# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e355b681-ab20-5454-8948-945b50ce92ce
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-05
**Language:** de
**Title:** Rückweisung. Die Beschwerdegegnerin hat Beschwerden, die vor Erlass der angefochtenen Verfügung aufgetreten sind, nicht in rechtsgenügender Weise berücksichtigt.
**Docket/Reference:** IV.2020.00608
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00608.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00608
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiberin Schleiffer Marais
Urteil
vom
5. Februar 2021
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1966 geborene
X.___
, ohne Ausbildung und Mutter
von drei erwach
senen Kindern
, war seit
Februar
2011 als Reinigungs
angestellte
bei
Y.___
mit einem Arbeitspensum von 60 %
tätig (Urk. 7/48).
Am 23. Oktober/6. November 2017 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Brustkrebs bei der Invalidenversicherung zwecks Hilfsmittel
(Urk. 7/5, Urk. 7/12)
respektive
am 23. November 2017
zur beruflichen Integration/Rente
(Urk. 7/17) an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle nahm
erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und zog
unter anderem
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei. Am 12. Dezember 2017 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für Perücken sowie Brustprothesen (Urk. 7/25-26) und teilte der Versicherten am 6. Februar 2018 mit, dass aufgrund des Gesundheitszustands aktuell keine Eingliederungsmassnahmen nötig seien (Urk. 7/30).
Nachdem sich
die Versicherte am 26. September 2018 bei der Invalidenversicherung
erneut
zwecks
Hilfsmittel an
ge
meldet
hatte
(Urk. 7/36), erteilte die IV-Stelle am 1. Februar 2019 Kostengutsprache für orthopädische Spezialschuhe sowie für
orthopädische Änderungen an Konfektionsschuhen/orthopädischen Spezialschu
hen
(Urk. 7/51-52).
Am 3. September 2019 w
urde bei der Versicherten eine Haus
halta
bklärung durchgeführt (Urk. 7/66). Mit Vorbescheid vom 9. März 2020 (Urk. 7/75) stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache
einer befristeten
Dreiviertelsrente
von Juli 2018 bis 31. August 2019 in Aussicht, wogegen die Versicherte am 8. April 2020 Einwand (Urk. 7/79) erhob.
Am 21. Juli 2020 sprach die IV-Stelle der Versicherten
für die Zeit von
Juli 2018 bis
31.
August 2019
verfügungsweise
eine befristete
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 10. September 2020 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte
sinngemäss
, die Verfügung vom 21. Juli 2020 sei aufzuheben und ihr eine volle Rente zuzusprechen (S. 3). Mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2020 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Am 13. November 2020 erstatte
te
die Beschwerdeführer
in
unter Auflage
neuer Arztberichte
(Urk. 11/1
-2
) Replik, wobei die Beschwerdegegnerin am 11. Dezem
ber 2020 auf das Einreichen einer Duplik verzichtete (Urk. 14), was der Beschwer
deführerin am 15. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 15).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine
Rente haben gemäss
Art.
28 Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können
Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be
treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver
fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen
verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Okto
ber 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass die Beschwerdeführerin seit 17. Juli 2017 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei.
Aufgrund
der Haushaltabklärung von
September 2019 sei die Beschwerdeführerin zu 60 % im Erwerb und zu 40 % im Haushalt
tätig
zu qua
lifizieren, wobei
betreffend
Haushaltsführung eine gesundheitliche Einschrän
kung von 17 % bestehe.
Aufgrund der medizinischen Beurteilung sei ihr bei Eintritt des Versicherungsfalls keine berufliche Tätigkeit zumutbar. Aufgrund des Einkommensvergleichs resultiere ein Invaliditätsgrad von 67 %, weshalb ein An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestehe. Per 16. Mai
2019
habe sich die ge
sundheitliche Situation
der Beschwerdeführerin
verbessert
und es sei ihr eine angepasste Tätigkeit (leichte, wechselbelastende, überwiegend sitzende Verrich
tung) zu 50 % zumutbar. Gestützt auf den Einkommensvergleich ergebe sich per 16. August 2019 (16.
