# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 94685561-1b94-5a46-a40d-5c7ef5b4a0c0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-31
**Language:** de
**Title:** Nachträgliche Beitragszahlungen sind grundsätzlich zur Tilgung der ältesten Beitragsausstände zu verwenden. Wäre die Ausgleichskasse vorliegend entsprechend vorgegangen, bestünde kein Schaden für den der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AHVG haftbar gemacht werden könnte.  (BGE 9C_186/2019)
**Docket/Reference:** AK.2017.00012
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/AK.2017.00012.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
AK.2017.00012
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel als Einzelrichter
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
31. Januar 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
1.
Y.___
Beigeladener
2.
Z.___
Beigeladener
3.
A.___
Beigeladener
Sachverhalt:
1.
Die
B.___
war der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Aus
gleichskasse, als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen. Im Han
dels
register des Kantons Zürich waren
X.___
(vom 23. Januar 2013 bis 29. Januar 2014),
Y.___
(vom 16. Mai 2014 bis 16. Januar 2015),
Z.___
(vom 16. Januar bis 16. Juni 2015) und
A.___
(von 16. Juni 2015 bis 4. Februar 2016) als Mitglieder des Verwaltungsrates der
B.___
eingetragen (Urk. 9/166). Mit Urteil vom 12. Januar 2016 eröffnete der Kon
kurs
richter des Bezirksgerichts Dielsdorf den Konkurs über die Gesellschaft. Das
Kon
kursverfahren wurde mit Urteil desselben Richters vom 16. März 2016 mangels
Aktiven eingestellt (Urk. 9/166). Die Forderung der Ausgleichskasse für paritä
tische Lohn- und FAK-Beiträge sowie Verwaltungs
kosten, Verzugszinsen und Gebühren in der Höhe von total Fr. 39‘427.-- blieb unbezahlt (vgl. Urk. 9/155/4, Urk. 9/155/17).
Mit Verfügungen vom 17. Oktober 2016 forderte die Ausgleichskasse von
X.___
,
Y.___
,
Z.___
und
A.___
Schadenersatz für ihr ent
gangene Sozialversicherungsbeiträge und Nebenkosten (Urk. 9/155/4-15). Von
X.___
verlangte sie Schadenersatz im Umfang von Fr. 6‘955.10, weil er bereits am 29. Januar 2014 aus dem Verwaltungsrat der
Konkursitin
ausge
schieden
sei (Urk. 9/155/4). Bezüglich dieses Schadens im Betrag von Fr. 6‘955.10 (unbezahlt gebliebene Lohnbeiträge für die Zeit von Juni bis Okto
ber 2013 und Nebenkosten, vgl. Urk. 2 S. 2, Urk. 9/155/19) wurden die
anderen
ehe
mali
gen Ver
waltungsräte der
B.___
als
Solidarhafter
ebenfalls ins Recht gefasst (vgl. Urk. 9/155/4-15). Gegen die ihn betreffende Verfügung erhob
X.___
am 25. Oktober 2016 Einsprache (Urk. 9/156). Mit einer undatier
ten, bei der Aus
gleichskasse am 14. November 2016 eingegangen Eingabe erhob
Y.___
eben
falls Einsprache (Urk. 9/157, Urk. 9/159/1). Die Aus
gleichskasse hiess letztere Ein
sprache mit Entscheid vom 21. Februar 2017 teil
weise gut und reduzierte ihre Schadenersatzforderung gegenüber
Y.___
(Urk. 9/159). Mit
Einsprache
ent
scheid
vom selben Tag hiess sie sodann die Einsprache von
X.___
teilweise gut und stellte fest, dass dieser Schadenersatz in der Höhe von Fr. 6‘691.90 zu leisten habe (Urk. 2).
2
Gegen diesen
Einspracheentscheid
erhob
X.___
am 24. März 2017 Be
schwerde und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung (Urk. 1). Am 3. Mai 2017 erstattete die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeantwort (Urk. 8, unter Beilage der Kassenakten [Urk. 9/1-166]).
Mit Verfügung vom
8.
Mai 2017 wurden
Y.___
,
Z.___
und
A.___
zum Prozess beigeladen und dem Beschwerdeführer das Doppel der Be
s
chwerdeantwort vom
3.
Mai 2017 (
Urk.
8) zur Kenntnisnahme zugestellt (
Urk.
10)
.
Der Beschwerdeführer
reic
h
te
am
6.
Juni 2017
eine Stellungnahme zur
Be
schwer
deantwort vom
3.
Mai 2017 (
Urk.
8) e
i
n (
Urk.
13).
Die Beigeladenen liessen sich innert der mit Verfügung vom
8.
Mai 2017 ange
setzten Frist nicht vernehmen, wovon die übrigen Verfahrensbeteiligten mit Ver
fügung vom 1
7.
Juli 2017 in Kenntnis gesetzt wurden. Mit derselben Verfügung wurde der Beschwerdegegnerin und den Beigeladenen
je
eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom
6.
Juni 2017 zugestellt (
Urk.
15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Der Einzelrichter
zieht in Erwägung:
1.
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt
(vgl.
Urk.
2)
, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständig
keit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
ge
richt).
2
.
2
.1
Nach Art. 52 Abs. 1 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder grob
fahrlässige Missachtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zufügt, diesen zu ersetzen. Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Ge
schäftsführung oder Liquidation befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften sie für den ganzen Schaden soli
darisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG).
2.2
Die Vorschriften über die Arbeitgeberhaftung nach Art. 52 AHVG sowie die dazu entwickelte Rechtsprechung des Bundesgerichts finden mangels eigener Bestim
mungen sinngemäss Anwendung auf die
Invaliden
versicherungs
- (Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung), Erwerbsersatz- (Art. 21 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Erwerbsersatz für Dienstleistende und bei Mutter
schaft) und Arbeitslosenversicherungsbeiträge (Art. 6 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung) sowie auf jene an die Familienausgleichskassen (FAK) gemäss dem Bundesgesetz über die Familienzulagen (Art. 25
lit
. c).
3
.
3
.1
3
.1.1
Voraussetzung für eine Haftung nach Art. 52 AHVG ist zunächst das Vorliegen eines Schadens. Dieser besteht darin, dass der AHV ein ihr gesetzlich geschuldeter Beitrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dabei dem Betrag, dessen die Kasse verlustig geht (Thomas Nussbaumer, Die Ausgleichskasse als Partei im Schadenersatzprozess nach Artikel 52 AHVG, ZAK 1991 S. 383 ff. und 433 ff.). Verwaltungs- und Betreibungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen bilden Bestandteil des Schadens, welcher der Ausgleichskasse zu ersetzen ist (BGE 121 III 382 E. 3bb; vgl. auch BGE 109 V 95 oben, 108 V 189 E. 5). Im Hinblick auf die in Art. 14 Abs. 1 AHVG normierte Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers gehören auch die Arbeitgeberbeiträge zum massgeblichen Schaden (BGE 98 V 26 E. 5).
3
.1.2
Der Schaden gilt als eingetreten, sobald anzunehmen ist, dass die geschuldeten Beiträge aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht mehr erhoben werden können (BGE 126 V 443 E. 3a, 121 III 382 E. 3bb, 388 E. 3a, je mit Hinweisen). Dies trifft dann zu, wenn die Beiträge im Sinne von Art. 16 Abs. 1 AHVG verwirkt sind (vgl. beispielsweise BGE 112 V 156, 98 V 26) oder wenn ihre Entrichtung
wegen Zahlungsunfähigkeit des beitrags
pflichtigen Arbeitgebers nicht mehr mög
lich ist (vgl. beispielsweise BGE 121 V 234, 240). Im ersten Fall gilt der Schaden als eingetreten, sobald die Beiträge verwirkt sind (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 112 V 156 E. 2, 108 V 189 E. 2d, je mit Hinweisen). Im zweiten Fall gilt der Scha
denseintritt als erfolgt, sobald die Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im
ordent
lichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden kön
nen (BGE 123 V 12 E. 5b, 170 E. 2a, 121 III 382 E. 3bb, 113 V 256, 112 V 156 E. 2).
