# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b42799c2-32cc-5d40-bd2a-a1d57c7d4609
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2017 F-4635/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4635-2016_2017-09-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4635/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer, 

Richter Yannick Antoniazza-Hafner, 

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______, 

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Erleichterte Einbürgerung. 

 

 

 

F-4635/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (geb. […], nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Beschwerdefüh-

rerin) stammt ursprünglich aus Togo. Ihren eigenen Angaben zufolge ge-

langte sie im Sommer 2002 als Asylsuchende in die Schweiz. Noch im sel-

ben Jahr lernte sie den Schweizer Bürger B._______ (geb. […], im Folgen-

den: Beschwerdeführer) kennen. Die beiden heirateten am 9. Juli 2004 im 

Kanton Bern. Bereits zuvor, im November 2003, war dieser Beziehung ein 

Sohn entsprossen. Im Juni 2005 kam noch eine gemeinsame Tochter zur 

Welt. Seit der Eheschliessung wohnt die Familie in X._______/BE. 

B.  

Inzwischen im Besitze der Niederlassungsbewilligung, ersuchte die Be-

schwerdeführerin am 3. Dezember 2009 beim Bundesamt für Migration 

(BFM; heute SEM) ein erstes Mal um erleichterte Einbürgerung gemäss 

Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 

141.0). Mit Schreiben vom 30. Juni 2010 wurde der Bewerberin empfohlen, 

das Gesuch wegen der nicht erfüllten Voraussetzung eines einwandfreien 

finanziellen Leumundes zurückzuziehen. Da die Betroffene darauf nicht re-

agierte, schrieb die Vorinstanz das Einbürgerungsgesuch am 15. Dezem-

ber 2010 wie angekündigt als gegenstandslos ab. 

C.  

Am 20. August 2014 stellte die Beschwerdeführerin ein zweites Gesuch 

um erleichterte Einbürgerung. Im Rahmen von Art. 37 BüG beauftragte die 

Vorinstanz den Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst des Kantons Bern am 

11. Februar 2015 in der Folge mit der Erstellung eines Erhebungsberichtes. 

Der gewünschte Bericht lag am 14. Mai 2015 vor und dokumentierte u.a. 

Steuerausstände der Eheleute aus den Jahren 2012 bis 2014 sowie beste-

hende Verlustscheine und hängige Betreibungen. 

D.  

Aufgrund dieser Informationen teilte das SEM der Beschwerdeführerin am 

28. Juli 2015 mit, dass die Voraussetzungen für eine erleichterte Einbürge-

rung nach wie vor nicht erfüllt seien, und es wurde ihr nahegelegt, auch 

dieses zweite Einbürgerungsgesuch zurückzuziehen. Mittels Schreiben 

vom 7. August 2015 (Eingang bei der Vorinstanz) brachten die Beschwer-

deführenden ihre Enttäuschung über besagte Empfehlung zum Ausdruck. 

Der Schweizer Ehemann ergänzte, seine eigenen früheren Schulden dürf-

ten nicht der jetzigen Gattin angelastet werden, sie könne nichts dafür. Bei 

dieser Gelegenheit warf er die Frage auf, ob die Einbürgerung eine reine 

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Seite 3 

Sache des Geldes sei und kündigte die Rückgabe seines Schweizerpas-

ses an. 

Am 19. August 2015 wandte sich die Vorinstanz erneut an die Gesuchstel-

lerin und machte darauf aufmerksam, dass – nebst Steuerausständen der 

Jahre 2012 und 2013 – auch auf ihren Namen lautende Betreibungen im 

Betrag von Fr. 13‘497.10 und offene Verlustscheine von Fr. 59‘110.40 be-

stünden, welche in den vergangenen Jahren entstanden seien. Die Be-

schwerdeführerenden hielten am 29. September 2015 (Eingang beim 

SEM) an ihrem bisherigen Standpunkt sowie der Absicht der Retournierung 

des Schweizerpasses des Gatten fest. 

Mit Schreiben vom 30. September 2015 tat das SEM der Beschwerdefüh-

rerin gegenüber nochmals Kund, dass eine erleichterte Einbürgerung zur-

zeit nicht möglich sei. Diese Mitteilung enthielt zusätzlich Erläuterungen 

zum Bürgerrechtsverzicht. Die Beschwerdeführenden ihrerseits wiederhol-

ten am 27. Oktober 2015 (Eingang bei der Vorinstanz) ihre Sicht der Dinge 

und beharrten darauf, dass die Schulden aus der Zeit des Ehemannes mit 

dessen Ex-Ehefrau stammten. 

Unter Verweis auf die beide Ehegatten betreffenden finanziellen Ausstände 

wurde die Beschwerdeführerin von der Vorinstanz am 25. November 2015 

eingeladen, das zweite Einbürgerungsgesuch entweder zurückzuziehen  

oder eine gebührenpflichtige, beschwerdefähige Verfügung anzufordern. 

Am 4. Januar 2016 verlangte die Gesuchstellerin daraufhin sinngemäss 

den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. 

E.  

Mit Verfügung vom 13. Juni 2016 gab die Vorinstanz dem Gesuch um er-

leichterte Einbürgerung nicht statt. Zur Begründung führte sie im Wesentli-

chen aus, entgegen der Darstellung der Ehegatten gelte es aufgrund des 

Betreibungsregisterauszuges vom 2. April 2015 festzustellen, dass gegen-

über der Gesuchstellerin selbst ebenfalls ungelöschte Verlustscheine (die 

nicht älter als fünf Jahre seien) sowie eine Betreibung bestünden. Zudem 

werde nicht belegt, dass ein auf ihren Namen ausgestellter Zahlungsbefehl 

vom 17. Juni 2014 nicht mehr offen sei. Daneben gebe es fällige, noch 

nicht bezahlte Steuerschulden aus den Jahren 2012 bis 2014, für welche 

die Eheleute solidarisch hafteten. Da unter solchen Umständen nicht von 

einem guten finanziellen Leumund gesprochen werde könne, sei eine er-

leichterte Einbürgerung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. 

F-4635/2016 

Seite 4 

F.  

Mit zwei gemeinsam unterzeichneten, identischen Eingaben vom 10. Au-

gust 2016 bzw. 11. August 2016 (Datum der Poststempel) ersuchen die 

Beschwerdeführenden sinngemäss um Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung und Erteilung der erleichterten Einbürgerung an die Gesuchstelle-

rin. Sie wiederholen hierbei, die finanziellen Probleme, die sie nicht loswür-

den, rührten von Schulden aus der vorherigen Ehe des Schweizer Ehe-

mannes her. Dieser sei alleine für die entstandene Situation verantwortlich. 

Es könne doch nicht sein, dass die Beschwerdeführerin nun dafür bestraft 

werde. Letztere werde nun als Tagesmutter einer Arbeit nachgehen und 

versuchen, jeden Monat zirka Fr. 100.- abzubezahlen. Aufgrund dessen 

gelte es, das Ganze nochmals zu überdenken. 

G.  

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 19. September 2016 

auf Abweisung der Beschwerde. 

H.  

Replikweise halten die Beschwerdeführenden am 11. Oktober 2016 (Post-

stempel) am eingereichten Rechtsmittel und dessen Begründung fest. 

I.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM über eine erleichterte Einbürgerung unterliegen 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht (Art. 51 Abs. 1 BüG 

i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 

VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Ergreifung 

des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer 

ist als ihr Ehegatte von der Verweigerung der erleichterten Einbürgerung 

mitbetroffen und ebenfalls zur Beschwerde legitimiert. Auf die frist- und 

F-4635/2016 

Seite 5 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 

VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine Ausländerin nach der Ehe-

schliessung mit einem Schweizer ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung 

stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt hat, seit 

einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit 

dem Schweizer lebt. Art. 26 Abs. 1 BüG setzt ferner voraus, dass die Be-

werberin in der Schweiz integriert ist (Bst. a), die schweizerische Rechts-

ordnung beachtet (Bst. b) und die innere und äussere Sicherheit der 

Schweiz nicht gefährdet (Bst. c). Alle Einbürgerungsvoraussetzungen müs-

sen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch in demjenigen 

der Einbürgerung erfüllt sein (vgl. BGE 140 II 65 E. 2.1). 

