# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d0664751-d274-5cf7-b30f-a57ac794d0d2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 20.06.2023 UV 2022/56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2022-56_2023-06-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2022/56

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 17.07.2023

Entscheiddatum: 20.06.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 20.06.2023
Art. 6 UVG. Bejahung eines sekundären unfallkausalen 
Gesundheitsschadens in Form einer richtungsgebenden Verschlimmerung 
einer Ulnaplus-Varianz nach eingestaucht verheilter Radiusfraktur. 
Verneinung des überwiegend wahrscheinlichen Dahinfallens jeder kausalen 
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens per 
Leistungseinstellungsdatum. Aufhebung des Einspracheentscheids und 
Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bzw. zur 
Veranlassung einer externen fachmedizinischen Beurteilung und zu 
anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2023, UV 
2022/56).

Entscheid vom 20. Juni 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Anita Hüsler

Geschäftsnr.

UV 2022/56

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart, Bahnhofstrasse 12, 8001 Zürich,

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 1. September 2004 bei der B.___ 

AG, St. Gallen, als Dentalassistentin in einem 45 % Pensum tätig und dadurch bei der 

Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana) insbesondere gegen die Folgen von Berufs- 

und Nichtberufsunfällen versichert. Am 25. August 2021 meldete die Arbeitgeberin der 

Helsana einen Unfall der Versicherten vom selben Tag. Die Versicherte sei gegen 8.00 

Uhr zuhause auf einen Stuhl gestanden, um etwas aus dem Schrank zu holen, wobei 

sie zu weit an den Rand gekommen sei. Der Stuhl sei gekippt und die Versicherte sei 

auf das rechte Handgelenk gefallen. Es bestehe eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit 

seit dem 25. August 2021. Die Versicherte stehe bei Dr. med. C.___, Facharzt für Innere 

Medizin, in Behandlung (UV-act. 1). Offenbar wurde noch am Unfalltag eine 

Röntgenuntersuchung des rechten Handgelenks vorgenommen (vgl. dazu den 

Untersuchungsbericht der behandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG], 

Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, vom 23. September 2021 

[UV-act. 11-2], in welchem externe Röntgenaufnahmen vom 25. August 2021 erwähnt 

werden).

A.a. 

Eine CT-Untersuchung im Röntgeninstitut D.___ vom 1. September 2021, ergab 

laut dem untersuchenden Radiologen Dr. med. E.___, Facharzt für Radiologie, folgende 

Befunde (UV-act. 5): "Distale Radiusfraktur loco classico mit Imprimierung der 

A.b. 

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Frakturfragmente und mit höchstens minimer dorsaler Abkippung der Gelenkfläche, 

sodass die Fraktur in fast regelrechter Stellung ist, konsekutiv leichte Verkürzung des 

Radius. Normale übrige ossäre Strukturen im Handgelenk- und Handwurzelbereich."

Am 7. September 2021 fand ein Untersuch im KSSG statt. Die behandelnden Ärzte 

hielten im Untersuchungsbericht vom 23. September 2021 als Diagnose eine wenig 

dislozierte extraartikuläre distale Radiusfraktur rechts fest. Die angefertigten 

Röntgenaufnahmen des Handgelenks rechts würden im Vergleich zu den externen 

Aufnahmen vom 25. August 2021, in denen sich die Fraktur noch vollkommen 

undisloziert gezeigt habe, eine leichte Sinterung der Fraktur um maximal 1 2mm 

zeigen. Als Konsequenz liege eine leichte Ulnaplus-Varianz vor. Die Kongruenz 

radiokarpal und im DRUG sei erhalten und es liege ein normales karpales Gefüge vor. 

Unter dem Bildwandler zeige sich auch auf der linken Seite eine Ulnaplus-Varianz, 

sogar noch etwas ausgeprägter als rechts. Bei korrekter Ausprojektion sei das 

Ulnaplus auf der rechten Seite ca. 1mm. Zum Procedere hielten die behandelnden 

Ärzte unter anderem fest, aufgrund der leichten Sinterung der Fraktur mit der 

Konsequenz einer leichten Ulnaplus-Varianz wäre eine relative Indikation für eine 

operative Versorgung der Fraktur gegeben, um späteren ulnokarpalen Beschwerden 

vorzubeugen. Da die Fraktur aber bereits zwei Wochen alt und es nicht zu erwarten sei, 

dass sie weiter sintern werde, würden sie nach Abwägen der Vorteile und Risiken eher 

ein konservatives Vorgehen empfehlen. Zudem bestehe auf der linken Seite eine 

Ulnaplus-Varianz, sodass die Sinterung rechts nicht sehr ausgeprägt sein dürfte (UV-

act. 11-2).

A.c. 

Am 16. Oktober 2021 gab die Versicherte auf dem Fragebogen der Helsana an, sie 

sei ab 18. Oktober 2021 wieder zu 50 % arbeitsfähig und stehe weiterhin in ärztlicher 

Behandlung. Sie würde ca. alle vier Wochen zur ärztlichen Kontrolle und einmal pro 

Woche in die Physiotherapie gehen (UV-act. 12). Die Arbeitsunfähigkeit bzw. teilweise 

Arbeitsaufnahme wurde auch von Dr. C.___ im Arztzeugnis UVG vom 23. Oktober 2021 

bestätigt (UV-act. 14-1).

A.d. 

Am 9. November 2021 fand erneut eine Untersuchung im KSSG statt. Im 

Untersuchungsbericht vom 19. November 2021 hielten die behandelnden Ärzte fest, 

das rechte Handgelenk sei im Seitenvergleich etwas verbreitert. Es bestehe eine leichte 

A.e. 

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Druckdolenz über dem distalen Radius radial und dorsal. Die Fingerbeweglichkeit sei 

frei, hingegen bestehe ein diskretes Bewegungsdefizit mit Flexion/Extension 70/0/60 

(im Vergleich zur Gegenseite jeweils knapp 10° weniger). Die Pro-/Supination sei 

uneingeschränkt und seitengleich möglich. Es wurden erneut Röntgenaufnahmen 

angefertigt, welche eine stabile Konsolidation mit beginnendem Remodeling und die 

bekannte leichte Verkürzung des Radius, jedoch keine weitere Sinterung zeigten. Die 

Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50 % wurde bis Ende Monat verlängert, da ein 

längeres und intensives Arbeiten noch nicht möglich sei (UV-act. 15).

Die Versicherte wurde am 28. Januar 2022 wegen persistierenden Beschwerden im 

Bereich des ulnarseitigen Handgelenks sowie einer weiterhin bestehenden Schwellung 

im korrespondierenden Areal erneut im KSSG untersucht. Im Untersuchungsbericht 

vom 25. Februar 2022 hielten die behandelnden Ärzte fest, im Seitenvergleich bestehe 

eine auffallende Vorwölbung im Bereich des ulnaren Styloides. Das DRUG zeige sich 

im Seitenvergleich stabil, es liege eine ausgeprägte Druckdolenz ulnokarpal im Bereich 

des TFCC und eine mögliche Subluxation der FCU-Sehne vor. Der Bewegungsumfang 

im Seitenvergleich zeige sich mit unverminderter Dorsalextension und Palmarflexion. 

Bei kombinierter Ulnarabduktion, Dorsalextension und axialer Kompression 

entsprechend einem Grinding-Test habe die Versicherte deutliche Schmerzen 

angegeben, welche dem aktuell führenden Symptom entsprechen würden. Die pDMS 

sei intakt. Es wurde neuerlich eine Röntgenuntersuchung durchgeführt, welche eine 

unveränderte Stellung bei vollständig konsolidierter Fraktur und keine Hinweise für eine 

fortschreitende Arthrose zeigten. Zum Procedere hielten die behandelnden Ärzte des 

KSSG fest, die residuellen Beschwerden könnten am ehesten einer TFCC-Läsion 

zugeordnet werden. Es werde ein Arthro-MRI geplant (UV-act. 19).

A.f. 

Am 8. Februar 2022 gab die Versicherte auf dem Fragebogen der Helsana zum 

aktuellen Stand an, seit dem 1. Januar 2022 habe sie ihre Tätigkeit wieder im Umfang 

von 100 % (sie arbeite nur ca. 40 %) aufgenommen. Sie stehe weiterhin in ärztlicher 

Behandlung bzw. Abklärung, da an der rechten Hand – eventuell aufgrund des Sturzes 

– mit dem Band etwas nicht stimme. Der Bruch sei eigentlich gut verheilt, nur das 

Aussenband schmerze sie noch. Am 17. Februar 2022 werde ein MRI-Untersuch 

durchgeführt (UV-act. 18).

A.g. 

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Die untersuchenden Ärzte des F.___ beurteilten die anlässlich des MRI-Untersuchs 

vom 17. Februar 2022 erhobenen Befunde als eine inkomplette Konsolidation der 

gering dislozierten metaphysären Radiusfraktur mit distaler radioulnarer 

Gelenkbeteiligung, ein Ulnaimpaktionssyndrom mit zentralem Riss des TFCC und 

ulnarseitigen Knorpeldefekten am Os lunatum, ein degeneriertes, ansonsten aber 

intaktes dorsales und palmares SL-Band, eine Perforation des zentralen SL-Bandes 

sowie ein kleines dorsales Handgelenksganglion (UV-act. 22).

A.h. 

Am 22. Februar 2022 wurde die Versicherte erneut im KSSG untersucht. Auch 

wurden mit ihr die Befunde der MRI-Untersuchung besprochen. Im 

Untersuchungsbericht vom 23. Februar 2022 hielten die behandelnden Ärzte als 

Diagnose den Verdacht auf ein Ulnaimpaktionssyndrom des rechten Handgelenks nach 

gering dislozierter, leicht eingestaucht konsolidierter distaler Radiusfraktur vom 25. 

August 2021 mit vorbestehender Ulnaplus-Variante fest. Hinsichtlich der weiteren 

Behandlungsmöglichkeiten wurden insbesondere eine Infiltration sowie eine 

Ulnaverkürzungsosteotomie mit der Versicherten besprochen (UV-act. 23).

A.i. 

Mit Schreiben vom 25. Mai 2022 teilte Dr. med. G.___, Facharzt für Chirurgie, 

speziell Handchirurgie, der Helsana – bezugnehmend auf eine zurückgewiesene 

Rechnung von ihm – mit, dass die Versicherte wegen der Unfallfolgen bekanntlich bei 

ihm in fachärztlicher Behandlung stehe. Er habe am 24. März 2022 mit der Versicherten 

ausführlich über einen geplanten operativen Eingriff gesprochen, ihr den Eingriff erklärt 

und mit ihr auch die Indikation und die Nachbehandlung erörtert. Der Zeitpunkt und die 

Durchführung der Operation würden zu einem späteren Zeitpunkt geplant, da keine 

Dringlichkeit für den operativen Eingriff bestehe (UV-act. 25-6 f.). Mit Schreiben vom 9. 

Juni 2022 forderte die Helsana die Verlaufsberichte bei Dr. G.___ an (UV-act. 27).

A.j. 

Am 12. Juni 2022 nahm Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, beratender Arzt der Helsana, zum Fall der 

Versicherten Stellung. Dabei lagen ihm die Akten bis und mit Eingang am 2. Juni 2022 

vor. Dr. H.___ hielt in seiner Beurteilung als Diagnose eine distale Radiusfraktur rechts 

fest. Die erhobenen Befunde/Diagnosen würden überwiegend wahrscheinlich in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 25. August 2021 stehen. Das 

Ereignis vom 25. August 2021 habe nach Kenntnis der bildgebenden Befunde zu einer 

A.k. 

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B.  

wenig dislozierten extraartikulären Radiusfraktur rechts geführt. Die im MRI vom 17. 

Februar 2022 beschriebene TFCC-Läsion sei nicht unfallkausal. Der medizinische 

Endzustand sei per 17. Februar 2022 erreicht. Die geplante operative Behandlung der 

TFCC-Läsion sei nicht unfallkausal. Diese wäre auch ohne das Unfallereignis bereits zu 

diesem Zeitpunkt medizinisch notwendig geworden. Bei der TFCC-Läsion rechts 

handle es sich um einen Vorzustand, welcher durch das Unfallereignis vorübergehend 

verschlimmert worden sei. Der Status quo sine sei mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erreicht per 17. Februar 2022. Hinsichtlich des rechten 

Handgelenks sei nicht mehr mit einer relevanten Verbesserung des unfallbedingten 

Gesundheitszustands zu rechnen. Der medizinische Endzustand sei per 17. Februar 

2022 erreicht. Eine Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet, da die 

Erheblichkeitsgrenze der Suva-Tabellen nicht erreicht sei (UV-act. 29).

Mit Verfügung vom 15. Juni 2022 verneinte die Helsana einen Anspruch der 

Versicherten auf Versicherungsleistungen nach dem 17. Februar 2022, da ein 

Zusammenhang zwischen den gesundheitlichen Beschwerden und dem Unfallereignis 

nicht mehr nachgewiesen sei. Entgegenkommenderweise werde die bereits bezahlte 

Rechnung vom KSSG für die Behandlungen bis zum 22. Februar 2022 nicht 

zurückgefordert (UV-act. 30).

A.l. 

Im ärztlichen Zwischenbericht UVG vom 16. Juni 2022 hielt Dr. G.___ unter 

anderem fest, es sei im August 2022 eine Ulnaverkürzungsosteotomie geplant. Seit der 

Behandlung in seiner Praxis (3. März 2022) habe er der Versicherten keine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Versicherte sei aktuell in ihrem Pensum voll 

arbeitsfähig aber behindert. Die Arbeitsunfähigkeit nach der Operation werde später 

festgelegt. Er ersuche um Übernahme der Kosten für die Ergotherapie, den operativen 

Eingriff und die entsprechende Nachbehandlung (UV-act. 32). Mit Schreiben vom 23.  

Juni 2022 informierte die Helsana Dr. G.___, dass sie mit Verfügung vom 15. Juni 2022 

ihre Leistungspflicht als Unfallversicherer bis zum 17. Februar 2022 begrenzt habe (UV-

act. 33).

A.m. 

Am 12. Juni 2022 erhob die nunmehr durch MLaw Diane Günthart, Zürich, 

anwaltlich vertretene Versicherte Einsprache gegen die Verfügung vom 15. Juni 2022 

B.a. 

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und beantragte die Aufhebung derselben sowie die Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen. Gleichzeitig ersuchte sie um Zustellung der vollständigen Akten zur 

Einsichtnahme und Ansetzung einer Frist zur ausführlichen Begründung der Einsprache 

(UV-act. 38). Mit Eingabe vom 26. Juli 2022 beantragte die Versicherte weiterhin die 

Aufhebung der Verfügung vom 15. Juni 2022 und die Ausrichtung der gesetzlichen 

Leistungen; eventualiter sei ein fachärztliches Gutachten einzuholen und hernach neu 

über die Leistungen zu entscheiden (UV-act. 45). Der Eingabe legte sie eine 

medizinische Beurteilung durch Dr. med. I.___, Fachärztin für Chirurgie, J.___ AG, vom 

22. Juli 2022 bei. Dr. I.___ hielt darin insbesondere fest, durch die unfallkausal am 

25. August 2021 verursachte distale Radiusfraktur rechts sei es sekundär konsekutiv 

durch die Fraktur-Sinterung zu einer richtungsgebenden Verschlimmerung der 

vorbestehenden Ulnaplus-Varianz am rechten Handgelenk ulnarseitig gekommen. Die 

geplante Ulnaverkürzungsosteotomie gehe zu Lasten der Unfallversicherung (UV-act. 

46).

Am 27. August 2022 nahm Dr. H.___ zu den Einwänden von Dr. I.___ Stellung. Er 

kam zu dem Schluss, dass aufgrund der mit einem zeitlich grossen Abstand wieder 

aufgetretenen Handgelenksbeschwerden bei vorbestehender, degenerativer TFCC-

Läsion, SL-Band-Läsion, Knorpeldefekten und Handgelenksganglion eine operative 

Revision im Sinne einer TFCC-Rekonstruktion/Ulnaverkürzungsosteotomie bei 

vorbestehender Ulnaplus-Varianz nur möglicherweise in kausalem Zusammenhang 

zum Unfallereignis stehe (UV-act. 49).

B.b. 

Mit Einspracheentscheid vom 9. September 2022 wies die Helsana die Einsprache 

der Versicherten ab. Zur Begründung führte sie – gestützt auf die Einschätzungen von 

Dr. H.___ – an, die Radiusfraktur sei seit anfangs Februar 2022 ausgeheilt, womit der 

Status quo sine vel ante seit jenem Zeitpunkt erreicht sei. Die TFCC-Läsion sei nicht 

unfallkausal, sondern degenerativer Natur. Selbst wenn diese unfallkausal wäre, sei 

anfangs Februar 2022 der medizinische Endzustand erreicht worden. Da keine 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege, habe die Versicherte keinen Anspruch 

auf eine Rente und mithin auch nicht auf die Übernahme von Heilungskosten nach 

Festsetzung einer solchen. Es bestehe zufolge fehlendem Erreichen der 

Erheblichkeitsgrenze auch kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (UV-act. 

50).

B.c. 

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C.  

Am 4. Oktober 2022 erhob die weiterhin durch Rechtsanwältin Günthart vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen den vorerwähnten 

Einspracheentscheid. Sie beantragte, der Einspracheentscheid vom 9. September 

2022 sei aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen über den 18. Februar 

2022 (hinaus) zuzusprechen; eventualiter sei die Sache an die Helsana (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zwecks Einholung eines handchirurgischen und eines 

radiologischen Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über die 

gesetzlichen Ansprüche der Beschwerdeführer entscheide; unter 

Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zusammen mit der 

Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin unter anderem eine Stellungnahme von 

Dr. G.___ gegenüber der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 27. September 

2022 und den Operationsbericht von Dr. G.___ vom 17. August 2022 ein. In der 

Stellungnahme vom 27. September 2022 hatte Dr. G.___ unter anderem festgehalten, 

die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, dass es sich bei der Ulnaplus-Varianz 

rechts um einen Vorzustand handle, weil im Vergleich auch eine Ulnaplus-Varianz links 

vorliege, sei nicht korrekt, sondern lediglich eine Annahme. Da er die 

Beschwerdegegnerin bereits früher behandelt habe und Röntgenaufnahmen des 

rechten Handgelenks gemacht worden seien, könne er festhalten, dass keine 

vorbestehende Ulnaplus-Varianz vorliege. Somit sei die relative Überlänge der Ulna 

rechts eine Unfallfolge. Dies habe dann auch zu der Entstehung eines 

Ulnaimpaktionssyndroms – welches auch intraoperativ habe nachgewiesen werden 

können – geführt. Diese Tatsache könne als wichtigste Ursache der 

Beschwerdepersistenz nach der Fraktur bezeichnet werden. Die anderen Befunde 

seien nicht relevant (act. G 1.3). Am 17. August 2022 hatte Dr. G.___ bei der 

Beschwerdeführerin eine Arthrotomie des ulnaren Handgelenks mit intraartikulärer 

Verkürzungsosteotomie der Ulna nach Comtet Sennwald durchgeführt. Im 

Operationsbericht hatte er unter anderem festgehalten, ulnar bestehe keine Dehiszenz 

des TFCC. Der zentrale Defekt im TFCC sei irrelevant, möglicherweise vorbestehend 

und für die Genese der Schmerzen unbedeutend. Die Gelenkfläche des Caput ulnae 

zeige eine erhebliche Chondropathie. Ebenso bestehe an der ulnaren Gelenkfläche des 

Os lunatum eine Knorpelschädigung. Das Ulnaimpaktionssyndrom sei somit auch 

C.a. 

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intraoperativ bewiesen. Es bestehe ein geringer synovitischer Reizzustand. Die 

Indikation zur Entlastung mittels Osteotomie sei erhärtet. Im Rahmen des 

Operationsberichts hatte Dr. G.___ auch erwähnt, eine Rekonstruktion des TFCC-

Bandapparates durchgeführt zu haben (act. G 1.4).

Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. Oktober 

2022 die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies dabei hinsichtlich des Sachverhalts 

sowie der rechtlichen Erwägungen auf den angefochtenen Einspracheentscheid (act. G 

3).

C.b. 

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 1. November 2022 reichte die 

Beschwerdeführerin dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen eine 

radiologische Kurzstellungnahme von Dr. med. K.___, Facharzt für Radiologie, Klinik 

L.___, vom 31. Oktober 2022 ein. Dr. K.___ verglich die Röntgenaufnahmen des 

rechten Handgelenks der Beschwerdeführerin vom 21. Oktober 2013 (d. h. vor dem 

Unfallereignis) mit denjenigen vom 7. und 28. September 2021 sowie vom 28. Januar 

2022 (d. h. nach dem Unfallereignis). Dabei kam er zu dem Schluss, die Varianz vor 

dem Unfallereignis im Jahr 2013 habe 1mm (Normbefund), 13 Tage nach dem 

Unfallereignis 3mm und 33 Tage nach dem Unfall schliesslich 4mm betragen, wobei es 

nach vollständiger knöcherner Konsolidierung der Radiusfraktur fünf Monate nach dem 

Unfallereignis bei dieser Abweichung geblieben sei. Er gelangte entsprechend zu dem 

Schluss, dass eine sekundäre Radiusverkürzung durch die distale 

Radiusimpressionsfraktur mit Aggravierung im Therapieverlauf (sekundäre Dislokation) 

nachgewiesen sei (act. G 4.1). Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Eingabe neu 

zusätzlich, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten für das 

radiologische Konsil im Umfang von Fr. 600.-- zu übernehmen. Im Übrigen hielt sie an 

ihren bisherigen Anträgen fest. Dr. K.___ sei unzweifelhaft und objektivierbar zu dem 

Schluss gekommen, dass die Ulnaplus-Variante unfallkausal sei. Da die 

Beschwerdegegnerin die Beurteilung aufgrund ihrer verfrühten Einstellung ohne 

Berücksichtigung der eingereichten Unterlagen verfügt und mittels 

Einspracheentscheid bestätigt habe, habe sie auch für die Kosten des radiologischen 

Gutachtens aufzukommen (vgl. zum Ganzen: act. G 4).

C.c. 

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Mit Eingabe vom 11. November 2022 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Sie hielt zudem fest, die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin verkenne, dass vorliegend die Leistungen nicht nur wegen 

Fehlen bzw. Wegfall der Kausalität eingestellt worden seien, sondern auch wegen dem 

Erreichen des Endzustands. Auch das Parteigutachten von Dr. K.___ vom 31. Oktober 

2022 ändere nichts daran, dass der unfallbedingte Bruch im rechten Handgelenk seit 

anfangs Februar 2022 ausgeheilt, damit der Status quo sine vel ante seit jenem 

Zeitpunkt erreicht und dass die TFCC-Läsion nicht unfallkausal, sondern degenerativer 

Natur sei und dass – selbst wenn eine Kausalität (noch) ausgewiesen wäre – jedenfalls 

der Endzustand seit Mitte Februar 2022 erreicht sei, womit die Leistungseinstellung per 

18. bzw. 22. Februar 2022 zu Recht erfolgt sei (act. G 6).

C.d. 

Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik vom 14. Dezember 2022 an ihren 

bisherigen Eingaben bzw. Ausführungen fest. Zusätzlich führte sie aus, es würden nach 

wie vor unfallkausale Beschwerden vorliegen, welche einer Behandlung bedürften. 

Damit sei auch erwiesen, dass der medizinische Endzustand nicht erreicht sein könne. 

Zudem verkenne die Beschwerdegegnerin ganz offensichtlich, dass die 

Unfallversicherung solange leistungspflichtig sei, bis der Unfall nicht mehr die 

natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstelle, also erst dann, 

wenn der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruhe. Dies sei hier nicht der Fall. Die TFCC-Läsion spiele eine 

untergeordnete Rolle und stehe nicht im Zentrum der Behandlung. Vielmehr sei die 

Ulnaplus-Varianz das Problem, welche die Behandlungsnotwendigkeit verursache. 

Dieser Umstand sei mehrfach medizinisch bewiesen und mit dem radiologischen Konsil 

untermauert worden. Der Bruch habe zu einer unfallkausalen Ulnaplus-Varianz geführt, 

weshalb der Status quo sine vel ante eben nicht erreicht sei. Der Endzustand sei 

erstelltermassen nicht erreicht, was die Beschwerdegegnerin schlichtweg verkenne 

(act. G 8).

C.e. 

Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 23. Dezember 2022 an 

ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Sie hielt auch daran fest, dass ein 

medizinischer Endzustand vorliege. Dazu führte sie insbesondere aus, es reiche nach 

höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht aus, wenn die von den Fachärzten 

empfohlenen therapeutischen Massnahmen primär dazu dienen würden, die 

C.f. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre 

Versicherungsleistungen zu Recht per 17. Februar 2022 eingestellt hat.

2.  

Schmerzen zu lindern und eine Stabilisierung des Erreichten zu bewirken. Das 

Erreichen eines medizinischen Endzustands sei nicht damit gleichzusetzen, dass keine 

unfallkausalen Beschwerden mehr beständen, sondern lediglich, dass der 

Unfallversicherer als Erwerbsausfallversicherer für diese nicht mehr leistungspflichtig 

sei. Die Beschwerdeführerin sei seit anfangs Februar 2022 wieder voll arbeitsfähig. Eine 

weitere Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sei somit nicht mehr 

möglich gewesen, weshalb nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung schon 

deswegen keine namhafte Besserung mehr habe erwartet werden können (act. G 10).

Der Unfallversicherer hat bei Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) für einen Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser 

in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis 

steht (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; 

SR 832.20]; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen 

Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. 

zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], 

Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; 

Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 65 f. und N 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54 f. und 58). 

Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne von nachweisbaren 

2.1. 

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strukturellen Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich 

aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der 

natürlichen deckt (vgl. BGE 134 V 111 E. 2.1 und BGE 127 V 103 E. 5b/bb, je mit 

Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BSK UVG-Hofer, N 80 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a. a. O., S. 58 f.).

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen bzw. hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht für einen 

Gesundheitsschaden einmal anerkannt, so entfällt seine Leistungspflicht erst dann, 

wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des 

Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 

erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender ursächlicher 

Auswirkungen des Unfalles genügt nicht (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 

vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 

f. E. 3b mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu 

Art. 6; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54).

2.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d. h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/23

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3.

Zum massgebenden Sachverhalt ist festzuhalten, dass das Gericht im 

Beschwerdeentscheid grundsätzlich von dem Sachverhalt auszugehen hat, der sich bis 

zum Einspracheentscheid (9. September 2022) verwirklicht hat (BGE 142 V 341 E. 

3.2.2). Obwohl die von der Beschwerdeführerin im Rahmen des vorliegenden 

Verfahrens eingereichten medizinischen Berichte und Stellungnahmen (mit Ausnahme 

des Operationsberichts von Dr. G.___ vom 17. August 2022 [act. G 1.4]) erst nach 

Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids verfasst wurden, können sie im 

vorliegenden Verfahren berücksichtigt werden, da sie sich inhaltlich mit dem bereits vor 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen 

einholen, können beweistauglich sein. An die Beweiswürdigung der Beurteilungen 

dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 

nur geringe Zweifel an deren Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; Urteile des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3, und vom 25. Juni 2018, 

8C_281/2018, E. 3.2.2 mit Hinweis). Die Rechtsprechung erachtet sodann reine 

Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. März 

2017, 8C_780/2016, E. 6.1). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand 

allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das 

Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 Erw. 

2a in fine). Auch ein Parteigutachten enthält Äusserungen eines Sachverständigen, 

welche zur Feststellung eines medizinischen Sachverhalts beweismässig beitragen 

können. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang 

wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach dem vorgegebenen 

Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen – wie jede 

substanziiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten – den Richter, 

den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und 

Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Unfallversicherer förmlich bestellten 

Gutachters derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (BGE 125 V 353 

f. E. 3b/dd, c).

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bzw. bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids verwirklichten 

Sachverhalt befassen.

4.  

Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen anerkannt, dass die 

Beschwerdeführerin am 25. August 2021 einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG mit 

einer schädigenden Einwirkung auf den Körper, namentlich eine Radiusfraktur rechts 

erlitten hat. Ebenso hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht – für einen 

gewissen Zeitraum nach dem Unfallereignis – anerkannt und der Beschwerdeführerin 

dementsprechend zumindest vorläufig Heilkosten vergütet und Taggeldleistungen 

ausgerichtet. Mit Einspracheentscheid vom 9. September 2022 (UV-act. 50) bzw. mit 

der diesem zugrundliegenden Verfügung vom 15. Juni 2022 (UV-act. 30) hat die 

Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 17. Februar 2022 eingestellt. 

Die Beschwerdeführerin macht jedoch über dieses Datum hinaus unfallkausale 

Beschwerden am rechten Handgelenk geltend (act. G 1).

4.1. 

Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

und von der Person des bzw. der Untersuchenden und den Angaben des Patienten 

bzw. der Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen 

organisch-strukturellen Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen 

Befunde mit – wissenschaftlich anerkannten – apparativen/bildgebenden Abklärungen 

(wie Röntgen, MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit 

Hinweisen).

4.2. 

Ein massgebender Ausgangspunkt für die Beurteilung traumatischer Folgeschäden 

bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der gesundheitliche 

Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch letzteren zu keinen 

neuen strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten 

Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung höchstens als 

vorübergehende oder richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustands in 

Betracht. Eine richtungsgebende unfallbedingte Verschlimmerung liegt nach der 

Rechtsprechung vor, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo 

ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden können (KOSS UVG-Nabold, 

N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a. a. O., S. 54 mit 

Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1). Von einer 

4.3. 

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5.

Hinsichtlich des Zeitpunkts des Fallabschlusses bzw. des Erreichens des 

medizinischen Endzustands ist darauf hinzuweisen, dass – entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid – nach vollständiger 

Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit nicht ohne Weiteres vom Fallabschluss bzw. 

einem medizinischen Endzustand und mithin dem Verlust des Anspruchs auf die 

vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilbehandlung, Taggelder) ausgegangen 

werden kann. Das Bundesgericht hat in seiner jüngeren Rechtsprechung explizit 

festgehalten, dass eine exklusive Beurteilung nach Massgabe der Arbeitsfähigkeit nicht 

mit dem Gesetzeswortlaut von Art. 19 Abs. 1 UVG in Einklang zu bringen wäre. 

Vielmehr ist entscheidend, ob mit Blick auf die weitere Behandlung aus prospektiver 

Sicht noch ein positives Resultat bzw. ein namhafter therapeutischer Fortschritt zu 

erwarten ist und diese nicht bloss der Stabilisierung des Erreichten sowie der 

Verbesserung der Befindlichkeit dient (Urteile des Bundesgerichts vom 29. Januar 

2020, 8C_614/2019, E 5.3, und vom 22. April 2020, 8C_183/2020, E. 4.3.2, je mit 

Hinweisen). Dr. G.___ hat sowohl in seinem ärztlichen Zwischenbericht UVG vom 16. 

Juni 2022 als auch seiner Stellungnahme zuhanden der Rechtsanwältin der 

Beschwerdeführerin vom 27. September 2022 angegeben, die Beschwerdeführerin sei 

in ihrem (Teilzeit-)Pensum zwar voll arbeitsfähig, aber behindert (UV-act. 32-3) bzw. 

durch die Beschwerden in allen Lebensbereichen gestört und eingeschränkt (act. G 

1.3-2).

vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung eines Vorzustands wird dann 

gesprochen, wenn Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im 

Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als 

strukturelle Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. In 

solchen Fällen wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten 

Phase davon ausgegangen, dass dieses eine schädigende Wirkung auf den Körper 

habe. Die aufgetretenen bzw. ausgelösten Beeinträchtigungen werden, obwohl sie 

möglicherweise weiterbestehen, nach einer gewissen Zeit gestützt auf medizinische 

Erfahrung aber nicht mehr dem Unfall angelastet. Die Unfallversicherung übernimmt in 

diesen Fällen nur Leistungen für den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub, d. h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine oder ante 

Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende 

Schmerzsyndrom zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 

8C_423/2012, E. 5.3; vgl. auch KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6, und BSK UVG-

Hofer, N 72 zu Art. 6).

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6.  

7.  

Entsprechend ist vorderhand zu prüfen, ob die unbestrittenermassen unfallkausale 

Radiusfraktur der Leistungseinstellung per 17. Februar 2022 nicht im Wege stand, 

indem sie vollständig verheilt war oder in dieser Hinsicht ein medizinischer Endzustand 

vorlag.

6.1. 

Aus den medizinischen Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass die 

Radiusfraktur nach dem 17. Februar 2022 weiterhin Beschwerden verursacht oder 

medizinischer Behandlung bedurft hätte. Vielmehr gab die Beschwerdeführerin am 8. 

Februar 2022 im Fragebogen zum aktuellen Stand selber an, der Bruch sei 

"verheilt" (UV-act. 18-1 Ziff. 2) und es ergibt sich auch aus dem Untersuchungsbericht 

des KSSG vom 25. Februar 2022 zur Untersuchung vom 28. Januar 2022, dass die 

Fraktur vollständig konsolidiert sei (UV-act. 19-2). Zwar erhoben die Radiologen des 

F.___ im MRI-Untersuch vom 17. Februar 2022 den Befund einer "inkompletten" 

Konsolidation der gering dislozierten Radiusfraktur (UV-act. 22-2), doch hielten die 

behandelnden Spezialisten des KSSG im Untersuchungsbericht vom 23. Februar 2022 

zur Untersuchung bzw. MRI-Besprechung vom 22. Februar 2022 letztlich fest, die 

Radiusfraktur sei "etwas eingestaucht" verheilt (UV-act. 23-2).

6.2. 

Mithin kann überwiegend wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass die 

Radiusfraktur am 17. Februar 2022 verheilt war bzw. zumindest keiner weiteren 

Behandlung mehr bedurfte und mangels Verursachung von Beschwerden der 

Leistungseinstellung nicht entgegenstand.

6.3. 

Als nächstes ist zu prüfen, ob es sich bei den erst später aufgetretenen bzw. 

festgestellten Gesundheitsschäden am rechten Handgelenk der Beschwerdeführerin 

(namentlich der Ulnaplus-Varianz, der TFCC-Läsion, dem degenerierten SL-Band 

sowie dem Handgelenksganglion, vgl. dazu den Röntgenbefund vom 7. September 

2021 bzw. den dazugehörigen Untersuchungsbericht des KSSG vom 23. September 

2021 [UV-act. 11-2] sowie den Bericht zur MRI-Untersuchung vom 17. Februar 2022 

[UV-act. 22]) ebenfalls um unfallkausale strukturelle Gesundheitsschäden, im Sinne von 

sekundären (bzw. tertiären) Unfallfolgen, handelt und gegebenenfalls, ob diese 

Gesundheitsschäden im Zeitpunkt der Leistungseinstellung vollständig abgeheilt waren 

oder ein medizinischer Endzustand vorlag.

7.1. 

Die behandelnden Spezialisten des KSSG hielten in ihrem Bericht vom 23. 

September 2021 zur Untersuchung vom 7. September 2021 fest, die gefertigten 

7.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/23

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Röntgenaufnahmen würden im Vergleich zu den initialen Aufnahmen vom 25. August 

2021 eine leichte Sinterung der Fraktur zeigen. Als Konsequenz liege eine leichte 

Ulnaplus-Varianz vor. Da auch auf der linken Seite eine Ulnaplus-Varianz vorliege 

(welche sogar noch stärker ausgeprägt sei als rechts), sei die Sinterung rechts wohl 

nicht sehr ausgeprägt (UV-act. 11-2). Im Bericht vom 23. Februar 2022 zur 

Untersuchung vom 22. Februar 2022 hielten die behandelnden Spezialisten des KSSG 

als Diagnose den Verdacht auf ein Ulnaimpaktionssyndrom am Handgelenk rechts 

nach gering dislozierter, leicht eingestaucht konsolidierter distaler Radiusfraktur vom 

25. August 2021 mit vorbestehender Ulnaplus-Variante fest (UV-act. 23-2). Dr. I.___ 

bezeichnete die Ulnaplus-Varianz in ihrer chirurgisch-versicherungsmedizinischen 

Beurteilung vom 22. Juli 2022 ebenfalls als vorbestehend. Durch die distale 

Radiusfraktur mit Fraktursinterung sei es jedoch zu einer Zunahme derselben, mithin 

einer richtungsgebenden Verschlimmerung, gekommen (UV-act. 46-4). Dr. H.___ hatte 

sich in seiner Beurteilung vom 12. Juni 2022 überhaupt nicht zur Ulnaplus-Varianz 

geäussert (UV-act. 29). In der Beurteilung vom 27. August 2022 hielt er einzig fest (UV-

act. 49-2): "Ob die TFCC-Läsion, die SL-Band Degeneration und das 

Handgelenksganglion im Vergleich zur Zunahme der Ulnaplus-Varianz, wie von Frau Dr. 

I.___ dargestellt, nicht mit der aktuellen Problematik korreliert, wird bestritten." Auch 

wenn sich Dr. H.___ zur Unfallkausalität der Ulnaplus-Varianz nicht explizit äussert, 

widerspricht er jedenfalls der Beurteilung von Dr. I.___ hinsichtlich einer unfallkausalen 

"Zunahme" der Ulnaplus-Varianz nicht und relativiert damit vielmehr seine Aussage 

vom 12. Juni 2022, dass bei wieder aufgetretenen Handgelenksbeschwerden bei 

vorbestehender degenerativer TFCC-Läsion , SL-Bandläsion, Knorpeldefekten und 

Handgelenksganglion eine operative Revision im Sinne einer TFCC-Rekonstruktion/

Ulnaverkürzungsosteotomie bei vorbestehender Ulna-Varianz nur – aber immerhin – 

möglicherweise in kausalem Zusammenhang zum Unfallereignis stehe (UV-act. 49-2, 

letzter Abschnitt).

Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens reichte die 

Beschwerdeführerin weitere medizinische Unterlagen ein. Dr. G.___ hielt in seiner 

Stellungnahme vom 27. September 2022 fest, bei der Ulnaplus-Varianz handle es sich 

– aufgrund der von ihm im Rahmen einer früheren Behandlung angefertigten 

Röntgenaufnahmen des rechten Handgelenks – nicht um einen Vorzustand. Die 

Ulnaplus-Varianz sei eine Unfallfolge und habe auch zur Entstehung eines 

Ulnaimpaktionssyndroms geführt (act. G 1.3). Dr. K.___ gelangte in seiner 

radiologischen Kurzstellungnahme vom 31. Oktober 2022 nach Vergleich der 

Röntgenaufnahmen vor und nach dem Unfallereignis zu dem Schluss, dass eine 

sekundäre Radiusverkürzung durch die distale Radiusimpressionsfraktur mit 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/23

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Aggravierung im Therapieverlauf (sekundäre Dislokation) nachgewiesen sei. 

Prätraumatisch liege ein Normbefund vor (act. G 4.1).

Wie Dr. I.___ in ihrer Beurteilung vom 22. Juli 2022 (UV-act. 48-3) in 

Übereinstimmung mit der medizinischen Literatur ausführte, handelt es sich bei einer 

Ulnaplus-Variante um eine relative Überlänge der Ulna im Verhältnis zur distalen 

Radiusgelenkfläche. Eine solche ist entweder angeboren oder entsteht posttraumatisch 

(nach einer Radiusfraktur). Ein Ulnaimpaktionssyndrom entsteht in der Folge durch den 

– aufgrund der Überlänge – erhöhten Druck der Ulna gegen den TFCC bzw. auf das Os 

lunatum. Dadurch kann es zu degenerativen (Knochen-)Veränderungen des 

Handgelenks, insbesondere des TFCC, kommen (vgl. zum Ganzen auch die Definition 

der Ulnaplus-Variante, abrufbar unter: https://www.pschyrembel.de/Ulna-Plus-

Variante/A0TRR/doc/ [zuletzt besucht am 24. Mai 2023] und Thomas Geyer/Katharina 

Da Fonseca/Steffen Berlet, Das Ulnaimpaktionssyndrom, abrufbar unter: https://

news.atos-kliniken.com/das-ulnaimpaktionssyndrom/ [zuletzt besucht am 24. Mai 

2023]).

7.4. 

Vorliegend kann letztlich offenbleiben, ob die Ulnaplus-Varianz zumindest in 

gewissem Ausmass bereits vor dem Unfallereignis bestanden hatte (wie dies 

übereinstimmend aus den vor dem angefochtenen Einspracheentscheid entstandenen 

medizinischen Akten hervorgeht [vgl. vorstehende E. 7.1]) oder ob (in Übereinstimmung 

mit den Beurteilungen von Dr. G.___ und Dr. K.___ angesichts der Röntgenaufnahmen 

aus dem Jahr 2013 [vgl. vorstehende E. 7.3]) ein pathologischer Vorzustand 

ausgeschlossen werden kann. Denn aufgrund der übereinstimmenden (und vom 

beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin unbestritten gebliebenen) Beurteilungen der 

medizinischen Fachpersonen ist überwiegend wahrscheinlich zumindest von einer 

unfallkausalen richtungsgebenden Verschlimmerung der Ulnaplus-Varianz, im Sinne 

einer sekundären Unfallfolge nach Sinterung der distalen Radiusfraktur, auszugehen. 

Mithin war das Unfallereignis vom 25. August 2021 zumindest teilkausal für die heute in 

diesem Ausmass bestehende Ulnaplus-Varianz.

7.5. 

Insbesondere aufgrund der von Dr. G.___ intraoperativ erhobenen Befunde (vgl. 

act. G 1.4) ist sodann auch ein Ulnaimpaktionssyndrom überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen. Angesichts des vorbeschriebenen Entstehungsmechanismus eines 

solchen (vgl. vorstehende E. 7.4), liegt der Schluss nahe, dass auch dieses zumindest 

teilweise unfallkausal ist, indem es durch die sekundär unfallkausale Verschlimmerung 

der Ulnaplus-Varianz tertiär auch zu einem daraus resultierenden 

Ulnaimpaktionssyndrom oder zu einer Verschlimmerung desselben kam. Dies stipuliert 

auch Dr. I.___ in ihrer Beurteilung vom 22. Juli 2022, wenn sie schreibt, der Vorzustand 

7.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/23

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umfasse (neben der Ulnaplus-Varianz) eine symptomlose Ulnaimpaktion-Konstellation. 

Durch die unfallkausale distale Radiusfraktur mit Fraktursinterung sei es zu einer 

Zunahme der Ulnaplus-Varianz gekommen, welche symptomatisch geworden sei (UV-

act. 46-3 f.). Auch Dr. G.___ schrieb in seiner Stellungnahme vom 27. September 2022, 

die relative Überlänge der Ulna sei eine Unfallfolge, welche wiederum zur Entstehung 

eines Ulnaimpaktionssyndroms geführt habe (act. G 1.3-2). Gestützt auf die 

nachvollziehbaren und überzeugenden medizinischen Ausführungen der Dres. I.___ 

und G.___ ist demnach auch hinsichtlich des Ulnaimpaktionssyndroms von einer 

unfallbedingten richtungsgebenden Verschlimmerung auszugehen.

 7.7. 

Hinsichtlich der weiteren Pathologien am rechten Handgelenk (TFCC-Läsion, 

degeneriertes SL-Band und Handgelenksganglion, vgl. dazu den Bericht zur MRI-

Untersuchung vom 17. Februar 2022 [UV-act. 22]) macht grundsätzlich keine der 

medizinischen Fachpersonen geltend, dass es sich dabei um unfallkausale 

Gesundheitsschäden handeln soll. Vielmehr führte Dr. I.___ in ihrer Beurteilung vom 22. 

Juli 2022 hinsichtlich der als unfallkausal zu diskutierenden TFCC-Läsion (vgl. dazu 

vorstehende E. 7.4) aus, dass es sich bei dieser überwiegend wahrscheinlich um einen 

Vorzustand handle (UV-act. 46-4) und hielt auch Dr. G.___ im Operationsbericht vom 

17. August 2022 fest, die TFCC-Läsion sei möglicherweise vorbestehend (act. G 1.4-2).

7.7.1. 

Nachdem bei der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 

sowohl unfallkausale als auch vorbestehende (unfallfremde) Gesundheitsschäden zur 

Diskussion standen, stellt sich zudem die Frage nach der Ursache der über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus bestehenden Beschwerden. In diesem 

Zusammenhang ging Dr. I.___ in ihrer Beurteilung vom 22. Juli 2022 davon aus, dass 

die (vorbestehende) TFCC-Läsion eine untergeordnete Rolle spiele und das SL-Band 

und das Handgelenksganglion nichts mit der aktuellen Problematik zu tun hätten. Es 

gehe auch nicht darum, die TFCC-Läsion zu behandeln, sondern die sekundär 

unfallkausale Zunahme der Ulnaplus-Varianz, welche symptomatisch sei (UV-act. 46-4). 

Auch Dr. G.___ hielt im Operationsbericht vom 17. August 2022 fest, der TFCC-Defekt 

sei irrelevant und für die Genese der Schmerzen unbedeutend. Dementsprechend hielt 

er unter dem Titel "Operation" auch lediglich eine "Arthrotomie des ulnaren 

Handgelenks" bzw. die "intraartikuläre Verkürzungsosteotomie der Ulna nach Comtet 

Sennwald" fest, auch wenn sich aus dem Operationsbeschrieb ergibt, dass er vor 

Verschluss des Gelenks noch den TFCC-Bandapparat rekonstruiert hatte (act. G 1.4-2). 

In seiner Stellungnahme vom 27. September 2022 führte Dr. G.___ sodann aus, das 

7.7.2. 

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Ulnaimpaktionssyndrom – als Folge der unfallbedingten relativen Überlänge der Ulna 

rechts – könne als wichtigste Ursache der Beschwerdepersistenz nach der Fraktur 

bezeichnet werden (act. G 1.3 2). Dr. H.___ bestritt im Gegensatz dazu in seiner 

Beurteilung vom 27. August 2022, dass die TFCC-Läsion, die SL-Band-Degeneration 

und das Handgelenksganglion im Vergleich zur Zunahme der Ulnaplus-Varianz nicht 

mit der aktuellen Problematik korrelierten (UV-act. 49-2). Dr. H.___ sah mithin die 

übrigen Gesundheitsschäden zumindest als Teilursache der weiterhin bestehenden 

Beschwerden an. Auch die behandelnden Ärzte des KSSG hatten bereits im 

Untersuchungsbericht vom 25. Februar 2022 betreffend die Untersuchung vom 28. 

Januar 2022 festgehalten, die aktuellen Beschwerden könnten am ehesten einer TFCC-

Läsion zugeordnet werden (vgl. UV-act. 19-2, auch wenn diese Einschätzung noch vor 

der MRI-Untersuchung am 17. Februar 2022 [UV-act. 22] und mithin dem Nachweis 

einer TFCC-Läsion erfolgt war).

Nach Gesagtem liegen widersprüchliche Einschätzungen der medizinischen 

Fachpersonen hinsichtlich des Ursprungs der über den Leistungseinstellungszeitpunkt 

hinaus bestehenden Beschwerden vor. Es bestehen – aufgrund der nachgewiesenen, 

(teil)unfall-kausalen Verschlimmerung der Ulnaplus-Varianz bzw. des 

Ulnaimpaktionssyndroms (vgl. vorstehende E. 7.5 f.) – zumindest Zweifel an der 

Einschätzung der fehlenden Unfallkausalität der über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus bestehenden Beschwerden seitens Dr. H.___, 

weshalb auf diese nicht abgestellt werden kann. Eine abschliessende Beurteilung der 

überwiegend wahrscheinlichen Beschwerdeursache durch das Gericht ist unter den 

gegebenen Umständen nicht möglich. Die Beschwerdegegnerin wird mithin die 

Ursache der über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus bestehenden 

Beschwerden extern fachmedizinisch weiter abzuklären haben.

7.7.3. 

Angesichts der in E. 7.4 dargelegten Auswirkungen einer Ulnaplus-Varianz bzw. 

eines Ulnaimpaktionssyndroms, erscheint es sodann für das Gericht trotz der 

vorerwähnten Beurteilungen betreffend die TFCC-Läsion, die SL-Band-Degeneration 

und das Handgelenksganglion als (unfallfremde) Vorzustände (vgl. E. 7.7.1) fraglich, 

inwiefern es sich dabei in medizinischer Hinsicht überhaupt um eigenständige 

Gesundheitsschäden handelt oder ob diese nicht vielmehr Ausdruck des 

(möglicherweise umfassende Degenerationen verursachenden) 

Ulnaimpaktionssyndroms sind. Die Beschwerdegegnerin wird mithin im Rahmen der zu 

tätigenden weiteren Abklärungen zum Ursprung der fortdauernden Beschwerden 

sinnvollerweise auch nochmals die Unfallkausalität der TFCC-Läsion, der SL-Band-

7.7.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/23

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8.  

Degeneration und des Handgelenkganglions – namentlich mit Blick auf eine 

möglicherweise unfallkausale Verschlimmerung eines Vorzustands – abzuklären haben.

Zusammengefasst ist vorliegend – namentlich aufgrund der auch über den 17. 

Februar 2022 hinaus bestehenden Ulnaplus-Varianz bzw. dem Ulnaimpaktionssyndrom 

– nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die über die Leistungseinstellung 

hinaus persistierenden Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruhen. Damit erweist sich die erfolgte Leistungseinstellung als 

unrechtmässig und der angefochtene Einspracheentscheid ist aufzuheben. Folglich ist 

der Zeitpunkt der Leistungseinstellung wieder offen und wird dieser von der 

Beschwerdegegnerin – unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich erfolgten 

operativen Behandlung der Ulnaplus-Varianz (vgl. act. G 1.4) – weiter abzuklären und 

neu festzulegen sein.

7.8. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 4. Oktober 2022 

(act. G 1) unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. September 2022 (UV-act. 

50) dahingehend gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bzw. 

zur Veranlassung einer externen fachmedizinischen Beurteilung und zu anschliessender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

8.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. f  ATSG).8.2. bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten.

8.3. 

Die Parteientschädigung für die berufliche Rechtsvertretung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf 

den notwendigen Aufwand für die Beschwerdeführung bei durchschnittlichem 

Aktenumfang eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

8.3.1. 

Neben den Kosten für die berufliche Rechtsvertretung umfassen die Parteikosten 

nach Art. 61 lit. g ATSG auch Auslagen, die für Abklärungsmassnahmen entstanden 

sind, welche eigentlich durch den Versicherungsträger anzuordnen und durchzuführen 

8.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/23

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 9. 

September 2022 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

gewesen wären, aber stellvertretend durch die Partei veranlasst wurden. Kosten für 

solche Privatgutachten sind rechtsprechungsgemäss zu ersetzen, wenn das 

entsprechende Gutachten massgebend für die Beurteilung der Streitfrage war (Ueli 

Kieser, ATSG Kommentar, 2020, N 216 zu Art. 61 mit Hinweisen). Die 

Beschwerdeführerin beantragt, die Beschwerdegegnerin habe für die Kosten der 

radiologischen Kurzstellungnahme von Dr. K.___ vom 31. Oktober 2022 im Betrag von 

Fr. 600.-- aufzukommen (act. G 4 und 4.2). Darin vergleicht Dr. K.___ 

Röntgenaufnahmen vor und nach dem Unfallereignis in Bezug auf das Vorliegen einer 

Ulnaplus-Varianz. Angesichts des Umstands, dass der beratende Arzt der 

Beschwerdegegnerin, Dr. H.___, eine unfallkausale Verschlimmerung der Ulnaplus-

Varianz nicht bestritt, sondern vielmehr implizit bestätigt hatte, hätten – unabhängig 

von der Kurzstellungnahme seitens Dr. K.___ – zumindest geringe Zweifel an seiner 

Beurteilung bezüglich Erreichen des Fallabschlusses bzw. Dahinfallen sämtlicher 

unfallkausaler Restfolgen bestanden. Mithin war die Stellungnahme von Dr. K.___ für 

die Beurteilung der vorliegenden Rechtsstreitigkeit im Ergebnis nicht ausschlaggebend, 

weshalb die Beschwerdegegnerin für die Kosten derselben auch nicht aufzukommen 

hat. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdegegnerin vor 

Verfügungserlass den angeforderten Verlaufsbericht von Dr. G.___ nicht abgewartet 

hatte (vgl. vorstehend Sachverhalt A.j ff.), da Dr. G.___ in seinem Zwischenbericht UVG 

vom 16. Juni 2022 (UV-act. 32) ohnehin nicht erwähnt hatte, dass er über 

Röntgenaufnahmen aus der Zeit vor dem Unfallereignis verfüge. Dies erwähnte er erst 

in der Stellungnahme vom 27. September 2022 gegenüber der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin (act. G 1.3), weshalb die Beschwerdegegnerin – gemäss 

vorliegender Aktenlage – von diesen Aufnahmen auch erst im Rahmen des 

Beschwerdeverfahrens Kenntnis erhalten hatte und sie demnach auch nicht 

medizinisch würdigen (lassen) konnte. Mithin war die Würdigung der 

Röntgenaufnahmen im vorliegenden Verfahren auch nicht im eigentlichen Sinn 

umstritten, weshalb sich eine entsprechende "externe" Beurteilung (zusätzlich zur 

Aussage von Dr. G.___ in der Stellungnahme vom 27. September 2022, act. G 1.3) 

auch in dieser Hinsicht nicht aufdrängte.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/23

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Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

2.

Der Antrag, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die Kosten im Umfang von Fr. 

600.-- für das radiologische Konsil zu übernehmen, wird abgewiesen.

3.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine 

Anwaltskostenentschädigung von total Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.06.2023
	Art. 6 UVG. Bejahung eines sekundären unfallkausalen Gesundheitsschadens in Form einer richtungsgebenden Verschlimmerung einer Ulnaplus-Varianz nach eingestaucht verheilter Radiusfraktur. Verneinung des überwiegend wahrscheinlichen Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens per Leistungseinstellungsdatum. Aufhebung des Einspracheentscheids und Rückweisung der Streitsache zu ergänzenden Abklärungen bzw. zur Veranlassung einer externen fachmedizinischen Beurteilung und zu anschliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2023, UV 2022/56).

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