# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b75ee73a-d57f-5841-b197-2367b92e690f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 30.09.2010 SK.2010.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2010-11_2010-09-30.pdf

## Full Text

Entscheid vom 30. September 2010 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Walter Wüthrich, Präsident, 
Miriam Forni und Stephan Blättler,     
Gerichtsschreiber David Heeb  

Parteien  
BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch  
Hansjörg Stadler, Staatsanwalt des Bundes, 
 
und 

als Privatklägerinnen: 

1. Die Schweizerische Post, vertreten durch 
Herren F. und G.,  

2. Bank C.,   

3. D. AG, vertreten durch Herrn H.,  

4. E., Bäckerei,   

 
gegen 

 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  SK.2010.11 
 

 

 

- 2 - 

 
 1. A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 

Claudia Spring,  

2. B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Erich 
Moser,  

 
 

Gegenstand 
 

Mehrfache Geldfälschung, mehrfache versuchte Geld-
fälschung, mehrfaches in Umlaufsetzen falschen Gel-
des und Versuch dazu, gewerbsmässiger Betrug und 
Versuch dazu, Raub, Diebstahl, Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhand-
lungen gegen das Strassenverkehrsgesetz 

 

- 3 - 

Anträge der Bundesanwaltschaft: 

1. Der Angeklagte B. sei schuldig zu sprechen:  

- der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 StGB in Tateinheit in der Gesamthöhe 
von ca. Fr. 25'000.– (Nominalwert), im Zeitraum August – November 2007;  

- der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 2 StGB für die ersten Blüten im Nominal-
wert von einigen Fr. 100.–, ca. Fr. 300.–, im August 2007; 

- der versuchten Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
in Tateinheit in der Gesamthöhe von Fr. 50'600.– (Nominalwert), im Zeitraum Au-
gust – November 2007; 

- des mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes gemäss Art. 242 Abs. 1 StGB, 
in 255 Fällen, im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB in 255 Fällen, 
im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, begangen am 16. Juli 2007 zum 
Nachteil von J.;  

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, begangen im Juli 2007 (wahrschein-
lich am 14. Juli 2007) zum Nachteil der Bäckerei-Konditorei I.;  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S. von 
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1, 2, 4 und 5 i.V.m. Ziff. 2 lit. a sowie Art. 19a Ziff. 1 BetmG, im 
Zeitraum Sommer 2004 – Dezember 2007, und  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz i.S. von 
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 (begangen im Juli 2007) und Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 (begangen 
im Zeitraum Oktober 2006 – November 2007) und der einfachen Widerhandlung 
nach Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 SVG (begangen im Juli 2007).  

2. Der Angeklagte sei zu verurteilen: 

- zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten und einer Busse von Fr. 1'000.–. Der Voll-
zug von 22 Monaten Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben mit einer Probezeit 
von zwei Jahren, 10 Monate der Strafe seien unbedingt auszusprechen; die Unter-
suchungshaft von 41 Tagen sei anzurechnen; 

- zur Bezahlung der Verfahrenskosten im reduzierten Betrag von Fr. 4'000.–. 

3. Die Angeklagte A. sei schuldig zu sprechen: 

- der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 StGB in Tateinheit in der Gesamthöhe 
von Fr. 25'000.– (Nominalwert), im Zeitraum August – November 2007;  

- 4 - 

- der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 2 StGB StGB für die ersten Blüten im 
Nominalwert von einigen Fr. 100.–, ca. Fr. 300.–, im August 2007;  

- der versuchten Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 
in Tateinheit in der Gesamthöhe von Fr. 50'600.– (Nominalwert), im Zeitraum Au-
gust – November 2007; 

- des mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes gemäss Art. 242 Abs. 1 StGB, 
in 255 Fällen, im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB in 255 Fällen, 
im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, begangen am 16. Juli 2007 zum 
Nachteil von J.; 

- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, begangen im Juli 2007 (wahrschein-
lich am 14. Juli 2007) zum Nachteil der Bäckerei-Konditorei I.;  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S. von 
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 5 und Art. 19a Ziff. 1 BetmG, im Zeitraum Herbst 2006 – De-
zember 2007, und  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz i.S. von 
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 (begangen im Juli 2007) und der einfachen Widerhandlung 
nach Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 SVG (begangen im Juli 2007). 

4. Die Angeklagte sei zu verurteilen:  

- zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten und einer Busse von Fr. 600.–. Der Voll-
zug von 19 Monaten Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben mit einer Probezeit 
von drei Jahren, 8 Monate der Strafe seien unbedingt auszusprechen; die Unter-
suchungshaft von 4 Tagen sei anzurechnen. 

- zur Bezahlung der Verfahrenskosten im reduzierten Betrag von Fr. 4'000.–.  

5. Die beschlagnahmten gefälschten zehn 50er und 245 100er Schweizerfrankennoten 
seien gemäss Art. 69 Abs. 2 und Art. 249 Abs. 1 StGB einzuziehen und zu vernich-
ten. Davon seien die bei der Zentralstelle Falschgeld zu Dokumentationszwecken ab-
gelegten, beschlagnahmten insgesamt 11 Blüten dort zu belassen. 

6. Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände seien der Eigentümerschaft zurückzuge-
ben. 

 

 

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Anträge der Verteidigung von A.: 

1. Die Angeklagte sei der Geldfälschung als besonders leichter Fall, der versuchten 
Geldfälschung, des in Umlaufsetzens falschen Geldes und des Versuchs dazu, des 
Betrugs, des Diebstahls, der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
sowie der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz schuldig zu spre-
chen.  

2. Die Angeklagte sei vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs nach Art. 146 Abs. 1 
i.V.m. Abs. 2 StGB freizusprechen.  

3. Die Angeklagte sei vom Vorwurf des Raubs nach Art. 140 StGB freizusprechen.  

4. Die Angeklagte sei mit einer Geldstrafe von höchstens 180 Tagessätzen zu Fr. 70.– 
zu bestrafen, unter Gewährung des bedingten Vollzugs und unter Ansetzung einer 
Probezeit von 4 Jahren sowie unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 4 Tagen. 

 Eventualiter sei die Angeklagte A. mit einer teilbedingten Geldstrafe zu bestrafen. 

5. Die mit Verfügungen vom 3. Dezember 2008, 18. Dezember 2008, 22. Dezember 
2008 und 27. Dezember 2008 beschlagnahmten Gegenstände (Anklageschrift 
Ziff. III.) seien einzuziehen, mit Ausnahme der Softair Gun (Eigentum von K.), der 
Wasserpfeife (Eigentum von A.) und der von der Bundesanwaltschaft zur Freigabe 
freigegebenen Festplatte des Computers.  

6. Die sichergestellten Falsifikate seien zu vernichten. 

7. Die von den Privatklägern und Privatklägerinnen Nrn. 1 – 22 geltend gemachten For-
derungen werden allesamt bestritten und seien auf den Zivilweg zu verweisen, mit 
Ausnahme der Forderung des Privatklägers E., Bäckerei, im Umfang von Fr. 100.–. 
Im Mehrbetrag sei die geltend gemachte Forderung abzuweisen bzw. auf den Zivil-
weg zu verweisen. 

8. Die amtliche Verteidigerin sei gemäss eingereichter Honorarnote zu entschädigen. 

 

Anträge der Verteidigung von B. 

1. B. sei schuldig zu sprechen:  

- der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 2 StGB in Tateinheit in der Gesamthöhe 
von Fr. 25'300.– (Nominalwert), als mehrfache Tatbegehung und nicht fortgesetz-
tes Delikt, im Zeitraum August – November 2007; 

- des mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes gemäss Art. 242 Abs. 1 StGB, 
in 255 Fällen, im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB in 255 
Fällen, im Zeitraum August – Dezember 2007; 

- des Raubs gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, begangen am 16. Juli 2007 zum 
Nachteil von J.;  

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- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB, begangen im Juli 2007 (wahrschein-
lich am 14. Juli 2007) zum Nachteil der Bäckerei-Konditorei I.;  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S. von 
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 1, 2, 4 und 5 sowie Art. 19a Ziff. 1 BetmG, im Zeitraum Sommer 
2004 – Dezember 2007, und  

- der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz i.S. von 
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 (begangen im Juli 2007) und Art. 95 Ziff. 1 Abs. 1 (begangen 
im Zeitraum Oktober 2006 – November 2007) und der einfachen Widerhandlung 
nach Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 SVG (begangen im Juli 2007).  

2. B. sei vom Vorwurf der versuchten Geldfälschung freizusprechen.  

3. B. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von höchstens 21 Monaten und einer 
Busse von höchstens Fr. 1'000.–. Der Vollzug von 21 Monaten Freiheitsstrafe sei be-
dingt aufzuschieben, mit einer Probezeit von zwei Jahren.  

4. Es sei keine Massnahme auszufällen. 

5. Die Forderungen der Geschädigten seien insoweit zuzusprechen, als es um den Er-
satz der erhaltenen Falschgeldnoten geht, somit jeweils Fr. 100.–; im Übrigen seien 
die Forderungen nicht ausgewiesen und auf den Zivilweg zu verweisen. 

6. B. sei zu verurteilen zur Bezahlung der Verfahrenskosten im reduzierten Betrag von 
Fr. 500.–. 

7. Der amtliche Verteidiger sei gemäss eingereichter Kostennote zu entschädigen. 

 

 

Prozessgeschichte: 

A. Ab dem 26. August 2007 wurden im Raum Zürich, Bern, Basel, Aargau, Zentral- 
und Ostschweiz einige gefälschte Banknoten à Fr. 50.– sowie zahlreiche ge-
fälschte Banknoten à Fr. 100.– von unbekannten Personen zur Zahlung in Res-
taurationsbetrieben, Ladengeschäften und Taxis eingesetzt. Mit Delegationsver-
fügung vom 9. November 2007 delegierte die Bundesanwaltschaft die entspre-
chende Strafsache („ausser Art. 240 Abs. 1 StGB“) gestützt auf Art. 18 Abs. 2 
BStP an den Kanton Thurgau, nachdem im Zusammenhang mit einer versuchten 
Einlösung von Falschgeld in Z./TG das Auto von A. mit dem Kontrollschild 1 eru-
iert worden war. Innerkantonal wurde das Bezirksamt Münchwilen/TG für zu-
ständig erklärt. In den von diesem geführten Ermittlungen konnten A. und B. als 
Urheber des Falschgeldes identifiziert werden. Das Bezirksamt übernahm ge-
stützt auf Art. 340 Abs. 2 StGB auch die Strafuntersuchung für Vorwürfe, die bis-

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her in anderen Kantonen untersucht wurden. Es bestand der Verdacht, dass die 
beiden Angeklagten einen Raub, Diebstahl, weitere Falschgelddelikte sowie Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und Strassenverkehrsgesetz be-
gangen hätten.  

B. Der Kanton Thurgau führte vom 21. Mai 2007 bis 21. November 2007 eine rück-
wirkende Teilnehmeridentifikation (Telefonkontrolle) des Anschlusses von B. 
durch. Am 15. November 2007, 18. und 21. Dezember 2007 fanden am Wohnort 
von A. Hausdurchsuchungen statt. Am 5. Dezember 2007 wurde im Zimmer von 
B. in der Wohnung seiner Kollegin eine Durchsuchung durchgeführt. Die sicher-
gestellten gefälschten Banknoten à Fr. 100.– mit der Seriennummer 2, Drogen 
und sonstigen Gegenstände sowie die der Bundesanwaltschaft eingereichten 
Beweismittel wurden mit Verfügungen vom 3., 18., 22., 27. Dezember 2008 und 
19. Juni 2009 beschlagnahmt. Am 14. und 27. Dezember 2007 testete das Insti-
tut für Rechtsmedizin des Kantons St. Gallen B. bzw. A. auf Drogen.  

C. A. wurde am 18. Dezember 2007 festgenommen und war vom 19. bis 21. De-
zember 2007 in Untersuchungshaft. B. wurde am 5. Dezember 2007 festge-
nommen und war vom 6. Dezember 2007 bis 14. Januar 2008 in Untersu-
chungshaft.  

D. Das eidgenössische gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren gegen A. und B. 
wurde am 10. November 2008 wegen Verdachts auf Geldfälschung, in Umlauf-
setzen falschen Geldes, Betrug, Raub, versuchten Diebstahl sowie Widerhand-
lungen gegen das Betäubungsmittel- und Strassenverkehrsgesetz eröffnet. Die 
Vereinigungsverfügung der Bundesanwaltschaft datiert vom 11. November 2008. 
Der Kanton Thurgau verfügte am 24. November 2008 die Abtretung der Strafun-
tersuchung an den Bund. Am 2. Dezember 2008 eröffnete die Bundesanwalt-
schaft mehrere zuvor eingestellte Verfahren gegen Unbekannt wegen Geldfäl-
schung neu. 

E. Das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt eröffnete am 23. Januar 2009 die 
Voruntersuchung in dieser Sache, welche mit Schlussbericht vom 29. Januar 
2010 zum Abschluss kam.  

F. Die Bundesanwaltschaft erhob am 8. April 2010 beim Bundesstrafgericht Ankla-
ge gegen A. und B. wegen mehrfacher Geldfälschung, mehrfach versuchter 
Geldfälschung, mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes und Versuch da-
zu, gewerbsmässigen Betrugs und Versuch dazu, Raubs, Diebstahls sowie Wi-
derhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und Strassenverkehrsgesetz. 

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G. Am 29. und 30. September 2010 fand die Hauptverhandlung am Sitz des Bun-
desstrafgerichts statt.  

 

Die Strafkammer erwägt: 

1. Zuständigkeit  

 Der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen namentlich die Verbrechen und Vergehen 
des zehnten Titels betreffend Papiergeld und Banknoten (Art. 336 Abs. 1 lit. e 
StGB). Soweit in die kantonale Kompetenz fallende Tatbestände (Betrug, Raub, 
Diebstahl, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel- und Strassenver-
kehrsgesetz) zur Anklage gelangen, ist die Verfolgung und Beurteilung von der 
Bundesanwaltschaft rechtsgültig in Bundeskompetenz überführt worden (cl. 1 
pag. 2.0.0.32–37). Die sachliche Zuständigkeit des Bundesstrafgerichts für die 
Beurteilung aller angeklagten Tatbestände ist somit gegeben. 

2. Geldfälschung und Versuch dazu (Anklagepunkt A.1) 

2.1  
2.1.1  
2.1.1.1 Gemäss Art. 240 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bestraft, wer Metallgeld, Pa-

piergeld oder Banknoten fälscht, um sie als echt in Umlauf zu bringen. 

Der Tatbestand von Art. 240 StGB stellt ein abstraktes Gefährdungsdelikt dar. Er 
schützt das allgemeine Interesse an der Sicherheit des Geldverkehrs (NIGGLI, 
Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht, Band 6a, Bern 2000, N. 14 und 65 
vor Art. 240 ff. StGB). Die Tathandlung liegt im Fälschen, also im Herstellen von 
Geldzeichen, die den Anschein echten Geldes erwecken (NIGGLI, a.a.O., N. 14 
zu Art. 240 StGB mit Hinweisen). Die Qualität des Falschgeldes ist nicht ent-
scheidend. Es reicht, wenn das Falsifikat geeignet ist, bei flüchtiger Betrachtung 
eine Gefahr der Verwechslung herbeizuführen (BGE 123 IV 55, 58 f. E. 2 b; DO-
NATSCH/WOHLERS, Strafrecht IV: Delikte gegen die Allgemeinheit, 3. Aufl., Zürich 
2004, S. 104). 

