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**Case Identifier:** c4809d5f-96ad-580a-ba80-99bccab610fc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.12.2023 725 23 115 / 285 (725 2023 115 / 285)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-23-115---285_2023-12-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. Dezember 2023 (725 23 115 / 285) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallbegriff, Unfallkausalität 

 

 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jürg Pulver, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin 
  

 
gegen 
 
 

 SOLIDA Versicherungen AG, Saumackerstrasse 35, Postfach, 
8048 Zürich, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Bürkle Martin und 
Orlando Nicola, Rechtsanwälte, Thouvenin Rechtsanwälte KLG, 
Klausstrasse 33, 8024 Zürich 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. Die 1988 geborene A.____ war seit 1. Januar 2017 als Fahrlehrerin für das Einzelun-
ternehmen Fahrschule C.____ tätig und in dieser Eigenschaft bei der SOLIDA Versicherungen 
AG (nachfolgend: Solida) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung vom 
8. Juli 2022 (act. 1) wurde der SOLIDA gemeldet, dass die Versicherte am 29. Juni 2022 auf 
einem Feldweg beim Joggen Laufschule betrieben und dabei einige Ausfallschritte und Sprünge 

 
 
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gemacht habe. Dabei sei sie auf unebenem Untergrund gelandet und habe einen stechenden 
Schmerz unter dem rechten Fussballen gespürt. Auf Nachfrage der SOLIDA hin präzisierte 
A.____, in einer Vertiefung gelandet zu sein, wobei die Zehen nach hinten geknickt seien 
(vgl. act. 13, 16 und 23). Die behandelnden Ärzte des Spitals C.____ diagnostizierten am 8. Juli 
2022 am rechten Fuss eine Turf-Toe-Verletzung des ersten Strahls bei Hyperextensionstrauma 
(act. 3). Die Verletzung wurde am 12. Juli 2022 operativ versorgt (act. 7). Mit Schreiben vom 
1. September 2022 verneinte die SOLIDA ihre Leistungspflicht mit der Begründung, dass weder 
der Unfallbegriff erfüllt sei noch eine Körperschädigung im Sinne vom Art. 6 Abs. 2 des Bun-
desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 vorliege. Selbst wenn der 
Unfallbegriff erfüllt wäre, würde keine Leistungspflicht bestehen, da eine traumatische Ursache 
der Körperschädigung nicht überwiegend wahrscheinlich sei (act. 16). Daran hielt sie mit Verfü-
gung vom 13. Oktober 2022 und Einspracheentscheid vom 23. März 2023 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____ am 2. Mai 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, der Ein-
spracheentscheid vom 23. April 2023 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver-
pflichten, ihr für das Ereignis vom 29. Juni 2022 die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus-
zurichten. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 19. Juli 2023 schloss die SOLIDA, vertreten durch die 
Rechtsanwälte Martin Bürkle und/oder Nicola Orlando, auf Abweisung der Beschwerde. Gleich-
zeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. D.____, 
FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 4. Juli 2023 bei.  
 
D. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 21. August 2023, Duplik vom 
12. Oktober 2023) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest. 
 
E. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2023 wurde die Angelegenheit dem Dreiergericht zur 
Beurteilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann 
gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche-
rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versiche-
rungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhe-
bung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser im Kanton Basel-Landschaft, weshalb 
die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Geset-
zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 
beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kan-
tons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 

 
 
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ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf 
die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 2. Mai 2023 ist demnach 
einzutreten. 
 
2.1 Streitig ist der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin. Dabei ist zunächst zu prü-
fen, ob das Ereignis vom 29. Juni 2022 als Unfall im Sinne des Art. 4 ATSG zu qualifizieren ist. 
 
2.2 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Leistungen der Unfallversicherung bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 
bestimmt. Als Unfall gilt laut Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge 
hat. 
 
