# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9bbf52fb-5c59-54cc-853c-41e49086db47
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.06.2019 II 2018 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2018-6_2019-06-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2018 6

Entscheid vom 17. Juni 2019

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
Dr.iur. Thomas Twerenbold, Gerichtsschreiber

Parteien 1. A.________,
2. B.________,
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Rechtsanwalt C.________,

gegen

Gemeinderat Tuggen, Zürcherstrasse 14, Postfach 159, 
8856 Tuggen,
Vorinstanz,
vertreten durch Rechtsanwalt D.________,

Gegenstand Kausalabgaben (Erschliessungsbeiträge Liegenschafts-
entwässerung)

2

Sachverhalt:

A. Mit Präsidialverfügung vom 13. Dezember 2017 betreffend "KANALISA-
TION – Erschliessungsbeiträge" (genehmigt vom Gemeinderat Tuggen am 
14.12.2017) beschloss der Gemeindevizepräsident der Gemeinde Tuggen die 
Erhebung von Erschliessungsbeiträgen Abwasser von total Fr. 171'468.-- bei 
A.________ und B.________ für die Grundstücke KTN uuu, vvv, www, xxx, yyy 
und zzz, alle Tuggen (hervorgegangen aus der am 15.4.2017 vollzogenen Par-
zellierung des Grundstücks KTN uuu) gestützt auf folgende Berechnung:

Grundstück KTN uuu: 1'402 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 16'824.00
Grundstück KTN vvv: 974 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 11'688.00
Grundstück KTN www: 1'573 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 18'876.00
Grundstück KTN xxx: 3'782 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 45'384.00
Grundstück KTN yyy: 864 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 10'368.00
Grundstück KTN zzz: 5'694 m2 à Fr. 12.00 = Fr. 68'328.00
Total: Fr. 171'468.00

Begründet wurde die Beitragsverfügung damit, dass die Grundstücke zwar 
vollständig groberschlossen und damit baureif seien, die Geltendmachung der 
reglementarisch vorgesehenen Erschliessungsbeiträge bisher aber noch nicht er-
folgt sei. Die Geltendmachung sei ausgeblieben, da man mit einer kurzfristigen 
Überbauung gerechnet habe, was zweckmässigerweise eine Erhebung der ge-
schuldeten Beiträge im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens ermöglicht hätte. 
Aufgrund der verzögerten Überbauung müsse es zu einer separaten Erhebung 
der Beiträge kommen. Für die Grundstücke ergebe sich die Abgabepflicht da-
durch, dass die fraglichen Flächen durch die (gestützt auf die Baubewilligung 
vom 13.12.2007 vorgenommene) Erneuerung Kanalisation F.________strasse 
bereits einen besonderen Vorteil erhalten hätten.

B. Mit Eingabe vom 29. Dezember 2017 reichten A.________ und 
B.________ beim Regierungsrat des Kantons Schwyz Beschwerde ein mit den 
Rechtsbegehren, die Präsidialverfügung des Gemeindevizepräsidenten der Ge-
meinde Tuggen vom 13. Dezember 2017 sei aufzuheben, und es sei von der Er-
hebung eines Erschliessungsbeitrags für die Liegenschaftsentwässerung der 
Gemeinde Tuggen abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Las-
ten der Gemeinde Tuggen.

C. Mit Verfügung vom 9. Januar 2018 überwies der Regierungsrat die Be-
schwerde gestützt auf § 52 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRP; SRSZ 
234.110) vom 6. Juni 1974 zum Entscheid an das Verwaltungsgericht Schwyz.

3

D. Mit Vernehmlassung vom 19. April 2018 beantragt der Gemeinderat 
Tuggen, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der 
Beschwerdeführer.

E. Die Beschwerdeführer halten mit Replik an ihren Rechtsbegehren fest, 
wobei von der Anerkennung der Beitragspflicht für die Grundstücke KTN vvv und 
www Vormerk zu nehmen sei. Der Gemeinderat Tuggen dupliziert. Die 
Beschwerdeführer reichen eine weitere Stellungnahme (Triplik) und der 
Gemeinderat Tuggen eine Quadruplik ein.

