# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 796058d6-be05-57bb-9395-6cea1094f7d6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Einzelrichter 22.07.2015 ZK2 2015 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_002_ZK2-2015-37_2015-07-22.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 22. Juli 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 15 37 03. August 2015

(Mit Urteil 4D_58/2015 vom 18. September 2015 ist das Bundegericht auf die 
gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
Aktuar Pers

In den zivilrechtlichen Beschwerden

des X._____ und Y._____, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer, 

gegen

den Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos vom 24. Juni 
2015, mitgeteilt am 24. Juni 2015, in Sachen des A._____ und B._____, 
Gesuchsteller und Beschwerdegegner, beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Erich Vogel, Bahnhofstrasse 56, 7302 Landquart, gegen die Gesuchsgegner und 
Beschwerdeführer,

betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen (Mieterausweisung),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. A._____ und B._____ (Vermieter) sowie X._____ und Y._____ (Mieter) 
schlossen am 9./14. April 2008 einen Mietvertrag betreffend das "5-Zimmerhaus" 
_____strasse (heute _____strasse) in O.1_____ mit (voraussichtlichem) 
Mietbeginn am 1. Juli 2008 ab. Die Parteien vereinbarten einen monatlichen 
Mietzins von Fr. 1'450.-- zuzüglich Nebenkosten von Fr. 200.--, total Fr. 1'650.--. 
Auf Seiten der Vermieter wurde der Mietvertrag von A._____ unterzeichnet, als 
Mieter tritt X._____ (unterschriftlich) in Erscheinung. Seit Oktober 2009 erfolgten 
die Mietzinszahlungen immer wieder mit Verzug, teilweise auch unvollständig.

B.1. Am 12. Januar 2015 wurden X._____ und Y._____ durch den 
Rechtsvertreter von A._____ und B._____ mit je einem separat zugestellten 
Schreiben (eingeschrieben und per A-Post) darüber informiert, dass aus den 
infolge Mietzinsausständen initiierten Verlustscheinen noch immer offene 
Forderungen über einen Gesamtbetrag von Fr. 623.85 bestünden und dass der 
Mietzins von Fr. 1'650.-- für den Monat Januar 2015, welcher gemäss Ziffer 4 des 
Mietvertrags im Voraus zu bezahlen wäre, ausstehend sei. Zugleich wurden 
X._____ und Y._____ aufgefordert, den offenen Betrag von total Fr. 2'273.85 
innert 30 Tagen vollständig zu begleichen, andernfalls das Mietverhältnis gestützt 
auf Art. 257d OR gekündigt werde.

2. Weil X._____ und Y._____ dieser Zahlungsaufforderung nicht nachkamen, 
erfolgte am 19. Februar 2015 die ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses 
mittels amtlichen Formulars unter Einhaltung der gesetzlichen und vertraglichen 
Kündigungsfrist per 31. Mai 2015 an beide Gesuchsgegner separat mit 
eingeschriebener Post. Diese Kündigungen wurden nicht abgeholt.

3. Mit Schreiben vom 11. Mai 2015 wurden X._____ und Y._____ erneut auf 
die Zahlungsrückstände und Zahlungsverzögerungen hingewiesen. Im Titel dieses 
Schreibens wurden sie auf die "Abgabe Mietobjekt" hingewiesen und mit Telefonat 
vom 27. Mai 2015 zum fristgerechten Auszug aufgefordert.