2.3 Der äussere Faktor ist zentrales Begriffsmerkmal eines jeden Unfallereignisses; er ist 
Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inneren Ursache (BGE 134 V 72 
E. 4.1.1). Nach der Rechtsprechung ist der äussere Faktor ungewöhnlich, wenn er – nach ei-
nem objektiven Massstab – nicht mehr im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Le-
bensbereich alltäglich und üblich ist (BGE 142 V 219 E. 4.3.1; 134 V 72 E. 4.1). Das Merkmal 
des ungewöhnlichen äusseren Faktors kann unter anderem in einer unkoordinierten Bewegung 
bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren 
Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den na-
türlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer 
solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der 
äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist wegen der erwähnten 
Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1). Dies trifft bei-
spielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegen-
stand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhal-
tung ausführt oder auszuführen versucht (Urteile des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 
8C_783/2013, E. 4.2 und vom 15. Januar 2009, 8C_749/2008, E. 3.2). Das Auftreten von 
Schmerzen als solches ist demgegenüber kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinne der 
Rechtsprechung (BGE 129 V 466 E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts vom 12. September 2018, 
8C_456/2018, E. 6.3.2). Einwirkungen, die aus alltäglichen Vorgängen resultieren, taugen in 
aller Regel nicht als Ursache einer Gesundheitsschädigung (BGE 134 V 72 E. 4.1). Ausschlag-
gebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 
menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 72 E. 4.3.1; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesge-
richts vom 20. September 2022, 8C_24/2022, E. 3.2). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs-
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die 
Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des 
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge-
schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 

 
 
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122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist jedoch, dass der Untersuchungsgrundsatz 
die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache 
der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin 
die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmög-
lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung ei-
nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit 
zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
3.2 Was den Unfallbeweis im Speziellen betrifft, sind die einzelnen Umstände des Unfall-
geschehens von den Leistungsansprechenden glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung 
eines Unfallereignisses müssen über das konkrete Geschehen genaue und möglichst detaillier-
te Angaben gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich 
über die Tatumstände ein klares Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen 
(Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, öffentlich-
rechtliche Abteilungen] vom 25. November 2004, U 209/04, vom 15. September 2004, U 234/04 
und vom 19. Mai 2004, U 236/03). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Per-
son über den Unfallhergang ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach die sogenannten 
spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als 
spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versi-
cherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre 
Darstellung im Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall ge-
macht hat, deshalb meist ein grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungs-
verfügung des Versicherers (BGE 121 V 45 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 23. No-
vember 2006, U 258/04, E. 3.1). 
 
3.3 Im Übrigen lässt sich der mangelnde Nachweis eines die Merkmale des Unfalls erfül-
lenden Ereignisses nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diesen kommt im 
Rahmen der Beweiswürdigung für oder gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens 
in der Regel nur die Bedeutung von Indizien zu (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2 m.w.H.; Urteil des 
Bundesgerichts vom 17. Dezember 2021, 8C_589/2021, E. 5.5). Dabei ist zu beachten, dass 
sich der medizinische Begriff des Traumas nicht mit dem Unfallbegriff im Sinne von Art. 4 ATSG 
deckt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2023, 8C_645/2022, E. 4.1 mit Hinweisen). 
Ein traumatisches Ereignis schliesst zwar eine pathologische Ursache aus, umfasst jedoch ne-
ben dem eigentlichen Unfall auch Ereignisse, denen der Charakter der Ungewöhnlichkeit oder 
der Plötzlichkeit abgeht (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2007, 8C_57/2007, E. 3.2). 
 
3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und − im Beschwerdefall − das Gericht dürfen 
eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. 
Im Sozialversicherungsrecht gilt, soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b). Im Streitfall obliegt 
es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 

 
 
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Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise 
zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser 
Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit 
erstellt − die blosse Möglichkeit genügt nicht −, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was 
sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 116 V 136 E. 4b mit Hin-
weis; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 8C_709/2010, E. 2.2 und vom 
20. Februar 2007, U 346/05, E. 2.2, je mit weiteren Hinweisen). 
 
