# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 949fcab7-f70a-5753-9fe9-b1917a80807d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2011 D-3745/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3745-2011_2011-08-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­3745/2011
law/rep

U r t e i l   v om   1 7 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Contessina Theis;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______,
geboren am (…),
Sri Lanka,
c/o schweizerische Vertretung in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 4. Mai 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  stellte  am  16. Oktober  2009  bei  der 
schweizerischen  Vertretung  in  Colombo  ein  Asylgesuch,  das  er  mit 
Eingaben  vom  28. Oktober  2009,  18. Januar,  3. Februar,  10. Februar, 
18. Februar, 15. März, 25. April und 13. Juni 2010 ergänzte.

B. 
Am 15. Juli 2010 befragte ein Mitarbeiter der schweizerischen Vertretung 
in Colombo den Beschwerdeführer persönlich zu seinen Asylgründen.

C. 
Weitere an die schweizerische Vertretung in Colombo gerichtete und von 
dieser  an  das  BFM  weitergeleitete  Eingaben  des  Beschwerdeführers 
datieren  vom  26. Juli,  10. August,  23. August,  15. September, 
19. September 2010 sowie vom 9. Januar, 1. März und 28. März 2011.

D. 
Der  Beschwerdeführer  –  ein  srilankischer  Staatsangehöriger 
singhalesischer  Ethnie  aus  B._______  –  machte  in  seinen  schriftlichen 
Eingaben  sowie  anlässlich  der  Botschaftsanhörung  im  Wesentlichen 
geltend, er sei seit mehreren Jahren im C._______ tätig und habe früher 
unter anderem als D._______ für E._______ gearbeitet. Nebenbei sei er 
seit dem Jahre 2007 als F._______ für die G._______ tätig gewesen und 
habe  dabei  auch  die  Wahlkampagne  für  deren  Sekretär  H._______ 
organisiert.  Letzterer  sei  indessen  anlässlich  der Wahlen  für  die West­
Provinz  im  April  2009  dermassen  bedroht  worden,  dass  er  sich  zum 
Verlassen  seiner  Heimat  entschieden  habe.  Als  Folge  hiervon  habe  er 
seine Arbeit bei G._______ als F._______ verloren. Von September 2009 
an habe er verschiedentlich anonyme Telefonanrufe erhalten, in denen er 
bedroht  und  aufgefordert  worden  sei,  den  Anrufern  den  Aufenthaltsort 
von  H._______  preiszugeben.  Dies  habe  ihn  veranlasst,  am  (…)  eine 
entsprechende  Anzeige  bei  der  Polizei  in  I._______  zu  erstatten. 
Nichtsdestotrotz hätten ihn am 13. Oktober 2009 zwei unbekannte Leute 
tätlich angegriffen und ihm mit dem Tode gedroht, falls er ihnen nicht den 
aktuellen  Aufenthaltsort  von  H._______  nennen  würde.  Er  habe  sich 
damals  aufgrund  der  erlittenen  Verletzungen  in  Spitalpflege  begeben 
müssen  und  habe  diesbezüglich  bei  der  Polizei  in  J._______  am 
folgenden Tag Anzeige erstattet.

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Ab November 2009 habe er zusammen mit zwei Freunden als freiwilliger 
Wahlhelfer für den damaligen K._______ L._______ gearbeitet, wobei er 
wiederum als F._______ fungiert habe. Während den M._______ im (…) 
hätten ihn Angehörige des "National Intelligence Bureau" (NID) wiederholt 
angerufen und ihn über stattfindende Pressekonferenzen ausgefragt. Am 
26. Januar  2010  habe  er  die  Medien  über  die  Verhaftung  L._______ 
informiert. Am folgenden Tag hätten ihn Leute des "Criminal Investigation 
Department" (CID) in seinem Büro gesucht. Seither lebe er versteckt, da 
er sich davor fürchte, dass ihn das CID wegen seiner Unterstützung von 
L._______ festnehmen könnte. Seit Ende Januar 2010 werde er vom CID 
mindestens  einmal  pro  Monat  an  seinem  bisherigen  Wohnsitz  in 
N._______,  I._______ gesucht. Nach den M._______ habe er zunächst 
zwei Wochen  in  O._______  gelebt.  Dort  hätten  Polizisten  einmal  seine 
Identitätskarte  kontrolliert  und  ihm Fragen zu seinem Aufenthaltsort  und 
zu  seinem  Beruf  gestellt.  Im  März  2010  sei  er  zum  Büro  des 
Parlamentsabgeordneten  P._______  gegangen,  wo  er  bis  zum  5. April 
2010 geblieben sei und Berichte verfasst habe, die er schliesslich an die 
Medien weitergeleitet habe. Von Anfang Mai 2010 bis Ende August 2010 
habe  er  sich  bei  einem  Freund  in  Q._______  aufgehalten.  Seither 
wechsle  er  seine  Aufenthaltsorte  regelmässig,  um  einer  Verhaftung  zu 
entgehen.