C. Nachdem X._____ und Y._____ die Wohnung Ende Mai 2015 nicht 
geräumt hatten, reichten A._____ und B._____ am 4. Juni 2015 beim 
Bezirksgericht Prättigau/Davos ein Gesuch um Ausweisung von X._____ und 
Y._____ aus dem "5-Zimmerhaus" _____strasse (heute _____strasse) in 
O.1_____ ein. In der Begründung des Gesuchs wurde ausgeführt, dass die mittels 
amtlichen Formulars an beide Parteien separat ausgestellten Kündigungen vom 

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Februar 2015 von den Gesuchsgegnern nicht innert Frist in Empfang genommen 
worden seien, womit die Postsendung gemäss Praxis des Bundesgerichts am 
letzten Tag der Abholfrist als zugestellt gelte. Der fiktive Empfang datiere damit 
per 27. Februar 2015. Die Kündigungen seien unangefochten geblieben und somit 
rechtsverbindlich. Sämtliche erforderlichen Fristen und Formvorschriften seien 
eingehalten worden, weshalb allfällige Einreden völlig haltlos und irrelevant wären. 
Damit seien die Voraussetzungen für den Rechtsschutz in klaren Fällen nach Art. 
257 ZPO umfassend erfüllt.

D. Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 wurde den Gesuchsgegnern eine Kopie 
des Ausweisungsbegehrens samt Beilagen zugestellt und ihnen eine 
Vernehmlassungsfrist bis zum 19. Juni 2015 gesetzt. Gemäss Track & Trace-
Suchergebnis wurde die Verfügung den Gesuchsgegnern am 16. Juni 2015 am 
Schalter zugestellt. Sie liessen sich indessen innert Frist nicht vernehmen.

E. Auf die Durchführung einer Hauptverhandlung wurde seitens des 
Bezirksgerichts Prättigau/Davos verzichtet. Mit Entscheid vom 24. Juni 2015, 
mitgeteilt gleichentags, erkannte die Einzelrichterin in Zivilsachen am 
Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:

"1. Das Ausweisungsgesuch wird gutgeheissen und X._____ und Y._____ 
gerichtlich angewiesen, das 5-Zimmer-Wohnhaus am _____strasse in 
O.1_____ innert 10 Tagen nach Rechtskraft des 
Ausweisungsentscheides (bis Mittag 12.00 Uhr) vollständig geräumt 
und gereinigt und mit allen Schlüsseln zurückzugeben.

2. Der Ausweisungsbefehl ergeht unter ausdrücklicher Androhung der 
Straffolge nach Art. 292 StGB, wonach mit Busse bestraft wird, wer der 
von einer zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten 
unter Hinweis auf die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen 
Verfügung nicht Folge leistet.

3. Verlassen X._____ und Y._____ das Mietobjekt innerhalb der 
gesetzten Frist nicht oder nicht geräumt, werden A._____ und B._____ 
ermächtigt, auf Kosten von X._____ und Y._____ polizeiliche Hilfe in 
Anspruch zu nehmen und die Ersatzvornahme (Zwangsvollstreckung) 
zu tätigen.

4. Die Kosten dieses Verfahrens von CHF 400.00 gehen unter 
solidarischer Haftbarkeit zulasten von X._____ und Y._____ und 
werden mit dem von A._____ und B._____ geleisteten Vorschuss 
verrechnet. A._____ und B._____ wird das Recht eingeräumt, auf 
X._____ und Y._____ Regress zu nehmen.

5. X._____ und Y._____ haben unter solidarischer Haftbarkeit A._____ 
und B._____ mit CHF 500.00 ausseramtlich zu entschädigen.

6. (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid).

7. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

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8. (Mitteilung)."

Die Einzelrichterin gelangte zur Auffassung, dass der Sachverhalt liquid und die 
Rechtslage klar seien, infolgedessen dem Ausweisungsgesuch der Gesuchsteller 
stattzugeben sei.

F. Gegen diesen Entscheid reichten X._____ und Y._____ mit Eingaben vom 
5. Juli 2015 (überbracht am 6. Juli 2015) zwei separate Beschwerden beim 
Kantonsgericht von Graubünden ein, mit welchen sie sich einerseits gegen die 
Mieterausweisung und andererseits gegen den vorinstanzlichen Kostenentscheid 
zur Wehr setzten. Die jeweiligen Begründungen der einzelnen Beschwerden sind 
identisch. Die Beschwerdeführer beantragen die vollumfängliche Aufhebung des 
Entscheids der Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos vom 24. Juni 
2015 sowie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Im Wesentlichen wird 
geltend gemacht, sie hätten die vom 19. Februar 2015 stammende Kündigung 
infolge Abwesenheit (Schulferien) nicht abholen können. Dass sie zu dieser Zeit 
immer in L.1_____ seien, sei seit 2009 bekannt gewesen. Dieser Kündigung, von 
welcher sie keine Kenntnis gehabt hätten, sei vorsorglich fristgerecht 
widersprochen worden, woraufhin es keine Erwiderung gegeben habe. In einem 
Nachtrag vom 8. Juli 2015 wurden noch einmal dieselben Rügen vorgebracht.

G.1. In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2015 liessen A._____ und B._____ 
die vollumfängliche Abweisung der Beschwerden betreffend "Kostenentscheid" 
und "Mieterausweisung" beantragen, soweit darauf einzutreten sei. In 
prozessualer Hinsicht stellten die Beschwerdegegner den Antrag, die 
Beschwerdeführer seien solidarisch zu verpflichten, gestützt auf Art. 99 Abs. 1 lit. 
b ZPO eine angemessene Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- sicherzustellen. 
Ferner seien gestützt auf das Novenverbot nach Art. 326 ZPO sämtliche den 
Beschwerden beigelegten Urkunden aus dem Recht zu weisen. Schliesslich seien 
die aufschiebende Wirkung sowie vor allem auch der – nicht beantragte – 
Aufschub der Vollstreckung des angefochtenen Entscheids zu verweigern.

2. In einem weiteren Schreiben vom 14. Juli 2015 beantragten sie zudem, 
sowohl den Nachtrag der Beschwerdeführer vom 8. Juli 2015 als auch dessen 
Beilagen gestützt auf Art. 326 ZPO aus dem Recht zu weisen.

3. Mit Schreiben vom 16. Juli 2015 zog der Rechtsvertreter der 
Beschwerdegegner den Antrag auf Sicherstellung der Parteientschädigung 
zurück, um die Angelegenheit bzw. den Entscheid nicht weiter zu verzögern.

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Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.a. X._____ und Y._____ haben gegen den Entscheid der Einzelrichterin am 
Bezirksgericht Prättigau/Davos Beschwerde erhoben. Als Rechtsmittel gegen den 
Entscheid betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen fällt – wie in der 
Rechtsmittelbelehrung des angefochtenen Entscheids zutreffend festgehalten – 
grundsätzlich sowohl die Berufung nach Art. 308 ff. ZPO als auch die Beschwerde 
gemäss Art. 319 ff. ZPO in Betracht (vgl. Thomas Sutter-Somm/Cordula Lötscher, 
in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N 36 zu Art. 
257 ZPO; Dieter Hofmann, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 28d zu 
Art. 257 ZPO). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung jedoch 
nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren 
mindestens Fr. 10'000.-- beträgt. Wird dieser Streitwert nicht erreicht, steht das 
ausserordentliche Rechtsmittel der Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO offen. Im 
Verfahren der Ausweisung bestimmt sich der Streitwert danach, wie lange der 
Vermieter mutmasslich über das Objekt noch nicht verfügen kann. Das bedeutet, 
dass auf die konkrete Dauer des Ausweisungsverfahrens abzustellen ist. Wie 
lange ein Verfahren dauert, lässt sich freilich bei dessen Beginn nur selten 
voraussagen, und wo der Streitwert die Zuständigkeit einer Instanz oder die 
Zulässigkeit eines Rechtsmittels bestimmt, kommt es auf den Beginn des 
Verfahrens in jener Instanz an. Es bleibt daher nur die Dauer abzuschätzen (Peter 
Diggelmann, in: Brunner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N 45 zu Art. 91 ZPO; 
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_266/2007 vom 26. September 2007 E. 
2.2.2). Im vorliegenden Fall ist somit auf die Zeit zwischen der 
Gesuchseinreichung und dem Urteil des Kantonsgerichts abzustellen. Das 
erstinstanzliche Verfahren hat rund drei Wochen gedauert (Gesuch: 4. Juni 2015, 
Entscheid: 24. Juni 2015). Werden für das Rechtsmittelverfahren weitere drei bis 
vier Wochen sowie die Rechtsmittelfrist von 10 Tagen hinzugerechnet, beläuft sich 
der Streitwert bei einem monatlichen Mietzins von Fr. 1'650.-- auf rund Fr. 3'300.--. 
Damit ist der für die Zulässigkeit der Berufung erforderliche Streitwert von Fr. 

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10'000.-- nicht gegeben, so dass X._____ und Y._____ zu Recht das Rechtsmittel 
der Beschwerde erhoben haben.

b. Gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid, wozu 
auch solche betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen gehören (Art. 257 Abs. 1 in 
Verbindung mit Art. 248 lit. b ZPO), beträgt die Rechtsmittelfrist 10 Tage (Art. 321 
Abs. 2 ZPO). Die vorliegende Beschwerde gegen den am 24. Juni 2015 
mitgeteilten Entscheid der Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos 
erfolgte mit Eingabe vom 6. Juli 2015 (Tag der Überbringung) innert der 
gesetzlichen Frist, so dass einem Eintreten unter diesem Gesichtspunkt nichts im 
Wege steht.

c. Gemäss Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100) beurteilt das Kantonsgericht als 
Rechtsmittelinstanz zivilrechtliche Berufungen und Beschwerden. Erweist sich die 
Beschwerde – wie im vorliegenden Fall – als offensichtlich unbegründet (vgl. dazu 
nachfolgend E. 3), entscheidet der Vorsitzende in einzelrichterlicher Kompetenz 
(Art. 7 Abs. 2 lit. b EGzZPO, Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes 
[GOG; BR 173.00]). Dasselbe gilt, wenn der Streitwert Fr. 5'000.-- nicht 
überschreitet (Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO), was nach dem oben Ausgeführten (E. 
1.a) der Fall ist.

2. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die 
offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 
(Art. 320 ZPO). Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden 
Verstoss gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht. Die 
Beschwerdeinstanz überprüft entsprechende Rügen mit freier Kognition. Für die 
Beschwerde hinsichtlich der Sachverhaltsfeststellung gilt indessen eine 
beschränkte Kognition. Diesfalls ist eine qualifiziert fehlerhafte Feststellung des 
Sachverhalts erforderlich, wobei „offensichtlich unrichtig“ gleichbedeutend mit 
willkürlich im Sinne von Art. 9 BV ist (Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl., Zürich 2013, N 3 ff. zu Art. 320 ZPO; Karl 
Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 1 f. zu Art. 320 ZPO).

3.a. Art. 257 Abs. 1 ZPO sieht unter dem Titel "Rechtsschutz in klaren Fällen" 
vor, dass das Gericht Rechtsschutz im summarischen Verfahren gewährt, wenn 
zum einen der Sachverhalt unbestritten oder sofort beweisbar (lit. a) und zum 

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anderen die Rechtslage klar ist (lit. b). Sofort beweisbar ist ein Sachverhalt nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wenn er ohne zeitliche Verzögerung 
und ohne besonderen Aufwand nachgewiesen werden kann. Der Beweis ist in der 
Regel durch Urkunden zu erbringen. Der Rechtsschutz in klaren Fällen unterliegt 
keiner Beweisstrengebeschränkung. Blosses Glaubhaftmachen genügt für die 
Geltendmachung des Anspruchs nicht, sondern der Kläger hat den vollen Beweis 
der anspruchsbegründenden Tatsachen zu erbringen. Bestreitet die Gegenpartei 
die Tatsachen glaubhaft, kann der schnelle Rechtsschutz in klaren Fällen nicht 
gewährt werden, da kein liquider Sachverhalt vorliegt (BGE 138 III 620 E. 5.1.1 S. 
621; 138 III 123 E. 2.1.1 S. 125). Die Rechtslage ist sodann klar im Sinne der 
Bestimmung, wenn sich die Rechtsfolge bei der Anwendung des Gesetzes unter 
Berücksichtigung der Lehre und Rechtsprechung ohne weiteres ergibt und damit 
die Rechtsanwendung zu einem eindeutigen Ergebnis führt (BGE 138 III 123 E. 
2.1.2. S. 126; Urteil des Bundesgerichts 4A_447/2011 vom 20. September 2011 E. 
2.3).

b. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall klarerweise gegeben. Der 
Anspruch auf Ausweisung ergibt sich aus dem Rückgabeanspruch des Vermieters 
aus dem aufgelösten Mietverhältnis (Art. 267 Abs. 1 OR) sowie aus dem 
Eigentumsrecht (Art. 641 Abs. 2 ZGB) an der betreffenden Liegenschaft. Die 
Einzelrichterin am Bezirksgericht Prättigau/Davos hat im angefochtenen Entscheid 
zutreffend festgehalten, dass die Gesuchsteller den Gesuchsgegnern – und zwar 
an beide Gesuchsgegner mit separater, eingeschriebener Post – die auf amtlichen 
Formularen erfolgten (ordentlichen) Kündigungen per 31. Mai 2015 am 19. 
Februar 2015 zugesandt hätten, die Postsendungen von Letzteren jedoch nicht 
abgeholt worden seien. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gälten die 
Kündigungen damit als am 20. Februar 2015 zugestellt. Die vertraglich vereinbarte 
dreimonatige Kündigungsfrist sei vorliegendenfalls eingehalten worden, für die 
Kündigungen sei das amtliche Formular verwendet worden, die Kündigungen 
seien beiden Ehegatten separat versandt und diese seien nicht angefochten 
worden. Die Rechtslage sei mithin klar, weshalb dem Ausweisungsgesuch 
stattzugeben sei (vgl. angefochtener Entscheid E. 2.2 S. 4 f. sowie KB 6-8). Der 
von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt ist aktenmässig belegt und die daraus 
gezogenen Rechtsfolgen sind zutreffend und klar. Demzufolge wurde dem 
Ausweisungsbegehren zu Recht entsprochen. Soweit die Beschwerdeführer 
geltend machen, sie hätten die Kündigung vom 19. Februar 2015 nicht abholen 
können, weil sie zu dieser Zeit ferienhalber in L.1_____ gewesen seien, geht ihr 
Vorbringen an der Sache vorbei. Die Kündigung ist eine empfangsbedürftige 

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Willenserklärung und entfaltet nach der Empfangstheorie ihre Wirkungen, sobald 
sie in den Machtbereich des Empfängers gelangt. Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung gilt bei einem eingeschriebenen Brief, wenn ihn der Postbote 
dem Adressaten oder einem zur Entgegennahme der Sendung ermächtigten 
Dritten nicht tatsächlich aushändigen konnte und er im Briefkasten oder im 
Postfach des Adressaten eine Abholungseinladung hinterlässt, dass die 
Kündigung zugegangen ist, sobald der Empfänger gemäss Abholungseinladung 
bei der Poststelle davon Kenntnis nehmen kann; dabei handelt es sich um den 
selben Tag, an dem die Abholungseinladung im Briefkasten hinterlegt wurde, 
wenn vom Adressaten erwartet werden kann, dass er die Sendung sofort abholt, 
andernfalls in der Regel um den darauf folgenden Tag (BGE 137 III 208 E. 3.1.2 
S. 214 = Pra 2011 Nr. 106; vgl. auch BGE 140 III 244 E. 5.1 S. 247 f. = Pra 2014 
Nr. 95, je mit Hinweisen; Roger Weber, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler 
Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, N 1a zu Art. 266a OR). Im 
Lichte der vorgenannten Ausführungen hat die Vorderrichterin zu Recht erwogen, 
dass die Kündigungen vom 19. Februar 2015 als am 20. Februar 2015 zugestellt 
gelten (vgl. KB 8). Was die von den Beschwerdeführern in diesem 
Zusammenhang vorgebrachte, ferienbedingte Ortsabwesenheit betrifft, so ist 
ihnen entgegenzuhalten, dass sie es unterlassen haben, für diese Zeit für die 
korrekte Zustellung von Postsendungen besorgt zu sein. Dies gilt vorliegend umso 
mehr, als sie nach dem Schreiben der Beschwerdegegner vom 12. Januar 2015, 
in welchem sie aufgefordert wurden, die bestehenden Ausstände vollständig zu 
begleichen, andernfalls ihnen das Mietverhältnis gestützt auf Art. 257d OR 
gekündigt werde (KB 5), mit einer Kündigung rechnen mussten. Auch insofern 
erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens. Nach dem Gesagten hätten 
die Beschwerdeführer die rechtsgültig ausgesprochenen Kündigungen bis 
spätestens am 23. März 2015 bei der örtlich zuständigen Schlichtungsbehörde für 
Mietsachen anfechten oder bei dieser ein Gesuch um Erstreckung des 
Mietverhältnisses einreichen müssen, was sie indessen nachweislich nicht getan 
haben. Entgegen deren Auffassung vermag ein vorsorglicher Widerspruch gegen 
die ausgesprochene Kündigung zuhanden der Vermieter (vgl. act. B.6) eine 
ordentliche Anfechtung nicht zu ersetzen. Wie von der Vorderrichterin zutreffend 
festgestellt, ist der Sachverhalt damit liquid und die Rechtslage klar, sodass das 
entsprechende Ausweisungsbegehren zu Recht gutgeheissen wurde. Die 
Beschwerde erweist sich insofern als unbegründet.

c. Was alsdann die übrigen Ausführungen der Beschwerdeführer betreffend 
die beantragte Senkung des Referenzzinssatzes und die Bitte um Neuberechnung 

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der Nettomiete, die angeblich getätigten Renovierungsarbeiten am Haus sowie die 
damit zusammenhängende Abgeltung der Rechnungsstunden und für das 
Material, die angeblich seit Anbeginn des Mietverhältnisses immer wieder defekte 
Heizung, die mangelnde Dämmung des Hauses sowie die Situation rund um die 
Weitervermietung des Autoabstellplatzes anbelangt, so erweisen sich diese für die 
Entscheidfindung im Ausweisungsverfahren allesamt als irrelevant. Soweit sie 
allenfalls im Zusammenhang mit der Auflösung des Mietverhältnisses zu 
berücksichtigen gewesen wären, hätten sie bereits im – unterlassenen – 
Kündigungsanfechtungsverfahren vorgebracht werden müssen. Im Übrigen 
könnten diese Vorbringen im vorliegenden Beschwerdeverfahren als erstmals 
vorgetragene, neue Tatsachenbehauptungen auch bereits aufgrund des in Art. 
326 Abs. 1 ZPO statuierten Novenverbots nicht mehr berücksichtigt werden. Nach 
den vorangegangenen Ausführungen erweist sich der angefochtene Entscheid 
aufgrund der klaren Akten- und Rechtslage in sämtlichen Punkten als zutreffend 
und rechtmässig, weshalb die Beschwerde gegen die Ausweisung zufolge 
offensichtlicher Unbegründetheit abzuweisen ist. 

d. Abzuweisen ist ferner auch die separat erhobene Beschwerde gegen den 
vorinstanzlichen Kostenentscheid, zumal in dieser Hinsicht seitens der 
Beschwerdeführer jegliche Begründung fehlt (vgl. act. A.1.2). Im Übrigen hat die 
Vorderrichterin die Kosten in Anwendung von Art. 106 Abs. 1 ZPO richtigerweise 
den unterliegenden Gesuchsgegnern auferlegt. Ebenfalls nicht zu beanstanden ist 
die Höhe der von der Vorderrichterin festgesetzten Entscheidgebühr, welche im 
summarischen Verfahren vor dem Einzelrichter am Bezirksgericht Fr. 100.-- bis Fr. 
5'000.-- beträgt (vgl. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Zivilverfahren [VGZ; BR 320.210]). Mit der Auferlegung von Verfahrenskosten in 
Höhe von Fr. 400.-- bewegt sich die Einzelrichterin am Bezirksgericht 
Prättigau/Davos im unteren Bereich des gesetzlich zulässigen Kostenrahmens. 
Angesicht des für den Rechtsvertreter der Gesuchsgegner im erstinstanzlichen 
Verfahren angefallenen Aufwands erscheint schliesslich auch die zugunsten 
derselben zugesprochene Parteientschädigung in Höhe von Fr. 500.-- als 
angemessen. Demnach ist auch die Beschwerde gegen den Kostenentscheid 
offensichtlich unbegründet.

4. Da Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel den in der Beschwerdeantwort vom 
13. Juli 2015 gestellten Antrag um Sicherstellung der Parteientschädigung durch 
die Beschwerdeführer mit Schreiben vom 16. Juli 2015 zurückgezogen hat (act. 
A.5), kann auf weitere Ausführungen hierzu verzichtet werden.

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5. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer vom 8. Juli 2015 wurde 
der Beschwerde auf Antrag der Beschwerdeführer einstweilen die aufschiebende 
Wirkung erteilt (act. D.2). In ihrer Beschwerdeantwort vom 13. Juli 2015 
beantragten die Beschwerdegegner die Abweisung des Gesuchs um Erteilung der 
aufschiebenden Wirkung. Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache 
entfällt die gewährte aufschiebende Wirkung und es erübrigt sich grundsätzlich, 
weiter darauf einzugehen. Lediglich der Vollständigkeit halber ist darauf 
hinzuweisen, dass entgegen dem, was Rechtsanwalt lic. iur. Erich Vogel 
anzunehmen scheint, mit dem Antrag um Erteilung der aufschiebenden Wirkung 
selbstredend nichts anderes als der Aufschub der Vollstreckung des 
angefochtenen Entscheids gemeint sein kann (vgl. hierzu Freiburghaus/Afheldt, 
a.a.O., N 4 ff. zu Art. 325 ZPO; Spühler, a.a.O., N 1 ff. zu Art. 325 ZPO; Martin H. 
Sterchi, in; Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 5 ff. zu Art. 325 ZPO).

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 
ZPO), unter solidarischer Haftung zulasten der unterliegenden Beschwerdeführer 
(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Gerichtskosten werden auf Fr. 1'000.-- festgesetzt (vgl. 
Art. 10 Abs. 1 VGZ). Überdies haben die Beschwerdeführer die 
Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren – ebenfalls unter solidarischer 
Haftung – aussergerichtlich zu entschädigen. Mangels Einreichung einer 
Honorarnote wird die Parteientschädigung der anwaltlich vertretenen 
Beschwerdegegner nach richterlichem Ermessen festgesetzt. Angesichts der sich 
stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie aufgrund der eingereichten 
Beschwerdeantwort erscheint eine aussergerichtliche Entschädigung in Höhe von 
pauschal Fr. 1'000.-- (inkl. Spesen und MWSt) als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'000.-- gehen unter 
solidarischer Haftung zu Lasten von X._____ und Y._____.

3. X._____ und Y._____ haben A._____ und B._____ für das 
Beschwerdeverfahren unter solidarischer Haftung mit Fr. 1'000.-- (inkl. 
Spesen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 15'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG 
Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung 
stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 
113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: