# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67012fe1-ee01-5af5-b1cd-998e7d4ca9c4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.08.2018 200 2018 271
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-271_2018-08-24.pdf

## Full Text

200 18 271 IV
KOJ/REL/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. August 2018

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch B.________ Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________, 
Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Februar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1958 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 24. Juni 1999 aufgrund einer Hörverschlechterung beid-
seits bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Hilfsmittel-
bezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin, Ant-
wortbeilage AB] 1). Mit Verfügung vom 16. Februar 2001 erteilte die IVB 
Kostengutsprache für eine leihweise beidseitige Hörgeräteversorgung 
(AB 7). Am 28. April 2006 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf 
eine Trichterbrust erneut zum Leistungsbezug bei der IV an (AB 20). Die 
IVB nahm Abklärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht vor und 
gewährte Kostengutsprache für eine berufliche Abklärung (AB 37) bzw. ein 
Arbeitstraining (AB 43). Nach Abschluss des Arbeitstrainings fand der Ver-
sicherte eine neue Stelle (AB 50), weshalb mit Verfügung vom 19. Novem-
ber 2007 die beruflichen Massnahmen abgeschlossen und ein Rentenan-
spruch verneint wurden (AB 54). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. 

Im Februar 2016 meldete sich der Versicherte abermals zum Leistungsbe-
zug an (vgl. AB 88). Die IVB holte Akten zur erwerblichen und medizini-
schen Situation ein und liess während vier Wochen eine Arbeitsmarktliche-
Medizinische Abklärung (AMA [AB 97]) sowie ein Arbeitstraining (AB 114) 
und ein anschliessendes Job Coaching (AB 120) bei der Abklärungsstelle 
D.________ durchführen und unterstützte den Versicherten nach dessen 
Abschluss bei der Stellensuche (AB 118). Nach Vorlage der medizinischen 
Akten an den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD [AB 127]) und Abschluss 
der Arbeitsvermittlung (AB 133) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 10. Juli 
2017 die Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem Invaliditätsgrad 
(IV-Grad) von 26 % in Aussicht (AB 136). Damit zeigte sich der Versicherte 
– vertreten durch B.________, Sozialarbeiterin E.________ – mit Einwand 
vom 18. September 2017 (AB 142) nicht einverstanden und reichte weitere 
medizinische Unterlagen ein (AB 144). Nach Einholen einer Stellungnahme 
des RAD (AB 146) verfügte die IVB am 23. Februar 2018 (AB 147) dem 
Vorbescheid entsprechend und wies das Leistungsbegehren ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 3

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – neu vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, B.________ – am 12. April 2018 Beschwerde 
beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Er beantragt deren Aufhebung 
und die Zusprache einer Invalidenrente (IV-Rente). Zudem sei ihm die un-
entgeltliche Prozessführung unter Beiordnung seines Rechtsvertreters als 
amtlicher Anwalt zu bewilligen.

In der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit Verfügung vom 16. Mai 2018 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete dem Beschwerdeführer 
seinen Rechtsvertreter als amtlichen Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Februar 2018 
(AB 147). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 

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von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Wird ein Gesuch um Revision oder eine Neuanmeldung einge-
reicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität 
oder der Hilflosigkeit oder die Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungs-
aufwands oder Hilfebedarfs des Versicherten in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde 
eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenzbeitrag wegen 
eines zu geringen IV-Grades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil auf-
grund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbei-
trag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 
130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn 
angenommen werden kann, der Anspruch auf eine IV-Rente (oder deren 
Erhöhung) sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als 
richtig erweisen sollten (SVR 2014 IV Nr. 33 S. 121 E. 2). Diese Eintretens-
voraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit 
gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Veränderung des 
Sachverhalts darlegenden Rentengesuchen befassen muss (BGE 133 V 
108 E. 5.3.1 S. 112).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 6

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-
Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung 
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätz-
lich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr 
eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu 
bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a 
S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist deshalb nicht nur bei 
einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch 
dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Aus-
wirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 
141 V 9 E. 2.3 S. 10). Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für 
den IV-Grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neu-
anmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fach-leute zur Verfügung zu stellen haben. 

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Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung im Februar 
2016 eingetreten und hat den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers 
materiell geprüft. Die Eintretensfrage ist somit vom Gericht nicht zu über-
prüfen (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114 f.).

3.2 Hingegen ist zu prüfen, ob zwischen der letzten rentenabweisen-
den Verfügung vom 19. November 2007 (AB 54) und der hier angefochte-
nen Verfügung vom 23. Februar 2018 (AB 147) eine wesentliche Änderung 
in medizinischer bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die geeignet ist, 
den IV-Grad und damit einen allfälligen Rentenanspruch zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.4.4 hiervor).

Anlässlich der ersten Anmeldung zum Rentenbezug im Jahr 2006 (AB 20) 
wurden dem Beschwerdeführer eine berufliche Abklärung (AB 37) und ein 
Arbeitstraining gewährt (AB 43). Im Anschluss an dieses Arbeitstraining 
fand der Beschwerdeführer auf eigene Faust wieder eine Arbeitsstelle in 
seiner angestammten Tätigkeit als … (AB 50 und AB 129 S. 4) und konnte 
in der Folge mehrere Jahre in verschiedenen Betrieben in diesem ange-
stammten Beruf tätig sein (vgl. AB 128 S. 2). Ab November 2011 war er bei 
der F.________ GmbH als … angestellt (vgl. AB 103 S. 2 Ziff. 2.1). Diese 
Stelle wurde von der Arbeitgeberin im Frühjahr 2016 aufgelöst, weil der 
Beschwerdeführer aufgrund der gesundheitlichen Situation seine Leistung 
nicht mehr erbringen konnte (Ziff. 2.2). Ein erwerblicher Revisions- bzw. 
Neuanmeldegrund ist damit erstellt und der Rentenanspruch demnach frei 
zu prüfen (E. 2.4.3 f. vorstehend). Ferner ist auch von einem Revisions-
grund in medizinischer Hinsicht auszugehen, wie nachfolgend darzulegen 
ist (vgl. E. 3.2 f. hiernach), denn der Beschwerdeführer ist neu – anders als 

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noch im Zeitpunkt der rentenabweisenden Verfügung vom 19. November 
2007 (AB 54) – in seiner angestammten Tätigkeit als … nicht mehr arbeits-
fähig (vgl. E. 3.5 hiernach).

3.3 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin 
anlässlich der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. Februar 2018 
(AB 147) auf folgende medizinischen Berichte: 

3.3.1 Der Hausarzt Dr. med. G________ führte in seinem Bericht vom 
8. März 2016 (AB 93) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine chronische Schmerzsymptomatik sternal bei Status nach Trichter-
brustkorrektur, Status nach Pseudarthrose-Resektion, Status nach Stern-
umstabilisierung, Status nach Cerclagenentfernung, Status nach Kryo- und 
Thermotherapie sowie Schwerhörigkeit beidseits seit Kindheit auf. Seit 
7. März 2016 sei der Beschwerdeführer bis auf weiteres aufgrund von kör-
perlichen Einschränkungen zu 70 % eingeschränkt, geistige oder psychi-
sche Einschränkungen beständen nicht (S. 3). Er dürfe keine schweren 
Lasten heben oder schwere Tätigkeiten ausführen (S. 4). In Anbetracht der 
Gesamtsituation sei eine neue Tätigkeit krankheitsbedingt wohl kaum noch 
zu finden.

3.3.2 Im Abklärungsbericht AMA der Abklärungsstelle D.________ vom 
20. Juni 2016 (AB 107) wurden von Dr. med. H.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit festgehalten (S. 5): Status nach Trichterbrustkorrektur 1974 
mit seither chronischem Schmerzsyndrom bei Status nach Pseudarthrose-
Resektion 1992, Status nach Sternumstabilisierung 1993, Status nach Cer-
clagenentfernung 2002 und Status nach Kryo- und Thermotherapie mit 
iatrogenem Pneumothorax 2006. Einschränkend bestehe aktuell eine klas-
sische schmerzhafte Defektheilungssituation im Bereich des Thorax 
(S. 15). Aufgrund der Ergebnisse und Beobachtungen werde das Eingliede-
rungspotential als gegeben erachtet (S. 14). Absolut limitierend für die er-
reichbare Leistung von ca. 60 % (bei 100 %iger Präsenzzeit) potentiell 
steigerbar auf ca. 70 % nach Überwindung der Dekonditionierung seien die 
chronifizierten postoperativen Thoraxschmerzen (S. 16). Diese bewirkten 
auch bei bestangepasster Arbeit eine Arbeitsverlangsamung durch repetitiv 
notwendige Pausen und erklärten somit auch medizinisch den Leistungs-

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verlust von schlussendlich ca. 30 % bis 40 %. Zum Erreichen der voraus-
sichtlichen Leistungssteigerung von 60 % auf ca. 70 % sei aus medizini-
scher Sicht ein (begleitetes) Arbeitstraining sinnvoll und realistisch. Im Sin-
ne eines medizinischen Zumutbarkeitsprofils wurde eine Arbeit in wech-
selnder Stellung (sitzend, stehend, gehend) ohne grössere Kraftanwen-
dungen im Schulter-Armbereich, ohne Notwendigkeit zu repetitiven Rotati-
onen im Oberkörper und Bücken je ab ca. 30° sowie ohne intellektuelle 
Anforderungen und generellem Heben ab Tischhöhe und Tragen bis ca. 5 
kg als zumutbar erklärt.

3.3.3 Am 15. November 2016 diagnostizierte der Kardiologe Dr. med. 
I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Kar-
diologie, rezidivierende Synkopen (bisher viermalig) ohne Hinweise für eine 
kardiale Ursache (AB 132 S. 6 f.). Anhand der unauffälligen Echokardio-
graphie und der Fahrrad-Ergometrie fänden sich keine Hinweise für eine 
relevante Kardiopathie. Eine kardiale Ursache der auftretenden Synkopen 
sei somit unwahrscheinlich. In Frage komme eine neurokardiogene Dysre-
gulation, allenfalls kombiniert mit einer relativen Dehydration bei Alkohol-
konsum.

3.3.4 Der RAD-Arzt med. pract. J.________, praktischer Arzt, fasste in 
seinem Bericht vom 9. Februar 2017 (AB 127) die vorliegenden medizini-
schen Akten zusammen und nannte als Diagnosen mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzsymptomatik sternal, Synko-
pen unklarer Genese und eine Schwerhörigkeit seit Kindheit (S. 6). Als 
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7) nannte er 
einen Status nach Depression bei Trennungsproblematik, Status nach Al-
koholproblematik sowie einen Status bei Meniscectomie medial links (mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit). Der Beschwerdeführer habe anläss-
lich der AMA eine Leistung von ca. 60 % bei einer 100 % Präsenzzeit er-
bracht und in der …-Werkstatt anlässlich des Job Coachings eine solche 
von 60 % bei einem Pensum von 80 %. Das Zumutbarkeitsprofil der AMA 
sei grundsätzlich richtig, nur habe die Arbeit anlässlich des Job Coachings 
gezeigt, dass die Gewichtslimite von 5 kg retrospektiv zu hoch gegriffen sei 
und es sei bei Gewichten von 4,4 kg zu vermehrten Thoraxschmerzen ge-
kommen. Bei einer Gewichtslimite von 2 – 3 kg könne gegebenenfalls eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 10

Präsenzzeit von 100 % erreicht werden, falls die Synkope-Abklärungen 
keine relevanten Befunde zeigen würden. Während der Abklärungsperiode 
seien Schwächeanfälle mit teilweisem Bewusstseinsverlust beschrieben 
worden, jedoch liege diesbezüglich keine Dokumentation vor (S. 8).

3.3.5 Im Bericht vom 11. Februar 2017 (AB 132 S. 2) hielt Dr. med. 
K.________, Facharzt für Neurologie, nach Durchführung eines MRI des 
Kopfes fest, dass die rezidivierenden Bewusstseinsverluste und Stürze 
interpretatorische Schwierigkeiten böten. Er könne keine sichere Diagnose 
nennen, denn der klinisch-neurologische Status sei normal und eine vor-
gängige Kernspintomographie des Kopfes habe keine relevanten Verände-
rungen aufgedeckt. Die aktuelle Hirnstromkurve sei unauffällig, insbeson-
dere ohne Epilepsie-typische Potentiale.

3.3.6 Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und 
Facharzt für Angiologie, führte in seinem Bericht vom 28. September 2017 
(AB 144 S. 2 f.) aus, dass er duplexsonographisch geringe Plaques an der 
Carotisbifurkation beidseits und einen kräftigen antegraden Fluss in den 
Carotiden und den Vertebralarterien gefunden habe (S. 3). Er könne die 
Synkopen somit cerebrovaskulär nicht erklären.