F. Mit Instruktionsschreiben vom 21. November 2018 forderte das Verwal-
tungsgericht den Gemeinderat Tuggen auf, Unterlagen einzureichen, woraus die 
Zugehörigkeit des fraglichen Baugebietes zum Einzugsgebiet der Kanalisation 
F.________strasse hervorgehe, und ergänzend dazu Stellung zu nehmen, ob 
und gegebenenfalls in welchem Umfang auch eine Entwässerung über die Kana-
lisation I.________strasse in Betracht gezogen werde.

Mit Eingabe vom 4. Februar 2019 nimmt der Gemeinderat Tuggen dazu Stellung 
und er reicht ergänzend einen von der J.________AG für das Abwasserwerk 
Gemeinde Tuggen neu erstellten Plan «Erschliessungsgebiet K.________ / Er-
schliessungstechnische Zuordnung» vom 23.  Januar 2019 ein. Die Beschwerde-
führer nehmen dazu mit Eingabe vom 29. April 2019 abschliessend Stellung.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Streitig ist, ob der Gemeinderat befugt ist, von den Beschwerdeführern als 
Eigentümer der Grundstücke KTN uuu, vvv, www, xxx, yyy und zzz, alle Tuggen 
(hervorgegangen aus der am 15.4.2017 vollzogenen Parzellierung des Grunds-
tücks KTN uuu) einen Erschliessungsbeitrag für die Liegenschaftsentwässerung 
wegen der im Jahr 2007/2008 erfolgten Erneuerung Kanalisation 
F.________strasse zu erheben (Beschwerde, Ziff. III./3.).

Gemäss Art. 25 Abs. 1 des von der Gemeindeversammlung von Tuggen be-
schlossenen "Abwasserreglements" (AR) vom 12. Dezember 2003 dient der 
Erschliessungsbeitrag der Mitfinanzierung der Erstellungskosten von öffentlichen 
Abwasseranlagen. Die Gemeinde erhebt den Erschliessungsbeitrag für Bauland, 
welches durch den Bau eines öffentlichen Sammelkanals neu erschlossen wird, 
bzw. einen besonderen Vorteil erhält, sowie für neu eingezontes Bauland, 
welches bereits durch einen öffentlichen Sammelkanal erschlossen ist. Der Er-

4

schliessungsbeitrag wird gestützt auf die Grundstücksfläche gemäss Anhang 1 
„Gebührenordnung“ errechnet (Art. 25 Abs. 2 AR). 

Aus Anhang 1 „Gebührenordnung zum Abwasserreglement“ ergibt sich, dass der 
Erschliessungsbeitrag (Art. 25) für Grundstücke innerhalb und ausserhalb der 
Bauzone, welche an das Schmutz- und Meteorwassersystem angeschlossen 
werden, Fr. 12.-- pro m2 beträgt, während sich der Beitrag für den Anschluss an 
nur eine Leitung – Schmutz- oder Meteorwasser – auf Fr. 8.-- pro m2 beläuft. Bei 
einem Anschluss an eine zweite Abwasserleitung können Fr. 4.-- pro m2 nach-
gefordert werden.

Gemäss Art. 25 Abs. 5 (wobei der Absatz in der publizierten Fassung mit 6 be-
ziffert ist) wird der Beitrag mit dem Beginn der Ausführung des Sammelkanals 
bzw. mit der Erteilung der ersten Baubewilligung für denselben fällig. Er wird von 
jenem geschuldet, der im Zeitpunkt der Fälligkeit Eigentümer bzw. Baurechts-
berechtigter des Grundstücks ist.