3.2 Wer erleichtert eingebürgert werden will, muss die schweizerische 

Rechtsordnung respektieren (Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG). Zur Beachtung 

der schweizerischen Rechtsordnung gehört auch ein einwandfreier finan-

zieller bzw. betreibungsrechtlicher Leumund (vgl. hierzu die Botschaft zur 

Änderung des Bürgerrechtsgesetzes vom 26. August 1987, in BBl 1987 III 

305 u. 309). Verlangt wird in dieser Hinsicht, dass die Bewerber ihren fi-

nanziellen Verpflichtungen nachkommen. Konkret heisst dies, dass keine 

Verlustscheine und keine wesentlichen Betreibungen bestehen sowie die 

Steuern regelmässig bezahlt wurden (siehe hierzu Urteil des BVGer  

C-2949/2014 vom 30. Oktober 2015 E. 6.3 oder SPESCHA ET AL., Handbuch 

zum Migrationsrecht, 3. unveränderte Aufl. 2015, S. 410, je m.H.). 

3.3 Praxisgemäss darf eine erleichterte Einbürgerung bei hängigen Betrei-

bungsverfahren und Lohnpfändungen oder ungelöschten Verlustscheinen, 

http://links.weblaw.ch/BBl-1987-III-305
http://links.weblaw.ch/BBl-1987-III-305

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Seite 6 

die vor weniger als fünf Jahren ausgestellt worden sind, nicht ausgespro-

chen werden. Gleiches gilt beim Vorhandensein nicht beglichener Schul-

den sowie bei fälligen, aber nicht bezahlten Steuern. Vorbehalten bleiben 

entsprechende, mit den Steuerbehörden abgeschlossene Zahlungsverein-

barungen. Solche Vereinbarungen stellen, wenn der Zahlungspflicht nach-

gekommen wird, in der Regel kein Einbürgerungshindernis dar. Das Hand-

buch Bürgerrecht des SEM nennt weitere Ausnahmen, beispielsweise 

Schulden und Verlustscheine, für welche der ausländische Ehegatte nicht 

selber verantwortlich ist und für die er nicht solidarisch haftet (zum Ganzen 

vgl. Handbuch Bürgerrecht, www.sem.admin.ch > Publikationen & Service 

> Weisungen und Kreisschreiben > V. Bürgerrecht > Kapitel 4 Ziff. 4.7.3.2; 

Stand 27. September 2016). 

4.  

Wie sich dem Sachverhalt entnehmen lässt, erfolgte die Verweigerung der 

erleichterten Einbürgerung einzig wegen der nicht erfüllten Voraussetzung 

von Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG (vgl. Bst. C - E vorstehend). Das Staatssek-

retariat entscheidet über die erleichterte Einbürgerung nach vorheriger An-

hörung des Kantons (Art. 32 BüG). Gemäss Art. 37 BüG können die Bun-

desbehörden die kantonale Einbürgerungsbehörde aber mit Erhebungen 

betrauen, die für die Beurteilung der Einbürgerungsvoraussetzungen nötig 

sind. Dies ist auch im vorliegenden Fall geschehen (siehe das vorinstanz-

liche Ersuchen vom 11. Februar 2015, Akten der Vorinstanz [SEM act.] 

36/37). Der entsprechende Bericht der Kantonspolizei Bern datiert vom 

14. Mai 2015. Daraus und aus den dazugehörigen Unterlagen geht hervor, 

dass auf Seiten der Eheleute damals offene Verlustscheine, hängige Be-

treibungen und Steuerausstände bestanden (SEM act. 38 - 51). Die Be-

schwerdeführenden stellen ihre finanziellen Probleme nicht in Abrede, be-

haupten jedoch, dass allein der Ehemann die Verantwortung dafür trage. 

4.1 Einzuräumen ist, dass die finanzielle Lage des einen Ehegatten nicht 

losgelöst von derjenigen des anderen betrachtet werden kann. In dieser 

Hinsicht gilt es gegebenenfalls genauer abzuklären, wem allfällige Schul-

den und Ausstände aufgrund des Ehe- bzw. Güterrechts oder anderer pri-

vatrechtlicher Bestimmungen zuzurechnen sind (vgl. etwa Urteile des 

BVGer C-4307/2014 vom 19. Januar 2015 E. 4.1 oder C-5145/2007 vom 

15. April 2009 E. 4.6). Anders als die Ausführungen der Beschwerdefüh-

renden suggerieren, hat das SEM die ausschliesslich auf den Namen des 

Ehemannes lautenden Schulden allerdings vorweg ausgeklammert. 

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Seite 7 

4.2 Zu würdigen bleibt daher, wie es sich mit den sonstigen Ausständen 

verhält. Der Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes Emmental-

Oberaargau vom 2. April 2015 (als Bestandteil des vorgenannten Erhe-

bungsberichts) weist auch gegenüber der Beschwerdeführerin Betreibun-

gen von total Fr. 13‘497.10 und Verlustscheine von immerhin Fr. 59‘110.40 

aus (SEM act. 51). Die Verlustscheine sind anscheinend offen, nicht älter 

als fünf Jahre und deshalb unter dem Blickwinkel des betreibungsrechtli-

chen Leumundes grundsätzlich miteinzubeziehen (vgl. Handbuch Bürger-

recht, a.a.O. Ziff. 4.7.3.2 Bst. a). Auch die hängigen Betreibungen lauten 

ausdrücklich auf den Namen der Beschwerdeführerin. Hervorzuheben 

wäre an dieser Stelle, dass es sich hierbei nicht um voreheliche Verpflich-

tungen des Gatten, sondern um Schulden aus laufenden Bedürfnissen der 

Familie handelt, einem Bereich, in welchem die Eheleute solidarisch haften 

(siehe E. 3.3 weiter vorne). Dafür, dass die beiden ihren finanziellen Ver-

pflichtungen nur teilweise nachzukommen vermögen, trägt der Schweizer 

Ehemann insoweit nicht die alleinige Verantwortung. Die Beschwerdefüh-

renden legen nichts Anderes offen. Die im obgenannten Auszug aufgelis-

teten Betreibungen und Verlustscheine stehen einer erleichterten Einbür-

gerung daher praxisgemäss entgegen. 

4.3 Hinzu kommen Steuerausstände, die beide Ehegatten betreffen. Der 

Erfüllung der Steuerpflicht als Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwesen 

kommt bei der Einbürgerung erhöhte Bedeutung zu. Dementsprechend 

sind fällige Steuerrechnungen zu bezahlen. Dazu zählen auch provisori-

sche Veranlagungsverfügungen. Anders verhält es sich, falls mit den Steu-

erbehörden eine Zahlungsvereinbarung getroffen wurde und die Betroffe-

nen ihr regelmässig nachkommen oder wenn sie einen Steuererlass oder 

eine Stundung erhalten haben (zum Ganzen vgl. wiederum Handbuch Bür-

gerrecht, a.a.O. Ziff. 4.7.3.2 Bst. b). Gemäss einem Kontoauszug der Steu-

erverwaltung des Kantons Bern vom 10. April 2015 schulden die Be-

schwerdeführenden den Steuerbehörden für die Jahre 2012 bis 2014 Kan-

tons- und Gemeindesteuern im Umfange von Fr. 38‘161.80 und direkte 

Bundessteuern im Betrag von Fr. 3‘972.50. Das daraus resultierende Total 

von Fr. 42‘134.30 setzt sich aus Fr. 29‘340.30 definitiver Steuern und 

Fr. 12‘794.- provisorischer Steuern zusammen (zum Ganzen vgl. SEM 

act. 42 - 48). Diese Zahlen werden seitens der Beschwerdeführenden nicht 

beanstandet; ebenso wenig legten sie ein Finanzierungsabkommen mit 

den Steuerbehörden vor. Unter diesen Umständen muss eine erleichterte 

Einbürgerung, da fällige Steuerrechnungen nicht bezahlt wurden, auch aus 

diesem Grund verweigert werden (siehe dazu ergänzend C-2949/2014 

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Seite 8 

E. 6.5 in fine, bestätigt im Urteil des BGer 1C_651/2015 vom 15. Februar 

2017 E. 4.5.4 in fine). 

4.4 Die angefochtene Verfügung basiert auf Erhebungen aus dem Frühjahr 

2015. Die Einbürgerungsvoraussetzungen müssen, wie schon erwähnt, 

sowohl bei Einreichung des Gesuches um erleichterte Einbürgerung als 

auch im Zeitpunkt der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Der Gesuch 

stellenden Person obliegt hierbei eine Mitwirkungs- bzw. Auskunftspflicht, 

was u.a. zur Folge hat, dass die Behörde sich bei passivem Verhalten der 

Bewerberin oder des Bewerbers darauf verlassen darf, dass die erteilten 

oder erhältlich gemachten Auskünfte nach wie vor zutreffen (vgl. BGE 140 

Il 65 E. 2.2 m.H.). Dass sich die finanziellen Verhältnisse seither verbessert 

haben, wird auf Beschwerdeebene nicht geltend gemacht. Auch in den her-

angezogenen Akten finden sich keinerlei Hinweise auf eine inzwischen er-

folgte, ganze oder teilweise Schuldentilgung oder auf Vereinbarungen, wel-

che die Beschwerdeführenden finanziell entbinden würden. In der Rechts-

mitteleingabe vom 12. August 2016 wird lediglich in Aussicht gestellt, jeden 

Monat etwa Fr. 100.- zurückzubezahlen, weil die Beschwerdeführerin dank 

Vermittlung des Roten Kreuzes als Tagesmutter einer Erwerbstätigkeit 

nachgehen könne (BVGer act. 4 und 5). In der Replik ist nurmehr davon 

die Rede, sie sei auf der Suche nach Arbeit, um ihre Schulden zu tilgen 

(BVGer act. 9). Aufgrund dessen kann nach wie vor nicht von einem guten 

finanziellen Leumund ausgegangen werden. 

4.5 Laut Darstellung der Beschwerdeführenden sind die finanziellen 

Schwierigkeiten des Ehemannes auf dessen vorherige Ehe zurückzufüh-

ren. Die diesbezüglichen Hintergründe werden nicht verkannt. Ein Teil der 

hier in Frage stehenden Verpflichtungen stammt jedoch nachweislich aus 

der Zeit mit der jetzigen Gattin und ist ihr im dargelegten Rahmen der soli-

darischen Haftbarkeit anzurechnen. Der kritisierte Miteinbezug der finanzi-

elle Lage des Ehepartners ist denn vom Gesetzgeber gewollt (vgl. E. 3.2 

hiervor) und vermag ungeachtet der geäusserten Vorbehalte kein anderes 

Ergebnis zu rechtfertigen. 

4.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin die 

Voraussetzungen von Art. 26 Abs. 1 Bst. b BüG nicht erfüllt und die Vor-

instanz ihr die erleichterte Einbürgerung zu Recht nicht erteilt hat. 

5.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

F-4635/2016 

Seite 9 

Verfügung rechtmässig ist (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher ab-

zuweisen. 

6.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In Anwendung 

von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 6 Bst. b des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist jedoch auf die Auferlegung 

von Verfahrenskosten zu verzichten. 

 

 

Dispositiv Seite 10 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

F-4635/2016 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref-Nr. […]retour) 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be-

schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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