# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7712967c-9990-5408-94a5-3780346d9eb3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2002-08-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 20.08.2002  VB.2001.00406
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2001-00406_2002-08-20.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2001.00406	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 20.08.2002
	Spruchkörper: 	1. Abteilung/1. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Submissionsrecht
	Betreff: 

	Submission

	
Beurteilung von Offerten anhand der Zuschlagskriterien im selektiven Vergabeverfahren

Die Beurteilung der Kriterien "Erfahrung" und "Referenzen", die allein auf im Rahmen der Präqualifikation eingereichten Unterlagen beruht, stellt in casu keinen wesentlichen Verfahrensmangel dar (E. 3). Die Bewertung des Zuschlagskriteriums "Preis" hat dessen Gewichtung Rechnung zu tragen (E. 4b).

			 	
				Stichworte:
	
						BEWERTUNGSMETHODE
EIGNUNG
ERFAHRUNG
PREIS
REFERENZ
SUBMISSIONSRECHT
ZUSCHLAGSKRITERIEN

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 16 lit. II IVöB
§ 31 lit. I SubmV

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

I. Die politische Gemeinde X
eröffnete mit Ausschreibung vom 21. Septem­ber 2001 eine Submission im
selektiven Verfahren für die beim Neubau BWS in X (Berufswahl- und
Weiterbildungsschule) anfallenden Baumeisterarbei­ten (BKP 211). Aufgrund der
durchgeführten Präqualifikation wurden 10 der insgesamt 16 Bewerber zur
Einreichung eines Angebots eingeladen. Innert der Eingabefrist gingen 9
Offerten mit Angebotspreisen zwischen Fr. 1'941'465.- und Fr. 2'620'701.- ein.
Mit Verfügung vom 12. Dezember 2001 erging der Zu­schlag an die Firma B, in Y,
mit dem zweittiefsten Angebot über Fr. 2'011'454.-. Das tiefste Angebot
stammte von der Firma A AG .

 

II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die Firma A AG  am 18.
Dezember 2001 Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt. Sie beantragte, der
Vergabeentscheid sei auf­zuheben und der Zuschlag sei an sie zu erteilen, unter
Ko­sten- und Ent­schä­di­gungs­fol­gen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Eventuell sei die Vergabe an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
Ferner wurde beantragt, der Beschwerde sei aufschiebende Wirkung zu erteilen. –
Die Gemeinde X und die Mitbeteiligte schlossen jeweils am 29. Januar 2002 auf
Abweisung des Gesuchs um Erteilung der aufschiebenden Wirkung und der
Beschwerde. Die Mitbeteiligte liess zudem die Zusprechung einer
Parteientschädigung beantragen.

 

Mit Präsidialverfügung vom 31. Januar 2002 wurde das Gesuch um
Erteilung der auf­schiebenden Wirkung abgewiesen.

 

Die Beschwerdeführerin verzichtete in der Folge auf die
Erstattung einer Replik.

 

Die Ausführungen der Parteien werden, soweit erforderlich in
den nachstehenden Erwägungen wiedergegeben.

 

 

Die Kammer zieht in
Erwägung:

 

 

1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber
können unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen
werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999,
S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999,
§ 41 N. 22). Auf das Beschwer­de­verfahren gelangen die
Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung über das öffentliche
Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVöB) sowie die
§§ 3 ff. des Gesetzes über den Beitritt des Kantons Zürich zur Inter­kantonalen
Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVöB-BeitrittsG) zur Anwendung. 

 

2. Ein nicht berücksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde
gegen den Vergabeent­scheid legitimiert, wenn er bei deren Gutheissung eine
realistische Chance hat, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn
die Gutheissung zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führt, bei
welcher er ein neues Angebot einreichen kann. An­dern­falls fehlt ihm das
schutzwürdige Interesse an der Beschwerdeführung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ
1999 Nr. 11). Vorliegend hat die Be­schwer­de­füh­re­rin gemäss der Begrün­dung
des angefochtenen Ent­scheids nur das viertbeste Resultat erzielt. Mit den in
der Be­schwer­de erhobenen Rügen stellt sie jedoch gerade diese Bewertung in
Frage, wozu sie ohne weiteres legitimiert ist. 

 

3. Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, dass
die Vergabebehörde die einzelnen Zuschlagskriterien nicht korrekt bewertet und
dementsprechend einseitig zu ihrem Nachteil gewichtet habe.

 

a) Nach § 31 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom
18. Juni 1997 (SubmV) erfolgt der Zuschlag - sofern nicht ausnahmsweise
das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV)
zur Anwendung kommt - auf das wirtschaftlich günstigste Angebot. Bei der
Bewertung der Angebote ist das Preis-Leistungs-Verhältnis zu beachten, wobei
neben dem Preis insbesondere die folgenden Kri­terien berücksichtigt werden können:
Qualität, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskosten, Kundendienst, Ökologie,
Zweck­­mässigkeit, technischer Wert, Ästhetik, Kreativität, Lehr­lingsausbildung,
Infrastruk­tur. Die für eine bestimmte Beschaffung massgeblichen Zu­schlagskriterien
werden von der Vergabebehörde im Hinblick auf die Besonderheiten des Auftrags
festgelegt. Dabei steht ihr ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu. Um die
not­wendige Transparenz des Vergabe­verfahrens zu gewährleisten, sind die
Zuschlagskriterien den Interessenten zu Beginn des Verfahrens in den
Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i
SubmV), und aus der Bekanntgabe muss ersichtlich sein, welches Gewicht den
einzelnen Kriterien zukommt. Um die relative Bedeutung der einzelnen Krite­rien
ersichtlich zu machen, müssen diese zumindest in der Reihenfolge ihrer
Bedeutung bekannt gegeben werden (vgl. zum Ganzen RB 1999 Nr. 62 = BEZ
1999 Nr. 13 E. 3b = ZBl 100/1999, S. 372). 

 

Bei der Beurteilung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien
steht der Vergabe­stelle wiederum ein Ermessensspielraum zur Verfügung. In
diesen greift das Verwaltungs­ge­richt, dem keine Überprüfung der
Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVöB), nicht
ein; zu prüfen ist dagegen eine allfällige Überschreitung oder ein Miss­brauch
des Ermessens (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a). 

 

b) Die Beschwerdegegnerin hat die Beurteilungskriterien in der
Ausschreibung wie folgt festgelegt:

 

"Alle Wände im Gebäude werden
in Sichtbeton ausgeführt. Qualität und Ausführung werden speziell qualifiziert.
Referenz-Objektangaben über ausgeführte Bauten sind von Vorteil.
Zuschlagskriterien: Preis 60%; Erfahrung mit Sichtbeton 20%; Referenzobjekte
20%. (...) Es werden nur Bewerberinnen/Bewerber zum Ausschreibungsverfahren
zugelassen, die zusammen mit ihrem Antrag zur Teilnahme am Wettbewerb auf Grund
eines ausgefüllten Fragebogens ihre finanzielle, fachliche und organisatorische
Eignung nachweisen."

 

Im Fragebogen für Anbieterinnen und Anbieter im
Submissionsverfahren heisst es sodann: 

 

"Geforderte Eignungskriterien
/ Nachweis über spezifische, ausgeführte Objekte mit Angaben über Fachpersonal
und Kostenrahmen der ausgeführten Arbeiten.

Referenzangaben mit Arch./Bauleitung und Bauherrschaft.

Es sind mindestens 3 Objekte (Sichtbetonarbeiten) mit Fotos abzu­geben. 

Offertbewertungen, bei welchen diese Forderungen fehlen, werden nicht zur
Submission eingeladen." 

 

Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ausführt,
wurden die daraufhin eingereichten Unterlagen "beurteilt und nach den
vorgesehenen Eignungskriterien (Erfahrung mit Sichtbeton und Referenzobjekte,
je mit der Note 1 bis 6) bewertet". Es wur­den alle Bewerber berücksichtigt,
die mit "mindestens den Noten 4/4 bewertet wurden". Im Rahmen der
zweiten Stufe waren die Offerten einzureichen, welche rechnerisch geprüft und
in der Folge anhand der Zuschlagskriterien bewertet wurden. Mit Bezug auf die Zuschlags­kriterien
"Erfahrung mit Sichtbeton" und "Referenzobjekte" hiess das
offenbar, dass deren im Rahmen der Eignungsprüfung vorgenommene Benotung mit
dem angekündig­ten Gewicht von 20% übernommen wurde. 

 

c) Dass die Merkmale "Erfahrung mit Sichtbeton" und
"Referenzobjekte" für die Prüfung der Eignung herangezogen wurden,
liegt vorliegend nicht Streit. Indessen macht die Beschwerdeführerin geltend,
mit der Einladung zur Offertstellung habe die Bauherrschaft ausdrücklich
erklärt, dass sie die Unternehmung bezüglich "Erfahrung mit Sichtbeton"
und "Referenzobjekte" in allen Belangen für qualifiziert halte. Sie
habe jedoch bezüglich beider Merkmale lediglich die Note 5 erhalten, was bei
dem angewendeten Gewichtungssystem einen übermässigen Punkteverlust bedeute.

 

Hierzu ist vorab zu bemerken, dass für die Präqualifikation
lediglich ein bestimmtes Mindestmass an Eignung erforderlich war, welches nicht
nur unter-, sondern auch überschrit­­ten werden konnte. Gerade bei
Arbeitsleistungen wie den vorliegend in Frage stehenden Sichtbetonarbeiten, ist
eine über das notwendige Mindestmass hinausgehende Eignung mit Blick auf die
Qualität der Arbeitsleistung und damit für das zuschlagsrelevante
Preis-Leistungs-Verhältnis von grosser Bedeutung. Es ist denn auch weder zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die genannten Merkmale zu
Zuschlagskriterien erhob (vgl. RB 2000 Nr. 70; VGr, 19. Juni 2002,
VB.2001.00360, http://www.vgrzh.ch/rechtspre­chung, E. 5c),
noch dass sie ihnen neben dem Kriterium "Preis" ein Gewicht von
insgesamt 40% einräumte. Aufgrund der vorstehend wiedergegebenen Ausschreibung
waren die einzelnen Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung zudem hinlänglich
bekannt. 

 

Dagegen fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin bei der
Beurteilung der Zuschlagskriterien "Erfahrung mit Sichtbeton" und
"Referenzobjekte" ausschliesslich auf Unterlagen abstellte, welche
die Anbietenden im Rahmen der Präquali­fikation (erste Stufe des selektiven
Verfahrens) eingereicht hatten. Es fand mithin gar keine neuerliche Beurteilung
statt, sondern es wurde die Bewertung aus der ersten Verfahrensstufe
unverändert übernommen. Dies muss jedenfalls aus der Argumentation der
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort geschlossen werden, wo diese ihre
Bewertung einzig anhand der für die erste Stufe vorgelegten Referenzobjekte
rechtfertigt. Dieses Vorgehen erscheint zumindest bedenklich: Aus den
Ausschreibungsunterlagen ging nicht hervor, dass diesbezüglich ausschliesslich
auf die mit der Bewerbung eingereichten Unterlagen abgestellt würde. Auch wurde
in den anschliessend abgegebenen Offertunterlagen eingangs erneut auf die
Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung hingewiesen. Dementsprechend legten
sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Mitbeteiligte ihren Offerten jeweils
umfangreiche Referenzlisten bei. Anderseits ist nicht zu beanstanden, wenn die
Vergabebehörde zur fachlichen Beurteilung der Anbieter nicht alle angegebenen
Referenzen einholt, sondern sich auf eine Auswahl re­präsentativer Referenzen
beschränkt. Auch darf vorausgesetzt werden, dass ein Bewerber, der im
selektiven Verfahren vorab seine Eignung durch Vorlage von Referenzen darlegen
muss, dafür eine sehr gezielte und möglichst repräsentative Auswahl treffen
wird. Dementsprechend kann auch vorliegend nicht ohne weiteres auf einen
wesentlichen Verfahrensfeh­ler geschlossen werden, wenn es die
Beschwerdegegnerin unter den gegebenen Umstän­den 

unterlassen hat,
die bereits als Merkmale zur Prüfung der Eignung herangezogenen Zuschlags­kriterien
in der zweiten Verfahrensstufe einer nochmaligen erweiterten Beurteilung zu
unterziehen. Zu prüfen ist vielmehr, ob die Beurteilung der Be­schwer­de­geg­nerin
sich als inhaltlich zutreffend erweist. 

 

4. a) Das Angebot der Mitbeteiligten wurde bei den Kriterien
"Erfahrung mit Sichtbeton" und "Referenzobjekte" jeweils
mit der Note 6 bewertet, dasjenige der Beschwerdeführerin erzielte dagegen bei
beiden Merkmalen lediglich die Note 5. Nach Auffassung der Beschwerdeführerin
ist diese Beurteilung nicht haltbar, erwirtschafte sie doch rund 80% ihres
Umsatzes von rund 45 Mio. Franken in der Sparte Eisen- und Sichtbetonarbeiten.
Die­se Arbeiten gehörten zu ihren eigentlichen Kernkompetenzen. In den letzten
6 Jahren habe sie denn auch für die Beschwerdegegnerin durchgehend Eisen- und
Sichtbetonarbeiten zu deren höchster Zufriedenheit ausgeführt. Seitens der
Bauleitung werde vorliegend zwar darauf hingewiesen, dass die Note 5 eine gute
Qualifikation sei. Dem wäre nichts bei­zufügen, wenn diese gute Note mit dem
angewendeten System nicht sogar einen Preisvorteil von 10% (entsprechend Fr.
200'000.-) zunichte machen würde. Auch lasse sich kaum bestreiten, dass –
sofern man tatsächlich wolle – es bei jedem Sichtbetonobjekt etwas zu be­anstanden
gebe. Das komme vor allem auf die Betrachtungsweise bzw. auf die verwandt- und
freundschaftlichen Bande an. Wenn alle anderen Mitbewerber in diesem flexib­len
Bereich die Note 6 erhielten, dann rieche das gewaltig nach Vetternwirtschaft
und Sys­tem. Sodann habe die Mitbeteiligte die Note 6 unter anderem auch für
ein Objekt erhalten, bei dem die Beschwerdeführerin die Federführung innehabe
und 60% der Arbeiten ausführe (Fachhochschule M in Zürich).

 

Dem hält die Beschwerdegegnerin
entgegen, der von der Beschwerdeführerin mit Eisen- und Sichtbetonarbeiten
erwirtschaftete Umsatz sei nicht massgeblich, da sie grosse Teile dieses
Umsatzes mit Tief- und Brückenbauarbeiten erbringe, wofür andere Anforderungen
gestellt würden. Sodann habe die Bewertung der Unterlagen beider zur Debatte
ste­hender Anbieter gute Arbeiten gezeigt. Sowohl die Unterlagen der
Mitbeteiligten als auch die angegebenen ausgeführten Arbeiten hätten jedoch
eindeutig die höhere Qualität aufgewiesen als diejenigen der
Beschwerdeführerin. Von den vier mit der Bewerbung eingereichten
Referenzobjekten der Beschwerdeführerin seien zwei noch im Bau (Schulhaus O und
Lehrgebäude in U) und eines dem Tief- und nicht dem Hochbau (Bahnhof W)
zuzuordnen. Für diese Referenzobjekte sei die Note 5 vergeben worden, da sie
den Anforderungen des ausgeschriebenen Schulhauses nur teilweise entsprächen. Die
Mitbeteiligte habe sich in ihrer Be­werbung auf fünf Objekte berufen, die alle
den gesetzten Ansprüchen genügten, weshalb sie die Note 6 erhalten habe. Da die
Bilder bezüg­lich Sichtbetonqualität unterschiedlich aussagekräftig gewesen
seien, habe der Bauleiter die Objekte besichtigt. Dabei habe er an den
Referenzobjekten der Beschwerdeführerin Fol­gendes festgestellt: Am Schulhaus Z
seien sogenannte Schnäuze, d.h. Betonverfärbungen, sowie Flickstellen infolge
von Kiesnestern und von unsauber ausgeführten Arbeits­fugen zu finden; das
Objekt der Firma D in Z entspreche den Anforderungen; am Bahnhof W seien
Verfärbungen im Beton und Flickstellen von Arbeitsfugen sichtbar. Diese
Arbeiten seien hinsichtlich der Sichtbetonqualität daher mit der Note 5
bewertet wor­den. Bei den Objekten der Mitbeteiligten seien dagegen deutlich
weni­ger Fehler an den Beton­oberflächen festzustellen gewesen und zwar: am
Unterwerk der Firma E in Zürich; an der Akademie in U; an der Siedlung N am
Zürichberg. Die Mitbeteiligte habe deshalb die Note 6 erhalten.

 

Zu den vorstehenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort wollte die Beschwerdeführerin keine Stellung mehr nehmen, sie
blieben folglich unbestritten. Die zuvor in der Beschwerde erhobenen Einwände
der Beschwerdeführerin erschöpfen sich aber weitgehend in einer allgemeinen
Kritik der ihr zuge­teilten Noten im Vergleich zur Benotung der
berücksichtigten Mitbeteiligten. Dass es sich bei einem der Referenzobjekte der
Mitbeteiligten um eine Zusammenarbeit der beiden Firmen handelt, vermag dessen
Bewertung durch die Beschwerdegegnerin jedenfalls nicht in Frage zu stellen.
Für den in der Beschwerdeschrift pau­schal erhobenen Vorwurf, die
Beschwerdegegnerin habe sich bei ihrem Vergabeentscheid von vergabefremden Kriterien
leiten lassen, finden sich in den Akten sodann keinerlei Anhaltspunkte.
Insbesondere trifft es auch nicht zu, dass ausser der Beschwerdeführerin alle
anderen Anbieter mit der Note 6 bewertet worden seien. Die Vorbringen der
Beschwerdeführerin sind mithin nicht geeignet aufzuzeigen, in­wiefern die
Beschwerdegegnerin bei dieser Bewertung das ihr zustehen­de Ermessen überschritten
habe. Die vorinstanzliche Bewertung wurde demgegenüber mit den Vorbringen in
der Beschwerdeantwort hinreichend gerechtfertigt und erweist sich jedenfalls
als vertretbar. 

 

b) Dem Zuschlagskriterium des
Preises kommt eine Gewichtung von 60% zu. Die Bewertung erfolgte anhand einer
Notenskala mit der Höchstnote 6. Da die Beschwerdeführerin mit Fr. 1'941'464.85
das tiefste Angebot eingereicht hatte, erzielte sie die Höchstnote 6 vor der
Mitbeteiligten, deren Angebotssumme von 2'011'453.55 um 3,6% höher liegt, was
umgerechnet auf eine Notenskala von 1 bis 6 die Note 5,79 ergab.

 

Insgesamt ergibt sich folgendes Bild:

 

	
  Anbieter

  Preis

  	
  Firma A AG 

  Fr. 1'941'464.85

  	
  Firma B AG

  Fr. 2'011'453.55

  
	
  Zuschlagskriterium          Gewichtung

  	
  Bewertung               Punkte

                                (Bewertung x 

                                  Gewichtung)

  	
  Bewertung                 Punkte

  
	
                                           60%

  Preis                                                60%

                                           40%

  Referenzen                                      20%

  Erfahrung in Sichtbeton                  20%

  	
   

         6,0                         3,60

   

         5,0                         1,0

         5,0                         1,0

  	
   

          5,79                       3,47

   

          6,0                         1,2 

          6,0                         1,2

  
	
                                                        100%

  	
                                       5,6

  	
                                        5,87

  

 

Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, die der
Preisbewertung zugrundegelegte Berechnungsmethode sei willkürlich und entbehre
jeglicher Grundlage. Mit der angewendeten Berechnungsart würden zudem
Gewichtungskriterien auf unzulässige und nicht nachvollziehbare Art verschoben.
Sie habe mit einem Vorsprung von 3,6% das klar wirtschaftlich günstigste
Angebot gemacht. Es sei unverständlich, dass diese Preis­differenz von 3,6%
(bzw. Fr. 71'000.-) nur gerade 0.13 Differenzpunkten entspreche. Das ergebe
immerhin noch die hohe Note 5.79. Selbst eine Preisdifferenz von 17% (oder
Fr. 340'000.-) werde mit diesem System noch mit der Note 5 bewertet. Dies
stehe in krassem Widerspruch zu der in ganzen Notenschritten ausgefallenen
Bewertung von Referenzen und Erfahrung. Wolle man der vorgegebenen Gewichtung
gerecht werden, wonach sich der Preis zu den übrigen Zuschlagskriterien wie 60
: 40 verhalten soll, so sei die Punkt­­­zahl pro Prozent Preisdifferenz mit dem
Faktor 5 zu multiplizieren. In diesem Fall resultiere aus der fraglichen
Preisdifferenz von 3,6 % die Note 4.92, was wiederum bei ent­sprechender
Gewichtung dazu führe, dass das Angebot der Beschwerdeführerin besser abschneide
als dasjenige der Mitbeteiligten. 

 

Das "wirtschaftlich günstigste Angebot" ist nicht
mit dem "billigsten" Angebot gleich­zusetzen (RB 1998 Nr. 71). Bei
der Beurteilung der Angebote nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist
sämtlichen Zuschlagskriterien entsprechend Rechnung zu tragen. Dies führt
vorliegend dazu, dass das Preisangebot der Beschwerdeführerin nicht bloss um
3,6% unter demjenigen der Mitbeteiligten liegen müsste, um den Zuschlag zu
erhalten. Zwar er­weist sich die vorliegend angewandte Preisbewertung
tatsächlich als etwas fragwürdig, weil der Gewichtung des Zuschlagskriteriums
"Preis" nicht genügend Rechnung getragen wurde. Da die prozentuale
Abweichung vom tiefsten Preis direkt in die Notenskala übertragen wurde, hätte
ein Anbieter die Tiefstnote erst bei einem um 100% teureren Preis erreicht,
obwohl die Preisspanne von Angeboten bei Bauaufträgen normalerweise wesentlich
geringer ist und vorliegend rund 35 % beträgt. Eine sachgerechtere Bewertung
des Preises könnte etwa darin bestehen, dem preisgünstigsten Angebot die
Höchstnote 6 und dem preis­­­lich teuersten Angebot die Tiefstnote 1
zuzuweisen. Gemäss dieser Bewertungsmetho­de, welche der Bedeutung des
Kriteriums "Preis" besser gerecht würde, erhielte die Mitbeteiligte
die Note 5,48 bzw. in Verbindung mit der Gewichtung von 60% eine Punktzahl von
3,29. Damit erreichte die Mitbeteiligte eine Gesamtnote von 5,69 und läge immer
noch (knapp) vor der Beschwerdeführerin. Demzufolge ist die Zuschlagserteilung an
die Mitbeteiligte im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die von der
Beschwerdeführerin vorgeschlagene Aufwertung der Preisdifferenz mit einem
Faktor 5 brächte zwar das von ihr gewünschte Er­gebnis, ist indessen inhaltlich
nicht nachvollziehbar und daher auch nicht geeignet, den Ver­­gabeentscheid in
Frage zu stellen. Dass andere Bewertungsmethoden zu einem für die
Beschwerdeführerin günstigeren Ergebnis führen könnten, ist zwar denkbar,
ändert aber nichts an der Rechtmässigkeit des angefochtenen Zuschlags. Jedenfalls
ist es nicht Sache des auf die Überprüfung von Missbrauch und
Ermessensüberschreitung beschränkten Verwaltungsgerichts, eine für die
Beschwerdeführerin günstigere Methode zur Bewertung des Angebotspreises
festzulegen. 

 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Zuschlag an
die von der Beschwerdegegnerin ausgewählte Anbieterin gerechtfertigt war. 

 

5. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. ...

 

 

Demgemäss
entscheidet die Kammer:

 

 

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.    ...