2.1 Die Beschwerdeführer stellen sich zur Hauptsache auf den Standpunkt, 
dass ein für die Erhebung eines Erschliessungsbeitrags gemäss Art. 25 Abs. 1 
AR vorausgesetzter "besonderer Vorteil" erst gegeben sei, wenn eine Er-
schliessung im Sinne von § 37 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes vor-
liege, d.h. wenn die Wasser-, Energie- und Abwasserleitungen so nahe heran-
führten, dass ein Anschluss ohne erheblichen Aufwand möglich sei (Triplik, 
Ziff. II./2.-5.; Replik, Ziff. II./6.; Beschwerde, Ziff. III./7.). Richtig ausgelegt komme 
dem "besonderen Vorteil" im Sinne von Art. 25 Abs. 1 AR neben dem Tat-
bestand, dass Bauland durch entsprechende Anlagen "tatsächlich neu er-
schlossen worden" sei, keine selbständige Bedeutung zu (Triplik, Ziff. II./6.). 
Dies ergebe sich vor allem auch aus dem Anhang zum Abwasserreglement, 
demgemäss der Erschliessungsbeitrag von CHF 12.-- je m2 nur für Grundstücke 
innerhalb und ausserhalb der Bauzone geschuldet sei, welche am Schmutz- und 
Meteorwassersystem "angeschlossen" würden, was gemäss Wortlaut voraus-
setze, dass eine tatsächliche Erschliessung im Sinne von § 37 Abs. 1 des kanto-
nalen Planungs- und Baugesetzes vorhanden sein müsse (Triplik, Ziff. II./7.; Re-
plik, Ziff. II./7.). Die Erschliessungsbeiträge seien daher (mit Ausnahme der an 
der F.________strasse gelegenen Grundstücke KTN vvv und www) mit Bezug 
auf die Grundstücke KTN uuu, xxx, yyy und zzz noch gar nicht fällig im Sinne von 
Art. 25 Abs. 6 AR geworden, da der erforderliche Sammelkanal fehle (Beschwer-
de, Ziff. III./6. u. 8; Replik, Ziff. II./4. u. 6.). Die für die Grundstücke nutzbare 
Sammelleitung müsse von der Gemeinde Tuggen erst noch erstellt werden (Tri-
plik, Ziff. II./14; Replik, Ziff. II./9.; Beschwerde, Ziff. III./4. f. u. 6.). Zudem sei ge-
stützt auf den eingeholten Fachbericht des auf Entwässerungen spezialisierten 

5

Ingenieurbüros L.________AG vom 5. Juni 2018 zumindest das Regenwasser, 
mit ziemlicher Sicherheit auch das Schmutzwasser in die bestehenden Abwas-
serleitungen in die I.________strasse abzuleiten, und es sei auch zu prüfen, wie 
es sich mit den Kapazitäten der Abwasseranlagen in der F.________strasse und 
der I.________strasse verhalte (Replik, Ziff. II./10. f.). Bezüglich der an der 
F.________strasse gelegenen Grundstücke KTN vvv und www werde nunmehr 
zugestanden, dass ein Erschliessungsbeitrag geschuldet sei, da diese durch die 
Meteorwasserleitung in der F.________strasse tatsächlich erschlossen seien 
(Triplik, Ziff. II./2.; Replik, Ziff. II./2.; Beschwerde, Ziff. III./10.).

2.2 Der Gemeinderat Tuggen verweist zur Entgegnung auf den rechtsgültigen 
kommunalen Erschliessungsplan, die Erläuterungen in der Botschaft des Ge-
meinderats zur Beschlussfassung über den Kredit für die Sanierung der 
F.________strasse und die Erneuerung der Kanalisation, sowie den Werkplan zu 
den Abwasserleitungen im Bereich der F.________strasse (vgl. Vernehmlas-
sung, Ziff. III./3. u. 4. f.). Aus dem Erschliessungsplan gehe hervor, dass die Lei-
tungen der Groberschliessung in der F.________strasse geführt würden (Ost-
West), während es sich bei der angeblich fehlenden Sammelleitung um die auf 
Kosten der Beschwerdeführer zu erstellende Feinerschliessung handle (Ver-
nehmlassung, Ziff. III./4.). Mit der Erneuerung der Kanalisation seien die notwen-
digen Leistungsreserven geschaffen und die getrennte Ableitung von Schmutz- 
und Regenwasser nach dem Trennsystem verwirklicht worden, wodurch sämtli-
che beitragspflichtigen Flächen im Einzugsgebiet einen besonderen Vorteil erhal-
ten hätten, weshalb die Erschliessungsbeiträge auch mit der Baubewilligung für 
die Erneuerung der Kanalisation bzw. dem Beginn der Installationsarbeiten fällig 
geworden seien (Vernehmlassung, Ziff. III./5. f. u. 7. mit Hinweis auf VGE II 2010 
50 vom 27.1.2011 Erw. 6.4.2). Die Erschliessungsbeitragspflicht ergebe sich 
aber in abwassertechnischer Hinsicht für alle Grundstücke der Beschwerdeführer 
aus Art. 25 Abs. 1 AR. Beim Abwasser basiere der besondere Vorteil auf der In-
vestition in den neuen Sammelkanal in der F.________strasse, welche Dank der 
Erhöhung der Leistungskapazität mit dem neuen Trennsystem die Überbauung 
dieser Flächen erst ermöglichen werde (Duplik, Ziff. III.A./1.). Das fragliche 
Gebiet sei abwassertechnisch erschlossen, weshalb der Erschliessungsbeitrag 
geschuldet sei. Daran änderten die Ausführungen in dem von den Beschwerde-
führern beigebrachten Bericht des Ingenieurbüros L.________AG nichts. Die 
Groberschliessungsanlagen seien vollendet und die Überbauung inkl. Erstellung 
der notwendigen Feinerschliessungsanlagen werde ohne Weiteres möglich sein, 
auch wenn diese Realisierung noch nicht an die Hand genommen worden sei. 
Der Hinweis der Beschwerdeführer, später werde zumindest das Regenwasser, 

6

eventuell auch Schmutzwasser in die bestehenden Abwasserleitungen der 
I.________strasse abgeleitet, sei unbehelflich, da die Überbauungspläne für das 
ganze Gebiet nicht bekannt seien und die Beschwerdeführer zudem auch für die 
Abwasserleitungen der I.________strasse nie einen Erschliessungsbeitrag be-
zahlt hätten (Duplik, Ziff. III.B./10.).

2.3 Wie im Grundsatz dem Gemeinderat Tuggen beigepflichtet werden kann, 
verwischen die Beschwerdeführer bei ihrer Argumentation den rechtlichen Unter-
schied zwischen Erschliessungsbeiträgen (Vorzugslasten) und Anschlussge-
bühren: Der Erschliessungsbeitrag ist – als Vorzugslast – bereits geschuldet, 
wenn für ein Grundstück nur die Möglichkeit des Anschlusses an das betreffende 
Versorgungs- oder Entsorgungsnetz geschaffen wird, wodurch ein besonderer 
wirtschaftlicher Vorteil entsteht; demgegenüber wird eine als Anschlussgebühr 
ausgestaltete Abgabe – als Benützungsgebühr im weiteren Sinne – erst dann fäl-
lig, wenn das Grundstück tatsächlich an die betreffende öffentliche Einrichtung 
angeschlossen wird (BGE 106 Ia 241 Erw. 3b S. 242 mit Hinweisen). Vorzugslas-
ten sind ein wichtiges Instrument für die Finanzierung der baurechtlichen Er-
schliessung von Grundstücken (Wasser- und Energieversorgung, Abwasserent-
sorgung, Strassen). Sie ermöglichen es, die Kosten öffentlicher Erschliessungs-
anlagen bereits nach der Fertigstellung des Werkes auf die Grundeigentümer 
abzuwälzen. Der abzugeltende Sondervorteil besteht bei noch nicht überbauten 
Liegenschaften in der Überbaubarkeit und damit verbundenen Wertsteigerung 
der Grundstücke (vgl. dazu Adrian Hungerbühler, Grundsätze des Kausalab-
gaberechts – Eine Übersicht über die neuere Rechtsprechung und Doktrin, in: 
ZBl 2003 S. 505 ff., S. 510 f.). Steht neben dem Vorteilsausgleich die Finanzie-
rung derjenigen Massnahmen, die zum besonderen Vermögensmehrwert einzel-
ner Abgabepflichtiger geführt haben, im Vordergrund, spricht man von Beitrag 
(vgl. Klaus A. Vallender, Grundzüge des Kausalabgaberechts, Bern 1976, S. 96).

Die hier streitigen Abgaben stellen Erschliessungsbeiträge (Vorzugslasten) dar. 
Diese werden denn auch im Abwasserreglement als "Erschliessungsbeitrag" be-
zeichnet. Diese Benennung ist freilich nicht entscheidend. Art. 25 Abs. 1 AR um-
schreibt den Abgabetatbestand in der für Beiträge typischen Weise, indem die 
Abgabepflicht an den durch Erschliessungsmassnahmen bewirkten Sondervorteil 
des Grundeigentümers geknüpft wird. Durch die im Jahr 2007/2008 erfolgte 
Erneuerung der Kanalisation F.________strasse mit dem Ersatz der bestehen-
den Mischwasserleitung und der Umstellung auf eine Entwässerung im Trenn-
system (mit damit verbundener Kapazitätserweiterung) haben die Grundstücke 
im Einzugsgebiet der Kanalisation F.________strasse einen besonderen Vorteil 
erfahren (vgl. dazu auch bereits VGE II 2010 50 vom 27.1.2011 i.Sa. W. gegen 

7

Gemeinderat Tuggen Erw. 6.4). Es ist nicht zu beanstanden, wenn der Gemein-
derat Tuggen davon ausgeht, dass die noch ausstehende Feinerschliessung der 
Erhebung eines Erschliessungsbeitrags für den bereits mit der Groberschlies-
sung verbundenen Sondervorteil (Mehrwert der Grundstücke) nicht entgegen-
steht. Es genügt, wenn die noch erforderliche Erschliessung der einzelnen 
Grundstücke ermöglicht oder erleichtert wird. Entgegen der Meinung der Be-
schwerdeführer ist der besondere Vorteil nicht erst gegeben, wenn eine Er-
schliessung im Sinne von § 37 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes vor-
liegt. Auch dass sich der Erschliessungsbeitrag gemäss Anhang 1 „Gebühren-
ordnung" gestützt auf die Fläche (m2) der Grundstücke errechnet, welche am 
Schmutz- und Meteorwassersystem "angeschlossen werden", ist nach richti-
gem Verständnis nicht so auszulegen, dass die Erhebung eines Erschliessungs-
beitrags (bereits) einen tatsächlichen Anschluss der Grundstücke an die betref-
fenden Anlagen voraussetzen würde (Triplik, Ziff. II./7.). Es trifft insofern auch 
nicht zu, dass es an einer (hinreichenden) gesetzlichen Grundlage für die Erhe-
bung eines Erschliessungsbeitrags bei einem durch Erschliessungsmassnahmen 
bewirkten Sondervorteil der Grundeigentümer fehlen würde (Triplik, Ziff. II./8.). 
Gegenstand und Bemessungsgrundlage werden durch die Regelung im Abwas-
serreglement und der Gebührenordnung selber (hinreichend) festgelegt. Die Be-
stimmung des Kreises der Abgabepflichtigen, bei denen die Entstehung eines 
Mehrwerts im konkreten Fall vermutet werden darf, bleibt Sache der Praxis, und 
wird vorliegend durch das Einzugsgebiet der Kanalisation F.________strasse 
(gegebenenfalls auch in Verbindung mit der bereits bestehenden Kanalisation 
I.________strasse) umgrenzt. 

Dass sich die genaue (kanalisationstechnische) Zuordnung erst später aufgrund 
der topografischen Verhältnisse und der konkreten Überbauung herausstellen 
wird, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, worauf der Gemeinderat Tuggen 
zurecht hinweist, dass erst mit der Erneuerung der Kanalisation 
F.________strasse im Jahr 2007/2008 die gesamte damals noch nicht parzellier-
te Grundstücksfläche (Grundstück KTN uuu) vollständig groberschlossen wurde. 
Vorher hätte für die fragliche Grundstücksfläche (damals noch nicht parzelliert) 
der Erschliessungsbeitrag trotz der vorhandenen Anlagen in der 
I.________strasse nicht eingefordert werden können (Stellungnahme Vi vom 
4.2.2019, Ziff. 5). Insofern stösst auch der Einwand der Beschwerdeführer ins 
Leere, wonach der Erschliessungsbeitrag für die Fertigstellung dieser Kanalisati-
onsanlagen (teilweise) verjährt wäre (Stellungnahme Bf vom 29.4.2019, 
Ziff. II./5 f.). Der Gemeinderat Tuggen durfte deshalb zurecht von der Fälligkeit 
des Erschiessungsbeitrags für die gesamte fragliche (damals noch nicht parzel-
lierte) Grundstücksfläche (Grundstück KTN uuu) mit dem Beginn der Erneuerung 

8

der Kanalisation F.________strasse bzw. mit der Erteilung der Baubewilligung 
für dieselbe ausgehen. 

3.1 Die Beschwerdeführer bringen zusätzlich vor, dass die Erhebung der Er-
schliessungsbeiträge für die Grundstücke zu einer mit Art. 8 der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) vom 
18. April 1999 unvereinbaren Ungleichbehandlung führe und das Kostende-
ckungs- und Äquivalenzprinzip nicht eingehalten werde. Nach Ansicht der Be-
schwerdeführer würde es gegen das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 BV ver-
stossen, von Grundeigentümern, die durch öffentliche Erschliessungsanlagen le-
diglich einen besonderen Vorteil erhielten, den gleichen Beitrag einzufordern wie 
von jenen, die durch eine Energie- oder Abwasserleitung "effektiv erschlossen" 
seien (Triplik, Ziff. II./9.). Und wenn schon müsste für die Erhebung von Beiträgen 
ein reguläres Beitragsverfahren analog zu den Bestimmungen über das Gesetz 
über die Grundeigentümerbeiträge an Verkehrsanlagen vom 7. Februar 1990 
durchgeführt werden. Dies wäre nach dem Dafürhalten der Beschwerdeführer 
sowieso das richtige Verfahren, soweit es um die Erhebung von Beiträgen für 
Groberschliessungsanlagen gehe (sofern solche Beiträge überhaupt eingefordert 
werden könnten). Denn nur mit diesem Verfahren sie gewährleistet, dass der 
Beitrag bei einem Grundeigentümer tatsächlich nach Massgabe des besonderen 
Vorteils erhoben werde und damit das Äquivalenzprinzip eingehalten sei. Nur so 
sei es möglich und wahrscheinlich, dass die Eigentümer nicht mehr bezahlten, 
als die Anlage gekostet habe, so dass das Kostendeckungsprinzip gewahrt sei. 
Der pauschale Erschliessungsbeitrag könne auch aus diesem Grund nicht für die 
"nicht erschlossenen" Grundstücke eingefordert werden (Triplik, Ziff. II./10.).

3.2 Nach dem Kostendeckungsprinzip darf der Gesamtertrag der Beiträge die 
den Sondervorteil schaffenden Aufwendungen des Gemeinwesens nicht oder nur 
geringfügig übersteigen, was eine gewisse Schematisierung oder Pauschalisie-
rung der Abgabe nicht ausschliesst. Das Äquivalenzprinzip stellt die abgabe-
rechtliche Ausgestaltung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes und des Willkür-
verbotes dar. Es bestimmt, dass eine Kausalabgabe nicht in einem offensicht-
lichen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich in 
vernünftigen Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung bemisst sich nach dem 
Nutzen, den sie dem Pflichtigen bringt, oder nach dem Kostenaufwand der kon-
kreten Inanspruchnahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des betreffenden 
Verwaltungszweigs, wobei schematische, auf Wahrscheinlichkeit und Durch-
schnittserfahren beruhende Massstäbe angelegt werden dürfen. Es ist nicht not-
wendig, dass die Gebühren in jedem Fall genau dem Verwaltungsaufwand ent-
sprechen; sie sollen indessen nach sachlich vertretbaren Kriterien bemessen 

9

sein und nicht Unterscheidungen treffen, für die keine vernünftigen Gründe er-
sichtlich sind (vgl. BGE 126 I 180 Erw. 3a/aa S. 188).

3.3 Wie von den Beschwerdeführern geltend gemacht, trifft es wohl zu, dass 
bei der gewählten Bemessungsweise die Abgabe – anders als bei der Anwen-
dung des Perimeterverfahrens – in keinem (direkten) Zusammenhang zur Neu-
investition in die Erneuerung der Kanalisation F.________strasse steht. Das 
vermag jedoch noch keine Verletzung des Äquivalenzprinzips zu begründen. Die 
Grundstücke sind durch die Erneuerung der Kanalisation F.________strasse im 
Jahr 2007/2008 neu erschlossen worden, bzw. haben einen besonderen Vorteil 
erhalten, indem der noch erforderliche Anschluss der einzelnen Grundstücke am 
Schmutz- und Meteorwassersystem damit ermöglicht oder erleichtert wurde. Es 
ist unbestritten, dass für die Grundstücke bisher keine Beiträge entrichtet worden 
sind, so dass für den mit der Erschliessung verbundenen Sondervorteil noch eine 
Abgabe erhoben werden kann. Dass für die Bemessung der Erschliessungsbei-
träge auf die am Schmutz- und Meteorwassersystem anzuschliessenden Grunds-
tücksflächen multipliziert mit dem Betrag von Fr. 12.-- pro m2 abgestellt wird, 
stellt ein zulässiger schematischer Massstab dar. Eine Verletzung des Äquiva-
lenzprinzips ist durch diese Schematisierung, die im Bereich der Erschliessungs-
beiträge aufgrund der Unmöglichkeit der Bestimmung des durch die Errichtung 
einer Erschliessungsanlage erfolgten Wertzuwachses nicht zu umgehen ist, nicht 
zu erblicken (vgl. dazu bereits VGE II 2008 42 vom 4.3.2009 i.Sa. Z. gegen 
Kommission Werke und Gemeinderat Tuggen Erw. 5.2; ebenso VGE II 2008 44 
vom 4.3.2009 i.Sa. X. AG und Y. gegen Kommission Werke und Gemeinderat 
Tuggen Erw. 3.3). In Anbetracht dessen, dass der Anschluss der Grundstücke 
am Schmutz- und Meteorwassersystem eine Fläche von gesamthaft 
14'289.00 m2 umfasst, kann der umstrittene Beitrag von Fr. 171'468.-- nicht als 
übertrieben hoch bezeichnet werden. Eine Verletzung des Äquivalenzprinzips ist 
auch von daher nicht ersichtlich. Da jeder andere Grundeigentümer in vergleich-
barer Situation ebenfalls einen solchen Beitrag entrichten müsste, verstösst die 
umstrittene Abgabeerhebung auch nicht gegen das Gleichbehandlungsgebot. 
Die Erhebung der umstrittenen Erschliessungsbeiträge allein verletzt demzufolge 
das Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip nicht. Vorbehalten bleibt die spätere 
(zusätzliche) Erhebung einer Anschlussgebühr, wenn die Grundstücke tatsäch-
lich an die entsprechenden Anlagen angeschlossen werden. Sollten gegebenen-
falls bei der späteren Überbauung der Grundstücke die Anschlussgebühren so 
hoch ausfallen, dass alsdann beide Abgaben zusammen gegen die genannten 
Prinzipien verstossen, müsste dies gegenüber deren Festsetzung geltend ge-
macht werden (vgl. dazu Urteil des BGer 2C_188/2011 vom 17.1.2012 Erw. 5).

10

4.1 Von den Beschwerdeführern wird sodann auch noch der Einwand erhoben, 
dass auf der Erschliessungsfläche auf dem Grundstück KTN uuu (nach der am 
15.4.2017 vollzogenen Parzellierung) kein Erschliessungsbeitrag geschuldet sei, 
weil Erschliessungsflächen (im Unterschied zu den mit Gebäuden überbaubaren 
Grundstücksflächen) durch eine Erschliessung keinen Sondervorteil erhielten 
(Replik, Ziff. II./12. u. 15.).

4.2 Der Gemeinderat Tuggen bestreitet, dass auf den blossen Strassener-
schliessungsflächen kein Erschliessungsbeitrag geschuldet sei. Die Frage der 
Zulässigkeit der Erhebung von Erschliessungsbeiträgen für Strassenflächen 
habe das Verwaltungsgericht in VGE II 2008 44 vom 4. März 2009 (i.Sa. X. AG 
und Y. gegen Kommission Werke und Gemeinderat Tuggen betreffend Kanalisa-
tionserschliessungsbeitrag) unmissverständlich beurteilt (Duplik, Ziff. III.B./11. u. 
14.). Das Verwaltungsgericht sei zum Schluss gelangt, dass im Ergebnis unter 
dem Begriff "Bauland" im Sinne von Art. 25 Abs. 1 des Abwasserreglements der 
Gemeinde Tuggen das in der Bauzone gelegene Land zu verstehen sei. Die sich 
im Einzugsgebiet befindlichen Feinerschliessungsstrassen seien deshalb bei der 
Berechnung der massgeblichen Grundstücksfläche miteinzubeziehen (vgl. VGE 
II 2008 44 vom 4.3.2009 Erw. 3.1-3.4).

4.3 Es trifft zu, dass vom Verwaltungsgericht in VGE II 2008 44 vom 4. März 
2009 i.Sa. X. AG und Y. gegen Kommission Werke und Gemeinderat Tuggen 
ebenso wie auch in VGE II 2008 42 vom 4. März 2009 i.Sa. Z. gegen Kommis-
sion Werke und Gemeinderat Tuggen betreffend Kanalisationserschliessungs-
beiträge die Fragen nach der Beitragspflicht für Strassengrundstücke (Erschlies-
sungsstrassen) behandelt wurde. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, 
dass auch die Erschliessungsstrassen in die Berechnung der für die Beitrags-
pflicht massgeblichen Fläche miteinbezogen werden sollten. Es erwog (u.a.), 
schon angesichts der Tatsache, dass die Erschliessungsstrassen bei der Ent-
stehung der Beitragspflicht in den meisten Fällen noch gar nicht bestünden, ge-
schweige denn abparzelliert seien, könne ein Inabzugbringen dieser Flächen 
bzw. eine Rückerstattung im Falle der nachträglichen Erstellung von Erschlies-
sungsstrassen vom Gesetzgeber nicht gewollt sein. Es fänden sich im Regle-
ment auch keine Hinweise auf eine Rückerstattungspflicht. Die Landfläche stelle 
im Übrigen ein geeignetes Kriterium zur Berechnung des Erschliessungsbeitra-
ges dar, da diese (unter Miteinbezug auch der Erschliessungsstrassen) in einem 
unmittelbaren Zusammenhang zur zu erwartenden Menge an Meteorwasser ste-
he. Zweifellos würden zudem auch die Erschliessungsstrassen an das Meteor-
wassersystem angeschlossen, weshalb nicht einzusehen sei, warum diese 
Flächen von der Beitragspflicht auszuscheiden sein sollten. Zudem lasse die 

11

Landfläche tendenziell auch auf die mutmassliche Abwassermenge schliessen, 
die von der betreffenden Liegenschaft anfallen werde (vgl. VGE II 2008 44 vom 
4.3.2009 Erw. 3.3 bzw. VGE II 2008 42 vom 4.3.2009 Erw. 5.2). An diesen Erwä-
gungen, welche das Verwaltungsgericht bewogen haben, die im Einzugsgebiet 
befindlichen Feinerschliessungsstrassen in die Berechnung der massgeblichen 
Grundstücksflächen einzubeziehen, ist hier festzuhalten.

5.1 Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.

5.2 Die Kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren werden auf Fr. 1'000.-- 
festgesetzt und dem Verfahrensausgang entsprechend (vgl. § 72 Abs. 2 VRP) 
den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.

5.3 Der Gemeinderat bzw. die von diesem vertretene Gemeinde Tuggen hat 
sich im Beschwerdeverfahren anwaltschaftlich vertreten lassen, weshalb ihm 
bzw. ihr eine Parteientschädigung zugesprochen wird (§ 74 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 
Satz 2 VRP). 

Die Höhe der Parteientschädigung wird in Beachtung des kantonalen Gebühren-
tarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, der 
ordentlicherweise für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in 
§ 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht sowie in § 2 GebTRA 
die Bemessungskriterien erwähnt, auf Fr. 1'500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) 
festgesetzt. Berücksichtigt ist dabei, dass wohl mehrere Schriftenwechsel statt-
fanden, diese aber weitgehend zusammen mit dem Parallelverfahren II 2018 5 
erfolgt sind.

12

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühren, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 1'000.-- festgesetzt und den Beschwerdeführern unter 
solidarischer Haftbarkeit auferlegt. Die Beschwerdeführer haben am 
15. Januar 2018 einen Kostenvorschuss von Fr. 800.-- bezahlt, so dass sie 
noch den Betrag von Fr. 200.-- innert 30 Tagen seit der Zustellung dieses 
Entscheides auf das Postkonto 60-22238-6 des Verwaltungsgerichts zu 
überweisen haben.

3. Die Beschwerdeführer haben der beanwalteten Gemeinde Tuggen eine 
Parteientschädigung von Fr. 1’500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu ent-
richten.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde*  
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das 
Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht 
zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe-
schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten 
gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (3/R)
- den Rechtsvertreter der Vorinstanz (2/R)
- den Regierungsrat (2)
- und das Sicherheitsdepartement, Rechts- und Beschwerdedienst.

Schwyz, 17. Juni 2019

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Der Gerichtsschreiber:

13

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 18. Juni 2019