# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce7f3896-3031-50f8-8716-2102d164dd2c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 07.12.2011 WBE.2011.153
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2011-153_2011-12-07.pdf

## Full Text

116 Verwaltungsgericht 2011 

31 Verzugszinsen auf Steuerschulden 
- Das Gericht ist an das von ihm erlassene Urteil gebunden. Diese Bin-

dungswirkung tritt erst mit der Eröffnung des Urteils gegenüber den 
Parteien ein (Erw. 1.3.). 

- Das Steuerrekursgerichts ist zum Eingreifen von Amtes wegen be-
rechtigt und verpflichtet, wenn der angefochtene Entscheid an quali-
fizierten, offenkundigen Mängeln leidet (Erw. 1.5.1.). 

- Verzugszinsen auf Steuerschulden sind von Amtes wegen zu berück-
sichtigen (Erw. 1.5.3.). 

- Massgebender Zeitpunkt: Zu berücksichtigen sind Verzugszinsen auf 
Steuerschulden, soweit sie in der infrage stehenden Steuerperiode in 
Rechnung gestellt und/oder veranlagt wurden (Praxisänderung; 
Erw. 1.6.).  

 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 7. Dezember 2011 in 
Sachen S. gegen KStA (WBE.2011.153). 

Aus den Erwägungen 

1. 
1.1. 
Die Beschwerdeführer führen aus, sie hätten festgestellt, dass 

die von ihnen im Jahre 2001 bezahlten Verzugszinsen für Steuern der 
Vorjahre bei der Bemessung ihres steuerbaren Einkommens nicht 
berücksichtigt worden seien. Deshalb hätten sie mit eingeschriebe-
nem Brief vom 26. Februar 2011 (Postaufgabe: 28. Februar 2011) bei 
der Steuerverwaltung Bremgarten und mit Schreiben vom 3. März 
2011 (A-Post) beim Steuerrekursgericht verlangt, dass diese Ver-
zugszinsen zusätzlich in Abzug zu bringen seien. Da jedoch das 
Urteil des Steuerrekursgerichts am 3. März 2011 gefällt worden sei, 
habe die Eingabe keine Berücksichtigung gefunden. Die Beschwer-
deführer verlangen, dass das Verwaltungsgericht nunmehr diesen 
Abzug gewähren solle. 

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1.2. 
Das Steuerrekursgericht hielt im angefochtenen Entscheid fest, 

dass ihm das Schreiben vom 26. Februar 2011 am 4. März 2011 
zugegangen sei und damit nach der Urteilsfällung. Deshalb habe die 
verspätete Eingabe nicht mehr berücksichtigt werden können. 

1.3. 
Grundsätzlich ist das Gericht an das von ihm erlassene Urteil 

gebunden. Diese Bindungswirkung tritt jedoch erst mit der Eröff-
nung des Urteils gegenüber den Parteien ein. Vor Urteilseröffnung 
kann das Gericht seinen Entscheid jederzeit in Wiedererwägung zie-
hen (Daniel Staehelin, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 236 N 23 m.w.H.; 
Georg Nägeli, in: Kurzkommentar Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Basel 2010, Art. 236 N 14). Daraus folgt, dass das Gericht Ein-
gaben, die ihm nach der Urteilsberatung und -fällung, aber noch vor 
der Urteilseröffnung zugehen, nicht einfach unberücksichtigt lassen 
kann. Soweit das Steuerrekursgericht die Nichtgewährung des von 
den Beschwerdeführern verlangten zusätzlichen Abzugs für Verzugs-
zinsen auf von ihnen geschuldeten Steuern allein damit begründet, 
sie hätten ihren Antrag nach Urteilsfällung gestellt – das Urteil da-
tiert vom 3. März 2011; die Eingabe der Beschwerdeführer ging 
beim Gericht am 4. März 2011 ein; der Urteilsversand erfolgte am 
14. März 2011 – erweist sich damit die von ihm vertretene Rechts-
auffassung als unzutreffend.  

1.4. 
Zu beantworten bleibt die Frage, ob die Eingabe der Beschwer-

deführer vom 3. März 2011 zulässig war.  
Der von den Beschwerdeführern im Rekursverfahren nachträg-

lich, d.h. nach Abschluss des Behauptungsverfahrens, gestellte An-
trag auf Berücksichtigung der von ihnen im Jahr 2001 bezahlten Ver-
zugszinsen auf von ihnen geschuldeten Steuern stellte eine unzuläs-
sige Erweiterung des Rekursantrags dar. Die Beschwerdeführer ver-
langten damit nämlich gegenüber ihren bisherigen Anträgen, auch 
wenn sie diese nicht rechnerisch beziffert hatten, im Ergebnis einen 
zusätzlichen Abzug vom steuerbaren Einkommen (vgl. AGVE 1981, 
S. 277; [VGE] II/60 vom 12. Juni 1998 [WBE.1996.231], Erw. I./4.; 

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VGE II/38 vom 8. April 1999 [WBE.1998.112], Erw. I./4.; 
VGE II/90 vom 26. Oktober 1999 [WBE.1998.180], Erw. I./2.; 
VGE II/17 vom 2. März 2006 [WBE.2005.105], Erw. I./4. Nichts 
anderes ergibt sich insbesondere auch aus dem vom Steuerrekursge-
richt angeführten Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. September 
2010 [WBE.2009.370], in dem es um eine Einschränkung d.h. im Er-
gebnis um ein Eventualbegehren gegenüber dem ursprünglichen An-
trag ging [ursprünglicher Antrag auf Nichtaufrechnung eines ver-
deckten Eigenkapitals von mehr als Fr. 8 Mio.; zusätzlicher Antrag – 
wenigstens – auf Berücksichtigung des Bilanzverlusts von rund 
Fr. 1.9 Mio. bei der Berechnung des steuerbaren Eigenkapitals]). 

1.5. 
1.5.1. 
Im Rekursverfahren gilt grundsätzlich die Untersuchungsma-

xime ebenso wie die Offizialmaxime. Das Steuerrekursgericht hat die 
erforderlichen Untersuchungen von Amtes wegen durchzuführen und 
ist bei seinem Entscheid nicht an die Anträge der Parteien gebunden, 
d.h. es ist unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt und ver-
pflichtet, über die Anträge der Parteien hinauszugehen (§ 197 Abs. 1 
und 2 StG sowie dazu Martin Plüss, in: Kommentar zum Aargauer 
Steuergesetz, 3. Aufl., Muri-Bern 2009, § 197 N 3 ff.). Im Rekursver-
fahren als gerichtlichem Verfahren steht indessen der Rechtsschutz 
für die Parteien im Vordergrund, obwohl die Offizialmaxime unter 
bestimmten Voraussetzungen auch ein (im Ergebnis) aufsichtsrecht-
liches Einschreiten des Steuerrekursgerichts zulässt und erforderlich 
macht. Soll das erwähnte aufsichtsrechtliche Element des Rekurs-
verfahrens nicht zu einer Schwächung des Vertrauens der Parteien in 
das Steuerrekursgericht als unabhängiges und unparteiliches Gericht 
führen, darf von der Möglichkeit einer reformatio in peius oder in 
melius aber nur zurückhaltend Gebrauch gemacht werden. Praktisch 
bedeutet dies, dass ein Eingreifen des Steuerrekursgerichts von Am-
tes wegen sich nur dann rechtfertigt, wenn der angefochtene Ent-
scheid an qualifizierten, offenkundigen Mängeln leidet (vgl. Martin 
Plüss, a.a.O., § 197 N 4 sowie Patrick M. Müller, Aspekte der Ver-
waltungsrechtspflege, Bern 2006, S. 336). Es fragt sich somit, ob der 
Einspracheentscheid hinsichtlich der Nichtberücksichtigung der Ver-

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zugszinsen auf noch nicht beglichenen Steuerschulden an einem 
offenkundigen Mangel litt, so dass das Steuerrekursgericht trotz des 
unzulässigerweise erweiterten Antrags der Beschwerdeführer von 
Amtes wegen hätte beachten bzw. prüfen müssen, ob der angefoch-
tene Entscheid diesbezüglich an einem offenkundigen Mangel litt. 

1.5.2. 
Verzugszinsen, und zwar auch solche betreffend noch nicht be-

glichene Steuerforderungen, fallen unter den Begriff der Schuld-
zinsen gemäss § 40 lit. a StG und sind daher grundsätzlich von den 
Einkünften abzuziehen (Daniel Aeschbach, in: Kommentar zum Aar-
gauer Steuergesetz, a.a.O., § 40 N 20; VGE II/31 vom 6. Mai 2002 
[WBE.2001.175]; Peter Locher, in: Kommentar zum DBG, I. Teil, 
Therwil/Basel 2001, Art. 33 N 19 m.w.H.). Es fragt sich jedoch, ob 
Verzugszinsen auf Steuerschulden bei der Veranlagung von Amtes 
wegen steuermindernd zu berücksichtigen sind oder ob der Steuer-
pflichtige einen entsprechenden Abzug geltend machen muss. 

1.5.3. 
1.5.3.1. 
Bei den Kantons- und Gemeindesteuern bereitet das Gemeinde-

steueramt die Veranlagungen vor (die die Steuerkommission dann 
vornimmt; vgl. § 164 Abs. 3 und 4 StG), errechnet die Steuerbeträge 
und eröffnet die Veranlagungsverfügungen (§ 163 Abs. 3 StG). Der 
Gemeinderat bezieht die Einkommens- und Vermögenssteuer (§ 222 
Abs. 1 StG): Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern obliegen 
Veranlagung und Bezug somit der Gemeinde. Die Höhe der von 
einem bestimmten Steuerpflichtigen geschuldeten Steuerbeträge 
ebenso wie die Höhe allfälliger Verzugszinsen lässt sich heutzutage 
ohne weiteres aus den mittels EDV geführten Aufzeichnungen über 
den Steuerbezug beim betreffenden Steuerpflichtigen eruieren. Unbe-
schadet dessen, dass es sich bei den Verzugszinsen auf Kantons- und 
Gemeindesteuern um steuermindernde Tatsachen handelt, muss 
daher den Gemeindebehörden, welche auch für den Steuerbezug 
verantwortlich sind, das Wissen über die Höhe allfällig ausstehender 
Steuerbeträge und damit auch über die Höhe ausstehender Verzugs-
zinsen zugerechnet werden. Schon dies spricht dafür, dass die 
Veranlagungsbehörde – unabhängig davon, ob der Steuerpflichtige 

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Steuerschulden und/oder Verzugszinsen auf solchen deklariert – bei 
Vornahme der Veranlagung die entsprechenden Beträge von Amtes 
wegen zu berücksichtigen hat.  

Auch hinsichtlich der direkten Bundessteuer rechtfertigt sich 
diese Lösung. Zwar fallen bei der direkten Bundessteuer die Zu-
ständigkeit zur Veranlagung und zum Bezug auseinander, indem bei 
natürlichen Personen für die Veranlagung die Steuerkommission der 
Gemeinde zuständig ist (vgl. § 3 der Verordnung zum Bundesgesetz 
über die direkte Bundessteuer vom 7. Dezember 1994 [V-DBG; 
SAR 621.111]), während das kantonale Steueramt die Veranlagung 
eröffnet (§ 12 V-DBG) und ihm auch der Bezug der Steuer obliegt 
(§ 13 V-DBG). Das ändert aber nichts daran, dass es der Veranla-
gungsbehörde zumutbar ist, sich Kenntnis über die Daten betreffend 
allfällig geschuldete Beträge bei der direkten Bundessteuer sowie 
gegebenenfalls auch Verzugszinsen darauf zu verschaffen.  

1.5.3.2. 
Zu Unrecht geforderte und bezahlte Steuern sind mit Vergü-

tungszins zurückzuerstatten, soweit dafür nicht ein Skonto gewährt 
worden ist (§ 224 Abs. 3, 1. Satz StG; vgl. auch die Regelung zur di-
rekten Bundessteuer in Art. 168 Abs. 2 DBG; vgl. zur unterschied-
lichen Terminologie [Rückerstattungszins] bei der direkten Bundes-
steuer Hans Frey, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 
Bd. I/2b, 2. Aufl., Basel 2008, Art. 168 N 10 und Art. 162 N 6). Ver-
gütungszinsen werden fällig, wenn durch die definitive Veranlagung 
feststeht, dass der Steuerpflichtige zuvor aufgrund einer definitiven 
oder provisorischen Rechnung mehr als die geschuldete Steuer be-
zahlt hatte. Sie sind der Ausgleich dafür, dass der Steuerpflichtige – 
ex post betrachtet – unfreiwillig zum Darlehensgeber gegenüber dem 
Fiskus wurde (VGE II/83 vom 18. September 2007 
[WBE.2007.104], Erw.II./3.). Vergütungszinsen stellen steuerbare 
Einkünfte, nämlich Vermögensertrag dar (§ 29 Abs. 1 lit. a StG; vgl. 
ebenso Art. 20 Abs. 1 lit. a DBG). Vergütungszinsen sind damit ein 
Pendant zu den Verzugszinsen auf geschuldeten Steuerbeträgen: 
Während im einen Fall der Steuerschuldner ein Entgelt für die ver-
spätete Zahlung zu entrichten hat, erhält er im anderen Fall ein Ent-
gelt dafür, dass er – ex post betrachtet – zu viel gezahlt hat. Dieser 

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Umstand legt es nahe, Verzugszinsen und Vergütungszinsen bei der 
Veranlagung gleich zu behandeln (und zwar obwohl es bei diesen um 
steuermindernde, bei jenen aber um steuererhöhende Tatsachen 
geht). 

In der Veranlagungspraxis werden im Kanton Aargau Vergü-
tungszinsen, sobald sie – mit Rechtskraft der definitiven Steuerver-
anlagung – feststehen, von den Steuerbehörden automatisch, d.h. 
auch dann, wenn der Steuerpflichtige selbst sie in seiner Steuererklä-
rung nicht deklariert hat, dem steuerbaren Einkommen zugerechnet. 
Die erläuterte Symmetrie zwischen Vergütungs- und Verzugszinsen 
gebietet daher (neben dem Umstand, dass die Verzugszinsen den 
Steuerbehörden bei Vornahme der Veranlagung bekannt sind bzw. sie 
sich – bei der direkten Bundessteuer – leicht Kenntnis darüber ver-
schaffen können), auch Verzugszinsen bei der Veranlagung von Am-
tes wegen zu berücksichtigen.  

1.5.3.3. 
Sind Verzugszinsen auf geschuldeten Steuern wie dargelegt von 

Amtes wegen zu berücksichtigen, so hätte bereits die Gemeinde-
steuerkommission Verzugszinsen auf den von den Beschwerde-
führern geschuldeten Steuern zum Abzug zulassen müssen. 

Somit leidet der Entscheid an einem qualifizierten offenkundi-
gen Mangel und die im Jahr 2001 in Rechnung gestellten Verzugs-
zinsen auf von den Beschwerdeführern geschuldeten Kantons- und 
Gemeindesteuern hätten vom Steuerrekursgericht trotz dem insoweit 
verspäteten Vorbringen der Beschwerdeführer berücksichtigt werden 
müssen. Alternativ wäre eine Rückweisung der Angelegenheit an die 
Steuerkommission angezeigt gewesen. Daher ist es auch zulässig, 
wenn die Beschwerdeführer mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
verlangen, diesen Mangel des Entscheids des Steuerrekursgerichts zu 
beheben (Martin Plüss, in: Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 
a.a.O., § 198 N 8; VGE II/17 vom 2. März 2006 [WBE.2005.105], 
Erw. II./4. f.).  

1.6. 
Zum Umfang der Verzugszinsen hat das Verwaltungsgericht in 

einem früheren Urteil ausgeführt, dass Verzugszinsen auf Steuern 
nicht etwa nach Massgabe der Rechnungstellung durch die Steuerbe-

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hörden zum Abzug zuzulassen seien. Für den Abzug sei vielmehr – 
entsprechend der allgemeinen Regelung für Schuldzinsen, wonach 
diese im Zeitpunkt der Fälligkeit abzugsfähig sind – darauf abzu-
stellen, welche Verzugszinsen im in Frage stehenden Steuerjahr auf-
gelaufen sind (vgl. dazu ausführlich VGE II/31 vom 6. Mai 2002 
[WBE.2001.175], Erw. II./4).  

An dieser Rechtsprechung ist, obwohl sie dogmatisch über-
zeugt, aus Praktikabilitätsgründen nicht festzuhalten. Aufgelaufene 
Verzugszinsen werden in den Steuerrechnungen regelmässig nicht 
auf das jeweilige Jahr bezogen ausgewiesen. Für den Steuerpflichti-
gen bliebe damit ein für Verzugszinsen auf Steuern gewährter Abzug 
am steuerbaren Einkommen weithin untransparent und dessen 
Korrektheit wäre für ihn nur mit erheblichem Aufwand nachprüfbar. 
Andererseits würde ein exakter Ausweis der jeweils in einem Jahr 
aufgelaufenen Verzugszinsen auf Steuerbetreffnissen in den Steuer-
rechnungen nicht wirklich zur Transparenz in der Rechnungstellung 
beitragen, sondern diese gegenüber dem heutigen Zustand sogar 
noch erheblich verkomplizieren. Diese Überlegungen rechtfertigen 
es, die bisherige Praxis aufzugeben und Verzugszinsen auf Steuer-
schulden zum Abzug zuzulassen, soweit sie in der in Frage stehenden 
Steuerperiode in Rechnung gestellt und/oder veranlagt wurden 
(insbesondere sind damit auch die in der Steuerperiode veranlagten 
Zinsen auf im Nachsteuerverfahren veranlagten Steuern zum Abzug 
zuzulassen; vgl. § 206 Abs. 1 StG; ebenso Art. 151 Abs. 1 DBG 
["samt Zins"]). Abzulehnen ist dagegen die in der Literatur bisweilen 
vertretene Lösung, die Verzugszinsen erst im Zeitpunkt deren Bezah-
lung zum Abzug zuzulassen (in dieser Richtung etwa VGE II/31 vom 
6. Mai 2002 [WBE.2001.175] Erw. II./4c; vgl. dazu auch die Belege 
bei Peter Locher, in: Kommentar zum DBG, a.a.O., Art. 33 N 4), 
ergibt sich doch damit für die Steuerbehörden ein erhöhter Kontroll-
aufwand, um Gewähr leisten zu können, dass nicht zu viele 
Verzugszinsen in Abzug gebracht werden (so schon der Entscheid 
des Steuerrekursgerichts vom 29. März 2001 [RV.2000.20173/ 
50174], Erw. 3b). 

2011 Kantonale Steuern 123 

32 Steuerrecht 
- Rechtsmittelverfahren im Steuerstrafrecht: Kein Anspruch auf 

Durchführung einer Parteiverhandlung aus § 252 StG und Art. 6 
EMRK (Erw. 1.2.2 f.) 

- Bagatellstrafverfahren erfordern in der Regel keine erneute münd-
liche Verhandlung in der Rechtsmittelinstanz (Erw. 1.2.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 7. Dezember 2011 in 
Sachen B. (WBE.2011.283). 

Aus den Erwägungen 

1. 
1.1. 
Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei in Anwendung von 

Art. 6 EMRK eine Parteianhörung durchzuführen. 
1.2. 
1.2.1. 
Selbst wenn Art. 6 EMRK auch in Verfahren betreffend Bussen 

wegen Verfahrenspflichtverletzungen im ordentlichen Veranlagungs-
verfahren zur Anwendung gelangen würde, was in Lehre und Recht-
sprechung umstritten ist (ablehnend, weil es sich um einen blossen 
Verwaltungszwang handle: Urteil der Bundessteuer-Rekurskommis-
sion Zürich vom 11. März 1992, publ. in StE 1992, B 101.1 Nr. 6 so-
wie NICCOLO RASELLI, Ordnungsbussen wegen Verletzung steuer-
licher Verfahrensvorschriften, in SteuerRevue 46/1991 S. 443 ff.; 
befürwortend: Urteil des Verwaltungsgerichts Aargau in: StE 1992 
B 101.1 Nr. 5; DIETER EGLOFF in: MARIANNE KLÖTI-WEBER/DAVE 
SIEGRIST/DIETER WEBER (Hrsg.), Kommentar zum Aargauer Steuer-
gesetz, 3. Auflage, Muri-Bern 2009, § 235 N 5; STEFAN OSTERHELT, 
Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK auf Steuerverfahren, in ASA 75 
(2006/2007), S. 607), ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf eine 
(erneute) mündliche Parteianhörung abzuweisen.