# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb8692a9-e8d1-5f37-b227-ef8b5c566066
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2015 A-6652/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6652-2014_2015-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-6652/2014 

 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch,  

Richter Pascal Mollard,    

Gerichtsschreiber Beat König. 
 

 
 

Parteien 

 
A._______ GmbH,  

vertreten durch Rechtsanwälte Dr. iur. Martin Eisenring und 

MLaw Jean-Claude Spillmann,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
Eidg. Steuerverwaltung ESTV,  

Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Amtshilfe (DBA-F). 

 

 

A-6652/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Direction Générale des Finances Publiques von Frankreich (im 

Folgenden: DGFP) mit Schreiben vom 7. Dezember 2012 gestützt auf 

Art. 28 des Abkommens vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz 

und Frankreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet 

der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeidung von 

Steuerbetrug und Steuerflucht (SR 0.672.934.91; DBA-F) ein Amtshilfege-

such an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) richtete;  

dass die DGFP hinsichtlich des dem Ersuchen zugrunde liegenden Sach-

verhaltes ausführt, die französische Steuerverwaltung führe ein Kontroll-

verfahren betreffend die französische Gesellschaft B._______ durch;  

dass sie weiter erklärt, die erwähnte Gesellschaft habe im Zusammenhang 

mit dem Verkauf geistiger Getränke nach Y._______ Kommissionen an die 

schweizerische A._______ GmbH bezahlt;  

dass die DGFP ferner festhält, dass die bezahlten Kommissionen in dem 

zwischen der B._______ und dem Klienten C._______ abgeschlossenen 

Vertrag nicht vorgesehen seien;  

dass das Amtshilfegesuch im Zusammenhang mit der französischen Kör-

perschaftssteuer betreffend die B._______ und das ab 1. Juli 2010 begin-

nende Steuerjahr gestellt wurde;  

dass es nach der darin enthaltenen Darstellung der Feststellung der von 

der B._______ an die A._______ GmbH überwiesenen Beträge sowie der 

Feststellung der Natur der Geschäfte zwischen diesen beiden Gesellschaf-

ten dient; 

dass im Amtshilfegesuch unter dem Abschnitt «Renseignements et 

documents souhaités» verschiedene Fragen an die ESTV gestellt sowie 

bestimmte Angaben sowie Unterlagen verlangt werden;  

dass dieser Abschnitt des Gesuches im Wesentlichen wie folgt lautet:   

«(a)  Merci d'indiquer si la société A._______ GmbH est connue des ser-

vices fiscaux suisses. Dans l'affirmative, merci de produire la copie 

des statuts de cette société.  

(b)  Veuillez préciser le nom et l'adresse des dirigeants et associés, ainsi 

que la répartition du capital entre les associés par nature de titres.  

A-6652/2014 

Seite 3 

(c)  Quelle est la nature de l'activité exercée par la société suisse? Quels 

sont les moyens matériels et humains pour exercer cette activité (lo-

caux, nombre de salariés, actifs ...)? La société exerce-t-elle son acti-

vité à l'adressé mentionnée ci-dessus ou dispose-t-elle d'une autre 

adresse d'où elle exerce son activité? 

(d)  La société suisse dépose-t-elle régulièrement des déclarations? Dans 

l'affirmative, merci de produire la déclaration de résultats pour les an-

nées 2010 et 2011 (bilan et compte de résultats). Merci de préciser lè 

régime, le taux et le quantum d'impôt sur les sociétés cantonal et fé-

déral dû.  

(e)  La société A._______ GmbH a-t-elle conclu un contrat avec la société 

française et/ou avec le client ... C._______? Merci d'en produire la (ou 

les) copie(s). 

(f)  La société suisse a-t-elle comptabilisé des commissions versées par 

la B._______ au cours des années 2010 et 2011? Merci de produire 

tout document relatif à l'encaissement de ces commissions (extraits 

de comptabilité, factures, dates, montants, etc).»;   

dass die ESTV mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 die Steuerverwal-

tung des Kantons X._______ darum ersucht hat, ihr die im Amtshilfeersu-

chen gestellten Fragen zu beantworten;  

dass die Steuerverwaltung des Kantons X._______ auf dieses Ersuchen 

hin mit Schreiben vom 9. Januar 2014 Ausführungen zu den im Amtshilfe-

gesuch gestellten Fragen machte und verschiedene Unterlagen einreichte;  

dass die ESTV mit Editionsverfügung vom 21. Januar 2014 die A._______ 

GmbH darum ersuchte, zu einzelnen der im Amtshilfeersuchen gestellten 

Fragen Stellung zu nehmen und Unterlagen einzureichen;  

dass die A._______ GmbH dieser Aufforderung am 29. Januar 2014 nach-

gekommen ist;  

dass die ESTV die A._______ GmbH mit Schreiben vom 19. März 2014 

unter Einräumung der Gelegenheit zur Stellungnahme darüber in Kenntnis 

setzte, welche Informationen sie der DGFP gestützt auf das Amtshilfeersu-

chen zu übermitteln beabsichtigte;  

dass die A._______ GmbH innert erstreckter Frist und nach Einsichtnahme 

in die Verfahrensakten am 1. Mai 2014 eine Stellungnahme einreichen 

liess;  

A-6652/2014 

Seite 4 

dass die ESTV am 17. September 2014 eine Schlussverfügung erliess, mit 

welcher im Wesentlichen angeordnet wurde, dass die ESTV der DGFP 

Amtshilfe «betreffend A._______ GmbH» leistet;  

dass einer der Rechtsanwälte der A._______ GmbH die ESTV mit Telefo-

nat vom 9. Oktober 2014 darauf hinwies, dass das Dispositiv der Schluss-

verfügung vom 17. September 2014 in Bezug auf die Bezeichnung der vom 

Verfahren betroffenen Person fehlerhaft sei;  

dass die ESTV vor diesem Hintergrund ihre Schlussverfügung vom 

17. September 2014 mit Verfügung vom 13. Oktober 2014 in Wiedererwä-

gung zog (vgl. Dispositiv-Ziff. 1 der Wiedererwägungsverfügung);  

dass die ESTV nach der Wiedererwägungsverfügung der DGFP Amtshilfe 

betreffend die B._______ leistet (Dispositiv-Ziff. 2 der Wiedererwägungs-

verfügung) und ihr folgende von der Steuerverwaltung des Kantons 

X._______ sowie der A._______ GmbH edierten Informationen betreffend 

die B._______ übermittelt (Dispositiv-Ziff. 3 der Wiedererwägungsverfü-

gung):  

«a)  La société A._______ GmbH est connue des autorités suisses. Veuillez 

trouver en annexe 1 l'extrait du registre du commerce du canton 

X._______ pour sa date d'immatriculation. 

b) Veuillez trouver l'extrait du registre du commerce qui précise l'identité des 

dirigeants (annexe 1). Dans la période visée par la demande, l'actionnariat 

était composé comme suit: 

95 % D._______, domicilié à …, Suisse 

5 % E._______, domicilié à …, Suisse 

c)  Le siège de la société A._______ GmbH est à l'adresse …, Suisse. Elle 

dispose également d'un bureau à X._______, Suisse. La société dispose 

de deux employés. 

d) La société A._______ GmbH remplit ses obligations fiscales auprès des 

autorités suisses. Elle est par ailleurs assujettie de façon illimitée aux im-

pôts cantonal, communal et fédéral. Au surplus, en vertu de l'article 28 

alinéa 1 de la CDI FR-CH la copie des déclarations fiscales déposées ne 

constitue pas un élément pertinent. 

Vous trouverez en annexe 2 le bilan et le compte de résultats pour les 

années 2010 et 2011. 

A-6652/2014 

Seite 5 

e)  La société A._______ GmbH a conclu un contrat avec les sociétés 

B._______ et C._______. Veuillez trouver en annexe 3 le contrat entres 

les trois sociétés. 

f)  La société A._______ GmbH comptabilise les commissions versées par 

la société B._______. Veuillez trouver en annexe 4 l'extrait des documents 

comptables relatifs aux commissions versées par la B._______.»;   

dass die ESTV gemäss Dispositiv-Ziff. 4 der Wiedererwägungsverfügung 

die DGFP darauf hinweisen wird, dass  

«a.  die unter Ziffer 3 genannten Informationen im ersuchenden Staat nur 

im Verfahren gegen B._______, …, Frankreich, für den im Ersuchen 

vom 7. Dezember 2012 genannten Tatbestand verwertet werden dür-

fen; 

b.  die erhaltenen Informationen, wie die aufgrund des französischen 

Rechts beschafften Informationen geheim zu halten sind und nur den 

Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und der Ver-

waltungsbehörden) zugänglich gemacht werden dürfen, die mit der 

Veranlagung oder der Erhebung, mit der Vollstreckung oder der Straf-

verfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich 

der in Artikel 28 des schweizerisch-französischen Doppelbesteue-

rungsabkommens vom 9. September 1966 genannten Steuern be-

fasst sind. Diese Personen oder Behörden dürfen die Informationen 

nur für diese Zwecke verwenden.»; 

dass die A._______ GmbH (im Folgenden auch: Beschwerdeführerin) am 

13. November 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben 

liess;  

dass sie beantragt, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 

«Mehrwertsteuerzuschlag») zulasten der ESTV sei diese «in Bezug auf 

[Dispositiv-]Ziff. 3 lit. f der Wiedererwägungsverfügung vom 13. Oktober 

2014 […] anzuweisen, in den betreffenden Dokumenten sämtliche Hin-

weise (insbesondere Namen) auf vom Verfahren gegen B._______ nicht 

betroffene Personen (Privatpersonen und Gesellschaften) zu schwärzen 

und nur diese geschwärzten Dokumente im Rahmen der Amtshilfe an die 

französischen Behörden zu übermitteln» (Beschwerde, S. 2);  

dass die Beschwerdeführerin ferner verlangt, ihr seien «die geschwärzten 

wie auch die ungeschwärzten Dokumente […] vor der Übermittlung unter 

Ansetzung einer Frist zur Einsprache vorzulegen» (Beschwerde, S. 2);  

A-6652/2014 

Seite 6 

dass sodann mit der Beschwerde sinngemäss verlangt wird, das Verfahren 

sei mit einem Beschwerdeverfahren gegen die ebenfalls am 13. Oktober 

2014 erlassene, an die A._______ GmbH adressierte Schlussverfügung 

der ESTV mit der Ref.-Nr. … zu vereinigen; 

dass die ESTV mit Vernehmlassung vom 12. Januar 2015 beantragt, die 

Beschwerde sei kostenpflichtig abzuweisen;  

dass auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten 

Unterlagen – sofern erforderlich – in den folgenden Erwägungen eingegan-

gen wird;  

und zieht in Erwägung, 

1. 

dass dem vorliegenden Verfahren ein Amtshilfegesuch der französischen 

Steuerbehörde gestützt auf Art. 28 DBA-F zugrunde liegt;  

dass die heute geltende Fassung dieser Amtshilfebestimmung seit dem 

4. November 2010 in Kraft (vgl. Art. 28 DBA-F in der Fassung gemäss Art. 

7 des Zusatzabkommens vom 27. August 2009 zum DBA-F [AS 2010 5683; 

im Folgenden: Zusatzabkommen 2009]) und in zeitlicher Hinsicht auf Ka-

lender- oder Geschäftsjahre anwendbar ist, welche ab dem 1. Januar nach 

Unterzeichnung des Zusatzabkommens 2009, also ab dem 1. Januar 2010 

beginnen (Art. 11 Abs. 3 Zusatzabkommen 2009); 

dass das im vorliegenden Fall in Frage stehende Amtshilfegesuch mit 

Schreiben vom 7. Dezember 2012 gestellt wurde und es das ab dem 1. Juli 

2010 beginnende Steuerjahr betrifft;  

dass somit Art. 28 DBA-F in der erwähnten Fassung anwendbar ist;  

dass Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom 1. September 2010 über die Amts-

hilfe nach Doppelbesteuerungsabkommen (ADV; AS 2010 4017) festhält, 

dass der Vollzug der Amtshilfe nach den neuen oder revidierten Abkommen 

zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, die nach dem In-krafttreten dieser 

Verordnung in Kraft treten, durch diese Verordnung geregelt wird;  

dass die ADV am 1. Oktober 2010 in Kraft trat (Art. 18 ADV);  

A-6652/2014 

Seite 7 

dass die vorliegend anwendbare Amtshilfeklausel des DBA-F (wie ausge-

führt) am 4. November 2010 und damit nach dem Inkrafttreten der ADV in 

Kraft trat;  

dass somit die ADV im hier zu beurteilenden Fall anzuwenden ist, aber die 

abweichenden Bestimmungen des im Einzelfall anwendbaren Abkommens 

– hier also des DBA-F – vorbehalten sind (vgl. Art. 1 Abs. 2 ADV);  

dass die ADV vorliegend weiterhin gilt, obwohl auf den 1. Februar 2013 das 

Bundesgesetz vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe 

in Steuersachen (StAhiG; SR 672.5) in Kraft getreten ist;  

dass nämlich das StAhiG nur auf Amtshilfegesuche anwendbar ist, die 

nach dessen Inkrafttreten eingereicht wurden (vgl. Art. 24 StAhiG e contra-

rio);  

2. 

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 VGG Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG beurteilt;  

dass zu den beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbaren Verfügungen 

damit auch die – vorliegend wiedererwägungsweise am 13. Oktober 2014 

erlassene – Schlussverfügung der ESTV im Bereich der internationalen 

Amtshilfe gehört (vgl. Art. 32 VGG e contrario und Art. 4 ADV; BGE 139 II 

404 E. 2.1.1 und 2.3);  

dass die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Behandlung 

der Beschwerde somit gegeben ist;  

dass die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen der Beschwerdebefug-

nis erfüllt, da sie am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat und als 

Verfügungsadressatin sowie mit Blick auf die sie betreffenden, nach der 

angefochtenen Wiedererwägungsverfügung an die DGFP zu übermitteln-

den Informationen materiell beschwert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG in Ver-

bindung mit Art. 13 Abs. 2 ADV; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

A-2932/2013 vom 29. Juli 2013 E. 1.3); 

dass die Beschwerde zudem form- und fristgerecht eingereicht wurde (vgl. 

Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG, je in Verbindung mit Art. 4 Abs. 5 

und Art. 13 Abs. 4 ADV);  

dass auf die Beschwerde somit einzutreten ist;  

A-6652/2014 

Seite 8 

3. 

dass die Beschwerdeführerin beantragt, das Verfahren sei mit einem Be-

schwerdeverfahren betreffend eine an sie adressierte Schlussverfügung 

der ESTV vom 13. Oktober 2014 mit der Ref.-Nr. … (Verfahren 

A-6648/2014) zu vereinigen;  

dass grundsätzlich jeder vorinstanzliche Entscheid bzw. jede Verfügung ein 

selbständiges Anfechtungsobjekt bildet und deshalb einzeln anzufechten 

ist; dass es aber gerechtfertigt ist, von diesem Grundsatz abzuweichen und 

die Anfechtung in einer gemeinsamen Beschwerdeschrift und in einem ge-

meinsamen Verfahren mit einem einzigen Urteil zuzulassen, wenn die ein-

zelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen 

und sich in allen Fällen gleiche oder ähnliche Rechtsfragen stellen (statt 

vieler: BGE 123 V 214 E. 1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-

1184/2012 vom 31. Mai 2012 E. 1.2.1, mit Hinweisen);  

dass unter den gleichen Voraussetzungen auch getrennt eingereichte Be-

schwerden in einem Verfahren vereinigt werden können (Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts A-6537/2013 und A-7158/2013 vom 23. Septem-

ber 2014 E. 1.1.1);  

dass die Frage der Vereinigung von Verfahren im Ermessen des Gerichts 

steht und mit dem Grundsatz der Prozessökonomie zusammenhängt, wo-

nach ein Verfahren im Interesse aller Beteiligten möglichst einfach, rasch 

und zweckmässig zum Abschluss gebracht werden soll (BGE 131 V 222 E. 

1, 128 V 124 E. 1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5499/2012 und 

A-5505/2012 vom 22. März 2013 E. 1.2.1; zum Ganzen: ANDRÉ MOSER et 

al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 

3.17);  

dass es in den vorliegenden Verfahren A-6648/2014 und A-6652/2014 um 

zwei verschiedene Amtshilfegesuche der DGFP betreffend die B._______ 

geht und teils unterschiedliche Fragen zu klären sind;  

dass eine Verfahrensvereinigung deshalb aus prozessökonomischer Sicht 

nicht als geboten erscheint, auch wenn die Beschwerdeführerin die in den 

beiden Verfahren streitbetroffenen Verfügungen der Vorinstanz mit einer 

einzigen Eingabe angefochten hat, sich die erhobenen Rügen jeweils auf 

beide Verfahren beziehen und der gleiche Grundsachverhalt in Frage 

steht;  

A-6652/2014 

Seite 9 

dass somit der Antrag auf Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit 

dem Verfahren A-6648/2014 abzuweisen ist;  

4. 

dass vorliegend zu Recht unbestritten ist, dass die ESTV ihre Schlussver-

fügung vom 17. September 2014 gestützt auf Art. 58 Abs. 1 VwVG in Wie-

dererwägung ziehen durfte (vgl. zur Zulässigkeit der Wiedererwägung Art. 

58 Abs. 1 VwVG sowie anstelle vieler ANDREA PFLEIDERER, in: Bernhard 

Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2009, Art. 58 N. 17 ff.);  

dass die Beschwerdeführerin indessen insbesondere rügt, ihr rechtliches 

Gehör sei verletzt worden;  

dass sie zur Begründung ausführt, die Vorinstanz habe nicht kenntlich ge-

macht, welche Dokumente bzw. welche Informationen sie als «annexe 4» 

im Sinne von Dispositiv-Ziff. 3 Bst. f der angefochtenen Wiederwägungs-

verfügung der ersuchenden Behörde zu übermitteln beabsichtige;  

dass grundsätzlich nur das Dispositiv einer Verfügung bindend ist, aber zur 

Feststellung von dessen Tragweite weitere Umstände, namentlich die Be-

gründung der Verfügung, herangezogen werden können (vgl. BGE 116 II 

738 E. 2a, 115 II 187 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_821/2012 vom 

3. Juli 2013 E. 3.2);  

dass in der Begründung der vorliegend angefochtenen Schlussverfügung 

auf ein Schreiben der ESTV vom 19. März 2014 Bezug genommen wird; 

dass die Vorinstanz der Beschwerdeführerin in diesem Schreiben erklärt 

hat, welche Angaben sie der ersuchenden Behörde zu übermitteln ge-

denke;  

dass sie in diesem Schreiben insbesondere ausführte, sie beabsichtige, 

der DGFP als Antwort auf die Frage Nr. 6 des Amtshilfegesuches den fol-

genden Hinweis zu übermitteln:  

«La société A._______ GmbH comptabilise les commissions versées par la 

société B._______. Veuillez trouver en annexe 4 l'extrait des documents 

comptables relatifs aux commissions versées par la B._______.»;  

dass dem erwähnten Schreiben der ESTV vom 19. März 2014 als Beilage 4 

mit der Bezeichnung «Auszug der Buchhaltung der A._______ GmbH» ein 

A-6652/2014 

Seite 10 

Screenshot-Ausdruck mit Buchungen betreffend die B._______ und Ko-

pien von Rechnungen der Beschwerdeführerin an die B._______ mit der 

Referenz «C._______» oder «…» beigelegt waren (vgl. Akten Vorinstanz, 

Beilage 12 S. 3 und 31 ff.);  

dass die Umschreibung der nach Absicht der ESTV an die ersuchende Be-

hörde zu übermittelnden Informationen in diesem Schreiben weitgehend 

mit dem entsprechenden Passus in Dispositiv-Ziff. 3 der angefochtenen 

Wiedererwägungsverfügung übereinstimmt;  

dass der Begründung der Wiedererwägungsverfügung sodann keine An-

haltspunkte zu entnehmen sind, welche darauf schliessen lassen, dass die 

Vorinstanz (nunmehr) andere Informationen an die DGFP weiterleiten will, 

als sie in ihrem Schreiben vom 19. März 2014 erwähnt hat;  

dass die Wiedererwägungsverfügung vor diesem Hintergrund nach Treu 

und Glauben nur so verstanden werden kann, dass danach der DGFP im 

Rahmen der Beantwortung der im Amtshilfegesuch im Abschnitt «Renseig-

nements et documents souhaités» unter Bst. f gestellten Frage – nebst 

dem Hinweis, dass die Beschwerdeführerin die von der B._______ ausbe-

zahlten Kommissionen verbucht (hat) – die erwähnten, als Beilage 4 zum 

Schreiben der ESTV vom 19. März 2014 der Beschwerdeführerin geschick-

ten Dokumente übermittelt werden sollen;  

dass die Beschwerdeführerin folglich entgegen ihrer Auffassung rechtsge-

nügend darüber in Kenntnis gesetzt wurde, welche Dokumente als «an-

nexe 4» im Sinne von Dispositiv-Ziff. 2 Bst. f der Wiedererwägungsverfü-

gung an die französische Behörde übermittelt werden sollen;   

dass die Vorinstanz folglich darauf verzichten durfte, in der Wiedererwä-

gungsverfügung diese Dokumente einzeln aufzuführen oder die mit der Be-

zeichnung «annexe 4» gemeinten Anhänge der Wiedererwägungsverfü-

gung beizulegen;  

dass nach dem Gesagten das erwähnte Vorbringen der Beschwerdeführe-

rin weder auf eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

(vgl. Art. 29 Abs. 2 BV) noch auf eine andere Rechtsverletzung schliessen 

lässt; 

5. 

dass das vorliegende Amtshilfegesuch im Rahmen einer in Frankreich 

A-6652/2014 

Seite 11 

durchgeführten behördlichen Überprüfung der Steuersituation der franzö-

sischen Gesellschaft B._______ gestellt wurde;  

dass die DGFP dieses Gesuch insbesondere mit der Begründung einge-

reicht hat, die B._______ habe im Zusammenhang mit dem Verkauf von 

geistigen Getränken nach Y._______ zugunsten der Beschwerdeführerin 

Kommissionen auf ein Konto der X._______ Kantonalbank überwiesen;   

dass unbestritten ist, dass das von der französischen Steuerbehörde ge-

stellte Amtshilfegesuch in formeller Hinsicht die erforderlichen Angaben 

enthält und gestützt darauf grundsätzlich Amtshilfe betreffend die 

B._______ zu leisten ist; 

6. 

dass einzig die Frage im Streit liegt, ob vor der Informationsübermittlung in 

den Dokumenten, welche nach der angefochtenen Wiedererwägungsver-

fügung der DGFP auszuhändigen sind, sämtliche Hinweise auf vom Ver-

fahren gegen die B._______ angeblich nicht betroffene Privatpersonen 

und Gesellschaften zu schwärzen sind;  

dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich im Wesentlichen geltend 

macht, die Namenangaben, welche in den nach Ansicht der ESTV an die 

ersuchende Behörde zu übermittelnden Dokumenten figurieren, seien für 

das in Frankreich stattfindende Verfahren mit Sicherheit nicht erheblich und 

die Amtshilfeleistung sei deshalb im entsprechenden Umfang unverhältnis-

mässig;  

dass das Beschwerdeverfahren durch die Dispositionsmaxime geprägt ist 

und das Bundesverwaltungsgericht deshalb die angefochtene Schlussver-

fügung prinzipiell nur insoweit überprüfen darf, als Letztere angefochten 

wird (vgl. ALFRED KÖLZ et al., Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1372; OLIVER ZIBUNG/ELIAS 

HOFSTETTER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 49 N. 49);  

dass freilich auch nicht beanstandete Punkte überprüft werden, soweit sie 

in einem engen Sachzusammenhang mit dem Streitgegenstand stehen 

(vgl. BGE 135 V 413 E. 1b; ZIBUNG/HOFSTETTER, a.a.O., Art. 49 N. 49);  

dass die Beschwerdeführerin – wie ausgeführt – nur in Bezug auf (allfällige) 

Hinweise auf Privatpersonen und Gesellschaften in den Unterlagen, wel-

che nach Dispositiv-Ziff. 3 der angefochtenen Wiedererwägungsverfügung 

A-6652/2014 

Seite 12 

an die DGFP zu übermitteln sind, eine Verweigerung bzw. Beschränkung 

der Amtshilfe verlangt;  

dass aber vorliegend generell die Frage nach der Zulässigkeit der Weiter-

leitung dieser – in der Wiedererwägungsverfügung als «annexes 1-4» be-

zeichneten – Unterlagen an die DGFP zu klären ist, da zwischen den Na-

men und den übrigen Angaben in diesen Dokumenten ein enger Sachzu-

sammenhang besteht;  

dass hingegen aufgrund der Dispositionsmaxime bzw. mangels diesbezüg-

lichen Antrages der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren nicht 

beurteilt werden muss, ob in Bezug auf die übrigen, nach Dispositiv-Ziff. 3 

der Wiedererwägungsverfügung an die DGFP zu übermittelnden Informa-

tionen die Voraussetzungen der Amtshilfeleistung erfüllt sind;  

7. 

dass nach der heute geltenden Fassung von Art. 28 Abs. 1 Satz 1 DBA-F 

die zuständigen Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejeni-

gen Informationen austauschen, «die zur Durchführung dieses Abkom-

mens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts 

betreffend Steuern jeder Art und Bezeichnung, die für Rechnung der Ver-

tragsstaaten oder ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körper-

schaften erhoben werden, voraussichtlich erheblich sind, soweit die die-

sem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen wider-

spricht»; 

dass gemäss Ziff. XI Abs. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA-F der Verweis 

auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen in Art. 28 Abs. 1 DBA-F «ei-

nen möglichst breiten Informationsaustausch in Steuersachen gewährleis-

ten [soll], ohne dass die Vertragsstaaten ‹fishing expeditions› durch-führen 

oder Informationen verlangen können, deren Erheblichkeit für die Aufklä-

rung der Steuerangelegenheiten bestimmter Steuerpflichtiger wenig wahr-

scheinlich ist»;  

dass es sich dabei um eine Anlehnung an das OECD-Manual bzw. den 

OECD-Kommentar zu Art. 26 des OECD-Musterabkommens handelt, wo-

nach das Kriterium der voraussichtlichen Erheblichkeit («foreseeable rele-

vence», «pertinence vraisemblable») der Balance zwischen dem ange-

strebten möglichst weitgehenden Austausch von Informationen und einer 

unerlaubten «fishing expedition» dient (vgl. Urteile des Bundesverwal-

tungsgerichts A-3294/2014 vom 8. Dezember 2014 E. 2.3.2, A-6547/2013 

A-6652/2014 

Seite 13 

vom 11. Februar 2014 E. 5.2, A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4.1, mit 

zahlreichen Hinweisen; STEFAN OESTERHELT, Amtshilfe im internationalen 

Steuerrecht der Schweiz, publiziert in: Jusletter vom 12. Oktober 2009, Rz. 

89);  

dass die OECD «fishing expeditions» definiert als «speculative requests 

for information that have no apparent nexus to an open inquiry or investi-

gation» bzw. als «‹d’aller à la pêche aux renseignements›, c’est-à-dire de 

demander des renseignements dont il est peu probable qu’ils aient un lien 

avec une enquête ou contrôle en cours» umschreibt (vgl. dazu Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts A-5470/2014 vom 18. Dezember 2014 E. 2.2); 

dass das Erfordernis der voraussichtlichen Erheblichkeit und das Verbot 

der «fishing expeditions» in Einklang mit dem Verhältnismässigkeitsprinzip 

stehen, das als verfassungsmässiger Grundsatz staatlichen Handelns (vgl. 

Art. 5 Abs. 2 BV) zwingend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteile des Bundes-

verwaltungsgerichts A-38/2014 vom 1. April 2014 E. 2.2.1.2, A-5390/2013 

vom 6. Januar 2014 E. 5.1.2, mit Hinweisen);  

dass der ersuchte Staat nur Unterlagen von der Amtshilfe ausschliessen 

darf, die mit Sicherheit nicht erheblich sind, da in der Regel nur der ersu-

chende Staat abschliessend feststellen kann, ob eine Information erheblich 

ist (BGE 128 II 407 E. 6.3.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

2A.352/2005 vom 6. Januar 2006 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts A-6505/2012 vom 29. Mai 2013 E. 6.2.2.1, A-6011/2012 vom 

13. März 2013 E. 7.4.1);  

dass in letzterem Sinn auch Art. 14 Abs. 3 ADV anzuwenden ist, wonach 

Informationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht übermittelt 

werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu ma-

chen sind (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5470/2014 vom 18. 

Dezember 2014 E. 2.2, A-38/2014 vom 1. April 2014 E. 2.2.1.2); 

dass aufgrund des Verhältnismässigkeitsprinzips Namen von Dritten, wel-

che offensichtlich nichts mit dem im Ersuchen geschilderten Sachverhalt 

zu tun haben, nicht an den ausländischen Staat übermittelt werden dürfen 

(vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6011/2012 vom 13. März 

2013 E. 13.1; s. zum Begriff des unbeteiligten Dritten auch BGE 139 II 451 

E. 4.2.2 ff.; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-4929/2014 vom 19. 

November 2014 E. 4.1, B-6872/2013 vom 3. März 2014 E. 5.1; CHARLOTTE 

A-6652/2014 

Seite 14 

SCHODER, StAhiG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über die interna-

tionale Amtshilfe in Steuersachen [Steueramtshilfegesetz, StAhiG], 2014, 

N. 48);   

8. 

dass sich die vorliegenden, nach der Schlussverfügung unter der Bezeich-

nung «annexes 1-4» an die DGFP zu übermittelnden Unterlagen zusam-

mensetzen aus  

(a)  einem Handelsregisterauszug betreffend die Beschwerdeführerin (mit in 

den Jahren 2010 und 2011 aktuell gewesenen Angaben),  

(b)  den Jahresrechnungen (Bilanzen und Erfolgsrechnungen) der Beschwer-

deführerin betreffend die Jahre 2010 sowie 2011,   

(c)  einem Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin, der F._______ Ltd. und 

der B._______ vom 15. August 2006,  

(d)  dem erwähnten Screenshot-Ausdruck mit von der Beschwerdeführerin 

vorgenommenen Buchungen betreffend die B._______ und den genann-

ten Rechnungskopien mit der Referenz «C._______» oder «…»;  

dass die hiervor unter Bst. c und d genannten Dokumente mit den Ge-

schäftsbeziehungen zwischen der Beschwerdeführerin und der B._______ 

in direktem Zusammenhang stehen und insbesondere grundsätzlich geeig-

net sind, Aufschluss über Natur und Umfang der Gegenstand des Amtshil-

feersuchens bildenden Kommissionszahlungen zu geben;  

dass die Unterlagen gemäss Bst. c und d hiervor vor diesem Hintergrund 

als voraussichtlich erheblich im Sinne des Abkommensrechts zu qualifizie-

ren sind;  

dass aufgrund der Natur dieser Unterlagen auch die darin enthaltenen Hin-

weise auf Privatpersonen und Gesellschaften als voraussichtlich erheblich 

im Sinne von Art. 28 Abs. 1 DBA-F zu betrachten sind, zumal nicht ersicht-

lich ist, weshalb die in diesen Dokumenten namentlich genannten Perso-

nen offensichtlich nichts mit den in Frage stehenden Kommissionszahlun-

gen zu tun haben sollten;  

dass sich nämlich in diesen Unterlagen nur folgende Personennamen so-

wie Hinweise auf Personen finden:  

(a)  die Namen der Beschwerdeführerin, der B._______ und der 

F._______ Ltd.,  

A-6652/2014 

Seite 15 

(b)  die Namen der Unterzeichnenden des erwähnten Vertrages 

(…),  

(c)  der Name der G._______ AG, welche den Screenshot-Aus-

druck ausgestellt hat,  

(d)  die Namen C._______ und …, welche in einer der Rechnungs-

kopien bei der Bezeichnung des in Rechnung gestellten Betra-

ges aufgeführt sind, sowie  

(e)  der SWIFT-Code «…» als Bezeichnung der Kantonalbank, an 

welche nach den Rechnungen der Beschwerdeführerin die in 

Rechnung gestellten Beträge zu überweisen sind;  

dass es als ausgeschlossen erscheint, dass diese Angaben mit Sicherheit 

voraussichtlich nicht erheblich und aus diesem Grund nicht an die DGFP 

zu übermitteln sind;   

dass zu klären bleibt, ob der Handelsregisterauszug betreffend die Be-

schwerdeführerin und ihre Jahresrechnungen 2010 sowie 2011 als voraus-

sichtlich erheblich im Sinne von Art. 28 Abs. 1 DBA-F zu qualifizieren sind;  

dass der in Frage stehende Handelsregisterauszug insbesondere Angaben 

zum Zweck der Beschwerdeführerin, zu den bei ihr geltenden Beteiligungs-

verhältnissen und Zeichnungsberechtigungen, zu ihren Organen und zur 

Revisionspflicht dieser Gesellschaft enthält; 

dass die aktenkundigen Jahresrechnungen 2010 sowie 2011 die in Bilan-

zen und Erfolgsrechnungen üblicherweise enthaltenen Angaben umfas-

sen;  

dass der Handelsregisterauszug und die Jahresrechnungen 2010-2011 

den französischen Behörden vor diesem Hintergrund Informationen über 

die Empfängerin der Gegenstand des Amtshilfeersuchens bildenden Kom-

missionszahlungen vermitteln und damit geeignet sind, abkommensrele-

vante Rückschlüsse betreffend die Geschäftsbeziehungen zwischen der 

Beschwerdeführerin und der B._______ sowie betreffend die Natur der er-

wähnten Zahlungen zu ermöglichen;  

dass Letzteres in Bezug auf die Jahresrechnungen 2010 sowie 2011 unter 

anderem auch deshalb gilt, weil ihnen zu entnehmen ist, welche Vermö-

genswerte per 31. Dezember 2010 und per 31. Dezember 2011 auf den 

beiden Konten lagen, welche auf den erwähnten Rechnungen der Be-

schwerdeführerin an die B._______ als Zahladresse angegeben sind; 

A-6652/2014 

Seite 16 

dass diese Unterlagen damit für die steuerliche Behandlung der fraglichen 

Kommissionszahlungen in Frankreich bzw. für das dort betreffend die 

B._______ geführte Verfahren voraussichtlich erheblich im Sinne von Art. 

28 Abs. 1 DBA-F sind;  

dass dies auch für die im Handelsregisterauszug und in den beiden Jah-

resrechnungen enthaltenen Hinweise auf natürliche und juristische Perso-

nen gilt, da nicht auszuschliessen ist, dass die entsprechenden Angaben 

(insbesondere die Namen der an der Beschwerdeführerin Beteiligten 

[D._______ sowie E._______] sowie die in einzelnen Bilanzpositionen [un-

ter anderem unter den Kreditoren] erwähnten Namen) in Zusammenhang 

mit den fraglichen Kommissionszahlungen stehen;  

dass jedenfalls keine Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass die 

in diesen Unterlagen namentlich erwähnten Personen offensichtlich nicht 

in die von der französischen Behörde untersuchte Angelegenheit verwi-

ckelt sind;  

dass es im Übrigen entsprechend dem Ausgeführten nicht Sache des er-

suchten Staates ist, abschliessend festzustellen, ob diese Personen etwas 

mit den in Frage stehenden Kommissionszahlungen zu tun haben;  

dass somit in den nach der Wiedererwägungsverfügung an die DGFP zu 

übermittelnden Dokumenten gemäss «annexes 1-4» keine Hinweise auf 

Personen enthalten sind, welche als mit Sicherheit nicht voraussichtlich er-

heblich zu qualifizieren wären und deshalb dem ersuchenden Staat nicht 

bekanntgegeben werden dürften; 

dass die Beschwerdeführerin somit zu Unrecht geltend macht, in diesen 

Unterlagen fänden sich nicht als voraussichtlich erheblich im Sinne des 

DBA-F zu qualifizierende Hinweise auf Personen, welche vom Verfahren 

gegen die B._______ nicht betroffen seien;  

dass sich somit die Rüge, in diesen Unterlagen gäbe es als nicht im Sinne 

des Abkommens voraussichtlich erheblich zu qualifizierende Hinweise auf 

Personen, welche vom Verfahren gegen die B._______ nicht betroffen 

seien, soweit sie überhaupt genügend substantiiert ist, und die damit ver-

bundene Rüge der Unverhältnismässigkeit der Amtshilfeleistung als unbe-

gründet erweisen (zur Substantiierung bzw. zum Erfordernis, für jedes ein-

zelne, genau zu bezeichnende Aktenstück darzulegen, weshalb es nach 

A-6652/2014 

Seite 17 

Auffassung des Beschwerdeführers im ausländischen Verfahren voraus-

sichtlich nicht erheblich ist, vgl. BGE 128 II 407 E. 6.3; SCHODER, a.a.O., 

N. 228);  

9. 

dass sodann nicht erkennbar ist und auch nicht geltend gemacht wird, dass 

eine dem französischen Recht entsprechende Besteuerung, wie sie vorlie-

gend die DGFP mit ihrem Amtshilfegesuch anstrebt, dem DBA-F wider-

spricht (vgl. zu dieser Voraussetzung der Amtshilfeleistung den hiervor zi-

tierten letzten Passus von Art. 28 Abs. 1 Satz 1 DBA-F);  

dass andere Gründe, welche der von der Vorinstanz beabsichtigten Über-

mittlung der von ihr als «annexes 1-4» bezeichneten Unterlagen entgegen-

stehen oder eine vorgängige teilweise Schwärzung dieser Dokumente er-

fordern, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind; 

dass der Antrag auf teilweise Schwärzung der zu übermittelnden Doku-

mente demnach unbegründet ist; 

dass folglich Entsprechendes auch für das Begehren gilt, «die geschwärz-

ten wie auch die ungeschwärzten Dokumente seien der Beschwerdeführe-

rin vor der Übermittlung [an die DGFP] unter Ansetzung einer Frist zur Ein-

sprache vorzulegen» (Beschwerde, S. 2);  

10. 

dass die Beschwerdeführerin im Übrigen – im Sinne einer «Richtigstel-

lung» – geltend macht, es müsse, soweit in Dispositiv-Ziff. 3 Bst. e der an-

gefochtenen Wiedererwägungsverfügung von einem Vertrag zwischen der 

Beschwerdeführerin, der B._______ und der C._______ die Rede sei, ein 

Fehler vorliegen (Beschwerde, S. 2); 

dass die Beschwerdeführerin ausführt, möglicherweise sei in diesem Zu-

sammenhang der zwischen ihr, der F._______ Ltd. und der B._______ ab-

geschlossene Vertrag vom 15. August 2006 gemeint;   

dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung erklärt, es treffe zu, dass sie 

mit der Bezeichnung «contrat avec les sociétés B._______ et C._______» 

in Dispositiv-Ziff. 3 Bst. e der Wiedererwägungsverfügung richtigerweise 

den Vertrag zwischen der Beschwerdeführerin, der F._______ Ltd. sowie 

der B._______ vom 15. August 2006 meine (Vernehmlassung, S. 2);  

A-6652/2014 

Seite 18 

dass in Dispositiv-Ziff. 3 Bst. e der Wiedererwägungsverfügung der irrtüm-

lich falsch bezeichnete Vertrag mit dem an die DGFP zu übermittelnden 

«annexe 3» gleichgesetzt wird und dieser Annex aus dem tatsächlich ge-

meinten Vertrag vom 15. August 2006 besteht;  

dass die Anordnung von Dispositiv-Ziff. 3 Bst. e der Wiedererwägungsver-

fügung vor diesem Hintergrund (auch ohne die ausdrückliche Richtigstel-

lung in der Vernehmlassung der Vorinstanz) nach Treu und Glauben nicht 

anders verstanden werden kann, als dass die ESTV der DGFP unter Bei-

lage des entsprechenden Vertrages vom 15. August 2006 (ausschliesslich) 

erklären wird, die Beschwerdeführerin, die F._______ Ltd. und die 

B._______ hätten gemeinsam einen Vertrag abgeschlossen;  

dass sich somit eine Änderung von Dispositiv-Ziff. 3 Bst. e der Wiederer-

wägungsverfügung erübrigt;  

11. 

dass die Beschwerde somit unbegründet und abzuweisen ist; 

dass die unterliegende Beschwerdeführerin ausgangsgemäss die Verfah-

renskosten zu tragen hat (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG); dass diese Kosten auf 

Fr. 2'000.- festzulegen sind (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]); dass der ein-

bezahlte Kostenvorschuss zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu ver-

wenden ist;  

dass keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 

VGKE); 

dass dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen gemäss Art. 83 Bst. h BGG innerhalb von 10 Tagen nur dann 

mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes-

gericht weitergezogen werden kann, wenn sich eine Rechtsfrage von 

grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen 

um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs. 2 BGG 

handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG); dass das Bundesgericht 

entscheidet, ob dies der Fall ist.  

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

A-6652/2014 

Seite 19 

  

A-6652/2014 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Der Antrag auf Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem Verfah-

ren A-6648/2014 wird abgewiesen. 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfah-

renskosten verwendet. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); 

– die Vorinstanz (Ref.-Nr. …; Gerichtsurkunde).  

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Riedo Beat König 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in 

Steuersachen kann innert 10 Tagen nach Eröffnung nur dann beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzli-

cher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen 

besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG handelt 

(Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). 

In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Voraussetzung 

erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen 

A-6652/2014 

Seite 21 

und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und 

die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis-

mittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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