Subjektiv ist Vorsatz hinsichtlich aller objektiven Tatbestandselemente erforder-
lich. Weiter verlangt der Tatbestand die Absicht, das Falsifikat als echt in Umlauf 
zu bringen (vgl. dazu NIGGLI, a.a.O., N. 32 ff. zu Art. 240 StGB). Es spielt keine 
Rolle, ob dies durch den Täter selbst oder durch einen Dritten geschehen soll 
(BGE 119 IV 154, 157 E. 2 d).  

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2.1.1.2 Ein besonders leichter Fall liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
vor, wenn die Fälschung für jedermann leicht erkennbar ist oder wenn nur weni-
ge Falsifikate mit geringem Nominalwert hergestellt werden. Ein besonders leich-
ter Fall ist einerseits nur zurückhaltend anzunehmen, andererseits ist zu beach-
ten, dass der Grundtatbestand von Art. 240 Abs. 1 StGB eine Freiheitsstrafe von 
nicht unter einem Jahr vorsieht. Entscheidend ist daher letztlich auch die krimi-
nelle Energie, zu deren Bestimmung auch das Vorgehen heranzuziehen ist. Bei 
der Frage, ob ein besonders leichter Fall vorliegt, steht dem Richter ein gewisser 
Einschätzungsspielraum zu (BGE 133 IV 256 E. 3.2). Einen solchen hat das 
Bundesgericht bei folgenden Fällen angenommen: 8 Zweihunderternoten 
(BGE 133 IV 256 E. 3), 10 Fünfzigernoten (Urteil des Bundesgerichts 
6B_626/2008 vom 11. November 2008), 31 Hunderternoten (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_392/2007 vom 5. Oktober 2007). Das Bundesstrafgericht hat mit 
Entscheid vom 9. Dezember 2009 (SK.2009.20, E. 3.1.3) bei fünf Serien mit je-
weils 10 (davon 5 wieder vernichtet), 25 und 35 gefälschten Hunderternoten ei-
nen mehrfachen besonders leichten Fall angenommen.  

2.1.1.3 Die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung lässt die Zusammenfassung 
einzelner Handlungen zu einer Tateinheit nur noch unter sehr restriktiven Bedin-
gungen zu. Mehrere tatsächliche Handlungen können nur noch ausnahmsweise 
als Einheit zusammengefasst werden, nachdem das fortgesetzte Delikt in 
BGE 116 IV 121 und die verjährungsrechtliche Einheit in BGE 131 IV 83 aufge-
geben wurden. Mehrere Einzelhandlungen können namentlich im Sinne einer na-
türlichen Handlungseinheit zusammengefasst werden, wenn sie auf einem ein-
heitlichen Willensakt beruhen und wegen des engen räumlichen und zeitlichen 
Zusammenhangs bei objektiver Betrachtung noch als einheitliches Geschehen 
erscheinen (z.B. eine „Tracht Prügel“). Die Herstellung einer einmaligen Serie 
von Falschgeld erfüllt diese Anforderungen ohne weiteres (BGE 133 IV 256 
E. 4.5.3). 

2.1.2 Die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Mittäterschaft gestaltet sich im We-
sentlichen wie folgt: Die Mitwirkung an der eigentlichen Tatausführung bzw. die 
Möglichkeit, auch während der Ausführung der Tat noch auf diese Einfluss zu 
nehmen, ist keine notwendige Voraussetzung für die Bejahung von Mittäterschaft 
(BGE 108 IV 88 E. 1.2a). Betreffend Mittäterschaft bei einer Vergewaltigung hielt 
das Bundesgericht in BGE 125 IV 134 zusammengefasst fest: Wer sich am Ent-
schluss des unmittelbaren Täters, das Opfer zu vergewaltigen, vollumfänglich 
und in genauer Kenntnis der Sachlage anschliesst, und ihn unter anderem durch 
sein Verhalten während der Vergewaltigung ermutigt, macht sich dieses Deliktes 
als Mittäter schuldig (E. 3). Mittäter einer groben Verletzung von Verkehrsregeln 
kann auch sein, wer das Fahrzeug nicht selbst gelenkt hat; so im Besonderen 
derjenige, welcher die im Zusammenhang mit Versicherungsbetrügen vom Fahr-

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zeuglenker verschuldeten Verkehrsunfälle mitgeplant und gewollt hat (BGE 126 
IV 84 E. 1 und 2). Mittäter ist, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausfüh-
rung eines Delikts vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern 
zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Das ist der Fall, wenn 
sein Tatbeitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für 
die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt 
(BGE 133 IV 76 E. 2.7 mit Hinweisen; ebenso in Urteil des Bundesgerichts 
6B_1091/2009 vom 29. April 2010, E. 3.3; zum Mittäterschaftsbegriff vgl. TRECH-
SEL/JEAN-RICHARD, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zü-
rich/St. Gallen 2008, vor Art. 24 StGB N. 12). 

2.1.3 Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder eines 
Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur 
Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, 
so kann das Gericht die Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Vom vollendeten 
Delikt unterscheidet sich der Versuch dadurch, dass der objektive Tatbestand nur 
zum Teil verwirklicht ist, während der subjektive Tatbestand hier genauso erfüllt 
sein muss wie dort (JENNY, Basler Kommentar, 2. Aufl., Art. 22 StGB N. 1). 

2.2 Den Angeklagten wird in objektiver Weise vorgeworfen, sie hätten von August 
2007 bis November 2007 mit Hilfe eines Multifunktionsgerätes (Dru-
cker/Scanner/Kopierer) falsche Banknoten à Fr. 50.–, Fr. 100.– und Fr. 200.– un-
befugt hergestellt. Sie hätten mehrfach gehandelt und pro Fälschungsvorgang 
immer fünf bis zehn Bögen à drei Banknoten hergestellt, was eine Summe von 
Fr. 1'500.– bis Fr. 3'000.– pro Vorgang ausgemacht habe. Insgesamt hätten sie 
Falschgeld in der Höhe von ca. Fr. 75'900.– hergestellt. Davon sei ein Drittel, 
nämlich 10 Noten à Fr. 50.–, 246 Noten à Fr. 100.– und eine Note à Fr. 200.– 
(insgesamt also Fr. 25'300.–) sichergestellt worden, währenddem zwei Drittel von 
den Angeklagten verbrannt worden seien. Sie hätten gemeinsam gehandelt, in-
dem die Angeklagte A. in Anwesenheit des Angeklagten B. zuerst eine echte 
Banknote à Fr. 50.– (Seriennummer 3), später eine solche à Fr. 100.– (Serien-
nummer 2) und eine solche à Fr. 200.– (Seriennummer 4) eingescannt habe, die 
Bilddaten anschliessend auf dem Computer mit dem Programm Photoshop farb-
lich bearbeitet habe, die Bilddateien in Indesign-Dateien importiert und im Fall der 
digitalisierten 100er-Banknoten jeweils drei Noten in ein Bild eingefügt habe. A. 
habe die bearbeiteten Bilddateien auf einer CD gespeichert. Sie habe die bear-
beiteten Bilddateien mit jeweils drei Banknoten pro Blatt A4 ausgedruckt, wobei 
B. dies mit der Zeit auch gelernt und dann auch getan habe. Zum Teil gemein-
sam, zum Teil alleine, hätten sie auf dem bedruckten Papier mittels silbernem 
Farbspray das Hologramm angebracht, dies mit Hilfe einer Schablone, welche A. 
am Computer selbst hergestellt und auf der CD gemeinsam mit der Banknoten-
vorlage abgespeichert habe. Die Angeklagten hätten dies subjektiv wissentlich 

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und willentlich getan, in der Absicht, das Falschgeld als echt in Umlauf zu brin-
gen. 

2.3  
2.3.1 Grundsätzlich ist unbestritten und erstellt, dass A. und B. auf dem Computer 

Bilddateien mit Banknoten hergestellt und bearbeitet sowie diese dann ausge-
druckt und geschnitten haben (siehe E. 2.4 und E. 2.5).  

2.3.2  
2.3.2.1 In Bezug auf die jeweils produzierten Mengen pro Fälschungsvorgang hält die 

Anklage fest, die Angeklagten hätten pro Fälschungsvorgang immer 15 bis 30 
Banknoten à Fr. 100.– (fünf bis zehn Bögen à drei Noten) hergestellt. Dieser 
Vorwurf stützt sich auf die Aussagen von B. in der Einvernahme vom 
10. Dezember 2007: „So immer 5–10 Bögen à 3 Noten“ (cl. 5 pag. 13.1.0.24). An 
der Hauptverhandlung sagte B. gleich bleibend aus (cl. 19 pag. 19.920.56–57). 
Hingegen stellte sich die Bundesanwaltschaft in der Verhandlung auf den Stand-
punkt, dass der Betrag gemäss Anklageziffer A.1 um ca. Fr. 300.– nach unten zu 
korrigieren sei (cl. 19 pag. 19.910.5). Dieser mündliche Antrag wurde damit be-
gründet, dass es einen allerersten Fälschungsvorgang gegeben habe, welcher 
sich mengenmässig von den erwähnten Druckvorgängen unterscheide. Den 
Aussagen von B. dazu ist folgendes zu entnehmen: Als er bei der Konfrontati-
onseinvernahme vom 3. November 2009 gefragt wurde, wer die Idee gehabt ha-
be, Banknoten zu fälschen, sagte er, die Tat sei durch einen „Beschiss“ von  
„Eric“ (Drogendealer) begründet worden. Sie hätten es ihm heimzahlen wollen 
(cl. 6 pag. 13.3.0.9). Am 27. Dezember 2007 sagte er aus, „Eric“ habe ihnen rei-
nes Natron als Kokain verkauft (cl. 5 pag. 13.1.0.135). Bei der Hauptverhandlung 
sagte er dazu, sie hätten dann die ersten drei Noten gedruckt (cl. 19 
pag. 19.910.59). Auf Frage, für welche Dauer sie Geld hätten fälschen wollen, 
erwiderte er, am Anfang bloss dieses eine Mal (cl. 19 pag. 19.910.76). In Bezug 
auf die jeweils produzierte Menge pro Fälschungsvorgang äusserte sich A. kaum 
(cl. 6 pag. 13.2.0.21; pag. 13.2.0.143). Sie sagte bei der Einvernahme vom 
20. Dezember 2007 sowie bei der Hauptverhandlung lediglich, dass auf einem 
Bogen drei gefälschte Noten gewesen seien (cl. 6 pag. 13.2.0.57; cl. 19 
pag. 19.910.56). 

2.3.2.2 Objektiv ist erstellt, dass die Vorlage tatsächlich drei Noten pro Bogen ermöglich-
te (cl. 3 pag. 8.1.0.16). Die Sicherstellungen sprechen nicht dagegen, dass in 
solchen Mengen pro Fälschungsvorgang produziert wurde (cl. 5 pag. 13.1.0.232 
ff.). Aufgrund des glaubhaften Geständnisses von B. ist demnach vom Herstellen 
von 15 bis 30 Banknoten à Fr. 100.– (fünf bis zehn Bögen à drei Noten) pro Fäl-
schungsvorgang auszugehen. Beim allerersten Fälschungsvorgang wurden drei 
Noten gedruckt. 

- 12 - 

2.3.3  
2.3.3.1 In Bezug auf den Gesamtbetrag des hergestellten Falschgeldes hält die Anklage 

fest, dieser betrage Fr. 75'900.–. Der Vorwurf ergibt sich als logische Konse-
quenz aus dem Betrag der aufgetauchten Falsifikate von Fr. 25'300.– (10 Noten 
à Fr. 50.–; 246 Noten à Fr. 100.– und 1 Note à Fr. 200.–) und der Aussage von 
B., wonach nur ein Drittel brauchbar gewesen sei (cl. 5 pag. 13.1.0.24). Anläss-
lich der Hauptverhandlung bestätigte er dies, wobei er präzisierte, dass der nicht 
brauchbare Ausschuss verbrannt worden sei (cl. 19 pag. 19.910.57).  

2.3.3.2 Objektive Beweise, wie viele gefälschte Banknoten vernichtet wurden, existieren 
nicht. Es stellt sich daher die Frage, ob die erwähnte Aussage, es sei nur ein 
Drittel brauchbar gewesen, zum Beweis genügt, wonach neben dem aufgetauch-
ten Falschgeld im Betrag von Fr. 25'300.– noch Falschgeld im Betrag von 
Fr. 50'600.– hergestellt, dann aber wieder vernichtet worden sei. Dabei ist zu be-
rücksichtigen, dass es sich um eine Schätzung von B. handelt. B. war sich im 
Zeitpunkt der Aussagen wohl kaum bewusst, dass auch die vernichteten Noten 
strafrechtlich relevant sein könnten, weshalb er keinen Anlass hatte, die Zahl tief 
anzusetzen. Daher ist davon auszugehen, dass diese Schätzung einigermassen 
akkurat ist. Entsprechend ist als bewiesen anzusehen, dass neben dem aufge-
tauchten Falschgeld von Fr. 25'300.– auch noch solches im Betrag von 
ca. Fr. 50'000.– (Gesamtbetrag des Falschgeldes von total Fr. 75'300.–) herge-
stellt, aber anschliessend wieder vernichtet wurde.  

2.3.4  
2.3.4.1 Die Anklageschrift hält in Bezug auf das Aussehen der Noten fest, das gesamte 

Falschgeld von Fr. 75'900.– sei in einer Art, welche den Noten den Anschein der 
Echtheit verleiht, hergestellt worden. In der Verhandlung stellt sich die Bundes-
anwaltschaft auf den Standpunkt, die vernichteten Noten seien nicht täuschungs-
tauglich gewesen.  

2.3.4.2 In Bezug auf die in Umlauf gesetzten Banknoten ist erwiesen, dass diese den 
Anschein der Echtheit haben. Die hier in Frage stehenden Banknoten heben sich 
qualitativ von solchen ab, die lediglich kopiert werden, denn es wurde eine Scha-
blone für das Hologramm entwickelt und eingesetzt. Dass ein Teil der Noten wie-
der vernichtet wurde, zeigt auch, dass eine Qualitätskontrolle stattfand. Insofern 
steht fest, dass die eingesetzten „Blüten“ von guter Qualität waren und jedenfalls 
grosse Gefahr der Verwechslung mit echtem Geld geschaffen haben, was sich 
unter anderem auch daraus ergibt, dass eine grosse Zahl von Falsifikaten mit Er-
folg abgesetzt werden konnte, ohne dass die Empfänger sofort Verdacht schöpf-
ten.  

- 13 - 

2.3.4.3 a) In Bezug auf die vernichteten Falsifikate ist folgendes festzuhalten: Das Aus-
sehen der Banknoten ist eine Tatfrage. Nach dem Grundsatz in dubio pro reo 
trägt der Staat die Beweislast für Umstände, welche für den Angeklagten 
nachteilig sind. Dazu gehört auch die Beschaffenheit einer Geldnote. Bleibt die 
Qualität der Note beweislos, darf nicht von einer täuschungstauglichen Fäl-
schung ausgegangen werden.  

b) Es existieren keine Beweise dafür, dass die vernichteten Falsifikate echt aus-
sahen. Vielmehr sprechen die Aussagen von beiden Angeklagten gegen diesen 
Umstand. So sagte B. an der Hauptverhandlung folgendes aus: „Es war auffällig 
gewesen, dass die gefälschten Noten nicht korrekt waren, deshalb wurden sie 
aussortiert“ (cl. 19 pag. 19.910.58). Auch die Aussage von A., zum Teil hätten 
Vor- und Rückseite nicht gepasst (cl. 6 pag. 13.2.0.57), spricht dagegen, dass 
diese Noten als echt hätten in Umlauf gebracht werden können. Zudem wider-
spricht es jeglicher Logik, dass die Angeklagten „Blüten“ von guter Qualität ver-
nichtet hätten. Dementsprechend ist in Bezug auf die vernichteten Noten nicht 
davon auszugehen, ihnen sei der Anschein der Echtheit verliehen worden. Somit 
handelte es sich bei den vernichteten Banknoten im Gesamtbetrag von rund 
Fr. 50'000.– nicht um täuschungstaugliche Falsifikate.  

2.3.5 In Bezug auf den Zeitraum der Falschgeldproduktion ist unbestritten, dass B. für 
eine gewisse Zeit bei A. in ZZ. wohnte, wo sich die Infrastruktur zur Herstellung 
der „Blüten“ befand. Bezüglich des Vorwurfs des Herstellens der Noten bei A. 
sind aber die Aussagen B. hinsichtlich des Zeitraumes widersprüchlich. Am 
12. Dezember 2007 sagte er auf die Frage, wie viele Noten er in Y. noch fertig 
gestellt habe, aus, es seien 8 bis 10 Bögen à drei Noten gewesen (cl. 5 
pag. 13.1.0 52). An der Hauptverhandlung sagte er auf Frage, ob er bis anfangs 
November 2007 bei A. gewohnt habe, das könne gut sein (cl. 19 pag. 19.910.56). 
A. hingegen sagte zunächst aus, sie habe B. im August 2007 „rausgeschmissen“ 
(cl. 19. pag. 19.910.56). Später korrigierte sie ihre Aussage und gab zu Protokoll, 
es treffe nicht zu, dass er bereits im August bei ihr ausgezogen sei, der Auszug 
sei später erfolgt (cl. 19 pag. 19.910.76). In Berücksichtigung aller Umstände 
(Aussagen, Einsatz des Falschgeldes) ist davon auszugehen, dass beide Ange-
klagten bis November 2007 Zugang zur Infrastruktur hatten, welche für die Fäl-
schungen nötig war.  

2.4 Angeklagter B. 

2.4.1 Der Anklagevorwurf deckt sich in wesentlichen Punkten mit dem Vorhalt, den das 
Eidgenössische Untersuchungsrichteramt B. in der Schlusseinvernahme vom 
19. Oktober 2009 machte (cl. 5 pag. 13.1.0.218). Dieser Vorhalt wiederum basiert 
auf den Aussagen von B. während des Ermittlungsverfahrens (cl. 5 pag. 13.1.0.2; 

- 14 - 

pag. 13.1.0.10–11; pag. 13.1.0.20, pag. 13.1.0.24; pag. 13.1.0.28–29; 
pag. 13.1.0.38–41; pag. 13.1.0.48–53; pag. 13.1.0.193).  

2.4.2 B. ist hinsichtlich der ihm vorgeworfenen Taten im Wesentlichen geständig und 
hat dies an der Hauptverhandlung bekräftigt. Er hat den Anklagevorwurf im 
Grundsatz anerkannt: So bestätigte er bereits bei der ersten Einvernahme vom 
6. Dezember 2007, er habe während drei oder vier Monaten im Zeitraum vom 
August bis November 2007 auf dem Computer von A. gefälschte Banknoten von 
Fr. 50.–, Fr. 100.– und Fr. 200.– gescannt, kopiert, mit Silberstreifen bearbeitet 
(cl. 5 pag. 13.1.0.2 ff.). Bei der Hauptverhandlung bestätigte er im Wesentlichen 
seine Aussagen (cl. 19 pag. 19.910.61).  

2.4.3 Das Geständnis von B. deckt sich mit dem übrigen Beweisergebnis, namentlich 
den beschlagnahmten Utensilien und Banknoten. Zudem wird er durch die Aus-
sagen von A. belastet: Am 19. Dezember 2007 sagte sie aus, dass B. bei den 
ersten Noten mitgeholfen habe beim Ausschneiden (cl. 6 pag. 13.2.0.21). Am 
20. Dezember 2007 sagte sie aus, sie habe ihm das einscannen zeigen müssen, 
danach habe er es selbständig machen können (cl. 6 pag. 13.2.0.58). An der 
Hauptverhandlung sagte sie aus, dass sie die ersten Serien zusammen fertig 
gestellt hätten (Silberstreifen, Hologramm, Ausschneiden [cl. 19 
pag. 19.910.60]). 

2.4.4 In objektiver Hinsicht ergibt sich bezüglich der täuschungstauglichen Noten fol-
gendes:  

2.4.4.1 a) Es hat sich ergeben, dass die Angeklagten im August 2007 gemeinsam einen 
ersten Bogen (3 Hunderternoten) im Gesamtbetrag von Fr. 300.– herstellten 
(E. 2.3.2.2). Es handelt sich dabei um eine Einzelhandlung.  

 b) Der erste Fälschungsvorgang fällt im Sinne der erwähnten Rechtsprechung 
(E. 2.1.1.2) aufgrund des geringen Betrages ohne weiteres unter Art. 240 Abs. 2 
StGB, ein Delikt, für welches sich die Mindeststrafe von einem Jahr nach dem 
Grundtatbestand nicht rechtfertigt. 

2.4.4.2 a) Es ist erstellt, dass sich die Angeklagten nach dem ersten Fälschungsvorgang 
entschieden, serienweise Falsifikate herzustellen. Die Angeklagten haben mit je-
der Serie fünf bis zehn Bögen à je drei Hunderternoten (Fr. 1'500.– bis 
Fr. 3'000.–) hergestellt, jeweils an nicht mehr genau zu eruierenden Tagen in der 
Anklageperiode. Aufgrund des nahen räumlichen, zeitlichen und handlungsmäs-
sigen Zusammenhangs der Einzelhandlungen – jeder Bogen wurde jeweils in ei-
nem Arbeitsgang mit Multifunktionsgerät in der Wohnung von A. mehrfach repro-
duziert –, sind diese je als Handlungseinheit zu betrachten. Es liegen mehrere 

- 15 - 

solche Handlungseinheiten vor, somit eine mehrfache Tatbegehung der Geldfäl-
schung.  

 b) Hinsichtlich der Fälschungsserien wurden in einer Handlungseinheit jeweils 
maximal 30 Hunderternoten hergestellt. Entsprechend wäre unter dem quantitati-
ven Aspekt noch von jeweils leichten Fällen auszugehen. Massgebend für die 
Abgrenzung zwischen Grundtatbestand und privilegierter Variante ist aber die 
kriminelle Energie. Zu prüfen ist daher vorliegend die Frage, ob die kriminelle 
Energie von jemandem, der vorab im Hinblick auf mehrere Produktionsserien mit 
beträchtlichem Aufwand Produktionsmittel herstellt und dann über Monate hin-
weg von August bis November 2007 immer wieder benutzt, immer noch als der-
art gering zu werten ist, dass die einzelnen Geldfälschungen als besonders leich-
te Fälle angesehen werden können. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der vor-
liegende Fall von jenem, der dem erwähnten Entscheid des Bundesstrafgerichts 
SK.2009.20 vom 9. Dezember 2009 (E. 2.1.1.2) zugrunde lag. Dort wurde mit ei-
nem im Handel erhältlichen Kombigerät (Drucker/Scanner) irgendeine gerade 
vorhandene Hunderternote (bei jeder Serie eine andere) eingescannt und ausge-
druckt. Die spezifischen Vorbereitungshandlungen beschränkten sich auf den 
Kauf von geeignetem Papier und einer Dose Lack zur Behandlung der falschen 
Noten. Von den übrigen oben erwähnten Präjudizien zum besonders leichten Fall 
unterscheidet sich der vorliegende dadurch, dass dort insgesamt nur eine gerin-
ge Menge produziert wurde.  

 B. sagte am 10. Dezember 2007 aus, dass das Ganze recht aufwendig gewesen 
sei (cl. 5 pag. 13.1.0.24). A. gab bei der Hauptverhandlung zu Protokoll, dass das 
Einrichten ein bis zwei Stunden gedauert habe (cl. 19 pag. 19.910.60). Bis zur 
fertigen Note habe es noch weiterer Schritte wie ausschneiden, Silberstreifen und 
Hologramm bedurft (cl. 19 pag. 19.910.61). Vorliegend ist somit beim Mehrfach-
täter, der sich mit beträchtlichem Aufwand (Bildbearbeitung, Sprayen, Schablone 
für Hologramm) die Produktionsmittel schafft, eine derart höhere kriminelle Ener-
gie vorhanden, dass kein besonders leichter Fall vorliegt. Letztlich ist kriminelle 
Energie des Serientäters für ein einzelnes Delikt höher einzustufen als diejenige 
des Einmaltäters. Aufgrund des Gesagten ist vorliegend die Schwelle zum 
Grundtatbestand von Art. 240 Abs. 1 StGB für die Produktionen in Serie über-
schritten.  

2.4.5 B. hat die täuschungstauglichen Noten wissentlich und willentlich gefälscht, in der 
Absicht sie als echt in Umlauf zu bringen und sich damit zu bereichern.  

2.4.6  
2.4.6.1 Mit Bezug auf die vernichteten Falsifikate im Gesamtbetrag von rund Fr. 50'000.– 

geht die Bundesanwaltschaft von versuchter Geldfälschung im Sinne von 

- 16 - 

Art. 240 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB für den Zeitraum August bis Novem-
ber 2007 aus. Sie berücksichtigt, dass lediglich von versuchter und nicht von 
vollendeter Geldfälschung auszugehen ist, wenn die Qualität der hergestellten 
Banknoten derart schlecht war, dass die Banknoten nicht täuschungstauglich 
waren. Davon ist in tatsächlicher Hinsicht zugunsten der Angeklagten auszuge-
hen, nachdem sich die Beschaffenheit dieser Falsifikate nicht mehr ermitteln 
lässt.  

2.4.6.2 Der Täter muss überdies wollen, dass die Falsifikate als echt in Umlauf gebracht 
werden. Diesbezüglich ist unklar, ob B. überhaupt die Absicht hatte, den Aus-
schuss als echt in Umlauf zu bringen. Aufgrund der Ausschussmenge ist viel-
mehr davon auszugehen, dass es sich dabei um Abfallprodukte handelte, die im 
Zuge der vollendeten Herstellung von Falschgeld in der genannten Produktions-
form zwangsläufig angefallen sind. Der Täter musste somit damit rechnen, dass 
ein Grossteil des Druckerzeugnisses nicht brauchbar gewesen wäre. B. hat somit 
keine versuchte Geldfälschung begangen.  

2.5 Angeklagte A. 

2.5.1 A. wurde in der Schlusseinvernahme vom 12. Oktober 2009 derselbe Vorhalt 
gemacht wie B. am 19. Oktober 2009 (cl. 6 pag. 13.2.0.142–143). (cl. 19 
pag. 19.910.3). Gemäss Schlussvorhalt und Anklageschrift soll A. in der Zeit von 
August 2007 bis November 2007 nicht nur die ganze Produktionsvorbereitung 
(Photoshop, Import in Indesign-Dateien, Erstellung der Schablone für das Holo-
gramm, Abspeichern der Vorlagen auf CD) gemacht haben. Vielmehr soll sie die 
Noten in der Anfangsphase auch selbst ausgedruckt und bearbeitet haben. Erst 
mit der Zeit habe B. die Noten mit diesen Mitteln allein hergestellt (cl. 19 
pag. 19.100.5–6).  

2.5.2 A. ist hinsichtlich der ihr vorgeworfenen Taten im Wesentlichen geständig, wenn 
auch nicht in allen Details. Sie hat den Anklagevorwurf bei der Verhandlung an-
erkannt: „Ich habe das wirklich gemacht“ (cl. 19 pag. 19.910.3). Bereits bei der 
Einvernahme vom 19. Dezember 2007 sagte sie aus, sie habe vorbereitet, ein-
gerichtet und die Bildbearbeitung gemacht (cl. 6 pag. 13.2.0.25, pag. 13.2.0.30). 
Anlässlich der Schlusseinvernahme vom 12. Oktober 2009 bestätigte sie ihre 
bisherigen Aussagen (cl. 6 pag. 13.2.0.143). An der Hauptverhandlung sagte sie 
aus, dass sie bloss den Anfang gemacht habe (cl. 19 pag. 19.910.57). Sie habe 
bei der Herstellung die Druckbögen eingerichtet und die ersten Probeblüten bzw. 
Bögen hergestellt. Sie sei Typografin, weshalb sie die Methode gekannt habe, 
wie man das Falschgeld herstellt (cl. 19 pag. 19.910.59). Die ersten Serien hät-
ten sie zusammen fertig gestellt (Silberstreifen, Hologramm, Ausschneiden etc. 

- 17 - 

[cl. 19 pag. 19.910.61]). Es stimme nicht, dass sie am Ende dabei gewesen sei 
(cl. 19 pag. 19.910.62).  

2.5.3 Das grundsätzliche Geständnis von A. deckt sich mit dem übrigen Beweisergeb-
nis, namentlich den beschlagnahmten Utensilien und Banknoten. Zudem wird sie 
durch die Aussagen von B. belastet: Anlässlich der Einvernahme vom 19. Okto-
ber 2009 betonte er, wie wichtig der Beitrag von A. bei der Herstellung gewesen 
sei. Sie habe am Anfang produziert, gedruckt, gescannt und Retuschierungen 
gemacht (cl. 5 pag. 13.1.0.218).  

2.5.4  
2.5.4.1 Die Anklage hält den Sachverhalt ungefähr so fest, wie ihn B. schildert. Während 

des Vorverfahrens war allerdings nie thematisiert, bei wie vielen Herstellungs-
vorgängen A. effektiv physisch beteiligt war. B. sagte am 10. Dezember 2007 
aus, dass er gar nicht in der Lage gewesen sei, die Noten herzustellen (cl. 5 
pag. 13.1.0.20, pag. 13.1.0.24). Am 11. Dezember 2007 sagte er aus, am An-
fang habe sowieso sie alles gemacht (cl. 5 pag. 13.1.0.40). A. hingegen hat zu 
Beginn des Verfahrens selbst zugegeben, Noten von „A - Z“ hergestellt zu ha-
ben. In der Hauptverhandlung will sie lediglich die Druckvorrichtung eingerichtet 
und die ersten Bögen hergestellt haben. Aufgrund ihrer Ausbildung als Typogra-
fin ist davon auszugehen, dass sie zu Beginn der Herstellung des Falschgeldes 
eine tragende Rolle innehatte und zweifellos besser geübt war, fertige Druckpro-
dukte herzustellen als B.. Ihre Rollenabgrenzung wirkt insofern konstruiert. Plau-
sibel ist aber auch, dass sich die Produktion mehr und mehr auf B. verlagerte, 
weil dieser als IV-Rentner dafür mehr Zeit hatte, währenddem A. immerhin in ei-
nem Teilzeit-Pensum arbeitete. Deshalb ist erwiesen, dass A. anfänglich den 
Produktionsprozess diverse Male selbst durchführte, B. diesen Teil erst mit der 
Zeit bis Ende November 2007 komplett übernahm, als er aufgrund ihrer Instruk-
tionen dazu in der Lage war. Sie hat somit objektiv tatbestandsmässig Geld ge-
fälscht.  

