# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e81ccc15-704b-5043-8689-347b88403a50
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240284-O1
**Docket/Reference:** SB240284-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240284-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240284-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. B. Amacker 

und Oberrichterin lic. iur. V. Keller sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw F. Herren

Urteil vom 3. Juli 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigter und Berufungsbeklagter

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

betreffend Urkundenfälschung im Amt 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, vom 19. April 2024 (GG230245)

-  2  -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 9. November 

2023 (Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 38)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist der Urkundenfälschung im Amt im Sinne von Art. 317 Ziff. 1 StGB nicht 

schuldig und wird freigesprochen.

2.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten werden auf die Gerichtskasse 

genommen.

3.

Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 5'000.– für die anwaltliche Ver-

teidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

Der Genugtuungsanspruch wird abgewiesen.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

4.

5.

6.

Berufungsanträge:

a)

Der Staatsanwaltschaft (Urk. 39 S. 1 f.; Urk. 49 S. 2):

1.

2.

Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

Bestrafung mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 2'000.00 (ent-

sprechend CHF 40'000.00) sowie einer Busse von CHF 5'000.00

3. Gewährung des bedingten Vollzugs der Geldstrafe

4.

Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen bei schuldhafter Nichtbe-

zahlung der Busse

5.

Kostenauflage

-  3  -

b)

Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 43; Urk. 56 S. 1 f.):

1.

Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen und A._____ sei vollumfänglich 

freizusprechen.

2.

Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 19. April 2024 (GG230245-L) sei 

zu bestätigen.

3.

Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  MwSt.)  zu  Lasten  des 

Staates.

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

1.

Prozessgeschichte

1.1. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil vom 19. April 2024 meldete die 

Staatsanwaltschaft fristgerecht Berufung an (Urk. 28). Nach Zustellung des begrün-

deten Urteils reichte die Staatsanwaltschaft mit Eingabe vom 12. Juni 2024 innert 

Frist  die  Berufungserklärung  ein  (Urk.  39).  Mit  Präsidialverfügung  vom  28.  Juni 

2024 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und 

Art. 401  StPO  dem  Beschuldigten  zugestellt,  um  gegebenenfalls  Anschlussberu-

fung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig 

wurde  dem  Beschuldigten  in  Anwendung  von  Art. 34  StGB  Frist  gesetzt,  seine 

finanzielle  Leistungsfähigkeit  zu  belegen  (Urk. 41).  Der  Beschuldigte  verzichtete 

auf eine Anschlussberufung (Urk. 43). 

1.2. Mit  Eingabe  vom  29. Juli  2024  beantragte  der  Beschuldigte  die  Durchfüh-

rung  des  schriftlichen  Verfahrens  (Urk. 44).  Die  Staatsanwaltschaft  erhob  keine 

Einwände dagegen (Urk. 46). Mit Präsidialverfügung vom 15. August 2024 wurde 

das  schriftliche  Verfahren  angeordnet  und  der  Staatsanwaltschaft  Frist  zur 

Berufungsbegründung  angesetzt  (Urk. 47).  Mit  Eingabe  vom  9. September  2024 

reichte die Staatsanwaltschaft innert Frist die schriftliche Berufungsbegründung ein 

(Urk. 49). Mit Präsidialverfügung vom 16. September 2024 wurde dem Beschuldig-

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ten Frist zur Berufungsantwort angesetzt (Urk. 50). Mit Eingabe vom 18. November 

2024 reichte der Beschuldigte innert zweimal erstreckter Frist die Berufungsantwort 

ein  (Urk. 56).  Auf  eine  weitere  Stellungnahme  wurde  seitens  der  Staatsanwalt-

schaft verzichtet (Urk. 60).

1.3. Vorfragen oder Beweisanträge sind keine zu behandeln. Das Verfahren ist 

spruchreif.

2.

Umfang der Berufung

Die  Staatsanwaltschaft  hat  ihre  Berufung  gegen  das  vorinstanzliche  Urteil  nicht 

beschränkt  und  verlangt  die  anklagegemässe  Verurteilung  des  Beschuldigten 

(Urk. 39  S. 1  f.;  Urk. 49  S. 1  f.).  Demnach  sind  der  vorinstanzliche  Freispruch 

(Dispositiv-Ziff. 1) und damit zusammenhängend die Kosten- und Entschädigungs-

folgen  (Dispositiv-Ziff. 2  und  3)  angefochten.  Die  Abweisung  der  Genugtuungs-

forderung des Beschuldigten (Dispositiv-Ziff. 4) ist hingegen in Rechtskraft erwach-

sen, was vorab festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

3.

Prozessuales

Soweit nachfolgend für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  explizit  Erwähnung 

findet. Schliesslich hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich 

auseinanderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschrän-

ken.  Die  Entscheidbegründung  hat  dabei  die  wesentlichen  Überlegungen,  von 

denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, 

kurz zu nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen).

II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf

Die  Staatsanwaltschaft  wirft  dem  Beschuldigten  vor,  einen  wahrheitswidrigen 

Bericht für die Operation vom tt.mm.2020 von †B._____ im Universitären Herzzen-

trum Zürich am 30. Juli 2020 verfasst bzw. am 15. August 2020 als richtig visiert zu 

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haben. Die Operation habe von 08:34 Uhr bis 18:17 Uhr (insgesamt 703 Minuten) 

gedauert und es seien eine Mitralklappenrekonstruktion vorgenommen und drei By-

pässe gelegt worden. Diese Operation habe von Beginn an zunächst der Beschul-

digte und danach ab ca. 14:15 Uhr Dr. med. C._____ durchgeführt. Der Beschul-

digte habe im von ihm verfassten und visierten Operationsbericht bewusst und ge-

wollt  wahrheitswidrig  festgehalten,  dass  die  Operationsdauer  240 Minuten  betra-

gen habe. Ausserdem habe er bewusst und gewollt den Namen des zweiten Ope-

rateurs, Dr. med. C._____, weggelassen. Dabei habe er in Kauf genommen, dass 

der Operationsbericht im Rechtsverkehr verwendet werden könnte.

2.

Verurteilung wegen fahrlässiger Urkundenfälschung im Amt

Die Staatsanwaltschaft erwähnt in ihrer  Berufungserklärung, dass die Urkunden-

fälschung im Amt auch als Fahrlässigkeitsdelikt strafbar wäre (Urk. 39 S. 2). Ob sie 

damit  sinngemäss  –  eventualiter  zum  Vorsatzdelikt  –  eine  Verurteilung  des  Be-

schuldigten wegen Fahrlässigkeit verlangt, kann offen bleiben. Wie die Vorinstanz 

diesbezüglich zutreffend ausgeführt hat, wäre die fahrlässige Tatbegehung in der 

Anklageschrift  nicht  rechtsgenügend  umschrieben  (vgl.  vorstehend  Ziff. 1  und 

jüngst  dazu Urteil  BGer 7B_1050/2023  vom 27. Mai  2025  E. 2.3.2) und  überdies 

vor  Anklageerhebung  bereits  verjährt  (vgl.  Urk. 38  E. I./2.4).  Eine  Verurteilung 

wegen fahrlässiger Tatbegehung fällt daher ausser Betracht.

3. Objektiver Tatbestand bzw. äusserer Sachverhalt

Betreffend  den  äusseren  Sachverhalt  zeigte  sich  der  Beschuldigte  während  des 

gesamten Strafverfahrens grundsätzlich geständig, was die Vorinstanz zutreffend 

festgestellt hat (Urk. 38 E. II./2.1 mit zahlreichen Aktenverweisen). Auch im Beru-

fungsverfahren bestreitet der Beschuldigte nicht, dass in seinem Operationsbericht 

eine inkorrekte Operationszeit angegeben ist und ein Co-Operateur in der Liste der 

operierenden Ärzte fehlt (Urk. 57/1 S. 1 oben und S. 4 unten). Somit steht fest, dass 

im  Operationsbericht,  welchen  der  Beschuldigte  unterzeichnet  hat,  eine  falsche 

Operationsdauer aufgeführt ist und der zweite Operateur, Dr. med. C._____ (nach-

folgend  Dr.  C._____),  nicht  genannt  wird,  obwohl  er  die  Operation  ab  einem 

bestimmten Zeitpunkt durchführte.

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4.

Subjektiver Tatbestand bzw. innerer Sachverhalt

4.1. Der Beschuldigte bestreitet, vorsätzlich gehandelt zu haben. Zusammenge-

fasst bringt der Beschuldigte bzw. seine Verteidigung verschiedene Umstände vor, 

welche  den  fehlenden  Vorsatz  des  Beschuldigten  zeigen  sollen:  So  habe  der 

Beschuldigte per 1. Juli 2020 notfallmässig die Herzchirurgie des USZ übernom-

men, wobei es sich um eine äusserst hitzige, chaotische Phase gehandelt habe. 

Mit  dem  spitaleigenen  System,  dem  KISIM  [Klinikinformationssystem],  habe  er 

noch nie vorher zu tun gehabt. In der ersten Juli-Woche hätte er eine persönliche 

Einführung  in  das  KISIM  haben  sollen.  Diese  Einführung  sei  jedoch  kurzfristig 

abgesagt worden, wegen einer internen, dringlichen Angelegenheit. Die Einführung 

in das KISIM sei nie nachgeholt worden und er habe den Umgang mit dem KISIM 

danach durch "learning-by-doing" lernen müssen. Bei einzelnen Problemen habe 

er immer wieder seine persönliche Chef-Sekretärin konsultieren müssen. Der streit-

gegenständliche  Operationsbericht  sei  der  erste  Bericht  gewesen,  welchen  er 

versucht  habe,  mit  dem  KISIM  zu  erstellen.  Er  habe  nicht  gewusst,  dass  die 

Operationszeit schon vor der Operation durch die Anästhesie in den Computer ein-

gegeben werde und wo man diese Zeit im KISIM nach der Operation ändern könne. 

Es wäre sodann die Aufgabe des Sekretariats mit vier Sekretärinnen gewesen, ihn 

auf die inkorrekte Operationszeit und das Fehlen von Dr. C._____ im Operations-

bericht aufmerksam zu machen. Den Operationsbericht habe er am 30. Juli 2020 

diktiert und nachdem mehrere Versionen des Operationsberichtes erstellt worden 

seien,  sei  ihm  am  15. August  2020  eine  Anzeige  auf  den  Computer  geschickt 

worden,  dass  der  Operationsbericht  nun  definitiv  abgehakt  werden  könne.  Das 

habe er gemacht, indem er diese Anzeige angeklickt habe, wodurch der Operati-

onsbericht freigegeben worden sei (Urk. 24 S. 1 f.; Urk. 26 Rz. 3 ff.; Urk. 56 Rz. 10; 

Urk. 57/1  S. 2  f.).  Es  gebe  sodann  keinerlei  Motiv  seinerseits  für  einen  bewusst 

fehlerhaften  Eintrag.  Wenn  es  Probleme  bei  einem  Patienten  gebe  [Anm.:  Der 

Patient verstarb nach der Operation], lasse man mit Sicherheit keinen Operateur 

weg, sondern schreibe alle, die irgendeine Massnahme am Patienten vorgenom-

men  hätten,  auf,  weil  sich  dadurch  die  Verantwortung  aufteile  (Urk. 24  S. 3). 

Schliesslich hätten auch sämtliche Mitarbeiter vor Ort um die Operationsdauer und 

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die  im  Operationssaal  anwesenden  Personen  gewusst  (Urk. 26  Rz. 15  f.,  60  ff.; 

Urk. 56 Rz. 22 ff.). 

4.2. Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen vor, der Beschuldigte habe gewusst, 

dass die Operation nicht beendet gewesen sei, als er den Operationssaal um ca. 

14:15 Uhr verlassen habe, und diese damit länger als 240 Minuten gedauert habe, 

sowie dass die Operation von Dr. C._____ weitergeführt und beendet worden sei. 

Dennoch habe er den Operationsbericht am 15. August 2020 mit den unrichtigen 

Tatsachen  (Operationsdauer  und  Operateur)  als  richtig  visiert,  nachdem  er  ihn 

kontrolliert gehabt habe. Von einem Versehen könne daher keinesfalls ausgegan-

gen werden. Im Übrigen hätten weder ein Operationsbericht von Dr. C._____ noch 

eine Richtigstellung vom Beschuldigten zum fraglichen Operationsbericht Eingang 

in das Patientendossier von †B._____ gefunden. Der von der Vorinstanz erwähnte 

Operationsbericht der Herzchirurgie vom tt.mm.2020, worin Dr. C._____ als Ope-

rateur aufgeführt werde, beziehe sich auf die nach der ersten Operation aufgrund 

der eingetretenen Komplikationen notwendig gewordene zweite Operation (Revisi-

onsoperation).  Schliesslich  vermöge  sich  der  Beschuldigte  mit  seinen  Schuldzu-

weisungen an das Sekretariat nicht zu entlasten. Er sei der alleinige verantwortliche 

Verfasser des Operationsberichts und er habe den Operationsbericht denn auch 

am 15. August 2020 kontrolliert und als wahr und vollständig visiert (Urk. 49 S. 2 f. 

und 5).

4.3. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht ein Verbrechen oder Vergehen vorsätz-

lich,  wer  die  Tat  mit  Wissen  und  Willen  ausführt.  Nach  derselben  Bestimmung 

handelt bereits vorsätzlich, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in 

Kauf  nimmt.  Der  eventualvorsätzlich  handelnde  Täter  nimmt  den  Eintritt  des  als 

möglich erkannten Erfolges ernst, rechnet mit ihm und findet sich damit ab, mag er 

ihm  auch  unerwünscht  sein.  Dass  er  den  Erfolg  "billigt",  ist  nicht  erforderlich 

(BGE 133 IV 9 E. 4.1). 

4.4.

In beweistechnischer Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass sich die Inkauf-

nahme als innerer Vorgang letztlich in der Regel nicht direkt nachweisen lässt. Für 

den  Nachweis  des  Vorsatzes  kann  sich  das  Gericht  –  soweit  der  Täter  nicht 

geständig ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahr-

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ungsregeln stützen, die Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere 

Einstellung des Täters erlauben. Dabei darf vom Wissen des Täters auf den Willen 

geschlossen werden, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als so 

wahrscheinlich  aufdrängte,  dass  die  Bereitschaft,  sie  als  Folge  hinzunehmen, 

vernünftigerweise  nur  als  Inkaufnahme  des  Erfolges  ausgelegt  werden  kann 

(BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2.; BGE 133 IV 222 E. 5.3; BGE 130 

IV 58 E. 8.4). Zu den relevanten Umständen für die Entscheidung der Rechtsfrage, 

ob der Täter eventualvorsätzlich oder (bewusst) fahrlässig gehandelt hat, gehören 

unter  anderem  die  Grösse  des  ihm  bekannten  Risikos  der  Tatbestandsverwirk-

lichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser etwa das Risiko 

des Erfolgseintritts ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto 

näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der Täter habe die Tatbestandsver-

wirklichung  in  Kauf  genommen.  Zu  den  relevanten  Umständen  können  auch  die 

Beweggründe  des  Täters  und  die  Art  der  Tathandlung  gehören  (BGE  135  IV  12 

E. 2.3.2 f.; BGE 125 IV 242 E. 3c mit weiteren Hinweisen). 

4.5. Die relevanten Beweismittel und deren Verwertbarkeit, die Grundsätze der 

Beweiswürdigung  sowie  die  wesentlichen  Aussagen  des  Beschuldigten  hat  die 

Vorinstanz zutreffend wiedergegeben (Urk. 38 E. II./3., 4.1 und 4.2). Darauf kann 

verwiesen werden.

4.6. Den Vorsatz des Beschuldigten verneinte die Vorinstanz zusammengefasst 

aus  den  folgenden  Gründen:  Zum  einen  habe  der  Beschuldigte  in  detaillierter, 

schlüssiger und einleuchtender Art dargelegt, wie es aufgrund seiner beschränkten 

Kenntnisse  des  KISIM,  der  hektischen  Umstände  um  die  Leitungssituation,  der 

Spaltung  des  Klinikpersonals  in  unterschiedliche  Lager  und  nicht  zuletzt  seiner 

umfangreichen Verantwortung für die Führung des universitären Herzzentrums des 

USZ  zur  Erstellung  des  fehlerhaften  Operationsberichts  gekommen  sei.  Ebenso 

nachvollziehbar  erscheine  seine  Erklärung,  dass  er  nach  Kenntnisnahme  der 

Fehler  im  Operationsbericht  eine  eigenhändige  nachträgliche  Korrektur  habe 

vermeiden  wollen,  zumal  sein  Vorgänger  Prof.  D._____  durch  solche  mutmass-

lichen Machenschaften kurz zuvor mit einer Strafuntersuchung wegen Urkunden-

fälschung  im  Amt  konfrontiert  gewesen  sei  (Urk. 38  E. II./4.3.1).  Die  E-Mail  vom 

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1. September 2020 belege, dass der Beschuldigte mit Dr. C._____ bereits Wochen 

zuvor die Anfertigung eines zweiten Operationsberichts durch Dr. C._____ bespro-

chen habe. Aus einer weiteren E-Mail des Beschuldigten vom 3. September 2020 

an den Rechtsdienst des USZ ergebe sich sodann, dass sich der Beschuldigte auf-

grund des medialen Interesses zum entsprechenden Vorgehen veranlasst gesehen 

habe. Der nachträglich angefertigte Operationsbericht finde sich auch in den Akten 

(Urk. 38  E. II./4.3.5  ff.).  Die  Zeuginnen  Prof.  E._____,  F._____  sowie  G._____ 

hätten nichts zu Protokoll gegeben, was den Vorsatzvorwurf zu erhärten vermocht 

hätte. Vielmehr habe die Zeugin F._____, damalige Sekretariatsmitarbeiterin des 

Beschuldigten, die Aussage des Beschuldigten gestützt, wonach die Operations-

dauer automatisch ins KISIM übernommen werde (Urk. 38 E. II./4.3.3 f.). Sodann 

habe  die  Zeugin  F._____  eingeräumt,  standardmässig  Rechtschreibekorrekturen 

in den Operationsberichten vorgenommen und die Auflistung der beteiligten Ope-

rateure anhand des Operationsplanes abgeglichen zu haben. Hingegen habe sie 

implizit den Vorwurf des Beschuldigten zurückgewiesen, wonach sie die beiden in-

haltlichen Fehler hätte korrigieren müssen (Urk. 38 E. II./4.3.11). In Bezug auf die 

Frage  des  Motivs  hielt  die  Vorinstanz  fest,  es  sei  zwar  zu  konstatieren,  dass  zu 

Beginn der Strafuntersuchung die (anonyme) Behauptung im Raum gestanden sei, 

dass der Beschuldigte mittels eines beschönigten bzw. falschen Operationsberichts 

zu verschleiern versucht habe, dass er am selben Tag der Operation eine weitere 

Verpflichtung  in  der  Klinik  im  Park  wahrgenommen  habe.  Eine  entsprechende 

Sorgfaltspflichtverletzung  habe  jedoch  im  Verlauf  der  Strafuntersuchung  wegen 

fahrlässiger Tötung ausgeschlossen werden können. Somit stehe fest, dass dem 

Beschuldigten durch das Weglassen des zweiten Operateurs wie auch mit der zu 

kurzen  Operationsdauer  im  Operationsbericht  keinerlei  Vorteil  erwachsen  sei 

(Urk. 38 E. II./4.3.9).

4.7. Der Würdigung der Vorinstanz ist im Ergebnis zuzustimmen. 

4.8.

Zwar kann – entgegen der Vorinstanz (Urk. 38 E. II./4.3.8) – aus dem Um-

stand, dass sich der Beschuldigte im Nachhinein um eine transparente, nachvoll-

ziehbare und zeitnahe Bereinigung des inhaltlich fehlerhaften Operationsberichtes 

bemüht hatte, nicht auf die innere Gesinnung des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt 

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geschlossen  werden.  Nachweislich  hatte  sich  der  Beschuldigte  erst  nach  einem 

Medienartikel  der  H._____  [Zeitschrift]  vom  tt.mm.2020  sowie  einer  E-Mail  von 

I._____ vom 31. August 2020, in welcher ihm offenbart wurde, dass Herrn I._____ 

der fragliche Operationsbericht sowie eine Strafanzeige, u.a. wegen Urkundenfäl-

schung, vorliege, um eine Berichtigung seines fehlerhaften Operationsberichts be-

müht 

(vgl.  Urk. 11/46;  Urk. 4/4  F/A 6).  Zu  diesem  Zeitpunkt  war  der 

Operationsbericht  vom  Beschuldigten  bereits  abgeschlossen  und  visiert.  Ange-

sichts  dessen  kann  aus  dem  nachträglichen  Verhalten  des  Beschuldigten  nicht 

abgeleitet werden, dass er den Operationsbericht nie falsch verfassen bzw. in den 

Rechtsverkehr einbringen wollte. Gleiches gilt auch hinsichtlich des Wissens des 

Beschuldigten  um  die  fehlende  Sorgfaltspflichtverletzung  betreffend  fahrlässige 

Tötung. Dies wurde erst nachträglich eingehend abgeklärt und festgestellt.

4.9. Massgebend sind im vorliegenden Fall die Umstände der Tatbegehung. Die 

Operation von †B._____ fand am tt.mm.2020 statt. Den Bericht für die Operation 

verfasste der Beschuldigte am 30. Juli 2020 im KISIM. Am 15. August 2020 visierte 

der Beschuldigte den Bericht elektronisch (Urk. 4/1 F/A 100, 116; Urk. 4/2; Urk. 4/5 

F/A 4).  Per  1.  Juli  2020  hatte  der  Beschuldigte  kurzfristig  und  notfallmässig  die 

Stelle als … [Position] in der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich 

(USZ) übernommen. Dies nachdem sein Vorgänger Prof. D._____ aufgrund diver-

ser Vorwürfe freigestellt worden war und sich die Klinik für Herzchirurgie am USZ 

in  einer  ausserordentlichen  Lage  befand.  Dies  ergibt  sich  insbesondere  aus  den 

Aussagen des Beschuldigten, zahlreichen Presseartikeln und klinikinternen Doku-

menten (Urk. 4/1 F/A 6 ff.; Urk. 11/13 ff.; Urk. 11/57; Urk. 11/91 f.; Prot. I S. 14 f.). 

Zweifellos  waren  dabei  diverse  Aufgaben  und  Herausforderungen  zu  bewältigen 

und war der Beschuldigte während der Einarbeitung in diese neue Position ausser-

ordentlich beansprucht – der Beschuldigte spricht davon, dass er vom 1. Juli bis 

31. Dezember 2020 ununterbrochen Dienst, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit ge-

habt habe und die Monate Juli und August die schlimmsten Monate seiner gesam-

ten beruflichen Erfahrung gewesen seien (Urk. 4/1 F/A 17 f.). In dieser hektischen 

und stressigen Anfangszeit als … [Position] waren daher nebst dem Verfassen von 

Operationsberichten viele andere, prioritäre Aufgaben zu erledigen. Unter solchen 

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Umständen steigt naturgemäss die Wahrscheinlichkeit, Fehler bei Routinearbeiten, 

wozu das Verfassen von Operationsberichten gehörte, zu begehen. 

4.10. Aufgrund der (glaubhaften) Aussagen des Beschuldigten ist sodann erstellt 

– und blieb seitens der Staatsanwaltschaft unwidersprochen –, dass der Beschul-

digte keine Einführung in das KISIM erhalten hatte. Zwar wäre eine Einführung des 

Beschuldigten vorgesehen gewesen, der Beschuldigte verpasste diese aber, weil 

er  notfallmässig  an  einer  klinikinternen  Sitzung  teilnehmen  musste  (Urk. 4/1 

F/A 101).  Der  Operationsbericht  vom  tt.mm.2020  war  dann  einer  der  ersten, 

welchen  der  Beschuldigte  selber  verfasste  (Urk. 4/1  F/A 102).  Auch  diese 

Umstände – keine Einführung in das KISIM und keine Übung beim Verfassen von 

Operationsberichten im KISIM – erhöhten die Wahrscheinlichkeit für Fehler beim 

Verfassen des Operationsberichtes.

4.11. Erstellt ist sodann, dass die Angaben über den Patienten sowie die Operati-

onsdauer  vom  Operationsplan  im  KISIM  automatisch  in  den  Operationsbericht 

übernommen wurden, wobei die automatisch übertragene Operationszeit durch die 

Anästhesie präoperativ erfasst wurde (Urk. 4/4 F/A 16 ff.; Urk. 5/19 F/A 16 ff.). Im 

vorliegenden Fall dauerte die Operation aufgrund der aufgetretenen Komplikatio-

nen letztlich wesentlich länger als zunächst geplant. Der Beschuldigte passte die 

Operationszeit im Bericht nicht an. Aufgrund seiner lückenhaften Kenntnisse des 

KISIM erscheint plausibel, dass er von einer automatischen Übernahme der effek-

tiven,  und  nicht  der  geplanten,  Operationsdauer  ausging  und  gar  nicht  daran 

dachte, die Operationsdauer anzupassen (vgl. Urk. 4/1 F/A 124 ff., 159 ff.; Urk. 4/4 

F/A 18). 

4.12. Die bei der Operation anwesenden Operateure musste man dagegen beim 

Verfassen  des  Berichts  selbständig  aus  einer  Menüliste  anwählen.  Der  Beschul-

digte konnte im Nachhinein nicht mehr sagen, ob er Dr. C._____ nicht angeklickt 

oder aber versehentlich gelöscht hatte, als er andere Personen ausgewählt hatte 

(Urk. 4/1  F/A 107  f.).  Auch diese  Aussagen  des  Beschuldigten  erscheinen  ange-

sichts der mangelhaften Kenntnisse und Erfahrung mit dem KISIM glaubhaft. Die 

Möglichkeit, dass der Beschuldigte Dr. C._____ versehentlich nicht angeklickt oder 

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beim Anklicken von anderen Personen wieder gelöscht hatte, ist zumindest wahr-

scheinlich.

4.13. Es  ist  auch  erstellt,  dass  der  Operationsbericht  nach  der  Erstfassung  des 

Beschuldigten im KISIM noch durch seine Sekretärin F._____ überarbeitet wurde 

und dabei zahlreiche Änderungen vorgenommen wurden (Urk. 4/4 F/A 20; Urk. 4/5 

F/A 3  ff.,  Urk. 4/6-4/9).  Letztere  bestätigte  denn  auch,  dass  das  Korrigieren  der 

Operationsberichte grundsätzlich eine ihrer Aufgaben war (Urk. 5/19 F/A 12 f.). Im 

Zuge dessen glich sie den Operationsbericht in der Regel auch mit dem Operati-

onsplan ab und überprüfte, ob die Operateure, welche im Operationsplan aufge-

führt  waren,  im  Operationsbericht  erschienen  (Urk. 5/19  F/A 22).  Angesichts 

dessen erscheint es nachvollziehbar, wenn der Beschuldigte davon ausging, dass 

im  Operationsbericht  zumindest  die  darin  enthaltenen  objektiv  überprüfbaren 

Angaben, wie die Operationsdauer oder die anwesenden Operateure, von seinem 

Sekretariatspersonal  geprüft  und  gegebenenfalls  korrigiert  wurden.  Es  ist  daher 

naheliegend, dass der Beschuldigte seine Aufmerksamkeit eher auf den Verlaufs-

bericht statt auf diese Angaben gerichtet haben dürfte.

4.14. Nachvollziehbar erläuterte der Beschuldigte sodann die Bedeutung des vor-

liegenden Operationsberichts aus seiner Sicht: Mit dem Operationsbericht würden 

normalerweise alle Zuweiser und nachbehandelnden Ärzte über jedes Detail orien-

tiert.  Im  vorliegenden  Fall  habe  der  Bericht  nach  dem  Versterben  des  Patienten 

aber  lediglich  der  Administration  zu  Abrechnungszwecken  gedient.  Er  habe  sich 

daher angesichts der Arbeitsüberlastung summarisch kurz gehalten, da den Bericht 

niemanden  mehr  interessiert  habe  (Urk. 4/4  F/A 10).  Daraus  erhellt,  dass  der 

Beschuldigte den Bericht nicht als besonders wichtig erachtete und entsprechend 

zügig abgearbeitet haben dürfte, ohne dabei die grösstmögliche Sorgfalt walten zu 

lassen.

4.15. Die  finale  Version  des  Operationsberichts  erhielt  der  Beschuldigte  vier 

Wochen nach der Operation, am 15. August 2020, zur Unterzeichnung. Dazu führte 

er das Folgende aus: Auf dem Bildschirm des Computers erhalte man die Meldung, 

dass man den Bericht visieren müsse. Dann mache man einen Klick. Zu diesem 

Zeitpunkt  habe  er  nicht  mehr  den  gesamten  Operationsbericht  durchgelesen, 

-  13  -

sondern  nur  "Visum"  gedrückt  (Urk. 4/4  F/A 19).  Aus  diesen,  aufgrund  der  Um-

stände glaubhaften, Aussagen des Beschuldigten ergibt sich, dass er den Bericht 

vor der Visierung nicht mehr durchgelesen hatte, sondern ohne nochmalige Kon-

trolle sein elektronisches Visum setzte. Für das gegenteilige Vorbringen der Staats-

anwaltschaft, dass der Beschuldigte am 15. August 2020 den Bericht kontrolliert 

habe, bevor er diesen visierte (Urk. 49 S. 2 und 3), gibt es keine Hinweise in den 

Akten.

4.16. Schliesslich  liegt  –  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  bemerkte  (Urk. 38 

E. II./4.3.9) – kein Motiv des Beschuldigten vor, den Operationsbericht zu fälschen. 

Dies blieb seitens der Staatsanwaltschaft unwidersprochen (Urk. 49, insb. S. 5). Es 

kann  daher  zur  Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen  auf  die  zutreffenden 

Erwägungen  im  vorinstanzlichen  Entscheid  verwiesen  werden.  Ergänzend  ist 

anzufügen, dass das Engagement des Beschuldigten in der Klinik im Park (J._____ 

AG)  seiner  Arbeitgeberin  bekannt  und  von  dieser  bewilligt  war  (Urk. 11/91  S. 2; 

Urk. 11/92 S. 3 unten). Der Beschuldigte war sodann – entgegen dem Vorwurf in 

der Strafanzeige (Urk. 1 S. 3 oben) – während seiner Abwesenheit jederzeit für die 

operierenden Ärzte erreichbar, was durch die Zeugin Dr. E._____ glaubhaft bestä-

tigt wurde (Urk. 5/1 F/A 53 ff., 77; Urk. 5/5 F/A 58 ff.). Ein Motiv, im Operationsbe-

richt Dr. C._____ als Operateur wegzulassen oder eine zu kurze Operationsdauer 

zu erfassen, um allenfalls seine Abwesenheit zu verschleiern, liegt daher nicht vor. 

Das fehlende Motiv des Beschuldigten deutet ebenfalls auf nicht vorsätzliches Han-

deln hin. 

4.17. Angesichts der vorhandenen Beweismittel und der vorstehend aufgeführten 

Umstände lässt sich der Vorsatz des Beschuldigten letztlich nicht rechtsgenügend 

nachweisen. Der Beschuldigte ist daher vollumfänglich freizusprechen.

4.18. Die  Urkundenqualität  des  Operationsberichts  bzw.  der  entsprechenden 

Angaben kann offengelassen werden (vgl. dazu BGE 141 III 363).

-  14  -

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Zufolge Bestätigung des erstinstanzlichen Freispruchs ist auch das erstinstanzliche 

Kostendispositiv (Ziffer 2 und 3) zu bestätigen. 

2.

Zweitinstanzliches Verfahren

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausgangsgemäss ausser Ansatz. 

Der Beschuldigte hat bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine nach dem 

Anwaltstarif  festzulegende  Entschädigung  für  anwaltliche  Verteidigung  (Art. 429 

Abs. 1  lit. a  StPO).  Da  vorliegend  weder  der  Antrag  auf  Prozessentschädigung 

beziffert noch eine Honorarnote eingereicht wurde (Urk. 56 S. 2 und Rz. 29), ist der 

Aufwand für angemessene anwaltliche Verteidigung nach pflichtgemässem Ermes-

sen zu schätzen (BSK StPO-WEHRENBERG/FRANK, 3. Aufl., 2023, Art. 429 N 17b). 

Im Berufungsverfahren war durch die Verteidigung des Beschuldigten lediglich eine 

kurze  Berufungsbegründung  schriftlich  zu  beantworten.  Komplexe  tatsächliche 

oder rechtliche Fragen stellten sich dabei nicht und der Prozessstoff war aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren bekannt. Es rechtfertigt sich daher, dem Beschuldigten 

eine Prozessentschädigung für anwaltliche Verteidigung von pauschal Fr. 2'000.– 

(inkl. MwSt.) zuzusprechen.

-  15  -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 19. April 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

2.

3.

4.

5.

6.

(…)

(…)

(…)

Der Genugtuungsanspruch wird abgewiesen.

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

Der Beschuldigte wird vollumfänglich freigesprochen.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 2 und 3) wird bestätigt. 

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Allfällige weitere 

Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.

1.

2.

3.

4.

Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 2'000.– für an-

waltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.

5.

Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an





die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an



die Vorinstanz

-  16  -



die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-
mäss Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 40.

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 3. Juli 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. B. Gut

MLaw F. Herren