4. Zum Ereignis vom 29. Juni 2022 liegen folgende Angaben vor: In der Schadenmeldung 
vom 8. Juli 2022 wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe beim Joggen auf einem Feld-
weg Laufschule betrieben und einige Ausfallschritte und Sprünge gemacht. Dabei sei sie auf 
unebenem Untergrund gelandet und habe einen stechenden Schmerz unter dem Fussballen 
verspürt (act. 1). Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hin präzisierte die Beschwerdeführe-
rin, sie sei in einer Vertiefung im Boden gelandet, wobei die Zehen nach hinten geknickt seien 
(vgl. act. 13, 16 und 23). In ihrer Beschwerde vom 2. Mai 2023 führte sie zum Ereignisvorgang 
weiter aus, dass sie seit Jahren auf diesem Weg jogge. Dieser sei für Forstwirtschaftsfahrzeuge 
gut gespurt und konstant gut begehbar. Am 29. Juni 2022 sei der Weg mit Blättern und Ästen 
übersät gewesen. Vor dem Ereignis habe es stark geregnet und Erosionslöcher seien fast voll-
ständig mit Laub bedeckt gewesen. Sie habe wie an zahlreichen anderen Tagen zuvor nach 
bestem Wissen und Gewissen ihre Laufschule betrieben. Dass sie nach einem Sprung mit dem 
rechten Fuss genau in einer der ausgespülten Vertiefungen gelandet sei, sei angesichts der 
gegebenen Situation weder gewöhnlich noch zu erwarten gewesen. Die Tatsache, dass be-
stimmte Aktivitäten (wie das Joggen auf nassen Wegen) ein erhöhtes Risiko für Verletzungen 
bergen würden, könne nicht dazu führen, dass der Unfallbegriff per se nicht erfüllt werden kön-
ne. Die sportliche Tätigkeit sei an diesem Tag anders verlaufen als geplant. Das Merkmal eines 
äusseren Faktors könne nach der Rechtsprechung auch in einer unkoordinierten Bewegung 
bestehen. Die nicht erkannte ausgespülte Vertiefung im ansonsten sehr sicheren und gepfleg-
ten Weg habe den natürlichen Ablauf ihrer Körperbewegung programmwidrig beeinflusst, wes-
halb die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors zu bejahen sei. 
 
5.1 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass ein Geschehensablauf, wie er in der 
Schadenmeldung UVG vom 8. Juli 2022 beschrieben worden sei, mangels eines ungewöhnli-
chen äusseren Faktors nicht als Unfall im Rechtssinne qualifiziert werden könne. Die Versicher-
te sei nicht gestolpert. Sie sei bei einer Laufübung auf unebenem Boden gelandet, ohne dass 
eine unkoordinierte Bewegung oder eine Programmwidrigkeit die Körperbewegung stattgefun-
den habe. Dieser Auffassung kann nicht beigepflichtet werden, wie sich aus den nachstehen-
den Ausführungen ergibt. 
 
5.2 Zunächst ist klarzustellen, dass die präzisierenden Angaben der Versicherten zu den 
Umständen und dem Ereignisablauf in ihrer Beschwerde vom 2. Mai 2023, wonach sie den 
Weg seit Jahren kenne, am 29. Juni 2022 bei einem Sprung in einer nicht erkannten ausgespül-
ten Vertiefung gelandet sei und dabei die Zehen nach hinten geknickt seien, im Vergleich zu 
den Angaben in der Schadenmeldung UVG weder widersprüchlich sind noch von der Be-
schwerdegegnerin substantiiert in Frage gestellt werden. Bei diesem Geschehensablauf ist ent-

 
 
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gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin eine Programmwidrigkeit der Körperbewegung 
zu bejahen. Wie unter Erwägung 2.3 hiervor ausgeführt, kann bei Körperbewegungen das Er-
fordernis der äusseren Einwirkung als erfüllt gelten, wenn ein in der Aussenwelt begründeter 
Umstand den natürlichen Ablauf einer Bewegung programmwidrig beeinflusst. Bei einem 
Sprung trifft der Fuss normalerweise zuerst mit dem Ballen auf dem Boden auf, gefolgt vom 
Rest des Fusses. Die Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach bei der Landung auf dem 
Boden die Zehen nach hinten knickten, lässt darauf schliessen, dass sich die Vertiefung im Bo-
den in ihrer Ausprägung von einem zu erwartenden "unebenen Boden" unterschied und nicht 
mehr im Rahmen dessen lag, was sie auf dem ihr vertrauten Feld- resp. Waldweg zu erwarten 
hatte. Diese ausserordentliche Bodenbeschaffenheit beeinflusste den natürlichen Bewegungs-
ablauf der Landung in einer Weise, die nicht dem üblichen Bewegungsmuster entsprach. So traf 
der Vorderfuss vor dem Ballen auf den Boden auf, was den Bewegungsablauf bei der Landung 
vorzeitig bremste und eine übermässige Beugung des Gelenks des grossen Zehs bewirkte. 
Dieses Geschehen fällt nicht in die gewöhnliche Bandbreite der Bewegungsmuster des betref-
fenden Sports. Damit ist die ausgeprägte, jedoch fast vollständig mit Laub bedeckte Bodenver-
tiefung als äusserer und wegen der Programmwidrigkeit der Bewegung zugleich ein ungewöhn-
licher Faktor im Sinne des Unfallbegriffs zu qualifizieren (vgl. dazu auch BGE 130 V 117 E. 2.1). 
Das Ereignis vom 29. Juni 2022 stellt demnach einen Unfall im Rechtssinne dar. 
 
