# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4f857ea-7492-5abb-9d4f-5525c8ac46f7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 15.03.2022 IV 2020/233
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-233_2022-03-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/233

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.07.2022

Entscheiddatum: 15.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2022
Art. 28, Art. 29 Abs. 1 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 88a IVV. 
Gemischte Methode der Invalidenbemessung nicht anwendbar. Anspruch 
auf eine befristete ganze Rente und anschliessend Anspruch auf eine halbe 
Rente bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 15. März 2022, IV 2020/233).

Entscheid vom 15. März 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie Löhrer und 

Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Marsha Karas

Geschäftsnr.

IV 2020/233

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im September 2008 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Kostenübernahme für eine 

Umschulung zur B.___ (IV-act. 1). Zu jenem Zeitpunkt war sie als Z.___ bei C.___ in 

einem Vollzeitpensum tätig, wobei sie seit Dezember 2006 aus gesundheitlichen 

Gründen nicht mehr als Zz.___ eingesetzt werden konnte (vgl. IV-act. 9).

A.a. 

Am 4. Oktober 2008 erstattete Dr. med. D.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin und Hausarzt der Versicherten, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er 

diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Psychose mit 

einem Status nach mehreren schweren bis mittelgradigen depressiven Episoden 

(Persönlichkeitsstörung und Status nach mehreren Suizidversuchen) sowie ein 

chronifiziertes Nacken-, Schulter- und Armsyndrom links. Am 8. Januar 2009 fand eine 

orthopädische Standortbestimmung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-

Stelle (nachfolgend: RAD) statt (IV-act. 20). Gestützt auf die Empfehlung des RAD-

Arztes hiess die IV-Stelle die Umschulung zur B.___ gut (IV-act. 28). Nachdem sich die 

Versicherte aufgrund der durch den Arbeitgeber in Aussicht gestellten Kündigung in der 

Tagesklinik E.___ behandeln liess, musste die Umschulung per 3. März 2009 

abgebrochen werden (vgl. IV-act. 29 und act. 30 [Mitteilung vom 6. März 2009]).

A.b. 

Med. pract. F.___ und Dr. med. G.___, Fachärztinnen für Psychiatrie und 

Psychotherapie (F.___ seit 2014), diagnostizierten gemäss Arztbericht vom 6. Juli 2009 

eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11), eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine Zyklothymia 

(ICD-10 F34.0) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Bis auf Weiteres sei die 

Versicherte in angestammter und adaptierter Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (IV-

A.c. 

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act. 36). Im Verlaufsbericht vom 16. November 2009 hielten die Ärztinnen als geänderte 

Diagnose eine chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) fest (IV-

act. 48). Am 27. Januar 2010 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine berufliche 

Abklärung im Rahmen eines Berufsförderungskurses BFK ab 15. Februar bis 2. Juli 

2010 (IV-act. 58). Am 23. Juli 2010 erteilte die IV-Stelle wiederum Kostengutsprache für 

die Umschulung zur H.___ (IV-act. 80).

Nach einem Suizidversuch am 20. Dezember 2010 wurde die Versicherte zunächst 

im Kantonsspital St. Gallen behandelt (IV-act. 126) und liess sich anschliessend vom 

21. Dezember 2010 bis 23. Februar 2011 in der Psychiatrischen Klinik I.___, Abteilung 

für Akutpsychiatrie, behandeln. Dabei wurden eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2), teilremittiert, eine emotionale instabile 

Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus (ICD-10 F60.31) sowie ein Depersonali­

sations-/Derealisationssyndrom (ICD-10 F48.1) diagnostiziert. Mit Vorbescheid vom 

11. Mai 2011 stellte die IV-Stelle die Aufhebung der Kostengutsprache vom 23. Juli 

2010 per 20. Dezember 2010 in Aussicht (IV-act. 102). Mit Verfügung vom 29. Juni 

2011 hob die IV-Stelle wie angekündigt die Mitteilung mit der Begründung auf, die 

Umschulung habe aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen werden müssen (IV-

act. 103).

A.d. 

Vom 5. September 2011 bis 30. März 2012 liess sich die Versicherte in der 

Psychiatrischen Tagesklinik J.___ behandeln. Dabei wurden eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom 

(ICD-10 F33.11), eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) sowie eine 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert. Aufgrund ihrer 

Schwangerschaft sei die Medikamentendosierung reduziert und die IV-Stelle darüber in 

Kenntnis gesetzt worden (IV-act. 150).

A.e. 

Eine in der Zeit vom 10. April bis 4. Mai 2012 durchgeführte BEFAS ergab, dass die 

Versicherte ausbildungsfähig sei (vgl. Schlussbericht vom 29. Mai 2012 samt Beilagen, 

IV-act. 159). Sie habe in den verschiedenen Arbeitsbereichen der BEFAS gezeigt, dass 

sie einerseits vielseitig interessiert sei und andererseits Neues lernen könne. Das 

Tempo sei jedoch verlangsamt. Aufgrund der Schwangerschaft mit Geburt im ___ 2012 

sei aktuell von einer Ausbildung als auch von einer Arbeitsvermittlung abzusehen. Die 

A.f. 

