# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2a9dc45b-26f8-5460-b672-b1dc69c9ae82
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-30
**Language:** de
**Title:** Leistungsablehnung gestützt auf eine unzureichende aktengestützte Stellungnahme des RAD. Rückweisung zur weiteren Abklärung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00904
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00904.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00904
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Meier-Wiesner
Urteil
vom
30. Oktober 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Lotti Sigg
Sigg Schwarz
Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1983 geborene
X.___
erlangte im Jahre 2002 die Matura
(Urk. 6
/32/12) und begann nach einer einjährigen Auszeit ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Zürich. Daneben war sie zu unter
schiedlichen
Teilpensen
erwerbstätig (vgl. verschiedene Arbeitszeugnisse,
Urk. 6
/32/4-11).
Die Versicherte war noch Jus-Studentin auf Bachelorstufe, als bei ihr im Mai 2013 ein Knochentumor im linken Knie diagnostiziert wurde; es folgte eine bis
April 2014 dauernde onkologische Behandlung mit Resektion des distalen F
emurs links sowie Rekonstruktion mittels Tumor-Endo-Prothese und Chemo
therapie.
Aufgrund
einer psychotischen Episode wurde
die Versicherte
vom 14. bis 28. Okto
ber 2013 in der
Y.___
zum ersten Mal
sta
tionär be
handelt.
1.2
Am 20. Mai 2013 meldete
sie
sich bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung an (Urk.
6
/5). Am 6. Juni 2013 ersuchte sie um Kostengutsprache für eine Perücke und Kopftücher (Urk.
6
/8, Urk.
6
/1
1
), welche mit Mitteilung vom 12. Juni 2013 erteilt wurde
(Urk. 6
/12). Am 11. Juli 2013 folgte die Anmeldung zum Bezug von beruflichen Einglie
derungsmassnahmen beziehungsweise einer Rente (Urk.
6
/15), worauf die IV-Stelle Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht tätigte. Am 23. April 2014 erteilte sie Kostengutsprache für ein dreimonatiges Aufbautrai
ning (u.a. kaufmännische Praxis, ECDL und Tastaturschreiben; vgl. Urk.
6
/43
) ab dem 7. April 2014 (Urk.
6
/39) und verlängerte am 18. Juni 2014 die Mass
nahme bis zum 7. Oktober 2014 (Urk.
6
/47). Mit Mitteilung vom 8. Oktober 2014
erteilte die IV-Stelle sodann unter dem Titel erstmaliger beruf
licher Ausbildung Kostengutsprache für eine vom 13. Oktober 2014 bis 27. März 2015 dauernde Handelsausbildung an der Schule
Z.___
(Urk.
6
/56).
1.3
Am 1. März 2015 ersuchte die Versicherte um Gewährung von weiteren berufli
chen Massnahmen zwecks Wiederaufnahme des Studiums der Rechtswissen
schaft und dessen Abschluss mit dem Bachelor im Juni 2016 (Urk. 7/72). Mit
Verfügung vom 16. Februar 2016
verneinte
die IV-Stelle
den Anspruch auf be
rufliche Massnahmen unter dem Hinweis, dass die erstmalige berufliche Ausbil
dung mit der Erlangung des Handelsdiploms abgeschlossen sei beziehungsweise die beabsichtigte Weiterführung des Jus-Studiums aufgrund des bisherigen Ver
laufs nicht geeignet erscheine (Urk.
6/106
).
Mit Urteil vom 25. Juli 2016 wies das hiesige Gericht die von der Versicherten
hiegegen
eingereichte
Beschwerde
ab (
Proz
. Nr. IV.2016.00362; Urk. 6/122/1-13).
Eine dagegen erhobene Be
schwer
de wies das Bundesgericht unlängst mit Urteil 9C_590/2016 vom 19. September 2017 ab (Urk. 12).
Am
16. Februar 2016
(Urk. 6/106)
erliess
die IV-Stelle
ferner
einen Vorbescheid, worin sie einen Rentenan
spruch verneinte (Urk. 7/109).
Nach Eingang der Stel
lungnahme der Versicherten vom 29. April 2016 (Urk. 6/115) verfügte
d
ie
Ver
waltung
am 28. Juni 2016 im angekündigten Sinne (Urk. 2).
2.
G
egen die
rentenablehnende V
erfügung
vom 28. Juni 2016
erhob
X.___
am
29. August
2016 Beschwerde mit dem Rechts
begeh
ren, es sei
ih
r eine ganze Rente zuzusprechen;
eventualiter seien weitere medizinische
Ab
klä
rungen betreffend ihre Arbeitsfähigkeit in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
5. Oktober
2016 schloss die Ver
wal
tung auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk.
5
)
. Tags darauf legte die Beschwer
deführerin weitere
medizinische Unterlagen ins Recht (Urk. 7, Urk. 8/1-11). Am 25. November 2016
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme dazu (Urk. 10), worauf die beiden Eingaben der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 28. Novem
ber 2016 der Beschwerdeführerin zugestellt wurden (Urk. 11).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen
guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar
201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
-
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander geg
en
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
di
täts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die Rentenablehnung damit, dass eine Tätig
keit im kaufmännischen Bereich einer angepassten Tätigkeit entspreche und zu 100 % ausgeübt werden könne (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf dem Standpunkt,
auf
grund der in den Akten vorhandenen Arztberichte sei davon auszugehen, dass
sie
sich verspätet
zum Leistungsbezug
angemeldet habe (Urk. 1 S. 4). Es sei da
von auszugehen, dass das Wartejahr wegen der
Schizophrenieerkrankung
bereits
bei der Anmeldung
im Mai 2013
abgelaufen sei.
Demzufolge hätte der Renten
anspruch auf den Zeitpunkt sechs Monate nach der Anmeldung geprüft werden
müssen.
Dazumal
sei sie zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Für die Zeit ab 1.
Juni 2014 habe der behandelnde Psychiater eine Reintegration in den Arbeitsprozess mit einem um mindestens 50 % reduzierten Arbeitspensum empfohlen. Im Bericht vom 28. September 2015 habe der behandelnde Arzt geschrieben, dass die aktuelle Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Studentin aus psychia
trischer Sicht aufgrund des erhöhten Erholungsbedürfnisses 80 % betrage. Die Leistungseinschränkung als Büroangestellte sei mit Sicherheit höher als 20 %, da ein Studium eine viel tiefere Präsenzzeit verlange und relativ
flexibel gestaltet werden könn
e
(Urk.
1 S. 4-6
)
.
3.
3.1
Wie bereits im Urteil
des hiesigen Gerichts
vom 25. Juli 2016 (
Proz
. Nr. IV.2016.00362
,
E. 3.1.1
)
dargelegt,
ergibt sich aus den Akten
zur Vorgeschichte
Folgendes
:
Die Beschwerdeführerin begann nach einer einjährigen Auszeit im Anschluss an die 2002 erlangte Matura das Studium der Rechtswissenschaft an der Univer
sität Zürich. Daneben hatte sie seit 1999 eine Anstellung als Aushilfe in einem Kleidergeschäft inne (Urk.
6
/32/11). Zusätzlich zu dieser Arbeit trat sie im Februar 2004 eine Teil
zeitstelle als Luftverkehrsangestellte bei der
A.___
AG an (Urk.
6
/32/10). Ab Mai 2005 erlebte die Be
schwerde
füh
rerin einen Einbruch der Leistungsfähigkeit mit Prüfungs
ängs
ten und depres
si
ver Symptomatik und begab sich im
Juli 2005 in ambu
lante psychiatrische Behandlung
. Per Ende Juli 2005 gab sie ausserdem die Stelle im Kleidergeschäft auf (Urk.
6
/32/11). In der Folge erlitt
sie
eine psychotische Episode, weshalb sie Ende August 2005 ins Kriseninterventionszentrum der
B.___
,
zur Abklärung und teilstationären Be
handlung überwiesen wurde
. Bis 21. September 2005 trat eine mässige Besserung der Stimmungslage
ein
. In der Folge reiste die Beschwerdeführerin mit ihrem Vater für mehrere Wochen nach Nepal.
Vom 8. September bis 16. Oktober 2005 wurde der Be
schwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Urk. 8/5).
An der Konsultation in der
B.___
vom 14. Oktober 2005 gab
die Versicherte
an, sich wieder weitgehend genesen zu fühlen. Insbesondere seien die subjektiv beein
trächtigenden kognitiven Symptome nicht mehr vorhanden. Die depressive Symp
tomatik bestehe nicht mehr. Gestützt darauf empfahl ihr der berichtende Psychiater, mit einem Arbeitspensum von 60 % die aktuelle Leistungsfähigkeit zu erproben
(undatierter Bericht
von Dr. med.
C.___
, Spitalfacharzt in der
B.___
,
aus dem Jahr 2005; Urk.
6
/28 S. 2
= Urk. 3/2
).
Offenbar bestanden aber trotz
(
klinisch
)
guter Remission weiter
hin kognitive Störungen
, welche die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträch
tig
t
en
, weshalb sie von Dr.
C.___
für die Zeit
vom 13. März bis 31. August 2006 mit Bezug auf das Studium zu 100 %
krank geschrieben
wurde (Urk. 8/6).
Im Jahr
2007 folgte eine zweite psychotische Episode mit depressiver Ver
stimmung
,
und
die Beschwerdeführerin
wurde mit Bezug auf das Studium vom 17. September bis 31. Oktober 2007 und mit Bezug auf ihre Tätigkeit als Luft
-
verkehrsangestellte vom 17. September 2007 bis 10. Januar 2008 zu 100 %
arbeitsunfähig geschrieben (vgl. Urk. 8/7-8)
. Ende Feb
ruar 2008 gab
sie
ihre An
stellung bei
A.___
AG auf (Urk.
6
/32/10) und half an
schlies
send bis Ende Jahr beim
D.___
im Tele
fondienst und Empfang aus (Urk.
6
/32/9). Dane
ben arbeitete sie ab 1. Juni 2008 mit einem Pensum von zirka 10-20 % in einer Anwaltskanzlei (Urk.
6/32/7-8).
Im Juni 2009 trat die Beschwerdeführerin eine Stelle bei der
E.___
AG
zu einem Pensum von 55 % an. Um s
ich ganz dem Studium zu widmen,
kündigte
sie
diese Anstellung
per Ende Februar 2010 (Urk.
6
/32/6).
Im
Juni 2010 trat sie eine
Teilzeitstelle als Anwaltsassistentin mit einem Pensum von 40-50 %
an
und gab
dies
e per Ende Juli 2012 wieder auf
(Urk.
6
/24, Urk.
6
/32/4-5). Im Zuge der Krebsdiagnose im Mai 2013 brach
s
ie das Studium (vorläufig) ab.
3.2
Mit Bezug auf die Zeit nach Mai 2013
stellte
Dr.
C.___
im Bericht vom 6. Januar 2014 (Urk.
6
/29)
folgende Diagnosen:
-
Schizophrenie
(ICD-10
F20.04
), paranoid episodisch
unvollständig remittiert
-
schwere Depression
(ICD-10
F32.2
)
-
DD
Schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.1), gegenwärtig depressiv
Weiter gab er
an, bei der Beschwerdeführerin
bestehe
ein starkes Krank
heitsbe
wusstsein sowie die Einsicht in ihre Behandlungsbedürftigkeit. Die Com
pliance sei unproblematisch
(S. 3)
. Prognostisch müsse davon ausgegangen werden,
dass bei der Beschwerdeführerin, welche mittlerweile die dritte psycho
tische Episode durchgemacht habe, über den 31. Mai 2014 h
inaus eine einge
schränkte Arbeits
fähigkeit persistieren werde. Dies sei begrün
det in den aktuell auch nach Ab
klingen der psychologischen Phase deutlich ausgeprägte
n soge
nannten Basis
störungen im Sinne von
kognitive
n
und
Auffassungsstörung
en
, welche unabhängig von der psychotischen Symptomatik krankheitsassoziiert per
si
stierten, wie auch in der nun klar dokumentierten psychischen Vuln
er
abi
lität, die infolge Stresse
mpfindlichkeit ein erhöhtes
Rezidivrisiko
betreffend die psychotische Störung anzeige. Aufgrund dieser Überlegungen empfahl Dr.
C.___
eine Reintegration in den Arbeitsprozess mit einem um mindestens 50 % redu
zierten Arbeitspensum
ab 1. Juni 2014 (S. 4 f.)
.
3.3
Mit Blick darauf ging RAD-Arzt Prof. Dr.
F.___
in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2014 (Urk.
6
/36) von einer Arbeitsfähigkeit von maximal 50 %
aus, welche durch die
(
damals noch nicht abgeschlossene
)
Chemotherapie er
schwert sein könn
t
e. Weiter führte er aus, a
ufgrund der vorliegenden Arzt
be
richte seien berufliche Massnahmen erschwert. Grundsätzlich erlaube ein Studium
eine ge
wisse akademische Freiheit
,
und die Arbeitszeit könne selbständiger ein
geteilt werden. Es bestehe aber ein erheblicher Leistungsdruck, der theoretisch bei einer Person mit einer
schizo
-affektiven Störung und geringer Krankheits
einsicht
vermehrt zur Dekompensation führen könne. Das Belastungsprofil setze voraus, dass die Stelle eine geregelte und überschaubare Aufgabenteilung bein
halte und relativ integrationsarm sei.
3.4
Aufgrund dieser Entwicklung erteilte die Beschwe
rdegegnerin der Beschwerde
füh
rerin nach Abschluss der Krebsbehandl
ung im Rahmen von Integrations
mass
n
ahmen Kostengutsprache für e
in Aufbautraining in der Praxis
firma G.___
, Verein für Bildung, ab 7. April 2014 (Mitteilung vom 23. April 2014, Urk.
6
/39). Angesichts des erfolgversprechenden Verlaufs
der Massnahme verläng
erte sie mit Mitteilu
ng vom 18. Juni 2014 die Kostengutsprache bis 7. Okto
ber 2014 (Urk.
6
/47).
Laut
Abschlussbericht
der Praxisfirma
G.___
vom 15. Oktober 2014
(
Urk.
6
/60)
konnte die Beschwer
deführeri
n in dieser Zeit ihre Leistungs
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmar
kt bis zu 60 %
80 % steigern
.
Anschliessend absolvierte sie eine intensive Handelsausbildung und schloss
d
ie
se
im April 2015 mit dem Handelsdiplom VSH erfolgreich ab (Urk. 6/56, Urk. 6/
76). Dies führte zum Abschluss der beruflichen Massnahmen (Urk. 6/74).
3.5
Im Bericht des
H.___
, Klinik für Onkologie, vom 26. Mai 2015 (Urk.
6
/103/1-3)
wurde folgende somatische Diagnose gestellt (S. 1):
-
Fibroplastisches
Osteosarkom high grade, Knie links distaler Femur, ED 04/2013
-
aktuell: klinisch und bildgebend anhaltende Remission
Hinsichtlich der nach Abschluss der Kr
ebsbehandlung im April 2014 verblie
benen körperlichen Einschränkungen lässt
sich dem Bericht ent
nehmen, dass die Beschwerdeführerin über Einschränkungen im Alltag durch Knieschmerzen, insbesondere bei Belastung und Flexion, klagt. Sie könne nur noch wenigen sportlichen Tätigkeiten nach
gehen und eine beschränkte Stun
denzahl pro Tag am Pult sitzen. Die kognitive Leistungsfähigkeit sei dagegen ordentlich. Die Beschwerdeführerin könne bis zu sieben Stunden am Tag lernen. Allerdings bemerke sie eine eingeschränkte Kapazität, am ehesten als Folge der Medika
menteneinnahme (Opiate
; S. 2
).
3.6
Der behandelnde Psychiater Dr.
C.___
berichtete am 28. September
2015 (Urk.
6
/92),
bei
der Versicherten gebe es keine Änderung der Diagnosen, aktuell bestehe eine vollkommene Remission beziehungsweise Symptomfreiheit hin
sicht
lich der vorbestehenden psychiatrischen Diagnosen. Ursache der Arbeits
un
fähigkeit sei die Schizophre
n
ie, paranoid episodisch, aktuell vollständig remit
tiert (ICD-10 F20.05), und ein Zustand nach schwerer Depression, rezidivierend, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4). Bislang seien in den Jahren 2005, 2007 und zuletzt 2013-2015 drei psychotische Episoden mit jeweils depressiver Nach
-
schwankung aufgetreten. Während der symptomfreien Zeiten jeweils unter Lang
zeittherapie mit
Seroquel
sei die Beschwerdeführerin stets beschwerdefrei
und aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig im angestammten Beruf als Jus-Studentin
. Die vorbestehenden Symptome wie Wahrnehmungsstörungen, Auf
fassungsstörung, Ich-Störungen, Störungen der Stimmung, Störung der kogni
tiven Fähigkeiten, sowie Schlafstörungen und sozialer Rückzug mit rascher Ermüdbarkeit seien voll remittiert. Die somatische Nebenwirkung der Medi
ka
tion mit Zittern bei feinen Bewegungen sei ebenfalls rückläufig (S. 1 f.)
.
Die aktuelle Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Studentin betrage aus psychiatrischer Sicht aufgrund des erhöhten Erholungsbedürfnisses 80 %. Die somatische Arbeitsfähigkeit betrage 60 % infolge einer Funktionseinschränkung und Schmerzen im Bereich des linken Knies (S. 3).
3.7
Im Schreiben vom 29. Januar 2016 (Urk.
6
/102) bestätigte
der Onkologe
Prof.
Dr. med.
I.___
, Leitender Arzt
am
H.___
, Klinik für Onko
logie,
die komplette Remission der Erkrankung und empfahl bezüglich der
Ar
beits
fähigkeit eine vertrauensmedizinische beziehungsweise arbeitsmedizi
nisch
e Begutachtung der Beschwerdeführerin, zumal sich die
Frage der
Arbeits
fähigkeit nicht nur auf die onkologischen Diagnosen
,
sondern auch auf Begleit
erkran
kungen und die zu erwartende Berufstätigkeit
erstrecke
.
3.8
Dipl. med.
J.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Prävention und Gesundheitswesen
,
ging in ihrer namens des Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(
RAD) abgegebenen Stellungnahme vom 17. Februar 2016 (Urk. 6/108 S. 5 f.)
von
den Diagnosen einer aktuell vollständig remittierten paranoiden Schizophrenie
(ICD-10 F25.1) sowie eines anhaltend remittierten
fibroplastischen
Osteosar
koms
aus
. Zusammenfassend hielt sie fest, dass der Gesundheitszustand der
Beschwer
deführerin
erfreulicherweise stabil sei. Eine mit dem erhöhten Erholungsbe
dürf
nis begründete 20%ige Leistungsminderung als Jurastudentin könne aus ver
sicherungsmedizinischer Sicht nachvollzogen werden. Allerding
s
handle es sich bei einem Jurastudium nicht um e
ine leidensangepasste Tätigkeit;
eine erhöhte Stressbelastung sei hier vor allem in Prüfungsphasen zu erwarten. Leidens
an
gepasst wäre die Tätigkeit, für welche mit dem Handelsdiplom ein Berufs
ab
schluss
vorlieg
e. Aus somatischer Sicht seien bei rein sitzender Tätigkeit keine
schwerwiegenden Einschränkungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit zu erwar
ten. Fraglich sei aus versicherungsmedizinischer Sicht, ob drei Jahre nach der Tumorerkrankung weiterhin Opiate zur Analgesie notwendig seien.
3.9
Med.
pract
.
K.___
, Fachärztin für Allgemeine Medizin, berich
tete am 29. August 2016
(Urk. 8/11)
, dass die Beschwerdeführerin infolge der Knie
und Beinschmerzen das
Opioid
Targin
einnehmen müsse. Wegen der Schizophrenie nehme
sie
zusätzlich
Seroquel
. Dessen Nebenwirkungen
,
Schläf
rigkeit und Schwindel
,
würden durch das
Targin
verstärkt. Ebenfalls sei es zu bekannten
Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt gekommen. Leider sei die Patientin mit dieser Therapie nicht schmerzfrei, so dass im Verlauf mit einer Steigerung oder mit zusätzlichen medikamentösen Therapien gerechnet werden müsse
. Aufgrund des Nebenwirkungsprofils seien die Schwierigkeiten beim Lernen wahrscheinlich grösstenteils auf die Medikation zurückzuführen.
3.10
Laut dem Bericht von
Dr. med.
L.___
, Oberärztin an der Universitätsklinik
M.___
, Sportmedizin,
vom 30. August 2016 (Urk. 8/12) leidet die Beschwerde
führerin seit August 20
13 an Dauerschmerzen im Bereich
des linken Knie
ge
lenkes. In Ruhe bestünden Schmerzen mit VAS 2/10, bei Belastung mit VAS 7-8/1
0.
Die Patientin sei insbesondere beim Anheben des linken Beines sowie auch be
im Treppensteigen eingeschränkt
. Sie habe auch beim Verharren in einer Position für längere Zeit über Schmerzen berichtet. Dem Bericht lässt sich sodann entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach Behandlungsbeginn am
2. Dezember
2015 über etwas vermehrte Schmerzen berichtete. Aufgrund
erhöhter
Belastung
durch das
Studium habe sie ab Mitte Mai eine Physio
the
rapiepause eingelegt und i
m
Juli 2016
die
Therapiemassnahmen wieder
aufge
nommen
. Weiterhin stünden Schmerzen insbesondere auf der Au
ssenseite des linken Kniegelenk
s im Vordergrund. Die Schmerzen
träten
insbesondere bei aktiver Bewegung über dem lateralen Gelenkspalt
auf
. Bei passiver Bewegung bestünden deutlich weniger Schmerzen.
4.
4.1
Hinsichtlich der Eröffnung der Wartezeit ist festzu
halt
en, dass die psycho
tischen Episoden in den Jahren 2005 und 2007
wie bereits in E. 3.1.2 des Urteils vom 25. Juli 2016 (IV.2016.00362) erwogen
nur vorübergehend waren. So schien sich die Beschwerdeführerin
im Anschluss an die erste psychotische Episode
im Mai 2005 spätes
tens Mitte Oktober 2005
Rück
kehr von
der
Reise nach Nepal mit ihrem Vater
wieder weitgehend erholt zu haben. Das von Dr.
C.___
im undatierten Bericht aus dem Jahre 2005 genannte Arbeitspensum von 60 % (Urk. 6/28 S. 6) ist im Sinne einer schrittweisen Wiedereingliederung zu ver
stehen und sagt nichts über die
damalige
tatsächliche Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aus
. Dem Bericht von
Dr.
C.___
vom 28. September 2015 (
Urk. 6/92;
E.
3.6
) lässt sich
dagegen
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit Ausnahme der psychotischen Episoden von 2005 und 2007 (und zuletzt 2013-2015) un
ter Langzeittherapie mit Psycho
pharmaka s
tets beschwerdefrei und aus psy
chiatrischer Sicht als St
udentin voll leistungsfähig war
.
Nichts
Gegenteiliges
kann dem Einweisungszeugnis des
H.___
, Psy
chiatrische Poliklinik, vom 30. August 2005 (Urk. 8/1) ent
nomm
en
werden
.
Auch
mit Blick auf die
berufliche Laufbahn der Beschwerdeführerin ist eine
längerdauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor
Frühling
2013 nicht au
s
gewies
en. Dies gilt insbesondere für die Zeit ab Mitte 2009, als die Be
schwer
deführerin neben dem Studium bis Februar 2010 mit einem Pensum von 55 % bei der
E.___
AG
angestellt war, sich danach
ganz dem Studium widmete und von
Juni 2010 bis Juli 2012 neben dem Studium zu
einem Pen
sum von 40-50 % als Anwaltsassistentin
erwerbstätig war (E. 3.1 am Ende). In dieser Zeit absolvierte sie mit dem Studium und der Erwerbstätigkeit
mindestens
ein volles Arbeitspensum.
Eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in diesen von keiner Psychose gezeichneten Jahren kann auch aufgrund der Anga
ben von Dr.
C.___
im Bericht vom 28. September 2015 (Urk. 6/92; E. 3.6) ver
neint werden.
4.2
Ein Einbruch
in
der Arbeits-
beziehungsweise
Leistungsfähigkeit ist
demgegen
über
mit der Tumordiagnose
im
Frühjahr
2013
und der darauffolgenden
onko
logischen
Behandlung dokumentiert.
Nach Wiedererlangung einer genügenden
Arbeitsfähigkeit (E. 3.2
und E. 3.
3) wurden im April 2014 Wiedereinglie
de
rungs
massnahmen eingeleitet
. In deren Verlauf
vermochte
die Beschwerdeführerin
bis Oktober 2014
eine Arbeitsfähigkeit von 80 %
zu erreichen. Anschliessend erlangte sie
nac
h einer intensiven
Handel
sausbildung das Handelsdiplom
, was zum Abschluss der Massnahmen führte
(E. 3.4).
Für die gesamte
Zeit erhielt die Beschwerdeführerin Taggelder (
Urk. 6/39, Urk. 6/42, Urk. 6/47-49,
Urk. 6/57, Urk. 6/62
-
6/63, Urk. 6/67), weshalb ein allfälliger Rentenanspruch nicht ent
stehen konnte (Art. 29 Abs. 2 IVG)
.
4.3
Mit Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
nach
Abschluss der Wiedereingliede
rungs
massnahmen im
Oktober 2014
finden
sich
in den Akten keine
abschliessenden Stellungnahmen.
4.3.1
Laut den Berichten des
H.___
(Urk. 6/103/1-3, Urk. 6/102; E. 3.5 und
E. 3.7) könnte eine Einschränkung bei Belastung des linken Knies bestehen. Inwieweit sich diese auf eine
überwiegend sitzende
Erwerbstätigkeit in
einem Büro auswirkt, kann der Berichterstattung nicht
entnommen werden
. Vie
l
mehr wird
unter Hinweis
auf ein Zusammenwirken von mehreren Faktoren (psy
chische
Leiden
, Nebenwirkungen
der einzunehmenden Medikamente
) eine
ver
trauensmedizinische beziehungsweise arbeitsmedizinische Begutachtung empfoh
len
(E. 3.7).
Gemäss Bericht der Universitätsklinik
M.___
(Urk. 8/12; E. 3.10)
bestehen offenbar erhebliche Knieschmerzen li
nks, insbesondere bei Belastung
beziehungsweise aktiver Bewegung (E. 3.
10
).
4.3.2
Was die
psychischen Leiden
angeht
,
beschrieben die Onkologen des
H.___
die kognitive Leistungsfähigkeit im Frühjahr 2015 (Urk. 6/103/1-3;
E. 3.5)
als
ordentlich, bejahten aber eine Einschränkung der Kapazität infolge
der Medikamenteneinnahme. Auch der behandelnde Psychiater
Dr.
C.___
(Urk. 6/92
; E. 3.6)
gab
im Herbst 2015 eine vollständige
Remission beziehungs
weise Symptomfreiheit
an
.
Insbesondere
verneinte
er
das Vorliegen kognitiver Störungen und begründete die aus psychiatrischer Sicht auf 80 % geschätzte Arbeitsfähigkeit als Studentin mit dem erhöhten Erholungsbedürfnis.
Unter Ein
bezug von Funktionseinschränkung und Schmerzen im linken Knie schätzte
Dr.
C.___
die Arbeitsfähigkeit auf 60 % ein.
Ob die
s
auch für eine
Erwerbs
tätigkeit
im
kaufmännischen Bereich
gilt, lässt sich den Angaben
des Psychia
ters
nicht entnehmen.
Demgegenüber berichtete die
Hausärztin m
ed.
pract
.
K.___
im Sommer 2016
(Urk. 8/11
; E. 3.
9
)
von Neben
wir
kungen der
trotz
Einsatz von Opioiden noch
ungenügenden Schmerzmedikation sowie der verordneten
Psychopharmaka.
Es ist nicht auszuschliessen, dass d
i
e dadurch verstärkt auftretende
Schläfrigkeit und
die
Schwindel
sowie die
wei
-
teren
Nebenwirkungen
nicht nur das Lernen
im Rahmen des Jus-Studiums
erschwe
r
en
,
sondern
sich
auch
auf die Arbeitsfähigkeit
in einer
ebenfalls
haupt
sächlich kognitive
n
Tätigkeit
als kaufmännische Angestellte
einschränkend aus
wirk
t
en
. Mangels
eines konkreten
Anlass
es
bei dieser nicht erwerbstätigen Patientin äusserten sich
allerdings
weder die Hausärztin noch die weiteren
behan
delnden
Ärzte
dazu
.
4.3.3
Unter diesen Umständen
vermag
die von der Beschwerdegegnerin
gestützt auf die Angaben
der
RAD
-Ärztin Dipl. med.
J.___
(E. 3.8)
angenommene volle Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit im kaufmännischen Bereich
nicht vollends zu überzeugen. Bei der Würdigung der Stellungnahme des RAD ist sodann zu berücksichtigen, dass es sich dabei lediglich um eine Aktenbeurteilung handelt
;
s
ie beruht nicht auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin. Die im Rahmen der fachärztlichen Behandlung aufgrund der erhobenen Befunde festgestellten Einschränkungen sind grundsätzlich geeignet, gewisse Zweifel an der Verneinung eines relevanten Gesundheitsschadens
(unter anderem
Neben
wir
kungen der verordneten Medikamente
)
zu wecken. Andererseits erscheint die Frage nach der Notwendigkeit von Opioiden drei Jahre nach der Tumor
be
handlung
nicht
un
gerechtfertigt.
Jedenfalls
wäre der RAD gehalten gewesen, zusätz
liche (externe) Abklärungen zu empfehlen oder die Beschwerde
führerin (zumin
dest) persönlich und
fachärztlich zu untersuchen. Die Schlussfolgerungen beruhen folglich
nicht
auf der Würdigung eines umfassend abgeklärten Sach
verhaltes
respektive
auf den Befunden einer persönlichen Untersuchung d
er Beschwerdeführerin.
4.
4
Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden medizinischen Akten keine hin
reichende beziehungsweise rechtsgenügende Grundlage zur Klärung der
ent
schei
denden
Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer leidensangepassten
Tätigkeit darstellen. Die Sache ist daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2016 (Urk. 2) an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen, damit diese die notwendigen Abklärungen veranlasse und hernach über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung neu verfüge.
5.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 7
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Zudem ist der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr.
2
‘
2
00.
(inklusive Bar
auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht;
GSVGer
).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom
28.
Juni 2016 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach er
folgter Abklärung im Sinne der Er
wägungen,
über den Leistungsanspruch
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
7
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2'200
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Lotti Sigg
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubMeier-Wiesner