# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 10591e10-1a13-5552-a3b6-a74737af103d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.03.2013 UV 2012/74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-74_2013-03-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/74

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.09.2019

Entscheiddatum: 21.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2013
Art. 4 ATSG: Verneinung eines Unfallereignisses bzw. eines ungewöhnlichen 
äusseren Faktors bei Geltendmachung eines Druckanstiegs bei einem 
Landeanflug mit einem kleinen Sportflugzeug. Art. 6 UVG: Selbst bei 
Bejahung eines Unfallereignisses, Verneinung einer Unfallkausalität in Bezug 
auf eine viele Jahre später ärztlich diagnostizierte und behandelte 
Hochtonschwerhörigkeit mit Tinnitus (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 21. März 2013, UV 2012/74).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter

Joachim Huber und Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 21. März 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ (nachfolgend: Gesuchsteller) war vom 1. Juli 1992 bis 31. Oktober 1998 als 

Entwicklungsingenieur bei der B.___ tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten 

versichert. Am 30. Dezember 2011 stellte er bei der IV-Stelle ein Hilfsmittelgesuch für 

ein Hörgerät. Zur gesundheitlichen Beeinträchtigung gab er an, er habe bei einem 

Geschäftsflug während seiner Anstellung bei der B.___ ein Gehörtrauma erlitten. Seit 

ca. vier Jahren leide er an einer Hochtonschwerhörigkeit und einem Tinnitus und sei 

deswegen bei Dr. med. C.___, Facharzt für HNO-Heilkunde in Behandlung gewesen. In 

einer E-Mail an die IV-Stelle vom 30. Januar 2012 hielt der Gesuchsteller weiter fest, er 

habe nach der Reise zu einem Seminar mit einem Privatflugzeug der B.___ am 3. Juli 

1992 die Hals-Nasen-Ohren (ORL)-Klinik des Universitätsspitals Zürich aufgesucht, um 

Hilfe bei einem Problem mit dem Druckausgleich zu erhalten. Eine Unfallmeldung sei 

nicht erfolgt. Die Kosten der ambulanten Notfallbehandlung seien durch seine damalige 

Krankenkasse bezahlt worden. Der Gesuchsteller übermittelte im Weiteren eine 

ärztliche Verordnung für eine Hörgerät-Anpassung links von Dr. C.___ vom 28. 

Dezember 2011 sowie seine, von Dr. C.___ dokumentierte, Krankengeschichte. Mit 

Schreiben vom 15. Februar 2012 ersuchte die IV-Stelle die Suva zu prüfen, ob die 

Kosten für ein Hörgerät von der Suva übernommen würden, da sich ein Unfall während 

einer Geschäftsreise ereignet habe (Suva-act. 1). Im Arztzeugnis UVG vom 26. April 

2012 diagnostizierte der Praxisnachfolger von Dr. C.___, Dr. med. D.___, Facharzt 

HNO-Heilkunde, (vgl. Suva-act. 9), beim Gesuchsteller einen Hochtonabfall links ab 3 

kHz bis auf 45 dB sowie einen chronischen Tinnitus beidseits (Jahr 2000) und 

vermerkte als Unfalldatum sowie Datum der Erstbehandlung das Jahr 1996. Letztere 

habe in der HNO-Klinik des Universitätsspitals Zürich stattgefunden. Die Frage, ob die 

erhobenen Befunde mit dem vom Patienten geltend gemachten Ereignis vereinbar 

seien und plausibel erscheinen würden, verneinte Dr. D.___ (Suva-act. 11).

A.b Gestützt auf eine ärztliche Beurteilung von Dr. med. E.___, Facharzt für Ohren-, 

Nasen- und Halskrankheiten, Hals- und Gesichtschirurgie FMH, Suva, Arbeitsmedizin, 

Bereich Fachärztinnen/-ärzte (Suva-act. 16), wies die Suva mit Verfügung vom 8. Mai 

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2012 einen Anspruch aus der obligatorischen Unfallversicherung für die gemeldete 

Gehörschädigung ab. Aus dem Vergleich der leistungsbegründenden Voraussetzungen 

mit dem Sachverhalt und den medizinischen Feststellungen ergebe sich, dass weder 

ein Unfall oder eine unfallähnliche Körperschädigung noch eine Berufskrankheit 

vorliegen würden (Suva-act. 17).