3.1.3
Die Ausgleichskasse hat die
Schadenersatzforderung
soweit zu
substanziieren
, dass sie überprüft werden kann. Der Forderungsbetrag ist zeitlich und
masslich
zu spezifizieren, also gestützt auf eine Beitragsübersicht zu behaupten, wie er sich zusammensetzt. Dabei genügt ein
blosser
Verweis auf die Beitragsübersicht, wenn der Gesamtbetrag ohne weiteres daraus ersichtlich ist. Trifft dies beispielsweise wegen widersprüchlicher Saldi, unterschiedlich datierter Buchungen, schwanken
der Beiträge, Stornierungen oder
Verrechnungen
(z.B. mit Guthaben auf einem Überschusskonto) nicht zu, hat die Ausgleichskasse durch erläuternde Bezug
nah
me auf die Beitragsübersicht und andere von ihr eingereichte Akten darzutun, wie und gestützt worauf sie den Schadenersatzbetrag ermittelt hat. Es ist nicht Sache des kantonalen Versicherungsgerichts oder des Bundesgerichts, selbst in EDV-Ausdrucken und Abrechnungen nach denjenigen Positionen zu forschen, welche für die Beitragshöhe von Belang sind, und zu eruieren, wie der For
de
rungsbetrag doch ermittelt werden könnte. Wie detailliert die in der Bei
trags
über
sicht enthaltenen Positionen zu belegen sind, hängt im Übrigen wesentlich davon ab, ob und inwieweit die ins Recht gefasste Person die
Schaden
ersatzforderung
substanziiert
, das
heisst
masslich
mit konkreten, nicht ohne weiteres widerleg
baren Einwendungen bestreitet, oder sich aufgrund der Akten greifbare Anhalts
punkte für Unrichtigkeiten ergeben (Urteile des
Eidg
. Ver
siche
rungsgerichts H 295/01 vom 2
0.
August 2002 E. 4.3 und H 301/00 vom 1
3.
Februar 2002 E. 2c; Urteil 9C_314/2008 vom 2
5.
August 2008 E. 3.2
:
Urteil des Bundes
gerichts
9C_325/2010 vom 10.
Dezember 2010 E. 7.1.1 mit weiteren Hinweisen
).
3.1.4
H
at der Schuldner mehrere Schulden an denselben Gläubiger zu bezahlen, so ist er berechtigt, bei der Zahlung zu erklären, welche Schuld er tilgen will. Mangelt eine solche Erklärung, so wird die Zahlung auf diejenige Schuld angerechnet, die der Gläubiger in seiner Quittung bezeichnet, vorausgesetzt, das
s
der Schuldner nicht sofort Widerspruch erhebt
(
Art.
86
Abs.
1 und 2 OR)
. Liegt weder eine gültige Erklärung über die Tilgung noch eine Bezeichnung in der Quittung vor, ist eine Zahlung auf die fällige Schuld anzurechnen, unter mehreren fälligen auf diejenige Schuld, für die der Schuldner zuerst betrieben worden ist, und hat keine Betreibung stattgefunden, auf die früher verfallene
(
Art.
87
Abs.
1 OR)
. Diese Regelung ist nach der Rechtsprechung auch im Bereich der
AHV
sinngemäss
an
wendbar. Demzufolge sind nacht
rägliche Beitragszahlungen eines
Unter
nehmens
oder eines
Selbständigerwerbenden
vorab zur Tilgung der
ältesten
Aus
stände zu ver
wenden
(
BGE
112 V 1
E. 3d S. 6; Urteile des
Eidg
. Versicherungs
gerichts H
145/89 vom
7.
August 1991 E. 6b, H 116/96 vom 2
0.
Dezember 1996 E.
5, H
244/03 vom
8.
Oktober 2004 E. 3.2 und H 232/04 vom
2.
Februar 2006 E.
2.2
;
Urteil des Bundes
gerichts
9C_325/2010 vom 10.
Dezember 2010 E.
7.1.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. Urteil des
Eidg
. Versicherungsgerichts
H 118/05 vom 30.
Januar 2006 E. 4.2
).
Diese An
rechnungsgrundsätze finden sodann dann keine Anwendung, wenn es sich bei den fraglichen Zahlungen um Erlöse aus betreibungsrechtlichen Ver
fah
ren, welche der Ausgleichskasse direkt vom Betreibungssamt überwiesen wurden,
handelt.
Diesfalls
ist für eine Anrechnungsvermutung nach
Art.
87 OR oder eine An
rechnungserklärung nach
Art.
86 OR (vgl. zum Erklärungsrecht im Rahmen des AHV-Beitragsverfahrens im Sinne von
Art.
86
Abs.
1 OR: SVR 2000 AHV Nr. 13 S. 43 und Urteil des
Eidg
.
Versicherungsgerichts
H 118/05
vom 3
0.
Januar 2006 E. 4.2) kein Raum, da der Pfändungserlös auf die in der jeweiligen Pfän
dungsgruppe vereinten Pfändungsforderungen aufzuteilen ist (Urteil des
Eidg
.
Versicherungsgerichts H
244/03 vom
8.
Oktober 2004 E. 3.2; Urteil des Sozial
versicherungsgerichts des Kantons Zürich AK.2006.00069 vom 3
1.
Mai
2008 E.
2.5.2).
3.2
3.2.1
Mit Verfügung vom 17
.
Oktober
2016
machte
die
Beschwerdegegnerin
gegenüber dem Beschwerdeführer
eine
Schadenersatzforderung in der Höhe von total Fr.
6‘955
.
10
geltend
(Urk.
9
/
1
5
5/4-5
).
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2017
(
Urk.
2)
reduzierte
sie
ihre Schaden
ersatzforderung auf Fr.
6‘691.90, weil der Beschwerdeführer nach seinem Austritt aus dem Ver
wal
tungsrat
am
21.
Februar 2014 nicht mehr über das Vermögen der Ge
sell
schaft verfügen konnte und daher für die Mahnkosten vom 2
1.
Februar 2014 (Fr.
20.--) und die Betreibungskosten vom 21.
Februar 2014 (
Fr.
103.30) und 2.
April 2014 (Fr.
139.90)
nicht hafte (
Urk.
2 S. 2)
.
Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die
Konkursitin
der Beschwerde
geg
nerin zwischen dem 1
9.
Dezember 2013
und
8.
Juli 2014 Zahlungen von total
Fr.
11‘630.75 geleistet habe.
Den Kassenakten könne nicht entnom
men werden, weshalb die Beschwerde
gegnerin
diese Zahlungen an die
Akonto
beiträge
für die Monate November 2013 bis Januar 2014, nicht aber an die “ältesten“ Beitrags
schulden, die
Akontobeiträge
für das
3.
Quartal 2013 (Juni bis Oktober 2013), angerechnet habe (Urk. 1 S. 3)
. Die Beschwerdegegnerin führt in diesem Zusam
menhang aus, dass die Höhe des Schadens im Betrag von
Fr.
6‘691.90 aufgrund der Kassenakten ausgewiesen
sei. Es handle sich um nicht bezahlte
Akonto
bei
träge
für die Monate Juni bis Oktober 2
01
3.
Diese seien am 1
1.
Oktober 2013 in Rechnung gestellt worden (
Urk.
8 S. 2).
3.2.2
Der Beschwerdeführer war vom 23. Januar 2013 bis 29. Januar 2014 als Verwal
tungsrat
der
B.___
im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen
(
Urk.
9/166 S.
2)
.
Zum Beleg für ihre Schadenersatzforderung gegenüber dem Beschwerdeführer
ver
weist die Beschwerdegegnerin auf den
Konto-Auszug vom 12.
Oktober 2016 betreffend den Zeit
raum vom 1. Januar 2013 bis 2
9.
Januar 2014 (
Urk.
9/155/18-19)
sowie
die
Beitragsübersicht vom selben Tag (
Urk.
9/155/16-17).
Bei der Durchsicht dieser Unterlagen fällt zunächst auf, dass
die
Angaben
zu den Lohnbeiträgen für das Jahr 2013 im Konto-Auszug
nicht mit denjenigen in der Beitragsübersicht übereinstimmen.
Des Weiteren lässt sich die von der Beschwerde
gegnerin
im Konto-Auszug vom 12. Oktober 2016 vor
ge
nom
mene Verrechnung betragsmässig nicht nachvollziehen.
Schliesslich ist dem Konto-Auszug und der Beitragsübersicht zu entnehmen, dass die von der
Kon
kursitin
insgesamt geleisteten Zahlungen an sich zur Begleichung der ältesten Beitragsausstände für das Jahr 2013 und für den Januar 2014 - mithin für die Zeit als der Beschwerdeführer Verwaltungsrat war - ausgereicht hätten.
Darauf weist der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 2
4.
März 2017 hin (
Urk.
1 S. 2-3).
Er macht damit geltend, dass die Beschwerdegegnerin die nachträglichen
Beitragszahlungen
vorab zur Tilgung der
ältesten
Aus
stände
hätte
verwenden
müssen
.
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Beschwerdeantwort vom 3.
Mai 2017 (
Urk.
8)
jedoch
nicht auf das diesbezügliche
Vorbringen
des Beschwerde
führers
ein
. Sie erklärte nicht, warum im Konto-Aus
zug vom 1
2.
Oktober 2016 die Lohnbeiträge für das dritte Quartal 2013 als teil
weise unbezahlt
geführt wurden, obschon die späteren Zahlungen der
Konkursitin
gemäss den Angaben im Konto-Auszug und der Beitrags
übersicht
genügt
hätten, um den Ausstand für das dritte Quartal 2013 durch Ver
rechnung zu tilgen
(vgl.
Urk.
9/155/18-19)
.
Diese angeblich noch bestehenden
Ausstände für das dritte Quartal 2013
macht
e
die Beschwerde
gegnerin gegen
über dem Beschwerdeführer
nunmehr
als Schaden geltend (vgl. den Konto-Auszug vom 12.
Oktober 2016
[
Urk.
9/155/19]
sowie die
Schadenersatzverfügung vom 17.
Oktober 2016 [
Urk.
9/155/4]
)
.
Auch den Kass
en
akten ist keine Begründung zu entnehmen
, weshalb die Beschwerde
gegnerin bei der Verrechnung so vor
ge
gangen ist
.
Es ist kein sachlicher Grund ersichtlich, weshalb die Aus
stände für das dritte Quartal 2013, welche gemäss dem Konto-Auszug vom 12.
Oktober 2016 die ältesten Schulden der
Konkursitin
bei der Be
schwerdegegnerin waren
(Urk. 9/155/18), nicht mit den späteren Zahlungen der
Konkursitin
verrechnet
wurden.
Nur so konnte die Beschwerde
gegnerin gegen
über dem Beschwerde
führer überhaupt ein
en
Schaden geltend machen. Es geht jedoch nicht an, die Ver
rechnung
von Beitragszahlungen
so durchzuführen, dass die Beschwerdegegnerin einen ihr beliebigen ehemaligen Verwaltungsrat
auch noch
belangen kann
, weil sie
sich
so
von
der
Durchsetzung ihrer
Schadenersatz
forderung mehr Erfolg ver
spricht. Mit anderen Worten kann die Beschwerde
geg
nerin
die Beitragsausstände
nicht so festlegen, dass sie aus dem Kreis der ehe
ma
ligen Verwaltungsräte
für den Schadenersatz
die für sie güns
tigste Wahl treffen kann.
Es ist aber davon auszugehen, dass die Beschwerde
gegnerin vorliegend so vorgegangen ist, zumal keine andere Erklärung für
das Vorgehen bei der
Verrechnung der nach
träglichen Zah
lungen der
Konkursitin
durch die Beschwer
degegnerin geltend ge
macht wurde und
auch
nicht
s
Anderes
ersichtlich ist.
4.
Nach dem Gesagten bestünde daher kein Schaden für
welche
n
der Beschwer
de
führer gestützt auf
Art.
52
Abs.
2 AHVG haftbar gemacht werden könnte, wenn die Beschwerdegegnerin die nachträglichen Zahlungen der
Konkursitin
auf die ältesten Forderungsausstände angerechnet hätte.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
2) aufzuheben.
Der Einzelrichter erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird der
Einspracheentscheid
der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom 2
1.
Februar 2017 aufgehoben
, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer keinen Schadenersatz für entgangene Bei
träge schuldet
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
-
Y.___
-
Z.___
-
A.___
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
4.
Da der Streitwert unter Fr. 30'000.-- liegt, kann gegen diesen Entscheid innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde nach Art. 82 ff. in Ver
bindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 85 Abs. 2 BGG), wobei in der Beschwerde auszuführen ist, warum diese Voraussetzung erfüllt ist (Art. 42 Abs. 2 Satz 2 BGG).
Soweit keine Beschwerde nach Art. 82 ff. BGG zulässig ist, kann gegen diesen Entscheid innert der gleichen Frist von
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundes
gericht die subsi
diäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG erhoben werden. Gerügt werden kann nach Art 116 BGG die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten.
Werden sowohl die Beschwerde als auch die subsidiäre Verfassungsbeschwerde erhoben
, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen (Art. 119 Abs. 1 BGG).
Die Fristen stehen während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der EinzelrichterDer Gerichtsschreiber
VogelHübscher