2.5.4.2 Hinsichtlich der Rechtslage in Bezug auf die Einzelhandlung der ersten Fäl-
schungsserie, die mehrfache Tatbegehung der weiteren Fälschungsserien sowie 
auf die vernichteten Falsifikate, kann auf die Ausführungen bei B. verwiesen 
werden (E. 2.4.4.1–2.4.4.2, 2.4.6.2). 

2.5.4.3 A. hat die fälschungstauglichen Noten willentlich und wissentlich gefälscht, in der 
Absicht diese als echt in Umlauf zu bringen und sich damit zu bereichern. 

2.6 Zu prüfen ist, ob von Mittäterschaft der beiden Angeklagten bei der Herstellung 
des falschen Geldes auszugehen ist und wenn ja, ob dies für den ersten Bogen 
und alle Produktionsserien gilt. 

- 18 - 

 a) A. hat die ersten Schritte der Produktion auf Vorschlag von B. ausgeführt (cl. 6 
pag. 13.2.0.25). Insofern war B. die treibende Kraft, ohne welche A. gar nicht ge-
handelt hätte. Sein Beitrag ging aber aufgrund ihrer Tathandlungen über eine 
Anstiftungshandlung hinaus. Demnach ist in dieser Phase der ersten Fäl-
schungsserien von Mittäterschaft auszugehen.  

 b) Die oben in E. 2.1.2 dargestellte Entwicklung der Rechtsprechung zeigt, dass 
die Schwelle zur Tatherrschaft vom Bundesgericht niedrig angesetzt wird. So hat 
es die Tatherrschaft vermehrt auch bei Delikten bejaht, die verbreitet als eigen-
händig galten (grobe Verkehrsregelverletzung, Vergewaltigung). 

 Vorliegend hat B. erwiesenermassen die letzten Fälschungsserien selbst herge-
stellt, wobei A. gar nicht mehr genau wusste, wann und wie viele Serien herge-
stellt wurden (cl. 6 pag. 13.2.0.143). Umgekehrt war eine mehrfache Tatbege-
hung der Serien zweifellos Teil des ursprünglichen Tatplanes. So sagte B. an der 
Hauptverhandlung aus, es sei die Gier nach Kokain gewesen, weshalb sie weiter 
gemacht hätten (cl. 19 pag. 19.910.60). Ebenso sprechen die zahlreichen Pro-
duktionsmittel dafür, dass mehrmals Falsifikate hergestellt werden sollten, an-
sonsten sich ein derartiger Aufwand finanziell gar nicht gelohnt hätte. Es stellt 
sich aber die Frage, für wie lange A. nach den konkreten Umständen als Haupt-
beteiligte für jede neue Serie von Falsifikaten erscheint. Es fällt auf, dass die 
Herstellung des Falschgeldes stets auf dem Computer von A. erfolgte und zwar 
in Anwendung ihrer Vorgaben. Die gesamte Bildbearbeitung der Falsifikate ba-
sierte auf ihrem Know-how. Ein weiterer Hinweis für ihre tragende Rolle bei der 
Herstellung der Falsifikate ist, dass diese vorwiegend in ihrer Wohnung in ZZ. er-
folgte (cl. 19 pag. 19. 910.71). Ausgenommen sind 8 bis 10 Bögen, welche B. in 
Y. fertig stellte (cl. 5 pag. 13.1.0.52). A. stellte somit die ganze Infrastruktur und 
die Vorlagen zur Verfügung, was klar für Mittäterschaft spricht. Für die Hauptbe-
teiligung von A. spricht ebenfalls, dass sie laut eigenen Aussagen im Bilde war, 
dass B. Falsifikate herstellte. Am 20. Dezember 2007 sagte sie aus, er habe 
selbstständig falsche Noten machen können. Während sie am Schlafen gewesen 
sei, sei er nächtelang im Büro gewesen (cl. 6 pag. 13.2.0.58). Ein weiteres Indiz 
für ihre Hauptbeteiligung ist der Umstand, dass A. selbst Falschgeld in Umlauf 
setzte und zwar noch am 3. Dezember 2007, also knapp nach dem Zeitpunkt der 
letzten angeklagten Geldfälschung (cl. 6 pag. 13.2.0.175). Aus diesen Umstän-
den, zusammen mit dem auf Tatmehrheit ausgerichteten Tatplan, ist zu schlies-
sen, dass A. Hauptbeteiligte ist. Entsprechend der Anklage sind somit sämtliche 
Geldfälschungshandlungen in Mittäterschaft ausgeführt worden.  

2.7  

- 19 - 

2.7.1 B. ist demnach der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB sowie der 
mehrfachen Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen 
und vom Vorwurf der versuchten Geldfälschung freizusprechen. 

2.7.2 A. ist der Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 und 2 StGB sowie der mehrfa-
chen Geldfälschung gemäss Art. 240 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und 
vom Vorwurf der versuchten Geldfälschung freizusprechen.  

3. In Umlaufsetzen falschen Geldes und Versuch dazu (Anklagepunkt A.2) 

3.1 Wer falsches oder verfälschtes Metallgeld oder Papiergeld, falsche oder ver-
fälschte Banknoten als echt oder unverfälscht in Umlauf setzt, wird mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 240 Abs. 1 StGB). 

3.2 Unter in Umlaufsetzen fällt jede entgeltliche oder unentgeltliche Weitergabe ei-
nes Falsifikates als Zahlungsmittel oder zu anderen Zwecken an eine ausserhalb 
des involvierten Täterkreises stehende Person (statt vieler: StGB Kommentar, 
DONATSCH (Hrsg.), Zürich 2010, 18. Aufl., Art. 242 StGB N. 3).  

3.3. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht zwischen dem Geldfäl-
schen (Art. 240 StGB) und dem in Umlaufsetzen falschen Geldes Art. 242 StGB 
echte Konkurrenz (BGE 133 IV 256 E. 4.2.2).  

3.4 Den Angeklagten wird in objektiver Weise vorgeworfen, sie hätten mehrfach in 
der Zeit von August 2007 bis Dezember 2007 in den Kantonen Thurgau, Zürich, 
Schwyz, Schaffhausen, Basel-Stadt, Luzern, Zug, St. Gallen, Appenzell Ausser-
rhoden, Bern, Aargau, Graubünden und anderswo zum Teil gemeinsam, zum 
Teil alleine, falsche Banknoten als echt in Umlauf gesetzt, um Gegenstände zu 
kaufen und an (echtes) Bargeld zu gelangen, und zwar wie folgt: B. habe in min-
destens 89 Fällen und A. in mindestens zwei Fällen alleine Geld in Umlauf ge-
setzt. In mindestens 25 Fällen hätten sie gemeinsam gehandelt. Insgesamt seien 
246 Falsifikate à Fr. 100.– und 10 Falsifikate à Fr. 50.– mit der jeweiligen von B. 
benutzten Stammnummer 2 bzw. 3 aufgetaucht. In Bezug auf eine Note zu 
Fr. 200.– lautet der Anklagevorwurf gegen B. auf versuchtes in Umlaufsetzen. B. 
habe in einem Einkaufszentrum in Spreitenbach oder Dietlikon versucht, mit ei-
ner falschen Note à Fr. 200.– zu bezahlen. Dem Angeklagten sei es nach eige-
ner Aussage in ca. 5% der Fälle nicht gelungen, das Geld in Umlauf zu setzen, 
weil die Noten vom Abnehmer als falsch erkannt worden seien (cl. 5 
pag. 13.1.0.222). Subjektiv hätten die beiden Angeklagten mit Wissen und Willen 
gefälschte, im Kurs stehende Banknoten im Umlauf gesetzt. 

3.5 Angeklagter B. 

- 20 - 

3.5.1 In Bezug auf 89 Noten (B.), 2 Noten (A.) und 25 gemeinsam in Umlauf gesetzte 
Banknoten sind die beiden Angeklagten im Grundsatz geständig, diese in der 
Zeit von August 2007 bis Dezember 2007 in Läden in Basel, der Region Boden-
see, Schaffhausen, Kanton Schwyz und St. Gallen in Umlauf gesetzt zu haben. 
Sie haben im Vorverfahren auf einer Liste die entsprechenden Bemerkungen 
betreffend Täterschaft und Einlöseorte visiert (cl. 5 pag. 13.1.0.232–239; cl. 6 
pag. 13.2.0.169–176). In der Hauptverhandlung haben beide die Angaben auf 
der Liste als richtig bestätigt (cl. 19. pag. 19.910.63).  

3.5.2 Die Anerkennung der 89 Absatzhandlungen, welche B. auf der Liste visiert hat, 
ist glaubhaft. Die Täterschaft von B. wird auch durch weitere Beweise bekräftigt: 
Mit ihm wurde eine Tatortbesichtigung in W. bei der Bäckerei L. und in V. bei der 
Bäckerei M., dem Einkaufsgeschäft N., dem Blumengeschäft O. und dem Kiosk 
P. durchgeführt (cl. 5 pag. 13.1.0.181–186). Er sagte, wenn er die Bäckerei L. 
von aussen anschaue, glaube er schon, dass er da gewesen sei (cl. 5 
pag. 13.1.0.182). Beim Einkaufsgeschäft N., Blumenabteilung, und beim Floris-
tikgeschäft könne er sich erinnern (cl. 5 pag. 13.1.0.182). B. ist zudem auf der 
Aufnahme vom 16. November 2007 aus dem videoüberwachten Verkaufsraum 
der Bäckerei von E. zu erkennen (cl. 3 pag. 8.2.0.1). Anhand der rückwirkenden 
Randdatenerhebung konnte zudem in verschiedenen Fällen seine Nähe zum 
Tatort nachgewiesen werden (cl. 3 pag. 5.6.0.10; cl. 4 pag. 9.1.1.9 ff.). Es kann 
somit auf das Geständnis abgestellt werden. Auf Frage am 19. Oktober 2009, 
wie oft er alleine unterwegs gewesen sei, Falschgeld in Umlauf zu setzten, sagte 
er aus: „Praktisch immer. Fast jeden Tag. (…) Umgesetzt habe ich fast immer 
selber. Am Wochenende war ich mit A. unterwegs. (…) Auf einer Fahrt habe ich 
ca. CHF 500 – 1000 umgesetzt.“ An der Hauptverhandlung machte er grundsätz-
lich dieselben Angaben, wies jedoch Erinnerungslücken auf (cl. 19 
pag. 19.910.65 ff.).  

3.5.3 In Bezug auf den Versuch, in Spreitenbach oder Dietlikon eine gefälschte 
Fr. 200.– Note abzusetzen, liegt ein Geständnis von B. vor (cl. 5 pag. 13.1.0.222; 
cl. 19 pag. 19.910.63). Es besteht kein Anlass, an dessen Richtigkeit zu zweifeln. 
Der Sachverhalt ist erstellt.  

3.5.4  B. hat wissentlich und willentlich falsches Geld als echt in Umlauf gesetzt bzw. in 
Umlauf zu setzen versucht.  

3.6 Angeklagte A. 

3.6.1 Hinsichtlich der zwei Absatzhandlungen, die A. alleine durchgeführt haben soll, 
ist zu bemerken, dass sich diese nicht aus der visierten Liste mit den Einlöseor-
ten ergeben. A. gestand aber bei der Einvernahme vom 2. Oktober 2009, dass 

- 21 - 

sie beim Einkaufsgeschäft Q. in U. und beim Bahnhof ZZ. alleine gehandelt habe 
(cl. 6 pag. 13.2.0.148). An der Hauptverhandlung bestätigte sie ihr Geständnis 
(cl. 19 pag. 19.910.64). Der Sachverhalt ist erstellt.  

3.6.2 A. hat wissentlich und willentlich falsches Geld als echt in Umlauf gesetzt.  

3.7 Bei der Frage, in wie vielen Fällen gemeinsam gehandelt wurde, stellt die Ankla-
ge auf die Angaben von A. ab (cl. 6 pag. 13.2.0.169–176). Diese decken sich 
grösstenteils, wenn auch nicht vollständig, mit der Bezeichnung "Beide" in der vi-
sierten Liste von B.. B. sagte jedoch an der Hauptverhandlung entgegen seiner 
ursprünglichen Angaben im Vorverfahren aus, dass er an drei weiteren Orten mit 
A. Falschgeld in Umlauf gesetzt habe. So sagte er zum Vorfall beim Stadtmarkt 
U. vom 3. September 2007, sie seien zusammen in U. gewesen (cl. 19 
pag. 19.910.64). Hinsichtlich des bei der Bank C. am 22. Oktober 2007 aufge-
tauchten Falschgeldes sagte er, er denke schon, dass er es auch gewesen sei. 
Das sei eine Note gewesen, die sie auf dem Marktplatz umgesetzt hätten (cl. 19 
pag. 19.910 67). Auch in Bezug auf das in der Post YY. am 25. Oktober 2007 
aufgetauchte Falschgeld will er entgegen seiner Angaben im Vorverfahren dabei 
gewesen sein (cl. 19 pag. 19.910.69). Diese Angaben von B. erfolgten jedoch mit 
grundsätzlicher Unsicherheit. Zudem erklärten beide Angeklagten, das Falsch-
geld nie bei der Post oder Bank eingesetzt zu haben (cl. 19 pag. 19.910.69). 
Somit ist auf die von A. visierte Liste abzustellen. Aufgrund des Gesagten ist der 
Anklagesachverhalt von 25 gemeinsamen Absatzhandlungen erstellt.  

3.8 Nicht ernsthaft zu bezweifeln ist, dass sämtliche 256 diesem Verfahren zugeord-
neten sichergestellten Falsifikate à Fr. 100.– und Fr. 50.– von den Angeklagten 
in Umlauf gesetzt wurden. Die theoretische Möglichkeit, dass jemand dieselben 
Banknoten mit der gleichen Seriennummer 2 bzw. 3 als Vorlage für Fälschungen 
gebrauchte und dem selben Fälschungsverfahren unterzog, kann nach mensch-
lichem Ermessen ausgeschlossen werden. Soweit diese gefälschten Noten aber 
nicht den 116 nachgewiesenermassen von den Angeklagten in Umlauf gesetzten 
Noten entsprechen bleibt allerdings ungeklärt, welcher der Angeklagten sie in 
Umlauf gesetzt hat.  

3.9 In Bezug auf die angeblich 5% der Fälle, in denen es nicht gelungen sei, die ge-
fälschten Noten in Umlauf zu setzen, stützt sich die Anklage einzig auf die Aus-
sagen des Angeklagten vom 19. Oktober 2009. Er sagte damals auf Frage, wie 
oft es nicht gelungen sei, gefälschte Banknoten in Umlauf zu setzten, aus: „Nicht 
so oft. Etwa so 5%.“ Weitere Abklärungen konnten hiezu nicht erfolgen. Die An-
klagebehörde gibt unverarbeitet die Aussage von B. wieder. Die Aussage von B. 
in diesem Zusammenhang ist vage. Zudem geht aus der Anklage nicht hervor, 
welcher bzw. welche der beiden Angeklagten wann und wo diese Versuche un-

- 22 - 

ternommen haben soll. Es ist mit der Informations- und Umgrenzungsfunktion 
des Anklageprinzips nicht vereinbar, in der Anklageschrift nur den Inhalt eines 
Beweismittels zu erwähnen und es dem Gericht zu überlassen, daraus einen zu 
beurteilenden Sachverhalt zu konstruieren. Das Gericht sieht in der erwähnten 
Umschreibung keinen zusätzlichen Anklagepunkt.  