B.   

B.a Die gegen diese Verfügung am 9. Juni 2012 erhobene Einsprache (Suva-act. 20) 

wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 7. August 2012 ab (Suva-act. 29).

B.b Zwischenzeitlich hatte Dr. D.___ der Suva telefonisch mitgeteilt, dass er nicht bereit 

sei, die Abklärungs- bzw. Untersuchungskosten betreffend Gehörschädigung zu 

tragen. Der Gesuchsteller lehne eine Kostenübernahme ab, weshalb er die Suva um 

Übernahme seiner Behandlungskosten im Sinn von Abklärungsmassnahmen anfrage 

(Suva-act. 21).

B.c Mit E-Mail vom 30. August 2012 nahm der Gesuchsteller gegenüber der Suva zum 

Einspracheentscheid vom 7. August 2012 Stellung. Er klärte unter anderem auf, dass 

sich der Unfall im Jahr 1992 ereignet habe. Der Fehler im Arztzeugnis UVG von Dr. 

D.___ vom 26. April 2012 sei offensichtlich. Im Jahr 1996 habe keine HNO-Behandlung 

im Universitätsspital Zürich stattgefunden. Im Weiteren wies er darauf hin, dass die 

Suva direkt bei Dr. D.___ eine Abklärung betreffend Hörschaden in Auftrag gegeben, 

die diesbezüglichen Kosten jedoch nicht übernommen habe (Suva-act. 30). Mit E-Mail 

vom 31. August 2012 wies die Suva den Gesuchsteller auf sein Recht hin, beim 

zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde zu erheben (Suva-act. 31).

C.   

C.a Mit Eingabe vom 4. September 2012 erhob der Gesuchsteller gegen den 

Einspracheentscheid vom 7. August 2012 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, 

das Gehörtrauma sei als Unfall anzuerkennen und die Beschwerdegegnerin habe die 

Kosten für die probeweise Anpassung eines Hörgeräts sowie der Untersuchungs- bzw. 

Behandlungskosten von Dr. D.___ im Betrag von Euro 246.40 (vgl. act. G 1.3) zu 

übernehmen (act. G 1).

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C.b In der Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

C.c Am 7. November 2012 replizierte der Beschwerdeführer (act. G 7). Die 

Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).

C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in 

den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.

Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führenden 

Dritten im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in 

dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter 

schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Der 

Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in W.___. Laut seinen Angaben in der 

Anmeldung bei der IV-Stelle vom 30. Dezember 2011 für ein Hörgerät hatte jedoch 

seine letzte schweizerische Arbeitgeberin - die F.___ AG -, bei der er vom 1. April 2006 

bis 31. Dezember 2011 als Entwicklungsingenieur angestellt war, Sitz im Kanton St. 

Gallen (Suva-act. 1). Somit ist die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts 

gegeben.

2.  

2.1  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die 

den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser 

Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) Gebrauch gemacht.

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2.2  Laut eigenen Angaben zog sich der Beschwerdeführer am 3. Juli 1992 während 

seiner Anstellung bei der B.___ bei einem Geschäftsflug mit einem Sportflieger ohne 

Druckausgleichskabine beim Landeanflug ein Gehörtrauma bzw. ein Barotrauma zu. Er 

verspürte Schmerzen im linken Ohr und suchte deswegen die ORL-Klinik des 

Universitätsspitals Zürich auf. Die damaligen Arztleistungen wurden von der 

Krankenkasse bezahlt (Suva-act. 1, S. 16, 21; Suva-act. 11, 20, 30). In der von Dr. 

