# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7c17cde-0651-52fe-99a8-05d9635822ac
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LF250036-O2
**Docket/Reference:** LF250036-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LF250036-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LF250036-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichterin lic. iur. A. 

Strähl sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Götschi

Beschluss vom 3. Juli 2025

in Sachen

gegen

A._____, 

Berufungskläger,

B._____, 

Berufungsbeklagte,

betreffend Testamentseröffnung / Widerruf Erbschein

im Nachlass von C._____, geboren tt. November 1958, von Zürich und 

D._____, gestorben tt.mm.2024, wohnhaft gewesen in E._____

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Affol-

tern vom 28. März 2025 (EL250029)

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Erwägungen:

1.

Sachverhalt / Prozessgeschichte

1.1 Am tt.mm.2024 verstarb C._____, geb. tt. November 1958, (nachfolgend: 

Erblasser) ledig (vgl. act. 7/4/1). Mit Eingabe vom 7. Januar 2025 bestellte die 

Schwester des Erblassers, B._____, beim Einzelgericht des Bezirksgerichtes Af-

foltern (nachfolgend: Vorinstanz) einen Erbschein (Geschäfts-Nr. EM250004) 

(vgl. act. 8/1/1-2). Die Vorinstanz stellte ihr am 5. Februar 2025 einen auf sie als 

gesetzliche Alleinerbin lautenden Erbschein aus (act. 8/5). 

1.2 Mit Eingabe vom 17. Februar 2025 reichte die F._____ AG bei der Vorin-

stanz ein eigenhändiges Testament des Erblassers vom 24. September 2024 so-

wie zwei Testamentsentwürfe (soweit ersichtlich in Kopie) ein (act. 7/1/1-3 sowie 

act. 7/2).

1.3 Mit Urteil vom 28. März 2025 (act. 7/9 = act. 3 = act. 6 [Aktenexemplar]) ent-

schied die Vorinstanz wie folgt:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Der Erbschein vom 5. Februar 2025, welcher der gesetzlichen Alleiner-
bin ausgestellt wurde, wird widerrufen.

Den Beteiligten wird je eine Fotokopie des Testamentes zugestellt.
Das Originaltestament bleibt im Gerichtsarchiv aufbewahrt. 

Der gesetzlichen Alleinerbin wird auf Verlangen der auf sie lautende 
Erbschein ausgestellt, sofern dagegen seitens der gesetzlichen Erben 
oder eines anderen Berechtigten nicht innert Monatsfrist, von der Zu-
stellung dieses Urteils an gerechnet, durch Eingabe an das Einzelge-
richt Einsprache erhoben wird.

Das Geschäft wird als erledigt abgeschrieben.
Die Regelung des Nachlasses ist Sache der gesetzlichen Alleinerbin.

Die Kosten betragen:

Fr.  5483.00

Entscheidgebühr

Fr. 

      0.00

Barauslagen

Fr.  5483.00

Kosten total, weitere Kosten vorbehalten

Die Kosten werden zu Lasten des Nachlasses mit separater Rechnung 
von der gesetzlichen Erbin (Ziff. II) B._____, G._____-str. .., … 
H._____, bezogen.

7./8. (Mitteilung / Rechtsmittel).

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Zur Begründung erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, mangels einer ausdrück-

lichen Erbeinsetzung gelange die Berufungsbeklagte als gesetzliche Alleinerbin 

zur alleinigen Erbfolge. Weiter hielt die Vorinstanz fest, der Erblasser habe be-

stimmt, dass ein Vermächtnis in der Höhe von Fr. 100'000.– an die F._____ AG 

auszurichten sei. Die übrigen Bestimmungen im Testament seien unbeachtlich 

bzw. gegenstandslos geworden (vgl. act. 6 E. III. i.V.m. II.). 

1.4 Gegen dieses Urteil erhebt der Berufungskläger mit Eingabe vom 13. April 

2025 (act. 2) Berufung. Dies mit folgendem Antrag:

Alle in der ersten tabellarischen Aufstellung des Testamentes vom 
24. September 2024 von C._____, selig, genannten Beträge seien als 
Vermächtnis/Legat zu anerkennen (Beleg 1, in meinem Fall CHF 
300'000.00).

1.5  Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen (vgl. 

act. 7/1-19 [EL250029] und act. 8/1-6 [EM250004]). Der Berufungskläger hat den 

von ihm einverlangten Kostenvorschuss für das Berufungsverfahren rechtzeitig 

geleistet (vgl. act. 9 und 11). Auf das Einholen einer Berufungsantwort kann ver-

zichtet werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO).

2.  Prozessuales

2.1 Die Eröffnung eines Testaments – in deren Rahmen das Testament 

ausgelegt wird – gehört zu den Angelegenheiten der freiwilligen bzw. 

nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, welche der Kanton Zürich dem Einzelgericht im 

summarischen Verfahren zugewiesen hat (vgl. Art. 556 ZGB i.V.m. Art. 551 Abs. 

1 ZGB und Art. 54 Abs. 3 SchlT ZGB, § 24 lit. c und § 137 lit. c GOG i.V.m. 

Art. 248 lit. e ZPO sowie zum Ganzen auch ZK ZPO-FELLER/BLOCH, 3. Aufl. 2016, 

Art. 19 N 5 ff. m.w.H.). Gegen erstinstanzliche Summarentscheide in 

vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung zulässig, sofern der 

Streitwert mindestens Fr. 10'000.– beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Erbrechtliche 

Angelegenheiten sind naturgemäss vermögensrechtlicher Art (vgl. BGE 135 III 

578 E. 6.3), was auch für die erbrechtlichen Sicherungsmassregeln – wie die Tes-

tamentseröffnung – gilt (vgl. DIGGELMANN, DIKE-Komm-ZPO, 2. Aufl. 2016, Art. 91 

N 30; ENGLER/JENT, Behördliche Mitwirkung beim Erbgang – Mechanik eines «ei-

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genartigen» Verfahrens, in: SJZ 113/2017, S. 421 ff., S. 424). Der Streitwert von 

Fr. 10'000.– ist hier erreicht, weshalb die Berufung grundsätzlich zulässig ist.

2.2 Das Einzelgericht nimmt im Rahmen der Testamentseröffnung vom Inhalt 

einer letztwilligen Verfügung Kenntnis und teilt diesen den bekannten Erben mit. 

Es hat dabei nur eine vorläufige Prüfung und Auslegung des Testaments vorzu-

nehmen, soweit dies für die von ihm zu treffenden Anordnungen zur Sicherung 

des Erbganges erforderlich ist. So ist im Hinblick auf die nach Art. 559 ZGB aus-

zustellende Erbenbescheinigung insbesondere zu bestimmen, wem nach dem 

Wortlaut des Testaments Erbenstellung zukommt. Diese Auslegung hat aber im-

mer nur provisorischen Charakter, d.h. sie ist für die materielle Rechtslage unprä-

judiziell. Über die Gültigkeit der letztwilligen Verfügung und die definitive Ordnung 

der Rechtsverhältnisse befindet das Eröffnungsgericht nicht; dies bleibt im Streit-

fall dem anzurufenden ordentlichen Gericht vorbehalten (anstatt vieler: ZR 77 

[1978] Nr. 131, ZR 82 [1983] Nr. 66 und ZR 84 [1985] Nr. 90, je mit weiteren Hin-

weisen; OGer ZH LF130079 vom 27. Mai 2014 E. 2.1; BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 

7. Aufl. 2023, Vor Art. 551-559 N 10). Vermächtnisnehmer gehören nicht zum 

Kreis der zur Eröffnung vorzuladenden Personen (BSK ZGB II-KARRER/VOGT/LEU, 

5. Aufl., Basel 2015, Art. 557 N 1, 2 und 8). 

2.3 Der Berufungskläger begründet seinen Antrag (alle in der ersten tabellari-

schen Aufstellung des Testaments vom 24. September 2024 genannten Anord-

nungen seien als Vermächtnisse anzuerkennen) damit, dass die testamentari-

schen Anordnungen des Erblassers und die aufgeführten Beträge klar und die in 

der Tabelle genannten Personen als Vermächtnisnehmer zu betrachten seien. 

Dies habe dem Wunsch des Erblassers entsprochen (act. 2). Damit beanstandet 

der Berufungskläger sinngemäss die Erwägung der Vorinstanz, wonach das Tes-

tament abgesehen vom Vermächtnis zugunsten der F._____ AG unbeachtliche 

bzw. gegenstandslose Bestimmungen enthalte. Die Kritik des Berufungsklägers 

an der vorinstanzlichen Auslegung des Testamentes beschlägt indessen nicht die 

im Hinblick auf die Ausstellung der Erbenbescheinigung wesentliche Frage, wem 

im vorliegenden Nachlass Erbenstellung zukommt. Seine Berufung richtet sich 

nicht gegen die vom Eröffnungsgericht vorzunehmende, unpräjudizielle Ausle-

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gung der letztwilligen Verfügung, welche von der Kammer im Rahmen des Beru-

fungsverfahrens überprüft werden könnte. 

2.4 Nebst der Eröffnung hat das Einzelgericht auch Mitteilungen nach Art. 558 

ZGB vorzunehmen. Gemäss dieser Bestimmung erhalten alle an der Erbschaft 

Beteiligten auf Kosten der Erbschaft eine Abschrift der eröffneten Verfügung, so-

weit diese sie angeht. Diese Mitteilung dient der Information aller am Nachlass 

Beteiligten über die vorhandenen Verfügungen und deren Inhalt, damit sie ihre 

Rechte geltend machen können (EMMEL, in: ABT/WEIBEL [Hrsg.], Praxiskommentar 

Erbrecht, 5. Aufl. 2023, Art. 558 N 1 m.w.H.). Gegenüber Vermächtnisnehmern 

umfasst die Mitteilung nur denjenigen Teil der letztwilligen Verfügung, der sie be-

trifft. In der Zürcher Praxis erfolgt diese Mitteilung in Form einer Vermächtnisan-

zeige. Allerdings kommt einer Vermächtnisanzeige weder für den Bestand eines 

Vermächtnisses Bedeutung zu noch löst sie eine Frist für eine Vermächtnisklage 

aus (vgl. BSK ZGB II-LEU/GABRIELI, 7. Aufl. 2023, Art. 557 N 22). Der Mitteilung 

kommt jedoch insofern grosse Bedeutung zu, als ein Vermächtnisnehmer in der 

Regel erst dadurch Kenntnis von einer entsprechenden Anordnung im Testament 

erhält.

Im vorliegenden Fall hat der Berufungskläger offensichtlich bereits Kenntnis 

von den testamentarischen Anordnungen des Erblassers und er ist deshalb in der 

Lage, seinen Standpunkt gegenüber der gesetzlichen Erbin geltend zu machen. 

Somit ist er durch den angefochtenen Entscheid in seiner Rechtsstellung nicht 

tangiert bzw. er ist durch diesen materiell nicht beschwert. 

2.5 Der Antrag des Berufungsklägers umfasst auch die Mitteilung an die übrigen 

im Testament erwähnten Vermächtnisnehmer. Der Berufungskläger tritt nicht als 

Vertreter der in der Tabelle aufgeführten, von ihm als Vermächtnisnehmer be-

zeichneten Personen auf (vgl. Art. 68 ZPO). Die Erhebung eines Rechtsmittels im 

eigenen Namen zum Vorteil Dritter ist gesetzlich zudem nicht vorgesehen. Inso-

weit ist daher auf die Berufung mangels Legitimation nicht einzutreten. 

2.6 Auch wenn die Anordnungen des Erblassers gemäss Liste nicht restlos klar 

sind, können diese im Gesamtkontext prima facie als Vermächtnisse interpretiert 

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werden. Es würde dem Sinn und Zweck von Art. 558 ZGB entsprechen, die na-

mentlich aufgeführten Personen über den sie betreffenden Inhalt des Testamen-

tes zu informieren. Denn die Mitteilung dient wie erwähnt lediglich der Information 

und hat keinerlei Auswirkungen auf materiellrechtliche Ansprüche. Die Vorinstanz 

könnte sich gestützt auf die in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit 

geltende Untersuchungsmaxime (Art. 255 lit. b ZPO) und die Möglichkeit einer 

Abänderung im Sinne von Art. 256 Abs. 2 ZPO erneut mit der Frage der Mitteilung 

befassen. 

2.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es an einem rechtlich geschützten 

Interesse des Berufungsklägers an der Berufung bzw. an seiner Legitimation fehlt, 

weshalb darauf nicht eingetreten werden kann.

3.

Kosten- und Entschädigungsfolgen 

3.1 Umständehalber sind für das Berufungsverfahren keine Kosten zu erheben. 

Der vom Berufungskläger geleistete Kostenvorschuss von Fr. 900.– ist ihm zu-

rückzuerstatten.

3.2 Partei- oder Umtriebsentschädigungen sind keine zuzusprechen: dem Beru-

fungskläger nicht, weil er mit seiner Berufung unterliegt, und der Berufungsbe-

klagten nicht, weil ihr keine Aufwendungen entstanden sind, die zu entschädigen 

wären.

1.

2.

Es wird beschlossen:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.

Es werden für das Berufungsverfahren keine Kosten erhoben.

Der vom Berufungskläger geleistete Vorschuss von Fr. 900.– wird ihm zu-

rückerstattet.

3.

Partei- oder Umtriebsentschädigungen werden keine zugesprochen.

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4.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter 

Beilage eines Doppels der Berufungsschrift (act. 2), sowie an das Einzelge-

richt des Bezirksgerichtes Affoltern, je gegen Empfangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 

innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-

richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über 
vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 300'000.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Götschi

versandt am: