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**Case Identifier:** 80f99341-e5be-5c0a-80cd-875f18fe9084
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.11.2022 200 2021 639
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-639_2022-11-25.pdf

## Full Text

200 21 639 IV
MAK/BRO/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. November 2022

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Juli 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1966 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Dezember 2009 unter Hinweis auf ein Burnout mit Er-
schöpfungsdepression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Nach zahlreichen Abklärungen in er-
werblicher und medizinischer Hinsicht seitens der IVB und zwei Rentenver-
fügungen (AB 53, 102), die diese pendente lite (AB 64; Urteil des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Oktober 2013, IV/2013/799 
[AB 65]) bzw. während der Rechtsmittelfrist (AB 104) wieder aufhob, erliess 
die IVB eine (im Ergebnis identische) Verfügung vom 29. Juni 2018 
(AB 148). Mit dieser sprach sie der Versicherten ab Juni 2010 eine Drei-
viertelsrente, ab Dezember 2010 eine ganze Rente, ab April 2011 eine hal-
be Rente und ab September 2011 bis Ende März 2012 eine Viertelsrente 
zu. Für die Zeit ab April 2012 verneinte sie einen Rentenanspruch. Eine 
hiergegen erhobene Beschwerde (AB 152 S. 3 ff.) hiess das Verwaltungs-
gericht des Kantons Bern mit Urteil vom 12. April 2019, IV/2018/588 
(AB 163), insofern gut, als es die Verfügung vom 29. Juni 2018 (vgl. 
AB 148) aufhob und die Sache an die IVB zur Vornahme weiterer Ab-
klärungen in Bezug auf den gesundheitlichen Verlauf ab März 2014 und 
anschliessender neuer Verfügung zurückwies (Ziff. 1 des Dispositivs). Zu-
dem bestätigte das Verwaltungsgericht den zwischen Juni 2010 bis März 
2012 zugesprochenen abgestuften Rentenanspruch und den Wegfall des 
Rentenanspruchs ab April 2012 (S. 12 f. E. 4.2.1). 

In der Folge tätigte die IVB zusätzliche Abklärungen; insbesondere veran-
lasste sie in der C.________ (MEDAS) ein polydisziplinäres (internistisch / 
psychiatrisch / rheumatologisch / gastroenterologisch) Gutachten (MEDAS-
Gutachten vom 12. Mai 2020 [AB 214.1 ff.]). Nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren (AB 219, 222, 235 f.) und der Einholung einer ergänzen-
den Stellungnahme der MEDAS (AB 234) erliess die IVB am 23. Juli 2021 
eine im Ergebnis identische Verfügung (AB 240) und sprach der Versicher-
ten ab Juni 2010 eine Dreiviertelsrente, ab Dezember 2010 eine ganze 

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Rente, ab April 2011 eine halbe Rente und ab September 2011 bis Ende 
März 2012 eine Viertelsrente zu. Für die Zeit ab April 2012 verneinte sie 
einen Rentenanspruch. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 14. September 2021 Beschwerde mit dem 
Antrag, in Aufhebung der Verfügung vom 23. Juli 2021 sei die Beschwer-
degegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin neben der bis März 
2012 befristeten Leistungen ab September 2017 erneut eine halbe Invali-
denrente auszurichten. Eventualiter sei seitens des Gerichts ein neutrales 
Drittgutachten der Fachrichtung Rheumatologie einzuholen und anschlies-
send über das Begehren zu entscheiden. 

Mit Eingabe vom 22. September 2021 reichte die Beschwerdeführerin ei-
nen weiteren Arztbericht zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2021 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Juli 2021 (AB 240). 

Mit VGE IV/2018/588 (AB 163) wurde die in der Verfügung vom 29. Juni 
2018 (AB 148) zugesprochene abgestufte Rente zwischen Juni 2010 und 
März 2012 und der Verlust des Rentenanspruchs ab April 2012 bestätigt 
(AB 163 S. 12 f. E. 4.2.1). Insoweit liegt eine abgeurteilte Sache (res iudica-
ta) vor (BGE 145 V 314 E. 5.1 S. 317). Eine erneute Überprüfung des ab-
gestuften Rentenanspruchs ist deshalb ausgeschlossen. Streitig und zu 
prüfen ist demnach einzig ein allfälliges Wiederaufleben des Rentenan-
spruchs bzw. die Entstehung eines neuen Rentenanspruchs und in diesem 
Zusammenhang insbesondere, ob seit März 2014 eine Veränderung des 
Gesundheitszustandes eingetreten ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 

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Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die ange-
fochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 
19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 
2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 

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Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.4.3 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 
133 V 263 E. 6.1 S. 263; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

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3.

3.1 Mit VGE IV/2018/588 (AB 163) bestätigte das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern den Wegfall des ab Juni 2010 zugesprochenen abge-
stuften Rentenanspruchs per April 2012 (AB 163 S. 13 E. 4.2.1) und erwog, 
der Rentenanspruch sei bis zur Begutachtung Anfang 2014 (vgl. 
AB 85.1 ff.) nicht wieder aufgelebt (AB 163 S. 13 E. 4.2.1). Hauptsächlich 
aufgrund der vom behandelnden Dr. med. D.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie, gestellten neuen Diagnose 
einer Spondyloarthritis (vgl. AB 152 S. 22) sei jedoch weiter abzuklären, ob 
sich der Gesundheitszustand im Nachgang zum Gutachten (vgl. 
AB 85.1 ff.) seit März 2014 verändert habe (AB 163 S. 14 E. 4.3). Zu prüfen 
ist nachfolgend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum Schluss ge-
kommen ist, dies sei nicht der Fall. 

3.2 Seit März 2014 präsentiert sich die medizinische Aktenlage – soweit 
entscheidwesentlich – wie folgt: 

3.2.1  Während Dr. med. D.________ im Bericht vom 24. April 2018 (AB 
140 S. 6 ff.) noch darlegte, aufgrund der kernspintomographischen Unter-
suchung sei eine Spondyloarthritis weiterhin möglich, aber nicht vollständig 
gesichert (S. 6), führte er im Bericht vom 23. Juli 2018 (AB 152 S. 21 f.) 
aus, in Anbetracht der guten Wirkung der Medikamente und der radiologi-
schen und klinischen Befunde sei eine Spondyloarthritis nun bestätigt 
(S. 22). 

Weiter erläuterte Dr. med. D.________ in seinem Schreiben an die Rechts-
vertretung der Beschwerdeführerin vom 7. Juni 2019 (AB 168 S. 3), den 
genauen Beginn der entzündlichen Erkrankung festzulegen sei aufgrund 
der Anamnese und der multiplen weiteren Erkrankungen nicht möglich. 
Diese Erkrankung könne im Rahmen einer Operation oder auch eines 
Traumas initial aufgetreten sein, was bei der Patientin beides vorliege. Ent-
sprechend sei eine retrospektive Analyse nicht möglich. Erst der kernspin-
tomographische Nachweis der Entzündung habe die Diagnose möglich 
gemacht. Aktuell leide die Patientin an der bekannten chronisch-
entzündlichen Erkrankung und multiplen muskulären Dysbalancen. Neu sei 

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eine Fraktur im Beckenbereich hinzugekommen. In Anbetracht der Fraktur 
werde die Arbeitsfähigkeit aktuell auf maximal 25 % geschätzt. 

3.2.2 Am 30. August 2019 erfolgte im Spital E.________ eine MRI der 
Gesamtwirbelsäule und der Sakroiliakalgelenke. Im entsprechenden Be-
richt vom gleichen Tag (AB 222 S. 5 f.) führte Prof. Dr. med. F.________, 
Facharzt für Radiologie, aus, als mögliche Schmerzursache sei eine Syno-
vialitis im Bereich der Sternoklavikulargelenke zu sehen. Es bestehe mehr 
denn je eine links akzentuierte Sakroiliitis. Rechts sei vergleichsweise we-
nig Sakroiliitis vorhanden (S. 5). 

3.2.3 Im MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2020 (AB 214.1 ff.) stellten die 
Experten in ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung die folgenden Dia-
gnosen (AB 214.1 S. 9 f. Ziff. 4.2): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-

10 F33.0) 
2. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren (ICD-10 F45.41) 
3. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5) 

- St. n. mikrotechnischer Fenestration L4/5 links am 28.10.2008
- St. n. ventraler interkorporeller Spondylodese L4/5 am 22.09.2010
- klinisch, radiologisch und kernspintomographisch regelrechter 

postoperativer Befund (Rx 06/2017, MRI 08/2019)
- myostatische Insuffizienz mit den entsprechenden muskuloliga-

mentären Überlastungsreaktionen 
- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik

4. Hypermobilität (ICD-10 M35.7)
5. Beginnende Coxarthrose beidseits (ICD-10 M16.9)
6. Belastungsdefizit der Füsse bei Knick-Senk-Spreizfuss (ICD-10 Q66.8)

- radiologisch beginnende degenerative Veränderung (Rx 03/2020)
7. Heberdenarthrosen Dig. II und III beidseits (ICD-10 M15.1)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 
1. Chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.1)

- Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur 
- klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
- kernspintomographisch unauffälliger Befund (MRI 08/2019)

2. Multilokuläre Polyarthralgien (ICD-10 M25.59)
- am ehesten im Rahmen der Hypermobilität 
- klinisch keine Hinweise für Synovitiden oder Tenosynovitiden
- labortechnisch keine Entzündungsaktivität, Rheumafaktor, anti-

CCP, ANA, ANCA und HLA-B27 negativ
- radiologisch kein Nachweis von arthritischen Veränderungen (Rx 

Hände und Vorfüsse 06/2017 und 03/2020) 

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- kernspintomographisch keine Hinweise auf eine Arthritis (MRI Ilio-
sakralgelenke und Becken 12/2019)

3. St. n. Fraktur Dig. V Hand links 12/2019 (ICD-10 S62.60)
- klinisch diskretes Beuge- und Streckdefizit im PIP-Gelenk
- radiologisch in regelrechter Stellung konsolidierte Fraktur (Rx 

03/2020) 
4. St. n. Os sacrum Fraktur links 03/2019 (ICD-10 S32.1)

- kernspintomographisch konsolidiert (MRI 08/2019 und 12/2019)
5. Colon irritabile vom Diarrhoe-Typ (ICD-10 K58.0)

- St. n. Cholezystektomie 
6. Adipositas permagna (BMI 43 kg/m2; ICD-10 E66.0)
7. Arterielle Hypertonie (ICD-10 I10)

- mit medikamentöser Behandlung knapp kompensiert
8. Hypothyreose (ICD-10 E03.9)

- mit Substitutionsbehandlung kompensiert
9. Anamnestisch Asthma bronchiale (ICD-10 J45.8)

- unter Bedarfsmedikation kompensiert

Insgesamt bestehe eine 80%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Der Ver-
lauf der Arbeitsfähigkeit sei aus den Akten und den Angaben der Exploran-
din schwierig zu beurteilen. Es ergäben sich keine Hinweise dafür, dass 
nach Ende der Rehabilitation nach der Spondylodese vom September 2010 
eine länger andauernde, höhergradige Arbeitsunfähigkeit für die ange-
stammte Tätigkeit bestanden habe (S. 11 Ziff. 4.6.3 f.). Weder der Gesund-
heitszustand noch die Arbeitsfähigkeit hätten sich seit 2014 erheblich ver-
ändert (S. 13 Ziff. 4.11). 

Im rheumatologischen Teilgutachten vom 11. März 2020 (AB 214.6) erläu-
terte Dr. med. G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Phy-
sikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, bei der klini-
schen Untersuchung seien sämtliche Gelenke reizlos und frei beweglich 
gewesen. Synovitiden oder Tenosynovitiden fänden sich nicht. Auffällig sei 
eine allgemeine Hypermobilität mit Überstreckbarkeit der Gelenke. Bedingt 
hierdurch könne es bei nur ungenügender muskulärer Stabilisierung immer 
wieder zu Überlastungserscheinungen im Bereich der peripheren Gelenke 
und zu Blockierungen im Wirbelsäulenbereich mit der entsprechenden Be-
schwerdesymptomatik kommen. Der überwiegende Teil der von der Explo-
randin von Seiten der Wirbelsäule sowie der Gelenke geklagten Beschwer-
den lasse sich hierauf zurückführen. Auch die intermittierend auftretenden 
diffusen Schwelllungen der Hände seien am ehesten durch die allgemeine 
Bindegewebsschwäche bei Hypermobilität bedingt. Die Diagnosekriterien 
für die durch Dr. med. D.________ gestellte Diagnose einer axialen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 10

peripheren Spondyloarthritis seien nicht erfüllt. So klage die Explorandin 
nicht über einen entzündlichen Rückenschmerz, der HLA-B27 sei negativ 
und im Bereich der peripheren Gelenke fänden sich keine Arthritiden. Lab-
ortechnisch habe sich bei den regelmässig durchgeführten Kontrollen keine 
Entzündungsaktivität gezeigt. Sowohl radiologisch wie auch sonographisch 
liessen sich im Bereich der peripheren Gelenke keine arthritischen Verän-
derungen nachweisen. Die letztmalig im Dezember 2019 durchgeführte 
Kernspintomographie der Iliosakralgelenke und des Beckens habe eben-
falls keine Hinweise auf eine aktuelle oder frühere Spondyloarthritis ge-
zeigt. Zusammengefasst könne die von Dr. med. D.________ gestellte 
Diagnose einer axialen und peripheren Spondyloarthritis nicht bestätigt 
werden. Die Gelenkbeschwerden der Explorandin seien zum grössten Teil 
durch die allgemeine Hypermobilität und die beginnenden degenerativen 
Veränderungen im Bereich der Hände, der Hüftgelenke und der Füsse be-
dingt (S. 10 f. Ziff. 7.1). 

Soweit der behandelnde Rheumatologe in seinem Bericht vom 23. Juli 
2018 die bereits früher geäusserte Verdachtsdiagnose einer axialen und 
peripheren Spondyloarthritis mit der Begründung des guten Ansprechens 
auf die Behandlung mit Humira bestätige, sei darauf hinzuweisen, dass die 
Medikamente wegen fehlender Wirkung bereits drei Monate später abge-
setzt und die Behandlung mit Simponi eingeleitet worden sei. Die Tatsache, 
dass Dr. med. D.________ in seinem Bericht vom 2. Dezember 2019 dar-
lege, es sei unter der neuen Basistherapie mit Remicade und Leflunomid 
ebenfalls zu keiner Besserung der Situation gekommen, lasse sich dadurch 
erklären, dass bei der Explorandin keine entzündlich-rheumatologische 
Erkrankung vorliege. Im Übrigen habe er in seinem Bericht vom 19. De-
zember 2019 weiterhin die Diagnose der axialen und peripheren Spondy-
loarthritis gestellt, obwohl sich bei der am 5. Dezember 2019 durchgeführ-
ten Kernspintomographie keine Hinweise auf eine aktuelle oder frühere 
Spondyloarthritis gezeigt hätten. Dass die Explorandin gemäss Bericht von 
Dr. med. D.________ vom 7. Februar 2020 von der eingesetzten Therapie 
mit Cosentyx relativ gut profitiere, dürfte am ehesten auf einen Placebo-
Effekt zurückzuführen sein. Soweit der Behandler in seinem Bericht zu 
Händen der IV vom 7. Mai 2018 ausführe, aus somatischer Sicht bestehe 
eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit, sei darauf hinzuweisen, dass 

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sich dem Bericht nicht entnehmen lasse, worauf sich dies stütze. Selbst 
wenn eine geringe ISG-Arthritis vorliegen sollte, rechtfertige sich keine der-
art gravierende Einschränkung der körperlich leichten, gut adaptierten 
Tätigkeit als … (S. 12 f. Ziff. 7.3.3). 

In Bezug auf den Verlauf des rheumatologischen Gesundheitszustandes 
führte die Expertin sodann aus, dieser habe sich seit dem Gutachten vom 
6. Oktober 2014 respektive der Untersuchung vom 1. März 2014 nicht we-
sentlich verändert (S. 16 Ziff. 8.5). 

3.2.4 Dr. med. D.________ legte in seiner Stellungnahme zum Gutachten 
vom 20. August 2020 (AB 222 S. 7) dar, gemäss den neuen ASAS-
Kriterien für eine Spondyloarthritis seien für die Diagnose eine kernspinto-
mographisch festgestellte Sakroiliitis und ein zusätzliches Kriterium not-
wendig. In der Kernspintomographie vom 30. August 2019, welche von der 
Gutachterin in der Schlussfolgerung nicht erwähnt worden sei, obwohl die 
Akten vorgelegen hätten und im Gutachten aufgelistet worden seien, werde 
eine bilaterale linksbetonte Sakroiliitis festgehalten. Die Befundung sei 
durch einen Professor für Radiologie mit langjähriger Erfahrung in rheuma-
tologischer Befundung erfolgt. Zudem seien bereits Anfang 2017 ein ent-
zündlicher Rückenschmerz mit einer Morgensteife von einer Stunde und 
entsprechenden Nachtschmerzen beschrieben worden, was als Zusatzkri-
terium für die Diagnosestellung gelte. Die von der Patientin berichtete Re-
duktion der Beschwerden unter NSAR sei als weiteres Kriterium für eine 
Spondyloarthritis erfüllt. Dass die Patientin eine Reduktion der Beschwer-
den unter der Therapie mit dem Interleukin-17-Antagonisten Cosentyx von 
50 % angegeben habe, sei zwar kein Diagnosekriterium, spreche aber für 
die korrekte Behandlung. Obwohl der Gutachterin sämtliche Unterlagen 
vorgelegen hätten, seien die Diagnosestellung sowie die entsprechenden 
Schlussfolgerungen nicht korrekt. Die entsprechenden Empfehlungen, wel-
che aus dem Gutachten resultierten, dürften für die Gesamtbeurteilung 
nicht verwendet werden. 

3.2.5 In der Stellungnahme vom 8. März 2021 (AB 234) erklärten die Gut-
achter, die Stellungnahme des behandelnden Rheumatologen vom 20. Au-
gust 2020 (vgl. AB 222 S. 7) ändere nichts an ihrer Beurteilung. Neue Be-
richte oder Befunde, die zu einer Änderung der gutachterlichen Beurteilung 

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führen würden, würden nicht genannt. Der Befund der Kernspintomogra-
phie vom 30. August 2019, auf den sich der behandelnde Arzt berufe, sei 
auf S. 54 des Gutachtens wiedergegeben worden. Dieser Befund stehe im 
Gegensatz zu der nur vier Monate später in seinem Auftrag durchgeführten 
Kernspintomographie des Beckens und der ISG vom 5. Dezember 2019, 
bei der sich keine Hinweise auf eine aktuelle oder frühere Spondyloarthritis 
gezeigt hätten. Auch bei einer früheren Kernspintomographie der Wir-
belsäule und der ISG vom 12. April 2018 hätten sich dafür keine Hinweis-
zeichen gefunden. Es sei nicht nachvollziehbar, wie Dr. med. D.________ 
zu seiner Diagnose gekommen sei. Seine Stellungnahme vom 20. August 
2020 (vgl. AB 222 S. 7) ändere nichts an der gutachterlichen Diagnosestel-
lung und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (AB 234 S. 1).

3.2.6 Prof. Dr. med. F.________ legte im Bericht zur konsiliarischen Beur-
teilung vom 18. August 2021 (Beschwerdebeilage [BB] 8) dar, es bestün-
den offensichtliche Zeichen einer zunächst inaktiven, später wenig aktiven 
und schliesslich wieder inaktiven Spondyloarthritis. Ausserdem nannte er 
eine Stressfraktur in der Massa lateralis des Os sacrum links und fügte an, 
der Befund passe insgesamt sehr gut zu dem wechselnd aktiven Bild einer 
Spondyloarthritis (S. 2). 

3.2.7 In der Stellungnahme zum IV-Gutachten vom 15. September 2021 
(BB 14) erläuterte Prof. em. Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumato-
logie, nach Durchsicht des Gutachtens sowie der am … vorliegenden 
rheumatologischen Berichte und schriftlichen Befunde der seit 2017 durch-
geführten muskuloskelettalen Bildgebung vor allem des Achsenskelettes 
komme er zum Schluss, dass bei der Patientin gemäss den neuen ASAS-
Kriterien tatsächlich eine undifferenzierte Spondyloarthritis vorliege. Die 
Gutachterin erwähne explizit die beidseitige Sakroiliitis in der MRI-
Untersuchung vom 30. August 2019, skotomisiere diese jedoch vollständig 
in ihrer Beurteilung des Beschwerdebildes und taxiere dieses ausschliess-
lich als chronische Schmerzkrankheit. Zum Zeitpunkt der MRI-
Untersuchung habe zudem anamnestisch ganz offensichtlich eine Exazer-
bation der Spondyloarthritis bedingten muskuloskelettalen Schmerzen un-
ter Remicade vorgelegen, was sehr gut zum Bildgebungsbefund passe. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 13

Auch die Anfang 2017 dokumentierten entzündlichen Rückenschmerzen, 
langdauernde Morgensteifigkeit und Ruheschmerzen in der Nacht würden 
von der Gutachterin skotomisiert und blieben in der Beurteilung einer 
Spondyloarthritis unberücksichtigt. Insgesamt sei das Beschwerdebild ab-
solut kompatibel mit dem Vorliegen einer undifferenzierten Spondyloarthri-
tis gemäss den neuen ASAS-Kriterien (typische kernspintomographische 
Bildgebungsbefunde sowie entzündliche Symptomatologie und Ansprechen 
auf nichtsteroidale Antiphlogistika). Das partielle Ansprechen auf den Inter-
leukin-17-Antagonisten Cosentyx spreche ausserdem für die korrekte Indi-
kationsstellung einer Spondyloarthritis. Zusammenfassend seien die 
Schlussfolgerungen der Gutachterin aufgrund des Negierens einer Spondy-
loarthritis nicht korrekt. Allerdings sei das muskuloskelettale Beschwerde-
bild multifaktoriell und werde sowohl durch die Spondyloarthritis wie auch 
durch sekundäre Arthrosen als Folge des entzündlichen Leidens sowie der 
konstitutionellen Hypermobilität bestimmt. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 14

dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten Per-
son befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des 
Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten ei-
nes Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Ge-
richtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.4 Das MEDAS-Gutachten vom 12. Mai 2020 (AB 214.1 ff.; samt Stel-
lungnahme vom 8. März 2021 [AB 234]), bestehend aus einer interdiszi-
plinären Beurteilung, einem internistischen, psychiatrischen, rheumatologi-
schen und gastroenterologischen Teilgutachten, erfüllt die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen, weshalb ihm volle Beweiskraft 
zukommt (vgl. E. 3.3.1 f.) und sich die eventualiter beantragten weiteren 
Abklärungen (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren) erübrigen (antizipierte 
Beweiswürdigung [BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4]). Insbesondere 
basiert die Beurteilung auf umfassenden Untersuchungen. Sie berücksich-
tigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der Vorakten und 
nach Auseinandersetzung mit denselben erstattet. Sie leuchtet in der Dar-
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung des 
gesundheitlichen Verlaufes ein. Demnach ist auf das MEDAS-Gutachten 
inkl. deren ergänzende Stellungnahme abzustellen. 

3.4.1 Die volle Beweiskraft des internistischen (AB 214.4 S. 2 ff.), des 
psychiatrischen (AB 214.5) sowie des gastroenterologischen (AB 214.7) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 15

Teilgutachtens blieb unbestritten. Demnach wird zu Recht nicht geltend 
gemacht, der internistische oder psychiatrische Gesundheitszustand habe 
sich seit März 2014 verändert (vgl. AB 214.4 S. 8 Ziff. 8.5, 214.5 S. 11 
Ziff. 8.5). In Bezug auf den in VGE IV/2018/588, E. 4.2.2 (AB 163 S. 14), 
geäusserten Verdacht einer entzündlichen Darmerkrankung legte der gas-
troenterologische Gutachter schlüssig dar, es müsse von einem Colon irri-
tabile vom Diarrhoe-Typ ausgegangen werden, wobei die Intensität der 
Beschwerden mit Blick auf die von der Explorandin ausgeführten Tätigkeit 
vernachlässigbar sei. Aus gastroenterologischer Sicht habe nie eine für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit relevante Komorbidität bestanden 
(AB 214.7 S. 4 Ziff. 7.1), was weder von der Beschwerdeführerin noch von 
den behandelnden Ärzten bestritten wird, weshalb auch aus gastroentero-
logischer Sicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Ein-
fluss auf die Leistungsfähigkeit ausgeschlossen ist. 

3.4.2 In Bezug auf das rheumatologische Teilgutachten vom 11. März 
2020 (AB 214.6) ist festzuhalten was folgt: Nach wie vor stehen die bereits 
anlässlich der rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2014 (AB 85.4) 
geäusserten Beschwerden (insbesondere Kopfschmerzen sowie Schmer-
zen im Bereich der LWS, BWS, Schulter, Handgelenken und Füssen 
[AB 85.4 S. 2, 214.6 S. 3 Ziff. 3.2.1]) im Vordergrund, weshalb von einem 
im Wesentlichen unveränderten Beschwerdekomplex auszugehen ist, und 
neue objektive Befunde, welche eine massgebliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes untermauern, liegen nicht vor. Demnach ist schlüs-
sig, dass die rheumatologische Expertin das Vorliegen einer erheblichen 
Veränderung des Gesundheitszustandes verneinte (AB 214.6 S. 16 
Ziff. 8.5). 

Eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes auf-
grund der im März 2019 festgestellten Beckenfraktur (vgl. AB 214.6 S. 3 
Ziff. 3.1) ist zwar nicht auszuschliessen, doch geht aus den Akten nicht 
hervor, dass diese ohne wesentliche Unterbrechung mehr als drei Monate 
dauerte (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV), was von der anwaltlich vertretenen Be-
schwerdeführerin denn auch nicht geltend gemacht wird. 

Was die Beschwerdeführerin gegen die rheumatologische Expertise vor-
bringt, ändert nichts an der Beweiskraft des Gutachtens. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 16

Bei der Rüge, die Gutachterin habe nicht sämtliche Unterlagen zur Kennt-
nis genommen (Beschwerde S. 8 Ziff. IV/3), handelt es sich um eine Unter-
stellung. Insbesondere wird – entgegen der anderslautenden Behauptung 
in der Beschwerde (S. 9 oben Ziff. IV/3) – sowohl unter Ziff. 7.1 als auch 
unter Ziff. 7.3 auf den Bericht vom 30. August 2019 (AB 222 S. 5 f.) Bezug 
genommen (AB 214.6 S. 9, 11 und S. 13). Zudem ist dort ersichtlich, dass 
sich die Gutachterin sehr ausführlich mit den medizinischen Vorakten aus-
einandersetzte und insbesondere die Beurteilungen des behandelnden 
Rheumatologen, Dr. med. D.________, eingehend würdigte. Ausserdem 
verkennt die Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 9 Ziff. IV/3), dass die 
Gutachterin ihre Diagnose respektive ihre Beurteilung, wonach keine 
Spondyloarthritis vorliegt, sehr wohl begründete. Dabei zog die Gutachterin 
in ihre Beurteilung insbesondere ein, dass der HLA-B27 negativ ist, sich im 
Bereich der peripheren Gelenke keine Arthritiden und bei den regelmässig 
durchgeführten Laborkontrollen keine Entzündungsaktivitäten fanden, sich 
weder radiologisch noch sonographisch im Bereich der peripheren Gelenke 
arthritische Veränderungen nachweisen liessen und im Bericht der im De-
zember 2019 durchgeführten Kernspintomographie der Iliosakralgelenke 
und des Beckens explizit erwähnt wurde, dass sich keine Hinweise auf eine 
aktuelle oder frühere Spondyloarthritis zeigten (AB 214.6 S. 10 f. Ziff. 7.1). 
Dass die anlässlich der Begutachtung erstellten Röntgenbilder nicht lege 
artis erstellt worden sind (zur diesbezügliche Rüge Beschwerde S. 9 f. 
Ziff. IV/3), ist eine Behauptung der Beschwerdeführerin, die von keinem 
Arzt bestätigt wurde. Im Übrigen stützte sich die Gutachterin – wie hiervor 
dargelegt – nicht vorwiegend auf diese Bildgebung. 

Ebenso wenig vermögen die (zum Teil nach Erlass der angefochtenen Ver-
fügung erstellten) Stellungnahmen von Dr. med. D.________ vom 20. Au-
gust 2020 (AB 222 S. 7), von Prof. Dr. med. F.________ vom 18. August 
2021 (BB 8) sowie von Prof. em. Dr. med. H.________ vom 15. September 
2021 (BB 14) den Beweiswert der gutachterlichen Einschätzung zu schmä-
lern. Keiner dieser Ärzte setzte sich mit der Begründung der rheumatologi-
schen Gutachterin auseinander. Vielmehr stützten sowohl Dr. med. 
D.________ als auch Prof. em. Dr. med. H.________ ihre Beurteilung, wo-
nach eine Spondyloarthritis vorliege, massgeblich auf den MRI-Bericht vom 
30. August 2019 (AB 222 S. 5 f.), in welchem eine Sakroiliitis festgestellt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 17

wurde. Weitgehend unberücksichtigt blieb von ihnen hingegen insbesonde-
re, dass sich in dem rund drei Monate später durchgeführten MRI keine 
Hinweise auf eine aktuelle oder frühere Spondyloarthritis fanden (vgl. 
AB 214.6 S. 6 Ziff. 4.3) und dass sich auch in den Laborkontrollen keine 
Entzündungsaktivitäten zeigten (AB 214.6 S. 10 Ziff. 7.1). Aspekte, welche 
eine abweichende Beurteilung aufdrängen würden, werden in den Stel-
lungnahmen der behandelnden Ärzte nicht aufgezeigt (vgl. hierzu SVR 
2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Insbesondere 
hatte die Gutachterin – wie hiervor dargelegt – Kenntnis von der im MRI-
Bericht vom 30. August 2019 (AB 222 S. 5 f.) genannten Sakroiliitis und sie 
bestätigte in ihrer Stellungnahme vom 8. März 2021 (AB 234) explizit, dass 
dies nichts an ihrer Beurteilung ändere (S. 1). Demnach gingen die behan-
delnden Ärzte und die Gutachterin von derselben Befundlage aus, welche 
lediglich divergierend eingeschätzt wurde. Für die Belange der Invaliden-
versicherung kommt es jedoch grundsätzlich nicht auf die gestellte Diagno-
se an, sondern auf die Auswirkungen der Gesundheitsschädigung auf die 
Arbeitsfähigkeit (statt vieler Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
17. August 2022, 8C_287/2022, E. 5.1.2). Entsprechend stellt denn auch 
eine hinzutretende Diagnose nicht per se eine revisionsrechtliche Gesund-
heitsverschlechterung dar, sondern nur, wenn diese veränderten Umstände 
den Leistungsanspruch berühren (BGE 141 V 385 E. 4.2 S. 391). Selbst 
wenn eine Spondyloarthritis vorläge, wäre diese lediglich vorübergehend 
wenig aktiv gewesen (BB 8 S. 2), weshalb nicht ersichtlich ist, dass sich 
diese gewichtig auf die körperlich leichte Tätigkeit der Beschwerdeführerin 
als … ausgewirkt hätte, was denn auch nicht überzeugend geltend ge-
macht wird. In diesem Sinne führte denn auch die rheumatologische Gut-
achterin aus, selbst wenn eine geringe ISG-Arthritis vorliegen sollte, recht-
fertige sich die vom behandelnden Rheumatologen attestierte – aber nicht 
begründete – Arbeitsunfähigkeit von 50 % nicht (AB 214.6 S. 13 Ziff. 7.3.3). 
So oder anders ist demnach erstellt, dass sich der Gesundheitszustand in 
keiner für den Leistungsanspruch relevanten Weise verändert hat. 

3.5 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass seit März 2014 und 
demnach auch seit dem Verlust des Rentenanspruchs per April 2012 (vgl. 
hierzu E. 3.1 hiervor) keine wesentliche Änderung eigetreten ist, die geeig-
net wäre, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. Folglich liegt in revisions-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 18

rechtlicher Hinsicht eine im Wesentlichen unveränderte Situation vor, wes-
halb der Anspruch auf eine Rente nicht wiederaufgelebt bzw. neu entstan-
den ist. Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 23. Juli 2021 im 
Ergebnis nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden ent-
sprechend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Be-
zahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
entnommen.

4.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2022, IV/21/639, Seite 19

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.