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Versicherte werde den Geburtstermin abwarten und danach für unbestimmte Zeit für 

ihr Kind da sein und als Mutter voraussichtlich nur teilzeitlich arbeiten. Ob sie danach, 

z.B. im Frühling 2013, für eine Ausbildung bereit sei, müsse nochmals evaluiert werden. 

Gemäss Dr. med. K.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der die 

Versicherte zuhanden der BEFAS untersucht hatte, sei als zusätzlicher psychosozialer 

Faktor die Schwangerschaft bzw. Mutterschaft zu nennen, die mit einer gewissen 

Wahrscheinlichkeit zu einer Überforderung führen könne (IV-act. 159-13 f.). In der Folge 

wurden die beruflichen Massnahmen von der IV-Stelle abgeschlossen, da diese zur 

Zeit wegen der Schwangerschaft nicht möglich seien (IV-act. 167).

Am ___ 2012 gebar die Versicherte einen Sohn (vgl. IV-act. 173-2). Am 

21. November 2012 sandte die IV-Stelle der Versicherten einen Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt, den die Versicherte am 

18. Dezember 2012 ausfüllte. Sie gab an, ohne gesundheitliche Einschränkungen wäre 

sie heute aus finanziellen Gründen in einem Pensum von 100 % als Z.___ erwerbstätig. 

Die Betreuung des Kindes würde durch ihre Mutter oder einen Kinderhort gewährleistet 

werden (IV-act. 170). Am 25. Juni 2013 fand sodann eine Haushaltsabklärung bei der 

Versicherten statt. Anlässlich dieser Abklärung gab die Versicherte an, aus Rücksicht 

auf ihren Sohn würde sie mit einem Pensum von 50 % arbeiten, mit sukzessiver 

Steigerung ab Kindergartenalter. Die Angaben im Fragebogen zur Rentenabklärung 

seien eher mittelfristig gedacht gewesen. Die finanzielle Situation sei jedoch sehr 

angespannt. Ihr Lebenspartner müsse seine ca. Fr. 3'700.00 monatlich vollständig 

einbringen. Nur Hausfrau und Mutter zu sein, könne sie auf die Länge nicht ausfüllen. 

Sie vermisse bereits jetzt die zwischenmenschlichen Kontakte. Aus diesem Grund 

möchte sie umgehend nochmals zusammen mit der IV-Berufsberatung die berufliche 

Neuorientierung angehen (IV-act. 178).

A.g. 

In der Folge gewährte die IV-Stelle eine Berufsberatung und eine Abklärung der 

beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch eine interne Berufsberatung (IV-

act. 180). Im Verlaufsbericht vom 23. Oktober 2013 führte med. pract. F.___ aus, die 

Versicherte befinde sich seit dem letzten IV-Bericht in kontinuierlicher, integrativer 

Behandlung im Psychiatrischen Zentrum L.___. Nach der Geburt hätte sich eine 

postpartale depressive Symptomatik gezeigt, welche mittels Psychotherapie und 

antidepressiver Behandlung hätte stabilisiert werden können. Zur Zeit sei sie Hausfrau 

A.h. 

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B.  

und besorge für ihre Familie den Haushalt und betreue das einjährige Kind. Mehrmals 

sei es aufgrund der körperlichen Anstrengung zur Überforderung im Alltag gekommen. 

Aktuell sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen 

(IV-act. 187).

Mit Mitteilung vom 21. November 2013 wurde das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen abgewiesen, da die Versicherte aufgrund der Geburt ihres 

Sohnes eine Arbeitsstelle in einem 50 %-Pensum suche. Eine Umschulung sei nicht 

angezeigt (IV-act. 193). Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2014 stellte die IV-Stelle sodann 

in Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen. Sie qualifizierte die Versicherte als zu 

50 % im Erwerb und zu 50 % im Haushalt tätig und errechnete einen IV-Grad von 0 % 

im Erwerb und einen von 1.2 % im Haushalt (IV-act. 200). Dagegen erhob die 

Versicherte mit Hilfe der Pro Infirmis St. Gallen-Appenzell Einwand. Sie brachte vor, ihr 

Lebenspartner habe im Mai 2014 die Partnerschaft aufgelöst und sei aus der 

gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Die wirtschaftliche Situation habe sich 

verschlechtert, da die Versicherte nun selber für den Lebensunterhalt für sich und ihr 

Kind aufkommen müsse. Unter diesen Umständen müsste die Versicherte ohne 

gesundheitliche Einschränkung in einem 100 %-Pensum arbeiten (IV-act. 204). Am 

18. November 2014 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Abweisung des 

Rentengesuchs. Sie wies darauf hin, dass sie ihre Restarbeitsfähigkeit aktuell nicht 

verwerte und demnach nicht davon ausgegangen werden könne, sie würde als 

Gesunde vollzeitlich arbeiten. Zudem wies sie auf die Aussage der ersten Stunde hin 

(IV-act. 205).

A.i. 

Am 21. April 2015 reichte die Versicherte bei der IV-Stelle erneut ein Anmelde­

formular zum Leistungsbezug ein (IV-act. 221). Nach weiterführenden Abklärungen 

bezüglich des Gesundheitszustands informierte die IV-Stelle die Versicherte mit 

Mitteilung vom 26. Februar 2016, dass das Leistungsbegehren um berufliche 

Massnahmen abgewiesen werde, da sie sich gegen ein geplantes Aufbautraining 

entschieden habe, um sich ganz ihrem Sohn widmen zu können. Sie fühle sich 

subjektiv nicht genügend arbeitsfähig (IV-act. 239).

B.a. 

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Am 15. März 2016 sandte die IV-Stelle der Versicherten erneut einen Fragebogen 

zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt zu, den die Versicherte am 

23. März 2016 ausfüllte. Letztere gab an, ohne gesundheitliche Einschränkung in einem 

Pensum von 20-30 % zu arbeiten, wobei die Tätigkeit aufgrund ihrer Krankheit 

angepasst sein müsse. Auf die Fragen, aus welchen Gründen sie heute in diesem 

Ausmass erwerbstätig wäre und in welchem Ausmass, gab die Versicherte keine 

Antworten und setzte jeweils ein Fragezeichen davor. Auf die Frage, welche Tätigkeiten 

heute – im Vergleich zur Situation vor Eintritt des Gesundheitsschadens – bei der 

Betreuung von Kindern nicht mehr oder nicht mehr in gewohntem Ausmass ausgeübt 

werden könnten, gab sie zur Antwort, es komme darauf an, wie es ihr gerade gehe. 

Durch ihre Krankheit würden Stimmungsschwankungen auftreten, die sie in 

verschiedenen Alltagssituationen stark beeinträchtigen würden. Da sie alleinerziehende 

Mutter sei, sei es nicht immer einfach (IV-act. 241).

B.b. 

Im Bericht vom 23. November 2015 führte Dr. med. M.___, Facharzt für 

Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, aus, elektroneurografisch ergäben sich 

Hinweise auf eine Schädigung der motorischen und sensiblen Anteile des N. medianus, 

ohne dass messtechnisch eine Läsion im Karpaltunnel oder im proximalen Bereich des 

Nervus bestünde. Die bildgebend festgestellten degenerativen Veränderungen des 

Sehnenapparats der linken Schulterregion seien ursächlich für die Schmerzen der 

Versicherten und er empfehle Physiotherapie, physikalische Anwendungen und 

orthopädische Mitbehandlung (IV-act. 242).

B.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete med. pract. F.___ am 23. Mai 2016 einen 

Arztbericht. Sie diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, eine komplexe posttraumatische 

Belastungsstörung infolge des langjährigen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit und 

ging von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 21. Dezember 2010 bis auf Weiteres 

in der angestammten Tätigkeit und von einer 50%igen in einer adaptierten Tätigkeit aus 

(IV-act. 244).

B.d. 

Dem Austrittsbericht vom 29. September 2016 ist zu entnehmen, dass die 

Versicherte vom 25. Juli bis 21. September 2016 in der Psychiatrischen Klinik I.___ 

hospitalisiert war. Dabei wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

B.e. 

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schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) und ein Verdacht auf 

eine abhängige

(authenische) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7) diagnostiziert (IV-act. 253). Am 

8. Februar 2017 attestierte med. pract. F.___ sodann eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % 

(IV-act. 257).

Vom 4. April bis 1. Juni 2017 wurde die Versicherte in der N.___, Klinik für 

Psychiatrie und Psychotherapie, behandelt. Dabei stellten Dr. med. univ. O.___, 

Assistenzarzt, und Dr. med. univ. P.___, Oberarzt und Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, folgende Diagnosen: eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD.10 F33.2), eine 

komplexe posttraumatische Belastungsstörung sowie eine abhängige (asthenische) 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7).

B.f. 

Infolge eines Suizidversuchs war die Versicherte vom 13. Juli bis 15. September 

2017 in der Psychiatrie Q.___ hospitalisiert. Die dort behandelnden Ärzte 

diagnostizierten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11) und eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen sowie abhängigen Anteilen (F61.0) und 

attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % während des stationären Aufenthaltes 

(IV-act. 273).

B.g. 

Aufgrund ihres Gesundheitszustandes liess sich die Versicherte sodann vom 

28. November 2017 bis 25. April 2018 in der Psychiatrischen Tagesklinik J.___ 

behandeln. Dabei wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 10. Juli 2017 

attestiert (IV-act. 280). In der Folge war die Versicherte vom 30. April bis 19. Mai 2018 

in der Klinik R.___ in stationärer Behandlung (IV-act. 281).

B.h. 

Dr. med. S.___, Oberarzt der Tagesklinik, führte im Verlaufsbericht vom 31. Mai 

2018 aus, die Versicherte leide an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit 

dependenten und emotional instabilen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0), einer 

rezidivierenden depressiven Störung und einer komplexen posttraumatischen 

Belastungsstörung. Im Rahmen der depressiven Einbrüche sei die Versicherte teilweise 

mehrere Tage am Stück nicht in der Lage, die Tagesklinik aufzusuchen bzw. am 

B.i. 

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Therapieprogramm teilzunehmen. Weiterhin bestünden starke Gefühle der Hilflosigkeit, 

indem sie nicht in der Lage sei, Entscheidungen zu treffen, eigene Ansichten adäquat 

zu benennen oder Bedürfnisse zu artikulieren. Entlastend sei für die Versicherte, dass 

sich ihr Sohn zurzeit in Kinderpsychiatrischer Behandlung befinde, da sie oft mit 

seinem Widerstand überfordert gewesen sei. Die Arbeitsunfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit betrage wegen weiterhin bestehender starker Instabilität 

100 %. In einer maximal adaptierten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit bei 30-40 % 

einzuschätzen (IV-act. 279).

Am 7. Januar 2019 fand eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten statt. Sie 

gab an, aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Situation müsste sie bei guter 

Gesundheit zumindest einer Teilerwerbstätigkeit nachgehen. Bedingt durch ihre 

Erkrankung und die vielen Klinikaufenthalte habe sich eine starke Bindung zwischen ihr 

und ihrem Sohn entwickelt. Ihre Abwesenheiten hätten beim Sohn jeweils Ängste und 

Verunsicherungen ausgelöst. Mit Blick auf eine bescheidene wirtschaftliche 

Eigenständigkeit müsse sie, gemessen an ihrem früheren Einkommen, in einem 60 %-

Pensum arbeiten. Die Abklärungsperson gelangte zur Auffassung, dass sich im 

Haushalt keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 291-12).

B.j. 

Im Verlaufsbericht vom 14. März 2019 hielt die behandelnde Ärztin, med. pract. 

F.___, fest, dass angesichts der Schwere der chronifizierten komorbiden psychischen 

Erkrankung mit keiner deutlichen Besserung zu rechnen sei. Ziel der Behandlung sei 

die Aufrechterhaltung der erreichten Stabilität. Die Versicherte sei in einer angepassten 

Tätigkeit ohne körperlichen Belastung, mit Möglichkeit sich zurückziehen zu können 

und ohne Schicht- und Nachtarbeit, in einer ruhigen stressfreien Umgebung zu 

maximal 30 % arbeitsfähig (IV-act. 295). Dem Arztbericht vom 23. April 2019 ist sodann 

zu entnehmen, dass sich der Zustand der Versicherten seit März 2019 verschlechtert 

habe. Teilweise sei dies auf die Arbeit bei der T.___ zurückzuführen. Die Versicherte 

habe sich mit der Arbeit überfordert gefühlt. Ihre Rückenschmerzen hätten 

zugenommen. Da sich die Versicherte mit der Erziehung ihres Sohnes überfordert 

fühle, bekomme sie viel Unterstützung durch ihre Eltern. Deswegen habe sie 

Schuldgefühle und fühle sich als Mutter untauglich (IV-act. 298). In der Folge liess sich 

die Versicherte vom 1. Mai bis 21. Juni 2019 in der Klinik R.___ behandeln (IV-

act. G312).

B.k. 

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C.  

Im bidisziplinären Gutachten der Swiss Medical Assessment- und Business-Center 

AG (SMAB) vom 25. März 2020 befanden die Gutachter die Versicherte aufgrund einer 

rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 

F33.1), einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit dependenten und abhängigen 

Anteilen (ICD-10 F61.0), einer S-förmigen Skoliosefehlhaltung der Brustwirbelsäule bei 

geringer keilförmiger Deformation der BWK 6 und 7 sowie eines chronisch 

rezidivierenden Lumbalsyndroms bei Osteochondrose LWK 5/SWK 1 rechts in der 

angestammten Tätigkeit zu 25 % und in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % 

arbeitsfähig; dies seit 18. November 2014, jeweils unterbrochen durch die stationären 

Aufenthalte (IV-act. 319-10 f.).

B.l. 

Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD-Arztes (IV-act. 320) stellte die IV-

Stelle mit Vorbescheid vom 29. April 2020 bei einer Qualifikation der Versicherten als zu 

60 % im Erwerb und zu 40 % im Haushalt Tätige die Abweisung des Gesuchs um 

Rentenleistungen in Aussicht (IV-act. 323). Dagegen liess die Versicherte durch die 

Procap Einwand erheben (IV-act. 331). Am 22. September bzw. am 5. Oktober 2020 

verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 333 und 335).

B.m. 

Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

durch ihren Rechtsvertreter der Procap am 5. November 2020 Beschwerde erheben. 

Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die 

Aufhebung der Verfügung vom 5. Oktober 2020, die Zusprache einer halben 

Invalidenrente und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, die 

Beschwerdeführerin wäre im hypothetischen Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig, 

was in Anwendung der Methode des Einkommensvergleichs zu einer halben 

Invalidenrente führe (act. G1).

C.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 30. Dezember 2020 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei Gesundheit 

einer Erwerbstätigkeit von 60 % nachgehen würde und in den übrigen 40 % im 

Haushalt tätig wäre (act. G5).

C.b. 

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Erwägungen

1.

Gegenstand dieses Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Verfügung vom 5. Oktober 2020 zu Recht einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin abgelehnt hat.

2.  

Nach Einreichung der benötigten Unterlagen (act. G4) wurde dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G5)

C.c. 

Mit Replik vom 5. Februar 2021 lässt die Beschwerdeführerin unverändert an den 

Anträgen festhalten (act. G7). Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 

5. März 2021 auf die Einreichung einer Duplik (act. G9).

C.d. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das 

Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis 

zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 5. Oktober 2020) 

eingetretenen Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 

2021 gültig gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 

mit Hinweisen). Sie werden im Folgenden denn auch in dieser Fassung zitiert.

2.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, 

die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

2.2. 

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Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht 

frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung. Er entsteht nicht, 

solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann. Die 

Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch 

entsteht (vgl. Art. 29 IVG).

2.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).

2.4. 

Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin ein erstes Gesuch der 

Beschwerdeführerin vom 4. September 2008 (IV-act. 1) mit Verfügung vom 18. 

November 2014 (IV-act. 205) abgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat eine erhebliche 

Änderung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV als glaubhaft 

gemacht erachtet, indem sie auf die Wiederanmeldung vom 21. April 2015 (IV-act. 221) 

eingetreten ist (siehe Ausführungen dazu im Feststellungsblatt vom 29. April 2020, IV-

act. 321-2). Da ein Rentenanspruch mit rechtskräftig gewordener Verfügung vom 18. 

November 2014 abgewiesen worden war (IV-act. 43), besteht ein allfälliger 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/20

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3.  

Rentenanspruch frühestens ab 1. Oktober 2015 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG) bzw. nach 

Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (BGE 142 V 550 f. E. 3.1 f.; 

Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.3.3).

Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades wendet die Beschwerdegegnerin wie 

schon anlässlich der ersten Rentenablehnung vom 18. November 2014 (vgl. IV-

act. 205) die gemischte Methode an, gewichtet jedoch den Anteil im Erwerb neu mit 

60 % (statt 50 %) und den Anteil im Haushalt entsprechend tiefer (IV-act. 333 und 335). 

Die Beschwerdeführerin erachtet dies als unzulässig und macht geltend, im 

Gesundheitsfall wäre sie zu 100 % erwerbstätig, sodass ein reiner 

Einkommensvergleich zu erfolgen habe. Es ist demnach zu prüfen, ob die 

Beschwerdeführerin im massgeblichen Zeitraum überwiegend wahrscheinlich vollzeit- 

oder teilzeiterwerbstätig gewesen wäre. Je nachdem kommt eine andere Methode der 

Invaliditätsbemessung zur Anwendung.

3.1. 

Die Invalidität ist bei im Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätigen durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln (Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte Person auch 

ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll, sondern nur teilerwerbstätig gewesen 

wäre, ist der Invaliditätsgrad nicht anhand eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. 

Art. 16 ATSG), sondern anhand der sogenannten gemischten Methode zu berechnen. 

Hierbei sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im 

Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu 

bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27  Abs. 2-4 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung, in Kraft seit 1. Januar 2018 [IVV; SR 831.201]; BGE 141 V 21 

E. 3.2). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person 

im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 

hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

(vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen 

Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber 

Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die 

persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgeblich sind die 

Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, 

wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) 

3.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/20

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Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 7. 

Februar 2022, 8C_540/2021, E. 2.1 mit Hinweis auf BGE 144 I 28 E. 2.3 und 141 V 15 

E. 3.1; je mit Hinweisen).

 3.3. 

Die Beschwerdegegnerin beruft sich in der Beschwerdeantwort auf die 

sogenannte Aussage der ersten Stunde und führt diesbezüglich aus, die 

Beschwerdeführerin habe anlässlich der BEFAS angegeben, als Mutter voraussichtlich 

nur teilzeitlich arbeiten zu wollen (IV-act. 159 S. 7 f.). Dabei übersieht die 

Beschwerdegegnerin, dass sich die Beschwerdeführerin zu jenem Zeitpunkt noch in 

einer festen Lebenspartnerschaft befand und sie die finanziellen Lasten entsprechend 

noch gemeinsam mit ihrem Lebenspartner tragen konnte. Zudem befand sich die 

Beschwerdeführerin damals noch knapp in der ersten Schwangerschaftshälfte und 

dürfte sich noch nicht intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, zumal die 

Schwangerschaft nicht planmässig und überraschend eingetreten ist (vgl. act. 159-16). 

Hervorzuheben ist sodann, dass die Aussage im Schlussbericht, wonach sie teilzeitlich 

arbeiten würde, lediglich indirekt wiedergegeben wurde und entsprechend erheblichen 

Interpretationsspielraum über den Gehalt der direkten Aussage zulässt. Es ist daher mit 

einer unvollständigen Wiedergabe des Gesprächsablaufs und einer damit 

einhergehenden Veränderung des Sinngehalts einzelner Aussagen zu rechnen, zumal 

bei der BEFAS nicht die Haushaltsabklärung und die Qualifikation der Versicherten 

hinsichtlich der Bemessung des IV-Grades im Vordergrund standen. Schliesslich sind 

Antworten immer in ihrem Kontext zu verstehen, wobei überdies auch relevant sein 

kann, wie die Fragen formuliert worden sind. Dem Schlussbericht lassen sich weder die 

genauen Fragen noch die genauen Antworten entnehmen. Letztlich kann nicht 

verifiziert werden, unter welchen Umständen die Aussagen der Beschwerdeführerin 

zum Umfang der Erwerbstätigkeit zustande gekommen sind, weshalb auf diese 

Aussage nicht abgestellt werden kann.

3.3.1. 

Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab 

die Versicherte am 18. Dezember 2012 denn auch an, sie wäre ohne Behinderung aus 

wirtschaftlichen Gründen zu 100 % erwerbstätig (IV-act. 170). Zwar relativierte sie 

anlässlich der Haushaltsabklärung vom 25. Juni 2013 ihre Aussage dahingehend, dass 

sie aus Rücksicht auf ihren Sohn mit einem Pensum von 50 % arbeiten würde, mit 

sukzessiver Steigerung ab Kindergartenalter. Die Angaben im Fragebogen zur 

Rentenabklärung seien eher mittelfristig gedacht gewesen, sie gab jedoch zugleich zu 

3.3.2. 

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Protokoll, die finanzielle Situation sei sehr angespannt. Ihr Lebenspartner müsse sich 

mit seinen ca. Fr. 3'700.-- monatlich vollständig einbringen (IV-act. 178-3). Beachtlich 

erscheint in diesem Zusammenhang, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum 

explizit mit ihrer finanziellen Situation verknüpfte. Dies ist gerade als Indiz für eine volle 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zu werten, zumal den Akten mehrfach zu 

entnehmen ist, dass es ihr unangenehm ist, von der Sozialhilfe abhängig zu sein (vgl. 

u.a. IV-act. 125-1, 187-4). Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin ab Mai 

2014 als alleinerziehende Mutter die Bestreitung des Lebensunterhalts für sich und 

ihren Sohn sicherstellen musste. Auch mit Blick auf die spätere Altersvorsorge und die 

Minimierung des finanziellen Risikos bei allfälligem Eintritt eines Unfalls, einer 

Erkrankung oder einer Invalidität würde eine gesunde Alleinerziehende in der Situation 

der Beschwerdeführerin eine Vollzeitanstellung suchen. Schliesslich würden auch die 

Behörden die Beschwerdeführerin dazu anhalten, ein 100 %-Pensum aufzunehmen, 

wenn sie andernfalls von Sozialhilfe abhängig wäre. Nicht zu hören sind sodann die 

Vorbringen der Beschwerdegegnerin, wonach die Beschwerdeführerin "Alimente" für 

ihren Sohn bekomme und diese auch im Gesundheitsfall erhalten würde. Den Akten ist 

zu entnehmen, dass der Kindsvater ebenfalls mindestens zeitweise vom Sozialamt 

unterstützt wurde und bei der Beschwerdegegnerin angemeldet war (IV-act. 159-11). 

Ob und in welchem Umfang ein Rechtstitel bezüglich dem Kindsunterhalt vorliegt, kann 

den Akten indes nicht entnommen werden. Zu beachten ist dabei, dass die 

Beschwerdeführerin Alimentenbevorschussung erhält. Deren Höhe sowie jene der 

Kinderunterhaltsbeiträge selbst hängen von den finanziellen Verhältnissen der 

Beschwerdeführerin ab. Ob diese bei guter Gesundheit (und offenbar bescheidenem 

Einkommen des Kindsvaters) ebenfalls Unterhaltsbeiträge in dieser Höhe erhalten hätte 

und ob diese in vollem Umfang bevorschusst worden wären, erscheint zumindest 

fraglich. Soweit die Beschwerdegegnerin sodann davon ausgeht, die diesbezüglichen 

Entkräftung der Einwände seien in Rechtskraft erwachsen, ist darauf hinzuweisen, dass 

höchstens das Dispositiv einer Verfügung in Rechtskraft erwachsen kann, nicht jedoch 

die Begründung.

Nach dem Gesagten wäre die Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich zu 

100 % erwerbstätig. Daran vermögen auch ihre weiteren bzw. späteren Äusserungen 

nichts zu ändern. Gemäss dem erneut zugestellten Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab die Beschwerdeführerin an, ohne 

gesundheitliche Einschränkung in einem Pensum von 20-30 % zu arbeiten, wobei die 

Tätigkeit aufgrund ihrer Krankheit angepasst sein müsse (IV-act. 241). Sie ist im 

Fragebogen somit nicht von einer Situation ganz ohne Behinderung ausgegangen, 

sondern vielmehr von ihrem aktuellen Zustand mit gesundheitlicher Beeinträchtigung. 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/20

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Da zudem seit dem Verlust ihrer Arbeitsstelle und damit der teilweisen 

Arbeitsunfähigkeit rund zehn Jahre vergangen sind, ist es nachvollziehbar, dass sich 

die Beschwerdeführerin den Gesundheitsfall nicht (mehr) genügend vorstellen kann. Je 

länger sich die Beschwerdeführerin schon an ihr Leben mit Behinderung gewohnt hat, 

umso schwieriger wird es ihr auch fallen, sich hypothetisch vorzustellen, wie sie ihr 

Familienleben als Gesunde gestalten würde. Entsprechend sind die Aussagen der 

Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung vom 7. Januar 2019 zu 

würdigen. Sie gab zwar an, mit Blick auf eine bescheidene wirtschaftliche 

Eigenständigkeit mit einem 60 %-Pensum arbeiten zu müssen, führte jedoch zugleich 

aus, dass sie aufgrund ihrer Erkrankung und der vielen Klinikaufenthalte eine starke 

Bindung zu ihrem Sohn aufgebaut habe und ihre Abwesenheit Ängste und 

Verunsicherungen beim Sohn ausgelöst hätte. Diese Aussagen zeigen deutlich, dass 

die Beschwerdeführerin den Zustand im Gesundheitsfall mit dem Zustand im 

Krankheitsfall vermischt hat und diese nicht mehr auseinanderhalten kann. Hinzu 

kommt, dass nicht nachgefragt wurde, von welchen Ausgaben die Beschwerdeführerin 

in ihrer Berechnung bezüglich einer Teilerwerbstätigkeit ausgegangen ist. Zumindest 

werfen die weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin erhebliche Fragen 

betreffend Plausibilität der Berechnung auf (IV-act. 291).

Auch mit Blick auf die Arbeitsbiographie ist davon auszugehen, dass sie im 

Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin absolvierte nach 

der obligatorischen Schule eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Assistentin (vgl. IV-

act. 223) und war fortan ab 1998 bis zur IV-Anmeldung im September 2008 zu 100 % 

erwerbstätig. Überdies gab sie mehrfach an, gerne zu arbeiten und die 

zwischenmenschlichen Kontakte zu schätzen. Berufliche Anerkennung sei ihr ebenfalls 

wichtig und würden ihr Selbstbewusstsein stärken (vgl. IV-act. 291). Ob die 

Beschwerdeführerin als Gesunde ihr Arbeitspensum nach der Geburt des Kindes 

reduziert hätte, ist unter diesen Umständen reine Spekulation und kann jedenfalls nicht 

mit dem nötigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen 

gelten, zumal die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der IV-Anmeldung noch nicht 

Mutter war, weshalb der Krankheitsfall noch vor einem allfälligen Statuswechsel 

eingetreten ist.

3.5. 

Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall eine Vollzeiterwerbstätigkeit ausgeübt 

hätte. Folglich hat die Berechnung des Invaliditätsgrades anhand eines reinen 

Einkommensvergleichs zu erfolgen. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob die 

durch die Beschwerdegegnerin festgesetzte Einschränkung in der Kinderbetreuung 

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/20

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4.  

genügend abgeklärt wurde. Denn aus der Anamnese der Beschwerdeführerin geht 

hervor, dass sie mit der Kinderbetreuung überfordert scheint und sich regelmässig in 

stationäre Behandlung begeben sowie übermässige Unterstützung durch ihre Eltern in 

Anspruch nehmen musste (vgl. u.a. IV-act. 298). Im Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt führte die Beschwerdeführerin denn auch aus, 

durch ihre Krankheit in verschiedenen Alltagssituationen stark beeinträchtigt zu sein 

(IV-act. 241). Weitergehende Abklärungen und Rückfragen bei den Gutachtern wurden 

indes nicht vorgenommen.

Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades anhand eines Einkommensvergleichs ist 

zunächst zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin in einer 

adaptierten Erwerbstätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht.

4.1. 

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. ferner BGE 115 V 

134 E. 2). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Wenn ein vom Versicherungsträger nach Art. 44 ATSG eingeholtes Gutachten 

die Anforderungen der Rechtsprechung erfüllt, darf dem Gutachten voller Beweiswert 

zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zulässigkeit der Expertise 

sprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 9C_824/2019, E. 3).

4.2. 

Die Beschwerdegegnerin geht insbesondere gestützt auf das Gutachten der SMAB 

AG davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit in einer ihren 

Leiden angepassten beruflichen Tätigkeit um 50 % eingeschränkt sei. Das Gutachten 

der SMAB AG ist sorgfältig verfasst worden. Es beruht auf eigenständigen Abklärungen 

und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die von 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/20

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5.

Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von 

sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Hinsichtlich des 

Beginns der attestierten Arbeitsunfähigkeit führen die Gutachter aus, dass ab der 

letzten massgeblichen Verfügung vom 18. November 2014 im Wesentlichen eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % vorgelegen habe. Für die Zeit der Klinikaufenthalte habe eine 

100 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden (IV-act. 319-11). Eine 

retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor November 2014 kann dem Gutachten 

nicht entnommen werden. Aus den Akten ergibt sich, dass bereits seit mindestens 

Januar 2012 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestanden hat (vgl. u.a. IV-act. 128-2). 

Unter Berücksichtigung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und des Aufschubs 

des Rentenbeginns um sechs Monate nach der Anmeldung gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 

ist somit der Rentenbeginn auf den 1. Oktober 2015 festzusetzen. Laut dem 

Austrittsbericht der Psychiatrie Q.___ vom 6. Oktober 2017 war die Beschwerdeführerin 

nach einem Suizidversuch vom 13. Juli bis 15. September 2017 hospitalisiert (IV-

act. 273). Vom 28. November 2017 bis 25. April 2018 liess sich die Beschwerdeführerin 

in der Psychiatrie Q.___ teilstationär behandeln. Dem Austrittsbericht vom 23. Juli 2018 

ist unter anderem zu entnehmen, dass die depressive Symptomatik mit suizidalen 

Gedanken trotz Lithiumbehandlung weiterhin stark ausgeprägt geblieben sei, sodass 

die Beschwerdeführerin am 30. April 2018 zu einer Ketaminbehandlung in die Klinik 

R.___ zugewiesen worden sei (IV-act. 280-2). Damit übereinstimmend wurde eine seit 

10. Juli 2017 bis zum Berichtsdatum (23. Juli 2018) durchgehend bestandene Arbeits­

unfähigkeit von 100 % attestiert (IV-act. 280-3). Gemäss Austrittsbericht vom 28. Mai 

2018 befand sich die Beschwerdeführerin vom 30. April bis 19. Mai 2018 in stationärer 

Behandlung in der Klinik R.___ (IV-act. 281). Damit steht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum vom 10. Juli 2017 

der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind von den Gutachtern 

berücksichtigt worden. Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. 

Auch erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung der weiteren 

medizinischen Unterlagen als stimmig. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, 

dass objektiv wesentliche Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. 

Auch die Beschwerdeführerin bemängelt in ihrer Beschwerde die gutachterliche 

Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit nicht (vgl. act. G 1). Demnach ist davon 

auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer beruflichen, ihrem Leiden optimal 

angepassten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit 

um 50 % eingeschränkt ist.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/20

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bis 19. Mai 2018 zu 100 % arbeitsunfähig war. Gestützt auf die medizinische Aktenlage 

ist somit zwischen dem 1. Oktober 2015 bis 9. Juli 2017 von einer 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit, vom 10. Juli 2017 bis 19. Mai 2018 von einer 100%igen und ab 

20. Mai 2018 wiederum von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

6.  

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

6.1. 

Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen 

Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst auszugehen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 

müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 und 

BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

6.2. 

Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern 

kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und 

nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der 

versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung) 

angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung 

zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss 

den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen 

Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/20

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7.  

Die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Festlegung des jährlichen 

Valideneinkommens auf Fr. 63'187.-- ist grundsätzlich nicht zu beanstanden und wird 

von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten (IV-act. 322). Die 

Beschwerdegegnerin hat sich bezüglich des hypothetischen Monatslohns auf die 

Angaben des früheren Arbeitgebers der Beschwerdeführerin gestützt und diesen an die 

Nominallohnentwicklung angepasst, wobei ausgehend vom letzten Einkommen 2008 

von Fr. 61'100.-- (IV-act. 9-3) für das Jahr 2015 ein Betrag von Fr. 65'672.-- (Fr. 

61'100.-- / 2499 x 2686) zu berücksichtigen ist. Zur Ermittlung des 

Invalideneinkommens kann auf die Tabelle TA 1 der LSE 2015 abgestellt werden. Für 

die im Kompetenzniveau 1 beschäftigten Frauen ergibt sich unter Berücksichtigung 

einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden in einem 

Arbeitspensum von 50 % ein Jahreslohn von Fr. 27'028.-- (vgl. Anhang 2 der IVG-

Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022).

6.4. 

Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 65'672.-- und eines 

Invalideneinkommens bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % von Fr. 27'028.-- resultiert 

eine Erwerbseinbusse von Fr. 38'644.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 58.84 %. Ein 

Tabellenlohnabzug wird weder geltend gemacht noch ist ein solcher aufgrund der 

bereits vollständig erfolgten Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen der 

Beschwerdeführerin in der Arbeitsfähigkeitsschätzung (vgl. gutachterlich festgelegte 

Adaptionskriterien: IV-act. 319-47) sowie des entsprechenden Kompetenzniveaus einer 

adaptierten Tätigkeit vorliegend angezeigt. Folglich hat die Beschwerdeführerin 

Anspruch auf eine halbe Rente. Diese ist rückwirkend ab dem 1. Oktober 2015 

auszurichten. Im Zeitraum vom 10. Juli 2017 bis 19. Mai 2018, in dem von einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, ergibt sich vollumfängliche eine 

Erwerbseinbusse und damit ein Invaliditätsgrad von 100 %.

6.5. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin in Beachtung 

von Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 88a IVV mit Wirkung vom 1. Oktober 2015 bis 

31. Oktober 2017 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente, vom 1. November 2017 bis 

31. August 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. September 2018 

wiederum Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat.

6.6. 

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in Gutheissung der 

Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. Oktober 2015 bis 

31. Oktober 2017 eine halbe Rente, vom 1. November 2017 bis 31. August 2018 eine 

ganze Rente und ab dem 1. September 2018 eine halbe Rente auszurichten. Zur 

7.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/20

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 5. Oktober 

2020 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der Beschwerdeführerin 

für die Zeit vom 1. Oktober 2015 bis 31. Oktober 2017 eine halbe Rente, für die Zeit 

vom 1. November 2017 bis 31. August 2018 eine ganze Rente und ab 1. September 

2018 eine halbe Rente zu bezahlen; zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistungen 

wird die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Festsetzung des Rentenbetrages ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der

vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Ver­

fahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

7.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). Im hier zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale 

Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen. Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich die Festsetzung einer 

Entschädigung für die gewährte unentgeltliche Rechtsverbeiständung.

7.3. 

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 15.03.2022
	Art. 28, Art. 29 Abs. 1 IVG und Art. 17 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 88a IVV. Gemischte Methode der Invalidenbemessung nicht anwendbar. Anspruch auf eine befristete ganze Rente und anschliessend Anspruch auf eine halbe Rente bejaht (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. März 2022, IV 2020/233).

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		2024-05-26T21:55:50+0200
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