3.10  
3.10.1 Zur bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezüglich mehrfacher Tatbegehung 

kann auf Erwägung 2.1.1.3 verwiesen werden. Das Bundesstrafgericht ging bei 
Absatzhandlungen, die am selben Tag an nahe beieinander liegenden Orten be-
gangen wurden, von einer Handlungseinheit aus (Entscheid des Bundesstrafge-
richts SK.2006.13 vom 22. November 2006, E. 3.3.2; bestätigt in BGE 133 IV 
256 E. 4.5.3).  

3.10.2 Der im Vorverfahren erstellten Liste mit den Sicherstellungsorten ist zu entneh-
men, dass diese in den Kantonen, Thurgau, Zürich, Schwyz, Schaffhausen, Ba-
sel-Stadt, Luzern, Zug, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Aargau, 
Graubünden und anderswo liegen (cl. 5 pag. 13.1.0.232 ff; cl. 6  
pag. 13.2.0.169 ff.). Es entsteht der Eindruck, als hätten die Angeklagten be-
wusst darauf geachtet, dass die Absatzorte örtlich und zeitlich nicht nahe beiein-
ander liegen. A. gab dann auch an der Verhandlung auf Frage, ob darauf geach-
tet worden sei, dass die Einlöseorte nicht zu nahe beieinander liegen, zu Proto-
koll: „Es sei vorgekommen“ (cl. 19 pag. 19.910.63). Damit liegt jeweils neue Ent-
schlussfassung und somit mehrfache Tatbegehung vor. 

3.11 Mit Bezug auf die 25 gemeinsam in Umlauf gesetzten falschen Banknoten ist im 
Sinne der genannten Rechtsprechung (E. 2.1.2) von Mittäterschaft auszugehen: 
B. sagte, als sie umgesetzt hätten, sei er immer zusammen mit ihr mit ihrem Auto 
unterwegs gewesen (cl. 19 pag. 19.910.73). A. wusste bei den Fahrten, dass B. 
Falschgeld auf sich trägt (cl. 19 pag. 19.910.75). Die Angeklagten nahmen somit 
die 25 Absatzhandlungen gemeinsam vor. Das erlangte Rückgeld investierten 
sie zusammen in den Kauf von Kokain und zur Tilgung von Schulden (cl. 19 
pag. 19.910.60; pag. 19.910.72; pag. 19.910.74; pag. 19.910.76; cl. 5 
pag. 13.1.0.219, 221–222; cl. 6 pag. 13.3.0.17). Hinsichtlich der 89 alleine von B. 
und den zwei alleine von A. in Umlauf gesetzten gefälschten Banknoten betont 
die Anklage explizit, dass die Angeklagten jeweils alleine gehandelt hätten. Die-
se Schlussfolgerung erscheint zutreffend.  

3.12 
3.12.1 B. ist demnach des mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes gemäss 

Art. 242 Abs. 1 StGB (in 114 Fällen, davon 25 gemeinsam mit A.) sowie des ein-

- 23 - 

maligen Versuchs dazu (Art. 242 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig zu 
sprechen. 

3.12.2 A. ist des mehrfachen in Umlaufsetzens falschen Geldes gemäss Art. 242 Abs. 1 
StGB (in 27 Fällen, davon 25 gemeinsam mit B.) schuldig zu sprechen.  

4. Gewerbsmässiger Betrug und Versuch dazu (Anklagepunkt A.3) 

4.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs strafbar, wer in der Ab-
sicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-
spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in ei-
nem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, 
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Die objek-
tiven Tatbestandsmerkmale setzten sich demzufolge aus der arglistigen Täu-
schung, dem Irrtum, der Vermögensdisposition und dem Vermögensschaden zu-
sammen. Zwischen arglistiger Täuschung und dem Irrtum sowie zwischen dem 
Irrtum und der Vermögensdisposition muss ein Motivationszusammenhang be-
stehen, zwischen der Vermögensdisposition und dem Vermögensschaden ein 
Kausalzusammenhang (siehe dazu TRECHSEL/CRAMERI et. al., Zürich/St. Gallen 
2008, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, N. 1 zu Art. 146 
StGB).  

4.2 Gewerbsmässigkeit ist bei berufsmässigem Handeln gegeben. Nach bundesge-
richtlicher Rechtsprechung heisst dies zusammengefasst, dass der Täter die Tat 
bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht handelte, ein Erwerbsein-
kommen zu erlangen, und dass aufgrund seiner Taten darauf geschlossen wer-
den muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den entsprechenden Straftatbestand 
fallenden Taten bereit gewesen (Urteil des Bundesgerichts 6B_311/2009 vom 
20. Juli 2009, E. 2.3 mit Verweisungen auf BGE 123 IV 113 E. 2c; 119 IV 129 
E. 3; 116 IV 319 insb. E. 4).  

4.3 Richtet sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen gerin-
gen Schaden, so wird der Täter, auf Antrag, mit Busse bestraft (Art. 172ter Abs. 1 
StGB). Die Grenze für den geringfügigen Vermögenswert im Sinne von Art. 172ter 

Abs. 1 StGB beträgt nach der Rechtsprechung Fr. 300.– (BGE 123 IV 197 
E. 2a). Abgesehen von den gesetzlichen Ausnahmen des Art. 172ter Abs. 2 StGB 
ist der Anwendungsbereich von Art. 172ter StGB faktisch durch die Ausgestaltung 
einzelner Tatbestände begrenzt. Das gilt u.a. hinsichtlich all jener Delikte, die 
durch das Merkmal der Gewerbsmässigkeit qualifiziert sind (WEISSENBERGER, 
Basler Kommmentar, a.a.O., Art. 172ter StGB N. 11). Soweit also auf gewerbs-
mässigen Betrug erkannt wird, ist dieser nie geringfügig im Sinne von Art. 172ter 

StGB. 

- 24 - 

4.4 Wer gefälschtes Geld zur Zahlung einsetzt, welches die Gefahr schafft, mit ech-
tem verwechselt zu werden, begeht gemäss Praxis grundsätzlich eine arglistige 
Täuschung im Sinne des Betrugstatbestandes gegenüber den Empfängern des 
Geldes (BGE 133 IV 256 E. 4.4.3 und E. 4.4.4; Entscheid des Bundesstrafge-
richts SK.2009.20 vom 9. Dezember 2009, E. 3.3.1) und somit in aller Regel 
auch einen Betrug.  

4.5 Zwischen dem Inumlaufsetzen falschen Geldes (Art. 242 StGB) und dem Betrug 
(Art. 146 StGB) besteht echte Konkurrenz (BGE 133 IV 256 E. 4.3).  

4.6 Den Angeklagten wird in objektiver Hinsicht vorgeworfen, sie hätten in der Zeit 
von August 2007 bis Dezember 2007 gewerbsmässig und zum Teil gemeinsam 
in den Kantonen Thurgau, Zürich, Schwyz, Schaffhausen, Basel-Stadt, Luzern, 
Zug, St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Aargau, Graubünden und an-
derswo bei mindestens 128 bekannten Empfängern falsche Banknoten unter 
arglistiger Täuschung zum Zweck der Zahlung eingesetzt und diese durch die 
Herausgabe der Kaufsache bzw. durch das Erbringen einer Leistung sowie die 
Herausgabe von Wechselgeld am Vermögen geschädigt. Es seien insgesamt 
246 Noten Falschgeld à Fr. 100.– und 10 Noten à Fr. 50.– mit der jeweiligen von 
den Angeklagten benutzten Seriennummer aufgetaucht. Sie hätten mit den ge-
nannten Noten gesamthaft einen Erlös von mindestens Fr. 25'000.– erzielt. In 
der Verhandlung stellte sich die Bundesanwaltschaft mit ihrem mündlich gestell-
ten Antrag auf den Standpunkt, es seien 255 Noten gewesen, massgebend ist 
indessen der Vorwurf gemäss Anklageschrift. In subjektiver Hinsicht wird den 
Angeklagten vorgeworfen, sie hätten mit Wissen und Willen sowie in der Absicht 
gehandelt, sich selbst sowie den jeweils anderen Angeklagten unrechtmässig zu 
bereichern. Sie hätten sich bewusst darauf eingerichtet, eine Vielzahl von Delik-
ten in der genannten Art zu begehen. Da B. in dieser Zeit arbeitslos gewesen sei 
und nur eine IV-Rente in geringer Höhe erhalten habe, habe er beschlossen, 
durch das in Umlaufsetzen von Falschgeld ein relativ regelmässiges Einkommen 
zu erzielen. Bis zur Verhaftung sei nicht beabsichtigt gewesen, mit den Falsch-
gelddelikten aufzuhören.  

4.7  
4.7.1 Die Anklage geht beim Betrug von einer anderen Anzahl Taten mit bekannten 

Geschädigten aus, als beim in Umlaufsetzen von Falschgeld (E. 3.4). Die im An-
klagepunkt A.2 erwähnten, einem der beiden Angeklagten zugeordneten Taten 
ergeben 116, während Anklagepunkt A.3 von 128 ausgeht, ohne diese zuzuord-
nen. Die Differenz rührt daher, dass die Angeklagten bei den gemeinsamen Ta-
ten beim in Umlaufsetzen von Falschgeld im Vorverfahren nicht exakt deckungs-
gleiche Aussagen machten. Hat die Anklage im Anklagepunkt A.2 noch auf die 
Aussagen von B. abgestellt, zählt sie nun im Anklagepunkt A.3 beide Aussagen 

- 25 - 

betreffend die Absatzorte zusammen. Da es sich beim in Umlaufsetzen falschen 
Geldes und beim Betrug um identische Lebensvorgänge handelt, ist kein Grund 
ersichtlich, hier von einem anderen Sachverhalt auszugehen als dort, nämlich 
von den 116 nachgewiesenen Absatzhandlungen.  

4.7.2 Nebst diesen 116 Absatzhandlungen geht die Anklageschrift von weiteren, im 
Total von 246 Betrugshandlungen aus. In Bezug auf nicht in E. 3.5–3.7 behan-
delte Fälle ist jedoch nicht nachweisbar, wer diese in welcher Täterschaftsform 
begangen hat. Es kann nicht ohne Weiteres Mittäterschaft vermutet werden.  

4.8 In objektiver Hinsicht kann beweismässig auf E. 3.5–3.7 verwiesen werden.  

4.9 Das Tatvorgehen, wie in E. 3.5–3.7 umschrieben, lässt keinen anderen Schluss 
zu als den, dass die Angeklagten die Abnehmer des Falschgeldes vorsätzlich 
arglistig täuschten und die Letzteren sich als Folge davon selbst schädigten. Die 
Anklage umschreibt den Schaden mit Bezug auf die bekannten Empfänger gene-
rell abstrakt mit den Worten, „durch die Herausgabe der Kaufsache bzw. durch 
Erbringen einer Leistung sowie Herausgabe von Wechselgeld am Vermögen ge-
schädigt.“ Durch die Entgegennahme eines wertlosen Falsifikates im Austausch 
gegen eine werthaltige Leistung – Ware plus Wechselgeld – haben sich die 
Empfänger an ihrem Vermögen geschädigt, unabhängig davon, ob sie das Falsi-
fikat später wissentlich oder unwissentlich an Dritte weitergaben, da der Vermö-
gensschaden mit der Entgegennahme des Falsifikats unmittelbar – wenn auch 
nur vorübergehend – eingetreten ist. Massgebend ist der Abschluss des Ver-
pflichtungsgeschäftes (statt vieler: BGE 102 IV 89; TRECHSEL, a.a.O., Art. 146 
StGB N. 26 f.). Die Täuschung motivierte die Getäuschten zur Selbstschädigung.  

4.10 Die beiden Angeklagten handelten vorsätzlich und in der Absicht, sich unrecht-
mässig zu bereichern: Das erlangte Rückgeld diente ihnen zum Kauf von Kokain 
und zur Rückzahlung von Schulden (cl. 19 pag. 19.910.60; pag. 19.910.72).  

4.11 Zur Rechtslage hinsichtlich der Mittäterschaft in Bezug auf die 25 Fälle kann auf 
die entsprechenden Erwägungen betreffend das in Umlaufsetzen falschen Gel-
des verwiesen werden (E. 3.11.2). Die Voraussetzungen der Mittäterschaft sind 
in diesen Fällen gegeben.  

4.12 B. hat demnach in 114 Fällen (89 Fälle alleine, 25 Fälle zusammen mit A.) und A. 
in 27 Fällen (zwei Fälle alleine, 25 Fälle gemeinsam mit B.) den Tatbestand des 
Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt.  

4.13 Die Anklage lautet auf gewerbsmässigen Betrug. Es ist für jeden Angeklagten 
einzeln zu erwägen, ob Gewerbsmässigkeit vorliegt.  

- 26 - 

4.13.1 B. hat die falschen Banknoten von etwa Ende August 2007 bis Dezember 2007 
zu Zahlungszwecken gebraucht. In dieser Zeit hat er 89 Mal alleine und 25 Mal 
zusammen mit A. gehandelt. Bereits die dafür aufgewendete Zeit und die Anzahl 
falscher Noten sprechen für Gewerbsmässigkeit. 114 Taten innerhalb eines Zeit-
raumes von etwas mehr als drei Monaten ist als sehr häufig zu bezeichnen. B. 
bezog während der relevanten Zeit eine IV-Rente von Fr. 1'300.– bis Fr. 1'400.– 
pro Monat (cl. 1 pag. 3.1.0.18; pag. 3.1.0.20). Sein Erlös aus den erwähnten 
Transaktionen war also in den drei Monaten mehr als doppelt so hoch wie sein 
Renteneinkommen. Auch war er klarerweise zu einer Vielzahl von Taten bereit. 
Er dachte aufgrund seiner Kokainsucht gar nicht daran, mit dem Delinquieren 
aufzuhören (cl. 19 pag. 19.910.60). Alle diese Umstände sprechen für gewerbs-
mässiges Handeln. Zudem ist zu berücksichtigen, dass im alten Vermögensstraf-
recht die Mindeststrafe für gewerbsmässigen Betrug ein Jahr Zuchthaus betrug 
(Art. 148 Abs. 2 aStGB). Heute beträgt sie 90 Tagessätze Geldstrafe (Art. 146 
Abs 2 StGB). Mit der Senkung der Mindeststrafe für gewerbsmässigen Betrug 
sind die Anforderungen für die Bejahung der Gewerbsmässigkeit faktisch gesenkt 
worden. Die Mindeststrafe ist für das Bundesgericht in Grenzfällen ein wichtiges 
Kriterium. So betonte es in BGE 116 IV 319 als auch in BGE 117 IV 119, dass 
die kriminelle Energie und soziale Gefährlichkeit nicht in einem Mass vorhanden 
gewesen seien, welche angesichts der Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus 
einem gewerbsmässigen Betrüger eigen seien. Vor diesem Hintergrund und der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung in BGE 123 IV 113 E. 2a (23 Diebstähle 
und 6 Versuche in siebeneinhalb Monaten mit einer Beute von Fr. 3'400.– [unter 
neuem Vermögensstrafrecht] mit einer Mindeststrafe von drei Monaten Gefäng-
nis für gewerbsmässigen Diebstahl) ist die Gewerbsmässigkeit im Sinne von 
Art. 146 Abs. 2 StGB im Vorliegenden bei 114 Fällen zu bejahen. Der eine Ver-
such, in Spreitenbach oder Dietlikon eine falsche Banknote à Fr. 200.– abzuset-
zen, geht im übrigen im vollendeten gewerbsmässigen Delikt auf (vgl. BGE 123 
IV 113 E. 2c und d). 

4.13.2 A. hatte in der fraglichen Zeit von August 2007 bis Dezember 2007 ein Nettoein-
kommen von Fr. 3'700.– bei einem Beschäftigungsgrad von 60-70% und erhielt 
Kinderalimente von Fr. 900.– (cl. 1 pag. 3.2.0.8). Sie handelte lediglich zwei Mal 
alleine und daneben 25 Mal zusammen mit dem Angeklagten. Die generierten 
Einkommen dienten primär dazu, mit B. Kokain zu konsumieren. Ein eigener Wil-
le, mit dem Falschgeld regelmässige Einnahmen zu erzielen, ist nicht ersichtlich 
und wird in der Anklage auch nicht behauptet. Zudem ist davon auszugehen, 
dass der mit den Betrügen erzielte Deliktsbetrag von Fr. 200.– alleine und 
Fr. 2'500.– zu zweit (bzw. die Hälfte davon für A.) keinen namhaften Beitrag zur 
Finanzierung ihrer Lebensgestaltung darstellte. Nach dem Gesagten ist die Ge-
werbsmässigkeit bei A. zu verneinen.  

- 27 - 

4.14 Nachdem die Betrugshandlungen von A. nicht zu einer gewerbsmässigen Hand-
lungseinheit zusammengefasst werden können, ist bei jeder einzelnen Tat davon 
auszugehen, dass sie auf einen Schadens- bzw. Bereicherungsbetrag von 
Fr. 100.– bzw. Fr. 50.– ausgerichtet gewesen war. Demnach liegt bei A. mehrfa-
cher geringfügiger Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter StGB 
vor.  

4.15  
4.15.1 Geringfügige Vermögensdelikte im Sinne von Art. 172ter StGB (siehe E. 4.3) sind 

Antragsdelikte und Übertretungen (siehe Art. 103 StGB). Die Verfolgungsverjäh-
rung beträgt drei Jahre nach Begehung der Tat (Art. 109 StGB). Nachdem das 
Bundesgericht die verjährungsrechtliche Einheit aufgegeben hat (BGE 131 IV 83 
E. 2.4), sind alle geringfügigen Vermögensdelikte, welche A. früher als drei Jahre 
vor der Urteilseröffnung begangen hat, verjährt. Mit Bezug auf 21 Handlungen 
fehlt entweder der Strafantrag oder es liegt Verjährung vor oder gar beides 
(Betreffend Antrag siehe: cl. 9 pag. 15.2.116.5; cl. 8 pag. 15.2.19.1; cl. 8 
pag. 15.2.27.11; cl. 8 pag. 15.2.28.1; cl. 8 pag. 15.2.27.3; cl. 7 pag. 15.1.8.1; cl. 8 
pag. 15.2.30.1; cl. 8 pag. 15.2.41.1; cl. 8 pag. 15.2.43.1; cl. 8 pag. 15.2.44.3; cl. 9 
pag. 15.2.103.4; cl. 9 pag. 15.2.113.2; cl. 9 pag. 15.2.91.1; cl. 9 pag. 15.2.96.1; 
cl. 7 pag. 15.1.17.1; cl. 8 pag. 15.2.66.1; cl. 8 pag. 15.2.67.1; cl. 3 pag. 5.6.0.39; 
cl. 9 pag. 15.2.104.2; betreffend Datum siehe: cl. 6 pag. 13.2.0.169–176).  

4.15.2 Von drei Poststellen und einer Bank liegen zwar gültige Strafanträge vor (cl. 7 
pag. 15.1.3.5; cl. 7 pag. 15.1.2.69, pag. 15.1.2.88–89) und die Übertretungen 
sind noch nicht verjährt (cl. 6 pag. 13.2.0.169–176). Laut den Aussagen der An-
geklagten sei aber nie direkt bei der Post oder Bank C. eine Note eingesetzt wor-
den (cl. 19 pag. 19.910.69). Dies erscheint plausibel, haben die Angeklagten 
doch auf Einkäufe gesetzt und nicht auf Einreichen von Falschgeld bei Finanzin-
stituten. Es ist davon auszugehen, dass die „Blüten“ später zu diesen gelangten. 
Eingesetztes Falschgeld kann durchaus einige Zeit im Umlauf sein, bevor es si-
chergestellt wird.  

 Beim Betrug gilt das Prinzip der Stoffgleichheit. Nach diesem Prinzip muss die 
Bereicherung die Kehrseite des Schadens darstellen (BGE 134 IV 210 E. 5.3). 
Entsprechend können nur die direkten Abnehmer der Falsifikate Geschädigte des 
Betruges sein. Drittempfängern fehlt die Legitimation zum Strafantrag. A. ist so-
mit hinsichtlich der vier sichergestellten Falsifikate wegen geringfügigen Betrugs 
zufolge fehlenden Strafantrags nicht strafbar.  

4.15.3 Beim sichergestellten Falschgeld bei den Geschäften R., Imbiss Stand S. und 
beim T. AG liegen gültige Strafanträge vor und die Taten sind noch nicht verjährt. 

- 28 - 

A. hat sich demnach des mehrfachen geringfügigen Betrugs im Sinne von 
Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 172ter StGB in zwei Fällen schuldig gemacht.  

4.16 
4.16.1 B. ist wegen gewerbsmässigen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Abs. 2 

StGB schuldig zu sprechen. 

4.16.2 A. ist wegen mehrfachen geringfügigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 
i.V.m. Art. 172ter StGB schuldig zu sprechen.  

5. Raub (Anklagepunkt A.4) 

5.1  
5.1.1 Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr 

für Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig 
gemacht hat, einen Diebstahl begeht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren 
oder Geldstrafe nicht unter 180 Tagessätzen bestraft (Art. 140 Ziff. 1 StGB).  
 

5.1.2 Gewalt an einer Person ist das unmittelbare Einwirken auf den Körper. Die Dro-
hung muss objektiv eine solche Intensität erreichen, dass ein durchschnittlich 
Einsichtiger dem Ansinnen des Täters nachgäbe; auch die Drohung mit einer 
einfachen Körperverletzung, z.B. Knochenbruch genügt. Dass der Täter die Dro-
hung wahr machen will, ist nicht erforderlich. Als dritte Alternative sieht das Ge-
setz die Variante vor, dass der Täter das Opfer zum Widerstand unfähig macht. 
Nur dann, wenn der Täter andere Mittel als Gewalt oder Drohung gegen das Op-
fer einsetzt, muss Widerstandsunfähigkeit nachgewiesen werden (TRECH-
SEL/CRAMERI et. al., a.a.O., Art. 140 StGB N. 4, 5, und 8). In subjektiver Hinsicht 
ist Vorsatz erforderlich, der sich insbesondere auf die Ausübung der Nötigungs-
handlung (Gewalt, Drohung, Bewirken der Widerstandsunfähigkeit) gegenüber 
dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines Diebstahls beziehen muss sowie 
natürlich auf alle objektiven Tatbestandselemente des Diebstahls selbst. Zusätz-
lich müssen auch die Aneignungsabsicht sowie die Absicht unrechtmässiger Be-
reicherung bestehen (NIGGLI/RIEDO, Basler Kommentar, Basel 2007, 2. Aufl., 
Art. 140 StGB N. 38). Der Täter braucht nicht bereit zu sein, die Gefahr zu ver-
wirklichen (TRECHSEL/CRAMERI, a.a.O., Art. 140 StGB N. 19; BGE 117 IV 426 
E. 4d).  

5.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten gemeinsam am 
16. Juli 2007, ca. 21.50 Uhr, im Restaurant AA. in Zürich mit einer Softair-Pistole 
zum Nachteil von J. einen Raub begangen. B. habe A. vorgeschlagen, sie könn-
ten sich Geld verschaffen, wenn sie in einem Gartenrestaurant ein Servicepor-
temonnaie stehlen würden. Die beiden Angeklagten hätten nach mindestens 

- 29 - 

zwei erfolglosen Erkundungsfahrten im Hinblick auf einen Entreissdiebstahl die 
Idee gehabt, sie könnten die Spielzeugpistole des Sohnes von A. für die Ent-
wendung eines Portemonnaies benutzen, worauf sie mit dieser Pistole erneut 
gemeinsam mindestens zwei weitere erfolglose Erkundungsfahrten mit dem 
Fahrzeug von A. unternommen hätten. Sie hätten am Tattag am Fahrzeug von 
A. die zuvor eigens zum Zweck, ein Serviceportemonnaie zu stehlen, hergestell-
ten gefälschten Nummernschilder 5 montiert, eine Perücke, ein Halstuch, einen 
Motorradhelm, eine Lederjacke und die Softair-Pisole eingepackt und seien min-
destens zum dritten Mal in der Absicht, ein Serviceportemonnaie zu entwenden, 
Richtung Zürich losgefahren, wo sie das Restaurant AA. ausgewählt hätten. A. 
habe das Fahrzeug vor dem Restaurant geparkt, habe eine blonde Perücke an-
gezogen und im Wagen gewartet, während B. eine Lederjacke und ein Halstuch 
von A. übergezogen habe, welches er beim Betreten des Lokals bis zur Nase 
hochgezogen habe. B. sei mit einem Motorradhelm von A. am linken Arm und 
der Softair-Pistole darin ins Lokal gegangen, wo er ca. einen Meter vor dem Wirt, 
J., gut sichbar mit der Waffe in der Hand, diesen aufgefordert habe: „Portemon-
naie her, sonst knall ich dich ab.“ J. habe nicht reagiert, worauf B. die Softair-
Pistole mit dem Finger am Abzug auf den Wirt gerichtet, seine Aufforderung wie-
derholt habe und ihr mittels Schwenkens der Waffe Nachdruck verliehen habe. J. 
habe ihm daraufhin das Serviceportemonnaie übergeben. B. sei zum Fahrzeug 
gerannt, wo A. gewartet habe. Sie seien gemeinsam ohne Licht weggefahren. 
Die Angeklagten hätten die erbeuteten Fr. 2'500.–, gemeinsam zur Finanzierung 
ihres Drogenkonsums verwendet.  

5.3 B. sagte am 21. September 2007 aus, er habe den Vorschlag gemacht, ein Ser-
viceportemonnaie zu stehlen (cl. 5 pag. 13.1.0.117). A. habe die Idee gehabt, die 
Pistole zu nehmen (cl. 5 pag. 13.1.0.117–118). Sie seien auf das Restaurant AA. 
gekommen. Er habe die Pistole und die Jacke genommen. Sie habe eine blonde 
Perücke angezogen. Er habe dann mit der Pistole den Überfall gemacht. Er sei 
mit dem Tuch bis zur Nase maskiert gewesen. Die Pistole sei im Helm gewesen. 
Der Wirt (J.) sei hinter der Theke gestanden. Er (B.) sei rein gegangen und habe 
die Pistole hingehalten und habe gesagt, Portemonnaie her (cl. 5 
pag. 13.1.0.118). Anlässlich seiner Befragung vom 27. Dezember 2007 bestätig-
te er die frühere Aussage weitestgehend. J. habe das Portemonnaie genommen 
und es ihm hingehalten. Er habe es genommen. Gefahren sei A. (cl. 5 
pag. 13.1.0.122). Sie seien sicher schon zwei Mal unterwegs gewesen mit der 
Absicht, einen Raub zu begehen. Beim dritten Mal hätten sie es dann gemacht. 
Auf Frage, ob die Aufgabenverteilung bereits vorher abgemacht worden sei, sag-
te er, sie sei die Fahrerin gewesen. Als er gefragt wurde, wer das falsche Kon-
trollschild hergestellt habe, gab er zu Protokoll, A.. Das mit der Töfffahrerjacke 
und dem Helm sei auch von ihr gekommen (cl. 5 pag. 13.1.0.123, 125). Bei der 
Einvernahme vom 19. Oktober 2009 bestätigte er seine bisher gemachten Aus-

- 30 - 

sagen (cl. 5 pag. 13.1.0.224). Als er gefragt wurde, wer auf die Idee mit der Sof-
tair Pistole gekommen sei, sagte er, sie seien beide darauf gekommen, etwas zu 
machen (cl. 5 pag. 13.1.0.225). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme vom 
3. November 2009 bestätigte B. seine Aussagen vom 19. Oktober 2009 (cl. 6 
pag. 13.3.14). Er sagte, er habe einmal eine Freundin gehabt, die im Service ge-
arbeitet habe, somit habe er gewusst, dass ca. Fr. 2'000.– in einem Portemon-
naie seien (cl. 6 pag. 13.3.0.15). Das erbeutete Geld sei zum grossen Teil für 
Kokain und noch für Rechnungen von A. drauf gegangen (cl. 6 pag. 13.3.0.17). 
An der Hauptverhandlung anerkannte er den Anklagevorwurf (cl. 19 
pag. 19.910.77). Auf Frage, ob er der Ansicht sei, dass A. gewusst habe, dass er 
die Pistole dabei habe, sagte er, sie habe ihn schlichtweg dazu gedrängt die Pis-
tole zu benutzen (cl. 19 pag. 19.910.78–79).  

5.4 A. sagte am 19. Dezember 2007 aus, sie habe mit dem Raub nichts zu tun (cl. 6 
pag. 13.2.0.27). Später sagte sie, es tue ihr leid (cl. 6 pag. 13.2.0.32). In Bezug 
auf die Vorbereitungshandlungen und die beim Raub benutzten Gegenstände 
erwähnte sie das Kontrollschild, die Perücke, die Pistole ihres Sohnes, die Däch-
likappe, es „Tüechli“ (cl. 6 pag. 13.2.0.33). Am 20. Dezember 2007 sagte sie aus, 
sie glaube, der Auslöser sei die Spielzeugpistole ihres Sohnes gewesen, welche 
wie eine echte Waffe aussehe. Der Auslöser sei gewesen, dass sie beide kein 
Geld gehabt hätten (cl. 6 pag. 13.2.0.37). In Bezug auf die verwendeten Gegen-
stände beim Raub sagte sie: „Die Waffe“. (cl. 6 pag. 13.2.0.40). Auf Frage, ob 
das Tuch als Maske für den Raub gedacht gewesen sei, als B. es mitgenommen 
habe, sagte sie, ja, das habe er vorher so gesagt (cl. 6 pag. 13.2.0.42). Das Geld 
sei verbraucht worden um Drogen zu kaufen. Er habe ihr auch etwas gegeben, 
als Haushaltungsgeld (cl. 6 pag. 13.2.0.43). Bei der Befragung vom 12. Okto-
ber 2009 bestätigte sie ihre bisherigen Aussagen (cl. 6 pag. 13.2.0.155). Auf Fra-
ge, ob sie gewusst habe, als sie mit B. mit der Pistole und den Kleidern losgefah-
ren sei, dass ein Raub geplant gewesen sei zwecks Geldbeschaffung, antworte-
te sie „Ja“ (cl. 6 pag. 13.2.0.158). An der Konfrontationseinvernahme vom 
3. November 2009 bestätigte sie ihre am 12. Oktober 2009 gemachten Aussa-
gen (cl. 6 pag.13.3.0.14 ff.). In der Hauptverhandlung anerkannte sie den Ankla-
gevorwurf teilweise. Sie habe gewusst, dass er ein Portemonnaie habe stehlen 
wollen. Sie habe nicht gewusst, dass B. die Softair-Gun dabei gehabt habe 
(cl. 19 pag. 19.910.78–79). Auf Frage, ab welchem Zeitpunkt sie gewusst habe, 
dass er eine Pistole dabei gehabt habe, sagte sie, als er zurückgekommen sei 
(cl. 19 pag. 19.910.79). 

5.5 
5.5.1 Der Zeuge J. sagte am 16. Juli 2007 aus, der unbekannte Mann sei durch die 

Haupteingangstür hereingekommen. Er (der Unbekannte [B.]) habe ein Tuch bis 
unter die Nase gebunden gehabt. Er sei näher gekommen und als er vor ihm ge-

- 31 - 

standen sei, habe er die rechte Hand gehoben und erst dann habe er (der Zeu-
ge) die Pistole gesehen. Der Unbekannte habe ihm gesagt: „Gib mir Portemon-
naie, sonst knall ich dich ab!“ Er habe die Waffe direkt auf ihn gerichtet gehabt. 
Er habe die Hand mit der Pistole von unten nach oben geführt. Er habe die Waf-
fe direkt auf ihn gerichtet gehabt. Der Unbekannte sei ca. einen Meter vor ihm 
gestanden. Er habe den Finger am Abzug gehabt (cl. 4 pag. 12.1.0.1). Die Fra-
ge, ob Drohungen gegen ihn ausgesprochen worden seien, bejahte er. Er solle 
das Portemonnaie rausgeben, sonst knalle er ihn ab. Dies habe er mehrmals ge-
sagt. Er (der Zeuge) habe zum anderen gesagt, dass er das Portemonnaie nicht 
gebe. Der Unbekannte habe wiederholt. „Gib das Portemonnaie oder ich knalle 
dich ab.“ Er (der Zeuge) habe gemerkt, dass der Andere es ernst meine und ha-
be ihm das Portemonnaie herausgegeben (cl. 4 pag. 12.1.0.2). Der Unbekannte 
habe das Portemonnaie genommen und sei raus gerannt (cl. 4 pag. 12.2.3). Bei 
der Befragung vom 11. Dezember 2007 bestätigte J. seine Angaben zum Tatab-
lauf (cl. 4 pag. 12.1.0.5–17).  

5.5.2 Nach dem Überfall im Restaurant AA. hat die Stadtpolizei Zürich in der Nähe des 
Tatorts ein Stofftuch sowie eine Motorradlederjacke sichergestellt (cl. 3 
pag. 5.3.0.3; pag. 5.3.0.17; pag. 5.3.0.27). Die auf dem Stofftuch festgestellten 
DNA-Spuren konnten A. sowie B. zugeordnet werden (cl. 4 pag. 10.3.0.1 ff.; 
pag. 10.3.0.7 ff.; pag. 10.2.0.8. ff.). Anlässlich der Hausdurchsuchung am Wohn-
ort von A. wurde eine Softair-Pistole sichergestellt (cl. 3 pag. 8.1.0.25). Anhand 
der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation konnte B. die Anwesenheit in Tatort-
nähe nachgewiesen werden (cl. 4 pag. 9.1.1.10).  

5.6 In Würdigung des Gesagten ergibt sich in tatsächlicher Hinsicht folgendes:  

5.6.1 B. ist geständig. In Bezug auf den Überfall im Restaurant AA. vom 16. Juli 2007 
ist erstellt, dass B. mit vorgehaltener und auf den Gastwirt J. gerichteter Softair-
Pistole aus rund einem Meter Distanz diesen aufforderte, das Serviceportemon-
naie herauszugeben. Er drohte, indem er sagte, „Portemonnaie her, sonst knall 
ich dich ab“. Diese Drohung richtete sich unmittelbar gegen Leib und Leben des 
Zeugen J.. B. verlieh seiner Aufforderung Nachdruck, indem er die Waffe 
schwenkte und seine verbale Drohung wiederholte. Als J. merkte, dass B. es 
ernst meint, übergab er ihm das Serviceportemonnaie mit ca. Fr. 2'000.–. Der 
von B. geschilderte Tatablauf deckt sich mit den Schilderungen des Zeugen. Die 
Aussagen von B. sind glaubhaft, da sie objektive Bestätigung finden und er sich 
selber belastet. In Bezug auf den Tatablauf im Restaurant ist der angeklagte 
Sachverhalt in objektiver und subjektiver Hinsicht somit erstellt.  

5.6.2 A. ist grundsätzlich ebenfalls geständig, am Überfall beteiligt gewesen zu sein. In 
Bezug auf die gemeinsam vorgenommenen Handlungen ist folgendes beweis-

- 32 - 

mässig erstellt: Die Idee für den Überfall ist von B. gekommen, als beide Ange-
klagten nach Gelegenheiten für die Geldbeschaffung zur Finanzierung ihres Dro-
genkonsums suchten. Der Auslöser war die Softair-Pistole des Sohnes von A.. 
Die Angeklagten wiesen sich gegenseitig die Schuld an der Idee zu, die Softair-
Waffe des Sohnes von A. mitzunehmen. Letztlich haben aber beide gemeinsam 
den Raub geplant und vorbereitet, indem sie die entsprechenden Kleidungsstü-
cke (Motorradlederjacke, Stofftuch, Perücke) und einen Motorradhelm zur Tar-
nung organisierten. Zur Verschleierung ihrer Identität verfälschten die beiden 
gemeinsam das Kontrollschild am Fahrzeug von A. (E. 7.3.3). Sie nahmen min-
destens zwei Erkundungsfahrten vor. Vor dem Überall sprachen sie die Rollen-
verteilung ab. Erstellt ist ebenfalls, dass A. vor der Abfahrt zum Restaurant AA. 
wusste, dass B. die Softair-Pistole zwecks Geldbeschaffung mit sich führt (cl. 6 
pag. 13.2.0.158; pag. 13.2.0.40). Dies hat sie im Vorverfahren wiederholt bejaht. 
Ihre Aussage an der Hauptverhandlung, dass sie erst nach dem Überfall von der 
Waffe Kenntnis gehabt habe, ist als Schutzbehauptung zu werten. Während des 
Überfalls wartete sie mit einer blonden Perücke getarnt im Fluchtauto mit dem 
gefälschten Kontrollschild. Unmittelbar nach dem Überfall stieg B. in das von A. 
gelenkte Fluchtauto und sie fuhren gemeinsam weg. Mit dem erbeuteten Delikts-
gut erwarben die Beiden vorwiegend Kokain für den Eigenkonsum. Mit einem 
kleineren Teil des Deliktsguts wurden Rechnungen von A. bezahlt. Der ange-
klagte Sachverhalt ist somit in objektiver Hinsicht erstellt.  

5.7 Es ist bewiesen, dass die beiden Angeklagten die Tat gemeinsam geplant und 
vorbereitet haben. Bei der Tatausführung übte auch A. weiterhin tragenden Ein-
fluss aus, indem sie gemäss vorgängiger Rollenverteilung das Fluchtauto fuhr. 
Anschliessend verwendete sie gemeinsam mit B. die Deliktsbeute. 

5.8 In subjektiver Hinsicht bestehen am Vorsatz und der Bereicherungsabsicht von 
A. keine Zweifel. Ihre Absicht richtete sich auf das Entwenden des Serviceporte-
monnaies zwecks Finanzierung des Drogenkonsums sowie Schuldentilgung und 
damit auf ungerechtfertigte Bereicherung. Demnach ist Mittäterschaft mit B. ge-
geben. 

5.9 Die Angeklagten sind wegen Raubs im Sinne von Art. 140 Ziff 1 Abs. 1 StGB 
schuldig zu sprechen. 

6. Diebstahl (Anklagepunkt A.5) 

6.1 
6.1.1 Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um 

sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe 
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 139 Ziff. 1 StGB).  

- 33 - 

6.1.2 Die Tathandlung besteht in der Wegnahme der Sache, d.h. im Bruch fremden 
und in der Begründung neuen Gewahrsams an der Sache (STRATHEN-
WERTH/WOHLERS, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, Bern 
2007, Art. 139 StGB N. 3 m.w.H.). Vollendet ist die Tat mit der Begründung des 
neuen Gewahrsams (STRATHENWERTH/WOHLERS, a.a.O., N. 8). In subjektiver 
Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Weiter muss der Täter Aneignungsabsicht sowie 
Bereicherungsabsicht haben (STRATHENWERTH/WOHLERS, a.a.O., N. 7).  

6.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten gemeinsam im 
Juli 2007, wahrscheinlich am 14. Juli 2007, im Gartenrestaurant der Bäckerei-
Konditorei I. in Zürich einen Diebstahl begangen. Sie hätten in der Absicht sich 
Geld für Drogen zu beschaffen, gemeinsam nach einem Gartenrestaurant ge-
sucht, und dabei mindestens zwei erfolglose Erkundungsfahrten durchgeführt. 
Sie hätten am Tattag am Fahrzeug von A. das gefälschte Nummernschild 5 mon-
tiert und seien nach Zürich gefahren, wobei B. die Angeklagte A. angewiesen 
habe, sie solle in einer Seitenstrasse im Fahrzeug auf ihn warten, was sie auch 
getan habe. B. habe sich unweit von dieser Stelle in das Café der Bäckerei I. be-
geben, wo er zuerst einen Kaffee getrunken und gewartet habe, bis alle Gäste 
gegangen seien. Er habe die Serviceangestellte gebeten, zu kassieren. Als diese 
das Serviceportemonnaie auf den Tisch gelegt habe, habe er dieses ergriffen 
und sei weggerannt. Die Angestellte sei ihm gefolgt und habe nach der Polizei 
gerufen, worauf B. das Serviceportemonnaie nach ca. 50 bis 100 Metern weg-
geworfen habe, da er gemerkt habe, dass ihm die Flucht mit dem Portemonnaie 
nicht gelingen würde. Er sei zum Fahrzeug gerannt, wo A. auf ihn gewartet habe. 
Sie hätten sich gemeinsam entfernt.  

6.3 B. ist geständig (cl. 6 pag. 13.3.0.20). Seine Aussagen betreffend die Wegnahme 
des Serviceportemonnaies im Café I. decken sich mit den Zeugenaussagen der 
Servicemitarbeiterin BB. (cl. 3 pag. 5.4.0.4–5). B. anerkennt den Anklagevorwurf 
(cl. 19 pag. 19.910.80), der ihn betreffende Sachverhalt ist erstellt.  

6.4 A. ist geständig (cl. 6 pag. 13.3.0.20; cl. 19 pag. 19.910.26). Sie anerkennt 
grundsätzlich den Anklagevorwurf (cl. 19 pag. 19.910.80). An der Verhandlung 
brachte sie zwar vor, sie habe nicht gewusst, wohin B. gehe (cl. 19 
pag. 19.910.80). Diese Aussage präzisierte sie aber umgehend. Auf Frage, ob 
man vorher geplant habe, ein Serviceportemonnaie zu stehlen, sagte sie: „Ja 
doch“ (cl. 19 pag. 19.910.81). Das deckt sich mit ihren Aussagen im Vorverfah-
ren, wonach sie vorgängig gewusst habe, dass ein Diebstahl geplant sei (cl. 6 
pag. 13.2.0.87; pag. 13.2.0.161). Der angeklagte Sachverhalt ist somit erstellt.  

6.5 Die Angeklagten haben den Diebstahl gemeinsam geplant und vorbereitet, in-
dem sie eine Perücke zur Tarnung mitführten, mindestens zwei Mal für den 

- 34 - 

Diebstahl geeignete Objekte für den Diebstahl auskundschafteten und vorgängig 
die Rollenverteilung absprachen. Indem A. das Fluchtauto fuhr, übte sie tragen-
den Einfluss auf die Tathandlung aus. Es ist somit von Mittäterschaft auszuge-
hen.  

6.6 In subjektiver Hinsicht bestehen am Vorsatz und der Bereicherungsabsicht der 
Angeklagten keine Zweifel. Sie beabsichtigten das erbeutete Bargeld aus-
zugeben und damit vorwiegend Drogen zu kaufen und Schulden zu begleichen; 
die Absicht der ungerechtfertigten Bereicherung ist somit gegeben.  

6.7 Durch die Wegnahme des fremden Portemonnaies in Bereicherungsabsicht sind 
die objektiven und subjektiven Tatbestandselemente von Art. 139 Ziff. 1 StGB er-
füllt. Die Tat ist vollendet, da die Angeklagten – wenn auch nur vorübergehend – 
neuen Gewahrsam am Portemonnaie bzw. Geld begründet haben.  

6.8 Bis zu einem Betrag von Fr. 300.– ist der Diebstahl gesetzlich privilegiert 
(BGE 123 IV 197 E. 2a). Entscheidend ist der Vorsatz des Täters, nicht der ein-
getretene Erfolg. War der Vorsatz des Täters auf eine den Grenzwert überstei-
gende Summe gerichtet, kommt Art. 172ter StGB auch dann nicht zur Anwen-
dung, wenn die Deliktssumme unter dem Grenzwert von Fr. 300.– liegt (BGE 123 
IV 197 E. 2a). B. kam auf die Idee ein Serviceportemonnaie zu stehlen, weil er 
annahm, dass in einem solchen ca. Fr. 2'000.– sind (cl. 6 pag. 13.3.0.15; cl. 19 
pag. 19.910.82). A. bestätigte bei der Verhandlung vom 29. September 2010, 
dass sie darüber gesprochen hätten (cl. 19 pag. 19.910.82). Nachdem der Vor-
satz mindestens in Form des Eventualvorsatzes und die Bereicherungsabsicht 
nicht auf einen geringfügigen Betrag zielten sondern auf einen grossen Betrag, 
scheidet die Privilegierung nach Art. 172ter StGB aus (BGE 123 IV 197 E. 2c).  

6.9 Die Angeklagten sind demnach wegen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 
StGB schuldig zu sprechen. 

7. Missbrauch von Schildern (Anklagepunkt A.6) 

7.1  
7.1.1 Wer Kontrollschilder verfälscht oder falsche zur Verwendung herstellt, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 
SVG). Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 SVG ist lex specialis zu Art. 246 Abs. 1 StGB und 
geht daher vor (Art. 97 Abs. 2 SVG). Der Tatbestand von Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5 
SVG ist mit der Herstellung des Falsifikates vollendet, ein effektiver Gebrauch ist 
nicht notwendig (GIGER, SVG, Strassenverkehrsgesetz, 7. Aufl., Zürich 2008, 
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 5). Der subjektive Tatbestand von Abs. 5 verlangt Vorsatz und 

- 35 - 

die Absicht, die Fälschung zur Verwendung im öffentlichen Strassenverkehr her-
zustellen.  

7.1.2 Wer falsche oder verfälschte Kontrollschilder oder Fahrradkennzeichen verwen-
det, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 97 
Ziff. 1 Abs. 6 SVG). Verwenden nach Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 SVG heisst, dass das 
Falsifikat an einem Fahrzeug angebracht wird (GIGER, a.a.O. Art. 97 Ziff. 1 
Abs. 1 und 5). Der Täter des „Verwendens“ nach Abs. 6 muss entweder der Füh-
rer oder Halter des Fahrzeuges sein (JEANNERET, Les dispositions pénales de la 
Loi sur la cirulation routière (LCR), Bern 2007, Art. 97 LCR N. 117). Strafbar sind 
das vorsätzliche wie das fahrlässige Verhalten.  

7.2 Die Bundesanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, sie hätten gemeinsam im Juli 
2007 in der Planungsphase des Raubes das Originalkontrollschild 1 von A. ko-
piert, auf den Kopien zweimal die Ziffer 5 ausgeschnitten und mit Folie auf das 
Schild geklebt. Sie hätten dadurch je ein falsches vorderes und hinteres Kontroll-
schild 5 zur Benützung hergesellt und diese Schilder für die Fahrten beim Raub 
(16. Juli 2007), beim Diebstahl (Juli 2007) und auf den Erkundungsfahrten ver-
wendet. Dies hätten sie mit Wissen und Willen getan.  

7.3  
7.3.1 A. ist geständig, die falschen Schilder hergestellt zu haben (cl. 6 pag. 13.2.0.167; 

pag. 13.3.0.29). Sie anerkennt den Anklagevorwurf in Bezug auf das Herstellen 
des falschen Kontrollschildes (cl. 19 pag. 19.910.84), der Sachverhalt ist erstellt. 

7.3.2 Zur Rolle von B. beim Herstellen der Schilder widersprechen sich die Aussagen 
der Angeklagten. A. behauptet konstant, B. habe ausgeschnitten und zusam-
mengeklebt. Sie selber habe die Kopie vom Nummernschild gemacht (cl. 6 
pag. 13.3.0.29; cl. 19 pag. 19.910.84). B. vertritt generell den Standpunkt, A. ha-
be die Nummer gebastelt (cl. 5 pag. 13.1.0.118; pag. 13.1.0.225; 
pag. 13.1.0.230; cl. 19 pag. 19.910.84). Im Detail gesteht er aber doch, es könne 
sein, dass er geholfen habe auszuschneiden; das mit den dreimal 5 habe er ge-
macht (cl. 5 pag. 13.1.0.197). Auch sagt er, von ihm sei die Idee gekommen, die 
Nummer zu vertauschen (cl. 6 pag. 13.3.0.29; cl. 19 pag. 19.910.84).  

7.3.3 Aus diesen Aussagen ergibt sich, dass B. die Idee gehabt und einen wesentli-
chen Teil der Fälschungsarbeit ausgeführt hat, während A. das Restliche tat. 
Das Herstellen der falschen Schilder diente zudem einem gemeinsamen verbre-
cherischen Zweck, nämlich dem geplanten Raub (E. 5.6.2). Somit haben beide 
Angeklagten falsche Schilder hergestellt.  

- 36 - 

7.3.4 In subjektiver Hinsicht bestehen am Vorsatz der Angeklagten keine Zweifel. Das 
gemeinsame Herstellen der falschen Kontrollschilder kann nur wissentlich und 
willentlich geschehen. Es ist Mittäterschaft gegeben. 

7.3.5  
7.3.5.1 B. ist wegen Missbrauchs von Kontrollschildern (Herstellen) im Sinne von Art. 97 

Ziff. 1 Abs. 5 SVG schuldig zu sprechen.  

7.3.5.2 A. ist wegen Missbrauchs von Kontrollschildern (Herstellen) im Sinne von Art. 97 
Ziff. 1 Abs. 5 SVG schuldig zu sprechen.  

7.4  
7.4.1 Beide Angeklagten sagten aus, das falsche Kontrollschild sei ausschliesslich für 

den Raub verwendet worden (cl. 6 pag. 13.3.0.29). Anlässlich der Hauptverhand-
lung präzisierte A., sie habe bei den Erkundungsfahrten die falschen Schilder 
nicht verwendet (cl. 19 pag. 19.910.85). Übereinstimmend sagten beide Ange-
klagten, A. habe das Fahrzeug mit den falschen Schildern beim Raub geführt 
(cl. 5 pag. 13.1.0.124 f.; 13.1.0.230; cl. 6 pag. 13.2.0.32; pag. 13.3.0.29 f.). Ent-
gegen der Anklage ist daher davon auszugehen, dass das Kontrollschild lediglich 
einmal Verwendung fand und dass nur A. als Fahrzeughalterin und Fahrerin Tä-
terin war. 

7.4.2 Am Vorsatz von A. bestehen keine Zweifel. 

7.4.3 
7.4.3.1 B. ist vom Vorwurf des missbräuchlichen Verwendens von Kontrollschildern ge-

mäss Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 SVG frei zu sprechen. 

7.4.3.2 A. ist wegen Missbrauchs von Kontrollschildern (Verwenden) im Sinne von 
Art. 97 Ziff. 1 Abs. 6 SVG schuldig zu sprechen.  

8. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Anklagepunkte B. und 
C.1) 

8.1  
8.1.1. Die vorsätzliche Beteiligung am illegalen Umgang mit Betäubungsmitteln wird im 

Grundtatbestand des Art. 19 Ziff. 1 BetmG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder mit Geldstrafe bestraft. Strafbar sind alle Formen einer Beteiligung am un-
befugten Umgang mit Drogen. In al. 2 bis 6 von Art. 19 Ziff. 1 BetmG werden 
namentlich etwa das Einführen, Lagern, Befördern, der Verkauf, die Vermittlung, 
das Besitzen, das Aufbewahren sowie das Anstalten-Treffen hierzu erwähnt. Für 
einen Schuldspruch genügt, wenn von mehreren eingeklagten Handlungen, die 

- 37 - 

sich jeweils auf die gleiche Drogenart und -menge beziehen, eine Handlung tat-
sächlich erwiesen ist und rechtlich unter eine Tatbestandsvariante von Art. 19 
Ziff. 1 BetmG fällt (siehe dazu ALBRECHT, Die Strafbestimmungen des Betäu-
bungsmittelgesetzes, 2. Aufl., Bern 2007, Art. 19 BetmG N. 185). Damit wird ver-
hindert, dass dieselbe Drogenmenge mehrfach gezählt bzw. addiert wird. Es ist 
vielmehr auf die Menge abzustellen, welche sich durch die verschiedenen Hand-
lungsstufen durchgezogen hat (TPF 2006 221 E. 2.2).  

8.1.2 Nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG liegt ein schwerer Fall vor, wenn der Täter weiss 
oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäu-
bungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen 
kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung beträgt die relevante Grenz-
menge für Kokain 18 g (BGE 109 IV 143 E. 3b; 118 IV 342 E. 1). Massgeblich ist 
stets die Menge des reinen Stoffes (BGE 119 IV 180 E. 2d; 111 IV 100 E. 2).  

8.1.3 Widerhandlungen nach Art. 19 Ziff. 1 und 2 BetmG sind nur bei Vorsatz strafbar, 
wobei Eventualvorsatz genügt. Der auf Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG bezogene Vor-
satz erfordert in erster Linie die Kenntnis des Täters über die Art und die Menge 
der erworbenen oder weitergegebenen Betäubungsmittel. Dafür genügt das Be-
wusstsein des Täters, dass die von ihm verkaufte Drogenmenge quantitativ er-
heblich ist und der Gebrauch des betreffenden Betäubungsmittels beträchtliche 
Schädigungen der menschlichen Gesundheit zu bewirken vermag (BGE 104 IV 
211 E. 2; ALBRECHT, a.a.O., Art. 19 BetmG N. 177 m.w.H.). 

8.1.4 Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Busse bestraft, wer unbefugt Betäu-
bungsmittel konsumiert und wer zum eigenen Konsum eine Widerhandlung im 
Sinne von Art. 19 BetmG begeht.  

8.2 Angeklagter B. 

8.2.1 Die Bundesanwaltschaft wirft B. folgende mehrfachen Widerhandlungen gegen 
das Betäubungsmittelgesetz vor: Er habe ca. im Sommer 2004 in Oerlikon in ei-
ner Hanf-Indooranlage Marihuana zur Gewinnung von Betäubungsmitteln ange-
pflanzt, jedoch keine brauchbaren Betäubungsmittel gewinnen können. Im Som-
mer 2004 bis 15. November 2007 habe er in der Wohnung von A. unbefugt Be-
sitz von Betäubungsmittel gehabt, indem er ca. 700 Gramm in besagter  
Indooranlage produziertes Marihuana, welches einen THC-Gehalt von 1.1% 
aufweise, aufbewahrt habe. B. habe von Januar 2006 bis Dezember 2007 in Zü-
rich jeweils zwischen 2 und 150 Gramm Kokain im Wert von Fr. 200.– bis Fr. 
15'000.– gekauft (total ca. 409–452 Gramm Kokain von unterschiedlichem Rein-
heitsgrad). Von Herbst 2006 bis anfangs Dezember 2007 habe er an nicht be-
kannten Orten jeweils zwischen 2 bis 75 Gramm Kokain im Wert von Fr. 200.– 

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bis Fr. 7'500.– verkauft (total ca. 127–129 Gramm Kokain von unterschiedlichem 
Reinheitsgrad, da es in einem Fall von ihm von 80 Gramm auf 120 Gramm ge-
streckt worden sei). Weiter wird ihm vorgeworfen, er habe von Herbst 2006 bis 
anfangs Dezember 2007 in ZZ., Y. und andernorts jeweils zwischen 6 und 75 
Gramm Kokain im Wert von Fr. 600.– bis Fr. 7'500.– an A. und andere Frauen 
abgegeben (total ca. 156-172 Gramm Kokain von unterschiedlichem Reinheits-
grad). Von Herbst 2006 bis anfangs Dezember 2007 habe er in ZZ., XX., Y. und 
andernorts jeweils zwischen 1 bis 4 Gramm Kokain geraucht (total ca. 173–231 
Gramm Kokain von unterschiedlichem Reinheitsgrad). In subjektiver Hinsicht hät-
te er dies wissentlich und willentlich getan.  

8.2.2 B. anerkennt den Vorwurf (cl. 5 pag. 13.1.0.228; cl. 6 pag. 13.3.0 28; cl. 19 
pag. 19.910.87–88 [betr. Anbau und Besitz]; cl. 5 pag. 13.1.0.154 f.; 
pag. 13.1.0.228; cl. 19 pag. 19.910.88 [betr. Kauf]; cl. 5 pag. 13.1.0.154 f.; 
pag. 13.1.0.228; cl. 19 pag. 19.910.88 [betr. Verkauf und Abgabe]; cl. 5 
pag. 13.1.0.131; pag. 13.1.0.154 f.; pag. 13.1.0.228; cl. 19 pag. 19.910.0.88 
[betr. Konsum]). Er wurde positiv auf Kokainkonsum getestet (cl. 4 pag. 10.2.0.3 
ff.). Sein umfassendes und konstantes Geständnis ist glaubhaft. Anlässlich der 
Hausdurchsuchung vom 15. November 2007 stellte die Kantonspolizei Thurgau 
am Wohnort von A. eine demontierte Hanfplantage fest. Dabei wurden ca. 700 
Gramm getrocknetes Hanf (THC-Gehalt 1,1%) sicher gestellt (cl. 4 
pag. 10.1.0.10–11). Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb B. sich fälschlicher-
weise des Kokainhandels bezichtigen sollte. Der angeklagte Sachverhalt ist er-
stellt.  

8.2.3 Vorliegend ist in Rechnung zu stellen, dass die B. vorgeworfenen Einzelhand-
lungen (Anbau/Kauf/Verkauf/Abgabe) verschiedene Stufen des illegalen Dro-
genhandels betreffen. In Ansehung der Rechtsprechung, wonach verhindert 
werden soll, dass dieselbe Drogenmenge mehrfach gezählt wird (E. 8.1.1), ergibt 
sich folgendes Bild:  

 a) In Bezug auf den Anbau und den Besitz von Marihuana ist erstellt, dass es 
sich um dieselben 700 Gramm handelt (cl. 19 pag. 19.910.88). Daher ist lediglich 
von der Strafbarkeit vom Besitz auszugehen. Der Anbau ist mitbestrafte Tat. B. 
hat sich demnach vom Sommer 2004 bis 15. November 2007 schuldig gemacht 
wegen Besitzes von 700 Gramm Marihuana aus dem Selbstanbau mit einem 
THC-Gehalt von 1,1%. Cannabis gefährdet in keiner Menge die Gesundheit vie-
ler Menschen (BGE 117 IV 314; BGE 120 IV 256 E. 2), weshalb eine qualifizierte 
Tatbegehung ausscheidet.  

 b) In Bezug auf die Kaufs-, Verkaufs- und Konsumhandlungen hat sich erge-
ben, dass B. 409–452 Gramm Kokain gekauft und 173–231 Gramm selber kon-

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sumiert hat. Den Rest hat er verkauft/abgegeben. Zugunsten des Angeklagten ist 
von einem Kauf von 409 Gramm (Minimum) und von einem Konsum von 
231 Gramm (Maximum) auszugehen, so dass das Quantum, welches er ver-
kauft/abgegeben hat, mindestens 178 Gramm Kokain von unbekanntem Rein-
heitsgrad beträgt. Laut Anklage hat er jeweils zwischen 2 und 75 Gramm ver-
kauft, wobei zu Gunsten von B. von der Mindestmenge ausgegangen wird. Es ist 
von mehrfacher Tatbegehung auszugehen. Der Grenzwert für einen schweren 
Fall nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist bei 2 Gramm pro Verkauf nicht gegeben 
(E. 8.1.2). B. ist demnach schuldig des mehrfachen Verkaufs von jeweils 
2 Gramm Kokain (total 178 Gramm Kokain) von Herbst bis anfangs Dezember 
2007. Eine zusätzliche Bestrafung wegen Kaufs von Kokain ist nicht möglich, da 
diese Menge im gleichen Handlungsstrang zu sehen ist, wie das verkaufte und 
konsumierte Kokain (E. 8.1.1).  

8.2.4 Beim Konsum von Betäubungsmitteln handelt es sich um eine Übertretung. Die 
Verfolgungsverjährung beträgt drei Jahre (Art. 109 StGB). Art. 101 ff. StGB fin-
den auch auf das Nebenstrafrecht des Bundes Anwendung, sofern die Spezial-
gesetzgebung keine anders lautenden Verjährungsregeln aufstellt (Art. 333 
Abs. 1 StGB). Das ist im BetmG nicht der Fall. Nachdem das Bundesgericht die 
verjährungsrechtliche Einheit aufgegeben hat (BGE 131 IV 83 E. 2.4), sind alle 
von der Bundesanwaltschaft eingeklagten Konsumhandlungen, welche B. früher 
als drei Jahre vor dem Urteil vom 30. September 2010 begangen hat, verjährt. In 
diesem Sinne ist B. für den Konsum vom 1. Oktober 2007 bis anfangs Dezem-
ber 2007 zu bestrafen. In Bezug auf die konsumierte Menge in dieser Zeit ist den  
Akten lediglich zu entnehmen, dass er von August bis November 2007  
60–75 Gramm konsumiert hat (cl. 5 pag. 13.1.0.155). Dies ergibt einen monatli-
chen Konsum von 15 bis 20 Gramm. Zugunsten des Angeklagten ist davon aus-
zugehen, dass er im Oktober und November 2007 je 15 Gramm Kokain konsu-
mierte.  

8.2.5  
8.2.5.1 Zusammenfassend ergibt sich damit, dass B. wegen mehrfacher Widerhandlun-

gen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 4 und 5 
BetmG schuldig zu sprechen ist.  

8.2.5.2 Zudem ist B. der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG im Zeitraum 1. Oktober 2007 bis anfangs 
Dezember 2007 schuldig zu sprechen. 

 

 

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8.3 Angeklagte A. 

8.3.1 Die Bundesanwaltschaft wirft A. vor, sie habe in der Zeit von Herbst 2006 b