5.3 Was die Beschwerdegegnerin vorbringt, verfängt nicht. Soweit sie im angefochtenen 
Einspracheeentscheid vom 23. März 2023 auf die Urteile des Bundesgerichts vom 1. März 
2012, 8C_50/2012, und vom 3. März 2011, 8C_978/201, verweist, ist ihr zwar darin beizupflich-
ten, als das reine Stolpern ohne Sturz beim Joggen in der freien Natur den Unfallbegriff gemäss 
Art. 4 ATSG nicht erfüllt, da es nicht als ungewöhnlich bezeichnet werden kann. Der Begriff 
"Stolpern" bezeichnet die Handlung, bei der man beim Gehen oder Laufen mit dem Fuss gegen 
ein Hindernis stösst und dadurch aus dem Gleichgewicht kommt. Ein solches Ereignis fand hier 
unstreitig nicht statt. Vorliegend wurde der natürliche Bewegungsablauf bei der Landung eines 
Sprungs durch eine ungewöhnliche Bodenbeschaffenheit vorzeitig gebremst, was eine über-
mässige Beugung des Gelenks des grossen Zehs bewirkte. Soweit die Beschwerdegegnerin 
geltend macht, es liege im Rahmen des Erwartbaren, dass beim Joggen auf unebenem Boden 
Verletzungen auftreten können, übersieht sie, dass die ausgeprägte Bodenvertiefung, welche 
vorliegend die Programmwidrigkeit der Körperbewegungen verursachte, sich von dem, was auf 
einem unebenen Naturweg üblicherweise zu erwarten ist, unterscheidet und damit ein besonde-
res Vorkommnis darstellt. Das von der Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 
19. Juli 2023 und in der Duplik vom 12. Oktober 2023 zitierte Urteil des Bundesgerichts vom 
29. April 2013, 8C_802/2012, ist nicht einschlägig. Im Gegensatz zu jenem Fall landete die Ver-
sicherte nach einem Sprung nicht normal. Gleich verhält es sich beim Gleitschirmflieger, der 
sich das Knie bei einer "normalen" Landung verdreht hatte (Urteil des Bundesgerichts vom 
17. Oktober 2006, U 137/06, E. 3), oder bei der Volleyballspielerin, die nach einem Sprung 
ebenfalls normal gelandet war, dann jedoch unvermittelt zusammensackte und sich nach ärztli-
cher Einschätzung durch eine Kniedistorsion eine Knorpelfraktur zugezogen hatte (Urteil des 
Bundesgerichts vom 4. Februar 2013, 8C_909/2012, E. 4). Die Umstände und Ergebnisse die-
ser Fälle sind deshalb mit dem vorliegenden Fall nicht direkt vergleichbar. Entscheidwesentlich 
ist, dass die Beschwerdeführerin einen in der Aussenwelt begründeten Umstand benannte, der 

 
 
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den natürlichen Ablauf ihrer Körperbewegung bei der Landung gestört und zu einer Programm-
widrigkeit im Bewegungsablauf geführt hatte. 
 
5.4 Nach dem Gesagten ist das Ereignis vom 29. Juni 2022 als Unfall im Sinne des Art. 4 
ATSG zu qualifizieren. Da ein Unfall vorliegt, kann offen bleiben, ob die Verletzungen der Be-
schwerdeführerin Listenverletzungen im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG sind. 
 
6.1 Streitig und zu prüfen ist ferner die Unfallkausalität. Die Beschwerdegegnerin verneinte 
diese mit der Begründung, dass der operativ behobene Gesundheitsschaden nur möglicher-
weise, nicht aber überwiegend wahrscheinlich in einem natürlich kausalen Verhältnis zum Unfall 
stehe. 
 
6.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kau-
salzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kau-
salzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg 
nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetre-
ten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli-
chen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen 
mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 
die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Für die Bejahung der natürlichen Unfallkau-
salität eines Beschwerdebilds genügt damit eine Teilursächlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit 
Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai 2019, 8C_437/2018, E. 2.1). Ob zwischen 
einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde − die Verwal-
tung oder im Streitfall das Gericht − im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach 
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung ei-
nes Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
6.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf ei-
nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo 
sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hin-
weisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 
Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsscha-
dens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

 
 
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Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da 
es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders 
als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist 
– nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; 
RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). 
Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfall-
fremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den 
negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versi-
cherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursa-
chen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen 
sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
6.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) 
– wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-
fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht 
alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizini-
schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische The-
se abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob 
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medi-
zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten 
begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
6.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.4 in fine mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 

 
 
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7.1 Für die vorliegend umstrittene Frage der Unfallkausalität sind im Wesentlichen folgen-
de medizinischen Unterlagen von Relevanz: 
 
7.2 Im Bericht des Spitals C.____ vom 8. Juli 2022 wurde festgestellt, dass die Versicherte 
am 29. Juni 2022 bei einem Ausfallschritt ein Hyperextensionstrauma des ersten Strahls erlitten 
habe. Die Magnetresonanztomographie (MRT) des rechten Vorfusses vom 4. Juli 2022 zeige 
einen zentralen Einriss in der plantaren Platte des MTP I (Metatarsophalangealgelenk I) rechts 
und eine mässige Stressreaktion im Os sesamoideum mediale I mit mässigem Knochenmarks-
ödem. Das Röntgenbild des rechten Fusses vom 7. Juli 2022 zeige einen Hallux valgus. Bei 
frischem Einriss der plantaren Platte nach Hyperextensionstrauma in Kombination mit dem vor-
liegenden Hallux valgus sei eine distale Refixation der plantaren Platte geplant. 
 
7.3 Gemäss Operationsbericht vom 14. Juli 2022 wurden am 12. Juli 2022 im Spital 
C.____ eine Arthrotomie des MTP-Gelenks, eine Reinsertion der plantanen Platte und eine  
Akin-Osoteotomie durchgeführt. 
 
7.4 Am 15. August 2022 führte der beratende Arzt Dr. D.____ im Rahmen einer Aktenbeur-
teilung aus, dass der frische Einriss der plantaren Platte im Rahmen eines schweren Hyperex-
tensionstraumas entstanden sein könne. Die Verletzung könne aber auch Folge einer Überlas-
tung (rezidivierende Mikrotraumen) sein. Die Versicherte habe ein intensives Jogging mit Lauf-
schule betrieben, was zu einer Rissbildung der plantaren Platte führen könne. Für Überlastung 
spreche auch die Tatsache, dass bei der Versicherte ein Hallux valgus vorliege, was auf einen 
Vorzustand hinweise. Vorliegend würden für die Schädigung beide Ursachen in Frage kommen. 
Das akute Auftreten von Beschwerden sei kein Beweis für eine traumatische Entstehung. Bei 
fehlenden Begleitverletzungen sei die Verletzung überwiegend wahrscheinlich eine Überlas-
tungssymptomatik.  
 
7.5 In der Aktenbeurteilung vom 3. Oktober 2022 hielt Dr. D.____ fest, dass die Verletzung 
resp. Rissbildung der plantaren Platte des ersten Strahls und die Operationsindikation unbestrit-
ten seien. Spezifisch traumatische Befunde (so etwa Blutungen, Frakturen oder ein Bone Brui-
se) würden nicht vorliegen. Bei der Versicherten bestünde mit dem Hallux valgus ein relevanter 
Vorzustand. Auch ein asymptomatischer Hallux valgus würde die normale Funktion des Fusses 
beeinträchtigen. Die Fehlstellung betreffe den Abrollvorgang, die Gewichtsverteilung und die 
Koordination des Gangs. 
 
7.6 In einer weiteren Stellungnahme vom 4. Juli 2023 wiederholte Dr. D.____ im Wesentli-
chen seine bisherigen Ausführungen. Er bestätigte namentlich, dass die bildgebend nachge-
wiesenen Befunde (Einriss in die plantare Platte, Weichteilödem und Knochenmarködem) so-
wohl traumatisch als auch degenerativ bedingt sein können. Es liege kein spezifisch traumati-
scher Befund vor. Auch rezidivierende Mikrotraumata oder Überlastungsschäden würden zu 
einer Turf Toe-Verletzung führen.  
 
8. Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
23. März 2023 bei der Beurteilung der Unfallkausalität auf die versicherungsmedizinischen Stel-

 
 
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lungnahmen ihres beratenden Arztes Dr. D.____ vom 15. August 2022 und 3. Oktober 2022. 
Sie ging demgemäss davon aus, dass eine traumatische Ursache lediglich möglich, jedoch 
nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Wie in Erwägung 6.5 hiervor ausgeführt, sind an die Be-
weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung ist auch eine reine Aktenbeurteilung an sich nicht als unzuverlässig zu beurteilen. 
Dem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund 
vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 
medizinischen Sachverhalts geht. Aktengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn 
die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden 
sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder das Ausmass der Behinderung verschieden 
bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der ver-
schiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte 
Beurteilung deutlich gemacht werden (Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008, 
8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Wie auch bei versicherungsinternen medizinischen Ein-
schätzungen sind bei solchen Aktengutachten allerdings bereits bei geringen Zweifeln an die 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel sind 
bei den Beurteilungen von Dr. D.____ vom 15. August 2022 und 3. Oktober 2022 nicht von der 
Hand zu weisen. Hinsichtlich der streitigen Unfallkausalität der Verletzung kam er zum Schluss, 
dass eine traumatische Ursache möglich sei. Da jedoch kein spezifisch traumatischer Befund 
vorliege und mit dem Hallux valgus ein relevanter Vorzustand bestünde, sei mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Verletzung auf eine Überlastung zurückzufüh-
ren sei. Gänzlich ungeklärt ist indes die Frage, ob der Unfall vom 29. Juni 2022 eine Ver-
schlimmerung eines (asymptomatischen) degenerativen Vorzustands bewirkte und dabei auch, 
ob der operative Eingriff am 12. Juli 2022 auch ohne Ereignis vom 29. Juni 2022 durchgeführt 
worden wäre. Hierzu äusserte sich Dr. D.____ nicht hinreichend. Insofern sind seine Stellung-
nahmen unvollständig, was geringe Zweifel an seiner Beurteilung begründet. Bei dieser Sach-
lage hatte es die Beschwerdegegnerin unterlassen, im Rahmen der ihr obliegenden Untersu-
chungspflicht (Art. 43 ATSG) den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt vollständig ab-
zuklären. Eine abschliessende Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage ist daher nicht mög-
lich. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 23. März 2023 ist demnach aufzuheben und 
es sind weitere Abklärungen in Bezug auf eine allfällige Teilkausalität vorzunehmen. 
 
9. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann das Sozialversicherungsgericht 
nicht frei entscheiden, ob es eine Streitsache an die Verwaltung zurückweist. Die Beschwer-
deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie ei-
nen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich ab-
klärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt 
nicht beweiskräftig ist (BGE 137 V 263 E. 4.4.1). Da die Beschwerdegegnerin den medizini-
schen Sachverhalt im vorliegenden Fall nicht vollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe 
des kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, 
steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten 
Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur 
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird eine allfällige Teil-

 
 
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kausalität der Beschwerden und – falls eine solche bejaht wird – die Frage des Erreichens des 
medizinischen Endzustands durch ein fachärztliches Gutachten abklären lassen müssen. Ge-
stützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird sie über den Leistungsanspruch der Ver-
sicherten neu zu befinden haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 
 
10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird der nicht anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführerin nicht zugesprochen. 
 
11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2).  
 
11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-
raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 23. März 2023 aufgehoben und die Angele-
genheit zur ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 
zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück-
gewiesen wird. 
 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 
 
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