C.___ dokumentierten Krankengeschichte des Beschwerdeführers ist sodann eine 

Konsultation vom 18. August 2008 festgehalten, anlässlich der die Diagnosen eines 

beidseitigen Tinnitus (links mehr wie rechts) sowie einer sensoneuralen 

Hochtonschwerhörigkeit links gestellt wurden. Weitere Untersuchungen folgten am 20. 

und 28. Dezember 2011. Am 28. Dezember 2011 verordnete Dr. C.___ eine 

Hörgerätanpassung links (Suva-act. 1, S. 20 f.). Dr. D.___ bestätigte im Arztzeugnis 

UVG vom 26. April 2012 gestützt auf ein gleichtags durchgeführtes Tonaudiogramm 

(vgl. Suva-act. 14) die Diagnosen eines Hochtonabfalls links sowie eines chronischen 

Tinnitus links (Suva-act. 11).

2.3  Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer unter den frag­

lichen Gehörschädigungen leidet. Streitig ist jedoch, was als Ursache der 

Gesundheitsstörungen am linken Ohr anzunehmen ist. Der Beschwerdeführer macht 

geltend, er habe am 3. Juli 1992 einen Unfall erlitten und führt die 

Hochtonschwerhörigkeit links sowie den Tinnitus auf dieses Ereignis zurück. Am 15. 

Februar 2012 wurde der Beschwerdegegnerin das Ereignis zur Beurteilung ihrer 

Leistungspflicht von der IV-Stelle gemeldet (Suva-act. 1, S. 1). Zu prüfen ist mithin im 

Folgenden, ob das vom Beschwerdeführer geschilderte Ereignis vom 3. Juli 1992 einen 

Unfall im Sinn des Gesetzes darstellt. Nicht strittig ist, dass mit der 

Hochtonschwerhörigkeit und dem Tinnitus keine Körperschädigungen der 

abschliessenden Aufzählung von Art. 9 Abs. 2 lit. a - h UVV (vgl. dazu BGE 114 V 302 

E. 3d; RKUV 1989 Nr. U 67 S. 165) vorliegen und damit nicht von einer unfallähnlichen 

Körperschädigung ausgegangen werden kann (vgl. dazu auch Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts vom 21. August 2001, U 26/00, E. 3). Eine 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin unter diesem Titel (Art. 6 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]) fällt folglich ausser 

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Betracht. Zu Recht auch nicht geltend gemacht wird das Vorliegen einer 

Berufskrankheit (Art. 9 Abs. 1 UVG, Art. 14 UVV, Anhang 1 zu Art. 14 UVV).

3.  

3.1   Gemäss Art. 4 ATSG gilt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat. Damit ein Ereignis als Unfall angesehen werden kann, müssen 

notwendigerweise alle Merkmale der Definition dieses Unfallbegriffs vorliegen. Zu 

prüfen ist vorliegend insbesondere das Begriffsmerkmal des ungewöhnlichen äusseren 

Faktors.

3.2  Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall 

gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Unvollständige, ungenaue oder 

widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die Verneinung der 

Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streitfall hat das 

Sozialversicherungsgericht zu entscheiden, ob die einzelnen Merkmale des 

Unfallbegriffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben 

sind. Hierzu hat es im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen 

Beweise zu erheben. Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht wenigstens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht zur Anwendung gelangenden Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale – 

die blosse Möglichkeit genügt nicht (vgl. dazu BGE 120 V 37 E. 3c; Th. Locher, 

Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) –, ist ein Unfall im 

Rechtssinn zu verneinen (Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1).

3.3  Im konkreten Fall liegen weder hinsichtlich des Ereignisses vom 3. Juli 1992 noch 

der Behandlung des Beschwerdeführers in der ORL-Klinik des Universitätsspitals 

Zürich echtzeitliche Akten vor. Eine Unfallmeldung ist damals nicht erfolgt. Eine 

ärztliche Behandlung wurde zwar laut Abklärungen von Dr. E.___ vom Universitätsspital 

Zürich bestätigt, doch seien darüber keine Unterlagen mehr vorhanden (Suva-act. 16). 

Eine erste Schilderung des Ereignisses vom 3. Juli 1992 ist einem Eintrag von Dr. C.___ 

in der Krankengeschichte vom 18. August 2008 zu entnehmen. Angesichts dieser 

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Aktenlage, d.h. ohne jegliche echtzeitliche Dokumentationen, ist schon gar nicht 

erstellt, ob überhaupt und wie sich das Ereignis vom 3. Juli 1992 zugetragen hat.

3.4  Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist jedoch selbst dann zu verneinen, 

wenn vom geschilderten Ereignis ausgegangen wird. Zwar ist das Begriffsmerkmal des 

äusseren Faktors in Form des Erlebens eines Druckanstiegs bei einem Landeanflug in 

einem Sportflugzeug gegeben und ein dadurch aufgetretener Schmerz als schädigende 

Einwirkung auf den menschlichen Körper zu bezeichnen. Zu verneinen gilt es jedoch 

das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit dieses äusseren Faktors. Entscheidend für 

die Annahme eines ungewöhnlichen äusseren Faktors ist nicht seine Wirkung, sondern 

die Ungewöhnlichkeit des Faktors an sich. Ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich zog. Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den 

Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob 

dies zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur objektive Umstände in 

Betracht fallen (RKUV 2000 Nr. U 368 S. 99 f. E. 2b mit Hinweisen; BGE 122 V 233 E. 1, 

121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen).

3.5  Der Beschwerdeführer beschreibt einen an sich bekannten Vorgang. So kann der 

infolge eines Sinkflugs entstehende Luftdruckwechsel vom menschlichen Ohr als Druck 

auf das Trommelfell oder Hörminderung wahrgenommen werden, da der 

Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung nicht schnell genug erfolgen kann 

(vgl. http://www.dr-gumpert.de/html/akute_schwerhoerigkeit.html, abgerufen am 1. 

März 2013). Dennoch lässt sich durch einen erhöhten Druckanstieg bei der Landung 

eines Flugzeugs das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht 

begründen. Der Flug mit einem Flugzeug ist zwar in der Regel keine Alltäglichkeit. Als 

etwas Ungewöhnliches im Sinn des hier zur Debatte stehenden Begriffs lässt er sich 

indessen nicht bezeichnen, weiss man doch sehr genau, wie der menschliche Körper 

auf die damit verbundenen Belastungen reagiert. Der unvermeidliche Druckanstieg bei 

der Landung stellt eine völlig normale Begleiterscheinung eines Sinkflugs dar, weshalb 

darin kein ungewöhnlicher äusserer Faktor zu erkennen ist. Daran ändert auch der 

Umstand nichts, dass im konkreten Fall die Landung mit einem Sportflieger ohne 

Druckausgleichskabine durchgeführt wurde (vgl. Suva-act. 30). Die Druckkabine ist 

eine besondere Bauform der Passagierkabine für sehr hoch fliegende, grössere 

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Flugzeuge. Insofern ist ein Klein- oder Leichtflugzeug ohne Druckkabine, wie 

beispielsweise ein Sportflugzeug, ein taugliches, die Gesundheit eines Menschen 

erfahrungsgemäss - auch durch den Druckanstieg beim Landeanflug - nicht 

gefährdendes Verkehrsmittel (vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Druckkabine, 

abgerufen am 1. März 2013). Dass im konkreten Fall der übliche (Aussen-)Druckanstieg 

bei der Landung - beispielsweise durch einen zu schnellen Sinkflug - überschritten 

worden wäre, lässt die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung 

nicht erkennen (vgl. Erwägung 3.4). Vielmehr ist davon auszugehen, dass der 

Landeanflug bei normalen äusseren Bedingungen planmässig verlaufen ist.

3.6  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nach dem Gesagten selbst bei Annahme 

der nicht mit echtzeitlichen Akten belegten Sachverhaltsdarstellung des 

Beschwerdeführers nicht als mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen gelten kann, dass der Beschwerdeführer anlässlich 

des Landeanflugs mit einem Sportflugzeug vom 3. Juli 1992 einen Unfall im Sinn von 

Art. 4 ATSG erlitten hat. Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ist daher unter 

diesem Titel zu verneinen.

4.  

4.1  Selbst wenn zugunsten des Beschwerdeführers von einem Unfall am 3. Juli 1992 

auszugehen wäre, bestünde nur dann eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin, 

wenn die geltend gemachten Beschwerden in einem natürlichen (und adäquaten) 

Kausalzusammenhang zum Landeflug bzw. Druckanstieg vom 3. Juli 1992 stünden. 

Die rechtlichen Grundlagen des natürlichen Kausalzusammenhangs sowie des 

Anspruchs auf Versicherungsleistungen bei Rückfällen und Spätfolgen (Art. 11 UVV) hat 

die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid (Erwägung 2) zutreffend dargelegt. 

Darauf kann verwiesen werden. Die Beurteilung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen bei den medizinischen 

Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. Demgegenüber obliegt es 

dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten 

(BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat 

jedoch die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch 

keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).

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4.2  Der Beschwerdeführer leidet am linken Ohr unbestrittenermassen an einer 

Hochtonschwerhörigkeit sowie einem Tinnitus (Suva-act. 1, S. 20 ff., Suva-act. 11). 

Aufgrund der medizinischen Literatur ist davon auszugehen, dass diese 

Gesundheitsstörungen sowohl auf einer Krankheit beruhen (beispielsweise 

Haarzellschaden, Innenohrentzündung, Infektionskrankheiten, Intoxikation bei 

Mittelohrentzündung, Tumore, Durchblutungsstörungen) als auch traumatisch bedingt 

sein können. Bei übermässigem Druck - im Flugzeug, beim Tauchen, bei einer 

Explosion oder einer heftigen Ohrfeige - kann das Trommelfell zerreissen, wodurch ein 

starker Ohrenschmerz, Ohrensausen und Schwerhörigkeit verursacht wird (vgl. dazu 

Roche, Lexikon Medizin, 5. Aufl. S. 928; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. 

Aufl., S. 989, 2112; http://www.dr-gumpert.de/html/akute_schwerhoerigkeit.html, 

http://www.apotheken-umschau.de/ohren/trommelfellverletzungen, Wikipedia - 

Schwerhörigkeit, alle abgerufen am 15. März 2013). Aus dem Gesundheitsschaden für 

sich allein lässt sich mithin keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität 

herleiten.

4.3  Wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung 3.3), liegen mit Bezug auf das Ereignis vom 3. 

Juli 1992 keine echtzeitlichen, insbesondere keine medizinischen Akten vor, aus denen 

hervorgehen würde, dass der Beschwerdeführer infolge des fraglichen Ereignisses 

bzw. durch eine starke Druckdifferenz beim Landeanflug eine Gehörsverletzung in 

Form eines Trommelfelldefekts erlitten hat, welche zu einer Schwerhörigkeit und einem 

Tinnitus hätte führen können (vgl. Suva-act. 11). Auch ist im damaligen Zeitpunkt keine 

Unfallmeldung erfolgt, was jedoch angesichts der vom Beschwerdeführer geschilderten 

Situation mit notfallmässiger Behandlung in der HNO-Klinik des Universitätsspitals 

Zürich nahe liegend gewesen wäre. Damit sind im konkreten Fall solche im Rahmen 

der Kausalitätsbeurteilung massgebende Beurteilungskriterien, wie der 

Unfallmechanismus und die Unfalldiagnose bzw. die bei einem Unfall erlittene 

Verletzung als Ausgangspunkt für traumatische Folgeschäden, nicht dokumentiert. Der 

Beweisführung, ob zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der 

seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist damit eine wesentliche Grundlage entzogen.

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4.4  Das fragliche Ereignis fand am 3. Juli 1992 statt, während eine Unfallmeldung erst 

durch die IV-Stelle am 15. Februar 2012 erfolgte (Suva-act. 1, S. 1). Erstmals ist sodann 

eine ärztliche Konsultation wegen eines Tinnitus sowie einer Hochtonschwerhörigkeit 

am 18. August 2008 in der von Dr. C.___ verfassten Krankengeschichte vermerkt. Zwar 

wurde in diesem Zusammenhang notiert, dass der Beschwerdeführer seit Jahren ein 

leichtes Sausen in beiden Ohren und vor vielen Jahren ein Barotrauma an beiden 

Ohren (links mehr als rechts) beim Sportfliegen mit einer kleinen Maschine erlitten 

habe. Dennoch haben laut medizinischen Akten während 16 Jahren keine das Gehör 

betreffenden ärztlichen Behandlungen stattgefunden. Je grösser der zeitliche Abstand 

zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist, 

desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu stellen. Angesichts des zeitlichen Ablaufs im vorliegenden 

Fall kann jedoch höchstens die Möglichkeit eines Zusammenhangs angenommen 

werden.