3.3.7 Nachdem der Beschwerdeführer Einwand gegen den Vorbescheid 
vom 10. Juli 2017 (AB 136) erhoben hatte, nahm der RAD-Arzt Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, am 5. Dezember 
2017 (AB 146) erneut Stellung und hielt fest, dass den neu eingegangenen 
Berichten entnommen werden könne, dass die vom Beschwerdeführer be-
schriebenen Synkopen weder kardiologisch noch neurologisch noch cere-
brovaskulär erklärbar seien (S. 3). Aus der Sicht des RAD seien die Synko-
pen somit nicht objektiviert, weshalb an der bisherigen versicherungsmedi-
zinischen Beurteilung vom 9. Februar 2017 (AB 127) festgehalten werden 
könne.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 11

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 23. Februar 2018 (AB 147) in medizinischer Hinsicht hauptsäch-
lich auf die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. M.________ vom 5. De-
zember 2017 (AB 146) in Verbindung mit derjenigen von med. pract. 
J.________ vom 9. Februar 2017 (AB 127). Die beiden Ärzte gehen in die-
sen Berichten gestützt auf die anlässlich der AMA (AB 107) und des Job 
Coachings (AB 120) festgestellten Erkenntnisse zumindest implizit davon 
aus, dass der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als … und 
in der letzten als … nicht mehr arbeitsfähig ist, dass aber das Eingliede-
rungspotential gemäss dem schlüssigen Abklärungsbericht AMA (AB 107 
S. 14) gegeben ist. Dort war ausserdem festgehalten worden, dass die 
Leistungsreduktion auf 60 % klar durch das chronifizierte Schmerzsyndrom, 
welches durch multipe und schlussendlich frustrane (d.h. erfolglose) opera-
tive Eingriffe „gefördert und zementiert“ worden sei, zu erklären sei (S. 17). 
Durch ein begleitetes Arbeitstraining und einen verständnisvollen Arbeitge-
ber könne die Leistungsfähigkeit mit realistischer Wahrscheinlichkeit auf ca. 
70 % bei 100 % Präsenzzeit gesteigert werden. Im nachfolgenden Arbeits-
training (AB 114) und dem Job Coaching (AB 120) bei der Abklärungsstelle 
D.________ hat sich dann jedoch gezeigt, dass weder eine Steigerung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 12

Leistung (S. 2) noch eine Steigerung des Pensums (S. 3) erreicht werden 
konnte, denn die erbrachte Leistung betrug durchgehend 60 %. Nachdem 
sich zudem anlässlich des Job Coachings ergeben hatte, dass Arbeiten mit 
Gewichten von 4,4 kg den Beschwerdeführer „zu sehr forderten“ und nach-
vollziehbar vermehrt Thoraxschmerzen auslösten (AB 120), hat der RAD-
Arzt med. pract. J.________ in seinem Bericht vom 9. Februar 2017 
(AB 127) zu Recht eine maximale Leistungsfähigkeit von 60 % als zumut-
bar erachtet und unter der Voraussetzung, dass die noch mögliche Ge-
wichtslimite von 5 kg auf 2 - 3 kg gesenkt wird, lediglich eine Erhöhung der 
Präsenzzeit auf 100 % in Aussicht gestellt (S. 7). Im Übrigen verwies er auf 
das anlässlich der AMA festgestellte Zumutbarkeitsprofil, wonach eine Ar-
beit in wechselnder Stellung (sitzend, stehend, gehend) ohne grössere 
Kraftanwendungen im Schulter-Armbereich ohne Notwendigkeit zu repetiti-
ven Rotationen im Oberköper und Rücken von ca. 30° sowie ohne intellek-
tuelle Anforderungen möglich sei (vgl. AB 107 S. 16). Da die bezüglich der 
thorakalen Beschwerden und der aufgetretenen Synkopen mit Bewusst-
seinsverlusten in der Folge neu eingeholten Arztberichte weder kardiolo-
gisch (AB 132 S. 6 f.) noch neurologisch (AB 132 S. 2) oder cerebrovas-
kulär (AB 144 S. 2 f.) eine Erklärung zu liefern vermochten und die Synko-
pen damit nicht objektiviert werden konnten, erklärte der RAD-Arzt Dr. med. 
M.________ in seinem Bericht vom 5. Dezember 2017 (AB 146) das vom 
RAD am 9. Februar 2017 (AB 127) definierte Zumutbarkeitsprofil als mass-
geblich, denn die bereits im Sommer 2016 aufgetretenen Bewusstseinsver-
luste waren in diesem Zeitpunkt bereits bekannt gewesen und damit auch 
berücksichtigt worden. Auf diese schlüssige und plausibel begründete Ein-
schätzung des RAD ist abzustellen, zumal der Beschwerdeführer keine 
weiteren medizinischen Berichte ins Recht legt, welche andere Schlüsse 
erlauben würden.

3.6 Zusammenfassend ist deshalb von einer 60 %igen Leistungsfähig-
keit des Beschwerdeführers in einem Pensum von 100 % in einer ange-
passten Tätigkeit auszugehen, was im Übrigen vom Beschwerdeführer 
auch nicht bestritten wird.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 13

4.

4.1 Auf der Grundlage des festgestellten Zumutbarkeitsprofils (E. 3.6 
hiervor) ist der IV-Grad des Beschwerdeführers anhand der allgemeinen 
Methode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 14

4.1.3 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen 
(z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 
Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist 
diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-
nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 
aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü-
gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali-
ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder 
überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig 
zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra-
xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent-
sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch 
Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein-
kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer-
tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 17. Mai 2016, 8C_141/2016, 
8C_142/2016, E. 5.2.2).

Weicht der tatsächlich erzielte Verdienst mindestens 5 % vom branchenüb-
lichen LSE-Tabellenlohn ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich 
unterdurchschnittlich und kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzun-
gen – eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist 
allerdings nur in dem Umfang zu parallelisieren, in welchem die prozentua-
le Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5 % übersteigt (BGE 135 
V 297 E. 6.1.2 S. 303 und E. 6.1.3 S. 304). Daneben bleibt zusätzlich die 
Vornahme eines Abzugs vom anhand statistischer Durchschnittswerte er-
mittelten Invalideneinkommen möglich, wobei zu beachten ist, dass allfälli-
ge bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwort-
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensab-
zuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen. Der Abzug wird sich 
daher in der Regel auf leidensbedingte Faktoren beschränken und nicht 
mehr die maximal zulässigen 25 % für sämtliche invaliditätsfremden und 
invaliditätsbedingten Merkmale ausschöpfen (BGE 135 V 297 E. 5.3 S. 302 
und E. 6.2 S. 305, 134 V 322 E. 5.2 S. 328 und 6.2 S. 329).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 15

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222, 143 V 
295, E. 4.1.3 S. 300)

Unter Berücksichtigung der Neuanmeldung im Februar 2016 (vgl. AB 88) 
und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit März 2016 zu 30 % 
arbeitsunfähig war (AB 93), ist der frühest mögliche Rentenbeginn hier in 
Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf April 2017 
festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensvergleich durch-
zuführen. 

4.3

4.3.1 Betreffend das Valideneinkommen macht der Beschwerdeführer in 
der Beschwerde vom 12. April 2018 (S. 5 Ziff. 4) geltend, dass für den hy-
pothetischen Gesundheitsfall von einem Einkommen als … auszugehen 
sei, da er seit 1985 so lange in diesem Beruf gearbeitet habe, bis er die 
Anstellung per Ende November 2006 bei der Firma N.________ AG aus 
gesundheitlichen Gründen verloren habe. Es ist ihm zwar insoweit bei-
zupflichten, dass er gemäss dem Arbeitszeugnis der Firma N.________ AG 
explizit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als … tätig sein konnte 
und betriebsintern anderweitig eingesetzt wurde (AB 92 S. 6). Indessen 
führt die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 14. Mai 2018 
(S. 4 f. Ziff. 23) zu Recht aus, dass der Beschwerdeführer nach Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses bei der N.________ AG noch mehrere Stellen als 
… bei verschiedenen Arbeitgebern besetzt hat (vgl. AB 92 S. 2 - 5 und 
AB 120 S. 5). Die letzte Stelle als … bei der O.________ hat der Be-
schwerdeführer denn auch aus wirtschaftlichen und nicht gesundheitlichen 
Gründen verloren (vgl. Arbeitszeugnis vom 31. März 2011 [AB 92 S. 2]). 
Nachfolgend arbeitete er bis im April 2016 als … bei der Firma F.________ 
GmbH (AB 86 S. 5 und AB 103 S. 3 - 8). Dieses Arbeitsverhältnis wurde 
durch den Arbeitgeber aufgelöst, weil der Beschwerdeführer seine Leistung 
nicht mehr erbringen konnte (AB 103 S. 3). Es ist deshalb der dort zuletzt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 16

erzielte Lohn zur Festlegung des Valideneinkommens massgebend (vgl. 
E. 4.1.1 vorstehend). 