Im Weiteren sei er  im Besitze von Filmmaterial vom 24. Januar 2010,  in 
welchem zu sehen sei, wie er und weitere D._______ durch Angehörige 
des  srilankischen  Militärs  gestoppt  worden  seien,  als  sie  im  Begriffe 
gewesen  seien,  L._______  zum  Treffen  mit  der  (…)  R._______ 
S._______ zu begleiten.

Zusätzlich  befürchte  er,  auch  aufgrund  seiner  früheren  Tätigkeit  bei 
E._______,  deren  Besitzer  L._______  unterstützt  hätten,  seitens  der 
srilankischen  Behörden  verfolgt  zu  werden,  zumal  im  Juli  2010 
bewaffnete Männer die Studios der E._______ angegriffen hätten.

Schliesslich machte der Beschwerdeführer geltend, abtrünnige Mitglieder 
der  Organisation  T._______  hätten  den  srilankischen  Behörden 
zwischenzeitlich  verraten,  dass  er  die  U._______  von  L._______  unter 
dem Falschnamen V._______ leite.

Der  Beschwerdeführer  reichte  im  Rahmen  des  erstinstanzlichen 
Verfahrens  nebst  Kopien  seines  srilankischen  Reisepasses  unter 
anderem  einen  persönlichen  Lebenslauf,  mehrere  Presse­ 

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beziehungsweise  Berufsausweise,  einen  Arbeitsvertrag  mit  G._______ 
als  F._______  vom  8.  Mai  2007  und  zwei  Bestätigungen  über  erfolgte 
Anzeigen  bei  der  srilankischen  Polizei  vom  (…)  und  vom  (…)  und  ein 
Arztzeugnis vom 17. Oktober 2009 ein.

E. 
Mit via Schweizer Botschaft am 20. Mai 2011 an den Beschwerdeführer 
versandter Verfügung vom 4. Mai 2011 verweigerte das BFM diesem die 
Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.

F. 
Mit an das Bundesverwaltungsgericht adressierter und am 1. Juli 2011 in 
der  Schweiz  eingetroffener  englischsprachiger  Eingabe  vom  17. Juni 
2011  inklusive  deren  deutsche  Übersetzung  beantragte  der 
Beschwerdeführer sinngemäss, die Verfügung des BFM vom 4. Mai 2011 
sei  aufzuheben  und  ihm  Asyl  beziehungsweise  die  Einreise  in  die 
Schweiz zu gewähren. Zusammenfassend hielt er darin  fest, er  teile die 
Ansicht  der  Vorinstanz  nicht,  wonach  sich  die  Situation  in  Sri  Lanka 
vorteilhaft und sicher präsentiere. Er sei aber in Tat und Wahrheit faktisch 
gezwungen, in seiner Heimat im Versteckten und ohne Aussicht auf eine 
richtige Stelle zu  leben. Tatsache sei auch, dass er während der  letzten 
zwei  Jahre  ein  sehr  unsicheres  Leben  habe  führen  müssen.  Während 
seiner  Zeit  als  F._______  L._______  sei  es  für  ihn  unumgänglich 
gewesen, die herrschende Regierung zu kritisieren, was  ihn noch heute 
gefährde. Im Anschluss an die (…) L._______ seien am 26. Januar 2010 
dessen Helfer  und Gefolgsleute  unter  dem Vorwurf,  konspirativ  auf  den 
Sturz  der  Regierung  hingearbeitet  zu  haben,  festgenommen  worden, 
wobei  ihm als einem der Hauptverantwortlichen die Flucht gelungen sei. 
Seit etwa vier Monaten lebe er heute zwar unerkannt in einem Tempel in 
der Südprovinz, ohne sich indessen in Sicherheit wähnen zu können.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 

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Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde;  es  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Partei  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Vorliegend  wurde  der  Entscheid  des  BFM  via  die  Schweizer 
Botschaft  in  Colombo  am  20. Mai  2011  an  den  Beschwerdeführer 
versandt (vgl. Sachverhalt Bst. E). Da sich kein Rückschein bei den Akten 
befindet, steht vorliegend der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen 
Verfügung nicht  fest. Da die Beweislast  für  die Zustellung an die Partei 
der  eröffnenden  Behörde  obliegt  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 166  f.  Rz. 3.150),  ist 
zugunsten  des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen,  dass  die  am  1. 
Juli 2011 in der Schweiz eingetroffene Beschwerde (vgl. Sachverhalt Bst. 
F) rechtzeitig erfolgt ist.

1.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 AsylG  i.V.m.  Art.  37 VGG und Art.  48 Abs.  1 VwVG).  Auf  die 
frist­ und  formgerecht  (Art.  108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 
37  VGG  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG)  eingereichte  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Gestützt  auf  Art.  111a Abs.  1 AsylG wurde  auf  die Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichtet.

4. 

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4.1.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden 
kann  (Art. 3,  Art.  7  und  Art. 52  Abs. 2  AsylG).  Gemäss  Art. 20  Abs. 2 
AsylG  bewilligt  das  BFM  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur 
Abklärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische 
Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen 
ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft 
machen, dass eine unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.2.  Bei  diesem  Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die 
Erteilung  einer  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum  zukommt  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 21  E. 2b 
S. 137). Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der 
Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu 
anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­ 
und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (EMARK  2004 
Nr. 21 E. 2b S. 137, EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130  f., EMARK 1997 
Nr. 15 E. 2f S. 131 f.).

5. 
5.1. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch zunächst damit, 
er  sei  im  September  und  im  Oktober  2009  von  unbekannten  Leuten 
belästigt  worden,  welche  ihn  wegen  seiner  früheren  Aktivitäten  für  die 
G._______  als  F._______  bedroht  und  von  ihm  verlangt  hätten,  ihnen 
den  aktuellen  Aufenthaltsort  von  H._______,  dem  vormaligen  Sekretär 
der G._______, bekanntzugeben.

Wie das BFM in seiner Verfügung vom 4. Mai 2011  indessen zutreffend 
festgestellt  hat,  hat  der Beschwerdeführer  ausdrücklich  eingeräumt,  seit 
Oktober  2009  im  Zusammenhang  mit  seiner  früheren  Tätigkeit  für  die 
G._______ beziehungsweise der Person von H._______ von niemandem 
mehr angegangen worden zu sein, weshalb davon auszugehen ist, dass 
er  diesbezüglich  keine  Nachteile  mehr  zu  befürchten  hat.  Abgesehen 
hiervon  erscheint  zumindest  nicht  plausibel,  weshalb  sich  die 

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Unbekannten  in  dieser  Angelegenheit  ausgerechnet  an  ihn  gewandt 
haben sollten,  zumal er bereits vor besagtem Vorfall  nicht mehr bei der 
G._______  beschäftigt  war  und  ohnehin  nicht  davon  auszugehen  war, 
dass  ihm  die  aktuelle  Kontaktadresse  von H._______  im Ausland  hätte 
bekannt sein können.

5.2.  Hinsichtlich  der  Befürchtung  des  Beschwerdeführers,  noch  heute 
zufolge  seiner  Propagandaaktivitäten  für  L._______  im  Vorfeld  der 
M._______  vom  (…)  behördlich  gesucht  zu  werden,  ist  Folgendes 
festzuhalten:  Es  trifft  zwar  tatsächlich  zu,  dass  es  im Anschluss  an  die 
M._______  im  (…)  zu  behördlichen  Festnahmen  von  W._______  aus 
dem Lager L._______ gekommen ist. Diese wurden indessen nach relativ 
kurzer  Zeit  auf  Antrag  des  CID  wieder  freigelassen,  da  sie  in  keine 
kriminellen Akte verwickelt waren. Darüber hinaus sind die im Nachgang 
zu  den  M._______  festgenommenen  Anhänger  L._______  mit  einem 
Haftbefehl  festgenommen  worden.  Folglich  wäre  auch  der 
Beschwerdeführer mit Haftbefehl  gesucht worden,  falls  die  heimatlichen 
Behörden tatsächlich ein nachhaltiges Interesse an seiner Person gehabt 
hätten. Dies war  jedoch nicht der Fall, ansonsten  ihn die Polizei bei der 
Personenkontrolle  während  seines  zweiwöchigen  Aufenthalts  in 
O._______  (im  Februar  2010)  zweifellos  unverzüglich  festgenommen 
hätte,  was  indessen  seinen  Angaben  zufolge  nicht  der  Fall  war.  Vor 
diesem  Hintergrund  bestehen  auch  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte 
dafür, dass der Beschwerdeführer zufolge seiner früheren W._______ für 
L._______  heute  noch  behördlichen  Verdächtigungen  und  Übergriffen 
ausgesetzt sein könnte.

5.3. Der Beschwerdeführer macht  im Weiteren geltend, er sei Präsident 
der  Organisation  T._______,  welche  sich  als  U._______  im  politischen 
Umfeld L._______ formiert habe. Dabei sei er unter der falschen Identität 
V._______ aufgetreten. Ehemalige Mitglieder der U._______ hätten den 
srilankischen Behörden nun aber zwischenzeitlich verraten, dass er diese 
Organisation  leite  (vgl.  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  9.  Januar 
2011).

Hätte  der  Beschwerdeführer  jedoch  –  wie  von  ihm  behauptet  –  aus 
Gründen  des  Selbstschutzes  eine  neue  Identität  angenommen,  bleibt 
unerfindlich,  weshalb  sämtliche  der  von  ihm  eingereichten 
Berufsausweise  die  bei  den  Schweizer  Asylbehörden  deklarierten – 
mutmasslich  richtigen  –  Personalien  enthalten,  womit  die  Annahme  der 
"Zweitindentität" den Beschwerdeführer  im Ergebnis  in keiner Weise vor 

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einem  möglichen  Zugriff  der  Behörden  geschützt  hätte.  Aus  diesem 
Grunde muss bezweifelt werden, dass der Beschwerdeführer  (unter der 
falschen  Identität  V._______)  tatsächlich  die  Leitung  der  vorgenannten 
U._______ innehatte, weshalb sich weitere Erörterungen erübrigen.

5.4.  Der  Beschwerdeführer  weist  überdies  auf  sein  Schicksal  hin, 
während  der  letzten  zwei  Jahre  gezwungenermassen  ein  unsicheres 
Leben  geführt  zu  haben.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  die 
Asylgewährung grundsätzlich nicht dazu dienen kann, einen Ausgleich für 
vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern alleine bezweckt, Schutz vor 
künftiger  Verfolgung  zu  gewähren.  Da  im  vorliegenden  Fall  indessen – 
wie  unter  E. 5.1  bis  5.3  dargelegt  –  keine  hinreichenden Anhaltspunkte 
für  eine  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft 
drohende  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  bestehen,  sind  die 
Voraussetzungen  für  die  Annahme  einer  aktuellen  Verfolgungsfurcht 
vorliegend als nicht erfüllt zu betrachten.

5.5.  Soweit  der  Beschwerdeführer  auf  seine  missliche  allgemeine 
Situation und insbesondere die Unmöglichkeit, derzeit als D._______ ein 
ordentliches  Auskommen  zu  finden,  hinweist,  spricht  er,  so  bedauerlich 
seine  Lage  als  D._______  in  Sri  Lanka  mit  Blick  auf  die  momentan 
herrschende behördliche Unduldsamkeit in Bezug auf Regimekritik ist, im 
Ergebnis  Sachumstände  an,  welche  im  Rahmen  eines  ordentlichen 
Asylverfahrens in der Schweiz grundsätzlich nur unter dem Gesichtspunkt 
der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  prüfen  wären  (vgl. 
EMARK  2003  Nr.  24  E. 5a,  5b  und  5e  S. 157  ff.).  Die  schweizerische 
Gesetzgebung sieht indessen gerade nicht vor, dass Asylsuchenden, die 
ihr  Gesuch  im  Ausland  stellen,  unabhängig  von  einer  Gefährdung  im 
Sinne von Art.  3 AsylG – und damit der Aussicht auf Asylgewährung  in 
der Schweiz  –  die Einreise  schon  deshalb  zu  bewilligen  ist, weil  sie  im 
Heimat­  oder  Herkunftsstaat  wegen  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  oder  einer  medizinischen  oder  wirtschaftlichen  Notlage  konkret 
gefährdet  sind.  Ganz  abgesehen  davon  ist  aufgrund  der  langjährigen 
Berufserfahrung  des  Beschwerdeführers  sowie  seines  mutmasslich 
grossen  Beziehungsnetzes  davon  auszugehen,  dass  er  nicht  auf  sich 
allein gestellt  ist, weshalb hinsichtlich seiner Person wohl auch nicht von 
einer eigentlichen wirtschaftlichen Notlage zu sprechen sein dürfte.

5.6. Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht gelungen  ist, eine Verfolgung  im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft 
zu machen. Es erübrigt  sich, auf weitere Vorbringen  in der Beschwerde 

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einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  nichts  ändern  können.  Das  BFM  hat 
demnach  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz 
verweigert beziehungsweise dessen Asylgesuch abgelehnt.

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Vertretung in 
Colombo und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: