemerkungen, ver-
weist auf ihren Einspracheentscheid und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels werden keine wesentlichen neuen Argumente vorge-
bracht.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 31. August 2022 gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 30. Juni 2022 
ist unter der Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 15. Juli bis 15. August (Art. 38 Abs. 4 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
[ATSG; SR 830.1], welches hier aufgrund von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 

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über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] zur Anwendung kommt) fristgerecht durch einen or-
dentlich bevollmächtigten Rechtsvertreter bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdein-
stanz eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kan-
tonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob er Anspruch auf eine Hilflosenentschädi-
gung hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Nach Art. 6 UVG werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, Nicht-
berufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt.

Gemäss Art. 4 ATSG gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der kör-
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheitsschaden nur insoweit, als dieser in einem 
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht. Das Vorliegen 
eines natürlichen Kausalzusammenhanges ist eine Tatfrage und muss daher mit dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden 
(Urteil BGer 8C_408/2019 vom 26. August 2019 E. 3.1 f. mit Hinweisen).

2.3. Art. 26 UVG sieht vor, dass der Versicherte bei Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung hat. Als hilflos gilt nach Art. 9 ATSG eine Person, die wegen der Beeinträch-
tigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persön-
lichen Überwachung bedarf. Gemäss Art. 37 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Un-
fallversicherung (UVV; SR 832.202) entsteht der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung am ers-
ten Tag des Monats, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind, jedoch frühestens beim Beginn eines 
allfälligen Rentenanspruchs. Er erlischt am Ende des Monats, in dem die Anspruchsvoraussetzun-
gen dahinfallen oder der Berechtigte stirbt.

Gemäss Art.  38 UVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn der Versicherte vollständig hilflos ist. 
Dies ist der Fall, wenn er in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise 
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über-
wachung bedarf (Abs. 2). Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn der Versicherte trotz der Ab-
gabe von Hilfsmitteln, a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher 
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtun-
gen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauern-
den persönlichen Überwachung bedarf (Abs. 3). Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn der Versicherte 
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln, a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmäs-
sig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist oder b. einer dauernden persönlichen 
Überwachung bedarf oder c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-
wendigen Pflege bedarf oder d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren kör-
perlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaft-
liche Kontakte pflegen kann (Abs. 4).

Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGE 121 V 88 E. 3a) sind für die Hilflosigkeit die fol-
genden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen massgebend: 

- Ankleiden, Auskleiden;

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- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;

- Essen;

- Körperpflege;

- Verrichtung der Notdurft;

- Fortbewegung (im oder ausser) Haus, Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nicht verlangt, dass der Ver-
sicherte bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss erforderlich, 
dass er bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte 
Dritthilfe angewiesen ist. In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise bereits erheblich beim Essen, 
wenn der Versicherte zwar selber essen, die Speisen aber nicht zerkleinern kann, oder wenn er die 
Speisen nur mit den Fingern zum Mund führen kann; bei der Körperpflege, wenn der Versicherte 
sich nicht selber waschen oder kämmen oder rasieren oder nicht selber baden bzw. duschen kann; 
bei Fortbewegung und Kontaktaufnahme, wenn der Versicherte im oder ausser Hause sich nicht 
selber fortbewegen kann oder wenn er bei der Kontaktaufnahme Dritthilfe benötigt (BGE 121 V 88 
E. 3c mit Hinweisen). Ist die Erledigung der Lebensvorrichtung nur erschwert oder verlangsamt, gilt 
sie grundsätzlich nicht als erheblich und begründet keine Hilflosigkeit (Urteil BGer 9C_633/2012 vom 
8. Januar 2013 E. 4).

Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergän-
zende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Der Arzt hat anzugeben, inwie-
fern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden einge-
schränkt ist. Der Versicherungsträger kann an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen. Bei 
Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltäg-
liche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, 
sondern notwendig (BGE 130 V 61 E. 6.1.1 mit Hinweis).

Die Bemessung der Hilflosigkeit im Unfallversicherungsrecht richtet sich nach den gleichen Kriterien 
wie in der Alters- und Hinterlassenen- sowie in der Invalidenversicherung, weshalb auch die in 
diesen Sozialversicherungszweigen ergangene Rechtsprechung herangezogen werden kann (Urteil 
BGer 8C_681/2014 vom 19. März 2015 E. 2 mit Hinweisen, bestätigt in Urteil BGer 8C_592/2020 
vom 15. April 2021 E. 3).

3.

Es ist streitig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat.

3.1. Dieser bringt vor, entgegen der Ansicht der Suva habe sich sein Gesundheitszustand im 
Vergleich zum Austrittsbericht der E.________ von 2008 stark verschlechtert, insbesondere in den 
Bereichen der Spastizität, der Sensibilität, der Muskulatur und der Beweglichkeit der BWS. Zudem 
würden vermehrt chronische Lumboischialgien und Schmerzen im linken Arm auftreten und er leide 
neu an Osteochondrosen und Spondylarthrosen L3–S1. 2004 hätten nicht alle Schrauben und 
Metalle entfernt werden können und würden weiterhin Schmerzen verursachen. Auch sei es ihm 
nicht mehr möglich, seine Finger an einer Hand zusammenzuführen. Die wenigen Funktionen, die 
er mit seinen Fingern noch ausüben können, seien kraftlos. Insgesamt habe sich sein Gesundheits-
zustand im Vergleich zum Einspracheentscheid von 2009 in erheblicher Weise und dauerhaft 
verschlechtert. Er sei heute in seinen alltäglichen Lebensverrichtungen in grösserem Umfang auf 
fremde Hilfe angewiesen als zum Zeitpunkt des Einspracheentscheids von 2009. Sein Hausarzt 

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Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, bestätige Einschränkungen in den 
alltäglichen Lebensverrichtungen und dass er die Hilfe seiner Ehefrau benötige.

3.2. Die Suva ihrerseits bringt vor, nachdem der Anspruch auf Hilflosenentschädigung leichten 
Grades bereits zweimal rechtkräftig abgelehnt worden sei und sich der Gesundheitszustand gemäss 
den jährlichen Austrittsberichten der E.________ nicht wesentlich verändert habe, seien die Voraus-
setzungen für die Annahme einer Hilflosigkeit leichten Grades weiterhin nicht erfüllt. Zwar mache 
der Beschwerdeführer Dritthilfe geltend, diese erreiche jedoch nicht den Grad einer leichten Hilflosig-
keit i. S. v. Art. 38 Abs. 4 UVV. Anhand der bestehenden Diagnosen lasse sich die geltend gemachte 
Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen nicht nachvollziehen bzw. begründen. Er sei nicht in 
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig, dauernd und erheblich auf Dritthilfe 
angewiesen. Auch bedürfe er keiner dauernden persönlichen Überwachung. Daran hielt sie in ihren 
Bemerkungen vom 4. Oktober 2022 und in ihren Schlussbemerkungen vom 17. März 2023 fest.

3.3. In seinem Antrag auf Hilflosigkeit vom 18. Mai 2021 (Suva-Akten Nr. 625) machte der Be-
schwerdeführer bei vier Lebensverrichtungen Einschränkungen geltend:

Ankleiden/Auskleiden: Seit April 2020 benötige er regelmässig Hilfe zum Knöpfe schliessen, Socken 
anziehen und Schuhe binden, besonders an der rechten Körperhälfte sowie zum Ausziehen seiner 
Hosen und Socken. Seine linke Hand sei in den letzten 20 Jahren nicht besser geworden.

Essen: Seit Juni 2020 könne er feste Speisen nur mit seiner rechten Hand zerkleinern.

Körperpflege: Seit Juni 2020 brauche er täglich Hilfe beim Einsteigen in die Badewanne, da er seine 
Beine nicht über die Kante heben könne sowie beim Nägel schneiden.

Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte: Seit April 2020 sei er im Freien unsicher. Wegen 
der Spastik und schlechter Koordination könne er mit einem unerwarteten Ereignis konfrontiert wer-
den und er habe bereits einige Zwischenfälle gehabt. Bei Ermüdung erhöhe sich die Gefahr, weshalb 
er eine Begleitperson benötige.

Ferner erklärte er, er benötige medizinische-pflegerische Hilfe. Nur mit der rechten Hand könne er 
einen Wundverband oder einen Verbandswechsel nicht machen. Er nehme regelmässig Medika-
mente ein, welche seine Frau vorbereite und sie kontrolliere, ob er sie zur rechten Zeit nehme.

Diese Angaben finden sich im Erhebungsblatt vom 8. Oktober 2021 (Suva-Akten Nr. 647) bestätigt. 
Zusätzlich machte er Einschränkungen bei der Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen (be-
nötige Hilfe zum Aufstehen nach langem Sitzen, oder Hilfe aus dem Auto zu kommen, da Unsicher-
heit bestehe) sowie in der Lebensverrichtung Verrichten der Notdurft (Kleider wieder ordnen, Knöpfe 
schliessen bei Hose/Jeans) geltend.

Im aktuellen Austrittsbericht der E.________ vom 27. Oktober 2021 (Suva-Akten Nr. 650) werden 
folgende Diagnosen gestellt: A1 Traumatische Hirnverletzung mit: Schädelbasisfraktur rechts, Frak-
tur des Os temporale rechts mit Dislokation um Kalottenbreite, Jochbeinfraktur rechts, Kontusion der 
rechten Orbita, nicht dislozierte Fraktur im Sellabereich. Hieraus resuliertend: Beinbetonte Tetrapa-
rese mit ausgeprägter linksbetonter Spastik mit spastischer Gangstörung, eingeschränkte BWS-
Beweglichkeit nach Spondylodese TH6–TH9, chronische Lumboischialgien, schwere Armplexuspa-
rese links mit Sensibilitäts- und trophischen Störungen, neuropathischem Schmerzsyndrom des 
linken Armes, A2 Scherfraktur B6/7, A3 Densfraktur, A4 Hämatopneumothorax links bei Lungenkon-
tusion links, A5 Skapulahalsfraktur links. B Muskuläre Erschöpfung mit Verspannung, Verkürzung, 
hochgradige Spastik i. R. Diagnose A bei beinbetonter spastischer Tetraparese vorwiegend links mit 

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schwerer Armplexusparese links mit Sensibilitäts- und trophischen Störungen, neuropathischem 
Schmerzsyndrom des linken Armes, regelmässige ambulante Physiotherapie, Fussschmerzen links 
bei Überbelastung. Im Gegensatz zu früheren Berichten finden sich jedoch nur wenige Angaben 
zum Ausmass der Hilflosigkeit. Der Beschwerdeführer könne den rechten Arm nahezu frei bewegen, 
links bestehe eine ausgeprägte Parese mit Spastik, die Muskulatur sei eutroph, der Tonus gestei-
gert. Hinsichtlich der Muskelkraft für die proximalen und distalen Muskelgruppen liege rechts ein 
Kraftgrad von 5 (Bewegung gegen schweren Widerstand möglich, Kraft/Motorik voll erhalten, 
Normalbefund) und links ein solcher von 2 (Bewegung unter Ausschaltung der Schwerkraft möglich; 
vgl. https://www.pschyrembel.de/Kraftgrad/B1JFC/doc/, besucht am 17. August 2023) vor. Es beste-
he eine Gangunsicherheit mit Sturzneigung bei bekannter Spastik und Tetraparese.

In seiner zusammen mit dem Beschwerdeführer verfassten Einsprache vom 15. März 2022 (Suva-
Akten Nr. 663) gegen die Verfügung vom 17. Februar 2022 (Suva-Akten Nr. 662) gab der Hausarzt 
an, der Beschwerdeführer sei beim An- und Ausziehen (Schuhe binden, Knöpfe öffnen, andere 
feinmotorische Tätigkeiten) und im Bereich Essenszubereitung/essen regelmässig, andauernd und 
erheblich auf die Hilfe seiner Ehefrau angewiesen. Er könne keine feinmotorischen Tätigkeiten mit 
der linken Hand vollziehen (Gemüse rüsten, Essen zerkleinern). Die Einschränkungen würden trotz 
dem konsequenten Tragen der Handgelenksschiene links bestehen.

In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer zusätzlich u. a. geltend, am Morgen sei er we-
gen der Bettsteifigkeit, ausgelöst durch seine spastischen Lähmungen, auf die Hilfe seiner Ehefrau 
angewiesen, um aus dem Bett steigen zu können. Die Essenzerkleinerung sei auch mit Hilfe eines 
elektrischen Messers nicht möglich, da er die zu zerkleinernden Essensstücke mit der linken Hand 
nicht fixieren könne. Auch für das tägliche Rasieren brauche er Hilfe, weil er seinen Kopf wegen 
seiner Nackensteifigkeit (Implantat im Nacken) nicht auf die linke Seite neigen könne, um die rechte 
Gesichtshälfte zu rasieren.

3.4. Der Einspracheentscheid der Suva ist nur knapp begründet. Wie gesehen, macht der Be-
schwerdeführer in allen Lebensverrichtungen Einschränkungen geltend, weshalb es nicht ausreicht 
festzustellen, seine Angaben würden nicht genügen, um mindestens von einer Hilflosigkeit leichten 
Grades auszugehen. Ferner können aus den ärztlich bescheinigten körperlichen oder psychischen 
Leiden in der Regel keine unmittelbaren Schlüsse hinsichtlich des Anspruchs auf eine Hilflosenent-
schädigung gezogen werden. Dieser richtet sich nicht direkt nach den gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen, sondern misst sich an deren konkreten Auswirkungen auf die alltäglichen Lebensverrich-
tungen. Um Letztere festzustellen, ist praxisgemäss eine Abklärung vor Ort die geeignete Vorkehr 
(Urteil EVG U 442/04 vom 25. April 2005 E. 2.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil BGer 8C_722/2016 
vom 28. Juni 2017 E. 4.3.3.2). Deshalb kann nicht gehört werden, anhand der bestehenden Diag-
nosen lasse sich die geltend gemachte Hilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen nicht nach-
vollziehen bzw. begründen. Vielmehr ist zu prüfen, zu welchen aktuellen Auswirkungen die Diagno-
sen bei den Lebensverrichtungen führen, wobei sich diese Auswirkungen, auch bei gleichbleibenden 
Diagnosen, im Zeitablauf ändern können. Dabei ist zur berücksichtigten, dass der Antrag auf Hilf-
losenentschädigung letztmals mit Verfügung vom 1. Mai 2013 abgewiesen worden war.

Deshalb kommt der konkreten Abklärung der Hilflosigkeit eine grosse Bedeutung zu. Bei der Beur-
teilung der Hilflosigkeit ist auf einen voll beweiskräftigen Abklärungsbericht zu erkennen, wenn der 
Bericht folgenden Anforderungen genügt: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, wel-
che Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner 
gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Weiter sind 
die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der 

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Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss plausibel, begründet und detailliert 
bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erforder-
nissen der dauernden persönlichen Überwachung und der Pflege gemäss sein. Schliesslich hat er 
in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen (BGE 131 V 61 E. 6.2).

An einem solchen beweiskräftigen Abklärungsbericht fehlt hier jedoch. Im Dossier befindet sich ein-
zig das Erhebungsblatt für die Hilflosigkeit, gemäss welchem der Beschwerdeführer, wie gesehen, 
in allen alltäglichen Lebensverrichtungen Dritthilfe geltend macht. Im Abklärungsbericht wurden je-
doch nur die Angaben des Beschwerdeführers aufgeführt. Die offenbar divergierende Ansicht der 
Abklärungsperson fehlt demgegenüber. Ebenso ist unklar, ob die Ehefrau des Beschwerdeführers 
anlässlich der Abklärung anwesend war, da ihre Angaben als hilfeleistende Person ebenso fehlen. 
Eine plausible Begründung, aus derer sich ergeben würde, dass entgegen der Angabe des Be-
schwerdeführers nicht von einer Hilflosigkeit ausgegangen werden kann, fehlt ebenfalls.

Darüber hinaus ergeben sich aus den medizinischen Unterlagen nur wenige konkrete Angaben zur 
Hilflosigkeit.

Die vorhandenen Akten genügen somit nicht, um über die Frage der Hilflosigkeit zu entscheiden, 
weshalb die Angelegenheit für weitere Abklärungen, namentlich eine neue Abklärung vor Ort ge-
mäss den dargestellten Anforderungen der Rechtsprechung, an die Suva zurückzuweisen ist.

4.

Zusammenfassend ist die Angelegenheit für weitere Abklärungen an die Suva zurückzuweisen. Der 
Einspracheentscheid vom 30. Juni 2022 wird aufgehoben und die Beschwerde gutgeheissen.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben, da hier das Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens 
gestützt auf Art. 61 Bst. fbis ATSG weiter zur Anwendung kommt.

Da der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen obsiegt, hat er Anspruch auf eine Entschädigung 
seiner Parteikosten.

Am 28. März 2023 hat sein Rechtsvertreter seine Kostenliste eingereicht, worin er einen Aufwand 
von 17 Stunden 55 Minuten bei einem Stundenansatz von CHF 270.- geltend macht. Zum einen 
beträgt der Stundentarif gemäss Art. 8 des Tarifs vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskos-
ten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz (TarifVJ; SGF 150.12) CHF 250.-. Zum anderen 
erscheint im vorliegenden Fall, der sich nicht durch aussergewöhnliche Komplexität auszeichnet und 
trotz des zweifachen Schriftenwechsels der geltend gemachte Aufwand als zu viel angesichts des 
Umstandes, dass sich die Unterlagen als ungenügend erweisen. Vielmehr ist von einem objektiv 
notwendigen Zeitaufwand von 12 Stunden auszugehen.

Damit und unter der Berücksichtigung von Art. 146 ff. des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1) und des TarifVJ ist die Parteientschädigung 
auf CHF 3'000.- (12 Stunden à CHF 250.-) festzusetzen. Zu diesem Betrag kommen die Auslagen 
von CHF 134.80 sowie die Mehrwertsteuer in der Höhe von CHF 241.40 (7.7% von CHF 3'134.80) 
hinzu. Der Totalbetrag von CHF 3'376.20 geht zu Lasten der Suva.

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid vom 30. Juni 2022 wird aufgehoben und die Angelegenheit für 
weitere Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Suva zurückgewiesen.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. A.________ wird zu Lasten der Suva eine Parteientschädigung für Honorar und Auslagen von 
CHF 3'134.80, zuzüglich der Mehrwertsteuer von CHF 241.40 und damit insgesamt 
CHF 3'376.20 zugesprochen.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerdeschrift 
muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe angege-
ben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht die 
Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene Entscheid 
mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesgericht ist grund-
sätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 22. August 2023/bsc

Der Präsident Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter