# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ac0e0c5-ba02-5b58-8e01-c04dd52e8b36
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 23.11.2010 S 2010 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2010-9_2010-11-23.pdf

## Full Text

S 10 9

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 23. November 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Der heute 49-jährige … (geb. 1961) ist verheiratet und war bis im Jahre 2000 

als Analytiker und Programmierer bei der … (…) angestellt und somit durch 

die Arbeitgeberin bei der … obligatorisch gegen Berufs- und 

Nichtberufsunfälle versichert. Im Rahmen einer Umstrukturierung wurde ihm 

bei der … gekündigt, worauf er dann ab Juli 2000 eine neue Arbeitsstelle als 

Projektleiter beim Kanton Graubünden antrat. Am 31.03.2000 wurde der 

Versicherte in einen Auffahrunfall mit dem Auto verwickelt. Der damalige 

Unfallverursacher fuhr von hinten auf das bereits stehende Fahrzeug des 

Versicherten auf. Anlässlich der ambulanten Untersuchung im Kantonsspital 

Chur am 31.03.2000 wurde eine Distorsion (Quetschung/Prellung) der 

Halswirbelsäule (HWS), eine Schulterprellung links und Sternumprellung 

diagnostiziert sowie ein Status nach einer HWS-Distorsion vor 15 Jahren 

festgehalten. Gemäss Fragebogen nach HWS-Unfällen traten 1-2 Stunden 

nach dem Autounfall beim Versicherten Nackenschmerzen mit Ausstrahlung 

in die linke Schulter auf und röntgendiagnostisch wurde eine Streckhaltung 

der HWS festgestellt. Seit dem Unfalltag wurde der Versicherte zunächst zu 

100% arbeitsunfähig, danach ab dem 26.04.2000 zu 50% und ab dem 

19.06.2000 wieder zu 100% arbeitsfähig eingestuft (Dr. …). Die 

unfallanalytische Auswertung vom 31.03.2000 ergab eine 

Geschwindigkeitsveränderung (Delta-V) von 6-10 km/h zum Aufprallzeitpunkt. 

In der Folge erbrachte die AXA Winterthur die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen.

b) Die medizinische Aktenlage wurde im Arztbericht vom 03.03.2010 – mit 

Bestätigung am 03.06.2010 - von Dr. … kurz wie folgt dargelegt:

 In den Berichten vom 26.05. und 14.07.2000 hielt Dr. … zunächst fest, 

dass unter Physiotherapie eine deutliche Regredienz (Abnahme) der 

Beschwerden zu beobachten sei; bei längeren Anstrengungen während 

der Arbeit am Computer indessen Verspannungen mit Kopfschmerzen 

auftreten würden. Der subjektive Zustand sei dank der Physiotherapie 

deutlich besser geworden. Bei Kopfwendungen nach links und bei 

unkontrollierten Kopfbewegungen würden aber zervikale Beschwerden 

linksseitig auftreten. Kopfweh verspüre er jeweils bei Aufregung, abends 

nach der Arbeit sowie bei Wetterwechsel.

 Im neurologischen Gutachten vom 27.08.2001 stellte Dr. … folgende 

Diagnose: Zustand nach HWS-Distorsion am 31.03.2000 mit 

persistierender posttraumatischer Cephalaea, bei Kopfschmerzspitzen mit 

unspezifischem Schwindel mit Diplopie bei vermuteten Fusionsstörungen, 

mit konsekutiv auch Konzentrationsstörungen. Er hielt eine weitgehende 

Rückbildung der Nackenschmerzen fest. Anamnestisch seien die 

posttraumatischen Kopfschmerzen von der vorbestehenden Migräne gut 

zu unterscheiden. Nach einem HWS-Distorsionstrauma seien 

Kopfschmerzen eine typische Folge dieser Verletzung, auch wenn die 

dafür ganz typischen Nackenschmerzen in diesem Falle fehlten. Die 

rechtsfrontalen Kopfschmerzen, der unspezifische Schwindel und die 

vermutete Fusionsstörung mit Eindruck von Diplopie seien 

höchstwahrscheinlich unfallkausal. Die depressive Verstimmung resultiere 

aus den Unfallfolgen heraus. 

 Aus den neuropsychologischen Gutachten des Universitätsspitals Zürich 

(USZ) vom 27.11.2001 geht hervor, dass seit dem Unfall Kopfschmerzen 

aufträten (Anamnese). In der Beurteilung wurde erkannt: Keine Hinweise 

auf fokale Minderfunktion. Die bei Prüfung der geteilten Aufmerksamkeit 

auffallende relative Minderleistung sei unspezifisch und dürfte Ausdruck 

der geklagten Konzentrationsstörung an Kopfwehtagen sein. Hinweise auf 

eine traumatische Hirnschädigung seien nicht erkennbar. Die aktuellen 

Schmerzen seien Unfallfolgen. Aus neuropsychologischer Sicht liege 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor, solange die Kopfschmerzen 

unter Kontrolle seien.

 Im Bericht vom 26.11.2007 kam Dr. … zu folgenden Feststellungen: 

Während all den Jahren (2000-2007) habe der Versicherte immer wieder 

an Kopfschmerzen gelitten. Seit der Begutachtung in der RehaClinik 

Zurzach im August 2007 seien vermehrt linksseitige Nackenschmerzen in 

Form eines dumpfen Druckes aufgetreten. In den letzten Monaten seien 

die Kopfschmerzen intensiviert in Erscheinung getreten. Im Vordergrund 

stünden derzeit indessen nicht die linksseitigen Nackenschmerzen, 

sondern die beinahe täglich manifeste linksseitige Cephalaea mit 

rezidivierenden Schmerzexazerbationen. Das Elektroenzephalogramm 

sei normal ausgefallen und das MRI des Neurokraniums habe normale 

intrakranielle Befunde gezeigt.  

 Gemäss Bericht vom 17.03.2008 von Dr. … habe eine audio-neuro-

otologische Untersuchung zusammenfassend ergeben, dass aus neuro-

otologischer Sicht und im Rahmen des posttraumatischen cervico-

encephalen Syndroms ein multi-sensomotorisches Vertigo-Syndrom und 

ein „post trauma visions“ Syndrom nach Padula vorliege, wobei ätio-patho-

genetisch einer cervico-proprio-neciceptive Funktionsstörung in 

Ergänzung zu einer milden traumatischen Hirnverletzung bestehe. Der 

Patient habe vor dem Unfall nicht an einer solchen komplexen klinischen 

Symptomatik gelitten. Da vor allem bezüglich der Schwindelbeschwerden 

und der visuellen Symptomatik sowie der Kopfschmerzen keine 

interkurente Erkrankungen, welche eine ähnliche Symptomatik hätten 

auslösen können, in Erfahrung zu bringen seien und die erhobenen 

neurometrischen Befunde diese Beschwerden hätten objektivieren 

können, seien diese Leiden mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit unfallkausal. Als Therapie empfiehlt Dr. … das 

diagnostisch-therapeutische Verfahren nach N. ... Es bestehe der 

dringende Verdacht auf multisegmentale Läsionen vor allem der oberen 

cerviocalen Facettengelenke. Durch den diagnostischen Teil des 

Verfahrens Bogduk könne durch multisegmentale, komparative Blockaden 

der medialen Äste der Rami dorsales, welche Facettengelenke proprio- 

und nociceptiv versorgen, solche Läsionen, die durch bildgebende 

Verfahren nicht objektivierbar seien, definitiv verifizieren. Bei positiv 

diagnostischem Ergebnis biete sich mit der Radiofrequenz-Neurotomie 

der befallenen Rami dorsales, mit einem zu erwartenden Erfolg von über 

80%, eine gezielte Therapie sowohl der Cerviico-Cephalgien mitsamt der 

Kopfschmerzen als auch der cervicogenen Schwindelkomponente an.

 Im Gutachten der … vom 16.04.2008 wurde – nebst der Diagnose (vgl. S. 

42) – festgestellt, dass die Beurteilung eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs des Unfalls mit dem äusserst komplexen 

Beschwerdebild nicht einfach sei. Sie seien der Meinung, dass ein 

kausaler Zusammenhang zwischen dem Unfall und dem jetzigen 

Beschwerdebild überwiegend wahrscheinlich sei. Die Gutachter gehen 

darin davon aus, dass der Patient nach einem 4-wöchigen stationären 

Rehabilitationsaufenthalt noch 6 bis höchstens 9 Monate flankierende 

Massnahmen (physiotherapeutisch und psychologisch) beanspruchen 

würde.

 Mit Stellungnahme vom 10.11.2008 äusserte sich Dr. …, beratender Arzt, 

zum Gutachten der .... Er hielt darin fest, dass die Gutachter angesichts 

der nur wenig objektivierbaren und leider sehr unspezifischen Befunde 

keine konkreten Hinweise bezüglich der natürlichen Kausalität hätten 

finden können und sie nur aufgrund des zeitlichen Auftretens der 

Beschwerdesymptomatik auf die Kausalität geschlossen hätten, was 

bestimmt nicht zulässig sei. Leider würde eine psychiatrische 

Begutachtung fehlen. Die vorliegenden Beschwerden seien weitgehend 

unspezifisch und liessen keinen Schluss auf eine Kausalität zu. Auch zum 

Arztbericht von Dr. … vom 19.03.2008 nahm Dr. … noch Stellung. Dieser 

Bericht sei aus medizinischer Sicht teilweise bezüglich der Erhebung der 

Befunde nachvollziehbar, nicht aber bezüglich der Schlussfolgerung, 

welche als überwiegend hypothetisch sowie nicht auf einer auf Evidenz 

basierenden Medizin angesehen werden müsse.

 Am 24.09.2008 und 23.03.2009 erstellte Dr. … sodann noch zwei 

Abklärungsberichte über die von ihm durchgeführte 

Radiofrequenzneurotomie.

c) Mit Verfügung vom 14.07.2009 teilte die Vorinstanz (SUVA) dem Versicherten 

mit, dass sie ihre Versicherungsleistungen aus UVG per 01.07. 2009 mangels 

Adäquanz einstellen werde. Für die Prüfung der Adäquanz wurde dabei auf 

BGE 134 V 109 verwiesen. Mit dieser Einstellungsverfügung konnte sich der 

Versicherte jedoch nicht einverstanden erklären, weshalb er dagegen 

Einsprache erhob.

d) Im Abklärungsbericht vom 26.07.2009 äusserte sich der Hausarzt Dr. … 

seinerseits noch positiv zur Radiofrequenzbehandlung von Dr. ... Mit Bericht 

vom 25.08.2009 bekräftigte dieser ebenfalls noch einmal seine Befunde und 

Aussagen betreffend Radiofrequenzneurotomie. 

e) Mit Einspracheentscheid vom 02.12.2009 bestätigte die Vorinstanz ihre 

Verfügung vom Juli 2009 und sie wies damit zugleich die Einsprache des 

Versicherten ab.

2. a) Dagegen erhob der Versicherte am 15.01.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

Verpflichtung der Vorinstanz, ihm die Versicherungsleistungen aus UVG auch 

weiterhin über das Datum vom 01.07.2009 hinaus auszurichten. Ferner sei 

die Vorinstanz anzuweisen, die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen bis 

zum 30.06.2009 zu übernehmen, insbesondere die Kosten für die 

Radiofrequenztherapie bei Dr. … und die diagnostischen Abklärungen bei Dr. 

… sowie Dr. ... Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, dass sich 

die Vorinstanz – trotz erfolgreicher Radiofrequenztherapie, die zu einer 

sofortigen Schmerzabnahme geführt habe – gemäss Bericht von Dr. … 

weigere, die diagnostischen Abklärungen bei Dr. … und die 

Radiofrequenzneurotomie zu finanzieren. Wie von Dr. … prognostiziert, sei 

der Schmerz mit Wiedererlangung der Leitfähigkeit des Nervs erneut in 

früherem Ausmass aufgetreten, doch die Wiederholung der Behandlung hätte 

wiederum zur sofortigen Schmerzfreiheit geführt und die ambulante 

Behandlung müsse in den nächsten 2-3 Jahren wiederholt werden. Im 

vorliegenden Verfahren seien zwei Fragen zu beantworten. Erstens, ob die 

Vorinstanz die bis zum 30.06.2009 angefallenen Heilungskosten für 

Therapien und Behandlungen bei den Dres. … übernehmen müsse oder ob 

sie diese als unwirtschaftlich und unzweckmässig ablehnen dürfe; und 

zweitens, ob die Einstellung der UVG-Leistungen ab dem 01.07.2009 

mangels Adäquanz rechtens gewesen sei. Bezüglich der Wissenschaftlichkeit 

der Untersuchungsmethoden von Dr. … (dynamische Posturographie u.a.m.) 

werde auf die höchstrichterliche Rechtsprechung (Bundesgerichtsurteil U 

197/04 vom 29.03.2006) verwiesen. Aufgrund des Berichts von Dr. … vom 

17.03.2008 habe der Hausarzt Dr. … den Beschwerdeführer an Dr. … zur 

Abklärung und einer allfälligen Radiofrequenztherapie weitergewiesen. Nach 

den vorangegangenen jahrelangen erfolglosen und teuren Behandlungen und 

dem nun durchschlagenden Erfolg dieser Radiofrequenztherapie könne die 

Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit dieser Methode nicht ernsthaft 

bestritten werden, was selbst die Vorinstanz im Einspracheentscheid – im 

Gegensatz zur Verfügung – auch nicht mehr behaupte. Sie bestreite nun 

einzig noch die Wissenschaftlichkeit, dabei vermenge sie die Frage der 

Kausalität ab dem 01.07.2009 mit der Frage, ob die zuvor ausgeführten 

diagnostischen und therapeutischen Abklärungen bei anerkannter 

Unfallkausalität zu finanzieren seien. Bei der Radiofrequenztherapie handle 

es sich um eine einleuchtende, nachvollziehbare und relativ kostengünstige 

Behandlung, die wissenschaftlich, wirtschaftlich und zweckmässig sei 

(allenfalls noch Einholung eines Gutachtens zur Validierung der Methode …). 

Die Vorinstanz habe ihre Leistungen während der erfolgreich verlaufenden 

Radiofrequenztherapie mit der Begründung eingestellt, dass diese nicht 

nachhaltig sei und zu keiner namhaften Besserung führe. Zudem werde die 

natürliche Unfallkausalität der mit der Radiofrequenztherapie behandelten 

Beschwerden in Frage gestellt. Laut Angaben der Vorinstanz seien die 

Nackenbeschwerden bald nach dem Unfall verschwunden und erst Jahre 

später wieder aufgetreten, weshalb ein natürlicher Kausalzusammenhang 

nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Nicht richtig sei jedoch, dass die 

Nackenschmerzen über längere Zeit ganz verschwunden seien. Als Beweis 

dafür wurde auf das Gutachten von Dr. … vom August 2001, auf den MRI-

Bericht vom 21.11.2007 sowie auf den Brief von Dr. … an die … vom 

26.11.2007 verwiesen. Der Beschwerdeführer habe nicht nur an frontalen 

Kopfschmerzen, sondern auch an Nackenschmerzen gelitten (Zeugenbeweis 

offeriert). Laut Gutachten der … sei das diagnostizierte 

Cervicovertebralsyndrom (HWS-Beschwerden) unfallkausal, was den 

natürlichen Kausalzusammenhang bestätige. Die Prüfung der Adäquanz sei 

verfrüht (Bundesgerichtsurteil 8C_112/2009 vom 29.04.2009). Laut 

Gutachten der … könne der Beschwerdeführer ein volles Arbeitspensum 

(100%) mit herkömmlichen Behandlungen nicht halten, weshalb ein 

reduziertes Pensum (80%) angeraten worden sei. Der Beschwerdeführer 

habe zwar die empfohlene Trainings- und Psychotherapie nicht angewandt, 

sondern die von der Verletzung der Facettengelenke ausgehende 

Radiofrequenztherapie vorgezogen. Diese Behandlung sei erst 

abgeschlossen, wenn der mediale Ast des Rami dorsales endgültig nicht mehr 

leite und die vollständige Arbeitsfähigkeit erreicht sei. Erst dann sei der 

Zeitpunkt für die Adäquanzprüfung gekommen, wobei eine solche dann 

wahrscheinlich hinfällig wäre, da der Beschwerdeführer ab dann weder eine 

Heilbehandlung noch Geldleistungen benötige. Die Behauptung der 

Vorinstanz, von einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung sei keine 

Besserung mehr zu erwarten, sei durch das Ergebnis der 

Radiofrequenztherapie widerlegt worden. Die Vorinstanz habe daher 

weiterhin die „bescheidenen“ Behandlungskosten zu übernehmen. Die 

Radiofrequenzbehandlung sei erfolgreich, wobei deren Wiederholungen nach 

dem von Dr. … vorgegebenen Rhythmus und des präzis prognostizierten 

Wiederauflebens der Schmerzen erfolgt seien. Der Erfolg der Behandlung 

setze zwingend eine organische Schmerzquelle in Form einer 

Facettengelenksverletzung voraus. Die Vorinstanz könne einwenden, die 

Facettengelenksverletzung sei weder natürlich noch adäquat kausal. Bei 

organisch nachweisbaren Beschwerden spiele die Adäquanz keine Rolle. 

Wenn nun – wie hier – ein Unfall vorliege, der grundsätzlich geeignet sei, 

Facettengelenksverletzungen zu verursachen und unmittelbar nach dem 

Unfall die typischen Schmerzen aufgetreten seien und seither andauerten, so 

sei diese Verletzung offensichtlich wahrscheinlicher auf diesen Unfall 

zurückzuführen als auf irgendwelche degenerativ hervorgerufenen 

Verletzungen (zum Beweismass der überwiegen Wahrscheinlichkeit; 

Bundesgerichtsurteil 9C_717/2009 vom 20.10.2009). Wenn das Gericht 

diesen Ausführungen folge, habe die Vorinstanz die UVG-Leistungen 

weiterhin auch ab dem 01.07.2009 auszurichten.

b) Mit Eingabe vom 03.02.2010 reichte der Beschwerdeführer noch den 

Verlaufsbericht vom 25.01.2010 von Dr. … – mit dem ergänzenden Antrag – 

ein, die Vorinstanz sei zu verpflichten, die Kosten der audio-neuro-

otologischen Beurteilung in der Höhe von Fr. 1'000.-- zu bezahlen. In diesem 

Verlaufsbericht äusserte sich Dr. …zu den durchgeführten 

Radiofrequenztherapien (im August 2008, März 2009, August 2009) und 

deren Erfolg sowie seine eigenen Untersuchungen. Seiner Meinung nach 

könne man kaum deutlichere objektive Beweise für die Richtigkeit des 

Vorgehens und für die Verifizierung der durch den Unfall verursachten 

mikrostrukturellen Läsionen im Bereich der cervico-cranialen Region 

erbringen. Anhand der diagnostisch-therapeutischen Befunde und 

Ergebnisse bestätige sich auch mit an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit die Unfallkausalität der Beschwerden.     

c) Am 08.02.2010 reichte der Beschwerdeführer auch noch den 

zusammenfassenden Bericht von Dr. … vom 02.02.2010 über die erfolgten 

Behandlungen ein. 

3. In der Stellungnahme (Beschwerdeantwort) beantragte die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. Trotz der anderslautenden Beurteilung durch die 

Gutachter der … seien die jetzigen Beschwerden nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal. In Frage zu stellen sei auch die natürliche 

Kausalität der zu den Radiofrequenzinterventionen führenden Beschwerden. 

Aktenkundig sei ein Rückgang der Nackenschmerzen nach dem Unfall (Dres. 

…). Die Nackenschmerzen würden während mehreren Jahren gar nicht mehr 

erwähnt. Auch die Kopfschmerzen hätten sich nach dem Unfall 

zurückgebildet, obwohl sie nie ganz verschwunden seien (vgl. 

Neuropsychologisches Gutachten, Dres. …). Erst Jahre später sei eine 

deutliche Zunahme der Kopf- und Nackenschmerzen zu verzeichnen 

gewesen. Ein organisches Korrelat habe sich dafür nicht gefunden (Gutachten 

…, Dr. …), sodass ein natürlicher Kausalzusammenhang eben auch nicht 

überwiegend wahrscheinlich sei. In jedem Fall müsse aber eine Adäquanz 

verneint werden. Hier seien keine strukturellen, organischen Befunde 

vorgelegen (bildgebende Untersuchungen, …). Ebenfalls sei eine milde 

traumatische Hirnverletzung nach dem Unfall zu verneinen 

(Neuropsychologisches Gutachten, testpsychologische Abklärungen …, Dr. 

…, sowie Akten allgemein), da weder eine Bewusstlosigkeit, noch eine 

Benommenheit, noch sichtbare Kopfverletzungen in den unfallzeitnahen 

Dokumenten erwähnt würden. Ein Tinnitus (Ohrensausen) werde erstmals im 

Bericht von Dr. … vom 17.03.2008 und demzufolge erst 8 Jahre nach dem 

Unfall im März 2000 erwähnt, weshalb auch jenes Leiden nicht überwiegend 

wahrscheinlich unfallkausal sei. Weder gestützt auf die Behandlung von Dr. 

… noch auf die Abklärungen von Dr. … könne eine unfallbedingte strukturelle 

Läsion bejaht werden. Aus der vorübergehenden Schmerzfreiheit aufgrund 

der Therapie durch Dr. … könne nicht auf eine unfallbedingte Schädigung der 

Facettengelenke und somit auf unfallkausale organisch-strukturelle Schäden 

geschlossen werden. Dr. … äussere bezüglich der Verletzung der 

Facettengelenke bloss eine Verdachtsdiagnose, daraus könne weder ein 

organischer Befund noch eine Unfallkausalität hergeleitet werden. Das 

Gleiche gelte für Dr. …, der auch festhalte, dass schon viel früher eine 

Symptomatik wie die heutige hätte vorliegen müssen, damit eine Verletzung 

der Facettengelenke ursächlich für die heutigen Beschwerden wäre. Der 

Zeitpunkt der Adäquanzprüfung sei korrekt erfolgt, da der Beschwerdeführer 

ab dem 26.04.2000 wieder zu 50% und ab dem 19.06.2000 sogar wieder zu 

100% arbeitsfähig gewesen sei. Die Abklärungen und Behandlungen durch 

die Dres. … hätten dem Beschwerdeführer keine namhafte Besserung seines 

Gesundheitszustands gebracht. Namentlich sei dadurch keine Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit erzielt worden, da der Beschwerdeführer zurzeit dieser 

Behandlungen bereits in einem vollem Arbeitspensum tätig gewesen sei. 

Durch die Behandlungen von Dr. … seien jeweils bloss eine vorübergehende 

und keine namhafte Verbesserung der Beschwerdesymptomatik eingetreten 

(Dr. …). Die zeitgerechte Adäquanzprüfung decke sich auch mit der Aussage 

der …, wonach die flankierenden Massnahmen (physiotherapeutische und 

psychologische Betreuung) nach einem stationären Klinikaufenthalt von 4 

Wochen noch etwa 6 bis 9 Monate weitergeführt werden müssten. Nach der 

Ansicht von Dr. … im Attest vom 10.11.2008 sei vorliegend der Endzustand 9 

Jahre nach dem Unfall erreicht worden. Die Adäquanz sei daher zu Recht 

verneint worden, weil kein Kriterium dafür erfüllt sei. Weiter könne dem 

zitierten Bundesgerichtsurteil U 197/04, welcher sich nur zur dynamischen 

Posturographie von Dr. … äussere, keine Wissenschaftlichkeit betreffend den 

übrigen Methoden entnommen werden. Nach dem Bericht von Dr. … vom 

03.03.2010 sei die neurootologische Abklärung von Dr. … weder 

wissenschaftlich, noch wirtschaftlich oder zweckmässig. Die 

Wissenschaftlichkeit der Radiofrequenztherapie und die dieser zugrunde 

liegenden diagnostischen Abklärungen laut Dr. … seien anerkannt. Hingegen 

sei die Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit nicht ausgewiesen, weil die 

Radiofrequenzbehandlung keine dauernde Verbesserung bringe. Dr. … 

spreche von einem Placeboeffekt. Laut Aufsatz von Dr. … sei die 

Radiofrequenztherapie zur Behandlung von Nackenschmerzen; hier hätten 

sich die Nackenschmerzen bald nach dem Unfall gebessert und sie seien 

während mehreren Jahren verschwunden gewesen. Gemäss Dr. … sei es 

zweifelhaft, ob diese Therapie nach 10 Jahren bei fraglicher Indikation 

überhaupt wirtschaftlich und zweckmässig sei. Eine grössere 

Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Methoden sei jedenfalls nicht erwiesen. 

Laut unfallanalytischem Kurzgutachten vom 24.06.2009 habe die 

Geschwindigkeitsveränderung (Delta-V) im Aufprallzeitpunkt nur 6-10 km/h 

betragen und sich somit im Bereich der Harmlosigkeit bewegt. Der 

Auffahrunfall sei zudem auch nicht geeignet gewesen, eine Verletzung der 

Facettengelenke hervorzurufen.

4. In der Replik des Beschwerdeführers wird – nebst der Kritik am 

unfallanalytischen Gutachten – hauptsächlich die aktuelle Stellungnahme von 

Dr. … vom 16.04.2010 zur Beurteilung von Dr. … vom 03.03.2010 

wiedergegeben. Zusammenfassend hält der Beschwerdeführer fest, dass Dr. 

… die Wissenschaftlichkeit der Methode … nicht bestreite und Dr. … diese 

Methode ja angewendet habe. Er habe die Möglichkeit eines Placeboeffektes 

aufgrund vorgängiger, wissenschaftlich anerkannter diagnostischer 

Abklärungen ausgeschlossen und begründet, weshalb die langsame aber 

stetige Beschwerdezunahme für und nicht gegen das Vorliegen struktureller 

Verletzungen der Facettengelenke spreche. Werde der Placeboeffekt 

ausgeschlossen, setze die Wirksamkeit seines therapeutischen Eingriffs eine 

Facettenverletzung geradezu zwingend voraus. Andere Unfallversicherer 

würden die Therapien von Dr. … ebenfalls finanzieren. Der Beschwerdeführer 

habe trotz Überforderung und zunehmender Schmerzen sein Arbeitspensum 

aufrechterhalten. Ohne die Therapien von Dr. … hätte die Arbeitsunfähigkeit 

weiter zugenommen, wogegen er nun schmerzfrei und aufgrund der HWS-

Problematik voll arbeitsfähig sei. Dieser Sachverhalt sei als namhafte 

Besserung der Arbeitsfähigkeit zu werten. Der Zeitpunkt des Übergangs vom 

Heilungsprozess  und damit der Taggeldphase zur Rentenphase sei noch 

nicht eingetreten. Die Vorinstanz habe deshalb auch die Abklärungen und die 

Behandlungen der beiden Dres. … zu übernehmen.

5. Mit ihrer Duplik reichte die Vorinstanz noch eine Stellungnahme vom 04. 

06.2010 des Verfassers des unfallanalytischen Kurzgutachtens (…) zur 

erhobenen Kritik des Beschwerdeführers ein und es wurde dieses 

wiedergegeben. Ferner wurde noch eine weitere Stellungnahme von Dr. … 

vom 03.06.2010 zum Bericht von Dr. … vom 16.04.2010 eingereicht und 

dieser wiedergegeben. Die Verknüpfung der Beschwerdesituation des 

Beschwerdeführers mit dessen psychischer Befindlichkeit durch Dr. … sei 

aufgrund der medizinischen Aktenlage (Dr. …) gerechtfertigt. Die drei 

Interventionen von Dr. … hätten bloss eine vorübergehende Verbesserung 

der Beschwerdesymptomatik und demnach keine nachhaltige Besserung 

gebracht. In Anbetracht der Bedenken von Dr. …, der fraglichen Indikation 10 

Jahre nach dem Unfall und den Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit und 

Zweckmässigkeit der Radiofrequenztherapie könne bei einer Beurteilung ex 

ante (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 8C_439/2009 vom 25.11.2009 Erw. 4.1) 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer namhaften Besserung 

des Gesundheitszustands ausgegangen werden. Die Adäquanzprüfung sei 

deshalb sowohl zeitlich wie inhaltlich korrekt erfolgt.

6. Ein weiterer Schriftenwechsel zu den neu eingereichten Stellungnahmen (…) 

in der Duplik erbrachte für das Gericht nichts wesentlich Neues.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Zunächst gilt es die Frage nach dem Zeitpunkt des Fallabschlusses per 

30.06.2009 zu klären. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass die Einstellung 

der Leistungen zu früh erfolgt sei. Wie das Bundesgericht in diesem 

Zusammenhang bereits mehrfach festgehalten hat, bildet die Heilbehandlung 

laut Art. 10 des Unfallversicherungsgesetzes (UVG; SR 832.20) den 

Kerngehalt der Pflegeleistungen. Diese zählt – gleich wie das in Art. 16 f. UVG 

geregelte Taggeld und anders als etwa die als klassische Dauerleistung 

geltende Invalidenrente laut Art. 18 ff. UVG – zu den vorübergehenden 

Leistungen (VGE 134 V 109 Erw. 4.1, 133 V 57 Erw. 6.6 und 6.7 S. 63 ff.). Bis 

zu welchem Zeitpunkt die Heilbehandlung und das Taggeld durch den 

Unfallversicherer zu gewähren sind, ergibt sich aus Art. 19 UVG. Danach 

entsteht ein Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des 

Versicherten, das heisst keine Steigerung oder Wiederherstellung der 

Arbeitsfähigkeit, mehr erwartet werden kann und allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen allenfalls mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine 

Invalidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (so 

bereits: BGE 128 V 169 Erw. 1b S. 171, 116 V 41 Erw. 2c S. 44; RKUV 1995 

Nr. U 227 S. 190 Erw. 2a). Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffs 

„namhaft“ durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu 

erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende 

Verbesserungen genügen indessen noch nicht (BGE 134 V 109 Erw. 4.3; BG-

Urteile 8C_590/2008 vom 03.12.2008 Erw. 4.2 sowie 8C_467/2008 vom 

04.11.2008 Erw. 5.2.2.2).

b) Sodann ist die Frage zu klären, ob die Vorinstanz die Leistungen aus UVG 

per 01.07.2009 zu Recht infolge „fehlender Adäquanz“ einstellte. 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt nach dem Bundesgesetz 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und der 

Spezialgesetzgebung im Unfallversicherungsrecht (UVG) voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem geklagten Gesundheitsschaden ein 

natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne 

des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als verwirklicht gedacht werden 

kann. Ob zwischen dem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Sachzusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 

noch nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 123 V 138 Erw. 3a, 119 V 138 Erw. 1, 

118 V 289 Erw. 1b; Pra 3/2004 Nr. 45 Erw. 2.2.2 S. 235; SVR-Rechtsprechung 

[SVR] 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.1 S. 32, Nr. 12 UV Erw. 3.1.1 S. 35; PVG 

2000 Nr. 26, 1994 Nr. 65).

Als adäquate oder rechtserhebliche Ursache eines Erfolges hat ein Ereignis 

dann zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der 

Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch 

das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 

125 V 461 Erw. 5a, 123 V 141 Erw. 3d, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a; 

SVR 8-9/2003 UV Nr. 11 Erw. 3.2 S. 32). Der Voraussetzung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu 

(BGE 125 V 462 Erw. 5c, 123 V 102 Erw. 3b). Sie hat bei allen 

Gesundheitsschädigungen, die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die 

Frage der Adäquanz ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen 

Sachverständigen, sondern vom Richter zu beurteilen (SVR 8-9/2003 UV Nr. 

12 Erw. 3.2.1 S. 36, 9/2002 UV Nr. 11 Erw. 2b S. 31). Zu ergänzen bleibt 

einzig noch, dass für die Fortsetzung der beantragten 

Versicherungsleistungen über das angefochtene Einstelldatum (per 

01.07.2009) hinaus beide Erfordernisse eines natürlichen sowie adäquaten 

Kausalzusammenhangs kumulativ erfüllt sein müssen. Scheitert der geltend 

gemachte Anspruch auch nur an einer dieser zwei Voraussetzungen, entfällt 

die Leistungspflicht aus UVG schon ohne die Prüfung des anderen Kriteriums.

c) Eine Besonderheit der Überprüfung besteht bei natürlich unfallkausalen, 

jedoch organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der 

Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf 

auszugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien 

einzubeziehen (BGE 117 V 359 Erw. 6). Bei psychischen Fehlentwicklungen 

nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer 

Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa), während bei Schleudertraumen 

und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie bei 

Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und 

psychischen Komponenten verzichtet wird (vgl. dazu BGE 134 V 112 Erw. 

2.1, 127 V 102 Erw. 5b/bb). 

2. a) Ausgangspunkt für die Beurteilung der Übernahme der Heilungskosten bildet 

nach Ansicht des Gerichts die Stellungnahme des beratenden Arztes Dr. … 

vom 03.06.2010, worin er seine früheren Erkenntnisse vom 03.03.2010 

(wonach die neurootologische Abklärung von Dr. … weder wissenschaftlich, 

noch wirtschaftlich oder zweckmässig sei) – entgegen den Feststellungen in 

den Berichten der Dres. … (vom 25.01.2010; 17.03.2008) und … (16.04.2010; 

02.02.2010; 23.03.2009; 24.09.2008) – nochmals ausdrücklich bestätigte. 

Nach dem Autoauffahrunfall vom 31.03.2000 sei nach initialer 

Beschwerdearmut eine ständige Beschwerdezunahme unbestritten. Dr. … 

erkläre aber nicht, weshalb es zu einer solchen gekommen sei und eine 

Neuroblockade rund 10 Jahre nach dem Unfall notwendig sein sollte. Auch 

wenn eine Läsion vom Facettengelenk C2/3 rechts nachgewiesen werden 

könnte, sei deren Unfallkausalität höchst zweifelhaft, nachdem über 9 Jahre 

keine Schädigung des Facettengelenkes aktenkundig gewesen sei. Eine 

solche Schädigung könne durch eine degenerative Veränderung erklärt 

werden, falls sie erneut nachweisbar wäre. Eine seit fast 10 Jahre bestehende 

Facettengelenksläsion sei kaum vorstellbar, da dies von den 

voruntersuchenden Neurologen Dr. … (2001) und Dr. … (2008; vgl. 

Gutachten … 16.04.2008, S. 13-14: Keine organisch bedingten 

Gangstörungen feststellbar) sonst zweifellos erwähnt worden wäre. Soweit 

Dr. … eine milde traumatische Hirnverletzung durch MRI-Verfahren 

nachweisen möchte, widerspreche dies den Richtlinien der Amerikanischen 

Assoziation für Neurorehabilitation. Dass die ständige Schmerzzunahme 

mittels chronifizierter myofaszialer Beschwerden durch Prof. … bewiesen 

worden sei, werde von ihm (Dr. …) bestritten. Es handle sich dabei nicht um 

eine allgemein anerkannte These. Er (Dr. …) habe schon häufig Patienten mit 

myofaszialen Symptomen gesehen; dies ohne jeden vorherigen Unfall. Eine 

Zuordnung zum Unfallereignis (März 2000) erscheine somit nicht genügend 

belegt. Zu den wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethoden hielt das 

Bundesgericht bereits in einem Urteil vom 29.03.2006 (U 197/04 Erw. 3.2; vgl. 

auch VGU S 09 94 Erw. 1e) klar fest, dass dazu nur die Methode zur 

dynamischen Posturographie anerkannt werde, die von Dr. … in seinen 

Berichten erwähnte und angewandte (audio-neurootolische) Methode wurde 

hingegen nicht als wissenschaftlich anerkannt bezeichnet. Die Vorinstanz hat 

sodann zwar die Wissenschaftlichkeit der Radiofrequenztherapie … 

anerkannt, zu Recht aber die Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit dieser 

Methode verneint, weil nachweislich keine anhaltende Verbesserung des 

Gesundheitszustands beim Beschwerdeführer erzielt werden konnte. Was die 

Radiofrequenztherapie zur Behandlung der Nackenschmerzen angeht, so ist 

dazu erstellt, dass sich die Nackenschmerzen tatsächlich nach dem Unfall 

gebessert haben und daher nachvollziehbar während langer Zeit auch in den 

medizinischen Abklärungsberichten nicht mehr erwähnt wurden (Arztberichte 

Dres. … [2000], … [2001] und … [2001; USZ]). Nackenschmerzen werden 

hingegen erstmals wieder im Gutachten der … vom 16.04.2008 erwähnt, 

weshalb die Gesamtbeurteilung von Dr. … in den Berichten vom 

03.03./03.06.2010 einleuchtet und nachvollziehbar ist, wonach die 

Radiofrequenztherapie hier weder als wirtschaftlich noch als zweckmässig 

qualifiziert werden könne. Der Beweisantrag zur Einvernahme von Zeugen 

würde diese medizinischen Erkenntnisse nicht umstürzen können, weshalb 

darauf vorweg verzichtet werden kann. Eine Validierung der Methode … ist 

aufgrund der klaren medizinischen Berichten ebenfalls nicht erforderlich. Die 

Verneinung der Kostenübernahme (bis 30.06.2009) erfolgte deswegen zu 

Recht. Dasselbe gilt für den vorab kritisierten Fallabschluss per 30.06. 2009, 

da mit einer erheblichen Steigerung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers seither aufgrund der zitierten Arztberichte (2000-2010) 

nicht mehr zu rechnen war.   

b) Zum natürlichen Kausalzusammenhang gilt es aus ärztlicher Sicht 

festzustellen, dass aufgrund der medizinischen Abklärungen keine 

strukturellen, organischen Befunde für die geklagten HWS-Schmerzen beim 

Beschwerdeführer gefunden werden konnten. Weder im ersten Arztzeugnis 

von Dr. … vom 19.04.2000 noch im anschliessenden Röntgenbericht vom 02. 

05.2000 ist von ossären Läsionen – trotz Diagnose HWS-Distorsion - die 

Rede. Laut Gutachten der … (April 2008; S. 26) ergaben die radiologischen 

Untersuchungen beim Versicherten dem Alter entsprechende Befunde ohne 

Zeichen oder Hinweise auf traumatische Läsionen oder postraumatische 

Residuen. Eine traumatische Hirnverletzung wurde im neuropsychologischen 

Gutachten der neurologischen Klinik Universitätsspital Zürich vom 

27.11.2001, von der … und von Dr. … in den Berichten 03.03./03.06.2010 

übereinstimmend verneint. In den unfallzeitnahen Akten wurden zudem weder 

eine Benommenheit noch eine Bewusstlosigkeit noch eine Kopfverletzung 

erwähnt. Der weiter geklagte Tinnitus (Ohrensausen) wurde erstmals im 

Arztbericht vom 17.03.2008 (Dr. …) und somit erst fast 8 Jahre nach dem 

Autounfall erwähnt, weshalb diesbezüglich eine überwiegend wahrscheinliche 

Unfallkausalität ebenfalls verneint werden kann. Dasselbe gilt für die geltend 

gemachten Facettengelenksverletzungen, welche trotz der Behandlungen 

durch Dr. … und der Abklärungen durch Dr. … nicht als unfallkausale 

strukturelle Läsionen bezeichnet werden können. Aufgrund der jeweils nur für 

eine bestimmte Zeit andauernden, positiven Ergebnisse der 

Radiofrequenztherapie kann eine organische Läsion jedenfalls noch nicht 

hergeleitet oder gar bewiesen werden. In diesem Sachzusammenhang kann 

abermals auf die einleuchtenden, schlüssigen und in sich widerspruchsfreien 

Arztberichte von Dr. … verwiesen werden. Da somit aber eindeutig keine 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen vorliegen und bejaht werden 

können, ist in der Folge noch die Adäquanz zu prüfen.

Soweit die Vorinstanz ausführte, dass die jetzigen Beschwerden des 

Beschwerdeführers trotz anderslautender Beurteilung durch die … nicht 

überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall zurückzuführen seien, kann diese 

Kontroverse letztlich offen bleiben. Die Vorinstanz stützte sich dabei auf den 

Arztbericht von Dr. … vom 10.11.2008 ab, worin bemängelt wurde, dass die 

Gutachter aufgrund des zeitlichen Auftretens der Leiden auf eine 

Unfallkausalität geschlossen hätten, was unzulässig sei. Selbst wenn jedoch 

die natürliche Kausalität bejaht werden könnte, würde dies am 

Schlussergebnis nichts ändern, weil die Adäquanz – wie noch gezeigt werden 

wird (Ziff. 2d) – hier klar zu verneinen ist (Bundesgerichtsurteil 8C_42/2007 

vom 14.04.2008).

c) Zum Zeitpunkt der Adäquanzprüfung gilt es festzuhalten, dass dieser korrekt 

laut Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgt ist. Eingliederungsmassnahmen durch die 

Invalidenversicherung standen damals nicht zur Diskussion. Der 

Beschwerdeführer hat nach dem Auffahrunfall am 31.03.2000 seine Arbeit 

bereits am 26.04.2000 wieder zu 50% und ab dem 19.06.2000 sogar wieder 

vollumfänglich aufgenommen. Gegenüber der Vorinstanz gab der 

Beschwerdeführer am 08.10.2007 noch selbst an, seit längerem nur 90% zu 

arbeiten. Anlässlich der Begutachtung in der … gab er hingegen an, 100% zu 

arbeiten. Aufgrund dieser Feststellungen ist das Gericht zur Überzeugung 

gelangt (vgl. bereits vorne Ziff. 2a in fine), dass mit den Abklärungen und 

Behandlungen der Dres. … keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands (Steigerung/Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit) 

erreicht wurde (BGE 134 V 109 Erw. 4.3; ferner VGU S 09 198 mit dort zitierter 

Rechtsprechung). Aus den Attesten von Dr. … geht jeweils nur eine 

vorübergehende Besserung hervor. Im Bundesgerichtsurteil 8C_181/2010 

vom 20.05.2010 wurde in Erw. 3.3 dazu klargestellt, dass eine Besserung im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG nicht denkbar sei, wenn schon vor einer 

allenfalls noch in Betracht fallenden ärztlichen Massnahme wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit in der früher ausgeübten Tätigkeit erreicht worden sei, was 

vorliegend (seit 19.06.2000 wieder 100% AF) ja längst wieder der Fall ist. Im 

Gutachten der … (April 2008) wurde festgestellt, dass der Patient mit einem 

100%-igen Pensum aufgrund der damaligen Verfassung an der obersten 

Limite sei (S. 47). Es wurde daher eine vorübergehende Reduktion (ein paar 

Monate) vorgeschlagen, damit der Versicherte den empfohlenen 

therapeutischen Massnahmen nachgehen könne. Damit war sowohl eine 

physiotherapeutische als auch psychologische Betreuung gemeint. Im 

Weiteren wurde festgehalten, dass diese Therapien nach einem 4-wöchigen 

stationären Klinikaufenthalt noch rund 6 bis 9 Monate weitergeführt werden 

müssten. Auch unter diesem Aspekt erscheint daher der durch die Vorinstanz 

gewählte Zeitpunkt der Prüfung der Adäquanz als korrekt. Zudem sprach sich 

auch Dr. … im Attest vom 10.11.2008 dafür aus, dass der Endzustand 9 Jahre 

nach dem Unfall erreicht worden sei. Am Fallabschluss per 30.06.2009 gibt 

es daher – wie bereits eingangs unter Ziff. 2a in fine dargetan - nichts 

auszusetzen (zum Ganzen überdies: Bundesgerichtsurteil 8C_112/2009 vom 

29.04.2009 Erw. 5).

d) Zum adäquaten Kausalzusammenhang gilt es festzuhalten, dass die 

Vorinstanz für dessen Prüfung zu Recht auf die dazu entwickelten Kriterien 

gemäss BGE 117 V 359 bzw. in revidierter Fassung laut BGE 134 V 109 

abstellte. Unbestritten ist, dass der Auffahrunfall vom 31.03.2000 im mittleren 

Bereich im Grenzbereich zu einem leichten Unfall anzusiedeln ist (RKUV 2005 

Nr. U549 S. 237 mit Hinweisen). Das unfallanalytische Kurzgutachten vom 

24.06.2009 ergab lediglich eine Geschwindigkeitsveränderung (Delta-V) von 

6-10 km/h, was als noch harmlose Heckkollision bezeichnet werden darf (vgl. 

Fotodossier der Stadtpolizei Chur vom 04.04.2000 [bloss geringfügiger 

Sachschaden] samt Einvernahmeprotokolle der zwei Unfallbeteiligten vom 

31.03.2000). Bei Unfällen im mittleren Bereich im Grenzbereich zu einem 

leichten Ereignis müssen für die Bejahung der Adäquanz von den relevanten 

Kriterien entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder aber 

mehrere in gehäufter und auffallender Weise erfüllt sein. Im konkreten Fall ist 

dazu erstellt, dass kein einziges Kriterium – wie namentlich 1. das Vorliegen 

besonders dramatischer Begleitumstände oder einer besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. Vernehmlassung der Vorinstanz vom 

10.03.2010, Ziff. 2.12, S. 16); 2. Vorliegen besonders schwerer Verletzungen 

[wie z.B. Schädelbrüche; innere Blutungen an lebenswichtigen Organen usw.] 

oder aussergewöhnliche Art der erlittenen Verletzungen; 3. Fortgesetz 

spezifisch belastende ärztliche Behandlung; 4. Erhebliche Beschwerden; 5. 

Vorliegen einer ärztlichen Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert hat; 6. Schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen und/oder 7. Erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz 

ausgewiesener Anstrengungen – als erfüllt angesehen werden kann. 

Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorliegend zur Begründung 

des Fehlens dieser Kriterien auf die erwähnte Stelle in der Vernehmlassung 

der Beschwerdegegnerin vom 10.03.2010 verwiesen werden, worin detailliert 

und überzeugend dargetan wurde, dass ein adäquater Kausalzusammenhang 

zwischen dem Autounfall vom 31.03.2000 und den – über das Einstelldatum 

der Leistungen aus UVG per 01.07.2009 - geltend gemachten Beschwerden 

des Beschwerdeführers klar verneint werden muss.

3. a) Der angefochtene Einspracheentscheid vom 02.12.2009 erweist sich folglich 

als rechtmässig und verhältnismässig, was zu seiner Bestätigung und zur 

Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt. 

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG kostenlos ist. Der obsiegenden 

Beschwerdegegnerin (Vorinstanz) steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.