Im Fragebogen für Arbeitgebende vom 25. März 2016 (AB 103 S. 3 - 8) hat 
die letzte Arbeitgeberin F.________ GmbH angegeben, dass der Be-
schwerdeführer im Jahr 2016 ohne gesundheitliche Einschränkungen 
Fr. 48‘000.– pro Jahr verdient hätte. Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist 
jedoch auf die Zahlen seines Auszuges aus dem Individuellen Konto (IK-
Auszug) vom 17. Februar 2016 (AB 86) abzustellen, wonach er bei der 
selben Arbeitgeberin in den Jahren 2013 und 2014 einen Lohn von 
Fr. 50‘400.– erzielt hat. Indexiert auf das Jahr 2017 ergibt sich daraus ein 
Valideneinkommen von jährlich Fr. 50‘643.45 (vgl. Bundesamt für Statistik 
[BFS], www.bfs.admin.ch, Nominallohnindex nach Geschlecht, Tabelle 
T1.1.10, Männer, Periode 2014 bis 2017, Bst. N, Index 2014: 103.5 bzw. 
2017: 104.0).

4.3.2 Dieser Lohn liegt jedoch unter dem branchenspezifischen statisti-
schen Wert für … von Fr. 56‘386.15 (Fr. 4‘443.– [BFS, LSE 2014, Tabelle 
TA1, Wirtschaftszweig Ziff. 81 der Wirtschaftsabteilung „Sonst. Wirtschaftli-
che Dienstleistungen (ohne 78)“ {Ziff. 77, 79 – 82; vgl. hierzu den Entscheid 
des BGer vom 10. Juli 2014, 8C_7/2014, E. 9.1}, Männer, Kompetenzni-
veau 1] x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 42.1 Wochenarbeits-
stunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, 2014, Ziff. 77 + 79 - 82] / 103.5 x 
104.0 [Index 2014: 103.5 bzw. 2017: 104.0 {vgl. E. 4.3.1 vorstehend}]), was 
einer Unterdurchschnittlichkeit des effektiven Lohns gegenüber dem bran-
chenüblichen Tabellenlohn von rund 10 % entspricht ([Fr. 56‘386.15 ./. 
Fr. 50‘643.45] / Fr. 56‘386.15 x 100). Zu berücksichtigen ist die Unter-
durchschnittlichkeit über 5 %, vorliegend mithin 5 %; in diesem Umfang ist 
das Invalideneinkommen zu kürzen (vgl. E. 4.1.3 hiervor und E. 4.4.2 nach-
folgend).

4.4 Dem Beschwerdeführer ist seit April 2017 eine angepasste Tätig-
keit in einem vollen Pensum mit einer Leistungseinschränkung von 40 % 
zumutbar (vgl. E. 3.6 vorstehend).

4.4.1 Was das Invalideneinkommen betrifft, geht der Beschwerdeführer 
davon aus, dass es bei ihm an einer Vermittelbarkeit im ersten Arbeits-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 17

markt fehlt (Beschwerde vom 12. April 2018, S. 6 Ziff. 7). Dem kann nicht 
gefolgt werden, denn Entsprechendes ist auch dem Abklärungsbericht der 
Abklärungsstelle D.________ vom 20. Juni 2016 (AB 107) und dem Bericht 
zum Job Coaching vom 28. November 2016 (AB 120) nicht zu entnehmen. 
So sehen die Abklärungsfachpersonen das Eingliederungspotential des 
Beschwerdeführers in ihrem Abklärungsbericht AMA vom 20. Juni 2016 
(AB 107) aufgrund der Ergebnisse und ihrer Beobachtungen als gegeben 
an (S. 14), da er über die richtige Arbeitseinstellung, die nötige Motivation, 
gute Umfangsformen und intakte Grundarbeitsfähigkeiten verfüge, auch 
wenn sich die körperlichen Beschwerden als hinderlich gezeigt hätten. Das 
hiernach formulierte Zumutbarkeitsprofil und die noch möglichen Ver-
weistätigkeiten wie …, ..., …, … und … sowie … im Bereich der … (S. 16) 
sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus verfügbar. Zwar wird 
auch im Bericht zum Job Coaching vom 28. November 2016 (AB 120) fest-
gehalten, dass der Beschwerdeführer aus Sicht des Integrationsberaters 
schwer vermittelbar sei (S. 3), doch konnten einige Bereiche aufgeführt 
werden, in welchen durchaus Chancen auf eine Festanstellung bestehen 
(…, …, …, ev. leichte …). Auch solche Tätigkeiten sind auf dem ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu finden, weshalb die Vermittelbarkeit des Be-
schwerdeführers zu bejahen ist.

4.4.2 Der Beschwerdeführer hat keine Verweisungstätigkeit im zumutba-
ren Rahmen aufgenommen, weshalb sich die Beschwerdegegnerin bei der 
Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens richtigerweise auf die 
statistischen Werte der LSE gestützt hat (vgl. E. 4.1.2 vorstehend). Dabei 
ist auf die Tabelle TA1 der LSE 2014, Total, Kompetenzniveau 1 für Män-
ner, abzustellen und der so ermittelte Wert von Fr. 63‘744.– (Fr. 5‘312.– x 
12) ist an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden anzu-
passen (BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, Total, 2014) und auf das Jahr 
2017 zu indexieren (BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, To-
tal [vgl. E. 4.3.1 vorstehend], Index 2014: 103.3 bzw. Index 2017: 104.8), 
woraus ein jährliches Einkommen von Fr. 67‘418.05 resultiert (Fr. 63‘744.– 
/ 40 x 41.7 / 103.3 x 104.8). Unter Berücksichtigung der 40 %igen Ein-
schränkung in der Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.6 vorstehend) und der Paral-
lelisierung von 5 % (vgl. E. 4.3.2 vorstehend) beträgt der jährliche Verdienst 
Fr. 38‘428.30 (Fr. 67‘418.05 x 0.6 x 0.95 %). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 18

Dass die Beschwerdegegnerin noch einen zusätzlichen Abzug vom Tabel-
lenlohn von 15 % gewährt hat, liegt in ihrem Ermessen und ist angesichts 
des Alters des Beschwerdeführers, seinem nur noch eingeschränkten 
Spektrum an möglichen Tätigkeiten und seiner langjährigen Anstellung 
beim selben Arbeitgeber nicht zu beanstanden (vgl. E. 4.1.2 vorstehend). 
Es resultiert deshalb ein hypothetisches Invalideneinkommen von 
Fr. 32‘664.05 pro Jahr (Fr. 38‘428.30 x 0.85).

4.5 Bei einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 50‘643.45 
und einem hypothetischen Invalideneinkommen Fr. 32‘664.05 resultiert 
eine Einkommenseinbusse von Fr. 17‘979.40, was einem IV-Grad von ge-
rundet 36 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und E. 3.3 S. 123) ent-
spricht ([Fr. 50‘643.45 ./. Fr. 32‘664.05] / Fr. 50‘643.45 x 100). Der Be-
schwerdeführer hat damit keinen Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 
vorstehend).

5.

Nach dem Ausgeführten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
23. Februar 2018 (AB 147) als rechtens und ist nicht zu beanstanden. Die 
dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Mit Verfügung vom 16. Mai 2018 hat der Instrukti-
onsrichter das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird damit – unter Vor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 19

behalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; 
SR 272), d.h. wenn er innerhalb von zehn Jahren, von der Rechtskraft des 
Urteils an gerechnet, zu hinreichendem Vermögen oder Einkommen ge-
langt – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten befreit.

6.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung. 

6.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung unter 
Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt vom 
16. Mai 2018 bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenansatz amtli-
cher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsberatungsstellen 
unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 135 I 1 
E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr.130.– festgesetzt. Dieser 
allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im konkreten Fall mit 
dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschreiben der Sozialversi-
cherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter www.justice.be.ch).

Die Kostennote von Fürsprecher C.________ vom 28. Mai 2018 ist sowohl 
hinsichtlich der geltend gemachten Stundenzahl von 5.60 Stunden wie 
auch bezüglich der Auslagen nicht zu beanstanden. Entsprechend wird das 
amtliche Honorar auf Fr. 728.– (5.60 Stunden à Fr. 130.–), zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 53.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 60.20, somit auf total 
Fr. 841.80, festgesetzt. Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern auch 
diese Kosten gemäss den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzube-
zahlen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Aug. 2018, IV/18/271, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
er – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – 
jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dem amtlichen Anwalt, Rechtsanwalt C.________, wird nach Eintritt 
der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine Fr. 841.80 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MwSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.