4.5  Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass in Anbetracht des Gesagten 

massgebende Indizien gegen eine Unfallkausalität der Hochtonschwerhörigkeit und 

des Tinnitus vorliegen. Entsprechend gestalten sich die ärztlichen Beurteilungen. 

Dr. D.___ führte im Arztzeugnis UVG vom 26. April 2012 aus, dass der Hochtonabfall 

links und der chronische Tinnitus beidseits mit dem vom Patienten geltend gemachten 

Ereignis nicht vereinbar seien und nicht plausibel erscheinen würden (Suva-act. 11). Die 

verneinende Antwort erfolgte auf konkrete Frage hin und lässt keine Fehleinschätzung 

erkennen. Vielmehr ist sie angesichts der Erwägungen 4.2 ff. überzeugend und 

nachvollziehbar. Die Ausführungen in der E-Mail des Beschwerdeführers an die 

Beschwerdegegnerin vom 30. August 2012 (Suva-act. 30) überzeugen damit nicht als 

nachvollziehbare Begründung für eine Widerlegung des Inhalts des Arztzeugnisses 

UVG vom 26. April 2012. Dr. E.___ verweist sodann in seiner ärztlichen Beurteilung vom 

4. Mai 2012 auf die Beurteilung von Dr. D.___ im Arztzeugnis UVG und fügt ausserdem 

an, dass bei Fehlen einer Schadenmeldung bzw. einer ärztlichen Behandlung im Jahr 

1992 zulasten der Beschwerdegegnerin eine Unfallfolge mit Sicherheit auszuschliessen 

sei (Suva-act. 16). Aufgrund dieser übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen steht 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Ohrenbeschwerden des Beschwerdeführers auf das gemeldete Ereignis vom 3. Juli 

1992 zurückzuführen sind.

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4.6  Zusammenfassend ist mithin auch der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

dem fraglichen Ereignis vom 3. Juli 1992 und den ab 18. August 2008 behandelten 

Ohrbeschwerden bzw. der deswegen am 28. Dezember 2011 von Dr. C.___ 

verordneten Hörgerätanpassung links nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

erstellt. Auch unter diesem Aspekt hat die Beschwerdegegnerin damit ihre 

Leistungspflicht zu Recht verneint.

5.

Der Antrag des Beschwerdeführers, die Beschwerdegegnerin habe die Untersuchungs- 

bzw. Behandlungskosten von Dr. D.___ im Betrag von Euro 246.40 (vgl. act. G 1.3) zu 

übernehmen, wurde erstmals im Beschwerdeverfahren gestellt. Im angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 7. August 2012 wurde hierüber nicht entschieden. 

Hinsichtlich der Kostenübernahme der fraglichen Untersuchungs- und 

Behandlungskosten liegt damit kein Anfechtungsgegenstand vor, über den im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren entschieden werden könnte. Auf den fraglichen 

Antrag ist damit nicht einzutreten. Die Beschwerdegegnerin hat hierüber eine 

anfechtbare Verfügung zu erlassen. Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, 

dass bei Anordnung einer Massnahme durch die Beschwerdegegnerin die Kosten 

unabhängig von einer allfälligen Unerlässlichkeit der Massnahme auch von dieser zu 

übernehmen sind (vgl. dazu Art. 45 Abs. 1 ATSG; U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 

Zürich/Basel/Genf 2009, N 9 ff. zu Art. 43; Suva-act. 22 f.).

6.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie 

einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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		2025-07-19T10:52:13+0200
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