Mai 2019 plus drei Monate) ein
rentenausschliessender
Invaliditätsgrad von 27 %
. Bezüglich der Schulterproblematik und Depressionen hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass keine Hinweise dafür vorlägen, dass sich die Beschwerdeführerin
diesbezüglich
seit längerer Zeit in fachärztlicher Behand
lung befinde
(Urk. 7/93 S. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2020 (Urk. 6) präzisierte die Beschwerdegegnerin
unter anderem
, dass sie bei ihrer Beurteilung
insbesondere auf die
RAD-Einschätzung
abgestellt habe,
in welcher den
Schulterbeschwerden Rechnung getragen
worden sei (
S. 2
Ziff. 2
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass sich ihr Gesundheitszustand betreffend den
rechten F
uss gemäss dem Bericht von
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
zwar verbessert habe,
sich
die Schulterproblematik
indessen
verschlechtert habe.
Dr.
Z.___
beschränke sich lediglich auf die
Fussbeschwerden
, weshalb die
von ihm
postulierte
50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit nicht den gesa
mten Gesundheitszustand abbilde (S. 1 f.). Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin habe sich ihre gesundheitliche Situation per 16. Mai 2019 nicht verbessert (S. 2).
In ihrer Replik vom 13. November 2020 (Urk. 1
0
)
wies die
Beschwerdeführerin
darauf hin
, dass
sich der RAD-Arzt im Juli 2019
nicht
zur Schulterproblematik
geäussert habe
.
Im Januar 2020 habe der RAD-Arzt zwar festgehalten, dass die Schulter
schmerzen im Belastungsprofil zu berücksichtigen seien, das Profil beziehe sich indessen nur auf den Fuss und das Mammakarzinom (S. 2).
3.
3.1
Die Ärzte des Kantonsspitals
A.___
füh
rten am 25. Juli 2019 folgende Hauptd
iagnosen (Urk. 7/82/5-6
) auf:
-
invasives Mammakarzinom gemischter Typ
(NST und
lobulär
) rechts
-
18.07.17 Quadrantektomie rechts mit
Sent
i
nell
ymphonodektomie
-
02.
10
.
17
-04.12.17
adjuva
nte
Chemotherapie mit 4x TC (
Cy
lophospha
mid
/
Taxotere)
-
20.12.17-30.01.1
8
adjuvante
Radiotherapie Mamma rechts mit 50 Gy, lokal 60 Gy
-
seit 04.01.18
adjuvante
endok
rine Therapie mit
Letrozol
-
seit 06.02.18 antires
orptive Therapie mit
Prolia
,
ab 04.04.19 mit
Aclasta
-
aktuell kein Anhalt für Rezidiv oder Zweitkarzinom
Als
Nebendiagnosen
wurden erwähnt
:
-
Osteoporose (ED 01/18)
-
01.02.18
DEXA: T-Score obere LWS (L1-2.6)
-
seit 04.01.18
antiresorptive Therapie mit
Denosumab
,
ab 04.04.1
9
mit
Aclasta
-
Psoriasis
vulagris
et
guttata
(ED 04/
2006
)
mit
Psoriasisa
rthritis
mit passa
gerer Krankheitsaktivität 2009-2011
-
Basistherapie mit
Methotrexat
09/10 bis 01/1
1.
Arava
01-05/11, abgesetzt wegen fehlender Krankheitsaktivität
-
substituierter Vitamin B12-Mangel (ED 01/
20
18)
-
substituier
ter Vitamin D-Mangel (ED 02/
20
18)
-
arterielle Hypertonie
-
bilateraler
Warthin
-T
umor
-
Paroti
dektomie
rechts 06.01.16, links 01.02.15
-
Sarkoidose
Stadi
u
m I (ED 08/
20
10)
-
CT 03.08.17
medi
a
stinale und
hiläre
Lymphadenopathie
, unverändert zu 2010
Die
A.___
-Ärzte führten aus, dass zwei Jahre nach Tumorektomie eine unauffällige Mammographie durchgeführt worden sei und sich auch klinisch und anamnes
tisch keine Hinweise auf ein Rezidiv ergäben.
3.2
Am 7. Januar 2020 nahm
Dr.
Z.___
Stellung zum Verlauf der gesundheitlichen Situation
der Beschwerdeführer
in seit 3. Mai 2019
und nannte folgende Diag
nosen (Urk. 7/70/3-8 S. 1
Ziff. 1.2
):
-
Status nach isolierter
Arthrodese
/Pla
ttenfixation
calcaneocuboidal
F
uss rechts vom 6. Februar 2019 (Differenzialdiagnose:
delayed
union
/straffe non-union) bei
-
f
ortgeschritt
ener Arthrose
perinaviculär
(vor allem
calcaneocuboidal
,
talonaviculär
sowie
naviculocuneiform
) Fuss rechts, event
uell im Rahmen einer
Psoriasisa
rthritis
-
Verdacht auf Morton Neuralgie III/IV rechts
-
Schulterbeschwerden beidseitig
(daher 100 % arbeitsunfähig)
-
Psoriasis
vulgaris
(ED 2006)
-
Status nach Mammakarzinom rechts Juli 2007 mit
adjuvan
t
er
Chemo-
und
Radiotherapie
-
Sarkoidose
Stadium I 2010
-
Adipositas
-
arterielle Hypertonie
-
chronisch rezidivierende
s
Lumbovertebralsyndrom
bei
thorakolumbaler
Skoliose
-
Warthin
-T
umor mit
Parotidektomie
beidseits 2015/2016
-
Status nach Hepatitis A
-
Nikotinabusus
Dr.
Z.___
führte aus, dass betreffend rechter Fuss
eine Verbesserung eingetreten sei, bezüglich
der
Schulterproblematik jedoch eine Verschlechterung
, wobei
dies
bezüglich
die Behandlung durch den Hausarzt erfolge (S. 1). Im Zusammenhang mit dem rechten Fuss sei von einer Arbeitsfähigkeit von
mindestens
50 % für leichte Tätigkeiten in gehender/ste
h
ender Position auf ebenem Boden im Haus
bereich auszugehen. Isoliert bezogen auf die Fussproblematik bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit für rein sitzende, behinderungsadaptierte Tätigkeiten. Für die Zeit vom 6. Februar bis 15. M
a
i 2019 sei nach der Operation am
6. Februar 2019
hinsichtlich der Fusssituation von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit und vom 1
6.
bis 26. Mai 2019 von einer 50%ige
n Arbeitsunfähigkeit (2-Tages-R
h
ythmus)
auszugehen. Aktuell bestehe wegen der Schulterproblematik eine durch den Haus
arzt attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
. Dr.
Z.___
bejahte eine Vermin
de
rung
der Leistungsfähigkeit von zirka 50 % als Rein
i
gungsangestellte in ste
hen
der/
gehender Position (bezogen auf eine Anstellung von 100 %) auf ebenem Gelände im häuslichen Bereich (S. 2 Ziff. 2.1-2).
Der Arzt hielt weiter fest, dass betreffend die Fussproblematik
rechts ein zufrie
denstellender Verlauf vorliege und aktuell keine Behandlung nach der Operation
notwendig sei.
Momentan
stünden die Schulterbeschwerden im Vordergrund, wes
halb der Hausarzt scheinbar seit mehreren Monaten von einer 100%igen Arbeits
unfähigkeit ausgehe. Bezüglich der Sch
ulterbeschwerden könne er – Dr.
Z.___
– keine Aussagen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit machen. Betreffend Prognose hielt Dr.
Z.___
fest, dass auch bei aktuell günstigem postoperativem Verlauf mit einer Zunahme der radiologisch bestehenden
perinavikulären
Arthrose rechts gerechnet werden könne, mit Anpassung der therapeutischen Massnahmen an die Beschwerden (konser
vativ > operativ; S. 3 Ziff. 3.3, Ziff. 4.1
).
Abschliessend wies Dr.
Z.___
darauf hin, dass die bisherige Tätigkeit als Reini
gungsangestellt
e
wahrscheinlich
zu einer Progredienz der be
stehenden Fussar
throse
perinavik
ulä
r
rechts führen werde und deshalb die weitere Geh-/Steh
f
ähig
keit zusätzlich einschränke
(S. 5 Ziff. 4.4).
%1.%2
RAD-
Arzt Dr. med.
B.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und
Traumato
logie
, führte in seiner Stellungnahme vom 29. Januar 2020
(Urk. 7/
73/
8-10)
folgende Diagnosen
auf
:
M
it Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung des rechten Fusses
-
for
tgeschrittene Arthrose
perinavik
ulär
Fuss rechts, even
tuell im Rahmen einer
Psoriasisa
rthritis
-
Status nach isolierter
Arthrodese
/Plattenfixation Fuss rechts vom 06.02.19
-
Status na
ch Mammakarzinom rechts Juli 20
0
7
[richtig 2017]
mit
adjuvan
ter
Chemo- und
Radiotherapie, persistierendes
Lymphoedem
rechter Arm
O
hne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Psoriasis
vulgaris
(ED 2006)
-
Sarkoidose
Stadium I
(ED 2010)
-
Adipositas
-
a
rterielle Hypertonie
-
chronisch rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bei
thorakolumbaler
Skoliose
-
Warthin
-T
umor mit
Parotidektomie
beidseits 2015/2016
-
Status nach Hepatitis A
-
Osteoporose
-
Nikotinabusus
Der RAD-A
rzt führte aus, dass gemäss med.
pract
.
C.___
(20. Januar 2020) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit aufgrund der Fuss
situation und zunehmenden Schulterbeschwerden wegen des
Lymphoed
ems
nach Mammakarzinom bestehe
.
Es seien weder a
ktuelle Befunde angegeben
noch eine
weitere Diagnostik und Therapie eingeleitet worden. Die Beschwerden seien im Belastungsprofil zu berücksichtigen.
Dr.
Z.___
halte eine mindestens 50%ige (bis 100%ig
e) Arbeitsfähigkeit für möglich, in angepasster Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Zusammenfassend bestehe somit für die bisherige Tätigkeit als Reinigungs
angestellte
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 17. Juli 201
7.
In angepasster Verrichtung liege eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17. Juli 2017 bis 15. Mai 2019 respektive eine solche von 50 % vom 16. Mai 2019 bis 7. Januar 2020 vor.
Für die Zeit danach
sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen
(S. 1).
Dr.
B.___
hielt
weiter
fest, dass die Belastu
ng des Fusses und des rechten Arm
s
in der bisherigen Tätigkeit als
Reinigungsangestellte
zu hoch sei.
Im Zusammenhang mit der Mamma sei von folgendem Belastungsprofil auszu
gehen: leichte Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern/Gerüsten, ohne längeres Arbei
ten in weiter Armvorhalte rechts und ohne Überkopfarbeit mit dem rechten Arm. Betreffend Fuss gelte folgendes Belastungsprofil: le
ichte, wechselbelastende
und
überwiegend sitzende Tätigkeit
,
ohne Arbeiten auf Leitern/Gerüsten, ohne Treppen
steigen, ohne den rechten Fuss belastende Zwangshaltungen (Bücken, Hocken, Knien) und ohne häufiges G
ehen auf unebenem Gelände
.
3.4
Der Hausarzt der Beschwerdeführerin, med.
pract
.
C.___
, wiederholte in seinem
Bericht vom 4. Mai 2020 (Urk. 7/82/1-2) im Wesentlichen die im
A.___
-Bericht vom 25. Juli 2019
(vgl. E. 3.1)
genannten Diagnose
n
, wobei er zusätzlich
u.a. noch
folgende Befunde nannte (S. 1):
-
posterolaterale
Rückfussschmerzen rechts: fortgeschrittene (Psoriasis
?)-
Arthrose vor allem
calcaneocubital
, im Bereich des
Naviculocueniforme
-Gelenks und beginnend
talonavik
ulär
-
06.02.19
Arthrodese
calcaneocubo
idal
rechts
-
verzögerter Heilungsverlauf,
Chronifizierung
der Fussbeschwerden
-
Verdacht auf Morton-Neurom III/IV
-
Lumbovertebralsyndrome
bei Beckenschiefstand mit Skoliose
Der Hausarzt führte aus, dass die einschränkenden Beschwerden der Beschwer
deführerin durch die somatischen Befunde erklärbar und mit medizinischen Be
handlungen nur unzureichend beherrschbar seien. Die chronischen Schmerzen hätten zu chronisch depressiven Reaktionen geführt und schränkten
die
Lebens
qualität und Leistungsfähigkeit beträchtlich ein (S. 2).
3.5
Dr.
med.
D.___
, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, stellte in seinem Be
richt vom 15. Juni 2020 (Urk. 7/90) folgende Diagnosen (S. 1):
-
Status
nach
Psoriasisa
rthritis
mit pas
sagerer Krankheitsaktivität 2009-2011
-
Befall Fusswurzel des vorderen Sprunggelenks über
Chopart
/
Lisfrancgelenk
(Ske
lettszintigraphie 10.12.0
9)
-
Symptombeginn Juni 2009
-
Basistherapie mit
Methotrexat
0
9/10 bis 01/11,
Arava
-Therapie
0
1-
0
5/11, abgesetzt wegen fehlender Krankheitsaktivität
-
0
7/17 keine sicheren Hinweise einer vermehrten Krankheitsaktivität ohne Basistherapie
-
Status nach
Kenacort
-Injektionen
0
3 und
0
4/10
-
Basistherapie mit
Plaquen
il
0
7-
0
9/17 (abgesetzt aus unklarem Grund), Wiederbeginn
0
3/18
-
Psoriasis
vulgaris
et
guttata
, ED
0
4/10
-
erst
es Mammakarzinom rechts pT3pN1MO
ER > 80 %, Her2 negativ
-
18.07.17 Quadrantektomie rechts mit
Lymphonodektomie
-
31.07.17 Skelettszintigraphie ohne Metastasen
-
03.08.17 CT Thorax/Abdomen: mediastinale und
hiläre
Lymphadenopathie
, unverändert zu 2010
-
24.08.17 Nachresektion Mamma rechts mit Wundheilungsstörung
-
02.10 bis 04.12.17
adjuvan
t
e
Chemotherapie mit
Cyclophosphamid
/Taxotere
-
20.12.17 bis 31.01.18
adjuvan
t
e
Radiotherapie
-
ab 04.01.18
endoktrine
Therapie mit
Letrozol
-
Sarkoidose
Stadium I, ED
0
8/10
-
03.08.17
CT mediastinal und
hiläre
Lymphadenopathie
2010
-
anamnestisch Eisenmangel
-
Adipositas Grad I (anamnestisch BMI 33 kg/m²)
-
anamnestisch
Sicca
-Syndrom
-
USG-Arthrose rechts, wahrscheinlich sekundär
-
Röntgen
07/17
Talonavik
ul
ar
arthrose
minim progredient
-
Verdacht auf leichte Aktiv
ierung bei
sonografisch
leichtem Erguss
talonavik
ulär
rechts
0
7/17
-
erneute Aktivierung, Ergus
s
talonavik
ulär
rechts
0
2/18
-
Arthrodese
calcanocuboidal
rechts 06.02.19 bei fortgeschrittener Arthrose v.a.
calcaneocuboidal
und
navicul
ocuneiforme
, beginnend
talonavik
ular
-anamnest
i
sch verzögerter Heilverlauf,
Chronifizierung
Fussbeschwerden, Verdacht auf Morton Neurom III/IV rechts
-
behandelte arterielle Hypertonie
-
anamnestisch rezi
div
i
erendes
Lumbovertebralsyndrom
bei
thorakolumbaler
Skoliose
-
Warthin
-T
umor beidseits, ED 10/
14, Status nach
Parotidektomie
links
0
2/15
,
rechts 06.01.16
-
anamnestisch
Status nach Hepatitis A
-
anamnestisch Nikotinabusus (zirka 10 Zigaretten täglich)
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Osteoporose, ED
0
1/18
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DEXA 01.02.18: manifeste Osteoporose der oberen LWS, L1-2.6
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Prolia
seit
0
2/18
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Wechsel auf
Aclasta
ab 04.04.18
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anamnestisch Vitamin B12-Mangel,
anamnestisch substituiert
seit 01/18
-
anamnestisch
Vitamin D-Mangel, ED 02/18, anamnestisch substituiert
Dr.
D.___
führte aus, dass die Krankheitsaktivität der
Psoriasisa
rthritis
früher lange Zeit gut kontrollierbar gewesen sei, nun aber anamnestisch seit
ungefähr
einem Jahr wieder deutlich progredient geworden sei. Aktuell bestehe ein aus
gedehnter dermatologischer Befund der
Psoriasis
, wobei auch die Befunde an beiden Schultern, Handgelenken
und
Metacarpophalangealgelenken
(MCP)
mit einer wieder aktiven
Psoriasisa
rthritis
vereinbar seien. Aufgrund der
exazerbier
-
ten
Situation erachte er
nun
eine Kombinationstherapie mit einem
Biologikum
und
Methotrexat
für indiziert (S. 2).
Der Ar
z
t hielt weiter fest, dass offenbar ein IV-Verfahren laufe, wobei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht natürlich eingeschränkt sei. Da er die Beschwerdeführerin
jedoch
seit mehr als zwei Jahren
wieder
das erste Mal gesehen habe, könne er dazu
abschliessend
noch keine Beurteilung abgeben (S. 3).
3.6
Gemäss Aktennotiz
der zuständigen Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin
betreffend
eine
telefonische Rücksprache
mit
Dr.
B.___
am 3. Juli 2020
können
dem Bericht von Dr.
D.___
(
E. 3.5)
keine neuen Einschränkungen entnommen werden
, welche nicht
bereits
berücksichtigt worden sei
e
n. Entsprechend sei kein neuer medizinischer Sachverhalt gegeben und es könne
weiterhin
an der RAD-Stellungnahme vom 29. Januar 2020 (vg
l. E. 3.3) festgehalten werden.
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist unstrittig und aufgrund der Akten ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin seit 17. Juli
2017 (
Tumorektomie Mamma rechts
am 18. Juli 2017, Urk. 7/20/15-16) in ihrer bisherigen Tätigkeit als Reinigungs
an
gestellte
zu 100 % arbeitsunfähig ist. Streitig ist
demgegenüber
der Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit seit
dem genannten Datum
. Während die Beschwerdegegnerin
in einer entsprechenden Verrichtung
aufgrund der
Fussbeschwerden und
d
es
Lymphoedem
s
für die Zeit
vom 17. Juli 2017
bis 15. Mai 2019 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit
und
per 16. Mai
2019
unter Hinweis auf eine Verbesserung des Gesundheitszustands
von einer
Arb
eitsfähig
keit
von mindestens 50 %
ausgeht (Urk. 2 S. 3 f.
),
beruft sich
die Beschwer
de
füh
rerin
sinngemäss auf
eine seit 17. Juli 2017
weiterhin
bestehende Arbeitsun
fähig
keit von 100 %
. Gemäss der Beschwerdeführerin
habe
sich ihre gesund
heitliche Situation
per 16. Mai 2019
nicht ins
g
esamt
verbessert,
da sich
lediglich
die Fuss
problematik
entschärft habe
, die Schulterbeschwerden
sich
jedoch
ver
schlechtert hätten (Urk. 1 S. 2).
4.2
Der behandelnde Orthopäde
Dr.
Z.___
attestierte am 7. Januar 2020 im Zusam
menhang mit den Beschwerden am rechten Fuss eine 100%ige Arbeit
sunfähigkeit vom 6. Februar
bis 15. Mai 2019 respektive eine solche von 50 % vom 1
6.
bis 26. Mai 201
9.
Im Zeitpunkt der Verfassung des entsprechenden Berichts ging er betreffend Fussproblematik von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % für leichte Tätigkeiten in gehender
/
stehender Position auf ebenem Boden im Haus
bereich beziehungsweise
von
einer Arbeitsfähigkeit von 100 % für rein sitzende Verrichtungen aus.
Bezüglich der Schulter
situation
konnte
Dr.
Z.___
keine Aussagen
betreffend die
Arbeitsfähigkeit machen (vgl. E. 3.2).
Der Hausarzt
med.
pract
.
C.___
erwähnte in seinem aktuellsten Bericht vom 4. Mai 2020 beträcht
liche Einschränkungen der Leistungsfähigkeit aufgrund
von
chronischen Schmer
zen
respektive
chronisch depressiven Reaktionen und machte im Übrigen keine weiteren Angaben betreffend den konkreten Umfang der Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 3.4
)
.
Der behandelnde Rheumatologe Dr.
D.___
sprach am 15. Juni 2020 unter
Hinweis auf eine seit
zirka
einem Jahr wieder deutlich progrediente
Psoriasis
a
rthritis
von einer aus rheumatologischer Sicht eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, wobei er bezüglich des konkreten Umfangs keine abschliessende Beurteilung abgeben konnte (vgl. E. 3.6). Der RAD-Arzt - welcher die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersuchte - attestierte am 29. Januar 2020 mit Verweis auf
den rechten Fuss
und
die
Mamma
respektive das
Lymphoedem
in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 17. Juli 2017 bis 15. Mai 2019 respektive eine solche von 50 % vom 16. Mai 2019 bis 7. Januar 2020 und ging für die Zeit danach von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus (vgl. E. 3.3).
4.3
Den von Dr.
Z.___
festgestellten Fussbeschwerden wurden in der Einschätzung
von Dr.
B.___
vom 29. Januar 2020
angemessen
Rechnung get
ragen, wobei
dieser
in einer angepassten Tätigkeit – im Vergleich
zum Orthopäden
–
von einer
länger andauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausging (50%ige Arbeits
fähigkeit vom 16. Mai 2019 bis 7. Januar 2020 gegenüber einer
solchen vom
1
6.
bis 26. Mai 2019 gemäss Dr.
Z.___
).
Im Weiteren wurden in der besagten RAD-Stellungnahme
die
im Zusammenhang mit dem persistierenden
Lymph
oedem
stehende
n
Beschwerden am rechten Arm
berücksichtigt.
Eine in rechts
genügender Weise erfolgte Auseinandersetzung des RAD-Arztes mit der von Dr.
D.___
im Zusammenhang mit der
reaktivierten
Psoriasisa
rthritis
stehenden Beschwerden an den Schultern, Handgelenken und den MCP fand demgegenüber nicht statt. Diesbezüglich liegt lediglich
eine
nach Rücksprache mit Dr.
B.___
verfasste Aktennotiz der Kundenberaterin vom 3. Juli 2020 vor, wonach der Be
richt von Dr.
D.___
keine neuen Einschränkungen enthalte, welche in der RAD-Einschätzung vom 29. Januar 2020 nicht bereits berücksichtigt worden seien (vgl. E. 3.6). Diesbezüglich ist vorab zu bemerken, dass aufgrund der Aktennotiz nicht klar ist, ob die Kundenberaterin dem RAD-Arzt den in Frage stehenden Bericht physisch zur Beurteilung vorgelegt
oder ihn nur telefonisch darüber informiert
hat. Im Weiteren fehlt jegliche Begründung
dafür
, weshalb
im betreffenden Be
richt
-
im Vergleich zur RAD-Stellungnahme vom 29. Januar 2020
-
keine neuen Einschränkungen enthalten sind.
Die
reaktivierte
Psoriasisa
rthritis
und die damit einhergehenden Schulter-, Handgelenks- und MCP-Beschwerden wurden in der besagten RAD-Einschätzung nicht thematisiert. Der RAD-Arzt diskutierte ledig
lich die Fussproblematik und
die Beschwerden am rechten Arm
aufgrund des
Lymphoedem
s
und berücksichtigt
e diese bei der Festlegung des
Belastungsprofil
s
.
Im Übrigen wurden d
ie
neuerlich aktive
Psoriasisa
rthritis
und die damit zusam
menhängenden Beschwerden auch nicht in den Berichten der behandelnden Ärzte
rechtsgenügend
thematisiert, auf welche sich der RAD-Arzt bei seiner Akten
be
urteilung
am 29.
Januar 2020 abstützte (Urk. 7/73/8-10 S. 3).
4.4
Nach dem Gesagten durfte die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid betreffend
be
fristete
n
Rentenanspruch nicht auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes abstützen
(vgl. E. 1.3)
. In den Akten finden sich sodan
n keine fachärztlichen Stellung
nahmen, welche
mit Bezug auf die reaktivierte
Psoriasisa
rthritis
und die damit einhergehenden Schulter-, Handgelenks
-
und MCP-Beschwerden
ein abschlies
sendes Bild betreffend Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in angepasster Tätigkeit
ergeben würden
. Damit ist die
angefochtene Verfügung vom 21. Juli 2020 (Urk
. 2) aufzuheben und die Sache zwecks medizinischer Abklärung
be
treffend die
Psoriasisa
rthritis
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Her
nach wird sie über die Rentenfrage
–
mithin
,
ob der Beschwerdeführerin
ab
Juli 2018
mehr als
eine
Dreiviertelsrente
und
über den
31. August 2019
hinaus
zuzu
sprechen ist
(somit über die Rentenhöhe und die Befristung)
-
neu zu entscheiden haben
.
Vor diesem Hintergrund erübrigen sich Ausführungen zu den von
den Parteien
im Zusammenhang mit dem Einkommens
vergleich gemachten Vorbrin
gen
(Urk. 1 S. 3, Urk.
6 S.
2 f.
Ziff. 3)
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde
gutzuheissen
.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
8
00.-- festzulegen und, da die Rück
wei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung a
ls vollständiges Obsie
gen
gilt
, ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 21. Juli 2020 insoweit aufgehoben wird, als sie den Anspruch auf eine ganze unbefris
tete Invalidenrente verneint, und es wird die Sache an die Sozialversicherungsanstalt das Kantons
Zürich, IV-Stelle, zurückgewie
sen, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den
Rentenanspruch (siehe E.
4.4) der Beschwerde
füh
rerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchleiffer Marais